# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 31e6766b-8da7-5242-90a9-de8d5a69fc30
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.01.2012 E-88/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-88-2012_2012-01-24.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­88/2012

U r t e i l   v om   2 4 .   J a nua r   2 0 1 2    

Besetzung Einzelrichter Walter Stöckli,
mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn, 
Gerichtsschreiber Thomas Hardegger.

Parteien A._______, geboren am (…), seine Ehefrau B._______, 
geboren am (…), und die Tochter C._______, geboren am 
(…),
Kosovo, 
vertreten durch (…),
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz

Gegenstand Wegweisungsvollzug (Beschwerde gegen 
Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des BFM vom 8. 
Dezember 2011
N (…).

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Sachverhalt:

A.  
A.a.  Mit  Verfügung  vom  11.  Juni  2009  stellte  das  BFM  fest,  die 
Beschwerdeführenden  erfüllten  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  lehnte 
die Asylgesuche vom 24. Februar 2009 ab, verfügte die Wegweisung der 
Beschwerdeführenden aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. 

Das BFM bezeichnete in seiner Verfügung den Vollzug der Wegweisung 
der  aus  D._______  stammenden  Beschwerdeführenden  in  den  Kosovo 
als unzulässig. Sie hätten jedoch eine zumutbare Aufenthaltsalternative in 
Serbien, weshalb der Wegweisungsvollzug dorthin zu erfolgen habe. Der 
Kanton E._______ wurde mit dem Vollzug beauftragt.

A.b. Eine gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde vom 9. Juli 2009 
wurde mit  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  24.  Februar  2011 
(…) abgewiesen. 

Die Beschwerdeinstanz hielt den Vollzug der Wegweisung nach Serbien 
für zulässig, zumutbar und möglich. Insbesondere wurde festgestellt, die 
Beschwerdeführenden  seien  jung,  gehörten  der  serbisch­orthodoxen 
Religion an, sprächen die serbische Sprache und könnten sich in sozialer 
Hinsicht  in  der  serbischen  Bevölkerung  integrieren.  Auch  in  beruflicher, 
familiärer und gesundheitlicher Hinsicht  seien keine erheblichen Gründe 
gegen eine Rückführung nach Serbien erkennbar. Zudem könnten sie im 
Bedarfsfall  allenfalls  auf  die Unterstützung  eines  in Serbien wohnenden 
Onkels  zählen.  Schliesslich  könne  Rückkehrhilfe  beantragt  werden. 
Blosse soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten, von denen weite Teile 
der  ansässigen  Bevölkerung  betroffen  seien,  genügten  nicht,  um  ein 
erhebliches Wegweisungshindernis darzutun.

A.c. Das BFM  setze  den  Beschwerdeführenden  am  1. März  2011  eine 
neue Ausreisefrist bis zum 28. März 2011 an.

A.d.  Mit  Schreiben  vom  24.  August  2011  reichten  die 
Beschwerdeführenden  beim  BFM  ein  Gesuch  um  Erstreckung  der 
Ausreisefrist ein. Dem Gesuch legten sie zwei ärztliche Berichte vom 14. 
Juli  2011  und  26.  Juli  2011  bei.  Dem  ersten Attest  war  zu  entnehmen, 
dass  die  Niederkunft  des  Beschwerdeführers  auf  den  (…)  errechnet 
worden  ist.  Dem  zweiten  Bericht  war  der  gesundheitliche  Zustand  der 
Beschwerdeführerin  und  die  aus  ärztlicher  Sicht  notwendigen 
Behandlungen, Prognosen und Empfehlungen zu entnehmen.

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A.e.  Mit  Schreiben  vom  25.  August  2008  teilte  das  BFM  den 
Beschwerdeführenden mit,  eine Verlängerung der Ausreisefrist  sei  nicht 
möglich, weil die angesetzte Frist vom 28. März 2011 abgelaufen sei. Mit 
den  Vollzug  der  Wegweisung  sei  die  Fremdenpolizei  des  Kantons 
E._______ beauftragt. 

B.  
Am  24.  November  2011  (Postaufgabe)  reichten  die 
Beschwerdeführenden  per  Telefax  und  per  Post  ein 
Wiedererwägungsgesuch  beim  BFM  ein.  Darin  wurde  beantragt,  die 
Verfügung  des  BFM  vom  11.  Juni  2009  sei  im 
Wegweisungsvollzugspunkt  aufzuheben.  Die  Beschwerdeführenden 
seien  wegen  unzumutbaren  Wegweisungsvollzugs  vorläufig 
aufzunehmen.  Weiter  wurde  um  Anordnung  vollzugshindernder 
Massnahmen ersucht.

Im Wesentlichen machten  sie  eine massgeblich  veränderte Situation  im 
Heimatland  geltend.  So  sei  die  Situation  im  Sommer  2011  zwischen 
Serbien  und  Kosovo  eskaliert.  Laut  Medienberichten  hätten  sich 
gewalttätige Zwischenfälle mit Toten im Norden Kosovos ereignet. Zudem 
seien Albaner und Angehörige der Roma von Serben überfallen worden. 
In  Serbien  würden  die  Beschwerdeführenden  als  serbische  Kosovaren 
wahrgenommen,  und  sie  hätten  deshalb  Benachteiligungen  und 
Diskriminierungen  zu  erwarten.  Sie  könnten  sich  dort  in  einem  solchen 
Umfeld  nicht  integrieren.  Es  sei  namentlich  auch  ihren  individuellen 
Verfolgungsgründen  Rechnung  zu  tragen.  Weiter  sei  die 
Beschwerdeführerin  hochschwanger,  weshalb  der  Vollzug  der 
Wegweisung zur Zeit unmöglich sei. Zusammen mit dem Gesuch wurden 
zwei Vollmachten vom 1. November 2011, ein ärztliches Zeugnis vom 27. 
Oktober 2011 und Kopien von Passauszügen der Beschwerdeführenden 
eingereicht. 

C.  
Mit  Verfügung  vom  8.  Dezember  2011  –  eröffnet  am  folgenden  Tag – 
lehnte  das  BFM  das  Wiedererwägungsgesuch  ab,  wies  auf  die 
Rechtskraft  und Vollstreckbarkeit  der Verfügung vom 11.  Juni 2009 hin, 
erhob  eine Gebühr  von  Fr.  600.–  und  stellte  fest,  dass  einer  allfälligen 
Beschwerde keine aufschiebende Wirkung zukomme.

Das BFM begründete  den  abweisenden Entscheid  im Wesentlichen mit 
dem Umstand, dass keine erheblichen Wiedererwägungsgründe geltend 

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gemacht worden seien. Der rechtserhebliche Sachverhalt habe sich nach 
dem  letzten  rechtskräftigen  Entscheid  nicht  in  einer 
entscheidwesentlichen  Art  und  Weise  verändert  und  es  lägen  keine 
neuen  erheblichen  Beweismittel  oder  Tatsachen  vor,  die  zu  einer 
Änderung der angefochtenen Verfügung ausreichen würden. Auch unter 
Berücksichtigung  der  gesundheitlichen  Aspekte  erscheine  der 
Wegweisungsvollzug  nach  wie  vor  durchführbar.  So  habe  die  mit  dem 
Vollzug beauftragte Behörde – der errechnete Niederkunftstermin sei der 
(…)  und  bis  anhin  deute  nichts  auf  ausserordentliche  gesundheitliche 
Probleme hin – den gesundheitlichen Umständen angemessen Rechnung 
zu  tragen.  Die  Eingabe  vom  24.  November  2011  enthalte  damit  keine 
wesentlichen neuen Informationen, die das Amt veranlassen würden, die 
im  Rahmen  eines  ordentlichen  Verfahrens  vorgenommene  Würdigung 
der  Aktenlage  nochmals  zu  überdenken.  Es  lägen  damit  keine  Gründe 
vor, die die Rechtskraft der seinerzeitigen Verfügung beseitigen könnten.

D.  
Mit Eingabe vom 8. Januar 2012 erhoben die Beschwerdeführenden beim 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  und  beantragten  die  Aufhebung 
der  Verfügung  des  BFM  vom  8.  Dezember  2011,  die Wiedererwägung 
(Neubeurteilung) der Verfügung des BFM vom 11. Juni 2011 sowie  ihre 
vorläufige  Aufnahme,  wobei  neben  der  Unzumutbarkeit  neu  auch  die 
Unzulässigkeit  des  Wegweisungsvollzugs  geltend  gemacht  wird.  In 
formeller  Hinsicht  ersuchten  sie  um  Wiederherstellung  der 
aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde,  Anordnung  vorsorglicher 
(vollzugshindernder)  Massnahmen  und  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Prozessführung,  einschliesslich  Verzicht  auf  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses. 

Die  Beschwerdeführenden  reichten  eine  Kopie  der  angefochtenen 
Verfügung  vom  8.  Dezember  2011  ein.  Sie  verwiesen  in  ihrer  Eingabe 
insbesondere  auf  einen  im  Internet  abrufbaren  Bericht  vom  7.  Januar 
2012.

E.  
Mit  Schreiben  vom  12.  Januar  2012  bestätigte  das 
Bundesverwaltungsgericht gegenüber der Vollzugsbehörde den Eingang 
einer Beschwerde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

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1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls  in 
der Regel  –  so  auch  vorliegend  –  endgültig  (Art. 105  des Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht  richtet sich nach 
dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht;  die 
Beschwerdeführenden  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen,  sind  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt,  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  und  sind  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde  legitimiert  (Art. 108  AsylG  sowie  Art.  105  AsylG  i.V.m. 
Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde 
ist einzutreten.

1.4. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

1.5.  Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in 
einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters 
beziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art.  111  Bst.  e 
AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine 
solche,  weshalb  das  Urteil  nur  summarisch  begründet  wird  (Art.  111a 
Abs. 2 AsylG). 

1.6.  Gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet.

2.  

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Auf das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der 
Beschwerde ist mangels Anfechtungsgegenstand nicht einzutreten, da das 
BFM der Beschwerde die aufschiebende Wirkung gar nicht entzogen hat.

Auf  das auf Art.  56 VwVG abgestützte,  richtigerweise aber auf Art.  112 
AsylG basierende Gesuch um Aussetzung des Wegweisungsvollzugs  ist 
ebenfalls  nicht  einzutreten,  da  den  Erwägungen  der  angefochtenen 
Verfügung  zu  entnehmen  ist,  dass  die  Vollzugsbehörden  der 
Schwangerschaft  der  Beschwerdeführerin  beziehungsweise  der  Geburt 
und dem dem Gesundheitszustand von Mutter und Kind Rechnung tragen 
werden, womit sich im Beschwerdeverfahren keine Notwendigkeit für eine 
Vollzugsaussetzung ergab und eine solche mit dem heutigen Entscheid in 
der Hauptsache ohnehin gegenstandslos wird.

3. 
3.1.    Nach  ständiger  Praxis  ist  auf  ein  Wiedererwägungsgesuch 
einzutreten,  wenn  sich  der  rechtserhebliche  Sachverhalt  seit  dem 
ursprünglichen  Entscheid  beziehungsweise  seit  dem  Urteil  der  mit 
Beschwerde  angerufenen  Rechtsmittelinstanz  in  wesentlicher  Weise 
verändert  hat  und  mithin  die  ursprüngliche  (fehlerfreie)  Verfügung  an 
nachträglich eingetretene Veränderungen der Sachlage anzupassen ist. 

3.2.  Nachdem  im  Wiedererwägungsgesuch  nur  die  Frage  des 
Wegweisungsvollzugs  thematisiert  wurde,  bildet  Gegenstand  des 
Beschwerdeverfahrens  einzig  die  Frage,  ob  sich  seit  dem  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  vom  24.  Februar  2011  die  rechtserhebliche 
Sachlage so erheblich verändert hat, dass die ursprüngliche (fehlerfreie) 
Verfügung im Vollzugspunkt an nachträglich eingetretene Veränderungen 
der  Sachlage  anzupassen  ist,  respektive  ob  das  BFM  zu  Recht  den 
Wegweisungsvollzug  als  durchführbar  erkannt  und  das 
Wiedererwägungsgesuch abgewiesen hat. Da sich dieses zudem auf die 
Geltendmachung  der  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs 
beschränkt  hat  und  dementsprechend  die  angefochtene Verfügung  sich 
nur  auf  diese  Frage  bezieht,  ist  auf  die  Beschwerde  insoweit  wegen 
unzulässiger  Ausweitung  des  Anfechtungsobjekts  nicht  einzutreten,  als 
die Feststellung der Unzulässigkeit  des Wegweisungsvollzugs beantragt 
wird. 

4. 
4.1.    In  der  Beschwerde  wird  gerügt,  das  BFM  habe  nach  der 
rechtskräftigen Ablehnung des Asylgesuchs der neuen Situation, welche 
"in  einem  Ausmass  eskaliert  (sei),  dass  sich  in  Realität  eine  neue 

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Dimension  des  Konflikts  ergeben"  habe,  nicht  Rechnung  getragen.  Die 
Kosovo­Serben  fühlten  sich  sowohl  von  kosovarischen  als  auch 
serbischen  Behörden  zunehmend  diskriminiert,  benachteiligt,  abgelehnt 
und im Stich gelassen. Der serbische Präsident Tadic habe erklärt, keine 
Abschaffung  serbischer  Institutionen  in  Nordkosovo  zu  dulden.  Die 
Teilnahme von Vertretern Kosovos auf internationalen Konferenzen habe 
er zurückgewiesen. Weiter habe er verlauten lassen, Kosovo unter keinen 
Umständen  als  unabhängigen  Staat  anzuerkennen,  weshalb  er 
Durchhalteparolen für seine Landsleute in Kosovo herausgegeben habe. 
Die EU­Staats­ und Regierungschefs wollten ihre Entscheidung dazu erst 
im  März  2012  treffen.  Aus  diesen  Gründen  würde  die 
Beschwerdeführenden  ein  zunehmend  schweres,  wenn  nicht 
unmögliches  Leben  in  Serbien  erwarten.  Bei  einer  allfälligen  Rückkehr 
nach Serbien würden sie somit sinngemäss gegen serbische  Interessen 
verstossen.  Sie  würden  dort  als  Verräter  angesehen  und  deshalb  wohl 
angehalten,  nach  Kosovo  zurückzukehren.  Die  bald  vierköpfige  Familie 
werde bei dieser Sachlage keine Existenzgrundlage  in Serbien schaffen 
können.  Sie  wäre  stets  Anfeindungen,  Ablehnung  und  Diskriminierung 
ausgesetzt.

4.2. Zur Behauptung einer nicht ausreichenden Prüfung der Situation  in 
Serbien  beziehungsweise  im  Verhältnis  dieses  Staates  zu  Kosovo  und 
zur  Geltendmachung  eines  neu  eskalierenden  Konfrontationskurses 
zwischen  diesen  Staaten  ist  anzumerken  –  und  dies  im Gegensatz  zur 
Auffassung  in  der  Beschwerde  –,  dass  die  seit  Abschluss  des 
ordentlichen  Verfahrens  eingetretenen  und  geltend  gemachten 
Entwicklungen  für  alle  Beobachter,  inklusive  die  schweizerischen 
Asylbehörden,  keine  Überraschung  darstellen.  Die  dargelegten 
Positionen  gewisser  serbischer  und  kosovarischer  Kreise  sind  seit 
langem  bekannt  und  das  Faktum,  dass  immer  wieder  akute  Konflikte 
aufflammen  (um  dann  auch  wieder  einzuschlafen),  ist  nicht  unerwartet 
aufgetreten.  Solche  Rückschläge  auf  dem  langen  Weg  zur  beidseitig 
akzeptierten  Zwei­Staaten­Lösung  sind  somit  unter  dem  Gesichtspunkt 
eines  Wiedererwägungsverfahrens  als  nicht  erheblich  einzustufen.  Sie 
vermögen  insbesondere  die  Feststellung,  dass  Serbien  –  auch  für 
kosovarische Serben – ein sicherer Staat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. 
a AsylG ist, und eine Rückkehr dorthin in aller Regel zumutbar ist (vgl. E. 
7.2 und 7.3 des Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts  vom 24. Februar 
2011; E­4463­2009), nicht zu relativieren. 

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Auch  die  gesundheitliche  Situation,  namentlich  die  auf  den  (…) 
errechnete  Niederkunft  der  Beschwerdeführerin,  ist  in 
wiedererwägungsrechtlicher  Hinsicht  unerheblich,  zumal  es  dem  BFM 
und  den  mit  dem  Vollzug  betrauten  Behörden  obliegt,  der 
gesundheitlichen  Situation  der  Beschwerdeführenden  bei  der 
Ausgestaltung  der  konkreten  Vollzugsmodalitäten  angemessen 
Rechnung  zu  tragen. Weiter  sind  auch  die  übrigen  relevanten  Aspekte 
durch die ordentliche Beschwerdeinstanz hinlänglich geprüft und beurteilt 
worden:  Im  ordentlichen  Beschwerdeverfahren  wurde  den  ethnischen, 
beruflichen,  finanziellen  und  familiären  Aspekten  in  der  Motivation  des 
Urteils  ein  hoher  Stellenwert  eingeräumt.  Es  kann  somit  auf  die 
entsprechenden Erwägungen verwiesen werden.

Die  übrigen  Hinweise  der  Beschwerdeführenden  sind  in 
wiedererwägungsrechtlicher  Hinsicht  nicht  erheblich,  weil  sie  letztlich 
blosse Kritik an der Einschätzung der Beschwerdeinstanz im ordentlichen 
Verfahren  üben  und  nicht  stichhaltig  konkrete,  neue  und  erhebliche 
Sachlagen  in  Bezug  auf  die  Beschwerdeführenden  aufzuzeigen 
vermögen. 

Zusammenfassend ist damit festzustellen, dass sich der rechtserhebliche 
Sachverhalt  seit  dem  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  24. 
Februar  2011  nicht  in  wiedererwägungsweise  erheblicher  Weise 
verändert hat. Es liegen keine Gründe vor, die zu einer Wiedererwägung 
der  Verfügung  vom  11.  Juni  2009  bezüglich  der  festgestellten 
Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs führen könnten.

5. 
Mit dem Urteil  in  vorliegender Angelegenheit  ist der Antrag auf Verzicht 
eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden.

6. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist abzuweisen.

7. 
7.1. Gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG wird  eine  Partei,  die  nicht  über  die 
erforderlichen  Mittel  verfügt,  auf  Antrag  hin  von  der  Bezahlung  der 
Verfahrenskosten  befreit,  wenn  ihr  Begehren  im  Zeitpunkt  der 
Gesuchseinreichung nicht aussichtslos erscheint. 

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7.2. Die  Beschwerdebegehren  waren  im  Zeitpunkt  der  Einreichung  der 
Beschwerde  aussichtslos.  Die  Voraussetzungen  zur  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  sind 
unabhängig  vom  fehlenden  Nachweis  einer  prozessualen  Bedürftigkeit 
folglich nicht erfüllt. Das Gesuch ist daher abzuweisen. 

7.3.    Die  Kosten  sind  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  (Art. 63 
Abs. 1  VwVG)  und  auf  insgesamt  Fr. 1'200.–  festzusetzen  (Art. 1  bis  3 
des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die  Beschwerde  wird  abgewiesen,  soweit  darauf  eingetreten  wird  und 
soweit sie nicht gegenstandslos geworden ist.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  wird 
abgewiesen.

3. 
Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.– werden den Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Stöckli Thomas Hardegger