# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c655c5c0-2dd1-5ae9-b188-88e646a83e29
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.12.2011 E-6448/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6448-2011_2011-12-07.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­6448/2011

U r t e i l   v om   7 .   D e z embe r   2 0 1 1  

Besetzung Einzelrichter Kurt Gysi,
mit Zustimmung von Richterin Christa Luterbacher,  
Gerichtsschreiber Nicholas Swain.

Parteien A._______,
B._______,
C._______,
Nigeria, 
(…)  
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin­
Verfahren); 
Verfügung des BFM vom 21. November 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Beschwerdeführenden am 28. März 2010 ein erstes Mal  in der 
Schweiz um Asyl nachsuchten,

dass das Kind C._______ am (…) in der Schweiz geboren wurde,

dass das BFM mit Verfügung vom 11. August 2010 gestützt auf Art. 34 
Abs.  2 Bst.  d  des Asylgesetzes  vom 26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31) 
auf  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  nicht  eintrat  und  ihre 
Wegweisung nach Italien sowie den Vollzug anordnete,

dass  eine  gegen  diese  Verfügung  eingereichte  Beschwerde  vom  18. 
August  2010  mit  Urteil  des  Bundesverwaltungsgericht  vom  20.  August 
2010 abgewiesen wurde,

dass  die  Beschwerdeführenden  am  16.  September  2010  nach  Italien 
rücküberführt wurden,

dass das BFM auf weitere Asylgesuche der Beschwerdeführenden vom 
18.  September  2010  respektive  25.  Januar  2011  mit  unangefochten  in 
Rechtskraft  erwachsenen  Verfügungen  vom  26.  November  2010 
respektive  18.  März  2011  nicht  eintrat  und  die  Beschwerdeführenden 
jeweils nach Italien rücküberführt wurden,

dass  die  Beschwerdeführenden  am  17.  September  2011  erneut  in  der 
Schweiz um Asyl ersuchten,

dass Fingerabdruckvergleiche mit der Eurodac­Datenbank ergaben, dass 
der Beschwerdeführer am 24. September 2008 und am 11. Mai 2011, die 
Beschwerdeführerin  am  11.  Mai  2011  in  Italien  erkennungsdienstlich 
erfasst wurden,

dass am 29. September 2011 im Empfangs­ und Verfahrenszentrum (…) 
summarische  Befragungen  der  Beschwerdeführenden  stattfanden  und 
ihnen  dabei  das  rechtliche  Gehör  zu  einer  möglichen  Zuständigkeit 
Italiens  für  das  vorliegende  Verfahren  sowie  zu  einer  allfälligen 
Wegweisung dorthin gewährt wurde,

dass  der  Beschwerdeführer  dabei  im Wesentlichen  bestätigte,  in  Italien 
daktyloskopisch  erfasst  worden  zu  sein  und  darauf  verwies,  man  habe 
sich in Italien nicht um ihn und seine Familie gekümmert,

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dass sich zudem in Italien Mitglieder der Gruppe "Black Axe", welche ihn 
verfolge, aufhalten würden,  

dass  die  Beschwerdeführerin  vorbrachte,  sie  habe  die  benötigte 
medizinische Behandlung nicht erhalten und sei im Flüchtlings­Camp von 
ihrem Ehemann getrennt worden,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  21.  November  2011  –  eröffnet  am 
24. November 2011 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf 
die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  nicht  eintrat  und  die 
Wegweisung nach Italien sowie den Vollzug der Wegweisung anordnete, 

dass das Bundesamt die Beschwerdeführenden aufforderte, die Schweiz 
spätestens  am Tag  nach Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  den 
Kanton  D._______  verpflichtete,  die  Wegweisungsverfügung  zu 
vollziehen,  feststellte, eine allfällige Beschwerde gegen diese Verfügung 
habe  keine  aufschiebende Wirkung,  und  den Beschwerdeführenden  die 
editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte,

dass  es  zur  Begründung  im  Wesentlichen  ausführte,  die 
Beschwerdeführenden  seien  am  16.  September  2010,  24.  Januar  2011 
und  4.  Mai  2011  nach  Italien  überstellt  worden  und  hätten  dort 
nachweislich am 11. Mai 2011 Asylgesuche gestellt, 

dass das BFM gestützt auf einen Eurodac­Treffer an Italien ein Ersuchen 
um Übernahme  der  Beschwerdeführenden  im Sinne  von Art. 16  Abs.  1 
Bst. e  der  Verordnung  (EG)  Nr. 343/2003  des  Rates  vom  18. Februar 
2003  zur  Festlegung  von  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  Asylantrags  zuständig  ist,  den 
ein Staatsangehöriger eines Drittlandes in einem Mitgliedstaat gestellt hat 
(Dublin­II­VO), gestellt habe,

dass Italien innerhalb der festgelegten Frist nicht geantwortet habe, wes­
halb gestützt auf Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin­II­VO die Zuständigkeit  für 
die Durchführung des Asylverfahrens auf Italien übergegangen sei,

dass  somit  Italien  gestützt  auf  das  Abkommen  vom  26. Oktober  2004 
zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in 
der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen 
[DAA,  SR  0.142.392.68]),  auf  das  Übereinkommen  vom  17. Dezember 

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2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik 
Island und dem Königreich Norwegen über die Umsetzung, Anwendung 
und Entwicklung des Schengen­Besitzstands und über die Kriterien und 
Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines 
in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  gestellten  Asylantrags 
(Übereinkommen  vom  17.  Dezember  2004,  SR 0.362.32)  und  in 
Berücksichtigung  der  Dublin­II­VO  sowie  der  Verordnung  (EG)  Nr. 
1560/2003  der  Kommission  vom  2.  September  2003  mit 
Durchführungsbestimmungen  zur  Dublin­II­VO  (Dublin­DVO)  für  die 
Durchführung des Asylverfahrens zuständig sei,

dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder 
Verlängerung der Frist – bis spätestens am 3. Mai 2012 zu erfolgen habe,

dass  die  von  der  Beschwerdeführenden  anlässlich  der  Gewährung  des 
rechtlichen  Gehörs  geltend  gemachten  Gründe  praxisgemäss  nicht 
geeignet seien, ihre Rückführung nach Italien zu verhindern, 

dass  namentlich  Italien  die  Sicherheit  des  Beschwerdeführenden 
gewährleisten könne und er sich im Falle von Drohungen durch Dritte an 
die italienischen Behörden wenden könne,

dass keine Hinweise auf eine mögliche Verletzung des Non­Refoulement­
Gebots  oder  von  Art.  3  der  Konvention  vom  4.  November  1950  zum 
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101)  im 
Falle einer Rückführung der Beschwerdeführenden nach Italien bestehen 
und weder die dort herrschende Situation noch andere Gründe gegen die 
Zumutbarkeit der Wegweisung in diesen Staat sprechen würden,

dass  keine  Anhaltspunkte  dafür  bestehen  würden,  dass  Italien  den 
Zugang  zu  einer  notwendigen  medizinischen  Behandlung  nicht 
gewährleiste  und  eine  vorübergehende  Trennung  der 
Beschwerdeführenden  keine  Verletzung  des  Rechts  auf  Achtung  des 
Privat­ und Familienlebens gemäss Art. 8 EMRK darstelle,

dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  28.  November  2011 
gegen  die  Verfügung  des  BFM  beim  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerde  erhoben  und  beantragten,  diese  sei  aufzuheben  und  die 
Vorinstanz anzuweisen,  ihr Recht zum Selbsteintritt auszuüben und sich 
als für das vorliegende Asylgesuch zuständig zu erachten, 

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dass sie  in  formeller Hinsicht beantragten, der Vollzug der Wegweisung 
sei auszusetzen und die zuständige Fremdenpolizeibehörde anzuweisen, 
einstweilen von allfälligen Vollzugsmassnahmen abzusehen,

dass sie ferner um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 
von  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über 
das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  sowie  um  Verzicht  auf 
die Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchten,

dass für den Inhalt der Beschwerde auf die Akten verwiesen und − soweit 
entscheidwesentlich  −  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  darauf 
eingegangen wird,

dass  die  Beschwerdeführenden  zur  Stützung  ihrer  Vorbringen  ein 
ärztliches Zeugnis von Dr. E._______, vom 25. November 2011 inklusive 
Beilagen  sowie  ein  handschriftliches  Schreiben  hinsichtlich  ihrer 
Probleme im Heimatstaat zu den Akten reichten, 

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  1.  Dezember  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  die  Beschwerde  frist­  und  formgerecht  eingereicht  wurde,  die 
Beschwerdeführenden am Verfahren vor dem BFM teilgenommen haben, 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  sind,  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
sind (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 
Art. 48  Abs.  1  und  Art. 52  VwVG),  weshalb  auf  die  Beschwerde 
einzutreten ist,

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dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird 
(Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine 
solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  auf  einen  Schriftenwechsel 
verzichtet wurde,

dass  im vorliegenden Beschwerdeverfahren einzig zu prüfen  ist, ob das 
BFM  gestützt  auf  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  auf  das  Asylgesuch  der 
Beschwerdeführenden  zu Recht  nicht  eingetreten  ist  und  infolgedessen 
die Wegweisung aus der Schweiz zu Recht verfügt hat, 

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer 
selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zur  neuen  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs  indes 
materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht 
diesbezüglich  grundsätzlich  volle  Kognition  zukommt,  wobei  sich  diese 
Fragen  –  namentlich  diejenigen  hinsichtlich  des  Bestehens  von 
Vollzugshindernissen  (Durchführbarkeit  der  Überstellung  an  den 
zuständigen  Staat)  –  in  den  Dublin­Verfahren  bereits  vor  Erlass  des 
Nichteintretensentscheids stellen,

dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die 
Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich 
zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass  der  vorgängige  Aufenthalt  der  Beschwerdeführenden  in  Italien 
feststeht und die Beschwerdeführenden diesen nicht bestreiten,

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dass das BFM am 19. Oktober 2011 an Italien Ersuchen um Übernahme 
der  Beschwerdeführenden  gestellt  und  dieser  Staat  innert  der 
festgelegten  Frist  nicht  geantwortet  hat,  weshalb  das  Bundesamt  in 
seiner Verfügung zu Recht feststellte, gestützt auf die Dublin­II­VO sei die 
Zuständigkeit auf Italien übergegangen,

dass  Italien  unter  anderem Signatarstaat  des Abkommens  vom 28.  Juli 
1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30),  der 
EMRK und des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter 
oder  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung 
oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist,

dass  keine  Hinweise  dafür  bestehen,  dass  Italien  sich  nicht  an  die 
massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen,  insbesondere  an  das 
Rückschiebungsverbot oder die einschlägigen Normen der EMRK, halten 
würde, 

dass aufgrund der Aktenlage  insbesondere nicht davon auszugehen  ist, 
Italien werde die Beschwerdeführenden  in Verletzung der  vorgenannten 
völkerrechtlichen Abkommen in ihr Heimatland zurückschaffen,

dass  für  das  Bundesverwaltungsgericht  auch  im  Übrigen  keine  Gründe 
ersichtlich sind, die das BFM zur Ausübung des Selbsteintrittsrechts der 
Schweiz (Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO) hätten veranlassen sollen,

dass  sich  das  italienische  Asylsystem  aufgrund  der  jüngsten 
Entwicklungen  im  nordafrikanischen Raum  verbunden mit  einer  starken 
Zunahme von Asylsuchenden zwar mit erheblichen Kapazitätsproblemen 
konfrontiert sieht,

dass  indessen vorliegend keine konkreten Hinweise dafür bestehen, der 
italienische  Staat  würde  den  Zugang  zu  einem  funktionierenden 
Asylverfahren nicht gewährleisten,

dass  Asylsuchende  in  Italien  bei  der  Unterkunft,  der  Arbeit  und  dem 
Zugang  zur  medizinischen  Infrastruktur  zwar  gewissen  Schwierigkeiten 
ausgesetzt  sein  können,  wobei  sich  bereits  vorbestandene 
Kapazitätsprobleme in der jüngsten Zeit akzentuiert haben dürften,

dass  indessen  das  Gericht  auch  in  Berücksichtigung  der  mit  den 
Kapazitätsengpässen  im  Zusammenhang  stehenden  schwierigen 
Aufenthalts­  und  Lebensbedingungen  –  eine  Betreuung  durch  die 

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italienischen Behörden oder durch die privaten karitativen Organisationen 
ist nicht  in  jedem Fall gewährleistet – nicht zum Schluss gelangt,  Italien 
verletze  nachgewiesenermassen  in  systematischer  Weise  die  Richtlinie 
Nr. 2003/9/EG,

dass  angesichts  dieser  Sachlage  keine  Veranlassung  besteht,  die 
Regelvermutung  in  Frage  zu  stellen,  wonach  sich  Italien  an  die 
massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen,  insbesondere  an  das 
Rückschiebungsverbot  oder  die  einschlägigen  Normen  der  EMRK  und 
der FoK, hält (BVGE 2010/45 E. 7.5. und 7.7.), 

dass  diese  Regelvermutung  umgestossen  werden  kann,  wenn  im 
konkreten  Einzelfall  ernsthafte  Indizien  dafür  vorliegen,  dass  die 
Behörden des betreffenden Signatarstaates Völkerrecht verletzen (BVGE 
2010/45 a.a.O.),

dass indessen solche Indizien im vorliegenden Fall nicht ersichtlich sind,

dass  die  von  den  Beschwerdeführenden  in  ihrer  Beschwerdeeingabe 
allgemein geäusserte Kritik am italienischen Asylverfahren sowie an den 
Unterbringungs­ und medizinischen Versorgungsmodalitäten und die von 
ihnen  daraus  gezogene  Folgerung,  als  verletzliche  Personen  sei  ihnen 
die  Rücküberstellung  nach  Italien  unzumutbar,  nicht  zu  überzeugen 
vermag,

dass  gemäss  Informationen,  die  dem  Bundesverwaltungsgericht  vom 
UNHCR  zu  dieser  Problematik  zugegangen  sind,  die  Überstellung  von 
Personen,  die  als  besonders  "vulnerable"  gelten,  normalerweise  nach 
Rom oder Milano organisiert wird, wo ihnen Unterkunft und Unterstützung 
organisiert  werden,  vorausgesetzt,  die  zuständigen  Stellen  werden  im 
Voraus über die besonderen Schutzbedürfnisse  informiert, wie das auch 
vorliegend vom BFM zu erwarten ist,

dass  Dublin­Rückkehrende  und  verletzliche  Personen  bezüglich 
Unterbringung  von  den  italienischen  Behörden  bevorzugt  behandelt 
werden  und  sich  –  neben  den  staatlichen Strukturen  –  auch  zahlreiche 
private  Hilfsorganisationen  der  Betreuung  von  Asylsuchenden  und 
Flüchtlingen annehmen,

dass  beispielsweise  die  Organisation  "Arci  con  Fraternità"  seit  dem 
1. Januar  2009  die  Betreuung  der  Flüchtlinge  im  Flughafen  Fiumicino 
(Rom)  organisiert  und  dort  den  Asylsuchenden  kostenlose 

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Rechtsberatung anbietet (s. Urteil des BVGer D­7654/2010 vom 20. April 
2011),

dass somit keine konkreten Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, dass die 
Beschwerdeführenden  im  Falle  ihrer  Überstellung  nach  Italien  eine 
existenzgefährdende Situation zu gewärtigen hätte, 

dass  grundsätzlich  davon  auszugehen  ist,  dass  alle  Dublin­Staaten  die 
grundlegenden  medizinischen  Bedürfnisse  der  Asylsuchenden  erfüllen 
(BVGE  E­5644/2009  vom  31. August  2010  E. 8.2.2)  und  deshalb  die 
Notwendigkeit  einer  Betreuung  im  Rahmen  der  ärztlichen 
Grundversorgung  für sich allein keinen genügenden Grund darstellt,  um 
vom  Selbsteintrittsrecht  Gebrauch  zu  machen  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  D­1244/2010  vom  13. Januar  2011,  E. 
3.4.4.), 

dass  in  Anbetracht  des  Gesagten  nach  Auffassung  des 
Bundesverwaltungsgerichts  die  Beschwerdeführenden  in  Italien  bei 
Bedarf  eine  adäquate  medizinische  Betreuung  in  Anspruch  nehmen 
können,  zumal  Italien  über  entsprechende  Gesundheitsinstitutionen 
verfügt  und  bei  Bedarf  eine  Mitteilung  über  allfällige  gesundheitliche 
Befindlichkeiten  der  zu  übernehmenden  Personen  an  die  italienischen 
Behörden  erfolgen  kann  (vgl.  auch  BVGE  2010/45,  E.  7.6.3  und  7.6.4 
sowie E. 8), 

dass  die  angeführten  gesundheitlichen  Beschwerden  der 
Beschwerdeführerin  zudem  derzeit  nicht  so  gravierend  erscheinen,  als 
dass sie gesamthaft betrachtet eine Wegweisung aus humanitärer Sicht 
problematisch  erscheinen  lassen  und  folglich  der  Selbsteintritt  der 
Schweiz aus diesem Blickwinkel geboten wäre,

dass  es  dem  BFM  obliegt,  den  besonderen  Bedürfnissen  der 
Beschwerdeführerin  und  ihres  Sohnes  im  Kleinkindalter  bei  der 
Organisation  der  konkreten  Überstellungsmodalitäten  Rechnung  zu 
tragen, 

dass  namentlich  die  Reise  nach  Italien  mit  geeigneten  Medikamenten 
begleitet werden kann,

dass  insgesamt  keine  schwerwiegenden  humanitären Gründe  im  Sinne 
von  Art.  29a  Abs.  3  der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über 
Verfahrensfragen  (AsylV 1,  SR  142.311)  zu  erkennen  sind,  die  einer 

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Überstellung der Beschwerdeführenden nach Italien entgegenstehen und 
aus diesem Grunde einen Selbsteintritt als angezeigt erscheinen  lassen 
würden,

dass  im Übrigen eine allfällige Gefährdung der Beschwerdeführenden  in 
ihrem Heimatstaat nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist und 
daher auf die diesbezüglichen Ausführungen  in der Beschwerdeeingabe 
nicht einzugehen ist,

dass das BFM nach dem Gesagten zu Recht  in Anwendung von Art. 34 
Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Frage nach der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in 
Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht unter dem Aspekt von 
Art. 83 Abs. 1 und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über 
die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]) stellt, sondern vor 
der  Prüfung  des  Nichteintretens  im  Rahmen  der  Ausübung  des 
Selbsteintrittsrechts  (Art.  3  Dublin­II­VO)  oder  gegebenenfalls  –  wenn 
sich Familienmitglieder  in verschiedenen Dublin­Mitgliedstaaten befinden 
und  zusammengeführt  werden  sollen  –  bei  der  Ausübung  der 
sogenannten Humanitären Klausel (Art. 15 Dublin­II­VO),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  die  Beschwerdeführenden  nicht  darzutun  vermögen,  inwiefern  die 
angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen 
Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist 
(Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, 

dass mit dem Entscheid  in der Hauptsache ohne vorgängige  Instruktion 
die Gesuche um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde 
und  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  hinfällig 
werden,

dass  das  mit  der  Beschwerde  gestellte  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG  unbesehen 
der behaupteten Bedürftigkeit  (eine entsprechende Bestätigung  liegt der 
Beschwerde  nicht  bei)  abzuweisen  ist,  da  diese  –  wie  sich  aus  den 
vorstehenden  Erwägungen  ergibt  –  als  aussichtslos  zu  bezeichnen 
waren, 

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dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.– 
(Art. 1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,                     
SR  173.320.2])  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  sind  (Art.  63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  den  Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Kurt Gysi Nicholas Swain

Versand: