# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5e215192-16e1-517c-93fc-a733f1b38a96
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.09.2009 B-2642/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-2642-2008_2009-09-30.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-2642/2008
{T 1/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9

Richter Marc Steiner (Vorsitz), Richter Claude Morvant, 
Richter Hans Urech, 
Gerichtsschreiberin Miriam Sahlfeld.

Gruner + Jahr AG & Co. KG, 
Am Baumwall 11, DE-20459 Hamburg,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Michael Ritscher, 
Forchstrasse 452, Postfach 1432, 8032 Zürich,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum,
Stauffacherstrasse 65, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verfügung vom 10. März 2008 betreffend teilweise 
Schutzverweigerung gegenüber der internationalen 
Marke Nr. 883'504 PARK AVENUE.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-2642/2008

Sachverhalt:

A.
Am 8. Juni 2006 notifizierte die Organisation Mondiale de la Propriété 
intellectuelle (OMPI) die Eintragung der Wortmarke Nr. 883'504 PARK 
AVENUE  mit  deutscher  Basisregistrierung  auf  den  Namen  der 
Beschwerdeführerin  im  Internationalen  Markenregister  für  folgende 
Waren und Dienstleistungen:

Klasse 16 
Produits de l'imprimerie, articles pour reliures.

Klasse 38 
Activités  dans  le  secteur  de  la  télécommunication,  transmissions  d'infor-
mations  à  tiers  par  internet,  diffusion  d'informations  par  l'intermédiaire  de 
réseaux  sans  fil  ou  câble,  services  d'un  fournisseur  d'accès  (content  pro-
vider),  à  savoir  fournitures  de  plateformes  ou  d'informations  sur  internet,  
diffusion de programmes radiophoniques et télévisés (par câbles).

Klasse 41 
Éducation, formation, divertissement, en particulier divertissement radiophoni-
que et télévisé, service d'édition (à l'exception des travaux de l'imprimerie),  
édition et publication de produits d'une maison d'édition sous forme imprimée 
et  électronique,  comprenant  des  contenus  rédactionnels  et  des  moyens 
publicitaires, en service en ligne hors ligne, activités sportives et culturelles.

B.
Das  Eidgenössische  Institut  für  Geistiges  Eigentum  (Vorinstanz, 
Institut)  verweigerte der  Marke mit  Schreiben vom 5. Juni 2007 vor-
läufig den Schutz für die Schweiz in Bezug auf sämtliche beanspruch-
ten  Waren-  und  Dienstleistungsklassen.  Zur  Begründung  führte  sie 
gestützt auf Art. 6quinquies Bst. b Ziff. 2 und 3 der Pariser Übereinkunft 
zum  Schutz  des  gewerblichen  Eigentums  und  Art.  2  Bst.  a  und  c, 
sowie Art. 30 Abs. 2 Bst. c Markenschutzgesetz aus, dass das Zeichen 
eine  geografische  Herkunftsbezeichnung  enthalte  und  als  solche 
einerseits  wegen  des  beschreibenden  Charakters  nicht  unterschei-
dungskräftig und freihaltebedürftig und andererseits in Bezug auf die 
Herkunft der Waren und Dienstleistungen irreführend sei.  

C.
In  der  Stellungnahme  zur  provisorischen  Schutzverweigerung  vom 
30. Juli 2007 machte die Beschwerdeführerin geltend, dass ein Stras-
senname per se keine exakte Bezeichnung der geografischen Herkunft 
von Waren und Dienstleistungen darstellen könne, insbesondere nicht, 
wenn es sich um einen Strassennamen handle, den es fast in jeder 
englischsprachigen  Gemeinde  gebe.  Ein  Freihaltebedürfnis  bestehe 

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nicht,  weil  der  Ort  nicht  als  Herstellungs-,  Handelsort  oder 
Erbringungsort  der  so  bezeichneten  Waren  und  Dienstleistungen  in 
Betracht  komme. Dem schweizerischen Durchschnittsverbraucher sei 
die  PARK  AVENUE  unbekannt.  Kenne  er  die  New  Yorker  Strasse 
dieses Namens dennoch, so verstünde er sie im Zusammenhang mit 
den  beanspruchten  Waren  und  Dienstleistungen  als  Anspielung  auf 
Luxus und Lifestyle – gleichsam als Symbol für Themengebiete, die in 
den Druckerzeugnissen, Onlineinformationen und Unterhaltungsveran-
staltungen behandelt werden. Da das Zeichen – im Sinne der Recht-
sprechung zur Marke 5th AVENUE – nicht als Herkunftsangabe, son-
dern entweder als unbekannte geografische Angabe oder als schutz-
fähiges  Fantasiezeichen  mit  Symbolcharakter  anzusehen  sei,  könne 
eine  irreführende  Wirkung  ausgeschlossen  werden.  Die  deutsche 
Voreintragung  sei  wegen  ähnlicher  Eintragungspraxis  indizweise  zu 
berücksichtigen.

D.
Im  Schreiben  vom  23.  Oktober  2007  hielt  die  Vorinstanz  an  ihrer 
Beurteilung  fest  und  lehnte  die  Argumentation  ab,  wonach  bei  den 
beanspruchten Waren und Dienstleistungen der Klassen 16, 38 und 41 
ein  auf  Luxus  anspielender  Symbolgehalt  denkbar  sei.  Ausserdem 
führte sie  ergänzend aus,  dass die Angabe PARK AVENUE auch in 
Bezug auf den thematischen Inhalt  der "produits de l'imprimerie" als 
beschreibend anzusehen sei. 

E.
Die Beschwerdeführerin blieb in ihrem Schreiben vom 21. Dezember 
2007  bei  ihrer  Auffassung und  wies  daraufhin,  dass  in  der  Schweiz 
niemand  Druckerzeugnisse  mit  dem  thematischen  Inhalt  "Park 
Avenue" erwarte. Weiter wies sie den Einwand zurück, der Eintragung 
stehe  ein  Freihaltebedürfnis  entgegen.  Ein  nicht  markenmässiger 
Gebrauch der Angabe bleibe trotz der Markeneintragung möglich.

F.
Mit  Verfügung  vom  10.  März  2008  verweigerte  die  Vorinstanz  der 
Marke  definitiv  den  Schutz  in  der  Schweiz  für  alle  beanspruchten 
Waren und Dienstleistungen mit  Ausnahme der  "articles de reliures" 
(Klasse 16). Dabei stützte sie die Schutzverweigerung für die "produits 
de l'imprimerie" (Klasse 16) neben dem Freihaltebedürfnis massgeb-
lich darauf, dass das Zeichen im Hinblick auf den thematischen Inhalt 
der Druckerzeugnisse beschreibend sei.

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G.
Am 23. April  2008 erhob die Beschwerdeführerin gegen die teilweise 
Schutzverweigerung  Beschwerde vor  dem Bundesverwaltungsgericht 
und beantragte:

H.

1. Ziffer 2 der Verfügung des Eidgnössischen Instituts für Geistiges 
Eigentum vom 10. März 2008 sei aufzuheben und es sei der internatio-
nalen Markenregistrierung Nr. 883'504 – PARK AVENUE für alle bean-
spruchten Waren und Dienstleistungen der Klassen 16, 38 und 41 der 
Schutz in der Schweiz vollumfänglich zu gewähren;

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegeg-
nerin.

In der Begründung wiederholte sie die Argumente aus dem vorinstanz-
lichen  Verfahren  und  wies  ergänzend  darauf  hin,  dass  schon  ange-
sichts der sich wandelnden Begründungen für die Schutzverweigerung 
von einem Grenzfall auszugehen sei.

I.
Mit Vernehmlassung vom 25. Juni 2008 legte die Vorinstanz unter Be-
rufung auf US-amerikanische Internetseiten dar, dass die New Yorker 
Park Avenue dem Schweizer Konsumenten schon wegen der dort be-
legenen Hotels bekannt sei, und aufgrund der zahlreichen dort eben-
falls ansässigen Unternehmen aus Sicht der Konsumenten als Erbrin-
gungsort für die beanspruchten Dienstleistungen in Betracht komme. 

J.
Am  25.  Mai  2009  reichte  die  Beschwerdeführerin  in  Ergänzung  zur 
Beschwerdebeilage  2  aufforderungsgemäss  eine den  Anforderungen 
des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht  (VGKE)  entsprechende  Kostennote  ein.  Die 
Vorinstanz hat auf eine diesbezüglich Stellungnahme verzichtet.

K.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien wird, soweit erforderlich, im 
Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Das Bundesverwaltungsgericht  ist  zur  Beurteilung von Beschwerden 
gegen  Eintragungsverfügungen  der  Vorinstanz  in  Markensachen  zu-
ständig (Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG, SR 173.32]). Die Beschwerde wurde in der gesetzlichen Frist 
von  Art.  50  Abs. 1  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom 20. De-
zember  1968  (VwVG,  SR  172.021)  eingereicht  und  der  verlangte 
Kostenvorschuss rechtzeitig  geleistet. Als  Antragstellerin  auf  Schutz-
ausdehnung der IR-Marke 883'504 auf die Schweiz ist die Beschwer-
deführerin durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  und 
beschwert  und daher zur Beschwerde legitimiert  (Art. 48 VwVG). Auf 
die Beschwerde ist daher einzutreten.

2.

2.1 Nach  Art.  2  Bst.  c  des  Markenschutzgesetzes  vom  28.  August 
1992  (MSchG,  SR  232.11)  sind  irreführende  Zeichen  vom  Marken-
schutz ausgeschlossen. Irreführend ist ein Zeichen, welches eine geo-
grafische Angabe enthält und den Adressaten zur Annahme verleitet, 
die  Ware  stamme  aus  dem  Land  oder  dem  Ort,  auf  den  die  geo-
grafische Angabe hinweist,  obschon dies in Wirklichkeit  nicht zutrifft. 
Keine  Irreführungsgefahr  besteht  hingegen,  wenn  die  geografische 
Angabe erkennbar Fantasiecharakter hat oder aus anderen Gründen 
nicht  als  Herkunftsangabe  aufgefasst  wird  (BGE 132  III  772  E.  2.1 
Colorado,  BGE 128  III  460  E.  2.2  Yukon,  Urteil  des  Bundesverwal-
tungsgerichts [BVGer] B-7408/2006 vom 21. Juni 2007 E. 4.2  bticino, 
Entscheid  der  Eidgenössischen  Rekurskommission  für  Geistiges 
Eigentum [RKGE] in sic! 5/2003 430 f., E. 7 ff. ÖKK Öffentliche Kran-
kenkassen  Schweiz).  Die  Verneinung  einer  Irreführungsgefahr  ist, 
soweit  die  Voraussetzungen  der  sogenannten  Yukon-Fallgruppen 
gegeben  sind,  mit  dem  Bundesgerichtsentscheid  4A_508/2008  vom 
20. März 2009 E. 4.2  AFRI-COLA bestätigt  worden.  Gewisse Locke-
rungen  bei  der  Beurteilung  eines  Zeichens  nimmt  die  Vorinstanz 
mittels  verschiedener  Fallgruppen  vor  (MARCO BUNDI/BENEDIKT SCHMIDT, 
Kann ein an sich täuschendes Markenelement durch weitere Elemente 
neutralisiert  werden?  Anmerkungen  zum  Entscheid  BVGer  "AJC 
presented by Arizona girls [fig.]" in sic! 9/2009 S. 636, 638 mit Verweis 
auf die Richtlinien des IGE in Markensachen vom 1. Juli 2008, S. 116). 

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Danach  wird  unter  anderem  in  Titeln  von  Medien  und  Verlagser-
zeugnissen  keine  Herkunftsangabe  gesehen,  wenn  die  geografische 
Bezeichnung auf das Thema oder den Inhalt der Waren oder Dienst-
leistungen hinweist.

2.2 Ausserdem vom Markenschutz ausgeschlossen sind Zeichen, die 
im Gemeingut stehen, es sei denn, dass sie sich im Verkehr als Marke 
für  die Waren oder  Dienstleistungen durchgesetzt  haben,  für  die sie 
beansprucht  werden  (Art.  2  Bst. a  MSchG). Zum Gemeingut  zählen 
einerseits Zeichen, die mangels Unterscheidungskraft nicht zur Identi-
fikation  von Waren oder  Dienstleistungen dienen und vom Publikum 
nicht als Hinweis auf eine bestimmte betriebliche Herkunft verstanden 
werden  (BGE 128  III  450  E. 1.5  Premiere,  BGE 129  III  227  E. 5.1 
Masterpiece,  LUCAS DAVID, in: Kommentar zum schweizerischen Privat-
recht,  Markenschutzgesetz/Muster-  und Modellgesetz,  2. Aufl.,  Basel 
1999 [hiernach Kommentar DAVID], MSchG Art. 2, N. 5). Der Begriff des 
Gemeinguts ist  ein  Sammelbegriff  für  beschreibende Angaben,  Frei-
zeichen  sowie  elementare  Zeichen.  Der  Grund  für  den  Schutzaus-
schluss  ist  im  Freihaltebedürfnis  oder  in  der  fehlenden  Unterschei-
dungskraft  des  Zeichens  begründet  (Urteile  des  BVGer  B-181/2007 
vom 21. Juni 2007 E. 3 Vuvuzela und B-2514/2008 vom 25. Mai 2009 
E. 3.1  Magnum; RKGE vom 17. Februar 2003 in sic! 6/2003 495 E. 2 
Royal  Comfort;  CHRISTOPH WILLI,  in:  Markenschutzgesetz,  Kommentar 
zum schweizerischen Markenrecht unter Berücksichtigung des europä-
ischen und internationalen Markenrechts, Zürich 2002, Art. 2, N. 34). 
Der  Kreis  freihaltebedürftiger  Zeichen  bildet  zumindest  eine  grosse 
Schnittmenge  mit  Bezeichnungen,  welche  zum  Schutze  der  Konsu-
menten  als  nicht  unterscheidungskräftig  anzusehen  sind.  Ein  nicht 
unterscheidungskräftiges Zeichen wird in der Regel auch freihaltebe-
dürftig sein. Umgekehrt ist ein freihaltebedürftiges Zeichen gewöhnlich 
auch nicht unterscheidungskräftig (Urteil des BVGer B-1580/2008 vom 
29. Mai 2009 E. 2.2 A - Z mit Hinweisen). 

2.3 Als  beschreibende  Angaben  werden  jene  Zeichen  des  Gemein-
guts  angesehen,  die sich  in  einem direkten Bezug auf  den gekenn-
zeichneten Gegenstand erschöpfen, nämlich von den massgeblichen 
Verkehrskreisen  unmittelbar  und  ausschliesslich  als  Aussage  über 
bestimmte Eigenschaften der zu kennzeichnenden Waren oder Dienst-
leistungen  verstanden  werden.  Unter  die  beschreibenden  Angaben 
fallen namentlich Wörter, die geeignet sind, im Verkehr als Hinweis auf 
Art, Zusammensetzung, Qualität, Quantität, Bestimmung, Gebrauchs-

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zweck,  Wert,  Ursprungsort  oder  Herstellungszeitpunkt  aufgefasst  zu 
werden  (BGE 128  III  454  E. 2.1.1 ff.  Yukon;  Urteile  des  BVGer 
B-1759/2007 vom 26. Februar 2008 E. 3. ff.  Pirates of the Caribbean 
und  B-7411/2006 vom 22. Mai 2007 E. 5 Bellagio;  WILLI, a.a.O., Art. 2, 
N. 45). Blosse Gedankenverbindungen oder Anspielungen, die nur ent-
fernt auf die Ware oder Dienstleistung hindeuten, genügen nicht. Der 
gedankliche  Zusammenhang  muss  vielmehr  derart  sein,  dass  der 
beschreibende Charakter des Kennzeichens ohne Fantasieaufwand zu 
erkennen ist (BGE 131 III 495 E. 5 Felsenkeller, 128 III 447 E. 1.5 Pre-
miere;  RKGE vom 17. Februar  2003,  in  sic!  6/2003  495  E. 2  Royal 
Comfort; Kommentar DAVID, Art. 2, N. 6). 

2.4 Dem Zweck der Marke als Kennzeichnungsmittel folgend ist für die 
Beurteilung  der  Unterscheidungskraft  die  Auffassung  der  Abnehmer 
massgebend. Das Gericht hat deshalb vorab die massgeblichen Ver-
kehrskreise zu bestimmen (EUGEN MARBACH, Die Verkehrskreise im Mar-
kenrecht, in sic! 1/2007 [zit.: Marbach, Verkehrskreise], S. 3). Konsum-
güter des täglichen Gebrauchs richten sich vorwiegend an den Durch-
schnittskonsumenten. Diesfalls dürfen nicht Kenntnisse vorausgesetzt 
werden, für die es besonderer Interessen oder Nachforschungen be-
darf  (WILLI,  a.a.O.,  Art. 2  N. 41). Dasselbe  gilt  für  Druckerzeugnisse 
und Medienprodukte, welche sich zwar möglicherweises an eine be-
sondere – im vorliegenden Fall  nach den Angaben der Beschwerde-
führerin  an eine "elitäre"  – Zielgruppe,  aber  zumindest  auch an den 
Durchschnittskonsumenten  richten.  Eine  Irreführung  im  Sinne  von 
Art. 2 Bst. c MSchG ist zu bejahen, wenn ein nicht unwesentlicher Teil 
der Abnehmer getäuscht werden könnte (Urteil des BVGer B-673/2008 
vom  5.  November  2008,  E.  5.1  T  Trelleborg  mit  Hinweisen  auf  die 
Rechtsprechung des Bundesgerichts  und der  RKGE;  EUGEN MARBACH, 
in: Roland von Büren/Lucas David [Hrsg.], Schweizerisches Immateri-
algüter- und Wettbewerbsrecht, Bd. III/1, Markenrecht, 2. Aufl.,  Basel 
2009, [zit.: Marbach, Markenrecht], N. 566).

3.

3.1 Das  hinterlegte  Zeichen  PARK AVENUE besteht  aus  zwei  Wör-
tern, von denen das letztere auf Englisch und Französisch als Syno-
nym  für  städtische  Strassen  verwendet  wird  (vgl.  etwa  Le  petit  La-
rousse illustré, Paris 2009, S. 85). Der erste Bestandteil "Park" deutet 
an,  dass  die  so  benannte  Strasse an einem Park,  also  einer  inner-
städtischen Grünfläche, vorbei oder durch diesen hindurch führt. Aus 

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dem Umstand,  dass  viele  Städte  über  Parkanlagen  verfügen,  ergibt 
sich  die  Häufigkeit  dieses  Strassennamens  im  englischen  Sprach-
raum, wie es auch die Beschwerdeführerin nachgewiesen hat (Auszug 
aus  der  Homepage  www.streetmap.co.uk  [Beschwerdebeilage 3]). 
Dabei  handelt  es  sich  regelmässig  um  privilegierte  Wohn-  und  Ge-
schäftsadressen.  Zugleich  ist  unstrittig,  dass  die  New  Yorker  Park 
Avenue wegen zahlreicher erstklassiger Hotels, teurer, von Stars und 
Geldadel  bewohnter  Immobilien  sowie  als  Firmensitz  renommierter 
Unternehmen  einen  Ruf  als  Adresse  für  Luxus  und  Prominenz  er-
worben hat.

3.2 Streitig und vorliegend zu entscheiden ist  indessen,  welche Vor-
stellung das  Zeichen beim schweizerischen Durchschnittskonsumen-
ten auslöst. Die Beschwerdeführerin geht davon aus, dass ein Teil der 
Konsumentenschaft darin einen beliebigen Strassenamen wie "Haupt-
strasse"  oder  "Parkstrasse"  sehe (Beschwerdebeilagen 3-5)  und der 
andere Teil es als symbolhaltiges Fantasiezeichen auffasse, welches 
auf Luxus und Lifestyle anspiele, wie er der in der Park Avenue wohn-
haften oder absteigenden Prominenz eigen ist (Beschwerdebeilage 6). 
Die  Vorinstanz  stellt  dagegen  in  den  Vordergrund,  dass  zahlreiche 
Hotels  (Vernehmlassung,  Ziffer  3,  Beilage  7)  und  Firmen dort  ihren 
Sitz  hätten  (Verfügung,  Ziffer  5).  Daher  sei  einerseits  nicht  auszu-
schliessen, dass die Konsumenten entweder irrtümlich annähmen, die 
beanspruchten Dienstleistungen der Klassen 38 und 41 würden dort 
erbracht (vgl. dazu E. 4 hiernach). Dasselbe gelte im Gegensatz dazu 
nicht für die Waren der Klasse 16. Andererseits werde das Zeichen in 
Bezug auf  die genannten Waren als eine thematische Inhaltsangabe 
aufgefasst (vgl. dazu E. 5 hiernach).

4.
Im Folgenden ist zu prüfen, ob das Zeichen PARK AVENUE gemäss 
Art. 2  Bst. c MSchG  im  Hinblick  auf  die  geografische  Herkunft  der 
Waren und Dienstleistungen der Klassen 38 und 41 eine Irreführungs-
gefahr begründet und deshalb vom Markenschutz ausgeschlossen ist.

4.1 Betreffend  Herkunftsangaben  will  das  Verbot  der  Irreführung 
sicherstellen, dass die Abnehmer der mit einer Herkunftsangabe ver-
sehenen Ware oder Dienstleistung darauf vertrauen können, dass die 
verwendeten  Angaben  der  Wirklichkeit  entsprechen  und  ihre  Erwar-
tungen nicht enttäuscht  werden. Eine Täuschungsgefahr ist  aber nur 
dort  relevant,  wo  die  Marktteilnehmer  im  zu  beurteilenden  Zeichen 

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einen  Herkunftshinweis  erkennen. Im  Wesentlichen  unbekannte 
Namen  von  Örtlichkeiten  oder  Fantasiezeichen  können  deshalb  die 
Verbraucher  nicht  über  die  Herkunft  irreführen  (BGE  128  III  454 
E. 2.1.1  Yukon,  Bundesgerichtsentscheid  4A_587/2008  vom 9.  März 
2009 E. 2.2 i.V.m. E. 2.6 Calvi mit Hinweis auf BGE 132 III 770 E. 2.1 
Colorado;  Urteile  des  BVGer  B-7411/2006  vom  22. Mai  2007  E.  9 
Bellagio  und B-3511/2007 vom 30. September 2008 E. 2 und E. 5.3 
AgieCharmilles). 

4.2 Zunächst gilt  es festzuhalten, dass einen Strassennamen enthal-
tende Zeichen in der Rechtsprechung bislang nur in solchen Fällen als 
irreführend in Bezug auf die Herkunft von Waren oder Dienstleistungen 
charakterisiert  worden sind, in denen der Strassenname zugleich als 
Hinweis für eine bestimmte Stadt und damit ein bestimmtes Land ver-
standen wurde (BGE 72 I 240 E. 3 Fifth Avenue für belgische Schön-
heitsprodukte; BGE 93 I 570 E. 4  Trafalgar  für amerikanische Tabak-
waren). Dementsprechend hat die Eidgenössische Rekurskommission 
etwa  festgehalten,  es  gebe  heute  in  unzähligen  Städten  Amerikas 
Strassen mit  dem Namen "Broadway" (Entscheid  vom 15. Mai  2006 
E. 3  OFF  BROADWAY SHOE  WAREHOUSE  [fig.]).  Im  vorliegenden 
Fall ist zweifelhaft, ob ein nicht unerheblicher Teil des Verkehrskreises 
"Park Avenue" überhaupt mit der Stadt New York in Verbindung bringt, 
wovon die Vorinstanz ausgeht. Die Adresse "Park Avenue" ist  jeden-
falls nicht einmalig und auch nicht in spezieller Hinsicht bekannt wie 
etwa die New Yorker 5th Avenue für den Detailhandel mit Luxusgütern 
(BGE 72 I  240 E. 3  Fifth  Avenue  für  belgische  Schönheitsprodukte; 
RKGE vom 9. August  2004,  in  sic!  1/2005 17 E. 6  5th Avenue [fig.]). 
Anders als etwa die "Champs Élysées" in Paris lässt sie sich nicht mit 
Bestimmtheit einem Ort zuordnen. Hingegen vermittelt "Park Avenue" 
jedenfalls den Eindruck einer besseren, ggf. luxuriösen Lage. Aufgrund 
der nachfolgenden Ausführungen kann indessen offen bleiben, ob der 
Durchschnittskonsument mit dem Zeichen "Park Avenue" ohne Gedan-
kenaufwand  die  gleichnamige  New  Yorker  Strasse  in  Verbindung 
bringt.

4.3 Die  Vorinstanz  weist  richtigerweise  darauf  hin,  dass  in  der  New 
Yorker  Park  Avenue  zahlreiche  Unternehmen  ihren  Sitz  haben,  die 
ähnliche  Dienstleistungen  wie  die  seitens  der  Beschwerdeführerin 
beanspruchten  erbringen  (Vernehmlassung,  S.  4  mit  Auszug  aus 
www.yellowpages.superpages.com  [Beilage  8]).  Das  assoziiert  der 
Durchschnittskonsument aber spontan ebensowenig wie die mit ca. 3 

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Millionen Arbeitsplätzen grösste Ballung von Büros der Welt (vgl. dazu 
die  angefochtene  Verfügung,  S.  4).  Soweit  breitere  Bevölkerungs-
schichten das Zeichen der Stadt New York zuordnen, wird es ihnen in 
erster Linie aus über längere Zeit wöchentlich ausgestrahlten Fernseh-
serien mit  hohen Einschaltquoten wie "Sex and the City"  oder durch 
einen  Roman  wie  "Park  Avenue  Prinzessinnen"  (PLUM SYKES, in  der 
Übersetzung  von  Martina  Tichy  und  Stefanie  Retterbusch,  München 
2005) und anderen Filmen und Veröffentlichungen bekannt sein, deren 
Protagonistinnen sich ein luxuriöses Leben in der "Upper East Side" 
leisten  können.  Es  scheint  daher  naheliegend,  dass  das  schweize-
rische Publikum – soweit es die New Yorker "Park Avenue" kennt – das 
Zeichen  PARK AVENUE ebenso  wie  die  Marke  5th AVENUE  (RKGE 
vom 9. August 2004, in sic! 1/2005 17 E. 8 5th Avenue [fig.]) als Symbol 
für  Luxus  und  Lifestyle  stehende  Bezeichnung  einstuft.  Die  alte 
bundesgerichtliche  Rechtsprechung  zum  Zeichen  5th AVENUE  (BGE 
72 I 238, 241 E. 3 a.E. Fifth Avenue) kann hier nicht uneingeschränkt 
übertragen werden. Nach dieser zweifelten  die Konsumenten bei der 
Wahrnehmung  des  Zeichens  5th AVENUE  für  Schönheitsprodukte 
damals  kaum  an  deren  New  Yorker  Herkunft  –  verbunden  mit  der 
Annahme, es handle sich um die dort üblicherweise vertriebenen erst-
klassigen Produkte. Schon die Rekurskommission ging in ihrem Urteil 
davon  aus,  dass  es  unwahrscheinlich  sei,  dass  das  Publikum  das 
Zeichen  als  Hinweis  auf  den  Produktionsort  auffasse  (a.a.O.,  E. 7). 
Das muss heutzutage erst recht für das Zeichen PARK AVENUE mit 
Bezug auf  die  hier  zu beurteilenden Dienstleistungen gelten. Soweit 
die Konsumenten aufgrund der Rahmenbedingungen moderner Kom-
munikation in Bezug auf die Herkunft  von Dienstleistungen der Klas-
sen  38  und  41  überhaupt  Erwartungen  haben,  geht  die  Vorinstanz 
jedenfalls im vorliegenden Fall fehl in der Annahme, die Konsumenten 
würden  erwarten,  dass  die  für  das  Zeichen  PARK  AVENUE  bean-
spruchten Dienstleistungen in  der  New Yorker Park Avenue erbracht 
würden.  Entweder  verbindet  der  Konsument  mit  dem Zeichen PARK 
AVENUE tatsächlich  nichts  weiter  als  eine  wichtige  Strasse in  einer 
beliebigen  Stadt,  wie  die  Beschwerdeführerin  behauptet  (vgl.  E. 3.1 
hiervor),  oder  dann  beziehen  sich  seine  Erwartungen  aufgrund  von 
spezifischen  Kenntnissen  nicht  auf  die  Herkunft  der  Dienstleistung, 
sondern  vielmehr  auf  das  Angebot  selbst,  etwa den Inhalt  nicht  nur 
einer  Zeitschrift  (Klasse  16),  wovon  auch  die  Vorinstanz  ausgeht, 
sondern  auch  die  Ausrichtung  von  Dienstleistungen  der  Klassen  38 
und  41,  etwa  von  Aktivitäten  im  Bereich  der  Telekommunikation, 
welche  für  die  "oberen  Zehntausend"  (in  New  York  oder  anderswo) 

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relevant  sein  sollen  (vgl.  dazu  E.  2.4  hiervor  und  ausführlich  E.  5 
hiernach).

4.4 Nach dem Gesagten kann das Zeichen PARK AVENUE entgegen 
der Ansicht  der Vorinstanz nicht wegen Irreführung über die geogra-
fische  Herkunft  der  in  Frage  stehenden  Dienstleistungen  gemäss 
Art. 2 Bst. c MSchG zurückgewiesen werden.

5.
Das Zeichen müsste jedoch gemäss Art. 2 Bst. a MSchG vom Marken-
schutz  ausgeschlossen  werden,  wenn  es  im  Hinblick  auf  die  bean-
spruchten  Waren  und  Dienstleistungen  als  beschreibend  anzusehen 
wäre. Im vorliegenden Fall ist die Vorinstanz in zweierlei Hinsicht von 
einem beschreibenden Charakter  des Zeichens PARK AVENUE aus-
gegangen: Das Zeichen beschreibe einerseits den thematischen Inhalt 
der  Druckerzeugnisse als  Waren in  Klasse 16 und andererseits  den 
Erbringungsort  der Dienstleistungen der Klassen 38 und 41. Ein be-
schreibender Charakter des Zeichens in Bezug auf den Erbringungsort 
der beanspruchten Dienstleistungen kann unter  Hinweis auf  die vor-
stehenden Ausführungen zur  Irreführung über  die geografische Her-
kunft  ausgeschlossen werden  (vgl. E. 4  hiervor). Es  bleibt  daher  zu 
prüfen,  ob das Zeichen im Hinblick auf  den thematischen Inhalt  der 
"produits d'imprimierie" (Klasse 16) beschreibend ist. 

5.1 Wie  das  Bundesverwaltungsgericht  bereits  in  seinem  Urteil 
B-1759/2007 vom 26. Februar 2008 Pirates of the Caribbean (E. 3 ff.) 
ausführlich dargestellt hat, können Waren oder Dienstleistungen ihren 
wirtschaftlichen Wert  hauptsächlich in  ihrem immateriellen  Inhalt  an-
statt  in  ihren physischen Bestandteilen  haben. Zum Beispiel  werden 
Zeitschriften und Bücher  vor allem wegen ihres Inhalts  und weniger 
wegen ihrer materiellen Zusammensetzung (Buchumschlag, Druckpa-
pier) gekauft. Liegt die Aufmerksamkeit der Abnehmerkreise solcherart 
auf dem geistigen Inhalt, kann das Zeichen nicht nur in Bezug auf die 
physische  Beschaffenheit,  sondern  auch  in  Bezug  auf  den  Inhalt 
beschreibend sein, wovon die Vorinstanz richtigerweise ausgeht. Ent-
sprechend ist dies auch im vorliegenden Fall zu prüfen.

5.2 Das Bundesgericht hat noch vor Inkrafttreten des geltenden Mar-
kenschutzgesetzes entgegen seiner früheren Praxis entschieden, dass 
Überschriften von Drucksachen grundsätzlich als Marken eingetragen 
werden können (BGE 81 II 288 E. 2a Compass/Kompass, BGE 102 II 
125  E.  2  Annabelle/Annette).  Indessen  können  nach  dem  in  Erwä-

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gung 5.1 hiervor Ausgeführten Titel,  Überschriften oder Illustrationen 
eines  literarischen  oder  audiovisuellen  Werks,  die  in  naheliegender 
Weise  auf  dessen  thematischen  Inhalt  schliessen  lassen,  von  der 
Lehre  ebenfalls  als  beschreibende Angaben gewertet  werden (WILLI, 
a.a.O., Art. 2, N. 52; Kommentar DAVID, Art. 2, N. 17, MARBACH, Marken-
recht, a.a.O., N. 295). 

5.3 Wie  in  allen  Markeneintragungsverfahren  muss  auch  bei  Titeln, 
Überschriften  oder  Illustrationen  eines  literarischen  oder  audiovisu-
ellen Werks allein auf den Wortlaut der Markenanmeldung und nicht 
auf  einen  beabsichtigten  oder  tatsächlich  stattfindenden  Markenge-
brauch als Werküberschrift, Zeitschriftentitel oder Illustration abgestellt 
werden,  solange keine Verkehrsdurchsetzung der  Marke geltend ge-
macht  wird  (MARBACH,  Markenrecht,  a.a.O.,  N. 204  f.;  WILLI,  a.a.O., 
Art. 2, N. 12). Mit Urteil B-1759/2007 vom 26. Februar 2008 Pirates of 
the Caribbean (E. 3.4-3.7) hat das Bundesverwaltungsgericht im Sinne 
eines  obiter  dictum  festgehalten,  dass  an  die  konkrete  Unterschei-
dungskraft  von  Marken  für  inhaltsbezogene  Waren  und  Dienstleis-
tungen  keine  übertriebenen  Anforderungen  gestellt  werden  dürfen 
(E. 3.6)  und auf  den Gesamteindruck abzustellen ist  (E. 3.5). Insbe-
sondere würden Markeneintragungen für inhaltsbezogene Waren und 
Dienstleistungen  und  damit  der  Zweck  des  Markenrechts  in  diesen 
Bereichen überhaupt verunmöglicht, weil jedes Zeichen einen "mögli-
chen  thematischen  Inhalt  der  Waren  und/oder  Dienstleistungen  be-
schreiben"  kann,  solange  sein  tatsächlicher  oder  beabsichtigter 
Gebrauch nicht festgelegt ist (E. 3.4). Diese Konzeption entspricht im 
Ergebnis  auch  der  Argumentation  der  Vorinstanz  betreffend  Art.  2 
Bst. c  MSchG  bzw.  der  etwas  grosszügigeren  Praxis  in  Bezug  auf 
Medien und Vertragserzeugnisse (vgl. E. 2.1 hiervor). Würde im vor-
liegenden  Zusammenhang  nur  die  Wahl  zwischen  Nichteintragungs-
fähigkeit im Sinne von Art. 2 Bst. a und gemäss Art. 2 Bst. c bestehen, 
ohne  dass  der  Möglichkeit  der  Fantasiebezeichnung  hinreichend 
Raum gegeben würde, wären die differenzierenden Ausführungen des 
IGE zu Art. 2 Bst. c MSchG ihrer Bedeutung beraubt.

5.4 Die  Vorinstanz  geht  davon aus,  dass  das  Publikum das strittige 
Zeichen  als  thematische  Inhaltsbeschreibung  für  die  beanspruchten 
Waren-  und  Dienstleistungen  auffasse.  Insbesondere  ist  sie  der 
Ansicht, dass aus der Argumentation der Rekurskommission in Bezug 
auf  die  Entscheidung  zur  Marke  5th AVENUE (RKGE vom 9. August 
2004,  in  sic!  1/2005  17  E. 8  5th Avenue  [fig.])  und  die  Waren  der 

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Klassen  18  und  25  nicht  auf  die  symbolhafte  Verwendung  des 
Zeichens  für  "produits  de  l'imprimerie"  (Klasse  16)  und  die  bean-
spruchten Dienstleistungen geschlossen werden könnte, da diese gar 
nicht als Luxusvarianten angeboten würden. Das Zeichen werde daher 
als direkter Hinweis auf den Inhalt aufgefasst und nicht als Symbol für 
Lifestyle und Luxus wahrgenommen. Die Vorinstanz hat richtig aufge-
zeigt,  dass die Fälle nicht  vollständig parallel  liegen und sich insbe-
sondere in Bezug auf die beanspruchten Waren und Dienstleistungen 
unterscheiden. Indessen erscheint es durchaus denkbar, ja im vorlie-
genden Fall naheliegend, dass sich das in einem Zeichen enthaltene 
Symbol für Luxus und Lifestyle nicht nur auf den materiellen Wert der 
Waren,  sondern  auch  auf  den  Inhalt  von  Druckereierzeugnissen 
bezieht. Ein so gekennzeichnetes Druckerzeugnis könnte inhaltlich die 
Lebenswelt sehr vermögender Personen zum Gegenstand haben, d.h. 
dass darin luxuriöse Güter und der Lebensstil von Personen beschrie-
ben werden, die sich jene leisten können. Damit ist die Frage, ob das 
nicht ohnehin auch in Form eines Hochglanzmagazins geschieht, was 
wieder für eine Erwartung in Bezug auf die Beschaffenheit des Druck-
erzeugnisses  selbst  sprechen  würde,  nicht  mehr  entscheiderheblich. 
Das  Zeichen  kann  daher  auch  im  Zusammenhang  mit  den  bean-
spruchten Waren durchaus als Symbol für Lifestyle und Luxus aufge-
fasst werden.

5.5 Das Zeichen  kann  auch  nicht  als  beschreibend  zurückgewiesen 
werden, weil der Inhalt der so bezeichneten Waren die Interessen sehr 
vermögender  Personen  abdeckt.  Unmittelbar  beschreibend  ist  ein 
Zeichen in Bezug auf den thematischen Inhalt von Waren der Klasse 
16 nur, wenn das Zeichen im Sinne der vorstehenden Erwägung direkt 
den thematischen Inhalt wiedergibt. Dagegen werden zwar diejenigen 
Konsumenten,  die spontan an die New Yorker Park Avenue denken, 
möglicherweise erwarten, dass Bekleidung, Hobbys und der Lebensstil 
der oberen Zehntausend thematischer Gegenstand der Druckerzeug-
nisse sind. Ohne Gedankenaufwand kommt jedoch auch der New York-
Kenner nicht zu diesem Ergebnis, muss er doch von der New Yorker 
Park Avenue auf  die den Lebensstil  derselben pflegenden Personen 
und von diesen auf die in einem Druckerzeugnis behandelten Themen 
schliessen,  was  einen  gewissen  Fantasieaufwand  mit  sich  bringt. 
Soweit die Abnehmer dieser Erzeugnisse das Zeichen PARK AVENUE 
nicht  mit  New York in  Verbindung  bringen,  haben  sie  selbst  für  den 
Fall,  dass  eine  bessere  Wohnlage  irgendwo  im  angelsächsischen 
Raum assoziiert wird, jedenfalls keine konkretere Inhaltserwartung als 

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der  New  York  assoziierende  Teil  der  Abnehmer,  was  das  Zeichen 
allenfalls als direkt beschreibend erscheinen lassen könnte.

5.6 Die  Eidgenössische  Rekurskommission  hat  im  Rahmen  eines 
Widerspruchverfahrens  (Entscheid  vom 23.  Mai  2005  in  sic!  9/2005 
661 E. 6  5th AVENUE [fig.]/5th Avenue Fashion House"  [fig.]) festge-
stellt,  dass  die  Widerspruchsmarke  im  Hinblick  auf  die  Waren  des 
Klassen 18 und 25 auf die begehrten Eigenschaften "Luxus und Life-
style" hinweise, welche insbesondere in der Werbung intensiv hervor-
gehoben würden. Für diese Waren stelle somit die Bezeichnung "5th 
AVENUE"  einen  Hinweis  auf  hohe  Qualität  und  damit  eine  werbe-
mässige  Aussage  dar,  obwohl  diese  Eigenschaft  des  Zeichens  im 
Rechtsstreit  um  dessen  Eintragungsfähigkeit  ungeprüft  blieb  (vgl. 
RKGE vom 9. August 2004, in sic! 1/2005 17 5th Avenue [fig.]). Solche 
Qualitätshinweise seien nach ständiger Praxis dem Gemeingut zuzu-
rechnen.  Der  Gemeingutcharakter  des  Zeichens  wurde  damit  nicht 
allgemein (vgl. dazu Urteil des BVGer B-1580/2009 vom 19. Mai 2009 
E. 3.4.3 A - Z), sondern nur in Bezug auf die im konkreten Fall bean-
spruchten  Waren  der  Klassen  18  und  25  festgestellt,  welche  die 
exquisitesten Modedesigner in eigenen Geschäften an der 5th Avenue 
vertreiben. Bei  PARK AVENUE verhält  es  sich  indessen  anders,  da 
diese Strasse – falls sie überhaupt mit der Stadt New York assoziiert 
wird – keinen auf die zu beurteilenden Produkte oder Dienstleistungen 
bezogenen  Ruf  geniesst,  was  einerseits  gegen  eine  Herkunftser-
wartung,  aber  andererseits  auch  gegen  den  direkt  beschreibenden 
Charakter des Zeichens spricht. 

5.7 Zusammenfassend ergibt sich, dass das Zeichen PARK AVENUE 
zwar mit dem Inhalt der seitens der Beschwerdeführerin beanspruch-
ten Druckerzeugnisse in Verbindung gebracht wird, aber nicht in direkt 
beschreibender  Weise.  Vielmehr  sind  zur  Definition  der  konkreten 
Inhaltserwartung  Gedankenschritte  notwendig,  welche  dazu  führen, 
dass die für die Eintragung erforderliche Unterscheidungskraft erreicht 
wird.

6.

6.1 Eine geografische Angabe braucht nicht als Gemeingut freigehal-
ten zu werden, wenn der entsprechende Ort oder die Gegend in den 
Augen der massgeblichen Verkehrskreise offensichtlich nicht Produk-
tions-,  Fabrikations-  oder  Handelsort  bzw. Erbringungsort  der  damit 
gekennzeichneten  Erzeugnisse  ist  (vgl.  BGE  128  III  459  E.  2.1.2 

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Yukon).  Dies  ist  unter  anderem der  Fall,  wenn  der  Verwendung  der 
Angabe  wie  vorliegend  ein  klar  erkennbarer  Symbolgehalt  beige-
messen werden kann, so dass die Marke nicht zu einer unmittelbaren 
Ideenverbindung  zum  betreffenden  Land  oder  der  Gegend  führt 
(RKGE vom 9. August 2004, in sic! 1/2005 18 E. 8 5th Avenue; anders 
insoweit  Entscheid  vom  23.  Mai  2005  in  sic!  9/2005  661  E.  6  5th 

AVENUE [fig.]/5th Avenue Fashion House" [fig.]). Soweit  die Rekurs-
kommission in  ihrem späteren  Entscheid  in  einem Widerspruchsver-
fahren für 5th AVENUE von einem Freihaltebedürfnis zu Gunsten der-
jenigen Unternehmen ausgeht, welche ein Geschäft an dieser Strasse 
haben, ist daran zu erinnern, dass für die Beurteilung der Freihaltebe-
dürftigkeit die betroffene Branche massgebend ist (WILLI, a.a.O., Art. 2, 
N. 44).  Wie  bereits  ausgeführt  (E. 4.3)  wird  die  Bezeichnung  PARK 
AVENUE  im  Zusammenhang  mit  den  Druckereierzeugnissen  der 
Klasse 16 sowie der Kommunikations- und Unterhaltungsdienstleistun-
gen  der  Klassen  38  und  41  nicht  als  Produktions-  oder  Dienstleis-
tungserbringungsort  verstanden und zwar auch dann,  wenn entspre-
chende Dienstleistungen in Büros in der Park Avenue erbracht werden. 
In  dieser  Branche  erfolgt  die  Individualisierung eines  Unternehmens 
anders  etwa  als  bei  Restaurants  oder  Modegeschäften  auf  der  5th 

Avenue kaum über den Sitz bzw. die Geschäftsadresse.

6.2 Soweit  es  im Falle  geografischer  Herkunftsangaben um Konkur-
rentenschutz mittels des Freihaltebedürfnisses geht, hat das Bundes-
gericht  betreffend  der  Marke  MONTPARNASSE  (BGE  117  II  327 
E. 2b) entschieden, dass jedes Land die Freihaltebedürftigkeit  seiner 
geografischen  Namen  am besten  in  eigener  Verantwortung  beurteilt 
(dem  folgend  RKGE  vom  12. April  2006  in  sic!  10/2006  681  E. 5 
Burberry  Brit sowie  Urteil  des BVGer B-5782/2008 vom 25. Februar 
2009 E. 11 Albino und mutatis mutandis Urteil des BVGer B-7426/2006 
vom 30. September 2008 E. 3.3  Royal  Bank of  Scotland). Im vorlie-
genden Fall finden sich im US-amerikanischen Markenregister mindes-
tens zehn aktive reine Wortmarken PARK AVENUE, von denen eine 
für  die  identischen Warenklassen ohne Einschränkung auf  eine  US-
amerikanische Herkunft eingetragen ist (IR Marke-Nr. 898'548). Wenn 
das  United  States  Patent  and  Trademark  Office  der  Auffassung  ist, 
dass  das  Zeichen  die  Interessen  potentieller  Konkurrenten  mit 
Geschäftstätigkeit an der Park Avenue nicht verletzt (und auch keine 
Täuschungsgefahr besteht), rechtfertigt es sich, die Eintragungsfähig-
keit auch für die Schweiz zu bejahen.

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7.
Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  die  Beschwerde  gutzuheissen 
und  die  Vorinstanz  anzuweisen  ist,  der  internationalen  Marke 
Nr. 883'504  PARK  AVENUE  für  sämtliche  beanspruchte  Waren  und 
Dienstleistungen den Schutz für die Schweiz zu gewähren. 

8.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  keine  Kosten  zu  erheben 
(Art. 63 Abs. 2 VwVG), und es ist der Beschwerdeführerin der geleiste-
te  Kostenvorschuss  zurück  zu  erstatten. Überdies  ist  ihr  eine  ange-
messene  Parteientschädigung  zuzusprechen.  Fehlt  wie  vorliegend 
eine unterliegende Gegenpartei,  ist  die  Parteientschädigung derjeni-
gen  Körperschaft  oder  autonomen  Anstalt  aufzuerlegen,  in  deren 
Namen die Vorinstanz verfügt hat (Art. 64 Abs. 2 VwVG). Nach Art. 1 
des Bundesgesetzes über Statut und Aufgaben des Eidgenössischen 
Instituts  für  Geistiges  Eigentum (IGEG,  SR 172.010.31)  handelt  die 
Vorinstanz als autonome Anstalt mit eigener Rechtspersönlichkeit. Sie 
ist  in  eigenem  Namen  mit  dem  Vollzug  des  Markenschutzgesetzes, 
namentlich der Führung des Markenregisters beauftragt (Art. 2 Abs. 1 
Bst.  a  und  b  IGEG).  Gestützt  darauf  hat  die  Vorinstanz  die  ange-
fochtene Verfügung in eigenem Namen und unter Erhebung der dafür 
vorgesehenen Gebühr erlassen. Ihr sind demnach die Parteikosten der 
Beschwerdeführerin  aufzuerlegen.  Diese  Kosten  sind  gemäss  Art.  8 
und 14 Abs. 2 Satz 1 des Reglements über die Kosten und Entschä-
digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 11. Dezember 2006 
(VGKE,  SR  173.320.2)  festzusetzen.  Die  Rechtsvertreter  der  Be-
schwerdeführerin haben eine vom 25. Mai 2009 datierende Kostennote 
über Fr. 8'264.05 eingereicht. Sie beziffern darin den Zeitaufwand mit 
20 Stunden bei einem Stundenansatz von Fr. 400.--. In Markensachen, 
inbesondere  in  den  im  Allgemeinen  rechtlich  einfach  gelagerten 
Eintragungsfällen,  erscheint  dem Bundesverwaltungsgericht  ein  mitt-
lerer  Stundenansatz  im Sinne von Art.  10  Abs. 2  Satz  1  VGKE von 
Fr. 300.--  und im vorliegenden Fall  ein  Zeitaufwand von 15 Stunden 
angemessen.  Der  Beschwerdeführerin  ist  daher  eine  Parteientschä-
digung von Fr. 5'101.-- (inkl. MWSt und Auslagen) zuzusprechen.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen,  die  Verfügung  des  Eidgenössi-
schen Instituts für Geistiges Eigentum vom 10. März 2008 aufgehoben, 
und  dieses  angewiesen,  der  internationalen  Markenregistrierung 
Nr. 883'504 PARK AVENUE für  sämtliche beanspruchten Waren und 
Dienstleistungen der Klassen 16, 38 und 41 vollumfänglich Schutz zu 
gewähren.

2.
Es  werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben. Der  geleistete  Kosten-
vorschuss von Fr. 3'500.--  wird der  Beschwerdeführerin  nach Eintritt 
der Rechtskraft zurückerstattet.

3.
Der Beschwerdeführerin  wird zulasten des Eidgenössischen Instituts 
für Geistiges Eigentum eine Parteientschädigung von Fr. 5'101.-- (inkl. 
MWSt) zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführerin  (Rechtsvertreter;  mit  Gerichtsurkunde; 
Beilage: Zahladresse)

- die Vorinstanz (Ref-Nr. Int. Reg. 883504; mit Gerichtsurkunde)
- das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (mit Gerichtsur-

kunde)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Marc Steiner Miriam Sahlfeld

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Zivilsachen geführt 
werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 72 ff., 90 ff. und 
100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  (BGG,  SR 
173.110)  gegeben  sind.  Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache 
abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene 
Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerde-
führende Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 2. Oktober 2009

Seite 18