# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 893e7ac4-6aca-57b6-bfa0-bab8994b7538
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-07
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 07.09.2018 SB170357
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB170357_2018-09-07.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB170357-O/U/cs 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Ersatzoberrichterin Dr. Bach-

mann und Ersatzoberrichter lic. iur. Wenker sowie die Gerichts-

schreiberin lic. iur. Leuthard 

 

Urteil vom 7. September 2018 

 

in Sachen 

 

1. A._____,  
2. … 

3. … 

Beschuldigte, Privatklägerin und Berufungsklägerin 

 

1 vertreten und erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

1. …  

2. B._____,  
Beschuldigte, Privatklägerin und Berufungsbeklagte 

 

2 vertreten und erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ 

 

und 

 

3. C._____,  
Beschuldigte und Berufungsbeklagte 

sowie 

 

- 2 - 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend Raufhandel etc.  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf, Einzelgericht 
Strafsachen, vom 10. Januar 2017 (GG160026) 
 

 

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Anklagen: 

Die Anklageschriften der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 20. Juli 

2016 (Urk. 24-26) sind diesem Urteil beigeheftet.  

Verfügung der Vorinstanz: 

Das Verfahren gegen die Beschuldigte 1 (A._____) betreffend der sexuellen Be-

lästigung im Sinne von Art. 198 StGB zulasten des Privatklägers (Anklageziffer 

I.1.5) wird eingestellt.  

Urteil der Vorinstanz: 

1. Die Beschuldigte 1 (A._____) ist nicht schuldig 

− des Raufhandels im Sinne von Art. 133 StGB sowie 
− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB 

und wird diesbezüglich freigesprochen. 

2. Die Beschuldigte 1 (A._____) ist schuldig 

− der vorsätzlichen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von 
Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG 

− des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB sowie 
− der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB. 

3. Die Beschuldigte 2 (B._____) ist nicht schuldig 

− des Raufhandels im Sinne von Art. 133 StGB 

und wird freigesprochen. 

4. Die Beschuldigte 3 (C._____) ist nicht schuldig 

− des Raufhandels im Sinne von Art. 133 StGB 

und wird freigesprochen. 

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5. Die Beschuldigte 1 (A._____) wird bestraft mit einer Geldstrafe von 90 Ta-

gessätzen zu Fr. 30.– und einer Busse von Fr. 2'000.–.  

6. Bezahlt die Beschuldigte 1 (A._____) die Busse schuldhaft nicht, so tritt an 

deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen. 

7. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre 

festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen. 

8. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'000.00   Gebühr Strafuntersuchung Beschuldigte 1 
Fr. 1'000.00   Gebühr Strafuntersuchung Beschuldigte 2 
Fr. 1'000.00   Gebühr Strafuntersuchung Beschuldigte 3 
Fr. 40.00   Zeugenentschädigung 
Fr. 60.00   Gutachten 

 

 

Fr. 1'000.00   Kosten Beschwerdeentscheid Obergericht 
Fr. 80.00   Auslagen Untersuchung (Übertrag aus GG150026-D) 

Fr. 7'180.00    
  

9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens (ohne die 

Kosten der Gebühren für die Strafuntersuchung der Beschuldigten 2 und 3, 

total Fr. 5'180.–) werden der Beschuldigten 1 (A._____) zu zwei Dritteln 

(Fr. 3'453.30) auferlegt. Im übrigen Umfang (Fr. 3'726.70) werden die Kosten 

auf die Gerichtskasse genommen. 

10. Der Beschuldigten 1 (A._____) wird eine reduzierte Prozessentschädigung 

(Teilfreispruch) von insgesamt Fr. 7'628.00 aus der Gerichtskasse zuge-

sprochen, nämlich Fr. 5'550.– für das Vorverfahren (inkl. Beschwerdeverfah-

ren am Obergericht), Fr. 1'166.70 für die Führung des erstinstanzlichen 

Strafprozesses, Fr. 346.30 für Barauslagen und Fr. 565.– für Mehrwertsteu-

er. Das Verrechnungsrecht des Staates bleibt vorbehalten. 

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11. Der Beschuldigten 2 (B._____) wird eine Prozessentschädigung von 

Fr. 4'100.– für anwaltliche Verteidigung und eine persönliche Umtriebsent-

schädigung von Fr. 300.– aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

12. Der Beschuldigten 3 wird eine Umtriebsentschädigung von Fr. 300.– aus der 

Gerichtskasse zugesprochen. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung der Beschuldigten 1: 

(Urk. 59 S. 1 f.) 

 1. Die Beschuldigten 1-3 seien wegen Raufhandels schuldig zu sprechen.  

 2. Die Beschuldigte 1 sei zudem wegen vorsätzlicher grober Verletzung 

der Verkehrsregeln schuldig zu sprechen. 

 3. Die Beschuldigte 1 sei vom Vorwurf des Hausfriedensbruchs von 

Schuld und Strafe freizusprechen. 

 4. Es seien Geldstrafen auszusprechen und diese seien bedingt auszu-

sprechen unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren. 

b) Der Verteidigung der Beschuldigten 2:  

(Urk. 60 S. 1) 

 1. Die Berufungsanträge der Beschuldigten 1, A._____, seien gänzlich 

abzuweisen, sofern überhaupt darauf eingetreten werden kann, und es 

sei das vorinstanzliche Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf vom 10. 

Januar 2017 vollumfänglich zu bestätigen. 

 2. Für den Fall, dass das Berufungsgericht dem ersten Antrag wider Er-

warten nicht vollständig zustimmen sollte, seien aber die Erkenntnis- 

bzw. Dispositivziffern 3 und 11 des vorinstanzlichen Entscheids, mithin 

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diejenigen Verdikte, welche die Beschuldigte 2 betreffen, zu bestätigen 

bzw. es sei die diesbezügliche Berufung abzuweisen. 

 3. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien gestützt auf Art. 428 

Abs. 1 StPO in vollem Umfang der Beschuldigten 1 aufzuerlegen. 

 4. Die Beschuldigte 1 sei zu verpflichten, die Beschuldigte 2 hinsichtlich 

deren Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfah-

rensrechte i.S.v. Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO adäquat zu entschädigen. 

c) Der Beschuldigten 3: 

(Prot. II S. 32 f. sinngemäss) 

Die Berufung der Beschuldigten 1 sei abzuweisen.  

d) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland: 

(Urk. 51, schriftlich) 

 Keine Anträge. 

 

_________________________________ 

 

Erwägungen: 

I. Prozessuales 

1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Vermeidung 

unnötiger Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen im angefochtenen 

Entscheid verwiesen werden (Urk. 46 S. 10 f.). 

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2. Mit Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf (Einzelgericht) vom 10. Januar 2017 

wurde die Beschuldigte A._____ (nachfolgend Beschuldigte 1) von den Vorwürfen 

des Raufhandels im Sinne von Art. 133 StGB und der einfachen Körperverletzung 

im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB freigesprochen. Demgegenüber wurde sie der 

vorsätzlichen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 

SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, des Hausfriedensbruchs im Sinne von 

Art. 186 StGB und der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 

StGB schuldig gesprochen und mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 

30.– und einer Busse von Fr. 2'000.– bestraft. Der Vollzug der Geldstrafe wurde 

aufgeschoben und die Probezeit auf drei Jahre festgesetzt. Die Busse wurde als 

vollziehbar erklärt. Im Falle der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse wurde 

bestimmt, dass an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen tritt. Die 

Beschuldigten B._____ (nachfolgend Beschuldigte 2) und C._____ (nachfolgend 

Beschuldigte 3) wurden beide vom Vorwurf des Raufhandels im Sinne von Art. 

133 StGB freigesprochen. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen 

Verfahrens (mit Ausnahme der Gebühren für die Strafuntersuchung der Beschul-

digten 2 und 3) wurden der Beschuldigten 1 zu zwei Dritteln auferlegt und im Üb-

rigen auf die Gerichtskasse genommen. Der Beschuldigten 1 wurde für den Teil-

freispruch eine reduzierte Prozessentschädigung von Fr. 7'628.– aus der Ge-

richtskasse zugesprochen. Der Beschuldigten 2 wurde eine Prozessentschädi-

gung von Fr. 4'100.– für die anwaltliche Verteidigung und eine persönliche Um-

triebsentschädigung von Fr. 300.– sowie der Beschuldigten 3 eine Umtriebsent-

schädigung von Fr. 300.– aus der Gerichtskasse zugesprochen (Urk. 46). 

3. Gegen dieses Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf (Einzelgericht) meldete die 

Beschuldigte 1 durch ihren Verteidiger die Berufung an (Urk. 41). Am 23. August 

2017 liess die Beschuldigte 1 durch ihren Verteidiger die Berufungserklärung ein-

reichen und oberwähnte Anträge stellen. Beweisanträge für das Berufungsverfah-

ren stellte er keine (Urk. 47). In der Folge wurde dem Privatkläger, den Beschul-

digten 2 und 3 sowie der Staatsanwaltschaft mit Verfügung vom 18. September 

2017 Frist angesetzt, um zu erklären, ob sie Anschlussberufung erheben oder ein 

Nichteintreten auf die Berufung beantragen (Urk. 49). Innert Frist teilte die Staats-

anwaltschaft mit, sie stelle keinen Antrag (Urk. 51). In der Verfügung vom 

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18. September 2017 wurde die Beschuldigte 1 aufgefordert, das Datenerfas-

sungsblatt und diverse Unterlagen zu ihren finanziellen Verhältnissen einzu-

reichen (Urk. 49). Das ausgefüllte Datenerfassungsblatt ging hierorts am 29. Sep-

tember 2017 ein (Urk. 53/1). 

Nachdem die Beschuldigte 1 in ihrer Berufungserklärung beantragte, sie selbst 

und die Beschuldigten 2 und 3 seien des Raufhandels schuldig zu sprechen und 

sie auf telefonische Anfrage erklärte, diese Anträge würden aufgrund ihrer Stel-

lung als Privatklägerin erfolgen, wurde mit Verfügung vom 3. Mai 2018 festgehal-

ten, dass auf die Berufung der Beschuldigten 1 nicht eingetreten werde, soweit 

sie für sich selber einen Schuldspruch wegen Raufhandels beantragt und ihre An-

träge die Sanktionierung der Beschuldigten 2 und 3 betreffen. Gleichzeitig wurde 

der Beschuldigten 2 in ihrer Parteistellung als Privatklägerin eine neue Frist ange-

setzt, um zu erklären, ob sie Anschlussberufung erhebt oder ein Nichteintreten 

auf die Berufung beantragt (Urk. 56). Innert Frist ging keine Erklärung ein. 

4. Mit ihren Berufungsanträgen ficht die Beschuldigte 1 Dispositiv Ziffern 1 bis 12 

des vorinstanzlichen Urteils an. Nachdem mit Verfügung vom 3. Mai 2018 auf ihre 

Berufung betreffend Schuldspruch wegen Raufhandels und Sanktionierung der 

Beschuldigten 2 und 3 nicht eingetreten wurde (Urk. 56) und sie ihren Freispruch 

wegen einfacher Körperverletzung nicht anfechten kann, ist festzustellen, dass 

das Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf vom 10. Januar 2017 in Bezug auf Dis-

positiv Ziffer 1 in Rechtskraft erwachsen ist. Ebenfalls nicht angefochten und da-

mit in Rechtskraft erwachsen ist die Verfügung betreffend Einstellung des Verfah-

rens gegenüber der Beschuldigten 1 wegen sexueller Belästigung im Sinne von 

Art. 198 StGB, was auch entsprechend festzustellen ist. Im Übrigen wurde das 

vorinstanzliche Urteil angefochten.  

II. Sachverhalt 

1. Den Beschuldigten 1 bis 3 wird vorgeworfen, sich am 11. Juli 2014 zwischen 

17.30 Uhr und 18.00 Uhr auf dem Vorplatz zur Liegenschaft D._____-Strasse 1 

(EFH B._____) in E._____ [Ortschaft] bei … [Ortschaft] an einem Raufhandel be-

teiligt zu haben und zwar wie folgt: Die Beschuldigte 1 habe mit den Fäusten 

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mehrfach gegen die Brust der Beschuldigten 2 getrommelt und diese von sich 

weggestossen. Als sich dann die Beschuldigte 1 F._____ genähert habe, habe 

sich die Beschuldigte 2 zwischen die beiden gestellt und die Beschuldigte 1 mit 

beiden Händen an den Oberarmen gepackt. Die Beschuldigte 1 habe die Be-

schuldigte 2 gegen den Briefkasten gestossen, sodass diese sich dabei verletzt 

habe. Die Beschuldigte 1 habe auch die Beschuldigte 3 mit den Händen von sich 

weggestossen. Die Beschuldigte 2 habe sich zwischen die Beschuldigten 1 und 3 

gestellt. Die Beschuldigte 3 habe die Beschuldigte 1 an den Schultern gepackt 

und sie vom Vorplatz weggezogen. Die Beschuldigte 2 sei dazwischen gekom-

men und habe die Beschuldigte 3 aufgefordert, die Beschuldigte 1 nicht anzufas-

sen und sie loszulassen. Als die Beschuldigte 3 die Beschuldigte 1 losgelassen 

habe, habe die Beschuldigte 1 etwa 4 bis 5 Mal mit den Füssen gegen den Ober-

schenkel der Beschuldigten 3 getreten, so dass diese verletzt und ihr T-Shirt zer-

rissen worden sei. Die Beschuldigte 3 habe die Beschuldigte 1 am linken Ober-

arm festgehalten, sodass diese einen Bluterguss erlitten habe. Zudem wirft die 

Anklageschrift der Beschuldigten 1 vor, der Beschuldigten 3 durch die Fusstritte 

grosse Hämatome am Oberschenkel links an der Vorder- und Rückseite und 

grosse Blutergüsse am rechten Oberschenkel zugefügt zu haben. Ausserdem sei 

die Beschuldigte 1 im Rahmen obiger Auseinandersetzung von der Beschuldigten 

2 mehrfach aufgefordert worden, den Vorplatz der Liegenschaft D._____-Strasse 

1 in E._____ zu verlassen, wobei die Beschuldigte 1 nach der ersten Aufforde-

rung noch mindestens drei bis vier Minuten ohne Berechtigung verblieben sei 

(Urk. 24 bis 26). 

2. Beweismittel und deren Verwertbarkeit 

2.1 Die Anklagebehörde stützt sich zum Beweis des von ihr behaupteten Sach-

verhalts im Wesentlichen auf die Aussagen der Beschuldigten 1 (Urk. 4/1, 

Urk. 4/2; Urk. 7/1; Urk. 7/2; Urk. 7/3; Urk. 32), die Aussagen der Beschuldigten 2 

(Urk. 5/1; Urk. 5/2; Urk. 5/3; Urk. 7/2; Urk. 7/3; Urk. 33) die Aussagen der Be-

schuldigten 3 (Urk. 6; Urk. 7/1; Urk. 7/3; Urk. 34), die Aussagen von F._____ (Urk. 

8/5; Urk. 8/7; Urk. 8/10) und die Aussagen von G._____ (Urk. 8/8, Urk. 8/9). Wei-

ter liegen als schriftliche Beweismittel ein Arztzeugnis und Fotos betreffend die 

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Verletzungen der Beschuldigten 1 (Urk. 9/4; Urk. 9/6), ein ärztlicher Befund und 

Fotos betreffend die Verletzungen der Beschuldigten 2 (Urk. 11/4; Urk. 11/7) so-

wie ein Arztzeugnis, ein ärztlicher Befund und Fotos betreffend die Verletzungen 

der Beschuldigten 3 (Urk. 10/5; Urk. 10/6; Urk. 10/8) bei den Akten. 

2.2 Was die Verwertbarkeit der aufgeführten Beweismittel anbelangt, kann auf 

sämtliche oben erwähnten Beweismittel abgestellt werden. Nicht zulasten der Be-

schuldigten verwertbar sind jedoch die polizeilichen Einvernahmen von H._____ 

(Urk. 8/1), von I._____ (Urk. 8/2) und von J._____ (Urk. 8/3; Urk. 8/4), da bei de-

ren Einvernahmen die Teilnahmerechte der Beschuldigten nicht gewahrt waren 

(Art. 147 StPO). Ebenfalls nicht separat verwertbar sind die von der Kantonspoli-

zei erstellten Zusammenfassungen der Einvernahmen der Beteiligten gemäss Po-

lizeirapport (Urk. 1). 

3. Aussagen der Beschuldigten 1 

Die Beschuldigte 1 wurde am 1. Oktober 2014 durch die Kantonspolizei Zürich 

einvernommen. Dabei führte sie aus, die Beschuldigte 2 und F._____ nicht zu 

kennen. Gegen 17.15/17.30 Uhr habe sie bei der Beschuldigten 2 geläutet. Dabei 

habe sie einen Schritt ins Haus gemacht. Die Beschuldigte 2 habe sie aufgefor-

dert, das Haus zu verlassen, was sie sofort gemacht habe. Sie habe dann die Be-

schuldigte 2 gefragt, ob sie ihr sagen könne, wo die Beschuldigte 3 wohne. In die-

sem Moment habe sie sie links von ihr gesehen. Sie sei zu ihr hingegangen und 

habe sie gefragt, weshalb sie sie angerufen habe. Als sie auf die Beschuldigte 3 

zugegangen sei, sei ihr die Beschuldigte 2 gefolgt und habe sie von hinten am 

rechten Oberarm gepackt, habe sie in ihre Richtung umgedreht, habe sie mit bei-

den Händen an den Schultern festgehalten und begonnen sie zu schütteln. Als sie 

den linken Arm wieder frei gehabt habe, sei die Beschuldigte 3 gekommen und 

habe sie am linken Oberarm gepackt. In diesem Moment sei sie von beiden Frau-

en an den Oberarmen festgehalten worden. Sie habe sich befreien wollen, habe 

die Arme geschüttelt und mit den Händen gestossen. Es seien dann noch 

J._____ und I._____ und deren Freundin dazugekommen. Zwischenzeitlich habe 

sie sich von beiden Frauen befreien können. In diesem Moment sei J._____ auf 

sie zugekommen und habe mit beiden Händen gegen ihre Schultern gestossen, 

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sodass sie bei den Steinen vor dem Hauseingang auf ihr rechtes Knie gestürzt 

sei. Die blauen Flecken am linken Oberarm würden von der Beschuldigten 3, die 

Flecken und Verletzungen am rechten Knie vom Stoss von J._____ stammen. Ihr 

Partner habe am Folgetag Fotos vom Knie und vom linken Oberarm gemacht. 

Ungefähr vier Wochen nach dem Vorfall habe sie einen Arzt aufgesucht. Nach 

dem Stoss durch J._____ sei sie aufgestanden und auf ihn zugegangen. Die Be-

schuldigte 2 habe zu ihr gesagt, sie solle ihrem Sohn nichts machen. Sie habe 

J._____ in die Augen geschaut. Die Beschuldigte 2 habe J._____ aufgefordert, 

ins Haus zu gehen. Zwischen der Befragten und der Beschuldigten 3 seien ge-

genseitig Beleidigungen ausgestossen worden. Sie habe gesagt, es sei genug 

und sie würde nach Hause gehen. Die Beschuldigte 2 habe gesagt, dies sei gut, 

sie solle nach Hause gehen. Sie habe sich noch vom Nachbarn verabschiedet, 

bevor sie mit ihrer Tochter gegangen sei. Sonst sei sie von den Beschuldigten 2 

und 3 nicht körperlich angegangen worden. Die Befragte sei laut gewesen, habe 

jedoch kein Schimpfwort gesagt. Sie habe sich von der Beschuldigten 2 verab-

schiedet und habe zur Beschuldigten 3 gehen wollen, da sei sie von hinten von 

der Beschuldigten 2 am Oberarm gepackt und gedreht worden. Dies sei die erste 

Form von Tätlichkeit gewesen. Sie habe versucht sich zu befreien, habe mit den 

Armen geschüttelt, weil die Beschuldigte 2 sie zuerst angefasst habe. Ob die Be-

schuldigte 2 gegen den Briefkastenständer gestossen sei, wisse sie nicht. Sie sei 

der Beschuldigten 2 nie ins Haus gefolgt. Sie sei nur bei der Haustüre gestanden, 

einen Schritt im Haus bzw. auf dem Fussabtreter. Die Beschuldigte 2 habe sie 

mehrere Male aufgefordert, das Haus zu verlassen. Sie sei jedoch nur kurz einen 

Schritt im Haus gewesen. Als sie wieder draussen gewesen sei, habe sie nicht 

verstanden, weshalb die Beschuldigte 2 sie immer noch zum Verlassen aufgefor-

dert habe. Sie habe dies auch noch gesagt, als die Befragte auf ihrem Vorplatz 

gestanden sei. Es sei richtig, dass sie im Gerangel nach dem T-Shirt der Be-

schuldigten 3 gegriffen habe und dieses zerrissen sei. Im Übrigen würden die 

Aussagen der Beschuldigten 2 und 3 nicht stimmen. Die auf den Fotos sichtbaren 

Verletzungen der Beschuldigten 2 und 3 könnten von ihren Befreiungsversuchen 

herrühren. Sie habe die Beschuldigte 3 an den Armen gepackt, um sich zu befrei-

en. Getreten habe sie nicht (Urk. 4/1). 

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Am 27. Mai 2015 fand bei der Staatsanwaltschaft eine Konfrontationseinvernah-

me mit der Beschuldigten 2 statt. Die Beschuldigte 1 sagte aus, sie habe bei der 

Beschuldigten 2 geläutet. Diese habe die Türe geöffnet. Sie sei dann schon auf 

dem Fussabtreter gestanden und habe gefragt, ob sie sie nicht auf einen Kaffee 

einladen wolle, was diese verneint habe. Sie sei dann wieder vor die Türe gegan-

gen und habe geredet. Sie habe wissen wollen, wo die Beschuldigte 3 wohnt, ha-

be diese jedoch gerade kommen sehen. Sie habe dann mit der Beschuldigten 3 

zu sprechen begonnen und habe sich von der Beschuldigten 2 verabschiedet. Sie 

sei auf die Beschuldigte 3 zugegangen und habe mit ihr gesprochen. Die Be-

schuldigte 2 habe dann ihre Tochter gefragt, ob wir zu Hause immer so seien; 

dies weil sie so laut gewesen sei. Sie habe auch zu ihr gesagt, sie solle zum Psy-

chiater gehen. Dann habe sie noch so ein Zeichen zu ihr gemacht. Dann habe die 

Beschuldigte 2 sie von hinten mit ihren beiden Händen an beiden Oberarmen ge-

packt/festgehalten, sie gedreht und zu ihr gesagt, sie solle ihrer Freundin nichts 

machen. Dann habe sie sie noch geschüttelt. Die Befragte sei vor allem erschro-

cken, weil sie von hinten gekommen sei. Dann habe sie versucht, sich zu befrei-

en. Den linken Arm habe sie befreien können. Dann sei die Beschuldigte 3 ge-

kommen und habe sie an ihrem linken Arm festgehalten. So hätten sie die beiden 

Frauen links und rechts festgehalten, wodurch die blauen Flecken entstanden 

seien. Sie habe sich befreien wollen und sie dabei weggestossen. Bei der Be-

schuldigten 3 habe sie nichts machen können, weil sie sie von hinten festgehalten 

habe. Weil sie sich gewehrt habe, habe die Beschuldigte 2 blaue Flecken be-

kommen und die Beschuldigte 3 Kratzer im Gesicht. Während sie sich habe be-

freien wollen, habe sie zwei Mädchen gesehen. Eines sei ins Haus gegangen, ei-

nes sei da geblieben. Dann sei J._____ gekommen und die Beschuldigte 2 habe 

ihm gesagt, er soll den Vater anrufen. J._____ habe dann gesagt, er könne ihn 

nicht erreichen. Die Befragte habe sich weiter zu befreien versucht. Als sie sich 

habe befreien können, sei J._____ gekommen und habe gesagt, sie sollen aufhö-

ren, er halte es nicht mehr aus. Er habe sie dann mit voller Wucht in ihre Schul-

tergegend gestossen. Sie sei dann zu Boden auf die Steine gefallen, sei jedoch 

sofort wieder aufgestanden. Sie sei dann zu J._____ hingegangen und habe ihm 

tief in die Augen geschaut. Die Beschuldigte 2 habe zu ihr gesagt, sie mache ih-

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rem Sohn nichts. Dann habe sie zu J._____ und auch zu den anderen gesagt, sie 

sollen ins Haus gehen. Zu ihr habe sie gesagt, sie solle nach Hause gehen. Dann 

sei sie gegangen und habe sich noch vom Nachbarn verabschiedet. Im Haus sei 

sie nur zu Beginn gewesen; nur ein bis zwei Schritte. Danach habe sich die ganze 

Sache vor dem Haus abgespielt. Es stimme, dass sie der Beschuldigten 2 gegen 

die Brüste gestossen habe, allerdings nur mit einem Arm. Sie habe doch ver-

sucht, sich zu befreien. Das sei mehrmals gewesen. Gezählt habe sie nicht. Sie 

habe sich einfach gewehrt. Vor dem Haus, nachdem J._____ sie zu Boden ge-

worfen und sie wieder aufgestanden sei, habe die Beschuldigte 2 zu ihr gesagt, 

sie mache ihr weh. Dies obwohl sie zu diesem Zeitpunkt nichts gemacht habe, 

weil sie ja frei gewesen sei. Das Wort simulieren sei ihr gerade nicht in den Sinn 

gekommen. Da habe sie gesagt, das sei nicht echt, aber das sei echt und habe 

ihr T-Shirt etwas zur Seite gezogen, um ihre schmerzende Schulter zu zeigen, 

dort wo J._____ sie gestossen habe. Der blaue Fleck an ihrem Oberarm sei durch 

die Beschuldigte 3 verursacht worden. Da sei sie sich sicher (Urk. 7/2). 

In der Konfrontationseinvernahme mit der Beschuldigten 3 vom 27. Mai 2015 führ-

te die Beschuldigte 1 aus, die Beschuldige 3 habe nicht gesehen, dass sie im 

Haus gewesen sei. Sie sei erst später dazugekommen, als sich alles vor dem 

Haus abgespielt habe. Sie sei von der Beschuldigten 2 und der Beschuldigten 3 

festgehalten worden. Die Beschuldigte 3 sei so halb hinter ihr gestanden und ha-

be sie mit beiden Armen am linken Arm festgehalten. Als die Befragte sich ge-

wehrt habe, habe sie die Beschuldigte 3 gekratzt und als sie sich weiter zu befrei-

en versucht habe, sei das T-Shirt der Beschuldigten 3 gerissen. Dann habe die 

Beschuldigte 3 sie nur noch mit einem Arm gehalten und mit der anderen Hand 

ihr T-Shirt gehalten. Sie habe nochmals gerissen, dann habe die Beschuldigte 3 

sie losgelassen und ihr T-Shirt gerettet. Sie sei der Meinung, dass sie die Be-

schuldige 3 nicht getreten habe. Sie habe sich nur mit den Händen gewehrt. Des-

halb habe es so lange gedauert, bis sie sich habe befreien können. Die Hämato-

me an beiden Oberschenkeln der Beschuldigten 3 würden bestimmt von ihr 

stammen, absolut sicher. Es müsse vom Befreien stammen. Sie habe die Tochter 

der Beschuldigten 3 weder angefasst noch etwas zu ihr gesagt (Urk. 7/1). 

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Anlässlich einer staatsanwaltschaftlichen Einvernahme der Beschuldigten 1 vom 

1. September 2015 sagte die Beschuldigte 1, F._____ sei in der Nähe des Brief-

kastens mit dem Natel beschäftigt gewesen. Die Beschuldigten 2 und 3 hätten sie 

gepackt und sie sei sich kämpfend am Befreien gewesen. Später sei J._____ da-

zugekommen und habe gesehen, wie die zwei Frauen auf sie losgegangen und 

sie mit dem Rücken gegen den Briefkasten gestossen hätten. Die Befragte sei zur 

Hälfte mit dem Rücken gegen den Briefkasten und zur Hälfte mit dem Rücken ge-

gen F._____ geschlagen, welche in genervtem Ton "Hallo" gesagt habe. F._____ 

habe gesehen, wie sie runtergefallen und auf die Hände aufgeschlagen sei. Und 

sie sei nicht über ihren eigenen Fuss gestolpert, weil sie sonst nicht so weit bis zu 

den Steinen geflogen wäre. Nachher sei J._____ hinter dem Rücken der Be-

schuldigten 2 gewesen und diese habe gesagt, die Befragte solle ihm nichts ma-

chen. Sie hätten einander in die Augen geschaut. Danach sei J._____ zum Brief-

kasten hinter F._____ gegangen. Sie habe J._____ wieder tief in die Augen ge-

schaut. F._____ habe noch gesagt, sie solle sich beruhigen, weil sie gedacht ha-

be, sie würde J._____ etwas machen. Und die Beschuldigte 2 habe gesagt, sie 

solle den Kindern nichts machen, wobei sie mit Kindern F._____ und J._____ 

gemeint habe. F._____ habe gesagt, sie habe durch Schlagen auf den eigenen 

Hintern während des Laufens provoziert. Mit dieser Geste habe sie sagen wollen, 

dass sie grosse Angst vor Schlägen habe. Das sei aber ironisch gemeint gewe-

sen, weil sie nicht mehr zur Schule gehe und es in E._____ in der Schule keine 

Bestrafungen mehr gebe wie in Thailand. Nach der ersten Aufforderung der Be-

schuldigten 2, das Grundstück zu verlassen, habe sie dies nach zwei oder drei 

Minuten getan. Auf Vorhalt der Verletzungen der Beschuldigten 3 führte die Be-

schuldigte 1 aus, dies sei ganz am Schluss gewesen. Beide Frauen hätten sie 

festgehalten. Die Beschuldigte 3 habe sie mehrmals festgehalten. Sie habe sich 

jeweils losreissen können. Zwischendurch sei die Beschuldigte 3 sogar noch kurz 

ins Haus gegangen. Die Beschuldigte 2 habe sie am rechten Arm gepackt und die 

Befragte habe versucht, sie wegzustossen. Die Beschuldigte 3 habe es aber ganz 

gut gemacht. Sie sei von hinten gekommen und habe sie von hinten am linken 

Oberarm mit zwei Händen gepackt, wodurch sie sich nicht wehren und ihren Arm 

nicht nach hinten habe schlagen können. Sie habe aber ihr T-Shirt ergreifen und 

- 15 - 

am vorderen Kragen ziehen können, wodurch es kaputtgegangen sei. Sie habe 

nochmals versucht, sich zu befreien, habe aber nur das T-Shirt in der Hand ge-

habt. Die Beschuldigte 3 habe versucht, hinter sie zu gehen. Dann habe sie ihr 

mit dem Fuss einen Kick gegeben. Das erste Mal habe sie nicht losgelassen. Das 

zweite Mal auch nicht. Aber beim dritten oder vierten Mal sei das T-Shirt noch 

mehr kaputtgegangen und vollständig gerissen (Urk. 4/2). 

Am 6. Juli 2016 fand die Konfrontationseinvernahme aller drei Beschuldigten statt. 

Dort führte die Beschuldigte 1 aus, F._____ habe eine falsche Zeugenaussage 

gemacht. Was sie erzählt habe, sei am Schluss gewesen, als es nichts Handgreif-

liches mehr gegeben habe. Die Geschichte sei abgemacht. J._____ sei gekom-

men und sie habe ihm tief in die Augen geschaut. Die Beschuldigte 2 und 

F._____ seien auf der Seite des Briefkastens gestanden. J._____ sei zu F._____ 

gegangen. Dann sei die Befragte zu F._____ gegangen und habe ihr tief in die 

Augen geschaut, um zu zeigen, dass sie ihrer Tochter nichts machen sollen. 

Denn die Beschuldigten 2 und 3 hätten sie gepackt. Die eine habe sie von sich lö-

sen können, aber die Beschuldigte 3 sei immer wieder gekommen und habe sie 

gepackt. Die Beschuldigte 3 oder F._____ seien bei ihrer Tochter gewesen. Sie 

habe einfach zeigen wollen, dass sie alles mache, um sie zu beschützten. Darum 

sei sie hingegangen. Das sei aber schon das Ende gewesen. Nachdem sie umge-

fallen sei, habe sich niemand mehr getraut, sie anzufassen. Sie habe nicht ange-

griffen. Die Beschuldigte 3 habe ihre Tochter gefragt, ob sie zuhause immer so 

wäre. Die Befragte sei zur Beschuldigten 3 gegangen und habe gefragt, was sie 

gesagt habe. Da habe die Beschuldigte 2 sie am rechten Arm festgehalten, ge-

dreht und geschüttelt. Zudem habe sie sie gefragt, was für eine Person sie sei. 

Dann habe sie sich zu befreien versucht, indem sie sich geschüttelt habe. Den 

linken Arm habe sie befreien können. Da habe die Beschuldigte 3 sie am anderen 

Arm gepackt und sie habe versucht, sich wieder zu befreien. Wenn sie sich von 

der einen habe befreien können, sei immer die andere gekommen. Die Beschul-

digte 3 sei auch noch weggegangen, um zu schauen, ob ihre Tochter wirklich im 

Haus sei. Dann sei sie wieder gekommen. Sie wisse noch, dass die Beschuldigte 

2 ihren rechten Arm gehalten habe und sie diese mit dem linken Arm gestossen 

habe. Die Beschuldigte 2 habe gesagt, es täte ihr weh. Sie habe gedacht, sie sol-

- 16 - 

le sie doch loslassen, wenn es ihr weh täte. Aber sie habe sie nicht losgelassen. 

Dann sei die Beschuldigte 3 von hinten gekommen und habe sie von hinten ge-

packt, so dass sie sich nicht mehr gross habe bewegen können. Es sei schwierig 

gewesen, sich zu befreien. Einen Arm habe sie wegschütteln können, den ande-

ren habe sie nicht greifen können. Dann habe sie ihr T-Shirt festgehalten, habe 

eine Bewegung von oben mit dem Arm gemacht. Dadurch sei es zum Kratzer ge-

kommen. Sie habe nichts anderes machen können. Mit diesem Ziehen habe es 

zuerst einen Riss im T-Shirt gegeben. Da die Beschuldigte 3 sie immer noch ge-

halten habe, habe sie mit dem Kicken angefangen. Da sie sie nicht richtig habe 

treffen können, habe sie nochmals gekickt. Dann sei die Beschuldigte 3 nach hin-

ten gegangen, weshalb es nochmals einen Riss ins T-Shirt gegeben habe und sie 

losgelassen worden sei. Durch den Vorfall habe sie ein Hämatom am linken Arm 

von der Beschuldigten 3 gehabt. Als J._____ sie zu Boden geworfen habe und sie 

auf einen Stein gefallen sei, habe sie eine Verletzung am rechten Knie erlitten 

(Urk. 7/3). 

Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 10. Januar 2017 machte 

die Beschuldigte 1 folgende Aussagen: Sie sei an diesem Tag nicht aufgewühlt 

gewesen, habe an der Haustüre der Beschuldigten 2 nicht Sturm geläutet und 

gepoltert. Auch habe sie der Beschuldigten 2 nicht mehrfach gegen die Brust ge-

trommelt. Als die Türe geöffnet worden sei, habe sie sich nur nach der Adresse 

der Beschuldigten 3 erkundigt. Sie sei einen Schritt reingegangen und habe die 

Beschuldigte 2 gefragt, ob sie sie nicht zu einem Kaffee einladen möchte. Die Be-

schuldigte 2 habe nur gesagt, sie sei gegen sie tätlich geworden, damit sie Anzei-

ge habe erstatten können. Die Befragte habe F._____ tief in die Augen geschaut. 

Ihre Tochter sei daneben gestanden. Die Beschuldigte 2 sei in die Mitte gekom-

men. Deren Sohn sei hinter F._____ gewesen. Am Anfang habe die Beschuldigte 

2 sie an den Oberarmen gepackt. Am Ende habe sie sie nicht mehr an den Ober-

armen gepackt. Als sie F._____ tief in die Augen geschaut habe, habe die Be-

schuldigte 2 gesagt, sie solle nach Hause gehen. An den Oberarmen habe sie sie 

nicht mehr gepackt. Es habe keinen Körperkontakt mehr gegeben. Sie sei von 

beiden Frauen gehalten worden. Sie sei zuerst gegen den Briefkasten gestossen 

worden und habe sich von einer Frau befreien können. Die Beschuldigte 2 habe 

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sie noch an einem Arm festgehalten. Sie habe sich befreien wollen und sie gegen 

den Briefkasten gestossen. Die Beschuldigte 2 sei zu ihr gekommen, habe sie 

gedreht und geschüttelt. Das sei der Ausgangspunkt der körperlichen Auseinan-

dersetzung gewesen, ganz am Anfang. Die Beschuldigte 3 habe sie auch festge-

halten. Sie habe versucht, sich zu befreien und habe sie mit den Händen wegges-

tossen. Ein paar Mal sei sie von beiden Mitbeschuldigten festgehalten worden. 

Am Schluss habe sie sich von beiden Frauen befreien können. Sie sei festgehal-

ten worden, weil die Beschuldigte 2 schnell die Nerven verliere und die Beschul-

digte 3 ihr habe helfen wollen. Die Beschuldigte 3 habe ihre Tochter gefragt, ob 

wir immer so laut seien. Ihr habe sie noch gesagt, sie müsse zum Psychiater. Die 

Befragte sei dann noch näher zu ihr gegangen und habe gefragt, was sie gesagt 

habe. Während dem Laufen sei die Beschuldigte 2 von hinten gekommen und 

habe sie am Arm gepackt, sie gedreht, geschüttelt und habe sie gefragt, was für 

eine Person sie sei. Sie sei näher gegangen, weil ihre Tochter neben der Be-

schuldigten 3 gestanden sei. Sie sei dann näher gegangen und habe sie fragen 

wollen, ob sie keine Zeit habe, ihre Tochter zum Zahnarzt zu bringen, ein armes 

Mädchen mit falscher Zahnstellung. Die Beschuldigte 3 habe sie beleidigt und sie 

habe sich wehren wollen. Sie habe zurückgeben wollen. Der Effekt sei grösser, 

wenn man näher sei. Als die Beschuldigte 2 sie von hinten gepackt habe, habe 

sie versucht, sich zu befreien. Sie habe die Arme geschüttelt und habe einen be-

freien können. Dann habe die Beschuldigte 3 sie von der anderen Seite gepackt. 

Dann habe sie es mit beiden Frauen zu tun gehabt. Es sei nicht so gewesen, 

dass die Beschuldigte 2 sich zwischen sie und die Beschuldigte 3 gestellt habe 

und die Beschuldigte 3 aufgefordert habe, sie loszulassen oder anzufassen. Als 

beide Frauen sie gepackt hätten, habe sie sich nicht mehr wehren können. Die 

Beschuldigte 3 habe sie von hinten gepackt und sie habe sie nicht fassen können. 

Nur die Beschuldigte 2 habe sie immer wieder wegstossen können. Dann habe 

sie gegen den Oberschenkel gekickt. Sie sei von beiden Frauen festgehalten 

worden; zuerst von der Beschuldigten 2 und dann von der Beschuldigten 3 und 

danach von beiden. Die Beschuldigte 2 habe sie immer festgehalten. Die Be-

schuldigte 3 sei ihr immer wieder zu Hilfe gekommen, bis ihr T-Shirt gerissen sei. 

Sie habe die Beschuldigte 3 gekickt, weil diese ihr wehgetan habe und sie sie 

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nicht habe wegstossen können. Die Beschuldigte 2 habe sie wegstossen und ih-

ren Arm wieder bewegen können. Bei der Beschuldigten 3 habe sie dies nicht 

mehr gekonnt. Zuerst seien beide Frauen auf sie losgegangen, dann sei der Sohn 

dazugekommen und die Beschuldigte 2 habe einfach gesagt, sie solle nach Hau-

se gehen. Deshalb sei sie zum Nachbarn gegangen. Sie habe sich von ihm ver-

abschiedet, da sie auf seinem Grundstück gewesen sei. Sie wisse, wo die Grund-

stücksgrenze verlaufe. Sie sei sehr nah beim Nachbarn gewesen. Nachdem der 

Sohn der Beschuldigten 2 sie zu Boden gestossen habe, sei sie noch ein paar 

Minuten auf deren Grundstück gewesen. Sie sei noch zu F._____ gegangen und 

habe ihr in die Augen geschaut. Ihre Tochter sei noch auf dem Grundstück gewe-

sen, aber sie nicht mehr. Sie habe auf der anderen Seite auf ihre Tochter gewar-

tet. Die in der Einvernahme vom 1. September 2015 erwähnten zwei bis drei Mi-

nuten, welche sie nach der ersten Aufforderung zum Verlassen des Grundstücks 

noch dort geblieben sei, sei sie auf dem Grundstück des Nachbarn gewesen. 

Durch das Festhalten durch die Beschuldigte 3 habe sie einen Bluterguss am Arm 

erlitten (Urk. 32). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung gab die Beschuldigte 1 an, sie sei nicht ins 

Haus der Beschuldigten 2 hineingegangen, sie habe das nur vorgehabt. Dann 

habe sie gesehen, dass die Beschuldigte 3 gekommen sei und habe mit ihr aus 

weiter Distanz geredet. Sie habe ihr gesagt, sie solle ihre Tochter K._____ in Ru-

he lassen. Danach sei die Befragte zu der Beschuldigten 3 gegangen. Diese habe 

ihr einen Vogel gezeigt und ihr gesagt, sie müsse zum Psychiater. So habe es 

angefangen. Sie sei dann wütend geworden und sei zu ihr gegangen. Die Be-

schuldigte 2 sei von hinten gekommen, habe sie am rechten Arm gepackt und ge-

schüttelt und gefragt, was für eine Person sie sei. Die Befragte habe versucht sich 

zu befreien, dann sei die Beschuldigte 3 gekommen und habe der Beschuldig-

ten 2 geholfen. Sie hätten sie rechts und links gehalten und sie habe versucht, 

sich zu befreien. Sie hätte dies zuerst mit den Händen versucht und habe sich 

geschüttelt. Dann sei die älteste Tochter der Beschuldigten 2 gekommen und sei 

dann ins Haus gegangen. Die Befragte sei immer noch mit den anderen beiden 

Frauen draussen gewesen. Sie hätte sich dann von der Beschuldigten 3 befreien 

können, so dass sie nur noch von der Beschuldigten 2 gehalten worden sei. Mit 

- 19 - 

der Beschuldigten 2 sei es dann wie ein Kampf gewesen. Es sei möglich, dass sie 

die Beschuldigte 2 in diesem Handgemenge gegen den Briefkasten gestossen 

habe. Irgendwann seien sie dann auseinander gewesen, doch sei immer wieder 

jemand gekommen, der sie gehalten habe, entweder die Beschuldigte 2 oder die 

Beschuldigte 3. Am Schluss habe sie sich befreien können. Da habe sie dann 

J._____, der Sohn der Beschuldigten 2, gestossen und sie sei auf den Boden ge-

fallen. Sie sei dann aufgestanden und habe dem Jungen tief in die Augen ge-

schaut, weil er sich eingemischt habe. Dann sei die Beschuldigte 2 dazwischen 

gekommen und habe gesagt, sie solle J._____ nichts tun. Die Befragte habe ihm 

gar nichts tun wollen. Danach sei sie wieder zur Beschuldigten 3 gegangen. Sie 

habe gesehen, dass diese noch etwas mit ihrer Tochter H._____ besprochen ha-

be. Dann sei sie zur Beschuldigten 2 gegangen. Sie habe gesehen, wie diese mit 

dem Finger etwas gemacht habe. Sie hätte ihr gesagt, sie solle mit ihr reden und 

nicht mit ihrer Tochter. Dann habe die Beschuldigte 2 zu ihr gesagt, sie solle nach 

Hause gehen, sonst rufe sie die Polizei. Sie sei dann nicht sofort gegangen son-

dern habe noch zurückgeschaut und als Geste ihre Hand auf ihren Po geschla-

gen, um zu zeigen, dass sie nichts Falsches gemacht habe, auch wenn die Poli-

zei kommen würde. Dass die Befragte ihr T-Shirt hinauf- oder hinuntergezogen 

und gesagt habe, das seien Brüste und was die Beschuldigte 2 habe, seien keine 

Brüste, sei nicht so gewesen. Die Beschuldigte 2 habe ihr gesagt, sie tue ihr weh 

an den Brüsten. Dabei sei gar kein Gerangel mehr gewesen, als die Beschuldig-

te 2 das gesagt habe. Die Beschuldigte 2 hätte in der Vergangenheitsform spre-

chen müssen. Die Befragte habe dann mit einem Finger an ihr Knie gezeigt und 

gesagt, das sei echt. Sie sei auf Steine gefallen. Sie habe der Beschuldigten 2 

nicht gesagt, sie solle die Brüste operieren, sondern sie solle den Kiefer neu ope-

rieren lassen. Es stimme, dass sie die Beschuldigte 3 gegen die Beine getreten 

habe, weil sie sich mit den Händen und durch Schütteln nicht mehr weiter habe 

wehren können. Gegen die Beschuldigte 2 habe sie sich noch mit den Händen 

wehren können. Bei der Beschuldigten 3 sei das nicht mehr gegangen (Prot. II 

S. 16 ff.). 

4. Aussagen der Beschuldigten 2 

- 20 - 

Die Beschuldigte 2 wurde dreimal polizeilich einvernommen. Dabei führte sie aus, 

die Beschuldigte 3 sei eine gute Nachbarin, mit der Beschuldigten 1 stehe sie in 

keiner Beziehung und F._____ sei die Freundin ihrer Tochter. Den Ablauf der Er-

eignisse vom 11. Juli 2014 habe sie für ihre Rechtsschutzversicherung verfassen 

müssen. Sie könne daher auch hier darauf verweisen. An besagtem Tag habe es 

um ca. 17.30/18.00 Uhr an ihrer Haustüre „Sturm“ geläutet. Während sie sich in 

Richtung Haustüre begeben habe, habe sie auch gehört, dass an die Türe gepol-

tert worden sei. Vor der Türe sei die Beschuldigte 1 mit einer ihrer Töchter ge-

standen. Nachdem diese über die Sache mit den Kindern habe reden wollen, ha-

be sie gefragt, wo die Beschuldigte 3 wohne. Ungefähr in diesem Moment sei die 

Beschuldigte 3 mit ihrer Tochter zu Fuss in Richtung ihres Hauses unterwegs ge-

wesen. Als die Beschuldigte 1 die Beschuldigte 3 bemerkt habe, sei sie seitlich zu 

ihr hingehüpft. Sie habe zur Beschuldigten 3 gesagt, sie solle zu ihr nach Hause 

kommen, um einen Kaffee zu trinken. Daraufhin habe sie gehört, wie die Be-

schuldigte 3 zur Beschuldigten 1 gesagt habe, sie solle sie nicht anfassen. Sie, 

die Befragte, sei dann die Stufen vor ihrer Haustüre hinunter auf den Vorplatz ge-

kommen. In der Folge habe die Beschuldigte 1 die Tochter der Beschuldigten 3 

ganz normal, fast lieblich, am Oberarm angefasst und zu ihr gesagt: „Du bist jetzt 

also L._____.“ Die Beschuldigte 3 habe die Beschuldigte 1 aufgefordert, ihre 

Tochter nicht anzufassen. Sie habe zur Beschuldigten 1 gesagt, sie würden die 

Sache nach den Ferien besprechen, sie solle nach Hause gehen. Darauf habe die 

Beschuldigte 1 begonnen, sie anzuschreien und sie wegzustossen. Was sie ge-

nau geschrien habe, könne sie nicht mehr sagen. Die Beschuldigte 1 habe sie 

einmal mit beiden flachen Händen gegen ihre Brüste gestossen. Dabei sei sie 

weder ins Stolpern gekommen noch zu Boden gestürzt. In der Folge habe die Be-

schuldigte 1 die Beschuldigte 3 mit beiden Händen an den Oberarmen gepackt 

und sie ebenfalls weggestossen. Nun habe sie die Beschuldigte 1 energisch auf-

gefordert, nach Hause zu gehen. Dann habe die Beschuldigte 1 sie mit beiden 

Händen an den Oberarmen/Schultern gepackt und sie gegen den Briefkasten-

ständer gestossen. Immer wieder habe die Beschuldigte 1 einen Kussmund ge-

macht und ihr so über Distanz Küsschen geschickt. Mehrmals habe sie die Be-

schuldigte 1 aufgefordert, nach Hause zu gehen. Die Beschuldigte 1 habe sie je-

- 21 - 

doch immer wieder mit beiden flachen Händen gegen ihre Brüste gestossen. Sie 

habe dann die Beschuldigte 3 und deren Tochter aufgefordert, ins Haus zu kom-

men. Bevor sie dazu gekommen sei, die Türe zu schliessen, sei die Beschuldigte 

1 ihnen ins Haus gefolgt. Diese sei etwa einen bis eineinhalb Meter in ihrem 

Hauskorridor bzw. dem Platz bei der offenen Küche gestanden. Im Haus habe die 

Beschuldigte 1 sie nochmals mit den Händen gegen ihre Brüste weggestossen. 

Bis zu diesem Zeitpunkt habe die Beschuldigte 1 sie bereits schon ungefähr zehn 

Mal gegen die Brüste weggestossen. Sie, die Befragte, habe die Beschuldigte 1 

laut und wütend angeschrien, sie solle endlich aufhören, gegen ihre Brüste zu 

stossen. Es würde ihr wehtun. Die Beschuldigte 1 habe ihr entgegnet, dass das, 

was sie habe, keine Brüste seien. Sie habe ihr T-Shirt oder Pullover nach unten 

gezogen und man habe den oberen Teil ihrer Brüste gesehen. Sie habe einen BH 

getragen, welcher zu keinem Zeitpunkt den Blick auf die nackten Brüste freigege-

ben habe. Nach ihrer Aufforderung, das Haus zu verlassen, habe sich die Be-

schuldigte 1 aus dem Haus ins Freie begeben. Vor dem Haus habe die Beschul-

digte 1 weiter herumgeschrien und habe dort die Beschuldigte 3 mit den Händen 

gegen die Hausmauer gestossen. Darauf habe sie, die Beschuldigte 2, die Be-

schuldigte 1 gefragt, was für eine Mutter sie sei, die sich vor ihrer eigenen Tochter 

so aufführe. Die Beschuldigte 1 habe zurückgefragt, wer denn dies sage, sie habe 

ja keine DNA-Probe (Urk. 5/1). In diesem Moment seien ihre Tochter und F._____ 

zu ihrem Haus gekommen. F._____ habe ganz laut gerufen, Stopp, jetzt sei 

Schluss. Die Beschuldigte 1 habe sich nicht beeindrucken lassen und sei ganz 

nahe zu F._____ hingetreten. Sie seien fast Gesicht an Gesicht einander gegen-

über gestanden. Sie habe den Eindruck gehabt, die Beschuldigte 1 wolle F._____ 

gleich packen. Um dies zu verhindern, habe sie sich zwischen die beiden Frauen 

gestellt und die Beschuldigte 1 erstmals angefasst, indem sie sie mit beiden Hän-

den an den Oberarmen gepackt habe. Sie habe ihr gesagt, sie solle kein Kind an-

fassen und nun endlich nach Hause gehen. Daraufhin habe sie die Beschuldigte 1 

losgelassen, worauf die Beschuldigte 1 sie ihrerseits an den Oberarmen gepackt 

und gegen den Briefkastenständer gestossen habe. Dort sei sie gegen die Ecke 

des Kastens geprallt. Ungefähr zu dieser Zeit habe die Beschuldigte 1 zur Be-

schuldigten 3 gesagt, sie solle sich einen „Schuss“ setzen. Sie habe dies so ver-

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standen, dass Drogen gemeint waren. Die Beschuldigte 3 habe sie fragend ange-

sehen. Daraufhin habe die Beschuldigte 1 der Beschuldigten 3 einen Fusstritt 

versetzt bzw. ihr gegen den Oberschenkel gekickt. Sie habe immer wiederholt, die 

Beschuldigte 1 soll ihr Grundstück verlassen und nach Hause gehen. Zwischen-

zeitich seien sie auf der Höhe des Hauseingangs D._____-Strasse 2 gestanden. 

Die Beschuldigte 1 sei dann zur Beschuldigten 3 gegangen. Beide Frauen hätten 

sich gegenseitig an den Oberarmen gehalten. Sie habe die Beschuldigte 3 aufge-

fordert, die Beschuldigte 1 loszulassen und habe die beiden auseinandergezogen. 

Die Beschuldigte 1 habe der Beschuldigten 3 ans T-Shirt gegriffen, habe dieses 

zu fassen bekommen und daran gezogen. Sie habe die Beschuldigte 1 ange-

schrien, sie solle den Platz verlassen und „verreisen“. Jetzt endlich habe die Be-

schuldigte 1 den Ort mit ihrer Tochter verlassen. Als sie die Beschuldigte 1 ener-

gisch aufgefordert habe, nach Hause zu gehen, sei diese auf ihrem Vorplatz, un-

mittelbar bei der Treppe zur Hauseingangstüre gestanden. Sie könne nicht sagen, 

wo die Grundstücksgrenze verlaufe. Dieser Teil des Grundstücks sei nicht abge-

trennt, er sei frei zugänglich. Die tätlichen Übergriffe hätten begonnen, als die Be-

schuldigte 1 begonnen habe, sie wegzustossen. Dabei sei sie ein erstes Mal ge-

gen den Briefkastenständer geprallt. Insgesamt sei sie ungefähr zehn bis fünf-

zehn Mal von der Beschuldigten 1 weggestossen worden. Sie habe mit den Hän-

den immer gegen ihre Brüste gestossen. Als sie die beiden Male gegen den 

Briefkastenständer geprallt sei, habe sie sie an den Oberarmen weggestossen. 

Sie selbst sei nur einmal gegen die Beschuldigte 1 tätlich geworden. Sie habe die 

Beschuldigte 1 einmal an beiden Oberarmen festgehalten, als sie den Eindruck 

gehabt habe, diese könnte F._____ angreifen. Sie habe diese schützen wollen. 

Die Beschuldigte 3 sei von der Beschuldigten 1 weggestossen worden und zwar 

derart, dass sie sie an den Oberarmen ungefähr vier bis fünf Mal gepackt und 

weggestossen habe. Zudem habe die Beschuldigte 3 einmal einen Kick gegen 

den Oberschenkel erhalten. Sie habe nur einen Tritt gesehen. Die Beschuldigte 3 

sei gegenüber der Beschuldigten 1 tätlich geworden als sich die beiden Frauen 

auf dem Vorplatz gegenübergestanden und sich gegenseitig an den Oberarmen 

gepackt hätten. Die Beschuldigte 3 habe sich wehren wollen. Sie, die Beschuldig-

te 2, sei dazwischen gegangen, habe die Beschuldigte 3 aufgefordert, loszulas-

- 23 - 

sen und habe die beiden Frauen auseinandergezogen. Betreffend Verletzungen 

führte die Beschuldigte 2 aus, sie habe ein sichtbares Hämatom am rechten Un-

terarm sowie Rötungen auf der rechten Brust erlitten. Am linken Ellenbogen und 

linken Arm habe sie starke Schmerzen gehabt. Dort hätten sich in den folgenden 

Tagen mehrere gut sichtbare Hämatome entwickelt. Da die Schmerzen im linken 

Arm nicht nachgelassen hätten, habe sie ungefähr vier Wochen nach dem Vorfall 

ihren Hausarzt aufgesucht. Sie habe am Dienstag nach dem Vorfall selber Fotos 

des betroffenen Arms erstellt (Urk. 5/2). Die Beschuldigte 1 sei während des Vor-

falls nie gestürzt. Es sei auch keine andere Person gestürzt (Urk. 5/3). 

Am 27. Mai 2015 führte die Staatsanwaltschaft eine Konfrontationseinvernahme 

mit den Beschuldigten 1 und 2 durch. Dabei schilderte die Beschuldigte 2 mehr-

heitlich den gleichen Ablauf des Vorfalls wie in ihren polizeilichen Einvernahmen. 

Ergänzend führte sie aus, dass, als die Beschuldigte 1 sie das erste Mal gegen 

den Briefkasten gestossen habe, sie mit dem Rücken gegen die Metallkante des 

Briefkastens gestossen sei. Als die Beschuldigte 1 sehr nahe zu F._____ hinge-

standen sei, habe sie die Beschuldigte 1 an den Oberarmen nur gehalten. Nach-

dem die Beschuldigte 1 die Beschuldigte 3 gegen den Oberschenkel getreten ha-

be, habe die Beschuldigte 1 die Beschuldigte 3 mit ganzer Energie/Wut am Ober-

arm gepackt. Sie, die Befragte, sei dann wieder dazwischen gegangen. Die Be-

schuldigte 1 habe das T-Shirt der Beschuldigten 3 gepackt, das dann gerissen 

sei. Sie denke nicht, dass die Rötung am linken Oberarm der Beschuldigten 1 da-

von stamme, dass sie sie festgehalten habe (Urk. 7/2). 

Anlässlich der Konfrontationseinvernahme aller drei Beschuldigten vom 6. Juli 

2016 machte die Beschuldigte 2 folgende Aussagen: Als sie die Beschuldigten 1 

und 3 auseinandergezogen habe, sei es so gewesen, dass sie zur Beschuldig-

ten 1 gegangen sei und sie an der rechten Seite am Oberarm und die Beschuldig-

te 3 links am Oberarm gehalten und sie auseinandergenommen habe. Sie habe 

nicht mit Kraft auseinandergerissen, aber gehalten und es habe sich automatisch 

gelöst. Die Beschuldigte 1 habe mit der rechten Hand eine Bewegung gegen die 

Beschuldigte 3 gemacht, ihr das T-Shirt zerrissen und sie gekratzt. Sie habe ein 

wenig Kraft aufgewendet. Als die Beschuldigte 1 angefangen habe, sie herumzu-

- 24 - 

schubsen, habe diese sie an den Oberarmen gepackt und sie gegen den Brief-

kasten gestossen. Sie sei an die Kante gestossen worden. Davon habe sie blaue 

Flecken am Rücken davongetragen. Die Beschuldigte 1 habe sie zweimal ge-

packt und gegen den Briefkasten gestossen. Die Beschuldigte 1 habe permanent 

geschrien und beleidigt, vor allem habe sie die Beschuldigte 3 beleidigt. Sie habe 

auch die Beschuldigte 3 an den Oberschenkel gekickt, ob rechts oder links wisse 

sie nicht mehr. Als F._____ gekommen und stopp gerufen habe, sei die Beschul-

digte 1 sofort mit Wut und Aggressivität ganz nahe vor ihr Gesicht hingegangen. 

Da sei sie dazwischen gegangen, habe die Beschuldigte 1 an den Oberarmen 

genommen und ihr gesagt, sie solle aufhören, kein Kind anfassen und "verreisen". 

Sie glaube, dass die Beschuldigte 1 sie dort das zweite Mal gepackt und gegen 

den Briefkasten geschlagen habe. Mehrmals habe die Beschuldigte 1 sie mit den 

Händen (nicht mit Fäusten) an ihren Brüsten weggestossen. Immer wieder habe 

sie die Beschuldigte 1 gebeten, zu gehen. Irgendwann habe die Beschuldigte 1 

die Beschuldigte 3 mit Anlauf gepackt. Sie sei dann dazwischen gegangen und 

habe die Beschuldigte 1 am Oberarm gehalten, die Beschuldigte 3 an der ande-

ren Seite. Da habe sie wirklich geschrien, die Beschuldigte 1 soll aufhören. Die 

Beschuldigte 1 sei in ihrer Wut so schnell gewesen, dass sie auch im Haus drin-

nen gewesen sei. Dort habe sie sie auch weggestossen und sie habe ihr wieder 

gesagt, sie soll jetzt einfach damit aufhören, weil ihr dies an den Brüsten weh täte. 

Das sei auch dort gewesen, als die Beschuldigte 1 ihr T-Shirt raufgezogen und 

gesagt habe, das seien Brüste und nicht das, was sie, die Beschuldigte 2, habe. 

Die Befragte habe wieder versucht, sie aus dem Haus zu bringen und ihr gesagt, 

sie solle gehen. Nach langem Hin und Her seien dann alle wieder aus dem Haus 

gegangen, sodass sie ihre Türe nicht habe schliessen können. Nach langem Hin 

und Her habe sie es geschafft, dass die Beschuldigte 1 zusammen mit ihrer Toch-

ter gegangen sei (Urk. 7/3). 

Vor Vorinstanz führte die Beschuldigte 2 aus, die Beschuldigte 1 habe sie mehr-

fach mit den Händen und nicht mit Fäusten gegen ihre Brust weggestossen. Sie 

selbst habe die Beschuldigte 1 nicht angefasst und sei ihr auch nicht zu nahe ge-

kommen. Sie habe immer verbal gesagt, sie solle sich beruhigen und nach Hause 

gehen. Das Schubsen sei mehr eine tätliche Provokation gewesen. Die Beschul-

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digte 1 sei sehr laut gewesen, habe immer gelächelt und provoziert. Die in 

Urk. 11/4 sichtbaren Rötungen an ihren Brüsten würden vom Schubsen stammen. 

Als sich die Beschuldigte 1 F._____ genähert habe, habe sie die Beschuldigte 1 

von vorne an den Oberarmen gehalten. Gepackt habe sie sie nicht. Es sei ein 

festhalten gewesen. Dann habe sie sie losgelassen. Es sei nicht so gewesen, 

dass die Beschuldigte 1 versucht habe, den Griff zu lösen und Schütteln nicht ge-

reicht habe. Die Beschuldigte 1 habe die Beschuldigte 3 gepackt und geschüttelt. 

Die Beschuldigte 3 habe sich erfolgreich befreien können. Die Beschuldigte 1 ha-

be dann mit der Hand ausgeschlagen, wobei das T-Shirt zerrissen sei und die 

Beschuldigte 3 einen Kratzer beim Schlüsselbein erlitten habe. Die Beschuldigte 1 

habe Anlauf genommen und sei in Richtung Beschuldigte 3 gerannt und habe sie 

an den Oberarmen gepackt. Die Beschuldigte 3 habe die Beschuldigte 1 nicht ge-

halten. Die Befragte sei dann dazwischen gegangen und habe die Beschuldig-

ten 1 und 3 am Oberarm gehalten, rechts die Beschuldigte 1 und links die Be-

schuldigte 3. Der Beschuldigten 3 habe sie gesagt, sie solle loslassen und gehen. 

Der Beschuldigten 1 habe sie gesagt, sie solle aufhören und gehen. Dann habe 

die Beschuldigte 3 die Beschuldigte 1 an den Schultern gepackt und vom Vorplatz 

weggezogen. Die Beschuldigte 3 habe sich einfach wehren müssen, da die Be-

schuldigte 1 jedes Mal wie eine Furie wieder gekommen sei. Sie hätten versucht, 

Abstand zu halten. Die Befragte sei dann dazwischen gegangen und habe die 

Beschuldigte 3 aufgefordert, die Beschuldigte 1 nicht anzufassen und loszulas-

sen. Dann habe sie die beiden mit je einer Hand gehalten. Es sei das zweite Mal 

gewesen, dass sie die Beschuldigte 1 angefasst habe. Es sei ein Halten gewe-

sen. Sie habe beide nicht so gehalten, dass sie sich hätten schütteln müssen. Sie 

und die Beschuldigte 3 hätten die Beschuldigte 1 nicht gleichzeitig festgehalten. 

Nach diesen zwei Malen habe sie die Beschuldigte 1 nicht mehr angefasst. Es sei 

richtig, dass nachdem die Beschuldigte 3 die Beschuldigte 1 losgelassen habe, 

diese sie mit den Füssen getreten und ihr T-Shirt zerrissen hat. Die Befragte habe 

nicht beobachtet, dass die Beschuldigte 3 die Beschuldigte 1 am Oberarm festge-

halten habe. Durch den Stoss gegen den Briefkasten sei sie am Rücken beim 

Schulterblatt leicht blau und dann leicht rot gewesen, wie eine Beule. Schmerzhaft 

sei es die ersten paar Tage gewesen, von den Bewegungen her. Als sie zwei Ta-

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ge später in die Ferien gefahren sei, habe sie es schon gespürt. Sie habe sich je-

doch in keiner Weise eingeschränkt gefühlt. Im Verlaufe der Auseinandersetzung 

habe sie durch ein eingerissenes Häutchen am Nagel leicht geblutet (Urk. 33). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung führte die Beschuldigte 2 aus, am besagten 

Freitag sei die Beschuldigte 3 zu ihr gekommen und hätte ihr gesagt, dass die 

Kinder ein „Zeug“ miteinander hätten. Sie hätte daraufhin die Beschuldigte 1 an-

gerufen und gesagt, dass die Kinder Probleme miteinander hätten. Sie solle das 

doch in den Ferien mit ihren Töchtern besprechen, die Befragte werde es mit ih-

rem Sohn besprechen und die Beschuldigte 3 mit ihrer Tochter. Später am 

Nachmittag sei dann die Beschuldigte 1 bei ihr aufgetaucht. Sie habe eine Türe 

mit Fenster und sie habe gehört, wie jemand an das Glas gehämmert und sturm 

geklingelt habe. Sie habe zuerst gedacht, vielleicht seien es die Kinder. Es sei 

aber weiter gegangen und der Hund habe gebellt. Dann sei sie runter gegangen 

und habe die Beschuldigte 1 vor der Türe gesehen. Diese sei ziemlich nervös 

gewesen. Die Befragte habe die Türe aufgemacht. Die Beschuldigte 1 sei ziem-

lich tänzelnd vor der Türe gestanden und habe Kaffee mit ihr trinken wollen. Die 

Befragte habe nicht gewollt. Sie habe die Beschuldigte 1 beruhigt und habe ihr 

gesagt, sie solle das doch mit ihren Kindern besprechen. Die Beschuldigte 1 habe 

dann die Adresse der Beschuldigten 3 gewollt. Die Befragte habe die Adresse 

nicht herausgeben wollen. In diesem Moment sei die Beschuldigte 3 gekommen 

und habe ihr zugerufen, ob sie Hilfe brauche, was sie verneint habe. Dann habe 

die Beschuldigte 1 die Beschuldigte 3 gesehen, sei seitlich zu ihr hingetänzelt und 

habe etwas von Kaffee trinken gesagt. Sie hätten dann versucht, die Beschuldig-

te 1 zu beruhigen. Die Beschuldigte 1 habe dann L._____, die kleine Tochter der 

Beschuldigten 3, am Arm genommen. Dann habe die Beschuldigte 3 gesagt, jetzt 

sei fertig. Dann sei die Beschuldigte 1 beleidigend geworden. Es stimme nicht, 

dass die Befragte die Beschuldigte 1 zusammen mit der Beschuldigten 3 gehalten 

habe. Die Befragte habe die Beschuldigte 1 nur ein einziges Mal gehalten. Das 

sei dann gewesen, als ihre Tochter mit ihrer Kollegin F._____ gekommen sei und 

F._____ ganz laut stopp gerufen habe. Da sei die Beschuldigte 1 wirklich ganz 

nahe vor F._____ gestanden. Die Befragte sei dann dazwischen, sei vor die Be-

schuldigte 1 gestanden und habe sie mit beiden Händen rechts und links an den 

- 27 - 

Oberarmen gehalten. Die Beschuldigte 3 sei in diesem Moment mit den Kindern 

ein paar Meter entfernt gestanden. Die Befragte habe der Beschuldigten 1 gesagt, 

jetzt sei fertig, sie dürfe kein Kind anfassen und solle nun einfach nach Hause ge-

hen. Das habe die Beschuldigte 1 dann nicht gemacht. Die Beschuldigte 1 habe 

sie gepackt und Richtung Briefkasten „getätscht“. Die Befragte habe sich hinten 

am Rücken angeschlagen. Es habe einfach weh getan. Die Beschuldigte 1 habe 

weiterhin umhergeschrien, sei herumgetänzelt, habe Beleidigungen ausgestossen 

und habe einfach nicht gehen wollen. Einmal habe die Befragte alle Kinder mit 

Hund ins Haus gebracht. Die Beschuldigte 1 sei aber so schnell gewesen, oder 

die Befragte zu langsam, dass die Beschuldigte 1 etwa zwei Meter in ihr Haus ge-

kommen sei. Die Befragte habe der Beschuldigten 1 gesagt, sie solle sofort raus-

gehen und sie habe ihr gesagt, dass sie ihr weh tue. Die Beschuldigte 1 habe sie 

ja permanent weggeschupst. Sie habe die Befragte immer Richtung Brüste ge-

schupst. Die Befragte habe ihr gesagt, dass ihr das weh tue und sie damit aufhö-

ren solle. Dann habe die Beschuldigte 1 das T-Shirt heruntergezogen und gesagt, 

das seien Brüste und nicht das, was sie habe. Die Befragte habe der Beschuldig-

ten 1 gesagt, sie solle nun einfach gehen. Irgendwann sei die Beschuldigte 1 ge-

gangen. Dummerweise seien auch der Hund der Befragten und die Kinder wieder 

raus. Dann seien sie alle wieder vor ihrem Haus gestanden und sie habe der Be-

schuldigten 1 immer wieder gesagt, sie solle gehen. Die Beschuldigte 3 habe der 

Beschuldigten 1 auch gesagt, es sei nun fertig. Und der Sohn der Befragten, 

J._____, sei in der Zwischenzeit auch herausgekommen, habe geweint und laut 

gesagt, jetzt sei fertig. Die Beschuldigte 1 habe dann versucht, die Beschuldigte 3 

zu halten. Sie habe sie aber nicht erwischt, sondern nur das T-Shirt. Dieses sei 

zerrissen und es habe einen Kratzer bei der Beschuldigten 3 gegeben. J._____ 

habe die Beschuldigte 1 nicht angefasst bzw. umgeschupst. Der Hund sei ge-

kommen und die Befragte habe zu J._____ gesagt, er solle den Hund nehmen 

und mit ihm rein gehen. Sie habe gesehen, dass die Beschuldigte 1 die Beschul-

digte 3 in Richtung Oberschenkel getreten habe. Sie könne nicht mehr sagen, ob 

einmal oder mehrmals, aber einen Tritt habe sie gesehen. Die Befragte habe 

dann ihrem Sohn noch gesagt, er solle seinen Vater holen gehen. Er hätte den 

Vater aber nicht gefunden. In dieser Zeit habe sie der Beschuldigten immer wie-

- 28 - 

der gesagt, sie solle gehen. Irgendwann sei die Beschuldigte 1 dann zusammen 

mit ihrer Tochter gegangen (Prot. II S. 22 ff.). 

5. Aussagen der Beschuldigten 3 

Die Beschuldigte 3 wurde am 10. September 2014 durch die Polizei einvernom-

men. Dabei führte sie aus, sie sei um ca. 17.30/17.40 Uhr auf der D._____-

Strasse in Richtung des Hauses der Beschuldigten 2 gegangen, um ihren eigenen 

Hauseingang zu erreichen. Die Beschuldigte 2 sei in der offenen Türe ihres Hau-

ses gestanden und die Beschuldigte 1 unterhalb der dortigen Treppe auf dem 

Vorplatz. Sie habe der Beschuldigten 2 von weitem zugerufen, ob alles in Ord-

nung sei. Noch bevor ihr die Beschuldigte 2 habe antworten können, sei die Be-

schuldigte 1 zu ihr hingekommen. Die Beschuldigte 1 habe ihrer Tochter, welche 

sie begleitet habe, an den Oberarm gegriffen und versucht, sie zur Seite zu zie-

hen. Sie - die Befragte - habe zur Beschuldigten 1 gesagt, sie solle ihre Tochter 

loslassen. Die Beschuldigte 2 habe ihr zugerufen, sie solle die Tochter bei ihr ins 

Haus bringen. Sie habe darauf ihre Tochter in die Wohnküche der Beschuldigten 

2 begleitet. Als sie dort angekommen seien, hätten auch bereits die Beschuldigten 

1 und 2 den Korridor bzw. die dortige Wohnküche betreten. Die Beschuldigte 2 

habe die Beschuldigte 1 ihrer Wahrnehmung nach weder zum Eintreten in das 

Haus noch zum Verweilen im Freien aufgefordert. Sie sei ihnen unaufgefordert ins 

Haus gefolgt. Die Beschuldigte 1 habe begonnen, wirre Sachen zu reden. Die Be-

schuldigte 1 habe zur Beschuldigten 2 gesagt, sie sei keine richtige Frau. Sie, die 

Beschuldigte 1, sei eine richtige Frau. Gleichzeitig habe die Beschuldigte 1 ihr 

Sweatshirt nach unten gezogen, um der Beschuldigten 2 zu beweisen, dass sie 

Brüste habe. Schon kurz nach dem Eintreten ins Haus habe die Beschuldigte 1 

zudem begonnen, die Beschuldigte 2 mit beiden Händen gegen die Brüste zu 

trommeln. Die Beschuldigte 2 habe die Beschuldigte 1 mehrfach aufgefordert, ihr 

Haus zu verlassen. Die ganze Sache habe sich in der Folge mehr und mehr in 

Richtung Hauseingangstüre verschoben. Die Beschuldigte 1 habe der Beschul-

digten 2 gegen die Brüste geschlagen und sie gleichzeitig auch von sich weg-

gestossen. Die Beschuldigte 2 habe versucht, die Beschuldigte 1 in Richtung 

Hauseingangstüre zu drängen. Sie habe die Beschuldigte 1 mehrfach aufgefor-

- 29 - 

dert, das Haus zu verlassen. Schliesslich seien sie drei Frauen auf dem Vorplatz 

unterhalb der Treppe vor der Hauseingangstüre im Freien gestanden. I._____ und 

F._____ seien dann zur Auseinandersetzung hinzugekommen. Die Beschuldigte 

2 habe die Beschuldigte 1 gefragt, wie sie derart aggressiv vor den Kindern auf-

treten könne. Die Antwort der Beschuldigten 1 sei gewesen, wie wir beweisen 

könnten, dass dies ihr Kind sei; ob wir denn eine DNA-Probe hätten. Sie, die Be-

schuldigte 3 habe die Tochter der Beschuldigten 1 gefragt, ob dies alles nötig sei. 

Ob sie denn nicht versuchen könnten, in der Schule miteinander auszukommen. 

Das Mädchen habe nur geantwortet: "Nein, jetzt erst recht nicht." Darauf habe 

sich die Beschuldigte 1 an sie (Beschuldigte 3) gewandt und gesagt, da sie ja 

Drogen nehme, solle sie sich den nächsten Schuss setzen. Es sei Zeit dafür. Sie, 

die Befragte habe zu lachen begonnen, worauf die Beschuldigte 1 sie mit den 

Händen weggestossen habe. Da sie beim Blumentopf fast gestürzt sei, sei ihr die 

Beschuldigte 2 zu Hilfe gekommen. Diese habe sich zwischen sie und die Be-

schuldigte 1 gestellt. Darauf habe die Beschuldigte 1 wiederum mit den Händen 

auf den Brustbereich bzw. die Brüste der Beschuldigten 2 geschlagen. Zudem 

habe die Beschuldigte 1 die Beschuldigte 2 weggestossen, wodurch die Beschul-

digte 2 gegen den Briefkastenständer geprallt sei. Darauf habe sie, die Beschul-

digte 3, die Beschuldigte 1 an den Schultern gepackt und sie vom Vorplatz weg in 

Richtung des Einstellschuppens gezogen. Dies habe sie getan, weil sie sich und 

die anwesenden Kinder durch die Beschuldigte 1 bedroht gefühlt habe. Die Be-

schuldigte 2 sei dazwischen gekommen und habe sie aufgefordert, die Beschul-

digte 1 nicht anzufassen und sie wieder loszulassen. Nachdem sie die Beschul-

digte 1 losgelassen habe, habe diese sie vier oder fünf Mal mit beiden Füssen 

gegen den Oberschenkel getreten. Gleichzeitig habe die Beschuldigte 1 nach ih-

rem T-Shirt gegriffen, welches sie zu fassen bekam und schliesslich im Gerangel 

zerrissen habe. Irgendwann habe die Beschuldigte 1 von ihr abgelassen und sei 

weggegangen. Irgendwann sei es noch zu einem Zusammentreffen zwischen der 

Beschuldigten 1 und F._____ gekommen. Sie wisse nur noch, dass diese beiden 

sehr nahe beieinander gestanden seien und die Beschuldigte 2 zur Beschuldigten 

1 gesagt habe, sie solle kein Kind anfassen. Die Beschuldigte 2 habe die Be-

schuldigte 1 mehrfach sowohl auf dem Vorplatz im Freien als auch im Innern des 

- 30 - 

Hauses aufgefordert, nach Hause zu gehen bzw. das Grundstück zu verlassen. 

Sie wisse nicht, wo auf dem Vorplatz die Grundstücksgrenze verlaufe. Es habe 

dort keinen Zaun oder dergleichen, sondern sei frei zugänglich. Auf die Aufforde-

rungen der Beschuldigten 2 habe die Beschuldigte 1 nicht reagiert, obwohl sie je-

derzeit in der Lage gewesen sei, das Haus zu verlassen. Die Beschuldigte 2 sei 

gegenüber der Beschuldigten 1 nie tätlich geworden. Beim Vorfall habe sie, die 

Befragte, Kratzer am Decolté sowie Hämatome an beiden Beinen erlitten. Die 

Hämatome hätten sich erst einige Tage später richtig ausgebildet (Urk. 6). 

Am 27. Mai 2015 wurde eine Konfrontationseinvernahme zwischen den Beschul-

digten 1 und 3 bei der Staatsanwaltschaft durchgeführt. Die Beschuldigte 3 führte 

dabei aus, sie habe gesehen, wie die Beschuldigte 1 vor dem Haus der Beschul-

digten 2 gestanden sei. Aufgrund der Lautstärke und der Gestik habe sie nachge-

fragt, ob alles in Ordnung sei, worauf die Beschuldigte 1 zu ihr und ihrer Tochter 

gekommen sei und ihre Tochter am Arm gehalten habe. Sie, die Befragte, habe 

die Beschuldigte 1 aufgefordert, ihre Tochter loszulassen. Die Beschuldigte 2 ha-

be sie und ihre Tochter ins Haus gebeten. Die Beschuldigte 1 sei ihnen unaufge-

fordert gefolgt und habe ebenfalls das Haus der Beschuldigten 2 betreten. Es sei 

dann ein Wortwechsel entstanden und die Beschuldigte 1 sei zusehend aggressi-

ver geworden. Die Beschuldigte 1 habe mit den Fäusten mehrmals auf die Be-

schuldigte 2 eingeschlagen, woraufhin die Beschuldigte 2 und sie das Haus wie-

der verlassen hätten, gefolgt von der Beschuldigten 1 und deren Tochter. 

Draussen seien I._____ und F._____ dazugekommen. Es sei ein weiterer Wort-

wechsel mit Anschuldigungen und Handgreiflichkeiten seitens der Beschuldigten 

1 erfolgt. J._____ sei dazugekommen und habe angefangen zu schreien. Er sei 

sehr nervös und aufgebracht gewesen. Um die Beschuldigte 1 zu beruhigen, ha-

be sie sie an der Schulter berührt, worauf die Beschuldigte 1 sie mehrmals mit 

den Füssen in die Beine und in die Oberschenkel getreten habe. Es seien drei bis 

vier Tritte gewesen. Zudem habe die Beschuldigte 1 ihr das T-Shirt vom Leib ge-

rissen. Dann habe die Beschuldigte 1 abgelassen und sei mit ihrer Tochter Rich-

tung …weg gerannt. Sie denke nicht, dass sie der Beschuldigten 1 eine Verlet-

zung am linken Oberarm zugefügt habe. Sie habe sie gehalten, um sich selber zu 

schützen. Sie habe ihr keine Gewalt zugefügt. Sie wisse nicht, woher die Verlet-

- 31 - 

zung der Beschuldigten 1 am rechten Knie stamme. Vielleicht von den Tritten, die 

sie ihr ausgeteilt habe. Von den Tritten der Beschuldigten 1 habe sie grosse Hä-

matome am linken Oberschenkel und grosse Blutergüsse am rechten Oberschen-

kel davongetragen. Weitere Tätlichkeiten seitens der Beschuldigten 1 habe es ihr 

gegenüber nicht gegeben. Vor den Tritten habe die Beschuldigte 1 noch ge-

schubst. Es habe ein Handgemenge gegeben. Das sei gegen die Blumen beim 

Hauseingang gewesen. Daraus hätten keine Verletzungen resultiert. Die Be-

schuldigte 2 habe die Beschuldigte 1 mehrmals sehr klar und deutlich aufgefor-

dert, das Haus zu verlassen. Die Beschuldigte 1 habe trotzdem während drei bis 

vier Minuten das Haus nicht verlassen, bis sie alle zusammen das Haus verlassen 

hätten. Draussen habe die Beschuldigte 1 die Beschuldigte 2 mehrmals mit bei-

den Händen gegen den Oberkörper gestossen. Einmal habe sie sie gegen den 

Briefkasten gestossen. Die Beschuldigte 2 habe die Beschuldigte 1 nicht an den 

Oberarmen festgehalten und geschüttelt. Auch stimme es nicht, dass sie und die 

Beschuldigte 2 die Beschuldigte 1 je an einem Arm festgehalten hätten und diese 

sich habe befreien müssen (Urk. 7/1). 

Anlässlich der Konfrontationseinvernahme aller drei Beschuldigten vom 6. Juli 

2016 führte die Beschuldigte 3 aus, J._____ habe niemanden angefasst. Es sei 

auch während des ganzen Vorfalls niemand gestürzt. Sie habe nie jemanden am 

Boden liegen sehen. Die Beschuldigte 2 sei dazwischen gegangen, weil die Be-

schuldigte 1 sie angegriffen, gekickt und ihr die Kleider vom Leib gerissen habe. 

Dann habe die Beschuldigte 2 die Beschuldigte 1 an einem Oberarm mit der 

Hand gehalten und sie selbst habe sie auf der anderen Seite am Oberarm mit der 

Hand gehalten. Dann seien sie auseinander gegangen. Der ganze Vorfall liege 

einige Zeit zurück und Vieles wisse sie nicht mehr. Sie sei von der Beschuldigten 

1 angegriffen worden. Sie sei von ihr zwei drei Mal gegen den Oberschenkel ge-

kickt worden und habe Hämatome und blaue Flecken. Zudem sei sie vor den Kin-

dern als Drogensüchtige beschimpft worden (Urk. 7/3). 

Vor Vorinstanz sagte die Beschuldigte 3 aus, es sei richtig, dass es auch mit ihrer 

Beteiligung zu einem lautstarken Hin und Her am 11. Juli 2014 gekommen sei. 

Sie habe Blutergüsse an den Beinen davongetragen. Es habe ein paar Tage weh 

- 32 - 

getan. Sie habe am nächsten Tag bei der Polizei angerufen und gesagt, dass die 

Blutergüsse doch massiv seien. Die Polizei habe ihr gesagt, sie solle sich dies 

vom Arzt protokollieren lassen. Von sich aus wäre sie nicht zum Arzt gegangen. 

Sie sei auch nicht arbeitsunfähig gewesen oder hätte ihre Kinder nicht betreuen 

können. Man habe die Hämatome nicht längere Zeit deutlich gesehen und sie ha-

be sich auch nicht in ihrer Lebensführung eingeschränkt gefühlt. An besagtem 

Tag sei sie vom Joggen zurückgekommen und habe ihre Tochter abgeholt. Sie 

habe dann die Beschuldigten 1 und 2 gesehen und weil es laut gewesen sei, ha-

be sie die Beschuldigte 2 gefragt, ob sie Hilfe benötige. Sie sei auf der Strasse 

stehengeblieben und die Beschuldigte 1 sei auf sie zugelaufen. Daraufhin habe 

es den ersten Wortwechsel gegeben. Die Beschuldigte 2 habe dann gesagt, sie 

sollen ins Haus gehen und die Beschuldigte 1 sei auch mit ins Haus gekommen. 

Sie habe gesehen, wie die Beschuldigte 1 mit den flachen Händen mehrfach ge-

gen die Brust gestossen habe. Das erste Mal sei es im Hauseingang gewesen. 

Draussen sei es dann weitergegangen. Dies sei eine tätliche Provokation gewe-

sen. Als dann F._____ gekommen und sich die Beschuldigte 1 dieser genähert 

habe, habe die Beschuldigte 2 die Beschuldigte 1 an den Oberarmen gehalten, 

um sie von F._____ wegzubekommen. Ein Ziehen sei nicht nötig gewesen. Die 

Beschuldigte 2 sei dann von der Beschuldigten 1 gestossen worden, sodass sie 

mit dem Rücken gegen den Briefkasten gefallen sei. Sie glaube, sie selbst sei 

schon involviert gewesen. Sie hätten die Beschuldigte 1 mehrmals aufgefordert, 

nach Hause zu gehen und das Grundstück zu verlassen. Als die Beschuldigte 1 

auf sie losgegangen sei, sei es das erste Mal physisch geworden. Sie könne sich 

nicht mehr daran erinnern, dass sie von der Beschuldigten 1 weggestossen wor-

den sei. Auf dem Vorplatz sei die Beschuldigte 1 zwischen ihr und der Beschul-

digten 2 hin und her gegangen. Es sei keine ruhige Diskussion gewesen. Die Be-

schuldigte 1 habe Äusserungen und Gesten ihnen gegenüber gemacht. Irgend-

wann habe die Beschuldigte 1 sie festgehalten und sie habe sie dann auch gehal-

ten, aber mehr, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Das sei gewesen als 

dann die Beschuldigte 2 dazwischen gekommen sei. Sie, die Befragte, habe die 

Beschuldigte 1 dann an den Oberarmen gehalten. Die Beschuldigte 2 habe dann 

gesagt, wir würden die Beschuldigte 1 nicht anfassen und sie in Ruhe lassen. Da-

- 33 - 

raufhin habe sie die Beschuldigte 1 losgelassen und diese habe ihr vier bis fünf 

Mal mit den Füssen gegen die Oberschenkel getreten und ihr T-Shirt zerrissen. 

Sie sei sich nicht bewusst, dass die Beschuldigte 1 durch ihr Festhalten einen 

Bluterguss am linken Oberarm erlitten habe. Sie könne das ausschliessen. Sie 

habe die Beschuldigte 1 auch nicht gleichzeitig mit der Beschuldigten 2 festgehal-

ten. Nach den Briefkästen habe die Beschuldigte 1 sie an den Oberarmen festge-

halten und sie habe die Beschuldigte 1 auch an den Oberarmen gehalten. Das sei 

der Moment gewesen, als die Beschuldigte 2 dazwischen gekommen sei (Urk. 

34). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung führte die Beschuldigte 3 aus, Sie sei Jog-

gen gewesen und habe danach ihre Tochter abgeholt und sei auf dem Nachhau-

seweg gewesen. Dort habe Sie die Beschuldigte 1 und 2 gesehen. Es sei laut 

gewesen und sie habe gefragt, ob sie helfen könne und ob alles in Ordnung sei. 

Die Beschuldigte 1 sei dann gerade auf sie zugekommen und habe ihre Tochter 

angefasst, was die Befragte und auch ihre Tochter nicht mögen würden. Die Be-

fragte habe der Beschuldigten 1 dann gesagt, sie solle ihre Tochter in Ruhe las-

sen und nicht anfassen. Da sei die Beschuldigte 1 aggressiv und wütend gewor-

den und habe mit Beschimpfungen angefangen. Das ganze habe sich vor das 

Haus der Beschuldigten 3 verlagert. Sie hätten dann versucht, die Kinder und den 

Hund reinzubringen. Die Beschuldigte 1 sei aber hinterher gekommen und es sei 

drinnen zwei bis drei Minuten weitergegangen. Die Beschuldigte 1 habe im Haus 

geschimpft, habe ihr unter anderem gesagt, sie sei drogensüchtig, und habe der 

Beschuldigten 2 gegen die Brüste gehauen. Nachher, als sie wieder draussen 

gewesen seien, habe sie die Beschuldigte 1 an den Oberarmen gehalten, weil sie 

sonst nach hinten gefallen wäre, als die Beschuldigte 1 sie gekickt habe. Die Be-

schuldigte 1 habe sie zwei oder drei Mal getreten. Zuvor sei es auch schon einmal 

zu einem Gerangel zwischen der Beschuldigten 1 und der Beschuldigten 2 vor 

dem Briefkasten gekommen. Das sei dann gewesen, als F._____ stopp gerufen 

habe. Die Beschuldigte 1 sei dort ganz nahe zu F._____ hin und die Beschuldigte 

2 sei dazwischen gegangen. Die Beschuldigte 2 habe die Beschuldigte 1 gehal-

ten. Letztere sei aggressiv gewesen, habe sich gewehrt, geschüttelt. Die Be-

schuldigte 1 habe die Beschuldigte 2 dann gegen den Briefkasten geschupst. Das 

- 34 - 

habe sie gesehen. Die Befragte habe die Beschuldigte 1 nie gleichzeitig mit der 

Beschuldigten 2 festgehalten (Prot. II S. 28 ff.). 

6. Aussagen von F._____ 

Am 4. September 2014 wurde F._____ von der Kantonspolizei einvernommen 

und führte dabei Folgendes aus: Die Beschuldigte 3 sei eine Bekannte aus dem 

Dorf. I._____ sei eine langjährige Freundin. Die Beschuldigte 2 sei eine gute Be-

kannte. Die Beschuldigte 1 kenne sie nicht. An besagtem Abend sei sie mit 

I._____ an der Bushaltestelle gestanden als J._____ vorbeigerannt sei und ge-

sagt habe, dass die Frau dort sei und die Mutter schlage. Sie und I._____ seien 

zum Ort des Geschehens gegangen. Dort seien die Beschuldigten 1 bis 3 ge-

standen. Es sei laut gewesen. Die Beschuldigte 2 sei relativ nahe bei der Be-

schuldigten 1 gestanden. Sie - die Befragte - habe sich zu den beiden Frauen be-

geben und relativ laut gerufen, es sei nun fertig, stopp. Die Beschuldigte 1 habe 

sich sofort zu ihr gewandt und sei ihr sehr nahe gekommen. Sie sei sehr nahe an 

ihr Gesicht gekommen. Im gleichen Moment habe sich die Beschuldigte 2 zwi-

schen sie und die Beschuldigte 1 gestellt. Die Beschuldigte 2 habe die Beschul-

digte 1 mehrfach aufgefordert, ihr Grundstück zu verlassen und nach Hause zu 

gehen. Die Beschuldigte 1 habe dann die Beschuldigte 2 provoziert, indem sie 

mehrfach einen Kussmund geformt und dieser auf Distanz Küsschen zugeschickt 

habe. Gleichzeitig habe die Beschuldigte 1 ihr Gesäss in Richtung der Beschul-

digten 2 gedreht und mit der flachen Hand darauf geschlagen. An den richtigen 

Ablauf der weiteren Ereignisse könne sie sich nicht mehr erinnern. Sie wisse 

noch, dass die Beschuldigte 1 die Beschuldigte 2 an den Oberarmen gepackt und 

gegen den Briefkasten bzw. den dortigen Ständer gestossen habe. Darauf habe 

die Beschuldigte 3 die Beschuldigte 1 an den Oberarmen gepackt und sie von der 

Beschuldigten 2 weggezogen. Beide Frauen seien im Gerangel über das Kies-

/Steinbeet gestolpert. Nachher sei das T-Shirt der Beschuldigten 3 beschädigt 

gewesen. Dort habe die Beschuldigte 1 die Beschuldigte 2 an den Oberarmen 

herumgerissen. Nachdem die beiden Frauen sich wieder losgelassen hätten, ha-

be die Beschuldigte 2 die Beschuldigte 1 erneut aufgefordert, aufzuhören und 

nach Hause zu gehen. Die Beschuldigte 1 habe sich immer nur auf dem Vorplatz 

- 35 - 

vor dem Hauseingang und auf dem Weg, welcher am dortigen Einstellschuppen 

vorbeiführt, aufgehalten. Im Haus oder auf der Treppe habe sie sich nie befunden. 

Dieser Bereich sei nicht abgegrenzt, jedoch frei zugänglich. Die Beschuldigte 2 

habe die Beschuldigte 1 mehrfach immer wieder zum Verlassen des Grundstücks 

aufgefordert. Die Beschuldigte 1 sei diesen Aufforderungen recht lange nicht 

nachgekommen. Dabei wäre die Beschuldigte 1 jedoch in der Lage gewesen. Sie 

hätte jederzeit gehen können, habe aber nicht gewollt. Gemäss ihren Wahrneh-

mungen sei die Beschuldigte 1 zuerst tätlich geworden, als sie die Beschuldigte 2 

an den Oberarmen festhielt und gegen den Briefkasten gestossen habe. Im Laufe 

des Geschehens habe die Beschuldigte 2 die Beschuldigte 1 einmal an den 

Oberarmen gepackt. Die Auseinandersetzung habe nur zwischen den Beschuldig-

ten 1 bis 3 stattgefunden. An Verletzungen habe sie lediglich Kratzspuren auf 

dem Decolté der Beschuldigten 2 festgestellt (Urk. 8/5).  

Am 14. Juli 2015 wurde F._____ als Zeugin durch die Staatsanwaltschaft einver-

nommen. Dabei bestätigte sie ihre bei der Polizei gemachten Ausführungen und 

fügte an, dass die Beschuldigte 2 nach dem Vorfall an einem Daumen beim Nagel 

geblutet habe. Die Beschuldigte 1 habe sie nicht stürzen sehen (Urk. 8/7). 

Am 6. Juli 2016 wurde F._____ nochmals durch die Staatsanwaltschaft als Zeugin 

einvernommen, wobei sie ihre bisherigen Ausführungen bestätigte, soweit sie sich 

noch daran erinnern konnte. Zudem sagte sie aus, die Beschuldigte 1 habe die 

Beschuldigte 2 gegen den Briefkasten geschubst. Zu diesem Zeitpunkt habe sie 

nicht erkennen können, ob sich die Beschuldigte 2 dabei verletzt habe. Später 

habe sie gesehen, dass die Beschuldigte 2 am Finger geblutet habe. Sie könne 

jedoch nicht sagen, ob es vom Sturz gegen den Briefkasten hergerührt habe. Die 

Beschuldigte 3 habe die Beschuldigte 1 vom Grundstück wegführen wollen. Dann 

habe die Beschuldigte 1 die Beschuldigte 3 gepackt und sei dabei selber fast um-

gestürzt. Die Beschuldigte 1 habe die Beschuldigte 3 festgehalten und dann habe 

es einen Bordstein gehabt. Über diesen sei die Beschuldigte 1 fast selber ge-

stürzt. Am Schluss, als die Beschuldigte 1 gegangen sei, habe sie - die Befragte - 

gesehen, dass die Beschuldigte 2 an einem Daumen geblutet und Kratzer auf der 

Brust gehabt habe. Das T-Shirt der Beschuldigten 3 sei zerrissen gewesen und 

- 36 - 

diese habe ebenfalls Kratzer im Brustbereich gehabt. Bei der Beschuldigten 1 ha-

be sie keine Verletzungen gesehen (Urk. 8/10). 

7. Aussagen von G._____ 

G._____ wurde am 21. Oktober 2014 durch die Kantonspolizei Zürich einver-

nommen. Dabei führte er aus, er kenne die Beteiligten nicht. Er wisse nur, dass 

es sich bei der Beschuldigten 2 um seine Nachbarin handle. Er sei zusammen mit 

seiner Frau in der Küche gestanden, als er unvermittelt einen Lärm von draussen 

wahrgenommen habe. Er sei dann nach draussen vor die Haustüre gegangen 

und habe gesehen, wie die Beschuldigte 2 mit einer anderen Frau - vom Ausse-

hen dürfte es sich um eine Asiatin gehandelt haben - lautstark am Streiten gewe-

sen sei. Es seien auch Kinder/Jugendliche dort gestanden, welche ebenfalls ver-

bal gestritten hätten. Die Bewegungen der beteiligten Personen hätten auf ihn 

sehr hektisch gewirkt. Es könne daher auch sein, dass die eine oder andere Per-

son auf das Gegenüber eingewirkt habe, indem sie diese gestossen habe; er sei 

sich jedoch nicht sicher. Es könne auch sein - und hier sei er sich nicht absolut si-

cher - dass die ihm unbekannte Frau ein Kind am Arm gefasst habe. Die Be-

schuldigte 2 habe noch etwas wie sie werde die Polizei rufen gesagt. Kurz darauf 

habe die ihm unbekannte Frau zusammen mit einem Jugendlichen den Ort ver-

lassen und die Beschuldigte 2 habe sich ins Haus begeben. Hätte er irgendwel-

che ernsthaften Handgreiflichkeiten wahrgenommen, hätte er vermutlich schon 

versucht, schlichtend einzugreifen. Da sich die Situation aber aufgelöst habe, ha-

be er sich wieder zurück in sein Haus begeben. Erwähnen könne er noch, dass 

die Beschuldigte 2 mehrmals gesagt habe, sie sollten endlich gehen. Die Perso-

nen hätten sich vor der Haustüre der Beschuldigten 2 aufgehalten. Auf Nachfrage 

ergänzte er, dass die Leute ganz klar verbal gestritten hätten. Er habe auch hekti-

sche Bewegungen wahrgenommen. Dabei könne es durchaus sein, dass Einwir-

kungen auf das Gegenüber wie z.B. stossen oder schubsen erfolgt seien. Er kön-

ne heute aber nicht konkret sagen, welche Person in welcher Art auf das Gegen-

über eingewirkt habe. Er habe nicht gesehen, dass jemand zu Boden gestürzt sei. 

Eine körperliche Einwirkung seitens eines Sohnes der Beschuldigten 2 habe er 

nicht sehen können. Konkret habe er kein Schubsen oder Stossen zwischen der 

- 37 - 

Beschuldigten 2 und der asiatischen Frau gesehen. Auch ein Treten zwischen 

den Personen habe er nicht gesehen. Vermutlich habe er nur den Schluss der 

Auseinandersetzung mitbekommen (Urk. 8/8). 

Am 14. Juli 2015 wurde G._____ als Zeuge einvernommen. Dabei bestätigte er 

seine bei der Polizei gemachten Aussagen und fügte an, er habe die Beschuldig-

te 2 mit einer anderen Frau streiten gehört und die Beschuldigte 2 habe die ande-

re Frau aufgefordert, das Grundstück zu verlassen. Anfangs seien die beiden 

Frauen noch am Hauseingang der Beschuldigten 2 gewesen. Dann habe die Be-

schuldigte 2 die Frau aufgefordert, wegzugehen und sei mit ihr noch mitgegan-

gen. Am Schluss habe diese Person der Anweisung der Beschuldigten 2 Folge 

geleistet. Weitere erwachsenen Personen habe er keine gesehen. Er glaube je-

doch, dass er erst am Schluss des Streites nach draussen gegangen sei; das 

Gröbste sei schon vorbei gewesen. Er habe gesehen, wie die ihm unbekannte 

Frau in Richtung der Beschuldigten 2 gegangen sei. Die Beschuldigte 2 sei auch 

mit lautem Ton auf die unbekannte Frau zugegangen. Sie hätten in lautem Ton 

miteinander gesprochen. Dann habe die Beschuldigte 2 die andere Frau aufge-

fordert, zu gehen. Die unbekannte Frau sei nicht gerade gegangen; sie habe noch 

ein bisschen diskutiert und sei dann gegangen. Er habe nicht gesehen, ob die 

beiden Personen gegeneinander tätlich geworden seien (Urk. 8/9). 

8. Weitere Beweismittel 

8.1 Als ärztlicher Befund über die Verletzungen der Beschuldigten 1 reichte ihr 

Arzt ein Arztzeugnis vom 3. Oktober 2014 ins Recht. Danach steht sie seit dem 

12. August 2014 in ärztlicher Behandlung. Gemäss Angaben der Patientin sei 

diese am 11. Juli 2014 bei einer Auseinandersetzung mit mehreren Personen auf 

den Boden gestossen worden und habe angeblich ihr rechtes Knie verletzt. Seit 

drei bis vier Tagen klage sie über stechende Schmerzen im Bereich der Knie-

scheibe rechts. Über der Patella rechts befinde sich eine Rötung mit Durchmesser 

von ca. 0,5 cm. Es liege kein Erguss und keine Instabilität vor. Der Umfang sei 

gegenüber links 1 cm grösser. Der Röntgenbefund sei in Bezug auf die Knochen 

unauffällig (Urk. 9/4). Zudem befinden sich zwei Fotos bei den Akten, welche of-

fenbar vom Partner der Beschuldigten 1 am 12. Juli 2014 erstellt worden sind. Da-

- 38 - 

rauf ist eine Rötung am linken Oberarm sichtbar. Auf der Foto des rechten Knies 

ist oberhalb der Kniescheibe eine kleine Verfärbung sichtbar (Urk. 9/6). 

8.2 Gemäss Arztbericht vom 17. Dezember 2014 hat die Beschuldigte 2 den Arzt 

erstmals am 8. August 2014 aufgesucht. Sie habe erzählt, sie sei an beiden Ar-

men gepackt und mit dem Rücken gegen Briefkästen gedrückt worden. Zudem 

sei auf sie eingeschlagen worden. Sie habe diverse Blutergüsse gehabt. Zum 

Zeitpunkt der Untersuchung, also vier Wochen nach dem Ereignis, seien keine 

Blutergüsse mehr sichtbar gewesen. Es habe noch eine Druckschmerzhaftigkeit 

über der Aussenseite des linken Ellbogens bestanden. Weitere objektive Befunde 

hätten sich nicht mehr nachweisen lassen (Urk. 11/7). Zudem erstellte die Kan-

tonspolizei Zürich am 11. Juli 2014, 19.45 Uhr, drei Fotos der Verletzungen der 

Beschuldigten 2. Darauf sind zwei Rötungen am rechten Unterarm und auf der 

linken Brust sichtbar (Urk. 11/4). 

8.3 Gemäss Arztbericht vom 16. Dezember 2014 erfolgte durch die Beschuldig-

te 3 eine einmalige Konsultation, welche am 15. Juli 2014 stattgefunden hat. Da-

bei seien grosse Hämatome am Oberschenkel links an der Vorder- und Rückseite 

festgestellt worden. Ebenfalls hätten grosse Blutergüsse am rechten Oberschen-

kel bestanden. Diese Verletzungen hätten die Patientin sicher während zwei Wo-

chen beeinträchtigt (Urk. 10/8). Zudem erstellte die Kantonspolizei Zürich am 

11. Juli 2014, 19.45 Uhr, zwei Fotos, welche einen Kratzer und eine Rötung beim 

linken Schlüsselbein der Beschuldigten 3 zeigen (Urk. 11/4). Am 16. September 

2016 liess die Beschuldigte 3 der Kantonspolizei Zürich zwei Fotos zukommen, 

welche offenbar am 12. Juli 2014 erstellt worden sind. Darauf ist eine Verfärbung 

auf der Vorderseite des linken Oberschenkels sichtbar (Urk. 10/6). 

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III. Aussage- und Beweiswürdigung 

1. Betreffend die allgemeinen Grundsätze der Beweiswürdigung kann vollumfäng-

lich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 46 

S. 14 ff.). 

2. Glaubwürdigkeit 

2.1 Zunächst ist festzuhalten, dass die ersten Einvernahmen ab dem 4. Septem-

ber 2014 erfolgten. Zwischen dem Vorfall vom 11. Juli 2014 und den ersten Ein-

vernahmen vergingen somit rund acht Wochen. Unter diesen Umständen kann 

nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Beteiligten abgesprochen haben 

könnten. G._____ ist die einzig völlig unabhängige Person, welche zumindest ei-

nen Teil des Tatgeschehens beobachtet hat. 

2.2 Beschuldigte 1 bis 3 

Was die generelle Glaubwürdigkeit der Beschuldigten anbelangt, ist zu berück-

sichtigen, dass die Beschuldigten - direkt in das vorliegende Strafverfahren invol-

viert und an seinem Ausgang naturgemäss am meisten interessiert - versucht 

sein könnten, sich durch ihre Aussagen in einem möglichst günstigen Licht er-

scheinen zu lassen. Entsprechend sind ihre Aussagen mit der gebotenen Zurück-

haltung zu würdigen. Dies darf jedoch nicht zur Folge haben, dass der generelle 

Schluss gezogen wird, die Aussagen der Beschuldigten seien deshalb stets mit 

grosser oder grösster Zurückhaltung zu würdigen. Dies liefe auf eine rechtsstaat-

lich unhaltbare Benachteiligung der Beschuldigten hinaus, indem zumindest der 

Anschein oder Eindruck erweckt würde, man glaube ihnen von vornherein weni-

ger als etwa einem Belastungszeugen. Die besondere Motivationslage ist den-

noch insofern von Belang, als die Beschuldigten bei einzelnen Sachverhaltsberei-

chen ein zusätzliches und offenkundiges Interesse haben können, nicht die 

Wahrheit zu sagen, was bei einem blossen Zeugen in der Regel nicht der Fall ist. 

Weiter ist zu berücksichtigen, dass zwischen den Beschuldigten 2 und 3 ein gutes 

nachbarschaftliches Verhältnis besteht und ihre Beziehung enger ist als jene zur 

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Beschuldigten 1, weshalb die Beschuldigten 2 und 3 unter Umständen eher ge-

neigt sein könnten, gegenseitig zu ihren Gunsten auszusagen. 

2.3 F._____ 

F._____ wurde bei der Staatsanwaltschaft unter der Strafandrohung von Art. 307 

StGB einvernommen, was ihr jedoch keine erhöhte Glaubwürdigkeit verleiht. Für 

F._____ ist die Beschuldigte 3 eine Bekannte aus dem Dorf. Zudem bezeichnet 

sie die Beschuldigte 2 als gute Bekannte. Deren Tochter ist eine langjährige 

Freundin. F._____ hat allenfalls ein Interesse daran, die Beschuldigten 2 und 3 in 

einem guten Licht erscheinen zu lassen. Dies schadet ihrer Glaubwürdigkeit nicht 

ohne Weiteres. Massgeblich ist ohnehin die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen. 

2.4 G._____ 

G._____ wurde bei der Staatsanwaltschaft ebenfalls unter der Strafandrohung 

von Art. 307 StGB einvernommen, was ihm jedoch keine erhöhte Glaubwürdigkeit 

verleiht. G._____ kennt die Beteiligten nicht. Er weiss nur, dass die Beschuldig-

te 2 seine Nachbarin ist. Bei G._____ ist daher kein Interesse am Ausgang des 

Strafverfahrens auszumachen. Er ist grundsätzlich glaubwürdig. Auch bei ihm ist 

die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen massgeblich. 

3. Aussagen der Beschuldigten 1 

Die Aussagen der Beschuldigten 1 erscheinen detailliert und lebensnah. Sie ent-

halten jedoch Widersprüche. Die Beschuldigte 1 führte zunächst aus, die Be-

schuldigte 2 sei ihr gefolgt, als sie zur Beschuldigten 3 gegangen sei, habe sie 

von hinten am rechten Oberarm gepackt, sie in ihre Richtung gedreht, mit beiden 

Händen an den Schultern festgehalten und begonnen, sie zu schütteln (Urk. 4/1 

S. 3). Bei der Staatsanwaltschaft machte die Beschuldigte 1 dann geltend, die 

Beschuldigte 2 habe sie von hinten mit ihren beiden Händen an beiden Oberar-

men gepackt/festgehalten, sie gedreht und zu ihr gesagt, sie solle ihrer Freundin 

nichts machen. Dann habe sie sie noch geschüttelt (Urk. 7/2 S. 8). In der Beru-

fungsverhandlung kehrte die Beschuldigte 1 wieder zu ihrer ursprünglichen Sach-

darstellung zurück (Prot. II S. 18). Erstmals in der Konfrontationseinvernahme mit 

der Beschuldigten 2 vom 27. Mai 2015 räumt die Beschuldigte 1 ein, der Beschul-

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digten 2 mehrmals mit einem Arm gegen die Brüste gestossen zu haben, als sie 

versucht habe, sich zu befreien (Urk. 7/2 S. 10). Zu Beginn der Strafuntersuchung 

machte die Beschuldigte 1 mehrmals geltend, sie habe nicht getreten (Urk. 4/1 

S. 7) bzw. sie sei der Meinung, dass sie die Beschuldigte 3 nicht getreten habe. 

Sie habe sich nur mit den Händen gewehrt (Urk. 7/1 S. 6). Trotzdem sei sie sich 

sicher, dass die Hämatome der Beschuldigten 3 von ihr stammen würden, als sie 

sich habe befreien wollen (Urk. 7/1 S. 7). Erstmals in der Einvernahme vom 

1. September 2015 räumt die Beschuldigte 1 ein, der Beschuldigten 3 mit dem 

Fuss einen Kick gegeben zu haben. Dies sei gewesen, als sie das T-Shirt der Be-

schuldigten 3 gehalten habe. Beim ersten Kick habe die Beschuldigte 3 nicht los-

gelassen; auch das zweite Mal nicht. Aber beim dritten oder vierten Mal sei das  

T-Shirt noch mehr kaputtgegangen und sei vollständig gerissen (Urk. 4/2 S. 4). In 

der Berufungsverhandlung bestätigte die Beschuldigte 1, die Beschuldigte 3 ge-

gen die Beine getreten zu haben (Prot. II S. 21 f. ). Weiter führte die Beschuldig-

te 1 zunächst aus, J._____ habe mit beiden Händen gegen ihre Schultern gestos-

sen, sodass sie bei den Steinen vor dem Hauseingang auf ihr rechtes Knie gefal-

len sei (Urk.4/1 S. 3). In der späteren Einvernahme sagte sie lediglich aus, sie sei 

zu Boden auf die Steine gefallen, jedoch sofort wieder aufgestanden (Urk. 7/2 

S. 9). Ähnlich äusserte sie sich auch in der Berufungsverhandlung (Prot. II 

S. 19 f.). Schliesslich gab die Beschuldigte 1 zu Protokoll, F._____ habe gesehen, 

wie sie runtergefallen und auf die Hände aufgeschlagen sei (Urk. 4/2 S. 2), um 

dann wiederum auszuführen, sie habe eine Verletzung am rechten Knie erlitten, 

als J._____ sie zu Boden geworfen habe und sie auf einen Stein gefallen sei (Urk. 

7/3 S. 7). Nachdem J._____ sie zu Boden geworfen und sie wieder aufgestanden 

sei, habe die Beschuldigte 2 zu ihr gesagt, sie mache ihr weh. Dies obwohl sie zu 

diesem Zeitpunkt nichts gemacht habe, weil sie ja frei gewesen sei. Das Wort si-

mulieren sei ihr gerade nicht in den Sinn gekommen. Da habe sie gesagt, das sei 

nicht echt, aber das sei echt und habe ihr T-Shirt etwas zur Seite gezogen, um ih-

re schmerzende Schulter zu zeigen; dort wo J._____ sie gestossen habe (Urk. 7/2 

S. 10). Im Gegensatz dazu führte die Beschuldigte 1 dann aus, sie wisse noch, 

dass die Beschuldigte 2 ihren rechten Arm gehalten habe und sie diese mit dem 

linken Arm gestossen habe. Da habe die Beschuldigte 2 gesagt, es täte ihr weh. 

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Sie habe gedacht, sie solle sie doch loslassen, wenn es ihr weh täte (Urk. 7/3 

S. 6). Nachdem die Beschuldigte 1 zunächst ausführte, dass sie von den Mitbe-

schuldigten nicht lange festgehalten wurde (Urk. 4/1 S. 4), gab sie nachher zu 

Protokoll, dass es lange gedauert habe, bis sie sich habe befreien können 

(Urk. 7/1 S. 6). Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung bestritt die Be-

schuldigte 1, der Beschuldigten 2 gegen die Brust getrommelt zu haben (Urk. 32 

S. 10), nachdem sie dies vorher zugegeben hat (Urk. 7/2 S. 9 f.). Anlässlich der 

Berufungsverhandlung äusserte sie sich hierzu ausweichend und machte geltend, 

die Beschuldigte 2 hätte ihr erst gesagt, dass es ihr an den Brüsten weh tue, als 

das Gerangel bereits vorbei gewesen sei. Die Beschuldigte 2 hätte in der Vergan-

genheitsform sprechen müssen (Prot. II S. 21). Im Widerspruch zu ihren früheren 

Aussagen führte sie sodann aus, sie habe nichts mit ihrem T-Shirt gemacht, son-

dern mit einem Finger an ihr Knie gezeigt und der Beschuldigten 2 gesagt, das sei 

echt (Prot. II S. 21). 

Die Beschuldigte 1 belastet sich auch selber, indem sie zugibt, den Mitbeschuldig-

ten Verletzungen zugefügt zu haben. 

Insgesamt ist festzuhalten, dass das von der Beschuldigten 1 geschilderte Kern-

geschehen weitgehend gleichlautend wiedergegeben wurde. Ihre Aussagen ent-

halten jedoch diverse Widersprüche. Auffallend ist zudem, dass die Beschuldig-

te 1 mit jeder Einvernahme immer mehr neue Details schildert. Eigentlich würde 

man erwarten, dass die Erinnerung mit jeder Einvernahme abnimmt, da der zeitli-

che Abstand zum Vorfall immer grösser wird. Trotzdem kann mit der entspre-

chenden Vorsicht auf ihre Aussagen abgestellt werden. 

4. Aussagen der Beschuldigten 2 

Die Aussagen der Beschuldigten 2 sind gleichlautend, differenziert und lebens-

nah. Widersprüche finden sich darin, dass sie ausführte, die Beschuldigte 1 habe 

ihr T-Shirt oder Pullover nach unten gezogen (Urk. 5/1 S. 5, Prot. II S. 25 und 

S. 27). In der Konfrontationseinvernahme spricht sie davon, die Beschuldigte 1 

habe ihr T-Shirt raufgezogen (Urk. 7/3 S. 8). Bei der Polizei führte die Beschuldig-

te 2 aus, sie habe die Beschuldigte 1 mit beiden Händen an den Oberarmen ge-

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packt (Urk. 5/2 S. 2). In den späteren Einvernahmen will sie die Beschuldigte 1 

nur noch gehalten bzw. genommen haben (Urk. 7/2 S. 5; Urk. 7/3 S. 8; Urk. 33 

S. 9, Prot. II S. 24). Damit will sie wohl ihre eigene Rolle bzw. ihr Verhalten ab-

schwächen. Zunächst führt die Beschuldigte 2 aus, die Beschuldigte 3 habe einen 

Kick in den Oberschenkel erhalten, bevor es zum Gerangel mit dem Griff an das 

T-Shirt der Beschuldigten 3 gekommen sei (Urk. 5/2 S. 2). Anlässlich der vor-

instanzlichen Hauptverhandlung soll dieser Kick während dem Gerangel mit dem 

Griff an das T-Shirt erfolgt sein (Urk. 33 S. 14). Während die Beschuldigte 2 zu-

nächst aussagte, die Beschuldigte 1 habe der Beschuldigten 3 an das T-Shirt ge-

griffen, dieses zu fassen bekommen und daran gezogen (Urk. 5/2 S. 2), führte sie 

erst in den späteren Einvernahmen aus, dass das T-Shirt zerrissen wurde 

(Urk. 7/2 S. 5; Urk. 33 S. 10 und 14, Prot. II S. 26). Bei der Polizei führte die Be-

schuldigte 2 aus, die Beschuldigte 1 sei zur Beschuldigten 3 gegangen. Die bei-

den hätten sich gegenseitig an den Oberarmen gehalten. Sie, die Beschuldigte 2, 

habe die Beschuldigte 3 aufgefordert, die Beschuldigte 1 loszulassen und habe 

die beiden auseinandergezogen (Urk. 5/2 S. 2). Vor Vorinstanz sagte sie dann 

aus, die Beschuldigte 1 habe Anlauf genommen und sei in Richtung Beschuldig-

te 3 gerannt und habe diese an den Oberarmen gepackt. Die Beschuldigte 3 habe 

die Beschuldigte 1 nicht gehalten (Urk. 33 S. 11). Mit dieser Aussage schwächt 

sie einerseits das Verhalten der Beschuldigten 3 ab und steigert gleichzeitig jenes 

der Beschuldigten 1. Erstmals vor Vorinstanz brachte die Beschuldigte 2 vor, die 

Beschuldigte 3 habe die Beschuldigte 1 an den Schultern gepackt und vom Vor-

platz weggezogen (Urk. 33 S. 12). 

Die Beschuldigte 2 belastet die Beschuldigte 1 nicht übermässig. So machte sie 

deutlich, die Beschuldigte 1 habe sie weggestossen, jedoch nicht geschlagen, 

und betonte, dass diese nicht mit den Fäusten gegen ihre Brust getrommelt habe, 

sondern ihr mit den flachen Händen gegen die Brüste gestossen habe (Urk. 33 

S. 7). Die Beschuldigte 2 räumte auch ein, wenn sie sich an bestimmte Details 

nicht mehr erinnern konnte (Urk. 7/2 S. 4, Prot. II S. 26 f.). Zudem belastet sich 

die Beschuldigte 2 selbst, indem sie zugibt, die Beschuldigte 1 an den Oberarmen 

angefasst zu haben (Urk. 5/2 S. 2 und 5; Urk. 33 S. 9, Prot. II S. 24). 

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Die Aussagen der Beschuldigten 2 enthalten viele Details, vor allem in den poli-

zeilichen Einvernahmen. So führte die Beschuldigte 2 beispielsweise aus, sie ha-

be vor dem öffnen der Haustüre ihren Hund, einen Labrador, am Halsband ge-

fasst (Urk. 5/1 S. 4). Als die Beschuldigte 1 die Beschuldigte 3 bemerkt habe, sei 

sie seitlich zu ihr hingehüpft (Urk. 5/1 S. 4). Die Beschuldigte 1 habe sie mit bei-

den Händen an den Oberarmen/Schultern gepackt und sie gegen den Briefkas-

tenständer gestossen, welcher sich unmittelbar links neben ihrer Haustüre bzw. 

der dortigen Treppe befinde (Urk. 5/1 S. 5). Dort sei sie gegen die Ecke des Kas-

tens geprallt (Urk. 5/2 S. 2). Ungefähr zu dieser Zeit habe die Beschuldigte 1 zur 

Beschuldigten 3 gesagt, sie solle sich einen "Schuss" setzen. Sie, die Beschuldig-

te 2, habe verstanden, dass damit Drogen gemeint seien (Urk. 5/2 S. 2). 

Insgesamt erscheinen die Aussagen der Beschuldigten 2 für sich alleine betrach-

tet mit Vorsicht als glaubhaft. Sie enthalten viele Realitätskriterien. Es ist jedoch 

die Tendenz auszumachen, im Verlaufe ihrer diversen Einvernahmen den Tatbei-

trag von ihr und der Beschuldigten 3 zu beschönigen und jenen der Beschuldig-

ten 1 zu erschweren. Die Tatsache, dass allenfalls einige Aussagen unglaubhaft 

sind, bedeutet in der Tat nicht, dass ihre gesamten Aussagen unglaubhaft sind. 

Auf die Aussagen der Beschuldigten 2 kann mit der entsprechenden Vorsicht ab-

gestellt werden, wobei hauptsächlich auf ihre tatnächsten Einvernahmen bei der 

Polizei abzustellen ist. 

5. Aussagen der Beschuldigten 3 

Die Aussagen der Beschuldigten 3 erscheinen in sich stimmig, detailliert und le-

bensnah. Ihre Aussagen erfolgten weitgehend gleichlautend, enthalten jedoch 

auch Widersprüche. So führt die Beschuldigte 3 zunächst aus, sie habe die Be-

schuldigte 1 an den Schultern gepackt und weggezogen (Urk. 6 S. 5). Später will 

die Beschuldigte 3 die Beschuldigte 1, um diese zu beruhigen, an der Schulter be-

rührt haben, worauf diese sie mehrmals mit den Füssen in die Beine und in die 

Oberschenkel getreten habe (Urk. 7/1 S. 3). Anlässlich der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung und der Berufungsverhandlung macht die Beschuldigte 3 dann 

geltend, die Beschuldigte 1 habe sie irgendwann festgehalten und sie habe sie 

dann auch gehalten, aber mehr um das Gleichgewicht nicht zu verlieren (Urk. 34 

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S. 9, Prot. II S. 28). Neben den Widersprüchen schwächt die Beschuldigte 3 damit 

auch ihren Tatbeitrag ab. Zunächst führte die Beschuldigte 3 aus, die Beschuldig-

te 1 habe mit den Händen auf die Brust der Beschuldigten 2 getrommelt (Urk. 6 

S. 5). In einer späteren Einvernahme soll dann die Beschuldigte 1 mehrmals mit 

den Fäusten auf die Beschuldigte 2 eingeschlagen haben (Urk. 7/1 S. 3) und wie-

derum später macht die Beschuldigte 3 geltend, die Beschuldigte 1 habe die Be-

schuldigte 2 mehrfach mit den flachen Händen gegen die Brust gestossen 

(Urk. 34 S. 7). Anlässlich der Konfrontationseinvernahme aller drei Beschuldigten 

vom 6. Juli 2016 machte die Beschuldigte 3 erstmals geltend, nachdem sie ge-

kickt und ihr T