# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d9baaafe-df4c-53ad-905b-7f204dd9de1a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-02
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 02.05.2022 UV 2021/40
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2021-40_2022-05-02.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2021/40

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 11.08.2022

Entscheiddatum: 02.05.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 02.05.2022
Art. 6 UVG: Verneinung einer schleudertraumaähnlichen Verletzung mit 
Langzeitfolgen. Verneinung unfallbedingter Diskushernien mit 
Nervenwurzelkompression. Unfallbedingte vorübergehende 
Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes im Bereich der LWS. 
Bejahung des Dahinfallens jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten 
Ursachen bezüglich einer fortdauernden Rückenproblematik bzw. Erreichen 
des Status quo sine (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 2. Mai 2022, UV 2021/40).

Entscheid vom 2. Mai 2022

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Corinne Schambeck; Gerichtsschreiberin 

Karin Kobelt

Geschäftsnr.

UV 2021/40

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21, 

Postfach 27, 9004 St. Gallen,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Taggeldleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war als Mitarbeiter Produktion bei der C.___ AG 

(ein Unternehmen des D.___ Konzerns; nachfolgend: Arbeitgeberin), angestellt und 

dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen 

von Unfällen versichert, als er am .___ 2018 in einen Autounfall verwickelt wurde (vgl. 

Bagatellunfall-Meldung vom 9. Juli 2018 und Schadenmeldung UVG vom 12. Juli 2018; 

Suva-act. 1 f.). Laut Polizeirapport vom 24. Juni 2018 prallte ein PKW-Lenker mit 

seinem Fahrzeug gegen die linke Seite des PKW's des Versicherten. Dieser prallte in 

der Folge mit dem Heck seines PKW's in die linke Seite eines parkierten Fahrzeugs 

(Suva-act. 17-3 Mitte). Die Erstbehandlung fand am Unfalltag in der Zentralen 

Notfallaufnahme (nachfolgend: ZNA) des Kantonsspitals St. Gallen (nachfolgend: 

KSSG) statt, wo als Diagnose eine seitliche Streifkollision als PKW-Fahrer mit leichter 

Prellung Gesicht links (Seitenairbag) erhoben und unter anderem eine fehlende 

Klopfschmerzhaftigkeit der Wirbelsäule ("WS kein KS") festgestellt wurde. Eine 

Arbeitsunfähigkeit wurde dem Versicherten nicht attestiert (Suva-act. 37), er war jedoch 

zu diesem Zeitpunkt aufgrund eines Fersensporns ohnehin arbeitsunfähig geschrieben 

(Suva-act. 95-3). Am 21. Juni 2018 wurde dem Versicherten von seiner Hausarztpraxis, 

der E.___, rückwirkend ab dem Unfalltag eine vollständige Arbeitsunfähigkeit wegen 

Unfalls attestiert (Suva-act. 8-3) und bei der Diagnose kranio-zervikales 

Beschleunigungstrauma und ISG-Blockade rechts Physiotherapie verordnet (Suva-act. 

A.a. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

33). Die Suva kam für die Folgen des Unfalls vom 14. Juni 2018 auf (vgl. Suva-act. 3 ff., 

18 f. sowie 29).

Am 15. August 2018 wurde im Röntgeninstitut F.___, G.___ Centers, (nachfolgend: 

F.___ Center), ein MRT der Lendenwirbelsäule (nachfolgend: LWS) des Versicherten 

erstellt wegen Lumbalgie mit in beide Oberschenkel ausstrahlenden Schmerzen. Der 

Befund lautete: Osteochondrose L5/S1 mit verschmälerter Bandscheibe und 

breitbasiger subligamentärer Hernierung der Bandscheibe unter linksseitiger 

Bevorzugung mit linksbetonter, aber bilateraler foraminaler Einengung auf dieser Höhe 

mit Nervenwurzelirritation L5 links mehr als rechts. Spondylarthrosen begleitend auf 

diesem Niveau. Spondylarthrosen L4/5 bei dehydrierter Bandscheibe auf dieser Höhe. 

Auf Höhe L3/4 eine rechts extraforaminale Hernierung der Bandscheibe mit 

Nervenwurzelverlagerung L3 rechts im foraminalen/extraforaminalen Bereich. Mässige 

Spondylarthrosen auch auf diesem Niveau. Streckhaltung der lumbalen Wirbelsäule 

und des thorakalen Übergangs (Suva-act. 36).

A.b. 

Dr. med. H.___, Facharzt für Allgemeinmedizin von der E.___, vermerkte am 17. 

August 2018 zwei Bandscheibenvorfälle nach Unfall. Der Versicherte werde zur 

Injektionsbehandlung im F.___ Center angemeldet (Suva-act. 38). Am 22. August 2018 

wurde eine periradikuläre Infiltrationstherapie auf Höhe L3/4 rechts im F.___ Center 

durchgeführt (Suva-act. 91).

A.c. 

Am 29. August 2018 fand bei der Arbeitgeberin eine Besprechung zwischen dem 

Versicherten, einem Aussendienstmitarbeiter der Suva und dem Vorgesetzten des 

Versicherten statt (Suva-act. 39 ff.).

A.d. 

Am 4. September 2018 nahm Kreisarzt med. pract. I.___, Facharzt für Chirurgie, 

auf Ersuchen der Suva eine aktenbasierte Einschätzung vor. Er notierte, dass der 

Versicherte an einer krankheitsbedingten Diskushernie leide. Das Unfallereignis habe zu 

einer vorübergehenden, nicht richtungsgebenden Verschlimmerung des 

unfallunabhängigen Vorschadens der Diskushernie L5/S1 geführt. Bis zu sechs Monate 

nach dem Unfall seien die Beschwerden noch als unfallkausal zu beurteilen, der Status 

quo ante/sine sei noch nicht erreicht. Zur Besserung habe sich eine gezielte 

A.e. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Physiotherapie mit aktiver, wirbelsäulenstabilisierender Therapie, Rückenschule und 

Instruktion zur Selbsthilfe bewährt (Suva-act. 43).

Am 12. September 2018 stellte Dr. med. J.___, Fachärztin für Allgemeinmedizin in 

der E.___, dem Versicherten eine zweite Verordnung für Physiotherapie aus. Als 

Diagnose gab sie ins rechte Bein ausstrahlende Lendenschmerzen bei 

Bandscheibenvorfall an (Suva-act. 52). In einem ärztlichen Zwischenbericht vom 

10. Oktober 2018 diagnostizierte Dr. J.___ einen Status nach Distorsion der 

Halswirbelsäule (nachfolgend: HWS) sowie eine Osteochondrose L5/S1 mit vermutet 

unfallinduziertem Bandscheibenvorfall mit Nervenwurzelirritation S1 links. Weiter 

beschrieb sie, dass die Nackenbeschwerden regredient und die Lumbalgien teilweise 

regredient seien. Die Behandlung bestehe in Analgesie, Schonung und Physiotherapie. 

Seit dem 15. September 2018 arbeite der Versicherte mit 50%igem Pensum (Suva-act. 

50; vgl. auch Suva-act. 56).

A.f. 

Am 15. Oktober 2018 berichtete med. pract. K.___, Facharzt für Allgemeine Innere 

Medizin, beim Versicherten persistiere seit dem Autounfall vom 14. Juni 2018 ein 

lumboradikuläres Schmerzsyndrom mit zumeist belastungs- und 

bewegungsabhängigen Rückenschmerzen und Ausstrahlung v.a. in das rechte Bein; 

korrelierend dazu liege ein bildmorphologischer Nachweis einer Nervenwurzelaffektion 

L3 rechts und ein Bandscheibenvorfall L3/L4 vor. Anamnestisch seien die 

Beschwerden mit Ausstrahlung vor allem in das rechte Bein bereits am Abend nach 

dem Unfallereignis aufgetreten. Der Versicherte habe angegeben, bislang nie an 

derartigen Beschwerden gelitten zu haben. Dazumal habe der Versicherte sich wegen 

eines anamnestisch symptomatischen Fersensporns rechts zu 100 % im Krankenstand 

befunden und habe sich, nachdem sich zwar die Fussbeschwerden gebessert, die 

Schmerzen im Rücken und im rechten Bein jedoch persistiert hätten, bei seiner 

Hausärztin vorgestellt (Suva-act. 95-2 f.). In einem ärztlichen Zwischenbericht vom 30. 

November 2018 diagnostizierte med. pract. K.___ ein lumboradikuläres 

Schmerzsyndrom mit der Differentialdiagnose posttraumatische Nervenwurzelaffektion 

L3 rechts. Der Versicherte leide immer noch intermittierend unter einer 

Schmerzausstrahlung ins rechte Bein. Seit dem 13. Oktober 2018 arbeite er [der 

Versicherte] zu 100 %. Er beanspruche weiterhin Physiotherapie und nehme bei Bedarf 

A.g. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Analgesie (Suva-act. 55-3; für den nächsten ärztlichen Zwischenbericht vom 15. März 

2019 vgl. Suva-act. 61).

