# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 467c2ad2-f354-5286-b677-609a2e1eb5c4
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-09-18
**Language:** de
**Title:** Rentenrevision. Gemischte Methode der Invaliditätsbemessung. Rentenausschliessender Invaliditätsgrad. (BGE 8C_812/2013)
**Docket/Reference:** IV.2013.00301
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2013.00301.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2013.00301
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiberin Leicht
Urteil
vom
18. September 2013
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Philip
Stolkin
Schaffhauserstrasse
345, Postfach 6734, 8050 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1974 geborene
X.___
ist gelernte kaufmännische Ange
stellte
mit Weiterbildungen im Bereich Marketing
und war zuletzt
bis zur Auf
lösung des
Arbeitsverhältnisses am 31.
Jan
u
a
r 2009
bei der Firma
Y.___
in
Z.___
als
Leiterin Marketing Services
a
ngestellt
, wobei der letz
te effektive Arbeitstag der 24.
Oktober 2008 war
(
Urk.
7/2
und Urk. 7/12
).
1.2
Am 13.
August 2009 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf
stark abge
nutzte Bandscheiben, einen Bandscheibenvorfall
und
eine
Bandscheibenopera
tion
im Jahr 2007
sowie eine Burnout bedingte Depression
bei der
Sozialversi
cherungsanstalt
, IV-Stelle, zum Leistungsbezug
an (Urk.
7/2). Die IV-Stelle zog
einen Auszug aus dem individuellen Konto de
r Versicherten (IK-Auszug, Urk.
7/5),
einen Arbeitgeberbericht (Urk. 7/12) sowie
diverse
Arztberichte (
Urk.
7/6, 7/7, 7/10
,
7/15
) bei und
veranlasste eine psychia
trische Untersuchung durch den
A.___
(
Urk.
7/17)
.
Mit Verfügung vom 2
5.
Oktober 2010 sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Wirkung ab 1. Februar 2010 bei einem Invaliditätsgrad von 54
%
eine halbe Rente zu (
Urk.
7/48).
1.3
Nachdem die Versicherte am 3
0.
August 2011 ein
e
Tochter
geboren
hatte, leitete die IV-Stelle ein amtliches Revisionsverfahren ein.
Am 1
0.
Juli 2012
füllte
die Versicherte
den
Fragebogen für die Rentenrevision
aus (
Urk.
7/52)
. Die IV-Stelle
holte
daraufhin
einen IK-Auszug der Versicherten
ein
(Urk. 7/53)
und liess eine Haushaltsabklärung durchführen (Abklärungsbericht vom 1
5.
Januar 2013,
Urk.
7/55).
Sie qualifizierte die Versicherte neu
als Tei
lerwerbstätige mit einem ausserhäuslichen Erwerbs
pensum von 50
%
. Unter der Annahme einer Beein
trächtigung von
20.93
%
in der Erwerbstätigkeit und einer Einschränkung von
13.53
%
im Haushalt
ermittelte
sie
neu einen Invaliditätsgrad von
34.46
%
(
Urk.
7/57).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/58-59,
Urk.
7/64-66) hob
die IV-Stelle
die Rente
mit Verfügung vom 2
6.
Februar 2013 auf (
Urk.
7/67 =
Urk.
2).
2.
2.1
Dagegen
erhob die Versicherte mit Eingabe vom 2
6.
März 2013 Beschwerde und beantragte,
es sei die Verfügung vom 2
6.
Februar 2013 aufzuheben und
ihr
eine Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100 % zu gewähren (
Urk.
1).
2.2
In ihrer Replik vom
8.
Juli 2013 hielt die Beschwerdeführerin an dem in der Beschwerdeschrift gestellten Rechtsbegehren fest (
Urk.
10). Mit Eingabe vom 17. Juli 2013 reichte
sie
diverse Arbeits- und Diplomz
eugnisse ein (Urk. 14,
Urk. 15/1-14). Mit Eingabe vom 12.
August 2013 verzichtete die
Beschwerde
gegnerin
auf eine Duplik (
Urk.
18), was der Beschwerdeführerin am 13. August 2013 mitgeteilt wurde (
Urk.
19).
2.3
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen).
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer
anspruchserheb
lichen
Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfü
gung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sach
verhaltsabklärung
, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.2
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Ge
sichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversiche
rung, IVG (bis 31. Dezember 2007: Art.
28
Abs.
3
ter
IVG) in Verbindung mit
Art.
16 und 7 Abs. 2 ATSG die Frage nach der anwendbaren
Invaliditäts
bemessungsmethode
. Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist
was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Be
tä
tigungs
vergleich
, gemischte Methode) führt -, ergibt sich - auch nach In-Kraft-Treten des ATSG (vgl. SVR 2005 IV Nr. 21 S. 83 E. 4.2 mit Hinweis [I
249/04]) -
aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Das Kriterium der Zu
mutbarkeit einer Erwerbstätigkeit bezieht sich nicht auf den Gesundheits-, son
dern auf den Invaliditätsfall. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, d.h. ohne
Gesundheits
schaden
, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der
Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV
; BGE 131 V 51 E. 5.1.2 S. 53 und E. 5.2 S. 54; SVR 2006 IV Nr. 42 S. 151, E. 5.1.2, I 156/04; vgl. auch BGE 125 V 146 E. 5c/
bb
S
.
157). Die gemischte Methode bezweckt damit eine mög
lichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des Invaliditätsgrades. Sie findet auch Anwendung, wenn der versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträch
ti
gung eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (BGE 133 V 504 E. 3.3 in
fine
; vgl. auch BGE 133 V 477 E. 6.3 S. 486). Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie all
fällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Nei
gun
gen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich
praxis
gemäss
nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der
Verwaltungs
verfügung
entwickelt haben. Dabei sind die konkrete Situation und die Vor
bringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu
wür
digen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil
)
Er
werbstätigkeit ist der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (BGE 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b, je mit Hinweisen, Urteil des Bundesgerichts I 266/05 vom 11. April 2006 E. 4.2, vgl. auch BGE 133 V 504 E. 3.3).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die neue Festsetzung des Invaliditätsgrades auf 34.46 % und die
damit einhergehende
Aufhebung der Rente damit, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden
nach
der Geburt des Kindes
zu 50
%
einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgehen würde und die restli
chen 50
%
auf den Haushaltsbereich entfallen würden (
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte dagegen geltend, es sei ihr eine Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100
%
zu gewähren, da sie
im Gesundheitsfall
trotz Kind zu 100
%
erwerbs
tätig wäre (
Urk.
1).
2.3
Umstritten ist in erster Linie
, ob
sich mit der Geburt des Kindes der
versiche
rungsrechtliche
Status der Beschwerdeführerin dahingehend v
erändert hat, dass sie als Teil
erwerbstätige (50
%
im Erwerbsbereich und 50
%
im Haushalt) zu qualifizieren ist
oder ob sie
weiterhin als
vollzeitig Erwe
rbstätige zu ge
lt
en hat
.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Qualifikation der Beschwerdeführe
rin als Teilerwerbstätige auf
den
Fragebogen für die Rentenrevision,
in welchem
diese
angab, si
e wolle 100
%
Mutter sein (Urk.
7/52)
sowie auf den Bericht
be
treffend
Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt vom 1
5.
Januar 2013
(
Urk.
7/55)
. Darin wurde festgehalten, die Beschwerde
führerin
habe geschildert, sie würde bei guter Gesundheit weiterhin einer aus
ser
häuslichen Tätigkeit im Rahmen von 50
%
nachgehen. Sie habe ihre ange
stammte Tätigkeit als Leiterin im Marketing immer sehr gerne ausgeübt und hätte sich gut vorstellen können, nach der Geburt des Kindes
Teilzeit
weiter zu arbeiten. Die Kinderbetreuung wäre während de
r
Arbeitszeiten durch die Kinderkrippe und während der Ferien von ihrer Schwester, welche in unmittel
barer Nähe lebe, abgedeckt worden (Urk. 7/55 S. 2
Ziff.
2.5)
.
3.2
In
ihrem Einwand vom
6.
Februar 2012 gegen die mit Vorbescheid vom
15.
Januar 2013
(
Urk.
7/59)
i
n Aussicht gestellte Aufhebung der halben Rente machte die Beschwerdeführerin geltend,
es liege ein Missverständnis vor. Bei vollständiger Gesundheit würde sie trotz der Geburt ihrer Tochter zu 100
%
ar
beiten. Bis zu ihrer Invalidität habe sie immer 100
%
gearbeitet und auch sehr viel in ihre mehrjährigen Ausbildungen und
in
ihre Karriere investiert. Daher sei es immer ihr Anspruch gewesen, eine anspr
uchsvolle Position in einem 100
%igen Anstellungsverhältnis zu haben. Ihre Betreuungsperson sei während des gesamten Gesprächs mit
der Abklärungsperson Frau
B.___
anwesend ge
wesen und könne bezeugen, dass
sie dieser
gegenüber ausgeführt habe, dass sie trotz Kind voll
zeitlich
arbeiten würde. Offensichtlich habe dies die Mitarbeiterin der IV falsch gehört (
Urk.
7/64).
3.3
In der Folge verfügte die Beschwerdegegnerin am 2
6.
Februar 2013 die Einstel
lung der Rente. Zum Einwand der Beschwerdeführerin führte sie aus, das Abklärungsgespräch sei nicht von Frau
B.___
sondern von Frau
C.___
geführt worden. Der Einwand sei mit Frau
C.___
überprüft worden. Die Frage sei vor Ort besonders eingehend besprochen worden. Jede Änderung werde genau auf
geschrieben und die Begründung werde nachgefragt. Demnach habe die Be
schwerdeführerin gesagt, sie würde bei guter Gesundheit
nach
der Geburt des Kindes weiterhin im Rahmen von 50
%
einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit
nachgehen. Diese Angaben
seien auf
grund ihrer bisherigen Berufsbiographie
p
lausibel und nachvollziehbar, obwohl sie auf dem Revisionsfragebogen ange
geben habe, dass sie 100
%
Mutter sein wolle.
Abzustellen sei auf die klare Aussage der ersten Stunde, da deren Beweiswert höher zu gewichten sei als die nachträglichen Aussagen, die allenfalls von versicherungsrechtlichen Überle
gungen getragen sein könnten (
Urk.
7/67 = Urk. 2).
3.4
Da die
von
der Beschwerdeführerin im Revisionsfragebogen gemachten
und die
im Abklärungsbericht
erfassten
Angaben zum mutmasslichen Erwerbspensum im Gesundheitsfall
sowie
die
Einwendungen der Beschwerdeführerin
im Rah
men des Vorbescheid- und des Beschwerdeverfahrens
nicht übereinstimmen
, ist i
m Rahmen der Beweiswürdigung zu ermitteln, von welcher
Sachverhaltsvari
ante
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auszugehen ist.
3.5
Praxisgemäss stellen
die Gerichte im Bereich des
Sozialversicherungs
rechts
in der Regel auf die „Aussagen der ersten Stunde“ ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 1a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
Vorliegend ist
unbestritten und belegt, dass die Beschwerdeführerin im
Revi
sions
fragebogen
am
1
0.
Juli 2012
angab, dass sie 100
%
Mutter sein wolle (
Urk.
7/52
S. 1
). Dabei handelt es sich um
eine
„Aussage der ersten Stunde“, weshalb grundsätzlich darauf abzustellen ist.
Dennoch
ging die
Beschwerdegeg
nerin
gestützt
auf
den Abklärungsbericht vom
1
5.
Januar 2013
zugunsten der Beschwerdeführerin
im Gesundheitsfall
von einer
mutmasslichen
50
%igen Er
werbstätigkeit nach der Geburt des Kindes aus.
Dies ist
nachvollziehbar
, zumal die Beschwerdeführerin bereits im Revisionsfragebogen angab, dass sie
teilzeit
lich
arbeiten wolle, wenn das Kind
ein gewisses Alter habe
(
Urk.
7/52
S. 1
)
.
Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, die Angaben im
Abklär
ungsbe
richt
seien nicht korrekt
,
sie habe gegenüber der Abklärungsperson gesagt
,
sie würde im Gesundheitsfall auch nach der Geburt des Kindes
zu
100
%
arbeiten
,
erscheint dies – insbesondere auch vor dem Hintergru
nd
ihrer
aktenkundigen schriftlichen
Aussage der ersten Stunde – als wenig plausibel.
Der Einwand
scheint
vielmehr
bewusst oder unbewusst von
nachträglichen
versicherungs
rechtlichen
Überlegungen
beeinflusst zu sein
.
Soweit die Beschwerdeführerin
vorbri
ng
t
,
aufgrund ihrer hohen Leistungsbereitschaft und ihrer Karriere sei nicht vorstellbar, dass sie sich auf ein Dasein als Mutter eingelassen hätte
(
Urk.
14 S. 4)
, widerspricht dies ihrer eigenen
ursprünglichen
Aussage
(
Urk.
7/52 S. 1)
und ist ihr
entgegenzuhalten,
dass
auch
gut ausgebildete
und
ehrgeizige Frauen nach der Geburt eines Kindes ihr Arbeitspensum
regelmässig
reduzieren.
Selbst wenn
die Beschwerdeführerin
gegenüber der
Abklärungs
person
gesagt hätte,
dass sie im Gesundheitsfall nach der Geburt des Kindes wei
terhin 100
%
gearbeitet hätte,
ändert dies nichts an ihrer ursprünglichen Aus
sage, auf
welche
vorliegend abzustellen ist. Es erübrigt sich damit
,
weitere Beweismittel
abzunehmen
.
Nach dem Gesagten ist die Qualifikation der Beschwerdeführerin als
Teiler
werbs
tätige
(50
%
im Erwerbsbereich und 50
%
im Haushalt) nicht zu beanstan
den.
3.6
Aus den Akten ergibt sich, dass seit der Zusprechung der halben Rente mit Ver
fügung vom
2
5.
Oktober 2010 (
Urk.
7/48
) weder in medizinischer Hinsicht noch bezüglich der erwerblichen Auswirkung
en
der gesundheitlichen Beeinträchti
gung eine rentenbeeinflussende Änderung eingetreten ist.
So diagnostizierte der
A.___
der IV-Stelle in seinem psychiatrisch
en Un
tersuchungsbericht vom 31.
März 2010 eine leichte bis mittelgradige depressive Störung bei akzentuierten zwanghaften und narzisstischen Persönlichkeitszügen (
Urk.
7/17 S. 5).
Der
A.___
attestierte in einer Tätigkeit ohne ausgesprochenen Leistungsdruck und ohne hohe Übernahme von Verantwortung und
Entscheid
kompetenzen
eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 60
%
(
Urk.
7/17 S. 5 f.).
Im Revisionsfragebogen stellte
D.___
die Diagnose
n
Bulimia
nervosa
und mittelgradige depressive Episode (
Urk.
7/52 S.
3), was im Wesentlichen mit der Diagnose des
A.___
übereinstimmt.
Eine massgebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes ist nicht ersichtlich und die Beschwerdeführerin befindet sich
aktuell
auch nicht in psychiatrischer Be
handlung.
Die
von
D.___
attestierte
Arbeitsunfähigkeit von 100
%
ist weder begründet noch nachvollziehbar, weshalb weiterhin von einer Arbeitsfä
higkeit von 60
%
in einer angepassten Tätigkeit
auszugehen ist.
4
.
4
.1
Bei Versicherten, die
nur zum Teil erwerbstätig sind
, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a Abs. 3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein
Betätigungs
vergleich
vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addie
rung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 ff. E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
4
.2
I
m Erwerbsbereich ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälli
ger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
gegli
chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkommensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander ge
genübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invalidi
tätsgrad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
4
.3
Auch
für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruf
lich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person kon
kret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V
321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E.
2a).
5.
5.1
Wie bereits ausgeführt würde die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit einer Erwerbstätigkeit im Umfang eines
50 %-
Pensums nachgehen und im
selben Umfang
den Haushalt besorgen
, wes
halb vorliegend die gemischte Methode
der Invaliditätsbemessung
zur Anwen
dung gelangt
.
5.2
Bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
ist
vom
Erwerbseinkommen
auszu
gehen,
das
die Beschwerdeführerin
vor dem Eintritt der zur Invalidität führen
den Arbeitsunfähigkeit
erzielte
.
Die Beschwerdegegnerin
verdiente an ihrer letzten Arbeitsstelle im Jahr 2008 bei der
Y.___
als Leiterin Marketing Services in einem 100
%
-Pensum
Fr.
123‘500.
--
pro Jahr
(Urk. 7/12 S. 2). Die Beschwerdegegnerin
ging
somit
richtigerweise
von diesem Betrag aus
.
Unter Berücksichtigung der
Entwicklung des Nominallohnindexes der Saläre für weibliche Arbeitskräfte von 2499 Punkten im Jahr 2008 auf 2630 Punkte im Jahr 2012
(Die Volkswirtschaft 7/8-2013 S. 95 Tabelle B10.3)
resultiert für
ein 100
%
-Pensum ein Bruttoeinkommen
von Fr.
129‘974.
--
und für ein 50
%
-Pen
sum ein solches von
Fr.
64‘987.--
.
Damit beträgt das
Valideneinkommen
Fr.
64‘987.--
.
5.3
Für
die Berechnung des
Invalideneinkommen
s
sind
Tabellenlöhne
heranzuzie
hen.
Da für die Beschwerdeführerin grundsätzlich sämtliche Branchen in Frage kommen, ist vom standardisierten monatlichen Bruttolohn (inklusive 1
3.
Monats
lohn, basierend auf einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden) für weibliche Arbeitskräfte auszugehen (Tabelle TA1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung [LSE] 2010 S. 26)
.
Aufgrund der Tatsache, dass
die Beschwerdeführerin über eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung und Weiterbildungen im Bereich Marketing verfügt, aber aus medizinischen Grün
den nur eine Tätigkeit ohne ausgesprochenen Leistungsdruck und ohne allzu hohe
Entscheidkompetenz
ausüben kann, ist
der
Tabellenlohn
des
Anforde
rungsniveau
s
3
heranzuziehen
.
Somit ist von einem standardisierten
Salär
von
Fr.
5‘
202.--
pro Monat bzw. Fr.
62‘424.--
pro Jahr
auszugehen
.
Angepasst an die
im Jahr 2012 betriebsübliche
durchschnittliche
wö
chentliche
Arbeitszeit von 41.7 Stu
nden
(Die Volkswirtschaft
7/8-
2013
S. 94
Tabelle B9.2) ergibt dies
Fr.
65‘077.-- (62‘424.
-- :
40 x 41.7)
.
Unter Berücksichtigung
der Entwicklung des
Nominal
lohnindexes
der Saläre für weibliche Arbeitskräfte von 2579 Punk
ten im Jahr 2010 auf 2630 Punkte im Jahr 2012 (Die Volkswirtschaft 7/8-2013 S. 95
Tabelle B10.3)
resultiert
für ein Pensum von 100
%
ein Bruttoeinkommen
von Fr.
66‘364.
-- und für ein Pensum von
50
%
ein solches
von Fr. 33‘182.--. Damit beträgt das Invalideneinkommen im Jahr 2012
Fr.
33‘182.--
.
Ein
leidens
bedingter
Abzug ist vorliegend nicht vorzunehmen, da die Einschränkung im herangezogenen Tabellenlohn bereits vollständig berücksichtigt ist und teiler
werbstätige Frauen gegenüber vollerwerbstätigen keine Lohneinbusse erle
iden.
5.4
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von
Fr.
64‘98
7
.
--
mit dem
Invalidenein
kommen
von
Fr.
33‘182.
--
ergibt e
ine Einkommenseinbusse von Fr.
31‘805
.--
,
was einer
Einschränkung im Erwerbsbereich
von
48
.94
%
und einem gewichteten
Teilinvaliditätsgrad von 24.47
%
(0.5 x 48.94
%
)
entspricht.
5.6
Gemäss Abklärungsbericht vom 1
5.
Januar 2013 ist die Beschwerdeführerin im Haushalt unter Berücksichtigung sämtlicher Teilbereiche gesundheitsbedingt um 27.05
%
eingeschränkt (
Urk.
7/55 S.
7
). Da die Beschwerdeführerin im
Gesund
heitsfall
zu 50
%
im Haushalt tätig wäre, ergibt sich ein
gewichteter
Teilinvaliditätsgrad
von 13.
53
%
in diesem Tätigkeitsbereich.
5.7
Werden die beiden Betätigungsfelder gesamthaft betrachtet, resultiert ein
ren
ten
ausschl
iessender
Invaliditätsgrad von
38
%
.
5.8
Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, die Anwendung der gemischten Methode verstosse gegen das Diskriminierungsverbot (
Urk.
1 S. 6 f.,
Urk.
10 S. 10 f.), ist sie darauf hinzuweisen, dass die gemischte Methode
keineswegs nur
bei Frauen, sondern
unabhängig vom Geschlecht angewandt wird, sofern die versicherte Person teilweise im
Erwerbsbereich und teilweise in einem Aufga
benbereich
tätig ist.
5.8
Die angefochtene Verfügung erweist sich
im Ergebnis
somit als rechtens, wes
halb die Beschwer
d
e abzuweisen ist.
6
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
800.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Philip
Stolkin
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, unter Beilage des Doppels von
Urk.
20 und einer Kopie von
Urk.
21
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstLeicht
VC/KL/MTversandt