# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c240a6a2-0508-5e06-83f8-9cb23c138492
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-06-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 28.06.2006 R 2006 24
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_R-2006-24_2006-06-28.pdf

## Full Text

R 06 24 + 27

4. Kammer 

URTEIL
vom 28. Juni 2006

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baugesuch

1. a) Bereits anfangs 2003 hatte die Gemeinde … dem Grundeigentümer und 

Bauherrn … aus … die Bewilligung für die Erstellung eines Einfamilienhauses 

mit Studio auf der in der Allgemeinen Zone für Wohnquartiere 

(AZW/Ausnützungsziffer 0.15) gelegenen Bauparzelle 2931 erteilt. Von dieser 

Bewilligung machte der Bauherr zunächst keinen Gebrauch; vielmehr stellte 

er bei der Gemeinde wiederholt Fristerstreckungsgesuche, welchen jeweils – 

zuletzt bis Ende 2005 - entsprochen wurde. Die Gemeinde stimmte bis Ende 

Juli 05 ausserdem zwei Projektabänderungsgesuchen zu, wobei dem 

aktuellen Bewilligungsstand die am 5. August 2005 genehmigten Baupläne 

zugrunde liegen. Im Zuge einer Baukontrolle im Oktober 05 stellte die 

Gemeinde mehrere Abweichungen in der Projektausführung gegenüber den 

bewilligten Bauplänen fest, worauf sie am 28. Oktober 2005 einen sofortigen 

Baustopp erliess.  

b) Mit Verfügung vom 15. November 2005 hob die Gemeinde den Baustopp 

gegenüber dem Bauherrn wie folgt wieder auf: 

1. Die Bauarbeiten für die Erstellung des Dachstuhls Ihres EFH auf Parz. 
2931 dürfen wieder aufgenommen werden.

2. Verbindliche Grundlage für die Konstruktion des Daches sollten jedoch 
plangemäss eine Raumhöhe UK [Unterkant] Sparren von maximal 160 cm 
für die Mansarden sowie die Einbauart der Sparren als mittragende 
Elemente sein; wobei keine Abweichungen von diesen beiden Vorgaben 
toleriert würden.

3. Die Sparren sind fest verbaut und ihr Abstand misst max. 100 cm.
4. Kontrollmöglichkeit zwecks tragender Dachkonstruktion nach Einbau.
5. Regelung für längerfristige Einhaltung der Raumhöhe im DG.

6. Gänzliche Aufhebung des Baustopps erst nach Vorliegen und Prüfung der 
in Aussicht gestellten (revidierten) Baupläne. 

c) Am 16. November sowie 8. Dezember 2005 reichte der Bauherr seine 

überarbeiteten Baupläne ein, womit die Einhaltung der maximal zulässigen 

Raumhöhe ab UK Sparren im Dachgeschoss (DG) von 160 cm und der 

verfügbaren Bruttogeschossfläche (BGF) im EFH/EG anhand entsprechender 

AZ-Berechnungen überall nachgewiesen worden sei.

d) Mit Baubescheid vom 30. Januar, mitgeteilt am 16. Februar 2006, wies die 

Gemeinde die überarbeiteten Baupläne bzw. das letzte Abänderungsgesuch 

vom Dezember 05 im Wesentlichen mit der Begründung ab, dass die 

vorgeschriebene Ausnützungsziffer (AZ) von 0.15 nur dann eingehalten wäre, 

wenn die AZ-mässige Qualifikation der einzelnen Raumeinheiten in allen 

Teilen richtig erfolgt wäre, was aber weder im EG (im Norden: 

Gangbereich/Erweiterung Innenbereich; an Westecke: Wintergarten) noch im 

DG (Anrechenbarkeit der BGF bei „Mansarden“, da Dachsparren leicht 

entfernbar und keine tragenden Elemente für Dachkonstruktion) der Fall sei, 

weshalb eine Übernutzung der Liegenschaft vorliege und keine Bewilligung 

für die Projektabänderungen möglich sei. Für die Überprüfung der 

nachgereichten Baupläne und AZ-Berechnungen erhob die Baubehörde eine 

Bearbeitungsgebühr von Fr. 3'947.75 (inklusive Aufwand Bauberater mit Fr. 

2'066.25 und Rechtsberater Fr. 1'481.50). 

e) Am 27. Februar 2006 reichte der Bauherr erneut ein Abänderungsgesuch ein, 

worin er auf die Erstellung des Wintergartens verzichtete. Die festgestellte AZ-

Übernutzung sollte durch eine Verschmälerung des Hausgangs bzw. die 

Ausscheidung eines gedeckten Sitzplatzes (einspringender Balkon) auf der 

Nordseite mit einer nicht anrechenbaren Fläche von 11.7 m2  korrigiert 

werden. Mit Baubescheid vom 6. März 2006 lehnte die Gemeinde auch jenes 

weitere Gesuch ab, wobei sie am Baustopp vom Herbst 05 - mit Ausnahme 

der Fertigstellungsarbeiten im UG - unverändert festhielt.

2. Gegen die Baubescheide vom Jan./Febr. 06 und März 06 erhob der Bauherr 

am 9. März (Verfahren R 06 24) und 23. März 2006 (R 06 27) jeweils frist- und 

formgerecht Rekurs (ergo: zwei Rekurse) beim Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden mit den Begehren um kostenfällige Aufhebung der 

angefochtenen Baubescheide, Bekanntgabe der Sanktionsfolgen im Falle der 

Rechtskraft des ersten Baubescheids und angemessene Reduktion der 

geltend gemachten Bearbeitungsgebühr (R 06 24) und um Aufhebung des 

Baustopps samt Erteilung der Baubewilligung gestützt auf die letztmals 

revidierten Baupläne vom Febr. und März 06 (R 06 27). Zur Begründung der 

Anträge brachte der Bauherr hauptsächlich vor, dass er aus praktischen 

Gründen während der Rohbauphase ein paar Änderungen und 

Verbesserungen bei der Inneneinteilung im EG gemacht habe und er bzw. die 

von ihm beauftragte Einbaufirma (Holzbau AG) in Absprache mit der 

Vorinstanz eine filigranere Dachkonstruktion gewählt habe. Dabei seien in den 

„Mansarden“ Sparren mit tragender Funktion eingebaut worden, so wie dies 

in der Verfügung von Nov. 05 betreffend teilweiser Aufhebung des Baustopps 

verlangt worden sei. Jene Bewilligung sei damals unangefochten in 

Rechtskraft erwachsen, weshalb darauf - ohne Verletzung des Grundsatzes 

von Treu und Glauben – von der Baubehörde im Nachhinein nicht mehr 

zurückgekommen werden dürfe. Müsste die Fläche (ca. 30 m2) im 

DG/Mansarden wegen zu hoher Räume (+ 160 cm) zur anrechenbaren BGF 

gezählt werden, würde sein EFH so verunstaltet, dass es aus ästhetischen 

Gründen faktisch zu einer Abbruchverfügung käme. Die Ablehnung des 

Wintergartens an der Westecke sei akzeptiert worden; dafür sei im Gegenzug 

noch das Änderungsgesuch von Ende Febr. 06 eingereicht worden. Ferner 

sei die Behörde nicht befugt gewesen, sich so ausführlich mit der Statik im 

DG (Dachkonstruktion) auseinanderzusetzen, weshalb er als Bauherr die 

dadurch unnötig entstandenen Kosten für den Bauberater und Anwalt auch 

nicht zu vertreten habe und die erhobene Bearbeitungsgebühr von fast Fr. 

4'000.-- noch angemessen zu reduzieren sei. Bezüglich der beiden letzten 

Änderungsgesuche (Febr/März 06) machte er noch geltend, dass der neu 

erweiterte Sitzplatz im Nordteil (einspringender Balkon) mit einer nicht 

anrechenbaren Nutzfläche von ca. 11.7 m2 zu Unrecht nicht bewilligt worden 

sei, da einer solchen Umbauvariante weder energetisch noch bauästhetisch 

(optisch/visuell) triftige Ablehnungsgründe – zum Nachteil eines raschen 

Baufortschrittes - entgegengestanden hätten.

3. In ihren Stellungnahmen vom 22. März bzw. 26. April 2006 beantragte die 

Gemeinde (Vorinstanz) die kostenfällige Abweisung der Rekurse, soweit 

darauf einzutreten sei. Zum Antrag auf Nichteintreten wurde vorgebracht, 

dass weder die Bekanntgabe der Sanktionsfolgen noch die zuletzt 

nachgereichten Baupläne vom März 06 Gegenstand (Thema) eines der 

beiden angefochtenen Baubescheide gewesen sei, weshalb sie darüber noch 

gar nicht entschieden habe und somit dagegen mangels Anfechtungsobjekts 

auch (noch) nicht Rekurs erhoben werden könnte. Materiell hielt sie fest, dass 

die teilweise Baufreigabeverfügung vom Nov. 05 zwar in Rechtskraft 

erwachsen, die darin explizit enthaltenen Bedingungen für einen raschen 

Baufortschritt indes vom Bauherrn nicht erfüllt worden seien (Sparren keine 

tragenden Elemente des Daches und zudem leicht entfernbar; daher volle 

Anrechnung der Räume im DG, soweit sie bis unter die Dachuntersicht 

gerechnet die kritische Höhe von 160 cm überschritten, was bei den strittigen 

Mansarden nachweislich der Fall sei). Ferner würde das geplante EFH 

einschliesslich Studio auch durch die Ausgestaltung und Berechnungsart des 

ursprünglichen Wintergartens im Westen bzw. des stattdessen neu geplanten 

(einspringenden) Balkons im Norden übernutzt, da die verfügbare BGF (total 

113 m2) dadurch ohne Zweifel überschritten würde. Die Schaffung eines in 

das Gebäude hineinragenden „Kältepols“ (verwinkelter Sitzplatz) mit einer 

Fläche von 11.7 m2 wäre auch energetisch völlig unsinnig und unzulässig. Die 

Lösung des Problems bzw. der Übernutzung könnte – abgesehen vom Zukauf 

der fehlenden BGF bei Nachbarn – sein, dass der ehemalige Wintergarten 

wieder „zurückgebaut“ und die Planvorgaben für die Dachkonstruktion 

(Sparren als mittragende Dachelemente) strikte eingehalten würden. Zum fort 

geltenden Baustopp wurde vermerkt, dass derselbe solange gerechtfertigt sei 

und bleibe, als die Widersprüche zu den im August 05 letztmals verbindlich 

bewilligten Bauplänen nicht beseitigt worden seien. Um das Prinzip der 

Verhältnismässigkeit zu wahren, sei das UG vom Baustopp ausgenommen 

worden sowie der Baufortschritt im DG bereits im Herbst 05 an klare 

Bedingungen geknüpft worden. Dass sich der Bauherr gleich mehrfach nicht 

an die Anordnungen der Baubehörde gehalten habe und die Dachsparren 

lediglich „pro forma“ eingeführt habe (hohe Missbrauchsgefahr, da spätere 

Entfernung leicht realisierbar), sei nicht die Schuld der Gemeinde. Die 

genaueren Abklärungen über die statischen Fragen (Bauberater) und die 

Rechtmässigkeit ihres Vorgehens (durch einen Juristen/Anwalt) seien daher 

sehr wohl durch den Bauherrn verursacht worden, weshalb derselbe gestützt 

auf die bestehenden Vorschriften auch entsprechend für die daraus 

anfallenden Kosten finanziell aufzukommen habe. Am Bestand und der Höhe 

der in Rechnung gestellten Bearbeitungsgebühr gebe es demnach ebenfalls 

nichts auszusetzen.

4. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels ergänzten und vertieften die 

Parteien nochmals ihre gegensätzlichen Standpunkte bezüglich der 

erforderlichen Dachkonstruktion bzw. der AZ-Pflicht der strittigen 

„Mansarden“ im DG sowie der Zulässigkeit der abgeänderten 

Raumeinteilungen im EG.

5. Am 27. Juni 2006 führte die IV. Kammer des Verwaltungsgerichts einen 

Augenschein durch, wobei der Bauherr (Rekurrent) persönlich in Begleitung 

seiner Ehefrau und seitens der Gemeinde (Rekursgegnerin) der Präsident, 

der stv. Baufachchef, der Bauberater und ihr Anwalt zugegen waren. Allen 

Anwesenden wurde dabei an drei verschiedenen Orten (Standort 1: Im DG 

bezüglich Einbau Sparren; 2: Im EG/Hochparterre bezüglich Balkon; 3: Ab 

Fussweg im Norden mit Blick Richtung Neubau im Süden) noch die 

Möglichkeit geboten, sich auch noch mündlich zum aufgeworfenen 

Sachverhalt (Dachkonstruktion/Mansardenhöhe; hineinragender 

Sitzplatz/Balkon mit „provisorisch“ abschliessbarer Glastüre/Verglasung; 

Kontrollmöglichkeit ab Fussweg, da leicht einsehbar) zu äussern. Von Seiten 

des Gerichts wurden überdies noch neun Fotos erstellt und dem Protokoll des 

Augenscheins beigefügt.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Da eine enge (sachliche) Konnexität zwischen den Rekursen R 06 24 und R 

06 27 besteht, rechtfertigt es sich aus prozessökonomischen Gründen, diese 

Streitverfahren zwischen denselben Parteien gemäss Art. 32 Abs. 2 des 

Verwaltungsgerichtsgesetzes (VGG) zusammenzulegen und sie deshalb in 

einem einzigen Gerichtsurteil zu behandeln und zu entscheiden. Formell ist 

sodann ebenfalls klar, dass Gegenstand der vorliegenden Rekurse 

grundsätzlich nur die im angefochtenen Baubescheid vom 16.02.2006 sowie 

im strittigen Baubescheid vom 06.03.2006 enthaltenen Ablehnungsgründe 

betreffend früherer Baugesuche sein können, während allfällige 

Wiederherstellungsmassnahmen oder Baubussen zunächst von der 

Vorinstanz noch konkret geprüft und verfügt werden müssen und danach noch 

separat angefochten werden können. 

2. a) Materiell gilt es zur Hauptsache die Anrechenbarkeit der Aufenthalts- und 

Abstellräume im Dachgeschoss (Sparrenkonstruktion; Höhe UK +1.60 m samt 

Missbrauchsgefahr), die Zulässigkeit und Anrechenbarkeit des nach innen 

gekehrten Gartensitzplatzes im Hochparterre/EG (einspringender und 

verwinkelter Balkon; im Moment noch mit provisorischer Glasschiebetüre 

abschliessbar) sowie die Rechtmässigkeit (Bestand + Höhe) der dem 

Bauherrn auferlegten Bearbeitungsgebühren von total Fr. 3'947.75 zu klären. 

Ausgangspunkt für die Streitentscheidung muss die unangefochten 

gebliebene Verfügung der Gemeinde vom 15.11.2005 betreffend 

Teilaufhebung des Baustopps vom 28.10.2005 - mit den dort genau 

definierten und einzeln bezifferten Bauauflagen (Ziff. 1-6) - sein; wobei von 

den zwei erstgenannten Auflagen (Ziff. 1-2) keine Abweichungen toleriert 

würden.  

b) Nach Art. 95 Abs. 3 Satz 1 des kommunalen Baugesetzes (BG) sind im 

Dachgeschoss (ohne Rücksicht auf die Nutzung) Raumteile anzurechnen, 

deren lichte Höhe 1,60 m (gemessen bis Unterkant Dachsparren) 

überschreitet. Als nicht anrechenbare Bruttogeschossfläche (BGF) für die 

Ermittlung der je nach Wohnzone höchstzulässigen Ausnützungsziffer (hier: 

AZ 0.15; Berechnung nach Art. 95 Abs. 1 BG) gelten nach Art. 95 Abs. 4 BG 

alle dem Wohnen nicht dienenden oder dafür nicht verwendbaren Flächen, 

insbesondere: lit. f) offene ein- und vorspringende Balkone, sofern sie nicht 

als Laubengänge dienen; lit. g) Raumteile im Dachgeschoss unter 1,60 m 

Höhe. Laut Art. 117 Abs. 1 BG ist die Gemeinde befugt, für das 

Baubewilligungsverfahren, die Baukontrolle sowie die Bauabnahme vom 

Gesuchsteller eine Gebühr zu erheben. Soweit erforderlich kann die 

Baubehörde zusätzlich Gutachten (samt Auskünften) von Experten einholen, 

wobei die damit verbundenen Kosten der Bauherr zu tragen hat (Abs. 2). 

c) Zur strittigen AZ-Pflicht der Mansarden im Dachgeschoss mit einer Fläche von 

rund 30 m2 ist das Gericht aufgrund des Augenscheins zur Überzeugung 

gelangt, dass den dort montierten (eingemörtelt/verschraubt) Dachsparren 

bzw. Kreuzholzsparren im Giebelbereich Unterkant offensichtlich keine 

tragende Funktion zukommt, wie dies in Ziff. 2 der unangefochten in 

Rechtskraft erwachsenen Gemeindeverfügung vom 15.11.2005 ausdrücklich 

verlangt worden war. Der schlagende Beweis für die fehlende 

Tragkonstruktion jener Quersparren lieferte der unmittelbar im Westen im DG 

anstossende Sitzbalkon bzw. Aussensitzplatz, woraus klar ersichtlich war, 

dass einzig die ab dem EG/Hochparterre komplett durchgehenden 

Dachsparren zusammen mit dem Giebelbalken für die Dachkonstruktion 

notwendig und tragend sind. Nebst jener eindeutigen Missachtung der für den 

Baufortschritt gemachten Bauauflage (Ziff. 2) fällt hierzu weiter ins Gewicht, 

dass die betreffenden Querelemente mit UK 1.60 m im DG effektiv mit 

geringem Aufwand und ohne äusserlich erkennbar später leicht (nach 

Bauabnahme) wieder hätten entfernt bzw. beseitigt werden können. In 

Anbetracht dieser nicht von der Hand zu weisenden Missbrauchsgefahr 

zwecks Erhöhung jener Estrichräume zu einem späteren Zeitpunkt und der 

damit einhergehenden massiven Überschreitung der AZ von 0.15 (zulässige 

EFH-BGF total 113 m2; BGF-Reserve nur 0.07 m2; Mehr-BGF DG ca. 30 m2) 

war die Vorinstanz in Einklang mit Art. 95 Abs. 3 Satz 1 BG indes auch 

berechtigt, jene zusätzliche Raumfläche im DG als anrechenbare BGF zu 

qualifizieren und deshalb ebenfalls für AZ-pflichtig zu erklären. Der Verzicht 

auf eine privilegierte Behandlung gestützt auf Art. 95 Abs. 4 lit. g BG erfolgte 

daher durch die Vorinstanz ebenso zu Recht. Die Rekurse erweisen sich 

demnach bezüglich der kritisierten Anrechenbarkeit jener Mansarden im DG 

ohne Zweifel als unbegründet, weshalb sie infolge Übernutzung der 

Gesamtliegenschaft (AZ-Überschreitung) schon aus diesem Grunde 

abzuweisen sind.

d) Nicht anders verhält es sich im Resultat hinsichtlich des nach innen 

ausgerichteten Gartensitzplatzes bzw. einspringenden und verwinkelten 

Balkons im Norden des EG/Hochparterres mit einer Fläche von 11.7 m2, da 

der gerichtliche Augenschein auch in diesem Streitpunkt eindeutig zeigte, 

dass jener Flächenanteil bereits mit einer Bodenheizung bestückt war, die 

Fassadenmauern im EG sowohl links als auch rechts bereits bis zur 

vordersten Balkonkante des äusserst künstlich und eigenartig ausgestalteten 

Sitzplatzes gezogen wurden und der Bauherr selbst schon unbekümmert eine 

Glasschiebetüre entlang der Frontumfassungsmauer auf der Nordseite 

erstellen liess, um so möglichst einfach und wirksam vor lästigen 

Umwelteinflüssen (wie Wind; Regen; Schatten; Kälte usw.) oder leichter 

Einsehbarkeit (Wahrung Intimsphäre; Vermeidung neugieriger Blicke) 

dauerhaft geschützt bzw. abgeschirmt zu sein. Aufgrund all dieser 

Erkenntnisse ist das Gericht daher auch bezüglich der umstrittenen 

Sitzplatznische auf der Nordseite im EG/Hochparterre zur Überzeugung 

gelangt, dass eine Privilegierung laut Art. 95 Abs. 4 lit. f BG für jenes Bauwerk 

zu Recht abgelehnt wurde. Die Anrechenbarkeit der fälschlicherweise vom 

Bauherrn ausgeklammerten „Sitznische“ erfolgte daher zu Recht.

e) Zur Rechtmässigkeit der erhobenen Bearbeitungsgebühren gilt es anhand der 

seit 2003 zahlreich unternommenen Planungs- und Realisationsaktivitäten 

des Bauherrn nicht zu übersehen, dass die kommunale Baubehörde dadurch 

ohne Zweifel überdurchschnittlich stark belastet wurde. Speziell die mehrfach 

seit Sommer 05 abgeänderten Baupläne und teils sogar eigenmächtig 

veränderten Fertigstellungsarbeiten seit August 05 verursachten der 

Vorinstanz nachvollziehbar beträchtlichen Mehraufwand. Die Baukontrolle 

vom Okt. 05 ergab sodann auch, dass einiges tatsächlich planwidrig erstellt 

wurde, worauf sofort ein genereller Baustopp erlassen wurde. Allein die 

Zusagen des Bauherrn führten dazu, dass mit Verfügung vom Nov. 05 eine 

teilweise Aufhebung des Baustopps unter Einhaltung genau bezeichneter 

Bauauflagen (Ziff. 1-6) erfolgen konnte. Mit seinen erneuten 

Projektabänderungsgesuchen vom Nov. und Dez. 05 sowie von Ende Febr. 

06 – welche seiner persönlichen Meinung nach nun endlich sämtlichen 

Auflagen der Vorinstanz entsprochen hätten – war die kommunale 

Baubehörde praktisch beinahe gezwungen, sich bei weiteren Fachkräften 

(Baustatiker; Baujurist) noch präziser und fundierter über die gegenläufigen 

Ansichten betreffend AZ-Berechnungen zu erkundigen, um so letztlich der 

kommunalen Bauordnung rechtsgleich und einheitlich zum Durchbruch zu 

verhelfen. In Anbetracht der aktenkundig ausgewiesenen Abklärungen sowie 

zahlreichen Einigungsbemühungen der Vorinstanz ist die erhobene 

Bearbeitungsgebühr von Fr. 3'947.75 (inkl. Honorar externer Bauberater Fr. 

2'066.25 + Kostennote Anwalt Fr. 1'481.50) aber nicht zu beanstanden; zumal 

Art. 117 Abs. 2 BG eine hinreichende Grundlage bildet, um bei 

ungewöhnlichem Kontrollaufwand die dadurch entstandenen Mehrkosten 

nach dem Verursacherprinzip direkt auf den dafür verantwortlichen Bauherrn 

zu überwälzen. Dasselbe schreibt grundsätzlich auch Art. 96 des kantonalen 

Raumplanungsgesetzes (KRG) vor, weshalb es im Einzelfall weder am 

Bestand noch an der Höhe der kritisierten Bearbeitungsgebühr etwas 

auszusetzen bzw. nach unten zu korrigieren gibt.

3. a) Die angefochtenen Baubescheide vom Jan./Febr. 06 und März 06 erweisen 

sich demnach in jeder Beziehung als rechtens und verhältnismässig, was zu 

ihrer Bestätigung und somit zur Abweisung beider Rekurse führt.

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf Art. 

75 VGG vollumfänglich dem Rekurrenten (Bauherrn) aufzuerlegen. Er hat die 

Rekursgegnerin (Gemeinde/Vorinstanz), welche sich durch einen freiberuflich 

tätigen Rechtsanwalt vertreten liess, überdies aussergerichtlich angemessen 

zu entschädigen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Rekurse werden abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 3'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 204.--

zusammen Fr. 3'204.--

gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheids an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

3. Aussergerichtlich hat … an die Gemeinde … eine Parteientschädigung von 

Fr. 2'000.-- (inkl. MWST) zu bezahlen.

Die dagegen an das Bundesgericht erhobene staatsrechtliche Beschwerde wurde am 

19. Dezember 2006 abgewiesen (1P.707/2006/fun).