# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b4147297-84a4-5c43-bf45-edb81f7e2466
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.11.2014 200 2014 260
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-260_2014-11-10.pdf

## Full Text

200 14 260 IV
KNB/BRM/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 10. November 2014

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Braune

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 10. Februar 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2014, IV/14/260, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1966 geborene A.________ meldete sich – nach im April 2012 erfolgter 
Früherfassung – am 1. Mai 2012 für Berufliche Integration/Rente bei der IV-
Stelle Bern (IVB) an. Als gesundheitliche Beeinträchtigung gab sie „De-
pression“ an, derentwegen sie seit 27. Februar 2012 arbeitsunfähig ge-
schrieben sei (Akten der IVB [act. II] 4). 

Die IVB holte erwerbliche Unterlagen (act. II 11, 15) sowie Berichte der 
behandelnden Ärztin, Dr. med. B.________ (act. II 12) und der Klinik 
C.________ (act. II 13) ein. In seiner Stellungnahme vom 11. Juli 2012 
definierte der Regionale Ärztliche Dienst (RAD), Dr. med. D.________, 
FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ein Zumutbarkeitsprofil, empfahl 
aber zunächst die Durchführung eines Standortgesprächs zur Klärung der 
Frage, ob z.B. berufliche Massnahmen sinnvoll und ggf. bereits jetzt mög-
lich wären, dies vor allem um einer weiter anhaltenden Dekonditionierung 
vom Arbeitsmarkt vorzubeugen (act. II 16 S. 3). 

In der Folge ging der IVB ein Bericht vom 13. September 2012 betreffend 
das von der E.________ bei der E.________ in Auftrag gegebenes Case 
Management Assessment zu (act. II 25). Die Versicherte absolvierte ansch-
liessend vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2012 einen Arbeitsversuch zur 
Evaluation der Belastbarkeit und Einsatzfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt 
beim F.________ mit einem Pensum von 50%, dies unter Ausrichtung ei-
nes Taggeldes sowie Übernahme der Kosten für das Coaching durch die 
E.________ seitens der Invalidenversicherung (act. II 26 – 29). Nach Be-
richterstattung (act. II 35) wurde der Arbeitsversuch bis Ende März 2013 
verlängert mit der Zielsetzung, das Pensum auf 70 – 80% zu steigern (act. 
II 36, 37). Der Schlussbericht ging Ende April 2013 bei der IVB ein (act. II 
52). Das Coaching durch die E.________ wurde per 17. März 2013 abge-
brochen (act. II 45) und für die Zeit vom 18. März bis 1. September 2013 
Kostengutsprache für ein Coaching bei der – der Klinik C.________ ange-
gliederten – Abklärungsstelle G.________ geleistet (act. II 46); die Ab-

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klärungsstelle G.________ erstattet am 6. September 2013 einen entspre-
chenden Zwischenbericht (act. II 54).

Sodann holte die IVB einen Bericht des die Versicherte seit Oktober 2012 
behandelnden Dr. med. H.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, 
vom 10. April 2013 ein (act. II 48).

Nachdem die Versicherte mittels Einsatzvertrag vom 29. August 2013 vom 
2. September 2013 bis 31. August 2014 als … beim I.________ angestellt 
worden war, wurde die berufliche Eingliederung per 30. September 2013 
abgeschlossen (act. II 56).

Im anschliessend eingeholten Abklärungsbericht Haushalt vom 7. Novem-
ber 2013 wurde ausgehend von einem Status der Versicherten von 70% 
Erwerbstätigkeit und 30% Betätigung im Aufgabenbereich als Hausfrau 
eine gewichtete Invalidität von 40% ermittelt und der Antrag gestellt, es sei 
ab 1. Februar 2013 eine Viertelsrente auszurichten (act. II 57).

Mit Vorbescheid vom 13. Dezember 2013 stellte die IVB der Versicherten 
die Abweisung des Leistungsbegehrens mangels eines invalidisierenden 
Gesundheitsschadens in Aussicht (act. II 59) und verfügte am 10. Februar 
2014 entsprechend dem Vorbescheid; zu dem am 30. Januar 2014 erho-
benen Einwand (act. II 61) nahm sie in der Verfügung Stellung (act. II 63). 

B.

In der hiergegen erhobenen Beschwerde vom 13. März 2014 beantragt die 
Versicherte, die Verfügung vom 10. Februar 2014 sei aufzuheben und es 
sei eine Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen. Gerügt wird im 
Wesentlichen, dass die IVB davon ausgehe, es liege kein invalidisierender 
Gesundheitsschaden vor, obwohl von den behandelnden Ärzten eine Ar-
beitsunfähigkeit von 50% bescheinigt und diese Einschätzung vom RAD-
Arzt grundsätzlich geteilt werde. Soweit die Beschwerdegegnerin die Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit auf psychosoziale Faktoren zurückführe, 
sei diese Beurteilung medizinisch nicht abgestützt.

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Ferner wird um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (uR) nachge-
sucht. 

Die IVB beantragt in ihrer Beschwerdeantwort vom 29. April 2014 die Ab-
weisung der Beschwerde. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 1. Mai 2014 hiess der Instruktionsrich-
ter das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege bezüglich der Verfahrens-
kosten im Justizverfahren gut.

Mit ihrer Eingabe vom 11. September 2014 reichte die Beschwerdeführerin 
4 Arztzeugnisse ein, welche eine Arbeitsunfähigkeit vom 1. Juni bis vor-
aussichtlich 30. September 2014 bescheinigen. Sie führt ferner aus, dass 
sie am 2. Juli 2014 notfallmässig in die Klinik C.________ eingetreten sei 
und seit 5. August 2014 die ambulante Tagesklinik besuche. Es sei ge-
plant, mit Unterstützung der Invalidenversicherung ab Ende September 
2014 den beruflichen Wiedereinstieg anzugehen und eine Stelle als Juristin 
mit einem Arbeitspensum bis zu 50% zu suchen. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 

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gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 10. Februar 2014 (act. 
II 63). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 

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damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2007 IV Nr. 47 S. 154 E. 2.4).

Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versicherten Person trotz ihres 
Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr 
nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu 
verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar ist. Dies ist nach einem 
weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 
S. 281).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente. 

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-

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gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand ab dem Zeitpunkt der Anmeldung zum 
Leistungsbezug ist den Akten im Wesentlichen Folgendes zu entnehmen:

3.1.1 Die behandelnde Psychiaterin Dr. med. B.________ hielt in ihrem 
Bericht vom 4. Juni 2012 als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit eine rezidivierende depressive Störung, mittelgradig bis schwergradig 
(ICD-10: F32.2) intermittierend seit 1997 fest und bescheinigte eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 27. Februar 2012 bis auf weiteres. Die 
Patientin könne schlecht allein sein, brauche Hilfe von Drittpersonen für 
Aktivitäten sowie Entscheidungen und sei nicht im Stande, Arbeit als … zu 
suchen. In einer solchen Tätigkeit sei sie schnell überfordert, habe Konzen-
trationsstörungen und fühle sich entwertet. Die bisherige Tätigkeit sei aus 
medizinischer Sicht bei entsprechender Hilfe und Unterstützung durch 
Chefs und Mitarbeiter noch zu 50% zumutbar. Die psychotherapeutische 
und medikamentöse Behandlung müsse zwecks Besserung der Leistungs-
fähigkeit weitergeführt werden; die Prognose sei unsicher (act. II 12). 

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3.1.2 Im Rahmen einer stationären Behandlung in der Zeit vom 5. März 
bis zum 16. April 2012 diagnostizierten die Klinik C.________ eine rezidi-
vierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit soma-
tischem Syndrom (ICD-10: F33.11). Nach medikamentöser Umstellung 
habe sich im Verlauf des Aufenthalts eine Verbesserung der depressiven 
Symptomatik gezeigt und die Patientin sei in stabilisiertem Zustand entlas-
sen worden. Zur Arbeitsfähigkeit äusserte sich der Bericht nicht (act. II 13 
S. 2 – 4). Ein ärztliches Zeugnis der Klinik C.________ vom 3. April 2012 
attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100% für die Zeit vom 5. März bis 
zum 15. April 2012, d.h. für die Dauer des stationären Aufenthalts (act. II 2 
S. 1).

