# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8730a90c-13f0-5c71-adaa-abd681407073
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.10.2014 200 2013 248
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-248_2014-10-13.pdf

## Full Text

200 13 248 UV
KOJ/SHE/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. Oktober 2014

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Visana Versicherungen AG
Weltpoststrasse 19, Postfach 253, 3000 Bern 15
Beschwerdegegnerin

betreffend Bundesgerichtsentscheid vom 14. März 2013
(Rückweisung an Vorinstanz / UV 16/2012)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2014, UV/13/248, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1955 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) war ab dem 20. Februar 1995 als … bei der C.________ ange-
stellt. In dieser Eigenschaft war sie am 31. Januar 2009 [recte: 2010], als 
sie auf Eis ausrutschte und sich an der linken Schulter verletzte (Akten der 
Visana Versicherungen AG [nachfolgend Visana oder Beschwerdegegne-
rin, Antwortbeilage {AB}] 1), bei der Visana obligatorisch gegen die Folgen 
von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert. 
Die Versicherte musste ab dem Unfalltag vollständig mit ihrer Arbeit aus-
setzen und konnte diese am 17. Februar 2010 wieder im gewohnten Um-
fang aufnehmen (AB 12); am 29. März 2010 konnte die Behandlung abge-
schlossen werden (AB 18 Ziff. 5). 

B.

Am 20. August 2010 meldete die Arbeitgeberin der Versicherten einen 
Rückfall zum Ereignis vom 31. Januar 2010 (AB 21); ab dem 11. August 
2010 war wieder eine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden (u.a. AB 26). Die 
Versicherte unterzog sich in der Folge am 8. Dezember 2010 wegen einer 
vollständigen Subscapularis- und Supraspinatussehnenruptur links einer 
offenen Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion (AB 35). Am 4. Mai 2011 
wurde sie sodann durch Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, untersucht 
(AB 58-65). Mit Verfügung vom 17. Juni 2011 stellte die Visana die Versi-
cherungsleistungen im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 31. Januar 
2010 per 8. Mai 2011 ein mit der Begründung, weitere, erneute Behandlun-
gen über den 8. Mai 2011 hinaus seien auf die degenerativen Rotatoren-
manschettenveränderungen zurückzuführen (AB 69-71). Hiergegen liess 
die Versicherte Einsprache erheben (AB 86-90 und 94-96), welche mit Ent-
scheid vom 22. November 2011 (AB 103-108) abgewiesen wurde. Eine 
dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons 
Bern mit Urteil vom 2. April 2012, UV 2012/16, ab. Die hiergegen erhobene 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2014, UV/13/248, Seite 3

Beschwerde hiess das Bundesgericht (BGer) mit Entscheid vom 14. März 
2013 (8C_397/2012) in dem Sinne teilweise gut, als es das kantonale Urteil 
aufhob und die Sache zur neuen Entscheidung an das Verwaltungsgericht 
zurückwies. In den Erwägungen hielt das Bundesgericht fest, dass zur Fra-
ge der (Teil-)Unfallkausalität ein Gerichtsgutachten einzuholen sei (E. 5.5); 
im Übrigen wies es die Beschwerde ab. 

C.

Im Rahmen der vom Verwaltungsgericht angeordneten Begutachtung wur-
de die Versicherte am 24. August 2013 durch Prof. Dr. med. E.________, 
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-
apparates FMH, untersucht; sein Gutachten datiert vom 30. Mai 2014. Zu 
dessen Ausführungen nahm die Visana am 25. Juli 2014 Stellung, die Ver-
sicherte am 31. Juli 2014. Die Eingaben wurden den Parteien am 7. August 
2014 wechselseitig zugestellt. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2014, UV/13/248, Seite 4

gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsgegenstand bildet der Einspracheentscheid vom 
22. November 2011 (AB 103-108). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch 
der Beschwerdeführerin auf Leistungen der obligatorischen Unfallversiche-
rung auch nach dem 8. Mai 2011 und hierbei namentlich, ob die im De-
zember 2010 operierte Subscapularis- und Supraspinatussehnenruptur an 
der linken Schulter ganz oder zumindest teilweise auf das Ereignis vom 
31. Januar 2010 zurückzuführen ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; SR 
832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwir-
kung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör-
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 
Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2014, UV/13/248, Seite 5

2.2.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 S. 
337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). Für die Bejahung des natürlichen 
Kausalzusammenhangs genügt es, wenn der Unfall für eine bestimmte 
gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 134 V 109 E. 9.5 
S. 125, 123 V 43 E. 2b S. 45; SVR 2009 UV Nr. 3 S. 12 E. 8.3).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 
181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.2.2 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV Nr. 
30 S. 122 E. 5.2). Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt 
sich die adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die 
Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 138 V 
248 E. 4 S. 250, 134 V 109 E. 2.1 S. 112).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2014, UV/13/248, Seite 6

2.2.3 Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert 
oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversi-
cherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache 
des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und aus-
schliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn 
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem 
Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er 
sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustan-
des auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine) 
erreicht ist (SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 3.2; RKUV 1994 U 206 S. 328 E. 
3b).

3.

3.1 Unbestritten und durch die Aktenlage belegt ist, dass die Beschwer-
deführerin am 31. Januar 2010 einen Unfall im Rechtssinne erlitten hat (vgl. 
E. 2.1 hiervor sowie AB 1 und 4). Dies wird von den Parteien denn auch 
nicht in Frage gestellt und wurde zudem auch vom Bundesgericht bestätigt 
(BGer 8C_397/2012, E. 5.6). Nachfolgend ist die (Teil-)Kausalität zwischen 
dem Unfall vom 31. Januar 2010 und der diagnostizierten Subscapularis- 
und Supraspinatussehnenruptur zu prüfen. Die Akten zeigen im Wesentli-
chen folgendes medizinisches Bild:

3.1.1 Gemäss dem Bericht des behandelnden Hausarztes, Dr. med. 
F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, vom 27. Sep-
tember 2010 stehe die Beschwerdeführerin seit Jahren bei ihm in Behand-
lung (AB 24). Im Januar 2010 habe sich ein Unfall mit Schulterkontusion 
und Brachioradialiszerrung ereignet. Nach einer intensiven Therapie sei es 
im März 2010 zu einer Regression und schliesslich Verschwinden der 
Symptome gekommen. Seit Ende Juni 2010 würden erneute Beschwerden 
auftreten, ohne erneuten Unfall oder anderen ersichtlichen Grund. Bei der 
Abklärung habe sich gezeigt, dass eine massive Supraspinatussehnenläsi-
on und eine Ruptur der Subscapularissehne sowie eine Medialluxation der 
langen Bizepssehne bestehen würden. Im Nachhinein müsse man anneh-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2014, UV/13/248, Seite 7

men, dass eine zumindest partielle Ruptur der Supraspinatussehne und der 
Subscapularissehne bereits beim Unfall entstanden seien. 

3.1.2 Gemäss dem Bericht von Dr. med. G.________, Facharzt für Or-
thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, 
vom 26. Oktober 2010 bestehe eine Supraspinatus- und Subscapularis-
sehnenruptur (AB 31). Die Schmerzen seien therapieresistent ohne Ver-
besserung nach Physiotherapie und Infiltration. Die Indikation zur Rotato-
renmanschettenrekonstruktion sei gegeben, ebenfalls die Unfallkausalität.

3.1.3 Dr. med. D.________ diagnostizierte in seinem Bericht vom 20. Mai 
2011 (AB 58 ff.) leichte Restbeschwerden der linken Schulter mit/bei Status 
nach Schulterkontusion mit nicht dislozierter Fraktur des Tuberculum majus 
(Fissur) beim Sturz am 31. Januar 2010 und degenerativer Rotatorenman-
schettenläsion (Supraspinatus und Infraspinatus) mit/bei ausgedehnter 
fettiger Veränderung, insbesondere im Supraspinatus und Status nach Ro-
tatorenmanschettenrevision am 8. Dezember 2010. Anlässlich des Sturzer-
eignisses vom 31. Januar 2010 sei es zu einer nicht dislozierten Tubercu-
lum majus-Fraktur an der linken Schulter gekommen. Die Abklärungen ab 
Juni 2010 hätten die erwähnte Diagnose mit den ausgeprägten, aber ein-
deutig degenerativen Rotatorenmanschettenveränderungen ergeben. Der 
Status quo sine in Bezug auf die linke Schulter sei im Juni 2010 bereits 
eingetreten. Darüber hinaus noch bestehende Beschwerden seien mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit auf unfallfremde und vorbestehende 
Degenerationen, welche nicht nachweislich richtungsgebend verschlimmert 
worden seien, zurückzuführen (S. 5). 

3.1.4 Am 10. Januar 2012 führte Dr. med. G.________ aus, der Unfall 
vom 31. Januar 2010 habe zu einer Ruptur der Subscapularis- und Supra-
spinatussehnen geführt. Diese Art Rotatorenmanschettenruptur komme 
ausschliesslich unfallbedingt vor. Die Unfallkausalität sei somit ohne Zwei-
fel gegeben. 

3.1.5 Gemäss dem Bericht von Dr. med. G.________ vom 3. Mai 2012 
sei es eine Tatsache, dass Subscapularissehnenrupturen nicht degenerativ 
vorkämen. Unbestrittenerweise könnten Supraspinatussehnenrupturen de-
generativ auftreten und würden bei zunehmendem Alter auch ohne Unfall 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2014, UV/13/248, Seite 8

beobachtet. Das Trauma der Beschwerdeführerin sei für den Riss der 
Subscapularis- und Supraspinatussehne typisch. Die Risse beider Sehnen 
würden häufig bei solchen Traumen gemeinsam auftreten. Jeder versierte 
Schulterchirurg werde bestätigen, dass Subscapularissehnenrisse immer 
unfallbedingt aufträten und die Unfallkausalität gegeben sei.

3.1.6 Dr. med. D.________ nahm am 17. Oktober 2012 wie folgt Stellung 
zu den Ausführungen von Dr. med. G.________ vom 3. Mai 2012 (vgl. E. 
3.1.5 hiervor): die pauschalisierende Darstellung, dass die Subscapularis-
sehnenruptur nicht/nie degenerativ vorkomme, entspreche „selbstverständ-
lich“ nicht der Wahrheit. Dass die Subscapularissehnenruptur häufiger 
traumatisch bedingt sei, als die übrigen Sehnen der Rotatorenmanschette, 
werde auch nicht bestritten. Der Subscapularis inseriere am Tuberculum 
minus, hier sei aber das Tuberculum majus frakturiert/fissuriert gewesen. 
Eine derartige Doppelverletzung sei theoretisch zwar möglich, aber nicht 
überwiegend wahrscheinlich, zumindest da kein Hochbrisanztrauma vorlie-
ge. Was genau bei der Beschwerdeführerin beim Sturz den Schmerz in der 
linken Schulter ausgelöst habe, ob die nachgewiesene undislozierte Tro-
chanter-major-Fissur oder die ebenfalls ausgewiesene Rotatorenmanschet-
tenläsion mit der hypothetisch traumatischen Unterbrechung der Subscapu-
larissehne, sei naturgemäss nicht mehr rekonstruierbar, so dass schluss-
endlich Aussage gegen Aussage stehe (S. 1). Zusammenfassend spreche 
sowohl der Verlauf als auch die Bildgebung für eine schicksalhafte, dege-
nerative, mehrere Sehnen betreffende Rotatorenmanschettenläsion. Die 
Aussage von Dr. med. G.________ sei verallgemeinernd und ergebe keine 
fachspezifisch erhellenden Aspekte (S. 2). 

3.1.7 Prof. Dr. med. E.________ diagnostizierte im Gutachten vom 30. 
Mai 2014 eine kombinierte Supraspinatus- und Subscapularisruptur links 
vom 31. Januar 2010 ohne relevante chronische und/oder degenerative 
Veränderungen. Sowohl aufgrund der anamnestischen Angaben wie auch 
der bildgebenden Befunde könne davon ausgegangen werden, dass die 
Ruptur der Rotatorenmanschette wahrscheinlich anlässlich des Unfalls vom 
30. Januar 2010 entstanden sei (S. 7). Die festgestellte kombinierte Subs-
capularis- und Supraspinatusruptur links sei sehr wahrscheinlich unfallbe-
dingt. Ein altersentsprechender, minimer degenerativer Vorschaden könne 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2014, UV/13/248, Seite 9

nicht ausgeschlossen werden und lasse sich letztlich nur durch den kleinen 
Enthesophyten am Tuberculum majus links sowie indirekt durch die nur 
MR-tomographisch nachweisbare kleine Zyste im Tuberculum majus und 
die Verbreiterung der langen Bicepssehne untermauern. Im Operationsbe-
richt werde die Supraspinatussehnenqualität als schlecht beurteilt. Die 
Wertung dieser Aussage sei bekanntlich schwierig, handle es sich doch um 
eine subjektive, letztlich nicht quantifizierte Aussage, welche sich auf die 
mechanische Festigkeit des Sehnenstumpfes bzw. auf die Verankerung der 
Naht beziehe. Diese werde durch mehrere Faktoren beeinflusst, u.a. auch 
durch den kongenitalen Kollagentyp. Für gutachterliche Zwecke empfehle 
er die Beurteilung der Tendinopathie auf die MR-Bilder zu beziehen und 
dem subjektiven intraoperativen Gefühl eine geringere Wertigkeit beizu-
messen (S. 8 Frage 3). Die festgestellten degenerativen Veränderungen 
der Rotatorenmanschette seien geringfügig (leicht). Sie könnten MR-
tomographisch vermutet werden, radiologisch würden sie aufgrund der dis-
kreten Enthesopathie am Tuberculum majus vermutet. Leichte degenerati-
ve Veränderungen hätten wahrscheinlich bereits vor dem Unfall vom 
31. Januar 2010 bestanden (S. 9 Frage 4); dieser habe nicht zu einer Ver-
schlimmerung eines vorbestehenden Gesundheitsschadens geführt (Frage 
5). Es lägen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit immer noch unfallbe-
dingte Gesundheitsschäden vor, nämlich persistiere eine schmerzhafte 
Rotatorenmanschetten-Insuffizienz, welche durch eine inkomplette Konso-
lidierung vor allem der Supraspinatusanteile bedingt sei; der Status quo 
ante vel sine sei also noch nicht erreicht worden (Frage 6). Die festgestell-
ten Rotatorenmanschettenrupturen seien mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit durch den Unfall vom 31. Januar 2010 verursacht worden (S. 10 
Frage 7); es sei davon auszugehen, dass der medizinische Endzustand 
etwa 1 Jahr nach der operativen Reinsertion der Rotatorenmanschette ein-
getreten sei, d.h. am 9. Dezember 2011 (Frage 9). 

3.1.8 Am 10. Juli 2014 nahm Dr. med. D.________ wie folgt Stellung zum 
Gutachten von Dr. med. E.________ vom 30. Mai 2014: Zu den klinischen 
Untersuchungsdaten könne nur insofern Stellung genommen werden, als 
dass diese einer Momentaufnahme (Zeitpunkt der einmaligen Untersu-
chung) entsprächen und im Übrigen die Befunde nicht wesentlich von den 
Daten abweichen würden, welche er anlässlich seiner eigenen Untersu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2014, UV/13/248, Seite 10

chung am 4. Mai 2011 erhoben habe. Betreffend die Röntgendiagnostik 
habe Prof. Dr. med. E.________ eine eigene Beurteilung vorgenommen 
und dargelegt, weshalb aus seiner Sicht die Problematik an der linken 
Schulter überwiegend wahrscheinlich unfallkausal scheine (S. 1). Wesentli-
che Hinweise auf eine „noch frische Läsion der Rotatorenmanschette“ sei-
en, wohlgemerkt entgegen der fachradiologischen Beurteilung vom 16. 
August 2010, gemäss Prof. Dr. med. E.________ die fehlende Delaminati-
onskomponente und die „nicht vorhandene“ resp. „vorgetäuschte Atrophie.“ 
Das Argument der „vorgetäuschten Atrophie des Supraspinatus“ bei „falsch 
positivem Tangentenzeichen“ sei ebenfalls „nur“ die Interpretation von Prof. 
Dr. med. E.________. Ein positives Tangentenzeichen verbunden mit Si-
gnalerhöhungen in der T1-gewichteten MRI-Aufnahme gelte als „schlechtes 
Zeichen“ (i.S. von ungünstigen Voraussetzungen) für die Rekonstruktion 
der Rotatorenmanschette, was sich gemäss Operateur sowohl intraoperativ 
und leider auch im Verlauf (bei Persistenz der Beschwerden sei zumindest 
eine partielle Reruptur nicht ausgeschlossen) bestätigt habe (S. 2). Eine 
isolierte Ruptur der Sehne des M. Subscapularis würde zwar für ein trau-
matisches Geschehen sprechen. Wenn jedoch, wie im vorliegenden Fall, 
zusätzliche Läsionen an der Rotatorenmanschette bestünden, könne keine 
signifikante Unterscheidung zu degenerativen Läsionsformen (an)erkannt 
und/oder durch die Rupturgrösse, Rupturform, durch die makroskopische 
Sehnenrandqualität und den Retraktionsgrad hinreichend begründet wer-
den. Dies bedeute im Umkehrschluss, dass die „überwiegende Wahr-
scheinlichkeit“ einer Traumagenese der Läsion nicht vorliege resp. nicht 
vorliegen oder begründet werden könne. Das Argument von Prof. Dr. med. 
E.________, dass es sich bei der fettigen Infiltration der Rotatorenman-
schettenmuskulatur um eine „generalisierte Stoffwechselstörung im Rah-
men der Adipositas“, nicht aber als Folge einer chronischen Ruptur der 
Rotatorenmanschette handle, belege dieser nur mit MRI-Aufnahmen der 
Gegenschulter vom 6. September 2013, wo diese fettigen Veränderungen 
ebenfalls vorlägen (S. 3). Unberücksichtigt und daher undiskutiert bleibe im 
Gutachten von Prof. Dr. med. E.________ auch der Verlauf der zeitnahen 
Symptomatik mit zunächst abnehmender Schmerzproblematik mit nachfol-
gender Exazerbation der Beschwerden ohne erneutes Ereignis, dies jedoch 
erst rund 5 Monate nach dem Ereignis. Ganz allgemein sei zu kritisieren, 
dass die Beurteilungen und Schlussfolgerungen von Prof. Dr. med. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2014, UV/13/248, Seite 11

E.________ zwar seiner sicher kompetenten Empirie entstammten und 
daher gewürdigt werden dürften/sollten, umgekehrt die Aussagen aber 
nicht mit evidenzbasierten wissenschaftlichen Studien abgesichert/unterlegt 
würden (S. 4). Auch bestehe ein Widerspruch darin, wenn Prof. Dr. med. 
E.________ zwar degenerative Veränderungen in der Rotatorenmanschet-
te bereits vor dem Unfall als wahrscheinlich bezeichne, eine Verschlimme-
rung (also eine Unfallfolge) aber verneine. Eine hinreichende und/oder 
nachvollziehbare medizinische Begründung, weshalb der Status quo bisher 
nicht erreicht worden sei, finde sich nicht. Der Hinweis, dass eine 
„schmerzhafte Rotatorenmanschetten-Insuffizienz“ vorliege, werde denn 
auch nicht weiter kommentiert/diskutiert, weise aber mit einer klinisch rele-
vanten Deutlichkeit darauf hin, dass eine Reruptur resp. eine Partialläsion 
vorliege (S. 5). Zusammenfassend ergebe sich, dass letztendlich die 
Schlussfolgerung im Gutachten E.________ („überwiegend wahrscheinlich 
unfallkausal“) nicht bestätigt werden könne. Dr. med. D.________ wies 
darauf hin, dass bei der „unübersichtlichen“ Anzahl von publizierten wis-
senschaftlichen Arbeiten über dieses Thema mit an Sicherheit grenzender 
Wahrscheinlichkeit sowohl für die eine als auch für die andere Argumenta-
tion „Beweise“ gefunden werden könnten, was die vorgebrachte Kritik, dass 
im Gutachten von Prof. Dr. med. E.________ keine diesbezüglichen Hin-
weise vorlägen, deutlich mache und unterstreiche. Es sei nämlich so un-
möglich, eine Überprüfung der Aussage zu realisieren (S. 6).

3.2 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 S. 154 E. 4.3).

Bei Gerichtsgutachten weicht das Gericht nach der Praxis, im Rahmen der 
Würdigung medizinischer Unterlagen, nicht ohne zwingende Gründe von 
der Einschätzung der medizinischen Experten ab, deren Aufgabe es gera-
de ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, 
um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2014, UV/13/248, Seite 12

Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist, 
von unzutreffenden Sachverhaltshypothesen ausgeht (BGE 119 V 335 E. 
4c S. 346) oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in über-
zeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichen-
de Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Mei-
nungsäusserungen anderer Fachexperten dem Gericht als triftig genug er-
scheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei 
es, dass es die Überprüfung durch einen Oberexperten für angezeigt hält, 
sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens 
abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b aa S. 352; 
SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.2).

3.3 Das Gerichtsgutachten von Prof. Dr. med. E.________ vom 30. Mai 
2014 überzeugt. Der Facharzt hat sich in seiner Beurteilung sorgfältig mit 
den gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin auseinan-
dergesetzt sowie seine Schlussfolgerungen und Einschätzungen gestützt 
auf seine Untersuchung sowie die Akten in schlüssiger und nachvollziehba-
rer Weise dargelegt. Die Ausführungen in der Beurteilung der medizini-
schen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfol-
gerungen zum Gesundheitszustand überzeugend begründet. Dieses Ge-
richtsgutachten erfüllt somit die von der höchstrichterlichen Rechtspre-
chung an Expertisen gestellten Anforderungen und erbringt vollen Beweis 
(vgl. E. 3.2 hiervor).

Die Schlussfolgerungen von Prof. Dr. med. E.________ decken sich denn 
auch mit den Ausführungen des behandelnden Arztes Dr. med. 
F.________ und von Dr. med. G.________. So führte Dr. med. F.________ 
bereits am 27. September 2010 (AB 24) aus, es sei anzunehmen, dass 
bereits beim in Frage stehenden Unfall eine zumindest partielle Ruptur der 
Supraspinatus- und der Subscapularissehne entstand. Auch der operieren-
de Chirurg, Dr. med. G.________, bejahte diverse Male (AB 31, 53 S. 2 
Frage 3, AB 124) die Unfallkausalität. 

Der einzige medizinische Fachexperte, der die Unfallkausalität anzweifelt 
bzw. verneint, ist Dr. med. D.________. Zu seinem als beratender Arzt der 
Beschwerdegegnerin eingereichten Bericht vom 20. Mai 2011 (AB 58-65) 
hat das Bundesgericht im Entscheid vom 14. März 2013 (8C_397/2012) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2014, UV/13/248, Seite 13

ausgeführt, dieser sei nicht als Gutachten im Sinne von Art. 44 ATSG zu 
qualifizieren, sondern stehe auf einer Stufe mit den kreisärztlichen Berich-
ten (E. 5.1). Weiter äusserte das Bundesgericht Zweifel an der Schlüssig-
keit seines Berichts (E. 5.5). Die Stellungnahme von Dr. med. D.________ 
vom 17. Oktober 2012, welche die Beschwerdegegnerin seinerzeit beim 
Bundesgericht einreichte, enthält keine wesentlichen neuen Aspekte, viel-
mehr wurde darin festgestellt, es stehe Aussage gegen Aussage. In der 
dem angerufenen Gericht eingereichten Stellungnahme vom 10. Juli 2014 
argumentierte der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin erneut mit den 
bildgebenden Abklärungen vom 16. August 2010. Diesbezüglich hat jedoch 
das Bundesgericht am 14. März 2013 festgestellt, dass diese Abklärungen 
nicht schlüssig sind, da sie nicht unmittelbar nach dem Unfall vom 31. Ja-
nuar 2010, sondern erst nach Geltendmachung der Ende Juni 2010 neu 
aufgetretenen Beschwerden erstellt wurden, weshalb ihnen zur Kausalitäts-
frage nichts Entscheidendes entnommen werden kann (E. 5.5). Soweit 
Dr. med. D.________ bemängelt, die Schlüsse von Prof. Dr. med. 
E.________ würden teilweise auf dessen subjektiver Einschätzung beru-
hen, ist festzuhalten, dass es gerade die Aufgabe des gerichtlich beigezo-
genen unabhängigen Gutachters ist, seine Fachkenntnisse der Gerichts-
barkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizi-
nisch zu erfassen und zu würdigen. Wenn Dr. med. D.________ die 
Schlüssigkeit der Expertise von Prof. Dr. med. E.________ mit dem Fehlen 
von Hinweisen auf medizinische Literatur bemängelt, schränkt dieser Um-
stand den Beweiswert des Gerichtsgutachtens nicht ein, da Literaturanga-
ben im Rahmen der medizinischen Begutachtung keineswegs die Regel 
oder gar zwingend sind, der unter Gewährung der Parteirechte verfasste 
Auftrag des Gerichts keine entsprechende Vorgabe enthielt und das Gut-
achten denn auch ohne Literaturhinweise für den medizinischen Laien bzw. 
den Rechtsanwender gut verständlich ist. 

