# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 25d64e3e-1fb6-5c69-bbe8-e524dc9936ec
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-18
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 18.05.2017 725 16 382 / 130
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-16-382---130_2017-05-18.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 18. Mai 2017 (725 16 382 / 130) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

An die Form der Einsprache dürfen nur minimale Anforderungen gestellt werden. Vorlie-

gend erweist sich das vorinstanzliche Nichteintreten auf die Einsprache des Versicherten 

als zu streng und im Ergebnis als überspitzt formalistisch. 

 

 
 
 
Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Kan-

tonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Bruno Muggli, Advokat, 
Hauptstrasse 53, Postfach 564, 4127 Birsfelden 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 
 
 
 
A. Der 1964 geborene A.____ fiel am 12. November 2015 beim Basektballspielen auf die 
rechte Schulter, wobei er sich gemäss Bericht des Hausarztes Dr. med. B.____ vom 16. De-
zember 2015 eine Teilruptur der Supraspinatussehne rechts zuzog. Die Schweizerische Unfall-
versicherungsanstalt (Suva) anerkannte zunächst ihre Leistungspflicht, erbrachte ein Taggeld 

 

 
 
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und übernahm die Heilbehandlung. Nach weiteren Abklärungen widerrief sie mit Verfügung vom 
11. Januar 2016 ihre Leistungszusage und verneinte ihre Leistungspflicht für den Unfall vom 
12. November 2015. Gleichzeitig forderte sie bereits ausgerichtete Taggelder im Umfang von 
Fr. 1‘356.40 zurück. Zur Begründung hielt sie im Wesentlichen fest, aufgrund der vorliegenden 
Akten sei nicht erstellt, dass der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt des Unfalls bei der 
C.____GmbH zu den auf der Schadenmeldung angegebenen Konditionen tätig gewesen sei. In 
der Folge ersuchte der Versicherte die Suva am 31. Januar 2016, den Fall zu überprüfen und 
hielt fest, dass er bei der C.____GmbH angestellt sei und diese der Suva alle Dokumente zuge-
stellt habe. Sodann erhob der Versicherte, vertreten durch die D.____ Rechtsschutz-
Versicherung-Gesellschaft AG (nachfolgend: D.____AG), am 4. Februar 2016 Einsprache. Er 
beantragte, in Aufhebung der Verfügung vom 11. Januar 2106 sei die Suva zu verpflichten, ihm 
für das Ereignis vom 12. November 2015 die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Zudem be-
antragte er die unverzügliche Zustellung der Akten und eine Frist zur Stellungnahme; unter o/e-
Kostenfolge. Am 5. Februar 2016 bestätigte die Suva den Eingang der Einsprache vom 4. Feb-
ruar 2016, stellte der D.____AG die Akten zu und gewährte ihr eine Frist von 30 Tagen zur Be-
gründung der Einsprache. 
 
B. Am 29. Februar 2016 informierte die Suva die D.____AG darüber, dass sie bei der 
C.____GmbH eine Buchprüfung durchführen lasse. Die vorsorgliche Einsprache werde vorerst 
pendent gehalten. Am 6. September 2016 gab die Suva der D.____AG Gelegenheit zu den Er-
gebnissen der Buchprüfung Stellung zu nehmen. Zudem gewährte sie ihr eine Frist bis 
10. Oktober 2016 zur Verbesserung der Einsprache vom 4. Februar 2016, verbunden mit der 
Androhung, ansonsten nicht darauf einzutreten. Am 29. September 2016 informierte die 
D.____AG die Suva darüber, dass sie den Versicherten mangels Versicherungsdeckung nicht 
weiter vertrete. Dieser werde die Frist zur Einreichung einer allfälligen Stellungnahme zum Er-
kenntnisbericht selber wahren. Nachdem der Suva innert der gewährten Nachfrist keine ver-
besserte Einsprache zuging, erliess sie am 17. Oktober 2016 einen Nichteintretensentscheid. 
 
C. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Bruno Muggli, am 17. November 2016 
Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er be-
antragte, in Aufhebung des Einspracheentscheids vom 17. Oktober 2016 sei das Verfahren an 
die Suva zurückzuweisen mit der Verpflichtung, einen materiellen Entscheid zu treffen. Dabei 
sei ihm ab 15. November 2015 bis zur Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit basierend auf 
einem vertraglichen Grundlohn von brutto Fr. 71‘400.-- ein Unfalltaggeld auszurichten; unter 
o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantrage er eine Nachfrist zur ergänzenden 
Beschwerdebegründung. 
 
D. Am 21. November 2016 teilte das Kantonsgericht dem Beschwerdeführer mit, dass die 
Beschwerde vom 17. November 2016 den gesetzlichen Formerfordernissen genüge, sodass 
seitens des Gerichts keine Veranlassung bestehe, eine Nachfrist zur Einreichung einer verbes-
serten Beschwerde anzusetzen. 
 
E. In ihrer Vernehmlassung vom 23. Dezember 2016 schloss die Suva auf Abweisung der 
Beschwerde. 

 

 
 
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F. Mit Replik vom 25. Januar 2017 hielt der Beschwerdeführer an seinen Rechtsbegehren 
fest. Die Suva beantragte in ihrer Duplik vom 21. Februar 2017 die Abweisung der Beschwerde, 
soweit darauf einzutreten sei. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kan-
tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor-
liegend befindet sich dieser in X.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts 
zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungspro-
zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsge-
richt und einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide 
der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. 
 
1.2 Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet einzig die Frage, ob 
die Suva im angefochtenen Einspracheentscheid vom 17. Oktober 2016 zu Recht auf die Ein-
sprache des Versicherten vom 31. Januar/4. Februar 2016 gegen die Verfügung vom 
11. Januar 2016 nicht eingetreten ist. Das Kantonsgericht hat deshalb nur solche Rügen zu 
berücksichtigen, welche sich auf die Eintretensfrage beziehen. Kommt das Kantonsgericht zum 
Schluss, dass die Suva auf die Einsprache hätte eintreten und sich inhaltlich mit den Vorbringen 
des Versicherten befassen müssen, so ist die Beschwerde gutzuheissen und der Fall zur mate-
riellen Beurteilung der Einsprache an die Suva zurückzuweisen. Anderenfalls ist die Beschwer-
de des Versicherten abzuweisen und der vorinstanzliche Nichteintretensentscheid zu bestäti-
gen. Soweit der Beschwerdeführer die Ausrichtung von Unfalltaggeld ab 15. November 2015 
bis zur Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit bei einem vertraglichen Grundlohn von 
Fr. 71‘400.-- beantragt, fehlt es diesbezüglich an einem Anfechtungsgegenstand und somit an 
einer Sachurteilsvoraussetzung, weshalb darauf im Rahmen des vorliegenden Beschwerdever-
fahrens nicht eingetreten werden kann. 
 
2.1 Gemäss Art. 52 Abs. 1 Satz 1 ATSG kann gegen Verfügungen innerhalb von 30 Tagen 
bei der verfügenden Stelle Einsprache erhoben werden. In formeller Hinsicht stellt die genannte 
Bestimmung keinerlei Anforderungen an die Einsprache. Der Bundesrat hat jedoch in den 
Art. 10-12 der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV) 
vom 11. September 2002 Bestimmungen zu Form und Inhalt der Einsprache sowie zum Ein-
spracheverfahren erlassen. Gemäss Art. 10 Abs. 1 ATSV müssen Einsprachen ein Rechtsbe-
gehren und eine Begründung enthalten. Die schriftlich erhobene Einsprache muss die Unter-

 

 
 
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schrift der Einsprache führenden Person oder ihres Rechtsbeistands enthalten (Art. 10 Abs. 4 
Satz 1 ATSV). Genügt die Einsprache den Anforderungen nach Abs. 1 nicht oder fehlt die Un-
terschrift, so setzt der Versicherer eine angemessene Frist zur Behebung des Mangels an und 
verbindet damit die Androhung, dass sonst auf die Einsprache nicht eingetreten werde (Art. 10 
Abs. 5 ATSV). Das Einspracheverfahren wird mit einem Nichteintretensentscheid abgeschlos-
sen, wenn die Eintretensvoraussetzungen nicht erfüllt sind (BGE 142 V 154 f. E. 2.2 mit weite-
ren Hinweisen). 
 
2.2 In der Lehre wird die Auffassung vertreten, dass das Einspracheverfahren „unkompli-
ziert“ sein soll (HANSJÖRG SEILER, Rechtsfragen des Einspracheverfahrens in der Sozialversi-
cherung [Art. 52 ATSG], in: Ehrenzeller/Schaffhauser [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 
2007, St. Gallen 2007, S. 84). Entsprechend wird denn auch verlangt, dass das Erfordernis von 
Antrag und Begründung, wie es in Art. 10 Abs. 1 ATSV ausdrücklich genannt wird, mit Blick auf 
die pragmatische, die Beschreitung des Rechtsmittelweges erleichternde Ausgestaltung des 
Einspracheverfahrens offen verstanden werden muss (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Auf-
lage, Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 52 Rz. 36). An die Form der Einsprache dürfen deshalb, so 
der genannte Autor weiter, nur minimale Anforderungen gestellt werden (KIESER, a.a.O., 
Rz. 37).  
 
2.3 Bei der Auslegung der vorstehend geschilderten Formvorschriften ist schliesslich auch 
Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 
18. April 1999 zu beachten, der überspitzten Formalismus als besondere Form der Rechtsver-
weigerung verbietet. Eine solche liegt vor, wenn für ein Verfahren rigorose Formvorschriften 
aufgestellt werden, ohne dass die Strenge sachlich gerechtfertigt wäre, wenn die Behörde for-
melle Vorschriften mit übertriebener Schärfe handhabt oder an Rechtsschriften überspannte 
Anforderungen stellt und den Rechtsuchenden den Rechtsweg in unzulässiger Weise versperrt. 
Wohl sind im Rechtsgang prozessuale Formen unerlässlich, um die ordnungsgemässe und 
rechtsgleiche Abwicklung des Verfahrens sowie die Durchsetzung des materiellen Rechts zu 
gewährleisten. Nicht jede prozessuale Formstrenge steht demnach mit Art. 29 Abs. 1 BV in Wi-
derspruch. Überspitzter Formalismus ist nur gegeben, wenn die strikte Anwendung der Form-
vorschriften durch keine schutzwürdigen Interessen gerechtfertigt ist, zum blossen Selbstzweck 
wird und die Verwirklichung des materiellen Rechts in unhaltbarer Weise erschwert oder ver-
hindert (BGE 142 V 158 E. 4.2 mit Hinweisen). 
 
3. Aufgrund der vorliegenden Unterlagen stellt sich der rechtserhebliche Sachverhalt wie 
folgt dar: Mit Verfügung vom 11. Januar 2016 verneinte die Suva ihre Leistungspflicht für die 
Folgen des Unfalls vom 12. November 2015. Gleichzeitig forderte sie bereits ausgerichtete 
Taggelder im Umfang von Fr. 1‘356.40 zurück. Am 31. Januar 2016 schrieb der Versicherte der 
Suva: „Überprüfen Sie bitte meinen Fall. Ich bin immer noch bei der Firma C.____GmbH ange-
stellt (…). Alle Dokumente wurden Ihnen von meiner Firma zugeschickt (Arbeitsvertrag, Lohn-
blatt, Lohnabrechnung, AHV-Anmeldung, BVG-Police). Ich hoffe, dass die beigelegten Doku-
mente reichen und wir den Fall so schnell wie möglich lösen können.“ Am 4. Februar 2016 er-
hob die D.____AG namens und im Auftrag des Versicherten fristgerecht „vorsorglich“ Einspra-
che gegen die Verfügung vom 11. Januar 2016. Sie beantragte, in Aufhebung der Verfügung 

 

 
 
