# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** adf60129-6d19-5e5e-bee0-38221a1b393d
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-11-12
**Language:** de
**Title:** Bundesgericht Strafrechtliche Abteilung 12.11.2015 6B 1036/2015 (6B_1036/2015)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BGer/CH_BGer_006_6B-1036-2015_2015-11-12.html

## Full Text

Bundesgericht 

Tribunal fédéral 

Tribunale federale 

Tribunal federal 

 

 

    
  	
        
      	
         

      	
         

      
	
        {T 0/2} 

         

        
        
          6B_1036/2015 
      
         

      	
           

      	
           

      

  
 

 

 

    
  Urteil 12. November 2015
  
 

 

    
  Strafrechtliche Abteilung
  
 

 

Besetzung 

Bundesrichter Denys, Präsident, 

Gerichtsschreiber C. Monn. 

 

Verfahrensbeteiligte 

A.X.________, 

Beschwerdeführerin, 

 

    
  gegen
  
 

 

1. Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8090 Zürich, 

2. B.X.________, 

Beschwerdegegner. 

 

Gegenstand 

Nichtanhandnahme (Betrug), 

 

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, III. Strafkammer, vom 27. August 2015. 

 

 

    
  Der Präsident zieht in Erwägung:
  
 

 

    
  1.
  
 

Am 9. Februar 2015 erstattete die Beschwerdeführerin Strafanzeige gegen ihren getrennt lebenden Ehemann wegen Steuerbetrugs und Steuerhinterziehung. Sie wirft ihm vor, er habe sich in den Jahren 2003 bis 2010 stets von den Steuerbehörden einschätzen lassen, anstatt seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse zu deklarieren. Dies habe zur Folge gehabt, das sie als Ehefrau solidarisch für hohe Steuerschulden behaftet worden sei. Zudem habe er nebst den Steuerdelikten auch im Ehetrennungsverfahren im betrügerischen Sinne falsche Angaben betreffend seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse gemacht. 

Am 23. März 2015 nahm die Staatsanwaltschaft das Verfahren betreffend Steuerbetrugs und Betrugs nicht an die Hand. Eine dagegen gerichtete Beschwerde wies das Obergericht des Kantons Zürich am 27. August 2015 ab. 

Die Beschwerdeführerin wendet sich ans Bundesgericht, ohne einen ausdrücklichen Antrag zu stellen. Offensichtlich strebt sie eine Verurteilung des Beschuldigten an. 

 

    
  2.
  
 

Die Privatklägerin ist zur Beschwerde in Strafsachen nur legitimiert, wenn der angefochtene Entscheid sich auf die Beurteilung ihrer Zivilansprüche auswirken kann (Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG). In erster Linie geht es um Ansprüche auf Schadenersatz und Genugtuung gemäss Art. 41 ff. OR, die üblicherweise vor den Zivilgerichten geltend gemacht werden müssen. Richtet sich die Beschwerde gegen die Einstellung oder Nichtanhandnahme eines Verfahrens, hat die Privatklägerin nicht notwendigerweise bereits vor den kantonalen Behörden eine Zivilforderung geltend gemacht. Selbst wenn sie bereits adhäsionsweise privatrechtliche Ansprüche geltend gemacht hat, werden in der Einstellungsverfügung keine Zivilklagen behandelt (Art. 320 Abs. 3 StPO). In jedem Fall muss die Privatklägerin im Verfahren vor Bundesgericht darlegen, aus welchen Gründen sich der angefochtene Entscheid inwiefern auf welche Zivilforderung auswirken kann. Das Bundesgericht stellt an die Begründung der Legitimation strenge Anforderungen. Genügt die Beschwerde diesen nicht, kann darauf nur eingetreten werden, wenn aufgrund der Natur der untersuchten Straftat ohne Weiteres ersichtlich ist, um welche Zivilforderung es geht (BGE 141 IV 1 E. 1.1 mit Hinweisen). 

Es ist fraglich, ob die Beschwerdeführerin in Bezug auf den Steuerbetrug nicht nur Anzeigeerstatterin und folglich von vornherein zur Beschwerde nicht legitimiert ist. Indessen äussert sie sich vor Bundesgericht ohnehin zur Frage der Legitimation und einer allfälligen Zivilforderung nicht. Die Beschwerde genügt folglich den strengen Anforderungen nicht. Darauf ist mangels Legitimation der Beschwerdeführerin im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten. 

 

    
  3.
  
 

Die Gerichtskosten sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in Anwendung von Art. 64 BGG abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen. Der finanziellen Lage der Beschwerdeführerin ist bei der Bemessung der Gerichtskosten Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG). 

Dem Beschwerdegegner 2 ist keine Entschädigung auszurichten, weil er vor Bundesgericht keine Umtriebe hatte. 

 

 

    
   Demnach erkennt der Präsident:
  
 

 

    
  1. 
 

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

 

    
  2. 
 

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. 

 

    
  3. 
 

Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. 

 

    
  4. 
 

Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt. 

 

 

Lausanne, 12. November 2015 

 

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung 

des Schweizerischen Bundesgerichts 

 

Der Präsident:    Denys 

 

Der Gerichtsschreiber:    Monn