# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 808f70c3-5659-5d12-9249-d2c5d5a84e80
**Source:** Schaffhausen (SH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-10
**Language:** de
**Title:** Schaffhausen Obergericht 10.02.2021 (publiziert) 50/2017/25
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SH_OG/SH_OG_001_50-2017-25_2021-02-10.pdf

## Full Text

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Lagern, Besitzen oder Aufbewahren von Amphetamin; Strafzumessung bei 

qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz – Art. 19 

Abs. 1 lit. d und Abs. 2 lit. a BetmG; Art. 47 StGB. 

Besitz im Sinne des BetmG bedeutet ein vom Herrschaftswillen getragenes tat-

sächliches Herrschaftsverhältnis an einer Sache, womit immer die tatsächliche 

Sachherrschaft und der Wille, diese auch auszuüben, massgebend sind (E. 3.1.1). 

Bejaht beim Zurverfügungstellen des eigenen Gefrierschranks zur Lagerung eines 

Amphetamingemisches (E. 4.1). 

Mit einer Menge, welche fast das Fünffache der für einen schweren Fall i.S.v. 

Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG festgelegten Höhe von 36 Gramm Amphetamin er-

reicht, ist das objektive Tatverschulden trotz des sehr geringen Tatbeitrags nicht 

mehr als sehr leicht, sondern als leicht einzustufen (E. 5.2). Festsetzung der Frei-

heitsstrafe auf das Minimum von 12 Monaten unter Berücksichtigung des sehr 

leichten subjektiven Tatverschuldens, des Mindeststrafrahmens von Art. 19 

Abs. 2 BetmG sowie eines fehlenden Strafmilderungsgrundes i.S.v. Art. 19 Abs. 3 

BetmG (E. 5.3 und 5.4). 

OGE 50/2017/25 vom 5. November 2019 

Veröffentlichung im Amtsbericht 

Sachverhalt  

X. hat seinem Bruder Y. für mindestens zwei Tage erlaubt, in seinem Gefrier-

schrank ein Paket mit 800 Gramm Amphetamingemisch zu lagern. Das Kantons-

gericht verurteilte ihn wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungs-

mittelgesetz zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten mit Probezeit von 

zwei Jahren. Das Obergericht hiess die Berufung des Beschuldigten teilweise gut 

und reduzierte die Freiheitsstrafe auf 12 Monate. 

Aus den Erwägungen 

3. Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, u.a. wer 

Betäubungsmittel unbefugt lagert (Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG), besitzt oder aufbe-

wahrt (Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG). Als Qualifikationstatbestand sieht Art. 19 Abs. 2 

lit. a BetmG für den Täter, welcher weiss oder annehmen muss, dass die Wider-

handlung mittelbar oder unmittelbar die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr 

bringen kann, eine Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr vor, 

welche mit einer Geldstrafe verbunden werden kann. 

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3.1.1. Art. 19 Abs. 1 BetmG umschreibt nahezu alle Unterstützungshandlungen, 

welche bei anderen Tatbeständen als Teilnahmehandlungen erfasst werden, als 

selbständige Straftatbestände, welche der vollen Strafdrohung unterstehen 

(BGE 119 IV 266 E. 3a S. 268 f.). Unter der Tathandlung des Lagerns wird das 

Aufbewahren zur späteren Verwendung, insbesondere zu Handelszwecken ver-

standen. Die Tathandlung des Lagerns wird folglich von jener des Aufbewahrens 

mitumfasst (Fingerhuth/Schlegel/Jucker, OF-Kommentar, BetmG, 3. A., Zürich 

2016, Art. 19 N. 41, S. 204). Die Tathandlung des Aufbewahrens wiederum ist im 

Begriff des unbefugten Besitzes enthalten (Peter Albrecht, Stämpflis Handkom-

mentar, Die Strafbestimmungen des Betäubungsmittelgesetzes [Art. 19–28l 

BetmG], 3. A., Bern 2016, Art. 19 N. 74, S. 72; BGE 119 IV 266 E. 3c S. 270). Da-

mit werden sowohl die Tathandlung des Lagerns wie auch jene des Aufbewahrens 

zwar nicht zwingend, aber doch meistens von der Tathandlung des Besitzes mit-

umfasst (vgl. Albrecht, Art. 19 N. 74, S. 72, mit Hinweisen; Fingerhuth/Schlegel/ 

Jucker, Art. 19 N. 41, S. 204, sowie N. 76, S. 215 f., je mit Hinweisen). 

Der Begriff des Besitzes im Sinne des BetmG bedeutet ein vom Herrschaftswillen 

getragenes tatsächliches Herrschaftsverhältnis an einer Sache. Massgebend sind 

somit immer die tatsächliche Sachherrschaft und der Wille, sie auch auszuüben 

(Gustav Hug-Beeli, Betäubungsmittelgesetz [BetmG], Kommentar zum Bundes-

gesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe vom 3. Oktober 

1951, Basel 2016, Art. 19 N. 575, S. 1174 f.). Mit Verweis auf BGE 119 IV 266 wird 

in der Literatur verschiedentlich festgehalten, dass bei Betäubungsmitteln in der 

eigenen Herrschaftssphäre (wie beispielsweise Wohnräumlichkeiten), deren Vor-

handensein jederzeit festgestellt werden könne, ein entsprechender Herrschafts-

wille genüge, um die Annahme des Besitzes zu bejahen (vgl. statt vieler Hug-Beeli, 

Art. 19 N. 578, S. 1176; Albrecht, Art. 19 N. 69, S. 70). Wer – wie im BGE 119 IV 

266 zugrunde liegenden Sachverhalt – einem andern für das Verstecken von Be-

täubungsmitteln seine Wohnräumlichkeiten zur Verfügung stellt, macht sich folglich 

wegen unbefugten Besitzes von Betäubungsmitteln strafbar, sofern er einen eige-

nen Herrschaftswillen an den in seinen Wohnräumen versteckten Betäubungs-

mitteln hat (BGE 119 IV 266 E. 3c S. 270; Fingerhuth/Schlegel/Jucker, Art. 19 

N. 68 a.E., S. 213). Fehlt der Herrschaftswille, d.h. der Wille, Betäubungsmittel der 

tatsächlichen Möglichkeit gemäss zu beherrschen, scheidet trotz vorhandener 

tatsächlicher Sachherrschaft die Tathandlung des unbefugten Besitzes aus, womit 

subsidiär die Tathandlungen des Lagerns oder Aufbewahrens als selbständige 

Delikte oder aber gegebenenfalls die Gehilfenschaft zu einem Betäubungsmittel-

delikt einer anderen Person zu prüfen wären (Fingerhuth/Schlegel/Jucker, Art. 19 

N. 68, S. 212 f., N. 70, S. 214, sowie N. 159, S. 240). Die Prüfung einer Bestrafung 

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wegen Gehilfenschaft liegt insbesondere dann nahe, wenn eine nur kurze Zeit-

dauer der Sachherrschaft, wie sie bei untergeordneten Hilfstätigkeiten charakteris-

tisch ist, den Herrschaftswillen entfallen lässt (Fingerhuth/Schlegel/Jucker, Art. 19 

N. 72, S. 214 f.; Hug-Beeli, Art. 19 N. 591, S. 1180). 

3.1.2. Als objektive Elemente des Qualifikationstatbestands i.S.v. Art. 19 Abs. 2 

lit. a BetmG sind der ermittelte Wirkstoffgehalt, die Menge der Betäubungsmittel 

sowie die (un)mittelbare Gefährdung der Gesundheit vieler Menschen zu be-

rücksichtigen. Mit letzterem Kriterium werden primär die gemeingefährlichen Kom-

ponenten des illegalen Drogenhandels hervorgehoben, indem die Strafschärfung 

von Art. 19 Abs. 2 BetmG eine Weitergabe von Betäubungsmitteln an einen un-

bestimmten und nicht zum Voraus bestimmbaren Kreis potentieller Konsumenten 

voraussetzt (Albrecht, Art. 19 N. 202, S. 117 f.) Die Rechtsprechung stellt hierfür in 

der Regel ausschliesslich und nach wie vor auf die zur Diskussion stehende Be-

täubungsmittelmenge ab (vgl. KG BL 460 16 192 vom 20. Dezember 2016 E. 1.5/e 

sowie jüngst auch der zur Publikation vorgesehene BGer 6B_504/2019 vom 

29. Juli 2019 E. 2.1.2 [BGE 145 IV 312]). Für Amphetamin hat das Bundesgericht 

festgehalten, dass eine Menge von 36 g Amphetamin im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 

lit. a BetmG die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen kann (BGE 113 IV 

32 E. 4b S. 35 f., jüngst bestätigt im zur Publikation vorgesehenen BGer 

6B_504/2019 vom 29. Juli 2019 E. 2.1.1). 

3.1.3. Subjektiv genügt für die Bestrafung gemäss Art. 19 Abs. 1 i.V.m. Art. 19 

Abs. 2 lit. a BetmG eventualvorsätzliches Handeln: Der Täter muss den Charakter 

des Stoffes als Betäubungsmittel, die Menge des Betäubungsmittels sowie das 

Fehlen einer erforderlichen behördlichen Bewilligung in Kauf nehmen (Fingerhuth/ 

Schlegel/Jucker, Art. 19 N. 115, S. 228 mit Hinweisen). Der Vorsatz muss sich auf 

sämtliche objektiven Tatbestandsmerkmale beziehen (Fingerhuth/Schlegel/ 

Jucker, Art. 19 N. 116, S. 229). Für eine Strafbarkeit i.S.v. Art. 19 Abs. 2 lit. a 

BetmG muss der Täter Kenntnis über die Art, Menge und Qualität der Betäubungs-

mittel haben, die geeignet ist, die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr zu bringen 

(Fingerhuth/Schlegel/Jucker, Art. 19 N. 119, S. 229; Hug-Beeli, Art. 19 N. 1008, 

S. 1282). 

3.2. Der Beschuldigte bestritt den Anklagesachverhalt im Ermittlungs- und Un-

tersuchungsverfahren wie auch vor Kantonsgericht. In seiner Berufungsbegrün-

dung beschränkt sich der Beschuldigte auf die Bestreitung des Anklagesachver-

halts in subjektiver Hinsicht. Er macht im Wesentlichen geltend, sein Bruder habe 

in seinem Gefrierschrank ein Paket mit Pouletverpackung deponiert, vom Amphe-

tamin habe er nichts gewusst. Entsprechend führt der amtliche Verteidiger in der 

Berufungsbegründung […] zur rechtlichen Qualifikation einzig an, dass mangels 

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festgestellten Vorsatzes zur qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungs-

mittelgesetz die Strafbarkeit des Beschuldigten entfalle. Der objektive Tatbestand 

von Art. 19 Abs. 1 lit. d i.V.m. Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG wird im Berufungsverfah-

ren nicht mehr bestritten. 

[…] 

4.1. Der Beschuldigte hat für mindestens zwei Tage rund 800 Gramm Amphe-

tamingemisch in seinem Gefrierschrank an seinem Wohnort gehabt. Sowohl der 

Bruder wie auch der Beschuldigte hatten jederzeit die Möglichkeit, über das 

Amphetamingemisch zu verfügen. Zweifellos zu bejahen ist damit eine tatsächliche 

Sachherrschaft. Obwohl vom Beschuldigten im vorinstanzlichen Verfahren noch 

bestritten, liegt auch ein Herrschaftswille vor: Der Wille, Betäubungsmittel der 

tatsächlichen Möglichkeit gemäss zu beherrschen, kommt nämlich auch darin zum 

Ausdruck, dass man die Betäubungsmittel einstweilen einfach aufbewahrt (vgl. 

Hug-Beeli, Art. 19 N. 575, S. 1174 f.). Letzteres hat der Beschuldigte während min-

destens zweier Tage gemacht; der Besitz wurde erst durch den Bruder Y. beendet, 

indem dieser die Betäubungsmittel an Z. weiterreichte. Auch kann bei einer Auf-

bewahrungsdauer von zwei Tagen nicht mehr von einer kurzen Zeitdauer ge-

sprochen werden, die den Herrschaftswillen entfallen lassen und die Prüfung einer 

Bestrafung wegen Gehilfenschaft nahelegen würde. Wie das Kantonsgericht zu-

treffend festgehalten hat und vom amtlichen Verteidiger im Berufungsverfahren 

nicht bestritten wurde, hat der Beschuldigte daher den objektiven Tatbestand des 

unbefugten Besitzes von Betäubungsmitteln i.S.v. Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG er-

füllt. 

4.2. Bei einem Amphetamingemisch von 800 Gramm mit einem durchschnittli-

chen Reinheitsgrad von 21.6% ist von insgesamt 172.6 Gramm reinem Ampheta-

min auszugehen. Mit einer Menge, welche fast das Fünffache der bundesgericht-

lich für einen schweren Fall i.S.v. Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG festgelegten Höhe von 

36 Gramm Amphetamin (BGE 113 IV 32 E. 4b S. 35 f., jüngst bestätigt im zur Pub-

likation vorgesehenen BGer 6B_504/2019 vom 29. Juli 2019 E. 2.1.1) erreicht, sind 

daher auch die objektiven Elemente des Qualifikationstatbestands i.S.v. Art. 19 

Abs. 2 lit. a i.V.m. Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG erfüllt. 

4.3. Hinsichtlich der subjektiven Tatbestandsmerkmale gilt es festzuhalten, 

dass der Beschuldigte sowohl vom Charakter des in seinem Gefrierschrank liegen-

den Stoffes als Amphetamin, der Menge desselben wie auch vom Fehlen einer 

erforderlichen behördlichen Bewilligung Kenntnis gehabt hat. Bei einem Paket 

dieser Grösse und Kenntnis von dessen Inhalt, hat der Beschuldigte zugleich an-

nehmen müssen, dass diese Menge die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr 

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bringen kann. Damit erfüllt der Beschuldigte den subjektiven Tatbestand von 

Art. 19 Abs. 1 lit. d i.V.m. Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG. 

4.4. Nach dem Gesagten steht fest, dass sich der Beschuldigte der qualifizierten 

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz i.S.v. Art. 19 Abs. 2 lit. a i.V.m. 

Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG schuldig gemacht hat. 

5.1. Nach Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des 

Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie 

die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Abs. 1). Das Verschulden wird 

nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, 

nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters 

sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Um-

ständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Abs. 2). 

Als Strafrahmen sieht Art. 19 Abs. 2 BetmG eine Bestrafung mit einer Freiheits-

strafe nicht unter einem Jahr vor, womit eine Geldstrafe verbunden werden kann. 

5.2. Der Beschuldigte hat seinem Bruder Y. seinen Gefrierschrank zur Ver-

fügung gestellt, damit dieser dort 800 Gramm Amphetamingemisch lagern konnte. 

Es würde sich dabei um eine typische Teilnahmehandlung handeln, würde sie von 

Art. 19 Abs. 1 BetmG nicht als selbständiger Straftatbestand mit voller Straf-

drohung erfasst (vgl. BGE 119 IV 266 E. 3a S. 268 f.). Der Tatsache, dass sich die 

Tathandlung des Beschuldigten auf das Zurverfügungstellen seines Gefrier-

schranks beschränkt, ist allerdings im Rahmen des objektiven Tatverschuldens 

Rechnung zu tragen: Der Beschuldigte hat im Wissen um den Inhalt des Pakets 

lediglich dessen Lagerung im Gefrierschrank zugelassen. Mehr wird ihm von der 

Staatsanwaltschaft nicht vorgeworfen. 

Bei Drogendelikten ist im Rahmen des objektiven Tatverschuldens allerdings auch 

die Menge der Betäubungsmittel zu berücksichtigen. Zwar handelt es sich dabei 

nicht um einen Strafzumessungsfaktor von vorrangiger Bedeutung und auch wei-

terhin bleibt das Verschulden massgebend, dennoch spielt die Betäubungsmittel-

menge eine umso wichtigere Rolle, je deutlicher der Grenzwert im Sinne des Quali-

fikationstatbestands von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG überschritten ist (BGer 

6B_780/2018 vom 9. Oktober 2018 E. 2.1; BGE 121 IV 202 E. 2d/cc S. 205 f.; 

BGE 121 IV 193 E. 2b/aa S. 196). Mit einer Menge, welche fast das Fünffache der 

bundesgerichtlich für einen schweren Fall i.S.v. Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG fest-

gelegten Höhe von 36 Gramm erreicht (vgl. E. 4.2, vorne), muss deshalb trotz des 

sehr geringen Tatbeitrags die Bewertung des objektiven Tatverschuldens an-

gepasst werden. Dieses ist daher nicht mehr als sehr leicht, sondern als leicht ein-

zustufen. 

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5.3. Die Beweggründe des Beschuldigten zur Einwilligung in die Einlagerung 

sind darin zu erblicken, dass es sich um ein Ansinnen des eigenen Bruders ge-

handelt hat. Dieses Tatmotiv ist verständlich. Weder hat der Beschuldigte selbst 

einen Profit erzielen noch hat er die Drogen selbst konsumieren wollen. Bei ihm, 

der das Amphetamingemisch zwar Dritten zeigte, es aber lediglich einstweilen auf-

bewahrte, ist die kriminelle Energie deshalb nur sehr gering ausgeprägt. Das sub-

jektive Tatverschulden ist daher noch als sehr leicht einzustufen. 

5.4. Insgesamt ist das massgebliche Verschulden daher als leicht zu bewerten. 

Unter Berücksichtigung des Mindeststrafrahmens von Art. 19 Abs. 2 BetmG und 

der Tatsache, dass kein Strafmilderungsgrund i.S.v. Art. 19 Abs. 3 BetmG vorliegt, 

ist die hypothetische verschuldensangemessene Strafe beim Minimum von 12 Mo-

naten Freiheitsstrafe anzusetzen. 

5.5. Hinsichtlich der Täterkomponenten kann auf die zutreffenden und seither 

unveränderten Feststellungen der Vorinstanz verwiesen werden. Wie bereits die 

Vorinstanz gewichtet auch das Berufungsgericht die Täterkomponenten neutral, 

womit keine Korrektur der zuvor festgesetzten hypothetischen Strafe erforderlich 

ist. 

5.6. Zusammenfassend gilt es folglich festzuhalten, dass das Berufungsgericht 

in Berücksichtigung sämtlicher Strafzumessungsfaktoren – anders als die Vor-

instanz – eine Freiheitsstrafe von 12 Monaten als angemessen erachtet.