# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 63423d7a-e190-55f5-a78d-9d3a89a9ad86
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-04-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 28.04.2004 SF 2004 9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2004-9_2004-04-28.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 28. April 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 04 9 (mündlich eröffnet)

Urteil
Strafkammer

Vorsitz Präsident Brunner
RichterInnen Jegen, Riesen-Bienz, Tomaschett-Murer und Burtscher
Aktuar ad hoc Fasciati

——————

In der Strafsache

S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, An-
klägerin,

gegen

A., Angeklagter, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg, 
Postfach 731, Vazerolgasse 2, 7002 Chur

mit Verfügung des Staatsanwaltes vom 8. März 2004, 

wegen mehrfacher Brandstiftung,

in Anklagezustand versetzt,

hat sich ergeben:

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A. A. wuchs zusammen mit fünf Geschwistern in geordneten Familien-
verhältnissen bei seinen Eltern in B. auf. Dort besuchte er sechs Klassen der Primar- 
und anschliessend in C. zwei Klassen der Realschule. Im Anschluss daran absol-
vierte der Angeklagte bei der Bäckerei D. in E. eine dreijährige Lehre als Bä-
cker/Konditor, die er mit Erfolg abschloss. Anschliessend arbeitete er während eini-
gen Monaten in zwei ihm nicht mehr namentlich bekannten Bäckereien in Davos 
und im Engadin. Danach war A. im Landwirtschaftsbetrieb seiner Eltern in B. tätig. 
Diesen Betrieb führte der Angeklagte seit dem Hinschied der Eltern bis zu der am 
25. September 2003 begonnenen Haft selbständig. Zudem arbeitete er während der 
Wintersaison jeweils als Skiliftangestellter am Skilift in F.. Der Angeklagte versteuert 
ein Jahreseinkommen von Fr. 41'200.--. Sein steuerbares Vermögen beziffert sich 
auf Fr. 144'600.-. 

A. wurde am 25. September 2003 durch die Polizei festgenommen und be-
findet sich seither in Untersuchungs- beziehungsweise Sicherheitshaft. Diese be-
gann in der Psychiatrischen Klinik Beverin. Am 20. Oktober 2003 erfolgte die Ver-
setzung des Angeklagten in die Strafanstalt Sennhof.

A. ist im Schweizerischen Zentralstrafregister nicht verzeichnet. An seinem 
Wohnort geniesst er gemäss dem Leumundsbericht der Kantonspolizei Graubün-
den vom 18. Oktober 2003 einen guten Leumund. Im Führungsbericht der Strafan-
stalt Sennhof wird der Angeklagte als arbeitswillig und in seinem allgemeinen Ver-
halten als anständig und korrekt bezeichnet. 

B. Während der Strafuntersuchung wurde der Angeklagte durch den Fo-
rensischen Dienst der Psychiatrischen Klinik Beverin einer psychiatrischen Begut-
achtung unterzogen. Dabei stellten die beiden Gutachter, Dr. med. G., Chefärztin, 
und Dr. med. H., Oberarzt, in ihrem Gutachten vom 18. Dezember 2003 bei A. eine 
hebephrene Schizophrenie und eine Alkoholabhängigkeit fest. Die beiden Psychia-
ter sind der Auffassung, dass aufgrund dieser Diagnose die Zurechnungsfähigkeit 
zum Zeitpunkt der Taten in hohem Grade vermindert war. Sie empfehlen die Anord-
nung einer stationären Behandlung im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sowie 
einer Bevormundung. 

Die im Gutachterauftrag vom 26. September 2003 gestellten Fragen wurden 
wie folgt beantwortet:

„1. Litt der Angeschuldigte im Zeitpunkt der Taten an einer Geisteskrank-
heit, an Schwachsinn oder einer schweren Störung des Bewusstseins, 

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so dass seine Fähigkeit zur Einsicht in das Unrecht der Tat oder zum 
Handeln gemäss dieser Einsicht aufgehoben war (Art. 10 StGB)?

Entfällt

2. War der Angeschuldigte zur Zeit der Taten in seiner geistigen Gesund-
heit oder in seinem Bewusstsein beeinträchtigt oder war er geistig man-
gelhaft entwickelt, so dass seine Fähigkeit zur Einsicht in das Unrecht 
der Tat oder zum Handeln gemäss dieser Einsicht herabgesetzt war, 
wenn ja, in welchem Grad (Art. 11 StGB)?

Ja, der Expl. litt zum Zeitpunkt der Taten an einer hebephrenen Schizophre-
nie und einer aktiven Alkoholabhängigkeit, was in der Zusammenschau einer 
Beeinträchtigung der geistigen Gesundheit entsprechend Art. 11 StGB ent-
spricht. Die Fähigkeit zum Handeln gemäss der Einsicht in das Unrecht der 
Tat war hochgradig herabgesetzt. 

3. Besteht bei der beschuldigten Person aus forensisch-psychiatrischer 
Sicht eine erhöhte Gefahr neuerlicher Straftaten?

Ja, bei dem Expl. besteht aus forensisch-psychiatrischer Sicht eine erhöhte 
Gefahr neuerlicher Straftaten oder auch selbstschädigender Verhaltenswei-
sen, sofern ihm nicht ein entsprechender Rahmen, beziehungsweise Be-
handlung (siehe unten), gegeben wird.

4. Gibt es für die festgestellte Störung eine erfolgsversprechende Behand-
lung? Wenn ja, wie würde eine solche aussehen?

Nein, für die hebephrene Schizophrenie gibt es keine erfolgsversprechende 
Behandlung im kurativen Sinne. Allerdings könnte durch medikamentöse 
und andere sozialpsychiatrische Massnahmen die Gesamtsituation (gesund-
heitlich und sozial) des Expl. deutlich gebessert werden. Bezüglich der Alko-
holabhängigkeit kann der Expl. durch entsprechende Massnahmen unter-
stützt werden, abstinent zu leben.

5. Kann eine Behandlung die Wahrscheinlichkeit weiterer Straftaten ver-
mindern? Ist die beschuldigte Person bereit, sich einer Behandlung zu 
unterziehen? Könnte allenfalls auch eine gegen den Willen des Ange-
schuldigten angeordnete Behandlung Erfolg versprechen?

Ja, eine sozialpsychiatrische Behandlung inklusive medikamentösem Be-
handlungsversuch und direktem Einfluss auf die Wohn- und Beschäftigungs-
situation des Expl. kann in Verbindung mit vormundschaftlichen Massnah-
men eine Stabilisierung und Verbesserung des psychischen Zustandsbildes 
des Expl. bewirken und hiermit die Wahrscheinlichkeit weiterer Straftaten 
deutlich vermindern. Bei fehlender Einsicht in seine Hilfsbedürftigkeit ist der 
Expl. aktuell wenig motiviert, sich in eine solche Behandlung zu begeben. 
Die empfohlenen Massnahmen könnten jedoch auch gegen den Willen des 
Expl. angeordnet werden und den gewünschten Erfolg, also die Verminde-
rung der Wahrscheinlichkeit weiterer Straftaten, möglich machen. 

6. Erfordert der Geisteszustand des Angeschuldigten eine ärztliche Be-
handlung oder besonderer Pflege und ist anzunehmen, eine allfällige 
Rückfallgefahr lasse sich durch die Einweisung in eine Heil- oder Pflege-
P. verhindern oder vermindern (Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB)? Genügt 
eine ambulante Behandlung im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 letzter 
Satz StGB?

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Wäre der sofortige Vollzug einer Strafe mit einer ambulanten Behand-
lung vereinbar oder würde dieses durch den Strafvollzug schwer beein-
trächtigt?

Ja, der Geisteszustand des Expl. erfordert eine sozialpsychiatrische Be-
handlung, die zumindest in der Anfangsphase in einer stationären Einrich-
tung, namentlich einer Langzeitstation einer psychiatrischen Klinik, erfolgen 
sollte. Eine ambulante Behandlung im Sinne von Art. 43 reicht hierzu nicht 
aus.

7. Gefährdet der Angeschuldigte in schwerwiegender Weise die öffentliche 
Sicherheit, so dass er in einer P. verwahrt werden muss, um ihn vor 
weiterer Gefährdung anderer abzuhalten (Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB)?

Ja, der Expl. gefährdet aktuell in schwerwiegender Weise die öffentliche Si-
cherheit. Über eine Verwahrung in einer P., die sich in der Betreuung von 
chronisch psychiatrisch kranken Menschen auskennt, sollte jedoch frühes-
tens nach dreijährigem Verlauf oben genannter Behandlung entschieden 
werden. 

8. Ist der Angeschuldigte trunksüchtig und erscheint daher zur Verhütung 
einer allfälligen Rückfallgefahr die Einweisung in eine Trinkerheil-P. 
zweckmässig (Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 StGB)?

Genügt eine ambulante Behandlung im Sinne von Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 
letzter Satz StGB?

Wäre der sofortige Vollzug einer Strafe mit einer ambulanten Behand-
lung vereinbar oder würde diese durch den Strafvollzug schwer beein-
trächtigt?

Ja, der Expl. ist auch trunksüchtig. Da diese Problematik jedoch lediglich 
eine komplizierende Problematik der zugrunde liegenden hebephrenen Schi-
zophrenie darstellt, sei an dieser Stelle auf 6. und 7. verwiesen.

9. Für den Fall eines bedingten Strafvollzuges:

Ist eine psychiatrische Behandlung notwendig oder zweckmässig (Art. 
41 Ziff. 2 Abs. 1 StGB), so dass Weisungen (welche?) angezeigt wären 
oder Schutzaufsicht angeordnet werden sollte?

Entfällt bei der dargestellten Einschätzung der Problematik.

