# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d7fc1451-6377-500b-9879-c825b581222e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-01-18
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 18.01.2006 PS 2006 1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_PS-2006-1_2006-01-18.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

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Ref.: Chur, 18. Januar 2006 Schriftlich mitgeteilt am: 
PS 06 1

Strafmandat
bei Vergehen und Verbrechen gemäss Art. 46a Abs. 1 StPO

Kantonsgerichtspräsidium

Name : M. Vorname :
Vater : Mutter :
geboren am : geboren in :
Heimatort : Beruf :
Wohnort : Adresse :
milit. Eint. : - Vormund : -

1. M. ist schuldig der mehrfachen falschen Anschuldigung gemäss Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, 
der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 BetmG, der mehrfachen Widerhandlung 
gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG und der fahrlässigen mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 
33 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 des Waffengesetzes.

2. Dafür wird er mit 40 Tagen Gefängnis bestraft und Fr. 300.- Busse.

3. Der Vollzug der Strafe wird aufgeschoben und dem Verurteilten eine Probezeit von zwei 
Jahren auferlegt.
Die Probezeit für die vorzeitige Löschung der Busse im Strafregister beträgt zwei Jahre.

4. M. trägt die Kosten des Strafverfahrens, bestehend aus:

- den Barauslagen der Staatsanwaltschaft von Fr.   342.00
- der Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft von Fr. 1075.00
- der Gebühr des Mandatsrichters von Fr.   500.00
- der Busse von Fr.   300.00
  Total somit Fr. 2217.00

5. Gegen dieses Strafmandat können der Verurteilte und der Staatsanwalt innert 10 Tagen seit 
seiner schriftlichen Mitteilung beim Kantonsgerichtspräsidenten schriftlich Einsprache erheben, 
worauf das ordentliche Strafverfahren (Ergänzung der Strafuntersuchung durch die Staatsanwalt-
schaft und Beurteilung durch das Kantonsgericht oder den Kantonsgerichtsausschuss) durchgeführt 
wird (Art. 46a, 174, 175 Abs. 2 StPO).

6. Mitteilung an:

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Für das Kantonsgerichtspräsidium von Graubünden 
Der Präsident: Die Aktuarin ad hoc:

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Begründung:

1.a) Anlässlich eines Ermittlungsverfahrens in Sachen Widerhandlungen 
gegen das Betäubungsmittelgesetz beschuldigte M. am 3. August 2005 die Gebrü-
der F1. und F2. gegenüber dem einvernehmenden Polizeibeamten des Betäu-
bungsmittelhandels. Er gab an, beide hätten ihm im April 2005 Marihuana verkauft 
und seien somit seine Lieferanten gewesen. Er bestätigte die Belastungen trotz des 
Hinweises auf die Strafbarkeit einer möglichen Falschaussage. Die Brüder wurden 
am 13. September 2005 zu dieser Beschuldigung einvernommen. Beide bestritten, 
je Betäubungsmittel verkauft zu haben. F2. bestätigte lediglich die unentgeltliche 
Abgabe von Marihuana. Die Gebrüder gaben an, M. sei ein Ex-Kollege von ihnen. 
Die Freundschaft allerdings hätten beide im Frühjahr 2005 gekündet, da es Span-
nungen zwischen der Freundin von F1. und M. gegeben hatte. Seitdem hatten sie 
keinen Kontakt mehr zu M.. Am 19. September 2005 wurde M. ein zweites Mal po-
lizeilich einvernommen. Bei dieser Gelegenheit widerrief er die belastenden Aussa-
gen, die er über F1. und F2. gemacht hatte, indem er angab, nie von diesen Betäu-
bungsmittel gekauft zu haben. Auf den Grund dieser Falschaussage angesprochen, 
gab M. Eifersucht auf die Freundin von F1. an. Er habe sich wegen ihr von F1. 
vernachlässigt gefühlt.

b)  M. gab in der Einvernahme vom 14. Dezember 2005 vor dem Unter-
suchungsrichter zu, in der Zeit zwischen August 2003 und August 2005 in C. und 
anderswo mehrere Male mindestens 5 Gramm Marihuana, 5 Gramm Haschisch und 
9 Gramm Haschischöl an unbekannte Drittpersonen sowie Kollegen teils verkauft, 
teils gratis abgeben zu haben. Insbesondere überliess M. am 23. Juli 2005 B. in S. 
14 Gramm Marihuana. Ausserdem konsumierte er in der massgeblichen Zeit regel-
mässig Marihuana und Haschisch sowie hin und wieder Haschischöl; pro Woche 
rauchte er etwa 10 Gramm Marihuana, 1-3 Gramm Haschisch sowie total mindes-
tens 27 Gramm Haschischöl. Anlässlich einer Hausdurchsuchung am 2. August 
2005 fand die Polizei in der 1-Zimmer-Wohnung von M. in S. total 19,5 Gramm Ma-
rihuana (9,5 Gramm Blüten, 10 Gramm in Form von Joints) sowie auf dem Balkon 
4 grosse Cannabispflanzen, welche für den Eigenkonsum bestimmt waren. Die 
Pflanzen wurden mit Zustimmung von M. vernichtet.

c) Während der Hausdurchsuchung vom 2. August 2005 bei M. im Zu-
sammenhang mit Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz fand die 
Polizei in seinem Zimmer einen selbst hergestellten Schlagstock. M. wurde schrift-
lich zu dem Gegenstand befragt, und der Schlagstock wurde in Rücksprache mir 

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der Fachstelle Waffen der Kantonspolizei Graubünden sichergestellt. Gemäss den 
Aussagen von M. vom 3. August 2005 handelte es sich um einen Baseballschläger, 
mit dem er und Kollegen in T. 3-4 Mal im Freien Baseball gespielt haben. 

2. Auf Grund dieser Untersuchungsergebnisse beantragte die Staatsan-
waltschaft Graubünden am 12. Januar 2005 beim Kantonsgerichtspräsidium, M. der 
mehrfachen falschen Anschuldigung gemäss Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der mehr-
fachen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 BetmG, der mehrfachen Widerhandlung 
gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG und der mehrfachen Widerhandlung gegen Art 33 Abs. 
1 lit. a des Waffengesetzes schuldig zu sprechen. Der Angeschuldigte sei mit 40 
Tagen Gefängnis und einer Busse von Fr. 300.- zu bestrafen, der Strafvollzug aber 
sei bedingt zu gewähren. Die Zuständigkeit des Kantonsgerichtspräsidenten zur Be-
urteilung von Verstössen gegen Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, Art. 19 Ziff. 1 und Art. 
19a Ziff. 1 BetmG sowie Art 33 Abs. 1 lit. a des Waffengesetzes ergibt sich aus Art. 
46a StPO in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 lit. a StPO und Art. 49 Abs. 1 lit. a StPO.

3.a) Wer einen Nichtschuldigen wider besseres Wissen bei der Behörde 
eines Verbrechens oder eines Vergehens beschuldigt, in der Absicht, eine Strafver-
folgung gegen ihn herbeizuführen, wird gemäss Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 StGB mit 
Zuchthaus oder Gefängnis bestraft. Bei dem Tatbestand der direkten falschen An-
schuldigung muss der Täter einen Nichtschuldigen beschuldigen, d.h. zunächst 
eine bestimme Person einer Straftat bezichtigen. Nichtschuldig ist, wer die ihm zur 
Last gelegte strafbare Handlung objektiv nicht erfüllt hat. Die Beschuldigung muss 
gegenüber einer Behörde erfolgen, wobei der objektive Tatbestand mit Kenntnis-
nahme der Behörde vollendet ist. Insbesondere braucht gegen den Beschuldigten 
kein Verfahren eröffnet zu werden. Subjektiv ist Vorsatz bezüglich der möglichen 
Strafbarkeit des fälschlich angezeigten Verhaltens nötig. Der Täter muss auch wider 
besseres Wissen handeln, also im sicheren Bewusststein, dass die Handlung ent-
weder überhaupt nicht verübt wurde oder nicht von der beschuldigten Person. Die 
Absicht, eine Strafverfolgung herbeizuführen, ist im technischen Sinn zu verstehen, 
d.h. es genügt, wenn der Täter mit der Möglichkeit rechnet, infolge seiner Anschul-
digungen werde ein Verfahren gegen die von ihm bezeichnete Person eröffnet und 
er dies in Kauf nimmt (Donatsch/Wohlers, Strafrecht IV, 3. Aufl., Zürich 2004, S. 366 
ff). Berichtigt der Täter seine falsche Anschuldigung aus eigenem Antrieb und bevor 
durch sie ein Rechtsnachteil für einen andern entstanden ist, so kann der Richter 
gemäss Art. 308 Abs. 1 StGB die Strafe nach freiem Ermessen mildern oder von 
einer Bestrafung Umgang nehmen. Der Täter berichtigt nicht aus eigenem Antrieb, 
wenn er durch ein neues Verhör dazu geführt wird (BGE 69 IV 223).

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b) Anlässlich des polizeilichen Verhörs vom 3. August 2005 beschuldigte 
M. die Gebrüder F1. und F2., ihm Betäubungsmittel verkauft zu haben. Er sagte 
aus, die Brüder hätten ihm im April 2005 Outdoor- und Indoorhanf für Fr. 250.- bis 
280.- verkauft. In einer zweiten polizeilichen Einvernahme am 19. September 2005 
gestand M., dass seine belastenden Aussagen bezüglich F1. und F2. nicht zutrafen; 
sie hätten ihm nie Betäubungsmittel verkauft. Mit seiner ersten Aussage beschul-
digte er zwei bestimmte Personen, die Gebrüder F1. und F2., eine Straftat began-
gen zu haben, da Betäubungsmittelhandel gemäss Art. 19 Ziff. 1 Abs. 4 BetmG 
strafbar ist. Wie sich in der zweiten Einvernahme herausstellte, waren die beiden 
nicht schuldig, da sie ihm in Wahrheit nie Betäubungsmittel verkauft hatten. Diese 
Beschuldigungen erfolgten direkt gegenüber der Strafverfolgungsbehörde. Da M. 
selbst im Verdacht stand, mit Betäubungsmitteln gehandelt zu haben, war er sich 
ohne Zweifel darüber im Klaren, dass derartige Handlungen strafbar sind. Er han-
delte zudem wider besseres Wissen, da er sicher war, nie von den beiden Brüdern 
Betäubungsmittel gekauft zu haben. Angesichts der Tatsache, dass M. selbst in ein 
Strafverfahren wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz involviert 
war, ist ihm zumindest Eventualabsicht bezüglich der Einleitung einer Strafuntersu-
chung gegen die Gebrüder F1. und F2. wegen Handels mit Betäubungsmitteln vor-
zuwerfen, obwohl er im Protokoll vom 9. Januar 2006 aussagte, nicht daran gedacht 
zu haben, dass die Polizei eventuell Ermittlungen aufnehmen würde. Er hat dies auf 
Grund der Umstände zumindest in Kauf genommen. M. hat sowohl den objektiven 
wie auch den subjektiven Tatbestand der direkten falschen Anschuldigung erfüllt. 
Rechtfertigungsgründe sind keine ersichtlich; insbesondere ist die Tatsache, dass 
die beiden ihm die Freundschaft gekündet haben, nicht als solche anzusehen. Somit 
hat er sich gemäss Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 StGB strafbar gemacht.

4.a) Das Betäubungsmittelgesetz bestimmt in Art. 19 Abs. 1, dass, wer un-
befugt Betäubungsmittel anbietet, verteilt, verkauft, vermittelt, verschafft, verordnet, 
in Verkehr bringt oder abgibt (Abs. 4), wer sie unbefugt besitzt, kauft, oder sonst wie 
erlangt (Abs. 5), mit Gefängnis oder mit Busse bestraft wird, wenn er die Tat vor-
sätzlich begeht. Als Betäubungsmittel gelten gemäss Art. 1 Abs. 1 BetmG abhän-
gigkeitserzeugende Stoffe und Präparate der Wirkungstypen Morphin, Kokain, Can-
nabis. Der Gesetzgeber hat diejenigen Handlungen unter Strafe gestellt, welche 
letztlich dazu führen könnten, dass Betäubungsmittel in Verkehr gebracht und so 
für mögliche Konsumenten zugänglich gemacht werden könnten (BGE 120 IV 337).

b) M. war anlässlich der Einvernahme durch den Untersuchungsrichter am 
14. Dezember 2005 geständig, insgesamt durch mehrere Handlungen in der Zeit-

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spanne von August 2003 bis August 2005 mehrere Male mindestens 5 Gramm Ma-
rihuana, 5 Gramm Haschisch und 9 Gramm Haschischöl an unbekannte Drittperso-
nen sowie Kollegen teils verkauft, teils gratis abgeben zu haben. Des Weiteren gab 
er am 23. Juli 2005 B. in S. 14 Gramm Marihuana. Anlässlich einer Hausdurchsu-
chung am 2. August 2005 fand die Polizei in der 1-Zimmer-Wohnung von M. in S. 
total 19,5 Gramm Marihuana (9,5 Gramm Blüten, 10 Gramm in Form von Joints). 
Durch sein Verhalten hat M. Betäubungsmittel in Verkehr gebracht und für andere 
Konsumenten zugänglich gemacht. M. handelte wissentlich und willentlich bezüg-
lich der Abgabe, des Verkaufs und des Besitzes von Cannabis und seinen Erzeug-
nissen. Der objektive und subjektive Tatbestand des Art. 19 Abs. 1 BetmG ist mehr-
fach erfüllt. Er ist somit der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmit-
telgesetz gemäss Art. 19 Ziff. 1 Abs. 4 und Abs. 5 BetmG schuldig zu sprechen.

5.a) Gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG wird mit Haft oder Busse bestraft, wer 
unbefugt Betäubungsmittel konsumiert und wer zum eigenen Konsum eine Wider-
handlung im Sinne von Art. 19 BetmG begeht. Auf subjektiver Seite wird Vorsatz 
gefordert. Dieser privilegierte Tatbestand erfasst nur jene Handlungen, die aussch-
liesslich dem eigenen Drogenkonsum dienen und wo somit eine Gefährdung Dritter 
ausgeschlossen ist (Fingerhuth/Tschurr, Kommentar zum Betäubungsmittelgesetz, 
Zürich 2002, S. 156). Zwischen Art. 19 Ziff. 1 BetmG und Art. 19a Ziff. 1 BetmG ist 
echte Konkurrenz möglich (Fingerhuth/Tschurr, a.a.O., S. 159). Gemäss Art. 19 Ziff. 
1 Abs. 1 BetmG ist strafbar, wer unbefugt alkaloidhaltige Pflanzen oder Hanfkraut 
zur Gewinnung von Betäubungsmitteln anbaut.

b) Anlässlich der Hausdurchsuchung am 2. August 2005 fand die Polizei 
auf dem Balkon von M. vier grosse Cannabispflanzen, welche für den Eigenkonsum 
bestimmt waren. Auf Grund der Angaben von M. konsumierte er in der Zeit von 
August 2003 bis August 2005 regelmässig Marihuana und Haschisch sowie hin und 
wieder Haschischöl; pro Woche rauchte er etwa 10 Gramm Marihuana, 1-3 Gramm 
Haschisch sowie total mindestens 27 Gramm Haschischöl. Zweifellos handelte er 
dabei vorsätzlich, wusste er doch, dass der konsumierte Stoff als Betäubungsmittel 
im Sinne des Gesetzes gilt. Auch hatte er die Hanfpflanzen angebaut, um davon 
selber zu konsumieren. Somit hat M. den objektiven und den subjektiven Tatbe-
stand des Art. 19a Ziff. 1 BetmG, sowie i.V.m. Art. 19 Ziff. 1 Abs. 1 BetmG mehrfach 
erfüllt. M. ist wegen mehrfachen Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz 
gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig zu sprechen.

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Im vorliegenden Fall liegt echte Konkurrenz zwischen Art. 19 Ziff. 1 BetmG 
und Art. 19a Ziff.1 BetmG vor.

6.a) Gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a Waffengesetz wird mit Gefängnis oder mit 
Busse bestraft, wer vorsätzlich und ohne Berechtigung Waffen überträgt, vermittelt, 
erwirbt, herstellt, abändert, trägt oder einführt. Handelt der Täter fahrlässig, so ist 
die Strafe Haft oder Busse (Art. 33 Abs. 2 Waffengesetz). Die Legaldefinition in Art. 
4 Abs. 1 lit. d Waffengesetz, bestimmt, dass Geräte, die dazu bestimmt sind, Men-
schen zu verletzen - namentlich Schlagstöcke - als Waffen gelten. 

b) Wenn die Polizei anlässlich einer Hausdurchsuchung Gegenstände findet, 
die nicht direkt in Zusammenhang mit der laufenden Ermittlung stehen, dennoch 
aber einen Straftatbestand erfüllen, handelt es sich um einen Zufallsfund. Auch die-
ser ist als Beweis verwertbar, da die Hausdurchsuchung im dringenden Tatverdacht 
(Art. 94 Abs. 1 und 2 StPO) geschah, dass M. Betäubungsmittel in seinem Zimmer 
lagere und somit zur Sicherstellung von Beweismitteln gerechtfertigt war. Gemäss 
Polizeirapport handelt es sich bei dem Gegenstand um einen Stock aus Holz von 
51cm Länge und mit einem Durchmesser von 4.3 cm. M. gibt an, diesen Gegen-
stand im Januar-Februar 2004 selbst hergestellt zu haben. Nach eigenen Angaben 
sollte es ein Baseballschläger sein. Er sei so kurz, damit man mit einer Hand schla-
gen kann. Bei der Beurteilung, ob ein Gegenstand unter das Waffengesetz fällt, 
kommt es einzig auf dessen objektive Zweckbestimmung an. Die Merkmale eines 
Schlagstockes werden wie folgt zusammengefasst: Gesamtlänge ca. 45 cm, Hand-
griff einhändig, keine extrem konische Form, vorwiegend aus Holz. Der Gegenstand 
von M. passt von den Merkmalen her unter die Definition des Schlagstockes, ein 
Holzstock von 51 cm Länge ist objektiv dazu geeignet, Menschen zu verletzen. Ob 
die subjektive Zweckbestimmung das Baseball Spielen war, tut nichts zur Sache. 
Dennoch war sich M. nicht nachweislich bewusst, dass der Gegenstand eher ein 
Schlagstock als ein Baseballschläger war. Damit fällt Vorsatz ausser Betracht. Ist 
die Tat darauf zurückzuführen, dass der Täter die Folge seines Verhaltens aus 
pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedacht oder darauf nicht Rücksicht genom-
men hat, so begeht er das Verbrechen oder Vergehen fahrlässig. Pflichtwidrig ist 
die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beobachtet, zu der er nach 
den Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 18 
Abs. 3 StGB). Dass Stöcke vielfach als Waffe eingesetzt werden, ist eine allgemein 
bekannte Tatsache, so dass sich M. bei Anwendung aller Sorgfalt im Klaren hätte 
sein können, durchaus eine taugliche Waffe hergestellt zu haben. Der Stock weist 
eine Länge von 51 cm auf und ist im Durchmesser 4.3 cm dick. Er hätte merken 

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sollen, dass man damit Menschen verletzen kann. Die Unvorsichtigkeit ist somit 
pflichtwidrig. M. handelte fahrlässig i.S.v. Art 33 Abs. 2 Waffengesetz. Er hat sich 
somit im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. d Waffen-
gesetz der fahrlässigen Herstellung einer Waffe strafbar gemacht. Er hat ihn auch 
3-4 Mal auf sich getragen, als er - wie er behauptet - im Freien damit Baseball 
spielte. Damit erfüllt er auch den Tatbestand des mehrmaligen fahrlässigen Tragens 
einer Waffe, das unter den gleichen Artikel fällt. Zusammenfassend hat sich M. der 
mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 33 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 i.V.m. Art. 4 Abs. 
1 lit. d Waffengesetz wegen fahrlässiger Herstellung und fahrlässigen Tragens einer 
Waffe strafbar gemacht.

7. Bei der Strafzumessung hat der Richter die Strafe nach dem Verschul-
den des Täters zu bemessen, wobei er die Beweggründe, das Vorleben und die 
persönlichen Verhältnisse des Schuldigen berücksichtigt (Art. 63 StGB). Wenn je-
mand durch eine oder mehrere Handlungen Freiheitsstrafen verwirkt hat, so verur-
teilt ihn der Richter nach dem Asperationsprinzip zu der Strafe der schwersten Tat 
und erhöht deren Dauer angemessen. Er kann jedoch das höchste Mass der ange-
drohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte überschreiten und ist dabei zudem an 
das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 68 Ziff. 1 StGB). Schwerste 
Tat ist diejenige, welche unter den mit der höchsten Strafe bedrohten Tatbestand 
fällt. Grundlage für die Strafzumessung ist im vorliegenden Fall der in Art. 303 Ziff. 
1 Abs. 3 StGB vorgesehene Strafrahmen von Zuchthaus oder Gefängnis. Der mög-
liche obere Strafrahmen beträgt 20 Jahre Freiheitsstrafe, der untere Rahmen ist 
wegen des Asperationsprinzip erhöht auf 3 Tage plus 1 Tag, also vier Tage Frei-
heitsstrafe.

Das Verschulden von M. wiegt nicht leicht. Er beschuldigte F1. und F2. vor-
sätzlich und wider besseres Wissen des Verkaufs von Betäubungsmitteln. Jeman-
den, der unschuldig ist, einer Straftat zu bezichtigen, stellt einen schweren Vorwurf 
dar und zeugt von Charakterschwäche. Strafschärfend fällt das Zusammentreffen 
mehrerer strafbarer Handlungen - die mehrfache Widerhandlung gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz sowie die mehrfache Widerhandlung gegen das Waffengesetz - 
ins Gewicht. Strafmindernd wirkt sich die Vorstrafenlosigkeit aus. Im Zusammen-
hang mit dem Tatbestand der falschen Anschuldigung kann der Richter gemäss Art. 
308 Abs. 1 StGB die Strafe nach freiem Ermessen mildern oder von einer Bestra-
fung Umgang nehmen, wenn der Täter seine falsche Anschuldigung aus eigenem 
Antrieb und bevor durch sie ein Rechtsnachteil für einen andern entstanden ist, be-
richtigt. Der Täter berichtigt nicht aus eigenem Antrieb, wenn er durch ein neues 

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Verhör dazu geführt wird (BGE 69 IV 223). M. berichtigte seine falschen Aussagen 
betreffend die Gebrüder F1. und F2. erst in der zweiten polizeilichen Einvernahme. 
Gemäss Rechtssprechung ist dies kein Widerruf aus eigenem Antrieb und deshalb 
kein Strafmilderungsgrund i.S.v. Art. 308 Abs. 1 StGB. Strafmilderungsgründe nach 
Art. 64 StGB sind keine gegeben. Unter Berücksichtigung sämtlicher Strafzumes-
sungsgründe erscheint daher dem Kantonsgerichtspräsidium eine Strafe von 40 Ta-
gen Gefängnis und Fr. 300.- als Busse als dem Verschulden von M. angemessen.

8. Da im vorliegenden Fall eine Freiheitsstrafe von weniger als 18 Mona-
ten ausgesprochen wird und M. erstmals zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wird, sind 
die objektiven Voraussetzungen zur Gewährung des bedingten Strafvollzuges im 
Sinne von Art. 41 Ziff. 1 StGB erfüllt. In subjektiver Hinsicht ist eine günstige Pro-
gnose bezüglich des künftigen Verhaltens von M. erforderlich. Vorleben und Cha-
rakter des Verurteilten müssen erwarten lassen, dass dieser durch die Gewährung 
des bedingten Strafvollzugs von weiteren Verbrechen und Vergehen abgehalten 
werde. Dies ist insbesondere auf Grund seines Vorlebens und seiner Einsicht in das 
Unrecht der Straftaten zu bejahen. M. hat sich vorgenommen, mit dem Konsum von 
Betäubungsmitteln aufzuhören. Es ist daher eine Besserung bezüglich der weiteren 
Verübung von Straftaten zu erwarten. Der Vollzug der Freiheitsstrafe von 40 Tagen 
Gefängnis ist daher aufzuschieben. Zudem ist dem Verurteilten die vorzeitige Lö-
schung der Busse im Strafregister gemäss Art. 49 Ziff. 4 StGB zu gewähren. Die 
Probezeit des bedingten Strafvollzuges wie auch diejenige für die vorzeitige Lö-
schung der Busse im Strafregister wird auf zwei Jahre festgesetzt.

9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Untersuchungskosten der 
Staatsanwaltschaft sowie die Gerichtsgebühr dem Verurteilten zu überbinden (Art. 
158 Abs. 1 StPO). Die Kosten eines allfälligen Vollzuges der Freiheitsstrafe sind 
demgegenüber vom Kanton Graubünden zu tragen (Art. 188 StPO).