# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d21b0f06-b642-5952-aa67-377460b23c86
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-12-17
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 17.12.2008 BRKE III Nr. 0173/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRKE-III-Nr--0173-20_2008-12-17.pdf

## Full Text

BRKE III Nr. 0173/2008 vom 17. Dezember 2008 in BEZ 2009 Nr. 39

Der Gemeinderat hatte (in Umsetzung eines Urteils der Baurekurskommission 
III) die Zeiten des Frühgeläutes einer Evangelisch-Reformierten Kirche neu festge-
setzt und hierbei die Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 4 410.-- je zur Hälfte der 
Evangelisch-Reformierten Kirchgemeinde und der Anzeigeerstatterin, die das Sanie-
rungsverfahren ausgelöst hatte, auferlegt. Diese beantragte Kostenbefreiung.

Aus den Erwägungen: 

1. Am 29. Juni 2005 war die nachmalige Rekurrentin A an den Gemeinderat X
gelangt und verlangte, es sei die Evangelisch-Reformierte Kirche zu verpflichten, 
das um 05.30 Uhr stattfindende Frühgeläute wochentags auf 07.00 Uhr und sams-
tags auf 08.00 Uhr zu verschieben. Mit Beschluss vom 18. Juli 2006 wies der Ge-
meinderat X den Antrag ab und auferlegte die Kosten des Verfahrens je hälftig A 
und der Evangelisch-Reformierten Kirchgemeinde X. Einen hiergegen von A erho-
benen Rekurs hiess die Baurekurskommission III teilweise gut; in Aufhebung des 
angefochtenen Beschlusses wurde der Gemeinderat X eingeladen, das Frühgeläute 
der Evangelisch-Reformierten Kirche von Montag bis Freitag auf 06.00 Uhr und am 
Samstag auf 07.00 Uhr anzusetzen. Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in 
Rechtskraft. 

Mit dem angefochtenen Beschluss ist dieser Anordnung Nachachtung ver-
schafft worden. Gleichzeitig wurde darin erneut über Kostenhöhe und -aufteilung 
befunden, wobei die im aufgehobenen Entscheid vom 18. Juli 2006 festgesetzten 
Kosten von total Fr. 4 410.-- bestätigt wurden, unter Einrechnung der mit dem nun-
mehr angefochtenen Entscheid verbundenen Kosten und Gebühren. Bei der Kos-
tenaufteilung ist zugunsten bzw. zulasten der Evangelisch-Reformierten Kirchge-
meinde bzw. der Rekurrentin festgehalten worden, dass gemäss Rekursentscheid 
das Geläute nicht vollumfänglich im rekurrentischen Sinne (nämlich von Montag bis 
Freitag lediglich von 05.30 auf 06.00 Uhr bzw. am Samstag von 05.30 auf 07.00 Uhr 
und nicht wie beantragt von Montag bis Freitag auf 07.00 Uhr bzw. am Samstag auf 
08.00 Uhr) festgesetzt worden sei. Die Abweichung zum gemeinderätlichen Ent-
scheid liege mit Bezug auf die Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde in der Grös-
senordnung von rund einem Drittel bzw. bei der Rekurrentin von ca. zwei Dritteln. 
Ferner könne die Kirchgemeinde für sich geltend machen, dass sie im Vorfeld zu-
gunsten der Rekurrentin im Glockenturm Lärmdämmungen vorgenommen, die Läu-
tedauer verkürzt und auf die leisere Glocke 4 gewechselt habe. Die Rekurrentin 
könne demgegenüber für sich in Anspruch nehmen, dass die Kirchgemeinde diese 
Massnahmen erst aufgrund ihrer Aktivitäten eingeleitet habe. Bei Würdigung und 
Gewichtung aller Umstände seien die Verfahrenskosten der Evangelisch-
Reformierten Kirchgemeinde und der Rekurrentin je hälftig aufzuerlegen. (…) 

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2. Die umstrittene Kostenauflage beinhaltet die hälftige Überwälzung der der 
Vorinstanz im Zusammenhang mit den verlangten Einschränkungen des Kirchenglo-
ckengeläutes und demgemäss mit einer Sanierung einer Altanlage nach Umwelt-
schutzgesetz verbundenen Kosten auf die «Anzeigeerstatterin». Die Vorinstanz 
stützt sich explizit auf keinerlei gesetzliche Bestimmung, sondern macht hierzu gel-
tend, es entspreche «bewährter Praxis, die Kostenverlegung massgeblich nach Ob-
siegen und Unterliegen vorzunehmen». 

Die Zuordnung der Kosten, die aufgrund von Massnahmen des Umweltschutz-
gesetzes entstehen, insbesondere derjenigen, die nicht beim Verursacher selbst, 
sondern bei Dritten anfallen, regelt Art. 2 USG. Ist dieser Dritte die öffentliche Hand, 
so kommt als lex specialis Art. 48 USG zum Tragen (vgl. A. Griffel, Die Grundprinzi-
pien des schweizerischen Umweltrechts, 2001, Rz. 272, mit Verweisung). Art. 48 
Abs. 1 USG lautet wie folgt:

«Für Bewilligungen, Kontrollen und besondere Dienstleistungen nach diesem 
Gesetz wird eine Gebühr erhoben.»

Die Überwälzung von Kosten, die dem Gemeinwesen im Zusammenhang mit 
dem Vollzug des Umweltschutzgesetzes entstehen, erfolgt demgemäss ausschliess-
lich in Form von Gebühren. Diese sind den Verursachern aufzuerlegen, jenen natür-
lichen oder juristischen Personen des privaten oder öffentlichen Rechts, die eine 
gebührenpflichtige Leistung des Gemeinwesens veranlasst oder – namentlich als 
Störer – notwendig gemacht haben bzw. denen sie individuell zurechenbar sind (U. 
Brunner, Kommentar zum Umweltschutzgesetz, 2. A., Hrsg. Vereinigung für Umwelt-
recht/H. Keller, 1998 ff., Art. 48 Rz. 11). Auf das von der Vorinstanz angerufene 
«Unterliegerprinzip» kommt mit Bezug auf den der Gemeinden durch ihre Tätigkeit 
nach dem Umweltschutzgesetz erwachsenen und von diesen auf die Verursacher zu 
überwälzenden Kosten zum vornherein nichts an. 

Welche staatlichen Leistungen im Einzelnen gebührenpflichtig sind, wird in Art. 
48 USG nicht gesagt; ebenso wenig wird die Berechnungsgrundlage darin geregelt. 
Art. 48 USG stellt daher keine hinreichende gesetzliche Grundlage für die Erhebung 
von Gebühren dar. Vielmehr setzt eine Gebührenerhebung ergänzendes Ausfüh-
rungsrecht voraus, welches den spezifischen abgaberechtlichen Grundsätzen zu 
genügen hat. In diesem Sinne wird in Art. 48 Abs. 2 USG ausdrücklich statuiert, 
dass im Bund der Bundesrat und in den Kantonen die nach kantonalem Recht zu-
ständige Behörde die Gebührenansätze bestimmt. Darauf beruht die vom Regie-
rungsrat des Kantons Zürich auf den 1. Januar 1994 in Kraft gesetzte Gebührenord-
nung zum Vollzug des Umweltrechts vom 3. November 1993, die für Amtshandlun-
gen gestützt auf Vorschriften über den Umweltschutz sowohl der Staatsverwaltung 
als auch der Gemeindeverwaltungen gilt (§ 1). § 2 enthält sodann eine exemplifika-
torische Aufzählung der gebührenpflichtigen Tätigkeiten, und § 3 nennt die Ausnah-
men von der Gebührenpflicht. Namentlich nicht gebührenpflichtig sind Stichproben 
und aufgrund von Hinweisen vorgenommene Kontrollen, bei denen es sich nicht um 
die gesetzlich vorgeschriebenen Kontrollen handelt, sofern keine Verletzung von 
materiellen Umweltschutzvorschriften festgestellt wird. Im Weiteren unterstehen all-
gemeine Abklärungen zur Vorbereitung des Vollzugs wie das Beschaffen von 
Grundlagen oder Erhebungen zum Stand der Technik nicht der Gebührenpflicht. §§ 

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4 ff. enthalten sodann Grundsätze über den Gebührenrahmen. Gemäss § 4 bestim-
men sich die Gebühren grundsätzlich nach dem Aufwand. 

3. In Anwendung dieser massgeblichen Bestimmungen lässt sich eine Überbin-
dung von im Zusammenhang mit der Kontrolle der fraglichen Anlage erwachsenen 
Kosten auch auf die Anzeigeerstatterin nicht halten. Wie erwähnt ist rechtskräftig 
festgestellt worden, dass die Anlage den massgeblichen Vorschriften nicht genügt 
und sie sich somit als sanierungsbedürftig erweist. Die im Rahmen der Kontrolle und 
der angeordneten Sanierung angefallenen Kosten treffen daher kraft des Verursa-
cherprinzips den Anlagebetreiber, der aufgrund der Sanierungsbedürftigkeit seiner 
Anlage das behördliche Einschreiten notwendig gemacht hat. Daran vermag hier 
nichts zu ändern, dass die Rekurrentin das entsprechende Begehren mit weiterge-
henden Sanierungszielen gestellt hat. Der Anzeigeerstatter bleibt der ausdrückli-
chen dahingehenden Bestimmung in der erwähnten Gebührenordnung zum Vollzug 
des Umweltrechts wegen selbst dann kostenfrei, wenn keinerlei Verletzungen von 
materiellen Umweltschutzvorschriften festgestellt worden sind. In diesen Fällen dürf-
te grundsätzlich der Staat die mit den getroffenen Kontrollen verbundenen Kosten zu 
tragen haben. Allerdings haben die Behörden nicht auf jedes Begehren eines Dritten 
einzutreten, und können sie, wenn aus ihrer Sicht kein Grund zur Annahme von 
Rechtsverletzungen besteht, auf die dementsprechend als nicht erforderlich erachte-
ten Kontrollen verzichten. Gegen eine entsprechende Weigerung könnte dann eine 
(kostenpflichtige) Rechtsverzögerungsbeschwerde erhoben werden. 

4. Zusammenfassend ergibt sich, dass gestützt auf die einschlägigen Bestim-
mungen die Anzeige erstattende Rekurrentin keine Gebührenpflicht trifft, was zur 
Gutheissung des Rekurses führt.