# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9e89a14f-2028-5026-9fc8-9365feae733e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.09.2025 D-4986/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4986-2025_2025-09-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4986/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Jeannine Scherrer-Bänziger, 

mit Zustimmung von Richterin Camilla Mariéthoz Wyssen;   

Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 4. Juni 2025. 

 

 

 

D-4986/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer suchte am 10. Juli 2022 in der Schweiz um Asyl 

nach.  

A.b Am 29. April 2024 hörte das SEM den Beschwerdeführer zu seinen 

Asylgründen an, und am 3. Mai 2024 erfolgte die Zuteilung ins erweiterte 

Verfahren. 

A.c Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer 

geltend, er habe von (…) bis (…) in B._______ gelebt, wo er studiert und 

sich im Rahmen der Studentenvereinigung (…) bei Kulturanlässen sowie 

als Wahlhelfer der (…) engagiert habe. Daneben habe er zusammen mit 

C._______ (N […]) ein Café geführt, welches er dann aber habe schliessen 

müssen, weil C._______ im Visier der Behörden gestanden sei. Im Jahr 

(…) sei er (Beschwerdeführer) aufgrund seiner Teilnahme an einer Kund-

gebung zugunsten eines Abgeordneten der HDP zu einer mehrjährigen 

Haftstrafe verurteilt worden, und zwar namentlich wegen Begehens einer 

Straftat im Namen einer Terrororganisation. Er habe diese Strafe von No-

vember (…) bis Juni (…) absitzen müssen und sei im Gefängnis misshan-

delt worden. Bei seiner Entlassung sei ihm bis zum (…) eine Meldepflicht 

auferlegt worden. Ausserdem hätten die Behörden seine Diplome bezie-

hungsweise Studienabschlüsse für ungültig erklärt. Nach Ablauf der Mel-

depflicht sei er erneut nach B._______ gegangen und habe dort im Mai 

(…) ein Tabakgeschäft eröffnet. Die Polizei habe vermutet, in seinem Ge-

schäft würden (…)-Treffen stattfinden, und habe ihn deshalb behelligt und 

bedroht. Aus diesem Grund habe er das Geschäft im Oktober (…) ge-

schlossen und sei nach D._______ zurückgekehrt. Dort sei er im Novem-

ber (…) bei einer Kontrolle aufgegriffen und zur Leistung des Militärdiens-

tes gezwungen worden. Nach der Entlassung aus dem Militärdienst im Ap-

ril (…) sei er zu seiner Schwester nach E._______ gegangen. Dort sei er 

in der Folge in einen Eigentumsstreit um ein Grundstück verwickelt worden. 

Von den Behörden habe er keine Hilfe erhalten, sondern er sei stattdessen 

als Terrorist beschimpft und überdies von der lokalen Bevölkerung schika-

niert und bedroht worden. Er sei daher nach D._______ zurückgekehrt, 

aber dort bald darauf von Sicherheitskräften angehalten worden, welche 

versucht hätten, ihn als Informanten zu gewinnen, und ihm im Weigerungs-

fall Gefängnis oder Tod angedroht hätten. Aus diesen Gründen sei er er-

neut nach B._______ gegangen und von dort aus am (…) mit einem Last-

wagen aus der Türkei ausgereist. 

D-4986/2025 

Seite 3 

A.d Der Beschwerdeführer reichte im Verlauf des vorinstanzlichen Verfah-

rens folgende Unterlagen zu den Akten (Kopien, soweit nicht anders ver-

merkt): seine türkische Identitätskarte (Original), ein Strafurteil vom (…) so-

wie weitere, mit diesem Verfahren zusammenhängende Dokumente, meh-

rere Fotos, eine Verfügung des Ministeriums für Familie, Arbeit und Sozia-

les vom 27. Februar 2020, drei Studienbestätigungen, eine Mitgliedsbestä-

tigung des (…) vom 16. April 2024, einen digitalen Auszug mit Gesund-

heitseinrichtungen, mehrere Kursbestätigungen, einen Auszug aus dem 

Einwohnerregister sowie einen UYAP-Screenshot vom 17. April 2024. 

B.  

Mit am folgenden Tag eröffneter Verfügung vom 4. Juni 2025 verneinte das 

SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte das Asyl-

gesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den 

Vollzug an.  

C.  

Der Beschwerdeführer focht diesen Entscheid mit Beschwerde vom 7. Juli 

2025 beim Bundesverwaltungsgericht an. Er beantragte, die angefochtene 

Verfügung sei aufzuheben, und es sei die Flüchtlingseigenschaft anzuer-

kennen und ihm Asyl zu gewähren. Eventuell sei festzustellen, dass der 

Vollzug der Wegweisung in die Türkei unzulässig, unzumutbar und unmög-

lich sei, und es sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen. Subeventuell sei 

die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht er-

suchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (inkl. Ver-

zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses) und unentgeltliche Ver-

beiständung.  

Der Beschwerde lag eine Kopie der angefochtenen Verfügung bei. 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 18. Juli 2025 stellte die Instruktionsrichterin 

fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des Verfahrens in der 

Schweiz abwarten. Sie wies die Gesuche um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung und amtliche Verbeiständung infolge Aussichtslosig-

keit der Beschwerdebegehren ab und forderte den Beschwerdeführer auf, 

bis zum 4. August 2025 einen Kostenvorschuss von Fr. 750.– zu leisten. 

E.  

Mit Eingabe vom 22. Juli 2025 reichte der Beschwerdeführer eine Mittello- 

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sigkeits- und Unterstützungsbestätigung vom selben Datum zu den Akten 

und ersuchte um Erlass oder Reduktion des Kostenvorschusses. 

F.  

Der verlangte Kostenvorschuss wurde am 4. August 2025 einbezahlt. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet auf dem Gebiet des Asyls 

in der Regel – so auch hier – endgültig über Beschwerden gegen Verfü-

gungen (Art. 5 VwVG) des SEM (Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. Art. 31–

33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-

rung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde (Art. 105 und 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 52 Abs. 1 

VwVG) ist einzutreten.  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).  

3.  

3.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-

cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungs-

weise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie 

nachstehend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Ur-

teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

3.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

Der subeventualiter gestellte Antrag auf Rückweisung der Sache an die 

Vorinstanz (vgl. Ziff. 4 der Beschwerdeanträge) ist abzuweisen, da er nicht 

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begründet wird und auch von Amtes wegen keine formellen Mängel ersicht-

lich sind, welche eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung rechtferti-

gen könnten. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder ihrer politi-

schen Anschauungen wegen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).  

6.  

6.1 Das SEM führte zur Begründung seines Entscheids aus, die geltend 

gemachte Inhaftierung sowie die ständigen Schikanen, welchen der Be-

schwerdeführer nach der Haftentlassung bis zu seiner Einziehung in den 

Militärdienst ausgesetzt gewesen sei, stellten abgeschlossene Ereignisse 

dar, welche nicht in Zusammenhang mit seiner Ausreise im (…) stünden. 

In Bezug auf den Wehrdienst sei ohnehin anzumerken, dass grundsätzlich 

keine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung vorliege, wenn staatliche 

Massnahmen der Durchsetzung von staatsbürgerlichen Pflichten dienten. 

Die genannten Nachteile seien daher nicht asylrelevant. Soweit der Be-

schwerdeführer geltend mache, er sei nach dem Wehrdienst durch behörd-

liche Schikanen daran gehindert worden, sich eine wirtschaftliche Existenz 

aufzubauen, sei festzustellen, dass die von ihm genannten Vorfälle (Ungül-

tigerklärung seiner Universitätsabschlüsse, Schliessung seiner Geschäfts-

lokale, Verlust eines Grundstücks in E._______) nicht den Schluss zulas-

sen würden, ein Leben in der Türkei sei für ihn gesamt- und dauerhaft un-

zumutbar. Es sei im Gegenteil davon auszugehen, dass er durchaus eine 

Arbeit finden könnte, mit welcher er seinen Lebensunterhalt bestreiten 

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könnte. Diese Vorbringen seien daher ebenfalls nicht asylrelevant. Bei der 

geltend gemachten, mit Drohungen verbundenen Aufforderung zur Spitzel-

tätigkeit handle es sich um eine lokal beschränkte Verfolgungsmass-

nahme, welcher sich der Beschwerdeführer durch einen Wegzug hätte ent-

ziehen können. Insbesondere wäre es ihm zuzumuten gewesen, in 

B._______ zu bleiben, wo er bereits früher gelebt habe. Demnach sei er 

nicht auf den Schutz der Schweiz angewiesen, und auch dieses Vorbringen 

sei nicht asylrelevant.  

6.2 Der Beschwerdeführer entgegnet in seiner Beschwerdeschrift, er sei in 

der Türkei durch verschiedene Behörden systematisch unterdrückt wor-

den. Es seien nicht lokale Vorfälle gewesen, sondern eine landesweite, ge-

plante und kontinuierliche Verfolgung durch unterschiedliche staatliche 

Kräfte. Auch seine Familie sei Repressionen ausgesetzt gewesen. Als er 

die Forderung, als Spitzel tätig zu sein, abgelehnt habe, sei ihm mit Ermor-

dung und Schädigung seiner Familie gedroht worden. Seine frühere Verur-

teilung und die aufgeschobene Strafe seien dabei als Druckmittel verwen-

det worden. Aufgrund der Verurteilung sei er als Landesverräter betrachtet 

worden. Der Grund für seine Ausreise im (…) sei diese Verurteilung und 

die darauffolgende Kette von Ereignissen. Er verfüge deswegen in der Tür-

kei weder in rechtlicher noch in physischer Hinsicht über irgendeine Sicher-

heit. Es sei gesetzeswidrig, dass seine Strafakte nicht als Asylgrund aner-

kannt werde. Den Wehrdienst betreffend sei darauf hinzuweisen, dass er 

diesen nicht freiwillig, sondern unter Zwang geleistet habe. Es habe sich 

um eine gezielte staatliche Massnahme mit politischem Hintergrund ge-

handelt. Der Wehrdienst sei lediglich ein Teil des Gesamtszenarios gewe-

sen. Die erlittenen Personenkontrollen seien ferner keineswegs im übli-

chen Rahmen erfolgt; es habe sich vielmehr um gezielt gegen ihn gerich-

tete, systematische Massnahmen gehandelt. Die Repressionen hätten sich 

zudem auch noch nach Abschluss des Wehrdienstes und bis zur Ausreise 

fortgesetzt. Was das SEM als «wirtschaftliche Schwierigkeiten» bezeichne, 

sei in Wirklichkeit eine systematische, staatlich organisierte Ausgrenzung 

und politische Verfolgung. In drei verschiedenen Regionen der Türkei sei 

ihm jede Möglichkeit genommen worden, einer Arbeit nachzugehen, was 

ihn an den Rand eines Suizids getrieben habe. Aufgrund seines Vorstra-

fenregisters und seiner politischen Einstufung würde er auch im privaten 

Sektor keine Anstellung erhalten. Dies komme einer Auslöschung seiner 

wirtschaftlichen Existenz gleich und sei als politische Verfolgung zu werten. 

Es treffe nicht zu, dass er sich der Verfolgung durch einen Umzug in eine 

andere Landesregion hätte entziehen können. Der Staat könne seinen Auf-

enthaltsort überall problemlos feststellen. In jeder Stadt, in der er sich in 

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der Vergangenheit aufgehalten habe, sei der Druck systematisch fortge-

setzt worden, insbesondere auch in B._______. Die Bedrohung sei nicht 

von einzelnen Personen ausgegangen, sondern vom Staat. Er stehe nach 

wie vor im Visier der Behörden. Nach seiner Ausreise hätten Sicherheits-

kräfte seine Angehörigen aufgesucht und nach ihm gefragt. Es gebe in der 

gesamten Türkei keinen sicheren Ort für ihn. Sein Studienfreund und ehe-

maliger Geschäftspartner C._______ habe in seinem Asylverfahren ihre 

gemeinsame Geschichte dargelegt und in der Schweiz Asyl erhalten. In 

seinem (des Beschwerdeführers) Fall sei daher gleich zu verfahren. Er 

habe zwei Freunde, die durch staatliche Sicherheitskräfte getötet worden 

seien. Der Kontakt zu diesen Personen erhöhe sein Risiko, bei einer Rück-

kehr in die Türkei erneut ins Visier der Behörden zu geraten.  

7.  

7.1 Den Akten zufolge hat der Beschwerdeführer die ihm mit dem Strafur-

teil aus dem Jahr (…) auferlegte Haftstrafe vollständig verbüsst (Inhaftie-

rung vom November […] bis Juni […]), und sowohl die Meldepflicht als 

auch die fünfjährige Bewährungsfrist für die Zusatzstrafe (vgl. dazu A21 

F89 sowie die Bemerkungen in der Beschwerde) sind inzwischen abgelau-

fen. Es ist daher weder in zeitlicher noch in sachlicher Hinsicht ein Zusam-

menhang zwischen dieser Verurteilung und der Ausreise im (…) ersichtlich. 

Die Einziehung zum Militärdienst, die Behelligungen durch die Polizei in 

Istanbul und die Probleme in E._______ waren offensichtlich ebenfalls 

nicht ausreisebegründend. Im Übrigen stellt die allgemeine Militärdienst-

pflicht per se ohnehin keinen Asylgrund dar, da Staaten berechtigt sind, 

ihre Bürger zum Wehrdienst zu verpflichten. Die geschilderten Behelligun-

gen durch die Polizei in B._______ und die geltend gemachten Vorfälle in 

E._______ können zudem nicht als ernsthafte Nachteile im Sinne von 

Art. 3 Abs. 2 AsylG qualifiziert werden. Diese Vorbringen sind daher alle-

samt nicht asylrelevant.  

7.2 Als ausreisebegründenden Vorfall nannte der Beschwerdeführer die 

mit Drohungen verbundene Aufforderung zur Informantentätigkeit, welche 

sich seinen Angaben zufolge vor seinem Weggang nach B._______ (un-

gefähr Ende Mai […]; vgl. A21 F24) und der darauffolgenden Ausreise im 

(…) ereignet habe, und der damit verbundene psychische Druck. Aufgrund 

der Aktenlage ist indes davon auszugehen, dass es sich dabei um einen 

spontanen Einschüchterungsversuch durch lokale Sicherheitskräfte ohne 

offiziellen Auftrag gehandelt hat, zumal diese Personen dem Beschwerde-

führer offenbar nahegelegt haben, niemandem von diesem Gespräch zu 

erzählen (vgl. A21 F86). Es bestehen zudem keinerlei Indizien dafür, dass 

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diese Personen ihre Drohungen tatsächlich wahr gemacht hätten bezie-

hungsweise zukünftig wahr machen würden. Im Übrigen hat sich der Be-

schwerdeführer offenbar vor der Ausreise aus der Türkei rund einen Monat 

lang in B._______ aufgehalten und war dort keinen aktenkundigen Verfol-

gungshandlungen ausgesetzt (vgl. dazu auch Ziff. 1.4 der Beschwerde). 

Demnach ist sowohl das Vorliegen eines unerträglichen psychischen 

Drucks als auch eine konkrete und ernsthafte Bedrohungslage im Ausrei-

sezeitpunkt zu verneinen.  

7.3 Insgesamt ist nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im 

Ausreisezeitpunkt im Visier der türkischen Behörden stand, zumal auch 

keine hängigen Verfahren aktenkundig sind (vgl. A21 F91) und ihm offen-

bar einige Monate vor der Ausreise ohne weiteres ein Reisepass ausge-

stellt worden war (vgl. A21 F72 ff.). Es besteht somit im heutigen Zeitpunkt 

keine begründete Befürchtung, dass der Beschwerdeführer bei einer Rück-

kehr in die Türkei mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit Opfer von flüchtlings-

rechtlich relevanten Verfolgungsmassnahmen werden wird. An dieser Ein-

schätzung vermag auch die angebliche Tötung zweier seiner Freunde 

nichts zu ändern.  

7.4 Schliesslich kann der Beschwerdeführer auch aus dem Umstand, dass 

seinem Freund C._______ (vgl. N […]; dessen Akten vom Bundesverwal-

tungsgericht beigezogen worden sind) Asyl gewährt wurde, nichts zu sei-

nen Gunsten ableiten, da dessen Verfolgungsvorbringen, welche stets in-

dividuell zu beurteilen sind, nicht deckungsgleich sind mit denjenigen des 

Beschwerdeführers. 

7.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorbringen des Be-

schwerdeführers nicht geeignet sind, die Flüchtlingseigenschaft zu begrün-

den. Die Vorinstanz hat somit zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint 

und das Asylgesuch abgelehnt. 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 

(Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

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Seite 9 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).  

In Bezug auf die Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge-

mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Be-

weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu 

beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

9.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-

mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-

handlung unterworfen werden. 

9.2.2 Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine flüchtlings-

rechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, 

findet der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im 

vorliegenden Verfahren keine Anwendung. Eine Rückkehr in den Heimat-

staat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann 

ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus 

den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in 

die Türkei dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit – im Sinne eines «real 

risk» (vgl. dazu das Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 

2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.) – einer nach Art. 3 

EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt 

wäre. Auch wenn sich die allgemeine Menschenrechtssituation in der 

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Seite 10 

Türkei in den letzten Jahren (namentlich seit dem Putschversuch im Jahr 

2016) verschlechtert hat, lässt sie den Wegweisungsvollzug im heutigen 

Zeitpunkt ebenfalls nicht als unzulässig erscheinen. 

9.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren.  

9.3.1 In der Türkei herrscht keine Situation allgemeiner Gewalt (vgl. Refe-

renzurteil des BVGer E-4103/2024 vom 8. November 2024 E. 13.2; Urteil 

des BVGer D-3131/2021 vom 29. Januar 2025 E. 9.4.2). Der Vollzug der 

Wegweisung des Beschwerdeführers in die Türkei ist daher als generell 

zumutbar zu erachten. 

9.3.2 Es sind auch keine individuellen Gründe ersichtlich, welche einem 

Vollzug der Wegweisung entgegenstehen könnten. Der heute (…) Jahre 

alte Beschwerdeführer ist eigenen Angaben zufolge gesund, hat ein Stu-

dium im Bereich (…) abgeschlossen und Arbeitserfahrung im Gastge-

werbe, Verkauf und in der Landwirtschaft. Zwar ist nicht auszuschliessen, 

dass er infolge seiner Verurteilung im Jahr (…) und der Aberkennung sei-

nes Mastertitels Mühe haben wird, im öffentlichen Sektor eine Anstellung 

zu finden. Eine Anstellung im privaten Sektor zu finden ist ihm dagegen 

ohne weiteres zuzumuten, insbesondere in einer Grossstadt wie Istanbul. 

Es ist daher nicht davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr in die 

Türkei aus wirtschaftlichen, sozialen oder gesundheitlichen Gründen in 

eine existenzielle Notlage geraten würde, zumal er in der Türkei über meh-

rere Familienangehörige (namentlich die Eltern sowie sechs verheiratete 

Schwestern) sowie Freunde verfügt, die er bei Bedarf um Unterstützung 

bitten könnte.  

9.3.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung als 

zumutbar. 

9.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12 S. 513–515), weshalb der Vollzug der Wegweisung 

auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

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Seite 11 

9.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz den Wegwei-

sungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat. 

Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt damit ausser Betracht 

(Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. 

11.  

11.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Dieser Betrag ist durch den am 4. August 2025 in 

gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. 

11.2 Das Gesuch um Erlass oder Reduzierung des erhobenen Kostenvor-

schusses ist angesichts dessen, dass der Kostenvorschuss am 4. August 

2025 fristgerecht, vorbehaltlos und in voller Höhe einbezahlt wurde, als ge-

genstandslos zu erachten. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Begleichung 

der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Jeannine Scherrer-Bänziger Anna Dürmüller Leibundgut 

 

 

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