# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d16c988a-927c-5129-87fe-5c3f6cc078a7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.02.2012 E-1059/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1059-2008_2012-02-02.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­1059/2008

U r t e i l   v om   2 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Walter Stöckli,
mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn;  
Gerichtsschreiber Thomas Hardegger.

Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka,
vertreten durch Laura Rossi, Fürsprecherin, (…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Vollzug der Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 18. Januar 2008 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer,  ein  sri­lankischer  Staatsangehöriger 
tamilischer  Muttersprache  und  islamischer  Religion  aus  B._______ 
(Zentralprovinz),  eigenen  Angaben  zufolge  am  21.  respektive  23.  März 
2007  auf  dem  Seeweg  aus  Sri  Lanka  ausreiste  und  via  Italien  am  16. 
April 2007 auf dem Landweg in die Schweiz gelangte, wo er gleichentags 
beim Empfangs­ und Verfahrenszentrum  (EVZ) Vallorbe ein Asylgesuch 
stellte,

dass  er  am  26.  April  2007  im  EVZ  Chiasso  zu  den  Personalien  und 
summarisch zu den Ausreisegründen und am 31. Juli 2007 eingehend zu 
den Asylgründen befragt wurde,

dass  er  geltend  machte,  er  befürchte  schwere  Nachteile  bei  einem 
weiteren Aufenthalt in Sri Lanka,

dass er als Kleiderhändler  fertig erstellte Kleider  in einer Kleiderfabrik  in 
C._______ gekauft und jeweils in D._______, E._______ und F._______ 
an bestimmte Läden weiterverkauft  habe und dass er  für  seine Fahrten 
regelmässig die öffentlichen Busse benutzt habe, 

dass die Sicherheitskräfte bei G._______ den von ihm benutzten Bus am 
19.  Dezember  2006  kontrolliert  und  unter  seinem  Kleiderpaket 
beziehungsweise  unter  seinem  Sitz  ein  Paket  mit  Batterien  entdeckt 
hätten,

dass  er  trotz  seiner  Aussage,  das  Paket  gehöre  nicht  ihm,  unter  dem 
Verdacht,  die  Batterien  den  Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam  (LTTE) 
überbringen zu wollen, verhaftet und ins Militärlager H._______ überführt 
worden sei,

dass die Sicherheitskräfte ihm die Identitätskarte abgenommen und seine 
Ware beschlagnahmt hätten,

dass  er  im  Camp  verhört  und  mit  einem  Holzstock  bis  zur 
Bewusstlosigkeit  geschlagen  worden  sei  und  er  erst  am  22.  Dezember 
2006 aus der Bewusstlosigkeit in einem Zivilspital aufgewacht sei, wo ihn 
zufälligerweise  N.,  ein  Geschäftspartner,  der  dort  seine  Frau  besucht 
habe, getroffen und ihm zur Flucht geraten habe, 

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dass er von N. erfahren habe, dass er im Spital bewacht werde, er selber 
aber keine Bewacher im Spital habe entdecken können,

dass  er  über  das  Toiletten­Fensterchen  das  Spital  verlassen  habe,  mit 
einem  Motorrad  zu  N.  gefahren  sei,  sich  dort  während  dreier  Tage 
aufgehalten habe, dann kurz nach Hause zurückgekehrt sei und nach nur 
einer halben Stunde nach Colombo weitergereist sei, wo er fortan in einer 
Moschee geschlafen und gegessen habe,

dass  er  die  eigene  Familie  in  B._______,  die  mittlerweile  wiederholt 
Besuch  von  Zivilpersonen  mit  einem  weissen  Lieferwagen  ohne 
Nummernschilder erhalten habe, sporadisch besucht habe,

dass  sich  diese  Personen  gegenüber  seiner  Familie  nicht  identifiziert 
hätten, aber jeweils nach ihm und seinem Aufenthalt gefragt hätten,

dass er anlässlich eines Besuchs seiner Familie vom (…). Februar 2007 
von  vier  solchen  Personen  in  Zivil  überrascht,  angehalten  und  zum 
Polizeiposten  in  I._______  gebracht  worden  sei,  wo  er  bis  zum  (…). 
Februar 2007 festgehalten worden sei,

dass  sich ein Freund beim  (…)minister  für  seine Freilassung eingesetzt 
habe, weshalb er aus der Haft entlassen worden sei,

dass ihm der Minister zur Ausreise geraten habe, und er sich in der Folge 
bis zur Flucht wieder in Colombo in der Moschee aufgehalten habe,

dass  ihn  ein  Freund  im  März  2007  an  den  Schiffshafen  in  Negombo 
geführt habe, von wo aus er die Reise nach Europa angetreten habe,

dass er nicht wisse, ob ein Strafverfahren gegen ihn eingeleitet worden sei,

dass  er  keiner  politischen  Partei  angehöre,  aber  bei  Versammlungen 
namentlich der Regierungspartei geholfen habe, Bühnen aufzubauen, 

dass er bei einer Rückkehr um sein Leben fürchte,

dass er zwei Fotos und einen kopierten Geburtsregisterauszug einreichte,

dass  das  BFM mit  Verfügung  vom  18.  Januar  2008  –  eröffnet  am  22. 
Januar  2008  –  feststellte,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die 

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Flüchtlingseigenschaft nicht, sein Asylgesuch abwies, seine Wegweisung 
aus der Schweiz verfügte und den Vollzug anordnete,

dass das BFM ausführte, die Vorbringen des Beschwerdeführers seien in 
wesentlichen  Punkten  widersprüchlich,  zu  wenig  detailliert  oder 
personenbezogen  ausgefallen  und  widersprächen  der  allgemeinen 
Erfahrung  und  Logik,  weshalb  sie  den  Anforderungen  an  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht  standhalten  würden  und  die  Asylrelevanz 
nicht zu prüfen sei,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs regelmässig die Wegweisung aus 
der Schweiz nach sich ziehe,

dass der Wegweisungsvollzug zulässig, zumutbar und möglich sei,

dass der Beschwerdeführer nach erfolgter Akteneinsicht vom 24. Januar 
2012 mit  Eingabe  vom  19.  Februar  2008  gegen  diese  Verfügung  beim 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  betreffend  den 
Wegweisungsvollzug  erhob  und  beantragte,  das  BFM  sei  anzuweisen, 
ihn  infolge  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  vorläufig 
aufzunehmen,

dass  er  in  formeller  Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  (unentgeltliche Prozessführung einschliesslich Verzicht auf 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses,  Gewährung  der  amtlichen 
Verbeiständung in der Person der Rechtsvertreterin) ersuchte,

dass  mit  der  Beschwerde  die  Vollmacht  vom  31.  Januar  2008,  die 
Fürsorgebestätigung  vom  31.  Januar  2008  und  eine  Kopie  der 
angefochtenen Verfügung eingereicht wurde,

dass der Instruktionsrichter mit Zwischenverfügung vom 25. Februar 2008 
die  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  und 
Verzicht auf Kostenvorschusserhebung abwies, 

dass  ein  am  27.  Februar  2011  eingereichtes  Gesuch  um 
Wiedererwägung  dieser  Verfügung  vom  Instruktionsrichter  am  29. 
Februar 2011 abgewiesen wurde,

dass der Kostenvorschuss am 6. März 2008 geleistet wurde,

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dass  das  BFM  in  seiner  Vernehmlassung  vom  25.  November  2008  die 
Abweisung der Beschwerde beantragte,

dass der Beschwerdeführer am 29. Dezember 2008 dazu Stellung nahm,

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und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  in  der 
Regel  –  so  auch  vorliegend  –  endgültig  über  Beschwerden  gegen 
Verfügungen  (Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über 
das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet 
(Art. 105  des Asylgesetzes  vom 26.  Juni  1998  [AsylG, SR 142.31]  i.V.m. 
Art. 31  ­  33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG richtet, soweit das VGG nichts 
anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass sich die vorliegende Beschwerde ausschliesslich gegen den Vollzug 
der  von  der  Vorinstanz  verfügten  Wegweisung  richtet,  weshalb  die 
angefochtene  Verfügung,  soweit  sie  die  Verneinung  der 
Flüchtlingseigenschaft und die Verweigerung des Asyls betrifft (Ziff. 1 und 
Ziff.  2  des  Dispositivs  der  angefochtenen  Verfügung),  in  Rechtskraft 
erwachsen  ist  und  auch  die  Anordnung  der  Wegweisung  (Ziff.  3  des 
Dispositivs) grundsätzlich nicht mehr zu überprüfen ist,

dass damit Gegenstand des vorliegenden Verfahrens lediglich die Frage 
bildet, ob die vom BFM angeordnete Wegweisung zu vollziehen  ist oder 
ob an Stelle des Vollzugs eine vorläufige Aufnahme anzuordnen ist,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 

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sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  aufgrund  der  heutigen 
Situation um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass die Vorinstanz zur Begründung des angefochtenen Entscheides  im 
Wegweisungspunkt  unter  anderem  ausführte,  der  Wegweisungsvollzug 
sei  zulässig,  zumutbar  und  möglich,  wobei  dem  Beschwerdeführer 
zuzumuten  sei,  in  seiner  Heimatstadt  B._______  oder  im  Süden  oder 
Westen des Landes Wohnsitz zu beziehen,

dass  er  in  B._______  über  ein  Beziehungsnetz  verfüge,  sich  dort  seit 
seiner  Geburt  aufgehalten,  neun  Jahre  lang  die  Schulen  besucht  und 
lange als Händler gearbeitet habe,

dass  er  Tamilisch  spreche  und  Kenntnisse  des  Singhalesischen  habe, 
was ihm die Schaffung einer wirtschaftliche Lebensgrundlage erleichtere,

dass  in  der  Beschwerde  zur  allgemeinen  Lage  in  Sri  Lanka  einleitend 
ausgeführt  wird,  die  aktuellste  Lagebeurteilung  betreffend  Sri  Lanka 
datiere  vom 29. November  2005  (vgl.  Entscheidungen  und Mitteilungen 
der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 6),

dass mittlerweile der Bürgerkrieg mit verheerenden Folgen ausgebrochen 
sei und ganz Sri Lanka erfasst habe und deshalb die Situation – das Land 
leide zudem an den Folgen eines Tsunami – heute weit schlimmer sei, 

dass  zudem  die  muslimische  Bevölkerungsminderheit  immer  wieder 
zwischen  die  Fronten  der  Bürgerkriegsparteien  gerate  und  sich  nicht 
schützen  könne,  weil  sie  über  keine  Mittel  verfüge  und  nicht  zu  den 
Friedensverhandlungen geladen sei,

dass  die  muslimische Minderheit  seit  1990  wiederholt  Opfer  ethnischer 
Säuberungen,  von  Massakern  und  Vertreibungen  durch  die  LTTE  oder 
andere tamilische Akteure (beispielsweise die Karuna­Gruppe) geworden 
sei  und  im  jetzigen  Zeitpunkt  nicht  mit  dem  Schutz  der  Regierung 
rechnen könne,

dass das Amt des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen 
(UNHCR) in einer Stellungnahme vom Dezember 2006 empfohlen habe, 
muslimischen  Personen,  die  vor  Gewalt  fliehen  müssten,  einen 
komplementären  Schutz  zuzuerkennen,  falls  für  diese 

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Bevölkerungsgruppe  keine  innerstaatliche Wohnsitzalternative  gefunden 
werde,

dass  am  23.  Oktober  2007  der  Europäische  Gerichtshof  für 
Menschenrechte  (EGMR)  das  französische  Aussenministerium  ersucht 
habe,  bis  zu  einem  Grundsatzurteil  über  die  Lage  in  Sri  Lanka  von 
Wegweisungen abzusehen,

dass  auch  weitere  mit  dem Migrations­  und  Flüchtlingswesen  vertraute 
Fachgremien  wie  die  Schweizerischen  Flüchtlingshilfe  (SFH)  von 
Rückschaffungen nach Sri Lanka dringend abrieten,

dass  mithin  aufgrund  der  derzeitigen  Situation  davon  auszugehen  sei, 
dass in ganz Sri Lanka Bürgerkrieg und somit eine Situation allgemeiner 
Gewalt  herrsche,  welche  die  gesamte  Bevölkerung  –  auch  den 
Beschwerdeführer – einer konkreten Gefährdung aussetze,

dass  er  bei  einer  Rückkehr  ohnehin  nicht  in  der  Lage wäre,  den  Beruf 
eines Kleiderhändlers weiter auszuüben, weil  in seinen bisherigen Kauf­ 
und Absatzgebieten Bürgerkrieg herrsche,

dass er keine Kenntnis habe, wo sich Frau und Kinder aufhalten würden, 
zumal  sie  das  Haus  in  B._______  verlassen  hätten  und  mithin  kein 
soziales Netz in B._______ mehr existiere,

dass in dieser Lage keine wirtschaftliche Existenz aufzubauen sei,

dass  er  aus  denselben  Gründen  nicht  in  die  Region  Colombo 
zurückkehren  könne,  wo  er  bloss  vorübergehend  einmal  auf  dem 
Gelände  einer  Moschee  gelebt  habe  und  ihm  ein  tragfähiges 
Beziehungsnetz  sowie  genügende  Sprachkenntnisse  des 
Singhalesischen fehlen würden,

dass er in seiner Eingabe vom 27. Februar 2008 ergänzte, angesichts der 
im Grundsatzurteil  vom  14.  Februar  2008  (BVGE  2008/2)  aktualisierten 
Lageanalyse  sei  nun  erstellt,  dass  keine  Regionen  Sri  Lankas  von 
Militäraktionen  oder  terroristischen  Anschlägen  verschont  seien,  dass 
jedermann – Singhalesen, Muslime und Tamilen –  von der allgemeinen 
Gewalt  und  dem  bewaffneten  Konflikt  betroffen  sei,  dass  namentlich 
Muslime  Ziel  von  Diskriminierung,  politischer  Gewalt,  Massakern  und 
ethnischen  Säuberungen  seien  und  von  den  LTTE  verdächtigt  würden, 

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Regierungskräfte  zu  unterstützen,  und  dass  akute  Landkonflikte 
muslimischer Gruppen mit der Karuna­Gruppe bestünden,

dass  das  BFM  mit  Vernehmlassung  vom  25.  November  2008  unter 
ausdrücklicher  Bezugnahme  auf  das  Koordinationsurteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  (BVGE  2008/2)  an  der  angefochtenen 
Verfügung festhielt, 

dass mit Replik  vom 29. Dezember 2008 gerügt wurde,  das BFM  trage 
dem  Umstand  nicht  Rechnung,  dass  er  zur  muslimischen  Minderheit 
gehöre  und  zur  Schaffung  einer  wirtschaftlichen  Existenz  darauf 
angewiesen  sei,  als  Händler  vom  Bürgerkrieg  betroffene  Regionen  zu 
bereisen,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  der  gleiche 
Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie 
sind  zu  beweisen, wenn  der  strikte  Beweis möglich  ist,  und  andernfalls 
wenigstens glaubhaft zu machen,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Wegweisungsvollzug  in  Beachtung  dieser  massgeblichen 
völker­  und  landesrechtlichen  Bestimmungen  zulässig  ist,  da  der 
Beschwerdeführer  nicht  Flüchtling  ist,  weshalb  das  in  Art. 5  AsylG 

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verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulement  keine 
Anwendung findet und da keine Anhaltspunkte  für eine  ihm in Sri Lanka 
drohende  menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art. 25 
Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft 
vom 18. April  1999  (BV, SR 101),  von Art. 3  des Übereinkommens vom 
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 
oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der 
Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seit seiner Geburt 
bis  Ende  2006  in  der  Stadt  B._______  an  einer  festen  Anschrift  lebte, 
mithin in einer Provinz,  in die die Rückkehr grundsätzlich stets zumutbar 
war (vgl. BVGE 2008/2) und nach der Beendigung der Bürgerkriegs erst 
recht ist,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  in  seinem  zur  Publikation 
vorgesehenen  Urteil  BVGE  E­6220/2006  vom  27.  Oktober  2011  eine 
Aktualisierung  der  Lageanalyse  vorgenommen  und  sich  zur  Frage  der 
Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  abgewiesener  Asylsuchender, 
namentlich derjenigen tamilischer Ethnie, geäussert hat, 

dass  es  in  seinem neuen Entscheid  zunächst  festgestellt  hat,  dass  seit 
Beendigung des militärischen Konflikts zwischen der srilankischen Armee 
und  den  LTTE  im  Mai  2009  die  Sicherheitslage  in  Sri  Lanka  sich 
erheblich  verbessert  und  stabilisiert  hat  und  die  LTTE  militärisch 
vernichtend  geschlagen  wurden,  und  weiter  erkannt  hat,  dass  der 
Wegweisungsvollzug  abgewiesener  Asylbewerber  grundsätzlich 
hinsichtlich  des  gesamten  Staatsgebiets  –  hinsichtlich  der  Nordprovinz 
allerdings mit Ausnahme des sog. Vanni­Gebiets – zumutbar sei,

dass  der  Beschwerdeführer  wegen  seiner  Zugehörigkeit  zur 
muslimischen  Gemeinschaft  keine  Nachteile  seitens  der  sri­lankischen 
Sicherheitskräfte oder weiterer Behörden befürchten muss,

dass seine Behauptungen, seine Familienangehörigen seien mittlerweile 
von  B._______  weggezogen  und  seine  Geschwister  verschollen,  er 

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kenne  deren  Aufenthaltsorte  nicht  und  verfüge  deshalb  über  kein 
Beziehungsnetz  mehr,  nicht  zuletzt  wegen  der  von  der  Vorinstanz 
aufgezeigten  Unglaubhaftigkeit  der  Asylvorbringen,  die  in  der 
Beschwerde  nicht  bestritten  wird,  wenig  glaubhaft  sind  und  vielmehr 
weiterhin  von  einem  intakten  Beziehungsnetz  von  Verwandten  und 
Bekannten in B._______ auszugehen ist, 

dass zumindest anzunehmen  ist, dass der Beschwerdeführer nach dem 
Ende des Bürgerkriegs die allenfalls unterbrochenen Kontakte zu seiner 
Familie und seinen Verwandten längst wieder herstellen konnte und er in 
der  Zentralprovinz  sein  familiäres,  soziales  und  berufliches 
Beziehungsnetz reaktivieren können wird,

dass  ihn  die  Rückkehr  auch  unter  ökonomischen  Aspekten  betrachtet 
nicht in eine existenzbedrohende Lage bringen wird,

dass  nicht  ersichtlich  ist,  weshalb  es  ihm  aufgrund  seiner  langen 
Erfahrung als Kleiderhändler  (1985  ­  2006; A10 S.  4)  und  seiner  vielen 
Kontakte  im  Geschäftsbereich  und  in  der  Politik  –  bis  auf 
Ministeriumsstufe  –  nicht  möglich  sein  sollte,  wieder  eine 
Geschäftstätigkeit  aufzunehmen  oder  eine  Stelle  namentlich  in  einer 
Handelsfirma anzutreten,

dass  es  ihm  mithin  möglich  sein  wird,  sich  nach  der  Rückkehr  in  die 
Heimat eine neue Existenzgrundlage aufzubauen, 

dass sich der Vollzug der Wegweisung damit als zumutbar erweist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4 
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12, mit weiteren Hinweisen),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

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dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.– 
(Art.  1  ff.  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen  (Art. 63 Abs. 1 VwVG) 
und  mit  dem  am  6.  März  2008  in  gleicher  Höhe  einbezahlten 
Kostenvorschuss  zu  verrechnen  sind  und  das  Gesuch  um  Ausrichtung 
einer Parteientschädigung abzuweisen ist.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.–  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt  und  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss 
verrechnet.

3. 
Das Gesuch um Ausrichtung einer Parteientschädigung wird abgewiesen.

4. 
Das Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständige 
kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Stöckli Thomas Hardegger

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