# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f4b4ea85-a614-56e5-b900-29c9dc94586a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 01.09.2016 S 2014 178
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2014-178_2016-09-01.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 14 177 und 178

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser
Richter Stecher, Audétat

Aktuar Decurtins

URTEIL

vom 1. September 2015

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Elisabeth Blumer,

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG (Renteneinstellung)

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1. Der ungelernte A._____ war ab 1994 zunächst als Hilfs-Bodenleger und 

ab 1995 als Hilfs-Gisper tätig. Nachdem er sich bei einem Arbeitsunfall im 

Februar 2001 eine Verletzung der linken Schulter zugezogen hatte, war er 

nicht mehr berufstätig. Nach Ablauf der einjährigen Wartefrist sprach ihm 

die IV-Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend IV-Stelle) ab dem 

1. Februar 2002 bei einem IV-Grad von 100 % eine volle Rente und ab 

dem 1. November 2004 – nachdem ihm die SUVA ebenfalls eine 

Invalidenrente bei einem IV-Grad von 64 % sowie eine 

Integritätsentschädigung zugesprochen hatte – mit Verfügung vom 

9. Januar 2006 eine Dreiviertelsrente bei einem IV-Grad von ebenfalls 

64 % zu. Mit Verfügung vom 25. April 2008 wurde ihm zudem eine 

ordentliche Kinderrente für seinen in jenem Jahr geborenen Sohn 

zugesprochen.

2. Am 22. Oktober 2009 wurde die bestehende Dreiviertelsrente im Rahmen 

eines ordentlichen Revisionsverfahrens bestätigt. Eine weitere Revision 

gestützt auf die Schlussbestimmungen der 6. IV-Revision im Jahre 2012 

wurde nicht weiter verfolgt, da sich die organisch nicht nachweisbaren 

Beschwerden gemäss der Auffassung des RAD nicht auf die zumutbare 

Arbeitsfähigkeit auswirkten. Aufgrund von Hinweisen einer Drittperson, 

wonach A._____ eine Wohnung gekauft und diese eigens saniert habe, 

wurde am 21. Mai 2013 wegen eines mutmasslich verbesserten 

Gesundheitszustandes ein neuerliches Revisionsverfahren eingeleitet und 

sowohl eine bidisziplinäre Begutachtung als auch eine Observation 

angeordnet.

3. Nach Eingang der entsprechenden Ermittlungs- und 

Observationsberichte, des rheumatologisch-psychiatrischen 

Abklärungsberichts des RAD und den Stellungnahmen des RAD zu den 

Observationsergebnissen sowie zwei persönlichen Befragungen von 

A._____ stellte die IV-Stelle die bestehende Rente mit 

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Zwischenverfügung vom 28. Januar 2014 per sofort vorsorglich ein. Nach 

weiteren Abklärungen stellte die IV-Stelle A._____ mit Vorbescheid vom 

11. März 2014 die rückwirkende Aufhebung der Rente per 31. März 2011 

sowie eine separate Verfügung betreffend die Rückerstattung von zu 

Unrecht bezogenen Leistungen in Aussicht. Mit Eingabe vom 7. April 

2014 erhob A._____ hiergegen Einwand.

4. Mit Verfügung vom 11. November 2014 hob die IV-Stelle die bestehende 

Dreiviertelsrente rückwirkend per 31. März 2011 definitiv auf und entzog 

einer allfälligen Beschwerde dagegen die aufschiebende Wirkung. 

Aufgrund der medizinischen Aktenlage sowie der Stellungnahmen zum 

Observationsmaterial müsse davon ausgegangen werden, dass im 

Nachhinein keine Einschränkung der Schulterbeweglichkeit ausgemacht 

werden könne. Schon seit Januar 2011 sei für leichte Tätigkeiten deshalb 

von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Weil A._____ sich überdies 

einer Auskunfts- resp. Meldepflichtverletzung schuldig gemacht habe, 

habe die vorliegende Revision ihre Wirkungen ex tunc zu entfalten.

5. Mit Verfügung vom 12. November 2014 verpflichtete die IV-Stelle A._____ 

infolge einer Verletzung der Meldepflicht zur Rückerstattung von zu 

Unrecht bezogenen Leistungen in Gesamthöhe von Fr. 73'687.--. Mit 

Eingabe vom 15. Dezember 2014 stellte A._____ bei der IV-Stelle 

diesbezüglich ein Erlassgesuch.

6. Am 15. Dezember 2014 erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) 

gegen die rentenaufhebende Verfügung vom 11. November 2014 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und 

beantragte die Neuprüfung des Leistungsbegehrens sowie die Festlegung 

der Erwerbsunfähigkeit resp. des IV-Grades ab dem 1. April 2011 auf 

64 %. Dabei machte er geltend, dass es ihm nicht bewusst gewesen sei, 

dass er die Unterstützung seiner Ehefrau bei deren Hauswarttätigkeit als 

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Einkommen hätte melden müssen. In Anbetracht seiner Dreiviertelsrente 

sei er davon ausgegangen, dass er im Umfang von 40 % im Sinne eines 

zulässigen Zusatzeinkommens arbeiten dürfe. Darüber hinaus 

bemängelte er die Begutachtungen durch die RAD-Ärzte resp. deren 

Schlussfolgerungen und beantragte eine erneute psychologische 

Begutachtung in seiner Muttersprache sowie die Abklärung seiner 

Schulterbeweglichkeit und der Schmerzen in einer stationären Institution.

7. Mit separater Eingabe focht er gleichentags auch die 

Rückerstattungsverfügung vom 12. November 2014 mit Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden an und beantragte die 

Aufhebung der Verfügung sowie den Verzicht auf die Rückforderung der 

Leistungen vom 1. April 2011 bis zum 31. Januar 2014 im Umfang von 

Fr. 73'687.--. Begründend führte er abermals aus, dass er in gutem 

Glauben ein Zusatzeinkommen erwirtschaftet habe, welches unter der – 

bei einer Dreiviertelsrente geltenden – 40%-Grenze liege, und dass 

deshalb keine Verletzung der Auskunfts- und Meldepflicht vorliege.

8. Ebenfalls am 15. Dezember 2014 ersuchte der Beschwerdeführer mit 

separatem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Einsetzung von 

Rechtsanwältin lic. iur. Elisabeth Blumer als Rechtsvertreterin für beide 

Verfahren.

9. In ihrer Vernehmlassung vom 19. Januar 2015 beantragte die IV-Stelle 

die kostenfällige Abweisung sowie – in formeller Hinsicht – die 

Vereinigung der beiden Beschwerden. Inhaltlich verwies sie 

vollumfänglich auf ihre Verfügung vom 11. November 2014.

10. Mit Schreiben vom 2. Februar 2015 liess der Beschwerdeführer dem 

Verwaltungsgericht einen Arztbericht von Dr. med. B._____ vom 

8. Januar 2015, zwei Arztberichte des Kantonsspitals Graubünden vom 

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27. Januar 2015 sowie die Honorarnote seiner Rechtsvertreterin 

zukommen. Hierzu bemerkte die IV-Stelle mit Stellungnahme vom 

9. Februar 2015, dass diese nachgereichten Arztberichte insofern 

unbeachtlich seien, als sie nach Erlass der angefochtenen Verfügung 

ergangen und – da sie auf subjektiven Angaben des Beschwerdeführers 

beruhten – ohnehin mit Vorbehalten zu würdigen seien.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften und in den 

angefochtenen Verfügungen sowie auf die im Recht liegenden 

Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen 

eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Mit Verfügung vom 11. November 2014 ist die IV-Stelle auf ihre vormalige 

Rentenzusprache zurückgekommen und hat dem Beschwerdeführer 

rückwirkend per 31. März 2011 den Rentenanspruch aberkannt. Auf der 

Grundlage dieser Anordnung hat die IV-Stelle vom Beschwerdeführer 

tags darauf mit Verfügung vom 12. November 2014 die vom 1. April 2011 

bis zum 31. Januar 2014 ausgerichteten Versicherungsleistungen 

zurückgefordert. Der Beschwerdeführer hat gegen diese beiden 

Verfügungen Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden erhoben (Verfahren S 14 177 und S 14 178). In diesen 

beiden Beschwerdeverfahren stehen sich dieselben Parteien gegenüber. 

Ausserdem liegt den fraglichen Verfahren grundsätzlich derselbe 

Sachverhalt zugrunde und besteht zwischen den zur Beurteilung 

stehenden Rechtsfragen ein enger sachlicher Zusammenhang. Dies zeigt 

sich nicht zuletzt darin, dass der Ausgang des Beschwerdeverfahrens 

S 14 177 für das Beschwerdeverfahren S 14 178 von entscheidender 

Bedeutung ist, beruht doch die Rückerstattungsverfügung der IV-Stelle 

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vom 12. November 2014 auf der Feststellung, dass die IV-Stelle dem 

Beschwerdeführer vom 1. April 2011 bis zum 31. Januar 2014 keine 

Versicherungsleistungen schuldet, was die Folge der mit Verfügung vom 

11. November 2014 rückwirkend per 31. März 2011 angeordneten 

Rentenaufhebung ist. Wird die Beschwerde gegen die Verfügung der IV-

Stelle vom 11. November 2014 gutgeheissen, so zieht dieser 

Verfahrensausgang unweigerlich die Gutheissung der gegen die 

Verfügung vom 12. November 2014 erhobenen Beschwerde nach sich. 

Dieser Abhängigkeit der Beschwerdeverfahren S 14 177 und S 14 178 

kann das Verwaltungsgericht Rechnung tragen, indem es das 

Beschwerdeverfahren S 14 178 bis zur Erledigung des 

Beschwerdeverfahrens S 14 177 sistiert. Es hat aber auch die 

Möglichkeit, die fraglichen Beschwerdeverfahren in Anwendung von Art. 6 

lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100] 

zu vereinigen und über die Beschwerden S 14 177 und S 14 178 in einem 

einzigen Urteil zu entscheiden (vgl. zum Ganzen BGE 128 V 192 E.1 

sowie TRAUB, in: STEIGER-SACKMANN/MOSIMANN [Hrsg.], Recht der 

Sozialen Sicherheit, Basel 2014, Rz. 5.67). Das letztgenannte Vorgehen 

bietet den Vorteil, beide Beschwerdeverfahren schnellstmöglich erledigen 

zu können, weshalb es gegenüber der Sistierung des 

Beschwerdeverfahrens S 14 178 vorzuziehen ist. Demzufolge ist dem 

Antrag der IV-Stelle, die Beschwerdeverfahren S 14 177 und S 14 178 zu 

vereinigen, stattzugegeben.

2. a) Die Beschwerde S 14 177 richtet sich gegen die Verfügung der IV-Stelle 

vom 11. November 2014, während sich die Beschwerde S 14 178 auf die 

Rückerstattungsverfügung der IV-Stelle vom 12. November 2014 bezieht. 

Diese Anordnungen, die gemäss Bundesrecht der Beschwerde an das 

Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle unterliegen, können beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden angefochten werden (vgl. 

Art. 49 Abs. 2 lit. a VRG i.V.m. Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes 

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über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Demnach fällt die 

Beurteilung der Beschwerden S 14 177 und S 14 178 in die Zuständigkeit 

des angerufenen Gerichts. Als formeller und materieller 

Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer von den angefochtenen 

Verfügungen ausserdem unmittelbar betroffen und hat ein schutzwürdiges 

Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung. Folglich ist er zur 

Beschwerdeführung berechtigt (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Schliesslich hat der 

Beschwerdeführer seine Beschwerden frist- und formgerecht beim 

Verwaltungsgericht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 und 

Art. 61 lit. b ATSG). Auf diese ist demzufolge einzutreten.

b) Streitgegenstand bilden die Fragen, ob die rückwirkende Einstellung der 

Dreiviertelsrente per 31. März 2011 einerseits sowie die Rückforderung 

im Umfang von Fr. 73'687.-- für zu viel ausgerichtete Leistungen im 

Zeitraum vom 1. April 2011 bis zum 31. Januar 2014 andererseits zu 

Recht erfolgt sind. Nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet 

demgegenüber die nicht gewährte Kostengutsprache für orthopädische 

Serienschuhe.

3. Nachfolgend ist zunächst zu prüfen, ob die IV-Stelle in der Verfügung vom 

11. November 2014 zu Recht auf ihre vormalige Rentenzusprache 

zurückgekommen ist und die dem Beschwerdeführer zugesprochene 

Dreiviertelsrente rückwirkend per 31. März 2011 aufgehoben hat.

a) Nach Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe 

Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch 

auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

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70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente. Bei erwerbstätigen 

Versicherten ist der rentenbegründende Invaliditätsgrad aufgrund eines 

Einkommensvergleichs zu bestimmen (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 

ATSG). Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 

nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat 

in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen 

Erwerbseinkommen auf zeitidentischer Basis ziffernmässig möglichst 

genau ermittelt und einander gegenüber gestellt werden, worauf aus der 

Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad zu bestimmen ist (allgemeine 

Methode des Einkommensvergleichs; vgl. BGE 130 V 343 E.3.4.2, 128 V 

29 E.1).

b) Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, wird die 

Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft 

entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 1 Abs. 1 IVG 

i.V.m. Art. 17 Abs. 1 ATSG, Art. 88a und Art. 88bis der Verordnung über 

die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Anlass für eine solche 

Anpassung gibt jede Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die 

geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu 

beeinflussen. Die Invalidenrente ist daher nicht nur bei einer wesentlichen 

Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern etwa auch dann 

revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen eines an sich 

gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben 

oder eine andere Art der Invaliditätsbemessung zur Anwendung gelangt 

(vgl. BGE 130 V 343 E.3.5; Urteile des Bundesgerichts 8C_441/2012 vom 

25. Juli 2013 E.3.1.1, 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E.1.2, I 554/05 

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vom 3. Januar 2006 E.2.1, I 212/03 vom 28. August 2003 E.2.2.3). 

Dagegen bildet die unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines 

im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die 

Arbeitsfähigkeit nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für sich 

allein genommen keinen Revisionsgrund (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

9C_552/2007 vom 17. Januar 2008 E.3.1.2).

c) Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss 

des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung 

des Invaliditätsgrades im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG eingetreten ist, 

dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen 

Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer 

Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines 

Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den 

erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht (vgl. BGE 

133 V 108 E.4, Urteile des Bundesgerichts 9C_646/2014 vom 

17. Dezember 2014 E.2.2, 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.2 und 

9C_418/2010 vom 20. August 2011 E.3.1 sowie KIESER, ATSG-

Kommentar, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 17 N 37). Wird bei 

dieser Gegenüberstellung festgestellt, dass der Invaliditätsgrad im zur 

Beurteilung stehenden Zeitraum keine rechtserhebliche Änderung 

erfahren hat, bleibt es beim bisherigen Rechtszustand (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.3). Andernfalls ist 

das Vorliegen eines Revisionsgrundes zu bejahen und die 

zugesprochene Rente entsprechend der festgestellten 

Sachverhaltsveränderung zu modifizieren (vgl. MEYER/REICHMUTH, in: 

STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 

3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 30-31 N 13).

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4. a) Die bestehende Dreiviertelsrente des Beschwerdeführers wurde diesem – 

bei einem Invaliditätsgrad von 64 % – mit Verfügung vom 9. Januar 2006 

mit Wirkung ab dem 1. November 2004 zugesprochen (vgl. Beilage der 

IV-Stelle [IV-act.] 33). Dabei orientierte sich die IV-Stelle – zumal keine 

unfallfremden Beschwerden vorgelegen hatten – am Invaliditätsgrad, 

welchen die SUVA ihrer leistungsbegründenden Verfügung vom 

3. Oktober 2005 (vgl. IV-act. 25) zugrunde gelegt hatte. Die SUVA 

ihrerseits hatte sich dabei auf ein polydisziplinäres Gutachten des 

Medizinischen Zentrums Römerhof (MZR) vom 25. August 2005 (vgl. IV-

act. 21) sowie zur Berechnung des zumutbaren Invalideneinkommens auf 

die Lohnstrukturerhebungen (LSE 2002) des Bundesamtes für Statistik 

(vgl. IV-act. 20) abgestützt. Dieses MZR-Gutachten ermöglicht eine 

zuverlässige retrospektive Beurteilung des Gesundheitszustandes des 

Beschwerdeführers und dessen damaligem funktionellen 

Leistungsvermögen. Der Verfügung vom 9. Januar 2006 lag demnach 

eine rechtskonforme Sachverhaltsabklärung und Beweiswürdigung sowie 

ein Einkommensvergleich zur Bestimmung des rentenbegründenden 

Invaliditätsgrades zugrunde. Demzufolge ist der im MZR-Gutachten vom 

25. August 2005 wiedergegebene Gesundheitszustand des 

Beschwerdeführers als Vergleichsbasis für die strittige Rentenrevision 

heranzuziehen.

b) Am 1. Dezember 2008 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen ein 

erstmaliges Revisionsverfahren ein, welches mit der Mitteilung vom 

22. Oktober 2009 seinen Abschluss gefunden hatte. Darin beschied die 

IV-Stelle dem Beschwerdeführer, bei der Überprüfung des 

Invaliditätsgrades keine Änderung festgestellt zu haben, welche sich auf 

die zugesprochene Rente auswirke (vgl. IV-act. 62). Diese formlos 

ergangene Bestätigung des Rentenanspruchs ist revisionsrechtlich indes 

nicht von Relevanz.

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c) Ob die gesundheitliche Verfassung des Beschwerdeführers und, als 

Folge davon, dessen Arbeitsfähigkeit, wie in der Verfügung vom 

11. November 2014 angenommen, eine wesentliche Verbesserung 

erfahren haben, beurteilt sich demnach durch den Vergleich des 

Sachverhalts, welcher der rentenbegründenden Verfügung vom 9. Januar 

2006 zugrunde lag, mit jenem Sachverhalt, der sich bis zum Erlass der 

angefochtenen Verfügung am 11. November 2014 verwirklicht hat. Mit 

anderen Worten wird durch eine Gegenüberstellung dieser beiden 

Sachverhalte zu prüfen sein, ob die massgeblichen Verhältnisse eine 

Änderung erfahren haben, die einen Revisionsgrund begründet und die 

IV-Stelle zur angefochtenen Rentenaufhebung berechtigt hat. Dabei ist 

bereits an diese Stelle zu bemerken, dass die seitens des 

Beschwerdeführers am 2. Februar 2015 ins Recht gelegten Arztberichte 

von Dr. med. B._____ vom 8. Januar 2015 sowie des Kantonsspitals vom 

27. Januar 2015 – wie bereits die IV-Stelle in ihrer Stellungnahme vom 

9. Februar 2015 zu Recht ausgeführt hat – im vorliegenden 

Beschwerdeverfahren keine Beachtung finden können, zumal sie sich auf 

den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nach Verfügungserlass 

beziehen.

5. Wie bereits erwähnt, beruhte die Verfügung vom 9. Januar 2006, mit 

welcher die IV-Stelle dem Beschwerdeführer aufgrund eines 

Invaliditätsgrades von 64 % mit Wirkung ab dem 1. November 2004 eine 

Dreiviertelsrente zugesprochen hatte, indirekt auf dem von der SUVA 

eingeholten interdisziplinären MZR-Gutachten vom 25. August 2005 (vgl. 

IV-act. 24). Darin wurden folgende Diagnosen gestellt:

"Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
1. Frozen Shoulder links mit/bei:

- Status nach mehrfragmentärer, wenig dislozierter Fraktur des Tuberculum majus 

und AC-Gelenksluxation Tossy II am 2.2.01

- Status nach arthroskopischer subacromiale Dekompression und AC-Gelenks-

resektion am 29.8.01 wegen Bursitis subacromialis

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- Status nach offener erneuter AC-Gelenksresektion und Reinsertion im Sinne der 

Straffung der elongierten Supraspinatussehne vom 6.12.02

- inadäquate Fehlhaltung und Schonung mit progredienten tendomyotischen 

Beschwerden im Schultergürtel links und retraktiver Kapsulitis

2. Mittelgradige depressive Episode (ICD 10: F 32.10) mit/bei:

- zunehmenden Ängsten seit 2004

- anhaltender somatoformer Schmerzstörung (ICD 10: F45.4)

- Verdacht auf passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung

Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
3. Adipositas Grad I nach WHO (BMI 34.2 kg/m2)

4. mittelschwere Tieftonsenke links, leichte Hochtonsenke rechts

5. Strabismus divergens mit/bei:

- zunehmenden Ängsten seit 2004

- Myopia parva und Astigmatismus am linken Auge

6. leichtes Karpaltunnelsyndrom beidseits"

Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers wurde im 

erwähnten MZR-Gutachten vom 25. August 2005 zusammenfassend 

ausgeführt, dass dieser für körperliche Schwerarbeit insbesondere mit 

Bewegung und Belastung des dominanten linken Armes nicht mehr 

arbeitsfähig sei. Aus rheumatologischer Sicht sei eine 

behinderungsangepasste Tätigkeit in einem Umfang von 70 % zumutbar. 

Aufgrund der zusätzlichen psychiatrischen Beschwerden bestehe global 

gesehen jedoch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-act. 21 S. 31 ff.).

6. a) Um beurteilen zu können, ob sich die gesundheitliche Verfassung des 

Beschwerdeführers seit der rentenzusprechenden Verfügung vom 

9. Januar 2006 in einer für den Rentenanspruch massgeblichen Weise 

verändert hat, beauftragte die IV-Stelle den Regionalen Ärztlichen Dienst 

Ostschweiz (RAD) mit einer bidisziplinären rheumatologisch-

psychiatrischen Untersuchung des Beschwerdeführers. Während RAD-

Arzt Dr. med. C._____, Facharzt für Rheumatologie und innere Medizin 

FMH, Physikalische Medizin und Rehabilitation, zertifizierter 

medizinischer Gutachter SIM, den Beschwerdeführer zu diesem Zweck 

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am 18. September 2013 untersuchte (vgl. den entsprechenden ärztlichen 

Bericht in IV-act. 117 S. 1 ff.), führte Dr. med. D._____, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, zertifizierter medizinischer 

Gutachter SIM, am 15. Oktober 2013 eine psychiatrische Untersuchung 

durch (vgl. den entsprechenden ärztlichen Bericht in IV-act. 117 S. 15 ff.). 

Nebst diesen Einzelfallbeurteilungen, welche auf der Grundlage der 

persönlichen Untersuchungen und der medizinischen Vorakten verfasst 

wurden, erstellten die beiden involvierten RAD-Ärzte am 6. November 

2013 eine interdisziplinäre Konsensbeurteilung (vgl. IV-act. 117 S. 26 ff.). 

Überdies liess die IV-Stelle den Beschwerdeführer vom 12. bis zum 

19. Juli 2013 observieren. Anlässlich zweier persönlicher Befragungen 

des Beschwerdeführers vom 7. und 13. Januar 2014 wurden diverse 

Bewegungsabläufe aufgezeichnet und dieser mit dem 

Observationsmaterial konfrontiert. Dabei wurde ihm Gelegenheit geboten, 

sich zu den fraglichen Aufnahmen sowie den daraus gezogenen 

Schlussfolgerungen zu äussern (vgl. die entsprechenden Protokolle in IV-

act. 126 und 128). Zudem wurde das Observationsmaterial mitsamt den 

zugehörigen Berichten den RAD-Ärzten Dres. med. D._____ und C._____ 

vorgelegt, welche dazu am 20. Januar bzw. am 6. Februar 2014 Stellung 

nahmen (vgl. IV-act. 133 und 153).

b) Zu diesen Beweisvorkehren ist zunächst festzuhalten, dass die 

Ergebnisse einer zulässigen Überwachung zusammen mit einer ärztlichen 

Aktenbeurteilung gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

grundsätzlich geeignet sein können, eine genügende Basis für eine 

Sachverhaltsdarstellung betreffend den Gesundheitszustand und die 

Arbeitsfähigkeit zu bilden (vgl. BGE 137 I 327 E.7.1 m.w.H.; zu den 

beweisrechtlichen Anforderungen zudem sogleich Erwägung 6c). Die 

grundsätzliche Zulässigkeit und Rechtmässigkeit der Überwachung (vgl. 

hierzu BGE 137 I 327 m.w.H.) wird vorliegend – insbesondere in 

Anbetracht des Anfangsverdachts in Form eines anonymen Hinweises, 

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wonach der Beschwerdeführer eine Wohnung gekauft und diese eigens 

aufwändig saniert habe – zu Recht nicht bestritten, weshalb sich 

diesbezügliche Ausführungen erübrigen (vgl. zu einzelnen Kritikpunkten 

jedoch nachfolgend Erwägung 7d). Aus den Ermittlungs- und 

Observationsberichten vom 3. September 2013 geht hervor, dass der 

Beschwerdeführer im Observationszeitraum diverse Hauswartarbeiten 

wie Fahrrad-, Vorplatz- und Fassadenabspritzen, Wisch-, Reinigungs- 

und Verputzarbeiten, Reparatur eines Holzzaunes sowie diverse 

Überkopf-Arbeiten erledigt und sich dabei vollkommen normal und 

unauffällig resp. gar ziemlich geschäftig verhalten habe. Zudem habe er 

sich wiederholt mit Nachbarn und anderen Leuten aus dem Dorf oder auf 

einer Baustelle unterhalten und sich rund 1¼ Stunden in seinem 

Schrebergarten aufgehalten. Bewegungseinschränkungen oder andere 

Auffälligkeiten, welche auf Beschwerden oder physische oder psychische 

Einschränkungen schliessen liessen, hätten absolut keine beobachtet 

werden können (vgl. IV-act. 104 sowie separates Dossier 

Aktendokumentation BVM).

c) Der Beweiswert der im Rahmen des Revisionsverfahrens 

herangezogenen ärztlichen Stellungnahmen hängt nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung davon ab, ob diese für die streitigen 

Belange umfassend sind, auf allseitigen Untersuchungen beruhen, die 

vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden berücksichtigen, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden sind, in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 

Situation einleuchten und in den daraus gezogenen Schlussfolgerungen 

zu überzeugen vermögen. Ausschlaggebend für den Beweiswert 

ärztlicher Stellungnahmen ist folglich grundsätzlich weder die Herkunft 

eines Beweismittels noch dessen Bezeichnung als Bericht oder 

Gutachten (vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a, 122 V 160 E.1c). 

Dennoch hat es das Bundesgericht mit dem Grundsatz der freien 

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Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen 

medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die 

Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b 

sowie 112 V 30 E.1a m.w.H.). Den im Rahmen des 

Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen 

Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und 

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und 

bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist 

bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 

konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. 

BGE 137 V 210 E.1.3.4 und 125 V 351 E.3b/bb). In Bezug auf Berichte 

von Hausärzten darf und soll der Richter auch der Erfahrungstatsache 

Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre 

auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten 

ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 135 V 465 E.4.3.2 ff. sowie 125 V 351 

E.3a und 3b). Sodann kommt auch den Berichten und Gutachten 

versicherungsinterner Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig 

erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind 

und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache 

allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum 

Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität 

und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer 

Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung 

objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche 

Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht 

zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein 

strenger Massstab anzulegen (vgl. zum Ganzen BGE 125 V 351 E.3b und 

122 V 157 E.1c m.w.H.). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 

Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 

- 16 -

135 V 465 E.4.3.2 und 4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_245/2011 vom 

25. August 2011 E.5.3).

d) In Revisionsfällen im Sinne von Art. 17 ATSG gilt es bei der Erhebung 

und Würdigung des medizinischen Sachverhalts darüber hinaus noch 

Folgendes zu beachten: Da die Feststellung einer revisionsbegründenden 

Veränderung durch eine Gegenüberstellung eines vergangenen und des 

aktuellen Zustandes erfolgt (vgl. vorstehend Erwägung 4c), bildet 

Gegenstand des Beweises das Vorhandensein einer 

entscheidungserheblichen Differenz in den − den medizinischen 

Gutachten zu entnehmenden − Tatsachen. Die Feststellung des aktuellen 

gesundheitlichen Befundes und seiner funktionellen Auswirkungen ist 

zwar Ausgangspunkt der Beurteilung; sie erfolgt aber nicht unabhängig, 

sondern wird nur entscheidungserheblich, soweit sie tatsächlich einen 

Unterschied auf der Seinsebene zum früheren Zustand wiedergibt. Der 

Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt 

folglich wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das 

Beweisthema − erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts − bezieht. 

Einer für sich allein betrachtet vollständigen, nachvollziehbaren und 

schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine 

erstmalige Beurteilung der Rentenberechtigung beweisend wäre (vgl. 

hierzu BGE 134 V 231 E.5.1 und 125 V 351 E.3a), gebricht es daher in 

der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von 

einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend 

darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des 

Gesundheitszustandes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben 

Sachlagen, in denen es evident ist, dass sich die gesundheitlichen 

Verhältnisse verändert haben (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_618/2014 vom 19. Dezember 2014 E.2.2, 8C_441/2012 vom 25. Juli 

2013 E.6.1.2 und 9C_418/2010 vom 29. August 2011 E.4.2).

- 17 -

7. a) Vor diesem Hintergrund sind im Folgenden die interdisziplinäre RAD-

Abklärung vom 6. November 2013 (vgl. IV-act. 117) sowie die 

Stellungnahmen der RAD-Ärzte vom 20. Januar resp. 6. Februar 2014 

(vgl. IV-act. 133 und 153) auf ihren Beweiswert zu untersuchen.

aa) Im ärztlichen Bericht der rheumatologischen RAD-Abklärung vom 
18. September 2013 (vgl. IV-act. 117 S. 1 ff.) diagnostizierte RAD-Arzt 
Dr. med. C._____ ein chronifiziertes Schmerzsyndrom der linken 
Schulter, chronische Rückfussbeschwerden links, ein chronisches 
cerviko-vertebrales Schmerzsyndrom, eine LWK-4-Vorderkanten-
Impressionsfraktur mit sporadischen lumbalen Rückenschmerzen sowie 
periarthrosis genu beidseits. Dabei hielt er fest, dass sich die 
Schulterproblematik seit der Rentenzusprache nicht verändert habe. Die 
Beschwerden im Bereich der Schulter seien unter Annahme eines 
chronifizierten myofaszialen Schmerzsyndroms in sich konsistent, aus 
somatischer Sicht objektiv jedoch nicht erklärbar. Bezüglich der 
Arbeitsfähigkeit könne der Beurteilung des begutachtenden 
Rheumatologen aus dem Jahre 2005 [MZR-Gutachten] gefolgt werden. 
So sei aus rheumatologischer Sicht – bei Notwendigkeit verlängerter 
Pausen und unter Annahme eines verlangsamten Arbeitstempos – 
weiterhin von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit 
auszugehen.

bb) Dr. med. D._____ hielt im ärztlichen Bericht der psychiatrischen RAD-
Abklärung vom 15. Oktober 2013 (vgl. IV-act. 117 S. 15 ff.) fest, dass sich 
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers aus psychiatrischer 
Sicht seit 2005 eindeutig gebessert habe. Abstellend auf die 
objektivierbaren Befunde lasse sich eine depressive Episode aktuell nicht 
mehr feststellen, und auch eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung 
lasse sich nicht mehr mit der notwendigen überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit diagnostizieren. Die subjektiven Selbstangaben des 
Beschwerdeführers seien nur äusserst begrenzt verwertbar, zumal sich 
sowohl aus der Testpsychologie als auch aus älteren Arztberichten 
[gemeint ist der Austrittsbericht Bellikon vom 17. September 2004, 
welcher von Inkonsistenzen und Selbstlimitierungen spricht, vgl. IV-act. 6 
S. 7] erhebliche Hinweise auf Aggravation ergäben. Angesichts des 
Haltens von zwei Hunden und der Betätigung im Garten sei 
beispielsweise an der Vernachlässigung von Freizeitbeschäftigungen 
oder der Überforderung mit Haushaltarbeiten und der Kinderbetreuung zu 
zweifeln. Zwischen den subjektiven Beschwerdeschilderungen und den 
objektivierbaren Befunden bestehe eine deutliche Diskrepanz. 
Insbesondere aus dem Bereich der Persönlichkeitsstörung resp. 
Persönlichkeitsänderung seien in der Vergangenheit verschiedene 
Diagnosen gestellt worden, welche gutachterlicherseits mangels 
Vorliegen der entsprechenden Beschwerdebilder nicht zu bestätigen 

- 18 -

seien. In Anbetracht des passiv-erwartenden Verhaltens mit 
Unzufriedenheiten mit den Behandlungsergebnissen und Aggravation 
diagnostizierte Dr. med. D._____ eine Entwicklung körperlicher 
Symptome aus psychischen Gründen (ICD 10: F68:0), welche jedoch 
keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit habe. Aus psychiatrischer 
Sicht bestünden deshalb weder eine verminderte Arbeitsfähigkeit noch 
Funktionseinschränkungen. Diese aktuelle Beurteilung könne spätestens 
ab dem 1. Januar 2011 angenommen werden, nachdem Dr. med. 
E._____ ab Herbst 2010 über eine Aufhellung der depressiven 
Symptomatik berichtet habe und die Anamnese des Versicherten auf 
einen gleichförmigen seitherigen Verlauf schliessen lasse.

cc) In der interdisziplinären RAD-Konsensbeurteilung (vgl. IV-act. 117 
S. 26 ff.) gelangten Dres. med. C._____ und D._____ zum Schluss, dass 
die frühere Tätigkeit als Hilfsgipser aufgrund der dafür notwendigen 
Belastung der Schultergelenke und des Nackens sowohl hinsichtlich 
Überkopfarbeiten wie auch Gewichtsbelastungen nicht mehr möglich sei. 
In adaptierter Tätigkeit (leichte, wechselbelastende körperliche 
Tätigkeiten, bei denen der linke Arm nicht über 60 Grad gehoben werden 
müsse; keine repetitive Rotationsbewegungen bei einer Trag- und 
Hebebelastung des linken Armes bis maximal 10 kg; Überkopfarbeiten 
sollten auch bezüglich der Nackenproblematik vermieden werden; keine 
Tätigkeiten auf unebenem Boden oder im Knien) bestehe derzeit – und 
spätestens seit dem 1. Januar 2011 – aus medizinischer Sicht eine 
Arbeitsfähigkeit von 70 %. Einer sofortigen beruflichen Eingliederung 
stünden keine medizinischen Hinderungsgründe entgegen, doch scheine 
eine solche in Anbetracht der erheblichen Vorbehalte des Versicherten 
als nicht erfolgsversprechend.

dd) In seiner Stellungnahme zu den Ermittlungs- und 
Observationsergebnissen vom 20. Januar 2014 (vgl. IV-act. 133) führte 
Dr. med. D._____ aus, dass die Ergebnisse der Observation seine im 
Rahmen der psychiatrischen RAD-Abklärung gewonnen Erkenntnisse 
bestärkt und insbesondere seine Beurteilung, wonach den Aussagen des 
Versicherten nur wenig Gewicht beigemessen werden könne, unterstützt 
hätten. Vor allem in Bezug auf die geltend gemachten Einschränkungen 
in der Haushaltarbeit sowie den sozialen Rückzug erwiesen sich seine 
Aussagen als falsch resp. nicht glaubhaft. Mit anderen Worten sei die von 
ihm attestierte vollschichtige Arbeitsfähigkeit durch den erbrachten 
Tatbeweis bestätigt worden.

ee) Dr. med. C._____ seinerseits hielt in seiner Stellungnahme zum Observa-
tionsmaterial vom 6. Februar 2014 (vgl. IV-act. 153) fest, dass zwischen 
den unter Untersuchungsbedingungen gezeigten Einschränkungen der 
linken Schulter und dem im Rahmen der Observation beobachteten 
Einsatz im Alltag ausgeprägte Inkonsistenzen bestünden. Auch wenn eine 
gewisse Beschwerdeproblematik aufgrund des beobachteten Verhaltens 

- 19 -

(vorübergehendes Reiben der Schulter) nachvollziehbar erscheine, seien 
die Auswirkungen des Gesundheitsschadens stark verschlimmert bzw. 
überhöht dargestellt worden, sodass aus gutachterlicher Sicht eine 
deutliche Aggravation vorliege. Ob allenfalls gar eine Simulation vorliege, 
habe der Rechtsanwender zu entscheiden. Aufgrund der im Rahmen der 
Observation beobachteten Bewegungsabläufe könne im Nachhinein – 
entgegen den Ergebnissen seiner ersten Abklärung sowie der 
Begutachtung im Jahre 2005 – keine Einschränkung der 
Schulterbeweglichkeit ausgemacht werden. Unter Berücksichtigung des 
grundsätzlich vorhandenen Gesundheitsschadens werde eine 
eingeschränkte Belastbarkeit der Schulter anerkannt; dies jedoch bei 
vollumfänglich nutzbarem Bewegungsumfang der Schulter. Somit bestehe 
für leichte Tätigkeiten (inkl. Arbeiten über Kopf, Zug- und 
Stossbewegungen mit der Schulter) eine volle Arbeitsfähigkeit. Auch bei 
selten mittelschweren Tätigkeiten über Kopf dürften praktisch keine 
Einschränkungen vorliegen. Bei repetitiv mittelschweren Tätigkeiten 
vermindere sich die medizinische Zumutbarkeit jedoch mit zunehmendem 
Umfang der repetitiven Tätigkeit.

b) Die soeben auszugsweise wiedergegebenen Ausführungen sind für die 

strittigen Belange umfassend, berücksichtigen die vom Beschwerdeführer 

geklagten Leiden und sind in Kenntnis der Vorakten sowie teilweise unter 

Berücksichtigung der aus der Observation gewonnenen Erkenntnisse 

erstellt worden. Zudem beruhen sie auf einer eingehenden persönlichen 

Untersuchung des Beschwerdeführers, in welchen sich die 

begutachtenden RAD-Ärzte mit dem Beschwerdeführer 

auseinandergesetzt haben. Schliesslich leuchten sie in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und der Beurteilung der medizinischen 

Situation ein. Dies gilt insbesondere für den Abklärungsbericht von RAD-

Arzt Dr. med. D._____, welcher die in den vorherigen Arztberichten 

gestellten Diagnosen nach eingehender Auseinandersetzung mit den 

Vorakten ausführlich widerlegt hat. Die von ihm erwähnten Hinweise auf 

Aggravation beruhen sodann nicht nur auf seinen eigenen 

testpsychologischen Untersuchungen, sondern ergeben sich auch aus 

den bisherigen Akten (vgl. die entsprechenden Ausführungen im 

Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 3. Juni 2004 in IV-act. 6 S. 7) 

und wurden durch die Ergebnisse der durchgeführten Observation 

eindrücklich bestätigt (vgl. Stellungnahme zu den 

- 20 -

Observationsergebnissen vom 20. Januar 2014 in IV-act. 133). So 

offenbart das Observationsmaterial erhebliche Inkonsistenzen zwischen 

den unter Untersuchungsbedingungen gezeigten Einschränkungen der 

linken Schulter und dem zu beobachtenden Einsatz im Alltag (vgl. hierzu 

insbesondere die Beurteilung des Observationsvideos vom 28. August 

2013 durch RAD-Arzt pract. med. F._____ in IV-act. 98 S. 12 ff. sowie die 

Stellungnahme von Dr. med. C._____ vom 6. Februar 2014 in IV-act. 153 

und den Ermittlungsbericht vom 12. Februar 2014 in IV-act. 165 S. 8 ff.). 

Überdies hat Dr. med. D._____ entgegen der beschwerdeführerischen 

Behauptung (vgl. Beschwerde S. 5 f.) auch testpsychologische 

Untersuchungen durchgeführt.

Auch Dr. med. C._____, welcher in seiner ersten Beurteilung hinsichtlich 

der Schulterproblematik noch nicht von einer Verbesserung des 

Gesundheitszustandes ausgegangen war, setzte sich mit den bisherigen 

Arztberichten und insbesondere mit dem MZR-Gutachten aus dem Jahre 

2005 auseinander. Seine Stellungnahme zu den 

Observationsergebnissen ist insofern nachvollziehbar und einleuchtend, 

als dieser darin sorgfältig und überzeugend begründet, weshalb er an 

seiner ursprünglichen Auffassung, wonach der Beschwerdeführer in einer 

adaptierten Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig sei, nach Kenntnisnahme des 

Observationsmaterials nur noch beschränkt festhalten könne und für 

leichte bis selten mittelschwere Tätigkeiten eine volle Arbeitsfähigkeit 

bestehe. Ausserdem setzen sich die fraglichen Beurteilungen mit 

sämtlichen relevanten Aspekten auseinander, sind objektiv begründet, in 

sich schlüssig und nachvollziehbar und vermögen angesichts der 

vertieften Auseinandersetzung mit dem früheren Gesundheitszustand 

insbesondere den revisionsrechtlichen Beweisanforderungen (vgl. 

vorstehend Erwägung 6d) zu genügen. Die soeben dargelegten 

Einschätzungen der RAD-Ärzte wurden von RAD-Arzt pract. med. 

F._____, Facharzt für Allgemeinmedizin und zertifizierter medizinischer 

- 21 -

Gutachter SIM, im Rahmen seiner Abschlussbeurteilung vom 

9. Dezember 2013 resp. 14. Februar 2014 (vgl. Case Report IV-act. 190 

S. 10 f.) sodann bestätigt.

c) Ausserdem sind die bei den Akten liegenden Arztberichte nicht geeignet, 

auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Richtigkeit der 

fraglichen RAD-Beurteilungen zu wecken.

aa) So ist etwa auf den Arztbericht des behandelnden HNO-Spezialarztes 

Dr. med. G._____ vom 1. Juli 2013, in welchem dem Beschwerdeführer 

seit 2001 eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde, nur in 

den Grenzen dessen Fachgebietes abzustellen. Unter Ziff. 7.1 hielt dieser 

denn auch fest, dass in Bezug auf das Gehör keine dauernde 

Arbeitsunfähigkeit bestehe (vgl. IV-act. 94).

bb) Zum Arztbericht des behandelnden Psychiaters Dr. med. E._____ vom 

12. Juli 2013 zuhanden der IV-Stelle (vgl. IV-act. 95) ist festzuhalten, dass 

die dort festgehaltene extreme Einschränkung der körperlichen und 

psychischen Belastbarkeit sowie die extrem herabgesetzte 

Anpassungsfähigkeit mit den Ergebnissen der ebenfalls im Juli 2013 

durchgeführten Observation kaum in Einklang zu bringen sind. Die Fakten 

sprechen vielmehr für eine gute körperliche Leistungsfähigkeit, und 

relevante Einschränkungen im Leistungsbereich (zumindest bei 

mittelschweren Arbeiten) dürften nicht vorliegen. Die möglicherweise 

zeitweise vorhandenen Beschwerden, welche im Observationsmaterial 

durch einen einmaligen Griff an die linke Schulter dokumentiert werden, 

sind jedoch nicht geeignet, die Arbeitsfähigkeit dauerhaft zu beeinflussen 

(vgl. hierzu auch die Beurteilung des Observationsvideos vom 28. August 

2013 durch RAD-Arzt pract. med. F._____ in IV-act. 98 S. 13). Überdies 

ist zu beachten, dass die Einschätzungen von Dr. med. E._____ in erster 

Linie auf den subjektiven (Schmerz-)Angaben des Beschwerdeführers 

- 22 -

beruhen. Obschon grundsätzlich auch Berichten von behandelnden 

(Haus-)Ärzten voller Beweiswert zuerkannt werden kann (vgl. hierzu 

vorstehend Erwägung 6c), ist die Aussagekraft dieses Arztberichtes in 

Anbetracht des aggravierenden Verhaltens sowie der teilweise 

aktenkundig wahrheitswidrigen Aussagen des Beschwerdeführers (vgl. 

hierzu nachfolgend Erwägung 10c) doch erheblich zu relativieren. Falls 

seitens des Versicherten im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung 

nämlich objektiv falsche oder unvollständige Angaben gemacht werden, 

resultieren in den medizinischen Berichten fast zwangsweise falsche 

Schlussfolgerungen. Beim Beschwerdeführer, bei dem seit 2004 

Selbstlimitierung und Inkonsistenzen dokumentiert sind, der im Rahmen 

der psychiatrischen RAD-Untersuchung deutliche Hinweise auf 

Aggravation oder gar Täuschung gezeigt hat und dessen Angaben zur 

Lebensgestaltung ebenfalls Hinweise auf Inkonsistenzen beinhalten, kann 

subjektiven Angaben in einer Untersuchungssituation nur sehr wenig 

Gewicht beigemessen werden (vgl. hierzu den psychiatrischen RAD-

Abklärungsbericht vom 15. Oktober 2013 in IV-act. 117 S. 23). Aus 

diesem Grunde ist der Arztbericht von Dr. med. E._____ mit einem 

grundlegenden Mangel behaftet, weshalb die darin enthaltenen 

Ausführungen keinen sachlichen Grund darstellen, von der RAD-

Beurteilung abzuweichen. Gleiches gilt für die Beurteilung von Dr. med. 

E._____ im E-Mail an die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers vom 

15. Dezember 2014 (vgl. beschwerdeführerische Beilage [Bf-act.] 7).

cc) Der behandelnde Hausarzt, Dr. med. H._____, hielt in seinem Arztbericht 

vom 28. Oktober 2013 zuhanden der IV-Stelle fest, dass die bekannten 

persistierenden Schmerzen und Muskelverspannungen im Bereich der 

linken Schulter weiterhin bestünden und attestierte dem 

Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit (vgl. IV-act. 112). Zur Arbeitsfähigkeit in angepasster 

Tätigkeit äusserte sich Dr. med. H._____ in diesem Bericht jedoch nicht. 

- 23 -

In einer medizinischen Einschätzung zuhanden der Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers vom 12. Dezember 2014 (vgl. Bf-act. 5) führte dieser 

sodann aus, dass ihm eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft angesichts 

der physischen und psychischen Beeinträchtigungen – ausser im Falle 

positiver Arbeitsversuche im Rahmen der bisher von der IV 

angenommenen 36 %igen Erwerbsfähigkeit – nicht mehr möglich 

erscheine. Auch diese Einschätzungen des Hausarztes sind zufolge 

dessen vertrauensärztlicher Stellung sowie des aggravierenden 

Verhaltens des Beschwerdeführers mit Vorbehalten zu würdigen und 

stehen ausserdem ebenfalls in einem unauflösbaren Widerspruch zu der 

im Rahmen der Observation festgestellten tatsächlichen 

Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers. Mit anderen Worten sind auch 

diese Arztberichte nicht geeignet, auch nur geringe Zweifel an der 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der RAD-Beurteilungen zu begründen.

dd) Wie vorstehend in Erwägung 4c bereits erwähnt, beziehen sich die im 

Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichten Arztberichte von 

Dr. med. B._____ vom 8. Januar 2015 sowie des Kantonsspitals vom 

27. Januar 2015 auf den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers 

nach Erlass der angefochtenen Verfügungen und sind demzufolge nicht 

von Relevanz. Ebenfalls keinen Einfluss auf die RAD-Beurteilungen 

haben die diversen Arztberichte der Uniklinik Balgrist, welche sich auf die 

Behandlung des Sprunggelenks beziehen und sich in keinster Weise zur 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers äussern (vgl. IV-act. 119, 125 

und 183).

d) Wie nachfolgend dargestellt, rechtfertigen auch die vom 

Beschwerdeführer gegen dieses Beweisergebnis erhobenen Einwände 

keine abweichende Betrachtungsweise.

- 24 -

aa) Im Zusammenhang mit der Begutachtung bemängelt der 

Beschwerdeführer zunächst, dass diese nicht in seiner Muttersprache 

stattgefunden habe und beantragt dementsprechend eine erneute subtile 

psychiatrische Begutachtung in der Muttersprache (vgl. Beschwerde 

S. 5 f.). Diesbezüglich ist festzuhalten, dass bei psychiatrischen 

Begutachtungen gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine 

Übersetzungshilfe beizuziehen ist, sofern sprachliche Schwierigkeiten 

bestehen und das Untersuchungsgespräch nicht in der Muttersprache des 

Exploranden durchgeführt werden kann (vgl. BGE 140 V 260 E.3.2.1). 

Obschon der bestmöglichen sprachlichen Verständigung zwischen 

Experte und versicherter Person insbesondere bei psychiatrischen 

Abklärungen besonderes Gewicht zukommt, besteht indes kein Anspruch 

auf Untersuchung in der Muttersprache der versicherten Person oder den 

Beizug eines Übersetzers (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_321/2007 

vom 6. Mai 2008 E.6.1.2). Die Entscheidung darüber, ob die 

Verständigung mit einem fremdsprachigen Exploranden in 

ausreichendem Masse möglich oder ein Dolmetscher beizuziehen ist, 

steht im Ermessen des Gutachters (vgl. hierzu BÜHLER, Die Mitwirkung 

Dritter bei der medizinischen Begutachtung im 

sozialversicherungsrechtlichen Verwaltungsverfahren, in: Jusletter vom 

3. September 2007, Rz. 30 ff.). Vor diesem Hintergrund ist es nicht zu 

beanstanden, dass für die psychiatrische Begutachtung vom 15. Oktober 

2013 eine Dolmetscherin beigezogen worden ist. Dies umso mehr, als der 

Beschwerdeführer im Zusammenhang mit der Dolmetscherin keine 

konkreten Beanstandungen vorbringt und sich damals mit dem Beizug der 

Übersetzerin einverstanden erklärt resp. nicht dagegen opponiert hat. Aus 

diesem Grunde ist der beschwerdeführerische Antrag auf Durchführung 

einer erneuten psychiatrischen Begutachtung in seiner Muttersprache 

abzuweisen.

- 25 -

bb) Sodann kritisiert der Beschwerdeführer, dass die 

Observationsdokumentation nur einen Augenblick betreffe. Auf den 

Bildern und im Film fehlten die Stimmungsschwankungen sowie die 

depressiven und aggressiven Momente. Um den Status eines Patienten 

zu erfassen, müsse man ihn über eine längere Periode stationär 

beobachten (vgl. Beschwerde S. 5). Diesen grundsätzlich nicht von der 

Hand zu weisenden Einwänden des Beschwerdeführers ist im 

vorliegenden Kontext entgegenzuhalten, dass sein Status nicht in erster 

Linie gestützt auf das Observationsmaterial, sondern vielmehr aufgrund 

der bidisziplinären fachärztlichen Abklärungen des RAD festgestellt 

worden ist. Gerade in psychischer Hinsicht haben die 

Observationsergebnisse lediglich zu einer Bestätigung der fachärztlichen 

Einschätzungen von Dr. med. D._____ geführt (vgl. vorstehend Erwägung 

7b). Was den physischen Aspekt des Gesundheitszustandes betrifft, so 

sind selbst einmalige resp. vereinzelte Aufnahmen bestimmter 

Bewegungsabläufe sehr wohl geeignet, um die Bewegungsmöglichkeiten 

der Schulterpartie – insbesondere im Vergleich zu den anlässlich der 

Untersuchung gezeigten Einschränkungen – zu beurteilen. Entgegen 

seinen Darstellungen in der Beschwerde ist es dem Beschwerdeführer 

selbstverständlich nicht verboten, mit seinen Hunden spazieren zu gehen 

oder mit einem Bauarbeiter zu sprechen (so Beschwerde S. 5). Sein im 

Rahmen der Observation zu beobachtendes Verhalten – mithin das 

unauffällige Gangbild beim Gassigehen mit den Hunden, die diversen 

Konversationen mit Nachbarn, Passanten und Bauarbeitern, das Winken 

mit der linken Hand über dem Kopf sowie die diversen handwerklichen 

Tätigkeiten (vgl. IV-act. 104 S. 25 ff.) sprechen jedoch gegen die in der 

Untersuchungssituation sowie anlässlich der persönlichen Befragung 

geklagten Beschwerden und Einschränkungen in körperlicher Hinsicht 

sowie den geltend gemachten sozialen Rückzug und sind von den 

Fachleuten zu Recht als übertriebene Darstellungen resp. 

- 26 -

aggravatorisches Verhalten qualifiziert worden (vgl. hierzu auch 

nachfolgend Erwägung 10b ff.).

cc) Hinsichtlich der Observationsergebnisse macht der Beschwerdeführer 

des Weiteren geltend, deren Vorlage an die Gutachter beeinflusse diese 

und sei deshalb nicht zulässig. Auch diesbezüglich ist dem 

Beschwerdeführer nicht zu folgen. Die RAD-Ärzte haben sich offenbar 

erst nach erfolgter persönlicher Untersuchung des Beschwerdeführers 

und Erstattung der entsprechenden Abklärungsberichte (vgl. IV-act. 117) 

mit dem Observationsmaterial auseinandergesetzt. In Bezug auf die 

psychiatrische Untersuchung kann ohnehin nicht von einer Beeinflussung 

des Gutachters gesprochen werden, zumal sich Dr. med. D._____ durch 

die Observationsergebnisse in seiner ersten Einschätzung bestätigt sah 

(vgl. vorstehend Erwägung 7b). Auch hinsichtlich der rheumatologischen 

RAD-Beurteilung durch Dr. med. C._____ kann nicht von einer 

unzulässigen Beeinflussung des Gutachters die Rede sein, obschon 

dieser seine ursprüngliche Beurteilung in Kenntnis des 

Observationsmaterials revidiert und insbesondere die Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von 70 auf 100 % erhöht hat. 

Diese Abweichung wird in seiner Stellungnahme zum 

Observationsmaterial vom 6. Februar 2014 nämlich nachvollziehbar 

begründet und beruht auf einer sachlichen Würdigung der Ermittlungs- 

und Observationsberichte sowie insbesondere einem Vergleich der 

tatsächlichen Beweglichkeit der linken Schulter mit der anlässlich der 

Untersuchung demonstrierten Schulterbeweglichkeit (vgl. IV-act. 153). 

Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers hat die 

Auseinandersetzung mit dem Observationsmaterial die Gutachter 

demnach nicht in einer zu beanstandenden Weise beeinflusst, sondern im 

Gegenteil gar den Beweiswert der fachmännischen Beurteilungen erhöht 

(so auch angefochtene Verfügung S. 4 f). Angesichts der 

nachvollziehbaren, objektiven Begründung der Abweichung von seiner 

- 27 -

ursprünglichen Beurteilung sowie vor dem Hintergrund der 

anzunehmenden situationsbedingten Selbstlimitierung des 

Beschwerdeführers in der Begutachtungssituation war RAD-Arzt Dr. med. 

C._____ entgegen der beschwerdeführerischen Auffassung (vgl. 

Beschwerde S. 5) auch nicht gehalten, den Beschwerdeführer vor der 

abweichenden Beurteilung erneut persönlich zu untersuchen. Aus diesem 

Grunde ist auch der beantragten Prüfung der Schulterbeweglichkeit und 

der Schmerzen in einer stationären Institution nicht stattzugeben. 

Überdies ist dem Beschwerdeführer im Rahmen der persönlichen 

Befragung vom 13. Januar 2014 bezüglich der Observationsergebnisse 

das rechtliche Gehör gewährt worden.

dd) Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, dass er höchstens zu 40 % 

arbeitsfähig sei und ihm auch seine langjährigen Ärzte sowohl in 

physischer als auch in psychischer Hinsicht eine angeschlagene 

Gesundheit attestierten, ist ihm ebenfalls nicht zu folgen. Wie vorstehend 

in Erwägung 7b dargestellt, sind die RAD-Abklärungsberichte in Kenntnis 

der Vorakten ergangen und werden insbesondere durch die Berichte der 

behandelnden Ärzte Dres. med. E._____ und H._____ nicht in Zweifel 

gezogen. Wenn der Beschwerdeführer im Rahmen seiner Beschwerde 

sodann geltend macht, er "kann und würde gerne einer Beschäftigung 

nachgehen" (vgl. Beschwerde S. 5), so ist dies nicht nachvollziehbar und 

steht insofern im Widerspruch zu seinem bisherigen Verhalten, als er sich 

sowohl anlässlich der fachärztlichen Untersuchungen als auch der 

persönlichen Befragungen durch die IV-Stelle stets ausserstande 

gesehen hat, wieder einer Arbeitstätigkeit nachzugehen (vgl. etwa IV-act. 

117 S. 13 und 25 oder IV-act. 126 S. 4). Zu relativieren ist zudem dessen 

apodiktisches Vorbringen, wonach es unmöglich sei, dass eine Person 

während bald 14 Jahren krank gewesen und nun plötzlich zu 100 % 

gesund sein soll. Zum einen ist es in Anbetracht der vorstehenden 

Ausführungen nicht erstellt, dass der Beschwerdeführer seit 14 Jahren 

- 28 -

"krank" ist, und zum anderen macht die IV-Stelle auch keine 100%ige 

Gesundheit geltend. Trotz gewisser anerkannter gesundheitlicher 

Einschränkungen hält sie es jedoch berechtigterweise für möglich, dass 

der Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Tätigkeit ein 

rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag.

e) In Würdigung der gesamten Aktenlage gelangt das Verwaltungsgericht 

aus den vorgenannten Gründen zum Schluss, dass sich der 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der Verfügung vom 

9. Januar 2006 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit wesentlich 

gebessert hat. Bei dieser Sachlage ist die IV-Stelle zu Recht vom 

Vorliegen eines Revisionsgrundes im Sinne von Art. 17 ATSG 

ausgegangen.

8. a) Liegt ein Revisionsgrund vor, hat die IV-Stelle und im Beschwerdefall das 

angerufene Verwaltungsgericht ohne Bindung an frühere Beurteilungen in 

rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht frei zu prüfen, ob ein Versicherter im 

Zeitpunkt der Revisionsverfügung in rentenbegründendem Umfang invalid 

ist (vgl. BGE 141 V 9 E.2.3 und 6.1 sowie Urteil des Bundesgerichts 

8C_209/2015 vom 17. August 2015 E.6.3). Dabei liegt regelmässig kein 

versicherter Gesundheitsschaden vor, soweit die geltend gemachte 

Leistungseinschränkung auf Aggravation oder ähnlichen Erscheinungen 

beruht. Hinweise auf solche und andere Äusserungen eines sekundären 

Krankheitsgewinns ergeben sich namentlich, wenn eine erhebliche 

Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten 

Verhalten oder der Anamnese besteht, intensive Schmerzen angegeben 

werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt, keine medizinische 

Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird, demonstrativ 

vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken 

sowie wenn schwere Einschränkungen im Alltag behauptet werden, das 

psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist. Dagegen weist ein 

- 29 -

bloss verdeutlichendes Verhalten gerade in der Untersuchungssituation 

nicht per se auf Aggravation hin (vgl. BGE 141 V 281 E.2.2.2).

b) Vorliegend kann zur Beantwortung der Frage, ob der Beschwerdeführer 

im Zeitpunkt der Revisionsverfügung vom 11. November 2014 in 

rentenbegründendem Umfang invalid war, auf die rheumatologisch-

psychiatrischen RAD-Berichte vom 18. September resp. 15. Oktober 2013 

sowie auf die ergänzenden Stellungnahmen zu den 

Observationsergebnissen vom 20. Januar und 6. Februar 2014 sowie auf 

die Konsensbeurteilung vom 6. November 2013 (vgl. IV-act. 117, 133 und 

153), welchen – wie vorstehend in Erwägung 7 dargestellt – voller 

Beweiswert zukommt, abgestellt werden. In seiner angestammten 

Tätigkeit als Hilfsgipser ist der Beschwerdeführer unbestrittenermassen 

zu 100 % arbeitsunfähig. Auf der Grundlage der erwähnten 

Abklärungsberichte und Stellungnahmen hat die IV-Stelle in Anbetracht 

der vorstehenden Ausführungen zu Recht auf eine volle Arbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers in adaptierter Tätigkeit erkannt.

c) Fraglich und im Hinblick auf die ebenfalls streitgegenständliche 

Rückerstattungsverfügung (vgl. hierzu nachfolgend Erwägung 11) zu 

klären ist sodann, ab welchem Zeitpunkt von dieser vollen Arbeitsfähigkeit 

in adaptierter Tätigkeit auszugehen ist. Diesbezüglich führte RAD-Arzt 

Dr. med. D._____ in seinem Abklärungsbericht vom 15. Oktober 2013 

aus, dass spätestens ab dem 1. Januar 2011 von dieser vollen 

Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden könne, zumal Dr. med. E._____ ab 

Herbst 2010 über eine Aufhellung der depressiven Symptomatik berichtet 

habe und die Anamnese des Beschwerdeführers auf einen gleichförmigen 

seitherigen Verlauf schliessen lasse (vgl. IV-act. 117 S. 24 sowie auch 

Konsensbeurteilung in IV-act. 117 S. 27). Dieser retrospektiven 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ist jedoch nicht zu folgen. Dem 

Arztbericht des behandelnden Psychiaters Dr. med. E._____ vom 23. Juli 

- 30 -

2013 lässt sich zwar in der Tat eine gewisse Aufhellung der depressiven 

Symptomatik im Herbst 2010 entnehmen. Dass die Depression – im 

Vergleich zu einer schweren depressiven Episode Ende Sommer 2010 

mit Suizidgedanken – seit Ende Herbst 2010 als mittelgradig eingestuft 

werden konnte, war jedoch offenbar in erster Linie auf eine Anpassung 

der Medikation (Einstellung auf Cymbalta bis 120mg und Trittico 200mg 

plus Stilnox CR 12.5 mg) zurückzuführen. Insgesamt hatte sich das 

psychopathologische Bild jedoch nicht wesentlich verändert, weshalb 

Dr. med. E._____ sowohl im damaligen Zeitpunkt als auch für die nächste 

Zukunft von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen war (vgl. IV-

act. 95). In einer E-Mail an die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers 

vom 15. Dezember 2014 hat dieser die Arbeitsunfähigkeit des 

Beschwerdeführers in jeglicher beruflichen Tätigkeit sodann immer noch 

mit 70 % angegeben (vgl. Bf-act. 7). Ausserdem begründete Dr. med. 

D._____ nicht näher, inwiefern die Anamnese auf einen gleichförmigen 

seitherigen Verlauf des Gesundheitszustandes schliessen lasse. 

Entgegen der Einschätzung von RAD-Arzt Dr. med. D._____ ist demnach 

nicht bereits seit dem 1. Januar 2011 von einer vollen Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers auszugehen.

d) Der andere involvierte RAD-Arzt, Dr. med. C._____, äusserte sich in 

seinem Abklärungsbericht sowie in seiner Stellungnahme zum 

Observationsmaterial demgegenüber nicht explizit zur retrospektiven 

Frage, ab welchem Zeitpunkt von der nun festgestellten vollen 

Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit auszugehen sei. Auch den übrigen 

medizinischen Berichten lassen sich diesbezüglich keine 

aufschlussreichen Anhaltspunkte entnehmen. In Anbetracht der Tatsache, 

dass dem Beschwerdeführer seitens der RAD-Ärzte erst gestützt auf eine 

Auseinandersetzung mit den Observationsergebnissen eine volle 

Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit attestiert worden ist, während 

diese zuvor von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen waren (vgl. 

- 31 -

vorstehend Erwägung 7), rechtfertigt es sich, den Beschwerdeführer 

rückwirkend per 1. Juli 2013 – mithin dem Beginn des 

Durchführungsmonats der Observation – als adaptiert voll arbeitsfähig zu 

betrachten.

9. In der angefochtenen Verfügung ist das Valideneinkommen des 

Beschwerdeführers – ausgehend vom Einkommen, welches dieser vor 

dem Eintritt der Invalidität als Hilfsgipser erzielt hatte und unter 

Berücksichtigung der Einkommensentwicklung – für das Jahr 2014 auf 

Fr. 76'502.-- und das Invalideneinkommen – auf Basis der LSE 2011, 

Zentralwert aller Wirtschaftszweige, Anforderungsniveau 4, Männer, 

100%-Pensum inkl. 5 % Leidensabzug – für das Jahr 2014 auf 

Fr. 60'340.-- festgelegt worden (vgl. angefochtene Verfügung S. 2 f. sowie 

die detaillierte Invaliditätsbemessung in IV-act. 171). Diese Berechnungen 

der IV-Stelle wurden seitens des Beschwerdeführers weder bemängelt 

noch sind Anhaltspunkte für Unregelmässigkeiten ersichtlich. Demnach ist 

die IV-Stelle zu Recht von einem Invaliditätsgrad von 21 % ausgegangen, 

welcher gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG keinen Anspruch auf eine 

Invalidenrente begründet.

10. a) Bei diesem Ergebnis bleibt zu prüfen, ob die IV-Stelle berechtigt war, die 

dem Beschwerdeführer zuerkannte Rente rückwirkend per 31. März 2011 

aufzuheben. Gemäss Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV darf eine Rente 

rückwirkend (ex tunc) vom Eintritt der für den Anspruch erheblichen 

Änderung aufgehoben werden, wenn die unrichtige Ausrichtung einer 

Leistung darauf zurückzuführen ist, dass der Bezüger sie unrechtmässig 

erwirkt hat oder der ihm gemäss Art. 77 IVV zumutbaren Meldepflicht 

nicht nachgekommen ist. Gemäss jener Bestimmung haben der 

Berechtigte oder sein gesetzlicher Vertreter sowie Behörden oder Dritte, 

denen die Leistung zukommt, jede für den Leistungsanspruch wesentliche 

Änderung, namentlich eine solche des Gesundheitsschadens, der 

- 32 -

Arbeits- und Erwerbsfähigkeit, des Zustandes der Hilflosigkeit sowie des 

invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes, unverzüglich der IV-Stelle 

anzuzeigen (vgl. ausserdem Art. 31 Abs. 1 ATSG). Für den Tatbestand 

der Meldepflichtverletzung ist ein schuldhaftes Verhalten erforderlich, 

wobei nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung bereits leichte 

Fahrlässigkeit genügt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_245/2012 vom 

29. Oktober 2012 E.4.1 m.w.H.). Erforderlich ist im Weiteren, dass 

zwischen der schuldhaften Meldepflichtverletzung als zu 

sanktionierendem Verhalten und dem unrechtmässigen Leistungsbezug 

(resp. dem eingetretenen Schaden) ein Kausalzusammenhang besteht. 

Daran fehlt es, wenn anzunehmen ist, die geforderte Meldung hätte an 

der Ausrichtung der Leistung nichts geändert (vgl. BGE 118 V 214 sowie 

zum Ganzen KIESER, a.a.O., Art. 25 N 17 ff. und MEIER/REICHMUTH, 

a.a.O., Art. 30-31 N 145 ff.).

b) Im Revisionsfragebogen inkl. Zusatzfragen vom 30. Mai 2013 hat der 

Beschwerdeführer gegenüber der IV-Stelle explizit angegeben, nicht 

erwerbstätig zu sein und auch keiner freiwilligen, unentgeltlichen Arbeit 

nachzugehen. Sein Gesundheitszustand habe sich insofern 

verschlechtert, als die Schmerzen an Schulter und Nackenpartie 

unerträglich geworden seien und er an Depressionen inkl. Schlaf- und 

Konzentrationsstörungen leide. Beim Gehen habe er nach ca. 30 Minuten 

Probleme, und beim Bücken, Heben oder Tragen von Gegenständen 

habe er Schmerzen an Schulter, Rücken, Nacken, Knie und Knöchel. Er 

betätige sich hobbymässig im Garten, doch danach gehe es ihm 

schmerzbedingt jeweils schlecht. In guten Phasen versuche er, seine 

Frau im Haushalt mit kleinen Arbeiten zu unterstützen. Die Ausübung von 

sitzenden oder wechselbelastenden Tätigkeiten sei ihm nicht mehr 

möglich und er könne sich auch nicht vorstellen, wieder erwerbstätig zu 

sein. Seit dem Unfall habe er sich sozial sehr zurückgezogen und pflege 

nur noch mit wenigen guten Freunden Kontakt (vgl. IV-act. 78 und 79). 

- 33 -

Diese Aussagen hat er anlässlich des Evaluationsgesprächs vom 

7. Januar 2014 bestätigt. Dort hat er angegeben, seit der IV-Berentung 

keiner Tätigkeit nachgegangen zu sein. Wenn er sich psychisch 

(stundenweise) besser gefühlt habe, habe er vereinzelt in seinem kleinen 

Garten gearbeitet, im Haushalt mitgeholfen (Staubsaugen, Abstauben, 

Waschmaschine füllen) oder seine Frau bei deren Hauswarttätigkeit 

unterstützt. Er habe seinen Sohn nie tragen können. Lasten von der Taille 

bis Kopfhöhe zu heben sei schwierig; wenn es etwas sei, was er mit der 

rechten Hand packen könne, gehe es einigermassen. Lasten über 

Kopfhöhe heben meide er, weil es ihm nachträglich schlechter gehe (vgl. 

IV-act. 126).

c) Diese Angaben stehen nach fachärztlicher Einschätzung im Widerspruch 

zu den während der Observation gemachten Beobachtungen. In Kenntnis 

des Observationsmaterials ist nämlich festzuhalten, dass der 

Beschwerdeführer den linken Arm – abweichend von den anlässlich der 

Befragung vom 7. Januar 2014 aufgezeichneten standardisierten 

Bewegungsabläufen sowie den anlässlich der rheumatologischen RAD-

Untersuchung gezeigten Einschränkungen – seitlich über 60 und frontal 

über 90 Grad anheben kann. Offenkundig sind auch strengere Tätigkeiten 

resp. Hauswarttätigkeiten wie beispielsweise Reinigungs- und 

Verputzarbeiten möglich, ohne dass dabei irgendwelche Hinweise für ein 

körperliches Limit auszumachen sind. Im Observationsmaterial ist 

verschiedentlich zu sehen, wie der Beschwerdeführer seinen linken Arm 

weit über Kopfhöhe einsetzt und auch bimanuelle Tätigkeiten problemlos 

bewältigen kann. Auch lässt sich den Observationsmaterialien weder eine 

psychomotorische Verlangsamung noch ein Rückzug in allen Belangen 

des Lebens entnehmen (vgl. hierzu die Beurteilung des 

Observationsvideos durch pract. med. F._____ vom 28. August 2013 in 

IV-act. 98 sowie die Stellungnahme zum Observationsmaterial von Dr. 

med. C._____ vom 6. Februar 2014 in IV-act. 153). Seine ursprüngliche 

- 34 -

Aussage, wonach er im Haushalt nur kleine Arbeiten verrichten könne, 

erweist sich demnach offenkundig als falsch. Erst nach der Konfrontation 

mit dem Observationsmaterial räumt der Beschwerdeführer ein, dass er 

im Rahmen einer Hauswartung arbeitsfähig sei, sich eine entsprechende 

Tätigkeit vorstellen könne und auch an beruflichen 

Integrationsmassnahmen interessiert sei. Auch seine Aussage, er wolle 

stets alleine sein und habe kein soziales Leben, ist in Anbetracht des 

Observationsmaterials, welches einen offenen, ungezwungenen Kontakt 

mit Nachbarn und Bekannten dokumentiert, nicht glaubhaft. Daraus ist zu 

folgern, dass der Beschwerdeführer seine Beschwerden und 

gesundheitlichen Beeinträchtigungen gegenüber der IV-Stelle übertrieben 

dargestellt und zumindest eventualvorsätzlich unvollständige und/oder 

falsche Angaben hat.

d) Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, vermag demgegenüber 

nicht zu überzeugen. Soweit er geltend macht, dass er die 64%ige 

Invalidität so verstanden habe, dass er – im Umfang von 36 % – noch 

einen Teil an Arbeit habe leisten dürfen, ist sein Einwand zwar nicht 

gänzlich unbegründet. Es geht vorliegend jedoch nicht primär um den mit 

der Hauswarttätigkeit erzielten Verdienst von monatlich Fr. 570.--, den zu 

melden er unterlassen hat. Vielmehr geht es darum, dass er gegenüber 

der IV-Stelle bezüglich seines Gesundheitszustandes und seiner 

Arbeitsfähigkeit – wie soeben dargelegt – mehrfach unvollständige oder 

nachweislich falsche Angaben gemacht hat. Vorliegend wäre der 

Beschwerdeführer gehalten gewesen, der IV-Stelle mitzuteilen, dass er 

ohne grössere körperliche Einschränkungen in der Lage sei, diverse 

Hauswarttätigkeiten zu erledigen. Diese Schilderungen hätten die IV-

Stelle veranlasst, ein Revisionsverfahren einzuleiten, da solche 

Fähigkeiten einer deutlich über der angenommenen funktionellen 

Leistungsfähigkeit liegende Arbeitsfähigkeit entsprechen. Insofern ist der 

erforderliche Kausalzusammenhang zwischen der schuldhaften 

- 35 -

Meldepflichtverletzung und dem unrechtmässigen Leistungsbezug ohne 

weiteres gegeben, weshalb die IV-Stelle zu Recht von einer 

Meldepflichtverletzung ausgegangen ist und die Rente des 

Beschwerdeführers rückwirkend, d.h. heisst mit Wirkung ex tunc 

aufgehoben hat.

e) Trotz eines entsprechenden Hinweises einer Drittperson (vgl. Beurteilung 

des Observationsvideos durch pract. med. F._____ vom 28. August 2013 

in IV-act. 98 S. 2) sowie diverser Indizien (vgl. etwa Gutschriften für 

Eigenleistungen in IV-act. 159 sowie die Ausführungen im 

Ermittlungsbericht vom 12. Februar 2014 in IV-act. 165 S. 9) ist letztlich 

unbewiesen geblieben, ob resp. in welchem Umfang der 

Beschwerdeführer bei seinem neu erworbenen Einfamilienhaus 

handwerkliche Eigenleistungen erbracht hat. Ob der Beschwerdeführer 

diese teilweise schweren Arbeiten persönlich oder – wie er anlässlich der 

Befragung vom 13. Januar 2014 behauptet hat – durch seinen 

Schwiegervater und Kollegen hat ausführen lassen, kann an dieser Stelle 

jedoch offen bleiben, zumal sich die Meldepflichtverletzung bereits aus 

den unvollständigen resp. aktenkundig falschen Angaben des 

Beschwerdeführers gegenüber der IV-Stelle ergibt.

11. a) In Anbetracht dieser Meldepflichtverletzung war die IV-Stelle – wie 

soeben dargelegt – befugt, die Rente des Beschwerdeführers 

rückwirkend, d.h. heisst mit Wirkung ex tunc aufzuheben und die in 

diesem Zeitraum zu Unrecht bezogenen Leistungen zurückzufordern. Die 

Höhe des am 12. November 2014 verfügten Rückforderungsbetrags von 

gesamthaft Fr. 73'687.-- entspricht unbestrittenermassen den 

Rentenleistungen (IV-Rente sowie Kinderrente zur IV-Rente des Vaters), 

welche die IV-Stelle dem Beschwerdeführer vom 1. April 2011 bis zum 

31. Januar 2014 ausgerichtet hat (vgl. angefochtene Verfügung vom 

12. November 2014). Lediglich am Rande sei angemerkt, dass es im 

- 36 -

Falle einer rückwirkenden Rentenaufhebung gemäss Art. 88bis Abs. 2 lit. b 

IVV keine dreimonatige Wartefrist zu berücksichtigen gilt, weshalb die IV-

Stelle die Rückerstattung schon ab dem 1. Januar 2011 hätte verfügen 

dürfen (vgl. angefochtene Verfügung vom 11. November 2014 S. 3). Vor 

dem Hintergrund des vorstehend Gesagten ist dieser 

Rückforderungsbetrag jedoch ohnehin zu korrigieren. Da erst rückwirkend 

per 1. Juli 2013 von einer Verbesserung des beschwerdeführerischen 

Gesundheitszustandes und infolgedessen von einer vollen 

Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit ausgegangen werden kann (vgl. 

vorstehend Erwägung 8d), kann sich der Beschwerdeführer auch erst ab 

diesem Zeitpunkt der erwähnten Meldepflichtverletzung schuldig gemacht 

haben. Demzufolge ist dessen Rentenanspruch nicht rückwirkend per 

1. April 2011, sondern erst per 1. Juli 2013 aufzuheben. Insofern ist die 

vorliegende Beschwerde teilweise gutzuheissen.

b) Da dem Beschwerdeführer folglich erst ab dem 1. Juli 2013 bis zum 

31. Januar 2014 Versicherungsleistungen ohne Rechtsgrund ausgerichtet 

worden sind, ist der Rückerstattungsbetrag von Fr. 73'687.-- auf 

Fr. 15'253.-- (7 Monate x Fr. 1'556.-- [IV-Rente] = Fr. 10'892.-- + 7 Monate 

x Fr. 623.-- [Kinderrente] = Fr. 4'361.--) zu reduzieren. Die IV-Stelle ist 

demnach berechtigt, vom Beschwerdeführer gestützt auf Art. 25 Abs. 1 

ATSG i.V.m. Art. 2 und 3 der Verordnung über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSV; SR 830.11) Versicherungsleistungen 

im Betrag von Fr. 15'253.-- zurückzufordern. An dieser Stelle bleibt darauf 

hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer die IV-Stelle am 15. Dezember 

2014 um Erlass der im Umfang von Fr. 73'687.-- verfügten Rückzahlung 

ersucht hat (vgl. IV-act. 202). Über dieses Erlassgesuch wird die IV-Stelle 

– nun für den reduzierten Rückerstattungsbetrag von Fr. 15'253.-- – nach 

Rechtskraft des vorliegenden Entscheids in Verfügungsform zu 

entscheiden haben (vgl. hierzu KIESER, a.a.O., Art. 25 N 53).

- 37 -

12. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die gesundheitliche 

Verfassung des Beschwerdeführers und als Folge davon dessen 

Arbeitsfähigkeit seit der Verfügung vom 9. Januar 2006 wesentlich 

verbessert hat, weshalb die IV-Stelle das Vorliegen eines 

Revisionsgrundes in der angefochtenen Verfügung vom 11. November 

2014 zu Recht bejaht und den Rentenanspruch des Beschwerdeführers 

aufgrund der veränderten Sachlage ohne Bindung an frühere 

Beurteilungen neu festgelegt hat. Diese Prüfung führt – in Abweichung 

von den Feststellungen der IV-Stelle, welche bereits seit dem 1. Januar 

2011 von einer vollen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausgeht – 

zum Ergebnis, dass der Beschwerdeführer seit dem 1. Juli 2013 in 

adaptierter Tätigkeit voll arbeitsfähig und damit in der Lage ist, ein 

rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen. Da der 

Beschwerdeführer für die Zeit vom 1. Juli 2013 bis zum 31. Januar 2014 

ausserdem seine Aufklärungs- und Meldepflicht verletzt hat, war die IV-

Stelle berechtigt, dessen Dreiviertelsrente rückwirkend aufzuheben und 

die seither ohne Rechtsgrundlage erbrachten Versicherungsleistungen 

zurückzufordern. In Anbetracht der zu korrigierenden retrospektiven 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ist der Rückerstattungsbetrag indes von 

Fr. 73'687.-- auf Fr. 15'253.-- zu reduzieren. Die vorliegende Beschwerde 

ist demnach insofern teilweise gutzuheissen, als die Aufhebung der 

Dreiviertelsrente erst rückwirkend per 1. Juli 2013 erfolgt und die verfügte 

Rückerstattung betragsmässig auf Fr. 15'253.-- zu korrigieren ist. 

Ansonsten erweisen sich die angefochtenen Verfügungen als rechtens 

und sind zu bestätigen.

13. a) Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren − in 

Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG − bei Streitigkeiten um die Bewilligung 

oder Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Gerichtskosten, welche nach 

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen sind, 

- 38 -

werden für das vorliegende Verfahren auf Fr. 700.-- angesetzt. In 

Anbetracht der teilweisen Gutheissung der Beschwerde und der 

Anpassung des Aufhebungszeitpunktes sowie des 

Rückforderungsbetrages ist der Beschwerdeführer vorliegend als zu 1/3 

und die IV-Stelle, deren Verfügungen im Grundsatz nicht zu beanstanden 

sind, als zu 2/3 obsiegend zu betrachten. Entsprechend sind die 

Verfahrenskosten zu 2/3 vom Beschwerdeführer und zu 1/3 von der IV-

Stelle zu tragen.

b) Im Rahmen seines Obsiegens hat der Beschwerdeführer gemäss Art. 61 

lit. g ATSG Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteikosten 

werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf 

den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Die Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers macht in ihrer Honorarnote vom 2. Februar 2015 

Aufwendungen im Betrag von Fr. 2'705.70, bestehend aus einem Honorar 

von Fr. 2'500.-- (12.5h à Fr. 200.--), Auslagen von Fr. 5.30 sowie einer 

Mehrwertsteuer von Fr. 200.40 (8 % von Fr. 2'505.30), geltend. Ein 

solcher Aufwand erscheint dem Gericht angesichts der Schwierigkeit der 

sich stellenden Sach- und Rechtsfragen und der Bedeutung der 

Streitsache als angemessen. Angesichts des Verfahrensausgangs wird 

die Parteientschädigung folglich auf 1/3 des Aufwands von Fr. 2'705.70, 

mithin auf Fr. 902.-- festgelegt. In diesem Umfang hat die IV-Stelle den 

Beschwerdeführer folglich aussergerichtlich zu entschädigen. 

Demgegenüber hat die teilweise obsiegende IV-Stelle keinen Anspruch 

auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

14. Zu prüfen bleibt, ob dem Beschwerdeführer die beantragte unentgeltliche 

Prozessführung mit Rechtsvertretung durch Rechtsanwältin lic. iur. 

Elisabeth Blumer zu gewähren ist.

- 39 -

a) Nach Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft (BV; SR 101) hat jede Person, die nicht über die 

erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, 

wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint. Soweit es zur 

Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf 

unentgeltlichen Rechtsbeistand. Die unentgeltliche Rechtspflege 

bezweckt, der bedürftigen Partei den Zugang zum Gericht und die 

Wahrung ihrer Parteirechte zu ermöglichen. Sie soll sicherstellen, dass 

jedermann unabhängig von seinen finanziellen Verhältnissen nicht 

aussichtslose Streitsachen zur gerichtlichen Entscheidung bringen und 

sich überdies im Prozess, sofern es sachlich geboten ist, durch einen 

Anwalt vertreten lassen kann (vgl. BGE 135 I 1 E.7.1). Art. 61 lit. f ATSG 

wiederholt dieses Recht auf unentgeltliche Rechtspflege explizit. 

Aussichtslos ist ein Prozess, dessen Gewinnchancen beträchtlich 

geringer sind als die Verlustgefahr und kaum als ernsthaft bezeichnet 

werden können. Hingegen darf nicht von Aussichtslosigkeit ausgegangen 

werden, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahr ungefähr die 

Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend 

ist, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger 

Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen 

Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, 

nicht allein deshalb anstrengen können, weil er nichts kostet (vgl. BGE 

138 III 217 E.2.2.4; 129 I 129 E.2.3.1; 122 I 267 E.2b sowie KIESER, 

a.a.O., Art. 61 N 173 ff.). Ob im Einzelfall genügende Erfolgsaussichten 

bestehen, beurteilt sich aufgrund einer vorläufigen und summarischen 

Prüfung, wobei die Verhältnisse im Zeitpunkt der Einreichung des 

Gesuchs massgebend sind (vgl. BGE 129 I 129 E.2.3.1 sowie TRAUB, 

a.a.O., Rz. 5.202).

b) Gemäss den eingereichten Unterlagen beträgt das monatliche 

Einkommen des Beschwerdeführers Fr. 570.--. Er lebt getrennt von seiner 

- 40 -

Ehefrau und wohnt bei seinen Schwiegereltern, welche ihn finanziell 

unterstützen. Wie aus einem Eheschutzentscheid eines Bezirksgerichts 

vom 12. Februar 2014 hervorgeht, ist er in Anbetracht der eingestellten 

Rentenzahlungen der IV und der SUVA momentan nicht in der Lage, 

seiner Familie Unterhaltsbeiträge zu entrichten. Wie sich sowohl aus den 

abschlägigen Erlassentscheiden für die Gemeinde-, Kantons- und 

Bundessteuern sowie aus seiner eingereichten Übersicht ergibt, bestehen 

nebst den Steuerschulden für das Jahr 2014 im Umfang von Fr. 17'689.-- 

offenbar auch private Schulden in beträchtlicher Höhe. Aus dem Verkauf 

der gemeinsamen ehelichen Wohnung im Miteigentum liegen auf einem 

Sperrkonto zwar noch rund Fr. 50'000.--, doch selbst wenn der 

Beschwerdeführer zeitnah auf seinen hälftigen Anteil zugreifen könnte, 

würde er in Anbetracht seiner Schulden sowie auch der 

streitgegenständlichen Rückerstattungsverfügung immer noch unter dem 

Existenzminimum liegen. Damit ist die Bedürftigkeit des 

Beschwerdeführers gegeben. Überdies ist die vorliegende Beschwerde 

nicht als völlig aussichtslos und nicht als offensichtlich mutwillig zu 

bezeichnen, weshalb die Voraussetzungen für die Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtspflege gegeben sind. Demzufolge wird der auf den 

Beschwerdeführer fallenden Anteil an den Gerichtskosten von Fr. 466.70 

von der Gerichtskasse übernommen.

c) Angesichts der Komplexität der Materie erscheint zudem der Beizug einer 

Rechtsvertreterin notwendig und angemessen, weshalb auch deren 

Kosten – soweit sie nicht im Rahmen der aussergerichtlichen 

Entschädigung teilweise von der IV-Stelle übernommen werden – auf die 

Staatskasse zu nehmen sind. Der für angemessen befundene Aufwand 

von Fr. 2'705.70, welcher auf dem für die unentgeltliche Vertretung 

vorgesehenen Stundenansatz von Fr. 200.-- beruht (Art. 76 Abs. 3 VRG 

i.V.m. Art. 5 Abs. 1 der Verordnung über die Bemessung des Honorars 

der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte [Honorarverordnung, HV; BR 

- 41 -

310.250]), ist demnach zu 2/3, mithin im Umfang von Fr. 1'803.70 auf die 

Gerichtskasse zu nehmen.

d) Es gilt der Vorbehalt von Art. 77 VRG, wonach das im Rahmen der 

unentgeltlichen Rechtspflege Erlassene (Gerichtskosten) und die Kosten 

der Rechtsvertretung zu erstatten sind, wenn sich die Einkommens- oder 

Vermögensverhältnisse des Beschwerdeführers dereinst verbessern und 

er dazu finanziell in der Lage ist.

- 42 -

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerdeverfahren S 14 177 und S 14 178 werden vereinigt.

2. Die am 11. resp. 12. November 2014 verfügte Rentenaufhebung sowie die 

Rückforderung zu Unrecht bezogener Leistungen erweisen sich im 

Grundsatz als rechtens. Die vorliegende Beschwerde ist jedoch insofern 

teilweise gutzuheissen, als die rückwirkende Aufhebung der Rente erst per 

1. Juli 2013 erfolgt und der Rückerstattungsbetrag dementsprechend auf 

Fr. 15'253.-- zu korrigieren ist.

3. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zu 2/3 zulasten von A._____ und zu 1/3 

zulasten der IV-Stelle des Kantons Graubünden und sind innert 30 Tagen 

seit Zustellung dieses Entscheids an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.

4. a) In Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 76 VRG) wird der 

auf A._____ fallende Teil der Gerichtskosten in Höhe von Fr. 466.70 von 

der Gerichtskasse übernommen.

b) A._____ wird in der Person von Rechtsanwältin lic. iur. Elisabeth Blumer 

eine Rechtsvertreterin auf Kosten des Staates bestellt. Diese wird mit Fr. 

1'803.70 (inkl. MWST) durch die Gerichtskasse und mit Fr. 902.-- (inkl. 

MWST) durch die IV-Stelle des Kantons Graubünden entschädigt.

c) Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von A._____ 

gebessert haben und er hierzu in der Lage ist, hat er das Erlassene und 

die Kosten der Rechtsvertretung zu erstatten (Art. 77 VRG).

5. [Rechtsmittelbelehrung]

6. [Mitteilungen]