# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 62350282-6a2a-5d05-8d91-5acf22bef8de
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-10-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.10.2020 C-7270/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-7270-2018_2020-10-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-7270/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  O k t o b e r  2 0 2 0  

Besetzung 
 Richter Michael Peterli (Vorsitz), 

Richterin Viktoria Helfenstein,  

Richterin Caroline Bissegger,    

Gerichtsschreiberin Sandra Tibis. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Deutschland),   

vertreten durch B._______, (Deutschland),  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Rentenanspruch,  

Verfügung vom 3. Dezember 2018. 

 

 

 

C-7270/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.   

A.a Der am (…) 1961 geborene, verheiratete, deutsche Staatsbürger 

A._______ lebt in Deutschland. Er war ab August 2002 bis Dezember 2012 

(mit Unterbrüchen) in der Schweiz mit dem Status als Grenzgänger als 

Pflegefachmann Anästhesie und Intensiv erwerbstätig und leistete dabei 

Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenver-

sicherung (IV-act. 1, 13, 78 f., 88 S. 1 und 142). Am 23. Juni 2010 erlitt 

A._______ eine Intrazerebralblutung und meldete sich in der Folge am 

2. Dezember 2010 bei der IV-Stelle des Kantons C._______ zum Bezug 

von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 2). 

A.b Mit Verfügung vom 3. Dezember 2018 (IV-act. 226) sprach die IV-

Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA oder Vorinstanz) 

A._______ für die Zeit vom 1. Juni 2011 bis zum 31. Dezember 2011 eine 

befristete Viertelsrente zu, weitergehend wies sie das Leistungsbegehren 

ab. 

Die IVSTA stellte zur Beurteilung des Gesuchs namentlich auf folgende 

Unterlagen ab: das Gesamtgutachten der D._______ AG vom 3. August 

2012 von Dr. med. E._______, Facharzt für Neurologie (IV-act. 64.1), be-

stehend aus den Teilgutachten von Dr. med. F._______, Fachärztin für 

Ophtalmologie und -chirurgie vom 30. Juli 2012 (IV-act. 64.5), von Dr. phil. 

G._______, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, vom 12. April 

2012 (IV-act. 64.4), von Dr. med. H._______, Facharzt für Orthopädie und 

Traumatologie, vom 18. April 2012 (IV-act. 64.2) und von 

Dr. med. I._______, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie 

FMH, vom 21. April 2012 (IV-act. 64.3), die Berichte von 

Dr. med. J._______, Facharzt für Allgemeinmedizin, vom 21. Juli 2015 (IV-

act. 133) und vom 14. Dezember 2015 (IV-act. 160.2 S. 29 ff.), der Bericht 

von Dipl.-Med. K._______, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Psy-

chotherapie, Spezielle Schmerztherapie, vom 11. April 2016 (IV-

act. 160.2), den Bericht von Dr. med. L._______, Facharzt für Neurologie, 

Psychiatrie und Psychotherapie, vom 16. Februar 2017 (IV-act. 183 

S. 4 ff.), den Bericht von Dr. med. M._______, Facharzt für Orthopädie, 

vom 7. März 2017 (IV-act. 183 S. 22 ff.), den Bericht des Klinikums 

N._______, Klinik für Neurodegenerative Erkrankungen und Gerontopsy-

chiatrie, Gedächtnisambulanz (IV-act. 192 S. 3 ff.), den Abklärungsbericht 

Haushalt/Erwerb vom 17. Juli 2017 (IV-act. 161), die Stellungnahmen von 

Dr. med. O._______, Fachärztin für Neurologie beim RAD, vom 8. Januar 

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Seite 3 

2018 (IV-act. 189 S. 3 ff.) und vom 2. Juli 2018 (IV-act. 200) sowie die Stel-

lungnahme von Dr. med. P._______, Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie 

und Psychotherapie beim RAD, vom 8. März 2018 (IV-act. 199 S. 4 ff.). 

Die Ärzte diagnostizierten bei A._______ im Wesentlichen 1) einen Status 

nach atypischer subkortikal gelegener Intrazerebralblutung okzipital links 

mit persistierender komplexer visueller zentraler Verarbeitungsstörung und 

leichten neuropsychologischen Störungen, 2) einen Parazentralen Ge-

sichtsfelddefekt beidseits, 3) einen Status nach Kryokoagulation eines 

Netzhautloches links (09/2010), 4) Arterielle Hypertonie, 5) Adipositas, 

6) Hypercholesterinämie, 7) Substituierte Hypothyreose, 8) Astigmatismus 

myopicus, Presbyopie und 9) einen Zustand nach Strahlenschaden mit re-

zidivierenden Osteolysen, Bandscheibenprolaps L3/L4. 

Aus den gesundheitlichen Beeinträchtigungen leiteten die Ärzte seit der 

Hirnblutung am 23. Juni 2010 eine volle Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tä-

tigkeiten ab. Seit Januar 2012 bestehe in einer angepassten Tätigkeit (kör-

perlich leicht, mit geringer Anforderung an das visusensorische System ins-

besondere im Nahvisus-Bereich, mit geringer Anforderung an feinmotori-

sche Funktionen der rechten Hand) eine Arbeitsfähigkeit von 70-80 %. Die 

bisherige Tätigkeit als Pflegefachmann Anästhesie und Intensiv erachteten 

sie indes als nicht mehr zumutbar. Nach einer anfänglich durch den Haus-

arzt attestierten und später durch ein Gutachten festgestellten Verschlech-

terung wurde A._______ als nicht mehr arbeitsfähig eingestuft. 

B.   

B.a Gegen die Verfügung vom 3. Dezember 2018 erhob A._______ (nach-

folgend: Beschwerdeführer), vertreten durch B._______, mit Eingabe vom 

11. Dezember 2018 (BVGer-act. 1) Beschwerde beim Bundesverwaltungs-

gericht. Er beantragte sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Ent-

scheids und die Zusprache einer (unbefristeten) Invalidenrente. Zur Be-

gründung führte er aus, seit der Hirnblutung im Jahr 2010 habe sich sein 

Gesundheitszustand zunehmend verschlechtert; er sehe sich aus gesund-

heitlichen Gründen nicht mehr in der Lage, einer Arbeit nachzugehen, ob-

wohl er immer sehr gerne gearbeitet habe und weiterhin gerne arbeiten 

würde. 

B.b Der mit Zwischenverfügung vom 11. Januar 2019 (BVGer-act. 3) ein-

verlangte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.- sowie ein Mehrbetrag 

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Seite 4 

von Fr. 27.76 sind am 24. Januar 2019 beim Bundesverwaltungsgericht 

eingegangen (vgl. BVGer-act. 4). 

B.c Mit Vernehmlassung vom 26. März 2019 (IV-act. 6) beantragte die Vor-

instanz die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf 

die Stellungnahme der IV-Stelle des Kantons C._______ vom 22. März 

2019. Diese führte aus, zur Prüfung der Leistungspflicht sei das polydiszip-

linäre Gutachten vom 3. August 2012 eingeholt worden, welches voll be-

weiskräftig sei. Das eingereichte Gutachten von Dr. med. L._______ vom 

16. Februar 2017 erfülle die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an 

den Beweiswert von Berichten nicht, weshalb nicht darauf abgestellt wer-

den könne; dies habe die RAD-Ärztin Dr. med. O._______ in ihrer Stellung-

nahme vom 8. Januar 2018 festgestellt. 

B.d Mit Replik vom 1. Mai 2019 (BVGer-act. 8) hielt der Beschwerdeführer 

an seinem Antrag auf Zusprache einer Rente fest und führte zur Begrün-

dung aus, er wolle grundsätzlich arbeiten, sehe sich aber aus gesundheit-

lichen Gründen nicht mehr dazu in der Lage; sein Gesundheitszustand ver-

schlechtere sich zunehmend.  

B.e Mit Duplik vom 12. Juni 2019 (BVGer-act. 10) hielt die Vorinstanz an 

ihrem bisherigen Antrag fest. Zur Begründung verwies sie auf das Schrei-

ben der IV-Stelle C._______ vom 5. Juni 2019, mit welchem diese auf die 

Stellungnahme vom 22. März 2019 verwies und auf weitere Ausführungen 

verzichtete. 

C.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Beweis-

mittel ist – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nachfolgen-

den Erwägungen einzugehen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.   

1.1 Gemäss Art. 31 VGG (SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG 

und Art. 69 Abs. 1 Bst. b des IVG (SR 831.20) beurteilt das Bundesverwal-

tungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen 

der IV-Stelle für Versicherte im Ausland. Eine Ausnahme im Sinne von 

Art. 32 VGG liegt nicht vor. 

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Seite 5 

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG (SR 172.021), soweit das VGG nichts anderes bestimmt 

(Art. 37 VGG). Gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG bleiben in sozialversiche-

rungsrechtlichen Verfahren die besonderen Bestimmungen des ATSG 

(SR 830.1) vorbehalten. Gemäss Art. 2 ATSG sind die Bestimmungen die-

ses Gesetzes auf die bundesgesetzlich geregelten Sozialversicherungen 

anwendbar, wenn und soweit die einzelnen Sozialversicherungsgesetze es 

vorsehen. Nach Art. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Inva-

lidenversicherung anwendbar (Art. 1a bis 26bis und Art. 28 bis 70), soweit 

das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. Dabei 

finden nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln in formell-

rechtlicher Hinsicht mangels anderslautender Übergangsbestimmungen 

grundsätzlich diejenigen Rechtssätze Anwendung, welche im Zeitpunkt der 

Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2). 

1.3 Als direkter Adressat ist der Beschwerdeführer von der angefochtenen 

Verfügung berührt und er kann sich auf ein schutzwürdiges Interesse an 

deren Aufhebung oder Änderung berufen (Art. 59 ATSG; Art. 48 Abs. 1 

VwVG). 

1.4 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht (Art 60 Abs. 1 

ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereicht und der Kostenvorschuss frist-

gerecht geleistet wurde, ist auf die Beschwerde einzutreten. Auf die be-

schwerdeweise gemachten Ausführungen des Beschwerdeführers in Be-

zug auf die (vermeintlich) «verkürzte Beschwerdefrist» zufolge Postzustel-

lung nach Deutschland ist nicht weiter einzugehen, zumal die Beschwer-

defrist eingehalten wurde und der Beschwerdeführer replikweise noch ein-

mal Gelegenheit erhalten hat, seine Ausführungen zu präzisieren respek-

tive weiter auszuführen. 

2.   

2.1 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-

geblich, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 

Geltung haben (BGE 143 V 446 E. 3.3; 139 V 335 E. 6.2; 138 V 475 E. 3.1). 

Deshalb finden die Vorschriften Anwendung, die spätestens beim Erlass 

der Verfügung vom 3. Dezember 2018 in Kraft standen; weiter aber auch 

Vorschriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, 

die aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprü-

che von Belang sind. 

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Seite 6 

2.2 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdever-

fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs 

oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollstän-

dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie Unangemes-

senheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). 

2.3 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-

sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen 

Verwaltungsverfügung (hier: 3. Dezember 2018) eingetretenen Sachver-

halt ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither 

verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwal-

tungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). 

2.4 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger und wohnt in 

Deutschland. Damit gelangen das Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni 

1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und die Regelwerke der Gemeinschaft zur 

Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss Anhang II des 

FZA, insbesondere die für die Schweiz am 1. April 2012 in Kraft getretenen 

Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009 

(SR 0.831.109.268.11), zur Anwendung. Seit dem 1. Januar 2015 sind 

auch die durch die Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010, Nr. 465/2012 und 

Nr. 1224/2012 erfolgten Änderungen in den Beziehungen zwischen der 

Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten anwendbar. Das Vorliegen einer an-

spruchserheblichen Invalidität beurteilt sich indes auch im Anwendungsbe-

reich des FZA und der Koordinierungsvorschriften nach schweizerischem 

Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des BGer 9C_573/2012 vom 

16. Januar 2013 E. 4). 

3.  

Vorab ist zu prüfen, ob die IVSTA angesichts der bei der IV-Stelle 

C._______ eingereichten Anmeldung zum Rentenbezug und die durch 

jene durchgeführten Abklärungen die zuständige Verfügungsbehörde war. 

3.1 Zuständig ist in der Regel die IV-Stelle, in deren Kantonsgebiet der Ver-

sicherte im Zeitpunkt der Anmeldung seinen Wohnsitz hat. Der Bundesrat 

ordnet die Zuständigkeit in Sonderfällen (Art. 55 Abs. 1 IVG und Art. 40 

Abs. 1 Bst. a IVV). Zuständig zur Entgegennahme und Prüfung der Anmel-

dungen von Grenzgängern ist die IV-Stelle, in deren Tätigkeitsgebiet der 

Grenzgänger eine Erwerbstätigkeit ausübt. Dies gilt auch für ehemalige 

Grenzgänger, sofern sie bei der Anmeldung ihren ordentlichen Wohnsitz 

noch in der benachbarten Grenzzone haben und der Gesundheitsschaden 

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Seite 7 

auf die Zeit ihrer Tätigkeit als Grenzgänger zurückgeht. Die Verfügungen 

werden von der IV-Stelle für Versicherte im Ausland erlassen (Art. 40 

Abs. 2 IVV). 

3.2 Der Beschwerdeführer war Grenzgänger und hatte seine letzte Arbeits-

stelle im Kanton C._______. Der Beschwerdeführer wohnt aktuell in DE-

(…) und davor wohnte er in DE-(…). Diese beiden Ortschaften liegen nahe 

beieinander, aber beide liegen über 400 Kilometer weg von der Schweizer 

Grenze, weshalb nicht von einem Wohnsitz «direkt im benachbarten 

Grenzgebiet» auszugehen ist. Der Beschwerdeführer übte seine Erwerbs-

tätigkeit dennoch als Grenzgänger (mit Wochenaufenthalt am Arbeitsort) 

aus. Seinen Wohnsitz, den Wohnsitz der Familie (Ehefrau und Kinder), 

hatte er unbestritten stets in Deutschland. Es liegt somit aufgrund der Dis-

tanz des Wohnortes zur Grenze keine «klassische» Grenzgänger Konstel-

lation vor. Es ist dennoch davon auszugehen, dass sich der Beschwerde-

führer zu Recht gemäss der obgenannten «Grenzgänger-Regelung» bei 

der IV-Stelle des Kantons C._______ zum Leistungsbezug angemeldet 

hat, da er trotz der grossen Distanz zur Grenze Grenzgänger war und je-

weils zum Arbeiten tage- respektive wochenweise in die Schweiz kam und 

danach wieder zu seiner Familie zurückkehrte. Die Anmeldung bei der IV-

Stelle C._______ und der Erlass der Verfügung durch die IVSTA ist gemäss 

obenstehenden Ausführungen nicht zu beanstanden. Die Zuständigkeit 

wurde überdies von keiner Partei bestritten. 

4.   

4.1 Der Beschwerdeführer hat während mehr als drei Jahren Beiträge im 

Sinn von Art. 36 Abs. 1 IVG geleistet, so dass die Anspruchsvoraussetzung 

der Mindestbeitragsdauer erfüllt ist (IV-act. 13 und 88 S. 1, vgl. A.a hiervor). 

4.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-

tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 

Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-

lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-

mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-

weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des 

Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä-

higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

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Seite 8 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchti-

gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, 

volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich 

zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tä-

tigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 

ATSG). 

4.3 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG 

Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliede-

rungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können 

(Bst. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-

schnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind 

(Bst. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 

ATSG) sind (Bst. c). 

4.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und 

im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche 

und gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf-

gabe des Arztes im schweizerischen Invalidenverfahren ist es, den Ge-

sundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem 

Umfang und gegebenenfalls bezüglich welcher Tätigkeiten der Versicherte 

arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind sodann eine wichtige 

Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen dem 

Versicherten konkret noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 

E. 4, 115 V 134 E. 2; AHI-Praxis 2002, S. 62, E. 4b/cc). 

Die Arbeitsunfähigkeit stellt einen unbestimmten Rechtsbegriff des formel-

len Gesetzes (Art. 6 ATSG) dar. Die medizinische Beurteilung stellt keinen 

abschliessenden Entscheid über die Folgen der erhobenen gesundheitli-

chen Beeinträchtigungen dar. Vielmehr ist sie durch die rechtsanwenden-

den Behörden im Rahmen der rechtlichen Vorgaben zu würdigen (BGE 140 

V 193 E. 3.1 und 3.2). Weil die gesetzliche Definition der Arbeitsfähigkeit 

somit keine rein medizinische ist, können sich Konstellationen ergeben, bei 

welchen von der im medizinischen Gutachten festgestellten Arbeitsunfä-

higkeit abzuweichen ist, ohne dass dieses seinen Beweiswert verliert (SVR 

2013 IV Nr. 9 S. 21, 8C_842/2011 E. 4.2.2; vgl. auch BGE 130 V 352 E. 3 

S. 356 sowie Urteile des Bundesgerichts [BGer] 9C_128/2018 vom 17. Juli 

2018 E. 2.2 und 9C_651/2014 vom 23. Dezember 2014 E. 5.1.). 

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Seite 9 

4.4.1 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel 

zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfah-

ren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versi-

cherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, das 

heisst ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss 

zu würdigen. Dies bedeutet für das Gericht, dass es alle Beweismittel, un-

abhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu ent-

scheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung 

des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei ei-

nander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht er-

ledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 

anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 

These abstellt. 

Es ist in sämtlichen Fällen gesundheitlicher Beeinträchtigungen keines-

wegs allein Sache der mit dem konkreten Einzelfall (gutachtlich) befassten 

Arztpersonen, selber abschliessend und für die rechtsanwendende Stelle 

(Verwaltung, Gericht) verbindlich zu entscheiden, ob das medizinisch fest-

gestellte Leiden zu einer (andauernden oder vorübergehenden) Arbeitsun-

fähigkeit (bestimmter Höhe und Ausprägung) führt (BGE 140 V 193 E. 3.1). 

Zwischen ärztlich gestellter Diagnose und Arbeitsunfähigkeit besteht – so-

wohl bei somatisch dominierten als auch bei psychisch dominierten Leiden 

– keine Korrelation, weshalb die medizinische Folgenabschätzung notge-

drungen eine hohe Variabilität und unausweichlich Ermessenszüge auf-

weist (BGE 140 V 193, 195 E. 3.1). 

4.4.2 Bezüglich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 

der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-

suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi-

zinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Exper-

ten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich 

somit weder die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der ein-

gereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder als 

Gutachten (vgl. dazu das Urteil des BGer I 268/2005 vom 26. Januar 2006 

E. 1.2 mit Hinweis auf BGE 125 V 352 E. 3a).  

Gleichwohl erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung als vereinbar, Richtlinien für die Beweiswürdigung in Be-

C-7270/2018 

Seite 10 

zug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten aufzu-

stellen (vgl. hierzu BGE 125 V 352 E. 3b; AHI 2001 S. 114 E. 3b; Urteil des 

BGer I 128/98 vom 24. Januar 2000 E. 3b). So ist den im Rahmen des Ver-

waltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, welche 

aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach 

Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde 

zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Be-

weiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuver-

lässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb, mit weiteren 

Hinweisen). Berichte der behandelnden Ärzte schliesslich sind aufgrund 

deren auftragsrechtlicher Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt 

zu würdigen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Dies gilt für den allgemein prakti-

zierenden Hausarzt wie auch für den behandelnden Spezialarzt (Urteil des 

BGer I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen, vgl. aber 

9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2). 

Die Stellungnahmen des RAD oder des medizinischen Dienstes der IVSTA, 

welche nicht auf eigenen Untersuchungen beruhen, können wie Aktengut-

achten beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im 

Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich festste-

henden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Be-

fassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile 

des BGer 9C_524/2017 vom 21. März 2018 E. 5.1; 9C_28/2015 vom 

8. Juni 2015 E. 3.2; 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1, je mit Hin-

weisen). Die Aufgabe der versicherungsinternen Fachpersonen besteht 

insbesondere darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfe-

stellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche 

in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den me-

dizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und versicherungsmedizi-

nisch zu würdigen (vgl. SVR 2009 IV Nr. 50 [Urteil 8C_756/2008] E. 4.4 mit 

Hinweis; Urteil des BGer 9C_692/2014 vom 22. Januar 2015 E. 3.3). Sie 

haben die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht zu würdigen, 

wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten 

eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die an-

dere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzu-

nehmen ist (BGE 142 V 58 E. 5.1). Enthalten die Akten für die streitigen 

Belange keine beweistauglichen Unterlagen, kann die Stellungnahme ei-

ner versicherungsinternen Fachperson in der Regel keine abschliessende 

Beurteilungsgrundlage bilden, sondern nur zu weitergehenden Abklärun-

gen Anlass geben (vgl. Urteil des BGer 9C_58/2011 vom 25. März 2011 

E. 3.3). 

C-7270/2018 

Seite 11 

4.4.3 Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt 

eines Versicherten sind – analog zur vorerwähnten Rechtsprechung betref-

fend die Beweiskraft von Arztberichten – verschiedene Faktoren zu berück-

sichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person 

verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhältnissen 

sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträch-

tigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher-

ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Betei-

ligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext muss schliesslich plau-

sibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Ein-

schränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle 

erhobenen Angaben stehen (in BGE 134 V 9 [Urteil des BGer I 246/05 vom 

30. Oktober 2007] nicht publizierte E. 5.2 mit Hinweisen). Trifft all dies zu, 

ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig. Diese Beweiswürdigungskrite-

rien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art 

und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten 

analog für den Teil des Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Um-

fang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit 

häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (vgl. Urteil des 

BGer I 236/2006 vom 19. Juni 2006 E. 3.2 mit Hinweisen). 

Auch wenn bei den im Ausland wohnenden Versicherten mangels geeig-

neten Abklärungspersonen keine Haushaltabklärung (im Sinne einer Ab-

klärung an Ort und Stelle gemäss Art. 69 Abs. 2 IVV) durchgeführt werden 

kann, muss die Beurteilung einer Beeinträchtigung im Haushalt nach ana-

logen Grundsätzen erfolgen (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts 

[BVGer] C-4781/2008 vom 28. Juni 2010 E. 4.2 und C-5131/2007 vom 

16. März 2009 E. 4.2.5). Ob eine solche Abklärung im einzelnen Fall ge-

nügt, ist anhand der konkreten Verhältnisse zu entscheiden. 

4.5 Vor der Berechnung des Invaliditätsgrades muss jeweils beurteilt wer-

den, ob die versicherte Person als (teil-)erwerbstätig oder nichterwerbstätig 

einzustufen ist, was entsprechenden Einfluss auf die anzuwendende Me-

thode der Invaliditätsgradbemessung hat (allgemeine Methode des Ein-

kommensvergleichs, gemischte Methode, spezifische Methode des Betäti-

gungsvergleichs, vgl. Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a IVG). 

Zu prüfen ist, was die versicherte Person bei im Übrigen unveränderten 

Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. 

Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie 

sie sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung entwickelt haben, 

C-7270/2018 

Seite 12 

wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten 

(Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausreicht (vgl. BGE 133 V 504 

E. 3.3, 133 V 477 E. 6.3, 125 V 146 E. 2c, je mit Hinweisen). 

4.6 Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf 

eine Viertelsrente, bei mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei mindes-

tens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 70 % auf eine 

ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Beträgt der Invaliditätsgrad weniger als 

50 %, so werden die entsprechenden Renten nur an Versicherte ausbe-

zahlt, die ihren Wohnsitz und ihren gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) 

in der Schweiz haben (Art. 29 Abs. 4 IVG). Diese Einschränkung gilt jedoch 

nicht für die Staatsangehörigen eines Mitgliedstaates der EU und der 

Schweiz, sofern sie in einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz haben (Art. 7 

VO [EG] 883/2004; vgl. BGE 130 V 253 E. 2.3 und E. 3.1). 

4.7 Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Mona-

ten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 

ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters-

jahres folgt (Art. 29 Abs. 1 IVG; vgl. auch BGE 138 V 475 E. 3). Somit ist 

vorliegend aufgrund der im Dezember 2010 eingereichten Anmeldung ein 

Leistungsanspruch frühestens ab 1. Juni 2011 zu prüfen. 

5.  

Wird eine befristete Invalidenrente verfügt und diese Rente unmittelbar ab 

dem Ende der Befristung aufgehoben oder abgeändert, so stellt diese 

zweite Anordnung materiell eine Rentenrevisionsverfügung dar, auf die 

folglich die entsprechenden Bestimmungen anwendbar sind. Dies gilt auch 

dann, wenn die beiden Anordnungen zum selben Zeitpunkt und sogar in 

derselben Verfügung getroffen werden. Deshalb müssen nach der Recht-

sprechung und Lehre bei einer solchen Verfügung Revisionsgründe erfüllt 

sein (vgl. BGE 125 V 417 E. 2d, 112 V 372 E. 2b; URS MÜLLER, Die mate-

riellen Voraussetzungen der Rentenrevision in der Invalidenversicherung, 

Freiburg 2003, S. 207 f.). 

5.1 Gemäss Art. 17 ATSG wird eine Rente von Amtes wegen oder auf Ge-

such hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgeho-

ben, wenn sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich ver-

ändert hat. Eine Änderung des Invaliditätsgrades wird namentlich durch 

eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes impliziert. Da-

C-7270/2018 

Seite 13 

gegen ist die unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen unverän-

dert gebliebenen Sachverhalts kein Revisionsgrund; unterschiedliche Be-

urteilungen sind revisionsrechtlich nur dann beachtlich, wenn sie Ausdruck 

von Änderungen der tatsächlichen Verhältnisse sind (BGE 117 V 199 

E. 3B, 112 V 390 E. 1B; ZAK 1987 S. 36 ff.). 

5.2 Ob eine rentenrelevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten 

ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im zeitlichen Geltungs-

bereich der ursprünglichen Verfügung mit demjenigen der streitigen Verfü-

gung (BGE 125 V 369 E. 2). 

Nach Art. 88a Abs. 1 IVV ist die anspruchsbeeinflussende Änderung vom 

Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 

sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berück-

sichtigen, nachdem sie ohne wesentlichen Unterbruch drei Monate gedau-

ert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. 

6.  

Aus den Einträgen im individuellen Konto (vgl. IV-act. 13, 78 f. und 88 S. 1) 

ist ersichtlich, dass der Beschwerdeführer die dreijährige Mindestbeitrags-

zeit erfüllt hat. Unter den Parteien sind vorliegend im Wesentlichen die Be-

urteilung der Arbeitsfähigkeit und die Berechnung des IV-Grades, insbe-

sondere die genaue Umschreibung einer noch möglichen Tätigkeit, strittig. 

Aufgrund des hier geltenden Untersuchungsgrundsatzes ist nachfolgend 

umfassend zu prüfen, welche Ansprüche der Beschwerdeführer gegenüber 

der Invalidenversicherung hat. Es bleibt demnach abzuklären, ob der Be-

schwerdeführer grundsätzlich Anspruch auf eine Rente hat und, falls ja, in 

welcher Höhe und ab wann. 

Vorweg ist festzuhalten, dass die durch die Deutsche Rentenversicherung 

inzwischen erfolgte Rentenzusprache (vgl. IV-act. 181) für die Beurteilung 

des Anspruchs auf eine schweizerische Invalidenrente nicht verbindlich ist 

(vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4 und AHI 1996 S. 179), so dass der Beschwer-

deführer daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. Der Anspruch auf 

eine schweizerische Invalidenrente ist demnach in freier Würdigung der 

vorhandenen medizinischen Unterlagen und in Anwendung der schweize-

rischen Rechtsvorschriften zu prüfen. 

6.1 Dem Gesamt-Gutachten der D._______ AG vom 3. August 2012 (IV-

act. 64.1), welches unter der Leitung von Dr. med. E._______, Facharzt für 

Neurologie, erstellt worden ist, sind folgende Diagnosen mit Auswirkungen 

C-7270/2018 

Seite 14 

auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen: 1) St.n. atypischer subkortikal gele-

gener Intrazerebralblutung okzipital links mit persistierender komplexer vi-

sueller zentraler Verarbeitungsstörung und leichten neuropsychologischen 

Störungen, 2) Parazentraler Gesichtsfelddefekt beidseits und 3) St.n. Kry-

okoagulation eines Netzhautloches links (09/2010). Weiter stellten die un-

tersuchenden Ärzte folgende Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Ar-

beitsfähigkeit: Arterielle Hypertonie, Adipositas, BMI 34 kg/m2, Hypercho-

lesterinämie, Substituierte Hypothyreose, Astigmatismus myopicus und 

Presbyopie. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter fest, die 

selbständige Tätigkeit im Bereich Anästhesie/Intensivmedizin sei aufgrund 

der Sehstörungen (Fehleranfälligkeit, erhöhter Zeitaufwand) als zu riskant 

zu beurteilen. Als Fachkrankenpfleger in diesem Bereich bestehe somit 

eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Für Tätigkeiten mit weniger visuellen 

Anforderungen oder bei überwiegender Tätigkeit im Fernvisusbereich sei 

von einer leichten Leistungsminderung infolge der leichten neuropsycholo-

gischen Störungen und der Feinmotorikstörung der rechten Hand auszu-

gehen. Je nach Tätigkeit und Anpassungsgrad sei in Verweistätigkeiten 

von einer Arbeitsfähigkeit von 70-80 % auszugehen. Diese Einschätzung 

gelte ab Januar 2012; davor bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit in allen 

Tätigkeiten. 

6.2 Den Berichten von Dr. med. J._______, Facharzt für Allgemeinmedizin 

und behandelnder Hausarzt des Beschwerdeführers, vom 21. Juli 2015 

(IV-act. 133) und vom 14. Dezember 2015 (IV-act. 160.2 S. 29 ff.) ist Fol-

gendes zu entnehmen: Der Beschwerdeführer leide seit der Hirnblutung an 

Gedächtnis-, Konzentrations- und Sehstörungen, weiter bestünden 

Schmerzen im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule, ein Zittern im 

rechten Arm und regelmässig Kopfschmerzen. Für die bisherige Arbeit als 

Fachkrankenpfleger attestierte er dem Beschwerdeführer eine volle Ar-

beitsunfähigkeit. Zur Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit äusserte er 

sich nicht. 

6.3 Dipl.-Med. K._______, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Psy-

chotherapie und Spezielle Schmerztherapie, attestierte dem Beschwerde-

führer in seinem Bericht vom 11. April 2016 (IV-act. 160.2 S. 1 ff.) 1) Per-

sönlichkeits- und Verhaltensstörungen (F68.8), 2) spezifische Phobien 

(F40.2), 3) analgetikainduzierter Kopfschmerz (G44.8) und 4) Verdacht auf 

dissoziative Amnesie (F44.88). Unter Berücksichtigung des hohen Verant-

wortungsniveaus im Rahmen der letzten Tätigkeit als Fachkrankenpfleger 

erachtete er den Beschwerdeführer in dieser Tätigkeit als nicht mehr ar-

C-7270/2018 

Seite 15 

beitsfähig. Für Tätigkeiten mit durchschnittlichem intellektuellem Anforde-

rungsniveau, die unterdurchschnittliche Anforderungen an Verantwortlich-

keit, psychische Belastbarkeit, geistige Flexibilität und Wissensneuerwerb 

stellen, erachtete er den Beschwerdeführer auf dem allgemeinen Arbeits-

markt für mehr als sechs Stunden arbeitsfähig. 

6.4 Dr. med. L._______, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psycho-

therapie, stellte in seinem Gutachten vom 16. Februar 2017 (IV-act. 183 

S. 4 ff.) fest, beim Beschwerdeführer bestünden erhebliche Defizite beim 

Erkennen von Gesichtern (Prosopagnosie), bei der Raumorientierung und 

bei der Fähigkeit, Ereignisse mit Emotionen zu verknüpfen (visuelle Agno-

sie). Der Gutachter schloss daraus, dass der Beschwerdeführer insbeson-

dere wegen der ausgeprägten Störungen der visuellen Assoziationsleistun-

gen nicht in der Lage sei, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, da für jegli-

che Art der Erwerbstätigkeit das visuelle Assoziieren inkl. Erkennen von 

Gesichtern erforderlich sei. 

6.5 Dem Bericht von Dr. med. M._______, Facharzt für Orthopädie, vom 

7. März 2017 (IV-act. 183 S. 22 ff.) ist zu entnehmen, dass in orthopädi-

scher Hinsicht eine rechtsseitige Lumboischialgie/Pseudoischialgie bei en-

gem Spinalkanal der LWS und Wirbelgelenksdegeneration vorliegt. Des-

halb sei der Beschwerdeführer beim Heben und Tragen von schweren Ge-

wichten eingeschränkt. Er könne keine Arbeiten in Zwangshaltungen oder 

dauernd stehend oder sitzend verrichten. Er empfehle eine Arbeit in ge-

schlossenen temperierten Räumen. 

6.6 Aus dem Bericht des Klinikums N._______, Klinik für Neurodegenera-

tive Erkrankungen und Gerontopsychiatrie, Gedächtnisambulanz, vom 

24. April 2017 (IV-act. 192 S. 3 ff.) geht hervor, dass beim Beschwerdefüh-

rer eine subjektive kognitive Beeinträchtigung (subjectiv cognitive decline 

«SCD») vorliegt. In Bezug auf die Befunde ist dem Bericht Folgendes zu 

entnehmen: «Die Ergebnisse der neuropsychologischen Testung zeigen 

normgerechte Leistungen in den Bereichen Sprache, visuelle und verbale 

episodische Neugedächtnisbildung, Kurzzeit- und Arbeitsgedächtnis sowie 

Aufmerksamkeit und Exekutivfunktion. Die visuo-konstruktive Leistung ist 

weit unterdurchschnittlich (klinische Relevanz jedoch fraglich) und die kog-

nitive Geschwindigkeit ist diskret reduziert. Angesichts der normgerechten 

Abrufleistung mit und ohne Hinweisreize sind Encodierungsstörungen und 

ein hippocampales Funktionsdefizit eher unwahrscheinlich. Die geschilder-

ten Defizite u.a. in der visuellen und verbalen episodischen Neugedächt-

C-7270/2018 

Seite 16 

nisbildung konnten mit Hilfe der neuropsychologischen Testung nicht ob-

jektiviert werden. Anhand der vorliegenden Befunde lassen sich die be-

schriebenen Defizite am ehesten in Folge der stattgehabten Hirnblutung 

2010 erklären.». Angaben zur Arbeitsfähigkeit finden sich in diesem Bericht 

keine. 

6.7 Dr. med. O._______, Fachärztin für Neurologie beim RAD, äusserte 

sich in ihren Stellungnahmen vom 8. Januar 2018 (IV-act. 189 S. 3 ff.) so-

wie vom 2. Juli 2018 (IV-act. 200) unter Berücksichtigung der Stellung-

nahme von Dr. med. P._______, Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie und 

Psychotherapie beim RAD, vom 8. März 2018 (IV-act. 199 S. 4 ff.) wie 

folgt: Das Gutachten von Dr. med. L._______ vom 16. Februar 2017 be-

zeichnete sie als oberflächlich und mangelhaft und ausserdem berücksich-

tige es die Untersuchungsergebnisse des Klinikums N._______ nicht, wes-

halb nicht darauf abzustellen sei. Als Diagnosen mit Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit hielt Dr. med. O._______ fest: 1) Status nach atypischer 

subkortikal gelegener Intrazerebralblutung okzipital links mit persistieren-

der komplexer visueller zentraler Verarbeitungsstörung (23.06.2010), 

2) Nicht näher bezeichnete organische Persönlichkeits- und Verhaltensstö-

rung aufgrund einer Krankheit, Schädigung oder Funktionsstörung des Ge-

hirns (F07.9) und 3) Rechtsseitige Lumboischialgie/Pseudoischialgie bei 

engem Spinalkanal der LWS und Wirbelgelenksdegeneration. Sie hielt fest, 

dass eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes vorliege, jedoch 

unklar sei seit wann. Spätestens jedoch seit der Kündigung der bisherigen 

Tätigkeit sei eine vergleichbare Tätigkeit nicht mehr zumutbar. Eine ganz-

tägige, angepasste Tätigkeit sei jedoch mit einer Leistungsminderung von 

20 % und ohne Verantwortung für Personen und Maschinen, ohne Zeit-

druck und ohne häufig wechselnde Arbeitszeiten, ohne Anspruch an die 

Konfliktfähigkeit, geistige Flexibilität oder der Notwendigkeit des Wissens-

neuerwerbs und ohne Heben und Tragen von schweren Lasten, langem 

Stehen und ohne Zwangshaltungen zumutbar. 

6.8 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer auf-

grund der erlittenen Hirnblutung im Juni 2010 und der daraus resultieren-

den Beeinträchtigungen wie Migräne, Sehstörungen, Konzentrations-

schwäche etc. in seiner bisherigen Tätigkeit als Fachkrankenpfleger Anäs-

thesie und Intensivmedizin nicht mehr arbeitsfähig ist. Dies wurde durch 

das Gesamt-Gutachten der D._______ AG, Dr. med. E._______, vom 

3. August 2012 festgestellt und ist im Ergebnis unbestritten. Der Beschwer-

deführer hatte zwar zwischenzeitlich seine bisherige Arbeit wieder aufge-

C-7270/2018 

Seite 17 

nommen (vgl. IV-act. 25), was ihm dank reduziertem Pensum, viel Unter-

stützung der Arbeitskolleginnen und -kollegen und Kompensation von 

Überstunden einigermassen gelang. Es ist indes nicht davon auszugehen, 

dass seit der Hirnblutung angesichts der ärztlicherseits geschilderten Ein-

schränkungen (und der daraus resultierenden Gefahren für die behandel-

ten Patienten sowie einem Mehraufwand für die Arbeitskollegen in Bezug 

auf Kontrolle und Unterstützung des Beschwerdeführers) eine effektive Ar-

beitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit bestanden hat. In einer angepass-

ten Tätigkeit erachteten ihn die Ärzte der D._______ AG in ihrem Gutach-

ten vom 3. August 2012 seit der Hirnblutung als vollständig arbeitsunfähig 

und ab dem 1. Januar 2012 wieder zu 70-80 % arbeitsfähig. Mit Schreiben 

vom 9. April 2015 (IV-act. 115 S. 3 f.) teilte der Beschwerdeführer der IV-

Stelle mit, sein Zustand habe sich verschlechtert. Dr. med. J._______, 

Facharzt für Allgemeinmedizin und behandelnder Hausarzt des Beschwer-

deführers, attestierte dem Beschwerdeführer in seinem Bericht vom 

21. Juli 2015 (IV-act. 133) eine volle Arbeitsunfähigkeit, da bei der aktuel-

len Arbeit wegen Gedächtnisstörungen ein hohes Fehlerrisiko bestehe. Zur 

Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit äusserte sich 

Dr. med. J._______ nicht. Dipl.-Med. K._______ bestätigte in seinem Be-

richt vom 11. April 2016 (IV-act. 160.2), dass beim Beschwerdeführer in der 

bisherigen Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit mehr bestehe und die Arbeitsfä-

higkeit in einer angepassten Tätigkeit bei über sechs Stunden liege. Auch 

wenn die Angabe «über sechs Stunden» nicht präzise und für die Bemes-

sung von Arbeitsfähigkeit im schweizerischen System nicht gebräuchlich 

ist, so ist doch immerhin festzuhalten, dass diese Angabe der Einschätzung 

der D._______ AG vom 3. August 2012 nicht widerspricht, weshalb davon 

auszugehen ist, dass (mindestens) bis zum Zeitpunkt des Berichts von 

Dipl.-Med. K._______ gemäss der Einschätzung der D._______ AG wei-

terhin von einer Restarbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit von 70-80 % 

auszugehen ist. Anders sieht es allerdings gemäss der (späteren) Ein-

schätzung von Dr. med. L._______, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie 

und Psychotherapie, vom 16. Februar 2017 (IV-act. 183 S. 4 ff.) aus. Er 

verneinte eine Arbeitsfähigkeit für jegliche Tätigkeiten und begründete dies 

mit einer ausgeprägten Störung der visuellen Assoziationsleistungen. Es 

bestünden erhebliche Defizite beim Erkennen von Gesichtern (Prosopag-

nosie), bei der Raumorientierung und bei der Verknüpfung von Ereignissen 

mit Emotionen (visuelle Agnosie); dies verunmögliche, dass der Beschwer-

deführer einer Erwerbstätigkeit nachgehen könne. Die späteren Berichte 

von Dr. med. M._______, Facharzt für Orthopädie, vom 7. März 2017 (IV-

act. 183 S. 22 ff.) und des Klinikums N._______ vom 24. April 2017 (IV-

act. 192 S. 3 ff.) äussern sich nicht zur Arbeitsfähigkeit. Die konsultierte 

C-7270/2018 

Seite 18 

RAD-Ärztin, Dr. med. P._______, Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie 

und Psychotherapie, hielt in ihrer Stellungnahme vom 8. März 2018 (IV-

act. 199 S. 4 ff.) fest, die verschiedenen Gutachten, zumeist auf neurologi-

schem Fachgebiet, wiesen Inkonsistenzen bezüglich des schulischen und 

beruflichen Werdegangs im Vergleich zu den durch den Beschwerdeführer 

gemachten Angaben anlässlich seines Gesuchs im Jahr 2010 auf. Ferner 

kritisierte sie, dass die durch Dipl.-Med. K._______ gestellte Persönlich-

keits- und Verhaltensstörung, nicht nachvollziehbar sei, da weder die erho-

bene Anamnese noch anamnestische Angaben in anderen Gutachten zum 

Teil auch anderer Fachrichtung diese rechtfertigten. Weiter wies sie darauf 

hin, dass die Verdachtsdiagnose «dissoziative Amnesie» (F44.88) nicht 

nachvollziehbar sei, da sie sich meistens auf psychotraumatische Ereig-

nisse beziehe und derartiges gemäss Aktenlage nicht auszumachen sei 

und im Übrigen eine solche Diagnose nicht bei hirnorganischen Störungen 

gestellte werden sollte. Schliesslich liess sie mit der Formulierung «Auch 

die Verdachtsdiagnose in einem Gutachten (!)…» durchblicken, dass eine 

solche, ihrer Meinung nach, nicht in ein Gutachten gehöre. 

Dr. med. P._______ hielt ferner fest, aus den Gutachten von Dipl.-Med. 

K._______ sowie des Klinikums N._______ ergebe sich die Notwendigkeit 

der differentialdiagnostischen Diskussion einer psychischen und Verhal-

tensstörung durch Benzodiazepine. Der Versicherte scheine eher unkon-

trolliert Lexotanil konsumiert zu haben. Die beschriebenen Symptome 

stünden somit möglicherweise mit einem schädlichen Gebrauch oder gar 

einer Abhängigkeit von Benzodiazepinen im Zusammenhang. Dies gelte 

insbesondere, da die psychische Symptomatik doch deutlich zeitversetzt 

posthämorrhagisch auftrat. Sie erachtete den Beschwerdeführer in einer 

angepassten Tätigkeit ganztags mit einer Leistungsminderung von 20 % 

arbeitsfähig. Zur divergierenden Einschätzung von Dr. med. L._______ 

äusserte sie sich nicht. Zu dieser äusserte sich indes Dr. med. O._______, 

Fachärztin für Neurologie FMH beim RAD, in ihrer Stellungnahme vom 

8. Januar 2018 (IV-act. 189 S. 3 ff.), indem sie das Gutachten als ober-

flächlich und mangelhaft bezeichnete. Sie bemängelte am Gutachten von 

Dr. med. L._______ namentlich, dass dieser nicht alle Vorakten, insbeson-

dere den Bericht des Klinikums N._______, berücksichtigt habe. Hierzu ist 

festzuhalten, dass der Bericht des Klinikums N._______ vom 24. April 

2017 datiert, wogegen der Bericht von Dr. med. L._______ bereits am 

16. Februar 2017 erstellt worden ist. Wie aus den vorgenannten Ausfüh-

rungen hervorgeht, konnten die RAD-Ärztinnen den Gesundheitszustand 

nicht zuverlässiger beurteilen, als die begutachtenden Ärzte. Einerseits 

stellen auch jene Verdachtsdiagnosen (vgl. schädlicher Gebrauch oder gar 

eine Abhängigkeit von Benzodiazepinen) andererseits bezweifeln sie die 

C-7270/2018 

Seite 19 

gestellten Diagnosen, und nennen aber gleichzeitig keine anderen, über-

zeugenderen Diagnosen für die erhobenen Befunde. Die Kritik der beiden 

RAD-Ärztinnen an den Berichten der begutachtenden Ärzte überzeugt ins-

gesamt nicht. Da sie den Beschwerdeführer nicht persönlich untersucht 

haben, ist nicht davon auszugehen, dass sie gestützt auf die vorhandenen 

Akten in der Lage sind, eine treffendere Beurteilung abzugeben, als die 

untersuchenden Ärzte. Eine pauschale Kritik an den Berichten der unter-

suchenden Ärzte, die notabene unabhängige Gutachter und nicht behan-

delnde Ärzte sind, ist nicht angebracht, zumal die kritisierten Punkte teil-

weise sogar offensichtlich unzutreffend sind. Die begutachtenden Ärzte ha-

ben ihre Einschätzung nach persönlicher Untersuchung des Beschwerde-

führers abgegeben und dem Beschwerdeführer ein kooperatives Verhalten 

und eine hohe Leistungsbereitschaft attestiert (vgl. Gutachten D._______ 

AG vom 3. August 2012 [IV-act. 64.1] S. 14, 16 und 17 und Gutachten Dr. 

med. M._______, Facharzt für Orthopädie, vom 7. März 2017 [IV-act. 183 

S. 33]). Auch wenn nicht für alle beim Beschwerdeführer erhobenen Defi-

zite klar ist, welchen Ursprung sie haben (vgl. namentlich das Gutachten 

der D._______ AG vom 3. August 2012 S. 19), sind diese dennoch zu be-

rücksichtigen, zumal deren Vorliegen durch die Ärzte glaubhaft bestätigt 

wurde und nicht davon auszugehen ist, dass ein aggravierendes Verhalten 

des Beschwerdeführers vorliegt. Es ist somit für die Beurteilung der Ar-

beitsfähigkeit für die jeweiligen Zeitabschnitte auf die Einschätzung der be-

gutachtenden Ärzte abzustellen und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde-

führers wie folgt festzustellen: Seit der Hirnblutung im Juni 2010 bestand 

beim Beschwerdeführer eine volle Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tä-

tigkeit und in Verweistätigkeiten. Mit Wirkung ab 1. Januar 2012 ist dage-

gen von einer Arbeitsfähigkeit von 70-80 % in Verweistätigkeiten auszuge-

hen (vgl. Gutachten D._______ AG vom 3. August 2012 [IV-act. 64.1]). Der 

Beschwerdeführer meldete zwar am 9. April 2015 (vgl. IV-act. 115 S. 3) 

eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes, jedoch lässt sich dies 

gestützt auf die Berichte von Dr. med. J._______, Facharzt für Allgemein-

medizin vom 21. Juli 2015 (IV-act. 133) und vom 14. Dezember 2015 (IV-

act. 160.2 S. 29 ff.) nicht quantifizieren, da in den Berichten jeweils nur eine 

volle Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde und aufgrund der Begründung «zu 

Hohes Fehlerrisiko bei jetziger Arbeit wegen Gedächtnisstörungen» davon 

auszugehen ist, die attestierte Arbeitsunfähigkeit beziehe sich lediglich auf 

die bisherige Arbeit. Angaben zu einer allfälligen Verweistätigkeit fehlen 

und aus der Bemerkung «Verschlechterung seit 1-2 Jahren» lässt sich kein 

zuverlässiger Schluss in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in Verweistätigkei-

ten ziehen. Der Bericht von Dipl.-Med. K._______, Facharzt für Neurologie 

und Psychiatrie, Psychotherapie, Spezielle Schmerztherapie, vom 11. April 

C-7270/2018 

Seite 20 

2016 (IV-act. 160.2) stützt mit der Angabe «mehr als 6 Stunden» in Bezug 

auf die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit die Angaben der 

D._______ AG, die die Arbeitsfähigkeit mit 70-80 % bezifferte. Erst mit dem 

Gutachten von Dr. med. L._______, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie 

und Psychotherapie, vom 16. Februar 2017 (IV-act. 183 S. 4 ff.) ist davon 

auszugehen, es sei eine wesentliche Verschlechterung eingetreten und es 

bestehe auch in einer Verweistätigkeit keine Arbeitsfähigkeit mehr. 

7.  

Es bleibt noch der Invaliditätsgrad zu ermitteln. Es ist davon auszugehen, 

dass der Beschwerdeführer heute als Nichtinvalider zu 80 % erwerbstätig 

und zu 20 % im Haushalt tätig wäre. Dies wurde durch den Abklärungsbe-

richt Haushalt und Erwerb vom 17. Juli 2017 (IV-act. 161) so erhoben und 

ist unbestritten. Der Invaliditätsgrad ist daher mit der gemischten Methode 

zu ermitteln. Dabei ist zu beachten, dass sich die Arbeitsfähigkeit im zeitli-

chen Verlauf – wie oben festgestellt – verändert hat, so dass unterschied-

liche Berechnungen anzustellen sind. 

7.1 Beim Einkommensvergleich wird das Erwerbseinkommen, das die ver-

sicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der me-

dizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch 

eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen 

könnte (sogenanntes Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Er-

werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 

wäre (sogenanntes Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in 

der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er-

werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander 

gegenüber gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der 

Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommens-

vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1). Für den Einkommens-

vergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns 

des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkom-

men auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirk-

same Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass 

respektive bis zum Einspracheentscheid zu berücksichtigen sind 

(BGE 129 V 222 E. 4). Für die Ermittlung des Einkommens, welches der 

Versicherte ohne Invalidität erzielen könnte (Valideneinkommen), ist ent-

scheidend, was er im fraglichen Zeitpunkt nach dem im Sozialversiche-

rungsrecht allgemein gültigen Beweisgrad der überwiegenden Wahr-

scheinlichkeit (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b, BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hin-

weisen) als Gesunder tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel 

C-7270/2018 

Seite 21 

am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkom-

mensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer 

Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsscha-

den fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen von diesem Grundsatz müssen 

ebenfalls mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erwiesen sein, damit sie 

berücksichtigt werden können. Für die Bestimmung des Invalideneinkom-

mens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in 

welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der In-

validität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile 

Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr ver-

bleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und er-

scheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen 

und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst 

als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen 

gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesund-

heitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Er-

werbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung ins-

besondere die Tabellen der vom Bundesamt für Statistik (BFS) periodisch 

herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden 

(statt vieler: BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296 f; 139 V 592 E. 2.3 S. 593 f.). 

Massgebend sind dabei die monatlichen Bruttolöhne (Zentralwerte) im je-

weiligen Wirtschaftssektor. Für die Bestimmung des Invalideneinkommens 

anhand von Tabellenlöhnen bei Versicherten, die nach Eintritt des Gesund-

heitsschadens lediglich noch leichte und intellektuell nicht anspruchsvolle 

Arbeiten verrichten können, ist in der Regel vom durchschnittlichen monat-

lichen Bruttolohn für Männer oder Frauen bei einfachen und repetitiven Tä-

tigkeiten (Anforderungsniveau 4 des Arbeitsplatzes) auszugehen. Dabei 

sind in erster Linie die Lohnverhältnisse im privaten Sektor massgebend 

(SVR 2002 UV Nr. 15 E. 3c cc). Da den Tabellenlöhnen generell eine Ar-

beitszeit von 40 Wochenstunden zu Grunde liegt, ist eine Umrechnung auf 

eine betriebsübliche durchschnittliche Wochenarbeitszeit erforderlich 

(BGE 126 V 75 E. 3b bb). 

7.2 Berechnung des IV-Grades ab 1. Juni 2011 (frühestmöglicher Renten-

beginn unter Berücksichtigung des Anmeldedatums und nach Ablauf des 

Wartejahrs, vgl. E. 4.3 und 4.7 hiervor): 

7.2.1 Die Vorinstanz berücksichtigte als Valideneinkommen das Einkom-

men gemäss Lohnausweis 2009, inkl. Zulagen, aufindexiert auf das Jahr 

2011. Dies entspricht einem Jahreslohn von Fr. 71'614.- und ist nicht zu 

beanstanden. 

C-7270/2018 

Seite 22 

7.2.2 Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens hat die Vorinstanz auf 

das im Jahr 2011 tatsächlich erzielte Einkommen von Fr. 30'733.- in der 

bisherigen Erwerbstätigkeit (in einem reduzierten Pensum) abgestellt. 

Diesbezüglich ist festzuhalten, dass dem Beschwerdeführer gemäss Wür-

digung der medizinischen Unterlagen im damaligen Zeitpunkt zwar keine 

Erwerbstätigkeit zumutbar war, dennoch ist der Beschwerdeführer mit der 

Unterstützung von Arbeitskolleginnen und -kollegen und des Arbeitgebers 

weiterhin seiner bisherigen Arbeit nachgegangen.  

Die Rente der Invalidenversicherung ist grundsätzlich eine Erwerbsausfall-

Versicherungsleistung. Versichert ist nicht der Gesundheitsschaden an 

sich, sondern der durch den Gesundheitsschaden verursachte Verlust der 

Erwerbsmöglichkeit (Art. 1a lit. b IVG; Art. 7 Abs. 1, Art. 8 Abs. 1 ATSG). 

Umgekehrt deckt die Invalidenversicherung nur diejenigen Erwerbsver-

luste ab, die durch Gesundheitsbeeinträchtigungen verursacht sind, nicht 

Einbussen, die auf andere Gründe (z.B. wirtschaftliche, persönliche usw.) 

zurückzuführen sind. Der Invaliditätsgrad wird deshalb bei Erwerbstätigen 

so bestimmt, dass das Einkommen, welches der Versicherte ohne Gesund-

heitsbeeinträchtigung erzielen könnte, demjenigen Einkommen gegen-

übergestellt wird, das er nach Eintritt des Gesundheitsschadens erzielt 

bzw. bei zumutbarer Tätigkeit erzielen könnte (Art. 16 ATSG; Art. 28a 

Abs. 1 IVG; BGE 135 V 58 E. 3.4.1). 

Aufgrund des soeben Ausgeführten ist bei der Berechnung des IV-Grades 

darauf abzustellen, was der Beschwerdeführer nach Eintritt des Gesund-

heitsschadens tatsächlich verdient hat. In Übereinstimmung mit der Be-

rechnung der Vorinstanz ist demnach in Bezug auf das Invalideneinkom-

men auf den effektiv erzielten Verdienst abzustellen, auch wenn gemäss 

medizinischer Einschätzung eine geringere Arbeitsfähigkeit bestanden 

hätte. Der zu berücksichtigende Verdienst betrug gemäss Vorinstanz im 

Jahr 2011 Fr. 30'733.-. Dies entspricht dem im IK registrierten Verdienst 

und ist nicht zu beanstanden. 

7.2.3 Der Vergleich des Valideneinkommens von Fr. 71'614.- und des In-

valideneinkommens von Fr. 30’733.- ergibt im erwerblichen Bereich einen 

Invaliditätsgrad von 57,09 %. 

7.2.4 Die Haushaltsabklärung vom 17. Juli 2017, welche von einer Abklä-

rungsfachperson der IV-Stelle des Kantons C._______ durchgeführt wor-

den ist, ergab keine Einschränkung im Haushalt. Es liegen keine Anhalts-

punkte dafür vor, an dieser Abklärung zu zweifeln. 

C-7270/2018 

Seite 23 

7.2.5 Der Invaliditätsgrad von 57,09 % im Erwerbsbereich beträgt bei einer 

Berücksichtigung zu 80 % (Gewichtung) 45,67 % und derjenige von 0 % 

im Haushalt beträgt nach der Gewichtung ebenfalls immer noch 0 %. Nach 

Gewichtung und Addition der beiden ermittelten IV-Grade ergibt sich somit 

mit Wirkung ab 1. Juni 2011 ein Invaliditätsgrad von 45,67 % und damit ein 

Anspruch auf eine Viertelsrente. 

7.3 Berechnung des IV-Grades ab 1. Januar 2012: 

7.3.1 Für die Berechnung des Valideneinkommens kann grundsätzlich auf 

die obenstehende Berechnung verwiesen werden (vgl. E. 7.2.1). Das Ein-

kommen (Fr. 71'614) ist jedoch noch zu indexieren (Index 2011: 124,5 und 

Index 2012: 125,5) und es ist demnach für das Jahr 2012 von einem Vali-

deneinkommen von jährlich Fr. 72’189.- auszugehen. 

7.3.2 Das Invalideneinkommen ab 1. Januar 2012 ist gemäss den medizi-

nischen Berichten unter Berücksichtigung einer Arbeitsfähigkeit von 70-

80 % in einer angepassten Verweistätigkeit zu berechnen. Allerdings war 

der Beschwerdeführer noch bis Ende September 2015 beim früheren Ar-

beitgeber in einem 60 %-Pensum angestellt und hat einen entsprechenden 

Lohn bezogen, sodass auch hier für das Invalideneinkommen auf das in 

dieser Zeit erzielte effektive Einkommen abzustellen ist, zumal nicht davon 

auszugehen ist, dass er mit einem Pensum von 70 % in einer Verweistä-

tigkeit in der Lage gewesen wäre, ein höheres Einkommen zu erzielen. 

Gemäss IK-Auszug vom 8. März 2013 (IV-act. 78 S. 3) erzielte der Be-

schwerdeführer im Jahr 2012 ein jährliches Einkommen von Fr. 63'666.-.  

7.3.3 Der Vergleich des Valideneinkommens von Fr. 72'189.- und des In-

valideneinkommens von Fr. 63’666.- ergibt im erwerblichen Bereich einen 

Invaliditätsgrad von 11,81%. 

7.3.4 Die Haushaltsabklärung ergab keine Einschränkung im Haushalt, so-

dass in diesem Bereich weiterhin von einem Invaliditätsgrad von 0 % aus-

zugehen ist (vgl. E. 7.2.4 hiervor). 

7.3.5 Der Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich beträgt bei einer Berücksich-

tigung zu 80 % 9,45 % und derjenige im Haushalt bleibt bei 0 %. Nach Ge-

wichtung und Addition der beiden IV-Grade ergibt sich somit mit Wirkung 

ab 1. Januar 2012 ein IV-Grad von 9,45 %, woraus sich kein Rentenan-

spruch mehr ergibt. 

 

C-7270/2018 

Seite 24 

7.4 Berechnung des IV-Grades ab 1. Oktober 2015: 

7.4.1 Für die Berechnung des Valideneinkommens kann grundsätzlich auf 

die obenstehende Berechnung verwiesen werden (vgl. E. 7.3.1). Das Ein-

kommen (Fr. 72’189.-) ist jedoch noch zu indexieren (Index 2012: 125,5 

und Index 2015: 127,7), und es ist demnach für das Jahr 2015 von einem 

Valideneinkommen von jährlich Fr. 73'454.- auszugehen. 

7.4.2 Das Invalideneinkommen ab 1. Oktober 2015 ist gemäss den medi-

zinischen Berichten unter Berücksichtigung einer Arbeitsfähigkeit von 70-

80 % in einer angepassten Verweistätigkeit zu berechnen. Nachdem der 

Beschwerdeführer seine bisherige (bereits reduzierte) Erwerbstätigkeit aus 

gesundheitlichen Gründen aufgegeben hatte und keine neue Erwerbstätig-

keit aufgenommen hatte, ist zur Bestimmung des Invalideneinkommens 

auf die LSE abzustellen. In der Regel ist auf die LSE-Tabelle TA1 und den 

darin enthaltenen Totalwert abzustellen (Urteil des BGer 8C_457/2017 vom 

11. Oktober 2017 E. 6.2, vgl. auch Urteil des BGer 9C_358/2017 vom 

2. Mai 2018 E. 5.2 mit Hinweisen), wobei aber auf Löhne einzelner Sekto-

ren oder gar einzelner Branchen abgestellt werden kann, wenn dies als 

sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Ver-

wertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen. Dies ge-

schieht namentlich bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung 

lange Zeit in diesem Bereich tätig gewesen sind und bei denen eine Arbeit 

in anderen Bereichen kaum in Frage kommt. Vorliegend besteht kein An-

lass, auf eine einzelne Branche abzustellen, sondern der Berechnung ist 

der Totalwert der Tabelle TA1 zugrunde zu legen. Der Zentralwert für Män-

ner für einfache, repetitive Tätigkeiten aller Wirtschaftszweige beträgt im 

Jahr 2014 Fr. 5'312.- (basierend auf 40 Arbeitsstunden pro Woche). Unter 

Berücksichtigung einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 

41,7 Stunden im Jahr 2014 resultiert ein monatlicher Lohn von Fr. 5'537.75. 

Aufindexiert auf das Jahr 2015 (Index 2014: 127,3 und Index 2015: 127,7) 

ergibt sich ein monatliches Einkommen von Fr. 5'555.15.Unter Berücksich-

tigung des dem Beschwerdeführer in dieser Zeit zumutbaren Pensums von 

70 % ist somit von einem Invalideneinkommen von Fr. 3'888.60 pro Monat 

respektive Fr. 46'663.- pro Jahr auszugehen. 

7.4.3 Der Vergleich des Valideneinkommens von Fr. 73'454.- und des In-

valideneinkommens von Fr. 46'663.- ergibt im erwerblichen Bereich einen 

Invaliditätsgrad von 36,47 %. 

C-7270/2018 

Seite 25 

7.4.4 Die Haushaltsabklärung ergab keine Einschränkung im Haushalt, so-

dass in diesem Bereich weiterhin von einem Invaliditätsgrad von 0 % aus-

zugehen ist (vgl. E. 7.2.4 und 7.3.4 hiervor). 

7.4.5 Der Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich beträgt bei einer Berücksich-

tigung zu 80 % 29,18% und derjenige im Haushalt bleibt bei 0 %. Nach 

Gewichtung und Addition der beiden IV-Grade ergibt sich somit mit Wirkung 

ab 1. Oktober 2015 ein IV-Grad von 29,18 %, woraus sich kein Rentenan-

spruch ergibt. 

7.5 Berechnung des IV-Grades ab 1. Februar 2017: 

7.5.1 Für die Berechnung des Valideneinkommens kann grundsätzlich auf 

die obenstehende Berechnung verwiesen werden (vgl. E. 7.4.1). Das Ein-

kommen aus dem Jahr 2015 (Fr. 73'454.-) ist jedoch noch zu indexieren 

(Index 2015: 127,7 und Index 2017: 129), und es ist demnach für das Jahr 

2017 von einem Valideneinkommen von jährlich Fr. 74’202.- auszugehen. 

7.5.2 Ab 1. Februar 2017 ist aus ärztlicher Sicht auch in Verweistätigkeiten 

von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Das Invalideneinkommen 

beträgt somit Fr. 0.-. 

7.5.3 Der Vergleich des Valideneinkommens von Fr. 74'202.- und des In-

valideneinkommens von Fr. 0.- ergibt im erwerblichen Bereich einen Inva-

liditätsgrad von 100%. 

7.5.4 Die Haushaltsabklärung ergab keine Einschränkung im Haushalt, so-

dass in diesem Bereich weiterhin von einem Invaliditätsgrad von 0 % aus-

zugehen ist (vgl. E. 7.2.4, 7.3.4 und 7.4.4 hiervor). 

7.5.5 Der Invaliditätsgrad von 100 % im Erwerbsbereich beträgt bei einer 

Berücksichtigung zu 80 % 80% und derjenige im Haushalt bleibt bei 0 %. 

Nach Gewichtung und Addition der beiden IV-Grade ergibt sich somit mit 

Wirkung ab 1. Februar 2017 ein IV-Grad von 80 %, woraus sich ein An-

spruch auf eine ganze Rente ergibt. 

7.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass ab 1. Juni 2011 von einem IV-

Grad von 45,67 % auszugehen ist und der Beschwerdeführer somit mit 

Wirkung ab 1. Juni 2011 einen Anspruch auf eine Viertelsrente hat. Die 

Veränderung des IV-Grades per 1. Januar 2012 auf 9,45 % ist gestützt auf 

Art. 88a Abs. 1 IVV nach Ablauf von drei Monaten zu berücksichtigen, wes-

halb die Rente per 1. April 2012 aufzuheben ist. Ab 1. Oktober 2015 ist von 

C-7270/2018 

Seite 26 

einem IV-Grad von 29,18 % auszugehen, woraus sich jedoch noch kein 

Rentenanspruch ergibt. Ab 1. Februar 2017 ist schliesslich von einem IV-

Grad von 80 % auszugehen und dem Beschwerdeführer ist in Anwendung 

von Art. 88a Abs. 1 IVV per 1. Mai 2017 eine ganze Rente auszurichten. 

Die Beschwerde ist somit teilweise gutzuheissen und der angefochtene 

Entscheid insoweit aufzuheben, als darin ein Rentenanspruch für die Zeit 

vom 1. Januar 2012 bis und mit 31. März 2012 sowie mit Wirkung ab 1. Mai 

2017 verneint worden ist; weitergehend ist die Beschwerde abzuweisen. 

Dem Beschwerdeführer ist für die Zeit vom 1. Januar 2012 bis zum 

31. März 2012 eine Viertelsrente und ab 1. Mai 2017 eine ganze Rente 

zuzusprechen. 

8.  

Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-

teientschädigung. 

8.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis und 2 

IVG). Die Verfahrenskosten sind bei Streitigkeiten um Bewilligung oder Ver-

weigerung von IV-Leistungen nach dem Verfahrensaufwand und unabhän-

gig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200-1'000 festzulegen (Art. 69 

Abs. 1bis IVG). Die Verfahrenskosten sind vorliegend auf Fr. 800.- festzu-

setzen. Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden Par-

tei auferlegt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Entsprechend dem Ausgang des Ver-

fahrens ist von einem je hälftigen Unterliegen der Parteien auszugehen. 

Da die nachfolgend angeführte Rechtsprechung zur Parteientschädigung 

bei «Überklagung» in Rentenangelegenheiten auf die Gerichtskosten nicht 

anwendbar ist (vgl. Urteile des BGer 8C_449/2016 vom 2. November 2016 

E. 3.2 und 9C_94/2010 vom 26. Mai 2010 E. 4.3), sind die Verfahrenskos-

ten dem teilweise unterliegenden Beschwerdeführer im Umfang von 

Fr. 400.- aufzuerlegen. Sein Anteil an den Gerichtskosten ist dem geleiste-

ten Kostenvorschuss von Fr. 800.- zu entnehmen. Der Rest (Fr. 400.-) so-

wie der Mehrbetrag von Fr. 27.76, also insgesamt Fr. 427.76, ist ihm nach 

Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Entscheids auf ein von ihm be-

kannt zu gebendes Konto zurückzuerstatten. 

Einer (teilweise) unterliegenden Vorinstanz sind gemäss Art. 63 Abs. 2 

VwVG keine Verfahrenskosten aufzuerlegen.  

C-7270/2018 

Seite 27 

8.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden 

Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr er-

wachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen 

(Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der teilweise obsiegende Be-

schwerdeführer war durch seine Ehefrau und somit nicht berufsmässig ver-

treten, weshalb davon auszugehen ist, dass ihm keine verhältnismässig 

hohen Kosten entstanden sind. Ihm ist somit keine Parteientschädigung 

zuzusprechen. Als Bundesbehörde hat die IVSTA keinen Anspruch auf Par-

teientschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE). 

 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, und die angefochtene Verfü-

gung vom 3. Dezember 2018 wird insoweit aufgehoben, als darin der Ren-

tenanspruch für die Zeit vom 1. Januar 2012 bis zum 31. März 2012 und 

ab 1. Mai 2017 verneint worden ist. Dem Beschwerdeführer wird für die 

Zeit vom 1. Januar 2012 bis zum 31. März 2012 eine Viertelsrente sowie 

mit Wirkung ab 1. Februar 2017 eine ganze Rente zugesprochen. 

2.  

Die reduzierten Verfahrenskosten von Fr. 400.- werden dem Beschwerde-

führer auferlegt. Dieser Betrag wird dem geleisteten Kostenvorschuss in 

der Höhe von Fr. 800.- entnommen. Der Restbetrag von Fr. 400.- und der 

einbezahlte Mehrbetrag von Fr. 27.76 werden ihm nach Eintritt der 

Rechtskraft des vorliegenden Entscheids zurückerstattet.  

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

  

C-7270/2018 

Seite 28 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein; Beilage: For-

mular Zahladresse) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Michael Peterli Sandra Tibis 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten 

Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der 

Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die 

Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be-

weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid 

und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in 

Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Versand: