# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 557f82a8-bafd-54cf-bed1-9298c3a9d0ce
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-12
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 12.01.2015 HG120065
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG120065_2015-01-12.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 

 

Geschäfts-Nr.: HG120065-O U/dz 

 

 

Mitwirkend: Die Oberrichter Dr. George Daetwyler, Vizepräsident, und Roland 

Schmid, die Handelsrichter Dr. Alexander Müller, Patrick Lerch und 

Hans-Ruedi Müller sowie Gerichtsschreiberin Claudia Feier 

 

Urteil vom 12. Januar 2015 

 

in Sachen 

 
1. A._____,  

2. B1._____,  

Klägerinnen und Widerbeklagte 

 

1, 2 vertreten durch Rechtsanwalt Prof. Dr. iur. X1._____ 

1, 2 vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. X2._____ 

 

gegen 

 

C._____ Ltd,  

Beklagte und Widerklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y1._____ 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y2._____ 

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Y3._____ 

 

betreffend Forderung 
 

- 2 - 

Inhaltsverzeichnis 

Rechtsbegehren der Klage:.............................................................................................. 5 
 
Rechtsbegehren der Widerklage: .................................................................................... 5 
 
Sachverhalt und Verfahren ............................................................................................... 6 
 
A. Sachverhaltsübersicht ............................................................................................... 6 
a. Parteien und ihre Stellung ........................................................................................ 6 
b. Hintergrund und Prozessgegenstand ..................................................................... 7 
 
B. Prozessverlauf ............................................................................................................ 9 
 
Erwägungen ......................................................................................................................11 
 
1. Formelles ...................................................................................................................11 
1.1. Zuständigkeit.............................................................................................................11 
1.1.1. Örtliche Zuständigkeit...........................................................................................11 
1.1.2. Sachliche Zuständigkeit .......................................................................................11 
1.2. Widerklage ................................................................................................................12 
1.3. Parteifähigkeit der Klägerin 2 .................................................................................12 
1.3.1. Parteistandpunkte .................................................................................................12 
1.3.2. Rechtliche Grundlagen.........................................................................................12 
1.3.3. Würdigung ..............................................................................................................15 
1.3.4. Fazit.........................................................................................................................16 
1.4. Unaufgeforderte Eingaben .....................................................................................16 
 
2. Inhalt und Qualifikation der Policen.......................................................................18 
2.1. Rechtliche Grundlagen............................................................................................18 
2.1.1. Technische Versicherungen................................................................................18 
2.1.2. Montageversicherung ...........................................................................................18 
2.1.3. Bauwesenversicherung........................................................................................19 
2.1.4. Versicherung auf erstes Risiko ...........................................................................20 
2.1.5. Eigen- und Fremdversicherung ..........................................................................20 
2.1.6. Mitversicherung .....................................................................................................20 
2.2. C._____-Police .........................................................................................................21 
2.3. A._____ CAR-Police................................................................................................22 
2.4. B1._____ CAR-Police .............................................................................................24 
 
3. Subsidiärklausel und Captive-Versicherung ........................................................25 
3.1. Parteistandpunkte ....................................................................................................25 
3.2. Rechtliche Grundlagen............................................................................................26 
3.3. Würdigung .................................................................................................................27 
3.4. Fazit............................................................................................................................30 
 
4. "Excess Insurance"-Klausel in der A._____ CAR-Police...................................30 
4.1. Parteistandpunkte ....................................................................................................30 

- 3 - 

4.2. Würdigung .................................................................................................................31 
4.3. Fazit............................................................................................................................31 
 
5. Verletzung von Mitwirkungspflichten.....................................................................32 
5.1. Parteistandpunkte ....................................................................................................32 
5.2. Unbestrittener Sachverhalt .....................................................................................32 
5.3. Rechtliche Grundlagen............................................................................................34 
5.4. Würdigung .................................................................................................................36 
5.5. Fazit............................................................................................................................39 
 
6. Deckungsausschluss ...............................................................................................39 
6.1. Parteistandpunkte ....................................................................................................39 
6.2. Rechtliche Grundlagen............................................................................................40 
6.3. Würdigung .................................................................................................................40 
6.4. Fazit............................................................................................................................40 
 
7. Doppelversicherung .................................................................................................41 
7.1. Anwendbares Recht ................................................................................................41 
7.2. Rechtliche Grundlagen............................................................................................42 
7.3. Würdigung .................................................................................................................43 
7.4. Fazit............................................................................................................................46 
 
8. Folgen der Doppelversicherung für die Leistungspflicht der Beklagten ..........46 
8.1. Anwendbares Recht ................................................................................................46 
8.2. Rechtliche Grundlagen............................................................................................46 
8.3. Würdigung .................................................................................................................48 
8.4. Fazit............................................................................................................................50 
 
9. Subrogation bzw. Regressrecht.............................................................................50 
9.1. Parteistandpunkte ....................................................................................................50 
9.2. Anwendbares Recht ................................................................................................51 
9.3. Rechtliche Grundlagen............................................................................................51 
9.4. Würdigung .................................................................................................................53 
9.5. Fazit............................................................................................................................53 
 
10. Abtretung der Ansprüche aus der C._____-Police .............................................54 
10.1. Unbestrittener Sachverhalt ...................................................................................54 
10.2. Parteistandpunkte...................................................................................................54 
10.3. Anwendbares Recht ...............................................................................................55 
10.4. Rechtliche Grundlagen ..........................................................................................55 
10.5. Würdigung................................................................................................................57 
10.6. Fazit ..........................................................................................................................58 
 
11. Währung ....................................................................................................................58 
11.1. Parteistandpunkte...................................................................................................58 
11.2. Rechtliche Grundlagen ..........................................................................................59 
11.3. Würdigung................................................................................................................60 
11.4. Fazit ..........................................................................................................................61 

- 4 - 

 
12. Verzugszins...............................................................................................................61 
12.1. Parteistandpunkte...................................................................................................61 
12.2. Rechtliche Grundlagen ..........................................................................................61 
12.3. Würdigung................................................................................................................62 
12.4. Fazit ..........................................................................................................................62 
 
13. Zusammenfassung ..................................................................................................62 
 
14. Widerklage ................................................................................................................63 
14.1. Parteistandpunkte...................................................................................................63 
14.2. Rechtliche Grundlagen ..........................................................................................64 
14.2.1. Anspruch aus Vertragsverletzung ....................................................................64 
14.2.2. Anspruch aus unerlaubter Handlung ...............................................................65 
14.3. Würdigung................................................................................................................66 
14.4. Fazit ..........................................................................................................................68 
 
15. Kosten- und Entschädigungsfolgen ......................................................................68 
15.1. Gerichtskosten ........................................................................................................68 
15.2. Parteientschädigungen ..........................................................................................69 

- 5 - 

Rechtsbegehren der Klage: 

(act. 1 S. 2) 

" 1. Die Beklagte sei zu verpflichten, 

 - der Klägerin 1 CHF 3'216'715.63 und 
 - den Klägern 2 CHF 1'072'238.20, 

 insgesamt CHF 4'288'953.83 zu bezahlen, zuzüglich Zins zu 5% seit 8. 
Juni 2005. 

 2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Be-
klagten." 

 
Rechtsbegehren der Widerklage: 

(act. 11 S. 2 sinngemäss) 

1. Die Klägerinnen seien solidarisch zu verpflichten, der Beklagten 
USD 174'045.40 nebst Zinsen von 5% 
auf USD 14'093.18 seit 22. März 2006, 

auf USD 14'432.81 seit 19. April 2006, 
auf USD 12'023.48 seit 18. Mai 2006, 

auf USD 398.00 seit 17. Juni 2006, 
auf USD 4'169.10 seit 15. Juli 2006, 
auf USD 6'171.07 seit 19. August 2006, 

auf USD 3'358.00 seit 17. September 2006, 
auf USD 1'899.03 seit 21. Oktober 2006, 
auf USD 1'943.80 seit 17. November 2006, 

auf USD 294.28 seit 7. Dezember 2006, 
auf USD 5'289.82 seit 3. Januar 2007, 

auf USD 226.70 seit 18. Februar 2007, 
auf USD 3'312.04 seit 17. März 2007, 
auf USD 613.50 seit 15. April2007, 

auf USD 3'308.68 seit 16. Mai 2007, 
auf USD 18'766.24 seit 11. Juli 2007, 

auf USD 1'650.00 seit 10. August 2007, 
auf USD 20'538.11 seit 12. September 2007, 
auf USD 2'066.86 seit 12. Oktober 2007, 

auf USD 4'003.14 seit 1. November 2007, 

- 6 - 

auf USD 4'657.89 seit 14. Dezember 2007, 

auf USD 210.09 seit 4. Januar 2008, 
auf USD 967.81 seit 14. Februar 2008, 

auf USD 2'451.36 seit 13. März 2008, 
auf USD 4'951.00 seit 11. April2008, 
auf USD 14'739.70 seit 14. Mai 2008, 

auf USD 10'120.15 seit 11. Juni 2008, 
auf USD 8'685.00 seit 11. Juli 2008, 

auf USD 95.03 seit 17. Oktober 2008, 
auf USD 695.03 seit 2. Januar 2009, 
auf USD 262.50 seit 9. Mai 2009, 

auf USD 262.50 seit 5. November 2009, 
auf USD 337.50 seit 3. Dezember 2009, 

auf USD 3'482.00 seit 8. April2010, 
auf USD 2'230.00 seit 13. Mai 2010, 
auf USD 225.00 seit 6. Juni 2010, 

auf USD 412.50 seit 9. Juli 2010, 
auf USD 232.50 seit 1. September 2010 und 

auf USD 470.00 seit 7. Oktober 2010 zu zahlen. 

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, inkl. Mehrwertsteuerzusatz 

von 8 %, zulasten der Klägerinnen. 

Sachverhalt und Verfahren 

A. Sachverhaltsübersicht 

a. Parteien und ihre Stellung 

Die Klägerin 1 ist ein sogenannter Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, ge-

gründet unter dem Recht von Rhode Island mit Sitz in …, Rhode Island (USA) 

(act. 1 Rz. 13). Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit sind dem schweizeri-

schen Recht nicht bekannt, aber vergleichbar mit der hiesigen Genossenschaft. 

Es handelt sich um mit Mitgliedschaftsrechten gekoppelte Versicherungsverhält-

nisse, in welchen der Versicherungsnehmer zwingend auch Vereinsmitglied wird 

- 7 - 

(SCHAER, Modernes Versicherungsrecht, Das Privatversicherungsrecht und seine 

Schnittstellen zum Sozialversicherungs- und Haftpflichtrecht, 2007, S. 138). 

Bei der Klägerin 2 handelt es sich um einen dem englischen Recht unterstehen-

den internationalen Versicherungsmarkt mit Hauptsitz in London, also kein eigent-

liches Versicherungsunternehmen. Sie ist als Sonderfall in der Schweiz zum Ver-

sicherungsgeschäft zugelassen, wo sie durch eine Niederlassung mit einem Ge-

neralbevollmächtigten vertreten wird (LANG, BSK VAG, 2013, N. 9 zu Art. 15; nä-

here Ausführungen vgl. Erw. 1.3.). Auf die Rechtsstellung der Klägerin 2 wird spä-

ter noch einzugehen sein.  

Die Beklagte ist eine schweizerische Versicherungsgesellschaft mit Sitz in Zürich, 

welche Risikoversicherungen für Strom-, Energie- und weitere Projekte und Instal-

lationen anbietet. Sie verfügt in der Schweiz über eine Bewilligung für die Betrei-

bung des Versicherungsgeschäfts (act. 1 Rz. 17, act. 4/6). Die Rechtsvorgänge-

rinnen der Beklagten waren die E1._____ Insurance mit Sitz in ..., Guernsey und 

die G1._____ Insurance Ltd. mit Sitz in ... (act. 1 Rz. 15 f.). Die Beklagte bzw. de-

ren Rechtsvorgängerinnen werden nachfolgend ohne Unterscheidung als Beklag-

te bezeichnet.  

b. Hintergrund und Prozessgegenstand 

Die G2._____ AG bzw. deren Rechtsvorgängerin E2._____ AG, ... (nachfolgend 

ohne Unterscheidung als G2._____ bezeichnet), hat am 28. Juni 1999 mit der 

I._____ (nachfolgend als I'._____ bezeichnet), einer Tochtergesellschaft der 

J._____ (nachfolgend als J'._____ bezeichnet), mit Sitz in Houston, Texas, einen 

"Construction Contract" über den Bau eines Kraftwerks abgeschlossen. Der Ver-

trag beinhaltete hauptsächlich die Lieferung und Montage von vier grossen Ein-

heiten von Kombi-Turbogeneratoren. Die in Delaware domizilierte Tochtergesell-

schaft der G2._____, die G1._____ Inc. bzw. deren Rechtsvorgängerin E2._____ 

Inc. (nachfolgend ohne Unterscheidung als G._____ USA bezeichnet), trat als 

Generalunternehmerin für das ganze Projekt auf. Die Turbinen für die Generato-

ren, sog. ...-Gasturbinen, wurden von der G2._____ hergestellt (act. 1 Rz. 9 und 

Rz. 24 ff., act. 4/9 und act. 4/10). Nach Beendigung der Arbeiten wurde das Werk 

- 8 - 

von I'._____ abgenommen und am 16. August 2002 kommerziell in Betrieb ge-

nommen. Nach der Inbetriebnahme gab es jedoch Probleme, den Leistungsstand 

zu erreichen, was zu übermässiger Abnützung der LP1-

Niederdruckturbinenschaufeln führte. Um dieses Problem zu beheben, stimmte 

G._____ (wo die Unterscheidung zwischen G2._____ und USA keine Rolle spielt, 

wird der Einfachheit halber von "G._____" gesprochen) zu, Garantiearbeiten an 

den Generatoreneinheiten durchzuführen, indem sie die Turbinenschaufeln ent-

fernte und mit einer technisch verbesserten Version ersetzte. Am 23. März 2003 

wurden die Garantiearbeiten an der Einheit 3 abgeschlossen. Als die Installation 

beendet und die Maschine geschlossen war, wurde ein Testlauf durchgeführt. 

Während dieses Testlaufs wurde die ...-Gasturbine der Einheit 3 durch einen in 

der Maschine liegengebliebenen Gegenstand beschädigt, was nach der Öffnung 

der Maschine am 24. März 2003 festgestellt wurde. Es entstand dabei ein Scha-

den von USD 6'968'095.–. Geschädigte war die G2._____ (act. 1 Rz. 9 und Rz. 

27 ff.). Der Schaden bestand schwergewichtig aus den Materialkosten für den Er-

satz der Turbinenschaufeln, Leitschaufeln und Hitzeschilder. Hinzu kamen unter 

anderem Kosten aus geleisteten Arbeitsstunden, aus dem Beizug von techni-

schen Arbeitern und aus Werkzeugleihe (act. 1 Rz. 87 ff.).  

Die Arbeiten im Zusammenhang mit den Bauarbeiten am Kraftwerk bildeten Ge-

genstand mehrerer Versicherungen. Auf der einen Seite bestehen die Versiche-

rungen der Klägerinnen 1 und 2, welche als Mitversicherer unter zwei Program-

men auftreten (act. 1 Rz. 10). Nachfolgend wird die Police der Klägerin 1 als 

A._____ CAR-Police, die Police der Klägerin 2 als B1._____ CAR-Police oder – 

wo die Unterscheidung keine Rolle spielt – die beiden Policen zusammen als 

CAR-Policen bezeichnet. Auf der anderen Seite besteht die Police der Beklagten 

(nachfolgend als C._____-Police bezeichnet). Die Muttergesellschaft der I'._____, 

J'._____, hatte noch eine weitere Versicherung mit der Klägerin 1 abgeschlossen, 

nämlich die Industrial All Risk Insurance-Police (nachfolgend als J'._____-Police 

bezeichnet), welche gemäss unbestrittenen Ausführungen der Klägerinnen vorlie-

gend aber nicht zur Anwendung gelangt (act. 1 Rz. 120, act. 11 Rz. 37).  

- 9 - 

Der Schaden fiel unter die Deckung der CAR-Policen. Die Klägerinnen leisteten 

der G2._____ zusammen eine Zahlung von USD 4'968'095. – (act. 1 Rz. 118 f.). 

Die Beklagte leistete keine Zahlung. Mit Abtretungsvertrag vom 21. Dezember 

2005 trat G._____ sämtliche Rechte, Forderungen, Vorteile und Ansprüche, wel-

che ihr gegen die Beklagte aus der C._____-Police aus dem Schadenfall vom 23. 

März 2003 zustanden, an die Klägerinnen ab. Der Abtretungsvertrag enthielt die 

Bedingung, dass die Klägerinnen entweder Klage gegen die Beklagte zu erheben 

oder die Angelegenheit anderweitig bis zum 6. Oktober 2006 zu regeln haben, 

andernfalls die Abtretung hinfällig würde (act. 1 Rz. 124 ff.). Indem die Klägerin-

nen am 27. Dezember 2005 beim Hays County District Court (erstinstanzliches 

Gericht des Staates Texas) Klage einreichten, erfüllten sie diese Bedingung (act. 

1 Rz. 127). Am 3. Oktober 2007 entschied der Hays County District Court, man-

gels Zuständigkeit auf die Klage nicht einzutreten. Der Entscheid wurde von den 

Klägerinnen weitergezogen. Der Court of Appeals (zweitinstanzliches Gericht) hat 

den erstinstanzlichen Entscheid am 12. Februar 2010 bestätigt (act. 20 Rz 3 ff.). 

Mit der vorliegenden Klage verlangen die Klägerinnen von der Beklagten die Be-

zahlung eines Teils der Schadenssumme. Sie stützen sich einerseits auf Ansprü-

che aus der C._____-Police. Andererseits machen sie ein Rückgriffsrecht gegen 

die Beklagte gestützt auf Art. 51 Abs. 2 OR i.V.m. Art. 50 Abs. 2 OR und Art. 71 

Abs. 1 VVG geltend.  

Die Beklagte bestreitet die Forderung aus verschiedenen Gründen (act. 11 Rz. 5). 

B. Prozessverlauf  

Die Klägerinnen machten die Klage mit vorgenanntem Rechtsbegehren am 

23. März 2012 (Datum Poststempel) beim Handelsgericht des Kantons Zürich 

rechtshängig (act. 1). Die ihnen auferlegten Gerichtskostenvorschüsse leisteten 

sie fristgerecht (Prot. S. 2 f., act. 8/1). Die Klageantwort datiert vom 20. August 

2012 und enthält eine Widerklage (act. 11). Der Beklagten wurde daher ebenfalls 

Frist zur Leistung eines Gerichtskostenvorschusses angesetzt, welchen sie frist-

gerecht leistete (Prot. S. 5, act. 14). Mit Eingabe vom 21. November 2012 reichten 

die Klägerinnen innert angesetzter Frist die Widerklageantwort ein (act. 20). Vor 

- 10 - 

Durchführung einer Vergleichsverhandlung liessen die Klägerinnen dem Gericht 

mit Eingabe vom 30. Januar 2012 unaufgefordert diverse Beweismittel zukommen 

(act. 24, act. 25/51-53). Die Beklagte opponierte gegen dieses Vorgehen (act. 28). 

Mit Verfügung vom 25. Februar 2013 erwog der Instruktionsrichter, dass die 

Durchführung einer Vergleichsverhandlung unter diesen Umständen nicht sinnvoll 

erscheine und ordnete einen weiteren Schriftenwechsel an (Prot. S. 11 f.). Die 

Replik datiert vom 13. Juni 2013 und die Duplik vom 23. Oktober 2013 (act. 32, 

act. 37). Die Duplik wurde den Klägerinnen mit Verfügung vom 29. Oktober 2013 

zugestellt, worauf sie (die Klägerinnen) am 14. November 2013 eine Stellung-

nahme zu Noven und Verfahrensanträgen in der Duplik in Aussicht stellten (Prot. 

S. 14, act. 41). Mit Eingabe vom 20. November 2013 reichten die Klägerinnen un-

aufgefordert die genannte Stellungnahme ein (act. 42). Die Klägerinnen hielten 

darin auch fest, dass sie das Abhalten einer Referentenaudienz (Vergleichsver-

handlung) nicht mehr befürworten. Diese wurde der Beklagten zugestellt. Mit Ver-

fügung vom 3. Oktober 2014 wurde den Parteien Frist angesetzt, um zu erklären 

ob sie auf die Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung verzichten, unter 

Hinweis darauf, dass bei Stillschweigen ein Verzicht angenommen würde (act. 

45). Mit Eingabe vom 7. Oktober 2014 verzichteten die Klägerinnen auf die Durch-

führung einer mündlichen Hauptverhandlung (act. 47). Die Beklagte liess sich in-

nert Frist nicht vernehmen, weshalb androhungsgemäss davon auszugehen ist, 

dass auch sie auf die Durchführung einer Hauptverhandlung verzichtete.  

Das Verfahren erweist sich als spruchreif. 

- 11 - 

Erwägungen 

1. Formelles 

1.1. Zuständigkeit 

1.1.1. Örtliche Zuständigkeit 

Die Klägerinnen stützen die örtliche Zuständigkeit der Gerichte in Zürich für die 

Hauptklage bezüglich der Ansprüche aus der C._____-Police auf eine Gerichts-

standsvereinbarung in Ziffer 5 der Police und bezüglich der Regressansprüche 

auf Art. 5 Abs. 1 IPRG (act. 1 Rz. 3 f.). Die Beklagte anerkennt die so hergeleitete 

örtliche Zuständigkeit der zürcherischen Gerichte (act. 11 Rz. 15). Betreffend die 

örtliche Zuständigkeit für die Widerklage stützt sich die Beklagte auf einen Sach-

zusammenhang im Sinne von Art. 8 IPRG (act. 11 Rz. 16). Die Klägerinnen be-

streiten die Zuständigkeit der zürcherischen Gerichte für die Widerklage nicht. 

Vielmehr äusserten sie sich in ihrer Widerklageantwort zur Sache, so dass von 

einer Einlassung im Sinne von Art. 6 IPRG auszugehen ist (act. 20 Rz. 3 ff.). Die 

zürcherischen Gerichte sind demnach örtlich zuständig. 

1.1.2. Sachliche Zuständigkeit 

Da das Verhältnis zwischen den Klägerinnen als einfache Streitgenossenschaft 

zu qualifizieren ist, sind die Klagesummen der beiden Begehren für die Streitwert-

berechnung zusammenzuzählen (Art. 93 Abs. 1 ZPO). Da dieser Betrag die Wi-

derklagesumme übersteigt, ist er für die Streitwertberechnung massgebend 

(Art. 94 Abs. 1 ZPO). Der Streitwert beträgt demnach CHF 4'288'953.83. Da so-

dann die geschäftliche Tätigkeit der Parteien betroffen ist und die Beklagte im 

schweizerischen Handelsregister eingetragen ist, erweist sich das Handelsgericht 

des Kantons Zürich für die Hauptklage gemäss Art. 6 Abs. 2 ZPO i.V.m. § 44 lit. b 

GOG auch als sachlich zuständig. In Anwendung von Art. 224 Abs. 1 ZPO ist das 

Handelsgericht Zürich auch für die Widerklage sachlich zuständig. 

 

- 12 - 

1.2. Widerklage 

Die beklagte Partei kann in der Klageantwort Widerklage erheben, wenn der gel-

tend gemachte Anspruch nach der gleichen Verfahrensart wie die Hauptklage zu 

beurteilen ist (Art. 224 Abs. 1 ZPO). Vorliegend ist sowohl auf die Hauptklagen als 

auch auf die Widerklage die gleiche Verfahrensart anwendbar, weshalb die von 

der Beklagten erhobene Widerklage zulässig ist. 

1.3. Parteifähigkeit der Klägerin 2 

1.3.1. Parteistandpunkte 

Die Beklagte bestreitet unter Hinweis auf einen Beschluss des Handelsgerichts 

des Kantons Zürich vom 2. Juni 2010 die Aktivlegitimation der Klägerin 2, da die-

ser keine Parteifähigkeit zukomme. Da die Klägerin 2 ihre Forderung nicht im 

Namen aller am Syndikat beteiligten "Names" geltend gemacht habe, fehle ihr die 

Aktivlegitimation (act. 11 Rz. 23, act. 37 Rz. 94).  

Die Klägerinnen machen geltend, dass es sich bei der Klägerin 2 um die im Ver-

trag Nr. … unterzeichneten B1._____ Versicherer des "K._____" handle und dass 

die Klägerin 2 in der Schweiz durch den gemäss Art. 16 ff. der Verordnung über 

die Beaufsichtigung von privaten Versicherungsunternehmen vom 9. November 

2005 (AVO) eingesetzten B1._____ Generalbevollmächtigten für die Schweiz ver-

treten werde. Im Bedarfsfall könnten die Namen der mehr als 2000 betroffenen 

"Underwriters" bzw. "Names" offen gelegt werden, auch wenn dies äusserst un-

praktikabel sei (act. 1 Rz. 14 und act. 32 Rz. 27 f.).  

1.3.2. Rechtliche Grundlagen 

Die Parteifähigkeit ist eine Prozessvoraussetzung, die in jedem Stadium des Ver-

fahrens gegeben sein muss; bei deren Fehlen ist auf die Klage nicht einzutreten 

(HRUBESCH-MILLAUER, DIKE-Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessord-

nung, 2011, N 23 zu Art. 66). 

- 13 - 

B2._____ ist ein dem englischen Recht unterstehender Versicherungsmarkt, an 

welchem Angebot und Nachfrage aufeinandertreffen und entsprechende Versi-

cherungsverträge geschlossen werden. Die Anbieter auf dem B._____ Versiche-

rungsmarkt werden Mitglieder oder "Names" genannt. Die "Names" sind i.d.R. zu 

Syndikaten zusammengeschlossen, welche von einem "Managing Agent" geleitet 

werden. Dieser ernennt die sogenannten "Active Underwriters", welchen die Auf-

gabe zukommt, Risiken im Namen der Syndikatsmitglieder zu zeichnen. Die Syn-

dikate stehen sich wie konkurrierende Versicherungsgesellschaften gegenüber. 

Jedes Mitglied haftet mit seinem Vermögen für seine eigene Quote an den durch 

die Syndikate versicherten Risiken. B2._____ schliesst somit nicht selber Versi-

cherungsverträge ab, sondern überlässt dies seinen Mitgliedern. B2._____ wurde 

zumindest aus regulatorischer Sicht einer eigentlichen Versicherungsgesellschaft 

gleichgestellt, um zu vermeiden, dass die mehrschichtigen Rechtsverhältnisse, 

welche die Geschäfte am und mit dem B._____ Versicherungsmarkt prägen, 

rechtlich qualifiziert werden müssen. Im Ergebnis führt dies dazu, dass sämtliche 

Teilnehmer des B._____ Versicherungsmarktes in der Schweiz durch eine einzige 

Niederlassung mit einem einzigen Generalbevollmächtigten vertreten werden 

(LANG, BSK VAG, 2013, N. 9 zu Art. 15). 

Während sich die Teilnehmer des B._____ Versicherungsmarktes darauf verstän-

digt haben, ihre Passivlegitimation in Streitigkeiten bei einer Bezeichnung "die im 

Vertrag Nr. … unterzeichneten B._____ Versicherer, vertreten durch deren Gene-

ralbevollmächtigten für die Schweiz" nicht zu bestreiten, wirkt sich die rechtliche 

Organisation des B._____ Versicherungsmarktes bei der Frage der Aktivlegitima-

tion aus (LANG, BSK VAG, 2013, N 10 zu Art. 15). LANG verweist diesbezüglich 

auf einen Beschluss des Handelsgerichtes des Kantons Zürich, worin festgestellt 

werde, dass den Syndikaten weder nach schweizerischem materiellen Recht 

noch nach damals noch anwendbarem zürcherischen Zivilprozessrecht Parteifä-

higkeit und damit Handlungs- und Prozessfähigkeit zustehe (HG090242, Be-

schluss vom 2. Juni 2010), und sie schliesst daraus, dass Forderungen der Syn-

dikate beteiligter "Names" im Namen sämtlicher am Syndikat beteiligter "Names" 

geltend gemacht werden müssen, woran auch die Einführung der eidgenössi-

- 14 - 

schen Zivilprozessordnung nichts geändert habe (LANG, BSK VAG, 2013, N 10 zu 

Art. 15).  

Die Rechtsfähigkeit natürlicher Personen beurteilt sich im internationalen Verhält-

nis nach schweizerischem Recht (Art. 34 Abs. 1 IPRG). Die Handlungsfähigkeit 

bestimmt sich nach dem Recht des Staates, in welchem die Person ihren Wohn-

sitz hat (Art. 35 IPRG). Demgegenüber unterstehen Gesellschaften (im Sinne von 

Art. 150 IPRG) dem Recht des Staates, nach dessen Vorschriften sie organisiert 

sind, wenn sie die darin vorgeschriebenen Publizitäts- oder Registrierungsvor-

schriften dieses Rechts erfüllen oder, falls solche Vorschriften nicht bestehen, 

wenn sie sich nach dem Recht dieses Staates organisiert haben (sog. Inkorpora-

tionstheorie; Art. 154 Abs. 1 IPRG). Das auf die Gesellschaft anwendbare Recht 

bestimmt insbesondere die Rechts- und Handlungsfähigkeit der Gesellschaft 

(Art. 155 lit. c IPRG). Das Gesellschaftsstatut bestimmt somit die Fähigkeit der 

Gesellschaft, Rechte zu erwerben und Pflichten zu begründen, aktiv und passiv 

Prozesse zu führen und umschreibt bzw. begrenzt die Fähigkeit der Gesellschaft, 

Geschäfte einzugehen. Es ist folgerichtig, dass auf die B1._____, englisches 

Recht zur Anwendung gelangt, welches diesen keine Rechtsfähigkeit zubilligt. Bei 

den Syndikaten der B1._____ handelt es sich weder um rechts- noch parteifähige 

und damit auch nicht handlungs- und prozessfähige Gebilde. Der von beiden Par-

teien zitierte Kommentar LANG, BSK VAG, 2013, Art. 15 N 9 f., S. 252 f., hält dies 

klar unter dem fettgedruckten Titel "Sonderfall B2._____" u.a. in Rz. 10 fest, was 

nachfolgend zu wiederholen ist: 

… wirkt sich die rechtliche Organisation des B._____ Versicherungsmarktes bei der Frage 
der Aktivlegitimation aus. Diesbezüglich hat das HGer. des Kantons Zürich festgestellt, dass 
den Syndikaten weder nach schweizerischem materiellem Recht noch nach damals noch 
anwendbarem zürcherischem Zivilprozessrecht Parteifähigkeit und damit Handlungs- und 
Prozessfähigkeit zusteht (Verfahren HG090242, Beschluss vom 2.6.2010). Demnach müssen 
Forderungen der Syndikate (z.B. bei der Geltendmachung von Regressansprüchen) im Na-
men sämtlicher am Syndikat beteiligter «Names» geltend gemacht werden. Die Einführung 
der Eidgenössischen Zivilprozessordnung dürfte daran nichts geändert haben. Dieser Ent-
scheid ist zumindest aus aufsichtsrechtlicher Sicht nicht zu beanstanden, da der Nachteil der 
mehrschichtigen Rechtsverhältnisse am B._____ Versicherungsmarkt lediglich die an diesem 
Markt teilnehmenden Versicherer trifft und sich nicht zum Nachteil der Versicherungsnehmer 
des Schweizer Bestandes auswirkt.  

- 15 - 

1.3.3. Würdigung 

1.3.3.1. Die Klägerin 2 hat ihre Forderung nur, und dies bewusst, im Namen der 

B1._____, (subscribing to Policy No. ...), geltend gemacht (act. 1 S. 1, act. 1 S. 9 

Rz. 14).  

Dies wurde von der Beklagten bereits in der Klageantwortschrift beanstandet (act. 

11 S. 11 Rz 23: "Die Klägerinnen zeigen in ihrer Klageschrift die Aktivlegitimation 

von B1._____, nicht substantiiert auf (vgl. KS, Rz. 14). Eine Verneinung der Aktiv-

legitimation der Klägerin 2 würde per se zur Abweisung der Klage führen, soweit 

die Zahlung von CHF 1'072'238.20 an die Klägerin 2 zuzüglich Zins beantragt 

ist."). 

In der Replik bestätigten die Klägerinnen zwar diesen beklagtischen Einwand (act. 

32 S. 13 Rz. 25), erachteten diesen aber als nicht substantiiert vorgebracht (act. 

32 S. 13 Rz. 26). Die Klägerinnen hätten sehr wohl bereits in der Klageschrift die 

Legitimation von B._____ aufgezeigt (act. 37 S. 13 Rz. 27). Dann: "Im Bedarfsfall 

können die Namen der betroffenen Underwriters bzw. "Names" jedoch offen ge-

legt werden, auch wenn dies angesichts der Menge äusserst unpraktikabel ist. 

Laut Mitteilung von B._____ handelt es sich nämlich 'um einiges mehr als 2000 

Personen'. Für Fragen bezüglich der rechtlichen Stellung von B._____ bieten die 

Klägerinnen sodann Dr. L._____, langjährigen Generalbevollmächtigten von 

B._____ in der Schweiz, als Zeugen an" (act. 37 S. 14). In der Fussnote 14 ver-

weisen die Klägerinnen sodann auf den BSK Kommentar VAG, Art. 15 VAG, N 9 

und 10, S.252 f. (act. 37 S. 14 Fn. 14). 

Die Beklagte verneint – in ihrer Duplik – nochmals die Aktivlegitimation der Kläge-

rin 2 (act. 37 S. 35 Rz. 94), und sie verweist hierzu auf den BSK-Kommentar und 

einen dort zitierten Entscheid des Handelsgerichtes des Kantons Zürich vom 2. 

Juni 2010 (act. 37 S. 35 Rz. 94).  

In ihrer Eingabe vom 20. November 2013 enthielten sich die Klägerinnen einer 

diesbezüglichen Stellungnahme (act. 42). 

- 16 - 

1.3.3.2. Der von beiden Parteien zitierte Kommentar Lang, BSK VAG, 2013, Art. 

15 N 9 f., S. 252 f., hat die Problematik der "B2._____" klar aufgezeigt, gleichzei-

tig aber auch die Notwendigkeit, die Klagelegitimation substantiiert darzulegen, 

klar hervorgehoben. Dem ist die Klägerin 2 unbestreitbar nicht nachgekommen, 

obwohl dies seitens der Beklagten mehrfach beanstandet wurde und obwohl der 

Klägerin 2 die Problematik, was ihre Verweisung auf diesen Kommentar zeigt 

(act. 32 S. 14 Fn. 14) bekannt war. 

Nur schon wer vorliegend die Risiken konkret gezeichnet hat, ist nicht bekannt. Es 

stellt sich daher auch hier die Frage, ob die B1._____, bzw. deren Syndikate par-

teifähig sind. Entgegen der Ansicht der Beklagten beschlägt dieses Problem nicht 

die Frage der Aktivlegitimation, sondern ist dieser gewissermassen "vorgelagert". 

Die im Beschluss des Handelsgerichts vom 2. Juni 2010 festgehaltenen Schluss-

folgerungen, welche Eingang gefunden haben in den BSK-Kommentar, welche 

oben wiedergegeben wurden und worauf zu verweisen ist, beanspruchen auch für 

den vorliegenden Fall Gültigkeit. Es besteht kein Grund, von der dort getroffenen 

Schlussfolgerung, dass den B1._____ bzw. deren Syndikaten keine Parteifähig-

keit zukommt, abzuweichen. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass die 

B1._____, aus regulatorischer Sicht als Versicherung anerkannt wurden und dass 

die schweizerische Niederlassung über einen Generalbevollmächtigten verfügt. 

Die Klägerin 2 wusste sehr wohl, dass dieses Thema im Fokus der Beklagten lag; 

sie hat dies weder korrigiert noch geändert. Daran ändert auch nichts, dass die 

Klägerin 2 offerierte, "im Bedarfsfall" die Namen der betroffenen Underwriters 

bzw. "Names" offen zu legen. Die Parteibezeichnung war fehlerhaft und dessen 

Korrektur / Änderung war zwingend nötig, was die Klägerinnen sehr wohl wuss-

ten, haben sie doch selber auf die fragliche Kommentarstelle verwiesen (act. 32 

S. 14 Fn. 14). Dort sind die Anforderungen dargelegt.  

1.3.4. Fazit 

Die B1._____ bzw. deren Syndikate sind im vorliegenden Verfahren nicht partei-

fähig, weshalb auf die Klage der Klägerin 2 nicht einzutreten ist. 

1.4. Unaufgeforderte Eingaben 

- 17 - 

Nach Durchführung des ersten Schriftenwechsels haben die Klägerinnen mit Ein-

gabe vom 30. Januar 2013 im Hinblick auf eine Vergleichsverhandlung unaufge-

fordert weitere Beweismittel, insbesondere zwei Rechtsgutachten, eingereicht 

(act. 24, act. 25/51-53). Gegen dieses Vorgehen protestierte die Beklagte mit Ein-

gabe vom 21. Februar 2013, da damit ausserhalb des ordentlichen Schriften-

wechsels neue Argumente in den Prozess eingebracht würden. Sie ersuchte da-

rum, dass die beiden Rechtsgutachten aus dem Recht zu weisen seien, eventuali-

ter, dass der Beklagten im Sinne der Wahrung der Waffengleichheit mit Blick auf 

eine Vergleichsverhandlung Frist zur schriftlichen Stellungnahme angesetzt werde 

(act. 28). In der Folge wurde – wie erwähnt – keine Vergleichsverhandlung durch-

geführt. Stattdessen erfolgte ein zweiter Schriftenwechsel. Dennoch hat die Be-

klagte ihr Ersuchen, dass die klägerischen Rechtsgutachten aus dem Recht zu 

weisen seien, mit der Duplik erneuert (act. 37 Rz. 12). 

Vor dem Hintergrund einer bevorstehenden Vergleichsverhandlung mag der Ein-

wand der Beklagten nachvollziehbar erscheinen. Es hat jedoch keine Vergleichs-

verhandlung stattgefunden, welche von den unaufgeforderten Eingaben der Klä-

gerinnen hätte beeinflusst werden können. Überdies wurde das rechtliche Gehör 

der Beklagten gewahrt, indem sie sich im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels 

zu den Gutachten eingehend äussern und entsprechende Gegengutachten ein-

reichen konnte (act. 38/23, act. 38/24). Vor diesem Hintergrund besteht kein An-

lass, die entsprechende Eingabe der Klägerinnen aus dem Recht zu weisen. Im 

Übrigen kommt den eingereichten Gutachten ohnehin keine entscheidende Be-

deutung zu, da es sich lediglich um Rechtsgutachten handelt und das Gericht das 

Recht von Amtes wegen anzuwenden hat. 

- 18 - 

2. Inhalt und Qualifikation der Policen 

2.1. Rechtliche Grundlagen 

2.1.1. Technische Versicherungen 

Gemeinsames Merkmal der Technischen Versicherungen ist die Eigenart der ver-

sicherten Sachen, bei welchen es sich regelmässig um Maschinen oder Gebäude 

handelt. Die Technischen Versicherungen sind in der Regel sogenannte "All 

Risks"-Versicherungen. Diese kennzeichnen sich dadurch, dass in der Regel nicht 

die versicherten, sondern die ausgeschlossenen Risiken abschliessend aufge-

zählt sind. Es wird unterschieden zwischen Versicherungen für Bestandesrisiken 

und Versicherungen für Objekte mit vorgegebener Erstellungszeit. Bei der ersten 

Kategorie werden Maschinen, Geräte und Anlagen versichert, die beim Versiche-

rungsnehmer bereits im Einsatz stehen. Zur zweiten Kategorie gehören die Bau-

wesen- und die Montageversicherungen. Umfang und Dauer dieser Versicherun-

gen schliessen in der Regel das ganze Werk von Baubeginn bis zur Fertigstellung 

ein (BÜNZLI, Technische Versicherungen, 1. Auflage, 2003, S. 29 f.).  

2.1.2. Montageversicherung 

Die Montageversicherung versichert einzelne Maschinen oder ganze Anlagen. 

Zweck der Montageversicherung ist es, den Unternehmen, die an der Montage 

von Maschinen oder Anlagen beteiligt sind, einen möglichst umfassenden und 

sachgerechten Versicherungsschutz gegen bestimmte Risiken zu bieten, die wäh-

rend der Montagezeit und Inbetriebsetzung bis zur Übergabe auftreten können. 

Die Montageversicherung ist eine "All Risks"-Versicherung. Sie übernimmt grund-

sätzlich alle Schäden, die unvorhergesehen und plötzlich während der Versiche-

rungsdauer eintreten, soweit diese in der Police nicht ausdrücklich ausgeschlos-

sen sind. Der Versicherer ersetzt regelmässig die Kosten für die Wiederherstel-

lung einer versicherten Sache in den Zustand vor dem Schaden. Die Montagever-

sicherung beginnt in der Regel nach Abladen der versicherten Sachen auf den 

Montageplatz und endet an dem in der Police vereinbarten Tag, spätestens je-

doch nach Abschluss der Montagearbeiten inkl. Probebetrieb oder sobald der Be-

- 19 - 

steller die provisorische Abnahme genehmigt hat oder Betriebsbereitschaft erklärt 

wurde. Montageversicherungen erscheinen bisweilen in der Form des Rahmen-

vertrages. Dieser eignet sich für Versicherungsnehmer, die regelmässig Monta-

gen aus einer vordefinierten Produktpalette ausführen. In der Regel hat der Versi-

cherungsnehmer dabei jedes Montageobjekt dem Versicherer anzumelden. Die 

"Erection All Risks"-Versicherung (EAR-Versicherung) ist eine international ge-

bräuchliche Montageversicherung für Grossprojekte mit maschinellen Einrichtun-

gen (BÜNZLI, Technische Versicherungen, 1. Auflage, 2003, S. 193 ff.).  

2.1.3. Bauwesenversicherung 

Die Bauwesenversicherung ist eine Sachversicherung für Hoch- und Tiefbauten, 

die für die Dauer der Bauphase eines Bauvorhabens abgeschlossen wird. Sie soll 

alle an einem Bauwerk Beteiligten während der Bauzeit vor finanziellen Verlusten 

infolge von Bauunfällen schützen. Versichert sind die in der Police bezeichneten 

Bauleistungen einschliesslich aller zugehörigen Baustoffe und Bauteile. In der 

Regel ist die schlüsselfertige Ausführung versichert. Auch die Bauwesenversiche-

rung ist eine "All Risks"-Versicherung. Versichert sind Schäden an versicherten 

Sachen, die durch unvorhergesehene Bauunfälle während der Versicherungs-

dauer eintreten, soweit diese in der Police nicht ausdrücklich ausgeschlossen 

sind. Der Versicherer ersetzt bei Beschädigung oder Zerstörung von versicherten 

Bauleistungen die Kosten, die entstehen, um den Zustand unmittelbar vor dem 

Schadenereignis wieder herzustellen. Die Versicherung beginnt an dem in der Po-

lice vereinbarten Zeitpunkt und endet, wenn sämtliche versicherten Bauleistungen 

abgenommen sind. Auch die Bauwesenversicherung kann in der Form eines Ein-

zelvertrages oder eines Rahmenvertrages abgeschlossen werden. Eine besonde-

re Art der Bauwesenversicherung ist die "Contractors All Risks"-Versicherung 

(CAR-Versicherung). Es handelt sich dabei um eine international gebräuchliche 

Bauwesenversicherung für Risiken im Ausland im Zusammenhang mit Grosspro-

jekten (BÜNZLI, Technische Versicherungen, 1. Auflage, 2003, S. 229 ff.). 

- 20 - 

2.1.4. Versicherung auf erstes Risiko 

Ist der Versicherer unterversichert, so ist der Schaden gemäss Art. 69 Abs. 2 

VVG vom Versicherer in dem Verhältnis zu ersetzen, in dem die Versicherungs-

summe zum Ersatzwert steht (BOLL, BSK VVG, 2001, N 6 zu Art. 69). Diese Be-

stimmung kann durch Vereinbarung einer Versicherung auf erstes Risiko abgeän-

dert werden. Bei einer Versicherung auf erstes Risiko wird der Schaden auch bei 

Vorhandensein einer Unterversicherung bis zur Höhe der Versicherungssumme 

voll vergütet. Deckt die Versicherungssumme den Teil- oder Totalschaden nicht 

voll, trägt der Versicherungsnehmer den die Versicherungssumme übersteigen-

den Schaden. Diese Versicherung eignet sich namentlich dort, wo ein Versiche-

rungswert nicht bestimmbar oder wo von vornherein nur mit einem Teilschaden zu 

rechnen ist (BOLL, BSK VVG, 2001, N 11 zu Art. 69). 

2.1.5. Eigen- und Fremdversicherung 

Versichert der Versicherungsnehmer seine Sache, sein Vermögen oder seine ei-

gene Person, liegt eine Eigenversicherung vor. Versichert er dagegen eine frem-

de Sache, ein fremdes Vermögen oder eine fremde Person, handelt es sich um 

eine Fremdversicherung (BOLL, BSK VVG, 2001, N 19 zu Art. 48). Die Frage, ob 

ein fremdes Objekt versichert ist, richtet sich gemäss HASENBÖHLER nach der in 

der schweizerischen Lehre und Rechtsprechung verbreiteten Gegenstandslehre 

(HASENBÖHLER, BSK VVG, 2001, N 3 zu Art. 16). 

2.1.6. Mitversicherung 

Bei der Mitversicherung transferiert der Versicherungsnehmer sein Risiko mittels 

mehrerer Versicherungsverträge auf die beteiligten Mitversicherer. Dabei hat je-

der Versicherer einen prozentualen oder betragsmässig definierten Anteil der 

Versicherungssumme zu übernehmen. Es handelt sich um mehrere rechtlich 

selbständige Verträge. Die Beteiligung mehrerer Versicherer an einem Risiko ist 

einvernehmlich. Dadurch lässt sich die Mitversicherung auch von der Mehrfach-

versicherung abgrenzen, bei welcher keine vereinbarte Beteiligung vorliegt. Eine 

zentrale Stellung kommt dem führenden Versicherer zu, der das Scharnier zwi-

- 21 - 

schen den beteiligten Versicherern und dem Versicherungsnehmer bildet. Zwi-

schen dem führenden und den beteiligten Versicherern besteht ein Auftragsver-

hältnis. Dessen Inhalt und die zusammenhängende Vollmacht können frei be-

stimmt werden. Mitversicherer haften nicht solidarisch, sondern jeder nur für die 

von ihm gezeichnete Quote (FUHRER, Schweizerisches Privatversicherungsrecht, 

2011, N 18.12 ff.). 

2.2. C._____-Police 

Versicherungsnehmerin der C._____-Police ist die E._____ Schweiz, Versicherte 

sind die E._____ Schweiz sowie deren Konzerngesellschaften (act. 4/3 S. 3). Mit 

Bezug auf die E._____ Schweiz liegt eine Eigenversicherung, mit Bezug auf die 

Konzerngesellschaften eine Fremdversicherung vor. Es handelt sich um eine 

Rahmenversicherung für Schäden an bestimmten Maschinen, namentlich ver-

schiedenen Typen von Gasturbinen. Die Konkretisierung dieses Rahmens erfolg-

te vorliegend mit "Declaration Form" vom 6. Januar 2003 bzw. 24. Januar 2003. 

Darin werden das Projekt, für welches Versicherungsschutz bestehen soll, und 

die versicherten Maschinen näher bezeichnet. Versichert sind namentlich die ...-

Gasturbinen der Einheiten 3 und 4 (act. 4/19). Dieses "Declaration Form" wurde 

am 24. Januar 2003 von der G2._____ und am 6. Januar 2003 von der Beklagten 

unterzeichnet und ist somit Teil der C._____-Police geworden. Die Versiche-

rungsperiode für die Einheit 3 begann gemäss "Declaration Form" am 17. Februar 

2003 und endete am 6. April 2003. Versichert waren folgende, für die Erfüllung 

von vertraglichen Verpflichtungen notwendigen Arbeiten: Wechsel der Schaufeln 

an der LP-Turbine 1 und der Auslaufleitschaufeln, Wieder-Inbetriebnahme der 

Gasturbine, Reparaturarbeiten an Generatoren (ohne Entfernung des Rotors) und 

deren Wieder-Inbetriebnahme sowie weitere allenfalls notwendige auf dem Bau-

gelände auszuführende geringfügige Arbeiten (act. 4/19). Das "Declaration Form" 

vom 24. Januar 2003 bzw. 6. Januar 2003 betraf demnach nur jene Arbeiten, wel-

che vorzunehmen waren um die Probleme, die zu übermässiger Abnützung der 

LP1-Niederdruckturbinenschaufeln führten, zu beheben. Es ging also nicht um die 

ursprüngliche Erstellung der Maschine, sondern nur noch um die Garantiearbeiten 

an einem bestimmten Maschinenteil. Die Versicherungssumme wurde pro Gas-

- 22 - 

turbine auf CHF 6'000'000.– festgelegt. Der Selbstbehalt für die Wieder-

Inbetriebnahme und die Tests der Gasturbinen beträgt CHF 500'000.– pro Einheit 

(act. 4/19). Für die übrigen Konditionen verweist das "Declaration Form" auf den 

Rahmenvertrag. Darin wird unter anderem festgelegt, dass die Versicherungs-

summe im Sinne einer Erstrisikoversicherung zu verstehen ist. Dies ergibt sich 
aus der Formulierung "(…) on first loss basis (…)" in Ziff. 1 des "Schedule" der 

C._____-Police (act. 4/3 S. 9). Weiter wird festgelegt, dass während der Versiche-

rungsperiode für alle Schäden Deckung besteht, die Reparatur oder Ersatz erfor-

derlich machen, sofern die Haftung nicht ausdrücklich ausgeschlossen wurde 

(act. 4/3 S. 7). Bei der C._____-Police handelt es sich mithin um eine "All Risks"-

Versicherung. Falls eine Deckung besteht, werden von der Beklagten im Falle ei-

nes Schadens, der repariert werden kann, die Reparaturkosten soweit ersetzt, als 

sie nötig sind, um die Sache wieder in den Zustand vor dem Schadensereignis zu 

versetzen. Im Falle eines Totalschadens wird der aktuelle Wert der Sachen unmit-

telbar vor dem Schadensereignis ersetzt (act. 4/3 S. 8). Vor diesem Hintergrund 

weist die C._____-Police alle Merkmale einer Montageversicherung auf. Sie be-

zeichnet sich denn auch selber als "Erection Insurance", was mit Montageversi-

cherung übersetzt werden kann.  

2.3. A._____ CAR-Police  

Versicherungsnehmerin der A._____ CAR-Police ist I'._____. Versichert sind 

nebst I'._____ weitere beteiligte Unternehmer, insbesondere auch die Auftrag-

nehmerin E._____ Schweiz und deren Konzerngesellschaften, Verkäufer, Liefe-

ranten, technische Berater und Finanzinstitute. Versichert wird ein Bauprojekt auf 

dem Grundstück der I'._____, namentlich der Bau eines 1050 Megawatt-

Kraftwerks und dessen angegliederte Nebenbetriebe (act. 4/15 S. 3). Versichert 

werden demnach Hochbauten. Die umfangreiche Police ist in folgende Sektionen 

unterteilt (act. 4/15 S. 2): 

" Section 1 - Construction All Risks 

 Section 2 - Operational All Risks 

 Section 3 - Operational Machinery Breakdown 
 Section 4 - Delay in Start-Up 

- 23 - 

 Section 5 - Business Interruption" 

Die Sektionen entsprechen verschiedenen Versicherungstypen. Teilweise handelt 

es sich um Sachversicherungen und teilweise um Vermögensversicherungen. 

Soweit dabei nicht Schäden der I'._____ an ihren Sachen oder an ihrem Vermö-

gen gedeckt werden, handelt es sich um Fremdversicherungen. 

Die Beklagte macht geltend, die Klägerin 1 hätte ihre Versicherungsleistung allein 

gestützt auf Sektion 1 der Police erbracht (act. 37 Rz. 272). Die Klägerinnen wen-

den dagegen ein, es seien auch Leistungen aus den Sektionen 2 und 3 erbracht 

worden und verweisen dazu auf Rz. 90 ff. der Klageschrift (act. 42 Rz. 33). Aus 

diesen Ausführungen ergibt sich indessen nicht, dass die strittige Versicherungs-

leistung auch gestützt auf andere Sektionen erbracht wurde. Vielmehr stützen 

sich die Klägerinnen zur Begründung ihrer Klage nur auf die Sektion 1 (act. 1 Rz. 

40). Von anderen Sektionen ist darin nicht die Rede. Es ist daher davon auszuge-

hen, dass die streitgegenständliche Versicherungsleistung in Anwendung der 

Sektion 1 der A._____ CAR-Police erbracht wurde. Es ist daher vorliegend nur die 

Sektion 1 zu qualifizieren. Die anderen Sektionen sind ausser Acht zu lassen. 

In der Sektion 1 wird festgehalten, dass die Klägerin 1 die Versicherten gegen alle 

Gefahren von Verlust und Beschädigung des versicherten Besitzes versichert, un-

ter Vorbehalt definierter Haftungsausschlüsse, was sie zu einer "All Risks"-

Versicherung macht (act. 4/15 S. 9). Versichert sind die Arbeiten am Kraftwerk 

sowie alle Materialien oder Sachen der Versicherten, die zum Bau notwendig 

sind. In zeitlicher Hinsicht haftet die Klägerin 1 a) für alle Schäden am versicher-

ten Besitz, die bis zum Datum der gewerblichen Inbetriebnahme auftreten und b) 

unter bestimmten Voraussetzungen für Schäden, die während der Garantiefrist 

auftreten (act. 4/15 S. 6). Unter dem Titel Versicherungsperiode wird für die Sek-

tionen 1 und 4 konkretisiert, dass der Versicherungsschutz für die Bauperiode am 

19. Juli 1999 beginnt und bis zur vertraglich vorgesehenen gewerblichen Inbe-

triebnahme fortdauert, welche für die verschiedenen Einheiten auf unterschiedli-

che Zeitpunkte festgelegt wurde. Für die Einheit 3 wurde diesbezüglich der 1. Juni 

2003 vorgesehen. Für die in der Sektion 1 versicherte Garantiefrist wird festgehal-

ten, dass diese mit der gewerblichen Inbetriebnahme der jeweiligen Einheit be-

- 24 - 

ginnt und nicht länger dauert als 36 Monate (act. 4/15 S. 4). Die Versicherungs-

summe für die Sektionen 1 bis 3 beträgt USD 479'000'000.– (act. 4/15 S. 5). Der 

Selbstbehalt wurde mit "Endorsement Nr. 5" vom 17. Mai 2002 für unter Sektion 1 

versicherte Schäden an Gasturbinen-Generatoren auf USD 2'000'000.– festgelegt 

(act. 25/51). Wie bereits die C._____-Police versichert die A._____ CAR-Police 

die Reparatur- bzw. Ersatzkosten. Sektion 1 der A._____ CAR-Police weist somit 

alle Merkmale einer Bauwesenversicherung auf. Auch ihre Bezeichnung als 

"Construction Insurance" deutet darauf hin. Es handelt sich um die besondere 

Form der international gebräuchlichen CAR-Versicherung. 

2.4. B1._____ CAR-Police 

Es ist unbestritten, dass sich die Klägerin 1 und die Klägerin 2 als Mitversicherer 

zusammengetan haben. Es wurde dabei vereinbart, dass die Klägerin 1 75 % des 

Risikos und die Klägerin 2 25 % des Risikos versichert (act. 1 Rz. 36 f). Die 

A._____ CAR-Police und die B1._____ CAR-Police entsprechen sich hinsichtlich 

der Vertragsbedingungen (act. 1 Rz. 36). Ein einziger Unterschied ergibt sich mit 

Bezug auf die Selbstbehalte. Ursprünglich betrugen die Selbstbehalte sowohl der 

A._____ CAR-Police als auch der B1._____ CAR-Police USD 500'000.–. Für die 

A._____ CAR-Police konnten die Klägerinnen die Erhöhung des Selbstbehaltes 

auf USD 2'000'000.– mit Einreichung des unterzeichneten "Endorsements Nr. 5" 

nachweisen (act. 25/51). Für die B1._____ CAR-Police bestreitet die Beklagte ei-

ne Erhöhung (act. 37 Rz. 344)  

Bezüglich der B1._____ CAR-Police haben die Klägerinnen kein Endorsement 

eingereicht, welches eine Erhöhung des Selbstbehaltes belegen würde. Sie leiten 

eine entsprechende Erhöhung aber daraus ab, dass die Klägerin 2 Mitversichere-

rin sei und der Selbstbehaltserhöhung stillschweigend bzw. konkludent zuge-

stimmt habe, weshalb der erhöhte Selbstbehalt automatisch auch für sie gelte 

(act. 42 S. 15). Dem kann nicht zugestimmt werden. Abgesehen davon, dass die 

Klägerinnen nicht hinreichend darlegen, woraus sich eine konkludente Zustim-

mung zur Selbstbehaltserhöhung durch die Klägerin 2 ergeben sollte, würde eine 

solche – selbst wenn sie vorliegen würde – nicht genügen. Vielmehr wäre erfor-

derlich, dass die I'._____ als Versicherungsnehmerin einer solchen zugestimmt 

- 25 - 

hat. Eine solche Zustimmung wird von den Klägerinnen nicht behauptet. Es ist 

daher für die Klägerin 1 von einem Selbstbehalt von USD 2'000'000.– und für die 

Klägerin 2 von einem solchen von USD 500'000.– auszugehen. 

Abgesehen vom tieferen Selbstbehalt in der B1._____ CAR-Police sind die 

A._____ CAR Police und die B1._____ CAR-Police als identisch zu betrachten. 

Bezüglich der Qualifikation der B1._____ CAR-Police kann daher auf die Ausfüh-

rungen zur A._____ CAR-Police verwiesen werden.  

3. Subsidiärklausel und Captive-Versicherung 

3.1. Parteistandpunkte 

Die Beklagte macht geltend, die C._____-Police enthalte eine stillschweigend 

vereinbarte Subsidiärklausel (act. 37 Rz. 100). Dies könne insbesondere aus der 

Entstehungsgeschichte der C._____-Police geschlossen werden sowie aus den 

Umständen im Zeitpunkt des Abschlusses der Police, dem Verhalten der Parteien 

bei Vertragsabschluss und dem nachträglichen Parteiverhalten. Zudem spielten 

auch der Zweck der C._____-Police und die Interessenlage der Parteien eine Rol-

le sowie die Sachgerechtigkeit einer Lösung (act. 37 Rz. 101). Von einer still-

schweigend vereinbarten Subsidiärklausel sei insbesondere deshalb auszugehen, 

weil die Beklagte das Eigenversicherungsunternehmen bzw. die "Captive Insu-

rance Company" der E._____ Gruppe und seit 2002 der G._____ Gruppe gewe-

sen sei. Die C._____-Police sei demnach eine konzerninterne Versicherung. Da-

her sei für die unterzeichnenden M._____ (handelnd für die Beklagte) und 

N._____ (handelnd für G._____) klar gewesen, dass die Leistungspflicht unter der 

C._____-Police entfalle, wenn ein anderer Versicherer für den gleichen Versiche-

rungsfall leistungspflichtig sei (act. 37 Rz. 107 ff.). Lediglich aufgrund geringerer 

Massstäbe an die Vollständigkeit der Vertragsgestaltung im Konzernverhältnis 

enthalte die C._____-Police keine explizite Subsidiärklausel (act. 37 Rz. 110). Der 

Umstand, dass G._____ zunächst nicht Deckung von ihrer eigenen Versiche-

rungsgesellschaft gesucht habe, spreche ebenfalls für die implizite Vereinbarung 

einer Subsidiärklausel (act. 37 Rz. 113). Auch die Interessenlage der Vertragspar-

teien spreche dafür, dass ein gemeinsames Verständnis bestanden habe, dass 

- 26 - 

aus der C._____-Police nur Leistungen zu erbringen seien, wenn kein anderer 

(konzernexterner) Versicherer leistungspflichtig sei (act. 37 Rz. 118). Da die Klä-

gerinnen vorliegend geleistet hätten, fehle es aufgrund der stillschweigend ver-

einbarten Subsidiärklausel an einer Leistungspflicht der Beklagten (act. 37 Rz. 

124). 

Die Klägerinnen bestreiten, dass die C._____-Police eine ihre Versicherungsleis-

tungen einschränkende Klausel enthalte. Die Beklagte sei keine "Captive Insu-

rance". Dieser Beweis sei nicht erbracht worden. Im Übrigen würde auch die Qua-

lifikation der Beklagten als "Captive Insurance" nichts an der Leistungspflicht der 

Beklagten ändern. Die C._____-Police enthalte keinerlei Restriktionen (act. 32 Rz. 

29 f., Rz. 41 und Rz. 227). 

3.2. Rechtliche Grundlagen 

Mit einer Subsidiärklausel kann vereinbart werden, dass die Leistungspflicht des 

Versicherers entfällt, wenn ein anderer Versicherer leistungspflichtig ist (BOLL, 

BSK VVG, 2001, N 26 zu Art. 53). Solche Subsidiärklauseln sollen (u.a.) verhin-

dern, dass der Versicherte aus einem Versicherungsfall überentschädigt wird, d.h. 

mehr als die volle Schadensdeckung erhält. Die Subsidiärklausel befreit den Ver-

sicherer von seiner Leistungspflicht, da ein Dritter grundsätzlich für den gleichen 

Schaden leistungspflichtig ist (MAURER, Schweizerisches Privatversicherungs-

recht, 3. Auflage, 1995, S. 373 ff.). 

Zum Abschluss eines Vertrages ist die übereinstimmende gegenseitige Wil-

lensäusserung der Parteien erforderlich. Sie kann eine ausdrückliche oder still-

schweigende sein (Art. 1 OR). Eine abschliessend-umfassende Typologie der 

Umstände, welche den Schluss auf den massgeblichen Vertragswillen erlaubt, ist 

nicht möglich. Immerhin sind hier zu nennen Rechtshandlungen oder  

-erklärungen, welche die Einnahme eines bestimmten Rechtsstandpunktes impli-

zieren. Wichtig sind auch Handlungen, welche den intendierten Vertrag bereits in 

Vollzug setzen. Auch im Falle konkludenter Äusserungen dürfen nur Fakten be-

rücksichtigt werden, die vom Erklärenden selber gesetzt sind und daher ihm zuge-

rechnet werden dürfen (BUCHER, BSK OR I, 5. Auflage, N. 18 f.). 

- 27 - 

Captive-Versicherungen oder Captives sind konzerneigene Versicherungsgesell-

schaften, welche die gesamten Konzernrisiken oder einen Teil derselben decken. 

Es handelt sich zumeist um Tochtergesellschaften grosser Industrie- oder Dienst-

leistungsunternehmen. Captives werden ausschliesslich im Grossrisikobereich 

eingesetzt, oft in Ergänzung zu internationalen Versicherungsprogrammen. Ver-

breitet sind Lösungen, bei denen die Captive als Rückversicherer fungiert. In ihrer 

wirtschaftlichen Funktion gleichen Captives ausgelagerten, juristisch selbständi-

gen Selbstbehalts- oder Rücklagefonds. Der Risikotransfer findet innerhalb des-

selben wirtschaftlichen Interessenbereiches statt, so dass man auch von einer ex-

ternen Selbstversicherung sprechen kann (NEBEL, BSK VVG, 2001, N 63 zu Art. 

101). Der Einbezug von Captives in das Risiko-Management-Konzept eines Kon-

zerns ist auf vielseitige Weise möglich: Sie können zum Beispiel als Erstversiche-

rungscaptive das Risiko zeichnen und auf dem Rückversicherungsmarkt platzie-

ren. Als Versicherungsgesellschaft haben sie einen direkten Zugang zum Rück-

versicherungsmarkt. Oftmals tragen die Captives einen Teil des Risikos selbst, in 

Ausnahmefällen sogar das gesamte Risiko (FUHRER, Schweizerisches Privatver-

sicherungsrecht, 2011, N 18.38). 

3.3. Würdigung 

Unbestrittenermassen enthält die C._____-Police keine explizite Subsidiärklausel 

und keinerlei Hinweise auf die Absicht, eine solche abzuschliessen. Ungeachtet 

dessen macht die Beklagte einen stillschweigenden übereinstimmenden tatsächli-

chen Parteiwillen hinsichtlich einer Subsidiärklausel geltend. Die Umstände, auf 

welche sie sich dabei stützt, sind nachfolgend näher zu prüfen. 

Nachdem die Klägerinnen bestritten hatten, dass es sich bei der Beklagten um ei-

ne Captive handelt, reichte die Beklagte zwei Beweismittel dazu ein. Dabei han-

delt es sich einerseits um einen Auszug aus der Internetseite der Beklagten, worin 

unter dem Titel "About us" die wichtigsten "Meilensteine" in der Geschichte der 

Beklagten aufgeführt sind. Insbesondere wird darin geschrieben, dass die 

E1._____ Insurance 1996 als "Captive Insurance Company" gegründet wurde, um 

Versicherungen für Gasturbinen und kombinierte Kraftwerke zur Verfügung zu 

stellen (act. 38/27). Andererseits reichte die Beklagte einen Handelsregisteraus-

- 28 - 

zug ein, worin die Entwicklung von der G1._____ Insurance AG zur C._____ AG 

inklusive deren Sitzverlegung von Guernsey (GB) nach ... nachvollzogen werden 

kann (act. 38/28). Entgegen der Meinung der Beklagten belegen beide Beweismit-

tel nicht rechtsgenügend, dass es sich bei der E1._____ Insurance, welche die 

C._____-Police abgeschlossen hat, um eine Captive-Versicherung handelte. Wel-

che Inhalte die Beklagte auf ihrer Internetseite publiziert, steht ihr völlig frei, wes-

halb die genannten "Meilensteine" nicht mehr als blosse Parteibehauptungen 

sind. Inwiefern aus dem eingereichten Handelsregisterauszug eine konzernmäs-

sige Verbindung hervorgehen sollte, legt die Beklagte nicht näher dar. Eine kon-

zernmässige Verbindung kann sich durch verschiedene tatsächliche Umstände 

ergeben. Woraus sie sich im vorliegenden Fall ergeben sollte, ist den beklagti-

schen Ausführungen nicht zu entnehmen. Der Handelsregisterauszug alleine gibt 

hierüber jedenfalls keinen Aufschluss. Der eingereichte Handelsregisterauszug 

beleuchtet sodann auch nicht den hier interessierenden Zeitpunkt des Abschlus-

ses der C._____-Police im Jahr 1999, sondern erst den Zeitraum ab 25. März 

2002 (act. 38/28). 

Wenn es auch durchaus als möglich erscheint, dass die E1._____ Insurance bei 

Abschluss der C._____-Police eine konzerneigene Captive-Versicherung der 

E2._____ AG war, so gelang es der Beklagten nicht, dies rechtsgenügend darzu-

tun. Selbst wenn man davon ausgehen würde, dass es sich um eine Captive-

Versicherung handelt, so kann weder daraus allein noch in Verbindung mit den 

anderen – noch zu behandelnden – Umständen geschlossen werden, dass die 

C._____-Police eine stillschweigende Subsidiärklausel enthält. Wie ausgeführt, 

gibt es verschiedene Gründe, die zum Einsatz einer Captive-Versicherung führen 

können. Wie FUHRER hierzu festhielt, kann es dabei durchaus auch vorkommen, 

dass eine Captive-Versicherung ein Risiko teilweise oder ganz allein trägt.  

Die Beklagte sieht im Umstand, dass sich G._____ zunächst an die Klägerinnen 

gewandt habe, um Deckung zu erhalten, ein auf eine Subsidiärklausel hindeuten-

des nachträgliches Parteiverhalten. Mit E-Mail vom 8. Juni 2005 habe die Beklag-

te auch festgehalten, dass ihre Entschädigungspflicht nicht unabhängig sei von 

anderen Deckungen (act. 37 Rz. 113 ff., act. 4/35). Beides reicht jedoch nicht, um 

- 29 - 

auf eine stillschweigende Subsidiärklausel zu schliessen. Dass sich G._____ an 

die Klägerinnen gehalten hat, kann beliebige Gründe haben, impliziert aber keine 

Subsdiärklausel. Es wäre durchaus denkbar, dass dieses Vorgehen mit den Ver-

sicherungsbedingungen zusammenhing, z.B. der erheblich höheren Versiche-

rungssumme in den CAR-Policen. Auch aus der Feststellung, dass die Entschä-

digungspflicht der Beklagten nicht unabhängig von anderen Deckungen sei, muss 

nicht auf eine Subsidiärklausel geschlossen werden. Ebenso könnte eine solche 

Bemerkung auf die anteilsmässige Haftung bei Doppelversicherungen im Sinne 

von Art. 71 VVG anspielen (vgl. dazu Erw. 7 und 8).  

Zur Interessenlage macht die Beklagte geltend, aus der konzernmässigen Ver-

bundenheit der Beklagten und der G._____ müsse geschlossen werden, dass 

beabsichtigt gewesen sei, dass die C._____-Police lediglich Deckung für den Fall 

bieten sollte, in welchem "alle Stricke reissen". Anderes mache keinen Sinn (act. 

37 Rz. 119). Abgesehen davon, dass auch hier festzuhalten ist, dass die kon-

zernmässige Verbundenheit zwischen der Beklagten und der G._____ von der 

Beklagten nicht rechtsgenüglich nachgewiesen wurde, kann der Abschluss einer 

konzerneigenen Versicherung auch ohne Subsidiärklausel seine Gründe haben. 

Zu nennen sind etwa die steuerlichen Vorteile, die sich daraus für den Konzern 

ergeben (vgl. dazu z.B. LEHMANN/ARZETHAUSER, Bausteine einer steuer-effektiven 

internationalen Konzernstruktur Teil 2, in: StR 58/2003, S. 729), die Möglichkeit 

auf den Rückversicherungsmarkt zuzugreifen und der Anreiz zur Risikoreduktion, 

da sowohl Versicherungsprämien als auch Schadenleistungen im Konzern ver-

bleiben. 

Die von der Beklagten geltend gemachten Umstände und offerierten Beweismittel 

genügen nicht, um die stillschweigende Vereinbarung einer Subsidiärklausel 

nachzuweisen. Mangels einer entsprechenden tatsächlichen Vereinbarung ist ei-

ne normative Auslegung vorzunehmen. Bei der normativen Auslegung ist in erster 

Linie auf den klaren Wortlaut abzustellen. Die C._____-Police enthält keine Sub-

sidiärklausel und keinerlei Hinweise auf die Absicht, eine solche abzuschliessen. 

Aus dem Wortlaut lässt sich demnach keine Subsidiärklausel ableiten. Auch die 

Umstände des Vertragsschlusses und die Interessenlage drängen keinen ande-

- 30 - 

ren Schluss auf. Angesichts dessen, dass es sich bei den Parteien der C._____-

Police um geschäftsgewandte Personen handelt und es sich bei der Subsidiär-

klausel um eine Klausel von grosser Tragweite handelt, die über die Leistungs-

pflicht der Versicherung entscheiden kann, erscheint es als sehr unwahrschein-

lich, dass die Parteien – wenn sie eine solche Klausel hätten vereinbaren wollen – 

dies nicht in der schriftlichen Police getan hätten. Bei dieser Sachlage muss ver-

nünftigerweise davon ausgegangen werden, dass keine Subsidiärklausel verein-

bart wurde; auch nicht stillschweigend. 

3.4. Fazit 

Zwischen der G._____ und der Beklagten wurde weder explizit noch stillschwei-

gend eine Subsidiärklausel vereinbart.  

4. "Excess Insurance"-Klausel in der A._____ CAR-Police 

4.1. Parteistandpunkte 

Die Beklagte macht geltend, der G._____ sei es aufgrund nachfolgender Klausel 

in der A._____ CAR-Police nur gestattet gewesen, eine Exzedentenversicherung 

über der Limite der A._____ CAR-Police abzuschliessen: 

" 19. Excess Insurance 

 Permission is granted for the Insured to have excess insurance over the limit of liability set forth in 

this Policy without prejudice to this Policy and the existence of such insurance, if any, shall not re-
duce any liability under this Policy." (act. 4/15 S. 36) 

Die C._____-Police stelle eine solche Exzedentenversicherung dar. Da die Versi-

cherungssumme der A._____ CAR-Police nicht ausgeschöpft worden sei, treffe 

die Beklagte keine Leistungspflicht (act. 11 Rz. 105 ff.). 

Die Klägerinnen entgegnen dem, dass mit der "Excess Insurance"-Klausel der 

Versicherten der Abschluss weiterer Versicherungen zwar erlaubt werde, eine Be-

reicherung jedoch vermieden werden sollte. Wesentlich sei, dass die C._____-

Police keine Exzedenten-Versicherung sei (act. 32 Rz. 70 ff.).  

- 31 - 

4.2. Würdigung 

Die Parteien verstehen unter einer Exzedentenversicherung eine zusätzlich zu ei-

ner anderen Versicherung abgeschlossene Versicherung, die nur in dem Umfang 

Deckung gewährt, als der Schaden die Versicherungssumme der anderen Versi-

cherung überschreitet. Die Parteien sind sich einig, dass die "Excess Insurance"-

Klausel der G._____ gestattet, weitere Versicherungen für den die Versiche-

rungssumme der CAR-Policen übersteigenden Bereich abzuschliessen und dass 

eine allfällige derartige Versicherung die Haftung unter den CAR-Policen nicht 

beeinflusst. Dies ergibt sich auch aus dem klaren Wortlaut der Klausel. Hingegen 

ergibt sich aus dem Wortlaut nicht, dass es der G._____ untersagt ist, weitere 

Versicherungen abzuschliessen, die keine Exzedentenversicherungen sind. Dies 

stünde auch im Widerspruch zur nachfolgenden Klausel mit dem Titel "Other Insu-

rance", welche vorsieht, dass die Klägerinnen aus den CAR-Policen im Verhältnis 

zu jeglicher anderer  vom Versicherten abgeschlossenen Versicherung prioritär 

leistungspflichtig sind ("[…] this Policy shall be primary to and take precedence over any other 
insurance arranged by or on behalf of the Insured"; act. 4/15 S. 36). Unabhängig davon ist 

nicht ersichtlich, wie sich die zwischen G._____ und den Klägerinnen vereinbarte 

"Excess Insurance"-Klausel auf das Verhältnis zwischen der G._____ und der 

Beklagten auswirken könnte, da die beiden Vertragsverhältnisse auseinanderzu-

halten sind. Die C._____-Police enthält keine Bestimmung, wonach sie nur in dem 

Umfang Deckung gewährt, als der Schaden die Versicherungssumme allfälliger 

anderer Versicherungen übersteigt. Dies wird auch nicht behauptet. Mithin han-

delt es sich bei der C._____-Police nicht um eine Exzedentenversicherung. Selbst 

wenn die "Excess Insurance"-Klausel in den CAR-Policen der G._____ vorschrei-

ben würde, dass sie weitere Versicherungen nur in der Form von Exzedentenver-

sicherungen abschliessen darf, so ändert dies nichts daran, dass die C._____-

Police keine solche darstellt. In diesem Fall hätte sich die G._____ zwar über die 

"Excess Insurance"-Klausel in den CAR-Policen hinweggesetzt; dies kann sich 

aber nicht auf die Leistungspflicht der Beklagten aus der C._____-Police auswir-

ken. 

4.3. Fazit 

- 32 - 

Die "Excess Insurance"-Klausel in den CAR-Policen hat keinen Einfluss auf die 

Leistungspflicht der Beklagten. 

5. Verletzung von Mitwirkungspflichten  

5.1. Parteistandpunkte 

Die Beklagte macht als Eventualstandpunkt geltend, G._____ habe ihre Mitwir-

kungspflichten verletzt, insbesondere indem sie trotz mehrmaligen Hinweisen sei-

tens der Beklagten dieser nie zeitnah von sich aus Informationen bekannt gege-

ben habe, ab Juni 2005 überhaupt keine Informationen mehr geliefert habe und 

der Beklagten insbesondere die endgültige Schadensregulierung mit den Kläge-

rinnen nicht angezeigt habe (act. 37 Rz. 131). Dadurch habe sie sowohl Ziff. 5 lit. 

d und Ziff. 6 der "General Conditions" als auch die unter Ziff. 6 der unter dem Titel 

"Claims Procedure" erwähnte Mitwirkungspflicht verletzt. Da diese Bestimmungen 

gemäss Ziff. 1 der "General Conditions" ausdrücklich eine "condition precedent to 

any liability of the company" darstellten, entfalle eine Leistungspflicht der Beklag-

ten gegenüber G._____ (act. 37 Rz. 132). 

Die Klägerinnen bestreiten eine Verletzung von Mitwirkungspflichten und stellen 

sich auf den Standpunkt, dass berücksichtigt werden müsse, dass gegenüber der 

Beklagten erst zu einem späteren Zeitpunkt Ansprüche erhoben worden seien. In 

diesem Zusammenhang seien mit dem Bericht von G._____ (act. 4/38) und dem 

Brief vom 12. Oktober 2004 (act. 4/37) alle notwendigen Unterlagen eingereicht 

worden (act. 32 Rz. 101). Überdies hätte eine allfällige Verletzung von Mitwir-

kungspflichten lediglich bewirkt, dass der Versicherungsanspruch noch nicht fällig 

geworden wäre (act. 32 Rz. 102). Die von der Beklagten vermisste definitive 

Schadenregulierung zwischen G._____ und den Klägerinnen habe nichts mit der 

Ersatz- bzw. Deckungspflicht der Beklagten aus der C._____-Police zu tun (act. 

32 Rz. 106). 

5.2. Unbestrittener Sachverhalt 

Es ist unbestritten, dass G._____ mit E-Mail vom 24. März 2003 der Beklagten 

den Schaden an der Turbine meldete (act. 11 Rz. 62). In der Folge führten 

- 33 - 

G._____ und die Beklagte einen E-Mail-Austausch bezüglich des Reparatur- und 

Ersatzverfahrens (act. 11 Rz. 64, act. 4/22). Am 26. März 2003 informierte die 

Beklagte die G._____, dass sie beabsichtige, die beschädigte Maschine am 31. 

März 2003 zu besichtigen (act. 4/29). Mit E-Mails vom 28. August 2003, 4. Febru-

ar 2004 und 8. März 2004 erkundigte sich die Beklagte bei G._____ über den 

Stand der Verhandlungen mit den Klägerinnen und die Wahrscheinlichkeit einer 

Anspruchserhebung gegen die Beklagte (act. 12/4-6). Am 17. Juni 2004 teilte 

G._____ der Beklagten – unter Beilage der entsprechenden Stellungnahme der 

Klägerinnen – mit, dass die Klägerinnen eine Haftung ablehnten und die G._____ 

Anspruch gegen die Beklagte erheben würde (act. 12/7). Mit E-Mail vom 21. Juni 

2004 hielt die Beklagte fest, dass sie weitere Informationen, namentlich techni-

sche Berichte, Analysen des Schadensereignisses, Schadensschätzungen und 

tatsächliche Rechnungen/Bestellungen, welche die Forderungsbeträge konkreti-

sieren würden, im Zusammenhang mit dem Schadensereignis benötigen würde 

(act. 4/34). Mit Schreiben vom 12. Oktober 2004 unterbreitete G._____ der Be-

klagten ihre Forderung (act. 1 Rz. 87, act. 4/37, act. 4/38). Unter anderem teilte 

G._____ der Beklagten mit, dass sie über keine Kopie der A._____ Global Indust-

rial All Risks Police verfüge und diese daher der Beklagten auch nicht zustellen 

könne. Ausserdem führte sie aus, dass die C._____-Police ihrer Meinung nach 

unabhängig von anderen Policen sei und ersuchte die Beklagte um Ausstellung 

einer Verjährungsverzichtserklärung. In der Beilage stellte sie der Beklagten das 

Dokument mit dem Titel "J'._____ I'._____ Unit 3 High Impact Event Insurance Claim, Cost 
Summary and Supporting Documents" zu. Dieses Dokument umfasst gemäss seinem 

Inhaltsverzeichnis folgende Bestandteile (act. 4/38): 

" - Cost Summary 
 - Reports 

 - Item 1 - Hot Gas Parts Cost Detail 
 - Item 2 - PIC Craft Labor 

 - Item 3 - Technial Labor (Scheduler) 
 - Item 4 - Miscellaneous Costs 

 - Item 5 - G._____ Site Supervision 
 - Item 6 - Freight 

- 34 - 

 - Item 7 - ... Project Management"  

Anfangs November 2004 erhob G._____ gegenüber den Klägerinnen eine in 

quantitativer und qualitativer Hinsicht gleiche Forderung, wobei nicht behauptet 

wurde, dass dies der Beklagten mitgeteilt wurde (act. 4/39). 

Am 27. Januar 2005 wies die Beklagte G._____ erneut auf fehlende Unterlagen 

hin, namentlich einen Bericht über ihre Anstrengungen gegenüber der J'._____ 

und der Klägerin 1 (act. 12/8). Mit E-Mail vom 4. Mai 2005 verlangte die Beklagte 

erneut ein Update über die Situation (act. 12/9). Am 7. Juni 2005 mahnte die Be-

klagte per E-Mail, dass die fortdauernde Unterlassung von Informationspflichten 

den Anspruch beeinträchtigen würde (act. 4/36). Am 8. Juni 2005 verlangte die 

Beklagte von G._____ Informationen über den Stand des Verfahrens und der 

Verhandlungen mit anderen Versicherern (act. 4/34). 

Mit der Klageeinleitung am Handelsgericht Zürich am 23. März 2012 erfuhr die 

Beklagte, dass die Klägerin 1 am 17. Mai 2005 ihren Entscheid vom 8. Juni 2004 

revidiert, den Schaden akzeptiert und eine endgültige Schadensabklärung und fi-

nale Schadensregulierung vorgenommen hatte (act. 11 Rz. 79, act. 4/31). Zudem 

erfuhr die Beklagte anlässlich der Klageeinleitung vom Schlussbericht des Exper-

ten O._____ vom 12. Oktober 2003 (act. 11 Rz. 80, act. 4/27), vom Memorandum 

und der Dokumentation der Klägerin 1 vom 8. Juli 2005 zum Schadensereignis 

(act. 4/28), von der Schlussvereinbarung betreffend den Versicherungsanspruch 

zwischen den Klägerinnen und G._____ vom 23. Dezember 2005 (act. 4/40), vom 

Brief der Klägerin 1 an G._____ vom 23. Dezember 2005, in welchem sie die 

Schadenszahlung von USD 6'968'095.– abzüglich eines Selbstbehalts von USD 

2'000'000.– anerkennt (act. 4/42), von der Zahlung der Klägerin 2 am 27. Dezem-

ber 2005 an G._____ im Umfang von USD 1'242'042.– (act. 4/44) und von der 

Zahlung der Klägerin 1 am 3. Januar 2006 an G._____ im Umfang von USD 

3'726'071.– (act. 4/43).  

5.3. Rechtliche Grundlagen 

- 35 - 

Der Versicherungsvertrag kann nach Art. 39 Abs. 2 VVG vorsehen, dass der An-

spruchsberechtigte bestimmte Belege beizubringen hat. Die Vertragsklausel muss 

diese Belege bestimmen, die Auskunft also klar präzisieren. Ihr Inhalt kann über 

jenen der gesetzlich geforderten Auskünfte hinausgehen, aber die verlangten Be-

lege müssen der Begründung des Versicherungsanspruches dienen (NEF, BSK 

VVG, 2001, N 10 zu Art. 39). Sodann ist es üblich, dass die Versicherer den An-

spruchsberechtigten in den AVB mit zahlreichen Bestimmungen zur Mitwirkung 

bei der Abklärung des Versicherungsfalles verpflichten. Diese Obliegenheiten sind 

im Rahmen von Art. 45 VVG frei vereinbar (NEF, BSK VVG, 2001, N 13 zu Art. 

39). Wenn der Vertrag bezüglich der Frist schweigt, welche bei der Erfüllung einer 

vereinbarten Auskunfts- oder Mitwirkungspflicht einzuhalten ist, ist die Auskunft 

innert angemessener Frist seit dem Zeitpunkt, in welchem der Versicherer das 

Auskunftsbegehren gestellt hat, zu erteilen. Dieses kann auch in den Vertragsbe-

dingungen formuliert worden sein (NEF, BSK VVG, 2001, N 9 und 14 zu Art. 39). 

Der Versicherungsvertrag kann nach Art. 39 Abs. 2 Ziff. 2 VVG Sanktionen vorse-

hen, falls der Anspruchsberechtigte die Erteilung von Auskünften oder die Bei-

bringung von Belegen versäumt. Das Gesetz erlaubt es, vertraglich als Rechts-

nachteil den Verlust des Versicherungsanspruchs zu vereinbaren. Diese soge-

nannte Verwirkungsklausel knüpft das VVG aber an bestimmte Voraussetzungen: 

Sie ist nur zulässig, wenn der Versicherer im Vertrag (nicht erst mit der schriftli-

chen Mahnung) eine angemessene Frist zur Erfüllung der Auskunfts- und Mitwir-

kungspflichten eingeräumt hat, die bestimmt, d.h. genau (nach Tagen, Wochen 

o.ä.) bemessen sein muss. Zudem ist eine besondere Erfüllungsaufforderung er-

forderlich; die Vertragsabrede bzw. Vereinbarung in den AVB allein genügt nicht. 

Der Anspruchsberechtigte ist also nach Eintritt des Versicherungsfalls nochmals 

schriftlich und ausdrücklich zur Erfüllung seiner Pflichten innert der vereinbarten 

Frist anzuhalten und auf die Säumnisfolgen aufmerksam zu machen (NEF, BSK 

VVG, 2001, N 17 zu Art. 39). Sieht der Vertrag als Sanktion für die Verletzung der 

Auskunfts- und Mitwirkungspflichten die Verwirkung des Versicherungsanspruchs 

vor, sind die strengen Formalien von Art. 39 Abs. 2 VVG einzuhalten. Dazu gehört 

die Statuierung einer bestimmten Frist in den AVB (NEF, BSK VVG, 2001, N 14 zu 

Art. 39). 

- 36 - 

Die C._____-Police äussert sich an verschiedenen Stellen zu Auskunfts- und Mit-

wirkungspflichten: Ziffer 5 lit. d der "General Conditions" sieht vor, dass der Versi-

cherte bei Eintreten eines Falles, welcher einen Anspruch aus der Police begrün-

den könnte, die Versicherung mit allen Informationen und Urkundenmaterial aus-

zustatten hat, welche diese benötigen könnte. Ziffer 6 der "General Conditions" 

hält sodann Folgendes fest:  

"Der Versicherte soll alle Handlungen und Dinge vornehmen oder ihrer Vornahme zustimmen und 
sie erlauben, welche nötig sind oder von der Gesellschaft verlangt werden im Interesse irgendwel-

cher Rechte oder Rechtsmittel, oder um Abhilfe oder eine Entschädigung von Parteien (andere als 

jene, die unter dieser Police versichert sind), zu denen die Gesellschaft berechtigt ist oder berech-
tigt werden könnte, oder welche auf sie aufgrund einer Ersatzzahlung für jeglichen Verlust oder 

Schaden unter dieser Police durch Subrogation übergehen könnten, erhältlich zu machen, ob dies 
vor oder nach der Entschädigung des Versicherten durch die Gesellschaft notwendig oder erforder-

lich wird." (act. 4/3, gemäss der unbestrittenen Übersetzung in act. 11 Rz. 52) 

Ziffer 1 der "General Conditions" der C._____-Police sieht sodann vor, dass die 

Einhaltung und die Erfüllung der Policen-Bestimmungen, welche vom Versicher-

ten eine Mitwirkung verlangen, und die Wahrheit der vom Versicherten in Frage-

bogen und Antrag gemachten Angaben unabdingbare Haftungsvoraussetzungen 

sind (act. 4/3 S. 5).  

5.4. Würdigung 

Ziff. 1 der "General Conditions " könnte – wie von der Beklagten geltend gemacht 

– als Verwirkungsklausel verstanden werden. Allerdings werden die Mitwirkungs-

pflichten in Ziff. 5 und Ziff. 6 der "General Conditions" nur grob umschrieben und 

es wird keine Frist bestimmt, innert welcher der Versicherte diesen Pflichten 

nachzukommen hat. Die in Art. 39 Abs. 2 VVG statuierten strengen Formalien 

werden demnach in der C._____-Police nicht eingehalten, weshalb eine Verwir-

kung der Leistungspflicht der Beklagten allein gestützt auf die Verletzung von 

Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten ausgeschlossen ist. 

Darüber hinaus liegt auch keine Verletzung der Auskunfts- oder Mitwirkungspflich-

ten vor. Die in der C._____-Police in Ziff. 5 und 6 der "General Conditions" um-

- 37 - 

schriebenen Mitwirkungspflichten dienen dazu, sicherzustellen, dass die Beklagte 

über alle zur Anspruchsprüfung notwendigen Informationen verfügt. Ebenfalls ih-

rem Zweck entsprechend ist, dass die Mitwirkungspflichten der G._____ be-

schränkt sind, und zwar auf die Bereitstellung jener Informationen, welche die Be-

klagte benötigt, um ihre Rechte im Zusammenhang mit einem Entschädigungsan-

spruch der G._____ wahrnehmen zu können. Dies bringt es mit sich, dass Infor-

mationen nicht "auf Vorrat" geliefert werden müssen, sondern nur soweit, als ge-

gen die Beklagte Ansprüche erhoben werden. Die Beklagte impliziert ver-

schiedentlich, G._____ hätte sie "zeitnah" informieren müssen (vgl. act. 11 Rz. 68 

und 119, act. 37 Rz. 131, 186 und 199). Eine Pflicht, die Beklagte stetig auf dem 

neuesten Stand der Ereignisse zu halten, ergibt sich aber aus der C._____-Police 

nicht. Die C._____-Police enthält keine Klausel im Sinne von Art. 39 Abs. 2 Ziff. 2 

VVG, worin verlangt wird, dass die Informationen innert bestimmter Frist geleistet 

werden müssen. Dies entspräche auch nicht dem vorstehend umschriebenen 

Zweck der Informationspflicht. Daher reicht es, wenn die Beklagte in dem Moment 

über die notwendigen Informationen verfügt, in welchem sie den gegen sie erho-

benen Anspruch ernsthaft prüfen muss. In dieser Hinsicht als notwendig zu be-

trachten sind einerseits detaillierte Angaben zum Schadensereignis und der 

Schadenshöhe, da die Beklagte überprüfen können muss, ob und wie weit der 

Schaden von ihrer Police gedeckt wird. Andererseits – da mehrere Versicherer in-

volviert sind – müssen Angaben zu anderen möglichen Versicherungsdeckungen 

und zur Haltung anderer Versicherer zu Entschädigungsleistungen vorhanden 

sein, weil sich eine von anderen Versicherungen erhältliche Ersatzleistung auf die 

Leistungspflicht der Beklagten auswirken kann (vgl. dazu Erw. 8).  

Vorliegend wurde die Beklagte unmittelbar nach dem Schadensereignis über des-

sen Eintritt informiert, noch bevor G._____ einen Anspruch gegen die Beklagte 

erhob. Danach bemühte sich G._____ offenbar darum, Ersatzleistungen nicht von 

der Beklagten, sondern von den Klägerinnen zu erhalten, welche eine Haftung mit 

Schreiben vom 8. Juni 2004 zunächst ablehnten. Da sich bis dahin ein Anspruch 

gegen die Beklagte noch nicht aktualisiert hatte, war es auch nicht notwendig, die 

Beklagte mit weiteren Informationen zu versorgen. Die Ablehnung der Haftung 

durch die Klägerinnen wurde der Beklagten umgehend (am 17. Juni 2004) mitge-

- 38 - 

teilt, und zwar mit dem Hinweis, dass nun ein Anspruch gegen die Beklagte erho-

ben werden würde. Knapp vier Monate später konkretisierte die G._____ ihre An-

sprüche gegenüber der Beklagten, indem sie ihr das Dokument mit dem Titel 
"J'._____ I'._____, Unit 3 High Impact Event Insurance-Claim - Cost Summary and Supporting 

Documents" zustellte, welches nebst verschiedenen, teilweise technischen Berich-

ten insbesondere auch eine Aufstellung der ausgeführten Arbeiten und deren 

Kosten enthielt, welche mit Rechnungen und Rapporten untermauert sind (act. 

4/38). Bis zur Klageeinleitung am Handelsgericht Zürich am 23. März 2012 be-

haupten die Klägerinnen keinen weiteren Informationsaustausch. Insbesondere 

behaupten sie nicht, dass die Beklagte darüber informiert worden sei, dass ein 
dem "J'._____ I'._____ – Unit 3 High Impact Event Insurance-Claim - Cost Summary and Support-

ing Documents" qualitativ und quantitativ gleichwertiges Dokument den Klägerinnen 

zugestellt wurde und darüber, dass die Klägerinnen am 17. Mai 2005 entschie-

den, der G._____ doch eine Entschädigung zu leisten. Allerdings machte 

G._____ in diesem langen Zeitraum auch keine Anstalten, ihren Anspruch gegen-
über der Beklagten weiter zu verfolgen. Mit dem Dokument "J'._____ I'._____ – Unit 3 

High Impact Event Insurance-Claim - Cost Summary and Supporting Documents" verfügte die 

Beklagte zwar bereits über wichtige und zur Beurteilung des Anspruchs notwen-

dige Unterlagen, insbesondere in Bezug auf die Schadensursache und die Scha-

denshöhe. Bis zur Klageeinleitung befand sie sich aber dennoch in einem Infor-

mationsrückstand, da ihr insbesondere Informationen zur erfolgten Schadensde-

ckung durch die Klägerinnen fehlten. Da G._____ ihren Anspruch in dieser Zeit 

nicht weiter verfolgte, waren weitere Informationen in diesem Zeitpunkt aber auch 

nicht notwendig. Der Anspruch aktualisierte sich erst wieder mit der Klageeinlei-

tung am 23. März 2012. Anlässlich dieser erfolgte eine umfangreiche Information 

der Beklagten, welche sie in den Stand versetzte, ihre Leistungspflicht bzw. deren 

Umfang zu beurteilen und entsprechende Rechte wahrzunehmen. Dass sie im 

Zeitpunkt der Klageeinleitung noch nicht über alle notwendigen Informationen ver-

fügt habe, macht die Beklagte nicht geltend. In jenem Zeitpunkt, in welchem sich 

die Anspruchserhebung aktualisierte, verfügte die Beklagte demnach über alle 

notwendigen Informationen, weshalb keine Verletzung von Mitwirkungspflichten 

auszumachen ist, welche in Anwendung von Ziff. 1 der "General Conditions" der 

- 39 - 

C._____-Police eine Haftungsablehnung rechtfertigen würde. Daran ändert auch 

der Umstand nichts, dass diese letztgenannte Information nicht durch die 

G._____, sondern durch die Klägerinnen erfolgte, welche sich alle Ansprüche aus 

der C._____-Police am 21. Dezember 2005 haben abtreten lassen. Wie noch zu 

zeigen sein wird (vgl. Erw. 10) war diese Abtretung zulässig. Die Erfüllung der 

Mitwirkungspflichten ist als Bedingung zu betrachten, mithin wurde eine bedingte 

Forderung abgetreten, was zulässig ist. Da der Eintritt der Bedingung vom Verhal-

ten der G._____ abhing, handelt es sich um eine Potestativbedingung. Wird eine 

mit einer solchen Potestativbedingung versehene Forderung zediert, so muss es 

in analoger Anwendung von Art. 170 Abs. 1 OR dem Zessionar gestattet sein, die 

Bedingung zu erfüllen. Indem die Klägerinnen mit Klageeinleitung der Beklagten 

die noch ausstehenden Informationen haben zukommen lassen, sind sie den in 

der C._____-Police festgehaltenen Informationspflichten nachgekommen.  

5.5. Fazit 

Eine allfällige Verletzung der in der C._____-Police statuierten Mitwirkungs- und 

Informationspflichten vermag keine Verwirkung des Anspruches auf Versiche-

rungsleistung zu bewirken. Überdies wurden die genannten Mitwirkungs- und In-

formationspflichten nicht verletzt, da die Beklagte bei der Klageeinleitung über alle 

notwendigen Informationen verfügt hat. 

6. Deckungsausschluss 

6.1. Parteistandpunkte 

Als weiteren Eventualstandpunkt macht die Beklagte geltend, dass die Argumen-

tation der Klägerinnen, womit sie die J'._____-Police als nicht anwendbar betrach-

teten, auch für die C._____-Police gelten müsse. Namentlich stellten sich die Klä-

gerinnen auf den Standpunkt, die J'._____ Police sei nicht relevant, da sie fehler-

hafte Arbeit ("faulty workmanship") von der Deckung ausschliesse. Auch die 

C._____-Police enthalte mit der nachfolgenden Klausel in lit. d der "Special 

Exclusions to Material Damage" einen Ausschluss für "bad workmanship": 

" The Company shall not, however, be liable for […]  

- 40 - 

 d) loss or damage due to […] bad workmanship other than faults in erection, […]" (act. 4/3 S. 7) 

Zumindest sinngemäss behauptet die Beklagte, der Schaden sei nicht auf "faults 

in erection" zurückzuführen (act. 11 Rz. 100 f., act. 37 Rz. 214 ff.). 

Die Klägerinnen bestreiten dies unter Hinweis auf die genauen Wortlaute der Po-

licen. Danach bestehe in der J'._____-Police ein Deckungsausschluss für "fehler-

hafte Arbeit, Material, Bau oder Design aus jeglichen Gründen". Der Ausschluss 

in der C._____ Police sei demgegenüber begrenzt auf Schäden, die nicht auf 

"faults in erection" zurückzuführen seien. Vorliegend lägen gerade "faults in erec-

tion" vor, die nicht ausgeschlossen seien (act. 32 Rz. 65 ff.). 

6.2. Rechtliche Grundlagen 

Der Versicherer haftet grundsätzlich für alle Ereignisse, welche die Merkmale der 

Gefahr, gegen deren Folgen Versicherung genommen wurde, an sich tragen, es 

sei denn, dass der Vertrag einzelne Ereignisse in bestimmter, unzweideutiger 

Fassung von der Versicherung ausschliesst (Art. 33 VVG). Behauptet der Versi-

cherer eine die Leistungspflicht ausschliessende oder herabsetzende Tatsache, 

muss er sie behaupten und beweisen (Art. 8 ZGB). 

6.3. Würdigung 

Die C._____-Police schliesst eine Haftung für "bad workmanship other than faults 

in erection" aus. Da umstritten ist, ob der Schaden auf solche Umstände zurück-

zuführen ist, trifft die Beklagte die diesbezügliche Behauptungs- und Beweislast. 

Die Beklagte hat jedoch keine konkreten bzw. substantiierten Behauptungen dazu 

aufgestellt, worauf der Schaden zurückzuführen ist, geschweige denn dazu, in-

wiefern er durch mangelhafte Arbeitsausführung verursacht wurde, die nicht im 

Zusammenhang mit Errichtungsarbeiten stand. Auch Beweismittel wurden von 

der Beklagten diesbezüglich keine genannt. Es fehlt demnach an den erforderli-

chen Behauptungen und Beweisen zum Vorliegen des in lit. d der "Special Exclu-

sions to Material Damage" der C._____-Police vorgesehenen Ausschlussgrundes.  

6.4. Fazit 

- 41 - 

Das vorliegende Schadensereignis fällt nicht unter die Ausschlussklausel gemäss 

lit. d der "Special Exclusions to Material Damage" der C._____-Police. 

7. Doppelversicherung 

7.1. Anwendbares Recht 

Das IPRG regelt nicht, welches Recht auf die Frage anzuwenden ist, ob eine 

Doppelversicherung vorliegt. Diese Frage ist vor allem deshalb relevant, weil das 

schweizerische Recht bei Vorliegen einer Doppelversicherung von einer anteils-

mässigen Haftung der Versicherer ausgeht und nicht etwa von einer Solidarhaf-

tung (vgl. nachstehend Erw. 8). Da es dabei im Grunde um die Frage des Aus-

senverhältnisses geht, rechtfertigt es sich, für die Frage des anwendbaren Rechts 

auf Art. 143 IPRG zurückzugreifen. Art. 143 IPRG beruht auf dem stillschweigend 

vorausgesetzten Grundsatz der unabhängigen Anknüpfung mehrerer Schuldver-

hältnisse. Die Bestimmung selbst normiert aber nicht diesen Grundsatz, sondern 

bloss die Frage der Folgen solcher selbständiger Anknüpfungen auf das gegen-

seitige Verhältnis mehrerer Forderungen gegenüber mehreren Schuldnern. Zu 

diesen möglichen Rechtsfolgen gehören insbesondere die Fragen, ob der in An-

spruch genommene Schuldner primär oder subsidiär, solidarisch oder anteils-

mässig haftet. Diese Rechtsfolgen werden für jeden einzelnen in Anspruch ge-

nommenen Schuldner akzessorisch an das jeweilige Schuldstatut angeknüpft. 

Damit werden die Erwartungen des Schuldners geschützt, der sich auf das eigene 

Schuldstatut verlassen kann, ohne wissen zu müssen, nach welchem Recht allfäl-

lige Mitschuldner haften (DASSER, BSK IPRG; 2013, N 3 f. zu Art. 143). Zum glei-
chen Ergebnis gelangt JÄGER, indem er ausführt: "Auf ein dem ausländischen Recht un-

terliegendes Versicherungsverhältnis kann der Grundsatz des Art. 71 nicht zur Anwendung kom-
men. Das hindert aber nicht, dass für die Reduktion der Leistungspflicht aus dem vom schweizeri-

schen Recht beherrschten Versicherungsvertrag auf die Tatsache der Doppelversicherung Rück-
sicht genommen wird (JÄGER, Kommentar zum Schweizerischen Bundesgesetz über 

den Versicherungsvertrag, 1932, N 4 zu Art. 71). 

Demnach ist auf die Frage, ob die Beklagte gegenüber der Klägerin 1 solidarisch 

haftet oder ob es sich um eine anteilsmässige Haftung handelt, schweizerisches 

- 42 - 

Recht anzuwenden, vor allem auch, da die C._____-Police schweizerischem 

Recht unterstellt wurde. Es rechtfertigt sich daher, auch auf die Frage, ob eine 

Doppelversicherung vorliegt sowie auf die Frage, welche Folgen dies für die Leis-

tungspflicht der Beklagten hat, schweizerisches Recht anzuwenden. 

7.2. Rechtliche Grundlagen 

Eine Doppelversicherung liegt vor, wenn dasselbe Interesse gegen dieselbe Ge-

fahr und für dieselbe Zeit bei mehr als einem Versicherer dergestalt versichert ist, 

dass die Versicherungssummen zusammen den Versicherungswert übersteigen 

(Art. 53 Abs. 1 VVG). Zur Ermittlung des versicherten Interesses stellt BOLL auf 

die sachenrechtliche Lehre ab, wonach das versicherte Interesse dem versicher-

ten Objekt gleichzusetzen sei, wobei in der Sachversicherung die versicherte Sa-

che und in der Vermögensversicherung das versicherte Vermögen Gegenstand 

der Versicherung sei. Zeitlich liegt eine Doppelversicherung nur vor, wenn mehre-

re Versicherungen gleichzeitig bestehen und in diesem Zeitraum nebeneinander 

Deckung gewähren. Nicht vorausgesetzt ist dagegen, dass die Verträge zur glei-

chen Zeit abgeschlossen werden oder für einen identischen Zeitraum Geltung ha-

ben (BOLL, BSK VVG, 2001, N 6 und 8 zu Art. 53). 

Das Vermögen als abstrakte Grösse hat keinen bestimmten Wert. Daher ist der 

Begriff des Versicherungswerts der Vermögensversicherung fremd. Im Tatbe-

stand der Doppelversicherung kann auf ihn somit nicht abgestellt werden. Das 

Übersteigen des Versicherungswerts als Voraussetzung einer Doppelversiche-

rung muss bei der Vermögensversicherung daher modifiziert werden, und zwar 

dahingehend, dass der Begriff Versicherungswert durch den Begriff Schaden zu 

ersetzen ist. Eine Doppelversicherung liegt bei Vermögensversicherungen dem-

nach vor, wenn die Versicherungssummen den entstandenen Vermögensschaden 

übersteigen (BOLL, BSK VVG, 2001, N 11 zu Art. 53, m.w.H.). 

Art. 53 VVG ist eine zwingende Vorschrift. Sie darf weder zugunsten des Versi-

cherungsnehmers noch zugunsten des Versicherers abgeändert werden. Zulässig 

sind hingegen Klauseln, welche die Entstehung einer Doppelversicherung ver-

meiden sollen. Dies kann mit der bereits in Erw. 3 behandelten Subsidiärklausel 

- 43 - 

erreicht werden, womit vereinbart wird, dass die Leistungspflicht des Versicherers 

entfällt, wenn ein anderer Versicherer leistungspflichtig ist (BOLL, BSK VVG, 2001, 

N 26 zu Art. 53).  

7.3. Würdigung 

7.3.1. Zur Bejahung einer Doppelversicherung ist nicht erforderlich, dass die 

Versicherungen gesamthaft deckungsgleich sind. Vielmehr genügt es, wenn in 

einem Schnittbereich, welchem der eingetretene Versicherungsfall zuzuordnen 

ist, doppelte Deckung besteht. Die Klägerinnen haben ihre Zahlung der G._____ 

allein gestützt auf Sektion 1 der A._____ CAR-Police geleistet. Daraus ergibt sich, 

dass nur die Sektion 1 der A._____ CAR-Police mit der C._____-Police zu 

vergleichen ist und zwar nur soweit sie sich auf die mitversicherte Unternehmerin 

G._____ bezieht. Dass die A._____ CAR-Police daneben weitere Sektionen 

enthält und weiteren Versicherten Schutz gewährt, spielt für die Frage der 

Doppelversicherung keine Rolle. Vorliegend ist daher einzig von Bedeutung, ob 

das Risiko, das sich für die G._____ verwirklicht hat und für welches die 

Klägerinnen bereits eine Versicherungsleistung erbracht haben, auch durch die 

C._____-Police gedeckt war. 

Gegenstand der Sektion 1 der CAR-Policen sind die Arbeiten am Bau des Kraft-

werks inklusive die Garantiearbeiten. Versichert ist unter anderem die G._____. 

Gegenstand der C._____-Police sind nur bestimmte Garantiearbeiten an den ...-

Turbinen der Einheiten 3 und 4 dieses Kraftwerks. Versichert ist auch hier die 

G._____. Die Versicherungen überschneiden sich demnach. Die Schnittmenge 

enthält eine Versicherung für Schäden zulasten der G._____, die durch Beschä-

digung der ...-Turbinen der Einheiten 3 und 4 im Rahmen der Durchführung der 

Garantiearbeiten entstehen. Beide Policen versichern sodann die Reparatur- bzw. 

Ersatzkosten. Sodann handelt es sich bei beiden Versicherungen um sog. All-

Risks-Versicherungen, d.h. sie übernehmen grundsätzlich alle Schäden, die sich 

während der Versicherungsdauer ereignen, soweit diese nicht ausdrücklich aus-

geschlossen sind. Wie es für solche Versicherungen üblich ist, versichern beide 

Policen ein breites Gefahrenspektrum mit Ausnahme einiger ausgeschlossener 

Gefahren, wobei sich die Ausschlusskataloge sehr ähnlich sind (act. 4/3 S. 5 und 

- 44 - 

7, act. 4/15 S. 9 und 37 f.). Beide Versicherungen decken das Risiko von Bauun-

fällen in der Art des Vorliegenden. Dass derartige Bauunfälle in einen Aus-

schlusskatalog fallen, wird zumindest nicht substantiiert geltend gemacht (vgl. da-

zu Erw. 6). 

In zeitlicher Hinsicht überschneiden sich die Versicherungen ebenfalls. Die De-

ckung der C._____-Police für die Garantiearbeiten an der Einheit 3 begann am 

17. Februar 2003 und dauerte bis zur Beendigung dieser Arbeiten, längstens aber 

bis am 6. April 2003 (act. 4/19, act. 4/3 S. 3). Die Deckung der CAR-Policen be-

gann für die in Sektion 1 versicherten Garantiearbeiten im Zeitpunkt der kommer-

ziellen Inbetriebsetzung und dauerte 36 Monate (act. 25/51). Der Zeitpunkt der 

kommerziellen Inbetriebsetzung für die Einheit 3 war unbestrittenermassen der 

16. August 2002 (act. 1 Rz. 43). Die Zeitperiode ab 17. Februar 2003 bis zum 

Schadenereignis, in welcher Garantiearbeiten vorgenommen wurden, war dem-

nach durch beide Versicherungen gedeckt. 

Wie noch auszuführen sein wird, ist sowohl bei den CAR-Policen als auch bei der 

C._____-Police von Vermögensversicherungen auszugehen (vgl. Erw. 8). Daher 

ist für das Vorliegen einer Doppelversicherung erforderlich, dass die Versiche-

rungssummen den entstandenen Vermögensschaden übersteigen. Dies ist zu be-

jahen. 

Demnach bestand ab dem 17. Februar 2003 für die in der C._____-Police defi-

nierten Garantiearbeiten an den ...-Turbinen der Einheit 3 Versicherungsschutz 

für die G._____ sowohl durch die CAR-Policen als auch durch die C._____-

Police. Es ist daher von einer Doppelversicherung im Sinne von Art. 53 VVG aus-

zugehen.  

7.3.2. Die Klägerinnen bestreiten das Vorliegen einer Doppelversicherung zu 

Unrecht unter anderem gestützt auf folgende Klausel der A._____ CAR-Police, 

welche sie einer Subsidiärklausel gleichsetzen: 

" Other Insurance 

- 45 - 

 Notwithstanding anything contained herein to the contrary, this Policy shall be primary to and take 

precedence over any other insurance arranged by or on behalf of the Insured, and de Insurers 
shall indemnify the Insured subject to the terms of this policy as if such other insurances did not 

exist." (act. 4/15 S. 36) 

Es ist zutreffend, dass mit der Verwendung einer Subsidiärklausel die Entstehung 

einer Doppelversicherung ausgesc