# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6a040747-6727-58b1-9dea-81d4ae8f8785
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-26
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 26.06.2017 BK 2017 142
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2017-142_2017-06-26.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 17 142

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 26. Juni 2017

Besetzung Oberrichterin Schnell (Präsidentin), Oberrichter Trenkel, Oberrich-
ter J. Bähler
Gerichtsschreiber Müller

Verfahrensbeteiligte A.________

Beschuldigter

B.________

Straf- und Zivilklägerin/Beschwerdeführerin

Gegenstand Einstellung

Strafverfahren wegen Betrugs

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Emmental-Oberaargau vom 14. März 2017 (EO 16 11665)

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Erwägungen:

1. Am 14. März 2017 stellte die Regionale Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau 
(nachfolgend: Staatsanwaltschaft) das Strafverfahren gegen A.________ (nachfol-
gend: Beschuldigter) wegen Betrugs zum Nachteil von B.________ (nachfolgend: 
Beschwerdeführerin) ein. Dagegen erhob Letztere am 5. April 2017 Beschwerde 
und beantragte, das Verfahren gegen den Beschuldigten sei fortzusetzen bezie-
hungsweise wiederaufzunehmen. In ihrer Stellungnahme beantragte die General-
staatsanwaltschaft die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Der Beschuldigte 
hat sich innert Frist nicht vernehmen lassen. In der Replik vom 7. Juni 2017 hielt 
die Beschwerdeführerin an ihrem Rechtsbegehren fest.

2. Gegen Verfügungen der Staatsanwaltschaft kann bei der Beschwerdekammer in 
Strafsachen innert 10 Tagen schriftlich und begründet Beschwerde geführt werden 
(Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 Schweizerische Strafprozessordnung 
[StPO; SR 312], Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden 
und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organi-
sationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Die Beschwerdefüh-
rerin ist durch die angefochtene Verfügung unmittelbar in ihren rechtlich geschütz-
ten Interessen betroffen und somit zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 382 
Abs. 1 StPO). Auf die form- und fristgerechte Beschwerde ist einzutreten.

3. Mit Anzeige vom 21. Mai 2015 wurde gegen den Beschuldigten ein Strafverfahren 
wegen Betrugs anhängig gemacht. Ihm wird vorgeworfen, sich durch das Verhalten 
der Beschwerdeführerin unrechtmässig bereichert zu haben, dies unter mehrfacher 
wahrheitswidriger Vorspiegelung seiner Zahlungswilligkeit und -fähigkeit, mithin 
durch Täuschung über Tatsachen. Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Be-
schwerdeschrift im Wesentlichen geltend, der Beschuldigte habe sie mittels mehre-
rer E-Mails darüber getäuscht, dass er Geschäfte abgeschlossen habe und die of-
fenen Rechnungen nun werde bezahlen können. Dadurch soll er sie zu wiederhol-
ten Leistungserbringungen und Vorstreckungen von Geldbeträgen verleitet und in 
der Höhe von EUR 62'213.07 am Vermögen geschädigt haben. 

4. Die Generalstaatsanwaltschaft vertritt die Auffassung, dass einige der geltend ge-
machten angeblichen Täuschungen für die Erfüllung des Tatbestands von vornher-
ein irrelevant seien. Und selbst wenn sie als Täuschung anzusehen wären, wären 
sie zeitlich nach den Vermögensverschiebungen erfolgt, weshalb es an der Kausa-
lität zwischen Täuschung, Irrtum und Vermögensverschiebung fehle. Falls die An-
gaben des Beschuldigten unwahr gewesen sein sollten, wären sie höchstens ge-
eignet gewesen, die Beschwerdeführerin hinsichtlich der Begleichung der Rech-
nungen hinzuhalten. Dies wäre ohne Strafrechtsrelevanz. Ausserdem würde es 
sich bei den Behauptungen in den E-Mails bloss um einfache Lügen handeln. Die 
Beschwerdeführerin habe vom Beschuldigten Vorauszahlungen verlangt, die er 
nicht geleistet habe. Trotzdem habe sie anschliessend Aufträge für ihn ausgeführt. 
Der Beschuldigte habe zwar Zusicherungen gemacht, er werde demnächst Geld 
erhalten, habe aber nie irgendwelche (gefälschten oder verfälschten) Dokumente 
oder Unterlagen vorgelegt, um diese Behauptung zu untermauern. Er habe auch zu 

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keinen anderen qualifizierten Täuschungsmitteln gegriffen. Blosse Beteuerungen, 
wie sie der Beschuldigte gemacht habe, könnten gegenüber einer erfahrenen und 
zeitweise durchaus misstrauischen Patentanwältin kaum genügen, um eine arglis-
tige Täuschung zu begründen. 

Es sei nicht am Beschuldigten gewesen, Beweise dafür vorzulegen, dass die in 
seinen E-Mails erwähnten Geschäfte tatsächlich abgeschlossen worden seien. 
Solche Belege hätte die Beschwerdeführerin vom Beschuldigten verlangen müs-
sen, bevor sie weitere Aufträge für ihn erledigt habe. Ihr wäre es mit Blick auf ihre 
Tätigkeit als Patentanwältin, ihre Berufserfahrung, die ihr zur Verfügung stehenden 
Möglichkeiten sowie die in Frage stehenden Forderungsbeträge möglich und zu-
mutbar gewesen, seine Angaben zu überprüfen und Vorsichtsmassnahmen zu tref-
fen, um ihre Forderungen abzusichern. Dies umso mehr, als der Beschuldigte aus 
dem Ausland stamme und für die österreichische Beschwerdeführerin ein eher 
neuer Kunde gewesen sei. Sie hätte zum Beispiel nur gegen Vorschüsse arbeiten 
oder sich vom Beschuldigten Belege für die von ihm in Aussicht gestellten Zah-
lungseingänge vorlegen lassen können. Letzteres gelte insbesondere für die Akti-
enverkäufe, die sich ohne Aufwand anhand von Transaktionsbelegen, Einzah-
lungsbelegen der Bank, Bestätigungen des Käufers etc. hätten belegen lassen. Die 
Beschwerdeführerin habe bei ihrer Tätigkeit für den Beschuldigten minimalste Vor-
sichtsmassnahmen ausser Acht gelassen und dies auch dann noch, als sie schon 
den Verdacht gehabt habe, dass sich der Beschuldigte in Zahlungsschwierigkeiten 
befinde. Wenn die Beschwerdeführerin geltend mache, dass sie üblicherweise kei-
ne Vorauszahlungen in Rechnung stelle, sei das ihr eigenes Risiko und für die Fra-
ge der Strafbarkeit des Beschuldigten unerheblich. Wenn sie zudem einräume, der 
Beschuldigte sei ein Ausnahmefall gewesen, weil seine Aufträge hohe externe Kos-
ten verursacht hätten, so gestehe sie selber ein, leichtfertig gehandelt zu haben. 

Abgesehen von den fehlenden (qualifizierten) Täuschungshandlungen und der Op-
fermitverantwortung dürfte es gemäss der Generalstaatsanwaltschaft ferner kaum 
nachweisbar sein, dass der Beschuldigte nicht zahlungswillig gewesen sei. Selbst 
wenn er mit seinen Zusicherungen übertrieben hätte und ihm dies nachgewiesen 
werden könnte, wäre der Nachweis des fehlenden Zahlungswillens noch nicht er-
bracht. Es habe ihm von Anfang an bewusst sein müssen, dass er seinen Zah-
lungsverpflichtungen nicht werde ausweichen können. Er habe beispielsweise auch 
nicht versucht, seine Identität zu verschleiern, anonym zu bleiben oder andere Um-
gehungsmöglichkeiten wie das Vorschieben von Scheinfirmen genutzt. 

5. In der Replik ergänzt die Beschwerdeführerin was folgt: Die Generalstaatsanwalt-
schaft behaupte, es fehle an der Kausalität zwischen Täuschung, Irrtum und Ver-
mögensverschiebung. Dies sei falsch, da die Täuschung bereits zu Beginn der Ge-
schäftsbeziehungen erfolgt sei, indem der Beschuldigte anfänglich Zahlungen in 
der Höhe von rund EUR 40.000.00 geleistet, dadurch Zahlungsfähigkeit und Zah-
lungswilligkeit vorgespiegelt und sich Vertrauen erschlichen habe. Zu diesem Zeit-
punkt, im Herbst 2013, habe sie, die Beschwerdeführerin, keine Veranlassung zu 
zweifeln gehabt. Im Herbst 2013 habe sie auf von ihm erteilte Aufträge hin Nach-
zahlungen von Jahresgebühren und zu einigen Patentanmeldungen und Patenten 
Wiedereinsetzungen veranlasst. Aus den Leistungen hätten Kosten von 

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ca. EUR 40‘000.00 resultiert. Diese Kosten seien nicht mit der Erteilung der Aufträ-
ge an externe Anwälte angefallen, sondern nach deren Leistungserbringung und zu 
einem viel späteren Zeitpunkt, insbesondere erst im Laufe des Jahres 2014. Die 
Rechnungen über die Wiedereinsetzungen und Nachzahlungen von Gebühren hät-
ten grossteils ein Datum aus dem Jahr 2014. Dabei sei darauf hinzuweisen, dass 
der Beschuldigte über die Empfehlung eines langjährigen Mandanten der Be-
schwerdeführerin, der in Österreich ansässigen J.________KG, vermittelt worden 
sei. Diese Firma sei zu diesem Zeitpunkt in Geschäftsbeziehung mit dem Beschul-
digten gewesen. 

Ab dem 17. Juni 2014 – dem Zeitpunkt der E-Mail an den Beschwerdeführer, mit 
welcher ihm mitgeteilt worden sei, dass die Beschwerdeführerin nur nach erfolgter 
Vorauszahlung Aufträge an Dritte erteile oder Zahlungsverpflichtungen gegenüber 
Dritten übernehmen werde – habe sie nur einen einzigen Auftrag durchgeführt, der 
mit externen Kosten – in der Grössenordnung von EUR 5‘000.00 – verbunden ge-
wesen sei. Dies sei jener Fall gewesen, den sie in der Beschwerde, Seite 5, darge-
legt habe. Die diesbezüglichen Behauptungen der Generalstaatsanwaltschaft gin-
gen ins Leere. Überdies sei es unzumutbar, von einem Mandanten Belege über 
seine Geschäfte – Aktienverkäufe und dergleichen – zu verlangen. Ein solches Be-
gehren als minimalste Vorsichtsmassnahme zu bezeichnen, sei realitätsfern. Fer-
ner sei es absurd zu meinen, die Beschwerdeführerin hätte jemals mit jemandem 
eine Geschäftsbeziehung begonnen, dessen Identität einer Überprüfung bedurft 
hätte. Der Beschuldigte sei über eine Vermittlung zu ihr gekommen. Sie habe da-
her keine Zweifel an seiner Identität gehabt. 

6.

6.1 Gemäss Art. 319 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Einstellung des 
Verfahrens unter anderem dann, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine An-
klage rechtfertigt, oder wenn kein Straftatbestand erfüllt ist. Der Entscheid über die 
Einstellung eines Verfahrens hat sich nach dem Grundsatz in dubio pro duriore zu 
richten. Er bedeutet, dass eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft grundsätz-
lich nur bei klarer Straflosigkeit oder offensichtlich fehlenden Prozessvorausset-
zungen angeordnet werden darf. Hingegen ist, sofern die Erledigung mit einem 
Strafbefehl nicht in Frage kommt, Anklage zu erheben, wenn eine Verurteilung 
wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Ist ein Freispruch gleich wahrschein-
lich wie eine Verurteilung, drängt sich in der Regel, insbesondere bei schweren De-
likten, eine Anklageerhebung auf (BGE 138 IV 86 E. 4.1.1). Bei der Prüfung der 
Frage, ob nach der Aktenlage ein Freispruch zu erwarten ist, darf und muss die 
Staatsanwaltschaft die Beweise würdigen (Beschluss des Obergerichts des Kan-
tons Bern BK 16 279 vom 4. Oktober 2016 E. 7.1). 

Des Betrugs nach Art. 146 Abs. 1 Schweizerisches Strafgesetzbuch (StGB; 
SR 311) macht sich strafbar, wer in der Absicht, sich oder einen andern unrecht-
mässig zu bereichern, jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von 
Tatsachen arglistig irreführt oder ihn in einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Ir-
renden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen an-
dern am Vermögen schädigt. Die Betrugsmerkmale setzen sich demnach aus den 

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fünf Tatbestandselementen der (1) Täuschung über Tatsachen, der (2) Arglistigkeit 
der Täuschung, des (3) täuschungsbedingten Irrtums, der (4) Vermögendisposition 
des Geschädigten sowie des (5) beim Geschädigten eingetretenen Vermögens-
schadens zusammen. Nur wenn diese Kriterien in ihrer Gesamtheit erfüllt sind, liegt 
ein Betrug nach Art. 146 StGB vor. Eine Täuschung kann sich auf sogenannte in-
nere Tatsachen beziehen. Das heisst auf Vorgänge, welche sich innerhalb des 
Täters abspielen und für den Geschädigten kaum überprüfbar sind, da er nicht in 
den Täter «hineinschauen» kann. Die Zahlungsbereitschaft (allgemeiner: der Wille 
zur redlichen Erfüllung von Versprechen) ist als innere Tatsache oft betrugsrelevant 
(vgl. ARZT, in: Basler Kommentar StGB II, 3. Aufl. 2013, N. 38 zu Art. 146 StGB). 
Bei bloss konkludenter Vorspiegelung der Zahlungsfähigkeit und Zahlungswilligkeit 
liegt gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine einfache Lüge vor 
(BGE 125 IV 124). Die alleinige Vortäuschung des Erfüllungswillens ist nur arglistig, 
wenn die Überprüfung der Erfüllungsfähigkeit unzumutbar oder unmöglich ist und 
daher auch keine Schlüsse auf den Erfüllungswillen des Täters gezogen werden 
können (BGE 118 IV 359 E. 2). Um Arglist bejahen zu können, muss sich der Täter 
einer qualifizierten Vorgehensweise bedienen. In dieser Einschränkung kommt die 
Opfermitverantwortung zum Ausdruck. Arglist liegt vor, wenn der Täter zwecks 
Täuschung ein Lügengebäude erstellt oder betrügerische Machenschaften an den 
Tag legt, seine Angaben nicht überprüfbar sind oder eine Überprüfung als nicht 
zumutbar erscheint, beziehungsweise der Täter den Getäuschten von einer mögli-
chen Überprüfung abhält oder genau weiss, dass der Getäuschte keine Überprü-
fung vornehmen wird (vgl. ARZT, a.a.O., N. 63 zu Art. 146 StGB). Arglist scheidet 
aus, wenn der Getäuschte den Irrtum mit einem Mindestmass an Aufmerksamkeit 
hätte vermeiden können. Dabei sind die jeweilige Lage und die Schutzbedürftigkeit 
des Betroffenen im Einzelfall entscheidend. Rücksicht zu nehmen ist auf geistes-
schwache, unerfahrene oder aufgrund von Alter oder Krankheit beeinträchtigte Op-
fer oder auf solche, die sich in einem sog. Abhängigkeits- oder Unterordnungsver-
hältnis oder einer Notlage befinden und deshalb kaum imstande sind, dem Täter zu 
misstrauen. Auf der anderen Seite sind besondere Fachkenntnis und Geschäftser-
fahrung des Opfers in Rechnung zu stellen. Auch unter dem Gesichtspunkt der Op-
fermitverantwortung erfordert die Erfüllung des Tatbestands indes nicht, dass das 
Täuschungsopfer die grösstmögliche Sorgfalt walten lässt und alle erdenklichen 
Vorkehren trifft. Arglist scheidet lediglich aus, wenn es die grundlegendsten Vor-
sichtsmassnahmen nicht beachtet. Entsprechend entfällt der strafrechtliche Schutz 
nicht bei jeder Fahrlässigkeit des Getäuschten, sondern nur bei Leichtfertigkeit, 
welche das betrügerische Verhalten des Täters in den Hintergrund treten lässt. Die 
zum Ausschluss der Strafbarkeit des Täuschenden führende Opfermitverantwor-
tung kann nur in Ausnahmefällen bejaht werden (vgl. BGE 135 IV 76 E. 5.2; Urteil 
des Bundesgerichts 6B_346/2012 vom 19.04.2013 E. 1.1).

6.2 Die Einstellungsverfügung erweist sich als rechtmässig. Die Staatsanwaltschaft hat 
ein Verfahren eröffnet, eingehend ermittelt und ist zum korrekten Schluss gekom-
men, dass wenn Anklage erhoben und das Handeln des Beschuldigten durch ein 
Sachgericht beurteilt werden würde, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein 
Freispruch resultieren würde. Wie die Staatsanwaltschaft in ihrer Verfügung vom 
14. März 2017 ausführt, gab der Beschuldigte bei seiner Einvernahme vom 16. De-

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zember 2015 an, dass er in eine miserable finanzielle Situation manövriert worden 
sei, weil Verträge von seinen Partnern nicht eingehalten worden seien und diese in 
vielen Fällen ihre finanziellen Verpflichtungen nicht erfüllt hätten, weswegen es ihm 
bis anhin nicht möglich gewesen sei, seinerseits die finanziellen Verpflichtungen 
gegenüber der Beschwerdeführerin zu erfüllen. Auf die Frage, ob er die Verpflich-
tungen gegenüber der Beschwerdeführerin erfüllen werde, sagte er aus, dass er 
dies sobald wie möglich tun werde, das heisse, wenn seine Vertragspartner ihrer-
seits den Verpflichtungen ihm gegenüber nachgekommen seien. Ob diese Aussage 
der Wahrheit entspricht oder nicht, hätte zwar entgegen der Ansicht der Staatsan-
waltschaft womöglich überprüft werden können, indem er hätte aufgefordert wer-
den können, Verträge oder ähnliches vorzulegen. Ob der Beschuldigte im Zeitpunkt 
der beschwerdeführerischen Leistungserbringungen und Vorstreckungen zah-
lungswillig war, braucht aber letztlich – mit Blick auf die nachfolgenden Erwägun-
gen – ohnehin nicht endgültig beantwortet zu werden.

Dem Beschuldigten wird der Vorwurf gemacht, seine Leistungsfähigkeit mittels be-
vorstehenden Zahlungseingängen vorgespielt zu haben, Überweisungen irrtümlich 
in Schweizer Franken statt in Euro angewiesen sowie Überweisungsbelege per E-
Mail von nicht stattgefundenen Einzahlungen übermittelt zu haben. Hinsichtlich 
Letzterem kann festgehalten werden, dass den E-Mails des Beschuldigten vom 
11. Januar 2015 und 16. Februar 2015 tatsächlich jeweils eine Auftragsbestätigung 
beigelegt wurde. Auf diesen ist indes ersichtlich, dass es sich um pendente Aufträ-
ge handelte. In seiner Einvernahme sagte der Beschuldigte aus, dass zwar keine 
Deckung auf seinem Konto bestanden habe, er jedoch mit einer Zahlung eines sei-
ner Vertragspartner gerechnet habe, welche sein Konto wiederum gedeckt hätte. 
Eine Täuschung lässt sich daher nicht mit Gewissheit bejahen. Auch sonst lässt 
sich – wie die Generalstaatsanwaltschaft festhält – insbesondere aus der zeitlichen 
Abfolge keine strafrechtliche Verantwortlichkeit des Beschuldigten herleiten. Indem 
er anfangs gewisse Zahlungen leistete, hat er noch keine Täuschungshandlungen 
vorgenommen. Wie beschrieben kann ihm – besonders in dieser frühen Phase der 
Geschäftsbeziehung – kein fehlender Zahlungswille nachgewiesen werden. Viel-
mehr hat er im Laufe der Monate schlicht mit (teilweise wohl tatsächlich haltlosen) 
Hinhaltetaktiken versucht, zusätzliche Zeit herauszuschinden. Darin liegt kein straf-
rechtlich relevantes Verhalten.  

6.3 Ob vorsätzliche Täuschungshandlungen vorliegen und ob der Beschuldigte zah-
lungsunfähig- und -unwillig war, kann letztlich sogar offengelassen werden, da es – 
wie nachfolgend zu zeigen sein wird – am Tatbestandselement der Arglist fehlt. Bei 
der Beschwerdeführerin handelt es sich um eine Patentanwältin mit eigener Kanz-
lei in der Nähe von C.________. Insofern dürfen bei ihr umfassende Kenntnisse in 
Patentangelegenheiten vorausgesetzt und besondere Fachkenntnisse sowie Ge-
schäftserfahrung angenommen werden. Ihre Schutzbedürftigkeit ist daher geringer 
einzustufen als bei einem unerfahrenen oder unkundigen Opfer. 

In der Sachverhaltsdarstellung zur Strafanzeige legt die Beschwerdeführerin dar, 
dass sie für den Beschuldigten kostenintensive Wiedereinsetzungen in diversen 
Ländern in die Wege geleitet habe. Zu diesem Zeitpunkt habe sie noch keine Ver-
anlassung gesehen, am Erfüllungswillen des Beschuldigten zu zweifeln. In den ers-

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ten Monaten des Jahres 2014 habe sie den Zusicherungen des Beschuldigten ver-
traut und sei davon ausgegangen, dass er seinen Zahlungsverpflichtungen nach-
kommen werde. Am 17. Juni 2014 habe sie dem Beschuldigten per E-Mail mitge-
teilt, dass sie nur noch nach erfolgter Vorauszahlung Aufträge an Dritte erteilen 
oder Zahlungsverpflichtungen gegenüber Dritten übernehmen werde.   

Allerspätestens ab Mitte Juni 2014 sind der Beschwerdeführerin also grösste Zwei-
fel an der Zahlungsfähigkeit des Beschuldigten erwachsen. Wie die Staatsanwalt-
schaft ausführt, veranlasste sie dennoch im Dezember 2014 ohne Vorauszahlung 
zwei EP-Entries zu PCT-Anmeldungen zu Gunsten des Beschuldigten. Aufgrund 
der Interessenwahrungspflicht sind diese Anmeldungen gegebenenfalls nachvoll-
ziehbar. In der Folge jedoch hat die Beschwerdeführerin im Februar 2015 erneut 
ohne Vorauszahlung und lediglich auf Zusicherung des Beschuldigten hin die Ent-
richtung von Jahresgebühren über das Patent Annuity Service der Firma 
I.________ veranlasst (vgl. Beschwere, S. 2). Eine Leichtfertigkeit der Beschwer-
deführerin kann somit nicht von der Hand gewiesen werden. Im Hinblick darauf, 
dass sie am 17. Juni 2014 dem Beschuldigten zu verstehen gegeben hatte, dass 
sie nur noch gegen Vorauszahlung leisten werde, steht ihr Verhalten in der darauf-
folgenden Zeit im klaren Widerspruch. Nicht gefolgt werden kann der Beschwerde-
führerin, wenn sie ausführt, der Beschuldigte sei ihr von einem ihrer langjährigen 
Mandanten vermittelt worden und es sei realitätsfern, wenn von ihr erwartet werde, 
dass sie von einem Mandanten Belege über seine Geschäfte verlange: Erstens war 
der Beschuldigte für sie ein Neukunde aus dem Ausland. Und zweitens hätte sie – 
auch wenn sie vorher noch nie solche schlechte Erfahrungen gemacht haben will – 
nach dem mehrfachen Hinhalten des Beschuldigten rückfragen und sich Belege 
zeigen lassen sollen. Hierzu kann ergänzend auf die Ausführungen der General-
staatsanwaltschaft verwiesen werden (vorne E. 4, 2. Absatz). 

Daran ändert sich nichts, wenn die Beschwerdeführerin in der Replik (beschrän-
kend) vorbringt, anfangs – also im Herbst 2013 – habe der Beschuldigte Zahlungen 
geleistet, um ihr Vertrauen zu erschleichen; daraufhin habe sie Nachzahlungen von 
Jahresgebühren sowie zu Patenten Wiedereinsetzungen veranlasst, und ein gros-
ser Teil der Kosten/Rechnungen sei gestützt darauf erst im Laufe des Jahres 2014 
entstanden. Bereits in den E-Mails vom 9. Oktober 2013 («Betreff: Offene Rechnungen, 
Gesamtbetrag / Sehr geehrter Herr A.________, das sind die offenen Rechnungen: Rechnung Nr. 
[…],: Rechnung Nr. […],: Rechnung Nr. […],: Rechnung Nr. […],: Rechnung Nr. […],: Rechnung Nr. 
[…],: Rechnung Nr. […],: Rechnung Nr. […], Summe EUR 27.241,90») sowie vom 23. Dezem-
ber 2013 («Betreff: Offene Rechnungen, Stand 23. Dezember 2013 / Wichtigkeit: Hoch»), und 
noch deutlicher in den E-Mails vom 13. Januar 2014, vom 24. Januar 2014 und 
vom 13. Februar 2014 («Bitten überweisen Sie diesen Betrag in den nächsten Tagen. Sollten 
Sie dazu nicht in der Lage sein, schlage ich vor, dass wir einen Zahlungsplan vereinbaren, da ich fi-
nanziell nicht mehr in der Lage bin, weitere Kosten zu übernehmen») werden nämlich die er-
heblichen (und berechtigten) Zweifel der Beschwerdeführerin ersichtlich, ob sie auf 
einen baldigen Zahlungseingang vertrauen kann. Bekanntlich beglich der Beschul-
digte die letzte Rechnung gegenüber der Beschwerdeführerin gemäss ihren Anga-
ben (unvollständig) im Oktober 2013 (vgl. Anzeige vom 21. Mai 2015, Sachver-
haltsdarstellung, S. 1, 2. Absatz). Und schon in seiner E-Mail vom 25. Januar 2014 
schob der Beschuldigte eine doch einigermassen fadenscheinige Ausrede vor, 

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warum er noch nicht bezahlen könne («Ich habe anfangs Dezember für über 60‘000.- Euro 
Aktien der D.________ GmbH, Schweiz an die E.________ Ltd., (die zu 50% auch mir gehört) Herrn 
F.________ (Multimillionär) in England verkauft. Die Gelder von Herrn F.________ sind in einem 
Trust in Form von Wertpapieren parkiert und es dauert immer etwas bis er über Cash verfügen kann. 
Ich bin mit Herrn F.________ in Kontakt und er hat mir versichert, dass die Zahlung in den nächsten 
Wochen bei mir eingehen werde»). Darauf durfte die in Geschäftsfragen sehr erfahrene 
Beschwerdeführerin nicht vertrauen. Sie hätte entsprechend bei gebotener Sorgfalt 
möglichst unmittelbar sämtliche Besorgungen für den Beschuldigten abbrechen 
oder jedenfalls gründliche Überprüfungen in die Wege leiten sollen. Daher scheidet 
eine Arglist, wie sie das Bundesgericht in verschiedenen Fallgruppen beschreibt 
(insb. Lügengebäude resp. betrügerische Machenschaften, Nicht-Überprüfbarkeit, 
Mangel an Fachkenntnis und Geschäftserfahrung) aus.   

6.4 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde unbegründet und daher abzuweisen. 

7. Bei diesem Verfahrensausgang wir die Beschwerdeführerin kostenpflichtig 
(Art. 428 Abs. 1 StPO) . Entschädigungswürdige Nachteile sind keine entstanden.

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1‘500.00, werden der Be-
schwerdeführerin auferlegt.

3. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten (via Publikation)
- der Straf- und Zivilklägerin/Beschwerdeführer
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau, Staatsanwalt 

G.________
(mit den Akten)

Bern, 26. Juni 2017 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen 

Die Präsidentin:

Oberrichterin Schnell

Der Gerichtsschreiber:

Müller 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Be-
schwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.