# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0be16b4b-b4dd-56be-b685-d67aaa60a45e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.08.2017 UV 2015/35
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2015-35_2017-08-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2015/35

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 23.08.2019

Entscheiddatum: 28.08.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 28.08.2017
Art. 6 und 19 UVG. Die Leistungseinstellung durch den Unfallversicherer 
erfolgte zu Recht. Adäquanz bei Anwendung der Psycho-Praxis verneint 
(Entscheid des Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vom 28. August 
2017, UV 2015/35).

Entscheid vom 28. August 2017

 

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider (Vorsitz),

Miriam Lendfers und Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiber Markus 

Lorenzi             

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2015/35         

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Jürg Grämiger, LL.M.,

Toggenburgerstrasse 35, 9500 Will,

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gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Christian Leupi, grossenbacher rechtsanwälte ag, 

Zentralstrasse 44, 6003 Luzern,

zusätzlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Vera Häne,

grossenbacher rechtsanwälte ag, Zentralstrasse 44, 6003 Luzern,

Gegenstand                                                                   

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherte) war als Maschinenarbeiterin bei der B.___ GmbH 

+ Co. KG (nachfolgend: Arbeitgeberin), bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) obligatorisch gegen die Folgen von 

Unfällen versichert. Am 21. März 2012 liess sie dieser melden, sie habe am 15. März 

2012 mit dem Personenwagen einen Verkehrsunfall erlitten (UV-act. 1). Die Ärzte des 

Spitals C.___, wo sich die Versicherte vom 15. bis 17. März 2012 aufgehalten hatte, 

hatten im Austrittsbericht vom 20. März 2012 eine Commotio cerebri sowie einen 

Verdacht einer Fraktur des 7. Brustwirbelkörpers diagnostiziert und bis am 21. März 

2012 eine 100% Arbeitsunfähigkeit attestiert (UV-act. 46-2). Der Verdacht auf die 

Fraktur bestätigte sich auf Röntgenbildern vom 15. und 21. März 2012 nicht (UV-act. 7, 

146 f.).

A.b  Aufgrund starker Schmerzen wurde die Versicherte vom 5. bis 7. April 2012 erneut 

im Spital C.__ behandelt. Eine CT-Untersuchung des Neurocraniums und der 

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Halswirbelsäule vom 5. April 2012 ergab keine Auffälligkeiten, insbesondere keine 

intrakranielle Blutung oder Fraktur (UV-act. 148). Im Austrittsbericht vom 16. April 2012 

wurde eine Schmerzexazerbation bei Status nach HWS-Beschleunigungstrauma 

diagnostiziert

(UV-act. 15).

A.c  Laut Bericht der Hausärztin, med. pract. D.___, Fachärztin FMH Allgemeinmedizin, 

vom 17. Juni 2012 litt die Versicherte weiterhin an starken Schmerzen und traten im 

Verlauf auch Schlafstörungen (Träume vom Unfall) und Ängste auf (UV-act. 39-1). Die 

Hausärztin attestierte ihr weiterhin eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 42).

A.d  Am 28. und 29. August 2012 befand sich die Versicherte zu einem Spät-

Assessment bzw. zur neurologischen, neuropsychologischen und ergo-/physiothera-

peutischen Abklärung in der Rehaklinik Bellikon (UV-act. 64-1). Mit Bericht vom 7. 

September 2012 wurden ihr eine leichte traumatische Hirnverletzung, eine 

unspezifische neuropsychologische Störung mit kognitiven Einbussen in allen 

untersuchten Funktionsbereichen im Rahmen von psychischen Störungen (Verdacht 

auf mittelgradige [bis schwere] depressive Episode [F32.1], chronische 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren [F45.41], Hinweise auf 

psychotraumatologische Faktoren, Missbrauch von abhängigkeitserzeugenden und 

nichtabhängigkeitserzeugenden Substanzen [F55.2]) sowie eine Verdeutlichung der 

Beschwerden, ein Status nach HWS-Beschleunigungstrauma, ein myofasziales 

Schmerzsyndrom der Wirbelsäule und Schulterregion beidseits sowie ein cervikogener 

Kopfschmerz diagnostiziert (UV-act. 64-1).

A.e  Vom 15. November 2012 bis 24. Januar 2013 wurde die Versicherte stationär in 

der Psychiatrischen Klinik E.___ behandelt. Im Austrittsbericht vom 8. Mai 2013 wurden 

als psychiatrische Diagnosen eine schwere depressive Episode ohne psychotische 

Symptome (F32.2), eine posttraumatische Belastungsstörung (F43.1), eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung (F45.4), ein Missbrauch von 

nichtabhängigkeitserzeugenden Substanzen (Analgetika [F55.2]) sowie Störungen 

durch Opioide (schädlicher Gebrauch [F11.1]) genannt. Bei Austritt wurde die 

Arbeitsfähigkeit auf 0% beziffert (UV-act. 124). Ab dem 1. Februar 2013 liess sich die 

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Versicherte ambulant bei Dr. med. F.___, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie 

FMH, behandeln (UV-act. 128, 159, 207), welche ihr aus psychiatrischer Sicht eine 

100%-ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigte (vgl. u.a. UV-act. 194-1, 234-2). Am 6. Mai 

2013 erfolgte eine Abklärung im Schmerzzentrum des KSSG (UV-act. 138).

A.f  Aufgrund starker Schmerzen mit Hyperventilation wurde die Versicherte am 25. 

September und 9. Dezember 2013 notfallmässig ins Spital C.___ eingewiesen (UV-act. 

180, 203). Zwischenzeitlich war am 22. November 2013 am Röntgeninstitut G.___ eine 

MRT der Halswirbelsäule durchgeführt worden. Ausser geringen diskalen 

Degenerationen C4/5 und C5/6 wurden altersentsprechende Verhältnisse dokumentiert 

(UV-act. 172).

A.g  Vom 3. bis 14. Februar 2014 war die Versicherte zur Schmerztherapie im Spital 

H.___ hospitalisiert. Als Diagnosen wurden eine schwere depressive Episode aufgrund 

posttraumatischer Belastungsstörung, ein chronisches zerviko-thorako-vertebrales 

Schmerzsyndrom sowie rezidivierende Hyperventilationen, Schwindel und Synkopen 

bei Schmerzexazerbationen genannt (UV-act. 219-1).

A.h  Mit Bericht vom 28. Februar 2014 sprach Kreisarzt Dr. med. I.___, Facharzt für 

Chirurgie FMH, spez. Allgemeinchirurgie und Unfallchirurgie, von einem aus 

organischer Sicht wahrscheinlich auf diesem Niveau stabilen Zustand. Den 

Beschwerden liege kein organisches Substrat im Sinne einer strukturellen Veränderung 

zugrunde. Er schlage eine Kräftigung der Nackenmuskulatur im Sinne einer 

medizinischen Trainingstherapie (MTT) vor (UV-act. 222-2). Diese wurde anschliessend 

im Spital C.___ durchgeführt (vgl. u.a. UV-act. 248 f., 255, 263 f., 269-1).

A.i   Am 9. Januar 2015 teilte med. pract. D.___ der Suva mit, dass von der Fortsetzung 

der MTT keine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustands der Versicherten 

mehr zu erwarten sei (UV-act. 279).

A.j   Mit Verfügung vom 12. Januar 2015 stellte die Suva die Versicherungsleistungen 

aus der obligatorischen Unfallversicherung per 19. Januar 2015 ein (UV-act. 280).

B.   

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Am 27. Januar 2015 liess die Versicherte durch Rechtsanwalt lic. iur. J. Grämiger, Wil, 

gegen die Verfügung vom 12. Januar 2015 Einsprache erheben (UV-act. 282). Mit 

Eingabe vom 16. März 2015 ergänzte dieser die Einsprachebegründung und reichte 

zusätzlich einen Arztbericht von Dr. F.___ vom 25. Februar 2015 ein (UV-act. 286). Am 

28. Mai 2015 wies die Suva die Einsprache ab (UV-act. 293).

C.  

C.a Gegen den Einsprachentscheid vom 28. Mai 2015 liess die Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 25. Juni 2015 durch ihren Rechtsvertreter unter 

Entschädigungsfolge Beschwerde erheben mit den Rechtsbegehren: 1. Der 

Einspracheentscheid vom 28. Mai 2015 sei aufzuheben und die Suva (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) zu verpflichten, der Beschwerdeführerin die gesetzlichen 

Leistungen gemäss dem Unfallversicherungsgesetz zuzusprechen; 2. Eventualiter sei 

der Einspracheentscheid aufzuheben und ein unfallmechanisches bzw. 

unfallbiomechanisches Gutachten betreffend Frontalkollision vom 15. März 2012 und 

Schwere der Kollision unter Einwirkung auf die Beschwerdeführerin sowie ein 

polydisziplinäres bzw. mindestens neuropsychologisches Gutachten über die 

Beschwerdeführerin betreffend Unfallfolgen und Kausalität derselben zum 

Unfallereignis vorzunehmen; 3. Es seien der Beschwerdeführerin während der Dauer 

des laufenden Verfahrens und weiterer allfälliger Abklärungen über die Schwere des 

Unfalls und dessen Folgen weiterhin die gesetzlichen Taggelder auszurichten; 4. Es sei 

der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung zu 

bewilligen und der Unterzeichnende als Rechtsbeistand zu benennen (act. G 1). Mit der 

Beschwerdeschrift reichte der Rechtsvertreter einen Bericht vom 10. Juni 2015 

bezüglich eine von der Psychiatrischen Klinik E.___ durchgeführte testpsychologische 

Untersuchung der Beschwerdeführerin ein (act. G 1.3).

C.b Im Anschluss an ein Schreiben des Versicherungsgerichts vom 26. Juni (act. G 2) 

hat der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am 10. Juli 2015 auf einen förmlichen 

Entscheid bezüglich seiner Anträge 3. und 4. verzichtet bzw. diese zurückgezogen (act. 

G 3).

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C.c In der Beschwerdeantwort vom 10. November 2015 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 28. Mai 2015. Die Kosten seien bei Kostenlosigkeit des 

Verfahrens wettzuschlagen (act. G 9).

C.d Mit Schreiben vom 15. Dezember 2015 verzichtete der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin auf eine begründete Replik und hielt an der Beschwerde bzw. 

deren Begründung vom 25. Juni 2015 vollumfänglich fest (act. G 11).

C.e Am 5. April 2017 reichte die Beschwerdegegnerin den Vorbescheid der IV-Stelle St. 

Gallen vom 22. März 2017 (act. G 13.1) sowie das im IV-Verfahren eingeholte 

Gutachten der PMEDA, Polydisziplinäre Medizinische Abklärungen, Zürich, vom 11. 

Januar 2017 (act. G 13.2) ein (act. G 13).

C.f  Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der 

übrigen Akten wird, soweit entscheidwesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen

1.   

Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 

(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss den Übergangsbestimmungen werden 

Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor Inkrafttreten der Änderung ereignet 

haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach 

bisherigem Recht gewährt. Vorliegend steht ein Unfall vom 15. März 2012 zur 

Diskussion. Es finden daher die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen 

Anwendung.

2.   

Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die im Nachgang zum Unfall vom 15. 

März 2012 erbrachten Leistungen (Übernahme der Kosten für die Heilbehandlungen, 

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Taggeld) auf den 19. Januar 2015 einstellte und den Anspruch auf weitere Leistungen 

der Unfallversicherung ablehnte.

2.1  Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei 

Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz 

nichts anderes bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der 

Unfallversicherung bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des 

Unfallversicherers besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und 

adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (ALEXANDRA 

RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/

Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Wenn der Unfallversicherer den natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und einer entsprechenden 

Gesundheitsschädigung einmal anerkannt hat und entsprechende Leistungen erbringt, 

entfällt der Leistungsanspruch erst, wenn das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung 

von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist (vgl. dazu THOMAS LOCHER/

THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 

70 Rz 58). Da es sich dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die 

Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher 

Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim 

Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen). Der 

Unfallversicherer hat jedoch nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen zu erbringen, 

sondern nur darzutun, dass die unfallbedingten Ursachen des Gesundheitsschadens 

ihre kausale Bedeutung verloren haben (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts] vom 27. Februar 2004, U 29/03, E. 3.1).

2.2  Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher 

Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf 

Angaben ärztlicher Experten oder Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht 

nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181 

E. 3.1, 123 III 110; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen spielt die 

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Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang 

sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die 

adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2.1, 127 

V 103 E. 5b/bb; SVR 2000 Nr. 14 S. 45). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht 

(hinreichend) fassbar, ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei 

welcher wie folgt zu differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein 

Schleudertrauma bzw. keine schleudertraumaähnliche Verletzung und kein 

Schädelhirntrauma erlitten, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/

aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen das Vorliegen einer 

Schleudertraumaverletzung oder eines Schädelhirntraumas, muss geprüft werden, ob 

zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörende 

Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik 

aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung 

ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen 

aufgestellten Grundsätze massgebend. Dasselbe gilt, wenn es sich bei der nach einem 

Unfall aufgetretenen, psychischen Fehlentwicklung nicht um eine mit dem organisch-

psychischen Beschwerdebild nach Schleudertrauma (oder äquivalenter Verletzung) eng 

verflochtene Entwicklung handelt, sondern um einen selbständigen (sekundären) 

psychischen Gesundheitsschaden. Für diese Abgrenzung sind insbesondere Art und 

Pathogenese der Störung, das Vorliegen konkreter unfallfremder Faktoren und der 

Zeitablauf von Bedeutung. Nicht zur Anwendung gelangen die besonderen 

Schleudertrauma-Kriterien ferner bei einem durch den Unfall verschlimmerten 

psychischen Vorzustand (vgl. u.a. Urteil des EVG vom 7. November 2002, U 377/01, E. 

4.3). Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz bei einer 

Schleudertraumaverletzung oder eines Schädelhirntraumas gemäss den in BGE 117 V 

359 festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten Kriterien. Die Anwendung der 

Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhag bei Schleudertraumen der HWS 

und Schädelhirntraumen setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus dem 

Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die ebenfalls 

auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV 

2000 Nr. U 397 S. 327 E. 3b).

2.3  Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 

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die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet und 

nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit 

weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 

in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 

Inhalt (BGE 134 V 232 f. E. 5.1, 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).

3.   

Vorerst ist zu prüfen, ob zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung noch organisch 

objektivierbare Unfallfolgen vorhanden waren.

3.1  Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine 

strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares 

Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar und 

von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. 

Eine manuelle ärztliche Untersuchung fördert klinische, nicht aber objektivierbare 

organisch-strukturelle Ergebnisse zu Tage. Würde auf Ergebnisse klinischer 

Untersuchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches Substrat 

namhaft gemacht. Von objektiv ausgewiesenen organisch-strukturellen Unfallfolgen 

kann erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/

bildgebenden Untersuchungsmethoden bestätigt werden und die dabei angewendeten 

Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind (vgl. BGE 134 V 121 f. E. 9, 

134 V 232 f. E. 5.1 mit Hinweisen, 117 V 363 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 

mit Hinweisen [U 479/05]; Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2008, 

8C_806/2007, E. 8.2 mit zahlreichen Hinweisen). Thoracic-outlet-Syndrom (TOS), 

myofasziale und tendinotische bzw. myotendinotische Befunde sind beispielsweise für 

sich allein nicht als organisch hinreichend nachweisbare Unfallfolgen zu betrachten. 

Auch Verhärtungen und Verspannungen der Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken 

sowie Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit können für sich allein nicht als klar 

ausgewiesenes organisches Substrat der Beschwerden qualifiziert werden. Gleiches 

gilt für Nackenverspannungen bei Streckhaltung der HWS mit Retrohaltung (Urteile des 

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Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008, 8C_124/2008, E. 6 mit vielen Hinweisen, und 7. 

Februar 2008, U 13/07, E. 3.2 und 3.3).

3.2  Im Spital C.___ wurde gemäss Berichten vom 20. und 27. März 2012 eine 

Commotio cerebri (Schädelhirntrauma Grad I nach unauffälligem Befund bei GCS-

Überwachung) diagnostiziert (UV-act. 7, 46); Frakturen oder organisch-strukturelle 

Läsionen resultierten aus den Röntgenbildern nicht (UV-act. 146 f.). Die CT-

Untersuchung des Neurocraniums und der Halswirbelsäule vom 5. April 2012 brachte 

keine Auffälligkeiten, insbesondere keine intrakranielle Blutung oder Fraktur, hervor 

(UV-act. 148). Auch die klinisch neurologische Untersuchung in der Rehaklinik Bellikon 

ergab keine objektivierbaren Befunde (UV-act. 64-7 f.). Bei der neuropsychologischen 

Untersuchung, welche ebenfalls in Bellikon durchgeführt wurde, zeigten sich zwar 

kognitive Einschränkungen (UV-act. 64-8); mit neuropsychologischen Defiziten allein ist 

das Vorliegen organischer Unfallfolgen indes nicht hinreichend zu begründen (vgl. u.a. 

Urteil des Bundesgerichts vom 25. April 2007, U 321/06, E. 4.1). Dies gilt auch hier, 

zumal gemäss Bericht bei Vorliegen einer Verdeutlichung die Plausibilität des 

Ausmasses der diagnostisch festgestellten Leistungseinbussen zu relativieren ist (UV-

act. 64-8). Letztlich sind durch das MRT der HWS der Beschwerdeführerin vom 22. 

November 2013 ausser geringen diskalen Degenerationen C4/5 und C5/6 

altersentsprechende Verhältnisse dokumentiert (UV-act. 172).

3.3  Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die umfassend durchgeführten 

radiologischen bzw. apparativen Abklärungen, aber auch die neurologischen 

Untersuchungen keinen fassbaren organischen (unfallbedingten Befund) zeigen. Die 

über den 19. Januar 2015 hinaus geklagten Beschwerden sind damit nicht durch einen 

im Sinn der Rechtsprechung organisch nachweisbaren Unfallschaden erklärbar.

4.   

4.1  Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist bekannt, dass bei 

Schleuderverletzungen sowie äquivalenten Verletzungen auch ohne nachweisbare 

pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle 

Ausfälle verschiedenster Art auftreten können. Der Umstand, dass die für ein 

Schleudertrauma, eine Distorsion der HWS oder ein Schädel-Hirntrauma typischen 

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Beschwerden nicht mit entsprechenden Untersuchungsmethoden (Röntgen, 

Computertomogramm, EEG) objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die 

diesbezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen (BGE 117 V 363 f. E. 5d/aa). Ist ein 

Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung diagnostiziert 

und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von 

Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und 

Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit, 

Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. vor, so ist der natürliche 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- 

und Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen (BGE 117 V 360 E. 4b; vgl. auch 

BGE 117 V 379 f. E. 3e). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts (vgl. u.a. Urteil 

vom 15. März 2007, U 258/06, E. 4.3) muss bei einem Schleudertrauma bzw. einer 

äquivalenten Verletzung das typische Beschwerdebild mit einer Häufung von 

Beschwerden nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 

72 Stunden nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem 

Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS – bei einem Schädel-

Hirntrauma in Form von Kopfschmerzen – manifestieren. Die andern im Rahmen eines 

Schleudertraumas oder einer äquivalenten Verletzung typischerweise auftretenden 

Beschwerden müssen sich jedoch immerhin in einem Zeitraum manifestieren, der es 

erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen Kausalzusammenhangs auszugehen. 

Nachfolgend ist mithin zu klären, ob die von der Beschwerdeführerin über den 

Zeitpunkt der Leistungseinstellung hinaus geklagten Beschwerden – ohne 

nachweisbare strukturelle Veränderungen – bezogen auf ein Schleudertrauma oder 

eine schleudertraumaähnliche Verletzung in einem natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 15. März 2012 stehen.

4.2  Beim Unfall vom 15. März 2012 prallte unbestrittenermassen ein Lenker mit der 

vorderen, linken Fahrzeugecke seines Personenwagens gegen die vordere rechte 

Fahrzeugecke des Personenwagens der Beschwerdeführerin. Durch die Wucht der 

Kollision prallte die Beschwerdeführerin gegen den aufgegangenen Airbag. Beide 

Fahrzeuge kamen unmittelbar nach der Kollision zum Stillstand (UV-act. 291-7, 9). 

Damit liegt ein Unfallmechanismus vor, der eine schleudertraumatypische Verletzung 

plausibel macht. Die Ärzte des Spitals C.___ haben sodann anlässlich der 

Erstbehandlung eine Commotio cerebri diagnostiziert (vgl. UV-act. 46-2). Auf Höhe 

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HWS wurde zudem eine Druckdolenz erhoben (UV-act. 7). Mit Austrittsbericht des 

Spitals C.___ betreffend die Hospitalisation vom 5. bis 7. April 2012 wurde ausserdem 

ein HWS-Beschleunigungstrauma diagnostiziert. Es bestünden typische Beschwerden 

mit ausgeprägten Myogelosen im Nacken- und Schulterbereich (UV-act. 15-2). Weiter 

wurden Übelkeit und Erbrechen sowie Schmerzen im Kopf-, Nacken- und 

Schulterbereich beschrieben (UV-act. 15-4). Bei diesem Beschwerdebild, wenn auch 

erst rund 20 Tage nach dem Unfallereignis gehäuft dokumentiert, ist damit anfänglich 

von einem natürlichen Kausalzusammenhang gestützt auf eine 

schleudertraumaähnliche Verletzung auszugehen. Dies wird seitens der 

Beschwerdegegnerin auch nicht bestritten (vgl. act. G 9 S. 6 Ziff. 18.7). Eine 

abschliessende Klärung der Frage, wie lange der natürliche Kausalzusammenhang 

tatsächlich gegeben ist, kann indes unterbleiben, nachdem – wie sich nachfolgend 

zeigen wird – ein natürlicher Kausalzusammenhang spätestens bei Leistungseinstellung 

per 19. Januar 2015 nicht adäquat und damit nicht rechtsgenüglich wäre.

5.   

5.1  Zu prüfen ist vorab, ob per 19. Januar 2015 noch eine unfallbedingte 

Behandlungsbedürftigkeit vorlag bzw. ob von einem Fallabschluss im Sinn von Art. 19 

Abs. 1 UVG – als Voraussetzung für die Adäquanzprüfung (BGE 134 V 113 ff. E. 4) – 

ausgegangen werden durfte oder nicht. Der Abschluss des Falls durch den 

Unfallversicherer bedingt dabei lediglich, dass von weiteren medizinischen 

Massnahmen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr erwartet 

werden kann, nicht aber, dass eine ärztliche Behandlung nicht länger erforderlich ist 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. November 2008, 8C_467/2008, E. 5.2.2.2).

5.2  Nachdem sämtliche vorangegangenen somatischen Behandlungen, inklusive elf-

tägiger stationärer Schmerztherapie im Februar 2014 im Spital H.___ (UV-act. 219) und 

durchgehender Physiotherapie, nicht anhaltend zur gewünschten Schmerzreduktion 

geführt haben, ging Dr. I.___ mit Bericht vom 28. Februar 2014 von einem 

wahrscheinlich aus organischer Sicht stabilen Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin aus. Allenfalls sei noch eine Kräftigungstherapie für die 

Nackenmuskulatur im Sinne einer MTT durchzuführen (UV-act. 222-2). Gestützt auf 

diese Empfehlung wurden die Kosten für eine MTT von der Beschwerdegegnerin 

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übernommen (UV-act. 249). Am 9. Januar 2015 teilte med. pract. D.___ der 

Beschwerdegegnerin mit, dass zwar MTT oder Physiotherapie zur stabilen Erhaltung 

des Zustands äusserst wichtig seien, aber eine Verbesserung nicht mehr erwartet 

werden könne (UV-act. 279). Gestützt auf diese Ausführungen ist von einer namhaften 

Besserung aus somatischer Sicht spätestens bei Fallabschluss nicht mehr auszugehen.

5.3  In Bezug auf die psychischen Beschwerden – wobei diese, wie sich nachfolgend 

zeigen wird, für die Adäquanzprüfung nicht von Relevanz sind – spricht die 

behandelnde Psychiaterin Dr. F.___ mit Bericht vom 31. Januar 2014 in Anbetracht des 

inzwischen chronifizierten Leidens eine düstere Prognose in Bezug auf eine 

Reintegration in den Arbeitsprozess aus. Im bisherigen Verlauf sei keine Besserung der 

Symptomatik eingetreten (UV-act. 207-2). Med. pract. D.___ beschreibt in ihren 

Berichten vom 2. März, 3. Juli und 9. Oktober 2014 Schmerzen der 

Beschwerdeführerin, die bestehen bleiben würden. Dasselbe gelte für die dadurch 

verursachte depressive Stimmung (UV-act. 226-1, 255-1, 263-1). Gestützt auf diese 

medizinischen Berichte ist auch in psychischer Hinsicht von weiteren medizinischen 

Massnahmen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands zu erwarten.

5.4  Damit ist der per 19. Januar 2015 erfolgte Fallabschluss nicht zu beanstanden und 

die Adäquanzprüfung vorzunehmen.

6.   

Strittig ist, ob die Adäquanzprüfung angesichts der Fakten nach der Schleudertrauma- 

oder der sogenannten Psycho-Praxis durchzuführen ist (vgl. dazu die allgemeinen 

Ausführungen in der vorstehenden E. 2.2).

6.1 

6.1.1      Gemäss Rechtsprechung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. August 2008, 

E. 4 [publ. in: SVR 2008 UV Nr. 35 S. 133]; vgl. ferner Urteile des Bundesgerichts vom 

14. August 2014, 8C_358/2014, E. 2.4.1; 16. Oktober 2013, 8C_258/2013, E. 4.3.2; 28. 

Juli 2011, 8C_270/2011, E. 2.1) genügt ein Schädel-Hirntrauma, welches höchstens 

den Schweregrad einer Commotio cerebri (Gehirnerschütterung, SHT 1. Grades) – 

nicht im Grenzbereich zu einer Contusio cerebri (Gehirnprellung, SHT 2. Grades) – 

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erreicht, grundsätzlich nicht für die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis. Eine 

Commotio cerebri ist ein Zustand vorübergehender, schnell reversibler neurologischer 

Dysfunktion, der mit kurzzeitiger Bewusstlosigkeit kurz nach der Verletzung einhergeht. 

Der Verletzte hat oft eine Amnesie für die Zeit der Verletzung und/oder für die Zeit vor 

der Verletzung. Es bestehen aber keine neurologischen Auffälligkeiten. Die Contusio 

cerebri ist eine fokale Gewaltanwendung auf das zerebrale Gewebe, die mit kleinen 

parenchymatösen Blutungen oder einem lokalen Ödem einhergeht (vgl. dazu Urteil des 

Bundesgerichts vom 18. April 2016, 8C_75/2016, E. 4.2).

6.1.2      Der Befund der GCS-Überwachung der Beschwerdeführerin war unauffällig 

und der zweitägige stationäre Aufenthalt gestaltete sich komplikationslos (UV-act. 46). 

Ausser einer bilateral kleinsten Basalganglienverkalkung zeigte sich am 5. April 2012 

ein altersentsprechend normales kraniozerebrales Computertomogramm. Eine Blutung 

oder Fraktur wurde ausgeschlossen (UV-act. 148). Initial bestand lediglich eine 

retrograde Amnesie und die Beschwerdeführerin war – wenn überhaupt – nur für 

Sekunden bewusstlos (UV-act. 46). Damit ist die erlittene Commotio cerebri keine 

Verletzung im Grenzbereich zu einer Contusio cerebri, womit in Bezug auf die 

Hirnerschütterung eine Adäquanzprüfung nach der Schleudertraumapraxis ausser 

Betracht fällt.

6.2 

6.2.1      Auch hinsichtlich der Diagnose HWS-Beschleunigungstrauma rechtfertigt sich 

die Anwendbarkeit der Schleudertrauma-Praxis nicht. Ab dem 25. Mai 2012, als 

erstmals psychische Beschwerden von der Beschwerdegegnerin thematisiert wurden, 

dominieren diese. Gemäss dem an jenem Tag erstellten Protokoll des 

Aussendienstmitarbeiters der Beschwerdegegnerin litt sie an vermehrter 

Schreckhaftigkeit, Vergesslichkeit, Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten (UV-

act. 28-2). Med. pract. D.___ beschreibt im Arztzeugnis UVG vom 17. Juni 2012 eine 

akute Belastungsreaktion, differentialdiagnostisch eine beginnende posttraumatische 

Belastungsstörung. Neben der Analgesie und Physiotherapie fanden in diesem 

Zusammenhang regelmässige stützende Gespräche bei der Hausärztin statt (UV-act. 

39-1). Die verantwortlichen Personen der Rehaklinik Bellikon, welche die 

Beschwerdeführerin anlässlich des ambulanten Spät-Assessments bezüglich leichter 

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traumatischer Hirnverletzung vom 28. und 29. August 2012 untersuchten, führten aus, 

dass sich bei der klinisch-neurologischen Untersuchung eine gewisse Diskrepanz 

zwischen dem Ausmass der muskulären Verspannung und der Angabe der Intensität 

der Schmerzen bzw. der Einschränkungen im Alltag durch die Beschwerden gezeigt 

habe, so dass das Schmerzsyndrom sicherlich auch einen Ausdruck der 

Psychopathologie darstelle. Aktuell stehe damit die depressive Symptomatik im 

Vordergrund, und es sei dringend eine stationäre Behandlung der Depression, der 

möglichen posttraumatischen Störung und der chronischen Schmerzstörung zu 

empfehlen (UV-act. 64-11). Eine solche führte die Beschwerdeführerin vom 15. 

November 2012 bis 24. Januar 2013 in der Psychiatrischen Klinik durch (UV-act. 124). 

In der Folge liess sich die Beschwerdeführerin ambulant psychotherapeutisch von Dr. 

F.___ behandeln (UV-act. 128).

6.2.2      Gestützt auf die vorstehende medizinische Aktenlage leidet die 

Beschwerdeführerin an einer ausgeprägten psychischen Problematik. Die typischen 

Beschwerden einer dem Schleudertrauma der HWS äquivalenten Verletzung sind 

dagegen, zumindest nach einer gewissen Zeit, immer mehr in den Hintergrund 

getreten. Rund zwei Monate nach dem Unfall fand eine psychische Überlagerung statt, 

welche eine Adäquanzbeurteilung nach den für psychische Fehlentwicklungen nach 

einem Unfallereignis aufgestellten Kriterien rechtfertigt. Bei der Beschwerdeführerin 

haben sich dazu offensichtlich Vorzustände durch den Unfall verschlimmert bzw. 

wurden, wie es Dr. F.___ ausführt (UV-act. 286-6), reaktiviert. Die Beschwerdeführerin 

erfuhr bereits mehrere als gravierend erlebte Ereignisse (zwei vorangegangene 

Autounfälle, Brand im Nachbarsblock [UV-act. 282-3 f.]), womit Hinweise für eine 

gewisse Vulnerabilität für Angst und Depression, wie es Dr. F.___ in ihrem Bericht vom 

25. Februar 2015 beschreibt (UV-act. 286-5), entgegen den Ausführungen von Dr. med. 

J.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Suva St. Gallen, welcher von 

diesen Ereignissen keine Kenntnis hatte (UV-act. 166-8), vorhanden waren. Für einen 

gewissen Vorzustand spricht weiter die im Jahr 2010 durchgeführte Medikation mit 

Citalopram (UV-act. 118). Zusammenfassend ist festzuhalten, dass, selbst wenn der 

Unfall vom 15. März 2012 Auslöser einer psychosomatischen und psychischen 

Fehlentwicklung gewesen sein sollte, diese im Verlauf der ganzen Entwicklung vom 

Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt die zum typischen Beschwerdebild eines 

Schleudertraumas bzw. eines Schädelhirntraumas gehörenden Beeinträchtigungen 

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stark überlagerte bzw. psychische Vorzustände reaktiviert wurden. Die psychische 

Symptomatik steht klar im Vordergrund und ist demgemäss hauptverantwortlich für die 

Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin. Für die Beurteilung der Adäquanz gelangen 

somit die Kriterien der Psycho-Praxis zur Anwendung. Entsprechend sind die Folgen 

der organisch nicht ausgewiesenen Beschwerden nicht in die Beurteilung 

miteinzubeziehen (vgl. u.a. Urteil vom 28. April 2010, 8C_903/2009, E. 4.6).

7.   

Bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs gestützt auf die Psycho-

Praxis ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten 

ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Der adäquate Kausalzusammenhang 

zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträchtigung ist bei leichten Unfällen in der 

Regel ohne weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne weiteres zu bejahen, 

wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit 

einzubeziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist 

und abhängig davon, ob einzelne Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt 

sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder 

müssen mehrere herangezogen werden (BGE 117 V 366 ff. E. 6.a und b). Als Kriterien 

nennt die Rechtsprechung: – besonders dramatische Begleitumstände oder besondere 

Eindrücklichkeit des Unfalls; – die Schwere oder besondere Art der erlittenen 

Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische 

Fehlentwicklungen auszulösen; – ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen 

Behandlung; – körperliche Dauerschmerzen; – ärztliche Fehlbehandlung, welche die 

Unfallfolgen erheblich verschlimmert; – schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche 

Komplikationen; – Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.

7.1  Die Schwere des Unfalles bestimmt sich nach dem augenfälligen 

Geschehensablauf und nicht nach den Kriterien, welche bei der Beurteilung der 

Adäquanz bei mittelschweren Unfällen Beachtung finden (Urteil des Bundesgerichts 

vom 5. September 2015, 8C_437/2015, E. 3.3). Aufgrund der in den Polizeiakten 

enthaltenen Angaben (UV-act. 291-4 f.) sowie der Ausführungen der 

Beschwerdeführerin (UV-act. 290-2) und der Auskunftsperson K.___ (UV-act. 291-22 

ff.) ist der in Frage stehende Unfall als höchstens mittelschwerer Unfall im engeren 

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Sinne zu qualifizieren. Es handelte sich um eine unspektakuläre leicht seitliche 

Frontalkollision, wobei das Fahrzeug der Beschwerdeführerin eine weit grössere Masse 

aufwies als dasjenige des Unfallverursachers (UV-act. 291-1 f.). Auch die 

Geschwindigkeit von rund 50 km/h des Unfallverursachers ändert an dieser 

Qualifikation nichts, nachdem die Rechtsprechung bei weit beeindruckenderen 

Unfallereignissen und höheren Geschwindigkeiten keinen mittelschweren Unfall im 

Grenzbereich zu den schweren Unfällen bzw. einen schweren Unfall annimmt (vgl. u.a. 

Urteile des Bundesgerichts vom 5. Juni 2009, 8C_80/2009, 5. Februar 2008, 

8C_169/2007 und 16. Mai 2007, U 492/06; vgl. im Gegensatz dazu u.a. Urteile des 

Bundesgerichts vom 19. August 2010, 8C_385/2010 und 4. September 2008, 

8C_257/2008). Das beantragte unfallmechanische Gutachten würde an dieser 

Einschätzung nichts ändern, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. u.a. BGE 

136 I 236 f. E. 5.3) darauf verzichtet werden kann. Bei einem mittelschweren Unfall im 

engeren Sinn ist die Adäquanz zu bejahen, wenn von den massgebenden sieben 

Kriterien mindestens drei vorliegen oder eines in besonders ausgeprägter Art gegeben 

ist (SVR 2010 UV Nr. 25 S. 100 E. 4.5 [8C_897/2009], Urteil des Bundesgerichts vom 1. 

Juni 2016, 8C_12/2016, E. 7.3.2).

7.2  Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen 

Eindrücklichkeit des Unfalles ist objektiv zu beurteilen und nicht aufgrund des 

subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person (Urteil des 

Bundesgerichts vom 25. Januar 2008, U 56/07, E. 6.1). Zu beachten ist, dass jedem 

mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit 

noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 20. November 2008, 8C_39/2008, E. 5.2). Aus den Akten werden 

keine Umstände ersichtlich, welche das Ereignis vom 15. März 2012 unter objektiven 

Gesichtspunkten als besonders dramatisch oder besonders eindrücklich erscheinen 

lassen würden. Dieses Kriterium ist damit nicht erfüllt. Von schweren oder besonders 

gearteten Verletzungen, welche geeignet sind, eine psychische Fehlentwicklung der 

eingetretenen Art auszulösen, kann angesichts der gestellten Diagnosen (Commotio 

cerebri, HWS-Beschleunigungstrauma) nicht gesprochen werden. Unbestritten und 

nicht ersichtlich ist eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich 

verschlimmert hätte. Bei der Prüfung der übrigen Kriterien – ungewöhnlich lange Dauer 

der ärztlichen Behandlung, körperliche Dauerschmerzen, schwieriger Heilungsverlauf 

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und erhebliche Komplikationen sowie Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit – ist von 

Relevanz, dass diese unter Ausschluss der organisch nicht ausgewiesenen 

Beschwerden zu erfolgen hat und die Kriterien deshalb bereits aufgrund der zeitlichen 

Komponente nicht erfüllt sind (vgl. dazu die vorstehende E. 6.2 f.).

7.3  Nach dem Gesagten ist keines der Kriterien erfüllt und die Adäquanz allfällig noch 

vorhandener unfallbedingter Beschwerden über den 19. Januar 2015 hinaus zu 

verneinen. Der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den 

geklagten Beschwerden ist spätestens per Leistungseinstellung nicht (mehr) gegeben. 

Hieran ändert nichts, dass die Beschwerdegegnerin während fast drei Jahren 

Heilungskosten und Taggelder ausrichtete, nachdem zu entscheiden ist, ob der 

adäquate Kausalzusammenhang im Zeitpunkt der Leistungseinstellung gegeben war 

(Urteile des EVG vom 10. Mai 2004, U 199/03, E. 2.3.1, und 6. Mai 2003, U 6/03, E. 

4.2.1). Dies ist aufgrund des Ausgeführten zu verneinen.

8.  

Die im Recht liegenden ärztlichen Berichte verschiedenster Fachrichtungen lassen eine 

schlüssige Gesamtbeurteilung zu. Der Sachverhalt erweist sich in medizinischer 

Hinsicht für die Beurteilung des Kausalzusammenhangs als genügend abgeklärt, und 

von einem polydisziplinären Gutachten sind keine neuen Erkenntnisse, welche am 

Ergebnis dieses Verfahrens etwas änderten, zu erwarten. Auf weitere Abklärungen wird 

deshalb verzichtet (vgl. u.a. BGE 124 V 94 E. 4b und 136 I 236 f. E. 5.3). Zu erwähnen 

bleibt, dass die am 9. Juni 2015 durchgeführte testpsychologische Untersuchung (act. 

G 1.3) bzw. die durch die IV-Stelle im Oktober und November 2016 veranlasste 

polydisziplinäre Begutachtung (act. G 13.2) keine Hinweise liefern, dass durch den 

Unfall ausgelöste Schädigungen unerkannt geblieben oder zu Ungunsten der 

Beschwerdeführerin falsch beurteilt worden wären. Weiter nennen die 

Untersuchungsberichte keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bzw. 

attestieren der Beschwerdeführerin keine Arbeitsunfähigkeit. Insgesamt vermögen die 

Berichte, soweit sie überhaupt in die Beurteilung miteinzubeziehen sind (relevant ist 

lediglich der Sachverhalt bis zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen 

Einspracheentscheides [28. Mai 2015]; vgl. dazu u.a. Urteil des Bundesgerichts vom 

17. Mai 2016, 8C_173/2016, E. 2), am Ergebnis dieses Verfahrens nichts zu ändern.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/19

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9.   

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 28. Mai 2015 

nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat die 

Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 28.08.2017
	Art. 6 und 19 UVG. Die Leistungseinstellung durch den Unfallversicherer erfolgte zu Recht. Adäquanz bei Anwendung der Psycho-Praxis verneint (Entscheid des Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vom 28. August 2017, UV 2015/35).

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