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**Case Identifier:** 10e96812-5724-518c-9417-a72c77d6ccde
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-11-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 14.11.2008 UV 2008/38
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2008-38_2008-11-14.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2008/38

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 05.05.2020

Entscheiddatum: 14.11.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 14.11.2008
Art. 6, 10, 16 UVG. Fehlende adäquate Kausalität (ausser für Handverletzung) 
nach einem leichten Unfall ohne Schleudertrauma aber Anschlagen des 
Kopfes. Adäquanzprüfung nach einem zweiten Unfall mit seitlichem Anprall 
zugunsten des Beschwerdeführers nach der Schleudertrauma-Praxis von 
BGE 134 V 109. Adäquanz verneint. Art. 24f. UVG, Art. 36 UVV und Anhang 3 
zur UVV. Massstab für die Bemessung der Integritätsentschädigung für 
Funktionseinschränkungen der linken Hand. Allgemeine 
Versicherungsbedingungen (AVB) einer privaten Unfallversicherung zur 
Invaliditätsentschädigung finden keine Anwendung in der sozialen 
Unfallversicherung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 14. November 2008, UV 2008/38).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichter Joachim Huber und 

Versicherungsrichterin Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiberin Vera 

Holenstein Werz

Entscheid vom 14. November 2008

in Sachen

S.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Speck, St. Gallerstrasse 29, 

9032 Engelburg,

gegen

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CSS Versicherung, Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.         

A.a    Der 1962 geborene S.___ war als Geschäftsführer der Firma A.___ tätig und 

dadurch bei der CSS Versicherung AG (CSS) obligatorisch gegen die Folgen von 

Unfällen versichert, wobei die Schadenerledigung durch die Schweizerische 

Unfallversicherung (Suva) erfolgt. Am 1. März 2004 verunfallte der Versicherte während 

einer Geschäftsreise in Antalya, Türkei. Gemäss Unfallmeldung vom 14. April 2004 

rutschte das Auto beim Radwechsel vom Wagenheber, versetzte ihm einen Schlag an 

den Kopf und quetschte ihm die linke Hand. Zusätzlich gab er Prellungen der rechten 

Hüfte und des rechten Oberschenkels an (UV-act. 1 und 5 zum Dossier X.___; Akten 

nachfolgend mit I/ und der jeweiligen Aktennummer bezeichnet). Die medizinische 

Erstbehandlung war in Antalya erfolgt; Dokumente darüber liegen nicht vor. Aus den 

Berichten der nachbehandelnden Ärzte (UV-act. I/14 und I/21) geht hervor, dass die 

offenen Fingerverletzungen am Unfallort operativ versorgt worden waren. Der Hausarzt 

des Versicherten, Dr. med. B.___, Facharzt FMH für Innere Medizin, stellte Anfang April 

2004 keine neurologischen Ausfälle fest und schloss mittels Computertomogramm ein 

subdurales Hämatom bei der Schädelkontusion vom 1. März 2004 aus (UV-act. I/3). 

Wegen der Unfallfolgen wurden verschiedene Arbeitsunfähigkeiten attestiert. Bei einem 

erheblichen Vorzustand nach Spondylodese C4/5 und C5/6 1993 (Schreiben Prof. 

Dr. med. C.___, Facharzt für Neurochirurgie FMH, vom 5. Dezember 2003, UV-act. 14.2 

zum Dossier Y.___; Akten nachfolgend mit II/ und der jeweiligen Aktennummer 

bezeichnet), hatte Dr. med. D.___, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin mit 

Fähigkeitsausweis Manuelle Medizin (SAMM), im Bericht vom 4. Juni 2004 ein 

massives zervikovertebrales Syndrom diagnostiziert (UV-act. I/8). Am 9. August 2004 

berichtete Dr. D.___, der Patient habe sehr gut auf seine Behandlung reagiert und sei 

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(im Nacken) praktisch beschwerdefrei; an den Mittelgelenken (PIP) der Finger 3 und 4 

bestehe noch ein Extensionsdefizit (UV-act. I/17).

A.b   Am 9. August 2004 verunfallte der Versicherte erneut auf einer Geschäftsreise in 

Antalya, Türkei. Laut Polizeirapport kollidierte er beim Ändern der Fahrtrichtung seitlich 

mit einem Fahrzeug, das in die gleiche Richtung fuhr, wobei seine vordere Stossstange 

links in die rechte Vordertür des andern Personenwagens stiess (UV-act. II/2, II/6 und 

II/26b [Übersetzung des türkischen Polizeirapports]). Der Versicherte gab an, er sei bei 

der anschliessenden Diskussion mit der Polizei über die Schuldfrage ohnmächtig 

geworden und daher mit der Ambulanz ins lokale Spital gebracht worden. Dort klagte 

er über Kopf-, Nacken- und Bauchschmerzen, Schwindel, Schmerzen am linken Fuss 

und linken Knie sowie am Rücken. Die Röntgenuntersuchung ergab keine Befunde 

bzw. bestätigte die bekannte Verblockung C4 und C5 und Degeneration C3 bis C6. 

Diagnostiziert wurde ein Kopftrauma mit zervikaler Verletzung. Der Versicherte blieb 

vom 9. bis 12. August 2004 hospitalisiert, und es wurde ihm Bettruhe von weiteren 20 

Tagen empfohlen (Arztbericht Lara Spital, Antalya, UV-act. II/4). Dr. D.___, den der 

Versicherte nach dem Unfall vom 9. August 2004 am 20. September 2004 erstmals 

aufsuchte, diagnostizierte ein erneutes zervikovertebrales und myofasziales 

Schmerzsyndrom nach HWS-Distorsion und schrieb ihn weiterhin und auf unbestimmte 

Zeit 100% arbeitsunfähig (UV-act. II/8).

A.c    Anlässlich der Befragung vom 29. November 2004 (UV-act. II/11) machte der 

Versicherte ausführliche Angaben zu früheren Unfällen. Nach zwei Auffahrkollisionen im 

Strassenverkehr und einem Sturz beim Karate habe er jeweils unter Nacken- und 

Rückenschmerzen gelitten. 1993 sei eine Versteifungsoperation der Halswirbelsäule 

durchgeführt worden (gemäss Bestätigung Dr. C.___ zervikale Spondylodese C4/5 und 

C5/6, UV-act. II/14.2). Er habe danach das Gefühl gehabt, den Kopf nie mehr ganz 

nach rechts drehen zu können.

A.d   Ab 4. März 2005 attestierte Dr. D.___ wieder eine Arbeitsfähigkeit von 40% (UV-

act. II/26F). Die Arbeitstätigkeit führte der Versicherte in diesem Rahmen bis 1. Mai 

2005 aus und stellte sie wegen Zunahme der Schmerzen wieder ein. Am 11. Mai 2005 

wurde er durch den Kreisarzt der Suva Bern untersucht. Dieser stellte funktionell ein 

völliges Ausschalten der linken Hand bei erheblichen Streckdefiziten sowie eine 

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tendenzielle Ausweitung der Zervikobrachial-Symptomatik auf ein typisches 

Beschwerdebild nach Schleudertrauma fest und meldete den Versicherten zur 

stationären multimodalen Rehabilitation und multidisziplinären Abklärung in Bellikon an 

(UV-act. II/28), wo er sich vom 1. bis 20. Juni 2005 aufhielt. Anlässlich des dortigen 

psychosomatischen Konsiliums wurde keine psychopathologische Störung von 

Krankheitswert festgestellt (UV-act. II/38). Der Zustand an der Halswirbelsäule wurde 

als HWS-Distorsionsbeschwerden interpretiert, die nicht auf die rein ossäre Situation 

nach Spondylodese C4/5 und C5/6 zurückzuführen seien (UV-act. II/37). An der linken 

Hand wurden Einschränkungen beim Faustschluss und Strecken der Finger II bis IV 

festgestellt. Im Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon wurde zudem festgehalten, dass 

der Versicherte bis jetzt die linke Hand geschont und insbesondere die verletzten 

Finger funktionell ausgeschaltet habe (UV-act. II/39). Er wurde im vermehrten Einsatz 

derselben instruiert. Neuropsychologisch fand sich eine herabgesetzte und 

schwankende kognitive Belastbarkeit (UV-act. II/35).

A.e   Nachdem der Versicherte die Arbeitstätigkeit nicht wieder aufnahm, ordnete die 

Suva im Hinblick auf den Fallabschluss eine stationäre Begutachtung in Bellikon an. 

Zusammengefasst kamen das neurologische Gutachten vom 12. Dezember 2006 (UV-

act. I/172) und die verschiedenen Teilgutachten (neuropsychologische Stellungnahme 

vom 20. April 2006, UV-act. I/170; psychiatrischer Abklärungsbericht vom 26. April 

2006, UV-act. I/169; handchirurgische Stellungnahme vom 9. Mai 2006, UV-act. I/168 

sowie traumatologisches Teilgutachten stationär vom 26. Juni 2006, UV-act. I/171) zum 

Schluss, dass dem Patienten aufgrund der organisch erlittenen Unfallfolgen, soweit 

solche überhaupt noch vorliegen würden, die Tätigkeit als Teppichhändler ganztags 

voll zumutbar sei. Auch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sei dem Patienten (…) bei 

mittelschweren Tätigkeiten eine volle Arbeitsfähigkeit zumutbar. Die einzige 

Einschränkung wäre bei mittelschweren Arbeiten, dass Gewichte über 10 kg nicht 

repetitiv gehoben oder getragen werden könnten. Es sei auch mit gewissen zervikalgie-

bedingten Absenzen im Verlauf eines Jahres zu rechnen (Neurologisches Gutachten 

vom 23. Juni 2006 S. 17, UV-act. I/172). Auch der Hausarzt des Versicherten liess 

weitere Abklärungen durchführen. Diese machten kein neurologisches Korrelat für die 

geklagten, multipelsten Beschwerden aus (UV-act. II/152).

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A.f      Nach Besprechung der Situation am 23. Mai 2007 mit Rechtsanwalt Speck holte 

die Suva beim Handchirurgen Dr. med. E.___, Verfasser der handchirurgischen 

Stellungnahme der Rehaklinik Bellikon vom 9. Mai 2006 (UV-act. I/168), eine 

Einschätzung des unfallbedingten Integritätsschadens an der linken Hand ein, die 

dieser am 1. Juni 2007 mit 10% abgab (UV-act. I/193). Darauf hin erliess die Suva für 

die CSS am 12. Juni 2007 die einsprachefähige Verfügung zu den Unfällen vom 1. März 

und 9. August 2004 (UV-act. I/197 bzw. II/175). Sie verneinte die Kausalität der 

geklagten Beschwerden, mit Ausnahme der Funktionseinschränkungen der linken 

Hand, zu den beiden Unfällen, lehnte den Anspruch auf Taggeldzahlungen nach dem 

2. November 2006 ab und stellte die Leistungen für Heilbehandlungen per 30. Juni 

2007 ein. Den Integritätsschaden an der linken Hand vergütete sie mit Fr. 10'680.00 

(10% von Fr. 106'800.00).

B.          

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 10. Juli 2007 Einsprache (UV-act. II/

182-184). Mit Entscheid vom 26. Februar 2008 wies die CSS die Einsprache ab. Zur 

Begründung führte sie aus, die Kausalität der Beschwerden, die der Versicherte nach 

dem 2. November 2006 noch klage, sei nicht nach der Rechtsprechung zu 

Schleudertraumen, sondern nach derjenigen zu psychischen Leiden nach Unfällen zu 

prüfen und sei vorliegend zu verneinen. Die Integritätsentschädigung sei 

gesetzeskonform und grosszügig bemessen worden.

C.          

C.a   Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 9. April 2008 mit den Anträgen, der 

Einspracheentscheid vom 26. Februar 2008 und die Verfügung der CSS vom 12. Juni 

2007 seien aufzuheben; die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem 

Beschwerdeführer die offenen Taggelder (von Fr. 223.55 pro Tag) ab dem 2. November 

2006 nachzuzahlen und ab Ende des Taggeldanspruches, evtl. ab dem 2. November 

2006 ein volle IV-Rente (von Fr. 6'706.50) auszurichten; zur entsprechenden 

Berechnung sei die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

Zudem sei diese zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung 

nach Massgabe der Versicherungspolice und den allgemeinen Vertragsbedingungen 

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auszurichten; auch diesbezüglich sei die Angelegenheit zur Neuberechnung an die 

Vorinstanz zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung 

führt der Rechtsvertreter an, die Beschwerdegegnerin habe den natürlichen und den 

adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den beiden Unfällen vom 1. März und 

9. August 2004 und den andauernden Beschwerden des Beschwerdeführers zu 

Unrecht verneint. Dieser habe beim Unfall vom 1. März 2004 neben der Handverletzung 

eine Gehirnerschütterung erlitten und beim Unfall vom 9. August 2004 ein 

Schleudertrauma. Seither befinde er sich in ärztlicher Behandlung und sei 

arbeitsunfähig. Allein wegen der Beeinträchtigung der linken Hand sei eine Tätigkeit als 

Geschäftsführer in einer Teppichhandlung nicht möglich. Die Integritätsentschädigung 

berücksichtige lediglich die Einschränkungen der linken Hand; die Folgen des 

Schleudertraumas seien ebenfalls zu entgelten. Auch seien bei der Einschätzung 

fälschlicherweise die Tabellen der Suva angewandt worden.

C.b In der Beschwerdeantwort vom 22. April 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung ihres Einspracheentscheids vom 

26. Februar 2008. Zur Begründung bestreitet sie die Vorbringen in der 

Beschwerdeschrift und verweist weitgehend auf die Ausführungen im 

Einspracheentscheid.

C.c   Der Beschwerdeführer hat keine Replik einreichen lassen, worauf der 

Schriftenwechsel am 21. Mai 2008 abgeschlossen worden ist. Auf die detaillierten 

Begründungen in den Rechtsschriften wird, soweit entscheidnotwendig, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.         

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin nach den Unfällen vom 1. März 

und 9. August 2004 zu Recht ihre Leistungspflicht für Taggelder per 2. November 2006 

und für Heilungskosten per 30. Juni 2007 eingestellt und den Integritätsschaden des 

Beschwerdeführers korrekt mit 10% eingeschätzt und entschädigt hat.

2.           

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2.1    Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid die 

rechtlichen Voraussetzungen des Bestehens eines natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und den in Frage stehenden (physischen 

und psychischen) Gesundheitsschädigungen zutreffend dargelegt (Erwägungen 2.2); 

darauf kann verwiesen werden. Für die Adäquanzprüfung nach Schleudertraumen ist 

zusätzlich auf BGE 134 V 109 zu verweisen. Dieser Entscheid hat gegenüber BGE 117 

V 359 die Voraussetzungen für den Nachweis an die natürliche Kausalität der 

Verletzung verschärft (E. 9 S. 121ff.) und die adäquanzrelevanten Kriterien teilweise 

modifiziert (E. 10 S. 126ff.). Ist die Adäquanz von Unfallfolgen klar zu verneinen, wie 

dies nachstehend darzulegen ist, muss deren natürliche Kausalität nicht näher geprüft 

werden.

2.2    Hat eine versicherte Person mehrere Unfälle erlitten, ist die Adäquanz prinzipiell 

für jeden Unfall gesondert zu beurteilen. In diesem Rahmen ist es nach der 

Rechtsprechung jedoch nicht generell ausgeschlossen, die wiederholte Betroffenheit 

desselben Körperteils bei der Adäquanzprüfung zu berücksichtigen. Letzteres ist 

insbesondere dann denkbar, wenn die Auswirkungen der verschiedenen Ereignisse auf 

gewisse Beschwerden und/oder auf Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit nicht von 

einander abgegrenzt werden können (SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1 [U 39/04], E. 3.3.2 mit 

Hinweisen; J.-M. Duc, La jurisprudence des assurances sociales concernant les 

traumatismes cervicaux, SZS 52/2008 S. 66f.).

2.3    Der Zeitpunkt des Fallabschlusses ist gemäss BGE 134 V 109 (E. 4.1 S. 113f.) 

erreicht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte 

Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige 

Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Trifft 

dies zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger 

Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung 

abzuschliessen.

3.           

3.1    Beim Unfall vom 1. März 2004 erlitt der Beschwerdeführer keine HWS-Distorsion. 

Mit Dr. B.___, der die Verletzung am Kopf Anfang April 2004 genau abklärte, ist von 

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einer Schädelkontusion, also einem Anschlagen des Kopfs, auszugehen (UV-act. I/3). 

Das zervikovertebrale Syndrom war durch die manuelle und myofasziale Behandlung 

bei Dr. D.___ so weit abgeklungen, dass dem Beschwerdeführer ab 1. August 2004 

wieder volle Arbeitsfähigkeit attestiert wurde und eine weitere Behandlung für den 

akuten Bedarfsfall vorbehalten werden konnte (UV-act. I/17). Die Verletzungen der 

linken Hand waren bei der Abklärung und Behandlung in der Schweiz durch Dr. B.___ 

Anfang April 2004 (UV-act. I/3) und durch Dr. D.___ ab 30. April 2004 (UV-act. I/8) 

zunächst gar nicht erwähnt worden. Eine eigentliche Behandlung der linken Hand fand 

in der Schweiz nicht statt.

3.2    Der Unfall vom 1. März 2004 ist als leichtes Ereignis einzustufen. Für die nicht 

organisch nachweisbaren Störungen kann gemäss der Rechtsprechung (BGE 115 

V 133) der adäquate Kausalzusammenhang zum Unfall daher ohne weiteres verneint 

werden.

3.3    Das gilt nicht für die Verletzung der linken Hand des Beschwerdeführers. Gemäss 

handchirurgischer Stellungnahme von Dr. E.___ vom 9. Mai 2006 sind die dortigen 

Funktionseinschränkungen mit grosser Wahrscheinlichkeit auf ein organisches Substrat 

zurückzuführen und dürften Folge der Verletzung vom 1. März 2004 sein (UV-act. I/

168). Aus rein handchirurgischer Sicht seien dem Beschwerdeführer alle 

altersentsprechenden Tätigkeiten zumutbar. Eingeschränkt sei er in Bezug auf die linke 

Hand für erhöhte Anforderungen an die Feinmotorik, Schläge oder Vibrationen sowie 

exquisite Kälte- oder erhöhte Hitzeexpositionen und er könne keine Tätigkeiten auf 

Leitern oder Gerüsten bzw. in den entsprechenden Gefahrenbereichen ausüben (a.a.O. 

S. 4). Solche Verrichtungen fallen weder als selbständiger Geschäftsführer einer 

Import- und Exportfirma für Teppiche und Schmuck - der Tätigkeit, die er im Zeitpunkt 

des Unfalls vom 1. März 2004 ausübte - noch beim Verkauf von Versicherungen - 

seiner Erwerbstätigkeit bis zur Gründung der eigenen Firma - oder bei ähnlichen 

Tätigkeiten an. So erklärte der Handchirurg den Beschwerdeführer für die Tätigkeit als 

selbständiger Geschäftsführer aus rein handchirurgischer Sicht denn auch für voll 

arbeitsfähig (a.a.O. S. 3f.). Bei gegebener Arbeitsfähigkeit in der angestammten und in 

ähnlichen Tätigkeiten ist eine allfällige Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG: SR 830.1]) nicht 

weiter zu prüfen.

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4.              

4.1    Beim Unfall vom 9. August 2004 erlitt der Beschwerdeführer keine eigentliche 

HWS-Distorsion. Die Kollision der Fahrzeuge erfolgte seitlich. Eine Schleuderbewegung 

von Kopf und Nacken, wie sie bei Auffahrunfällen mit Heckaufprall erfolgt, fand nicht 

statt. Zu Gunsten des Beschwerdeführers ist dennoch von einer HWS-Distorsion 

auszugehen, da die kurz nach dem Unfall geklagten Beschwerden (UV-act. II/4) dem 

sogenannt typischen Beschwerdebild nach HWS-Distorsionen gemäss BGE 117 V 335 

(E. 1 S. 337f.) zumindest teilweise entsprachen. Im Zeitpunkt der Leistungseinstellung 

durch den Unfallversicherer (2. November 2006 für Taggelder bzw. 30. Juni 2007 für 

Heilungskosten) bleiben aufgrund des Unfalls vom 9. August 2004 ausschliesslich 

organisch nicht nachweisbare Schädigungen zurück (UV-act. I/168 bis I/172). 

Nachdem die psychischen Unfallfolgen die übrigen Beeinträchtigungen nicht gänzlich 

in den Hintergrund treten lassen, ist die Prüfung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs nach der Schleudertrauma-Rechtsprechung gemäss BGE 134 

V 109 und dort zitierte Entscheide vorzunehmen.

4.2    Zunächst ist das Unfallereignis als solches zu beurteilen. Dabei ist auf den 

Polizeirapport (UV-act. II/2; übersetzt in UV-act. II/25b) abzustellen und nicht auf die 

dramatisierende Schilderung des Beschwerdeführers (UV-act. II/6). Aufgrund des 

Polizeirapports kann das Ereignis als mittlerer Unfall an der Grenze zu den leichten 

eingestuft werden.

4.3    Die Folgen eines mittleren Unfalls an der Grenze zu den leichten gelten dann als 

adäquat kausal, wenn die zusätzlichen Kriterien, die die Rechtssprechung für die 

Gesamtwürdigung aufgestellt hat, in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind 

oder ein einzelnes Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist (BGE 134 V 

109, E. 10 S. 126ff.). Besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere 

Eindrücklichkeit des Unfalls sind zu verneinen. Auch waren die erlittenen Verletzungen 

nicht schwer oder von besonderer Art. Der Beschwerdeführer befand sich längere Zeit 

in ärztlicher Behandlung. Diese kann für den Beschwerdeführer aber nicht als 

fortgesetzt spezifisch und belastend im Sinn der zitierten Rechtsprechung qualifiziert 

werden. Auch die Kriterien erhebliche Beschwerden, ärztliche Fehlbehandlung, welche 

die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, sowie schwieriger Heilungsverlauf und 

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erhebliche Komplikationen können ohne weiteres verneint werden. Bleibt das Kriterium 

der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen. Dabei ist von 

der Umschreibung der zumutbaren Tätigkeiten durch die Ärzte und nicht vom 

konkreten Arbeitseinsatz des Beschwerdeführers auszugehen. Ein Pensum von 40% 

war laut Dr. D.___ ab 4. März 2005 wieder möglich (UV-act. II/26F). Gemäss 

Beurteilung der dortigen Ärzte wäre der Beschwerdeführer nach dem Austritt aus der 

Rehaklinik Bellikon am 20. Juni 2005 ganztags mit Pausen von zwei Stunden über den 

Tag verteilt als selbständiger Geschäftsführer im Teppich- und Schmuckhandel 

arbeitsfähig gewesen und hätte für das Heben und Tragen von Gewichten über 7,5 kg 

Hilfe beiziehen müssen (UV-act. II/39). Er nahm die Arbeitstätigkeit jedoch nicht wieder 

auf. Namhafte Anstrengungen, die Arbeitstätigkeit aufzunehmen bzw. im aufgezeigten 

eingeschränkten Rahmen auszuführen, sind nicht dargelegt. Das Kriterium erhebliche 

Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen muss daher ebenfalls verneint 

werden; keinesfalls ist es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt.

4.4    Da keines der erforderlichen Kriterien im notwendigen Ausmass erfüllt ist, muss 

die Adäquanz der geltend gemachten Unfallfolgen aufgrund des Unfalls vom 9. August 

2004 damit zusammenfassend verneint werden.

5.          

5.1    Die Funktionseinschränkungen an der linken Hand sind unbestritten bleibende 

Unfallfolgen. Gestützt auf Art. 24f. UVG, Art. 36 UVV und Anhang 3 zur UVV hat der 

Beschwerdeführer daher Anspruch auf eine Integritätsentschädigung. Nach ständiger 

Rechtsprechung (BGE 115 V 147, bestätigt in SVR 2008 Nr. 10 S. 32f.) bemisst sich 

diese abstrakt-egalitär nach der Schwere des medizinischen Befundes. In 

Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala hat die Suva Feinraster in tabellarischer 

Form erarbeitet. Soweit diese lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die 

Gleichbehandlung der Versicherten gewährleistet werden soll, sind diese mit Anhang 3 

der UVV vereinbar (BGE 124 V 29, E. 1c S. 32f. und RKUV 5/2004 U 514 S. 415ff.). In 

diesem Sinn werden die Suva-Tabellen auch durch die übrigen Versicherungen, die 

gemäss Art. 68 UVG zur Durchführung der obligatorischen Unfallversicherung 

zugelassen sind, angewendet. Auf die Bemessung der Integritätsentschädigung nicht 

angewendet werden können jedoch allgemeine Versicherungsbedingungen dieser 

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privatrechtlich organisierten Unfallversicherer. Solche sind für allfällige 

Invaliditätskapitalien der UVG-Zusatzversicherungen konzipiert und stützen sich auf 

das privatrechtliche Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG, SR 

221.229.1). Die Integritätsentschädigung als Leistung der obligatorischen 

Unfallversicherung ist demgegenüber in den zitierten Gesetzes und Verord­

ungsbestimmungen von UVG und UVV abschliessend geregelt.

5.2    Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 12. Juni 

2007 bzw. Einspracheentscheid vom 26. Februar 2008 eine Integritätsentschädigung 

von 10% im Betrag von Fr. 10'680.00 (10% von Fr. 106'800.00) zugesprochen. Diese 

stützt sich auf die nachvollziehbare medizinische Einschätzung von Dr. E.___ vom 

1. Juni 2007 (UV-act. I/193). Letztere ist im Rahmen des gegebenen Ermessens erfolgt 

und daher zu bestätigen. Für weitere Integritätseinbussen des Beschwerdeführers 

besteht mangels adäquater Kausalität zu einem der beiden Unfälle kein Anspruch auf 

Entschädigung.

6.         

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.        Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.        Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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		2025-07-19T15:16:14+0200
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