# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5d8a49cd-d571-5df1-8996-e3093b2cc5bd
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 18.03.2016 200 2015 840
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-840_2016-03-18.pdf

## Full Text

200 15 840 IV
MAW/BOC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 18. März 2016

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Stadt B.________, handelnd durch Frau Fürsprecherin 
C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 24. August 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2016, IV/15/840, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1972 geborene und verbeiständete A.________ (nachfolgend: Versi-
cherte bzw. Beschwerdeführerin) meldete sich erstmals am 30. Dezember 
2010 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an, ohne nähere 
Angaben zur krankheitsbedingten, seit dem 27. Juli 2010 bestehenden ge-
sundheitlichen Beeinträchtigung zu machen (Akten der IV-Stelle Bern 
[nachfolgend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 1, 60 f.). Den in der 
Folge von der IVB eingeholten medizinischen Berichten (act. II 20/2 und 
24/7 f.) konnte entnommen werden, die Versicherte sei wieder zu 100 % 
arbeitstätig bzw. müsste eigentlich 100 % arbeiten können, was zur Abwei-
sung des Leistungsbegehrens mit Verfügung vom 13. Dezember 2011 führ-
te (act. II 33). Diese Verfügung blieb unangefochten.

B.

Am 12. Dezember 2014 meldete sich die Versicherte wegen Niederge-
schlagenheit, rezidivierenden depressiven Episoden sowie Einschlaf- und 
Durchschlafstörungen bei psychosozialer Belastungssituation erneut bei 
der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (act. II 34). Die IVB 
nahm in der Folge erwerbliche und medizinische Abklärungen vor und führ-
te am 15. Januar 2015 ein Erstgespräch durch; zudem gingen ihr die Akten 
der Krankentaggeldversicherung der Versicherten, der D.________, zu 
(act. II 37.1 - 37.5, 40 f. 46, 48). Am 29. April 2015 fand eine Untersuchung 
durch Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IVB statt, wobei im entspre-
chenden Untersuchungsbericht vom 12. Mai 2015 (act. II 57) als Diagnose 
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgehalten wurde, die Versi-
cherte leide unter einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode als 
Reaktion auf eine schwierige psychosoziale Situation. Zudem bestünden 
unklare orthopädische Beschwerden, welche derzeit zur Abklärung anstün-
den. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2016, IV/15/840, Seite 3

Daraufhin stellte die IVB mit Vorbescheid vom 9. Juni 2015 die Abweisung 
des Leistungsbegehrens in Aussicht (act. II 59) und verfügte am 24. August 
2015 entsprechend (act. II 62).

C.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch das Sozialamt der Stadt 
B.________, handelnd durch Fürsprecherin C.________, am 17. Septem-
ber 2015 Beschwerde. Sie beantragt, unter Aufhebung der angefochtenen 
Verfügung sei das Invalidenversicherungsverfahren bis zum Abschluss der 
stationären Behandlung zu sistieren, eventualiter sei die Sache zu weiteren 
Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen. Gleichzeitig stellt die Be-
schwerdeführerin ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und reicht 
medizinische Unterlagen (unter anderem ein zuhanden der D.________ 
von Dr. med. F.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, 
erstelltes psychiatrisches Gutachten vom 13. Juli 2015 [Akten der Be-
schwerdeführerin {act. I} 2]) ein. 

Mit Beschwerdeantwort vom 19. Oktober 2015 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde inklusive Sistierungsgesuch.

Mit Replik vom 16. November 2015 hält die Beschwerdeführerin an den 
gestellten Anträgen fest und stellt einen Bericht über den am 12. November 
2015 begonnenen stationären Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik 
G.________ in Aussicht. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 17. November 2015 heisst der Instruk-
tionsrichter das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gut und stellt die 
Fortsetzung des Schriftenwechsels nach Eingang des Berichts der psychia-
trischen Klinik G.________ in Aussicht. Der entsprechende Bericht vom 
18. Januar 2016 (Akten der Beschwerdeführerin [act. Ia] 15) ging am 
29. Januar 2016 beim Gericht ein. 

Mit Duplik vom 29. Februar 2016 hält die Beschwerdegegnerin an den ge-
stellten Anträgen fest. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2016, IV/15/840, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 24. August 2015 (act. II 62). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Rentenleistungen der Invaliden-
versicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vor-
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun-
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind-
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

2.2 Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und da-
mit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun-
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versi-
cherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restar-
beitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft 
tragbar ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prü-
fen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281).

2.3 Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht klar 
vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können solche 
äusseren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen im Sinne 
des Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invaliditätsbegriff 

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selber klar zwischen der versicherten Person als Trägerin des (invalidisie-
renden) Gesundheitsschadens und der durch ihn verursachten Erwerbsun-
fähigkeit unterscheidet. Infolgedessen können psychische Störungen, wel-
che durch soziale Umstände verursacht werden und bei Wegfall der 
Belastung wieder verschwinden, nicht zur Invalidenrente berechtigen. Zwar 
kann einer fachgerecht diagnostizierten psychischen Krankheit der invalidi-
sierende Charakter nicht mit dem blossen Hinweis auf eine bestehende 
psychosoziale Belastungssituation abgesprochen werden. Je stärker aber 
psychosoziale und soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vorder-
grund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter 
muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert 
vorhanden sein (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 
E. 3.2). Nur wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren 
einen derart verselbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten 
oder seine – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehen-
den – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegrün-
dend auswirken (BGE 139 V 547 E. 3.2.2 S. 552; SVR 2010 IV Nr. 19 S. 59 
E. 5.2). In diesem Sinn werden Wechselwirkungen zwischen sich körperlich 
und psychisch manifestierenden Störungen und der sozialen Umwelt 
berücksichtigt, wenn auch bedeutend weniger stark als nach dem in der 
Medizin verbreiteten bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell (SVR 2008 IV 
Nr. 62 S. 204 E. 4.2).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

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Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft 
eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auf-
trag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern des-
sen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 
351 E. 3a S. 352).

2.5 Nach der Rechtsprechung ist bei psychiatrischen Begutachtungen 
eine Übersetzungshilfe beizuziehen, sofern sprachliche Schwierigkeiten 
bestehen und das Untersuchungsgespräch nicht in der Muttersprache des 
Exploranden geführt werden kann. Der Beizug zur Übersetzung setzt 
vertiefte Sprachkenntnisse, nicht aber ein (Dolmetscher-) Diplom voraus. 
Bedeutsam sind nicht nur die Sprachkompetenzen sowie die 
Unabhängigkeit und Unparteilichkeit der übersetzenden Person; auch 
Kenntnisse über kulturspezifische Besonderheiten, etwa des 
Krankheitsverständnisses, spielen eine Rolle. Deren Bewertung bleibt 
freilich in der ausschliesslichen Verantwortung des Gutachters (BGE 140 V 
260 E. 3.2.1 S. 261).

2.6 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

3.

Den medizinischen Akten ist im Wesentlichen das Folgende zu entnehmen:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2016, IV/15/840, Seite 8

3.1 Im Untersuchungsbericht des RAD-Psychiaters Dr. med. 
E.________ vom 12. Mai 2015 (act. II 57) wurden die folgenden Diagnosen 
(mit/ohne) Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) aufgeführt (act. II 57/4):

 Leichte bis mittelgradige depressive Episode als Reaktion auf eine schwierige 
psychosoziale Situation

 Unklare orthopädische Beschwerden, die derzeit zur Abklärung anstehen

Dr. med. E.________ gab an (act. II 57/3), das Gespräch mit der Versicher-
ten sei schwierig. Sie scheine zwar alles zu verstehen, spreche aber ein 
sehr undeutliches, verwaschenes Deutsch, manche Sachverhalte müssten 
vier bis fünf Mal neu aufgegriffen werden, bis einigermassen Klarheit be-
stehe. Mitbedingt zu sein scheine das auch dadurch, dass die Versicherte 
versuche, möglichst viel in möglichst wenig Zeit zu sagen. Der RAD-Arzt 
hielt weiter fest (act. II 57/4), aktuell sei bei der Versicherten nicht von ei-
nem stabilen Gesundheitsschaden auszugehen, es bestehe ein reaktiv 
depressives Zustandsbild, ausgelöst durch den Verlust ihres ..., den sie auf 
den Einfluss ihrer Vermieterin zurückführe und hinsichtlich dessen sie sehr 
viel grüble. Wohl nicht zuletzt aufgrund kultureller Probleme und Sprach-
schwierigkeiten habe sie Probleme mit dem Finanzamt und der Abwicklung 
der Buchführung, auch hinsichtlich Unterhalt für die Kinder scheine es Pro-
bleme zu geben. Diesbezüglich laufe demnächst eine Hilfe über die KESB 
an. Diese ganzen psychosozialen Themen trügen dazu bei, das Krank-
heitsbild aufrechtzuerhalten. Auf psychiatrischem Gebiet liege kein IV-
relevanter langanhaltender Gesundheitsschaden vor. Hinzu kämen auch 
noch abklärungsbedürftige orthopädische und neurologische Symptome. 
Unklar sei noch, in welcher Weise die Schwindelsymptomatik weiter abge-
klärt werde. Sobald die psychosoziale Situation geklärt und die beschriebe-
nen Krankheitsbilder zufriedenstellend behandelt seien, sei von einer relativ 
raschen Wiedergewinnung einer vollen Leistungsfähigkeit auszugehen.

3.2 Der behandelnde Psychiater Dr. med. H.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, hielt im Bericht vom 8. Juli 2015 
(act. I 4) fest, er habe die Versicherte bereits vor etwa zwei bis drei Jahren 
wegen Depressionen behandelt, als sie damals an ihrem Arbeitsplatz (in 
einer ...) gemobbt worden sei. Bereits damals habe sie über vorbestehende 
körperliche Schmerzen und Beschwerden geklagt. Die Versicherte sei zu 

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regelmässigen Gesprächsterminen gekommen und habe Antidepressiva 
eingenommen; nach einigen Monaten sei es ihr dann wieder deutlich bes-
ser gegangen. Aktuell behandle er die Versicherte seit November 2014. Sie 
habe sich gemeldet, weil es ihr sowohl psychisch als auch körperlich sehr 
schlecht gegangen sei, worauf er sie bis auf Weiteres zu 100 % arbeits- 
und erwerbsunfähig geschrieben habe. Aufgrund der momentan sehr 
schlechten psychischen Verfassung (unter anderem habe sie latent auftre-
tende Suizidideen geäussert) gehe er von einer weiterhin länger bestehen-
den Arbeitsunfähigkeit von 100 % aus, welche voraussichtlich mehrere 
Monate andauern werde. Die Versicherte sollte sich baldmöglichst in einer 
spezialisierten psychiatrischen Klinik stationär behandelnd lassen, damit 
die geäusserten Beschwerden / Symptome nicht chronisch würden. 

3.3 Die behandelnden Ärzte des Spitals I.________ gaben im Bericht 
vom 9. Juli 2015 (act. I 3) als (Haupt-)Diagnosen ein chronisches zerviko- 
und thorakovertebrales Schmerzsyndrom und Osteoporose, Diagnose 
05/2015, an. Sie hielten fest, die rein bewegungs- und belastungsabhängi-
gen thorakalen Rückenschmerzen seien am ehesten tendomyofaszial be-
dingt und durch eine muskuläre Überlastung verursacht. Differential-
diagnostisch sei eine costovertebrale Dysfunktion in gewissen Segmenten 
möglich. Sofern keine weitere Sinterung des BWK 5 eingetreten sei, erkläre 
die leichtgradige (MR-tomographisch nachgewiesene) Deckplattenimpres-
sionsfraktur des BWK 5 die Beschwerden nicht. Ebenso scheine es, dass 
die HWS-Beschwerden in erster Linie durch muskuläre Verspannung und 
ligamentäre Überlastung bedingt seien. Signifikante degenerative Verände-
rungen seien MR-tomographisch nicht gefunden worden. Die Beschwerden 
hätten sich unter Physiotherapie bisher deutlich gebessert, es bestehe je-
doch weiterhin eine eingeschränkte Rotation und Seitneigung nach rechts 
mit entsprechenden Beschwerden. 

3.4 Im von der Krankentaggeldversicherung der Versicherten, der 
D.________, in Auftrag gegebenen psychiatrischen Gutachten von Dr. 
med. F.________ vom 13. Juli 2015 (act. I 2) wurden die folgenden Dia-
gnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (act. I 2 S. 11 f.):

1. Mittlere bis schwere depressive Episode (ICD-10 F32.2)
2. (abklärungsbedürftige) von der Versicherten bejahte Suizidalität

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2016, IV/15/840, Seite 10

Die Gutachterin hielt zu den subjektiven Angaben der Versicherten einlei-
tend fest (act. I 2 S. 2), die Anamnese zeige sich zur heutigen Begutach-
tung wegen der sprachlichen Verständigungsschwierigkeiten deutlich er-
schwert. Die Versicherte spreche nur mässig gut Deutsch, der Akzent sei 
stark ausgeprägt, die Versicherte sei nur sehr mühsam zu verstehen. Hinzu 
komme, dass die Versicherte im Laufe der Begutachtung fast nur noch un-
unterbrochen geweint habe, eine Gesprächsführung aufgrund des psychi-
schen Ausnahmezustandes sei fast nicht möglich gewesen. Nicht auszu-
schliessen sei weiterhin eine limitierte Auffassungsfähigkeit, Letzteres sei 
allerdings aufgrund der sprachlichen Verständigungsschwierigkeiten nicht 
abschliessend beurteilbar. Zur Mitte/Ende des Gespräches sei die Versi-
cherte zusammengebrochen und habe von der Praxisassistentin in den 
Ruheraum gelegt werden müssen (act. I 2 S. 8 und 12). Dr. med. 
F.________ gab weiter an (act. I 2 S. 9 f.), zum Explorationszeitpunkt habe 
die Versicherte eine Symptomatologie geäussert, welche zusammengefast 
als mittlere bis schwere depressive Episode (ICD-10 F32.1/2) vor dem Hin-
tergrund einer Anpassungsstörung/einer massiven Überforderungssituation 
interpretiert werden könne. Wesentlich zu nennen sei auch die von der 
Versicherten anlässlich der Begutachtung angegebene aktuell vorhandene 
Suizidalität. Aufgrund der aktuell bejahten Selbstmordgedanken und des 
massiven Leidensdrucks sei eine stationäre Hospitalisation indiziert und 
liege im eigenen Gesundheitsinteresse der Versicherten, um einen weite-
ren, protrahierten Krankheitsverlauf, eine Verschlimmerung der Symptoma-
tik und gegebenenfalls die Möglichkeit eines Suizides zu verhindern. Eine 
verwertbare Arbeitsfähigkeit liege bei der Versicherten derzeit respektive 
für die Zeit der stationären Abklärung der Suizidalität und der nachfolgen-
den Behandlung somit nicht vor. Bereits im Vorfeld seien durch Dr. med. 
J.________ und Dr. med. H.________, beides Psychiater, eine Depression 
und weitere psychische Probleme benannt worden. Es sei nicht von der 
Hand zu weisen, dass hier massgeblich als auslösender Faktor krankheits-
fremde Gründe, wie die berufliche und die finanzielle Situation zum Tragen 
kämen. Scheinbar sei die Versicherte (noch) zu Anfang ihrer persönlichen 
Misere stabil erschienen, habe sich bei Ämtern gemeldet und habe ver-
sucht, Auswege zu finden. Heute präsentiere sich ein desolates Bild, in 
welchem die Versicherte nicht mehr in der Lage sei, sich zu fassen. Auch 
dies dürfe nicht von der Hand gewiesen und/oder gar als krankheitsfremde 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2016, IV/15/840, Seite 11

Situation abgewiesen werden. Krankheitsfremde Faktoren seien bei der 
Beurteilung strikt ausser Acht gelassen und nicht berücksichtigt worden 
(act. I 2 S. 12). Die Arbeitsfähigkeit der Versicherten in ihrem zuletzt aus-
geübten Beruf als ... sei aktuell 0 %. Die Versicherte müsse aufgrund der 
oben attestierten Diagnose in allen möglichen Tätigkeiten zu 100 % ar-
beitsunfähig angesehen werden. Nach Ausreichender Rekonvaleszenz sei 
die berufliche Tätigkeit auf dem freien Markt nicht eingeschränkt (act. I 2 S. 
13).

3.5 Im Austrittsbericht der Privatklinik G.________ vom 18. Januar 2016 
(act. Ia 15) im Zusammenhang mit dem stationären Aufenthalt der Versi-
cherten vom 12. November 2015 bis 14. Januar 2016 diagnostizierten die 
behandelnden Ärzte eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: 
F32.1). Sie attestierten der Versicherten vom 12. November 2015 bis 
20. Januar 2016 eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit und gaben an, eine in-
tensive ambulante Betreuung sei dringend indiziert. Darum trete die Versi-
cherte am 20. Januar 2016 in die Tagesklinik K.________ ein, um eine 
weitere Stabilisierung ihres Zustandes zu erfahren. Die Versicherte habe 
am 14. Januar 2016 in stabilisiertem Zustand von Eigen- sowie Fremdge-
fährdung deutlich distanziert entlassen werden können. 

4.

4.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom 12. De-
zember 2014 (act. II 34) eingetreten, weshalb die Eintretensfrage hier nicht 
geprüft zu werden braucht (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Hingegen ist zu 
prüfen, ob seit der ersten Leistungsverweigerung mit Verfügung vom 
13. Dezember 2011 (act. II 33) bis zum Erlass der vorliegend angefochte-
nen Verfügung vom 24. August 2015 (act. II 62) eine anspruchsbegründen-
de Änderung in den für den Invaliditätsgrad erheblichen Tatsachen 
eingetreten ist (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 
1999 S. 84 E. 1b).

4.2 Umstritten ist diesbezüglich vorab der psychische Gesundheitszu-
stand der Beschwerdeführerin. Diese macht geltend, es handle sich vorlie-
gend nicht nur um eine psychosoziale Belastungssituation oder einen 

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depressiven Verstimmungszustand, sondern um eine schwere Depression. 
Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin handle es sich um ei-
nen langanhaltenden Gesundheitsschaden (Beschwerde S. 3). Demge-
genüber vertritt die Beschwerdegegnerin die Auffassung, es liege hier eine 
Reaktion auf eine schwierige psychosoziale Situation vor bzw. als zusätzli-
cher bzw. als initial auslösender Faktor bestünden erhebliche sozio-
konstellative Belastungen. Zudem sei prognostisch mit einer raschen 
Besserung der vorliegenden Symptomatologie zu rechnen (Beschwerde-
antwort S. 3 Ziff. 9). 

4.3 Zum psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin lie-
gen zwei sich erheblich widersprechende psychiatrische Beurteilungen vor: 
Der Bericht des RAD-Psychiaters Dr. med. E.________ vom 12. Mai 2015 
(act. II 57/4) geht von einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode 
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bzw. einer relativ raschen Wie-
dergewinnung einer vollen Leistungsfähigkeit nach Klärung der psychoso-
zialen Situation und Behandlung der somatischen Beschwerden aus. 

Demgegenüber ging die von der Krankentaggeldversicherung beauftragte 
Gutachterin Dr. med. F.________ für den Zeitpunkt der Begutachtung am 
10. Juli 2015 (act. I 2 S. 1) von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in 
jeder Hinsicht aus (act. I 2 S. 13), auch wenn sie anerkannte, dass die Er-
krankung durch eine massive (psychosoziale) Überlastungssituation aus-
gelöst worden war. Inzwischen liege eine derartige Erkrankung vor, dass 
die Beschwerdeführerin nicht mehr in der Lage sei, sich aufzufangen (act. I 
2 S. 10). 

Eine Übereinstimmung der beiden Beurteilungen ist lediglich in dem Punkt 
gegeben, dass – in beiden Fällen – erhebliche Verständigungsprobleme die 
Exploration erschwert haben (act. II 57/3; act. I 2 S. 2). Auch der behan-
delnde Psychiater Dr. med. H.________ erwähnte gewisse bei der Be-
schwerdeführerin bestehende Verständigungsprobleme (act. II 48/3). 

Da nach der Rechtsprechung bei psychiatrischen Begutachtungen eine 
Übersetzungshilfe beizuziehen ist, sofern sprachliche Schwierigkeiten be-
stehen und das Untersuchungsgespräch nicht in der Muttersprache des 
Exploranden geführt werden kann (vgl. E. 2.5 hiervor), ist der Beweiswert 

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sowohl des RAD-Untersuchungsberichtes vom 12. Mai 2015 (act. II 57) als 
auch des psychiatrischen Gutachtens von Dr. med. F.________ vom 13. 
Juli 2015 (act. I 2) dermassen herabgesetzt, dass weder auf den einen 
noch auf den anderen Bericht abgestellt werden kann. 

Damit kann nicht beurteilt werden, ob die zweifellos vorhandene psychi-
sche Einschränkung auf eine IV-relevante Erkrankung zurückzuführen ist 
oder nicht. Aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht gilt es zu klären, ob 
es sich bei der depressiven Problematik um ein eigenständiges oder ein 
einzig durch die psychosozialen Belastungsfaktoren bedingtes psychisches 
Leiden handelt. Dabei gilt, je stärker psychosoziale und soziokulturelle Fak-
toren im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mit-
bestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte 
psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein (vgl. E. 2.3 hier-
vor). Zur Beantwortung dieser Frage bedarf es einer Begutachtung ohne 
Verständigungsprobleme. Folglich ist Beschwerde ohne weiteres gutzu-
heissen und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen 
zwecks Veranlassung einer psychiatrischen Begutachtung mit Überset-
zung. Dabei wird die Beschwerdegegnerin ebenfalls zu prüfen haben, ob 
auch die somatische Seite einer näheren Abklärung bedarf (vgl. Bericht des 
Spitals I.________ vom 9. Juli 2015 [act. I 3]). 

4.4 Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde unter Aufhebung der 
angefochtenen Verfügung vom 24. August 2015 gutzuheissen und die Sa-
che an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie – nach Vor-
nahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2016, IV/15/840, Seite 14

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4).

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Die durch eine Organisation 
der öffentlichen Sozialhilfe vertretene versicherte Person hat trotz Obsie-
gens keinen Anspruch auf Parteientschädigung (BGE 126 V 11 E. 1 - 5 
S. 11). Die vorliegend durch Fürsprecherin C.________ vom Rechtsdienst 
des Sozialamtes der Stadt B.________ vertretene Beschwerdeführerin hat 
demnach keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

5.3 Mit Blick auf die Gutheissung der Beschwerde ist das Verfahren 
betreffend das mit prozessleitender Verfügung vom 17. November 2015 
gutgeheissene Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege als gegenstandslos 
geworden vom Geschäftsverzeichnis abzuschreiben.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 24. August 2015 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
wird als erledigt vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

5. Zu eröffnen (R):

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. März 2016, IV/15/840, Seite 15

-  Stadt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.