# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bd68df31-a98d-5ae5-bf62-1054627537a5
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-02
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 02.04.2014 VG.2013.00131 (VG.2014.92)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2013-00131_2014-04-02.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 2. April 2014

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2013.00131

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführerin

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Kindes-
    und Erwachsenenschutzbehörde

    des Kantons Glarus

    	
    Beschwerdegegnerin

    

  

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Ernennung Beistand

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1 B.______, geboren am […], wurde von der Spitex am
  22. Juli 2013 notfallmässig in das Spital C.______ eingewiesen. Die
  Leiterin des Sozialdienstes im Spital stellte am 9. August 2013 bei der
  Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) des Kantons Glarus einen Antrag
  auf administrative Begleitung von B.______. Zur Begründung führte sie im
  Wesentlichen an, dass die Betroffene an einer zunehmenden Demenz leide und
  die Wahrscheinlichkeit bestehe, dass sie nach ihrer Verlegung definitiv im
  Alterszentrum D.______ bleiben müsse. Weiter wies sie auf den Konflikt
  zwischen den drei Kindern von B.______ hin und empfahl eine Drittperson als
  Beistand.

  
	
   

  
	
  1.2 Nach diversen Abklärungen und Gesprächen beschloss
  die KESB am 26. November 2013 für B.______ gestützt auf Art. 394 f.
  des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 (ZGB) eine
  Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensverwaltung zu errichten. Zum Beistand
  ernannte sie Rechtsanwalt E.______, mit dessen Wahl sich (zunächst) alle drei
  Kinder einverstanden erklärt hatten. Dem Beistand wurde unter anderem die
  Einkommens- und Vermögensverwaltung sowie die Vertretung der administrativen
  und persönlichen Interessen von B.______ aufgetragen. 

  
	
   

  
	
  2. Gegen den Beschluss der KESB erhob A.______ am
  17. Dezember 2013 beim Verwaltungsgericht Beschwerde. Sinngemäss
  beantragte sie die Aufhebung des Beschlusses, eventualiter sei sie als
  Beiständin einzusetzen. Am 3. Januar 2014 ersuchte sie um Gewährung der
  unentgeltlichen Prozessführung. Die KESB stellte E.______ am 6. Januar 2014
  den Amtsausweis aus. Am 24. Januar 2014 liess sie sich vernehmen und
  schloss auf Abweisung der Beschwerde. Am 11. Februar 2014 ersuchte
  A.______ sinngemäss um Einleitung von sichernden Massnahmen, weil der eingesetzte
  Beistand trotz hängigem Beschwerdeverfahren bereits Amtshandlungen vorgenommen
  habe. Sie reichte am 17. Februar 2014 eine Stellungnahme zur Beschwerdeantwort
  der KESB ein. Die KESB nahm am 24. Februar 2014 zu den beantragten
  sichernden Massnahmen Stellung. Auf eine Stellungnahme zur Eingabe vom 17.
  Februar 2014 verzichtete sie.

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  Gemäss Art. 450 Abs.
  1 ZGB i.V.m. Art. 67 des Gesetzes über die Einführung des Schweizerischen
  Zivilgesetzbuches im Kanton Glarus vom 7. Mai 1911 (EG ZGB) unterliegen
  Beschlüsse der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde unmittelbar der
  Beschwerde an das Verwaltungsgericht. Es ist somit zur Behandlung der vorliegenden
  Beschwerde zuständig. A.______ ist die Tochter der massnahmebetroffenen
  B.______. Als nahestehende Person im Sinne von Art. 450 Abs. 2 Ziff. 2
  ZGB ist sie zur Beschwerdeerhebung legitimiert. Dabei muss sie nicht zwingend
  die Interessen der betroffenen Person wahrnehmen (vgl. Daniel Steck, in
  Thomas Geiser/Ruth E. Reusser, Basler Kommentar zum Erwachsenenschutzrecht,
  2012, Art. 450 N. 35, mit Hinweis). Da auch die übrigen
  Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. Das
  Verwaltungsgericht prüft die Angelegenheit grundsätzlich vollumfänglich (Art.
  450a Abs. 1 ZGB). 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Gegenstand des
  vorliegenden Verfahrens ist, ob gegenüber B.______ eine Vertretungs- und
  Verwaltungsbeistandschaft anzuordnen und hierzu E.______ als Beistand
  einzusetzen ist.

  
	
   

  
	
  2.1 Die Erwachsenenschutzbehörde errichtet eine
  Beistandschaft, wenn eine volljährige Person wegen geistiger Behinderung,
  einer psychischen Störung oder eines ähnlichen in der Person liegenden
  Schwächezustandes ihre Angelegenheiten nur teilweise oder gar nicht besorgen
  kann (Art. 390 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Eine Vertretungsbeistandschaft wird
  errichtet, wenn die hilfsbedürftige Person bestimmte Angelegenheiten nicht
  erledigen kann und deshalb vertreten werden muss (Art. 394 Abs. 1 ZGB).
  Sodann kann die Erwachsenenschutzbehörde durch Errichtung einer Verwaltungsbeistandschaft
  das gesamte Einkommen und Vermögen, Teile davon oder einzelne Vermögenswerte
  unter die Verwaltung des Beistandes stellen (Art. 395 Abs. 1 ZGB). 

  
	
   

  
	
  2.2 Die Massnahme ist anzuordnen, wenn die Unterstützung
  der hilfsbedürftigen Person durch die Familie, andere nahestehende Personen
  oder private oder öffentliche Dienste nicht ausreicht oder von vornherein als
  ungenügend erscheint (Art. 389 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Zudem darf die
  hilfsbedürftige Person bei Urteilsunfähigkeit keine hinreichende eigene
  Vorsorge getroffen haben und die übrigen, von Gesetzes wegen eintretenden
  Massnahmen dürfen nicht genügen (Art. 389 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB). Die
  angeordnete behördliche Massnahme muss erforderlich und geeignet sein
  (Art. 389 Abs. 2 ZGB). Die Erwachsenenschutzbehörde hat dabei nicht
  gesetzlich fest umschriebene, starre Massnahmen, sondern Massnahmen zu
  treffen, die den Bedürfnissen der betroffenen Person entsprechen (vgl. Art.
  391 Abs. 1 ZGB). Es gilt der Grundsatz "Soviel staatliche Fürsorge
  wie nötig, so wenig staatlicher Eingriff wie möglich" (BGer-Urteil
  5A_702/2013 vom 10. Dezember 2013 E. 4.3.1).

  
	
   

  
	
  2.3 Solange die Beschwerdegegnerin sachlich vertretbare
  Gründe darlegen kann, hat sich das Gericht bei der Überprüfung einer
  Massnahme aufgrund der grösseren Sachnähe der Beschwerdegegnerin und ihrer
  Zusammensetzung als interdisziplinäre Fachbehörde in Zurückhaltung zu üben.
  Hat die Beschwerdegegnerin die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte
  geprüft und die erforderlichen Abklärungen getroffen, steht ihr ein
  Entscheidungsspielraum zu, in den das Gericht nicht ohne Not eingreift (vgl.
  dazu Steck, Art. 450a N. 17 f.; BGer-Urteil 5A_667/2013 vom 12. November
  2013 E. 6.2).

  
	
   

  
	
  3. 

  
	
  Die Beschwerdegegnerin
  begründete die Errichtung einer Vertretungs- und Vermögensverwaltungsbeistandschaft
  damit, dass B.______ aufgrund einer demenziellen Entwicklung in ihrer
  Urteilsfähigkeit wechselhaft sei und ihre administrativen und finanziellen
  Angelegenheiten nicht mehr selber besorgen könne. B.______ sei zunehmend von
  der Tochter A.______ unterstützt worden. Wegen unüberbrückbaren Konflikten
  und Interessenskollisionen zwischen den drei Geschwistern sei davon abgesehen
  worden, A.______ als Beiständin einzusetzen. Die anderen beiden Kinder hätten
  E.______ als Beistand vorgeschlagen. Damit habe sich A.______ einverstanden erklärt.
  E.______ sei bereit, das Mandat zu übernehmen. B.______ habe sich zur Errichtung
  einer Beistandschaft gesundheitshalber nicht äussern können, sich jedoch
  bereit erklärt, mit E.______ zusammenzuarbeiten.

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Vorliegend ist unbestritten, dass B.______ aufgrund
  ihrer zunehmenden Altersdemenz an einem Schwächezustand leidet, der die
  Errichtung einer Beistandschaft zur Vertretung in administrativen und finanziellen
  Angelegenheiten notwendig macht (vgl. dazu Helmut Henkel, in Geiser/Reusser,
  Basler Kommentar zum Erwachsenenschutzrecht, 2012, Art. 390 N. 10 ff.). Dies
  wird durch Dr. med. F.______, FMH Allgemeine Innere Medizin, bestätigt. In
  seinem Bericht vom 11. September 2013 führt er aus, in der
  Demenz-Abklärung im Spital C.______ habe sich eine (beginnende) Demenz
  gezeigt. Sofortmassnahmen seien keine erforderlich, weil die Beschwerdeführerin
  im Alterszentrum D.______ wohne. Hingegen sei die Errichtung einer Beistandschaft
  im Sinne einer unterstützenden Massnahme für administrative Angelegenheiten
  sicher sinnvoll.

  
	
   

  
	
  4.2 Auch wenn B.______ ihre Angelegenheiten nicht mehr
  selbst hinreichend besorgen kann, sind die Voraussetzungen für die Errichtung
  einer Beistandschaft nur dann erfüllt, wenn die Unterstützung durch
  Angehörige (aktuell) nicht sichergestellt ist (Henkel, Art. 389 N. 6;
  Christoph Häfeli, in Andrea Büchler et al., Erwachsenenschutz, Bern 2013,
  Art. 389 N. 10). Nicht angezeigt ist eine Massnahme auch dann, wenn jemand
  rechtzeitig, d.h. solange eine noch uneingeschränkte Handlungsfähigkeit
  besteht, einer vertrauenswürdigen Person für wichtige Bereiche Vollmachten
  und Aufträge erteilt, die bei Eintritt der Urteilsunfähigkeit nicht
  erlöschen. Diese Ermächtigungen und Aufträge behalten ihre Gültigkeit, selbst
  wenn die Vollmacht bzw. Auftrag erteilende Person die Handlung der
  Bevollmächtigten nicht mehr überwachen kann (vgl. dazu Henkel, Art. 389
  N. 8). Zu prüfen ist also die Subsidiarität und mithin die
  Verhältnismässigkeit der Beistandschaftsanordnung für B.______. 

  
	
   

  
	
  4.3 Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie besorge für
  B.______ seit Juli 2012 die Zahlung der Rechnungen und verfüge hierzu über
  eine Vollmacht ihrer Mutter bei der Bank G.______. Zudem sei sie überall als
  Ansprechpartnerin gelistet und erledige die Angelegenheiten mit der
  Krankenkasse. Diese Angaben wurden durch die Schwester am 4. September
  2013 bestätigt. B.______ führte im Erstgespräch vom 30. August 2013 aus,
  dass der Sohn oder die Tochter den Briefkasten leerten. Die Rechnungen würden
  ihr dann gebracht und sie entscheide, was bezahlt werde. Die Beschwerdeführerin
  mache die Zahlungen. Sie habe ihr hierzu eine Vollmacht ausgestellt. Die
  Bankangestellten wüssten, wer Geld bekomme. Sie würden die Beschwerdeführerin
  kennen und ihr Geld für die Zahlungen geben. In finanziellen und
  administrativen Angelegenheiten kenne sie sich aus und wolle keine
  Unterstützung. Sie vertraue ihren Kindern. Anlässlich ihrer Anhörung am 18. September
  2013 gab B.______ erneut an, dass die Beschwerdeführerin für sie Botengänge
  erledige und Rechnungen bezahle. Sie wolle aber nicht, dass die
  Beschwerdeführerin die gesamte Vermögensverwaltung übernehme.

  
	
   

  
	
  4.4 B.______ hat somit in Bezug auf die Vertretung in
  administrativen Angelegenheiten, zumindest was die Bezahlung der laufenden
  Rechnungen angeht, vorgesorgt. Sie hat damit hauptsächlich die
  Beschwerdeführerin beauftragt. In der Bankvollmacht vom 12. Juli 2012 hat
  B.______ denn auch unterschriftlich anerkannt, dass die Vollmacht auch im
  Falle ihrer Handlungsunfähigkeit unverändert weiter bestehen soll. Es
  verstösst daher gegen das Prinzip der Subsidiarität, wenn die Vertretung in
  alltäglichen administrativen Angelegenheiten (insbesondere im Verkehr mit
  Behörden, Ämtern, Post, Banken, Versicherungen und Sozialversicherungen,
  Institutionen und Privatpersonen) einem Beistand übertragen wird. Diese Aufgabe
  kann ohne Weiteres durch die Beschwerdeführerin und die beiden anderen Kinder
  wahrgenommen werden. Die Zahlung der laufenden und gewöhnlichen Rechnungen
  fällt dabei aufgrund der Bankvollmacht der Beschwerdeführerin zu. Der
  familiären Unterstützung nicht hinderlich ist, dass die Geschwister untereinander
  teilweise zerstritten sind. Die Meinungsverschiedenheiten und unterschiedlichen
  Interessenlagen beziehen sich hauptsächlich auf die eigentliche Verwaltung
  des Vermögens von B.______. Die Beschwerdegegnerin begründet nicht, weshalb
  es für die Bezahlung der laufenden Rechnungen, Botengänge und den Verkehr mit
  Behörden und Versicherungen einer behördlichen Massnahme bedarf. 

  
	
   

  
	
  Aus den Akten geht zwar
  hervor, dass die Beschwerdeführerin vor rund 23 Jahren Gelder einer
  Drittperson unterschlug (vgl. E-Mail der Beschwerdeführerin vom
  4. Oktober 2013). Es ist deshalb fraglich, ob sich die
  Beschwerdeführerin für die ihr übertragenen Aufgaben eignet bzw. ob B.______
  in Bezug auf die Zahlung der laufenden Verbindlichkeiten ausreichend
  vorgesorgt hat. Die Integrität und Fachkompetenz der Beschwerdeführerin für
  diese Aufgabe werden jedoch von keiner Seite angezweifelt. Überdies war
  B.______ bei Erteilung der Vollmacht im Juli 2012 über die Vorkommnisse im
  Bilde und vertraute der Beschwerdeführerin diese Aufgaben dennoch an.
  Hinweise darauf, dass B.______ bei der Vollmachterteilung nicht urteilsfähig
  gewesen ist, können weder den Akten entnommen noch werden solche vorgebracht.
  Vielmehr lässt die Feststellung einer erst beginnenden Demenz im Juli/August
  2013 auf eine vorhandene Urteilsfähigkeit bei Ausstellung der Vollmacht noch
  im Juli 2012 schliessen. Aufgrund dieser hinreichenden Eigenvorsorge ist die
  Zahlung der laufenden, alltäglichen Verbindlichkeiten aus dem Aufgabenkatalog
  des Beistands zu streichen und damit weiterhin der Beschwerdeführerin zu überlassen.

  
	
   

  
	
  4.5 Darüber hinaus ist nicht ersichtlich, weshalb
  E.______ als Ansprechperson der betreuenden Institution vorgesehen wurde. Zu
  Recht macht die Beschwerdeführerin geltend, dass dies bis anhin von ihr und
  den beiden anderen Geschwistern tadellos wahrgenommen wurde. Als Familienmitglieder
  eignen sie sich hierzu denn auch besser. Interessenskonflikte sind
  diesbezüglich keine zu erwarten, zumal B.______ bis auf Weiteres im
  Alterszentrum D.______ untergebracht ist. Der Aufgabenkatalog des Beistands
  ist entsprechend anzupassen.

  
	
   

  
	
  4.6 Hingegen wollte die Betroffene die Verwaltung ihres
  Einkommens und Vermögens weder der Beschwerdeführerin noch ihren anderen
  beiden Kindern anvertrauen. Vielmehr wollte sie diese Aufgabe noch selber
  erledigen, wozu sie jedoch aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der
  Lage ist. Unter den Geschwistern bestehen Uneinigkeiten und sich
  widersprechende Interessenlagen, was die Verwaltung des Einkommens und des
  Vermögens von B.______ betrifft. Deshalb vermag die Familie diesbezüglich
  keine Hilfestellung zu leisten.

  
	
   

  
	
  4.7 Nach dem Gesagten ist dem Subsidiaritätsprinzip
  Rechnung zu tragen. Die Errichtung einer Beistandschaft für administrative
  Angelegenheiten im Sinne der Bezahlung der laufenden Verbindlichkeiten und
  Botengänge sowie für den Verkehr mit Behörden und Versicherungen ist aufgrund
  der ausreichenden Eigenvorsorge durch B.______ nicht notwendig. Ebenso ist
  vom Auftrag an den Beistand, als Ansprechperson der betreuenden Institution
  zur Verfügung zu stehen, abzusehen. Die behördliche Massnahme geht in dieser
  Hinsicht über die Bedürfnisse von B.______ hinaus. Eine Beistandschaft
  hinsichtlich der übrigen Aufgabengebiete, nämlich der Einkommens- und
  Vermögensverwaltung, der Verwaltung der Wertschriften, der Verwaltung der
  beiden Liegenschaften sowie die Vertretung der persönlichen Interessen
  erscheint hingegen als angezeigt.

  
	
   

  
	
  Die dargestellte
  Vertretung in administrativen Angelegenheiten einerseits und die Einkommens-
  und Vermögensverwaltung andererseits sind Aufgabengebiete, die vom Beistand
  und der Beschwerdeführerin respektive den anderen beiden Kindern durchaus
  getrennt wahrgenommen werden können.

  
	
   

  
	
  4.8 Die Beschwerde ist daher teilweise gutzuheissen.
  Der Aufgabenkatalog des Beistandes in Dispositiv-Ziffer 3 ist wie folgt
  abzuändern: Einkommens- und Vermögensverwaltung, mit Ausnahme der Zahlung von
  laufenden, alltäglichen Verbindlichkeiten (Rechnung Heimkosten, Krankenkasse
  etc.); Verwaltung der Wertschriften; Verwaltung der beiden Liegenschaften;
  Vertretung der persönlichen Interessen von B.______ (in Absprache mit
  Rechtsanwalt H.______). 

  
	
   

  
	
  4.9 Aufgrund des geschmälerten Aufgabenkatalogs ist die
  dem Beistand für das Mandat zustehende Jahrespauschale unter Umständen anzupassen.
  Dispositiv-Ziffer 5 ist aufzuheben und die Sache zur Prüfung der Entschädigungshöhe
  an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Die Beschwerdeführerin stellt sich gegen die
  Einsetzung von E.______ als Beistand. Sie macht geltend, mit seiner
  Einsetzung habe sie sich nur zum Schein einverstanden erklärt, um eine anfechtbare
  Verfügung zu erhalten. Sie beantragt, dass ihr die Verwaltung des gesamten
  Einkommens und Vermögens von B.______ zu übertragen sei (vgl. auch das
  Schreiben vom 10. September 2013).

  
	
   

  
	
  5.2 Mit der Revision des Erwachsenenschutzrechts wurde
  auf die Eignungsvermutung für nahe Verwandte verzichtet. Angehörige haben
  somit kein Vorzugsrecht (mehr), als Beistand eingesetzt zu werden (vgl. Ruth
  E. Reusser, in Geiser/Reusser, Basler Kommentar zum Erwachsenenschutzrecht,
  2012, Art. 401 N. 1 f.). Entsprechend dem Grundgedanken des neuen
  Rechts, die Selbstbestimmung zu fördern, hat die Erwachsenenschutzbehörde
  grundsätzlich diejenige Person als Beistand einzusetzen, die von der
  betroffenen Person vorgeschlagen wurde (Art. 401 Abs. 1 ZGB). Lehnt die
  Betroffene eine bestimmte Person als Beiständin ab, so entspricht die Erwachsenenschutzbehörde,
  soweit tunlich, diesem Wunsch (Art.  401 Abs. 3 ZGB). Macht die
  betroffene Person – wie vorliegend zutreffend – keine Vorschläge, sind die
  Wünsche der Angehörigen zu berücksichtigen, wenn nicht wichtige Gründe
  dagegen sprechen (Art. 401 Abs. 2 ZGB; vgl. Häfeli, Art. 401 N.  2;
  Reusser, Art. 401 N. 20).

  
	
   

  
	
  5.3 Von der Einsetzung der Beschwerdeführerin als
  Beiständin für die Zwecke der Einkommens- und Vermögensverwaltung ist bereits
  deshalb abzusehen, weil dies von B.______ explizit abgelehnt wurde. Mit der
  Beschwerdegegnerin ist sodann einig zu gehen, dass der zwischen den Kindern
  von B.______ bestehende Interessenskonflikt gegen die Einsetzung eines der
  Geschwister als Beistand spricht. Sie sind sich insbesondere über die
  allfällige künftige Aufteilung der verbleibenden finanziellen Ressourcen von
  B.______ nicht einig. Dementsprechend haben sich die Schwester und der Bruder
  gegen die Ernennung der Beschwerdeführerin als Beiständin ausgesprochen.
  Schliesslich würde bei der Wahl der Beschwerdeführerin als Beiständin die
  Vertrauensgrundlage zwischen den Geschwistern fehlen und die erforderliche Kommunikation
  wäre nicht gewährleistet. Bei dieser Ausgangslage macht es deshalb durchaus Sinn,
  im Rahmen der Beistandschaft eine Drittperson zur Verwaltung des Einkommens
  und des Vermögens zu beauftragen.

  
	
   

  
	
  5.4 Der Antrag, die Beschwerdeführerin als Beiständin
  einzusetzen, ist somit abzuweisen. Gründe, die gegen die Ernennung von
  E.______ als Beistand sprechen, sind keine ersichtlich. Er verfügt
  zweifelsohne über ausreichend Kenntnisse und Erfahrung, um das Einkommen und
  das Vermögen von B.______ angemessen und rechtskonform zu verwalten. Das
  Vermögensverwaltungsmandat von E.______ bringt mit sich, dass er
  kontrollieren muss, ob die Beschwerdeführerin das Bankguthaben von B.______
  nur für die Zwecke der Bezahlung der laufenden Verbindlichkeiten verwendet.
  Bei Bedarf kann E.______ die für die Begleichung der laufenden Rechnungen zur
  Verfügung stehenden Mittel auf dem Konto beschränken oder die bisher
  umfassende Bankvollmacht der Beschwerdeführerin anpassen bzw. durch die
  Beschwerdegegnerin anpassen lassen. 

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  Demzufolge ist die
  Beschwerde im Übrigen abzuweisen. Soweit der (sinngemässe) beschwerdeführerische
  Antrag auf Erlass von sichernden Massnahmen vom 11. Februar 2014 über
  die bereits geltende aufschiebende Wirkung der Beschwerde
  (vgl. Art. 450c ZGB) hinausgeht, ist er mit der zeitigen Ausfällung
  des Endentscheids ohnehin gegenstandslos geworden. Soweit die
  Beschwerdeführerin den Ausschluss von Rechtsanwalt H.______ aus dem laufenden
  Verfahren beantragt, ist sie darauf hinzuweisen, dass H.______ in keinem
  Zeitpunkt am vorliegenden Verfahren beteiligt war. 

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  1.

  
	
  1.1 Die Beschwerdeführerin beantragt die unentgeltliche
  Prozessführung. Nach Art. 139 Abs. 1 des Gesetzes über die
  Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 (VRG) befreit die Behörde eine
  Partei, der die Mittel fehlen, um neben dem Lebensunterhalt für sich und ihre
  Familie die Verfahrenskosten aufzubringen, auf Gesuch hin ganz oder teilweise
  von der Kosten- und Vorschusspflicht, sofern das Verfahren nicht aussichtslos
  ist. Der Nachweis der Bedürftigkeit obliegt nach Art. 139 Abs. 3 VRG der
  gesuchstellenden Partei.

  
	
   

  
	
  1.2 Die Beschwerdeführerin
  ist Bezügerin von Ergänzungsleistungen. Der monatliche Ausgabenüberschuss
  beläuft sich auf Fr. 1'064.-. Die Unterstützungsbeiträge seitens der
  Mutter von Fr. 650.- pro Monat sind darin offenbar nicht enthalten. Dennoch
  ist die Beschwerdeführerin nicht in der Lage, die Verfahrenskosten innert angemessener
  Frist aufzubringen, ohne dabei auf die Mittel für ihren Lebensunterhalt
  zurückgreifen zu müssen. Das vorliegende Verfahren kann nicht als
  aussichtslos bezeichnet werden. Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung
  ist daher gutzuheissen. 

  
	
   

  
	
  2. 

  
	
  Nach Art. 134 Abs. 1 lit.
  c VRG hat die Partei, welche im Beschwerdeverfahren unterliegt, die amtlichen
  Kosten zu tragen. Unterliegt sie nur teilweise, werden die amtlichen Kosten
  angemessen herabgesetzt (Art. 136 Abs. 2 VRG). Entsprechend dem Ausgang des
  Verfahrens ist der Beschwerdeführerin eine reduzierte, pauschale Gerichtsgebühr
  von Fr. 1'000.- aufzuerlegen, auf deren Erhebung zufolge Gewährung der
  unentgeltlichen Prozessführung einstweilen zu verzichten ist. Die Beschwerdeführerin
  ist darauf hinzuweisen, dass eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege
  bewilligt worden ist, für den Fall, dass sie später in günstige wirtschaftliche
  Verhältnisse gelangt, zur Nachzahlung der Verfahrenskosten verpflichtet
  werden kann (Art. 139a VRG). Die Beschwerdegegnerin
  ist nicht kostenpflichtig (Art. 135 Abs. 1 VRG).

  
	
  Demgemäss beschliesst die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der
    unentgeltlichen Prozessführung wird gutgeheissen.

    
	
    2.

    	
    Die
    Nachzahlungspflicht gemäss Art. 139a VRG bleibt vorbehalten.

    
	
    3.

    	
    Die Gerichtskasse wird beauftragt,
    spätestens im April 2019 zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die
    Nachzahlung erfüllt sind.

    

  und erkennt:

  
	
  	
    1.

    	
    Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen.
    Dispositiv-Ziffer 3 des Beschlusses vom 26. November 2013 wird
    abgeändert und der Aufgabenkatalog des Beistands wie folgt angepasst:
    Einkommens- und Vermögensverwaltung, mit Ausnahme der Zahlung von
    laufenden, alltäglichen Verbindlichkeiten (Rechnung Heimkosten,
    Krankenkasse etc.); Verwaltung der Wertschriften; Verwaltung der beiden
    Liegenschaften; Vertretung der persönlichen Interessen von B.______ (in
    Absprache mit Rechtsanwalt H.______). Dispositiv-Ziffer 5 wird aufgehoben
    und die Sache zur Neufestsetzung der Beistandsentschädigung an die
    Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 

    
	
    2.

    	
    Der Beschwerdeführerin wird eine reduzierte
    pauschale Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.- auferlegt, auf deren Erhebung
    infolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen verzichtet
    wird.

    
	
    3.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]