10. Wäre der sofortige Vollzug einer Strafe bei gleichzeitiger ambulanter 
Behandlung in einer Massnahmenanstalt gemäss Art. 2 VStGB 3 
zweckmässig?

Entfällt bei der dargestellten Einschätzung der Problematik. 

11. Sind andere Massnahmen zweckmässig, z. B. Bevormundung, Verbei-
ständung?

Ja, wir empfehlen die Etablierung einer Vormundschaft zur zivilrechtlichen 
Absicherung des Expl. Hierbei erscheint aufgrund der anstehenden Pro-
bleme die Bestimmung einer nicht zur Familie gehörenden und nicht in der 
Gemeinde durch das Verhalten des Expl. betroffenen Person (am besten 
eine Amtsperson am weiteren Aufenthaltsort des Expl.) die geeignete Wahl.“

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C. Mit Verfügung vom 8. März 2004 wurde A. wegen mehrfacher Brand-
stiftung in Anklagezustand versetzt. Dieser Anklage liegt nach der Anklageschrift 
der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 8. März 2004 der folgende Sachverhalt zu 
Grunde: 

„1. Am 23. September 2003, ca. um 13.45 Uhr, begab sich A. im Weiler I. 
auf der auf dem Gebiete der Gemeinde B. gelegenen Alp J. in den Stall 
von K.. Dort zündete er in der Nähe der Scheunentüre und des Heuge-
bläses mit einem Feuerzeug den Heustock an. Danach suchte er das 
wenige Meter von diesem Stall entfernte von ihm bewohnte Haus auf. 
Als er dann plötzlich festgestellt hatte, dass Rauch in dieses Haus drang 
und der Stall von K. in Flammen stand, lief er zum ca. 200 Meter weit 
entfernten Haus von L. und meldete ihr den Brand. L. verständigte hier-
auf die Feuerwehr. 

Trotz des Beizuges der Feuerwehr brannte der Stall von K. und der 
daran angebaute Stall des Angeklagten sowie eine nahe gelegene Re-
mise von K. völlig nieder. Im Weiteren wurden durch diesen Brand drei 
umliegende Häuser – wovon zwei erheblich – beschädigt. Der gesamte 
Schaden an Gebäude und Einrichtungen belief sich gemäss dem Poli-
zeirapport auf insgesamt ca. Fr. 558'250.--.

Nach Angaben von A. hatte er vor der Brandlegung 3 dl Rotwein getrun-
ken. 

2. Am 24. September 2003, ca. um 23.10 Uhr, zündete A. mit seinem Feu-
erzeug im Stall von M. am südöstlichen Dorf-rand der Gemeinde B. das 
dort vom Angeklagten eingelagerte Heu an. Das Feuer, das er in der 
Nähe des Scheunentores neben dem Heugebläse gelegt hatte, breitete 
sich rasch aus. Anschliessend begab sich der Angeklagte zum nahe ge-
legenen Wohnhaus der Erbengemeinschaft A. sel. und teilte dort sei-
nem Bruder O. und dessen Partnerin mit, dass der Stall von M. brenne. 
Als sich danach der Angeklagte mit diesen beiden Personen zum Bran-
dobjekt begeben hatte, war die Feuerwehr bereits durch mehrere Per-
sonen alarmiert worden. Der Stall von M. brannte bis auf die Grundmau-
ern nieder. Zudem entstanden an mehreren unmittelbar neben diesem 
Stall sich befindlichen Gebäuden aufgrund dieses Brandes diverse Be-
schädigungen. Der Gesamtschaden an Gebäude und Einrichtungen be-
lief sich auf ca. Fr. 203'400.--.

A. hatte nach seinen Angaben vor der Brandlegung zwei Flaschen Bier 
à 5 dl getrunken. Die Auswertung einer dem Angeklagten entnommenen 
Blutprobe durch das Institut für Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. 
Gallen ergab, dass der Blutalkoholgehalt zur Zeit dieser Taten mindes-
tens 1.13 bis maximal 1.93 Gewichtspromille betragen hatte. 

Nach den Aussagen des Angeklagten war er vor der Verübung der bei-
den Taten überzeugt, dass durch das Feuer weder Menschen noch 
Tiere gefährdet würden.“

D. Mit Eingabe vom 24. Februar 2004 an das Untersuchungsrichteramt 
Chur machte die P. adhäsionsweise eine Zivilforderung in der Höhe von Fr. 
648'849.-- nebst 5 % Zins seit dem 24. September 2003 bzw. evtl. „einen Betrag 

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nach richterlichem Ermessen“ geltend. Die Q. Versicherungen fordert mit Eingabe 
vom 5. März 2004 adhäsionsweise einen Betrag von Fr. 19'322.80. 

E. Anlässlich der Hauptverhandlung vor der Strafkammer des Kantons-
gerichtes von Graubünden vom 28. April 2004 waren Staatsanwalt Dr. iur. Alex Zin-
del sowie A. mit seinem amtlichen Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius 
Fryberg anwesend. Es wurden keine Einwände gegen die Zuständigkeit und die 
Zusammensetzung des Gerichtes erhoben. In der richterlichen Befragung 
bestätigte der Angeklagte die im Verlaufe der Strafuntersuchung gemachten Aus-
sagen und anerkannte die ihm zur Last gelegten Straftaten. 

Staatsanwalt Dr. iur. Alex Zindel stellte in seinem Plädoyer folgende Anträge: 

„1. Der Angeklagte sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei er mit 18 Monaten Gefängnis zu bestrafen.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben und es sei eine stati-
onäre Massnahme nach Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB anzuordnen.

4. Die Akten seien nach Rechtskraft des Urteils der zuständigen Vormund-
schaftsbehörde zwecks Prüfung einer Bevormundung zu überweisen.

5. Gesetzliche Kostenfolge.“

Der Anklagevertreter hielt hinsichtlich des inkriminierten Sachverhaltes fest, 
dass der Ablauf des Geschehens unbestritten sei. Die vom Angeklagten gelegten 
Schadenfeuer hätten ein Ausmass angenommen, welches von ihm allein nicht mehr 
hätte bezwungen werden können. Somit seien Feuersbrünste im Sinne der Recht-
sprechung zu Art. 221 StGB entstanden. Durch die Taten des Angeklagten seien 
mehrere Drittpersonen geschädigt worden. Da das Tatbestandselement des Fremd-
schadens gegeben sei, könne dahingestellt bleiben, ob durch die Brandlegung auch 
eine Gemeingefahr herbeigeführt worden sei. Gehe man vom Sachverhalt gemäss 
der Anklageschrift aus, bestehe kein Zweifel, dass der Angeklagte, innerhalb der 
damals vorhandenen Zurechnungsfähigkeit, vorsätzlich gehandelt habe. Es bestün-
den keine Anhaltspunkte dafür, dass dem Gutachten, welches nicht von einem Aus-
schluss der Zurechnungsfähigkeit ausgehe, keine Folge zu geben sei. Der Ankla-
gevertreter beantragte eine Strafe von 18 Monaten Gefängnis. Auch wenn vorlie-
gend gemäss dem psychiatrischen Gutachten von einer schwer verminderten Zu-
rechnungsfähigkeit ausgegangen werden müsse, wiege das Tatverschulden des 
Angeklagten keinesfalls leicht. Strafschärfend wirke die mehrfache Begangen-
schaft. Andererseits sei die verminderte Zurechnungsfähigkeit wesentlich strafmil-
dernd zu berücksichtigen. Gemäss BGE 118 IV S. 1 ff. sei bei verminderter Zurech-

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nungsfähigkeit die Strafe, die bei voller Zurechnungsfähigkeit ausgefällt worden 
wäre, auch dann entsprechend dem Grad der Verminderung zu reduzieren, wenn 
die Tat objektiv schwer wiege. Gemäss schlüssigem Gutachten erfordere der Geis-
teszustand des Angeklagten eine sozialpsychiatrische Behandlung, die zumindest 
in der Anfangsphase in einer stationären Einrichtung, namentlich einer Langzeitsta-
tion einer psychiatrischen Klinik erfolgen solle. Eine ambulante Massnahme im 
Sinne von Art. 43 StGB reiche nicht aus. Der Vollzug der Strafe sei in diesem Falle 
gemäss Art. 43 Ziff. 2 Abs. 1 StGB aufzuschieben. Die Frage des bedingten Straf-
vollzuges stelle sich angesichts der Massnahmebedürftigkeit hingegen nicht. 

Der amtliche Verteidiger von A., Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg, 
wies in seinem Plädoyer darauf hin, dass der Sachverhalt mehr oder weniger unbe-
stritten sei. Der Angeklagte habe zugegeben, die Brände gelegt zu haben. Zur recht-
lichen Subsumtion gebe es keine Beanstandung. Es sei richtig, dass der Grundtat-
bestand der Brandstiftung eingeklagt worden sei und nicht der qualifizierte Tatbe-
stand. Bei der Strafzumessung führte der amtliche Verteidiger vorab aus, dass der 
Tod der Eltern von A. im Jahre 2002 ein entscheidender Einschnitt in dessen Leben 
gewesen sei. Zudem verwies der amtliche Verteidiger auf den Strafminderungs-
grund des von Anfang an abgelegten Geständnisses und auf den Strafmilderungs-
grund der stark verminderten Zurechnungsfähigkeit. Er beantragte, es sei eine milde 
Strafe auszusprechen. Zu dem von der Staatsanwaltschaft beantragten Aufschub 
der Freiheitsstrafe und Einweisung in eine Klinik nach Art. 43 StGB führte der Ver-
teidiger aus, dass es sich dabei um eine einschneidende Massnahme handle. Das 
Gericht müsse davon vollends überzeugt sein. Er habe bezüglich dieser Mass-
nahme Zweifel, da A. dabei nicht wohl sei. Der Angeklagte sei in einer solchen Klinik 
am falschen Ort. Er sei in der Klinik Beverin gewesen, habe dort aber den Wunsch 
gehabt, wegzukommen und in eine Strafanstalt versetzt zu werden. Sein Mandant 
wolle die Strafe absitzen. Bezüglich der Therapiewilligkeit von A. verwies der amtli-
che Verteidiger auf den Basler Kommentar zu Art. 43 StGB, N 62 ff. Der Angeklagte 
müsse eine gewisse Kooperation bekunden. Es stelle sich auch die Frage, ob A. 
eine solche Massnahme aufgezwungen werden könne. Für den Angeklagten sei es 
von Anfang an klar gewesen, dass eine solche Einweisung nicht in Frage komme. 
Er sei gewillt, eine ambulante Behandlung zu machen, aber nicht gewillt, in eine 
Klinik gemäss Art. 43 StGB eingewiesen zu werden. Deshalb sei die Strafe zu voll-
ziehen und während dem Strafvollzug sei eine ambulante Behandlung durchzu-
führen. Abzulehnen sei hingegen eine stationäre Massnahme. Mit der Adhäsions-
klage der P. seien sie grundsätzlich einverstanden, aber der Betrag sei zu kürzen. 

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Die Adhäsionsklage der Q. sei auf den Zivilweg zu verweisen. Es gehe aus den 
Akten nicht hervor, wofür dieser Betrag eingeklagt worden sei. 

Replicando hielt der Staatsanwalt fest, der Angeklagte sei ein kranker 
Mensch. Die hebephrene Schizophrenie müsse behandelt werden, und zwar von 
Anfang an stationär, später dann ambulant. Der Angeklagte könne nicht einsehen, 
dass eine Behandlung richtig sei. Bei Drogendelinquenten habe eine Heilung ohne 
den Willen des Angeklagten schlechte Aussichten auf Erfolg. In casu sei es aber 
anders, da A. die Einsicht fehle. Die Strafe sei aufzuschieben und eine Massnahme 
sei anzuordnen. 

In seiner Duplik führte der amtliche Verteidiger aus, eine Einweisung nach 
Art. 43 StGB sei eine sehr einschneidende Massnahme und nur als ultima ratio vor-
gesehen. Zudem werde erst nach drei Jahren entschieden, wie es weiter gehen 
solle. Eine Einweisung sei nicht das Richtige, besser sei eine ambulante Behand-
lung während des Strafvollzuges. 

Der Angeklagte entschuldigte sich in seinem Schlusswort mehrmals. Wenn 
er könnte, würde er die ganze Angelegenheit rückgängig machen. Er wolle eine 
ambulante Therapie, aber keine stationäre. 

Auf die weiteren Ausführungen in den mündlichen Vorträgen wird, soweit er-
forderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Die Strafkammer zieht in Erwägung :

1. a) Gemäss Art. 221 StGB wird mit Zuchthaus bestraft, wer vorsätzlich 
zum Schaden eines andern oder unter Herbeiführung einer Gemeingefahr eine Feu-
ersbrunst verursacht (Abs. 1). Bringt der Täter wissentlich Leib und Leben von Men-
schen in Gefahr, so ist die Strafe Zuchthaus nicht unter drei Jahren (Abs. 2). Ist nur 
ein geringer Schaden entstanden, so kann auf Gefängnis erkannt werden (Abs. 3). 

In objektiver Hinsicht setzt der Tatbestand der einfachen Brandstiftung nach 
Art. 221 Abs. 1 StGB das Verursachen einer Feuersbrunst voraus. Um als solche 
zu gelten, muss das Feuer eine gewisse Intensität oder einen gewissen Umfang 
erreichen, so dass es vom Urheber selber nicht mehr gelöscht werden kann (BGE 
117 IV 285). Einerseits muss der Täter somit ausserstande sein, das Feuer zu lö-
schen oder wenigstens dessen Ausdehnung zum Schaden Dritter oder zur Gemein-

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gefahr zu verhindern. Andererseits muss das Feuer eine gewisse Erheblichkeit er-
reichen (Trechsel, Kurzkommentar zum Schweizerischen Strafgesetzbuch, 2. Aufl., 
Zürich 1997, N 2 zu Art. 221 StGB; vgl. dazu ausführlich Brunner, Die Brandstiftung 
und die fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst im Sinne von Art. 221 StGB 
und Art. 222 StGB, Diss., Zürich 1986, S. 27 ff.). Die Verursachung einer Feuers-
brunst allein erfüllt den Tatbestand der Brandstiftung nicht. Dazu müssen als weitere 
objektive Tatbestandsmerkmale „der Schaden eines andern“ oder „die Her-
beiführung einer Gemeingefahr“ hinzutreten (Rehberg, Strafrecht IV, 2. Aufl., Zürich 
1996, S. 30 f.). Subjektiv erfordert Art. 221 Abs. 1 StGB die vorsätzliche Tatbege-
hung. Der Vorsatz des Täters muss darauf gerichtet sein, eine Feuersbrunst zu ent-
fachen und dadurch entweder einen anderen zu schädigen oder eine konkrete Ge-
meingefahr hervorzurufen, wobei nach der Rechtsprechung Eventualvorsatz 
genügt. Im Sinne des dolus eventualis reicht es aus, wenn der Täter eine solche 
Entwicklung für möglich hält und diese für den Fall ihres Eintrittes bewusst in Kauf 
nimmt (Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden vom 9. September 2002, SF 02 
17, E. 1a mit Hinweisen auf BGE 105 IV 40, 107 IV 184, PKG 1981 Nr. 11 und 
Rehberg, Strafrecht IV, S. 32; vgl. auch Trechsel, a.a.O., N 5 zu Art. 221 StGB und 
Brunner, a.a.O., S. 67 ff.). 

b) Der in der Anklageschrift aufgeführte Sachverhalt ist insofern unbestritten 
und anerkannt, als A. überführt und geständig ist, am Nachmittag des 23. Septem-
ber 2003 im Weiler I. auf der auf dem Gebiet der Gemeinde B. gelegenen Alp J. im 
Stall von K. Feuer gelegt zu haben, indem er in der Nähe der Scheunentüre und 
des Heugebläses mit einem Feuerzeug den Heustock anzündete (vgl. act. 2.8 S. 7, 
3.2 S. 3, 6.1 S. 2, 6.8, 6.10 S. 3, 6.13, 6.14). Zudem ist A. auch geständig, am späten 
Abend des 24. September 2003 in einem nicht in seinem Eigentum stehenden Stall 
am südöstlichen Dorfrand der Gemeinde B. Feuer gelegt zu haben, indem er das 
dort eingelagerte Heu mit einem Feuerzeug in der Nähe der Stalltüre neben dem 
Heugebläse anzündete (vgl. act. 2.8 S. 7, 3.2 S. 3, 6.1 S. 2, 6.2, 6.10 S. 3, 6.13, 
6.14). Auch anlässlich der Hauptverhandlung stand A. dazu, die beiden Brände ge-
legt zu haben. Sein Geständnis deckt sich auch mit der allgemeinen Beweislage. L. 
sagte zum Brand vom 23. September 2003 aus, es habe auf der Nordseite des 
Gebäudes, links des grossen Heutores im Bereich des Heugebläses gebrannt. Dort 
müsse auch der Brand ausgebrochen sein (vgl. act. 6.4 S. 1). Zum Brand vom 24. 
September 2003 sagte R. aus, er habe A. am fraglichen Abend kurz nach 23:00 Uhr 
die Hauptstras-se hinunterlaufen sehen. Nach ca. 5 Minuten sei A. die Gasse hin-
aufgekommen, in welcher der Stall stehe. Kurz darauf habe seine Frau ihm zugeru-

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fen, dass es brenne (vgl. act. 6.6 S. 1). Somit ist unbestritten, dass A. für die beiden 
Brände auf der Alp J. und in B. verantwortlich ist. 

c) Beim Brand vom 23. September 2003 auf der Alp J. rückte die Feuerwehr 
mit insgesamt 53 Personen zur Bekämpfung des von A. gelegten Feuers aus. Die 
Löscharbeiten wurden zusätzlich noch durch einen Helikopter der Heli Bernina un-
terstützt (vgl. act. 4.1 S. 4 f.). Bereits diese Tatsache verdeutlicht die Intensität des 
Feuers. Auch die Aufnahmen auf dem Fotoblatt der Kantonspolizei Graubünden 
(vgl. act. 4.3) zeigen die Erheblichkeit des Feuers. Neben dem Brandobjekt wurden 
zudem weitere Gebäude schwer beschädigt (vgl. act. 4.1 S. 5 und act. 4.3). Beim 
Brand vom 24. September 2003 in B. musste die Feuerwehr mit 40 Personen aus-
rücken (vgl. act. 5.1 S. 5). Auch hier zeigt das Fotoblatt der Kantonspolizei Graubün-
den (vgl. act. 5.3) die Stärke des von A. gelegten Feuers. Diese Tatsachen verdeut-
lichen, dass die beiden Feuer eine solche Mächtigkeit erreicht hatten, dass sie vom 
Urheber allein nicht mehr hätten bezwungen werden können (vgl. BGE 117 IV 285 
und 105 IV 130). Es kann daher im konkreten Fall ohne Zweifel von Feuersbrünsten 
im Sinne von Art. 221 StGB ausgegangen werden. Diese Feuersbrünste verursach-
ten erheblichen Sachschaden beim Täter selbst und bei Drittpersonen. So brannte 
beim Feuer vom 23. September 2003 der Stall von K. im Weiler I. auf der Alp J. 
sowie dessen nahe gelegene Remise völlig nieder. Ein Schaden entstand auch bei 
dem im Stall eingelagerten Heu und den landwirtschaftlichen Geräten. Zudem 
wurde das südwestlich vom Brandobjekt gelegene Wohnhaus von K. in Mitleiden-
schaft gezogen. Schwer beschädigt wurde auch das nahe am Brandobjekt stehende 
Ferienhaus von O. mitsamt dem Mobiliar sowie das ebenfalls dicht daneben ste-
hende Haus der Erbengemeinschaft N. mitsamt dem Mobiliar, welches vom Ange-
klagten bewohnt wurde. Im Weiteren gingen am Ferienhaus von S. einige Fenster-
scheiben zu Bruch (vgl. act 4.1 – 4.3). Beim Brand vom 24. September 2003 in B. 
zündete der Angeklagte sein im Stall von M. eingelagertes Heu an. Der Stall brannte 
bis auf die Grundmauern nieder. An mehreren unmittelbar neben diesem Stall ge-
legenen Gebäuden von Drittpersonen entstanden zudem aufgrund dieses Brandes 
diverse Beschädigungen (vgl. act. 5.1 – 5.3). Somit liegen durch die Feuersbrünste 
verursachte Schäden von mehreren Drittpersonen vor. Da das Tatbestandsmerk-
mal des Fremdschadens gegeben ist, kann offen bleiben, ob der Angeklagte die 
Brände unter Herbeiführung einer Gemeingefahr verursachte (BGE 105 IV 131 E. 
2). Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass A. durch seine Handlungs-
weise den objektiven Tatbestand der Brandstiftung im Sinne von Art. 221 Abs. 1 
StGB erfüllt hat. 

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An einer zumindest eventualvorsätzlichen Tatbegehung durch A. kann, in-
nerhalb der in den Tatzeitpunkten vorhandenen Zurechnungsfähigkeit, angesichts 
seines Vorgehens und der einzelnen Tatumstände bei den Bränden kein Zweifel 
bestehen. Das ausführliche und schlüssige psychiatrische Gutachten vom 18. De-
zember 2003 geht für den Zeitraum der Brandstiftungen nicht von einem Ausschluss 
der Zurechnungsfähigkeit aus, sondern von einer schwer verminderten Zurech-
nungsfähigkeit (vgl. act. 2.8 S. 28 und 30 f.). Im polizeilichen Einvernahmeprotokoll 
vom 25. September 2003 führte der Angeklagte bezüglich des Brandes in B. aus, 
er sei von seinem Wohnhaus zu Fuss zum Stall von M. gegangen, mit der Absicht, 
dieses Gebäude anzuzünden (vgl. act. 6.2). Gemäss Aussage von A. vor dem zu-
ständigen Untersuchungsrichter vom 9. Februar 2004 habe er befürchtet und daran 
gedacht, dass die Brände auch auf andere Gebäude übergreifen könnten (vgl. act. 
6.13 S. 2). Dies habe er aber nicht gewollt. Der als möglich vorausgesehene Erfolg 
war ihm an sich unerwünscht, A. hat aber dennoch gehandelt (vgl. BGE 103 IV 68 
E. 2). Der Angeklagte war sich somit im Klaren darüber, dass durch das Anzünden 
von dem in den Ställen eingelagerten Heu das Feuer ein solches Ausmass anneh-
men würde, dass es auch auf andere Gebäude übergreifen könnte. Damit war ihm 
auch klar, dass er von ihm selber unlöschbare Brände entfachen würde. Gleichzeitig 
war ihm aber aufgrund der erwähnten Aussage auch bewusst, dass infolge dieser 
Taten das Risiko einer schweren Beschädigung von Dritteigentum bestand. Zudem 
wusste A. auch, dass die beiden Brandobjekte in Dritteigentum stehen (vgl. act. 6.8 
S. 3 und 5). Gleichwohl hat er die beiden Feuer gelegt. A. nahm den eingetretenen 
Erfolg in Kauf, er war damit gewollt. Der subjektive Tatbestand der Brandstiftung 
gemäss Art. 221 Abs. 1 StGB ist folglich ebenfalls erfüllt.

Im Ergebnis ist somit festzuhalten, dass sich A. der mehrfachen Brandstiftung 
gemäss Art. 221 Abs. 1 StGB schuldig gemacht hat. 

2. a) Bei der Strafzumessung hat der Richter gemäss Art. 63 StGB vom 
Verschulden des Täters auszugehen und insbesondere die Beweggründe, das Vor-
leben und die persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen. Das Verschulden um-
fasst nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung den gesamten Unrechts- und 
Schuldgehalt der konkreten Straftat. Der Bemessung der Schuld ist die Schwere 
der Tat zu Grunde zu legen. Weiter unterscheidet man beim Verschulden Tat- und 
Täterkomponenten. Bei der Tatkomponente betrachtet man das Ausmass des ver-
schuldeten Erfolges, die Art und Weise seiner Herbeiführung, die Willensrichtung, 
mit welcher der Täter handelte, und seine Beweggründe. Die Täterkomponente hin-
gegen umfasst Vorleben, insbesondere auch allfällige Vorstrafen, und persönliche 

12

Verhältnisse des Täters sowie das Verhalten nach der Tat oder im Strafverfahren, 
wie zum Beispiel Reue, Einsicht oder Strafempfindlichkeit (BGE 117 IV 112 ff. mit 
Hinweisen). Diese in die Waagschale gelegten Elemente wirken strafmindernd oder 
straferhöhend, wobei in der Begründung der Strafzumessung die Überlegungen des 
Richters nachvollziehbar sein müssen. 

Grundlage für die Strafzumessung im vorliegenden Fall ist der in Art. 221 
Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 35 StGB vorgesehene Strafrahmen von einem 
bis zu 20 Jahren Zuchthaus.  

b) Beim Tatbestand der Brandstiftung handelt es sich um ein schweres Delikt, 
das geeignet ist, grosse Schäden an Leib und Gut zu verursachen. Das Verschul-
den von A. ist denn auch als schwer zu bezeichnen, hat er doch innerhalb von zwei 
Tagen eingelagertes Heu in zwei Ställen angezündet. Dazu kommt, dass in beiden 
Fällen dicht neben den Brandobjekten weitere Gebäude liegen. Durch die beiden 
Brandlegungen hat der Angeklagte gemäss den Polizeirapporten an mehreren Ge-
bäuden und teilweise auch an deren Mobiliar Sachschaden von insgesamt ca. Fr. 
760'000.-- verursacht (vgl. act. 4.1 und 5.1). Zwei Ställe sowie eine Remise brannten 
bis auf die Grundmauern nieder. In den Einvernahmen führte A. immer wieder aus, 
er habe auf Befehl eines maskierten Mannes gehandelt, der Deutsch mit jugoslawi-
schem Akzent gesprochen habe. Der Unbekannte habe Handschuhe und halbhohe 
Stiefel getragen. Er habe ein Messer in der Hand gehabt und sei am Dienstag, 23. 
September 2003, plötzlich neben seinem Transporter auf der Alp J. gestanden. Der 
Mann sei aus einem grünen Auto ausgestiegen und habe ihm gesagt, er müsse 
heute den Stall seines Nachbarn auf der Alp J. sowie am nächsten Abend den Stall 
seines Onkels in B. anzünden. Auf dem Rücksitz des Autos sei auch noch eine 
Pistole gelegen. Der Unbekannte habe gesagt, er, A., werde dann schon sehen was 
passiere, wenn er das ihm Befohlene nicht ausführe. Er habe daher angenommen, 
dass dieser Unbekannte ihn umbringen würde, wenn er dies nicht tun würde. Des-
halb habe er die Brände gelegt, und zwar so, wie es ihm der Unbekannte genau 
angegeben habe (vgl. act. 2.8 S. 7 f., 3.2, 6.8, 6.14). Auch anlässlich der Hauptver-
handlung hielt der Angeklagte an der Version fest, die beiden Brände auf Anweisung 
eines unbekannten, maskierten Mannes gelegt zu haben. Die Strafkammer des 
Kantonsgerichtes hat nun aber keine Anhaltspunkte gefunden, die auf die vom An-
geklagten behauptete Anstiftung durch einen Dritten hinweisen. Im psychiatrischen 
Gutachten vom 18. Dezember 2003 wird dazu ausgeführt, die im nachhinein darge-
stellte Version vom maskierten Mann müsse als hilfloser Versuch des Angeklagten 
interpretiert werden, sein ihm nunmehr bewusst gewordenes schuldhaftes Verhal-

13

ten vor sich und anderen zu legitimieren. Die Geschichte müsse jedoch als blanke 
Fiktion und auch nicht als akut psychotisches, wahnhaftes Erleben interpretiert wer-
den. Es sei zu vermuten, dass diese Geschichte dem Angeklagten seine ge-
wünschte Rückkehr nach B. in seiner Vorstellung ermögliche (vgl. act. 2.8 S. 28 f.). 
Zudem machte der Angeklagte gegenüber den Pflegepersonen unterschiedliche 
Angaben über das Fahrzeug, mit welchem der unbekannte Mann auf der Alp J. er-
schienen ist. Einmal erwähnte er hierbei einen „grünen kleinen“ PKW als Transpor-
ter, bei einer anderen Pflegeperson sprach er von einem „grossen schwarzen“ PKW 
(vgl. act. 2.8. S. 16). Im Weiteren hat der Angeklagte nach dem Brand vom 24. 
September 2003 seinem Bruder O. gestanden, die beiden Brände gelegt zu haben. 
Auch anlässlich dieses Geständnisses hat A. kein Wort von dem unbekannten Mann 
erzählt, der ihn zu diesen Brandstiftungen angestiftet haben soll (vgl. act. 6.10 S. 
3). 

Im Jahre 2002 hat der Angeklagte seine Eltern verloren, die für ihn eine wich-
tige Stütze gewesen waren. In der Folge hat er seinen Viehbestand reduziert und 
vermehrt dem Alkohol zugesprochen. Seine Geschwister haben ihm vorgeworfen, 
den elterlichen Landwirtschaftsbetrieb zu vernachlässigen. Zudem haben die Ge-
schwister dem Angeklagten am 16. August 2003 mitgeteilt, dass sie die Erbteilung 
der Eltern durchführen wollen. Die Geschwister wollten die landwirtschaftlichen 
Güter der Mutter an den Onkel des Angeklagten, das heisst an M., der beim Brand 
vom 24. September 2003 geschädigt wurde, verkaufen. Zudem hat M. dem Ange-
klagten die Nutzung von unentgeltlich überlassenen Wiesen sowie eines Stalles ent-
zogen. A. verneinte jedoch, diese Umstände seien sein Tatmotiv gewesen. Vielmehr 
habe er nur wegen des maskierten Mannes die Brände gelegt (vgl. act. 6.14, S. 2).

Strafmildernd zu berücksichtigen ist die bei A. für den Zeitraum der beiden 
Brandstiftungen hochgradig herabgesetzte Fähigkeit, entsprechend der Einsicht in 
das Unrecht seiner Taten zu handeln. Diese schwere Verminderung der Zurech-
nungsfähigkeit im Sinne von Art. 11 StGB wurde im ausführlichen, schlüssigen und 
vom amtlichen Verteidiger von A. nicht beanstandeten Gutachten der Psychiatri-
schen Dienste Graubünden, Klinik Beverin, vom 18. Dezember 2003 als Folge einer 
zum Zeitpunkt der Taten vorliegenden hebephrenen Schizophrenie, die schleichend 
im Alter von ca. 20 Jahren begann und nach dem Tod der Eltern in vollem Ausmass 
deutlich wurde, und einer aktiven Alkoholabhängigkeit diagnostiziert (vgl. act. 2.8 S. 
25 und 31). Bei verminderter Zurechnungsfähigkeit ist die Strafe, die bei voller Zu-
rechnungsfähigkeit ausgefällt worden wäre, auch dann entsprechend dem Grad der 
Verminderung zu reduzieren, wenn die Tat objektiv schwer wiegt (vgl. BGE 118 IV 

14

1 ff.). Die Grunderkrankung der hebephrenen Schizophrenie und die weiteren Le-
bensumstände, insbesondere der Tod der Eltern, haben dem Angeklagten stark zu-
gesetzt, was strafmildernd zu berücksichtigen ist. Strafschärfend wirkt sich bei A. 
die mehrfache Brandstiftung aus. Strafmindernd sind dem Angeklagten sein Ge-
ständnis, seine Vorstrafenlosigkeit und sein guter Leumund zu Gute zu halten. Straf-
erhöhungsgründe liegen demgegenüber nicht vor. 

In Würdigung sämtlicher dargelegter Strafzumessungsgründe erachtet die 
Strafkammer daher eine Strafe von 18 Monaten Gefängnis als dem Verschulden 
des Angeklagten angemessen. 

c) Nach Art. 69 StGB rechnet das Gericht dem Verurteilten die Untersu-
chungshaft auf die Freiheitsstrafe an, soweit der Täter diese nicht durch sein Ver-
schulden nach der Tat herbeigeführt oder verlängert hat. Nach der neueren Praxis 
des Bundesgerichts darf von einer Anrechnung nur abgesehen werden, sofern der 
Beschuldigte durch sein Verhalten nach der Tat die Untersuchungshaft in der Ab-
sicht herbeigeführt oder verlängert hat, um dadurch den Strafvollzug zu verkürzen 
oder zu umgehen (BGE 117 IV 404 ff.; Rehberg, Strafrecht II, 7. Auflage, Zürich 
2001, S. 79). Als solches Verhalten gilt weder die blosse Verweigerung von Aussa-
gen noch die einfache Bestreitung der dem Angeschuldigten vorgeworfenen Straf-
taten, sondern einzig das Aufstellen von unwahren oder irreführenden Behauptun-
gen, welche die Behörden zu weiteren und unnötigen Erhebungen veranlassen oder 
der Missbrauch von Verteidigungsrechten zur Erreichung sachfremder Zwecke 
(BGE 105 IV 241, 103 IV 8 ff.). Ablehnungsgründe im Sinne der aufgeführten Recht-
sprechung bestehen in Bezug auf A. nicht, so dass einer Anrechnung der erstande-
nen Untersuchungshaft von 216 Tagen an die Strafe gestützt auf Art. 69 StGB nichts 
entgegen steht.

3. a) An der Hauptverhandlung beantragte der amtliche Verteidiger die Voll-
ziehung der Strafe und die Durchführung einer ambulanten Behandlung während 
dem Strafvollzug. Der Staatsanwalt verwies diesbezüglich auf die Erwägungen im 
vorliegenden Gutachten vom 18. Dezember 2003, wonach eine ambulante Mass-
nahme als ungenügend beurteilt wurde (vgl. act. 2.8 S. 32) und beantragte die An-
ordnung einer stationären Massnahme gemäss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB. Der An-
geklagte wünschte die Anordnung einer ambulanten Massnahme, lehnte jedoch 
eine stationäre Therapie ab. Im Folgenden ist nun zu prüfen, ob eine ambulante 
oder eine stationäre Massnahme anzuordnen ist. 

15

Gemäss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 Satz 1 StGB kann der Richter Einweisung in 
eine Heil- oder Pflege-P. anordnen, wenn der Geisteszustand des Täters, der eine 
vom Gesetz mit Zuchthaus oder Gefängnis bedrohte Tat begangen hat, die damit 
im Zusammenhang steht, ärztliche Behandlung oder besondere Pflege erfordert 
und anzunehmen ist, dadurch lasse sich die Gefahr weiterer mit Strafe bedrohter 
Taten verhindern oder vermindern. Nach Satz 2 der erwähnten Bestimmung kann 
der Richter eine ambulante Behandlung anordnen, sofern der Täter für Dritte nicht 
gefährlich ist. Gefährdet der Täter infolge seines Geisteszustandes die öffentliche 
Sicherheit in schwerwiegender Weise, so ordnet der Richter seine Verwahrung an, 
wenn diese Massnahme notwendig ist, um den Täter vor weiterer Gefährdung an-
derer abzuhalten (Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB). 

Unter Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sind jene Täter einzuordnen, bei denen eine 
psychiatrische Behandlung notwendig ist, der Sicherungsaspekt jedoch derart 
zurücktritt, dass die Strafe aus spezialpräventiven Gründen aufgeschoben werden 
kann, sowie nicht gefährliche Täter und schliesslich die in diesem Zusammenhang 
wenig problematischen Täter, die lediglich einer ambulanten Massnahme bedürfen, 
sei es im Vollzug oder in der Freiheit (BGE 123 IV 102 f. E. 2 mit Abgrenzung zur 
Verwahrung gemäss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 
vom 29. Januar 2000, 6S.768/1999, E. 1c sowie vom 14. August 2003, 6P.95/2003, 
6S.248/2003, E. 9.1 mit zahlreichen Hinweisen auf die Rechtsprechung). 

Anlasstat für eine Massnahme an geistig Abnorme gemäss Art. 43 StGB 
muss ein Verbrechen oder Vergehen sein. Dabei kann die Zurechnungsfähigkeit 
des Täters für die von ihm verübte strafbare Handlung auch vermindert oder gänz-
lich aufgehoben sein (vgl. Art. 10 und 11 StGB, je Satz 2). Zudem muss der Täter 
geistig abnorm sein. Darunter fällt jeder krankhafte psychische Zustand, der zum 
Bedürfnis nach ärztlicher Behandlung bzw. besonderer Pflege oder zu einer Gefähr-
dung der öffentlichen Sicherheit führen kann. Erforderlich ist auch ein Zusammen-
hang der Tat mit dem abnormen Geisteszustand, das heisst dieser muss für die Tat 
kausal gewesen sein. Es ist jedoch unerheblich, ob ein unmittelbarer oder bloss ein 
mittelbarer Zusammenhang gegeben ist. Daraus folgt, dass der abnorme Geistes-
zustand bereits im Zeitpunkt der Tat bestanden haben muss. Überdies setzt die 
Einweisung in eine Heil- oder Pflege-P. voraus, dass der Täter wegen seines ab-
normen Geisteszustandes ärztlicher Behandlung oder besonderer Pflege bedarf. 
Behandlung oder Pflege müssen aus therapeutischen Gründen geboten sein. Ärzt-
liche Behandlung kann nur dort erforderlich sein, wo der Täter psychisch krank ist. 
Es muss stets eine vom Arzt durchzuführende oder wenigstens zu beaufsichtigende 

16

Therapie notwendig sein. Überdies verlangt das Gesetz, dass die psychische Ab-
normität die Gefahr weiterer mit Strafe bedrohter Taten mit sich bringt, wobei für 
eine Klinikeinweisung nur ein gewichtiges Risiko der erneuten Verübung erheblicher 
Verbrechen oder Vergehen zu genügen vermag. Schliesslich muss anzunehmen 
sein, durch die Massnahme lasse sich die Gefahr der Verübung weiterer Straftaten 
verhindern oder vermindern. An die Erfolgsaussichten einer Behandlung dürfen je-
doch nicht zu hohe Anforderungen gestellt werden, die Möglichkeit des Erfolgs 
genügt. Es genügt auch, wenn bloss die kriminellen Auswirkungen eines keiner The-
rapie zugänglichen pathologischen Zustandes in der genannten Weise beeinflusst 
werden können. Die Massnahme muss jedenfalls auf die Rückfallstendenz des 
Täters einen günstigen Einfluss haben (vgl. zum Ganzen Rehberg, Strafrecht II, S. 
132 ff., Trechsel, a.a.O., N 2 ff. zu Art. 43 StGB und Stratenwerth, Schweizerisches 
Strafrecht, AT II, Bern 1989, S. 361 ff., je mit weiteren Hinweisen; vgl. auch Urteil 
des Bundesgerichts vom 20. September 2002, 6P.91/2002, 6S.274/2002, E. 4.4). 

Der Richter trifft gemäss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 3 StGB seinen Entscheid auf 
Grund von Gutachten über den körperlichen und geistigen Zustand des Täters und 
über die Verwahrungs-, Behandlungs- oder Pflegebedürftigkeit. Die Anordnung von 
Massnahmen nach Art. 43 StGB setzt somit zwingend die Einholung einer psychia-
trischen Expertise voraus (vgl. Rehberg, Strafrecht II, S. 133 mit Hinweisen auf die 
Rechtsprechung). Gemäss BGE 101 IV 130 darf der Richter von den Folgerungen 
des psychiatrischen Gutachtens nur abweichen, wenn „wirklich gewichtige zuver-
lässig begründete Tatsachen oder Indizien deren Überzeugungskraft ernstlich er-
schüttern“. Zweifel sind insbesondere dort berechtigt, wo sich der Gutachter selbst 
widerspricht oder ein anderer Gutachter von ihm abweicht oder wo der Richter Ak-
ten oder Zeugenaussagen in wesentlichen Punkten anders wertet, als es im Gut-
achten geschieht (vgl. BGE 101 IV 130). Das Gericht darf somit in Fachfragen nicht 
ohne triftige Gründe vom Gutachten abweichen und muss Abweichungen begrün-
den (Urteil des Bundesgerichts vom 14. August 2003, 6P.95/2003, 6S.248/2003, E. 
3.2). Wegen der Tragweite einer Einweisung in eine P. für geistig Abnorme soll ein 
solcher Eingriff nicht leichthin angenommen werden können, sondern erst, wenn 
der Richter aufgrund eines sachverständigen Gutachtens in der Lage ist zu ent-
scheiden, welche Massnahme und in welcher Form sie am besten Erfolg verspricht 
(BGE 100 IV 145). 

b) Der Experte kommt im vorliegenden psychiatrische Gutachten vom 18. 
Dezember 2003 zum Schluss, dass beim Angeklagten eine erhöhte Gefahr neuer-
licher Straftaten (auch Brandstiftung) oder auch selbstschädigender Verhaltenswei-

17

sen bestehe, sofern ihm nicht eine entsprechende Behandlung gegeben werde. 
Durch medikamentöse und andere sozialpsychiatrische Massnahmen könnte die 
Gesamtsituation (gesundheitlich und sozial) des Angeklagten deutlich gebessert 
werden. Bezüglich der Alkoholabhängigkeit könne A. durch entsprechende Mass-
nahmen unterstützt werden, abstinent zu leben. Zudem kommt der Gutachter zum 
Schluss, eine sozialpsychiatrische Behandlung inklusive medikamentösem Be-
handlungsversuch (Neuroleptika) und direktem Einfluss auf die Wohn- und Beschäf-
tigungssituation des Angeklagten könne in Verbindung mit vormundschaftlichen 
Massnahmen eine Stabilisierung und Verbesserung des psychischen Zustandsbil-
des von A. bewirken und hiermit die Wahrscheinlichkeit weiterer Straftaten deutlich 
vermindern. Der Geisteszustand des Angeklagten erfordere eine sozialpsychiatri-
sche Behandlung, die zumindest in der Anfangsphase in einer stationären Einrich-
tung, namentlich einer Langzeitstation einer psychiatrischen Klinik, erfolgen sollte. 
Eine ambulante Behandlung im Sinne von Art. 43 StGB reiche hierzu nicht aus. 
Vielmehr soll anfangs im Rahmen eines stationären Settings auf einer Abteilung für 
chronisch psychiatrisch kranke Menschen eine Stabilisierung mit Etablierung einer 
vernünftigen Tagestruktur angestrebt werden. Eine lebenslange psychiatrische An-
bindung erscheine hierbei dringend indiziert, um allfällige Krisen optimal auffangen 
zu können. Nicht empfohlen wird eine Rückkehr des Angeklagten an seinen Hei-
matort. A. gefährde aktuell in schwerwiegender Weise die öffentliche Sicherheit. 
Über eine Verwahrung sollte jedoch frühestens nach dreijährigem Verlauf der emp-
fohlenen Behandlung entschieden werden. Auch eine Neubeurteilung der Situation 
von A. (Gefährlichkeit, Legalprognose) sollte gemäss dem Gutachter frühestens 
nach drei Jahren erfolgen (vgl. act. 2.8 S. 29 ff.).

c) Aufgrund dieser Ausführungen im psychiatrischen Gutachten sind alle Vor-
aussetzungen für die Anordnung einer Massnahme nach Art. 43 StGB erfüllt. An-
lasstat für die Massnahme sind die beiden Brandstiftungen und somit Verbrechen. 
A. leidet an hebephrener Schizophrenie, er ist damit geistig abnorm. Der abnorme 
Geisteszustand von A. verstärkte sich nach dem Tod seiner Eltern. Dieser abnorme 
Zustand bestand somit bereits im Zeitpunkt der beiden Taten. Damit besteht zwi-
schen den beiden Brandstiftungen und der geistigen Abnormität aufgrund der Ge-
samtsituation in den Tatzeitpunkten ein Zusammenhang. Auch braucht A. gemäss 
dem psychiatrischen Gutachten infolge seiner Abnormität ärztliche Behandlung 
oder Pflege. Überdies besteht infolge der psychischen Abnormität die Gefahr von 
weiteren Straftaten (auch von Brandstiftung). Schliesslich kann eine stationäre 
Massnahme nach Art. 43 StGB zu einer Stabilisierung und Verbesserung des psy-

18

chischen Zustandsbildes des Angeklagten führen und damit die Wahrscheinlichkeit 
weiterer Straftaten deutlich vermindern. 

Der amtliche Verteidiger des Angeklagten hat das psychiatrische Gutachten 
nicht beanstandet. Das Gutachten ist schlüssig und umfassend. Es bestehen für 
das Gericht keine Anhaltspunkte für ein Abweichen von den Schlussfolgerungen 
des psychiatrischen Gutachtens (vgl. BGE 101 IV 130). Das Gericht ist aufgrund 
des vorliegenden Gutachtens in der Lage zu entscheiden, welche Massnahme und 
in welcher Form sie am besten Erfolg verspricht (vgl. BGE 100 IV 145). Aufgrund 
des schlüssigen, umfangreichen, nicht bestrittenen psychiatrischen Gutachtens und 
der Tatsache, dass alle Voraussetzungen für eine stationäre Massnahme nach Art. 
43 StGB erfüllt sind, erachtet es die Strafkammer als notwendig, die Einweisung 
von A. in eine geeignete Heil- oder Pflege-P. nach Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB anzu-
ordnen. Der Angeklagte leidet an einer schweren psychischen Krankheit, der hebe-
phrenen Schizophrenie. Dieser Krankheit kann, zumindest in der Anfangsphase, 
nur mit einer stationären Massnahme begegnet werden, da der Angeklagte auf eine 
stationäre sozialpsychiatrische Behandlung angewiesen ist. Durch diese stationäre 
Behandlung soll der Geisteszustand von A. stabilisiert werden. Gleichzeitig soll er 
dadurch in einer vernünftigen Tagesstruktur etabliert werden. Damit kann direkt Ein-
fluss auf die Wohn- und Beschäftigungssituation des in der Bewältigung seiner ei-
genen Aufgaben als hilflos einzustufenden Angeklagten genommen werden. Auf-
grund des psychiatrischen Gutachtens ist eine ambulante Massnahme im Rahmen 
des Strafvollzuges in der aktuellen Situation von A. ungenügend. Der stationären 
Behandlung in einer Heil- oder Pflege-P. kommt unter dem Gesichtspunkt der Rück-
fallsbekämpfung eine entscheidende Bedeutung zu. Bei einer ambulanten Behand-
lung kann diesem Aspekt hingegen eine bloss unterstützende Funktion beigemes-
sen werden, so beispielsweise wenn der Experte lediglich monatliche Besprechun-
gen mit einem Psychiater vorschlägt (Rehberg, Strafrecht II, S. 134 f.). Da bei A. 
gemäss dem Gutachten eine erhöhte Gefahr für neuerliche Straftaten (auch Brand-
stiftung) besteht, darf dem Aspekt der Rückfallsbekämpfung nicht bloss eine unter-
stützende Funktion beigemessen werden. Vielmehr soll die Behandlung in einer 
Heil- oder Pflege-P. zu einer Verhinderung oder Verminderung der Gefahr der Ver-
übung weiterer Straftaten führen. Somit kann eine ambulante Massnahme momen-
tan nicht in Frage kommen. Schliesslich ist auch noch festzuhalten, dass der Antrag 
des amtlichen Verteidigers in seinem Plädoyer, die Strafe sei zu vollziehen und 
während dem Strafvollzug sei eine ambulante Behandlung durchzuführen, zur 
Folge hätte, dass der Angeklagte nach Beendigung des Strafvollzuges wieder nach 
B. zurückgehen könnte. Eine Rückkehr nach B. ist jedoch gemäss dem psychiatri-

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schen Gutachten nicht zu empfehlen. Der Angeklagte sei aufgrund der Brandstif-
tungen in seiner Heimatgemeinde nicht mehr willkommen. Es sei davon auszuge-
hen, dass für den Angeklagten bei einer Rückkehr Gefahr für Leib und Leben be-
stehen würde. Dies würde den Prozess nur anheizen und die Gefahr neuerlicher, 
auch aggressiver Taten, unkontrolliert wahrscheinlicher machen (vgl. act. 2.8 S. 29 
f.). Auch deshalb ist eine ambulante Massnahme abzulehnen und A. in eine geeig-
nete Heil- oder Pflege-P. einzuweisen. 

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Strafkammer auf-
grund der klaren Ausführungen des Experten die Voraussetzungen zur Anordnung 
einer ambulanten Massnahme im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 letzter Satz StGB 
in casu als nicht gegeben erachtet. Die Anordnung einer ambulanten Massnahme, 
welche vom Experten ausdrücklich als unzureichend beurteilt und von ihm dement-
sprechend auch nicht empfohlen wurde, würde die therapeutischen und sozialen 
Ziele (Stabilisierung und Verbesserung des psychischen Zustandsbildes des Ange-
klagten sowie Etablierung in einer Tagesstruktur) verfehlen. Zudem wäre eine von 
der Beurteilung des Experten abweichende Anordnung aufgrund der damit ange-
massten unzulässigen Beantwortung dem Gericht nicht geläufiger Fachfragen klar 
verfehlt. Es liegen keine triftigen Gründe vor, die ein Abweichen von den Schluss-
folgerungen des Gutachters rechtfertigen würden. Auf die gerichtliche Anordnung 
einer ambulanten Massnahme ist demzufolge zu verzichten. Gleich verhält es sich 
mit der Anordnung der Verwahrung gemäss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB. Über eine 
Verwahrung soll nämlich gemäss dem Experten erst nach dem dreijährigen Verlauf 
der sozialpsychiatrischen Behandlung entschieden werden (vgl. act. 2.8 S. 32). So-
mit ist der Angeklagte in eine geeignete Heil- oder Pflege-P. einzuweisen. Durch 
eine Behandlung in einer solchen P. wird der psychische Zustand von A. positiv 
beeinflusst, was die Gefahr weiterer Straftaten deutlich vermindern lässt. 

d) Der amtliche Verteidiger von A. brachte in seinem Plädoyer unter Hinweis 
auf den Basler Kommentar zu Art. 43 StGB, N 62 ff., vor, der Angeklagte müsse für 
eine stationäre Massnahme eine gewisse Therapiewilligkeit haben, welche bei sei-
nem Mandanten nicht vorhanden sei. Zudem stelle sich auch die Frage, ob A. zu 
einer solchen Massnahme gezwungen werden könne. Der Angeklagte hat sich an-
lässlich der Hauptverhandlung für eine ambulante Therapie bereit erklärt, eine sta-
tionäre lehnte er hingegen ab. 

Gemäss Kreisen der forensischen Psychiatrie soll es unrichtig sein, dass un-
einsichtige Täter nicht behandelbar sind. Am Beginn einer Therapie soll die allen-

20

falls fehlende Motivation nicht überbewertet werden. Gemäss der Rechtsprechung 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. Mai 2002, 6S.69/2002, E. 1.2 und vom 14. 
August 2003, 6P.95/2003, 6S.248/2003, E. 9.4) muss ein Mindestmass an Koope-
ration erwartet werden können. Erstes Ziel in der Therapie kann durchaus die Schaf-
fung von Einsicht und Therapiewilligkeit darstellen, was gerade im Rahmen statio-
närer Behandlungen auch Aussicht auf Erfolg hat. Es ist auch zu beachten, dass 
eine mangelnde Einsicht bei schweren, langdauernden Störungen häufig gerade 
zum typischen Krankheitsbild gehört. Würde hier mangels Motivation auf die Anord-
nung einer Massnahme verzichtet, könnten solche Täter überhaupt nie in den Ge-
nuss von Massnahmen kommen. An Kooperationsbereitschaft darf somit nicht allzu 
viel erwartet werden (Heer, Basler Kommentar, StGB I, Basel 2003, N 63 f. zu Art. 
43 StGB mit weiteren Hinweisen). A. hat infolge seiner psychischen Krankheit die 
Einsicht in die Notwendigkeit der Behandlung nicht. Gemäss dem psychiatrischen 
Gutachten ist er bei fehlender Einsicht in seine Hilfsbedürftigkeit aktuell wenig mo-
tiviert, sich in eine sozialpsychiatrische Behandlung zu begeben. Die empfohlenen 
Massnahmen könnten jedoch auch gegen den Willen von A. angeordnet werden 
und den gewünschten Erfolg möglich machen (vgl. act. 2.8 S. 31). Diese Ausführun-
gen zeigen, dass die momentan infolge seiner Krankheit fehlende Einsicht in die 
Notwendigkeit einer sozialpsychiatrischen Behandlung und damit die aktuell feh-
lende Motivation für eine solche Therapie nicht überzubewerten sind. Zudem sind 
im Zeitpunkt des richterlichen Entscheides nicht allzu hohe Anforderungen an die 
Therapiewilligkeit zu stellen und kann die Motivation für die Therapie im Rahmen 
der Behandlung erst noch geschaffen bzw. verbessert werden. Somit spricht der 
aktuelle Widerstand des Angeklagten nicht gegen die Anordnung einer stationären 
Massnahme gemäss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB. 

Bei psychiatrischen Akutsituationen und fehlender Krankheitseinsicht ist die 
Zulässigkeit einer Behandlung auch gegen den Willen des Betroffenen anerkannt. 
Auch darüber hinaus zeigen zudem Untersuchungen, dass justizielle Zwänge kei-
nen negativen Einfluss auf den Verlauf und den Erfolg einer Therapie hatten, womit 
auch hier eine Zwangsausübung zumindest vom Ergebnis her zu rechtfertigen wäre 
(Heer, a.a.O., N 66 zu Art. 43 StGB). Gemäss der neuen Rechtsprechung des Bun-
desgerichts reicht Art. 43 StGB als gesetzliche Grundlage für ärztliche Massnahmen 
gegen den Willen des Betroffenen aus, auch für eine allfällige zwangsweise Verab-
reichung von Psychopharmaka (Urteil des Bundesgerichts vom 20. September 
2002, 6P.91/2002, 6S.274/2002, E. 4.3 mit Hinweis auf BGE 127 IV 159 E. 3d). Die 
entsprechenden ärztlichen Vorkehren dürfen allerdings nur so weit gehen, als damit 
der Zweck der Massnahme erreicht werden soll. Besonders betont werden überdies 

21

die Pflicht zur Beachtung der anerkannten Regeln der ärztlichen Kunst und Ethik 
(BGE 127 IV 159 E. 3d). Art. 43 StGB bezweckt nicht die Heilung als solche, son-
dern die Verhinderung von Straftaten und die Wiedereingliederung der Täter. Diese 
Ziele sind, insbesondere im Rahmen der Massnahmen nach Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 
StGB, nur auf dem Wege der Besserung oder zumindest der Stabilisierung des 
Geisteszustandes des Täters zu erreichen (Urteil des Bundesgerichts vom 20. Sep-
tember 2002, 6P.91/2002, 6S.274/2002, E. 4.2 mit Hinweis auf BGE 127 IV 159 E. 
3d; vgl. auch BGE 124 IV 250 E. 3b). Ob und welche Massnahme angeordnet wird, 
liegt im Ermessen des Richters. Die Anordnung einer solchen Massnahme ist als 
Eingriff in die Persönlichkeitsrechte mit der Verfassung nur vereinbar, wenn sie ei-
nem überwiegenden öffentlichen Interesse entspricht und verhältnismässig ist. Der 
Eingriff darf in sachlicher, räumlicher, zeitlicher und personeller Hinsicht nicht ein-
schneidender sein als zur Wahrung des überwiegenden öffentlichen Interesses not-
wendig. Je schwerer die psychische Anomalie und je grösser die Gefährdung der 
öffentlichen Sicherheit sind, desto schwerer kann der Eingriff in die persönliche Frei-
heit sein, der sich dadurch rechtfertigen lässt. Entscheidend ist dabei nicht die Ge-
fährlichkeit der Anlasstat, sondern die Gefährlichkeit des Geisteszustandes. Diese 
zur Verwahrung gemäss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB entwickelte Rechtsprechung gilt 
auch für Massnahmen gemäss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, wenn sie von hoher Ein-
griffsintensität sind. Die Anordnung einer Zwangsbehandlung gestützt auf Art. 43 
Ziff. 1 Abs. 1 StGB setzt eine erhebliche Fremdgefährdung voraus (Urteil des Bun-
desgerichts vom 20. September 2002, 6P.91/2002, 6S.274/2002, E. 4.4 mit Hinweis 
auf BGE 127 IV 161 E. 4c und d). Wie bereits ausgeführt, sind die Voraussetzungen 
für die Anordnung einer stationären Massnahme bei A. gegeben. Die gutachterliche 
Einschätzung vom 18. Dezember 2003 geht von einem hohen Delinquenzrisiko 
(auch Brandstiftung) aus. Eine stationäre sozialpsychiatrische Behandlung inklusive 
medikamentösem Behandlungsversuch lasse die Wahrscheinlichkeit weiterer Straf-
taten vermindern. Der Angeklagte gefährde aktuell in schwerwiegender Weise die 
öffentliche Sicherheit (vgl. act. 2.8 S. 31 f.). Die von A. ausgehende Gefahr schliesst 
die weniger eingreifende Behandlung im Rahmen einer ambulanten Massnahme 
von vornherein aus (Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 letzter Satz StGB). Da sich gemäss dem 
psychiatrischen Gutachten eine stationäre sozialpsychiatrische Behandlung inklu-
sive medikamentösem Behandlungsversuch auf das psychische Zustandsbild von 
A. positiv auswirkt (vgl. act. 2.8 S. 31), greift die gegen den Willen des Angeklagten 
angeordnete Einweisung in eine geeignete Heil- oder Pflege-P. angesichts seiner 
erheblichen Gefährdung nicht übermässig in die persönliche Freiheit von A. ein (vgl. 
Urteil des Bundesgerichts vom 20. September 2002, 6P.91/2002, 6S.274/2002, be-
züglich einer Zwangsmedikation). Soweit also mangels einer ärztlichen Intervention 

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wie in casu eine erhebliche Fremdgefährdung durch den Betroffenen zu befürchten 
ist, müssen Zwangsmassnahmen ohne weiteres zulässig sein (Heer, a.a.O., N 68 
zu Art. 43 StGB). 

e) Das psychiatrische Gutachten kommt zum Schluss, dass eine Neubeur-
teilung der Situation des Angeklagten (Gefährlichkeit, Legalprognose) frühestens 
nach drei Jahren erfolgen sollte (vgl. act. 2.8 S. 30). Die Strafkammer des Kantons-
gerichts erachtet diese drei Jahre lediglich als Prognose und nicht als fixe Dauer. 
Entscheidend für eine Neubeurteilung der Situation von A. ist vielmehr der Verlauf 
der angeordneten stationären Massnahme. Das bedeutet, dass je nach Behand-
lungsverlauf der Massnahme flexibel über eine Neubeurteilung zu entscheiden ist. 
Zu beachten ist Art. 45 Ziff. 1 Abs. 1 und 2 StGB, wonach die zuständige Behörde 
mindestens einmal jährlich von Amtes wegen die Entlassung des Betroffenen aus 
der stationären Massnahme zu prüfen hat. Dabei schreibt das Gesetz für diese jähr-
liche Überprüfung jedoch kein Gutachten vor. Die Vollzugsbehörden sind einzig ge-
halten, einen Bericht der Anstaltsleitung einzuholen. Damit wird bei therapeutischen 
Massnahmen der behandelnde Arzt zur Stellungnahme eingeladen. Der Arzt wird 
sich wohl primär zum Verlauf der Behandlung und zum Therapieerfolg äussern. Ein 
solcher Bericht kann den Anforderungen an ein Gutachten indessen per se nicht 
genügen. Die jährliche Erstellung eines neuen Gutachtens zu verlangen, wäre aber 
überspitzt (BGE 128 IV 245 f. E. 3.2; vgl. auch BGE 121 IV 1 ff.). 

f) Bei einer Einweisung in eine Heil- oder Pflege-P. ist der Vollzug der aus-
gesprochenen Strafe gestützt auf Art. 43 Ziff. 2 Abs. 1 StGB von Gesetzes wegen 
aufzuschieben. 

g) Angesichts der Massnahmebedürftigkeit stellt sich die Frage des beding-
ten Strafvollzuges gemäss Art. 41 Ziff. 1 StGB nicht (vgl. PKG 1983 Nr. 12). 

4. Im psychiatrischen Gutachten wird, in Ergänzung zur stationären 
Massnahme nach Art. 43 StGB, zur zivilrechtlichen Absicherung von A., insbeson-
dere auch im Zusammenhang mit der anstehenden Erbteilung, eine Vormundschaft 
empfohlen (vgl. act. 2.8 S. 30 f. und 33). Da die Zivilbehörden durch Art. 43 StGB 
grundsätzlich nicht an der Anordnung anderer Massnahmen gehindert werden (vgl. 
BGE 127 IV 161 E. 4c mit Hinweis auf BGE 115 IV 221 E. 2), sind die Akten nach 
Abschluss des Strafverfahrens der zuständigen Vormundschaftsbehörde zur Prü-
fung vormundschaftlicher Massnahmen zu überweisen.

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5. a) Nach Art. 130 Abs. 1 StPO kann ein Geschädigter seine zivilrechtliche 
Forderung gegenüber dem Angeklagten beim Strafgericht adhäsionsweise geltend 
machen. Unter den Begriff „zivilrechtliche Forderung“ sind unter anderem Schaden-
ersatzansprüche nach Art. 41 OR oder Genugtuungsansprüche nach Art. 47 und 49 
OR zu verstehen. Der Adhäsionsprozess bleibt daher trotz seiner Einbettung in das 
Strafverfahren ein Zivilprozess und richtet sich folglich subsidiär nach den Regeln 
der ZPO (vgl. Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubün-
den, 2. Aufl., Chur 1996, S. 328). Der Adhäsionskläger hat deshalb bei seiner Ein-
gabe die zivilprozessualen Formerfordernisse zu beachten. Zudem ist es – wie beim 
ordentlichen Zivilprozess – grundsätzlich Sache der Parteien, dem Gericht den Tat-
bestand darzulegen und zu beweisen. In diesem Sinne hält Art. 131 Abs. 3 StPO 
fest, dass das Gericht über die Adhäsionsklagen nur dann zu entscheiden hat, wenn 
es die Akten zur Beurteilung des Zivilpunktes als ausreichend erachtet. Ist dies nicht 
der Fall, wird die Adhäsionsklage an den ordentlichen Richter verwiesen (vgl. 
Padrutt, a.a.O., S. 331 f.). 

b) Am 24. Februar 2004 reichte die P. dem Untersuchungsrichteramt Chur 
eine Adhäsionsklage über Fr. 648'849.-- nebst 5 % Zins seit dem 24. September 
2003, allenfalls über einen Betrag nach richterlichem Ermessen, ein. Dieser Betrag 
sei der geschätzte Sachschaden, welcher bei den von A. verursachten Bränden an 
den verschiedenen Gebäuden entstanden sei. Gemäss Art. 44 des T. (BR U.) gin-
gen Schadenersatzansprüche des Eigentümers aus Verschulden Dritter auf die P. 
über, soweit sie Entschädigung leiste. Somit stehe der P. gegen A. eine Forderung 
in der genannten Höhe zu, da sie diesen Betrag den Eigentümern auszubezahlen 
habe, respektive teilweise bereits ausbezahlt habe. Beigelegt wurde eine Aufstel-
lung der geschädigten Versicherungsnehmer mitsamt der jeweiligen Schadens-
summe. Es ist jedoch nirgends ersichtlich, wie sich die jeweiligen Schadenssummen 
zusammensetzen. Detaillierte Belege dazu fehlen. Es fehlen auch Belege dazu, 
dass die P. die genannten Summen auch tatsächlich auszahlen wird. Der geltend 
gemachte Anspruch ist mithin nicht hinreichend ausgewiesen. Da die Gesamtforde-
rung, die sich aus mehreren Schadenssummen zusammensetzt, mittels Belegen 
nicht rechtsgenüglich nachgewiesen ist, ist die Adhäsionsklage der P. im Sinne von 
Art. 131 Abs. 3 StPO auf den Zivilweg zu verweisen.

c) Mit Schreiben vom 5. März 2004 an das Untersuchungsrichteramt Chur 
machte die Q. Versicherungen gestützt auf Art. 72 VVG eine Forderung von Fr. 
19'322.80 geltend. Aus dem Schreiben geht im Weiteren nur noch hervor, dass O. 
Versicherungsnehmer ist. Daraus ist zu schliessen, dass die Q. Versicherung den 

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genannten Betrag wohl an O. ausbezahlt hat und nun gestützt auf Art. 72 VVG als 
Versicherer den Anspruch von O. übernommen hat. Der Adhäsionsklage liegt je-
doch kein einziges Beweismittel bei. So fehlt beispielsweise eine detaillierte Aufstel-
lung, wie sich der geforderte Betrag zusammensetzt, oder der Nachweis, dass die-
ser Betrag auch an O. ausbezahlt worden ist. Aufgrund der ungenügenden Sub-
stanzierung der Forderung wird die Adhäsionsklage der Q. Versicherungen gemäss 
Art. 131 Abs. 3 StPO auf den Zivilweg verwiesen. 

6. Die Kosten der Strafuntersuchung, des Gerichtsverfahrens sowie der 
amtlichen Verteidigung gehen bei diesem Ausgang des Verfahrens zu Lasten des 
Verurteilten (Art. 158 Abs. 1 StPO), der auch die Kosten des Massnahmevollzuges 
zu tragen hat (Art. 189 Abs. 1 StPO). Demgegenüber sind die Kosten der angerech-
neten Polizei- und Untersuchungshaft und jene eines allfälligen Strafvollzuges vom 
Kanton Graubünden zu übernehmen (Art. 158 Abs. 3 StPO in Verbindung mit Art. 
188 StPO).

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Demnach erkennt die Strafkammer :

1. A. ist schuldig der mehrfachen Brandstiftung gemäss Art. 221 Abs. 1 StGB.

2. Dafür wird er bestraft mit 18 Monaten Gefängnis, unter Anrechnung der er-
standenen Untersuchungshaft von 216 Tagen. 

3. A. wird gestützt auf Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in eine geeignete Heil- oder 
Pflege-P. eingewiesen. 

4. Der Vollzug der Strafe wird gestützt auf Art. 43 Ziff. 2 Abs. 1 StGB aufge-
schoben. 

5. Nach Abschluss des Strafverfahrens werden die Akten der zuständigen Vor-
mundschaftsbehörde zur Prüfung vormundschaftlicher Massnahmen über-
wiesen. 

6. Die Adhäsionsklagen der P. und der Q. Versicherung werden auf den Zivil-
weg verwiesen. 

7. Die Kosten des Verfahrens bestehend aus:

- den Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft von Fr. 8'702.90

- der Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.00

- der amtlichen Verteidigung von Fr. 4‘970.60

total somit Fr. 16‘673.50

gehen zu Lasten von A..

Die Kosten der angerechneten Polizei- und Untersuchungshaft sowie die 
Kosten eines allfälligen Strafvollzuges trägt der Kanton Graubünden.

Die Kosten des Massnahmevollzuges hat A. zu tragen.

8. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-

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gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

9. Mitteilung an:

__________

Für die Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Präsident: Der Aktuar ad hoc: