# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8d8ac624-0f32-5834-a82e-d66d88f4312c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.09.2025 IV 2024/186
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2024-186_2025-09-25.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2024/186

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 14.11.2025

Entscheiddatum: 25.09.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 25.09.2025
Art. 7 und 8 ATSG; Art. 28 IVG Beweiskraft des monodisziplinären 
psychiatrischen Gutachtens bejaht; Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit 
eines Versicherten mit Jahrgang 1987 verneint. Gutheissung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. September 2025, IV 
2024/186).

«Entscheid als PDF»

 

Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/14 

 

 
 
Versicherungsgericht 
Abteilung I 

 

 

 
 
 
 

 Entscheid vom 25. September 2025 

Besetzung  Versicherungsrichterin Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz),  
Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer und Corinne Schambeck;  
Gerichtsschreiberin Julia Dillier  

   

Geschäftsnr.   IV 2024/186 

   

Parteien 
 

 A.___,  
Beschwerdeführer,  

vertreten durch Rechtsanwalt Silvan Meier Rhein, c/o Procap,  
Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten 1 Fächer,  
 
 

  gegen 

  I V - S t e l l e  d e s  K a n t o n s  S t .  G a l l e n ,  Postfach 368, 
9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  
 
 

 
  

Gegenstand  Rente 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/186 
 

 

2/14 

Sachverhalt 
A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich wegen einer mittelschweren bis schweren reaktivierten 

agitierten Depression mit somatischem Syndrom erstmals im April 2014 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 8). Mit Verfügung vom 29. Oktober 2015 wurde sein 

Leistungsbegehren von der IV-Stelle des Kantons Zürich abgewiesen mit der Begründung, dass es sich 

bei seinem Leiden gemäss Rechtsprechung definitionsgemäss um ein vorübergehendes Leiden handle 

(IV-act. 25).  

B.  

Auf die erneute IV-Anmeldung vom März 2022 (IV-act. 33) trat die IV-Stelle des Kantons St. Gallen 

mangels glaubhaft gemachter Veränderung des Gesundheitszustands des Versicherten nicht ein 

(Verfügung vom 10. Juni 2022, IV-act. 45).  

C.   

C.a Am 1. März 2023 meldete sich der Versicherte wiederum zum IV-Leistungsbezug an (IV-act. 47). 
Dem beigelegten Arztbericht von Dr. med. B.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 

20. Juni 2022 war zu entnehmen, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten trotz Medikation 

verschlechtere. Der Behandler diagnostizierte beim Versicherten eine Schizophrenia simplex mit 

schleichendem und sich verschlechterndem Zustandsbild (IV-act. 47).   

C.b Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) gelangte daraufhin in seiner Stellungnahme vom 29. März 
2023 zum Schluss, dass aus versicherungsmedizinischer Sicht kein Eingliederungspotential erkennbar 

sei. Der Versicherte habe die Arbeit sogar im geschützten Rahmen in einem Pensum von 30 % 

abbrechen müssen. Er empfahl eine medinische Begutachtung (IV-act. 53).  

C.c Am 4. Januar 2024 wurde der Versicherte im Auftrag der IV-Stelle monodisziplinär bei Dr. med. 
C.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, psychiatrisch begutachtet. Im Gutachten vom 

12. März 2024 erhob der Sachverständige als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), und eine 

kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61.0; IV-act. 85-27). Er erachtete den Versicherten in der 

angestammten Tätigkeit als Scheren- und Messerschleifer als nicht arbeitsfähig (IV-act. 85-38). In einer 

ideal leidensangepassten Tätigkeit sei von einer maximalen Präsenz von sechs Stunden pro Tag 

auszugehen. Hinzu käme eine Leistungseinschränkung aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs von 

20 %. Aufgrund des bestehenden Gesundheitsschadens, der damit verbundenen Symptomatik und vor 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/186 
 

 

3/14 

allem den daraus resultierenden Einschränkungen in sozialen Kontexten sei eine leidensangepasste 

Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht nur schwer zu formulieren. Aufgrund der aus dem 

Gesundheitsschaden resultierenden, gravierenden Einschränkungen in Bezug auf die Unfähigkeit, sich 

in soziale Kontexte einzufügen, müsste eine angepasste Tätigkeit vorwiegend folgende Kriterien 

erfüllen: möglichst gleichbleibende, repetitive Arbeiten mit wenig Veränderung, kein Zeitdruck, 
Arbeitstätigkeiten, die vorwiegend alleine und selbständig verrichtet werden könnten, eine 

ausgesprochen wohlwollende und wertschätzende Arbeitsatmosphäre durch Vorgesetzte und 

Mitarbeitende (dies beinhalte einerseits eine sorgfältige Einführung und Erklärung in die 

Arbeitsaufgaben und Arbeitsabläufe, eine konstruktive möglichst nicht abwertende Kritik bei Fehlern, 

sowie der Möglichkeit einer jederzeitigen Nachfrage bei Unklarheiten von Seiten des Versicherten), 

Ausschluss einer Stigmatisierung aufgrund seiner jenischen Herkunft, die Möglichkeit zu vermehrten 

Pausen aufgrund der Leistungseinschränkungen sowie die Toleranz gegenüber zu erwartenden 

erhöhten Ausfallzeiten. Ob diese Kriterien für eine angepasste Tätigkeit den Erfordernissen des ersten 

Arbeitsmarktes entsprächen, bleibe den Experten der IV-Stelle überlassen (IV-act. 85-39).   

C.d Die RAD-Ärztin dipl. med. D.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in der 
Stellungnahme vom 20. März 2024 aus, das Gutachten sei knapp ausreichend nachvollziehbar. Es sei 

in Kenntnis der Vorakten erstellt worden und berücksichtige die geklagten Beschwerden. Aus 

versicherungsmedizinischer Sicht könne daher auf das Gutachten abgestellt werden. Der 
Gesundheitszustand an sich habe sich zwar nicht verändert, jedoch die diagnostische Einschätzung. 

Diese habe allerdings massgeblichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 87).  

C.e Mit Vorbescheid vom 22. April 2024 wurde dem Versicherten ab 1. September bis 31. Dezember 
2023 eine Rente von 25 % einer ganzen Rente und ab dem 1. Januar 2024 eine Rente von 40 % einer 

ganzen Rente in Aussicht gestellt. Die IV-Stelle stellte dabei auf das Gutachten und die vom 

Sachverständigen attestierte 60%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ab (IV-act. 91). Der 

Versicherte, vertreten durch die Procap, liess am 28. Mai 2024 Einwand erheben und die Ausrichtung 

einer ganzen Rente beantragen (IV-act. 95). Mit Verfügungen vom 24. Juli 2024 sprach die IV-Stelle 

ihm wie angekündigt vom 1. September bis 31. Dezember 2023 bei einem IV-Grad von 40 % eine Rente 

von 25 % einer ganzen Rente und ab 1. Januar 2024 bei einem IV-Grad von 46 % eine Rente von 40 % 

einer ganzen IV-Rente zu (Verfügungen vom 24. Juli 2024 betr. Rentenleistungen, IV-act. 96 i.V.m. IV-

act. 99 und 101; Verfügungen vom 24. Juli 2024 betr. Kinderrente, IV-act. 96 i.V.m. IV-act. 100 und 

102).  

D.   

D.a Mit Beschwerde vom 13. September 2024 lässt der Versicherte (nachfolgend: 
Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwalt Silvan Meier Rhein von der Procap, beantragen, die 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/186 
 

 

4/14 

Verfügungen vom 24. Juli 2024 seien aufzuheben und es sei ihm unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge eine ganze Invalidenrente auszurichten. Es sei ihm die unentgeltliche 

Prozessführung zu bewilligen und er sei von allfälligen Vorschuss- und Sicherheitsleistungen zu 

befreien. Zudem sei ihm die unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch den Unterzeichnenden zu 

gewähren. Zur Begründung lässt er im Wesentlichen vorbringen, dass gemäss Einschätzung des 
Gutachters die Restarbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit nicht 60 %, sondern 57 % betrage. Zudem 

sei aufgrund des eingeschränkten Zumutbarkeitsprofils angesichts der beeinträchtigten sozialen 

Fähigkeiten sowie der funktionalen Einschränkungen eine solche Restarbeitsfähigkeit auf dem ersten 

Arbeitsmarkt nicht mehr verwertbar (act. G1).  

D.b Mit Beschwerdeantwort vom 25. Oktober 2024 beantragt die IV-Stelle (nachfolgend: 
Beschwerdegegnerin) die teilweise Gutheissung der Beschwerde. Für die Zeit vom 1. September bis 

31. Dezember 2023 sei dem Beschwerdeführer auf Grundlage einer verbleibenden Arbeitsfähigkeit von 

57 % bei einem neu errechneten IV-Grad von 42 % eine Rente von 30 % einer ganzen Rente und für 

die Zeit ab 1. Januar 2024 bei einem neu errechneten IV-Grad von 48 % eine Rente im Umfang von 

45 % einer ganzen Rente zuzusprechen. Im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen, da von der 

Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auszugehen sei. Der Beschwerdeführer sei mit Jahrgang 1987 

vergleichsweise jung, habe keine somatischen Beschwerden und sei deutscher Muttersprache. Im 

Vergleich zu älteren Personen mit somatischen Beschwerden ohne Deutschkenntnisse, bei welchen 
die Rechtsprechung ebenfalls im Grundsatz von der Verwertbarkeit der Resterwerbsfähigkeit ausgehe, 

müssten dem Beschwerdeführer auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als Hilfsarbeiter gute Chancen 

attestiert werden. Konkret könnten Hilfsarbeiten wie Überwachungs-, Prüf- und Kontrollarbeiten in der 

Industrie oder die Bedienung und Überwachung von (halb-)automatischen Maschinen oder auch 

Sortierarbeiten in Frage kommen (act. G5).  

D.c Am 28. Oktober 2024 wird dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege 
(Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung durch 

Rechtsanwalt Silvan Meier Rhein) für das Verfahren vor Versicherungsgericht entsprochen (act. G6).  

D.d Mit Replik vom 22. November 2024 lässt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen festhalten. 
Sollte das Gericht seinen Einwänden nicht folgen und von einer noch bestehenden Verwertbarkeit auf 

dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ausgehen, so sei auf die von der Beschwerdegegnerin in der 

Beschwerdeantwort anerkannten IV-Grade abzustellen (act. G8). 

Erwägungen 
1.   

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/186 
 

 

5/14 

Anfechtungsobjekte bilden die Verfügungen vom 24. Juli 2024, mit welchen dem Beschwerdeführer ab 

1. September 2023 bzw. ab 1. Januar 2024 Teilrenten (inklusive Kinderrenten) zugesprochen wurden. 

Während der Beschwerdeführer eine ganze Rente ab dem 1. September 2023 verlangt, beantragt die 

Beschwerdegegnerin eine teilweise Gutheissung der Beschwerde sowie ab dem 1. September 2023 

eine Rente von 42 % (anstelle der zugesprochenen 25 %) und ab dem 1. Januar 2024 eine solche von 
48 % (anstelle von 40 %) einer ganzen Invalidenrente. Streitgegenstand des Beschwerdeverfahrens 

bildet daher insbesondere die Höhe des dem Beschwerdeführer frühestens ab 1. September 2023 

(sechs Monate nach Einreichung der Anmeldung im März 2023, Art. 29 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über die Invalidenversicherung [IVG] und mit Ablauf des Wartejahres, Art. 28 Abs. 1 IVG) zustehenden 

Rentenanspruches. Nach vorgängiger Abweisung der Rente trat die Beschwerdegegnerin aufgrund der 

Glaubhaftmachung eines veränderten Gesundheitsschadens (vgl. Gutachten, IV-act. 85-41; RAD-

Stellungnahme vom 20. März 2024, IV-act. 87-2) im Sinne von Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) zu Recht auf das neue Gesuch ein. Ebenfalls zu Recht hat 

sie den Sachverhalt trotz des seit 2012 durch ein Gutachten bestätigten gleichbleibenden 

Gesundheitszustandes einer erneuten umfassenden Überprüfung unterzogen. Der psychiatrische 

Gutachter hatte zwar bestätigt, dass die von ihm attestierte Arbeitsfähigkeit bereits ab dem Jahr 2012 

vorgelegen und sich der Gesundheitszustand seitdem nicht gravierend verändert habe. Jedoch ist zu 

berücksichtigen, dass aufgrund der sehr langdauernden Abwesenheit vom Arbeitsmarkt sowie der 
Chronifizierung die Einschränkung in sehr vielen Lebensbereichen (vgl. insbesondere auch die 

Ergebnisse des Mini-ICF-APP, IV-act. 85-35) im Vergleich zur mehr als zehn Jahre zurückliegenden 

Beurteilung deutlich zugenommen haben dürfte und somit von einem veränderten Sachverhalt 

auszugehen ist. Nicht zu beanstanden ist deshalb, dass die Beschwerdegegnerin die Entstehung eines 

Rentenanspruchs anerkannt hat.  

2.  

2.1 Am 1. Januar 2022 sind mit der Revision zur Weiterentwicklung der Invalidenversicherung 
verschiedene Änderungen des IVG und der dazugehörigen Verordnung über die Invalidenversicherung 

(IVV) und am 1. Januar 2024 eine Änderung betreffend die Bestimmung des Invalideneinkommens Art. 

26bis Abs. 3 IVV in Kraft getreten. Die vorliegend angefochtenen Verfügungen datieren vom 24. Juli 

2024 und haben einen Rentenanspruch ab 1. September 2023 (vgl. E. 1.1 vorstehend) zum 

Gegenstand. Entsprechend sind für das vorliegende Verfahren die Bestimmungen des IVG und der IVV 

in der ab dem 1. Januar 2022 bzw. in der ab 1. Januar 2024 gültigen Fassung massgebend (vgl. die 

Übergangsbestimmung zur Änderung vom 18. Oktober 2023 Abs. 1).  

2.2 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre 
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/186 
 

 

6/14 

Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind 

(lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut 

Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) 

die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder 

teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine 

Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 

Abs. 2 ATSG). 

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, sind die Verwaltung und im Beschwerdefall das 
Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Die urteilenden Instanzen 

haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob 

die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). 

Rechtsprechungsgemäss ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens gemäss Art. 44 ATSG 

eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 

Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, 

solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 

E. 1.3.4; Urteil des Bundesgerichts vom 13. Februar 2019, 8C_801/2018, E. 4.3). Anders verhält es 

sich nur, wenn objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht werden, die im Rahmen der 

Begutachtung unerkannt geblieben waren und die geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu 

führen (vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts vom 17. Februar 2021, 8C_783/2020, E. 5.2 und 

vom 15. Oktober 2020, 8C_370/2020, E. 7.2). 

2.4 Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas 
Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. 

BGE 126 V 353 E. 5b und BGE 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/186 
 

 

7/14 

3.   

3.1 Zu prüfen ist vorab die Beweiskraft des monodisziplinären psychiatrischen Gutachtens von 
Dr. C.___ vom 12. März 2024. 

3.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei ihrem Entscheid in medizinischer Hinsicht auf das 
Gutachten. Dr. C.___ nahm eine ausführliche Untersuchung des Beschwerdeführers vor, befragte 
diesen eingehend zu seinen Beschwerden sowie den Lebensumständen und erhob die Befunde 

regelrecht (IV-act. 85-11 ff.). Er hatte Kenntnis von den relevanten medizinischen Berichten und setzte 

sich eingehend mit den vom Behandler gestellten und von ihm verneinten Diagnosen einer 

schizoaffektiven Störung und einer Schizophrenia simplex auseinander (IV-act. 85-29 f.). Die Herleitung 

der Diagnosen einer rezidivierend depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: 

F33.1), und einer kombinierten Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61.0) begründete der 

Sachverständige differenziert und nachvollziehbar. So hielt er fest, dass der Beschwerdeführer in einem 

gepflegten Allgemein- und normalen Ernährungszustand erschienen sei. Er sei bewusstseinsklar 

gewesen und habe sich in allen Qualitäten voll orientiert gezeigt. Es hätten sich keine Hinweise auf 

Störungen der Auffassungsgabe gezeigt. Die Aufmerksamkeits- und die Konzentrationsfähigkeit habe 

sich im Verlauf der Exploration stets und nicht abnehmend gezeigt. Die Merkfähigkeit sowie das Kurz- 

und Langzeitgedächtnis hätten sich nicht beeinträchtigt gezeigt. Im formalen Denken sei er leicht 

verlangsamt gewesen. Die Stimmung habe sich zudem durchgehend mittelgradig gedrückt gezeigt. Es 
hätten sich keine Hinweise auf inhaltliche Denkstörungen, Wahn, Halluzinationen sowie Ich-Störungen 

gezeigt; auch auf gezielte Nachfrage und Erklärung hin nicht. Die affektive Modulationsfähigkeit bzw. 

Schwingungsfähigkeit hätten sich bei konstant eher flachem, gleichförmigem Affekt deutlich 

eingeschränkt gezeigt (IV-act. 85-20 ff.). Neben einer mittelgradig depressiven Episode habe sich 

sodann im Rahmen des Persönlichkeits-Stil-und-Störungs-Inventars (PSSI) das Vorliegen einer 

kombinierten Persönlichkeitsstörung gezeigt. Es sei davon auszugehen, dass die bestehenden Anteile 

der kombinierten Persönlichkeitsstörung als gravierende Faktoren zur Genese und Aufrechterhaltung 

der depressiven Störung anzusehen sei, sodass von einem höheren Schweregrad, einer höheren 

Chronizität und folglich von stärkeren Beeinträchtigungen auszugehen sei (IV-act. 85-34). Der 

Sachverständige gelangte zum Schluss, dass eine erhebliche Gesundheitsschädigung vorliege. Das 

Ausmass der Gesundheitsschädigung sei vor allem durch die komplexe Verschränkung der 

zugrundeliegenden Symptomatik geprägt, die zu erheblichen Funktionseinschränkungen in allen 

Lebensbereichen führe. Es hätten sich keine Hinweise auf Aggravation oder Simulation gezeigt (IV-

act. 85-35).  

3.3 Es liegen sodann keine medizinischen Berichte im Recht, die das Gutachten in Zweifel ziehen 
könnten. Zwar stellte der Behandler des Beschwerdeführers – entgegen dem Sachverständigen – am 

2. Oktober 2023 die Diagnose einer schizoaffektiven Störung, gegenwärtig depressiv, chronischer 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/186 
 

 

8/14 

Natur, sowie die Differentialdiagnose einer Schizophrenia simplex latent (ICD-10: F21). Eine 

Differentialdiagnose charakterisiert sich jedoch dadurch, dass verschiedene Krankheiten bzw. 

Störungen in Betracht gezogen werden, die ähnliche Symptome bzw. Beschwerden verursachen 

können, eine abschliessende Diagnose jedoch nicht gestellt werden kann. Der Sachverständige setzte 

sich alsdann einlässlich mit der vom Behandler gestellten Diagnose(n) auseinander und begründete 
seine abweichende Einschätzung nachvollziehbar und in sich schlüssig (IV-act. 85-34). Ohnehin sind 

für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit ausschliesslich die Folgen der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Die (psychiatrische) Diagnose allein ist für die 

Belange der Invalidenversicherung grundsätzlich nicht ausschlaggebend (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts vom 23. April 2019, 9C_184/2019, E. 4.2 und vom 27. September 2017, 8C_820/2016, 

E. 5.4 m.w.H.). Allgemein ist zu erwähnen, dass aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht letztlich auch 

nicht die Schwere einer Erkrankung entscheidend ist, sondern deren Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 23. April 2019, 9C_184/2019, E. 4.2, und vom 

27. September 2017, 8C_820/2016, E. 5.4 m.w.H.). Unabhängig von der klassifikatorischen 

Einordnung einer Krankheit resultiert aus einer Diagnose – mit oder ohne diagnoseinhärentem Bezug 

zum Schweregrad – allein keine verlässliche Aussage über das Ausmass der mit dem 

Gesundheitsschaden korrelierenden funktionellen Leistungseinbussen bei psychischen Störungen 

(Urteil des Bundesgerichtes vom 17. November 2021, 8C_280/2021, E. 6.2.2 mit Hinweisen). 
Übereinstimmend mit dem Behandler gelangte der Sachverständige schliesslich zum Schluss, dass der 

Beschwerdeführer nicht in der Lage sei, einer regelmässigen Tätigkeit nachzugehen (Behandler, IV-

act. 65-5; Sachverständiger, IV-act. 85-39 mit dem Hinweis auf Toleranz gegenüber zu erwartenden 

erhöhten Ausfallzeiten) und über (fast) keine Ressourcen verfüge (Behandler, IV-act. 65-5; 

Sachverständiger, IV-act. 85-34 f.). Dass der Behandler – im Gegensatz zum Sachverständigen – dem 

Beschwerdeführer eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in jedweder Tätigkeit attestierte, schmälert die 

Beweiskraft des Gutachtens nicht, zumal zu beachten ist, dass eine psychiatrische Untersuchung von 

der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet einer psychiatrischen 

Fachperson daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene 

medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig oder zu respektieren sind, sofern die 

Beurteilung des Experten oder der Expertin die Beweisanforderungen erfüllt (BGE 145 V 361 E. 4.1.2). 

Es ist nach dem Gesagten festzuhalten, dass die Berichte des Behandlers keine wesentlichen 

objektiven Aspekte aufzeigen, die nicht ins Gutachten miteingeflossen sind. Sie sind daher nicht 

geeignet, das Gutachten in Zweifel zu ziehen. 

3.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Gutachten in sich schlüssig ist und namentlich auf 
der Basis einer umfassenden und evidenzbasierten Analyse zum Schluss kommt, dass dem 

Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Scheren- und Messerschleifer keine 

Arbeitsfähigkeit und in einer ideal leidensangepassten Tätigkeit eine nun im Beschwerdeverfahren 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/186 
 

 

9/14 

unbestritten gebliebene Arbeitsfähigkeit von 57 % attestiert werden kann (vgl. IV-act. 85-40, act. G1 

und G5).  

4.  

4.1 Es bleibt damit zu prüfen, ob die Restarbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt noch 
verwertbar ist. Denn fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine 
vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet 

(BGE 138 V 457 E. 3.1). Hinsichtlich des Adaptionsprofils hat der Sachverständige seine Einschätzung 

nachvollziehbar begründet (vgl. IV-act. 85-39). Die Parteien stellten das Adaptionsprofil denn auch nicht 

in Frage.  

4.2 Die Möglichkeit einer versicherten Person, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem 
allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt von den konkreten Umständen des 

Einzelfalls ab. Massgebend sind rechtsprechungsgemäss die Art und Beschaffenheit des 

Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und 

in diesem Zusammenhang auch die Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, 

Ausbildung, beruflicher Werdegang oder die Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem 

angestammten Bereich (Urteil des Bundesgerichts vom 15. Juni 2022, 9C_21/2022, E. 2.3.1). 

4.3 Bei der Frage der Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit handelt es sich um eine rechtliche 
Frage, die von den medizinischen Sachverständigen nicht allein beantwortet werden kann. Für die 
Verwertung der (Rest-)Arbeitsfähigkeit ist der hypothetisch ausgeglichene Arbeitsmarkt massgebend 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach der Rechtsprechung handelt es sich dabei um einen theoretischen und 

abstrakten Begriff, der dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von demjenigen der 

Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der Begriff umschliesst einerseits ein bestimmtes 

Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er 

einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offenhält, und 

zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch 

hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Es kann daher nicht leichthin angenommen werden, die 

verbliebene Leistungsfähigkeit sei unverwertbar. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im 

Einzelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten, und 

ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (Urteil des 

Bundesgerichts vom 2. Dezember 2020, 8C_416/2020, E. 4; BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 

f. E. 3b). 

4.4 Daraus folgt, dass für die Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide 
Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern darauf, ob sie 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/186 
 

 

10/14 

die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze 

dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI-Praxis 6/1998 S. 291 E. 3b). An die 

Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind keine übermässigen 

Anforderungen zu stellen. Je restriktiver indessen das medizinische Anforderungsprofil umschrieben 

ist, desto eingehender ist in der Regel die Verwertbarkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt abzuklären 
und nachzuweisen. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst zwar auch sogenannte 

Nischenarbeitsplätze, also Arbeitsangebote, bei welchen Personen mit Beeinträchtigungen mit einem 

sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Von einer Arbeitsgelegenheit 

kann aber dann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit – unabhängig vom Alter 

– nurmehr in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch 

nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen 

Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als 

ausgeschlossen erscheint (siehe zum Ganzen: Urteile des Bundesgerichts vom 15. Juni 2022, 

9C_21/2022, E. 2.3.1, vom 17. Dezember 2021, 8C_202/2017, E. 5.2.2, vom 30. Januar 2019, 

8C_710/2018, E. 7.1, und vom 24. April 2012, 8C_869/2011, E. 4.3.5, je mit Hinweisen). 

4.5 Der Sachverständige hat dem Beschwerdeführer aufgrund seiner kombinierten 
Persönlichkeitsstörung sowie rezidivierend depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, 

ein Adaptionsprofil mit umfangreichen Anforderungen an den Arbeitsplatz und die Tätigkeit attestiert. 
So erachtet er es als erforderlich, dass der Beschwerdeführer eine möglichst gleichbleibende, repetitive 

Arbeit mit wenig Veränderung und ohne Zeitdruck ausüben kann. Zudem müsse er die Arbeitstätigkeit 

vorwiegend alleine und selbständig verrichten können. Erforderlich sei zudem eine ausgesprochen 

wohlwollende und wertschätzende Arbeitsatmosphäre durch Vorgesetzte und Mitarbeitende. Dies 

beinhalte einerseits eine sorgfältige Einführung und Erklärung in die Arbeitsaufgaben und 

Arbeitsabläufe, eine konstruktive, möglichst nicht abwertende Kritik bei Fehlern, sowie der Möglichkeit 

jederzeitiger Nachfrage bei Unklarheiten von Seiten des Beschwerdeführers. Eine Stigmatisierung 

aufgrund seiner jenischer Herkunft müsse ausgeschlossen sein. Hinzu käme ein vermehrter 

Pausenbedarf sowie eine Toleranz gegenüber zu erwartenden erhöhten Ausfallzeiten (IV-act. 85-39). 

Wie der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers festhält, sieht der Sachverständige den 

Beschwerdeführer in elf der von ihm genannten dreizehn Bereichen der Mini-ICF-APP eingeschränkt – 

in acht Bereichen sogar schwer (IV-act. 85-35). So erachtete der Sachverständige die Fähigkeit des 

Beschwerdeführers zur Anpassung an Regeln und Routinen, zur Planung und Strukturierung von 

Aufgaben, zur Anwendung fachlicher Kompetenzen sowie die Umstellungsfähigkeit, die 
Durchhaltefähigkeit, die Selbstbehauptungsfähigkeit, die Kontaktfähigkeit zu Dritten sowie die 

Gruppenfähigkeit als schwer beeinträchtigt (IV-act. 85-35).  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/186 
 

 

11/14 

4.6 In diesem Zusammenhang ist sodann zu beachten, dass der Beschwerdeführer jenischer 
Herkunft ist und in finanziell prekären Verhältnissen aufgewachsen ist (IV-act. 65-3 und 85-24). Er 

besuchte (in den Wintermonaten) zwar die obligatorische Schule bis zur 8. Klasse, absolvierte aber 

anschliessend keine Berufsausbildung. Er erlernte von seinem Vater das Handwerk eines Scheren- und 

Messerschleifers (IV-act. 85-15), arbeitete jedoch nur für kurze Zeit in diesem Beruf, ohne je Fuss 
fassen zu können. Eine im Rahmen des IV-Verfahrens angedachte Eingliederungsmassnahme im Jahr 

2014 trat der Beschwerdeführer nicht an, da er sich weigerte, nach E.___ zu gehen und danach nicht 

mehr erreichbar war bzw. sich nicht mehr zurückgemeldet hat (vgl. IV-act. 14 f.). Gegenüber dem 

Gutachter erwähnte er allerdings, dass er nervös gewesen sei und nicht habe schlafen können. Er habe 

Angst gehabt, etwas falsch zu machen mit vielen Emotionen wie Scham und Stress (IV-act. 85-16). 

Eine im Jahr 2015 durchgeführte Belastungsprobe im F.___ scheiterte, da er sich – bis hin zu 

paranoiden Gedanken – beobachtet gefühlt und mit Schweissausbrüchen und Schwindel reagiert habe 

(vgl. IV-act. 21-1 und 85-25). Mit Blick auf die vom Sachverständigen erhobenen Befunde erscheint 

diese Reaktion nicht überraschend (eigenwillig-paranoide und zurückhaltend-schizoide Persönlichkeit; 

IV-act. 85-29). Am 29. März 2023 erklärte die RAD-Ärztin D.___ sodann, dass aus 

versicherungsmedizinischer Sicht kein Eingliederungspotential erkennbar sei. Der Beschwerdeführer 

habe sogar die Arbeit im geschützten Rahmen über das Arbeitsprogramm des Sozialamts in einem 

30%-Pensum abbrechen müssen (IV-act. 53-2). Auch der Gutachter berichtete von mehreren 
gescheiterten Arbeitsversuchen, da der Beschwerdeführer jeweils unter schlimmen Angstzuständen 

und Schlafstörungen gelitten habe. Obwohl er immer wieder habe arbeiten wollen, habe er sich nicht 

wohlgefühlt, sodass die Arbeitsversuche immer gescheitert seien. Mit dem Sozialamt habe er seit ca. 

einem Jahr eine Vereinbarung, dass er einmal pro Woche für ein bis zwei Stunden hausieren gehe und 

seine Dienstleistung als Messerschleifer anbiete. Wenn er einen guten Tag habe, empfinde er diese 

Tätigkeit für sich selbst als Therapie. Er merke jedoch schnell, dass es genug sei, da der psychische 

Druck, zum Beispiel Menschen anzusprechen, beschimpft und bemitleidet zu werden, ihn körperlich 

sehr müde mache (IV-act. 85-16).  

4.7 Konkret schlägt die Beschwerdegegnerin im Beschwerdeverfahren folgende 
Einsatzmöglichkeiten für den Beschwerdeführer vor: Überwachungs-, Prüf- und Kontrollarbeiten in der 

Industrie oder die Bedienung und Überwachung von (halb-)automatischen Maschinen oder auch 

Sortierarbeiten (act. G5 Rz. 5.2). Zwar erscheinen die erwähnten Einsatzmöglichkeiten auf den ersten 

Blick als mögliche Tätigkeiten, zumal auch Nischenarbeitsplätze zu berücksichtigen sind (vgl. hierzu 

E. 4.4 vorstehend). Bei genauerer Betrachtung fällt jedoch auf, dass es für den Beschwerdeführer 
nahezu unmöglich sein dürfte, solche Tätigkeiten auszuüben. Die von der Beschwerdegegnerin 

vorgeschlagenen Einsatzmöglichkeiten sind zwar allesamt Hilfsarbeitertätigkeiten, soweit sie einfache 

Kontroll-, Prüf- und Sortierarbeiten betreffen. Aufgrund der immer komplexer werdenden 

Automatisierung in der Industrie setzen auch viele Überwachungs- und Prüftätigkeiten in der Regel 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/186 
 

 

12/14 

gewisse Fachkenntnisse voraus, über die der Beschwerdeführer aktenkundig nicht verfügt und auch 

nicht in der Lage ist, sich diese anzueignen. Bei diesen einfachen Prüf-, Kontroll- und Sortierarbeiten 

ist sodann in der Regel nicht gewährleistet, dass diese ohne Zeitdruck ausgeführt werden können (IV-

act. 85-39). Überdies erlauben solche Tätigkeiten keine freie Einteilung der Arbeitszeit 

(Durchhaltefähigkeit des Beschwerdeführers stark eingeschränkt gemäss Mini-ICF Rating, IV-act. 85-
35). Es ist daher nicht erkennbar, wie der Beschwerdeführer über Stunden Produktionsprozesse oder 

technische Abläufe beobachten und überprüfen soll, zumal sowohl seine Fähigkeit zur Anpassung an 

Regeln und Routinen sowie seine Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben schwer 

eingeschränkt sind (IV-act. 85-35; vgl. etwa auch Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden vom 25. Oktober 2013, S 13 36, E. 5c). Zudem ist gemäss Gutachter mit erhöhten 

Ausfallzeiten zu rechnen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner 

Persönlichkeitsstruktur nicht fähig ist, in einem Team zu arbeiten oder sich in hierarchische Strukturen 

einzufügen (Kontaktfähigkeit zu Dritten und Gruppenfähigkeit schwer eingeschränkt gemäss Mini-ICF 

Rating, vgl. IV-act. 85-35 und 85-39), was gerade bei Hilfsarbeitertätigkeiten mit streng hierarchischen 

Strukturen in aller Regel vorausgesetzt wird (vgl. etwa die Urteile des Sozialversicherungsgerichts des 

Kantons Basel-Stadt vom 16. Januar 2024, IV.2023.29, E. 5.5 und vom 26. Januar 2023, IV.2021.78, 

E. 5.3 [bestätigt durch das Bundesgericht im Urteil vom 21. Dezember 2023, 8C_346/2023]). Darüber 

hinaus ist eine ausgesprochen wohlwollende Arbeitsatmosphäre notwendig. Und selbst dann muss 
gewährleistet sein, dass der Beschwerdeführer jederzeit die Möglichkeit hat, bei Unklarheiten seinen 

Vorgesetzten zu fragen und Unterstützung zu bekommen. Aufgrund seiner Persönlichkeitsstruktur 

reichen die Anforderungen an den Arbeitsplatz deutlich über eine übliche wohlwollende 

Arbeitsatmosphäre hinaus. Diese schliesst eine respektvolle und freundliche Kommunikation sowie 

gegenseitige Unterstützung im angemessenen Rahmen ein. Der Gutachter hob jedoch ausdrücklich 

hervor, dass dem Beschwerdeführer jederzeit die Möglichkeit eingeräumt werden muss, seinen 

Vorgesetzten um Rat zu fragen und Unterstützung zu erhalten, da er auf intensivere Betreuung 

angewiesen ist als andere Mitarbeitende. Ebenso ist sicherzustellen, dass er sich in keiner Weise 

benachteiligt oder wegen seiner jenischen Herkunft diskriminiert fühlt. Insgesamt verlangt sein 

eigenwillig-paranoides Persönlichkeitsprofil ein aussergewöhnliches Mass an Feingefühl und 

Rücksichtnahme. Es ist daher äusserst unrealistisch, dass sich selbst auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt ein in höchsten massen kulanter Arbeitgebender finden liesse, der den Beschwerdeführer 

unter den gegebenen Bedingungen entgegenkommt und ihn einstellen würde. Daran vermögen 

entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin auch das noch junge Alter des Beschwerdeführers 
(Jahrgang 1987) und seine Deutschkenntnisse nichts zu ändern (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 

11. September 2020, 9C_766/2019, und vom 21. Dezember 2023, 8C_346/2023).  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/186 
 

 

13/14 

4.8 Aus der Gesamtwürdigung der massgebenden objektiven und subjektiven Umstände resultiert 
vorliegend, dass der Beschwerdeführer selbst unter Berücksichtigung von Nischenarbeitsplätzen nicht 

in der Lage ist, seine Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten. 

5.   

5.1 Nachdem festgestellt wurde, dass die Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers wirtschaftlich 
nicht mehr verwertbar ist, und der Rentenbeginn unbestritten geblieben ist, hat dieser Anspruch auf 

eine ganze Invalidenrente ab 1. September 2023 (vgl. hierzu auch E. 1 vorstehend). Die Beschwerde 

ist somit gutzuheissen und die angefochtenen Verfügungen vom 24. Juli 2024 sind aufzuheben. Dem 

Beschwerdeführer ist eine ganze Invalidenrente mit Wirkung ab 1. September 2023 zuzusprechen. Die 

Sache ist zur Festsetzung und Ausrichtung der Leistung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis 

IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit 

als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 

5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei Anspruch auf Ersatz 
der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne 

Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 
Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht 

nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.-

-. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle eine pauschale 

Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Bei 

diesem Prozessausgang erübrigt sich die Festsetzung einer Entschädigung für die Gewährung 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung. 

  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/186 
 

 

14/14 

Entscheid 

1.  
In Gutheissung der Beschwerde werden die angefochtenen Verfügungen vom 24. Juli 2024 

aufgehoben. Dem Beschwerdeführer wird ab 1. September 2023 eine ganze Invalidenrente 

zugesprochen. Die Sache wird zur Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 

2.  
Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen.  

3.  
Die Beschwerdegegnerin bezahlt dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in Höhe von 

Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer). 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 25.09.2025
	Art. 7 und 8 ATSG; Art. 28 IVG Beweiskraft des monodisziplinären psychiatrischen Gutachtens bejaht; Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit eines Versicherten mit Jahrgang 1987 verneint. Gutheissung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. September 2025, IV 2024/186).

		2026-01-28T04:07:49+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen