# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 05f5ff67-c4d6-51e4-9e51-c766e0cec54a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 13.01.2015 S 2014 96
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2014-96_2015-01-13.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

S 14 96

2. Kammer als Versicherungsgericht

bestehend aus

Vizepräsidentin Moser als Vorsitzende, Präsident Meisser und 

Verwaltungsrichter Racioppi, Bott als Aktuar ad hoc

URTEIL 
vom 13. Januar 2015

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

Beschwerdeführerin

gegen 

Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden, 

Beschwerdegegner

betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung

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1. A._____ meldete am 4. Juni 2014 einen Anspruch auf 

Arbeitslosenversicherungstaggeld im Umfang von 80 % ab selbigem 

Datum an. Zuvor war sie bei der Stiftung B._____ in O.1._____ tätig. 

Diese Stelle hatte sie am 30. Januar 2014 auf den 30. April 2014 

gekündigt. Am 1. Mai 2014 verlegte sie ihren Wohnsitz von O.2._____ 

nach O.3._____ und trat in die C._____ der D._____ ein.

2. Mit Schreiben vom 18. Juni 2014 wurde A._____ vom Amt für Industrie, 

Gewerbe und Arbeit Graubünden (nachfolgend KIGA) zur Stellungnahme 

bezüglich allfälliger selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit aufgefordert. In 

ihrer Stellungnahme vom 26. Juni 2014 machte A._____ geltend, sie 

habe nach jahrelanger beruflicher Weiterbildung entschieden, sich in ihrer 

Sozial- und Persönlichkeitskompetenz zu entwickeln, weshalb sie einen 

Kantonswechsel vorgenommen und sich für das gemeinschaftliche 

Wohnen in der D._____ entschieden habe. Im Vorfeld habe sie sich seit 

November 2013 bei verschiedenen Arbeitgebern beworben. Aufgrund der 

Arbeitssituation habe sie während der Kündigungsfrist leider nicht über 

die Kapazität für weitere Stellenbemühungen verfügt.

3. Mit Verfügung vom 2. Juli 2014 stellte das KIGA A._____ wegen 

selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für 39 Tage in der 

Anspruchsberechtigung ein, da sie ihre Stelle ohne entschuldbaren Grund 

gekündigt habe. Mit Entscheid vom 23. Juli 2014 wies das KIGA die von 

A._____ am 12. Juli 2014 dagegen erhobene Einsprache ab.

4. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A._____ (nachfolgend 

Beschwerdeführerin) am 8. August 2014 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und beantragte die 

Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Begründend führte sie aus, 

am 21. Februar 2014 habe sie mit der D._____ die Vereinbarung 

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„C._____ Jahr 2014/2015“ unterzeichnet. Diese Vereinbarung sei am 

1. Mai 2014 in Kraft getreten. Ende Januar 2014 habe sie sich definitiv für 

diesen Schritt entschieden und ihre bisherige Stelle gekündigt. Nachdem 

sie sich im November 2013 in O.3._____ vorgestellt habe, sei sie davon 

ausgegangen, im Verlauf des Monats Mai 2014 eine Stelle zu finden. Der 

Arbeitsweg von O.3._____ nach O.1._____ betrage mit den öffentlichen 

Verkehrsmitteln drei Stunden und mit dem Auto mehr als zwei Stunden, je 

Hin- und Rückweg. Das vom KIGA zitierte Bundesgerichtsurteil 

8C_958/2008 sei mit ihrer Situation schwer nachvollziehbar. Sie bitte 

darum, ihr zu erklären, wie sie noch länger im ungekündigten 

Arbeitsverhältnis hätte verbleiben und sechs Monate vorher nach einer 

neuen Stelle hätte Ausschau halten können, wenn das Projekt am 1. Mai 

2014 gestartet sei und sie sich im Januar 2014 definitiv dafür entschieden 

habe. Arbeitsbemühungen bereits im August 2013 zu tätigen, sei für sie 

kein Thema gewesen, da ihr zu diesem Zeitpunkt ein Kantons- und 

Stellenwechsel fern gelegen habe. Erst im November 2013 sei dies ein 

Thema gewesen und sie habe sich von Beginn an im Umfeld aktiv nach 

offenen Stellen erkundigt und bemüht. Durch ihr spätes Anmelden bei der 

Arbeitslosenversicherung trage sie bereits den ganzen finanziellen 

Schaden für den Monat Mai 2014 selber. Insofern werde die 

missbräuchliche Inanspruchnahme der Arbeitslosenversicherung 

verhindert.

5. In seiner Stellungnahme vom 20. August 2014 beantragte das KIGA 

(nachfolgend Beschwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde. Zur 

Begründung wurde ausgeführt, selbst wenn die bisherige Stelle 

unzumutbar gewesen wäre, sei es der versicherten Person zuzumuten, 

eine Weile im unzumutbaren Arbeitsverhältnis zu verbleiben, um von da 

aus nach einer neuen, unmittelbar anschliessenden Stelle zu suchen. 

Anders als im bundesgerichtlichen Urteil C 958/2008 (recte: 

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8C_958/2008) sei die Beschwerdeführerin ledig, womit kein Anspruch auf 

Einheit der Familie der Schadenminderungspflicht entgegenzustellen sei. 

Das Zusammenleben in der C._____ D._____ entspreche lediglich einem 

persönlichen Wunsch der Beschwerdeführerin, welcher aber in Bezug auf 

die Einhaltung der Schadenminderungspflicht unbeachtlich erscheine. 

Selbstverständlich dürfe sich eine versicherte Person selbst für einen 

entsprechenden Wohnortswechsel entscheiden, jedoch nicht zu Lasten 

der Arbeitslosenversicherung. Um ihrer Schadenminderungspflicht 

genügend nachzukommen und damit einer Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung infolge selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit zu 

entgehen, hätte die Beschwerdeführerin somit ihr Projekt auf einen 

deutlich späteren Zeitpunkt verschieben und wesentlich länger nach einer 

unmittelbar an die bisherige anschliessende neuen Stelle suchen 

müssen. Da sie diese jedoch unterlassen habe, sei sie ihrer 

Schadenminderungsplicht nicht nachgekommen.

6. Am 28. August 2014 wiederholte und vertiefte die Beschwerdeführerin in 

einer freigestellten Replik ihren Standpunkt und reichte einen 

„Bildungsartikel“ aus einer Zeitschrift zum Thema Sozialkompetenz ein.

7. Mit Schreiben vom 9. September 2014 verzichtete der Beschwerdegegner 

auf die Einreichung einer Duplik und führte lediglich aus, in der 

Stellungnahme vom 28. August 2014 beziehe sich die 

Beschwerdeführerin auf das in seiner Stellungnahme unter „C. 

Rechtliches 2.“ angeführte Datum „November 2014“. Dabei handle es sich 

um ein Versehen. Selbstverständlich sei „November 2013“ gemeint.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie 

auf den angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

des Beschwerdegegners vom 23. Juli 2014. Gegen solche 

Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenversicherung 

kann gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) 

in Verbindung mit Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) 

Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden. 

Örtlich zuständig ist das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in 

welchem die Versicherte zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat 

(Art. 58 Abs. 1 ATSG). Da die Beschwerdeführerin in O.3._____ wohnt, 

ist das angerufene Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden als 

Versicherungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Angelegenheit 

örtlich zuständig. Die sachliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts 

ergibt sich aus Art. 57 ATSG in Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des 

kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

BR 370.100). Die Beschwerdeführerin ist als formelle und materielle 

Adressatin des Einspracheentscheids zur Beschwerdeführung legitimiert 

(Art. 59 ATSG), weshalb auf die im Übrigen form- und fristgerecht 

eingereichte Beschwerde einzutreten ist.

2. a) Streitig und zu prüfen ist im Folgenden, ob die Beschwerdeführerin zu 

Recht wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für 39 Tage ab dem 

1. Mai 2014 in der Anspruchsberechtigung eingestellt worden ist.

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b) Nach Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist die Versicherte in der 

Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes 

Verschulden arbeitslos ist. Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach 

dem Grad des Verschuldens und beträgt je nach Einstellungsgrund 

höchstens 60 Tage (Art. 30 Abs. 3 AVIG). Die Arbeitslosigkeit gilt unter 

anderem dann als selbstverschuldet, wenn die Versicherte das 

Arbeitsverhältnis von sich aus aufgelöst hat, ohne dass ihr eine andere 

Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihr das Verbleiben an der 

Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (Art. 44 Abs. 1 lit. b der 

Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die 

Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Im Bereich der freiwilligen 

Stellenaufgabe findet demnach das sozialversicherungsrechtliche 

Schadenminderungsprinzip seine Grenze in der Zumutbarkeit.

c) Im Weiteren ist bei der Prüfung der Frage, ob eine Sanktion wegen 

Selbstaufgabe der Stelle im Sinn von Art. 44 Abs.1 lit. b AVIV zulässig ist, 

das Übereinkommen Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation 

(IAO) über die Beschäftigungsförderung und den Schutz gegen 

Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (nachfolgend Übereinkommen; SR 

0.822.726.8) zu beachten, das für die Schweiz am 17. Oktober 1991 in 

Kraft getreten ist. Nach Art. 20 lit. c des Übereinkommens können 

Leistungen der Arbeitslosenversicherung verweigert, zum Ruhen 

gebracht oder gekürzt werden, wenn die zuständige Stelle festgestellt hat, 

dass die Versicherte ihre Beschäftigung freiwillig („volontairement“) ohne 

triftigen Grund („sans motif légitime“) aufgegeben hat. Da diese 

Bestimmung inhaltlich hinreichend bestimmt und klar ist, ist sie im 

Einzelfall direkt anwendbar und geht den nationalen Bestimmungen über 

den Erlass einer Einstellungsverfügung vor (BGE 124 V 236 f. E.3c). 

Damit sind bei einer völkerrechtskonformen Auslegung von Art. 44 Abs. 1 

lit. b AVIV beziehungsweise bei der Zumutbarkeitsprüfung die gesamten 

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Umstände der Versicherten zu berücksichtigen (CHOPARD, Die Einstellung 

in der Anspruchsberechtigung, Diss., Zürich 1998, S. 80). Es kann nicht 

von einer freiwilligen Beschäftigungsaufgabe im Sinn des 

Übereinkommens gesprochen werden, wenn eine Versicherte nicht von 

sich aus, sondern vom Arbeitgeber oder durch die Entwicklung am 

Arbeitsplatz zur Kündigung gedrängt wird (BGE 124 V 234 E.4b/aa).

d) Ein Selbstverschulden im Sinne der Arbeitslosenversicherung liegt dann 

vor, wenn und soweit der Eintritt oder das Andauern der Arbeitslosigkeit 

nicht objektiven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den 

persönlichen Umständen und Verhältnissen vermeidbaren Verhalten der 

Versicherten liegt, für das die Versicherung die Haftung nicht übernimmt 

(Urteil des Bundesgerichts 8C_1021/2012 vom 10. Mai 2013 E.2.2). Eine 

Stelle, die der Versicherten nicht zur Annahme zugemutet werden kann, 

kann ihr grundsätzlich auch nicht zum Bleiben zugemutet werden 

(GERHARDS, Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz, Bd. I, 

Art. 1–58, Bern 1988, Art. 30 AVIG Rz. 13). Die Zumutbarkeit zum 

Verbleiben an einer Arbeitsstelle wird strenger beurteilt als die 

Zumutbarkeit zum Antritt einer neuen Arbeitsstelle (BGE 124 V 238 

E.4b/bb).

3. a) Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin ihre Arbeitsstelle selbst 

gekündigt hat. Klar und unbestritten ist sodann auch, dass die 

Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Kündigung keine andere 

Arbeitsstelle in Aussicht hatte beziehungsweise ihr keine solche 

zugesichert war. Unklar ist hingegen die Frage der Zumutbarkeit 

beziehungsweise der Unzumutbarkeit des Verbleibens an der bisherigen 

Arbeitsstelle. Im Folgenden ist daher zu prüfen, ob es der 

Beschwerdeführerin zumutbar gewesen wäre, bis zum Auffinden einer 

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neuen Anstellung an der bisherigen Arbeitsstelle beim Altersheim in 

O.1._____ zu verbleiben. 

b) Die Beschwerdeführerin macht geltend, der Arbeitsweg von ihrem neuen 

Wohnort O.3._____ nach O.1._____ betrage mit den öffentlichen 

Verkehrsmitteln drei Stunden und mit dem Auto mehr als zwei Stunden, je 

Hin- und Rückweg, was unzumutbar sei. Es sei nicht sinnvoll, sich für das 

Projekt E._____ ab dem 1. Mai 2014 in O.3._____ anzumelden und 

weiterhin in O.2._____ zu arbeiten.

Laut Art. 16 Abs. 2 lit. f AVIG ist eine Arbeit unzumutbar, die einen 

Arbeitsweg von mehr als zwei Stunden je für den Hin- und Rückweg 

notwendig macht und bei welcher für die Versicherte am Arbeitsort keine 

angemessene Unterkunft vorhanden ist oder sie bei Vorhandensein einer 

entsprechenden Unterkunft ihre Betreuungspflicht gegenüber den 

Angehörigen nicht ohne grössere Schwierigkeiten erfüllen kann. Als 

Familienpflichten gelten die Erziehung von Kindern bis 15 Jahren sowie 

die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger oder nahestehender 

Personen. Einer Versicherten, die seit längerer Zeit am gleichen Ort 

wohnt und dort ein Eigenheim hat, ist eine ausserwohnörtliche Arbeit 

zumutbar. Dies entspringt der der Versicherten obliegenden 

Schadenminderungspflicht. Im Hinblick auf die allgemein feststellbare 

Tendenz, den Wohnsitz in Vororte oder Agglomerationsgemeinden zu 

verlegen, auch wenn sich der Arbeitsort im Zentrum befindet, können an 

die Versicherte in Bezug auf die Zumutbarkeit des Arbeitsweges erhöhte 

Anforderungen gestellt werden. Insbesondere jungen Leuten ohne 

Betreuungspflichten ist deshalb eine tägliche Wegzeit von etwas mehr als 

zwei Stunden ohne weiteres zumutbar. Der Arbeitsweg ist nicht zumutbar, 

wenn er mehr als zwei Stunden beträgt und die Versicherte dabei auf 

öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist. Ist die Voraussetzung der 

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übermässigen Dauer des Arbeitsweges nicht erfüllt, so kann sich die 

Versicherte, die täglich an ihren Wohnort zurückkehren kann, nicht darauf 

berufen, es sei ihr nicht ohne grössere Schwierigkeiten möglich, ihre 

Betreuungspflichten gegenüber den Angehörigen zu erfüllen. Dieser 

Einwand kommt nur dann in Betracht, wenn der Versicherten am 

Arbeitsort eine angemessen Unterkunft zur Verfügung stünde (vgl. zum 

Ganzen KUPFER BUCHER, in: MURER/STAUFFER [Hrsg.], Rechtsprechung 

des Bundesgerichts zum AVIG, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 16 

AVIG S. 99 f. mit Hinweisen). Massgeblich für die Zumutbarkeit des 

täglichen vierstündigen Arbeitswegs (für den Hin- und Rückweg 

zusammen) ist die Fahrzeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, wobei 

die Zeit von Tür zu Tür gerechnet wird (AVIG-Praxis 

Arbeitslosenentschädigung des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO 

[AVIG-Praxis ALE] Ziff. B294).

Vorliegend würde der Arbeitsweg vom neuen Wohnort in O.3._____ zur 

gekündigten Arbeitsstelle beim Altersheim in O.1._____ mit den 

öffentlichen Verkehrsmitteln mehr als drei Stunden, je für den Hin- und 

Rückweg, zusammen folglich mehr als sechs Stunden, betragen. Daher 

wäre es der Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 16 Abs. 2 lit. f AVIG 

grundsätzlich unzumutbar gewesen, an ihrer ehemaligen Arbeitsstelle zu 

verbleiben. Dies ist hier jedoch unbeachtlich, da der Wohnortswechsel für 

die Beurteilung der Zumutbarkeit gemäss den nachstehenden 

Ausführungen (Erwägung 3c) vorliegend nicht berücksichtigt werden 

kann.

c) Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie habe nach jahrelanger beruflicher 

Weiterbildung entschieden, sich in ihren Sozial- und 

Persönlichkeitskompetenzen zu entwickeln. Da dies der nächste Schritt in 

ihrer Karriereplanung sei, habe sie den Kantonswechsel respektive den 

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Wohnortswechsel vorgenommen und sich für das gemeinschaftliche 

Wohnen in der Stiftung D._____ in O.4._____ entschieden. Weil 

Sozialkompetenzen auch in der Arbeitswelt sehr wichtig seien und nicht 

erst nach einer Unzumutbarkeit (Krankheit) am Arbeitsplatz in Angriff 

genommen würden, mache es Sinn, vom Anfang bis zum Ende eines 

solchen Projekts dabei zu sein und dieses nicht auf einen späteren 

Zeitpunkt zu verschieben.

Somit ist erstellt, dass der Umzug nach O.3._____ und der Eintritt in die 

C._____ lediglich einem persönlichen Wunsch der Beschwerdeführerin 

entsprechen. Gründe, warum sie das Projekt C._____ nicht auch zu 

einem späteren Zeitpunkt hätte antreten können, macht die 

Beschwerdeführerin keine geltend. Die Beschwerdeführerin war daher 

aus arbeitslosenversicherungsrechtlicher Sicht nicht berechtigt, ihre 

bisherige Arbeitsstelle beim Altersheim in O.1._____ ohne Zusicherung 

einer unmittelbar daran anschliessenden Stelle zu kündigen, weshalb ein 

Selbstverschulden im Sinne der Arbeitslosenversicherung vorliegt, für das 

die Versicherung die Haftung nicht übernimmt (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_1021/2012 vom 10. Mai 2013 E.2.2; KUPFER BUCHER, 

a.a.O, Art. 30 AVIG S. 164). Wie der Beschwerdegegner zu Recht 

festhält, kann sich eine Versicherte selbstverständlich von sich aus für 

einen Wohnortswechsel entscheiden, jedoch nicht zu Lasten der 

Arbeitslosenversicherung (vgl. angefochtener Entscheid, S. 6 Ziff. 3 

Abs. 2).

d) Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, das vom Beschwerdegegner 

zitierte Bundesgerichtsurteil 8C_958/2008 sei mit ihrer Situation schwer 

nachvollziehbar. Sie bitte darum, ihr zu erklären, wie sie noch länger im 

ungekündigten Arbeitsverhältnis hätte verbleiben und sechs Monate 

vorher nach einer neuen Stelle hätte Ausschau halten können, wenn das 

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Projekt C._____ am 1. Mai 2014 gestartet sei und sie sich im Januar 2014 

definitiv dafür entschieden habe.

Als legitimer Grund für die Aufgabe der bisherigen Arbeitsstelle kann das 

Bedürfnis des familiären Zusammenlebens qualifiziert werden. Allerdings 

hat die Versicherte dabei zumindest für eine gewisse Zeit Übergangs-

lösungen in Kauf zu nehmen (KUPFER BUCHER, a.a.O., Art. 16 AVIG S. 99 

[zu lit. c]). Im Zusammenhang mit einem Wohnortswechsel hat das 

Bundesgericht im zitierten Urteil 8C_958/2008 vom 30. April 2009 

entschieden, dass es einer Mutter eines kleinen Kindes zuzumuten sei, 

noch ein halbes Jahr getrennt von ihrem Ehemann am alten Arbeitsort zu 

verbleiben, um von da aus nach einer neuen, unmittelbar 

anschliessenden Stelle zu suchen. Erst nach sechs Monaten habe jene 

Versicherte ihr Arbeitsverhältnis, ohne dass sie im Besitz einer 

Zusicherung einer unmittelbar anschliessenden Stelle gewesen sei, 

auflösen können (Urteil des Bundesgerichts 8C_958/2008 vom 30. April 

2009 E.4.2.1). Mit anderen Worten hat das Bundesgericht in diesem Urteil 

den Anspruch auf Einheit der Familie gegenüber der 

Schadenminderungspflicht abgewogen.

Vorliegend ist die Beschwerdeführerin ledig und hat keine 

Betreuungspflichten. Solche werden von ihr weder geltend gemacht, noch 

ergeben  sich solche aus den Akten. Ein Anspruch auf Einheit der Familie 

besteht daher nicht. Der persönliche Wunsch der Beschwerdeführerin 

nach einem Zusammenleben in der C._____ fällt selbstredend nicht 

darunter. Da das Bundesgericht im oben erwähnten Urteil festgehalten 

hat, dass es einer Versicherten mit Betreuungspflichten zumutbar ist, 

noch ein halbes Jahr im bisherigen Arbeitsverhältnis zu verbleiben, muss 

dies bei der Beschwerdeführerin, welche keine Betreuungspflichten hat, 

umso mehr der Fall sein.

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e) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführerin ein 

einstweiliges Verbleiben an ihrer bisherigen Arbeitsstelle bis zum Finden 

einer neuen, unmittelbar anschliessenden Stelle zumutbar gewesen wäre. 

Die Beschwerdeführerin bringt denn auch keine stichhaltigen Gründe vor, 

weshalb ihr dies nicht möglich gewesen wäre. Auch bestanden im 

vorliegenden Fall weder familiäre Verpflichtungen noch sonstige 

hinreichende Gründe für die freiwillige Aufgabe der Stelle. Die 

Beschwerdeführerin hätte das Projekt C._____ in der D._____ auf einen 

späteren Zeitpunkt verschieben und länger nach einer unmittelbar 

anschliessenden neuen Stelle suchen müssen. Aus diesem Grund hat der 

Beschwerdegegner in Anwendung von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG zu Recht 

eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen selbstverschuldeter 

Arbeitslosigkeit verfügt.

4. a) Zu prüfen bleibt noch, ob die Dauer der Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung in der Höhe von 39 Tagen dem Verschulden der 

Beschwerdeführerin angemessen ist. Gemäss Art. 30 Abs. 3 AVIG 

bemisst sich die Einstellungsdauer nach dem Grad des Verschuldens und 

beträgt je nach Einstellungsgrund höchstens 60 Tage. Hat die versicherte 

Person eine zumutbare Arbeitsstelle ohne entschuldbaren Grund und 

ohne Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle aufgegeben, liegt ein 

schweres Verschulden vor. Bei diesem dauert die Einstellung zwischen 

31 und 60 Tagen (Art. 45 Abs. 3 lit. c und Abs. 4 lit. a AVIV). Laut 

Rechtsprechung ist als sachgemässer Ausgangspunkt für die individuelle 

Verschuldensbeurteilung im Bereich des schweren Verschuldens 

grundsätzlich ein Mittelwert in der Skala zu wählen. Unter 

Berücksichtigung der Umstände des konkreten Einzelfalls ermöglicht 

diese Vorgehensweise einerseits eine Verschärfung der 

verwaltungsrechtlichen Sanktion, andererseits aber auch eine 

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angemessene Reduktion bei Vorliegen von Milderungsgründen (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts C 179/04 vom 21. August 2006 E.4 mit Hinweis auf 

BGE 123 V 150 E.3c). Der Umstand, dass eine Versicherte nach 

selbstverschuldeter Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit der 

Anmeldung zum Taggeldbezug zuwartet, ist dann als schadenminderndes 

Verhalten im Rahmen der Verschuldensbeurteilung zu berücksichtigen, 

wenn sie vor sowie während dieser Zeitspanne mit der erforderlichen 

Intensität eine neue Beschäftigung sucht (KUPFER BUCHER, a.a.O, Art. 30 

AVIG S. 167 mit Hinweis auf ARV 2006 N 11 S. 147 E.3.4; siehe auch 

CHOPARD, a.a.O, S. 167). Da es sich beim Entscheid über die Dauer der 

Einstellung in der Anspruchsberechtigung naturgemäss um einen 

Ermessensentscheid handelt, bei welchem den Verfügungsinstanzen ein 

grosser Ermessungsspielraum zusteht, ist dem Verwaltungsgericht bei 

der Beurteilung der Einstellungsdauer Zurückhaltung geboten (BGE 126 

V 353 E.5d; Urteil des Bundesgerichts 8C_22/2008 vom 5. März 2008 

E.3). Es darf sein Ermessen nicht ohne triftige Gründe an die Stelle 

desjenigen der Verwaltung setzen, sondern muss sich bei der Korrektur 

auf Gegebenheiten abstützen können, welche eine abweichende 

Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 126 V 

353 E.5d; 123 V 150 E.2 mit weiteren Hinweisen).

b) Die Beschwerdeführerin macht geltend, durch die späte Anmeldung bei 

der Arbeitslosenversicherung trage sie bereits den ganzen finanziellen 

Schaden für den Monat Mai 2014 selber, weshalb keine missbräuchliche 

Inanspruchnahme derselben vorliege. 

Die Beschwerdeführerin wurde für die Dauer von 39 Tagen in der 

Anspruchsberechtigung eingestellt. Die Einstellungsdauer liegt demnach 

im unteren Bereich der bei schwerem Verschulden gesetzlich 

vorgesehenen Einstellungsdauer und unterhalb des gemäss 

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bundesgerichtlicher Rechtsprechung zu wählenden Mittelwerts. 

Offensichtlich hat der Beschwerdegegner, obwohl er sich dazu nicht 

äussert, bereits verschuldensmildernd berücksichtig, dass sich die 

Beschwerdeführerin erst zu einem späteren Zeitpunkt zum Bezug von 

Arbeitslosenversicherungstaggeld angemeldet hat und deshalb die 

Einstelldauer reduziert. Die verfügte Einstellungsdauer ist somit nicht zu 

beanstanden.

5. a) Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich somit in jeder 

Hinsicht als begründet und rechtens, weshalb die Beschwerde 

abzuweisen ist.

b) Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in 

Sozialversicherungssachen – ausser im Falle von leichtsinniger oder 

mutwilliger Prozessführung – kostenlos, weshalb vorliegend keine Kosten 

erhoben werden. Dem obsiegenden Beschwerdegegner steht kein 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

 

4. [Mitteilungen]