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**Case Identifier:** 37bae92a-6710-59a0-8a53-db64106d0873
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-12-14
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 14.12.2016 810 16 153
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-16-153_2016-12-14.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 14. Dezember 2016 (810 16 153) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Ausländerrecht 

 

 

Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung aus der Schweiz 

 

 
Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsrichter Stefan 

Schulthess, Claude Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl, Beat Walther,  
Gerichtsschreiberin i.V. Claudia Caderas 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Daniel Wagner, Advokat 
  

 
gegen 
 
 

 Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, 4410 Liestal,  
Beschwerdegegner 
 

  
  
Betreff Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung aus der 

Schweiz (RRB Nr. 752 vom 24. Mai 2016) 
 
 
 
A. Der türkische Staatsangehörige A.____ wurde 1991 in B.____ geboren, erhielt in der 
Folge die Niederlassungsbewilligung und besuchte sämtliche Schulen im Kanton Basel-
Landschaft. Derzeit ist er als Sachbearbeiter in der Immobilienverwaltung C.____ tätig und 
wohnt bei seinen Eltern in D.____. 
 

 

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B. Während seines bisherigen Aufenthaltes in der Schweiz wurde A.____ mit Urteil des 
Strafgerichts Basel-Landschaft vom 10. September 2015 wegen versuchter schwerer Körper-
verletzung und mehrfacher fahrlässiger, teilweise schwerer Körperverletzung zu einer Freiheits-
strafe von zweieinviertel Jahren, davon 6 Monate unbedingt, verurteilt. Die Verurteilung erfolgte, 
weil A.____ am 9. März 2014 um ca. 23:00 Uhr in alkoholisiertem Zustand E.____ im Rahmen 
einer Auseinandersetzung rivalisierender Gruppierungen türkischer beziehungsweise kosova-
risch-albanischer Abstammung in B.____ mit seinem Klappmesser eine schwere Stichverlet-
zung am linken Oberschenkel zufügte. Das Opfer musste in der Folge mittels einer Notoperati-
on behandelt werden und befand sich in kritischem Zustand.  
 
C. Aufgrund dieser Straftat gewährte das Amt für Migration Basel-Landschaft (AfM) 
A.____ am 6. Oktober 2015 das rechtliche Gehör betreffend den Widerruf seiner Niederlas-
sungsbewilligung und der damit verbundenen Wegweisung aus der Schweiz.  
 
D. Am 23. November 2015 nahm A.____, nachfolgend immer vertreten durch Daniel 
Wagner, Advokat, zum gewährten rechtlichen Gehör Stellung. Er beantragte, es sei vom Wider-
ruf der Niederlassungsbewilligung und der Wegweisung abzusehen. Eventualiter sei eine Ver-
warnung auszusprechen.  
 
E. Mit Verfügung vom 14. Dezember 2015 widerrief das AfM die Niederlassungsbewilli-
gung von A.____ und setzte seine Ausreise auf spätestens 14. Februar 2016 fest. Zur Begrün-
dung wurde im Wesentlichen festgehalten, dass A.____ durch den strafrechtlich geahndeten 
Vorfall vom 9. März 2014 einen gesetzlichen Widerrufsgrund für seine Niederlassungsbewilli-
gung verwirklicht habe.  
 
F. Mit Eingabe vom 17. Dezember 2015 erhob A.____ Beschwerde beim Regierungsrat 
des Kantons Basel-Landschaft und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung 
des AfM und das Absehen von einer Wegweisung aus der Schweiz. A.____ sei zwar zu einer 
längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt worden, doch würden alle anderen Komponenten (Integ-
rationsgrad, soziale Eingliederung, Familie, Beruf, etc.) sowohl für die Belassung der Niederlas-
sungsbewilligung aus Ermessensgründen, wie auch für die Annahme eines Härtefalls sprechen. 
Vor allem aber sei eine Wegweisung nicht verhältnismässig. Dies ergebe sich unter anderem 
aus der näheren Betrachtung seines Verschuldens am genannten Vorfall, welches sich im straf-
rechtlichen Verfahren nicht als schwer dargestellt habe. 
 
G. Am 8. März 2016 nahm das AfM zur Beschwerde von A.____ Stellung und beantragte 
die Abweisung derselben.  
 
H. Mit Regierungsratsbeschluss (RRB) Nr. 0752 vom 24. Mai 2016 wies der Regierungs-
rat die Beschwerde von A.____ ab. Begründet wurde der Entscheid im Wesentlichen damit, 
dass mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 10. September 2015 eine Verurteilung 
zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe von zweieinviertel Jahren vorliege, womit der Widerrufs-
grund im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Aus-
länder (AuG) vom 16. Dezember 2005 in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG erfüllt sei. 
Auch ermessensweise sei unter Berücksichtigung von Art. 96 Abs. 1 AuG nicht von einem Wi-

 

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derruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung von A.____ abzusehen. Zudem seien 
der Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung verhältnismässig. Unter Wür-
digung der gesamten Umstände würden die öffentlichen Interessen an der Wegweisung von 
A.____ dessen private Interessen am Verbleib in der Schweiz knapp überwiegen. 
 
I. Fristgerecht erhob A.____ mit Eingabe vom 2. Juni 2016 Beschwerde gegen den RRB 
vom 24. Mai 2016 beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwal-
tungsrecht (Kantonsgericht), mit dem Rechtsbegehren, es sei der Entscheid vom 24. Mai 2016 
des Regierungsrates des Kantons Basel-Landschaft aufzuheben und vom Widerruf der Nieder-
lassungsbewilligung sowie von der Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz ab-
zusehen. Zudem sei der Beschwerdeführer von den Verfahrenskosten für das vorinstanzliche 
Verfahren zu befreien und es sei ihm für das vorinstanzliche Verfahren eine angemessene Par-
teientschädigung zuzusprechen; sämtliches unter o/e-Kostenfolge. Überdies stellt er zwei Ver-
fahrensanträge: Es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen, respektive auf 
den Entzug der aufschiebenden Wirkung zu verzichten und es sei eine Parteianhörung durch-
zuführen.  
 
J. Am 5. September 2016 liess sich der Regierungsrat vernehmen. Er beantragt die Ab-
weisung der Beschwerde und hält an den Erwägungen des angefochtenen Beschlusses vom 
24. Mai 2016 vollumfänglich fest.  
 
K. Mit Verfügung vom 6. September 2016 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung 
überwiesen. Die Parteiverhandlung wurde auf den 14. Dezember 2016 angesetzt. 
 
L. An der Parteiverhandlung nehmen der Beschwerdeführer und sein Rechtsvertreter 
sowie F.____ als Vertreter des Regierungsrates teil. Die Parteien halten an ihren Anträgen fest 
und verweisen zur Begründung im Wesentlichen auf ihre schriftlichen Eingaben. Auf die weite-
ren Ausführungen wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen eingegangen.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g: 
 
1. Gemäss § 47 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwal-
tungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist zur Beschwerde befugt, wer durch die 
angefochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges 
Interesse an dessen Änderung oder Aufhebung hat. Da der Beschwerdeführer Adressat des 
angefochtenen Entscheides ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung hat, die 
übrigen formellen Voraussetzungen erfüllt und sowohl die örtliche wie auch die sachliche Zu-
ständigkeit des Kantonsgerichts gegeben sind, kann auf die vorliegende Beschwerde eingetre-
ten werden. 
 
2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und 
lit. b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch 
des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt 
werden. Die Beurteilung der Angemessenheit des angefochtenen Rechtsaktes ist dem Kan-

 

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tonsgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – verwehrt (§ 45 
Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 
 
3. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob der Widerruf der 
Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz 
zu Recht erfolgten. 
 
3.1. Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Schweiz nur berechtigt, wenn sie 
eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitzt oder wenn sie keiner solchen bedarf 
(Art. 10 und 11 AuG; vgl. auch Art. 2 AuG). Die zuständige kantonale Behörde entscheidet ge-
mäss Art. 18 ff. und 27 ff. AuG – im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und Verträge mit 
dem Ausland – nach freiem Ermessen über die Zulassung zu einem Aufenthalt mit oder ohne 
Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung hat die 
ausländische Person somit grundsätzlich nicht, es sei denn, das AuG oder völkerrechtliche 
Verpflichtungen sehen dies vor (BGE 133 I 189; MARC SPESCHA, in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli 
[Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 4. Auflage, Zürich 2015, Rz 1 ff. zu Art. 3 AuG). Gemäss 
Art. 3 Abs. 2 AuG wird Ausländerinnen und Ausländern der Aufenthalt in der Schweiz bewilligt, 
wenn völkerrechtliche Verpflichtungen, humanitäre Gründe oder die Vereinigung der Familie es 
erfordern.  
 
3.2. Zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Türkei besteht kein Staats-
vertrag, der dem Beschwerdeführer einen Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz gewähren 
würde. Es sind entsprechend die Bestimmungen des AuG, vorbehältlich anderer völkerrechtli-
cher Verträge, anwendbar. 
 
3.3. Gemäss Art. 34 Abs. 1 AuG verleiht die Niederlassungsbewilligung ihrem Inhaber 
grundsätzlich einen zeitlich unbefristeten und unbedingten Anspruch auf Anwesenheit in der 
Schweiz. Es ist somit von einem grundsätzlichen gesetzlichen Anspruch des Beschwerdefüh-
rers auf Aufenthalt in der Schweiz auszugehen. 
 
4.1. Der Beschwerdeführer macht einen Anwesenheitsanspruch aus dem Grundrecht auf 
Achtung des Privat- und Familienlebens gemäss Art. 8 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (Europäische Menschenrechtskonvention, EMRK) vom 
4. November 1950 geltend. Der Beschwerdegegner verneint demgegenüber im angefochtenen 
Beschluss einen entsprechenden grundrechtlichen Anspruch, da der Beschwerdeführer er-
wachsen und kinderlos sei und er über keine Kernfamilie in der Schweiz verfüge. Hinweise auf 
ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis zu seiner Familie würden nicht bestehen, da er finanzi-
ell unabhängig von seinen Eltern lebe. Damit sei der Schutzbereich dieses Grundrechts nicht 
eröffnet. 
 