Zusammenfassend ergibt sich, dass das Gutachten von Prof. Dr. med. 
E.________ vom 30. Mai 2014 weder widersprüchlich ist noch die ge-
gensätzlichen Meinungsäusserungen von Dr. med. D.________ als triftig 
genug erscheinen, die Schlüssigkeit der Gerichtsexpertise in Frage zu stel-
len (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/aa). Die Würdigung des erstatteten Gutach-
tens hat auch nicht ergeben, dass einzelne der behandelnden Punkte einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2014, UV/13/248, Seite 14

erneuten sachverständigen Stellungnahme bedürfen und es verbleiben 
auch nicht noch weitere Fragen ausserhalb des gutachterlich bereits abge-
handelten Bereichs abzuklären (Entscheid des BGer vom 18. Juli 2014, 
8C_834/2013, E. 7.1). Es kann denn auch nicht angehen, ein Gerichtsgut-
achten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu 
nehmen, wenn ein beratender Arzt zu anderslautenden Einschätzungen 
gelangt. Die Einwendungen von Dr. med. D.________ vermögen das Ge-
richtsgutachten nicht derart zu erschüttern, dass davon abzuweichen ist 
(BGE 125 V 351 Regeste). Daher ist im vorliegenden Fall auf weitere Ab-
klärungen, insbesondere auf die Einholung eines Obergutachtens, zu ver-
zichten und in der Folge vollumfänglich auf die Ausführungen im Gerichts-
gutachten vom 30. Mai 2014 abzustellen. Somit ist erstellt, dass die festge-
stellten Rotatorenmanschettenrupturen mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit durch den Unfall vom 31. Januar 2010 verursacht wurden und dass 
diesbezüglich der Status quo ante vel sine per 8. Mai 2011 noch nicht er-
reicht wurde.

3.4 Bei dieser Sach- und Rechtslage ist die Beschwerde vom 9. Januar 
2012 in dem Sinne gutzuheissen, als der Einspracheentscheid vom 
22. November 2011 (AB 103-108) aufzuheben und die Leistungspflicht der 
Beschwerdegegnerin auch nach dem 8. Mai 2011 zu bejahen ist.

4.

4.1

4.1.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG muss das Ver-
fahren für die Parteien kostenlos sein; einer Partei, die sich mutwillig oder 
leichtsinnig verhält, können jedoch eine Spruchgebühr und die Verfahrens-
kosten auferlegt werden.

Die Kosten eines Gerichtsgutachtens können dem Unfallversicherer aufer-
legt werden, wenn die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfah-
ren in rechtserheblichen Punkten nicht ausreichend beweiswertig sind, und 
zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismass-
nahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2014, UV/13/248, Seite 15

Blick auf die Wahrung der Verfahrensfairness entfällt (BGE 139 V 225 E. 
4.3 S. 226; vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1 f. S. 263). Die Kosten eines kanto-
nalen Gerichtsgutachtens (MEDAS-Gutachten sowie mono- und bidiszipli-
näre Gutachten) können dem Sozialversicherer nicht systematisch über-
bunden werden, sondern nur dann, wenn die Abklärungen der Verwaltung 
lückenhaft oder klar ungenügend waren und das Gerichtsgutachten dazu 
dienen soll, die Mängel des Verwaltungsverfahrens zu beheben. Es muss 
also ein Zusammenhang zwischen den Mängeln der administrativen Ab-
klärungen und der Notwendigkeit der Anordnung eines Gerichtsgutachtens 
bestehen. Dies ist namentlich zu bejahen, wenn die Verwaltung einen of-
fensichtlichen Widerspruch zwischen verschiedenen im Dossier enthalte-
nen medizinischen Beurteilungen nicht mit objektiver Begründung auflöst, 
die Verwaltung eine oder mehrere für die Beurteilung bzw. Würdigung der 
medizinischen Situation notwendigen Fragen offen lässt oder sich die Ver-
waltung auf ein Gutachten stützt, welches die Anforderungen an den Be-
weiswert einer medizinischen Expertise offensichtlich nicht erfüllt. In diesen 
Fällen handelt es sich bei den Kosten des Gutachtens um Kosten des Ab-
klärungsverfahrens im Sinne von Art. 45 ATSG. Hat die Verwaltung hinge-
gen den Untersuchungsgrundsatz eingehalten und sich auf schlüssige und 
übereinstimmende Unterlagen oder auf ein gemäss Rechtsprechung voll 
beweiskräftiges Gutachten gestützt und gibt das kantonale Gericht aus 
anderen Gründen (z.B. nach der Erstellung neuer medizinischer Berichte 
oder eines Privatgutachtens) ein Gerichtsgutachten in Auftrag, so können 
der Verwaltung die Gutachterkosten nicht überbunden werden. In diesem 
Fall handelt es sich bei den Gutachterkosten um Kosten des Gerichtsver-
fahrens (BGE 139 V 496 E. 4.3 f. S. 501 f.)

4.1.2 Die Beschwerdegegnerin hat im vorliegenden Fall auf die Beurtei-
lung von Dr. med. D.________ vom 20. Mai 2011 (AB 58-65) abgestellt (AB 
69-71 und 103-108), welche jedoch gemäss Bundesgericht (BGer 
8C_397/2012 E. 5.5) nicht schlüssig ist. Damit kann nicht gesagt werden, 
die Verwaltung habe ihre Meinung auf objektiv überzeugende Elemente 
oder ein den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechendes Gutach-
ten gestützt, in welchem Fall die Überbindung der gerichtlichen Gutachter-
kosten ausgeschlossen wäre (vgl. E. 4.1.1. hiervor). Die Beschwerdegeg-
nerin hat daher die im Gerichtsverfahren aufgelaufenen Gutachterkosten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2014, UV/13/248, Seite 16

von Fr. 5‘000.-- zuzüglich Fr. 506.25 und Fr. 364.95 für eine MRI- bzw. eine 
Röntgenuntersuchung, ausmachend insgesamt Fr. 5‘871.20, zu tragen. 
Diese sind an die Gerichtskasse zu überweisen.

4.2

4.2.1 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG).

4.2.2 Entsprechend den angemessenen Kostennoten von Fürsprecher 
B.________ vom 14. Februar 2012 über Fr. 2‘337.65 (Aufwand von 
Fr. 2‘100.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 64.15 und Mehrwertsteuer von 
173.15) sowie vom 31. Juli 2014 über Fr. 1‘440.70 (Aufwand von 
Fr. 1‘250. -- zuzüglich Auslagen von Fr. 84.-- und Mehrwertsteuer von 
Fr. 106.70) wird die Parteientschädigung auf total Fr. 3‘778.35 festgesetzt. 
Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu 
ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der Einspra-
cheentscheid vom 22. November 2011 aufgehoben und die Leistungs-
pflicht der Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit dem Unfall 
vom 31. Januar 2010 auch nach dem 8. Mai 2011 bejaht wird.

2. Die Kosten des Gerichtsgutachtens von Fr. 5‘871.20 werden der Be-
schwerdegegnerin auferlegt. Ansonsten werden keine Verfahrenskos-
ten erhoben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2014, UV/13/248, Seite 17

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3‘778.35 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Visana Versicherungen AG 
- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.