# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 40c75298-d050-513d-9296-481e85f944d6
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240011-O1
**Docket/Reference:** SB240011-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240011-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer 

Geschäfts-Nr.: SB240011-O/U/sm

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. Wasser-Keller, Präsidentin, Oberrichter lic. iur 

Hoffmann und Oberrichterin lic. iur. Graf sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw Eggenberger

Urteil vom 29. Oktober 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger

verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

und

1.

2.

B._____, 

C._____, 

Privatklägerinnen

betreffend Urkundenfälschung etc.

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - 

Einzelgericht, vom 5. September 2023 (GG230105)

- 2 -

- 3 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 17. Mai 2023 

(Urk. D1/32) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 73 S. 45 ff.)

1.

Der Beschuldigte ist schuldig





der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziffer 1 StGB sowie

des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB ge-

mäss Dossier 2.

2.

Vom Vorwurf des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 

StGB gemäss Dossier 1 wird der Beschuldigte freigesprochen.

3.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 

Fr. 30.–, wovon bis und mit heute 1 Tagessatz als durch Haft geleistet gilt.

4.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

5.

Die folgenden sichergestellten und bei der Stadtpolizei Zürich lagernden Ge-

genstände werden der Privatklägerin 1 nach Eintritt der Rechtskraft dieses 

Entscheids auf erstes Verlangen hin herausgegeben oder nach Ablauf von 

3 Monaten der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen:

- 1 Bleistift und 1 Reissverschlussschlitten (Asservat Nr. A015'763'732).

6.

Die Privatklägerin B._____ wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen.

7.

8.

Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin B._____ wird abgewiesen.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin C._____ Schadener-

satz von Fr. 215.00 zuzüglich 5 % Zins auf Fr. 115.00 ab 28. Oktober 2022 

sowie 5% Zins auf Fr. 100.00 ab 10. November 2022 zu bezahlen. Im Mehr-

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betrag wird das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin C._____ auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen.

9.

Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin C._____ wird abgewiesen.

10. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf 

Fr.

Fr.

1'800.00;   die weiteren Auslagen betragen:

1'500.00   Gebühr für das Vorverfahren.

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden zu 

vier Fünfteln dem Beschuldigten auferlegt. 

12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden zu 

einem Fünftel auf die Gerichtskasse genommen.

13. Dem Beschuldigten wird eine Umtriebsentschädigung von Fr. 600.00 aus 

der Gerichtskasse zugesprochen.

Berufungsanträge:

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 103 S. 2)

1.

Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 5. September 2023 

aufzuheben und das Verfahren mangels Vorliegen der Prozessvoraus-

setzungen einzustellen.

2.

Eventualiter sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 5. Septem-

ber 2023 in Dispositivziffern 1, 3, 4, 8, 11, 12 und 13 aufzuheben und 

es sei der Berufungskläger vom Vorwurf der Urkundenfälschung und 

des mehrfachen Hausfriedensbruchs freizusprechen. 

3.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen des erst- und zweitinstanzli-

chen Verfahrens zu Lasten des Staates. 

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b)

Der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat:

(Urk. 81, schriftlich)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

––––––––––––––––––––––––––––––––––––––

Erwägungen:

I. Verfahrensgang

1. Gegen das vorstehend wiedergegebene, mündlich eröffnete und schriftlich im 

Dispositiv mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung, vom 5. Sep-

tember 2023 (Urk. 69 = Urk. 73) meldete die damalige Verteidigung des Beschul-

digten gleichentags mündlich vor Schranken Berufung an (Prot. I S. 48). Nach frist-

gerechter  Erstattung  der  Berufungserklärung  vom  31. Januar  2024  (Urk. 72/2, 

Urk. 77) und anschliessender Fristansetzung an die Staatsanwaltschaft und die Pri-

vatklägerinnen (Urk. 78) verzichtete Erstere auf Anschlussberufung (Urk. 81) und 

Letztere liessen sich nicht vernehmen. Der Beschuldigte reichte sodann Unterlagen 

zu seiner finanziellen Situation ein (Urk. 82 und 83). Am 28. März 2024 wurden die 

Parteien  auf  den  3. Dezember  2024  zur  Berufungsverhandlung  vorgeladen 

(Urk. 85). Mit IncaMail vom 9. September 2024 teilte die damalige erbetene Vertei-

digerin,  Rechtsanwältin  Dr. iur.  Y._____,  die  Beendigung  ihres  Mandats  mit 

(Urk. 88). Auf das Verschiebungsgesuch des Beschuldigten vom 23. Oktober 2024 

(Urk. 87 und 89) hin wurde neu auf den 29. Oktober 2025 vorgeladen (Urk. 90). Am 

25. Juni 2025 wurde den Parteien eine Änderung der Gerichtsbesetzung mitgeteilt 

(Urk. 91). Mit Eingabe vom 23. Oktober 2025 zeigte Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

seine Mandatierung als erbetener Verteidiger des Beschuldigten an und ersuchte 

um Akteneinsicht (Urk. 97 f.), welche ihm gewährt wurde.

2.

Zur  Berufungsverhandlung  vom  29. Oktober  2025  erschienen  der  Beschul-

digte in Begleitung seines Verteidigers, Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, sowie die 

Privatklägerin 2 (C._____; Prot. II S. 3). Die Verteidigung stellte vorfrageweise den 

Antrag auf Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils und Einstellung des Verfahrens; 

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eventualiter  sei  der  Beschuldigte  vollumfänglich  freizusprechen  (Prot. II.  S. 6; 

Urk. 100). Die Privatklägerin 2 verzichtete auf eine Stellungnahme zu den Vorfra-

gen (Prot. II S. 6). Nach der Beratung wurden die Vorfragenanträge der Verteidi-

gung abgewiesen und der Entscheid kurz mündlich begründet (Prot. II S. 6). In der 

Folge stellte die Verteidigung zwei Beweisanträge (Prot. II S. 19 f.; Urk. 101 f.). An-

schliessend  liess  der  Beschuldigte  die  eingangs  ausgeführten  Berufungsanträge 

stellen (Prot. II S. 3 und 20; Urk. 103 S. 2). Das Verfahren ist spruchreif.

II. Prozessuales

1.

Umfang der Berufung

1.1 Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung aufschie-

bende Wirkung. Die Rechtskraft des angefochtenen Urteils wird somit im Umfang 

der  Berufungsanträge  gehemmt,  während  die  von  der  Berufung  nicht  erfassten 

Punkte  in  Rechtskraft  erwachsen  (vgl.  BSK  StPO-BÄHLER,  3. Aufl.,  Basel 2023, 

N 1 f. zu Art. 402 StPO, m.w.H.). Mit der Berufungserklärung ist deshalb verbindlich 

anzugeben, auf welche Teile des angefochtenen Urteils sich die Berufung gegebe-

nenfalls beschränkt (Art. 399 Abs. 3 lit. a sowie Abs. 4 StPO). Während eine nach-

trägliche Einschränkung der Berufung auch noch anlässlich der Berufungsverhand-

lung  erklärt  werden  kann,  ist  eine  Ausdehnung  der  Berufungsanträge  auf  bisher 

nicht  angefochtene  Teile  des  Urteils  nach  Ablauf  der  gesetzlichen  Frist  gemäss 

Art. 399 Abs. 3 Satz 1 StPO nicht mehr zulässig (vgl. BÄHLER, a.a.O., N 3 und 6 zu 

Art. 399 StPO).

Gemäss Art. 399 Abs. 3 lit. b StPO sind mit der Berufungserklärung zudem 

reformatorische Anträge in der Sache selbst zu stellen, d.h. vom Berufungskläger 

ist  anzugeben,  wie  das  Urteil  nach  seiner  Ansicht  richtigerweise  lauten  soll 

(BGE 149 IV 284 E. 2.2; 143 IV 408 E. 6.1; Urteil des Bundesgerichts 7B_539/2023 

vom 3. November 2023 E. 3.1.2). Die gestellten Rechtsbegehren sind dabei stets 

nach Treu und Glauben auszulegen, insbesondere im Lichte der dazu gegebenen 

Begründung  (BGE 147  V  369  E. 4.3.1;  Urteile  des  Bundesgerichts  6B_881/2021 

vom 27. Juni 2022 E. 1.2; 7B_293/2022 vom 6. Januar 2024 E. 2.2.1 f.).

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1.2 Der  Beschuldigte  beantragt  im  Berufungsverfahren  einen  vollumfänglichen 

Freispruch  sowie  eine  ausgangsgemässe  Kosten-  und  Entschädigungsregelung 

(vgl. Urk. 77 S. 2). Ausdrücklich angefochten werden die Dispositivziffern 1, 3, 4, 8, 

11,  12  und  13  des  vorinstanzlichen  Urteils  (Urk. 103  S. 2).  Als  Nebenfolge  zum 

angefochtenen Schuldspruch wegen mehrfachen Hausfriedensbruchs zum Nach-

teil  der  Privatklägerin 2  gilt  die  Dispositivziffer 9  betreffend  das  Genugtuungs-

begehren  der  Privatklägerin 2  ebenfalls  als  mitangefochten.  Dasselbe  gilt  für  die 

Kostenfestsetzung gemäss Dispositivziffer 10, da im Falle eines vollumfänglichen 

Freispruchs die vorinstanzliche Gerichtsgebühr ausser Ansatz fiele.

1.3 Unangefochten blieben somit die Dispositivziffern 2 (Freispruch vom Vorwurf 

des  mehrfachen  Hausfriedensbruchs  im  Sinne  von  Art. 186  StGB  gemäss 

Dossier 1) 

und 

5-7 

(Beschlagnahmung 

sowie  Schadenersatz- 

und 

Genugtuungsbegehren der Privatklägerin B._____), was vorweg mittels Beschluss 

festzustellen  ist.  In  allen  übrigen  Punkten  ist  das  angefochtene  Urteil  im 

Berufungsverfahren  zu  überprüfen.  Dabei  ist  grundsätzlich  zu  Gunsten  des  Be-

schuldigten das Verschlechterungsverbot zu beachten (vgl. Art. 391 Abs. 2 StPO).

1.4 Auf die Argumente des Beschuldigten ist im Rahmen der nachstehenden Er-

wägungen einzugehen. Dabei muss sich das Gericht nicht ausdrücklich mit jeder 

tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen; viel-

mehr kann es sich auf die für die Entscheidfindung wesentlichen Gesichtspunkte 

beschränken  (vgl.  statt  vieler:  BGE 141 IV 249  E. 1.3.1  mit  Hinweisen).  Ferner 

kann das Gericht für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des angeklagten 

Sachverhalts zur Begründung im Folgenden auf Erwägungen der Vorinstanz im an-

gefochtenen Entscheid verweisen, soweit es diese als zutreffend erachtet (Art. 82 

Abs. 4 StPO; vgl. hierzu Urteil des Bundesgerichts 6B_570/2019 vom 23. Septem-

ber 2019 E. 4.2, m.w.H., sowie Nydegger, Der Verweis auf die Entscheidbegrün-

dung der Vorinstanz gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO, recht 2021, S. 15 ff.). Dies, zumal 

das strafrechtliche Berufungsverfahren keine Wiederholung des erstinstanzlichen 

Erkenntnisverfahrens darstellt und das Berufungsgericht auch keine Erstinstanz ist; 

vielmehr knüpft das Berufungsverfahren an das erstinstanzliche Verfahren an und 

baut  darauf  auf  (vgl.  dazu  Urteile  des  Bundesgerichts 7B_15/2021 vom 19. Sep-

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tember 2023 E. 4.2.2; 7B_11/2021 vom 15. August 2023 E. 5.2; 6B_931/2021 vom 

15. August 2022 E. 3.2; 7B_293/2022 vom 6. Januar 2024 E. 2.2.1).

2.

Strafantragserfordernis

2.1 Ist eine Tat gemäss Gesetz nur auf Antrag strafbar, so kann nach Art. 30 StGB 

jede Person, die durch sie verletzt worden ist, die Bestrafung des Täters beantra-

gen.  Der  Strafantrag  ist  die  bedingungslose  Willenserklärung  der  geschädigten 

Person,  dass  für  die  angezeigte  Handlung  die  Strafverfolgung  stattfinden  solle 

(BGE 147 IV 199 E. 1.3; 128 IV 81 E. 2a). Die Frist zur Stellung des Strafantrags 

beträgt drei Monate (Art. 31 StGB). Das Vorliegen eines gültigen Strafantrags ist 

Prozessvoraussetzung (Art. 303 und 319 Abs. 1 lit. d StGB) und ist von Amtes we-

gen zu prüfen (BGE 145 IV 190 E. 1.5.2; 129 IV 305 E. 4.2.3; Urteil des Bundesge-

richts 7B_637/2023 vom 6. Januar 2025 E. 2.2; je mit Hinweisen).

2.2 Beim  Straftatbestand  des  Hausfriedensbruchs  im  Sinne  von  Art. 186  StGB 

handelt  es  sich  um  ein  Antragsdelikt.  Bezüglich  dem  hier  noch  zu  beurteilenden 

Sachverhalt liegt von Seiten der Privatklägerin 2 (C._____) ein gültiger Strafantrag 

vom 20. Oktober 2022 vor (Urk. D2/2).

3.

Diplomatische Immunität des Beschuldigten

3.1 Die  Verteidigung  beantragte  vorfrageweise  die  Aufhebung  des  vorinstanzli-

chen  Urteils  und  die  Einstellung  des  Verfahrens  aufgrund  fehlender  Prozessvor-

aussetzungen. Sie macht im Wesentlichen geltend, der Beschuldigte geniesse auf-

grund seiner Ernennung zum "Ambassador at large" durch den Staat Guinea-Bis-

sau sowohl persönliche als auch dienstliche Immunität. Hierfür verwies sie auf das 

Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen sowie auf Gewohnheits-

recht, das Diplomaten auch ohne formale Akkreditierung Immunität gewähre. Der 

Beschuldigte  habe  als  "Ambassador  at  large"  eine  besondere  Stellung  inne,  die 

eine Einschränkung seiner Immunität auf lokale Akkreditierungen unzulässig ma-

che. Die Unmöglichkeit, sich in einem Staat akkreditieren zu lassen, sei nicht rele-

vant, da er als diplomatischer Vertreter auf globaler Ebene agiere. Die Immunität 

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des Beschuldigten stelle daher ein Prozesshindernis dar, das eine Strafverfolgung 

ausschliesse (Urk. 100; Prot. II S. 6).

3.2 Mit  ihrer  Argumentation  übersieht  die  Verteidigung  die  klaren  völkerrechtli-

chen Anforderungen. Demnach kommen diplomatische Vorrechte und Immunitäten 

den Berechtigten oder Mitgliedern einer Sondermission, welche sich bereits im Ho-

heitsgebiet des Empfangsstaats befinden, nicht automatisch zu, sondern erst von 

dem Zeitpunkt an, in dem ihre Ernennung dem Ministerium für Auswärtige Angele-

genheiten oder der anderen in gegenseitigem Einvernehmen bestimmten Stelle no-

tifiziert  wird  (vgl.  Art. 39  Ziff. 1  des  Wiener  Übereinkommens  über  diplomatische 

Beziehungen [SR 0.191.01]; Art. 43 Ziff. 1 des Übereinkommens über Sondermis-

sionen [SR 0.191.2]). Eine derartige Notifikation ist im vorliegenden Fall unstreitig 

nicht erfolgt. Wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenhei-

ten (EDA) ausdrücklich bestätigt hat, ist der Beschuldigte weder als diplomatischer 

Vertreter irgendeines Staates bekannt noch übt er hier eine offizielle Funktion für 

Guinea-Bissau aus (Urk. 12/2 S. 3 f.). 

3.3 Darüber hinaus geniessen diplomatische Vertreter und Vertreter des Entsen-

destaats in einer Sondermission sowie Mitglieder ihres diplomatischen Personals, 

die Staatsangehörige des Empfangsstaats oder dort ständig ansässig sind, gemäss 

Art. 38 Ziff. 1 des Wiener Übereinkommens über diplomatische Beziehungen und 

Art. 40 Ziff. 1 des Übereinkommens über Sondermissionen Immunität von der Ge-

richtsbarkeit  und  Unverletzlichkeit  lediglich  in  Bezug  auf  Amtshandlungen,  die  in 

Ausübung ihrer dienstlichen Tätigkeit vorgenommen wurden. Vorbehalten bleibt die 

Gewährung  zusätzlicher  Vorrechte  und  Immunitäten  durch  den  Empfangsstaat 

– was vorliegend aber nicht der Fall ist. Selbst wenn zu Gunsten des Beschuldigten 

hypothetisch  angenommen  würde,  er  wäre  in  der  Schweiz  ordnungsgemäss  als 

diplomatischer  Vertreter  oder  Mitglied  einer  Sondermission  notifiziert  worden, 

könnte er sich als Schweizer Bürger folglich lediglich auf eine (funktionale) Immu-

nität für die in Ausübung seiner dienstlichen Tätigkeit vorgenommenen Amtshand-

lungen berufen. Die ihm zur Last gelegten Taten – Urkundenfälschung und mehr-

facher Hausfriedensbruch – betreffen jedoch rein private Verhaltensweisen, die in 

keinem  Zusammenhang  mit  einer  diplomatischen  Tätigkeit  oder  Mission  stehen. 

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Die Verteidigung zeigt auch nicht auf, inwiefern eine Verbindung zwischen den vor-

geworfenen Taten und einer diplomatischen Funktion bestehen sollte.

3.4 Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass der Beschuldigte keine persön-

liche oder funktionale Immunität beanspruchen kann. Der Beschuldigte hat weder 

die formalen Voraussetzungen für die Anerkennung als Diplomat erfüllt noch hat er 

im Rahmen einer diplomatischen Mission Handlungen vorgenommen, die durch Im-

munität geschützt wären. Es liegt somit kein Prozesshindernis vor und der Antrag 

auf Verfahrenseinstellung ist abzuweisen.

III. Sachverhalt

A. Urkundenfälschung

1.

Anklagevorwurf der Urkundenfälschung (Dossier 1)

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, am 6. Juli 2022 im Rah-

men  eines  gegen  ihn  geführten  Strafverfahrens  wegen  Hausfriedensbruchs  eine 

am 30. Juni 2022 durch die Gemeindekanzlei Unterägeri notariell beglaubigte Ko-

pie eines scheinbar echten Diplomatenpasses von Guinea-Bissau, welcher – wie 

er gewusst habe – gefälscht gewesen sei, bei der Verfahrensleitung eingereicht zu 

haben. Dies habe er getan, um dadurch gegenüber den Strafverfolgungsbehörden 

den Eindruck zu vermitteln, sich auf diplomatische Immunität berufen zu können 

und um sich dadurch der schweizerischen Strafverfolgung zu entziehen bzw. einer 

Verurteilung zu entgehen (Urk. D1/32 S. 2).

2.

Standpunkt des Beschuldigten

Der Beschuldigte bestritt während der ganzen Untersuchung wie auch anläss-

lich  der  Verhandlung  vor  Vorinstanz  (Prot. I  S. 12 f.)  und  vor  Berufungsinstanz 

(Urk. 93/3; Prot. II S. 15 f.) konstant und vehement, dass es sich beim fraglichen 

Diplomatenpass um eine Fälschung handle.

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3. Grundlagen der Beweiswürdigung / Beweismittel

3.1 Bei der Beantwortung der Frage, ob eine beschuldigte Person mit ihrem Ver-

halten objektiv und subjektiv die ihr in der Anklageschrift zur Last gelegten Straftat-

bestände verwirklicht hat, ist das Gericht keinen festen Beweisregeln verpflichtet 

(Art. 10 Abs. 2 StPO). Es gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung, nach wel-

chem es weder einen numerus clausus der möglichen Beweismittel noch feste Be-

weisregeln gibt, sondern das Gericht auf objektive und nachvollziehbare Weise dar-

über zu entscheiden hat, ob es eine Tatsache, von deren Feststellung die konkrete 

Entscheidung abhängt, mit hinreichender Sicherheit für bewiesen hält (BGE 144 IV 

345 E. 2.2.3.1; 115 IV 267 E. 1).

3.2  Bestehen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraus-

setzungen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte 

Person  günstigeren  Sachlage  aus  (Art. 10  Abs. 3  StPO).  Dieser  auch  in  Art. 32 

Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerte Grundsatz der Unschuldsvermutung, 

"in dubio pro reo" (im Zweifel für den Beschuldigten), verbietet es, bei der rechtli-

chen Würdigung eines Straftatbestandes von einem belastenden Sachverhalt aus-

zugehen, wenn nach objektiver Würdigung der gesamten Beweise ernsthafte Zwei-

fel bestehen, ob sich der Sachverhalt tatsächlich so verwirklicht hat, oder wenn eine 

für die beschuldigte Person günstigere Tatversion vernünftigerweise nicht ausge-

schlossen  werden  kann  (BGE 148  IV  409  E. 2.2;  145  IV  154  E. 1.1;  144  IV  345 

E. 2.2; je mit Hinweisen). Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht 

massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht ver-

langt werden kann. Relevant sind mithin nur unüberwindliche Zweifel, d.h. solche, 

die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 148 IV 409 E. 2.2; 145 IV 

154 E. 1.1; 144 IV 345 E. 2.2; 138 V 74 E. 7; 127 I 38 E. 2a; Urteil des Bundesge-

richts 6B_292/2025 vom 28. Juli 2025 E. 1.2; je mit Hinweisen). Der Grundsatz "in 

dubio pro reo" besagt indes nicht, welche Beweismittel zu berücksichtigen und wie 

sie gegebenenfalls zu würdigen sind. Er kommt erst zum Tragen, nachdem alle aus 

Sicht des Gerichts notwendigen Beweise erhoben und ausgewertet worden sind. 

Entsprechend  ist  bei  sich  widersprechenden  Beweismitteln  nicht  unbesehen  auf 

den für die beschuldigte Person günstigeren Beweis abzustellen. Die Beweiswür-

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digungsregel  kommt  nur  zur  Anwendung,  wenn  nach  erfolgter  Beweiswürdigung 

als  Ganzem  relevante  Zweifel  verbleiben  (BGE 148  IV  409  E. 2.2;  144  IV  345 

E. 2.2.3.2;  Urteile  des  Bundesgerichts  6B_292/2025  vom  28. Juli  2025  E. 1.2; 

6B_536/2024 vom 30. April 2025 E. 1.2.4; je mit Hinweisen).

3.3 Als Beweislastregel bedeutet der Grundsatz "in dubio pro reo", dass es Sache 

der Anklagebehörde ist, die Schuld des Beschuldigten zu beweisen. Der Grundsatz 

ist verletzt, wenn das Gericht einen Beschuldigten (einzig) mit der Begründung ver-

urteilt,  er  habe  seine  Unschuld  nicht  nachgewiesen  (BGE 144  IV  345  E. 2.2.3.3; 

Urteile des Bundesgerichts 6B_292/2025 vom 28. Juli 2025 E. 1.2; 6B_113/2025 

vom 11. Juni 2025 E. 1.1; je mit Hinweisen).

3.4 Seitens der Vorinstanz wurden die vorliegenden Beweismittel zutreffend wie-

dergegeben (Urk. 73 S. 7), weshalb darauf zwecks Vermeidung von Wiederholun-

gen verwiesen werden kann.

4.

Beurteilung des Sachverhalts

4.1 Das einzig belastbare Beweismittel stellt vorliegend ein E-Mail-Verkehr zwi-

schen der Staatsanwaltschaft und dem EDA betreffend Echtheit des Passes dar 

(Urk. D1/12/2), konkret eine Stellungnahme der fedpol ADOC ("Ausweisschriften") 

des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements EJPD zur Abklärung des Di-

plomatenpasses (S. 2 f.). Dieser Stellungnahme ist zu entnehmen, dass beim vor-

liegenden Diplomatenpass des Beschuldigten unerklärliche Abweichungen zu ei-

nem Originalpass festgestellt werden könnten. Sämtliche Prüfziffern mit Ausnahme 

derjenigen der Personennummer seien falsch und es handle sich nicht um die von 

der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation vorgesehene Schriftart. Bisherige ana-

lysierte Pässe hätten diese Probleme nicht aufgezeigt. Es scheine sich um das neu-

este  Modell  eines  biometrischen  Diplomatenpasses  von  Guinea-Bissau  zu  han-

deln,  wobei  das  Layout  fehlerhaft  sei  und  der  Version  des  vorgängigen  Modells 

entspreche (a.a.O.). Gestützt darauf kam die Vorinstanz zum Schluss, dass trotz 

beschränkter  Überprüfbarkeit  der  Kopie  des  Diplomatenpasses  gravierende  Dis-

krepanzen bestünden, die objektiv nicht erklärbar seien. Die Summe der Details an 

Fehlern (falsche Prüfziffern, nicht standardkonforme Schriftart, Mischung von Ele-

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menten aus verschiedenen Passgenerationen) lasse trotz des fehlenden Originals 

nicht daran zweifeln, dass der vom Beschuldigten eingereichten Kopie der beglau-

bigten  Kopie  seines  Diplomatenpasses  eine  Fälschung  zugrunde  gelegen  sei 

(Urk. 73 S. 13).

4.2 Dem ist aufgrund der folgenden Ausführungen nicht zuzustimmen: In der Stel-

lungnahme des Bundesamts für Polizei (fedpol) wird einleitend darauf hingewiesen, 

dass es ihm unmöglich sei, sich auf der Grundlage einer einfachen Kopie mit Si-

cherheit zu dem betreffenden Dokument zu äussern (Originaltext: "Impossible pour 

nous de nous prononcer avec certitude sur le document en question, sur la base 

de la simple copie"). Sodann wird festgehalten, dass mehrere Elemente eher die 

Hypothese stützten, dass es sich um ein Dokument handle, das nicht offiziell von 

Guinea-Bissau  herausgegeben  worden  sei,  als  um  ein  authentisches  Dokument 

(Originaltext:  "Par  contre,  plusieurs  éléments  soutiennent  plus  l'hypothèse  qu'il 

s'agisse d'un  document  non officiellement  émis par GNB, plutôt  qu'un document 

authentique"). Somit konnte und wollte sich die für ausländische Ausweiskontrollen 

zuständige Bundesbehörde gestützt auf die vorliegende Ausweiskopie nicht festle-

gen, ob sie den Pass für eine Fälschung halte. Gestützt auf die Divergenzen zu 

anderen Diplomatenpässen aus Guinea-Bissau handle es sich eher um ein nicht 

offizielles Dokument, wobei eine klare Äusserung dazu aufgrund der einfachen Ko-

pie unmöglich sei. Zusammengefasst spricht einiges für eine Fälschung, was je-

doch nicht abschliessend beurteilt werden kann. Weitere belastende Beweismittel 

liegen nicht vor. Die Anklagebehörde erachtete es wohl lediglich gestützt auf die 

Kopie des Diplomatenpasses als nicht zweckmässig, ein Gutachten zur Gültigkeit 

des Dokuments einzuholen, was nachvollziehbar erscheint.

4.3 Einzig mit der in einem E-Mail verfassten Stellungnahme des Bundesamts für 

Polizei (fedpol), welche im Wesentlichen nur aussagt, dass es sich um eine Fäl-

schung handeln könnte, da bestimmte Indizien dafür sprächen, lässt sich nicht ohne 

rechtserhebliche Zweifel der Beweis dafür erbringen, dass der Diplomatenpass des 

Beschuldigten gefälscht war. Insofern lässt die vorliegende Beweis- und Indizien-

lage eine rechtsgenügende Erstellung des anklagegegenständlichen Sachverhalts 

und damit einen Schuldspruch nicht zu, weshalb der Beschuldigte unter Berück-

- 14 -

sichtigung des Grundsatzes "in dubio pro reo" vom Vorwurf der Urkundenfälschung 

freizusprechen ist. Bei dieser Ausgangslage erübrigt sich die von der Verteidigung 

beantragte Beweisabnahme (vgl. Urk. 101; Prot. II S. 19 f.). 

B. Hausfriedensbruch

1.

Anklagevorwurf des Hausfriedensbruchs (Dossier 2)

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, die beiden Handwerker D._____ und 

E._____ zwischen dem 13. Oktober 2022 und 17. Oktober 2022 mit dem Umbau 

seiner Eigentumswohnung an der F._____-strasse … [Hausnummer] in G._____ 

beauftragt zu haben, welche damals an die Privatklägerin 2 und ihre Familie ver-

mietet gewesen sei. Die besagten Handwerker hätten zu mehreren nicht näher be-

kannten Zeitpunkten die Wohnung ohne das Wissen der Privatklägerin 2 zwecks 

Vornahme von Umbauarbeiten, konkret dem Einbau einer Trennwand in das Kin-

derzimmer,  eventualiter  zusammen  mit  dem  Beschuldigten,  betreten,  während 

diese in den Ferien geweilt habe. Die Privatklägerin 2 habe sich klar gegen diesen 

Einbau  ausgesprochen.  Dem  Beschuldigten  sei  bewusst  gewesen,  dass  er  bzw. 

die durch ihn beauftragten Handwerker nicht dazu berechtigt gewesen seien, die 

Wohnung der Privatklägerin 2 gegen deren Willen und ohne ihr Wissen zu betreten 

(Urk. D1/32 S. 3).

2.

Standpunkt des Beschuldigten

Der Beschuldigte bestritt nicht, dass Umbauarbeiten in der Wohnung der Pri-

vatklägerin 2 durch zwei Handwerker getätigt worden seien. Er stellte sich jedoch 

auf  den  Standpunkt,  dass  dies  rechtmässig  geschehen  sei.  Die  Umbauarbeiten 

seien mit der Privatklägerin 2 abgesprochen und sie sei damit einverstanden ge-

wesen (Prot. I S. 26 ff.; Prot. II S. 17 f.).

3.

Sachverhaltserstellung

3.1 Hinsichtlich der Erstellung des Anklagesachverhalts kann vorab auf die um-

fassenden, vollständigen und zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen 

werden (Urk. 73 S. 22-31). Zu Recht erachtete die Vorinstanz den Sachverhalt ge-

- 15 -

stützt auf die vorliegenden Beweismittel, insbesondere den WhatsApp-Chatverlauf 

zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin 2 (Urk. D2/3/3 und D2/5/1) so-

wie die Fotodokumentation des getätigten Umbaus (Urk. D2/3/7), als erstellt.

3.2 Der  Standpunkt  des  Beschuldigten,  wonach  die  Privatklägerin  2  ihr  Einver-

ständnis zum Betreten ihrer Wohnung in ihrer Abwesenheit erklärt habe, lässt sich 

mit dem Untersuchungsergebnis nicht in Einklang bringen. Vielmehr lässt sich dem 

WhatsApp-Chatverlauf eindeutig entnehmen, dass die Privatklägerin 2 eben nicht 

damit einverstanden war, dass ihre Wohnung in ihrer Abwesenheit betreten bzw. 

mit dem Umbau gestartet werde und dass der Beschuldigte bzw. die Handwerker 

über einen Ersatzschlüssel verfügten (Urk. D2/3/3 S. 4 f.). 

3.3 Namentlich lässt sich aus den bei den Akten liegenden Chatkonversationen 

(Urk. D2/3/4  und  D2/5/1)  und  den  Aussagen  der  Privatklägerin 2  anlässlich  ihrer 

staatsanwaltschaftlichen  Befragung  vom  22. Februar  2023  (Urk. D2/4)  folgender 

Ablauf herleiten: Gemäss Chatverlauf äusserte die Privatklägerin 2 bereits unmit-

telbar nach der ersten Mitteilung des Beschuldigten vom 6. Oktober 2022 über den 

geplanten Umbau deutliches Unverständnis bezüglich dieses Vorhabens. Jeden-

falls  lassen  sich  ihre  diesbezüglichen  Sprachnachrichten  gestützt  auf  die  jeweils 

darauffolgenden Antworten des Beschuldigten nicht anders deuten. So wies dieser 

ihre Bedenken mehrfach zurück, bezeichnete ihre Reaktion als "absolut inakzepta-

bel" und warf ihr Überempfindlichkeit vor. Er beharrte zudem darauf, dass der Um-

bau gemäss schweizerischem Recht zulässig und von der Privatklägerin 2 als Mie-

terin akzeptiert werden müsse. Ausserdem betonte er, dass der Umbau nicht nur 

notwendig,  sondern  auch  vorteilhaft  für  sie  sei.  Trotz  der  hartnäckigen  Überzeu-

gungsversuche des Beschuldigten zeigte die Privatklägerin 2 am 10. Oktober 2022 

weiterhin klare Ablehnung gegenüber dem geplanten Umbau. Da der vom Beschul-

digten zunächst vorgeschlagene Termin für ein Treffen mit ihm und den Handwer-

kern bzw. der Gegenvorschlag der Privatklägerin 2 für beide jeweils nicht passend 

war,  kündigte  der  Beschuldigte  an,  die  Handwerker  alleine  vorbeizuschicken 

(Urk. D2/5/1  S. 1-15).  Den  Aussagen  der  Privatklägerin 2  zufolge  kam  es  am 

11. Oktober  2022  um  20.00 Uhr  tatsächlich  zu  diesem  Treffen  mit  ihr  und  den 

Handwerkern. Anlässlich dessen hätten diese festgestellt, dass der vom Beschul-

- 16 -

digten beabsichtigte Umbau nicht durchführbar sei. Die Handwerker hätten der Pri-

vatklägerin 2 zudem gesagt, dass sie den Beschuldigten entsprechend informieren 

würden (Urk. D2/4 F/A 8 S. 4). Im Einklang damit kommunizierte die Privatkläge-

rin 2  am  darauffolgenden  Tag,  dem  12. Oktober  2022,  mit  dem  Handwerker 

D._____ via WhatsApp und erklärte ihm darin nochmals unter Beilage eines Bildes 

ihre Bedenken bezüglich der geplanten Trennwand. Die jeweiligen diesbezüglichen 

Antworten von D._____ wurden gelöscht und lassen sich nicht mehr rekonstruie-

ren. Hervorzuheben ist aber die Nachricht der Privatklägerin 2, in welcher sie mit-

teilt, dass sie erst nächste Woche wieder zurück sei ("Not now, I will be back only 

next week"; Urk. D2/3/4). Am Abend desselben Tages sandte der Beschuldigte der 

Privatklägerin 2  kommentarlos  einen  handskizzierten  Grundrissplan  und  Aus-

weiskopien  der  Handwerker.  Unmittelbar  darauf  bat  die  Privatklägerin 2  darum, 

dass der Beschuldigte ihr einen offiziellen Brief via E-Mail sende, und erkundigte 

sich  nach  der  Dauer  der  Arbeiten  und  den  Übernachtungsmöglichkeiten  für  ihre 

Familie.  Der  Beschuldigte  erklärte  daraufhin,  der  Umbau  betreffe  nur  ein  Schlaf-

zimmer, stellte ihr den "offiziellen Brief" in Aussicht, und teilte zudem mit, dass er 

den Handwerker D._____ jetzt treffe. Bezugnehmend auf die Nachricht bezüglich 

des  Schlafzimmers  antwortete  die  Privatklägerin 2  mit  "Ok,  understand" 

(Urk. D2/5/1 S. 15-17). Erst gegen 23.00 Uhr sandte der Beschuldigte ihr dann eine 

"official note" via WhatsApp, in der er erklärte, dass er den Grundriss des Zimmers 

entsprechend dem zugesandten Plan verbessern wolle. Die Arbeiten würden nicht 

lange dauern (ca. 2 Tage) und nach den besten Praktiken ausgeführt werden, wo-

bei dies im besten Interesse der Wohnung und der Mieterin sei (Urk. D2/5/1 S. 18). 

In ihrer Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft erklärte die Privatklägerin 2, diese 

Nachricht  aufgrund  der  späten  Uhrzeit  erst  am  Folgetag  gelesen  zu  haben 

(Urk. D2/4  F/A 8  S. 4).  Entsprechend  bat  sie  den  Beschuldigten  am  13. Oktober 

2022  um  08.56 Uhr  zunächst  erneut  um  einen  offiziellen  Brief  via 

E-Mail und fragte nochmals nach, wie lange die Arbeiten genau in Tagen dauern 

würden.  Um  09.45 Uhr  erhielt  sie  eine  Sprachnachricht  des  Beschuldigten 

(Urk. D2/5/1 S. 19). Um 10.01 Uhr schrieb ihr der Handwerker D._____, er wolle 

sie informieren, dass er mit dem Beschuldigten geredet habe, es sich jedoch nichts 

geändert habe und sie am heutigen Tag mit dem Umbau starten würden. Darauf 

- 17 -

antwortete die Privatklägerin 2 direkt mit der Frage, wie sie dies ohne ihre Anwe-

senheit und die Schlüssel tun würden, und hakte später diesbezüglich nochmals 

nach, weil ihre Frage unbeantwortet blieb (Urk. D2/3/4). Dem Beschuldigten teilte 

sie sodann um 11.25 Uhr und 11.32 Uhr mit, dass sie derzeit nicht in der Schweiz 

und erst in der darauffolgenden Woche zurück sei. Sie wies zudem darauf hin, dass 

sie noch keine schriftliche Bestätigung erhalten habe, wann genau die Bauarbeiten 

beginnen und an welchem Tag sie enden würden. Weiter bat sie darum, nicht ohne 

ihre Anwesenheit mit den geplanten Arbeiten zu beginnen. Sie betonte ausdrück-

lich, dass sie nicht damit einverstanden sei, dass fremde Personen ohne ihr Ein-

verständnis  ihre  Wohnung  betreten  würden.  Darüber  hinaus  wies  sie  darauf  hin, 

dass sie niemandem die Schlüssel zu ihrer Wohnung gegeben habe und brachte 

die Frage auf, wie denn die Handwerker ohne sie, ohne ihren Schlüssel und ohne 

ihre Zustimmung in die Wohnung gelangen würden. Sie äusserte auch Bedenken 

bezüglich ihrer Besitztümer und der sich in der Wohnung befindenden Katze. Der 

Beschuldigte schrieb daraufhin um 12.01 Uhr, dass der Handwerker einen Termin 

mit der Privatklägerin 2 für den heutigen Tag vereinbart habe, jedoch auf sie ge-

wartet  habe,  ohne  dass  sie  erschienen  sei,  und  daher  möglicherweise  einen  Er-

satzschlüssel  benutzt  habe,  um  weitere  Verluste  zu  verhindern  (Urk. D2/5/1 

S. 19 f.). Die Privatklägerin 2 entgegnete anlässlich ihrer staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahme zu dieser Nachricht, dass es nicht zutreffend sei, dass sie eine Ab-

machung mit den Handwerkern getroffen hätte. Im Gegenteil habe der Handwerker 

ihr  – wie  bereits  oben  dargelegt –  gesagt,  dass  sie  keinen  Umbau  unternehmen 

und  dass  sie  diesbezüglich  den  Beschuldigten  informieren  würden.  Sie  wies  so-

dann  auf  die  WhatsApp-Nachricht  des  Handwerkers  D._____  vom  13. Oktober 

2022 hin, wonach sich der Beschuldigte trotzdem für den Umbau entschieden habe 

(Urk. D2/4 F/A 8 S. 4 f.).

3.4 Dieser  Ablauf  zeigt  deutlich,  dass  die  Privatklägerin 2  zu  keinem  Zeitpunkt 

damit einverstanden war, dass die Umbauarbeiten in ihrer Abwesenheit ausgeführt 

würden und die Wohnung ohne ihre Anwesenheit betreten würde. Ihr wiederholtes 

Unverständnis bezüglich des geplanten Umbaus bereits unmittelbar nach der ers-

ten Information vom 6. Oktober 2022, die mehrfachen Nachfragen zu Dauer, Zeit-

punkt und Ablauf der Arbeiten, die klare Mitteilung, erst in der folgenden Woche 

- 18 -

wieder in der Schweiz zu sein und schliesslich ihre unmissverständliche Bitte, nicht 

mit den Arbeiten in ihrer Abwesenheit zu beginnen, lassen auch keinen Raum für 

die Annahme einer solchen Zustimmung. Der Beschuldigte hätte mithin aus keiner 

Reaktion und Nachricht der Privatklägerin 2 annehmen dürfen oder können, dass 

sie mit dem Betreten ihrer Wohnung in ihrer Abwesenheit einverstanden war. Ent-

gegen  der  Verteidigung  (Urk. 103  Rz. 25)  lässt  sich  insbesondere  die  Nachricht 

vom 12. Oktober 2022 mit dem Inhalt "Ok, understand" keineswegs so interpretie-

ren, dass die Privatklägerin 2 damit unweigerlich ihr Einverständnis für das Betre-

ten der Wohnung durch die Handwerker gab. Der gesamte Kommunikationsverlauf 

zeigt vielmehr, dass diese Nachricht lediglich eine Reaktion auf die Information des 

Beschuldigten zur Ausgestaltung des geplanten Umbaus darstellte und sich nicht 

auf eine Zustimmung zum Betreten der Wohnung in ihrer Abwesenheit bezog. Ins-

besondere ergibt sich dies unmissverständlich aus ihren unmittelbar anschliessen-

den  Nachrichten,  in  denen  sie  auf  die  Notwendigkeit  ihrer  Anwesenheit  hinwies. 

Dem Chatverlauf lässt sich zudem deutlich entnehmen, dass der Beschuldigte die 

durch die Privatklägerin 2 geäusserten Bedenken überhaupt nicht ernst nahm und 

vielmehr – wie er es auch anlässlich der Berufungsverhandlung deutlich zum Aus-

druck brachte (vgl. Prot. II S. 17 f.) – darauf beharrte, dass es eine vermeintliche 

Pflicht der Privatklägerin 2 sei, den Umbau – wohl auch in ihrer Abwesenheit – zu 

dulden.  Dass  die  Privatklägerin 2  gerade  keine  Zustimmung  erteilte,  ergibt  sich 

denn  auch  aus  ihren  Nachrichten,  in  denen  sie  ausdrücklich  klarstellte,  dass  sie 

niemandem einen Schlüssel übergeben habe, Fremde nicht in ihrer Wohnung wün-

sche und die Arbeiten nicht ohne ihre Anwesenheit beginnen dürften. Ihre Frage, 

wie  die  Handwerker  ohne  Schlüssel  und  ohne  ihre  Zustimmung  in  die  Wohnung 

gelangen  sollten,  verdeutlicht  auch,  dass  sie  zu  keinem  Zeitpunkt  mit  einem  Ar-

beitsbeginn in ihrer Abwesenheit rechnete. Ausserdem ist die Behauptung des Be-

schuldigten, es sei zwischen den Handwerkern und der Privatklägerin 2 zu einer 

Terminvereinbarung gekommen, durch den Chatverlauf eindeutig widerlegt. Zum 

einen  lässt  sich  dem  Chatverlauf  der  Privatklägerin 2  mit  D._____  keine  einzige 

Nachricht entnehmen, aus der hervorgeht, dass die Privatklägerin 2 einem Termin 

zugestimmt hätte. Vielmehr teilte sie – nachweislich – mit, erst in der kommenden 

Woche wieder in der Schweiz zu sein und keinesfalls mit einem Beginn der Arbeiten 

- 19 -

in ihrer Abwesenheit einverstanden zu sein. Zum anderen erklärte die Privatkläge-

rin 2  glaubhaft,  dass  die  Handwerker  ihr  am  11. Oktober  2022  gerade  mitgeteilt 

hätten, dass der geplante Umbau nicht durchführbar sei und sie dies dem Beschul-

digten  melden  würden  (Urk. D2/4  F/A 8  S. 4).  Diese  Darstellung  fügt  sich  wider-

spruchsfrei in den Gesamtkontext ein und steht im Einklang mit der späteren Nach-

richt des Handwerkers vom 13. Oktober 2022, wonach sich der Beschuldigte trotz-

dem für die Durchführung entschieden habe und mit den Arbeiten begonnen werde 

(Urk. D2/3/4).  Lediglich  der  Vollständigkeit  halber  ist  festzuhalten,  dass  auch  die 

vom Beschuldigten geltend gemachte Inhaftierung vom 11. bis 12. Oktober 2022 

(Prot. II S. 17 f.) nichts zu seiner Entlastung beizutragen vermag, hinderte diese ihn 

doch nicht daran, die Arbeiten durch die Handwerker zu veranlassen. Seine weite-

ren pauschalen Ausführungen, wonach Mieter "kein Mitspracherecht" hätten und er 

als Vermieter zum Umbau berechtigt sei (vgl. Prot. II S. 17 f.), sind rechtlich unzu-

treffend und vermögen an der fehlenden Zustimmung der Privatklägerin 2 nichts zu 

ändern. Entscheidend ist hier nicht, ob ein Umbau mietrechtlich zulässig gewesen 

wäre, sondern ob der Beschuldigte das Betreten der Wohnung ohne die erforderli-

che Zustimmung veranlasste – was vorliegend wie dargelegt der Fall war.

3.5 Es ist damit erstellt, dass die zwei Handwerker die Wohnung der Privatkläge-

rin 2 im Auftrag des Beschuldigten gegen deren Willen betraten, was dem Beschul-

digten bewusst gewesen ist.

IV. Rechtliche Würdigung

1.

Die Vorinstanz erachtete die rechtliche Würdigung der Staatsanwaltschaft als 

zutreffend und sprach den Beschuldigten des mehrfachen Hausfriedensbruchs im 

Sinne von Art. 186 StGB schuldig (Urk. 73 S. 34 f.). 

2.

Hausfriedensbruch im Sinne von Art. 186 StGB begeht und auf Antrag bestraft 

wird, wer gegen den Willen des Berechtigten in ein Haus, in eine Wohnung, in einen 

abgeschlossenen Raum eines Hauses oder in einen unmittelbar zu einem Hause 

gehörenden umfriedeten Platz, Hof oder Garten oder in einen Werkplatz unrecht-

mässig eindringt oder, trotz der Aufforderung eines Berechtigten, sich zu entfernen, 

- 20 -

darin verweilt. Gemäss Art. 30 Abs. 1 StGB kann jede Person, die durch die Tat 

verletzt worden ist, die Bestrafung des Täters beantragen. Art. 186 StGB schützt 

das  sogenannte  Hausrecht,  d.h.  die  Befugnis,  über  die  Anwesenheit  Aussenste-

hender in den eigenen Räumlichkeiten entscheiden zu können. Träger des Haus-

rechts ist derjenige, dem die Verfügungsgewalt über die Räume zusteht, gleichgül-

tig, ob jene auf einem dinglichen oder obligatorischen Recht beruht (BGE 146 IV 

320 E. 2.3 m.w.H.). In subjektiver Hinsicht ist ein entsprechender Vorsatz erforder-

lich.

3.1 Vorliegend ist erstellt, dass zwei Handwerker die Wohnung der Privatkläge-

rin 2 im Auftrag des Beschuldigten im Zeitraum vom 13. bis 17. Oktober 2022 meh-

rere Male gegen deren Willen betraten und sich darin zur Vornahme von Umbaua-

rbeiten aufhielten (vgl. oben Erw. III.). Da nicht erstellt ist, dass der Beschuldigte 

persönlich in der Wohnung war, sondern die Tatausführung durch Dritte erfolgte, 

ist zu prüfen, ob er sich als mittelbarer Täter strafbar gemacht hat.

3.2 Mittelbarer Täter ist, wer einen anderen Menschen als sein willenloses oder 

wenigstens nicht vorsätzlich handelndes Werkzeug benutzt, um durch ihn die be-

absichtigte strafbare Handlung ausführen zu lassen. Der mittelbare Täter wird be-

straft, wie wenn er die Tat selbst ausgeführt hätte (BGE 149 IV 57 E. 3.2.1; 138 IV 

70 E. 1.4; 120 IV 17 E. 2d; je mit Hinweisen). Gestützt auf den Anklagegrundsatz 

(Art. 9 und 325 StPO) muss bei einer vorgehaltenen mittelbaren Täterschaft aus 

der Anklage hervorgehen, dass der Beschuldigte die Tat durch eine weitere Person 

begangen  hat,  die  in  objektiver  Hinsicht  den  Tatbestand  unmittelbar  erfüllt  hat. 

Dazu bedarf es auch Ausführungen, wie der Beschuldigte (eventual-)vorsätzlich die 

als sein Tatwerkzeug fungierende Person dazu veranlasste, das Delikt in seinem 

Sinne  zu  verüben.  Damit  die  Anklageschrift  ihre  Schutzfunktion  für  die  Verteidi-

gungsrechte entfalten kann, muss der Beschuldigte aus dem Anklagesachverhalt 

ersehen können, ob ihm eine Veranlassung der Tat (Anstiftung), eine Förderung 

der Tat (Gehilfenschaft), ein gleichwertiges koordiniertes Zusammenwirken mit an-

deren Tätern (Mittäterschaft) oder aber die (von ihm erwirkte) Tatausführung durch 

einen ohne Vorsatz handelnden Tatmittler (mittelbare Täterschaft) angelastet wird 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_900/2024 vom 20. März 2025 E. 2.2.2 m.w.H.).

- 21 -

3.3 Die vorliegende Anklageschrift genügt diesen Anforderungen. Dem Beschul-

digten (als mittelbarer Täter) wird vorgeworfen, die zwei Handwerker (als Tatmittler) 

beauftragt zu haben, die Wohnung der Privatklägerin 2 zu betreten. Gemäss dem 

erstellten  Sachverhalt  handelten  die  Handwerker  nicht  eigeninitiativ,  sondern  im 

Rahmen des Auftrags des Beschuldigten. Soweit dieser geltend machte, die Hand-

werker seien "unabhängig" oder hätten selbstständig einen Termin mit der Privat-

klägerin 2  vereinbart  (Prot. II  S. 17),  findet  dies  im  Chatverlauf  keinerlei  Stütze. 

Vielmehr ergibt sich aus den Nachrichten, dass der Beschuldigte den Umbau orga-

nisiert und gegenüber der Privatklägerin 2 als verantwortliche Kontaktperson fun-

giert hat. Bereits das Versenden des Plans sowie der Ausweiskopien der Handwer-

ker  und  seine  "official  note"  vom  12. Oktober  2022  zeigen,  dass  er  die  Arbeiten 

koordinierte und sich selbst als Ansprechpartner verstand. Weiter ergibt sich dies 

auch aus der Nachricht von D._____ an die Privatklägerin 2, der sich zur Begrün-

dung, dass mit den Arbeiten begonnen werde, auf den Beschuldigten bezog (vgl. 

Urk. D2/3/4). Hinzu kommt, dass die Handwerker die Wohnung der Privatklägerin 2 

nur deshalb betreten konnten, weil ihnen ein Ersatzschlüssel zur Verfügung stand. 

Die Privatklägerin 2 selbst gab an, niemandem einen Schlüssel ausgehändigt zu 

haben und nicht zu wissen, wie die Handwerker Zugang zu ihrer Wohnung erhielten 

(vgl. Urk. D2/5/1 S. 19). Sie ging deshalb davon aus, dass der Beschuldigte im Be-

sitz eines Schlüssels gewesen sei (Urk. D2/4 F/A 17). Gemäss Nichtanhandnah-

meverfügungen der Staatsanwaltschaft vom 15. Februar 2023 betreffend die bei-

den Handwerker konnten diese die Wohnung offensichtlich nur mit einem sich im 

Besitz des Beschuldigten befindlichen  Schlüssels betreten (Urk. D2/8 und D2/9). 

Dies deckt sich auch mit seiner eigenen Nachricht vom 13. Oktober 2022 an die 

Privatklägerin 2,  wonach  der  Handwerker  "möglicherweise  einen  Ersatzschlüssel 

benutzt habe, um weitere Verluste zu verhindern" (Urk. D2/5/1 S. 20). Der Beschul-

digte vermochte auch nicht aufzuzeigen, wie die Handwerker andernfalls Zugang 

zur Wohnung hätten erlangen können. Vor diesem Hintergrund ist davon auszuge-

hen,  dass  der  Beschuldigte  ihnen  den  entsprechenden  Schlüssel  verschafft  hat 

oder zumindest veranlasste, dass dieser bereitgestellt wurde. Weiter war dem Be-

schuldigten aufgrund der Nachrichten der Privatklägerin 2 bewusst, dass diese mit 

dem Betreten der Wohnung in ihrer Abwesenheit nicht einverstanden war. Somit 

- 22 -

steht fest, dass der Beschuldigte die Handwerker als Tatmittler benutzte, die Woh-

nung  der  Privatklägerin 2  gegen  deren  ausdrücklichen  Willen  während  mehrerer 

Tagen zu betreten und darin für die Ausführung ihrer Arbeiten zu verweilen.

4.

Durch Erfüllen der objektiven und subjektiven Tatbestandsvoraussetzungen 

in  mittelbarer  Täterschaft  hat  sich  der  Beschuldigte  demnach  des  mehrfachen 

Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB schuldig gemacht.

V. Strafe

1.

Die  Vorinstanz  hat  die  Grundlagen  der  Strafzumessung  vorliegend  korrekt 

dargelegt und dabei insbesondere auch den Strafrahmen für das Delikt des Haus-

friedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB (Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder 

Geldstrafe) zutreffend abgesteckt (Urk. 73 S. 35 ff.). Ferner wurde auch das Tat-

verschulden des Beschuldigten bezüglich des mehrfachen Hausfriedensbruchs im 

Ergebnis nachvollziehbar referiert. In objektiver Hinsicht ist innerhalb des Strafrah-

mens von einem leichten Verschulden auszugehen, weshalb eine Einsatzstrafe von 

knapp 2 ½ Monaten Freiheitsstrafe bzw. eine solche von 80 Tagessätzen Gelds-

trafe angemessen erscheint. In subjektiver Hinsicht ist zu bemerken, dass der Be-

schuldigte  vorsätzlich  handelte.  Er  wusste,  dass  die  Privatklägerin 2  nicht  damit 

einverstanden  war,  dass  jemand  in  ihrer  Abwesenheit  ihre  Wohnung  betrat.  Es 

bleibt bei einem leichten Verschulden und damit bei einer Einsatzstrafe von knapp 

2 ½ Monaten Freiheitsstrafe bzw. einer solchen von 80 Tagessätzen Geldstrafe. 

2.

Die vorinstanzliche Wahl der Geldstrafe als zweckmässige Sanktion ist im vor-

liegenden Berufungsverfahren nicht mehr näher zu diskutieren, da die Verhängung 

einer  Freiheitsstrafe  von  vornherein  gegen  das  Verbot  der  "reformatio  in  peius" 

(Art. 391 Abs. 2 StPO) verstiesse. 

3.

Bezüglich der Täterkomponente ist zu berücksichtigen, dass sich die Verur-

teilung des Beschuldigten vom 23. Juni 2017 wegen übler Nachrede (vgl. Urk. 95) 

straferhöhend  auswirkt.  Da  es  sich  hierbei  nicht  um  eine  einschlägige  Vorstrafe 

handelt, rechtfertigt sich eine minimale Straferhöhung um 10 Tagessätze. Im Übri-

- 23 -

gen kann, um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, auf die zutreffenden Erwä-

gungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 73 S. 39).

4.

Die Vorinstanz setzte die Tagessatzhöhe gestützt auf die unübersichtlichen 

finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten auf Fr. 30.– fest (Urk. 73 S. 39 f.). Der 

Beschuldigte  legte  seine  finanziellen  Verhältnisse  auch  im  Berufungsverfahren 

nicht rechtsgenügend offen. Die Kopie der ersten Seite seiner im Kanton Zug für 

das  Steuerjahr 2022  eingereichten  Steuererklärung  (Urk. 83),  wonach  er  weder 

über Einkommen noch Vermögen verfügt, genügt nicht. Nachdem sich die finanzi-

ellen Verhältnisse des Beschuldigten seit der vorinstanzlichen Hauptverhandlung 

aber nicht wesentlich geändert haben (vgl. Prot. II S. 9 ff.), ist auch diesbezüglich 

das  Verschlechterungsverbot  zu  beachten.  Die  Tagessatzhöhe  ist  somit  bei 

Fr. 30.– zu belassen. Der Beschuldigte ist folglich mit einer Geldstrafe von 90 Ta-

gessätzen zu Fr. 30.– zu bestrafen, unter Anrechnung der erstandenen Haft von 

einem Tag (vgl. Art. 51 StGB).

5.

Das  Gericht  schiebt  den  Vollzug  einer  Geldstrafe  oder  einer  Freiheitsstrafe 

von  höchstens  zwei  Jahren  in  der  Regel  auf,  wenn  eine  unbedingte  Strafe  nicht 

notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder 

Vergehen  abzuhalten  (Art. 42  Abs. 1  StGB).  Die  objektiven  und  subjektiven  Vor-

aussetzungen nach Art. 42 Abs. 1 StGB sind vorliegend erfüllt bzw. wäre eine un-

bedingte Strafe gestützt auf das Verschlechterungsverbot ohnehin nicht angezeigt.

6.

Im Ergebnis ist der Beschuldigte mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 

Fr. 30.– zu bestrafen, wobei der Vollzug der Geldstrafe unter Ansetzung einer Pro-

bezeit von 2 Jahren aufzuschieben ist.

VI. Zivilansprüche

Der Beschuldigte wurde von der Vorinstanz verpflichtet, der Privatklägerin 2 

Schadenersatz von Fr. 215.– zuzüglich 5 % Zins auf Fr. 115.– ab 28. Oktober 2022 

sowie 5 % Zins auf Fr. 100.– ab 10. November 2022 zu bezahlen. Im Mehrbetrag 

wurde das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 2 auf den Zivilweg verwiesen 

(Urk. 73 S. 42). Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 2 wurde alsdann ab-

- 24 -

gewiesen (Urk. 73 S. 43). Der Beschuldigte beanstandet lediglich die Verpflichtung 

zur Bezahlung des Schadenersatzes, ohne sich näher mit den vorinstanzlichen Er-

wägungen auseinanderzusetzen. Er äussert sich nicht zu den von der Privatkläge-

rin 2 belegten Kosten für die Rechtsberatung von Fr. 215.– (Urk. D2/6/2-4). Diese 

sind  ausgewiesen  und  vom  Beschuldigten  zu  entschädigen.  Folglich  ist  die  vor-

instanzliche  Regelung  der  Zivilansprüche  (Dispositivziffern 8  und  9;  Urk. 73 

S. 45 f.) zu bestätigen. Es kann vollumfänglich auf die entsprechenden Erwägun-

gen verwiesen werden (Urk. 73 S. 42 und 43).

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Nachdem im Berufungsverfahren im Vergleich zum angefochtenen Entscheid 

auch ein Freispruch bezüglich Urkundenfälschung ergeht, ist die erstinstanzliche 

Kostenregelung  insofern  anzupassen,  als  die  Kosten  der  Untersuchung  und  des 

erstinstanzlichen  Verfahrens  entsprechend  dem  nur  teilweise  erfolgten  Schuld-

spruch anteilsmässig, nämlich zu einem Drittel (anstatt vier Fünfteln), dem Beschul-

digten aufzuerlegen (Art. 426 Abs. 1 i.V.m. Art. 428 Abs. 3 StPO; Urteil des Bun-

desgerichts 6B_794/2024 vom 8. Januar 2025 E. 2.1.1, mit Hinweis) und im ver-

bleibenden Umfang auf die Gerichtskasse zu nehmen sind. Sodann ist die für das 

erstinstanzliche  Verfahren  zugesprochene  reduzierte  Prozessentschädigung  von 

Fr. 600.–  auf  Fr. 1'000.–  zu  erhöhen  (vgl.  Art. 429  Abs. 1  lit. a  aStPO).  Das  Ver-

rechnungsrecht des Staates ist jedoch vorzubehalten (Art. 442 Abs. 4 StPO).

2.1 Die  zweitinstanzliche  Gerichtsgebühr  ist  in  Anwendung  von  Art. 424  Abs. 1 

StPO i.V.m. §§ 16, 2 Abs. 1 lit. b-d sowie 14 Abs. 1 lit. a GebV OG auf Fr. 4'000.– 

festzusetzen.

2.2 Im Berufungsprozess werden die Kosten nach Obsiegen und Unterliegen auf-

erlegt (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob bzw. inwieweit eine Partei im Sinne dieser Be-

stimmung obsiegt oder unterliegt, hängt davon ab, in welchem Ausmass ihre vor 

der zweiten Instanz gestellten Anträge gutgeheissen werden (vgl. Urteil des Bun-

desgerichts 6B_791/2023 vom 23. August 2023 E. 1.4 m.w.H.). Erhebt einzig die 

- 25 -

beschuldigte Person Berufung und obsiegt sie teilweise, gehen die darauf entfal-

lenden Kosten anteilsmässig zulasten der Staatskasse.

2.3 Mit seiner Berufung obsiegt der Beschuldigte insofern, als hinsichtlich der Ur-

kundenfälschung ein Freispruch ergeht, was auch zu einer Herabsetzung des Straf-

masses  führt.  Ausgangsgemäss  sind  die  Kosten  des  Berufungsverfahrens  zur 

Hälfte  dem  Beschuldigten  aufzuerlegen  und  zur  Hälfte  auf  die  Gerichtskasse  zu 

nehmen.

2.4 Folgerichtig ist dem Beschuldigten sodann analog der Kostenauflage eine um 

die  Hälfte  reduzierte  Prozessentschädigung  für  die  Kosten  seiner  erbetenen 

anwaltlichen Verteidigung im Berufungsverfahren zuzusprechen. Es erscheint an-

gemessen und entspricht den geltend gemachten Aufwendungen für die Verteidi-

gung  (vgl.  Urk. 104),  dem  Beschuldigten  für  das  Berufungsverfahren  eine  redu-

zierte Prozessentschädigung für anwaltliche Verteidigung von pauschal Fr. 4'000.– 

aus der Gerichtskasse zuzusprechen, wobei die Aufwendungen für die Berufungs-

verhandlung und Nachbesprechung des Urteils noch nicht berücksichtigt wurden 

und  entsprechend  hinzuzurechnen  sind.  Das  Verrechnungsrecht  des  Staates  ist 

jedoch vorzubehalten (Art. 442 Abs. 4 StPO).

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung 

- Einzelgericht, vom 5. September 2023 bezüglich der Dispositivziffern 2 

(Freispruch vom Vorwurf des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von 

Art. 186 StGB gemäss Dossier 1) und 5-7 (Beschlagnahmung sowie Scha-

denersatz- und Genugtuungsbegehren der Privatklägerin B._____) in 

Rechtskraft erwachsen ist.

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

- 26 -

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des mehrfachen Hausfriedensbruchs 

im Sinne von Art. 186 StGB gemäss Dossier 2.

2.

Der Beschuldigte wird ferner freigesprochen vom Vorwurf der Urkundenfäl-

schung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB.

3.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 

Fr. 30.–, wovon 1 Tagessatz als durch Haft geleistet gilt.

4.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt.

5.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 (C._____) Schaden-

ersatz von Fr. 215.– zuzüglich 5 % Zins auf Fr. 115.– ab 28. Oktober 2022 

sowie 5 % Zins auf Fr. 100.– ab 10. November 2022 zu bezahlen. Im Mehr-

betrag wird das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 2 auf den Weg 

des Zivilprozesses verwiesen.

6.

7.

8.

Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 2 (C._____) wird abgewiesen.

Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Ziff. 10) wird bestätigt.

Die Kosten des Vorverfahrens und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens 

werden zu einem Drittel dem Beschuldigten auferlegt und zu zwei Dritteln 

auf die Gerichtskasse genommen.

9.

Dem Beschuldigten wird für das erstinstanzliche Verfahren eine reduzierte 

Prozessentschädigung von Fr. 1'000.– aus der Gerichtskasse zugespro-

chen.

Das Verrechnungsrecht des Staates bleibt vorbehalten.

10. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 4'000.–.

- 27 -

11. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden zur Hälfte dem Beschuldigten 

auferlegt und zur Hälfte auf die Gerichtskasse genommen.

12. Dem Beschuldigten wird für das Berufungsverfahren eine reduzierte Prozes-

sentschädigung von Fr. 4'000.– für anwaltliche Verteidigung aus der Ge-

richtskasse zugesprochen.

Das Verrechnungsrecht des Staates bleibt vorbehalten.

13. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an









die erbetene Verteidigung des Beschuldigten im Doppel für sich und 
zuhanden des Beschuldigten (übergeben)

die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat

die Privatklägerin 2 (übergeben)

die Privatklägerin 1

(Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird 
den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach 
Erhalt des Dispositivs verlangen.)

sowie in vollständiger Ausfertigung an







die erbetene Verteidigung des Beschuldigten im Doppel für sich und 
zuhanden des Beschuldigten

die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat

die Privatklägerinnen 1 und 2 (sofern verlangt)

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an









die Vorinstanz

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Löschung 
des DNA-Profils

die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a 
Abs. 1 PolG)

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A.

14. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsa-

chen erhoben werden.

- 28 -

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer

Zürich, 29. Oktober 2025

Die Präsidentin:

Die Gerichtsschreiberin:

Oberrichterin lic. iur. Wasser-Keller

MLaw Eggenberger