# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0eedbe43-9ca2-58a3-97e1-9fe55397f841
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-26
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 26.06.2019 UV 2018/3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2018-3_2019-06-26.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2018/3

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 10.09.2019

Entscheiddatum: 26.06.2019

Entscheid Versicherungsgericht, 26.06.2019
Art. 53 Abs. 1 ATSG: prozessuale Revision: Bejahung eines 
revisionsbegründenden Beweismittels und damit uneingeschränkte 
materielle Neubeurteilung. Art. 6 UVG: Beweislosigkeit bezüglich Ursache 
einer Zahnextraktion nach unbestrittenem Unfall, bei Annahme einer 
Wurzelfraktur und ausgewiesener prätraumatisch durchgeführter 
Wurzelspitzenresektion (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 26. Juni 2019, UV 2018/3).

Entscheid vom 26. Juni 2019

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Miriam Lendfers ; Gerichtsschreiberin 

Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

UV 2018/3

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Evalotta Samuelsson, Bahnhofstrasse 12, 

8001 Zürich,

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gegen

Vaudoise Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft AG, Place de Milan, Case postale 

120, 1001 Lausanne,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherter) ist bei der B.___ GmbH als Textilingenieur tätig 

und dadurch bei der Vaudoise Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft AG 

(nachfolgend: Vaudoise) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Laut 

der von der Arbeitgeberin am 20. Dezember 2016 eingereichten Bagatell-

Unfallmeldung (UV-act. 3.1) ist der Versicherte am 1. August 2016 die Treppe neben 

dem Haus hinauf "gestürchelt" und teilweise auf die Treppe, teilweise in die Sträucher 

gefallen. Dabei habe er sich die Knie aufgeschlagen und an einem Ast den Kopf bzw. 

die Mundpartie angeschlagen. Als Schädigung wurde ein anfangs unbemerkt 

gebliebener Zahnbruch angeführt.

A.b Eine zahnärztliche Behandlung bzw. Befunderhebung mit röntgenologischer 

Untersuchung hatte am 12. Dezember 2016 durch Dr. med. dent. C.___ stattgefunden, 

der im Zahnschadenformular am 27. Dezember 2016 beim Zahn 11 eine Wurzelfraktur 

sowie eine Beschädigung der VMK-Krone festhielt und eine definitive Versorgung mit 

Extraktion des Zahns 11 sowie provisorischer Drahtklammerprothese mit 

anschliessender Implantationsversorgung vorschlug (UV-act. 3.2). Dafür machte Dr. 

C.___ einen Kostenvoranschlag im Gesamtbetrag von Fr. 6'724.15 (act. G 3.2a).

A.c  Nachdem die Vaudoise den Schadenfall ihrem Vertrauensarzt Dr. med. dent. D.___ 

mit der Frage vorgelegt hatte, ob die von Dr. C.___ vorgeschlagene zahnärztliche 

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Behandlung aufgrund von Unfallfolgen indiziert sei, lehnte sie gestützt auf dessen 

Beurteilung vom 24. Februar 2017 (act. G 3.3) ihre Leistungspflicht mit Verfügung vom 

9. März 2017 ab (act. G 3.4). Die Verfügung erwuchs in Rechtskraft.

B.   

B.a  Mit Schreiben vom 12. Mai 2017 (Poststempel vom 1. Juni 2017) teilte der 

Versicherte der Vaudoise mit, dass er den Zahn habe flicken lassen und sich dabei 

gezeigt habe, dass er wirklich gebrochen gewesen sei. Dr. C.___ habe den Zahn 

aufbewahrt. Er ersuche die Vaudoise, ihre Leistungspflicht unter Berücksichtigung 

dieser neuen Tatsache zu überprüfen (act. G 3.5).

B.b Die Vaudoise forderte hierauf Dr. C.___ mit Schreiben vom 14. Juni 2017 auf, für 

eine allfällige "Wiedererwägung" zu verschiedenen Fragen Stellung zu nehmen (act. G 

3.6). Nach Erhalt von dessen Beurteilung vom 19. Juni 2017 (act. G 3.7) lehnte sie mit 

Verfügung vom 24. August 2017 eine "Revision" der Verfügung vom 9. März 2017 ab 

(act. G 3.8).

C.   

C.a  Mit Eingabe vom 18. September 2017 erhob die AXA-ARAG Rechtsschutz AG 

(nachfolgend: AXA) namens des Versicherten gegen die Verfügung vom 24. August 

2017 vorsorglich Einsprache (act. G 3.9). Am 22. Oktober 2017 (act. G 3.11) reichte 

Rechtsanwältin lic. iur. Evalotta Samuelsson, Zürich, die Einsprachebegründung (act. G 

3.11b) sowie eine ärztliche Beurteilung von Dr. med. E.___, Fachärztin FMH Allgemeine 

Chirurgie, MAS Versicherungsmedizin (act. G 3.11a), beide verfasst am 20. Oktober 

2017, ein.

C.b Am 1. November 2017 nahm Dr. D.___ zur ärztlichen Beurteilung von Dr. E.___ 

Stellung (act. G 3.12).

C.c  Mit Einspracheentscheid vom 12. Dezember 2017 lehnte die Vaudoise die 

Einsprache des Versicherten vom 18. September 2017 ab (act. G 3.13).

D.   

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D.a  Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) durch Rechtsanwältin Samuelsson mit Eingabe vom 29. Januar 

2018 Beschwerde erheben. Darin wurde beantragt, die Verfügung vom 24. August 

2017 sowie der Einspracheentscheid vom 12. Dezember 2017 seien aufzuheben und 

es sei die Vaudoise (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zu verpflichten, die Kosten für 

die zahnärztlichen Behandlungen am Zahn 11 zu übernehmen, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1).

D.b In der Beschwerdeantwort vom 27. Februar 2018 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 12. Dezember 2017 (act. G 3).

D.c  Mit Replik vom 16. April 2018 hielt die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers 

am bisher gestellten Antrag fest (act. G 5).

D.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 7).

D.e  Mit Schreiben vom 9. und 21. Mai 2019 ersuchte das Versicherungsgericht die 

Beschwerdegegnerin bzw. die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers um 

Einreichung weiterer Akten (act. G 8, G10). Diese wurden am 16. Mai bzw. 3. Juni 2019 

vorgelegt und der jeweiligen anderen Partei zur Kenntnis gebracht (act. G 9 ff.). Die 

Parteien verzichteten auf eine weitere Stellungnahme (act. G 13).

Erwägungen

1.  

Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 

(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die 

sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 

Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden 

daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2016 zur Diskussion steht, die bis 31. 

Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.

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2.  

Die versicherte Person hat Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der 

Unfallfolgen, unter anderem auf die ambulante Behandlung durch den Zahnarzt (Art. 10 

Abs. 1 lit. a UVG). Angesichts dieser gesetzlichen Bestimmung bildet die 

Unfallkausalität Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der 

Unfallversicherung. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur 

für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten 

Unfallereignis (Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) zusammenhängen (Alexandra Rumo-

Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungerecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/

Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen 

natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel 

auf Angaben medizinischer Fachpersonen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten 

Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den 

von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (Rumo-Jungo/Holzer, 

a.a.O., S. 55, 58; BGE 129 V 181 E. 3.1, 123 III 110; Urteil des Bundesgerichts vom 1. 

September 2008, 8C_522/2007, E. 4.3.2). Bei physischen Unfallfolgen hat indessen die 

Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang 

sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers gegenüber dem natürlichen 

Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 

3a). Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit. 

Die blosse Möglichkeit eines Kausalzusammenhangs genügt den Beweisanforderungen 

nicht (BGE 138 V 221 f. E. 6 mit Hinweisen; Thomas Locher/Thomas Gächter, 

Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, N 58 f. zu § 70; Ueli 

Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015, N 46 zu Art. 43).

3.  

3.1 Gemäss Art. 53 Abs. 1 ATSG müssen formell rechtskräftige Verfügungen und 

Einspracheentscheide in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder 

der Versicherungsträger nach dem Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder 

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Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht möglich war (prozessuale 

Revision [vgl. BGE 115 V 313 E. 4aa]). Das Revisionsverfahren ist beim Vorliegen eines 

Revisionsgrundes von Amtes wegen einzuleiten; es bedarf keines entsprechenden 

Gesuchs. Es liegt nicht im Ermessen des Versicherungsträgers, ob er eine Revision 

vornehmen soll oder nicht (Kieser, a.a.O., N 35 zu Art. 53). Mit dem Schreiben des 

Beschwerdeführers vom 12. Mai 2017 liegt jedoch sinngemäss ohnehin ein Gesuch um 

prozessuale Revision vor (act. G 3.5: "Ich bitte Sie, den Entscheid unter 

Berücksichtigung der [neuen] Tatsachen schnellstmöglich zu überprüfen […]".).

3.2 Anfechtungsgegenstand der vorliegenden Beschwerde bildet der 

Einspracheentscheid vom 12. Dezember 2017 (act. G 3.13). Die Beschwerdegegnerin 

hat darin die Revisionsvoraussetzungen im Sinne von Art. 53 Abs. 1 ATSG geprüft und 

verneint.

3.3 Eine materiell-rechtliche Neubeurteilung der Frage der Unfallkausalität bzw. eines 

Anspruchs auf Heilbehandlung kann bzw. darf gestützt auf Art. 53 Abs. 1 ATSG nur 

dann erfolgen, wenn ein Revisionsgrund, d.h. eine revisionsrechtlich erhebliche neue 

Tatsache oder ein neues Beweismittel, vorliegt. Anders würde die verfahrensrechtliche 

Ordnung, wonach ein formell-rechtskräftiger Entscheid (Ulrich Häfelin/Georg Müller/

Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl. Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 990 

f.) nur unter bestimmten Voraussetzungen abgeändert werden kann bzw. darf, 

untergraben (vgl. dazu Kieser, a.a.O., N 2 ff. zu Art. 53). Die Beschwerdegegnerin legt 

zwar im angefochtenen Einspracheentscheid nochmals ihre Überlegungen betreffend 

Verneinung der Unfallkausalität des beschädigten und zahnärztlich behandelten Zahns 

11 des Beschwerdeführers im Rahmen der in Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom 

9. März 2017 dar (vgl. act. G 3.13, Ziff. 2.3). Ihre Darlegungen sind jedoch nicht als 

nochmalige materiell-rechtliche Beurteilung der Unfallkausalität des fraglichen 

Zahnschadens bzw. des Anspruchs des Beschwerdeführers auf Heilbehandlung zu 

verstehen. Dies ist denn auch sachlogisch, nachdem die Beschwerdegegnerin im 

angefochtenen Einspracheentscheid die Revisionsvoraussetzungen gemäss Art. 53 

Abs. 1 ATSG verneint hat. Gleichfalls ist zu bemerken, dass den materiell-rechtlichen 

Ausführungen der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers in der Beschwerde vom 

26. Januar 2018 (act. G 1) zur Ursächlichkeit des am 22. Mai 2017 behandelten 

Schadens am Zahn 11 bzw. zur Frage dessen überwiegend wahrscheinlichen 

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Kausalzusammenhangs zum Unfall vom 1. August 2016 nur dann eine rechtliche 

Bedeutung zukommt, wenn ein Revisionsgrund vorliegt.

4.  

Nachfolgend ist mithin zunächst zu prüfen, ob ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 53 

Abs. 1 ATSG gegeben ist. Die prozessuale Revision betrifft die Ausgangslage, dass ein 

Entscheid von Anfang an auf fehlerhaften tatsächlichen Grundlagen beruht (BGE 115 V 

313 E. 4a/aa). Als neu gelten Tatsachen, welche sich bis zum Zeitpunkt des 

Verfügungserlasses verwirklicht haben, jedoch der um Revision ersuchenden Person 

trotz hinreichender Sorgfalt nicht bekannt waren. Demgegenüber bilden neue 

Tatsachen, die erst nach diesem Zeitpunkt eintraten, keinen Revisionsgrund. Nach dem 

Wortlaut von Art. 53 Abs. 1 ATSG müssen die neuen Tatsachen ferner erheblich sein, 

d.h. sie müssen geeignet sein, die tatbeständliche Grundlage der Verfügung 

dahingehend zu ändern, dass bei erneuter Entscheidfällung ein anderer Entscheid 

resultiert. Neue Beweismittel müssen sich ebenfalls auf vorbestehende Tatsachen 

beziehen. Sie haben entweder dem Beweis der die Revision begründenden neuen 

Tatsachen oder dem Beweis von Tatsachenbehauptungen zu dienen, die zwar im 

früheren Verfahren bekannt gewesen, aber zum Nachteil der gesuchstellenden Person 

unbewiesen geblieben sind. Sollen bereits vorgebrachte Tatsachen mit neuen Mitteln 

bewiesen werden, so hat der Gesuchsteller darzutun, dass er die Beweismittel im 

früheren Verfahren nicht beibringen konnte. Damit können - wie bei den neuen 

Tatsachen - nur diejenigen Beweismittel angerufen werden, die trotz hinreichender 

Sorgfalt bisher nicht bekannt waren bzw. nicht in das Verfahren eingebracht werden 

konnten. Eine Revision ist mithin zum vornherein ausgeschlossen, wenn die 

vorgebrachten neuen Tatsachen und Beweismittel bereits im Rahmen des 

vorangehenden Verfahrens oder auf dem Weg der Beschwerde hätten geltend 

gemacht werden können (zum Ganzen BGE 108 V 171 f. E. 1, 110 V 141 E. 2 und 122 V 

273 E. 4; Locher/Gächter, a.a.O., § 72 N 3; Kieser, a.a.O., N 23 f. und N 32 zu Art. 53). 

Beim Beweismittel hat der Gesetzgeber bewusst das Kriterium der Erheblichkeit nicht 

verwendet. Massgebendes Kriterium für die Anerkennung eines - neu aufgefundenen - 

Beweismittels als Revisionsgrund bildet einzig die Frage, ob es vor der 

Entscheidfällung beigebracht werden konnte. Diese besondere Betrachtungsweise 

erklärt sich dadurch, dass angesichts der oft komplexen sachverhaltlichen Fragen das 

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Kriterium der Erheblichkeit eines Beweismittels gelegentlich kaum zu klären ist, 

weshalb das Kriterium nicht im Rahmen der Eintretensprüfung, sondern bei der 

materiellen Entscheidung Berücksichtigung finden soll (Kieser, a.a.O., N 30 zu Art. 53). 

Die konkretisierenden Grundsätze, welche vor Inkrafttreten des ATSG betreffend das 

Kriterium der Erheblichkeit beim Beweismittel festgelegt worden sind, finden jedoch 

auch im Rahmen der materiellen Entscheidung analog Anwendung. So ist 

ausschlaggebend, dass das Beweismittel nicht bloss der Sachverhaltswürdigung, 

sondern der Sachverhaltsermittlung dient. Es genügt daher beispielsweise nicht, dass 

ein neues Gutachten den Sachverhalt anders bewertet; vielmehr bedarf es neuer 

Elemente tatsächlicher Natur, welche die Entscheidungsgrundlagen als objektiv 

mangelhaft erscheinen lassen. Für die Revision eines Entscheids genügt es nicht, dass 

die Gutachterin oder der Gutachter aus den im Zeitpunkt des Haupturteils (oder des 

verwaltungsmässigen Hauptentscheids) bekannten Tatsachen nachträglich andere 

Schlussfolgerungen ziehen als das Gericht (oder die Verwaltung). Auch ist ein 

Revisionsgrund nicht schon gegeben, wenn die Verwaltung bereits im Hauptverfahren 

bekannte Tatsachen möglicherweise unrichtig gewürdigt hat. Notwendig ist vielmehr, 

dass die unrichtige Würdigung erfolgte, weil für den Entscheid wesentliche Tatsachen 

nicht bekannt waren oder unbewiesen blieben (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG] vom 20. Juli 2005, U 34/05, E. 2.2.2; BGE 110 V 141 E. 2, 

293 E. 2a, 108 V 171 E. 1).

5.  

5.1 Laut den Ausführungen der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers in der 

Beschwerde vom 26. Januar 2018 (act. G 1) und Replik vom 16. April 2018 (act. G 5) 

liegt ein Revisionsgrund deshalb vor, weil Dr. C.___ am 22. Mai 2017 mit einem 

verlässlichen Beweismittel, nämlich intraoperativ bei der Extraktion des Zahns 11, 

visuell den Befund einer Längsfraktur erhoben habe und sich damit erst in diesem 

Zeitpunkt der wahre Charakter des Zahnschadens gezeigt habe. Das vormalig 

angefertigte Röntgenbild sei zu wenig sensitiv gewesen, als dass die Fraktur darauf 

sichtbar gewesen wäre. Der Verweis von Dr. D.___ in seiner Beurteilung vom 24. 

Februar 2017 auf den fehlenden Hinweis einer Fraktur auf dem Röntgenbild sei damit 

widerlegt. Dr. C.___ habe in seiner Stellungnahme vom 19. Juni 2017 schriftlich 

beglaubigt, dass die Wurzel von Zahn 11 gebrochen gewesen sei (act. G 3.7).

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5.2 Vorliegend ist unbestritten, dass die Tatsachenbehauptung - der Unfall vom 1. 

August 2016 habe zu einer Wurzelfraktur geführt - schon im früheren Verfahren, d.h. 

vor Erlass der Verfügung vom 9. März 2017, unter den Verfahrensparteien diskutiert 

und auch vertrauensärztlich beurteilt worden war. So äusserte Dr. D.___ in seiner 

Beurteilung vom 24. Februar 2017, dass ein Hinweis auf eine Fraktur im Röntgenbild 

nicht sichtbar sei (act. G 3.3). Gestützt darauf hielt die Beschwerdegegnerin in der 

Verfügung vom 9. März 2017 fest, dass nicht erwiesen sei, ob zusätzlich eine 

Wurzelfraktur bestanden habe (act. G 3.4). Der Revisionsgrund einer neu entdeckten 

Tatsache fällt damit ausser Betracht.

5.3  

5.3.1 Mit der Tatsachenbehauptung - Dr. C.___ habe am 22. Mai 2017 intraoperativ 

bzw. anlässlich der Extraktion des Zahns 11 eine Längsfraktur der Wurzel festgestellt - 

soll jedoch eine bereits vorgebrachte Tatsache mit neuen Mitteln bewiesen werden. 

Das Beweismittel muss sich auf eine Tatsache beziehen, die Grundlage des gefällten 

Entscheids bildet (Kieser, a.a.O., N 29 zu Art. 53). Wie dargelegt, ist diese 

Voraussetzung im konkreten Fall insofern erfüllt, als es darum geht, mit der 

Stellungnahme von Dr. C.___ vom 19. Juni 2017 (act. G 3.7) zu beweisen, dass eine 

unfallbedingte Wurzelfraktur des Zahns 11 am 22. Mai 2017 die Extraktion des Zahns 

nötig gemacht hat. Wie gesagt, muss sodann ein neu aufgefundenes Beweismittel - 

anders als eine neue Tatsache - nicht erheblich sein. Massgebendes Kriterium für die 

Anerkennung eines - neu aufgefundenen - Beweismittels als Revisionsgrund bildet 

einzig die Frage, ob es vor der Entscheidfällung hätte beigebracht werden können. Die 

Revision ist ausgeschlossen, wenn die Beibringung des Beweismittels zuvor möglich 

gewesen wäre. Damit kann nur dasjenige Beweismittel angerufen werden, das trotz 

hinreichender Sorgfalt bisher nicht bekannt war bzw. nicht in das Verfahren 

eingebracht werden konnte (Kieser, a.a.O., N 30 und N 32 zu Art. 53; Erwägung 3).

5.3.2 Die Beschwerdegegnerin stellt sich im angefochtenen Einspracheentscheid vom 

12. Dezember 2017 (act. G 3.13) und in der Beschwerdeantwort vom 27. Februar 2018 

(act. G 3) auf den Standpunkt, der Beschwerdeführer habe nicht begründet, weshalb 

die Beibringung des neuen Beweismittels im früheren Verfahren nicht möglich gewesen 

sei. So sei nicht einzusehen, warum es dem Beschwerdeführer nicht möglich gewesen 

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sein sollte, seinen Zahn noch vor Ende der Beschwerdefrist (gemeint ist wohl die 

Einsprachefrist) Mitte April 2017, somit vier Monate nach dem ersten zahnärztlichen 

Termin oder sogar 8.5 Monate nach dem Sturz, reparieren zu lassen. Dass sich - wie 

von der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers in der Beschwerde vom 26. Januar 

2018 geltend gemacht (act. G 1, S. 10 Ziff. 15) - niemand gerne einen Zahn ziehen 

lasse, sei verständlich, jedoch nicht massgebend.

5.3.3 Die Argumentation der Beschwerdegegnerin greift nicht. Art. 10 UVG gibt vor, 

dass der Versicherte lediglich Anspruch auf die zweckmässige Behandlung hat. Von 

der Zweckmässigkeit einer Behandlung ist auszugehen, wenn eine klare medizinische 

Indikation für eine Behandlung besteht. Bei gleichzeitiger Zweckmässigkeit 

verschiedener Massnahmen ist das Kriterium der Wirtschaftlichkeit ausschlaggebend 

(Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 99 f.). In Bezug auf die Wirtschaftlichkeit der 

Behandlung schreibt Art. 54 UVG vor, dass sich derjenige, der für die 

Unfallversicherung tätig ist, in der Behandlung, in der Verordnung und Abgabe von 

Arzneimitteln sowie in der Anordnung und Durchführung von Heilanwendungen und 

Analysen auf das durch den Behandlungszweck geforderte Mass zu beschränken hat. 

In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass ein operativer Eingriff 

erfahrungsgemäss mit erheblichen Kosten verbunden ist. Hinzu kommt, dass gerade 

die Extraktion eines Schneidezahns (Zahn 11), der zum Abbeissen der Nahrung 

notwendig ist und dem insbesondere auch optisch eine grosse Bedeutung zukommt, 

einen kostenbedeutsamen Zahnersatz erforderlich macht (vgl. dazu Urteil des EVG vom 

17. Januar 2006, K 135/04, E. 2.1 f.; vgl. dazu auch Gebhard Eugster, 

Krankenversicherung, in: Ulrich Meyer [Hrsg.], Schweizerisches 

Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, 3. Auflage Basel 2016, S. 510 Rz 

336). Weiter ist zu berücksichtigen, dass ein operativer Eingriff immer auch mit einem 

gewissen Gesundheitsrisiko verbunden ist. Eine Zahnextraktion ist also weder ohne 

Weiteres wirtschaftlich noch kann eine solche vom Patienten ohne zahnmedizinische 

Indikation - nur zum Beweis einer Unfallverletzung - verlangt werden. Im konkreten Fall 

ergeben sich aus den Akten keine Hinweise dafür und es wird auch von der 

Beschwerdegegnerin nicht beanstandet, dass die Extraktion des Zahns 11 

zahnmedizinisch betrachtet durch Dr. C.___ nicht zum frühestmöglichen Zeitpunkt 

erfolgt ist, als sie aus gesundheitlichen Gründen indiziert war. Insofern stellt die 

Zahnextraktion, welche erst eine visuelle Wahrnehmung des Gesundheitszustands des 

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Zahns 11 inklusive dessen Wurzelbereich ermöglichte, ein Beweismittel im Sinne von 

Art. 53 Abs. 1 ATSG dar, welches vor Erlass der Verfügung vom 9. März 2017 nicht 

beigebracht werden konnte.

6.  

Ein Rückkommenstitel verlangt eine uneingeschränkte materielle Neubeurteilung 

(Kieser, a.a.O., N 41 zu Art. 53). Die materielle Neubeurteilung ist, weil es dabei 

grundsätzlich nicht mehr um die Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts, 

sondern um die Beurteilung der Unfallkausalität der Zahnbehandlung bzw. der 

Extraktion des Zahns 11 vom 22. Mai 2017 und damit um die Subsumtion eines 

Sachverhalts unter ein Tatbestandselement von Art. 10 UVG geht, vom Gericht 

vorzunehmen.

7.  

7.1 Der im Sozialversicherungsprozess herrschende Untersuchungsgrundsatz (Kieser, 

a.a.O., N 2 ff. zu Art. 43, N 96 ff. zu Art. 61; BGE 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen; vgl. 

auch BGE 130 I 183 f. E. 3.2) schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast 

begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungsgerichts ist, für die 

Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im 

Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur 

insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei 

ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Die 

Beweislast bei der Frage, ob ein leistungsbegründender Kausalzusammenhang 

gegeben war, liegt demnach bei der versicherten Person. Diese Beweisregel greift 

allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des 

Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu 

ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat (vgl. Erwägung 2), der 

Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 222 E. 6 mit Hinweisen; Kieser, a.a.O., N 117 f. 

zu Art. 61).

7.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

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urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss, zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweis). Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser 

Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an 

sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte Befassung mit 

der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteile des Bundesgerichts vom 18. 

Juni 2014, 9C_196/2014 E. 5.1.1., vom 30. März 2012, 8C_119/2012, E. 4, und vom 22. 

Januar 2010, 9C_1063/2009, E. 4.2.1). Nach der Rechtsprechung können sodann auch 

Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des 

Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen, d.h. auch von ihren 

Vertrauensärzten und -ärztinnen - einholen, beweistauglich sein. An deren 

Beweiswürdigung sind indes strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur 

geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen 

bzw. vertrauensärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen 

vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt in Urteil des Bundesgerichts 

vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3).

8.  

8.1 Wie bereits erwähnt, ist streitig und zu prüfen, ob eine unfallbedingte Wurzelfraktur 

des Zahns 11 die Extraktion des Zahns am 22. Mai 2017 nötig gemacht hat. Im 

gegebenen Fall wäre die Beschwerdegegnerin für die Kosten der Extraktion des Zahns 

11 leistungspflichtig.

8.2 Für die Bejahung der Streitfrage in Erwägung 8.1 müsste demnach zum einen beim 

Zahn 11 eine Wurzelfraktur vorgelegen haben, welche durch den Unfall vom 1. August 

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2016 herbeigeführt worden ist. Zum anderen erfordert die Annahme einer 

Unfallkausalität, dass die Extraktion wegen der Fraktur erfolgt ist. Ein wesentliches 

Kriterium für die Beurteilung der Unfallkausalität bildet der Vorzustand von Zahn 11, 

konkret der Heilungszustand der am Zahn 11 prätraumatisch durchgeführten 

Wurzelspitzenresektion. Während die Vertreterin des Beschwerdeführers insbesondere 

gestützt auf die Stellungnahme von Dr. C.___ vom 19. Juni 2017 (act. G 3.7) und die 

ärztliche Beurteilung von Dr. E.___ vom 20. Oktober 2017 (act. G 3.11a) den 

Standpunkt vertritt, es habe zwar ein Vorzustand vorgelegen, dieser sei jedoch 

asymptomatisch gewesen und der Unfall vom 1. August 2016 habe mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit die Wurzelfraktur am Zahn 11 

verursacht, geht die Beschwerdegegnerin in Anlehnung an die Stellungnahmen von Dr. 

D.___ vom 24. Februar 2017 (act. G 3.3) und 1. November 2017 (act. G 3.12) davon 

aus, dass der Zahn 11 einen erheblichen Vorzustand aufgewiesen habe, der die 

Extraktion notwendig gemacht habe, und überhaupt sei auch eine Fraktur nicht mit 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen.

9.  

9.1 Die Frage, ob die Wurzel des Zahns 11 tatsächlich frakturiert gewesen ist, kann 

letztlich offengelassen werden. Denn mit dem Nachweis einer Wurzelfraktur am Zahn 

11 wäre nicht zugleich mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

bewiesen, dass die Extraktion vom 22. Mai 2017 unfallbedingt erfolgt ist bzw. eine 

traumatisch verursachte Wurzelfraktur die Extraktion des Zahns 11 nötig gemacht hat.

9.2 Eine Kausalität der Extraktion zum Unfall vom 1. August 2016 erscheint 

insbesondere angesichts des Zeitablaufs nicht wahrscheinlicher als eine solche zu 

einem früheren (prätraumatischen) oder späteren (posttraumatischen) Sachverhalt. 

Zwischen dem Unfall vom 1. August 2016 (act. G 3.1) bis zur zahnärztlichen 

Erstbehandlung vom 12. Dezember 2016 (act. G 3.2) besteht ein viereinhalbmonatiger 

Zeitraum ohne dokumentierte Brückensymptome (Urteil des Bundesgerichts vom 26. 

September 2008, 8C_102/2008, E. 2.2). Anders wäre die Situation allenfalls bei einer 

augenfälligen zeitlichen Konnexität zwischen Unfall und Gesundheitsschaden zu 

beurteilen, wenn also die Fraktur unmittelbar nach dem Unfall vom 1. August 2016 vom 

Beschwerdeführer wahrgenommen sowie ärztlich diagnostiziert und behandelt worden 

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wäre. Die Tatsache, dass im konkreten Fall eine erste zahnärztliche Befunderhebung 

erst viereinhalb Monate nach dem Unfall (act. G 3.2) und eine Extraktion des Zahns 11 

nochmals mehrere Monate später stattgefunden hat, lässt immerhin den Schluss zu, 

dass die Symptomatik der erlittenen Verletzung jedenfalls keine sofortige zahnärztliche 

Behandlung notwendig machte, womit sämtliche der drei obgenannten Szenarien 

denkbar sind. Angesichts des Gesagten ist letztlich also nur eine mögliche, nicht 

jedoch überwiegend wahrscheinliche Kausalität zwischen einer eventuellen 

Wurzelfraktur und dem Unfall vom 1. August 2016 belegt. Die Sachverhalte mit einer 

unfallfremden vorbestandenen oder nach dem Unfall erlittenen Wurzelfraktur 

erscheinen zumindest gleich wahrscheinlich. Damit lässt sich ohne Weiteres die 

überzeugende Feststellung von Dr. D.___ in seiner Stellungnahme vom 24. Februar 

2017 (act. G 3.3) vereinbaren, wonach es im Nachhinein bzw. mehr als vier Monate 

nach dem Unfall vom 1. August 2016 äusserst schwierig sei, die Kausalität zwischen 

dem Unfall und dem heutigen Befund zu beurteilen.

9.3 Von massgebender Bedeutung für die Frage, ob die Extraktion vom 22. Mai 2017 

unfallbedingt erfolgt ist bzw. eine traumatisch verursachte Wurzelfraktur die Extraktion 

des Zahns 11 nötig gemacht hat, ist die unbestritten gebliebene Feststellung von Dr. 

D.___ in der Stellungnahme vom 24. Februar 2017, dass der Zahn 11 einen erheblichen 

Vorzustand, konkret einen Status nach einer Wurzelspitzenresektion, aufgewiesen habe 

(act. G 3.3). Dr. D.___ geht in seinen Stellungnahmen vom 24. Februar 2017 (act. G 3.3) 

und 1. November 2017 (act. G 3.12) von einer vorbestehenden, nicht ausgeheilten 

Wurzelspitzenresektion in Form einer chronischen Entzündung aus, welche 

röntgenologisch klar dokumentiert sei, und betrachtet diese offensichtlich als 

ursächlich für die Zahnextraktion vom 22. Mai 2017. Dr. E.___ scheint ein solches 

Geschehen in ihrer ärztlichen Beurteilung vom 20. Oktober 2017 nicht grundsätzlich in 

Frage zu stellen, zumal ein solches auch in der von ihr angeführten 

dentalmedizinischen Literatur beschrieben wird (act. G 3.11a; https://www.medeco.de/

zahnarzt-berlin/kieferchirurgie-dentalatlas/allgemeine-traumatologie/frakturen-des-

knochens/, abgerufen am 11. Juni 2019). Sie hält allerdings auch fest, dass es 

vorliegend nicht darum gehe, ob der Zahn 11 bei vermuteter nicht ausgeheilter 

Wurzelspitzenresektion sowieso hätte extrahiert werden müssen, sondern es gelte zu 

beurteilen, wie der Unfall vom 1. August 2016 den Vorzustand (Zustand nach 

wurzelbehandeltem Zahn 11 mit Verlust der ursprünglichen Festigkeit) am Zahn 11 

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beeinflusst habe. Insofern stellt sich aber eben die Frage, ob eine Wurzelfraktur oder 

eine nicht ausgeheilte Wurzelspitzenresektion zur Extraktion vom 22. Mai 2017 geführt 

haben bzw. ob einer der beiden Sachverhalte mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Laut Stellungnahme vom 19. Juni 2017 zeigte 

sich Dr. C.___ bei der Extraktion vom 22. Mai 2017 bei der Curretage, dass sich die 

Alveole zu entzünden begann und bereits etwas Granulationsgewebe entfernt werden 

konnte (act. G 3.7). Während Dr. D.___ in seiner Stellungnahme vom 1. November 2017 

mit Blick auf diesen Befund von einer chronischen Entzündung ausgeht (act. G 3.12), 

stellt sich Dr. E.___ auf den Standpunkt, dass der Befund gegen das Vorliegen eines 

chronischen Charakters im Sinne einer nicht ausgeheilten Wurzelspitzenresektion, 

welche vor Jahren ausgeführt worden sei, spreche (act. G 3.11a). Einzuräumen ist 

zwar, dass zumindest die Befund-Formulierung von Dr. C.___ ("zu entzünden begann") 

für die Einschätzung von Dr. E.___ bzw. gegen den von Dr. D.___ vertretenen 

chronischen Zustand spricht. Den von Dr. C.___ erhobenen Befund einer beginnenden 

Entzündung bezeichnet Dr. D.___ jedoch insoweit als falsch, als die Entzündung 

röntgenologisch dokumentiert nicht beginnend, sondern bereits in chronischer Form 

sichtbar gewesen sei. Dass das kurettierte Granulationsgewebe keine Folge einer nicht 

ausgeheilten Wurzelspitzenresektion sei, begründet Dr. E.___ ausserdem damit, dass 

eine solche bei den Zahnreinigungen hätte auffallen müssen (act. G 11a). Laut 

Stellungnahme von Dr. C.___ vom 11. September 2017 gegenüber der AXA war der 

Beschwerdeführer seit dem 20. Februar 2014 fünf Mal in seiner Praxis bei der 

Dentalhygienikerin. Dabei sei der Zahn 11 nie in irgendeiner Art aufgefallen. Der 

Beschwerdeführer habe nie Schmerzen bekundet und es seien nie eine erhöhte 

Beweglichkeit oder Schwellung diagnostiziert worden. Somit wäre aus seiner Sicht 

wegen der nicht ausgeheilten Wurzelspitzenresektion keine Behandlung notwendig 

gewesen (act. G 11.2). Behandlungsberichte der Dentalhygienikerin und damit die von 

ihr erhobenen Befunde und konkret durchgeführten dentalhygienischen Massnahmen 

sind nicht aktenkundig. Inwiefern sich kurettiertes Granulationsgewebe infolge einer 

traumatisch bedingten Wurzelfraktur bildet und sich von einer unfallfremden 

Entstehung unterscheidet, wird zudem von Dr. E.___ nicht näher ausgeführt. Die 

Beurteilung von Dr. C.___ erscheint im Übrigen insofern fraglich, als nicht plausibel ist, 

dass eine nicht ausgeheilte Wurzelspitzenresektion bei der Zahnreinigung von Beginn 

weg erkennbar sein könnte. Entsprechend erklärt Dr. D.___ in seiner Stellungnahme 

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vom 1. November 2017 (act. G 3.12) in Übereinstimmung mit der medizinischen 

Literatur, dass eine nicht ausgeheilte Wurzelspitzenresektion über Jahre in einem 

chronischen, klinisch nicht auffälligen Zustand schmerzfrei verharren könne. Die 

chronische, mit geringen oder keinen Schmerzen, d.h. asymptomatisch, verlaufende 

Form der Parodontitis apicalis kann jedoch laut medizinischer Literatur in eine akute 

Entzündung umschlagen (https://www.zahn-lexikon.com/index.php/a/2390-apikales-

granulom; https://de.wikipedia.org/wiki/Apikale_Parodontitis, beide abgerufen am 13. 

Mai 2019; Pschyrembel, a.a.O., S. 692, S. 1358 ["Parodontitis apicalis"]; SSO Atlas der 

Erkrankungen mit Auswirkungen auf das Kausystem, Hrsg. von der Schweizerischen 

Zahnärzte-Gesellschaft, 3. Aufl. 2008, S. 18). Damit kann zumindest allein aus einer 

akut auftretenden Beschwerdesymptomatik nichts zur Anamnese abgeleitet werden. 

Angesichts der vorangehenden Erwägungen und der bereits erwähnten 

viereinhalbmonatigen Zeitspanne zwischen Unfall und erster Befunderhebung (vgl. 

Erwägung 10.3) erscheint eine traumatische Entstehung zumindest nicht 

wahrscheinlicher als ein rein pathologischer Entzündungsprozess. Dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit ist damit nicht entsprochen und es kann nicht als 

genügend bewiesen angesehen werden, dass das von Dr. C.___ am 22. Mai 2017 

kurretierte, entzündete Granulationsgewebe auf einer am 1. August 2016 erlittenen 

Zahnfraktur beruht. Das Gesagte lässt es als ebenso möglich erscheinen, dass die 

Extraktion wegen eines Symptomatischwerdens der chronischen Entzündung im 

Zusammenhang mit der nicht ausgeheilten Wurzelspitzenresektion erfolgt ist.

9.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich hinsichtlich der vorliegenden 

Streitfrage (vgl. Erwägung 8.1 und 9.1) kein überwiegend wahrscheinlicher Sachverhalt 

festlegen lässt. Es muss auf Beweislosigkeit erkannt werden, deren Folgen der 

Beschwerdeführer, der aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten 

wollte (vgl. Erwägung 7.1), tragen muss.

10.  

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

angefochtenen Einspracheentscheids vom 12. Dezember 2017 (act. G 3.13) 

abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Eine 

Parteientschädigung fällt bei diesem Verfahrensausgang ausser Betracht.

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 26.06.2019
	Art. 53 Abs. 1 ATSG: prozessuale Revision: Bejahung eines revisionsbegründenden Beweismittels und damit uneingeschränkte materielle Neubeurteilung. Art. 6 UVG: Beweislosigkeit bezüglich Ursache einer Zahnextraktion nach unbestrittenem Unfall, bei Annahme einer Wurzelfraktur und ausgewiesener prätraumatisch durchgeführter Wurzelspitzenresektion (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. Juni 2019, UV 2018/3).

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