# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 40d697d6-3c1d-5aa3-bfef-c7120d7dd7a9
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-02
**Language:** de
**Title:** Einkommensvergleich, kein Rentenanspruch ausgewiesen.
**Docket/Reference:** IV.2014.00559
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00559.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00559
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Ersatzrichterin Romero-Käser
Gerichtsschreiber Brugger
Urteil
vom
2. Februar 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Dominique
Chopard
Werdstrasse
36, 8004 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1960, war als Geschäftsführer für die
Y.___
GmbH tätig und über diese bei der Schweizerischen Unfall
versicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Berufs- und
Nichtberufsun
fällen
versichert, als er am 1
2.
Dezember 2011 verunfallte (
Urk.
6/16/116
Ziff.
1-6).
Der Versicherte meldete sich am 1
2.
Dezember 2012 bei der Invalidenversiche
rung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/7).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und zog Akten der SUVA (
Urk.
6
/16,
Urk.
6
/24) bei.
Mit Verfügung vom 1
1.
Juli 2013 sprach die SUVA
dem Versicherten eine In
validenrente
bei einem Invaliditätsgrad
von 23
%
und eine
Integritätsentschädi
gung
in Höhe
von
Fr.
9‘450.-- zu (
Urk.
6
/24). Eine dagegen erhobene Einspra
che
wies die SUVA mit Entscheid vom 1
3.
Februar 2014 ab (
Urk.
6
/35).
1.2
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6
/26-36) verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom
3.
April 2014 einen Rentenanspruch (
Urk.
6
/37 =
Urk.
2).
1.3
Der Versicherte
erhob
gegen den
Einspracheentscheid
der SUVA vom 1
3.
Februar 2014 am 1
9.
März 2014 Beschwerde beim hiesigen Gericht (Prozess Nr. UV.2014.00070)
. Am 2
3.
Dezember 201
4 zog er die Beschwerde zurück (
vgl.
Urk.
8
Ziff.
1.2).
2.
Gegen die Verfügung der IV-Stelle vom
3.
April 2014 (
Urk.
2) erhob der Versi
cherte am 2
6.
Mai 2014
ebenfalls
Beschwerde (
Urk.
1) mit dem Rechtsbegehren, diese sei aufzuheben und es sei die IV-Stelle zu verpflichten, ihm eine Invali
den
rente auszurichten (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
4.
Juli 2014 (
Urk.
5) die
Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 1
5.
Septem
ber
2014 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleic
h
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander ge
gen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
wies
in der angefochtenen Verfügung vom
3.
April 2014 einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 23
%
aus, wobei sie
auf den Einkommensvergleich der SUVA abstellte
(
Urk.
2 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer machte geltend, gemäss kreisärztlicher Beurteilung der SUVA sei er in der angestammten Tätigkeit im eigenen Betrieb lediglich zu 50 % arbeitsfähig. Dies indiziere grundsätzlich einen Invaliditätsgrad von 50
%
. Es sei ihm nicht zuzumuten, den selbst aufgebauten und gut eingeführten Be
trieb aufzugeben. Die Beschwerdegegnerin habe sich hierzu nicht geäussert (
Urk.
1 S. 4
Ziff.
3).
Wolle man ihm fälschlicherweise zumuten, den eigenen Betrieb zu liquidieren,
so müsse bei der Bemessung des Invalidenein
kommens ein Leidensabzug von 25
% zur Anwendung gelangen, denn die Einschränkungen seien auch in einer angepassten Tätigkeit erheblich (
Urk.
1 S. 4 f.
Ziff.
4).
Das von der
Beschwerde
gegnerin
zugemutete Invalideneinkommen von
Fr.
59‘341.60 sei nicht nachge
wie
sen. Unter Berücksichtigung der LSE sowie eines Leidensabzuges von 25
%
betrage das Invalideneinkommen höchstens
Fr.
45‘000.--. Das
von der
Be
schwer
degegnerin
festgesetzte
Valideneinkommen
sei sodann zu tief (
Urk.
1 S. 5
Ziff.
5).
2.3
Streitig
und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invali
denrente hat.
3.
3.1
Der Beschwer
deführer
erlitt beim
Unfall vom 1
2.
Dezember 2011
eine
Rota
toren
manschetten-Massenruptur
an der lin
ken Schulter (
Urk.
6/16/10,
Urk.
6/16/116
Ziff.
4-6 und 9).
3.2
Die Ärzte der
Klinik Z.___
hielten
im Austrittsbericht vom 1
0.
Dez
e
mber 2012 (
Urk.
6/16/10-15) fest
, gut ein Jahr nach dem Unfall und elf
Monate
nach der letzten operativen Versorgung bestünden aktuell belastu
ngs- beziehungs
weise bewegungs
abhängige Schmerzen in der linken Schulter. In Ruhe seien die
Schmerzen stark
regredient
. Ebenso bestehe eine deutliche
Bewegungsein
sch
rän
kung
im Schultergelenk links. Neurologisch hätten sich keine Defizite ge
zeigt (S. 2 unten).
Die berufliche Tätigkeit als Leiter einer Reinigungsfirma sei nicht
mehr
vollum
fänglich zumutbar. Für eine solche mittelschwere, schulterbelastende Arbeit sei von ärztlicher Seite ab dem 3
0.
November 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
bei ganztägiger Arbeitszeit attestiert.
In einer
angepasste
n
Arbeit sei
der
Beschwerdeführer
jedoch ganztags voll einsetzbar
. Folgende spezielle Ein
schrän
kungen sei
en
zu beachten:
o
hne repetitiven Einsatz des linken Armes, ohne An
forderungen an
ein rasches Arbeitstempo mit dem
linken Arm, keine Tätigkeiten
links über Schulterhöhe oder mit nach vorne angehobenem Arm, ohne Hantie
ren
von Gewichten körperfern
; wegen eingeschränkter
Haltefunk
tion
keine Arbeit an sturzexponierten Stellen. Falls die Tätigkeit in
der
Reini
gungsfirma
nicht an
gepasst werden könne, solle
der Beschwerdeführer
sich um eine seinen Ein
schrän
kungen angepasste Stelle auf dem allgemeinen Arbeits
markt bemühen (S.
2
)
.
3.3
Der behandelnde Arzt,
Dr.
med.
A.___
, Facharzt für Orthopädische Chi
rur
gie
und Traumatologie des Bewegungsapparates
, stellte in einem Bericht vom
5.
März 2013 (
Urk.
6/17/5-7) die Diagnose:
Rotatorenmaschetten
-Insuffizi
enz/
Schulterfunktionsstörung links bei Status nach MR-Naht a
m 3
0.
Januar 2012
(
Ziff.
1.1).
Am 3
0.
Januar 2012 s
ei eine
Rotatorenmanschettennaht
mit Augmen
tation durch ein Graft-
Jacket
vorgenommen worden.
Die
Rehabilitati
onsphase
habe
sich in der Folge
v
e
rzögert wegen Schmerzen und verminderter Kraft bei passiv guter Beweglichkeit (
Ziff.
1.4).
Als Inhaber einer Reinigungsfirma bestehe seit dem
6.
Dezember 2012 bis zum
5.
März 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 70
%
. In einer Tätigkeit ohne
Über
kopfarbeiten
wäre ab sofort mindestens eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
möglich (
Ziff.
1.6-1.7).
3.4
Dr.
med.
B.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
to
logie
des Bewegungsapparates
,
Regionalärztlicher Dienst der
Beschwerdegeg
ne
rin
(RAD),
führte
in einer
Stellungnahme vom
7.
August 2013 (
Urk.
6/25 S. 4)
aus, beim Beschwerdeführer sei ein somatischer Gesundheitsschaden ausgewie
sen
einschliesslich der sich
daraus
ergebenden Einschränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit. Der Gesundheitsschaden sei jetzt stabil. Die sich ergebende Ar
beitsunfähigkeit sei mit der SUVA zu koordinieren.
Für die bisherige Tätigkeit habe vom 1
2.
Dezember 2011 bis 3
0.
April 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
und vom
1.
Mai bis 2
9.
November 2012 eine Ar
beitsunfähigkeit von 70
%
bestanden. Ab dem 3
0.
November
2012
bestehe bis auf
Weiteres
eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
. Für eine angepasste Tätigkeit bestehe ab
dem
3
0.
November 2012 eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
bei fol
gen
dem Belastungsprofil: leichte und mittelschwere Arbeit ohne repetitiven Einsatz
des linken Armes, ohne Anforderungen an ein rasches Arbeitstempo mit dem
linken Arm, ohne Tätigkeiten li
nks über Kopf oder nach vorn an
gehobe
nem Arm
,
ohne Hantieren mit Gewichten körperfern, ohne Arbeit an
sturzexpo
nierten
Stellen.
4.
4.1
Die Ärzte der
Klinik Z.___
sahen für die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit
als Leiter eines Reinigungsunternehmens
lediglich
eine
eingeschränkte
Arbeitsfä
higkeit von 50
%
.
Hingegen
kann dem Beschwerdeführer
gestützt auf den Be
richt derselben Ärzte
in einer angepassten Tätigkeit unter Berücks
ichtigung des
erwähnten
Belastungsprofils
ein
Arbeits
p
e
nsum
von 100
%
zugemutet werden. Die
se
medizinische
Einschätz
ung der Ar
b
eitsfähigkeit ist unbestritten geblieben.
4.2
Wohl besteht
gemäss
BGE 133 V 549 für die Invalidenversicherung keine Bin
dungswirkung an die Invaliditätsschätzung der Unfallversicherung im Sinne von
BGE 126 V 288, wie auch im umgekehrten Sinn keine Bindung der Unfall
ver
si
cherung besteht. Das Bundesgericht verweist in seiner Rechtsprechung nament
lich auf den Umstand, dass die Voraussetzun
gen für eine Rente in diese
n
Sozia
l
versicherungszweigen trotz des grundsätzlich gleichen Invaliditätsbegriffs ver
schie
den sind (BGE 133 V 549 E. 6.2). Das Bun
desgericht schliesst in BGE 133 V 549
E.
6.4 jedoch nicht aus, dass die IV-Stel
len oder im Beschwerdefall die kantonalen Gerichte die
Unfallversicherungsak
ten
beiziehen und unter anderem gestützt darauf den Invaliditätsgrad für den Bereich der Invalidenversicherung bestimmen können (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_206/2007 vom 2
7.
März 2008, E. 3.3
.1
).
4.3
Bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was eine versi
cher
te Person im massgebenden Zeitpunkt aufgrund ihrer beruflichen Fähigkei
ten und ihrer persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit ohne Gesundheitsschaden tatsächlich verdient hätte. Die
Ein
kommensermittlung
hat so konkret wie möglich zu erfolgen.
Da nach
empi
ri
scher Feststellung in der Regel ohne gesundheitliche Beeinträchtigung die bis
herige Tätigkeit weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Be
stimmung des
Valideneinkommens
grundsätzlich der letzte vor Eintritt der
Ge
sundheitsschädigung
erzielte, nötigenfalls der statistisch ausgewiesenen
Ein
kom
mensentwicklung
angepasste Verdienst (BGE 134 V
322 E. 4.1, 129 V 222 E. 4.3.1). Angesichts der in
Art.
25
Abs.
1 der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) vorgesehenen Gleichstellung der
invalidenversicherungs
recht
lich
massgebenden hypothetischen Vergleichseinkommen mit den AHV-recht
lich beitragspflichtigen Erwerbseinkommen kann das
Valideneinkommen
von
Selbständigerwerbenden
zumeist auf Grund der Einträge im
i
ndividuellen Konto
bestimmt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_576/2008 vom 1
0.
Februar 2009,
E. 6.2).
Gemäss
Arbeitgeberbericht
vom 2
8.
März 2013
ist der Beschwerdeführer
seit dem
1
6.
November 2011 in leitender Funktion
bei der
Y.___
GmbH angestellt (
Urk.
6/18
Ziff.
1 und 2.1).
Er ist
daher
als
U
nselbständiger
wer
bend
er
zu qualifizieren
. Seine finan
zielle Beteiligung an der Gesellschaft ändert an der Qualifizierung nichts (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_1005/2010 vom
5.
Mai 2011, E.
5.2).
Es ist daher auf die Angaben im Arbeitgeberbericht abzustellen, wonach
der Beschwerde
führer
im Jahr 2013
als Geschäftsführer
ein Einkommen
von
Fr.
75‘400.--
er
zielt
hätte
(Ziff. 2.11)
.
Das von der SUVA ermittelte
Validen
ein
kommen
von
Fr.
76‘612.-- ist
daher
an sich
zu hoch ausgefallen.
4.4
4.4.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruf
lich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person kon
kret steht.
Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich wei
l die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jeden
falls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so
können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für
Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) heran
ge
zo
gen werden (BGE 126 V 75 E.
3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E.
4.2.1).
Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardi
sier
ten Brutto
löhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei
jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwen
dung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr gene
rell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der mass
geb
liche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochenarbeitszeit
aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E.
3b/
aa
;
AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf der Grundlage der
LSE
kann - ausnahmsweise - der Lohn eines einzelnen Sektors ("Produktion" oder "Dienst
leistungen") oder gar einer bestimmten Branche her
an
gezogen werden, wenn es als sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Ver
wertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen, namentlich bei
Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit im betreffenden Be
reich
tätig gewesen waren und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in
Frage kommt (SVR 2008 IV Nr. 20 S.
63, 9C_237/2007 E.
5.1; Urteil des Bun
des
gerichts
9C_667/2013 vom 29. April 2014 E. 5.3
).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen
. M
it dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass ver
sicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit ver
richteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Ar
beiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durch
schnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu
einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merk
male der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre
gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeits
markt
nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Be
stimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Ein
zel
fall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des
Tabellen
lohnes
zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitver
antwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten
Leidens
abzuges
nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, ha
t die Beschwerdeinstanz
den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E
.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
4.4.2
Übt die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und an
zunehmen ist, dass er die ihm verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft
, sowie das Einkommen aus der Arbeitsleistung als ange
messen und nicht als Soziallohn erscheint, gilt grundsätzlich der von ihm tat
sächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 126 V 75 E. 3b)
aa
).
Gemäss
Arbeitgeberbericht
besteht das Anstellungsverhältnis
bei der
Y.___
GmbH
seit dem
1
6.
November 2011 (
Urk.
6/18
Ziff.
2.1).
In An
be
trach
t der
eher
kurzen
Dauer der Tätigkeit für die Gesellschaft
sowie
aus me
dizinischer Sicht
ist es zumutbar
,
dass der Beschwerdeführer die d
en linken Arm belastende
Arbeit in
der
Reinigung
a
ufgibt und
er
die attestierte volle
Arbeits
fähigkeit in
einer behinderungsangepassten Tätigkeit
verwertet
.
Eine Aufgabe der derzeiti
gen
Tätigkeit ist ihm
aber
zumutbar.
Die SUVA führt unter der Bezeichnung DAP eine interne Dokumentation zu aus
gewählten Arbeitsplätzen mit Angaben zu den ausbildungsmässigen und körper
lichen Anforderungen, der betriebsüblichen Arbeitszeit und dem Ver
dienst so
wie
zum konkreten Aufgaben
bereich (Arbeitsplatzbeschrieb),
wobei
nach den An
ga
ben der SUVA mehr als 6‘000 Arbeitsplätze erfasst
sind
(BGE 129 V 472 E. 4.2.1 S. 476).
Die SUVA ermittelte das Invalideneinkommen
im
UV-Verfahren
anhand von
DAP-Löhnen
.
Der Unfallversicherer
wies
im
Einspracheentscheid
vom 1
3.
Febru
ar
2014
gestützt auf die
DAP-Löhne Nr. 346019, Nr. 405734, Nr. 9978, Nr. 6270 und Nr. 11323
einen Durc
hschnittslohn von
Fr.
59‘342.--
aus
(
Urk.
6/35 S.
5).
Soweit d
er Beschwerdeführer beschwerdeweise einen zusätzli
chen Abzug von
25
%
geltend
machte
(
Urk.
1
S.
4 f.
Ziff.
4),
ist darauf hinzuweisen
, dass auf dem
mittels DAP-Löhnen ermittelten Einkommen
kein Abzug vorge
nommen werden kann
(BGE 129 V 472 E. 4.2.3).
Will
man das Invalideneinkommen
alternativ
mittels Tabellenlöhnen berechnen,
ist auf ein zumutbares Monatseinkommen von
Fr.
4‘901.--
im Jahr 2010 in ei
ner
einfachen und repetitiven Tätigkeit
(Anforderungsniveau vier)
abzustellen (LSE 2010, S.
26 Tabelle TA1). Den behinderungsbedingten Einschränkungen
und der damit einhergehenden
Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt
ist mit einem Ab
zug vom Tabellenlohn von 10
%
Rechnung zu tragen.
Ein höherer Ab
zug
ist nich
t
gerechtfertigt
.
Umgerechnet auf ein Jahr, angepasst an die wö
chentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2013 (Die Volkswirtschaft, 12-2014, S. 92 Tabelle B9.2)
,
resultiert
bei einer Lohnentwicklung von 1
%
im Jahr 2011, 0.8
%
im Jahr 2012 und 0.7
%
im Jahr 2013
(Die Volkswirtschaft, a.a.O., S.
93 Tabelle B10.2
)
ein Invalideneinkommen von
Fr.
56‘571.--
(
Fr.
4‘901.-- x 12 : 40 x 41.7
x 1.01 x 1.008 x. 1.007 x 0.9).
B
ei
einem
Valideneinkommen
von
Fr.
75‘400.-- und einem
Invalideneinkom
men
von
Fr.
56‘571.--
ergibt sich
eine Erw
erbseinbusse von
Fr.
18‘829.--
bezie
hungs
weise
ein Invaliditätsgrad von rund 25
%
.
Bei Verwendung von
Tabel
lenlöhnen
würde
daher
verglichen mit der Invaliditätsbe
messung des
Unfallver
sicherers
nur
ein unwesen
tlich höherer Invaliditätsgrad
resultieren.
4.
5
Zusammenfassend ergibt sich
bei
einem Invaliditätsgrad von 23
%
, wie von der
SUVA
ermittelt
,
respektive von 25
%
kein
Anspruch auf eine Rente der Invali
den
versicherung
. Die Beschwerde vom 2
6.
Mai 2014 ist daher abzuweisen.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf
Fr.
600.-- festzusetzen und dem unterliegenden
Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Dominique
Chopard
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
MosimannBrugger