# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9109acbc-ecf4-5af7-a97e-8ea5853a09b6
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.11.2016 200 2016 538
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-538_2016-11-15.pdf

## Full Text

200 16 538 UV
SCP/PES/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. November 2016

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Matti, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiber Peter

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführer

gegen

SUVA
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 4. Mai 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, UV/16/538, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1982 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) war als ... der C.________ bei der SUVA (nachfolgend 
SUVA bzw. Beschwerdegegnerin) gegen die Folgen von Berufs- und 
Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert, als er am 2. Au-
gust 2006 bei sich zu Hause im Estrich bei einem brüsken Aufrichtemanö-
ver aus kauernder Stellung mit dem Kopf gegen die Betondecke stiess und 
sich dabei eine Prellung des Schädels zuzog (vgl. act. II 1, 8, 11, 15, 22). 
Die SUVA erbrachte Versicherungsleistungen. Nachdem eine medizini-
schen Behandlung bei Auslandabwesenheit des Versicherten im Jahr 2010 
zumindest vorübergehend eingestellt worden war (vgl. act. II 80), meldete 
der Versicherte am 3. Juli 2012 einen Rückfall (act. II 81).

Mit Verfügung vom 1. Oktober 2013 hielt die SUVA fest, gemäss ihren Ab-
klärungen bestehe kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall vom 2. August 2006 und den im Sommer 2012 
gemeldeten Beschwerden. Die SUVA sei demzufolge nicht leistungspflich-
tig. Wegen der fehlenden Rückfallkausalität könnten auch die Kosten der 
Behandlung beim Chiropraktor D.________ wie auch der empfohlenen 
Physiotherapie nicht übernommen werden (act. IIA 168).

B

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch Fürsprecher 
B.________, am 1. November 2013 Einsprache mit den Rechtsbegehren, 
die Verfügung sei aufzuheben und es seien ihm rückwirkend und durchge-
hend ab dem 2. August 2006 die noch ausstehenden und ihm zustehenden 
Versicherungsleistungen (Unfalltaggelder) auszurichten. Zudem seien die 
Behandlungskosten beim Chiropraktor Dr. D.________ sowie die Kosten 
der zusätzlich notwendigen Physiotherapie zu übernehmen. Unter Kosten- 
und Entschädigungsfolge (act. IIA 176). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, UV/16/538, Seite 3

Mit Entscheid vom 4. Mai 2016 wies die SUVA die Einsprache ab 
(act. IIA 215).

C.

Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte, wiederum ver-
treten durch Fürsprecher B.________, am 7. Juni 2016 Beschwerde mit 
den Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die 
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm rückwirkend und durchgehend ab 
dem Datum des Unfalls vom 2. August 2006 die noch ausstehenden und 
ihm zustehenden Versicherungsleistungen (Unfalltaggelder) zu gewähren 
und die Behandlungskosten beim Chiropraktor Dr. D.________ sowie die 
Kosten der zusätzlich notwendigen Physiotherapie zu übernehmen bzw. 
ihm zurückzuerstatten. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurtei-
lung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolge.

Mit weiterer Eingabe vom 7. Juni 2016 stellte der Beschwerdeführer ein 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Fürsprecher 
B.________ als amtlicher Anwalt.

Mit Beschwerdeantwort vom 27. Juli 2016 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, UV/16/538, Seite 4

die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid der SUVA vom 4. Mai 
2016 (act. IIA 215). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwer-
deführers auf Leistungen der Unfallversicherung infolge des Unfalls vom 
2. August 2006 für die mit Rückfallmeldung vom 3. Juli 2012 geltend ge-
machten Beschwerden und dabei insbesondere, ob zwischen den im Juli 
2012 gemeldeten Beschwerden und dem Unfall ein natürlicher und 
adäquater Kausalzusammenhang besteht. Die vor allem beweisrechtlich 
relevante Frage, ob es sich dabei um die Beurteilung eines Rückfalls oder 
um einen formell verfügten Fallabschluss handelt, kann vorliegend letztlich 
offen bleiben, da selbst bei Annahme, es handle sich um eine förmliche 
Leistungseinstellung, sowohl der natürliche als auch der adäquate Kausal-
zusammenhang als nicht mehr gegeben zu erachten sind, wie im Folgen-
den zu zeigen sein wird.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, UV/16/538, Seite 5

Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversiche-
rung setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusam-
menhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus 
(BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.2.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 
S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). Für den Nachweis einer unfall-
kausalen gesundheitlichen Schädigung ist die Formel "post hoc, ergo 
propter hoc", nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung 
schon dann als durch einen Unfall verursacht gilt, wenn sie nach diesem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, UV/16/538, Seite 6

aufgetreten ist, nicht massgebend (BGE 119 V 335 E. 2b bb S. 341; SVR 
2008 UV Nr. 11 S. 36 E. 4.2.3).

2.2.2 Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht nur, soweit 
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden zusätzlich 
ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Dem Erfordernis eines 
adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem versicherten Ereignis 
und der eingetretenen gesundheitlichen Schädigung als Voraussetzung für 
die Leistungspflicht der Versicherung kommt die Funktion einer Haftungs-
begrenzung zu (BGE 129 V 177 E. 3.3 S. 182, 125 V 456 E. 5c S. 462; 
SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.2).

Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache 
eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge 
und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Er-
folg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfol-
ges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 
177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 122 
E. 5.2). Ob beim Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwi-
schen dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen 
Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausal-
zusammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin 
und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist. Dabei hat die Beant-
wortung der Frage nach der Adäquanz von Unfallfolgen als einer Rechts-
frage – im Gegensatz zur Frage nach dem natürlichen Kausalzusammen-
hang – nicht nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
zu erfolgen (BGE 112 V 30 E. 1b S. 33).

2.3 Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die 
adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die 
Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 
356 E. 3.2 S. 358). Bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwer-
den ist für die Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehens-
ablauf auszugehen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Krite-
rien einzubeziehen. Bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall wer-
den diese Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft 
(BGE 140 V 356 E. 3.2 S. 358, 115 V 133 E. 6c aa S. 140), während bei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, UV/16/538, Seite 7

Schleudertraumen und äquivalenten Verletzungen der Halswirbelsäule so-
wie Schädel-Hirntraumen auf eine Differenzierung zwischen physischen 
und psychischen Komponenten verzichtet wird (BGE 134 V 109 E. 2.1 
S. 112; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1). Dabei ist wie folgt zu differenzie-
ren: Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein 
Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquiva-
lente Verletzung (SVR 1997 UV Nr. 95 S. 346 E. 2a, 1995 UV Nr. 23 S. 67 
E. 2) oder ein Schädel-Hirntrauma (BGE 117 V 369 E. 4b S. 382; SVR 
2001 UV Nr. 1 S. 2 E. 3) erlitten hat, wobei die Schleudertrauma-Praxis nur 
dann Anwendung findet, wenn sich innert der Latenzzeit von 24 bis 
72 Stunden Beschwerden in der Halsregion und der Halswirbelsäule 
(HWS) manifestieren (SVR 2009 UV Nr. 30 S. 107 E. 5.2). Liegt keine der 
erwähnten Verletzungen vor, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 
115 V 133 für Unfälle mit psychischen Folgeschäden zur Anwendung. Er-
geben die Abklärungen indessen, dass die versicherte Person eine der 
soeben erwähnten Verletzungen erlitten hat, muss beurteilt werden, ob die 
zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Be-
einträchtigungen (diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und 
Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, 
Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw.; BGE 
119 V 335 E. 1 S. 338, 117 V 359 E. 4b S. 360) zwar teilweise vorliegen, im 
Vergleich zur psychischen Problematik aber bereits unmittelbar nach dem 
Unfall ganz in den Hintergrund treten oder die physischen Beschwerden im 
Verlaufe der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt 
gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben und damit 
ganz in den Hintergrund getreten sind (vgl. RKUV 2002 U 465 S. 438 
E. 3a). Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 
115 V 133 für Unfälle mit psychischen Folgeschäden aufgestellten 
Grundsätze massgebend; andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz 
gemäss den in der Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109, 117 V 359) 
festgelegten Kriterien, d.h. ohne Unterscheidung zwischen körperlichen 
und psychischen Beschwerden (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112, 127 V 102 
E. 5b bb S. 103). Die Grundsätze gemäss BGE 115 V 133 sind auch an-
wendbar, wenn die im Anschluss an den Unfall auftretenden psychischen 
Störungen nicht zum typischen Beschwerdebild eines HWS-Traumas 
gehören. Erforderlichenfalls ist vorgängig der Adäquanzbeurteilung zu prü-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, UV/16/538, Seite 8

fen, ob es sich bei den im Anschluss an den Unfall geklagten psychischen 
Beeinträchtigungen um blosse Symptome des erlittenen Traumas oder 
aber um eine selbstständige (sekundäre) Gesundheitsschädigung handelt, 
wobei für die Abgrenzung insbesondere Art und Pathogenese der Störung, 
das Vorliegen konkreter unfallfremder Faktoren oder der Zeitablauf von 
Bedeutung sind (SVR 2007 UV Nr. 8 S. 28 E. 2.2). Die Diskussion der Fra-
ge, nach welchen Regeln die Adäquanz zu beurteilen ist, kann unterblei-
ben, wenn der Kausalzusammenhang auch nach der Schleudertrauma-
Praxis (BGE 134 V 109) zu verneinen ist (SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.3; 
Entscheid des BGer vom 17. Juni 2010, 8C_248/2010, E. 3.3).

2.4 Nach der Schleudertrauma-Praxis ist analog zu den bei psychi-
schen Fehlentwicklungen nach Unfall geltenden Grundsätzen (BGE 115 V 
133) für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs im Einzelfall 
zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- bzw. Er-
werbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann 
zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten 
ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Un-
fallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Gesche-
hensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften (SVR 2012 UV Nr. 2 
S. 6 E. 3.4) – zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren 
Unfällen anderseits und schliesslich dem dazwischen liegenden mittleren 
Bereich unterschieden wird. Dabei können die erlittenen Verletzungen 
Rückschlüsse auf die Kräfte, die sich beim Unfall entwickelt haben, gestat-
ten (SVR 2011 UV Nr. 10 S. 37 E. 4.2.2). Während der adäquate Kausal-
zusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne weiteres bejaht 
und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der 
Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht aufgrund des Un-
fallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv er-
fassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang 
stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in eine 
Gesamtwürdigung einzubeziehen (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126). Je nach 
den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausal-
zusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann 
zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fäl-
len im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, UV/16/538, Seite 9

schweren Unfall zu qualifizieren ist. Anderseits kann im gesamten mittleren 
Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgepräg-
ter Weise erfüllt ist. Liegt im eigentlichen mittleren Bereich keines der Ein-
zelkriterien in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise vor, so 
müssen für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs drei Kri-
terien erfüllt sein (SVR 2012 UV Nr. 2 S. 7 E. 3.5). Handelt es sich um ei-
nen mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen müs-
sen für die Bejahung der Adäquanz vier Kriterien gegeben sein (SVR 2010 
UV Nr. 25 S. 102 E. 4.5). Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit 
den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung des adäquaten 
Kausalzusammenhangs (BGE 117 V 359 E. 6 S. 366, 117 V 369 E. 4c 
S. 384). 

In Präzisierung der Rechtsprechung hat das Bundesgericht den Katalog 
der adäquanzrelevanten Kriterien (BGE 117 V 359 E. 6a S. 367, 117 V 369 
E. 4b S. 383) in BGE 134 V 109, E. 10.2 S. 127 und E. 10.3 S. 130, neu 
gefasst, wobei die Aufzählung der Kriterien abschliessend ist:

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklich-
keit des Unfalls;

- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
- fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
- erhebliche Beschwerden;
- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim-

mert;
- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;

- erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.

Im Rahmen der Schleudertrauma-Praxis wird bei der Beurteilung der vor-
stehend genannten Kriterien auf eine Differenzierung zwischen physischen 
und psychischen Komponenten verzichtet, weil hier nicht entscheidend ist, 
ob Beschwerden medizinisch eher als organisch und/oder psychischer 
Natur bezeichnet werden (BGE 117 V 359 E. 5d aa S. 364 und E. 6a 
S. 367; RKUV 1999 U 341 S. 409 E. 3b, 1997 U 272 S. 174 E. 4a). 

2.5 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, UV/16/538, Seite 10

unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

2.6 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

2.7 Aktengutachten sind nach der Praxis nicht zu beanstanden, wenn 
die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärti-
gen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind. Der Untersu-
chungsbefund muss lückenlos vorliegen. Der Experte muss sich aufgrund 
vorhandener Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen können 
(RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b).

2.8 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in 
einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen (SVR 
2008 IV Nr. 22 S. 70 E. 2.4). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, UV/16/538, Seite 11

3.

3.1 Dass das Ereignis vom 2. August 2006 die kumulativen Tatbe-
standsvoraussetzungen des Unfallbegriffs gemäss Legaldefinition (vgl. 
E. 2.1 hiervor) erfüllt, ist zu Recht unbestritten. 

3.2 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen 
die folgenden Angaben entnehmen:

3.2.1 Anlässlich der ersten ärztlichen Konsultation nach dem Kopfanprall 
im Estrich vom 2. August 2006 (vgl. act. II 1) fanden sich gemäss Dr. med. 
E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, beim Versicher-
ten am 3. August 2006 klinisch eine Beule am rechten hinteren Scheitel 
sowie ein Schwindel bei Inklination und Rotation nach rechts bei ansonsten 
unauffälligen neurologischen Verhältnissen. Der Kopfanprall habe weder zu 
Bewusstlosigkeit noch zu einer Amnesie oder zu Erbrechen geführt, es 
seien aber nach Angaben des Versicherten sofort starke Kopfschmerzen 
aufgetreten und am Tag darauf Schwindel beim Drehen und Übelkeit, so 
dass er nicht mehr habe arbeiten können (act. II 2, 22). 

3.2.2 Am 5. und 8. September 2006 wurde der Versicherte durch 
Dr. med. F.________, Facharzt für Neurologie FMH, neurologisch abge-
klärt. Gemäss dessen Bericht vom 11. September 2006 ergab der Unter-
such in Kopftieflage bei Drehung des Kopfes nach rechts wie auch nach 
links einen horizontalen, nicht dissoziierten Endstellnystagmus, subjektiv 
verbunden mit Schwindel, reproduzierbar. Im Übrigen sei die Augenmotilität 
nach allen Richtungen frei. Insbesondere habe beim Versicherten kein 
spontaner Nystagmus vorgelegen und es seien auch keine Doppelbilder 
angegeben worden. Klinisch hätten sich keine Hinweise für eine allfällige 
Contusio Cerebri gefunden. Eine CT-Untersuchung der HWS habe einen 
unauffälligen Befund ergeben. Neurologisch hätten sich ausser dem ge-
nannten Endstellnystagmus in Kopftieflage bei Drehung des Kopfes mit 
subjektiv empfundenem Schwindel keine Auffälligkeiten gefunden. Pro-
gnostisch könne deshalb mit einer weitgehenden Restitutio ad integrum 
innerhalb von 3 Monaten gerechnet werden. Es sei davon auszugehen, 
dass die zerrungsbedingten Schmerzen bis dahin ausheilten. In seiner Ar-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, UV/16/538, Seite 12

beitsfähigkeit sei der Versicherte nicht eingeschränkt. Eine Sportkarenz sei 
wahrscheinlich sinnvoll (act. II 11).

3.2.3 Ein MRI der Halswirbelsäule in drei Ebenen vom 22. Februar 2007 
zeigte eine Chondrose bei HWK5/6 mit breitbasiger Bandscheibenprotrusi-
on und Riss des Anulus fibrosus ohne Nervenwurzelaffektion und eine 
leichte Chondrose bei HWK4/5 mit minimaler Neuroforameneinengung, 
jedoch ohne Anhalt für eine echte Nervenwurzelkompression. Anzeichen 
für eine Entzündung oder Fraktur fanden sich nicht. Sowohl der präverte-
brale Weichteilmantel als auch die Nackenmuskulatur kamen unauffällig 
zur Darstellung (act. II 8).

3.2.4 Am 20. Dezember 2007 fanden in der Radiologie der Klinik 
G.________ eine Computertomographie des kranio-zervikalen Übergangs 
sowie ein MRI der oberen HWS des Versicherten statt. Diese ergaben – 
von einer Streckhaltung der oberen Halswirbelsäule abgesehen – weder 
computertomographisch noch kernspintomographisch signifikante patholo-
gische Veränderungen am Knochen oder an den ligamentären Strukturen 
des kranio-zervikalen Übergangs (act. II 19). 

3.2.5 Anlässlich von zwei konsiliarischen Untersuchungen bei Dr. med. 
H.________, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie 
für Rheumatologie FMH, konnte gemäss dessen Bericht vom 5. März 2008 
nachgewiesen werden, dass die vom Versicherten zwischenzeitlich als 
primäre Problematik geschilderte Bewegungseinschränkung der HWS akti-
ver Natur und nur vorübergehend sei (act. II 20 S. 2 unten).

3.2.6 Am 3. Juni 2008 fand eine otoneurologische Untersuchung des 
Versicherten im Zentrum I.________ statt. Gemäss dem diesbezüglichen 
Bericht vom 1. Juli 2008 fielen in der Untersuchung durchwegs ausseror-
dentlich unruhige Augenbewegungen auf. Nystagmen hätten sich aber 
kaum ableiten lassen. Die Augenbewegungen seien dermassen heftig ge-
wesen, dass sie willentlich kaum hätten durchgeführt werden können. Ins-
gesamt habe sich das klassische Bild einer zentralen Funktionsstörung mit 
sakkadiertem Blickfolgetest, kleiner Schrift in der Optokinetik und ungenü-
gender Nystagmusunterdrückung durch Blickfixation auf dem Pendelstuhl 
gezeigt. Dieses Bild werde auch bei demyelinisierenden Erkrankungen ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, UV/16/538, Seite 13

sehen. Zeichen einer peripheren Vestibulopathie hätten nicht gefunden 
werden können. Sowohl die kalorische Reizprüfung wie auch die vestibulär 
evozierten myogenen Potenziale seien unauffällig gewesen. Das Untersu-
chungsresultat lasse sich nicht mit einer HWS-Problematik erklären. Viel-
mehr sei an eine intrakranielle Problematik zu denken. Sollte ein noch 
durchzuführendes Schädel-MRI unauffällig sein, müsse von einer post-
traumatischen zentralen Vestibulopathie ausgegangen werden (act. II 30).

3.2.7 Ein am 16. Juli 2008 durchgeführtes MRI des Schädels ergab ei-
nen unauffälligen Befund ohne Nachweis von raumfordernden oder ent-
zündlichen Hirnprozessen und auch keine Pathologie im Bereich der bei-
den Felsenbeine (act. II 32).

3.2.8 Am 29. Juli 2008 kam die Abteilung Versicherungsmedizin der 
Beschwerdegegnerin, Dr. med. J.________, Facharzt für Neurologie, im 
Rahmen einer neurologischen Aktenbeurteilung zum Schluss, dass die 
vom Versicherten im Beurteilungszeitpunkt geklagten Beschwerden nicht 
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit kausal auf 
eine unfallbedingte Läsion des Zentralnervensystems zurückgeführt wer-
den könnten. Der Neurologe Dr. med. F.________ habe einen Monat nach 
dem Unfallereignis keine Hinweise auf eine zentrale Vestibulopathie finden 
können. Trotz ausführlicher Abklärungen hätten aus neurologischer Sicht 
objektiv keine Unfallfolgen nachgewiesen werden können. Weitere Mass-
nahmen zur Abklärung und Behandlung von Unfallfolgen seien aus neuro-
logischer Sicht nicht indiziert (act. II 38 S. 4).

3.2.9 Am 30. Juli 2008 befürwortete Dr. med. K.________, Facharzt für 
Oto-Rhino-Laryngologie, für Allergologie und klinische Immunologie sowie 
für Arbeitsmedizin FMH, von der Abteilung Arbeitsmedizin der Beschwer-
degegnerin, aus oto-rhino-laryngologischer Sicht eine stationäre Rehabilita-
tion des Versicherten mit der Begründung, es sei wichtig, dass dieser lerne, 
mit dem geklagten Schwindel umzugehen (act. II 39; siehe auch act. II 48). 

3.2.10 Der Versicherte begab sich in der Folge vom 7. August bis 2. Ok-
tober 2008 zur Rehabilitation in die Rehaklinik L.________. Gemäss Aus-
trittsbericht vom 1. Oktober 2008 waren dessen Beschwerden unter den 
stationären therapeutischen Massnahmen grösstenteils rückläufig. Seine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, UV/16/538, Seite 14

Gesamtbelastbarkeit habe sich einigermassen verbessert. Die Schwindel-
symptomatik sei nach vorübergehender Verschlimmerung nicht mehr inten-
siver als vor dem Eintritt. Trotz verbesserter HWS-Beweglichkeit klage der 
Versicherte über eine schwankende Schmerzsymptomatik im Nacken, wel-
che ihn verunsichere. Er habe auf einer Leiter stehend sicher über Kopf 
arbeiten können, diese Aktivität jedoch nach drei Minuten wegen zuneh-
menden Spannungsgefühlen im Nacken abgebrochen. In dieser Situation 
habe er latent mit vermehrtem Schwindel reagiert. Joggen sei dem Versi-
cherten nach wie vor nicht möglich, jedoch tue ihm schnelles Gehen gut. 
Die Arbeitsfähigkeit im Detailhandel werde nach dem Austritt nicht einge-
schränkt sein, wobei Überkopfarbeiten vermieden würden. Es sei empfeh-
lenswert, die Physiotherapie und die medizinische Trainingstherapie ambu-
lant intensiv fortzuführen (act. II 54).

3.2.11 Gemäss Bericht des Chiropraktors M.________ vom 21. Septem-
ber 2009 trat beim Beschwerdeführer am 5. September 2009 akut ein Tor-
ticollis gefolgt von starker Schwindelsymptomatik mit Arbeitsunfähigkeit auf. 
Seit dem 7. September 2009 bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit. Wann 
wieder eine Arbeitsfähigkeit attestiert werden könne, bleibe ungewiss 
(act. II 63).

3.2.12 Dr. med. K.________ von der Abteilung Arbeitsmedizin der Be-
schwerdegegnerin hielt nach Vorlage des Dossiers am 3. Dezember 2009 
fest, die elektronystagmographisch nachweisbaren Störungen mit sakka-
dierten Blickfolgebewegungen im Eye-Tracking-Test, gestörter Optokinetik 
und ungenügender Nystagmusunterdrückung durch Blickfixation auf dem 
Pendelstuhl widerspiegelten eine unfallbedingte strukturelle Schädigung 
des zentral vestibulären Funktionssystems, wahrscheinlich im Bereich der 
Synapsen. Ein erheblicher Behandlungsbedarf ergebe sich daraus aus 
ORL-ärztlicher Sicht jedoch nicht mehr. Aus rein ORL-ärztlicher Sicht sei 
dem Versicherten seine frühere Tätigkeit als ... wieder voll zumutbar. Aller-
dings seien Arbeiten auf ungesicherten Gerüsten oder an schnell rotieren-
den Maschinen bis auf weiteres zu vermeiden. Was den akuten Torticollis 
anbetreffe, so stehe dieser nicht mit der notwendig erforderlichen Wahr-
scheinlichkeit in einem kausalem Zusammenhang mit dem Unfallereignis 
vom 2. August 2006 (act. II 66).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, UV/16/538, Seite 15

3.2.13 Gemäss Bericht des Chiropraktors M.________ vom 20. Januar 
2010 war der Beschwerdeführer aufgrund der erneut akuten Schwindelpro-
blematik vom 7. September 2009 bis 29. November 2009 vollständig ar-
beitsunfähig. Vom 30. November 2009 bis 6. Dezember 2009 habe die Ar-
beitsunfähigkeit 70% betragen und seit dem 7. Dezember 2009 betrage sie 
50%. Eine weitere Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei auf Februar 2010 
geplant (act. II 72). 

Ab dem 1. Februar 2010 wurde dem Versicherten vom Chiropraktor 
M.________ wieder eine Arbeitsfähigkeit von 75% und ab dem 1. März 
2010 wieder eine solche von 100% attestiert (act. II 80).

3.2.14 Eine augenärztliche Untersuchung des Versicherten bei Dr. med. 
N.________, Facharzt für Ophthalmologie, ergab gemäss dessen Bericht 
vom 15. Mai 2012 eine sehr stark ausgeprägte Augenbenetzungsstörung 
bei starker follikulärer Konjunktivitis. Die Anamnese für verschiedene Kon-
taktallergene sei positiv, wobei dem Versicherten ein Zusammenhang zwi-
schen der Allergie und den Augenbeschwerden nicht klar gewesen sei. 
Nachdem ein Tragen von Kontaktlinsen unmöglich geworden sei, habe der 
Versicherte im September 2011 in Frankfurt am Main mit gutem Erfolg ei-
nen refraktiv-chirurgischen Eingriff in der Hornhaut durchführen lassen. Dr. 
med. N.________ empfahl in der Folge, neben der offensichtlichen allergi-
schen Genese der chronischen follikulären Konjunktivitis mit schwerer Be-
netzungsstörung eine entzündlich-rheumatische Systemerkrankung mit 
Beteiligung der Tränendrüsen auszuschliessen sowie eine Allergieab-
klärung durchzuführen (act. II 92, 108).

3.2.15 Trotz der entsprechenden Abklärungen fanden sich in der Folge 
keine Anhaltspunkte für eine entzündlich-rheumatische Systemerkrankung 
(act. II 109, 110) oder eine andere Erklärung für die chronische Konjunktivi-
tis auch ausserhalb der Pollenzeit (act. II 99). Eine zusätzlich durchgeführte 
Untersuchung bei Dr. med. O.________, Facharzt für Oto-Rhino-
Laryngologie FMH, vom 14. August 2012 ergab im detailliert geprüften 
ORL-Status ebenfalls keine pathologischen Befunde (act. II 113).

3.2.16 Mit Bericht vom 2. September 2012 hielt der Chiropraktor 
M.________ als Diagnosen ein chronifiziertes zervikozephales Syndrom, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, UV/16/538, Seite 16

eine Schwindelsymptomatik bei segmentaler Instabilität C2/3 links sowie 
multisegmentale Bandscheibenprotrusionen mit regionaler HWS-
Hypermobilität fest. Es liege eine unfallbedingte zentrale Schwindelproble-
matik sowie funktionell eine neurologische Störung in der Achse zwischen 
Schwindelzentrum, HWS und Augenmotorik vor. Trotz aller Bemühungen 
seien die Schwindelbeschwerden nie vollumfänglich verschwunden und 
hätten 2009, nach einem akuten Torticollis, erneut einen deutlich akzentu-
ierten Verlauf mit Arbeitsunfähigkeit genommen. Im Weiteren sei eine Au-
genproblematik mit einer ausgeprägten Unterproduktion von Tränenflüssig-
keit und in der Folge chronisch wiederkehrenden Augenentzündungen hin-
zugekommen. Die Augenärzte hätten die Ursache bisher nicht klären kön-
nen. Im Rahmen von funktionell-neurologischen Modellen stehe die Ursa-
che mit allergrösster Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit der zentra-
len Schwindelproblematik und der damit assoziierten Verarmung des neu-
rologisch nährenden Informationsflusses aus der HWS, irgendwo in der 
neurologischen Verknüpfungsachse zwischen dem zentralen Schwindel-
zentrum, der HWS und der verknüpften Augenmotorik. Geplant sei eine 
versuchsweise Mobilisation unter Anästhesie, ein Versuch, das neurologi-
sche System wieder neu aufzustarten und mit der Information der vollen 
HWS-Beweglichkeit neu zu beleben (act. II 119).

3.2.17 Am 6. November 2012 fand hinsichtlich der ausgeprägten Sicca-
Problematik in der Augenklinik des Spitals P.________ eine Gesamtbeur-
teilung statt. Als Ursache der trockenen, brennenden Augen sahen die 
Fachärzte dabei in erster Linie eine ausgeprägte Keratokonjunktivitis sicca 
bei quantitativer Befeuchtungsstörung und Zustand nach Lasik. Es sei von 
keinem direkten Zusammenhang zwischen der Keratokonjunktivitis sicca 
und dem vorangegangenen Halswirbelsäulendistorsionstrauma auszuge-
hen (act. II 139; siehe auch act. II 143).

3.2.18 Am 4. Juni 2013 fand eine erneute neurologische Aktenbeurteilung 
durch Dr. med. J.________ von der Abteilung Versicherungsmedizin der 
Beschwerdegegnerin statt. Dieser hielt fest, die zwischenzeitlich durchge-
führten Abklärungen hätten bezüglich wiederholt hypothetisierter zentraler 
Vestibulopathie keine neuen medizinischen Erkenntnisse ergeben. Eine 
Reflexasymmetrie, wie sie Dr. med. M.________ in seinem Bericht vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, UV/16/538, Seite 17

2. September 2012 beschreibe, habe von Dr. med. F.________ zeitnah 
zum Unfall nicht festgestellt werden können, so dass deren Ursache unklar 
bleibe, diese aber sicher nicht in einem kausalen Zusammenhang mit dem 
Unfall vom 2. August 2006 stehe. Für eine zentrale Vestibulopathie fänden 
sich in der zur Verfügung stehenden ärztlichen Dokumentation keine objek-
tivierbaren Befunde, weder durch klinische Untersuchungen noch durch 
bildgebende Diagnostik. Diesbezüglich sei darauf hinzuweisen, dass durch 
die kraniale Magnetresonanztomographie vom 15. Juli 2008 keine unfall-
bedingte Pathologie habe nachgewiesen werden können. Eine unfallbe-
dingte Läsion des zentralen Nervensystems im Sinne einer traumatischen 
Hirnverletzung, die auf Funktionsebene eine „Störung in der Achse zwi-
schen Schwindelzentrum, HWS und Augenmotorik“ erklären könnte, sei 
weder unter Berücksichtigung des Unfallmechanismus noch der im An-
schluss an den Unfall vom 2. August 2006 erhobenen klinischen Befunde 
oder der Befunde der Bildgebung anzunehmen. Eine unfallbedingte zentra-
le Vestibulopathie könne auch heute nicht mit dem erforderlichen Beweis-
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit angenommen werden 
(act. II 149).

3.2.19 Mit Aktenbeurteilung vom 20. Juni bzw. 1. Juli 2013 hielt Dr. med. 
K.________ von der Abteilung Arbeitsmedizin der Beschwerdegegnerin 
fest, dass in der otoneurologischen Untersuchung vom 1. Juli 2008 durch-
wegs ausserordentlich unruhige Augenbewegungen aufgefallen seien, wo-
bei ein Spontan- oder ein Provokationsnystagmus nicht habe nachgewie-
sen werden können. Es seien im Wesentlichen ein sakkadierter Blickfolge-
test und eine ungenügende Nystagmusunterdrückung durch Blickfixation 
auf dem Pendelstuhl aufgefallen. Gemäss Angaben von Dr. med. 
Q.________ seien diese Befunde vereinbar mit einer zentralen Vestibulo-
pathie. Dazu sei aus ORL-ärztlicher Sicht zu erwähnen, dass gerade die 
erwähnten Untersuchungsmethoden stark von der Mitarbeit der Patienten 
abhängig seien. Schon Eingangs habe Dr. med. Q.________ in seinem 
Bericht unter „Beurteilung und Prozedere“ erwähnt, dass der Versicherte 
unruhige Augenbewegungen aufgewiesen habe. Somit könnten die nach-
gewiesenen Befunde im Eye-Tracking-Test sowie während der Pendelung 
durch eine suboptimale Mitarbeit des Versicherten bedingt sein, so dass 
die nachgewiesenen Befunde als artifiziell bezeichnet werden könnten. Um 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, UV/16/538, Seite 18

diesen Verdacht zu erhärten, brauche es eine otoneurologische Nachkon-
trolle, zumal die von Dr. med. Q.________ hypothetisch angenommene 
intrakranielle Problematik nicht durch das Schädel-MRI vom 16. Juli 2008 
mit unauffälligen Befunden ohne Nachweis von raumfordernden oder ent-
zündlichen Hirnprozessen und ohne Pathologie im Bereich der beiden Fel-
senbeine habe gestützt werden können. Angesichts des unauffälligen 
Schädel-MRI vom 15. Juli 2008 seien die am 3. Juni 2008 im Zentrum 
I.________ GmbH gezeigten Befunde aus ohrenärztlicher Sicht keine plau-
siblen Unfallfolgen. Derartige Schädigungen könnten beispielsweise bei 
Multipler Sklerose oder bei einer diffusen Hirnentzündung beobachtet wer-
den, was beim Versicherten mit Sicherheit nicht der Fall sei (act. IIA 154). 

3.2.20 Mit Bericht vom 3. September 2013 hielt der Chiropraktor 
D.________ gegenüber Dr. med. K.________ als Diagnosen eine komple-
xe, zentral-vestibulär-okulomotorische Integrationsstörung fest. Es bestün-
den rezidivierende Tonusstörungen der HWS und des Schultergürtels 
linksbetont. Bei der Gleichgewichtsprüfung bestünden Defizite der vestibu-
lospinalen Reflexe im Sinne einer Destabilisierung der vestibulospinalen 
Reflexaktivität bei HWS-Rotationen nach rechts sowie bei HWS-
Extensionen. Bei der okulomotorischen Untersuchung bestünden aktuell 
deutliche Defizite in der Blickfixation horizontal rechts mehr als links sowie 
vertikal aufwärts mehr als abwärts, verlangsamte und ungenaue Folgebe-
wegungen horizontal und vertikal, verlangsamte und ungenaue Sakkaden 
horizontal und vertikal bei einer verhältnismässig intakten Optokinetik hori-
zontal besser als vertikal. Seines Erachtens bestehe eine zentrale Störung 
der Blickmotorik, insbesondere auch der vestibulookulären Reflexaktivität 
bei Bewegungen des Kopfes/Körpers, was beim Versicherten eine kom-
pensatorische Aktivität der HWS-Muskulatur sowie einen zentralen Mis-
match der bewegten Bilder auslöse. Die zerviko-propriozeptiv-nozizeptive 
Aktivität führe durch spinookuläre Mechanismen auf Grund des chroni-
schen Verlaufs zu einem zentralen Mismatch, der mit einer Störung der 
kortikalen okulomotorischen Funktionen einhergehe. Die aktuelle Behand-
lung bestehe aus therapeutischen Übungen zur Förderung der Plastizität 
der vestibulookulären, vestibulospinalen und spino-cerebello-okulären Re-
flexsysteme. Bei diesen Übungen handle es sich einerseits um gezielte 
Aktivierungen der vestibulären Rezeptoren und andererseits um ein Stabili-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, UV/16/538, Seite 19

sierungstraining der Blickfixation unter gleichzeitiger propriozeptiver Aktivie-
rung der HWS-Propriozeptoren (act. IIA 190).

3.2.21 Am 4. September 2013 fand eine fachärztliche Untersuchung des 
Versicherten durch Dr. med. K.________ statt. Diese ergab ein normales 
zentrales und peripher-vestibuläres Funktionssystem. Der Versicherte sei 
im Laufe des Sommers in ... gewesen, wo er an einem Gleichgewichts-
zentrum neurootologisch untersucht worden sei. Dr. med. K.________ hat 
gemäss seinem Bericht die auf zwei USB-Schlüsseln gespeicherten Unter-
suchungsresultate aus ... ebenfalls beurteilt mit dem Ergebnis, dass auch 
dort keine wesentlichen pathologischen Befunde, die in einem allfälligen 
kausalen Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 2. August 2006 ste-
hen würden, erhoben werden konnten. Was die Eignung anbetreffe, so 
könne dem Versicherten seine Tätigkeit als … rein aus ORL-ärztlicher Sicht 
voll zugemutet werden. Die rezidivierende Nackensteifigkeit sei mittels Na-
ckenmassage und Fango durch eine Physiotherapeutin anzugehen. Die 
Behandlungskosten beim Chiropraktor D.________ wie auch die Kosten für 
die Physiotherapie gingen zu Lasten der SUVA. Bei Persistenz der subjek-
tiven Schwindelbeschwerden sei der Versicherte seines Erachtens zu einer 
neuroophthalmologischen Untersuchung im Spital T.________ anzumelden 
(act. IIA 167).

3.2.22 Mit Verlaufsbericht vom 20. Januar 2014 hielt der Chiropraktor 
M.________ gegenüber der Beschwerdegegnerin als Diagnosen einen 
Status nach Schädelkontusion und Stauchungstrauma der HWS am 2. Au-
gust 2006 mit funktionellen neurologischen Störungen in der Achse zwi-
schen Schwindelzentrum, HWS und Augenmotorik mit nahezu kompletter 
reaktiver Einsteifung der HWS, vegetativer Dekompensation, Schlafstörun-
gen, ausgeprägten Kopfschmerzen mit Licht- und Lärmempfindlichkeit so-
wie ein Dry-eye-Syndrom fest. Nach intensivierter Therapie im Herbst 2013 
hätten sich Kopfschmerzen sowie vermehrt Entgleisungen des vegetativen 
Nervensystems entwickelt. Nach der Untersuchung durch Dr. med. 
K.________ sei es zu einer weiteren Verschlechterung mit Zuspitzung der 
Situation bis zu einem Punkt gekommen, wo Ruhepulse von 130 und Blut-
drucke im Liegen von 135 auf 95 aufgrund des entgleisten Vegetativums an 
der Tagesordnung gelegen hätten und therapeutische Interventionen durch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, UV/16/538, Seite 20

das überreaktive System praktisch unmöglich geworden seien. Schliesslich 
habe doch noch eine manuelle Therapie unter Anästhesie durchgeführt 
werden können, so dass die Aufnahme der speziellen neurorehabilitativen 
Übungen nun wieder möglich sei. Es bestehe eine deutliche Diskrepanz 
zwischen der Beurteilung durch Dr. med. K.________ und derjenigen durch 
Prof. Dr. R.________ aus .... Vielleicht sei aus Gründen der Fairness doch 
noch eine neuroophthalmologische Untersuchung am Spital T.________ 
durchzuführen (act. IIA 185; siehe auch act. IIA 206).

3.2.23 Mit Bericht vom 26. Juli 2015 diagnostizierte U.________, ein 
funktionell-neurologisch nach den Konzepten von Professor R.________ 
arbeitender Chiropraktor aus ... beim Versicherten eine posttraumatische 
zentrale Vestibulopathie, eine Dysautonomie, einen zervikogenen Schwin-
del sowie zervikogene Kopfschmerzen und empfahl in der Folge eine Be-
handlung mit sehr schwach dosierten Reizen (act. IIA 211).

3.2.24 Im Rahmen einer audio-neurootologischen und aequilibriometri-
schen Beurteilung diagnostizierte Dr. med. S.________, Facharzt für Oto-
Rhino-Laryngologie FMH, beim Versicherten mit Bericht vom 14. Sep-
tember 2015 einen Status nach passivem zervikozephalem Akzelerations-/
Dezelerationstrauma am 2. August 2006 mit Contusio capitis et Commotio 
cerebri, eine posttraumatische Funktionsstörung des posturalen Kontroll-
systems mit peripher-zentraler vestibulärer Funktionsstörung rechts, visuo-
okulomotorischer Funktionsstörung und visuo-vestibulärer Integrations-
störung, zerviko-visuellem „Mismatch“ und reduzierter neuro-muskulärer 
Leistung der unteren Extremitäten, eine multisensorische Hypersensitivität 
mit Phonophobie und Photophobie sowie ein panvertebrales Schmerzsyn-
drom mit Zervikozephalgien und Zervikobrachialgien beidseits bei einem 
Reizzustand der zervikalen Proprio- und Nozizeptoren und einer Funkti-
onsstörung der zervikalen Bewegungssegmente. Er empfahl, ein interdiszi-
plinäres Therapiekonzept festzulegen mit dem Ziel, eine stabilisierte Ver-
besserung der klinischen Symptomatik zu erreichen (act. IIA 208 S. 7 f.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, UV/16/538, Seite 21

3.3

3.3.1 Im Nachgang zum Unfall vom 2. August 2006 konnten – von einer 
Beule am rechten hinteren Scheitel abgesehen – keine durch den Kopfan-
prall verursachte strukturelle Veränderungen objektiv nachgewiesen wer-
den. Insbesondere fanden sich in den zahlreichen bildgebenden Abklärun-
gen nach dem Unfall zwar degenerative Veränderungen (vgl. act. II 8 sowie 
E. 3.2.3 hiervor), aber keinerlei als möglicherweise unfallbedingt zu beurtei-
lende Pathologien (vgl. act. II 8, 11, 19, 32). Der gut einen Monat nach dem 
Unfall vom Neurologen Dr. med. F.________ als klinisch einzig feststellba-
re neurologische Auffälligkeit festgehaltene, nicht dissoziierte Endstellnys-
tagmus kann nicht als Hinweis auf eine unfallbedingte strukturelle Verände-
rung interpretiert werden, da ein Endstellnystagmus keinen pathologischen 
Befund darstellt, sondern zu den physiologischen, nicht krankhaften Nys-
tagmen zählt (vgl. PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 266. Aufl. 2014, 
S. 1519 sowie act. II 38 S. 3). 

3.3.2 Im Juni 2008 fielen beim Versicherten anlässlich einer otoneurolo-
gischen Untersuchung im Zentrum I.________ durchwegs ausserordentlich 
unruhige, heftige Augenbewegungen mit sakkadiertem Blickfolgetest, klei-
ner Schrift in der Optokinetik und ungenügender Nystagmusunterdrückung 
durch Blickfixation auf dem Pendelstuhl auf. Die Augenbewegungen seien 
dermassen heftig, dass sie kaum willentlich durchgeführt werden könnten. 
Die Ärzte postulierten in der Folge für den Fall, dass sich diese Befunde 
nicht durch ein Schädel-MRI bildgebend erklären liessen, das Vorliegen 
einer posttraumatischen zentralen Vestibulopathie (vgl. act. II 30 sowie 
E. 3.2.6 hiervor). In seinem Bericht vom 1. Juli 2013 hält Dr. med. 
K.________ diesbezüglich fest, dass die anlässlich der otoneurologischen 
Untersuchung erhobenen Befunde auch artifiziell sein könnten und erachte-
te in der Folge eine otoneurologische Nachkontrolle für erforderlich (vgl. 
act. IIA 154 sowie E. 3.2.19 hiervor). Eine solche fand am 4. September 
2013 bei ihm selbst statt, wobei sämtliche Untersuchungsbefunde – auch 
diejenigen aus dem Eye-Tracking-Test und den Tests im Drehpendelstuhl – 
normal ausfielen. Dr. med. K.________ hielt in der Folge als Beurteilung 
ein normales zentrales und peripher-vestibuläres Funktionssystem fest (vgl. 
act. IIA 167 sowie E. 3.2.21 hiervor). Demgegenüber diagnostizierte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, UV/16/538, Seite 22

Dr. med. S.________ beim Beschwerdeführer im September 2015 u.a. eine 
posttraumatische Funktionsstörung des posturalen Kontrollsystems mit 
peripher-zentraler vestibulärer Funktionsstörung rechts, visuo-okulomotori-
scher Funktionsstörung und visuo-vestibulärer Integrationsstörung. Ob eine 
solche Störung beim Versicherten entgegen den Feststellungen von 
Dr. med. K.________ tatsächlich objektiv vorliegt, braucht vorliegend nicht 
abschliessend geklärt zu werden. Selbst wenn eine solche Störung vorlie-
gen sollte, lässt der Bericht von Dr. med. S.________ vom 14. September 
2015 nicht auf einen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dieser 
Störung und dem Unfall vom 2. August 2006 schliessen. Mehrfach schon 
hat sich das Bundesgericht zu der von Dr. med. S.________ zusätzlich zu 
den bereits von den anderen Fachärzten durchgeführten Untersuchungen 
angewandten Untersuchungsmethode der dynamischen Posturographie 
geäussert und dabei festgehalten, dass sich eine Unfallfolge (auch) mittels 
Posturographie nicht organisch objektiv nachweisen lässt. Zwar könnten 
bestimmte Informationen gewonnen und sonst nicht fassbare Gleichge-
wichtsstörungen objektiviert werden, direkte Aussagen zur Ätiologie und 
damit zur Unfallkausalität eines Leidens seien jedoch ausgeschlossen 
(Entscheid des BGer vom 17. August 2010, 8C_419/2010, E. 3.2.2 mit 
Hinweisen). Dr. med. S.________ postuliert trotz der diesbezüglich fehlen-
den Aussagekraft seiner Untersuchungsergebnisse eine Unfallkausalität 
der vom Versicherten geklagten Beschwerden, wobei festzuhalten ist, dass 
er dabei von falschen Annahmen ausgeht. So hält er in seinem Bericht fest, 
dass der Unfall zu einer kurzen Bewusstlosigkeit geführt und dass der Ver-
sicherte von Anfang an an einer ausgeprägten visuellen Symptomatik mit 
Verschwommensehen und visuellem Unbehagen gelitten habe (act. IIA 208 
S. 1). Beides ist aktenwidrig. Gemäss den diesbezüglich übereinstimmen-
den echtzeitlichen medizinischen Berichten hat der Kopfanprall vom 2. Au-
gust 2006 zu keiner Bewusstlosigkeit und auch zu keiner im Anschluss an 
den Kopfanprall aufgetretenen visuellen Symptomatik geführt (vgl. act. II 2, 
11, 13 ff., 20, 22). Eine diesbezügliche Symptomatik zeigte der Versicherte 
gemäss Akten erstmals im Sommer 2008 (vgl. act. II 30), mithin fast zwei 
Jahre nach dem Unfall, während gut einen Monat nach dem Unfall gemäss 
dem neurologischen Bericht von Dr. med. F.________ vom 11. September 
2006 noch keine solchen Beschwerden im Raum standen (freie Augenmoti-
lität, keine Angaben von Doppelbildern; vgl. act. II 11 S. 2 sowie E. 3.2.2 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, UV/16/538, Seite 23

hiervor; siehe auch act. II 54 S. 5). Nachdem Dr. med. S.________ nicht 
nur diese Entwicklung, sondern auch sämtliche dokumentierten krankhaf-
ten Veränderungen im Bereich der HWS (vgl. E. 3.2.3 hiervor) und der Au-
gen (vgl. E. 3.2.14 und 3.2.17 hiervor) wie auch sämtliche Vorbeurteilungen 
der mit dem Beschwerdeführer befassten Spezialärzte bei seiner Beurtei-
lung völlig ausgeblendet hat, kann seinem Bericht im Hinblick auf die Frage 
der Unfallkausalität der von ihm erhobenen Befunde kein Beweiswert zuer-
kannt werden, umso weniger, als seine diesbezügliche Einschätzung aus-
schliesslich auf der unzulässigen Beweisformel „post hoc, ergo propter hoc“ 
zu beruhen scheint. 

3.3.3 In Bezug auf die erstmals im Jahr 2012 in den Akten erwähnte 
Augenbenetzungsstörung des Beschwerdeführers (vgl. E. 3.2.14 hiervor), 
welche sich gemäss SUVA-Bericht vom 28. August 2012 erstmals nach 
seiner Rückkehr aus Amerika im Jahr 2010 manifestierte (wobei der Be-
schwerdeführer offenbar bereits in der Kindheit eine Augenoperation hat 
über sich ergehen lassen müssen; vgl. act. II 115 S. 2), ist festzuhalten, 
dass diese Problematik zwischenzeitlich umfassend abgeklärt worden ist 
(vgl. E. 3.2.15 und 3.2.17 hiervor) mit dem Ergebnis, dass beim Beschwer-
deführer nach intensivem langjährigem Kontaktlinsengebrauch mit Unver-
träglichkeitsreaktion und in der Folge refraktiv-chirurgischem Eingriff in der 
Hornhaut eine ausgeprägte Keratokonjunktivitis sicca bei quantitativer Be-
feuchtungsstörung vorliegt. Dass die Fachärzte der Augenklinik des Spitals 
P.________ bei dieser Ausgangslage eine Unfallkausalität der betreffenden 
Beschwerden klar verneinen (vgl. act. II 139 sowie E. 3.2.17 hiervor), über-
zeugt. 

3.4 Zusammenfassend ist gestützt auf die medizinischen Akten in 
Übereinstimmung mit den Ärzten der SUVA (vgl. E. 3.2.18, 3.2.19 und 
3.2.21 hiervor) erstellt, dass der Unfall vom 2. August 2006 beim 
Beschwerdeführer – von einer Beule am rechten hinteren Scheitel abge-
sehen – zu keinen organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen im Sinne 
von strukturellen Veränderungen geführt hat und dass die vom Beschwer-
deführer ab dem 3. Juli 2012 geklagten Beschwerden nicht mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit in einem natürlichen Kausalzusammenhang 
zum Unfall vom 2. August 2006 stehen, wobei festzuhalten bleibt, dass 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, UV/16/538, Seite 24

selbst wenn man einen natürlichen Kausalzusammenhang bejahen würde, 
es am adäquaten Kausalzusammenhang fehlte, wie im Folgenden zu zei-
gen sein wird. Dabei kann offen bleiben, ob die Beschwerdegegnerin die 
Adäquanz zu Recht nach den Regeln gemäss BGE 115 V 133 für Unfälle 
mit psychischen Folgeschäden beurteilt hat, zumal ein adäquater Kausal-
zusammenhang auch nach der für den Beschwerdeführer günstigeren 
Schleudertrauma-Praxis zu verneinen ist (siehe E. 2.3 hiervor sowie E. 4 
hiernach).

4.

4.1 Gemäss Akten stiess der Beschwerdeführer am 2. August 2006 
bei einem brüsken Aufrichtemanöver aus kauernder Stellung im Estrich mit 
dem Kopf gegen die Betondecke (vgl. act. II 1, 8, 11, 15, 22). 

Mit der Beschwerdegegnerin ist dieser Unfall, wenn nicht gar als banaler 
bzw. leichter, so doch maximal als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich 
zu den leichten Unfällen zu qualifizieren. Somit wäre die adäquate Kausa-
lität nur zu bejahen, wenn ein Adäquanzkriterium in besonders ausgepräg-
ter Weise oder aber gleichzeitig vier Kriterien erfüllt wären (vgl. E. 2.4 hier-
vor). Das ist vorliegend klarerweise zu verneinen:

4.2 Dass der Unfall besonders eindrücklich gewesen wäre oder dra-
matische Begleitumstände vorgelegen hätten, wird vom Beschwerdeführer 
nicht geltend gemacht. Dieses Kriterium ist aufgrund des durchwegs gleich 
geschilderten Unfallhergangs zweifellos nicht erfüllt. Ebenfalls liegen mit 
der beim Unfall zugezogenen Beule und den in der Folge aufgetretenen 
Nacken- und Schwindelbeschwerden mit Übelkeit und Kopfschmerzen (vgl. 
E. 3 hiervor) keine besonders schweren Verletzungen oder Verletzungen 
von besonderer Art vor. Auch das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, 
belastenden ärztlichen Behandlung ist zu verneinen. Bis zur Geltendma-
chung eines erneuten Leistungsanspruchs im Juli 2012 (auf diesen Zeit-
punkt hin ist die Adäquanz vorliegend zu prüfen; vgl. E. 1.2 hiervor) be-
standen die Behandlungen des Beschwerdeführers im Wesentlichen in 
Lockerungsübungen, Massagen, Physiotherapie (act. II 2, 5, 11, 22) und 
Chiropraktorbehandlungen (act. II 13, 59, 61 f., 72). Dies gilt auch für die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, UV/16/538, Seite 25

Zeit seines Aufenthalts in der Rehaklinik L.________, anlässlich welchem 
gemäss Austrittsbericht im Wesentlichen Physiotherapie in der Gruppe 
sowie Einzeltherapie zur Kräftigung der rumpfstabilisierenden Muskulatur, 
zur Beweglichkeitsverbesserung der Wirbelsäule, zur Schmerzlinderung, 
zur Verbesserung der Schwindelsymptomatik sowie zum Erlernen eines 
verbesserten Umgangs mit den Beschwerden stattgefunden haben (vgl. 
act. II 54 S. 2). Die vom Beschwerdeführer bis zur Leistungseinstellung in 
Anspruch genommenen therapeutischen Massnahmen können damit nicht 
als fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung qualifiziert 
werden (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.3 S. 128; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 84 
E. 8.3.3; Entscheid des BGer vom 16. Februar 2009, 8C_327/2008, E. 4.2). 
Dies umso weniger, als ab Juni 2010 bis zur Leistungseinstellung in den 
Akten keinerlei diesbezügliche Behandlungen mehr dokumentiert sind (vgl. 
act. II 80, 81). Auch das Kriterium eines schwierigen Heilungsverlaufs und 
erheblicher Komplikationen kann nicht bejaht werden. Aus der blossen 
Dauer der geklagten Beschwerden darf nicht schon auf einen schwierigen 
Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen geschlossen werden. Es 
bedarf hierzu vielmehr besonderer Umstände, welche die Heilung beein-
trächtigt haben (BGE 140 V 356 E. 5.6.3 S. 367, 134 V 109 E. 10.2.6 
S. 129; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 85 E. 8.5). Solche Umstände sind aus den 
gesamten Akten keine ersichtlich. Ebenso wenig finden sich Anhaltspunkte 
für eine ärztliche Fehlbehandlung (vgl. E. 3.2 hiervor). Was Grad und Dau-
er der Arbeitsunfähigkeit anbelangt, ist festzuhalten, dass der Beschwerde-
führer in der Zeit bis zum Fallabschluss nicht in erheblichem Masse ar-
beitsunfähig war. Unmittelbar nach dem Unfall trat eine Arbeitsunfähigkeit 
von zehn Tagen auf (act. II 3). Eine gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit 
ist danach erstmals wieder für die Zeit vom 6. bis 11. Juli 2007 dokumen-
tiert, wobei in den Akten als Grund für diese Arbeitsunfähigkeit ein ausge-
prägter akuter Torticollis genannt ist (act. II 7, 13). Für seinen stationären 
Aufenthalt in der Rehaklinik L.________ vom 7. August bis 2. Oktober 2008 
wurde dem Beschwerdeführer sodann wieder eine vollständige Arbeitsun-
fähigkeit attestiert (act. II 54, 58). Davor und danach war er gemäss Akten 
voll arbeitsfähig. Eine erneute Arbeitsunfähigkeit wurde dem Versicherten 
von seinem Chiropraktor für die Zeit ab dem 7. September 2009 beschei-
nigt, wobei als Grund wiederum ein akuter Torticollis genannt ist (act. II 63). 
Ab dem 7. Dezember 2009 war der Beschwerdeführer noch zu 50% und ab 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, UV/16/538, Seite 26

dem 1. Februar 2010 noch zu 25% arbeitsunfähig (act. II 76). Ab dem 
1. März 2010 bis zur Leistungseinstellung ist in den Akten sodann keinerlei 
Arbeitsunfähigkeit mehr ausgewiesen (act. II 80). Nur wer in der Zeit bis 
zum Fallabschluss in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist, kann das Krite-
rium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengun-
gen erfüllen (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 130; SVR 2009 UV Nr. 13 
S. 56 E. 7.7.1). Dies ist beim Beschwerdeführer nach dem Dargelegten 
nicht der Fall. Auch dieses Kriterium ist vorliegend somit nicht erfüllt. Was 
schliesslich das Kriterium der in der Zeit zwischen Unfall und Fallabschluss 
ohne wesentlichen Unterbruch bestehenden erheblichen Beschwerden 
anbelangt, ist festzuhalten, dass die Auswirkungen der geklagten Be-
schwerden im Arbeitsbereich nach dem Dargelegten gering waren. Beklagt 
wurde anfänglich primär eine massive Einschränkung in den üblichen 
sportlichen Aktivitäten (act. II 2, 8, 11). Bezüglich Beschwerden hielt der 
Versicherte anlässlich seines Aufenthalts in der Rehaklinik L.________ im 
Jahr 2008 fest, seit dem Unfall bestünden in etwa unveränderte bewe-
gungs- und belastungsabhängige Nackenschmerzen, die linksseitig in den 
Hinterkopf ausstrahlten. Er fahre derzeit kein Auto, fühle sich unsicher. 
Mehrmals täglich komme es zu Drehschwindelattacken, die sich beim Ge-
hen verstärkten. Die Beweglichkeit im Nackenbereich sei noch ziemlich 
eingeschränkt. Schlaf und Appetit seien gut, er habe keine Kopfschmerzen 
mehr, Visus und Akusis seien unauffällig (act. II 54 S. 4). Ob das Kriterium 
der ohne wesentlichen Unterbruch bestehenden erheblichen Beschwerden 
angesichts dieser Schilderungen und der bloss kurzzeitigen Auswirkungen 
der Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit bejaht werden kann, erscheint 
fraglich. Das Kriterium ist jedenfalls nicht in besonders ausgeprägter Weise 
erfüllt. 

4.3 Nachdem beim Beschwerdeführer maximal ein Adäquanzkriterium 
knapp erfüllt ist (siehe E. 4.2 hiervor), hat die Beschwerdegegnerin einen 
adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den geklagten Beschwerden 
und dem Unfallereignis vom 2. August 2006 bezogen auf den Zeitpunkt des 
Fallabschlusses zweifellos zu Recht verneint. Der Einspracheentscheid der 
SUVA vom 4. Mai 2016 (act. IIA 215) ist nach dem Dargelegten nicht zu 
beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde als unbegründet ab-
zuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, UV/16/538, Seite 27

5.

5.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht weder für den unter-
liegenden Beschwerdeführer noch für die obsiegende Beschwerdegegnerin 
ein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG; BGE 126 V 143 E. 4a S. 150).

5.3 Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

5.3.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei 
von den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1). 

5.3.2 Aufgrund der zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege einge-
reichten Unterlagen (act. IA) ist die Prozessbedürftigkeit erstellt. Das vor-
liegende Beschwerdeverfahren ist auch nicht als von vornherein aussichts-
los zu bezeichnen. Auch ist die anwaltliche Verbeiständung im Beschwer-
deverfahren gerechtfertigt. Damit sind die Voraussetzungen zur Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeiständung im Be-
schwerdeverfahren erfüllt. Das Gesuch ist somit gutzuheissen und dem 
Beschwerdeführer Fürsprecher B.________ als amtlicher Anwalt beizuord-
nen.

5.4 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, UV/16/538, Seite 28

steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung über die Entschädigung der amtlichen Anwältinnen 
und Anwälte vom 20. Oktober 2010 (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Mit Kostennote vom 8. September 2016 macht Fürsprecher B.________ 
ein nicht zu beanstandendes Honorar von Fr. 2‘372.50 zuzüglich Auslagen 
von Fr. 74.30 und Mehrwertsteuer von Fr. 195.75 geltend, womit ein tarif-
mässiger Parteikostenersatz von Fr. 2‘642.55 resultiert. Das amtliche Ho-
norar beträgt demnach Fr. 1‘898.-- (Fr. 2‘372.50 / Fr. 250.-- / h = 9.49 h x 
Fr. 200.-- = Fr. 1‘898.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 74.30 und Mehrwert-
steuer von Fr. 157.80 (8% auf Fr. 1‘972.30), somit insgesamt Fr. 2‘130.10. 
Diese amtliche Entschädigung wird Fürsprecher B.________ nach Eintritt 
der Rechtskraft des Urteils aus der Gerichtskasse vergütet. Der Beschwer-
deführer hat dem Kanton Bern diese Kosten entsprechend den Vorausset-
zungen von Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 (Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272) nachzuzahlen 
(Art. 113 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Für-
sprecher B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

3. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, UV/16/538, Seite 29

4. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 2‘642.55 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt. Davon wird Fürsprecher B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2‘130.10 festge-
setzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

5. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- SUVA, Rechtsabteilung 
- Bundesamt für Gesundheit 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.