# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bdc9774e-9991-59bc-bf39-aff68370d775
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-05-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.05.2019 200 2017 906
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-906_2019-05-23.pdf

## Full Text

200 17 906 IV
KNB/SAW/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. Mai 2019

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Furrer 
Gerichtsschreiberin Baumann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

Personalvorsorgestiftung C.________ 

Beigeladene

betreffend Verfügung vom 15. September 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Mai 2019, IV/17/906, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Bei der 1954 geborenen A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführe-
rin), welche zuletzt als ... angestellt war (Akten der Invalidenversicherung 
[act. II] 13 S. 2 Ziff. 2.2; Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 22), wurden 
im Januar 2016 ein Unterleibs- und Lungenkrebs diagnostiziert. Am 
30. März 2016 unterzog sich die Versicherte einer Hysterektomie und einer 
Adnexektomie beidseits und mit Operation vom 25. Mai 2016 wurde eine 
Unterlappenresektion rechts durchgeführt (act. II 16 S. 21). Nachdem sich 
die Versicherte am 13. Juli 2016 bei der Invalidenversicherung zum Leis-
tungsbezug angemeldet hatte (act. II 1), führte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin) erwerbliche sowie medizinische Abklärungen durch. 
Dabei holte sie insbesondere beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) 
eine Stellungnahme ein (vgl. Bericht vom 18. April 2017, act. II 29 S. 3) und 
veranlasste eine Haushaltsabklärung (vgl. Abklärungsbericht Haus-
halt/Erwerb vom 26. Juni 2017, act. II 32 S. 2). Nach durchgeführtem Vor-
bescheidverfahren (act. II 34) verfügte die IVB am 15. September 2017 
(act. II 36) die Abweisung des Rentenbegehrens; dies in Anwendung der 
gemischten Methode (80% Erwerbstätigkeit; 20% Aufgabenbereich Haus-
halt) und einem ermittelten Invaliditätsgrad von 16%.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. 
B.________, mit Eingabe vom 16. Oktober 2017 Beschwerde und bean-
tragte die Aufhebung der Verfügung vom 15. September 2017 sowie die 
Zusprache einer ganzen Invalidenrente seit 1. Februar 2017. Eventualiter 
sei die Sache zu weiteren Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen. 
Gleichzeitig ersuchte sie um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung 
ihres Rechtsvertreters als amtlicher Anwalt.

Am 3. November 2017 reichte der Hausarzt, Dr. med. D.________, Fach-
arzt für Allgemeine Innere Medizin, eine Stellungnahme ein.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Mai 2019, IV/17/906, Seite 3

Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Eingabe vom 29. November 2017 
auf eine umfassende Beschwerdeantwort, verwies auf die Ausführungen in 
der angefochtenen Verfügung und beantragte die Abweisung der Be-
schwerde.

Nachdem die angesetzte Frist unbenutzt verstrichen war, teilte die zum 
Verfahren beigeladene Personalvorsorgestiftung C.________ dem Gericht 
am 17. Mai 2019 ohne Antragsstellung mit, bei Beginn der Erwerbsunfähig-
keit sei die Beschwerdeführerin nicht bei ihr versichert gewesen, sodass 
diesbezüglich kein (BVG-)Leistungsanspruch bestehe. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Mai 2019, IV/17/906, Seite 4

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 15. September 2017 
(act. II 36). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die 
im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätig-
keit nicht zugemutet werden kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 

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ATSG), wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 
ATSG darauf abgestellt, in welchem Mass sie unfähig sind, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG; spezifische Methode [Betäti-
gungsvergleich]; BGE 142 V 290 E. 4 S. 293).

Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt 
(Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 
oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehe-
gattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der 
Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Metho-
de; BGE 144 I 21 E. 2.1 S. 23, 142 V 290 E. 4 S. 293).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Bezüglich des Gesundheitszustandes sowie der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit der Beschwerdeführerin ist den medizinischen Akten im We-
sentlichen das Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, dia-
gnostizierte im Bericht vom 1. September 2016 (act. II 16 S. 2) mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit ein mässig differenziertes Adenokarzinom der 

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Zervix uteri, ein mässig differenziertes, azinäres Adenokarzinom des rech-
ten Unterlappens sowie anamnestisch Asthma bronchiale in früheren Jah-
ren und attestierte ab dem 30. März 2016 bis auf weiteres eine 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit (S. 2 f. Ziff. 1.1 und 1.6).

Am 28. Oktober 2016 (act. II 22.2 S. 1) führte Dr. med. E.________ zum 
aktuellen Gesundheitszustand aus, es lägen ein stark reduzierter Allge-
meinzustand, eine massive Anstrengungsdyspnoe, eine chronische Bron-
chitis, Inappetenz, Rekonvaleszenz sowie Thorax- und Nackenschmerzen 
vor. Die Patientin sei in sämtlichen Tätigkeiten zu 100% arbeitsunfähig (S. 
1 f. Ziff. 1 und 4 f.).

3.1.2 Im Verlaufsbericht des Spitals F.________ vom 13. Dezember 2016 
(act. II 25 S. 5) wurden als Hauptdiagnosen ein Adenokarzinom der Zervix 
uteri und ein mässig differenziertes, azinäres Adenokarzinom des rechten 
Unterlappens aufgeführt. Bis auf Reflux und gelegentliches Erbrechen sei-
en keine klinischen Befunde erhoben worden. Das durchgeführte CT Tho-
rax/Abdomen vom 5. Dezember 2016 habe bis auf eine Divertikulose keine 
Auffälligkeiten gezeigt. Die Patientin sei weiterhin von Asthma und einer 
Bronchitis geplagt, obwohl sie den Nikotinabusus komplett eingestellt habe 
(S. 6).

3.1.3 Am 16. März 2017 (act. II 25 S. 1) führte Dr. med. E.________ aus, 
seit der letzten Diagnosestellung habe sich eine Änderung ergeben. Die 
Patientin leide zwei- bis dreimal pro Tag sowie bei der Defäkation an rezi-
divierenden krampfartigen Bauchschmerzen (S. 1 Ziff. 2 f.). Aktuell seien 
keine Tätigkeiten mehr zumutbar (S. 2 Ziff. 14).

3.1.4 Der RAD-Arzt, Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine Inne-
re Medizin, hielt im Bericht vom 18. April 2017 (act. II 29 S. 3) fest, bei ins-
gesamt günstigem Verlauf seien nur wenig funktionelle Einschränkungen 
zu erwarten. Durch eine symptomatische Therapie könne eine Besserung 
der geklagten gastrointestinalen Beschwerden (rezidivierend krampfartige 
Bauchschmerzen) sowie der Beschwerden durch „Asthma und Bronchitis“ 
erreicht werden. Am ehesten müsse von einer Belastungs-Dyspnoe ausge-
gangen werden. Weitere Einschränkungen würden nicht vorgetragen. Nach 
kurativer Behandlung und ausreichend langer posttherapeutischer Erho-
lungszeit seien – unter Voraussetzung eines weiterhin günstigen Verlaufes 

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und unter Berücksichtigung der nur geringen, hier vorgetragenen Ein-
schränkungen – leichte bis mittelschwere Arbeiten ohne ständiges Stehen 
und ohne Zwangshaltungen (ständiges Bücken) zu 80% möglich und zu-
mutbar. Für die angestammte Tätigkeit als ... ergäben sich Einschränkun-
gen bei schwerem Heben und Tragen sowie bei Tätigkeiten unter schwerer 
Belastung. Unter Berücksichtigung dieser Einschränkungen sei die Fortset-
zung der bisherigen Tätigkeit zu 80% zumutbar. Ein vermehrter Pausenbe-
darf in der Höhe von 20% sei medizinisch nachvollziehbar (S. 4).

3.1.5 Mit Stellungnahme vom 3. November 2017 (in den Gerichtsakten) 
teilte der Hausarzt Dr. med. D.________ mit, der Gebärmutterkrebs und 
der Lungenkrebs seien erfolgreich operiert worden. Bezüglich ersterem 
habe die Patientin nur noch geringe Beschwerden in Form von unregel-
mässigem Stuhlverhalten (Durchfall/Verstopfungen) und gelegentlichen 
Bauchkrämpfen. Bei der Lungenoperation sei nur der rechte Lungenunter-
lappen entfernt worden, weil schon vor der Operation eine Einschränkung 
der Lungenfunktion aufgrund einer chronischen obstruktiven Bronchitis mit 
Lungenemphysem bestanden habe. Als Folge des entfernten Lungenge-
webes liege nun eine ausgeprägte Anstrengungsatemnot vor. Diese trete 
schon beim Ausführen von leichten Alltagstätigkeiten und beim Gehen in 
der Ebene auf. Die Patientin ermüde bei leichter Anstrengung schnell und 
brauche häufig Pausen, um sich zu erholen (S. 1). Insgesamt bestehe eine 
ausgeprägte Belastungsintoleranz, sodass die bisher durchgeführte Arbeit 
als … nicht mehr erledigt werden könne. Medizinisch könne dieser Zustand 
leider nicht mehr verbessert werden. Aufgrund der chronischen obstrukti-
ven Bronchitis mit Lungenemphysem müsse davon ausgegangen werden, 
dass sich die respiratorische Situation in den nächsten Jahren noch ver-
schlechtern werde. Der Patientin sei höchstens eine rein sitzende Tätigkeit 
mit der Möglichkeit zu vermehrten Pausen in einem Pensum von 50% zu-
mutbar (S. 2). 

3.2

3.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 

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Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.3 Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein 
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die 
fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen 
Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der 
versicherten Person in den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch 
in Bezug auf Berichte und Stellungnahmen regionaler ärztlicher Dienste 
(Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 29. Oktober 2015, 
9C_610/2015, E. 3.1 mit Hinweisen).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in medizinischer Hinsicht mass-
geblich auf den RAD-Arztbericht von Dr. med. G.________ vom 18. April 
2017 (act. II 29 S. 3) gestützt. Auf dessen Einschätzung kann allerdings 
aus nachfolgenden Gründen nicht abschliessend abgestellt werden: Dr. 
med. G.________ erachtete nach kurativer Behandlung und ausreichend 
langer posttherapeutischer Erholungszeit sowie unter der Voraussetzung 
eines weiterhin günstigen Verlaufes und unter Berücksichtigung der von 
ihm als gering eingestuften gesundheitlichen Einschränkungen die bisheri-
ge Tätigkeit als ... sowie eine angepasste Tätigkeit zu 80% zumutbar (act. II 
29 S. 4). Ob symptomatische Therapien der gastrointestinalen Beschwer-

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den und der Beschwerden „durch Asthma und Bronchitis“ durchgeführt 
wurden, sich diesbezüglich Besserungen zeigten, mithin ein günstiger Ver-
lauf vorliegt, und ob – wie Dr. med. G.________ davon ausging – nur noch 
leichte gesundheitliche Einschränkungen bestehen, kann gestützt auf die 
vorliegenden Akten nicht abschliessend und schlüssig beurteilt werden, 
zumal diesbezüglich vor Verfügungserlass keine weiteren Abklärungen 
getätigt worden sind, was die Beschwerdeführerin zu Recht rügt (vgl. Be-
schwerde S. 7 Ziff. 19). Im Gegensatz zur Einschätzung des RAD-Arztes, 
der lediglich von geringen funktionellen Einschränkungen ausging, berich-
tete Dr. med. E.________ im Bericht vom 28. Oktober 2016 (act. II 22.2 S. 
1) von einem stark reduzierten Allgemeinzustand, einer massiven Anstren-
gungsdyspnoe, einer chronischen Bronchitis sowie von Thorax- und Na-
ckenschmerzen und wies am 16. März 2017 darauf hin, dass die Be-
schwerdeführerin mehrmals pro Tag an rezidivierenden krampfartigen 
Bauchschmerzen leidet (act. II 25 S. 1). Auch im Verlaufsbericht des Spi-
tals F.________ vom 13. Dezember 2016 (act. II 25 S. 6) wurde festgehal-
ten, dass die Beschwerdeführerin abdominale Beschwerden hat und insbe-
sondere durch das Asthma und die Bronchitis geplagt ist. Dr. med. 
D.________ stufte am 3. November 2017 die Beschwerden in Form von 
unregelmässigem Stuhlverhalten und gelegentlichen Bauchkrämpfen als 
gering ein, legte aus pneumologischer Sicht jedoch ebenfalls dar, dass eine 
ausgeprägte Anstrengungsatemnot besteht, die schon beim Ausführen von 
leichten Alltagstätigkeiten und beim Gehen in der Ebene auftritt (vgl. 
Bericht in den Gerichtsakten). Die vom RAD-Arzt Dr. med. G.________ 
postulierte Arbeitsfähigkeit in der Höhe von 80% ist somit nicht ohne 
weiteres nachvollziehbar und findet in den übrigen Akten denn auch keinen 
Rückhalt bzw. steht im Widerspruch zu den Einschätzungen der 
behandelnden Ärzte. Während Dr. med. D.________ höchstens eine rein 
sitzende Tätigkeit zu 50% als realisierbar erachtete (vgl. Bericht in den 
Gerichtsakten), attestierte Dr. med. E.________ betreffend sämtlichen 
Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (act. II 16 S. 3 Ziff. 1.6, 22.2 S. 
1 f. Ziff. 4 f., 25 S. 2 Ziff. 14). Somit müssen am RAD-Arztbericht vom 
18. April 2017 (act. II 29 S. 3), welcher ohne eigene Untersuchung erstellt 
worden ist, erhebliche Zweifel aufkommen. Deshalb und weil er von einem 
Allgemeinmediziner ohne fachärztliche Qualifikation erstellt worden ist, er-
füllt er die Anforderungen an den Beweiswert eines medizinischen Berichts 

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nicht (vgl. E. 3.2 hiervor). Der medizinische Sachverhalt erweist sich damit 
als ungenügend abgeklärt, zumal den Berichten der übrigen Ärzte auch 
keine hinreichend und restlos überzeugende Einschätzung entnommen 
werden kann. Deswegen müsste die Sache grundsätzlich an die Be-
schwerdegegnerin – welche bisher keine Begutachtung veranlasst hat – 
zur Einholung eines externen Gutachtens zurückgewiesen werden. Hierauf 
kann jedoch aufgrund der nachfolgenden Ausführungen verzichtet werden.

4.

Aufgrund des fortgeschrittenen Alters der Beschwerdeführerin – sie ist am 
22. August 1954 geboren und erreichte am 22. August 2018 das ordentli-
che Rentenalter – stellt sich die Frage nach der Verwertbarkeit einer allfäl-
ligen (Rest-)Arbeitsfähigkeit. 

4.1 Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfrem-
der Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zu-
sammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu 
führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbs-
fähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht 
mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf 
die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Le-
bensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf 
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer 
allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Ein-
zelfalls ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesund-
heitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einar-
beitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitss-
truktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher 
Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem ange-
stammten Bereich sein. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Res-
terwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen 
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet (BGE 138 V 457 E. 3.1 
S. 460; Entscheid des BGer vom 23. August 2018, 8C_892/2017, E. 3.2).

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4.2 Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher 
Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem 
auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Mass-
geblicher Stichtag für die Beantwortung der Frage nach der Verwertbarkeit 
der (Rest-)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter ist der Zeitpunkt, in wel-
chem die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil)Erwerbstätigkeit feststeht. 
Dies ist der Fall, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine 
zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 143 V 431 E. 4.5.1 
S. 433, 138 V 457 E. 3.3 S. 462; SVR 2017 IV Nr. 85 S. 266 E. 2.2.2).

4.3 Wie vorstehend dargelegt (vgl. E. 3.3 hiervor), hat die Beschwerde-
gegnerin den medizinischen Sachverhalt ungenügend abgeklärt. Eine 
Rückweisung zu weiteren Abklärungen fällt hier indes ausser Betracht, weil 
der Zeitpunkt des Feststehens der zumutbaren Restarbeitsfähigkeit jenseits 
des Pensionsalters läge. Bereits aus diesem Grund ist die Verwertbarkeit 
einer (allfälligen) Restarbeitsfähigkeit zu verneinen. Selbst wenn jedoch auf 
die Einschätzung des RAD-Arztes Dr. med. G.________ abzustellen wäre, 
ist – mit Blick auf die gesamten Umstände – vorliegend die Verwertbarkeit 
der von ihm attestierten Arbeitsfähigkeit von 80% (in der bisherigen und 
jeder adaptierten Tätigkeit; vgl. act. II 29 S. 4) zu verneinen. Zum Zeitpunkt 
der abschliessenden Stellungnahme von Dr. med. G.________ vom 18. 
April 2017 stand die Beschwerdeführerin 16 Monate vor der ordentlichen 
Pensionierung (vgl. Art. 21 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember 1946 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVG; 
SR 831.10]), so dass das Finden einer Arbeitsstelle für die bloss noch ein-
geschränkt einsetzbare Beschwerdeführerin, welche unbestritten unter an-
derem an einer ausgeprägten Anstrengungsatemnot (chronische obstrukti-
ve Bronchitis) leidet, nicht realistisch gewesen wäre. In der Folge kann auf 
die Durchführung eines Einkommensvergleichs verzichtet werden, da we-
gen der nicht verwertbaren (allfälligen) Restarbeitsfähigkeit im 80%igen 
Erwerbsbereich (vgl. Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 26. Juni 
2017, act. II 32 S. 5 Ziff. 3.3) eine gewichtete 80%ige Invalidität vorliegt. 
Die Beschwerdeführerin hat somit Anspruch auf eine ganze Invalidenrente 
(vgl. E. 2.2 und 4.1 hiervor), ohne dass noch die Einschränkungen im Auf-
gabenbereich zu prüfen wären. 

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4.4 Bezüglich des Rentenbeginns ist festzuhalten, dass sich die Be-
schwerdeführerin am 13. Juli 2016 (act. II 1) zum Leistungsbezug ange-
meldet hat, nachdem sie ab dem 29. März 2016 durchgehend zu 100% 
arbeitsunfähig geschrieben worden war (act. II 7.2 S. 6 und 9, 16 S. 3 Ziff. 
1.6). Der Rentenbeginn fällt demnach – entgegen der Auffassung der Be-
schwerdeführerin (vgl. Beschwerde S. 2, Rechtsbegehren Ziff. 1) – auf den 
1. März 2017 (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG [Wartezeit] bzw. Art. 29 Abs. 1 
IVG [Karenzfrist]).

5. Nach dem Dargelegten ist in Gutheissung der Beschwerde die an-
gefochtene Verfügung vom 15. September 2017 (act. II 36) aufzuheben 
und der Beschwerdeführerin ab dem 1. März 2017 eine ganze Invaliden-
rente zuzusprechen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). 

6.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG).

Mit Kostennote vom 14. Januar 2019 macht Rechtsanwalt Dr. B.________ 
ein Honorar von Fr. 3'822.-- (14.7 Stunden à Fr. 260.--) sowie Auslagen 
von Fr. 96.90 und die Mehrwertsteuer von Fr. 308.20 (8.0% auf 
Fr. 3'852.30) resp. von Fr. 5.15 (7.7% auf Fr. 66.60) geltend. Der zeitliche 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Mai 2019, IV/17/906, Seite 13

Aufwand erscheint im Vergleich zu ähnlich gelagerten Fällen zwar hoch, ist 
aber letztlich gerade noch nicht zu beanstanden, sodass der Parteikosten-
ersatz auf insgesamt Fr. 4'232.25 (inkl. Auslagen und MWSt.) festzusetzen 
ist. Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu 
ersetzen.

6.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das Rechtsschutzinteresse 
an der Beurteilung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege dahinge-
fallen. Entsprechend ist das Verfahren um Erteilung der unentgeltlichen 
Rechtspflege als gegenstandslos geworden vom Geschäftsverzeichnis 
abzuschreiben (MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, Kommentar zum berni-
schen VRPG, 1997, Art. 39 N. 1). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 15. September 2017 aufgehoben und der Be-
schwerdeführerin ab dem 1. März 2017 eine ganze Invalidenrente zu-
gesprochen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 4'232.25 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
und Beiordnung von Rechtsanwalt Dr. B.________ als amtlicher An-
walt wird abgeschrieben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Mai 2019, IV/17/906, Seite 14

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt Dr. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin (samt 

Eingabe der Beigeladenen vom 17. Mai 2019)
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe der Beigeladenen vom 17. Mai 2019)
- Personalvorsorgestiftung C.________
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.