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**Case Identifier:** 9f0f0e3f-6194-5757-adef-789c62fd0b60
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-03-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.03.2012 E-1066/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1066-2012_2012-03-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-1066/2012 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 .  M ä r z  2 0 1 2  

Besetzung 

 
Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), 

mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer,  

Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer. 

   Parteien 
 

A._______, geboren am (…),  

und deren Ehemann 

B._______, geboren am (…), 

und deren gemeinsames Kind 

C._______, geboren am (…), 

Kosovo,  

alle wohnhaft (…), 

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

 

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 

Verfügung des BFM vom 20. Februar 2012 / N (…). 

 

 

E-1066/2012 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Beschwerdeführenden – Ashkali mit letztem Wohnsitz in 

D._______ – eigenen Angaben zufolge den Kosovo am 14. Januar 2012 

verliessen und über ihnen unbekannte Länder auf dem Landweg am 

17. Januar 2012 illegal in der Schweiz einreisten, wo sie gleichentags im 

Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) E._______ um Asyl 

nachsuchten, 

dass sie anlässlich der Kurzbefragungen im EVZ E._______ vom 3. Feb-

ruar 2012 sowie der direkten Bundesanhörungen vom 20. Februar 2012 

zur Begründung ihrer Asylgesuche im Wesentlichen geltend machten, 

wegen ihrer Zugehörigkeit zu den Ashkali sei der Beschwerdeführer am 

13. November 2011 in F._______ von zwei Albanern zusammengeschla-

gen, bedroht und aufgefordert worden, Kosovo zu verlassen, 

dass diese ihn mit einem Holzstock auf den Rücken geschlagen und ihm 

mit den Fäusten einen Zahn ausgeschlagen hätten, 

dass er aufgrund dieser Verletzungen ins Spital in G._______ eingeliefert 

worden sei, wo er bis zwei Tage vor Silvester habe bleiben müssen,  

dass er vor diesem Hintergrund entschieden habe, Kosovo mit seiner 

Familie zu verlassen, wozu er zur Finanzierung ihrer Ausreise den 

Schmuck seiner Frau, zwei Fernsehgeräte sowie einen Holzkochherd 

verkauft habe,  

dass seine Ehefrau dieselben Gründe geltend machte und darüber hin-

aus ausführte, sie hätten in Kosovo keine Arbeit und keine Ruhe, 

dass die Beschwerdeführerenden zur Unterstützung ihrer Aussagen eine 

Röntgenaufnahme der Lunge des Beschwerdeführers vom 13. November 

2008 sowie fünf MRI-Aufnahmen des Kopfes des Beschwerdeführers 

vom 5. Januar 2009 und eine Kopie des Identitätsausweises des Vaters 

der Beschwerdeführerin sowie dessen Todesschein aus dem Jahr 1999 

als Beweismittel zu den Akten reichten, 

dass das BFM mit Verfügung vom 20. Februar 2012 – gleichentags 

mündlich eröffnet – gestützt auf Art. 34 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 

26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf die Asylgesuche der Be-

schwerdeführenden nicht eintrat, deren Wegweisung aus der Schweiz 

sowie und deren Vollzug anordnete,  

E-1066/2012 

Seite 3 

dass das BFM im Wesentlichen ausführte, angesichts der innenpoliti-

schen Situation in Kosovo habe der Bundesrat mit Beschluss vom 

6. März 2009 Kosovo als verfolgungssicheren Staat (safe country) im 

Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG bezeichnet, weshalb auf Asylgesu-

che kosovarischer Staatsangehöriger nicht eingetreten werde, ausser es 

gebe Hinweise auf Verfolgung, 

dass derartige Hinweise, die eine widerlegbare Vermutung der Verfol-

gungssicherheit gemäss Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG umstossen könnten, 

im vorliegenden Fall nicht ersichtlich seien,  

dass sich die von den Beschwerdeführenden ins Recht gelegten Rönt-

gen- und MRI-Aufnahmen (Röntgenaufnahme der Lunge vom 13. No-

vember 2008, MRI-Aufnahmen des Schädels vom 5. Januar 2009), wel-

che die Ende des Jahres 2011 erlittenen Schläge auf den Kopf des Be-

schwerdeführers beweisen sollten, nicht auf den dargelegten Sachverhalt 

beziehen würden, 

dass die Einreichung derartiger Beweismittel den Vorbringen bezüglich 

der Ende des Jahres 2011 erlittenen Schläge die Glaubwürdigkeit (recte: 

Glaubhaftigkeit) entziehe, 

dass auch der Erklärungsversuch des Beschwerdeführers, er sei Anal-

phabet und wisse nicht, welches Datum darauf stehe, nicht gehört wer-

den könne, zumal er selbst als Analphabet wissen sollte, ob die besagten 

Aufnahmen vor wenigen Wochen gemacht worden seien,  

dass zudem fehlerhafte Daten ausgeschlossen werden könnten, weil die-

se in den MRI-Aufnahmen eingelesen seien und im Falle des Röntgenbil-

des das Datum zwar handschriftlich angebracht sei, dieses in zeitlicher 

Hinsicht jedoch in keiner Weise mit den geltend gemachten Tätlichkeiten 

übereinstimme, so dass ein Fehler auszuschliessen sei, 

dass zwar vereinzelte Benachteiligungen und Schikanen gegenüber 

Roms nicht restlos ausgeschlossen werden könnten, der Staat allerdings 

selbst Übergriffe durch Drittpersonen nicht billige oder unterstütze und 

solche Vorfälle auch in Kosovo Straftatbestände darstellen würden, die 

strafrechtlich verfolgt würden, 

dass es zwar in einzelnen Fällen vorkommen könne, dass Behördenver-

treter mit niedrigen Chargen die notwendigen Untersuchungsmassnah-

men trotz wiederholtem Intervenieren nicht einleiten würden, dennoch  

E-1066/2012 

Seite 4 

bestehe die Möglichkeit, gegen fehlbare Beamte auf dem Rechtsweg vor-

zugehen und die zustehenden Rechte bei höheren Instanzen einzufor-

dern, da der kosovarische Staat bestrebt sei, Verfehlungen von Beamten 

zu ahnden, 

dass es den Beschwerdeführenden somit nicht gelingen würde, die Ver-

mutung fehlender Verfolgung gemäss Art. 6 Abs. 2 Bst. a AsylG zu wider-

legen, so dass in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 AsylG auf die Asylgesu-

che nicht einzutreten sei,  

dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 24. Februar 2012 – Da-

tum Poststempel – gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsge-

richt Beschwerde erhoben und dabei beantragten, die angefochtene Ver-

fügung sei aufzuheben und auf die Asylgesuche sei einzutreten, eventua-

liter sei ihnen die vorläufige Aufnahme zu gewähren, 

dass sie in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 

20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) 

sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und even-

tualiter um die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung ersuchten, 

dass auf die Begründung der Beschwerde – soweit entscheidwesentlich – 

in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen ist, 

dass die vorinstanzlichen Akten am 27. Februar 2012 vollständig beim 

Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 

über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei-

det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor 

welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG 

i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

[VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 

17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),  

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 

vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, 

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Seite 5 

dass die Beschwerdeführenden durch die angefochtene Verfügung be-

sonders berührt sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 

beziehungsweise Änderung haben und daher zur Einreichung der Be-

schwerde legitimiert sind, weshalb auf die frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG), 

dass der Beschwerde aufschiebende Wirkung zukommt (Art. 55 Abs. 1 

VwVG) und die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung einer allfälli-

gen Beschwerde die aufschiebende Wirkung nicht entzogen hat (Art. 55 

Abs. 2 VwVG), 

dass daher auf das Begehren, die aufschiebende Wirkung sei wiederher-

zustellen, mangels Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten ist, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die 

Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),  

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 

das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 32-35a AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerde-

instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, 

dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretensent-

scheid als unrechtmässig erachtet – einer selbstständigen materiellen 

Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zur 

neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Entscheidungen 

und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 

2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.), 

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung sowie deren Vollzugs be-

reits materiell geprüft hat, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht dies-

bezüglich volle Kognition zukommt, 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 

sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, 

weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist 

(Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/34
http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/34

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Seite 6 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend kein Schriftenwechsel 

durchgeführt wurde, 

dass vorab die Rüge der unvollständigen Sachverhaltsfeststellung zu be-

handeln ist, 

dass hierzu in der Rechtsmitteleingabe im Wesentlichen ausgeführt wur-

de, das BFM habe sich bei seiner Entscheidfindung lediglich von den an-

gebrachten Daten auf den Röntgenaufnahmen leiten lassen und daher zu 

Unrecht auf die pauschale Unglaubhaftigkeit ihrer Vorbringen geschlos-

sen,  

dass dieser Einwand insoweit zu kurz greift, als das BFM bei seiner Ent-

scheidfindung unter anderem auch die ins Recht gelegten Röntgenauf-

nahmen hat prüfen müssen, um sicherzustellen, dass keine widerlegbare 

Vermutung der Verfolgungssicherheit gemäss Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG 

vorliegt,  

dass seine Behauptung, er sei in gutem Glauben gewesen, dass die Da-

ten der Aufnahmen der Wahrheit entsprächen, ansonsten er sich wohl 

kaum selbst blossgestellt hätte, daran nichts zu ändern vermag,  

dass auch der Erklärungs- und Entkräftungsversuch in der Beschwerde-

schrift, wonach der Dolmetscher ein Albaner gewesen sei, weswegen der 

Beschwerdeführer grosse Angst gehabt habe, weitere Details zu erzäh-

len, nicht zu überzeugen vermag und als Schutzbehauptung zu werten 

ist, zumal die Beschwerdeführenden die Authentizität der Protokolle un-

terschriftlich bestätigt und diesen nichts entsprechendes entgegenhalten 

haben, 

dass nach dem Gesagten nicht einsehbar ist, inwiefern das BFM den 

Sachverhalt unvollständig festgestellt haben sollte, weshalb die entspre-

chende Rüge nicht zu hören ist,  

dass im Weiteren – unter Hinweis auf die geltend gemachte Verfolgungs-

situation in der Heimat – beantragt wurde, es sei die vorinstanzliche Ver-

fügung aufzuheben und das BFM anzuweisen, auf das vorliegende Asyl-

gesuch einzutreten, 

dass auf Gesuche von Asylsuchenden aus verfolgungssicheren Staaten 

nach Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG (sogenannte Safe-Country-Regelung) 

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nicht eingetreten wird, ausser es gebe Hinweise auf eine Verfolgung 

(Art. 34 Abs. 1 AsylG), 

dass die Beschwerdeführenden eigenen Angaben zufolge kosovarische 

Staatsangehörige, der Bundesrat den Kosovo mit Beschluss vom 6. März 

2009 zum "safe country" im obgenannten Sinn erklärt hat und auf diese 

Einschätzung im Rahmen der periodischen Überprüfung (vgl. Art. 6a 

Abs. 3 AsylG) bisher nicht zurückgekommen ist, 

dass somit die formelle Voraussetzung für den Erlass eines Nichteintre-

tensentscheides – in Übereinstimmung mit dem BFM – gestützt auf 

Art. 34 Abs. 1 AsylG gegeben ist, 

dass zu prüfen bleibt, ob das BFM im Weiteren zu Recht erwogen hat, 

aus den Akten würden sich keine Hinweise ergeben, welche die in Bezug 

auf den Kosovo bestehende Vermutung der Verfolgungssicherheit wider-

legen könnten, 

dass bei Art. 34 Abs. 1 AsylG praxisgemäss derselbe weite Verfolgungs-

begriff wie in Art. 18, Art. 33 Abs. 3 Bst. b und Art. 35 AsylG zur Anwen-

dung gelangt (zu den beiden erstgenannten Bestimmungen vgl. EMARK 

2004 Nr. 35 E. 4.3 S. 247), welcher nicht bloss ernsthafte Nachteile nach 

Art. 3 AsylG, sondern auch die von Menschenhand verursachten Weg-

weisungshindernisse im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 

Abs. 3 und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Aus-

länderinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) umfasst (vgl. EMARK 2004 

Nr. 5 E. 4c.aa S. 35 f., EMARK 2004 Nr. 35 E. 4.3 S. 247), 

dass ausserdem ein im Vergleich zum – bereits erleichterten – Beweis-

mass des Glaubhaftmachens nochmals reduzierter Massstab anzuwen-

den ist und auch bei Asylsuchenden aus einem verfolgungssicheren Staat 

das Erfüllen der Flüchtlingseigenschaft geprüft werden muss, sobald in 

den Akten Hinweise auf Verfolgung (im soeben erläuterten Sinn) zu ver-

zeichnen sind, deren Unglaubhaftigkeit nicht schon auf den ersten Blick 

erkannt werden kann (EMARK 2005 Nr. 2 E. 4.3 S. 16 f.), 

dass sich die Beschwerde inhaltlich auf eine sinngemässe Wiederholung 

der bisherigen Aussagen der Beschwerdeführenden beschränkt, und zu-

sätzlich ausgeführt wird, ein Wegweisungsvollzug nach Kosovo sei für sie 

nicht zumutbar, weil sie bei einer allfälligen Rückkehr mit erneuten Be-

drohungen und körperlichen Angriffen rechnen müssten,  

http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/35
http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/35
http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/5
http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/5
http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/35
http://links.weblaw.ch/EMARK-2005/2

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Seite 8 

dass sie keine Bleibe mehr hätten und aufgrund ihrer Ethnie sowie der 

fehlenden Bildung es für sie aussichtslos sei, eine Arbeitsstelle zu finden,  

dass die im Zusammenhang mit der nicht widerlegten Vermutung fehlen-

der Verfolgung abgefassten vorinstanzlichen Erwägungen nach einer 

Überprüfung der Akten und unter Berücksichtigung der Beschwerdeein-

gabe als zutreffend zu erachten sind und zwecks Vermeidung von Wie-

derholungen darauf verwiesen werden kann, 

dass die Vorbringen, nicht mehr viele Familienmitglieder in Kosovo zu 

haben sowie die angedrohte Kündigung ihrer Unterkunft erstmals auf Be-

schwerdeebene geltend gemacht werden und durch nichts belegte Be-

hauptungen sind, 

dass ferner zu erwähnen ist, dass die Beschwerdeführerin bereits anläss-

lich der Erstbefragung nebst den Asylgründen ihres Ehemannes ausge-

führt hat, sie hätten in Kosovo weder Arbeit noch Ruhe, weshalb sie Ko-

sovo verlassen hätten (vgl. A6/11 S. 7), 

dass damit davon auszugehen ist, der von den Beschwerdeführenden 

geltend gemachte Fluchtgrund sei auf die allgemeinen wirtschaftlichen 

und sozialen Lebensbedingung in ihrer Heimat zurückzuführen, womit of-

fensichtlich keine Verfolgung zum Ausdruck gebracht wird, 

dass auch die Ausführungen in der Beschwerdeschrift, wonach die Be-

schwerdeführenden bereits aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu den Ashkali 

eine Verfolgung zu vermuten hätten, an dieser Feststellung nichts zu än-

dern vermögen, 

dass vielmehr gerade der Hinweis auf die soziale Zugehörigkeit der Be-

schwerdeführenden zu den Ashkali verdeutlicht, dass die angeblich erlit-

tenen Nachteile nicht Folge von gezielt gegen sie gerichteten Verfol-

gungsmassnahmen sind, sondern auf das soziale Gefälle in Kosovo zu-

rückzuführen sind, unter dem ein beträchtlicher Teil der dortigen Bevölke-

rung zu leiden hat, 

dass im Umstand, dass die Beschwerdeführenden in Kosovo in wirt-

schaftlicher und sozialer Hinsicht benachteiligt gewesen sein mögen, 

auch kein von Menschenhand verursachtes Wegweisungshindernis im 

Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 3 und 4 des Bundesge-

setzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer 

(AuG, SR 142.20), zu erblicken ist, 

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dass bei dieser Sachlage darauf verzichtet werden kann, auf die weiteren 

Vorbringen in der Beschwerde näher einzugehen, da sie an der vorste-

henden Einschätzung nichts zu ändern vermögen, 

dass demzufolge die Auffassung des BFM, wonach im vorliegenden Fall 

keine Hinweise auf eine Verfolgung im Sinne der vorgenannten Bestim-

mungen bestehen, zu bestätigen ist, 

dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 AsylG 

auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht eingetreten ist, 

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 

aus der Schweiz zur Folge hat vorliegend der Kanton keine Aufenthalts-

bewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-

sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bes-

tätigen ist (Art. 44 Abs. 1 AsylG, Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 

11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311], BVGE 2009/50 E.9 S. 733, mit 

weiteren Hinweisen), 

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 

Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt, 

wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG) , 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-

che Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder 

des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entge-

genstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), 

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), 

dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass-

geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es 

den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebli-

che Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das 

in Art. 5 AsylG und Art. 33 FK verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtli-

http://links.weblaw.ch/EMARK-2001/21

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Seite 10 

chen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung 

findet, 

dass überdies mit Blick auf die allgemeine Situation in Kosovo keine An-

haltspunkte ersichtlich sind, die auf eine den Beschwerdeführenden dort 

drohende menschenrechtswidrige Behandlung schliessen liessen, 

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 

erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situatio-

nen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notla-

ge konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), 

dass weder die allgemeine Lage in Kosovo noch individuelle Gründe auf 

eine konkrete Gefährdung der Beschwerdeführenden im Falle ihrer Rück-

kehr schliessen lassen, 

dass der Beschwerdeführer in seiner Heimat gelegentlich als (…) gear-

beitet hat (vgl. A5/12 S. 10), was angesichts der wirtschaftlichen und so-

zialen Gegebenheiten vor Ort nicht ungewöhnlich erscheint, 

dass zudem davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführenden auf 

die Unterstützung ihrer Familien zählen können, zumal (Angaben zu Fa-

milienangehörigen) der Beschwerdeführerin eigenen Aussagen gemäss 

in D._______ sowie (Angaben zu Familienangehörigen) des Beschwerde-

führers in F._______ leben (vgl. A6/11 S. 5, A5/12 S. 5),  

dass sie damit in ihrem Heimatland über ein familiäres Beziehungsnetz 

verfügen, welches ihnen in der ersten Zeit aushelfen könnte, 

dass darüber hinaus (…) der Beschwerdeführerin sowie (…) des Be-

schwerdeführers im Ausland leben (vgl. A6/11 S. 8, A5/12 S. 6), welche 

ihnen allenfalls finanzielle Unterstützung leisten könnten,  

dass demzufolge nicht zu erwarten ist, die Beschwerdeführenden würden 

bei einer Rückkehr nach Kosovo in eine existenzbedrohende Situation 

geraten, weshalb der Vollzug der Wegweisung nicht unzumutbar ist, 

dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführenden in den Hei-

matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen 

(Art. 83 Abs. 2 AuG), und es den Beschwerdeführenden obliegt, bei der 

Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG 

und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 - 515), 

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Seite 11 

dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun, 

inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechts-

erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unan-

gemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist,  

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ge-

mäss Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist, da sich die Beschwerde nach 

dem Gesagten als aussichtslos erwies, 

dass das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses angesichts des direkten Entscheids in der Hauptsache gegenstands-

los geworden ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten von Fr. 600.- 

(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]) den Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 

VwVG).  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss 

Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 

3.   

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 

Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die zu-

ständige kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Gabriela Freihofer Chantal Schwizer 

 

 

Versand: