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**Case Identifier:** 2a2b75c2-62e2-5f2c-a076-870384686619
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-01-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 21.01.2013 IV 2011/358
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2011-358_2013-01-21.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2011/358

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 21.01.2013

Entscheiddatum: 21.01.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 21.01.2013
Art. 28a IVG. Beweistauglichkeit eines bidisziplinären Gutachtens. Gemäss 
dem psychiatrischen Teil des Gutachtens ist aufgrund einer mittelgradigen 
Depression von einer Unüberwindbarkeit der Schmerzstörung auszugehen. 
Die Invaliditätsbemessung hat nach der gemischten Methode zu erfolgen, 
wobei die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall als zu 50% erwerbstätig 
und 50% im Haushalt tätig zu qualifizieren ist. Aufgrund der nicht 
hinreichend abgeklärten und psychiatrisch nicht plausibilisierten 
Einschränkung im Bereich Haushalt ist die Sache zur weiteren Abklärung an 
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. Januar 2013, IV 
2011/358).

Präsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und

Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber Matthias Burri

Entscheid vom 21. Januar 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Hans Henzen, Eisenbahnstrasse 41, Post­

fach 161, 9401 Rorschach,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

 

Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ meldete sich am 12. September 2008 bei der IV-Stelle der 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) zum Bezug von Leistungen 

der Invalidenversicherung (IV) an. Aufgrund starker Schmerzen im Rücken sowie 

Depressionen und Angstzuständen sei sie seit April 2008 zu 100% arbeitsunfähig (IV-

act. 1-1 ff.). Zuvor war die gelernte Verkäuferin (IV-act. 3-2) und damals zweifache 

Mutter (Jg. 2005, 2007, 2009 Geburt eines dritten Kindes; IV-act. 1-2, 46-1) von August 

2004 bis November 2007 mit einem Pensum von 50% als Verkäuferin und Telefonistin 

bei verschiedenen Arbeitgeberinnen erwerbstätig gewesen (IV-act. 1-5, 21). Seit 

Dezember 2007 arbeitete sie bei der Firma B.___ als Hostess in einem Pensum von 

80% (IV-act. 25-2 ff.). Das Arbeitsverhältnis wurde seitens der Arbeitgeberin per 31. 

August 2008 aufgelöst (IV-act. 25-9).

A.b   Mit Bericht vom 15. Januar 2009 diagnostizierte der behandelnde Psychiater 

Dr. med. C.___, Facharzt FHM für Psychiatrie und Psychotherapie, eine schwere 

depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.21) bei schwerer lang­

andauernder Lumbalgie und krampusbedingter Schmerzausbreitung. In ihrer zuletzt 

ausgeübten Tätigkeit sei die Versicherte zu 100% arbeitsunfähig. Eine andere Tätigkeit 

sei ihr nicht zumutbar. Zudem sei sie bei ihren häuslichen Aufgaben und der Betreuung 

ihrer beiden Kinder regelmässig auf Hilfe angewiesen (IV-act. 29-1 ff). Dem Bericht 

legte der behandelnde Psychiater das von der Krankentaggeldversicherung veranlasste 

Gutachten von Dr. med. D.___, Facharzt FHM für Psychiatrie und Psychotherapie, 

Institut für Medizinische Begutachtung (IMB), vom 3. Dezember 2008 bei. Auch Dr. 

D.___ stellte die Diagnose einer schweren depressiven Episode mit somatischem 

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Syndrom (ICD-10 F32.21) und attestierte der Versicherten eine 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten und Berufen (IV-act. 30-10 f.).

A.c   Mit Bericht vom 31. Mai 2009 diagnostizierte der Hausarzt der Versicherten, 

Dr. med. E.___, Facharzt Allgemeinmedizin FMH, ein lumbales Schmerzsyndrom bei 

medianer Bandscheibenprotrusion L4/L5 ohne eigentliche Nervenwurzelkompression 

bestehend seit April 2008 sowie eine schwere depressive Episode mit somatischem 

Syndrom bestehend seit Mai 2008 (ICD-10 F32.21). Die neurochirurgisch konservativen 

und neurologischen Beurteilungen und Behandlungen seien ohne Erfolg geblieben. Die 

Versicherte sei in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 

33-2 ff.). Wegen der psychischen Situation sei auch keine andere Tätigkeit möglich (IV-

act 33-7). Dem Bericht legte er die neurochirurgischen und neurologischen 

Untersuchungsergebnisse des Kantonsspitals St. Gallen bei (IV-act. 33-8 ff.).

A.d   In der Folge holte die IV-Stelle bei den behandelnden Ärzten weitere Verlaufs­

berichte ein, wobei der Gesundheitszustand der Versicherten als stationär beschrieben 

wurde (IV-act. 48 ff.). Der Regionalärztliche Dienst der IV-Stelle (RAD) empfahl am 

14. Juni 2010 eine bidisziplinäre Begutachtung (IV-act. 52-2). In bidisziplinärem 

Konsens schätzten die Gutachter Dr. med. F.___, Facharzt für Rheumatologie und 

Innere Medizin sowie Dr. med. G.___, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psycho­

therapie, die Arbeitsfähigkeit der Versicherten bei einem im Vordergrund stehenden 

psychiatrischen Leiden für alle ausserhäuslichen Tätigkeiten auf 30% (IV-act. 65-1 ff.).

A.e   Am 7. Oktober 2010 führte die IV-Stelle eine Haushaltsabklärung durch, anlässlich 

derer die Versicherte angab, dass sie ohne Gesundheitsschaden weiterhin einer 

ausserhäuslichen Tätigkeit im Pensum von 80% nachgehen würde (IV-act. 75-5). Die 

zuständige Abklärungsperson hingegen hielt eine Erwerbstätigkeit von höchstens 50% 

für nachvollziehbar (IV-act. 78-8). Bei einer Einschränkung im Haushalt von 11.58% 

sowie der Gewichtung des Anteils Haushalt von 50% wurde somit im Bereich Haushalt 

ein Teilinvaliditätsgrad von 5.79% ermittelt (IV-act. 75-9).

A.f    Mit Vorbescheid vom 20. Juni 2011 stellte die IV-Stelle der Versicherten in 

Aussicht, einen Anspruch auf Rentenleistungen zu verneinen. Unter Berücksichtigung 

eines Valideneinkommens auf Basis eines 50%-igen Erwerbseinkommens sowie einer 

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Restarbeitsfähigkeit von 30% betrage der Teilinvaliditätsgrad im Bereich Erwerb 

18.8%. Zusammen mit der Teilinvalidität im Bereich Haushalt von 5.79% ergebe sich 

somit ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 25% (IV-act. 92). Dagegen erhob 

die CAP-Rechtsschutzversicherungsgesellschaft AG in Vertretung der Versicherten am 

13. September 2011 bzw. die Versicherte selbst am 14. September 2011 Einwand (IV-

act. 95 f.). Am 7. Oktober 2011 verfügte die IV-Stelle im Sinn des Vorbescheids (IV-act. 

99).

B.     

B.a   Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt Dr. iur. H. Henzen in 

Vertretung der Versicherten eingereichte Beschwerde vom 7. November 2011. Die Ver­

fügung vom 7. Oktober 2011 sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten 

der Beschwerdegegnerin aufzuheben. Der Beschwerdeführerin sei eine ganze 

Invalidenrente ab dem 18. April 2009 zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zur 

Vornahme ergänzender Abklärungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zudem sei der Beschwerdeführerin die 

unentgeltliche Rechtspflege inklusive der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu 

gewähren (act. G 1).

B.b   Mit Beschwerdeantwort vom 15. November 2010 beantragt die Beschwerde­

gegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).

B.c   Die Beschwerdeführerin verzichtete sinngemäss auf eine Duplik (act. G 6).

B.d   Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege hiess die Gerichtsleitung am 

17. Januar 2012 gut (act. G 4).

 

Erwägungen:

1.      

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Am 1. Januar 2012 ist der erste Teil der 6. Revision der Invalidenversicherung in Kraft 

getreten. In zeitlicher Hinsicht gilt der übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Be­

urteilung jene Rechtsnormen zugrunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen 

Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den 

materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklichte (vgl. BGE 127 V 467 E. 1, 

126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin hat die angefochtene Ver­

fügung am 7. Oktober 2011 und somit vor Inkrafttreten der IV-Revision 6a erlassen. Die 

übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen im vorliegenden Fall ohnehin keine materiell-

rechtlichen Folgen, weshalb nachfolgend die zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses 

anwendbaren Bestimmungen wiedergegeben werden.

2.      

2.1    Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise Erwerbs­

unfähigkeit, es sei denn eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der Gesundheits­

beeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen, und es habe ihr auch nicht zugemutet 

werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt gemäss Art. 8 

Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, als Invalidität. 

Die Invalidität gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen Einkommensvergleich 

ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der konkreten Unmöglichkeit, 

sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht geregelt. Diese Lücke füllt 

Art. 28a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20): Es ist 

darauf abzustellen, in welchem Mass die betreffende Person behindert ist, sich im Auf­

gabenbereich zu betätigen. Art. 28a Abs. 3 IVG regelt die sogenannte gemischte 

Methode der Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil erwerbstätig und zum 

Teil im Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen "gemischten" Fall sind der Anteil 

der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und 

der Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu be­

messen. Entscheidend für die Wahl der Methode der Invaliditätsbemessung ist nach 

der Rechtsprechung, wie sich die versicherte Person im hypothetischen 

Gesundheitsfall - bei ansonsten gleichen Verhältnissen - verhalten würde (BGE 133 V 

486 E. 6.3; BGE 125 V 150 E. 2c; vgl. auch Ulrich Meyer, Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum IVG, 2. Aufl., S. 49).

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2.2    Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% 

auf eine Viertelsrente.

2.3    Das Versicherungsgericht hat die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerde­

verfahren bedeutet dies, dass es alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie 

stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren 

Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 

Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die 

Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 

These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob 

der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 

(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den 

Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die 

Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht 

oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a).

3.      

3.1    Die Beschwerdeführerin bemängelt im Wesentlichen, dass die 

Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung lediglich von einer 50%-igen 

Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall ausgegangen sei. Sie sei vor Eintritt des 

Gesundheitsschadens mit einem 80%-igen Pensum angestellt gewesen. Gegenüber 

der Sachbearbeiterin Haushalt habe sie zudem angegeben, dass sie auch im 

Gesundheitsfall weiterhin zu 70% bis 80% erwerbstätig sein würde. Eine genaue 

Begründung für die Annahme einer 50%-igen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall sei 

der Verfügung nicht zu entnehmen. Offenbar stütze sich die Beschwerdegegnerin 

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einzig auf die Behauptung bzw. Vermutung der Sachbearbeiterin Haushalt. Eine 

Sachbearbeiterin für Haushaltsabklärungen sei jedoch nicht kompetent, sich über eine 

zukünftige Tätigkeit im Erwerbsbereich zu äussern, sodass die Beschwerdegegnerin 

sich ohne weitere Abklärungen nicht auf solche persönlichen Einschätzungen der 

Sachbearbeiterin habe abstützen dürfen (act. G 1. S 4 f.). Der Anteil Haushalt sei daher 

auf 20% festzusetzen. Die Einschränkung im Erwerbsbereich belaufe sich somit auf 

61%. Bei einer Gewichtung der Tätigkeiten Haushalt/Erwerb im Verhältnis 20% zu 80% 

ergebe sich selbst unter Berücksichtigung der von der Beschwerdegegnerin 

angenommenen Einschränkung im Haushalt von 11.58% ein Invaliditätsgrad von 51%. 

Es werde jedoch bestritten, dass im Haushalt lediglich eine Einschränkung von 11.58% 

bestehe. Dr. C.___ habe mehrfach festgehalten, dass die Beschwerdegegnerin auch im 

Haushalt praktisch zu 100% eingeschränkt sei (act. G 1, S. 6 f.). Sodann sei der 

Beschwerdeführerin ein Leidensabzug von 20% zu gewähren. Dass Hilfsarbeiterinnen 

in einer Teilzeitstelle im Verhältnis zu einer Vollbeschäftigung mehr verdienen würden, 

weshalb ein zusätzlicher Abzug nicht gewährt werden könne, sei gerade in 

vorliegendem Fall unzutreffend. Wie der Einkommensvergleich in der angefochtenen 

Verfügung zeige, verdiene die Beschwerdeführerin im Verhältnis zu einer 

Vollbeschäftigung nicht mehr. Ferner seien keine Abklärungen betreffend die 

Wechselwirkung zwischen den verbleibenden Arbeitsfähigkeiten in den beiden 

Bereichen Erwerbstätigkeit und Aufgabenbereich getroffen worden (act. G 1, S. 7 f.).

3.2    Demgegenüber macht die Beschwerdegegnerin sinngemäss geltend, das im 

Abklärungsbericht festgehaltene Arbeitspensum im Gesundheitsfall von 50% sei 

realistisch. Die Beschwerdeführerin habe anlässlich der Haushaltsabklärung ange­

geben, dass sie in der Firma B.___ während der Woche jeweils zweimal von 18 Uhr bis 

3 Uhr sowie freitags und samstags jeweils von 18 Uhr bis 4 Uhr gearbeitet habe. An 

Wochentagen sei sie wegen der Kinder jeweils um 7 Uhr wieder aufgestanden. Die Be­

schwerdeführerin habe Kinder im Alter von zwei, vier und sechs Jahren zu betreuen. 

Unter der Woche habe sie an zwei Tagen nur drei Stunden schlafen können. Ihr Ehe­

mann sei ebenfalls erwerbstätig und am Mittag nicht zu Hause. Die Arbeit, die Kinder­

betreuung und Erledigung des Haushalts sei praktisch nicht unter einen Hut zu bringen. 

Auch im Gutachten von Dr. G.___ sei aufgezeigt worden, dass dieses Arrangement 

nicht zu bewerkstelligen sei. Es sei daher nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die 

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Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall einer 80%-igen Erwerbstätigkeit nachgehen 

könnte (act. G 3, Ziff. 3).

Sodann habe Dr. G.___ im psychiatrischen Gutachten vom 9. Juli 2010 eine 

chronifizierte mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom seit Mitte 

2008, eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 

und Angstanfällen diagnostiziert. Die chronische Schmerzstörung mit somatischen und 

psychischen Faktoren gehöre zur Gruppe der somatoformen Schmerzstörung. Die 

Kriterien, die gegen die Unzumutbarkeit einer willentlichen Schmerzüberwindung 

und den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess sprechen würden, seien bei der Be­

schwerdeführerin nicht hinreichend gehäuft und ausgeprägt erfüllt, um insgesamt den 

rechtlichen Schluss einer invalidisierenden Gesundheitsschädigung zuzulassen. Nach 

den vorhandenen medizinischen Unterlagen, welche die Schmerzsymptomatik klar in 

den Vordergrund stelle, könne von einer willentlichen Schmerzüberwindung ausge­

gangen werden. Das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens müsse 

also verneint werden. Entgegen den Angaben in der Verfügung bestehe somit eine 

100%-ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit (act. G 3, Ziff. 4 ff.).

Zudem falle bei einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit grundsätzlich kein Teilzeitabzug an. 

Daneben sei festzuhalten, dass in einem Teilzeitpensum beschäftigte Frauen im Durch­

schnitt keinen überproportionalen Lohnnachteil in Kauf nehmen müssten. Ein Abzug 

vom Invalideneinkommen sei daher nicht angezeigt. Die Verfügung sei im Ergebnis zu 

schützen (act. G 3, Ziff. 7).

4.      

4.1    Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch der 

Beschwerdeführerin auf Rentenleistungen zu Recht verneint hat.

4.2    Das bidisziplinäre Gutachten von Dr. F.___ und Dr. G.___ vom 3. August 2010 

stützt seine Beurteilung auf sämtliche Vorakten, die eigenen persönlichen Befragungen 

der Beschwerdeführerin und die eigenen rheumatologischen und psychiatrischen 

Untersuchungen vom 6. Juli 2010. Die Beurteilung erfolgte im bidisziplinären Konsens 

(IV-act. 65-1 ff.).

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4.2.1           Dr. F.___ stellte folgende rheumatologische Diagnosen mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit: Chronisches lumbospondylogenes Syndrom (ICD-10 M 54.4) bei/mit 

degenerativen Veränderungen der LWS; Wirbelsäulenfehlhaltung/-fehlform (bei 

muskulärer Insuffizienz der Rumpfstabilisatoren; Hohl- Rundrücken und 

thorakolumbaler Skoliose; v.a. lumbosakrale Übergangsstörung mit lumbalisiertem 

SWK 1); muskuläre Dysbalancen bei Haltungsinsuffizienz und Dekonditionierung; 

panvertebrale Beschwerdedegeneration bei psychosozialer Problemkonstellation (IV-

act. 65-16). Die Beschwerdeführerin beklage seitens des Bewegungsapparates ein 

letztlich panvertebral generalisiertes, lumbospondylogenes Schmerzsyndrom im Sinn 

der Diagnosenliste, das sich bei konkomitierender schwerer Psychopathologie im 

Verlauf der bestehenden psychosozialen Überlastungssituation als dreifache Mutter 

von Kleinkindern sowie zu 80% in Spät- bis Nachtschicht arbeitende Erwerbstätige 

weitgehend therapieresistent gezeigt habe. Die durch die Schichtarbeit ausgelösten 

Mehrbelastungen seien nicht zwingend im somatischen Fachgebiet einzuschätzen. 

Diesbezüglich sei auf das psychiatrische Fachgutachten zu verweisen. Die bislang 

angesetzten, somatisch orientierten physikalischen Therapien hätten zu einer 

Beschwerdeverstärkung geführt, die aufgrund der heute am Bewegungsapparat zu 

erhebenden Befunde bei Fehlen von neuromeningealen Kompressionserscheinungen 

primär der verminderten Schmerztoleranz im Rahmen der Psychopathologie 

zuzuordnen seien dürften. Aus rheumatologischer Sicht sei die Versicherte derzeit in 

Anbetracht der ausgeprägten Dekonditionierung und Haltungsinsuffizienz zu etwa 80% 

arbeitsfähig in der zuletzt ausgeübten, wie auch in anderen körperlich leicht 

belastenden Tätigkeiten. Im gelernten Beruf als Verkäuferin sei von einer 

vergleichbaren Arbeitsfähigkeit auszugehen. Mittelfristig sei die somatisch bedingte 

Arbeitsfähigkeit nach Rekonditionierung der Rumpfmuskulatur sowohl in der zuletzt 

ausgeübten Tätigkeit wie im gelernten Beruf wieder auf ein volles Pensum steigerbar 

(IV-act. 65-16 ff.).

4.2.2           Dr. G.___ stellte folgende psychiatrische Diagnosen mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit: Chronifizierte mittelgradige depressive Episode mit somatischem 

Syndrom (ICD-10 F32.11) seit Mitte 2008; chronische Schmerzstörung mit somatischen 

und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) seit spätestens Oktober 2008; Angstanfälle 

(ICD-10 41.0) seit etwa Mitte 2008 (IV-act. 64-12). Die Beschwerdeführerin stamme aus 

einer Familie mit einer Häufung von schweren psychischen Störungen. Die Mutter sei 

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wegen Depressionen und Schmerzen mehrmals hospitalisiert und im Alter von etwa 

36 Jahren IV-berentet worden. Der Bruder sei ebenfalls aus psychischen Gründen im 

Alter von etwa 25 Jahren IV-berentet worden. Der Vater sei wegen eines Nervenleidens 

im Alter von etwa 42 Jahren berentet worden (IV-act. 64-8 f.). Im Alter von 19 bzw. 

21 Jahren habe die Beschwerdeführerin ihre beiden Buben zur Welt gebracht. Vor und 

nach den Schwangerschaften habe sie immer Teilzeit (50%) gearbeitet. Aus finanziellen 

Gründen habe sie im Dezember 2007 (der zweite Bube sei damals rund zehn Monate 

alt gewesen) eine Stelle in der Firma B.___ angenommen, bei der sie zweimal die 

Woche und an den Wochenenden Nachtschicht gearbeitet habe. Gleichzeitig habe sie 

tagsüber für die Kinder schauen und den Haushalt machen müssen, was sie zudem mit 

perfekten Ansprüchen an Sauberkeit und Ordentlichkeit getan habe. Es sei wenig ver­

wunderlich, dass dieses unsinnige Arrangement nur kurz durchzuhalten gewesen sei. 

Schon im Februar 2008, nach drei Monaten also, sei es zu einem Hexenschuss 

gekommen, der nicht recht habe abheilen wollen. Man habe nur geringe somatische 

Befunde gefunden, welche die lumbalen Schmerzen mit Dysästhesien in beiden Beinen 

nur ungenügend erklärt hätten. Ein Sakralblock habe zu Atembeschwerden geführt, 

welche nachträglich als Angstanfall interpretiert werden müssten. Anlässlich von 

Notfallkonsultationen mit diffusen Sensibilitätsstörungen um den Mund und im Gesicht 

habe die Beschwerdeführerin nervös und überlagernd gewirkt, die 

Sensibilitätsstörungen hätten nicht zugeordnet werden können. Immer wieder sei die 

psychosoziale Belastungssituation erwähnt worden (IV-act. 64-12). Bereits im August 

2008 habe sich die psychische Verfassung verschlechtert, sodass eine fachspezifische 

psychiatrische Behandlung aufgenommen worden sei. Der behandelnde Psychiater 

habe im August 2008 noch eine Anpassungsstörung, Angst- und depressive Störung 

gemischt (ICD-10 F43.22), diagnostiziert. Im Oktober 2008 habe er neben einer 

depressiven Störung eine somatoforme Stressreaktion erwähnt. In dem von der 

Krankentaggeldversicherung angeforderten psychiatrischen Gutachten sei Dr. D.___ im 

Dezember 2008 zum Schluss gekommen, dass eine schwere depressive Episode mit 

100%-iger Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten und Berufen vorliege (act. 

64-13). Im Januar 2009 sei neben der schweren Depression eine Schmerzausweitung 

festgestellt worden. Bald danach sei die Beschwerdeführerin schwanger geworden. 

Entgegen der Hoffnung des Gynäkologen und des Hausarztes hätten sich die 

Beschwerden jedoch nicht verbessert. Vielmehr hätten die meisten Medikamente 

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abgesetzt werden müssen, die Schmerzen hätten sich weiter ausgebreitet, und die 

Beschwerdeführerin sei nicht einmal mehr physiotherapeutisch behandelbar gewesen. 

Auch nach der Geburt habe sich die Depression nicht gebessert. Der 

Gesundheitszustand sei von den behandelnden Ärzten als stationär eingeschätzt 

worden (IV-act. 64-13).

Bei der aktuellen Untersuchung habe sich die Beschwerdeführerin angespannt, bald in 

Tränen ausbrechend, spürbar deutlich verzweifelt, resigniert, aber auch fähig zu lächeln 

und gefasster Stimmung präsentiert. Die affektive Modulation sei also weitgehend 

erhalten. In einem einfachen Test habe sich eine erheblich verminderte konzentrative 

Belastbarkeit gezeigt. Bei den angegebenen Beschwerden hätten die Schmerzen im 

ganzen Körper im Vordergrund gestanden. Die Angaben seien jedoch recht diffus 

geblieben, eine Differenzierung hinsichtlich günstigen und ungünstigen Begleitfaktoren 

und Tagesverlauf sei nicht möglich gewesen. Des Weiteren seien durch die Schmerzen 

gestörter Schlaf, Energie- und Antriebslosigkeit, Rückzugsverhalten sowie Anfälle mit 

Atemnot, Druck auf der Brust und Engegefühl im Hals und Angstempfinden angegeben 

worden, die Angstäquivalenten entsprechen würden. Das Zittern bei der Testdurch­

führung sei ein Hinweis auf erhöhte Angstbereitschaft. Die Schmerzen seien nicht nur 

geschildert, sondern auch sichtlich spürbar gewesen. Inhaltlich seien die Beschwerden 

auf Scham- und Versagergefühle eingeengt gewesen. Die Fähigkeit, eine Zukunfts­

perspektive zu entwickeln, habe gefehlt. Die ganze Symptomatik entspreche einer 

depressiven Störung mittlerer Ausprägung. Die erhaltene affektive Modulationsfähigkeit 

spreche gegen eine schwere Depression. Die Schmerzsymptomatik könne von soma­

tischer Seite, was Ausmass, Therapieresistenz und Chronifizierung betreffe, kaum 

erklärt werden, weshalb von einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und 

psychischen Faktoren auszugehen sei. Die Angstanfälle entsprächen sogenannten 

Panikattacken. Im Kontext der familiären Häufung von psychischen Störungen sei bei 

der Beschwerdeführerin sicher eine konstitutionelle Komponente anzunehmen. Konkret 

auslösend habe sich die immer wieder erwähnte Überforderung durch die Rolle als 

Mutter und Hausfrau (mit perfektionistischen Ansprüchen) sowie die 80%-ige berufliche 

Tätigkeit mit Nachtschichten (völliges Fehlen von Erholungszeit) ausgewirkt (IV-act. 

64-12 f.).

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4.2.3           Gesamthaft erachteten die Gutachter die Beschwerdeführerin bei einem 

im Vordergrund stehenden psychischen Leiden gemäss den psychiatrischen Ein­

schätzungen in allen ausserhäuslichen Tätigkeiten zu 30% arbeitsfähig (IV-act. 65-19). 

4.3    Das bidisziplinäre Gutachten vom 3. August 2010 beruht auf eigenständigen 

bidisziplinären Abklärungen, mithin auf allseitigen Untersuchungen und ist damit für die 

streitigen Belange umfassend. Die Beurteilung erfolgte in Kenntnis der Vorakten, und 

die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden wurden berücksichtigt. Das 

Gutachten leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation ein. Vor diesem Hintergrund vermögen auch 

die darin enthaltenen Schlussfolgerungen betreffend die verbleibende Arbeitsfähigkeit 

zu überzeugen. Das Gutachten erfüllt mithin alle praxisgemässen Kriterien für beweis­

kräftige Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a), so dass grundsätzlich darauf 

abzustellen ist bzw. es für die Bemessung des Invaliditätsgrades im erwerblichen 

Bereich beigezogen werden kann. Diese Auffassung vertrat auch der RAD in seiner 

Stellungnahme vom 11. Januar 2011 (IV-act. 78-1 f.). Indessen erachtete er den 

Gesundheitszustand als noch nicht stabil. Offenbar sollte die von Dr. G.___ nach der 

Stillzeit (Geburt des dritten Kindes am 4. Dezember 2009) empfohlene Wiederaufnahme 

der psychopharmakologischen Behandlung zur abschliessenden Beurteilung 

abgewartet werden (IV-act. 64-14, 78-2). Sodann sollte eine Rückfrage an Dr. G.___ 

betreffend den Verlauf der Arbeitsunfähigkeit bis zum Zeitpunkt der Begutachtung 

getätigt werden. Dr. G.___ hielt dazu fest, die Beschwerdeführerin sei ab Dezember 

2008 dauerhaft zu 70% arbeitsunfähig (IV-act. 81). Nachdem der behandelnde 

Psychiater am 20. Juni 2011 von keiner Verbesserung berichten konnte (IV-act. 87-1 

ff.), hielt der RAD in seiner Stellungnahme vom 18. Juli 2011 fest, der 

Gesundheitszustand sei stabil, weitere Abklärungen seien nicht angezeigt. Die 

Beschwerdeführerin sei seit April 2009 (Ablauf des Wartejahres) in einer adaptierten 

Tätigkeit zu 30% arbeitsfähig (IV-act. 89-1 f.).

5.      

5.1    Die Beschwerdegegnerin verneinte in der Beschwerdeantwort einen invalidi­

sierenden Gesundheitsschaden mit Hinweis auf das Urteil 8C_945/2009 vom 28. Sep­

tember 2010 E. 10.1, wonach eine mittelgradige depressive Episode im Rahmen einer 

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somatoformen Schmerzstörung keine andauernde Depression im Sinne einer 

psychischen Komorbidität darstelle. Sodann seien die Kriterien, welche die willentliche 

Schmerzüberwindung unzumutbar erscheinen liessen, nicht hinreichend erfüllt (act. G 

3, Ziff. 6).

5.2    Dem ist entgegenzuhalten, dass nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung 

auch die Diagnose einer mittelschweren depressiven Störung eine Invalidität 

begründen kann (Urteile des Bundesgerichts vom 30. März 2011, 9C_1041/2010, E. 

5.2, und vom 20. Juni 2011, 9C_980/2010, E. 5.3). Zu prüfen ist somit, ob die 

Beschwerdegegnerin zu Recht von einem nichtinvalidisierenden Gesundheitsschaden 

ausgegangen ist.

5.2.1           Nach der Rechtsprechung kommt einer anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) ebenso wie grundsätzlich sämtlichen pathogenetisch-

ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische 

Grundlage (BGE136 V 279 E. 3.2.3 S. 283) nur ausnahmsweise invalidisierender, d.h. 

einen Rentenanspruch begründender Charakter zu (Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 

1 und Art. 6 ATSG; grundlegend BGE 130 V 352). Entscheidend ist, ob und inwiefern 

die versicherte Person über psychische Ressourcen verfügt, die es ihr erlauben, trotz 

den subjektiv erlebten Schmerzen einer Arbeit nachzugehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.4 

S. 355; 127 V 294 E. 4b/cc in fine und E. 5a S. 299 unten). Umstände, die bei Vorliegen 

eines solchen Krankheitsbildes die Verwertung der verbliebenen Arbeitskraft auf dem 

Arbeitsmarkt als unzumutbar erscheinen lassen können, sind: Eine Komorbidität im 

Sinne eines vom Schmerzgeschehen losgelösten eigenständigen psychischen Leidens 

von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer, chronische körperliche 

Begleiterkrankungen mit mehrjährigem Krankheitsverlauf bei unveränderter oder 

progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission, sozialer Rückzug, ein ver­

festigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich 

missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer 

Krankheitsgewinn), unbefriedigende Ergebnisse von konsequent durchgeführten 

Behandlungen (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte 

Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung der 

versicherten Person (BGE 132 V 65 E. 4.2.2 S. 71; 130 V 352 E 2.2.3 S. 353 ff.; 

Urteil 9C_1061/2009 vom 11. März 2010 E. 5.4.3.1.1). Umgekehrt sprechen u.a. eine 

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erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten 

Verhalten oder der Anamnese, die Angabe intensiver in der Umschreibung vager 

Schmerzen oder behauptete schwere Einschränkungen im Alltag bei weitgehend 

intaktem psychosozialen Umfeld gegen das Vorliegen eines invalidisierenden 

Gesundheitsschadens (BGE 131 V 49 E. 2.1 S. 51; Urteil 9C_736/2011 vom 7. Februar 

2012 E. 1.1).

5.2.2           Die fachärztlichen Stellungnahmen zum psychischen Gesundheitszustand 

und zu dem aus medizinischer Sicht (objektiv) vorhandenen Leistungspotenzial bilden 

unabdingbare Grundlage für die Beurteilung der Rechtsfrage, ob und gegebenenfalls 

inwieweit einer versicherten Person unter Aufbringung allen guten Willens die Über­

windung ihrer Schmerzen und die Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft 

zumutbar ist oder nicht (BGE 130 V 352 E. 2.2.5 S. 355). Bei ihrer Einschätzung der 

psychischen Ressourcen des Exploranden oder der Explorandin, mit den Schmerzen 

umzugehen, haben die begutachtenden Ärzte notwendigerweise auch die 

massgebenden Kriterien zu beachten (BGE 135 V 201 E. 7.1.3 S. 213; 130 V 352 E. 

2.2.4 S. 355) und sich daran zu orientieren (Ulrich Meyer, Die Rechtsprechung zur 

Arbeitsunfähigkeitsschätzung bei somatoformen Schmerzstörungen, in: Medizin und 

Sozialversicherung im Gespräch, 2006, S. 221). Insbesondere haben sie sich dazu zu 

äussern, ob eine psychische Komorbidität oder weitere Umstände gegeben sind, 

welche die Schmerzbewältigung behindern (SVR 2008 IV Nr. 23 S. 71, I 683/06 E. 2.2). 

Nicht erforderlich ist, dass sich eine psychiatrische Expertise in jedem Fall über jedes 

einzelne der genannten Kriterien ausspricht; massgeblich ist eine Gesamtwürdigung 

der Situation (SVR 2005 IV Nr. 6 S. 21, I 457/02 E. 7.4 mit Hinweis, nicht publ. in: BGE 

130 V 396).

5.3    Zunächst ist zu präzisieren, dass Dr. G.___ in der psychiatrischen Beurteilung 

entgegen der Diagnosenliste stets von einer depressiven Störung mittlerer Ausprägung 

bzw. von einer mittelgradigen (vorübergehend gar schweren) Depression und nicht von 

einer Episode spricht (IV-act. 64-13 f.). Es ist daher mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit von einer mittelgradigen (bis schweren) Depression, die andauert 

und noch nicht abgeklungen ist, auszugehen, und nicht lediglich von einer Episode. Mit 

anderen Worten besteht keine lediglich vorübergehende depressive Problematik, was 

durch das mittlerweile seit Mitte 2008 anhaltende depressive Leiden der Beschwerde­

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führerin bestätigt wird. Sodann hat Dr. G.___ im Gutachten die Frage der willentlichen 

Schmerzüberwindung diskutiert. Er kam zum Schluss, dass eine psychische 

Komorbidität von erheblicher Schwere und Länge bestehe. Eine chronische körperliche 

Begleiterkrankung fehle, ein primärer Krankheitsgewinn sei offensichtlich (Flucht in 

die Krankheit), ein Rückzug habe bis zu einem gewissen Grad stattgefunden. Eine 

medikamentöse Behandlung sei versucht worden, sei jedoch bis anhin wenig 

erfolgreich gewesen. Bei der Beschwerdeführerin falle vor allem die erhebliche 

psychische Komorbidität ins Gewicht. Die mittelschwere (bis schwere) Depression, 

kompliziert durch die Angstzustände, würde in psychiatrischer Hinsicht ein Hindernis 

darstellen, die Schmerzen zu überwinden (IV-act. 64-14). Die Beschwerdegegnerin hat 

als Begründung für ihre gegenteilige Auffassung einzig aufgeführt, dass die Kriterien für 

die Annahme der Unüberwindbarkeit der Schmerzen nicht hinreichend gehäuft und 

ausgeprägt seien. Vorliegend besteht jedoch gemäss Dr. G.___ bereits eine 

Komorbidität von erheblicher Schwere und Länge. Ferner sind auch weitere Kriterien 

wie primärer Krankheitsgewinn sowie teilweiser sozialer Rückzug erfüllt. Offenbar war 

auch die bisherige psychiatrische Behandlung wenig erfolgreich. In diesem Zusammen­

hang ist zu erwähnen, dass die ablehnende Haltung der Beschwerdeführerin gegen 

eine stationäre Behandlung aufgrund der Erlebnisse in ihrer Kindheit - ihre Mutter 

musste offenbar mehrmals aus psychischen Gründen hospitalisiert werden (IV-act. 

64-12) - zumindest teilweise nachvollziehbar erscheint. Dass die diagnostizierte 

mittelgradige Depression die Überwindung der Schmerzen verunmöglicht und die 

Arbeitsfähigkeit einschränkt, ergibt nicht zuletzt vor dem Hintergrund der von Dr. G.___ 

festgestellten konstitutionellen Prädisposition für depressive Erkrankungen Sinn. Unter 

Würdigung der gesamten Umstände erscheint ein Abweichen von der gutachterlichen 

Einschätzung der derzeitigen Unüberwindbarkeit der Schmerzen aus rechtlicher Sicht 

nicht angezeigt.

5.4    Sodann ist die Rolle der psychosozialen Faktoren genauer zu betrachten. 

Gemäss Akten sind psychosoziale Faktoren (finanzielle Schwierigkeiten und 

Überforderung durch Beruf und Familie) zwar vorhanden, hingegen schliesst dies für 

sich allein einen invalidisierenden Befund nicht aus. Gemäss Rechtsprechung trifft dies 

nur dann zu, wenn die festgestellte psychische Krankheit ihre hinreichende Erklärung in 

psychosozialen und soziokulturellen Umständen findet und gleichsam in ihnen aufgeht 

(Urteil des Bundesgerichts vom 30. März 2011, 9C_1041/2010, E. 5.2 mit Hinweis). 

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Dies ist vorliegend indessen nicht der Fall. Dr. G.___ geht aufgrund der familiären 

Häufung von psychischen Störungen von einer konstitutionellen Komponente aus. 

Konkret auslösend habe sich die Überforderung der Beschwerdeführerin durch die 

Rolle als Mutter und Hausfrau sowie die 80%-ige Berufstätigkeit mit Nachtschichten 

ausgewirkt (IV-act. 64-13). Es kann vorliegend somit nicht gesagt werden, dass die 

psychische Krankheit der Beschwerdeführerin sich einzig mit psychosozialen Um­

ständen erklären lässt. Vielmehr liegt ihr offenbar eine Prädisposition zu Grunde. Weiter 

fällt ins Gewicht, dass die depressive Störung bereits seit längerem besteht, mithin 

nicht bloss einem vorübergehenden Verstimmungszustand gleichkommt.

5.5    Zusammenfassend ergibt sich, dass entgegen der Auffassung der Beschwerde­

gegnerin von einem invalidisierenden Gesundheitsschaden und somit gestützt auf das 

Gutachten von einer 30% Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten ausserhäuslichen Er­

werbstätigkeit auszugehen ist.

6.      

6.1    Des Weiteren ist die von der Beschwerdegegnerin im Rahmen der Invaliditäts­

bemessung nach der gemischten Methode vorgenommene Aufteilung in 50% Erwerbs­

tätigkeit und 50% Tätigkeit im Haushalt umstritten (act. G 1).

6.2    Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als 

nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen 

unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung 

bestünde (BGE 125 V 150 E. 2c). Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen 

sind nach der Rechtsprechung die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen 

Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber 

Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die 

persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt 

sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung 

entwickelt hätten, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall 

ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 150 E. 2c; BGE 117 

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V 194 f. E. 3b mit Hinweisen; AHI 1997 S. 288 ff. E. 2b, AHI 1996 S. 197 E. 1c, je mit 

Hinweisen).

6.3    Fest steht, dass die Beschwerdeführerin vor Aufnahme der Tätigkeit in der Firma 

B.___ zu 50% erwerbstätig war (IV-act. 1-5, 21). Ab 1. Dezember 2007 bis zum Eintritt 

des Gesundheitsschadens (letzter Arbeitstag am 17. April 2008) arbeitete sie zweimal 

während der Woche von 18 Uhr bis 3.30 Uhr und an den Wochenenden von 19 Uhr bis 

4.30 Uhr als Host in der Firma B.___. Das Arbeitspensum entsprach einem Pensum von 

80% (IV-act. 25-2 f., 64-9). Anlässlich der Abklärung vor Ort gab die 

Beschwerdeführerin an, dass sie während der Woche wegen der Kinder jeweils um 7 

Uhr wieder aufgestanden sei. An den Wochenenden habe sie ausschlafen können. Die 

Arbeit habe ihr Spass gemacht und sei zudem auch aus finanziellen Gründen 

notwendig gewesen. Ohne Gesundheitsschaden würde sie weiterhin zu 80% in der 

Firma B.___ arbeiten. Tagsüber wolle sie nicht arbeiten, da sie ihren Kindern selber 

schauen bzw. diese selber erziehen möchte (IV-act. 75-3). Die Tatsache, dass die 

Beschwerdeführerin vor Eintritt des Gesundheitsschadens lediglich 3 Monate zu 80% 

gearbeitet hat, wobei sie während dieser drei Monate bereits mehr als einen Monat zu 

100% bzw. zu 50% arbeitsunfähig gewesen war (IV-act. 25-4), spricht gegen die 

Annahme einer 80%-igen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall. Hinzu kommt die ab­

lehnende Haltung gegenüber der Fremdbetreuung ihrer Kinder, die wohl unweigerlich 

nötig geworden wäre, um ein Arbeitspensum von 80% auf längere Zeit aufrecht zu 

erhalten. Unter diesen Umständen erscheint die Angabe der Beschwerdeführerin, sie 

wäre im Gesundheitsfall zu 80% erwerbstätig, nicht überwiegend wahrscheinlich. 

Vielmehr ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass die Beschwerde­

führerin im Gesundheitsfall, entsprechend ihrem vor Aufnahme der Tätigkeit in der 

Firma B.___ ausgeübten Pensum, weiterhin zu 50% erwerbstätig wäre. Somit ist die 

von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Aufteilung in 50% Erwerbstätigkeit und 

50% Tätigkeit im Haushalt nicht zu beanstanden.

6.4    Betreffend die seitens der Beschwerdeführerin gerügte Vernachlässigung der 

Wechselwirkung zwischen den verbleibenden Arbeitsfähigkeiten in den Bereichen 

Erwerbstätigkeit und Aufgabenbereich ist folgendes festzuhalten: Nach der Recht­

sprechung des Bundesgerichts (Bundesgerichtsentscheid i/S R. vom 30. November 

2009, 8C_729/2009 E. 4.4; BGE 134 V 9) kann das infolge der Beanspruchung in der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/21

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Erwerbstätigkeit oder im häuslichen Aufgabenbereich im jeweils anderen Tätigkeits­

bereich reduzierte Leistungsvermögen nur berücksichtigt werden, wenn es offenkundig 

ist und ein gewisses normales Mass überschreitet. Allfällige Wechselwirkungen sind 

stets vom anteilsmässig bedeutenderen zum weniger bedeutenden Bereich zu berück­

sichtigen. Weiter gilt, dass gesundheitliche Auswirkungen vom Erwerbs- in den Haus­

haltbereich nur angenommen werden können, wenn die verbleibende Arbeitsfähigkeit 

im erwerblichen Tätigkeitsbereich voll ausgenützt wird, d.h. der - für den 

Gesundheitsfall geltende - Erwerbsanteil die Arbeitsfähigkeit im Erwerbsbereich 

übersteigt oder mit dieser identisch ist (BGE 134 V 9 E. 7.3.3 und E. 7.3.5 S. 13 f.). 

Gemäss dem Entscheid 8C_729/09 ist diese Regel offenbar so zu verstehen, dass die 

Berücksichtigung der Wechselwirkung ausser Betracht fällt, wenn die betroffene 

Versicherte tatsächlich keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht. Das ist vorliegend der 

Fall, sodass sich die von der Beschwerdeführerin diesbezüglich geforderten weiteren 

Abklärungen erübrigen.

7.      

7.1    Zu prüfen bleibt die Einschränkung im Bereich Haushalt.

7.2    Gestützt auf die Abklärung vor Ort ist die Beschwerdegegnerin in der ange­

fochtenen Verfügung von einer Einschränkung im Haushalt von 11.58% ausgegangen. 

Gemäss Abklärungsbericht wurde der Teilbereich Betreuung von Kindern mit 50.28% 

gewichtet. Eine Einschränkung bei der Kinderbetreuung wurde indessen nicht an­

erkannt. Die Beschwerdeführerin gab an, dass sie die Kinder in die Spielgruppe und in 

den Kindergarten schicke. Am Montag- und Freitagnachmittag sei der Grössere zu 

Hause. Ab und zu seien die Kinder bei der Schwägerin. Diese hole die Kinder ca. zwei­

mal die Woche für 1.5 Stunden ab. Die restliche Zeit seien die Kinder zu Hause bei ihr. 

Die Förderung und Erziehung der Kinder sowie Bücher vorlesen könne sie noch 

machen. Die Kinder seien selbständig und hätten einen schönen Spielplatz. Sie könne 

auf dem Boden sitzen und mit ihnen spielen. Wenn es ihr nicht gut gehe, sage sie es 

ihren Kindern. Die Kinder würden sie verstehen und auf sie Rücksicht nehmen (act. 

75-6 ff.). Die Einschränkung der Beschwerdeführerin im Haushalt bzw. insbesondere 

bei der Kinderbetreuung wurde im psychiatrischen Gutachten nicht thematisiert. 

Dr. G.___ wies einzig pauschal darauf hin, dass allfällige in der Abklärung vor Ort 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/21

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festgestellte Einschränkungen aus psychiatrischer Sicht im Rahmen der genannten 

Behinderungen plausibel wären (act. 64-14). In der Stellungnahme vom 11. Januar 

2011 hielt der RAD fest, er halte es medizinisch nicht nachvollziehbar, dass in diesem 

Bereich (Kinderbetreuung) keinerlei Einschränkungen bestünden. Bei den festgestellten 

psychopathologischen Einschränkungen sei zu erwarten, dass die Beschwerdeführerin 

durchaus auch hier Einschränkungen habe (IV-act. 78-2). Gleichwohl nahm die 

Beschwerdegegnerin keine weiteren Abklärungen diesbezüglich an die Hand. 

Namentlich erfolgte keine Plausibilisierung durch den begutachtenden Psychiater. 

Bereits Dr. D.___ hatte in seinem Gutachten vom 3. Dezember 2008 festgehalten, dass 

die Kinder der Beschwerdeführerin nicht unerheblich unter dem Zustand ihrer Mutter 

leiden dürften. Die Beschwerdeführerin habe selber berichtet, dass auch die Kinder 

weinen würden, wenn sie ihre Mutter weinen sähen. Es bestünde die Gefahr, dass sich 

die depressive Stimmungslage auf die Kinder übertrage. Eine Massnahme nach Art. 

307 ZGB sei mindestens prüfenswert (IV-act. 30-10 f.). Der behandelnde Psychiater 

hatte im Bericht vom 15. Januar 2009 erwähnt, dass die Beschwerdeführerin für die 

Betreuung ihrer beiden Kinder (heute sind es drei Kinder) regelmässige Hilfe von ihrer 

Schwägerin in Anspruch nehmen müsse (IV-act. 29-5 f.) Auch der Hausarzt hatte in 

seinem Bericht vom 31. Mai 2009 festgehalten, dass die Beschwerdeführerin nicht 

einmal in der Lage sei, ihre beiden Kinder zu versorgen und zu betreuen (IV-act. 33-7). 

Somit muss die Beschwerdeführerin sich offensichtlich gegenüber den vorgenannten 

Ärzten bezüglich Einschränkungen im Bereich der Kinderbetreuung geäussert haben. 

Aufgrund der Aktenlage erscheint in Übereinstimmung mit dem RAD nicht 

nachvollziehbar, dass die Beschwerdegegnerin eine Einschränkung bei der 

Kinderbetreuung verneint hat. Unter diesen Umständen erweist sich der Sachverhalt 

als nicht ausreichend abgeklärt, sodass die Einschränkung im Haushalt nicht 

abschliessend beurteilt werden kann. Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin 

zur psychiatrischen Plausibilisierung der Einschränkung im Haushalt zurückzuweisen, 

wobei es sich anbietet, sämtliche Einschränkungen in den jeweiligen Teilbereichen zu 

überprüfen.

8.      

Soweit die Beschwerdegegnerin sich zur Bestimmung des Valideneinkommens bei der 

Invaliditätsbemessung im Bereich Erwerbstätigkeit auf das zuletzt erzielte Einkommen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/21

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bezieht, ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin nach Angaben der 

Arbeitgeberin neben dem Fixlohn von Fr. 3'040.-- zusätzlich eine variable 

Leistungsprämie erhielt (IV-act. 25-3). Gemäss Lohnjournal wurden im Jahr 2008 in den 

Monaten März bis und mit Juni Leistungsprämien von total Fr. 1'331.40 entrichtet (IV-

act. 25-11). Insofern wird das Valideneinkommen bei der Invaliditätsbemessung 

anzupassen sein.

9.      

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass entgegen der Auffassung der Beschwerde­

gegnerin von einem invalidisierenden Gesundheitsschaden und gestützt auf das Gut­

achten von Dr. F.___ und Dr. G.___ von einer Arbeitsfähigkeit von 30% in adaptierter 

Tätigkeit auszugehen ist. Sodann ist die Invaliditätsbemessung anhand der gemischten 

Methode im Verhältnis 50% Erwerbstätigkeit und 50% Tätigkeit im Haushalt 

vorzunehmen. Betreffend die Einschränkungen im Haushalt hat die Beschwerde­

gegnerin den Sachverhalt insbesondere im Zusammenhang mit dem Bereich Kinder­

betreuung nicht ausreichend abgeklärt. Diesbezüglich sind weitere Abklärungen in Sinn 

der Erwägungen angezeigt. Die Sache ist hierfür an die Beschwerdegegnerin zurück­

zuweisen.

10.   

10.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Die angefochtene 

Verfügung vom 7. Oktober 2011 ist aufzuheben, und die Sache ist zur weiteren 

Abklärung im Sinn der Erwägungen sowie zur neuen Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

10.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von insgesamt 

Fr. 600.-- erscheint vorliegend als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung 

gilt praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6.2). Die Beschwerdegegnerin 

hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/21

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10.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen 

werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechts­

vertreter der Beschwerdeführerin hat eine Honorarnote in der Höhe von Fr. 3'144.95 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer). Zur Berechnung des Honorars verwendete 

er einen Stundensatz von Fr. 200.--. Im Fall des Obsiegens sei die Parteientschädigung 

aufgrund eines Stundensatzes von Fr. 250.-- zu berechnen. Der Bedeutung der Streit­

sache und dem Aufwand angemessen erscheint indessen eine pauschale Partei­

entschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.       In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

7. Oktober 2011 aufgehoben, und die Streitsache wird zur weiteren Abklärung im Sinn 

der Erwägungen sowie zur neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

2.       Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer zu bezahlen).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 21.01.2013
	Art. 28a IVG. Beweistauglichkeit eines bidisziplinären Gutachtens. Gemäss dem psychiatrischen Teil des Gutachtens ist aufgrund einer mittelgradigen Depression von einer Unüberwindbarkeit der Schmerzstörung auszugehen. Die Invaliditätsbemessung hat nach der gemischten Methode zu erfolgen, wobei die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall als zu 50% erwerbstätig und 50% im Haushalt tätig zu qualifizieren ist. Aufgrund der nicht hinreichend abgeklärten und psychiatrisch nicht plausibilisierten Einschränkung im Bereich Haushalt ist die Sache zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. Januar 2013, IV 2011/358).

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