# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9ba2977d-388e-5fd4-bea3-d100a0cf2616
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.10.2011 E-1002/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1002-2011_2011-10-11.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­1002/2011

U r t e i l   v om   1 1 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Kurt Gysi,
mit Zustimmung von Richter Walter Stöckli;  
Gerichtsschreiberin Barbara Balmelli.

Parteien A._______, geboren (…),
und dessen Ehefrau
B._______, geboren (…),
und deren gemeinsame Kinder
C._______, geboren (…),
D._______, geboren (…),
Kolumbien, 
p.A. Schweizerische Botschaft Bogotá, Kolumbien,  
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Einreisebewilligung und Asylgesuch aus dem Ausland;
Verfügung des BFM vom 14. Dezember 2010 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Die Beschwerdeführenden suchten mit Eingabe vom 18. Januar 2009 an 
die Schweizerische Botschaft in Bogotá um Asyl in der Schweiz nach. 

B. 
Mit  Schreiben  vom  7.  September  2009  forderte  die  Botschaft  die 
Beschwerdeführenden  auf,  verschiedene  Fragen  zu  beantworten  und 
allfällige Beweismittel einzureichen beziehungsweise zu bezeichnen. 

C. 
Am  8.  September  2009  reichten  die  Beschwerdeführenden  –  jeweils  in 
Kopie – zahlreiche Beweismittel zu den Akten.

D. 
Mit  Schreiben  vom  29.  September  2009  überwies  die  Schweizerische 
Botschaft die eingereichten Akten an das BFM zur weiteren Bearbeitung 
und  zum  Entscheid.  Im  Begleitschreiben  führte  die  Vertretung  aus,  die 
Beschwerdeführenden würden  durch  die FARC  verfolgt.  Es  handle  sich 
bei  ihnen  nicht  um  national  bekannte  Persönlichkeiten.  Die 
Beschwerdeführenden hätten den Wohnort gewechselt. Sie hätten keine 
Beziehung  zur  Schweiz  und  würden  keine  schweizerische 
Landessprache sprechen. 

E. 
Mit  Eingaben  vom  17.  Februar  2010,  31.  März  2010  und  5.  Mai  2010 
gaben die Beschwerdeführenden zusätzliche Informationen und – jeweils 
in Kopie – weitere Beweismittel zu den Akten.

F. 
Aufgrund  der  Eingaben  und  der  Beweismittel  ergibt  sich  folgender 
Sachverhalt: Die Beschwerdeführenden  lebten auf der Finca E._______ 
(Departement  F._______).  Vor  über  zehn  Jahren  hatte  der 
Beschwerdeführer  Schwierigkeiten mit  der  Guerillagruppierung  ELN.  Im 
Jahre  2009  wurde  dem  Beschwerdeführer  von  der  41.  Front  der 
Guerillagruppierung FARC vorgeworfen, ein  Informant der Regierung zu 
sein.  In  diesem  Zusammenhang  wurde  der  Beschwerdeführer  bedroht 
sowie  misshandelt  und  die  Beschwerdeführerin  so  stark  geschlagen, 
dass  sie  eine  Fehlgeburt  erlitt.  Diese  Vorkommnisse  meldeten  die 
Beschwerdeführenden bei der Polizei, der Personería und der Fiscalía. In 
der Folge verliessen sie die Finca und begaben sich nach G._______ und 

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von  dort  nach  H._______  (Departement  I._______).  Nachdem  sie 
Drohanrufe  von  der  41.  Front  der  FARC  und  der  ELN  erhalten  hatten, 
kehrten die Beschwerdeführenden nach G._______ zurück. 

G. 
Mit  Schreiben  vom  31.  Mai  2010  teilte  das  BFM  den 
Beschwerdeführenden  mit,  es  erachte  den  entscheidwesentlichen 
Sachverhalt aufgrund der schriftlichen Begründung der Asylgesuche und 
der  ausführlichen Dokumentation  als  vollständig  erstellt.  Eine  Anhörung 
auf  der  Botschaft  erweise  sich  deshalb  nicht  als  notwendig.  Unter 
Berücksichtigung  der  Akten,  der  zu  beachtenden  Aspekte  und  des  ihm 
zustehenden  weiten  Ermessenspielraums  erwäge  es,  die  Asylgesuche 
abzulehnen und die Einreise in die Schweiz zu verweigern. Insbesondere 
erachte  es  vorliegend  die  Möglichkeit  einer  anderweitigen  Schutzsuche 
als gegeben. Zur Einreichung einer Stellungnahme setzte das BFM den 
Beschwerdeführenden Frist.  Innert der angesetzten Frist  liessen sie sich 
nicht vernehmen.

H. 
Mit  Verfügung  vom  14.  Dezember  2010  verweigerte  das  BFM  den 
Beschwerdeführenden  die  Einreise  in  die  Schweiz  und  lehnte  die 
Asylgesuche  ab.  Am  28.  Dezember  2010  wurde  die  Verfügung  den 
Beschwerdeführenden eröffnet.

I. 
Mit  Eingabe  vom  27.  Januar  2011  an  die  Schweizerische  Botschaft 
(Eingang:  31.  Januar  2011)  zuhanden  des  Bundesverwaltungsgerichts 
beantragen  die  Beschwerdeführenden  sinngemäss  die  Aufhebung  der 
vor­instanzlichen Verfügung. Die Beschwerde ging am 11. Februar 2011 
beim Gericht ein.

J. 
Am  22.  Februar  2011  bestätigte  die  damals  zuständige 
Instruktionsrichterin  den  Beschwerdeführenden  den  Eingang  der 
Beschwerde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 

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(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 
Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

2. 
Die  Beschwerdeführenden  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen,  sind  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt,  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  und  sind  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde  legitimiert.  Auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte 
Beschwerde  ist  somit  einzutreten  (Art. 108  AsylG  sowie  Art.  105  AsylG 
i.V.m. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG).

3. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

4. 
4.1.  Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in 
einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters 
beziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e 
AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine 
solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen 
ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

4.2.  Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet.

5. 

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5.1. Gemäss  Art.  19  AsylG  kann  ein  Asylgesuch  im  Ausland  bei  einer 
schweizerischen Vertretung gestellt werden, welche es mit einem Bericht 
an das Bundesamt überweist  (Art. 20 Abs. 1AsylG). Die schweizerische 
Vertretung  führt  mit  der  asylsuchenden  Person  in  der  Regel  eine 
Befragung  durch  (Art.  10 Abs.  1  der Asylverordnung  1  vom 11.  August 
1999  über  Verfahrensfragen  [AsylV  1,  SR142.311]).  Ist  dies  nicht 
möglich,  so  wird  die  asylsuchende  Person  von  der  Vertretung 
aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 
1). 

5.2.  Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie 
zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen 
(Art. 3 AsylG).

5.3. Das BFM kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn 
die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen oder ihr die 
Aufnahme  in  einem Drittstaat  zugemutet  werden  kann.  Vorbringen  sind 
glaubhaft  gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit 
überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind 
insbesondere  Vorbringen,  die  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig 
begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht 
entsprechen  oder  massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte 
Beweismittel  abgestützt  werden  (vgl.  Art.  3,  Art.  7  und  Art.  52  Abs.  2 
AsylG).

5.4.  Gemäss  Art.  20  Abs.  2  AsylG  bewilligt  das  BFM  einem 
Asylsuchenden die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihm 
nicht  zugemutet  werden  kann,  im  Wohnsitz­  oder  Aufenthaltsstaat  zu 
bleiben oder in ein anderes Land auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 
AsylG  kann das Eidgenössische  Justiz­  und Polizeidepartement  (EJPD) 
schweizerische  Vertretungen  ermächtigen,  einem  Asylsuchenden  die 
Einreise  zu  bewilligen,  der  glaubhaft  macht,  dass  eine  unmittelbare 

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Gefahr  für  Leib  und Leben oder  für  die Freiheit  aus  einem Grund nach 
Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe.

5.5.  Bei  diesem  Entscheid  gelten  restriktive  Voraussetzungen  für  die 
Erteilung  einer  Einreisebewilligung,  wobei  den  Behörden  ein  weiter 
Ermessensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im 
Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, 
die  Möglichkeit  der  Schutzgewährung  durch  einen  anderen  Staat,  die 
Beziehungsnähe  zu  anderen  Staaten,  die  praktische  Möglichkeit  und 
objektive  Zumutbarkeit  zur  anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die 
voraussichtlichen  Eingliederungs­  und  Assimilationsmöglichkeiten  in 
Betracht  zu  ziehen  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2.e.­ g. 
S.  131  ff.;  die  dort  akzentuierte  Praxis  hat  nach  bloss  redaktionellen 
Änderungen bei der  letzten Totalrevision des Asylgesetzes nach wie vor 
Gültigkeit).

6. 
6.1.  In  der  angefochtenen  Verfügung  wird  ausgeführt,  die 
Beschwerdeführenden würden geltend machen, von FARC und der ELN 
bedroht  zu  werden.  Dazu  sei  festzustellen,  dass  der  kolumbianische 
Staat  grundsätzlich  über  eine  funktionierende  und  effiziente 
Schutzinfrastruktur,  insbesondere  über  einen  funktionierenden 
Polizeiapparat sowie über ein Rechts­ und Justizsystem verfüge. Da der 
kolumbianische  Staat  die  Aktivitäten  der  Guerilla  im  Rahmen  des 
Möglichen  bekämpfe,  könne  die  Schutzwilligkeit  als  gegeben  erachtet 
werden.  Sodann  gelinge  es  keinem  Staat,  die  absolute  Sicherheit  aller 
seiner  Bürger  jederzeit  und  überall  zu  garantieren.  Bei  dem  geltend 
gemachten  Vorfall  vom  25.  Juli  2009  handle  es  sich  zweifellos  um  ein 
tragisches Ereignis.  Indes handle es sich bei den Beschwerdeführenden 
nicht  um  landesweit  bekannte  Persönlichkeiten.  Es  sei  deshalb  nicht 
anzunehmen,  dass  sie  von  den  Verfolgern  an  jedem  beliebigen  Ort  in 
Kolumbien ausfindig gemacht werden könnten. Zwar würden sie geltend 
machen,  sich  bereits  nach  G._______  und  anschliessend  nach 
H._______  begeben  zu  haben  und  auch  dort  bedroht  worden  zu  sein. 
Trotzdem  sei  davon  auszugehen,  dass  für  die  Beschwerdeführenden 
durchaus  eine  innerstaatliche  Fluchtalternative  bestehe  und  sie  sich  in 
einer  anderen  Region  innerhalb  von  Kolumbien,  wo  sie  nicht  bekannt 
seien,  den  Übergriffen  seitens  der  Guerilla  entziehen  könnten.  Es  sei 
ihnen daher zumutbar, sich in eine andere Region innerhalb Kolumbiens 

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zu  begeben.  Demzufolge  bedürften  sie  keines  Schutzes  durch  die 
Schweiz. 

Weiter  führt die Vorinstanz aus, die Asylgesuche könnten auch gestützt 
auf  Art.  52  Abs.  2  AsylG  abgelehnt  werden.  Gemäss  diesem  Artikel 
könne  ein  Asylgesuch  eines  sich  im  Ausland  befindenden  Ausländers 
abgelehnt  werden,  wenn  ihm  zugemutet  werden  könne,  sich  in  einem 
anderen Staat um Aufnahme zu bemühen. Dabei sei das Vorhandensein 
enger Bindungen zur Schweiz eines der wesentlichen Kriterien, welches 
zur Erteilung  einer Einreisebewilligung  führe. Die Beschwerdeführenden 
machten  keine  besonders  nahen  Beziehungen  zur  Schweiz  geltend. 
Unter diesen Umständen sei es ihnen zuzumuten, in einem anderen Land 
um  Asylgewährung  nachzusuchen,  beispielsweise  in  einem  der 
Nachbarstaaten von Kolumbien. Die meisten Staaten Südamerikas hätten 
das  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der 
Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30)  ratifiziert  und  würden  sich  gemäss  den 
Erkenntnissen  des  BFM  an  die  damit  verbundenen  Verpflichtungen 
halten.  So  seien  beispielsweise  die  Nachbarstaaten  Brasilien,  Ecuador, 
Panama  und  Peru  Vertragsparteien  sowohl  der  FK  als  auch  des 
betreffenden  Zusatzprotokolls  vom  31.  Januar  1967;  Venezuela 
seinerseits  habe  das  Abkommen  selbst  nicht  ratifiziert,  indes  das 
Protokoll. Diese  Länder würden  über  ein  eigenes,  gesetzlich  geregeltes 
Verfahren  zur  Anerkennung  von  Flüchtlingen  verfügen.  Namentlich 
Argentinien und Brasilien würden über ein im Allgemeinen formelles und 
gesichertes Asylverfahren verfügen. Zudem hielten sie sich gemäss den 
Erkenntnissen  des  BFM  grundsätzlich  an  das  Gebot  des  Non­
Refoulement  von  Art.  33  FK,  auch  wenn  als  Einschränkung  habe 
festgestellt  werden  müssen,  dass  es  in  den  Grenzgebieten – 
insbesondere  denjenigen  zu  Panama  und  Venezuela  –  in  den  letzten 
Jahren  zu  unkontrollierten  Rückschiebungen  durch  die  Grenzbehörden 
gekommen sei. Für die praktische Möglichkeit und die Zumutbarkeit der 
anderweitigen  Schutzsuche  spreche  im  weiteren  die  Möglichkeit  der 
visumsfreien Einreise in sämtliche umliegende Länder Kolumbiens sowie 
der  Umstand,  dass  jährlich  mehrere  tausend  kolumbianische 
Staatsangehörige  in den Nachbarländern – namentlich  in Ecuador – um 
Asyl ersuchen und dort zu einem beträchtlichen Teil auch als Flüchtlinge 
anerkannt  würden.  Diese  Staaten  würden  überdies  aus  geografischen, 
sprachlichen  und  kulturellen  Gründen  als  offensichtlich  näherliegend 
erscheinen. Hinzu komme, dass das UNHCR  in diesen Ländern vor Ort 
sei  und  während  der  ersten  Monaten  wirtschaftliche  Unterstützung  an 

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Asylsuchende  und  Flüchtlinge  gewähre.  Den  Beschwerdeführenden  sei 
es somit zumutbar, sich in einem anderen Staat um Schutz zu bemühen.

6.2.  In der Rechtsmitteleingabe machen die Beschwerdeführenden unter 
Beilage  zahlreicher Beweismittel  (jeweils  in Kopie)  sinngemäss  geltend, 
das BFM habe  ihnen  zu Unrecht  die Einreise  nicht  bewilligt  und  sie  zu 
Unrecht  nicht  als  Flüchtlinge  anerkannt.  Sie  hätten  keine  Sicherheit  in 
Kolumbien, der Staat könne sie nicht schützen

6.3.  Zunächst  ist  festzuhalten,  dass  sowohl  das  BFM  als  auch  das 
Bundesverwaltungsgericht  nicht  in  Abrede  stellen,  dass  die 
Beschwerdeführenden  seitens  der  FARC  bedroht  wurden  und  in  der 
Vergangenheit Schlimmes erlebt  haben.  Indes gelangt  das Gericht  zum 
Schluss, dass die Vorinstanz  in der angefochtenen Verfügung einerseits 
zutreffend festgestellt hat, den Beschwerdeführenden würde eine valable 
innerstaatliche  Fluchtalternative  offenstehen,  weshalb  sie  nicht  auf  den 
Schutz  der  Schweiz  angewiesen  seien.  Andererseits  hat  es  ausführlich 
dargelegt, dass es den Beschwerdeführenden zumutbar und möglich ist, 
sich  in  einem  der Nachbarstaaten  Kolumbiens  um Schutz  vor  allfälliger 
Verfolgung  zu  bemühen.  An  diesen  Feststellungen  vermögen  die 
Beschwerdeführenden mit den Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe 
nichts zu ändern. Insbesondere legen sie nicht substantiiert dar, inwiefern 
sie einen Bezug zur Schweiz haben und inwiefern ihnen eine Ausreise in 
einen der Nachbarstaaten Kolumbiens nicht zumutbar sein soll. Demnach 
ist mit der Vorinstanz zu schliessen, dass es den Beschwerdeführenden 
zuzumuten  ist,  in  einem  anderen  Land  als  der  Schweiz  um 
Asylgewährung  nachzusuchen.  Um  diesbezüglich  Wiederholungen  zu 
vermeiden, kann vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen  in der 
angefochtenen Verfügung verwiesen werden.

6.4. Zusammenfassend  ist  festzustellen, dass die Beschwerdeführenden 
weder  schutzbedürftig  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  sind,  noch  die 
Anforderungen an eine Aufnahme in der Schweiz gemäss Art. 52 Abs. 2 
AsylG  erfüllt  sind.  An  diesem  Schluss  vermögen  auch  die  lediglich  in 
Kopie  eingereichten  Beweismittel  nichts  zu  ändern.  Das  BFM  hat  den 
Beschwerdeführenden  demnach  zur  Recht  die  Einreise  in  die  Schweiz 
nicht bewilligt und die Asylgesuche abgelehnt.

7. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 

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vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106AsylG).  Die 
Beschwerde ist daher abzuweisen.

8. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich den 
Beschwerdeführerenden  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1VwVG).  Aus 
verwaltungsökonomischen  Gründen  sowie  in  Anwendung  von  Art.  63 
Abs.  1  in  fine VwVG und Art.  2  und  6 Bst.  b  des Reglements  vom 21. 
Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  ist  vorliegend  auf  die 
Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
Schweizerische Botschaft in Bogotá.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Kurt Gysi Barbara Balmelli

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