# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f16bf820-611b-5725-aebc-051a00955a76
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 1992-05-12
**Language:** de
**Title:** Ausnützungsziffer. Ausbau von Dach- und Untergeschossen bei übernutzten Grundstücken.
**Docket/Reference:** BRKE II Nr. 0100/1992
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/BRKE_II_100_1992_216.pdf

## Full Text

BRKE II Nr. 100/1992 vom 12. Mai 1992 in BEZ 1992 Nr. 24

5. c) An die Ausnützungsziffer anrechenbar sind gemäss § 255 Abs. 1 PBG (in 
der am 1. Februar 1992 in Kraft getretenen revidierten Fassung) alle dem Wohnen, 
Arbeiten oder sonst dem dauernden Aufenthalt dienenden oder verwendbaren Räu-
me  in  Vollgeschossen,  unter  Einschluss  der  dazugehörigen  Erschliessungsflächen 
und Sanitärräume samt inneren Trennwänden. Entsprechende Flächen in Dach- und 
Untergeschossen sind gemäss § 255 Abs. 2 PBG nur dann anrechenbar, wenn sie je 
Geschoss dasjenige Mass überschreiten, das sich bei gleichmässiger Aufteilung der 
gesamten zulässigen Ausnützung auf die zulässige Vollgeschosszahl ergäbe.

Diese  gegenüber  dem  früheren  Recht  wesentlich  geänderte  Norm  ist  gemäss 
der übergangsrechtlichen Festlegung von Art. III Abs. 4 der Gesetzesänderung beim 
Ausbau bestehender Dach- und Untergeschosse von Gebäuden, die vor der Volks-
abstimmung über die Revisionsvorlage (1. September 1991) erstellt worden sind, so-
fort anwendbar. Dasselbe gilt ohne Einschränkung hinsichtlich der Nichtanrechnung 
der Aussenwandquerschnitte.

Das  streitbetroffene  Gebäude  wurde  im  Jahre  1974  erstellt;  die  Voraussetzun-
gen für die sofortige Anwendbarkeit von § 255 PBG sind somit erfüllt. Die massgebli-
che Grundfläche beträgt 983,60 m2. Der gemäss Art. 3 BauO höchstzulässigen Aus-
nützung  von  60%  entspricht  eine  anrechenbare  Gesamtgeschossfläche  von  590,16 
m2. Bei 3 zulässigen Vollgeschossen (Art. 3 BauO) ergibt sich pro Vollgeschoss eine 
anrechenbare Fläche von 196,72 m2. In diesem Umfang sind gemäss § 255 Abs. 2 
PBG dem Wohnen, Arbeiten oder dauernden Aufenthalt dienende oder verwendbare 
Räumlichkeiten im Untergeschoss des rekurrentischen Gebäudes nicht anrechenbar. 
Das genannte Mass wird von der 1-Zimmer-Wohnung im Untergeschoss selbst dann 
bei  weitem  nicht  erreicht,  wenn  den  eigentlichen  Wohnräumlichkeiten  ein  Teil  der 
- sämtlichen  Wohnungen  im  rekurrentischen  Mehrfamilienhaus  dienenden - Er-
schliessungsflächen im Untergeschoss zugerechnet wird. Ist die gegenwärtig zu Ar-
beitszwecken genutzte 1-Zimmer-Wohnung im Untergeschoss nicht anrechenbar, so 
kommt es neurechtlich nicht zu einer Erhöhung der bisherigen (bewilligten) Ausnüt-
zung der Bauparzelle. Dass das Grundstück bisher übernutzt war, ist belanglos. Der 
Gesetzgeber hat die Nichtanrechenbarkeit der fraglichen Nutzflächen in Unter- bzw. 
Dachgeschossen  bestehender  Gebäude  nicht  daran  geknüpft,  dass  die  jeweiligen 
Bauten hinsichtlich der Ausnützung rechtmässig sind. § 357 PBG ist auf diesen mit 
der Spezialnorm von § 255 PBG erfassten Sachverhalt nicht anwendbar.

Die fragliche 1-Zimmer-Wohnung im Untergeschoss des rekurrentischen Ge-

bäudes ist somit einer Bewilligung zugänglich.