4.2. Aus dem in Art. 8 Ziff. 1 EMRK sowie dem inhaltlich gleichwertigen Art. 13 Abs. 1 der 
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 geschütz-
ten Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens können ausländische Staatsangehörige 
in besonderen Fällen einen Anspruch auf Aufenthalt oder Verbleib in einem andern Staat ablei-

 

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ten, wenn eine staatliche Entfernungsmassnahme zur Trennung von Familienmitgliedern führt 
(vgl. ANDREAS ZÜND/THOMAS HUGI YAR, Aufenthaltsbeendende Massnahmen im schweizeri-
schen Ausländerrecht, insbesondere unter dem Aspekt des Privat- und Familienlebens, Europä-
ische Grundrechte-Zeitschrift [EuGRZ] 2013, S. 10 ff.; BGE 135 I 153 E. 2.1). Diese Garantien 
können somit dann verletzt sein, wenn einer ausländischen Person, deren Familienangehörige 
in der Schweiz weilen, die Anwesenheit untersagt und damit das gemeinsame Familienleben 
vereitelt wird. Gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung müssen die sich hierzu-
lande aufhaltenden Angehörigen über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügen. Dies ist ins-
besondere der Fall, wenn sie das Schweizer Bürgerrecht oder eine Niederlassungsbewilligung 
besitzen oder über eine Aufenthaltsbewilligung verfügen, die ihrerseits auf einem gefestigten 
Rechtsanspruch beruht. Zudem müssen diese Personen zur Kernfamilie (Ehegatte oder im 
gleichen Haushalt lebende, minderjährige Kinder) gehören und es muss eine enge, tatsächliche 
und intakte Beziehung zu ihnen bestehen (vgl. BGE 135 I 143 E. 1.3.1; BGE 130 II 281 E. 3.1; 
BGE 127 II 60 E. 1d/aa). Indessen gehen der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte 
(EGMR) und das Bundesgericht in ihrer Rechtsprechung in Fällen von aufenthaltsbeendenden 
Massnahmen erwachsener Ausländer der zweiten Generation von einem kombinierten Schutz-
bereich von Privat- und Familienleben aus (BGE 130 II 281 E. 3.2.2; BGE 129 II 193 E. 5.4; 
Urteil des Bundesgerichts 2C_480/2013 vom 24. Oktober 2013 E. 4.4.1; Urteil des EGMR 
M.P.E.V. et al. gegen die Schweiz [3910/2013] vom 8. Juli 2014 § 32; Urteil des EGMR Maslov 
gegen Österreich [1638/03] vom 23. Juni 2008 § 63). Dabei wird nicht verlangt, dass notwendi-
gerweise die Bedingungen für einen allein aus dem Schutz des Privatlebens abgeleiteten Bewil-
ligungsanspruch (überdurchschnittliche, besondere Integration) vorliegen müssten 
(vgl. BGE 130 II 281 E. 3.2.2; Urteil des Bundesgerichts 2C_451/2009 vom 7. Dezember 2009 
E. 2.2). Nach der Rechtsprechung fallen die sozialen Bindungen einer ausländischen Person im 
Aufenthaltsstaat und zur Gemeinschaft, in der sie lebt – insbesondere wenn sie im Aufenthalts-
staat geboren wurde –, in den Schutzbereich des Privatlebens. Unabhängig vom Bestehen ei-
nes Familienlebens wird deshalb bei im Aufenthaltsstaat geborenen und aufgewachsenen (er-
wachsenen) Ausländerinnen und Ausländern der zweiten Generation insbesondere dann ein 
Anspruch aus der kombinierten Garantie des Privat- und Familienlebens angenommen, wenn 
eine aufenthaltsbeendende Massnahme die Trennung von den hier lebenden Eltern und Ge-
schwistern bedeutet (vgl. z.B. Urteil des Bundesgerichts 2C_445/2014 vom 2. Dezember 2014 
E. 2.3; 2C_1193/2013 vom 27. Mai 2014 E. 2.2; 2C_551/2013 vom 24. Februar 2014 E. 2.4; 
Urteil des EGMR Emre gegen die Schweiz [42034/04] vom 23. Juni 2008 § 60; Urteil des 
EGMR Üner gegen die Niederlande [46410/99] vom 18. Oktober 2006 § 59; MARTIN 
BERTSCHI/THOMAS GÄCHTER, Der Anwesenheitsanspruch aufgrund der Garantie des Privat- und 
Familienlebens, Schweizerisches Zentralblatt für Staats- und Verwaltungsrecht [ZBl] 2003, 
S. 231; Urteile des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], 
vom 4. März 2015 [810 14 305] E. 3.4 ff.; vom 4. März 2015 [810 14 255] E. 4.4.1). 
 
4.3. Der Beschwerdeführer wurde am 12. Juni 1991 als Sohn türkischer Eltern in B.____ 
geboren. So hält der Regierungsrat in seinem Beschluss denn auch fest, dass der Beschwerde-
führer ein in der Schweiz geborener Ausländer “zweiter Generation“ sei. Die Eltern, die beiden 
Schwestern und der Bruder sowie der Bekanntenkreis des Beschwerdeführers wohnen in der 
Schweiz. Der Beschwerdeführer ist zudem in der Schweiz aufgewachsen und hat hier die obli-

 

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gatorische Schulzeit absolviert. Aus den Verfahrensakten und der heutigen Parteiverhandlung 
geht hervor, dass die Beziehung zu seinen Eltern gelebt wird, indem er mit ihnen zusammen-
wohnt, ihnen im Alltag behilflich ist und sie in administrativen Angelegenheiten unterstützt. Die 
aufenthaltsbeendende Massnahme würde die Trennung des Beschwerdeführers von seinen 
hier lebenden Eltern und Geschwistern bedeuten. Er kann sich folglich auf seinen Anspruch aus 
dem kombinierten Schutzbereich von Privat- und Familienleben gemäss Art. 8 Ziff. 1 EMRK und 
Art. 13 Abs. 1 BV berufen. Es kann daher offen bleiben, ob sich der Beschwerdeführer auf die-
sen Anspruch auch aufgrund seiner mehrjährigen Beziehung zu seiner Freundin, welche 
Schweizer Staatsbürgerin ist, berufen kann. 
 
4.4. Zusammenfassend kann sich der Beschwerdeführer vorliegend somit auf den durch 
die Niederlassungsbewilligung im Rahmen des Ausländergesetzes gewährten Rechtsanspruch 
auf Aufenthalt in der Schweiz sowie auf das Grundrecht auf Achtung des Privat- und Familien-
lebens berufen. 
 
5.1. Indes gelten weder der gesetzliche Anspruch auf Aufenthalt nach Art. 34 Abs. 1 AuG 
noch der grundrechtliche Anspruch auf Privat- und Familienleben absolut. Bei Vorliegen eines 
Widerrufsgrundes nach Art. 63 AuG kann die Niederlassungsbewilligung entzogen werden. Der 
Widerruf der Niederlassungsbewilligung ist selbst dann möglich, wenn die ausländische Person 
in der Schweiz geboren wurde und ihr ganzes bisheriges Leben hier zugebracht hat 
(BGE 139 I 31 E. 2.3.1; BGE 139 I 16 E. 2.2.1). 
 
5.2. Gestützt auf Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG kann 
die Niederlassungsbewilligung widerrufen werden, wenn die Ausländerin oder der Ausländer zu 
einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt worden ist. Das Bundesgericht hat das Kriterium 
der Längerfristigkeit der Strafe in diesem Kontext dahingehend konkretisiert, dass es einer Frei-
heitsstrafe von mehr als einem Jahr bedarf, wobei mehrere unterjährige Strafen bei der Be-
rechnung nicht kumuliert werden dürfen (BGE 137 II 297 E. 2.3.6 und 135 II 377 E. 4.2). Keine 
Rolle spielt, ob die Sanktion bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde (Urteil 
des Bundesgerichts 2C_515/2009 vom 27. Januar 2010 E. 2.1). Ein Widerruf ist auch möglich, 
wenn die ausländische Person in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und 
Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen oder diese gefährdet hat (Art. 63 Abs. 1 
lit. b AuG). Die Praxis geht hiervon aus, wenn die ausländische Person durch ihr Handeln be-
sonders hochwertige Rechtsgüter verletzt oder in Gefahr gebracht hat, sich von strafrechtlichen 
Massnahmen nicht beeindrucken lässt und sich im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zeigt, 
dass sie auch künftig weder gewillt noch fähig ist, sich an die Rechtsordnung zu halten (Urteil 
des Bundesgerichts 2C_562/2011 vom 21. November 2011 E. 3.2). Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK 
darf in das durch Ziff. 1 geschützte Rechtsgut eingegriffen werden, soweit der Eingriff gesetzlich 
vorgesehen ist und eine Massnahme darstellt, die in einer demokratischen Gesellschaft für die 
nationale Sicherheit, die öffentliche Ruhe und Ordnung, das wirtschaftliche Wohl des Landes, 
die Verteidigung der Ordnung und zur Verhinderung von strafbaren Handlungen, zum Schutz 
der Gesellschaft und Moral sowie der Rechte und Freiheiten anderer notwendig ist. Dabei darf 
auch generalpräventiven Gesichtspunkten Rechnung getragen werden (Urteil des Bundesge-
richts 2C_578/2009 vom 23. Februar 2010 E. 2.4 mit weiteren Hinweisen).  

 

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5.3. Der Beschwerdeführer wurde gemäss rechtskräftigem Strafgerichtsurteil vom 
10. September 2015 zu einer Freiheitsstrafe von zweieinviertel Jahren, davon 6 Monate unbe-
dingt, verurteilt. Demzufolge liegt den obigen Ausführungen entsprechend ein Widerrufsgrund 
im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG vor. Dies wird vom 
Beschwerdeführer zu Recht auch nicht bestritten. Ob das Verhalten des Beschwerdeführers 
zugleich als schwerwiegender Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne 
von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG zu werten ist, bedarf keiner näheren Betrachtung, da dieser Wider-
rufsgrund nur dann zur Anwendung gelangt, wenn es an den Voraussetzungen für einen Wider-
ruf aufgrund der Verurteilung zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe fehlt (vgl. BGE 135 II 377 
E. 4.2; Urteile des Bundesgerichts 2C_888/2012 vom 13. März 2013 E. 3 und 2C_1029/2011 
vom 10. April 2012 E. 3.1). Der gesetzliche Anwesenheitsanspruch des Beschwerdeführers ist 
damit grundsätzlich erloschen. Die Verurteilung zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe rechtfer-
tigt dem Grundsatz nach gleichzeitig einen Eingriff in den grundrechtlich begründeten Anwe-
senheitsanspruch, denn der angefochtene Entscheid stützt sich auf eine gesetzliche Grundlage 
und bezweckt die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung sowie die Verhinderung weiterer 
strafbarer Handlungen. Er verfolgt damit öffentliche Interessen, die in Art. 8 Ziff. 2 EMRK aus-
drücklich erwähnt sind. 
 
6.1. Das Vorliegen eines Widerrufsgrundes nach Art. 63 AuG ist Grundvoraussetzung für 
den Widerruf der Bewilligung. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die damit ver-
bundene Wegweisung (vgl. Art. 64 Abs. 1 lit. c AuG) ist indes nur gerechtfertigt, wenn er sich 
gestützt auf eine im Einzelfall vorzunehmende Interessenabwägung als verhältnismässig er-
weist (Art. 96 Abs. 1 AuG). Nach dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit muss eine Verwal-
tungsmassnahme zur Verwirklichung des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und 
notwendig sein. Ausserdem muss der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu 
den Belastungen stehen, die dem Privaten auferlegt werden (vgl. ULRICH HÄFELIN/GEORG 
MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Auflage, Zürich 2016, Rz. 581 ff.). 
Dabei sind alle Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen und die öffentlichen und privaten 
Interessen sorgfältig gegeneinander abzuwägen (MARTINA CARONI, in: Martina Caroni/Thomas 
Gächter/Daniela Thurnherr [Hrsg.], a.a.O., Rz. 3 zu Art. 51; ANDREAS ZÜND/LADINA ARQUINT 
HILL, a.a.O., Rz. 8.48). Verlangt ist insofern eine Abwägung der sich gegenüberstehenden pri-
vaten Interessen am Belassen der Bewilligung und der öffentlichen Interessen an deren Wider-
ruf, wobei Letztere in dem Sinne überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig er-
weist (vgl. BGE 135 I 143 E. 2.1 mit Hinweisen). Dabei sind namentlich die Schwere des Delikts 
und des Verschuldens des Betroffenen, der seit der Tat vergangene Zeitraum, das Verhalten 
des Ausländers während diesem, der Grad seiner Integration beziehungsweise die Dauer der 
bisherigen Anwesenheit sowie die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichti-
gen (BGE 135 II 377 E. 4.3; Urteil des Bundesgerichts 2C_1033/2013 vom 4. Juli 2014 E. 4.3). 
Die Niederlassungsbewilligung eines Ausländers, der sich schon seit langer Zeit hier aufhält, 
soll zwar nur mit besonderer Zurückhaltung widerrufen werden, doch ist dies bei schwerer be-
ziehungsweise wiederholter Straffälligkeit selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn er hier gebo-
ren ist und sein ganzes bisheriges Leben im Land verbracht hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
2C_562/2011 vom 21. November 2011 E. 3.3 [Widerruf der Niederlassungsbewilligung eines 

 

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hier geborenen, wiederholt straffällig gewordenen 43-jährigen Türken]). Bei schweren Strafta-
ten, Rückfall und wiederholter Delinquenz, insbesondere bei Gewalt- und Betäubungsmittelde-
likten, besteht ein wesentliches öffentliches Interesse, zur Aufrechterhaltung der Ordnung be-
ziehungsweise Verhütung von (weiteren) Straftaten die Anwesenheit des Ausländers zu been-
den (BGE 139 I 31 E. 2.3.1; BGE 137 II 233 nicht publizierte E. 3.1). Was das Fernhalteinteres-
se anbetrifft, so muss gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei schweren Strafta-
ten – wozu auch gravierende Delikte gegen Leib und Leben gehören – selbst ein geringes Rest-
risiko weiterer Delinquenz nicht in Kauf genommen werden (BGE 139 I 31 E. 2.3.2; BGE 130 II 
176 E. 4.2 - 4.4 mit Hinweisen). In diesem Zusammenhang ist auch auf die Bestimmungen von 
Art. 121 Abs. 3 - 6 BV hinzuweisen. Gemäss diesen Bestimmungen verlieren Ausländerinnen 
und Ausländer unabhängig von ihrem ausländerrechtlichen Status ihr Aufenthaltsrecht sowie 
alle Rechtsansprüche auf Aufenthalt in der Schweiz, wenn sie unter anderem wegen eines Ge-
waltdelikts rechtskräftig verurteilt worden sind (Art. 121 Abs. 3 lit. a BV). Zwar sind diese Ver-
fassungsbestimmungen gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht direkt anwend-
bar, das Bundesgericht hat aber festgehalten, der vom Verfassungsgeber zum Ausdruck ge-
brachten Wertung sei insoweit Rechnung zu tragen, als dies zu keinem Widerspruch zu über-
geordnetem Recht beziehungsweise zu keinen Konflikten mit dem Beurteilungsspielraum führe, 
den der EGMR den einzelnen Konventionsstaaten bei der Umsetzung ihrer Migrations- und 
Ausländerpolitik zugestehe (BGE 139 I 31 E. 2.3.2; BGE 139 I 16 E. 5.3). Gleich wie Art. 96 
Abs. 1 AuG verlangt auch die EMRK in diesem Zusammenhang eine Abwägung der sich ge-
genüberstehenden privaten Interessen an der Belassung der Niederlassungsbewilligung und 
den öffentlichen Interessen an deren Widerruf. Der EGMR stützt sich bei der Beurteilung der 
Zulässigkeit aufenthaltsbeendender Massnahmen im Rahmen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK auf die 
gleichen Aspekte wie die bundesgerichtliche Praxis (ZÜND/HUGI YAR, a.a.O., S. 13; 
BGE 139 I 31 E. 2.3.3). Daraus folgt, dass eine Massnahme, die sich im Sinne von Art. 96 
Abs. 1 AuG als verhältnismässig erweist, grundsätzlich auch vor Art. 8 EMRK standhält 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_218/2010 vom 27. Juli 2010 E. 4). 
 
6.2. Demzufolge ist anhand der aufgezeigten Rechtslage zu prüfen, ob unter Berücksich-
tigung der konkreten Umstände des vorliegenden Falles die öffentlichen Interessen am Widerruf 
der Niederlassungsbewilligung die privaten Interessen des Beschwerdeführers an einem Ver-
bleib in der Schweiz überwiegen.  
 
7.1. Ausgangspunkt für die vorzunehmende ausländerrechtliche Interessenabwägung ist 
die strafrechtliche Verurteilung des Beschwerdeführers und die Schwere seines Verschuldens. 
Der Beschwerdeführer wurde mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 10. September 
2015 wegen versuchter schwerer Körperverletzung und mehrfacher fahrlässiger, teilweise 
schwerer Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von zweieinviertel Jahren, davon 6 Monate 
unbedingt, verurteilt. Mit dem Strafgericht ist aufgrund der Höhe der verhängten Strafe von ei-
nem schweren Delikt sowie einem erheblichen Tatverschulden des Beschwerdeführers auszu-
gehen, woraus sich grundsätzlich ein gewichtiges Interesse am Widerruf der Niederlassungs-
bewilligung und der Wegweisung des Beschwerdeführers ergibt. Allerdings räumte das Strafge-
richt im Rahmen der Beurteilung der Strafzumessung ein, dass in Berücksichtigung sämtlicher 
Tat- und Täterkomponenten ein gerade noch leichtes bis mittelschweres Verschulden festzu-

 

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stellen und von einer ungetrübten Legalbewährungsprognose des Beschwerdeführers auszu-
gehen sei (vgl. Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 15. September 2015 [300 15 61] 
S. 15 ff.).  
 
7.2. Den genannten öffentlichen Interessen sind die privaten Interessen des Beschwer-
deführers am Verbleib in der Schweiz gegenüberzustellen. Der Beschwerdeführer wurde im 
Jahr 1991 in der Schweiz geboren und hat sein ganzes Leben hier verbracht und seine Ausbil-
dung absolviert. Aufgrund der langen Aufenthaltsdauer ist von einem gewichtigen privaten Inte-
resse des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz auszugehen. Gesamthaft be-
trachtet liegt denn auch eine gute Integration des Beschwerdeführers in der Schweiz vor. So 
beherrscht er die deutsche Sprache, spricht Mundart und verfügt aktenkundig über ein grosses 
soziales Beziehungsnetz in der Schweiz. Mit wenigen Ausnahmen lebt seine gesamte nähere 
Verwandtschaft im Lande. Aufgrund dessen, dass er sein gesamtes Leben in der Schweiz ver-
bracht hat, ist nachvollziehbar, dass er hier auch alle seine Freundschaften und Kontakte ge-
knüpft hat. Der Beschwerdeführer hat überdies eine Freundin in der Schweiz, welche er in ab-
sehbarer Zeit zu heiraten gedenkt. Er macht zudem geltend, dass er sich strafrechtlich – bis auf 
zwei marginale SVG-Übertretungen – nie etwas zu Schulden habe kommen lassen und sich 
seit der Tatbegehung am 9. März 2014 wohl verhalten habe. Auch beruflich sei er schon immer 
überdurchschnittlich gut integriert gewesen. Nach erfolgreicher Absolvierung der Sekundar-
schule Niveau E in G.____ habe er eine Ausbildung als Kaufmann bei der H.____ angefangen 
und erfolgreich beendet. Nach Beendigung seiner Ausbildung habe er sich bei C.____ bewor-
ben, woraufhin er im Jahr 2013 bei der Immobilienverwaltung C.____ eine Stelle erhalten habe. 
Bei dieser Anstellung habe er bereits vor dem strafrechtlichen Vorfall ausserordentliche Leis-
tungen erbracht und erbringe diese weiterhin, was die Arbeitsbeurteilungen respektive Zeugnis-
se aufzeigen würden. Aufgrund seiner vorzüglichen Arbeitsleistungen habe es sein Arbeitgeber, 
C.____, auch nach seiner Verurteilung bei einer Verwarnung belassen und das Arbeitsverhält-
nis nicht gekündigt. Der Beschwerdeführer habe sich in der Folge entschieden, eine Weiterbil-
dung als Immobilienfachmann mit Eidgenössischem Fachausweis zu absolvieren, welche er im 
April 2016 erfolgreich abgeschlossen habe. Durch seine Arbeit als Sachbearbeiter in der Immo-
bilienverwaltung C.____ sei er nie in finanzielle Schwierigkeiten geraten und habe weder die 
Arbeitslosenkasse noch den Sozialdienst je beansprucht. Er habe zu keinem Zeitpunkt eine 
schwere Körperverletzung verursachen wollen. Bei der Tatbegehung am 9. März 2014 habe er 
deshalb das Messer auf Beinhöhe gehalten, um keine Verletzung in Rumpfnähe zu riskieren. 
Unglücklicherweise habe er beim Stich fast die Hauptvene des Beines verletzt, weshalb das 
Opfer einen erheblichen Blutverlust erlitten habe und er wegen versuchter schwerer Körperver-
letzung verurteilt worden sei. Nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft habe er seine 
Arbeit umgehend wieder aufgenommen und sich vollkommen auf seine Arbeitstätigkeit kon-
zentriert. Zur Beruhigung der Situation sei er nicht mehr nach B.____ in den Ausgang gegangen 
und habe sich extrem zurückgezogen. 
 
7.3. Bereits im Rahmen des ihm seitens des AfM gewährten rechtlichen Gehörs teilte der 
Beschwerdeführer am 23. November 2015 mit, dass er die von ihm begangene Tat zutiefst be-
reuen würde. Sein Messer, mit welchem er seinem Opfer eine lebensgefährliche Stichverlet-
zung zufügte, habe er lediglich hervorgenommen, weil er unter Alkoholeinfluss gestanden habe 

 

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und einen neuerlichen Angriff seitens der gegnerischen Gruppierung befürchtet habe. Dazu 
komme, dass er bei diesem Geschehen zunächst selbst Opfer gewesen sei und dadurch in eine 
emotionale Situation gebracht worden sei, welche ihn die Nerven habe verlieren lassen. Er stel-
le keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar; der Vorfall, für den er weiterhin in Form von 
Genugtuungszahlungen Sühne leiste, sei ein einmaliger Ausrutscher gewesen. Anlässlich der 
Parteiverhandlung beteuerte der Beschwerdeführer schliesslich, dass er heute nur mehr noch in 
kontrolliertem Masse Alkohol trinke und im Alltag kein Messer mehr auf sich trage.  
 
7.4. Im vorliegenden Fall erscheint die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Reue ge-
genüber dem Tatgeschehen aufgrund der genannten Umstände als glaubwürdig. Es ist in der 
Tat zu Gunsten des Beschwerdeführers zu würdigen, dass er in beruflicher Hinsicht bereits vor 
der Tatbegehung am 9. März 2014 sehr gut integriert war und sich trotz seiner Verurteilung wei-
terhin mit grossem Einsatz seiner beruflichen Laufbahn widmet und seinen finanziellen Ver-
pflichtungen zur Abgeltung der Straftat durch eine ratenweise Abzahlung nachkommt, was er 
anlässlich der Parteiverhandlung bestätigte. Seine Bemühungen, ein geregeltes und konflikt-
freies Leben zu führen, wie er es vor der Tatbegehung am 9. März 2014 bereits getan hatte, 
sind mithin als ernsthaft zu bezeichnen. Dieser Umstand rechtfertigt es, dem Läute-
rungsprozess des Beschwerdeführers im Rahmen der Interessensabwägung grosses Gewicht 
beizumessen. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei der Verurteilung des Straf-
gerichts Basel-Landschaft vom 10. September 2015 um die erstmalige strafrechtliche Verurtei-
lung des Beschwerdeführers handelt. Dieser hatte sich zuvor – bis auf zwei marginale SVG-
Übertretungen – keine Fehltritte geleistet und zeigte auch nach dem Vorfall vom 9. März 2014 
ein nicht zu beanstandendes Wohlverhalten. In Übereinstimmung mit dem Strafgericht Basel-
Landschaft ist beim Beschwerdeführer von einer ungetrübten Legalbewährungsprognose aus-
zugehen, weshalb er keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellt (E. 7.1).  
 
7.5. Der Beschwerdeführer bringt überdies vor, dass er keinen Bezug zur Türkei habe und 
das Land nur von wenigen Ferienaufenthalten her kenne. Im ursprünglichen Heimatort seiner 
Eltern sei er schon seit mehreren Jahren nicht mehr gewesen und seine letzten Aufenthalte in 
der Türkei in den Jahren 2014 und 2015 beschränkten sich auf die Besichtigung der Stadt Is-
tanbul im Rahmen einer Städtereise. Überdies würde seine nächste Verwandtschaft, seine El-
tern, seine beiden Schwestern und sein Bruder, in der Schweiz leben. In der Türkei habe er, 
anders als in der Schweiz, kein soziales Netz und müsste sein Leben komplett neu aufbauen. 
Die Vorinstanz hält demgegenüber fest, dem Beschwerdeführer sei die Ausreise in die Türkei 
insgesamt zumutbar, zumal ihm das Land aufgrund von Ferienaufenthalten nicht unbekannt sei.  
 
7.6. Für den Beschwerdeführer wäre es unbestritten mit erheblichen Schwierigkeiten ver-
bunden, sich in der Türkei neu zu integrieren, zumal er die türkische Sprache nach eigenen 
Aussagen nicht gut beherrscht und auch mit den kulturellen Gepflogenheiten des Landes nicht 
vertraut ist. Zusätzlich zu berücksichtigen ist, dass seine Freundin die Schweizer Staatsbürger-
schaft besitzt und hier verwurzelt ist, weshalb der Beschwerdeführer ein schwerwiegendes Inte-
resse am Verbleib in der Schweiz hat. Die Freundin des Beschwerdeführers, mit welcher er 
eine mehrjährige Beziehung führt und welche er nach eigenen Aussagen in absehbarer Zeit zu 
heiraten gedenkt, hält in ihrem Schreiben vom 10. Juli 2016 fest, dass sie Schweizerin sei und 

 

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sich nicht vorstellen könne, in der Türkei zu leben, da sie weder der türkischen Sprache mächtig 
noch mit der türkischen Kultur vertraut sei. Eine Wegweisung des Beschwerdeführers in die 
Türkei ginge folglich mit der Trennung von seiner Freundin sowie seinen Eltern und Geschwis-
tern einher und wäre für den Beschwerdeführer mit beträchtlichen Nachteilen verbunden. Die 
Schweiz verlassen zu müssen, würde nicht nur den Beschwerdeführer selbst, sondern auch 
sein familiäres Umfeld hart treffen. Unter Berücksichtigung dieser Umstände ist vorliegend von 
einem sehr gewichtigen privaten Interesse des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der 
Schweiz auszugehen. Vor diesem Hintergrund erweist sich der von der Vorinstanz geschützte 
Widerruf der Niederlassungsbewilligung mit Blick auf die privaten Interessen des Beschwerde-
führers als unverhältnismässig. Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen. 
 
8. Ist eine ausländerrechtliche Massnahme begründet, aber den Umständen nicht ange-
messen, so kann die betroffene Ausländerin oder der betroffene Ausländer unter Androhung 
der Massnahme verwarnt werden (Art. 96 Abs. 2 AuG). Die Verwarnung nach Art. 96 Abs. 2 
AuG ist eine eigenständige ausländerrechtliche Massnahme, welche das Verfahren mit einer 
weniger einschneidenden Folge als dem Widerruf oder der Nichtverlängerung der Bewilligung 
abschliesst und einen Endentscheid bildet. Die Verwarnung soll als Ausfluss des Verhältnis-
mässigkeitsprinzips verhindern, dass es überhaupt zu einer aufenthaltsbeendenden Massnah-
me kommt, und den Betroffenen auf sein problematisches Verhalten zu einem Zeitpunkt hin-
weisen, in welchem sich die Anordnung der angedrohten Massnahme gerade noch nicht recht-
fertigt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_114/2012 vom 26. März 2013 E. 1.1 sowie 
2A.737/2004 vom 30. März 2005 E. 2, in: Pra 2006 Nr. 26 S. 184). Im vorliegenden Fall ist zu 
berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer ausländerrechtlich vor der Tatbegehung vom 
9. März 2014 nie verwarnt worden war. Dies ist im vorliegenden Urteil nachzuholen und der 
Beschwerdeführer förmlich zu verwarnen (Art. 96 Abs. 2 AuG). Sollte er erneut in relevanter 
Weise straffällig oder in relevanter Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der 
Schweiz oder im Ausland verstossen oder diese gefährden oder die innere oder die äussere 
Sicherheit gefährden und damit das durch das Gericht in ihn gesetzte Vertrauen missbrauchen, 
muss er trotz seiner langen Anwesenheit mit dem Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung 
rechnen.  
 
9.1. Es bleibt noch über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Ver-
fahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichts-
gebühren und die Beweiskosten und werden nach § 20 Abs. 3 VPO in der Regel der unterlie-
genden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Da den kantonalen Behörden gemäss 
§ 20 Abs. 3 und Abs. 4 VPO nur Verfahrenskosten auferlegt werden können, wenn sie das Kan-
tonsgericht in Anspruch nehmen, werden dem Regierungsrat im vorliegenden Verfahren keine 
Verfahrenskosten auferlegt.  
 
9.2. Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der obsiegenden Partei für den Beizug eines Anwalts eine 
angemessene Parteientschädigung zugesprochen werden. Gestützt darauf hat der Re-
gierungsrat dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor dem Kantonsgericht eine Par-
teientschädigung auszurichten. Die am 6. Oktober 2016 eingereichte Honorarnote umfasst ei-
nen Aufwand von insgesamt 15.33 Stunden (ohne Hauptverhandlung) à Fr. 250.-- sowie Ausla-

 

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gen in der Höhe von insgesamt Fr. 127.50 (Kopien à Fr. 0.50 sowie Porti), was nicht zu bean-
standen ist. Für die heutige Parteiverhandlung und die Vorbereitung derselben werden dem 
Rechtsvertreter vier weitere Stunden zugesprochen. Der Regierungsrat hat dem Beschwerde-
führer demzufolge eine Parteientschädigung von Fr. 5'357.60 (19.33 Stunden à Fr. 250.-- 
inkl. Fr. 127.50 Auslagen und 8 % MWSt) auszurichten.  
  

 

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. 
   
 2. Der Beschwerdeführer wird im Sinne der Erwägungen ausländerrechtlich 

verwarnt. 
   
 3. Die Angelegenheit wird zur Neuverlegung der Kosten des vorinstanzli-

chen Verfahrens an den Regierungsrat zurückgewiesen. 
   
 4. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2'100.-- wir dem 
Beschwerdeführer zurückerstattet.  

   
 5. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft hat dem Beschwerde-

führer eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 5'357.60 (inkl. Aus-
lagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen.  

 

 

 

 
Präsidentin 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiberin i.V.