3.1.3 Der RAD-Arzt Dr. med. D.________ ging in seiner Stellungnahme 
vom 11. Juli 2012 auf der Grundlage der vorliegenden Arztberichte dia-
gnostisch von einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mit-
telgradig (ICD-10: F33.1) sowie von einer durch die depressionsassoziier-
ten Symptome begründeten Arbeitsunfähigkeit von 50%, seit 27. Februar 
2012 zuerst 100%, aus. Eine Arbeitsfähigkeit von 50% in angepasster 
Tätigkeit im … Gebiet (wohlwollende unterstützende Vorgesetzte und Mit-
arbeiter, kein grosser Zeit- und Leistungsdruck, Arbeiten ohne direkten 
Kontakt mit Klienten, klar strukturierte Aufgaben, regelmässige Arbeitszeit) 
erscheine möglich. Aktuell sei der Gesundheitszustand mit Sicherheit noch 
instabil, aber weiter verbesserungsfähig; derzeit sei noch keine verwertbare 
Arbeitsfähigkeit ausgewiesen. Es könne medizinisch-theoretisch davon 
ausgegangen werden, dass die bereits mehrfach depressiv erkrankte, da-
nach auch immer wieder arbeitsfähige Versicherte aktuell einerseits in Fol-
ge von Überforderung durch eine anhaltende … Auseinandersetzung um 
Unterhaltsansprüche im November 2011 und andererseits aufgrund einer 
psychisch sehr belastenden, die Ressourcen übersteigenden …tätigkeit mit 
… (ab Januar 2012) erneut depressiv dekompensiert habe. Möglicherweise 
sei aber auch bereits zuvor von einer anhaltend eingeschränkten Belast-
barkeit auf Grund der Grunderkrankung und sich ebenfalls andeutenden 
problematischen Persönlichkeitsmustern (abhängig-ängstlich-vermeidend) 
auszugehen. Der RAD-Arzt empfahl zunächst die Prüfung beruflicher 
Massnahmen (act. II 16 S. 2 ff).

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3.1.4 Der die Beschwerdeführerin seit Oktober 2012 behandelnde Psych-
iater, Dr. med. H.________, bestätigte in seinem Bericht vom 10. April 
2013 die bekannte Diagnose und berichtete von einer erneuten depressi-
ven Episode von mittelgradiger Ausprägung von Februar bis April 2013 
nach Erhöhung des Arbeitspensums von 50% auf 100% in geschütztem 
Rahmen für eine Woche. Als ärztlichen Befund hielt er (ab Februar) eine 
stark ausgeprägte Affektlabilität mit Deprimiertheit, starke Zukunftsängste, 
Weindrang, Perspektivlosigkeit, im Denken eine starke negative Trias, Leis-
tungsverschlechterung, Antriebslosigkeit und Gefühle des Zurückgewie-
senseins fest. Dies wirke sich bei der Arbeit in Form von fehlender Abgren-
zungsfähigkeit gegenüber Problemen mit Klienten, fehlender Fokussierung 
auf die Arbeit, Verminderung der Kritikfähigkeit mit Rückzug vom Team 
oder von Vorgesetzten bei Konflikten am Arbeitsplatz, Ermüdung bei länge-
ren Arbeitsphasen mit Verminderung der Arbeitsleistung und Arbeitsqualität 
aus. Im aktuell geschützten Rahmen der beruflichen Massnahme bestehe 
eine Arbeitsfähigkeit von 50% ausgehend von einer 42 Stundenwoche. 
Eine Steigerung über 50% sei nicht sinnvoll und würde sehr wahrscheinlich 
zu einer erneuten Dekompensation führen (act. II 48).

3.2 Die oben zusammengefassten Arztberichte gehen davon aus, dass 
die Beschwerdeführerin unter einer rezidivierenden depressiven Störung 
leidet, wobei mehrheitlich von mittelgradiger Ausprägung gesprochen wird 
und einzig die früher behandelnde Psychiaterin eine mittel- bis schwergra-
dige Ausprägung bescheinigt. Soweit sie sich dazu äussern, attestieren alle 
mit der Beschwerdeführerin befassten Ärzte eine Arbeitsfähigkeit in einer 
angepassten … Tätigkeit von 50%. Demgegenüber erachtet die IVB in ihrer 
Verfügung sowie in der Beschwerdeantwort psychosoziale Faktoren als im 
Vordergrund stehend, sodass keine eigenständige psychische Störung mit 
Krankheitswert vorliege.

Dieser Auffassung kann aufgrund der bisherigen Aktenlage nicht gefolgt 
werden: Es bestehen zwar gewisse Hinweise auf das Vorhandensein psy-
chosozialer Faktoren. So wurde im Bericht der Klinik C.________ vom 30. 
Mai 2012 (act. II 13) auf Angabe der Beschwerdeführerin festgehalten, 
dass diese die Auseinandersetzung mit dem Ex-Mann betreffend Unter-
haltszahlung für die gemeinsame Tochter als Auslöser für die damalige 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2014, IV/14/260, Seite 10

depressive Episode sehe. Der RAD-Arzt Dr. med. D.________ bezeichnet 
ebenfalls die Überforderung im Zusammenhang mit der juristischen Aus-
einandersetzung um Unterhaltsansprüche als mögliche Ursache der (er-
neut) aufgetretenen psychischen Dekompensation. Andererseits schliesst 
er aber eine bereits zuvor bestehende anhaltend eingeschränkte Belast-
barkeit auf Grund der „Grunderkrankung“ und sich ebenfalls andeutenden 
problematischen Persönlichkeitsmustern (abhängig-ängstlich-vermeidend) 
nicht aus. 

Damit bleibt zunächst offen, ob psychosoziale Faktoren bereits früher be-
standen haben oder erst im Zuge der Auseinandersetzungen um die Un-
terhaltsleistungen nach der Scheidung im Jahre 2006 aufgetreten sind. 
Sollte letzteres der Fall sein, spräche dies allenfalls für das Bestehen einer 
eigenständigen psychischen Erkrankung, nachdem die Beschwerdeführerin 
bereits seit 1997 psychotherapeutisch behandelt wird. Sodann lassen die 
vorliegenden medizinischen Unterlagen keine abschliessende Beurteilung 
der Frage zu, ob ein von den psychosozialen Faktoren klar abgrenzbarer 
psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert – dessen es für die 
Anerkennung einer mittelgradigen depressiven Störung als invalidisieren-
der Gesundheitsschaden bedürfte – vorliegt. Insbesondere vermag auch 
der Bericht des RAD-Arztes keinen Aufschluss hierüber zu geben, erachte-
te dieser doch beide auslösenden Faktoren ausdrücklich als möglich. Dar-
an ändert auch nichts, dass die Beschwerdeführerin – welche seit 1997, 
wenn auch mit grösseren Unterbrüchen, in psychotherapeutischer Behand-
lung war – immer wieder in der Lage gewesen ist, eine Stabilisierung des 
Gesundheitszustandes zu erreichen und einer Erwerbstätigkeit nachzuge-
hen. Hinweise darauf, dass schon vor der Scheidung psychosoziale Belas-
tungssituationen aufgetreten sind, lassen sich den Akten und insbesondere 
den medizinischen Berichten nicht entnehmen. Unter diesen Umständen 
hätte die Beschwerdegegnerin nicht über das Leistungsbegehren entschei-
den dürfen, ohne die Versicherte in Nachachtung der geltenden strengen 
höchstrichterlichen Rechtsprechung (BGE 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469) 
vorgängig fachärztlich begutachten zu lassen. Nach dem Gesagten erfüllt 
der RAD-Bericht vom 11. Juli 2012 – entgegen der Darstellung in der Be-
schwerdeantwort – die rechtsprechungsgemäss an ein Gutachten gestell-
ten Anforderung nicht; dies vorliegend umso weniger, als die Beurteilung 

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nicht aufgrund einer persönlichen Untersuchung durch den RAD-Arzt er-
folgt ist. Der RAD-Arzt geht überdies wie die behandelnden Fachärzte – 
nach anfänglicher vollständiger Arbeitsunfähigkeit ab 27. Februar 2012 – 
von einer 50%-Arbeitsfähigkeit aus. In der angefochtenen Verfügung weicht 
die IVB von dieser Einschätzung ab, was letztlich nur auf der Grundlage 
einer externen Begutachtung hätte erfolgen dürfen. 

Es kann auch nicht allein auf die Angaben der behandelnden Ärzte abge-
stellt werden, da deren Einschätzung mitunter im Hinblick auf ihre auftrags-
rechtlich Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten des Patienten 
ausfällt (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353) und deshalb nach konstanter 
Praxis lediglich mit der gebotenen Zurückhaltung heranzuziehen ist. Nicht 
restlos klar wird aufgrund der vorhandenen Akten somit, ob die Arbeits-
fähigkeit gesundheitsbedingt tatsächlich nur 50% beträgt, oder ob die be-
handelnden Ärzte bloss das Mass dessen wiedergeben, in dem sich die 
Versicherte subjektiv arbeitsfähig fühlt. 

3.3 Aufgrund der obigen Ausführungen ergibt sich, dass eine abschlies-
sende Beurteilung des Leistungsanspruchs der Beschwerdeführerin an-
hand der derzeit vorliegenden medizinischen Akten nicht möglich ist. Die 
Sache ist deshalb an die IVB zurückzuweisen, damit sie die nötigen medi-
zinischen Abklärungen – in Form eines spezialärztlichen Gutachtens – ver-
anlasst, gestützt auf die entsprechenden Ergebnisse den Abklärungsbericht 
Haushalt aktualisieren lässt und anschliessend über den Leistungsan-
spruch neu verfügt. Einer Rückweisung steht die Rechtsprechung gemäss 
BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264 nicht entgegen, da die erstmalige spezia-
lärztliche Begutachtung Aufgabe der Verwaltung ist und sich eine Rückwei-
sung zudem deshalb aufdrängt, weil der Abklärungsbericht im Lichte der 
ergänzten medizinischen Unterlagen zu aktualisieren bzw. eine neuerliche 
Abklärung/Überprüfung vorzunehmen sein wird. Bereits hier sei allerdings 
festgehalten, dass der angenommene gemischte Status von 70% Erwerbs-
tätigkeit (vgl. act. II 57 S. 4 Ziff. 3.5) und 30% Betätigung im Aufgabenbe-
reich mit Blick auf die gesamten Umstände als korrekt erscheint und von 
der Beschwerdeführerin auch nicht beanstandet worden ist.

In diesem Sinn ist die Beschwerde gutzuheissen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2014, IV/14/260, Seite 12

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 
200.— bis Fr. 1’000.— festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.—, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). 

4.2 Da der Aufwand für die Beschwerdeführung nicht das Mass dessen 
überstieg, was dem Einzelnen zur Besorgung eigener Angelegenheit zu-
gemutet werden kann, hat die – nicht vertretene – Beschwerdeführerin trotz 
ihres formellen Obsiegens keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(BGE 127 V 205 E. 4b S. 207). 

4.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens kommt die mit Verfügung vom 
1. Mai 2014 gewährte unentgeltliche Rechtspflege nicht zum Tragen. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 
10. Februar 2014 aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegeg-
nerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornahme der Abklärungen im 
Sinne der Erwägungen neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.— werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2014, IV/14/260, Seite 13

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4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.