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**Case Identifier:** 42b42fee-1246-5984-a818-ae657523f9eb
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-03-06
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 06.03.2020 SK.2019.67
**Docket/Reference:** SK.2019.67
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_SK-2019-67_2020-03-06

## Full Text

Fahrlässige Körperverletzung (Art. 125 StGB) und fahrlässige Störung des öffentlichen Verkehrs (Art. 237 StGB), jeweils i.V.m. Art. 98 LFG
;;Fahrlässige Körperverletzung (Art. 125 StGB) und fahrlässige Störung des öffentlichen Verkehrs (Art. 237 StGB), jeweils i.V.m. Art. 98 LFG
;;Fahrlässige Körperverletzung (Art. 125 StGB) und fahrlässige Störung des öffentlichen Verkehrs (Art. 237 StGB), jeweils i.V.m. Art. 98 LFG
;;Fahrlässige Körperverletzung (Art. 125 StGB) und fahrlässige Störung des öffentlichen Verkehrs (Art. 237 StGB), jeweils i.V.m. Art. 98 LFG

Urteil vom 6. März 2020 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Martin Stupf, Einzelrichter 
Gerichtsschreiberin Regina Derrer 

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Carlo 
Bulletti, Leitender Staatsanwalt des Bundes, Guisan-
platz 1, 3003 Bern, 
 
und Privatklägerschaft: 
 
B., 
 

 gegen 

  A., erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt Daniel Riner,  
 

Gegenstand  Fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Störung des 
öffentlichen Verkehrs 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: SK.2019.67 

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SK.2019.67 

Anträge der Bundesanwaltschaft: 

1. A. sei der fahrlässigen Körperverletzung (Art. 125 Abs. 1 StGB) sowie der fahr-
lässigen Störung des öffentlichen Verkehrs (Art. 237 Ziff. 2 i.V.m. Ziff. 1 Satz 1 
StGB) schuldig zu sprechen. 

 
2.  A. sei mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je Fr. 120.--, entsprechend Fr. 

7'200.--, zu bestrafen. Der Vollzug der Geldstrafe sei unter Ansetzung einer Pro-
bezeit von zwei Jahren aufzuschieben. 

 
3.  A. sei zudem mit einer Busse von Fr. 1'500.-- zu bestrafen; bei schuldhaftem 

Nichtbezahlen ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe von 12 Tagen. 
 
4.  Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Fr. 900.-- (Fr. 800.-- Kosten der Bundes-

anwaltschaft, Fr. 100.-- Kosten der Staatsanwaltschaft des Kantons Nidwaldens) 
seien A. aufzuerlegen. 

 
5.  Allfällige Zivilforderungen seien auf den Zivilweg zu verweisen. 
 
6.  Der Kanton Nidwalden sei mit dem Vollzug der Strafe zu beauftragen. 
 

Anträge der Privatklägerschaft: 

Die Privatklägerschaft verzichtet auf Anträge.  

Anträge der Verteidigung: 

1. A. sei freizusprechen. 
 
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Staatskasse. 

Prozessgeschichte 

A. Am 25. August 2017 kam es um ca. 10.30 Uhr auf dem Landeplatz Neufallenbach 
in Wolfenschiessen während eines Prüfungsfluges zum Tandem-Gleitschirmpi-
loten («Biplace») zu einem Unfall. Dabei wurde der Passagier B. verletzt. Beim 
Gleitschirmpiloten handelte es sich um A. (nachfolgend: Beschuldigter). Die Kan-
tonspolizei Nidwalden nahm noch gleichentags die Ermittlungen auf und befragte 
u.a. den Beschuldigten sowie den Prüfungsexperten C.; fünf Tage später erst-
mals auch den verletzten B. 

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SK.2019.67 

B. Am 20. November 2017 stellte B. (nachfolgend: Privatkläger) Strafantrag und 
konstituierte sich sowohl im Zivil- als auch im Strafpunkt als Privatkläger, worauf 
die Staatsanwaltschaft des Kantons Nidwalden (nachfolgend: StA Nidwalden) 
gegen den Beschuldigten am 4. Mai 2018 eine Strafuntersuchung wegen Ver-
dachts der fahrlässigen Körperverletzung eröffnete. 

C. Am 23. November 2018 erliess die StA Nidwalden einen Strafbefehl gegen den 
Beschuldigten und verurteilte ihn wegen fahrlässiger einfacher Körperverletzung 
(Art. 125 Abs. 1 StGB) zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 
Fr. 120.-- sowie zu einer Busse von Fr. 600.--. 

D. Dagegen erhob der Beschuldigte am 30. November 2018 durch seinen Verteidi-
ger fristgerecht Einsprache. Am 14. Dezember 2018 wurde eine Begründung zur 
Einsprache nachgereicht und u.a. ausgeführt, dass die sachliche Zuständigkeit 
vorliegend nicht bei der StA Nidwalden, sondern bei der Bundesanwaltschaft 
(nachfolgend: BA) liege. Infolgedessen verfügte die BA am 4. März 2019 die Aus-
dehnung der Strafuntersuchung auf den Tatbestand der (fahrlässigen) Störung 
des öffentlichen Verkehrs (Art. 237 StGB) und bestätigte der StA Nidwalden mit 
Schreiben vom 6. März 2019 die Verfahrensübernahme. 

E. Mit Strafbefehl vom 2. Oktober 2019 verurteilte die BA den Beschuldigten wegen 
fahrlässiger Körperverletzung (Art. 125 Abs. 1 StGB) und fahrlässiger Störung 
des öffentlichen Verkehrs (Art. 237 Ziff. 2 i.V.m. Ziff. 1 Satz 1 StGB) zu einer 
bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen à Fr. 120.-- sowie zu einer Busse von 
Fr. 1'500.--. 

F. Dagegen erhob der Beschuldigte am 8. Oktober 2019 innert Frist erneut Einspra-
che. Die BA hielt am Strafbefehl fest und überwies diesen am 31. Oktober 2019 
als Anklageschrift an das hiesige Gericht zwecks Durchführung eines ordentli-
chen Verfahrens (Art. 355 Abs. 3 lit. a i.V.m. Art. 356 Abs. 1 StPO). 

G. Im Rahmen der Prozessvorbereitungen holte das Gericht von Amtes wegen die 
üblichen Dokumente (Straf- und Betreibungsregisterauszug sowie Steuerunter-
lagen des Beschuldigten) ein. Zudem erachtete es die Einholung eines Gutach-
tens als notwendig, weshalb die Parteien mit prozessleitender Verfügung vom 
27. Dezember 2019 eingeladen wurden, sich zur sachverständigen Person D., 
Experte des E.-Verbands, zu äussern (Art. 184 Abs. 3 StPO). Die Parteien erho-
ben keine Einwände gegen die Ernennung des Sachverständigen. 

H. Im Gutachten vom 4. Februar 2020 beantwortete der Sachverständige die vom 
Gericht und der Verteidigung gemäss Gutachterauftrag vom 30. Januar 2020 ge-
stellten Fragen. Im Übrigen stellten die Parteien keine weiteren Beweisanträge 
und verzichteten insbesondere auch auf Zusatzfragen an den Sachverständigen. 

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I. Mit Schreiben vom 2. März 2020 teilte der Privatkläger dem Gericht mit, dass 
vorliegend jegliche unfallbedingten Kosten gedeckt seien und er keine weiteren 
Zivilforderungen vor Gericht geltend machen wolle. Zudem verzichte er auf eine 
Teilnahme an der Hauptverhandlung. 

J. Die Hauptverhandlung fand am 6. März 2020 in Anwesenheit des Beschuldigten 
und seines Verteidigers am Sitz des Bundesstrafgerichts statt. Nebst dem Privat-
kläger verzichtete auch die BA auf die Teilnahme an der Hauptverhandlung. 

K. Das Urteil wurde dem Beschuldigten und seinem Verteidiger gleichentags münd-
lich eröffnet. Mit Schreiben vom 11. März 2020 ersuchte der Verteidiger um 
schriftliche Begründung des Urteils (Art. 82 Abs. 2 lit. a StPO); mit gleichem Da-
tum und damit innert Frist meldete die BA Berufung an (Art. 399 Abs. 1 StPO). 

Der Einzelrichter erwägt: 

1. Prozessuales 

1.1 Zuständigkeit 

1.1.1 Gemäss Art. 23 Abs. 2 StPO i.V.m. 98 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Luft-
fahrt vom 21. Dezember 1948 (Luftfahrtgesetz, LFG; SR 748.0) unterstehen die 
an Bord eines Luftfahrzeuges begangenen strafbaren Handlungen, mit Aus-
nahme des hier nicht anwendbaren Abs. 2 dieser Bestimmung, der Bundesge-
richtsbarkeit. 

Die zu beurteilenden Taten sollen während eines Tandem-Gleitschirmfluges be-
gangen worden sein. Hängegleiter, zu welchen gemäss Art. 6 lit. a der Verord-
nung des UVEK über Luftfahrzeuge besonderer Kategorien vom 24. November 
1994 (VLK; SR 748.941) auch Gleitschirme zählen, gehören zu den nicht moto-
risch angetriebenen Luftfahrzeugen (Art. 2 Abs. 1 lit. c LFG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 
lit. b LFG i.V.m. Art. 1 VLK). Da es sich bei Gleitschirmen somit um Luftfahrzeuge 
im Sinne des LFG handelt, ist die Bundesgerichtsbarkeit gegeben. 

1.1.2 Die Kompetenz des Einzelrichters der Strafkammer des Bundesstrafgerichts 
ergibt sich aus Art. 19 Abs. 2 lit. b StPO i.V.m. Art. 36 Abs. 2 StBOG. 

1.2 Gültigkeit des Strafbefehls und der Einsprache 

Hinsichtlich der Gültigkeit des Strafbefehls und der Einsprache, die das Gericht 
vorfrageweise zu prüfen hat (Art. 356 Abs. 2 StPO), stellen sich keine Fragen. 

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2. Fahrlässige Körperverletzung 

2.1 Nach Art. 125 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer fahrlässig einen Menschen 
am Körper oder an der Gesundheit schädigt. 

2.2 Fahrlässig handelt, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvor-
sichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die 
Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den 
Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 
Abs. 3 StGB). 

2.3 Ein Schuldspruch wegen fahrlässiger Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 
StGB setzt somit voraus, dass der Täter den Erfolg durch Verletzung einer Sorg-
faltspflicht verursacht hat. Dies ist der Fall, wenn der Täter zum Zeitpunkt der Tat 
aufgrund der Umstände sowie seiner Kenntnisse und Fähigkeiten die damit be-
wirkte Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte erkennen können und müs-
sen und wenn er zugleich die Grenzen des erlaubten Risikos überschritten hat 
(BGE 134 IV 149 E. 4.). Wo besondere Normen der Unfallverhütung und der Si-
cherheit dienende Normen ein bestimmtes Verhalten gebieten, bestimmt sich das 
Mass der zu beachtenden Sorgfalt in erster Linie nach diesen Vorschriften 
(BGE 143 IV 138 E. 2.1). Das Gleiche gilt für entsprechende allgemein aner-
kannte Verhaltensregeln, auch wenn diese von einem privaten oder halböffentli-
chen Verband erlassen wurden und keine Rechtsnormen darstellen (BGE 135 IV 
56 E. 2.1; 134 IV 193 E. 7.2). Dies schliesst nicht aus, dass der Vorwurf der 
Fahrlässigkeit auch auf allgemeine Rechtsgrundsätze wie etwa den allgemeinen 
Gefahrensatz gestützt werden kann. Denn einerseits begründet nicht jeder 
Verstoss gegen eine gesetzliche oder für bestimmte Tätigkeiten allgemein aner-
kannte Verhaltensnorm den Vorwurf der Fahrlässigkeit, und andererseits kann 
ein Verhalten sorgfaltswidrig sein, auch wenn nicht gegen eine bestimmte Ver-
haltensnorm verstossen wurde. Die Vorsicht, zu der ein Täter verpflichtet ist, wird 
letztlich durch die konkreten Umstände und seine persönlichen Verhältnisse be-
stimmt, weil naturgemäss nicht alle tatsächlichen Gegebenheiten in Vorschriften 
gefasst werden können (BGE 135 IV 56 E. 2.1, S. 64).  

 Die zum Erfolg führenden Geschehensabläufe müssen für den konkreten Täter 
mindestens in ihren wesentlichen Zügen voraussehbar sein. Hierbei gilt somit der 
Massstab der Adäquanz (BGE 130 IV 7 E. 3.2). Danach muss das Verhalten ge-
eignet sein, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des 
Lebens einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens zu 
begünstigen. Die Vorhersehbarkeit der zu beurteilenden Ursache für den Erfolg 
ist nur zu verneinen, wenn ganz aussergewöhnliche Umstände, wie das Mitver-
schulden eines Dritten oder Material- oder Konstruktionsfehler als Mitursache 

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hinzutreten, mit denen schlechthin nicht gerechnet werden musste und die derart 
schwer wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache des 
Erfolgs erscheinen und so alle anderen mitverursachenden Faktoren – nament-
lich das Verhalten des Beschuldigten – in den Hintergrund drängen (BGE 135 IV 
56 E. 2.1; 131 IV 145 E. 5.1-5.2; 127 IV 62 E. 2d; 126 IV 13 E. 7a/bb). Damit der 
Eintritt des Erfolgs auf das pflichtwidrige Verhalten des Täters zurückzuführen ist, 
genügt seine blosse Voraussehbarkeit nicht. Vielmehr stellt sich die weitere 
Frage, ob der Erfolg auch vermeidbar war. Hierzu wird ein hypothetischer Kau-
salverlauf untersucht und geprüft, ob der Erfolg bei pflichtgemässem Verhalten 
des Täters ausgeblieben wäre. Für die Zurechnung des Erfolgs genügt es, wenn 
das Verhalten des Täters mit einem hohen Grad der Wahrscheinlichkeit oder mit 
an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Ursache des Erfolges bildete 
(BGE 130 IV 7 E. 3.2 m.w.H.). 

3. Anklagevorwurf 

Die BA wirft dem Beschuldigten vor, den Absturz bzw. Unfall vom 25. August 
2017 verursacht zu haben, indem er im Queranflug an beiden Bremsleinen zie-
hend bereits stark abgebremst und daraufhin die Linkskurve vom Quer- in den 
Landeanflug mit einem noch stärkeren Zug an der linken Bremsleine eingeleitet 
habe. Aufgrund der zu geringen Geschwindigkeit sei es zu einem Strömungs-
abriss gekommen, was zum einseitigen Einklappen des Schirms und schliesslich 
zum Absturz geführt habe. Dabei sei es für den Beschuldigten vorhersehbar ge-
wesen, dass ein solch sorgfaltspflichtwidriges Handeln zu einem Strömungs-
abriss führen und bei einer derart geringen Flughöhe vom Gleitschirm nicht mehr 
rechtzeitig abgefangen werden könne. Der Unfall und damit auch die Verletzun-
gen des Privatklägers B. wären vermeidbar gewesen, wenn der Beschuldigte sei-
nem Können entsprechend die Landung eingeleitet hätte, indem er den Gleit-
schirm weniger stark abgebremst und weniger heftig an der linken Leine gezogen 
hätte. Auf diese Weise hätte der Beschuldigte den Gleitschirm in den Landean-
flug bringen können ohne einen Strömungsabriss und den anschliessenden Ab-
sturz zu verursachen. 

  

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4. Beweismittel, Beweisergebnis und Subsumption 

Der Beschuldigte bestreitet zwar den Anklagevorwurf, erklärte jedoch vor Gericht 
auf entsprechenden Vorhalt, dass der im Strafbefehl bzw. in der Anklageschrift 
vom 2. Oktober 2019 umschriebene äussere Sachverhalt korrekt wiedergegeben 
worden sei (TPF 2.731.5). Vorab ist anhand der Personalbeweise, des Sachver-
ständigengutachtens und der übrigen Beweismittel festzustellen, ob der ange-
klagte Sachverhalt beweismässig als erstellt gilt. 

4.1 Gemäss Art. 10 Abs. 3 StPO geht das Gericht von der für die beschuldigte Per-
son günstigeren Sachlage aus, wenn unüberwindliche Zweifel daran bestehen, 
dass die tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat erfüllt sind. Diese 
Bestimmung konkretisiert den verfassungsmässigen Grundsatz der Unschulds-
vermutung (in dubio pro reo; Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK). Sie 
verbietet es, bei der rechtlichen Würdigung eines Straftatbestands von einem be-
lastenden Sachverhalt auszugehen, wenn nach objektiver Würdigung der ge-
samten Beweise ernsthafte Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt tatsächlich 
so verwirklicht hat, oder wenn eine für die beschuldigte Person günstigere Tat-
version vernünftigerweise nicht ausgeschlossen werden kann. Auf der anderen 
Seite kann keine absolute Gewissheit verlangt werden; abstrakte und theoreti-
sche Zweifel sind kaum je ganz auszuräumen (BGE 144 IV 345 E. 2.2.1 m.w.H.). 
Der Nachweis kann mittels direkten oder indirekten Beweises erbracht werden. 
Bei Letzterem (sog. «Indizienbeweis») wird aus bestimmten Tatsachen, die nicht 
unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu bewei-
sende, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache geschlossen. Eine Mehrzahl von 
Indizien, welche für sich alleine nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die 
Täterschaft oder die Tat hinweisen, können in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeu-
gen, das bei objektiver Betrachtung keine Zweifel bestehen lässt, dass sich der 
Sachverhalt so verwirklicht hat (Urteil des Bundesgerichts 6B_1427/2016 vom 
27. April 2017 E. 3 m.w.H.; Urteil des Bundesstrafgerichts SK.2018.26 vom 9. Au-
gust 2018 E. 3.4.4.4). Der Indizienbeweis ist dem direkten Beweis gleichgestellt 
(BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.4; Urteile des Bundesgerichts 6B_360/2016 vom 1. 
Juni 2017 E. 2.4; nicht publ. in: BGE 143 IV 361 sowie 6B_332/2009 vom 4. Au-
gust 2009 E. 2.3; je mit Hinweisen). Sachverhaltsalternativen sind nur zu prüfen, 
wenn die Indizienlage widersprüchlich oder ambivalent ist (BGE 144 IV 345 E. 
2.2.3.7). 

4.2 Aussagen Beschuldigter 

Anlässlich seiner ersten Einvernahme am Unfalltag durch die Kantonspolizei 
Nidwalden erklärte der Beschuldigte, dass er beim Übergang vom Quer- in den 
Landeanflug vermutlich zu stark eingelenkt habe. Er habe gemerkt, dass der 

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Schirm eingeknickt sei und habe die Bremsen wieder gelöst. Dies habe zur Folge 
gehabt, dass der Schirm gegen vorne abgetaucht und plötzlich in einen freien 
Fall hineingefallen sei. In der Folge seien er und der Privatkläger ca. 8 Meter zu 
Boden gestürzt (BA 13.1.2). Bei einer Einvernahme, rund ein Jahr später, be-
schrieb der Beschuldigte den Unfallhergang wie folgt: «Als ich auf entsprechen-
der Höhe war, bin ich [in] den Gegenanflug gegangen. [Ich] habe gepeilt. […] als 
ich das Gefühl hatte, ich wäre auf der richtigen Höhe ging ich in den Queranflug 
über eine Baumreihe und schaute gleichzeitig in die Landezone. […] Beim Quer-
anflug habe ich erlebt, dass die Luft unruhig war. […] Ich spürte Bewegungen im 
Schirm […] und konnte dann den Schirm wieder stabilisieren. Als ich die richtige 
Höhe hatte und in den Endanflug übergehen wollte, merkte ich, wie der Schirm 
weich wird und gegen vorne beschleunigt. Das Ganze war sehr überraschend. 
Ich hörte in den Ohren auch, dass der Fahrtwind weniger war. Ich habe dann 
nach links eingelenkt und merkte dann, dass ich in der linken Bremse keinen 
Druck mehr hatte. […] Ich spürte, dass ich links keinen Widerstand mehr hatte, 
was ein Zeichen war, dass die Strömung abreisst. Ich nahm sofort beide Arme 
hoch, um die Bremsen freizugeben […], um so den Schirm wieder in Fahrt zu 
bekommen. […] Der Schirm kam nach vorne, was man auch hofft, und ich habe 
ihn wieder abgefangen. Die Höhe hatte ich nicht mehr […], damit wir Passagiere 
wieder unter den Schirm kommen, um die Pendelbewegung wieder auszuglei-
chen und aufzufangen. […] Dann sind wir praktisch steil in den Boden einge-
schlagen» (BA 13.1.7 f.). Auf die Frage, wie es seiner Ansicht nach zum Absturz 
beim Prüfungsflug gekommen sei, antwortete der Beschuldigte, dass dies infolge 
des Strömungsabrisses auf der linken Seite geschehen sei. Er sei angesichts der 
Prüfungssituation angespannt gewesen und habe es gut machen wollen, wisse 
aber nicht, ob er den Absturz hätte verhindern können (BA 13.1.11). Gegenüber 
der BA sagte der Beschuldigte aus, dass leichter Wind auf dem Landeplatz ge-
herrscht habe, was er am «Windfähnli» gesehen habe. Als er vom Gegen- in den 
Queranflug übergegangen sei, habe er unerwartete Luftbewegungen im Schirm 
bemerkt. Er habe versucht diese auszugleichen und gleichzeitig den Landepunkt 
anzupeilen. Dann habe er das Gefühl gehabt, von hinten Wind zu bekommen. 
Das sei im Moment gewesen, als er vom Quer- in den Endanflug geflogen sei. 
Es sei halb elf Uhr morgens gewesen, da beginne eine andere Thermik, und er 
könne sich nur vorstellen, dass zwischen den Bäumen, entlang welcher der 
Queranflug erfolgt sei, eine andere Luftbewegung geherrscht habe. Aufgrund der 
vom Engelberg das Tal hinunterfliessenden kalten Luft und der Tatsache, dass 
sich die Luft gleichzeitig an anderen Bergen aufwärme, komme es zu Gegenbe-
wegungen (BA 13.1.19). Damit konfrontiert, dass der Prüfungsexperte C. festge-
stellt habe, dass der Schirm übersteuert habe, weil der Beschuldigte zu stark an 
der Steuerleine gezogen habe, machte er geltend, dass er sich nicht bewusst sei, 

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zu fest an der Leine gezogen zu haben, wobei die Stärke des Zuges immer in 
Abhängigkeit zum Wind stehe (BA 13.1.18 Z. 7 f., -19 Z. 27 ff., -20 Z. 28 ff.). 

Vor Gericht gab der Beschuldigte zu Protokoll, er habe die leichte Unruhe in der 
Luft bereits vom Gegen- in den Queranflug gespürt und den Schirm daraufhin mit 
verschiedenen Bremsbewegungen wieder stabilisiert (TPF 2.731.8 f. Z. 43 ff.). Er 
sei der Meinung gewesen, den Queranflug in mittlerem Tempo, d.h. mit leicht 
angebremstem Schirm, zu fliegen und diesen angemessen zur Situation zu steu-
ern. Er habe dann bemerkt, dass er Wind von hinten bekomme – dadurch nehme 
sofort die Geschwindigkeit relativ zur Luft ab (TPF 2.731.10 f. Z. 46 f.) – und habe 
eingelenkt (TPF 2.731.5 Z. 39 ff.). Mit der Feststellung im Sachverständigengut-
achten konfrontiert, dass dies mit einem zusätzlichen Zug an der linken Bremse 
geschehen sei (vgl. nachfolgend E. 4.6), führte der Beschuldigte an, dass es fast 
nicht anders gewesen sein könne, dass er es aber nicht bestätigen könne, da er 
in dieser Situation automatisch reagiert habe (TPF 2.731.9 Z. 37 ff.). Weiter führte 
der Beschuldigte aus, dass er im Moment, in dem er eingelenkt habe, gespürt 
habe, dass der Schirm zu weich sei und die Strömung abreisse. Er sei sich aber 
nicht bewusst, dass er dabei extreme Lenkbewegungen verursacht habe 
(TPF 2.731.5 Z. 40 ff.). Zum Unfall sei es seiner Ansicht nach gekommen, weil er 
im Vergleich zur umgebenden Luft, angesichts des zuvor beschriebenen 
Windstosses von hinten, zu langsam geflogen sei; dadurch sei die Strömung ab-
gerissen. In diesem Moment sei er sich dessen aber nicht bewusst gewesen und 
könne auch nicht mehr sagen, ob er mit zu viel Bremse geflogen sei; er sei so 
sehr auf die Peilung zum Landekreis, auf den richtigen Moment für die letzte 
Kurve, den Übergang vom Quer- zum Endanflug und auf die Stabilität des Flug-
geräts konzentriert gewesen (TPF 2.731.6 Z. 9 ff., Z. 16 ff., Z. 22 ff.; -7 Z. 6 f., 
Z. 12 ff., Z. 37 ff.; -11 Z. 5 ff.). Er habe nach bestem Wissen und Können gehan-
delt und könne sich keinen Flugfehler vorwerfen (TPF 2.731.6 Z. 16 ff.; -14 Z. 21 
ff.). 

4.3 Aussagen Privatkläger B. 

Am Unfalltag (25. August 2017) gab der Privatkläger (jeweils als Auskunftsper-
son befragt) zu Protokoll, dass der Beschuldigte im Landeanflug nicht direkt den 
Landkreis habe anfliegen können und deshalb zuerst noch in Richtung Wald ge-
flogen sei. Dann sei alles sehr schnell gegangen: Er (der Privatkläger) habe be-
merkt, dass der Schirm einseitig eingeklappt sei bzw. keinen Auftrieb mehr ge-
habt habe. Dann seien sie beide auf den Boden gefallen. Einen Flugfehler des 
Beschuldigten habe er aber nicht feststellen können (BA 12.1.2). Bei der Einver-
nahme vom 26. Juni 2018 bestätigte der Privatkläger diese Aussage und ergänz- 
te zum Unfallhergang was folgt: «Ensuite, au lieu d'atterrir, on est repartis faire 
une base en direction de la forêt parce que je pense que A. a estimé qu'on était 

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encore trop haut pour atterrir. Je n'ai pas analysé la situation comme pilote, j'étais 
passager et me concentrait sur ce que A. me disait. A ce moment-là, A. ne me 
disait rien, mais j'étais à son écoute. Là, j'ai senti qu'on partait sur l'arrière, sur le 
côté, il me semble que c'était le côté gauche. […] J'ai vu l'herbe qui se rapprochait 
de plus en plus vite et pour finir, nous avons heurté le sol herbeux.» Obwohl er 
anlässlich der ersten Einvernahme am Unfalltag ausgesagt hatte, dass er seitens 
des Beschuldigten keinen Flugfehler habe feststellen können (BA 12.1.2), gab er 
angesprochen auf die Gründe, die zum Unfall geführt haben, zu Protokoll, er sei 
nach einer Analyse mit Fliegereifreunden zum Schluss gekommen, dass die linke 
Flügelseite zu langsam unterwegs gewesen und abgerissen sei. Wenn der Be-
schuldigte nicht zu stark an den Bremsen gezogen hätte, hätte der Unfall seiner 
Ansicht nach verhindert werden können (BA 12.1.8). Gleichlautendes führte der 
Privatkläger anlässlich seiner Einvernahme vom 21. August 2019 gegenüber der 
BA aus (BA 12.1.17). 

4.4 Aussagen F. 

Der Soloflugschüler F. beobachtete den Landeanflug des Beschuldigten und gab 
noch am Unfallort als Auskunftsperson Folgendes zu Protokoll: «Ich sah, dass 
der Pilot auf dem Landeanflug noch eine Kurve machte, um Höhe zu verlieren. 
Bei diesem Manöver klappte die linke Seite des Schirms zu. Der Pilot liess dann 
die Leinen los und der Schirm öffnete sich wieder. Da Schirm und Pilot bereits zu 
tief waren, fielen der Pilot und der Passagier nach vorne auf den Boden. Was 
genau der Grund war, dass der Schirm linksseitig einklappte, kann ich nicht sa-
gen. Entweder war der Wind das Problem oder ein Fehler des Piloten, dass die-
ser zu fest an der linken Leine zog.» (BA 12.2.2). 

4.5 Aussagen C. 

C. fungierte am Unfalltag als Prüfungsexperte und gab gleichentags, als Aus-
kunftsperson befragt, folgende Beobachtungen zu Protokoll: «Im Queranflug 
übersteuerte der Schirm und ist abgerissen (Strömung). Nach dem Lösen der 
Bremsen nahm der Schirm wieder Fahrt auf und beschleunigte, worauf auch 
schon der Boden kam. Der Pilot und Passagier stürzten dann nach vorne auf den 
Boden. […] Aus meiner Sicht war dies ein Lenkfehler des Piloten. Dass der 
Schirm übersteuerte, liegt daran, dass der Pilot zu fest an der einen Steuerleine 
zog. Ich glaube, es war die linke Leine» (BA 12.3.2). An der Einvernahme vom 
29. Oktober 2018 erklärte C., der Beschuldigte sei beim Queranflug mit viel brem-
sen geflogen, wodurch der Schirm beim Eindrehen in den Endanflug in einen 
einseitigen Strömungsabriss gekommen sei. Der Beschuldigte habe dies be-
merkt und die Bremsen sofort wieder gelöst. Dies habe dazu geführt, dass der 
Schirm nach vorne hin Fahrt bekommen habe und der Pilot und der Passagier 

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von hinten oben nach vorne unter den Schirm gependelt und auf dem Boden 
aufgeschlagen seien. Ursächlich für den Absturz sei ein Flugfehler des Beschul-
digten gewesen. Es handle sich um einen Fehler, der nicht selten auftrete, gele-
gentlich auch bei Prüfungssituationen (BA 12.3.5). Vor Gericht als Zeuge einver-
nommen, ergänzte C., dass der Beschuldigte noch im Queranflug, im Moment, 
als er in den Endanflug habe eindrehen wollen, die eine Bremse zu stark gezogen 
habe und es so zu einem Strömungsabriss gekommen sei. Er (der Beschuldigte) 
habe dies sofort bemerkt und die Bremsen wieder losgelassen, wobei das Lösen 
der Bremsen zur Folge habe, dass der Schirm ziemlich viel Fahrt aufnehme und 
nach vorne pendle (TPF 2.761.5 Z. 17 ff.). Danach gefragt, ob eine Luftbewe-
gung, z.B. eine Windböe, ursächlich für den Absturz gewesen sein könnte, führte 
C. aus, da der Flug irgendwann am Vormittag stattgefunden habe, sei davon 
auszugehen, dass es eher ruhig gewesen sei. Er könne sich aber nicht mehr an 
die genauen Flugbedingungen erinnern. Gemäss seinem handschriftlichen Pro-
tokoll am Unfalltag hätten absolut perfekte Bedingungen geherrscht (TPF 2.761.5 
Z. 32 ff.). In Prüfungssituationen komme es immer wieder einmal vor, dass ein 
Pilot durch zu starkes Ziehen auf einer Seite einen Strömungsabriss verursache. 
Dies habe stets zur Folge, dass die Prüfung als nicht bestanden abgebrochen 
werde. Häufig passiere dieser Fehler in grösserer Höhe, wo dies nicht weiter ge-
fährlich sei, wenn es der Pilot merke und den Schirm beruhigen könne; beim 
Anflug auf den Landeplatz in tieferer Höhe könne dies demgegenüber – wie vor-
liegend – fatale Konsequenzen haben (TPF 2.761.6 Z. 1 ff.). 

Angesprochen auf seine frühere Aussage bei der BA, wonach der Beschuldigte 
gewissermassen zwei Fehler begangen habe – zunächst ein zu starkes Einbrem-
sen von beiden Leinen (Seiten) und dann beim Eindrehen auf der einen Seite die 
Leine noch stärker gezogen, was zum einseitigen Strömungsabriss geführt habe 
(BA 12.3.6) – präzisierte C. vor Gericht: Wenn, wie dies der Beschuldigte am 
Unfalltag getan habe, bereits angebremst geflogen werde, müsse auf einer Seite 
die Bremse gelöst werden, wenn an der anderen gezogen wird. Werde mit voller 
Geschwindigkeit geflogen, würden die Dreh- respektive Lenkbewegungen hefti-
ger, was zwar im Landeanflug nicht ideal sei, aber die Gefahr eines Strömungs-
abrisses verringere, weil man schneller fliege. Somit habe es sich beim ange-
bremsten Fliegen wahrscheinlich nicht um einen Fehler gehandelt; dieses Ver-
halten habe den eigentlichen Fehler jedoch begünstigt (TPF 2.761.6 Z. 27 ff.). 
Mit den wesentlichen Feststellungen und Schlussfolgerungen des Sachverstän-
digengutachtens vom 4. Februar 2020 (vgl. nachfolgend E. 4.6) konfrontiert, er-
klärte sich C. als einverstanden; ihn überzeuge das Gutachten (TPF 2.761.8 f. Z. 
1 ff.). Auf Vorhalt der gutachterlichen Frage, welche Handlungen der Beschul-
digte hätte vornehmen müssen, um das Absturzrisiko in der vorliegenden Situa-
tion zu verringern, führte C. ergänzend aus, der Schirm reisse nicht einfach so 

- 12 - 

SK.2019.67 

ab. Entweder, man sei per se zu langsam unterwegs, dann brauche es sehr we-
nig, oder man sei an der Grenze und ziehe noch mehr, so dass der Schirm ab-
reisse. Von alleine passiere das nicht, weshalb aus seiner Sicht ein Fehler vor-
handen sei (TPF 2.761.8 Z. 39 ff.). 

4.6 Gutachterliche Feststellungen 

Der korrekte Landeanflug beim Gleitschirmflug wird im Gutachten wie folgt be-
schrieben: Die Landevolte werde in fünf Teilen geflogen: die Abbaukreise, der 
Gegenanflug, der Queranflug, der Endanflug und die eigentliche Landung. Im 
Abbauraum werde die überschüssige Höhe mit Kreisflügen abgebaut. Sobald die 
Höhe passe, fliege der Pilot in den Gegenanflug, der seitlich am Landeplatz vor-
beiführe. Anschliessend werde mit einer 90°-Kurve der Queranflug eingeleitet. 
Nach einer weiteren 90°-Kurve gelange der Pilot in den Endanflug, welcher mit 
der Landung beendet werde. Es werde – je nach Vorgabe am Landeplatz – eine 
Links- oder eine Rechtsvolte geflogen; am Unfallort standardmässig eine Links-
volte (TPF 2.264.1.23). 

Zum Strömungsabriss beim Gleitschirmflug führt das Gutachten im Wesentlichen 
Folgendes aus: Anders als bei einem Flugzeug könne beim Gleitschirm die Flü-
gelnase nicht direkt angesteuert werden. Die Tragfläche eines Gleitschirms 
könne nur gebremst werden, indem die Austrittskante (Flügelhinterkante) hinun-
tergezogen werde. Dadurch verringere sich auch der Auftrieb, was bedeute, dass 
ein angebremster Gleitschirm weniger gut gleite. Werde ein Gleitschirm nicht ge-
bremst, fliege er am besten; er habe dann den besten Gleitwinkel. Je mehr der 
Schirm abgebremst werde, desto mehr verringere sich der Gleitwinkel und zwar 
bis zu dem Punkt, an dem der Schirm, bedingt durch den Strömungsabriss, nicht 
mehr fliege. Ein Gleitschirm könne nur mit Luft, die durch Öffnungen in der Flü-
gelnase in die Fläche einströme, in Form gehalten werden. Verringere sich nun 
die Strömungsgeschwindigkeit, verringere sich auch der Innendruck im Schirm, 
die Schirmfläche werde spürbar weich und der Bremsdruck nehme ab. Der Pilot 
werde so «gewarnt», dass die Fluggeschwindigkeit zu langsam sei 
(TPF 2.264.1.32 f.). 

Im Gutachten wird der Unfallhergang gestützt auf die Akten wie folgt erläutert: 
Zunächst habe der Beschuldigte, nachdem er mit einer 90°-Kurve vom Gegen- 
in den Queranflug eingedreht habe, mittels beidseitigem Bremseinsatz seine 
Gleitleistung verringert, da er eher etwas hochgeflogen sei; dies um zu verhin-
dern, dass er den Landekreis überfliege. «Im Queranflug stellte [der Beschul-
digte] eine unruhigere Luft fest, diese wird dazu geführt haben, dass er den 
Schirm stabilisierte, indem er seine beiden Bremsen zusätzlich anzog. Aufgrund 

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der angespannten Prüfungssituation und der vollen Konzentration auf den Lan-
dekreis kann vermutet werden, dass ihm in diesem Moment nicht bewusst war, 
dass er zu langsam flog. Wäre ihm dieser Punkt klar gewesen, hätte er einerseits 
durch ein (leichtes) Lösen der Bremsen vor der Kurve wieder etwas Fahrt auf-
nehmen oder er hätte die Linkskurve statt durch noch mehr Zug auf der linken 
Bremse, durch Einlösen der rechten Bremse einleiten können. Da [der Beschul-
digte] die letzte Linkskurve aber wie üblich mit zusätzlichem Zug der linken 
Bremse einleitete, verlangsamte sich die linke Flügelseite so sehr, dass dort die 
Strömung abzureissen begann» (TPF 2.264.1.33 f.). An anderer Stelle im Gut-
achten wird der Unfallhergang – ergänzend und in Übereinstimmung mit den vo-
rangehenden Ausführungen – wie folgt beschrieben: «Der Pilot fliegt eher zu 
langsam im Queranflug, ohne sich dies bewusst zu sein. Er zieht dann die linke 
Bremsleine hinunter, um in den Endanflug einzudrehen. Dabei merkt der Pilot, 
dass die Strömung auf der linken Flügelseite abreisst, denn er stellt fest, dass 
diese Flügelseite weich wird und sich der Fahrtwind erst noch verringert. In der 
Situation beschleunigt die linke Flügelseite noch nicht. Als er den Strömungs-
abriss erkennt, gibt er sofort die Bremsen frei, um den Schirm wieder zu be-
schleunigen, damit dieser wieder genügend Auftrieb erzeugen kann. Weil die 
Flughöhe dafür jedoch zu gering war, gelang dies nicht mehr.» In dieser Situation 
habe der Pilot keine andere Möglichkeit mehr gehabt, seine Situation und die des 
Passagiers zu verbessern (TPF 2.264.1.37). Gemäss Sachverständigem habe 
die eigentliche Ursache für den Unfall darin bestanden, dass der Beschuldigte 
nicht erkannt habe, dass er zu langsam unterwegs gewesen sei: «Somit hätte er, 
um den Absturz verhindern zu können, diesen Tatbestand erkennen müssen. 
Hätte er dies getan, hätte er die Bremsen früher gelöst und/oder die Linkskurve 
nicht mit einem zusätzlichen Zug an der linken Bremse eingeleitet, sondern mit 
dem Freigeben der rechten Bremse. […] Nicht das Einlenken mit einer Links-
kurve in den Endanflug war beim Unfall das Problem. Diese Linkskurve war für 
das Landemanöver zwingend nötig. Das Problem war, dass der Pilot vor dieser 
Kurve bereits eher zu langsam flog. Hätte er dies erkannt, hätte er die Linkskurve 
nicht mit zusätzlichem Ziehen der linken Bremse eingeleitet, sondern dies durch 
Lösen der rechten Bremse gemacht (der Fachbegriff hierfür ist «negativ steu-
ern»)» (TPF 2.264.1.38). 

4.7  
4.7.1 Zu klären ist unter anderem die Frage, ob der Beschuldigte zu langsam flog. Be-

züglich des Unfallhergangs ist nicht strittig, dass der Beschuldigte angesichts der 
leichten Unruhe, die er in der Luft spürte, den Schirm im Queranflug mit Brems-
bewegungen stabilisierte und mithin angebremst flog. Strittig ist allerdings, ob er 
in jener Phase der Landevolte noch in angemessenem Tempo unterwegs war. 
Dagegen sprechen in erster Linie die stimmigen Aussagen des Prüfungsexperten 
C., wonach der Beschuldigte im Queranflug mit zu viel bremsen geflogen sei, 

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was den einseitigen Strömungsabriss beim Eindrehen in den Endanflug begüns-
tigt habe. Auch der Experte D. hielt im Gutachten fest, die unruhige Luft habe 
dazu geführt, dass der Beschuldigte den Schirm im Queranflug stabilisierte, in-
dem er seine beiden Bremsen zusätzlich anzog. Wegen der angespannten Prü-
fungssituation und der vollen Konzentration auf den Landekreis sei ihm in diesem 
Moment wohl nicht bewusst gewesen, dass er zu langsam flog. Für ein fehlendes 
Bewusstsein des Beschuldigten bezüglich der Fluggeschwindigkeit im Queran-
flug sprechen auch seine Aussagen vor Gericht, wonach er infolge der Konzen-
tration auf das Landemanöver nicht mehr sagen könne, ob er mit zu viel Bremse 
geflogen sei. 

