# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 38d19bf0-5010-5c51-be61-fc4e30a59962
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-01-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 24.01.2013 UV 2012/9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2012-9_2013-01-24.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2012/9

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 06.09.2019

Entscheiddatum: 24.01.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 24.01.2013
Art. 10 Abs. 1, 18 und 24 UVG. Leistungseinstellung. Frage der Übernahme 
von weiteren Behandlungskosten. Prüfung des Anspruchs auf Rente und 
Integritätsentschädigung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 24. Januar 2013, UV 2012/9). Aufgehoben durch Urteil des 
Bundesgerichts 8C_196/2013.

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterin Marie Löhrer, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 24. Januar 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Eugen Mätzler, Poststrasse 23, 9001 St. Gallen,

gegen

AXA Versicherungen AG, General Guisan Strasse 41, Postfach 357, 8401 Winterthur,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Invalidenrente, Heilkosten und Integritätsentschädigung

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sachverhalt:

A. 

A.a A.___ (nachfolgend: Versicherter) war bei der B.___ GmbH als Geschäftsführer tätig 

und dadurch bei der AXA Winterthur unfallversichert, als er am 27. Mai 2009 beim 

Tennispiel stürzte und dabei eine Bennettfraktur des rechten Daumens erlitt, welche in 

der Folge operativ versorgt wurde (UV-act. A1, M2, M5). Die AXA Winterthur 

anerkannte ihre Leistungspflicht. Nach weiteren ärztlichen Behandlungen, Operationen 

und Abklärungen wurde der Versicherte durch Dr. med. C.___, Handchirurgie FMH, 

begutachtet (Berichte vom 10. Oktober und 28. Dezember 2010; UV-act. M56, M59). 

Gestützt auf diese Begutachtung eröffnete ihm die AXA Winterthur am 4. März 2011 

verfügungsweise, dass die Taggeldleistungen und die Heilungskostenübernahme auf 

den 31. Mai 2011 eingestellt würden. Einen Rentenanspruch verneinte sie und legte die 

Integritätsentschädigung auf der Basis einer Integritätseinbusse von 20% fest (UV-act. 

A44).

A.b Die gegen diese Verfügung von Rechtsanwalt Dr. E. Mätzler, St. Gallen, für den 

Versicherten erhobene Einsprache (UV-act. A49) wies die AXA Winterthur mit 

Einspracheentscheid vom 6. Dezember 2011 (UV-act. A52) ab. Der Krankenversicherer 

hatte die Verfügung am 24. März 2011 akzeptiert (UV-act. A48).

B.   

B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 6. Dezember 2011 erhob Rechtsanwalt Dr. 

Mätzler für den Versicherten mit Eingabe vom 23. Januar 2012 Beschwerde mit den 

Anträgen, der Entscheid und die ihm zugrunde liegende Verfügung vom 4. März 2011 

seien aufzuheben, dem Beschwerdeführer seien die gesetzlichen Leistungen zu 

erbringen; insbesondere sei ihm eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung 

basierend auf einer Einschränkung von deutlich mehr als 20% auszurichten, und die 

Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die künftigen Heilbehandlungen weiterhin zu 

übernehmen. Zur Begründung legte der Rechtsvertreter unter anderem dar, die 

Beschwerdegegnerin habe sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen 

falsch berechnet. Aufgrund der Feststellungen von Dr. C.___ stehe nicht mit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass Gesundheitsschädigungen vor dem Unfall 

zu einer Verminderung der Erwerbsfähigkeit geführt hätten. Die Beschwerdegegnerin 

stelle ihre grundsätzliche vollumfängliche Leistungspflicht im Zusammenhang mit 

sämtlichen Unfallfolgen zu Recht nicht in Frage. Bei der Festsetzung des 

Valideneinkommens lasse sie jedoch ausser Acht, dass sich das Einkommen des 

Beschwerdeführers nicht im Bruttolohn (von Fr. 43'200.--) erschöpfe. Er und seine 

Ehefrau seien die alleinigen Inhaber der B.___ GmbH, welche das Restaurant D.___ - 

und bis 2006 zudem das Restaurant E.___ - betreibe, in welcher der Beschwerdeführer 

und seine Ehefrau angestellt seien. Auch wenn ein Teil des Gewinns in der GmbH 

bleibe, stelle dieser Gewinn Einkommen dar. Sämtliche Naturalbezüge, Spesen, private 

Nutzungen des Geschäftsfahrzeugs etc. würden zusätzliche Einkommenspositionen 

darstellen. Dies habe die Beschwerdegegnerin völlig ausser Acht gelassen. Sie habe 

Abklärungen zu den weiteren Einkommensbestandteilen unterlassen und damit ihre 

Untersuchungspflicht verletzt. Im Weiteren widerspreche sich der Gutachter Dr. C.___ 

selber. Wenn der Beschwerdeführer jede Tätigkeit nur verlangsamt ausführen könne, 

dann bestünden per se Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit auch in 

leidensangepassten Tätigkeiten. Anstatt auf die widersprüchliche Aussage des 

Gutachters abzustellen, hätte die Beschwerdegegnerin weitere medizinische 

Abklärungen im Zusammenhang mit der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vornehmen 

lassen müssen. Gestützt auf die jetzige Aktenlage könne das Invalideneinkommen nicht 

in zuverlässiger Weise bestimmt werden. Sodann sei aufgrund der konkreten 

Umstände ein Leidensabzug von mindestens 20% beim Invalideneinkommen 

angemessen. Die völlige Gebrauchsunfähigkeit der rechten Hand sei einem Verlust 

derselben gleichzusetzen. Demzufolge sei nicht bloss eine Integritätsentschädigung 

von 20%, sondern eine solche von bis zu 40% geschuldet. Schliesslich habe die 

Beschwerdegegnerin zu Unrecht die Übernahme künftiger Heilbehandlungskosten 

verneint.

B.b In der Beschwerdeantwort vom 2. Mai 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Ausführungen im 

angefochtenen Entscheid und legte unter anderem dar, ausgehend von den Angaben 

in der Schadenmeldung vom 28. Mai 2009 (vertraglicher Grundlohn von Fr. 43'200.--; 

keine Erwähnung von Zulagen oder Naturallohn), in den Lohnausweisen (UV-act. A18) 

und dem Auszug aus dem individuellen Konto könne die Berechnung des 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Valideneinkommens durch die Beschwerdegegnerin nicht beanstandet werden. 

Obwohl die Aktenlage darauf hindeute, dass sich der Beschwerdeführer aus freien 

Stücken mit einem unterdurchschnittlichen Einkommen begnügt habe, werde eine 

Parallelisierung der Einkommen durchgeführt, aus welcher ein Valideneinkommen von 

Fr. 45'317.-- resultiere. Beim Invalideneinkommen lasse sich ein leidensbedingter 

Abzug vom Tabellenlohn von 10% nicht beanstanden. Selbst bei Berücksichtigung des 

maximalen Abzugs von 25% würde ein rentenausschliessendes Invalideneinkommen 

resultieren. Mangels Rentenanspruch bestehe auch kein Anspruch auf Heilbehandlung. 

Hinsichtlich Integritätsentschädigung werde auf die Ausführungen im angefochtenen 

Einspracheentscheid verwiesen. Mit Blick auf die medizinische Aktenlage erscheine 

eine Integritätsentschädigung in der Höhe von 40% als angemessen.

B.c Mit Replik vom 23. Mai 2012 bestätigte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

seinen Standpunkt (act. G 11). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik 

(act. G 13).

Erwägungen:

1.

Konkret ist zu prüfen, ob bzw. inwiefern die beim Beschwerdeführer bestehenden 

gesundheitlichen Probleme für die Zeit nach dem 31. Mai 2011 (Leistungseinstellung) in 

einem adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall vom 27. Mai 2009 stehen und ob 

ihm als Folge davon weiterhin Versicherungsleistungen, insbesondere die Übernahme 

von Behandlungskosten, eine Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung 

gestützt auf eine höhere Integritätseinbusse als 20% zustehen. Die 

Beschwerdegegnerin legte die rechtlichen Grundlagen der Zusprechung von 

Behandlungskosten, Rentenleistungen und Integritätsentschädigungen im 

angefochtenen Entscheid dar (Erwägungen 2.5, 2.6 und 2.7); darauf kann verwiesen 

werden.

2.  

2.1  Im Bericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 11. August 2009 wurde festgehalten, 

dass sich weiterhin Anzeichen eines CRPS (Complex regional pain syndrome) finden 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

würden. Die Beschwerden im Handgelenk seien auf eine STT-Arthrose bei vermutlich 

vorbestehender Anomalie der Capalia zurückzuführen (UV-act. M8). In einem weiteren 

Bericht vom 14. September 2009 bestätigten die Ärzte des Kantonsspitals das 

Vorliegen von zwei Problematiken. Zum einen sei das Bennett-Fragment disloziert. 

Zum anderen finde sich eine vorbestehende Arthrose zwischen Trapezoid und 

Scaphoid. Es werde eine operative Sanierung vorgeschlagen (UV-act. M14, M15). In 

der Folge zeigten sich deutlich abgeschwollene Verhältnisse mit nicht mehr 

vorhandenen Zeichen des CRPS (UV-act. M18). Am 21. und 23. Oktober 2009 wurden 

operative Eingriffe am Handgelenk durchgeführt (UV-act. M19, M22). Prof. Dr. F.___, 

Kantonsspital St. Gallen, berichtete am 29. April 2010 unter anderem, die 

Beweglichkeit der rechten Hand sei schmerzhaft eingeschränkt. Der rechtshändige 

Patient, der im Service tätig sei und einen Arbeitsversuch zu 20% ausführe, scheitere 

regelmässig aufgrund von Schmerzen und einem Knacken. Dieses lasse sich 

radiologisch nachvollziehen (UV-act. M41). Dr. med. G.___, Facharzt für Orthopädische 

Chirurgie, beratender Traumatologe der Beschwerdegegnerin, hielt im Bericht vom 27. 

Mai 2010 unter anderem fest, bei der jetzigen Arthrose radioskaphoidal und 

skaphotrapezioidal handle es sich nicht um eine Unfallfolge und auch nicht um eine 

Folge der zu langen Schraube. Die Arthrose sei als degenerativ zu werten. Die jetzigen 

Beschwerden seien nur teilweise noch auf den Unfall und zu einem grossen Teil auf die 

Arthrose zurückzuführen. Bezüglich Arbeitsfähigkeit könne im Moment keine Aussage 

gemacht werden (UV-act. M44). Am 2. Juni 2010 wurde an der rechten Hand erneut 

eine Operation durchgeführt (UV-act. M45). Am 15. September 2010 legte Prof. F.___ 

dar, ab 18. Oktober 2010 sei die Steigerung der 30%igen Arbeitsfähigkeit auf 50% (in 

der Tätigkeit als Kellner) vorgesehen (UV-

act. M55).

2.2  Dr. C.___ kam im Gutachten vom 10. Oktober 2010 unter anderem zum Schluss, 

bei der Beurteilung der ersten Röntgenbilder vom 27. Mai 2009 sei übersehen worden, 

dass darauf deutliche Zeichen eines früheren Unfalls vorhanden seien. Ein solches Bild 

könne nur durch einen schweren Unfall, der mehrere Jahre zurückliegen müsse, 

verursacht worden seien. Der Patient versichere, niemals einen Unfall an der rechten 

Hand gehabt zu haben. Erst auf dem CT vom 14. August 2009 sei festgestellt worden, 

dass das Knochenfragment nicht korrekt reponiert und die beiden Schrauben nicht 

korrekt platziert worden seien. Diese Tatsache sei bereits auf früheren Röntgenbildern 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

(vom 12. Juni 2009) zu erkennen. Obwohl dies eine erhebliche Verletzung der 

Sorgfaltspflicht darstelle, hätte ein früheres Erkennen dieses operationstechnischen 

Fehlers den langfristigen Verlauf nicht grundsätzlich verändert. Die in der Folge 

durchgeführten Operationen (23. Oktober 2009 und 2. Juni 2010) hätten sich zwingend 

aus dieser unglücklichen Kombination eines vorbestehenden schweren Schadens mit 

einer unfallbedingten Fraktur sowie einer unkorrekt durchgeführten Operation ergeben. 

Mit den beiden erwähnten Eingriffen sei versucht worden, in einer aussichtslosen 

Situation ein optimales Ergebnis für den Patienten zu erreichen. Das Ziel der Eingriffe 

sei nicht die Wiederherstellung eines normal funktionierenden Daumens gewesen. Das 

Ergebnis sei in diesem Sinn als gut zu bezeichnen. Die definitiven Einschränkungen in 

der Funktion dieses Daumens (stark reduzierter Kraftgriff, Einschränkung des 

Bewegungsumfangs) müssten als logische Folge des schwerwiegenden Eingriffs in die 

Biomechanik des Daumens akzeptiert werden. Als Befunde bestünden eine 

aufgehobene Radialabduktion im Handgelenk und eine ausgeprägte Palmarstellung 

des Daumens (könne nicht in die Horizontale angehoben werden). Die subjektiven 

Beschwerden (fehlend bei Ruhestellung; Schmerzen beim Grobgriff mit Daumeneinsatz 

bereits ab 2kg Belastung; bereits das Halten einer Kaffeetasse sei nicht möglich) seien 

durch die objektiven Befunde erklärbar. Obwohl eindeutige Spuren eines bedeutenden 

älteren Unfalls vorhanden seien, gebe der Patient an, vor dem Unfall vom 27. Mai 2009 

vollständig beschwerdefrei gewesen zu sein. Die erhobenen Befunde seien durch die 

Kombination eines vorbestehenden schweren Schadens mit einer unfallbedingten 

Fraktur sowie einer unkorrekt durchgeführten Operation verursacht. Der gleiche 

Zustand wie vor dem Unfall sei nicht mehr erreichbar. Die Folgen des früheren Unfalls, 

des neuen Unfalls und der unkorrekten Operation würden derart eng ineinander greifen, 

dass eine objektive Zuordnung des Schadens zu den einzelnen Ereignissen nur 

spekulativ möglich sei. Objektiv sei lediglich festzustellen, dass der Patient nicht mehr 

in der Lage sein werde, als Service-Fachangestellter mehr als 30% Leistung zu 

erbringen. Es sei (wegen der Gefahr der Verschlechterung) dringend davon abzuraten, 

die Belastung als Service-Fachangestellter weiter zu steigern. Eine berufliche 

Neuorientierung sei möglichst bald in die Wege zu leiten. Ein zusätzlicher älterer 

Schaden an der rechten Hand sei vor einer Umschulung genauer abzuklären. Eine 

weitere Heilbehandlung als Folge des Unfalls vom 27. Mai 2009 sei nicht geeignet, den 

Gesundheitszustand namhaft zu verbessern. Eine dauernde ärztliche Behandlung zur 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erhaltung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit sei nicht nötig. Es liege ein funktioneller 

Verlust des rechten Daumens vor, welcher gemäss Gliedertabelle der Suva einem 

Integritätsschaden von 20% entspreche (UV-act. M56). Prof. F.___ hielt am 26. 

November 2010 fest, der Beschwerdeführer weise einen relativ schmerzfreien Zustand 

auf, der wieder die Funktion der Hand im Wesentlichen gestatte. Allerdings sei die 

Kraft, die Ausdauer und die Stabilität nicht mehr so wie vorher und als Kellner sei er 

dadurch handicapiert. Er schlage die Prüfung der Teilinvalidität vor. Der Arzt bestätigte 

eine Arbeitsunfähigkeit von 60%  (UV-act. M57, M58).

2.3  Im ergänzenden Bericht vom 28. Dezember 2010 führte Dr. C.___ aus, die 

Angaben des Patienten (leichte Dinge wie Kaffee oder Getränke könnten mit der 

rechten Hand nicht sicher gehalten werden, deshalb einhändiges Servieren mit der 

linken Hand) seien aufgrund der Vorgeschichte und der aktuellen Röntgenbilder 

nachvollziehbar. Die von Prof. F.___ festgestellte Arbeitsunfähigkeit von 60% sei 

gerechtfertigt. Die rechte Hand sei nur als Zudienhand brauchbar. Eine Tätigkeit, die 

dieser Tatsache Rechnung trage, könne uneingeschränkt zugemutet werden. Bei einer 

angepassten Tätigkeit bestehe keine zeitliche Einschränkung. Die leistungsmässige 

Einbusse beruhe auf einem nahezu vollständigen Kraftverlust beim Festhalten von 

Gegenständen mit dem rechten Daumen. Diese Einschränkung könne bei jeder 

Tätigkeit teilweise zu einer Verlangsamung führen. Eine Zunahme der Belastbarkeit/

Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei nicht zu erwarten. Die Aussage von Prof. F.___ 

im Schreiben vom 26. November 2010 über die korrekte Reposition des Fragmentes 

und die gute Implantatlage direkt nach der Operation (vom 29. Mai 2009) sei falsch. Es 

gebe keine stichhaltigen Kriterien, welche eine prozentuale Aufteilung des Schadens 

auf die drei Ursachen (alter Unfall, Unfall vom 27. Mai 2009, unkorrekt durchgeführte 

Operation vom 29. Mai 2009) erlauben würden. Sicher sei jedoch, dass die unkorrekt 

durchgeführte Operation einen erheblichen Anteil an der jetzigen 

Beschwerdesymptomatik habe (UV-act. M59).

3.  

3.1 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.1.1 Zu klären ist die Frage, inwiefern der Beschwerdeführer unter Berücksichtigung 

der unfallbedingten Beschwerden noch eine berufliche Tätigkeit ausüben könnte, 

welches Einkommen er dabei erzielen könnte und welches Einkommen er ohne Unfall 

hätte erzielen können. Seit 1998 führte er zusammen mit seiner Ehefrau zwei 

Restaurants bzw. seit 2006 nur noch eines (UV-act. A9 S. 2; act. G 1 S. 3). Die Ehefrau 

ist für die Küche zuständig und der Beschwerdeführer für den Service (UV-act. A4). Im 

Handelsregister ist er als Gesellschafter mit Einzelunterschrift der B.___ GmbH und 

seine Frau als einzelzeichnungsberechtigte Geschäftsführerin und Gesellschafterin 

eingetragen. Gegenüber der IV-Berufsberaterin bestätigte er am 4. Februar 2011 seinen 

Aufgabenbereich im Service bzw. hinter dem Buffet. Die IV-Berufsberaterin hielt dazu 

fest, dass der Beschwerdeführer auch wegen der fehlenden Ausbildung nicht als 

Geschäftsführer tätig sein könnte. Er wolle keine Arbeitsvermittlung seitens der IV und 

sich auch nicht auf dem RAV melden. Die IV werde die Angelegenheit somit 

abschliessen(UV-act. A41; vgl. auch Bericht der Eingliederungsverantwortlichen der IV 

vom 25. Februar 2011 und IV-Mitteilung vom 10. März 2011 betreffend Ablehnung von 

beruflichen Massnahmen [act. G 7.0]). Im Schreiben vom 16. Februar 2011 bestätigte 

der Beschwerdeführer, dass ihm für die Geschäftsführer-Aufgaben sowohl die 

sprachlichen als auch die bildungsmässigen Voraussetzungen fehlen würden (UV-act. 

A42). Mit Blick auf die geschilderte Sachlage ist er - als Angestellter der GmbH - 

faktisch als selbständig erwerbend einzustufen. Bei Selbständigerwerbenden erfolgt 

die Bestimmung der Erwerbsunfähigkeit grundsätzlich durch die Feststellung der 

leidensbedingten Behinderung anhand eines Betätigungsvergleichs in Anlehnung an 

Art. 27 IVV; diese Behinderung ist sodann im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung 

unter Berücksichtigung der betrieblichen Situation zu gewichten. Eine Einschränkung 

im funktionellen Leistungsvermögen kann zwar, muss aber nicht notwendigerweise 

eine Erwerbseinbusse in gleichem Umfang zur Folge haben (A. Rumo-Jungo, 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. A., 128, mit Hinweisen). Ob diese 

Invaliditätsbemessungs-Methode im Fall des Beschwerdeführers zur Anwendung 

kommt, ist nachstehend zu prüfen.

3.1.2 Nach Lage der einhelligen medizinischen Akten kann der Beschwerdeführer seine 

angestammte Tätigkeit als Service-Fachkraft -bedingt zum einen durch einen 

vorbestehenden Schaden und zum anderen verursacht durch den hier in Frage 

stehenden Unfall und einen Behandlungsfehler an der rechten Hand - 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

unbestrittenermassen nur noch zu einem kleineren Teil (40%) ausüben. Es liegen keine 

konkreten Anhaltspunkte vor, die geeignet wären, Zweifel an den Einschätzungen von 

Dr. C.___ und Prof. F.___ zu begründen. Die Feststellung von Dr. C.___, wonach der 

nahezu vollständige Kraftverlust beim Festhalten von Gegenständen mit dem rechten 

Daumen bei jeder Tätigkeit teilweise zu einer Verlangsamung führen könne (UV-act. 

M59), weist lediglich auf eine mögliche Konstellation hin und steht nicht im 

Widerspruch zur Schlussfolgerung dieses Arztes, wonach eine Tätigkeit, welche der 

erwähnten Einschränkung Rechnung trage, uneingeschränkt zumutbar sei (UV-act. 

M59). Unter den von Dr. C.___ erwähnten Voraussetzungen ist für eine der Situation an 

der rechten Hand adaptierte Tätigkeit theoretisch eine volle Arbeitsfähigkeit als 

gegeben zu erachten. In der GmbH stünde jedoch kein adaptierter Arbeitsplatz mit 

einem Pensum zur Verfügung, welches die zumutbare Arbeitsfähigkeit auszuschöpfen 

vermöchte (vgl. UV-act. 59 S. 2 oben) Der Beschwerdeführer kann mit der verletzten 

rechten Hand eine leichte Zudienfunktion ausüben, nicht jedoch etwas festhalten (UV-

act. 59), weshalb ihm unter Umständen auch bei Ausübung einer leichten Tätigkeit 

nicht das ganze Tätigkeitsspektrum einer uneingeschränkt zweihändig tätigen Person 

offensteht. Diesem Umstand ist bei der Bemessung des zumutbaren 

Invalideneinkommens Rechnung zu tragen (nachstehende E. 3.2). Von Bedeutung ist in 

diesem Zusammenhang, dass die Beschwerdegegnerin auch Leistungen für allfällige 

Schädigungen zu erbringen hat, die dem Beschwerdeführer nach den Feststellungen 

von Dr. C.___ bei der Heilbehandlung zugefügt wurden (Art. 6 Abs. 3 UVG). Was die 

Folgen des in den medizinischen Akten erwähnten früheren Unfalls mit offenbar 

erheblichen Verletzungsfolgen für die rechte Hand betrifft, ist Art. 36 Abs. 2 UVG zu 

beachten, wonach Invalidenrenten und Integritätsentschädigungen zwar gekürzt 

werden, wenn die Gesundheitsschädigung nur teilweise die Folge des zur Diskussion 

stehenden Unfalls vom 27. Mai 2009 ist, dass jedoch Gesundheitsschädigungen vor 

diesem Unfall, welche - wie vorliegend - zu keiner Verminderung der Erwerbsfähigkeit 

geführt haben, dabei nicht berücksichtigt werden (vgl. RKUV 1988 Nr. U 47, 225 E. 6a; 

BGE 121 V 326 E. 3b). Die Beschwerdegegnerin hat somit vollumfänglich für die hier zu 

klärenden erwerblichen Folgen der Beeinträchtigung an der rechten Hand 

aufzukommen.

3.1.3 Der im Unfallzeitpunkt 38jährige Beschwerdeführer, der über keine 

abgeschlossene Berufsausbildung verfügt (UV-act. A9 S. 2), war seit 1998 und damit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

während rund 11 Jahren (2009) in "seiner" Unternehmung tätig (vgl. Auszug aus dem 

individuellen Konto in act. G 7.0). Nach dem Unfall vom 27. Mai 2009 wurde der 

unfallbedingte Ausfall des Beschwerdeführers durch Einstellung von Service-

Arbeitskräften kompensiert (vgl. UV-act. A9 S. 2). Die Tätigkeit als Service-Fachkraft ist 

ihm nach Lage der medizinischen Akten wie erwähnt nur noch zu 40% zumutbar, und 

eine von Seiten der rechten Hand an sich vollumfänglich zumutbare Tätigkeit als 

Geschäftsführer wäre in der GmbH (als Kleinbetrieb) lediglich mit einem 50%-Pensum 

möglich (vgl. UV-act. M59 S. 2 oben). Unter Würdigung der Gesamtsituation (vgl. dazu 

Urteil des Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006: Eidgenössisches 

Versicherungsgericht, EVG] vom 23. Dezember 2004, I 316/04, E. 2.2) wäre es ihm 

unbestrittenermassen zumutbar und mit Blick auf die Situation an der rechten Hand 

auch erforderlich, die Tätigkeit in der GmbH zugunsten einer anderen unselbständig 

erwerbenden, vollzeitlichen Tätigkeit aufzugeben. Die nachstehende 

Invaliditätsbemessung hat in dieser Situation nicht auf der Basis eines (erwerblich 

gewichteten) Betätigungsvergleichs zu erfolgen, sondern gestützt auf einen 

Einkommensvergleich im Sinn von Art. 16 ATSG. Die Beschwerdegegnerin nahm zur 

Invaliditätsbemessung denn auch einen Einkommensvergleich vor, wobei sie der 

Rentenverfügung ein Invalideneinkommen von Fr. 55'113.70 zugrunde legte (UV-act. 

A44 Beilage). 

3.2   

3.2.1 Da der Beschwerdeführer keine Verweisungstätigkeit aufgenommen hat, welche 

seine zumutbare Arbeitsfähigkeit ausschöpft, ist für die zahlenmässige Bestimmung 

des Invalideneinkommens praxisgemäss auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen 

Lohnstrukturerhebung abzustellen (vgl. BGE 126 V 76 Erw. 3b/bb). Gemäss LSE-

Tabelle 2008 TA1 beträgt der Zentralwert für die mit einfachen und repetitiven 

Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) im privaten Sektor bei einer wöchentlichen 

Arbeitszeit von 40 Stunden beschäftigten Männer monatlich Fr. 4'806.-- brutto. Dieser 

Betrag wäre konkret auf die betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit 2011, d.h. auf 

41.6 Stunden, aufzurechnen und an die zwischenzeitliche Nominallohnentwicklung (bis 

2011) anzupassen. Dieser Wert wird den Umständen des vorliegenden Falles jedoch 

nicht gerecht: Der Beschwerdeführer ist, wie dargelegt, faktisch insofern Einhänder, als 

die rechte Hand nur noch als Zudien-Hand einsatzfähig ist. Im Produktionsbereich 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

werden jedoch auch bei leichten Tätigkeiten häufig beide Hände benötigt oder es muss 

die verletzte rechte Hand regelmässig und repetitiv als Hilfshand eingesetzt werden 

können. Den Leiden des Beschwerdeführers entsprechende Tätigkeiten sind deshalb 

am ehesten im Bereich der Dienstleistungen zu finden, weshalb es sachgerecht 

erscheint, auf den monatlichen Bruttolohn im Sektor Dienstleistungen abzustellen (vgl. 

Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 4. April 2003, U 263/01, 304/01, 

E. 6.2.2). Der entsprechende Betrag gemäss Tabelle TA1 der Lohnstrukturerhebung 

2008 beträgt im Anforderungsniveau 4 für Männer Fr. 4'444.-- pro Monat bei einer 

wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden. Bei einer betriebsüblichen 

Wochenarbeitszeit von 41.6 Stunden (2011) ergibt sich ein monatliches Einkommen 

von Fr. 4'622.--, was jährlich einen Betrag von Fr. 55'461.-- (2008) bzw., angepasst an 

die Nominallohnentwicklung 2011, Fr. 57'555.-- ausmacht.

3.2.2 Nach der Rechtsprechung ist ein Abzug vom Invalideneinkommen gerechtfertigt, 

wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ein Versicherter, der 

gesundheitsbedingt lediglich noch leichtere Hilfsarbeiten ausführen kann, seine 

Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem 

erwerblichem Erfolg zu verwerten in der Lage ist. Zudem können weitere persönliche 

und berufliche Merkmale (Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder 

Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad) Auswirkungen auf die Lohnhöhe 

haben (vgl. BGE 126 V 75 Erw. 5a mit Hinweisen). Unzutreffend ist der Einwand des 

Beschwerdeführers, dass ihm aufgrund seiner Einschränkungen keine körperlichen 

Tätigkeiten mehr zumutbar seien (act. G 1 S. 14). Er kann jedoch Tätigkeiten, welche 

die rechte Hand belasten, auch dann nicht mehr repetitiv ausüben, wenn es sich um 

leichte Arbeit handelt. Nachdem er vor dem Unfall ohne berufliche Ausbildung leichte 

bis mittelschwere manuelle Arbeit verrichtete, ist er nun auch für leichte Arbeiten 

erheblich eingeschränkt. Auch muss er unter Umständen nach langjähriger Tätigkeit im 

Gastgewerbe in ein neues Tätigkeitsgebiet wechseln (vgl. dazu Urteil des 

Bundesgerichts vom 4. August 2008, 8C_404/2007, E. 4.2.2). Unter den geschilderten 

Gegebenheiten erscheint ein Abzug von 15% gerechtfertigt. Damit ergibt sich ein 

zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 48'922.--.

3.3   

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.3.1 Die Beschwerdegegnerin ging von einem Valideneinkommen 2009 von 

Fr. 43'200.-- (UV-act. A44 Beilage) aus. Hierfür legte sie das aus dem individuellen 

Konto und aus dem Lohnausweis ersichtliche Einkommen für 2008 (act. G 7.0; UV-act. 

A18) zugrunde. Aus dem IK-Auszug (in act G. 7.0) ist ersichtlich, dass die 

Einkommenseinträge des Beschwerdeführers für 2001 (Fr. 38'800.--), für 2002-2004 (je 

Fr. 43'200.--), 2005 (Fr. 50'800.--), 2006 (Fr. 33'230.--) sowie 2007 und 2008 (je Fr. 

43'200.--) einen schwankenden Verlauf aufwiesen, wobei die Ursachen der 

Schwankungen aus den Akten nicht ersichtlich sind. Der IK-Auszug stellt schon von 

daher für sich allein keine verlässliche Grundlage zur Ermittlung des 

Valideneinkommens dar. Die Betriebserlöse (Umsätze) der GmbH betrugen in den 

Jahren 2003 bis 2008 zwischen Fr. 942'124.45 (2005) und Fr. 459'037.60 (2007). Die 

Jahresergebnisse schwankten zwischen

Fr. 33'054.40 Gewinn im Jahr 2005 und Fr. 19'285.19 Verlust im Jahr 2008 (act. G 7.0). 

Der Beschwerdeführer lässt sodann ausführen, dass nebst dem Bruttolohn, welchen 

die GmbH ihm auszahle, auch der Gewinn der GmbH Einkommen darstelle. Wenn ein 

und dieselbe Person Inhaber einer GmbH und gleichzeitig ihr Angestellter sei, könnten 

steuerrechtliche und/oder betriebswirtschaftliche Überlegungen dazu führen, dass ein 

tieferer Lohn ausbezahlt und dafür ein Teil des Gewinns in der GmbH belassen werde. 

Obwohl ein Teil des Gewinns in der GmbH bleibe, stelle dieser Gewinn Einkommen 

dar. Sämtliche Naturalbezüge, Spesen, private Nutzungen des Geschäftsfahrzeugs, der 

von der GmbH bezahlten Wohnung und des Telefons sowie kostenlose Konsumationen 

im Restaurant würden zusätzliche Einkommenspositionen darstellen. Dies habe die 

Beschwerdegegnerin völlig ausser Acht gelassen. Die Verluste in den Jahren 2007 und 

2008 seien auf das seit Oktober 2007 geltende Rauchverbot und auf die Wirtschafts­

krise 2008 zurückzuführen. Die ausbezahlten Spesen würden nicht nur Ersatz effektiv 

entstandener Kosten darstellen. Entsprechend seien sie allenfalls zum Einkommen des 

Beschwerdeführers hinzuzurechnen. Im Weiteren habe die GmbH dem Beschwerde­

führer Darlehen ausgerichtet. Es sei abzuklären, ob diese Darlehen eine 

Einkommenskomponente hätten. Schliesslich würden die vom Beschwerdeführer 

eingenommenen Trinkgelder Einkommen darstellen. Insgesamt betrage das 

durchschnittliche Jahreseinkommen des Beschwerdeführers - auf der Grundlage der 

Geschäftsunterlagen 2007 bis 2009 - Fr. 73'020.--, wobei die Darlehen und der Gewinn 

der GmbH nicht berücksichtigt seien. Dem Beschwerdeführer sei ein 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Valideneinkommen von mindestens Fr. 73'020.-- anzurechnen. Er dürfe auf dieser 

Berechnung des Valideneinkommens jedoch nicht behaftet werden, weil sie nicht 

vollständig sei. Die Beschwerdegegnerin sei ihrer Untersuchungspflicht nicht 

nachgekommen und müsse weitere Abklärungen im Zusammenhang mit dem 

Valideneinkommen vornehmen (act. G 1 S. 9-12).

3.3.2 Beim geschilderten Sachverhalt ist davon auszugehen, dass das Einkommen des 

Beschwerdeführers und insbesondere die betriebliche Entwicklung von verschiedenen, 

in ihrer Wirkung nicht im Einzelnen abschätzbaren Faktoren - persönliche 

Gegebenheiten der Betriebsinhaber, ausserordentliche Erträge/Aufwände in der GmbH 

bzw. Verbuchungsmodalitäten und auch die Konjunktur- und Konkurrenzsituation - 

beeinflusst waren. Insgesamt lässt sich jedenfalls keine zuverlässige Korrelation 

zwischen den erwähnten Zahlen und der auf dem eigenen Leistungsvermögen des 

Beschwerdeführers beruhenden Wertschöpfung herstellen. Auch durch weitere 

Abklärungen würden sich überwiegend wahrscheinlich keine zusätzlichen Erkenntnisse 

ergeben, aufgrund welcher sich ein die tatsächlichen Verhältnisse einigermassen 

zuverlässig widerspiegelndes Valideneinkommen anhand von konkreten Werten 

ermitteln liesse. Pauschal bzw. anhand einer Schätzung festgelegte Trinkgelder und 

Naturalbezüge (vgl. dazu act. G 1 S. 11f) sind nicht geeignet, die effektiven Verhältnisse 

mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit abzubilden und zu 

belegen. Vor diesem Hintergrund erscheint es nicht sachgerecht, die Festlegung des 

Valideneinkommens auf der Basis von IK-Einträgen und allfälligen weiteren 

Einkommensbestandteilen für die Zeit vor dem Unfall vom 27. Mai 2009 vorzunehmen; 

dies umso weniger, als zum einen die im IK eingetragenen Einkommen absolut 

gesehen offensichtlich unterdurchschnittlich (im Vergleich zu Tabellen-Löhnen) sind 

(vgl. auch act. G 7 Ziff. 2.26) und zum anderen die vom Beschwerdeführer angeführten 

weiteren Einkommensteile sich nicht mit einem konkreten Betrag seiner eigenen 

Wertschöpfung und Leistungsfähigkeit zuordnen lassen. Auch beim Valideneinkommen 

handelt es sich - wie beim Invalideneinkommen - um einen hypothetischen Wert (A. 

Rumo-Jungo, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. A., 122). Für die 

Festlegung des Einkommens, das der Beschwerdeführer als Gesunder ohne Eintritt 

des Gesundheitsschadens und ohne abgeschlossene Ausbildung (hypothetisch) erzielt 

hätte, rechtfertigt es sich in Anbetracht der bestehenden Unwägbarkeiten, nach den 

Tabellen der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik vorzugehen und 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

dabei im angestammten Berufsbereich des Beschwerdeführers Berufs- und 

Fachkenntnisse vorauszusetzen. Aus der LSE 2008 TA 1 Gastgewerbe Niveau 3 ist für 

Männer ein durchschnittliches Monatssalär von Fr. 4'286.-- ersichtlich. Das hieraus 

errechnete Jahressalär von Fr. 51'432.-- basiert auf 40 Wochenstunden und ist auf die 

betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit 2011 im Gastgewerbe, d.h. auf 42.3 

Stunden, aufzurechnen, woraus sich ein Betrag von Fr. 54'389.-- ergibt. Nach 

Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (Männer) 2008-2011 resultiert für 2011 

ein Betrag von Fr. 56'443.--. Es erscheint unter Würdigung der gesamten Umstände 

sachgerecht, auf diesen Betrag als (hypothetisches) Valideneinkommen abzustellen. 

Die Gegenüberstellung dieses Valideneinkommens und des Invalideneinkommens von 

Fr. 48'922.-- ergibt einen Erwerbsunfähigkeitsgrad von 13.3% (gerundet: 13%). Auf 

dieser Basis besteht ein Rentenanspruch. 

4.  

Im Gutachten vom 10. Oktober 2010 verneinte Dr. C.___ die Frage, ob eine weitere 

Behandlung noch notwendig, zweckmässig und geeignet sei, den Gesundheitszustand 

an der rechten Hand namhaft zu verbessern. Ebenfalls verneinte er die Frage, ob zur 

Erhaltung der Arbeitsfähigkeit eine dauernde ärztliche Behandlung und Pflege 

notwendig sei (UV-act. M56 S. 6). Zuhanden der IV bestätigte Dr. C.___ am 28. 

Dezember 2010, dass keine weiteren therapeutischen Möglichkeiten mehr gegeben 

seien (act. G 7.0 Beilage). Der Beschwerdeführer lässt einwenden, dass der Gutachter 

nicht danach gefragt worden sei, ob eine Verschlimmerung der gesundheitlichen 

Beschwerden durch weitere Heilbehandlung verhindert werden könne (act. G 1 S. 16). 

Dazu ist festzuhalten, dass die gutachterliche Verneinung der Frage, ob zur Erhaltung 

der Arbeitsfähigkeit eine dauernde ärztliche Behandlung und Pflege notwendig sei (UV-

act. M56 S. 6), implizit auch die Feststellung umfasst, dass eine weitere Behandlung 

zur Verhinderung einer allfälligen Verschlimmerung nicht erforderlich ist. Anhaltspunkte 

dafür, dass nach dem 31. Mai 2011 dennoch ein Anspruch auf Heilbehandlung der 

rechten Hand im Sinn von Art. 10 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 UVG 

bestanden haben könnte, ergeben sich weder aus den medizinischen Akten noch 

werden solche vom Beschwerdeführer geltend gemacht. Im Übrigen ist darauf 

hinzuweisen, dass die Frage der Heilbehandlung nach Festsetzung der Rente (Art. 21 

UVG) nicht Gegenstand des angefochtenen Entscheids bildete und somit auch im 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

vorliegenden Verfahren nicht zur Diskussion stehen kann; soweit sich die Darlegungen 

des Beschwerdeführers sinngemäss auf diese Bestimmung beziehen sollten, könnte in 

diesem Umfang auf die Beschwerde nicht eingetreten werden.

5.

5.1  Zu prüfen bleibt die Höhe des Integritätsschadens. Im Gutachten vom 10. Oktober 

2010 gelangte Dr. C.___ zum Schluss, es liege ein funktioneller Verlust des rechten 

Daumens vor, welcher gemäss Gliedertabelle der Suva einem Integritätsschaden von 

20% entspreche (UV-act. M56).

5.2  Der Beschwerdeführer wendet ein, gemäss Anhang 3 zur UVV werde die völlige 

Gebrauchsunfähigkeit eines Organs dem Verlust gleichgestellt. Die Integritätseinbusse 

beim Verlust eines Daumens betrage entsprechend der "Skala der 

Integritätsentschädigung" gemäss Anhang 3 zur UVV 20%, jene beim Verlust einer 

Hand 40%. Zum gleichen Resultat (40%) komme man, wenn die Tabelle 3 der Suva 

bezüglich "Integritätsschäden bei einfachen und kombinierten Finger-, Hand- und 

Armverlusten" konsultiert werde. Die rechte Hand sei (ausgehend von den Darlegungen 

von Dr. C.___; UV-act. 59 S. 2) völlig gebrauchsunfähig. Diese Gebrauchsunfähigkeit 

sei dem Verlust gleichzusetzen, weshalb eine Integritätsentschädigung von 40% 

geschuldet sei (act. G 1 S. 15). Dazu ist festzuhalten, dass kein Total-Ausfall bzw. eine 

völlige Gebrauchsunfähigkeit der verletzten rechten Hand in Frage steht. Vielmehr 

beinhaltet die Einschränkung nach Dr. C.___ den nahezu vollständigen Kraftverlust 

beim Festhalten von

Gegenständen mit dem rechten Daumen (UV-act. 59 S. 2); Zudien-Funktionen bzw. ein 

Einsatz der nicht verletzten Finger bleiben damit jedenfalls bei geringer Belastung 

möglich. Ein konkreter Anlass, die Einschätzung von Dr. C.___ bzw. die 

Ermessensausübung der Beschwerdegegnerin zu korrigieren, ist nicht ersichtlich. Das 

Zugeständnis einer Integritätseinbusse von 40% durch die Beschwerdegegnerin in der 

Beschwerdeantwort - bei gleichzeitiger Verweisung auf die Darlegungen im 

angefochtenen Entscheid (act. G 7 Ziff. 2.6) - dürfte irrtümlich erfolgt sein.

6.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

6.1  Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde, soweit darauf 

einzutreten ist, unter Aufhebung des Einspracheentscheids vom 6. Dezember 2011 in 

dem Sinn teilweise gutzuheissen, dass die Beschwerdegegnerin zu verpflichten ist, 

dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Juni 2011 eine Rente auf der Basis eines 

Invaliditätsgrads von 13% auszurichten. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.

6.2  Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Bei diesem 

Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 

61 lit. g ATSG). Es rechtfertigt sich, diese - ausgehend von einer 

Pauschalentschädigung von Fr. 4'000.-- bei vollem Obsiegen - auf Fr. 2'000.-- 

festzulegen (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1. Die Beschwerde wird, soweit darauf einzutreten ist, unter Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 6. Dezember 2011 in dem Sinn teilweise gutgeheissen, 

dass die Beschwerdegegnerin verpflichtet wird, dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab

1. Juni 2011 eine Rente auf der Basis eines Invaliditätsgrads von 13% auszurichten. Im 

Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit Fr. 2'000.-- (einschliesslich 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 24.01.2013
	Art. 10 Abs. 1, 18 und 24 UVG. Leistungseinstellung. Frage der Übernahme von weiteren Behandlungskosten. Prüfung des Anspruchs auf Rente und Integritätsentschädigung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. Januar 2013, UV 2012/9). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_196/2013.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T11:02:08+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen