# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 403f4b6b-b502-50b1-a56c-9ab75598196d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-14
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 14.04.2025 SB240374
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB240374_2025-04-14.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240374-O/U/cwo

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, lic. iur. C. Maira und lic. iur. 

B. Amacker sowie die Gerichtsschreiberin MLaw A. Blaser

Urteil vom 14. April 2025

in Sachen

A._____,
Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw X1._____,

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 
Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend mehrfache sexuelle Nötigung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 26. Oktober 2023 
(DG230008)

-   2   -

Anklage:

Die Anklage der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 11. April 2023 (Urk. 19) ist 

diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 125 S. 125 ff.)

"Es wird erkannt:

1. Das Verfahren betreffend Betrugsvorwurf zum Nachteil von B._____, Inserat für 

iPhone XS vom 5. Dezember 2021, wird eingestellt.

2. Der Beschuldigte ist schuldig

 der mehrfachen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB,

 der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 
Ziff. 1 StGB,

 der sexuellen Handlungen mit Minderjährigen gegen Entgelt im Sinne von 
Art. 196 StGB,

 des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB,

 des mehrfachen, teilweise geringfügigen, Betrugs im Sinne von Art. 146 
Abs. 1 StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB,

 der Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB,

 des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB sowie

 der geringfügigen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB in 
Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB.

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 48 Monaten (wovon bis 

und mit heute 603 Tage durch Haft erstanden sind) und mit einer Geldstrafe von 

40 Tagessätzen zu Fr. 30.– (entsprechend Fr. 1'200.–) sowie mit einer Busse von 

Fr. 850.–.

4. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB 

(Behandlung von psychischen Störungen) angeordnet. 

5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zugunsten der stationären Massnahme aufge-

schoben. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.

-   3   -

6. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine 

Ersatzfreiheitsstrafe von 28 Tagen.

7. Es wird ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot (Verbot jeder beruflichen und organi-

sierten ausserberuflichen Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minder-

jährigen umfasst) im Sinne von Art. 67 Abs. 3 StGB angeordnet.

8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 10. April 2023 

beschlagnahmte und bei der Kantonspolizei Zürich gelagerte Damenunterwäsche 

(BH) (A016'017'564) wird nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen an die 

Privatklägerin 1 (C._____) herausgegeben. Wird dieser Gegenstand nicht innert ei-

ner Frist von drei Monaten nach Eintritt der Rechtskraft beansprucht, wird er ohne 

weitere Mitteilung der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.

9. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 10. April 2023 

beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich gelagerten Gegenstände

 Mobiltelefon Samsung (A016'056'034) mit SIM-Karte (A016'212'809)
 externe Harddisk (A016'056'147)
 USB-Stick (A016'056'250)
 USB-Stick (A016'056'318)
 USB-Stick (A016'056'363)
 USB-Stick (A016'056'476)
 USB-Stick (A016'056'487)
 Brief (A016'056'534)
 Brief (A016'056'556)
 Replikapistole (A015'529'472)
 Mobiltelefon Samsung (A015'529'483)
 Mobiltelefon Samsung (A015'529'494)
 9 Golfschläger (A015'531'085)
 Koffer mit Schneeketten (A015'531'096)
 Werkzeugkoffer (A015'531'109)
 3 Kompletträder (A015'531'165)
 2 Autoreifen (A015'531'176)
 Autoreifen (A015'531'187)
 Machete (A015'895'791)
 Fingerring (A015'895'815)

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 2 Ohrringe (A015'895'826)
 1 Brosche und 2 Ohrstecker (A015'895'837)
 Armreif (A015'895'848)
 Schmuckschatulle mit Armband und Brosche (A015'895'860)
 Tresor samt Inhalt (A015'895'871)
 Mobiltelefon Samsung (A015'895'882) mit SIM-Karte (A016'494'852)
 Mobiltelefon Samsung (A015'895'893 mit SIM-Karte (A016'494'829)
 Werkzeuge (A016'064'258)
 2 Lernfahrschilder magnetisch (A016'064'269)

werden nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen an den Beschuldigten her-

ausgegeben. Werden diese Gegenstände nicht innert einer Frist von drei Monaten 

nach Eintritt der Rechtskraft beansprucht, werden sie ohne weitere Mitteilung der 

Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung oder Vernichtung überlassen.

10. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 10. April 2023 

beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich gelagerten Gegenstände 

 Mobiltelefon Samsung (A016'055'917) mit SIM-Karte (A016'212'774)

werden eingezogen und nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides der Lager-

behörde zur Vernichtung überlassen.

11. Die sichergestellten und bei der Kantonspolizei Zürich gelagerten Gegenstände

 Seitenschneider mit roten Griffen (A015'895'780)
 diverse abgeschnittene Kabel (A015'895'804)

werden beschlagnahmt und nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides der 

Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung oder Vernichtung überlassen.

12. Die unter den Referenznummern 0459-2022 und 0214-2022 bei der Kantonspolizei 

Zürich, CC-DF, gespeicherten Datensicherungen sind – soweit noch vorhanden – 

nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides durch diese zu löschen.

13. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 (C._____) Fr. 10'000.– als 

Genugtuung zu bezahlen.

14. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 4 (D._____) Fr. 406.–, zuzüg-

lich 5 % Zins ab 29. November 2021, als Schadenersatz zu bezahlen.

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15. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 7 (E._____) Fr. 300.–, 

zuzüglich 5 % Zins ab 26. November 2021, als Schadenersatz zu bezahlen.

16. Die übrigen Privatkläger werden mit ihren Schadenersatzbegehren auf den Weg 

des Zivilprozesses verwiesen.

17. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

Fr. 10'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:

Fr. 6'000.– Gebühr Strafuntersuchung

Fr. 1'023.– Auslagen Untersuchung

Fr. 180.– Kosten ausserkantonale Untersuchung

Fr. 2'920.– Kosten Kantonspolizei Zürich 

Fr. 17'663.60 Gutachten Dr. med. F._____

Fr. 39'005.20
Kosten amtliche Verteidigung Rechtsanwalt MLaw
X2._____ (inkl. Barauslagen und MwSt, bereits entschä-
digt) 

Fr. 14'087.–
Kosten amtliche Verteidigung Rechtsanwalt lic. iur. 
X3._____ (inkl. Barauslagen und MwSt, bereits entschä-
digt)

Fr. 33'000.– Kosten amtliche Verteidigung Rechtsanwältin lic. iur. X4._____ (inkl. Barauslagen und MwSt)

Fr. 9'400.– Kosten unentgeltliche Rechtsvertretung der Privatklägerin 1, RAin MLaw Y._____ (inkl. Barauslagen und MwSt) 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

18. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen 

diejenigen der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsvertretung 

der Privatklägerin 1, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtli-

chen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin 1 

werden auf die Gerichtskasse genommen. 

Vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

19. (Mitteilungen)

20. (Rechtsmittel)

21. (Rechtsmittel)"

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Berufungsanträge:

a) Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 207 S. 2 f.)

1. Mein Mandant sei von Schuld und Strafe vollumfänglich freizusprechen.

2. Es sei keine stationäre therapeutische Massnahme nach Art. 59 StGB anzuordnen.

3. Es sei kein Tätigkeitsverbot auszusprechen.

4. Meinem Mandanten sei in Anwendung von Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO für die zu Un-

recht erstandene Haft eine angemessene Entschädigung zuzusprechen.

5. Die Zivilforderungen seien abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen.

6. Das Mobiltelefon Samsung, die Seitenschneider mit roten Griffen sowie diverse 

abgeschnittene Kabel seien dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft auf 

erstes Verlangen herauszugeben.

7. Jegliche erkennungsdienstlichen Daten und das erstellte DNA-Profil seien mit 

Eintritt der Rechtskraft zu löschen.

8. Die Kosten des Vorverfahrens und des erstinstanzlichen Verfahrens seien auf die 

Staatskasse zu nehmen.

9. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen gemäss dem Ausgang des Verfahrens, 

wobei die Kosten der amtlichen Verteidigung gemäss eingereichter Honorarnote 

auf die Staatskasse zu nehmen seien. 

b) Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 153)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

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c) Der Vertretung der Privatklägerschaft C._____:

(Urk. 208 S. 1)

1. Die Berufungsanträge des Beschuldigten bezüglich Dossier 1 der Anklage der 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 11. April 2023 (Berufungsanträge 

Ziff. 1., 2. und 4. der Berufung vom 14. August 2024) seien abzuweisen. 

2. Es sei der Beschuldigte zu verpflichten, der Privatklägerin C.______ gem. Art. 433 

StPO eine angemessene Entschädigung für ihre notwendigen Aufwendungen in 

diesem Verfahren zu bezahlen. 

Erwägungen:

I. Prozessgeschichte / Prozessuales

1. Verfahrensgang

1.1. Berufungsanmeldung und -erklärung / unentgeltliche Rechtspflege

Noch vor Schranken und damit fristgerecht meldete der Beschuldigte gegen das 

eingangs wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichts Hinwil (nachfolgend 

Vorinstanz) vom 26. Oktober 2023 an und beantragte einen Verteidigerwechsel 

(Prot. I S. 63). Nach Zustellung des begründeten Urteils (Urk. 125 = Urk. 133) am 

25. Juli 2024 (Urk. 141/4-5), reichte der Beschuldigte mit Eingabe vom 29. Juli 

2024 eine Berufungserklärung ein, weil er sich nicht sicher war, ob seine neue amt-

liche Verteidigung dieser Pflicht in seinem Sinne nachkommen würde (Urk. 135) 

und reichte eine Kopie des begründeten vorinstanzlichen Urteils zu den Akten 

(Urk. 136). Mit Eingabe vom 14. August 2024 reichte sodann die amtliche Verteidi-

gung des Beschuldigten fristgerecht eine Berufungserklärung ein (Urk. 140). Mit 

Präsidialverfügung vom 27. August 2024 wurde den Privatklägern und der Staats-

anwaltschaft eine Kopie der Berufungserklärung der Beschuldigten zugestellt und 

Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder ein Nichteintreten auf die 

Berufung zu beantragen (Urk. 145). Mit Eingabe vom 30. August 2024 erklärte die 

Staatsanwaltschaft Verzicht auf Anschlussberufung und beantragte die Bestäti-

gung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 153). Mit Eingabe vom 19. September 2024 

liess die Privatklägerin C._____ erklären, auf eine Anschlussberufung zu verzichten 

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und ersuchte darum, auf eine erneute Befragung ihrerseits zu verzichten. Eventu-

aliter beantragte sie, sie im Falle einer allfälligen Befragung von einer Person 

gleichen Geschlechts einzuvernehmen. Weiter ersuchte sie um Bewilligung der 

unentgeltlichen Rechtspflege und Einsetzung von Rechtsanwältin MLaw Y._____ 

als unentgeltliche Rechtsbeiständin (Urk. 172). Die weiteren Privatkläger liessen 

sich nicht vernehmen. Mit Präsidialverfügung vom 1. Oktober 2024 wurde der 

Privatklägerin C._____ die unentgeltliche Rechtspflege gewährt und Rechtsanwäl-

tin MLaw Y._____ als deren unentgeltliche Rechtsvertreterin bestellt (Urk. 173). 

1.2. Eingaben des Beschuldigten

Mit Schreiben vom 29. Juli 2024 reichte der Beschuldigte diverse Unterlagen 

zuhanden der Akten ein und machte diverse Ausführungen zu – aus Sicht des 

Beschuldigten – gefälschten Urkunden. Diese wurden als Urk. 134 zu den Akten 

genommen. Der Beschuldigte reichte sodann diverse weitere Eingaben mit unver-

ständlichem und/oder nichts zur Sache beitragendem Inhalt ein, welche allesamt 

zu den Akten genommen wurden (Urk. 162, 182, 185-187, 191/1-3). 

1.3. Haftverfahren

1.3.1. Mit Beschluss der Vorinstanz vom 26. Oktober 2023 wurde die Sicherheits-

haft bis zur Rechtskraft des vorinstanzlichen Urteils bzw. bis zum Entscheid der 

Verfahrensleitung des Berufungsgerichts, längstens bis zum 26. April 2024 verlän-

gert (Urk. 69). Mit Beschluss vom 30. April 2024 wurde diese sodann längstens bis 

zum 24. Juli 2024 verlängert (Urk. 100 = Urk. 113). Mit Eingabe vom 8. Mai 2024 

stellte der Beschuldigte ein Haftentlassungsgesuch (Urk. 104), welches mit 

Beschluss vom 17. Mai 2024 abgewiesen wurde (Urk. 110). Hiergegen erhob der 

Beschuldigte Beschwerde, welche mit Beschluss vom 10. Juni 2024 abgewiesen 

wurde (Urk. 118). Am 17. Juli 2024 wurde verfügt, dass die Sicherheitshaft bis zum 

Entscheid über deren Verlängerung fortdauert (Urk. 122), worauf der Beschuldigte 

ein Haftentlassungsgesuch an die III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons 

Zürich richtete, welche dieses zuständigkeitshalber der Vorinstanz weiterleitete 

(Urk. 128). Mit Beschluss vom 31. Juli 2024 wurde die Sicherheitshaft sodann bis 

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zur Rechtskraft des Urteils bzw. bis zum Entscheid der Verfahrensleitung der 

Berufungsinstanz, längstens jedoch bis 24. Oktober 2024 verlängert (Urk. 129). 

1.3.2. Mit Schreiben vom 28. August 2024 richtete sich der Beschuldigte an das 

Obergericht (Urk. 150). Mit Präsidialverfügung vom 30. August 2024 wurde hierauf 

der Verteidigung Frist angesetzt, um zu erklären, was für Anträge mit diesem 

Schreiben gestellt werden (Urk. 151). Mit Eingabe vom 6. September 2024 erklärte 

diese, es handle sich um ein Haftentlassungsgesuch an welchem festgehalten 

werde und ersuchte um antragsgemässe Entscheidung (Urk. 154). Daher wurde 

der Staatsanwaltschaft mit Präsidialverfügung vom 6. September 2024 Frist ange-

setzt, um hierzu Stellung zu nehmen (Urk. 156). Diese erklärte sodann mit Schrei-

ben vom 11. September 2024 Verzicht auf Stellungnahme (Urk. 163). Mit Präsidia-

lverfügung vom 16. September 2024 wurde das Gesuch des Beschuldigten abge-

wiesen und festgehalten, dass die Sicherheitshaft demnach einstweilen bis zum 

24. Oktober 2024 fortdauert (Urk. 169). Mit Präsidialverfügung vom 8. Oktober 

2024 wurde dem Beschuldigten und der Staatsanwaltschaft Frist angesetzt, um 

sich zur Verlängerung der Sicherheitshaft zu äussern und verfügt, dass die Sicher-

heitshaft bis zum definitiven Entscheid über deren Verlängerung fortdauert 

(Urk. 175). Mit Eingabe vom 10. Oktober 2024 beantragte die Staatsanwaltschaft 

die Verlängerung der Sicherheitshaft (Urk. 177). Die Verteidigung liess hingegen 

mitteilen, auf eine Stellungnahme zu verzichten (Urk. 178), worauf mit Präsidial-

verfügung vom 17. Oktober 2024 die Sicherheitshaft bis zum Endentscheid der 

Berufungsinstanz in der Hauptsache verlängert wurde (Urk. 180). 

1.4. Amtliche Verteidigung

Im Nachgang an die Urteilseröffnung wurde der amtlichen Verteidigung, Rechtsan-

wältin lic. iur. X4._____, mit vorinstanzlicher Präsidialverfügung vom 27. Oktober 

2023 Frist angesetzt, um zum mündlich anlässlich der Urteilseröffnung gestellten 

Gesuch des Beschuldigten auf Wechsel der amtlichen Verteidigung Stellung zu 

nehmen (Urk. 71). Mit Eingabe vom 7. November 2023 ersuchte diese um Entlas-

sung als amtliche Verteidigung mit sofortiger Wirkung (Urk. 74). Mit Beschluss der 

Vorinstanz vom 20. Dezember 2023 wurde das Gesuch des Beschuldigten gutge-

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heissen, dessen amtliche Verteidigerin als solche entlassen und Rechtsanwalt 

MLaw X1._____ per sofort als neuer amtlicher Verteidiger einsetzt (Urk. 82). 

1.5. Berufungsverhandlung

1.5.1. Am 10. Februar 2025 wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung auf den 

14. April 2025, 10.00 Uhr, vorgeladen, wobei die Staatsanwaltschaft nur fakultativ 

vorgeladen wurde und die Privatklägerin C._____ nicht zum persönlichen 

Erscheinen verpflichtet wurde (Urk. 192).

1.5.2. Zur heutigen Berufungsverhandlung erschienen die amtliche Verteidigung 

des Beschuldigten, Rechtsanwalt MLaw X1._____ und die Vertreterin der Privat-

klägerin C._____, Rechtsanwältin MLaw Y._____. Der Beschuldigte weigerte sich 

vorgeführt zu werden, womit er unentschuldigt nicht erschienen ist (Prot. II S. 13 f. 

i.V.m. Urk. 203). Es war weder über Vorfragen noch Beweisanträge zu entscheiden 

(Prot. II S. 13 ff.). In der Sache selbst stellten die Parteien die eingangs wiederge-

gebenen Anträge (Urk. 153 i.V.m. Urk. 207 S. 2 f., Urk. 208 S. 1 und Prot. II S. 13 

f.). Das Verfahren ist spruchreif. 

2. Umfang der Berufung

2.1. Die Berufungserklärung richtet sich gegen sämtliche Schuldsprüche (Dispo-

sitivziffer 2), die Sanktionen (Dispositivziffern 3-4), den Vollzug und die Ersatzfrei-

heitsstrafe (Dispositivziffer 7), die Einziehung und Vernichtung des Mobiltelefons 

mit SIM-Karte, des Seitenschneiders mit roten Griffen sowie diverser abgeschnitte-

ner Kabel (Dispositivziffer 10-11), die Verpflichtung zu Bezahlung von Schaden-

ersatz und Genugtuung (Dispositivziffer 13-15), die Kostenfestsetzung (Dispositiv-

ziffer 17) sowie die Auferlegung von Verfahrenskosten und den Vorbehalt einer 

Nachforderung (Dispositivziffer 18). Die amtliche Verteidigung beantragte, der 

Beschuldigte sei von Schuld und Strafe freizusprechen. Es sei keine therapeutische 

Massnahme und kein Tätigkeitsverbot anzuordnen. Das Mobiltelefon Samsung, die 

Seitenschneider mit roten Griffen sowie diverse abgeschnittene Kabel seien dem 

Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen herauszugeben. 

Sämtliche Zivilforderungen der Privatkläger seien abzuweisen, eventualiter auf den 

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Zivilweg zu verweisen. Die Gerichtsgebühren seien die weiteren Auslagen betref-

fend in angemessener Höhe festzusetzen. Die Verfahrenskosten seien vollumfäng-

lich auf die Staatskasse zu nehmen. Unter ausgangsgemässen Kosten- und 

Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.; Urk. 140 S. 3). Hierbei blieb es auch anlässlich 

der Berufungsbegründung (Urk. 207 S. 2 f.), wobei zusätzlich die Zusprechung 

einer angemessenen Entschädigung für die zu Unrecht erstandene Haft beantragt 

wurde.

2.2. Wer nur Teile des Urteils anficht, hat in der Berufungserklärung verbindlich 

anzugeben, auf welche der folgenden Teile sich die Berufung beschränkt, nämlich 

den Schuldpunkt, allenfalls bezogen auf einzelne Handlungen sowie die Bemes-

sung der Strafe und weitere Punkte (Art. 399 Abs. 3 und Abs. 4 StPO). Da mit der 

Berufungserklärung Dispositivziffer 16 – im Gegensatz zu den Dispositivziffern 13 

bis 15 – nicht angefochten wurde, ist diese trotz Antrag anlässlich der Berufungs-

begründung, es seien sämtliche Zivilforderungen abzuweisen, eventualiter auf den 

Zivilweg zu verweisen, in Rechtskraft erwachsen. Da für die adhäsionsweise 

Beurteilung von Zivilforderungen im Strafprozess die zivilprozessuale Verhand-

lungsmaxime gilt (BGE 127 IV 215 E. 2d), wäre der Entscheid der Vorinstanz im 

Übrigen mangels substantiierter Begründung (vgl. Urk. 207) ohnehin zu bestätigen 

gewesen. 

2.3. Nicht angefochten und in Rechtskraft erwachsen sind somit Dispositivziffer 1 

(Einstellung des Verfahrens betreffend Betrugsvorwurf zum Nachteil von B._____), 

Dispositivziffer 8 (Entscheid über beschlagnahmte Damenunterwäsche), Disposi-

tivziffer 9 (Entscheid über diverse beschlagnahmte Gegenstände), Dispositivziffer 

12 (Entscheid über Datensicherungen) und Dispositivziffer 16 (Verweis div. Scha-

denersatzbegehren auf den Zivilweg). Dies ist vorab mittels Beschluss festzustel-

len. 

3. Formelles

3.1. Die urteilende Instanz muss sich nicht mit allen Parteistandpunkten einläss-

lich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen 

(vgl. BGE 136 I 229 E. 5.2; BGer 6B_1130/2014 vom 8. Juni 2015 E. 4). Die 

-   12   -

Berufungsinstanz kann sich somit auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte 

beschränken.

3.2. Soweit nachfolgend auf Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen 

Entscheid verwiesen wird, erfolgt dies in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO 

(vgl. dazu etwa BGer 6B_570/2019 vom 23. September 2019 E. 4.2 m.w.H., sowie 

NYDEGGER, Der Verweis auf die Entscheidbegründung der Vorinstanz gemäss 

Art. 82 Abs. 4 StPO, recht 2021, S. 15 ff.), auch ohne dass dies jeweils explizit 

Erwähnung findet.

3.3. Nachdem einzig der Beschuldigte Berufung führt, steht die Überprüfung des 

vorinstanzlichen Urteils unter dem Vorbehalt des Verschlechterungsverbots 

(Art. 391 Abs. 2 StPO).

II. Schuldpunkt

A. Sachverhalt

1. Vorbemerkungen

1.1. Auf die Ausführungen der Vorinstanz zu den Beweisregeln (Urk. 133 

E. III.1.1.-1.7. S. 7-10), den vorhandenen Beweismitteln und deren Verwertbarkeit 

(Urk. 133 E. III.2. S. 10 f.) sowie zur Glaubwürdigkeit des Beschuldigten (Urk. 133 

E. III.3.1.-3.6. S. 11-13) kann verwiesen werden. Auch auf die Zusammenfassung 

des Anklagevorwurfs kann zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen vollumfäng-

lich verwiesen werden (Urk. 133 E. III.4.2. S. 13-15). Diese sind zutreffend. 

1.2. Die Verteidigung beantragte einen vollumfänglichen Freispruch. Sie setzte 

sich mit den Anklagevorwürfen sowie den Erwägungen der Vorinstanz zur Sach-

verhaltserstellung jedoch – mit Ausnahme der die Privatklägerin C._____ betref-

fenden Punkte – nicht auseinander (vgl. Urk. 207). 

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2. Mehrfache Sexuelle Nötigungen / mehrfache sexuelle Handlungen mit 
Kindern (teilweise gegen Entgelt) (Dossier 1)

2.1. Vorbringen der Verteidigung

2.1.1. Beweiswert der Chatprotokolle

2.1.1.1. Die Verteidigung machte geltend, die vorhandenen Chatverläufe würden 

entgegen der Vorinstanz kein objektives Beweismittel darstellen, welches sowohl 

den Sachverhalt hinsichtlich des Vorfalles vom 27. März 2022 als auch hinsichtlich 

der früheren Vorfälle stütze. Die Vorinstanz erwecke den Eindruck, dass die Chat-

protokolle gegenüber den Aussagen der Privatklägerin einen erhöhten Beweiswert 

hätten, was nicht zutreffe. Die Chats seien maximal objektive Beweismittel für deren 

Inhalt, nicht aber in Bezug auf die dem Beschuldigten vorgeworfenen Handlungen. 

Aus den Chats gehe sodann entgegen der Vorinstanz auch nicht hervor, dass es 

zu irgendwelchen Handlungen gekommen sei (Urk. 207 S. 6 f. Rz. 5-8). 

2.1.1.2. Die vorhandenen Chatprotokolle bzw. deren Inhalt stellen zwar keine 

direkten Beweismittel dar. Es handelt sich bei den Chatinhalten jedoch um Indizien, 

wobei der Indizienbeweis der Regelfall darstellt und es genau genommen gar keine 

Abgrenzung zwischen Indizienbeweis und direktem Beweis gibt. Diese Indizien gilt 

es nachfolgend kritisch zu würdigen, was die Klärung der Frage beinhaltet, ob aus 

diesen hervorgeht, dass es zu Handlungen der angeklagten Art gekommen ist.  

2.1.2. Beweiswert des Gutachtens

2.1.2.1. Die Verteidigung führte weiter aus, die Vorinstanz stütze sich bei der 

Erstellung des Sachverhalts auf das forensisch-psychiatrische Gutachten und halte 

u.a. fest, das Verhalten des Beschuldigten passe zu den Untersuchungsergebnis-

sen, insbesondere den gutachterlichen Feststellungen. Das Gutachten habe jedoch 

nicht zum Zweck, den Sachverhalt zu erstellen. Dieses basiere auf der Delikts-

hypothese und könne nicht im Rahmen der Beweiswürdigung zur Grundlage für die 

Begehung der Delikte herbeigezogen werden (Urk. 207 S. 7 f. Rz. 9-11).  

2.1.2.2. Das vorhandene Gutachten stellt, wie dies die Verteidigung korrekt festhält, 

keinen Beweis zur Erstellung des Sachverhaltes dar. Immerhin ist jedoch auffällig, 

-   14   -

dass die Feststellungen der Gutachterin mit dem Eindruck des Gerichts vom 

Beschuldigten bzw. von dessen Aussageverhalten korreliert. Der Beschuldigte 

brachte immer wieder ganz merkwürdige Erklärungsversuche vor, die nicht 

untypisch sind für eine Person mit einer Diagnose, wie sie die Gutachterin stellt. 

Diese Feststellung spielt aber für die Erstellung des Sachverhaltes keine entschei-

dende Rolle. 

2.1.3. Allgemeine Glaubwürdigkeit der Parteien

2.1.3.1. Die Verteidigung rügte weiter, die Vorinstanz verkenne, dass die Glaub-

würdigkeit der Parteien gegenüber der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen eine deutlich 

untergeordnete Rolle spiele (Urk. 207 S. 9 Rz. 14 f.). Indem die Vorinstanz in erster 

Linie auf die Glaubwürdigkeit der Beteiligten abstelle, anstatt eine methodische 

Analyse des Inhalts vorzunehmen, verstosse sie gegen die bundesgerichtliche 

Rechtsprechung. 

2.1.3.2. Zudem nehme sie die Glaubwürdigkeitsanalyse voreingenommen vor, 

indem sie die gutachterlich festgestellte psychische Störung des Beschuldigten zu 

dessen Lasten auslege und eindeutige Warnsignale bei der Privatklägerin unter 

den Teppich kehre (Urk. 207 S. 9 f. Rz. 16). Dem Beschuldigten werde – sich auf 

das Gutachten berufend – vorgeworfen, lebensfremde Aussagen zu machen und 

sich in Fantasieerzählungen zu verlieren. Die Vorinstanz gehe wegen der ASS-Er-

krankung des Beschuldigten davon aus, dass dieser grundsätzlich unglaubwürdig 

sei (Urk. 207 S. 10 f. Rz. 17 f.). Sodann wende sie beim Beschuldigten denselben 

Massstab an, wie bei gesunden bzw. nicht ASS-betroffenen Personen und werte 

sein abweichendes Verhalten gegen ihn (Urk. 207 S. 11 Rz. 19). 

2.1.3.3. Obwohl sowohl die Privatklägerin als auch die Zeugin G._____ offensicht-

lich gelogen hätten, die Motive für die Falschaussagen aber ausserhalb des 

Verfahrens hätten verortet werden können, tue dies aus Sicht der Vorinstanz deren 

Glaubwürdigkeit keinen Abbruch (Urk. 207 S. 12 Rz. 22). Auf die erlebten Trauma-

tisierungen und den allgemeinen Zustand der Privatklägerin sei die Vorinstanz nicht 

näher eingegangen (Urk. 207 S. 12 Rz. 23). Die Privatklägerin habe auf Chatseiten 

Treffen mit Männern für ihre Mutter organisiert, sei fremdplatziert worden, habe seit 

-   15   -

längerem psychische Probleme, sei gemäss ihren Aussagen seit ein paar Monaten 

clean – wobei unklar sei, worauf sich diese Aussage beziehe – und sei gefragt 

worden, ob sie schon einmal etwas von der Borderline-Störung gehört habe, was 

die Privatklägerin verneint habe, obwohl Selbstverletzungen ein häufiges Symptom 

einer Borderline-Störung seien. Eine solche Störung sei geeignet, sich negativ auf 

die Zuverlässigkeit der Aussagen der Privatklägerin auszuwirken (Urk. 207 S. 13 

Rz. 24 f.). Bei Anzeichen einer Traumatisierung, wie sie bei der Privatklägerin vor-

lägen, sei auf jeden Fall ein aussagepsychologisches Gutachten einer Fachperson 

einzuholen, wolle man auf die fraglichen Aussagen abstellen (Urk. 207 S. 14 f. 

Rz. 27 f.). 

2.1.3.4. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kommt der Glaubhaftigkeit 

der konkreten Aussagen mehr Bedeutung zu als der Glaubwürdigkeit einer Person 

im Sinne einer dauerhaften personalen Eigenschaft (BGE 133 I 33 E. 4.3.). Es 

besteht jedoch kein genereller Massstab, wie viel Bedeutung der Glaubwürdigkeit 

und wie viel Bedeutung der Glaubhaftigkeit konkret zukommt. Dies ist jeweils im 

Rahmen der Einzelfallbetrachtung zu eruieren. Wenn eine Person etwa bezüglich 

etlicher Delikte immer unglaubhaft aussagt, erscheint sie hinsichtlich ihrer Aus-

sagen bezüglich weiterer Delikte eher unglaubwürdig. In solchen Konstellationen 

kann die Glaubwürdigkeit durchaus eine Rolle spielen. Der Beschuldigte bestreitet 

vorliegend sämtliche Tatvorwürfe und bringt hierfür – wie noch aufzuzeigen sein 

wird – absolut unglaubhafte Erklärungen vor, was seine generelle Glaubwürdigkeit 

beeinträchtigt. Ausschlaggebend ist vorliegend jedoch die Glaubhaftigkeit der Aus-

sagen. 

2.1.3.5. Die Aussagen des Beschuldigten sind im Rahmen der Glaubhaftigkeits-

prüfung regelkonform zu würdigen, bestehen doch keinerlei Anhaltspunkte dafür, 

dass dieser – allenfalls bedingt durch seine Erkrankung – während den Einver-

nahmen nicht einvernahmefähig gewesen wäre. Die Erkrankung des Beschuldigten 

an sich ist nicht im Rahmen der Beweiswürdigung zu berücksichtigen, sondern im 

Rahmen der Schuldfähigkeit. 

2.1.3.6. Die Privatklägerin wurde im Rahmen ihrer Einvernahme zwar tatsächlich 

danach gefragt, ob sie schon einmal etwas von der Borderline-Störung gehört habe, 

-   16   -

konkrete Anhaltspunkte, welche dafür sprechen würden, dass eine solche bei ihr 

gegeben ist, liegen jedoch nicht vor. Die Privatklägerin selbst verneinte denn auch, 

je von der Störung gehört zu haben (Urk. D1/4/7 F/A 454-456). Weiter erklärte sie, 

man habe ihr keine psychische Krankheit diagnostiziert (Urk. D1/4/7 F/A 452). Nur 

weil die Privatklägerin eine schwierige Jugend durchlebt und gewisse psychische 

Probleme hat, muss dies noch lange nicht bedeuten, dass sie an einer Borderline-

Störung leidet und/oder falsche Aussagen tätigt. Das Gericht muss ohne konkrete 

Anhaltspunkte auch nicht davon ausgehen, dass eine solche Störung vorliegt, nur 

weil diese nicht ausgeschlossen wurde. Auch die einzelne Lüge der Privatklägerin 

stellt im Übrigen keinen solchen Anhaltspunkt dar, lässt sich diese doch ohne 

weiteres auf andere Umstände zurückführen, worauf im Rahmen der konkreten 

Aussagewürdigung einzugehen sein wird. 

2.1.3.7. Eine Glaubwürdigkeitsbegutachtung durch eine sachverständige Person 

drängt sich sodann nur bei besonderen Umständen auf. Dies ist etwa der Fall, wenn 

bruchstückhafte oder schwer interpretierbare Äusserungen eines Kleinkinds zu 

beurteilen sind, bei ernsthaften Anzeichen geistiger Störungen, welche die Aus-

sageehrlichkeit beeinträchtigen könnten, oder wenn Anhaltspunkte dafür bestehen, 

dass eine Person unter dem Einfluss von Drittpersonen steht (BGer 6B_1176/2021 

vom 26. April 2023 E. 2.2.). Solche besonderen Umstände liegen vorliegend nicht 

vor. Insbesondere würde auch das Vorliegen einer Borderline-Störung hieran nichts 

zu ändern vermögen (BGer 6B_1176/2021 E. 2.5.1. und E. 2.5.2.). Mithin ist 

gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht davon auszugehen, dass 

Personen mit einer Borderline-Störung per se lügen bzw. unglaubwürdig sind. 

Davon geht im Übrigen auch die Fachliteratur aus. Bei Personen mit einer Border-

line-Persönlichkeitsstörung besteht im Regelfall keine gravierende Beeinträch-

tigung der einzelnen Dimensionen der Aussagetüchtigkeit, sofern nicht für den Zeit-

punkt des in Frage stehenden Ereignisses oder der Aussage selbst eine psychoti-

sche oder schwere dissoziative Episode festzustellen ist (LAU, Gang und Gesichts-

punkte der psychiatrischen Beurteilung der Aussagetüchtigkeit bei erwachsenen 

Zeugen, in: Swiss Archives of Neurology, Psychiatry und Psychotherapy, S. 30; 

BÖHM/LAU, Borderline-Persönlichkeitsstörung und Aussagetüchtigkeit, in: Forensi-

sche Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie 1, S. 50 ff.). Sodann ergibt sich aus 

-   17   -

dem Kontext ihrer Aussage klar, dass die Privatklägerin mit dem Ausdruck, sie sei 

seit ein paar Monaten clean, meinte, dass sie sich seit einigen Monaten nicht mehr 

ritze (Urk. D1/4/7 F/A 449), womit auch kein Hinweis auf eine allfällige Drogensucht 

besteht. 

2.1.4. Notwendigkeit eines aussagepsychologischen Gutachtens

2.1.4.1. Die Verteidigung führt weiter aus, das Gericht könne aus fachlichen Über-

legungen nicht immer selbst die Aussagewürdigung vornehmen. In Deutschland 

würden aussagepsychologische Gutachten, v.a. wenn Kinder involviert seien, zum 

Standard gehören (Urk. 207 S. 15 f. Rz. 30). Auch das Bundesgericht anerkenne, 

dass Personen am sog. false memory syndrome leiden könnten. In diesem Zusam-

menhang sei es wichtig, die sog. Geburtsstunde der Vorwürfe genauer anzu-

schauen. Vorliegend habe eine Sozialpädagogin des Heims, in welchem die Privat-

klägerin untergebracht gewesen sei, auf eine Anzeige bestanden. Hierbei sei ein 

suggestiver Einfluss der Sozialpädagogin nicht auszuschliessen. Die therapeu-

tischen Absichten, eine allenfalls erfolgte Traumatisierung aufzudecken, könnten 

ursächlich für falsche Erinnerungen an Traumata sein (Urk. 207 S. 16 Rz. 31 f.). 

Anstatt davon auszugehen, dass die Schilderungen der Privatklägerin nicht zu-

treffen könnten und die Aussagen auf Fehlerquellen hin zu überprüfen, sei die 

Vorinstanz davon ausgegangen, dass die Aussagen zutreffen und keine Gründe 

erkennbar seien, weshalb die Privatklägerin den Beschuldigten fälschlicherweise 

bezichtigen sollte (Urk. 207 S. 18 Rz. 34). Bei Auffälligkeiten in der Person, welche 

hier vorlägen, sei gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ein Glaubhaftig-

keits- bzw. Glaubwürdigkeitsgutachten sachlich geboten (Urk. 207 S. 18 Rz. 36). 

Auf die Aussagen der Privatklägerin könne ohne diese weiteren Abklärungen nicht 

abgestellt werden. Deren Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte bzw. die un-

zähligen Elemente, die auf eine mögliche verzerrende Wirkung hinwiesen, müssten 

deutliche, unüberwindbare Zweifel daran wecken, dass die Privatklägerin in ihren 

Einvernahmen tatsächlich Erlebtes geschildert habe (Urk. 207 S. 19 Rz. 38). 

2.1.4.2. Die Prüfung der Glaubhaftigkeit von Aussagen ist primär Sache der 

Gerichte (BGer 6B_1176/2021 vom 26. April 2023 E. 2.2.). Nach der Recht-

sprechung drängt sich der Beizug eines Sachverständigen für die Prüfung der 

-   18   -

Glaubhaftigkeit von Beweisaussagen in der Regel erst auf, wenn das Gericht 

aufgrund besonderer Umstände auf zusätzliches medizinisches oder psychologi-

sches Fachwissen angewiesen ist. Dies gilt namentlich, wenn Anzeichen dafür 

bestehen, die betreffende Person könnte wegen einer ersthaften geistigen Störung, 

Drogensucht oder sonstiger Umstände in ihrer Wahrnehmungs-, Erinnerungs- oder 

Wiedergabefähigkeit beeinträchtigt und zur wahrheitsgemässen Aussage nicht 

fähig oder nicht willens sein (BGer 6B_653/2016 vom 19. Januar 2017 E. 3.2. mit 

Verweisen). Solche besonderen Umstände liegen auch dann vor, wenn bruchstück-

hafte oder schwer interpretierbare Äusserungen eines Kleinkinds zu beurteilen sind 

(BGer 6B_1176/2021 vom 26. April 2023 E. 2.2.). 

2.1.4.3. Angesichts der zweimalig fachgerecht, auf Video aufgezeichneten Befra-

gungen der Privatklägerin bestehen vorliegend keine besonderen Umstände, die 

ein aussagepsychologisches Gutachten rechtfertigen würden. Die Privatklägerin 

war bei der Befragung bereits 14 Jahre alt und damit kein Kleinkind mehr. Sie war 

für ihr Alter normal entwickelt und intelligent. Wie noch aufzuzeigen sein wird, 

konnte sie das Geschehen differenziert beschreiben, wobei sie sich einer alters-

gerechten Sprache bediente und klar äussern konnte, was passiert ist und was 

nicht. Es kam weder zu Suggestionen noch Verwechslungen mit allfälligen früheren 

Vorfällen, für welche im Übrigen keine Anhaltspunkte bestehen. Ihre Aussagen sind 

daher ohne kinderspezifische Fachkenntnisse zu verstehen. Damit erübrigt sich 

das Einholen eines Glaubhaftigkeitsgutachtens. 

2.1.4.4. Auch die Tatsache, dass es eine Betreuerin der Privatklägerin war, welche 

die Polizei informierte, vermag hieran nichts zu ändern. Bei dieser Betreuerin 

handelte es sich nicht um die Therapeutin der Privatklägerin. Die Privatklägerin ver-

traute sich ihr im Alltag an, mithin wurden die Geschehnisse nicht im Rahmen einer 

Therapie aufgearbeitet bzw. traten hierbei zu Tage. Hinweise auf das Vorliegen 

eines false memory syndrom liegen nicht vor. Gegen das Vorliegen eines solchen 

sprechen im Übrigen auch die Aussagen der Zeugin G._____. Diese führte aus, die 

Privatklägerin habe sich ihr bereits früher – und damit noch vor dem Gespräch mit 

der Betreuerin – einmal anvertraut (Urk. D1/5/1 F/A 50 i.V.m. F/A 97-105). Weiter 

sprechen aber auch deren Beobachtungen vom Verhalten der Privatklägerin am 

-   19   -

27. März 2022 sowie die Tatsache, dass sich diese ihr bezüglich diesem Vorfall 

direkt im Anschluss anvertraute, gegen das Vorliegen eines false memory syndrom 

(vgl. Urk. D1/5/1 F/A 79-80 i.V.m. F/A 91 und Urk. D1/5/1 F/A 87-90). 

2.2. Grundsätzliches zum Aussageverhalten

2.2.1. Wie noch aufzuzeigen sein wird, schilderte die Privatklägerin altersent-

sprechend, zurückhaltend, lebensnah, detailliert und im Wesentlichen wider-

spruchsfrei die verschiedenen Vorfälle zwischen ihr und dem Beschuldigten 

während der Beschuldigte sämtliche Vorfälle eher pauschal abstritt bzw. für jenen 

vom 27. März 2022 ein zwar detailliertes jedoch eher abwegig wirkendes Alter-

nativszenario schilderte. 

2.2.2. Bei den Aussagen der Privatklägerin fällt insgesamt auf, dass diese zurück-

haltend sind und den Beschuldigten zwar schwer aber nicht mehr als nötig belas-

ten. So gab sie etwa an, der Beschuldigte habe sie nie mit Zunge geküsst. Er habe 

dies nur am 27. März 2022 versucht (Urk. D1/4/1 F/A 268-273). 

2.2.3. Die Privatklägerin stellte den Beschuldigten auch nicht unnötig schlecht dar. 

Ganz im Gegenteil machte sie geltend, mit dem Beschuldigten auch wieder Kontakt 

aufgenommen zu haben, weil sie habe wissen wollen, wie es ihm gehe. Sie hätten 

sehr guten Kontakt gehabt, trotz allem. Als sie online gesehen habe, dass er eine 

Freundin habe, habe sie nämlich gedacht, endlich habe er eine, vielleicht gehe es 

ihm besser (Urk. D1/4/1 F/A 277-279). Sie meinte auch, er sei lustig, nett und gross-

zügig gewesen, wenngleich sie einschränkte, dass er auch gewollt habe, dass sie 

Sachen mache, so als wäre er der Chef, wobei sie zögerte das Wort Druck zu ver-

wenden (Urk. D1/4/7 F/A 38-40). 

2.2.4. Einen authentischen und nicht etwa auswendiggelernten oder einstudierten 

Eindruck machen die Aussagen der Privatklägerin auch deshalb, weil ihr aufgrund 

ihres kindlichen Alters gewisse Kenntnisse fehlen, was im Rahmen der Befragung 

wiederholt zum Ausdruck kam. So reagierte sie etwa auf die Frage, ob der Beschul-

digte zum Samenerguss gekommen sei, mit einer nachvollziehbaren Rückfrage 

danach, ob das dann sei, wenn Sperma komme (Urk. D1/4/7 F/A 303). Ausserdem 

-   20   -

schilderte sie etwa, dass sie sich gefragt habe, was komme als der Beschuldigte 

ihr eröffnet habe, er komme bald. Sie habe das zuerst nicht verstanden (Urk. D1/4/7 

F/A 306). 

2.2.5. Zum Aussageverhalten des Beschuldigten fällt in erster Linie auf, dass er 

diverse äusserst seltsam wirkende Abläufe schilderte. So erklärte er etwa, bei 

seiner Verhaftung am 8. April 2022 als die Polizei bei ihm geklopft habe, zunächst 

gefragt zu haben, ob es um seinen Notruf vom Vorabend gehe, den er wegen des 

Verdachts auf eine versuchte Tötung gewählt habe (Urk. D1/3/1 F/A 9). Dass dies 

just am Vorabend der Fall gewesen sein soll, erscheint äusserst unwahrscheinlich. 

Sodann führte er an, die Privatklägerin habe ihm erzählt, dass deren Mutter diese 

an 80-jährige und andere Klienten verkaufe. Diese sei mehrfach missbraucht 

worden (Urk. D1/3/1 F/A 10). Anzeige habe er deshalb nicht erstattet, schliesslich 

passiere es nur sehr selten, dass man gegen die eigene Familie aussage und er 

habe verhindern wollen, dass er schlecht dastehe, wenn sie alles abstreite 

(Urk. D1/3/1 F/A 27). Auch diese Schilderung erscheint äusserst unwahrscheinlich 

und wird so auch von niemand anderem – insbesondere auch nicht von der Privat-

klägerin – bestätigt. 

2.2.6. Der Beschuldigte schmückte die Erzählung der Prostitution der Privatklägerin 

denn auch mit unzähligen Details aus, etwa zu einem ca. 20 cm grossen Postauto-

horn an einer Tür, einem ca. 40 cm langen Messer, welches eine blonde Frau 

jeweils in der Hand habe, wenn die Privatklägerin in einem Zimmer am Arbeiten sei 

(Urk. D1/3/2 F/A 6). Damit sagte er nicht nur deutlich detaillierter aus als noch an 

der ersten Einvernahme, was ein Lügensignal darstellt, zumal er Zeit hatte, sich die 

Geschichte genauer zurecht zu legen. Es handelt sich auch um äusserst seltsam 

anmutende Details, – insbesondere hinsichtlich der Grössenangaben – welche 

nicht von einer natürlichen Erzählung der Privatklägerin oder Beobachtungen des 

Beschuldigten vor Ort zu erwarten wären. Die Aussagen des Beschuldigten sind 

von einer derartigen Detailverliebtheit (Glatze des Barinhabers, blonde Frau mit ca. 

40 cm langem Messer in der Hand, 20 Treppenstufen zur Prostituierten hoch), dass 

sie nicht einem natürlichen Erinnerungsvermögen zu entspringen scheinen, 

sondern vielmehr ausgedacht wirken.

-   21   -

2.2.7. Auch die Aussagen darüber, wie die Mutter der Privatklägerin diese in einem 

anderen Verfahren instruiert habe, wie man glaubhafte Aussagen mache, nämlich 

möglichst detailliert (Urk. D1/3/2 F/A 11), erscheinen in einem seltsamen Licht. Es 

erscheint äusserst unwahrscheinlich, dass die Mutter der Privatklägerin ihr dies bei-

gebracht und ihm anschliessend darüber berichtet haben soll. Sodann fällt gerade 

der Beschuldigte damit auf, äusserst – deutlich mehr als üblich – detailliert auszu-

sagen. Die Details, welche er in seinen Ausführungen vorbringt, erscheinen denn 

auch keineswegs einer authentischen Schilderung seiner Erinnerungen zu ent-

springen sondern vermitteln vielmehr, wie bereits ausgeführt, einen einstudierten 

Eindruck. 

2.2.8. Der Beschuldigte schweifte sodann teilweise auch vom eigentlichen Thema 

ab, indem er etwa, danach gefragt, ob er aufgrund des geschilderten Missbrauchs 

an der Privatklägerin Anzeige erstattet habe, zusammenhanglos ausführte, er habe 

bis zum 15. März 2022 über 10 Monate lang eine Freundin gehabt, mit der er in 

einer Beziehung gewesen sei. Auch diesbezüglich sagte er ungewöhnlich detailliert 

aus, etwa dazu wie lange sie zusammen gewesen seien, wer die Beziehung been-

det habe und wie alt seine Freundin gewesen sei (Urk. D1/3/1 F/A 27). Sodann 

erklärte er im Zusammenhang mit der Schilderung des Vorfalls vom 27. März 2022 

zusammenhangslos aus, die Privatklägerin habe ihn gefragt, ob "wir jemanden um-

bringen wollen" (Urk. D1/3/1 F/A 10), was in Anbetracht der weiteren Umstände ab-

solut unglaubhaft erscheint und womit er auch versuchte, sie schlecht darzustellen. 

So führte er im Anschluss auch aus, man unterschätze sie mit ihren 14 Jahren 

(Urk. D1/3/1 F/A 10). Der Beschuldigte meinte zwar, er könne dies beweisen, da 

sie ihm dies geschrieben habe (Urk. D1/3/1 F/A 32), legte den entsprechenden 

Chatauszug jedoch nie vor, was in einer derartigen Situation zu erwarten wäre. Aus 

den in den Akten liegenden Unterlagen hierzu, ist eine derartige Nachricht der 

Privatklägerin jedenfalls nicht ersichtlich. 

2.3. Erstellter Sachverhalt

Der Beschuldigte gab zu, die Privatklägerin zu kennen, sich ihres Alters bewusst 

gewesen zu sein und sich mit ihr am 27. März 2022 am Bahnhof H._____ verab-

redet zu haben (Urk. D1/3/1 F/A 9 i.V.m. Prot. I S. 23). Diese Sachverhaltselemente 

-   22   -

sind damit als erstellt zu betrachten, zumal sie sich auch mit dem weiteren Bewei-

sergebnis decken. 

2.4. Motivlage für mögliche Falschbeschuldigung

2.4.1. Schulden der Mutter der Privatklägerin

2.4.1.1. Der Beschuldigte machte zunächst geltend, die Mutter der Privatklägerin 

schulde ihm noch Fr. 400.–. Das sei der einzige Grund, den er sich für das Erheben 

derartiger Vorwürfe vorstellen könne. Er habe mit dieser Kontakt aufgenommen 

und gesagt, dass er das Geld nun zurückhaben müsse. Er habe damit gedroht, 

diese zu betreiben, wenn sie dem nicht nachkomme (Urk. D1/3/1 F/A 13). Es seien 

auch schon für Fr. 400.– Leute umgebracht worden. Er machte sodann einerseits 

geltend, seiner Meinung nach habe die Privatklägerin am Anfang gar nicht gewusst, 

was sie damit anrichte. Sie habe sich wohl einfach gedacht, sie werde eine Anzeige 

bei der Polizei machen und er würde dann 10 Tage später für eineinhalb Jahre 

verurteil werden. Es habe ja niemand gewusst, dass er für so lange ins Gefängnis 

komme (Prot. I S. 31). Andererseits machte er aber auch geltend, die Privatklägerin 

habe den Vorfall bei ihr zu Hause erfunden, weil sie gewusst habe, dass er länger 

in Haft komme, wenn sie geltend mache, dass sie als Kind missbraucht worden sei 

(Prot. I S. 33). 

2.4.1.2. Die Privatklägerin bestätigte, dass ihre Mutter dem Beschuldigten Geld ge-

schuldet habe. Sie machte geltend, er habe ihr viel Geld geliehen. Sie habe nämlich 

viel Tabak und Bier damit gekauft (Urk. D1/4/7 F/A 117-120). Inwiefern ihr oder 

ihrer Mutter durch eine Falschanschuldigung diesbezüglich ein Vorteil erwachsen 

würde, erhellt nicht, zumal es dem Beschuldigten auch aus der Haft möglich wäre, 

ein Betreibungsverfahren einzuleiten. Sodann werden die Schulden an und für sich 

offensichtlich auch gar nicht bestritten. Dass der Beschuldigte sich in seinen 

Mutmassungen zum Motiv sodann teilweise widerspricht, lässt diese auch nicht 

glaubhafter erscheinen. 

-   23   -

2.4.2. Anstiftung durch I._____

2.4.2.1. Der Beschuldigte machte ausserdem geltend, I._____ habe die Privat-

klägerin zu den falschen Anschuldigungen angestiftet. Dieser habe ihn aus dem 

Weg räumen wollen (Prot. I S. 32). Sie müsse massiv unter Druck gesetzt worden 

sein (Urk. D1/3/2 F/A 11). 

2.4.2.2. Wie noch aufzuzeigen sein wird, sind die Aussagen des Beschuldigten zu 

I._____ unglaubhaft. In den Akten sind auch keinerlei Anhaltspunkte für dessen 

Existenz vorhanden. 

2.4.3. Motivation der Privatklägerin

2.4.3.1. Die vom Beschuldigten geltend gemachten Motive für eine Falschbeschul-

digung durch die Privatklägerin erscheinen äusserst unwahrscheinlich, wenn nicht 

geradezu abwegig. Die Privatklägerin erstattete denn auch nicht von sich aus 

Anzeige. Es war vielmehr deren Betreuerin, welche meinte, sie wolle die Polizei 

involvieren und schliesslich einen Termin mit dieser vereinbarte (Urk. D1/4/1 

F/A 22).  

2.4.3.2. Als Wunsch danach, was nun geschehen solle, schilderte die Privatklägerin 

sodann nachvollziehbar, dass sie nicht wolle, dass er dies auch anderen antue 

(Urk. D1/4/1 F/A 276). 

2.4.4. Fazit

Damit ist aus den Akten kein Motiv für eine allfällige Falschbeschuldigung seitens 

der Privatklägerin ersichtlich. 

2.5. Zum Kennenlernen

2.5.1. Die Privatklägerin schilderte detailliert, in sich schlüssig, widerspruchsfrei 

und lebensnah, wie sie den Beschuldigten im Alter von zehn oder elf Jahren im 

Qualipet kennengelernt habe. Er habe sie angesprochen und sie um ihre Handy-

nummer gebeten, wobei sie nicht habe nein sagen können, worauf er angefangen 

habe, ihr zu schreiben (Urk. D1/4/1 F/A 30-40 i.V.m. Urk. D1/4/7 F/A 62 f.). Sie 

-   24   -

schilderte hierbei auch, dass sie Angst gehabt habe, als der Beschuldigte ihr dort 

begegnet sei, weil er sie zunächst die ganze Zeit angeschaut habe. Sie habe ihm 

ihre Nummer dennoch gegeben. Sie habe nicht nein sagen können und Angst vor 

ihm gehabt, weshalb sie danach auch weggerannt sei (Urk. D1/4/1 F/A 32 i.V.m. 

Urk. D1/4/7 F/A 65). Auch das weitere Kennenlernen bei einem ersten Treffen in 

einem Restaurant in der Anwesenheit ihrer Mutter schilderte sie widerspruchsfrei 

und nachvollziehbar (Urk. D1/4/1 F/A 45-52 i.V.m. Urk. D1/4/7 F/A 72).

2.5.2. Im Gegensatz dazu machte der Beschuldigte konstant und widerspruchsfrei 

geltend, er kenne die Privatklägerin über deren Mutter. Diese habe im gleichen 

Reitstall wie er gearbeitet. Er habe versucht, dieser dabei zu helfen, ihr Alkohol-

problem zu lösen. Von ihr habe er ab und zu den Auftrag erhalten, auf freiwilliger 

Basis die Privatklägerin nach Hause zu begleiten. Er habe daher auch ihre Nummer 

gehabt. Das sei höchstens drei Mal vorgekommen. Es sei dabei nie etwas in die 

behauptete Richtung vorgefallen (Urk. D1/3/1 F/A 9 i.V.m. Prot. I S. 30). 

2.5.3. Die Privatklägerin brachte darauf angesprochen, dass der Beschuldigte 

gemeint habe, er habe sie im Auftrag ihrer Mutter jeweils von der Schule nach 

Hause begleitet, weshalb er auch ihre Telefonnummer gehabt habe, ihr authentisch 

wirkendes Erstaunen zum Ausdruck und erklärte, dies sei seltsam. Ihre Mutter habe 

ihr nie von ihm erzählt. Sie stelle ihr sonst alle Kollegen vor. Das könne nicht sein. 

Ihre Mutter habe ihn nicht gekannt (Urk. D1/4/7 F/A 75). 

2.5.4. Damit ist davon auszugehen, dass die beiden sich, wie von der Privatklägerin 

geschildert, im Qualipet zum ersten Mal begegneten, wobei es der Beschuldigte 

war, welcher den Kontakt aufnahm. 

2.5.5. Die Privatklägerin schilderte ausserdem auch lebensnah, in sich schlüssig 

und nachvollziehbar, wie der Beschuldigte ihr früher Sachen gekauft habe, wofür 

sie jeweils etwas für ihn habe machen müssen. Es sei anfangs nicht so schlimm 

gewesen. Es seien Umarmungen und ähnliches gewesen. Später seien es Küsse 

und dann immer mehr gewesen (Urk. D1/4/1 F/A 22 i.V.m. F/A 127-141 und 

Urk. D1/4/7 F/A 115). Er habe ihr auch Geld gegeben, ihr ein Pferd versprochen 

und gar einmal einen Hund gekauft. Er habe insgesamt viel Geld für sie ausgege-

-   25   -

ben (Urk. D1/4/7 F/A 101-110). Nachvollziehbar führte sie hierzu sodann aus, sie 

habe das zwar einerseits komisch aber auch sehr cool gefunden. Sie sei arm 

gewesen und habe es krass gefunden, dass das jemand für sie mache (Urk. D1/4/7 

F/A 112).

2.5.6. Der Beschuldigte meinte zwar, es stimme, dass er ihr Geschenke gemacht 

habe. Ihre Mutter habe ihm das aber zumindest teilweise zurückbezahlt 

(Urk. D1/3/1 F/A 11). Er machte zunächst geltend, er könne sich konkret nur daran 

erinnern, dass er ihr Essen bezahlt habe (Urk. D1/3/1 F/A 12), wofür sie im Gegen-

zug nichts habe machen müssen (Urk. D1/3/1 F/A 13). Anlässlich der Hauptver-

handlung machte er dann aber geltend, er habe sie nicht nur ab und zu zum Essen 

eingeladen sondern auch, dass die Mutter der Privatklägerin ihn auch darum gebe-

ten habe, ihr Dinge zu kaufen (Prot. I S. 31). Damit konnte er sich plötzlich an mehr 

erinnern, was ein Lügensignal darstellen kann. Anlässlich der Hauptverhandlung 

machte er sodann seiner bisherigen Aussage widersprechend geltend, die Mutter 

der Privatklägerin habe ihm alles zurückbezahlt (Prot. I S. 31). Die Privatklägerin 

meinte hierzu sodann, ihre Mutter habe ihm die Geschenke nicht zurückbezahlt. Es 

sei umgekehrt gewesen. Er habe ihr viel Geld geliehen. Sie habe nämlich viel 

Tabak und Bier damit gekauft (Urk. D1/4/7 F/A 117-120). Dies deckt sich sodann 

im Kern auch mit der Aussage des Beschuldigten zum möglichen Motiv für eine 

Falschbeschuldigung der Privatklägerin. In diesem Zusammenhang macht er näm-

lich wiederum geltend, die Mutter der Privatklägerin habe noch immer Schulden bei 

ihm, mithin eben nicht alles zurückbezahlt (Urk. D1/3/1 F/A 13). Der Beschuldigte 

widersprach sich also diesbezüglich. 

2.5.7. Die Ausführungen der Privatklägerin sind damit detailliert, nachvollziehbar, 

wirken authentisch und sind widerspruchsfrei, während der Beschuldigte mit seinen 

Ausführungen nicht überzeugt. Es erscheint denn auch eher unwahrscheinlich, 

dass die Mutter der Privatklägerin ihn damit beauftragt haben soll, diese zum Essen 

einzuladen und ihr Dinge zu kaufen, wenn sie ihm danach alles zurück bezahlte. 

Diesfalls hätte sie ihrer Tochter auch direkt selbst Geschenke machen können. 

2.5.8. Damit ist erstellt, dass sich das Kennenlernen und die weitere Entwicklung 

der "Beziehungsdynamik" so abspielte, wie die Privatklägerin es schilderte. Der 

-   26   -

Beschuldigte baute ein Vertrauensverhältnis zur Privatklägerin auf, band sie mittels 

Geschenken, welche sie sich sonst nie hätte leisten können, an sich und verlangte 

hierfür nach und nach Gegenleistungen. Die Gegenleistungen fielen sodann 

zunächst noch in die Kategorie gesellschaftlich noch toleriert, steigerten sich dann 

aber in den Bereich von sexuellen Handlungen. 

2.6. Vorfall beim Beschuldigten zu Hause

2.6.1. Die Privatklägerin schilderte, dass sie beim Beschuldigten zu Hause gewe-

sen sei als dieser noch bei seinen Eltern in K._____ [Ortschaft] gelebt habe. Sie sei 

11 Jahre alt gewesen und er habe sie geküsst (Urk. D1/4/1 F/A 287-289). Er habe 

sie eingeladen, um einen Film zu schauen (Urk. D1/4/7 F/A 256). Vor Ort habe er 

ihr dann gesagt, wenn sie wirklich zu einem Pferd kommen wolle, müsse sie mit 

ihm viel rummachen, worauf sie "okay" gesagt habe. Sie hätten dann rumgemacht. 

Er habe sie geküsst und sie an sich gedrückt (Urk. D1/4/7 F/A 260 i.V.m. F/A 264). 

2.6.2. Die Privatklägerin blieb zurückhaltend, und meinte etwa, sie habe zwar runter 

gehen müssen, weil der Beschuldigte ihr gesagt habe, dass die Putzfrau komme. 

Dort hätten sie aber nicht mehr rumgemacht (Urk. D1/4/7 F/A 261 i.V.m. F/A 263). 

Sodann gab sie zu, aufgrund des versprochenen Pferds in die Handlungen einge-

willigt zu haben (Urk. D1/4/7 F/A 260). 

2.6.3. Sie gab auch zu, wenn sie etwas nicht wusste bzw. sich nicht sicher war, 

indem sie etwa ausführte, sie glaube nicht, dass sie seinen Penis gespürt habe. Sie 

wisse es nicht (Urk. D1/4/7 F/A 265). Auch gab sie zu, nicht mehr zu wissen, was 

für Filme sie sich angeschaut hätten. Sie konnte sich lediglich daran erinnern, dass 

es sich um Kinderfilme gehandelt habe (Urk. D1/4/7 F/A 261). 

2.6.4. Der Beschuldigte meinte hierzu, der Vorwurf stimme nicht. Sie sei nie bei ihm 

zu Hause gewesen. Er könne sodann beweisen, dass seine Eltern und er nie eine 

Putzfrau gehabt hätten (Urk. D1/3/2 F/A 8 i.V.m. Prot. I S. 32). Der Beschuldigte 

meinte sodann, der Privatklägerin nie ein Pferd versprochen zu haben (Prot. I 

S. 32). 

-   27   -

2.6.5. Die Ausführungen der Privatklägerin sind widerspruchsfrei, in sich stimmig, 

nachvollziehbar, zurückhaltend mithin glaubhaft, während der Beschuldigte das 

Geschehene lediglich pauschal bestritt. Hinsichtlich der Schilderung des Auftau-

chens der Putzfrau ist sodann festzuhalten, dass die Privatklägerin ausführte, der 

Beschuldigte habe ihr gesagt, die Putzfrau komme, weshalb sie runter gehen 

müsse. Damit ist es möglich, dass die Eltern des Beschuldigten nie eine Putzfrau 

hatten, er ihr dies aber so erzählt hat, es sich bei der sich annähernden Person 

aber um die Mutter des Beschuldigten oder eine Drittperson gehandelt hat. Damit 

würde auch die Feststellung, dass nie eine Putzfrau bei den Eltern des Beschuldig-

ten gearbeitet hat, keine Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privat-

klägerin wecken. 

2.6.6. Entgegen der Anklageschrift äusserte die Privatklägerin jedoch nie, der 

Beschuldigte habe sie bei diesem Vorfall hochgehoben und ihr Gesäss geknetet. 

Sie machte, wie soeben ausgeführt, lediglich geltend, der Beschuldigte habe mit ihr 

rumgemacht – sie geküsst und an sich gedrückt. Mit dieser Einschränkung ist der 

Sachverhalt aufgrund ihrer glaubhaften Aussagen und in Anbetracht des generellen 

Aussageverhaltens des Beschuldigten sowie seiner wenig ergiebigen Ausführun-

gen zum konkreten Vorwurf anklagegemäss erstellt. 

2.7. Vorfall bei der Privatklägerin zu Hause

2.7.1. Die Privatklägerin schilderte, wie der Beschuldigte eines Tages bei ihr zu 

Hause gewesen sei, wobei er sie bei der Kellertüre hochgehoben und angefangen 

habe, sie zu küssen. Er habe dabei ihren Arsch und ihre Brust gedrückt bzw. 

geknetet (Urk. D1/4/1 F/A 141 i.V.m. Urk. D1/4/7 F/A 267). Er habe sie mit dem Rü-

cken gegen die Türe gedrückt und an den Beinen sowie am Po gehalten 

(Urk. D1/4/7 F/A 267-269). 

2.7.2. Hierbei schilderte sie eindrucksvoll, dass sie das nicht gewollt habe, sich 

deswegen danach den Mund geputzt habe, weil sie es so "grusig" gefunden habe 

und machte bei der Schilderung Würgegeräusche (Urk. D1/4/1 F/A 143). Die 

Schilderungen waren denn auch offensichtlich schambehaftet für die Privatklägerin. 

-   28   -

So fiel es ihr etwa schwer, ihren Intimbereich zu benennen (Urk. D1/4/1 F/A 152-

156).

2.7.3. Sie belastete den Beschuldigten jedoch nicht unnötig. So gab sie etwa an, er 

habe sie zwar an Po und Brust angefasst aber nur über den Kleidern (Urk. D1/4/1 

F/A 151-152). Auch gab sie an, dem Beschuldigten mit einem "Okay" ihr Einver-

ständnis vermittelt zu haben, da er ihr gesagt habe, dass sie mit ihm für das Pferd 

rummachen solle. Hierzu erklärte sie, sie habe schon immer ein Pferd haben wollen 

(Urk. D1/4/7 F/A 267 i.V.m. F/A 270). 

2.7.4. Schliesslich schilderte sie in diesem Zusammenhang zunächst weiter, er 

habe auch ihre Vagina anfassen wollen, was sie nicht gewollt habe. Dies habe sie 

ihm auch gesagt, worauf er gemeint habe, sie habe so mehr Chancen, ein Pferd zu 

bekommen. Er habe sie dann ganz kurz angefasst. Es sei ihr so unangenehm 

gewesen (Urk. D1/4/1 F/A 158-160). Anlässlich ihrer zweiten Einvernahme erklärte 

sie hingegen, er habe gewollt, dass sie ihm ihre Vagina zeige. Er habe gesagt, sie 

habe so mehr Chancen ein Pferd zu bekommen. Sie habe aber gesagt, sie wolle 

es lieber nicht machen. Sie habe "es" dann aber doch runtergezogen. Sie habe es 

dann zeigen müssen und habe "es" nach oben gezogen (Urk. D1/4/7 F/A 251-253). 

Sie wisse und glaube nicht, ob bzw. dass er etwas gemacht habe, als sie die Vagina 

gezeigt habe. Er habe nur geschaut (Urk. D1/4/7 F/A 254). Damit sagte sie bezüg-

lich einer allfälligen Berührung der Vagina widersprüchlich aus. Dieser Widerspruch 

lässt sich so nicht erklären, vermag die Glaubhaftigkeit ihrer übrigen Aussagen zum 

Sachverhalt jedoch nicht zu schmälern. Zugunsten des Beschuldigten ist jedoch 

davon auszugehen, dass er ihre Vagina nicht berührt hat, wovon im Übrigen auch 

die Anklageschrift nicht ausgeht. 

2.7.5. Der Beschuldigte bestritt den Vorfall gänzlich. Er habe sie im Frühling oder 

Sommer 2019 nie bei ihr zu Hause getroffen. Das sei alles erfunden, weil es die 

ganze Sache noch viel schlimmer mache, wenn man sage, dass sie bereits als Kind 

missbraucht worden sei. Sie habe gewusst, dass er länger in Haft komme, wenn 

sie so einen Scheiss erzähle. Er habe das nie gemacht (Prot. I S. 33). 

-   29   -

2.7.6. Aufgrund des generellen Aussageverhaltens des Beschuldigten, seiner 

wenig ergiebigen Ausführungen zum konkreten Vorwurf und der glaubhaften 

Aussagen der Privatklägerin ist der Sachverhalt anklagegemäss erstellt, zumal sich 

in den Akten, wie bereits ausgeführt, auch keinerlei Anhaltspunkte dafür finden, 

dass die Privatklägerin den Beschuldigten falsch beschuldigt, um ihn möglichst 

lange in Haft zu bekommen, wie es der Beschuldigte diesen konkreten Vorwurf 

betreffend erneut vorbrachte. 

2.8. Vorfall beim Schulhaus L._____

2.8.1. Weiter schilderte die Privatklägerin, es sei auch zu einem Vorfall beim Schul-

haus L._____ gekommen als sie 11 Jahre alt gewesen sei, wobei sie insbesondere 

die Örtlichkeit genau beschreiben konnte (Urk. D1/4/1 F/A 170-178 i.V.m. 

Urk. D1/4/7 F/A 277-282). 

2.8.2. Sie schilderte eindrucksvoll und authentisch, dass es ihr peinlich sei, über 

diese Dinge zu sprechen. Sie rede nicht gerne darüber und habe Mühe dies zu tun. 

Es sei komisch darüber zu sprechen. Es sei so peinlich für sie und schwer darüber 

zu reden (Urk. D1/4/1 F/A 167 i.V.m. F/A 180-181). Auf die Frage, wie ihre Position 

beim Eindringen gewesen sei, meinte sie "Das ist so hässlich… Das ist so… Wäh… 

Sie, es ist so grusig." (Urk. D1/4/1 F/A 206). Die Schilderungen fielen ihr damit alles 

andere als leicht, was eine Falschbeschuldigung unwahrscheinlich erscheinen 

lässt.

2.8.3. Trotz offenbarer Scham schilderte sie detailliert, in sich schlüssig, wider-

spruchsfrei, den Beschuldigten nicht unnötig stark belastend und nachvollziehbar, 

dass und wie es zu analem Geschlechtsverkehr gekommen sei (Urk. D1/4/1 

F/A 188-189). Sie äusserte, er habe vaginalen Geschlechtsverkehr mit ihr haben 

wollen. Sie habe aber gesagt, dass sie dies nicht wolle, da sie Jungfrau bleiben 

wolle, worauf er gemeint habe, dann könne er es halt von hinten machen 

(Urk. D1/4/1 F/A 192-194 i.V.m. Urk. D1/4/7 F/A 291-293). Sie habe auf seine Auf-

forderung hin ihre Hose selbst ausgezogen (Urk. D1/4/1 F/A 203-205) und sei dann 

mit dem Rücken zur Wand gewesen. Er habe sie an den Beinen gehalten und hoch-

gehoben und sei in dieser Position in ihren Anus eingedrungen (Urk. D1/4/1 

-   30   -

F/A 207 i.V.m. F/A 209-214 und F/A 217). Er habe sie an die Wand gedrückt und 

sie an den Beinen gehalten (Urk. D1/4/1 F/A 225). Sie habe gespürt, wie er mit 

seinem Penis rein und wieder raus sei (Urk. D1/4/1 F/A 226). Sie habe Angst 

gehabt und geweint, weil es weh getan habe. Sie glaube, er habe es gesehen und 

ihre Tränen weggeputzt (Urk. D1/4/1 F/A 218-220 i.V.m. Urk. D1/4/7 F/A 298). Er 

habe dann aber nicht in sie reingespritzt, sondern in ihr Gesicht ejakuliert. Er habe 

ihr danach ein Taschentuch gegeben, damit sie es habe wegputzen können 

(Urk. D1/4/1 F/A 229 i.V.m. F/A 238-240 und Urk. D1/4/7 F/A 305-306, Urk. D1/4/7 

F/A 306 und F/A 314-315). Er habe sie dazu zunächst runtergelassen und dann 

gewichst. Sie habe dabei auf dem Boden gekniet (Urk. D1/4/1 F/A 231 i.V.m. 

F/A 232, F/A 237 und Urk. D1/4/7 F/A 307). 

2.8.4. Nachvollziehbar schilderte sie, es seither zu hassen mit Männern alleine zu 

sein. Sie habe immer noch Probleme mit Männern Kontakt zu haben oder ihnen zu 

vertrauen (Urk. D1/4/1 F/A 191). 

2.8.5. Auch ihre Empfindungen konnte sie altersgerecht in Worte fassen, indem sie 

ausführte, es habe sich so unangenehm angefühlt, so eng. Es gebe zwar Schlim-

meres aber es habe schon weh gemacht. Es sei so wie ein Zäpfli in gross bzw. 

dicker und länger gewesen, was auch weh tue (Urk. D1/4/1 F/A 255 i.V.m. F/A 256-

257 und Urk. D1/4/7 F/A 296-297). Die Privatklägerin schilderte damit eindeutig 

selbst Erlebtes. Anders sind derartig konkrete und nachvollziehbare Schilderungen 

in Anbetracht ihrer sonstigen Unerfahrenheit in diesem Lebensbereich nicht erklär-

bar.

2.8.6. Sie gab bei der Schilderung auch zu, gewisse Dinge nicht mehr zu wissen, 

wie etwa, was er genau zu ihr gesagt habe und meinte, nur noch zu wissen, was 

passiert sei (Urk. D1/4/1 F/A 186). Auch erklärte sie, nicht mehr zu wissen, was sie 

genau angehabt habe (Urk. D1/4/1 F/A 201). Sie gab auch zu, nicht richtig gesehen 

zu haben, ob er ein Kondom benutzt habe. Sie habe nur gesehen, dass er steif 

gewesen sei (Urk. D1/4/1 F/A 241-242 i.V.m. Urk. D1/4/7 F/A 300-302). 

2.8.7. Die Privatklägerin schilderte ausserdem, es habe nicht nur weh getan, son-

dern auch angefangen zu bluten (Urk. D1/4/7 F/A 297), was soweit in Anbetracht 

-   31   -

der geltend gemachten Geschehnisse nachvollziehbar ist. Anlässlich der ersten 

Einvernahme, gab sie – vom konkreten Vorwurf unabhängig befragt – zwar an, der 

Beschuldigte habe sie nie verletzt, äusserte diesbezüglich allerdings eine gewisse 

Unsicherheit, indem sie angab "Ich glaube nicht, nein." (Urk. D1/4/1 F/A 258). Die 

Angabe zur Verletzung stellt damit eine leichte Aggravation in ihrer Schilderung dar. 

Zu beachten gilt es allerdings, dass sie den Kern der Vorwürfe betreffend konstant 

blieb und den Beschuldigten ansonsten nicht unnötig belastete, weshalb dies nicht 

als Lügensignal zu werten ist. Zugunsten des Beschuldigten ist jedoch davon aus-

zugehen, dass die Privatklägerin nicht geblutet hat. 

2.8.8. Nachvollziehbar schilderte sie auch, dass sie den Vorfall für sich behalten 

habe, weil sie Angst gehabt habe, dass er auf sie wütend werde. Das sei schon ab 

und zu vorgekommen (Urk. D1/4/1 F/A 260-262). Er habe ihr gesagt, sie solle 

nichts sagen. Es sei ein Geheimnis zwischen ihnen beiden (Urk. D1/4/7 F/A 320). 

Mit Konsequenzen habe er ihr aber nicht gedroht (Urk. D1/4/7 F/A 322). Damit blieb 

sie weiter zurückhaltend, was die Belastungen des Beschuldigten betrifft. 

2.8.9. Der Mensch ist ein schlechter Zeitmesser. Vor allem bei dramatischen Ereig-

nissen können Sekunden manchmal als Ewigkeit erscheinen. In der empirischen 

Aussagenanalyse ist deshalb anerkannt, dass unrealistische, weil überhöhte 

Zeitangaben von Opfern meist kein taugliches Kriterium für die Beantwortung der 

Frage, ob das Ereignis stattgefunden hat oder nicht, sind. Die Privatklägerin 

äusserte zunächst einerseits, der Analverkehr habe nicht so lange gedauert und 

machte andererseits eine Zeitangabe von 15 Minuten (Urk. D1/4/1 F/A 224). 

Anlässlich ihrer zweiten Einvernahme gab sie sodann zu Protokoll, nicht mehr zu 

wissen, wie lange er in ihr gewesen sei (Urk. D1/4/7 F/A 294). 15 Minuten scheinen 

in Anbetracht der Tatsache, dass der Beschuldigte sie währenddessen hochge-

hoben haben soll, sehr lange. Zu beachten gilt es allerdings, dass es sich bei der 

Privatklägerin damals um ein 11 Jahre altes Mädchen gehandelt hat. Sie war mithin 

nicht so schwer, wie eine erwachsene Frau es gewesen wäre und damit deutlich 

leichter hochzuheben. Der Ablauf an und für sich erscheint daher durchaus – auch 

für ein paar Minuten – umsetzbar. Die Privatklägerin meinte sodann auch selbst, 

es habe nicht so lange gedauert. Daher scheint die Zeitangabe von 15 Minuten 

-   32   -

eher dem nicht besonders guten Zeitgefühl der Privatklägerin geschuldet. Sie führte 

jedoch aus, "so 15 Minuten" mithin ca. 15 Minuten, wobei in Zusammenhang mit 

der Angabe "nicht so lange" davon auszugehen ist, dass der Akt kürzer war und es 

der Privatklägerin schlicht schwer viel, die Zeit genau einzuschätzen, was in Anbe-

tracht der inzwischen vergangenen Zeit, des Vorfalls an und für sich und ihrem Alter 

zum Tatzeitpunkt nachvollziehbar ist. Dies ist daher nicht als Lügensignal zu 

werten, zumal sie den Beschuldigten ansonsten auch in keiner Form unnötig stark 

zu belasten versuchte. Damit ist davon auszugehen, dass der Analverkehr an sich 

nicht 15 Minuten gedauert hat. 

2.8.10. Der Beschuldigte bestritt den Vorfall hingegen zwar pauschal aber konstant 

und widerspruchsfrei. Er meinte, er habe noch nie Analverkehr ausprobiert. Das 

gehöre für ihn ins WC. Er könne rein moralisch niemanden vergewaltigen 

(Urk. D1/3/2 F/A 8). Er könne sich auch nicht an ein Treffen mit der Privatklägerin 

beim Schulhaus L._____ erinnern. Er habe sie nie zum Geschlechtsverkehr aufge-

fordert. Die restlichen Vorwürfe diesen Vorfall betreffend würden ebenfalls nicht 

stimmen. Sie behaupte das, um ihn aus dem Weg zu räumen. Bei seinen bisherigen 

Verfehlungen habe nie jemand von Analsex berichtet. Er stehe nicht darauf und 

habe nie Nastücher dabei. Das habe nie stattgefunden. Er würde es auch niemals 

schaffen, sie rund zehn Minuten lang hochzuheben (Prot. I S. 34). 

2.8.11. Aufgrund der äusserst authentisch wirkenden, detaillierten, nachvollzieh-

baren, den Beschuldigten nicht unnötig stark belastenden und im Wesentlichen 

widerspruchsfreien Aussagen der Privatklägerin ist der Sachverhalt anklage-

gemäss erstellt. Die Ausführungen des Beschuldigten sowie das übrige Beweiser-

gebnis vermögen dies nicht zu entkräften.

2.9. Vorfall vom 27. März 2022

2.9.1. Die Verteidigung machte hinsichtlich den Vorfall vom 27. März 2022 geltend, 

es sei bewusst auf die Erstellung einer DNA-Analyse vom sichergestellten BH der 

Privatklägerin verzichtet worden. Auch sei auf eine Spurensicherung ab der Privat-

klägerin verzichtet worden, da diese bereits geduscht gehabt habe. Es sei jedoch 

üblich, dass bei einem Vorwurf sexueller Handlungen auch dann eine Spurensiche-

-   33   -

rung durchgeführt werde, wenn die Person bereits geduscht habe. Die Absenz 

gewisser Spuren könne ebenfalls ein Ermittlungsergebnis darstellen, welches 

insbesondere für den Beschuldigten hätte entlastend sein können. Auch die Unter-

hosen der Privatklägerin seien nicht untersucht worden. Die Tatsache dieser unter-

bliebenen und womöglich für den Beschuldigten entlastenden Untersuchungen 

würden gegen einen Schuldspruch sprechen. Eine Verurteilung dürfe nicht auf 

Mutmassungen basieren. Wenn relevante Untersuchungen unterlassen würden, 

könnten relevante Zweifel nicht ausgeschlossen werden (Urk. 207 S. 5 f. Rz. 4). 

2.9.2. Während das Vorhandensein von Spuren ein Indiz für die Schuld einer 

Person darstellen kann, stellt das Nichtvorhandensein solcher Spuren kein Beweis 

für die Unschuld einer Person dar. Schliesslich kann es gute Gründe dafür geben, 

dass keine DNA-Spuren vorhanden sind, so etwa, dass sich eine Person bereits 

geduscht hat. Gerade wenn Übergriffe bereits länger zurückliegen, unterbleiben 

derartige Untersuchungen regelmässig. Der Beschuldigte hat vorliegend zugege-

ben, den BH der Privatklägerin angefasst zu haben, womit sich die Notwendigkeit 

des Einholens eines DNA-Gutachtens hierzu erübrigt hat. Die Privatklägerin hat 

sodann nie geltend gemacht, der Beschuldigte habe ihr in die Hosen gefasst bzw. 

sei sonst irgendwie mit ihren Unterhosen in Berührung gekommen. Auch in der 

Anklage ist hiervon nicht die Rede. Damit erübrigt sich auch eine Untersuchung 

ihrer Unterhosen. Von den unterlassenen Untersuchungen wäre nichts zu erwarten 

gewesen, was zur Klärung des Sachverhalts beigetragen hätte. Damit führt dieser 

Umstand auch nicht zu Zweifeln. 

2.9.3. Den Vorfall vom 27. März 2022 schilderte die Privatklägerin ebenfalls detail-

liert, lebensnah und im Kern widerspruchsfrei. So führte sie aus, dass und wie der 

Beschuldigte ihr zunächst während dem Gespräch immer nähergekommen sei und 

begonnen habe sie zu umarmen (Urk. D1/4/1 F/A 22 i.V.m. F/A 70-75 und 

Urk. D1/4/7 F/A 124). Sie hätten sehr lange geredet. Irgendwann habe er ihre 

Kollegin weggeschickt, weil er mit ihr über die Vergangenheit habe sprechen 

wollen, worauf diese etwas weg gegangen sei (Urk. D1/4/1 F/A 22 i.V.m. F/A 75). 

Er habe ihr dann gesagt, dass sie ihm noch "Rummachen" schulde von früher. Sie 

habe ihm daraufhin erklärt, dass sie das nicht wolle. Sie habe ihm auch extra 

-   34   -

gesagt, sie sei lesbisch und dass sie nichts mit Jungs oder Männern anfange. Er 

habe aber gemeint, es sei egal. Schliesslich habe er sie aufgefordert mitzukommen. 

Sie seien dann runtergegangen und er habe sie gegen eine Gitterwand gedrückt 

und angefangen sie zu küssen. Er habe sie überall angefasst, auch an der Brust 

unter dem BH aber nicht am Intimbereich. Er habe es zwar gewollt aber sie habe 

seine Hand weggenommen. Das sei wirklich privat, da gehe es nicht mehr weiter 

für sie. Sie habe seinen Penis gespürt. Er habe einen Steifen gehabt. Sie habe 

beinahe weinen müssen, es aber nicht getan, da er sich ansonsten gefragt hätte, 

weshalb sie weine. Sie habe dann gesagt, sie wolle nicht mehr, worauf sie wieder 

hochgegangen seien (Urk. D1/4/1 F/A 22 i.V.m. F/A 78-110 und Urk. D1/4/7 

F/A 124). 

2.9.4. Bei den Schilderungen der Privatklägerin fällt auf, dass das Thema für die 

Privatklägerin offensichtlich schambehaftet war, so fiel es ihr schwer, ihren Intim-

bereich und seinen Penis zu benennen aber auch die Küsse zwischen ihr und dem 

Beschuldigten zu beschreiben (Urk. D1/4/1 F/A 22 i.V.m. F/A 82-85 und F/A 88-

93). Ihre Ausführungen dazu wirken dadurch umso authentischer, fielen ihr diese 

doch alles andere als leicht.

2.9.5. Sie belastete den Beschuldigten auch nicht unnötig stark, indem sie etwa 

ausführte, am Po habe er sie nur über den Kleidern berührt (Urk. D1/4/1 F/A 103). 

Ausserdem habe er es akzeptiert, dass sie die Arme schützend vor ihren Intimbe-

reich gehalten habe (Urk. D1/4/1 F/A 107 i.V.m. F/A 108). Er habe auch aufgehört, 

als sie ihn schliesslich weggedrückt und gesagt habe, dass sie nicht mehr wolle 

(Urk. D1/4/1 F/A 110). Sie meinte auch, sie sei freiwillig mitgegangen. Er habe sie 

nicht gehalten oder gezogen (Urk. D1/4/7 F/A 166-167). 

2.9.6. Nachvollziehbar schilderte sie, sie habe sich unwohl gefühlt. Sie hasse es, 

wenn jemand sie anfasse. Sie habe sich aber gesagt, lieber da – an Brüsten und 

Po – als "da unten". "Da unten" sei ein No-go. Also eigentlich sei alles für sie ein 

No-go aber sie habe sich nicht wehren können. Sie habe zunächst nichts sagen 

können, weil er sie die ganze Zeit geküsst habe. Ihre Hände habe sie die ganze 

Zeit schützend vor ihren Intimbereich gehalten, da sie nicht gewollt habe, dass sie 

jemand dort anfasse (Urk. D1/4/7 F/A 329-330). Sie gab auch Auskunft zu ihren 

-   35   -

Empfindungen als der Beschuldigte ihr bereits zu Beginn des Treffens immer näher 

gekommen sei, indem sie etwa ausführte, dies sei ihr sehr unangenehm gewesen 

(Urk. D1/4/1 F/A 22).

2.9.7. Die Privatklägerin äusserte sich in diesem Zusammenhang auch selbstkri-

tisch, indem sie erklärte, sie könne nicht nein sagen. Das sei ihr Problem. Sie habe 

Angst, dass sie damit Personen verletze (Urk. D1/4/1 F/A 22). 

2.9.8. Sie machte sodann auf entsprechende Nachfragen nachvollziehbare und 

stimmige ergänzende Angaben, so etwa zu den von ihr getragenen Kleidern 

(Urk. D1/4/7 F/A 203), zum konsumierten alkoholischen Getränk (Urk. D1/4/7 

F/A 156-157 i.V.m. F/A 160-161) oder der genauen Örtlichkeit des eigentlichen 

Übergriffs (Urk. D1/4/7 F/A 164-165). 

2.9.9. Die Privatklägerin schilderte zwar, den Beschuldigten am 27. März 2022 per 

Zufall getroffen zu haben (Urk. D1/4/1 F/A 29 i.V.m. Urk. D1/4/7 F/A 126), was 

durch den Chatverlauf zwischen den beiden widerlegt ist (Urk. D1/2/9/1 "Extrakti-

onsbericht Bericht Chat Edelmetal Händler" S. 1 ff. i.V.m. D1/2/9/4 "Extraktionsbe-

richt Zeitachse" S. 4). Damit hat die Privatklägerin diesen Punkt betreffend nicht 

wahrheitsgemäss ausgesagt. Dies ist ihren ansonsten sehr glaubhaften Aussagen 

jedoch nicht abträglich, zumal sie nicht den Kerngehalt betreffend gelogen hat, 

daraus nicht das Geringste zu ihren Gunsten bzw. ihren Standpunkt ableiten könnte 

und sich diese Diskrepanz nachvollziehbar erklären lässt. So schilderte die Privat-

klägerin etwa, dass sie von ihrem Vater aus, eigentlich keinen Kontakt mit Jungs 

haben dürfe. Sie dürfe noch nicht einmal einen anschauen. Er werde dann schon 

wütend (Urk. D1/4/7 F/A 36). Weiter gab sie zu, auch Angst gehabt zu haben, dass 

ihre Betreuerin sie "zusammenscheisst oder so", weil sie mit älteren Leuten raus-

gehe (Urk. D1/4/1 F/A 22). 

2.9.10. Weiter ist auffällig, dass ihre Aussagen zu diesem Vorfall im Rahmen der 

zweiten Einvernahme detaillierter waren als noch bei der ersten. So schilderte sie 

etwa, der Beschuldigte habe ihnen Vapes gekauft. Dies merkte sie jedoch gleich 

zu Beginn der Befragung als Ergänzung an, womit sich auch die entsprechenden 

Ergänzungen bei ihren Ausführungen zum Vorwurf selbst erklären lassen 

-   36   -

(Urk. D1/4/7 F/A 8-9 i.V.m. Urk. D1/4/7 F/A 124). Es erscheint nachvollziehbar, 

dass sie dies zunächst verschwieg, war sie zum Konsum solcher Vapes aufgrund 

ihres Alters doch nicht berechtigt. Weiter sprach sie neu von einem vorgetäuschten 

Telefongespräch ihrerseits (Urk. D1/4/7 F/A 124). Diese Ergänzung lässt sich so 

nicht erklären, betrifft allerdings nicht den Kerngehalt der Vorwürfe, hinsichtlich 

welcher sie konstant und widerspruchsfrei blieb. Sodann lässt sich nicht aussch-

liessen, dass sie dies bei ihrer ersten Schilderung unerwähnt liess, da sie aufgrund 

der Tatsache, dass sie bewusst die Vapes nicht erwähnte, nicht den gesamten Ab-

lauf schildern konnte. 

2.9.11. Sodann enthält ihre Schilderung anlässlich der zweiten Einvernahme einen 

kleinen Widerspruch. So machte sie zunächst geltend, der Beschuldigte habe ihnen 

die Vapes nach dem Kauf und noch vor dem Übergriff übergeben und führte kurz 

später aus, er habe ihr das Vape davor noch nicht gegeben, sie sei auch nur mit 

ihm mitgegangen, weil sie dieses von ihm habe haben wollen (Urk. D1/4/7 F/A 124 

i.V.m. F/A 169-171). Dieser Widerspruch betrifft nicht den Kerngehalt ihrer Aus-

sagen und lässt ihre sonstigen Ausführungen nicht als unglaubhaft erscheinen. Die 

Zeugin G._____ führte im Übrigen aus, der Beschuldigte habe die Vapes erst nach 

dem Übergriff gekauft (Urk. D1/5/1 F/A 82 i.V.m. F/A 83). Es ist damit davon aus-

zugehen, dass er ihnen die Vapes erst nach dem Vorfall übergeben hat, erscheint 

es doch auch nachvollziehbar, dass die Privatklägerin solange motiviert war zu blei-

ben, bis sie diese schliesslich hatte. 

2.9.12. Die Aussagen der Privatklägerin wirken trotz kleinem Widerspruch und 

einigen Ergänzungen authentisch. Ihre Schilderungen sind lebensnahe, nachvoll-

ziehbar und im Kerngehalt widerspruchsfrei mithin glaubhaft, wenngleich sie sich 

an gewisse Dinge nicht mehr gut erinnern konnte, so etwa an den genauen Ablauf 

bezüglich des Fake-Anrufs und den damit verbundenen Behauptungen gegenüber 

dem Beschuldigten (Urk. D1/4/7 F/A 124). 

2.9.13. Die Ausführungen der Zeugin G._____ stimmen sodann, was den groben 

Ablauf betrifft mit jenen der Privatklägerin überein und stützen deren Aussagen da-

mit. Die Zeugin G._____ führte nachvollziehbar, detailliert und widerspruchsfrei 

aus, sie seien zu zweit zum Bahnhof H._____ gegangen und hätten sich dort ein 

-   37   -

Getränk gekauft (Urk. D1/5/1 F/A 25 i.V.m. F/A 39-41 und F/A 44). Später sei der 

Beschuldigte dazu gekommen und habe sich – nachdem er Getränke geholt habe 

– neben die Privatklägerin gesetzt (Urk. D1/5/1 F/A 27 i.V.m. F/A 44-46 und 

F/A 54). Ein I._____ sei nicht dabei gewesen (Urk. D1/5/1 F/A 108). Etwas später 

habe der Beschuldigte sie gebeten, wegzugehen, worauf die beiden beim Coop um 

die Ecke eine Treppe runtergegangen seien, wo es eine Art Keller habe 

(Urk. D1/5/1 F/A 28 i.V.m. F/A 79 und F/A 134). Nachvollziehbar schilderte sie 

sodann, wie sie die Privatklägerin wahrgenommen habe, nachdem diese und der 

Beschuldigte zurückgekommen seien. Sie führte hierzu aus, diese habe komisch 

geschaut und etwas gezittert. Sie habe dieses Verhalten bisher von ihr nicht 

gekannt. Es sei eine seltsame Stimmung gewesen. Die Privatklägerin sei mega 

anders gewesen, auch so ruhig (Urk. D1/5/1 F/A 79-80 i.V.m. F/A 91). Deshalb 

hätten sie – während der Beschuldigte nach dem Übergriff die Vapes kaufen 

gegangen sei – Frau M._____ angerufen und diese gebeten, ihnen in fünf Minuten 

nochmals anzurufen und sie aufzufordern zu gehen. Das habe diese in der Folge 

getan, wobei sie auf Lautsprecher gestellt hätten, so dass der Beschuldigte es 

gehört habe. Dann seien sie gegangen (Urk. D1/5/1 F/A 82). Weiter schilderte sie, 

die Privatklägerin habe ihr anschliessend erzählt, der Beschuldigte habe sie an den 

Brüsten angefasst und sie habe ihn küssen müssen (Urk. D1/5/1 F/A 87-90). 

2.9.14. Die Ausführungen der Zeugin G._____ stimmen zwar grundsätzlich mit je-

nen der Privatklägerin überein, wirken jedoch eigenständig formuliert und nicht ab-

gesprochen. So gibt es auch gewisse Unterschiede. So machte die Zeugin G._____ 

geltend, es stimme zwar, dass der Beschuldigte insgesamt vier Vapes gekauft 

habe. Zwei davon seien für die Privatklägerin gewesen. Zwei davon habe sodann 

zwar sie erhalten, diese seien jedoch für ihre grosse Schwester gewesen. Sie selbst 

rauche nämlich nicht (Urk. D1/5/1 F/A 116 i.V.m. 117-118 und F/A 120). 

2.9.15. Die Zeugin G._____ war sodann in der Lage ihre eigenen Beobachtungen 

von den Schilderungen der Privatklägerin zu unterscheiden. So gab sie an, die 

Privatklägerin habe ihr bereits früher einmal erzählt, dass der Beschuldigte sie ver-

gewaltigt habe als sie jünger gewesen sei. Sie wisse das aber selbst nicht, sondern 

habe es nur von dieser gehört. Sie selbst habe es für sehr glaubwürdig gehalten, 

-   38   -

wolle aber nicht sagen, dass es stimme, da sie es ja nicht wisse (Urk. D1/5/1 F/A 50 

i.V.m. F/A 100-105). Sie wollte den Beschuldigten damit also nicht zusätzlich 

belasten, sondern gab schlicht wieder, was ihr berichtet worden war. Sodann schil-

derte sie nachvollziehbar, sie habe erst nachdem die Privatklägerin ihr von den 

Geschehnissen vom 27. März 2022 erzählt habe gemerkt, dass es mit dem ande-

ren Thema einen Zusammenhang gebe (Urk. D1/5/1 F/A 85). Hätte sie das vorher 

gewusst, hätte sie auch nicht dankend ein Getränk vom Beschuldigten angenom-

men (Urk. D1/5/1 F/A 61). 

2.9.16. Die Ausführungen der Zeugin G._____ sind damit insgesamt nachvollzieh-

bar, in sich schlüssig, detailliert, widerspruchsfrei, belasten den Beschuldigten nicht 

unnötig stark und stellen auch die Privatklägerin nicht in einem speziell guten Licht 

dar. Sie wirken eigenständig und nicht etwa abgesprochen. Damit sind diese glaub-

haft. 

2.9.17. Der Beschuldigte schilderte hingegen zunächst, sie hätten gemeinsam 

Smirnoff getrunken. Die Privatklägerin habe auch etwas Alkohol konsumiert sowie 

LSD und Kokain. Sie seien nur zu Beginn zu Dritt gewesen, danach sei ein 

27-Jähriger namens I._____ dazu gestossen, welcher mit der Privatklägerin 

rumgemacht habe. Dieser habe ebenfalls etwas konsumiert und ihm gesagt, er 

solle den Vorfall auf keinen Fall melden, weil es verboten sei. Danach sei er gegan-

gen (Urk. D1/3/1 F/A 10). 

2.9.18. Anlässlich seiner zweiten Einvernahme schilderte der Beschuldigte neu, 

von I._____ massiv unter Druck gesetzt worden zu sein. Er habe ihm damit gedroht, 

seine Schwester umzubringen, wenn er diesen verpetze (Urk. D1/3/2 F/A 6). Am 

27. März 2022 sei dieser nach nicht einmal zwei Minuten zum Treffen erschienen. 

Die Schilderungen hierzu verknüpfte der Beschuldigte mit unzähligen nicht authen-

tisch wirkenden Details – so etwa, dass I._____ ein silbriges Fahrzeug mit grünem 

Adler auf der Kühlerhaube gefahren sei, dass er Hochdeutsch mit Akzent gespro-

chen habe, Leute im Imbiss gegessen hätten, dass I._____ die Privatklägerin auf 

der rechten Seite am T-Shirt gepackt haben soll, dass der BH in einer Dosenbach-

Plastiktasche gewesen sei, dass er I._____ zögerlich gesagt habe, ob er nicht finde, 

eine ehrliche Arbeit wäre besser, dass I._____ die Waffe mit der rechten Hand raus-

-   39   -

geholt habe, dass I._____ ein braunes Portemonnaie gehabt habe und einen 

schwarzen Rucksack (Urk. D1/3/2 F/A 6). 

2.9.19. Zusammengefasst machte er sinngemäss geltend, I._____ sei der Zuhälter 

der Privatklägerin, habe ihn mit einer geladenen und gespannten Waffe dazu auf-

gefordert, den BH der Privatklägerin anzufassen, was er dann getan habe, worauf 

I._____ ihn aufgefordert habe, er solle sich nie wieder einmischen. Unter anderem 

habe dieser ihm auch damit gedroht, seine Schwester zu töten, da er ihm davor 

erzählt habe, dass das seine liebste Person sei. Anschliessend hätten sie Alkohol 

getrunken. I._____ habe ein Minigrip mit weisser Substanz hervorgeholt und die 

Privatklägerin sowie G._____ dazu aufgefordert, eine Nase davon zu nehmen. 

Sodann habe er sie angewiesen je eine blaue Pille zu schlucken. Schliesslich habe 

I._____ ihn aufgefordert mit ihm in den Zug Richtung Zürich zu steigen. I._____ 

habe ihm gesagt, wenn er etwas von dem Treffen erzählen würde, würde er – nebst 

der Tatsache, dass er seiner Schwester etwas antun würde – die Privatklägerin 

dazu anweisen, zur Polizei zu gehen und zu behaupten, er habe sie vergewaltigt, 

missbraucht und ihren BH angefasst. Sie seien dann gemeinsam mit dem Zug in 

die Stadt gefahren. Während der Fahrt habe er auf Geheiss von I._____ mit der 

Privatklägerin telefonieren und schreiben müssen, so dass ihm ein Fake-Geständ-

nis habe entlockt werden können (Urk. D1/3/2 F/A 6). 

2.9.20. Das vom Beschuldigten geschilderte Szenario wirkt als solches erst einmal 

äusserst unwahrscheinlich. Auch im Detail wirft dieses Fragen auf. So soll I._____ 

der Privatklägerin im Zug geschrieben haben, was diese dem Beschuldigten am 

Telefon sagen solle, wobei das Telefonat parallel dazu stattgefunden habe. Gleich-

zeitig habe I._____ in seinen Notizen auf dem Handy geschrieben, was der 

Beschuldigte der Privatklägerin jeweils antworten solle. Dies wirkt kaum umsetzbar. 

Dass auf diese Art ein flüssiges Gespräch zustande gekommen sein soll, erscheint 

schier unmöglich. Ebenso abwegig erscheint es, dass I._____ zum Zeitpunkt als 

der Zug am Bahnhof Stadelhofen eingetroffen sei, wo dieser ausgestiegen sei, über 

das Telefon des Beschuldigten mit der Privatklägerin – in seinem eigenen Namen 

und nicht etwa vorgetäuscht als Beschuldigter – geschrieben haben soll. Dies 

macht schlicht keinen Sinn, hatte er doch sein eigenes Handy offenbar dabei und 

-   40   -

wäre es ihm wohl kaum möglich gewesen beim Aussteigen mit dem Handy des 

Beschuldigten zu schreiben ohne dieses auch mitzunehmen. Schliesslich machte 

der Beschuldigte geltend, selbst im Zug verblieben zu sein und der Privatklägerin 

anschliessend wieder selbst geschrieben zu haben (Urk. D1/3/2 F/A 6). 

2.9.21. Aus dem bei den Akten liegenden Chatverlauf geht sodann hervor, dass die 

beiden sich nach dem Treffen schriftliche Nachrichten sowie Sprachnachrichten 

über Whatsapp schrieben, während der Beschuldigte offenbar im Zug sass, was 

sich ohne weiteres aus den Hintergrundgeräuschen seiner Sprachnachrichten er-

gibt. Die Privatklägerin fragte den Beschuldigten im Verlauf der Unterhaltung via 

Sprachnachricht, wer das von vorhin alles wissen dürfe, worauf der Beschuldigte 

schriftlich antwortete "Niemert das bliebt unter eus 2 wie gseit blieb jz starch" 

(Urk. D1/2/9 "Extraktionsbericht Edelmetal Händler" S. 74 i.V.m. PTT-20220327-

WA0123.opus abrufbar unter: Urk. D1/2/10-16  Chat Edelmetal Handel und 

GES html  Chat Edelmetal Handel und GES html  files  Audio). Im weiteren 

Verlauf fragte die Privatklägerin den Beschuldigten sodann schriftlich "Aber wieso 

hesh mini titte ahgfasst?", worauf der Beschuldigte mittels Sprachnachricht antwor-

tete und darin ausführte, sie würden über das von vorher nicht im Chat diskutieren. 

Darüber werde persönlich gesprochen aber nicht im Chat. Es gebe Dinge, die 

müssten nicht alle wissen. Fragend stellte er darin ausserdem in den Raum: "Wer 

weiss, wär das alles gseht? Checksch?" (Urk. D1/2/9 "Extraktionsbericht Edelmetal 

Händler" S. 77 i.V.m. PTT-20220327-WA0128.opus abrufbar unter: Urk. D1/2/10-

16  Chat Edelmetal Handel und GES html  Chat Edelmetal Handel und 

GES html  files  Audio). Mithin wollte er also verhindern, dass die Privatklägerin 

über die Vorkommnisse spricht, sowohl mit Drittpersonen als auch im Chat, was 

Sinn ergeben würde, wenn der Nachmittag so verlaufen wäre, wie die Privatklägerin 

schilderte. Es erhellt hingegen nicht, weshalb der Beschuldigte so reagieren sollte, 

wenn seine Schilderung zutreffen würde. Dass I._____ ihm diese Nachrichten dik-

tiert hat, macht keinen Sinn, wäre diesfalls doch eher zu erwarten gewesen, dass 

ihm dieser diktiert, die Vorwürfe zu gestehen. Sodann meinte der Beschuldigte un-

ter anderem auch zur Privatklägerin, sie solle es nicht übertreiben. Das meine er 

voll ernst. Sonst hätten sie beide ein riesen Problem. Er könne schon auch anders. 

Auch wenn er das eigentlich nicht wolle. Abmachungen seien gegenseitig einzu-

-   41   -

halten. Unter Alkoholeinfluss übertreibe man manchmal etwas und bilde sich Dinge 

ein (Urk. D1/2/9 S. 86 i.V.m. PTT-20220327-WA0140.opus abrufbar unter: 

Urk. D1/2/10-16  Chat Edelmetal Handel und GES html  Chat Edelmetal 

Handel und GES html  files  Audio). Mithin versuchte er der Privatklägerin ein-

zureden, es sei eigentlich gar nichts passiert und drohte ihr damit, dass er auch 

anders könne, wenn nötig. Diese Reaktion macht ebenfalls nur dann Sinn, wenn 

sich die Ereignisse so zugetragen haben, wie die Privatklägerin sie schilderte und 

nicht, wenn I._____ neben ihm gesessen hätte. Auch nachdem I._____ aus dem 

Zug ausgestiegen war, würde eine derartige Reaktion keinen Sinn ergeben, fürch-

tete sich der Beschuldigte doch gemäss seinen eigenen Aussagen vor diesem, 

weshalb er diesfalls der Privatklägerin keinesfalls gedroht hätte sondern dieser zur 

Besänftigung wohl eher recht gegeben hätte oder der Frage ausgewichen wäre. 

2.9.22. Der Beschuldigte machte auch während seiner Einvernahme zwar geltend, 

von I._____ massiv unter Druck gesetzt worden zu sein, weshalb er anlässlich der 

zweiten Einvernahme angab, deshalb erst jetzt alles zu erzählen. Er brachte diesen 

aber bereits während der ersten Einvernahme ins Spiel. Wäre er tatsächlich derar-

tig unter Druck gestanden, wäre vielmehr zu erwarten gewesen, dass er diesen 

verschweigt. Sodann soll I._____ ihm unter anderem mit dem Tod seiner Schwester 

gedroht haben und ihm eine geladene Waffe vorgehalten haben, dennoch will er 

der Privatklägerin via Textnachricht noch am gleichen Abend Hilfe angeboten ha-

ben (Urk. D1/3/2 F/A 6), ist jedoch nicht zur Polizei gegangen und versandte statt-

dessen oben aufgeführte (Sprach-)Nachrichten. Das Verhalten des Beschuldigten 

ergibt in Anbetracht der von ihm geschilderten Vorkommnisse schlicht keinen Sinn. 

2.9.23. Auf den vom Beschuldigten geltend gemachten Drogenkonsum angespro-

chen äusserte die Privatklägerin im Übrigen authentisch, keine Drogen zu nehmen 

sondern nur zu rauchen (Urk. D1/4/7 F/A 147). Sie gab sodann zu, schon einmal 

gekifft zu haben (Urk. D1/4/7 F/A 148), versuchte sich also nicht per se in einem 

besonders guten Licht darzustellen. Sie kennt sich mit Drogen denn auch nicht aus, 

musste sie doch nachfragen, was LSD sei und versicherte sich bei der Befragen-

den, ob es sich bei Kokain, um "das Weisse" handle (Urk. D1/4/7 F/A 152 f.). Auch 

gab sie offen zu, Alkohol konsumiert zu haben, wobei sie nachvollziehbar 

-   42   -

schilderte, nicht regelmässig Alkohol zu konsumieren, weil sie nicht wie ihre Mutter 

werden wolle (Urk. D1/4/7 F/A 156-161). Die Zeugin G._____ meinte ebenfalls, sie 

denke, die Privatklägerin nehme keine Drogen. Am 27. März 2022 hätten sie jeden-

falls keine Drogen konsumiert. Sie führte weiter aus, sie wisse, dass diese Alkohol 

ausprobiert habe und auch ab und zu rauche (Urk. D1/5/1 F/A 123-129). Weiter 

gab sie an, dass diese auch beim Treffen mit dem Beschuldigten Alkohol in Form 

eines Mischgetränks konsumiert habe (Urk. D1/5/1 F/A 130-132). Auch hierbei ver-

suchte sie also nicht die Privatklägerin besonders gut darzustellen.

2.9.24. Die Schilderungen der Privatklägerin sind damit trotz einiger Ergänzungen 

in der zweiten Befragung sowie einem kleinen Widerspruch insgesamt detailliert, in 

sich schlüssig, nachvollziehbar und wirken authentisch. Damit sind diese glaubhaft. 

Ihre Ausführungen werden sodann durch die Ausführungen der Zeugin G._____ 

gestützt, welche detailliert, nachvollziehbar und widerspruchsfrei mithin glaubhaft 

aussagte. Auch die Nachfragen der Privatklägerin im unmittelbar nach dem Treffen 

mit dem Beschuldigten geführten Chat, wer alles vom Geschehenen wissen dürfe 

und weshalb er ihre Brüste angefasst habe sind ein Indiz dafür, dass sich die 

Geschehnisse so zugetragen haben, wie sie es ausführte. Auch die Reaktion des 

Beschuldigten auf diese Fragen lassen darauf schliessen. Er bestritt die Vorwürfe 

nämlich nicht, sondern versuchte stattdessen, die Privatklägerin dazu zu bringen, 

dass diese weder mit Dritten noch mit ihm – sofern für Dritte nachverfolgbar – über 

das Geschehene spricht. Das vom Beschuldigten geltend gemachte Alternativs-

zenario erscheint sodann äusserst abwegig, ist mit unzähligen nicht authentisch 

wirkenden Details versehen und ergibt im Wesentlichen schlicht keinen Sinn. Hätte 

sich der Nachmittag so abgespielt, wie er es geltend machte, wären – unabhängig 

davon, ob I._____ ihm diese diktiert hätte oder nicht – andere (Sprach-)Nachrichten 

von ihm zu erwarten gewesen. Seine Aussagen sind mithin unglaubhaft. Damit ist 

der Sachverhalt anklagegemäss erstellt. 

3. Pornografie (Dossier 1)

3.1. Der Beschuldigte anerkannte, die in der Anklage umschriebenen pornogra-

fischen Bilder in der dort aufgeführten Anzahl am 8. April 2022 auf seinem Mobilte-

lefon gespeichert gehabt zu haben. Er machte jedoch geltend, die Bilder von einem 

-   43   -

betrunkenen deutschen Staatsbürger erhalten und diese gelöscht zu haben. Er 

habe sein Handy jedoch so eingestellt, dass Bilder doppelt gespeichert werden. 

Daran habe er nicht mehr gedacht. Immer wenn ein Backup gemacht werde, würde 

sich der Speichervorgang sodann wiederholen (Prot. I S. 35 f.). Damit anerkennt 

der Beschuldigte den objektiven Tatbestand. Dieser lässt sich auch ohne weiteres 

aus den in den Akten liegenden Beweismitteln erstellen (Urk. D1/2/4 S. 1 f. i.V.m. 

Urk. D1/2/5), welche hinsichtlich den objektiven Sachverhalt keinen Anlass zu 

weiteren Ausführungen geben. Damit ist der objektive Sachverhalt erstellt.

3.2. Mit seinen Ausführungen bestreitet der Beschuldigte indirekt den subjektiven 

Sachverhalt, indem er sinngemäss geltend macht, er habe die Bilder nicht vorsätz-

lich besessen, sondern sei der Meinung gewesen, diese gelöscht zu haben. 

3.3. Aus den weiteren Beweismitteln ergibt sich, dass die Bilder 1 (zwei Mal), 

2 (zwei Mal), 4 (zwei Mal) und 6 (vier Mal) als Sticker auf dem Handy des Beschul-

digten gespeichert waren. Bild 5 war vier Mal von den insgesamt vierzehn Mal als 

Sticker auf dem Handy des Beschuldigten gespeichert. Bei den zehn weiteren 

Abspeicherungen von Bild 5 handelt es sich um Thumbnails, was auch auf die zehn 

Abspeicherungen von Bild 3 zutrifft (Urk. D1/2/5 S. 3 i.V.m. S. 5-7). 

3.4. Anders als bei empfangenen Bildern werden Whatsapp-Sticker nur auf dem 

eigenen Handy abgespeichert, wenn dies aktiv selbst vorgenommen wird. Der 

Beschuldigte muss daher sämtliche Exemplare der Bilder 1, 2, 4 und 6 sowie vier 

Exemplare von Bild 5 aktiv auf seinem Handy gespeichert haben. Damit sind seine 

Aussagen zum Grund für das Vorfinden der Dateien auf seinem Handy widerlegt 

und der subjektive Sachverhalt diesbezüglich ohne weiteres erstellt. 

3.5. Die zehn Exemplare von Bild 3 sowie zehn der vierzehn Exemplare von Bild 

5 waren hingegen als Foto bzw. sog. Thumbnail auf dem Mobiltelefon des Beschul-

digten gespeichert. Damit ist ein automatisches Abspeichern auf dem Handy grund-

sätzlich möglich. Der Beschuldigte macht jedoch geltend, die Bilder jeweils gelöscht 

zu haben, woraus sich lediglich je eine automatisch abgespeicherte Kopie erklären 

lassen würde. Bild 3 und 5 befanden sich jedoch je ganze 10 Mal als Thumbnail 

auf seinem Handy. Auch beim Erstellen eines Backups wird grundsätzlich eine 

-   44   -

Kopie von Dateien erstellt. Diese Kopie wird jedoch ausserhalb des Handys gespei-

chert. Schliesslich soll diese ja als Sicherheit etwa für den Fall des Verlustes des 

Handys oder des sonstigen Datenverlusts dienen. Zu einer Mehrfach-Abspeiche-

rung auf einem Mobiltelefon kommt es bei der Erstellung von Backups hingegen 

nicht. Damit ist seine Aussage hierzu widerlegt. Die Beweislage lässt damit keinen 

anderen Schluss zu, als dass der Beschuldigte auch diese Bilder mit Wissen und 

Willen auf seinem Handy selbst abgespeichert hatte. Damit ist auch diesbezüglich 

der subjektive Sachverhalt erfüllt. 

4. Mehrfacher Diebstahl (Dossier 2)

4.1. Vorbemerkungen

Auf die Ausführungen der Vorinstanz zum Anklagevorwurf (Urk. 133 E. III.6.1. 

S. 54), zum Standpunkt des Beschuldigten bzw. der Verteidigung (Urk. 133 

E. III.6.2. S. 54 f.), zu den vorhandenen Beweismitteln (Urk. 133 E. III. 6.3. S. 55) 

und zur Beweiswürdigung (Urk. 133 E. III.6.4. S. 55-69) kann grundsätzlich vollum-

fänglich verwiesen werden. Diese sind korrekt. 

-   45   -

4.2. Zugang zum Tatort

Der Beschuldigte erklärte, er habe mittels Schlüssel Zutritt zur Tiefgarage an der 

N._____-strasse (Urk. D2/3/1 F/A 8). 

4.3. Miete Lagerraum Nr. 079

Der Beschuldigte gab zu, den Lagerraum Nr. 079, im O._____, an der P._____-str. 

1, in Q._____ [Ortschaft], seit ca. September/ Oktober 2021 zu mieten (Urk. D2/3/1 

F/A 49 f. i.V.m. Prot. I S. 37). Er benutze diesen, um Sachen einzulagern. Es seien 

alles Dinge, die zum verkaufen seien oder die er nicht zu Hause haben wolle 

(Urk. D2/3/1 F/A 51).

4.4. (Aufgefundenes) Deliktsgut

4.4.1. Aus dem Polizeirapport vom 2. November 2021 und dem dazugehörenden 

Anhang ergibt sich, dass die in der Anklage aufgeführten Gegenstände, mit den in 

der Anklage angegebenen Sachwerten, den in der Anklage aufgeführten Personen 

in der Sammelgarage an der N._____-strasse in K._____ zwischen dem 23. Okto-

ber 2021 und 28. Oktober 2021 abhanden gekommen sind (Urk. D2/1/1 S. 1 ff.). 

4.4.2. Auf den Überwachungsvideos des Lagerraums ist sodann zu sehen bzw. zu 

hören, wie der Beschuldigte zusammen mit zwei Mitarbeitern der R._____ Trans-

port GmbH diverse Pneus, einen Veloträger, drei Paar Skis und diverse Golfschlä-

ger in seinen Lagerraum in Q._____ verbrachte, wobei das Ganze ruhig ablief und 

die Beteiligten freundlich miteinander umgingen (Urk. D2/2/6 i.V.m. Urk. D2/2/7, 

Urk. D2/2/8 und Urk. D2/2/9). 

4.4.3. Auf einem der Überwachungsvideos des Lagerraums ist sodann zu sehen 

und zu hören, wie der Beschuldigte Nissan- und Kia-Räder verkauft, was der 

Beschuldigte als richtig bestätigte (Urk. D2/3/2 F/A 11 f. i.V.m. Urk. D2/2/11), wobei 

von der Geschädigten S._____ Nissan-Räder als gestohlen gemeldet wurden. 

Gegenüber dem Käufer erklärte der Beschuldigte sodann, die Räder von einer alten 

Garage teilweise gekauft und teilweise bekommen zu haben (Urk. D2/2/10). 

Sodann ist zu hören, dass der Käufer eigentlich nebst den Rädern von Nissan auf 

-   46   -

der Suche nach Rädern von Hyundai war, welche er dem Beschuldigten sodann 

auf seinem Handy zeigte. Der Käufer meinte, der Beschuldigte habe ihm gesagt, 

dass er diese Räder hier habe, worauf der Beschuldigte meinte, es seien erst 25 

von 50 Rädern geliefert worden, er könne die Räder jedoch bis Mittwoch besorgen 

(Urk. D2/2/11). 

4.4.4. Aus dem Durchsuchungsprotokoll vom 2. November 2021 ergibt sich 

sodann, dass sämtliche der in der Anklage aufgeführten Gegenstände der Geschä-

digten T._____, U._____, V._____ und W._____ im vom Beschuldigten angemie-

teten Lagerraum Nr. 079, im O._____, an der P._____-str. 1, in Q._____, aufge-

funden werden konnten (Urk. D2/8/2/3). Diese wurden ihnen in der Folge zurück-

gegeben (Urk. D2/8/2/4). Sodann konnten sämtliche Skis sowie der Veloträger des 

Geschädigten AA._____ ebenfalls im Lagerraum des Beschuldigten aufgefunden 

werden (Urk. D2/8/2/3) und diesem anschliessend retourniert werden 

(Urk. D2/8/2/4). Der Beschuldigte gab sodann an, den Veloträger zwischenzeitlich 

zum Verkauf ausgeschrieben zu haben (Urk. D2/3/3 F/A 37). Er anerkannte im 

Übrigen auch, dass es Fakt sei, dass ein erheblicher Teil der aus der Garage 

weggekommenen Sachen, bei ihm im Lagerraum aufgefunden worden sei (Prot. I 

S. 37). 

4.4.5. In den Akten liegt sodann ein Verkaufsinserat über die anklagegegenständ-

lichen Angelruten (Urk. D2/2/5). Der Beschuldigte gab denn auch zu, die Angel-

ruten des Geschädigten AB._____ im Oktober 2021 auf Ricardo ausgeschrieben 

zu haben. Er meinte jedoch, dies getan zu haben, um über die Fragen-und-Antwort-

Funktion herauszufinden, was für einen Wert diese haben (Urk. D2/3/2 F/A 16 

i.V.m. F/A 35). Er habe gewusst, wenn die erste Person eine Frage stelle, könne er 

diese Fragen (Urk. D2/3/2 F/A 20). Er habe dann auch nach dem Wert fragen 

können (Urk. D2/3/2 F/A 23). Die Ruten habe er dann aber nicht verkauft, sondern 

sie zurück getan (Urk. D2/3/2 F/A 35 f.). Eine Frage des Beschuldigten nach dem 

Wert der Ruten ist aus dem in den Akten vorhandenen Frage-Antwort-Katalog zu 

den inserierten Angelruten nicht ersichtlich. Jedoch ergibt sich aus diesem sein Ver-

kaufswille. So führte er u.a. aus "Welche den ??? verzell 1 wird am 20:15 Hüt ver-

kauft voraussichtlich öpert chunt vo AC._____ [Ortschaft] a was hetsch intresse??? 

-   47   -

[…]" (Urk. D2/2/5 S. 16). Sodann gab er einem der Interessenten den Zuschlag für 

eine der Rollen (Urk. D2/2/5 S. 18). Damit ist klar, dass der Beschuldigte die An-

gelruten des Geschädigten AC._____ nicht nur aus Interesse zum Verkauf inse-

rierte und danach zurückgab, sondern sehr wohl ein Verkaufsinteresse hatte und 

diese zumindest teilweise auch verkaufte. 

4.5. Erlangen des Deliktsguts

4.5.1. Der Beschuldigte machte zusammengefasst einerseits geltend, er habe die 

Gegenstände nicht entwendet, sondern vom Chef bzw. von einem Mitarbeiter des 

Transportunternehmens für Fr. 3'000.– gekauft. Dieser habe ihm die Sachen an 

einem Freitag vor dem Coop angeboten (Urk. D2/3/1 F/A 5 i.V.m. F/A 8, F/A 13, 

F/A 16, F/A 36, Prot. I S. 36) und ihm gesagt, er solle dem Tra