# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 59dd75cc-ee15-50cd-9916-ad61909f6f0d
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-10
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 10.09.2015 725 15 180 / 228 (725 2015 180 / 228)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-15-180---228_2015-09-10.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 10. September 2015 (725 15 180 / 228) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Leistungseinstellung infolge Erreichung des status quo sine vel ante  

 

 
Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Yves Thommen, Kantonsrich-

ter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Markus Schäfer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Nicolai Fullin, Advokat, 
indemnis Rechtsanwälte, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 SUVA, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 
 
 
 
A. Die 1960 geborene A.____ war seit 1. Mai 2010 als Empfangs-Mitarbeiterin bei der 
B.____ AG tätig und durch die Arbeitgeberin bei der Schweizerischen Unfallversicherungsan-
stalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 
25. Oktober 2013 wurde A.____ in einer Tiefgarage nach der Rückkehr vom Einkaufen überfal-
len, wobei ihr die Handtasche geraubt wurde. Beim Überfall wurde sie von einem der Täter in 
den Rücken und den Beckenbereich getreten. Nach dem Unfallereignis setzten bei der Versi-
cherten zunehmend Kreuz- und Lendenwirbelsäule-Beschwerden ein, weshalb ihr Hausarzt 

 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Dr. med. C.____, Chirurgie FMH, eine bildgebende Diagnostik der Lendenwirbelsäule und des 
Beckens veranlasste. Diese zeigte gemäss Bericht Radiologie D.____ vom 19. Dezember 2013 
nebst einer bereits bekannten flachen, mediolateral rechts gelegenen Diskushernie LWK 4/5 
(ohne Progredienz im Vergleich zur Voraufnahme vom 30.12.2010 und ohne neurologische 
Tangierung) auch eine neu aufgetretene grosse, mediolateral rechts gelegene Diskushernie, 
sich leicht nach kaudal in den Recessus S1 erstreckend mit ausgeprägter diskogener Oblitera-
tion des Recessus S1 und direkter Tangierung und Verlagerung der Nervenwurzel S1 nach 
dorsal. Nach Eingang der Unfallmeldung erbrachte die SUVA der Versicherten die gesetzlichen 
Leistungen für die Folgen des Unfalls vom 25. Oktober 2013. 
 
Am 18. Februar 2015 erliess die SUVA eine Verfügung, mit welcher sie den Fall, was die Unfall-
folgen anbelange, per 24. November 2014 abschloss und die Weiterausrichtung von Versiche-
rungsleistungen ab diesem Datum ablehnte. Zur Begründung hielt sie fest, laut kreisärztlicher 
Beurteilung seien die aktuell bestehenden Beschwerden nicht mehr unfallbedingt, sondern aus-
schliesslich krankhafter Natur. Der Zustand, wie er sich auch ohne den Unfall vom 25. Oktober 
2013 eingestellt hätte, sei gemäss medizinischer Beurteilung spätestens am 24. November 
2014 erreicht gewesen. Daran hielt die SUVA auf Einsprache der Versicherten hin mit Ein-
spracheentscheid vom 16. April 2015 fest.  
 
B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Advokat Nicolai Fullin namens und im Auf-
trag von A.____ am 18. Mai 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei der angefochtene Entscheid der Be-
schwerdegegnerin aufzuheben und es sei diese zu verpflichten, der Beschwerdeführerin wei-
terhin Leistungen aus dem Unfallereignis vom 25. Oktober 2013 zu erbringen. Eventualiter sei 
die Beschwerdegegnerin anzuweisen, weitere medizinische Abklärungen, insbesondere zum 
psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin, zu tätigen und im Anschluss daran 
erneut über die weiteren Leistungen aus dem Unfallereignis vom 25. Oktober 2013 zu entschei-
den; unter o/e-Kostenfolge.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 28. Mai 2015 beantragte die SUVA die Abweisung der 
Beschwerde.  
 
D. Nachdem die Angelegenheit dem Dreiergericht zur Beurteilung überwiesen und den 
Parteien der Termin der parteiöffentlichen Urteilsberatung angezeigt worden war, liess die Be-
schwerdeführerin mit Eingabe vom 18. August 2015 beantragen, es sei eine mündliche Partei-
verhandlung durchzuführen, anlässlich welcher sie über das Unfallereignis und dessen Folgen 
persönlich Auskunft geben könne. Mit Verfügung vom 19. August 2015 wies die instruierende 
Präsidentin des Kantonsgerichts diesen Antrag ab. Was die Begründung dieses Entscheides 
betrifft, kann vollumfänglich auf die Erwägungen der genannten Verfügung verwiesen werden.  
 
 
  

 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kan-
tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor-
liegend befindet sich dieser in E.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts 
Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- 
und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht 
als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein-
spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich 
zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formge-
recht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 18. Mai 2015 ist demnach einzutreten. 
 
2. Strittig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Versiche-
rungsleistungen für die Folgen des Unfallereignisses vom 25. Oktober 2013 zu Recht per 
24. November 2014 eingestellt hat.  
 
2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-
lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat 
sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsun-
fähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es ent-
sprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am 
dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähig-
keit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person.  
 
2.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt - unter anderem - vo-
raus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, 
Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang be-
steht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. 
Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammen-
hangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitli-
cher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedin-
gungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das 
Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene 
gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem 

 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammen-
hang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung oder 
im Streitfall das Gericht - im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozi-
alversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden 
hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs-
anspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 
 
2.3 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst 
manifest bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge-
wiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natür-
liche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch 
und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der 
(krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo 
ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines 
krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo si-
ne), erreicht ist (Kranken- und Unfallversicherung - Rechtsprechung und Verwaltungspraxis 
[RKUV] 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hinweisen). Ebenso 
wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder 
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im 
Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich-
keit (BGE 134 V 125 f. E. 9.5 mit Hinweisen) nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nun-
mehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hier-
bei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der 
Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei 
der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (Sozialversicherungsrecht – Recht-
sprechung [SVR] 2009 UV Nr. 3 E. 2.2; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45 E. 2, 1994 Nr. U 206 
S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b). Der Beweis des Wegfalls des Kausalzusammen-
hangs muss nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen erbracht werden. Ebenso wenig 
geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesund-
heitsschaden mehr vorliege oder die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei. Ent-
scheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeu-
tung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteil P. des Bundesgerichts vom 29. Januar 
2009, 8C_847/2008, E. 2 mit Hinweisen). 
 
2.4 Zusätzlich zu diesen allgemeinen Grundsätzen, die im Zusammenhang mit der Fest-
stellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin zu beachten sind, gilt es bei 
der Beurteilung der Unfallkausalität von Diskushernien der medizinischen Erfahrungstatsache 
Rechnung zu tragen, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandschei-
benveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen 
Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann 
eine Diskushernie betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere sowie 
geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der Dis-
kushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfä-

 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

higkeit aufgetreten sind (Urteil K. des Bundesgerichts vom 12. Juli 2012, 8C_151/2012, E. 4 mit 
weiteren Hinweisen).  
 
Ist die Diskushernie bei degenerativem Vorzustand durch den Unfall nur aktiviert, nicht aber 
verursacht worden, so hat die Unfallversicherung nur Leistungen für das unmittelbar im Zu-
sammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen. Nach derzeitigem medi-
zinischem Wissensstand kann das Erreichen des Status quo sine bei posttraumatischen Lum-
balgien und Lumboischialgien nach drei bis vier Monaten erwartet werden, wogegen eine allfäl-
lige richtunggebende Verschlimmerung röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der 
altersüblichen Progression abheben muss; eine traumatische Verschlimmerung eines klinisch 
stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun 
Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten (Urteil B. des 
Bundesgerichts vom 27. Juni 2012, 8C_681/2011, E. 3.3 mit weiteren Hinweisen).  
 
3.1 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte - wie der Beurteilung des Gesundheitszu-
standes und der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person oder der Feststellung natürlicher Kau-
salzusammenhänge im Bereich der Medizin - ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig 
auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen 
sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medi-
zinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne 
Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies 
bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie 
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen 
eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es 
bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das 
gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und 
nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe-
richtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allsei-
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen-
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolge-
rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 
E. 3a, 122 V 160 E. 1c).  
 
3.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So kommt beispielsweise Berichten und Gutachten ver-
sicherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach 
Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgut-
achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver-
sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen 

 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen 
ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 
E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil A. des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, 
E. 5.3).  
 
4.1 Wie eingangs ausgeführt, war die Versicherte anlässlich des Überfalls vom 25. Oktober 
2013 von einem der Täter in den Rücken und den Beckenbereich getreten worden. Da bei ihr in 
der Folge zunehmend Kreuz- und Lendenwirbelsäule-Beschwerden einsetzten, veranlasste ihr 
Hausarzt Dr. C.____ eine bildgebende Diagnostik des Beckens und der Lendenwirbelsäule. 
Diese zeigte gemäss Bericht der Radiologie D.____ vom 19. Dezember 2013 zum einen eine 
bereits bekannte flache, mediolateral rechts gelegene Diskushernie LWK 4/5 (ohne Progredienz 
im Vergleich zur Voraufnahme vom 30.12.2010 und ohne neurologische Tangierung) und zum 
andern eine neu aufgetretene grosse, mediolateral rechts gelegene Diskushernie, sich leicht 
nach kaudal in den Recessus S1 erstreckend mit ausgeprägter diskogener Obliteration des Re-
cessus S1 und direkter Tangierung und Verlagerung der Nervenwurzel S1 nach dorsal. Am 
26. März 2014 nahm Dr. med. F.____, Orthopädische Chirurgie FMH, bei der Versicherten eine 
Diskushernienoperation L5/S1 (Fenestration, Sequestrektomie, Nukleotomie) vor. Im Nachgang 
zu diesem Eingriff orientierte die Versicherte die Beschwerdegegnerin am 27. Mai 2014 telefo-
nisch, dass es ihr „sehr gut“ gehe und dass sie ab 2. Juni 2014 die angestammte Tätigkeit wie-
der im bisherigen Pensum (50 %) aufnehmen werde. Im Lauf des zweiten Halbjahres 2014 tra-
ten bei der Versicherten wieder Lumbalgien und ins Bein ausstrahlende Schmerzen auf, wes-
halb sie Dr. med. G.____, Neurochirurgie FMH, aufsuchte. Dieser diagnostizierte bei ihr am 
19. November 2014 gestützt auf ein am 10. November 2014 erfolgtes MRI der LWS ein lumbo-
radikuläres Reizsyndrom S1 rechts bei Rezidiv-Diskushernie L5/S1 rechts sowie einen Status 
nach Diskushernienoperation L5/S1 rechts. Er führte deswegen am 25. November 2014 eine 
Re-Diskektomie nach Re-Fenestration L5/S1 rechts durch.  
 
4.2 Auf Vorlage der medizinischen Akten hin verneinte der SUVA-Kreisarzt Dr. med. 
H.____, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, in seiner kurzen Stellungnahme vom 
5. Januar 2015 die ihm von der Verwaltung unterbreitete Frage, ob die durchgeführte Operation 
vom 25. November 2014 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 
25. Oktober 2013 zurückzuführen sei. Zur Begründung wies er darauf hin, dass das damalige 
Unfallereignis lediglich zu einer vorübergehenden Verschlechterung im Bereich der Lendenwir-
belsäule und des Beckens geführt habe. In der Folge ersuchte die Beschwerdegegnerin ihren 
Kreisarzt Dr. H.____ um eine ausführlichere Stellungnahme, welche dieser am 16. Februar 
2015 erstattete. Darin wies er darauf hin, dass am 19. Dezember 2013 durch Kernspintomogra-
phien der Lendenwirbelsäule und des Beckens eine strukturell objektivierbare Läsion aufgrund 
des Unfallereignisses vom 25. Oktober 2013 habe ausgeschlossen werden können. Die festge-
stellten Veränderungen im Bereich der Lendenwirbelsäule würden degenerative Veränderungen 
darstellen. Als Hauptbefund hätten sich eine Diskushernie bei L4/5 und eine deutliche Chondro-
se bei L5/S1 sowie zusätzlich eine grosse, mediolateral rechts gelegene Diskushernie mit Ver-
lagerung der Nervenwurzel S1 rechts gezeigt. Im weiteren Verlauf habe Dr. F.____, der behan-
delnde Chirurg, festgestellt, dass aufgrund eines sensomotorischen Ausfallsyndroms bei Dis-
kushernie L5/S1 rechts eine Indikation zum operativen Vorgehen bestehe, worauf am 26. März 

 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

2014 eine Diskushernienoperation L5/S1 rechts durchgeführt worden sei. Aufgrund persistie-
render Beschwerden bei lumboradiculärem Reizsyndrom S1 rechts habe Dr. G.____ am 
19. November 2014 die Indikation zu einer erneuten Diskushernienoperation L5/S1 rechts ge-
stellt und diesen Eingriff am 25. November 2014 vorgenommen. Dieser Verlauf zeige, dass es 
durch das Ereignis am 25. Oktober 2013 zu einer vorübergehenden Verschlechterung im Be-
reich der Lendenwirbelsäule und im Bereich des Beckens gekommen sei. Die am 26. März 
2014 operierte Diskushernie bei L5/S1 rechts stelle keine Unfallfolge dar. Es handle sich um 
einen unfallfremden Befund, welcher vorübergehend verschlechtert worden sei. Mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit würden im Beschwerdebild der Versicherten ab dem 24. November 
2014 Unfallfolgen keine Rolle mehr spielen. Die Phase der vorübergehenden Verschlechterung 
im Bereich des Beckens und der Lendenwirbelsäule sei vorüber. Ab dem 24. November 2014 
würden im Bereich der Lendenwirbelsäule und im Bereich des Beckens nur noch krankheitsbe-
dingte Diagnosen überwiegen.  
 
5. Die Beschwerdegegnerin verweist bei ihrer Würdigung des medizinischen Sachverhalts 
im Wesentlichen auf die Ausführungen des Kreisarztes Dr. H.____ vom 16. Februar 2015. Des-
sen Beurteilung lasse sich entnehmen, dass bei der Versicherten eine vorbestehende Dis-
kushernie L5/S1 vorgelegen habe. Der Unfall vom 25. Oktober 2013 habe die Diskushernie ein-
deutig nicht verursacht, sie sei durch das Ereignis aber symptomatisch geworden. Die am 
26. März 2014 erfolgte Diskushernienoperation habe bei der Versicherten - laut ihren eigenen 
Angaben - zu einer anschliessenden Beschwerdefreiheit von drei bis vier Monaten geführt. Hal-
te man sich diesen Verlauf vor Augen, so könne davon ausgegangen werden, dass das Unfall-
ereignis vom 25. Oktober 2013 zu einer vorübergehenden Verschlechterung der unbestritte-
nermassen vorbestehenden Diskushernie L5/S1 geführt habe, eine richtunggebende Ver-
schlimmerung des bei der Versicherten bestehenden Vorzustandes an der LWS dürfe hingegen 
als ausgeschlossen gelten. Was das mit MRI vom 10. November 2014 nachgewiesene und am 
25. November 2014 operativ behandelte Diskushernien-Rezidiv betreffe, so bilde dieses Be-
standteil der vor dem Unfall vom 25. Oktober 2013 bereits bestehenden Vor- und Grunderkran-
kung. Die Möglichkeit einer solchen Rezidivbildung könne nämlich aus medizinischer Sicht vor 
einer allfälligen Operation nie zuverlässig ausgeschlossen werden, weshalb sie als entspre-
chendes Risiko der Grunderkrankung zuzurechnen sei. Somit sei dem Kreisarzt im Ergebnis 
dahingehend zuzustimmen, dass bei der Versicherten am 24. November 2014 keine Unfallfol-
gen mehr vorgelegen hätten, die mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 25. Oktober 2013 zurückgeführt werden könnten. Die-
se vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 
hiervor), darf ein medizinischer Sachverhalt ohne Einholung eines externen Gutachtens ent-
schieden werden, solange keine - auch nur geringe - Zweifel an der Richtigkeit der versiche-
rungsinternen ärztlichen Feststellungen bestehen. Vorliegend besteht kein Anlass, an der Rich-
tigkeit der Kausalitätsbeurteilung des Kreisarztes Dr. H.____ zu zweifeln. Die von der Be-
schwerdegegnerin übernommenen Ergebnisse, zu denen Dr. H.____ gelangt ist, beruhen auf 
einem sorgfältigen Studium der vorhandenen medizinischen Aktenlage und sein Bericht erweist 
sich sowohl in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge als auch bezüglich der dar-
aus gezogenen Schlussfolgerungen als überzeugend. Dazu kommt, dass sich in den übrigen 

 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

(medizinischen) Akten keine Anhaltspunkte finden, die Anlass geben könnten, die Schlüssigkeit 
der Kausalitätsbeurteilung von Dr. H.____ in Zweifel zu ziehen.  
 
6.1 Die Versicherte stellt in ihrer Beschwerde die vorinstanzliche Beurteilung der Unfall-
kausalität ihres Rückenleidens nicht explizit in Frage, ihr Rechtsvertreter weist vielmehr darauf 
hin, dass die Versicherte bereits früher Opfer eines Überfalls geworden sei. Laut dem behan-
delnden Psychiater Dr. med. I.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, leide die Versicherte 
aufgrund dieses früheren Ereignisses an einer rezidivierenden depressiven Störung und an ei-
ner posttraumatischen Belastungsstörung. Es sei, so der Rechtsvertreter weiter, nicht klar, in-
wiefern das neue Unfallereignis vom 25. Oktober 2013 zu einer zusätzlichen Traumatisierung 
und damit einhergehenden Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes der Ver-
sicherten geführt habe. Der Sachverhalt sei diesbezüglich von der Beschwerdegegnerin nur 
ungenügend abgeklärt worden, weshalb diese anzuweisen sei, weitere medizinische Abklärun-
gen, insbesondere zum psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin, zu tätigen 
und im Anschluss daran erneut über die weiteren Leistungen aus dem Unfallereignis vom 
25. Oktober 2013 zu entscheiden. Von solchen zusätzlichen Abklärungen kann nun allerdings 
abgesehen werden. Letztlich können nämlich sowohl die Frage, an welchen psychischen Ge-
sundheitsbeeinträchtigungen die Versicherte im Zeitpunkt des vorliegend strittigen Fallab-
schlusses gelitten hat, als auch die weitere Frage, ob die betreffenden psychischen Leiden in 
einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 25. Oktober 2013 stehen, aus 
den nachfolgenden Gründen offen bleiben.  
 
6.2 Um die Leistungspflicht des Unfallversicherers bejahen zu können, muss zwischen 
dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden nicht nur ein natürlicher, sondern auch ein 
adäquater Kausalzusammenhang bestehen. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann 
als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Din-
ge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art 
des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein 
als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis). Der Voraussetzung des adäqua-
ten Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (BGE 
125 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen eines natürlichen Kausalzu-
sammenhanges zwischen dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen 
Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzusammenhang be-
steht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln vom Ge-
richt zu beurteilen ist (BGE 112 V 33 E. 1b).  
 
Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche 
Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des 
Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürli-
chen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2.1, 127 V 103 E. 5b/bb). Stehen hingegen psychi-
sche Unfallfolgeschäden zur Beurteilung, so hat eine besondere Adäquanzprüfung zu erfolgen. 
Danach ist für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs im Einzelfall zu verlangen, 
dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbs-

 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

unfähigkeit zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit an-
deren Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (BGE 115 V 141 E. 7). 
 
6.3 Wie die SUVA in ihrer Vernehmlassung zutreffend geltend macht, ist diese Vorausset-
zung vorliegend nicht erfüllt. Dem Unfallereignis vom 25. Oktober 2013 ist zwar eine gewisse 
Eindrücklichkeit zuzubilligen, von den übrigen Kriterien, die im Rahmen der besonderen Adä-
quanzprüfung bei mittleren Unfällen im Grenzbereich zu den leichten Unfällen - und von einem 
solchen Ereignis kann hier höchstens ausgegangen werden - rechtsprechungsgemäss in die 
erforderliche Gesamtwürdigung miteinzubeziehen sind und die für eine Bejahung der Adäquanz 
in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sein müssen (vgl. zum Ganzen: BGE 115 V 140 
E. 6c), ist vorliegend aber keines erfüllt: Die Versicherte zog sich beim Unfall keine Körperver-
letzungen zu, die aufgrund ihrer Schwere oder besonderen Art erfahrungsgemäss geeignet wä-
ren, psychische Fehlentwicklungen herbeizuführen. Im Weiteren war die Versicherte - ihren 
eigenen Angaben zufolge - nach dem operativen Eingriff während mehrerer Monate beschwer-
defrei, sodass weder von körperlichen Dauerschmerzen noch von einem schwierigen Heilungs-
verlauf und erheblichen Komplikationen gesprochen werden kann. Unstreitig lag ferner auch 
keine ärztliche Fehlbehandlung vor, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte. 
Schliesslich kann auch das Kriterium von Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfä-
higkeit nicht als erfüllt erachtet werden, wenn man berücksichtigt, dass die Versicherte nicht 
unmittelbar nach dem Unfall, sondern erst ab 10. Januar 2014 arbeitsunfähig geschrieben war 
und dass sie anfangs Juni 2014, d.h. knapp fünf Monate später, ihre Tätigkeit wieder im glei-
chen Pensum wie vor den Unfall aufnehmen konnte.  
 
7. Zusammenfassend ist somit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre 
Leistungen für die Versicherte per 24. November 2014 eingestellt hat. Die gegen den betreffen-
den Einspracheentscheid vom 16. April 2015 erhobene Beschwerde erweist sich als unbegrün-
det, weshalb sie abgewiesen werden muss.  
 
8. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Par-
teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu er-
heben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla-
gen. 
 

  

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. 
 

 

 
 
 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht