# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3ed6ca03-006d-5250-942c-6b1a03c6f419
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-05-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 28.05.2013 A 2013 11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2013-11_2013-05-28.pdf

## Full Text

A 13 11 und 12

4. Kammer 

URTEIL
vom 28. Mai 2013

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend abgaberechtliche Sicherstellungsverfügung

1. … ist Geschäftsführer mit Einzelunterschrift und einziger 

Zeichnungsberechtigter der … GmbH mit Sitz in ... Zudem ist er einziges 

Mitglied und Einzelzeichnungsberechtigter der … AG mit Sitz in der Gemeinde 

... Am 15. und 16. Oktober 2012 führte der zuständige Revisor der 

Steuerverwaltung Graubünden mit der Revisionsassistentin eine 

Domizilrevision in … und … durch. Dabei wurden verschiedene 

Unstimmigkeiten in der Buchführung von … bzw. der … AG entdeckt. 

Insbesondere fehlte eine systematische Erfassung und Aufzeichnung von 

Geschäftsvorgängen anhand von Belegen, sodass Bestand und 

Veränderungen von Geld, Gütern und Leistungen nicht festgestellt werden 

konnten. Die kantonale Steuerbehörde verlangte daraufhin die Herausgabe 

entsprechender Unterlagen. Dieser Aufforderung kam … in der Folge 

wiederholt nicht nach. Als Grund führte er einen „Head-Crash“ des eigenen 

Computers an.

Die Hauptabteilung Mehrwertsteuer der Eidgenössischen Steuerverwaltung 

(nachfolgend: MWST-Bundesbehörde) führte im Jahre 2012 ebenfalls eine 

Revision durch und liess das Kontrollergebnis betreffend die Steuerperioden 

2009 und 2010 der Steuerverwaltung Graubünden mit Schreiben vom 8. 

November 2012 zukommen. Die MWST-Bundesbehörde stellte dabei eine 

ungenügende Buchführung fest. Nachdem für die erwähnten Steuerperioden 

noch keine rechtskräftigen Veranlagungen vorlagen, wurden von Seiten der 

kantonalen Steuerbehörde auf Grund der Angaben in den Steuererklärungen 

2009 und 2010 sowie einer internen Meldung betreffend verdeckter 

Gewinnausschüttung die ausstehenden Steuerbeträge und Steuerbussen 2009 

bis 2012 zusammengestellt. Auch nahm die kantonale Steuerverwaltung bei der 

… AG gestützt auf die Meldung der MWST-Bundesbehörde eine partielle 

Ermessenstaxation für die Steuerperioden 2009 und 2010 vor. Am 31. Januar 

2013 schliesslich erliess die kantonale Steuerverwaltung zwei 

Sicherstellungsverfügungen für Bundes- und Kantonssteuern sowie 

entsprechende Bussen 2009 bis 2012 gegenüber … von total Fr. 350‘000.-- 

und der … GmbH von total Fr. 250‘000.--.

2. Dagegen erhoben sowohl … (nachfolgend: Beschwerdeführer) als auch die … 

GmbH (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 15. Februar 2013 zwei separate 

Beschwerden an das Verwaltungsgericht mit den Anträgen auf ersatzlose 

Aufhebung beider Sicherstellungsverfügungen. Zur Begründung wurde im 

Wesentlichen angeführt, die entsprechenden Steuerjahre seien gegenüber dem 

Beschwerdeführer noch nicht definitiv veranlagt worden. Er habe die 

entsprechenden provisorischen Steuern bereits bezahlt, womit ihm gegenüber 

zur Zeit keine offenen Forderungen seitens der kantonalen Steuerverwaltung 

bestünden. Am 1. Februar 2013 habe der Beschwerdeführer auch die 

provisorischen Gemeindesteuern 2012 bezahlt. Es bestünden somit überhaupt 

keine Anhaltspunkte, dass er die definitiven Steuerbeträge nicht bezahle. Der 

Wareneinkauf sei korrekt deklariert worden. Es sei gegenüber der kantonalen 

Steuerbehörde bewiesen worden, dass eine Marge von 20% bzw. 21% 

realistisch sei, weshalb ihm keine Aufrechnungen bzw. Gewinnvorwegnahmen 

angelastet werden könnten. Die Beschwerdeführerin sei mit Verfügung vom 27. 

Januar 2012 definitiv veranlagt worden. Dagegen habe sie Einsprache erhoben, 

weil sich genannte Verfügung wiederum auf eine Verfügung der 

eidgenössischen MWST-Bundesbehörde stützte, welche auch angefochten 

worden sei und damit noch nicht in Rechtskraft erwachsen sei. Mit 

Beschwerdeergänzung vom 18. Februar 2013 reichten die Beschwerdeführer 

zusätzliche Beweismittel ein und legten dar, dass es sich beim Verkauf des 

Warenlagers nicht um eine Gewinnvorwegnahme im Umfang von Fr. 110‘000.-- 

handle, da der Verkauf deklariert worden sei. Die Beschwerdeführerin sei aktiv 

und werde nicht liquidiert. Es sei folglich auch mit keinen Aufrechnungen beim 

Beschwerdeführer selbst zu rechnen. Die Beschwerdeführerin hielt in ihrer 

Beschwerde zusätzlich fest, die Sicherstellungsverfügung sei nicht notwendig, 

da sie den Geschäftsbetrieb eben nicht aufgegeben habe. Sie habe die in den 

Jahren zuvor verkauften Vermögensanteile von der … AG wieder zurückgekauft 

und den gesamten …handel in … wieder übernommen. Die 

Beschwerdeführerin habe sämtliche Steuerrechnungen bezahlt und es lägen 

keine Verlustscheine vor. Der Geschäftsbetrieb könne daher lediglich mit den 

notwendigen flüssigen Mitteln aufrechterhalten werden, was vorliegend infolge 

Sicherstellung und Arrest nicht möglich sei. 

3. In den Vernehmlassungen vom 28. März 2013 bzw. 10. April 2013 beantragte 

die kantonale Steuerverwaltung die Abweisung beider Beschwerden. 

Begründend führte sie in ihren beiden Vernehmlassungen aus, nach Art. 158 

Abs. 1 StG bzw. Art. 169 Abs. 1 Satz 1 DBG könne auch vor der rechtskräftigen 

Festsetzung des Steuerbetrages jederzeit Sicherstellung verlangt werden, wenn 

die Bezahlung der Steuerschuld oder Busse als gefährdet erscheinen würde. 

Die genannten Vorschriften verlangten das Vorliegen eines 

Sicherstellungsgrundes sowie die provisorische und vorfrageweise Prüfung, ob 

eine Steuerschuld bestehe. Weiter blieben die materielle Abklärung der 

Steuerpflicht und die Festsetzung der Abgabe dem separaten 

Hauptsteuerverfahren in der Steuersache vorbehalten. Doktrin und Praxis 

würden Anlass zur Steuersicherung u.a. dann bejahen, wenn eine 

systematische Verschleierung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse 

festgestellt werde, indem Einkommen und Vermögen nicht deklariert würden 

oder etwa durch Einreichen unvollständiger Buchhaltungen oder 

Nichtbeibringen eingeforderter Unterlagen. Dies sei hier der Fall. Nach 

Würdigung der gesamten Umstände erscheine vorliegend eine objektive 

Gefährdung der einzeln berechneten Steuerforderungen zumindest glaubhaft. 

Durch die bei den vorgenommenen Kontrollen festgestellten Mängel seien die 

Beweiskraft und die Massgeblichkeit der Handelsbilanz ernsthaft in Frage 

gestellt.

4. Im Rahmen von zwei freigestellten Stellungnahmen vom 22. April 2013 

(Poststempel), welche vom Verwaltungsgericht als Repliken 

entgegengenommen wurden, führte der Beschwerdeführer im Detail aus, dass 

die Beschwerdeführerin im Jahr 2010 Vermögensteile verkauft habe, sodass 

die durch die Steuerbehörde vorgenommene Gewinnvorwegnahme von Fr. 

100‘000.-- eben Teil des Verkaufs bilde und keine Gewinnvorwegnahme 

darstelle. Weiter sei es stossend, eine Sicherstellungsverfügung zu erlassen für 

Beträge, die nicht einmal provisorisch in Rechnung gestellt worden seien. Die 

Steuerrevision sei mitten in die Hauptsaison des …handels gelegt worden, als 

der Geschäftsführer nicht drei Tage habe fehlen können. Dies und weitere 

Missverständnisse hätten zu Unstimmigkeiten mit dem Steuerrevisor geführt, 

der nachfolgend zu seinen Ungunsten vorgegangen sei. Den Absturz des 

Servers, auf welchem alle Daten gespeichert gewesen seien, habe es 

tatsächlich auch gegeben. Alle Versuche zur Rettung oder Wiederherstellung 

derselben seien leider gescheitert. Die Höhe eines erzielbaren Umsatzes im 

Gewerbehaus in … sei auf Grund der Grösse desselben, der Anzahl Mitarbeiter 

und der Betriebskosten abschätzbar und auch die erzielbare Marge könne 

abgeschätzt werden. Betreffend …einkauf sei bereits erläutert worden, dass 

diese nie in die Schweiz gelangt seien, sondern es sich dabei um ein Problem 

der Preispolitik der Industrie gegenüber Importeuren im Spannungsfeld Schweiz 

– EU für KMU handle. 

5. Am 2. Mai 2013 hielt die kantonale Steuerverwaltung duplicando an ihren 

Anträgen und Begründungen in den Vernehmlassungen fest. Der Auffassung 

vom Beschwerdeführer in seinen Repliken hielt die Steuerbehörde entgegen, 

die Gründe für den Erlass der Sicherstellungsverfügungen seien sowohl aus 

den Verfügungen vom 31. Januar 2013 selber als auch aus ihren 

Vernehmlassungen ersichtlich. Auch sei nicht klar, was der Beschwerdeführer 

mit den Ausführungen, wonach die Kommunikation zwischen ihm und dem 

zuständigen Revisor nicht optimal verlaufen sei, bezwecken wolle. Unbestritten 

sei, dass der zuständige Revisor anlässlich der Revision im Oktober 2012 eine 

ungenügende Buchführung vorgefunden habe. Auch habe der 

Beschwerdeführer keine Belege eingereicht, die seine Behauptung, wonach er 

die verlangten Unterlagen aufgrund eines Computerabsturzes nicht liefern 

konnte, stützen könnte.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 6 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 

370.100) kann die zuständige Behörde im Interesse einer zweckmässigen 

Erledigung die Verfahren bei getrennt eingereichten Eingaben zum gleichen 

Gegenstand vereinen. Im konkreten Fall ist in beiden Beschwerdeverfahren die 

Frage zu klären, ob die Voraussetzungen für den Erlass einer 

Sicherstellungsverfügung erfüllt sind. Kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer 

Geschäftsführer mit Einzelunterschrift und einziger Zeichnungsberechtigter der 

… GmbH (Beschwerdeführerin) ist, weshalb es für gerechtfertigt erscheint, die 

zwei Beschwerdeverfahren A 13 11 und A 13 12 zu vereinigen und mit einem 

einzigen Urteil zu entscheiden.

2. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilden die zwei 

Sicherstellungsverfügungen der kantonalen Steuerverwaltung vom 31. Januar 

2013. Streitig und durch das Gericht zu prüfen ist die Frage, ob die gesetzlichen 

Voraussetzungen für den Erlass dieser Sicherstellungsverfügungen erfüllt sind, 

die angefochtenen Sicherstellungsverfügungen somit rechtmässig ergangen 

sind.

3. a) Im konkreten Fall stellt sich die Frage, ob die in Art. 158 Abs. 1 des 

Steuergesetzes für den Kanton Graubünden (StG; BR 720.000) bzw. Art. 169 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11) 

genannten Voraussetzungen für den Erlass der Sicherstellungsverfügungen 

erfüllt sind. Art. 158 Abs. 1 StG verlangt das Vorliegen eines 

Sicherstellungsgrundes sowie die provisorische und vorfrageweise Prüfung, ob 

eine Steuerschuld bestehe. Die materielle Abklärung der Steuerpflicht und die 

Festsetzung der Abgabe bleiben jedoch einem (separaten) Hauptverfahren in 

der Steuersache überlassen. Sicherstellungsgründe im Sinne von Art. 158 Abs. 

1 StG sind z.B. ein die Bezahlung der Steuerforderung gefährdendes Verhalten 

der Steuerpflichtigen. Als solches gilt ein Verhalten, welches sich auf die 

Bezahlung der Steuerforderung nachteilig auswirken könnte, so z.B. etwa die 

Vorbereitung zur Abreise ins Ausland, Fluchtgefahr, die Verminderung des 

Vermögens durch verschwenderische Lebensführung oder umfassende 

Schenkungen wie auch das Beiseiteschaffen oder Verheimlichen von 

Vermögenswerten (vgl. Fessler in: Kommentar zum Schweizerischen 

Steuerrecht 1/2 b, Art. 169 DBG N.18 ff.; Richner/Frei/Kaufmann, Kommentar 

zum harmonisierten Zürcher Steuergesetz, § 181 StG N. 4; vgl. auch RB 2001 

Nr. 98). Dies ist etwa auch dann der Fall, wenn die steuerpflichtige Tätigkeit 

bereits in einer Weise ausgestaltet ist, welche es den Steuerpflichtigen 

ermöglicht, sich durch Verschiebung von Vermögenswerten der 

Steuervollstreckung zu entziehen, oder durch ein irreführendes und trölerisches 

Verhalten auffällt (vgl. BGE 108 Ib 44 E.3; StE 1996, B 99.1 Nr. 6 ). Da die 

geforderte Gefährdung der Steuerforderung nicht erst beim Risiko von deren 

endgültiger Vereitelung, sondern bereits dann gegeben ist, wenn deren 

Erfüllung als wesentlich erschwert erscheint, kommt der leichten Verwert- und 

Verschiebbarkeit des vorhandenen Vermögens bei der Beurteilung der Gefahr, 

dass der Steuerpflichtige sich seiner Steuerpflicht entzieht, erhebliche 

Bedeutung zu (BGr, 28. Februar 1995, StE 1996, B 99.1 Nr. 5). Anlass für eine 

Sicherstellung gibt das beabsichtigte oder tatsächliche Beiseiteschaffen von 

Vermögenswerten, um sie dem Zugriff der Steuerbehörden zu entziehen. Dies 

ist beispielsweise dann der Fall, wenn der Steuerschuldner 

Vermögensgegenstände zu Schleuderpreisen verkauft, auf nahestehende 

natürliche oder juristische Personen überträgt oder auf andere Weise sich 

seiner Vermögenswerte entäussert. Weiter wird die Gefährdung der 

Steuerforderung immer auch auf Grundlage der steuerlichen 

Deklarationspflichten des Steuerschuldners beurteilt. Anlass zur 

Steuersicherung gibt deshalb auch die systematische Verschleierung der 

Einkommens- und Vermögensverhältnisse im Veranlagungsverfahren, indem 

der Steuerpflichtige die Steuerbehörden systematisch über seine 

Einkommensverhältnisse in die Irre führt, indem er Einkommen und Vermögen 

nicht deklariert (FREY, in: ZWEIFEL/ATHANAS (Hrsg.) Kommentar zum 

Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2b, 2. Aufl., Zürich 2008, Art. 169 DBG 

Rz. 18 und 25). Ob die Steuerschuld, für die Sicherstellung begehrt wird, 

besteht, prüft das Verwaltungsgericht im Sicherstellungsverfahren nur 

provisorisch und vorfrageweise, kann doch gemäss Art. 158 Abs. 1 StG bzw. 

Art. 169 Abs. 1 DBG auch für eine noch nicht rechtskräftig festgesetzte Steuer 

oder Busse Sicherstellung verlangt werden und ist daher die Sicherstellung 

auch für einen bloss mutmasslich geschuldeten Steuerbetrag zu gewähren. Die 

nähere Abklärung von Bestand und Umfang der Steuerpflicht und die 

Steuerfestsetzung bleiben dem Veranlagungsverfahren und dem 

gegebenenfalls daran anschliessenden Rechtsmittelverfahren vorbehalten. Das 

Verwaltungsgericht beschränkt sich insoweit auf eine Prima-facie-Würdigung 

der tatsächlichen Verhältnisse. Dieselbe Einschränkung gilt mit Blick auf das 

Vorliegen der Gefährdung der Steuerforderung; denn auch diese muss nach 

dem Gesetzeswortlaut, wonach die Bezahlung der Steuerschuld als gefährdet 

erscheinen muss, lediglich glaubhaft gemacht werden (vgl. Urteil des 

Verwaltungsgerichts Graubünden A 09 60 und 61 vom 12. Januar 2010 

E.2.2.a). 

b) Gegenstand der angefochtenen Sicherstellungsverfügungen bilden die noch 

nicht rechtskräftig veranlagten Steuern aus den Steuerperioden 2009 bis 2012 

gegenüber dem Beschwerdeführer und die auf definitiven 

Veranlagungsverfügungen beruhenden Steuern aus den Steuerjahren 2009 

und 2010 sowie die provisorisch in Rechnung gestellten Steuern aus den 

Steuerjahren 2011 und 2012 gegenüber der Beschwerdeführerin. Die 

mutmasslich vom Beschwerdeführer zu bezahlenden Bundes- und 

Kantonssteuern 2009 bis 2012 betragen total ca. Fr. 185‘000.--. Die 

voraussichtlich anfallenden Bussen der Jahre 2009 bis 2012 belaufen sich auf 

insgesamt rund Fr. 165‘000.--. Der Sicherstellungsbetrag gegenüber dem 

Beschwerdeführer liegt gemäss der von der kantonalen Steuerbehörde ins 

Recht gelegten Zusammenstellung (vgl. act. Bf./Nr. 12) bei insgesamt rund Fr. 

350‘000.--. Der Sicherstellungsbetrag gegenüber der Beschwerdeführerin 

kommt in etwa auf Fr. 250‘000.-- zu liegen. Darin jeweils noch nicht mit 

eingerechnet sind Zinsen sowie Kosten für die Verarrestierung oder im 

Zusammenhang mit der Sicherstellung stehende Gebühren. Nach Art. 158 Abs. 

1 StG bzw. Art. 169 Abs. 1 DBG kann, wie bereits erwähnt, auch für eine noch 

nicht rechtskräftig festgesetzte Steuer oder Busse Sicherstellung verlangt 

werden. Auch im konkreten Fall erfolgt die Sicherstellung zwar grundsätzlich 

lediglich für mutmasslich geschuldete Steuerbeträge, dies ist in Anbetracht des 

weiter oben Gesagten jedoch nicht weiter zu beanstanden. Die in den Art. 158 

Abs. 1 StG bzw. Art. 169 Abs. 1 DBG verlangte Steuerschuld hat somit 

Bestand. Weiter ist die Frage zu klären, ob der Umfang der zu sichernden 

Steuerforderungen und Bussen korrekt ermittelt worden ist. Der 

Beschwerdeführer wendet ein, die provisorischen Steuern seien bezahlt 

worden. Der Beschwerdeführer weist denn auch entsprechende 

Steuerzahlungen an den Kanton Graubünden von gesamthaft Fr. 13‘393.40 

nach (vgl. act. Bf./Nr. 1 und 2), was nach der hier vertretenen Meinung im 

Vergleich zu den als ausstehend berechneten und auch zum Teil veranlagten - 

wenn auch noch nicht rechtskräftig - Steuerbeträgen von gesamthaft Fr. 

600‘000.-- bei der vorliegend ohnehin prima facie zu überprüfenden Sachlage 

als vernachlässigbar zu betrachten ist. In diesem Zusammenhang bleibt noch 

anzumerken, dass die kantonale Steuerverwaltung den Sicherstellungsbetrag 

gegenüber der Beschwerdeführerin entgegenkommenderweise auf Fr. 

250‘000.-- abgerundet hat. Gemäss der beigelegten Zusammenstellung 

belaufen sich die genannten Steuern tatsächlich auf insgesamt rund Fr. 

265‘000.-- (vgl. act. Bf./Nr. 12), weshalb die vom Beschwerdeführer bezahlten 

Steuerbeträge im Umfang von Fr. 13‘393.40 auch vor diesem Hintergrund nicht 

in Abzug gebracht werden können. Die Höhe der Sicherstellungsbeträge 

erweist sich demnach als rechtens, weshalb dem beschwerdeführerischen 

Einwand nicht stattgeben werden kann.

c) Im Lichte der vorstehend zitierten Vorgaben ist die Frage zu prüfen, ob konkrete 

Sicherstellungsgründe vorliegen. Aufgrund der Gesamtumstände hat die 

kantonale Steuerbehörde das Vorliegen einer objektiven Gefährdung, die 

zumindest glaubhaft erscheinen muss, zu Recht bejaht. Dabei gilt es sich vor 

Augen zu halten, dass bereits die MWST-Bundesbehörde in ihren 

Kontrollberichten 2007 bis 2009 vom 8. November 2012 (vgl. act. Bf./ Nr. 11a) 

festgehalten hat, dass die Beschwerdeführer sowohl auf dem Einkaufs- als 

auch dem Verkaufskonto zum Teil ausschliesslich Sammelbuchungen getätigt 

haben. Weiter seien keine Unterlagen über den Geldverkehr eingereicht 

worden. Beispielsweise fehlten ein Kassenbuch, ein Kassenkonto und 

Bankbelege. Auch sei in sämtlichen Jahren keine einzige Debitorenrechnung 

beigelegt worden. Eine Lieferung an die … GmbH in der Höhe von über Fr. 

204‘019.20 gemäss Kontoauszug sei in bar bezahlt worden. Überdies sei bei 

der … AG ein Konto bei der WIR Bank nicht deklariert bzw. habe es der 

Beschwerdeführer versäumt, eine entsprechende 

Vollständigkeitsbescheinigung einzureichen. Diese und weitere 

Unregelmässigkeiten im Zusammenhang mit der Buchführung haben die 

MWST-Bundesbehörde dazu veranlasst, die deklarierten Umsätze nach oben 

zu korrigieren. Auch der zuständige Steuerrevisor stellte anlässlich seiner 

zweitägigen Domizilrevision schwerwiegende Mängel in der 

Buchhaltungsführung der Beschwerdeführer fest. So wurde beispielsweise die 

fehlende Kontrollmöglichkeit des Kontos „Kasse“ bemängelt. Auch wurde keine 

Debitorenbuchhaltung vorgefunden. Es erfolgte keine vollständige Verbuchung 

der Warenbezüge und ein Nachweis der erfolgswirksamen Verbuchung diverser 

Rechnungen wurde ebenfalls nicht erbracht. Der wiederholten Aufforderung zur 

Nachlieferung entsprechender Erklärungen und Unterlagen sind die 

Beschwerdeführer unter Verweis auf einen Computer-Crash nicht 

nachgekommen. Ob besagter Computerabsturz tatsächlich auch eingetreten ist, 

spielt für die zu beurteilende Frage keine Rolle. Das Verhalten des 

Beschwerdeführers und die schwerwiegend lückenhaften 

Buchhaltungsunterlagen seiner Gesellschaften können dadurch weder erklärt 

noch entschuldigt werden. Nur am Rande sei erwähnt, dass der 

Beschwerdeführer keine Belege eingereicht hat, die auf einen Absturz des 

Servers hindeuten würden. Es liegen somit keine Beweise vor, die den 

behaupteten Computer-Crash auch beweisen könnten. Eine korrekte 

Steuerveranlagung ist lediglich möglich, sofern eine vollständige und klare 

Buchführung vorliegt. Das Reineinkommen bzw. der Reingewinn, welche 

wiederum Gegenstand der Einkommens- bzw. der Gewinnsteuer bilden, 

können lediglich mit Hilfe einer lückenlosen Darstellung der Buchführung 

einwandfrei ermittelt werden (Art. 25 und Art. 58 DBG). Dass sich demnach 

massgebende Korrekturen der noch ausstehenden definitiven Veranlagungen 

2009 bis 2012 im Vergleich zu den provisorischen Veranlagungen inklusive 

entsprechender Bussen ergeben werden, erscheint naheliegend. Die kantonale 

Steuerbehörde hat detaillierte Berechnungen angestellt (act. Bf./Nr. 12 und 14), 

welche die provisorischen Veranlagungen (inkl. Bussen) glaubhaft erscheinen 

lassen. Die Beschwerdeführer haben die schwerwiegenden Defizite ihrer 

Buchführung durch ihr Verhalten selbst zu verantworten. Nach dem Gesagten 

wird klar, dass die Sicherstellungsverfügungen zu Recht ergangen sind, was 

zur Abweisung der beiden Beschwerden führt.

5. a) Zusammenfassend ergibt sich, dass die angefochtenen 

Sicherstellungsverfügungen der kantonalen Steuerverwaltung vom 31. Januar 

2013, worin gegenüber dem Beschwerdeführer für die Bundes- und 

Kantonssteuern 2009 bis 2012 und entsprechender Bussen ein Betrag von 

gesamthaft Fr. 350‘000.-- und gegenüber der Beschwerdeführerin für die 

Bundes- und Kantonssteuern 2009 bis 2012 ein Betrag in der Höhe von 

insgesamt Fr. 250‘000.-- sichergestellt wurde, rechtmässig ergangen sind. Die 

Beschwerden erweisen sich demnach als unbegründet und sind daher 

gesamthaft abzuweisen.

b) Nach Art. 73 Abs. 1 VRG sind die Gerichtskosten von den Beschwerdeführern 

zu tragen. Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht gemäss Art. 78 Abs. 2 

VRG keine Parteientschädigung zu.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerden A 13 11 und A 13 12 werden abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2‘500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 295.--

zusammen Fr. 2‘795.--

gehen je zur Hälfte zulasten von … und der … GmbH unter solidarischer 

Haftung und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die 

Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.