# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2e5474e5-4ab8-57cc-9016-a5be372ac0a9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-06-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.06.2009 C-3162/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3162-2008_2009-06-17.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-3162/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 7 .  J u n i  2 0 0 9

Richter Michael Peterli (Vorsitz),
Richter Stefan Mesmer,
Richterin Madeleine Hirsig,
Gerichtsschreiberin Lucie Schafroth.

A._______,
vertreten durch B._______,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

Invalidenrente.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-3162/2008

Sachverhalt:

A.
Der 1955 geborene kosovarische Staatsbürger A._______ hat in den 
Jahren  1985  und  1986  für  ein  Bauunternehmen in  der  Schweiz  als 
Maurer gearbeitet und dabei am 28. April 1986 einen Arbeitsunfall er-
litten.  In  der  Folge  reichte  er  ein  Gesuch  für  den  Bezug  von  IV-
Leistungen ein. Am 15. Juli 1987 verliess er die Schweiz und kehrte in 
sein Heimatland zurück. Mit Beschluss vom 1. September 1987 (act. 5) 
wies  die  IV-Kommission  des  Kantons  Solothurn  sein  Leistungs-
begehren ab, da er  vor dem Arbeitsunfall  noch nicht  während eines 
vollen Jahres AHV-Beiträge einbezahlt habe, und daher die versiche-
rungsmässigen Anspruchsvoraussetzungen fehlen würden. 

B.
Am 12. Juni  1989  (Eingangsdatum)  hat  sich  A._______  erneut  zum 
Bezug  von  IV-Leistungen  angemeldet  (act. 8).  Mit  Verfügung  vom 
16. März 1995 (act. 60) sprach die nunmehr  zuständige IV-Stelle  für 
Versicherte  im  Ausland  (nachfolgend:  IV-Stelle)  A._______  mit 
Wirkung ab dem 1. Juni 1988 eine bis 31. Dezember 1990 befristete 
halbe  Invalidenrente  zu.  Diese  Verfügung  blieb  unangefochten  und 
erwuchs in Rechtskraft. 

C.
Mit  Eingabe  vom 7. Februar  1997  (act. 61)  ersuchte  A._______  um 
Weitergewährung  der  befristeten  halben  Rente  ab  dem  1. Januar 
1991. Am 30. Juni 1998 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab 
(act. 100), da A._______ nach seiner Ausreise aus der Schweiz nicht 
mehr  im  Sinne  der  damals  geltenden  zwischenstaatlichen  Ver-
einbarungen  versichert  gewesen  sei  und  daher  die  versicherungs-
mässigen  Voraussetzungen  für  den  Bezug  von  Leistungen  der  In-
validenversicherung  nicht  erfüllt  gewesen  seien.  Die  dagegen  er-
hobene  Beschwerde  wurde  von  der  Eidgenössischen  Rekurs-
kommission  der  AHV/IV  für  die  im  Ausland  wohnenden  Personen 
(nachfolgend: Reko AHV/IV) mit  Entscheid  vom 15. September  2000 
(act. 106)  abgewiesen.  Mit  Urteil  vom  4. März  2003  ist  das  Eidge-
nössische  Versicherungsgericht  auf  die  durch  A._______  erhobene 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde  nicht  eingetreten,  unter  Hinweis  auf 
die IVG-Gesetzesänderung und die damit einhergehende Möglichkeit 
zur  erneuten  Überprüfung  des  Rentenanspruchs  (vgl.  Erwägung 2.2 

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des Urteils  des Eidgenössischen Versicherungsgerichts  vom 4. März 
2003 [act. 111]).

D.
Am 28. April  2003 hat  A._______ erneut  ein Gesuch für  den Bezug 
von  IV-Leistungen  eingereicht.  Mit  Verfügung  vom  31. März  2004 
(act. 139  und  140)  sprach  die  IV-Stelle  A._______  eine  halbe 
Invalidenrente mit Wirkung ab dem 1. Mai 2002 bis zum 31. Dezember 
2003 sowie eine Dreiviertelsrente mit Wirkung ab dem 1. Januar 2004 
nebst Kinderrente für den Sohn C._______ zu, da – trotz  festgestellter 
Arbeitsunfähigkeit  von  70%  in  der  zuletzt  ausgeübten  Tätigkeit  seit 
dem Jahre 1986 – andere leichtere, dem Gesundheitszustand besser 
angepasste  Tätigkeiten  vom  21. September  1990  bis  zum  20. April 
2002  wieder  zu  100%,  und  seit  dem 21. April  2002  zu  50% hätten 
ausgeübt werden können. 

Gegen diese Verfügung hat A._______ am 30. April 2004 Einsprache 
erhoben  und  die  Aufhebung  der  Verfügung  sowie  die  Zusprechung 
einer  ganzen Invalidenrente nebst  Kinderrenten auch für  die Tochter 
D._______  und  für  den  Sohn  E._______  und  Zusatzrente  für  seine 
Ehefrau  beantragt  (act. 142).  Die  IV-Stelle  wies  die  Einsprache  mit 
Entscheid vom 23. Juni 2004 (act. 147) ab. Die dagegen erhobene Be-
schwerde wurde am 9. Dezember 2005 von der Reko AHV/IV abge-
wiesen (act. 156). Gegen dieses Urteil erhob A._______ mit Eingabe 
vom  21. Januar  2006  Verwaltungsgerichtsbeschwerde.  Die  I.  sozial-
rechtliche  Abteilung  des  Schweizerischen  Bundesgerichts  (nach-
folgend:  Bundesgericht)  stellte  mit  Urteil  vom  19. Februar  2007 
(act. 162)  eine  ungenügende  Abklärung  des  medizinischen  Sach-
verhalts  fest  und  hiess  die  Verwaltungsgerichtsbeschwerde,  soweit 
darauf  eingetreten wurde,  in  dem Sinne gut,  dass der  angefochtene 
Entscheid  vom 9. Dezember  2005  und  der  Einspracheentscheid  der 
IV-Stelle  vom 23. Juni  2004  aufgehoben  wurden  und  die  Sache  zur 
Feststellung  des  Sachverhalts  im  Sinne  der  Erwägungen  (Durch-
führung  einer  orthopädischen  und  psychiatrischen  Begutachtung  in 
der Schweiz) und zum anschliessenden Erlass einer neuen Verfügung 
an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde.

E.
Am  25. Mai  2007  beauftragte  die  IV-Stelle  die  Medizinische  Ab-
klärungsstelle  der  Eidgenössischen IV (MEDAS)  in  Bern  mit  der  er-
neuten  medizinischen  Begutachtung  von  A._______  (vgl.  Gutachten 

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vom 8. November  2007  [act. 183]).  Diagnostiziert  wurde  ein  Lumbo-
vertebral-Syndrom  bei  geringgradiger  medianer  Bandscheiben-
protrusion  L5/S1  ohne  nachweisbare  radikuläre  Zeichen,  Dysthymia 
sowie  Simulation.  Die  Arbeitsunfähigkeit  für  die  zuletzt  ausgeübte 
Tätigkeit  wurde  infolge  Gesundheitsbeeinträchtigung  als  Schwer-
arbeiter seit 1986 mit 100% angegeben. Dem Gesundheitszustand an-
gepasste Tätigkeiten (leichte und wechselbelastende Tätigkeiten,  die 
keine  Zwangshaltungen  des  Rumpfes  voraussetzen)  wurden  jedoch 
spätestens seit 1992 als zu 100% zumutbar beurteilt.

F.
Mit Verfügung vom 2. April 2008 hat die IV-Stelle gestützt auf das Gut-
achten der MEDAS die Zahlung der A._______ bis dahin gewährten 
Dreiviertelsrente  per  1. Juni  2008  eingestellt,  da  trotz  festgestellter 
Arbeitsunfähigkeit  von  70%  in  der  zuletzt  ausgeübten  Tätigkeit  die 
Ausübung  einer  leichteren  dem  Gesundheitszustand  angepassten 
Tätigkeit  zu  100% zumutbar  sei  und  der  errechnete  Invaliditätsgrad 
somit  lediglich 17% betrage. Ein Anspruch auf  eine Rente der Inva-
lidenversicherung habe daher nie bestanden.

Gegen  diese  Verfügung  hat  A._______  (nachfolgend:  Beschwerde-
führer) am 28. April 2008 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht 
erhoben und sinngemäss die Weitergewährung der ihm bis dahin ge-
währten Invalidenrente beantragt. 

Mit  Zwischenverfügung  vom  23. Mai  2008  forderte  der  damals  zu-
ständige Instuktionsrichter  den Beschwerdeführer  auf,  einen Kosten-
vorschuss von Fr. 400.- zu leisten. 

Mit  Datum vom 22. Juni  2008  ersuchte  der  Beschwerdeführer,  nun-
mehr  vertreten  durch  B._______, sinngemäss  um  teilweise  Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege und überwies der Gerichts-
kasse fristgerecht einen Betrag in der Höhe von Fr. 200.-.

Mit Schreiben vom 2. Juli 2008 reichte der Beschwerdeführer weitere 
medizinische  Unterlagen  (Bericht  Spital  X._______  betreffend  Be-
handlung vom 27. Mai bis 9. Juni 2008) zu den Akten. 

Mit Vernehmlassung vom 10. November 2008 beantragte die IV-Stelle, 
gestützt auf die diesbezüglich eingeholte Stellungnahme des IV-ärzt-
lichen Dienstes (act. 214) die Abweisung der Beschwerde, da die vom 
Beschwerdeführer  eingereichten  medizinischen  Unterlagen  keine 

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neuen Elemente enthalten würden, welche eine Änderung der durch 
das  ausführliche  und  umfassende  Gutachten  der  MEDAS  festge-
stellten  Diagnosen  und  damit  einhergehenden  Schlussfolgerungen 
bewirken könnten.

Die  schriftliche  Vollmacht  über  das  Vertretungsverhältnis  wurde  mit 
Eingabe vom 18. April 2009 nachgereicht.

Mit  Verfügung  vom  21. April  2009  wies  der  nunmehr  zuständige 
Instruktionsrichter  das  Gesuch  um  teilweise  Gewährung  der  unent-
geltlichen  Rechtspflege  aufgrund  fehlender  Prozessarmut  des  Be-
schwerdeführers  sowie  festgestellter  Aussichtslosigkeit  der  Be-
schwerde ab und forderte  den Beschwerdeführer  auf,  einen Kosten-
vorschuss  von  Fr.  200.-  zu  leisten.  Der  Kostenvorschuss  ging  frist-
gerecht bei der Gerichtskasse ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  in  Verbindung  mit  Art. 33  Bst. d  VGG  und 
Art. 69  Abs. 1  Bst. b  des  Bundesgesetzes  über  die  Invaliden-
versicherung  vom  19. Juni  1959  (IVG,  SR 831.20)  beurteilt  das 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden  von  Personen  im  Ausland 
gegen Verfügungen der IV-Stelle für Versicherte im Ausland. Eine Aus-
nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor.

1.2 Aufgrund  von Art. 3  Bst. dbis des  Bundesgesetzes  über  das  Ver-
waltungsverfahren  vom  20. Dezember  1968  (VwVG,  SR 172.021) 
findet  das  VwVG  keine  Anwendung  in  Sozialversicherungssachen, 
soweit  das  Bundesgesetz  über  den  Allgemeinen  Teil  des  Sozial-
versicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG, SR 830.1) anwend-
bar ist. Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG 
auf die Invalidenversicherung (Art. 1a-26bis und 28-70 IVG) anwendbar, 
soweit  das  IVG nicht  ausdrücklich  eine Abweichung vom ATSG vor-
sieht.

1.3 Der Beschwerdeführer ist  durch die angefochtene Verfügung be-
rührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder 

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Änderung,  so  dass  er  im  Sinne  von  Art. 59  ATSG  beschwerde-
legitimiert ist.

1.4 Da  die  Beschwerde  im  Übrigen  frist-  und  formgerecht  (Art. 60 
ATSG und Art. 52 VwVG) eingereicht  und der  Kostenvorschuss frist-
gerecht geleistet wurde, ist darauf einzutreten.

2.
Vorab ist zu prüfen, welche Rechtsnormen im vorliegenden Verfahren 
zur Anwendung gelangen.

2.1 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich im 
Wesentlichen  nach  den  Vorschriften  des  VGG,  des  VwVG  (Art. 37 
VGG)  sowie  des  ATSG.  Dabei  finden  nach  den  allgemeinen  inter-
temporalrechtlichen  Regeln  diejenigen  Rechtssätze  Anwendung, 
welche  im  Zeitpunkt  der  Beschwerdebeurteilung  Geltung  haben 
(BGE 130 V 1 E. 3.2), unter Vorbehalt spezialgesetzlicher Übergangs-
bestimmungen.

In  materiellrechtlicher  Hinsicht  sind  grundsätzlich  diejenigen Rechts-
sätze  massgebend,  die  bei  der  Erfüllung  des  zu  Rechtsfolgen 
führenden Sachverhalts  Geltung haben (BGE 130 V 329 E. 2.3). Ein 
allfälliger Leistungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel 
aufgrund  der  bisherigen  und  ab  diesem  Zeitpunkt  nach  den  neuen 
Normen zu prüfen (pro rata temporis; BGE 130 V 445).

Nach  der  Rechtssprechung  stellt  das  Sozialversicherungsgericht  bei 
der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeit-
punkt des Erlasses der streitigen Verfügung (hier: 2. April 2008) einge-
tretenen  Sachverhalt  ab  (BGE 129  V  1  E. 1.2  mit  Hinweisen).  Tat-
sachen,  die  jenen  Sachverhalt  seither  verändert  haben,  sollen  im 
Normalfall  Gegenstand  einer  neuen  Verwaltungsverfügung  sein 
(BGE 121 V 362 E. 1b).

2.2 Nach  dem  Zerfall  der  Föderativen  Volksrepublik  Jugoslawien 
blieben  zunächst  die  Bestimmungen  des  Abkommens  zwischen  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Föderativen  Volks-
republik  Jugoslawien  über  Sozialversicherung  vom  8. Juni  1962 
(SR 0.831.109.818.1)  für  alle  Staatsangehörigen  des  ehemaligen 
Jugoslawiens anwendbar (BGE 126 V 203 E. 2b, 122 V 382 E. 1, 119 
V  101  E. 3).  Zwischenzeitlich  hat  die  Schweiz  mit  Nachfolgestaaten 
des ehemaligen Jugoslawiens (Kroatien, Slowenien und Mazedonien), 

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nicht  aber  mit  Serbien  oder  mit  dem  jüngst  als  Staat  anerkannten 
Kosovo, neue Abkommen über Soziale Sicherheit abgeschlossen. Für 
den Beschwerdeführer als Bürger von Kosovo findet demnach weiter-
hin  das  schweizerisch-jugoslawische  Sozialversicherungsabkommen 
vom 8. Juni 1962 Anwendung. Nach Art. 2 dieses Abkommens stehen 
die  Staatsangehörigen  der  Vertragsstaaten  in  ihren  Rechten  und 
Pflichten aus den in Art. 1 genannten Rechtsvorschriften, zu welchen 
die  schweizerische  Bundesgesetzgebung  über  die  Invaliden-
versicherung gehört, einander gleich, soweit nichts anderes bestimmt 
ist.  Die  Frage  ob,  und  gegebenenfalls  ab  wann  Anspruch  auf 
Leistungen der IV besteht, bestimmt sich daher vorliegend alleine auf-
grund der schweizerischen Rechtsvorschriften.

2.3 Für das vorliegende Verfahren ist deshalb das per 1. Januar 2003 
in  Kraft  getretene  ATSG  anwendbar.  Die  darin  enthaltenen  Formu-
lierungen der Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit, der Invalidität 
und der Einkommensvergleichsmethode entsprechen ohnehin den bis-
herigen, von der Rechtssprechung dazu entwickelten Begriffen in der 
IV.  Demzufolge  beanspruchen  die  diesbezüglich  schon  herausge-
bildeten  Grundsätze  auch  unter  der  Herrschaft  des  ATSG weiterhin 
Geltung (BGE 130 V 343). Bei den materiellen Bestimmungen des IVG 
und  der  Verordnung  über  die  Invalidenversicherung  vom  17. Januar 
1961 (IVV, SR 831.201) ist vor dem 1. Januar 2004 auf die bis Ende 
2003  gültige  Fassung  (AS 2002  3371  und  3453),  danach  auf  die 
Fassung  gemäss  den  am  1. Januar  2004  in  Kraft  getretenen 
Änderungen  (4. IV-Revision;  AS 2003  3837)  abzustellen.  Soweit  ein 
Rentenanspruch ab dem 1. Januar 2008 zu prüfen ist, sind weiter die 
mit  der  5. IV-Revision  zu  diesem  Zeitpunkt  in  Kraft  getretenen  Ge-
setzesänderungen zu beachten (AS 2007 5129). 

3.

3.1 Gemäss Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG (Fassung 
gemäss  Anhang  Ziff.  8  des  ATSG,  in  Kraft  seit  1. Januar  2003)  ist 
Invalidität  die  voraussichtlich  bleibende  oder  längere  Zeit  dauernde 
ganze  oder  teilweise  Erwerbsunfähigkeit  als  Folge  von  Geburts-
gebrechen, Krankheit oder Unfall.

Art. 7  ATSG  definiert  die  Erwerbsunfähigkeit  als  durch  Beein-
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
verursachten  und  nach  zumutbarer  Behandlung  und  Eingliederung 

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verbleibenden  ganzen  oder  teilweisen  Verlust  der  Erwerbsmöglich-
keiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt.

Arbeitsunfähigkeit  ist  die  durch  Beeinträchtigung  der  körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise 
Unfähigkeit,  im  bisherigen  Beruf  oder  Aufgabenbereich  zumutbare 
Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit 
in  einem anderen  Beruf  oder  Aufgabenbereich  berücksichtigt  (Art. 6 
ATSG).

3.2 Ein  Anspruch  auf  eine  ganze  Invalidenrente  bestand  gemäss 
Art. 28  Abs. 1  IVG  in  der  bis  zum  31. Dezember  2003  gültig  ge-
wesenen Fassung,  wenn die versicherte Person mindestens zu zwei 
Dritteln,  derjenige  auf  eine  halbe  Rente,  wenn  sie  mindestens  zur 
Hälfte und derjenige auf  eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 
40% invalid war. Seit dem 1. Januar 2004 besteht Anspruch auf eine 
ganze Invalidenrente bei einem IV-Grad von mindestens 70%, auf eine 
Dreiviertelsrente  bei  mindestens  60%,  auf  eine  halbe  Rente  bei 
mindestens  50%  sowie  auf  eine  Viertelsrente  bei  mindestens  40% 
(Art. 28  Abs. 1  IVG  [4.  IV-Revision]  und  Art. 28  Abs. 2  IVG  [5. IV-
Revision]). 

Gemäss  Art. 28  Abs. 1ter IVG  (in  den  seit  1. Januar  2003  bis  zum 
31. Dezember  2007  gültig  gewesenen  Fassungen)  beziehungsweise 
Art. 29 Abs. 4 IVG (in der seit 1. Januar 2008 gültigen Fassung [5. IV-
Revision]) werden Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 
50% entsprechen, nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz 
und  gewöhnlichen  Aufenthalt  (Art. 13  ATSG)  in  der  Schweiz  haben. 
Nach der bundesgerichtlichen Rechtssprechung stellt  Art. 28 Abs. 1ter 

IVG nicht eine blosse Auszahlungsvorschrift, sondern eine besondere 
Anspruchsvoraussetzung dar (BGE 121 V 264 E. 6c). Eine Ausnahme 
von diesem Prinzip gilt seit dem 1. Juni 2002 für Schweizer Bürger und 
Staatsangehörige  der  Europäischen Gemeinschaft. Diesen Personen 
wird bei einem Invaliditätsgrad ab 40% eine Rente ausgerichtet, wenn 
sie  in  einem Mitgliedstaat  der  Europäischen Gemeinschaft  Wohnsitz 
haben (BGE 130 V 253 E. 2.3 und 3.1). Die einschlägige Bestimmung 
der  seit  1. Januar  2008  gültigen Fassung  (Art. 29  Abs. 4  IVG [5. IV-
Revision])  wurde  zwar  neu  formuliert,  hat  aber  inhaltlich  keine 
Änderung erfahren,  weshalb die  hierzu entwickelte  Rechtssprechung 
übernommen und weitergeführt werden kann.

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Für  die  Bestimmung  des  Invaliditätsgrades  wird  das  Erwerbs-
einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und 
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-
gliederungsmassnahmen durch eine ihr  zumutbare Tätigkeit  bei  aus-
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (so genanntes Invaliden-
einkommen),  in  Beziehung gesetzt  zum Erwerbseinkommen, das sie 
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (so genanntes 
Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und 
im Beschwerdeverfahren das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die 
der Arzt und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben.

Aufgabe des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 
Tätigkeiten  der  Versicherte  arbeitsunfähig  ist.  Im  Weiteren  sind  die 
ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen dem Versicherten konkret noch zuge-
mutet werden können. Es sind demnach nicht nur die Erwerbsmöglich-
keiten  im  angestammten  Beruf,  sondern  auch  in  zumutbaren  Ver-
weisungstätigkeiten zu prüfen (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c 
mit Hinweisen; ZAK 1991 S. 319 E. 1c).

Nicht  als  Folgen  eines  Gesundheitsschadens  und  damit  invaliden-
versicherungsrechtlich nicht  als  relevant  gelten Einschränkungen der 
Erwerbsfähigkeit,  welche die versicherte Person bei  Aufbietung allen 
guten Willens,  die  verbleibende Leistungsfähigkeit  zu  verwerten,  ab-
wenden könnte (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen). Aufgrund des im 
gesamten  Sozialversicherungsrecht  geltenden  Grundsatzes  der 
Schadenminderungspflicht  ist  ein  in  seinem  bisherigen  Tätigkeits-
bereich  dauernd  arbeitsunfähiger  Versicherter  gehalten,  innert 
nützlicher Frist Arbeit in einem anderen Berufs- oder Erwerbszweig zu 
suchen und anzunehmen, soweit sie möglich und zumutbar erscheint 
(BGE 113 V 28 E. 4a, 111 V 239 E. 2a). 

Deshalb ist es am behandelnden Arzt bzw. am Vertrauensarzt einer IV-
Stelle zu entscheiden, in welchem Ausmass ein Versicherter seine ver-
bliebene  Arbeitsfähigkeit  bei  zumutbarer  Tätigkeit  und  zumutbarem 
Einsatz auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwerten kann. Diese 
so genannte Verweisungstätigkeit hat sich der Versicherte anrechnen 

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zu  lassen  (leidensangepasste  Verweisungstätigkeit;  ZAK 1986 
S. 204 f.).

4.
Vorliegend ist zu beurteilen, ob und gegebenenfalls seit wann und in 
welchem Umfang der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invaliden-
rente hat. 

4.1

4.1.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die IV-Stelle sei aufgrund 
des gutheissenden Urteils des Bundesgerichts vom 19. Februar 2007 
gar nicht berechtigt gewesen, die Einstellung der bis dahin gewährten 
Dreiviertelsrente zu verfügen. Die Verfügung der  IV-Stelle  hätte viel-
mehr zu seinen Gunsten ausfallen müssen. 

4.1.2 Damit  rügt  der  Beschwerdeführer  sinngemäss  eine  Verletzung 
des Verbots der reformatio in peius. 

Eine reformatio in peius liegt nur vor, wenn das Gericht selber einen 
reformatorischen  Entscheid  fällt.  Die  blosse  Möglichkeit  einer 
Schlechterstellung der beschwerdeführenden Partei infolge Aufhebung 
der  angefochtenen  Verfügung  verbunden  mit  einer  Rückweisung  zur 
ergänzenden Sachverhaltsfeststellung und Neubeurteilung der Sache 
gilt  gemäss  ständiger  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  nicht  als 
reformatio in peius, es sei denn, die Rückweisung an die Verwaltung 
habe mit  Sicherheit eine Verschlechterung der Rechtstellung der Be-
schwerde  führenden  Person  zur  Folge  (Urteil  des  Bundesgerichts 
[BGer]  9C_992/2008  vom  6. Januar  2009  E. 2  mit  Hinweisen).  Bei 
einer  Rückweisung wird das Verfahren grundsätzlich lediglich in  den 
Zustand  vor  Erlass  der  Verfügung  zurückversetzt  (vgl.  Urteil  BGer 
9C_613/2007 vom 23. Oktober 2007 E. 3.3.2). 

4.1.3 Das Bundesgericht hat mit Urteil vom 19. Februar 2007 die Ver-
waltungsgerichtsbeschwerde des Beschwerdeführers – soweit  darauf 
eingetreten wurde – gutgeheissen, den angefochtenen Entscheid und 
den Einspracheentscheid der IV-Stelle aufgehoben und die Sache zur 
Durchführung einer orthopädischen und psychiatrischen Begutachtung 
und  zum anschliessenden  Erlass  einer  neuen  Verfügung  an  die  IV-
Stelle zurückgewiesen. 

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Die IV-Stelle war aufgrund dieses Urteils verpflichtet, nach ergänzter 
Sachverhaltsfeststellung  neu  in  der  Sache  zu  verfügen.  Nach  freier 
Würdigung  der  ergänzten  Akten,  konnte  die  IV-Stelle  sowohl  zu-
gunsten als auch zuungunsten des Beschwerdeführers verfügen. 

4.2

4.2.1 Die  angefochtene  Verfügung  der  IV-Stelle  stützt  sich  im 
Wesentlichen  auf  das  zur  ergänzenden  Sachverhaltsfeststellung  er-
stellte Gutachten der MEDAS vom 8. November 2007 (act. 183). 

Diagnostiziert  wurde  ein  lumbovertebral-Syndrom  bei  geringgradiger 
medianer  Bandscheibenprotrusion  L5/S1  ohne  nachweisbare  radi-
kuläre Zeichen, ferner Dysthymia und Simulation.

Die  Gutachter  der  MEDAS  kamen  zum  versicherungsmedizinischen 
Schluss,  dass  entsprechend  den  umfangreichen  Voruntersuchungen 
auch im Rahmen der  MEDAS-Begutachtung kein objektives  Korrelat 
für die vom Beschwerdeführer angegebenen massiven Schmerzen und 
erheblichen  Funktionseinschränkungen  habe  gefunden  werden 
können. In  allen Untersuchungen sei  dessen unkooperatives und in-
konsistentes  Verhalten  im  Vordergrund  gestanden,  welches  bei 
manchen  Funktionsprüfungen  und  neuropsychologischen  Tests  so 
drastisch gewesen sei,  dass vom bewussten Versuch der Täuschung 
(Simulation) gesprochen werden müsse. Psychiatrisch könne allenfalls 
von  einer  Dysthymia  gesprochen  werden,  die  jedoch  ganz  über-
wiegend  durch  ungünstige  externe  psycho-soziale  und  sozio-
ökonomische  Belastungen  aufrecht  erhalten  werde  und  damit  keine 
schwerwiegende und andauernde, sondern eine leichte und potenziell 
reversible Störung darstelle. Aus den ärztlichen Befundberichten aus 
der Heimat des Beschwerdeführers seien keine neuen medizinischen 
Gesichtspunkte  im  Sinne  objektivierbarer  gesundheitlicher  Beein-
trächtigungen ersichtlich. Die von diesen Ärzten gezogenen Schluss-
folgerungen mit dem Ergebnis einer letztlich aufgehobenen Leistungs-
fähigkeit  seien  vor  dem  Hintergrund  der  objektiven  Befunde  nicht 
nachvollziehbar.  Die  Wiederaufnahme  der  Tätigkeit  als  Bauarbeiter 
sowie  jeder  anderen,  körperlich  schweren  Tätigkeit,  sei  wegen  der 
dauernden erheblichen Belastung der Wirbelsäule nicht mehr zumut-
bar. Eine angepasste Tätigkeit  (leichte und wechselbelastende Tätig-
keit,  die  keine  Zwangshaltungen  des  Rumpfes  voraussetze)  sei 
spätestens  ab dem Zeitpunkt  des  Gutachtens im Jahre  1992,  wahr-

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scheinlich  auch  schon  früher,  mit  vollem  zeitlichen  Pensum  medizi-
nisch zumutbar gewesen.

4.2.2 Der  Beschwerdeführer  beantragt  sinngemäss  die  Weiterge-
währung  der  ihm  bis  zum  Erlass  der  angefochtenen  Verfügung  ge-
währten  Dreiviertelsrente.  Dabei  macht  er  geltend,  dass  das  Gut-
achten der MEDAS in dem Sinne ungenügend sei,  dass er sich von 
den gutachtenden Ärzten nicht ernst genommen gefühlt habe. Zudem 
sei er nicht respektvoll behandelt worden und man habe ihn provoziert. 
Aufgrund körperlicher und psychischer Beeinträchtigungen seiner Ge-
sundheit  sei  er  entgegen der  Auffassung der  Gutachter  der  MEDAS 
sowohl  bezüglich schwerer  als  auch angepasster  Tätigkeiten  seit  22 
Jahren vollständig arbeitsunfähig. Als Beleg für seine gesundheitlichen 
Probleme reichte der Beschwerdeführer – seit Erlass des Urteils des 
Bundesgerichts  vom  19. Februar  2007  –  zusätzlich  die  folgenden 
medizinischen Kurzberichte und Atteste von behandelnden Fachärzten 
aus seinem Heimatland ein: 

- Dr. med.  F._______  stellte  in  seinem  Bericht  vom  19. Juni 
2007  die  Diagnosen  "Sy.  depressivum",  "Status  post 
contusionem  vertebre  lumbalis  aa  XXI",  "Protrusione 
multiplices  disci  i.v.  L3-L4,  L4-L5,  L5-S1",  "Lumboischialgia 
bill.  chronica",  "Discopathia  et  radiculopathia  lumbalis 
chronica"  sowie  "Spondylarthrosis  chronica"  und  kam  zum 
Schluss, dass der Beschwerdeführer dadurch "incapable pour 
n'importe quel travail" sei (act. 198).

- Dr. med.  G._______  diagnostizierte  in  seinem  Bericht  vom 
19. Juni  2007  eine  "Discarthosis  L4L5  L5S1"  sowie  eine 
"Spondylarthrosis vertebrae lumbalis" und hielt fest, dass der 
Beschwerdeführer  "incapable  pour  la  production"  sei 
(act. 200).

- Dr. med. H._______ stellte mit  Bericht vom 16. Juli  2007 die 
Diagnosen  "St.  post  contusionem  vertebre  lumbosacralis", 
"Protrusione  multiplices  disci  interviertebralis  L3/L4,  L4/L5, 
L5/S1", "Discarthrosis L3/S1", Lumboischialgia bill. chronica", 
Sy depressivum", "Spondylosis cervicalis", "Tinitus auris", "Sy 
vertiginosum"  und  "Hypoacusis  bill.pp  lat.  sin."  und  gab  an, 
dass  sich  der  Gesundheitszustand  des  Beschwerdeführers 
von  Jahr  zu  Jahr  verschlechtern  würde  und  dass  dieser 

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dadurch auf Hilfe und Pflege anderer sowie auf Gehhilfen an-
gewiesen sei (act. 202).

- Mit  Bericht  vom  17. Januar  2007  bestätigte  Dr. med. 
H._______ seine zuvor gestellten Diagnosen und führte weiter 
aus,  dass  einige  dieser  Diagnosen  sowie  die  festgestellte 
Arbeitsunfähigkeit  des  Beschwerdeführers  auf  den  Arbeits-
unfall vom 28. April 1986 zurückzuführen seien (act. 204).

- Dr. med.  I._______  und  Dr. med.  G._______  stellten  die 
Diagnosen "Sy lumbale" sowie "Discarhrosis L4L5L5S1" und 
attestierten den Spitalaufenthalt  des Beschwerdeführers vom 
27. Mai 2008 bis 9. Juni 2008 zur Behandlung von Schmerzen 
im Bereich der Lendenwirbelsäule.

4.2.3 Die  Vorinstanz  entgegnet  –  gestützt  auf  die  Einschätzungen 
ihres  ärztlichen  Dienstes  (act.  206  und  214)  –,  dass  keine  Veran-
lassung  bestehe,  das  auf  gründlichen  Beobachtungen  und  Unter-
suchungen basierende Gutachten der MEDAS in Frage zu stellen. Die 
vom Beschwerdeführer neu eingereichten ärztlichen Kurzberichte und 
Atteste würden daran nichts ändern, da sie keine neuen Elemente ent-
halten  und  daher  keine  relevanten  Änderungen  des  Gesundheits-
zustandes seit dem Gutachten der MEDAS vorliegen würden.

4.2.4 Die  Verwaltung  und  im  Beschwerdefall  das  Gericht  haben  die 
medizinischen  Unterlagen  nach  dem  Grundsatz  der  freien  Beweis-
würdigung –  wie  alle  anderen Beweismittel  –  frei,  ohne Bindung an 
förmliche  Beweisregeln,  sowie  umfassend  und  pflichtgemäss  zu 
würdigen. Dies bedeutet, dass alle Beweismittel, unabhängig von wem 
sie stammen, objektiv zu prüfen sind und danach zu entscheiden ist, 
ob  die  verfügbaren  Unterlagen  eine  zuverlässige  Beurteilung  des 
streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf das Gericht 
bei sich widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht 
erledigen,  ohne  das  gesamte  Beweismaterial  zu  würdigen  und  die 
Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere 
medizinische These abstellt.

4.2.5 Nach  der  höchstrichterlichen  Rechtsprechung  ist  den  im 
Rahmen  des  Verwaltungsverfahrens  eingeholten  Gutachten  externer 
Spezialärzte,  welche  aufgrund  eingehender  Beobachtungen  und 
Untersuchungen  sowie  nach  Einsicht  in  die  Akten  Bericht  erstatten 
und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge-

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langen,  bei  der  Beweiswürdigung  volle  Beweiskraft  zuzuerkennen, 
solange  nicht  konkrete  Indizien  gegen  die  Zuverlässigkeit  der 
Expertise sprechen. Berichte von behandelnden Ärzten sind aufgrund 
der auftragsrechtlichen Vertrauensstellung zum Patienten hingegen mit 
Vorbehalt zu würdigen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb und cc mit weiteren 
Hinweisen;  Urteil  des  EVG vom 9. August  2000,  I  437/99  E. 4b/bb; 
Urteil des EVG vom 20. März 2006, I 655/05 E. 5.4 mit Hinweisen).

4.2.6 Das Gutachten der MEDAS beruht  auf  einer interdisziplinären, 
mehrtägigen  Untersuchung  des  Beschwerdeführers  in  Bern.  Am 
29. August  2007  erfolgte  ein  Basisgespräch  mit  lic. phil.  K._______, 
eine  neurologische  Untersuchung  durch  Dr. med.  L._______,  sowie 
eine  neuropsychologische  Untersuchung  durch  Dr. phil.  M._______ 
und  lic. phil.  K._______.  Die  psychiatrische  Untersuchung  fand  am 
30. August  2007  durch  Dr. med.  N._______,  und  die  chirurgisch-
orthopädische  Untersuchung  am  31. August  2007  durch  Dr. med. 
O._______ statt. 

Es sprechen keine konkreten Indizien  gegen die Zuverlässigkeit  des 
ausführlichen  und  nachvollziehbaren  Gutachtens  der  MEDAS.  Es 
beruht  auf  allseitigen  Untersuchungen,  berücksichtigt  die  geklagten 
Beschwerden, erfolgte in Kenntnis der Vorakten (insbesondere medi-
zinische Berichte und Anamnese) und leuchtet in der Beurteilung der 
medizinischen  Diagnosen  und  der  Auswirkungen  auf  die  Erwerbs-
fähigkeit ein. 

4.2.7 Die  gegen  das  Gutachten  der  MEDAS  erhobenen  Vorbringen 
des  Beschwerdeführers  –  das  Gutachten  sei  zu  seinen  Ungunsten 
ausgefallen, da er von den Ärzten der MEDAS provoziert, schikaniert 
und nicht ernst genommen worden sei – überzeugen nicht. Ein solches 
Verhalten der Gutachter der MEDAS ist vorliegend nicht belegt. Hinge-
gen  konnte  das  von  den  Fachärzten  der  MEDAS  festgestellte  Ver-
halten  des  Beschwerdeführers  (Simulation,  demonstrative  Fehl-
haltung)  bereits  in  den  umfangreichen  Voruntersuchungen  durch  IV-
Ärzte beziehungsweise den Gutachter  des Kantonsspitals  Y._______ 
mehrmals festgestellt werden (vgl. act. 31, 45, 122, 129 und 145 sowie 
act. SUVA 57).

4.2.8 Auch die im Beschwerdeverfahren neu eingereichten ärztlichen 
Kurzberichte  und  Atteste  der  behandelnden  Fachärzte  aus  dem 
Heimatstaat  des  Beschwerdeführers  sind  –  trotz  teilweise  ab-
weichender  Beurteilung  bezüglich  der  damit  verbundenen  Ein-

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schränkung der Arbeitsfähigkeit  – nicht geeignet,  das Gutachten der 
MEDAS  in  Frage  zu  stellen,  da  sie  aufgrund  der  im  Wesentlichen 
gleichlautenden Befunde keine neuen medizinischen Erkenntnisse be-
inhalten. 

Zu  erwähnen  gilt  zudem,  dass  die  vom  Beschwerdeführer  einge-
reichten  Berichte  grösstenteils  in  der  Zeit  vor  der  Durchführung der 
Begutachtung  durch  die  MEDAS  erstellt  worden  sind,  was  darauf 
schliessen lässt, dass beim Beschwerdeführer seit der Begutachtung 
keine Änderungen des Gesundheitszustandes eingetreten sind.

4.2.9 Zwischen der im Gutachten der MEDAS erfolgten Feststellung, 
dass der Beschwerdeführer in  der chirurgisch-orthopädischen Unter-
suchung aufgrund seines Verhaltens kaum untersuchbar gewesen sei 
(Gutachten  der  MEDAS  vom  8. November  2007,  S. 24),  und  der 
Tatsache,  dass trotzdem ein umfassender chirurgisch-orthopädischer 
Befund  gemacht  werden  konnte  (Gutachten  der  MEDAS  vom 
8. November 2007, S. 15), besteht zwar eine gewisse Unstimmigkeit. 
Dies genügt jedoch nicht, um die Glaubwürdigkeit des Gutachtens in 
Frage zu stellen. Es ist daher auf die Schlussfolgerung im Gutachten 
der MEDAS abzustellen.

4.2.10 Zusammenfassend  ist  demnach  festzuhalten,  dass  keine 
Gründe  vorhanden  sind,  von  den  ärztlichen  Beurteilungen  gemäss 
dem Gutachten  der  MEDAS abzuweichen.  Damit  ist  nicht  zu  bean-
standen, dass die IV-Stelle diesem umfassenden Bericht gefolgt ist. 

4.2.11 Der  von  der  IV-Stelle  vorgenommene  Einkommensvergleich 
(act. 188)  wird  vom Beschwerdeführer  nicht  beanstandet.  Verglichen 
wurde dabei das zumutbare Einkommen pro Jahr ohne Invalidität von 
Fr. 5'652.44 (Schweizerische Lohnstrukturerhebung [LSE] für 2006 des 
Bundesamtes für Statistik, TA1, Privater Sektor, Baugewerbe, Anforde-
rungsniveau 3, Männer, Fr. 5'422.- angepasst an die durchschnittliche 
Wochenarbeitszeit  von  41.7  Stunden)  und  das  zumutbare  Erwerbs-
einkommen pro Jahr mit  Invalidität  von Fr. 4'690.47, ausgehend vom 
Durchschnitt der gemäss LSE 2006 in Frage stehenden Tabellenlöhne. 
Daraus resultiert  ein Invaliditätsgrad von (abgerundet) 17%. Der Ein-
kommensvergleich ist zutreffend (vgl. E. 3.2). 

Die IV-Stelle  hat  in Anbetracht  des tiefen Alters  des Versicherten zu 
Beginn der Periode, während welcher ihm Verweisungstätigkeiten zu-
gemutet  werden konnten,  bei  der  Berechnung des Invaliditätsgrades 

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keinen  so  genannten  leidensbedingten  Abzug  vorgenommen.  Die 
Beurteilung der  Frage,  ob sich vorliegend ein – allenfalls  geringer  – 
leidensbedingter  Abzug  rechtfertigen  würde,  weil  der  Beschwerde-
führer seit der Rückkehr in sein Heimatland nicht mehr gearbeitet hat 
und im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung 52 Jahre alt war, kann 
offen  bleiben,  würde  sich  doch  sogar  bei  einem Maximalabzug  von 
25% kein IV-Grad von mindestens 50% (vgl. E. 3.2 hiervor)  ergeben 
([{5'652.44 - 3'517.85} x 100] : 5'652.44 = 37.76%).

4.2.12 Es  besteht  somit  kein  Anspruch  auf  Invalidenrente.  Die  IV-
Stelle  hat  folglich  die  Zahlung der  dem Beschwerdeführer  bis  dahin 
gewährten Dreiviertelsrente zu Recht per 1. Juni 2008 eingestellt. Die 
Beschwerde ist daher abzuweisen.

5.
Die Verfahrenskosten sind dem unterliegenden Beschwerdeführer auf-
zuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG)  und  mit  dem  geleisteten  Kosten-
vorschuss von Fr. 400.- zu verrechnen.

Dem Beschwerdeführer ist bei diesem Ausgang des Verfahrens keine 
Parteientschädigung  zuzusprechen  (Art. 64  VwVG  und  Art. 7  Abs. 1 
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä-
digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] e 
contrario). Die IV-Stelle hat keinen Anspruch auf Parteientschädigung 
(Art. 7 Abs. 3 VGKE).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 400.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Michael Peterli Lucie Schafroth

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [BGG,  SR 
173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit 
Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der 
angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die 
beschwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art. 42 
BGG).

Versand:

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