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**Case Identifier:** 19b67214-b25f-5fd3-96e0-a24a807fd9bc
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.08.2017 200 2017 322
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-322_2017-08-28.pdf

## Full Text

200 17 322 IV
ACT/ABE/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 28. August 2017

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 21. Februar 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Aug. 2017, IV/17/322, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1964 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im Dezember 2013 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an, wobei sie auf einen Unfall vom 
5. Juni 2013 hinwies (Antwortbeilage [AB] 1). Die IVB tätigte erwerbliche 
und medizinische Abklärungen, u.a. holte sie die Akten der C.________ ein 
(AB 6, 21, 24, 37), unterbreitete das Dossier dem Regionalen Ärztlichen 
Dienst (RAD; 33, 41, 51, 55) und veranlasste eine Haushaltsabklärung 
(Abklärungsbericht vom 19. September 2016 [AB 56/2]). Mit Vorbescheid 
vom 29. September 2016 (AB 58) stellte sie bei einem in Anwendung der 
gemischten Methode (Status: 19% Erwerb und 81% Haushalt) ermittelten 
Invaliditätsgrad von 33% die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aus-
sicht. Nachdem die Versicherte dagegen opponiert hatte (AB 59), ver-
vollständigte die IVB die Unfallakten (AB 64) und liess den 
Abklärungsdienst insbesondere zur Statusfrage (vgl. AB 60) Stellung neh-
men (AB 65). Am 21. Februar 2017 (AB 66) verfügte sie wie angekündigt.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. 
B.________, am 24. März 2017 Beschwerde. Sie beantragt die kostenfälli-
ge Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung der An-
gelegenheit an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme weiterer 
Abklärungen. Eventualiter sei ihr seit wann rechtens mindestens eine halbe 
Invalidenrente zuzusprechen. In der Begründung wird im Wesentlichen der 
Status bestritten sowie geltend gemacht, die Abklärungsergebnisse seien 
nicht mehr aktuell. Zudem wirft die Beschwerdeführerin die Frage nach der 
Notwendigkeit einer interdisziplinären medizinischen Beurteilung auf.

Mit Beschwerdeantwort vom 10. Mai 2017 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Aug. 2017, IV/17/322, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 21. Februar 2017 (AB 
66). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-

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werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Unter dem Gesichtspunkt von Art. 8 ATSG stellt sich die Frage nach 
der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode (Art. 16 ATSG, Art. 28a 
Abs. 2 und 3 IVG). Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig 
Erwerbstätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur An-
wendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommens-
vergleich, Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich 
aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, 
wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 
3.1 S. 20, 125 V 146 E. 2c S. 150). Entscheidend ist nicht, welches Aus-
mass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zu-
gemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch 
erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 E. 3.3 S. 508).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

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3.

Umstritten ist insbesondere der Status der Beschwerdeführerin resp. der 
Umfang, in welchem sie als Gesunde erwerbstätig wäre (vgl. E. 2.2 hier-
vor). Während die Beschwerdegegnerin von einer hypothetischen Erwerbs-
tätigkeit von 19% und einem Haushaltsanteil von 81% ausgeht (AB 66/2), 
stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, sie wäre im Ge-
sundheitsfall 50% erwerbstätig (Beschwerde, S. 4).

3.1 Im Haushaltabklärungsbericht vom 19. September 2016 (AB 56/2) 
wurde hinsichtlich der Statusfrage ausgeführt, analog dem Unfallschein (AB 
21.1/13) bzw. den Akten der C.________ vom 4. August 2014 (AB 21.1) 
werde ein Beschäftigungsgrad von 19% angenommen (Ziff. 3.4).

Anlässlich der Erhebung vom 25. August 2016 hatte die Beschwerdeführe-
rin gegenüber der Abklärungsperson angegeben, dass sie – wenn sie den 
Unfall vom 5. Juni 2013 nicht erlitten hätte – in unverändertem Pensum bei 
der H.________ als … weitergearbeitet hätte (AB 56/3). Diese Angabe 
deckt sich mit dem bisher Gelebten, war die Beschwerdeführerin doch seit 
mindestens 2009 in einem unveränderten Teilzeitpensum beim gleichen 
Arbeitgeber beschäftigt (Arbeitgeberbericht vom 24. Januar 2014 [AB 8/1]), 
d.h. seit einem Zeitpunkt, in welchem noch keine gesundheitlichen Proble-
me bestanden (vgl. AB 1/5) und auch die 1992 und 1996 geborenen Kinder 
(vgl. AB 1/2) keiner grossen Betreuung mehr bedurften, was in der Be-
schwerde (S. 4) verkannt wird. Soweit die Beschwerdeführerin gegenüber 
der Abklärungsperson weiter angegeben hat, sie habe „früher mal“ ver-
sucht, das Pensum zu steigern, was aber am angestammten Arbeitsplatz 
nicht möglich und „in der Privatwirtschaft“ wegen sprachlicher Einschrän-
kungen nicht gelungen sei (AB 56/3), bestätigt dies, dass im Gesundheits-
fall keine Erhöhung der Arbeitszeit erfolgt wäre, sondern dies aus 
invaliditätsfremden, d.h. nicht gesundheitsbedingten, Gründen gerade nicht 
geschehen wäre. Angesichts dieser Umstände ist überwiegend wahr-
scheinlich (BGE 138 V 218 E. 6 S. 221), dass die Beschwerdeführerin im 
Gesundheitsfall weiterhin ein Pensum von 19% (8.25 Stunden [3 x 1.75 
Stunden + 2 x 1.5 Stunden] pro Woche [AB 21.1/14] bei einer betrieblichen 
Arbeitszeit von wöchentlich 42 Stunden [AB 8/2]; vgl. auch AB 6.1/5) be-
wältigen würde (vgl. auch AB 9/1, 65/2).

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3.2 Nach dem Dargelegten ist der von der Verwaltung angenommene 
Status mit einem Anteil Erwerb von 19% und einem Anteil Haushalt von 
81% (AB 66/2) nicht zu beanstanden. Damit ist die Invaliditätsbemessung 
nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) vorzunehmen. Unter 
den Parteien ist zu Recht unbestritten, dass das Urteil des Europäischen 
Gerichtshofs für Menschenrechte vom 2. Februar 2016 i.S. Di Trizio gegen 
die Schweiz (Nr. 7186/09) der Anwendung dieser Methode hier nicht ent-
gegensteht. Denn die Beschwerdeführerin ging wie erwähnt (E. 3.1 hiervor) 
bereits vor der Rentenprüfung einer Teilerwerbstätigkeit nach (dazu vgl. IV-
Rundschreiben Nr. 355 des Bundesamts für Sozialversicherungen [BSV] 
vom 31. Oktober 2016, aktualisiert per 26. Mai 2017 [abrufbar unter 
www.bsv.admin.ch]) und ist während des ganzen massgebenden Beurtei-
lungszeitraums als teilerwerbstätig mit Aufgabenbereich zu qualifizieren 
(BGE 143 I 50 E. 4.4 S. 60).

4.

4.1 In medizinischer Hinsicht ist den Akten im Wesentlichen Folgendes 
zu entnehmen:

4.1.1 Im Bericht vom 5. April 2016 des Spitals D.________ (AB 64.50/3), 
wurden folgende Diagnosen aufgeführt:

1. PAVK der rechten unteren Extremität, kompliziertes Stadium II

2. Chronisches Ulcus cruris über Achillessehne rechts

3. Metabolisches Syndrom

3.1 Adipositas

3.2 Diabetes mellitus Typ I (insulinpflichtig)

3.3 Arterielle Hypertonie

Die Patientin stelle sich zur regulären Verlaufskontrolle bei bekannter 
PAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit) und chronischem Ulcus 
cruris über der rechten Achillessehne in der Sprechstunde vor. Sie sei wei-
terhin alle zwei bis vier Wochen in ambulanter Behandlung in der Dermato-
logie. Der Ulkus sei schleppend aber in stetiger Abheilung begriffen. lm 
Vordergrund ständen weiterhin die bekannten Lumboischialgien bei ana-

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mnestischer Diskushernie auf Höhe L4/5 beidseits. Dyspnoe und pektan-
ginöse Beschwerden könne die Beschwerdeführerin klar verneinen, die 
Medikamente würden regelmässig eingenommen. Duplexsonographisch 
zeige sich ein stationärer Befund, Stents und Truncus tibiofibularis stellten 
sich offen dar; es fänden sich keine Hinweise für relevante Re-Stenosen 
femoro-popliteal rechts.

4.1.2 Die Ärztin der C.________, Dr. med. E.________, Fachärztin für 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 
erwähnte im Untersuchungsbericht vom 26. Januar 2017 (AB 64.7) was 
folgt:

Diagnosen

Stolpersturz mit Fusskontusion-/distorsionstrauma rechts am 7.6.2013 mit:

- (anamnestisch) undislozierter Fraktur proximale Phalanx II. und III. Zehe 
rechts

- Status nach konservativer Therapie in orthopädischem Schuhwerk und 
konsekutiver Entwicklung eines Druckulkus über der Achillessehne und 
Ferse rechts

- Status nach Débridement Ulkus über Achillessehne rechts und Ferse 
rechts mit VAC-Anlage am 16.8.2013

- Status nach Débridement Unterschenkel dorsal rechts distal und Defekt-
deckung mittels Propellerlappenplastik am 21.8.2013

- Vakuumtherapie Februar 2015, danach Umstellung auf Flammazine und 
Mepilex

- Seit 5.5.2015 PolyMem-Wundauflagen

- Duplexsonographie vom 21.9.2015 unauffällig

- Seit 2016 Wundbehandlung mit PolyMem-Verbänden, Künzlischuh tagsü-
ber und nachts Spezialschiene

Unfallrelevante Nebendiagnosen

Periphere arterielle Verschlusskrankheit Stadium IV rechts bei

- insulinpflichtigem Diabetes mellitus Typ I (Erstdiagnose 1980)

- arterieller Hypertonie

- aktivem Nikotinabusus

- Status nach PTA-Stenting Arteria femoralis superficialis rechts am 
5.7.2013

- Status nach Revaskularisation/Stenting mit DES eines kurzstreckigen Re-
zidivverschlusses der mittleren Arteria femoralis superficialis und von Ste-
nosen der mittleren und distalen Arteria femoralis superficialis sowie einer 

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Rezidivstenose des Truncus tibiofibularis, PTA einer Rezidivstenose des 
Abgangs der Arteria tibialis posterior rechts am 22.11.2013

Die angiologischen Interventionen seien nicht unfallkausal, sondern krank-
heitsbedingt. Bezüglich des Druckulcus über der rechten Achillessehne 
seien diverse operative Eingriffe erfolgt; nun werde seit längerer Zeit kon-
servativ vorgegangen, wobei sich in der aktuellen Duplex-Sonographie eine 
genügende Durchblutung finde. Bei zunehmender Abheilung des Ulkus sei 
die konservative Therapie weiterzuführen. Das Ausmass der Wunde könne 
sicherlich nicht mit einer vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit verbunden 
werden. Eine Rückkehr in die angestammte Tätigkeit als … sei aber unfall-
bedingt nicht mehr zumutbar. Ein definitives Zumutbarkeitsprofil könne wie 
folgt definiert werden: Zumutbar seien sitzende oder wechselnd sitzende, 
gehende und stehende Tätigkeiten ganztags. Einschränkungen beständen 
für das Gehen in unebenem Gelände, für das Kauern und das Knien. Zu 
vermeiden seien Zwangspositionen des Fusses und regelmässiges Bestei-
gen von Leitern, Treppen oder Gerüsten. Gewichtsbelastungen sollten re-
petitiv nicht über 15 kg betragen. Ausserdem beständen Einschränkungen 
für das Bedienen von Pedalen (rechts). Der Gesundheitszustand sei stabil.

4.1.3 Dr. med. F.________, Facharzt für Kardiologie, nannte im Bericht 
vom 15. März 2017 (Beschwerdebeilage [BB] 2) als Diagnosen:

1. Koronare Eingefässerkrankung, normale LV-Funktion

• aktuell erfolgreiche PTCA und 4-fache Stenteinlage (kompliziert durch 
Ballonruptur wegen stark verkalktem Gefäss) des proximalen, des mittle-
ren sowie des distalen RIVA

• verbleibende Stenose des ersten Diagonalastes: kleines Gefäss, kon-
servatives Vorgehen empfohlen

2. PAVK

• Status nach PTA rechts 2014/2015 (Spital D._____)

Als kardiovaskuläre Risikofaktoren wurden aufgeführt:

• arterielle Hypertonie
• Dyslipidämie
• insulinpflichtiger Diabetes mellitus
• belastete Familienanamnese (Bruder Herzinfarkt mit 47 Jahren)
• PAVK

Bei dieser jungen Patientin mit bekannter PAVK und multiplen kardiovas-
kulären Risikofaktoren liege eine koronare Eingefässerkrankung vor. Der 

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Hauptbefund der Koronarangiographie sei ein diffus erkrankter und im dis-
talen Bereich subtotal stenosierter RIVA (Ramus interventricularis anterior).

4.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

4.3 Wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, erlauben die vorliegenden 
ärztlichen Einschätzungen keine zuverlässige und schlüssige Beurteilung 
der Frage, inwiefern die Beschwerdeführerin im Erwerbs- wie auch im Auf-
gabenbereich gesundheitsbedingt eingeschränkt ist:

4.3.1 Während die Ärztin der C.________ im Untersuchungsbericht vom 
26. Januar 2017 (AB 64.7) allein die unfallbedingten Beschwerden, na-
mentlich die Fussbeschwerden, beurteilte (S. 5 f.), stehen gemäss den An-
gaben der Beschwerdeführerin gegenüber der Abklärungsperson (AB 56/2) 
sowie gemäss den Angaben der behandelnden Ärzte (AB 31, 35/2, 35/11, 
35/13) die Rückenbeschwerden im Vordergrund, wovon auch der RAD 
ausgeht (AB 41/6, oben). Da die Beschwerdeführerin zudem an weiteren 

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nicht unfallkausalen Gesundheitsstörungen leidet, sind die Einschätzungen 
aus dem unfallversicherungsrechtlichen Dossier für sich allein nicht geeig-
net, die iv-relevante Restarbeitsfähigkeit abschliessend beurteilen zu kön-
nen. Aus dem gleichen Grund lässt die Verneinung eines 
unfallversicherungsrechtlichen Rentenanspruchs und die Ablehnung einer 
Integritätsentschädigung (AB 68) keine Rückschlüsse auf das vorliegende 
Verfahren zu (vgl. aber Beschwerdeantwort, Ziff. 7).

In Bezug auf die Wirbelsäulenproblematik liegt indessen keine verwertbare 
ärztliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in den Akten. Insbesondere 
findet sich auch in den diversen Berichten des RAD keine definitive Ein-
schätzung. In der Stellungnahme vom 6. November 2016 legte Dr. med. 
G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatolo-
gie, dar, im Vordergrund stehe aktuell die LWS-Problematik, welche ange-
sichts der vorliegenden Befunde nachvollziehbar und glaubhaft sei. 
Inwieweit die Belastbarkeit der Lendenwirbelsäule durch die Behandlungen 
verbessert werden könne, könne noch nicht abgeschätzt werden. Jeden-
falls bestehe von Seiten der LWS eine deutliche Minderbelastung (AB 41/6, 
oben). In seinen späteren Berichten (Aktennotiz vom 26. November 2015 
[AB 42] und Stellungnahmen vom 17. Februar 2016 [AB 51] bzw. vom 
14. September 2016 [AB 55]) äusserte sich der RAD-Arzt nicht mehr dazu.

4.3.2 Was sodann die kardiologische Gesundheitsstörung anbelangt, geht 
aus dem – nach Verfügungserlass erstatteten und erst im vorliegenden 
Beschwerdeverfahren aufgelegten – (provisorischen) Bericht des Dr. med. 
F.________ vom 15. März 2017 (BB 2), hervor, dass nun nicht mehr allein 
eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) besteht, die bereits 
früher mittels perkutaner transluminaler Angioplastie (PTA) behandelt wur-
de, sondern der behandelnde Herzspezialist neu zusätzlich von einer koro-
naren Eingefässerkrankung ausgeht, welche im März 2017 behandelt 
wurde (komplexe Intervention, „4-fach gestentet“ [BB 2, S. 2]). Trotz erfolg-
reicher koronarangiographischer Erweiterung des verengten Herzkranzge-
fässes ist im Bereich des ersten Diagonalastes eine Stenose verblieben. 
Bei den multiplen kardiovaskulären Risikofaktoren sind weitere Abklärun-
gen (Bestimmung der Cholesterinwerte) und allenfalls ein Ausbau der The-
rapie indiziert (BB 2). Soweit der erwähnte Bericht mit Blick auf den 

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zeitlichen Überprüfungshorizont des Gerichts hier zu berücksichtigen ist 
(vgl. SVR 2008 IV Nr. 8 S. 25 E. 3.4), enthält er ebenfalls keine Einschät-
zung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Der Bericht des Kardiologen Dr. 
med. F.________ wurde auch nicht einem RAD-Arzt zur Stellungnahme 
unterbreitet (vgl. Beschwerdeantwort).

4.4 Nach dem Ausgeführten basiert die Verfügung vom 21. Februar 
2017 (AB 66) auf einem ungenügend abgeklärten Sachverhalt. Gestützt auf 
die vorhandenen medizinischen Unterlagen – insbesondere gestützt auf 
Aktenberichte – lässt sich nicht zuverlässig beurteilen, ob bzw. in welchem 
Ausmass Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit und in der Fähigkeit, sich 
im Aufgabenbereich zu betätigen, bestehen. Die angefochtene Verfügung 
ist deshalb in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Akten sind 
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie in Nachachtung der 
Untersuchungsmaxime die notwendigen Abklärungen – beispielsweise eine 
fachärztliche Untersuchung durch den RAD – vornehme und dabei auch 
die geltend gemachte Verschlechterung (vgl. BB 2) berücksichtige. Nach 
Vorliegen der medizinischen Einschätzung wird die Beschwerdegegnerin 
einen neuen Haushaltsabklärungsbericht einzuholen und über den Renten-
anspruch neu zu befinden haben, wobei auch zu entscheiden sein wird, ob 
allenfalls ein befristeter Anspruch besteht (vgl. Bericht des RAD vom 
14. September 2016 [AB 55]). 

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind bei diesem 
Ausgang des Verfahrens der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuer-
legen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4).

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5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG).

Mit Kostennote vom 23. Mai 2017 macht Rechtsanwalt Dr. B.________ ein 
Honorar von Fr. 1‘695.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 37.70 und Mehrwert-
steuer von 8% (auf Fr. 1‘732.70) im Betrag von Fr. 138.60, total Fr. 
1‘871.30, geltend, was nicht zu beanstanden ist. Demnach ist die Parteien-
tschädigung auf Fr. 1‘871.30 festzusetzen; diesen Betrag hat die Be-
schwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu ersetzen.

5.3 Bei diesem Verfahrensausgang ist das Rechtsschutzinteresse an 
der Beurteilung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege dahingefal-
len. Folglich ist das entsprechende Verfahren als gegenstandslos gewor-
den vom Geschäftsverzeichnis abzuschreiben (MERKLI/AESCHLIMANN/
HERZOG, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 39 N. 1).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 21. Februar 2017 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen über den Rentenanspruch neu 
verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘871.30 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Aug. 2017, IV/17/322, Seite 13

4. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
und Beiordnung von Rechtsanwalt Dr. B.________ als amtlicher An-
walt wird vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt Dr. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.