# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8231e548-5466-5ded-93b8-c81aed8f3eec
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 04.09.2023 ZK1 2023 55
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2023-55_2023-09-04.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Entscheid vom 04. September 2023

Referenz ZK1 23 55

Instanz I. Zivilkammer

Besetzung Cavegn, Vorsitzender
Michael Dürst und Bäder Federspiel
Gabriel, Aktuarin

Parteien A._____
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter
Vasarauls 11, 7084 Brienz/Brinzauls GR

gegen

B._____
Beschwerdegegner
vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Alessandra Arensi
c/o Visinoni & Metzger, Via dal Bagn 3, 7500 St. Moritz

in Sachen

C._____

Gegenstand elterliche Sorge

Anfechtungsobj. Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Graubün-
den, Zweigstelle Mittelbünden/Moesa vom 15.03.2023, mitgeteilt 
am 16.03.2023

Mitteilung 06. September 2023

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Sachverhalt

A. A._____, geboren am _____ 1980, und B._____, geboren am _____ 1983, 
sind die unverheirateten Eltern von C._____, geboren am _____ 2016. Aufgrund 
einer am 27. Mai 2016 gegenüber der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 
Graubünden, Zweigstelle Engadin/Südtäler (nachfolgend: KESB Enga-
din/Südtäler), abgegebenen Erklärung steht C._____ unter der gemeinsamen el-
terlichen Sorge.

B. Die Eltern trennten sich am 1. Mai 2019. Am 31. Januar/5. Februar 2020 
schlossen die Parteien einen Unterhaltsvertrag ab und vereinbarten eine Rege-
lung über die Betreuung und den persönlichen Verkehr. Mit Entscheid vom 
10. Februar 2020 genehmigte die KESB Engadin/Südtäler den Unterhaltsvertrag.

C. Nachdem A._____ ihren Wohnsitz und denjenigen ihres Sohnes in die Ge-
meinde D._____ verlegt hatte, gelangte sie am 11. November 2021 mit einem Ge-
such um Abänderung der Regelung betreffend elterliche Sorge an die Zweigstelle 
Mittelbünden/Moesa der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Graubünden 
(nachfolgend: KESB Mittelbünden/Moesa). Sie liess was folgt beantragen:

1. Die Regelung betr. elterliches Sorgerecht bezüglich des gemeinsamen 
Sohnes der Parteien, C._____, unter Ziffer 2 des Vertrages über Un-
terhalt und Regelung betreffend Betreuung und persönlicher Verkehr 
zwischen den Parteien vom 31.1/5.2.2020 sei dahingehend abzuän-
dern, als das elterliche Sorgerecht alleine auf die Kindsmutter A._____ 
übertragen wird.

2. Unter amtlicher und ausseramtlicher Kosten- und Entschädigungsfol-
gen zuzüglich gesetzliche MwSt. zu Lasten des Gesuchsgegners.

D. Die KESB Mittelbünden/Moesa eröffnete in der Folge ein Abklärungsverfah-
ren. B._____ schloss mit Eingabe vom 28. Januar 2022 auf kostenfällige Abwei-
sung des Gesuchs.

E. A._____ wurde am 26. August 2022 durch das instruierende KESB-Mitglied 
persönlich angehört. Die persönliche Anhörung des Vaters erfolgte per Videokon-
ferenz am 30. August 2022.

F. Mit Schreiben vom 14. November 2022 empfahl die KESB Mittelbün-
den/Moesa den Parteien, bis zum 28. Februar 2023 auf freiwilliger Basis begleitete 
Besuche im Umfang von zwei Stunden alle zwei Wochen durchzuführen. Am 
8. Dezember 2022 liess A._____ mitteilen, dass sich die Eltern einvernehmlich 
darauf einigen konnten, die begleiteten Besuche mit Hilfe der Fachstelle E._____ 
in F._____ durchzuführen.

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G. Am 15. März 2023 entschied die Kollegialbehörde der KESB Mittelbün-
den/Moesa Folgendes:

1. Der Antrag von A._____ um Zuteilung der alleinigen elterlichen Sorge 
für C._____ wird abgelehnt.

2. Für C._____ wird eine Beistandschaft nach Kindesschutzrecht 
(Art. 308 ZGB) errichtet.

3. Die Beistandsperson hat die Aufgaben und Kompetenzen im Rahmen 
einer Beistandschaft mit besonderen Befugnissen (Art. 308 Abs. 2 
ZGB):

a. die Eltern bei der Ausübung des persönlichen Verkehrs zwischen 
C._____ und dem Vater zu beraten und zu unterstützen;

b. zwischen den Eltern zu vermitteln und einvernehmliche Lösungen 
zu erarbeiten im Zusammenhang mit der innerfamiliären Bezie-
hungsgestaltung, namentlich des persönlichen Verkehrs zwischen 
C._____ und seinem Vater, B._____;

c. darauf zu achten, dass der zwischen den Eltern einvernehmlich 
vereinbarte persönliche Verkehr regelmässig stattfinden und eine 
Kontinuität gewährleistet werden kann;

d. die Ausübung des persönlichen Verkehrs zu überwachen und im 
Sinne von C._____ sicherzustellen, dass das zwischen den Eltern 
vereinbarte Umgangsrecht eingehalten wird;

e. im Konfliktfall im Rahmen der Regelung über den persönlichen 
Verkehr konkrete Modalitäten zur Umsetzung festzulegen;

f. dem Vater auf Verlangen Auskunft über die Entwicklung von 
C._____ zu erteilen;

g. sämtlichen an der Betreuung und Förderung von C._____ Betei-
ligten als Ansprechperson zur Verfügung zu stehen, mit diesen in 
Kontakt zu treten und sich mit ihnen auszutauschen.

