# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8c70cfa2-7f53-5791-8053-4ec80146939d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-05-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.05.2007 C-1268/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1268-2006_2007-05-03.pdf

## Full Text

Abtei lung III
C-1268/2006
{T 0/2}

Urteil vom 3. Mai 2007

Mitwirkung: Richterin Beutler (Vorsitz); Richterin Avenati-Carpani; 
Richter Vaudan; Gerichtsschreiber Segessenmann.

1. A._______,
2. B._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Justiz (BJ),
Vorinstanz,

betreffend
Fürsorgeleistungen an Auslandschweizer.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

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Sachverhalt:

A. Die Kinder der Beschwerdeführer, X._______ und Y._______ sind Bürger 
von Walterswil/BE und Pakistan. Sie leben seit dem Erreichen des Kinder-
gartenalters mehrheitlich beim Bruder des Beschwerdeführers in Pakistan, 
wo sie auch die Schule besuchen.

B. Am 16. November 2005 stellten die damals in Basel wohnhaften und von 
der Fürsorge abhängigen Beschwerdeführer für die beiden Kinder bei der 
Schweizerischen Botschaft in Islamabad ein Gesuch um Ausrichtung einer 
monatlichen Unterstützung von Fr. 300.- sowie um Übernahme der Flug-
kosten für den jährlichen Besuch in der Schweiz.

C. Die Schweizerische Botschaft in Islamabad erachtete in ihrem Bericht vom 
20. Januar 2006 die Bedingungen zur Hilfeleistung im Sinne des Bundes-
gesetzes vom 21. März 1973 über Fürsorgeleistungen an Auslandschwei-
zer (ASFG, SR 852.11) - namentlich aufgrund des vorherrschenden paki-
stanischen Bürgerrechts der Kinder - als nicht erfüllt.

D. Mit Verfügung vom 15. Februar 2006 lehnte die Vorinstanz das Unterstüt-
zungsgesuch ab. Da die Beschwerdeführer ihren Wohnsitz in Basel hätten 
und Minderjährige zusammen mit ihren Eltern eine Unterstützungseinheit 
bilden würden, seien die beiden Kinder nicht als Auslandschweizer zu be-
trachten. Aus diesem Grund finde nicht das ASFG, sondern das kantonale 
Sozialhilferecht  Anwendung. Im Übrigen würden sich die Kinder erst seit 
kurzem in Pakistan aufhalten und seien dort nicht verwurzelt. Selbst wenn 
das ASFG anwendbar  wäre,  würde daher  praxisgemäss keine dauernde 
Unterstützung vor Ort gewährt.

E. Die Beschwerdeführer reichten gegen diesen Entscheid am 16. März 2006 
(Posteingang) Beschwerde ein beim damals zuständigen Eidgenössischen 
Justiz-  und Polizeidepartement  (EJPD).  In  der  Beschwerde  wird  sinnge-
mäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Zusprechung 
von Fürsorgeleistungen beantragt.

F. Mit Zwischenverfügung vom 24. März 2006 wurde die Sozialhilfe der Stadt 
Basel zur Einreichung einer Stellungnahme eingeladen. Von dieser Mög-
lichkeit machte sie mit Eingabe vom 3. Mai 2006 Gebrauch.

G. In  der  Vernehmlassung  vom  12.  Mai  2006  hält  die  Vorinstanz  an  ihrer 
Verfügung fest und beantragt die Abweisung der Beschwerde.

H. Am 13. Juni 2006 reichten die Beschwerdeführer ihre Replik ein und führ-
ten darin unter anderem aus, dass sie lediglich Unterstützung für die Be-
streitung  der  Schul-  und Lebenshaltungskosten  ihrer  Kinder  wollten  und 
keine Entschädigung für die Flugtickets.

I. Mit weiterer Eingabe vom 8. Dezember 2006 erklärte die Beschwerdefüh-
rerin,  dass  sie  Mitte  November  2006  zusammen  mit  ihrem  dritten  Kind 
nach Pakistan ausgereist  sei  und sich in der Schweiz abgemeldet  habe. 
Aus diesem Grund bitte sie die Vorinstanz, ihr und ihren drei Kindern Für-
sorgeleistungen für Auslandschweizer zu gewähren.

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J. Am 2.  Februar  2007  teilte  das  Bundesverwaltungsgericht  -  welches  das 
Beschwerdeverfahren vom EJPD per 1. Januar 2007 übernommen hatte - 
den Beschwerdeführern den Spruchkörper für den Entscheid in der Sache 
mit.  Zudem wurde die Beschwerdeführerin  darauf  hingewiesen,  dass ein 
entsprechendes  Unterstützungsgesuch  bei  der  zuständigen  Schweizeri-
schen Vertretung in Islamabad einzureichen wäre.

K. Mit Schreiben vom 26. März 2007 übermittelte das Bundesverwaltungsge-
richt dem BJ Kopien der Replik der Beschwerdeführer vom 13. Juni 2006 
sowie  der  Eingabe  vom  8.  Dezember  2006  und  erklärte  den  Schriften-
wechsel als abgeschlossen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter Vorbehalt 
der  in  Art.  32  genannten  Ausnahmen Beschwerden  gegen  Verfügungen 
nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Ver-
waltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von einer in Art. 33 VGG 
aufgeführten Behörde erlassen wurden. 

Darunter fallen Entscheide des BJ gemäss Art. 14 Abs. 1 des Bundesge-
setzes vom 21. März 1973 über Fürsorgeleistungen an Auslandschweizer 
(ASFG, SR 852.1).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht übernimmt, sofern es zuständig ist, die Be-
urteilung der am 1.  Januar 2007 bei  den Eidgenössischen Rekurs-  oder 
Schiedskommissionen oder bei den Beschwerdediensten der Departemen-
te hängigen Rechtsmittel und wendet das neue Verfahrensrecht an (Art. 53 
Abs.  2 VGG).  Gemäss  Art.  37  VGG richtet  sich  das  Verfahren vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht nach dem VwVG, soweit dieses Gesetz nichts 
anderes bestimmt.

1.3 Die Beschwerdeführer sind als Gesuchsteller und gesetzliche Vertreter der 
Kinder X._______ und Y._______ durch die angefochtene Verfügung der 
Vorinstanz  vom  15. Februar  2006  besonders  berührt  und  haben  ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung (vgl. Art. 48 VwVG). Auf die 
frist- und formgerecht beim EJPD eingereichte Beschwerde vom 16. März 
2006 ist daher einzutreten (vgl. Art. 50 und 52 VwVG).

2. Der Bund gewährt Auslandschweizern, die sich in einer Notlage befinden, 
im  Rahmen  der  gesetzlichen  Bestimmungen  Fürsorgeleistungen  (Art.  1 
ASFG). Auslandschweizer im Sinne dieses Gesetzes sind Schweizer Bür-
ger, die im Ausland Wohnsitz haben oder sich seit mehr als drei Monaten 
dort aufhalten (Art. 2 ASFG).

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3.

3.1 In  der  Beschwerde  wird  namentlich  vorgebracht,  X._______  und 
Y._______ würden seit dem Kindergartenalter bei ihrem Onkel in Pakistan 
leben.  Die Kinder seien bei  der Einwohnerkontrolle  in  Basel  abgemeldet 
worden, worauf das Sozialgeld auf drei Personen - die Beschwerdeführer 
und ihr drittes Kind - gekürzt worden sei. Aus diesem Grund könne nicht 
vom Bestehen einer Unterstützungseinheit gesprochen werden. Damit be-
rufen sich die Beschwerdeführer  sinngemäss darauf,  dass für die Unter-
stützung ihrer  in  Pakistan lebenden Kinder  auf  das ASFG und nicht  auf 
das kantonale Sozialhilferecht abzustellen sei.

3.2 Dem hält die Vorinstanz entgegen, vorliegend sei es unerheblich, ob und 
unter welchen Voraussetzungen die Stadt Basel zur Ausrichtung von So-
zialhilfe verpflichtet sei. Geprüft werden müsse vielmehr, ob das ASFG mit 
Blick auf den persönlichen Geltungsbereich anwendbar sei, und - wenn ja - 
ob ein Anspruch auf Leistungen bestehe.

Die Kinder der Beschwerdeführer seien jeweils länger als drei Monate pro 
Jahr im Ausland. Nach dem Wortlaut von Art. 2 ASFG könnten sie daher 
als  Auslandschweizer  betrachtet  werden.  Es sei  jedoch fraglich,  ob dies 
dem  Sinn  der  Gesetzesnorm  entspreche.  Nach  dem  schweizerischen 
Rechtsverständnis  begründe  nämlich  der  vom  elterlichen  Wohnsitz  ge-
trennte  Aufenthalt  Minderjähriger  zu  Ausbildungszwecken  keinen  eigen-
ständigen Wohnsitz der Kinder; es sei von einer Unterstützungseinheit der 
ganzen Familie auszugehen. Gemäss der Praxis des Bundesgerichts be-
stehe  kein  Anlass,  in  international  gelagerten  Fällen  ohne  besondere 
Gründe von diesem Grundsatz  abzuweichen.  Die  Erfassung  der  Familie 
als Unterstützungseinheit müsse folglich auch für die Festlegung des Gel-
tungsbereichs des ASFG gelten. Für Minderjährige sei mithin nicht der fak-
tische  Aufenthalt  im  Ausland  von  mehr  als  drei  Monaten,  sondern  der 
Wohnsitz der Eltern massgeblich. Dieser liege im vorliegenden Fall in der 
Schweiz.  Die Kinder der Beschwerdeführer  seien deshalb  nicht  als Aus-
landschweizer im Sinne des ASFG zu betrachten, so dass dieses Gesetz 
nicht zur Anwendung gelange. 

Für  den  Fall,  dass  die  Anwendbarkeit  des  ASFG  bejaht  würde,  müsste 
dennoch eine Unterstützung abgelehnt werden. Nachdem nicht dargelegt 
sei,  dass  zwingende  Gründe  für  den  Aufenthalt  der  Kinder  in  Pakistan 
sprechen würden, sei es den Beschwerdeführern aus Kostengründen zu-
zumuten, die Kinder in der Schweiz zu behalten bzw. in einem gemeinsa-
men Haushalt zu leben. Aus fürsorgerischen Überlegungen erscheine die 
Trennung  der  Kinder  von  den Eltern  nicht  optimal.  Das  BJ versuche  im 
Rahmen der Sozialhilfe vielmehr, die Zusammenführung von Familien zu 
fördern. Dem Kontakt  der Kinder zu ihren Eltern werde höheres Gewicht 
beigemessen  als  dem  Kennenlernen  des  väterlichen  Ursprungslandes. 
Ferner dürfe wohl das hiesige Schulsystem als dem pakistanischen eben-
bürtig bezeichnet werden. Die Ausbildungsqualität sei demnach ebenfalls 
kein Grund, die von den Beschwerdeführern gewählte, kostspielige Lösung 

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finanziell zu unterstützen.

4.

4.1 Aus den Akten  geht  hervor,  dass  die Kinder  X._______  und Y._______ 
seit Jahren überwiegend - mit Ausnahme der Sommerferien - in Pakistan 
bei der Familie ihres Onkels leben und dort die Schule besuchen. Halten 
sie sich somit während mehr als drei Monaten pro Jahr im Ausland auf, so 
erfüllen sie nach dem Wortlaut von Art. 2 ASFG zumindest zeitweise - d.h. 
nach jeweils drei Monaten Auslandaufenthalt - die Auslandschweizereigen-
schaft,  Dies  zieht  gemäss Art.  1  ASFG grundsätzlich  die Anwendbarkeit 
dieses Gesetzes nach sich. 

4.2 Soweit die Vorinstanz geltend macht, Minderjährige, die sich ohne ihre El-
tern im Ausland aufhielten,  seien von der erwähnten Regelung nicht  er-
fasst, stützt sie sich im Wesentlichen auf ein unveröffentlichtes Urteil des 
Bundesgerichts vom 28. Juni 1995. Im zitierten Urteil hielt das Bundesge-
richt unter anderem fest, dass die Familie nach schweizerischem Recht in 
der Regel als Unterstützungseinheit gelte. Der Unterstützungswohnsitz ei-
nes unmündigen Kindes leite sich daher nach Art. 7 Abs. 1 des Zuständig-
keitsgesetzes  vom 24.  Juni  1977  (ZUG,  SR 851.1)  interkantonal  grund-
sätzlich von demjenigen seiner Eltern ab. Es bestehe kein Anlass, in inter-
national gelagerten Fällen ohne besondere Gründe von diesem Grundsatz 
abzuweichen  (unveröffentlichtes  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.222/1993 
vom 28. Juni 1995, E. 3a).

4.3 Das von der Vorinstanz angeführte Präjudiz lässt sich indessen nicht ohne 
weiteres  auf  die  vorliegende Konstellation  übertragen.  Im besagten  Ent-
scheid hatte das Bundesgericht darüber zu befinden, ob der Aufenthalt in 
der Schweiz einer minderjährigen schweizerischen Staatsangehörigen, de-
ren Eltern weiterhin im Ausland lebten, als Rückkehr im Sinne von Art. 2 
der Verordnung vom 26. November 1973 über Fürsorgeleistungen an Aus-
landschweizer (ASFV,  SR 852.11)  zu betrachten sei.  Das Bundesgericht 
verneinte diese Frage mit der Begründung, dass die minderjährige Person 
durch  den  blossen  Aufenthalt  in  der  Schweiz  keinen  eigenen  Unterstüt-
zungswohnsitz begründet habe, zumal nicht gesichert sei, dass sie dauer-
haft in der Schweiz verbleiben wolle (E. 3b des zitierten Bundesgerichtsur-
teils). Damit fehlte es an einer Voraussetzung zur Beendigung der Fürsor-
gezuständigkeit nach dem ASFG.

Während die Rückkehr nach Art. 2 ASFV die Absicht dauernden Verbleibs 
verlangt, lässt das Gesetz für die Begründung der Auslandschweizereigen-
schaft - und somit für die Anwendbarkeit des ASFG - ausdrücklich bereits 
einen länger als drei Monate dauernden Aufenthalt im Ausland genügen. 
Auf  Grund  dieser  expliziten  Anknüpfung  des  Gesetzgebers  am  blossen 
Aufenthalt  einer  Person  und unter  Berücksichtigung  des  spezialgesetzli-
chen Charakters des ASFG (vgl.  Art.  1 Abs.  3 ZUG) erscheint  es daher 
fraglich, inwiefern vorliegend Raum für eine analoge Anwendung der inter-
kantonalen Regelung von Art. 7 Abs. 1 ZUG besteht, gemäss welchem un-
mündige  Kinder,  unabhängig  von  ihrem  Aufenthaltsort,  den  Unterstüt-

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zungswohnsitz der Eltern teilen.

4.4 Wollte man aus dem bundesgerichtlichen Entscheid dennoch den Umkehr-
schluss ziehen, dass minderjährige Schweizer Bürger, die sich ohne ihre 
Eltern während mehr als drei Monaten im Ausland aufhalten, mangels ei-
genen Unterstützungswohnsitzes nicht als Auslandschweizer im Sinne von 
Art. 2 ASFG zu betrachten wären, würde dies - anders als in der vom Bun-
desgericht behandelten Konstellation - die Gefahr eines vom Gesetzgeber 
kaum gewollten negativen Kompetenzkonfliktes in sich bergen.

Für die Ausrichtung von Fürsorgeleistungen an bedürftige Personen,  die 
sich in der Schweiz aufhalten, sind - vorbehältlich spezialgesetzlicher Aus-
nahmen (vgl. insbesondere die Verweise in Art. 1 Abs. 3 ZUG) - die Kanto-
ne  zuständig  (vgl.  Art.  115  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom 18. April  1999 [BV, SR 101] i.V.m. Art. 1 Abs. 1 
ZUG).  Um in  den  Genuss  von  Fürsorgeleistungen  zu  kommen,  müssen 
Bedürftige weder über das Schweizer Bürgerrecht noch über einen festen 
Wohnsitz  in  der  Schweiz  verfügen  (vgl.  Art. 20  ff.  ZUG).  Eine  generelle 
Zuständigkeit  zur  Unterstützung  bedürftiger  Personen,  die  sich  während 
mehr als drei Monaten im Ausland aufhalten, ist indessen weder im ZUG 
noch in den kantonalen Fürsorgegesetzen vorgesehen. 

Zwar haben verschiedene Kantone - so auch der Kanton Basel-Stadt (vgl. 
§ 23 Abs. 1 des kantonalen Sozialhilfegesetzes vom 29. Juni 2000, Syste-
matische  Gesetzessammlung  des  Kantons  Basel-Stadt  [SG]  890.100)  - 
den im interkantonalen Verhältnis  geltenden Grundsatz  des einheitlichen 
Unterstützungswohnsitzes von Familien gemäss Art. 7 Abs. 1 ZUG auf das 
innerkantonale  Verhältnis  übertragen  (vgl.  FELIX WOLFFERS,  Grundriss  des 
Sozialhilferechts,  Bern/Stuttgart/Wien  1993,  S.  56).  Es  bestehen  jedoch 
keine Anhaltspunkte,  dass der Kanton Basel-Stadt  oder  andere Kantone 
diesen Grundsatz auch auf  internationale Verhältnisse hätten ausdehnen 
wollen.  Eine solche Ausweitung der inländischen Fürsorge auf  ausländi-
sche Sachverhalte hätte weitreichende praktische Konsequenzen, da eine 
entsprechende  Regelung  aus  Gründen  der  Rechtsgleichheit  (vgl.  Art.  8 
BV)  für  sämtliche im Ausland  lebenden  Kinder  von Eltern  mit  Unterstüt-
zungswohnsitz in der Schweiz - und nicht nur für schweizerische Staatsan-
gehörige -  gelten müsste.  Mangels  einer entsprechenden ausdrücklichen 
gesetzlichen Grundlage kann daher ein solcher Wille nicht leichthin ange-
nommen werden. 

Die Annahme des Bestehens einer Unterstützungseinheit zwischen in der 
Schweiz lebenden Eltern und deren im Ausland befindlichen minderjähri-
gen Kindern könnte folglich dazu führen, dass in derartigen Konstellatio-
nen weder der Kanton noch der Bund zur Ausrichtung von Sozialhilfe zu-
ständig wäre. Ein solches Ergebnis würde jedoch im Widerspruch zu den 
Bemühungen des Gesetzgebers stehen, Lücken im Bereich der Hilfeleis-
tungen zu Gunsten von im Ausland in einer Notlage befindlicher schweize-
rischer Staatsangehöriger zu schliessen. So ist auf Bundesebene - in Er-

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gänzung zur Unterstützung von Auslandschweizern nach den Bestimmun-
gen des ASFG - die Möglichkeit vorgesehen, während einer Auslandreise 
in Not geratenen schweizerischen Staatsangehörigen, die sich seit weniger 
als  drei  Monaten im Ausland aufhalten und dort  keinen festen Wohnsitz 
haben,  rückzahlbare  Vorschüsse zu gewähren  (Art.  1  f.  der  Verordnung 
vom 3. Juli  2002 über die finanzielle Hilfe an vorübergehend im Ausland 
weilende Schweizer Staatsangehörige [SR 191.2];  vgl.  zum ergänzenden 
Charakter  der  durch  die  vorgenannte  Regelung  abgelösten  Verordnung 
vom 26. November 1973 über die Hilfe an vorübergehend im Ausland wei-
lende Schweizer Bürger: RUDOLF BINGGELI, Die Fürsorge für Auslandschwei-
zer,  in:  Zeitschrift  für  öffentliche  Fürsorge,  Band  71  (1974),  Heft 12, 
S. 187 f.).

4.5 Nach dem Gesagten fällt  die Behandlung des Gesuchs der Beschwerde-
führer  vom 16.  November  2005 um Ausrichtung  von Fürsorgeleistungen 
zugunsten  ihrer  in  Pakistan  lebenden  Kinder  X._______  und  Y._______ 
- ungeachtet  der  offenbar  Mitte  November  2006 erfolgten  nachträglichen 
Wohnsitzverlegung der Beschwerdeführerin nach Pakistan - in die Zustän-
digkeit des Bundes. Im Folgenden ist nun zu prüfen, ob die Beschwerde-
führer für ihre Kinder X._______ und Y._______ Fürsorgeleistungen nach 
dem ASFG beanspruchen können oder ob die Vorinstanz die Ausrichtung 
solcher Leistungen zu Recht verweigert hat. 

5.

5.1 Wie bereits erwähnt wurde, gewährt der Bund im Rahmen des ASFG Aus-
landschweizern,  die  sich  in  einer  Notlage  befinden,  Fürsorgeleistungen 
(Art.  1  ASFG).  Doppelbürger,  deren  ausländisches  Bürgerrecht  vor-
herrscht, werden in der Regel nicht unterstützt (Art. 6 ASFG). Für die Be-
stimmung des vorherrschenden Bürgerrechts sind vor allem die Umstände, 
welche  zum Erwerb  des  ausländischen  Bürgerrechts  geführt  haben  und 
die Beziehungen zur Schweiz massgebend (Art. 8 Abs. 1 ASFV).

5.2 Die beiden Kinder X._______ und Y._______ entstammen der Ehe einer 
Schweizerin mit einem pakistanischen Staatsangehörigen, welcher im heu-
tigen Zeitpunkt ebenfalls über das Schweizer Bürgerrecht verfügt. Anlass 
der Unterbringung der Kinder bei Verwandten in Pakistan war offenbar ei-
ne Überforderung der Eltern auf Grund eigener gesundheitlicher Probleme. 
Die  Kinder  halten  sich  in  den  Sommerferien  anscheinend  regelmässig 
während mehrerer Monate in der Schweiz auf. Bevor die Beschwerdefüh-
rerin ihren Kindern nach Pakistan gefolgt ist, wurde die Beziehung zu den 
Kindern durch Besuche in Pakistan sowie durch regelmässige telefonische 
Kontakte gepflegt. Die Kinder verstehen angeblich schweizerdeutsch. 

5.3 Auf der anderen Seite ist für die Frage des vorherrschenden Bürgerrechts 
zu berücksichtigen, dass der Aufenthalt der Kinder in Pakistan bereits so 
lange andauert, dass sie inzwischen den überwiegenden Teil ihres bisheri-
gen Lebens - und namentlich die für die persönliche Entwicklung beson-
ders wichtige Schulzeit - bei der Familie ihres Onkels in Pakistan verbracht 
haben.

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5.4 Bei dieser Sachlage ist trotz einem sehr engen Bezug der Kinder zum Ur-
sprungsland ihres Vaters  -  zumindest  im heutigen Zeitpunkt  -  noch vom 
Vorherrschen des schweizerischen Bürgerrechts auszugehen. Dies vor al-
lem deshalb, weil auf Grund der Akten nach wie vor anzunehmen ist, dass 
der Aufenthalt  in Pakistan bloss vorübergehender Natur ist und mit einer 
späteren  Rückkehr  in  die  Schweiz  -  beispielsweise  nach  Abschluss  der 
schulischen Ausbildung - zu rechnen ist. Keine entscheidende Bedeutung 
kann diesbezüglich der Ende 2006 erfolgten Nachreise der Beschwerde-
führerin nach Pakistan beigemessen werden, da diese Wohnsitzverlegung 
offenbar in einem engen Zusammenhang zum vorliegenden Beschwerde-
verfahren steht.

Sollte sich zu einem späteren Zeitpunkt herausstellen, dass dem Aufent-
halt von X._______ und Y._______ in Pakistan nun doch definitiver Cha-
rakter  zukommt und eine Rückkehr  in  die Schweiz  nicht  mehr  als  wahr-
scheinlich  betrachtet  werden  kann,  so  wäre  ab diesem Zeitpunkt  mögli-
cherweise vom Vorherrschen  des  pakistanischen  Bürgerrechts  auszuge-
hen. Diese Frage braucht  vorliegend indessen nicht abschliessend beur-
teilt zu werden.

6.

6.1 Nach  Art.  11  Abs.  1  ASFG  kann  Hilfsbedürftigen  die  Heimkehr  in  die 
Schweiz nahe gelegt werden, wenn dies in ihrem wohlverstandenen Inte-
resse oder dem ihrer Familie liegt. In diesem Fall übernimmt der Bund an-
stelle der Unterstützung im Ausland die Heimreisekosten. Ob die Heimkehr 
im wohlverstandenen Interesse liegt, ist nach fürsorgerischen Grundsätzen 
zu beurteilen; finanzielle Erwägungen sollen nicht ausschlaggebend sein. 
Die  Heimkehr  soll  namentlich  dann  nicht  nahe  gelegt  werden,  wenn 
Menschlichkeitsgründe  dagegen  sprechen,  insbesondere  wenn  sie  enge 
Familienbande zerreissen oder aus einem Aufenthalt  von längerer Dauer 
sich ergebende enge Beziehungen zum Aufenthaltsstaat zerstören würde 
(vgl. Art. 14 ASFV).

6.2 Die  Beschwerdeführer  machen  diesbezüglich  namentlich  geltend,  dass 
man die Kinder nach so vielen Jahren nicht aus der Schule und aus ihrem 
Umfeld in Pakistan reissen könne. Die Kinder würden dort eine anerkannte 
Englisch-Schule besuchen und es gefalle ihnen sehr gut. 

6.3 Wie bereits erwähnt wurde, ist auf Grund der derzeitigen Aktenlage davon 
auszugehen, dass die Kinder der Beschwerdeführer früher oder später in 
die Schweiz zurückkehren werden (vgl. oben E. 6.2).  Vor diesem Hinter-
grund erscheint eine weitere Verlängerung des Aufenthalts von X._______ 
und Y._______ in Pakistan aus fürsorgerischer Sicht und namentlich aus 
der  Sicht  des  Kindeswohls  (vgl.  betreffend  die  Pflicht  der  Behörden  zur 
vorrangigen Berücksichtigung dieses Prinzips: Art. 3 Abs. 1 des Überein-
kommens  vom  20. November  1989  über  die  Rechte  des  Kindes  [SR 
0.107]) problematisch. Zwar mag es zutreffen, dass die Kinder X._______ 
und Y._______ in Pakistan eine gute Schulausbildung geniessen und ih-
nen das Leben dort gefällt. Gleichzeitig gilt es jedoch zu bedenken, dass 

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eine Reintegration in die schweizerischen Verhältnisse mit  zunehmender 
Dauer des Auslandaufenthalts immer schwieriger werden dürfte. Das älte-
re Kind wird schon bald 14 Jahre alt sein und befindet sich damit bereits in 
der für  die soziale Integration so entscheidenden Phase der Adoleszenz 
(vgl. aus der schweizerischen Praxis zu sog. Härtefällen: BGE 123 II 125 
E.4a  S.  128  f.  sowie  Entscheide  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 25 E.6d S. 199). Hinzu kommt, 
dass die Qualität  der schulischen Ausbildung in der Schweiz mit derjeni-
gen in Pakistan zumindest vergleichbar sein dürfte und es ihnen auch aus 
diesem Grund zugemutet werden könnte,  die Schulen in der Schweiz zu 
besuchen. Ferner spricht auch der Umstand, dass die Tante, die sich bis-
her  in  Pakistan  um X._______  und  Y._______  gekümmert  hat,  gemäss 
den Angaben der Beschwerdeführer aus gesundheitlichen Gründen nicht 
mehr in der Lage ist, die Kinder zu betreuen, gegen einen weiteren Ver-
bleib in Pakistan und damit auch gegen eine Unterstützung vor Ort. 

6.4 Im Übrigen vermag auch der Umstand, dass die Beschwerdeführerin ihren 
Kindern im November 2006 nach Pakistan nachgereist ist, zu keiner ande-
ren Einschätzung zu führen. Die Beschwerdeführerin hat ihm Rahmen des 
Beschwerdeverfahrens beim EJPD ein Gesuch um Ausrichtung von Sozial-
hilfe  nach  dem  ASFG  gestellt,  welches  jedoch  -  sofern  sie  ihr  Gesuch 
überhaupt  weiterverfolgt  hat  (vgl.  Art.  13  Abs.  1  ASFG,  Art.  18  Abs.  1 
ASFV)  -  kaum Aussichten auf  Erfolg  haben dürfte.  Die  Ausrichtung von 
Fürsorgeleistungen nach dem ASFG kommt grundsätzlich nur dann in Be-
tracht, wenn sich der Auslandschweizer im Gastland bereits eine gewisse 
Existenz geschaffen hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.302/2002 vom 
24. Juni 2002, E. 3.2). Davon kann jedoch bei der bereits in der Schweiz 
von der  Fürsorge  abhängigen  Beschwerdeführerin  keine Rede  sein.  Zu-
dem muss nicht befürchtet werden, dass durch die Heimkehr enge Famili-
enbande zerrissen würden im Sinne von Art. 14 ASFV. Die Beschwerde-
führer  haben  die  Trennung  von  ihren  Kindern  selber  herbeigeführt  und 
während Jahren aufrecht erhalten. Zudem steht ihnen die Möglichkeit of-
fen, eine Wiedervereinigung der Familie in der Schweiz - allenfalls mit Hilfe 
der schweizerischen Behörden (vgl. Art. 11 ASFG) - herbeizuführen. 

6.5 Vor  diesem Hintergrund  kann  schliesslich  auch  dem geltend  gemachten 
Ruhebedürfnis  des in  der  Schweiz  verbliebenen Beschwerdeführers,  der 
angeblich an starken Depressionen sowie Rücken- und Kopfschmerzen lei-
det, kein entscheidendes Gewicht beigemessen werden. Die Kinder besu-
chen tagsüber die Schule und befinden sich zudem bereits in einem Alter 
sind, in welchem sie in der Lage sein dürften, dem besonderen Bedürfnis 
ihres Vaters nach Ruhe Rechnung zu tragen. Im Übrigen handelt es sich 
bei diesem Vorbringen in erster Linie um eine Frage der adäquaten medizi-
nischen  Behandlung  des  Beschwerdeführers.  Diese  Frage  bildet  jedoch 
nicht  Gegenstand  des  vorliegenden  Verfahrens,  weshalb  sich  weitere 
Ausführungen dazu erübrigen. 

7. Zusammenfassend ergibt sich somit,  dass die Vorinstanz den Beschwer-
deführern die Ausrichtung von Fürsorgeleistungen nach dem ASFG für die 
beiden Kinder X._______ und Y._______ zu Recht verweigert hat.

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8. Demnach gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum Schlusss, dass die 
angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserhebli-
chen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt; sie ist auch angemessen 
(Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen.

9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens würden die Beschwerdeführer grund-
sätzlich  kostenpflichtig.  Angesichts  der  besonderen Umstände ist  jedoch 
von  der  Auferlegung  von  Verfahrenskosten  abzusehen  (Art.  63  Abs.  1 
VwVG i.V.m. Art. 6 Bst. b des Reglements vom 11. Dezember 2006 über 
die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2]).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3. Dieses Urteil wird eröffnet: 

- den Beschwerdeführern (Gerichtsurkunde)

- der Vorinstanz (eingeschrieben; Akten retour)

- der Sozialhilfe der Stadt Basel

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Ruth Beutler Thomas Segessenmann

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil  kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht,  1000 
Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden 
(Art. 82 ff.,  90 ff.  und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 
deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Das 
angefochtene Urteil und die Beweismittel sind, soweit sie die Partei in Händen hat, bei-
zulegen (vgl. Art. 42 BGG).

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