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**Case Identifier:** 0b13a993-b6d8-5a1d-b48b-8cf4bf1d3940
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-10-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.10.2020 E-7446/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7446-2018_2020-10-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-7446/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  O k t o b e r  2 0 2 0  

Besetzung 
 Richterin Barbara Balmelli (Vorsitz), 

Richter Walter Lang,  

Richterin Camilla Mariéthoz Wyssen,    

Gerichtsschreiberin Nathalie Schmidlin. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 29. November 2018 / N (…). 

 

 

 

E-7446/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess seinen Heimatstaat gemäss eigenen Anga-

ben am 15. Dezember 2015. Am 29. Mai 2016 reiste er in die Schweiz ein 

und suchte am folgenden Tag um Asyl nach. Dabei gab er an, er sei am  

(…) geboren und demnach minderjährig. 

B.  

Am 9. Juni 2016 fand die Befragung zur Person (BzP) statt. Dabei gab der 

Beschwerdeführer an, er stamme aus dem Dorf B._______, Subzoba 

C._______, Zoba D._______. Dort habe er zusammen mit seinen Eltern 

und sieben Geschwistern gelebt. Er sei neun Jahre zur Schule gegangen; 

die neunte Klasse habe er jedoch nicht abgeschlossen.  

Zu seinen Asylgründen führte er aus, er habe seine (…) in E._______ be-

suchen wollen, als er verhaftet worden sei. Er sei verdächtigt worden, ille-

gal ausreisen zu wollen. Vom (…) 2015 bis am (…) 2015 sei er inhaftiert 

gewesen. Er sei entlassen worden, da seine Mutter (…) zum Gefängnis 

gebracht habe, mit welchen er seine Minderjährigkeit habe beweisen kön-

nen. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis habe er wieder zur 

Schule gehen wollen. Dies sei jedoch aufgrund seiner (…) Abwesenheit 

nicht möglich gewesen. Bis zu seiner Ausreise habe er seinen Eltern in der 

Landwirtschaft geholfen.  

C.  

Am 11. August 2016 gab der Beschwerdeführer eine Taufurkunde und ei-

nen Impfausweis – beides im Original – sowie die Identitätskarten seiner 

Eltern – jeweils in Kopie – mit Übersetzung zu den Akten.  

D.  

Am 5. Dezember 2016 hörte die Vorinstanz den Beschwerdeführer im Bei-

sein seiner Vertrauensperson einlässlich zu seinen Asylgründen an. 

Dabei führte der Beschwerdeführer aus, auf dem Weg zu seiner (…) sei er 

an einer (…) in E._______ verhaftet und zur Polizeistation gebracht wor-

den. Am nächsten Tag sei er nach F._______ ins Gefängnis verlegt wor-

den. Er sei verdächtigt worden, illegal ausreisen zu wollen. Er sei verhört, 

geschlagen und misshandelt worden. In seiner Zelle seien 280 Gefangene 

gewesen. Es sei sehr heiss und dreckig gewesen. Sie hätten Kopfläuse 

gehabt. Es habe zu wenig Schlafplätze gegeben, weshalb sie hätten im-

provisieren müssen. In der Zelle sei es immer dunkel gewesen. Sie hätten 

E-7446/2018 

Seite 3 

nicht miteinander sprechen dürfen. Sie seien von zwei «Capos» kontrolliert 

und immer wieder geschlagen worden. Auch von den Wächtern seien sie 

geschlagen worden. Weil es in der Zelle zu eng gewesen sei und viele 

Insassen Atemprobleme gehabt hätten, habe es eine gewalttätige Ausei-

nandersetzung gegeben. Die Wächter seien gekommen und hätten einige 

Insassen in der «Otto»-Position gefesselt und draussen an der Sonne lie-

gen lassen. Nach (…) Monaten hätten seine Eltern (…) zum Gefängnis 

gebracht. Mit diesen habe er seine Minderjährigkeit belegen können, wo-

rauf er freigelassen worden sei. Er habe ein Dokument unterschreiben 

müssen und einen Haftschein erhalten. Nach der Freilassung habe er die 

Schule aufgrund seiner (…) Abwesenheit nicht mehr besuchen dürfen. Aus 

Angst, bei einer Razzia aufgegriffen und in den Militärdienst eingezogen zu 

werden, habe er sich in der Einöde versteckt gehalten. Zwei Monate nach 

der Entlassung aus der Haft sei er schliesslich ausgereist.  

E.  

Mit Verfügung vom 29. November 2018 verneinte die Vorinstanz die Flücht-

lingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte das Asylgesuch ab, ver-

fügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an.  

F.  

Mit Eingabe vom 28. Dezember 2018 erhob der Beschwerdeführer beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragt, die angefochtene 

Verfügung sei aufzuheben, es sei ihm die Flüchtlingseigenschaft zuzuer-

kennen und Asyl zu gewähren. Eventualiter sei er als Flüchtling anzuer-

kennen und vorläufig aufzunehmen. Subeventualiter sei die Verfügung auf-

zuheben und zwecks Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

Subsubeventualiter sei er gemäss Art. 83 AIG als Ausländer vorläufig auf-

zunehmen. Prozessual sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu ge-

währen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu verzichten.  

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 9. Januar 2019 forderte die Instruktionsrichte-

rin den Beschwerdeführer auf, bis zum 18. Januar 2019 eine Fürsorgebe-

stätigung einzureichen. Dieser Aufforderung kam der Beschwerdeführer 

am 14. Januar 2019 fristgerecht nach. 

  

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Seite 4 

H.  

Mit Zwischenverfügung vom 24. Januar 2019 hiess die Instruktionsrichterin 

das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut und 

verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Gleichzeitig lud sie 

die Vorinstanz zur Vernehmlassung ein.  

I.  

In der Vernehmlassung vom 30. Januar 2019 hielt die Vorinstanz an ihren 

Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde.  

J.  

Die Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer am 5. Februar 2019 

zur Kenntnisnahme zugestellt. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision des AsylG vom 26. Juni 1998  

(AS 2016 3101; SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfah-

ren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 

1.2 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember 

2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und 

Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Der vorliegend anzuwendende Ge-

setzesartikel (Art. 83 Abs. 1–4) ist unverändert vom AuG ins AIG übernom-

men worden.  

2.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwerde-

führer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert  

(Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 

(aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 

  

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Seite 5 

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

4.  

4.1 Der Beschwerdeführer rügt zunächst eine Verletzung des Untersu-

chungsgrundsatzes und der Begründungspflicht. Diese Rügen sind vorab 

zu beurteilen, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassation der vor-

instanzlichen Verfügung zu bewirken.  

4.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; BVGE 

2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be-

hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer 

Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich ist, 

dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich ausei-

nandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. 

BGE 136 I 184 E. 2.2.1). 

4.3 Gemäss Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG stellen die Asylbehörden den 

Sachverhalt von Amtes wegen fest (Untersuchungsgrundsatz). Dabei 

muss die Behörde die für das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunter-

lagen beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abklären und darüber 

ordnungsgemäss Beweis führen. Unvollständig ist die Sachverhaltsfest-

stellung, wenn die Behörde trotz Untersuchungsmaxime den Sachverhalt 

nicht von Amtes wegen abgeklärt hat, oder wenn nicht alle für die Entschei-

dung wesentlichen Sachumstände berücksichtigt wurden (vgl. KÖLZ/ 

HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des 

Bundes; 3. Aufl. 2013, Rz. 1043 ff.). 

4.4 Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, die Vorinstanz habe 

sich nur in ungenügendem Mass an die verfahrensrechtlingen Vorgaben 

für minderjährige Asylsuchende gemäss BVGE 2014/30 gehalten. Zwar sei 

die Befragerin (recte: der Befrager) um ein gutes Gesprächsklima bemüht 

gewesen. Die gesamte Anhörung habe indes fast fünf Stunden gedauert, 

wobei lediglich zwei 15-minütige Pausen eingelegt worden seien. Auch die 

Hilfswerksvertretung habe dieses Vorgehen beanstandet. Bei einem (…)-

jährigen Asylsuchenden, welcher traumatisierende Verfolgungsmomente 

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geltend mache, könne bei einer fünfstündigen Anhörung mit zwei Pausen 

nicht von einer korrekten Sachverhaltserhebung ausgegangen werden. 

Ferner habe die Vorinstanz die Begründungspflicht verletzt, indem sie sein 

jugendliches Alter bei der Prüfung der Glaubhaftigkeit nicht berücksichtigt 

habe. Die Verneinung der Glaubhaftigkeit der Vorbringen sei grösstenteils 

aufgrund von angeblichen Widersprüchen oder unlogischen Vorbringen er-

folgt, wobei die Argumentation der Vorinstanz teilweise spitzfindig und kon-

struiert wirke.  

4.5  

4.5.1 Dem Protokoll der Anhörung lässt sich entnehmen, dass der Befrager 

den Beschwerdeführer zu Beginn der Anhörung darauf aufmerksam ge-

macht hat, er solle mitteilen, wenn er etwas nicht verstehe, eine Pause 

wolle oder wenn sonst etwas sei, weswegen er sich nicht wohlfühle (vgl. 

A21/24 F3). Nach etwas mehr als einer Stunde wurde eine 15-minütige 

Pause eingelegt. In der Folge machte der Befrager den Beschwerdeführer 

wiederum darauf aufmerksam, dass er jederzeit sagen könne, wenn er 

müde werde oder auf die Toilette müsse (vgl. a.a.O. S. 9). Im weiteren Ver-

lauf der Anhörung wurde der Beschwerdeführer gefragt, «ob es noch 

gehe», worauf dieser antwortete, er sei nicht müde (vgl. a.a.O. F147). Dem 

Protokoll der Anhörung lässt sich weiter entnehmen, dass sich der Be-

schwerdeführer und die Teilnehmer – ausser die zur Durchführung eines 

korrekten Verfahrens anwesende Hilfswerksvertretung – vor der Rücküber-

setzung geeinigt haben, nur eine kurze Pause und keine Mittagspause zu 

machen (vgl. a.a.O. S. 21). Dem Unterschriftenblatt der Hilfswerksvertre-

tung lässt sich entnehmen, dass die Vertrauensperson des Beschwerde-

führers dagegen war, eine längere Pause einzulegen, da sie am Nachmit-

tag noch einen Termin hatte und der Beschwerdeführer vor Ende der An-

hörung nichts essen werde.  

Demnach ist festzustellen, dass die Vertrauensperson des Beschwerde-

führers, welche in seinem Interesse und zu seiner Unterstützung anwesend 

war, namentlich gegen eine längere Pause war. Der Beschwerdeführer sei-

nerseits hat keine Einwände dagegen erhoben. Der Befrager hat den Be-

schwerdeführer sodann mehrmals darauf aufmerksam gemacht, dass er 

mitteilen solle, falls er eine Pause benötige. Von dieser Möglichkeit hat der 

Beschwerdeführer auch vor der Rückübersetzung keinen Gebrauch ge-

macht. Ferner lassen sich dem Protokoll keine Anhaltspunkte entnehmen, 

dass der Beschwerdeführer nicht in der Lage gewesen wäre, der Anhörung 

zu folgen und die Fragen zu beantworten. Auch die Hilfswerksvertretung 

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hat nichts Entsprechendes festgehalten. Schliesslich wurde der Beschwer-

deführer am Schluss der Anhörung gefragt, ob er alles habe sagen können, 

was für sein Asylgesuch relevant sei (vgl. a.a.O. F165). Es ist demnach 

nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz den speziellen Verfahrensgaran-

tien für unbegleitete Minderjährige nicht nachgekommen ist. Der Sachver-

halt ist als vollständig erstellt zu betrachten, zumal der Beschwerdeführer 

in der Rechtsmitteleingabe kein neues Sachverhaltselement vorbringt. 

Eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes ist zu verneinen.  

4.5.2 Der Beschwerdeführer rügt weiter eine Verletzung der Begründungs-

pflicht. Die Vorinstanz habe sein jugendliches Alter nicht berücksichtigt und 

ihre Argumentation sei spitzfindig sowie konstruiert. Dazu ist festzuhalten, 

dass diese Fragen nicht die Begründungspflicht betreffen, sondern die ma-

terielle Würdigung. Aus der angefochtenen Verfügung geht nachvollziehbar 

hervor, aufgrund welcher Überlegungen die Vorinstanz Zweifel an der In-

haftierung des Beschwerdeführers hat, mithin das Kernvorbringen des 

Asylgesuchs als nicht glaubhaft erachtet. Dem Beschwerdeführer war es 

denn auch möglich, sich ein Bild über die Tragweite des Entscheides zu 

machen und diesen sachgerecht anzufechten, wie die vorliegende Be-

schwerde zeigt. Eine Verletzung der Begründungspflicht liegt nicht vor.  

4.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz den Anspruch 

des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör, namentlich den Untersu-

chungsgrundsatz und die Begründungspflicht, nicht verletzt hat. Die Rügen 

erweisen sich demnach als unbegründet, weshalb keine Veranlassung be-

steht, die Sache aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Der 

entsprechende Subeventualantrag ist abzuweisen.  

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

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Seite 8 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-

haftmachen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und 

folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. 

BVGE 2015/3 E. 6.5.1, 2012/5 E. 2.2). 

6.  

6.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, 

die Vorbringen des Beschwerdeführers würden weder den Anforderungen 

an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG noch denjenigen an die 

Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG standhalten.  

Es sei dem Beschwerdeführer nicht gelungen, glaubhaft zu machen, we-

gen des Verdachts, das Land illegal verlassen zu wollen, inhaftiert worden 

zu sein. Seine Aussagen würden diverse Widersprüche und Ungereimthei-

ten aufweisen. In der BzP habe er zunächst angegeben, vom (…) bis zum 

(…) 2015 in Haft gewesen zu sein. Später habe er ausgeführt, er sei vom 

(…) 2015 bis zum (…) 2015 inhaftiert gewesen und gleichzeitig habe er 

behauptet, es seien (…) Monate gewesen. Anlässlich der Anhörung habe 

er demgegenüber vorgebracht, er sei vom (…) 2015 bis zum (…) 2015 im 

Gefängnis gewesen. Ferner habe er angegeben, zum Zeitpunkt der Ver-

haftung in der neunten Klasse gewesen zu sein. Er habe jedoch keine An-

gaben dazu machen können, wie lange er schon in der neunten Klasse 

gewesen sei, als er inhaftiert worden sei. Stattdessen sei er der Frage aus-

gewichen und habe gemeint, er habe gerade Schulferien gehabt. Er habe 

auch nicht gewusst, wann das Schuljahr beginne und ende sowie wann 

Schulferien seien. Solche Angaben wären jedoch von einer Person zu er-

warten gewesen, welche neun Jahre die Schule besucht hat. 

Betreffend die Haftentlassung habe sich der Beschwerdeführer ferner wi-

dersprüchlich geäussert. In der BzP habe er angegeben, seine Eltern hät-

ten mit dem Gefängnisdirektor Kontakt aufgenommen, worauf er – der Be-

schwerdeführer – unter Vorlage von (…) freigelassen worden sei. Anläss-

lich der Anhörung habe er zunächst nicht konkret ausführen können, wie 

seine Eltern von seiner Inhaftierung erfahren hätten. Er habe auch nicht 

gewusst, wen sie gefragt hätten, um von der Inhaftierung zu erfahren. Kurz 

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darauf habe er angegeben, ein (…) arbeite als (…) und habe ihn eine Wo-

che nach seiner Inhaftierung im Gefängnis besucht, worauf er die Eltern 

informiert habe.  

Betreffend den Zeitraum nach der Haftentlassung bis zu seiner Ausreise 

habe der Beschwerdeführer in der BzP angegeben, er sei zu Hause gewe-

sen und habe seinen Eltern in der Landwirtschaft geholfen. Anlässlich der 

Anhörung habe er zunächst ausgeführt, er habe sich aus Angst, bei einer 

Razzia im Dorf aufgegriffen zu werden, die meiste Zeit in die Einöde zu-

rückgezogen. Später in der Anhörung habe er angegeben, er habe sich mit 

Personen im Quartier unterhalten. Eines Tages hätten sie sich über die il-

legale Ausreise ausgetauscht. Auf die Diskrepanz dieser Aussagen ange-

sprochen, habe er ausgeführt, er habe sich nachts in der Einöde versteckt 

und sei tagsüber zu Hause gewesen. Dies erscheine indes nicht logisch, 

zumal Razzien auch tagsüber stattfinden würden. 

Die Schilderung des Beschwerdeführers zum angeblichen Gefängnisauf-

enthalt vermittle darüber hinaus nicht den Eindruck eines persönlichen Er-

lebnisses. Er habe zwar einige Aspekte, welche in eritreischen Gefängnis-

sen durchaus an der Tagesordnung sein dürften, genannt, wie beispiels-

weise die Schläge, die Hitze, der Dreck, die Läuse oder die Schlafsituation. 

Dennoch beschränke sich seine Erzählung im Wesentlichen auf eine Auf-

zählung gewisser angeblicher Erfahrungen ohne persönlichen Bezug. Sol-

che Angaben könnten auch leicht von einer unbeteiligten Person nacher-

zählt werden. Beispielweise habe er geltend gemacht, geschlagen worden 

zu sein, ohne aber die jeweiligen Umstände dieser Malträtierungen in sub-

stantiierter Weise darzulegen. Seine Schilderungen zur Zeit in Haft seien 

oberflächlich, schemenhaft und würden nicht auf persönlich Erlebtes hin-

deuten, weshalb von einer konstruierten Geschichte auszugehen sei. 

Schliesslich sei die illegale Ausreise – ungeachtet der Glaubhaftigkeit – 

nicht asylrelevant. Andere Anknüpfungspunkte, welche den Beschwerde-

führer in den Augen der eritreischen Behörden als missliebige Person er-

scheinen lassen würden, seien nicht ersichtlich.  

6.2 In der Rechtsmitteleingabe rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung 

von Art. 7 und Art. 3 AsylG. Die Begründung der Vorinstanz stütze sich 

grösstenteils auf vermeintliche Widersprüche zwischen BzP und Anhörung. 

Ihre Ausführungen, wonach er sich bezüglich der Haftdauer und des Schul-

besuchs widersprochen habe, seien klar aktenwidrig. Seine Vorbringen 

seien unter Berücksichtigung des Länderkontexts und angesichts seiner 

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Seite 10 

Minderjährigkeit ausgesprochen substantiiert ausgefallen. Insbesondere 

zum Gefängnisaufenthalt habe er zahlreiche, umfassende und detaillierte 

Angaben machen können, die klar auf Selbsterlebtes hindeuten würden. 

Die Schilderung der improvisierten Schlafmöglichkeiten und diejenigen zu 

den beiden «Capos» seien ausgesprochen lebensnah. Ferner habe er aus-

geführt, wie er in der sogenannten «Otto»-Position gefesselt worden sei. 

Auch seine Haftentlassung habe er detailliert beschrieben. Zudem habe er 

die Zeit nach seiner Haftentlassung mit Details und Realkennzeichen ver-

sehen beschrieben. Er sei Wehrdienstverweigerer, da er sich durch Verste-

cken den Behörden entzogen habe.  

6.3 In der Vernehmlassung führt die Vorinstanz aus, soweit der Beschwer-

deführer geltend mache, das SEM habe im Rahmen der Prüfung der 

Glaubhaftigkeit seine Minderjährigkeit nicht berücksichtigt, sei festzuhal-

ten, dass sich seine substanzlosen, teils widersprüchlichen und auswei-

chenden Aussagen nicht einzig mit der Minderjährigkeit begründen liessen. 

Viel eher würden seine Aussagen darauf hindeuten, dass er seine Vorbrin-

gen nicht selbst erlebt habe.  

7.  

7.1 In Übereinstimmung mit den Ausführungen des Beschwerdeführers gilt 

es bei der Prüfung der Glaubhaftigkeit zu berücksichtigen, dass die Befra-

gung zur Person hinsichtlich der Asylvorbringen lediglich einen summari-

schen Charakter aufweist, weshalb gemäss ständiger Rechtsprechung den 

dort protokollierten Aussagen grundsätzlich nur ein beschränkter Beweis-

wert zukommt. Widersprüche dürfen daher für die Beurteilung der Glaub-

haftigkeit nur dann herangezogen werden, wenn klare Aussagen der Be-

fragung in wesentlichen Punkten von den Asylvorbringen in den späteren 

Aussagen in der Anhörung diametral abweichen oder wenn bestimmte Er-

eignisse oder Befürchtungen, welche später als zentrale Asylgründe ge-

nannt werden, nicht bereits in der Befragung zumindest ansatzweise er-

wähnt wurden (vgl. statt vieler: Urteil des BVGer D-4295/2017 vom 9. Ja-

nuar 2019 E. 6.1.2 m.w.H; Entscheidungen und Mitteilungen der Schwei-

zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1993 Nr. 3). 

Vor diesem Hintergrund ist dem Beschwerdeführer beizupflichten, dass die 

Ausführungen der Vorinstanz, wonach seine Aussagen betreffend den Zeit-

punkt der Haft widersprüchlich seien, nicht zutreffen. Dem Protokoll der 

BzP lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer zunächst ausführte, 

er sei vom (…) 2015 bis zum (…) 2015 inhaftiert gewesen. An anderer 

Stelle gab er an, er sei vom (…) 2015 bis zum (…) 2015 inhaftiert gewesen. 

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Seite 11 

Dabei betonte er mehrmals, er sei (…) Monate in Haft gewesen. In diesem 

Zusammenhang hielt der Befrager zu Handen des Protokolls fest, der Be-

schwerdeführer habe Mühe mit Zahlen und merke gar nicht, dass er unter-

schiedliche Angaben mache. Im Rahmen der Rückübersetzung erklärte 

der Beschwerdeführer denn auch von sich aus, die protokollierten Daten 

seien nicht korrekt. Er sei vom (…) 2015 bis zum (…) 2015 in Haft gewesen 

(vgl. A7/13 Ziff. 1.06). Anlässlich der Anhörung gab er in Übereinstimmung 

mit den Aussagen in der BzP zu Protokoll, er sei am (…) 2015 verhaftet 

und am (…) 2015 freigelassen worden, mithin (…) Monate inhaftiert gewe-

sen zu sein. Ein Widerspruch lässt sich demnach nicht erkennen.  

7.2 Von entscheidender Bedeutung für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit 

ist vorliegend indessen die fehlende Substanz in den Aussagen des Be-

schwerdeführers. Seine freien Ausführungen zur Inhaftierung sind zwar re-

lativ lang ausgefallen und der Beschwerdeführer erwähnte einige Details 

wie sie in eritreischen Gefängnissen üblich sein dürften, wie beispielsweise 

die Hitze, der Dreck, die Läuse, die Platzverhältnisse und die Fesselung in 

der «Otto»-Position. Seine Äusserungen beschränken sich jedoch auf de-

tailarme und wiederholende Sätze (vgl. A21/24 F50, F78, F84). Schilderun-

gen von Emotionen und persönlicher Betroffenheit fehlen gänzlich. So 

führte der Beschwerdeführer jeweils aus, es sei unerträglich und schlimm 

gewesen (vgl. a.a.O. F50 und F167). Auch seine Aussagen zu seinem Ver-

hältnis zu den beiden «Capos» blieben substanzlos und insbesondere 

ohne persönliche Betroffenheit (vgl. a.a.O. F90 ff.). Damit vermag der Be-

schwerdeführer die Inhaftierung nicht in lebensnaher Weise zu schildern. 