Am 25. April 2019 berichtete die den Versicherten behandelnde Physiotherapeutin 

von der Physiotherapie L.___ nach längerem Stehen würden beim Versicherten 

Schmerzen in der lumbalen Region und im Gesäss auftreten. Seit Therapiebeginn sei 

ein Fortschritt zu verzeichnen, die Schmerzen würden zurückgehen. Der Versicherte 

mache gut mit, sei motiviert, die Probleme anzugehen, und absolviere sein 

Heimprogramm (Suva-act. 64).

A.h. 

Kreisarzt med. pract. I.___ nahm am 26. April 2019 eine neuerliche 

Aktenbeurteilung vor. Er stellte fest, dass vom Status quo sine auszugehen sei, da seit 

dem 15. Oktober 2018 eine dauerhafte volle Arbeitsfähigkeit ausgewiesen sei. Damit 

könne die unfallkausale Behandlung abgeschlossen werden (Suva-act. 65).

A.i. 

Gestützt auf diese Beurteilung von med. pract. I.___ teilte die Suva dem 

Versicherten am 29./30. April 2019 mit, dass sie den Fall per 12. Mai 2019 abschliessen 

werde. Die bisherigen Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) würden auf 

diesen Zeitpunkt eingestellt (Suva-act. 66 ff. und 70 ff.). 

A.j. 

Am 30. August 2019 informierte der Rechtsvertreter des Versicherten, 

Rechtsanwalt Dr. iur. R. Pedergnana, St. Gallen, die Suva darüber, dass der 

Versicherte wieder 100 % arbeitsunfähig sei wegen des Unfalls. Er bitte deshalb 

darum, die Leistungseinstellung zurückzunehmen oder eine Verfügung zu erlassen 

(Suva-act. 78). Für die neuerliche Arbeitsunfähigkeit ab 28. Juni 2019 richtete die 

Visana als zuständige Krankentaggeldversicherung Taggelder aus (vgl. Fremdakten der 

IV [nachfolgend: fremd-act.] 87-1).

A.k. 

Am 27. September 2019 wurde im F.___ Center ein weiteres MRT der LWS des 

Versicherten erstellt. Der zuständige Radiologe beurteilte die Befundkonstellation als im 

Wesentlichen unverändert im Vergleich zum MRT vom 15. August 2018. Es liege eine 

foraminale Irritation der Nervenwurzel L5 beidseits sowie L3 rechts vor (Suva-act. 92).

A.l. 

Im Oktober 2019 meldete der Versicherte sich bei der Eidgenössischen 

Invalidenversicherung (IV) für berufliche Massnahmen und Rentenleistungen an (IV-act. 

A.m. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

1). Dabei erklärte er unter anderem, dass er noch bis zum 30. November 2019 bei der 

Arbeitgeberin angestellt sei (IV-act. 1-6; vgl. auch IV-act. 13-2). Und auch, dass sich 

sein Arzt nicht sicher sei, ob der Bandscheibenvorfall vom Unfall komme oder 

krankheitsbedingt sei (IV-act. 1-7).

Am 26. November 2019 wurde der Versicherte in der Klinik für Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats des KSSG (nachfolgend: Klinik) 

untersucht. Die zuständigen Ärzte diagnostizierten ein chronisches 

lumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechts nach Autounfall vom Juni 2018 (DD: 

radikuläres Schmerzsyndrom L5 rechts) und stellten eine diagnostisch-therapeutische 

Infiltration der Facettengelenke L5/S1 beidseits sowie PRT (periradikuläre Infiltration) L5 

rechts in Aussicht. Bei Beschwerdepersistenz trotz dieser Infiltrationen sei eine 

multimodale Schmerztherapie anzudenken. Bezüglich geklagter Fussschmerzen links 

wurde der Besuch in der Fusssprechstunde empfohlen (Suva-act. 95-4 f.). Die 

beidseitige Infiltration fand am 17. Januar 2020 statt (Suva-act. 89-3 f.).

A.n. 

Am 21. Februar 2020 berichteten die zuständigen Ärzte der Klinik über eine 

Untersuchung vom 18. Februar 2020 und hielten fest, der Versicherte habe nur eine 

geringgradige Besserung der Schmerzsymptomatik durch die Infiltrationen erfahren. 

Ursprünglich hätten sich die Schmerzen lumbal mit Ausstrahlung in den rechten dorso-

lateralen Oberschenkel befunden, mittlerweile seien diese in den linken dorsalen 

Oberschenkel gewandert. Klinisch stehe weiterhin der lumbale Rückenschmerz bei 

Degeneration des Segmentes L5/S1 im Vordergrund. Weil durch die Infiltrationen nur 

ein wenig zufriedenstellendes Ergebnis habe erzielt werden können, seien sie 

hinsichtlich eines operativen Vorgehens im Sinne einer TLIF (Operationstechnik, bei der 

die Wirbelsäule versteift wird, vgl. https://www.leading-medicine-guide.de/behandlung/

tlif-verfahren-wirbelsaeulenversteifung) L5/S1 sehr zurückhaltend. Bevor an ein solches 

gedacht werde, sollte eine vollständige Ausschöpfung der konservativen 

Therapiemassnahmen erfolgen. Da physiotherapeutische Massnahmen wenig Erfolg 

gebracht hätten, werde dem Versicherten zu einer chiropraktischen Beübung geraten. 

Zusätzlich werde um hausärztlichen Ausbau der oralen Analgesie gebeten. Seitens der 

Klinik seien vorerst keine weiteren Kontrollen vorgesehen (Suva-act. 95-6 f.). In einer E-

Mail vom 9. März 2020 erklärte die Klinik gegenüber der IV-Stelle, dass keine 

Konsultation in der Fusssprechstunde stattgefunden habe (vgl. IV-act. 38-1).

A.o. 

https://publikationen.sg.ch/%20https:/www.leading-medicine-guide.de/arztsuche?q=TLIF)

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Am 11. März 2020 fand im Auftrag der Visana eine Untersuchung des Versicherten 

durch Dr. med. M.___, Spezialarzt Orthopädie FMH, statt (vgl. fremd-act. 96). In seiner 

gleichentags verfassten Beurteilung nannte Dr. M.___ als Diagnosen mit Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit eine Lumbofemoralgie beidseits bei Diskushernie L3/4 mit 

Tangierung der Nervenwurzel L3 rechts, eine Osteochondrose und eine 

Diskusprotrusion L5/S1 mit Irritation der Nervenwurzel L5 beidseits (fremd-act. 96-3). 

Sodann kam er zum Schluss, dass in der angestammten Tätigkeit eine 60%ige 

Arbeitsunfähigkeit bestehe. Eine optimal leidensangepasste Tätigkeit könne dem 

Versicherten ab dem Tag der Begutachtung bei voller Stundenpräsenz zu 100 % 

zugemutet werden (fremd-act. 96-4).

A.p. 

Med. pract. K.___, nunmehr für die E.___ tätig, erklärte am 27. April 2020, der 

Eingliederung des Versicherten in eine beschwerdeadaptierte Arbeit stehe nichts 

entgegen (IV-act. 46-6). Mit ärztlichem Verlaufsbericht vom 20. Mai 2020 erläuterte er 

sodann, beim Versicherten sei es zur Ausbildung eines chronischen 

lumbospondylogenen Schmerzsyndroms mit anhaltender schmerzbedingter, ab dem 1. 

April 2020 attestierter Teilarbeitsunfähigkeit gekommen. Fakt sei, dass der Autounfall 

vom 14. Juni 2018 zweifellos und unabhängig von einer vorbestehenden und 

bildmorphologisch erstmalig nachgewiesenen degenerativen Erkrankung der LWS eine 

teilweise Ursache der bestehenden Gesundheitsproblematik im Rücken sei. Falls 

klinisch überhaupt ein Vorzustand mit Rückenbeschwerden vorhanden gewesen sei - 

was in den letzten zwölf Jahren nicht der Fall gewesen sei - so habe der schwere 

Autounfall doch den Katalysator gebildet, um eine richtungsgebende Verschlimmerung 

mit bis dato anhaltenden Beschwerden hervorzurufen (Suva-act. 85-4 f.). 

A.q. 

Mit Mitteilung vom 15. Juni 2020 sprach die IV-Stelle dem Versicherten 

Arbeitsvermittlung in Koordination mit dem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum 

(RAV) zu (IV-act. 58; für den Eingliederungsplan Arbeitsvermittlung vgl. IV-act. 55 und 

für das Assessment- und Verlaufsprotokoll IV-act. 62).

A.r. 

Am 26. November 2020 berichtete die den Versicherten seit 13. Mai 2020 

behandelnde Chiropraktorin von der N.___ GmbH der Versicherte beklage, seit dem 

Unfall vom Sommer 2018 an lumbal rechtsbetontem Schmerz mit Ausstrahlung zum 

lateralen Oberschenkel rechts zu leiden. Die Beschwerden seien im Januar 2020 ohne 

A.s. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erkennbaren Auslöser exazerbiert und würden inzwischen auch links lumbal mit 

Ausstrahlung zum lateralen Oberschenkel wahrgenommen (Suva-act. 90-1). Aufgrund 

der klinischen sowie radiologischen Untersuchungsbefunde sehe sie die breitbasige 

Diskushernie L5/S1 mit Kompression L5 beidseits als hauptursächlich für die 

Beschwerden des Versicherten. Sie sehe eine grundsätzliche Tendenz zur Besserung 

sowie eine Verbesserung der "Range of Motion", der Behandlungsfortschritt gestalte 

sich jedoch aufgrund fehlender Compliance des Versicherten sehr schleppend. Sie 

könnte sich einen Erfolg mittels manueller Therapie vorstellen, regelmässigere sowie 

zuverlässigere Konsultationen wären dafür aber grundlegend. Eine weitere Möglichkeit 

wäre ein TLIF L5/S1 wie von der Klinik vorgeschlagen. Der Leidensdruck des 

Versicherten sei jedoch auch laut eigener Aussage nicht ausreichend (Suva-act. 90-2).

Am 16. Dezember 2020 legte die Suva den Schadenfall ihrem Kreisarzt Dr. med. 

O.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, vor, der gleichentags in einer 

Kurzbeurteilung notierte, dass der Versicherte als Folge des Unfallereignisses vom 14. 

Juni 2018 eine Prellung der linken Gesichtshälfte erlitten habe. Eine Beteiligung der 

Wirbelsäule und insbesondere neurologische Ausfallerscheinungen hätten per 

Erstbehandlungsbefund im Notfallzentrum des KSSG ausgeschlossen werden können. 

Es sei an diesem Tag eine Verletzung der LWS dezidiert ausgeschlossen, die 

paravertebrale Muskulatur und die Dornfortsätze seien als nicht auffällig oder 

druckdolent und ohne äussere Verletzungszeichen beschrieben worden. Die zwei 

Monate später gemeldeten Beschwerden der LWS stünden ausschliesslich mit der 

verschleissbedingten Erkrankung der LWS in Zusammenhang und hätten mit dem 

Unfallereignis nichts zu tun, da noch nicht einmal ein zeitlicher Zusammenhang 

bestehe und eine Brückensymptomatik bei negativem Anfangsbefund nicht durch 

ärztliche Befunde dokumentiert sei. Med. pract. I.___ habe eine vorübergehende 

Aktivierung eines unfallabhängigen Vorzustandes anerkannt, weil im 

Physiotherapierezept vom 21. Juni 2018 von einer ISG-Blockade die Rede sei. Die 

zeitliche Aktivierung für einen Zeitraum von sechs Monaten sei insbesondere unter 

Berücksichtigung der Erstbehandlungsbefunde als maximaler Zeitraum anzusehen. Die 

lumbalen Bandscheibenvorfälle seien sicher nicht unfallbedingt, da weder das 

Unfallereignis von der Gewalteinwirkung her ausgereicht habe noch eine neurologische 

Symptomatik innerhalb von 72 Stunden festgestellt worden sei. Es wäre noch gut, den 

A.t. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.  

Vorzustand des Versicherten beim Hausarzt durch Anforderung der Krankenakte 

abzuklären. Es würde ihn nicht verwundern, wenn bereits eine lange Vorgeschichte 

bezüglich der LWS bestehe (Suva-act. 93-2). Am 17. Dezember 2020 ersuchte die 

Suva die E.___ um Dokumentation des Vorzustandes des Rückens des Versicherten 

(Suva-act. 94).

Nach Eingang diverser ärztlicher Berichte (vgl. Suva-act. 95) legte die Suva den 

Schadenfall am 30. Dezember 2020 erneut Kreisarzt Dr. O.___ vor. Dieser erklärte am 

3. Januar 2021, dass die sich im Bereich der LWS darstellenden Veränderungen im 

Sinne von verschiedenen Bandscheibenvorfällen und Facettenarthrosen nicht unfall-, 

sondern verschleissbedingter Natur seien, gebe sicherlich keine Diskussion. Es gehe 

ausschliesslich um die Frage, für welchen Zeitraum die Beschwerden der LWS in 

Zusammenhang mit dem Unfallereignis vorübergehend aktiviert worden seien. Med. 

pract. I.___ und er hätten basierend auf den Angaben des Reintegrationsleitfadens 

Unfall des SVV, persönlichen medizinischen Erfahrungen und der gängigen 

Rechtsprechung einen Zeitraum von sechs Monaten als ausgewiesen angesehen. Dies 

bestätige er nochmals. Die ab Januar 2019 beklagten Beschwerden stünden mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht in Zusammenhang mit dem Unfallereignis, 

sondern seien ausschliesslich der vorbestehenden Verschleisserkrankung der LWS 

geschuldet (Suva-act. 96).

A.u. 

Gestützt auf diese Beurteilung von Dr. O.___ verneinte die Suva mit Verfügung 

vom 4. Januar 2021 ihre Leistungspflicht für Heilkosten und Taggelder ab dem 12. Mai 

2019 (Suva-act. 97).

A.v. 

Gegen diese Verfügung wandte sich Rechtsanwalt Pedergnana mit Einsprache 

vom 6. Januar 2021 und ersuchte für den Versicherten um Weiterausrichtung des 

Unfalltaggeldes im Rahmen der festgestellten Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 103).

B.a. 

Ebenfalls am 6. Januar 2021 verneinte die IV-Stelle einen weiteren Anspruch des 

Versicherten auf berufliche Massnahmen (IV-act. 65; für den Schlussbericht des IV-

Eingliederungsverantwortlichen vgl. IV-act. 63).

B.b. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.  

Am 1. Februar 2021 ersuchte die Suva Kreisarzt Dr. O.___ um eine ausführliche 

Beurteilung (Suva-act. 105). Diese datiert vom 8. Februar 2021 und lautet dahingehend, 

es sei überwiegend wahrscheinlich davon auszugehen, dass es durch das 

Unfallereignis vom 14. Juni 2018 ausschliesslich zu einer leichten Prellung im 

linksseitigen Gesichtsbereich durch den Seitenairbag und zu einer leichten Distorsion 

der HWS und der LWS durch den linksseitigen Aufprall eines PKW's gekommen sei. 

Bildgebend objektiviert sei es durch das Unfallereignis zu keiner richtungsgebenden 

unfallbedingten strukturellen Verletzung in der entsprechenden Körperregion 

gekommen (Suva-act. 106).

B.c. 

Mit Vorbescheid vom 14. April 2021 verneinte die IV bei einem Invaliditätsgrad von 

0 % einen Rentenanspruch des Versicherten (IV-act. 68).

B.d. 

 Mit Entscheid vom 5. Mai 2021 wies die Suva die Einsprache des Versicherten ab 

(Suva-act. 111).

B.e. 

Mit Verfügung vom 31. Mai 2021 bestätigte die IV ihren rentenablehnenden 

Vorbescheid (IV-act. 112).

B.f. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 5. Mai 2021 richtet sich die Beschwerde 

vom 7. Juni 2021, mit welcher Rechtsanwalt Pedergnana für den Versicherten 

(nachfolgend: Beschwerdeführer) beantragt, es sei der Einspracheentscheid vom 5. 

Mai 2021 aufzuheben, es seien Taggelder bis zum Abschluss der Heilung weiter 

auszurichten, es sei eventualiter ein gerichtliches Gutachten in Auftrag zu geben, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Suva (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin). Es werde davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer 

Anspruch auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung habe (act. G1).

C.a. 

Mit Beschwerdeantwort vom 24. Juni 2021 ersucht die Beschwerdegegnerin um 

Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des Einspracheentscheids vom 5. Mai 

2021 (act. G5).

C.b. 

Am 28. Juni 2021 gewährte die verfahrensleitende Richterin dem 

Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege (act. G6).

C.c. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.

Vorliegend strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre 

Taggeldleistungen für das Unfallereignis vom 14. Juni 2018 zu Recht per 12. Mai 2019 

eingestellt hat bzw. ob spätestens per 29. Juni 2019 keine Unfallrestfolgen mehr 

vorgelegen haben (vgl. nachfolgend E. 3).

2.  

Mit Replik vom 28. Oktober 2021 und Duplik vom 19. November 2021 halten die 

Parteien an den Anträgen gemäss Beschwerde resp. Beschwerdeantwort fest (act. G12 

und G14).

C.d. 

Mit Entscheid vom 25. Februar 2022 wies das Versicherungsgericht eine 

Beschwerde des Versicherten gegen die rentenablehnende Verfügung der IV vom 2. 

Juli 2021 ab (vgl. Verfahren IV 2021/130).

C.e. 

Mit Schreiben vom 10. März 2022 unterrichtete das Gericht die Parteien über den 

Beizug der Akten der IV-Stelle und gewährte ihnen Frist bis zum 30. März 2022 zur 

Einsicht in diese Akten und zur allfälligen Stellungnahme (act. G16). Die Suva nahm 

Einsicht in die Akten und verzichtete am 23. März 2022 auf die Erstattung einer 

Stellungnahme (act. G17 ff.). Der Beschwerdeführer liess am 30. März 2022 vorbringen, 

der Zustand, wie ihn Dr. M.___ beschrieben habe, sei nicht mehr aktuell. Es sei deshalb 

eine aktuelle medizinische Einschätzung einzuholen, welche auch über den Verlauf 

Auskunft gebe. Es werde eine Begutachtung bei der Schulthess-Klinik Zürich beantragt 

(act. G20).

C.f. 

Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 

SR 832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, Nichtberufs­

unfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt. 

Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 

des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; 

SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG).

2.1. 

Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung bildet die 

Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, 

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis 

zusammenhängen (vgl. André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in Marc Hürzeler/Ueli Kieser 

[Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Alexandra Rumo-

Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 

53 ff.). Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher 

Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht regelmässig auf 

Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht 

nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (KOSS UVG-

Nabold, N 53 zu Art. 6; Irene Hofer, N 66 zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne 

Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 

[nachfolgend zitiert: BSK UVG]; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 88). Die Adäquanz 

spielt im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen indessen praktisch 

keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt 

(BGE 134 V 111 f. E. 2).

Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (BGE 

125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 I 183 f. E. 3.2). 

Dieser schliesst eine Beweislast im Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. 

Die Parteien tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der 

Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesenen Sachverhalt 

Rechte ableiten wollte (BGE 129 V 177 E. 3.1, 117 V 360 E. 4a, je mit Hinweisen; Urteile 

des Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2, und 20. August 2009, 

8C_363/2009, E. 1; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 27. 

April 2005, U 6/05; Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des 

Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, § 70 N 58 f.; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4, 

54 f.).

2.3. 

Hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht für einen Gesundheitsschaden 

einmal anerkannt, so entfällt seine Leistungspflicht erst dann, wenn der Unfall nicht 

(mehr) die natürliche oder adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn 

also letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Besteht 

im Bereich eines vom Unfall betroffenen Körperteils ein krankhafter oder degenerativer 

Vorzustand, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn entweder der 

Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo 

ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf 

2.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

eines krankhaften oder degenerativen Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später 

eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (KOSS UVG-Nabold, N 54 zu Art. 6; BSK 

UVG-Hofer, N 71 zu Art. 6; Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juni 2007, U 290/06, E. 

3.3. mit Hinweis). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche 

Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von 

unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen sein (zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 6. August 2008, 

8C_101/2008, E. 2.2 mit Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O, S. 54; KOSS UVG-

Nabold, N 54 zu Art. 6). Da es sich um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, 

liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender 

natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, 

sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen, 1994 

Nr. U 206 S. 328; siehe ebenso BGE 117 V 261 E. 3b). Dieser muss jedoch nicht den 

Beweis für unfallfremde Ursachen erbringen. Ebenso wenig geht es darum, vom 

Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden 

mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteil des 

Bundesgerichts vom 29. April 2008, 8C_465/2007, E. 3.1 mit Hinweisen). Welche 

Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist unerheblich. Entscheidend ist 

allein, ob die unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale 

Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind. Dieser Beweis kann durchaus unter 

Bezugnahme auf statistische Grundlagen und medizinische Erfahrungswerte geführt 

werden (BGE 126 V 189 E. 4c; Urteil des EVG vom 18. September 2002, U 60/02, E. 

2.2). Dies hat insbesondere für den Nachweis des Status quo sine zu gelten, bei dem 

es sich um einen hypothetischen Zustand handelt, der sich häufig nur mit 

Erfahrungswerten bestimmen lässt (Urteil des EVG vom 18. September 2002, U 60/02, 

E. 2.2).

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Bezüglich Beweiswert eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für 

die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

2.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.

Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht für das Unfallereignis vom 14. Juni 

2018 grundsätzlich anerkannt (vgl. Suva-act. 3 ff., 18 f. und 29). Sie stellt sich jedoch 

auf den Standpunkt, dass der Zustand, wie er sich auch ohne den Unfall vom 14. Juni 

2018 eingestellt hätte (Status quo sine), spätestens Ende 2018 erreicht gewesen und 

die Taggeldeinstellung per 12. Mai 2019 folglich zu Recht erfolgt sei (Suva-act. 97 und 

111). Sie stützt sich bei dieser Beurteilung insbesondere auf die Beurteilung von 

Kreisarzt Dr. O.___ vom 8. Februar 2021 (Suva-act. 106). Demgegenüber ist der 

Beschwerdeführer der Ansicht, dass auch die über den 12. Mai 2019 hinaus 

andauernden Beschwerden noch immer unfallkausal seien und dafür ein Taggeld 

geschuldet sei (vgl. act. G1 Rz. 16 f.). Vor dem Hintergrund, dass der 

Beschwerdeführer zum Taggeldeinstellungszeitpunkt seit sechs Monaten mit vollem 

Pensum seiner Arbeit nachging (vgl. Suva-act. 55 und 61), eine Arbeitsunfähigkeit aber 

zwingende Voraussetzung für einen Anspruch auf Taggeldleistungen bildet (vgl. 

vorstehend E. 2.1 und Art. 10 UVG) und erst am 28. Juni 2019 eine neuerliche 

Arbeitsunfähigkeit eintrat (vgl. fremd-act. 87) ist zu prüfen, ob der Wegfall der 

Unfallkausalität per 28. Juni 2019 gestützt auf die medizinische Aktenlage mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen ist.

4.

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

der medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 

3a mit Hinweisen). Hinsichtlich Berichten und Gutachten versicherungsinterner 

Fachpersonen bzw. beratender Ärzte und Ärztinnen von Versicherungen gilt der 

Grundsatz, dass ein Anstellungs- bzw. Vertragsverhältnis dieser Personen zum 

Versicherungsträger alleine nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit 

schliessen lässt (BGE 125 V 353 E. 3b/ee). Erachtet das Sozialversicherungsgericht die 

rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer 

Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne Weiterungen - insbesondere 

ohne Anordnung eines externen Gerichtsgutachtens - abschliessen. In solchen Fällen 

sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch 

nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen 

Feststellungen versicherungsinterner Fachpersonen bzw. beratender Ärzte und 

Ärztinnen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 mit 

Hinweis; bestätigt in Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, 

E. 5.3; BGE 122 V 162 f. E. 1d).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Insoweit der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers von einer Voreingenommenheit 

von Kreisarzt Dr. O.___ ausgeht (act. G1 Rz. 16), sei bereits an dieser Stelle darauf 

hingewiesen, dass - wie vorstehend in E. 2.5 ausgeführt - der Grundsatz gilt, dass Dr. 

O.___s Anstellungsverhältnis zur Beschwerdegegnerin allein nicht schon auf seine 

Befangenheit schliessen lässt. Für eine Voreingenommenheit oder Befangenheit 

müssten sich aus dessen ärztlicher Beurteilung objektive Anhaltspunkte ergeben. 

Soweit Rechtsanwalt Pedergnana die Voreingenommenheit darin bestätigt sieht, dass 

Dr. O.___ in seiner ersten Beurteilung vom 16. Dezember 2020 (Suva-act. 93) von 

fehlenden ärztlichen Befunden für eine Brückensymptomatik ausging, so ist 

anzumerken, dass Dr. O.___ hieran in seiner ausführlichen Beurteilung vom 8. Februar 

2021 angesichts der Ausführungen von med. pract. K.___ vom 15. Oktober 2018 

(Suva-act. 95-2) nicht festgehalten hat (Suva-act. 106-5 oben) und diese ursprüngliche 

Annahme folglich keinen entscheidenden Einfluss auf seine Beurteilung gehabt hat. 

Insgesamt sind keine objektiven Anhaltspunkte für eine Voreingenommenheit von Dr. 

O.___ ersichtlich und vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers wird nicht dargetan, 

inwiefern die Beurteilungen von Dr. O.___ nicht neutral und sachlich gewesen sein 

sollten. Folglich besteht keine Grundlage dafür, von einer Befangenheit des Kreisarztes 

auszugehen, und es hat eine materielle Beurteilung seiner Einschätzung zu erfolgen 

(vgl. nachfolgend E. 7).

5.

Angesichts der in der Physiotherapieverordnung vom 21. Juni 2018 von Dr. med. P.___, 

Fachärztin für Innere Medizin, E.___, erwähnten Diagnose eines kraniozervikalen 

Beschleunigungstraumas (Suva-act. 33) ist vorab zu prüfen, ob der Beschwerdeführer 

beim Unfall vom 14. Juni 2018 ein Schleudertrauma oder eine schleudertraumaähnliche 

Verletzung erlitten hat (vgl. dazu Urteil des EVG vom 17. August 2004, U 243/03; BGE 

117 V 369 E. 7b; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2; RKUV 2000 Nr. U 395 S. 316 E. 3). Ist 

ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung diagnostiziert und liegt ein für 

diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie 

diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, 

Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, 

Wesensveränderung usw. vor, so ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen 

dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in der Regel 

anzunehmen (vgl. BGE 134 V 116 f. E. 6.2, 119 V 337 f. E. 1, 117 V 360 f. E. 4b). Dieses 

Beschwerdebild muss nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis 

höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten. Es genügt, wenn sich in diesem 

Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS und bei einem 

Schädelhirntrauma zusätzlich Kopfschmerzen manifestieren (Urteile des 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Bundesgerichts vom 5. Januar 2009, 8C_413/2008, E. 5.2 mit zahlreichen Hinweisen, 

und 15. März 2007, U 258/06, E. 4.3; RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 E. 5e). Der im 

Polizeirapport vom 24. Juni 2018 beschriebene Unfallmechanismus (vgl. Suva-act. 17) 

könnte theoretisch zu einem Schleudertrauma oder zu einer schleudertraumaähnlichen 

Verletzung geführt haben. Dafür typische Beschwerden wurden vom Beschwerdeführer 

jedoch nie geklagt, zumindest sind in keinem Arztbericht solche erwähnt (vgl. 

vorstehenden Sachverhalt). Insbesondere auch dem Bericht der ZNA vom 14. Juni 

2018 sind weder solche Diagnosen noch entsprechende Befunde zu entnehmen. Der 

Beschwerdeführer erreichte denn auf der Glasgow-Koma-Skala (GCS) auch 15 Punkte, 

was dem besten Wert entspricht und auf keine auffällige Beeinträchtigung des 

Bewusstseins hindeutet (Suva-act. 37). Die beim Beschwerdeführer durchgeführten 

Behandlungen und die aktenkundigen Untersuchungsergebnisse enthalten keine 

Hinweise, welche ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma oder die einzig in der 

Physiotherapieverordnung vom 21. Juni 2018 erwähnte Diagnose eines 

kraniozervikalen Beschleunigungstraumas fundieren würden. Auch würde eine leichte 

Hirnerschütterung von Vorherein für eine analoge Anwendung der vorstehend 

erwähnten Schleudertrauma-Praxis nicht ausreichen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

vom 14. August 2014, 8C_358/2014, E. 2.4.1, vgl. auch Urteile des EVG vom 6. Mai 

2003, U 6/03, und 13. Juni 2005, U 276/04, E. 2.2.1). Im Leistungseinstellungszeitpunkt 

waren darüber hinaus die Nackenbeschwerden bereits seit längerem nicht mehr 

geklagt worden - bereits im August 2018 wurden diese vom Beschwerdeführer 

gegenüber der Suva nicht mehr erwähnt und im Bericht der E.___ vom 10. Oktober 

2018 wurden sie als regredient beschrieben (Suva-act. 40 und 50). Die 

Diagnosestellung in der Physiotherapieverordnung vom 21. Juni 2018 gründet 

wahrscheinlich insbesondere auf dem vom Beschwerdeführer geschilderten 

Unfallhergang. Mangels entsprechender Klagen ist nach dem Gesagten ein 

Schleudertrauma oder eine schleudertraumaähnliche Verletzung mit dem typischen, 

gehäuften Beschwerdebild nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Das Einholen eines biomechanischen Gutachtens 

(vgl. act. G12 Rz. 16) fällt nach dem Gesagten ohnehin ausser Betracht (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts vom 20. August 2008, 8C_33/2008, E. 7.1, und vom 17. Oktober 2008, 

8C_124/2008, E. 6.3).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

6.

Zu prüfen bleiben die vom Beschwerdeführer über den 28. Juni 2019 hinaus beklagten 

Beschwerden im Bereich der LWS.

Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen werden grundsätzlich eine 

unfallkausale strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als 

objektivierbares Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar 

und von der Person des oder der Untersuchenden und den Angaben des Patienten 

oder der Patientin unabhängig sind. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen 

organisch-strukturellen Unfallfolgen dann gesprochen werden, wenn die erhobenen 

Befunde mit - wissenschaftlich anerkannten - apparativen/bildgebenden Abklärungen 

(wie Röntgen, MRI, CT, Arthroskopie) bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 232 E. 5.1 mit 

Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 2 mit 

Hinweisen).

6.1. 

Ein massgebender Ausgangspunkt für die Beurteilung traumatischer Folgeschäden 

bzw. der Ursächlichkeit einer Gesundheitsschädigung bildet der gesundheitliche 

Zustand einer versicherten Person vor dem Unfall. Ist es durch letzteren zu keinen 

neuen strukturellen Schäden gekommen, trifft er aber auf einen vorgeschädigten 

Körper, kommt eine unfallkausale Gesundheitsschädigung höchstens als 

vorübergehende oder richtungsgebende Verschlimmerung eines Vorzustandes in 

Betracht. Eine richtungsgebende Verschlimmerung liegt nach der Rechtsprechung vor, 

wenn medizinischerseits feststeht, dass weder der Status quo ante noch der Status 

quo sine je wieder erreicht werden können (KOSS UVG-Nabold, N 54 zu Art. 6; BSK 

UVG-Hofer, N 71 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O, S. 54 mit Hinweis; Urteil des 

Bundesgerichts vom 1. April 2015, 8C_484/2014, E. 2.1). Von einer vorübergehenden 

unfallbedingten Verschlimmerung eines Vorzustandes wird dann gesprochen, wenn 

Unfallfolgen bzw. deren Anteil an einer Gesundheitsschädigung im Rahmen des 

posttraumatischen Verlaufs nie konkret beschrieben bzw. radiologisch als strukturelle 

Verletzung der Gelenke oder Knochen sichtbar gemacht werden können. In solchen 

Fällen wird bei einem geeigneten bzw. adäquaten Ereignis in einer ersten Phase davon 

ausgegangen, dass dieses eine schädigende Wirkung auf den Körper habe. Die 

aufgetretenen bzw. ausgelösten Beeinträchtigungen werden, obwohl sie 

möglicherweise weiterbestehen, nach einer gewissen Zeit gestützt auf medizinische 

Erfahrung aber nicht mehr dem Unfall angelastet. Die Unfallversicherung übernimmt in 

diesen Fällen nur den durch das Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub, d.h. sie 

hat bis zum Erreichen des Status quo sine oder ante Leistungen für das unmittelbar im 

6.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

7.  

Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen. Als Beispiel 

dafür gelten insbesondere auch Kontusions- und Distorsionsfolgen (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts vom 26. Februar 2013, 8C_423/2012, E. 5.3, 9. Januar 2012, 

8C_601/2011, E. 3.2, und 24. Juni 2008, 8C_326/2008, E. 3.2 und 4; vgl. auch KOSS 

UVG-Nabold, N 57 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 72 zu Art. 6; Rumo-Jungo, a.a.O., S. 

55 f.). Bei Kontusionen und Distorsionen handelt es sich um Weichteilverletzungen, die 

insbesondere anhand klinischer Befunde - wie Hämatome, Schwellungen, 

Schürfungen, Prellmarken, Druckdolenzen, Bewegungseinschränkungen, 

Muskelverhärtungen - objektiviert werden (vgl. dazu Debrunner, Orthopädie, 

Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. 2002, S. 412, 1097; Roche Lexikon, Medizin, 5. Aufl. 

2003, S. 357, 441; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. 2017, S. 420). Die 

Unfallversicherung übernimmt die Leistungen bis zur Heilung der spezifischen 

Kontusions- und/oder Distorsionsfolgen und/oder - wie oben erwähnt - für den durch 

ein Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub.

Als unfallkausaler struktureller Gesundheitsschaden, der für die auch nach dem 28. 

Juni 2019 geklagten und zu einer Arbeitsunfähigkeit führenden Beschwerden 

ursächlich ist, stehen die in den MRT-Untersuchungen vom 15. August 2018 und 27. 

September 2019 zur Darstellung gelangten Bandscheibenhernien mit 

Nervenwurzelkompressionen sowie die Osteochondrose und die Spondylarthrosen 

(hierzu nachfolgend E. 7.3.3) zur Diskussion (vgl. Suva-act. 36 und 92). Angesichts des 

Umstandes, dass zwei Radiologen im Abstand von einem guten Jahr dieselbe 

Befundkonstellation angetroffen und beschrieben haben und diese für die 

behandelnden Ärzte mit den klinischen Befunden vereinbar war (zumindest geht nichts 

Gegenteiliges aus den aktenkundigen Arztberichten und dem Bericht der 

behandelnden Chiropraktikerin in Suva-act. 90 hervor), kann das Gericht die 

Befürchtung des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers hinsichtlich der 

Fehleranfälligkeit von bildgebenden Untersuchungen (act. G1 Rz. 13 bis 15) zumindest 

in Bezug auf den konkreten Fall nicht teilen und es besteht keine Veranlassung, nicht 

von der vorliegenden Befundkonstellation auszugehen. Im Folgenden gilt es zu prüfen, 

ob diese Befunde degenerativ - wie von der Beschwerdegegnerin insbesondere 

gestützt auf die Beurteilung von Kreisarzt Dr. O.___ vom 8. Februar 2021 (Suva-

act. 106) angenommen - oder traumatisch - wie vom Beschwerdeführer befunden (act. 

G1) - bedingt sind (hierzu nachfolgend E. 7.2 und 7.3).

7.1. 

Im Bereich des Unfallversicherungsrechts entspricht es einer medizinischen 

Erfahrungstatsache, dass praktisch alle Diskushernien degenerativ entstehen. Ein 

7.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Unfall im Rechtssinne (Art. 4 ATSG) kann nur ausnahmsweise als eigentliche Ursache 

in Betracht fallen. Eine gesunde Bandscheibe ist - wie auch Kreisarzt Dr. O.___ in 

seiner Beurteilung vom 8. Februar 2021 (Suva-act. 106) unter Hinweis auf die 

medizinische Literatur darlegt - derart widerstandsfähig, dass unter Gewalteinwirkung 

eher die Wirbelknochen brechen, als dass die Bandscheibe verletzt würde. Im 

medizinischen Versuch konnte die isolierte Verletzung einer Bandscheibe durch einen 

Unfall lediglich bei rein axialer Belastung der Wirbelsäule, nicht aber bei Rotations-, 

Hyperextensions- oder Hyperflexionsbewegungen herbeigeführt werden (Urteil des 

EVG vom 3. Oktober 2005, U 163/05, E. 3.1, mit Hinweis auf Günter G. Mollowitz 

[Hrsg.], Der Unfallmann, 1993, S. 164 ff.; vgl. auch Debrunner, a.a.O., S. 878 ff.; 

Pschyrembel, a.a.O., S. 210; Roche Lexikon, a.a.O., S 182; Leitlinie der Orthopädie, 

Hrsg. von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und 

dem Berufsverband der Ärzte für Orthopädie, 2. erweiterte Aufl. 2002, S. 5). 

Voraussetzung für die Annahme einer traumatischen Diskushernie ist somit, dass der 

Unfall hinsichtlich seines Mechanismus geeignet war, eine Schädigung der 

Bandscheibe herbeizuführen, und insbesondere auch von besonderer Schwere war. 

Die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) müssen zudem 

unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit auftreten (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 

193, E. 2a mit Hinweisen; Urteil des EVG vom 3. Oktober 2005, U 163/05, E. 3; Rumo-

Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55 f.). Das Gleiche gilt grundsätzlich für eine richtungsgebende 

Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes, wenn und soweit also durch den 

Unfall eine Diskushernie früher bzw. beschleunigt zur Entwicklung gebracht wurde. 

Eine solche ist ausserdem grundsätzlich nur dann bewiesen, wenn die Radioskopie ein 

plötzliches Zusammensinken der Wirbel nach einem Trauma aufzeigt. Eine allfällige 

richtungsgebende Verschlimmerung muss radiologisch ausgewiesen sein und sich von 

der altersüblichen Progression abheben (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 f. E. 3a mit 

Hinweisen; Urteil des EVG vom 25. November 2004, U 107/04, E.4.1; Rumo-Jungo/

Holzer, a.a.O., S. 55 f.).

Im vorliegenden Fall können die in E. 7.2 dargelegten Voraussetzungen für eine 

unfallbedingte Diskushernie bzw. richtungsgebende Verschlimmerung einer 

vorbestehenden Diskushernie nicht als erfüllt betrachtet werden.

7.3. 

Die zwei seitlichen Kollisionen vom 14. Juni 2018 lassen zunächst nicht den 

vorausgesetzten axialen Unfallmechanismus erkennen. Überhaupt ist eine besonders 

schwere Krafteinwirkung auf die Wirbelsäule, die geeignet gewesen wäre, eine 

Diskushernie zu verursachen, im vorliegenden Fall nicht nachvollziehbar. Die LWS des 

Beschwerdeführers war durch den Autositz gut gestützt und das Hochrutschen des 

7.3.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Körpers an der Rückenlehne wird grundsätzlich durch den Dreipunktgurt gebremst. 

Eine Verletzung wäre höchstens bei einem Bruch der Rückenlehne, also bei einem sehr 

massiven Auffahrunfall, denkbar gewesen (vgl. dazu Hans U. Debrunner/Erich W. 

Ramseier, Die Begutachtung von Rückenschäden in der schweizerischen sozialen 

Unfallversicherung, 1990, S. 54). In der von Kreisarzt Dr. O.___ angeführten 

medizinischen Literatur wird ausserdem einleuchtend festgehalten, dass eine 

traumatische Schädigung der Bandscheibe komplexe Verletzungsmuster hinterlasse 

und vor dem Auftreten eines traumatisch bedingten Bandscheibenvorfalls Frakturen 

der Wirbelkörper zu erkennen seien (Suva-act. 106-6 f.). Dr. O.___ ergänzt ausserdem, 

es erscheine nicht vorstellbar, dass eine Gewalteinwirkung zu einer isolierten 

Verletzung einer Bandscheibe oder Instabilität eines Bandscheibensegments führen 

könne, ohne "Kollateralschäden" zu hinterlassen. Unfallbedingte Bandscheibenvorfälle 

oder instabile Bandscheibensegmente müssten in den kernspintomographischen 

Dokumenten immer Zeichen einer frischen Verletzung, wie eine Blutergussbildung 

infolge von Gewebezerreissungen oder Flüssigkeitskollektionen im Bandhalteapparat 

und in der angrenzenden Muskulatur des betroffenen Bandscheibensegments, 

aufweisen. Residuen derartiger Veränderungen der umgebenden Haltestrukturen seien 

- wie Dr. O.___ festhält - auf den bildgebenden Dokumenten der Kernspintomographie 

der LWS vom August 2018 nicht zu erkennen (Suva-act. 106-7).

Die Voraussetzung einer unmittelbar auftretenden Arbeitsunfähigkeit ist sodann 

allenfalls erfüllt. Der Beschwerdeführer wurde zwar nicht unmittelbar im Anschluss an 

den Unfall arbeitsunfähig geschrieben, da er jedoch zum Unfallzeitpunkt bereits 

krankheitsbedingt arbeitsunfähig geschrieben war, ist dies nicht aussagekräftig. 

Vielmehr ist aufgrund der am 21. Juni 2018 durch die E.___ rückwirkend ab dem 

Unfalltag bescheinigten "unfallbedingten" Arbeitsunfähigkeit davon auszugehen, dass 

die Ärzte des Beschwerdeführers von einer unmittelbar aufgetretenen 

Arbeitsunfähigkeit ausgingen (vgl. Sachverhalt A.a). Nicht erfüllt ist hingegen die 

Voraussetzung einer unverzüglich nach dem Unfall aufgetretenen 

Diskusherniensymptomatik. Die Beschwerden des Beschwerdeführers haben sich im 

direkten Anschluss an den Unfall auf Schmerzen der linken Gesichtshälfte beschränkt. 

Die behandelnden Ärzte diagnostizierten im Notfallbericht vom 14. Juni 2018 aufgrund 

der erhobenen Befunde ausschliesslich eine leichte Prellung Gesicht links und 

verzichteten auf eine bildgebende Diagnostik der Wirbelsäule (Suva-act. 37-1). Laut 

den von med. pract. K.___ wiedergegebenen Angaben des Beschwerdeführers traten 

später an diesem Tag die Beschwerden in der LWS mit Ausstrahlung vor allem in das 

rechte Bein auf (Suva-act. 95-2). Eine Diagnose oder Befunde mit Hinweis auf die 

7.3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

spezifischen Symptome einer Diskushernie bzw. auf neurologische 

Ausfallerscheinungen im Rahmen eines radikulären Syndroms wurden jedoch initial am 

Unfalltag nicht gestellt bzw. erhoben. Kreisarzt Dr. O.___ hielt in Übereinstimmung mit 

den medizinischen Akten in seiner Beurteilung vom 8. Februar 2021 fest, dass weder 

im Erstbehandlungsbericht noch in verschiedenen Arztberichten der Folgezeit sich 

eindeutige Hinweise für neurologische Ausfallerscheinungen im Sinne von 

Sensibilitätsstörungen oder motorischen Schwächen im Bereich der oberen oder 

unteren Extremitäten fänden (Suva-act. 106-5). Auch die von Dr. P.___ in der 

Physiotherapieverordnung vom 21. Juni 2018 erwähnte Diagnose einer ISG-Blockade 

rechts (Suva-act. 33), welche im Übrigen aus keinem anderen ärztlichen Bericht 

hervorgeht, vermag keine unverzügliche radikuläre Beschwerdesymptomatik 

nachzuweisen, zumal sie einerseits nicht im direkten Anschluss an den Unfall erhoben 

wurde und andererseits nicht durch entsprechende Befunde begründet wurde.

Hinzuweisen ist schliesslich auf die Gesamtsituation der LWS des 

Beschwerdeführers. Laut den Untersuchungsberichten über die MRI-Untersuchungen 

vom 15. August 2018 und 27. September 2019 fanden die Radiologen multisegmentale 

Veränderungen der Bandscheiben und der Facettengelenke (Suva-act. 36 und 92). 

Dieses Untersuchungsergebnis zeigt das Bild von gleichartigen Degenerationen in 

verschiedenen Wirbelsäulensegmenten und damit auch von einer umfassenden 

degenerativen Situation. Die Herauslösung eines Bandscheibenvorfalls als 

unabhängigen, traumatischen Gesundheitsschaden würde ohne konkreten Grund kein 

nachvollziehbares Ergebnis darstellen. Eine Facettengelenks- bzw. Spondylarthrose 

(vgl. vorstehend E. 7.1) kann definitionsgemäss keine primäre Unfallverletzung, sondern 

einzig eine degenerative Erkrankung sein. Sie kann zwar als unfallkausaler 

Gesundheitsschaden sekundär, d.h. als Spätfolge einer primären Verletzung auftreten, 

entsteht aber in der Regel im Rahmen des normalen Alterungsprozesses oder durch 

Überbeanspruchung (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 579 ff., 700 f. und 735; 

Pschyrembel, a.a.O., S. 152 f.; Roche Lexikon, a.a.O., S. 134 f.). Der Umstand, dass 

der Beschwerdeführer im Bereich der LWS in verschiedenen Segmenten 

Gesundheitsschäden aufweist, stützt wie gesagt das Bild einer umfassenden 

degenerativen und nicht traumatisch bedingten Situation. Hinzu kommt, dass die 

Facettengelenks- bzw. Spondylarthrosen am 15. August 2018, und damit bereits zwei 

Monate nach dem Unfall, festgestellt wurden, womit insbesondere auch der zeitliche 

Aspekt gegen traumatische Verletzungsfolgen spricht.

7.3.3. 

Der Umstand, dass der Beschwerdeführer vor dem Unfall hinsichtlich seiner LWS 

beschwerdefrei gewesen sei, beruht auf dem für den Nachweis einer unfallkausalen 

7.3.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Schädigung nicht massgebenden Grundsatz "post hoc ergo propter hoc". Die rein 

zeitliche Abfolge beinhaltet keine Aussage zur Kausalität, denn der zeitliche Aspekt 

besitzt keine wissenschaftlich genügende Erklärungskraft. Andernfalls würde man sich 

mit dem blossen Anschein des Beweises bzw. mit der blossen Möglichkeit begnügen 

und davon ausgehen, dass eine gesundheitliche Schädigung schon dann durch den 

Unfall verursacht sei, wenn sie nach diesem auftrat (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. 

Aufl. 2020, N 69 zu Art. 4 ATSG; Alfred Maurer, Schweizerisches 

Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. 1989, S. 460 N 1205; SVR 2009 UV Nr. 13 

[8C_590/2007], S. 52 E. 7.2.4 mit weiteren Hinweisen; BGE 119 V 340 E. 2b/bb). Eine 

Beschwerdefreiheit vor dem Unfallereignis schliesst eine Vorerkrankung nicht aus, da 

eine auf die Wirbelsäule wirkende Kraft ohne Weiteres auch eine bisher stumme, 

vorbestehende Wirbelsäulenerkrankung symptomatisch machen kann, wobei es sich 

aber meistens nur um eine vorübergehende Verschlimmerung handelt (Debrunner/

Ramseier, a.a.O., S. 5). Lediglich am Rande sei angemerkt, dass der Beschwerdeführer 

sich mit 45 Jahren (zum Unfallzeitpunkt) in der am meisten von degenerativen 

Diskushernien betroffenen Altersgruppe befand (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 880).

In Abweichung von Dr. O.___s Einschätzung stellte med. pract. K.___ in seinem 

Bericht vom 15. Oktober 2018 anhand der Anamnese, der klinischen Untersuchung 

und der ihm vorliegenden Unterlagen fest, dass es durch das Unfallereignis vom 14. 

Juni 2018 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einer Nervenwurzelreizung L3 

rechts gekommen sei, wobei unklar bleibe und völlig irrelevant erscheine, ob der 

Bandscheibenvorfall L3/L4 im Sinne einer degenerativen Veränderung vorbestehend 

gewesen oder durch den Unfall hervorgerufen worden sei. Schlussendlich bestehe ein 

klarer zeitlicher Zusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den erstmalig in 

dieser Form neu aufgetretenen Beschwerden (Suva-act. 95-2). Und am 20. Mai 2020 

betonte med. pract. K.___, dass der Autounfall vom 14. Juni 2018 eine teilweise 

Ursache der aktuell bestehenden Gesundheitsproblematik im Rücken sei. Falls klinisch 

überhaupt ein Vorzustand mit Rückenbeschwerden vorhanden gewesen sei - was in 

den letzten zwölf Jahren nicht der Fall gewesen sei - so sei der schwere Autounfall 

doch der Katalysator gewesen, um eine richtungsgebende Verschlimmerung mit aktuell 

anhaltenden Beschwerden hervorzurufen (Suva-act. 85-5). Die Begründung von med. 

pract. K.___ fusst jedoch auf dem vorstehend in E. 7.3.4 erläuterten Grundsatz "post 

hoc ergo propter hoc". Ausserdem werden Nervenwurzelkompressionen in der Regel 

durch Bandscheibenhernien im Rahmen der fortschreitenden 

Bandscheibendegenerationen verursacht (vgl. Debrunner, a.a.O., S. 879). Darin, dass 

der Unfall einen "Katalysator" für die Beschwerden bildete, stimmt Kreisarzt Dr. O.___ 

7.3.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

sodann mit med. pract. K.___ überein, indem er davon ausgeht, dass es durch den 

Unfall zu einer Aktivierung (eines unfallunabhängig vorbestehenden 

Verschleisszustandes) gekommen sei (Suva-act. 106-8 oben). Unfallfolgen werden von 

der Beschwerdegegnerin gestützt auf diese Einschätzung Dr. O.___s denn auch 

unbestrittenermassen anerkannt, jedoch eben zutreffenderweise nur im Rahmen einer 

vorübergehenden Verschlimmerung (vgl. dazu nachfolgende E. 8). Insgesamt vermag 

die Einschätzung von med. pract. K.___ keine auch nur leichten Zweifel an Dr. O.___s 

Beurteilung zu erwecken.

Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, dass ein multidisziplinäres 

Schmerzgutachten vonnöten wäre, welches auch die Psychiatrie mitumfasse, weil 

psychiatrische Befunde Einfluss auf Schmerzen hätten (act. G1 Rz 18). Gegen einen 

psychiatrischen Abklärungsbedarf spricht, dass der Beschwerdeführer - jedenfalls bis 

zum für die gerichtliche Beurteilung massgebenden Zeitpunkt des 

Einspracheentscheids (siehe hierzu das Urteil des Bundesgerichts vom 19. Mai 2011, 

8C_1011/2010, E. 4) - keiner fachpsychiatrischen Behandlung bedurfte. Es sind den 

medizinischen Akten keinerlei Hinweise auf psychiatrische Befunde zu entnehmen. Die 

von den Orthopäden des KSSG anlässlich der Untersuchung vom 26. November 2019 

angedachte multimodale Schmerztherapie (vgl. Suva-act. 95-5 unter Procedere) ist 

aktenkundig nicht in Anspruch genommen worden. Ein krankheitswertiges 

psychiatrisches Leiden macht der Beschwerdeführer nicht geltend. Er lässt in der 

Beschwerde anmerken, dass eine Mischung aus Physiotherapie, Eigenanstrengung, 

Fitnesstraining und Ernährungsumstellung dazu geführt habe, dass er die Schmerzen 

besser im Griff habe (act. G1 Rz. 19). Auch aus dieser Aufzählung geht keine 

Hilfestellung aus psychiatrischer Fachrichtung hervor. Vor diesem Hintergrund ist es 

nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin keinen fachpsychiatrischen 

Abklärungsbedarf sah. Auch kann offenbleiben, ob ein allfälliges psychisches Leiden 

überhaupt in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang mit einem bei 

der Suva versicherten Ereignis stehen würde.

7.4. 

Nach dem Gesagten steht gestützt auf die nachvollziehbare und umfassende 

Beurteilung von Dr. O.___ vom 8. Februar 2021 mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer durch den Unfall 

vom 14. Juni 2018 weder eine klar ausgewiesene neue bleibende 

Gesundheitsschädigung noch eine richtungsgebende Verschlimmerung des 

degenerativen Vorzustandes erlitten hat. Vor diesem Hintergrund ist keine 

orthopädische Begutachtung vonnöten (vgl. Vorbringen in act. G20 sowie vorstehend 

E. 2.5).

7.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

8.  

Wie bereits erwähnt (vgl. E. 6.2), kann ein Vorzustand durch einen Unfall ausgelöst 

oder vorübergehend verschlimmert werden. So geht auch Kreisarzt Dr. O.___ in seiner 

Beurteilung vom 8. Februar 2021 davon aus, dass der Beschwerdeführer beim 

Autounfall vom 14. Juni 2018 eine leichte Distorsion der HWS und der LWS erlitten hat 

und es zu einer Aktivierung eines unfallunabhängig vorbestehenden 

Verschleisszustandes in diesen Bereichen gekommen sei (Suva-act. 106-8). 

Nachfolgend ist mithin zu prüfen, ob der durch den Unfall vom 14. Juni 2018 

ausgelöste Beschwerdeschub im Sinne einer vorübergehenden Aktivierung am 28. Juni 

2019 weiter andauerte oder ob sich der Status quo sine eingestellt hat und eine 

Leistungspflicht des Unfallversicherers zu verneinen ist.

8.1. 

Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass im Allgemeinen 

Prellungen, Verstauchungen oder Zerrungen der Wirbelsäule ohne strukturelle Läsionen 

in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr, abheilen 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 16. Dezember 2020, 8C_552/2020, E. 3.2, 3. 

September 2020, 8C_319/2020, 8C_346/2020, E. 6.6, und 26. August 2019, 

8C_408/2019, E. 3.3; vgl. dazu auch BSK UVG-Hofer, N 72 zu Art. 6; KOSS UVG-

Nabold, N 57 zu Art. 6). Insofern geht eine vorübergehende Verschlimmerung eines 

Vorzustands im Bereich der Wirbelsäule im Regelfall mit einer stetigen Besserung des 

unfallkausalen Beschwerdeanteils einher. Eine Ausnahme von der Regel ist 

grundsätzlich nicht ausgeschlossen, doch muss sie sich eben als solche präsentieren, 

was es nachfolgend zu prüfen gilt.

8.2. 

Die von Dr. O.___ festgelegte sechsmonatige resp. vom Bundesgericht 

veranschlagte Heilungsdauer von sechs Monaten bis zu einem Jahr überzeugt jedoch 

gerade auch mit Blick auf den vorliegenden zeitlichen Ablauf. Am 21. Juni 2018 stellte 

die Hausarztpraxis dem Beschwerdeführer rückwirkend ab dem Unfalldatum bis zum 1. 

Juli 2018 eine unfallbedingte 100%ige Arbeitsunfähigkeit aus (Suva-act. 8-3) und 

verordnete ihm Physiotherapie für neun Behandlungen (Suva-act. 33). Am 2. Juli 2018 

nahm der Beschwerdeführer mit einem 50%igem Pensum seine körperlich schwere 

Tätigkeit als Produktionsmitarbeiter (vgl. zu seiner Tätigkeit Suva-act. 42-4) wieder auf 

(Suva-act. 8-2). Dieser Arbeitsversuch scheiterte jedoch (vgl. Suva-act. 14 f.) und der 

Beschwerdeführer wurde bis 5. August 2018 erneut 100 % arbeitsunfähig geschrieben 

(Suva-act. 16). Am 6. August 2018 versuchte er erneut, 100 % zu arbeiten, was jedoch 

wieder scheiterte (Suva-act. 30 f.). Dementsprechend wurde ihm ab 9. August 2018 

erneut eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Suva-act. 21). Per 3. September 2018 

arbeitete der Beschwerdeführer zu 75 % (Suva-act. 46-1), am 13. und 14. September 

8.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2018 war er zu 100 % arbeitsunfähig (Suva-act. 48-2) und ab 15. September bis 12. 

Oktober 2018 erneut zu 50 % (Suva-act. 48-3 f.). Die E.___ berichtete am 10. Oktober 

2018, die Behandlung bestehe aus Analgesie, Schonung und Physiotherapie (Suva-act. 

50). Ab dem 15. Oktober 2018 wurde keine Arbeitsunfähigkeit mehr attestiert (vgl. 

Suva-act. 51). Die zweite Verordnung für neun Physiotherapiebehandlungen war am 

12. September 2018 ausgestellt worden (Suva-act. 52). Am 30. November 2018 

erklärte med. pract. K.___, seit 13. Oktober 2018 liege keine Arbeitsunfähigkeit mehr 

vor. Die Behandlung bestehe weiterhin in Physiotherapie und Bedarfsanalgesie (Suva-

act. 55-3). Selbiges referierte er am 15. März 2019 (Suva-act. 61-3 f.). Die den 

Beschwerdeführer behandelnde Physiotherapeutin berichtete am 25. April 2019, nach 

längerem Stehen würden Schmerzen in der lumbalen Region und im Gesäss auftreten. 

Seit Therapiebeginn seien Fortschritte erzielt worden, die Schmerzen würden 

zurückgehen (Suva-act. 64). Ab 28. Juni 2019 war der Beschwerdeführer erneut 

arbeitsunfähig (vgl. fremd-act. 87). Am 26. November 2019 besuchte er die 

orthopädische Sprechstunde in der Klinik, wo bei der Diagnose chronisches 

lumbospondylogenes Schmerzsyndrom eine Infiltration geplant (Suva-act. 95-4 f.) und 

in der Folge am 17. Januar 2020 vorgenommen wurde (Suva-act. 89). Mit ärztlichem 

Verlaufsbericht vom 20. Mai 2020 erklärte med. pract. K.___, der Beschwerdeführer sei 

im November 2018 (wohl: Oktober) hoch motiviert gewesen, wieder zu arbeiten. Leider 

sei es aufgrund der anhaltenden belastungs- und bewegungsabhängigen 

Rückenschmerzen unmöglich gewesen, seine körperlich betonte Arbeit weiterzuführen. 

Im Verlauf sei er entlassen worden. Der Schmerzzustand im Rücken habe seit dem 

Autounfall vom 14. Juni 2018 durch die bislang durchgeführten konservativen 

Therapiemassnahmen nicht wesentlich verbessert werden können. Laut der Klinik 

stehe klinisch die Degeneration im Segment L5/S1 (Osteochondrose, Spondylose und 

Diskushernie mit Kompression L5 beidseits) im Vordergrund (Suva-act. 85-4 f.; für den 

Bericht der Klinik vom 21. Februar 2020 vgl. Suva-act. 95-6 f.).

Aufgrund des Gesagten ist insgesamt ab Oktober 2018 - zumindest in Bezug auf 

die unfallbedingte Aktivierung bei leichter Distorsion - von einer eingetretenen 

Verbesserung auszugehen. Beim Beschwerdeführer hatte wie vorstehend in E. 8.3 

ausgeführt trotz dessen rückenbelastender Berufstätigkeit als Produktionsmitarbeiter 

ab Oktober 2018 bis 29. Juni 2019 keine Arbeitsunfähigkeit mehr bestanden. Auch 

wenn seine primäre Motivation durchaus in der Aufrechterhaltung der Arbeitsstelle 

gelegen haben kann - wie dies sein Rechtsvertreter (vgl. act. G1 Rz. 11) und med. 

pract. K.___ (vgl. Suva-act. 85-4) geltend machen -, war es ihm augenscheinlich trotz 

allfälliger Beschwerden möglich, seiner Arbeit nachzugehen. Der dargelegte 

Sachverhalt deutet auf den typischen degressiven Verlauf hin, wie er in der Regel nach 

8.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 26/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

9.  

einer traumatischen Schmerzverursachung durch eine leichte Distorsion zu erwarten 

ist. Auch fügt er sich in den für Diskushernien charakteristischen Umstand ein, in 

unfallunabhängigen Beschwerdeschüben aufzutreten (vgl. dazu Debrunner/Ramseier, 

a.a.O., S. 55). Gerade, dass es Ende Juni 2019 und dann offenbar wiederum im Januar 

2020 (vgl. Suva-act. 90-1) zu einer Exazerbation gekommen ist, ist für eine 

traumatische Genese untypisch und kann nicht mehr mit dem Unfall vom 14. Juni 2018 

erklärt werden (vgl. dazu Debrunner/Ramseier, a.a.O., S. 55). Insgesamt finden sich 

nach dem Gesagten keine Hinweise, welche auf einen Ausnahmefall mit längerer 

Heilungsdauer hinweisen würden.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass ausgehend von einer leichten 

Distorsionsverletzung im Bereich der LWS sowie angesichts des aktenkundigen 

zeitlichen Ablaufs davon auszugehen ist, dass der Heilungsprozess des durch den 

Unfall vom 14. Juni 2018 aktivierten und infolgedessen Beschwerden verursachenden 

degenerativen Vorzustandes erwartungsgemäss verlaufen ist und sich der 

diesbezügliche Status quo sine spätestens ein Jahr nach dem Unfall und damit im Juni 

2019 eingestellt hat. Das Dahinfallen der Teilkausalität zwischen dem Unfall vom 14. 

Juni 2018 und der ab 29. Juni 2019 wieder attestierten Arbeitsunfähigkeit ist mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan. Eine Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin wegen Arbeitsunfähigkeiten über diesen Zeitpunkt hinaus lässt 

sich nicht begründen. Die Verneinung eines Taggeldanspruchs ab 28. Juni 2019 

erweist sich damit als gerechtfertigt.

8.5. 

Im Sinne der Erwägungen ist der angefochtene Einspracheentscheid nicht zu 

beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

9.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. f  ATSG).9.2. bis

Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis 

Fr. 15'000.--. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint angesichts 

des durchschnittlichen Aufwands eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- 

als angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des 

Anwaltsgesetzes; sGS 963.70). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des 

9.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 27/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Fr. 3'200.-- 

(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer).

Beschwerdeführers pauschal mit Fr. 3'200.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [sGS 951.1]).

9.4. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 02.05.2022
	Art. 6 UVG: Verneinung einer schleudertraumaähnlichen Verletzung mit Langzeitfolgen. Verneinung unfallbedingter Diskushernien mit Nervenwurzelkompression. Unfallbedingte vorübergehende Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes im Bereich der LWS. Bejahung des Dahinfallens jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen bezüglich einer fortdauernden Rückenproblematik bzw. Erreichen des Status quo sine (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. Mai 2022, UV 2021/40).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T01:47:35+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen