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**Case Identifier:** 5bd38366-df10-5c80-9559-179836491c75
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 29.09.2015 KV-Z 2014/4
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_KV-Z-2014-4_2015-09-29.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: KV-Z 2014/4

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: KV - Krankenversicherung

Publikationsdatum: 16.12.2020

Entscheiddatum: 29.09.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 29.09.2015
Beweiswürdigung. Kein genereller Vorrang eines Beweismittels. Abstellen 
auf das von der Beklagten eingeholte Gutachten (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. September 2015, KV-
Z 2014/4).

Entscheid vom 29. September 2015

Besetzung

Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Christiane

Gallati Schneider, Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichts-schreiberin Della 

Batliner

Geschäftsnr.

KV-Z 2014/4

Parteien

A.___,

Kläger,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Sutter, Haus Eden,

Paradiesweg 2, Postfach, 9410 Heiden,

gegen

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AXA Versicherungen AG, General Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur,

Beklagte,

Gegenstand

Taggeldleistungen

Sachverhalt

A.       

A.a      A.___ (nachfolgend: Versicherter) war seit dem 1. Januar 2009 Geschäftsführer 

bei der B.___ GmbH (act. A1, A11). Die Arbeitgeberin hatte ab 16. Januar 2009 bei der 

AXA Versicherungen AG (nachfolgend: Axa) mit Police unter anderem eine 

Krankentaggeldversicherung abgeschlossen (act. G3.3, Beilage 2). Der 

Versicherungsschutz umfasste die Deckung eines krankheitsbedingten Lohnausfalls zu 

80% bei einer Leistungsdauer von 730 Tagen nach einer Wartefrist von 30 Tagen.

A.b     Am 21. März 2013 wurde gestützt auf das Arztzeugnis von Dr. med. C.___, 

Facharzt Allgemeinmedizin (act. K1), eine Krankenmeldung ab 2. Januar 2013 im 

Umfang von 100% gemacht und bei Art der Krankheit "Psyche" angegeben (act. A1). 

Die Axa anerkannte ihre Leistungspflicht und entrichtete nach einer Wartefrist von 30 

Tagen Taggelder ab 1. Februar 2013 (act. A34, A37, act. G3.3, Beilage 7). Im 

Arztbericht vom 5. April 2013 (act. M1) diagnostizierte Dr. C.___ Symptome der 

Überarbeitung/Burnout-Symptom. Durch die medikamentös 

komplementärmedizinische Behandlung und Achtsamkeitsübungen (v.a. im Bereich 

Yoga) sowie neu wieder aufgenommene, sportliche Tätigkeiten habe sich der 

Versicherte seit Januar 2013 gefestigt, die Konzentrationsfähigkeit sei wieder 

zurückgekehrt und die Müdigkeit habe etwas abgenommen. Vorgeschlagene 

spezifische Angebote in D.___ oder H.___ wolle der Versicherte nicht wahrnehmen, er 

fühle sich mit seinen Massnahmen auf dem richtigen Weg. Ab 8. April 2013 werde er 

die Arbeit vorläufig zu 20% wieder aufnehmen. Eine augenärztliche Kontrolle am 

4. März 2013 hatte einen altersentsprechend unauffälligen Augenstatus ergeben 

(act. M3). Am 22. Juli 2013 hielt Dr. C.___ erneut fest, er habe dem Versicherten im 

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Februar/März vorgeschlagen, bei einem Psychiater, einem psychiatrischen Zentrum 

oder ähnlichem gleichzeitig in Behandlung zu gehen, was dieser abgelehnt habe 

(act. M5). Ab 12. August 2013 betrage die Arbeitsunfähigkeit noch 50% (act. K4; vgl. 

auch act. G3.3, Beilage 7).

A.c      Am 23. August 2013 wurde der Versicherte von Dr. med. F.___, Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, begutachtet. Mit 

Schreiben vom 26. August 2013 (act. G1.16) erklärte der Versicherte gegenüber 

Dr. F.___, dessen Begutachtung habe eine Verschlechterung seines 

Gesundheitszustands ausgelöst. Im psychiatrischen Gutachten vom 28. August 2013 

(act. M6) diagnostizierte Dr. F.___ eine leichte depressive Episode im Sinne einer 

überwiegend remittierten mittelgradigen depressiven Episode seit Ende 2012 und 

akzentuierte Persönlichkeitszüge mit narzisstischen und histrionischen Anteilen. Beide 

Diagnosen hätten keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten. Die 

aktuell noch vorliegende depressive Restsymptomatik wäre gemäss Dr. F.___ bei einer 

Einleitung einer adäquaten und konsequenten ambulanten psychiatrisch-

psychotherapeutischen Behandlung voraussichtlich kurzfristig weiter besserungsfähig 

gewesen. Eine vollständige Remission der aktuell noch vorliegenden, allenfalls noch 

leichten psychischen Einschränkung sei in Kürze zu erwarten. Es sei schon zum 

aktuellen Zeitpunkt – bei nur noch sehr geringen psychischen Einschränkungen – von 

einer vollständigen Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit auszugehen. Die 

persönlichen Angriffe des Versicherten im Schreiben vom 26. August 2013 (act. G1.16) 

gegen den Referenten wiesen seiner Ansicht nach sicher nicht auf eine noch 

vorliegende depressive Symptomatik hin, sondern im Gegenteil eher auf eine fast 

vollständige Remission der depressiven Symptomatik. Aus psychiatrischer Sicht 

bestehe in der angestammten Tätigkeit als Geschäftsführer der eigenen GmbH, aber 

auch in anderen Tätigkeiten ab 1. August 2013 eine volle Arbeitsfähigkeit.

A.d     Mit Schreiben vom 4. September 2013 (act. A43) teilte die Axa dem Versicherten 

mit, der Untersuch bei Dr. F.___ vom 23. August 2013 habe ergeben, dass er ab 

1. August 2013 in seiner bisherigen Tätigkeit und im angestammten Pensum von 100% 

voll arbeitsfähig sei. Daher bestehe ab diesem Zeitpunkt kein weiterer Anspruch auf 

Krankentaggelder. Aus Kulanz und im Sinne eines Entgegenkommens sei die Axa 

bereit, die Taggeldleistungen bis 31. August 2013 zu erbringen. Mit Schreiben vom 

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22. November 2013 (act. G3.3, Beilage 10) gelangte der Versicherte an die Axa und 

machte sinngemäss die Befangenheit des Gutachters Dr. F.___ geltend. Zudem teilte er 

der Axa mit, er werde seit dem Untersuch bei Dr. F.___ von Dr. med. G.___, Facharzt 

für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, psychosomatische und psychosoziale 

Medizin, Konsiliar- und Liasonpsychiatrie, psychiatrisch betreut (zum 

Überweisungsschreiben vom 24. September 2013 von Dr. C.___ vgl. act. G1.12) und 

erwäge nach Besprechung mit einem Anwalt rechtliche Schritte.

A.e      Daraufhin eröffnete eine Axa-Mitarbeiterin dem Versicherten am 29. November 

2013 (act. A48), die Angelegenheit nochmals zu prüfen und einen ausführlichen Bericht 

beim behandelnden Psychiater Dr. G.___ zu verlangen. Mit Arztbericht vom 

13. Dezember 2013 (act. M7) stellte Dr. G.___ die Diagnose einer anhaltenden 

depressiven Störung, gegenwärtig leichtgradig bei/mit Anpassungsstörung mit 

Verbitterungsaffekt sowie Erschöpfung am Arbeitsplatz. Vom 23. September bis 

12. November 2013 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 80%. Danach sei bis 

30. November 2013 von einer 75%-igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Vom 

13. Dezember 2013 bis 17. Januar 2014 ging Dr. G.___ von einer Arbeitsunfähigkeit von 

65% aus. Der Bericht von Dr. G.___ wurde dem medizinischen Beratungsdienst der 

Axa vorgelegt. In der Beurteilung vom 29. Januar 2014 (act. M9) erachtete Dr. med. 

H.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, das Gutachten von Dr. F.___ vom 

28. August 2013 als seriös, ausführlich, klar und sachlich abgefasst. Die psychiatrische 

Beurteilung von Dr. G.___ stimme im Wesentlichen mit derjenigen von Dr. F.___ 

überein. Die von Dr. G.___ ab 13. Dezember 2013 attestierte 65%-ige 

Arbeitsunfähigkeit war angesichts der nur noch höchst geringen depressiven 

Symptomatik für Dr. H.___ nicht nachvollziehbar. Eine Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes nach der Begutachtung durch Dr. F.___ werde nicht festgestellt, 

hingegen eine gewisse Verbitterung wegen der Beurteilung. Mit Arztbericht vom 

4. Februar 2014 hielt Dr. G.___ fest, die Arbeitsunfähigkeit betrage zurzeit 60% und 

werde langsam stufenweise erhöht. Eine Erhöhung des Pensums auf 50% ab April 

2014 könnte erprobt werden. Es gebe keinen Anlass, vom aktuellen Therapiekonzept 

abzuweichen.

A.f       Mit Schreiben vom 7. Februar 2014 (act. A52) hielt die Axa an ihrem 

abschlägigen Entscheid vom 4. September 2013 fest. Am 11. März 2014 (act. A53) 

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zeigte Rechtsanwalt Dr. iur.  P. Sutter, Heiden, das Vertretungsverhältnis zum 

Versicherten an und versuchte eine aussergerichtliche Bereinigung der Angelegenheit 

zu erreichen. Am 14. März 2014 (act. A54) teilte die Axa mit, sie halte an ihrem 

Entscheid fest und sei nicht an einer Vergleichslösung interessiert.

B.       

B.a      Mit Klage vom 15. April 2014 (act. G1) liess der Versicherte durch Rechtsanwalt 

Sutter beantragen, die Beklagte sei zu verpflichten, ihm den aus dem Beweisverfahren 

resultierenden Betrag, mindestens aber Fr. 5'807.30 nebst 5% Zins seit dem 

30. September 2013, Fr. 6'000.85 nebst 5% Zins seit dem 31. Oktober 2013, 

Fr. 5'589.40 nebst 5% Zins seit dem 30. November 2013, Fr. 5'311.10 nebst 5% Zins 

seit dem 31. Dezember 2013, Fr. 4'875.70 nebst 5% Zins seit dem 31. Januar 2014, 

Fr. 4'403.85 nebst 5% Zins seit dem 28. Februar 2014 und Fr. 4'875.00 nebst 5% Zins 

seit dem 31. März 2014 zu bezahlen. Es sei von einem Nachklagerecht des Klägers 

Vermerk zu nehmen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung liess 

der Kläger insbesondere vorbringen, dass die seit 28. Januar 2013 bestehende 

Arbeitsunfähigkeit seit 1. September 2013 im Rahmen von 65% weiterhin vorliege und 

von Dr. G.___ bescheinigt werde.

B.b     Mit Klageantwort vom 22. Mai 2014 (act. G3) schloss die Beklagte auf 

Abweisung der Beschwerde und begründete dies im Wesentlichen damit, dass auf das 

Gutachten von Dr. F.___ vom 28. August 2013 abzustellen sei. Die Einschätzung des 

behandelnden Psychiaters Dr. G.___ vermöge die Beurteilung des Gutachters Dr. F.___ 

nicht in Frage zu stellen. Dies umso weniger, als beide Beurteilungen im Wesentlichen 

übereinstimmten. Aus der Stellungnahme von Dr. H.___ gehe klar hervor, dass es nicht 

nachvollziehbar sei, wenn Dr. G.___ mit Blick auf die gestellte Diagnose bzw. die nur 

locker gehaltene psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung ohne 

klassische antidepressive medikamentöse Behandlung dennoch von einer 65%-igen 

Arbeitsunfähigkeit ausgehe.

B.c      Mit Replik vom 30. Juni 2014 (act. G7) hielt der Rechtsvertreter des Klägers an 

seinem Rechtsbegehren fest und reichte den Bericht von Dr. G.___ vom 4. Juni 2014, 

den Herzraten-Variabilitäts(HRV-)Befund vom 19. Dezember 2013 und die HRV-

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Beurteilung vom 21. Dezember 2013 (act. G7.1ff.) ein. Die Beurteilungen von Dres. 

F.___ und H.___ erwiesen sich als unvollständig, indem sie lediglich die depressive 

Symptomatik Rechnung getragen und die davon zu unterscheidende Burnout-

Problematik negiert hätten.

B.d     Mit Duplik vom 1. September 2014 (act. G9) hielt die Beklagte an ihrem 

bisherigen Standpunkt fest und reichte eine Stellungnahme von Dr. H.___ vom 

27. August 2014 (act. G9.1, act. M11) ein.

B.e      Am 22. Oktober 2014 (act. G11) legte der Rechtsvertreter des Klägers einen 

Bericht von Dr. G.___ vom 20. Oktober 2014 (act. G11.1) ins Recht, welcher der 

Beklagten am 24. Oktober 2014 zur Kenntnisnahme übermittelt wurde (act. G12).

Erwägungen

1.        

Das vorliegende Verfahren beschlägt Leistungen aus einer Zusatzversicherung zur 

sozialen Krankenversicherung. Gemäss lit. J1.2 der zum Zeitpunkt des 

Vertragsabschlusses anwendbaren Allgemeinen Vertragsbedingungen (AVB, 

Personenversicherung Professional, Ausgabe 08.2008; act. G3.3, Beilage 1) kann der 

Versicherungsnehmer bzw. der Anspruchsberechtigte gegen die Axa betreffend die 

VVG-Deckungen an seinem schweizerischen Wohnort, an seinem schweizerischen 

Arbeitsort oder in Winterthur Klage erheben. Der Kläger wohnt in I.___. Damit ist die 

örtliche Zuständigkeit gegeben. Das Versicherungsgericht entscheidet gemäss Art. 9 

des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (EGZPO; 

sGS 961.2) in Verbindung mit Art. 7 der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; 

SR 272) als einzige kantonale Instanz über Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur 

sozialen Krankenversicherung nach dem Bundesgesetz über die Krankenversicherung 

(KVG; SR 832.10). Es ist damit auch sachlich zuständig. Vor der Klageanhebung beim 

Versicherungsgericht ist kein Schlichtungsverfahren gemäss Art. 197 ff. ZPO 

durchzuführen (vgl. BGE 138 III 558 E. 4). Auf die Klage ist einzutreten.

2.        

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2.1      Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung unterstehen gemäss 

Art. 12 Abs. 2 und 3 KVG dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG; SR 221.229.1). 

Streitigkeiten aus solchen Versicherungen sind privatrechtlicher Natur (BGE 133 III 439 

E. 2.1). Nach Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO gilt für vermögensrechtliche Streitigkeiten aus 

Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach KVG das vereinfachte 

Verfahren ohne Rücksicht auf den Streitwert. Die rechtskundig vertretenen Parteien 

haben auf eine mündliche Verhandlung verzichtet (act. G13f.; vgl. dazu auch Urteil des 

Bundesgerichts vom 1. September 2014, 4A_65/2014, auszugsweise publiziert als BGE 

140 III 450). Stattdessen wurde ein doppelter Schriftenwechsel durchgeführt (vgl. 

Art. 246 Abs. 2 ZPO).

2.2      Gemäss der in Art. 247 Abs. 2 lit. a ZPO festgehaltenen gemässigten (sozialen) 

Untersuchungsmaxime beschränkt sich das Gericht im vereinfachten Verfahren darauf, 

bei der Feststellung des Sachverhalts und der Beweiserhebung "mitzuwirken". 

Grundsätzlich ist es Sache der Parteien, das Tatsächliche vorzutragen und die 

Beweismittel zu nennen (Stephan Mazan, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler 

Kommentar zur Schweizerischen ZPO, 2. Aufl. Basel 2013, N 4 und 13 zu Art. 247). Es 

gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 157 ZPO). Das Gericht hat bei der 

Bewertung der erhobenen Beweise unabhängig von abstrakten (schablonenhaften) 

Regeln nach seiner eigenen Überzeugung darüber zu befinden, ob es eine behauptete 

Tatsache als wahr oder unwahr einstuft. Dabei bleibt es dem Gericht überlassen, die 

Kraft eines Beweismittels nach seiner Überzeugung festzulegen. Die verschiedenen 

Beweismittel sind in Bezug auf ihre Beweiskraft gleichberechtigt (vgl. Franz 

Hasenböhler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur 

Schweizerischen ZPO, Zürich/Basel/Genf 2013, N 8 f. zu Art. 157). Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines Arztberichts ist analog der Praxis im Sozialversicherungsrecht 

entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 

der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 

351 E. 3a mit Hinweis). Das Gericht kann auf Antrag einer Partei oder von Amtes wegen 

ein (medizinisches) Gutachten einholen (Art. 183 ff. ZPO; vgl. auch Thomas

Weibel in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], a.a.O., Art. 183 N 8 ff.).

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2.3      Gemäss lit. A4.2 AVB ist Krankheit jede Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalls ist und die eine 

medizinische Untersuchung oder Behandlung erfordert oder eine Arbeitsunfähigkeit zur 

Folge hat. Arbeitsunfähigkeit ist lit. A4.3 zufolge die durch einen Unfall oder eine 

Krankheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder 

Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die 

zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt.

3.        

3.1      Die Beklagte leistete dem Kläger nach einer Wartefrist von 30 Tagen für den 

Zeitraum vom 1. Februar 2013 bis 22. April 2013 Fr. 19'600.-- (81 Tage x Fr. 241.97) 

bei einer vollen Arbeitsunfähigkeit und Fr. 13'357.-- (69 Tage x Fr. 193.58) für die Zeit 

vom 23. April bis 30. Juni 2013 bei einer 80%-igen Arbeitsunfähigkeit (act. A34). Für 

den Juli 2013 entrichtete sie dem Kläger bei einer weiterhin anerkannten 

Arbeitsunfähigkeit von 80% Taggeldleistungen von Fr. 6'001.-- (31 Tage x Fr. 193.58; 

act. A37). Für den 1. bis 11. August 2013 erfolgten – bei einer Arbeitsunfähigkeit von 

weiterhin 80% – Taggeldzahlungen in Höhe von Fr. 2'130.-- (11 Tage x Fr. 193.58) und 

für die Zeit vom 12. bis 31. August 2013 wurden bei einer 50%-igen Arbeitsfähigkeit 

Fr. 2'420.-- (20 Tage x Fr. 120.99) ausgerichtet (act. G3.3, Beilage 7). Die gesamten 

bisherigen Krankentaggeldleistungen der Beklagten beliefen sich damit auf 

Fr. 43'508.--. Streitig ist vorliegend, ob die Beklagte dem Kläger weitere 

Krankentaggelder für die Zeit vom 1. September 2013 bis 31. März 2014 (eingeklagter 

Zeitraum) zu bezahlen hat.

3.2      Bis zur Begutachtung durch Dr. F.___ waren die Krankentaggelder von der 

Beklagten allein auf Grundlage der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen des Hausarztes 

des Klägers, Dr. C.___, geleistet worden. Als objektive Befunde erhob Dr. C.___ am 

5. April 2013 (act. M1) einzig einen leichten Eisenmangel ohne Anämie, der inzwischen 

korrigiert worden sei. Unter "Verlauf" beschrieb er eine Festigung des Klägers, eine 

Rückkehr der Konzentrationsfähigkeit sowie eine Abnahme der Müdigkeit durch 

medikamentös komplementärmedizinische Behandlung und Achtsamkeitsübungen (vor 

allem im Bereich Yoga). Die von Dr. C.___ protokollierten Äusserungen des Klägers 

hinsichtlich seiner Beschwerden zeichnen ein anderes Bild: Unter anderem leide er 

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unter enormer Müdigkeit und Energielosigkeit, seine Konzentrationsfähigkeit sei 

massivst herabgesetzt. Trotz viel Schlaf sei er nach 15 Minuten nicht mehr fähig, sich 

zu konzentrieren und produktiv zu arbeiten. Am 22. Juli 2013 (act. M5) berichtete 

Dr. C.___ schliesslich von einer langsamen Verbesserung seit April 2013 mit Stillstand 

im Juni 2013, weshalb man die Medikation geändert habe. Daraufhin sei es wieder zu 

einer deutlichen Verbesserung gekommen. Zudem äusserte er die Vermutung, bei der 

psychischen Erkrankung des Klägers könnte es sich um eine larvierte Depression im 

Rahmen eines Burnout-Syndroms handeln. Die am 22. Juli 2013 attestierte deutliche 

Verbesserung des Gesundheitszustands hatte nach Auffassung von Dr. C.___ auf die 

Arbeitsfähigkeit des Klägers offenbar keine unmittelbaren Auswirkungen: Der Hausarzt 

attestierte dem Kläger bis 11. August 2013 unverändert eine Arbeitsunfähigkeit von 

80%. Danach betrage die Arbeitsfähigkeit 50% und solle bei weiteren Fortschritten des 

Klägers im Monatsrhythmus erhöht werden.

3.3     

3.3.1  Die Beklagte stützte ihren am 4. September 2013 eröffneten Bescheid (act. A43) 

zur Einstellung der Taggeldleistungen auf das psychiatrische Gutachten von Dr. F.___ 

vom 28. August 2013, wonach der Kläger trotz einer leichten depressiven Episode ab 

1. August 2013 wieder voll arbeitsfähig sei (act. M6). Der Rechtsvertreter des Klägers 

spricht diesem Gutachten jeglichen Beweiswert ab und ist der Ansicht, es sei auf die 

Berichte des behandelnden Psychiaters Dr. G.___ abzustellen.

3.3.2  Gemäss lit. H2.1 AVB hat der Versicherte im Versicherungsfall sobald als möglich 

für fachgemässe ärztliche Pflege zu sorgen und den Anordnungen des Arztes Folge zu 

leisten. Jeder Versicherte ist zudem verpflichtet, sich auch kurzfristig einer 

Untersuchung oder Begutachtung durch von der Axa beauftragte Ärzte zu unterziehen. 

Aufgrund des oben beschriebenen Verlaufs (vgl. E. 3.2) und nachdem sich der Kläger 

trotz entsprechendem Vorschlag von Dr. C.___ nicht in psychiatrische Behandlung 

begeben hatte, war die Durchführung einer psychiatrischen Begutachtung seitens der 

Beklagten für eine Standortbestimmung unerlässlich, ist doch Dr. C.___ als 

Allgemeinmediziner zur längerfristigen Attestierung einer psychisch begründeten 

Arbeitsunfähigkeit nicht kompetent. Ein auf den 24. Juli 2013 angesetzter 

Begutachtungstermin konnte vom Kläger aufgrund eines Kurzurlaubs nicht 

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wahrgenommen werden. Der Kläger beschrieb das mit Dr. F.___ geführte Telefonat 

vom 9. Juli 2013 bezüglich Terminverschiebung als sehr belastend. Es habe ihn auf 

dem Weg der Besserung zurückgeworfen. Dr. F.___ sei ihm nun nicht mehr wohl 

(act. A30). Aufgrund der in lit. H2.1 AVB klar formulierten Auflage, der Kläger habe sich 

auch kurzfristig einer Begutachtung zu unterziehen, hätte die Beklagte grundsätzlich 

ohne weiteres auf eine Durchführung am 24. Juli 2013 beharren können. Die kritischen 

Äusserungen von Dr. F.___ hinsichtlich der Terminverschiebung (vgl. Telefonprotokoll 

vom 9. Juli 2013; act. A29) drücken ein gewisses Unverständnis dafür aus, dass 

während Ferien Taggelder bezogen werden können. Dies lässt aber nicht bereits auf 

eine Befangenheit Dr. F.___s im Sinne einer fehlenden Ergebnisoffenheit schliessen. 

Für eine Begutachtung durch eine andere Person bestand kein Anlass.

3.3.3  Die von Dr. F.___ gestellte Diagnose einer leichten depressiven Episode im Sinne 

einer überwiegend remittierten mittelgradigen depressiven Episode seit Ende 2012 

beruht auf einer sorgfältigen Anamnese und berücksichtigt die gesamte Aktenlage. 

Nach der Begutachtung erkundigte er sich beim behandelnden Arzt Dr. C.___ 

insbesondere über die aktuelle Therapie. Dr. F.___ berücksichtigte die vom Kläger 

geklagten Beschwerden. Bei der Begutachtung fand er zwar Hinweise für akzentuierte 

Persönlichkeitszüge mit narzisstischen und histrionischen Anteilen, konnte aber 

zugleich keine hinreichenden Anhaltspunkte für eine manifeste und voll ausgebildete 

Persönlichkeitsstörung feststellen. Dementsprechend unterstellte Dr. G.___ in seinem 

Bericht vom 13. Dezember 2013 (act. M7) Dr. F.___ zu Unrecht eine solche 

Diagnosestellung. Auch bei Exploration durch Dr. F.___ konnte der Kläger offenbar bei 

einem sehr eigenwilligen Krankheitsmodell für eine reguläre psychotherapeutische 

Behandlung nicht motiviert werden. Die Schlussfolgerung von Dr. F.___, dass der 

Kläger nach bisher schrittweise erfolgter Erhöhung der Arbeitsfähigkeit bis auf 50% ab 

1. August 2013 wieder voll arbeitsfähig sei, ist mit Blick auf die gesamten Umstände 

nachvollziehbar und schlüssig.

3.3.4  Diese gutachterlichen Feststellungen sind nicht durch die Berichte von Dr. G.___ 

zu erschüttern. Eine massgebliche und sofortige Verschlechterung des 

Gesundheitszustands nach der Begutachtung wird von Dr. G.___ nicht nachvollziehbar 

begründet. Obwohl er eine Anpassungsstörung mit ausgeprägtem Verbitterungs-Affekt 

feststellte, ging er weiterhin – im Einklang mit Dr. F.___ – von einer lediglich 

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leichtgradigen anhaltenden depressiven Störung aus und erachtete die bisherige 

antidepressive Medikation mit Johanniskraut als ausreichend. Gemäss Beurteilung von 

Dr. H.___ vom 29. Januar 2014 (act. M9) ist die von Dr. G.___ attestierte 

Arbeitsunfähigkeit durch seine gestellte Diagnose nicht begründet. Dr. G.___ schildere 

nicht, welche psychischen Funktionen des Versicherten Einbussen aufwiesen, welche 

eine 65%-ige Arbeitsunfähigkeit rechtfertigen würden. Gesamthaft erscheint unter 

diesen Umständen eine Arbeitsunfähigkeit von 80% vom 23. September bis 

12. November 2013, eine anschliessende Reduktion derselben um lediglich 5% bis 

30. November 2013, und eine Arbeitsfähigkeit von 35% vom 13. Dezember 2013 bis 

17. Januar 2014 nicht nachvollziehbar, dies auch in Berücksichtigung dessen, dass der 

Kläger vor Begutachtung nach seinem eigenen Dafürhalten bereits eine Arbeitsfähigkeit 

von 50% erreicht hatte.

3.3.5  Der Rechtsvertreter des Klägers wendet ein, die von Dr. G.___ diagnostizierte 

Burnout-Symptomatik sei von Dr. H.___ nicht diskutiert worden. Dabei verweist er auf 

den Bericht von Dr. G.___ vom 4. Juni 2014 (act. G7.1). Zudem sei die Beschädigung 

der Stressachse durch eine Herzratenvariablitäts-Messung nachgewiesen worden 

(act. G7.2 und G7.3). Die von der klägerischen Seite postulierten angeblichen Mängel 

an der Aktenbeurteilung von Dr. H.___ vom 29. Januar 2014 vermögen jedenfalls den 

Beweiswert des Gutachtens von Dr. F.___ vom 28. August 2013 nicht herabzusetzen. 

Selbst wenn bezüglich der Burnout-Symptomatik der Auffassung von Dr. G.___ gefolgt 

würde, wäre bei Erschöpfungsgefühlen und anderen gesundheitlichen "Burnout"-

Beschwerden, die zusammen mit einem überdauernden Gefühl der Überforderung 

durch Arbeit auftreten, nach anerkannten medizinischen Standards nicht von einer 

Krankheit zu sprechen. Gemäss Überschrift des hier einschlägigen Kapitels XXI ("Z-

Diagnosen") der von der WHO herausgegebenen ICD-Klassifikation (Bernd Graubner 

in: Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI; Hrsg.), 

ICD-10-GM 2015 Systematisches Verzeichnis, 10. Revision – German Modification, 

Version 2015, S. 767) handelt es sich hierbei um Faktoren, die den Gesundheitszustand 

beeinflussen und zur Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten führen können. Ein 

"Burnout" ist ein Risikozustand für eine spätere psychische oder körperliche 

Erkrankung wie Depression, Tinnitus, Hypertonie oder Infektionskrankheiten (Philipp 

Egli, Was soll das Verwaltungsverfahren?, in: recht 2013, S. 72 mit weiteren Hinweisen) 

und fällt nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens (vgl. Urteil 

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des Bundesgerichts vom 20. September 2011, 8C_302/2011, publiziert in: SVR 2012 IV 

Nr. 22 E. 2.3 mit weiteren Hinweisen). Daher ist nicht zu beanstanden, dass Dr. H.___ 

auf die diesbezüglichen Ausführungen von Dr. G.___ nicht näher eingegangen ist.

3.3.6  Entgegen der Ansicht des klägerischen Rechtsvertreters wird dem Gutachten 

von Dr. F.___ beweisrechtlich kein genereller Vorrang gegenüber den Beurteilungen der 

behandelnden Ärzte eingeräumt (vgl. hierzu auch Urteile des Bundesgerichts vom 

17. Dezember 2014, 4A_526/2014, E. 2.4, und vom 14. April 2015, 9C_203/2015, E. 3.2 

bzgl. Willkürprüfung im erstgenannten Urteil). Die beweisrechtliche Würdigung 

sämtlicher medizinischer Akten führt jedoch vorliegend zum Ergebnis, dass auf die 

Beurteilung von Dr. F.___ abzustellen ist. Zusammenfassend besteht daher gestützt auf 

das psychiatrische Gutachten von Dr. F.___ ab 1. August 2013 bzw. aus Kulanz der 

Beklagten ab 1. September 2013 kein Anspruch mehr auf Taggeldleistungen der 

Beklagten.

3.4      Dem Antrag auf Einholung eines Gerichtsgutachtens wird nicht stattgegeben, da 

eine erneute Begutachtung aufgrund der vorliegenden Aktenlage für den Entscheid in 

der Sache nicht erforderlich ist und für den strittigen Zeitraum keine neuen 

Erkenntnisse erwarten liesse.

4.        

4.1      Nach dem Gesagten ist die Klage vom 15. April 2014 vollumfänglich 

abzuweisen.

4.2      Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 114 lit. e ZPO).

4.3      Der unterliegende Kläger hat ausgangsgemäss keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Dagegen bestände nach der 

höchstrichterlichen Rechtsprechung im Bereich der Zusatzversicherungen zur sozialen 

Krankenversicherung ein Anspruch des obsiegenden Versicherungsträgers unter der 

Voraussetzung, dass dieser durch einen externen Anwalt vertreten ist (in BGE 137 III 47 

[= Urteil des Bundesgerichts vom 17. November 2010, 4A_194/2010] nicht publizierte 

E. 2.2.1). Die Beklagte wird durch intern im Rechtsdienst angestellte 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/13

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Rechtsanwältinnen vertreten, weshalb sie die Ausrichtung einer Parteientschädigung zu 

Recht nicht geltend gemacht hat.              

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 14 der sankt-gallischen Verordnung über die 

Organisation und den Geschäftsgang des Versicherungsgerichts (OrgV; sGS 941.114)

1.     

Die Klage wird abgewiesen.

2.     

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 29.09.2015
	Beweiswürdigung. Kein genereller Vorrang eines Beweismittels. Abstellen auf das von der Beklagten eingeholte Gutachten (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. September 2015, KV-Z 2014/4).

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