# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c074dd5c-e291-5172-a177-6b36992c67d1
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-09-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 23.09.2010 IV-2010/45
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_IV-2010-45_2010-09-23.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/8

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV-2010/45

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Verkehr

Publikationsdatum: 02.08.2019

Entscheiddatum: 23.09.2010

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 23.09.2010
Art. 16 Abs. 2, Art. 16b Abs. 1 lit. a, Art. 30 Abs. 2 SVG (SR 741.01). Der 
Fahrzeuglenker bremste zufolge eines Sanitätsfahrzeugs auf 
Dringlichkeitsfahrt, worauf sich die vordere Türe am Anhänger öffnete und 
fünf Kälber auf die Kupplung hinter dem Lieferwagen stürzten. Bestätigung 
des einmonatigen Führerausweisentzugs (Verwaltungsrekurskommission, 
Abteilung IV, 23. September 2010, IV-2010/45).

Präsident Urs Gmünder, Mitglieder Urs Früh und Beat Fritsche; Gerichtsschreiberin 

Sabrina Häberli

X, Rekurrent,

gegen

Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt, Abteilung Administrativmassnahmen, 

Moosbruggstrasse 11, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

betreffend

Führerausweisentzug (Warnungsentzug)

Sachverhalt:

A.- Am Montag, 26. Oktober 2009, lenkte X den Lieferwagen "Iveco" mit dem Anhänger 

"Brühlmann" um 13.25 Uhr in H auf der W.-strasse. Er war mit fünf Kälbern im 

Zugfahrzeug und 10 Kälbern im Anhänger auf dem Weg zum Schlachthof. Aufgrund 

eines herannahenden mit Sirenen fahrenden Sanitätsfahrzeugs bremste er. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/8

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Infolgedessen öffneten sich die vorderen Türen des Anhängers und mehrere Kälber 

gelangten auf die Strasse.

B.- Das Statthalteramt des Bezirks H verurteilte X mit Strafverfügung vom 4. Dezember 

2009 wegen vorschriftswidrigen Beförderns von Tieren, indem er seine Fahrweise nicht 

der ungenügend gesicherten Ladung angepasst habe, zu einer Busse von Fr. 500.--. 

Mit Verfügung vom 4. Mai 2010 entzog ihm das Strassenverkehrsamt den 

Führerausweis wegen Verlierens der Ladung für die Dauer von einem Monat.

C.- Gegen diese Verfügung erhob X mit Eingabe vom 12. Mai 2010 Rekurs bei der 

Verwaltungsrekurskommission. Er beantragte sinngemäss, die Verfügung des 

Strassenverkehrsamts sei aufzuheben. Die Vorinstanz trug mit Vernehmlassung vom 

14. Juni 2010 auf Abweisung des Rekurses an. Auf die Ausführungen zur Begründung 

der Rechtsbegehren wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die 

Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur 

Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 12. Mai 2010 ist rechtzeitig eingereicht 

worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen 

(Art. 41 , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, 

abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.

2.- Gemäss Art. 16 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG) 

wird nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das 

Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 ausgeschlossen ist, 

der Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das 

Gesetz unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG) 

und schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine leichte Widerhandlung begeht, 

wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer 

hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG). 

Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln 

eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/8

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

a SVG). Ist die Verletzung von Verkehrsregeln grob und wird dadurch eine ernstliche 

Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen, ist die 

Widerhandlung schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG).

3.- Die Vorinstanz und der Strafrichter gehen davon aus, dass der Rekurrent die 

Ladung auf dem Anhänger ungenügend gesichert und deshalb verloren hat. Der 

Rekurrent bestreitet dies. Er habe am 26. Oktober 2009 15 Kälber auf beide Fahrzeuge 

genau nach Vorschrift verladen. Dabei sei ihm Y behilflich gewesen und habe die Türen 

des Anhängers korrekt geschlossen. Er habe dies wie jedes Mal kontrolliert. Dass die 

Tiere im Anhänger korrekt gesichert gewesen seien, beweise schon die Tatsache, dass 

er ohne Probleme bis H habe fahren können. Beim Abbremsen wegen eines 

Blaulichtfahrzeugs sei die vordere Tür des Anhängers aufgedrückt worden, wobei vier 

Kälber herausgekommen seien. Zwei davon habe er gleich wieder in den Anhänger 

befördern und die anderen zwei an einem Zaun auf der Wiese neben der Strasse 

anbinden können. Bei der näheren Untersuchung des Fahrzeugs durch die Polizei sei 

festgestellt worden, dass an der zentralen Verriegelungsstange zwei Schwerspannstifte 

gebrochen gewesen seien, sodass die Verriegelung nicht mehr richtig funktioniert 

habe. Es handle sich eindeutig um einen technischen Defekt infolge Materialermüdung. 

Ein Polizist habe das Foto Nr. 3 von dieser Stange gemacht.

a) Die Verwaltungsbehörde darf von den tatsächlichen Feststellungen im Strafurteil nur 

abweichen, wenn sie Tatsachen feststellt und ihrem Entscheid zugrunde legt, die dem 

Strafrichter unbekannt waren, oder wenn sie zusätzliche Beweise erhebt, sowie wenn 

der Strafrichter bei der Rechtsanwendung auf den Sachverhalt nicht sämtliche 

Rechtsfragen abgeklärt hat. Die Verwaltungsbehörde hat vor allem dann auf die 

Tatsachen im Strafurteil abzustellen, wenn dieses im ordentlichen Verfahren ergangen 

ist. Sie ist aber unter bestimmten Voraussetzungen auch an einen Strafentscheid 

gebunden, der im Strafbefehlsverfahren gefällt wurde, selbst wenn er ausschliesslich 

auf einem Polizeirapport beruht. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Beschuldigte 

wusste oder angesichts der Schwere der ihm vorgeworfenen Delikte voraussehen 

musste, dass gegen ihn ein Führerausweisentzugsverfahren eröffnet würde, und er es 

trotzdem unterlässt oder darauf verzichtet, im Rahmen des (summarischen) 

Strafverfahrens die ihm garantierten Verteidigungsrechte geltend zu machen. Unter 

diesen Umständen darf der Betroffene nicht das Verwaltungsverfahren abwarten, um 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/8

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

allfällige Rügen vorzubringen und Beweisanträge zu stellen, sondern ist nach Treu und 

Glauben verpflichtet, dies bereits im Rahmen des (summarischen) Strafverfahrens zu 

tun, sowie allenfalls die nötigen Rechtsmittel zu ergreifen (BGE 123 II 97 E. 3c/aa mit 

Hinweisen).

b) In der Strafverfügung vom 4. Dezember 2009 hat die Strafbehörde gestützt auf die 

Darstellung im Polizeirapport der Kantonspolizei Z vom 25. November 2009 

festgehalten, der Rekurrent habe am 26. Oktober 2009 auf der W.-strasse 

vorschriftswidrig Tiere befördert, indem er seine Fahrweise nicht der ungenügend 

gesicherten Ladung angepasst habe, wobei sich die vorderen Türen des Anhängers 

anlässlich eines kräftigen Bremsmanövers geöffnet haben und mindestens fünf Kälber 

aus dem Anhänger auf die Kupplung hinter dem Lieferwagen bzw. auf die Strasse 

gestürzt seien. Im Polizeirapport selbst wird mittels Fotos festgehalten, dass die 

Schliessvorrichtung des Anhängers unbeschädigt war. Auch das Foto Nr. 3 ist mit 

"unbeschädigte Schliessvorrichtung am Anhänger des Verzeigten" beschriftet. 

Gegenteiliges ist auf dem Foto denn auch nicht zu erkennen. Zudem wird im 

Polizeirapport ausgeführt, bei der Kontrolle der vorderen Türen des Anhängers hätten 

keine Spuren festgestellt werden können, welche auf eine massive Gewalteinwirkung 

von innen hingedeutet hätten. Aufgrund dessen erscheine es naheliegend, dass die 

Türen vor dem Vorfall nicht korrekt verschlossen gewesen seien. An diese 

Feststellungen ist die Verwaltungsbehörde gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung gebunden. Klare Anhaltspunkte, dass die Sachverhaltsfeststellungen 

unrichtig sind, bestehen nicht. Die Vorinstanz war daher nicht zu eigenen 

Sachverhaltserhebungen verpflichtet (vgl. Urteile des Bundesgerichts 6A.35/2004 vom 

1. September 2004, E. 3.3, und 6A.68/2002 vom 26. Mai 2003, E. 2.1 mit Hinweisen). 

Eine Befragung von Y, welcher beim Laden geholfen habe, erübrigt sich daher. Die 

Strafverfügung beruht zwar allein auf dem Polizeirapport. Der Rekurrent musste jedoch 

vor allem deshalb mit einem Entzugsverfahren rechnen, weil er tatsächlich Ladung 

verloren hatte. Der Polizeirapport wurde zudem in Kopie an die Abteilung 

Administrativmassnahmen des Strassenverkehrsamts des Kantons Z geschickt. Es 

kann daher davon ausgegangen werden, dass der Rekurrent von der Polizei darauf 

hingewiesen wurde, dass eine Kopie des Polizeirapports ans Strassenverkehrsamt 

weitergeleitet werde. Unter diesen Umständen hätte er den Strafbescheid anfechten 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/8

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

müssen, und zwar selbst dann, wenn ihm ein Untersuchungsrichter geraten hätte, das 

Ganze auf sich beruhen zu lassen.

c) Der Rekurrent durfte nicht das Verwaltungsverfahren abwarten, um die Rügen 

hinsichtlich der unvollständigen Feststellung des Sachverhalts vorzubringen. Vielmehr 

war er nach Treu und Glauben verpflichtet, die nötigen Rechtsmittel im Strafverfahren 

zu ergreifen. Massgebend ist deshalb der im Polizeirapport festgehaltene Sachverhalt, 

auf welchen auch in der Strafverfügung abgestellt wurde. Auf den Einwand, es habe ein 

technischer Defekt infolge Materialermüdung an der Verriegelungsstange vorgelegen, 

welchen er nicht habe erkenne können, ist daher nicht mehr einzugehen. Im Übrigen 

wäre der Rekurrent verpflichtet gewesen, vor der Fahrt die Schliessvorrichtungen 

nochmals genau zu prüfen. Gemäss Art. 29 SVG dürfen Fahrzeuge nur in 

betriebssicherem und vorschriftsgemässem Zustand verkehren. Wären tatsächlich zwei 

Spannstifte gebrochen gewesen, hätte er dies bemerken und vor der Fahrt reparieren 

lassen müssen.

d) Dementsprechend steht in Übereinstimmung mit der strafrechtlichen Verurteilung 

fest, dass der Rekurrent seine Ladung ungenügend gesichert und deshalb verloren hat 

und somit in schuldhafter Weise Art. 30 Abs. 2 SVG verletzte. Gemäss Art. 30 Abs. 2 

SVG dürfen Fahrzeuge nicht überladen werden. Die Ladung ist so anzubringen, dass 

sie niemanden gefährdet oder belästigt und nicht herunterfallen kann. Aus dieser 

Bestimmung werden in der Rechtsprechung mit Blick auf die Dichte des Verkehrs und 

die Häufung der Zwischenfälle und Unfälle jeder Art und Schwere relativ strenge 

Anforderungen abgeleitet. So genügt es nicht, die Stabilität der Ladung nur im Hinblick 

auf den normalen Verkehr und die dazugehörenden plötzlichen Bremsmanöver 

sicherzustellen. Vielmehr ist die Möglichkeit leichter Unfälle mitzuberücksichtigen (vgl. 

BGE 97 II 238 neues Fenster E. 3c; Urteil des Bundesgerichts 6A.121/2000 vom 7. Juni 

2001, E. 4c). Die Sicherung der Ladung muss brüske Brems- und seitliche 

Ausweichmanöver zulassen. Art. 57 Abs. 1 der Verkehrsregelverordnung (SR 741.11, 

abgekürzt: VRV) verpflichtet den Führer, sich zu vergewissern, dass Fahrzeug und 

Ladung in vorschriftsgemässem Zustand sind. Da der Fahrzeugführer die 

obengenannten Möglichkeiten in Betracht zu ziehen hat, muss er auch die 

entsprechenden Massnahmen treffen.

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&query_words=%22Art.+30+Abs.+2+SVG%22&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F97-II-238%3Ade&number_of_ranks=0#page238
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&query_words=%22Art.+30+Abs.+2+SVG%22&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F97-II-238%3Ade&number_of_ranks=0#page238

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/8

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.- Zu prüfen ist somit noch, ob die Verkehrsregelverletzung eine mittelschwere 

Widerhandlung im Sinn von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG oder eine leichte Widerhandlung 

im Sinn von Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG darstellt.

a) Die Vorinstanz hat den Verstoss gegen Art. 30 Abs. 2 SVG als mittelschwere 

Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften behandelt und dem 

Rekurrenten den Führerausweis gestützt auf Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG entzogen.

b) Nach Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG begeht eine leichte Widerhandlung, wer durch die 

Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft 

und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft. Eine mittelschwere Widerhandlung, die 

nach der gesetzlichen Konzeption als Auffangtatbestand ausgestaltet ist, liegt immer 

dann vor, wenn nicht alle privilegierenden Elemente einer leichten und nicht alle 

qualifizierenden Elemente einer schweren Widerhandlung gegeben sind (Botschaft zur 

Änderung des Strassenverkehrsgesetzes vom 31. März 1999, BBl 1999, S. 4487). Eine 

leichte Widerhandlung liegt also nur dann vor, wenn - neben einem leichten 

Verschulden - durch die Verletzung der Verkehrsregeln lediglich eine geringe Gefahr für 

die Sicherheit anderer hervorgerufen wurde (BGE 1C_223/2008 vom 8. Januar 2009, E. 

2.2.3).

aa) Für die Annahme eines leichten Falls setzt das Gesetz ein geringes Ausmass der 

Gefährdung voraus. Im Gegensatz zur bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum alten, 

bis 31. Dezember 2004 geltenden Recht (vgl. BGE 125 II 561 ff.) räumt Art. 16a Abs. 1 

lit. a SVG der Schwere der Verkehrsgefährdung wieder eine eigenständige Stellung ein. 

Im Recht der Administrativmassnahmen liegen der gesetzlichen Kategorisierung der 

Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften verschiedene 

Gefährdungsstufen zugrunde. Von der konkreten Gefährdung der körperlichen 

Integrität anderer Personen ist deren abstrakte Gefährdung zu unterscheiden, die 

"einfach" oder "erhöht" sein kann. Die einfache abstrakte Gefährdung zieht kein 

Administrativmassnahmeverfahren nach sich (BGE 131 IV 133 neues Fenster E. 3.2). 

Eine solche Gefährdung ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung aber nur 

dann anzunehmen, wenn keine anderen Verkehrsteilnehmer vom Fehlverhalten des 

Rekurrenten hätten betroffen werden können. Führt hingegen die Missachtung einer 

Verkehrsregel zu einer Verletzung eines Rechtsguts, einer konkreten Gefährdung der 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=6A.19%2F2006+&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-IV-133%3Ade&number_of_ranks=0#page133
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=6A.19%2F2006+&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-IV-133%3Ade&number_of_ranks=0#page133

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/8

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

körperlichen Integrität oder zu einer erhöhten abstrakten Gefährdung dieses 

Rechtsguts, hat dies eine Administrativmassnahme zur Folge (R. Schaffhauser, Die 

neuen Administrativmassnahmen des Strassenverkehrsgesetzes, in: Jahrbuch zum 

Strassenverkehrsrecht 2003, St. Gallen 2003, S. 181, Rz. 43 ff.).

Für die Abstufung innerhalb der erhöhten abstrakten Gefährdung ist auf die Nähe der 

Verwirklichung der Gefahr abzustellen. Je näher die Möglichkeit einer konkreten 

Gefährdung oder Verletzung liegt, umso schwerer wiegt die erhöhte abstrakte 

Gefährdung (vgl. BGE 118 IV 285 E. 3a). Eine konkrete Gefahr liegt vor, wenn für einen 

bestimmten, tatsächlich daherkommenden Verkehrsteilnehmer oder einen Mitfahrer 

des Täters die Gefahr einer Körperverletzung oder gar Tötung bestand. Erst recht ist 

eine konkrete Gefahr zu bejahen, wenn es zu einem Unfall gekommen ist, mit anderen 

Worten sich die hervorgerufene Gefahr verwirklicht hat (J. Boll, Grobe 

Verkehrsregelverletzung, Davos 1999, S. 12). Zudem ist das Ausmass der 

üblicherweise entstehenden Schädigung bei Eintritt der Rechtsgutverletzung 

mitzuberücksichtigen (vgl. VRKE IV vom 6. Juli 2005 in Sachen H. L., E. 4b/bb).

bb) Nach dem Polizeirapport vom 25. November 2009 musste der Rekurrent wegen 

eines herannahenden Sanitätsfahrzeugs stark bremsen, worauf sich die vorderen Türen 

des Anhängers öffneten und mindestens fünf Kälber aus dem Anhänger auf die 

Kupplung hinter dem Lieferwagen stürzten. Die Kälber hätten danach auf der stark 

befahrenen Strasse und auf der Wiese neben der Einmündung gestanden. Allein durch 

das Mitführen einer ungenügend gesicherten Ladung Kälber wird eine erhebliche 

Verkehrsgefährdung geschaffen. Im vorliegenden Fall gelangte ein Teil der Ladung gar 

auf die Fahrbahn. Auf der Fahrbahn herumstehende und herumlaufende Tiere stellen 

ein gefährliches Hindernis dar. Dass sich kein Unfall ereignete, ist glücklichen 

Umständen zu verdanken. Andere Auto- oder Motorradfahrer hätten sich unmittelbar 

durch das Auffahren oder mittelbar als Folge von Ausweichmanövern verletzen können.

Insgesamt steht damit fest, dass der Rekurrent durch das Mitführen eines Anhängers 

mit ungenügend gesicherter Ladung eine Gefahr für die Sicherheit anderer geschaffen 

hat, die nicht mehr als gering bezeichnet werden kann.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/8

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

c) Ist die vom Rekurrenten verursachte Gefahr nicht mehr als gering einzustufen, kann 

nicht mehr von einer leichten Widerhandlung im Sinn von Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG 

ausgegangen werden. Der Grad des Verschuldens kann unter diesen Umständen offen 

bleiben. Damit müssen die Argumente des Rekurrenten, die sich auf das Verschulden 

beziehen, nicht geprüft werden. Mithin ist von einer mittelschweren Widerhandlung im 

Sinn von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG auszugehen.

5.- Bei der Festsetzung der Dauer des Lernfahr- oder Führerausweisentzugs sind 

gemäss Art. 16 Abs. 3 SVG die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, 

namentlich die Gefährdung der Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als 

Motorfahrzeugführer sowie die berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen. 

Die Mindestentzugsdauer darf jedoch nicht unterschritten werden. Gemäss Art. 16b 

Abs. 2 lit. a SVG wird der Lernfahr- oder Führerausweis nach einer mittelschweren 

Widerhandlung mindestens für einen Monat entzogen.

Die Vorinstanz hat dem Rekurrenten in der angefochtenen Verfügung den 

Führerausweis für die gesetzlich vorgeschriebene minimale Entzugsdauer eines Monats 

entzogen. Da das Gesetz eine Unterschreitung dieser Mindestentzugsdauer 

ausschliesst (Art. 16 Abs. 3 SVG), erübrigt es sich, massnahmemindernde Umstände 

zu prüfen. Die verfügte Entzugsdauer von einem Monat ist damit nicht zu beanstanden.

6.- Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurs abzuweisen ist. Dem 

Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten 

aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.-- erscheint 

angemessen (vgl. Art. 13 Ziff. 522 des Gerichtskostentarifs, sGS 941.12). Der 

Kostenvorschuss von Fr. 1'200.-- ist zu verrechnen.

Entscheid: 

1. Der Rekurs wird abgewiesen.

2. Der Rekurrent bezahlt die amtlichen Kosten von Fr. 1'200.-- unter Verrechnung 

des Kostenvorschusses von Fr. 1'200.--.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 23.09.2010
	Art. 16 Abs. 2, Art. 16b Abs. 1 lit. a, Art. 30 Abs. 2 SVG (SR 741.01). Der Fahrzeuglenker bremste zufolge eines Sanitätsfahrzeugs auf Dringlichkeitsfahrt, worauf sich die vordere Türe am Anhänger öffnete und fünf Kälber auf die Kupplung hinter dem Lieferwagen stürzten. Bestätigung des einmonatigen Führerausweisentzugs (Verwaltungsrekurskommission, Abteilung IV, 23. September 2010, IV-2010/45).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T13:23:07+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen