# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 40cac374-06e0-50a2-82e9-df6b31dd177e
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2013-12-18
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 18.12.2013 RR.2013.219
**Docket/Reference:** RR.2013.219
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RR-2013-219_2013-12-18

## Full Text

Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Griechenland. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Griechenland. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Griechenland. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Griechenland. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).

Entscheid vom 18. Dezember 2013 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 

Emanuel Hochstrasser und Giorgio Bomio,  

Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja  

   
 

Parteien 

  

A. INC., vertreten durch Rechtsanwalt Philippe Ney-

roud,  

Beschwerdeführerin 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an  

Griechenland 

 

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2013.219 

 

 

 

- 2 - 

 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Die Staatsanwaltschaft beim Oberlandesgericht Athen führt gegen eine un-

bekannte Täterschaft ein Strafverfahren wegen fortgesetzter aktiver Beste-

chung, fortgesetzter passiver Bestechung sowie Geldwäsche. Die griechi-

schen Behörden gehen davon aus, dass im Rahmen zweier Vergabever-

fahren vom September 2001 für die Herstellung von Bussen illegale Zah-

lungen an griechische Beamte geflossen seien, um die Vergabe zugunsten 

der Gesellschaft B., eine nach griechischem Recht gegründete Aktienge-

sellschaft, zu beeinflussen. Bei der Gesellschaft B. soll es sich um eine 

Gesellschaft handeln, die wie die C. Ltd. und die A. Inc., zu einem Konzern 

rund um den griechischen Staatsangehörigen D. gehöre.  

 

 

B. In diesem Zusammenhang sind die griechischen Behörden mit Rechtshilfe-

gesuch vom 4. Juli bzw. 22. Juni 2012 an die Schweiz gelangt und haben 

um Edition sämtlicher Unterlagen des Kontos Nr. 1 bei der Bank E. AG in 

Z. (Schweiz), lautend auf die C. Ltd., sowie hinsichtlich jedes anderen Kon-

tos der C. Ltd. und der A. Inc. ersucht (act. 8.2 S. 16).  

 

 

C. Nachdem das Bundesamt für Justiz (nachfolgend „BJ“) den Vollzug des 

Rechtshilfeersuchens am 14. Januar 2013 an die Bundesanwaltschaft de-

legiert hatte, entsprach diese mit Eintretens- und Editionsverfügungen vom 

28. Februar 2013 dem griechischen Rechtshilfeersuchen und wies die 

Bank AG an, sämtliche Unterlagen des Kontos 1, lautend auf C. Ltd., sowie 

Unterlagen zu Kontobeziehungen der A. Inc. und/oder Kontos, an welchen 

diese zwei Gesellschaften bevollmächtigt oder wirtschaftlich berechtigt 

sind, zu edieren (act. 8.2 und act. 8.3).  

 

Dieser Aufforderung kam die Bank mit Schreiben vom 14. März 2013 nach 

und übermittelte der Bundesanwaltschaft die Unterlagen betreffend das 

Konto mit der Stammnummer 2, lautend auf die A. Inc. Ferner wies sie die 

Bundesanwaltschaft darauf hin, dass keine Kontobeziehung lautend auf die 

C. Ltd. habe festgestellt werden können. Das angegebene Konto mit der 

Nummer 1 laute auf eine Drittperson und sei ein Mietkautionskonto, über 

welches keine Transaktionen im Zusammenhang mit dem vorliegenden 

Rechtshilfeverfahren geflossen seien (act. 8.4).  

 

 

D. Mit Schlussverfügung vom 10. Juli 2013 entsprach die Bundesanwaltschaft 

dem Rechtshilfeersuchen und verfügte die Herausgabe der bei der 

- 3 - 

 

 

Bank E. AG erhobenen und das Konto der A. Inc. betreffenden Kontounter-

lagen an die ersuchende Behörde (act. 8.4).  

 

 

E. Dagegen gelangte die A. Inc. mit Eingabe vom 12. August 2013 an die Be-

schwerdekammer des Bundesstrafgerichts mit folgenden Anträgen (act. 1):   

 

 „Préalablement 

 1. Autoriser la recourante à compléter le recours d‘ici au 30 août 2013.  

2. Inviter le Ministère public de la Confédération à solliciter de l‘autorité re-
quérante la remise d‘une traduction des annexes à la demande d‘entraide 
judiciaire en matière pénale de la Grèce du 4 juillet 2012 (référence […]) 
 
Principalement 
 
2. Annuler la décision de clôture rendue le 10 juillet 2013 par le MPC dans le 
cadre de la demande d‘entraide.  
 
3. Inviter le Ministère public de la Confédération à entendre F., le collabora-
teur de la banque E. SA chargé de la relation bancaire avec la recourante.  
 
4. Inviter le MPC à procéder de manière contradictoire à la sélection des 
pièces du dossier et en particulier à extraire la pièce BA-0042 des pièces 
d‘exécution à transmettre à l‘autorité requérante et autoriser la recourante à 
formuler toutes observations utiles dans ce contexte. 
 
5. Sous suite de frais et dépens en faveur de la recourante.“ 
 

 

Mit Bezug auf die Verfahrensanträge teilte die Beschwerdekammer der Be-

schwerdeführerin am 14. August 2013 mit, dass sie jederzeit ihre Be-

schwerde ergänzen könne, solange die Beschwerdefrist noch nicht abge-

laufen sei; der diesbezügliche Nachweis, nämlich die Rechtzeitigkeit der 

Beschwerde, sei jedoch von der beschwerdeführenden Partei zu erbringen. 

Über den Antrag um Beibringung der Übersetzung der Anhänge zum grie-

chischen Rechtshilfeersuchen werde die Kammer zu einem späteren Zeit-

punkt befinden (act. 3).  

 

 

F. Mit Eingabe vom 30. August 2013 reichte die Beschwerdeführerin eine Er-

gänzung zu ihrer Beschwerde vom 12. August 2013 ein (act. 5). Die Be-

schwerdegegnerin und das BJ wurden von der Kammer am 2. Septem-

ber 2013 dazu aufgefordert, die Beschwerde zu beantworten und sich ins-

besondere zum Verfahrensantrag der Beschwerdeführerin, eine Über-

setzung des Annexes zum Rechthilfeersuchen erhältlich zu machen, zu 

äussern (act. 6).  

 

- 4 - 

 

 

Während sich das BJ den Erwägungen in der Schlussverfügung vollum-

fänglich anschliesst und auf Weiterungen verzichtet (act. 7), beantragt die 

Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort vom 18. Septem-

ber 2013, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. 

Mit Bezug auf den Verfahrensantrag führt die Beschwerdegegnerin aus, sie 

habe die griechischen Behörden mit Fax vom 13. September 2013 darum 

gebeten, die Übersetzung des Annexes nachzureichen, diese sei aber 

noch nicht eingetroffen (act. 8). 

 

Die Beschwerdeführerin hält in ihrer Replik vom 30. September 2013 an ih-

ren in der Beschwerde gemachten Ausführungen fest, was der Beschwer-

degegnerin und dem BJ am 2. Oktober 2013 zur Kenntnis gebracht wird 

(act. 10 und 11).  

 

 

G.  Mit Schreiben vom 31. Oktober 2013 reicht die Beschwerdegegnerin die 

von den griechischen Behörden nachgereichte deutsche Übersetzung des 

Annexes zum Rechtshilfeersuchen ein, welche der Beschwerdeführerin am 

6. November 2013 zur Kenntnis zugestellt wird (act. 12, 12.1 und 13).   

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, so-

weit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen Bezug genommen.  

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1 Die Bestimmungen des Europäischen Übereinkommens über die Rechtshil-

fe in Strafsachen vom 20. April 1959 (EUeR; SR 0.351.1), dem beide Staa-

ten beigetreten sind, massgeblich. Überdies gelangen die Bestimmungen 

der Art. 48 ff. des Übereinkommens vom 19. Juni 1990 zur Durchführung 

des Übereinkommens von Schengen vom 14. Juni 1985 (Schengener 

Durchführungsübereinkommen, SDÜ; ABl. L 239 vom 22. September 2000, 

S. 19 - 62), zur Anwendung, wobei die zwischen den Vertragsparteien gel-

tenden weitergehenden Bestimmungen aufgrund bilateraler Abkommen 

unberührt bleiben (Art. 48 Abs. 2 SDÜ). Ebenso zur Anwendung kommt 

vorliegend das Übereinkommen vom 8. November 1990 über Geldwäsche-

rei sowie Ermittlung, Beschlagnahme und Einziehung von Erträgen aus 

Straftaten (Geldwäschereiübereinkommen, GwUe; SR 0.311.53).  

 

- 5 - 

 

 

1.2 Soweit das Staatsvertragsrecht bestimmte Fragen nicht abschliessend re-

gelt, gelangen das Bundesgesetz über internationale Rechtshilfe in Straf-

sachen vom 20. März 1981 (IRSG; SR 351.1) und die Verordnung über in-

ternationale Rechtshilfe in Strafsachen vom 24. Februar 1982 (IRSV; 

SR 351.11) zur Anwendung (Art. 1 Abs. 1 IRSG; BGE 130 II 337 E. 1; 128 

II 355 E. 1; 124 II 180 E. 1a). Das innerstaatliche Recht gilt nach dem 

Günstigkeitsprinzip auch dann, wenn dieses geringere Anforderungen an 

die Rechtshilfe stellt (BGE 137 IV 33 E. 2.2.2; 136 IV 82, E. 3.1; 133 IV 215 

E. 2.1; 129 II 462 E. 1.1, S. 462, je mit weiteren Hinweisen). Vorbehalten 

bleibt die Wahrung der Menschenrechte (BGE 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 

E. 7c, S. 616 ff., je m.w.H.). 

 

 

2. 

2.1 Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer persönlich und direkt von einer 

Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse an 

deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit b. IRSG). Als persönlich 

und direkt betroffen wird im Falle der Herausgabe von Kontoinformationen 

an den ersuchenden Staat der jeweilige Kontoinhaber angesehen (Art. 9a 

lit. a IRSV; Übersicht über die Rechtsprechung in BGE 137 IV 134 E. 5;  

ZIMMERMANN, La Coopération judiciare internationale en matière pénale, 

3. Aufl., Bern/Brüssel 2009, N. 524-535).  

Die angefochtene Verfügung bezieht sich auf die Herausgabe von Bankun-

terlagen betreffend ein Konto der Beschwerdeführerin bei der Bank E. AG, 

weshalb ihre Beschwerdelegitimation zu bejahen ist. 

 

2.2 Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Schlussverfügung 

der ausführenden Bundesbehörde in internationalen Rechtshilfeangele-

genheiten, gegen welche innert 30 Tagen ab der schriftlichen Mitteilung bei 

der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde geführt wer-

den kann (Art. 80e Abs. 1 i.V.m. Art. 80k IRSG; Art. 37 Abs. 2 lit. a des 

Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die Organisation der Strafbehör-

den des Bundes [Strafbehördenorganisationsgesetz, StBOG; SR 173.71]; 

Art. 19 Abs. 1 des Organisationsreglements für das Bundesstrafgericht, in 

der seit dem 1. Januar 2012 geltenden Version [Organisationsreglement 

BStGer, BStGerOR; SR 173.713.161]). Die ausführende Behörde und die 

Rechtsmittelinstanz stellen ihre Verfügungen dem in der Schweiz wohnhaf-

ten Berechtigten sowie dem im Ausland ansässigen Berechtigten mit Zu-

stellungsdomizil in der Schweiz zu (Art. 80m Abs. 1 IRSG). Die Beschwer-

defrist gemäss Art. 80k IRSG beginnt zu laufen, sobald der Betroffene von 

einer auf ihn bezugnehmenden Verfügung tatsächlich Kenntnis erhält, 

selbst wenn ihm gegenüber eine formelle Eröffnung nicht erfolgt ist. Dies ist 

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grundsätzlich der Fall, wenn eine Rechtshilfeverfügung einer Bank zuge-

stellt wird, die Bank ihren Kunden über den Erlass der Verfügung informiert 

und dieser Gelegenheit hat, sich ohne Verzug den Text der Verfügung bei 

der Bank zu besorgen (BGE 120 Ib 183 E. 3a S. 186 f. m.w.H.; ZIMMER-

MANN, a.a.O., S. 492 N 537). Auch bei beendeter Bankbeziehung hat die 

ausführende Behörde ihre Entscheide an das betreffende Bankinstitut, das 

zur Herausgabe der Unterlagen aufgefordert wird, zuzustellen (BGE 136 IV 

16 E. 2.2). Es ist dabei letzterem überlassen, ob es seinen ehemaligen 

Kunden über den Empfang der Verfügung unterrichtet oder nicht 

(vgl. Art. 80n IRSG).  

 

Das Konto der Beschwerdeführerin war im Jahre 2005 saldiert worden 

(Verfahrensakten Urk. BA-0069). Mangels Sitz oder der ersuchten Behörde 

bekannt gegebenes Zustelldomizil in der Schweiz wurde die Schlussverfü-

gung der Beschwerdeführerin durch Mitteilung an die (ehemals) kontofüh-

rende Bank eröffnet, nämlich an die Bank E. AG. Unabhängig von der Fra-

ge, wann die Beschwerdeführerin tatsächlich Kenntnis von der Schlussver-

fügung erhalten hat, kann vorliegend festgehalten werden, dass die Be-

schwerde mit Poststempel vom 12. August 2013 selbst wenn die Schluss-

verfügung vom 10. Juli 2013 der Beschwerdeführerin am Tag nach deren 

Erlass zur Kenntnis gebracht worden wäre, fristgerecht eingereicht worden 

ist. Der Zeitpunkt der effektiven Kenntnisnahme der Schlussverfügung und 

damit der effektive Beginn des Fristenlaufes ist vorliegend jedoch von Be-

deutung mit Bezug auf die Frage, ob die Beschwerdeführerin mit ihrer Be-

schwerdeergänzung vom 30. August 2013 zu hören ist. Dies deshalb, weil 

eine solche innerhalb der laufenden Beschwerdefrist zu erfolgen hat. Die 

Beschwerdeführerin macht diesbezüglich geltend, erst am 31. Juli 2013 

Kenntnis von der Schlussverfügung erhalten zu haben, nachdem ihr diese 

von der Beschwerdegegnerin zugestellt worden sei (act. 1 S. 3). Bei den 

Akten liegt jedoch ein Schreiben der Beschwerdeführerin an die Beschwer-

degegnerin vom 23. Juli 2013, in welchem jene um Zustellung des Rechts-

hilfeersuchens vom 4. Juli bzw. 22. Juni 2012 mit seinen Anhängen sowie 

der von der Beschwerdegegnerin erlassenen Verfügungen ersucht 

(act. 1/10). Ob daraus zu schliessen ist, die Beschwerdeführerin habe be-

reits vor dem 31. Juli 2013 Kenntnis vom Vorliegen der Schlussverfügung 

gehabt und die Beschwerdefrist habe bereits zu einem früheren Zeitpunkt 

zu laufen begonnen, kann offen bleiben, da die Beschwerde mitsamt deren 

Ergänzung ohnehin materiell abzuweisen ist.  

 

 

3. Die Beschwerdekammer ist nicht an die Begehren der Parteien gebunden 

(Art. 25 Abs. 6 IRSG). Sie prüft die bei ihr erhobenen Rügen grundsätzlich 

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mit freier Kognition. Sie ist aber nicht verpflichtet, nach weiteren der 

Rechtshilfe allenfalls entgegenstehenden Gründen zu forschen, die aus der 

Beschwerde nicht hervorgehen (BGE 123 II 134 E. 1d S. 136 f.; 122 II 367 

E. 2d S. 372, mit Hinweisen). Ebenso wenig muss sich die urteilende In-

stanz nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung mit allen Parteistand-

punkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen aus-

drücklich widerlegen. Sie kann sich auf die für ihren Entscheid wesentli-

chen Punkte beschränken, und es genügt, wenn die Behörde wenigstens 

kurz die Überlegungen nennt, von denen sie sich leiten liess und auf wel-

che sich ihr Entscheid stützt (Urteil des Bundesgerichts 1A.59/2004 vom 

16. Juli 2004, E. 5.2, mit weiteren Hinweisen).  

 

 

4. 

4.1 Die Beschwerdeführerin rügt, dass ihr die deutsche Version des Annexes 

zum Rechtshilfeersuchen vorenthalten und ihr zu Unrecht nur dessen grie-

chische Übersetzung zugestellt worden sei. Sie macht diesbezüglich sinn-

gemäss eine Verletzung ihres Anspruches auf rechtliches Gehör geltend 

(act. 5). 

 

4.2  

4.2.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV umfasst insbe-

sondere das Recht, die Akten einzusehen (BGE 131 V 35 E. 4.2). Gemäss 

Art. 80b Abs. 1 IRSG können die Berechtigten Einsicht in die Akten neh-

men, soweit dies für die Wahrung ihrer Interessen notwendig ist. Das Ak-

teneinsichtsrecht erstreckt sich nur auf die für den angefochtenen Ent-

scheid erheblichen Unterlagen, seien sie im Zuge der Durchführung des 

Ersuchens erhoben oder seien sie diejenigen des Rechtshilfeverfah-

rens i.e.S. (das Ersuchen, begleitende Unterlagen). Die Pflicht der Vorin-

stanz zur Herausgabe der Akten an die Beschwerdeinstanz (Art. 57 

Abs. 1 VwVG am Ende) bezieht sich damit nur auf jene Unterlagen, auf 

welche sich der angefochtene Entscheid stützt (BGE 127 I 145 E. 4a; Urteil 

des Bundesgerichts 1A.247/2000 vom 27. November 2000, E. 3a; 

TPF 2010 142 E. 2.1; TPF 2008 91 E. 3; Entscheid des Bundesstrafge-

richts RR.2012.249 vom 13. Februar 2013, E. 4.2; ZIMMERMANN, a.a.O., 

N. 477–482).  

 

4.2.2 Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdegegnerin der Beschwer-

deführerin mit Schreiben vom 31. Juli 2013 das Rechtshilfeersuchen vom 

22. Juni 2012, die Eintretens- und Editionsverfügungen vom 28. Feb-

ruar 2013, die Schlussverfügung vom 10. Juli 2013 sowie die herauszuge-

benden Bankunterlagen zugestellt hat (act. 1.7). Unbestritten ist, dass da-

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bei die Beilagen zum Rechtshilfeersuchen der Beschwerdeführerin lediglich 

in griechischer Sprache zugestellt wurden (act. 8 S. 2). Der Beschwerde-

führerin wurden die Beilagen in deutscher Sprache erstmals am 6. Novem-

ber 2013 zur Kenntnis gebracht (vgl. supra lit. G; act. 13).  

 

 Da die Beschwerdegegnerin weder in der Eintretens- noch der Schlussver-

fügung Bezug auf die Anhänge zum Rechtshilfeersuchen nimmt – deren 

deutsche Version im Übrigen der Beschwerdegegnerin auch erst Ende Ok-

tober 2013 von den griechischen Behörden zur Kenntnis gebracht worden 

ist (act. 12) –, sind der Beschwerdeführerin keine entscheidrelevanten Ak-

ten vorenthalten worden. Vielmehr bezieht sich die Schlussverfügung ein-

zig auf das der Beschwerdeführerin bekannte Rechtshilfeersuchen vom 

4. Juli bzw. 22. Juni 2012. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist da-

her von vornherein zu verneinen. Der Verfahrensantrag auf Beibringung 

der deutschen Version der Anhänge ist daher – soweit dieser durch dessen 

nachträgliche Zustellung nicht ohnehin obsolet geworden ist – ohne Weite-

res abzuweisen.  

 

4.3 Auch aus der Erklärung der Schweiz zu Art. 16 Ziff. 2 EUeR kann die Be-

schwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ableiten. Zwar verlangt die 

Schweiz gemäss ihrer Erklärung, dass an die schweizerischen Behörden 

gerichtete Rechtshilfeersuchen und deren Anlagen, mit Ausnahme der Er-

suchen um Zustellung einer Vorladung, soweit sie nicht in deutscher, fran-

zösischer oder italienischer Sprache abgefasst sind, mit einer Übersetzung 

in eine dieser Sprachen zu versehen sind. Diese Bestimmung gibt der Be-

schwerdeführerin jedoch keinen über den verfassungsmässigen Anspruch 

auf rechtliches Gehör gehenden Rechtsschutz. Insbesondere kann aus der 

Erklärung nicht geschlossen werden, die Anhänge zu einem Rechtshilfe-

ersuchen müssten in jedem Falle in einer der drei Landessprachen  

beigebracht werden. Dies wäre nur dann vonnöten, wenn es der ausfüh-

renden Behörde verunmöglicht würde, das Rechtshilfeersuchen korrekt zu 

behandeln, oder wenn die verfolgte Person dadurch in ihren (Verteidi-

gungs-)Rechten verletzt oder die mangelnde Übersetzung auf ein miss-

bräuchliches Verhalten des ersuchenden Staates hinweisen würde (Urteil 

des Bundesgerichts 1A.56/2000 vom 17. April 2000, E. 2b). Das Rechtshil-

feersuchen vom 4. Juli bzw. 22. Juni 2012 entspricht sowohl in Bezug auf 

Form und Inhalt dem Art. 14 EUeR: nebst den formellen Angaben von 

Art. 14 Ziff. 1 lit. a – d EUeR findet sich eine ausführliche Darstellung des 

Sachverhalts und die Bezeichnung der strafbaren Handlungen, sodass sich 

die Beschwerdegegnerin, um die Umstände und Tragweite der ersuchten 

Rechtshilfemassnahme zu erkennen, gerade nicht auf die Beilagen ab-

stützen musste. Ein Blick in die auf Deutsch übersetzten Beilagen ergibt 

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denn auch, dass es sich hierbei um Abrechnungen handelt, die allenfalls im 

griechischen Strafverfahren von Relevanz sein können, für das vorliegende 

Rechtshilfeverfahren aber ohne Belang sind. Inwiefern die Beschwerdefüh-

rerin in ihren Verteidigungsrechten beeinträchtigt sein soll, führt sie nicht 

aus. Auch liegen keine Hinweise auf ein rechtsmissbräuchliches Verhalten 

des ersuchenden Staates vor, sodass sich die Beschwerde in diesem 

Punkt als unbegründet erweist. 

 

 

5. Soweit die Beschwerdeführerin sodann mit ihrem Einwand, sie habe bis 

heute keine Möglichkeit gehabt, eine Aktentriage durch die Beschwerde-

gegnerin zu bewirken (act.  1 S. 6), eine Verletzung ihrer Mitwirkungsrechte 

geltend machen will, ist Folgendes festzuhalten:  

 

 Die ausführende Behörde muss dem Berechtigten vorgängig an den Erlass 

der Schlussverfügung die Gelegenheit geben, sich zum Rechtshilfeersu-

chen zu äussern und unter Angabe der Gründe geltend zu machen, welche 

Unterlagen etwa in Anwendung des Verhältnismässigkeitsprinzips nicht he-

rauszugeben sind (vgl. Art. 30 Abs. 1 VwVG; BGE 130 II 14 E. 4.3 S. 16; 

126 II 258 E. 9b/aa S. 262; Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2007.24 

vom 8. Mai 2007, E. 3.1). Das geschieht in aller Regel durch die Zustellung 

einer Eintretens- oder Zwischenverfügung, die den Berechtigten Gelegen-

heit gibt, von sich aus ihre Einwände gegen die Gewährung oder den Um-

fang der Rechtshilfe vorzubringen (unveröffentlichtes Urteil des Bundesge-

richts i.S. P. vom 29. August 1997, E. 4b). Wie bereits unter Ziff. 2.2 supra 

ausgeführt, besteht eine Verpflichtung zur Zustellung von Verfügungen an 

die Berechtigten allerdings nur, wenn diese einen Wohnsitz oder zumindest 

ein Zustellungsdomizil im Inland haben (Art. 80m Abs. 1 IRSG).  

 

 Da die Beschwerdeführerin ihren Sitz im Ausland hat und der ersuchten 

Behörde kein Zustelldomizil in der Schweiz bekannt gegeben hatte, durfte 

die Beschwerdegegnerin ihre Verfügungen der Bank zustellen (vgl. supra 

Ziff. 2.2). Die Beschwerdeführerin macht zwar in diesem Zusammenhang 

geltend, sie habe alles unternommen, um sich rechtzeitig bei der ausfüh-

renden Behörde bekannt zu machen („La recourante a fait tout ce qu’elle 

pouvait pour se faire connaître de l’autorité d’exécution de la demande 

d’entraide, en temps voulu.“ (act. 1 S. 6). Was sie damit genau meint, bleibt 

unklar. Aktenkundig ist lediglich, dass sich der Rechtsvertreter der Be-

schwerdeführerin in Januar 2013 gegenüber der Bank E. AG als Vertreter 

und Zustellempfänger zu erkennen gegeben hat (act. 1/4 und act. 1/6). 

Diese hatte jedoch – wie bereits ausgeführt – keine Verpflichtung, der Be-

schwerdeführerin die Verfügungen der Beschwerdegegnerin zuzustellen. 

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Schon gar nicht war sie verpflichtet, der ersuchenden Behörde den Zustell-

empfänger mitzuteilen. Diese Pflicht oblag einzig der Beschwerdeführerin. 

Dass sie dies getan hätte, geht aus den Akten aber gerade nicht hervor. 

Damit bestand für die Beschwerdegegnerin auch kein Anlass, der Be-

schwerdeführerin vorgängig an den Erlass der Schlussverfügung Gelegen-

heit einzuräumen, an der Aktentriage teilzunehmen. Die Beschwerde er-

weist sich daher auch in diesem Punkt als unbegründet.  

 

 

6. Die Beschwerdeführerin beantragt sodann die Einvernahme des Bankan-

gestellten F. Dieser habe eine Aktennotiz vom 10. September 2003, welche 

sich unter den herauszugebenden Unterlagen befinde, falsch abgefasst. F. 

habe festgehalten, dass es sich bei den Geldeingängen und -ausgängen im 

Auftrage der C. Ltd. um Verträge im Zusammenhang mit der Lieferung und 

dem Unterhalt von Elektrotransformatoren handle. Dabei müsse es sich um 

einen Fehler oder eine Verwechslung mit einer anderen Auslandverbindung 

der Beschwerdeführerin handeln, denn über das Konto der Beschwerde-

führerin seien keine Geschäfte im Zusammenhang mit der Energielieferung 

getätigt worden (act. 1 S. 7). Die Beschwerdeführerin verkennt, dass der 

Rechtshilferichter keine Würdigung der herauszugebenden Unterlagen auf 

deren Beweistauglichkeit vornimmt. Ebensowenig muss der Rechthilferich-

ter Tat- und Schuldfragen prüfen (vgl. BGE 133 IV 76 E. 2.2 S. 79; 132 

II 81 E. 2.1 S. 85; Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2009.39 vom 

22. September 2009, E. 8.1; RR.2008.158 vom 20. November 2008, E. 5.3, 

je m.w.H.). Ob die Aktennotiz tatsächlich falsch abgefasst worden ist und 

ob gegebenenfalls Sommerhalder einvernommen werden muss, wird der 

griechische Strafrichter zu entscheiden haben. Der Antrag auf Einvernah-

me von Sommerhalder ist damit ohne Weiteres abzuweisen.  

 

 

7. Die Beschwerdeführerin beantragt schliesslich, die Beschwerdegegnerin 

sei anzuweisen, zusammen mit der Beschwerdeführerin eine kontradiktori-

sche Aktentriage vorzunehmen (act. 1 S. 2). In diesem Zusammenhang ist 

die Beschwerdeführerin zunächst darauf hinzuweisen, dass sie im vorlie-

genden Beschwerdeverfahren die Gelegenheit gehabt hätte, sich umfas-

send zur Herausgabe der einzelnen Aktenstücke zu äussern. Dies hat sie 

jedoch weitestgehend unterlassen, nachdem sie es bereits vor Vorinstanz 

versäumt hatte, rechtzeitig der ersuchten Behörde einen Zustellempfänger 

bekannt zu geben, mit der Folge, dass sie an einer Aktentriage nicht mit-

wirken konnte (vgl. supra Ziff. 5). Es besteht daher kein Grund, die Sache 

zur Durchführung einer Aktentriage an die Vorinstanz zurückzuweisen. So-

weit die Beschwerdeführerin sodann der Ansicht ist, das Aktenstück  

- 11 - 

 

 

BA-0042 sei auszuscheiden, weil der Inhalt der Aktennotiz nicht richtig wie-

dergegeben sei, ist festzuhalten, dass grundsätzlich sämtliche Bankunter-

lagen mit Bezug auf das Konto der im Rechtshilfeersuchen ausdrücklich 

genannten Beschwerdeführerin potentiell erheblich und daher der ersu-

chenden Behörde herauszugeben sind. Ob die betreffenden Bankunterla-

gen für das ausländische Verfahren letztlich tatsächlich relevant sind, hat 

nicht die ersuchte Behörde, sondern die griechische Staatsanwaltschaft zu 

entscheiden. Es ist darauf hinzuweisen, dass die im Rechtshilfeverfahren 

übermittelten Auskünfte und Unterlagen auch der Entlastung des Beschul-

digten dienen können (vgl. BGE 129 II 462, E. 5.5.; Urteile des Bundesge-

richts 1A.182/2006 vom 9. August 2007, E. 2.3 und 3.2; 1A.52/2007 vom 

20. Juli 2007, E. 2.1.3). Damit sind sämtliche, bei der Bank E. AG edierten 

und das Konto der Beschwerdeführerin betreffende Bankunterlagen dem 

ersuchenden Staat herauszugeben.  

 

 

8. Weitere Rechtshilfehindernisse werden nicht geltend gemacht und sind da-

her auch nicht weiter zu prüfen. Zusammenfassend erweist sich die Be-

schwerde unbegründet und ist daher vollumfänglich abzuweisen.  

 

 

9.  Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin kosten-

pflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG). Für die 

Berechnung der Gerichtsgebühren gelangt das Reglement des Bundes-

strafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Ent-

schädigungen in Bundesstrafverfahren (BStKR; SR 173.713.162) zur An-

wendung (Art. 53 Abs. 2 lit. a, Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 65 Abs. 5 VwVG 

sowie Art. 22 Abs. 3 BStKR). Es rechtfertigt sich vorliegend, die Gebühr auf 

Fr. 4‘000.-- festzusetzen und der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, unter 

Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe.  

 

 

 

 

 

 

- 12 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 4'000.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt, 

unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe.  

 

 

 

Bellinzona, 19. Dezember 2013 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

- Rechtsanwalt Philippe Neyroud 

- Bundesanwaltschaft 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).