4. Die Beistandsperson wird aufgefordert, unverzüglich nach Erhalt der 
Ernennungsurkunde sich die zur Erfüllung der Aufgaben nötigen 
Kenntnisse zu verschaffen und mit den Eltern und C._____ persönlich 
Kontakt aufzunehmen.

5. Die Beistandsperson ist gehalten:

a. der KESB alle zwei Jahre (erstmals per 28. Februar 2025) einen 
schriftlichen Rechenschaftsbericht (Ausführungen über die Lage 
von C._____ und die Ausübung der Beistandschaft, Ausblick mit 
Empfehlungen) bis 31. Mai 2025 einzureichen;

b. bei Hinweisen auf massgebliche Veränderungen der Lebensum-
stände von C._____ während der Rechenschaftsperiode die 
KESB mit einem Bericht zu informieren und allenfalls ein geeigne-
tes Vorgehen zu empfehlen.

6. G._____ (Berufsbeistandschaft Albula) wird zum Beistand von 
C._____ ernannt.

7. Die Kosten im vorliegenden Verfahren werden auf Fr. 1'250.— festge-
setzt und beim Fall belassen.

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8. (Rechtsmittelbelehrung, Entzug der aufschiebenden Wirkung mit Aus-
nahme des Kostenpunkts)

9. (Mitteilung)

H. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 8. April 
2023 Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden. Sie stellte die folgenden 
Anträge:

1. Aufhebung des angefochtenen Entscheides.

2. Die Regelung betr. elterliches Sorgerecht bezüglich des gemeinsamen 
Sohnes der Parteien, C._____, unter Ziffer 2 des Vertrages über Un-
terhalt und Regelung betreffend Betreuung und persönlicher Verkehr 
zwischen den Parteien vom 31.1/5.2.2020 sei dahingehend abzuän-
dern, als das elterliche Sorgerecht alleine auf die Kindsmutter A._____ 
übertragen wird.

3. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädi-
gungsfolge zu Lasten der Vorinstanz bzw. des Beschwerdegegners 
und zwar sowohl des vorinstanzlichen Verfahrens, wie auch bzgl. des 
Beschwerdeverfahrens vor Kantonsgericht.

I. Den vom Vorsitzenden der I. Zivilkammer mit Verfügung vom 12. April 2023 
einverlangten Kostenvorschuss in der Höhe von CHF 1'500.00 leistete die Be-
schwerdeführerin fristgerecht.

J. B._____ (im Folgenden auch Beschwerdegegner) schloss in seiner Stel-
lungnahme vom 4. Mai 2023 auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde, soweit 
darauf einzutreten sei. Ferner beantragte er, es sei der Beschwerde keine auf-
schiebende Wirkung zuzuerkennen.

K. Die Akten der KESB Mittelbünden/Moesa sind beigezogen worden.

L. Auf einen weiteren Schriftenwechsel wird verzichtet. Die Angelegenheit ist 
spruchreif.

Erwägungen

1.1. Gegen Entscheide der Kindesschutzbehörde kann gestützt auf Art. 314 
Abs. 1 in Verbindung mit Art. 450 Abs. 1 ZGB und Art. 60 Abs. 1 EGzZGB Be-
schwerde beim Kantonsgericht von Graubünden erhoben werden. Innerhalb des 
Kantonsgerichts ist die I. Zivilkammer für die Beurteilung dieser Beschwerden zu-
ständig (Art. 6 KGV [BR 173.000]). Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen 
den Entscheid der KESB Mittelbünden/Moesa vom 15. März 2023 betreffend die 
elterliche Sorge über C._____, die Errichtung einer Beistandschaft nach Art. 308 
Abs. 2 ZGB und die Ernennung der Beistandsperson (act. B.1). Dieser Entscheid 
ist beschwerdefähig.

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1.2. In Kindesschutzverfahren sind die Bestimmungen über das Verfahren vor 
der Erwachsenenschutzbehörde sinngemäss anwendbar (Art. 314 Abs. 1 ZGB). 
Die Beschwerdelegitimation ergibt sich daher aus Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB, wo-
nach unter anderem die am Verfahren beteiligten Personen beschwerdelegitimiert 
sind. Am Verfahren beteiligt sind in erster Linie die von der Anordnung der Kindes- 
und Erwachsenenschutzbehörde direkt betroffenen Personen, mithin die schutz-
befohlenen, hilfsbedürftigen Personen. Im Bereich des Kindesschutzes können 
nebst den Kindern auch deren Eltern betroffene Personen sein (Daniel Steck, in: 
Büchler/Häfeli/Leuba/Stettler [Hrsg.], FamKomm, Erwachsenenschutz, Bern 2013, 
N 21 zu Art. 450 ZGB; Hermann Schmid, Erwachsenenschutz Kommentar, Zürich 
2010, N 21 zu Art. 450 ZGB; jüngst auch etwa BGer 5A_101/2023 v. 9.6.2023 
E. 3.3.1 m.w.H.). Der angefochtene Entscheid der Kindesschutzbehörde hat die 
Zuteilung der elterlichen Sorge über C._____ sowie die Errichtung einer Beistand-
schaft und Ernennung einer Beistandsperson zum Gegenstand. Hiervon ist die 
Beschwerdeführerin als Mutter des von der Anordnung betroffenen Kindes ebenso 
betroffen. Sie ist daher beschwerdelegitimiert.

1.3. Die Beschwerdefrist beträgt 30 Tage seit Mitteilung des Entscheids 
(Art. 450b Abs. 1 ZGB). Gegen den Entscheid vom 15. März 2023 (act. B.1), mit-
geteilt am 16. März 2023, wurde am 8. April 2023 und damit rechtzeitig Beschwer-
de erhoben (act. A.1; Art. 450f ZGB und Art. 60 Abs. 5 EGzZGB i.V.m. Art. 145 
Abs. 1 lit. a ZPO). Art. 450 Abs. 3 ZGB bestimmt ferner, dass die Beschwerde 
schriftlich und begründet einzureichen ist. Die vorliegende Beschwerde genügt 
diesen formellen Erfordernissen, womit darauf einzutreten ist.

1.4. Gerügt werden können mit der Beschwerde nach Art. 450a Abs. 1 ZGB 
Rechtsverletzungen (Ziff. 1), eine unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
rechtserheblichen Sachverhalts (Ziff. 2) sowie Unangemessenheit (Ziff. 3). Für das 
Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz gelten in erster Linie die im 
ZGB normierten Verfahrensbestimmungen des Bundesrechts (insb. 
Art. 450 ff. ZGB). Subsidiär gelangen die kantonalen Verfahrensbestimmungen zur 
Anwendung. Sofern sich weder dem ZGB noch dem EGzZGB eine entsprechende 
Regelung entnehmen lässt, sind die Bestimmungen über die zivilprozessuale Be-
rufung sinngemäss anwendbar (Art. 450f ZGB und Art. 60 Abs. 5 EGzZGB). Folg-
lich kann die Beschwerdeinstanz in Analogie zu Art. 316 Abs. 1 ZPO auf die 
Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung verzichten und aufgrund der 
Akten entscheiden. Die im Verfahren vor der Erwachsenenschutzbehörde gelten-
de strenge Untersuchungs- und Offizialmaxime (Art. 446 Abs. 1 und 3 ZGB, 
Art. 60 Abs. 3 EGzZGB) wird im Beschwerdeverfahren durch die Rüge- und Be-

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gründungsobliegenheit relativiert. Die gerichtliche Beschwerdeinstanz darf sich 
primär auf die geltend gemachten Rügen und Anträge konzentrieren (Lorenz Dro-
ese, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., 
Basel 2022, N 5 zu Art. 450a ZGB).

2. Der Streit der Parteien dreht sich um die Regelung der elterlichen Sorge 
über C._____. Die Beschwerdeführerin beantragt die Aufhebung des angefochte-
nen Entscheids und eine Alleinzuweisung des Sorgerechts an sich (act. A.1, 
Ziff. I). Dies begründet sie im Wesentlichen mit einem zwischen den Parteien be-
stehenden Elternkonflikt. In diesem Zusammenhang bemängelt die Beschwerde-
führerin sinngemäss, die Kindesschutzbehörde habe den Sachverhalt in mehrerlei 
Hinsicht unvollständig bzw. unrichtig festgestellt.

3. Den Eltern kommt grundsätzlich die gemeinsame Sorge über das Kind zu 
(Art. 296 Abs. 2 ZGB). Indes ist die Zuteilung der elterlichen Sorge auf Begehren 
eines Elternteils, des Kindes oder von Amtes wegen durch die Kindesschutz-
behörde neu zu regeln, wenn dies wegen einer wesentlichen Änderung der Ver-
hältnisse zur Wahrung des Kindeswohls nötig ist (Art. 298d Abs. 1 ZGB). Vom 
Grundsatz des gemeinsamen Sorgerechts soll nur abgewichen werden, wenn eine 
andere Lösung die Interessen des Kindes ausnahmsweise besser wahrt (BGE 
143 III 361 E. 7.3.2; 142 III 56 E. 3 = Pra 2017 Nr. 20; 142 III 1 E. 3.3; BGer 
5A_617/2021 v. 13.9.2022 E. 4.1). Die Alleinzuteilung des elterlichen Sorgerechts 
muss gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts eine eng begrenzte Ausnah-
me bleiben (BGE 141 III 472 E. 4.7). Sie fällt dann in Betracht, wenn die Eltern in 
einem schwerwiegenden Dauerkonflikt stehen oder in Kinderbelangen anhaltend 
kommunikationsunfähig sind. Punktuelle Auseinandersetzungen oder Meinungs-
verschiedenheiten – wie sie in allen Familien vorkommen und insbesondere mit 
einer Trennung oder Scheidung einhergehen können – bilden keinen Anlass für 
eine Alleinzuteilung des elterlichen Sorgerechts. Vorausgesetzt ist mit anderen 
Worten, dass sich die Probleme zwischen den Eltern auf die Kinderbelange als 
Ganzes beziehen und das Kindeswohl konkret beeinträchtigen. Bei schwerwie-
genden singulären Konflikten ist zu prüfen, ob nicht ein richterlicher Entscheid 
über einzelne Inhalte des Sorgerechts bzw. eine richterliche Alleinzuweisung spe-
zifischer Entscheidungsbefugnisse in den betreffenden Angelegenheiten als sub-
sidiäre Massnahme ausreicht, um Abhilfe zu schaffen. Eine Abweichung vom 
Grundsatz der gemeinsamen elterlichen Sorge ist nur dort am Platz, wo Aussicht 
darauf besteht, mit der Zuteilung der elterlichen Sorge an einen Elternteil allein 
eine Entlastung der Situation herbeizuführen (BGer 5A_617/2021 v. 13.9.2022 

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E. 4.1; 5A_377/2021 v. 21.2.2022 E. 3.1; BGE 142 III 56 E. 3; 142 III 1 E. 3.3; 
141 III 472 E. 4.3, 4.6 f.). 

4.1. Nach Dafürhalten der KESB Mittelbünden/Moesa hat der Vater zwar andere 
Ansichten als die Mutter. Das stelle aber keinen genügenden Grund für eine Al-
leinzuteilung der elterlichen Sorge an letztere dar. Die Beschwerdeführerin be-
haupte zwar, dass die Ansichten des Beschwerdegegners dem Kindeswohl scha-
deten. Das sei aber in keiner Weise bewiesen und werde vom Vater bestritten. Die 
Mutter sei als Obhutsinhaberin kraft Art. 301 Abs. 1bis Ziff. 1 ZGB in alltäglichen 
Angelegenheiten allein entscheidungsbefugt. Dass der Vater sich ihrer Meinung 
nach nicht für wichtige anstehende Entscheide betreffend C._____ interessiere, 
bedeute nicht, dass sie die jeweils anstehenden Entscheide nicht habe treffen 
können, wie sie das anlässlich ihrer Anhörung am 26. August 2022 gesagt habe. 
Wichtige Entscheide in Kinderbelangen habe sie gemäss eigenen Angaben auch 
bereits dann alleine getroffen, als die Kommunikation zwischen den Eltern noch 
funktioniert habe. Dies sei zwar nicht die Idee der gemeinsamen elterlichen Sorge, 
doch zeige es auf, dass keine Pattsituation zwischen den Eltern bestanden habe, 
welche die Beschwerdeführerin daran gehindert hätte, wichtige Entscheide betref-
fend Kinderbelange zu fällen. Beim Versuch, gemeinsam Entscheidungen zu fäl-
len (beispielsweise zur Frage von Impfungen), sei es jeweils zu Auseinanderset-
zungen gekommen, weil die Ansichten der Parteien so unterschiedlich seien, wo-
bei jeweils keine Einigung habe erzielt werden können (act. B.1, E. 1 S. 6 f.). 

4.2. Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, der gemäss Recht-
sprechung erforderliche erhebliche Dauerkonflikt zwischen den Eltern sei augen-
scheinlich und derart erheblich, dass eine Zuweisung des alleinigen Sorgerechts 
an die Kindsmutter gerechtfertigt sei. Die Parteien seien seit Jahren getrennt und 
hätten nie eine gemeinsame Basis gehabt, stammten aus unterschiedlichen Wel-
ten und zwar sowohl was die Herkunftsländer, die Sprachen, Kulturen und vor al-
lem die Erziehung anbelange. Es sei nicht ersichtlich, wie sie eine gemeinsame 
Basis für die Erziehung von C._____ erschaffen können sollten, wenn sie es nicht 
einmal geschafft hätten, eine gemeinsame Basis für sich selber zu finden. Aus den 
Gesamtumständen zeige sich, dass der vom Kindsvater initiierte Konflikt faktisch 
alle Aspekte des Sorgerechts betreffe und damit grundsätzlicher Natur sei und es 
sich nicht "nur" um partielle Meinungsverschiedenheiten handle. Der Kindsvater 
schrecke zudem vor Tätlichkeiten nicht zurück. Nebst der Beschwerdeführerin ha-
be er auch schon seine eigenen Eltern geschlagen. Es sei nur eine Frage der Zeit, 
bis der jähzornige Kindsvater auch C._____ schlage. Infolge Nullkommunikation 
sei es den Eltern ausserdem verwehrt, gemeinsame Entscheide betreffend Aspek-

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te der elterlichen Sorge zu treffen, so dass im Ergebnis das Wohl des Kindes 
ernstlich gefährdet erscheine. Die grundlegende Kompromisslosigkeit beim Kinds-
vater führe dazu, dass wichtige Entscheide betreffend Kinderbelange verschleppt 
bzw. verunmöglicht würden. Zu beachten sei, dass die Einsetzung eines Beistan-
des nur bezüglich der Besuche allenfalls eine Verbesserung herbeiführen könne 
(act. A.1, Ziff. 25 ff.).

4.3.1. Das Bestehen eines dauerhaften Konflikts zwischen den Parteien ergibt 
sich nur schon daraus, dass sich die Beschwerdeführerin innert drei Jahren zwei 
Mal (nämlich am 17. Januar 2019 und am 8. September 2021) veranlasst sah, 
gegen den Beschwerdegegner wegen Tätlichkeiten und Drohung und im zweiten 
Fall wegen Drohung und Beschimpfung Strafantrag zu stellen (vgl. hierzu KESB 
act. 30, 34, 66 und 116). Während das erste Strafverfahren sistiert und eingestellt 
worden ist, wurde der Beschwerdegegner mit Strafbefehl vom 17. Januar 2023 der 
Äusserung von Beschimpfungen für schuldig befunden (KESB act. 30 und 34). Die 
hiergegen erhobene Einsprache zog der Beschwerdeführer zurück, womit der 
Strafbefehl zwischenzeitlich in Rechtskraft erwachsen ist (act. A.3, Ziff. 3.1). 

4.3.2. In diesem Zusammenhang stösst sich die Beschwerdeführerin an der fol-
genden Feststellung der Kindesschutzbehörde: "Das Strafverfahren aus dem Jahr 
2019 wurde eingestellt, weshalb hieraus nichts Negatives gegen den Gesuchs-
gegner abgeleitet werden kann." (act. B.1, E. 1 S. 7, zweiter Absatz). Damit habe 
die Kindesschutzbehörde die Frage, ob der Vater des Kindes gegenüber dessen 
Mutter gewalttätig geworden sei, zu Unrecht völlig ausgeblendet. Vorliegend gehe 
es um die Frage, ob das Kindeswohl die Zuweisung der elterlichen Sorge allein an 
die Mutter erfordere. In diesem Kontext spiele es selbstverständlich eine Rolle, ob 
der Vater des Kindes gegenüber dessen Mutter gewalttätig geworden sei oder 
nicht (act. A.1, Ziff. III.8). Aus den Akten ergeht, dass die Staatsanwaltschaft am 
4. März 2019 eine Strafuntersuchung gegen den Beschwerdegegner wegen Dro-
hung und Tätlichkeiten eröffnete, diese am 11. April 2019 sistierte und am 23. Ok-
tober 2019 einstellte (KESB act. 116). Die Einstellung erfolgte gestützt auf Art. 55a 
Abs. 1 lit. a Ziff. 3 StGB, nachdem die Beschwerdeführerin selbst ihr Desinteresse 
an der Weiterführung der Strafuntersuchung gegen den Beschwerdegegner erklärt 
hatte. Begründet wurde die Einstellung also nicht damit, dass sich der Tatverdacht 
nicht erhärtet hätte. Daraus kann aufgrund der Unschuldsvermutung (Art. 10 
Abs. 1 StPO) selbstredend trotzdem nicht geschlossen werden, der Beschwerde-
gegner sei gegenüber der Beschwerdeführerin gewalttätig geworden. Mit den von 
der Beschwerdeführerin wiederholt vorgebrachten Vorwürfen der Gewalttätigkeit 
des Beschwerdegegners ihr gegenüber hat sich die KESB Mittelbünden/Moesa 

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jedenfalls aber auseinandergesetzt und die richtige Schlussfolgerung gezogen. In 
der Tat lässt sich aus der eingestellten Strafuntersuchung nichts Negatives zu 
Lasten des Vaters ableiten. Die gegenüber der Mutter geäusserten Beschimpfun-
gen belegen zwar das Bestehen eines Konflikts. Soweit die Beschwerdeführerin 
behaupten lässt, der Beschwerdeführer sei ihr gegenüber gewalttätig, habe sie mit 
dem Tod bedroht und tue das immer noch (act. A.1, Ziff. III.2, 5, 7, 9, 20, 25), legt 
sie hierfür keine Beweise vor. Für die Gewalttätigkeit des Vaters gegenüber sei-
nen eigenen Eltern bestehen ebenfalls keine Nachweise. Keine Beweise offeriert 
die Beschwerdeführerin auch für die Behauptungen, wonach der Beschwerdefüh-
rer ein "krankhafter Narzisst" sei, der sich nur um sein eigenes Wohl und nicht um 
das seines Kindes kümmere. Behauptet wird weiter, dass er ein Verschwörungs-
theoretiker, Drogenkonsument, Lügner und Stalker sei, welcher das Schweizer 
Rechtssystem schamlos ausnütze und mit Füssen trete sowie verantwortungs- 
und rücksichtslos agiere (act. A.1, Ziff. III.5). Einzelne der Behauptungen sind 
zwar mit einem Verweis auf Akten aus anderen Verfahren unterlegt. Die betreffen-
den Dokumente wurden von der Mutter allerdings nicht ins Recht gelegt. Der 
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, 
dass ein Anwalt aufgrund seiner prozessualen Darlegungspflicht gestützt auf 
Art. 14 StGB zwar zu ehrenrührigen Bemerkungen befugt ist. Indes müssen diese 
sachbezogen sein, sich auf das für die Erläuterung des jeweiligen Standpunktes 
Notwendige beschränken und dürfen nicht wider besseres Wissen erfolgen. Blos-
se Vermutungen müssen als solche bezeichnet werden (BGE 135 IV 177 E. 4; 
131 IV 154 E. 1.3.1; 118 IV 153 E. 4.b). Indem der Rechtsvertreter der Mutter den 
Beschwerdegegner als "krankhaften Narzissten" bezeichnet, unterstellt er diesem 
implizit, an einer psychischen Störung zu leiden. Bei dieser von einem nicht über 
besondere Kenntnisse in psychiatrischen Belangen verfügenden Rechtsanwalt 
aufgestellten Behauptung kann es sich nur um eine Vermutung handeln, fehlt es 
doch auch dafür an entsprechenden Nachweisen. Weiter will die Beschwerdefüh-
rerin mit dem Verweis auf einen Kriminalrapport aus dem Jahr 2019 belegen, dass 
der Beschwerdegegner ein Drogenkonsument sei. Es versteht sich von selbst, 
dass damit nicht bewiesen ist, dass der Vater von C._____ aktuell an einer Dro-
gensucht leidet. Es kann zusammenfassend festgehalten werden, dass die von 
der Beschwerdeführerin in unnötiger Schärfe getätigten Äusserungen nicht zu 
berücksichtigen sind und für die Begründung einer Alleinzuteilung der elterlichen 
Sorge an die Mutter nicht erforderlich sind. 

4.4. Des Weiteren lässt die Beschwerdeführerin ausführen, für eine sinnvolle 
Ausübung des Sorgerechts sei der persönliche Kontakt zum Kind gemäss der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung unabdingbar. So sei es nur schwer vorstell-

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bar, dass ein Sorgerechtsinhaber pflichtgemäss Entscheidungen zum Wohl des 
Kindes treffen könne, wenn über lange Zeit kein irgendwie gearteter Austausch 
zwischen ihm und dem Kind stattfinde bzw. stattgefunden habe. Ungeachtet der 
Tatsache, dass der Beschwerdegegner in H._____ wohnhaft sei und C._____ im 
Kanton Graubünden, wolle die Vorinstanz die gemeinsame elterliche Sorge. Eine 
solche Ausblendung von Tatsachen erscheine willkürlich. Der Hinweis der Vorin-
stanz auf Art. 301 Abs. 1bis ZGB nütze wenig. Bei weiterer Aufrechterhaltung der 
gemeinsamen Sorge sehe sich die Beschwerdeführerin trotzdem im Nachteil, weil 
sie jeweils den Kindsvater um Erlaubnis fragen müsse, ob sie ihren Wohnsitz und 
jenen des Kindes wechseln dürfte oder ob sie mit dem Kinde ins Ausland verrei-
sen könne. Ihr graue es jetzt schon davor, sich mit dem völlig anders tickenden 
Beschwerdegegner über so komplexe Materien wie Berufswahl, gesundheitliche 
Interventionen (inkl. Operationen) oder religiöse Angelegenheiten (wie bspw. Fir-
mung / Konfirmation etc.) auseinandersetzen zu müssen (act. A.1, Ziff. III.17).

4.4.1. Allein die geographische Distanz zwischen den Eltern rechtfertigt keine 
Ausnahme vom Grundsatz der gemeinsamen Ausübung der elterlichen Sorge 
(BGE 142 III 56 E. 3; 142 III 1 E. 3; BGer 5A_106/2019 v. 16.3.2020 E. 5.4). Vor-
liegend spricht also der Umstand, dass der Vater in H._____ lebt, nicht gegen die 
gemeinsame Ausübung der elterlichen Sorge. Ohnehin steht die Ausübung des 
Besuchsrechts nicht in einem direkten Zusammenhang mit der Zuteilung der elter-
lichen Sorge. Gleichwohl ist festzuhalten, dass dem Beschwerdegegner die Wahr-
nehmung des Besuchsrechts trotz der Distanz zwischen den Wohnorten 
grundsätzlich möglich ist. Das haben die in Begleitung der E._____ durchgeführ-
ten begleiteten Besuche gezeigt (vgl. KESB act. 21, 23 und 35 sowie act. C.5). Die 
zuständige Sozialpädagogin der E._____ empfiehlt sogar, die begleiteten Besuche 
zu erweitern (KESB act. 21). Zwar ist zu beanstanden, dass sich der Vater am 
Schluss zweier Besuche am 19. Februar 2023 und am 19. März 2023 nicht an die 
vereinbarten Abgangszeiten gehalten hat, sondern die Räumlichkeiten entgegen 
der Vereinbarung bereits vorher verlassen hat (so der Hinweis der Beschwerde-
führerin in act. A.1, Ziff. III.21). Doch wirkte sich dieses Verhalten nicht negativ auf 
C._____ aus. Was die Beschwerdeführerin aus dem vorliegend nicht weiter rele-
vanten Umstand ableiten will, dass sie die begleiteten Besuche bei der E._____ in 
F._____ überhaupt erst ins Spiel gebracht habe (act. A.1, Ziff. III.21), ist unklar 
und kann dahingestellt bleiben. Nicht einzugehen ist schliesslich auf das rein ap-
pellatorische Vorbringen, wonach die begleiteten Besuchsstunden im Winter statt-
gefunden hätten, als sich der Kindsvater ohnehin im Engadin aufgehalten habe 
und sich zeigen werde, ob er auch nach F._____ reise, wenn er wieder in H._____ 
wohne (act. A.1, Ziff. III.22). Nicht weiter hilft der Beschwerdeführerin schliesslich 

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der Einwand, die KESB Mittelbünden/Moesa habe fälschlicherweise festgestellt, 
dass der Vater mit seinen Eltern für den Besuch von C._____ eigens ein Hotel-
zimmer gemietet habe. Richtig sei, dass die Eltern alleine das Hotelzimmer gemie-
tet hätten, um ihren Enkel zu besuchen, weil der Kindsvater sich nicht aus 
H._____ ins Bündnerland habe bequemen wollen (act. A.1, Ziff. III.19). Ob die 
Grosseltern ihren Enkel an den betreffenden Tagen einmal alleine besucht haben 
und dafür in einem Hotelzimmer genächtigt haben oder ob auch der Vater dabei 
war und das Hotelzimmer bezahlt hat, ist für die Zuteilung der elterlichen Sorge 
nicht weiter entscheidend. Es erübrigen sich daher weitere Bemerkungen zu die-
ser Frage.

4.4.2. Die Beschwerdeführerin moniert, die Kindesschutzbehörde verkenne die 
konkrete Situation völlig, wenn sie davon ausgehe, dass eine partielle Ortsabwe-
senheit die Kommunikation zwischen den Eltern nicht nachhaltig störe, sondern 
dass sie auch mittels Telefon oder E-Mail kommunizieren könnten. Mehrfach sei 
schriftlich und anlässlich der Anhörung der Beschwerdeführerin mündlich darge-
legt worden, dass aufgrund "der Todesdrohungen etc." eine solche Kommunikati-
on leider nicht möglich sei (act. A.1, Ziff. III.18). Dem Kantonsgericht erschliesst 
sich nicht, auf welche angeblichen Todesdrohungen des Vaters sich die Mutter in 
ihren Ausführungen bezieht. Anlässlich der Anhörung vom 26. August 2022 erklär-
te die Mutter, dass der Vater seit Oktober 2021 nichts mehr unternommen habe, 
um Kontakt aufzunehmen und keine Kommunikation mit ihm stattfinde (KESB 
act. 76, Frage 3). Inwiefern die Vorinstanz verkannt haben soll, dass die geogra-
phische Distanz des Vaters die Kommunikation per Telefon oder E-Mail verun-
möglichen soll, zeigt die Beschwerdeführerin nicht auf. Ebenso wenig vermag sie 
darzulegen, dass die Unmöglichkeit der Kommunikation vollends auf das Verhal-
ten des Vaters zurückzuführen ist. Der Vater seinerseits erklärte, die Mutter sei 
nicht erreichbar gewesen (KESB act. 74, Frage 3). 

4.4.3. Betreffend die von der Mutter geltend gemachte chronische Kommunikati-
onsunfähigkeit wird im angefochtenen Entscheid ausgeführt, dass die Kommuni-
kation durch die Mutter selber unterbunden worden sei, indem diese, ohne den 
Vater vorgängig darüber zu informieren, umgezogen sei und ihre Telefonnummer 
gewechselt habe (act. B.1, E. 1 S. 8 vierter Absatz). Diese Feststellung bezeichnet 
die Mutter als falsch. Die direkten Kommunikationswege zum Beschwerdeführer 
habe sie aus eigenen Sicherheitsüberlegungen heraus abschneiden müssen. Es 
gehe gar nicht, dass ihr das nun zum Verschulden gereiche. Aufgrund der Todes-
drohungen, Tätlichkeiten, ja der gesamten Vorgeschichte der Kindsmutter sei ihr 
gar nichts anderes übriggeblieben (act. A.1, Ziff. III.20). Mit Replik vom 19. Mai 

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2022 erklärte die Mutter vor der Kindesschutzbehörde, sie habe im letzten Herbst 
ihre Handy-Nummer durch eine neue ersetzen lassen. Der Wohnsitzwechsel sei 
durch das Verhalten des Kindsvaters provoziert worden. Leider "verpuffe der da-
durch gewonnene Ruheeffekt" vor ihm (dem Vater) durch die Bekanntgabe der 
neuen Wohnadresse durch die KESB (KESB act. 97, Ziff. III.4 f.). Damit hat die 
Beschwerdeführerin selbst angegeben, den Kontakt zum Vater bewusst unterbun-
den zu haben. Reichlich widersprüchlich erscheint daher die Behauptung der Mut-
ter, der Vater habe seit Oktober 2021 nichts unternommen, um Kontakt zu seinem 
Sohn aufzunehmen (KESB act. 76, Frage 3). 

5. In Würdigung der Umstände kann festgehalten werden, dass die Eltern von 
C._____ in einen schweren und dauerhaften Konflikt verwickelt sind. Auch ist frag-
lich, inwieweit sie fähig sind, sich über anstehende Entscheidungen in Kinderbe-
langen zu verständigen. Es deuten jedoch keine Anhaltspunkte darauf hin, dass 
der Konflikt bzw. die Kommunikationsdefizite von derartiger Schwere sind, dass 
sie sich konkret negativ auf das Wohl von C._____ auswirken. Auch wird eine Ge-
fährdung des Kindeswohls durch die Mutter in ihrer Beschwerde nicht dargelegt. 
Vom instruierenden KESB-Mitglied danach gefragt, schilderte die Mutter, dass die 
Uneinigkeit mit dem Vater den Alltag sehr erschwere. Der Vater habe bisher kein 
Interesse gezeigt an den wichtigen Entscheidungen. Selbst beim Kindergartenein-
tritt sei er nicht präsent gewesen und habe nichts wissen wollen. Er habe einzig 
nachgefragt, ob C._____ denn jetzt schon in den Kindergarten gehe. Zu Hause 
(d.h. vor der Trennung) sei es immer wieder zu Gewalt gegen die Mutter gekom-
men, was der Sohn teilweise mitbekommen habe. Vereinzelt, so etwa beim The-
ma Impfungen, sei es zu Auseinandersetzungen mit dem Vater gekommen (KESB 
act. 76, Fragen 2 und 4). Daraus folgt, dass die für C._____ zu fällenden Ent-
scheide in der Vergangenheit durch die Mutter gefällt und umgesetzt werden 
konnten. Dass Entscheide aufgrund von Uneinigkeit der Eltern verschleppt worden 
wären (wie die Mutter das in ihrer Beschwerde behauptet, siehe oben, E. 4.2), ist 
nicht aktenkundig. Konflikte, die lediglich einzelne Kinderbelange betreffen (wie 
etwa Impfungen), rechtfertigen für sich alleine noch keine Alleinzuteilung der elter-
lichen Sorge. In Beachtung des Subsidiaritätsgrundsatzes ist in solchen Fällen 
zunächst zu prüfen, ob nicht ein richterlicher Entscheid oder die Zuweisung der 
Entscheidungsbefugnis an einen Elternteil ausreichen (E. 3 hiervor). Im vorliegen-
den Fall ist schliesslich nicht zu erwarten, dass die Alleinzuteilung der elterlichen 
Sorge an die Mutter für C._____ zu einer Verbesserung der Situation führen wür-
de. Die Eltern werden unweigerlich auch inskünftig über Kinderbelange miteinan-
der kommunizieren müssen. Vater und Sohn haben nämlich selbst bei alleinigem 
Sorgerecht der Mutter weiterhin die Pflicht zum bzw. das Recht auf persönlichen 

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Verkehr (Art. 273 Abs. 1 ZGB). Wie die KESB Mittelbünden/Moesa zudem richtig 
ausführte, räumt Art. 275a Abs. 1 ZGB dem nicht sorgeberechtigten Elternteil das 
Recht ein, über besondere Ereignisse im Leben des Kindes orientiert und vor Ent-
scheidungen, die für die Entwicklung des Kindes wichtig sind, angehört zu werden 
(act. B.1, E. 1 S. 8).

6. Die Rügen der Beschwerdeführerin am Entscheid der Vorinstanz verfangen 
damit nicht. In Bestätigung des angefochtenen Entscheids ist festzuhalten, dass 
die gemäss Rechtsprechung für eine Alleinzuteilung der elterlichen Sorge erfor-
derlichen Voraussetzungen vorliegend nicht gegeben sind. Nicht geäussert hat 
sich die Beschwerdeführerin zur Errichtung der Beistandschaft sowie zur Ernen-
nung der Beistandsperson (act. B.1, Dispositivziffern 2 bis 6). Da diese Punkte 
ungerügt geblieben sind, ist darauf nicht weiter einzugehen. Die Beschwerde ge-
gen den Entscheid der KESB Mittelbünden/Moesa vom 15. März 2023 ist vollum-
fänglich abzuweisen.

7.1. Zu regeln bleiben die Kosten. Soweit die Beschwerdeführerin beantragt, es 
sei auch für die Vorinstanz eine Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der 
Vorinstanz bzw. des Beschwerdegegners zu treffen, dringt sie damit nicht durch. 
Zum einen wurden gemäss Dispositivziffer 7 die auf CHF 1'250.00 festgesetzten 
Kosten beim Fall belassen und der Kostenentscheid auf einen späteren Zeitpunkt 
verlegt, zumal die wirtschaftlichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin noch gar 
nicht hätten abgeklärt werden können. Mithin wurden die Kosten (noch) gar nicht 
der Beschwerdeführerin auferlegt, weshalb die Beschwerdeführerin in diesem 
Punkt noch nicht beschwert ist. Soweit die Beschwerdeführerin zudem für das vor-
instanzliche Verfahren eine Parteientschädigung anbegehrt, ist darauf hinzuwei-
sen, dass gemäss Art. 63 Abs. 4 EGzZGB in Verfahren vor der Kindes- und Er-
wachsenenschutzbehörde in der Regel gerade keine Parteientschädigung zuge-
sprochen wird, weshalb dieser Antrag bereits unabhängig vom Ausgang des Be-
schwerdeverfahrens abzuweisen ist.

7.2. Demgegenüber ist die Kostenfolge für das Beschwerdeverfahren vor dem 
Kantonsgericht zu bestimmen. Die Gerichtsgebühr wird für das vorliegende Ver-
fahren gestützt auf Art. 10 Abs. 1 VGZ (BR 320.210) auf CHF 1'500.00 festgelegt. 
Grundsätzlich werden die Kosten des Beschwerdeverfahrens der unterliegenden 
Partei auferlegt (Art. 60 Abs. 5 EGzZGB i.V.m. Art. 106 Abs. 1 ZPO). Da der Be-
schwerde kein Erfolg beschieden ist, sind der Beschwerdeführerin die Kosten des 
Beschwerdeverfahrens aufzuerlegen. Die Beschwerdeführerin hat nicht um unent-
geltliche Rechtspflege ersucht. Auf die Erhebung von Verfahrenskosten kann bei 
Vorliegen besonderer Umstände verzichtet werden (Art. 63 Abs. 3 EGzZGB). Bei 

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Kindesschutzmassnahmen liegen besondere Umstände insbesondere vor, wenn 
das steuerliche Reinvermögen unter dem Freibetrag von CHF 30'000.00 liegt (bei 
Alleinstehenden, vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b KESV [BR 215.010]). Obschon bereits die 
KESB Mittelbünden/Moesa die Beschwerdeführerin zur Einreichung ihrer jüngsten 
Veranlagungsverfügung aufgefordert hatte, liegen keine Unterlagen zu den wirt-
schaftlichen Verhältnissen der Beschwerdeführerin im Recht. Im Beschwerdever-
fahren wurden zudem trotz des Hinweises in der Verfügung betreffend Kostenvor-
schuss (act. D.2) keine Ausführungen dazu gemacht. Es sind daher keinerlei Um-
stände ersichtlich, welche einen Verzicht auf die Erhebung von Verfahrenskosten 
rechtfertigen würden. Die Beschwerdeführerin hat die Verfahrenskosten in der 
Höhe von CHF 1'500.00 zu bezahlen, wobei diese mit dem von ihr geleisteten 
Kostenvorschuss in derselben Höhe verrechnet werden (Art. 60 Abs. 5 EGzZGB 
i.V.m. Art. 111 Abs. 1 ZPO).

7.3. Weder das ZGB noch die kantonale Einführungsgesetzgebung enthalten 
eine Regelung zur Parteientschädigung im kindesschutzrechtlichen Beschwerde-
verfahren. Daher kommen die Regelungen der ZPO gestützt auf Art. 60 Abs. 5 
EGzZGB sinngemäss zur Anwendung. Die unterliegende Beschwerdeführerin hat 
den Beschwerdegegner grundsätzlich zu entschädigen (Art. 95 Abs. 3 lit. b ZPO). 
Die Parteientschädigung richtet sich nach den kantonalen Tarifen (Art. 96 ZPO) 
und ist nach Ermessen festzulegen (Art. 2 Abs. 1 HV [BR 310.250]). Bei der Fest-
setzung der Parteientschädigung ist daher vom Betrag auszugehen, welcher von 
der anwaltlichen Vertretung der entschädigungsberechtigten Partei in Rechnung 
gestellt wird, soweit der vereinbarte Stundenansatz üblich ist und der geltend ge-
machte Aufwand angemessen und für die Prozessführung erforderlich ist. Zudem 
darf die geforderte Entschädigung nicht eine von der Sache beziehungsweise von 
den legitimen Rechtsschutzbedürfnissen her nicht gerechtfertigte Belastung der 
unterliegenden Partei zur Folge haben (vgl. Art. 2 Abs. 2 Ziff. 1-3 HV). Das Ge-
such des Beschwerdegegners um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
im Beschwerdeverfahren vor dem Kantonsgericht von Graubünden wurde mit Ver-
fügung des Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 18. August 2023 abgewiesen 
(ZK1 23 66). Auszugehen ist vom vereinbarten Stundenansatz von CHF 270.00 
(act. G.2), welcher sich im Rahmen des Üblichen bewegt (Art. 3 Abs. 1 HV). In 
Ermangelung einer Honorarnote ist die Parteientschädigung nach pflichtgemäs-
sem Ermessen festzusetzen. Angesichts der sich stellenden Sach- und Rechtsfra-
gen und unter Berücksichtigung der eingereichten Rechtsschriften erscheint der 
I. Zivilkammer des Kantonsgerichts angemessen, den Aufwand auf acht Stunden 
zu schätzen. Die Parteientschädigung wird daher auf CHF 2'396.10 (8 Stunden à 
CHF 270.00 zzgl. 3 % Spesenpauschale und 7.7 % MwSt.) festgelegt. Die Be-

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schwerdeführerin hat den Beschwerdegegner folglich mit CHF 2'396.10 ausserge-
richtlich zu entschädigen.

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Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'500.00 gehen zu Lasten 
von A._____ und werden aus dem von ihr in derselben Höhe geleisteten 
Kostenvorschuss bezogen.

3. A._____ hat B._____ eine Parteientschädigung in der Höhe von 
CHF 2'396.10 zu leisten.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

5. Mitteilung an: