# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 85d11994-3390-531e-a4d5-6929c407f367
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-03
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 03.09.2025 ZR1 2024 37
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZR1-2024-37_2025-09-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Graubünden
Dretgira superiura dal chantun Grischun
Tribunale d'appello del Cantone dei Grigioni

Urteil vom 3. September 2025
mitgeteilt am 10. September 2025

Referenz ZR1 24 37

Instanz Erste zivilrechtliche Kammer

Besetzung Michael Dürst, Vorsitz
Ehrenzeller, Aktuarin

Parteien A.________
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Pius Fryberg

gegen

B.________
Beschwerdegegnerin
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Andrea Müller-Ranacher

Gegenstand Vorsorgliche Massnahmen im Scheidungsverfahren

Anfechtungsobj. Entscheid der Einzelrichterin am Regionalgericht Albula vom 
15. Januar 2024, mitgeteilt am 14. März 2024 (Proz. Nr. 135-2023-
86)

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Sachverhalt

A. B.________ (nachfolgend: Ehefrau), geboren am _____ 1976, von 
O.1.________ und A.________ (nachfolgend: Ehemann), geboren am _____ 1967, 
von O.2.________, haben am _____ 2010 in O.3.________ geheiratet. Gemeinsam 
haben sie die Kinder C.________, geboren am _____ 2007, und D.________, 
geboren am _____2009.

B. Die Ehefrau erhob am 4. Juli 2023 beim Regionalgericht Albula Klage auf 
Ehescheidung (Proz. Nr. 115-2023-9). Am 5. Juli 2023 reichte sie ein Gesuch um 
Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege (Proz. Nr. 135-2023-85) sowie ein 
Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen im Scheidungsverfahren (Proz. Nr. 
135-2023-86) ein. Letzteres enthält folgendes Rechtsbegehren:

Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin einen 
Prozesskostenvorschuss von mindestens CHF 9'000.00 für das 
Scheidungsverfahren zu bezahlen.

C. Das Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen wurde am 1. September 
2023 dem ehemaligen Rechtsvertreter des Ehemannes unter Fristansetzung zur 
Einreichung einer Stellungnahme zugestellt. Dieser teilte der Vorinstanz mit, dass 
er das Mandat nicht übernommen habe, und erstattete die Akten.

D. Mit prozessleitender Verfügung vom 20. September 2023 wurde das Gesuch 
dem Ehemann unter Ansetzung einer Frist zur Einreichung einer schriftlichen 
Stellungnahme bis zum 4. Oktober 2023 direkt zugestellt. Diese Frist wurde auf 
Antrag des Ehemannes bis zum 13. Oktober 2023 erstreckt. Gleichzeitig wurde 
darauf hingewiesen, dass bei unbenutztem Ablauf der Frist das Gericht einen 
Endentscheid treffen werde, sofern die Angelegenheit spruchreif ist. 

E. Am 11. Oktober 2023 überbrachte der Ehemann dem Regionalgericht Albula 
diverse Unterlagen ohne Begleitschreiben.

F. Mit Eingabe vom 26. Oktober 2023 (Poststempel) zeigte Rechtsanwalt Pius 
Fryberg dem Regionalgericht Albula an, dass er die Interessen des Ehemannes 
vertrete. Er beantragte sinngemäss, das Gesuch sei abzuweisen.

G. Am 15. Januar 2024 wurde im Scheidungsverfahren der Parteien eine 
Einigungsverhandlung durchgeführt. Anlässlich der Verhandlung schlossen die 
Parteien eine Teil-Ehescheidungskonvention. Insbesondere betreffend das 
Güterrecht und den Unterhalt konnte keine Einigung erzielt werden.

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H. Die Vorinstanz verzichtete unter Verweis auf Art. 256 Abs. 1 ZPO auf die 
Durchführung einer Hauptverhandlung im Massnahmeverfahren.

I. Mit Entscheid vom 15. Januar 2024 (ohne schriftliche Begründung mitgeteilt 
am 26. Januar 2024) verfügte die Vorinstanz was folgt: 

1. A.________ wird verpflichtet, B.________ für das Scheidungsverfahren 
(Proz. Nr. 115-2023-9) einen Prozesskostenvorschuss von CHF 
9'000.00 zu bezahlen.

2. Die Gerichtskosten von CHF 1'400.00 (Entscheidgebühr) für den 
begründeten Entscheid gehen zu Lasten von A.________.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilung]

Mit Entscheid gleichen Datums (mitgeteilt am 5. Februar 2024) wies sie das Gesuch 
der Ehefrau um unentgeltliche Rechtspflege ab.

J. Mit Eingabe vom 29. Januar 2024 verlangte der Ehemann die schriftliche 
Begründung des Entscheids. Diese wurde ihm am 18. März 2024 zugestellt.

K. Gegen diesen Entscheid erhob der Ehemann am 25. März 2024 Beschwerde 
beim Kantonsgericht von Graubünden mit folgenden Anträgen:

1. Der angefochtene Entscheid sei aufzuheben.

2. Der Beschwerde sei aufschiebende Wirkung zu erteilen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

L. Mit Verfügung vom 26. März 2024 wurde der Ehemann zur Leistung eines 
Kostenvorschusses von CHF 1'500.00 aufgefordert, welchen er innert Frist 
bezahlte. 

M. Mit Eingabe vom 22. Mai 2024 ersuchte der Ehemann erneut um Erteilung 
der aufschiebenden Wirkung und machte diesbezüglich weitere begründende 
Ausführungen.

N. Am 1. Januar 2025 trat im Kanton Graubünden das 
Gerichtsorganisationsgesetz vom 14. Juni 2022 (GOG; BR 173.000) in Kraft. Auf 
diesen Zeitpunkt hin wurden das Kantons- und das Verwaltungsgericht zum 
Obergericht des Kantons Graubünden zusammengelegt. Die hängigen Verfahren 
des Kantonsgerichts wurden per 1. Januar 2025 auf das Obergericht übertragen 
(Art. 122 Abs. 5 GOG). Dabei änderte die Verfahrensnummer von ZK1 24 37 auf 
ZR1 24 37.

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O. Die vorinstanzlichen Akten des hier streitgegenständlichen vorsorglichen 
Massnahmeverfahrens (Proz. Nr. 135-2023-86), des Scheidungsverfahrens (Proz. 
Nr. 115-2023-9) sowie des Verfahrens um unentgeltliche Rechtspflege für die 
Ehefrau (Proz. Nr. 135-2023-85) wurden beigezogen. Die Sache ist spruchreif.

Erwägungen

1.1. Gegen erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Massnahmen steht 
gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO die Berufung offen. In vermögensrechtlichen 
Angelegenheiten ist diese jedoch nur zulässig, wenn der Streitwert der zuletzt 
aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens CHF 10'000.00 beträgt (vgl. 
Art. 308 Abs. 2 ZPO). Da dieses Streitwerterfordernis vorliegend nicht erfüllt ist, ist 
nur die Beschwerde gegeben (Art. 319 lit. a ZPO; Urteil des Bundesgerichts 
5D_222/2021 vom 30. März 2022 E. 1.2 m.w.H.; vgl. auch WEINGART, provisio ad 
litem – Der Prozesskostenvorschuss für eherechtliche Verfahren, in: 
Markus/Hrubesch-Millauer/Rodriguez [Hrsg.], Zivilprozess und Vollstreckung 
national und international – Schnittstellen und Vergleiche, Festschrift für Jolanta 
Kren Kostkiewicz, 2018, S. 689 f.). Die gegen einen im summarischen Verfahren 
ergangenen Entscheid geltende Beschwerdefrist von 10 Tagen (Art. 321 Abs. 2 
ZPO) wurde eingehalten. Zuständig zur Beurteilung der Beschwerde ist die I. 
Zivilkammer des Obergerichts in einzelrichterlicher Kompetenz (vgl. Art. 7 Abs. 2 lit. 
a EGzZPO [BR 320.100]) i.V.m. Art. 9 Abs. 1 lit. a OGV [BR 173.010]; vgl. Art. 21 
Abs. 1 EGzZPO betreffend Übergangsrecht).

1.2. Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsanwendung und offensichtlich 
unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (vgl. Art. 320 
ZPO). Neue Anträge, neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel sind im 
Beschwerdeverfahren ausgeschlossen (Art. 326 Abs. 1 ZPO). Dies gilt auch in 
Verfahren, die wie das vorliegende der (eingeschränkten) Untersuchungsmaxime 
unterstehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_405/2011 vom 27. September 2011 
E. 4.5.3).

1.3.1. Nach Art. 321 Abs. 1 ZPO ist die Beschwerde schriftlich und begründet 
einzureichen. Dies bedeutet, dass sich der Beschwerdeführer mit den Erwägungen 
des angefochtenen Entscheids im Einzelnen auseinanderzusetzen und konkret 
aufzuzeigen hat, an welchen Mängeln (unrichtige Rechtsanwendung, offensichtlich 
unrichtige Feststellung des Sachverhalts) dieser leidet. Bloss allgemeine Kritik am 
angefochtenen Entscheid genügt nicht. Vielmehr müssen die kritisierten Passagen 
des Entscheides wie auch die Aktenstellen, auf die sich die Kritik stützt, genau 
bezeichnet werden (BGE 138 III 374 E. 4.3.1). Die Rechtsmittelinstanz ist nicht 

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gehalten, den erstinstanzlichen Entscheid von sich aus in jede Richtung hin auf 
mögliche Mängel zu untersuchen, die eine Gutheissung des Rechtsmittels 
ermöglichen könnten. Abgesehen von offensichtlichen Mängeln beschränkt sie sich 
vielmehr darauf, die Beanstandungen zu beurteilen, welche die Parteien in ihren 
schriftlichen Begründungen gegen die erstinstanzliche Beurteilung erheben. 
Insofern gelten für die Beschwerde dieselben Begründungsanforderungen wie für 
die Berufung (BGE 147 III 176 E. 4.2.1).

1.3.2. Beim Begründungserfordernis handelt es sich um eine gesetzliche, von 
Amtes wegen zu prüfende Zulässigkeitsvoraussetzung. Fehlt sie, tritt das obere 
kantonale Gericht auf das Rechtsmittel nicht ein (Urteil des Bundesgerichts 
5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013 E. 3.1). Bei der Konkretisierung der inhaltlichen 
Anforderungen an die Beschwerdebegründung ist zu berücksichtigen, ob die 
betreffende Partei anwaltlich vertreten ist oder nicht. Während bei unvertretenen 
Parteien eine grosszügigere Haltung angebracht ist, rechtfertigt sich bei 
anwaltlicher Vertretung eine gewisse Strenge (vgl. Urteil des Kantonsgerichts von 
Graubünden ZK1 19 116 vom 20. November 2019 E. 1.3).

1.3.3. Die vorliegende Beschwerdeschrift genügt diesen 
Begründungsanforderungen nicht. Soweit er sich nämlich nicht ohnehin auf 
unzulässige Noven abstützt (vgl. nachstehende E. 3 und 4.2), beschränkt sich der 
Ehemann darauf, in pauschaler Weise seine Sicht der Dinge vorzutragen, ohne 
konkret auf die Erwägungen der Vorinstanz einzugehen oder diese im Einzelnen zu 
beanstanden. Insbesondere lässt sich der Beschwerde nicht entnehmen, inwiefern 
die Vorinstanz den Sachverhalt offensichtlich unrichtig festgestellt bzw. Recht 
verletzt haben soll. Vor dem Hintergrund, dass der Ehemann anwaltlich vertreten 
ist, genügt die Beschwerde damit den Begründungsanforderungen nicht. Auf die 
Beschwerde ist nicht einzutreten.

2. Selbst wenn die Begründung als hinreichend zu erachten wäre, wäre der 
Beschwerde aus nachfolgenden Gründen kein Erfolg beschieden.

2.1. Da beide Ehegatten ausschliesslich eine ausländische Staatsangehörigkeit 
besitzen, ist von einem internationalen Verhältnis auszugehen. Das anwendbare 
Recht beurteilt sich demnach nach dem IPRG bzw. dem darin vorbehaltenem 
Staatsvertragsrecht (vgl. Art. 1 Abs. 1 lit. b und Art. 1 Abs. 2 IPRG [SR 291]). 
Aufgrund des Wohnsitzes bzw. gewöhnlichen Aufenthalts beider Eheleute in 
O.4.________ (Schweiz) sowie den einschlägigen gesetzlichen bzw. 
staatsvertraglichen Bestimmungen ist Schweizer Recht anwendbar (vgl. Art. 62 
Abs. 2 und 3 i.V.m. Art. 49 IPRG; Art. 4 des Haager Übereinkommens vom 2. 

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Oktober 1973 über das auf Unterhaltspflichten anzuwendende Recht [HUntÜ, SR 
0.211.213.01]). 

2.2. Die Verpflichtung eines Ehegatten, dem anderen in Rechtsstreitigkeiten 
durch Leistung eines Prozesskostenvorschusses beizustehen, ist Ausfluss der 
ehelichen Unterhaltspflicht nach Art. 163 ZGB und der ehelichen Beistandspflicht 
nach Art. 159 Abs. 3 ZGB (BGE 148 III 21 E. 3.1). Sie geht der Pflicht des Staates 
zur Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege vor (WEINGART, a.a.O., S. 681 f.). 
Anspruch auf einen Prozesskostenvorschuss von seinem Ehegatten hat, wer selbst 
nicht über ausreichend Mittel für die Bezahlung der Kosten des eherechtlichen 
Verfahrens verfügt, sofern die Sache nicht aussichtslos erscheint, die Person auf 
die Kostenhilfe des Ehegatten angewiesen und dieser zur Leistung derselben im 
Stande ist. Es sind die für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
entwickelten Grundsätze betreffend Mittellosigkeit und fehlende Aussichtslosigkeit 
anzuwenden (WEINGART, a.a.O., S. 682 f.).

2.3. Als mittellos gilt eine Person, wenn sie die Kosten eines Prozesses nicht 
aufzubringen vermag, ohne diejenigen Mittel anzugreifen, die für die Deckung des 
eigenen notwendigen Lebensunterhalts und desjenigen ihrer Familie erforderlich 
sind (vgl. BGE 144 III 531 E. 4.1; vgl. EMMEL, in: Sutter-
Somm/Lötscher/Leuenberger/Seiler [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Zivilprozessordnung, 4. Aufl. 2025, Art. 117 N. 4). Zur Feststellung der 
Mittellosigkeit sind die Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Ansprechers 
dessen Aufwand für den notwendigen Lebensunterhalt gegenüberzustellen 
(vgl. EMMEL, a.a.O., Art. 117 N. 4). Ein Prozesskostenvorschuss ist zu verweigern, 
wenn die Prozesskosten aus einem Einkommensüberschuss innert weniger Monate 
bestritten werden können, wobei die Dauer für relativ einfache Verfahren bei einem 
Jahr und jene für aufwändigere Verfahren bei zwei Jahren liegt (vgl. Urteil des 
Kantonsgerichts von Graubünden ZK1 22 122 vom 16. März 2023 E. 4.1 m.w.H.). 
Geringfügige Einkommensüberschüsse sind dabei zu vernachlässigen (Urteil des 
Bundesgerichts 5D_79/2015 vom 15. September 2015 E. 2.3).

3. Der Ehemann macht geltend, die Ehefrau habe bei der Vorinstanz am 
6. März 2024 ein weiteres Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen 
eingereicht. Darin beantrage sie, er sei zu verpflichten, ihr rückwirkend ab dem 
23. Februar 2023 Kinderunterhaltsbeiträge von monatlich insgesamt 
ca. CHF 3'500.00 zu bezahlen. Werde ihr Gesuch gutgeheissen, so komme sie 
zusammen mit ihrem Erwerbseinkommen auf monatliche Einkünfte von beinahe 
CHF 7'500.00. In diesem Fall sei die Ehefrau nicht prozessarm (act. A.1 Rz. II.B.1-
3). Aufgrund des im Beschwerdeverfahren geltenden Novenverbots (vgl. E. 1.2) 

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sind diese neuen Tatsachenbehauptungen sowie die zu deren Beweis eingereichte 
Urkunde (act. B.1) unbeachtlich. Auch in materieller Hinsicht überzeugt dieses 
Argument des Ehemannes nicht. Denn die prozessuale Bedürftigkeit beurteilt sich 
im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung (vgl. Urteil des Kantonsgerichts von 
Graubünden ZK1 22 122 vom 16. März 2023 E. 4.1). Im Nachgang zur 
Gesuchseinreichung zugesprochene Unterhaltsbeiträge haben demnach keinen 
Einfluss auf die Frage der Prozessarmut der Ehefrau. Zudem dürfte es mit Blick auf 
das Alter der Kinder grösstenteils um Barunterhaltsbeiträge gehen. Diese (sowie 
Kinder- und Ausbildungszulagen) dienen zweckgebunden der Deckung der 
Auslagen für die Kinder (vgl. Art. 289 Abs. 1 ZGB). Dementsprechend dürfen sie 
vom obhutsberechtigten Elternteil nicht für die Finanzierung eigener Prozesskosten 
eingesetzt werden (vgl. Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden ZK1 19 115 
vom 20. November 2019 E. 2.1). Selbst wenn rückwirkend höhere 
Kinderunterhaltsbeiträge zugesprochen würden, könnten diese der Ehefrau 
demnach nicht als Einkommen angerechnet werden.

4. Weiter macht der Ehemann geltend, die Ehefrau sei auch dann nicht 
prozessarm, wenn die Unterhaltsbeiträge, welche er heute bezahle, nicht erhöht 
würden. Sie erziele über ihren eigenen prozessualen Notbedarf hinaus einen 
monatlichen Überschuss von CHF 1'500.00. Darüber hinaus habe die Vorinstanz 
den Bedarf der beiden Töchter falsch berechnet. Die jüngere Tochter nehme das 
Mittagessen jeweils beim Vater ein, weshalb für sie lediglich ein Grundbetrag von 
CHF 400.00 einzusetzen sei. Nicht erklärbar sei zudem, weshalb auch ihr 
Arbeitswegkosten von monatlich CHF 92.00 angerechnet werden. Darüber hinaus 
seien die Kommunikationspauschalen von CHF 25.00 und die Steuern von CHF 
16.00 pro Kind sowie die Kosten der VVG-Prämien bei der ganzen Familie nicht zu 
berücksichtigen. Mit den vom Ehemann bereits jetzt bezahlten Unterhaltsbeiträgen 
von monatlich CHF 1'850.00 (inkl. Kinderzulagen) sei der Bedarf der beiden Töchter 
gedeckt. Es müsse auch berücksichtigt werden, dass die ältere Tochter ein 
monatliches Einkommen von CHF 750.00 erziele (act. A.1 Rz. II.B.4 f.).

4.1. Bei der Abklärung der Bedürftigkeit eines Gesuchstellers, der getrennt von 
seinem Ehegatten, aber zusammen mit unmündigen Kindern lebt, ist grundsätzlich 
eine Einzelbedarfsrechnung durchzuführen. Dies bedeutet, dass nur dessen eigene 
Auslagen und Einkommen (allenfalls inklusive Betreuungsunterhalt für die Kinder) 
zu berücksichtigen sind. Dieses Vorgehen setzt jedoch voraus, dass die (Bar-
)Unterhaltskosten der Kinder durch die geleisteten Unterhaltsbeiträge vollständig 
gedeckt werden, was hier im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung nicht der Fall war 
(vgl. act. B.2 E. 10 S. 7). In einem Mankofall trägt der Gesuchsteller die durch den 

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Unterhaltsbeitrag nicht gedeckten Auslagen für das Kind nämlich selbst, weshalb 
es sich rechtfertigt, den Unterhaltsbeitrag zum Einkommen des Gesuchstellers zu 
addieren und im Gegenzug im Rahmen einer Gesamtrechnung auch die höheren 
Kosten für das Kind zum erweiterten Existenzminimum zu zählen (vgl. zum Ganzen 
Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden ZK1 19 115 vom 20. November 2019 
E. 2.1 m.w.H.).

4.2. Dass die jüngere Tochter das Mittagessen beim Vater einnehme, wurde vor 
Vorinstanz nicht behauptet. Ebensowenig trug der Ehemann vor, dass die ältere 
Tochter ein Einkommen erziele, welches zu berücksichtigen sei. Dabei handelt es 
sich mithin um nicht zu berücksichtigende Noven. Dass die Vorinstanz die von der 
Ehefrau geltend gemachten und vom Ehemann unbestritten gebliebenen Kosten für 
die öffentlichen Verkehrsmittel (vgl. RG-act. I.1 Rz. 5; V.3) auch für die jüngere 
Tochter berücksichtigte, ist nicht zu beanstanden, zumal es sich dabei um Kosten 
handeln dürfte, die im Zusammenhang mit der Schulung der Tochter anfallen 
(vgl. S. 5 des Kreisschreibens vom 18. August 2009 der Aufsichtsbehörde über 
Schuldbetreibung und Konkurs betreffend Richtlinien für die Berechnung des 
betreibungsrechtlichen Existenzminimums (Notbedarf) nach Art. 93 SchKG 
[<https://www.justiz-gr.ch/fileadmin/dateien/Kantonsgericht/Kreisschreiben/ 
Kreisschreiben_2009-08-18.pdf>]). Auch die Steuern sind – entgegen den 
Ausführungen des Ehemannes – bei der Ermittlung des zivilprozessualen 
Notbedarfs grundsätzlich anrechenbar, sofern sie tatsächlich bezahlt werden (vgl. 
Urteil des Bundesgerichts 2C_275/2020 vom 8. Juli 2020 E. 6.1). Die Kosten für die 
VVG-Prämien sind vorliegend mindestens im Bedarf der Ehefrau aufgrund ihres 
Alters ausnahmsweise einzurechnen (vgl. Urteil des Kantonsgerichts von 
Graubünden ZK1 14 123 vom 18. Februar 2015 E. 4.d.b f.). Einzig Auslagen für 
Kommunikation und Versicherung sind entgegen der Annahme der Vorinstanz nicht 
gesondert zu berücksichtigen, sondern im Grundbetrag enthalten (vgl. EMMEL, 
a.a.O., Art. 117 N. 10). Weshalb die Vorinstanz bei der Ehefrau schliesslich statt 
des mit dem Lohnausweis 2022 (RG act. II.1) belegten Nettolohnes ein höheres 
Einkommen hätte berücksichtigen müssen, begründet der Ehemann in seiner 
Beschwerde mit keinem Wort (vgl. act. A.1 Rz. II.B.4). Dasselbe gilt in Bezug auf 
die von ihm beim Bedarf der Ehefrau berücksichtigte Prämienverbilligung, welche 
die Vorinstanz gestützt auf die im Scheidungsverfahren eingereichte definitive 
Verfügung der SVA Graubünden für das Jahr 2023 (RG act. II.32 [Proz.Nr. 115-
2023-9]) zu Recht ausser Acht gelassen hat. Unter entsprechenden Anpassungen 
der vorinstanzlichen Berechnung ergeben sich folgende Einkommens- und 
Bedarfszahlen (Änderungen im Vergleich zur vorinstanzlichen Berechnung sind 
dunkelgrau hinterlegt):

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 Ehefrau Tochter 1 Tochter 2
Grundbetrag          1'350.00             600.00             600.00 
Zuschlag 20 %             270.00             120.00             120.00 
Wohnen             860.00             425.00             425.00 
KVG             334.00             101.00             101.00 

abzgl. IPV
                 

0.00              -89.00              -89.00 
VVG               91.00   
Gesundheitskosten               83.00               18.00                 5.00 
Arbeitsweg                92.00               92.00 
Versicherung    
Kommunikation    
Steuern               60.00               16.00               16.00 
    
Bedarf pro Person          3'048.00          1'283.00          1'270.00 

Einkommen Ehefrau          3'988.00 
Unterhaltsbeiträge inkl. Kinderzulagen          1'850.00 
abzgl. Gesamtbedarf          -5'601.00 

Überschuss 237.00  

4.3. Es resultiert ein monatlicher Überschuss von CHF 237.00. Damit vermöchte 
die Ehefrau die Prozesskosten von geschätzt CHF 9'000.00 nicht innert zwei Jahren 
– geschweige denn innert kürzerer Zeit – zu decken. Selbst unter Berücksichtigung 
der Einwände des Ehemannes wäre damit von einer prozessualen Bedürftigkeit der 
Ehefrau auszugehen. Beizufügen bleibt, dass im Rahmen der eherechtlichen 
Beistands- und Unterhaltspflicht praxisgemäss auch das Verhältnis der 
Leistungsfähigkeit beider Ehegatten zu gewichten ist und dabei namentlich dem 
jeweiligen Vermögen besondere Bedeutung zukommt (vgl. PKG 2013 Nr. 6 E. 7).  
Die vorinstanzliche Beurteilung seiner eigenen Leistungsfähigkeit (act. B.2 E. 11) 
stellt der Ehemann nicht in Frage. In Anbetracht des von der Vorinstanz errechneten 
Einkommensüberschusses von monatlich rund CHF 2'000.00 (nach Bezahlung der 
Unterhaltsbeiträge, aber ohne Berücksichtigung von Steuern) sowie verfügbarer 
Bankguthaben von über CHF 40'000.00 erscheint der geringfügige Überschuss der 
Ehefrau vernachlässigbar und steht der Verpflichtung zur Leistung eines 
Prozesskostenvorschusses in beantragter Höhe nicht entgegen.

5. Der Ehemann führt weiter aus, ein allfälliger Prozesskostenvorschuss sei 
zurückzubezahlen. Diese Rückzahlung dürfte vorliegend uneinbringlich sein, zumal 
die Ehefrau keinen Anspruch aus Güterrecht habe und eine Verrechnung mit einer 
solchen Forderung oder allfälligen Unterhaltszahlungen für die Kinder 
ausgeschlossen sei (act. A.1 Rz. II.B.6). Auch dieses Argument überzeugt nicht. 
Zwar kann der Ehegatte, der den Vorschuss geleistet hat, diesen je nach Ausgang 

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des Verfahrens zurückfordern bzw. verlangen, dass das Geleistete an 
güterrechtliche und/oder zivilprozessuale Gegenforderungen des andern Teils 
angerechnet werde (vgl. BGE 146 III 203 E. 6.3). Was der Ehemann vorliegend 
hieraus zu seinen Gunsten abzuleiten versucht, ist jedoch nicht ersichtlich. Ob die 
Ehefrau dereinst in der Lage sein wird, den Prozesskostenvorschuss 
zurückzuzahlen, ist für die hier zu beurteilende Frage, ob ihr ein solcher Vorschuss 
zuzusprechen ist, nämlich nicht von Belang.

6. Eventualiter beantragt der Ehemann, der Prozesskostenvorschuss sei zu 
reduzieren. Es gehe im Scheidungsverfahren nur noch um die Obhutszuteilung und 
die Kinderunterhaltsbeiträge. Zur Behandlung dieser beiden Punkte brauche es 
niemals einen Aufwand in Höhe eines Honorars von CHF 9'000.00. Bereits ein 
Betrag von CHF 4'000.00 wäre übersetzt. Dass der von der Ehefrau geforderte 
Vorschuss von CHF 9'000.00 überhöht sei, machte der Ehemann vor Vorinstanz 
nicht geltend und ist auch nicht ersichtlich. So hat die Ehefrau aus diesem 
Vorschuss entgegen der Annahme des Ehemannes nicht nur die zu erwartenden 
Anwaltskosten, sondern auch den nach der Abweisung ihres Gesuches um 
unentgeltliche Rechtspflege zu leistenden Gerichtskostenvorschuss in Höhe der 
mutmasslichen Gerichtskosten zu bezahlen (aArt. 98 ZPO i.V.m. Art. 407f ZPO e 
contrario). In Anbetracht der Tatsache, dass für ein strittiges Scheidungsverfahren 
Gerichtskosten von mindestens CHF 3'000.00 erhoben werden konnten (vgl. Art. 3 
Abs. 1 VGZ [BR 320.210] in der bis zum 31. Dezember 2024 geltenden Fassung) 
und die Ehefrau bereits den bis zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung 
entstandenen Aufwand ihrer Rechtsvertreterin auf 15 Stunden zu CHF 280.00 pro 
Stunde beziffert hat (vgl. RG-act. I.1 Rz. 8), erscheinen CHF 9'000.00 jedenfalls 
nicht offensichtlich übersetzt.

7. Zusammenfassend ist auf die Beschwerde mangels hinreichender 
Begründung nicht einzutreten. Selbst wenn darauf einzutreten wäre, wäre sie als 
offensichtlich unbegründet abzuweisen. Mit diesem Entscheid in der Hauptsache ist 
das Begehren, der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen, 
gegenstandslos geworden.

8. Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden 
Partei auferlegt. Bei Nichteintreten und bei Klagerückzug gilt die klagende Partei, 
bei Anerkennung der Klage die beklagte Partei als unterliegend. Vorliegend hat 
somit der Ehemann die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'500.00 zu 
tragen. Eine Parteientschädigung an die Ehefrau entfällt, zumal dieser in diesem 
Verfahren keinerlei Aufwendungen entstanden sind.

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Es wird erkannt:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'500.00 werden 
A.________ auferlegt und mit dem von ihm geleisteten Kostenvorschuss von 
gleicher Höhe verrechnet.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]