# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4dfcd6e4-3959-5e39-a8f9-49a9e4794c88
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-08-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 24.08.2011 AVI 2010/75
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_AVI-2010-75_2011-08-24.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: AVI 2010/75

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: AVI - Arbeitslosenversicherung

Publikationsdatum: 30.08.2019

Entscheiddatum: 24.08.2011

Entscheid Versicherungsgericht, 24.08.2011
Art. 53 Abs. 2 ATSG, Art. 59 AVIG. Prüfung des Gesuchs einer 
Industriekauffrau um Bewilligung eines Pflegehelferkurses SRK+. Kein 
Zurückkommen auf eine ursprünglich nicht zweifellos unrichtige, die 
Kostenübernahme für den Pflegehelferkurs SRK+ verweigernde Verfügung. 
Auch keine Sachverhaltsänderung anzunehmen, wenn der Kurs trotz 
Ablehnung absolviert und im Gefolge eines Einsatzprogramms die 
Arbeitslosigkeit beendet wird (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 24. August 2011, AVI 2010/75). Präsidentin Lisbeth 
Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer und Marie-Theres 
Rüegg Haltinner, Gerichtsschreiberin Anita Raimann Entscheid vom 24. 
August 2011 in Sachen A.___, Beschwerdeführerin, gegen RAV Oberuzwil, 
Wiesentalstrasse 22, Postfach, 9242 Oberuzwil, Beschwerdegegner, 
vertreten durch Amt für Arbeit, Unterstrasse 22, 9001 St. Gallen, betreffend 
Kursbesuch (Pflegehelferkurs SRK) Sachverhalt:

A.

A.a A.___ war vom 1. März 2007 bis 30. September 2009 bei B.___ in der 

Administration als Buchhalterin/Sekretärin angestellt (act. G 6.1/B 7). Die Arbeitgeberin 

kündigte das Arbeitsverhältnis aus wirtschaftlichen Gründen (act. G 6.1/B 8). Mit Antrag 

vom 22. September 2009 beanspruchte die Versicherte Arbeitslosenentschädigung ab 

1. Oktober 2009 (act. G 6.1/B 15). Die Versicherte gab an, eine Stelle als Kauffrau oder 

Pflegehelferin/ Betreuerin zu suchen (act. G 6.1/B 4).

A.b Im Beratungsgespräch vom 13. Oktober 2009 erklärte die Versicherte, sich 

beruflich verändern zu wollen in Richtung Betreuung/Pflege. Sie habe aus eigener 

Initiative sich für einen Pflegehelferkurs SRK+ ab 7. Januar 2010 angemeldet. Sie 

reiche das Kursgesuch ein, werde den Kurs aber in jedem Fall absolvieren. Sie habe 

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bereits geschnuppert und hätte beinahe eine Stelle erhalten (act. G 6.1/A 13 und 42). 

Mit Verfügung vom 5. November 2009 lehnte das RAV das Kursgesuch ab mit der 

Begründung, die Versicherte weise keinerlei Berufserfahrung im Pflegebereich auf. 

Dieser Kursbesuch sei bloss ein theoretisch möglicher, im konkreten Fall aber eher 

unwahrscheinlicher Vorteil hinsichtlich der erheblichen Verbesserung ihrer 

Vermittlungsfähigkeit. Bei diesem Kurs handle es sich um eine Grundausbildung, 

welche nicht zwingend arbeitsmarktlich indiziert sei (act. G 6.1/B 20).

A.c Am 4. Januar 2010 wurde die Versicherte angewiesen, vom 4. Januar 2010 bis 

30. Juni 2010 an einem Einsatzprogramm im Alterszentrum C.___ teilzunehmen (act. G 

6.1/B 31). Am 6. April 2010 schlossen die Versicherte und das Alterszentrum C.___ 

einen Arbeitsvertrag mit Arbeitsbeginn am 1. Juli 2010 ab; die Versicherte werde als 

"Pflegehelferin SRK+" für eine Wohngruppe angestellt (act. G 6.1/B 52).

A.d Am 26. April 2010 stellte die Versicherte dem RAV erneut das Gesuch um 

Kostenübernahme für den individuellen Kursbesuch "Pflegehelferkurs SRK+" für die 

Zeit vom 7. Januar bis 27. Mai 2010. Sie führte aus, dass sie trotz intensiven 

Arbeitsbemühungen im kaufmännischen Bereich keine Arbeit habe finden können. Sie 

sei sich bewusst geworden, dass sie Chancen auf eine Anstellung im Pflege- und 

Betreuungsbereich haben könnte. Da der Kurs Voraussetzung für eine Anstellung als 

Pflegehelferin sei, habe sie diesen besucht. Sie habe Wartezeiten verkürzen und die 

Vermittlungsfähigkeit erhöhen wollen. Im Einsatzprogramm könne sie ihre Fähigkeiten 

und Kenntnisse im Pflegebereich anwenden und erweitern. Sie habe wegen des 

Besuchs des Pflegehelferkurses SRK+, der sehr guten Arbeitsleistungen im 

Einsatzprogramm und ihrer erworbenen Fähigkeiten im Pflegebereich einen 

Anstellungsvertrag als "Pflegehelferin SRK+" ab 1. Juli 2010 erhalten. Dieser Kurs sei 

Voraussetzung und Bedingung für die Anstellung gewesen (act. G 6.1/A 42).

A.e Mit Verfügung vom 12. Mai 2010 wies das RAV das Kursgesuch erneut ab. Nach 

einer kantonalen Weisung könne ein Pflegehelferkurs SRK+ nur bewilligt werden, wenn 

die gesuchstellende Person genügend Erfahrung im Pflegebereich nachweisen könne. 

Da der Versicherten diese Erfahrung fehle, sei schon ihr diesbezügliches Gesuch vom 

13. Oktober 2009 abgelehnt worden. Trotz dieser Ablehnung habe sie sich 

entschlossen, am Kurs vom 7. Januar bis 27. Mai 2010 teilzunehmen. Da es sich beim 

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aktuellen Gesuch um eine Massnahme handle, die in der Vergangenheit liege und die 

aus den vorgängig erwähnten Gründen bereits am 5. November 2009 habe abgelehnt 

werden müssen, müsse auch ihr erneutes Gesuch abgewiesen werden. Sie habe im 

Übrigen von der dreissigtägigen Einsprachefrist, auf welche sie in der Verfügung 

aufmerksam gemacht worden sei, keinen Gebrauch gemacht (act. G 6.1/A41).

A.f Am 11. Juni 2010 erhob die Versicherte Einsprache gegen diese Verfügung. Sie 

beantragte sinngemäss die Aufhebung der Verfügung und Übernahme der Kurskosten 

durch die Arbeitslosenversicherung. In der Sache führte sie aus, beim Pflegehelferkurs 

SRK+ handle es sich weder um eine Grundausbildung noch um eine allgemeine 

Förderung der beruflichen Weiterbildung. Es handle sich um eine 

Eingliederungsmassnahme. Sie verwies auf eine Motion Nationalrat (09.4076n), 

Weiterbildungs- und Ausbildungsoffensive im Pflegebereich zur Integration arbeitsloser 

Personen und die Antwort des Bundesrates vom 3. Februar 2010. Gemäss Bundesrat 

könne der Besuch des Pflegehelferkurses SRK+ durch die Arbeitslosenversicherung 

unterstützt werden. Die Versicherte führte an, sie habe diese Massnahme ergriffen, 

damit sie ihre Arbeitslosigkeit baldmöglichst habe beenden können. Die Anstellung im 

Alterszentrum hätte sie ohne Absolvierung dieses Kurses nicht erhalten. Die 

Arbeitsmarktchancen seien im kaufmännischen Bereich im Allgemeinen und vor allem 

im Hinblick auf ihr Alter schlecht. Wäre sie nicht auf den sozialen Bereich umgestiegen, 

hätte sie weiterhin Arbeitslosentaggeld bezogen. Das wäre im Grunde lukrativer 

gewesen für sie. Gegen die Verfügung betreffend individueller Kursbesuch vom 

5. November 2009 habe sie deshalb keine Einsprache erhoben, weil sie zum damaligen 

Zeitpunkt noch nicht habe nachweisen können, dass sie aufgrund des 

Pflegehelferkurses SRK+ einen Anstellungsvertrag erhalten werde (act. G 5).

A.g Mit Einspracheentscheid vom 15. Juni 2010 wies die Arbeitslosenkasse die 

Einsprache ab. Sie begründete ihren Entscheid damit, aus der Zweckgebundenheit der 

Mittel der Arbeitslosenversicherung ergebe sich, dass Versicherungsleistungen auf jene 

Fälle zu beschränken seien, in denen sich ein Kursbesuch aus arbeitsmarktlichen 

Gründen aufdränge. Die Grundausbildung und die allgemeine Förderung der 

beruflichen Weiterbildung seien nicht Sache der Arbeitslosenversicherung. Die 

Versicherte sei gelernte Industriekauffrau und sei in den letzten elf Jahren überwiegend 

in ihrem erlernten Beruf tätig gewesen. Der Kurs habe im Januar 2010 stattgefunden. 

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Die Kurskosten könnten nicht rückwirkend übernommen werden. Das Gesuch vom 

13. Oktober 2009 sei deshalb abgelehnt worden, weil sie damals keine Erfahrung im 

Pflegebereich habe nachweisen können (act. G 3).

B.

B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde der Versicherten 

vom 13. Juli 2010. Sie beantragt sinngemäss die Aufhebung des Einspracheentscheids 

vom 15. Juni 2010 und die Übernahme der Kurskosten durch die 

Arbeitslosenversicherung. In der Sache macht sie geltend, sie habe nur deshalb einen 

Anstellungsvertrag erhalten, weil sie den Pflegehelferkurs SRK+ absolviert habe. Dies 

sei Voraussetzung gewesen für die Anstellung. Die Bezeichnung der Tätigkeit im 

Arbeitsvertrag mache dies auch deutlich (act. G 1).

B.b Der Beschwerdegegner beantragt am 30. August 2010 die Abweisung der 

Beschwerde. Es liege kein Wiedererwägungsgrund vor, um auf die rechtskräftige 

Abweisungsverfügung vom 5. November 2009 zurückkommen zu können. Vielmehr sei 

das Gesuch um Übernahme der Kurskosten zur Pflegehelferin SRK+ schon einmal zu 

Recht abgewiesen worden. Aufgrund des beruflichen Hintergrundes der 

Beschwerdeführerin sei der anbegehrte Kursbesuch nicht arbeitsmarktlich indiziert 

gewesen. Ihr Bildungsstand sei sogar ausserordentlich hoch, weshalb eine berufliche 

Qualifizierung seitens der Arbeitslosenversicherung unnötig gewesen sei. Ihr Wunsch 

nach einer beruflichen Veränderung sei nachvollziehbar. Glücklicherweise habe sie 

dank des Kurses den Berufswechsel relativ rasch vollziehen können. Daraus könne 

aber nicht abgeleitet werden, dass allgemein eine berufliche Integration nur über diese 

Ausbildung möglich gewesen wäre. Vielmehr werde belegt, dass ein Wechsel des 

Arbeitsfeldes nur dank dieser Grundausbildung habe erfolgen können (act. G 6).

Erwägungen:

1. 

1.1 Gemäss einem allgemeinen Grundsatz des Sozialversicherungsrechts kann die 

Verwaltung auf formell rechtskräftige Verfügungen oder Einspracheentscheide, die 

nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet haben, zurückkommen, 

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wenn sie zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher 

Bedeutung ist (Art. 53 Abs. 2 ATSG; BGE 133 V 50 E. 4.1 S. 52).

1.2 Der Beschwerdegegner lehnte ein Gesuch um Übernahme der Kosten für einen 

Pflegehelferkurs SRK+ mit Verfügung vom 5. November 2009 ab mit der Begründung, 

die Beschwerdeführerin weise keinerlei Berufserfahrung im Pflegebereich auf. Diese 

Verfügung blieb unangefochten und erwuchs deshalb mit Ablauf der Einsprachefrist 

von 30 Tagen in formelle Rechtskraft. Am 26. April 2010 stellte die Beschwerdeführerin 

erneut ein Gesuch um Kostenübernahme für denselben Kurs. Damit stellt sich in 

prozessualer Hinsicht zunächst die Frage nach der Rechtsbeständigkeit der Verfügung 

vom 5. November 2009.

1.3 Der Beschwerdegegner äusserte sich in der Verfügung vom 12. Mai 2010 nicht 

ausdrücklich zur Frage, ob das erneute Gesuch als ein Gesuch um Wiedererwägung 

der rechtskräftigen Verfügung vom 5. November 2010 zu behandeln sei. Inhaltlich 

führte er in der Verfügung vom 12. Mai 2010 aus, der Pflegehelferkurs SRK+ könne 

nicht bewilligt werden, da die Beschwerdeführerin nicht genügend Erfahrung im 

Pflegebereich nachweisen könne. Deshalb sei schon ihr erstes Gesuch vom 

13. Oktober 2009 abgelehnt worden. Trotz dieser Ablehnung habe sie sich 

entschlossen, am Kurs vom 7. Januar bis 27. Mai 2010 teilzunehmen. Da es sich beim 

aktuellen Gesuch um eine Massnahme handle, die in der Vergangenheit liege und 

bereits am 5. November 2009 habe abgelehnt werden müssen, müsse auch ihr 

erneutes Gesuch abgewiesen werden (act. G 6.1/A 41). Der Beschwerdegegner kam 

also zum Schluss, dass die Sachverhaltsermittlung und die Rechtsanwendung in der 

Verfügung vom 5. November 2009 korrekt waren. In diesem Sinne stellte er auch fest, 

dass diese Verfügung nicht zweifellos unrichtig gewesen war. Soweit der 

Beschwerdegegner das neue Gesuch als formelles Wiedererwägungsgesuch auffasste 

und tatsächlich formell darauf eingetreten ist, was mit Blick auf die Begründung an sich 

fraglich ist, hat er jedenfalls eine Wiedererwägung der Verfügung vom 5. November 

2009 abgelehnt. Dies ist im Ergebnis nicht zu beanstanden, da die Verfügung vom 5. 

November 2009 nicht zweifellos unrichtig ist. Das wird von der Beschwerdeführerin 

denn auch nicht geltend gemacht, weshalb sie diese denn auch nicht angefochten hat. 

Die Beschwerdeführerin strebt mit dem erneuerten Gesuch keine Wiedererwägung im 

formellen Sinn an. Vielmehr beruft sie sich auf veränderte Verhältnisse. Aufgrund des 

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absolvierten Kurses habe sie nun einen Anstellungsvertrag erhalten, wie sie erst 

nachträglich nachweisen könne. In diesem Sinn ist zu prüfen, ob aufgrund veränderter 

Verhältnisse die Beschwerdeführerin nunmehr einen Anspruch auf die Übernahme der 

Kurskosten durch die Arbeitslosenversicherung hat.

2.

2.1 Das Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die 

Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) bezweckt nach Art. 1a Abs. 2, drohende 

Arbeitslosigkeit zu verhüten, bestehende Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und die rasche 

und dauerhafte Eingliederung in den Arbeitsmarkt zu fördern. Die arbeitsmarktlichen 

Massnahmen nach Art. 59 ff. AVIG sollen die Eingliederung von versicherten Personen, 

die aus Gründen des Arbeitsmarkts erschwert vermittelbar sind, verbessern (Art. 59 

Abs. 2 AVIG). Sie setzen in jedem Fall voraus, dass sie durch die Arbeitsmarktlage 

unmittelbar geboten sind. Diese so genannte arbeitsmarktliche Indikation soll 

verhindern, dass Leistungen zu Zwecken in Anspruch genommen werden, die nicht mit 

der Arbeitslosenversicherung im Zusammenhang stehen (SVR 2005 ALV Nr. 9 S. 29 E. 

2.1.1 = Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; ab 1. Januar 2007: 

Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 14. Januar 2005, C 147/04). Die 

in Frage stehende Massnahme muss dafür bestimmt, geeignet und notwendig sein, die 

Vermittelbarkeit im konkreten Fall erheblich zu fördern. Schliesslich muss der 

voraussichtliche Erfolg der Massnahme in einem vernünftigen Verhältnis zu ihren 

Kosten stehen (Thomas Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches 

Bundesverwaltungsrecht, Bd. XIV Soziale Sicherheit, 2. Auflage, Rz 667 mit Hinweisen).

2.2 Nach Gesetz und Rechtsprechung sind die Grundausbildung und die allgemeine 

Förderung der beruflichen Weiterbildung nicht Sache der Arbeitslosenversicherung. 

Deren Aufgabe ist es lediglich, in gewissen Fällen durch konkrete Eingliederungs- und 

Weiterbildungsmassnahmen die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Dabei muss es sich um 

Vorkehren handeln, die es der versicherten Person erlauben, sich dem industriellen und 

technischen Fortschritt anzupassen, oder die sie in die Lage versetzen, ihre bereits 

vorhandene berufliche Fähigkeit ausserhalb der angestammten engen bisherigen 

Erwerbstätigkeit auf dem Arbeitsmarkt zu verwerten. Die Grenze zwischen 

Grundausbildung und allgemeiner beruflicher Weiterbildung einerseits sowie 

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Umschulung und Weiterbildung im arbeitslosenversicherungsrechtlichen Sinn 

anderseits ist fliessend. Da ein und dieselbe Vorkehr beiderlei Merkmale aufweisen 

kann und namentlich praktisch jede Massnahme der allgemeinen Berufsbildung und 

der Vermittlungsfähigkeit der versicherten Person auf dem Arbeitsmarkt zu Gute 

kommt, ist entscheidend, welche Aspekte im konkreten Fall unter Würdigung aller 

Umstände überwiegen (BGE 111 V 274 f. E. 2b/2c mit Hinweisen).

3.

3.1 Die Beschwerdeführerin verfügt über einen Abschluss als Industriekauffrau, 

welchen sie im Ausland erworben hat. Von 1990 bis 2006 arbeitete sie als Büroleiterin 

und Sachbearbeiterin in zwei Rechtsanwaltskanzleien. Von 2007 bis 2009 war sie bei 

der B.___ angestellt. Sie war zuständig für das Sekretariat, die Buchhaltung und die 

Administration (act. G 6.1/A8). Der beantragte Pflegehelferkurs SRK+ weist keinen 

sachlichen Zusammenhang mit der bisherigen Berufstätigkeit auf, weshalb eine 

Umschulungsmassnahme zur Diskussion steht. Eine solche fällt jedoch aus Sicht der 

Arbeitslosenversicherung nur in Betracht, wenn für die betroffene Person praktisch 

keine Möglichkeit besteht, im angestammten bzw. verwandten Berufsbereich eine 

Stelle zu finden.

3.2 Aufgrund der sehr guten beruflichen Bildung und der langjährigen Berufserfahrung 

im kaufmännischen Bereich standen der Beschwerdeführerin auf dem Arbeitsmarkt 

grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten offen. Es fehlen konkrete Anhaltspunkte 

dafür, dass es der Beschwerdeführerin mit ihrer Ausbildung und langjährigen 

Berufstätigkeit unmöglich gewesen wäre, im angestammten oder in einem verwandten 

Tätigkeitsbereich eine Arbeit zu finden, auch wenn sie im Zeitpunkt ihrer 

Arbeitslosigkeit 50 Jahre alt war. Die Beschwerdeführerin macht in pauschaler Weise 

geltend, ihre zahlreichen und intensiven Arbeitsbemühungen eine Anstellung im 

kaufmännischen Bereich zu finden, seien erfolglos gewesen (act. G 5). Konkrete 

Hinweise, welche effektiv auf eine schwere Vermittelbarkeit hindeuten würden, finden 

sich in den Akten und im Beschwerdeschreiben jedoch nicht. Allein der Umstand, dass 

bei schwieriger Wirtschaftslage die Vermittelbarkeit allgemein erschwert ist, reicht nicht 

zur Begründung eines Anspruchs auf finanzielle Leistungen für arbeitsmarktliche 

Massnahmen nach Art. 59 ff. AVIG. Die Beschwerdeführerin unterliess es denn auch, 

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sich ernsthaft und in bedeutender Weise um eine Arbeit im kaufmännischen Bereich zu 

bemühen. Bereits bei ihren ersten Arbeitsbemühungen im April 2009 suchte sie eine 

Arbeit als Pflegehelferin. So bewarb sie sich am 15. April 2009 um eine Stelle als 

Pflegehelferin (ungelernt) beim Alterszentrum C.___ und am 1. Mai 2009 um eine Stelle 

als Mitarbeiterin Administration bei derselben Arbeitgeberin. Im Juli und September 

2009 bewarb sie sich bei D.___ und bei E.___ um eine Stelle als Betreuerin. Die 

Beschwerdeführerin war also bereits vor der Anmeldung beim RAV darauf ausgerichtet, 

sich beruflich neu zu orientieren, und unterliess es, sich ernsthaft um eine Anstellung im 

kaufmännischen Bereich zu bemühen. Anlässlich des Erstgesprächs mit der 

Personalberaterin des RAV vom 13. Oktober 2009 erklärte sie dann auch, sie wolle sich 

beruflich in Richtung Betreuung/Pflege verändern. Sie habe sich aus eigener Initiative 

für einen Pflegehelferkurs SRK+ angemeldet und werde diesen Kurs in jedem Fall 

absolvieren (act. G 6.1/A13). Auf Stelleninserate im kaufmännischen Bereich bewarb 

sie sich zwar verschiedentlich, verschickte allen potentiellen Arbeitgebern aber 

ausnahmslos exakt dasselbe Bewerbungsschreiben (G 6.1/A 29, A 30, A 34). Sie setzte 

sich nicht mit den individuellen Angaben und Anforderungen in den jeweiligen 

Stelleninseraten auseinander und vermittelte so den potentiellen Arbeitgebern den 

Eindruck, sich nicht ernsthaft um die offene Stelle zu interessieren.

3.3 Das Verhalten der Beschwerdeführerin zeigt deutlich, dass sie es von Anbeginn an 

darauf anlegte, im Pflegebereich neu Fuss zu fassen. Mit dem bereits vor Beginn der 

Arbeitslosigkeit gebuchten und dann während der Arbeitslosigkeit absolvierten Kurs 

kann nicht von einer eigentlichen Sachverhaltsänderung ausgegangen werden, auch 

wenn die Beschwerdeführerin im Gefolge ihrer Bemühungen schliesslich eine Stelle im 

gewünschten Bereich erhielt. Die Frage nach der arbeitsmarktlichen Indikation ist 

grundsätzlich prospektiv, d.h. zu Beginn der Massnahme zu prüfen. Wenn daher der 

Beschwerdegegner im angefochtenen Entscheid im Ergebnis zum Schluss kam, dass 

sich der Sachverhalt praktisch nicht verändert hat, weshalb auch keine neue 

Beurteilung angebracht sei, ist diese Schlussfolgerung nicht zu beanstanden. Nach 

dem Verfügungserlass vom 5. November 2009 hat sich die Sachlage nur insoweit 

entwickelt, als die Beschwerdeführerin entgegen dem abschlägigen Entscheid vom 

5. November 2009 trotzdem den Pflegehelferkurs SRK+ ab Januar 2010 besucht hatte. 

Der Umstand, dass sie aufgrund dieses absolvierten Kurses sowie den erworbenen 

Kenntnissen im Einsatzprogramm eine Feststelle als Pflegehelferin SRK+ per 1. Juli 

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2010 hatte erhalten können, vermag nichts daran zu ändern, dass aus prospektiver 

Sicht die Massnahme arbeitsmarktlich nicht indiziert war.

3.4 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass aufgrund der konkreten Umstände nicht 

angenommen werden kann, der beantragte Pflegehelferkurs SRK+ habe sich aus 

Gründen des Arbeitsmarktes aufgedrängt, wenngleich die Anstellungschancen 

aufgrund des Alters etwas geschmälert gewesen sein dürften. Zwar wirkte sich der 

Besuch des Pflegehelferkurses SRK+ - wie praktisch jede berufliche 

Weiterbildungsmassnahme - positiv auf die Vermittelbarkeit aus, denn die 

Beschwerdeführerin hat wohl auch aufgrund dieses Kurses eine Anstellung beim 

Alterszentrum C.___ erhalten. Wie bereits ausgeführt kann dennoch aufgrund der 

gesamten Umstände nicht davon gesprochen werden, dass dieser Kurs eine 

zwingende Notwendigkeit für das Finden einer Stelle gewesen wäre.

3.5 Wenn die Beschwerdeführerin in ihrem Begleitschreiben vom 27. Juli 2010 zu den 

nachgereichten Unterlagen einwendet, ihre Personalberaterin des RAV habe sie in ihrer 

beruflichen Neuorientierung unterstützt (act. G 5), so ist dazu festzuhalten, dass eine 

solche Unterstützung jedenfalls keine Leistungszusicherung beinhaltete. Im Übrigen 

konnte die Beschwerdeführerin dank dieser Unterstützung ein Einsatzprogramm bei 

der späteren Arbeitgeberin absolvieren, das zudem an ihren Kursbesuch angepasst 

wurde (vgl. act. G 6.1/B39, A31). Dass darüber hinaus auch der Kurs von der 

Arbeitslosenversicherung nachträglich zu finanzieren wäre, ist nach dem Gesagten zu 

verneinen. Zwar ist das zielstrebige Verhalten der Beschwerdeführerin, eine ihr 

zusagende Stelle im Pflegebereich zu finden, aus Sicht der Arbeitslosenversicherung 

durchaus anerkennenswert. Daraus lässt sich indessen nicht bereits folgern, dass alle 

Vorkehren der Beschwerdeführerin ohne weiteres von der Arbeitslosenversicherung zu 

übernehmen wären.

4.

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

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1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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