# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 570b9d8c-bbae-58b7-a3e7-e4dd7c5fb896
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-01-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.01.2024 A-2036/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-2036-2022_2024-01-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-2036/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  6 .  J a n u a r  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richter Keita Mutombo (Vorsitz), 

Richter Jürg Steiger, Richterin Iris Widmer, 

Gerichtsschreiber Gregor Gassmann. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

handelnd durch  

B._______, 

vertreten durch  

Béatrice Blum, Rechtsanwältin, 

Seestrasse 344, 8038 Zürich,  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,  

Hauptabteilung Mehrwertsteuer,  

Schwarztorstrasse 50, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Mehrwertsteuer; Vergütung der Mehrwertsteuer (2017). 

 

 

 

A-2036/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die A._______ ist im Aircraft Management (Verwalten und Betreiben von 

Luftfahrzeugen) tätig, hat ihren Sitz in C._______, D._______, und war im 

Jahr 2017 im Inland nicht steuerpflichtig. 

B.  

Mit Eingabe vom 5. April 2018 stellte die A._______ (nachfolgend: Antrag-

stellerin) bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung (nachfolgend: ESTV) 

einen Antrag um Vergütung der Mehrwertsteuer für das Jahr 2017 im Um-

fang von Fr. 48'143.75. 

C.  

Nachdem die ESTV den Antrag mit Schreiben vom 17. April 2018 abge-

lehnt und die Antragstellerin mit Eingabe vom 21. Dezember 2018 den Er-

lass einer Verfügung verlangt hatte, bestätigte die ESTV mit Verfügung 

vom 20. März 2020 die Ablehnung des Antrags.  

D.  

Die Verfügung der ESTV vom 20. März 2020 wurde seitens der Antragstel-

lerin mit Einsprache vom 19. Mai 2020 angefochten, worauf die ESTV die 

Einsprache mit Einspracheentscheid vom 17. März 2022 abwies und fest-

hielt, dass die Antragstellerin für das Jahr 2017 keinen Anspruch auf Ver-

gütung der Mehrwertsteuer habe. 

E.  

Mit Eingabe vom 2. Mai 2022 erhebt die Antragstellerin (nachfolgend: Be-

schwerdeführerin) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und bean-

tragt, es sei der Einspracheentscheid der ESTV vom 17. März 2022 aufzu-

heben und ihr – so die Beschwerdeführerin – die beantragte Mehrwert-

steuer von Fr. 48'143.75 zu vergüten; unter Kosten- und Entschädigungs-

folgen zu Lasten der Staatskasse. 

F.  

Die ESTV (nachfolgend: auch Vorinstanz) beantragt in ihrer Vernehmlas-

sung vom 30. Juni 2022 die kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde. 

G.  

Mit unaufgeforderter Replik vom 29. Juli 2022 nimmt die Beschwerdefüh-

rerin zur vorinstanzlichen Vernehmlassung Stellung. Sie hält dabei an ihren 

Anträgen fest und bekräftigt ihre bereits vorgebrachte Argumentation. 

A-2036/2022 

Seite 3 

Auf die Vorbringen der Parteien sowie die Akten wird – soweit diese für den 

Entscheid wesentlich sind – in den Erwägungen näher eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Verwal-

tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) Beschwer-

den gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes 

vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme 

nach Art. 32 VGG gegeben ist. Eine solche liegt hier nicht vor. Der ange-

fochtene Einspracheentscheid stellt eine Verfügung im Sinne von Art. 5 

VwVG dar. Die Vorinstanz ist eine Behörde im Sinne von Art. 33 VGG. Das 

Bundesverwaltungsgericht ist demnach für die Beurteilung der vorliegen-

den Beschwerde zuständig. 

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG; 

vgl. Art. 81 Abs. 1 des Mehrwertsteuergesetzes vom 12. Juni 2009 

[MWSTG, SR 64120]). Die Beschwerdeführerin ist Adressatin der ange-

fochtenen Verfügung und von dieser betroffen. Sie ist damit zur Beschwer-

deerhebung berechtigt (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die im Übrigen form- und 

fristgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 

VwVG) ist demnach einzutreten. 

1.3 Anfechtungsobjekt im vorliegenden Verfahren vor Bundesverwaltungs-

gericht bildet der Einspracheentscheid vom 17. März 2022. Das Anfech-

tungsobjekt grenzt den Umfang des Streitgegenstands ein  

(BGE 133 II 35 E. 2). Dieser darf im Laufe des Beschwerdeverfahrens ein-

geschränkt, jedoch nicht erweitert oder qualitativ verändert werden  

(BGE 131 II 200 E. 3.2; BVGE 2010/19 E. 2.1).  

1.4 Im Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der Rechtsanwendung von 

Amtes wegen. Das Bundesverwaltungsgericht ist verpflichtet, auf den unter 

Mitwirkung der Verfahrensbeteiligten festgestellten Sachverhalt die richti-

gen Rechtsnormen und damit jenen Rechtssatz anzuwenden, den es als 

den zutreffenden erachtet, und ihm jene Auslegung zu geben, von der es 

überzeugt ist (BGE 119 V 347 E. 1a; Urteil des BVGer A-623/2021 vom 

4. Februar 2022 E. 1.6 mit Hinweisen). Aus der Rechtsanwendung von Am-

tes wegen folgt, dass das Bundesverwaltungsgericht als 

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Beschwerdeinstanz nicht an die rechtliche Begründung der Begehren ge-

bunden ist (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann eine Beschwerde auch aus an-

deren als den geltend gemachten Gründen (allenfalls auch nur teilweise) 

gutheissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer von 

derjenigen der Vorinstanz abweichenden Begründung bestätigen (sog. Mo-

tivsubstitution; BGE 140 II 353 E. 3.1 mit Hinweisen). 

2.  

2.1 Der vorliegende Sachverhalt betrifft die Vergütungsperiode 2017. So-

mit ist in casu das MWSTG (mitsamt der Mehrwertsteuerverordnung vom 

27. November 2009 [MWSTV, SR 641.201]) in der bis zum 31. Dezember 

2017 gültigen Fassung (AS 2009 5203) massgebend, worauf nachfolgend 

– wo nicht anders vermerkt – referenziert wird. 

Soweit im Folgenden auf die Rechtsprechung zum Mehrwertsteuergesetz 

vom 2. September 1999 (aMWSTG, AS 2000 1300) verwiesen wird, liegt 

der Grund darin, dass diese im vorliegenden Fall auch für das MWSTG 

übernommen werden kann. 

2.2  

2.2.1 Der Bund erhebt eine allgemeine Verbrauchssteuer nach dem Sys-

tem der Nettoallphasensteuer (auch als Allphasensteuer mit Vorsteuerab-

zug bzw. Mehrwertsteuer bezeichnet [Art. 1 Abs. 1 MWSTG]; Art. 130 der 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 

1999 [SR 101; nachfolgend: BV]). Die Steuer wird auf den im Inland von 

steuerpflichtigen Personen gegen Entgelt erbrachten Leistungen (Inland-

steuer), auf dem Bezug von Leistungen von Unternehmen mit Sitz im Aus-

land durch Empfänger und Empfängerinnen im Inland (Bezugssteuer) und 

auf Einfuhren von Gegenständen (Einfuhrsteuer) erhoben (Art. 1 Abs. 2 

MWSTG). Die Erhebung erfolgt nach den Grundsätzen der Wettbewerbs-

neutralität, der Wirtschaftlichkeit der Entrichtung und der Erhebung sowie 

der Überwälzbarkeit (Art. 1 Abs. 3 MWSTG; vgl. auch KLAUS A. VALLEN-

DER, in: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallender [Hrsg.], Die schweize-

rische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 4. Aufl. 2023, Art. 130 

N 25 ff.; zum Ganzen: Urteil des BVGer A-2567/2020 vom 3. März 2022 

E. 2.1.1 mit Hinweis). 

2.2.2 Der Grundsatz der Wettbewerbsneutralität verlangt, dass ein moder-

nes Verbrauchssteuersystem wie die Mehrwertsteuer nach Möglichkeit in 

seinen Auswirkungen neutral sein muss. Das heisst, es darf den Wettbe-

werb zwischen den Unternehmen nicht beeinträchtigen und hat das 

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Gleichbehandlungsgebot zu beachten. Die Mehrwertsteuer muss deshalb 

umfassend sein und alle Waren und Dienstleistungen im Inland gleichmäs-

sig erfassen. Andererseits muss vermieden werden, dass eine Steuerku-

mulation entsteht, weil die Waren und Dienstleistungen auf allen Stufen der 

Produktion und Verteilung und bei der Einfuhr besteuert werden. Diesem 

Zweck dient der Vorsteuerabzug. Damit wird die Wettbewerbsneutralität 

der Mehrwertsteuer dem Grundsatz nach verwirklicht, indem sichergestellt 

wird, dass die Endbelastung beim Konsumenten immer gleich hoch ist, und 

zwar unabhängig davon, auf welchem Weg die Ware oder Dienstleistung 

zu ihm gelangt (BGE 138 II 251 E. 2.3.4, 125 II 326 E. 6a, 124 II 193 E. 8a 

mit Hinweisen; Urteile des BVGer A-2567/2020 vom 3. März 2022 E. 2.2.2, 

A-713/2017 vom 2. Juli 2018 E. 2.1 [bestätigt mit Urteil des BGer 

2C_767/2018 vom 8. Mai 2019]). 

2.3  

2.3.1 Das Vorsteuervergütungsverfahren gemäss Art. 107 Abs. 1 Bst. b 

MWSTG kann als Pendant zum Vorsteuerabzug betrachtet werden. Inlän-

dische Unternehmen können sich im Register der Mehrwertsteuerpflichti-

gen registrieren lassen und bei gegebenen Voraussetzungen die von ihnen 

geleistete Mehrwertsteuer als Vorsteuer geltend machen. Um ausländi-

sche Unternehmen, die weder Leistungen im Inland erbringen noch ihren 

Sitz oder eine Betriebsstätte im Inland haben und sich nicht im Register 

der Mehrwertsteuerpflichtigen eintragen lassen können (Art. 10 Abs. 1 

MWSTG und Art. 8 Abs. 1 MWSTV), nicht mit der Mehrwertsteuer zu be-

lasten, dient das Vorsteuervergütungsverfahren (Urteile des BVGer 

A-2567/2020 vom 3. März 2022 E. 2.3.1, A-713/2017 vom 2. Juli 2018 

E. 2.6.1 [bestätigt mit Urteil des BGer 2C_767/2018 vom 8. Mai 2019 

E. 2.2], je mit Hinweisen). Dabei haben grundsätzlich die gleichen Anfor-

derungen zu gelten, wie sie bei inländischen steuerpflichtigen Personen in 

Bezug auf den Vorsteuerabzug bestehen (Art. 107 Abs. 1 Bst. b MWSTG; 

Urteile des BGer 2C_767/2018 vom 8. Mai 2019 E. 2.2, 2C_207/2013 vom 

28. April 2014 E. 2.3.2). 

2.3.2 Das in den Grundzügen in Art. 107 Abs. 1 Bst. b MWSTG geregelte 

Verfahren wird zur Regelung im Übrigen an den Bundesrat delegiert. Die-

ser hat die kumulativen Voraussetzungen für eine solche Steuervergütung 

in Art. 151 ff. MWSTV präzisiert, weitgehend die unter dem aMWSTG gel-

tenden Bestimmungen übernommen und um die bisherige Verwaltungs-

praxis der ESTV ergänzt (IVO P. BAUMGARTNER et al., Vom alten zum neuen 

Mehrwertsteuergesetz, 2010, § 7 Rz. 133). Danach hat Anspruch auf Steu-

ervergütung, wer Gegenstände einführt oder sich im Inland Leistungen 

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gegen Entgelt erbringen lässt und zudem: a) Wohn- oder Geschäftssitz 

oder Betriebsstätte im Ausland hat; b) im Inland nicht subjektiv mehrwert-

steuerpflichtig ist; c) unter Vorbehalt von Art. 151 Abs. 2 MWSTV im Inland 

keine Leistungen erbringt; und d) seine Unternehmereigenschaft im Land 

seines Wohn- oder Geschäftssitzes oder Betriebsstätte nachweist 

(Art. 151 Abs. 1 MWSTV). Zudem setzt die Steuervergütung an ausländi-

sche Unternehmen voraus, dass der Ansässigkeitsstaat des Antragsstel-

lers ein entsprechendes Gegenrecht gewährt (Art. 107 Abs. 1 Bst. b 

MWSTG, Art. 151 Abs. 3 MWSTV und Art. 152 MWSTV).  

Der Anspruch auf Steuervergütung bleibt gemäss Art. 151 Abs. 1 Bst. c 

i.V.m. Art. 151 Abs. 2 MWSTV gewahrt, wenn die Person nach Art. 10 

Abs. 2 Bst. b MWSTG von der Steuerpflicht befreit ist und nicht auf diese 

Befreiung verzichtet. Befreit von der Steuerpflicht ist ein Unternehmen mit 

Sitz im Ausland, das im Inland, unabhängig vom Umsatz ausschliesslich 

eine oder mehrere der folgenden Leistungen erbringt: 1. Von der Steuer 

befreite Leistungen, 2. Dienstleistungen, deren Ort sich nach Art. 8 Abs. 1 

MWSTG im Inland befindet; nicht von der Steuerpflicht befreit ist jedoch, 

wer Telekommunikations- oder elektronische Dienstleistungen an nicht 

steuerpflichtige Empfänger und Empfängerinnen erbringt, 3. Lieferung von 

Elektrizität in Leitungen, Gas über das Erdgasverteilnetz und Fernwärme 

an steuerpflichtige Personen im Inland. 

2.3.3 Die Steuervergütung entspricht bezüglich deren Umfang und Ein-

schränkungen dem Vorsteuerabzugsrecht nach den Art. 28–30 MWSTG, 

wobei rückzahlbare Steuern nur vergütet werden, wenn deren Betrag in 

einem Kalenderjahr mindestens Fr. 500.– erreicht (Art. 153 Abs. 1 und 

Abs. 3 MWSTV). Der Vergütungsantrag ist innerhalb von sechs Monaten 

nach Ablauf des Kalenderjahrs zu stellen, in dem für die erbrachte Leistung 

eine den Anspruch auf Vergütung begründende Rechnung gestellt wurde 

(Art. 154 MWSTV). Der Antrag auf Steuervergütung ist mit den Original-

rechnungen der Leistungserbringer und Leistungserbringerinnen bzw. mit 

den Veranlagungsverfügungen der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV; 

heute: Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit [BAZG]) an die ESTV zu 

richten. Die Originalrechnungen müssen die Anforderungen gemäss 

Art. 26 Abs. 2 MWSTG erfüllen und auf den Namen des Antragstellers oder 

der Antragstellerin lauten (Art. 155 Abs. 1 MWSTV; Urteile des BVGer 

A-2567/2020 vom 3. März 2022 E. 2.3.2, A-713/2017 vom 2. Juli 2018 

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E. 2.6.2 [bestätigt mit Urteil des BGer 2C_767/2018 vom 8. Mai 2019], je 

mit Hinweisen).  

2.4 Der Mehrwertsteuer unterliegen unter anderem durch steuerpflichtige 

Personen im Inland gegen Entgelt erbrachte Leistungen. Diese sind steu-

erbar, soweit das MWSTG keine Ausnahme vorsieht (Art. 18 Abs. 1 

MWSTG). 

2.4.1 Als Leistung gilt die Einräumung eines verbrauchsfähigen wirtschaft-

lichen Wertes an eine Drittperson in Erwartung eines Entgelts (Art. 3 Bst. c 

MWSTG). Die Leistung umfasst als Oberbegriff sowohl Lieferungen 

(vgl. Art. 3 Bst. d MWSTG) als auch Dienstleistungen (Art. 3 Bst. e 

MWSTG). Als Lieferung gilt nebst dem Verschaffen der Befähigung, im ei-

genen Namen über einen Gegenstand wirtschaftlich zu verfügen (Art. 3 

Bst. d Ziff. 1 MWSTG), insbesondere auch das Überlassen eines Gegen-

standes zum Gebrauch oder zur Nutzung (Art. 3 Bst. d Ziff. 3 MWSTG). Als 

Dienstleistung gilt jede Leistung, die nicht als Lieferung qualifiziert werden 

kann (Art. 3 Bst. e MWSTG).  

2.4.2 Eine steuerbare Leistung setzt voraus, dass sie im Austausch mit ei-

nem Entgelt erfolgt, also (gemäss der Legaldefinition des Entgelts von 

Art. 3 Bst. f MWSTG) ein Vermögenswert gegeben ist, den der Empfänger 

oder an seiner Stelle eine Drittperson für den Erhalt der Leistung aufwen-

det. Besteht zwischen Leistungserbringer und -empfänger kein Austausch-

verhältnis im erwähnten Sinn, ist die Tätigkeit mehrwertsteuerlich irrelevant 

und fällt nicht in den Geltungsbereich der Mehrwertsteuer (statt vieler: 

BGE 132 II 353 E. 4.3 mit Hinweisen; Urteil des BVGer A-2094/2022 vom 

22. November 2022 E. 2.2). Für ein Austauschverhältnis erforderlich ist, 

dass ein hinreichender Konnex (BGE 140 II 80 E. 2.1 mit Hinweisen) bzw. 

eine innere wirtschaftliche Verknüpfung zwischen Leistung und Entgelt be-

steht, sodass das eine das andere Element auslöst (statt vieler: BGE 138 

II 239 E. 3.2 mit Hinwiesen). Nach Rechtsprechung und Doktrin ist zur Be-

urteilung der inneren wirtschaftlichen Verknüpfung zwischen Leistung und 

Entgelt die Sicht des Leistungsempfängers einzunehmen (Urteil des BGer 

2C_585/2017 vom 6. Februar 2019 E. 3.2; Urteile des BVGer A-2094/2022 

vom 22. November 2022 E. 2.2, A-4569/2020 vom 4. Juli 2022 E. 2.2.2 mit 

Hinweisen).  

2.4.3 Die mehrwertsteuerliche Qualifikation von Vorgängen hat nicht in ers-

ter Linie aus einer zivil- bzw. vertragsrechtlichen Sicht, sondern nach wirt-

schaftlichen, tatsächlichen Kriterien zu erfolgen (sog. wirtschaftliche 

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Betrachtungsweise). Die zivil- bzw. vertragsrechtliche Sicht ist demnach 

nicht entscheidend, hat aber immerhin Indizwirkung (statt vieler: Urteil des 

BGer 2C_891/2020 vom 5. Oktober 2021 E. 3.1.3; Urteile des 

BVGer A-2094/2022 vom 22. November 2022 E. 2.2, A-2244/2020 vom 

13. Januar 2022 E. 2.4 mit Hinweisen).  

2.5  

2.5.1 Im Mehrwertsteuerrecht stellt jede einzelne Leistung grundsätzlich 

ein selbständiges Steuerobjekt dar, das heisst voneinander unabhängige 

Leistungen werden selbständig behandelt (Art. 19 Abs. 1 MWSTG; Urteil 

des BGer 2C_833/2016 vom 20. Februar 2019 E. 5.2.2; BVGE 2019 III/1 

E. 3.4.1; Urteil des BVGer A-2686/2020 vom 15. Februar 2022 E. 2.3.1).  

Bei Leistungen, die miteinander verbunden sind (sog. Leistungskomplexe) 

und ein gemeinsames mehrwertsteuerliches Schicksal teilen, wird zwi-

schen einer Gesamtleistung und einer Hauptleistung mit akzessorischer 

Nebenleistung unterschieden (Art. 19 Abs. 3 und 4 MWSTG; BVGE 2019 

III/1 E. 3.4.1; Urteile des BVGer A-2686/2020 vom 15. Februar 2022 

E. 2.3.1, A-22/2020 vom 17. Juli 2020 E. 2.3.1, je mit Hinweisen).  

2.5.2 Eine Gesamtleistung liegt vor, wenn mehrere Leistungen wirtschaft-

lich derart eng zusammengehören und ineinandergreifen, dass sie ein un-

teilbares Ganzes bilden (Art. 19 Abs. 3 MWSTG). 

Dabei müssen die einzelnen Leistungen gemäss konstanter Gerichts- und 

Verwaltungspraxis sachlich, zeitlich und vom wirtschaftlichen Gehalt her in 

einer derart engen Verbundenheit stehen, dass sie untrennbare Kompo-

nenten eines Vorgangs verkörpern, der das gesamte Handeln umfasst. 

Eine Gesamtleistung ist mit anderen Worten gegeben, wenn der Leistungs-

komplex nicht in Einzelleistungen zerlegt werden kann, die jede für sich 

betrachtet einen wirtschaftlich sinnvollen Zweck erfüllen, oder wenn die 

Gesamtleistung durch eine solche Zerlegung zerstört, beschädigt oder ver-

ändert würde. Liegt eine Gesamtleistung vor, erfolgt deren mehrwertsteu-

erliche Behandlung nach der für diese wesentlichen Eigenschaft, d.h. nach 

der Leistung, welche wirtschaftlich betrachtet im Vordergrund steht (Art. 19 

Abs. 3 MWSTG). Es gelten für die einzelnen Leistungskomponenten der 

Gesamtleistung die gleichen Vorschriften bezüglich Ort der Besteuerung, 

Steuersatz oder Steuerbefreiung (BVGE 2019 III/1 E. 3.4.2; Urteile des 

BVGer A-2686/2020 vom 15. Februar 2022 E. 2.3.2, A-22/2020 vom 

17. Juli 2020 E. 2.3.2, je mit Hinweisen). 

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Seite 9 

2.5.3 Leistungen sind steuerlich ebenfalls dann einheitlich zu beurteilen, 

wenn sie zueinander im Verhältnis von Haupt- und untergeordneter (ak-

zessorischer) Nebenleistung stehen (Art. 19 Abs. 4 MWSTG).  

Die Annahme einer solchen unselbständigen Nebenleistung, die das steu-

erliche Schicksal der Hauptleistung teilt, setzt gemäss ständiger Recht-

sprechung kumulativ voraus, dass sie im Vergleich zur Hauptsache neben-

sächlich ist, mit der Hauptleistung wirtschaftlich eng zusammenhängt, die 

Hauptleistung wirtschaftlich ergänzt, verbessert oder abrundet und übli-

cherweise mit der Hauptleistung vorkommt. Die Hauptleistung stellt dabei 

den eigentlichen Kern des Leistungskomplexes dar. Nicht massgebend 

sind die Wertverhältnisse der einzelnen Leistungen (BVGE 2019 III/1 

E. 3.4.3; Urteile des BVGer A-2686/2020 vom 15. Februar 2022 E. 2.3.3, 

A-22/2020 vom 17. Juli 2020 E. 2.3.3). Eine Leistung ist insbesondere 

dann als Nebenleistung zu einer Hauptleistung anzusehen, wenn sie für 

die Kundschaft keinen eigenen Zweck hat, sondern das Mittel dafür dar-

stellt, um die Hauptleistung des Leistungserbringers unter optimalen Be-

dingungen in Anspruch zu nehmen (Urteile des BVGer A-4569/2020 vom 

4. Juli 2022 E. 2.4.3, A-3285/2017 vom 21. Juni 2018 E. 2.5.3; FELIX GEI-

GER, in: Geiger/Schluckebier [Hrsg.], MWSTG Kommentar, Schweizeri-

sches Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer mit den Ausführungserlas-

sen sowie Erlasse zum Zollwesen, 2. Aufl. 2019 [nachfolgend: MWSTG 

Kommentar 2019], Art. 19 N 26). 

Dass die massgebenden Kriterien kumulativ verlangt werden, ist Ausdruck 

des Ausnahmecharakters von Art. 19 Abs. 4 MWSTG. Grundsätzlich wer-

den mehrere Leistungen selbständig gewürdigt. Nur bei Vorliegen der ein-

schlägigen Voraussetzungen dürfen und müssen mehrere Leistungen aus-

nahmsweise als Einheit betrachtet werden; andernfalls bleibt es bei der 

Behandlung als Leistungsmehrheit (Urteil des BGer 2C_969/2015 vom 

24. Mai 2016 E. 3.3.3; Urteile des BVGer A-22/2020 vom 17. Juli 2020 

E. 2.3.3, A‑7384/2018 vom 3. Juni 2020 E. 2.3.3). 

2.5.4 Welche Konstellation eines Leistungskomplexes – Gesamtleistung 

oder Haupt- mit Nebenleistung – im konkreten Einzelfall anzunehmen ist, 

beurteilt sich in Anwendung der wirtschaftlichen Betrachtungsweise, wel-

che der zivilrechtlichen Beurteilung vorgeht. Zudem ist diese Frage primär 

aus der Sicht des Verbrauchers, d.h. des Leistungsempfängers, zu beant-

worten. Massgeblich ist die allgemeine Verkehrsauffassung einer bestimm-

ten Verbrauchergruppe. Der subjektive Parteiwille ist sekundär (Urteile des 

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BVGer A-2686/2020 vom 15. Februar 2022 E. 2.3.4, A-22/2020 vom 

17. Juli 2020 E. 2.3.4, je mit Hinweisen). 

2.6 Die Vermietung bzw. Vercharterung von Luftfahrzeugen ist mehrwert-

steuerlich als Lieferung zu qualifizieren (vgl. Art. 3 Bst. d Ziff. 3 MWSTG). 

Hingegen qualifiziert das Bundesgericht das sog. Aircraft Management als 

Dienstleistung (Urteile des BGer 2C_904/2008 vom 22. Dezember 2009 

E. 5.2, 2A.40/2007 vom 14. November 2007 E. 2.5). Das Bundesgericht 

definiert das Aircraft Management als ein Verwalten und Betreiben von 

Luftfahrzeugen, die einer anderen Person bzw. einem anderen Eigentümer 

gehören. Um den Vertrag mit dem Eigentümer erfüllen zu können, bezieht 

das Aircraft Management Unternehmen als Halter des Flugzeugs die für 

den Betrieb und die Verwaltung des Luftfahrzeugs erforderlichen Leistun-

gen von Dritten oder erbringt diese Leistungen mit eigenen Mitteln. Bei den 

von Dritten bezogenen Leistungen kann es sich um Lieferungen (z.B. Be-

zug von Treibstoffen, Catering, Wartungs- und Reparaturleistungen) oder 

um Dienstleistungen im In- oder Ausland handeln. Die von Dritten bezoge-

nen und die selbst erbrachten Leistungen (einschliesslich «Management 

Fees») werden dem Eigentümer in Rechnung gestellt (Urteile des 

BGer 2C_904/2008 vom 22. Dezember 2009 E. 5.2, 2A.40/2007 vom 

14. November 2007 E. 2.5). 

Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung liegt beim Aircraft Management 

ein Leistungskomplex bzw. ein unteilbares Dienstleistungspaket vor, wobei 

sowohl Gesamtleistungen als auch Haupt- und Nebenleistungen enthalten 

sind, die in Form von Dienstleistungen und Lieferungen, aber auch als Ei-

genleistungen erbracht werden. Aircraft Management Leistungen, welche 

der Bereitstellung und dem Betrieb des Flugzeuges dienen, gehören dabei 

gemäss Bundesgericht wirtschaftlich so eng zusammen und greifen ge-

samthaft so ineinander, dass sie als ein unteilbares Ganzes erscheinen 

und demnach auch wirtschaftlich als ein einheitlicher Vorgang zu betrach-

ten sind. Dies gilt auch für die aufgrund des Aircraft Management Vertrages 

erbrachten Nebenleistungen, die mit der Hauptleistung eng verbunden 

sind, diese wirtschaftlich ergänzen und abrunden und im Rahmen des ge-

samten Aircraft Managements auch üblicherweise vorkommen. Als «Kern-

gehalt» des Aircraft Managements sieht das Bundesgericht das Verwalten, 

Bereithalten und Betreiben des Flugzeugs in einem einsatzfähigen Zu-

stand (Urteil des BGer 2A.40/2007 vom 14. November 2007 E. 3.1 und E. 

5.2; Urteil des BVGer A-517/2012 vom 9. Januar 2013 E. 2.6.1 und 3.3). 

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Seite 11 

2.7 Nach Art. 8 Abs. 1 MWSTG gilt als Ort der Dienstleistung – unter Vor-

behalt von Art. 8 Abs. 2 MWSTG – der Ort, an dem der Empfänger oder die 

Empfängerin der Dienstleistung den Sitz der wirtschaftlichen Tätigkeit oder 

eine Betriebsstätte hat, für welche die Dienstleistung erbracht wird, oder in 

Ermangelung eines solchen Sitzes oder einer solchen Betriebsstätte der 

Wohnort oder Ort seines oder ihres üblichen Aufenthaltes (sog. Empfänge-

rortsprinzip). Im Gegensatz dazu gelten Personenbeförderungsleistungen 

an dem Ort erbracht, an dem die Beförderung gemessen an der zurückge-

legten Strecke tatsächlich stattfindet (Art. 8 Abs. 2 Bst. e MWSTG). 

3.  

Unbestritten ist vorliegend, dass die Beschwerdeführerin im Jahr 2017 im 

Inland nicht steuerpflichtig war und sie ihrem Kunden mit Sitz im Ausland 

in dieser Zeitperiode Aircraft Management Leistungen erbracht hat. Strittig 

und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin die Voraussetzungen für die 

Vergütung der Mehrwertsteuer grundsätzlich erfüllt. Hinsichtlich des Erfül-

lens der Voraussetzungen für die Vergütung der Mehrwertsteuer ist dabei 

zu klären, ob die Beschwerdeführerin in der Vergütungsperiode im Inland 

Leistungen im Sinne von Art. 151 Abs. 1 Bst. c MWSTV erbracht hat. Kon-

kret ist die Frage zu beantworten, ob die von der Beschwerdeführerin zwi-

schen dem 16. und 22. August 2017 erbrachten Passagierbodentransporte 

und das Bereithalten des Fahrzeugs während des Aufenthalts (nachfol-

gend: streitbetroffene Personenbeförderungen) als Teil des von ihr er-

brachten Leistungskomplexes «Aircraft Management» oder als gesonderte 

Einzelleistungen zu behandeln sind. Sofern zumindest eine gesonderte 

Einzelleistung mit Leistungsort im Inland zu bejahen wäre, hätte die Be-

schwerdeführerin im Jahr 2017 eine vergütungsausschliessende Inland-

leistung erbracht. 

3.1  

3.1.1 Die Vorinstanz vertritt den Standpunkt, dass die streitbetroffenen Per-

sonenbeförderungen in keiner Weise zum Betrieb und zur Verwaltung des 

Flugzeugs gehörten. Diese Leistungen seien für die Sicherstellung des Be-

triebs sowie die Bereitstellung des Flugzeugs in einem einsatzfähigen Zu-

stand offensichtlich nicht erforderlich. Dies unabhängig davon, ob diese 

Leistungen aufgrund von Flugverspätungen, zur Einhaltung von Bespre-

chungsterminen oder anderen Verpflichtungen, zur rechtzeitigen Errei-

chung des Flugzeugs oder einzig, um zum Hotel zu gelangen erbracht wür-

den. Sie dienten höchstens dazu, dass die Passagiere bzw. der Kunde der 

Beschwerdeführerin den Flughafen bzw. das Flugzeug rechtzeitig für den 

Abflug erreichten. Folglich wiesen die streitbetroffenen 

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Seite 12 

Personenbeförderungen und die Aircraft Management Leistungen zeitlich, 

sachlich und wirtschaftlich keinen engen Zusammenhang auf und griffen 

nicht derart ineinander, dass sie ein unteilbares Ganzes bildeten. 

3.1.2 Nach Ansicht der Vorinstanz spreche auch der massgebende Aircraft 

Management Vertrag gegen eine Gesamtleistung:  

Laut Vertrag sei die Beschwerdeführerin für die umfassende Sicherstellung 

des Betriebs und Verwaltung des Flugzeugs verantwortlich und habe hier-

für die in Ziff. 1 der allgemeinen Geschäftsbedingungen (nachfolgend: 

AGB) näher beschriebenen Leistungen zu erbringen. Darunter fielen die 

operative Unterstützung, Wartungsleistungen, Versicherungsleistungen 

und der administrative Support. Zur operativen Unterstützung gehörten 

Leistungen im Zusammenhang mit der Koordination der gesamten Flugha-

fen-Bodenabfertigung für Passagiere, Besatzung und Gepäck sowie damit 

verbundene Dienstleistungen und die Zahlung aller Gebühren mit den ver-

fügbaren Krediten oder durch Barvorschüsse an die Besatzung (Ziff. 1.1.2 

Bst. g AGB). Diese Leistungen dienten insbesondere dazu, das Flugzeug 

in einem einsatzfähigen Zustand bereitzuhalten. Dazu zähle auch die Bo-

denabfertigung, da diese unmittelbar am jeweiligen Flughafen bzw. Flug-

platz erbracht werde. Nicht dazu zähle hingegen die Organisation der im 

Streit stehenden Passagiertransportmöglichkeiten, da diese ausserhalb 

des Flughafens stattfänden und nicht dazu dienten, einen Flug vor- bzw. 

nachzubereiten.  

Ebenso spreche die Kostenerstattungsregelung gemäss Ziff. 2.3 AGB da-

für, dass die streitbetroffenen Personenbeförderungen nicht Teil des Air-

craft Managements seien. Denn während Kosten und Auslagen, die im Zu-

sammenhang mit den Leistungen der operativen Unterstützung, Wartung 

und Versicherung des Flugzeugs sowie des administrativen Supports und 

damit mit dem Kerngehalt des Aircraft Managements stünden, gemäss 

Ziff. 2.3 Bst. a–d AGB abgerechnet würden, richte sich die Abrechnung für 

die streitbetroffenen Personenbeförderungen nach Ziff. 2.3 Bst. e AGB. 

Diese Klausel regle die Erstattung der Kosten und Auslagen für zusätzliche 

Leistungen der Beschwerdeführerin, die vom Kunden von Zeit zu Zeit im 

Zusammenhang mit einem Flug oder dem Flugzeug angefordert würden.  

3.1.3 Die streitbetroffenen Personenbeförderungen seien – so die  

Vorinstanz weiter – auch keine Nebenleistung zur Bodenabfertigung. Denn 

die Bodenabfertigung und die streitbetroffenen Personenbeförderungen 

verfolgten unterschiedliche Stossrichtungen. Die Bodenabfertigung diene 

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Seite 13 

der Vor- und Nachbereitung eines Fluges. Die damit verbundenen Leistun-

gen müssten also mit der Abfertigung des Flugzeugs, der Passagiere, Be-

satzungsmitglieder und des Gepäcks am Flughafen bzw. Flugplatz im Zu-

sammenhang stehen. Darunter fielen somit Leistungen, die der Vorberei-

tung des Flugzeugs für einen Ab- oder Ankunftsflug dienten. Es könne sich 

dabei auch um Transporte von Fluggästen zwischen Flugzeug und Abfer-

tigungsgebäude, hingegen nicht um Passagiertransporte ausserhalb des 

Flughafengeländes handeln. Zur Untermauerung ihres Standpunktes ver-

weist die Vorinstanz auf Art. 29a der Verordnung über die Infrastruktur der 

Luftfahrt vom 23. November 1994 (VIL, SR 748.131.1) i.V.m. Art. 2 Bst. e 

der Richtlinie 96/97/EG vom 15. Oktober 1996 über den Zugang zum Markt 

der Bodenabfertigungsdienste auf den Flughäfen der Gemeinschaft, in der 

für die Schweiz gemäss Ziff. 1 des Anhangs zum Abkommen zwischen der 

Schweizerischen Eidgenössischen Schaft und der Europäischen Gemein-

schaft über den Luftverkehr vom 21. Juni 1999 (SR 0.748.127.192.68, 

nachfolgend: Luftverkehrsabkommen) jeweils gültigen Fassung und deren 

Anhang, insb. Ziff. 5.4 und 10.1. Im Gegensatz dazu seien die streitbe-

troffenen Personenbeförderungen eine vor- oder nachgelagerte, eigen-

ständige Leistung und keine untergeordnete Leistung zur Bodenabferti-

gung. Sie dienten dazu, die Passagiere vom Flughafen weg – sei dies bei-

spielsweise zu einem Hotel oder Restaurant – oder zum Flughafen zu 

transportieren, und erfolgten somit ausserhalb des Flughafens. Das erfor-

derliche Gefüge von einer übergeordneten Haupt- und einer untergeordne-

ten Nebenleistung liege somit vorliegend nicht vor. 

3.2  

3.2.1 Die Beschwerdeführerin vertritt dagegen im Wesentlichen den Stand-

punkt, dass die streitbetroffenen Personenbeförderungen Teil des Aircraft 

Managements seien. Diese würden gemäss abgeschlossenem Vertrag 

einzig erbracht, wenn sie im Zusammenhang mit einem Flug oder ander-

weitig im Zusammenhang mit dem zu verwaltenden Flugzeug stünden. Sie 

seien daher mit der Hauptleistung Aircraft Management eng verbunden 

und würden diese abrunden und ergänzen. Solche Personenbeförderun-

gen würden üblicherweise auch mit dem Aircraft Management vorkommen. 

Sie seien Teil der Bodenabfertigung. 

Um die Üblichkeit der streitbetroffenen Personenbeförderungen zu bele-

gen, verweist die Beschwerdeführerin auf die Websites zweier Bodenab-

fertigungsunternehmen, welche im Rahmen ihrer Services ebenfalls einen 

«Limousinen-Service» bzw. «Chauffeurdienste» anbieten. Da die Boden-

abfertigung eine Teilleistung des Aircraft Managements sei, bildeten die 

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Seite 14 

streitbetroffenen Personenbeförderungen als Teilleistung der Bodenabfer-

tigung ebenfalls Bestandteil der Gesamtleistung Aircraft Management. 

3.2.2 Gemäss den Ausführungen der Beschwerdeführerin gehören zum 

Betrieb eines Passagierflugzeugs und dessen einsatzfähigen Zustand 

auch Passagiere. Denn die gesamte Flugvorbereitung samt der Organisa-

tion der Bodenabfertigung, der Start- und Landezeiten, der Überflugbewil-

ligungen, der Besatzung, etc. erfolgten im Hinblick auf bestimmte Flüge 

einzelner oder weniger Passagiere. Träfen diese zu spät am Flughafen ein, 

sei der Betrieb des Flugzeugs wesentlich beeinträchtigt. Entsprechend 

seien Personentransporte für Passagiere und die Besatzung in Einzelfällen 

erforderlich, damit Startzeiten, Überflugbewilligungen oder andere mit dem 

Betrieb des Flugzeugs erforderliche und bereitgestellte Leistungen genutzt 

werden könnten. Müssten diese neu organisiert werden, hätte dies Mehr-

kosten zur Folge, weshalb ein relevanter wirtschaftlicher Zusammenhang 

solcher Personentransporte mit der Verwaltung und dem Betrieb eines 

Passagierflugzeugs bestünde. 

Die Reisen der Passagiere mit Privat Jets werden laut Beschwerdeführerin 

regelmässig von ihren Mitarbeitenden detailliert geplant. Dabei würden 

nicht nur Besprechungstermine und Hotelunterkünfte, etc. von diesen or-

ganisiert, sondern auch die Beförderung am Boden. Bei Geschäftsflügen 

könne es auch sein, dass Beförderungen und Hotels durch Geschäfts-

partner bereitgestellt würden. Es könne aber vorkommen, dass dies einmal 

nicht erfolgt sei oder die geplanten Transportmöglichkeiten, aus welchen 

Gründen auch immer, nicht mehr zur Verfügung stünden. In solchen Kons-

tellationen könne es sein, dass es im Zusammenhang mit einem bestimm-

ten Flug oder dem Flugzeug gelegentlich erforderlich sei, den Personen-

transport der Passagiere, allenfalls, wenn Unsicherheit über den Rückflug 

und Verschiebungen eines Rückfluges einträten, auch für wenige weitere 

Tage, zu organisieren. 

Die Organisation solcher zusätzlichen Dienstleistungen durch sie (die Be-

schwerdeführerin) komme nur gelegentlich vor und würde stets im Zusam-

menhang mit Flügen oder dem Flugzeug stehen. Es bestehe daher sowohl 

zeitlich wie sachlich und auch wirtschaftlich ein enger Zusammenhang zwi-

schen solchen Dienstleistungen, wie bei den vorliegend interessierenden 

Transporten von Passagieren ins Hotel, zu Besprechungen und zum Flug-

hafen. Ein solch enger Zusammenhang bestehe auch, wenn zwischen Flü-

gen nur wenige Tage liegen oder Flüge verschoben werden und deshalb 

über einige Tage Fahrzeuge auf Abruf bereitzuhalten sind. 

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Seite 15 

3.3 Nachfolgend ist zu prüfen, ob die streitbetroffenen Personenbeförde-

rungen in Abweichung vom Grundsatz, dass mehrere Leistungen selbstän-

dig gewürdigt werden, als Teil der Gesamtleistung Aircraft Management 

i.S.v. Art. 19 Abs. 3 MWSTG oder als akzessorische Nebenleistung zum 

Aircraft Management i.S.v. Art. 19 Abs. 4 MWSTG zu qualifizieren sind. 

3.4 Die streitbetroffenen Personenbeförderungen sind als erstes daraufhin 

zu untersuchen, ob sie Teil der Gesamtleistung Aircraft Management sind. 

Bei einer Gesamtleistung müssen die einzelnen Leistungen – wie zuvor in 

Erwägung 2.5.2 festgehalten – sachlich, zeitlich und vom wirtschaftlichen 

Gehalt her in einer derart engen Verbundenheit stehen, dass sie untrenn-

bare Komponenten eines Vorgangs verkörpern, der das gesamte Handeln 

umfasst. Der Leistungskomplex kann demnach nicht in Einzelleistungen 

zerlegt werden, die einzeln für sich betrachtet einen wirtschaftlich sinnvol-

len Zweck erfüllen, oder wenn die Gesamtleistung durch eine solche Zer-

legung zerstört, beschädigt oder verändert würde. 

Von einer solchen derart engen Verbundenheit zwischen Aircraft Manage-

ment und den streitbetroffenen Personenbeförderungen kann nicht ausge-

gangen werden. Es steht wirtschaftlich sowie im Übrigen auch zivilrechtlich 

betrachtet ausser Zweifel, dass das Verwalten, Bereithalten und Betreiben 

eines Flugzeugs in einem einsatzfähigen Zustand und die Organisation 

und Durchführung von Passagiertransporten am Boden und das Bereithal-

ten eines Fahrzeugs während des Aufenthalts eines Passagiers separat 

vereinbart und erbracht werden können. So führt die Beschwerdeführerin 

selbst aus, dass Reisen von Passagieren von Privat Jets regelmässig von 

ihren Mitarbeitenden detailliert geplant würden. Dabei würden üblicher-

weise nicht nur Besprechungstermine und Hotels, etc. von diesen Mitar-

beitern organisiert, sondern auch die Beförderung am Boden. 

Da das Verwalten, Bereithalten und Betreiben eines Flugzeugs in einem 

einsatzfähigen Zustand einerseits und die Organisation und Durchführung 

von Passagiertransporten am Boden und das Bereithalten eines Fahr-

zeugs während eines Aufenthalts andererseits ohne Weiteres je als Einzel-

leistungen bezogen werden können und diese gemäss Ausführungen der 

Beschwerdeführerin regelmässig von Passagieren von Privat Jets tatsäch-

lich als solche Einzelleistungen von verschiedenen Leistungserbringern 

bezogen werden, ist erstellt, dass die beiden Leistungen je für sich betrach-

tet einen wirtschaftlich sinnvollen Zweck erfüllen. Dementsprechend fällt 

die Qualifikation der streitbetroffenen Personenbeförderungen als Teil der 

Gesamtleistung «Aircraft Management» ausser Betracht. 

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Seite 16 

3.5  

3.5.1 Die streitbetroffenen Personenbeförderungen sind als Nächstes da-

raufhin zu untersuchen, ob sie von Eigentümern eines Privat Jets, welche 

diesen als Passagiere nutzen (nachfolgend: Eigentümer), als Haupt- und 

Nebenleistung verstanden werden. 

Wie in Erwägung 2.5.3 aufgezeigt, setzt die Annahme einer unselbständi-

gen Nebenleistung – die das steuerliche Schicksal der Hauptleistung teilt 

– laut ständiger Rechtsprechung kumulativ voraus, dass sie im Vergleich 

zur Hauptleistung nebensächlich ist, mit dieser wirtschaftlich eng zusam-

menhängt, sie wirtschaftlich ergänzt, verbessert oder abrundet und übli-

cherweise mit ihr vorkommt. Die Bejahung einer Nebenleistung hat Aus-

nahmecharakter. 

In einem ersten Schritt ist zu untersuchen, ob aus der vorliegend massge-

blichen Verbraucheroptik (d.h. jene der Eigentümer) die streitbetroffenen 

Personenbeförderungen einen eigenständigen Zweck haben oder ob sie 

im Vergleich zum Aircraft Management lediglich nebensächlich sind. 

3.5.2 Eigentümer bezwecken mit einem Privat Jet letztlich die individuelle 

Überwindung von weiten Distanzen zwischen Flughäfen. Ein Flug mit ei-

nem Privat Jet ermöglicht Eigentümern, ihren Angehörigen und Gästen die 

Beförderung zu fernen Reisezielen, wobei der Flug im Verhältnis zu Bo-

dentransporten bei weiten Distanzen ein erhebliches Zeiteinsparungspo-

tential bietet. Das Erreichen lokaler Reiseziele am finalen Aufenthaltsort ist 

hingegen mit einem Privat Jet in aller Regel von vornherein nicht möglich, 

da Luftfahrzeuge grundsätzlich nur auf Flugplätzen abfliegen oder landen 

dürfen (für die Schweiz: Art. 8 Abs. 1 des Luftfahrtgesetzes vom 21. De-

zember 1948 [LFG, SR 748.0]). 

Wie die Beschwerdeführerin selbst ausführt, geht die Reiseplanung für Ei-

gentümer, welche regelmässig durch deren Mitarbeitende erfolgt, grund-

sätzlich über die Wahl der mit dem Privat Jet zu erreichenden Destination 

hinaus. So werden neben dem Flug üblicherweise etwa auch die Unter-

kunft, Besprechungstermine und insbesondere auch die Beförderung am 

Boden durch Mitarbeitende im Voraus geplant und organisiert. Insofern 

stellt der Flug mit einem Privat Jet in aller Regel einen Teilaspekt einer 

Reise dar, welcher erst zusammen mit weiteren Elementen wie Boden-

transporten, Unterkunft und Tagesprogramm gesamthaft eine Reise bildet. 

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Seite 17 

Durch den Abschluss eines Aircraft Management Vertrags beauftragen Ei-

gentümer einen Dritten mit dem Verwalten, Bereithalten und Betreiben ih-

res Flugzeugs in einem einsatzfähigen Zustand. Eigentümer wollen dabei 

das Flugzeug in ihrem Sinne nutzen können, ohne sich um die administra-

tiven Belange, die mit dem Betrieb eines Privat Jets einhergehen, kümmern 

zu müssen. Nicht zum Kerngehalt eines Aircraft Management Vertrags ge-

hört die allgemeine Reiseplanung für Eigentümer. Entsprechend beschrän-

ken sich mögliche untergeordnete Nebenleistungen zum Aircraft Manage-

ment ausschliesslich auf Leistungen, die in nebensächlicher Weise für den 

mit dem Flugzeug zu absolvierenden Reiseabschnitt von Flughafen zu 

Flughafen erbracht werden – nicht hingegen auf eigenständige Komponen-

ten einer Reise. 

3.5.3 Im Gegensatz dazu bezwecken die streitbetroffenen Personenbeför-

derungen die Erreichung von lokalen Reisezielen am Aufenthaltsort. Sei 

dies vom Flughafen zum Hotel oder umgekehrt oder an ein beliebiges an-

deres Ziel während der Dauer des Aufenthalts. Da der Flug mit einem Pri-

vat Jet aus Verbraucheroptik regelmässig kein Selbstzweck darstellt und 

eine Reise in den seltensten Fällen sowohl an einem Flughafen beginnt als 

auch an einem solchen endet, werden Bodentransporte zum Erreichen von 

individuellen Reisezielen im Rahmen der Reiseplanung üblicherweise fest 

eingeplant. Es erscheint denn auch als ausgeschlossen, dass es Eigentü-

mer im Rahmen einer Reiseplanung dem Zufall überlassen, ob und wie sie 

nach der Ankunft am Flughafen das eigentliche Reiseziel erreichen. So ist 

den Ausführungen der Beschwerdeführerin selbst zu entnehmen, dass Ei-

gentümer am Aufenthaltsort stets Personenbeförderungen der streitbe-

troffenen Art in Anspruch nähmen. Variabel ist dabei allem Anschein nach 

einzig, ob diese von Mitarbeitenden oder Geschäftspartnern der Eigentü-

mer organisiert oder ausnahmsweise von der Beschwerdeführerin erbracht 

werden. Damit haben die streitbetroffenen Personenbeförderungen für Ei-

gentümer einen eigenen Zweck und stellen nicht nur das Mittel dar, um die 

Aircraft Management Leistungen unter optimalen Bedingungen in An-

spruch zu nehmen. Sie werden von Eigentümern vielmehr als eine wesent-

liche und eigenständige Hauptleistung verstanden.  

Daran ändert nichts, dass die Flugzeiten und die streitbetroffenen Perso-

nenbeförderungen unbestrittenermassen einer zeitlichen Koordination be-

dürfen, indem etwa die Anreise an den Flughafen im Idealfall zwecks 

Zeitoptimierung mit der geplanten Abflugzeit abgestimmt wird. Ein derarti-

ger Koordinationsbedarf ist einer Reiseplanung inhärent und besteht nicht 

A-2036/2022 

Seite 18 

speziell mit Blick auf einen Flug, sondern ganz allgemein bei termingebun-

denen Programmpunkten am Aufenthaltsort. 

3.5.4 Vor diesem Hintergrund können die streitbetroffenen Personenbeför-

derungen nicht im Sinne einer Ausnahme als untergeordnete Nebenleis-

tung zum Aircraft Management qualifiziert werden, welche im Vergleich zur 

Hauptleistung (Verwalten, Bereithalten und Betreiben eines Flugzeugs in 

einem einsatzfähigen Zustand) nebensächlich sind. Vielmehr handelt es 

sich um eine eigenständige Leistung mit einem für Eigentümer autonomen 

Zweck, nämlich die individuelle lokale Fortbewegung am Aufenthaltsort. 

Sie stellen wie die Durchführung eines Fluges einen wesentlichen Pfeiler 

einer Reise bzw. Reiseplanung eines Eigentümers dar.  

3.5.5 Die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Einwände ändern an 

der vorstehenden Würdigung nichts: 

3.5.5.1 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, dass zum Betrieb 

eines Passagierflugzeugs und für dessen einsatzfähigen Zustand auch 

Passagiere gehörten, verkennt sie, dass die Durchführung eines Fluges 

aus der massgeblichen Verbraucheroptik kein Selbstzweck ist, sondern Teil 

einer Reise darstellt. Dabei besteht der Vorteil im Halten eines Privat Jets 

gerade darin, dass die Durchführung eines Fluges auf die individuellen Be-

dürfnisse der Eigentümer abgestimmt werden kann. Sofern die Reise nicht 

am Flughafen beginnen und enden soll, werden sich Eigentümer aufgrund 

der gleichen Überlegungen auch eine Lösung für die individuelle Errei-

chung von lokalen Reisezielen organisieren (lassen). Es ist vor diesem Hin-

tergrund nicht, wie die Beschwerdeführerin impliziert, zu erwarten, dass 

sich Eigentümer ab der Ankunft am Aufenthaltsort jederzeit für den soforti-

gen Rückflug bereithalten und die streitbetroffenen Personenbeförderun-

gen einzig dafür beziehen, um Aircraft Management Leistungen der Be-

schwerdeführerin unter optimalen Bedingungen in Anspruch nehmen zu 

können. Dies gilt erst recht im vorliegenden Fall, in welchem die streitbe-

troffenen Personenbeförderungen über eine Zeitspanne von rund einer 

Woche und insbesondere auch an Tagen, an welchen kein Flug geplant 

war, bezogen wurden. Abgesehen davon spricht auch die nach eigenen 

Angaben der Beschwerdeführerin nur einzelfallweise organisierten Perso-

nenbeförderungen am Aufenthaltsort gegen eine mit der Hauptleistung eng 

verbundene Nebenleistung. 

3.5.5.2 Auch aus ihren Ausführungen, wonach die streitbetroffenen Perso-

nenbeförderungen üblicherweise mit der Bodenabfertigung, welche eine 

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Seite 19 

Teilleistung des Aircraft Managements darstelle, erbracht würden, kann die 

Beschwerdeführerin nach dem Gesagten hinsichtlich der Akzessorietät 

dieser Leistungen zu einer Hauptleistung nichts zu ihren Gunsten ableiten. 

Zum einen kann aus dem Umstand allein, dass andere Bodenabfertigungs-

unternehmen allenfalls auch Bodentransfers zwischen Flughafen und Ho-

tel oder anderweitige Chauffeurdienste anbieten, nicht auf deren Neben-

sächlichkeit geschlossen werden. Vielmehr ist dem Grundsatz nach unab-

hängig von der vertraglichen Grundlage bei Leistungsmehrheiten von un-

abhängigen Einzelleistungen auszugehen. Zum anderen sind die streitbe-

troffenen Personenbeförderungen unabhängig davon, ob sie mit dem Air-

craft Management im Allgemeinen oder der Bodenabfertigung als Teilleis-

tung des Aircraft Managements im Besonderen verglichen werden, aus 

den bereits ausführlich dargelegten Gründen aus der massgeblichen Ver-

braucheroptik nicht nebensächlich. 

3.5.6 Da bereits die festgestellte Eigenständigkeit der streitbetroffenen 

Personenbeförderungen bzw. deren fehlende Nebensächlichkeit zum Air-

craft Management die Annahme einer untergeordneten Nebenleistung, die 

das steuerliche Schicksal der Hauptleistung teilt, ausschliesst, erübrigt sich 

die Prüfung der übrigen kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen (vgl. 

E. 2.5.3).  

Die streitbetroffenen Personenbeförderungen sind eigenständige Leistun-

gen, die nicht das Schicksal der Aircraft Management Leistungen teilen. 

3.6 Der Leistungsort der streitbetroffenen Personenbeförderungen richtet 

sich gemäss Art. 8 Abs. 2 Bst. e MWSTG nach dem Ort, an dem die Beför-

derung gemessen an der zurückgelegten Strecke tatsächlich stattfindet 

(E. 2.7). Die zwischen dem 16. und 22. August 2017 zurückgelegten Stre-

cken befinden sich in der Region Genf und somit vermutungsweise zumin-

dest teilweise im Inland. Dass die streitbetroffenen Personenbeförderun-

gen ausschliesslich auf Auslandstrecken erfolgt wären, wird von der Be-

schwerdeführerin nicht geltend gemacht. Dies hat zur Folge, dass die Be-

schwerdeführerin im Jahr 2017 im Inland Personenbeförderungsleistun-

gen erbracht hat, welche gemäss Art. 151 Abs. 1 Bst. c MWSTV eine An-

spruchsberechtigung auf Vergütung der Mehrwertsteuer ausschliessen. 

Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin die Vergütung der Mehrwert-

steuer für das Jahr 2017 zu Recht verweigert.  

A-2036/2022 

Seite 20 

Nach dem Gesagten erweist sich der angefochtene Entscheid als recht-

mässig. Die Beschwerde ist damit unbegründet und entsprechend abzu-

weisen. 

4.  

Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 4’000.– der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG und Art. 1 ff. des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und dem ge-

leisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu entnehmen.  

Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG 

e contrario).  

  

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Seite 21 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 4'000.– werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Dieser Betrag wird dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-

schuss entnommen. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Keita Mutombo Gregor Gassmann 

 

  

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Seite 22 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten 

Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der 

Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die 

Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

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