# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 03273e72-2952-5d86-a494-551e78b3f1d9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-08-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.08.2016 E-5112/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5112-2016_2016-08-31.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-5112/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 1 .  A u g u s t  2 0 1 6  

Besetzung 
 Einzelrichterin Muriel Beck Kadima, 

mit Zustimmung von Richter Simon Thurnheer; 

Gerichtsschreiberin Patricia Petermann Loewe. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Bangladesh,   

vertreten durch Peter Weibel, Fürsprecher, Advokaturbüro,  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch (Nichtbezahlung des Gebüh-

renvorschusses) und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 

17. August 2016 / N (…). 

 

 

 

E-5112/2016 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, 

dass die Beschwerdeführerin A._______ (alias B._______) zusammen mit 

C._______ und deren Tochter (N […]) eigenen Angaben zufolge am 

20. November 2013 in die Schweiz eingereist ist und gleichentags hier um 

Asyl nachsuchte, 

dass die Vorinstanz das Asylgesuch der Beschwerdeführerin am 10. Juni 

2014 ablehnte, sie aus der Schweiz wegwies und den Vollzug dieser Weg-

weisung anordnete; eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde 

wurde mit Urteil E-3911/2014 vom 18. September 2014 vom Bundesver-

waltungsgericht abgewiesen, 

dass mit Eingabe vom 21. Mai 2015 (ergänzt am 14. Juli 2015) ein neues 

Asylgesuch (Mehrfachgesuch) unter dem Namen B._______ (geboren am 

[…]) eingereicht wurde, 

dass mit Verfügung vom 6. Juli 2016 das SEM der Beschwerdeführerin – 

unter Androhung des Nichteintretens im Unterlassungsfall – eine Frist bis 

zum 21. Juli 2016 zur Bezahlung eines Gebührenvorschusses einräumte, 

dass die Vorinstanz am 17. August 2016 (Eröffnung der Verfügung am 

18. August 2016) feststellte, dass der Gebührenvorschuss nicht innert der 

angesetzten Frist einbezahlt worden sei, weshalb auf das Asylgesuch nicht 

eingetreten werde; des Weiteren sei die Verfügung vom 30. April 2014 

(recte: 10. Juni 2014) rechtskräftig sowie vollstreckbar und einer allfälligen 

Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu, 

dass gegen diesen Nichteintretensentscheid am 23. August 2016 Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhoben und dabei beantragt 

wurde, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz sei 

anzuweisen, auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin einzutreten, 

dass die vorinstanzlichen Akten am 25. August 2016 beim Bundesverwal-

tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 1 AsylG), 

dass das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf Art. 56 VwVG am 25. Au-

gust 2016 die sofortige einstweilige Aussetzung des Wegweisungsvollzugs 

verfügte, 

E-5112/2016 

Seite 3 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 

über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM entschei-

det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor 

welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG, 

i.V.m. Art. 31-33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),  

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 

vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, 

dass die Beschwerdeführerin am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5), 

dass über offensichtlich begründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer 

zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG), 

dass – wie nachstehend aufgezeigt – es sich vorliegend um eine solche 

handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen 

ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet wurde, 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen, 

die Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die 

Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht 

eingetreten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5 m.w.H.), 

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintre-

tensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbstständigen materi-

ellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache 

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Seite 4 

zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. BVGE 2007/8 

E. 2.1 m.w.H.), 

dass das SEM von der gesuchstellenden Person im Rahmen eines Mehr-

fachgesuchs nach Art. 111c AsylG einen Gebührenvorschuss in der Höhe 

der mutmasslichen Verfahrenskosten verlangen kann; es setzt zu dessen 

Leistung unter Androhung des Nichteintretens eine angemessene Frist 

(Art. 111d Abs. 3 AsylG), 

dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 6. Juli 2016 die Aussichtslosigkeit 

des zweiten Asylgesuchs (Mehrfachgesuch) feststellte und die Beschwer-

deführerin aufforderte, einen Gebührenvorschuss von Fr. 600.- bis zum 

21. Juli 2016 zu bezahlen, ansonsten werde auf das Asylgesuch nicht ein-

getreten, 

dass der Rechtsmittelschrift vom 23. August 2016 als Beilage 3 eine Kopie 

eines Einzahlungsscheins beilag, auf welcher zwar die Referenz N (…) 

(nicht die neue Dossiernummer der Beschwerdeführerin N […]) indes die 

Personennummer der Beschwerdeführerin ([…]) handschriftlich (wohl vom 

SEM) notiert wurde, 

dass des Weiteren als Beilage 4 eine Kopie eines Empfangsscheins beilag, 

welcher eine Einzahlung von Fr. 600.- B._______ ([…]) zugunsten des 

Staatssekretariats für Migration vom 15. Juli 2016 (abgestempelt in Bern) 

bestätigt, 

dass infolgedessen davon auszugehen ist, dass der Gebührenvorschuss 

innert Frist dem SEM einbezahlt wurde, 

dass zusammenfassend festgestellt wird, dass das SEM zu Unrecht auf 

das Mehrfachgesuch nicht eingetreten ist, 

dass die angefochtene Verfügung daher aufzuheben und die Vorinstanz 

anzuweisen ist, das Asylverfahren der Beschwerdeführerin wieder aufzu-

nehmen und weiterzuführen, 

dass im Übrigen darauf hinzuweisen ist, dass das SEM Art. 111b Abs. 3 

AsylG (aufschiebende Wirkung eines Wiedererwägungsgesuchs) fälschli-

cherweise auf das vorliegende Mehrfachgesuch angewendet hat,  

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens gemäss Art. 63 Abs. 1 und 2 

VwVG keine Kosten aufzuerlegen sind, 

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Seite 5 

dass der vertretenen Beschwerdeführerin angesichts ihres Obsiegens in 

Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 VGKE eine Entschädigung 

für die ihr notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen ist, 

dass die notwendigen Parteikosten mangels eingereichter Kostennote auf-

grund der Akten zu bestimmen sind (Art. 14 Abs. 2 VGKE), 

dass der notwendige Aufwand gestützt auf die in Betracht zu ziehenden 

Bemessungsfaktoren (Art. 7 ff. VGKE) pauschal auf insgesamt Fr. 200.- 

(inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag) geschätzt wird,  

dass die von der Vorinstanz auszurichtende Parteientschädigung demnach 

von Amtes wegen auf insgesamt Fr. 200.- festgesetzt wird. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-5112/2016 

Seite 6 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben. Das SEM wird angewiesen, 

das Asylverfahren der Beschwerdeführerin wieder aufzunehmen und wei-

terzuführen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, der Beschwerdeführerin für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 200.- auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Muriel Beck Kadima Patricia Petermann Loewe