# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b7a4d050-d2f8-5bd4-984e-765265cbc5a5
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-26
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Strafkammer 26.10.2021 502 2021 170
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_005_502-2021-170_2021-10-26.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00
tribunalcantonal@fr.ch
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

502 2021 170

Urteil vom 26. Oktober 2021

Strafkammer

Besetzung Präsident: Laurent Schneuwly
Richter: Jérôme Delabays, Sandra Wohlhauser
Gerichtsschreiberin: Corina Göldi

Parteien A.________, Beschuldigter und Beschwerdeführer, vertreten durch 
Rechtsanwalt Marco Schwartz

gegen

STAATSANWALTSCHAFT, Beschwerdegegnerin

Gegenstand Notwendige Verteidigung, Aktenentfernung

Beschwerde vom 16. August 2021 gegen die Verfügung der Staatsan-
waltschaft vom 30. Juli 2021

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Sachverhalt

A. Gegen A.________, geb. 1999, wurde am 29. Juli 2021 ein Strafverfahren wegen sexueller 
Nötigung, Schändung, Drohung, Beschimpfung und Tätlichkeiten eröffnet (act. 5000).

Gleichentags wurde er von der Polizei vorläufig festgenommen (act. 6000 ff.) und es wurde auf 
Delegation der Staatsanwaltschaft die erste Einvernahme durchgeführt. Hierbei wurde A.________ 
von B.________, Anwaltspraktikantin, vertreten (act. 6033 ff.). Da diese französischer, A.________ 
jedoch deutscher Muttersprache ist und das Verfahren auf Deutsch zu führen ist, wurde die Vertre-
tung durch sie von Anfang an auf die erste Einvernahme beschränkt. 

Am 30. Juli 2021 wurde Rechtsanwalt Marco Schwartz als notwendiger Verteidiger von A.________ 
eingesetzt (act. 7000 f.). 

Gleichentags wurde A.________ von der Staatsanwaltschaft einvernommen. Sein Rechtsbeistand 
wies dabei darauf hin, dass die Anwaltspraktikantin während der ersten Einvernahme vom 29. Juli 
2021 nicht in der Lage war, die Rechte seines Mandanten zu verteidigen. Er beantragte, dass das 
Einvernahmeprotokoll vom 29. Juli 2021 aus den Akten zu weisen sei (act. 3000 ff.).

In der Folge stellte die Staatsanwaltschaft Antrag auf Anordnung von Untersuchungshaft (act. 6041 
ff.). Die Hafteinvernahme fand am 31. Juli 2021 statt. Anlässlich dieser erklärte A.________ auf 
Frage seines Rechtsbeistandes, dass er sich mit seiner Anwältin anlässlich der ersten Einvernahme 
sehr schlecht verständigen konnte (act. 6044 ff.).

B. Mit Verfügung vom 30. Juli 2021 wies die Staatsanwaltschaft den Antrag von A.________, 
dass das Einvernahmeprotokoll vom 29. Juli 2021 aus den Akten zu weisen sei, ab (act. 5004 f.).

C. Dagegen erhob A.________ am 16. August 2021 Beschwerde. Er beantragt, dass die Verfü-
gung der Staatsanwaltschaft vom 30. Juli 2021 aufzuheben, die Einvernahme vom 29. Juli 2021 aus 
den Akten zu weisen und die Wiederholung der ersten Einvernahme anzuordnen sei. Subsidiär sei 
die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Gerichtskosten seien der Staatskasse 
aufzuerlegen. Ihm sei eine Parteientschädigung in der Höhe von mind. CHF 1'500.- (zzgl. MwSt.) 
zuzusprechen. 

Die Staatsanwaltschaft schloss mit Stellungnahme vom 25. August 2021 auf Abweisung der 
Beschwerde.

A.________ reichte am 8. September 2021 eine spontane Replik ein.

Innert der ihm gesetzten Frist nahm der Privatkläger C.________ nicht Stellung. 

Erwägungen

1.

Das Rechtsmittelverfahren wird in der Sprache des angefochtenen Entscheids durchgeführt (Art. 
115 Abs. 4 des Justizgesetzes vom 31. Mai 2010 [JG, SGF 130.1]). Eine für den ganzen Kanton 

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zuständige Behörde kann von dieser Regel abweichen, wenn den Verfahrensparteien daraus kein 
schwerwiegender Nachteil erwächst und die beschuldigte Person in einem Strafverfahren zustimmt 
(Art. 118 Abs. 1 JG).

Vorliegend ist die angefochtene Verfügung auf Französisch ergangen. Allerdings ist das Strafverfah-
ren auf Deutsch zu führen (Art. 115 Abs. 2 Bst. b und Abs. 3 JG), der Beschwerdeführer und Beschul-
digte ist deutscher Muttersprache und er hat seine Beschwerde auf Deutsch eingereicht. Es rechtfer-
tigt sich daher, das Beschwerdeverfahren auf Deutsch zu führen. 

2.

2.1. Die Beschwerde ist zulässig gegen die Verfügungen und die Verfahrenshandlungen von Poli-
zei, Staatsanwaltschaft und Übertretungsstrafbehörden (Art. 393 Abs. 1 Bst. a StPO und Art. 85 Abs. 
1 JG). Die Beschwerde ist nicht zulässig gegen die Ablehnung von Beweisanträgen durch die Staats-
anwaltschaft oder die Übertretungsstrafbehörde, wenn der Antrag ohne Rechtsnachteil vor dem erst-
instanzlichen Gericht wiederholt werden kann (Art. 394 Bst. b StPO).

Vorliegend kann der Antrag auf Wiederholung der Einvernahme ohne Weiteres vor dem erstinstanz-
lichen Gericht erneut gestellt werden (Art. 331 Abs. 2 und 3 StPO). Der Beschwerdeführer legt nicht 
dar, welchen Rechtsnachteil ihn diesbezüglich treffen soll. Insoweit ist auf die Beschwerde nicht 
einzutreten (BGE 143 IV 475 E. 2.5; Urteil BGer 1B_50/2016 vom 22. Februar 2016 E. 2.1). Hinge-
gen hat der Beschwerdeführer als beschuldigte Person ein rechtlich geschütztes Interesse an der 
Aufhebung oder Änderung des Aktenentfernungsentscheids der Staatsanwaltschaft (Art. 382 Abs. 
1 StPO; BGE 143 IV 475 E. 2 m.H.).

2.2. Die Beschwerde ist schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzureichen (Art. 
385 und Art. 396 Abs. 1 StPO), was vorliegend erfüllt ist.

2.3. Die Beschwerdefrist beträgt 10 Tage (Art. 396 Abs. 1 StPO). Aus den Akten ist nicht ersicht-
lich, wann der Beschwerdeführer die angefochtene Verfügung erhalten hat, womit die Beschwerde 
als fristgerecht erfolgt gilt. Auf die frist- und formgerechte Beschwerde ist mithin einzutreten.

2.4. Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen, die unvollständige oder unrichtige Feststel-
lung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden (Art. 393 Abs. 2 StPO).

2.5. Die Beschwerde wird in einem schriftlichen Verfahren behandelt (Art. 397 Abs. 1 StPO). Die 
Strafkammer verfügt dabei grundsätzlich über volle Kognition (Art. 391 Abs. 1 StPO).  

3.

3.1. Der Beschwerdeführer rügt zunächst eine Verletzung von Art. 115 JG, indem die angefoch-
tene Verfügung auf Französisch anstatt auf Deutsch ergangen ist.

3.2. Unbestritten ist, dass das Verfahren auf Deutsch zu führen ist (vgl. Art. 115 Abs. 2 Bst. b und 
Abs. 3 JG). Gemäss Art. 118 JG kann eine für den ganzen Kanton zuständige Behörde von dieser 
Regel abweichen, wenn den Verfahrensparteien daraus kein schwerwiegender Nachteil erwächst 
und die beschuldigte Person in einem Strafverfahren zustimmt.

Vorliegend hat der Beschwerdeführer nicht zugestimmt, dass die angefochtene Verfügung auf Fran-
zösisch ergeht. Allerdings geht aus seiner Beschwerdeschrift hervor, dass sein Rechtsbeistand den 
Inhalt der angefochtenen Verfügung ohne Weiteres verstanden hat, womit sich eine Aufhebung der 

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Verfügung alleine aus diesem Grund nicht rechtfertigt. Dies würde lediglich zu einem prozessualen 
Leerlauf führen. 

4.

4.1. Der Beschwerdeführer rügt weiter eine Verletzung von Art. 130 f. und Art. 159 Abs. 1 und 2 
StPO sowie Art. 6 EMRK. Demnach habe die beschuldigte Person bei polizeilichen Einvernahmen 
das Recht, dass ihre Verteidigung anwesend sein und Fragen stellen kann. Zudem habe eine vorläu-
fig festgenommene Person das Recht, mit ihrer Verteidigung frei zu verkehren. Gemäss der Recht-
sprechung des EGMR soll die Verteidigung der ersten Stunde die beschuldigte Person insbesondere 
darüber beraten, ob vom Schweigerecht Gebrauch gemacht werden soll oder nicht, ob ausgesagt 
werden soll oder nicht. Diesen Entscheid könne die beschuldigte Person nicht ohne fachkundige 
Beratung fällen. Dies sei aber nur möglich, wenn sich Verteidigung und beschuldigte Person hinrei-
chend verstehen. Aus der Rechtsprechung des EGMR ergebe sich zudem, dass der Staat selbst 
eine Leistungspflicht hat, die Verteidigung der ersten Stunde sicherzustellen. Ist für die Einvernahme 
einer fremdsprachigen beschuldigten Person der Beizug eines Übersetzers notwendig, erstreckt 
sich die Verpflichtung zum Beizug auch auf das Verhältnis zwischen der beschuldigten Person und 
ihrer Verteidigung, wenn diese die fremde Sprache nicht genügend spricht. Der Strafverteidigung 
stehe ausserdem ein Interventionsrecht zu, sollte die einvernehmende Behörde z.B. die Vorschriften 
von Art. 143 StPO verletzen. Hierfür sei es wesentlich, dass die Verteidigung die Fragen und insbe-
sondere die Frageform der Strafverfolgungsbehörden vollumfänglich versteht. Vorliegend habe die 
Verteidigung die Fragen nicht verstehen können. Es gehe nicht an, dass eine Person – welcher 
mehrere schwerwiegende Straftaten vorgeworfen werden – von einem Rechtsbeistand vertreten 
wird, welcher in der Sprache des Beschuldigten nicht praktiziert und dieselbe nach eigener Darstel-
lung der Staatsanwaltschaft lediglich versteht. Der Vollständigkeit halber sei festgehalten, dass der 
kognitiv eingeschränkte und somit besonders schutzbedürftige Beschuldigte dem Vorgehen der 
Strafverfolgungsbehörden keineswegs zugestimmt habe, er sich jedoch schlichtweg ausserstande 
sah, sich hiergegen zu wehren. Für die Strafverfolgungsbehörden wäre es von Beginn an ein Leich-
tes gewesen mittels sog. Reservepool eine Rechtsvertretung zu bestellen, welche der deutschen 
Sprache so weit mächtig ist, um ihn rechtsgenüglich zu beraten. Einvernahmen, bei welchen das 
Verteidigungsrecht nicht rechtsgenüglich gewahrt wurde, würden dem Verwertungsverbot von Art. 
141 Abs. 1 StPO unterliegen. 

Die Staatsanwaltschaft bringt dagegen vor, dass es der Rechtsvertreterin sehr wohl möglich gewe-
sen sei, sich mit dem Beschuldigten zu verständigen und der Einvernahme – welche simultan auf 
Hochdeutsch übersetzt wurde – zu folgen. Zudem sei darauf hinzuweisen, dass weder der Beschul-
digte selbst noch die Rechtsvertreterin zu irgendeinem Zeitpunkt diesbezüglich Einwände vorge-
bracht haben. Die Rechtsvertreterin wäre sehr wohl in der Lage gewesen, entsprechende Beanstan-
dungen vorzubringen, was nicht erfolgt sei. Das Verhalten der Rechtsvertreterin sei dem Beschul-
digten anzurechnen. Zusammenfassend sei festzuhalten, dass der Beschuldigte anlässlich der 
Einvernahme vom 29. Juli 2021 rechtsgenüglich vertreten war. Dass die Rechtsvertreterin die 
Aussagen des Beschuldigten erst nach Übersetzung vollumfänglich verstehen konnte, vermag 
daran nichts zu ändern. Eine identische Konstellation liege bei einer Befragung einer fremdsprachi-
gen Person vor, deren Aussagen durch einen Übersetzer der Verfahrensleitung und den übrigen 
Anwesenden übersetzt werden. Dass die Rechtsvertreterin nicht hinreichend Hochdeutsch verstan-
den oder gesprochen haben soll, sei eine reine Parteibehauptung des Beschwerdeführers, welche 
in den Akten keine Stütze finde. 

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4.2. Gemäss Art. 312 Abs. 2 StPO haben die Verfahrensbeteiligen bei Einvernahmen, welche die 
Polizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft durchführt, die Verfahrensrechte, die ihnen bei Einvernah-
men durch die Staatsanwaltschaft zukommen. 

4.2.1. Zu beachten sind namentlich die Bestimmungen zur notwendigen Verteidigung. Liegt ein Fall 
notwendiger Verteidigung (Art. 130 StPO) vor, so achtet die Verfahrensleitung darauf, dass unver-
züglich eine Verteidigung bestellt wird (Art. 131 Abs. 1 StPO). Wurden in Fällen, in denen die Vertei-
digung erkennbar notwendig gewesen wäre, Beweise erhoben, bevor eine Verteidigerin oder ein 
Verteidiger bestellt worden ist, so ist die Beweiserhebung nur gültig, wenn die beschuldigte Person 
auf ihre Wiederholung verzichtet (Art. 131 Abs. 3 StPO). Beweise, die Strafbehörden in strafbarer 
Weise oder unter Verletzung von Gültigkeitsvorschriften erhoben haben, dürfen nicht verwertet 
werden, es sei denn, ihre Verwertung sei zur Aufklärung schwerer Straftaten unerlässlich (Art. 141 
Abs. 2 StPO). Hingegen sind Beweise, die dieses Gesetz als unverwertbar bezeichnet, in keinem 
Fall verwertbar (Art. 141 Abs. 1 Satz 2 StPO).

Es fällt auf, dass der deutsche und der italienische Wortlaut von Art. 131 Abs. 3 StPO vom französi-
schen Gesetzestext markant abweichen: Während nach deutschem und italienischem Text eine 
Ungültigkeitsfolge vorgesehen ist ("nur gültig", "valido soltanto"), spricht der französische Wortlaut 
von Unverwertbarkeit ("ne sont pas exploitables"). Nach dem deutschen und dem italienischen 
Gesetzestext läge somit kein Fall von Art. 141 Abs. 1 Satz 2 StPO vor: Unverwertbarkeit (im Sinne 
von Satz 2) wäre nur gegeben, "wenn dieses Gesetz einen Beweis als unverwertbar bezeichnet". 
Weder der deutsche noch der italienische Wortlaut bezeichnen die Beweiserhebung in den Fällen 
von Art. 131 Abs. 3 StPO als unverwertbar (BGE 141 IV 289 E. 2.3). Das Bundesgericht hat die 
Frage bis heute nicht geklärt. 

Dem Entwurf zur Änderung der Schweizerischen Strafprozessordnung kann allerdings entnommen 
werden, dass der deutsche (und italienische) Gesetzestext an den französischen angepasst werden 
und Art. 131 Abs. 3 StPO neu wie folgt lauten soll: Wurden in Fällen, in denen die Verteidigung 
erkennbar notwendig gewesen wäre, Beweise erhoben, bevor eine Verteidigerin oder ein Verteidiger 
bestellt worden ist, so sind diese Beweise nur verwertbar, wenn die beschuldigte Person auf eine 
Wiederholung der Beweiserhebung verzichtet (BBI 2019 6789, 6792). Die Botschaft vom 28. August 
2019 zur Änderung der Strafprozessordnung hält hierzu namentlich das Folgende fest (BBI 2019 
6697, 6731 f.): Die Lehre versteht die Bestimmung mehrheitlich im Sinne des französischen Textes 
und auch die kantonale Praxis scheint überwiegend von der Unverwertbarkeit auszugehen. In der 
Vernehmlassung verlangte zwar eine Mehrheit die Anpassung des französischen Wortlauts. In der 
Sache vermag dies aber nicht zu überzeugen: Ginge man von der blossen Ungültigkeit einer Beweis-
erhebung aus, könnten bei schweren Straftaten die vor der Beiordnung einer Verteidigung erhobe-
nen Beweise sogar dann verwertet werden, wenn die beschuldigte Person ausdrücklich eine Wieder-
holung der Beweiserhebung verlangen würde. Auch wäre es widersprüchlich, wenn das Gesetz 
gerade in bestimmten Fällen von schweren Tatvorwürfen die Verteidigung als notwendig erklärt, es 
aber gleichzeitig zuliesse, dass Beweise für die Aufklärung solcher Straftaten selbst dann verwertet 
werden dürfen, wenn die Verteidigung trotz erkennbarer Notwendigkeit nicht eingesetzt wird. 
Sodann würde die Annahme blosser Ungültigkeit zu einem Widerspruch zur Regelung von Artikel 
158 StPO führen: Nach dieser Bestimmung ist eine Einvernahme unverwertbar, wenn die beschul-
digte Person über ihr Recht, eine amtliche Verteidigung zu verlangen, nicht belehrt wurde. Unver-
wertbarkeit muss umso mehr greifen, wenn trotz erkennbarer Notwendigkeit keine amtliche Verteidi-
gung bestellt wird. Dieser Mangel dürfte sogar schwerer wiegen als das Unterbleiben der Belehrung. 
Deshalb sind der deutsche und der italienische Wortlaut an den französischen anzupassen. 

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Es rechtfertigt sich demnach, zusammen mit der herrschenden Lehre von der Unverwertbarkeit 
auszugehen. Gemäss Art. 141 Abs. 5 StPO werden Aufzeichnungen über unverwertbare Beweise 
aus den Strafakten entfernt, bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens unter separatem 
Verschluss gehalten und danach vernichtet (Art. 141 Abs. 5 StPO).

4.2.2. Das Rechtsinstitut der notwendigen Verteidigung bedeutet im strafprozessualen Sinn, dass 
der Betroffene in Anbetracht der rechtlichen und tatsächlichen Umstände in den verschiedenen 
Stadien des Strafverfahrens zwingend und ohne entsprechendes Ersuchen vertreten sein muss und 
dass er darauf auch mit einer persönlichen Verteidigung durch ihn selbst nicht verzichten kann. Nach 
der in Art. 128 StPO kodifizierten Grundregel ist die Verteidigung in den Schranken von Gesetz und 
Standesregeln allein den Interessen der beschuldigten Person verpflichtet. Die Verteidigung muss 
die Interessen der Beschuldigten in ausreichender und wirksamer Weise wahrnehmen und die 
Notwendigkeit prozessualer Massnahmen im Interesse der Angeschuldigten sachgerecht und 
kritisch abwägen. Die Beschuldigten haben Anspruch auf eine sachkundige, engagierte und effekti-
ve Wahrnehmung ihrer Parteiinteressen. Die Strafbehörden ihrerseits haben gemäss den in Art. 3 
StPO festgeschriebenen Grundsätzen des Strafverfahrensrechts für ein faires Strafverfahren zu 
sorgen und eine genügende Verteidigung zu gewährleisten. Wird von den Behörden untätig gedul-
det, dass der amtliche Verteidiger seine anwaltlichen Berufs- und Standespflichten zum Nachteil der 
beschuldigten Person in schwerwiegender Weise vernachlässigt, kann darin eine Verletzung der 
von Verfassung und EMRK gewährleisteten Verteidigungsrechte liegen (Art. 29 Abs. 3 BV, Art. 32 
Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK). Die richterliche Fürsorgepflicht gebietet dem Gericht im 
Falle einer offenkundig ungenügenden Verteidigung, den amtlichen Verteidiger zu ersetzen, und bei 
einer privaten Verteidigung einzuschreiten sowie nach der Aufklärung der Angeschuldigten über ihre 
Verteidigungsrechte das zur Gewährleistung einer genügenden Verteidigung Erforderliche vorzu-
kehren. Der Behörde kann indes nicht die Verantwortung für jegliches Versäumnis auferlegt werden; 
die Verteidigungsführung obliegt im Wesentlichen der beschuldigten Person und ihrem Verteidiger. 
Diesem steht in der Ausgestaltung der Prozessführung ein erhebliches Ermessen zu. Als schwere 
Pflichtverletzung fällt nur sachlich nicht vertretbares bzw. offensichtlich fehlerhaftes Prozessverhal-
ten der Verteidigung in Betracht, sofern die beschuldigte Person dadurch in ihren Verteidigungs-
rechten substanziell eingeschränkt wird. Ein solcher eklatanter Verstoss gegen allgemein anerkann-
te Verteidigerpflichten liegt etwa vor bei krassen Frist- und Terminversäumnissen, Fernbleiben an 
wichtigen Zeugeneinvernahmen, mangelnder Sorgfalt bei der Vorbereitung von Einvernahmen und 
anderen Prozesshandlungen oder fehlender Vorsorge für Stellvertretungen (Urteil BGer 
6B_909/2018 vom 23. Januar 2019 E. 1.2 m.H.). 

Die sachgerechte Ausübung des Schweigerechts (Art. 113 StPO) setzt nicht nur Belehrung, sondern 
ausserdem Beratung voraus. Eine durch die Einvernahmesituation und die Beschuldigung bedräng-
te Person ist nämlich in der Regel nicht in der Lage, ohne rechtlichen Beistand eine vernünftige 
Entscheidung zwischen Reden und Schweigen zu treffen. Die beschuldigte Person hat aufgrund von 
Art. 6 Ziff. 3 Bst. b und c EMRK Anspruch auf eine mündliche Beratung mit der Verteidigung ausser 
Hörweite Dritter. Eine Beschränkung dieses Kommunikationsrechts ist grundsätzlich nur beim 
Vorliegen gewichtiger Gründe und in jedem Falle nur vorübergehend zulässig. Während der Einver-
nahme hat die Verteidigung ein Interventionsrecht. Selbst wenn kein Rechtsanspruch auf nochma-
lige Unterbrechung der Einvernahme besteht, kann die Verteidigung eine solche erbitten, und es 
müsste ihr im Falle der Verweigerung Gelegenheit gegeben werden, der beschuldigten Person anzu-
raten, von nun an vom Schweigerecht Gebrauch zu machen. Die Verteidigung darf Fragen der 
einvernehmenden Person, die ihr unzulässig erscheinen, jeweils sofort beanstanden und der 
beschuldigten Person auch empfehlen, die Frage nicht zu beantworten. Es wird auch vertreten, dass 

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die Verteidigung der beschuldigten Person kurze Empfehlungen aussprechen oder sie zur Ruhe 
gemahnen darf. Zudem kann die Verteidigung jederzeit sonstige verfahrensrechtliche Mängel der 
Befragung geltend machen (GODENZI, in Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 
3. Aufl. 2020, Art. 159 N. 5, 10, 13a; RUCKSTUHL, in Basler Kommentar, Strafprozessordnung, 
2. Aufl. 2014, Art. 159 N. 7, 10, 18, 38 f.; VERNIORY, in Commentaire romand, Code de procédure 
pénale Suisse, 2. Aufl. 2019, Art. 159 N. 13; MOREILLON/PAREIN-REYMOND, in Petit commentaire, 
Code de procédure pénale, 2. Aufl. 2016, Art. 159 N. 13 ff.).

Versteht eine am Verfahren beteiligte Person die Verfahrenssprache nicht oder kann sie sich darin 
nicht genügend ausdrücken, so zieht die Verfahrensleitung eine Übersetzerin oder einen Übersetzer 
bei. Sie kann in einfachen oder dringenden Fällen mit dem Einverständnis der betroffenen Person 
davon absehen, wenn sie und die protokollführende Person die fremde Sprache genügend beherr-
schen (Art. 68 Abs. 1 StPO). Die Verpflichtung zum Beizug einer Übersetzerin oder eines Überset-
zers gilt nicht nur für das Verhältnis zwischen der beschuldigten Person und den Strafbehörden, 
sondern auch im Verhältnis zwischen der beschuldigten Person und ihrer Verteidigung. Eine wirk-
same Verteidigung und damit ein faires Verfahren im Sinne von Art. 6 EMRK ohne vorbereitendes 
Gespräch zwischen der (fremdsprachigen) beschuldigten Person und ihrer (der Fremdsprache nicht 
kundigen) Verteidigung erscheint nicht denkbar (BRÜSCHWEILER/NADIG/SCHNEEBELI, in Kommentar 
zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, Art. 68 N. 6; OBERHOLZER, Grundzüge des 
Strafprozessrechts, 4. Aufl. 2020, Rz. 673). Der Umfang der Beihilfen die einer beschuldigten 
Person, deren Muttersprache nicht der Verfahrenssprache entspricht, zuzugestehen ist, ist nicht 
abstrakt sondern aufgrund ihrer effektiven Bedürfnisse und den konkreten Umständen des Falles zu 
würdigen (BGE 143 IV 117 E. 3.1 m.H.).

4.3. Die Staatsanwaltschaft holte bei der Kantonspolizei eine Stellungnahme zur Beschwerde ein. 
Dieser kann namentlich das Folgende entnommen werden (act. 9003 ff.): «[Die Anwaltspraktikantin 
B.________] wurde über die Identität von A.________ sowie über die vorgeworfenen Straftaten informiert. 
Des Weiteren wurde explizit darauf hingewiesen, dass die Einvernahme ausschliesslich auf Deutsch geführt 
werden würde, da der Beschuldigte nur dieser Sprache mächtig sei. B.________ sagte, dass sie kein Schwei-
zerdeutsch verstehe, Hochdeutsch indes schon. Sie gab weiter an, dass ihre Deutschkenntnisse gut und 
ausreichend für eine Einvernahme seien, jedoch könne sie respektive ihre Kanzlei nicht das gesamte Verfah-
ren übernehmen, da dieses in deutscher Sprache geführt würde. Zu diesem Zeitpunkt wurde A.________ 
durch die Unterzeichnenden bereits über diese Umstände informiert, er war damit einverstanden. Um zirka 
1600 Uhr traf B.________ auf der Dienststelle der Kriminalpolizei ein. Sie sprach effektiv gut Hochdeutsch, 
worauf sie sich rund 15 Minuten alleine mit dem Beschuldigten unterhalten konnte. Nach dieser vertraulichen 
Konversation wurde bei A.________ nochmals nachgefragt, ob sie sich verstanden haben, was er bestätigte. 
Die Einvernahme wurde dann um 1615 Uhr begonnen, wobei dem Beschuldigten wie vorgesehen das Formu-
lar «Rechte und Pflichte der beschuldigten Personen» ausgehändigt und mündliche Erklärungen gemacht 
wurden. A.________ bestätigte, dass er alles verstanden habe. Die Einvernahme wurde auf Schweizer-
deutsch geführt, dass protokollierte wurde indes fortlaufend auf Hochdeutsch vorgelesen. Es kann präzisiert 
werden, dass jede einzelne Frage und die dazugehörende Antwort wortwörtlich auf Hochdeutsch vorgelesen 
wurden. Am Ende der Einvernahme konnte der Beschuldigte A.________ sowie die Anwaltspraktikantin 
B.________ das Protokoll durchlesen, welches schliesslich von A.________ unterzeichnet wurde. Im 
Anschluss an die Einvernahme unterhielten sich der Beschuldigte und die Anwaltspraktikantin nochmals 
während rund fünf Minuten vertraulich. Zu keinem Zeitpunkt wurde seitens des Beschuldigten oder der 
Anwaltspraktikantin geltend gemacht, dass sie etwas nicht verstanden hätten oder sie mit dem Verlauf der 
Einvernahme nicht einverstanden gewesen wären. Da sich die EAZ an die Pikettliste halten muss und die 
Hochdeutschkenntnisse der Anwaltspraktikantin gut waren respektive die Kommunikation zwischen ihr und 

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dem Beschuldigten aus unserer Sicht einwandfrei funktionierte, wurde auf das Aufbieten eines rein deutsch-
sprachigen Anwaltes mittels «Rundalarm» verzichtet.»

Unbestritten ist, dass die Rechtsbeiständin kein Schweizerdeutsch versteht. Lediglich Hochdeutsch 
soll sie verstehen und die Kommunikation zwischen ihr und dem Beschwerdeführer gut gewesen 
sein. Aus dem Einvernahmeprotokoll vom 29. Juli 2021 geht hervor, dass der Beschwerdeführer 
bestätigt hat, dass er sich vor der Einvernahme mit seiner Verteidigerin während 15 Minuten unter-
halten hat (act. 6034). Ob er sie gut verstanden hat, geht daraus nicht hervor. Anlässlich der Haftein-
vernahme vom 31. Juli 2021 sagte er aus, dass er sich nur sehr schlecht mit ihr verständigen konnte 
(act. 6047). In seiner Replik macht er weiter geltend, dass eine rechtsgenügliche Beratung nicht 
möglich gewesen sein dürfte, da die Einvernahme speziell für die anwesende Strafverteidigerin 
angeblich auf Hochdeutsch übersetzt werden musste. Fraglich ist, ob er damit geltend machen will, 
dass er selber Hochdeutsch nur schlecht spricht bzw. versteht. In diesem Zusammenhang ist einer-
seits darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer offenbar kognitive Schwierigkeiten hat. So ist 
gemäss der Auskunftsperson D.________ eine Zeitung oder ein Buch lesen zu viel für ihn (Einver-
nahme vom 30. Juli 2021, Rz. 179 ff., nicht paginiert). Die Staatsanwaltschaft bestreitet dies denn 
auch nicht. Andererseits wäre nicht nachvollziehbar, warum bei genügenden Hochdeutschkenntnis-
sen seitens des Beschwerdeführers und seiner Rechtsbeiständin die Einvernahme gemäss der Stel-
lungnahme der Kantonspolizei auf Schweizerdeutsch durchgeführt wurde, nur um sie danach auf 
Hochdeutsch übersetzen zu müssen. Vielmehr wäre es in diesem Fall die einfachere und logischere 
Vorgehensweise gewesen, die Einvernahme direkt auf Hochdeutsch durchzuführen. Weiter ist 
darauf hinzuweisen, dass gemäss der E-Mail vom 30. Juli 2021 von E.________, Kantonspolizei, 
die Einvernahme französisch zusammengefasst wurde (Beschwerdebeilage 3), womit ebenfalls 
Zweifel an den Hochdeutschkenntnissen der Anwaltspraktikantin bestehen. Dem Beschwerdeführer 
kann zudem nicht entgegengehalten werden, dass er anlässlich der ersten Einvernahme nicht 
geltend gemacht hat, dass er seine Rechtsbeiständin nicht versteht. Wie gesehen, hat der 
Beschwerdeführer unbestrittenermassen kognitive Schwierigkeiten. Die Staatsanwaltschaft behaup-
tet in ihrer Stellungnahme denn auch nicht, dass der Beschwerdeführer hierzu in der Lage gewesen 
wäre. Sie macht lediglich geltend, dass die Rechtsbeiständin dies hätte tun können und ihr Handeln 
dem Beschwerdeführer anzurechnen sei. Sie verkennt dabei, dass sie diesbezüglich selber eine 
Fürsorgepflicht traf und das zur Gewährleistung einer genügenden Verteidigung Erforderliche hätte 
vorkehren müssen. Ausserdem ist fraglich, inwieweit davon ausgegangen werden kann, dass eine 
Anwaltspraktikantin darauf hinweist, dass ihre Sprachkenntnisse dennoch ungenügend sind, nach-
dem sie das Mandat in Kenntnis der sprachlichen Voraussetzungen angenommen hat.

Hinzu kommt, dass unklar ist, welche Sprachen genau während der Einvernahme gesprochen 
wurden. Dem Einvernahmeprotokoll vom 29. Juli 2021 kann diesbezüglich nichts entnommen 
werden. Gemäss der Stellungnahme der Kantonspolizei wurde Schweizerdeutsch gesprochen und 
die Fragen und Antworten fortlaufend auf Hochdeutsch übersetzt. Gemäss der E-Mail vom 30. Juli 
2021 von E.________, Kantonspolizei, wurde an der Einvernahme Schriftdeutsch gesprochen und 
französisch zusammengefasst (Beschwerdebeilage 3). Der Beschwerdeführer führt schliesslich aus, 
dass die Einvernahme auf Schweizerdeutsch durchgeführt, die Fragen und Antworten sodann auf 
Hochdeutsch vorgelesen und schliesslich auf Französisch übersetzt wurden. Die Frage kann jedoch 
offenbleiben. Musste die Einvernahme tatsächlich wie von E.________ und dem Beschwerdeführer 
vorgebracht auf Französisch zusammengefasst werden, ist von vorneherein nicht ersichtlich, inwie-
fern die Verteidigungsrechte des Beschwerdeführers während der Einvernahme gewahrt gewesen 
sein sollen. Dies ist allerdings auch dann nicht der Fall, wenn die Einvernahme auf Schweizer-
deutsch geführt und die Fragen und Antworten fortlaufend auf Hochdeutsch übersetzt wurden. Die 

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Staatsanwaltschaft bestreitet nämlich die Behauptung des Beschwerdeführers nicht, wonach die 
Rechtsbeiständin nicht in der Lage war, die Fragen und insbesondere die Frageform unmittelbar zu 
verstehen und allenfalls zu intervenieren. Hierzu hätten die Fragen vorab auf Hochdeutsch übersetzt 
werden müssen, bevor der Beschwerdeführer antwortete, was von der Staatsanwaltschaft nicht 
substanziiert geltend gemacht wird. Zwar spricht die Staatsanwaltschaft von einer simultanen Über-
setzung der Einvernahme, gemäss der Stellungnahme der Kantonspolizei war die Übersetzung 
jedoch lediglich fortlaufend. Die Situation kann auch nicht mit der Einvernahme einer fremdsprachi-
gen Person mittels Übersetzer verglichen werden. Denn in diesem Fall versteht der Rechtsbeistand 
die Fragen vor der Antwort seines Mandanten und kann nötigenfalls intervenieren. Ausserdem kann 
er sich vor der Einvernahme mit seinem Mandanten mittels eines Übersetzers beraten.

Es ist somit zusammenfassend festzuhalten, dass einerseits äusserst zweifelhaft erscheint, dass 
der Beschwerdeführer sich vor der Einvernahme genügend mit seiner Rechtsbeiständin beraten 
konnte. Andererseits konnte die Rechtsbeiständin anlässlich der Einvernahme die Fragen nicht 
verstehen und nötigenfalls intervenieren. Die effektive Verteidigung des Beschwerdeführers anläss-
lich der ersten Einvernahme war somit nicht sichergestellt. Ihm kann auch nicht vorgeworfen werden, 
dass er sich angeblich mit diesem Vorgehen einverstanden erklärt hat, hat er doch einerseits kogni-
tive Schwierigkeiten und kann andererseits auf die notwendige Verteidigung nicht verzichtet werden. 
Ergänzend ist festzuhalten, dass die Staatsanwaltschaft und die Kantonspolizei nicht bestreiten, 
dass es mittels Rundalarm bzw. Reservepool möglich gewesen wäre, einen Rechtsbeistand aufzu-
bieten, der die Verfahrenssprache beherrscht. 

Die effektive und somit die notwendige Verteidigung des Beschwerdeführers war demnach an der 
ersten Einvernahme nicht sichergestellt. Der Beschwerdeführer hat nicht auf die Wiederholung der 
Beweiserhebung verzichtet, womit die erste Einvernahme nicht verwertbar, aus den Strafakten zu 
entfernen, bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens unter separatem Verschluss zu halten 
und danach zu vernichten ist. Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen, soweit darauf einzutreten 
ist.

5.

5.1. Nach Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach 
Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Vorliegend wird die Beschwerde gutgeheissen, 
soweit darauf einzutreten ist. Allerdings obsiegte der Beschwerdeführer im Hauptpunkt und der 
Nichteintretensentscheid erforderte kaum Aufwand. Es rechtfertigt sich daher, die Kosten des 
Rechtsmittelverfahrens dem Staat Freiburg aufzuerlegen. Die Verfahrenskosten werden auf 
CHF 500.- (Gebühr: CHF 400.-, Auslagen: CHF 100.-) festgesetzt. 

5.2. Die Strafkammer setzt die Entschädigung des amtlichen Verteidigers für das Beschwerde-
verfahren fest (act. 7000; Art. 57 Abs. 1 und 2 JR; FZR 2015 73). Vorliegend erscheinen etwas mehr 
als fünf Stunden Arbeit für die Kenntnisnahme der Verfügung, eine kurze Besprechung mit der 
Klientschaft, das Verfassen der Beschwerde und der Replik, die Kenntnisnahme des Urteils sowie 
dessen Mitteilung und Erklärung an die Klientschaft als angemessen. Unter Berücksichtigung der 
Auslagen wird die Entschädigung, inkl. Auslagen, bei einem Stundentarif von CHF 180.- pauschal 
auf CHF 1’200.- festgesetzt. Hinzu kommen 7.7% MwSt., d.h. CHF 92.40.

Kantonsgericht KG
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Die Kammer erkennt:

I. Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist.

Die Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 30. Juli 2021 wird aufgehoben. Die Staatsanwalt-
schaft wird angewiesen, das Protokoll der ersten Einvernahme vom 29. Juli 2021 von 
A.________ aus den Strafakten zu entfernen, bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfah-
rens unter separatem Verschluss zu halten und danach zu vernichten.

II. Die Verfahrenskosten werden auf CHF 500.- (Gebühr: CHF 400.-, Auslagen: CHF 100.-) fest-
gesetzt und dem Staat Freiburg auferlegt.

III. Die Parteientschädigung von A.________ wird auf CHF 1'200.-, zzgl. 7.7% MwSt., d.h. CHF 
92.40, festgesetzt und dem Staat Freiburg auferlegt.

IV. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvorausset-
zungen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 
2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 
14, einzureichen.

Freiburg, 26. Oktober 2021/sig

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: