# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6a9bf795-d75e-5032-99ea-efcbea9ab8e1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.08.2018 200 2017 1070
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-1070_2018-08-23.pdf

## Full Text

200 17 1070 IV
FUR/FRN/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. August 2018 

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Franzen

A.________
vertreten durch med. pract. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 7. November 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2018, IV/17/1070, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1982 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
bezog in der Kindheit aufgrund bestehender Geburtsgebrechen (Nr. 390; 
495 und 496 sowie 649) Leistungen der Invalidenversicherung (IV) in Form 
von medizinischen Massnahmen sowie Sonderschulmassnahmen (Akten 
der IV, Antworteibeilage [AB] 1.1 S. 28, S. 50, S. 84, S. 90, S. 119, S. 127). 

Am 22. Oktober 2013 meldete er sich unter Hinweis auf eine psychisch 
eingeschränkte Leistungsfähigkeit bei der IV zum Leistungsbezug an 
(AB 4). Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) nahm erwerbli-
che und medizinische Abklärungen vor. Nach Einholung mehrerer Stel-
lungnahmen beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; AB 28; 37), liess sie 
den Versicherten bidisziplinär psychiatrisch sowie neuropsychologisch be-
gutachten (psychiatrisches Gutachten vom 1. Dezember 2015 [AB 54.1], 
neuropsychologisches Gutachten vom 1. Dezember 2015 [AB 55.1]). Mit 
Vorbescheid vom 5. Januar 2016 stellte die IVB die Abweisung des Leis-
tungsbegehrens bei einem IV-Grad von 20% in Aussicht (AB 57). Damit 
zeigte sich der Versicherte nicht einverstanden (AB 62). Auf Empfehlung 
des RAD (AB 81) holte die IVB sodann ein bidisziplinäres Gutachten beim 
… (…) in den Fachrichtungen Orthopädie und Neurologie ein (MEDAS-
Gutachten vom 8. Mai 2017 [AB 97.1]). Mit Vorbescheid vom 26. Juni 2017 
stellte die IVB wiederum die Abweisung des Leistungsbegehrens bei einem 
IV-Grad von 20% in Aussicht (AB 100). Hiergegen erhob der Versicherte 
Einwand (AB 106; 108). Nach Einholung einer weiteren Stellungnahme des 
RAD (AB 114) wies sie mit Verfügung vom 7. November 2017 das Leis-
tungsbegehren dem Vorbescheid entsprechend ab (AB 116). 

B.

Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch die behandelnde Psychia-
terin, med. pract. B.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera-
pie, am 8. Dezember 2017 Beschwerde und beantragte sinngemäss die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2018, IV/17/1070, Seite 3

Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 7. November 2017 sowie die 
Überprüfung des Anspruchs auf Rente nach einer Beurteilung der Leis-
tungsfähigkeit im Rahmen einer praktischen Abklärung. 

Mit Beschwerdeantwort vom 23. Januar 2018 schloss die Beschwerdegeg-
nerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 7. November 2017 
(AB 116). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers 
auf eine IV-Rente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG).

2.2 Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie 
Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befund-
lage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann an-
spruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung 
ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 281 E. 
2.1 S. 285). Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 
2 ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrach-
tungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Person 
auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295) und die materielle Be-
weislast für Invalidität bei ihr liegt (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).

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2.3 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 
4.1 S. 296). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades 
ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch fest-
gestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand von 
Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über-
wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (BGE 141 V 281 E. 6 S. 
308). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 
S. 429). 

Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeeinträchti-
gung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf der 
ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe nach 
BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte Ge-
sundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 E. 
2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine versicher-
te Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene 
anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikato-
ren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksich-
tigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 
Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreich-
baren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt im Re-
gelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardindikato-
ren zu beachten (E. 4.1.3), welche sich in die Kategorien „funktioneller 
Schweregrad“ (E. 4.3) und „Konsistenz“ einteilen lassen (E. 4.4). Der Prü-
fungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5). 

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

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Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.5 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente. 

2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

 

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten im Wesentlichen Fol-
gendes entnehmen: 

3.1.1 Im Bericht vom 19. Dezember 2013 (AB 13) diagnostizierte die be-
handelnde Psychiaterin, med. pract. B.________, eine Anpassungsstörung 
im Sinne einer längeren depressiven Reaktion im Rahmen einer komplexen 
psychosozialen Überlastung, Hinweise auf eine kombinierte Störung des 
Sozialverhaltens und der Emotionen (ICD-10 F43.21; F92.9) bestehend seit 
der Kindheit bzw. Jugend. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit dia-
gnostizierte sie einen ösophagealen Reflux seit Jahren, aktuell zunehmend 
(S. 2). Es bestünden eine reduzierte Anpassungs- und Kompensations-

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fähigkeit, verminderte Ausdauer und Leistungsfähigkeit sowie Defizite in 
der emotionalen Selbstregulation mit verminderter Konflikt- und Kommuni-
kationsfähigkeit. Insgesamt bestehe eine erheblich reduzierte psychophysi-
sche Belastbarkeit. Die bisherige Tätigkeit sei derzeit nicht zumutbar (S. 4). 

3.1.2 Im Bericht vom 13. Oktober 2014 (AB 31 S. 2) führte Dr. med. 
C.________, Facharzt für Oto-Rhino-Laryngologie, aus, der Beschwerde-
führer habe seit seiner Kindheit dauernd Ohrprobleme rechts. Die Ab-
klärungen hätten ein Cholesteatom rechts ergeben. Die Cholesteatom-
Operation sei am 26. Juni 2012 durchgeführt worden. In der Folge seien 
keine Entzündungsschübe mehr erfolgt, das Gehör rechts habe sich jedoch 
nicht vollständig normalisiert. Anlässlich der letzten Kontrolle vom 28. Ja-
nuar 2013 hätten sich ein absolut normales Gehör links und eine leicht- bis 
mittelgradige Schalleitungsschwerhörigkeit bei einem Status nach Choles-
teatom-Operation rechts gezeigt. Es bestehe keine generelle Arbeitsun-
fähigkeit. Berufe mit ausgesprochener Anforderung an das Gehör seien 
jedoch ungeeignet. 

3.1.3 Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
sowie Neurologie, diagnostizierte im psychiatrischen Gutachten vom 1. De-
zember 2015 (AB 54.1) mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine 
emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ (ICD-10 
F60.30). Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er eine 
kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung mit Legasthenie, feinmoto-
rischen Einbussen und grenzwertigem Intelligenzprofil im Sinne einer Lern-
behinderung (Gesamt-IQ 81; ICD-10 F83) sowie einen Cannabisabusus, 
schädlicher Gebrauch (ICD-10 F12.1; S. 16). 

Als Grenzbegabung werde die nach einem standardisierten Testverfahren 
ermittelte Intelligenz mit einem Intelligenzquotienten in einem Grenzbereich 
zwischen 71 und 84 definiert, das heisst in diesem Bereich die Kriterien der 
Intelligenzminderung formal noch nicht erfüllt seien. Diese Übergangszone, 
einer „Grauzone“ vergleichbar, werde im deutschen Sprachraum auch mit 
dem Begriff einer Lernbehinderung abgedeckt. Eine Lernbehinderung sei 
beim Beschwerdeführer bereits seit der Geburt anzunehmen, was auch 
seine schon früh aufgetretenen schulischen Probleme erkläre. Es sei vom 
mentalen Alter eines 12- bis 15-jährigen Kindes auszugehen. Als Ursache 

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für diese Grenzbegabung und die weiteren kognitiven Beeinträchtigungen 
sei am ehesten eine prä- und perinatale Hirnschädigung bei Drogenabusus 
der Mutter während der Schwangerschaft und Terminmangelgeburt zu 
vermuten (S. 18). 

Im Falle des Beschwerdeführers seien seit der frühen Kindheit neben sei-
nen reinen Lernschwierigkeiten immer wieder auch teils massive Verhal-
tensstörungen mit Fremdaggressivität und impulsiven Durchbrüchen, 
Stimmungsschwankungen, später auch phasenweise ein Drogenabusus 
mit bis heute regelmässigem Cannabiskonsum beschrieben. Diese Verhal-
tensstörungen hätten sein psychosoziales Funktionsniveau von Anfang an 
sehr viel stärker beeinflusst als seine Lernschwierigkeiten (S. 18). Es be-
stehe zum einen eine gewisse Konfliktneigung, zunächst vorallem inner-
halb der Familie, später in den diversen Heimen, aber regelmässig auch 
mit Kollegen und Vorgesetzten an den bisherigen Arbeitsplätzen. Diese 
Verhaltensstörungen mit deutlich dysfunktionalen und überschiessenden 
Reaktionen seien dominierend, sie beherrschten sein psychopathologi-
sches Zustandsbild und limitierten sein psychosoziales Funktionsniveau. 
Somit sei die zusätzliche Diagnose einer emotional unreifen und instabilen 
Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ mittlerweile eindeutig gerecht-
fertigt (S. 19). Die Lernbehinderung und die Persönlichkeitsstörung beein-
flussten sich gegenseitig negativ im Sinne eines Teufelskreises, zudem 
hätten die desaströsen familiären Verhältnisse und die anschliessend 
ebenfalls häufig sehr negativen Erfahrungen in den diversen Heimen mit 
häufigem Wechsel von Bezugspersonen etc. eine nicht unwesentliche Rol-
le bei dieser gestörten Persönlichkeitsentwicklung gespielt (S. 20). 

Zur Arbeitsfähigkeit führte der Gutachter aus, unzweifelhaft sei der Be-
schwerdeführer trotz seiner Persönlichkeitsstörung und seiner neuropsy-
chologischen Defizite in der Lage gewesen, eine Anlehre als … zu absol-
vieren und anschliessend auch in diesem Beruf zu arbeiten, zudem habe er 
durchaus Anstellungen auf dem freien Arbeitsmarkt finden können. Wegen 
der Grenzbegabung, der Legasthenie und der motorischen Störungen sei-
en überwiegend praktische Tätigkeiten ohne hohe Anforderungen an die 
Feinmotorik, an die Eigenorganisation und die schriftlichen und sprachli-
chen Fähigkeiten des Beschwerdeführers zu empfehlen (S. 33). Eine ge-

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wisse Leistungsminderung sei vor allem aufgrund der Persönlichkeitss-
törung mit emotionaler Instabilität und geringer Frustrationstoleranz anzu-
nehmen (S. 33 f.); sie dürfte in einer gut an das geringe Intelligenzniveau 
angepassten Tätigkeit im Zeitverlauf nicht über 20% liegen. Es sei seit je-
her von einer um 20% verminderten Arbeitsfähigkeit auszugehen (S. 34). 

3.1.4 Dr. phil. E.________, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, 
diagnostizierte im neuropsychologischen Gutachten vom 1. Dezember 
2015 (AB 55.1) mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine emotional 
instabile Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ (ICD-10 F60.30) sowie 
einen Status nach Unfallverletzung vor zehn Jahren und aktuell 2014 der 
rechten Schulter. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizier-
te sie eine kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung (ICD-10 F83) 
mit/bei Legasthenie, feinmotorischen Einbussen sowie grenzwertigem Intel-
ligenzprofil („Lernbehinderung“) und eine Schwerhörigkeit auf dem rechten 
Ohr mit Hörverlust von ca. 70% nach operativer Sanierung einer Infektion 
(S. 11). 

Die Testung habe schwere Einbussen im Schreiben und weniger stark 
ausgeprägte Defizite im Lesen, mittelschwere bis schwere sprachliche 
Lern- und Gedächtnisstörungen und Einschränkungen im Rechnen, weiter-
hin von leicht bis mittelschwer reichende Einbussen in exekutiven Funktio-
nen und leichte Defizite im figuralen Gedächtnis ergeben (S. 8). Diese neu-
ropsychologischen Einschränkungen spiegelten sich auch in der Überprü-
fung des Intelligenzniveaus wieder. Gesamthaft sei von einer Lernbehinde-
rung (Gesamt-IQ von 81) auszugehen. Zusätzlich sei eine Legasthenie 
anzunehmen, da die Leistungen in diesem Bereich von der grenzwertigen 
Gesamtintelligenz signifikant abfielen. Dabei könne das Ausmass der Lese- 
und Rechtschreibestörung nicht alleine durch eine nicht optimale Beschu-
lung erklärt werden. Schliesslich müsse auch eine Entwicklungsstörung der 
Fein- und Graphomotorik festgehalten werden. Gesamthaft sei also ent-
sprechend der ICD-Klassifikation von einer kombinierten umschriebenen 
Entwicklungsstörung auszugehen. Eine aktuelle Aufmerksamkeitsdefizit-
störung (ADHS) sei entsprechend der fehlenden Klagen des Beschwerde-
führers über entsprechende Einbussen nicht anzunehmen (S. 9). Allerdings 
könne mit seinen kognitiven Leistungseinbussen alleine nicht erklärt wer-

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den, warum er die Sonderschule habe besuchen müssen. Hier hätten vor-
allem auch die damalige psychische Befindlichkeit und die Verhaltensauf-
fälligkeit mit vermehrter Aggression etc. eine gewichtige Rolle gespielt. Der 
Erfolg einer zweijährigen Ausbildung zum … lasse sich gut mit dem Leis-
tungsprofil des Beschwerdeführers vereinen, der gute Aufmerksamkeits-
leistungen und ein intaktes räumliches Denken und Handeln aufzeige. 

Zur Arbeitsfähigkeit führte die Gutachterin aus, in der gelernten Tätigkeit 
als … bestünden aus rein kognitiver Sicht keine relevanten Einschränkun-
gen der Arbeitsfähigkeit. Diese sei eher aus körperlichen Gründen einge-
schränkt. Als … mit eher einfachen ausführenden Tätigkeiten gelte diesel-
be Aussage, wobei dabei die Arbeitsfähigkeit von der konkreten Art der 
Hilfsarbeit abhänge (S. 15). 

3.1.5 Das bidisziplinären MEDAS-Gutachten vom 8. Mai 2017 (AB 97.1) 
basiert auf Untersuchungen in den Fachbereichen Orthopädie und Neuro-
logie. Im bidisziplinären Konsens stellten die Gutachter folgende Diagnosen 
(S. 16):

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit

1. Chronische Epicondylopathie humeri radialis der adominanten linken Seite 
(ICD-10 M77.1)

- anamnestisch gutes Ansprechen auf wiederholte lokale Steroidin-
filtration

- klinisch deutliche Zeichen der Epicondylopathie
2. Chronische Schulterbeschwerden der dominanten rechten Seite (ICD-10 

M79.61ZT92.1/Z98.8)
- anamnestisch Status nach Eingriff zirka 2000
- aktenanamnestisch Status nach Kontusion Oktober 2014 und nach 

konservativ behandelter Tuberculum majus-Fraktur
- Status nach arthroskopischer Akromioplastik und Débridement der 

Supraspinatussehne am 15. Mai 2015
- intraoperativ bis auf Unterflächenläsion der Supraspinatussehne 

und Einengung des vorderen Subakromialraumes, unauffälliger 
Befund

- radiologisch Zeichen der Tendinitis calcarea und leichte Arthrose 
des Akromioklavikulargelenkes

Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit

1. Chronisch intermittierende Leistenschmerzen rechts (ICD-10 
M79.65/M77.9)

- Klinischer Verdacht auf femoroazetubuläres Impingement
2. Status nach Kirschnerdraht-Osteosynthese einer subkapitalen Metacarpale 

V-Fraktur rechts am 6. März 2012 (ICD-10 Z98.8)

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- Status nach Implantatentfernung und Narbenexzision am 3. Mai 
2012

3. Migräne ohne Aura (ICD-10 G43.0) 

In orthopädischer Hinsicht führte Dr. med. F.________, Facharzt für or-
thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates aus, 
der Beschwerdeführer beklage seitens des Bewegungsapparates im Vor-
dergrund stehende Ellbogenbeschwerden der adominanten linken Schulter, 
welche auf wiederholte Steroidinfiltrationen gut angesprochen hätten 
(S. 10). Aktuell seien auf orthopädischer Ebene folgende Befunde objekti-
vierbar: Bei der Untersuchung der Wirbelsäule habe sich eine freie Beweg-
lichkeit sämtlicher Abschnitte gezeigt, desgleichen an allen Extremitäten. 
An der linken Hüfte lägen dabei Hinweise für ein femoroazetubuläres Im-
pingement und am Ellbogen dieser Seite klare Zeichen der radialen Epi-
condylopathie vor. Die gesamte ausführliche Untersuchung im Stehen, Ge-
hen, Sitzen und Liegen könne bei perfekter Kooperation problemlos durch-
geführt werden, wobei sich die Symptomatik klar auf den linken Ellbogen zu 
konzentrieren scheine. Es könne festgestellt werden, dass sich die am lin-
ken Ellbogen beklagten Beschwerden durch die klinischen und infiltrativen 
Befunde durchaus begründen liessen. Weniger deutlich fassbar sei dage-
gen der Leidensdruck an der rechten Schulter, an welcher die klinische 
Untersuchung keine höhergradigen funktionellen Defizite ergeben habe 
und anamnestisch nur noch bei Wetterwechsel und höherer mechanischer 
Belastung Beschwerden aufträten. Zur Arbeitsfähigkeit führte der Gutachter 
aus, der Beschwerdeführer arbeite gemäss eigenen Angaben diese Woche 
noch als … und … in … und werde diese Tätigkeit auch nächsten Winter 
wieder ausüben, wobei er ein maximales Pensum von sieben Stunden täg-
lich leiste. Für körperlich leichte Verrichtungen unter Wechselbelastung 
bestehe aufgrund der aktuellen Untersuchung eine zeitlich und leistungs-
mässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Der wiederholte Einsatz der 
rechten oberen Extremität oberhalb Schulterniveaus sollte dabei ebenso 
wie das Heben und Tragen von Lasten über 10 kg vermieden werden. Die 
linke Hand sollte dabei bis auf weiteres mit maximal 5 kg belastet werden. 
Nach erfolgreicher, womöglich im Verlauf noch durchzuführender operati-
ver Behandlung der Epicondylopathie am linken Ellbogen könne auch für 
körperlich mittelschwere Verrichtungen eine zeitlich und leistungsmässig 
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit erwartet werden (S. 11). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2018, IV/17/1070, Seite 12

Der neurologische Gutachter, Dr. med. G.________, Facharzt für Neurolo-
gie, führte aus, es sei eine Migräne ohne Aura zu diagnostizieren. Klinisch 
bestehe eine leichte Hörminderung rechts mit Lateralisierung des Weber-
Tests auf dieser Seite. Der Befund sei vereinbar mit einer Schallleitungs-
störung bei Status nach Cholesteatom-Operation im Juni 2012. Aus soma-
tisch-neurologischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähig-
keit (S. 16). 

Zusammenfassend resultiere aus bidisziplinärer Sicht, dass beim Be-
schwerdeführer derzeit in leichten, adaptieren Tätigkeiten, nach Abheilung 
oder Sanierung der Ellbogenproblematik links auch in mittelschweren, ad-
aptierten Tätigkeiten, eine Arbeitsfähigkeit von 100% bestehe. Diese Ein-
schätzung könne über die Zeit gemittelt arbiträr ab Oktober 2014 ange-
nommen werden (S. 17). 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2018, IV/17/1070, Seite 13

3.3 Die beiden bidiziplinären Gutachten (psychiatrisch-
neuropsychologisches Gutachten vom 1. Dezember 2015 [AB 54.1 und 
55.1] sowie das MEDAS-Gutachten vom 8. Mai 2017 [AB 97.1]) erfüllen die 
von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert einer Ex-
pertise gestellten Anforderungen und überzeugen. Insbesondere basieren 
die Beurteilungen auf umfassenden Untersuchungen, berücksichtigen die 
geklagten Beschwerden und wurden in Kenntnis und nach Auseinander-
setzung mit den Vorakten erstattet. Sie leuchten in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation ein. Auch stehen die einzelnen Fachbeurteilungen in Überein-
stimmung untereinander und flossen in die bidiziplinären Beurteilungen ein. 
Insoweit kommt den Gutachten voller Beweiswert zu (vgl. BGE 125 V 351 
E. 3b/bb S. 353). 

3.3.1 Dr. med. D.________ und Dr. phil. E.________ haben in schlüssi-
ger Weise aufgezeigt, dass der Beschwerdeführer mit Auswirkungen auf 
die Arbeitsfähigkeit an einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung 
vom impulsiven Typ (ICD-10 F60.30) leidet (AB 54.1 S. 16). Es leuchtet 
ein, dass die gelernte Tätigkeit als … sowie die Arbeit als … im … oder 
vergleichbare überwiegend praktische Tätigkeiten ohne hohe Anforderun-
gen an die Feinmotorik, an die Eigenorganisation und die schriftlichen und 
sprachlichen Fähigkeiten des Beschwerdeführers zumutbar sind mit einer 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20% (AB 54.1 S. S. 33 f.; 55.1 S. 
15).  

3.3.2 Soweit der Beschwerdeführer die Auffassung vertritt, dass die Leis-
tungsfähigkeit praktisch erprobt werden muss und erst danach der Renten-
anspruch beurteilt werden kann (Beschwerde S. 2) ist darauf hinzuweisen, 
dass die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit insbesondere in einer ange-
passten Tätigkeit, eine medizinische-theoretische sein muss. Die Be-
schwerdegegnerin durfte nach umfassenden medizinischen Abklärungen 
über den Rentenanspruch verfügen, ohne die Leistungsfähigkeit des Be-
schwerdeführers praktisch erprobt bzw. entsprechende Abklärungen 
durchgeführt zu haben. Diesbezüglich verweist die Beschwerdegegnerin zu 
Recht darauf, dass der IV-Grad auch ohne Durchführung von beruflichen 
Massnahmen unter 40% liegt (vgl. E. 4 hiernach), weshalb der Rentenent-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2018, IV/17/1070, Seite 14

scheid vor der Gewährung allfälliger Eingliederungsmassnahmen getroffen 
werden durfte (Beschwerdeantwort S. 3). 

3.3.3 Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, das Gutachten sei mittler-
weile zwei Jahre alt und eine aktuelle psychiatrische Beurteilung sei nicht 
vorhanden (Beschwerde S. 2), kann er daraus nichts zu seinen Gunsten 
ableiten. Insbesondere macht er nicht geltend, dass zwischen der Erstel-
lung des Gutachtens im Januar 2015 und dem Verfügungserlass im No-
vember 2017 eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes 
eingetreten wäre. Von weiteren Abklärungen sind keine neuen Erkenntnis-
se zu erwarten, weshalb darauf verzichtet werden kann (antizipierte Be-
weiswürdigung [BGE 122 V 157 E. 1d S. 162]). 

3.3.4 In somatischer Hinsicht haben die Gutachter nachvollziehbar aufge-
zeigt, dass der Beschwerdeführer an einer chronischen Epicondylopathie 
humeri radialis der adominanten linken Seite (ICD-10 M77.1) sowie an 
chronischen Schulterbeschwerden der dominanten rechten Seite (ICD-10 
M79.61ZT92.1/Z98.8) leidet (AB 97.1 S. 16), dass aber trotz dieser Dia-
gnosen in einer angepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit be-
steht. Bei der angepassten Tätigkeit sollte es sich um eine leichte wechsel-
belastende Tätigkeit (ohne wiederholten Einsatz der rechten oberen Extre-
mität oberhalb des Schulterniveaus, ohne Heben und Tragen von Lasten 
über 10 kg, mit einer Belastungsfähigkeit von maximal 5 kg) handeln; nach 
Abheilung oder Sanierung der Ellbogenproblematik links besteht auch in 
mittelschweren Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 100% (AB 97.1 S. 17, 
S. 11). 

3.3.5 Auch die folgenden Ausführungen der behandelnden Psychiaterin, 
die teilweise widersprüchlich sind zu den Angaben des Beschwerdeführers, 
ändern nichts am von den Gutachtern definierten Zumutbarkeitsprofil: Im 
Bericht vom 22. September 2017 wies sie darauf hin, dass durch die Schul-
terverletzung mit bleibendem Schaden sportliche Betätigungen in der Frei-
zeit wie … und … wegfielen (AB 110 S. 4). Hierzu ist festzuhalten, dass der 
Beschwerdeführer einige Monate zuvor anlässlich der MEDAS-
Begutachtung vom 4. April 2017 gegenüber dem Gutachter ausgeführt hat, 
dass er viele … mache und häufig … und gerne …. Analgetika habe er 
zuletzt im Februar 2017 „geschluckt“ (AB 97.1 S. 7 f. Ziff. 3.1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2018, IV/17/1070, Seite 15

3.3.6 Die Hörproblematik betreffend hat der Facharzt, Dr. med. 
C.________, plausibel dargelegt, dass keine generelle Arbeitsunfähigkeit 
besteht. Berufe mit einer ausgesprochenen Anforderung an das Gehör sind 
jedoch ungeeignet (AB 31 S. 2). Die Beschwerdegegnerin hält diesbezüg-
lich zu Recht fest, dass in einer angepassten Tätigkeit keine speziellen 
Anforderungen an das Gehör bestehen, weshalb dieses Leiden nicht als 
invalidisierend einzustufen ist (AB 116). 

3.3.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer in 
psychischer wie auch in somatischer Hinsicht umfassend abgeklärt wurde. 
Gestützt auf die beiden bidisziplinären Gutachten sind leichte, wechselbe-
lastende, überwiegend praktische Tätigkeiten ohne hohe Anforderungen an 
die Feinmotorik, an die Eigenorganisation und die schriftlichen und sprach-
lichen Fähigkeiten zumutbar mit einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
von 20% (AB 54.1 S. S. 33 f.; 55.1 S. 15; 97.1 S. 17, S. 11).  

3.3.8 Gelangt der Rechtsanwender nach der Beweiswürdigung zum 
Schluss, ein Gutachten erfülle sowohl die mit BGE 141 V 281 definierten 
versicherungsmedizinischen Massstäbe wie auch die allgemeinen rechtli-
chen Beweisanforderungen (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 
3a S. 352), ist es beweiskräftig und die darin formulierten Stellungnahmen 
zur Arbeitsfähigkeit sind zu übernehmen. Eine davon losgelöste juristische 
Parallelüberprüfung nach Massgabe des strukturierten Beweisverfahrens 
(vgl. E. 2.3 hiervor) soll nicht stattfinden (Entscheid des BGer vom 11. Ja-
nuar 2018, 9C_307/2017, E. 5.1.2; vgl. auch BGE 143 V 409 E. 4.5.3 
S. 417, 143 V 418 E. 7.1 S. 429). 

Da vorliegend die beiden bidisziplinären Gutachten (AB 54.1; 55.1 sowie 
97.1) voll beweiskräftig sind (vgl. E. 3.3 hiervor) und damit die Arbeitsun-
fähigkeit in nachvollziehbarer Weise begründet wurde, bleibt die Indikato-
renprüfung entbehrlich.

Folglich ist in einer leidensangepassten Tätigkeit von einer 80%-igen Ar-
beitsfähigkeit auszugehen. 

Nachfolgend ist der IV-Grad mittels Einkommensvergleich zu ermitteln. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2018, IV/17/1070, Seite 16

4.

4.1

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Nicht massgebend ist, was 
sie bestenfalls verdienen könnte (BGE 135 V 58 E. 3.1 S. 59, 131 V 51 E. 
5.1.2 S. 53). Ist aufgrund der Umstände des Einzelfalles anzunehmen, 
dass die versicherte Person sich ohne gesundheitliche Beeinträchtigung 
voraussichtlich dauernd mit einer bescheidenen Erwerbstätigkeit begnügen 
würde, so ist darauf abzustellen, auch wenn sie an sich besser entlöhnte 
Erwerbsmöglichkeiten hätte (BGE 125 V 146 E. 5c bb S. 157).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 
S. 40 E. 2.2). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 142 V 178 E. 2.5.7 
S. 188, 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 E. 2.2). Es gilt 
zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die 
selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu 
voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohn-
mässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittli-
chen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit einem Ab-
zug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 
129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabel-
lenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und be-
ruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2018, IV/17/1070, Seite 17

schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2). 

4.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222). Unter 
Berücksichtigung des Wartejahres – der Beschwerdeführer wurde mit dem 
Eintritt in die psychiatrischen Dienste H.________ am 23. August 2013 zu 
100% krankgeschrieben (AB 3 S. 2) – und der Anmeldung im Oktober 2013 
(AB 4) ist der frühest mögliche Rentenbeginn hier in Anwendung von 
Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG auf August 2014 festzusetzen. Auf 
diesen Zeitpunkt hin ist der Einkommensvergleich durchzuführen.

4.2.1 Da der Beschwerdeführer seit 2003 verschiedene Hilfstätigkeiten – 
unter anderem als …, …, … und … – ausgeübt hat (AB 19), ist grundsätz-
lich auf das Total der LSE-Tabellenlöhne abzustellen. Das Valideneinkom-
men wird gestützt auf die LSE 2014, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1 (ein-
fache Arbeiten körperlicher oder handwerklicher Art), Total, ermittelt. 

4.2.2 Ferner hat der Beschwerdeführer keine Verweisungstätigkeit im 
zumutbaren Rahmen aufgenommen, weshalb das hypothetische Invaliden-
einkommen ebenfalls auf der Basis der LSE 2014 zu bestimmen ist (vgl. 
E. 4.1.2 hiervor). 

Der Beschwerdeführer ist in leichten, wechselbelastenden, überwiegend 
praktischen Tätigkeiten ohne hohe Anforderungen an die Feinmotorik, an 
die Eigenorganisation und die schriftlichen und sprachlichen Fähigkeiten 
arbeitsfähig mit einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20% 
(AB 54.1 S. S. 33 f.; 55.1 S. 15; 97.1 S. 17, S. 11). Er macht geltend, die 
Beschreibung der Gutachter eines derart angepassten Arbeitsplatzes ent-
spreche wohl weniger den Bedingungen auf dem freien Arbeitsmarkt als 
einem geschützten Arbeitsplatz (Beschwerde S. 2). In diesem Zusammen-
hang ist darauf hinzuweisen, dass das trotz der gesundheitlichen Beein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2018, IV/17/1070, Seite 18

trächtigung zumutbarerweise erzielbare Einkommen bezogen auf einen 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln ist. Dieser theoretische und abs-
trakte Begriff dient dazu, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung 
von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Ein ausgeglichener 
Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwi-
schen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer 
verschiedenster Tätigkeiten auf und zwar sowohl bezüglich der dafür ver-
langten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsicht-
lich des körperlichen Einsatzes. Er umfasst auch sogenannte Nischenar-
beitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit 
einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen 
können. Dabei ist nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszu-
gehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichti-
gung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzel-
falles zumutbar sind. An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und 
Verdienstaussichten sind jedoch rechtsprechungsgemäss keine übermäs-
sigen Anforderungen zu stellen (BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 459; SVR 2017 
IV Nr. 64 S. 201 E. 4.1, 2008 IV Nr. 62 S. 205 E. 5.1). Von einer Arbeitsge-
legenheit im Sinne von Art. 16 ATSG kann aber dort nicht mehr gespro-
chen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form 
möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt 
oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durch-
schnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entspre-
chenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (SVR 
2017 IV Nr. 64 S. 201 E. 4.1, 2011 IV Nr. 6 S. 18 E. 4.2.4). Vorliegend wur-
de das medizinische Zumutbarkeitsprofil jedoch nicht derart eingeschränkt 
formuliert, dass davon ausgegangen werden müsste, auf dem ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt beständen keine entsprechenden Tätigkeiten mehr. 
Somit kann nicht auf die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ge-
schlossen werden.  

4.2.3 Da somit sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen auf 
der gleichen Basis zu ermitteln sind (LSE 2014, Tabelle TA1, Kompetenz-
niveau 1, Total), erübrigt sich die Durchführung eines zahlenmässigen Ein-
kommensvergleichs. Der IV-Grad entspricht dem Umfang der Arbeitsun-
fähigkeit (20%) unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabel-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2018, IV/17/1070, Seite 19

lenlohn (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heu-
te Bundesgericht {BGer}] vom 15. April 2003, I 1/03, E. 5.2). Ein solcher 
Abzug ist vorliegend nicht gerechtfertigt. Die behinderungsbedingten Ein-
schränkungen sind bereits im Rahmen der eingeschränkten Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit berücksichtigt und allfällige invaliditätsfremde Gründe 
(Alter, Dienstjahre, Nationalität, Aufenthaltskategorie, Beschäftigungsgrad) 
wären bei beiden Einkommen zu berücksichtigen (Entscheid des BGer vom 
19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5). Damit resultiert ein rentenausschlies-
sender IV-Grad von 20% (vgl. E. 2.5 hiervor). 

4.3 Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung nicht zu 
beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen. 

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens werden die Verfahrenskosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, dem unterliegenden Beschwerdeführer 
auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Sie werden dem in gleicher Höhe geleis-
teten Kostenvorschuss entnommen. 

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2018, IV/17/1070, Seite 20

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.— werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. Zu eröffnen (R):
- med. pract. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.