# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f591879a-6691-5aa1-adaf-bdd81a106606
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.12.2008 C-3036/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3036-2006_2008-12-16.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-3036/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Richterin Franziska Schneider (Vorsitz), 
Richter Beat Weber, Richter Francesco Parrino, 
Gerichtsschreiberin Susanne Genner.

M._______,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Vorinstanz.

Rückforderung der Hilflosenentschädigung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-3036/2006

Sachverhalt:

A.
Der am (...) 1962 geborene Beschwerdeführer schweizerischer Natio-
nalität  leidet seit  Geburt  an einem Glaukom beider Augen. Er absol-
vierte eine Lehre als Kaufmann und arbeitet seit dem 1. August 1982 
bis heute als Programmierer in der Schweiz. Mit Gesuch vom 7. No-
vember  1984  (act.  1),  eingegangen  bei  der  Invalidenversicherungs-
kommission des Kantons Aargau am 8. November 1984, beantragte er 
medizinische Eingliederungsmassnahmen. Mit Verfügung vom 20. Feb-
ruar 1986 (act. 5) sprach ihm die Ausgleichskasse des Kantons Aar-
gau eine Hilflosenentschädigung leichten Grades (vgl. Beschluss der 
Invalidenversicherungskommission des Kantons Aargau vom 12. Feb-
ruar 1986 [act. 4]) mit Wirkung ab 1. November 1983 zu. Die IV-Stelle 
der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Aargau (nachfolgend: IV-
Stelle  Aargau)  bestätigte  mit  Mitteilungen  vom  19.  Dezember  1996 
(act. 9),  vom 13. Juli  2000 (act. 12),  vom 11. Februar 2004 (act. 16) 
und vom 25. Juli 2005 (act. 18) die Weiterausrichtung der bisherigen 
Leistungen.

B.
Gemäss Aktennotiz vom 27. März 2006 (act. 20) erhielt  die IV-Stelle 
Aargau am 24. März 2006 die Meldung,  dass der Beschwerdeführer 
am 30. Juni 2005 nach Deutschland weggezogen war. Mit Schreiben 
vom 28. März 2006 (act. 22) übermittelte sie die Akten der Schweizeri-
schen Ausgleichskasse und ersuchte diese, die vom 1. Juli  2005 bis 
31. März 2006 ausgerichtete Hilflosenentschädigung in der Höhe von 
Fr. 3'870.00 vom Beschwerdeführer mit Verfügung zurückzufordern.

C.
Mit Verfügung vom 30. März 2006 (act. 23) teilte die IV-Stelle für Versi-
cherte  im  Ausland  (nachfolgend:  Vorinstanz)  dem Beschwerdeführer 
mit, infolge seines Wegzugs ins Ausland habe er ab 1. Juli 2005 kei-
nen Anspruch mehr auf eine Hilflosenentschädigung. Sie behielt sich 
zudem vor, die zu Unrecht bezahlten Hilflosenentschädigungen für die 
Zeit vom 1. Juli 2005 bis zum 31. März 2006 zurückzufordern. 

D.
Mit Verfügung vom 6. April 2006 (act. 25) hob die IV-Stelle Aargau die 
Hilflosenentschädigung per 31. Mai 2006 auf.

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C-3036/2006

E.
Der Beschwerdeführer erhob mit Eingabe vom 11. April 2006 (act. 28) 
Einsprache gegen die Verfügungen vom 30. März 2006 und vom 6. Ap-
ril  2006.  Er  machte  geltend,  er  arbeite  seit  seinem  Wegzug  nach 
Deutschland als Grenzgänger in der Schweiz am selben Arbeitsplatz 
wie zuvor.

F.
Mit  Einspracheentscheid vom 16. Mai  2006 (act. 31) wies die  Vorin-
stanz die Einsprache ab. In einem mit "Ergänzung zum Einspracheent-
scheid" bezeichneten Schreiben vom 16. Mai 2006 (act. 32) führte die 
Vorinstanz eine ergänzende Begründung für  die Abweisung der Ein-
sprache an. 

Der Einspracheentscheid vom 16. Mai 2006 erwuchs unangefochten in 
Rechtskraft.

G.
Mit Verfügung vom 11. Oktober 2006 (act. 33) forderte die Vorinstanz 
vom Beschwerdeführer Fr. 3'870.00 als unrechtmässig bezogene Leis-
tung zurück. Die Verfügung war mit dem Hinweis versehen, nach dem 
Gesetz könne die Schuld ganz oder teilweise erlassen werden, wenn 
der Versicherte die Leistung im guten Glauben bezogen habe und die 
Rückerstattung für ihn angesichts seiner Verhältnisse eine grosse Här-
te  bedeute. Ein  entsprechendes Gesuch um Erlass  könne innerhalb 
von 30 Tagen bei der Vorinstanz eingereicht werden.

H.
Gegen die Verfügung vom 11. Oktober 2006 erhob der Beschwerde-
führer mit Eingabe vom 6. November 2006 Einsprache, welche die Vor-
instanz mit Schreiben vom 13. November 2006 der damals zuständi-
gen Eidgenössischen Rekurskommission der Alters-,  Hinterlassenen- 
und Invalidenversicherung für die im Ausland wohnenden Personen als 
Beschwerde übermittelte. Der Beschwerdeführer beantragte darin die 
Überprüfung  des  angefochtenen  Entscheids  unter  Berücksichtigung 
der Tatsache, dass er sich per 30. Juni 2005 ordnungsgemäss bei sei-
ner Wohngemeinde X._______ im Kanton Aargau abgemeldet  habe. 
Er  habe daher  im guten Glauben davon ausgehen können,  die Ent-
schädigung weiterhin zu erhalten.

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I.
Das Verfahren wurde per 1. Januar 2007 vom Bundesverwaltungsge-
richt übernommen. 

J.
Mit Vernehmlassung vom 8. Januar 2007 beantragte die Vorinstanz die 
Abweisung der Beschwerde. Sie hielt dafür, der Beschwerdeführer hät-
te wissen müssen, dass bei Wohnsitznahme im Ausland kein Anspruch 
mehr auf eine Hilflosenentschädigung bestehe, denn er sei von der IV-
Stelle Aargau in der Verfügung vom 11. Februar 2004 (act. 16) klar und 
deutlich auf diesen Sachverhalt  hingewiesen worden. Auch sei er im 
Laufe der Jahre immer wieder von der IV-Stelle Aargau auf die Melde-
pflicht  aufmerksam gemacht  worden. Trotzdem habe er den Wegzug 
nur den Gemeindebehörden, nicht aber den Organen der Invalidenver-
sicherung gemeldet. Die  Rückforderung der  im Zeitraum vom 1. Juli 
2005 bis Ende März 2006 bezogenen Hilflosenentschädigung sei da-
her zu Recht erfolgt. Schliesslich sei darauf hinzuweisen, dass der Be-
schwerdeführer  kein  Gesuch  um  Erlass  der  Rückforderung  gestellt 
habe. Ein solches wäre jedoch abzuweisen gewesen, da wie dargelegt 
kein gutgläubiger Empfang der Leistung angenommen werden könne.

K.
Der Beschwerdeführer hielt mit Replik vom 13. März 2007 an seinem 
Antrag fest, die Rückzahlung der Schuld sei ihm zu erlassen.

L.
Die Vorinstanz hielt mit Duplik vom 2. April 2007 an ihrem Antrag auf 
Abweisung und Bestätigung der Rückforderungsverfügung fest.

M.
Der mit  Verfügung vom 17. April  2007 einverlangte Kostenvorschuss 
von Fr. 200.00 wurde fristgerecht bezahlt. Gegen die mit Verfügungen 
vom 19. Juni 2007 bzw. vom 25. November 2008 bekannt  gegebene 
Zusammensetzung des Spruchkörpers sind keine Ausstandsbegehren 
eingegangen.

N.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien ist, soweit sie rechtserheblich 
sind, in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  übernimmt,  sofern  es  zuständig 
ist,  die  Beurteilung  der  beim Inkrafttreten  des  Bundesgesetzes  vom 
17.  Juni  2005  über  das  Bundesverwaltungsgericht  (Verwaltungsge-
richtsgesetz,  VGG,  SR  173.32)  bei  Eidgenössischen  Rekurs-  oder 
Schiedskommissionen oder bei Beschwerdediensten der Departemen-
te hängigen Rechtsmittel. Die Beurteilung erfolgt nach neuem Verfah-
rensrecht (Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht un-
ter Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche 
von Vorinstanzen gemäss Art. 33 VGG erlassen wurden. Beim ange-
fochtenen Entscheid handelt es sich um eine Verfügung im Sinn von 
Art. 5 VwVG, und die IV-Stelle für Versicherte im Ausland ist eine Vor-
instanz im Sinn von Art. 33 Bst. d VGG. Gemäss Art. 69 Abs. 1 Bst. b 
des  Bundesgesetzes  vom 19. Juni  1959  über  die  Invalidenversiche-
rung (IVG,  SR 831.20)  sind  die  Verfügungen der  IV-Stelle  für  Versi-
cherte  im Ausland direkt  beim Bundesverwaltungsgericht  anfechtbar. 
Dieses ist somit für die Behandlung der vorliegenden Beschwerde zu-
ständig.

1.3 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-
nommen. Er ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
und hat an deren Aufhebung oder Änderung ein schutzwürdiges Inter-
esse (Art. 59 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den All-
gemeinen Teil  des Sozialversicherungsrechts [ATSG, SR 830.1],  vgl. 
auch Art. 48 Abs. 1 VwVG). Er ist daher zur Beschwerdeführung legiti-
miert.

1.4 Die  angefochtene  Verfügung  trägt  das  Datum  vom  11.  Oktober 
2006. Gelangt die Partei rechtzeitig an einen unzuständigen Versiche-
rungsträger bzw. eine unzuständige Behörde, so gilt  die Frist als ge-
wahrt (Art. 39 Abs. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 60 Abs. 2 ATSG; vgl. 
auch Art. 21 Abs. 2 VwVG). Die am 6. November 2006 der deutschen 
Post  übergebene Beschwerde  wurde  somit  fristgemäss  im  Sinn  von 
Art. 60 Abs. 1 ATSG (vgl. auch Art. 50 Abs. 1 VwVG) eingereicht. Auch 
die Formerfordernisse im Sinn von Art. 52 Abs. 1 VwVG sind erfüllt, so 
dass auf die Beschwerde einzutreten ist.

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2.
2.1 Mit  der  Beschwerde an das  Bundesverwaltungsgericht  kann ge-
rügt  werden,  die angefochtene Verfügung verletze Bundesrecht  (ein-
schliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens), beruhe 
auf einer unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtser-
heblichen Sachverhalts oder sei unangemessen (Art. 49 VwVG).

2.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  gemäss  dem  Grundsatz  der 
Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Be-
gehren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Be-
schwerde  auch  aus  anderen  als  den  geltend  gemachten  Gründen 
gutheissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit  einer 
Begründung bestätigen,  die von jener der Vorinstanz abweicht  (FRITZ 
GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 212).

3.
Streitig und zu prüfen ist  im vorliegenden Fall,  ob die Vorinstanz mit 
Verfügung vom 11. Oktober 2006 zu Recht die Rückerstattung der für 
die Zeit vom 1. Juli 2005 bis 31. März 2006 ausgerichteten Hilflosen-
entschädigung im Betrag von Fr. 3'870.00 gefordert hat. 

3.1 Nicht  vom Streitgegenstand erfasst  ist  die  Aufhebung der  Hilflo-
senentschädigung,  welche  gemäss  Verfügung  der  IV-Stelle  Aargau 
vom 6. April 2006 (act. 25) gestützt auf Art. 88bis Abs. 2 Bst. a der Ver-
ordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV, SR 
831.201) per 31. Mai 2006, also mit Wirkung ab 1. Juni 2006, erfolgen 
sollte. Die Verfügung der IV-Stelle Aargau vom 6. April 2006 (act. 25) 
wurde von der Vorinstanz mit Einspracheentscheid vom 16. Mai 2006 
(act.  31)  bestätigt.  Die  Frage,  ob  die  Verfügung  der  Vorinstanz  vom 
30. März 2006, in der diese dem Beschwerdeführer mitteilte, er habe 
ab  1.  Juli  2005  keinen  Anspruch  mehr  auf  eine  Hilflosenentschädi-
gung, und sich die Rückforderung der vom 1. Juli  2005 bis 31. März 
2006 ausbezahlten Beträge vorbehielt, die Anforderungen an eine Ver-
fügung gemäss Art. 5 Abs. 1 VwVG erfüllt, kann vorliegend offenblei-
ben. Da der Einspracheentscheid vom 16. Mai 2006 (act. 31) nicht an-
gefochten worden und damit in Rechtskraft erwachsen ist, ist die Auf-
hebung der  Hilflosenentschädigung nicht  Gegenstand des vorliegen-
den Verfahrens. Soweit  der  Beschwerdeführer  einen grundsätzlichen 
Anspruch auf Ausrichtung der Hilflosenentschädigung geltend macht, 
ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.

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3.2 Vorliegend  ebenfalls  nicht  zu  prüfen  ist  die  Frage,  ob  der  Be-
schwerdeführer  Anspruch  auf  Erlass  der  Rückerstattungsschuld  hat. 
Voraussetzung für die Behandlung dieser Frage durch das Bundesver-
waltungsgericht  bildet  ein entsprechendes, von der Vorinstanz abge-
wiesenes  Gesuch  um  Erlass  gemäss  Art.  4  der  Verordnung  vom 
11. September  2002  über  den  Allgemeinen  Teil  des  Sozialversiche-
rungsrechts (ATSV, SR 830.11). Auf den Antrag des Beschwerdefüh-
rers, die Schuld sei ihm zu erlassen, ist daher ebenfalls nicht einzutre-
ten. Vorliegend ist  lediglich zu prüfen,  ob die Hilflosenentschädigung 
zwischen dem 1. Juli 2005 und dem 31. März 2006 zu Unrecht gewährt 
worden ist, so dass sie gestützt auf Art. 25 Abs. 1 erster Satz ATSG 
zurückgefordert werden kann. Es steht dem Beschwerdeführer frei, ge-
mäss Art. 4 Abs. 4 ATSV bis spätestens 30 Tage nach Rechtskraft ei-
ner allfälligen Rückforderungsverfügung bei der Vorinstanz ein Gesuch 
um Erlass der Rückerstattungsschuld einzureichen. 

4.
Vorab ist zu prüfen, welche Rechtsnormen im vorliegenden Verfahren 
zur Anwendung gelangen.

4.1 Nach  den  allgemeinen  intertemporalrechtlichen  Regeln  sind  in 
verfahrensrechtlicher  Hinsicht  diejenigen  Rechtssätze  massgebend, 
welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 
130 V 1 E. 3.2).

4.2 In  materiellrechtlicher  Hinsicht  sind  grundsätzlich  diejenigen 
Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen 
führenden Sachverhalts Geltung haben (BGE 130 V 329 E. 2.3).

4.3 Der  Beschwerdeführer  ist  Schweizer  Staatsbürger  und  lebt  in 
Deutschland. Das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schwei-
zerischen  Eidgenossenschaft  einerseits  und  der  Europäischen  Ge-
meinschaft  andererseits  über  die  Freizügigkeit  (Freizügigkeitsabkom-
men, nachfolgend FZA, SR 0.142.112.681, in Kraft seit 1. Juni 2002) 
ist somit anwendbar (Art. 80a IVG in der Fassung gemäss Art. 2 Ziff. 7 
des Bundesratsbeschlusses vom 17. Dezember 2004 über die Geneh-
migung und Umsetzung des Protokolls über die Ausdehnung des Frei-
zügigkeitsabkommens auf die neuen EG-Mitgliedstaaten zwischen der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der EG und ihren 
Mitgliedstaaten andererseits sowie über die Genehmigung der Revisi-
on der flankierenden Massnahmen zur Personenfreizügigkeit, in Kraft 
seit  1. April  2006,  AS 2006  979 994). Das  Freizügigkeitsabkommen 

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setzt  die  verschiedenen  bis  dahin  geltenden  bilateralen  Abkommen 
zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und den einzelnen 
Mitgliedstaaten der Europäischen Union insoweit aus, als darin dersel-
be Sachbereich geregelt wird (Art. 20 FZA). Gemäss Art. 8 Bst. a FZA 
werden die Systeme der sozialen Sicherheit koordiniert, um insbeson-
dere die Gleichbehandlung aller Mitglieder der Vertragsstaaten zu ge-
währleisten. 

4.3.1 Am 1. Januar 2003 sind das Bundesgesetz über den Allgemei-
nen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG, 
SR 830.1)  sowie die entsprechende Verordnung vom 11. September 
2002  (ATSV, SR  830.11)  in  Kraft  getreten.  Die  streitige  Rückerstat-
tungsforderung der Vorinstanz gründet auf der Tatsache, dass der Be-
schwerdeführer die Schweiz per 30. Juni 2005 verlassen und ab 1. Juli 
2005 nicht mehr Wohnsitz in der Schweiz hatte. Somit sind für die Be-
urteilung der Rechtmässigkeit  der Rückerstattungsforderung vom 11. 
Oktober 2006 die Bestimmungen des ATSG und der ATSV anwendbar. 

4.3.2 Am 1. Januar 2004 sind die Änderungen des IVG und des ATSG 
vom 21. März 2003 sowie der Verordnung über die Invalidenversiche-
rung vom 21. Mai 2003 (IVV, SR 831.201) in Kraft getreten (4. IV-Revi-
sion, AS 2003 3837 bzw. AS 2003 3859). Da im vorliegenden Verfah-
ren die Rückzahlung der Leistungen frühestens ab dem 1. Juli  2005 
strittig ist,  ist  die seit  dem 1. Januar 2004 gültige Fassung des IVG, 
vorbehältlich  der  Übergangsbestimmungen  zur  Änderung  vom  21. 
März 2003 (AS 2003 3850), anwendbar. Die Änderungen des IVG und 
des ATSG vom 6. Oktober 2006 sowie der IVV und der ATSV vom 28. 
September 2007 (5. IV-Revision, AS 2007 5129 bzw. AS 2007 5155, in 
Kraft  seit  1.  Januar  2008)  sind  im  vorliegenden  Verfahren  nicht  an-
wendbar, da der angefochtene Entscheid vor Inkrafttreten der entspre-
chenden  Bestimmungen  ergangen  ist  (vgl.  auch  UELI KIESER,  ATSG-
Kommentar, Zürich Basel Genf 2003, Art. 82 Rz. 4).

5.
Nach  der  Rechtsprechung  des  Schweizerischen  Bundesgerichts  ist 
der  rechtserhebliche  Sachverhalt im  Beschwerdeverfahren  vor  dem 
Sozialversicherungsgericht  nach  den  tatsächlichen  Verhältnissen  zur 
Zeit  des  Erlasses der  angefochtenen Verfügung  zu beurteilen  (BGE 
129 V 1 E. 1.2 mit Hinweisen, vgl. auch THOMAS LOCHER, Grundriss des 
Sozialversicherungsrechts, 3. Auflage, Bern 2003, S. 489 Rz. 20). Vor-

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liegend  ist  somit  das  Datum  der  Verfügung  vom  11.  Oktober  2006 
massgeblich.

6.
Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe sich per 30. Juni 2005 
ordnungsgemäss abgemeldet und arbeite seither als Grenzgänger in 
der Schweiz. Bezüger von Invalidenrenten, welche ins Ausland wegge-
zogen seien, erhielten ihre Rente auch weiterhin; es sei nicht einseh-
bar,  warum ausgerechnet  die Hilflosenentschädigung eine Sonderre-
gelung erfahren habe. Zudem sei es wenig behindertenfreundlich, auf 
Kleingedrucktes zu verweisen und ihm zu unterstellen, er hätte wissen 
müssen, dass er seinen Wegzug der IV-Stelle zu melden habe.

6.1 Wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 8. Januar 2007 
ausgeführt  hat,  sind  gemäss Art.  77  IVV für  den Leistungsanspruch 
wesentliche  Änderungen  der  Verhältnisse  der  IV-Stelle  unverzüglich 
anzuzeigen. Indem der Beschwerdeführer seinen Wegzug nur den Ge-
meindebehörden meldete, verletzte er die Meldepflicht, auf die er von 
der IV-Stelle Aargau mehrmals hingewiesen worden war (vgl. dazu act. 
12, 14 und 18). Gemäss Art. 88bis Abs. 2 Bst. b IVV erfolgt die Aufhe-
bung der  Hilflosenentschädigung  rückwirkend  ab  Eintritt  der  für  den 
Anspruch erheblichen Änderung, wenn die unrichtige Leistung darauf 
zurückzuführen ist, dass der Bezüger der ihm gemäss Art. 77 IVV zu-
mutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist. Dieser Fall ist vorlie-
gend gegeben, indem es dem Beschwerdeführer auch unter Berück-
sichtigung seiner Sehbehinderung zweifellos zumutbar gewesen wäre, 
seinen Wegzug der  zuständigen IV-Stelle  zu  melden. Die  mit  Bezug 
auf die Behinderung sinngemäss vorgebrachte Rüge der Unangemes-
senheit  erscheint  in  Anbetracht  der Tatsache, dass der Beschwerde-
führer seit 1982 in einer Informatikfirma arbeitet und auch im vorange-
gangenen Verfahren um die Weiterausrichtung der Hiflosenentschädi-
gung  die  jeweils  notwendigen  Schritte  sach-  und  fristgerecht  vorge-
nommen hat, nicht stichhaltig.

6.2 Unbehelflich ist  auch das Vorbringen des Beschwerdeführers, er 
arbeite seit dem 1. Juli 2005 als Grenzgänger in der Schweiz. Gemäss 
Art. 42 Abs. 1 IVG haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem 
Aufenthalt in der Schweiz, die hilflos sind, Anspruch auf eine Hilflosen-
entschädigung. Eine Gleichstellung von Grenzgängern mit  Personen, 
welche die Voraussetzungen von Art. 42 Abs. 1 IVG erfüllen, ist in der 
Invalidengesetzgebung nicht vorgesehen.

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6.3 Schliesslich ist die sinngemäss vorgebrachte Rüge des Beschwer-
deführers zu beurteilen, die Hilflosenentschädigung müsse analog den 
Invalidenrenten in die Europäische Union exportiert  werden. Wie die 
Vorinstanz in ihrer Ergänzung zum Einspracheentscheid vom 16. Mai 
2006 (act. 32) zutreffend ausgeführt  hat,  wird die Hilflosenentschädi-
gung ausschliesslich durch die öffentliche Hand finanziert (Art. 77 Abs. 
2 IVG in der vom 1. Juni 2002 bis zum 31. Dezember 2007 gültig ge-
wesenen Fassung vom 8. Oktober 1999). Die Hilflosenentschädigung 
stellt somit eine beitragsunabhängige Sonderleistung dar, welche ge-
mäss Art. 10a Abs. 1 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates 
vom 14. Juni 1971 über die Anwendung der Systeme der sozialen Si-
cherheit auf Arbeitnehmer und Selbständige sowie deren Familienan-
gehörige, welche innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern (SR 
0.831.109.268.1,  nachfolgend: Verordnung [EWG]  Nr. 1408/71),  aus-
schliesslich  vom Wohnmitgliedstaat  gemäss dessen Rechtsvorschrif-
ten ausgerichtet werden, sofern die betreffenden Sonderleistungen im 
Anhang II zum FZA eingetragen sind. Dies ist in Bezug auf die Hilflo-
senentschädigung durch Beschluss Nr. 2/2003 des Gemischten Aus-
schusses EU/Schweiz vom 15. Juli  2003 (AS 2004 1277) geschehen 
mit Wirkung ab 1. Juni 2002. Die in Art. 10 der Verordnung (EWG) Nr. 
1408/71 statuierte Aufhebung der Wohnortklausel findet somit auf die 
Hilflosenentschädigung keine Anwendung.

6.4 Aus  dem  Gesagten  ergibt  sich,  dass  der  Beschwerdeführer  ab 
dem 1. Juli 2005 infolge seiner Wohnsitznahme in Deutschland keinen 
Anspruch mehr  auf  die  Hilflosenentschädigung hatte. Die  Vorinstanz 
durfte daher die vom 1. Juli 2005 bis 31. März 2006 ausbezahlten Hilf-
losenentschädigungen gestützt auf Art. 25 Abs. 1 ATSG zurückfordern.

7.
Zusammenfassend  wird  festgehalten,  dass  die  Beschwerde  sich  als 
unbegründet erweist und daher abzuweisen ist, soweit darauf einzutre-
ten ist.

8.
Gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG sind dem unterliegenden Beschwerde-
führer  die  Verfahrenskosten  aufzuerlegen  und  mit  dem  geleisteten 
Kostenvorschuss zu verrechnen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens 
ist  keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e 
contrario).

Seite 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 200.- werden dem Beschwerdeführer auf-
erlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 200.- 
verrechnet. 

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Franziska Schneider Susanne Genner

Seite 11

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern,  Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit 
Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-
fochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  be-
schwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

Versand: 

Seite 12