 Hinsichtlich der Drehung vom Quer- in den Endanflug ist Folgendes festzustellen: 
Gemäss Gutachten habe der Beschuldigte die Linkskurve mit zusätzlichem Zug 
an der linken Bremse – und nicht durch Freigabe der rechten Bremse – eingelei-
tet. Dies stimmt mit den Angaben des Beschuldigten überein, wonach er vom 
Quer- in den Endanflug nach links eingelenkt sei und dann bemerkt habe, dass 
er in der linken Bremse keinen Druck mehr habe, woraufhin er sofort die Bremsen 
freigegeben habe. Vor Gericht räumte der Beschuldigte ein, dass es sich fast 
nicht anders zugetragen haben konnte, als wie im Gutachten festgehalten. Auch 
der Zeuge C. sagte wiederholt aus, der Beschuldigte habe im Moment, als er in 
den Endanflug habe eindrehen wollen, an der einen Steuerleine – nach Erinne-
rung des Zeugen an der linken – gezogen. Seinen Angaben zufolge sei dieser 
Zug, angesichts der Tatsache, dass der Beschuldigte bereits mit viel Bremse un-
terwegs gewesen sei, zu stark gewesen; weshalb es sehr wenig brauche, dass 
der Schirm abreisse. In Bezug auf die Intensität der Lenkbewegung vom Quer- 
in den Endanflug sind die Angaben des Beschuldigten nicht konsistent: Während 
er kurz nach dem Unfall zu Protokoll gab, es sei zum Absturz gekommen, weil er 
beim Übergang vom Quer- in den Landeanflug wohl zu stark eingelenkt habe, 
sagte er gegenüber der BA und vor Gericht aus, er sei sich nicht bewusst, zu 
stark an der einen (linken) Leine gezogen zu haben. Vor Gericht gestand der 
Beschuldigte auf die Frage, ob er die letzte Kurve mit einem zusätzlichen Zug an 
der linken Leine eingeleitet habe, ein, in dieser Situation automatisch reagiert zu 
haben.  

 Der Beschuldigte erklärte ferner, im Moment, in dem er vom Quer- in den End-
anflug geflogen sei, bemerkt zu haben, dass er Wind von hinten bekomme. Be-
merkenswert ist, dass er diesen Rückenwind anlässlich der Anhörung bei der BA 
erwähnte, nachdem sein Verteidiger in seiner Eingabe an die Staatsanwaltschaft 
Nidwalden vom 14. Dezember 2018 eine Windböe als mögliche Ursache für den 
Strömungsabriss erstmals thematisierte. Noch am Unfalltag verortete er die Ur-
sache des Absturzes bei einem zu starken Zug an der einen Leine. Sein Empfin-
den, dass der Schirm plötzlich weich geworden sei, gegen vorne beschleunigt 

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habe und er gehört habe, wie der Fahrtwind abgenommen habe, lässt jedoch 
keine Rückschlüsse auf die Ursache der zu geringen Strömungsgeschwindigkeit 
resp. des Strömungsabrisses zu. Der Gutachter schliesst die Rückenwindphase 
als eine mögliche Ursache des Strömungsabrisses zwar nicht aus. Als haupt-
sächliche Erklärung für den Absturz nennt das Gutachten jedoch das Einlenken 
durch Zug an der linken Bremse bei bereits zu langsamem Flug. Die Unfallsitua-
tion sei in der letzten Kurve, die offensichtlich zu langsam geflogen worden sei, 
ausgelöst worden. Weiter gebe es keine Hinweise, dass es im Zeitpunkt des Un-
falls relevante Luftbewegungen gegeben habe. Der Zeuge C. bezeichnete die 
Bedingungen am Unfalltag in seinem damals erstellten schriftlichen Protokoll als 
«absolut perfekt». Vor Gericht vermochte er sich zwar nicht mehr an die genauen 
Wetterverhältnisse zu erinnern, erklärte aber, es müsse tatsächlich sehr ruhig 
gewesen sein, weil der Prüfungsflug des Beschuldigten am Vormittag stattgefun-
den habe. Damit übereinstimmend ist auch dem Gutachten zu entnehmen, dass 
Luftbewegungen bei Morgenflügen selten seien bzw. an schönen Sommertagen 
ab dem Mittag auftreten würden. Der Zeuge F. gab lediglich zu Protokoll, dass er 
nicht wisse, ob es wegen des Windes oder wegen eines Fehlers des Piloten zum 
Absturz gekommen sei. Aus dieser vagen Aussage lässt sich nicht ableiten, dass 
es im Unfallzeitpunkt zu Luftbewegungen in der Landevolte gekommen war. 
Hinzu kommt, dass den Aussagen F.s insofern geringeres Gewicht beizumessen 
ist als den Angaben C.s, da es sich bei F. im Unfallzeitpunkt um einen Soloflug-
schüler handelte, während C. der Prüfungsexperte war. 

4.7.2 Nach Würdigung der Beweise bestehen für das Gericht keine ernsthaften Zwei-
fel, dass der Beschuldigte bereits im Queranflug sehr langsam flog, sich dessen 
angesichts der Umstände aber nicht bewusst war: Der Beschuldigte stellte im 
Queranflug unruhige Luftbewegungen fest, welche dazu geführt haben, dass er 
den Gleitschirm stabilisierte. Gemäss seinen eigenen Angaben nahm er wahr, 
dass der Schirm «weich» wurde und sich der Fahrtwind verringerte. Es war ihm 
in diesem Moment jedoch nicht bewusst, dass er zu langsam flog, denn er leitete 
die letzte Linkskurve mit zusätzlichem Zug der linken Bremse ein, um in den End-
anflug einzudrehen. Dadurch verlangsamte sich die linke Flügelseite derart, dass 
dort die Strömung einseitig abzureissen begann. Als er den Strömungsabriss er-
kannte, löste er sofort die Bremsen, um den Schirm wieder zu beschleunigen. 
Die verbleibende Flughöhe reichte jedoch nicht mehr aus, um einen Absturz zu 
verhindern, weshalb der Beschuldigte und sein Passagier, Privatkläger B., aus 
ca. 8 Meter Höhe unsanft auf dem Boden aufschlugen. 

 Die von Gutachter D. und dem Prüfungsexperten C. gemachten Darlegungen 
sind diesbezüglich weitgehend deckungsgleich, in sich schlüssig und nachvoll-
ziehbar. Auch vom Beschuldigten selbst werden diese Feststellungen zum Un-
fallhergang grundsätzlich nicht in Abrede gestellt. 

- 16 - 

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4.7.3 Zu den Einwänden der Verteidigung bleibt Folgendes festzuhalten: Dass der Prü-
fungsexperte C. – wie im Plädoyer der Verteidigung vorgebracht – vor Gericht 
ausgesagt habe, bezüglich der Geschwindigkeit des Gleitschirms des Beschul-
digten im Queranflug nichts Problematisches bemerkt zu haben; auch nicht, dass 
der Beschuldigte in jener Phase der Landevolte die Bremsen gezogen hätte, trifft 
so nicht zu: C. gab lediglich zu Protokoll, es sei üblich, im Landeanflug etwas 
gebremst zu fliegen, wie dies der Beschuldigte getan habe. Allerdings müsse 
man auf einer Seite die Bremse lösen, wenn an der anderen Bremse gezogen 
werde. Werde in voller Geschwindigkeit geflogen, bestehe die Gefahr weniger, 
dass es zu einem Strömungsabriss kommen könne (TPF 2.761.6 Z. 33 ff.). 
Ebenso vermag das Argument der Verteidigung nicht zu überzeugen, das 
Schweigen des Privatklägers B., selber Gleitschirmpilot, sei ein Indiz dafür, dass 
der Beschuldigte im Queranflug nicht zu langsam unterwegs gewesen sei: Der 
Privatkläger analysierte die Situation seinen Aussagen zufolge nicht als Pilot, 
sondern verstand sich als Passagier und konzentrierte sich als solcher auf die 
Anweisungen des Beschuldigten. Dass ein Rückenwind oder eine unerwartete 
Windböe Ursache der zu geringen Strömungsgeschwindigkeit war, wie auch der 
Beschuldigte vorbrachte, erscheint aufgrund der vom Gutachter und vom Prü-
fungsexperten C. beschriebenen Witterungsverhältnisse am Unfalltag als eher 
unwahrscheinlich. Zudem stellte der Gutachter den Vorgang, dass die Strö-
mungsgeschwindigkeit der umströmenden Luft zu gering werde, als «nicht unge-
wöhnlichen Vorgang» dar. Solche Luftbewegungen würden an schönen Som-
mertagen fast immer auftreten und zum Teil werden sie deshalb in der Ausbil-
dung auch bewusst provoziert. Schliesslich sticht auch der Vergleich der Vertei-
digung mit einem tödlich geendeten Gleitschirmunfall (auf selbigem Gelände) ins 
Leere: Gemäss Experten habe sich besagter Unfall im Queranflug ereignet, wo-
bei der Schirm unerwartet und vor allem unerwartet heftig eingeklappt sei. Es sei 
immer mit unruhiger Luft zu rechnen, aber ein solch starker und heftiger «Klap-
per» aus dem Nichts heraus sei sehr unwahrscheinlich. Dass dieser «Klapper» 
auf eine zu geringe Geschwindigkeit zurückzuführen gewesen wäre, ist weder 
dem Gutachten zu entnehmen, noch wurde dies von der Verteidigung behauptet. 
Diese argumentierte vielmehr, der tödliche Unfall sei ein Beleg für die Möglichkeit 
starker Turbulenzen am Landeplatz. Im Übrigen nahm der Beschuldigte an der 
«einfacheren» Tandem B-Prüfung teil, während der Pilot beim tödlichen Unfall 
die anspruchsvollere Tandem A-Prüfung zu absolvieren versuchte. Insgesamt 
lässt sich mit einem Vergleich der beiden Unfälle nichts Beweisrelevantes für den 
vorliegend zu beurteilenden Fall ableiten. 

4.8 In objektiver Hinsicht stellt sich die Frage, wie die vom Privatkläger erlittenen 
Körperverletzungen rechtlich einzuordnen sind. 

 

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4.8.1 Die einfache Körperverletzung nach Art. 123 StGB erfasst alle Körperverletzun-
gen, welche nicht schwer im Sinne von Art. 122 StGB sind, also namentlich das 
Zufügen äusserer und innerer Verletzungen und Schädigungen, wie unkompli-
zierte, verhältnismässig rasch und problemlos völlig ausheilender Knochenbrü-
che oder Hirnerschütterungen, durch Schläge, Stösse und dergleichen hervorge-
rufene Quetschungen, Schürfungen, Kratzwunden, ausser wenn sie keine wei-
tere Folge haben als eine vorübergehende harmlose Störung des Wohlbefin-
dens. Wo indessen die auch vorübergehende Störung einem krankhaften Zu-
stand gleichkommt (z.B. Zufügen von erheblichen Schmerzen), ist eine einfache 
Körperverletzung gegeben (statt vieler BGE 127 IV 61; TRECHSEL/GETH, in: 
Trechsel/Pieth (Hrsg.), Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 
3. Aufl. 2018, N. 2 zu Art. 123). In Abgrenzung dazu bezeichnet das Gesetz als 
schwere Körperverletzung vorab lebensgefährliche Verletzungen, listet sodann 
eine Reihe von Beispielgruppen auf, welche als schwere Verletzungen zu gelten 
haben (wie die Verstümmelung oder das Unbrauchbarmachen des Körpers oder 
eines wichtigen Organs oder Gliedes) und erwähnt schliesslich eine Generalklau-
sel («andere schwere Schädigung des Körpers oder geistigen Gesundheit eines 
Menschen»), unter welcher etwa eine lange Dauer eines Spitalaufenthalts und 
die (volle oder teilweise) Arbeitsunfähigkeit, der Grad und die Dauer der Invalidi-
tät zu berücksichtigten sind (vgl. Art. 122 Abs. 1-3 StGB; ROTH/BERKEMEIER, Bas-
ler Kommentar, 4. Aufl. 2019, N. 5-22a zu Art. 122). 

4.8.2  Für die geltend gemachten Verletzungen des Privatklägers liegen Arztberichte 
der chirurgischen Klinik des Spitalzentrums Z. vor (BA 11.1.5 ff., TPF 2.551.3 ff.). 
Diese dokumentieren, dass sich der Privatkläger beim Absturz mehrere Fraktu-
ren zuzog, namentlich eine offene Fraktur des Oberarms (rechts) und eine offene 
mehrfragmentäre Vorderarmfraktur (links), eine mehrfragmentäre Schulterblatt-
fraktur mit Ausläufer ins Schultergelenk und Schulterdach, eine Beckenringfrak-
tur mit einer Trümmerfraktur des oberen Schambeinastes (rechts) und einer 
Kreuzbeinfaktur (rechts) sowie der Bruch zweier Rippen. Aus den Berichten geht 
hervor, dass durch den Unfall beim Privatkläger weder lebenswichtige Strukturen 
verletzt worden seien, noch habe sich der Privatkläger im Zeitpunkt des Ereignis-
ses jemals in unmittelbarer Lebensgefahr befunden. Allerdings war er während 
fast eines Jahres ganz resp. teilweise arbeitsunfähig: vom 25. August 2017 bis 
am 2. Januar 2018 zu 100 %, vom 3. Januar bis 31. Januar 2018 zu 50 %, vom 
1. Februar bis 30. April 2018 zu 20 % und vom 1. Mai bis 30. Juni 2018 zu 10 % 
(BA 11.1.7). Gemäss dem ärztlichen Attest vom 9. September 2019 gehe es dem 
Privatkläger zwei Jahre nach Versorgung der Frakturen recht gut. Berichtet wird 
darin einzig noch über Schmerzen in der Schulter und diskrete Schmerzen im 
Becken, zu deren Linderung eine weitere Operation zwecks Entfernung der Me-
tallschrauben angeordnet wurde. Zudem leide der Privatkläger an Belastungs-
schmerzen im Handgelenk, die im Arztbericht auf eine Fehlstellung zurückgeführt 

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SK.2019.67 

werden. Diesbezüglich sei eine Osteotomie (operative Durchtrennung von Kno-
chen) zu prüfen (TPF 2.551.5 f.). 

4.8.3 Unter Berücksichtigung der zitierten Rechtsprechung entspricht das Verletzungs-
bild einer einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB. 

4.9 In subjektiver Hinsicht müssen die regulären Voraussetzungen der Fahrlässigkeit 
gegeben sein. Im Folgenden ist zunächst zu prüfen, ob der Beschuldigte pflicht-
widrig unvorsichtig gehandelt bzw. ihm obliegende Sorgfaltspflichten im Luftver-
kehr verletzt hat. 

4.9.1 Vorliegend ergibt sich das Mass der gebotenen Sorgfalt, die bei einem Tandem-
gleitschirmflug beachtet werden muss, aus den gesetzlichen Bestimmungen über 
die Luftfahrt, den Weisungen des E.-Verbandes über die Fähigkeitsprüfung für 
Gleitschirm-Piloten (Doppelsitzer Stufe 1) vom 1. September 2015 (nachfolgend: 
Weisungen SHV; TPF 2.264.1.28 ff.), den für die Prüfung ausgehändigten Theo-
rieunterlagen sowie den persönlichen Kenntnissen und Fähigkeiten des Piloten. 

 Art. 5a VLK verweist auf die Bestimmungen des Anhangs der Durchführungsver-
ordnung (EU) Nr. 923/2012 der Kommission vom 26. September 2012 (Standar-
dised European Rules of the Air, SERA). Diese Verordnung gilt auch für Hänge-
gleiter. Gemäss Ziff. 3101 SERA dürfen Luftfahrzeuge nicht in fahrlässig (oder 
vorsätzlich) riskanter Weise so betrieben werden, dass Menschenleben oder Sa-
chen Dritter gefährdet werden. Da Hängegleiter bzw. Gleitschirme gemäss Art. 6 
lit. a i.V.m Art. 1 VLK zu den Luftfahrzeugen zählen (vgl. E. 1.1.1), sind für Gleit-
schirmpiloten nebst der Verordnung des UVEK über die Verkehrsregeln für Luft-
fahrzeuge vom 20. Mai 2015 (VRV-L; SR 748.121.11) auch die Vorschriften der 
Verordnung über die Rechte und Pflichten des Kommandanten eines Luftfahr-
zeuges vom 22. Januar 1960 (KdtV; SR 748.225.1) anwendbar. Befindet sich nur 
ein Luftfahrzeugführer an Bord, so gilt dieser als Kommandant (Art. 3 Abs. 1 
KdtV). Er hat alle erforderlichen Massnahmen zu treffen, um die Interessen der 
Fluggäste, der Besatzung, der an der Ladung Berechtigten und des Luftfahrzeug-
halters zu wahren (Art. 6 Abs. 1 KdtV). Der Kommandant ist für die Führung des 
Luftfahrzeuges namentlich nach den gesetzlichen Bestimmungen, den aner-
kannten Regeln der Luftfahrt und den Weisungen des Halters verantwortlich (Art. 
7 KdtV). Diese anerkannten Regeln der Luftfahrt werden für die Fähigkeitsprü-
fung für Gleitschirmpiloten in den Weisungen SHV weiter konkretisiert. Gemäss 
Ziff. 4.8. Bst. c hat der Landeanflug luvseitig des Landepunktes auf der Seite des 
Gegenanfluges, wo der Abbau überschüssiger Höhe in der vom Sachverständi-
gen vorgängig festgelegten Voltendrehrichtung zu erfolgen. Nach dem Gegen-
anflug erfolgt eine Kurve, dann der Queranflug, wieder eine Kurve und schliess-
lich der Endanflug. Der Queranflug kann bei mangelnder Höhe entfallen oder bei 

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überschüssiger Höhe durch Kurven von maximal 200º wiederholt werden. Im 
Endanflug können S-Kurven geflogen werden, die maximal 90º von der Endan-
flugsachse abweichen, wobei die 5 Sekunden vor dem Aufsetzen geradlinig er-
folgen müssen. Entsprechend Ziff. 4.8 Bst. d muss die Landung gegen die Wind-
richtung und einwandfrei gestanden in einem markierten Kreis von 30 m Durch-
messer erfolgen. Der Kandidat und der mitfliegende Pilot dürfen den Boden bei 
der Landung mit keinem anderen Körperteil ausser mit den Füssen berühren. 
Von Bedeutung ist schliesslich Ziffer 4.10. der Weisung SHV, wonach der Prü-
fungsexperte eine Prüfung jederzeit abbrechen kann, wenn der Kandidat seine 
Sicherheit oder diejenige Dritter gefährdet. In diesem Fall gilt die Prüfung als nicht 
bestanden. 

 
4.9.2 Es steht ausser Frage, dass der Beschuldigte rechtlich verpflichtet war, die Ge-

fährdung des Luftverkehrs sowie eine Gefährdung bzw. Verletzung von daran 
teilnehmenden Personen zu verhindern.  

 Sachverhalts- und beweismässig ist erstellt, dass der Beschuldigte bereits im 
Queranflug zu langsam flog. Gemäss gutachterlicher Feststellung hätte er den 
Geschwindigkeitsverlust bemerken und entweder durch ein leichtes Lösen der 
Bremsen vor der Kurve die Geschwindigkeit wieder erhöhen oder die finale Links-
kurve durch einlösen der rechten Bremse einleiten müssen, um eine korrekte 
Landung durchzuführen (TPF 2.264.1.34, -38). Da der Beschuldigte allerdings 
nicht realisierte, dass er zu langsam flog, zog er zusätzlich an der linken Bremse, 
um die letzte Linkskurve einzuleiten. Damit verlangsamte er die linke Flügelseite 
so stark, dass die Strömung abzureissen begann (TPF 2.264.1.34). 

 Für das Gericht ist erstellt, dass das beschriebene fehlerhafte Flugverhalten des 
Beschuldigten die wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache für den Absturz 
des Tandem-Gleitschirms war und weder ungünstige oder unerwartete Windver-
hältnisse, noch höhere Gewalt oder ein Drittverschulden in Betracht fallen. Als 
der Beschuldigte akustisch bemerkte, dass sein Schirm «weich» wurde, hätte er 
bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit erkennen müssen, dass er zu langsam flog. 
Indem er in der Folge an der linken Bremse zog, statt die Bremsen freizugeben 
und/oder die Linkskurve mit dem Freigeben der rechten Bremse einzuleiten, ver-
langsamte er den Schirm zusätzlich und beging damit aus pflichtwidriger Unvor-
sichtigkeit einen Flugfehler, welcher zum Absturz des Gleitschirms führte. Sowohl 
der Prüfungsexperte C., als auch der vom Gericht beigezogene Gutachter be-
zeichneten das zusätzliche, starke Ziehen der linken Bremse, das zum einseiti-
gen Strömungsabriss führte, als derart gefährlichen Flugfehler, der nicht toleriert 
werden könne und bereits in grösserer Höhe zum sofortigem Abbruch der Prü-

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fung führe (TPF 2.761.006; 2.264.1.47). Beim Landeanflug oder allgemein in tie-
ferer Höhe ist ein solches Flugverhalten umso gefährlicher. Hinzu kommt, dass 
der Beschuldigte seine Konzentration aufgrund der Umstände des Unfallher-
gangs sowie der angespannten Prüfungssituation fast ausschliesslich auf den 
Landekreis fokussierte und dem Passagier B. nicht die notwendige, pflichtge-
mässe Aufmerksamkeit widmete, weshalb sich dieser als Folge des vom Be-
schuldigten verschuldeten Absturzes beim Aufprall erhebliche Verletzungen am 
Körper zuzog (BA 12.3.5; TPF 2.761.005 f.; 2.264.1.26, 47). 

 Nach dem Gesagten ist erstellt, dass der Beschuldigte, indem er beim Landean-
flug in tiefer Höhe bei bereits zu geringer Geschwindigkeit zu stark an der linken 
Bremse gezogen hatte, die in E. 4.9.1 erwähnten anerkannten Regeln der Luft-
fahrt verletzte. 

4.9.3 Unter dem Gesichtspunkt der Voraussehbarkeit gilt es zu prüfen, ob der Beschul-
digte voraussehen konnte, dass er während der Landung mit zu geringer Ge-
schwindigkeit flog, somit fälschlicherweise erneut die linke Bremse betätigte und 
dadurch den Absturz provozierte. 

 Der Flugunfall ereignete sich im Rahmen einer Prüfungssituation. Aufgrund des 
damit verbundenen Prüfungsstress und der Nervosität unterlief dem Beschuldig-
ten während des Landeanfluges ein Manövrierfehler: Er konzentrierte sich zu 
stark auf eine korrekte Landung im Landekreis, dass er seinen Geschwindigkeits-
verlust nicht bemerkte. Von Bedeutung ist, dass der Beschuldigte zum Unfallzeit-
punkt bereits 200 Soloflüge und 39 «Biplace»-Flüge absolviert hatte (BA 13.1.2). 
Ihm war daher das Phänomen der zu langsamen Strömungsgeschwindigkeit be-
kannt und er hätte dies auch erkennen müssen, auch wenn ihm dies angesichts 
der bisherigen Flugerfahrung bei Tandemflügen und aufgrund der Prüfungssitu-
ation schwerer gefallen sein dürfte. Letzterer Umstand ist jedoch nicht derart be-
deutend, dass er das Fehlverhalten des Beschuldigten in den Hintergrund drän-
gen könnte. Ebenso hätte er wissen und erkennen müssen, dass er den Schirm 
zusätzlich verlangsamte, wenn er die linke Bremse zog. Folglich war es für den 
Beschuldigten vorhersehbar, dass eine falsche Einschätzung seiner Geschwin-
digkeit in Kombination mit dem erwähnten Manövrierfehler zu einem (einseitigen) 
Strömungsabriss führen kann (TPF 2.264.40 f.). Die ihm vorgeworfene Sorgfalts-
pflichtverletzung war für ihn daher voraussehbar. 

 
4.9.4 Schliesslich ist auch die Vermeidbarkeit des eingetretenen Erfolges bei pflichtge-

mässem Verhalten des Beschuldigten zu bejahen: Statt zusätzlich an der linken 
Bremse zu ziehen, hätte der Beschuldigte die letzte Linkskurve, durch das Einlö-
sen der rechten Bremse einleiten können. Alternativ hätte er auch bereits vor der 
Kurve durch ein leichtes Lösen der Bremsen wieder beschleunigen können 

- 21 - 

SK.2019.67 

(siehe dazu Gutachten, TPF 2.264.1.34). Mit beiden Handlungsalternativen hätte 
der Unfall bzw. Absturz vermieden werden können.  

4.10 Nach dem Gesagten war das Flugverhalten des Beschuldigten geeignet, nach 
dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens das einge-
tretene Risiko eines Absturzes des Gleitschirms und die damit einhergehende 
Verletzung eines Menschen herbeizuführen. Als Ergebnis steht fest, dass der 
Beschuldigte durch sein sorgfaltswidriges Verhalten die Verletzungen des Privat-
klägers verursacht hat. Er ist folglich der fahrlässigen Körperverletzung im Sinne 
von Art. 125 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

5. Konkurrenz 

5.1 Mit Strafbefehl vom 2. Oktober 2019 verurteilte die BA den Beschuldigten neben 
der fahrlässigen Körperverletzung (Art. 125 StGB) zusätzlich wegen fahrlässiger 
Störung des öffentlichen Verkehrs (Art. 237 StGB). 

5.2 Ob zwischen den vorgenannten Straftatbeständen echte oder unechte Konkur-
renz angenommen wird, hängt davon ab, ob die Gefährdung über die Verletzung 
hinausgeht (FIOLKA, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, N. 29 zu Art. 237 StGB; 
WEDER, StGB Kommentar, Schweizerisches Strafgesetzbuch mit V-StGB-MStG 
und JStG, 20. Aufl. 2018, N. 20 zu Art. 237 StGB). Um echte Konkurrenz anzu-
nehmen, müssten gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung weitere Perso-
nen konkret gefährdet worden sein; eine lediglich abstrakte Gefährdung reicht 
nicht aus (Urteil des Bundesgerichts 6P.40/2006 vom 30. August 2006 E. 10). 
Wenn durch das vom Gericht zu beurteilende Ereignis keine weiteren Personen 
an Leib und Leben gefährdet wurden, wird der Straftatbestand der fahrlässigen 
Störung des öffentlichen Verkehrs durch die fahrlässige Körperverletzung kon-
sumiert. 

5.3 Durch den Flugfehler des Beschuldigten wurde ausschliesslich der Privatkläger 
gefährdet und am Körper verletzt. Weder aus den Befragungen der involvierten 
Personen, noch aus den übrigen Verfahrensakten ergeben sich Anhaltspunkte, 
wonach weitere Personen gefährdet worden wären. Dementsprechend erfolgt 
vorliegend einzig eine Verurteilung wegen fahrlässiger Körperverletzung. 

  

- 22 - 

SK.2019.67 

6. Strafzumessung 

6.1 Am 1. Januar 2018 ist das neue Sanktionenrecht in Kraft getreten. Unter Berück-
sichtigung des strafrechtlichen Rückwirkungsverbots gilt das zum Tatzeitpunkt in 
Kraft gewesene Recht, es sei denn, das neue Recht ist für den Täter das mildere 
(Art. 2 Abs. 2 StGB). Letzteres trifft in concreto nicht zu. 

6.2 Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden 
des Täters. Es berücksichtigt dabei das Vorleben und die persönlichen Verhält-
nisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. Das Verschulden 
bestimmt sich nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffe-
nen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und 
Zielen des Täters sowie danach, wie weit der Täter nach den inneren und äusse-
ren Umständen in der Lage war, die Tat zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Das 
Gesetz führt weder alle in Betracht zu ziehenden Elemente detailliert und ab-
schliessend auf, noch regelt es deren exakte Auswirkungen bei der Bemessung 
der Strafe. Es liegt im Ermessen des Gerichts, in welchem Umfang es die ver-
schiedenen Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt (BGE 136 IV 55 E. 5.6, 134 
IV 17 E. 2.1 mit Hinweisen).  

Bei Fahrlässigkeitsdelikten ist das Mass der Pflichtwidrigkeit ein gewichtiger 
Strafzumessungsumstand. Dabei ist in Betracht zu ziehen, wie eklatant bzw. 
drastisch der Täter gegen die ihm obliegenden Sorgfaltspflichten verstossen hat: 
Gleichgültiges, leichtfertiges oder rücksichtsloses Verhalten wiegt offenkundig 
schwerer als blosse Unachtsamkeit oder eine Fehlreaktion, wie sie jedermann 
gelegentlich unterlaufen kann. Der Grad des Sorgfaltsverstosses hängt dabei –
wie die Fahrlässigkeit überhaupt (vgl. Art. 12 Abs. 3 Satz 2 StGB) – nicht nur von 
den äusseren Umständen, sondern auch von den persönlichen Fähigkeiten des 
Täters ab. Das Verschulden ist umso grösser, je leichter es für ihn gewesen wäre, 
die Rechtsgutsverletzung zu vermeiden (WIPRÄCHTIGER/KELLER, Basler Kom-
mentar, 4. Aufl. 2019, N. 118 zu Art. 47 StGB). 

6.3 Die Strafdrohung von Art. 125 StGB lautet auf Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren 
oder Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen (Art. 34 Abs. 1 aStGB). 

6.4 Tatkomponente 

Hinsichtlich der objektiven Tatkomponente ist zu berücksichtigen, dass der Pri-
vatkläger als Folge des Unfalls mehrere Verletzungen von einiger Schwere erlitt: 
So mussten die rechte Schulter, der Vorderarm und das Becken operativ versorgt 
werden. Zudem sind die Verletzungen auch zweieinhalb Jahre nach dem Ereig-
nis noch nicht gänzlich abgeklungen, da der Privatkläger immer noch Schmerzen 

- 23 - 

SK.2019.67 

an den genannten Körperteilen verspürt. Zur Linderung dieser Schmerzen wur-
den weitere Operationen notwendig (TPF 2.551.3 ff.; TPF 2.551.1). Weiter fällt in 
nicht unerheblichem Masse die einjährige, zuerst vollständige und danach teil-
weise Arbeitsunfähigkeit des Privatklägers ins Gewicht (vom 25. August 2017 bis 
zum 2. Januar 2018 zu 100 %, vom 3. Januar 2018 bis zum 31. Januar 2018 zu 
50 %, vom 1. Februar 2018 bis zum 30. April 2018 zu 20 % und vom 1. Mai 2018 
bis zum 30. Juni 2018 zu 10 % arbeitsunfähig; BA 11.1.7). Aufgrund des Beweis-
ergebnisses steht jedoch fest, dass der Beschuldigte das Risiko gewiss nicht in 
gleichgültiger, leichtfertiger oder gar rücksichtsloser Art und Weise eingegangen 
wäre. In subjektiver Hinsicht ist in geringem Masse zugunsten des Beschuldigten 
zu berücksichtigen, dass sich der Unfall im Rahmen einer Prüfungssituation er-
eignete und er aufgrund des Prüfungsstresses, als Repetent und der damit ver-
bundenen Nervosität unter Druck stand. Allerdings kann der Argumentation der 
Verteidigung, es habe sich beim Beschuldigten nach wie vor um einen Flugschü-
ler mit wenig Flugerfahrung gehandelt, nicht gefolgt werden: Zum Prüfungszeit-
punkt hatte der Beschuldigte bereits ungefähr 200 Soloflüge und 39 Tandemflüge 
absolviert (BA 13.1.2; BA 13.1.20). Gemäss Gutachten ist das «Erfliegen des si-
cheren Geschwindigkeitsbereichs» sowohl Bestandteil der Ausbildung zum So-
lopiloten als auch der Ausbildung zum «Biplace»-Pilot (TPF 2.264.1.38 f.). Im Un-
terschied zu einem Anfänger, der seine ersten Probeflüge gemeinsam mit dem 
Fluglehrer absolviert, war der Beschuldigte zum Zeitpunkt des Unfalls prüfungs-
reif. Das Gutachten hält diesbezüglich fest, dass es sich bei den Prüfungsflügen 
(rechtlich) um die ersten Flüge ohne Betreuung und in Eigenverantwortung han-
delt (S. 12 des Gutachtens; TPF 2.264.1.44). Als erfahrener Solopilot und prü-
fungsreifer «Biplace»-Pilot waren dem Beschuldigten somit im Gegensatz zu ei-
nem Flugschüler sämtliche theoretischen und praktischen Umstände der Gleit-
schirmfliegerei sowie die damit verbundenen Risiken und Gefahren bekannt.  

In Würdigung der objektiven und subjektiven Tatkomponenten ist das Verschul-
den noch als leicht zu werten und eine Einsatzstrafe von 40 Tagessätzen Frei-
heits- oder Geldstrafe erscheint angemessen. 

6.5 Täterkomponente 

Der heute bald 55-jährige Beschuldigte führte bis anhin ein unauffälliges Leben. 
Er ist ledig und kinderlos. Seit 7 Jahren arbeitet er als Bewegungstherapeut an 
einer heilpädagogischen Tagesschule. Im Strafregister ist er mit einer Vorstrafe 
wegen Strassenverkehrsdelikten aus dem Jahre 2012 verzeichnet 
(TPF 2.231.1.3), die sich jedoch auf die Strafzumessung neutral auswirkt. Gleich 
verhält es sich mit seiner Kooperationsbereitschaft und seinem Wohlverhalten 
nach der Tat (Urteil des Bundesgerichts 6B_570/2010 vom 24. August 2010 
E. 2.5). 

- 24 - 

SK.2019.67 

Insgesamt gibt die Täterkomponente keinen Anlass zu einer Erhöhung oder Re-
duzierung der Einsatzstrafe. 

6.6 Strafmilderungs- und Strafschärfungsgründe 

6.6.1 Gemäss Art. 48 lit. d StGB mildert das Gericht die Strafe, wenn der Täter aufrich-
tige Reue zeigt, namentlich den Schaden, soweit es ihm zumutbar war, ersetzt 
hat. Mit dem Hinweis auf die Zumutbarkeit und die Betätigung der Reue verlangt 
das Gesetz eine besondere Anstrengung seitens des Fehlbaren, die er freiwillig 
und uneigennützig, weder nur vorübergehend noch allein unter dem Druck des 
drohenden oder hängigen Strafverfahrens, erbringen muss. Es braucht mithin 
zweierlei, nämlich aufrichtige Reue und (namentlich) Ersatz des Schadens 
(WIPRÄCHTIGER/KELLER, a.a.O., N. 30 zu Art. 48 StGB). 

6.6.2 Bei mehreren Befragungen – insbesondere auch vor Gericht – brachte der Be-
schuldigte glaubhaft und überzeugend zum Ausdruck, dass ihn der Vorfall bis 
zum heutigen Tag sehr beschäftige und ihm die Folgen des Unfalls sehr leidtun 
würden (vgl. BA 13.1.12; TPF 2.731.12). Er kümmerte sich unmittelbar nach dem 
Unfall um den verletzten Privatkläger und brachte ihm die wichtigsten persönli-
chen Effekten ins Krankenhaus. Mehrmals besuchte er ihn im Spital und interes-
sierte sich aufrichtig für dessen Genesungsprozess: So war er auch über die 
jüngste Schulteroperation, welcher sich der Privatkläger unterziehen musste, im 
Bilde (TPF 2.731.12 ff.). Weiter bat er den Privatkläger um Verzeihung und ent-
schuldigte sich bei ihm, wobei jener die Entschuldigung annahm. Gemäss Anga-
ben des Privatklägers seien zudem sämtliche aus dem Unfall resultierenden fi-
nanziellen Verpflichtungen und Schadenersatzforderungen getilgt worden 
(TPF 2.551.1). 

Insgesamt ist das Nachtatverhalten des Beschuldigten als aufrichtige Reue im 
Sinne von Art. 48 lit. d StGB zu werten. Demzufolge ist die Strafe angemessen 
zu mildern. Andere Strafmilderungs- oder Strafschärfungsgründe liegen nicht vor. 

6.7 In Würdigung der vorstehend erwogenen Strafzumessungsfaktoren ist im Ergeb-
nis eine Freiheits- oder Geldstrafe von 25 Tagessätzen schuldangemessen. 

6.8 Es bleibt zu prüfen, ob eine Freiheits- oder Geldstrafe auszusprechen ist (Art. 34 
Abs. 1 aStGB i.V.m. Art. 41 Abs. 1 aStGB). Vorliegend sind keine Gründe ge-
mäss Art. 41 Abs. 1 aStGB ersichtlich, welche eine Freiheitsstrafe rechtfertigen 
würden, womit eine Geldstrafe festzusetzen ist. 

6.8.1 Gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung (vgl. BGE 135 IV 180 
E. 1.4.1) beträgt ein Tagessatz mindestens Fr. 10.-- und Art. 34 Abs. 2 aStGB 
folgend höchstens Fr. 3'000.--. Das Gericht bestimmt die Höhe des Tagessatzes 

- 25 - 

SK.2019.67 

nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeit-
punkt des Urteils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, 
allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem Existenzmini-
mum. Ausgangspunkt für die Bemessung bildet das Nettoeinkommen, das der 
Täter im Zeitpunkt des Urteils durchschnittlich erzielt. Das Vermögen ist bei der 
Bemessung des Tagessatzes subsidiär zu berücksichtigen, wenn besondere 
Vermögensverhältnisse einem vergleichsweise geringen Einkommen gegen-
überstehen (BGE 134 IV 60 E. 6.1-6.2). 

6.8.2 Der Beschuldigte erzielt ein monatliches Nettoeinkommen von ca. Fr. 5'200.-- 
und verfügt über ein Vermögen in Höhe von Fr. 70'000.-- (TPF 2.231.4.5 f.). Er 
ist weder unterhalts- noch unterstützungspflichtig, hat keine Schulden (TPF 
2.731.3) und es liegen weder Betreibungen noch Verlustscheine gegen ihn vor 
(TPF 2.231.3.2). Der monatliche Mietzins und die Krankenkassenprämie betra-
gen zusammen Fr. 1'228.-- (TPF 2.231.4.7). 

6.8.3 Angesichts der persönlichen und finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten ist 
der Tagessatz auf Fr. 120.-- festzusetzen. 

6.9 Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe in der Regel auf, wenn eine 
unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung 
weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). 

Diese Voraussetzungen sind vorliegend ohne Weiteres erfüllt. Dem Beschuldig-
ten wird eine minimale Probezeit von zwei Jahren auferlegt (Art. 44 Abs. 1 StGB). 

6.10. Nach Art. 42 Abs. 4 StGB kann eine bedingte Strafe mit einer Busse nach Art. 
106 StGB verbunden werden. Die Verbindungsstrafe kann ohne weitere Voraus-
setzungen ausgesprochen werden; namentlich ist sie nicht an eine negative Le-
galprognose gebunden (Urteil des Bundesgerichts 6B_412/2010 vom 19. August 
2010 E. 2.3). Die BA beantragte nebst der Verurteilung (zu einer bedingten Geld-
strafe) zusätzlich die Auferlegung einer Busse von Fr. 1'500.--. 

 Da keinerlei Anhaltspunkte für eine erneute Begehung deliktischer Handlungen 
bestehen, von denen der Beschuldigte mittels Busse abzuhalten wäre, ist eine 
Verbindungsbusse vorliegend weder aus spezial- noch generalpräventiven Grün-
den indiziert. 

7. Zivilklage 

Die Privatklägerschaft stellte keine Schadenersatz- oder Genugtuungsforderun-
gen, da diese gemäss eigenen Angaben bereits beglichen wurden (TPF 2.551.1). 

- 26 - 

SK.2019.67 

Allfällige (noch offene) Zivilforderungen sind demnach auf den Zivilweg zu ver-
weisen (Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO). 

8. Verfahrenskosten 

8.1 Die Verfahrenskosten setzen sich zusammen aus den Gebühren zur Deckung 
des Aufwands und den Auslagen im konkreten Straffall (Art. 422 Abs. 1 StPO; 
Art. 1 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über 
die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; 
SR 173.713.162]). Die Gebühren sind für die Verfahrenshandlungen geschuldet, 
die im Vorverfahren sowie im erstinstanzlichen Hauptverfahren durchgeführt o-
der angeordnet worden sind (Art. 1 Abs. 2 BStKR). Die Höhe der Gebühr richtet 
sich nach Bedeutung und Schwierigkeit der Sache, der Vorgehensweise der Par-
teien, ihrer finanziellen Situation und dem Kanzleiaufwand (Art. 5 BStKR); sie 
bemisst sich nach Art. 6 und 7 BStKR. Die Auslagen umfassen die vom Bund 
vorausbezahlten Beträge, namentlich die Kosten für die amtliche Verteidigung, 
Übersetzungen, Gutachten, Mitwirkung anderer Behörden, Porti, Telefonspesen 
und andere entsprechende Kosten (Art. 422 Abs. 2 StPO und Art. 1 Abs. 3 
BStKR). Für einfache Fälle können Pauschalgebühren festgelegt werden, die 
auch die Auslagen abgelten (Art. 424 StPO). 

8.2 Die BA macht für das Vorverfahren eine Gebühr von Fr. 900.-- geltend (TPF 
2.100.5). Diese liegt im gesetzlichen Rahmen (Art. 6 Abs. 3 Iit. b, Abs. 4 lit. c und 
Abs. 5 BStKR), erscheint angemessen und ist nicht zu beanstanden. Die Gebühr 
für das erstinstanzliche Hauptverfahren ist aufgrund der Bedeutung und Schwie-
rigkeit der Sache (vor allem in tatsächlicher Hinsicht), der finanziellen Situation 
des Beschuldigten sowie des angefallenen Aufwands auf Fr. 1500.-- festzuset-
zen (Art. 5 i.V.m. Art. 7 lit. a BStKR). Nachdem der Beschuldigte die schriftliche 
Urteilsbegründung verlangt hat, entfällt die diesbezügliche Reduktion. 

Die Auslagen des Gerichts von total Fr. 2'433.75 setzen sich wie folgt zusammen: 
Die Kosten für das Sachverständigengutachten belaufen sich auf Fr. 1'856.25 
(TPF 2.840.1). Der Zeuge C. erhält für den hinreichend nachgewiesenen Erwerb-
sausfall infolge Zeugnispflicht vor dem Bundesstrafgericht eine Entschädigung 
von pauschal Fr. 500.-- (Art. 16 Abs. 2 BStKR), zuzüglich Spesen für ein Mittag-
essen von pauschal Fr. 27.50 (Art. 17 Abs. 1 lit. c BStKR) und für die Anreise mit 
dem Zug von Emmetten im Betrag von Fr. 50.-- (Art. 17 Abs. 1 lit. a BStKR), d.h. 
total Fr. 577.50 (vgl. TPF 2.861.2 f.). 

- 27 - 

SK.2019.67 

8.3 Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. 
Ausgenommen sind die Kosten für die amtliche Verteidigung; die erbeten vertei-
digte beschuldigte Person ist demgegenüber vollumfänglich kostenpflichtig 
(Art. 426 Abs. 1 StPO). 

Die Verfahrenskosten (Gebühren und Auslagen) von total Fr. 4'833.75 sind somit 
vollumfänglich dem verurteilten Beschuldigten aufzuerlegen. 

9. Entschädigungen 

Beschuldigte Personen haben nur bei Freispruch, teilweisem Freispruch oder bei 
Einstellung des Verfahrens Anspruch auf eine Entschädigung (Art. 429 Abs. 1 
lit. a und b StPO). 

Da der Beschuldigte vorliegend der fahrlässigen einfachen Körperverletzung 
schuldig zu sprechen ist, ist ihm keine Entschädigung zuzusprechen. 

Die Privatklägerschaft hat gegenüber der beschuldigten Person Anspruch auf an-
gemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Verfahren, wenn 
sie obsiegt (Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO). Sie hat ihre Entschädigungsforderung 
bei der Strafbehörde zu beantragen, zu beziffern und zu belegen. Kommt sie die-
ser Pflicht nicht nach, so tritt die Strafbehörde auf den Antrag nicht ein (Art. 433 
Abs. 2 StPO). 

Der Privatkläger verzichtet darauf, Ansprüche im Sinne von Art. 433 StPO gegen 
den Beschuldigten geltend zu machen (TPF 2.551.1). Infolgedessen ist sein An-
spruch auf Entschädigung verwirkt (Urteil des Bundesgerichts 6B_965/2013 vom 
3. Dezember 2013 E. 3.1.2; WEHRENBERG/FRANK, Basler Kommentar, 2. Aufl. 
2014, N. 22 zu Art. 433 StPO). Der Beschuldigte hat somit keine Parteientschä-
digung zu bezahlen.  

10. Entscheidmitteilung 

Dieses Urteil ist nach Eintritt der Rechtskraft den Bundessamt für Zivilluftfahrt 
mitzuteilen (Art. 100 LFG). 

 
  

- 28 - 

SK.2019.67 

Der Einzelrichter erkennt: 

I.  

1. A. wird der fahrlässigen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 
StGB schuldig gesprochen. 

2. A. wird bestraft mit einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu je Fr. 120.--, bedingt 
vollziehbar bei einer Probezeit von 2 Jahren. 

3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 4'833.75 (Kosten des Vorverfahrens: 
Fr. 900.--; Gerichtsgebühr: Fr. 1'500.--; Auslagen des Gerichts: Fr. 2'433.75) wer-
den A. auferlegt.  

Wird seitens A. keine schriftliche Urteilsbegründung verlangt, so reduziert sich die 
Gerichtsgebühr um die Hälfte.  

4. Es wird keine Entschädigung ausgerichtet. 

5. Allfällige Zivilforderungen werden auf den Zivilweg verwiesen. 

 

II.  

Dieses Urteil wird in der Hauptverhandlung eröffnet und durch den Einzelrichter mündlich 
begründet. Den anwesenden Parteien wird das Urteilsdispositiv ausgehändigt; den nicht 
anwesenden Parteien wird es schriftlich zugestellt. 
 

Im Namen der Strafkammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Einzelrichter Die Gerichtsschreiberin 

 

- 29 - 

SK.2019.67 

Eine vollständige schriftliche Ausfertigung wird zugestellt an 
− Bundesanwaltschaft 
− Rechtsanwalt Daniel Riner (Verteidiger) 
− B. (Privatkläger) 

Nach Eintritt der Rechtskraft mitzuteilen an 
− Bundesanwaltschaft als Vollzugsbehörde (vollständig) 
− Amt für Migration und Integration Basel-Landschaft (Art. 82 Abs. 1 VZAE) 
− Bundesamt für Zivilluftfahrt (Art. 100 LFG) 
 
 

Rechtsmittelbelehrung 

Das Gericht verzichtet auf eine schriftliche Begründung, wenn es das Urteil mündlich begründet und nicht eine 
Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren, eine Verwahrung nach Artikel 64 StGB, eine Behandlung nach Ar-
tikel 59 Absatz 3 StGB oder, bei gleichzeitig zu widerrufenden bedingten Sanktionen, einen Freiheitsentzug 
von mehr als zwei Jahren ausspricht (Art. 82 Abs. 1 StPO). Das Gericht stellt den Parteien nachträglich ein 
begründetes Urteil zu, wenn eine Partei dies innert 10 Tagen nach der Zustellung des Dispositivs verlangt 
oder eine Partei ein Rechtsmittel ergreift (Art. 82 Abs. 2 StPO). 

Berufung an die Berufungskammer des Bundesstrafgerichts 

Gegen Urteile der Strafkammer des Bundesstrafgerichts, die das Verfahren ganz oder teilweise abschliessen, 
kann innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils bei der Strafkammer des Bundesstrafgerichts mündlich oder 
schriftlich Berufung angemeldet werden (Art. 399 Abs. 1 i.V.m. Art. 398 Abs. 1 StPO; Art. 38a StBOG). 
 
Mit der Berufung kann das Urteil in allen Punkten umfassend angefochten werden. Mit der Berufung können 
gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechts-
verweigerung und Rechtsverzögerung, die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhaltes so-
wie Unangemessenheit (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO).  
 
Beschränkt sich die Berufung auf den Zivilpunkt, so wird das Urteil der Strafkammer nur so weit überprüft, als 
es das am Gerichtsstand anwendbare Zivilprozessrecht vorsehen würde (Art. 398 Abs. 5 StPO). 
 
Die Berufung erhebende Partei hat innert 20 Tagen nach Zustellung des begründeten Urteils der Berufungs-
kammer des Bundesstrafgerichts eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. Sie hat darin anzugeben, 
ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils 
sie verlangt und welche Beweisanträge sie stellt. Werden nur Teile des Urteils angefochten, ist verbindlich 
anzugeben, auf welche sich die Berufung beschränkt (Art. 399 Abs. 3 und 4 StPO). 

  

- 30 - 

SK.2019.67 

Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 
Gegen Verfügungen und Beschlüsse sowie die Verfahrenshandlungen der Strafkammer des Bundesstrafge-
richts als erstinstanzliches Gericht, ausgenommen verfahrensleitende Entscheide, kann innert 10 Tagen 
schriftlich und begründet Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts geführt werden 
(Art. 393 Abs. 1 lit. b und Art. 396 Abs. 1 StPO; Art. 37 Abs. 1 StBOG). 
 
Gegen den Entschädigungsentscheid kann die amtliche Verteidigung innert 10 Tagen schriftlich und begrün-
det Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts führen (Art. 135 Abs. 3 lit. a und Art. 
396 Abs. 1 StPO; Art. 37 Abs. 1 StBOG). 
 
Mit der Beschwerde können gerügt werden: a. Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Miss-
brauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung; b. die unvollständige oder unrichtige 
Feststellung des Sachverhalts; c. Unangemessenheit (Art. 393 Abs. 2 StPO). 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Versand: 28. Juli 2020 

	Anträge der Bundesanwaltschaft:
	Anträge der Privatklägerschaft:
	Anträge der Verteidigung:
	Prozessgeschichte
	A. Am 25. August 2017 kam es um ca. 10.30 Uhr auf dem Landeplatz Neufallenbach in Wolfenschiessen während eines Prüfungsfluges zum Tandem-Gleitschirmpiloten («Biplace») zu einem Unfall. Dabei wurde der Passagier B. verletzt. Beim Gleitschirmpiloten ha...
	B. Am 20. November 2017 stellte B. (nachfolgend: Privatkläger) Strafantrag und konstituierte sich sowohl im Zivil- als auch im Strafpunkt als Privatkläger, worauf die Staatsanwaltschaft des Kantons Nidwalden (nachfolgend: StA Nidwalden) gegen den Besc...
	C. Am 23. November 2018 erliess die StA Nidwalden einen Strafbefehl gegen den Beschuldigten und verurteilte ihn wegen fahrlässiger einfacher Körperverletzung (Art. 125 Abs. 1 StGB) zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen à Fr. 120.-- sowie zu...
	D. Dagegen erhob der Beschuldigte am 30. November 2018 durch seinen Verteidiger fristgerecht Einsprache. Am 14. Dezember 2018 wurde eine Begründung zur Einsprache nachgereicht und u.a. ausgeführt, dass die sachliche Zuständigkeit vorliegend nicht bei ...
	E. Mit Strafbefehl vom 2. Oktober 2019 verurteilte die BA den Beschuldigten wegen fahrlässiger Körperverletzung (Art. 125 Abs. 1 StGB) und fahrlässiger Störung des öffentlichen Verkehrs (Art. 237 Ziff. 2 i.V.m. Ziff. 1 Satz 1 StGB) zu einer bedingten ...
	F. Dagegen erhob der Beschuldigte am 8. Oktober 2019 innert Frist erneut Einsprache. Die BA hielt am Strafbefehl fest und überwies diesen am 31. Oktober 2019 als Anklageschrift an das hiesige Gericht zwecks Durchführung eines ordentlichen Verfahrens (...
	G. Im Rahmen der Prozessvorbereitungen holte das Gericht von Amtes wegen die üblichen Dokumente (Straf- und Betreibungsregisterauszug sowie Steuerunterlagen des Beschuldigten) ein. Zudem erachtete es die Einholung eines Gutachtens als notwendig, wesha...
	H. Im Gutachten vom 4. Februar 2020 beantwortete der Sachverständige die vom Gericht und der Verteidigung gemäss Gutachterauftrag vom 30. Januar 2020 gestellten Fragen. Im Übrigen stellten die Parteien keine weiteren Beweisanträge und verzichteten ins...
	I. Mit Schreiben vom 2. März 2020 teilte der Privatkläger dem Gericht mit, dass vorliegend jegliche unfallbedingten Kosten gedeckt seien und er keine weiteren Zivilforderungen vor Gericht geltend machen wolle. Zudem verzichte er auf eine Teilnahme an ...
	J. Die Hauptverhandlung fand am 6. März 2020 in Anwesenheit des Beschuldigten und seines Verteidigers am Sitz des Bundesstrafgerichts statt. Nebst dem Privatkläger verzichtete auch die BA auf die Teilnahme an der Hauptverhandlung.
	K. Das Urteil wurde dem Beschuldigten und seinem Verteidiger gleichentags mündlich eröffnet. Mit Schreiben vom 11. März 2020 ersuchte der Verteidiger um schriftliche Begründung des Urteils (Art. 82 Abs. 2 lit. a StPO); mit gleichem Datum und damit inn...
	Der Einzelrichter erwägt:
	1. Prozessuales
	1.1 Zuständigkeit
	1.1.1 Gemäss Art. 23 Abs. 2 StPO i.V.m. 98 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Luftfahrt vom 21. Dezember 1948 (Luftfahrtgesetz, LFG; SR 748.0) unterstehen die an Bord eines Luftfahrzeuges begangenen strafbaren Handlungen, mit Ausnahme des hier nicht a...
	Die zu beurteilenden Taten sollen während eines Tandem-Gleitschirmfluges begangen worden sein. Hängegleiter, zu welchen gemäss Art. 6 lit. a der Verordnung des UVEK über Luftfahrzeuge besonderer Kategorien vom 24. November 1994 (VLK; SR 748.941) auch ...
	1.1.2 Die Kompetenz des Einzelrichters der Strafkammer des Bundesstrafgerichts ergibt sich aus Art. 19 Abs. 2 lit. b StPO i.V.m. Art. 36 Abs. 2 StBOG.
	1.2 Gültigkeit des Strafbefehls und der Einsprache
	Hinsichtlich der Gültigkeit des Strafbefehls und der Einsprache, die das Gericht vorfrageweise zu prüfen hat (Art. 356 Abs. 2 StPO), stellen sich keine Fragen.

	2. Fahrlässige Körperverletzung
	2.1 Nach Art. 125 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer fahrlässig einen Menschen am Körper oder an der Gesundheit schädigt.
	2.2 Fahrlässig handelt, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den Umstän...
	2.3 Ein Schuldspruch wegen fahrlässiger Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB setzt somit voraus, dass der Täter den Erfolg durch Verletzung einer Sorgfaltspflicht verursacht hat. Dies ist der Fall, wenn der Täter zum Zeitpunkt der Tat aufgrund...
	Die zum Erfolg führenden Geschehensabläufe müssen für den konkreten Täter mindestens in ihren wesentlichen Zügen voraussehbar sein. Hierbei gilt somit der Massstab der Adäquanz (BGE 130 IV 7 E. 3.2). Danach muss das Verhalten geeignet sein, nach dem ...

	3. Anklagevorwurf
	Die BA wirft dem Beschuldigten vor, den Absturz bzw. Unfall vom 25. August 2017 verursacht zu haben, indem er im Queranflug an beiden Bremsleinen ziehend bereits stark abgebremst und daraufhin die Linkskurve vom Quer- in den Landeanflug mit einem noch...

	4. Beweismittel, Beweisergebnis und Subsumption
	Der Beschuldigte bestreitet zwar den Anklagevorwurf, erklärte jedoch vor Gericht auf entsprechenden Vorhalt, dass der im Strafbefehl bzw. in der Anklageschrift vom 2. Oktober 2019 umschriebene äussere Sachverhalt korrekt wiedergegeben worden sei (TPF ...
	4.1 Gemäss Art. 10 Abs. 3 StPO geht das Gericht von der für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage aus, wenn unüberwindliche Zweifel daran bestehen, dass die tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat erfüllt sind. Diese Bestimmung konkre...

	4.2 Aussagen Beschuldigter
	Anlässlich seiner ersten Einvernahme am Unfalltag durch die Kantonspolizei Nidwalden erklärte der Beschuldigte, dass er beim Übergang vom Quer- in den Landeanflug vermutlich zu stark eingelenkt habe. Er habe gemerkt, dass der Schirm eingeknickt sei un...
	Vor Gericht gab der Beschuldigte zu Protokoll, er habe die leichte Unruhe in der Luft bereits vom Gegen- in den Queranflug gespürt und den Schirm daraufhin mit verschiedenen Bremsbewegungen wieder stabilisiert (TPF 2.731.8 f. Z. 43 ff.). Er sei der Me...
	4.3 Aussagen Privatkläger B.
	Am Unfalltag (25. August 2017) gab der Privatkläger (jeweils als Auskunftsperson befragt) zu Protokoll, dass der Beschuldigte im Landeanflug nicht direkt den Landkreis habe anfliegen können und deshalb zuerst noch in Richtung Wald geflogen sei. Dann s...

	4.4 Aussagen F.
	Der Soloflugschüler F. beobachtete den Landeanflug des Beschuldigten und gab noch am Unfallort als Auskunftsperson Folgendes zu Protokoll: «Ich sah, dass der Pilot auf dem Landeanflug noch eine Kurve machte, um Höhe zu verlieren. Bei diesem Manöver kl...
	4.5 Aussagen C.
	C. fungierte am Unfalltag als Prüfungsexperte und gab gleichentags, als Auskunftsperson befragt, folgende Beobachtungen zu Protokoll: «Im Queranflug übersteuerte der Schirm und ist abgerissen (Strömung). Nach dem Lösen der Bremsen nahm der Schirm wied...
	Angesprochen auf seine frühere Aussage bei der BA, wonach der Beschuldigte gewissermassen zwei Fehler begangen habe – zunächst ein zu starkes Einbremsen von beiden Leinen (Seiten) und dann beim Eindrehen auf der einen Seite die Leine noch stärker gezo...
	4.6 Gutachterliche Feststellungen
	Der korrekte Landeanflug beim Gleitschirmflug wird im Gutachten wie folgt beschrieben: Die Landevolte werde in fünf Teilen geflogen: die Abbaukreise, der Gegenanflug, der Queranflug, der Endanflug und die eigentliche Landung. Im Abbauraum werde die üb...
	Zum Strömungsabriss beim Gleitschirmflug führt das Gutachten im Wesentlichen Folgendes aus: Anders als bei einem Flugzeug könne beim Gleitschirm die Flügelnase nicht direkt angesteuert werden. Die Tragfläche eines Gleitschirms könne nur gebremst werde...
	Im Gutachten wird der Unfallhergang gestützt auf die Akten wie folgt erläutert: Zunächst habe der Beschuldigte, nachdem er mit einer 90 -Kurve vom Gegen- in den Queranflug eingedreht habe, mittels beidseitigem Bremseinsatz seine Gleitleistung verringe...
	4.7
	4.7.1 Zu klären ist unter anderem die Frage, ob der Beschuldigte zu langsam flog. Bezüglich des Unfallhergangs ist nicht strittig, dass der Beschuldigte angesichts der leichten Unruhe, die er in der Luft spürte, den Schirm im Queranflug mit Bremsbeweg...
	Hinsichtlich der Drehung vom Quer- in den Endanflug ist Folgendes festzustellen: Gemäss Gutachten habe der Beschuldigte die Linkskurve mit zusätzlichem Zug an der linken Bremse – und nicht durch Freigabe der rechten Bremse – eingeleitet. Dies stimmt ...
	Der Beschuldigte erklärte ferner, im Moment, in dem er vom Quer- in den Endanflug geflogen sei, bemerkt zu haben, dass er Wind von hinten bekomme. Bemerkenswert ist, dass er diesen Rückenwind anlässlich der Anhörung bei der BA erwähnte, nachdem sein ...
	4.7.2 Nach Würdigung der Beweise bestehen für das Gericht keine ernsthaften Zweifel, dass der Beschuldigte bereits im Queranflug sehr langsam flog, sich dessen angesichts der Umstände aber nicht bewusst war: Der Beschuldigte stellte im Queranflug unru...
	Die von Gutachter D. und dem Prüfungsexperten C. gemachten Darlegungen sind diesbezüglich weitgehend deckungsgleich, in sich schlüssig und nachvollziehbar. Auch vom Beschuldigten selbst werden diese Feststellungen zum Unfallhergang grundsätzlich nich...
	4.7.3 Zu den Einwänden der Verteidigung bleibt Folgendes festzuhalten: Dass der Prüfungsexperte C. – wie im Plädoyer der Verteidigung vorgebracht – vor Gericht ausgesagt habe, bezüglich der Geschwindigkeit des Gleitschirms des Beschuldigten im Queranf...
	4.9 In subjektiver Hinsicht müssen die regulären Voraussetzungen der Fahrlässigkeit gegeben sein. Im Folgenden ist zunächst zu prüfen, ob der Beschuldigte pflichtwidrig unvorsichtig gehandelt bzw. ihm obliegende Sorgfaltspflichten im Luftverkehr verle...
	4.9.1 Vorliegend ergibt sich das Mass der gebotenen Sorgfalt, die bei einem Tandemgleitschirmflug beachtet werden muss, aus den gesetzlichen Bestimmungen über die Luftfahrt, den Weisungen des E.-Verbandes über die Fähigkeitsprüfung für Gleitschirm-Pil...
	Art. 5a VLK verweist auf die Bestimmungen des Anhangs der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 923/2012 der Kommission vom 26. September 2012 (Standardised European Rules of the Air, SERA). Diese Verordnung gilt auch für Hängegleiter. Gemäss Ziff. 3101 S...

	5. Konkurrenz
	5.1 Mit Strafbefehl vom 2. Oktober 2019 verurteilte die BA den Beschuldigten neben der fahrlässigen Körperverletzung (Art. 125 StGB) zusätzlich wegen fahrlässiger Störung des öffentlichen Verkehrs (Art. 237 StGB).
	5.2 Ob zwischen den vorgenannten Straftatbeständen echte oder unechte Konkurrenz angenommen wird, hängt davon ab, ob die Gefährdung über die Verletzung hinausgeht (Fiolka, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, N. 29 zu Art. 237 StGB; Weder, StGB Kommentar,...
	5.3 Durch den Flugfehler des Beschuldigten wurde ausschliesslich der Privatkläger gefährdet und am Körper verletzt. Weder aus den Befragungen der involvierten Personen, noch aus den übrigen Verfahrensakten ergeben sich Anhaltspunkte, wonach weitere Pe...

	6. Strafzumessung
	6.1 Am 1. Januar 2018 ist das neue Sanktionenrecht in Kraft getreten. Unter Berücksichtigung des strafrechtlichen Rückwirkungsverbots gilt das zum Tatzeitpunkt in Kraft gewesene Recht, es sei denn, das neue Recht ist für den Täter das mildere (Art. 2 ...
	6.2 Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des Täters. Es berücksichtigt dabei das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. Das Verschulden bestimmt sich na...
	Bei Fahrlässigkeitsdelikten ist das Mass der Pflichtwidrigkeit ein gewichtiger Strafzumessungsumstand. Dabei ist in Betracht zu ziehen, wie eklatant bzw. drastisch der Täter gegen die ihm obliegenden Sorgfaltspflichten verstossen hat: Gleichgültiges, ...
	6.3 Die Strafdrohung von Art. 125 StGB lautet auf Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen (Art. 34 Abs. 1 aStGB).
	6.4 Tatkomponente
	Hinsichtlich der objektiven Tatkomponente ist zu berücksichtigen, dass der Privatkläger als Folge des Unfalls mehrere Verletzungen von einiger Schwere erlitt: So mussten die rechte Schulter, der Vorderarm und das Becken operativ versorgt werden. Zudem...
	In Würdigung der objektiven und subjektiven Tatkomponenten ist das Verschulden noch als leicht zu werten und eine Einsatzstrafe von 40 Tagessätzen Freiheits- oder Geldstrafe erscheint angemessen.

	6.5 Täterkomponente
	Der heute bald 55-jährige Beschuldigte führte bis anhin ein unauffälliges Leben. Er ist ledig und kinderlos. Seit 7 Jahren arbeitet er als Bewegungstherapeut an einer heilpädagogischen Tagesschule. Im Strafregister ist er mit einer Vorstrafe wegen Str...
	Insgesamt gibt die Täterkomponente keinen Anlass zu einer Erhöhung oder Reduzierung der Einsatzstrafe.
	6.6 Strafmilderungs- und Strafschärfungsgründe
	6.6.1 Gemäss Art. 48 lit. d StGB mildert das Gericht die Strafe, wenn der Täter aufrichtige Reue zeigt, namentlich den Schaden, soweit es ihm zumutbar war, ersetzt hat. Mit dem Hinweis auf die Zumutbarkeit und die Betätigung der Reue verlangt das Gese...
	6.6.2 Bei mehreren Befragungen – insbesondere auch vor Gericht – brachte der Beschuldigte glaubhaft und überzeugend zum Ausdruck, dass ihn der Vorfall bis zum heutigen Tag sehr beschäftige und ihm die Folgen des Unfalls sehr leidtun würden (vgl. BA 13...
	Insgesamt ist das Nachtatverhalten des Beschuldigten als aufrichtige Reue im Sinne von Art. 48 lit. d StGB zu werten. Demzufolge ist die Strafe angemessen zu mildern. Andere Strafmilderungs- oder Strafschärfungsgründe liegen nicht vor.

	6.7 In Würdigung der vorstehend erwogenen Strafzumessungsfaktoren ist im Ergebnis eine Freiheits- oder Geldstrafe von 25 Tagessätzen schuldangemessen.
	6.8 Es bleibt zu prüfen, ob eine Freiheits- oder Geldstrafe auszusprechen ist (Art. 34 Abs. 1 aStGB i.V.m. Art. 41 Abs. 1 aStGB). Vorliegend sind keine Gründe gemäss Art. 41 Abs. 1 aStGB ersichtlich, welche eine Freiheitsstrafe rechtfertigen würden, w...
	6.8.1 Gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung (vgl. BGE 135 IV 180 E. 1.4.1) beträgt ein Tagessatz mindestens Fr. 10.-- und Art. 34 Abs. 2 aStGB folgend höchstens Fr. 3'000.--. Das Gericht bestimmt die Höhe des Tagessatzes nach den persönl...
	6.8.2 Der Beschuldigte erzielt ein monatliches Nettoeinkommen von ca. Fr. 5'200.-- und verfügt über ein Vermögen in Höhe von Fr. 70'000.-- (TPF 2.231.4.5 f.). Er ist weder unterhalts- noch unterstützungspflichtig, hat keine Schulden (TPF 2.731.3) und ...
	6.8.3 Angesichts der persönlichen und finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten ist der Tagessatz auf Fr. 120.-- festzusetzen.

	6.9 Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB).
	Diese Voraussetzungen sind vorliegend ohne Weiteres erfüllt. Dem Beschuldigten wird eine minimale Probezeit von zwei Jahren auferlegt (Art. 44 Abs. 1 StGB).
	6.10. Nach Art. 42 Abs. 4 StGB kann eine bedingte Strafe mit einer Busse nach Art. 106 StGB verbunden werden. Die Verbindungsstrafe kann ohne weitere Voraussetzungen ausgesprochen werden; namentlich ist sie nicht an eine negative Legalprognose gebunde...
	Da keinerlei Anhaltspunkte für eine erneute Begehung deliktischer Handlungen bestehen, von denen der Beschuldigte mittels Busse abzuhalten wäre, ist eine Verbindungsbusse vorliegend weder aus spezial- noch generalpräventiven Gründen indiziert.

	7. Zivilklage
	8. Verfahrenskosten
	8.1 Die Verfahrenskosten setzen sich zusammen aus den Gebühren zur Deckung des Aufwands und den Auslagen im konkreten Straffall (Art. 422 Abs. 1 StPO; Art. 1 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren u...
	8.2 Die BA macht für das Vorverfahren eine Gebühr von Fr. 900.-- geltend (TPF 2.100.5). Diese liegt im gesetzlichen Rahmen (Art. 6 Abs. 3 Iit. b, Abs. 4 lit. c und Abs. 5 BStKR), erscheint angemessen und ist nicht zu beanstanden. Die Gebühr für das er...
	Die Auslagen des Gerichts von total Fr. 2'433.75 setzen sich wie folgt zusammen: Die Kosten für das Sachverständigengutachten belaufen sich auf Fr. 1'856.25 (TPF 2.840.1). Der Zeuge C. erhält für den hinreichend nachgewiesenen Erwerbsausfall infolge Z...

	8.3 Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. Ausgenommen sind die Kosten für die amtliche Verteidigung; die erbeten verteidigte beschuldigte Person ist demgegenüber vollumfänglich kostenpflichtig (Art. 426 Abs. 1 S...
	Die Verfahrenskosten (Gebühren und Auslagen) von total Fr. 4'833.75 sind somit vollumfänglich dem verurteilten Beschuldigten aufzuerlegen.

	9. Entschädigungen
	Beschuldigte Personen haben nur bei Freispruch, teilweisem Freispruch oder bei Einstellung des Verfahrens Anspruch auf eine Entschädigung (Art. 429 Abs. 1 lit. a und b StPO).
	Da der Beschuldigte vorliegend der fahrlässigen einfachen Körperverletzung schuldig zu sprechen ist, ist ihm keine Entschädigung zuzusprechen.

	10. Entscheidmitteilung
	Der Einzelrichter erkennt:
	I.
	II.