# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c3831aed-cd36-5af3-aed4-0fbdcb4622f7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-05-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.05.2024 F-2824/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-2824-2022_2024-05-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-2824/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  M a i  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richter Sebastian Kempe (Vorsitz), 

Richter Basil Cupa,  

Richter Yannick Antoniazza-Hafner,    

Gerichtsschreiberin Susanne Stockmeyer. 
 

 
 

Parteien 
 X.______,    

vertreten durch  

Lena Weissinger, Rechtsanwältin,  

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Zustimmung zur Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, 

Verfügung des SEM vom 25. Mai 2022. 

 

 

 

F-2824/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer (Staatsangehöriger von Afghanistan, geboren am 

[…]) ersuchte am 29. Oktober 2015 in der Schweiz um Asyl. Die Vorinstanz 

lehnte das Asylgesuch am 13. Dezember 2018 ab und ordnete die Weg-

weisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an (bestätigt mit 

Urteil des BVGer D-305/2019 vom 8. Oktober 2019). Die ihm angesetzte 

Frist bis zum 20. November 2019 zum Verlassen der Schweiz liess er un-

genutzt verstreichen (Akten des Migrationsamts des Kantons Zürich [kant. 

act.] 34 ff., 49 ff., 63).  

B.  

Am 18. Februar 2021 reichte der Beschwerdeführer beim Migrationsamt 

des Kantons Zürich (nachfolgend: Migrationsamt) ein Gesuch um Erteilung 

einer Aufenthaltsbewilligung aufgrund eines schwerwiegenden persönli-

chen Härtefalls gestützt auf Art. 14 Abs. 2 AsylG (SR 142.31) ein (Akten 

der Vorinstanz [SEM act.] 1/76).   

C.   

In der Folge überwies das Migrationsamt das Härtefallgesuch am 21. Sep-

tember 2021 an die Härtefallkommission des Kantons Zürich (SEM act. 

1/169). Diese empfahl mit Bericht vom 4. Oktober 2021 die Gutheissung 

des Gesuchs (SEM act. 1/178).  

D.  

Das Migrationsamt unterbreitete das Gesuch des Beschwerdeführers um 

Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gemäss Art. 14 Abs. 2 AsylG dem 

SEM am 12. November 2021 zur Zustimmung (SEM act. 1/185).  

E.  

Mit Schreiben vom 26. November 2021 informierte die Vorinstanz den Be-

schwerdeführer über ihre Absicht, die Zustimmung zur Aufenthaltsregelung 

zu verweigern und gab ihm Gelegenheit, sich vorgängig dazu zu äussern 

(SEM act. 3/191). Davon machte der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 

6. Januar 2022 Gebrauch (SEM act. 4/198).  

F.  

Die Vorinstanz teilte dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 11. März 

2022 mit, aufgrund der aktuellen Situation in Afghanistan bestünden intakte 

Chancen, dass er nach einer wiedererwägungsweisen Prüfung seines 

Asylgesuchs in der Schweiz vorläufig aufgenommen werde, und bat ihn um 

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Mitteilung, ob er an seinem Härtefallgesuch festhalten wolle (SEM act. 

7/202). Mit Eingabe vom 11. April 2022 ersuchte der Beschwerdeführer er-

neut um Zustimmung zur Erteilung der Härtefallbewilligung (SEM act. 

8/203).  

G.  

Mit Verfügung vom 25. Mai 2022 verweigerte die Vorinstanz die Zustim-

mung zur Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung wegen Vorliegens eines 

schwerwiegenden persönlichen Härtefalls gemäss Art. 14 Abs. 2 AsylG 

(SEM act. 13/217).  

H.  

Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer am 28. Juni 2022 

Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte die Aufhe-

bung der angefochtenen Verfügung. Die Vorinstanz sei anzuweisen, der 

Erteilung der Aufenthaltsbewilligung für den Beschwerdeführer zuzustim-

men. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur erneuten Prüfung 

zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der 

aufschiebenden Wirkung der Beschwerde; ferner sei ihm zu gestatten, den 

Abschluss des vorliegenden Verfahrens in der Schweiz abzuwarten. Es sei 

ihm überdies die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und ein unent-

geltlicher Rechtsbeistand in der Person der rubrizierten Rechtsvertreterin 

zu bestellen. Subeventualiter sei er von der Bezahlung der Verfahrenskos-

ten zu befreien (Akten des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer act.] 1).  

I.  

Mit Zwischenverfügung vom 14. September 2022 wies das Bundesverwal-

tungsgericht das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Pro-

zessführung sowie um unentgeltliche Rechtsverbeiständung wegen nicht 

belegter Bedürftigkeit ab (BVGer act. 5). Auch einem zweiten Gesuch um 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege samt Verbeiständung gab 

das Gericht nicht statt (Zwischenverfügung vom 22. November 2022 

[BVGer act. 11]).  

J.  

Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 9. Januar 2023 die 

Abweisung der Beschwerde (BVGer act. 14).  

K.  

Mit Schreiben vom 16. Februar 2023 nahm der Beschwerdeführer replik-

weise Stellung (BVGer act. 18).  

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Seite 4 

L.  

Eine Anfrage des Beschwerdeführers zum Verfahrensstand vom 6. De-

zember 2023 beantwortete das Gericht mit Schreiben vom 14. Dezember 

2023 (BVGer act. 21 und 22).  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.   

1.1  Verfügungen der Vorinstanz betreffend Zustimmung zur Erteilung ei-

ner Aufenthaltsbewilligung nach Art. 14 Abs. 2 AsylG sind mit Beschwerde 

beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar (Art. 112 Abs. 1 AIG 

[SR 142.20] i.V.m. Art. 31 ff. VGG). Dieses entscheidet endgültig (Art. 83 

Bst. c Ziff. 2 BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG (vgl. BVGE 2020 VII/4 

E. 4.3). Der Beschwerdeführer ist zur Erhebung der Beschwerde legitimiert 

(Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten (Art. 50 Abs. 1 VwVG; Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können vorliegend die 

Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Miss-

brauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhaltes und die Unangemessenheit gerügt wer-

den (Art. 49 VwVG; BVGE 2022 VII/4 E. 2–3). Das Bundesverwaltungsge-

richt wendet im Beschwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen 

an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG nicht an die Begründung der Be-

gehren gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den 

geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist 

grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheids (vgl. BVGE 

2020 VII/4 E. 2.2 m.H.).   

3.   

 

3.1 Gemäss Art. 14 Abs. 2 AsylG kann der Kanton mit Zustimmung des 

SEM einer ihm nach dem Asylgesetz zugewiesenen Person eine Aufent-

haltsbewilligung erteilen, wenn sich die betroffene Person seit Einreichung 

des Asylgesuchs mindestens fünf Jahre in der Schweiz aufhält (Bst. a), ihr 

Aufenthaltsort den Behörden immer bekannt war (Bst. b), wegen der 

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fortgeschrittenen Integration ein schwerwiegender persönlicher Härtefall 

vorliegt (Bst. c) und keine Widerrufsgründe nach Art. 62 AIG bestehen 

(Bst. d). Gemäss Art. 31 Abs. 2 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über 

Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE, SR 142.201) muss die 

gesuchstellende Person die Identität offenlegen. Das Erfordernis der Of-

fenlegung der Identität steht in Zusammenhang mit Art. 13 und Art. 90 AIG, 

wonach die gesuchstellende Person im Bewilligungs- und Anmeldeverfah-

ren ein gültiges Ausweispapier vorlegen und diesbezüglich zutreffende und 

vollständige Angaben machen muss. Die Verletzung dieser zwingenden 

Vorschriften kann den Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 Bst. a AIG erfül-

len, wonach Bewilligungen widerrufen werden können, wenn der Ausländer 

im Bewilligungsverfahren falsche Angaben gemacht oder wesentliche Tat-

sachen verschwiegen hat.  

3.2 Der Entscheid des SEM ergeht, entgegen den Ausführungen des Be-

schwerdeführers, rechtsprechungsgemäss ohne jegliche Bindung an die 

Beurteilung durch den Kanton (vgl. Urteil des BVGer F-6050/2020 vom  

27. Februar 2023 E. 4.2 in fine m.w.H.).  

4.   

4.1 Der Beschwerdeführer hält sich seit Einreichung seines Asylgesuchs 

im Oktober 2015 mehr als fünf Jahre ununterbrochen in der Schweiz auf, 

wobei sein Aufenthaltsort den Behörden stets bekannt war. Die in Art. 14 

Abs. 2 Bst. a und b AsylG genannten Voraussetzungen sind damit erfüllt.  

4.2 Was die Pflicht zur Offenlegung seiner Identität (Art. 31 Abs. 2 VZAE) 

anbelangt, so ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer bereits 

anlässlich seines Asylverfahrens geltend machte, afghanischer Staatsan-

gehöriger zu sein. Entsprechende Identitätspapiere reichte er jedoch nicht 

ein. Im negativen Asylentscheid wurde festgehalten, dass es dem Be-

schwerdeführer nicht gelungen sei, seine Herkunft glaubhaft zu machen. 

Das Gericht schloss aber nicht aus, dass er tatsächlich aus Afghanistan 

stamme (vgl. Asylentscheid des BVGer D-305/2019 vom 8. Oktober 2019 

E. 5.5 und E. 7.2). Im Rahmen des Verfahrens um Erteilung einer Härte-

fallbewilligung reichte er eine Tazkira und ein Schreiben der afghanischen 

Botschaft vom 19. Oktober 2021 ein, wonach die Ausstellung eines Reise-

passes derzeit nicht möglich sei (kant. act. 185 ff., 196 ff.). Den kantonalen 

Akten ist überdies zu entnehmen, dass der Bruder des Beschwerdeführers, 

der hierzulande über eine vorläufige Aufnahme verfügt, zwischenzeitlich 

durch eine Vertretung Afghanistans als afghanischer Staatsbürger 

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anerkannt wurde; das Verwandtschaftsverhältnis wurde nie in Frage ge-

stellt (SEM act. 1/176).  

Das Bundesverwaltungsgericht stellte im Referenzurteil F-2067/2022 vom 

3. Juli 2023 fest, dass eine Neuausstellung von Reisepässen für afghani-

sche Staatsangehörige weder in der Schweiz noch in anderen europäi-

schen Ländern möglich ist. Dabei handle es sich um eine Unmöglichkeit im 

Sinne von Art. 10 Abs. 1 Bst. b RDV. Zudem sei es derzeit nicht zumutbar, 

von in der Schweiz ansässigen afghanischen Staatsangehörigen zu ver-

langen, zum Zweck der Beschaffung eines Passes die aufwändige, mit di-

versen Unsicherheiten behaftete und gefährliche Reise nach Afghanistan 

zu unternehmen (vgl. E. 6.5 ebenda). Es ist dem Beschwerdeführer somit 

nicht anzulasten, dass er zurzeit keinen afghanischen Reisepass erhältlich 

machen kann. In diesem Sinne ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, 

dass er mit Einreichung einer Tazkira seiner Pflicht zur Offenlegung seiner 

Identität zu Genüge nachgekommen ist.  

4.3 Anhaltspunkte für das Vorliegen von anderen Widerrufsgründen nach 

Art. 62 AIG bzw. Art. 14 Abs. 2 Bst. d AsylG liegen nicht vor.    

5.   

5.1 Zu prüfen bleibt, ob in casu nach Massgabe von Art. 14 Abs. 2 Bst. c 

AsylG wegen fortgeschrittener Integration ein schwerwiegender persönli-

cher Härtefall vorliegt.  

5.2 Im Hinblick auf die Rechtsprechung zum ausländerrechtlichen Härte-

fallbegriff darf auch im Anwendungsbereich des Asylgesetzes ein schwer-

wiegender persönlicher Härtefall nicht leichthin angenommen werden. Er-

forderlich ist, dass sich die ausländische Person in einer persönlichen Not-

lage befindet, was bedeutet, dass ihre Lebens- und Existenzbedingungen, 

gemessen am durchschnittlichen Schicksal von ausländischen Personen, 

in gesteigertem Mass in Frage gestellt sind beziehungsweise die Verwei-

gerung einer Aufenthaltsbewilligung für sie mit schweren Nachteilen ver-

bunden wäre (vgl. Urteil des BVGer F-3346/2021 vom 18. Dezember 2023 

E. 3.4).  

5.3 In Anlehnung an die Rechtsprechung des Bundesgerichts hat der Ver-

ordnungsgeber in Art. 31 Abs. 1 VZAE zur Beurteilung eines schwerwie-

genden persönlichen Härtefalls eine entsprechende Kriterienliste aufge-

stellt, die sich auf Art. 14 Abs. 2 AsylG wie auch auf den Anwendungsbe-

reich des AIG (Art. 30 Abs. 1 Bst. b, Art. 50 Abs. 1 Bst. b und Art. 84 Abs. 5 

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AIG) bezieht. Gemäss Art. 31 Abs. 1 VZAE sind dabei die Integration an-

hand der Integrationskriterien nach Art. 58a Abs. 1 AIG (Bst. a), die Fami-

lienverhältnisse, insbesondere der Zeitpunkt der Einschulung und die 

Dauer des Schulbesuchs der Kinder (Bst. c), die finanziellen Verhältnisse 

(Bst. d), die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz (Bst. e), der Gesund-

heitszustand (Bst. f) und die Möglichkeiten einer Wiedereingliederung im 

Herkunftsstaat (Bst. g) zu berücksichtigen. Die genannten Kriterien stellen 

dabei weder einen abschliessenden Katalog dar noch müssen sie kumula-

tiv erfüllt sein (vgl. BVGE 2009/40 E. 6.2 m.H.).  

5.4 Die Anerkennung als Härtefall setzt nicht zwingend voraus, dass die 

Anwesenheit in der Schweiz das einzige Mittel zur Verhinderung einer per-

sönlichen Notlage darstellt. Es genügt indessen auch nicht, wenn sich die 

ausländische Person während längerer Zeit in der Schweiz aufgehalten 

hat, sich in sozialer und beruflicher Hinsicht gut integriert und sich nichts 

hat zuschulden kommen lassen. Vielmehr bedarf es einer so engen Bezie-

hung zur Schweiz, dass es ihr nicht (mehr) zugemutet werden kann, im 

Ausland, insbesondere in ihrem Heimatland, zu leben. Berufliche, freund-

schaftliche und nachbarschaftliche Beziehungen, welche die betroffene 

Person während ihres Aufenthalts in der Schweiz knüpfen konnte, genügen 

dieser Anforderung gewöhnlich nicht (BGE 130 II 39 E. 3; BVGE 2007/45 

E. 4.2). 

5.5 Die Zulassungsregelung von Art. 14 Abs. 2 AsylG bezweckt überdies 

nicht den Schutz ausländischer Personen gegen die Folgen eines Kriegs 

oder des Missbrauchs staatlicher Gewalt. Eine dahingehende Argumenta-

tion betrifft daher in erster Linie die Frage der Asylgewährung beziehungs-

weise im Falle der verfügten Wegweisung die Beurteilung von Vollzugshin-

dernissen (vgl. Art. 83 AIG). Demgegenüber sind bei der Prüfung eines 

schwerwiegenden persönlichen Härtefalls ausschliesslich humanitäre Ge-

sichtspunkte ausschlaggebend, wobei der Schwerpunkt auf der Veranke-

rung in der Schweiz liegt. Persönliche, familiäre und ökonomische Schwie-

rigkeiten, denen die betroffene Person im Heimatland ausgesetzt wäre, 

stehen damit jedoch im Zusammenhang und können folgerichtig nicht aus-

ser Acht gelassen werden. Die sich daraus ergebende Überschneidung 

von Gründen, die den Wegweisungsvollzug betreffen, und solchen, die ei-

nen Härtefall (mit-)begründen können, ist in Kauf zu nehmen (vgl. Urteile 

des BVGer F-4213/2023 vom 7. November 2023 E. 4.5; F-2058/2021 vom 

12. Mai 2023 E. 4.5, je m.w.H.).  

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Seite 8 

5.6 Rechtswidrige Aufenthalte sind bei der Härtefallprüfung grundsätzlich 

nicht zu berücksichtigen (BGE 137 II 1 E. 4.3; 130 II 39 E. 3). Hingegen 

sind Aufenthalte, die eine ausländische Person rechtmässig während des 

Verfahrens auf Erteilung einer Härtefallbewilligung in der Schweiz ver-

bracht hat, in die Beurteilung der Bewilligungsvoraussetzungen praxisge-

mäss miteinzubeziehen (Art. 31 Abs. 1 Bst. e VZAE i.V.m. Art. 14 Abs. 2 

Bst. c AsylG; vgl. Urteile des BVGer F-8374/2015 vom 12. Februar 2019 

E. 6.3.1, F-8374/2015 vom 12. Februar 2019 E. 6.3.1, C-7476/2014 vom 

27. Januar 2016 E. 5.7.1).   

6.    

 

6.1 Strittig ist vorliegend, ob die Voraussetzungen für die Annahme eines 

schwerwiegenden persönlichen Härtefalls gegeben sind und wie es sich 

dabei insbesondere mit den Kriterien der sozialen und beruflichen Integra-

tion, der Respektierung der Rechtsordnung, der Landesanwesenheit sowie 

der Möglichkeit der Wiedereingliederung im Herkunftsland verhält.  

 

6.2 In ihrer Verfügung vom 26. Mai 2022 verneinte die Vorinstanz das Vor-

liegen eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalls. Sie gestand dem 

Beschwerdeführer zwar durchaus ernsthafte Integrationsbemühungen und 

eine der Aufenthaltsdauer entsprechende, soweit gute Integration zu. Der 

junge, gesunde und ledige Beschwerdeführer habe seit seiner Ankunft in 

der Schweiz Ende Oktober 2015 Deutsch gelernt und sich einen grösseren 

Bekanntenkreis aufgebaut. Nebst dem Besuch von Deutschkursen habe er 

beim Verein A._______ während sieben Monaten Kurse in Mathematik, 

Geometrie und Werkstattpläne-Lesen auf dem Niveau der 7., 8. und 9. 

Klasse der Sekundarstufe B besucht. Er verfüge über das Sprachreferenz-

niveau B2. Auch die zahlreichen zu den Akten gereichten Schreiben von 

Bekannten und Freunden bestätigten, dass er im Alltag sprachlich gut zu-

rechtkomme. Die Empfehlungsschreiben würden echte Anteilnahme und 

Sympathie für den Beschwerdeführer erkennen lassen und würden Zeug-

nis über die aus Sicht Dritter grosse Integrations- und Kooperationsbereit-

schaft des Beschwerdeführers ablegen, insbesondere dessen Willen zur 

Teilnahme am sozialen Leben in seiner näheren und weiteren Umgebung. 

Diese Umstände würden insgesamt auf eine der Aufenthaltsdauer entspre-

chende, gelungene soziale Integration hinweisen. Zudem sei das Sprach-

referenzniveau B2 für eine Aufenthaltsdauer von sechs Jahren als eher 

überdurchschnittlich zu beurteilen. Der Beschwerdeführer sei bisher nie ei-

ner Erwerbstätigkeit im ersten Arbeitsmarkt nachgegangen. Allerdings 

habe er zwischen Frühjahr 2016 und Ende 2018 einen Freiwilligeneinsatz 

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in einer B._______ in C._______ bestritten. Darüber hinaus habe er zahl-

reiche Freiwilligeneinsätze bei Jugendprogrammen absolviert. Schliesslich 

könne er eine Lehrstellenzusicherung als D._______ vorweisen. Er be-

streite seinen Lebensunterhalt mit Nothilfe, wobei auch das asylrechtliche 

Arbeitsverbot zu berücksichtigen sei. Es seien keine Betreibungen, Pfän-

dungen oder offenen Verlustscheine bekannt, wobei kein entsprechender 

Auszug vorliege. Die Integration des Beschwerdeführers könne insgesamt 

– unter Berücksichtigung der Aufenthaltsdauer – als gelungen, jedoch nicht 

als dementsprechend weit fortgeschritten eingestuft werden, dass sich al-

lein daraus eine derart starke Verwurzelung in der Schweiz ergäbe, die zu 

einer besonderen Härte führen würde, müsste er die Schweiz verlassen. 

Daran könne auch der Verweis auf einen bestehenden Freundes- und Be-

kanntenkreis nichts ändern. Bezüglich Dauer der Anwesenheit in der 

Schweiz sei darauf hinzuweisen, dass das Asylgesuch des Beschwerde-

führers am 8. Oktober 2019 letztinstanzlich abgewiesen worden sei. Er sei 

trotz neu angesetzter Ausreisefrist (20. November 2019) hier verblieben. 

Seither halte er sich illegal in der Schweiz auf. Am 18. Februar 2021 habe 

er das Härtefallgesuch eingereicht. In Berücksichtigung der gesamten Auf-

enthaltsdauer von sechs Jahren liege noch kein sehr langer Aufenthalt vor, 

welcher gegebenenfalls weniger hohe Anforderungen an das Vorliegen be-

sonderer Umstände begründen könnte. Zu seinen Ungunsten sei im Zu-

sammenhang mit der Respektierung der Rechtsordnung überdies festzu-

halten, dass er seiner Verpflichtung, die Schweiz fristgerecht zu verlassen, 

bis dato nicht nachgekommen sei. In Bezug auf die Möglichkeit der Wie-

dereingliederung im Herkunftsstaat sei auf die geltend gemachten Voll-

zugshindernisse vorliegend nicht weiter einzugehen. Solche seien nicht 

geeignet, einen Härtefall nach Art. 14 Abs. 2 AsylG zu begründen. Über die 

Frage des Vollzugs der Wegweisung sei im Asylverfahren bereits rechts-

kräftig entschieden worden. Eine qualifizierte revisions- oder wiedererwä-

gungsweise Prüfung in Bezug auf die Frage des Asyls und der Wegwei-

sung im Vollzugszeitpunkt sei gegebenenfalls in einem gesonderten Ver-

fahren geltend zu machen. Insgesamt seien somit die Lebens- und Exis-

tenzbedingungen des Beschwerdeführers, gemessen am durchschnittli-

chen Schicksal von ausländischen Personen, nicht in gesteigertem Masse 

in Frage gestellt. Die Zustimmung zum kantonalen Antrag sei folglich zu 

verweigern.  

 

6.3 Der Beschwerdeführer bestritt in seiner Rechtsmitteleingabe diese 

Schlussfolgerungen und machte dazu im Wesentlichen geltend, bereits 

aus der Erteilung der Härtefallbewilligung durch das kantonale Migrations-

amt gehe hervor, dass er die Voraussetzungen des Art. 14 Abs. 2 Bst. a 

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und b AsylG (fünfjähriger Aufenthalt, Aufenthaltsort immer bekannt) im er-

forderlichen Umfang erfülle. Dies werde grundsätzlich auch im angefoch-

tenen Entscheid der Vorinstanz so bestätigt, später aber zumindest teil-

weise widerrufen. Der von ihm vorgebrachte Sachverhalt sei überdies nur 

unangemessen zusammengefasst worden. Diese Zusammenfassung 

spiegle mitnichten den Umfang der im Härtefallgesuch vom 18. Februar 

2021 vorgelegten Beweise seines überdurchschnittlichen Integrationsgra-

des wider. So sei es beispielsweise zutreffend, dass im Gesuch auf die 

Referenz von R._______ ausdrücklich Bezug genommen werde, dem Ge-

such würden aber noch 20 weitere aussagekräftige Referenzen und Emp-

fehlungsschreiben aus dem Bekannten- und Freundeskreis des Beschwer-

deführers beiliegen, die weit mehr als «echte Anteilnahme und Sympathie» 

bezeugen würden. Warum es sich bei den besagten Schreiben um solche 

handeln soll, die nur «aus Sicht Dritter die grosse Integrations- und Koope-

rationsbereitschaft» des Beschwerdeführers beschreiben würden, und was 

in diesen Beweisen fehlen soll für eine ausreichend intensive, soziale In-

tegration, erschliesse sich aus der Verfügung nicht. Unbestritten sei, dass 

das erreichte Sprachniveau B2 des Beschwerdeführers «als eher über-

durchschnittlich zu beurteilen» sei. Er habe sich überdies freiwillig enga-

giert, als Zeugnis seien zahlreiche Bestätigungen vorgelegt worden. Er sei 

nie straffällig geworden, habe keine Betreibungen und lege nicht nur eine 

Lehrstellenzusicherung, sondern auch einen Arbeitsvertrag vor. Er arbeite 

mit Bewilligung des kantonalen Migrationsamts. Nicht nachvollziehbar sei 

auch das Argument der Vorinstanz, die aktuelle politische und humanitäre 

Situation in Afghanistan sei zwar ein Grund für eine vorläufige Aufnahme 

aber im Rahmen der Wiedereingliederung im Herkunftsland nicht derge-

stalt zu berücksichtigen, dass diese für die Annahme eines schwerwiegen-

den persönlichen Härtefalls spräche. Dies sei besonders stossend, als 

diese Handhabe – die von einer Mitarbeiterin des SEM am Telefon als 

«Praxis» bezeichnet worden sei – tatsächlich in vielen anderen Verfahren 

um Zustimmung zur Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung aufgrund 

schwerwiegenden persönlichen Härtefalls nicht angewandt worden sei. Es 

würden der Rechtsvertretung diverse Akten von solchen Verfahren vorlie-

gen, in denen abgewiesenen Asylsuchenden bei einem Integrationsgrad, 

der deutlich unter dem des Beschwerdeführers liege, auf der Basis eines 

Gesuchs sehr kurz nach Ablauf der 5-Jahres-Frist, mit Zustimmung des 

SEM eine Aufenthaltsbewilligung erteilt worden sei. Tatsächlich habe sich 

Anfang des Jahres die Praxis des SEM nicht in Bezug auf alle Härtefallge-

suche abgewiesener Asylsuchender, sondern auf die abgewiesener afgha-

nischer Asylsuchenden geändert, nachdem die offizielle Bestätigung 

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Seite 11 

herausgegeben worden sei, dass grundsätzlich alle afghanischen Staats-

angehörigen die vorläufige Aufnahme erhalten würden.  

  

6.4  In Ihrer Vernehmlassung wies die Vorinstanz zusammenfassend da-

rauf hin, dass eine Prüfung der Gesamtumstände nach Massgabe der spe-

zifischen Gegebenheiten und unter Berücksichtigung der aktuellen Um-

stände im Einzelfall vorzunehmen sei, weshalb es in diesen Fallkonstella-

tionen kaum identische Fälle geben könne und eine absolute Gleichbe-

handlung gar nicht möglich sei. Eine fortgeschrittene Integration setze 

zwingend eine gewisse Aufenthaltsdauer voraus. Das Gesetz spreche von 

generell mindestens fünf Jahren als formelle Eintretensvoraussetzung. Der 

Gesetzgeber sei aber davon ausgegangen, dass es sich in aller Regel um 

Personen handle, deren Asylgesuch noch nicht rechtskräftig abgewiesen 

sei und diese sich deswegen noch rechtmässig in der Schweiz aufhalten 

würden. Dies sei heute nur noch in den wenigsten Gesuchen der Fall. Ge-

mäss ständiger Praxis und höchstrichterlicher Rechtsprechung könne bei 

Einzelpersonen regelmässig erst ab einem Aufenthalt von acht bis zehn 

Jahren und einer fortgeschrittenen Integration von einer härtefallbegrün-

denden Verwurzelung in der Schweiz ausgegangen werden. Dabei könne 

nur die Dauer des Aufenthaltes berücksichtigt werden, der von den Behör-

den explizit erlaubt worden sei und nicht nur behördlich geduldet. Das Er-

fordernis der acht- bis zehnjährigen Aufenthaltsdauer decke sich im Übri-

gen auch mit der Praxis in anderen Härtefallkategorien wie Sans Papiers 

und Art. 8 EMRK. Der Beschwerdeführer habe sich nur vom 29. Oktober 

2015 (Datum der Einreichung des Asylgesuchs) bis am 20. November 

2019 (Ablauf der Ausreisefrist) rechtmässig in der Schweiz aufgehalten. 

Bis zur Einreichung des Härtefallgesuchs am 18. Februar 2021 habe er 

sich illegal in der Schweiz aufgehalten. Somit könne ihm nur eine legale 

Aufenthaltsdauer von total knapp sechs Jahren angerechnet werden. 

Selbst wenn die ganze Aufenthaltsdauer berücksichtigt werden würde, er-

reiche er die acht bis zehn Jahre nicht. Ausserordentliche Umstände seien 

nicht ersichtlich. Bezüglich der Wiedereingliederung im Herkunftsstaat sei 

die Integration in der Schweiz und nicht die Situation im Herkunftsland 

massgebend. Die aktuelle Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

nach Afghanistan könne nicht dazu dienen, die Anforderungen an die fort-

geschrittene Integration im Sinne von Art. 14 Abs. 2 Bst. c AsylG herabzu-

setzen.  

 

 

 

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6.5 Mit Replik machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, es 

werde ausdrücklich bestritten, dass das SEM in den letzten Jahren eine 

«geltende Praxis» gehabt habe, dass die Gutheissung eines Härtefallge-

suchs nach AsylG erst ab einem Aufenthalt von rund acht bis zehn Jahren 

erfolgt wäre. Geltend gemacht werde auch nicht die «Gleichbehandlung im 

Unrecht» sondern die «Gleichbehandlung im Recht», worunter auch die 

fehlerfreie Ermessensausübung durch das SEM falle. Entgegen den Aus-

führungen des SEM gebe es zwar tatsächlich eine «geltende Praxis», aber 

diese setze für eine Gutheissung eines Härtefallgesuchs, welches bereits 

von einem kantonalen Migrationsamt gutgeheissen worden sei, eine deut-

lich niedrigere Stufe der Voraussetzungen an, als es die Vorinstanz in sei-

nem Falle getan habe. Entgegen der nicht nachvollziehbaren oder auch 

nur im Ansatz begründeten Meinung, an der die Vorinstanz weiterhin fest-

halte, habe er allein durch sein herausragendes und anhaltend aktives En-

gagement und seine ungebrochen starken Integrationsbemühungen er-

reicht, dass er in einem aussergewöhnlich hohen Masse in der Schweiz 

integriert sei. Die im Ergebnis abweichende Beurteilung durch die Vor- 

instanz und die Tatsache, dass in der Vernehmlassung vom 9. Januar 2023 

nicht konkret auf die Integrationsleistungen des Beschwerdeführers Bezug 

genommen werde, zeige nicht nur die mangelnde Auseinandersetzung mit 

der grossen Zahl an Referenzen, Bestätigungsschreiben und anderen 

Zeugnissen aus dem alltäglichen Leben des Beschwerdeführers und sei-

nem persönlichen Umfeld, welche mit dem Härtefallgesuch und der Be-

schwerde eingereicht worden seien. Unerwähnt bleibe auch die Tatsache, 

dass er seit längerer Zeit, seit Gestattung durch das kantonale Migrations-

amt, einer Erwerbstätigkeit nachgehe und finanziell unabhängig von staat-

licher Unterstützung lebe. Es solle überdies betont werden, dass entgegen 

der Unterstellung der Vorinstanz mitnichten «die aktuelle Unzumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzuges nach Afghanistan» dazu benutzt werde, «die 

Anforderungen an die fortgeschrittene Integration im Sinne von Art. 14 Abs. 

2 Bst. c AsylG» herabzusetzen. Aber die aktuelle Situation dürfe bei der 

Beurteilung des Härtefallgesuchs auch nicht unberücksichtigt bleiben bzw. 

die Behörden dürften nicht den Entscheid vorwegnehmen, dass vornehm-

lich eine vorläufige Aufnahme gewährt werde, selbst wenn die Vorausset-

zungen eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalles vorliegen wür-

den. Schliesslich sei auch zu beurteilen, inwiefern dem Beschwerdeführer 

überhaupt eine Rückkehr möglich wäre. Einfluss hierauf und auf die Zu-

mutbarkeit einer Rückkehr hätten konkret auch die aktuellen politischen 

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und wirtschaftlichen Umstände in Afghanistan. Insofern müsse die Herr-

schaft der Taliban berücksichtigt werden.  

 

7.   

7.1 Gemäss den vorliegenden Akten stellt sich der entscheidwesentliche 

Sachverhalt wie folgt dar:  

 

7.2 Zur Anwesenheitsdauer in der Schweiz (Art. 31 Abs. 1 Bst. e VZAE) ist 

festzuhalten, dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Aussagen am 

29. Oktober 2015 in die Schweiz einreiste und gleichentags ein Asylgesuch 

stellte. Mit Urteil vom 8. Oktober 2019 wies das Bundesverwaltungsgericht 

eine Beschwerde gegen die Verweigerung der Asylgewährung ab. Der ihm 

anschliessend gesetzten Ausreisefrist bis zum 20. November 2019 leistete 

der Beschwerdeführer keine Folge. Am 18. Februar 2021 ersuchte er bei 

der Migrationsbehörde um Erteilung einer Härtefallbewilligung gemäss 

Art. 14 Abs. 2 AsylG (kant. act. 100). Mit Schreiben vom 3. März 2021 teilte 

ihm die Migrationsbehörde mit, dass von einem Vollzug der Wegweisung 

bis zum Abschluss des Verfahrens abgesehen werde (kant. act. 161, 174). 

Damit hält sich der Beschwerdeführer insgesamt seit rund achteinhalb Jah-

ren in der Schweiz auf, angerechnet werden können ihm hingegen lediglich 

der Aufenthalt während des Asylverfahrens sowie die Dauer des Aufent-

haltsbewilligungsverfahrens nach Deponierung des Gesuchs (vgl. E. 5.5). 

Als rechtswidrig und deshalb grundsätzlich nicht zu berücksichtigen gilt, 

wie bereits die Vorinstanz zu Recht feststellte, die Zeit zwischen dem Ab-

schluss des Asylverfahrens und der Einleitung des Aufenthaltsbewilli-

gungsverfahrens. Der rechtmässige Aufenthalt des Beschwerdeführers in 

der Schweiz umfasst damit gut sieben Jahre. In casu liegt somit noch keine 

so lange Aufenthaltsdauer vor, dass im Sinne der Rechtsprechung ohne 

das Vorliegen besonderer Umstände auf einen schwerwiegenden persön-

lichen Härtefall geschlossen könnte (vgl. dazu BGE 124 II 110 E. 3, BGE 

123 II 125 E. 3; Urteil des BVGer C-7476/2014 vom 27.  Januar 2016 

E. 5.7.2). Der Hinweis des Beschwerdeführers auf andere Verfahren be-

treffend Härtefallbewilligungen, in denen das SEM die Zustimmung zur Be-

willigungserteilung bei einer kürzeren Aufenthaltsdauer und einem gerin-

geren Integrationsgrad der gesuchstellenden Personen erteilt habe, ver-

fängt schon deshalb nicht, da dem Bundesverwaltungsgericht die konkre-

ten Umstände jener Fälle nicht bekannt sind. Die Kriterien zur Beurteilung 

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eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalls sind schliesslich immer im 

Rahmen einer Gesamtschau zu bewerten.   

 

7.3  In Bezug auf die Beachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung 

sowie die Respektierung der Werte der Bundesverfassung (Art. 31 Abs. 1 

Bst. a VZAE i.V.m. Art. 58a Abs. 1 Bst. a und b AIG) ist festzuhalten, dass 

der Beschwerdeführer der mit der Wegweisung einhergehenden Verpflich-

tung zur Ausreise aus der Schweiz nach Abschluss des Asylverfahrens 

nicht nachgekommen ist und die ihm angesetzte Ausreisefrist nicht einge-

halten hat. Ansonsten ist jedoch nichts Nachteiliges gegen ihn bekannt. Im 

schweizerischen Strafregister ist er nicht verzeichnet (kant. act. 190). Das 

in Art. 31 Abs. 1 Bst. f VZAE genannte Kriterium des Gesundheitszustan-

des ist schliesslich nicht weiter zu prüfen, zumal der Beschwerdeführer auf 

Beschwerdeebene keine gesundheitlichen Probleme vorbringt.  

7.4 Zu den Integrationsleistungen des Beschwerdeführers in sozialer Hin-

sicht gemäss Art. 31 Abs. 1 Bst. a VZAE ist Folgendes festzuhalten:  

7.4.1 Zahlreiche, mitunter sehr ausführlich verfasste, persönliche Refe-

renzschreiben, teilweise mit Fotos, zeugen davon, dass der Beschwerde-

führer über mit der Zeit gewachsene, langjährige Freundschaften und Be-

ziehungen zu Einheimischen verfügt, die weit über rein oberflächliche Kon-

takte hinausgehen. Die Referenzpersonen beschreiben viele gemeinsame, 

regelmässige Aktivitäten wie Wandern, Sport, Essen, Spieleabende usw. 

Der Beschwerdeführer selbst wird als Person beschrieben, die aktiv auf 

seine Mitmenschen zugeht und keine Mühe scheut, sich für sie zu enga-

gieren; er sei (unter anderem) hilfsbereit, liebenswürdig und freundlich; be-

tont wird auch immer wieder seine gastfreundliche Art (vgl. kant. act. 121, 

124 f., 127 ff., 129 ff., 132, 133, 134, 135). Dem entspricht, dass der Be-

schwerdeführer seinerseits auf grosse Unterstützung und Anteilnahme in 

seinem Umfeld zählen kann. So lernte er durch das freiwillige Engagement 

in der B._______ von K._______ und die daraus entstandene Freund-

schaft weitere Mitglieder ihrer Familie kennen. Seit dem Jahr 2019 wohnt 

er bei ihrer Schwester und geht dieser bei diversen Unterhaltsarbeiten zur 

Hand. Eine Lehrstelle wurde ihm von der Firma R._______ zugesichert, 

wo er zurzeit als «Allrounder Produktion» arbeitet (kant. act. 83, 120, 121, 

122, 123, 207 ff.). Zu nennen sind in diesem Zusammenhang auch die vie-

len eingereichten Fotos, die den Kontakt zu K._______ seit dem Jahr 2016 

dokumentieren (kant. act. 148 ff.).  

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7.4.2 Eingebunden erscheint der Beschwerdeführer zudem im Hinblick auf 

seine Freizeitgestaltung. Er engagiert sich in der S._______ und nimmt 

dort an gemeinsamen Aktivitäten in Form von Wanderungen, gemeinsa-

men Wochenenden in den Bergen, Themenabenden zu theologischen 

oder gesellschaftlichen Fragen, gemeinsamem Kochen und Essen teil. Die 

Leiterinnen (…) beschreiben ihn dabei unter anderem als offene, enga-

gierte und unkomplizierte Person, die sich gut in die Jugendgruppe inte-

griert habe; er sei überdies bemüht, mit Schweizern und Schweizerinnen 

Kontakt zu haben (kant. act. 93 f., 136, 137, 138, 139, 140).   

7.4.3 Vor diesem Hintergrund muss von einer fortgeschrittenen sozialen 

Integration des Beschwerdeführers ausgegangen werden. 

7.5 In Bezug auf die Sprachkompetenzen (Art. 31 Abs. 1 Bst. a VZAE 

i.V.m. Art. 58a Abs. 1 Bst. c AIG) ist aktenkundig, dass der Beschwerdefüh-

rer seit seiner Ankunft in der Schweiz diverse Deutschkurse besuchte und 

bereits vor Erlass der vorinstanzlichen Verfügung (25. Mai 2022) die deut-

sche Sprache schriftlich und mündlich auf dem Niveau B2 beherrschte (vgl. 

Goethe-Zertifikat B2 vom 29. Juli 2021 [kant. act. 170]). Es erstaunt dem-

nach auch nicht, dass in den zahlreichen Referenzschreiben jeweils seine 

sehr guten Deutschkenntnisse hervorgehoben werden. Sein damaliger 

Lehrer, der ihn im Rahmen eines Intensiv-Deutsch-Kurses für Asylbewer-

ber begleitete, erklärte überdies in einem Unterstützungsschreiben, er sei 

als Schüler durch sein diszipliniertes, aufmerksames und aktives Mitarbei-

ten aufgefallen (kant. act. 116). In sprachlicher Hinsicht hat er sich somit, 

wie zumindest grundsätzlich auch die Vorinstanz anerkennt, überdurch-

schnittlich gut integrieren können.  

7.6 Betreffend die Integration des Beschwerdeführers im Sinne der Teil-

nahme am Wirtschaftsleben oder am Erwerb von Bildung und seine finan-

ziellen Verhältnisse (Art. 31 Abs. 1 Bst. d VZAE) ergibt sich aus den Akten 

Folgendes:  

7.6.1 Der Beschwerdeführer war von seiner Einreise in die Schweiz im Ok-

tober 2015 bis zum Ablauf der Ausreisefrist am 20. November 2019 nicht 

im ersten Arbeitsmarkt erwerbstätig; bis zum 27. November 2019 war er 

fürsorgeabhängig; nach rechtskräftiger Abweisung seines Asylgesuchs be-

stritt er seinen Lebensunterhalt mittels Nothilfe (vgl. kant. act. 81, 83). Als 

abgewiesener Asylgesuchsteller war es ihm grundsätzlich nicht mehr er-

laubt, erwerbstätig zu sein (Art. 43 Abs. 2 AsylG). Gleichwohl arbeitete der 

Beschwerdeführer bzw. bildete sich fort. Zwischen Frühjahr 2016 und Ende 

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2018 leistete er einen Freiwilligeneinsatz in einer B._______ in C._______. 

Auch hat er immer wieder Personen aus seinem Umfeld unterstützt (kant. 

act. 121, 123, 124, 148, 154 ff.). Vom 25.  März 2019 bis 19. Dezember 

2019 absolvierte er beim Verein A.______ Kurse in Mathematik und Geo-

metrie. Die Kurse behandelten Themen der 7., 8. und 9. Klasse der Sekun-

darstufe B (kant. act. 143 ff.). Diese Leistung ist insofern beachtlich, als 

gemäss einem Schreiben eines ehemaligen Lehrers in diesen Kursen der 

gesamte Oberstufenstoff (in diesen Bereichen) innerhalb von sieben Mo-

naten durchgenommen wurde und der Beschwerdeführer ein «bestechend 

gutes Zertifikat» erhalten hat (kant. act. 118). 

7.6.2  Nachdem das Migrationsamt mit Schreiben vom 11. Mai 2022 einer 

Erwerbsaufnahme des Beschwerdeführers bis zum Abschluss des Härte-

fallverfahrens zugestimmt hat (kant. act. 209), arbeitet er nun seit dem 

16.  Mai 2022 für die Firma R._______ (neu: Z._______) als Allrounder und 

bestreitet seinen Lebensunterhalt selbst. Er erzielt einen monatlichen Net-

toverdienst von Fr. 3'607.00 in 13 Teilen (kant. act. 233; BVGer act. 7, Bei-

lage 1 bis 3; BVGer act. 7). Gemäss einem Schreiben vom 6. Dezember 

2023 verdiene er aktuell sogar Fr. 4'500.00 (brutto) im Monat, Belege dazu 

wurden allerdings keine eingereicht (vgl. BVGer act. 21). In dieser Firma 

absolvierte er im Jahr 2017 bereits eine Schnupperlehre. Die Firma si-

cherte ihm damals zu, dass er eine Lehrstelle als D._______ beginnen 

könne (kant. act. 117, 120). Aus einer Telefonnotiz der Migrationsbehörde 

vom 1. September 2021 ergibt sich zudem, dass die Firma ihm auch zu 

einem späteren Zeitpunkt eine Lehrstelle angeboten habe, wobei noch ein 

Gespräch ausgestanden sei (kant. act. 175).  

7.6.3 Dem Beschwerdeführer kann damit eine kontinuierlich positive Ent-

wicklung seiner beruflichen Integration attestiert werden. Er konnte sich 

von der Nothilfe loslösen und ist mittlerweile seit zwei Jahren wirtschaftlich 

selbständig (zum Einkommen des Beschwerdeführers soeben E. 7.6.2).   

7.7 Zu den Wiedereingliederungsmöglichkeiten des Beschwerdeführers im 

Herkunftsstaat (Art. 31 Abs .1 Bst. g VZAE) kann zwar mit der Vorinstanz 

davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer den grössten Teil 

seines Lebens, welcher für die Persönlichkeitsbildung und Sozialisierung 

wichtige Phasen umfasst, in Afghanistan verbrachte. Daraus kann jedoch 

nicht bereits geschlossen werden, dass dem Beschwerdeführer eine sozi-

ale und wirtschaftliche Reintegration in Afghanistan problemlos möglich 

wäre. Zwar ist bezüglich der aktuellen Lage mit der Vorinstanz festzuhal-

ten, dass diese vorrangig eine Frage der Asylgewährung beziehungsweise 

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der Vollziehbarkeit der verfügten Wegweisung darstellt (vgl. E. 5.4). Jedoch 

kann im vorliegenden Kontext nicht gänzlich unbeachtet bleiben, dass sich 

die Lage in Afghanistan mit der Machtübernahme der Taliban im August 

2021 seit dem negativen Asylentscheid des Beschwerdeführers (das Urteil 

des BVGer datiert vom 8. Oktober 2019) grundlegend verändert hat (vgl. 

bspw. Urteil des BVGer D-4386/2022 vom 22. November 2023 E. 5.2) und 

sich daher die Möglichkeit der Reintegration in diesem Land nur schwer 

abschätzen lässt. Kommt hinzu, dass sich gemäss den Akten die ganze 

Familie des Beschwerdeführers im Iran befindet (SEM act. 3/190). Eine 

Reintegration wäre damit nur unter erschwerten Bedingungen möglich.  

7.8 Mit Blick auf seine familiären Verhältnisse ist massgebend (Art. 31 

Abs. 1 Bst. c VZAE), dass der Beschwerdeführer ledig ist und keine Kinder 

hat. Dass sein Bruder, der über eine vorläufige Aufnahme verfügt, in der 

Schweiz lebt, wirkt sich vorliegend nicht entscheidend zu seinen Gunsten 

aus, zumal keine konkreten Anhaltspunkte für eine Familieneinheit jenseits 

der Kernfamilie im Sinne der Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK geltend ge-

macht werden oder anderweitig ersichtlich sind.   

8.   

8.1 Gestützt auf die bisherigen Ausführungen stellen das vom Beschwer-

deführer aufgezeigte soziale Engagement, seine zahlreichen über die 

Jahre hinweg aufgebauten, mitunter intensiven Kontakte zu Einheimischen 

wie auch seine Deutschkenntnisse auf Niveau B2 wesentliche Faktoren im 

Rahmen der Beurteilung der Härtefallkriterien dar. Dazu kommt, dass auch 

seine berufliche Integration für die Erteilung einer Härtefallbewilligung 

spricht. Er blieb während seines Aufenthaltes nie untätig, bildete sich weiter 

und ist mittlerweile wirtschaftlich unabhängig. Dass er offenbar noch eine 

Lehre absolvieren will, zeigt deutlich seinen Willen, sich beruflich weiterzu-

entwickeln. Kommt hinzu, dass eine Wiedereingliederung im Herkunfts-

staat aller Wahrscheinlichkeit nach mit nicht unerheblichen Schwierigkeiten 

verbunden wäre.  

8.2 In Würdigung aller Umstände kommt das Bundesverwaltungsgericht 

deshalb zum Schluss, dass beim Beschwerdeführer auf einen schwerwie-

genden persönlichen Härtefall im Sinne von Art. 14 Abs. 2 AsylG zu 

schliessen ist. Indem die Vorinstanz dies verneint und deshalb ihre Zustim-

mung zur Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung verweigert hat, hat sie 

Bundesrecht verletzt. 

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8.3 Die Beschwerde ist gutzuheissen, die angefochtene Verfügung aufzu-

heben und der Erteilung der Aufenthaltsbewilligung durch den Kanton Zü-

rich zuzustimmen. 

9.  

Bei diesem Verfahrensausgang sind keine Kosten aufzuerlegen (Art. 63 

Abs. 1 und 2 VwVG). Dem Beschwerdeführer ist für die ihm im Verfahren 

vor dem Bundesverwaltungsgericht erwachsenen notwendigen Kosten zu 

Lasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 

Abs. 1 und Abs. 2 VwVG; Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Es wurde keine Kostennote eingereicht, 

sodass das Gericht die Parteientschädigung aufgrund der Akten und ge-

stützt auf die üblichen Bemessungsfaktoren festsetzt (Art. 14 VGKE).  

(Dispositiv nächste Seite)  

  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben und der Erteilung der Auf-

enthaltsbewilligung durch den Kanton Zürich wird die Zustimmung erteilt. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. Der geleistete Kostenvor-

schuss von Fr. 1'000.00 wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.  

4.  

Die Vorinstanz hat den Beschwerdeführer für das Verfahren vor dem Bun-

desverwaltungsgericht mit Fr. 2'000.00 zu entschädigen. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und die kan-

tonale Migrationsbehörde.  

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Sebastian Kempe Susanne Stockmeyer 

 

 

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