# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 52337718-5433-59e2-b5d5-3eeb839457df
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2013-07-31
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 31.07.2013 RR.2013.210
**Docket/Reference:** RR.2013.210
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RR-2013-210_2013-07-31

## Full Text

Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Deutschland. Hausdurchsuchung und Beweismittelbeschlagnahme (Art. 63 Abs. 2 lit. b IRSG). Zwischenverfügung (Art. 80e Abs. 2 IRSG).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Deutschland. Hausdurchsuchung und Beweismittelbeschlagnahme (Art. 63 Abs. 2 lit. b IRSG). Zwischenverfügung (Art. 80e Abs. 2 IRSG).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Deutschland. Hausdurchsuchung und Beweismittelbeschlagnahme (Art. 63 Abs. 2 lit. b IRSG). Zwischenverfügung (Art. 80e Abs. 2 IRSG).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Deutschland. Hausdurchsuchung und Beweismittelbeschlagnahme (Art. 63 Abs. 2 lit. b IRSG). Zwischenverfügung (Art. 80e Abs. 2 IRSG).

Entscheid vom 31. Juli 2013  
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 

Emanuel Hochstrasser und Roy Garré,  

Gerichtsschreiber Martin Eckner  

   
 

Parteien 

  

A., 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

STAATSANWALTSCHAFT I DES  

KANTONS ZÜRICH,  

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an  

Deutschland 

 

Hausdurchsuchung und Beweismittelbeschlagnahme 

(Art. 63 Abs. 2 lit. b IRSG) 

 

Zwischenverfügung (Art. 80e Abs. 2 IRSG) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2013.210 

Nebenverfahren: RP.2013.38 

 

 

 

- 2 - 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass  

 

- der deutsche Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof gegen A. und 

weitere eine Untersuchung führt wegen Verdachts der Gründung einer ter-

roristischen Vereinigung (act. 1.3 S. 1); 

 

- in diesem Zusammenhang Deutschland am 17. Mai 2013 ein Rechtshilfe-

ersuchen stellte, dem ein Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 

25. April 2013 beilag (act. 1.3 S. 1 und 2); 

 

- die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (nachfolgend "Staatsanwalt-

schaft I) am 17. Mai 2013 auf das Ersuchen eintrat (act. 1.3 S. 2); 

 

- die Staatsanwaltschaft I am 28. Juni 2013 einen Durchsuchungs- und Be-

schlagnahmebefehl erliess, der unter anderem die Durchsuchung der Zelle 

von A. anordnete (act. 1.3 S. 2 Dispositiv Ziffer 1); 

 

- A. berichtet, seine Zelle sei am 17. Juli 2013 durchsucht und dabei seien 

ein PC, eine Playstation 2 Speicherkarte (8MB) und verschiedene Schrift-

stücke sichergestellt worden (act. 1 S. 3); 

 

- die Staatsanwaltschaft I am 18. Juli 2013 auch die Einvernahme von A. 

vorsah; diese jedoch abgesagt wurde, da A. ursprünglich von Spanien zum 

Zwecke des Strafvollzugs an die Schweiz ausgeliefert wurde und ohne Be-

willigung der spanischen Behörden der Grundsatz der Spezialität einer Ein-

vernahme wegen eines zuvor begangenen Deliktes entgegenstehe 

(act. 1.1 Aktennotiz der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 

24. Mai 2013, act. 1.2 Absage der Einvernahme durch Schreiben der 

Staatsanwaltschaft I vom 17. Juli 2013; act. 1 S. 3 f.); 

 

- am 30. Juli 2013 die Beschwerde von A. eingegangen ist, worin er im We-

sentlichen beantragt, der Durchsuchungs- und Beschlagnahmebefehl vom 

28. Juni 2013 sei aufzuheben und für nichtig zu erklären und alle sicherge-

stellten Gegenstände und Schriftstücke seien ihm zurück zu geben (act. 1 

S. 2); 

 

- zunächst zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer den Durchsuchungs- und 

Beschlagnahmebefehl überhaupt anfechten kann, ob er mit anderen Wor-

ten zur Beschwerde legitimiert ist; 

 

- 3 - 

 

 

- im Rechtshilfeverfahren Zwischenverfügungen wie der vorliegende Durch-

suchungs- und Beschlagnahmebefehl nur ausnahmsweise selbständig an-

gefochten werden können; 

 

- eine solche Anfechtung nur möglich ist, wenn durch die Beschlagnahme 

von Vermögenswerten und Wertgegenständen oder durch die Anwesenheit 

von am ausländischen Prozess beteiligten Personen ein unmittelbarer und 

nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirkt wird (Art. 80e Abs. 2 des 

Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in 

Strafsachen [Rechtshilfegesetz, IRSG; SR  351.1]); 

 

- zusätzlich nur zur Beschwerdeführung berechtigt ist, wer persönlich und di-

rekt von einer Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutzwürdiges 

Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b IRSG); 

 

- die beschwerdeführende Person dafür nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung mit konkreten Angaben glaubhaft machen muss, inwiefern 

die rechtshilfeweise Beschlagnahme von Vermögenswerten, bzw. die Ver-

weigerung einer Teilfreigabe, zu einem nicht wieder gutzumachenden 

Nachteil führt, wobei ein solcher erst droht, wenn durch die Anordnung oder 

Fortdauer von rechtshilfeweise verfügten Vermögensbeschlagnahmen die 

legale wirtschaftliche Tätigkeit einer betroffenen Partei stark behindert oder 

gar ihr wirtschaftliches Überleben gefährdet würde (BGE 130 II 329 E. 2; 

128 II 353 E. 3 m.w.H.; Urteil des Bundesgerichts 1B_285/2011 vom 

18. November 2011, E. 2.3.2; Entscheide des Bundesstrafge-

richts RR.2012.177 vom 11. Dezember 2012, E. 2; RR.2012.2 vom 

15. Mai 2012, E. 2.3; ZIMMERMANN, La coopération judiciaire internationale 

en matière pénale, 3. Aufl., Brüssel/Bern 2009, N. 513); 

 

- vorliegend Nachteile dieser Art bei der Beschlagnahme seines PCs und 

seiner Speicherkarte nicht geltend gemacht wurden und nicht ersichtlich 

sind; 

 

- nach der Rechtsprechung Dokumente und Unterlagen keine Wertgegen-

stände im Sinne von Art. 80e Abs. 2 lit. a IRSG sind (vgl. TPF 2010 133; 

VACALLI, La giurisprudenza del tribunale penale federale […] dal 2007 

al 2010, Rivista ticinese di diritto, I-2012, S. 604); 

 

- die Durchsuchung an sich keine anfechtbare Zwischenverfügung im Sinne 

von Art. 80e Abs. 2 IRSG ist;  

 

- 4 - 

 

 

- mit dem Gesagten die Beschwerde offensichtlich unzulässig ist, weshalb 

auf diese ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und den Beizug der 

Verfahrensakten nicht einzutreten ist (Art. 57 Abs. 1 VwVG e contrario 

i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die 

Organisation der Strafbehörden des Bundes [Strafbehördenorganisations-

gesetz, StBOG, SR 173.71]); 

 

- der Beschwerdeführer auch einen Antrag auf unentgeltlichen Rechtsbei-

stand gestellt hat;  

 

- die Beschwerdekammer eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel 

verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit, sofern 

ihr Begehren nicht als aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG i.V.m. 

Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG) und dieser einen Anwalt bestellt, wenn dies zur 

Wahrung ihrer Rechte notwendig ist (Art. 65 Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 39 

Abs. 2 lit. b StBOG; BGE 138 III 217 E. 2.2.4; 134 I 92 E. 3.2.1; 129 I 129 

E. 2.3.1); 

 

- diese offensichtlich unzulässige Beschwerde sich auch als aussichtslos im 

Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG herausstellt; demzufolge das Gesuch des 

Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege wegen Aussichtslosig-

keit abzuweisen ist; 

 

- die Beschwerde vom Beschwerdeführer persönlich erhoben wurde, er sich 

darin aber als von RA B. vertreten bezeichnete, mit dem Zusatz, der Antrag 

auf amtliche Verteidigung sei pendent; der Beschwerdeführer die Be-

schwerdeschrift auch an RA B. zustellte (act. 1 S. 5);  

 

- damit zusätzlich RA B. mit einer Kopie dieses Entscheids zu orientieren ist; 

 

- der Beschwerdeführer bei diesem Ausgang des Verfahrens kostenpflichtig 

wird; 

 

- angesichts seiner vermutlich schwierigen persönlichen Situation die redu-

zierte Gerichtsgebühr auf Fr. 500.-- festzusetzen ist (Art. 63 Abs. 5 VwVG 

i.V.m. Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reglements des Bundes-

strafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Ent-

schädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]). 

 

- 5 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

 

2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewie-

sen. 

 

3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

 

Bellinzona, 2. August 2013 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- A. 

- Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 

- Rechtsanwalt B. 

- 6 - 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

 
Gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über 
Ausstandsbegehren ist die Beschwerde zulässig (Art. 92 Abs. 1 BGG). Diese Entscheide können 
später nicht mehr angefochten werden (Art. 92 Abs. 2 BGG). 
 
Auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen sind andere selbständig eröffnete 
Vor- und Zwischenentscheide nicht anfechtbar. Vorbehalten bleiben Beschwerden gegen 
Entscheide über die Auslieferungshaft sowie über die Beschlagnahme von Vermögenswerten und 
Wertgegenständen, sofern sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können, oder 
wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Entscheid herbeiführen und damit einen 
bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 
(vgl. Art. 93 Abs. 1 und 2 BGG). Ist die Beschwerde gegen einen Vor- oder Zwischenentscheid 
gemäss Art. 93 Abs. 1 und 2 BGG nicht zulässig oder wurde von ihr kein Gebrauch gemacht, so 
sind die betreffenden Vor- und Zwischenentscheide durch Beschwerde gegen den Endentscheid 
anfechtbar, soweit sie sich auf dessen Inhalt auswirken (Art. 93 Abs. 3 BGG).  
 
Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (vgl. Art. 84 
Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die 
Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das 
Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG). 
 
Die Beschwerde ist innert zehn Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim 
Bundesgericht einzureichen (vgl. Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG).