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**Case Identifier:** 79699ad1-3e99-5334-b552-45293a942d3a
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-03-22
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 22.03.2021 BV.2021.7
**Docket/Reference:** BV.2021.7
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BV-2021-7_2021-03-22

## Full Text

Amtshandlung (Art. 27 Abs. 1 und 3 VStrR). Nichteintreten auf Siegelungsantrag (Art. 50 Abs. 3 VStrR).;;Amtshandlung (Art. 27 Abs. 1 und 3 VStrR). Nichteintreten auf Siegelungsantrag (Art. 50 Abs. 3 VStrR).;;Amtshandlung (Art. 27 Abs. 1 und 3 VStrR). Nichteintreten auf Siegelungsantrag (Art. 50 Abs. 3 VStrR).;;Amtshandlung (Art. 27 Abs. 1 und 3 VStrR). Nichteintreten auf Siegelungsantrag (Art. 50 Abs. 3 VStrR).

Beschluss vom 22. März 2021 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Cornelia Cova, Vorsitz, 

Patrick Robert-Nicoud und Stephan Blättler,     

Gerichtsschreiberin Inga Leonova  

   
 

Parteien 

  

BANK A., vertreten durch Rechtsanwälte  

Flavio Romerio und Stephan Groth,  

 

Beschwerdeführerin 

 

 gegen 

   

EIDGENÖSSISCHES FINANZDEPARTEMENT,  

Generalsekretariat EFD, Rechtsdienst, Bundes-

gasse 3, 3003 Bern, 

 

Beschwerdegegner 

 

 

Gegenstand  Amtshandlung (Art. 27 Abs. 1 und 3 VStrR);  

Nichteintreten auf Siegelungsantrag (Art. 50 Abs. 3 

VStrR) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BV.2021.7 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Am 7. November 2019 erstattete die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht 

(nachfolgend «FINMA») beim Eidgenössischen Finanzdepartement (nach-

folgend «EFD») gegen die Verantwortlichen der Bank A. sowie allfällige wei-

tere involvierte Personen Strafanzeige wegen Widerhandlung gegen Art. 9 

i.V.m. Art. 37 des Bundesgesetzes vom 10. Oktober 1997 über die Bekämp-

fung der Geldwäscherei und der Terrorismusfinanzierung (Geldwäscherei-

gesetz, GwG; SR 955.0). Gemäss den Ausführungen der FINMA besteht der 

Verdacht, dass im Zusammenhang mit den Kontobeziehungen der Bank A. 

der lybischen Familien B., C. und D. eine Verdachtsmeldung an die MROS 

nach Art. 9 GwG pflichtwidrig unterlassen worden sei. Ihrer Strafanzeige 

legte die FINMA unter anderem einige der ihr von der Bank A. im aufsichts-

rechtlichen Verfahren eingereichten Dokumente bei (Verfahrensakten EFD, 

pag. 010 001 ff.). 

 

 

B. In der Folge eröffnete das EFD am 13. August 2020 ein Verwaltungsstraf-

verfahren wegen des Verdachts auf Verletzung der Meldepflicht gemäss 

Art. 37 GwG gegen Unbekannt (Verfahrensakten EFD, pag. 050 0001).  

 

 

C. Am 14. August 2020 erliess das EFD eine Auskunfts- und Editionsverfügung 

und wies die Bank A. an, ihm Unterlagen betreffend die Geschäftsbeziehun-

gen mit B., E., F., C. sowie D. herauszugeben und anzugeben, welche Per-

sonen in der Periode 1. Januar 2012 bis 31. Juli 2018 zu welchen Zeitpunk-

ten und in welcher Funktion mit den Geschäftsbeziehungen beschäftigt wa-

ren und dafür verantwortlich zeichneten. Des Weiteren forderte das EFD die 

Bank A. auf, ihm sämtliche bankinternen Weisungen betreffend GwG-Sorg-

faltspflichten, gültig im Zeitraum vom 1. Januar 2012 bis zum 31. Juli 2018, 

sowie sämtliche weiteren Unterlagen (Organigramme, Reglemente, Verord-

nungen, Weisungen, Richtlinien, Handbücher, Handlungsabläufe, Pflichten-

hefte etc.) zu Organisation, personeller Besetzung (inkl. Namen und Kürzel), 

Hierarchie, Zuständigkeiten sowie Pflichten und Befugnissen im Zusammen-

hang mit der Geldwäschereibekämpfung (inkl. Identifikation von Kunden) bis 

zur obersten Leitungsebene für den Zeitraum vom 1. Januar 2012 bis zum 

31. Juli 2018 (inkl. Erläuterung der verschiedenen Verantwortlichkeiten) ein-

zureichen (act. 1.2). 

 

 

D. Die Bank A. reichte dem EFD die angeforderten Unterlagen am 27. Novem-

ber 2020 auf einem passwortgeschützten Datenträger ein und erhob gegen 

- 3 - 

 

 

dessen Durchsuchung zugleich Einsprache. Des Weiteren beantragte die 

Bank A. im Schreiben vom 27. November 2020 die Siegelung sämtlicher Un-

terlagen der Bank A., die das EFD von der FINMA erhältlich gemacht habe 

oder mache oder gestützt auf Unterlagen der FINMA erstellt habe oder er-

stelle. Zur Begründung führte die Bank A. aus, dass das EFD ihr vor der 

Durchsuchung der FINMA-Unterlagen das Siegelungsrecht hätte gewähren 

müssen. Dies führe zur Unverwertbarkeit der widerrechtlich bzw. voreilig 

durchsuchten Unterlagen (act. 1.3).  

 

 

E. Mit Verfügung vom 17. Dezember 2020 (Dispositivziffer 2) trat der untersu-

chende Beamte des EFD auf die Einsprache der Bank A. vom 27. November 

2020 betreffend Unterlagen, die das EFD von der FINMA erhältlich machte 

oder macht oder gestützt auf Unterlagen der FINMA erstellte oder erstellt, 

nicht ein (act. 1.4). In Bezug auf die sich auf dem passwortgeschützten USB-

Stick befindlichen Unterlagen stellte das EFD bei der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts am 17. Dezember 2020 ein Entsiegelungsgesuch, 

das unter der Verfahrensnummer BE.2020.21 geführt wird.  

 

 

F. Gegen die Verfügung vom 17. Dezember 2020 liess die Bank A. beim Leiter 

des Rechtsdienstes des EFD am 21. Dezember 2020 Beschwerde erheben 

und die Aufhebung der Dispositivziffer 2 der Verfügung vom 17. Dezember 

2020 beantragen (act. 1.5). Der Leiter des Rechtsdienstes des EFD wies die 

Beschwerde der Bank A. mit Entscheid vom 13. Januar 2021 ab (act. 1.1). 

 

 

G. Am 18. Januar 2021 liess die Bank A. bei der Beschwerdekammer des Bun-

desstrafgerichts Beschwerde erheben und die Aufhebung des Beschwerde-

entscheids vom 13. Januar 2021 beantragen. Des Weiteren beantragt die 

Bank A., die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, die Unterlagen, die das 

EFD von der FINMA erhältlich gemacht habe oder mache oder gestützt auf 

Unterlagen der FINMA erstellt habe oder erstelle, umgehend zu siegeln 

(act. 1).   

 

 

H. Der Leiter des Rechtsdienstes des EFD beantragt in seiner Eingabe vom 

9. Februar 2021 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde und verwies 

auf die Begründung des Entscheids vom 13. Januar 2021 (act. 6). Das 

Schreiben vom 9. Februar 2021 wurde der Bank A. am darauffolgenden Tag 

zur Kenntnis gebracht (act. 7).  

- 4 - 

 

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den folgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genommen. 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Gemäss Art. 50 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Eidgenössische Fi-

nanzmarktaufsicht (Finanzmarktaufsichtsgesetz, FINMAG; SR 956.1) richtet 

sich das Verfahren bei Verdacht auf Widerhandlungen gegen das FINMAG 

oder der Finanzmarktgesetze – worunter auch das GwG fällt (Art. 1 Abs. 1 

lit. f FINMAG) – nach den Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 22. März 

1974 über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR; SR 313.0), soweit das  

FINMAG oder die Finanzmarktgesetze nichts anderes bestimmen. Verfol-

gende und urteilende Behörde ist das EFD (Art. 50 Abs. 1 zweiter Satz  

FINMAG).  

 

1.2 Soweit das VStrR einzelne Fragen nicht abschliessend regelt, sind die  

Bestimmungen der StPO grundsätzlich analog anwendbar. Die allgemeinen 

strafprozessualen und verfassungsrechtlichen Grundsätze sind jedenfalls 

auch im Verwaltungsstrafverfahren zu berücksichtigen (BGE 139 IV 246 

E. 1.2 und E. 3.2; vgl. hierzu auch TPF 2016 55 E. 2.3; Beschluss des Bun-

desstrafgerichts BV.2017.26 vom 6. September 2017 E. 1.2 und E. 1.3). 

 

 

2.  

2.1 Gegen einen Beschwerdeentscheid im Sinne von Art. 27 Abs. 2 VStrR kann 

bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde geführt 

werden (Art. 27 Abs. 3 VStrR i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. b des Bundesgesetzes 

vom 19. März 2010 über die Organisation der Strafbehörden des Bundes 

[Strafbehördenorganisationsgesetz, StBOG; SR 173.71]). Die Beschwerde 

gegen einen Beschwerdeentscheid ist innert drei Tagen, nachdem dieser 

dem Beschwerdeführer eröffnet worden ist, schriftlich mit Antrag und kurzer 

Begründung einzureichen (Art. 28 Abs. 3 VStrR). Zur Beschwerde ist berech-

tigt, wer durch den Beschwerdeentscheid berührt ist und ein schutzwürdiges 

Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung hat (Art. 28 Abs. 1 VStrR). 

 

http://links.weblaw.ch/TPF_2016_55
http://links.weblaw.ch/BSTGER-BV.2017.26
http://www.admin.ch/ch/d/sr/c173_71.html
http://www.admin.ch/ch/d/sr/c173_71.html
http://www.admin.ch/ch/d/sr/c173_71.html

- 5 - 

 

 

2.2  

2.2.1 Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Beschwerdeentscheid 

des Leiters des Rechtsdienstes des Beschwerdegegners, den dieser am 

13. Januar 2021 gestützt auf Art. 27 VStrR erlassen hat (act. 1.1).  

2.2.2 Die Beschwerdeführerin erhob beim Leiter des Rechtsdienstes des Be-

schwerdegegners am 21. Dezember 2020 gegen die Dispositivziffer 2 der 

Verfügung vom 17. Dezember 2020 Beschwerde. In Bezug auf die Zustän-

digkeit führte die Beschwerdeführerin aus, die Abweisung eines Siegelungs-

gesuchs stelle eine mit einer Zwangsmassnahme zusammenhängende 

Amtshandlung i.S.v. Art. 26 Abs. 1 VStrR dar, weshalb die Beschwerde ge-

mäss Art. 26 Abs. 2 lit. b VStrR zulässig und an den Leiter des Rechtsdiens-

tes des Beschwerdegegners zu richten sei (act. 1.5, S. 3). Der Leiter des 

Rechtsdienstes des Beschwerdegegners nahm die Beschwerde vom 

21. Dezember 2020 jedoch nicht als eine Zwangsmassnahmenbeschwerde, 

für deren Beurteilung die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts zu-

ständig gewesen wäre (vgl. Art. 26 Abs. 1 und 2 lit. b VStrR), sondern als 

eine Beschwerde i.S.v. Art. 27 Abs. 1 VStrR entgegen und erliess am 13. Ja-

nuar 2021 den hier angefochtenen Beschwerdeentscheid. Seine Zuständig-

keit zum Erlass des Beschwerdeentscheids begründete er dahingehend, 

dass eine mit einer Zwangsmassnahme zusammenhängende Amtshandlung 

nicht vorliege. Die FINMA habe dem Beschwerdegegner die vom Siege-

lungsantrag betroffenen Unterlagen mit der Strafanzeige übermittelt, wes-

halb es an einer Zwangsmassnahme fehle. Entsprechend stünde gegen die 

Verfügung vom 17. Dezember 2020 die Beschwerde i.S.v. Art. 27 VStrR of-

fen (act. 1.1, S. 3 f.).  

2.2.3 Die Beschwerdeführerin bestreitet die Zuständigkeit des Leiters des Rechts-

dienstes des Beschwerdegegners zum Erlass des hier angefochtenen Be-

schwerdeentscheids nicht (act. 1, S. 4). Dessen Unzuständigkeit ist vorlie-

gend auch nicht ersichtlich. Wie im Nachfolgenden ausgeführt wird (E. 4.3 

hiernach), nahm der Beschwerdegegner von der ihm von der FINMA über-

mittelten Strafanzeige (samt deren Beilagen) nicht im Rahmen einer 

Zwangsmassnahme Kenntnis. Daher ist das Nichteintreten des untersu-

chenden Beamten auf den Siegelungsantrag der Beschwerdeführerin betref-

fend die Beilagen der Strafanzeige der FINMA nicht als eine mit einer 

Zwangsmassnahme zusammenhängende Amtshandlung i.S.v. Art. 26 

Abs. 1 VStrR zu qualifizieren. Somit war der Leiter des Rechtsdienstes des 

Beschwerdegegners befugt, den hier angefochtenen Beschwerdeentscheid 

zu erlassen.  

2.3 Die Beschwerdeführerin ist durch den angefochtenen Beschwerdeentscheid 

berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder 

- 6 - 

 

 

Änderung. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht erhobene Beschwerde 

ist nach dem Gesagten einzutreten.  

 

 

3.  

3.1 Der untersuchende Beamte des Beschwerdegegners trat auf den Siege-

lungsantrag der Beschwerdeführerin vom 27. November 2020 betreffend die 

von der FINMA eingereichten Beilagen der Strafanzeige mit Verfügung vom 

17. Dezember 2020 infolge fehlender Legitimation und deren Siegelungsfä-

higkeit nicht ein (act. 1.4).  

 

Der Leiter des Rechtsdienstes schützte die Verfügung vom 17. Dezember 

2020 und wies die Beschwerde der Beschwerdeführerin mit Entscheid vom 

13. Januar 2021 ab. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, dass 

die Beschwerdeführerin in Bezug auf die Unterlagen der FINMA nicht als 

Inhaberin, sondern als Dritte gelte. Das zwecks Legitimation notwendige ei-

gene, rechtlich geschützte Interesse an der Siegelung dieser Unterlagen 

habe die Beschwerdeführerin nicht dargelegt. Überdies seien die Unterlagen 

der FINMA, welche der Beschwerdegegner als Beilage zur Strafanzeige er-

halten habe, nicht siegelungsfähig. Auf Entsiegelungsgesuche von nicht sie-

gelungsfähigen Unterlagen trete das Bundesstrafgericht nicht ein. Zudem 

habe der untersuchende Beamte die ihm mit der Strafanzeige am 7. Novem-

ber 2019 zugestellten Unterlagen längst eingesehen und gewertet, weshalb 

der Beschwerdeführerin auch aus diesem Grund kein aktuelles Interesse an 

der Siegelung zustehe. Schliesslich fehle ein schutzwürdiges Interesse der 

Beschwerdeführerin auch in Bezug auf allfällige Unterlagen, die der Be-

schwerdegegner gestützt auf die Informationen der FINMA in der Zukunft 

erstellen oder von der FINMA auf dem Rechtshilfeweg erhältlich machen 

könnte. Das diesbezügliche Siegelungsbegehren richte sich auf theoretisch 

künftige mögliche Umstände und Unterlagen (act. 1.1, S. 4 ff.). 

 

3.2 Die Beschwerdeführerin hält dem entgegen, dass der Beschwerdegegner 

nicht berechtigt gewesen sei, die Begründetheit der Einsprache zu prüfen 

und zu verweigern. Indem der Beschwerdegegner die Einsprache gegen die 

Durchsuchung nicht bloss entgegengenommen, sondern geprüft habe und 

darauf nicht eingetreten sei, habe er seine Kompetenzen überschritten. Laut 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung könne eine Einsprache bzw. ein Siege-

lungsgesuch nur in absoluten Ausnahmefällen nicht beachtet werden, na-

mentlich wenn es offensichtlich rechtsmissbräuchlich ist und das Siege-

lungsverfahren einem Leerlauf gleichkommen würde. Werde ein Grund ge-

gen die Durchsuchung glaubhaft gemacht, dürfen die Strafverfolgungsbehör-

den nur bei offensichtlich unbegründeten Anträgen bzw. in liquiden Fällen 

- 7 - 

 

 

von der Siegelung absehen. Ihr Siegelungsgesuch vom 27. November 2020 

sei weder offensichtlich unbegründet noch rechtsmissbräuchlich. Sie habe 

dargelegt, dass von den FINMA-Unterlagen ihre Geschäftsgeheimnisse so-

wie das Bankkundengeheimnis betroffen seien und dass ein hinreichender 

Tatverdacht auf eine Verletzung der Meldepflicht nach Art. 37 GwG nicht ge-

geben sei. Die Unterlagen seien von ihren Mitarbeitern erstellt worden, wes-

halb sie legitimiert sei, als deren Inhaberin die Siegelung zu verlangen. Zu-

dem habe der Beschwerdegegner die Unterlagen nicht nur gesichtet, son-

dern bereits umfassend analysiert. Der Sachverhalt sei nicht liquide, da meh-

rere Rechtsfragen noch nicht höchstrichterlich entschieden worden seien. 

Insbesondere sei die Frage, ob eine Bank als Geheimnisschutzberechtigte 

gelte, wenn von ihren Mitarbeitenden verfasste Unterlagen in eine Strafun-

tersuchung gelangen, vom Entsiegelungsgericht zu entscheiden. Dasselbe 

gelte in Bezug auf das schutzwürdige Interesse der Beschwerdeführerin an 

der Siegelung der FINMA-Unterlagen. Schliesslich sei der Beschwerdegeg-

ner als Untersuchungsbehörde nicht berechtigt, die Begründetheit der ange-

rufenen Siegelungsgründe oder weiterer Siegelungshindernisse zu prüfen 

(act. 1, S. 5 ff.). 

 

 

4.  

4.1 Papiere sind mit grösster Schonung der Privatgeheimnisse zu durchsuchen. 

Insbesondere sollen Papiere nur dann durchsucht werden, wenn anzuneh-

men ist, dass sich Schriften darunter befinden, die für die Untersuchung von 

Bedeutung sind (Art. 50 Abs. 1 VStrR). Bei der Durchsuchung sind ausser-

dem das Amtsgeheimnis sowie Geheimnisse, die Geistlichen, Rechtsanwäl-

ten, Notaren, Ärzten, Apothekern, Hebammen und ihren beruflichen Gehilfen 

in ihrem Amte oder Beruf anvertraut werden, zu wahren (Art. 50 Abs. 2 

VStrR). Dem Inhaber von Papieren ist wenn immer möglich Gelegenheit zu 

geben, sich vor der Durchsuchung über deren Inhalt auszusprechen (Art. 50 

Abs. 3 VStrR). Erhebt er gegen die Durchsuchung Einsprache, so werden 

die Papiere vorläufig versiegelt und verwahrt. Über die Zulässigkeit der 

Durchsuchung entscheidet die Beschwerdekammer des Bundesstrafge-

richts (Art. 50 Abs. 3 i.V.m. Art. 25 Abs. 1 VStrR und Art. 37 Abs. 2 lit. b 

StBOG). Eine Siegelung ist anzuordnen, wenn «nach Angaben» der berech-

tigten Person Geheimnisschutzinteressen bzw. Entsiegelungshindernisse 

bestehen. Ob solche Hindernisse bestehen (und dem Strafverfolgungsinte-

resse vorgehen) oder nicht, hat grundsätzlich der Entsiegelungsrichter zu 

entscheiden. Ausnahmen können nur in liquiden Fällen in Frage kommen, 

etwa wenn das Siegelungsbegehren offensichtlich unbegründet bzw. rechts-

missbräuchlich erhoben erscheint und ein förmliches Entsiegelungsverfah-

ren vor dem Zwangsmassnahmengericht geradezu einem Prozessleerlauf 

- 8 - 

 

 

gleichkäme (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_464/2012 vom 7. März 2013 

E. 3). 

 

4.2  

4.2.1 Der Beschwerdegegner wies die Beschwerde der Beschwerdeführerin unter 

Verweis auf den kürzlich ergangenen Beschluss des Bundesstrafgerichts 

BE.2020.6 und BE.2020.10 vom 21. Dezember 2020 ab. Diesem Beschluss 

lag eine ähnlich gelagerte Konstellation zugrunde und betraf dieselben Par-

teien. Im Gegensatz zum vorliegenden Fall versiegelte der Beschwerdegeg-

ner gestützt auf die Einsprache der Beschwerdeführerin die ihm von der 

FINMA eingereichten Beilagen einer Strafanzeige und stellte bei der Be-

schwerdekammer ein Entsiegelungsgesuch. Die Beschwerdekammer 

sprach der Beschwerdeführerin im Beschluss BE.2020.6 und BE.2020.10 

die diesbezügliche Siegelungslegitimation ab, stellte fest, dass es sich bei 

den von der FINMA dem EFD eingereichten Unterlagen um nicht siegelungs-

fähige Unterlagen handle und trat auf das Entsiegelungsgesuch diesbezüg-

lich nicht ein. Zur Begründung führte die Beschwerdekammer aus, dass die 

im ordentlichen Strafprozessrecht entwickelte Rechtsprechung zur Legitima-

tion von Dritten, die Siegelung zu verlangen, auch in verwaltungsstrafrecht-

lichen Verfahren gelte (E. 4.1.2). Zugleich betonte die Beschwerdekammer, 

dass auch Dritte, die ein rechtlich geschütztes Interesse an Unterlagen oder 

deren Geheimhaltung für ihre Legitimation und Teilnahme in Anspruch neh-

men wollen, ausschliesslich eigene, rechtlich geschützte Interessen geltend 

machen und sich nicht auf die Wahrung der Interessen Dritter berufen kön-

nen (E. 4.1.3 und 4.3.3). Des Weiteren führte die Beschwerdekammer im 

vorgenannten Beschluss aus, dass sie nicht davon ausgehe, dass das Bun-

desgericht mit der Ausweitung der Siegelungsberechtigung in BGE 140 IV 

28 beabsichtigt habe, das Siegelungsrecht auch auf Unterlagen auszuwei-

ten, die einer Behörde in einer Strafanzeige und somit noch vor Einleiten 

eines Strafverfahrens eingereicht worden seien. Durch die Kenntnisnahme 

und Prüfung der Strafanzeige der FINMA und der ihr beiliegenden Aktenstü-

cke hinsichtlich eines Anfangsverdachts wird keine eigentliche Durchsu-

chung i.S.v. Art. 50 VStrR vorgenommen, da diese Akten zwar auf Be-

weiseignung geprüft, jedoch nicht beschlagnahmt werden könnten. Mangels 

deren Beschlagnahmefähigkeit kam die Beschwerdekammer zum Schluss, 

dass das Institut der Siegelung nicht geeignet sei, die Behörde an der Kennt-

nisnahme dieser Unterlagen zu hindern (E. 4.3.3).  

 

4.3 Im Sinne des oben Ausgeführten nahm der untersuchende Beamte durch 

die Kenntnisnahme und Prüfung der Strafanzeige der FINMA und der ihr bei-

gelegten Aktenstücke hinsichtlich eines Anfangsverdachts keine eigentliche 

- 9 - 

 

 

Durchsuchung i.S.v. Art. 50 VStrR vor, die der Beschwerdeführerin vorgän-

gig ein Siegelungsrecht eingeräumt hätte. Der untersuchende Beamte war 

verpflichtet die Strafanzeige (samt deren Beilagen) zu sichten, um beurteilen 

zu können, ob ein hinreichender Tatverdacht zur Eröffnung einer Untersu-

chung gegeben war (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_49/2020 vom 16. Ok-

tober 2020 E. 2.3; Beschluss des Bundesstrafgerichts BE.2020.6 und 

BE.2020.10 vom 21. Dezember 2020 E. 4.3.3). Diese dem Beschwerdegeg-

ner von der FINMA eingereichten Beilagen konnten zwar auf Beweiseignung 

geprüft, jedoch nicht beschlagnahmt werden. Bereits aus diesem Grund 

musste der untersuchende Beamte weder die Beschwerdeführerin über die 

dem Beschwerdegegner von der FINMA eingereichten Unterlagen unterrich-

ten noch ihr Gelegenheit zur Siegelung bzw. Einsprache geben. 

 

4.4  

4.4.1 Die Beschwerdeführerin war aus einem weiteren Grund nicht berechtigt, die 

Siegelung der Beilagen der Strafanzeige der FINMA zu verlangen. Die Be-

schwerdeführerin ist im Verfahren vor dem Beschwerdegegner nicht be-

schuldigt und wurde zur Einreichung der Unterlagen als Zeugin aufgefordert. 

Da die vom Siegelungsantrag betroffenen Unterlagen dem Beschwerdegeg-

ner von der FINMA zusammen mit ihrer Strafanzeige eingereicht wurden, hat 

die Beschwerdeführerin diesbezüglich nicht als deren Inhaberin, sondern als 

Dritte zu gelten. Auch als solche hat sie ein eigenes, rechtlich geschütztes 

Interesse darzulegen (Beschluss des Bundesstrafgerichts BE.2020.6 und 

BE.2020.10 vom 21. Dezember 2020 E. 4.1.3 und 4.3.3). Wie im angefoch-

tenen Beschwerdeentscheid zutreffend ausgeführt wird, unterliess die Be-

schwerdeführerin in ihrem Schreiben vom 27. November 2020 in Bezug auf 

die von der FINMA erhältlich gemachten Unterlagen Geheimschutzinteres-

sen geltend zu machen. Den diesbezüglichen Siegelungsantrag begründete 

die Beschwerdeführerin lediglich damit, dass sie zur Siegelung als Inhaberin 

der dem Beschwerdegegner von der FINMA eingereichten Unterlagen be-

rechtigt sei (act. 1.3). Die übrigen detaillierten Ausführungen in diesem 

Schreiben beziehen sich auf den nach Ansicht der Beschwerdeführerin nicht 

gegebenen hinreichenden Tatverdacht und auf eine von der Bundesanwalt-

schaft erlassene Nichtanhandnahmeverfügung (act. 1.3, S. 1-7). Erst in der 

Beschwerde vom 21. Dezember 2020 machte die Beschwerdeführerin gel-

tend, dass die Beilagen der Strafanzeige der FINMA von ihren Mitarbeitern 

verfasst worden seien, Angaben zu ihrer Geschäftstätigkeit sowie Informati-

onen zu Bankkunden enthalten und daher vom Geschäftsgeheimnis und 

Bankgeheimnis geschützt seien (act. 1.5, S. 4).  

 

- 10 - 

 

 

4.4.2 Somit hat die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin in ihrem Schreiben 

vom 27. November 2020 gegenüber dem untersuchenden Beamten betref-

fend die Beilagen der Strafanzeige der FINMA überhaupt keine Geheimnis-

interessen angerufen. Der von der Beschwerdeführerin bestrittene Tatver-

dacht stellt keinen Siegelungsgrund dar. Da die Beschwerdeführerin in ihrem 

Schreiben vom 27. November 2020 keine Geheimnisschutzinteressen gel-

tend machte, durfte der untersuchende Beamte sowohl von einem liquiden 

Fall als auch von einem offensichtlich unbegründeten Siegelungsbegehren 

ausgehen. Unter diesen Umständen und angesichts der aktuellen bundes-

strafgerichtlichen Rechtsprechung ist nicht zu beanstanden, dass der unter-

suchende Beamte auf das diesbezügliche Siegelungsgesuch der Beschwer-

deführerin ausnahmsweise nicht eintrat (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

1B_464/2019 vom 17. März 2020 E. 2.1; 1B_464/2012 vom 7. März 2013 

E. 3). Der Beschwerdeentscheid vom 13. Januar 2021 ist auch in diesem 

Punkt nicht zu beanstanden.  

 

4.5 Der untersuchende Beamte des Beschwerdegegners hat die Beilagen der 

Strafanzeige vom 7. November 2019 bereits eingesehen und verwendet. Die 

am 27. November 2020, mithin ein Jahr später erklärte Siegelung wäre daher 

grundsätzlich nicht mehr geeignet, ihren Zweck, namentlich das Vermeiden 

der Kenntnisnahme durch die Behörden, zu erreichen. Da dem Siegelungs-

gesuch bereits aus den vorgenannten Gründen nicht stattgegeben werden 

musste, kann dahingestellt bleiben, ob der Beschwerdegegner der Be-

schwerdeführerin auch aus diesem Grund ein rechtlich geschütztes Inte-

resse an der Siegelung absprechen durfte (hierzu vgl. Beschlüsse des Bun-

desstrafgerichts BE.2020.6 und BE.2020.10 vom 21. Dezember 2020 

E. 4.3.5 i.f.; BV.2019.5 vom 2. April 2019 E. 2.2).  

 

4.6 Der Siegelungsantrag der Beschwerdeführerin vom 27. November 2020 be-

zog sich nicht nur auf die dem Beschwerdegegner von der FINMA mit der 

Strafanzeige eingereichten Unterlagen, sondern auch auf allfällige Unterla-

gen, die der Beschwerdegegner gestützt auf die Informationen der FINMA in 

der Zukunft erstellen oder von der FINMA auf dem Rechtshilfeweg erhältlich 

machen könnte. Die Beschwerdeführerin legt nicht dar, um welche Unterla-

gen es sich dabei handeln soll. Daher ist davon auszugehen, dass sich das 

Siegelungsbegehren auf noch nicht existierende Unterlagen, mithin auf  

theoretisch künftige, mögliche Umstände und Unterlagen bezog. Mangels 

eines konkreten Beurteilungsobjekts ist der Beschwerdeführerin auch dies-

bezüglich ein schutzwürdiges Interesse an der Siegelung abzusprechen.  

 

4.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin nicht be-

rechtigt war, Einsprache in Bezug auf die Beilagen der Strafanzeige der 

- 11 - 

 

 

FINMA vom 7. November 2019 zu erheben. Der Beschwerdeentscheid vom 

13. Januar 2021 ist nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist als unbegrün-

det abzuweisen.  

 

4.8 Bei diesem Ergebnis ist auch der Antrag der Beschwerdeführerin abzuwei-

sen, mit welchem sie vorliegend um Anweisung des Beschwerdegegners er-

sucht, die Unterlagen, die der Beschwerdegegner von der FINMA erhältlich 

gemacht habe oder mache oder gestützt auf Unterlagen der FINMA erstellt 

habe oder erstelle, umgehend zu siegeln (act. 1).  

 

 

5. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

 

6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin als unter-

liegende Partei die Gerichtskosten zu tragen (Art. 25 Abs. 4 VStrR i.V.m. 

Art. 66 Abs. 1 BGG analog, siehe dazu TPF 2011 25 E. 3). Die Gerichtsge-

bühr ist auf Fr. 2’000.-- festzusetzen (vgl. Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reglements 

des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren 

und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]), 

unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe.  

http://links.weblaw.ch/TPF_2011_25

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 2‘000.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt, 

unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe.  

 

 

Bellinzona, 23. März 2021 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Die Vizepräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwälte Flavio Romerio und Stephan Groth 

- Eidgenössisches Finanzdepartement, Generalsekretariat EFD 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Beschluss ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.