# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7727332c-1122-548a-8401-d7f0bb184211
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.02.2022 100 2021 142
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2021-142_2022-02-28.pdf

## Full Text

100.2021.142U
DAM/BDE/KIB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 28. Februar 2022

Verwaltungsrichter Häberli, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, Verwaltungsrichter Daum
Gerichtsschreiberin Baerfuss Klossner

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführerin

gegen

Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion des Kantons Bern
Rechtsabteilung, Münsterplatz 3a, Postfach, 3000 Bern 8

betreffend Reduktion des Hundebestands und Zuchtverbot; Vollstreckung 
(Entscheid der Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion des Kantons 
Bern vom 31. März 2021; L2019-035 und L2020-004)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.02.2022, Nr. 100.2021.142U, 
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Sachverhalt:

A.

A.________ hält seit Jahren eine Vielzahl von Hunden, zunächst im Kanton 
Bern (B.________), später im Kanton Freiburg (C.________). Am 19. Juli 
2019 verfügte der Veterinärdienst des Kantons Bern (VeD; heute: Amt für 
Veterinärwesen [AVET]) Folgendes:

«1. [Der Beschwerdeführerin] wird die Haltung und Zucht von Hunden 
verboten. Das Verbot gilt ab dem 1. Oktober 2019.

2. Vom Verbot gemäss Ziffer 1 ausgenommen ist die Haltung von drei 
chirurgisch kastrierten Hunden. 

3. Innert Frist bis zum 11. Oktober 2019 sind dem Veterinärdienst fol-
gende Angaben zu machen:

a. Name und Chip Nr. der abgegebenen Hunde

b. Name, Adresse und Telefonnummer der neuen Halterinnen und 
Halter der Hunde gemäss Ziffer 3a

c. Name und Chip Nr. der drei bei [der Beschwerdeführerin] verblei-
benden Hunde gemäss Ziffer 2.

4. Die Abgabe der Hunde muss innert 10 Tagen nach Datum der Ab-
gabe der Hundedatenbank AMICUS gemeldet werden. Letzte 
Frist: 11. Oktober 2019.

5. Die Anordnungen unter Ziffer 1 und 2 erfolgen unter Androhung der 
Ersatzvornahme oder der Beschlagnahmung der Tiere (Art. 24 
TSchG).

6. Einer allfälligen Beschwerde gegen die Anordnungen unter Ziffer 1 
und 2 wird die aufschiebende Wirkung entzogen.

[…]»

Dagegen erhob A.________ am 22. August 2019 Beschwerde bei der Volks-
wirtschaftsdirektion des Kantons Bern (VOL; heute: Wirtschafts-, Energie- 
und Umweltdirektion [WEU]; Verfahren L2019-035). Mit unangefochten ge-
bliebener Zwischenverfügung vom 19. September 2019 verweigerte die für 
die Direktion instruierende Rechtsabteilung die beantragte Wiederherstel-
lung der aufschiebenden Wirkung. In der Folge setzte der VeD A.________ 
mit Schreiben vom 17. Oktober 2019 eine letzte Frist bis 30. Oktober 2019, 
um den Anordnungen in seiner Verfügung vom 19. Juli 2019 nachzukom-
men, und drohte ihr im Fall des Unterlassens die Ersatzvornahme an.

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B.

Am 10. Dezember 2019 führte das Amt für Lebensmittelsicherheit und Vete-
rinärwesen des Kantons Freiburg (LSVW) im Rahmen der Amts- und Voll-
zugshilfe am neuen Aufenthaltsort von A.________ in C.________ eine 
Kontrolle durch und behändigte dabei 24 der insgesamt 27 angetroffenen 
Hunde. In der Folge erliess der VeD am 13. Dezember 2019 gegenüber 
A.________ folgende Verfügung:

«1. Die Reduktion des Hundebestandes gemäss Ziffer 2 der Verfügung 
vom 19. Juli 2019 wurde am 10. Dezember 2019 durch das Amt für 
Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen des Kantons Freiburg 
(LSVW) im Rahmen der Amts- und Vollzugshilfe vollstreckt. Es wird 
[der Beschwerdeführerin] hiermit Gelegenheit gegeben, bis zum 
23. Dezember 2019 im Rahmen der maximalen Anzahl von 3 Tieren, 
Hunde auszutauschen. Innert gleicher Frist kann [die Beschwerde-
führerin] dem VeD die Namen, Adressen und Telefonnummern der-
jenigen Personen zustellen, die sich als Interessentinnen und Inte-
ressenten für ihre Hunde gemeldet haben.

2. Sämtliche Kosten, die im Zusammenhang mit der behördlich vorge-
nommenen Reduktion des Hundebestandes im Sinne der Vollstre-
ckungsmassnahmen stehen, gehen zu Lasten [der Beschwerdefüh-
rerin]. Die Kosten werden ihr mit separater Verfügung auferlegt.

3. Für die vorliegende Verfügung wird eine Gebühr von Fr. 240.00 zu 
Lasten [der Beschwerdeführerin] erhoben und ihr separat in Rech-
nung gestellt.

4. Einer allfälligen Beschwerde gegen Ziff. 1 dieser Verfügung wird die 
aufschiebende Wirkung entzogen.»

Hiergegen erhob A.________ am 15. Januar 2020 Beschwerde bei der WEU 
(Verfahren L2020-004). Die WEU vereinigte am 22. Januar 2020 antragsge-
mäss die beiden Verfahren L2019-035 (Reduktion Hundebestand und Zucht-
verbot) und L2020-004 (Vollstreckung). Mit Entscheid vom 31. März 2021 
wies sie die Beschwerden ab, soweit sie darauf eintrat und diese nicht ge-
genstandslos geworden waren. Eine Rechtsverzögerungsbeschwerde von 
A.________ in diesem sowie in zwei weiteren Verfahren betreffend die provi-
sorische bzw. definitive Beschlagnahme von Hunden (Entscheide der WEU 
vom 15.6.2020 im Verfahren L2019-040 und vom 31.3.2021 im Verfahren 
L2019-042) musste das Verwaltungsgericht zufolge Gegenstandslosigkeit 
nicht behandeln (Abschreibungsverfügung vom 27.5.2021 im Verfahren 
100.2021.57).

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C.

Gegen den Entscheid der WEU vom 31. März 2021 hat A.________ am 
6. Mai 2021 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben mit dem Begehren, 
der angefochtene Entscheid sei aufzuheben. Die WEU beantragt mit Ver-
nehmlassung vom 9. Juni 2021 die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Die Beschwerdeführerin hat an den vorinstanzlichen Verfahren 
teilgenommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung 
(Art. 79 Abs. 1 VRPG). Soweit die Vorinstanz auf die Beschwerden nicht ein-
getreten ist (vorne Bst. B), ergibt sich die Beschwerdebefugnis unmittelbar 
aus dem negativen Prozessentscheid (vgl. BVR 2017 S. 418 E. 1.1; Michael 
Pflüger, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 
2020, Art. 79 N. 2 i.V.m. Art. 65 N. 23). Die Bestimmungen über Form und 
Frist sind eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Be-
schwerde ist grundsätzlich einzutreten (vgl. aber E. 1.2 hiernach).

1.2 Die Beschwerdeführerin beantragt die Aufhebung des angefochtenen 
Entscheids ohne Einschränkungen (vorne Bst. C). Sie legt jedoch nicht dar, 
inwiefern das Nichteintreten der WEU auf die geltend gemachten Genugtu-
ungs- und Schadenersatzansprüche sowie auf die Anträge bezüglich Be-
kanntgabe der neuen Hundebesitzer und deren Information über den angeb-
lich illegalen Verkauf durch den VeD rechtsfehlerhaft sein soll (angefochte-
ner Entscheid E. 1.3). Ebenso wenig beanstandet sie, dass die Vorinstanz 
ihren Antrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung als gegen-
standslos abgeschrieben hat (angefochtener Entscheid E. 6; vgl. zur Ab-

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schreibung in einem weiteren Punkt hinten E. 6.2). Auf die Beschwerde ist 
daher insoweit mangels sachbezogener Begründung nicht einzutreten 
(Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 Abs. 2 VRPG). 

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG). Im Rahmen der 
Rechtskontrolle auferlegt sich das Gericht eine gewisse Zurückhaltung, so-
weit für die Beurteilung besondere Sach- oder Fachkenntnisse erforderlich 
sind, über die es nicht gleichermassen verfügt wie die Verwaltungsbehörde 
mit ihren Fachleuten und -stellen (BVR 2016 S. 507 E. 1.4, 2014 S. 451 
E. 1.3; Ruth Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen 
VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 80 N. 20, Art. 66 N. 18). Es besteht kein Anlass, 
mit der Beschwerdeführerin «verschiedene fachliche Standpunkte» zur Hun-
dehaltung zu diskutieren (vgl. Beschwerde Rz. 34 S. 15), zumal sie ihre ab-
weichende Sichtweise nicht belegt.

2.

Strittig sind im Wesentlichen die Reduktion des Hundebestands auf drei kas-
trierte Tiere und das Zuchtverbot.

2.1 Wer mit Tieren umgeht, hat nach Art. 4 des Tierschutzgesetzes vom 
16. Dezember 2005 (TSchG; SR 455) ihren Bedürfnissen in bestmöglicher 
Weise Rechnung zu tragen und, soweit es der Verwendungszweck zulässt, 
für ihr Wohlergehen zu sorgen (Abs. 1). Niemand darf ungerechtfertigt einem 
Tier Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen, es in Angst versetzen oder 
in anderer Weise seine Würde missachten. Das Misshandeln, Vernachlässi-
gen oder unnötige Überanstrengen von Tieren ist verboten (Abs. 2). Wer 
Tiere hält oder betreut, muss sie angemessen nähren, pflegen, ihnen die für 
ihr Wohlergehen notwendige Beschäftigung und Bewegungsfreiheit sowie 
soweit nötig Unterkunft gewähren (Art. 6 Abs. 1 TSchG). Weitere Vorschrif-
ten über die Tierhaltung und den Umgang mit Tieren finden sich auf Verord-
nungsstufe (Art. 6 Abs. 2 und Art. 4 Abs. 3 TSchG). Die Tierschutzverord-
nung vom 23. April 2008 (TSchV; SR 455.1) regelt namentlich folgende As-
pekte näher:

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– Grundsätze (Art. 3): Tiere sind so zu halten und mit ihnen ist so umzuge-
hen, dass ihre Körperfunktionen und ihr Verhalten nicht gestört werden 
und ihre Anpassungsfähigkeit nicht überfordert wird (Abs. 1). Fütterung 
und Pflege sind angemessen, wenn sie nach dem Stand der Erfahrung 
und den Erkenntnissen der Physiologie, Verhaltenskunde und Hygiene 
den Bedürfnissen der Tiere entsprechen (Abs. 3).

– Pflege (Art. 5): Die Tierhalterin oder der Tierhalter muss das Befinden der 
Tiere und den Zustand der Einrichtungen so oft wie nötig überprüfen; sie 
oder er muss Mängel an den Einrichtungen, die das Befinden der Tiere 
beeinträchtigen, unverzüglich beheben oder geeignete Massnahmen zum 
Schutz der Tiere treffen (Abs. 1). Die Pflege soll Krankheiten und Verlet-
zungen vorbeugen; die Tierhalterin oder der Tierhalter ist dafür verant-
wortlich, dass kranke oder verletzte Tiere unverzüglich ihrem Zustand ent-
sprechend untergebracht, gepflegt und behandelt oder getötet werden 
(Abs. 2).

– Raumklima (Art. 11): In Räumen und Innengehegen muss ein den Tieren 
angepasstes Klima herrschen (Abs. 1). Bei geschlossenen Räumen mit 
künstlicher Lüftung muss die Frischluftzufuhr auch bei Ausfall der Anlage 
gesichert sein (Abs. 2).

Die Tierschutzgesetzgebung befasst sich sodann mit der Tierzucht, wobei 
auch hier Regelungen auf Verordnungsstufe vorgesehen sind (Art. 10 Abs. 2 
TSchG). Nach Art. 25 TSchV ist das Züchten darauf auszurichten, gesunde 
Tiere zu erhalten, die frei von Eigenschaften und Merkmalen sind, mit denen 
ihre Würde missachtet wird (Abs. 1). Verboten ist namentlich das Züchten 
von Tieren, bei denen damit gerechnet werden muss, dass erblich bedingt 
Körperteile oder Organe für den arttypischen Gebrauch fehlen oder umge-
staltet sind und dem Tier hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden ent-
stehen (Abs. 3 Bst. a). Die Tierhalterin oder der Tierhalter muss die zumut-
baren Massnahmen treffen, um zu verhindern, dass sich die Tiere übermäs-
sig vermehren (Abs. 4).

2.2 Neben den allgemeinen tierschutzrechtlichen Bestimmungen sind 
spezifische Vorgaben zu beachten, die Haushunde betreffen (Art. 69 ff. 
TSchV): So müssen nach Art. 73 Abs. 1 TSchV Aufzucht und Erziehung der 

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Hunde sowie der Umgang mit ihnen die Sozialisierung gegenüber Artgenos-
sen und Menschen sowie die Gewöhnung an die Umwelt gewährleisten. 
Nach Art. 71 Abs. 1 TSchV müssen Hunde täglich im Freien und entspre-
chend ihrem Bedürfnis ausgeführt werden. Wer einen Hund hält oder ausbil-
det, hat Vorkehrungen zu treffen, damit der Hund Menschen und Tiere nicht 
gefährdet (Art. 77 TSchV). Zur Hundekontrolle verlangt das Tierseuchenge-
setz vom 1. Juli 1966 (TSG; SR 916.40), dass Hunde gekennzeichnet und in 
einer zentralen Datenbank registriert sind (Art. 30). Die Kennzeichnung hat 
gemäss Art. 17 Abs. 1 der Tierseuchenverordnung vom 27. Juni 1995 (TSV; 
SR 916.401) spätestens drei Monate nach der Geburt, in jedem Fall jedoch 
vor der Weitergabe durch die Hundehalterin oder den Hundehalter, bei der 
bzw. dem der Hund geboren wurde, mit einem Mikrochip zu erfolgten. 

2.3 Gemäss Art. 23 Abs. 1 TSchG kann die zuständige Behörde unter 
anderem das Halten oder die Zucht von Tieren durch Personen verbieten, 
die wegen wiederholter oder schwerer Zuwiderhandlung gegen Vorschriften 
des TSchG und seiner Ausführungserlasse oder gegen Verfügungen bestraft 
worden sind (Bst. a) oder aus anderen Gründen unfähig sind, Tiere zu halten 
oder zu züchten (Bst. b). Unfähigkeit im Sinn von Art. 23 Abs. 1 Bst. b TSchG 
liegt vor, wenn die betreffende Person die grundsätzlichen Verhaltensgebote 
und -verbote der Tierschutzgesetzgebung nicht zu befolgen vermag. Das 
Verbot der Tierhaltung als solches hat die Wahrung oder die Wiederherstel-
lung des Tierwohls zum Ziel (BGer 2C_416/2020 vom 10.11.2020 E. 4.2.3). 
Anders als bei der Bestrafung kommt es nicht auf ein Verschulden der oder 
des Pflichtigen an, sondern lediglich auf das Bestehen eines rechtswidrigen 
Zustands; es ist eine restitutorische Massnahme, die nicht auf die Bestrafung 
der Halterin oder des Halters, sondern auf den Schutz und die Wiederher-
stellung der tierschutzrechtlich korrekten Haltebedingungen ausgerichtet ist. 
Einem Halteverbot gehen in der Regel grobe und für die Tiere leidvolle 
Verstösse gegen das Tierschutzrecht voraus (Art. 1 i.V.m. Art. 3 Bst. b 
TSchG; zum Ganzen BGer 2C_7/2019 vom 14.10.2019 E. 3.1.1, 
2C_122/2019 vom 6.6.2019 E. 5.3; Rita Jedelhauser, Das Tier unter dem 
Schutz des Rechts, Diss. Basel 2008, S. 143, 202 f.). Tierhalteverbote nach 
Art. 23 Abs. 1 TSchG können als zeitlich bestimmte oder unbestimmte Ver-
bote ausgesprochen werden, Tiere zu halten, Tiere zu züchten, mit Tieren 
zu handeln oder sich berufsmässig mit Tieren zu beschäftigen (Art. 23 Abs. 1 

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TSchG). Aufgrund des allgemeinen verwaltungsrechtlichen Grundsatzes der 
Verhältnismässigkeit (vgl. Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101]) 
sind auch Teilhalteverbote zulässig (vgl. Rita Jedelhauser, a.a.O., S. 201 f.). 
Art. 24 Abs. 1 TSchG verpflichtet die zuständige Behörde zum unverzügli-
chen Einschreiten, wenn festgestellt wird, dass Tiere vernachlässigt oder un-
ter völlig ungeeigneten Bedingungen gehalten werden. Die Behörde kann 
die Tiere vorsorglich beschlagnahmen und auf Kosten der Halterin oder des 
Halters an einem geeigneten Ort unterbringen; wenn nötig lässt sie die Tiere 
verkaufen oder töten. Auch insoweit ist der Grundsatz der Verhältnismässig-
keit zu beachten (BGer 2C_169/2021 vom 14.7.2021 E. 3.3, 2C_7/2019 vom 
14.10.2019 E. 3.1.2).

2.4 Während die Tierschutzgesetzgebung des Bundes auf die Würde 
und das Wohlergehen der Tiere ausgerichtet ist (Art. 1 TSchG), bezweckt 
das kantonale Hundegesetz vom 27. März 2012 (nachfolgend: HunG; 
BSG 916.31) den sicheren und verantwortungsbewussten Umgang mit Hun-
den (Art. 1 Abs. 1 HunG). Es befasst sich mit den Anforderungen an die Hun-
dehaltung aus der Optik der Gesellschaft, d.h. der Mitmenschen der Hunde-
halterinnen und Hundehalter (Vortrag des Regierungsrats zum Hundege-
setz, in Tagblatt des Grossen Rates 2012, Beilage 10, S. 6 und 9). Das Ge-
setz regelt gemäss Art. 1 Abs. 2 HunG nebst der allgemeinen Prävention ge-
gen Konflikte mit Hunden (Bst. b) namentlich die Pflichten der Hundehalte-
rinnen und Hundehalter sowie die Massnahmen zur Einschränkung der Hun-
dehaltung im Einzelfall (Bst. c und d). Hunde sind gemäss Art. 5 HunG so zu 
halten, dass sie Menschen und Tiere nicht belästigen oder gefährden 
(Abs. 1). Sie dürfen im öffentlichen Raum nicht unbeaufsichtigt laufen gelas-
sen werden und sind jederzeit wirksam unter Kontrolle zu halten (Abs. 2). 
Die zuständige Stelle der WEU ordnet die erforderlichen Einschränkungen 
der Hundehaltung im Einzelfall an, wenn die Halterin oder der Halter nicht 
genügende Gewähr für eine sichere und verantwortungsbewusste Hunde-
haltung bietet (Art. 12 Abs. 1 Bst. c HunG). In Frage kommen dabei gemäss 
Art. 12 Abs. 2 HunG Massnahmen wie ein befristetes oder unbefristetes Hal-
teverbot (Bst. k), ein Zuchtverbot oder Auflagen für die Zucht (Bst. l) und die 
Sterilisation oder Kastration des Hundes (Bst. m).

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3.

Die Beschwerdeführerin rügt insbesondere unrichtige und unvollständige 
Feststellungen des rechtserheblichen Sachverhalts.

3.1 Der angefochtene Entscheid stützt sich auf die amtlichen Akten der 
Verwaltungs- und Verwaltungsjustizverfahren, welche der VeD und die WEU 
durchgeführt haben. Die Vorinstanz hat dabei wesentlich auch Umstände 
berücksichtigt, die nach Erlass der Verfügung des VeD vom 19. Juli 2019 
(vorne Bst. A) eingetreten sind, was die Beschwerdeführerin zu Recht nicht 
beanstandet. Denn massgebend sind die tatsächlichen Verhältnisse, wie sie 
sich im jeweiligen Entscheidzeitpunkt präsentieren (Art. 25 VRPG; vgl. allge-
mein statt vieler BVR 2021 S. 139 E. 2.3; Michel Daum, in Herzog/Daum 
[Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 25 N. 1 f. und 
5, 18 f.; zum Tierschutzrecht etwa BGer 2C_142/2018 vom 3.8.2018 E. 3.3; 
VGE 2010/223 vom 21.6.2011 E. 3.3). Unbestritten ist weiter, dass die Be-
schwerdeführerin im Zusammenhang mit der Hundehaltung soweit bekannt 
zwei Mal strafrechtlich belangt wurde: Am 12. Juli und 13. Dezember 2019 
erging je ein Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Region Bern-Mittelland ge-
gen sie wegen mehrfach begangener Widerhandlungen gegen die Tier-
schutz- und Tierseuchengesetzgebung sowie gegen die Hundegesetzge-
bung (vgl. Akten AVET 6D1 pag. 58 und 6D3 pag. 28 [Aktennotizen, Straf-
befehle wurden aus den Akten entfernt]).

3.2 Die Verstösse, die der Beschwerdeführerin vorgeworfen werden, be-
ruhen auf Meldungen und Beobachtungen verschiedener Personen während 
eines längeren Zeitraums und beziehen sich nicht lediglich auf einen einzel-
nen Vorfall. Die Hundehaltung und -zucht der Beschwerdeführerin wurden 
nicht nur von der verantwortlichen Kontrollperson des VeD beanstandet, 
sondern auch von tierärztlicher Seite (vgl. Akten AVET 6D1 pag. 4 und 59), 
einem Mitarbeiter der Kantonspolizei (Kapo) Bern (vgl. Akten AVET 6D1 
pag. 9) und verschiedenen Anwohnerinnen und Anwohnern, die sich an die 
Behörden gewandt hatten (vgl. Akten AVET 6D1 pag. 13, 14, 40 und 81). 
Der (Gesundheits-)Zustand eines aufgefundenen Welpen und von beschlag-
nahmten Hunden der Beschwerdeführerin wurde von einer Tierheimmitar-
beiterin und einer Tierärztin beurteilt (vgl. Akten AVET 6D1 pag. 70, 72, 84 

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und 97). Für das Verwaltungsgericht besteht kein Anlass, die Befunde und 
Einschätzungen der Fachleute in Zweifel zu ziehen (vgl. auch vorne E. 1.3).

3.3 Die Beschwerdeführerin beanstandet zwar, die genauen Umstände 
der Tierschutzmeldungen bzw. die persönlichen Beziehungen der melden-
den Personen zu ihr seien nicht hinreichend untersucht worden (vgl. Be-
schwerde Rz. 22 S. 10 f.). Ihr ist aber entgegenzuhalten, dass sie diese Um-
stände im verwaltungsgerichtlichen Verfahren erstmals vorbringt und die 
Vorinstanz daher keinen Anlass hatte, die Hintergründe der Meldungen nä-
her abzuklären (vgl. auch Vernehmlassung S. 2). Die Behauptungen der Be-
schwerdeführerin bleiben zudem vage und unbelegt. Insbesondere führt sie 
nicht näher aus, weshalb die Informationen der Drittpersonen wegen «per-
sönlicher Verflechtungen» allesamt unglaubwürdig sein sollen.

3.4 Es sind keine weiteren Beweismassnahmen erforderlich, um die strit-
tige Angelegenheit zu beurteilen. Die Anträge der Beschwerdeführerin, sie 
sei mündlich zu befragen und es seien bei Behörden des Kantons Freiburg 
weitere Akten einzuholen (Beschwerde Rz. 31 S. 14), werden abgewiesen 
(sog. antizipierte Beweiswürdigung; vgl. dazu statt vieler BVR 2021 S. 441 
E. 5.8; Michel Daum, a.a.O., Art. 18 N. 27 f., je mit weiteren Hinweisen). Auf 
die Kritik an den vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen ist im Folgen-
den näher einzugehen.

4.

Strittig sind vorab die Verstösse gegen die Tierschutzgesetzgebung und ge-
gen weitere Vorschriften, die zur Reduktion des Hundebestands und zum 
Zuchtverbot geführt haben.

4.1 Die Vorinstanz wirft der Beschwerdeführerin vor, in verschiedener 
Hinsicht und über einen längeren Zeitraum gegen die Tierschutzgesetzge-
bung verstossen zu haben (tierschutzrelevanter Gesundheitszustand, insb. 
auch im Zusammenhang mit der Zucht, unbeaufsichtigtes Laufenlassen). 
Die Anzahl Verstösse lasse auf Unfähigkeit schliessen, eine grosse Anzahl 
Hunde tierschutzkonform zu halten, selbst wenn die verschiedenen 
Verstösse für sich allein keine schweren Zuwiderhandlungen darstellten. 

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Nebst Überforderung sei eine gewisse Uneinsichtigkeit und fehlender Wille 
auszumachen, die Hunde gesetzeskonform zu halten (vgl. angefochtener 
Entscheid E. 4.7 ff. S. 20 ff.).

4.2 Der Beschwerdeführerin wird zunächst mangelnde Haltungshygiene 
vorgeworfen.

4.2.1 Den Akten lässt sich dazu Folgendes entnehmen:

– Nachkontrolle des VeD vom 9. März 2018 (B.________): Die Beschwer-
deführerin hält 21 Hunde. In einem Zimmer hatten sich die Tiere «wie 
schon oft (der Boden schimmelt und zeigt Spuren regelmässigen Versäu-
berns der Hunde) versäubert». Der Rest der Wohnung war nicht mit Kot 
oder Urin verschmutzt (Akten AVET 6D1 pag. 1).

– Kontrolle des VeD vom 10. Mai 2019 um 6 Uhr (B.________): Gemäss 
Kontrollbericht vom 22. Mai 2019 hält die Beschwerdeführerin 21 Hunde. 
Die Hygiene im Haus ist grenzwertig. Im Bad und im Bereich des Ganges 
zum Garten hatten sich Hunde versäubert (Urin). Es ist schmuddelig und 
das Raumklima beeinträchtigt durch den Geruch von Hunden und deren 
Ausscheidungen, der sich in Möbeln, Decken und im unbehandelten Holz-
boden festgesetzt hat. Garten und Zufahrt zum Haus waren mit zahlrei-
chen Kothaufen verunreinigt (Akten AVET 6D1 pag. 42 f.).

– Am 13. August 2019 wurde im Naturschutzgebiet …, am steilen Abhang 
zum Flussbett, ein ca. sieben Wochen alter Welpe aufgefunden und in der 
Folge ins Tierheim gebracht. Gemäss Schilderung einer 
Tierheimmitarbeiterin war er schmutzig und «extrem voller Flöhe», zudem 
wies er Verletzungskrusten und einen «Wurmbauch» auf. Am 14. August 
2019 wurde der Welpe von einer Tierärztin untersucht. Sie stellte viele 
rote Flecken und viele Krusten am Bauch fest, eine Kruste im Nacken, 
zwischen den Pfoten Reste von Dreck sowie gerötete, verdickte Haut. Sie 
vermutete zudem einen «Wurmbauch». Gemäss ihrer Beurteilung 
stammen die Hautveränderungen grösstenteils von einem massiven 
Flohbefall. Die verdickte und gerötete Haut zwischen den Zehen lasse 
darauf schliessen, dass die Pfoten bereits seit längerem dreckig und zwi-

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schen den Zehen verklebt gewesen seien (vgl. Akten AVET 6D1 
pag. 70 ff., 89).

– Kontrolle des VeD vom 22. August 2019 (B.________): Gemäss Verfü-
gung vom 28. August 2019 waren die Haltungsbedingungen hinsichtlich 
der Hygiene «erneut nur knapp genügend»; mehrere Hunde hatten in der 
Wohnung Kot und Urin abgesetzt. Die Behörde beschlagnahmte unter an-
derem vorsorglich sechs Welpen. Sie wurden anschliessend positiv auf 
Giardien getestet (vgl. Akten AVET 6D1 pag. 90 und 97). Dabei handelt 
es sich um einzellige Parasiten, die den Dünndarm besiedeln und beim 
Tier Durchfall und Erbrechen verursachen können. In der Folge forderte 
der VeD die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 2. September 2019 
auf, ihren gesamten Hundebestand umgehend tierärztlich auf Giardien 
untersuchen zu lassen, die notwendigen Hygiene- und Behandlungs-
massnahmen vorzunehmen und bis zum 10. September 2019 schriftlich 
Bericht zu erstatten (vgl. Akten AVET 6D1 pag. 99 f.). Dieser Aufforde-
rung kam die Beschwerdeführerin nicht nach. Erst am 26. September 
2019 reichte sie einen Untersuchungsbericht ein, wonach die Welpenmut-
ter am 20. September 2019 negativ auf Giardien getestet worden war (vgl. 
Akten AVET 6D2 pag. 5 ff.).

– Kontrolle des LSVW vom 10. Dezember 2019 im Rahmen der Vollzugs-
hilfe (C.________; Akten AVET 6D3 pag. 1 f.). Gemäss dem 
Kontrollbericht vom 11. Dezember 2019 wurden 27 Hunde angetroffen, 
wobei die Beschwerdeführerin zunächst elf Tiere (hiervon sechs Welpen) 
verheimlicht hatte. Die Räume waren «mittelmässig sauber», es roch 
unangenehm nach Kot und Urin. Der Boden des Zimmers, in dem sich die 
Welpen befanden, war teilweise mit Hundekot verschmiert. Im Garten 
wurde mässig Hundekot vorgefunden. Die Hunde waren in einem 
normalen Nährzustand und recht sauber (Akten AVET 6D3 pag. 11 f.).

4.2.2 Nach Ansicht der Beschwerdeführerin sind die angeblich unzu-
reichenden Hygienebedingungen nicht rechtsgenüglich nachgewiesen (insb. 
mit Fotografien). Die hygienischen Verhältnisse der Haltungseinrichtungen 
seien in keinem Kontrollbericht als Verstösse gegen das Tierschutzgesetz 
bezeichnet worden (vgl. Beschwerde Rz. 5 ff. S. 4 ff. und Rz. 30 S. 13).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.02.2022, Nr. 100.2021.142U, 
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4.2.3 Die beanstandeten Haltungseinrichtungen sind zwar nicht fotogra-
fisch festgehalten. Die Beschwerdeführerin vermag jedoch nicht aufzuzei-
gen, weshalb auf die schriftlich dokumentierten Feststellungen des VeD und 
des LSVW, die auf Besichtigungen vor Ort beruhen, nicht abgestellt werden 
dürfte. Die mangelhafte Hygiene wurde bei mehreren Kontrollbesuchen fest-
gestellt. Die Beschwerdeführerin hat im Verwaltungsverfahren Gelegenheit 
erhalten, sich zum Kontrollbericht vom 22. Mai 2019 zu äussern (Akten 
AVET 6D1 pag. 46), was sie soweit aktenkundig unterlassen hat. Sie hat die 
Feststellungen der Behörden mithin nicht bestritten. Erst im vorinstanzlichen 
Verfahren brachte sie vor, in ihrer Wohnung rieche es weder nach Urin noch 
nach Kot; bei den festgestellten feuchten Flecken habe es sich um Magen-
saft und nicht um Urin gehandelt. Ausserdem besitze sie eine inkontinente 
Hündin, die besonders im Schlaf und nach dem Aufwachen Urin verliere (vgl. 
Akten WEU 6A pag. 27). Nachvollziehbar ist, dass die Wohnung zum Zeit-
punkt der Kontrolle in den frühen Morgenstunden noch nicht gelüftet und die 
Raumluft daher stärker belastet war (Beschwerde Rz. 9 S. 5 f.). Das ändert 
aber nichts daran, dass sich die Hunde nach den Feststellungen der Kon-
trollpersonen regelmässig im Garten und auch in einem Zimmer versäuber-
ten. Es leuchtet daher ein, dass die Luft belastet war.

4.2.4 Anzuerkennen ist, dass die Beschwerdeführerin bei den Kontrollen 
teilweise Welpen hatte, die noch nicht stubenrein waren (Beschwerde Rz. 9 
S. 6). Es wird sodann nicht bezweifelt, dass sie den Tierkot regelmässig auf-
nimmt und die Wohnung säubert (vgl. Beschwerde Rz. 4 S. 4). Trotzdem be-
stand jeweils eine Geruchsbelastung, die von den Kontrollpersonen als un-
angenehm wahrgenommen wurde. Die Beschwerdeführerin versucht zwar 
auch vor Verwaltungsgericht aufzuzeigen, dass an der Kontrolle vom 10. Mai 
2019 alle Zimmer frei von Kot und Urin gewesen seien (Beschwerde Rz. 8 
S. 5). Sie vermag aber nicht zu erklären, weshalb bei allen Kontrollen Prob-
leme mit der Hygiene festgestellt wurden. Wie der VeD in seiner Verfügung 
vom 19. Juli 2019 festgehalten hat, waren die Hunde durch die unsauberen 
Haltungsbedingungen gestört und in ihrer Anpassungsfähigkeit überfordert. 
Wegen der Ausscheidungen waren sie zudem einer dauernden Geruchsbe-
lastung ausgesetzt (vgl. Verfügung vom 19.7.2019 E. 3 S. 2 f.; Akten AVET 
6D1 pag. 61 ff.). Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, es fehle an einem 
wissenschaftlichen Beweis, dass Hunde unter dem Geruch ihrer Ausschei-

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dungen litten (Beschwerde Rz. 5 S. 5), vermag die fachliche Einschätzung 
des VeD nicht zu widerlegen (vgl. auch vorne E. 1.3). Ein angepasstes 
Raumklima ist nach Art. 11 TSchV im Hinblick auf die Gesundheit und das 
Wohlbefinden der Hunde ein wesentlicher Aspekt der Tierhaltung (vorne 
E. 3.1; vgl. etwa BGer 6B_660/2010 und 6B_661/2010 vom 8.2.2011 E. 9.4 
betreffend Katzen). Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, lässt das Versäu-
bern der Tiere in der Wohnung zudem darauf schliessen, dass die Beschwer-
deführerin nicht in der Lage war, die grosse Anzahl Hunde genügend auszu-
führen (vgl. angefochtener Entscheid E. 4.7 S. 22).

4.2.5 Weiter lässt der sowohl von einer Tierheimmitarbeiterin als auch von 
einer Tierärztin festgestellte Zustand des am 13. August 2019 aufgefunde-
nen Welpen auf mangelnde Pflege und mangelhafte Haltungsbedingungen 
schliessen. Das gilt auch mit Bezug auf den Befall der beschlagnahmten 
Welpen mit Giardien. Es ist anerkannt, dass Hygienemassnahmen beson-
ders wichtig sind, um der Ausbreitung dieser Parasiten in einem Bestand von 
mehreren Tieren vorzubeugen (vgl. <www.tiermedizinportal.de>, Rubrik 
«Krankheiten», «Hundekrankheiten», «Giardien beim Hund»). Trotzdem 
kam die Beschwerdeführerin der Aufforderung des VeD nicht in allen Teilen 
und nicht zeitgerecht nach, ihren restlichen Hundebestand umgehend auf 
Giardien untersuchen zu lassen. Daran ändern weder der vorgelegte nega-
tive Test der Welpenmutter noch die angebliche Verwendung von Wurmmit-
teln etwas (Beschwerde Rz. 28 f. S. 12 f.).

4.3 Der Beschwerdeführerin wird weiter vorgehalten, ihre Hunde nicht 
hinreichend vor Flöhen geschützt zu haben.

4.3.1 Bereits an der Kontrolle vom 10. Mai 2019 wurde beobachtet, dass 
sich mehrere Hunde wiederholt kratzen (Akten AVET 6D1 pag. 43). An der 
Kontrolle mit vorsorglicher Beschlagnahme vom 22. August 2019 stellten die 
Kontrollpersonen fest, dass sich alle Hunde wiederholt und zum Teil sehr 
intensiv kratzen, was auf einen massiven Flohbefall des gesamten Rudels 
sowie der Haltungseinrichtung hinweist (Akten AVET 6D1 pag. 90; vgl. für 
den aufgefundenen Welpen auch vorne E. 4.2.1). Die tierärztliche Untersu-
chung der beschlagnahmten Tiere ergab, dass alle Welpen «voller Flöhe» 
waren. Sie wiesen Hautveränderungen auf in Form von Rötungen, Krusten 
und Pusteln, was nach Einschätzung der Tierärztin auf den starken Flohbe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.02.2022, Nr. 100.2021.142U, 
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fall zurückzuführen ist. Bei der Hündin D.________ war die Haut am ganzen 
Körper hochgradig verändert. Sie hatte nur noch wenige Haare, die Haut war 
verdickt und zum Teil krustig. Die Tierärztin äusserte diesbezüglich den Ver-
dacht auf eine Flohallergie (vgl. Akten AVET 6D1 pag. 83 ff.).

4.3.2 Die Beschwerdeführerin bestreitet den Flohbefall ihrer Hunde nicht. 
Sie macht jedoch geltend, nicht passiv geblieben zu sein. Sie sei zunächst 
konventionell gegen die Flöhe vorgegangen (Behandlung mit Spray und 
Spot-ons, Parasitenhalsbänder). Die Flöhe hätten sich aber immer wieder 
erholt. Sie gehe davon aus, dass sich aufgrund der dauernden Floh- und 
Zeckenprophylaxe resistente Parasiten entwickelt hätten (vgl. Beschwerde 
Rz. 27 S. 12).

4.3.3 Mit ihrer Darstellung widerspricht die Beschwerdeführerin eigenen 
Aussagen anlässlich der Kontrolle vom 22. August 2019. Damals hatte sie 
eingeräumt, die Haltungseinrichtung vor der Geburt der Welpen weder re-
gelmässig noch spezifisch gegen Flöhe behandelt zu haben; auch bei den 
Hunden selber gehe sie nicht systematisch und effektiv gegen Flöhe vor (Ak-
ten AVET 6D1 pag. 90). Eine Tierarztpraxis hatte die Beschwerdeführerin 
jedoch bereits wiederholt auf die Problematik hingewiesen (Aktennotiz des 
VeD vom 26.8.2019; Akten AVET 6D1 pag. 86). Zudem war sie im Anschluss 
an die Kontrolle vom 10. Mai 2019 angehalten worden, mit den Hündinnen 
E.________ und D.________ wegen des Juckreizes und der Haut- und 
Fellveränderungen einen Tierarzt aufzusuchen und dem VeD Rückmeldung 
zu machen (Akten AVET 6D1 pag. 45). Dieser Aufforderung kam sie auch 
nach einer weiteren Ermahnung am 24. Juni 2019 nicht nach (Akten AVET 
6D1 pag. 53 ff.). Erst im vorinstanzlichen Verfahren betreffend die 
vorsorgliche Beschlagnahme (vorne Bst. B) reichte sie (nicht unterzeichnete) 
Behandlungskarten ein, wonach den beiden Hunden am 24. Mai und am 
23. August 2019 ein Medikament zur Läufigkeitsunterdrückung verabreicht 
worden sei (2 Injektionen; vgl. Akten WEU 6B pag. 2; ferner Beschwerde 
Rz. 16 S. 8). Die Beschwerdeführerin suchte am 23. August 2019 offenbar 
eine Tierarztpraxis auf zur Läufigkeitsunterdrückung von zwei Hündinnen, 
wobei das Medikament gegebenenfalls auch gegen Flohdermatitis wirke; es 
sei deshalb zur Anwendung gekommen (Aktennotiz vom 26.8.2019; Akten 
AVET 6D1 pag. 86). Abgesehen davon, dass in diesem Zusammenhang 

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Seite 16

jedenfalls mit Bezug auf die Hündin D.________ widersprüchliche Angaben 
vorliegen (Behandlung nach eigener Darstellung erst am 23.8.2019 und nicht 
bereits im Mai 2019, wobei das Tier am 22.8.2019 beschlagnahmt worden 
war; Beschwerde Rz. 16 S. 8 und Akten AVET 6D1 pag. 87; vgl. dazu auch 
Vernehmlassung S. 3), ist damit nicht erstellt, dass die Beschwerdeführerin 
rechtzeitig und angemessen gegen den Flohbefall vorgegangen ist. Das (in-
tensive) Kratzen der Hunde sowie die festgestellten teils hochgradigen Haut-
veränderungen bei D.________ und den Welpen sprechen vielmehr auch 
objektiv gegen eine tiergerechte Behandlung, zumal sich der gesundheitliche 
Zustand der beschlagnahmten Tiere bereits nach einem zweiwöchigen 
Aufenthalt im Tierheim stark verbesserte und das Fell von D.________ 
nachgewachsen war (vgl. Akten AVET 6D2 pag. 17). Damit steht fest, dass 
Gesundheit und Wohlbefinden der Hunde stark beeinträchtigt waren.

4.4 Die Vorinstanz hat weiter das «Zuchtmanagement» der Beschwerde-
führerin beanstandet.

4.4.1 Zum einen spricht sie der Beschwerdeführerin ein verantwortungs-
volles Vorgehen ab, weil Hündinnen ungewollt trächtig geworden seien. Die 
Beschwerdeführerin suchte öfters eine Tierarztpraxis auf, um einen Früh-
abort auszulösen. Gemäss einer Meldung der Praxis an den VeD habe die 
Beschwerdeführerin «ihre Hundezucht überhaupt nicht im Griff» (Akten 
AVET 6D1 pag. 5; vgl. auch vorne E. 4.3.3). Losgelöst von der unter den 
Beteiligten umstrittenen Frage, ob der medikamentöse Abbruch der Träch-
tigkeit dem Tierwohl zuwiderläuft (vgl. angefochtener Entscheid E. 4.7 S. 21 
und Vernehmlassung S. 2; Beschwerde Rz. 11 S. 6 und Rz. 13 S. 7), führt 
ein solcher jedenfalls zu Tierarztbesuchen und Eingriffen (zwei Injektionen 
innerhalb von 24 Stunden, weitere Kontrolle 10 Tage später; vgl. Beschwer-
debeilage [BB] 5), die vermieden werden könnten, wenn die Beschwerde-
führerin es gar nicht zur Befruchtung kommen liesse. Mit entsprechendem 
Aufwand lässt sich diese auch ohne medizinischen Eingriff vermeiden (vgl. 
Vernehmlassung S. 1). Dass es trotzdem immer wieder zu unerwünschten 
Trächtigkeiten gekommen ist, lässt auf eine Überforderung der Beschwerde-
führerin schliessen, eine grosse Anzahl Hunde zu betreuen und eine verant-
wortungsbewusste Zucht zu führen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.02.2022, Nr. 100.2021.142U, 
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4.4.2 Zum anderen bemängelt die Vorinstanz die Zucht mit einer Hündin, 
die einen erblich bedingten Vorbiss hat. Der «massive Vorbiss» bei der Hün-
din D.________ hat die Tierärztin festgestellt und ist unbestritten (vgl. Akten 
AVET 6D1 pag. 85). Die Beschwerdeführerin rügt allerdings, es sei nicht 
erwiesen, dass die Zahnfehlstellung erblich bedingt sei. Der nachstossende 
Zahn habe eine falsche Richtung genommen, was trotz Zahnspange nicht 
mehr habe korrigiert werden können (vgl. Beschwerde Rz. 3 S. 4 und Rz. 15 
S. 7 f.). Den entsprechenden Nachweis bleibt sie jedoch schuldig, obschon 
es sich hierbei um eine Tatsache handelt, die sie besser belegen könnte als 
die Behörden, beispielsweise mit Tierarztberichten. Im Übrigen liegt auch 
aufgrund der Zahnfehlstellung (Unterkiefer) bei drei der am 22. August 2019 
beschlagnahmten sechs Welpen (vgl. Akten AVET 6D1 pag. 84 f.) der 
Schluss nahe, dass der Vorbiss erblich bedingt ist. Wie es sich damit verhält, 
kann letztlich jedoch offenbleiben. Jedenfalls hätte die Beschwerdeführerin 
aufgrund des Vorbisses bei der Hündin D.________ Anlass gehabt, nähere 
Abklärungen zu treffen, bevor sie das Tier zur Zucht einsetzte.

4.5 Die Vorinstanz hat ferner die unzureichende Sozialisation und das 
unkontrollierte Verhalten der Hunde bemängelt.

4.5.1 Bereits anlässlich der Nachkontrolle vom 9. März 2018 wurde bei ei-
nigen Hunden eine ungenügende Sozialisation auf Menschen festgestellt 
(Akten AVET 6D1 pag. 1). An der Kontrolle vom 10. Mai 2019 bellten die 
Hunde die Kontrollpersonen anfangs über eine lange Zeit und danach auch 
bei kleinen Bewegungen immer wieder stark an. Einige Hunde zogen sich 
nach Ankunft der Kontrollpersonen zurück und nahmen keine weitere Notiz 
von ihnen. Ein Teil der Tiere konnte angefasst und gestreichelt werden, ein 
anderer Teil blieb ängstlich und unsicher (Akten AVET 6D1 pag. 43). Die am 
22. August 2019 beschlagnahmten Hunde zeigten ein unterschiedlich offe-
nes (Welpen) bzw. schwieriges oder unsicheres und verängstigtes Verhalten 
(Hündinnen). Nach Einschätzung der Tierärztin haben sie alle «nicht viel So-
zialisation» erfahren (Akten AVET 6D2 pag. 17). Auch bei der Kontrolle vom 
10. Dezember 2019 zeigten sich einige Hunde «recht ängstlich» (Akten 
AVET 6D3 pag. 12). – Es mag zwar sein, dass die Hunde beim Kontrollbe-
such und bei der tierärztlichen Untersuchung jeweils gestresst waren, wie 
die Beschwerdeführerin geltend macht (vgl. Beschwerde Rz. 17 S. 8 f.). Der-

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Seite 18

artige Untersuchungen sollten bei gut sozialisierten Hunden jedoch vorge-
nommen werden können, umso mehr als die Beschwerdeführerin in ande-
rem Zusammenhang vorbringt, Tierarztbesuche bedeuteten für ihre Hunde 
keinen Stress (vgl. Akten WEU 6A pag. 28). Im Übrigen sind keine Gründe 
ersichtlich, weshalb die fachliche Beurteilung der Tierärztin falsch ein soll 
(vgl. vorne E. 1.3).

4.5.2 Das Verhalten der Hunde ist in den Akten im Übrigen wie folgt doku-
mentiert: Beim Kontrollbesuch vom 10. Mai 2019 bekundete die Beschwer-
deführerin nach Beobachtung der Kontrollpersonen grosse Mühe, Ruhe ins 
Rudel zu bringen. Weil die Haustür nicht richtig geschlossen war, konnten 
die Hunde nach draussen entweichen und rannten die Zufahrt hinunter über 
die Strasse Richtung Weideland. Es hat eine Weile gedauert, bis alle Tiere 
wieder zurück in der Wohnung waren (Akten AVET 6D1 pag. 43 f.). Weiter 
wurde die Beschwerdeführerin wiederholt gesehen, wie sie ein Rudel Hunde 
im Naturschutzgebiet … ausführte (vgl. z.B. Akten AVET 6D1 pag. 7). Die 
bellenden und unruhigen Hunde konnten von der Beschwerdeführerin kaum 
unter Kontrolle gehalten werden (vgl. Akten AVET 6D1 pag. 9 und 13). 
Ähnliche Beobachtungen wurden den Behörden wiederholt zur Kenntnis 
gebracht, wobei es auch zu problematischen Zusammentreffen zwischen 
den Hunden und Schafen gekommen sein soll (vgl. Akten AVET 6D1 
pag. 13, 14 f., 59 f. und 81). 

4.5.3 Die Beschwerdeführerin erklärt die verzögerte Rückkehr der Hunde 
am 10. Mai 2019 mit dem Umstand, die Kontrollpersonen hätten das Haus 
nicht verlassen wollen (Beschwerde Rz. 17 S. 9). Es darf indes erwartet wer-
den, dass die Tiere dem Ruf ihrer Halterin folgen, ungeachtet davon, ob wei-
tere Personen anwesend sind. Die Beschwerdeführerin hat zwei undatierte 
Videos eingereicht, auf denen zu sehen ist, dass eine unübersichtliche An-
zahl Hunde mehrheitlich auf ihr Kommando reagiert (vgl. BB 6 und 7). Damit 
ist indes nicht erstellt, dass sie ihr Rudel jederzeit unter Kontrolle hatte und 
sie die Hunde auch dann zu sich rufen kann, wenn sie abgelenkt sind. Die 
zahlreichen Meldungen aus der Bevölkerung, auf die abgestellt werden darf 
(vgl. vorne E. 3.3), zeigen vielmehr, dass die Hunde öfters unkontrolliert her-
umstreunen und herumrennen, was einer verantwortungsbewussten Haltung 
der Tiere widerspricht. Das gefährdet nicht nur die Hunde, sondern auch an-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.02.2022, Nr. 100.2021.142U, 
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dere Tiere und Verkehrsteilnehmende. Ob im Naturschutzgebiet … eine 
Leinenpflicht (im damaligen Zeitpunkt) hinreichend signalisiert war und sich 
die Beschwerdeführerin bewusst darüber hinweggesetzt hat (vgl. 
Beschwerde Rz. 25 f. S. 11 f.), lässt sich anhand der Akten nicht feststellen, 
wird ihr aber von der Vorinstanz auch nicht vorgeworfen. Weiter erübrigt es 
sich, näher auf die detailreichen Schilderungen in der Beschwerdeschrift zu 
den Vorfällen mit Schafen einzugehen. Die Beschwerdeführerin widerspricht 
sich selber, wenn sie einerseits vorbringt, die Hunde könnten aufgrund der 
Umzäunung gar nicht auf die benachbarte Weide gelangen, und 
andererseits sagt, die Schafe könnten entweichen, weil sie ungenügend 
eingezäunt seien (vgl. Beschwerde Rz. 19 f. S. 9 f.). Letztlich kommt hier er-
neut die Überforderung mit einem grossen Hundebestand zum Ausdruck, 
wie sie verschiedene Personen beobachtet haben. In dieselbe Richtung deu-
tet im Übrigen sowohl der Verlust eines Welpen im August 2019 als auch die 
Reaktion der Beschwerdeführerin darauf. Nachdem das Tierheim die Fund-
meldung publizierte hatte, vergingen zwei Tage, bis sie sich meldete (vgl. 
vorne E. 4.2.1; Akten AVET 6D1 pag. 73 ff.).

4.6 Unbestritten ist schliesslich, dass bei den Kontrollen jeweils nicht alle 
Hunde mit einem Mikrochip gekennzeichnet waren und die Beschwerdefüh-
rerin dies auch nach entsprechender Aufforderung nur teilweise nachholte. 
So verhielt es sich auch noch bei der Kontrolle vom 11. Dezember 2019 in 
C.________ (vgl. Akten AVET 6D1 pag. 1 und 84 f. sowie 6D3 pag. 11 f.). 
Der Beschwerdeführerin ist sodann bewusst, dass sie mangels eines 
entsprechenden Kompetenznachweises im Kanton Bern nicht mehr als drei 
Hunde im Alter von mehr als vier Monaten gleichzeitig ausführen darf (Art. 9 
Abs. 1 HunG und Art. 32b der Verordnung vom 21. Januar 2009 über den 
Tierschutz und die Hunde [THV; BSG 916.812]). Die Beschwerdeführerin hat 
zwar die Ausbildung zur Sachkundenachweis-Trainerin absolviert, die Prü-
fungen indes nicht bestanden (vgl. Akten AVET 6D1 pag. 48 ff.). Dass sie 
sich nicht an die Vorgaben zum Ausführen von Hunden im Rudel hält, zeugt 
von Uneinsichtigkeit.

4.7 Insgesamt liegen somit mehrere Widerhandlungen gegen die Tier-
schutz- und Tierseuchengesetzgebung sowie gegen das Hundegesetz vor 
(vgl. zu den Rechtsgrundlagen vorne E. 2). Insbesondere die Unterlassun-

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Seite 20

gen im Zusammenhang mit der Hygiene und dem Flohbefall hat das Wohl-
befinden der Hunde erheblich beeinträchtigt. Zwar geht es isoliert betrachtet 
nicht um sehr schwere Zuwiderhandlungen. In ihrer Gesamtheit zeigen sie 
jedoch auf, dass die Beschwerdeführerin nicht in der Lage ist, ihren Bestand 
von gegen 30 Hunden tierschutzkonform und im Einklang mit den weiteren 
gesetzlichen Bestimmungen zu halten.

5.

Die Beschwerdeführerin bestreitet weiter die Verhältnismässigkeit der ge-
troffenen Massnahmen.

5.1 Das öffentliche Interesse an einer artgerechten Haltung der Tiere 
ergibt sich als Staatsaufgabe aus der Verfassung (Art. 80 Abs. 2 Bst. a BV) 
sowie aus dem Zweckartikel des Tierschutzgesetzes, wonach Würde und 
Wohlergehen der Tiere zu schützen sind (Art. 1 TSchG; BGer 2C_958/2014 
vom 31.3.2015 E. 5.1, 2C_378/2012 vom 1.1.2012 E. 3.4.4; VGE 2016/69 
vom 22.3.2017 [bestätigt durch BGer 2C_442/2017 vom 1.2.2018] E. 6.2). 
Die Hundehaltung der Beschwerdeführerin gab wie dargelegt wiederholt An-
lass zu Beanstandungen. Die Beschwerdeführerin war jedoch nicht in der 
Lage, die Missstände zu beheben. Unter anderem hat sie es unterlassen, 
Hygienemassnahmen umzusetzen und rechtzeitig medizinische Behandlun-
gen vornehmen zu lassen, was Gesundheit und Wohlergehen der Tiere be-
einträchtigt hat (E. 4 hiervor).

5.2 Wie die Vorinstanz richtig ausführt, wird der Beschwerdeführerin die 
Fähigkeit, Hunde tierschutzkonform zu halten, nicht gänzlich abgesprochen 
(angefochtener Entscheid E. 4.8). Die Probleme in der Hundehaltung sind in 
erster Linie auf die grosse Anzahl Tiere zurückzuführen. Die Beschwerde-
führerin ist zudem nicht in der Lage, den mit der Zucht, der Übernahme sowie 
der Weitervermittlung von Hunden einhergehenden Kennzeichnungs- und 
Registrierungspflichten zu genügen. Die Tierzahlbeschränkung und das 
Zuchtverbot sind geeignete Mittel, um wieder tierschutzkonforme Zustände 
herzustellen, eine weitere planlose Vermehrung zu verhindern sowie eine 
gewisse Ruhe und Stabilität in die Hundehaltung der Beschwerdeführerin zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.02.2022, Nr. 100.2021.142U, 
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bringen. Die angeordneten Massnahmen sind geeignet und erforderlich, 
nachdem die Beschwerdeführerin mit ihrem Verhalten wiederholt gezeigt 
hat, dass sie nicht gewillt oder fähig ist, den behördlichen Anordnungen 
Folge zu leisten. Selbst nach Erlass der Verfügung vom 19. Juli 2019 (vorne 
Bst. A) verbesserte sich die Situation nicht wesentlich. Vielmehr mussten bei 
der nächsten Kontrolle am 22. August 2019 acht Hunde aufgrund ihres tier-
schutzrelevanten Zustands sofort beschlagnahmt werden. Erwähnt werden 
die für eine Hundehaltung völlig ungeeigneten Bedingungen insbesondere 
für Welpen sowie die Hautkrankheit und die nicht sichergestellte medizini-
sche Betreuung bei den Hündinnen (Akten AVET 6D1 pag. 90). Die Festle-
gung der Höchstzahl auf drei Hunde ist sachlich begründet; sie entspricht 
jener Anzahl, welche die Beschwerdeführerin im Kanton Bern gleichzeitig 
ausführen darf, nachdem sie die Prüfung zur Sachkundenachweis-Trainerin 
nicht bestanden hat (Art. 9 Abs. 1 HunG; vorne E. 4.6). Mit der Vorinstanz ist 
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in der Lage ist, drei Hunde 
tierschutzkonform zu halten und sich um sie zu kümmern. Eine zeitliche Be-
fristung der Tierzahlbeschränkung ist nicht ausreichend, nachdem das Hal-
ten vieler Hunde über einen längeren Zeitraum immer wieder zu Beanstan-
dungen geführt hat (vgl. Beschwerde Rz. 34 S. 15). Durch die Kastration ist 
sodann sichergestellt, dass sich die Tiere nicht mehr unkontrolliert vermeh-
ren können (vgl. dazu auch Nora Flückiger, Tierschutzrechtliche Schranken 
der Tierzucht, Diss. Basel 2020, S. 353; zur Vereinbarkeit der Kastration mit 
der Tierwürde etwa Bolliger/Rüttimann, Rechtlicher Schutz der Tierwürde – 
Status quo und Zukunftsperspektiven, in Christoph Ammann et al. [Hrsg.], 
Würde der Kreatur, 2015, S. 65 ff., 71). Zur effektiven Reduktion des Hunde-
bestands und zur Gewährung einer tierschutzkonformen Hundehaltung ist 
auch das Zuchtverbot erforderlich. Die Beschwerdeführerin hat gezeigt, dass 
sie mit der aufwändigen Pflege und Betreuung von Welpen überfordert ist, 
weshalb auch eine jährliche Begrenzung der Anzahl Würfe nicht geeignet ist, 
die Tierschutzinteressen zu wahren (vgl. Beschwerde Rz. 34 S. 15).

5.3 Die Bestandesbeschränkung und das Zuchtverbot mögen die Be-
schwerdeführerin in persönlicher Hinsicht hart treffen. Sie sind ihr aber zu-
zumuten: Die Hundehaltung wird ihr nicht gänzlich untersagt; von einer «na-
hezu vollständigen Aufhebung der Hundehaltung» (Beschwerde Rz. 34 
S. 15) kann nicht gesprochen werden. Die Beschwerdeführerin macht so-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.02.2022, Nr. 100.2021.142U, 
Seite 22

dann nicht geltend, dass sie mit der Zucht ihren Lebensunterhalt verdient, 
weshalb insoweit keine wirtschaftlichen Interessen ins Gewicht fallen. Insge-
samt erweisen sich die angeordneten Massnahmen als verhältnismässig.

6.

Die Beschwerdeführerin rügt schliesslich, dass der VeD die Tierzahlbe-
schränkung trotz hängigem Beschwerdeverfahren und Fehlens schwerer 
Verstösse gegen die Tierschutzgesetzgebung zwangsweise hat vollstrecken 
lassen (vgl. Beschwerde S. 14).

6.1 Mit einer (antizipierten) Ersatzvornahme lässt die Behörde die einer 
Privatperson obliegende, pflichtwidrig verweigerte Handlung durch eine amt-
liche Stelle oder eine Drittperson vornehmen oder nimmt diese selber vor, 
notfalls mit Hilfe der Polizei (vgl. Art. 117 Abs. 2 VRPG; Herzog/Sieber, in 
Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, 
Art. 117 N. 10 f.). Im vorliegenden Fall hat der VeD am 10. Dezember 2019 
mit Hilfe des LSVW 24 Hunde behändigt und damit den Hundebestand der 
Beschwerdeführerin ersatzvornahmeweise auf drei Tiere reduziert. Die Voll-
streckungsverfügung erliess er erst nachträglich am 13. Dezember 2019 
(vorne Bst. B), damit der Beschwerdeführerin keine Möglichkeit verblieb, den 
amtlichen Zugriff zu vereiteln (vgl. Akten AVET 6D3 pag. 24 Ziff. 8 und 
pag. 25 Ziff. 5). Am 7. Januar 2020 gab der VeD die beschlagnahmten 
Hunde sofort zur Vermittlung durch das Tierheim frei (vgl. Akten AVET 6D3 
pag. 61 ff.). Soweit sich die Beschwerdeführerin gegen die Vollstreckungs-
verfügung wehrt, ist aufgrund ihrer Vorbringen davon auszugehen, dass sie 
auch die Rückgabe der am 10. Dezember 2019 beschlagnahmten Hunde 
verlangt (vgl. Beschwerde Rz. 2 S. 4; Akten WEU 6A pag. 76).

6.2 Die Vorinstanz hat hinsichtlich der bereits platzierten Hunde ein 
schutzwürdiges Interesse der Beschwerdeführerin an der Überprüfung der 
Rechtmässigkeit der Beschlagnahme bzw. der Verweigerung der Rückgabe 
verneint. Sie ist in diesem Punkt deshalb nicht auf die Beschwerde eingetre-
ten bzw. hat sie als gegenstandslos abgeschrieben; die unterschiedliche pro-
zessuale Erledigungsart erklärt sich mit Unklarheiten über den Zeitpunkt der 

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Neuplatzierung der einzelnen Hunde. Nach Ansicht der WEU können die neu 
platzierten Hunde aufgrund des Gutglaubensschutzes der Erwerberinnen 
und Erwerber nach Art. 933 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; 
SR 210) als anvertraute Sachen auch im Fall einer Gutheissung der Be-
schwerde gegen die Vollstreckung nicht mehr zurückgegeben werden. Ein 
schutzwürdiges Interesse bestehe insoweit lediglich hinsichtlich der aufer-
legten Vollstreckungs- und Verfahrenskosten. Die Vorinstanz stützt sich zur 
Begründung ihres Rechtsstandpunkts auf zwei Urteile des Verwaltungsge-
richts (VGE 2019/274 vom 1.9.2020 E. 1.4; JTA 2010/261 vom 18.11.2011 
E. 3.3; vgl. angefochtener Entscheid E. 1.4). Die Beschwerdeführerin geht 
demgegenüber unter Hinweis auf Art. 934 ZGB auch in der Sache von einem 
fortbestehenden Rechtsschutzinteresse aus (vgl. Beschwerde Rz. 2 S. 4). – 
Gemäss Art. 934 Abs. 1 Satz 1 ZGB kann die Besitzerin, der eine bewegli-
che Sache gestohlen wird oder verloren geht oder sonst wider ihren Willen 
abhanden kommt, sie während fünf Jahren jeder Empfängerin oder jedem 
Empfänger abfordern. War eine Beschlagnahme rechtswidrig, so gilt die Sa-
che als der berechtigten Person abhanden gekommen und Art. 934 ZGB ist 
anwendbar (vgl. Wolfgang Ernst, in Basler Kommentar, 6. Aufl. 2019, 
Art. 933 ZGB N. 21; Stark/Lindenmann, in Berner Kommentar, 4. Aufl. 2016, 
Art. 933 ZGB N. 34). Gemäss Art. 934 Abs. 1 Satz 2 ZGB bleibt Art. 722 
ZGB vorbehalten, der für Tiere den Eigentumserwerb bereits nach zwei Mo-
naten vorsieht (vgl. Art. 722 Abs. 1bis und Abs. 1ter ZGB). Art. 722 ZGB betrifft 
indes Findeltiere, weshalb die Regelung im vorliegenden Fall nicht anwend-
bar sein dürfte. Damit erscheint nicht ohne weiteres klar, ob der Beschwer-
deführerin im jetzigen Zeitpunkt das Rechtsschutzinteresse an der Überprü-
fung der Beschlagnahme und Rückgabe ihrer Hunde fehlt. Wie es sich damit 
im Einzelnen verhält, kann aufgrund der nachfolgenden Überlegungen je-
doch dahingestellt bleiben. Denn die Vorinstanz hat sich trotz des Nichtein-
tretens bzw. der Abschreibung wegen Gegenstandslosigkeit auch inhaltlich 
mit der Vollstreckung befasst.

6.3 Vollstreckungsmassnahmen wie die Ersatzvornahme (vorne E. 6.1) 
setzen unter anderem voraus, dass die betroffene Person die ihr auferlegten 
Pflichten nicht rechtzeitig erfüllt hat (vgl. VGE 2019/121 vom 5.10.2020 
E. 4.4; Herzog/Sieber, a.a.O., Art. 117 N. 10). Die Kosten einer Ersatzvor-
nahme (d.h. die Vollstreckungskosten) hat die pflichtige Person zu zahlen, 

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weil sie die Kosten durch das Nichterfüllen der Pflichten verursacht hat (vgl. 
Herzog/Sieber, a.a.O., Art. 117 N. 12; in Bezug auf tierschutzrechtliche Mas-
snamen Rita Jedelhauser, a.a.O., S. 163 f.). Wenn eine Person ihre Pflichten 
nicht rechtzeitig erfüllt und damit eine vollstreckungsrechtliche Anordnung 
veranlasst, dürfen ihr nach dem Gesagten überdies grundsätzlich auch Ver-
fahrenskosten für die im Vollstreckungsverfahren ergangenen Verfügungen 
auferlegt werden (vgl. zum Ganzen VGE 2019/274 vom 1.9.2020 E. 2.2).

6.4 Die Vorinstanz hat die Vollstreckung zu Recht als recht- und verhält-
nismässig beurteilt (angefochtener Entscheid E. 5.5). Insbesondere durfte 
trotz hängigem Beschwerdeverfahren vollstreckt werden: In der Verfügung 
vom 19. Juli 2019 hat der VeD einer allfälligen Beschwerde die aufschie-
bende Wirkung entzogen. Das Gesuch um Wiederherstellung der aufschie-
benden Wirkung hat die Vorinstanz mit Zwischenverfügung vom 19. Septem-
ber 2019 abgewiesen; hiergegen hat die Beschwerdeführerin keine Be-
schwerde erhoben (vgl. vorne Bst. A). Damit war sie ungeachtet des noch 
hängigen Beschwerdeverfahrens verpflichtet, ihren Hundebestand zu redu-
zieren. Sodann wurden auch nach Erlass der Verfügung vom 19. Juli 2019 
weitere tierschutzrelevante Verstösse festgestellt, die teilweise ein sofortiges 
Einschreiten der Behörden erforderlich machten. Mit Schreiben vom 17. Ok-
tober 2019 wies der VeD die Beschwerdeführerin auf die vorzunehmende 
Bestandesreduktion hin, räumte ihr hierzu eine letzte Frist bis 30. Oktober 
2019 ein und drohte ihr die Ersatzvornahme an (vorne Bst. A). Auch diese 
Frist verstrich ungenutzt. Unter diesen Umständen ist die Beschlagnahme 
von 24 Hunden am 10. Dezember 2019 und die damit verbundene Kosten-
auflage nicht zu beanstanden. Im Übrigen setzt die Beschwerdeführerin den 
ausführlichen vorinstanzlichen Erwägungen nichts entgegen.

7.

Nach dem Erwogenen hält der angefochtene Entscheid der Rechtskontrolle 
stand. Die Beschwerde erweist sich in allen Teilen als unbegründet und ist 
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist (vgl. vorne E. 1.2).

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8.

Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin die Verfahrens-
kosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Ersatzfähige Parteikosten sind 
keine angefallen (Art. 108 Abs. 3 und Art. 104 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3ʹ500.--, werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführerin
- Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion des Kantons Bern 
- Eidgenössisches Departement des Innern

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.