# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ea308a2a-2f5a-5767-9aec-e9645b26adee
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.10.2010 D-7200/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7200-2010_2010-10-12.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7200/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 2 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Thomas Wespi, 
mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli;
Gerichtsschreiber Stefan Weber.

A._______, geboren X._______,
alias A._______, geboren Y._______,
Algerien,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Ver-
fügung des BFM vom 1. Oktober 2010 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7200/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  der  eigenen  Angaben  zufolge  aus  B._______,  Provinz 
C._______,  stammende  Beschwerdeführer  seinen  Heimatstaat  im 
August  2010  auf  dem  Seeweg  verliess  und  über  D._______  am 
26. August 2010 in die Schweiz gelangte, wo er am 28. August 2010 
im E._______ um Asyl nachsuchte und von wo er am 3. September 
2010 ins F._______ transferiert wurde,

dass der Beschwerdeführer am 7. September 2010 im F._______ sum-
marisch  zu  seinen  Asylgründen  angehört  und  gleichentags  eine 
Knochenaltersbestimmung  nach  Greulich-Pyle  vorgenommen  wurde, 
welche ein wahrscheinliches chronologisches Alter von 19 Jahren oder 
mehr ergab,

dass dem Beschwerdeführer im F._______ am 21. September 2010 in 
Anwesenheit  der ihm zugewiesenen Vertrauensperson das rechtliche 
Gehör  zum  Ergebnis  der  Knochenaltersbestimmung  und  zum  Um-
stand, dass das BFM die angeführte Minderjährigkeit als nicht glaub-
haft erachte, gewährt wurde,

dass  das  BFM  den  Beschwerdeführer  ebenfalls  am  21.  September 
2010 direkt anhörte und dieser zur Begründung seines Asylgesuchs im 
Wesentlichen geltend machte, nie einen Pass besessen und die ihm 
im Z._______ ausgestellte Identitätskarte aus Wut zwei Monate nach 
deren Ausstellung zerrissen zu haben,

dass er Ende (...) bis Ende (...) bei einem Nachbar namens G._______ 
eine (...) gemacht und dieser wiederholt – so insbesondere in diesem 
Jahr – versucht habe, ihn zu vergewaltigen,

dass bis kurz vor seiner Ausreise niemand von diesen Übergriffen ge-
wusst und er aus Scham und Angst weder seine Familienangehörigen 
noch die Polizei darüber informiert habe,

dass  H._______,  ein  Freund  eines  anderen  Nachbarn,  eines  Tages 
gesehen  habe,  wie  er  sich  –  aus  Wut  und  Verzweiflung  über  seine 
Situation  –  mit  einer  Glasscherbe  am  Bauch  vorsätzlich  eine 
Verletzung  zugefügt  habe,  und  er  (der  Beschwerdeführer)  daraufhin 
auf  das ständige Nachfragen von H._______ diesem seine Situation 
geschildert habe,

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dass ihm H._______ zur Ausreise aus Algerien verholfen habe,

dass der Beschwerdeführer am 27. September 2010 eine Geburtsur-
kunde zu den Akten reichte,

dass das BFM auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers in Anwen-
dung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 
(AsylG, SR 142.31) mit Verfügung vom 1. Oktober 2010 – gleichentags 
eröffnet  –  nicht  eintrat  und die  Wegweisung aus der  Schweiz sowie 
den Vollzug anordnete, 

dass  das  BFM zur  Begründung  im Wesentlichen  anführte,  es  lägen 
keine entschuldbaren Gründe vor, die es dem Beschwerdeführer ver-
unmöglichten, Reise- oder Identitätspapiere einzureichen,

dass das Fehlen jeglichen nachvollziehbaren Bemühens, die Identität 
durch  rechtsgenügliche,  authentische  Papiere  zu  belegen,  den 
Schluss zulasse,  der Beschwerdeführer  sei  nicht  bereit,  solche Aus-
weispapiere vorzulegen,

dass die  Vorbringen zu  den  Reiseumständen  realitätsfremd und  der 
allgemeinen  Erfahrung  widersprechend  ausgefallen  seien  und  das 
Aussageverhalten  des  Beschwerdeführers  vermuten  lasse,  er  beab-
sichtige,  sowohl  die  wahren Umstände seines Reiseweges  als  auch 
die tatsächlich verwendeten Reisepapiere zu verheimlichen,

dass  aufgrund  der  pflichtwidrigen  Nichtabgabe  von  entsprechenden 
Dokumenten auch die Identität des Beschwerdeführers nicht feststehe,

dass in Anbetracht der Gesamtumstände (Knochenaltersbestimmung; 
pflichtwidrige Nichtabgabe von Ausweisdokumenten; offensichtlich un-
zutreffende Angaben zum Reiseweg; Aussehen, das nicht einem [...] 
-Jährigen entspreche)  der  Schluss gezogen werden müsse,  dass es 
sich  beim Beschwerdeführer  um eine  volljährige  Person  handle,  die 
ihre wahre Identität gegenüber den Schweizer Behörden zu verheimli-
chen suche,

dass er zudem die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 und 7 AsylG 
nicht erfülle und aufgrund der Aktenlage keine zusätzlichen Abklärun-
gen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegwei-
sungsvollzugshindernisses erforderlich seien,

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dass die Ausführungen des Beschwerdeführers allgemein unverbind-
lich,  plakativ,  widersprüchlich und keine Realkennzeichen enthaltend 
seien, weshalb die von ihm genannten Asylgründe nicht geglaubt wer-
den könnten, 

dass somit Hinweise bestünden, der Beschwerdeführer stütze sich auf 
einen konstruierten Sachverhalt und nicht auf tatsächlich Erlebtes,

dass es sich bei den geschilderten Problemen – selbst wenn sie ge-
glaubt werden könnten – um asylirrelevante Übergriffe privater Dritter 
handle, zumal der Beschwerdeführer die als schutzwillig und schutz-
fähig zu erachtenden algerischen Behörden um Schutz hätte ersuchen 
können, er aber freiwillig auf staatlichen Schutz verzichtet habe,

dass  ferner  von  einer  innerstaatlichen  Aufenthaltsalternative  auszu-
gehen sei und die diesbezüglichen Einwände des Beschwerdeführers 
nicht gehört werden könnten,

dass der Wegweisungsvollzug in den Heimatstaat durchführbar sei,

dass der Beschwerdeführer mit  Eingabe vom 5. Oktober 2010 (Post-
stempel) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerde  erhob  und  um  nochmalige  Prüfung  seines  Asylgesuches 
sowie um Gewährung von Asyl ersuchte,

dass die vorinstanzlichen Akten am 8. Oktober 2010 vollständig beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgül-
tig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes 
vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 
172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 - 33 des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG,  SR  173.32]; 
Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.119]), 

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG), 

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dass sich namentlich aus den Verfahrensakten keine Anhaltspunkte er -
geben, welche zu Zweifeln an der Urteilsfähigkeit  des nach eigenen 
Angaben am Y._______ geborenen Beschwerdeführers Anlass geben 
würden,  weshalb  er  unter  diesen  Umständen,  ungeachtet  einer 
allfälligen Glaubhaftigkeit  seiner geltend gemachten Minderjährigkeit, 
als prozessfähig zu erachten ist,

dass somit auf seine frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 
einzutreten ist  (Art. 108 Abs. 2  AsylG; Art.  105 AsylG i.V.m. Art.  37 
VGG und Art. 52 VwVG), 

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art.  106  Abs. 1 
AsylG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art.  111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentschei-
de auf die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu 
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  deshalb  bei  Begründetheit  der  Beschwerde  die  angefochtene 
Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die 
Vorinstanz zurückzuweisen ist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen 
der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2004  Nr.  34 
E. 2.1 S. 240 f.), 

dass bei dem am 1. Januar 2007 in Kraft getretenen Nichteintretenstat-
bestand von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG, auf welchen sich 
die hier angefochtene Verfügung stützt, die Besonderheit besteht, dass 
das BFM im Rahmen einer summarischen Prüfung das offenkundige 
Nichterfüllen der Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG und 
das  offenkundige  Fehlen  von  Wegweisungsvollzugshindernissen  zu 

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beurteilen hat (vgl. Art. 32 Abs. 3 Bstn. b und c AsylG), weshalb inso-
weit bei dagegen erhobenen Beschwerden auch die Flüchtlingseigen-
schaft Prozessgegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass  in  der  Frage der  Wegweisung und deren  Vollzugs die  Beurtei-
lungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  beschränkt 
ist, weil das BFM sich diesbezüglich gemäss Art. 44 AsylG in Verbin-
dung mit Art. 83 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über 
die  Ausländerinnen  und Ausländer  (AuG,  SR 142.20)  auch materiell 
zur Sache zu äussern hatte,

dass somit auf den Antrag auf Gewährung von Asyl nicht einzutreten 
ist,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), oder wenn auf 
Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flücht-
lingseigenschaft  festgestellt  wird  (Art.  32  Abs. 3  Bst.  b  AsylG)  oder  
wenn sich auf Grund der Anhörung die Notwendigkeit zusätzlicher Ab-
klärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Voll-
zugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG), 

dass  der  Beschwerdeführer  innerhalb  von  48  Stunden  nach  Einrei-
chung des Asylgesuches keine Identitäts- oder Reisepapiere im Sinne 
von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 Bst. a AsylG abgab,

dass  unter  den  Begriff  der  Reise-  oder  Identitätspapiere  gemäss 
Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG nur solche Dokumente und Ausweise fallen, 
welche  von  den  heimatlichen  Behörden  zum  Zweck  des  Identitäts-
nachweises ausgestellt werden und grundsätzlich nur Reisepapiere (-
pässe)  und Identitätskarten,  nicht  aber  zu  anderen Zwecken ausge-
stellte  Dokumente  wie  Führerausweise,  Berufs-  und  Schulausweise 
sowie  Geburtsurkunden  diese  Anforderungen  erfüllen  (vgl.  BVGE 
2007/7 E. 4-6),

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dass es sich bei der vom Beschwerdeführer am 27. September 2010 
eingereichten  Geburtsurkunde  nicht  um  ein  Identitäts-  oder  Reise-
papier  im Sinne der mit  BVGE 2007/7 begründeten Rechtsprechung 
des Bundesverwaltungsgerichts handelt,

dass vorliegend auch keine entschuldbaren Gründe für das Nichtein-
reichen von Dokumenten zu bejahen sind, 

dass der Beschwerdeführer zur Begründung lediglich angab, keinerlei 
Identitätsdokumente besessen respektive seine Identitätskarte im Juni 
2010 zerrissen zu haben und nicht wisse, wie er nun Identitätsdoku-
mente beschaffen solle (vgl. act. A1/15, S. 5 f.),

dass er auf Vorhalt, ob es ihm nicht möglich sei, Kontakt mit seiner Fa-
milie  aufzunehmen,  anführte,  er  habe  lediglich  einen  Geburtsschein 
und er könne versuchen, diesen zu beschaffen, man müsse aber dafür 
persönlich im Heimatland anwesend sein (vgl. act. A1/15, S. 6 unten),

dass  der  Beschwerdeführer  im  Hinblick  auf  die  Beschaffbarkeit  von 
Identitätsdokumenten somit in deutlicher Weise verneinte, solche be-
schaffen zu können oder dies auch nur zu wollen,

dass jedoch seine Ausführungen zum Fehlen von Identitätspapieren – 
wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zu Recht erkannte – 
eindeutige  Rückschlüsse  auf  die  in  casu  fehlende  Bereitschaft  des 
Beschwerdeführers,  solche  Papiere  den  schweizerischen  Asylbehör-
den einzureichen, zulässt,  obwohl sich seinen Angaben zufolge eine 
grosse Zahl von nahen Familienangehörigen an seinem Herkunftsort 
aufhalte (vgl. act. A1/15, S. 3 f.), die ihm folglich bei der Beschaffung 
von Identitätsdokumenten behilflich sein könnten,

dass sodann auch die Schilderungen des Beschwerdeführers zu den 
Umständen seiner Ausreise aus dem Heimatstaat und zur Weiterreise 
in  die  Schweiz  als  realitätsfremd  zu  erachten  sind,  weshalb  zur 
Vermeidung von Wiederholungen auf die dementsprechenden vorins-
tanzlichen Erwägungen zu verweisen ist, zumal er diesen Ausführun-
gen des BFM in seiner  Rechtsmitteleingabe nichts Konkretes entge-
genzusetzen vermag,

dass mithin mit  den jeglicher Substanz entbehrenden Vorbringen für 
das Fehlen von Dokumenten keine entschuldbaren Gründe im Sinne 
des Gesetzes vorgetragen wurden, welche insbesondere dann anzu-

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nehmen  wären,  wenn  spezifische  Fluchtumstände  im  Vordergrund 
stünden, die zum Verlust der Papiere geführt hätten oder die es nicht 
erlaubt hätten, solche mitzunehmen, 

dass  der  Beschwerdeführer  mit  seinem gesamten  Aussageverhalten 
den auch im Beschwerdeverfahren nicht widerlegten Eindruck vermit-
telt, er versuche, seine Identität und genaue Herkunft zu verschleiern, 
und er  keinesfalls  –  wie  von der  Vorinstanz  zutreffend festgestellt  – 
glaubhaft  darzulegen vermochte, er sei  durch nicht  selbst  zu verant-
wortende  Umstände  an  der  unverzüglichen  Einreichung  von  Reise- 
oder Identitätspapieren im Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG ge-
hindert worden (vgl. Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG),

dass er ferner unbegründet liess, wie er respektive seine Fluchthelfer 
eine  Reise  von  Algerien  über  D._______  und  mittels  verschiedener 
Verkehrsmittel ohne Reisepapiere organisierten und durchführten, was 
die Unglaubhaftigkeit seiner Angaben über das Fehlen der Identitäts-
papiere untermauert,

dass  die  insgesamt  substanzlosen  Angaben des Beschwerdeführers 
über den fehlenden Besitz von Identitätspapieren die Haltlosigkeit sei-
ner diesbezüglichen Angaben ebenso bestätigen wie die realitätsfrem-
den und detailarmen Angaben über die Reise in die Schweiz,

dass die Vorinstanz das Vorliegen entschuldbarer Gründe, die es dem 
Beschwerdeführer verunmöglicht hätten, den Behörden innerhalb von 
48 Stunden nach Einreichung des Asylgesuches Identitätsdokumente 
einzureichen,  zutreffend  und  mit  hinreichender  Begründung  verneint 
hat,

dass der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben am Y._______ ge-
boren wurde, somit nach dem massgebenden schweizerischen Recht 
(vgl. EMARK 1994 Nr. 11 E. 4d S. 92)  noch minderjährig  wäre,  und 
mithin grundsätzlich den Normen des Übereinkommens vom 20. No-
vember 1989 über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107) unterliegen 
würde, 

dass  die  Vorinstanz  aber  zu  Recht  auf  diesbezügliche  Erwägungen 
und allenfalls  weitere  Abklärungen im Heimatstaat  des Beschwerde-
führers verzichten konnte, da sie zutreffend davon ausging, dass der 
Beschwerdeführer  die  von  ihm  behauptete  Minderjährigkeit  nicht 
glaubhaft machen konnte,

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dass gestützt auf die Praxis bei der Prüfung der Altersangaben einer 
minderjährigen Person zunächst von allenfalls eingereichten Identitäts-
dokumenten auszugehen ist (vgl. EMARK 2004 Nr. 30 E. 6 ff.), vorlie -
gend der Beschwerdeführer jedoch – wie dargelegt – keine rechtsge-
nüglichen Identitätsdokumente einreichte,

dass bei Fehlen rechtsgenüglicher Identitätsausweise sodann auch auf 
wissenschaftliche Methoden im Sinne von Art. 7 Abs. 1 AsylV 1, bei-
spielsweise die so genannte Knochenaltersanalyse abgestellt  werden 
kann,  sofern  sie  bestimmten  Kriterien  entspricht  (vgl.  EMARK  2001 
Nr. 23 E. 4),

dass die Vorinstanz ihre Ausführungen zum Alter des Beschwerdefüh-
rers  nicht  allein  auf  das  Ergebnis  einer  Knochenaltersanalyse  ab-
gestellt,  sondern sich insbesondere mit  seinen Vorbringen zur Frage 
seines Alters und den Gesamtumständen auseinandergesetzt hat, 

dass das BFM in der  angefochtenen Verfügung insgesamt  mit  über-
zeugenden Argumenten dargelegt hat, weshalb den Angaben des Be-
schwerdeführers  über  sein  Alter  nicht  geglaubt  werden  könne,  und 
sich bei seiner Beurteilung zutreffend auf die offenkundig unsubstanzi -
ierten und realitätsfremden Angaben – insbesondere sein  Alter,  den 
Reiseweg sowie seine Identitätspapiere betreffend – gestützt hat, 

dass die Angaben des Beschwerdeführers, wonach er mit sechs Jah-
ren die Schule während fünf Jahren bis im Jahre W._______ besucht  
habe (vgl. act. A1/15, S. 2 unten und S. 3 oben), in der Tat den Schluss 
zulassen, dass er bereits viel früher als angegeben, mithin im Jahre 
(...), zur Welt gekommen sein muss,

dass er im Widerspruch dazu anlässlich der direkten Anhörung angab, 
ungefähr im Jahre V._______ die Schule beendet zu haben (vgl. act. 
A13/12,  S.  2),  was  zwar  in  zeitlicher  Hinsicht  auf  das  von  ihm  an-
gegebene Geburtsjahr (...) passen würde, er jedoch – im Gegensatz 
zur Erstbefragung im F._______ – nur noch „ungefähr“ gewusst haben 
will, wann er effektiv seine Schulzeit beendet haben soll,

dass dem eingereichten Geburtsschein ferner – wie die Vorinstanz in 
zutreffender  Weise  erwog –  ein  anderes  Geburtsdatum (U._______) 
entnommen  werden  kann,  als  der  Beschwerdeführer  selber  angab 
(Y._______),

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dass gemäss gefestigter Praxis eine asylsuchende Person die objekti -
ve Beweislast für die behauptete Minderjährigkeit und die Folgen der 
Beweislosigkeit trägt (vgl. EMARK 2001 Nrn. 22 und 23), und es dem 
Beschwerdeführer vor dem Hintergrund der Erwägungen nicht gelun-
gen ist, seine Minderjährigkeit glaubhaft zu machen, 

dass sodann zu prüfen bleibt, ob das BFM aufgrund der Befragungen 
zu Recht  weder die Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  noch zusätzli-
che  Abklärungen  zu  deren  Feststellung  beziehungsweise  derjenigen 
von Wegweisungsvollzugshindernissen als erforderlich erachtet hat,

dass  die  Vorinstanz  die  Asylvorbringen  des  Beschwerdeführers  zu 
Recht  weder  als  glaubhaft  noch  als  asylrelevant  qualifizierte,  zumal 
sich die Ausführungen zu den angeblichen Vergewaltigungsversuchen 
als mit  erheblichen Widersprüchen behaftet und als vage sowie sub-
stanzlos erweisen und es – selbst im Falle ihrer Glaubhaftmachung – 
der Beschwerdeführer offensichtlich nicht für nötig erachtete, bei den 
staatlichen  Behörden  um  Schutz  zu  ersuchen,  obwohl  diese  als 
schutzfähig und schutzwillig zu erachten sind,

dass  er  zudem  weder  im  vorinstanzlichen  Verfahren  noch  auf  Be-
schwerdeebene  plausibel  zu  erklären vermag,  weshalb  es  ihm nicht 
möglich gewesen sei, den angeführten Übergriffen einer Privatperson 
durch geeignete Verlegung seines Wohnsitzes innerhalb von Algerien 
zu entgehen, respektive warum es G._______ möglich sein sollte, ihn 
innerhalb Algeriens ohne weiteres zu finden,

dass der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe den vorins-
tanzlichen  Einwänden  nichts  Substanzielles  entgegenzuhalten  ver-
mag, zumal der pauschale Einwand, er habe durchwegs die Wahrheit 
gesagt  und  kleine Unstimmigkeiten auf  mangelndes  Erinnerungsver-
mögen,  Unkenntnis,  mangelnde Erfahrung und Reife zurückzuführen 
seien, angesichts der realitätsfremden, substanzlosen und mit erheb-
lichen  Widersprüchen  in  wesentlichen  Sachverhaltselementen  be-
hafteten Vorbringen in keiner Weise zu überzeugen vermag,

dass zur Vermeidung von Wiederholungen auch diesbezüglich auf die 
zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid zu verweisen 
ist,

dass  gestützt  auf  die  Aktenlage  und  die  vorstehenden  Erwägungen 
das Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 und 7 AsylG 

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– und wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen zum Vollzug der 
Wegweisung ergibt – das Fehlen von Wegweisungsvollzugshindernis-
sen  offenkundig  erscheinen  und  sich  aus  den  Akten  keine  Anhalts-
punkte für die Annahme ergeben, das BFM habe eine mehr als bloss 
summarische materielle  Prüfung  vorgenommen oder  zusätzliche Ab-
klärungen getroffen,

dass unter diesen Umständen von zusätzlichen Abklärungen im Sinne 
von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG abgesehen werden konnte,

dass das BFM demnach zu Recht gestützt auf  Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
i.V.m. Art. 32 Abs. 3 AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers 
nicht eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat, vorliegend der Beschwerdeführer 
weder eine Aufenthaltsbewilligung besitzt noch einen Anspruch auf Er-
teilung einer solchen hat,  weshalb die verfügte Wegweisung im Ein-
klang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG, Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. Au-
gust  1999 über Verfahrensfragen [AsylV1,  SR 142.311]; vgl. EMARK 
2001 Nr. 21),

dass zu prüfen bleibt, ob es Gründe gibt, die dem Vollzug der Wegwei-
sung entgegenstehen,  da im Fall  eines  unzulässigen,  unzumutbaren 
oder unmöglichen Vollzugs das Anwesenheitsverhältnis nach den Be-
stimmungen  des  AuG  über  die  vorläufige  Aufnahme  zu  regeln  ist 
(Art. 44 Abs. 2 AsylG),

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

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dass der Vollzug der Wegweisung nach Algerien in Beachtung dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist,  und auch keine Anhaltspunkte  für  eine menschrechtswidrige Be-
handlung im Sinne von Art. 3  der Konvention vom 4. November 1950 
zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 
0.101)  ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer in seinem Heimat-
staat drohen würde (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass aus den bereits dargelegten Gründen insbesondere das Beste-
hen  einer  tatsächlichen  Gefahr,  auf  den  Beschwerdeführer  könnte 
durch  Zivilpersonen  in  Art. 3  EMRK zuwiderlaufender  Weise  psychi-
scher oder physischer Zwang ausgeübt werden, zu verneinen ist,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt  und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  in  seiner  Heimat  noch  individuelle 
Gründe gegen die Zumutbarkeit  des Wegweisungsvollzuges des jun-
gen Beschwerdeführers sprechen, der gemäss eigenen Angaben über 
eine (An-)Lehre als (...) und entsprechende Berufserfahrungen und in 
seiner Heimat über ein grosses soziales Beziehungsnetz verfügt (vgl. 
A1/15,  S.  3  f.),  weshalb  ihm  der  (erneute)  Aufbau  einer  eigenen 
Existenzgrundlage zugemutet werden kann und der Vollzug der Weg-
weisung somit als zumutbar zu erachten ist (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art.  8  Abs.  4 
AsylG),

dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Wegweisungs-
vollzug insgesamt zu bestätigen ist und eine Anordnung der vorläufi-
gen Aufnahme ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1-4 AuG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststelle 
oder  unangemessen  sei  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist,

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dass die  Kosten  des Verfahrens in  der  Höhe von Fr. 600.--  (Art.  16 
Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 1 bis 3 des Reglements vom 21. Februar 
2008 über  die  Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerle-
gen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer  durch  Vermittlung  des  F._______ 
(Einschreiben;  Beilagen:  angefochtene  Verfügung  im  Original, 
Einzahlungsschein)

- das BFM, F._______ (per Telefax zu den Akten Ref.-Nr. N_______, 
mit  der  Bitte  um Eröffnung  des  Urteils  an den  Beschwerdeführer 
und um Zustellung der beiliegenden Empfangsbestätigung an das 
Bundesverwaltungsgericht)

- I._______ (per Telefax)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Wespi Stefan Weber

Versand:

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