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vom 11. Januar 2016 sei die Suva zu verpflichten, dem Einsprecher für das Ereignis vom 
12. November 2015 die gesetzlichen Leistungen (Taggelder, Heilungskosten, etc.) zu erbrin-
gen. Ausserdem seien ihr unverzüglich sämtliche Akten zuzustellen und eine Frist zur Stellung-
nahme anzusetzen. Nach Erhalt derselben sei eine neue Verfügung zu erlassen; unter o/e-
Kostenfolge. Zur Begründung wurde ausgeführt: „Vorsorglich bestreiten wir, dass vorliegend 
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen und dement-
sprechend die anspruchsbegründenden Voraussetzungen nicht gegeben sein sollen. Der Ein-
sprecher ist seit dem 1. Mai 2015 als Monteur bei der C.____GmbH in einem 100%- Pensum 
angestellt, weshalb für das Ereignis vom 12. November 2015 die Versicherungsleistungen zu 
erbringen sind.“ Am 5. Februar 2016 bestätigte die Suva den Empfang der Einsprache vom 
4. Februar 2016, gewährte Akteneinsicht und eine Frist von 30 Tagen zur Begründung der Ein-
sprache. Am 29. Februar 2016 informierte die Suva, dass eine detaillierte Revision der Buchhal-
tung der C.____GmbH durchgeführt werde. Die vorsorgliche Einsprache werde vorerst pendent 
gehalten. Am 6. September 2016 gab die Suva der D.____AG Gelegenheit bis 10. Oktober 
2016 zum Erkenntnisbericht Stellung zu nehmen und – unter Hinweis auf Art. 10 Abs. 1 ATSV – 
die Einsprache vom 4. Februar 2016 zu verbessern. Am 29. September 2016 teilte die 
D.____AG mit, dass sie den Einsprecher mangels Versicherungsdeckung nicht weiter vertrete. 
Dieser werde die Frist zur Einreichung einer allfälligen Stellungnahme zum Erkenntnisbericht 
selber wahren. Nach unbenutztem Ablauf der Frist erliess die Suva am 17. Oktober 2016 den 
angefochtenen Einspracheentscheid. 
 
4. Strittig und zu prüfen ist, ob die Eingabe vom 4. Februar 2016 die formellen Anforde-
rungen erfüllt, denen die Begründung einer Einsprache zu genügen hat. Die Suva verneinte die 
aufgeworfene Frage im Entscheid vom 17. Oktober 2016. Zur Begründung hielt sie im Wesent-
lichen fest, dass die Einsprache vom 4. Februar 2016 keine rechtsgenügliche materielle Be-
gründung enthalte. Gleiches gelte für das Schreiben des Versicherten vom 31. Januar 2016. 
Dieser Auffassung der Vorinstanz kann nicht beigepflichtet werden. Ihre Betrachtungsweise und 
der daraus gezogene Schluss, auf die Einsprache nicht einzutreten, erweisen sich als zu streng 
und im Ergebnis als überspitzt formalistisch. So nahm der Beschwerdeführer in der Eingabe 
vom 4. Februar 2016 – wenn auch ausgesprochen kurz – Bezug auf die Begründung in der Ver-
fügung vom 11. Januar 2016 und erklärte, weshalb er damit nicht einverstanden ist. Namentlich 
bestritt er explizit das Nichtbestehen der anspruchsbegründenden Voraussetzungen und be-
kräftigte, seit dem 1. Mai 2015 als Monteur bei der C.____GmbH in einem 100%-Pensum an-
gestellt gewesen zu sein. Damit brachte er hinreichend klar seine Auffassung zum Ausdruck, 
dass die Anspruchsvoraussetzungen für die Leistungspflicht der Suva erfüllt seien. Ob dieser 
Standpunkt auch inhaltlich zutrifft, ist nicht Gegenstand der Eintretensfrage. Dies wird vielmehr 
im Rahmen der materiellen Beurteilung des Rechtsmittels zu entscheiden sein. Hält man sich 
die erwähnten (kurzen) Ausführungen des Einsprechers vor Augen, steht fest, dass er sich in 
der Einsprache vom 4. Februar 2016 zumindest dem Grundsatz nach mit der angefochtenen 
Verfügung vom 11. Februar 2016 auseinandersetzte. Zudem legte er dar, auf welche Tatsachen 
er sich beruft (Arbeitsvertrag, Lohnblatt, Lohnabrechnungen, AHV-Anmeldung, BVG-Police; vgl. 
Eingabe vom 31. Januar 2016) und inwiefern die Verfügung unrichtig sein soll. Bei seinen Aus-
führungen handelt es sich deshalb – entgegen der Auffassung der Suva – in formeller Hinsicht 
um eine ausreichende Einsprachebegründung. Zweifellos darf vom Einsprecher nicht verlangt 

 

 
 
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werden, dass er auf sämtliche Vorbringen des Versicherungsträgers in der angefochten Verfü-
gung eingeht, oder dass er sich gar inhaltlich mit der im Anfechtungsobjekt wiedergegebenen 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung befasst. In diesem Zusammenhang ist vielmehr zu beto-
nen, dass auch in der Lehre die Auffassung vertreten wird, dass an die Form der Einsprache 
nur minimale Anforderungen gestellt werden dürfen (vgl. E. 2.2 hiervor und die dortigen Hinwei-
se). Da seine Einsprache vom 4. Februar 2016 die formellen Anforderungen erfüllt, ist rechtlich 
irrelevant, dass sie als „vorsorglich“ bezeichnet wurde und der Beschwerdeführer auf die Ver-
besserungsaufforderung der Suva vom 6. September 2016 innert der gesetzten Nachfrist nicht 
reagierte. Ob die Suva überhaupt befugt war, erst ein halbes Jahr nach Einspracheerhebung 
am 4. Februar 2016 eine Frist zur Ergänzung der Einsprache anzusetzen, obwohl sie unmittel-
bar nach deren Eingang keine Mängel feststellte (vgl. Schreiben der Suva vom 5. Februar 
2016), braucht bei dieser Sachlage nicht abschliessend beurteilt zu werden. 
 
5. Nach dem Gesagten genügt die Einsprache des Versicherten vom 
31. Januar/4. Februar 2016 den formellen Anforderungen, die eine Einsprache hinsichtlich 
Rechtsbegehren und Begründung zu erfüllen hat. Somit ist die Suva zu Unrecht nicht darauf 
eingetreten. Der angefochtene Nichteintretensentscheid vom 17. Oktober 2016 ist demnach 
aufzuheben und die Angelegenheit zur materiellen Beurteilung der Einsprache an die Suva zu-
rückzuweisen. Die Beschwerde ist, soweit darauf eingetreten werden kann, in dem Sinne gut-
zuheissen. 
 
6.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die 
Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu 
erheben. 
 
6.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person An-
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist dem Be-
schwerdeführer deshalb eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen. Der Rechts-
vertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 1. März 2017 einen Zeitauf-
wand von 9,75 Stunden und Auslagen in der Höhe von Fr. 254.90 geltend gemacht, was um-
fangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen angemessen ist. 
Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen für durchschnittliche Fälle zur 
Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Dem Beschwerdefüh-
rer ist demnach für das vorliegenden Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung in der 
Höhe von Fr. 2‘907.80 (9,75 Stunden à Fr. 250.-- und Auslagen von Fr. 254.90 zuzüglich 8% 
Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 
7.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 
2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zuläs-
sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenent-
scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Aus-
standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen-
heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können 
(Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent-

 

 
 
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scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu-
figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger 
zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern 
um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück-
weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtli-
chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2).  
 
7.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo-
raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehen-
de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird, soweit darauf eingetreten werden kann, in dem 
Sinne gutgeheissen, als der angefochtene Einspracheentscheid der 
Suva vom 17. Oktober 2016 aufgehoben und die Angelegenheit zur 
materiellen Beurteilung der Einsprache des Versicherten an die Suva 
zurückgewiesen wird. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Suva hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in der 
Höhe von Fr. 2‘907.80 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) zu 
bezahlen. 

 

 
 
 
 
 
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