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**Case Identifier:** 2477ab27-27b7-581c-b495-42a4e4584081
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-23
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 23.11.2023 720 23 147 / 265 (720 2023 147 / 265)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-23-147---265_2023-11-23.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 23. November 2023 (720 23 147 / 265) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Tragweite des Untersuchungsgrundsatzes im sozialversicherungsrechtlichen Verwal-

tungsverfahren / Die Abklärung der Fragen, welche gesundheitlichen Beeinträchtigungen 

vorliegen und wie sich diese auf die Arbeitsfähigkeit auswirken, gehört im Zusammen-

hang mit der Prüfung eines Rentenanspruchs zu den wesentlichen Elementen der Unter-

suchungspflicht  

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons-

richter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Markus Schäfer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Sandra Waldhauser, 
Advokatin, St. Jakobs-Strasse 14, Postfach, 4002 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  
 
 
 
A. Die 1972 geborene A.____ war bis Ende 2017 als Senior Manager bei der B.____ AG 
angestellt. Mit Gesuch vom 10. Dezember 2020 meldete sie sich unter Hinweis auf ein POTS 
(Posturales Orthostatisches Tachykardie-Syndrom) bei der Eidgenössischen Invalidenversiche-

 

 
 
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rung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Die IV-Stelle klärte die gesundheitlichen und erwerbli-
chen Verhältnisse der Versicherten ab, insbesondere holte sie bei der Ärztlichen Begutach-
tungsinstitut GmbH (ABI) ein polydisziplinäres Gutachten ein. Nach dessen Eingang lehnte die 
IV-Stelle - nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren - mit Verfügung vom 18. April 2023 ei-
nen Rentenanspruch von A.____ ab. Zur Begründung machte sie geltend, der Regionale Ärztli-
che Dienst (RAD) habe der Versicherten zwar wegen der im ABI-Gutachten erhobenen Diagno-
sen eines POTS und eines chronischen myogelotisch bedingten zervikoskapulären 
Schmerzsyndroms aufgrund eines vermehrten Pausenbedarfs eine 20 %-ige Arbeitsunfähigkeit 
zugestanden. Diese aus medizinsicher Sicht attestierte Arbeitsunfähigkeit sei rechtlich aber 
nicht relevant, da sie sich in Anbetracht des hohen Aktivitätsniveaus der Versicherten im Rah-
men einer Standardindikatorenprüfung nicht halten lasse. Den genannten Diagnosen komme 
daher keine invalidisierende Wirkung zu und die attestierte Arbeitsunfähigkeit sei vorliegend 
nicht zu berücksichtigen.  
 
B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokatin Sandra Waldhauser, 
am 24. Mai 2023 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kan-
tonsgericht). Darin beantragte sie, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei 
ihr eine ganze IV-Rente zuzusprechen, wobei festzustellen sei, dass der Eintritt der relevanten 
Arbeitsunfähigkeit am 6. November 2017 erfolgt sei. Eventualiter sei das Verfahren an die IV-
Stelle zurückzuweisen, damit diese ein Obergutachten beim spezialisierten POTS-Experten 
Prof. Dr. med. C.____, Neurologie FMH, einhole und anschliessend über den Anspruch auf eine 
IV-Rente neu verfüge; unter o/e-Kostenfolge. 
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 24. Juli 2023 beantragt die IV-Stelle die Abweisung der 
Beschwerde, wobei sie ihren Ausführungen eine Beurteilung der RAD-Ärztin D.____, Fachärztin 
für Allgemeinmedizin (D), vom 26. Juni 2023 beilegte. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht 
erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 24. Mai 2023 ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Ände-
rung des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Auf alle Rentenansprüche, die ab 
dem 1. Januar 2022 entstehen, finden grundsätzlich die Bestimmungen des IVG und der Ver-

 

 
 
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ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie diejenigen des Bun-
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 
2000 in der ab 1. Januar 2022 gültigen Fassung Anwendung (Kreisschreiben über Invalidität 
und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 9100). Vorliegend 
erging die angefochtene Verfügung erst nach dem 1. Januar 2022, zur Diskussion steht jedoch, 
ob davor ein Rentenanspruch entstanden ist. Insoweit beurteilt sich die Streitigkeit nach den bis 
zum 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassungen des IVG, der IVV und des ATSG (Urteil 
des Bundesgerichts vom 13. November 2023, 8C_309/2023, E. 2.1 mit Hinweis). Die betreffen-
den Bestimmungen werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und 
angewendet. 
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
2.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im 
bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer 
wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt 
(Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburts-
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver-
stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 
nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 
berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt ab-
gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom-

 

 
 
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mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozent-
vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 
 
3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren ist vom Untersuchungsgrund-
satz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG). Danach hat der Versicherungsträger von Amtes wegen 
für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen 
(BGE 144 V 427 E. 3.2). Rechtserheblich sind dabei alle Tatsachen, von deren Vorliegen es 
abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist (Urteil des Bun-
desgerichts vom 25. Juni 2021, 9C_146/2021, E. 3.4 mit Hinweis). Die Untersuchungspflicht 
dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsa-
chen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 26. Oktober 2021, 
8C_288/2021, E. 3.2.2 mit Hinweis). Im Zusammenhang mit der Prüfung eines Rentenan-
spruchs gehört die Abklärung der Fragen, welche gesundheitlichen Beeinträchtigungen vorlie-
gen und wie sich diese auf die Arbeitsfähigkeit auswirken, zu den wesentlichen Elementen der 
Untersuchungspflicht (vgl. UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2020, 
Art. 43 N 22 und N 24).  
 
3.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 
noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2, 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
3.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an-
deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 
143 V 124 E. 2.2.2). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entschei-
dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abge-
geben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 
der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des 
Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 
3.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 

 

 
 
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und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge-
holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach-
tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Er-
örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-
pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 
 
4.1 Die IV-Stelle holte im Rahmen der Abklärung des medizinischen Sachverhalts das ABI-
Gutachten vom 7. September 2022 ein, das Abklärungen in den Bereichen Allgemeine Innere 
Medizin, Rheumatologie, Neurologie, Kardiologie und Psychiatrie umfasst.  
 
4.1.1 Im Abschnitt "Gesamtmedizinische Beurteilung" des Gutachtens führt das involvierte 
Ärzteteam aus, dass bei der allgemein-internistischen Untersuchung keine Diagnose habe ge-
stellt werden können, aus allgemein-internistischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit der Explorandin 
nicht eingeschränkt. Bei der psychiatrischen Untersuchung hätten keine Hinweise auf eine af-
fektive Erkrankung bestanden. Es habe ein unauffälliger psychischer Befund vorgelegen und 
keine psychiatrische Diagnose gestellt werden können. Aus psychiatrischer Sicht sei die Ar-
beitsfähigkeit nicht eingeschränkt. Bei der rheumatologischen Untersuchung habe eine seg-
mental völlig normale Bewegungsfähigkeit der Lenden-, Brust- und Halswirbelsäule bestanden, 
ohne objektivierbare Dysfunktionen oder eine Hypermobilität. Der periphere Gelenkstatus an 
den oberen Extremitäten sei grundsätzlich bis auf eine leichte Überstreckbarkeit beider Ellbo-
gengelenke und eine leichte Laxizität am Radiokarpalgelenk verbunden mit einer betonten Hy-
perextensionsfähigkeit des Kleinfingers unauffällig. Es habe eine gewisse Hypermobilität be-
standen. An den unteren Extremitäten habe ein normaler Status der Hüft-, Knie-, Sprung- und 
Vorfussgelenke vorgelegen; an den Knien habe sich eine diskrete Hyperextension von 5° ge-
zeigt. Für die Explorandin seien aus rheumatologischer Sicht leichte, adaptierte Tätigkeiten ge-
eignet, was auch dem Profil ihrer angestammten Tätigkeit entspreche. Bei der neurologischen 
Untersuchung habe der Facharzt gestützt auf die Akten und die anamnestischen Angaben der 
Explorandin die Diagnose eines POTS gestellt und aufgrund dieses POTS eine Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit als möglich erachtet. Bei der kardiologischen Untersuchung seien eine 
normale kardiale Funktion bei normalen Dimensionen und in der Ergometrie eine gute Leis-
tungsfähigkeit, ohne Hinweise auf eine Ischämie, festgestellt worden. Die Herzfrequenz habe in 
Ruhe im oberen Normbereich gelegen, die Blutdruckwerte hätten sich während der Ergometrie 
im unteren Normbereich bewegt und sehr geschwankt. Gestützt auf externe Untersuchungsak-
ten und die anamnestischen Angaben der Explorandin sei die Diagnose eines POTS gestellt 
und eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus kardiologischer Sicht als möglich bezeichnet 
worden.  
 
4.1.2 In Berücksichtigung der geschilderten Einschätzungen in den einzelnen Fachbereichen 
gelangen die Experten im Rahmen ihrer gemeinsamen Konsensbeurteilung zu folgenden Diag-
nosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: (1) Posturales Orthostatisches Tachykardie-
Syndrom (POTS; Erstdiagnose 2018; ICD-10 I49.8), (1.1) hyperadrenerger Subtyp, (1.2) auto-

 

 
 
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nome Dysfunktion (Herzfrequenz-Anstieg von 60 Schlägen/min liegend auf 91 Schläge/min pro 
Minute stehend nach 3 Minuten; 04.12.2018), (1.3) TILT-Test mit Herzfrequenz-Anstieg von 
36 Schlägen/min in aufrechter Position (04.12.2018), (1.4) typische Symptomatik (u.a. chroni-
sche Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Schwindel, Schmerzen, orthostatische Intoleranz, 
Herzrasen/Palpitationen, chronische Hyperventilation mit Lufthunger); (2) Chronisches, myoge-
lotisch bedingtes, zervikoskapuläres Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.0). Als Leiden ohne Ein-
fluss auf die Arbeitsfähigkeit werden eine diskrete Fussfehlstatik (ICD-10 R29.8) und eine Mig-
räne ohne Aura (ICD-10 G43.0) aufgeführt.  
 
4.1.3 In ihrer Beurteilung und Begründung der Arbeitsfähigkeit aus gesamtmedizinischer 
Sicht halten die Gutachter das Folgende fest: 
 

"Der ungewöhnliche Fall der hier untersuchten Explorandin führte zu ausgedehnten Diskussionen vor 
dem Hintergrund von kontroversen Einschätzungen der Situation. 
Ungewöhnlich ist der Fall deshalb, weil weder in den letzten 22 Jahren bei etwa 15'000 Untersuchun-
gen in unserem Institut noch überhaupt in den uns bekannten Krankenakten eine orthostatische Prob-
lematik, wozu das POTS gezählt werden kann, in Zusammenhang mit einer invalidisierenden Arbeits-
unfähigkeit gebracht wurde. Effektiv äussern sich auch keine Schweizer Spezialisten zur Situation bei 
der Explorandin. Es handelt sich zwar um fachlich anerkannte Kapazitäten in Italien und England, die 
allerdings in ihrem Alltag noch nie mit der Frage der Arbeitsfähigkeit in der Schweiz konfrontiert gewe-
sen waren oder gar erfahren wären. Demensprechend liegen auch keine hinsichtlich Bewertung der 
Arbeitsfähigkeit belastbare Vorakten vor.  
Es ergab sich intern eine ausführliche Diskussion, ob und wie die vorliegenden, objektiv geringen Be-
funde im Zusammenhang mit den medizinischen Beurteilungen der erwähnten «Koryphäen» aus Mai-
land und London einzuordnen wären. Es wurde auch ausführlich diskutiert, ob und wie das ausgefüllte 
Freizeitprogramm der Explorandin mit den parallelen Einschränkungen im Erwerbsbereich in Überein-
stimmung zu bringen sei oder ob das eben ein unauflösbarer Widerspruch wäre.  
Bei auch nach Wochen unveränderten internen Argumentationsfronten kamen die beteiligten Untersu-
cher in Diskussion mit dem Institutsleiter zum Schluss, dass in diesem Fall – als absolute Ausnahme-
situation – keine abschliessende Aussage zur Arbeitsfähigkeit bzw. Arbeitsunfähigkeit formuliert wer-
den kann. Dieses Vorgehen ist fast zwingend vor dem Hintergrund, dass ein Präjudizfall auf keinen 
Fall bei einer sehr unsicheren und kontroversen gutachterlichen Einschätzung geschaffen werden soll 
(eine Ausweitung von Anmeldungen bei der IV von sehr vielen harmlosen orthostatischen Problemen 
wäre nicht auszuschliessen)." 

 
In der anschliessenden Beantwortung der einzelnen Fragen der IV-Stelle zur Arbeitsfähigkeit 
bzw. Arbeitsunfähigkeit der Versicherten in der bisherigen und in einer angepassten Tätigkeit 
verwiesen die Gutachter, jeweils ohne irgendwelche zusätzlichen Feststellungen und Bemer-
kungen anzubringen, auf ihre vorstehenden, in vollem Umfang wörtlich wiedergegebenen Aus-
führungen. 
 
4.2 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.3 hiervor), ist es hinsichtlich des Beweiswertes eines 
Arztberichtes entscheidend, ob dieser - unter anderem - für die streitigen Belange umfassend 
ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und begründete Schlussfolgerun-
gen enthält (vgl. E. 3.3 hiervor und die dortigen Hinweise auf die Rechtsprechung). Vorliegend 
ist offensichtlich, dass das ABI-Gutachten vom 7. September 2022 diesen bundesgerichtlichen 
Vorgaben an ein beweistaugliches Gutachten nicht zu genügen vermag. So äussert sich dieses 
zur zentralen Frage des Gutachterauftrags, nämlich zur Frage, ob und gegebenenfalls in wel-

 

 
 
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chem Umfang bei der Explorandin eine gesundheitsbedingte Beeinträchtigung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit besteht, erklärtermassen nicht. In der interdisziplinären Konsensbeurteilung 
findet sich im Abschnitt "Gesamtmedizinische Beurteilung" einzig die Aussage, dass für die 
Versicherte aus rheumatologischer Sicht leichte, adaptierte Tätigkeiten geeignet seien, was 
auch dem Profil ihrer angestammten Tätigkeit entspreche. Dem rheumatologischen Teilgutach-
ten kann diese Einschätzung allerdings nicht entnommen werden. Auch in allen übrigen Fach-
gutachten wird bezüglich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit pauschal auf den Abschnitt 
"Begründung der Gesamtarbeitsfähigkeit" der interdisziplinären Konsensbeurteilung verwiesen, 
obwohl in den einzelnen Fachgutachten zum Teil Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähig-
keit und zum Teil solche ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt wurden. So hätten 
der psychiatrische und der allgemein-internistische Gutachter, die beide keine Diagnose mit 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit stellten, in ihren Fachgutachten auch festhalten müssen, dass 
aus Sicht ihrer Disziplin keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit gegeben sei. Auf der ande-
ren Seite hätten der kardiologische und der neurologische Gutachter, welche jeweils Diagnosen 
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erhoben, konsequenterweise in ihren Fachgutachten eine 
Zumutbarkeitsbeurteilung vornehmen und die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit quantifizieren 
müssen. Dass sie davon absahen, erstaunt umso mehr, als die beiden Fachexpertisen ansons-
ten sehr differenziert daherkommen, auf einer ausführlichen Anamnese beruhen, die Kranken-
geschichte einlässlich würdigen und auch eine Auseinandersetzung mit den Berichten der be-
handelnden Ärzte enthalten.  
 
4.3 Als ausgesprochen problematisch erweist sich sodann auch die in der interdisziplinä-
ren Konsensbeurteilung vorgebrachte Begründung, weshalb "in diesem Fall – als absolute Aus-
nahmesituation – keine abschliessende Aussage zur Arbeitsfähigkeit bzw. Arbeitsunfähigkeit 
formuliert werden kann." Danach soll "auf keinen Fall bei einer sehr unsicheren und kontrover-
sen gutachterlichen Einschätzung" ein Präjudiz geschaffen werden, bei welchem "eine Auswei-
tung von Anmeldungen bei der IV von sehr vielen harmlosen orthostatischen Problemen nicht 
auszuschliessen wäre." Insbesondere die letztere Aussage muss als sachfremd und nicht halt-
bar bezeichnet werden. Es ist nicht Aufgabe medizinischer Gutachter, in ihrer Expertise invali-
denversicherungsrechtliche oder gesundheitspolitische Spekulationen anzustellen. Aufgabe 
eines Gutachtens ist es - wie bereits festgehalten - vielmehr, gesundheitliche Beeinträchtigun-
gen der zu explorierenden Person zu beurteilen und damit verbundene mögliche Beeinträchti-
gungen der Arbeits- und Leistungsfähigkeit zu umschreiben und zu quantifizieren. Dieser Auf-
gabe wird das vorliegende ABI-Gutachten klarerweise nicht gerecht, es ist daher nicht verwert-
bar. 
 

5.1.1 Nach Eingang des ABI-Gutachtens legte die IV-Stelle die Expertise praxisgemäss ih-
rem RAD zur Prüfung vor. Dabei ersuchte sie die zuständige RAD-Ärztin D.____, bei allfällig 
ungenügenden oder unklaren Aussagen im Gutachten Rückfragen an die Gutachterstelle zu 
formulieren und Antworten bzw. Ergänzungen einholen zu lassen.  
 
5.1.2 Da sich das ABI-Gutachten zur zentralen Frage, ob und gegebenenfalls in welchem 
Umfang bei der Explorandin eine gesundheitsbedingte Beeinträchtigung der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit besteht, erklärtermassen nicht äusserte, wäre es von Seiten der RAD-Ärztin an-

 

 
 
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gezeigt gewesen, das ABI-Gutachterteam - über die IV-Stelle - nochmals explizit um Beantwor-
tung dieser Frage zu ersuchen oder aber der IV-Stelle zu empfehlen, bei einer anderen Begut-
achtungsstelle ein neues verwaltungsexternes Gutachten einzuholen. Die RAD-Ärztin erachtete 
jedoch keinen dieser Schritte als erforderlich, stattdessen nahm sie selber eine Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit vor. In Anbetracht der bei der Versicherten erhobenen, alles andere als alltägli-
chen (Haupt-) Diagnose eines POTS und des Umstands, dass das aus verschiedenen Fachärz-
ten zusammengesetzte ABI-Gutachterteam letztlich nicht im Stande war, die Auswirkungen die-
ser Erkrankung auf die Arbeitsfähigkeit zu beurteilen, erstaunt es doch einigermassen, dass 
sich die RAD-Ärztin als Fachärztin für Allgemeinmedizin - und somit ohne über einen kardiolo-
gischen oder neurologischen Facharzttitel zu verfügen - ihrerseits ohne Weiteres in der Lage 
sah, die erforderliche Beurteilung vorzunehmen. In ihrem Bericht vom 11. Oktober 2022 hielt sie 
dazu fest, die wenigen objektivierbaren Symptome des POTS stünden in grosser Diskrepanz zu 
den von der Versicherten beschriebenen Alltagsaktivitäten. Eine Arbeitsunfähigkeit in einer Bü-
rotätigkeit lasse sich deshalb nicht nachvollziehbar begründen. Mit dem Hinweis, dass der kar-
diologische und der neurologische ABI-Gutachter eine gewisse Einschränkung der Arbeitsfä-
higkeit für möglich gehalten hätten, attestierte die RAD-Ärztin der Beschwerdeführerin aber 
nichtsdestotrotz eine 20 %-ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätig-
keit als Juristin, wobei sie es unterliess, diese Quantifizierung näher zu begründen.  
 
5.1.3 Die geschilderte eigenständige Beurteilung der RAD-Ärztin greift zweifellos zu kurz und 
ist zu oberflächlich, um abschliessend darauf abstellen zu können. So fehlt insbesondere eine 
Auseinandersetzung mit den abweichenden Einschätzungen der Fachärzte, die sich im Rah-
men der Diagnosestellung und der Behandlung mit der Versicherten befassten und die ihr zum 
Teil erhebliche, auf das POTS zurückzuführende Beeinträchtigungen der Leistungsfähigkeit 
attestierten. Sodann reicht es auch nicht aus, wenn die RAD-Ärztin in ihrer Beurteilung einzig 
auf eine "grosse Diskrepanz" zwischen den "wenigen objektivierbaren Symptomen des POTS" 
und den Alltagsaktivitäten der Versicherten verweist, ohne jedoch die angeblich nur "wenigen 
objektivierbaren Symptome des POTS" und die Alltagsaktivitäten, die der Versicherten noch 
problemlos möglich sein sollen, konkret zu benennen. Mangels entsprechender Begründung 
lässt sich diese Beurteilung jedenfalls nicht schlüssig nachvollziehen. Eine detailliertere Ausei-
nandersetzung mit den konkret möglichen Alltagsaktivitäten wäre zudem auch deshalb nötig 
gewesen, weil sich die Beschwerdeführerin selber in den Alltagsaktivitäten markant stärker ein-
geschränkt erlebt, als die RAD-Ärztin anzunehmen scheint (vgl. etwa die Schilderungen der 
Versicherten in ihrem Einwand vom 19. Dezember 2022 gegen den Vorbescheid der IV-Stelle 
vom 18. November 2022). Somit hätte sich die RAD-Ärztin - vor einer abschliessenden Ein-
schätzung der Arbeitsfähigkeit - aus medizinischer Sicht näher mit dem effektiven Ausmass der 
Einschränkungen in den entsprechenden Aktivitäten befassen müssen. Dies hat umso mehr zu 
gelten, als die RAD-Ärztin - und in der angefochtenen Verfügung die IV-Stelle - bei der Beurtei-
lung des Rentenanspruchs den Alltagsaktivitäten, die der Versicherten noch möglich sind, er-
hebliches Gewicht beimessen.  
 
5.2 Wie dem eingangs geschilderten Sachverhalt entnommen werden kann, verneinte die 
IV-Stelle in der Folge in ihrem Vorbescheid und in der daran anschliessenden Verfügung eine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten mit einer anderweitigen Begründung. Sie 

 

 
 
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hielt nunmehr fest, dass die (von der RAD-Ärztin) aus medizinsicher Sicht attestierte Arbeitsun-
fähigkeit rechtlich nicht relevant sei, da sie sich im Rahmen einer Standardindikatorenprüfung 
nicht halten lasse. Dieser Argumentation kann - jedenfalls ohne weitere Darlegungen seitens 
der IV-Stelle - nicht gefolgt werden. Die IV-Stelle nimmt weder im Vorbescheid noch in der 
nachfolgenden Verfügung in transparenter Weise eine solche Indikatorenprüfung vor, weshalb 
sich ihr Ergebnis bereits aus diesem Grund nicht nachvollziehen lässt. Darüber hinaus erscheint 
zumindest fraglich, ob das POTS zu den - in der Regel objektiv schwer erfassbaren - Krank-
heitsbildern zu zählen ist, bei denen rechtsprechungsgemäss eine Standardindikatorenprüfung 
vorzunehmen ist (vgl. dazu BGE 141 V 281). Gegen eine solche "Zuordnung" spricht etwa der 
Umstand, dass einzelne Symptome der Erkrankung wie die typisch auftretenden, teilweise er-
heblichen Unregelmässigkeiten und Schwankungen bei der Herzschlagfrequenz und beim Blut-
druck ohne Weiteres objektiv messbar sind. Wie es sich damit verhält, muss an dieser Stelle 
aber nicht abschliessend entschieden werden.  
 

5.3 Fragen kann man sich schliesslich, ob die vorhandenen Berichte der Fachärzte, die 
sich im Rahmen der Diagnosestellung und der Behandlung mit der Versicherten befassten, al-
lenfalls eine verlässliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erlauben. Dies ist jedoch klar zu ver-
neinen. Einige dieser Berichte setzen sich überhaupt nicht oder nur unzureichend mit der Frage 
auseinander, welche Ressourcen der Versicherten trotz der Erkrankung verbleiben, andere 
wiederum nehmen, soweit sie sich überhaupt zur Arbeitsfähigkeit der Versicherten äussern, 
nicht zum ebenfalls relevanten Aspekt der Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer leidensange-
passten Verweistätigkeit Stellung. 
 

6.1 Nach dem Gesagten ist der vorliegend massgebende Sachverhalt noch nicht spruch-
reif. Die vorhandene Aktenlage lässt mit anderen Worten (noch) keine abschliessende Beurtei-
lung des Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin zu. Entsprechend sind weitere medizini-
sche Abklärungen nötig. Da die IV Stelle der ihr obliegenden Untersuchungspflicht (vgl. E. 3.1 
hiervor) nur in unzureichendem Masse nachgekommen ist, hat sie das Versäumte nachzuholen. 
Sie wird zur weiteren Klärung des medizinischen Sachverhalts ein neues verwaltungsexternes 
Gutachten einzuholen haben. Die Angelegenheit ist deshalb zu diesem Zwecke an die IV-Stelle 
zurückzuweisen.  
 
6.2 Nicht stattgegeben werden kann dem in der vorliegenden Beschwerde gestellten Even-
tualantrag der Versicherten, wonach die IV-Stelle im Falle der Rückweisung der Angelegenheit 
ein Obergutachten beim spezialisierten POTS-Experten Prof. Dr. C.____ einzuholen habe. Wird 
die Sache zur Einholung eines neuen verwaltungsexternen Gutachtens an die IV-Stelle zurück-
gewiesen, so ist es grundsätzlich deren Aufgabe, die betreffenden Gutachterinnen und Gutach-
ter zu bezeichnen. Selbstverständlich hat sie dabei die der versicherten Person zustehenden 
Partizipationsrechte (vgl. Art. 44 ATSG) zu beachten.  
 
7. Als Ergebnis ist somit festzuhalten, dass die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen 
ist, als die angefochtene Verfügung vom 18. April 2023 aufzuheben und die Angelegenheit zur 
weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen an die IV-Stelle zurückzuweisen ist. Gestützt auf 

 

 
 
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die Ergebnisse der Aktenergänzung wird die IV-Stelle anschliessend über den Rentenanspruch 
der Versicherten neu zu befinden haben. 
 
8. Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu befinden.  
 
8.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund-
sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rück-
weisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und Entscheidung (mit noch offe-
nem Ausgang) für die Frage der Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der Parteientschädi-
gung als vollständiges Obsiegen, unabhängig davon, ob sie beantragt oder ob das Begehren im 
Haupt- oder Eventualantrag gestellt wird (BGE 137 V 210 E. 7.1 mit Hinweisen). Dieser Grund-
satz gilt ausdrücklich auch für das kantonale Beschwerdeverfahren (Urteil des Bundesgerichts 
vom 23. August 2023, 9C_379/2022, E. 4.2; BGE 137 V 57 E. 2.1 und 2.2 mit Hinweisen). 
 
8.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in 
denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah-
renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- 
fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par-
tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegende Partei, wes-
halb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. 
 
8.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsiegende Partei ist, ist ihr eine Partei-
entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Mit Verfügung vom 8. August 2023 for-
derte das Kantonsgericht die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin auf, innert unerstreck-
barer Frist bis 23. August 2023 ihre detaillierte Honorarnote nach Zeitaufwand einzureichen. 
Gleichzeitig wurde die Rechtsvertreterin darauf hingewiesen, dass das Honorar nach Ermessen 
festgesetzt werde, falls bis zum genannten Termin keine Honorarnote eingehen sollte. In der 
Folge liess die Rechtsvertreterin dem Kantonsgericht keine Kostennote zukommen, sodass das 
Honorar ankündigungsgemäss nach Ermessen festzusetzen ist. In Anbetracht der sich stellen-
den Sachverhalts- und Rechtsfragen, der von der Rechtsvertreterin erbrachten Bemühungen 
und im Quervergleich zu Parteientschädigungen, die vom Kantonsgericht in vergleichbaren in-
validenversicherungsrechtlichen Beschwerdeverfahren zugesprochen wurden, erscheint es an-
gemessen, das Honorar der Rechtsvertreterin auf der Basis eines Zeitaufwands von insgesamt 
10 Stunden festzusetzen. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen pra-
xisgemäss zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Der 
Beschwerdeführerin ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘692.50 
(10 Stunden à Fr. 250.-- zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzuspre-
chen. 
 

 

 
 
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9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 
2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zuläs-
sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenent-
scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Aus-
standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-
ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 
Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid her-
beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Be-
weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur 
Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um 
einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei-
sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen 
Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2).  
 
9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo-
raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehen-
de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 

  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene 
Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 18. April 2023 aufgeho-
ben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwä-
gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-
Landschaft zurückgewiesen wird. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt.  

Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet.  

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdeführerin eine Par-
teientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘692.50 (inkl. 7,7 % Mehrwert-
steuer) zu bezahlen. 

 

 

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