Insgesamt entsteht nicht der Eindruck, der Beschwerdeführer berichte von 

Selbsterlebtem. Sodann konnte er weder zum Inhalt des Formulars, wel-

ches er bei seiner Entlassung unterzeichnet hat, noch zum Haftschein, wel-

chen er erhalten hat, detaillierte Angaben machen (vgl. a.a.O. F103 f. und 

F111 ff.) Weiter bleibt unklar, ob der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der 

Verhaftung die neunte Klasse bereits abgeschlossen hatte. In der BzP gab 

er an, er habe die neunte Klasse nicht abgeschlossen (vgl. A7/13 

Ziff.1.17.04). In der Anhörung führte er aus, im (…) 2015 sei er in der neun-

ten Klasse gewesen. Im (…) 2015 habe er Schulferien gehabt (vgl. A21/24 

F156 f.). Auf die Frage, wann das Schuljahr in Eritrea beginne und ende, 

antwortete er im (…). Er könne sich jetzt nicht daran erinnern; er habe keine 

Ahnung (vgl. a.a.O. F23). Gemäss den Aussagen anlässlich der Anhörung 

hätte der Beschwerdeführer demnach die neunte Klasse im Zeitpunkt sei-

ner Inhaftierung bereits abgeschlossen gehabt. Sodann erstaunt, dass er 

als Schüler nicht angeben kann, wann das Schuljahr in Eritrea beginnt und 

endet.  

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Seite 12 

7.3 Ferner ist mit der Vorinstanz festzustellen, dass sich der Beschwer-

deführer zum Zeitraum zwischen der Haftentlassung und der Ausreise 

unvereinbar geäussert hat. Um Wiederholungen zu vermeiden kann dies-

bezüglich auf die zutreffenden Ausführungen in der angefochtenen Ver-

fügung verwiesen werden. Sodann erscheint nicht nachvollziehbar, wes-

halb sich der Beschwerdeführer aus Angst vor einer Razzia lediglich nachts 

in der Einöde versteckt hat, zumal es sich bei einer Razzia definitions-

gemäss um eine unangekündigte und überraschend durchgeführte Aktion 

handelt, die zeitlich kaum zum vornherein hätte eingeordnet beziehungs-

weise eingegrenzt werden können. Auch nicht nachvollziehbar ist, warum 

die eritreischen Behörden den Beschwerdeführer aus der Haft hätten 

entlassen sollen, um ihn dann dennoch weiter zu suchen. Sodann hat der 

Beschwerdeführer verneint, ein Aufgebot für den Militärdienst erhalten zu 

haben oder sonst wie in Kontakt mit den Militärbehörden gestanden zu sein 

(vgl. A21/24 F57). Auch nach seiner Ausreise sei nichts mehr passiert (vgl. 

A13/9 Ziff. 7.01). Entgegen der in der Rechtsmitteleingabe vertretenen 

Ansicht kann er demnach nicht als Dienstverweigerer angesehen werden. 

Die blosse Möglichkeit, dass er in den eritreischen Nationaldienst ein-

gezogen wird, ist asylrechtlich nicht relevant. Es handelt sich dabei nicht 

um eine Massnahme, die aus einem der in Art. 3 Abs. 1 AsylG erwähnten 

Motiven erfolgt (vgl. Urteil des BVGer D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 

E. 5.1 [als Referenzurteil publiziert]). 

7.4 Schliesslich hat die Vorinstanz in der Vernehmlassung zutreffend aus-

geführt, dass sich die substanzlosen und teils widersprüchlichen Aussagen 

nicht einzig mit der Minderjährigkeit des Beschwerdeführers begründen 

lassen. Im Übrigen stand der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Anhörung 

kurz vor Erreichen der Volljährigkeit. 

7.5 Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer 

nicht gelungen ist, eine im Zeitpunkt seiner Ausreise aus Eritrea bestehen-

de oder ihm drohende asylrelevante Gefährdung nachzuweisen oder 

glaubhaft zu machen.  

  

E-7446/2018 

Seite 13 

8.  

8.1 Bezüglich der illegalen Ausreise ist festzuhalten, dass das Bundesver-

waltungsgericht im Urteil D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 (als Referenz-

urteil publiziert) zum Schluss gelangte, dass im Kontext von Eritrea die il-

legale Ausreise allein zur Begründung der Flüchtlingseigenschaft nicht 

mehr ausreiche. Vielmehr bedürfe es hierzu zusätzlicher Anknüpfungs-

punkte, welche die asylsuchende Person in den Augen der eritreischen Be-

hörden als missliebige Person erscheinen lasse und dadurch zu einer 

flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsgefahr führen könnten (vgl. 

a.a.O. E. 5.1). 

8.2 Aufgrund dieser Praxisänderung kann auf weitere Ausführungen zur 

Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers hinsichtlich der il-

legalen Ausreise verzichtet werden. Der Beschwerdeführer weist neben 

der illegalen Ausreise keine relevanten zusätzlichen Anknüpfungspunkte 

für eine Schärfung seines Profils auf. Eine Furcht vor einer zukünftigen 

flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung wegen illegaler Ausreise erweist 

sich somit als unbegründet. 

8.3 Zusammenfassend hat die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des 

Beschwerdeführers zu Recht verneint und das Asylgesuch abgelehnt.  

9.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 

AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtli-

che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet 

(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

10.  

10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

E-7446/2018 

Seite 14 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

10.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

10.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-

schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach 

Eritrea ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

10.4  

10.4.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich im Koordinationsentscheid 

BVGE 2018 VI/4 mit der Frage befasst, ob der Vollzug der Wegweisung 

auch angesichts einer drohenden Einziehung in den eritreischen National-

dienst als zulässig (Art. 83 Abs. 3 AIG) und zumutbar (Art. 83 Abs. 4 AIG) 

qualifiziert werden könne. Beides hat das Gericht mit den folgenden Erwä-

gungen bejaht: 

10.4.2 Die Verpflichtung eritreischer Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, 

Nationaldienst zu leisten, kann nach Auffassung des Gerichts nicht als Aus-

übung quasi-eigentumsrechtlicher Befugnisse gegenüber der betreffenden 

Person durch den eritreischen Staat bezeichnet werden. Zudem kann, 

E-7446/2018 

Seite 15 

auch wenn der Nationaldienst formal nicht befristet ist und sich teilweise 

über Jahre erstreckt, nicht von jenem dauerhaften Zustand ausgegangen 

werden, der für die Annahme von Leibeigenschaft vorausgesetzt wäre. 

Beim eritreischen Nationaldienst handelt es sich demnach weder um Skla-

verei noch um Leibeigenschaft im Sinn von Art. 4 Abs. 1 EMRK (vgl. BVGE 

2018 VI/4 E. 6.1 insbes. 6.1.4). 

10.4.3 In seiner heutigen Ausgestaltung (namentlich angesichts seiner 

Zweckentfremdung als Mittel zur Arbeitskraftbeschaffung für das gesamte 

Wirtschaftssystem und der unabsehbaren Dauer) kann der eritreische Na-

tionaldienst nach Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts zwar nicht 

als "übliche Bürgerpflicht" im Sinn von Art. 4 Abs. 3 Bst. d EMRK verstan-

den werden. Die Bedingungen im Nationaldienst sind folglich grundsätzlich 

als Zwangsarbeit im Sinn von Art. 4 Abs. 2 EMRK zu qualifizieren. Für die 

Annahme der Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs reicht diese Ein-

schätzung jedoch nicht aus. Vielmehr wäre hierfür erforderlich, dass durch 

die Einziehung das ernsthafte Risiko einer flagranten Verletzung von Art. 4 

Abs. 2 EMRK bestünde, der eritreische Nationaldienst mithin diese Bestim-

mung ihres essenziellen Inhalts berauben würde. Eine solche Situation 

liegt indessen – auch unter Berücksichtigung der Dienstdauer, der niedri-

gen Besoldung und der Berichte über Misshandlungen und Übergriffe wäh-

rend der Dienstzeit – nach Auffassung des Gerichts nicht vor (vgl. a.a.O. 

E. 6.1 insbes. 6.1.5). 

10.4.4 In der Folge befasste sich das Bundesverwaltungsgericht in seinem 

Koordinationsentscheid mit der Frage, ob bei einer Rückkehr nach Eritrea 

aufgrund der Verhältnisse im Nationaldienst oder im Zusammenhang mit 

einer allfälligen Inhaftierung – beispielsweise aufgrund einer illegalen Aus-

reise – eine Verletzung des konventionsrechtlichen Verbots von Folter oder 

unmenschlicher Behandlung (Art. 3 EMRK) drohen könnte. Auch in diesem 

Zusammenhang ging das Gericht davon aus, dass in Eritrea Misshandlun-

gen und sexuelle Übergriffe während der Dienstzeit oder im Fall einer In-

haftierung nicht derart flächendeckend sind, dass jede nach Eritrea zurück-

kehrende dienstpflichtige Person dem ernsthaften Risiko ausgesetzt wäre, 

selbst solche Übergriffe zu erleiden. Es besteht daher auch insoweit kein 

ernsthaftes Risiko von Folter oder einer unmenschlichen Behandlung (vgl. 

a.a.O. E. 6.1 insbes. 6.1.6 und E. 6.1.8). 

10.4.5 Nach dem vorstehend Ausgeführten stehen einerseits das Verbot 

der Sklaverei und der Leibeigenschaft (Art. 4 Abs. 1 EMRK) dem Vollzug 

E-7446/2018 

Seite 16 

der Wegweisung des Beschwerdeführers auch bei einer anstehenden Ein-

ziehung in den Nationaldienst nicht entgegen. Andererseits ist aufgrund der 

verfügbaren Quellen auch nicht davon auszugehen, es bestehe generell 

das ernsthafte Risiko einer krassen Verletzung des Verbots der Zwangs- 

und Pflichtarbeit während des Nationaldiensts (Art. 4 Abs. 2 EMRK).  

10.5 Aus den Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte für die Annahme, 

der Beschwerdeführer müsste bei einer Rückkehr in den Heimatstaat dort 

mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK 

verbotene Strafe oder Behandlung befürchten. Auch die problematische 

allgemeine Menschenrechtssituation in Eritrea lässt den Wegweisungs-

vollzug zum heutigen Zeitpunkt praxisgemäss nicht als unzulässig erschei-

nen. Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers erweist sich da-

mit – sowohl im Sinn der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmun-

gen – als zulässig. 

10.6 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind.  

10.6.1 Gemäss Rechtsprechung kann in Eritrea nicht von einem Krieg, 

Bürgerkrieg oder einer Situation allgemeiner Gewalt beziehungsweise ei-

ner generellen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ausgegangen 

werden. In jüngster Zeit haben sich die Lebensbedingungen in einigen Be-

reichen verbessert. Zwar ist die wirtschaftliche Lage nach wie vor schwie-

rig. Die medizinische Grundversorgung, die Ernährungssituation, der Zu-

gang zu Wasser und zur Bildung haben sich aber stabilisiert. Der Krieg ist 

seit Jahren beendet und ernsthafte ethnische oder religiöse Konflikte sind 

nicht zu verzeichnen. Zu erwähnen sind an dieser Stelle auch die umfang-

reichen Zahlungen aus der Diaspora, von denen ein Grossteil der Bevöl-

kerung profitiert. Angesichts der schwierigen allgemeinen Lage des Landes 

muss jedoch in Einzelfällen nach wie vor von einer Existenzbedrohung aus-

gegangen werden, wenn besondere Umstände vorliegen. Anders als noch 

unter der früheren Rechtsprechung sind begünstigende individuelle Fakto-

ren jedoch nicht mehr zwingende Voraussetzung für die Zumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs (vgl. Referenzurteil des BVGer D-2311/2016 vom 

17. August 2017 E. 16 f.).  

10.6.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich im bereits zitierten Grund-

satzurteil E-5022/2017 vom 10. Juli 2018 auch mit der Frage befasst, ob 

E-7446/2018 

Seite 17 

der Vollzug der Wegweisung im Falle einer drohenden Einziehung in den 

eritreischen Nationaldienst als zumutbar zu qualifizieren ist. Es stellte fest, 

dass der drohende Einzug in den eritreischen Nationaldienst mangels einer 

hinreichend konkreten Gefährdung nicht generell zur Feststellung der Un-

zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG führt 

(vgl. a.a.O. E. 6.2).  

10.6.3 Zur Zumutbarkeit der Wegweisung führte die Vorinstanz in der an-

gefochtenen Verfügung aus, in Eritrea herrsche weder Krieg, Bürgerkrieg 

noch eine Situation allgemeiner Gewalt, welche zu einer generellen Unzu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs führen würde. Auch in individueller 

Hinsicht sei nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei einer 

Rückkehr in eine existenzbedrohende Situation geraten würde. Er sei jung, 

gesund und verfüge in Eritrea über ein familiäres Beziehungsnetz, womit 

eine gesicherte Wohnsituation und eine Existenzgrundlage vorhanden sei. 

Er sei in der Lage gewesen, (…) US-Dollar für die Reise in die Schweiz 

aufzubringen. Es sei demnach davon auszugehen, dass seine Familie über 

entsprechende finanzielle Mittel verfüge, was sich auf eine Rückkehr be-

günstigend auswirken dürfte.  

10.6.4 Das Gericht schliesst sich vollumfänglich den zutreffenden Erwä-

gungen der Vorinstanz zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs an, zu-

mal der Beschwerdeführer diesen in der Rechtsmitteleingabe nichts entge-

gensetzt. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich demnach als zumutbar.  

10.7 Die zwangsweise Rückführung abgewiesener Asylsuchender nach 

Eritrea ist zurzeit generell nicht möglich. Die Möglichkeit der freiwilligen 

Rückkehr steht jedoch praxisgemäss der Feststellung der Unmöglichkeit 

des Wegweisungsvollzugs entgegen. Es obliegt daher dem Beschwerde-

führer, bei der zuständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine 

Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 

AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12). Der Vollzug der Wegweisung 

ist deshalb auch als möglich zu bezeichnen (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

10.8 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

  

E-7446/2018 

Seite 18 

11.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

12.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihm mit Zwischenverfügung 

vom 24. Januar 2019 die unentgeltliche Prozessführung gewährt wurde 

und keine massgebende Veränderung der finanziellen Verhältnisse ersicht-

lich ist, sind keine Verfahrenskosten zu erheben.  

 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-7446/2018 

Seite 19 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Barbara Balmelli Nathalie Schmidlin 

 

 

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