# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** afdb3b9b-8477-531a-bfd8-39cae85587cd
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-12-10
**Language:** de
**Title:** Zürich Kassationsgericht 10.12.2005 AC050050
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_KSG_001_AC050050_2005-12-10.pdf

## Full Text

Kassationsgericht des Kantons Zürich

Kass.-Nr. AC050050/U/mb

Mitwirkende: die Kassationsrichter Herbert Heeb, Vizepräsident, Bernhard

Gehrig, Andreas Donatsch, die Kassationsrichterinnen Sylvia Frei

und Yvona Griesser sowie die Sekretärin Daniela Brüschweiler

Zirkulationsbeschluss vom 10. Dezember 2005

in Sachen

X.,
Angeklagter und Beschwerdeführer
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. ____

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich,
Anklägerin und Beschwerdegegnerin
vertreten durch Oberstaatsanwalt lic. iur. Martin Bürgisser, Oberstaatsanwaltschaft des Kantons

Zürich, Florhofgasse 2, Postfach, 8090 Zürich

betreffend

vorsätzliche Tötung etc.

Nichtigkeitsbeschwerde gegen ein Urteil der I. Strafkammer des Ober-
gerichts des Kantons Zürich vom 16. Dezember 2004 (SE040017/U/eh)

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Das Gericht hat in Erwägung gezogen:

 I.

1. X. (nachfolgend Beschwerdeführer) wurde mit Urteil der I. Strafkammer

des Obergerichts (Vorinstanz) vom 16. Dezember 2004 erstinstanzlich der vor-

sätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB sowie der mehrfachen groben

Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG in Verbindung mit

Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 22 Abs. 1 SSV, mit Art. 32 Abs. 1 und Abs. 2 SVG

und Art. 4a Abs. 1 lit. a, b und d VRV sowie mit Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12

Abs. 1 VRV schuldig gesprochen und mit 5 Jahren und 3 Monaten Zuchthaus (als

Zusatzstrafe zu der mit Urteil des Einzelrichters in Strafsachen des Bezirkes Zü-

rich vom 13. März 2003 ausgefällten Strafe von 3 Monaten Gefängnis) bestraft.

Von weiteren Vorwürfen der groben Verletzung der Verkehrsregeln wurde der Be-

schwerdeführer freigesprochen. Zudem ordnete die Vorinstanz eine ambulante

Behandlung im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB ohne Aufschub des Straf-

vollzuges an (OG act. 40 bzw. KG act. 2).

2. Der Beschwerdeführer hat gegen den obergerichtlichen Entscheid recht-

zeitig die kantonale Nichtigkeitsbeschwerde angemeldet (OG act. 42 bzw. KG

act. 5) und begründet (KG act. 1). Er beantragt, das angefochtene Urteil sei auf-

zuheben und die Sache zur Neubeurteilung zurückzuweisen (KG act. 1 S. 2).

Die Vorinstanz hat auf Vernehmlassung verzichtet (KG act. 10). Die Ober-

staatsanwaltschaft (Beschwerdegegnerin) reichte eine Beschwerdeantwort ein,

mit welcher sie die Abweisung der Beschwerde beantragt (KG act. 11).

3. Der Beschwerdeführer hat auch die eidgenössische Nichtigkeitsbe-

schwerde eingereicht (OG act. 46 und 47/1-2; KG act. 1 S. 3).

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 II.

1. In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft vom 30. Juni 2004 wird dem

Beschwerdeführer zusammengefasst vorgeworfen, er habe am frühen Morgen

des 4. Oktober 2000 als Lenker des Personenwagens BMW M3 mit dem ihm be-

kannten A. (als Lenker des Personenwagens Ford Escort Cosworth 4x4) auf der

Strecke Winterthur - Rastplatz Kemptthal und zurück ein Autorennen ausgetra-

gen, wobei es mehrfach zu groben Verletzungen der Verkehrsregeln und

schliesslich (um ca. 03.30 Uhr) auf der Autobahnausfahrt Winterthur-Töss zufolge

massiv überhöhter Geschwindigkeit zu einem derart schweren (Selbst-)Unfall ge-

kommen sei, dass der im Fahrzeug des Beschwerdeführers mitfahrende B. tödli-

che Verletzungen erlitten habe (OG act. 23).

2. Aus der Natur des Beschwerdeverfahrens, das keine Fortsetzung des

Verfahrens vor dem Sachrichter darstellt, folgt, dass sich der Nichtigkeitskläger

konkret mit dem angefochtenen Entscheid auseinandersetzen und den behaup-

teten Nichtigkeitsgrund in der Beschwerdeschrift selbst nachweisen muss (§ 430

Abs. 2 StPO). In der Beschwerdebegründung sind insbesondere die angefochte-

nen Stellen des vorinstanzlichen Entscheides zu bezeichnen und diejenigen Ak-

tenstellen, aus denen sich ein Nichtigkeitsgrund ergeben soll, im Einzelnen anzu-

geben. Es ist nicht Sache der Kassationsinstanz, in den vorinstanzlichen Akten

nach den Grundlagen des geltend gemachten Nichtigkeitsgrundes zu suchen.

Wer die vorinstanzliche Beweiswürdigung als willkürlich rügt, muss in der Be-

schwerde genau darlegen, welche tatsächlichen Annahmen des angefochtenen

Entscheides auf Grund welcher Aktenstellen willkürlich sein sollen. Wird Akten-

widrigkeit einer tatsächlichen Annahme behauptet, so sind ebenfalls die Be-

standteile der Akten, die nicht oder nicht in ihrer wahren Gestalt in die Beweis-

würdigung einbezogen worden sein sollen, genau anzugeben. Wer vorbringt, an-

gerufene Beweismittel seien nicht abgenommen worden, hat zu sagen, wo und zu

welchen Behauptungen er sich auf diese berufen hat. Wird im Rahmen eines

Strafprozesses geltend gemacht, die Untersuchungsmaxime sei verletzt worden,

ist in der Beschwerde anzuführen, durch welche Unterlassung dies geschehen

sein soll (ZR 91/92 Nr. 6; vgl. auch BGE 127 I 42 E. 3b sowie ZR 81 Nr. 88 E. 6;

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Schmid, in Donatsch/Schmid, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons

Zürich, Zürich 1996, N 32 zu § 430; von Rechenberg, Die Nichtigkeitsbeschwerde

in Zivil– und Strafsachen nach zürcherischem Recht, 2. Aufl., Zürich 1986, S. 16

ff.).

3. a) Mit seiner ersten Rüge bringt der Beschwerdeführer vor, die Vorinstanz

habe eine aktenwidrige Annahme getroffen, allenfalls eine willkürliche Beweis-

würdigung vorgenommen, wenn sie davon ausgehe, der Ford Escort Cosworth

von A. sei leistungsfähiger gewesen als der BMW M3 des Beschwerdeführers.

Tatsächlich lasse sich nämlich den im angefochtenen Urteil erwähnten Akten das

Gegenteil entnehmen, zumindest was die vorliegend relevante Beschleunigung in

der Bewegung anbelange (KG act. 1 S. 4 f.).

b) Die Vorinstanz erwog an der angefochtenen Stelle unter dem Titel "Ver-

kehrstechnisches Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes der Stadtpolizei

Zürich", der Gutachter habe zwei Zeitungsausschnitte aus der Automobilrevue

beigelegt. Ebenso seien die Typenscheine sowie die Fahrzeugausweise beigelegt

worden. Aus den Beilagen ergebe sich, dass der Ford Escort Cosworth, wie von

A. ausgesagt, etwas leistungsfähiger gewesen sei als der BMW M3 des Be-

schwerdeführers (KG act. 2 S. 40 f.).

c) Aktenwidrigkeit liegt (nur) vor, wenn Bestandteile der Akten gar nicht oder

nicht in ihrer wahren Gestalt in die Beweiswürdigung einbezogen wurden, es sich

also um Fälle offensichtlicher Versehen handelt. Wenn geltend gemacht wird, die

Vorinstanz erachte eine Tatsache entgegen den Akten als erwiesen oder habe ei-

nen aus den Akten hervorgehenden Umstand nicht hinreichend berücksichtigt,

wird ausschliesslich bemängelt, die Beweiswürdigung sei nicht vertretbar, womit

Willkür bei der Beweiswürdigung gerügt wird (vgl. von Rechenberg, a.a.O., S. 35

und 27; Schmid, in Donatsch/Schmid, a.a.O., N 25 zu § 430 StPO). Die Anrufung

eines unrichtigen Nichtigkeitsgrundes schadet nach dem Grundsatz "iura novit cu-

ria" allerdings nicht (Schmid, in Donatsch/Schmid, a.a.O., N 32 zu § 430 StPO).

d) Der Beschwerdeführer vermag mit seinem Einwand weder unter dem Titel

der Aktenwidrigkeit noch unter demjenigen einer willkürlichen Beweiswürdigung

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einen Nichtigkeitsgrund darzutun. Die Vorinstanz hat mit ihrer Erwägung weder

(aktenwidrig) zum Ausdruck gebracht, beim Ford Escort Cosworth handle es sich

in Bezug auf die Beschleunigung während der Fahrt um das leistungsfähigere

Fahrzeug, noch der Ford Escort Cosworth sei als das in allen Belangen lei-

stungsfähigere Fahrzeug zu betrachten. Dass der von A. gelenkte Ford in gewis-

sen Bereichen als leistungsfähiger anzusehen ist, wird in der Beschwerde aus-

drücklich bestätigt. Der Beschwerdeführer begründet nicht, weshalb vorliegend

(allein) die Daten betreffend Beschleunigung während der Fahrt massgebend wä-

ren und weshalb es willkürlich wäre, den Ford Escort Cosworth als das insgesamt

leistungsfähigere Fahrzeug einzuschätzen. Ebenso wenig wird in der Beschwerde

dargelegt, dass bzw. inwiefern sich die angefochtene Erwägung der Vorinstanz

zum Nachteil des Beschwerdeführers ausgewirkt haben soll. Die Rüge erweist

sich als unbegründet, soweit darauf einzutreten ist.

4. a) Im Zusammenhang mit der Beurteilung der Glaubhaftigkeit der be-

schwerdeführerischen Aussagen erwog das Obergericht u.a., der Beschwerdefüh-

rer habe C. erzählt, er (der Beschwerdeführer) könne auf der Autobahn bei einer

Geschwindigkeit von 235 km/h den 5. Gang nicht einlegen, dies habe er bei einer

nächtlichen Fahrt auf der Autobahn von Zürich nach Winterthur selber festgestellt.

Gemäss C., dieser immerhin Chefverkäufer der Firma Franz AG, wäre dies offen-

bar tatsächlich nicht möglich gewesen bzw. wenn dennoch der 5. Gang hätte ein-

gelegt werden können, hätte eine grosse Gefahr für eine Blockierung des Getrie-

bes bestanden, was zu einem schweren Unfall hätte führen können. Wenn der

Beschwerdeführer dazu angemerkt habe, man könne mit dem 328i im 4. Gang

gar nicht so schnell fahren, so möge dies zwar tatsächlich zutreffen. Geschwin-

digkeiten im 4. Gang bis in den Bereich von ca. 215 km/h seien aber beim fragli-

chen Fahrzeug möglich. Wenn der Beschwerdeführer mit seiner Angabe von 235

km/h wohl übertrieben haben dürfte, lasse sich daraus jedoch nicht schliessen,

dass er tatsächlich den 4. Gang nicht ausgereizt habe und nicht im Bereich von

200 km/h nachts auf der Autobahn gefahren sei. Seine Behauptung, er habe die

diesbezügliche Aussage gegenüber C. nur gemacht, um das Auto umtauschen zu

können, sei jedenfalls nicht nachvollziehbar, unglaubhaft und als blosse Schutz-

behauptung zu werten. Damit könne aber ohne weiteres angenommen werden,

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dass Geschwindigkeitsexzesse für den Beschwerdeführer nicht fremd seien, was

doch Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit aufkommen lasse (KG act. 2 S. 51 f.).

b) Der Beschwerdeführer kritisiert, ausser der Aussage des Zeugen C. gebe

es in den Akten keine Beweismittel für angebliche frühere Geschwindigkeitsex-

zesse des Beschwerdeführers. Die Würdigung der Zeugenaussage C. erweise

sich somit als willkürlich. Es blieben erheblich bzw. unüberwindliche Zweifel, dass

der Beschwerdeführer schon vor dem vorliegend zu beurteilenden Fall Erfahrun-

gen mit Geschwindigkeitsexzessen gemacht habe. Deshalb die Glaubwürdigkeit

des Beschwerdeführers anzuzweifeln, erweise sich ebenfalls als willkürlich (KG

act. 1 S. 5 f.).

c) Der Rüge des Beschwerdeführer fehlt es einerseits an der notwendigen

Auseinandersetzung mit den konkreten vorinstanzlichen Erwägungen. Anderseits

ist eine Schlussfolgerung nicht zwingend nur dann zulässig, wenn sie sich auf

mehrere Anhaltspunkte stützen kann. Damit ist die Annahme der Vorinstanz, al-

leine aufgrund der Aussage des Zeugen C. könne angenommen werden, Ge-

schwindigkeitsexzesse wären dem Beschwerdeführer nicht fremd, nicht unhaltbar,

womit auch die Kritik an der vorinstanzlichen Beurteilung der Glaubwürdigkeit des

Beschwerdeführers ins Leere stösst.

5. a) Der Beschwerdeführer bemängelt im Weiteren, die Vorinstanz habe in

zweifacher Hinsicht zu Unrecht von der Ergänzung des Gutachtens abgesehen,

bzw. die Vorinstanz habe - in Bezug auf die Berechnung der gefahrenen Ge-

schwindigkeit vor der Kollision - auf ein unvollständiges Gutachten abgestellt. Ei-

nerseits sei zu berücksichtigen, dass bei der Kollision des BMW M3 mit dem Be-

tonkandelaber unter anderem ein Teil der Vorderachse und das ganze rechte

Vorderrad abgerissen worden seien und das Fahrzeug von diesem Zeitpunkt an

auf drei Rädern weiter geschleudert sei. Es müsse davon ausgegangen werden,

dass ein Fahrzeug mit drei Rädern geringere Verzögerungswerte aufweise als ein

solches auf vier Rädern. Wäre die Verzögerung tatsächlich geringer gewesen,

würde eine tiefere Eingangsgeschwindigkeit resultieren. Dem Gutachten sei je-

doch nichts über Verzögerungswerte von schleudernden Fahrzeugen mit drei Rä-

dern im Vergleich mit solchen mit vier Rädern zu entnehmen. Auch die Vorinstanz

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habe sich zu dem vom Beschwerdeführer beantragten Ergänzungsgutachten

nicht im Detail geäussert. Anderseits, fährt der Beschwerdeführer fort, müsse auf-

grund der äusserst massiven Beschädigungen im Bereich des Motors, der Vor-

derachse und des rechten Vorderrades davon ausgegangen werden, dass das

Fahrzeug erhebliche Mengen von Motorenöl, Brems- und anderen Flüssigkeiten

verloren habe und dass solche Flüssigkeiten mit den Rädern hätten in Kontakt

kommen können, wodurch die Verzögerungswerte deutlich reduziert worden wä-

ren. Da sich dem Gutachten dazu ebenfalls nichts entnehmen lasse, habe der

Beschwerdeführer auch diesbezüglich eine Ergänzung beantragt. Die Vorinstanz

habe dies abgelehnt, weil auf den Fotos vom Unfallort keine grösseren Öllachen

ersichtlich seien und die Auswirkung eventueller kleinflächiger Ölaustritte auf die

Bodenhaftung der Reifen vernachlässigt werden könne.

b) Die Vorinstanz hielt im Rahmen der Beweiswürdigung zum Gutachten

fest, dieses sei schlüssig, überzeugend und nachvollziehbar begründet worden,

weshalb ohne weiteres auf die dort gezogenen Schlüsse abgestellt werden kön-

ne. Auf den Fotos vom Unfallort seien keine grösseren Öllachen ersichtlich, wel-

che einen Einfluss auf die Länge und den Verlauf der Schleuderfahrt gehabt ha-

ben könnten. Nachdem sich das Auto mehrfach gedreht habe während der

Schleuderfahrt, könne auch die Auswirkung eventuell kleinflächiger Ölaustritte auf

die Bodenhaftung der Reifen vernachlässigt werden. Damit behielten die Rück-

rechnungen des Gutachters aus der Schleuderfahrt auf die Eingangsgeschwin-

digkeit ihre Gültigkeit und sie überzeugten (KG act. 2 S. 52).

c) aa) Ist ein Gutachten unvollständig, ungenau oder undeutlich oder wei-

chen die Sachverständigen in ihren Ansichten voneinander ab oder ergeben sich

erhebliche Zweifel an der Richtigkeit des Gutachtens, kann gemäss § 127 StPO

die Untersuchungsbehörde (bzw. das Gericht) das Gutachten durch die selben

Sachverständigen verbessern lassen oder neue Sachverständige ernennen. Als

unvollständig gilt ein Gutachten, das die ihm zugrundeliegenden Annahmen nicht

nennt, das die Fragen nur unvollständig beantwortet und dessen Schlussfolge-

rungen nicht nachvollziehbar sind (Donatsch, in Donatsch/Schmid, a.a.O., N 8, 9,

11 zu § 127). Ungenau ist ein Gutachten, in dem bei der Beantwortung der Fra-

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gen Fehler gemacht werden, z.B. bei einer unsorgfältigen Erhebung des relevan-

ten Sachverhalts, oder das widersprüchlich ist (a.a.O., N 13). Undeutlich ist ein

Gutachten, das auf die gestellten Fragen keine klaren Antworten gibt (a.a.O.,

N 14). Weiter können erhebliche Zweifel am Gutachten entstehen, wenn aufgrund

seines Inhalts auf mangelnde Sachkunde des Sachverständigen geschlossen

werden muss oder wenn sich ergibt, dass dieser nicht über die notwendigen tech-

nischen Mittel verfügte (a.a.O., N 17). Die Kassationsinstanz prüft frei, ob ein

Gutachten mangelhaft ist (Schmid, in Donatsch/Schmid, a.a.O., N 22 zu § 430;

RB 1996 Nr. 153, 1989 Nr. 69; ZR 89 Nr. 90).

bb) Aus Art. 29 Abs. 2 BV (Anspruch auf rechtliches Gehör) folgt die Pflicht

der Behörden und der Gerichte, ihre Entscheide zu begründen (BGE 129 I 232 E.

3.2, 126 I 97 E. 2b, je mit Hinweisen). Der Betroffene soll daraus ersehen, dass

seine Vorbringen tatsächlich gehört, sorgfältig und ernsthaft geprüft und in der

Entscheidfindung berücksichtigt wurden. Aus der Begründung müssen sich aller-

dings nur die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte ergeben; es ist nicht

nötig, dass sich der Richter ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung

und mit jedem rechtlichen Argument auseinandersetzt, sondern es genügt, wenn

sich aus den Erwägungen ergibt, welche Vorbringen als begründet und welche –

allenfalls stillschweigend – als unbegründet betrachtet worden sind (BGE 119 Ia

269 E. d, 112 Ia 109 E. 2b, je mit Hinweisen; G. Müller in: Kommentar [alt]BV,

Überarbeitung 1995, Art. 4 Rz 112–114; J.P. Müller, Grundrechte in der Schweiz,

3. Aufl., Bern 1999, S. 535 ff., 539). Über diese Grundsätze geht auch das kanto-

nale Verfahrensrecht nicht hinaus (ZR 81 Nr. 88 Erw. 2).

d) aa) Soweit der Beschwerdeführer eine Verletzung der Begründungspflicht

geltend machen wollte, indem sich die Vorinstanz zu einem seiner Ergänzungs-

anträge nicht geäussert habe, fehlen der Beschwerde die nötigen Aktenhinweise.

Aus der Beschwerde ist nicht ersichtlich, an welcher Stelle und in welcher Form

der Beschwerdeführer seine Kritik im Untersuchungsverfahren oder vor Oberge-

richt angebracht hätte. Es ist nicht Sache der Kassationsinstanz, in den vor-

instanzlichen Akten nach den Grundlagen des geltend gemachten Nichtigkeits-

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grundes zu suchen. Auf diese (selbstständige) Rüge wäre demnach nicht einzu-

treten.

bb) Fraglich erscheint sodann - kann aber letztlich offen bleiben -, ob der

Hinweis der Beschwerde, rein von der Logik her müsste davon ausgegangen

werden, dass ein Fahrzeug mit drei Rädern geringere Verzögerungswerte aufwei-

se als ein solches auf vier Rädern, woraus auch eine tiefere Eingangsgeschwin-

digkeit resultieren würde (KG act. 1 S. 6 Ziff. 15), zur Substanziierung der Rüge

überhaupt genügen könnte.

Festzuhalten ist, dass der vierte Teil des Gutachtens die Abschnitte "Spu-

renbilder auf der Fahrbahn" (Ziff. 4.2) sowie "Schadenbilder am BMW M3 und

Spurenbilder an den Leitplanken und dem Beleuchtungskandelaber" (Ziff. 4.3)

enthält (vgl. OG act. 10 S. 2, 7 ff.). In diesem Zusammenhang wird im Gutachten

u.a. dargelegt, ausgehend vom Situationsplan UFD und den vorhandenen Foto-

negativen seien die Unfallspuren im Detail analysiert und alle aufgrund von drei

Radaufstandspunkten oder aufgrund der Kollisionsstellen mit den Leitplanken re-

konstruierbaren Positionen des BMW M3 während der Auslaufphase bestimmt

worden (OG act. 10 S. 7). Im Weiteren wird festgehalten, der BMW M3 sei (nach

der Kollision mit dem Beton-Beleuchtungskandelaber) mit einer Drehung um ca.

260° im Uhrzeigersinn geschleudert, wobei von den drei noch vorhandenen Rä-

dern alle drei Reifenspuren gezeichnet hätten (OG act. 10 S. 8). Auch im Ab-

schnitt 4.3 wird ausdrücklich erwähnt, dass der BMW M3 bei der (zweiten) Kollisi-

on mit der rechten Leitplanke und dem Beton-Beleuchtungskandelaber an der

rechten Front und auf der ganzen rechten Seite massivst beschädigt worden sei.

Ein Teil der Vorderachse und das ganze rechte Vorderrad seien abgerissen wor-

den (OG act. 10 S. 9). Angesichts dieser Angaben kann ohne weiteres davon

ausgegangen werden, dass die nachfolgenden Berechnungen auf den genannten

Grundlagen beruhen bzw. die genannten tatsächlichen Feststellungen berück-

sichtigt wurden, soweit sie überhaupt in relevanter Weise Auswirkungen auf die

Berechnungen beanspruchen konnten.

Zudem ist darauf hinzuweisen, dass auf die Ergänzung oder Einholung ei-

nes zusätzlichen Gutachtens verzichtet werden kann, wenn es dem Richter trotz

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eines Mangels möglich ist, mit Bezug auf die massgebende Frage in vertretbarer

Weise eine abschliessende Schlussfolgerung zu ziehen, mithin sein Informations-

bedürfnis gedeckt ist (Donatsch, in Donatsch/Schmid, a.a.O., N 18 zu § 127

StPO). Die Beschwerde äussert sich nicht dazu, weshalb selbst bei Bestätigung

geringerer Verzögerungswerte eine massgeblich tiefere Eingangsgeschwindigkeit

zu erwarten wäre. Zu beachten ist, dass bereits die im Gutachten errechnete Ein-

gangsgeschwindigkeit von 170 km/h bis über 200 km/h eine erhebliche Band-

breite abdeckt und der Gutachter festhält, die Minimalgeschwindigkeit von 170

km/h sei als absolute Minimalgeschwindigkeit zu betrachten, es sei von durchge-

hend nicht blockierten Rädern ausgegangen worden und die Geschwindigkeitsre-

duktionen durch die erste Kollision mit der Leitplanke sei sehr vorsichtig berück-

sichtigt worden (OG act. 10 S. 18). Dies auch deshalb (vgl. OG act. 10 S. 14), weil

bei der Berechnung der Geschwindigkeit eines Fahrzeuges aus der Länge von

Reifenspuren mehrere Faktoren zu berücksichtigen sind, welche oft im einzelnen

nicht absolut bekannt sind.

Hinzu kommt schliesslich, dass das Gutachten auch gestützt auf die Rekon-

struktion des Unfalles zu der errechneten Geschwindigkeit von 170 km/h bis 200

km/h kommt (OG act. 10 S. 22). Auch mit diesen Erkenntnissen setzt sich die Be-

schwerde nicht auseinander.

Angesichts dieser Überlegungen gelingt es dem Beschwerdeführer nicht, ei-

nen Nichtigkeitsgrund nachzuweisen.

cc) Das vorstehend Gesagte gilt im Wesentlichen auch für den Einwand, das

Gutachten äussere sich nicht zur Frage der Beeinflussung der Verzögerungs-

werte durch Kontakte der verbliebenen drei Räder mit Motorenöl oder anderen

Flüssigkeiten. Das Gutachten hat sich zu den Spurenbildern auf der Fahrbahn

geäussert (OG act. 10 S. 7 f.) und es kann - ohne in Willkür zu verfallen - davon

ausgegangen werden, dass aufgrund der Spurenbilder kein Grund zur Annahme

bestand, allenfalls ausgetretene Flüssigkeit wirke sich auf die Berechnung der

Geschwindigkeit aus. Im Übrigen legt die Beschwerde auch in diesem Punkt nicht

konkret dar, aufgrund welcher Aktenstellen von etwas anderem auszugehen wä-

re. Der pauschale Hinweis auf die entsprechenden Unfallfotos genügte nicht.

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Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass der Beschwerdeführer im

Zusammenhang mit dem Gutachten keinen Nichtigkeitsgrund nachzuweisen ver-

mag, soweit auf die Rügen überhaupt eingetreten werden kann.

6. a) Der Beschwerdeführer erachtet die vorinstanzliche Beweiswürdigung,

wonach kein Zweifel daran bestehe, dass sich der Beschwerdeführer vor der Ab-

fahrt etwas abschätzig über den Ford Escort Cosworth von A. geäussert habe, als

unzutreffend und widersprüchlich. Bei objektiver Betrachtungsweise und unter Be-

rücksichtigung aller (Zeugen-)Aussagen bestünden erhebliche und unüberwindba-

re Zweifel, ob sich der Sachverhalt im Sinne der vorinstanzlichen Erwägung ver-

wirklicht habe, weshalb die obergerichtliche Annahme den Grundsatz "in dubio

pro reo" verletze. Die Aussagen der Auskunftspersonen D.Z., E.Z. und F. stützten

nämlich die Darstellung des Beschwerdeführers, der eine abschätzige Bemerkung

über das Auto von A. stets bestritten habe. Die Vorinstanz habe die Aussagen der

Auskunftspersonen grundsätzlich als glaubhaft bewertet, sie begründe aber nicht,

weshalb sie es in Bezug auf diese eine Frage der Vorgeschichte nicht sein sollten

(KG act. 1 S. 7 ff.).

b) Die Vorinstanz erwog einleitend zu Ziffer 1 der Anklageschrift (mehrfache

grobe Verletzung der Verkehrsregeln), es könne kein Zweifel bestehen, dass sich

der Beschwerdeführer vor der Abfahrt - wie in der Anklageschrift festgehalten -

etwas abschätzig über den Ford Escort Cosworth von A. geäussert habe. Die

diesbezüglichen Aussagen von A., die er auch anlässlich der Konfrontationsein-

vernahme aufrecht erhalten habe, seien glaubhaft und korrespondierten durchaus

mit den späteren Handlungsabläufen, insbesondere zunächst mit der Fahrweise

der Beteiligten auf der Zürcherstrasse. Dazu komme, dass der Beschwerdeführer

anlässlich der Konfrontationseinvernahme immerhin habe einräumen müssen,

dass er das wahrscheinlich nicht gesagt habe, es aber möglich sei, dass jemand

anders sich in dieser Richtung geäussert habe, bevor er dann erneut daran fest-

gehalten habe, nichts gegen A.s Auto gesagt zu haben. Dieses schwankende

Aussageverhalten spreche gegen seine Darstellung. Daran ändere nichts, dass

die anderen Beteiligten die Bemerkung des Beschwerdeführers nicht gehört hät-

ten (KG act. 2 S. 52 f.).

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c) Die Beweiswürdigung des vorinstanzlichen Sachrichters kann nach der

Praxis des Kassationsgerichtes aufgrund von § 430 Abs. 1 Ziff. 4 StPO dann mit

Erfolg gerügt werden, wenn sie sich nicht mehr im Rahmen des Gesetzes hält,

sondern willkürlich, d.h. offensichtlich abwegig ist und einer missbräuchlichen

Handhabung des richterlichen Ermessens gleichkommt (ZR 64 Nr. 54). Die Ver-

neinung eines den Freispruch bedingenden Zweifels wird als Kassationsgrund

angesehen, wenn diese bei ernsthafter Abwägung des "Für" und "Wider"

schlechthin unverständlich ist (Schmid, in Donatsch/Schmid, a.a.O., N 21 zu

§ 430 StPO). Es ist zu berücksichtigen, dass mit menschlichen Erkenntnismitteln

keine absolute Sicherheit in der Beweisführung erreicht werden kann; daher muss

genügen, dass das Beweisergebnis über jeden vernünftigen Zweifel erhaben ist

(BGE 124 IV 88 E. 2a mit Hinweisen; ZR 72 Nr. 80, 69 Nr. 50; von Rechenberg,

a.a.O., S. 34). Weiter geht auch die Unschuldsvermutung im Sinne von Art. 6

Ziff. 2 EMRK und Art. 4 Abs. 1 aBV bzw. Art. 32 Abs. 1 BV nicht, denn diese Be-

stimmungen schliessen einen Schuldspruch nur dann aus, wenn bei objektiver

Betrachtung erhebliche und unüberwindliche Zweifel am Tat– oder Schuldbeweis

zurückbleiben (BGE 120 Ia 35 ff. mit Hinweisen).

Der in diesem Zusammenhang regelmässig angerufene Grundsatz "in dubio

pro reo" weist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts und in Übereinstim-

mung mit dem Schrifttum zwei Aspekte auf: zum einen bezieht er sich auf die

strafprozessuale Beweislast, zum anderen wirkt er sich bei der Feststellung des

Sachverhaltes und der Würdigung der Beweise aus (BGE 120 Ia 31 ff., 127 I 38

E. 2a; vgl. Corboz, In dubio pro reo, ZBJV 1993, S. 403 ff. mit weiteren Hinwei-

sen). Als Beweiswürdigungsregel erschöpft sich der Grundsatz im Verbot der will-

kürlichen Beweiswürdigung (vgl. auch Schultz, ZBJV 1995, S. 852), während er

als Beweislastregel besagt, dass es Sache des Staates ist, die Schuld des Ange-

klagten nachzuweisen. Da der Grundsatz unter beiden in Frage kommenden

Aspekten verfassungsrechtlichen Rang hat, kann seine Verletzung vor Bundesge-

richt allein mit staatsrechtlicher Beschwerde (und nicht mit eidgenössischer Nich-

tigkeitsbeschwerde) geltend gemacht werden (vgl. schon BGE 102 Ia 203, 101 Ia

67 ff.; zum Ganzen M. Forster, ZStrR 1997, S. 61 ff.), womit in beiden Fällen auf

kantonaler Ebene die Nichtigkeitsbeschwerde zulässig ist. Hinsichtlich der Kogni-

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tion des Kassationsgerichts ist von Bedeutung, dass die Beachtung der Beweis-

lastregel vom Bundesgericht im Rahmen einer staatsrechtlichen Beschwerde frei

geprüft wird (BGE 120 Ia 38, 127 I 38 E. 2a), womit ihr insoweit eine über das

Willkürverbot hinausgehende Tragweite zukommt; dem Kassationsgericht kommt

daher als vorgeschalteter Instanz sinnvollerweise ebenfalls freie Kognition zu,

soweit die Verletzung der Beweislastregel gerügt wird. Bei der Frage, ob die Be-

weiswürdigungsregel von der Vorinstanz verletzt worden ist, kommt hingegen

dem Kassationsgericht nach wie vor nur eine auf Willkür begrenzte Überprü-

fungsbefugnis zu (eingehend ZR 102 Nr. 12; vgl. auch BGE 127 I 38 E. 2c und

3a).

d) Soweit der Beschwerdeführer seine Kritik auf das Argument zu stützen

versucht, die beiden Fahrzeuglenker seien vor Beginn des behaupteten Rennens

gar nicht persönlich zusammengetroffen, sondern sie seien sich erst auf der Zür-

cherstrasse fahrend begegnet, so ist zwar richtig, dass die Brüder Z. aussagten,

man sei in der Unfallnacht fahrend auf der Zürcherstrasse aufeinander getroffen

(OG act. 7/9 S. 2; 7/11 S. 2). Hingegen versucht der Beschwerdeführer zu Un-

recht zu suggerieren, nur A. habe von einem (persönlichen) Aufeinandertreffen

schon vor der Fahrt von Winterthur zum Rastplatz Kemptthal gesprochen. F. gab

anlässlich der Einvernahme vom 10. Dezember 2001 zu Protokoll, sie - d.h. A.,

die beiden Z.-Brüder und er - hätten sich bei einer Bar in Winterthur getroffen. Der

Beschwerdeführer sei auch mit seinem Auto dort gewesen (OG act. 7/10 S. 2).

Selbst der Beschwerdeführer sagte nichts anderes aus ("G. brachte seine Freun-

din nach Hause in Winterthur. Wir drei übrigen warteten draussen. Dann kamen

A. und drei Kollegen. Wir begrüssten uns. ..."; OG act. 7/1 S. 2). Auch aus der

Konfrontationseinvernahme vom 5. Dezember 2001 geht nichts anderes hervor.

A. gab an, sie seien alle zusammen beim Bahnhof Winterthur gewesen. Dazu be-

fragt antwortete der Beschwerdeführer, er wisse noch, dass sie sich um ca. 00.30

- 01.30 Uhr in der Nähe des Bahnhofs Winterthur getroffen hätten (OG act. 7/3

S. 2). Zu den Äusserungen von A. zum weiteren Verlauf sagte der Beschwerde-

führer, sie seien am Bahnhof gewesen. Er habe das Gefühl, dass sie nicht mitein-

ander geredet hätten (OG act. 7/3 S. 3). Angesichts dieser Aussagen ist zunächst

nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz von einem persönlichen Aufeinander-

-   14   -

treffen vor der Fahrt ausging. Dem stehen die anders lautenden Angaben der

Brüder Z. nicht entgegen. E.Z. hatte nämlich auf Nachfrage des Bezirksanwaltes

angegeben, man habe sich 2-3 Stunden vorher (gemeint vor dem Zusammen-

treffen fahrend auf der Zürcherstrasse) getroffen. Später hätten sie sich nochmals

getroffen (OG act. 7/9). D.Z. wurde nicht konkret darauf angesprochen, ob man

sich schon vor dem Zusammentreffen auf der Zürcherstrasse bereits getroffen

habe.

Vor diesem Hintergrund sind sodann die folgenden Aussagen zur Frage ei-

ner allfälligen Bemerkung des Beschwerdeführers über den Ford Escort Cosworth

von A. zu betrachten.

E.Z. (OG act. 7/9 S. 2):

"Was wissen Sie über mögliche Diskussionen über den Cos-
worth von [A.] und den damaligen BMW M3 von [X.]?

Das weiss ich nicht mehr."

F. (OG act. 7/10 S. 2 f.):

"Was wissen Sie über mögliche Diskussionen über die betei-
ligten Autos?

Ich weiss nichts."

D.Z. (OG act. 7/11 S. 2)

"Was wissen Sie über mögliche Diskussionen der beiden Len-
ker über ihre Autos?

Ich habe keine Ahnung."

Angesichts dieser Aussagen erweist sich der Vorwurf der widersprüchlichen

bzw. willkürlichen Beweiswürdigung als unbegründet. Keine der Auskunftsperso-

nen hat überhaupt etwas bezüglich den Inhalt einer Unterhaltung zwischen dem

Beschwerdeführer und A. ausgesagt bzw. aussagen können. Die Vorinstanz hat

entsprechend die Angaben der Auskunftspersonen dazu - sie hätten nichts gehört

bzw. wüssten nichts darüber - auch nicht als unglaubhaft eingeschätzt. In der Be-

schwerde wird darüber hinaus nicht dargelegt, aufgrund welcher Aktenstellen da-

-   15   -

von auszugehen wäre, dass die fragliche Bemerkung von den Auskunftspersonen

hätte gehört werden müssen.

Offen bleiben kann nach dem Gesagten, ob und inwiefern sich die ange-

fochtene Erwägung überhaupt zum Nachteil des Beschwerdeführers ausgewirkt

hat bzw. ob die Kritik des Beschwerdeführers, da entsprechende Ausführungen in

der Beschwerde fehlen, den Anforderungen an die Begründung eines Nichtig-

keitsgrundes genügten.

7. a) Nach Ansicht des Beschwerdeführers geht die Vorinstanz im Weiteren

zu Unrecht davon aus, dass er mit Geschwindigkeiten zwischen 70 km/h und 100

km/h durch die Zürcherstrasse stadtauswärts gefahren sei (KG act. 1 S. 9 ff.). Es

sei vielmehr zu seinen Gunsten davon auszugehen, dass er nicht schneller als 70

km/h gefahren sei. Dies decke sich mit den ersten Aussagen von A. und F. bei

der Polizei. Zu berücksichtigen sei zudem, dass der Tacho des Wagens von A.

offenbar deutlich höhere Geschwindigkeiten als die tatsächlich gefahrenen Werte

angezeigt habe. Dieser Umstand sei von der Vorinstanz nicht berücksichtigt wor-

den. Weiter sei zu beachten, dass A. die höchste Geschwindigkeit erreicht habe,

als er bei den Überholversuchen des Beschwerdeführers beschleunigt habe. Es

müsse deshalb davon ausgegangen werden, dass bei diesen Beschleunigungs-

manövern der Beschwerdeführer jeweils etwas zurückgefallen und folglich mit ge-

ringerer Geschwindigkeit gefahren sei.

Entgegen der Vorinstanz, fährt der Beschwerdeführer fort, könne nicht auf

die Aussagen des Zeugen H. abgestellt werden, da erhebliche Zweifel bestünden,

ob es sich bei den vom Zeugen beobachteten Fahrzeugen um diejenigen des Be-

schwerdeführers und von A. gehandelt habe. Die Zürcherstrasse werde von ju-

gendlichen "Nachtschwärmern" mit ihren Autos häufig frequentiert, insbesondere

in den Nächten von Freitag auf Samstag bzw. von Samstag auf Sonntag. Es kön-

ne deshalb nicht ausgeschlossen werden, dass zur fraglichen Zeit zwei andere

Wagen in der vom Zeugen beschriebenen Art und Weise die Zürcherstrasse

stadtauswärts gefahren seien. Weitere erhebliche Zweifel an der Darstellung von

H. ergäben sich dadurch, dass es sich bei den von H. beobachteten Fahrzeugen

um zwei BMW's gehandelt haben solle, was für den vorliegenden Fall offenkundig

-   16   -

nicht zutreffe. Dabei sei zu beachten, dass sich der Zeuge nach eigenen Angaben

sehr gut mit Automarken auskenne. Zudem soll der BMW des Beschwerdeführers

gemäss Aussage des Zeugen H. vorausgefahren sein, was gemäss Anklage und

Vorinstanz ebenfalls nicht zutreffend sei. Schliesslich widerspreche die von H.

angegebene Geschwindigkeit von 150 km/h in sehr krasser Weise den Angaben

der Auskunftspersonen (KG act. 1 S. 11).

b) aa) Nicht ersichtlich ist zunächst, inwiefern der Beschwerdeführer mit dem

Hinweis auf die Messergebnisse der Zählereichung beim Ford Escort Cosworth

einen Nichtigkeitsgrund belegen will. Einerseits ist gerichtsnotorisch (und geht im

Übrigen auch aus den Messergebnissen zum BMW M3 [OG act. 10 Beilage 3]

hervor), dass die abgelesene Geschwindigkeit höher ist als die effektiv gefahrene.

Entsprechende gesetzliche Bestimmungen finden sich in der Verordnung über die

technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge (Art. 55 VTS). Als wesentlich

erweist sich aber, dass weder in der Beschwerde erwähnt wird noch aus dem vor-

instanzlichen Urteil hervorgeht, die als erstellt erachtete Geschwindigkeit ergebe

sich massgeblich gestützt auf die auf dem Tacho des Fahrzeuges Ford Escort

Cosworth abgelesene Geschwindigkeit.

bb) Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, es müsse davon ausge-

gangen werden, dass er bei den Beschleunigungsmanövern von A. jeweils etwas

zurückgefallen sei und folglich mit geringerer Geschwindigkeit gefahren sei, er-

scheint dieser Einwand bereits aufgrund der erheblichen angenommenen Diffe-

renz zwischen 100 km/h und 70 km/h nicht geeignet, einen Nichtigkeitsgrund dar-

zutun. In der Beschwerde wird sodann nicht mit den erforderlichen Aktenzitaten

belegt, aufgrund welcher Aktenstellen angesichts der mehrmaligen Überholversu-

che des Beschwerdeführers von einem massgeblichen Zurückfallen auszugehen

wäre.

cc) Was der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit den Aussagen des

Zeugen H. ausführt, überzeugt sodann ebenfalls nicht. Unzutreffend ist, dass sich

die Vorinstanz bezüglich Identifikation der Fahrzeuge einzig auf die Übereinstim-

mung in Aussagen hinsichtlich des Lärms und betreffend der beiden seitlich ver-

setzt fahrenden Fahrzeuge gestützt hätte. Vielmehr hat sie auch berücksichtigt,

-   17   -

dass die zeitlichen Umstände dafür sprächen, der Zeuge habe tatsächlich den

Beschwerdeführer und A. beobachtet (KG act. 2 S. 56). Die Beschwerde äussert

sich dazu nicht. Die (unbelegte) Behauptung des Beschwerdeführers, die Zür-

cherstrasse werde von jugendlichen "Nachtschwärmern" mit ihren Autos häufig

frequentiert, lässt zudem nicht als sehr wahrscheinlich erscheinen, dass dieser

Strassenabschnitt innerhalb relativ kurzer Zeit mindestens zweimal in der Art, wie

von den Auskunftspersonen geschildert, befahren wurde. Das Obergericht hat

schliesslich nicht übersehen, dass der Zeuge beide Fahrzeuge als BMW-Modelle

erkannt haben will. Dass der Beschwerdeführer diesen Umstand anders ein-

schätzt als das Obergericht, lässt die vorinstanzliche Auffassung noch nicht als

unhaltbar erscheinen. Gleich verhält es sich mit der vom Beschwerdeführer kriti-

sierten Geschwindigkeitsangabe des Zeugen.

8. a) Der Beschwerdeführer bemängelt, bei objektiver Betrachtung bestün-

den erhebliche bzw. unüberwindliche Zweifel, dass er - wie von der Vorinstanz als

erstellt betrachtet - beim Überholen von A. einen gefährlich kleinen seitlichen Ab-

stand eingehalten habe. In der Untersuchung sei dies nur von A. behauptet wor-

den. Anlässlich der Unfallrekonstruktion seien A. und der Beschwerdeführer sogar

übereinstimmend davon ausgegangen, dass der seitliche Abstand normal gewe-

sen sei. Auch die Auskunftspersonen D.Z. und F. hätten den seitlichen Abstand

als normal bezeichnet (KG act. 1 S. 12).

b) Was der Beschwerdeführer aus der Unfallrekonstruktion abzuleiten ver-

sucht, findet in den Akten keine Stütze. Es ist unerfindlich, worauf die Argumenta-

tion der Beschwerde - anlässlich der Unfallrekonstruktion seien A. und der Be-

schwerdeführer überstimmend von einem normalen seitlichen Abstand ausge-

gangen - basiert. Im Bericht zur Unfallrekonstruktion wird ausdrücklich darauf hin-

gewiesen (OG act. 9 S. 4), dass die Position, in welcher der Beschwerdeführer

zum Überholen des Ford Escort Cosworth ansetzte, nicht habe rekonstruiert wer-

den können, da er sich zu diesem Zeitpunkt noch auf der Autobahn befunden ha-

be (welche im Zeitpunkt der Unfallrekonstruktion zufolge des regulären Verkehrs

nicht hatte benützt werden können [vgl. OG act. 9 S. 3]). Ebenso wenig konnte die

Szene, als die zwei Fahrzeuge während des Überholmanövers mit der Front etwa

-   18   -

auf gleicher Höhe waren, gestellt werden (OG act. 9 S. 4). Die Vorinstanz stützte

sich denn auch nicht nur auf die Aussagen von A., sondern auch auf diejenigen

von E.Z. und F.. Dass und weshalb die Vorinstanz diese im Urteil konkret wieder-

gegebenen Aussagen zu Unrecht berücksichtigt oder falsch gewichtet hätte, wird

in der Beschwerde nicht dargelegt. Allein der Umstand, dass D.Z. den Abstand

als normal bezeichnete, vermag die vorinstanzliche Beweiswürdigung nicht als

willkürlich erscheinen zu lassen. Dasselbe gilt für den Hinweis in der Beschwerde

auf den Anhang zur Einvernahme von F. (OG act. 7/10), wobei damit wohl die ei-

genhändige Zeichnung gemeint ist (letzte Seite). Es ist offensichtlich, dass es sich

dabei nicht um eine auch nur ansatzweise massstabgetreue Darstellung handelt,

welche die vom Obergericht herangezogenen Aussagen zu entkräften vermöchte.

9. a) Schliesslich erachtet der Beschwerdeführer auch die vorinstanzliche

Beweiswürdigung im Zusammenhang mit dem Vorwurf der vorsätzlichen Tötung

in verschiedener Hinsicht als willkürlich.

Entgegen der Vorinstanz könne nicht davon ausgegangen werden, wendet

der Beschwerdeführer zunächst ein, er habe die Gelegenheit bewusst benutzt,

um den langsamer werdenden A., mit dem er sich über eine längere Distanz ein

Rennen geliefert habe, endlich überholen zu können, nachdem er zuvor stets den

Kürzeren gezogen habe. Es stehe nämlich selbst bei Annahme eines Rennens

nicht fest, argumentiert der Beschwerdeführer, dass er dabei stets den Kürzeren

gezogen habe. Sowohl D.Z. und (teilweise) F. wie auch der Beschwerdeführer

hätten ausgesagt, er (der Beschwerdeführer) sei zuerst bei der Raststätte

Kemptthal angekommen. Ebenfalls erhebliche Zweifel bestünden daran, dass das

Rennen auf der Autobahn von Kemptthal Richtung Winterthur über eine längere

Distanz fortgesetzt worden sei. Erstellt sei nämlich (nur), dass A. den Beschwer-

deführer kurz nach der Autobahneinfahrt der Raststätte Kemptthal mit grosser

Geschwindigkeit überholt habe und daraufhin der Abstand zwischen den beiden

Fahrzeugen ziemlich gross geworden, mithin der Beschwerdeführer deutlich lang-

samer als A. gefahren sei. Wenn die Vorinstanz dieses Überholen auf die besse-

ren Leistungswerte des Ford Escort Cosworth zurückführe, sei dies ebenfalls will-

kürlich, da der BMW M3 über die besseren Beschleunigungswerte verfüge. Es sei

-   19   -

offenkundig, dass der Beschwerdeführer zumindest zu diesem Zeitpunkt kein

Rennen mehr habe fahren wollen. Bei dieser Ausgangslage könne aber auch

nicht willkürfrei davon ausgegangen werden, der Beschwerdeführer habe beim

späteren Überholen von A. alles daran gesetzt, als Sieger aus dem Rennen her-

vorzugehen. Als letzten Punkt kritisiert der Beschwerdeführer sodann, das Ober-

gericht habe seine Aussagen, er habe sich im letzten Moment zum Befahren der

Autobahnausfahrt Winterthur-Töss entschieden, zu Unrecht als unglaubhaft ein-

gestuft. Im Kernbereich sei das Aussageverhalten des Beschwerdeführers immer

gleich geblieben. Die Darstellung des Beschwerdeführers werde zudem durch die

Unfallrekonstruktion bestätigt, wobei die Vorinstanz dieses Beweismittel unver-

ständlicherweise vernachlässigt habe (KG act. 1 S. 12 ff.).

b) Die Vorinstanz erwog, es sei nicht glaubhaft, dass der Beschwerdeführer

erst kurz vor der Ausfahrt Töss gemerkt habe, dass er eigentlich nach rechts hätte

fahren sollen. Seine Angaben dazu seien denn auch widersprüchlich ausgefallen.

Vielmehr müsse aufgrund des ganzen Ablaufs, ab der Einfahrt in die Zürcherstra-

sse, davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer bewusst die Gele-

genheit benutzt habe, um den langsamer werdenden A., mit dem er sich über ei-

ne längere Distanz - ab Winterthur konkludent, ab Raststätte Kemptthal durch

Einstellen der Warnblinkanlage vereinbart - ein eigentliches Rennen gelieferte

habe, endlich überholen zu können, nachdem er zuvor stets den Kürzeren gezo-

gen habe. Dies ergebe sich aus seinen abschätzigen Bemerkungen über das

Auto von A. in Winterthur, aus seinem Fahrverhalten auf der Zürcherstrasse bis

zur Raststätte Kemptthal, aus seinem Verhalten vor der Wegfahrt von dieser

Raststätte und schliesslich aus seinen letzten Fahrmanövern vor dem Unfall.

Wenn jedenfalls die Anklageschrift festhalte, dass der Beschwerdeführer aufgrund

seiner vorherigen Unterlegenheit in den Rennen in der letzten Phase nun alles

daran gesetzt habe, seinem Freund B., seinem Widersacher A. und dessen Be-

gleitern gegenüber die Leistungskraft seines Wagens, seine fahrerische Überle-

genheit und seinen Wagemut zu beweisen, um damit Eindruck zu schinden, so

dränge sich dieser Schluss aufgrund aller Umstände geradezu auf. Letzte Konse-

quenz dieser Einstellung des Beschwerdeführer sei dann gewesen, dass er im

-   20   -

gleichen Zug auf der Ausfahrt Winterthur-Töss auch noch J. auf die gleiche ver-

antwortungslose Art und Weise überholt habe (KG act. 2 S. 67 f.).

c) aa) Die Vorinstanz äusserte sich nicht explizit zur Frage, welches der bei-

den Fahrzeuge den Rastplatz Kemptthal zuerst erreicht habe. Sie führte aller-

dings die Aussage von D.Z., der Beschwerdeführer habe im letzten Moment kurz

vor der Ausfahrt zur Raststätte überholt, ausdrücklich auf (KG act. 2 S. 59). Damit

ging die Vorinstanz implizit davon aus, selbst wenn der Beschwerdeführer den

Rastplatz Kemptthal zuerst erreicht hätte, könne dies nicht als massgeblich für die

Frage des Obsiegens oder Unterliegens im Rennen insgesamt angesehen wer-

den. Dies ist vor dem Hintergrund des als erstellt zu betrachtenden Verhaltens der

Beteiligten bis unmittelbar vor dem Unfall auf der Autobahn-Ausfahrt Winterthur-

Töss nicht zu beanstanden. Im Vordergrund steht dabei vielmehr die Fahrweise

auf der Zürcherstrasse in Winterthur bis zur Autobahn sowie das Überholmanöver

von A. unmittelbar nach der Wegfahrt vom Rastplatz Kemptthal. In der Beschwer-

de wird denn auch nicht dargelegt, inwiefern dem behaupteten Eintreffen beim

Rastplatz Kemptthal besondere Bedeutung zugekommen wäre. Die vorinstanzli-

che Erwägung, mit welcher wohl zum Ausdruck gebracht werden sollte, der Be-

schwerdeführer habe insgesamt im Rennen "den Kürzeren" gezogen, erscheint

deshalb nicht unhaltbar.

bb) Wenn der Beschwerdeführer sodann dafür hält, es sei davon auszuge-

hen, dass ein allfällig vereinbartes Rennen vorbei gewesen sei, nachdem er auf

der Rückfahrt nach Winterthur von A. überholt worden sei, so vermag er auch mit

diesem Einwand keine willkürliche Beweiswürdigung darzutun. Die Vorinstanz er-

wog - wie bereits vorstehend aufgeführt -, es müsse aufgrund des ganzen Ab-

laufs, ab der Einfahrt in die Zürcherstrasse, davon ausgegangen werden, dass

der Beschwerdeführer bewusst die Gelegenheit benutzt habe, um den langsamer

werdenden A., mit dem er sich über eine längere Distanz - ab Winterthur konklu-

dent, ab Raststätte Kemptthal durch Einstellen der Warnblinkanlage vereinbart -

ein eigentliches Rennen geliefert habe, endlich überholen zu können, nachdem er

zuvor stets den Kürzeren gezogen habe. Dies ergebe sich aus seinen abschätzi-

gen Bemerkungen über das Auto von A. in Winterthur, aus seinem vorstehend

-   21   -

geschilderten Fahrverhalten auf der Zürcherstrasse bis zu Raststätte Kemptthal,

aus seinem Verhalten vor der Wegfahrt von dieser Raststätte und schliesslich aus

seinem letzten Fahrmanövern vor dem Unfall (KG act. 2 S. 67 f.). Der Beschwer-

deführer lässt bei seiner Argumentation insbesondere das ihm vorgeworfene Ver-

halten beim letzten Überholmanöver - und zwar unabhängig von der Frage, bei

welcher Ausfahrt er die Autobahn ursprünglich verlassen wollte - ausser Acht. Die

Vorinstanz geht nämlich davon aus, dass der Beschwerdeführer mit hoher Ge-

schwindigkeit zu A. aufgeschlossen und sein Herannahen noch mittels Betätigung

der Lichthupe angekündigt habe (KG act. 2 S. 67). Es ist nicht aussergewöhnlich

und schliesst die Annahme eines Rennens nicht aus, wenn der Beschwerdeführer

zunächst einen gewissen Abstand zum Fahrzeug von A. - beide mit hoher Ge-

schwindigkeit unterwegs - einhielt, um A. bei einer sich allenfalls bietenden Gele-

genheit dann doch noch zu überholen. Dies ist eine durchaus naheliegende Tak-

tik, welche die obergerichtliche Schlussfolgerung, der Beschwerdeführer habe das

Rennen als Sieger beenden wollen, nicht als unhaltbar erscheinen lässt.

cc) Unter dem Titel "III. Rechtliche Würdigung" erwog die Vorinstanz u.a., A.

habe den Beschwerdeführer, welcher in der Folge leicht distanziert worden sei,

die wohl etwas besseren Leistungswerte seines Ford Escort Cosworth ausnut-

zend, überholt (KG act. 2 S. 82). Weder wird in der Beschwerde ausgeführt noch

ist sonst ersichtlich, inwiefern sich die obergerichtliche Einschätzung der Lei-

stungsfähigkeit des Ford Escort Cosworth in diesem Zusammenhang effektiv auf

den vorinstanzlichen Entscheid ausgewirkt hätte. An der vorstehend aufgeführten

Einschätzung des Verhaltens des Beschwerdeführers beim Überholen von A. vor

der Autobahn-Ausfahrt Winterthur-Töss ändert die Frage der Leistungsfähigkeit

der Fahrzeuge nichts.

Damit ergibt sich, dass die Vorinstanz ohne in Willkür zu verfallen zum

Schluss kam, der Beschwerdeführer habe beim Überholen von A. alles daran ge-

setzt, als Sieger aus dem Rennen hervorzugehen.

dd) Das Obergericht hielt fest, es sei nicht glaubhaft, dass der Beschwerde-

führer erst kurz vor der Ausfahrt Töss gemerkt habe, dass er eigentlich nach

rechts hätte fahren sollen. Seine Angaben dazu seien denn auch widersprüchlich

-   22   -

(KG act. 2 S. 67). Nachfolgend gab die Vorinstanz die konkreten Aussagen des

Beschwerdeführers wieder. Aus diesen Erwägungen geht hervor, dass die Vorin-

stanz den wesentlichen Widerspruch in der erst im Verlauf des Verfahrens ge-

machten Angabe sah, B. habe (plötzlich) das Verlassen der Autobahn gewollt, um

seinen Cousin abzuholen. Die in der Beschwerde wiedergegebenen Aussagen -

ohne Bezug auf die konkreten vorinstanzlichen Erwägungen - vermögen den von

der Vorinstanz als massgebend erachteten Widerspruch deshalb nicht zu ent-

kräften.

Nicht zutreffend ist schliesslich, dass die Vorinstanz die Unfallrekonstruktion

als Beweismittel vernachlässigt hätte. Im angefochtenen Entscheid wird vielmehr

ausdrücklich auf die entsprechenden Fotoszenen verwiesen (KG act. 2 S. 67).

Allein der Hinweis, die Vorinstanz habe diese Beweismittel vernachlässigt, genügt

nicht, um einen Nichtigkeitsgrund nachzuweisen.

10. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Beschwerde abzuweisen

ist, soweit darauf eingetreten werden kann.

 III.

Dem Ausgang des Kassationsverfahrens entsprechend sind die Kosten, in-

klusive diejenigen der amtlichen Verteidigung, dem Beschwerdeführer aufzuerle-

gen (§ 396a StPO). Über die Höhe der Entschädigung des amtlichen Verteidigers

wird unter Berücksichtigung der Honorarnote mittels Präsidialverfügung zu ent-

scheiden sein.

Das Gericht beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.

-   23   -

2. Die Gerichtsgebühr für das Kassationsverfahren wird festgesetzt auf:

Fr. 1'800.-- ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 527.--   Schreibgebühren,

Fr. 133.--   Zustellgebühren und Porti.

3. Die Kosten des Kassationsverfahrens, einschliesslich diejenigen der amtli-

chen Verteidigung, werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, die I. Strafkammer des Obergerichts

des Kantons Zürich, das Amt für Justizvollzug (Bewährungs- und Vollzugs-

dienste), das Migrationsamt des Kantons Zürich sowie das Schweizerische

Bundesgericht, je gegen Empfangsschein.

______________________________________

KASSATIONSGERICHT DES KANTONS ZÜRICH
Die juristische Sekretärin: