# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 45fd0e56-a25d-5b98-9499-d4f232cb69ae
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 00.00.0000 PVG 2008 3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2008-3_0000-00-00.pdf

## Full Text

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Bürgerrecht, Niederlassung und 3
Aufenthalt
Cittadinanza, domicilio e dimora

Einbürgerung. Erfüllung Eignungskriterien. Diskriminie- 
rungsverbot.
– Gesetzliche Regelungen zur Einbürgerung (E. 1a).
– Die wichtigsten Eignungskriterien sind Grundlagen- 

kenntnisse über die politische und gesellschaftliche Ord- 
nung des Landes sowie vernünftige Sprachkenntnis- 
se/Ausdrucksweise in einer der drei Kantonssprachen (E. 
1b).

– Die lange Verweildauer an einem bestimmten Ort bzw. 
Arbeitsplatz reicht für sich noch nicht aus, um auf eine 
angemessene Integration in einem anderen Kulturkreis 
schliessen zu können (E. 1c).

– Die Prüfung über den aktuellen Integrationsstand ist 
Sache und Aufgabe der Gemeindebehörden; die Kogni- 
tion des Gerichts hat sich darauf zu beschränken, keine 
offensichtlich rechtswidrigen oder willkürlichen Einbür- 
gerungsentscheide zu dulden; ein Parteivortritt vor 
Schranken ist deshalb nicht zulässig (E. 1d).

Naturalizzazione. Adempimento dei criteri d’idoneità. 
Divieto di discriminazione.
– Norme legali per la naturalizzazione (cons. 1a).
– I più importanti criteri d’idoneità sono le conoscenze 

fondamentali della struttura politica e sociale del paese 
come pure ragionevoli nozioni linguistiche/idiomatiche in 
una delle tre lingue cantonali (cons. 1b).

– Il prolungato soggiorno in un determinato luogo, rispet- 
tivamente sul posto di lavoro, non permette di per sé di 
concludere ad una sufficiente integrazione in un altro 
ambito culturale (cons. 1c).

– L’esame dell’attuale livello d’integrazione è un compito che 
spetta alle autorità comunali; la cognizione del Tri- bunale 
amministrativo a questo proposito deve limitarsi a non 
tollerare decisioni di naturalizzazione manifesta- mente 
illegali o arbitrarie; un dibattimento in Tribunale non è 
pertanto ammissibile (cons. 1d).

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Erwägungen:
1. a) Laut Art. 3 KBüG setzt die Aufnahme in das Bürger- 

recht voraus, dass die Gesuchstellerin nach Prüfung der persönli- 
chen Verhältnisse als geeignet erscheint (Abs. 1). Dies erfordert 
nach Abs. 2 insbesondere, dass sie in die kantonale und kommu- 
nale Gemeinschaft integriert ist (lit. a); mit den kantonalen und 
kommunalen Lebensgewohnheiten und Verhältnissen sowie einer 
Kantonssprache vertraut ist (lit. b); die schweizerische Rechtsord- 
nung beachtet (lit. c); die innere und äussere Sicherheit der 
Schweiz nicht gefährdet (lit. d) und über eine gesicherte Existenz- 
grundlage verfügt (lit. e). Nach Art. 4 Abs. 1 KBüG erfolgt die Ein- 
bürgerung am Wohnsitz. Gemäss Art. 10 KBüG haben die Bürger- 
gemeinden Vorschriften über die Erteilung, Zusicherung und 
Verweigerung des Gemeindebürgerrechts zu erlassen, falls die 
Gesetzgebung des Bundes und des Kantons keine Bestimmungen 
enthalten (Abs. 1). Sie haben besonders die Zuständigkeiten, das 
Verfahren und die Gebühren zu regeln (Abs. 2). Nach Art. 14 KBüG 
entscheidet die Bürgergemeindeversammlung durch Mehrheits- 
beschluss über die Erteilung, Zusicherung oder Verweigerung des 
Gemeindebürgerrechts (Abs. 1). Die Bürgergemeinde kann diese 
Kompetenzen dem Vorstand oder einer besonderen Kommission 
übertragen (Abs. 2). In Ergänzung und Präzisierung dieser Vor- 
schrift wird unter Art. 17 KBüV noch was folgt bestimmt: Die Bür- 
gergemeinde kann die Vornahme der Erhebungen dem Vorstand 
oder einer besonderen Kommission übertragen (Abs. 1). Das zu- 
ständige Organ der Bürgergemeinde ist verpflichtet, die formellen 
und materiellen Einbürgerungsvoraussetzungen zu überprüfen. 
Ausländische Gesuchstellerinnen und Gesuchsteller sind persön- 
lich anzuhören (Abs. 2). Sind die Voraussetzungen nicht erfüllt, ist 
dies der gesuchstellenden Person unter Angabe der Gründe mit- 
zuteilen (Abs. 3; Satz 1).

b) Zum Eignungskriterium der «Vertrautheit» (Art. 3 Abs. 2 
lit. b KBüG) wird in den Richtlinien des Amts für Polizeiwesen u. 
Zivilrecht Graubünden (APZ) auf Seite 5 erläuternd festgehalten, 
dass die Gesuchsteller/Innen zumindest Grundlagenkenntnisse 
über die politische und gesellschaftliche Ordnung haben  müssten. 
Das zwingend notwendige Wissen könne folgenden Broschüren 
entnommen   werden:   «ECHO-Information   zur   Schweiz» sowie
«Der Kanton Graubünden, Staatsbürgerliches Brevier von Leo 
Schmid» (jeweils mit Bestelladresse und Telefonnummern verse- 
hen). Zum Zusatzkriterium der Kenntnis einer Kantonssprache zur 
Verständigung mit den Behörden und der einheimischen  Bevölke-

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rung wurde präzisiert, dass fehlende Schreib- und Lesekenntnisse 
kein Hinderungsgrund für eine Einbürgerung sein dürften. Auch 
seien keine perfekten (mündlichen) Sprachkenntnisse erforderlich. 
Die Gesuchsteller/Innen müssten die Sprache hingegen einiger- 
massen verstehen und sich soweit verständigen können, dass sie 
sich im Alltag selbständig zurechtfinden könnten. Ein Gradmesser 
für die Beurteilung der Sprachkenntnisse sei dabei, ob und wie gut 
sich die gesuchstellenden Personen mit den Befragern/Innen 
unterhalten könnten. – Im Lichte dieser Vorgaben ist hier zu ent- 
scheiden, ob der Entscheid der Vorinstanz rechtens und vertretbar 
war oder infolge Willkür bzw. sogar allfälliger Diskriminierung auf- 
gehoben werden muss.

c) Ausgangspunkt für die Beurteilung dieser Streitsache 
muss die unbestritten korrekt vorgenommene, persönliche Befra- 
gung der heute 48-jährigen Gesuchstellerin am 11.6.2007 vor Ort 
durch zwei Mitglieder des Bürgerrates (Präsident und Aktuar) als 
zuständiges Erhebungs- und Prüfungsorgan für die betreffende 
Gemeinde und die dabei authentisch gewonnenen Erkenntnisse 
der Befragenden sein. Nach deren einhelliger Meinung vermochte 
sich die Gesuchstellerin im Zuge jener persönlichen Befragung 
indes weder über eine vernünftige Integration in der lokalen Dorf- 
gemeinschaft noch über eine gewisse Vertrautheit mit den kom- 
munalen Gebräuchen und Lebensgewohnheiten auszuweisen. Im 
Besonderen fehlte es ihr aber an einer mündlich hinreichenden 
Verständigungs- und Ausdrucksweise in einer der drei Kantons- 
sprachen (deutsch, italienisch oder romanisch) gegenüber den 
Befragenden, was entsprechend im Erhebungsbericht vom 
11.6.2007 unter Ziff. 3.1. a–b und Ziff. 3.2 explizit auch so vermerkt 
wurde (Kreuze: 3 x Nein) und letztlich eben auch zur Nichteinbür- 
gerung der Gesuchstellerin im Zuge der Bürgergemeindever- 
sammlung vom 6.8.2007 führte. An derselben Bürgerversamm- 
lung wurden jedoch auch vier Einbürgerungsgesuche von 
Ausländern gutgeheissen, wobei ein Gesuchsteller von diesen 
ebenfalls aus dem ehemaligen «Ostblock» stammte und sein Fa- 
milienname ebenso mit «-ic» endete (vgl. Vollzugsbericht vom 
14.8.2007 an das APZ). Für das Gericht besteht damit mangels 
gegenteiliger Anhaltspunkte für einen offensichtlichen Willkürakt 
bzw. eine sachlich nicht nachvollziehbare Diskriminierung, eine 
rechtswidrige Benachteiligung oder gar eine systematische Aus- 
grenzung der aus Ex-Jugoslawien stammenden Beschwerdefüh- 
rerin aber kein triftiger Grund, nicht auch auf die Abklärungen und 
Schlussfolgerungen der Vorinstanz abzustellen, wonach elemen-

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tare Voraussetzungen für eine ordentliche Einbürgung – jedenfalls 
bis dato – noch nicht erfüllt worden sind und darum auch kein An- 
spruch auf die Erteilung des fraglichen Gemeindebürgerrechts 
bestehen konnte. Daran ändert selbst die unbestritten lange Auf- 
enthaltsdauer der Gesuchstellerin von beinahe 30 Jahren in der 
Schweiz bzw. ihre baldige Wohnsitznahme (ab 1982) in der betref- 
fenden Ortsgemeinde nichts, kann aus der langen Verweildauer an 
einem bestimmten Ort bzw. Arbeitsplatz doch noch nicht selbstre- 
dend auf eine angemessene Integration in einem anderen Kultur- 
kreis geschlossen werden. Namentlich die unwiderlegt gebliebene 
Feststellung von absolut unzureichenden Sprachkenntnissen an- 
lässlich des persönlichen Vorstellungsgesprächs vom 11.6.2007 
stellt für sich bereits einen gewichtigen Grund dar, um jene Ein- 
bürgerung – bis zur Beseitigung jenes leicht erkennbaren Integra- 
tionsmangels – zurückzustellen; bis z.B. allfällige Missverständ- 
nisse in der Arbeitswelt selbst ausgeräumt sowie der Umgang mit 
den Behörden und der einheimischen Bevölkerung mittels eige- 
ner Sprachkenntnisse sowie unabhängig von Dritten alleine ge- 
meistert werden können. Dieses Erfordernis erscheint dem Gericht 
unerlässlich, da nur so eine gewisse Unabhängigkeit und Selbst- 
ändigkeit der Gesuchstellerin auf Dauer gesichert werden kann, 
was seinerseits erst die eigenverantwortliche Wahrnehmung der 
politischen Bürgerrechte als vollwertiges Gemeindemitglied er- 
möglicht und deshalb grundsätzlich von zentraler Bedeutung für 
solche Einbürgerungsfragen ist. Den Gegenbeweis «von guten bis 
sehr guten Deutschkenntnissen» vermochte die Beschwerdeführe- 
rin nicht zu erbringen, wurden ihre einwandfrei abgefassten 
Schrifteingaben vom 3.12.2007 und 1.9.2006 doch nachweislich 
nicht von ihr selbst, sondern ausschliesslich von der bevoll- 
mächtigten Arbeitgeberin redigiert und mit den nötigen Beilagen 
versehen.

d) Insofern die Beschwerdeführerin eine erneute Prüfung 
durch das Gericht beantragte, übersieht sie die gesetzliche Zu- 
ständigkeitsordnung, wonach es klarerweise die Aufgabe der Ge- 
meindebehörden ist, über den aktuellen Integrationsstand der 
jeweiligen Gesuchsteller die notwendigen Abklärungen zu treffen 
und sodann ihren Entscheid zu fällen. Diese Kompetenz steht dem 
Verwaltungsgericht indessen nicht zu. Sein Ermessen hat sich im 
Beschwerdeverfahren einzig darauf zu beschränken, keine offen- 
sichtlich rechtswidrigen oder willkürlichen Einbürgerungsent- 
scheide zu dulden. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin 
ist der angefochtene Entscheid aber gerade mit keinem derartigen

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Mangel behaftet, weshalb er im Resultat zu schützen ist. In diesem 
Sinne geht das Ermessen der lokalen Einbürgerungsbehörden 
relativ weit, was sich sachlich damit rechtfertigt, dass sie mit den 
örtlichen Gepflogenheiten und Sitten am besten vertraut sind und 
die Rechtsmittelinstanzen (Gerichte) deshalb grundsätzlich nicht 
ihr Ermessen über das pflichtgemäss ausgeübte Ermessen der 
Einbürgerungsinstanzen stellen dürfen. Dem Antrag auf Durch- 
führung eines Parteivortritts vor Schranken konnte darum eben- 
falls nicht gefolgt werden.
U 07 105 Urteil vom 5. Februar 2008