# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 24878988-0de6-514c-83ce-f01b339c9056
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-10-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.10.2021 E-5265/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5265-2019_2021-10-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5265/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  11 .  O k t o b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richterin Barbara Balmelli (Vorsitz), 

Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger, 

Richterin Roswitha Petry, 

Gerichtsschreiber Olivier Gloor. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 6. September 2019 / N (…). 

 

 

 

E-5265/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer suchte am 30. Juli 2018 in der Schweiz um Asyl 

nach. Am gleichen Tag teilte ihm das SEM mit, er sei per Zufallsprinzip dem 

Verfahrenszentrum B._______ und damit dem Testbetrieb zugewiesen 

worden, wo sein Asylgesuch gestützt auf Art. 4 Abs. 3 der Verordnung über 

die Durchführung von Testphasen zu den Beschleunigungsmassnahmen 

im Asylbereich (Testphasenverordnung, TestV, AS 2013 3075, damals 

SR 142.318.1, in Kraft bis zum 28. September 2019 gemäss Art. 41 Abs. 3 

TestV i.d.F. gemäss AS 2015 2055) behandelt werde. Am 31. Juli 2018 

bevollmächtigte der Beschwerdeführer die ihm zugewiesene Rechtsvertre-

tung. Die Personalienaufnahme fand am 2. August 2018 statt.  

A.b Am 12. Oktober 2018 wurde die Erstbefragung durchgeführt. Am 

13. Dezember 2018 hörte die Vorinstanz den Beschwerdeführer zu den 

Asylgründen an.  

A.c Die Vorinstanz beauftragte am 17. Dezember 20219 die Schweizeri-

sche Botschaft in Colombo mit Abklärungen bezüglich der Vorbringen des 

Beschwerdeführers. 

A.d Mit Zwischenentscheid vom 20. Dezember 2018 wurde das Asylge-

such des Beschwerdeführers dem erweiterten Verfahren zugewiesen, wo-

raufhin die zugewiesene Rechtsvertretung das Mandat noch am gleichen 

Tag niederlegte.  

A.e Die Botschaft antwortete der Vorinstanz am 26. März 2019.  

A.f Am 20. Juni 2019 fand eine ergänzende Anhörung zu den Asylgründen 

statt. 

A.g Anlässlich der Anhörungen machte der Beschwerdeführer im Wesent-

lichen geltend, er stamme aus C._______, Distrikt Jaffna, wo er zusammen 

mit seinen Eltern, zwei älteren Brüdern und der Familie der Schwägerin 

gelebt habe. Er habe (…) Jahre die Schule besucht und verfüge über einen 

(…). Danach habe er im (…) des Vaters gearbeitet, wo auch seine beiden 

Brüder tätig gewesen seien. Der Laden existiere seit rund (…) Jahren und 

der Vater habe bis 2000 oder 2021 für die Liberation Tigers of Tamil Eelam 

(LTTE) gratis Aufträge erledigt. Ob dieser deshalb jemals ernsthaft im Fo-

kus der Behörden gestanden habe, sei ihm nicht bekannt. Jedoch sei ein 

(…) wegen Verbindungen zu den LTTE im Jahre 20(…) getötet worden. 

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Seite 3 

Das Geschäft sei gut gelaufen und der Vater sei immer wieder von Polizis-

ten, Armeeangehörigen, Politikern und anderen Gruppen zu Geldzahlun-

gen genötigt worden. Als im Jahre 20(…) wieder einmal Personen in das 

Familiengeschäft gekommen seien und Geld gefordert hätten, habe es ei-

nen Streit zwischen diesen und dem Vater sowie dem ebenfalls anwesen-

den ältesten Bruder gegeben. Zwei Tage später sei der älteste Bruder ent-

führt, misshandelt und mit (…) worden. Dank einer Lösegeldzahlung durch 

den Vater sei der Bruder freigelassen und anschliessend in einem privaten 

Spital gepflegt worden, wobei er bleibende Schäden von diesem Angriff 

habe. Im September 20(…) sei es im Geschäft erneut zu einer Auseinan-

dersetzung zwischen den Erpressern und dem Vater sowie dem anderen 

Bruder gekommen. Auch dieser sei daraufhin entführt sowie misshandelt 

und nur dank einer Lösegeldzahlung freigekommen. Aus Angst habe der 

Vater ihm – dem Beschwerdeführer – im Mai 20(…) geraten, er solle ins 

Ausland gehen. Noch im selben Monat sei er nach D._______ gereist, wo 

er jedoch von den dortigen Behörden verhaftet und im August 20(…) wie-

der nach Sri Lanka zurückgeschafft worden sei. Bei seiner Ankunft am 

Flughafen sei er drei Stunden lang verhört und nur dank einer Geldzahlung 

des Vaters freigelassen beziehungsweise nicht ins Gefängnis gebracht 

worden. Nach seiner Rückkehr sei er eine Zeit lang nicht in den Laden 

gegangen und im Dezember 20(…) habe er geheiratet. Im April 20(…) – er 

habe zu diesem Zeitpunkt wieder im Laden gearbeitet – seien mehrere 

Personen ins Geschäft gekommen und hätten vom Vater Geld verlangt, 

unter der Androhung, dass im Falle der Weigerung das Geschäft angezün-

det und die Söhne umgebracht würden. Der Vater habe sich geweigert und 

es sei ihnen unter Mithilfe weiterer Personen gelungen, die Erpresser zu 

vertreiben. Auf Anraten des Vaters habe er sich einige Zeit bei einer ver-

wandten Person versteckt, sei jedoch im Juni 20(…) wieder nach Hause 

gegangen und habe auch wieder im Laden gearbeitet. Kurz darauf sei er 

auf dem Nachhauseweg in einen weissen Van gezerrt, betäubt und an-

schliessend in ein dunkles Zimmer gebracht worden. Dort sei er mehrere 

Tage misshandelt und dank einer Lösegeldzahlung des Vaters schlussend-

lich freigelassen worden. Der Vater habe ihn daraufhin zu (…) gebracht, 

welcher ihn gepflegt habe. Kurze Zeit später habe er das Land verlassen. 

Mittlerweile wüssten die Polizisten, dass er sich in der Schweiz aufhalte 

und sie hätten von den Eltern erneut Geld verlangt. 

Als Beweismittel gab der Beschwerdeführer seine Identitätskarte im Origi-

nal, eine beglaubigte Kopie seiner Geburtsurkunde, mehrere Fotografien, 

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Seite 4 

das Schreiben eines Priesters, ein Geschäftsdokument, einen ausländi-

schen Handelsregistereintrag, die Kopie einer Todesurkunde sowie meh-

rere ärztliche Berichte zu den Akten. 

B.  

B.a Mit Schreiben vom 17. Juli 2019 forderte die Vorinstanz den Beschwer-

deführer dazu auf, innert Frist einen Arztbericht zu seinem Gesundheitszu-

stand einzureichen. 

B.b Der Beschwerdeführer gab innert der angesetzten Frist einen Arztbe-

richt von Dr. med. E._______, Facharzt Allgemeine Innere Medizin FMH, 

vom 24. Juli 2019 sowie eine Verordnung seines Arztes zur Physiotherapie 

vom 5. April 2019 zu den Akten. 

C.  

Mit Verfügung vom 6. September 2019 stellte die Vorinstanz fest, der Be-

schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylge-

such ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Voll-

zug der Wegweisung an. 

D.  

Der Beschwerdeführer erhob mit Eingabe vom 9. Oktober 2019 gegen den 

Entscheid der Vorinstanz Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er 

beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei die 

Flüchtlingseigenschaft zu anerkennen und ihm Asyl zu gewähren. Eventu-

aliter sei ihm die vorläufige Aufnahme zu erteilen. Sodann sei ihm die un-

entgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses sei zu verzichten. 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 17. Oktober 2019 hiess die Instruktionsrichte-

rin das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut 

und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Ferner lud sie 

die Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehmlassung ein. 

F.  

Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 22. November 2019 

die Abweisung der Beschwerde.  

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Seite 5 

G.  

Der Beschwerdeführer reichte mit Eingabe vom 5. Dezember 2019 fristge-

recht seine Replik ein. Zusammen mit der Eingabe gab er einen Länderbe-

richt sowie ein anwaltliches Schreiben zu den Akten.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision des AsylG vom 26. Juni 1998 

(AS 2016 3101; SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfah-

ren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 

1.2 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember 

2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und 

Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Der vorliegend anzuwendende Ge-

setzesartikel (Art. 83 Abs. 1–4) ist unverändert vom AuG ins AIG übernom-

men worden. Das Gericht verwendet nachfolgend die neue Gesetzesbe-

zeichnung. 

2.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Der Beschwerde-

führer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert 

(Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

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politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).  

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 

E. 6.5.1 sowie 2012/5 E. 2.2). 

5.  

Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, die 

Vorbringen des Beschwerdeführers hielten weder den Anforderungen an 

das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG noch denjenigen an die Flücht-

lingseigenschaft nach Art. 3 AsylG stand. 

Zur Begründung wird in der angefochtenen Verfügung ausgeführt, die Aus-

führungen des Beschwerdeführers zur Auseinandersetzung im Familien-

geschäft im Jahre 20(…) sowie zur anschliessenden Entführung seien wi-

dersprüchlich und unsubstantiiert, teilweise unplausibel, stereotyp und 

oberflächlich ausgefallen. Namentlich würden die Ausführungen vom Ab-

lauf her kein konkretes Bild ergeben. An gewissen Stellen würden seine 

Schilderungen ferner von denjenigen seiner Angehörigen abweichen, wel-

che im Rahmen der Botschaftsabklärung befragt worden seien. Sodann 

seien die Vorbringen zu den geltend gemachten Behelligungen seiner Brü-

der nicht überzeugend ausgefallen und den diesbezüglich eingereichten 

Beweismittel sei kein relevanter Beweiswert zu attestieren. Ferner sei in 

diesem Zusammenhang festzuhalten, dass den geschilderten Erpres-

sungsversuchen keine flüchtlingsrechtliche Relevanz zukomme, zumal Sri 

Lanka gegenüber seinen Bürgern grundsätzlich als schutzfähig und 

schutzwillig gelte. Der Beschwerdeführer habe wegen der angeblichen 

Vorfälle jedoch zu keinem Zeitpunkt eine Anzeige eingereicht. Schliesslich 

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weise er kein besonderes Risikoprofil auf, welches befürchten liesse, er 

wäre bei einer Rückkehr in sein Heimatland erhöhter Gefahr vor Verfolgung 

ausgesetzt. Insbesondere habe er wegen der geltend gemachten Repara-

turabreiten, welche das Familienunternehmen für die LTTE ausgeführt ha-

ben soll, nie im Fokus der Behörden gestanden.  

6.  

In der Rechtsmitteleingabe macht der Beschwerdeführer geltend, bei den 

ihm durch die Vorinstanz vorgehaltenen Widersprüchen handle es sich ent-

weder um marginale Abweichungen oder Missverständnisse. In diesem 

Zusammenhang sei auch die durch die Befragung entstehende Stresssitu-

ation zu berücksichtigen. Sodann könnten ihm allfällige Ungenauigkeiten 

in den Aussagen seiner Angehörigen nicht vorgehalten werden bezie-

hungsweise würden diesbezügliche Abweichungen nicht per se gegen die 

Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen sprechen. Des Weiteren werde ihm zu 

Unrecht vorgeworfen, die Schilderung der Auseinandersetzung im Famili-

engeschäft im Jahre 20(…) seien oberflächlich beziehungsweise nicht 

überzeugend ausgefallen, da die Vorinstanz zahlreiche seiner detaillierten 

Beobachtungen schlicht nicht berücksichtige und in seine diesbezüglichen 

Schilderungen Widersprüche hineininterpretiere. Im Zusammenhang mit 

der geltend gemachten Entführung fasse die Vorinstanz in der angefochte-

nen Verfügung seine Schilderungen nur unvollständig zusammen und halte 

ihm dann vor, er habe nur pauschale und stereotype Aussagen gemacht. 

Insbesondere sei es ihm gelungen – trotz der damals schwierigen Um-

stände – den Raum, in welchem er gefangen gehalten worden sei sowie 

seinen dortigen Aufenthalt, im Nachhinein gut zu beschreiben. Darüber hin-

aus interpretiere die Vorinstanz bezüglich der Entführung zu Unrecht Wi-

dersprüche in seine Schilderungen hinein. Zudem sei absolut nachvollzieh-

bar, dass seine Eltern über die Lösegeldzahlung mehr Angaben hätten ma-

chen können als er selber, weshalb ihm dieser Umstand in der angefoch-

tenen Verfügung zu Unrecht vorgehalten werde. Was die Behelligungen 

seiner Brüder betreffe, verkenne die Vorinstanz unter anderem, dass er die 

Vorfälle zum Teil nicht selber miterlebt habe und den diesbezüglich einge-

reichten Unterlagen durchaus Beweiswert zukomme. Entgegen der Auffas-

sung der Vorinstanz sei der sri-lankische Staat nicht schutzwillig und 

schutzfähig. Insbesondere verkenne sie, dass viele Beamte korrupt und in 

Bestechungs- sowie Erpressungsfälle verwickelt seien.  

7.  

In der Vernehmlassung führt die Vorinstanz aus, die vom Beschwerdefüh-

rer geltend gemachte Stresssituation anlässlich der Befragungen sei nicht 

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geeignet, die festgestellten Widersprüche zu erklären. Zudem seien sein 

Hinweis auf angebliche Missverständnisse beziehungsweise seine Erklä-

rungen dazu nicht überzeugend. Die in der Rechtsmitteleingabe enthalte-

nen Ausführungen zur Lösegeldzahlung und den Ereignissen nach der Ent-

führung seien ebenfalls nicht überzeugend. 

8.  

Im Rahmen der Replik bringt der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, 

soweit die Vorinstanz ihm vorhalte, er habe sich bezüglich der Anzahl der 

Erpresser widersprüchlich geäussert, sei zu berücksichtigen, dass die Si-

tuation damals unübersichtlich gewesen sei. Bezüglich der Geschehnisse 

nach der Entführung sei nicht nachvollziehbar, weshalb seine offensichtlich 

richtigen Aussagen falsch zitiert und dann als Argument gegen ihn verwen-

det würden. Soweit ihm vorgehalten werde, er könne keine Angaben über 

die Übergabe der Lösegeldzahlung machen, verkenne die Vorinstanz, 

dass er damals aufgrund der erheblichen Gefahr mit anderen Problemen 

beschäftigt gewesen sei. Ferner sei festzuhalten, dass die in der Vernehm-

lassung zitierten Protokollstellen nicht immer auffindbar seien und er falsch 

zitiert werde. Des Weiteren seien die Misshandlungen seiner Brüder durch 

Fotografien belegt. Es könne deshalb nicht aufgrund marginaler Abwei-

chungen betreffend die Anzahl der Erpresser gefolgert werden, die Über-

griffe hätten nicht stattgefunden. Er und seine Brüder würden sodann nach 

wie vor von den Behörden gesucht. Auch vor dem Hintergrund der jüngsten 

Ereignisse in seinem Heimatland, insbesondere des im November 2019 

stattgefunden politischen Machtwechsels, habe er begründete Furcht, bei 

einer Rückkehr in seinem Heimatland Verfolgung im flüchtlingsrechtlich re-

levanten Sinne ausgesetzt zu sein. 

9.  

9.1 Der Beschwerdeführer macht in der Rechtsmitteleingabe sowie in der 

Replik im Wesentlichen geltend, seine Fluchtvorbringen seien in der ange-

fochtenen Verfügung zu Unrecht als unglaubhaft qualifiziert worden. Damit 

rügt er im Wesentlichen, die Vorinstanz habe den Massstab des Glaubhaft-

machens gemäss Art. 7 AsylG nicht richtig angewendet und ihn zu Unrecht 

nicht als Flüchtling anerkannt, mithin Bundesrecht verletzt. 

Wie bereits die Vorinstanz stellt auch das Gericht fest, dass die Ausführun-

gen des Beschwerdeführers an zahlreichen Stellen Widersprüche und Un-

gereimtheiten aufweisen. Der Beschwerdeführer bringt unter anderem vor, 

nachdem seine älteren Brüder im Jahre 20(…) beziehungsweise im Sep-

tember 20(…) jeweils von Erpressern entführt und misshandelt worden 

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Seite 9 

seien, habe er auf Anraten des Vaters im Mai 20(…) das erste Mal das 

Heimatland verlassen (vgl. SEM-Akten 21/19 F62). Dabei kann aus seinen 

Ausführungen keine Erklärung dafür entnommen werden, weshalb er nach 

der Entführung des zweiten Bruders im September 20(…) bis zu seiner 

Ausreise mehrere Monate verstreichen liess. Weiter bringt er vor, dass er 

– nachdem er von den (…) Behörden aufgegriffen und im August 20(…) 

wieder in sein Heimatland zurückgewiesen wurde – nach seiner Ankunft 

nur dank einer Geldzahlung des Vaters nicht dem Gefängnis zugeführt wor-

den sein soll (a.a.O. F98 ff.). Im Rahmen der Botschaftsabklärung erklärte 

der Vater hingegen, es sei ihm nicht bekannt, dass der Beschwerdeführer 

sich bereits vor 20(…) ins Ausland begeben habe (vgl. SEM-Akten 43/4). 

Dies weckt an der Glaubhaftigkeit der Vorbringen betreffend die angebli-

chen Probleme am Flughafen und die Geldzahlung starke Zweifel, zumal 

der Beschwerdeführer auch erklärte, er habe den Vater damals vom Flug-

hafen aus angerufen (vgl. SEM-Akten A21/19 F98 ff.). Auf Vorhalt ver-

mochte der Beschwerdeführer die Unvereinbarkeit seiner Vorbringen zur 

Schilderung des Vaters nicht überzeugend aufzulösen (SEM-Akten 42/22 

F128 ff.). Sodann gibt er in widersprüchlicher Weise an, nach dem Vorfall 

im Familiengeschäft im April 20(…) in F._______ bei seinem (…) mütterli-

cherseits (SEM-Akten A21/19 F62) beziehungsweise bei einer (…) mütter-

licherseits (SEM-Akten A42/22 F72) untergetaucht zu sein. Auch wenn – 

wie in der Rechtsmitteleingabe ausgeführt – denkbar ist, dass er das eine 

Mal vom (…) der (…) gesprochen haben könnte, ist festzuhalten, dass er 

im erstinstanzlichen Verfahren auf Vorhalt zuerst sinngemäss bestritt, je-

mals vom einem (…) gesprochen zu haben und danach erklärt, er habe 

falsch ausgesagt (vgl. a.a.O. F66 ff). Insofern wirkt die Erklärung in der 

Rechtsmitteleingabe nachgeschoben und die Widersprüchlichkeit wird 

dadurch nicht ausgeräumt. Ferner ist zumindest bemerkenswert, dass er 

anlässlich der Zweitanhörung nichts davon wusste, dass sein Bruder, wel-

cher im Verfahren N (…) ebenfalls angibt, nach dem Vorfall im April 20(…) 

in F._______ untergetaucht zu sein, sich zur selben Zeit dort bei einer ver-

wandten Person aufgehalten haben soll. Dies unter anderem deshalb, da 

gemäss Aussage des Beschwerdeführers ausser der Familie der Tante 

keine weiteren Verwandten dort leben würden und die Brüder ein sehr gu-

tes Verhältnis zueinander hätten (a.a.O. F72 ff., F84).  

Bereits die genannten Unstimmigkeiten lassen erhebliche Zweifel an der 

Glaubhaftigkeit der Fluchtvorbringen des Beschwerdeführers entstehen. 

Dass er in Bezug auf den Vorfall im Laden im April 20(…) zumindest ver-

einzelt ungenaue, lückenhafte oder im Vergleich zu den Aussagen der An-

gehörigen teilweise abweichende Angaben machte (vgl. die Ausführungen 

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in der angefochtenen Verfügung, S. 4 ff.), vermöchte für sich alleine ge-

nommen die Glaubhaftigkeit seiner Schilderungen nicht in Frage zu stellen. 

Dass er über die Lösegeldmodalitäten keine Auskunft geben kann, ist fer-

ner nicht gänzlich unplausibel. Im vorliegenden Kontext bilden die Unklar-

heiten und Ungenauigkeiten jedoch ein zusätzliches Indiz für die Unglaub-

haftigkeit seiner Schilderungen. Zudem ist bis zu einem gewissen Grad nur 

mit Mühe nachvollziehbar, dass das Familiengeschäft über Jahre von Be-

amten, Politikern und (gemäss Beschwerdeführer) "Gruppierungen" zu (fi-

nanziellen) Leistungen genötigt beziehungsweise erpresst worden sein 

soll, wobei die diesbezüglichen Ausführungen zu den erpressenden Politi-

kern und den Gruppierungen oberflächlich und substanzarm ausgefallen 

sind (vgl. SEM-Akten A33/14 F71 ff.). Insbesondere dass Letztere ihre je-

weilige Gruppenzugehörigkeit offengelegt haben sollen, erscheint unglaub-

haft (vgl. a.a.O. F77). 

Auch wenn sich der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit seiner Ent-

führung grundsätzlich kohärent äussert, erstaunt, dass er während seiner 

Entführung gedacht haben soll, es könnte sich um einen Irrtum bezie-

hungsweise eine Verwechslung handeln, nachdem gemäss seinen Vor-

bringen bereits seine älteren Brüder unter sehr ähnlichen Umständen ent-

führt worden sein sollen. Auf Vorhalt vermochte der Beschwerdeführer 

auch diese Ungereimtheit nicht plausibel aufzulösen (a.a.O. F78 ff.), was 

damit ein weiteres Beispiel für die Inkohärenz seiner Fluchtvorbringen dar-

stellt.  

Sodann ist festzuhalten, dass auch nach dem politischen Machtwechsel in 

im November 2019 kein Grund zur Annahme besteht, ganze Bevölkerungs-

gruppen seien kollektiver Verfolgungsgefahr ausgesetzt und dass die 

Schutzfähigkeit und Schutzwilligkeit des sri-lankischen Staats im Grund-

satz weiterhin zu bejahen ist (vgl. Urteil des BVGer E-2110/2020 vom 

11. Juni 2020 E. 7.1 m.w.H.). Angesichts der bereits dargelegten Inkonsis-

tenzen seiner Schilderungen, nicht zuletzt aufgrund der nur vagen und 

überwiegend auf Vermutungen basierenden Vorbringen zur Identität der 

angeblichen Peiniger (zu den diesbezüglichen Vorbringen des Beschwer-

deführers vgl. SEM-Akten A21/19 F 64, F119 ff, F137 ff,, A33/14 F61 f., F71 

ff. und A42/22 F52 sowie zu den vom Vater geäusserten Vermutungen vgl. 

A43/4), ist nicht glaubhaft dargelegt, der Beschwerdeführer sei Opfer einer 

Erpressung oder Entführung geworden beziehungsweise dass er in einem 

solchen Fall nicht den notwendigen staatlichen Schutz erhalten würde. 

Auch ist festzuhalten, dass er sich im Zusammenhang mit den geltend ge-

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Seite 11 

machten Behelligungen nach eigenen Angaben bis heute weder an staat-

liche Autoritäten noch an andere Organisationen wandte (33/14 F115 ff.). 

Schliesslich legt der Beschwerdeführer mit dem Wiederholen des akten-

kundigen Sachverhalts und dem Festhalten an dessen Wahrheitsgehalt 

nicht substantiiert dar, inwiefern die Vorinstanz zu Unrecht auf Unglaubhaf-

tigkeit geschlossen hat. 

Des Weiteren vermag der Beschwerdeführer, auch vor dem Hintergrund 

des vorstehend Ausgeführten, aus den eingereichten Fotografien, welche 

Personen mit teilweise schweren Verletzungen zeigen, nichts zu seinen 

Gunsten abzuleiten, lassen die Bilder doch weder eine zuverlässige Iden-

tifizierung der darauf gezeigten Personen noch die Ursache ihrer Verlet-

zungen zu. Das eingereichte Schreiben eines Priesters, welcher die Flucht-

vorbringen des Beschwerdeführers im Kern bestätigt, ist als Gefälligkeits-

schreiben zu qualifizieren. Schliesslich ist auf die Vorbringen, der Be-

schwerdeführer sei von der Vorinstanz falsch zitiert worden und die Ver-

weise auf die Protokollstellen seien teilweise unkorrekt, aufgrund des Vor-

stehenden nicht mehr vertieft einzugehen. 

9.2 Im Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 hat das Bundesver-

waltungsgericht eine aktuelle Analyse der Situation von Rückkehrenden 

nach Sri Lanka vorgenommen und festgestellt, dass aus Europa respektive 

der Schweiz zurückkehrende tamilische Asylsuchende nicht generell einer 

ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt seien 

(vgl. E. 8.3 des genannten Urteils). Diese Rechtsprechung behält auch vor 

dem Hintergrund der aktuellen Situation ihr Gültigkeit. Das Bundesverwal-

tungsgericht hielt im erwähnten Referenzurteil fest, bestimmte Risikofakto-

ren (Eintrag in die „Stop-List“, Verbindung zu den LTTE und exilpolitische 

Aktivitäten) seien als stark risikobegründend zu qualifizieren, da sie unter 

den im Entscheid dargelegten Umständen bereits für sich alleine genom-

men zur Bejahung einer begründeten Furcht führen könnten. Demgegen-

über würden das Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente, eine zwangs-

weise respektive durch die Internationale Organisation für Migration (IOM) 

begleitete Rückführung sowie gut sichtbare Narben schwach risikobegrün-

dende Faktoren darstellen. Dies bedeute, dass diese in der Regel für sich 

alleine genommen keine relevante Furcht vor ernsthaften Nachteilen zu 

begründen vermöchten. Jegliche glaubhaft gemachten Risikofaktoren 

seien in einer Gesamtschau und in ihrer Wechselwirkung sowie unter Be-

rücksichtigung der konkreten Umstände in einer Einzelfallprüfung zu be-

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rücksichtigen, mit dem Ziel, zu erwägen, ob mit beachtlicher Wahrschein-

lichkeit eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung bejaht werden müsse 

(vgl. a.a.O. E. 8.5.5). 

Der Beschwerdeführer weist kein Risikoprofil im beschriebenen Sinne auf. 

Allfällige familiäre Verbindungen zu den LTTE werden vom Beschwerde-

führer nur oberflächlich dargelegt und geben keine Hinweise darauf, die 

Familie stehe unter dringendem beziehungsweise konkretem Verdacht, mit 

den LTTE kooperiert zu haben (vgl. SEM-Akten A21/19 F78 ff., A33/14 F30 

ff.). Eine allfällige Tätigkeit eines verstorbenen (…) für die LTTE vermöchte 

das Profil des Beschwerdeführers nicht in relevanter Weise zu schärfen. 

9.3 Aufgrund des Ausgeführten ist festzuhalten, dass die Vorinstanz die 

Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint und sein 

Asylgesuch abgelehnt hat. 

10.  

10.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf 

nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 

ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 

der Familie (Art. 44 AsylG). 

10.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer  

solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

11.  

11.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

 

 

E-5265/2019 

Seite 13 

11.2  

11.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist 

das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Voll-

zuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen verfassungs- und völ-

kerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkom-

mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, un-

menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; 

Art. 3 EMRK). 

11.2.2 Weder aufgrund der Aussagen des Beschwerdeführers noch auf-

grund der übrigen Akten ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass er für den 

Fall einer Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrschein-

lichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes 

für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri 

Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als un-

zulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung 

sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen 

zulässig. 

11.3  

11.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und den 

LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka we-

der Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt. Nach einer eingehenden 

E-5265/2019 

Seite 14 

Analyse der sicherheitspolitischen Lage in Sri Lanka ist das Bundesverwal-

tungsgericht zum Schluss gekommen, dass der Wegweisungsvollzug in die 

Nordprovinz zumutbar ist, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbar-

keitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähigen familiären oder so-

zialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkom-

mens- und Wohnsituation) bejaht werden kann (vgl. Referenzurteil des 

BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 13.2). In einem ebenfalls als Re-

ferenzurteil publizierten Entscheid erachtet das Bundesverwaltungsgericht 

auch den Wegweisungsvollzug ins „Vanni-Gebiet“ als zumutbar (vgl. Urteil 

des BVGer D-3619/2016 vom 16. Oktober 2017 E. 9.5). 

11.3.2 Auch in individueller Hinsicht erachtet die Vorinstanz den Vollzug 

der Wegweisung als zumutbar. Der Beschwerdeführer verfüge über einen 

Schulabschluss und Arbeitserfahrung im familieneigenen Unternehmen. 

Weiter lebten seine beiden Eltern, ein Bruder, seine Ehefrau und deren Fa-

milie sowie weitere Verwandte in seinem Heimatland. Damit könne er in 

persönlicher als auch wirtschaftlicher Hinsicht auf ein bestehendes Bezie-

hungsnetz zurückgreifen. Die Rückenprobleme, die Schmerzen in den Bei-

nen und Füssen sowie der Vitaminmangel seien sodann im Heimatland 

behandelbar. Die Beschwerdeschrift enthält diesbezüglich keine neuen 

Vorbringen und es kann – insbesondere auch bezüglich der Behandelbar-

keit seiner gesundheitlichen Probleme durch das Heimatland – auf die zu-

treffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden. Der Vollzug er-

weist sich somit als zumutbar. 

11.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

11.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

12.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

E-5265/2019 

Seite 15 

13.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihm mit Zwischenverfügung 

vom 17. Oktober 2019 die unentgeltliche Prozessführung gewährt wurde 

und den Akten keine Hinweise für Veränderungen seiner finanziellen Ver-

hältnisse zu entnehmen sind, sind keine Verfahrenskosten zu erheben 

(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-5265/2019 

Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Barbara Balmelli Olivier Gloor