# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b55c00b2-767f-5b49-94d6-7cc89f5b17af
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.09.2008 B-3511/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-3511-2007_2008-09-30.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-3511/2007
{T 1/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richter David Aschmann (Vorsitz), Richter Hans Urech, 
Richter Claude Morvant,
Gerichtsschreiberin Katja Stöckli

Agie Charmilles Management SA, 
8-10 Rue du Pré-de-la Fontaine, 1217 Meyrin 1,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Christoph Willi, 
Streichenberg Rechtsanwälte, Stockerstrasse 38, 
8002 Zürich,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum, 
Stauffacherstrasse 65, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Markeneintragungsgesuch Nr. 53684/2006 AgieCharmil-
les.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-3511/2007

Sachverhalt:

A.
Am 25. April  2006 ersuchte die Beschwerdeführerin das Eidgenössi-
sche Institut für Geistiges Eigentum ("Vorinstanz") um Eintragung der 
Wortmarke AgieCharmilles für Waren der Klasse 7, 9 und 16.

B.
Mit Schreiben vom 1. Mai 2006 beanstandete die Vorinstanz die Mar-
keneintragung. Sie führte aus,  dass "Les Charmilles" ein Quartier  in 
der Stadt Genf bezeichne. Da der durchschnittliche Konsument dieses 
Quartier kenne, erwarte er, dass Waren, die mit "AgieCharmilles" ge-
kennzeichnet  werden,  in  der Schweiz hergestellt  würden. Für  Waren 
nicht schweizerischer Herkunft  sei  die Marke "AgieCharmilles" daher 
irreführend. Im Weiteren  rügte  sie  einige  Klassierungsmängel  in  der 
Warenliste.

C.
Mit Schreiben vom 27. Juni 2006 widersetzte sich die Beschwerdefüh-
rerin einer Einschränkung der Warenliste ihrer Anmeldung auf Waren 
schweizerischer  Herkunft,  beantragte  aber  gewisse  Änderungen  der 
Klassifizierung in der Warenliste, welche nun wie folgt lautete: 

7: Générateurs et machines-outils pour usinage électroérosif et électro-
lytique des métaux et leurs parties; machines-outils électroniques ou 
partiellement électroniques; machines-outils à commande numéri-
que, générateurs et dispositifs de commande de machines à usiner 
électriquement, en particulier pour l'érosion par étincelage, appareils 
et dispositifs de commande pour machines-outils réglées numérique-
ment; meuleuses, dispositifs pour meuleuses, machines de découpa-
ge par électroérosion, en particulier machines à usiner par étincela-
ge, électrolytiques, électrochimiques et électroérosives avec électro-
de rotative; générateurs d'étincelage érosif pour machines-outils; ag-
régats de production de courant, en particulier ceux avec turbines à 
gaz, moteurs Diesel, moteurs à essence et autres sources d'énergie; 
appareils auxiliaires pour machines de découpage par étincelage; 
machines-outils et centres d'usinage (machines) travaillant par coupe 
ou par enlèvement de copeaux, machines-outils à contrôle numéri-
que, fraiseuses, fraiseuses à haute performance, fraiseuses à haute 
vitesse, parties et accessoires pour les produits ci mentionnés com-
pris dans cette classe; accouplements autres que pour véhicules ter-
restres, en particulier éléments de serrage pour pièces à usiner, pa-
lettes contenant des pièces à usiner, éléments de serrage pour ou-
tils; changeur d'outils pour échanger des outils entre un magasin 
d'outils et une broche, magasins de pièces à usiner (pièce de ma-

Seite 2

B-3511/2007

chine), changeurs de palettes pour échanger des palettes entre un 
magasin de pièces à usiner et une zone d'usinage, manipulateurs 
pour outils et pièces à usiner; broches, broches à haute vitesse, bro-
ches à haute fréquence; appareils de transport pour pièces à usiner 
et copeaux; dispositifs de transmission (à l'exception de ceux pour 
véhicules terrestres), en particulier réducteurs, convertisseurs de 
mouvement, diviseurs, tables rotatives, tables inclinables; les pro-
duits précités étant tous compris dans cette classe.

9: Matériel d'électrodes pour électrousinage des métaux; appareils de 
contrôle électriques, électroniques et numériques pour machines-ou-
tils, ordinateurs et logiciels pour contrôles numériques pour machi-
nes-outils; logiciels pour l'exploitation de machines-outils; supports 
de données pour logiciels de contrôles numériques, paramètres 
d'usinage ou programmes d'usinage; ordinateurs et logiciels pour 
CAD/CAM; instruments de mesure et de contrôle pour pièces à usi-
ner; les produits précités étant tous compris dans cette classe; ap-
pareils pour automation.

16: Produits de l'imprimerie, en particulier produits pour la publicité; ma-
tériel d'instruction et matériel d'enseignement (à l'exception des ap-
pareils); matières plastiques pour l'emballage; les produits précités 
étant tous compris dans cette classe.

D.
Die Vorinstanz hielt mit Schreiben vom 24. Juli 2006 an der Zurückwei-
sung  der  Marke  AgieCharmilles  fest,  sofern  die  Beschwerdeführerin 
keine Einschränkung auf Waren schweizerischer Herkunft beantragte. 

E.
Die Beschwerdeführerin wies mit Schreiben vom 10. Oktober 2006 auf 
die Mehrdeutigkeit des Zeichens "Charmilles" hin, derzufolge ein allfäl-
liger geografischer Bezug in den Hintergrund trete und hielt im Übrigen 
an ihrem Standpunkt fest. 

F.
Die Vorinstanz hielt  mit  Schreiben vom 11. Dezember  2006 an ihrer 
Zurückweisung fest. 

G.
Am 31. Januar 2007 ersuchte die Beschwerdeführerin um Erlass einer 
beschwerdefähigen Verfügung. 

H.
Mit Verfügung vom 19. April  2007 wies die Vorinstanz die Eintragung 
der Marke AgieCharmilles gestützt auf einen irreführenden Charakter 

Seite 3

B-3511/2007

des Zeichens Charmilles für Waren nichtschweizerischer Herkunft zu-
rück. 

I.
Die Beschwerdeführerin  erhob am 21. Mai  2007 gegen diese Verfü-
gung Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht und stellte folgende 
Anträge:

1. Die Verfügung des IGE vom 19. April 2007 sei aufzuheben.
2. Das IGE sei anzuweisen, das mit Gesuch Nr. 53684/2006 hinter-

legte Zeichen "AgieCharmilles" für die beanspruchten Waren der 
Klasse 7, 9 und 16 im schweizerischen Markenregister einzutra-
gen.

3. Eventuell  sei  das  IGE  anzuweisen,  das  mit  Gesuch 
Nr. 53684/2006 hinterlegte Zeichen "AgieCharmilles"  für die be-
anspruchten Waren der Klasse 7 und 9 im schweizerischen Mar-
kenregister einzutragen.

4. Eventuell sei die Angelegenheit zur Vervollständigung der Akten 
an das IGE zurückzuweisen.

5. Unter Kosten und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Bundes.

J.
Mit Verfügung vom 22. August 2007 zog die Vorinstanz die angefochte-
ne Verfügung in Wiedererwägung und widerrief sie teilweise, da sich 
aus  den  erst  mit  der  Beschwerde  eingereichten  Unterlagen  ergebe, 
dass die angemeldete Marke für gewisse Waren eine "secondary me-
aning" erlangt habe. Sie trug die Marke AgieCharmilles für alle bean-
spruchten Waren der Klasse 7 und 9 ein. 

Mit Vernehmlassung vom gleichen Tag, hielt die Vorinstanz an der Zu-
rückweisung der Marke AgieCharmilles für  alle angemeldeten Waren 
der Klasse 16 fest und verlangte die Auferlegung der Kosten zu Lasten 
der Beschwerdeführerin. 

K.
Mit Verfügung vom 5. September 2007 wurde der Beschwerdeführerin 
Gelegenheit für eine Replik eingeräumt. 

In der Replik vom 10. Oktober 2007 stellte die Beschwerdeführerin fol-
gende Anträge:

1. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass das IGE die angefochte-
ne Verfügung teilweise in Wiedererwägung gezogen hat.

2. Soweit das IGE die angefochtene Verfügung nicht in Wiedererwä-
gung gezogen hat, sei diese aufzuheben.

Seite 4

B-3511/2007

3. Das IGE sei anzuweisen, das mit Gesuch Nr. 53684/2006 hinter-
legte Zeichen "AgieCharmilles" für die beanspruchten Waren der 
Klasse 16 im schweizerischen Markenregister einzutragen.

4. Unter Kosten und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Bundes."

L.
Mit Schreiben vom 31. Oktober 2007 verzichtete die Vorinstanz auf ei-
ne Stellungnahme (Duplik).

M.
Mit Verfügung vom 17. Januar 2008 wurden die Vorinstanz und die Be-
schwerdeführerin vom Bundesverwaltungsgericht aufgefordert beweis-
kräftige Belege zur Beantwortung folgender Tatfragen in Zusammen-
hang  mit  der  bestrittenen  Qualifikation  der  angemeldeten  Marke 
AgieCharmilles als irreführendes Zeichen einzureichen:

1. Wieviel  Prozent  der  Schweizer  Bevölkerung  leben  im  Genfer 
Quartier „Les Charmilles“?

Wie gross ist die wirtschaftliche, einschliesslich touristische, Akti-
vität  in  diesem  Quartier  im  Verhältnis  zum  gesamtschweizeri-
schen Aufkommen?

2. Welche der beanspruchten Waren der Klasse 16 werden im Gen-
fer Quartier „Les Charmilles“ heute oder in naher Zukunft in nen-
nenswertem Umfang produziert, bearbeitet oder angeboten?

Aus welcher  anderen Anknüpfung (z.B. Ausgangsstoffe,  Ort  der 
Forschung und Entwicklung) ergibt sich gegebenenfalls ein sach-
licher Zusammenhang dieses Quartiers mit den obgenannten Wa-
ren?

3. Von wem und in welchem Kontext werden die verschiedenen Be-
deutung von „Charmilles“ verwendet?

Bestehen  gegebenenfalls  weitere  Kombinationen  und/oder  Be-
deutungen von „Charmilles“ als Begriff oder Begriffsbestandteil? 
Falls ja, von wem und in welchem Kontext werden sie verwendet?

Wie häufig und von wem wird in der schweizerischen Tagespres-
se oder in anderen repräsentativen Publikationen zum relevanten 
Sprachgebrauch welche dieser verschiedenen Bedeutungen ver-
wendet?

N.
Mit Schreiben vom 15. Februar 2008 nahm die Vorinstanz zu obigen 
Fragen Stellung und reichte Belege in Bezug auf die Bevölkerungszah-
len in „Les Charmilles“ und der Schweiz sowie einen Auszug aus ei-
nem Diktionär ein. 

Seite 5

B-3511/2007

O.
Die Beschwerdeführerin nahm mit Schreiben vom 1. April 2008 zu den 
obigen  Fragen  Stellung.  Sie  bestritt  eine  Mitwirkungspflicht  der  Be-
schwerdeführerin  zur  Beweiserhebung. Im Übrigen  hielt  sie  an ihrer 
bisherigen Begründung fest. 

P.
Eine Parteiverhandlung wurde nicht durchgeführt (Art. 40 des Verwal-
tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Das Bundesverwaltungsgericht  ist  zur  Beurteilung von Beschwerden 
gegen  Eintragungsverfügungen  der  Vorinstanz  in  Markensachen  zu-
ständig (Art. 31 VGG). Die Beschwerde wurde innert der gesetzlichen 
Frist  von  Art.  50  Abs.  1  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom 
20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) eingereicht und der verlang-
te Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet. 

Durch die Wiedererwägung der angefochtenen Verfügung ist  die Be-
schwerde insoweit  gegenstandslos  geworden,  als  den Begehren der 
beschwerdeführenden Partei entsprochen worden ist (BGE 113 V 237 
E. 1.a;  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und  Verwal-
tungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, N. 419). Die Be-
schwerdeführerin  ist  durch die  angefochtene Verfügung somit  nur  in 
Bezug auf die Waren der Klasse 16 besonders berührt und beschwert, 
für welche die Eintragung der Marke weiterhin verweigert wird (Art. 48 
Abs. 1 Bst. b und c VwVG). Auf die Beschwerde ist insofern einzutre-
ten.

2.
Die Vorinstanz stützt die Zurückweisung der Marke AgieCharmilles auf 
den Vorwurf eines irreführenden Charakters des Zeichens "Charmilles" 
für  Waren  nichtschweizerischer  Herkunft.  Sie  führt  aus,  dass  der 
durchschnittliche Abnehmer  das  Zeichen  ohne Gedankenaufwand in 
die  Bestandteile  "Agie"  und  "Charmilles"  aufspalte  und  letzteren  als 
Herkunftsangabe für das gleichnamige Quartier in der Stadt Genf ver-
stehe.  Für  Waren  nichtschweizerischer  Herkunft  sei  das  Zeichen 
"AgieCharmilles"  daher  irreführend,  soweit  die  geografische  Bedeu-

Seite 6

B-3511/2007

tung in  der  Wahrnehmung der  massgeblichen Abnehmerkreise  nicht 
von einem betrieblichen  Herkunftsverständnis  überlagert  werde,  das 
als  "secondary  meaning"  die  Irreführungsgefahr  verhindern  könnte, 
wofür aber vorliegend keine Anzeichen sprächen.

Nach Art. 2  Bst. c  des  Markenschutzgesetzes  vom 28. August  1992 
(MSchG,  SR  232.11)  sind  irreführende  Zeichen  vom  Markenschutz 
ausgeschlossen. Geografisch irreführend ist ein Zeichen, welches eine 
geografische Angabe enthält und den Adressaten zur Annahme verlei-
tet, die Ware stamme aus dem Land oder dem Ort, auf den die geo-
grafische Angabe hinweist,  obschon dies in Wirklichkeit  nicht zutrifft. 
Keine Irreführungsgefahr besteht hingegen, wenn die geografische An-
gabe  erkennbar  Fantasiecharakter  hat  oder  aus  anderen  Gründen 
nicht als Herkunftsangabe aufgefasst wird (BGE 132 III 772 E. 2.1 Co-
lorado, BGE 128 III 460 E. 2.2  Yukon, Urteil des Bundesverwaltungs-
gerichts B-7408/2006 vom 21. Juni 2007 E. 4.2 bticino,  Entscheid der 
Rekurskommission für Geistiges Eigentum [RKGE] E. 7 ff. ÖKK Öffent-
liche Krankenkassen Schweiz in sic! 2003 S. 430 f.). Eine Herkunftser-
wartung fehlt namentlich, wenn die Marke in eine der in BGE 128 III 
454  E.  2.1  Yukon definierten  Fallgruppen  gehört,  nämlich  wenn  der 
Ort, auf den das Zeichen hinweist, in der Schweiz unbekannt ist, das 
Zeichen wegen seines Symbolgehalts als Fantasiezeichen aufgefasst 
wird,  der  Ort,  auf  den  das  Zeichen  hinweist,  sich  nicht  als  Pro-
duktions-, Fabrikations- oder Handelsort eignet, das Zeichen eine Ty-
penbezeichnung darstellt, sich für ein Unternehmen im Verkehr durch-
gesetzt hat oder zu einer Gattungsbezeichnung degeneriert ist. 

Um eine Irreführungsgefahr zu bewirken, muss die angefochtene Mar-
ke in ihrem Gesamteindruck geeignet sein, von einem nicht unerhebli-
chen Teil des Verkehrs als Hinweis auf die geografische Herkunft auf-
gefasst zu werden (CHRISTOPH WILLI, in: Markenschutzgesetz, Kommen-
tar zum schweizerischen Markenrecht unter Berücksichtigung des eu-
ropäischen  und  internationalen  Markenrechts,  Zürich  2002,  Art.   2 
N. 226). Ob eine geografische Bezeichnung, die als Bestandteil einer 
Marke  verwendet  wird,  zur  Täuschung  des  Publikums  geeignet  ist, 
hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Dazu gehören insbeson-
dere  die  Bekanntheit  des  Wortes  als  geografische  Angabe  und  als 
Marke, die tatsächliche oder nahe liegende Beziehung zwischen die-
ser Angabe und dem beanspruchten Waren- oder Dienstleistungsbe-
reich sowie die Ausgestaltung der Marke und zusätzlichen Angaben, 
welche die Irreführungsgefahr erhöhen oder verringern  können (Ent-

Seite 7

B-3511/2007

scheide der RKGE vom 19. Mai 2006 E. 3 f. British American Tobacco 
Switzerland [fig.] in  sic!  2006 S. 772 f.,  vom 15. Mai  2006 E. 2  Off 
Broadway Shoe Warehouse [fig.] in sic! 2006 S. 769 f., vom 12. April 
2006 E. 2 f. Burberry Brit in sic! 2006 S. 681). In Bezug auf solche zu-
sätzliche Angaben verneinte die RKGE etwa eine Herkunftserwartung 
bei  einer Kombination von einem Zeichenbestandteil  mit  einem nicht 
unmittelbar dominierenden geografischen Sinngehalt und einem Fami-
liennamen (Entscheide der  RKGE vom 12. April  2006 E. 4  Burberry 
Brit in sic! 2006 S. 681 f. und vom 30. August 2005 E. 7 Würthphoenix 
[fig.] in sic! 2006 S. 42 ). Ebenso verneinte es eine solche, wenn weite-
re  Zeichenbestandteile  im  Gesamteindruck  eine  Herkunftserwartung 
auszuschliessen vermochten (Entscheide der RKGE vom 15. Mai 2006 
E. 4 Off Broadway Shoe Warehouse [fig.] in sic! 2006 S. 770 und vom 
9. Oktober 2002 E. 7 ff.  ÖKK Öffentliche Krankenkasse Schweiz [fig.]  
in sic! 2003 S. 430 f. ). Hingegen bejahte sie in den Entscheiden Tahiti-
an Noni (Entscheid der RKGE vom 12. Februar 2004 E. 4 und 6 in sic! 
2004 S. 673 f.) und Finn Comfort (Entscheid der RKGE vom 17. April 
1998 E. 3 in sic!  1998 S. 475 f.)  eine Herkunftserwartung. In  beiden 
Fällen lag eine Kombination von einem Zeichenbestandteil  mit einem 
geografischen Sinngehalt und einer Sachbezeichnung vor. 

3.
Die Marke der Beschwerdeführerin wird, soweit  mit  der vorliegenden 
Beschwerde noch zu prüfen ist, für Druckereierzeugnisse, insbesonde-
re  Produkte für die Werbung,  für  Lehr-  und Unterrichtsmittel  (ausge-
nommen Apparate) und Verpackungsmaterial aus Kunststoff (alle Pro-
dukte soweit in Klasse 16 enthalten) beansprucht. Die Abnehmer die-
ser Produkte sind – anders als die für die beanspruchten Waren der 
Klasse  7  und  9  –  nicht  nur  industrielle  Fachpersonen,  sondern  das 
breite Publikum, aber auch Fachkreise wie Print-Unternehmen, Schu-
len oder Fabrikationsunternehmen (vgl.  EUGEN MARBACH, Die Verkehrs-
kreise im Markenrecht, sic! 2007, S. 5).

4.
Das Bundesverwaltungsgericht setzt für die Prüfung der Frage, ob ein 
Zeichen eine geografische Herkunft erwarten lässt und dadurch im Zu-
sammenhang mit  bestimmten Waren oder Dienstleistungen zum Ge-
meingut zählt oder irreführend wirkt, in der Regel besondere Sachver-
haltsabklärungen voraus. Es prüft einerseits, ob die Vorinstanz die mit 
vernünftigem Aufwand erhältlichen  Beweismittel,  soweit  es  nicht  um 
allgemein notorische Tatsachen geht, vollständig erhoben und gewür-

Seite 8

B-3511/2007

digt hat. Bestehen konkrete Anhaltspunkte dafür, dass der Sinngehalt 
im Gesamteindruck des Zeichens und im Zusammenhang mit den Wa-
ren und Dienstleistungen, für die die Marke beansprucht wird, als Her-
kunftsbezeichnung aufgefasst wird, eine entsprechende Herkunft die-
ser Waren und Dienstleistungen erwarten lässt und – bei mehrdeuti-
gen Zeichen – von keinem naheliegenderen Sinngehalt ohne geografi-
schen Bezug in  den Hintergrund gerückt  wird,  ist  in  der  Regel  eine 
Herkunftserwartung zu bejahen und hat die Beschwerdeführerin – un-
abhängig von einer allfälligen Mitwirkungspflicht  nach Art. 13 VwVG, 
weshalb ihr  die  Bestreitung einer  solchen Pflicht  im Beschwerdever-
fahren keine Abhilfe schafft – die Folgen einer allfällig weitergehenden 
Beweislosigkeit  zu tragen  (Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts 
vom 1. Oktober 2008, B-7412/2006 E. 4.3 Afri-Cola).

Bei zusammengesetzten Marken sind vorerst die den Gesamteindruck 
bildenden Einzelelemente auf einen geografischen Sinngehalt und ihre 
Relevanz bezüglich einer Herkunftserwartung hin zu untersuchen. In 
einem  zweiten  Schritt  ist  sodann  zu  prüfen,  ob  der  einen  geografi-
schen  Sinngehalt  aufweisende  Zeichenbestandteil  in  Bezug  auf  die 
beanspruchten Waren und Dienstleistungen im Verständnis der mass-
geblichen  Verkehrskreise  eine  Herkunftsangabe  darstellt.  Erst  wenn 
letzteres bejaht  wird,  ist  schliesslich  zu prüfen,  ob die angefochtene 
Marke in ihrem Gesamteindruck – und nicht nur in Bezug auf einzelne 
Zeichenbestandteile  –  eine  Herkunftserwartung  bezüglich  der  bean-
spruchten Waren und Dienstleistungen hervorruft.

5.
Im vorliegenden Fall wurden die benötigten Sachverhaltsabklärungen 
im Beschwerdeverfahren nachgeholt. Die Frage einer Herkunftserwar-
tung im Zusammenhang mit der strittigen Marke ist aufgrund der von 
beiden Seiten eingereichten Beweise zu prüfen.

5.1 Die angefochtene Marke besteht aus den beiden Zeichenbestand-
teilen  „Agie“  und  „Charmilles“.  Dem  Bestandteil  "Agie"  kommt  kein 
Sinngehalt zu, er ist eine Fantasiebezeichnung. Der Begriff  "Charmil-
les"  ist  hingegen mehrdeutig.  Als  „Charmille“  werden einerseits  die 
Pflanze  von  kleinen  Hain-,  Hage-  oder  Weissbuchenbäumen  bzw. 
-sträucher  bezeichnet,  andererseits  auch  eine  Allee,  ein  Hain  oder 
eine Palisade von Hain-, Hage- oder Weissbuchenbäumen bzw. -sträu-
chern  und  schliesslich  auch  ein  Laubgang  (LE GRAND ROBERT DE LA 
LANGUE FRANÇAISE, Dictionnaire alphabétique et analogique de la Langue 

Seite 9

B-3511/2007

Française, Bd. 2, 2. Aufl.,  Paris 1991,  S. 507,  VERSION ÉLECTRONIQUE DU 
GRAND ROBERT DE LA LANGUE FRANÇAISES, Version 2.0, 2005). Er leitet sich 
vom französischen Wort „Charme“ (lat. carpinus) ab, der zum einen ei-
nen Hain-, Hage- oder Weissbuchenbaum bzw. -strauch, zum anderen 
das Holz  eines  solchen Baums bzw. Strauchs bezeichnet  (LE GRAND 
ROBERT DE LA LANGUE FRANÇAISE,  a.a.O.,  S. 507  i.V.m.  S. 505,  VERSION 
ÉLECTRONIQUE DU GRAND ROBERT DE LA LANGUE FRANÇAISES,  a.a.O.,  GRAND 
LAROUSSE UNIVERSEL,  Bd. 3,  Paris  1991,  S. 2052  i.V.m. S. 2053,  GRAND 
DICTIONNAIRE ÉTYMOLOGIQUE & HISTORIQUE DU FRANÇAIS,  Paris 2001,  S. 186, 
GÖTZ HEINRICH,  Lateinisch-althochdeutsch-neuhochdeutsches  Wörter-
buch Berlin 1999, S. 92).

Der  Begriff  „Les  Charmilles“  bezeichnet  sodann eine von insgesamt 
130 Untersektionen der Gemeinde Stadt Genf, welche eine von 45 Ge-
meinden  des  Kantons  Genfs  ist  (Übersicht  des  statistischen  Amtes 
des Kantons Genf, http://www.ge.ch/statistique/statistiques/communes/
commune.asp?commune=21  ).  „Saint-Jean/Charmilles“  ist  der  Name 
eines von acht Vierteln der Stadt Genf (Übersicht der Gemeinde Stadt 
Genf,  http://www.ville-ge.ch/de/quartiers/index.htm  ). In der nächst hö-
heren, politischen Unterteilung der Gemeinde Stadt Genf, findet sich 
„Charmilles“ hingegen nicht mehr, sondern es finden sich nur folgende 
Sektionen:  Petit-Saconnex,  Eaux-Vives,  Plainpalais  und  Cité  (vgl. 
Übersicht des statistischen Amtes des Kantons Genf, a.a.O). Die Un-
tersektion „Les Charmilles“ als auch das Quartier „Saint-Jean/Charmil-
les“ ist  ein  typisches  Wohnviertel  mit  Kleingewerbe  (vgl.  dazu  den 
Genfer  Zonenplan  aus  dem Jahre  2006,  http://etat.geneve.ch/dt/site/ 
amenagement/master-content.jsppubId      =7787&      nodeId      =2913&compo      -  
nentId=kmelia      686      ). Nach Auskunft  des statistischen Amtes des Kan-
tons Genf vom 7. Februar 2008 weist die Untersektion „Les Charmil-
les“  Ende  2007  2'605  Bewohner  auf.  Der  Begriff  „Charmilles“  findet 
sich  zudem  in  zahlreichen  Strassennamen  etwa  in  der  Stadt  Genf, 
Yverdon-les-Bains,  St-Sulpice,  Lamboing,  Prilly,  Ste-Croix,  Uvrier, 
Semsales usw. Sowohl die Bezeichnung der Untersektion „Les Char-
milles“ der Gemeinde Stadt Genf als auch diejenige der zahlreichen 
Strassennamen,  Rue  des  Charmilles,  Chemin  des  Charmilles,  Les 
Charmilles,  Ruelle de la Charmilles usw., ist  auf  die biologische Be-
deutung von „Charmilles“ (lat. carpinus) zurückzuführen. Dieser histori-
sche Hintergrund dürfte den massgeblichen Abnehmer von Druckerei-
erzeugnisse allerdings nicht bekannt sein. 

Schliesslich weist „Charmilles“  auch auf das ehemalige Sportstadion 

Seite 10

http://www.ge.ch/statistique/statistiques/communes/commune.asp?commune=21
http://www.ge.ch/statistique/statistiques/communes/commune.asp?commune=21
http://etat.geneve.ch/dt/site/amenagement/master-content.jsp?pubId=7787&nodeId=2913&componentId=kmelia686
http://etat.geneve.ch/dt/site/amenagement/master-content.jsppubId=7787&nodeId=2913&componentId=kmelia
http://etat.geneve.ch/dt/site/amenagement/master-content.jsppubId=7787&nodeId=2913&componentId=kmelia
http://etat.geneve.ch/dt/site/amenagement/master-content.jsppubId=7787&nodeId
http://etat.geneve.ch/dt/site/amenagement/master-content.jsppubId=7787&
http://etat.geneve.ch/dt/site/amenagement/master-content.jsppubId
http://etat.geneve.ch/dt/site/amenagement/master-content.jsppubId
http://etat.geneve.ch/dt/site/
http://www.ville-ge.ch/de/quartiers/index.htm

B-3511/2007

"Stade  de  Charmilles"  hin,  das  sich  in  der  Untersektion  „Parc-des-
Sports“, welches an die Untersektion „Les Charmilles“ angegrenzt, be-
fand. Das „Stade de Charmilles“ wurde 1930 als reines Fussballstadi-
on gebaut und beheimatete den Genfer Fussballclub FC Servette. In 
dem ursprünglich 14'000, später 40'000 Zuschauer umfassenden Sta-
dion wurden von 1930 bis 2002 internationale und nationale Fussball-
spiele  ausgetragen,  unter  anderem  im  Jahre  1954  auch  Spiele  der 
Fussballweltmeisterschaft. Nach der Eröffnung des „Stade de Genève“ 
im Jahre 2003 wurde das baufällige „Stade de Charmilles“ geschlos-
sen und abgerissen.

5.2 Bei  einer  Mehrdeutigkeit  von Begriffen gilt  es zu prüfen,  welche 
der Bedeutungen für den massgeblichen Abnehmer der beanspruch-
ten Waren im Vordergrund steht. Die biologische Verwendung des Be-
griffs „Charmilles“ als „Laubgang“ ist den massgeblichen Verkehrskrei-
sen nicht unbekannt (vgl. den Vermerk in LE GRAND ROBERT DE LA LANGUE 
FRANÇAISE, a.a.O., S. 507 und VERSION ÉLECTRONIQUE DU GRAND ROBERT DE LA 
LANGUE FRANÇAISES,  a.a.O.,  die diese Bedeutung als  „gebräuchlich“  be-
zeichnen),  wohl  aber  diejenige  als  Allee,  Hain  oder  Palissade  von 
Hain-, Hage- oder Weissbuchen sowie als „Jungpflanze“ (vgl.  LANGEN-
SCHEIDT, Handwörterbuch Französisch, Berlin/München 2006, der diese 
Begriffe unter dem Stichwort „Charmille“ nicht aufführt sowie den Ver-
merk  in  LE GRAND ROBERT DE LA LANGUE FRANÇAISE,  a.a.O.,  S. 507  und 
VERSION ÉLECTRONIQUE DU GRAND ROBERT DE LA LANGUE FRANÇAISES, a.a.O., wel-
che letztere Bedeutung  auf  französisch als „rare“  bezeichnet). Eben-
falls  bekannt  ist  den  massgeblichen  Verkehrskreisen  die  Bedeutung 
von „Charmilles“ als Bezeichnung für das ehemalige Fussballstadion, 
welches durch die grosse Medienpräsenz des Schweizer Fussballs ei-
nem breiten Publikum sowie Fachkreisen zu einem Begriff  geworden 
ist. Welchem dieser beiden Sinngehalte im Verständnis der massgebli-
chen Verkehrskreise der Vorzug gegeben wird, kann indessen aus den 
nachfolgenden Erwägungen offen bleiben.

5.3 Für diejenigen Abnehmer von Druckereierzeugnissen, welche die 
Untersektion „Les Charmilles“  sowie das Viertel  „Saint-Jean/Charmil-
les“ nicht kennen, besteht nämlich keine Gefahr, dass sie annehmen, 
die unter der Marke AgieCharmilles vertriebenen Waren seien schwei-
zerischen Ursprungs. Die, wohl eher wenigen, Abnehmer, welche die 
Untersektion  und/oder  das  Viertel  kennen,  dürften  jedoch  über  die 
gänzlich  fehlende  Industriequalität  dieses  Viertels  „Les  Charmilles“ 
bzw.  „Saint-Jean/Charmilles“  informiert  sein.  Für  sie  besteht  daher 

Seite 11

B-3511/2007

ebenfalls keine Täuschungsgefahr (vgl. auch die Entscheide der RKGE 
vom 6. März 2006 E. 3  Toscanol in sic! 2006 S. 586 und vom 25. No-
vember 2005 E. 4a Torino in sic! 2008 S. 116 f.).

5.4 Die Gesamtbetrachtung der angefochtenen Marke AgieCharmilles 
schliesst letztlich jede, allenfalls noch bestehende Täuschungsgefahr 
aus. Dem Zeichenbestandteil „Charmilles“ ist die Fantasiebezeichnung 
„Agie“ vorangestellt, wobei die Wortelemente ohne Zwischenraum an-
einandergefügt sind und darum als Einheit wahrgenommen werden. In 
dieser Kombination mit dem Fantasiezeichen „Agie“ tritt jede geografi-
sche Assoziation, falls sie für den Zeichenbestandteil „Charmilles“ iso-
liert  noch bestanden hätte, in den Hintergrund. Eine Gefahr der Irre-
führung über die geografische Herkunft hinsichtlich der beanspruchten 
Waren ist daher zu verneinen (Art. 2 Bst. c MSchG).

6.
Die Beschwerde ist damit in ihrem Hauptbegehren gutzuheissen, wo-
mit  sich eine Prüfung der  Eventualbegehren erübrigt. Die Vorinstanz 
wird  angewiesen,  der  Marke  AgieCharmilles  für  die  beanspruchten 
Waren  der  Klasse  16  Schutz  zu  gewähren. In  Bezug  auf  die  bean-
spruchten Waren der Klasse 7 und 9 ist  die Beschwerde infolge der 
Wiedererwägung der Vorinstanz gegenstandslos geworden. 

7.
Die Gerichtsgebühren sind nach Umfang und Schwierigkeit der Streit-
sache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien fest-
zulegen (Art. 63 Abs. 4bis VwVG; Art. 2 Abs. 1  des Reglements vom 
11. Dezember  2006  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Bei Markeneintra-
gungen geht es um Vermögensinteressen. Die Gerichtsgebühr bemisst 
sich  folglich  nach  dem Streitwert  (Art.  4  VGKE). Die  Schätzung des 
Streitwertes hat sich nach Lehre und Rechtsprechung an Erfahrungs-
werten aus der Praxis zu orientieren, wobei bei eher unbedeutenden 
Zeichen  grundsätzlich  ein  Streitwert  zwischen  Fr.  50'000.-  und 
Fr. 100'000.-  angenommen  werden  darf  (Urteil  des  Bundesgerichts 
4A_161/2007 vom 18. Juli 2007 E. 2, BGE 133 III 492 E. 3.3 mit weite-
ren Hinweisen). Von diesem Erfahrungswert ist auch im vorliegenden 
Verfahren  auszugehen.  Es  sprechen  keine  konkreten  Anhaltspunkte 
für einen höheren oder niedrigeren Wert der strittigen Marke. 

In Bezug auf die Waren der Klasse 7 und 9 hat nach  Art. 5 VGKE in 

Seite 12

B-3511/2007

der Regel jene Partei die Verfahrenskosten zu tragen, deren Verhalten 
die Gegenstandslosigkeit bewirkt hat. Einer obsiegenden Partei dürfen 
nach Art. 63 Abs. 3 VwVG nur Verfahrenskosten auferlegt werden, die 
sie  durch  Verletzung  von  Verfahrenspflichten  unnötigerweise  verur-
sacht hat. Da die Marke AgieCharmilles beim massgeblichen Abneh-
mer keine Herkunftserwartung weckt, sind die erst im Beschwerdever-
fahren vor Bundesverwaltungsgericht von der Beschwerdeführerin ein-
gereichten  Beweismittel,  welche  die  Verkehrsdurchsetzung  des  Zei-
chens "AgieCharmilles"  für  die  beanspruchten Waren belegen,  ohne 
Relevanz. Die Beschwerdeführerin hat somit keine Verletzung der Mit-
wirkungspflicht  (Art.  13  VwVG)  begangen,  weshalb  ihr  keine  Kosten 
aufzuerlegen sind. 

8.
Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei  kann für ihre erwachse-
nen notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten eine Entschädi-
gung  zugesprochen  werden  (Art.  64  Abs.  1  VwVG).  Eine  Parteient-
schädigung kann auch dann zugesprochen werden, wenn das Verfah-
ren gegenstandslos  wird  (Art. 8  Abs. 7 der  Verordnung über  Kosten 
und  Entschädigungen  im  Verwaltungsverfahren  [SR  172.041.0]).  Da 
die Beschwerdeführerin keine Kostennote eingereicht hat, ist die Ent-
schädigung auf Grund der Akten zu bestimmen und für das Beschwer-
deverfahren auf total Fr. 2'000.- festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 VGKE, Art. 
8 Abs. 1 der Verordnung über Kosten und Entschädigungen im Verwal-
tungsverfahren).

Besteht keine unterliegende Partei, ist die Parteientschädigung derje-
nigen  Körperschaft  oder  autonomen  Anstalt  aufzuerlegen,  in  deren 
Namen  die  Vorinstanz  verfügt  hat  (Art.  64  Abs.  2  VwVG).  Nach 
Art. 1 des Bundesgesetzes über Statut und Aufgaben des Eidgenössi-
schen Instituts für Geistiges Eigentum (IGEG, SR 172.010.31) handelt 
die Vorinstanz als autonome Anstalt mit eigener Rechtspersönlichkeit. 
Sie ist in eigenem Namen mit dem Vollzug des Markenschutzgesetzes, 
namentlich der Führung des Markenregisters beauftragt (Art. 2 Abs. 1 
Bst. a und b IGEG). Gestützt darauf erliess sie die angefochtene Verfü-
gung in eigenem Namen und kassierte auch in eigenem Namen die 
dafür vorgesehene Gebühr. Die Vorinstanz ist  daher zur Zahlung der 
Parteientschädigung zu verpflichten. 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

Seite 13

B-3511/2007

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen, Ziff. 1 des Entscheids der Vorins-
tanz vom 19. April 2007 in der Fassung vom 22. August 2007 wird auf-
gehoben, und die Vorinstanz wird angewiesen, dem Markengesuch Nr. 
53'684/2006  AgieCharmilles  auch  für  die  beanspruchten  Waren  der 
Klasse 16 zu entsprechen.

2.
Der geleistete  Kostenvorschuss in  der Höhe von Fr. 3'500.-  wird der 
Beschwerdeführerin zurückerstattet.

3.
Der Beschwerdeführerin wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteient-
schädigung von Fr. 2'000.- (inkl. MWST) zugesprochen. 

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die  Vorinstanz  (Ref.  Markeneintragungsgesuch  Nr.  53684/2006 

AgieCharmilles; Gerichtsurkunde)
- dem Eidgenössischen Justiz-  und Polizeidepartement  (Gerichtsur-

kunde)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

David Aschmann Katja Stöckli

Seite 14

B-3511/2007

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Zivilsachen geführt 
werden (Art. 72 Abs. 2 Bst. b Ziff. 2, 90 ff. und 100 des Bundesgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift hat 
die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die 
Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweis-
mittel sind, soweit die beschwerdeführende Partei in Händen hat, bei-
zulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 14. Oktober 2008

Seite 15