# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 94e98851-e6cf-5f86-9d29-1147d74b0352
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 16.06.2021 A 2021 18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2021-18_2021-06-16.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

A 21 18

4. Kammer 

Vorsitz Racioppi

Richter Meisser und Audétat

Aktuarin Kuster

URTEIL

vom 16. Juni 2021

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführerin

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Graubünden, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Kantons-, Gemeinde- und direkte Bundessteuer

- 2 -

I. Sachverhalt:

1. A._____ verlegte ihren steuerlichen Wohnsitz am 14. Dezember 2019 von 

B._____ nach C._____. Ihr Arbeitsort befindet sich in D._____. Am 1. Sep-

tember 2019 verlegte sie ihren Wochenaufenthaltsort von E._____ nach 

F._____. 

2. In der Steuererklärung 2019 machte A._____ einen Abzug von insgesamt 

CHF 33'223.-- geltend für Fahrten mit dem Privatauto von C._____ (steu-

erlicher Wohnsitz) nach D._____ (Arbeitsort). Auf entsprechende Nach-

frage hin teilte sie der Steuerverwaltung des Kantons Graubünden (nach-

folgend: Steuerverwaltung) am 15. Februar 2021 mit, dass sie für ge-

schäftliche Termine nie ihr eigenes Fahrzeug nehme. Am 17. Februar 

2021 erliess die Steuerverwaltung die Veranlagungsverfügungen für die 

direkte Bundessteuer 2019 sowie die Kantons- und Gemeinde-

steuer 2019. Als Fahrkosten für die wöchentliche Heimkehr bei Wochen-

aufenthalt anerkannte sie dabei lediglich die Kosten für die Benützung öf-

fentlicher Verkehrsmittel in der Höhe von CHF 3'860.-- (Generalabonne-

ment 2. Klasse). 

3. Hiergegen erhob A._____ am 15. März 2021 Einsprache mit dem Antrag, 

es sei der in der Steuererklärung 2019 geltend gemachte Abzug von ins-

gesamt CHF 33'223.-- für Fahrten mit dem Privatauto von C._____ nach 

D._____ zuzulassen. Zur Begründung hielt sie im Wesentlichen fest, dass 

sie jeden Montag bis spätestens 7:00/7:15 Uhr an ihrem Arbeitsort in 

D._____ sein müsse; mit öffentlichen Verkehrsmitteln wäre sie frühestens 

um 8:20 Uhr dort. Zudem würde die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmit-

teln mehr als 3 Stunden dauern; mit dem Auto brauche sie knappe 2 Stun-

den. 

4. Mit Einspracheentscheiden vom 30. März 2021 wies die Steuerverwaltung 

die Einsprache von A._____ ab. Begründend führte sie im Wesentlichen 

- 3 -

aus, dass die Strecke C._____ - D._____ / D._____ - C._____ mit öffentli-

chen Verkehrsmitteln nicht mehr als doppelt so lange dauere wie mit dem 

Privatauto und einem Wochenaufenthalter grundsätzlich ein wöchentlicher 

Mehraufwand von 2 Stunden durch die Benützung der öffentlichen Ver-

kehrsmittel anstelle des Privatautos zugemutet werden könne. Darüber hin-

aus sei es A._____ möglich, ihren Wohnort mit den öffentlichen Verkehrs-

mitteln noch am Freitagabend zu erreichen und sie könne bereits am Sonn-

tagabend wieder an ihren Arbeitsort reisen; ihre nötige Ruhezeit würde da-

durch nicht in unzumutbarer Weise verkürzt. 

5. Hiergegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 16. April 

2021 (Poststempel) Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden. Sinngemäss stellte sie wiederum den Antrag, es sei der in 

der Steuererklärung 2019 geltend gemachte Abzug von insgesamt 

CHF 33'223.-- für Fahrten mit dem Privatauto von C._____ nach D._____ 

zuzulassen. In ihrer Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, dass 

sie nicht in ihrem Büro in D._____ übernachten könne, weshalb sie am 

Sonntagabend jeweils zu ihrem Appartement in E._____ bzw. (ab Septem-

ber 2019) in F._____ fahren müsste. Für die Strecke C._____ - E._____ 

bräuchte sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln am Sonntagabend insge-

samt ca. 3.5 Stunden (inkl. Fusswege). Zudem bräuchte sie für die Strecke 

E._____ - D._____ am Montagmorgen weitere 20 Minuten (inkl. Fuss-

wege), womit die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln insgesamt 

ca. 4 Stunden dauern würde, d.h. je Fahrt 2 Stunden länger als mit dem 

Privatauto. Bei zweimaliger Hin- und Rückfahrt pro Woche – da ihr Lebens-

partner in C._____ wohne und ihre gesamten Freizeitaktivitäten in den Ber-

gen stattfänden, fahre sie auch einmal unter der Woche nach C._____ – 

sei dies ein Mehraufwand von 8 Stunden, was unzumutbar sei. Darüber 

hinaus sei auch die Anreise am Sonntagabend unzumutbar; ihre Ruhezeit 

würde dadurch in unzumutbarer Weise verkürzt. 

- 4 -

6. In ihrer Vernehmlassung vom 7. Mai 2021 beantragte die Steuerverwaltung 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die vollumfängliche Abweisung der 

Beschwerde unter gesetzlicher Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdefüh-

rerin. In sachverhaltlicher Hinsicht wies sie daraufhin, dass sie erst im Be-

schwerdeverfahren festgestellt habe, dass die Beschwerdeführerin ihren 

steuerlichen Wohnsitz erst am 14. Dezember 2019 von B._____ nach 

C._____ verlegt habe. Am Entscheid ändere dies allerdings nichts. Zur Be-

gründung ihres Antrags hielt sie im Wesentlichen fest, dass es der Be-

schwerdeführerin zumutbar sei, für die Fahrten vom Wochenaufenthaltsort 

zum Arbeitsort die öffentlichen Verkehrsmittel zu benützen, dass die Unzu-

mutbarkeit der Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel für die wöchent-

lichen Fahrten vom Wohnort zum Wochenaufenthaltsort und zurück infolge 

Zeitersparnis (knappe 2 Stunden bis maximal 2 Stunden 20 Minuten pro 

Woche bei einer wöchentlichen Fahrzeit mit den öffentlichen Verkehrsmit-

teln von rund 6 Stunden) zu verneinen sei, dass die zusätzliche Fahrt an 

den Wohnort während der Woche den privaten Lebenshaltungskosten zu-

zuordnen sei und nicht berücksichtigt werden könne und dass durch die 

Anreise bereits am Sonntagabend die Ruhezeit nicht in unzumutbarer 

Weise verkürzt sei. 

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, die angefochtenen 

Einspracheentscheide sowie die eingereichten Beweismittel wird, soweit 

erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

- 5 -

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Einspracheentscheide 

der Beschwerdegegnerin vom 30. März 2021 betreffend die direkte Bun-

dessteuer 2019 sowie die Kantons- und Gemeindesteuer 2019. Solche 

Entscheide können gemäss Art. 140 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11), Art. 50 Abs. 1 des Bundesgeset-

zes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Ge-

meinden (StHG; SR 642.14) i.V.m. Art. 139 Abs. 1 des Steuergesetzes für 

den Kanton Graubünden (StG; BR 720.00) bzw. Art. 29 Abs. 2 des Geset-

zes über die Gemeinde- und Kirchensteuern (GKStG; BR 720.200) mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht angefochten werden. Die sachliche 

Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ergibt sich aus Art. 49 Abs. 1 lit. b 

des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100), wo-

nach das Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide von Dienst-

stellen der kantonalen Verwaltung und von unselbständigen Anstalten des 

kantonalen Rechts beurteilt, soweit das kantonale Recht den direkten Wei-

terzug vorsieht, was hier − wie gesehen (vgl. Art. 139 Abs. 1 StG) − der 

Fall ist. Demzufolge fällt die Beurteilung der vorliegenden Streitsache in 

die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden. Die 

Beschwerdeführerin ist als formelle und materielle Adressatin der ange-

fochtenen Einspracheentscheide beschwert und damit zur Beschwerdeer-

hebung befugt (vgl. Art. 50 VRG). Auf die zudem frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.

1.2. Gemäss Art. 43 Abs. 3 lit. a VRG entscheidet das Verwaltungsgericht in 

einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert CHF 5'000.-- nicht 

überschreitet und keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist. Der Streit-

wert beläuft sich vorliegend unbestrittenermassen auf über CHF 5'000.--. 

Da darüber hinaus für die Beurteilung der vorliegenden Streitsache keine 

Fünferbesetzung vorgeschrieben ist (vgl. Art. 43 Abs. 2 VRG), entscheidet 

- 6 -

das Verwaltungsgericht in ordentlicher Dreierbesetzung (vgl. Art. 43 

Abs. 1 VRG). 

2. Umstritten ist vorliegend die Höhe des Abzugs für Fahrten zwischen dem 

steuerlichen Wohnsitz und dem Arbeitsort bei auswärtigem Wochenauf-

enthalt. Während die Beschwerdeführerin einen Abzug von insgesamt 

CHF 33'223.-- geltend macht für Fahrten mit dem Privatauto von C._____ 

(steuerlicher Wohnsitz) nach D._____ (Arbeitsort), lässt die Beschwerde-

gegnerin als Fahrkosten für die wöchentliche Heimkehr lediglich die Kos-

ten für die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel in der Höhe von 

CHF 3'860.-- (Generalabonnement 2. Klasse) zu.

3.1. Nach Art. 31 Abs. 1 lit. a StG können unselbständig Erwerbende die not-

wendigen Kosten für Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte als Be-

rufsunkosten von den steuerbaren Einkünften abziehen. Diese Regelung 

stützt sich auf Art. 9 Abs. 1 StHG, wonach von den gesamten steuerbaren 

Einkünften die zu ihrer Erzielung notwendigen Aufwendungen und die all-

gemeinen Abzüge abgezogen werden und für die notwendigen Kosten für 

Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte ein Maximalbetrag festgesetzt 

werden kann. Art. 31 Abs. 1 lit. a StG stimmt zudem mit der gesetzlichen 

Ordnung gemäss dem DBG überein (vgl. Art. 25 und 26 Abs. 1 lit. a DBG, 

wobei Art. 31 Abs. 1 lit. a StG keinen Maximalbetrag kennt). Da sich das 

kantonale Recht auf den durch das StHG vorgegebenen Rahmen stützt, 

und sowohl das DBG wie auch das StG dieselben Rechtsbegriffe verwen-

den, drängt sich mit Blick auf die vertikale Steuerharmonisierung (zwi-

schen Bund, Kantonen und Gemeinden) eine einheitliche Auslegung auf 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_807/2011 vom 9. Juli 2012 E.2.1 mit 

zahlreichen Hinweisen). Art. 26 Abs. 1 lit. a DBG und die konkretisieren-

den Bestimmungen in der Verordnung des EFD über den Abzug der Be-

rufskosten unselbständig Erwerbstätiger bei der direkten Bundessteuer 

(Berufskostenverordnung [SR 642.118.1]) sind somit nicht nur bei der Er-

- 7 -

mittlung der direkten Bundessteuer, sondern auch bei der Ermittlung der 

kantonalen und kommunalen Einkommenssteuer zu berücksichtigen.  

3.2. Gemäss der Berufskostenverordnung gelten bei auswärtigem Wochenauf-

enthalt nicht nur die Fahrkosten zwischen auswärtiger Unterkunft und Ar-

beitsstätte als notwendige Fahrkosten, sondern auch die Kosten der re-

gelmässigen Heimkehr an den steuerlichen Wohnsitz (vgl. Art. 9 Abs. 4 

Berufskostenverordnung). Die Kosten für die Benützung eines privaten 

Fahrzeugs können allerdings nur dann als notwendige Fahrkosten in Ab-

zug gebracht werden, wenn kein öffentliches Verkehrsmittel zur Verfügung 

steht oder dessen Benützung objektiv nicht zumutbar ist; andernfalls sind 

nur diejenigen Auslagen abziehbar, die bei der Benützung öffentlicher Ver-

kehrsmittel anfallen würden (vgl. Art. 5 Abs. 2 lit. a und lit. b Berufskosten-

verordnung). 

4. Vorliegend steht fest, dass für die Strecke C._____ - D._____ (bzw. 

B._____ - D._____) öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung stehen. Ein 

über die Kosten für die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel hinausge-

hender Abzug für Fahrten mit dem Privatauto von C._____ bzw. B._____ 

nach D._____ wäre damit von vornherein nur dann zuzulassen, wenn der 

Beschwerdeführerin die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel objek-

tiv nicht zugemutet werden könnte (vgl. vorstehende Erwägungen 3.1 - 

3.2). Dies gilt es nachfolgend zu prüfen.

5.1. Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin jeden Montag um 

ca. 7:00 Uhr an ihrem Arbeitsplatz in D._____ erscheinen muss (vgl. auch 

beschwerdeführerische Beilage [Bf-act.] 3). Ohne Privatauto müsste sie 

somit – mangels geeigneter ÖV-Verbindungen am frühen Montagmorgen 

– bereits am Sonntagabend von B._____ bzw. C._____ nach E._____ 

bzw. F._____ (auswärtige Unterkunft) reisen. Nach Auffassung der Be-

schwerdeführerin würde ihre Ruhezeit dadurch in unzumutbarer Weise 

verkürzt, weshalb ihr die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel nicht 

- 8 -

zumutbar sei. Sie verweist dabei auf das Urteil des Verwaltungsgerichts 

des Kantons Graubünden A 13 18 vom 10. September 2013 E.3c. 

5.2. Dem Urteil A 13 18 vom 10. September 2013 lag folgender Sachverhalt zu 

Grunde: Dem Beschwerdeführer wäre es nicht möglich gewesen, seinen 

Wohnort mit den öffentlichen Verkehrsmitteln noch am Freitagabend zu 

erreichen. Stattdessen hätte er seinen Wohnort erst am Samstagmittag 

erreicht und er hätte bereits am Sonntagnachmittag wieder an seinen Ar-

beitsort reisen müssen. Dies erachtete das Verwaltungsgericht als unzu-

mutbare Verkürzung der nötigen Ruhezeit. Vorliegend präsentiert sich der 

Sachverhalt allerdings anders: Die Beschwerdeführerin könnte ihren 

Wohnort in B._____ bzw. C._____ mit den öffentlichen Verkehrsmitteln 

noch am Freitagabend erreichen und sie müsste erst am Sonntagabend 

wieder nach E._____ bzw. F._____ reisen. Nach Auffassung des streitbe-

rufenen Gerichts würde ihre Ruhezeit dadurch nicht in unzumutbarer 

Weise verkürzt, weshalb es auch nicht zu beanstanden ist, wenn die Be-

schwerdegegnerin zum Schluss gelangt, es könne der Beschwerdeführe-

rin zugemutet werden, bereits am Sonntagabend vom Wohnort an den 

Wochenaufenthaltsort zu fahren (vgl. dazu auch das Urteil des Verwal-

tungsgerichts des Kantons Graubünden A 13 18 vom 10. September 2013 

E.3b).

6.1. Die Beschwerdeführerin erachtet die Benützung der öffentlichen Verkehrs-

mittel für die Strecke C._____ - D._____ (bzw. B._____ - D._____) auch 

deshalb als unzumutbar, weil die Anreise mit den öffentlichen Verkehrs-

mitteln insgesamt ca. 4 Stunden dauern würde, d.h. je Fahrt 2 Stunden 

länger als mit dem Privatauto. So bräuchte sie für die Strecke C._____ - 

E._____ am Sonntagabend insgesamt ca. 3.5 Stunden (inkl. Fusswege) 

und für die Strecke E._____ - D._____ am Montagmorgen weitere 20 Mi-

nuten (inkl. Fusswege). Bei zweimaliger Hin- und Rückfahrt pro Woche – 

da ihr Lebenspartner in C._____ wohne und ihre gesamten Freizeitakti-

vitäten in den Bergen stattfänden, fahre sie auch einmal unter der Woche 

- 9 -

nach C._____ – sei dies ein Mehraufwand von 8 Stunden, was unzumut-

bar sei. 

6.2.1. Zunächst gilt es darauf hinzuweisen, dass Art. 26 DBG und die Berufskos-

tenverordnung von einem kausalen Gewinnungskostenbegriff ausgehen, 

d.h. als Gewinnungskosten gelten allgemein diejenigen Auslagen, die we-

sentlich durch die Erzielung von Einkommen verursacht bzw. veranlasst 

sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2P.251/2006 vom 25. Januar 2007 

E.3.1 m.w.H.). Vorliegend steht fest, dass die von der Beschwerdeführerin 

geltend gemachte zusätzliche Heimkehr unter der Woche nicht berufsbe-

dingt ist, sondern aus persönlichen Gründen erfolgt (Besuch des Lebens-

partners, Ausüben von Freizeitaktivitäten). Bei den damit verbundenen 

Auslagen handelt es sich somit von vornherein nicht um notwendige Fahr-

kosten i.S.v. Art. 26 DBG bzw. Art. 9 Abs. 1 StHG und Art. 31 Abs. 1 lit. a 

StG (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2P.251/2006 vom 25. Januar 2007 

E.4.2 und vorstehende Erwägung 3.1 betreffend die einheitliche Ausle-

gung von DBG, StHG und StG). Aus diesem Grund rechtfertigt es sich 

denn auch, die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte zusätzliche 

Heimkehr unter der Woche nicht in die Beurteilung der Zumutbarkeit der 

Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel miteinzubeziehen. 

6.2.2.1. Soweit ersichtlich ist unbestritten, dass die Strecke C._____ - D._____ 

(bzw. B._____ - D._____) gemäss "Google Maps Routenberechnung" mit 

dem Auto (in beide Richtungen) rund 2 Stunden dauert (vgl. beschwerde-

gegnerische Akten [Bg-act.] 9.1 f.; vgl. auch Bf-act. 2 [jedoch ohne genaue 

Adressen]). Demgegenüber dauert die Strecke C._____ - F._____ mit den 

öffentlichen Verkehrsmitteln am Sonntagabend (bzw. am Freitagabend in 

die Gegenrichtung) 3 Stunden (inkl. Fusswege; vgl. Bg-act. 14.1 f. und Bg-

act. 14.3 ff.). Nicht nachvollziehbar ist, weshalb die Beschwerdeführerin in 

ihrer Beschwerde die Fahrzeit für die Strecke C._____ - E._____ berech-

net hat, zumal sie ihren Wochenaufenthaltsort bereits per 1. September 

2019 von E._____ nach F._____ verlegt hatte und sich ihr steuerlicher 

- 10 -

Wohnsitz erst seit Mitte Dezember 2019 nicht mehr in B._____ sondern in 

C._____ befindet. Die Strecke B._____ - F._____ dauert mit den öffentli-

chen Verkehrsmitteln am Sonntagabend 3 Stunden 5 Minuten bzw. am 

Freitagabend in die Gegenrichtung 3 Stunden (inkl. Fusswege; vgl. Bg-

act. 13.1 f. bzw. Bg-act. 13.3 ff.), während die Strecke B._____ - E._____ 

mit den öffentlichen Verkehrsmitteln am Sonntagabend 3 Stunden 12 Mi-

nuten bzw. am Freitagabend in die Gegenrichtung 3 Stunden 8 Minuten 

dauert (inkl. Fusswege; vgl. Bg-act. 12.1 f. bzw. Bg-act. 12.3 f.). 

6.2.2.2. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht festhält, beträgt die wöchentliche 

Zeitersparnis durch die Benützung eines Privatautos anstelle der öffentli-

chen Verkehrsmittel für die wöchentliche Heimkehr (eine Hin- und Rück-

fahrt pro Woche; vgl. dazu vorstehende Erwägung 6.2.1) somit maximal 

2 Stunden 20 Minuten (= [3 Stunden 12 Minuten + 3 Stunden 8 Minuten] - 

[2 Stunden + 2 Stunden]). Selbst wenn die Fahrzeit für die Strecken 

E._____ bzw. F._____ - D._____ am Montagmorgen und D._____ - 

E._____ bzw. F._____ am Freitagabend in die Berechnung miteinbezogen 

würde (inkl. Fusswege), so beliefe sich die wöchentliche Zeitersparnis auf 

weniger als 3 Stunden (vgl. Vernehmlassung S. 6 f. [Tabellen] sowie Bg-

act. 10.1 ff. und Bg-act. 11.1 ff.). Noch geringer würde die Zeitersparnis 

ausfallen, wenn man davon ausgehen würde, die Beschwerdeführerin 

kehre am Freitag jeweils direkt vom Arbeitsplatz (D._____) an ihren Wohn-

ort (B._____ bzw. C._____) zurück. Zudem dauert die wöchentliche Heim-

kehr mit den öffentlichen Verkehrsmitteln so oder anders nicht mehr als 

doppelt so lange wie mit dem Privatauto. Damit liegt keiner der in der Pra-

xisfestlegung der Beschwerdegegnerin erwähnten, jedoch nicht abschlies-

send aufgezählten Gründe für die Unzumutbarkeit der Benützung öffentli-

cher Verkehrsmittel bei Wochenaufenthaltern vor, weshalb eine Berufung 

darauf von vornherein ins Leere läuft (vgl. Bf-act. 1 bzw. S. 6 der Praxis-

festlegung zu Art. 31 Abs. 1 lit. b StG).

- 11 -

Auch abgesehen davon ist es nach Auffassung des streitberufenen Ge-

richts nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin zum Schluss 

gelangt, dass der Beschwerdeführerin ein wöchentlicher Mehraufwand 

von maximal 2 Stunden 20 Minuten (bzw. jedenfalls weniger als 3 Stun-

den) durch die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel anstelle eines 

Privatautos zuzumuten ist. Dies entspricht denn auch der bisherigen ver-

waltungsgerichtlichen Rechtsprechung: Im Urteil A 03 33 vom 17. Juni 

2003 E.3 gelangte das Verwaltungsgericht zum Schluss, dass einem Wo-

chenaufenthalter ein wöchentlicher Mehraufwand von rund 3 ½ Stunden 

zuzumuten sei, zumal er pro Woche nur eine Hin- und Rückfahrt in Kauf 

nehmen müsse und bei Tagespendlern ein täglicher zeitlicher Mehrauf-

wand von einer Stunde als zumutbar erachtet werde (vgl. dazu auch das 

Urteil des Bundesgerichts 9C_51/2019 vom 30. März 2020 E.6.1 m.w.H.). 

Weiter hielt das Verwaltungsgericht im Urteil A 13 18 vom 10. September 

2013 E.3c fest, dass sich aus der Tatsache, dass bei Tagespendlern ein 

täglicher zeitlicher Mehraufwand von einer Stunde noch als zumutbar er-

achtet werde, e contrario schliessen lasse, dass einem Wochenaufenthal-

ter grundsätzlich ein wöchentlicher Mehraufwand von über 5 Stunden 

nicht mehr zugemutet werden könne. Zudem gilt es darauf hinzuweisen, 

dass die wöchentliche Zeitersparnis von maximal 2 Stunden 20 Minuten 

(bzw. jedenfalls weniger als 3 Stunden) durch die Benützung eines Privat-

autos anstelle der öffentlichen Verkehrsmittel für die wöchentliche Heim-

kehr nur bei regelmässigem Verkehrsfluss, guten Strassenverhältnissen 

etc. erreicht werden kann. 

7. Nach dem Gesagten ist der Beschwerdeführerin die Benützung der öffent-

lichen Verkehrsmittel somit zumutbar, weshalb die Beschwerdegegnerin 

zu Recht nur die Kosten für die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel zum 

Abzug zugelassen hat. Im Ergebnis erweist sich die Beschwerde daher als 

unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 

- 12 -

8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten gestützt 

auf Art. 73 Abs. 1 VRG zulasten der Beschwerdeführerin. Bund, Kanton 

und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Or-

ganisationen wird gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in der Regel keine Partei-

entschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis 

obsiegen. Davon abzuweichen besteht vorliegend kein Anlass.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 2'000.--

- und den Kanzleiauslagen von CHF 248.--

zusammen CHF 2'248.--

gehen zulasten von A._____.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]