# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bd043d63-af30-5401-bf45-e34df605b181
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-06
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 06.10.2025 VBE.2025.8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2025-8_2025-10-06.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

3. Kammer 

 

VBE.2025.8 / nb / nl  
Art. 119 

 

 

Urteil vom 6. Oktober 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Gössi, Präsidentin  

Oberrichter Kathriner  

Oberrichterin Fischer  

Gerichtsschreiber Battaglia 

  

 
   

Beschwerde- 

führerin  

 A._____ 

vertreten durch MLaw Marko Mrljes, Rechtsanwalt, 

Burgerstrasse 17, Postfach, 6000 Luzern 7    

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau   

 

 
   

Beigeladene   FUTURA Vorsorgestiftung, Gass 2, Postfach, 5242 Lupfig 

 

 

    
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 26. November 2024 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die 1977 geborene, zuletzt als Produktionsmitarbeiterin tätig gewesene Be-

schwerdeführerin meldete sich am 1. Februar 2024 unter Hinweis auf eine 

Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion und gesundheitliche Prob-

leme am ganzen Körper bei der Beschwerdegegnerin zum Bezug von Leis-

tungen der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an. Die Beschwer-

degegnerin tätigte in der Folge medizinische und erwerbliche Abklärungen. 

Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren verneinte sie einen Anspruch 

der Beschwerdeführerin auf Leistungen mit Verfügung vom 26. November 

2024. 

 

2. 

2.1. 

Gegen die Verfügung vom 26. November 2024 erhob die Beschwerdefüh-

rerin mit Eingabe vom 10. Januar 2025 fristgerecht Beschwerde und stellte 

folgende Rechtsbegehren: 

 

" 1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 26.11.2024 sei aufzu-
heben und das Verfahren sei zur Durchführung der erforderlichen Ab-
klärungen und zum neuen Entscheid an die Vorinstand [sic] zurück-
zuweisen. 

 
 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zu Lasten der 

Beschwerdegegnerin." 

 

2.2. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Vernehmlassung vom 11. Februar 

2025 die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 21. Februar 2025 wurde die be-

rufliche Vorsorgeeinrichtung der Beschwerdeführerin im Verfahren beige-

laden und ihr Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt, worauf diese mit 

Eingabe vom 18. März 2025 verzichtete. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch der 

Beschwerdeführerin auf Leistungen der Invalidenversicherung (berufliche 

Massnahmen/Rente) mit Verfügung vom 26. November 2024 (Vernehm-

lassungsbeilage [VB] 30) zu Recht abgelehnt hat. 

 

 - 3 - 

 

 

2. 

2.1. 

Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung vom 

26. November 2024 aus, ihre Abklärungen hätten ergeben, dass in soma-

tischer Hinsicht kein Gesundheitsschaden mit Krankheitswert vorliege, der 

eine langdauernde oder bleibende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit be-

gründe. Die betreffend die psychischen Beschwerden diagnostizierte An-

passungsstörung mit längerer depressiver Reaktion falle als potentiell in-

validisierende Krankheit per definitionem ausser Betracht, da es sich dabei 

um ein zeitlich begrenztes Phänomen handle. Es liege daher keine Invali-

dität im Sinne des Gesetzes vor (VB 30/1). 

 

2.2. 

Mit der Vernehmlassung reichte die Beschwerdegegnerin u.a. eine Stel-

lungnahme des RAD-Arztes Dr. med. B._____, Facharzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie, vom 7. Februar 2025 ein. Darin führte dieser aus, ge-

stützt auf die Unterlagen sei davon auszugehen, dass die (von psychiatri-

scher Seite) attestierte Arbeitsunfähigkeit infolge von psychosozial belas-

tenden Umständen (Umstände am Arbeitsplatz und anschliessende Kündi-

gung durch den Arbeitgeber) erfolgt sei. Die sich zeigenden Beschwerden 

seien eindeutig eine Reaktion auf die psychosozial belastenden und damit 

"iv-fremde" Umstände. Ferner werde eine Anpassungsstörung gemäss 

ICD-10 so interpretiert, dass die sich zeigenden reaktiven Beschwerden 

von ihrem Ausmass her weniger stark seien als bei einer depressiven Epi-

sode, welche wiederum selbst die Arbeitsfähigkeit kaum bis gar nicht zu 

verringern vermöge (VB 35). 

 

3. 

3.1. 

Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen eine ungenügende Sach-

verhaltsabklärung durch die Beschwerdegegnerin geltend. Die Verfahrens-

akten würden die Schlussfolgerung der Beschwerdegegnerin, wonach kein 

Gesundheitsschaden mit Krankheitswert vorliege, nicht stützen. Vielmehr 

würde aus diesen hervorgehen, dass die Beschwerdeführerin seit Jahren 

Muskelbeschwerden im Nacken, in den Schultern, im Rücken, in den Vor-

derarmen und Unterschenkeln habe. So seien der Beschwerdeführerin 

auch keine Schichtarbeiten mehr zumutbar. Dr. med. C._____, Facharzt für 

Allgemeine Innere Medizin sowie für Rheumatologie, komme im Bericht 

vom 17. August 2023 sodann zum Schluss, dass ihr nur noch leichte Tätig-

keiten zumutbar seien, wozu ihre angestammte Tätigkeit nicht gehöre, wes-

halb ein Gesundheitsschaden mit Krankheitswert vorliege (Beschwerde 

Ziff. 5 ff.). 

  

 - 4 - 

 

 

3.2. 

Im sozialversicherungsrechtlichen Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts-

beschwerdeverfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz. Danach haben 

Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht von sich aus und 

ohne Bindung an die Parteibegehren für die richtige und vollständige Fest-

stellung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (Art. 43 Abs. 1 und 

Art. 61 lit. c ATSG; BGE 133 V 196 E. 1.4 S. 200; 132 V 93 E. 5.2.8 S. 105; 

122 V 157 E. 1a S. 158).  

 

3.3. 

Es bleibt unklar, worauf die Beschwerdegegnerin ihre Feststellung, bei der 

Beschwerdeführerin liege in somatischer Hinsicht kein Gesundheitsscha-

den mit Krankheitswert vor, der eine langandauernde oder bleibende Ein-

schränkung der Arbeitsfähigkeit begründe (VB 30/1), stützt. Den Akten ist 

(bis zur Erstattung der Vernehmlassung und dort einzig in psychiatrischer 

Hinsicht) keine Stellungnahme eines RAD-Arztes zu entnehmen. Vielmehr 

liegt ein Bericht von Dr. med. C._____ vom 17. August 2023 vor, in wel-

chem dieser ein chronisches cerviko-/thorakovertebrales, ein chronisches 

lumbosakrales und ein generalisiertes myofasciales Schmerzsyndrom di-

agnostizierte (VB 21/1). Es sollten nach Möglichkeit "[e]ine Reintegration in 

den Arbeitsprozess und eine verbesserte Integration" angestrebt werden. 

Eine länger attestierte Arbeitsunfähigkeit sei aufgrund der Diagnosen 

schwierig zu vertreten; eine leichte Tätigkeit ohne Heben und Tragen von 

schweren Lasten sollte theoretisch möglich sein (VB 21/3). Gemäss Aus-

kunft der ehemaligen Arbeitgeberin handelte es sich bei der zuletzt ausge-

übten Tätigkeit der Beschwerdeführerin jedoch um eine stehende Arbeit an 

Anlagen mit Rotation auf Brust- und Hüfthöhe und mit regelmässigem He-

ben von Kartons mit einem Gewicht von 5 kg. Leichte Lasten bis 10 kg 

müssten oft gehoben bzw. getragen werden, mittelschwere (10-25 kg) 

manchmal und schwere (über 25 kg) selten (VB 11.1/4 f.). Es kann dem-

nach nicht ohne Weiteres davon ausgegangen werden, die angestammte 

bzw. zuletzt ausgeübte Tätigkeit der Beschwerdeführerin sei dieser auch 

weiterhin zumutbar. Darüber hinaus besteht gemäss Bericht der Kan-

tonsspital D._____ vom 14. Juni 2023 auch eine elongierte Vertebralarterie 

links mit Kompression der Medulla oblongata (vgl. VB 19). Es ergeben sich 

somit Anhaltspunkte für das Vorliegen eines Gesundheitsschadens mit 

Krankheitswert, der (jedenfalls) die Ausführung der zuletzt ausgeübten Tä-

tigkeit verunmöglichen würde.  

 

3.4. 

Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin den rechtserheblichen 

Sachverhalt unter Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 

Abs. 1 ATSG) ungenügend abgeklärt. Die angefochtene Verfügung vom 

26. November 2024 (VB 30) ist daher aufzuheben und die Sache zur Vor-

nahme der notwendigen Abklärungen und anschliessenden Neuverfügung 

an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Bei diesem 

 - 5 - 

 

 

Verfahrensausgang erübrigen sich Weiterungen betreffend die geltend ge-

machte Verletzung der Begründungspflicht (Beschwerde Ziff. 6).  

 

4. 

4.1. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 

 

4.2. 

Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf Ersatz der 

richterlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 26. November 

2024 aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung im Sinne der Er-

wägungen und anschliessenden Neuverfügung an die Beschwerdegegne-

rin zurückgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden der Beschwerdegegnerin auf-

erlegt. 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine 

Parteientschädigung in richterlich festgesetzter Höhe von Fr. 3'300.00 zu 

bezahlen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

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Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 6. Oktober 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

3. Kammer 

Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Gössi Battaglia