# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 94ae47ef-e743-536b-bb7c-1bcaf0f12cfd
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-28
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 28.02.2024 SK 2023 78
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2023-78_2024-02-28.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 23 78

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 28. Februar 2024 

Besetzung Oberrichter Horisberger (Präsident i.V.), 
Oberrichterin Weingart, Oberrichter Schmid
Gerichtsschreiberin Hafner

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

C.________
a.v.d. Rechtsanwältin D.________

Straf- und Zivilkläger 1

und

E.________
a.v.d. Rechtsanwalt F.________

Straf- und Zivilkläger 2

Gegenstand Angriff

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 21. November 2022 (PEN 21 669)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland (nachfolgend: Vorinstanz) fällte am 21. No-
vember 2022 folgendes Urteil (pag. 873 ff.; Hervorhebungen im Original, Auslas-
sungen in eckigen Klammern):

A. G.________

I.

Das Strafverfahren gegen G.________

wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeblich begangen
anfangs November 2020 durch Konsum einer unbestimmten Menge Kokain,

wird eingestellt,

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II.

G.________ wird schuldig erklärt:

des Angriffs, begangen am 28.10.2019 in Q.________ (Ortschaft) z.N. von C.________ und 
E.________.

III.

Der G.________ mit Urteil der Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland vom 06.04.2017 für eine 
Geldstrafe von 50 Tagessätzen gewährte bedingte Vollzug wird
widerrufen.

IV.

G.________ wird

in Anwendung der Art. 34, 47, 49 Abs. 2, 134 StGB
Art. 426 ff. StPO

sowie unter Einbezug der seinerzeit bedingt ausgesprochenen und nunmehr zu vollziehenden Strafe 
im Sinne einer Gesamtstrafe gemäss Art. 46 Abs. 1 StGB

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 160 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 4'800.00, als 
Zusatzstrafe zum Urteil der Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn vom 07.01.2020.

2. Zu den anteilsmässigen Verfahrenskosten (14 %), sich zusammensetzend aus
Gebühren von CHF 2'306.00 und Auslagen von CHF 214.70, insgesamt bestimmt auf 
CHF 2'520.70 (vgl. Ziff. I.1.).

3

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 200.00. Die re-
duzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 2'320.70.

B. H.________

I.

H.________ wird schuldig erklärt:

des Angriffs, begangen am 28.10.2019 in Q.________ (Ortschaft) z.N. von C.________ und 
E.________

und in Anwendung der Art. 34, 42 Abs. 1, 44, 47, 66a Abs. 2, 134 StGB
Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu CHF 10.00, ausmachend total CHF 1'000.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

2. Auf das Aussprechen einer Landesverweisung wird verzichtet.

3. Zu den anteilsmässigen Verfahrenskosten (14 %), sich zusammensetzend aus
Gebühren von CHF 2'156.00 und Auslagen von CHF 214.70, insgesamt bestimmt auf 
CHF 2'370.70 (vgl. Ziff. I.1.).

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 200.00. Die re-
duzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 2'170.70 (ohne Kosten für die amtliche Ver-
teidigung).

II.

[Festsetzung der amtlichen Entschädigung von Rechtsanwalt I.________ auf CHF 5'012.90 unter 
Auferlegung der Rückzahlungspflicht an H.________]

C. J.________

J.________ wird schuldig erklärt:

des Angriffs, begangen am 28.10.2019 in Q.________ (Ortschaft) z.N. von C.________ und 
E.________

und in Anwendung der Art. 34, 42 Abs. 1, 44, 47, 66a Abs. 2, 134 StGB
Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu CHF 50.00, ausmachend total CHF 6'000.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

2. Auf das Aussprechen einer Landesverweisung wird verzichtet.

3. Zu den anteilsmässigen Verfahrenskosten (14 %), sich zusammensetzend aus
Gebühren von CHF 2'156.00 und Auslagen von CHF 214.70, insgesamt bestimmt auf 
CHF 2'370.70 (vgl. Ziff. I.1.).

4

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 200. Die redu-
zierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 2'170.70 (ohne Kosten für die amtliche Vertei-
digung).

II.

[Festsetzung der amtlichen Entschädigung von Rechtsanwalt K.________ auf CHF 11'267.55 unter 
Auferlegung der Rück- und Nachzahlungspflicht an J.________]

D. L.________

L.________ wird schuldig erklärt:

des Angriffs, begangen am 28.10.2019 in Q.________ (Ortschaft) z.N. von C.________ und 
E.________

und in Anwendung der Art. 34, 42 Abs. 1, 44, 47, 134 StGB
Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 140 Tagessätzen zu CHF 50.00, ausmachend total CHF 7'000.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt.

2. Zu den anteilsmässigen Verfahrenskosten (14 %), sich zusammensetzend aus
Gebühren von CHF 2'156.00 und Auslagen von CHF 214.70, insgesamt bestimmt auf 
CHF 2'370.70 (vgl. Ziff. I.1.).

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 200.00. Die re-
duzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 2'170.70.

E. A.________

A.________ wird schuldig erklärt:

des Angriffs, begangen am 28.10.2019 in Q.________ (Ortschaft) z.N. von C.________ und 
E.________

und in Anwendung der Art. 40, 41 Abs. 1 Bst. a, 42 Abs. 1, 44, 47, 134 StGB
Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 5 Monaten.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre
festgesetzt.

2. Zu den anteilsmässigen Verfahrenskosten (14 %), sich zusammensetzend aus Gebühren von 
CHF 2'156.00 und Auslagen von CHF 214.70, insgesamt bestimmt auf CHF 2'370.70 
(vgl. Ziff. I.1.).

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 200.00. Die re-
duzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 2'170.70.

5

F. M.________

I.

M.________ wird schuldig erklärt:

des Angriffs, begangen am 28.10.2019 in Q.________ (Ortschaft) z.N. von C.________ und 
E.________

und in Anwendung der Art. 40, 42 Abs. 1, 44, 47, 134 StGB
Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 4 Monaten.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre
festgesetzt.

2. Zu den anteilsmässigen Verfahrenskosten (14 %), sich zusammensetzend aus
Gebühren von CHF 2'156.00 und Auslagen von CHF 214.70, insgesamt bestimmt auf 
CHF 2'370.70 (vgl. Ziff. I.1.).

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 200.00. Die re-
duzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 2'170.70 (ohne Kosten für die amtliche Ver-
teidigung).

II.

[Festsetzung der amtlichen Entschädigung von Rechtsanwalt N.________ auf CHF 10'212.85 unter 
Auferlegung der Rück- und Nachzahlungspflicht an M.________]

G.

1. [Festsetzung der amtlichen Entschädigung von Rechtsanwältin D.________ auf CHF 12'038.80 
unter Auferlegung der Rück- und Nachzahlungspflicht an G.________, H.________, 
J.________, L.________, A.________ und M.________ in solidarischer Haftbarkeit]

2. [Festsetzung der amtlichen Entschädigung von Rechtsanwalt F.________ auf CHF 5'241.20 un-
ter Auferlegung der Rück- und Nachzahlungspflicht an G.________, H.________, J.________, 
L.________, A.________ und M.________ in solidarischer Haftbarkeit]

H. Zivilpunkt

G.________, H.________, J.________,L.________, A.________ und M.________ werden unter so-
lidarischer Haftung in Anwendung von Art. 41, 46 und 47 OR sowie Art. 126 und 432 ff. StPO weiter 
verurteilt:

1. Zur Bezahlung von CHF 888.30 Schadenersatz zuzüglich 5 % Zins seit dem 28.10.2019 an den 
Privatkläger C.________. Soweit weitergehend, wird die Schadenersatzforderung des Privatklä-
gers C.________ abgewiesen.

2. Zur Bezahlung von CHF 7'000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 28.10.2019 an den 
Privatkläger C.________.

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3. Zur Bezahlung einer Parteientschädigung von CHF 4'120.35 an den Privatkläger C.________.

4. Zur Bezahlung von CHF 3'000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 28.10.2019 an den 
Privatkläger E.________. Soweit weitergehend, wird die Genugtuungsforderung des Privatklä-
gers E.________ abgewiesen.

5. Für die Beurteilung der Zivilklagen werden keine Kosten ausgeschieden. 

I. Weiter wird verfügt:

1. Die Verfahrenskosten werden wie folgt bestimmt: 

[Tabellarische Zusammenstellung der Verfahrenskosten]

2. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten von J.________ und H.________ nach Ab-
lauf der gesetzlichen Frist vorzeitig erteilt (Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung 
über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

3. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten von G.________ nach Ablauf der gesetzli-
chen Frist vorzeitig erteilt (Art. 17 Abs. 1 lit. f i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbei-
tung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

4. [Eröffnungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil haben folgende Parteien Berufung angemeldet:

- L.________, amtlich vertreten durch Rechtsanwalt O.________, mit Schreiben 
vom 1. Dezember 2022 (pag. 903 f.);

- M.________, amtlich vertreten durch Rechtsanwalt N.________, mit Schreiben 
vom 1. Dezember 2022 (pag. 907);

- H.________, amtlich vertreten durch Rechtsanwalt I.________, mit Schreiben 
vom 5. Dezember 2022 (pag. 909);

- J.________, amtlich vertreten durch Rechtsanwalt K.________, mit Schreiben 
vom 5. Dezember 2022 (pag. 911);

- G.________, amtlich vertreten durch Rechtsanwältin P.________, mit Schrei-
ben vom 5. Dezember 2022 (pag. 913);

- A.________ (nachfolgend: Beschuldigter), damals vertreten durch Rechtsan-
walt R.________, mit Schreiben vom 5. Dezember 2022 (pag. 916).

Sämtliche Berufungsanmeldungen erfolgten form- und fristgerecht. Die schriftliche 
Urteilsbegründung vom 31. Januar 2023 wurde den Parteien mit Verfügung vom 
6. Februar 2023 zugestellt (pag. 1033 ff.), woraufhin alle sechs Beschuldigten form- 
und fristgerecht eine Berufungserklärung einreichten. Die Berufungserklärung des 
Beschuldigten datiert vom 28. Februar 2023. Er erklärte damit die vollumfängliche 
Berufung (pag. 1067 f.).

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Mit Eingabe vom 22. März 2023 erklärte die Generalstaatsanwaltschaft des Kan-
tons Bern Anschlussberufung in Bezug auf die Berufungen von H.________ und 
J.________. Sie beschränkte die Anschlussberufung jeweils auf den Verzicht auf 
das Aussprechen einer Landesverweisung (Ziff. B.I.2 und Ziff. C.I.2 des Urteilsdis-
positivs; pag. 1083 ff.). C.________ (nachfolgend: Straf- und Zivilkläger 1), amtlich 
vertreten durch Rechtsanwältin D.________, teilte mit Schreiben vom 22. März 
2023 mit, auf das Erklären einer Anschlussberufung zu verzichten (pag. 1085). 
E.________ (nachfolgend: Straf- und Zivilkläger 2), amtlich vertreten durch 
Rechtsanwalt F.________, liess sich zur Frage der Anschlussberufung nicht ver-
nehmen. Es wurden von keiner Partei Gründe für ein Nichteintreten auf die Beru-
fung oder Anschlussberufung einer anderen Partei geltend gemacht.

Mit Schreiben vom 20. April 2023 zog H.________ seine Berufung zurück 
(pag. 1092). Damit fiel auch die diesbezügliche Anschlussberufung der General-
staatsanwaltschaft dahin. Das Verfahren bezüglich H.________ wurde mit Be-
schluss vom 3. Mai 2023 als erledigt abgeschrieben (pag. 1103 ff.). Am 31. Januar 
2024 zog J.________ seine Berufung ebenfalls zurück (pag. 1214 f.). Die An-
schlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft entfiel damit gänzlich, woraufhin 
die Generalstaatsanwaltschaft auf die weitere Teilnahme am Verfahren verzichtete 
(pag. 1235). Das Verfahren wurde mit Beschluss vom 5. Februar 2024 als erledigt 
abgeschrieben (pag. 1230 ff.). Die durch den Rückzug der Berufungen von 
H.________ und J.________ entstandene Möglichkeit, das Verfahren auf schriftli-
chem Weg fortzuführen, wurde vom Beschuldigten abgelehnt (pag. 1282). 

Mit Schreiben vom 16., 19. und 20 Februar 2024 zogen nacheinander auch 
G.________, L.________ und M.________ ihre Berufung zurück (pag. 1291, pag. 
1298 und pag. 1313). Die Verfahren (Hauptverfahren und Widerrufsverfahren) wur-
den mit Beschluss vom 28. Februar 2024 als erledigt abgeschrieben (pag. 1413 ff.).

3. Amtliche Verteidigung des Beschuldigten

Am 15. Februar 2023 stellte Rechtsanwalt R.________ im Namen des Beschuldig-
ten ein Gesuch um Einsetzung als amtlicher Verteidiger (pag. 1052 ff.). Mit Verfü-
gung vom 29. März 2023 wurde das Gesuch gutgeheissen und Rechtsanwalt 
R.________ rückwirkend per 15. Februar 2023 als amtlicher Verteidiger eingesetzt 
(pag. 1087 ff.). Mit Schreiben vom 25. April 2023 beantragte Rechtsanwalt 
R.________, er sei wegen einer Unterbrechung seiner anwaltlichen Tätigkeit aus 
dem amtlichen Mandat zu entlassen. Dieses sei kanzleiintern auf Rechtsanwalt 
B.________ zu übertragen (pag. 1098). Das Gesuch wurde mit Verfügung vom 
1. Mai 2023 gutgeheissen (pag. 1100 ff.).

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung wurden über den Beschuldigten 
ein aktueller Strafregisterauszug sowie ein aktueller Leumundsbericht inkl. Bericht 
über die wirtschaftlichen Verhältnisse eingeholt (pag. 1271 ff. und pag. 1226 ff.). 
Weiter wurden bei der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft und der Staatsanwalt-
schaft Region Bern-Mittelland die Strafbefehle vom 7. Januar 2015 [recte: 2016], 

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23. November 2015, 4. Februar 2016, 8. Februar 2017 und 15. Februar 2019 ediert 
(pag. 1319 ff.).

An der Berufungsverhandlung wurden der Beschuldigte sowie die Straf- und Zivil-
kläger erneut einvernommen (pag. 1345 ff.). Zusätzlich wurden die von der Vertei-
digung eingereichten Fotos und Kartenauszüge zu den Akten erkannt (pag. 1343 f. 
und pag. 1382 ff.). Der Beweisantrag der Verteidigung, S.________, T.________ 
und U.________ als Zeugen zu befragen, wurde an der Berufungsverhandlung be-
gründet abgewiesen (pag. 1372).

5. Anträge der Parteien

5.1 Anträge der Verteidigung

Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 27. Februar 2024 stellte die Verteidi-
gung folgende Anträge (pag. 1387; Hervorhebungen im Original):

I.

A.________, sei frei zu sprechen vom Vorwurf des Angriffs, angeblich begangen am 28.10.2019 in 
Q.________ (Ortschaft), z. N. von C.________ und E.________;

unter Auferlegung der auf A.________ entfallenden Verfahrenskosten vor erster- und oberer In-
stanz an den Kanton Bern; unter Ausrichtung einer Entschädigung für die angemessene Ver-
teidigung.

II.

1. Die Zivilklagen der Privatkläger C.________ und E.________ seien unter Kosten- und Entschä-
digungsfolge abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen.

2. Es seien die notwendigen Verfügungen zu erlassen.

3. Es sei das Honorar der amtlichen Verteidigung gerichtlich festzusetzen.

5.2 Anträge des Straf- und Zivilklägers 1

Der Straf- und Zivilkläger 1 beantragte oberinstanzlich was folgt (pag. 1393):

1. Das erstinstanzliche Urteil vom 21. November 2022 sei zu bestätigen und A.________ sei:

a. des Angriffs schuldig zu sprechen, begangen am 28. Oktober 2019 in Q.________ (Orts-
chaft) z.N. von C.________ und E.________ und zu einer angemessenen Strafe zu verurtei-
len;

b. zu verurteilen, C.________ unter solidarischer Haftung mit den anderen Verurteilten einen 
Schadenersatz von CHF 888.30 sowie eine Genugtuung von CHF 7000.00, beides zuzüglich 
5% Zins seit dem 28. Oktober 2019, zu bezahlen;

c. zu verurteilen, unter solidarischer Haftung mit den anderen Verurteilten die erst- und zweitin-
stanzlichen Verfahrenskosten zu bezahlen.

d. zu verurteilen, C.________ unter solidarischer Haftung mit den anderen Verurteilten für das 
erstinstanzliche Verfahren die Differenz zum amtlichen Honorar im Umfang von 

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CHF 2759.95 sowie eine Parteientschädigung von CHF 4120.35 und für das oberinstanzliche 
Verfahren eine Parteientschädigung gemäss einzureichender Kostennote zu bezahlen.

2. Das Honorar der amtlichen Anwältin von C.________ sei gemäss einzureichender Kostennote 
zu bestimmen und auszurichten.

5.3 Anträge des Straf- und Zivilklägers 2

Der Straf- und Zivilkläger 2 beantragte Folgendes (pag. 1396):

1. A.________ sei wegen Angriffs, begangen am 28. Oktober 2019 in Q.________ (Ortschaft) zum 
Nachteil von C.________ und E.________ schuldig zu sprechen.

2. A.________ sei in Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils zu verurteilen, E.________ in solida-
rischer Haftung mit den Beschuldigten G.________, H.________, J.________, L.________ und 
M.________ eine Genugtuung von CHF 3'000.00 zzgl. 5% Zins seit dem 28. Oktober 2019 zu 
bezahlen.

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Infolge der oben genannten Rückzüge der Berufung ist das erstinstanzliche Urteil 
nur betreffend den Beschuldigten A.________ zu überprüfen. Seine Berufung be-
zieht sich auf das gesamte, ihn betreffende Urteil.

Das Urteil der Vorinstanz ist somit in Bezug auf G.________, J.________, 
L.________, H.________ und M.________ in Rechtskraft erwachsen (siehe ent-
sprechende Beschlüsse; Ziff. 2 oben). Da keine entsprechenden Änderungen be-
antragt wurden, wird auch die Festsetzung der amtlichen Entschädigungen von 
Rechtsanwältin D.________ und Rechtsanwalt F.________ im erstinstanzlichen 
Verfahren rechtskräftig (Urteil des Bundesgerichts 6B_1231/2022 vom 10. März 
2023).

Die Kammer hat den Schuldspruch wegen Angriffs, eine allfällige Strafe, den Zivil-
punkt und die Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. Rück- und Nachzahlungs-
pflicht der amtlichen Entschädigungen im erstinstanzlichen Verfahren) in Bezug auf 
den Beschuldigten zu überprüfen. Die Kammer verfügt dabei über volle Kognition 
(Art. 398 Abs. 3 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]). Ge-
stützt auf das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO darf sie das 
Urteil nicht zum Nachteil des Beschuldigten abändern, wenn das Rechtsmittel nur 
zu dessen Gunsten ergriffen worden ist. Vorliegend ist die Kammer an das Ver-
schlechterungsverbot gebunden.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Allgemeine Grundlagen der Beweiswürdigung

Für die allgemeinen Grundlagen der Beweiswürdigung wird auf die Ausführungen 
der Vorinstanz verwiesen (pag. 961 ff., S. 10 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung).

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8. Angeklagter Sachverhalt

Dem Beschuldigten und den rechtskräftig verurteilten Mitbeschuldigten wird resp. 
wurde in der Anklageschrift vom 24. Juni 2021 Folgendes vorgeworfen 
(pag. 493 ff.):

C.________ hielt sich am Abend des 28.10.2019 um ca. 21 Uhr gemeinsam V.________ auf der Ter-
rasse des Restaurants W.________ in Q.________ (Ortschaft) auf, wobei sich E.________, welcher 
im genannten Restaurant arbeitete, zu den beiden an den Tisch gesellte. Plötzlich fuhren mehrere Au-
tos vor, woraus sodann mehrere Personen x.________ Herkunft ausstiegen und zum Restaurant lie-
fen. In der Folge traten Y.________ und G.________, welcher einen Schlagstock bei sich trug, an 
den Tisch von C.________, V.________ und E.________ und fragten nach einem E.________ 
während M.________ immer wieder nach «E.________» fragte und laut sowie einschüchternd um-
herschrie. Sowohl C.________ wie auch E.________, welche Angst hatten, verneinten ihnen ge-
genüber, E.________ zu sein. In der Folge kam A.________ dazu, zeigte auf E.________ und sagte, 
dass es sich bei diesem um den gesuchten E.________ handle. In diesem Moment versuchte 
E.________ davon zu rennen, wobei er unvermittelt von mehreren Personen, darunter auch 
L.________, J.________ und M.________, gepackt, an die Wand gedrückt und - unter anderem auch 
mit einem Stock - geschlagen wurde.

Nachdem A.________ rief, man solle E.________ ins Auto nehmen und dort weiterschlagen, wollte 
C.________ eingreifen und dazwischen gehen, indem er rief, dass sie aufhören sollten und er nun die 
Polizei rufen werde. Während H.________ ihm sodann das Telefon aus der Hand nahm, damit er die 
Polizei nicht alarmieren konnte, erhielt C.________ einen Faustschlag von Y.________, worauf er zu 
Boden ging und dort sodann von Unbekannt mit einem Stuhl geschlagen wurde, so dass er zwischen-
zeitlich das Bewusstsein verlor. Nachdem Leute aus dem Restaurant kamen und «Polizei, Polizei» 
riefen, rannten die Angreifer schliesslich weg.

Bei diesem Vorfall erlitt C.________ diverse Prellungen (an Kopf und Knie), ein Kopftrauma, eine Un-
terblutung der Bindehaut des Auges sowie eine Mandibulafraktur (Unterkieferbruch), was eine Opera-
tion sowie eine Arbeitsunfähigkeit über mehrere Monate zur Folge hatte. E.________ erlitt ein leichtes 
Schädelhirntrauma, ein Hämatom hinter dem Ohr rechts sowie an der Nasenspitze.

Mit seinem Verhalten beteiligte sich A.________ aktiv am Angriff auf C.________ und E.________, 
welche dabei die oben aufgeführten Verletzungen erlitten, und leistete damit im Rahmen der oben 
umschriebenen Geschehnisse wissentlich und willentlich einen wesentlichen Tatbeitrag dazu.

Der Sachverhalt wurde als Angriff gemäss Art. 134 StGB angeklagt.

9. Bestrittener und unbestrittener Sachverhalt

Der erstinstanzliche Schuldspruch wegen Angriffs am 28. Oktober 2019 zum Nach-
teil der beiden Straf- und Zivilkläger durch die vormaligen fünf Berufungsführer ist 
in Rechtskraft erwachsen. Es ist somit erstellt und grundsätzlich nicht mehr in Fra-
ge zu stellen, dass die genannten fünf Personen die beiden Straf- und Zivilkläger 
angegriffen haben. Oberinstanzlich zu prüfen ist die Rolle des Beschuldigten.

Anders als noch im erstinstanzlichen Verfahren bestritt der Beschuldigte an der Be-
rufungsverhandlung nicht mehr, beim Vorfall vom 28. Oktober 2019 anwesend ge-
wesen zu sein. Er habe sich allerdings nicht am Angriff beteiligt. Gemäss seiner 
Darstellung sei er gegenüber dem Restaurant mit Kollegen am «Chillen» gewesen 

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und rübergegangen, als es laut geworden sei. Er habe E.________ mit Namen an-
gesprochen und gefragt, was los sei. Auf diese Weise hätten die anderen 
E.________ erkannt und dann hätten die Handgreiflichkeiten begonnen. Er habe 
ihn aus Versehen identifiziert, das habe er nicht bewusst gemacht (pag. 1361 
Z. 33 ff., pag. 1362 Z. 8 ff., pag. 1363 Z. 28 ff. und pag. 1369 Z. 19 ff.). Wer was 
gemacht habe, habe er nicht gesehen. Er habe dann gesagt, sie sollten doch hier 
weggehen, ihren «Scheiss» woanders machen. Er habe nicht gesagt, man solle 
E.________ ins Auto packen (pag. 1362 f. Z. 36 ff. und pag. 1370 Z. 13 ff.). Die 
beiden Straf- und Zivilkläger hätten seinen Namen genannt, weil er in der 
x.________ Community viele Leute kenne und sie sich erhofft hätten, er werde als 
Zeuge aussagen und die anderen «verrätsche». So sei er in die Sache hineingezo-
gen worden (pag. 3161 f. Z. 36 ff., pag. 3164 Z. 11 ff. und pag. 1364 Z. 27 ff.).

10. Beweismittel

Die Vorinstanz hat die vorhandenen Beweismittel zutreffend aufgeführt und zu-
sammengefasst. Darauf wird verwiesen (pag. 965 ff., S. 14 ff. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung). Die oberinstanzlich ergänzten Beweismittel werden direkt im 
Rahmen der Beweiswürdigung ausgeführt.

11. Beweiswürdigung der Kammer

11.1 Aussagen des Straf- und Zivilklägers 1

Die Vorinstanz hat die wesentlichen Aussagen des Straf- und Zivilklägers 1 bis und 
mit der erstinstanzlichen Hauptverhandlung zutreffend wie folgt zusammengefasst 
(pag. 970, S. 19 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

C.________ schilderte das wesentliche Rahmengeschehen des Abends in seinen Einvernahmen vom 
06.12.2019 bei der Polizei, vom 07.10.2020 bei der Staatsanwaltschaft und vom 08.11.2022 anläss-
lich der Hauptverhandlung konstant gleichbleibend und detailliert (Wie er zwischen 21:00 Uhr und 
22:00 Uhr in die W.________ (Restaurant), in welcher E.________ gearbeitet habe, gegangen sei, 
um zu essen und wie E.________ sich zu ihnen gesetzt habe [pag. 39 Z. 50 ff., pag. 46 Z. 48 ff. und 
pag. 769 Z. 29 ff.]. Wie plötzlich ein schwarzer Z.________ (Auto) zum Lokal gefahren sei [pag. 39 
Z. 54 und Z. 66, pag. 51 Z. 56 sowie pag. 769 Z. 33 und Z. 39 f.]. Wie aus dem schwarzen 
Z.________(Auto) zwei Personen ausgestiegen und auf ihn zugekommen seien und ihn gefragt hät-
ten, wo «E.________» bzw. ob er E.________ sei. Wie dann weitere 10-15 Fahrzeuge vorgefahren 
und weitere Personen dazugekommen seien, die nach E.________ gefragt hätten [pag. 39 Z. 61, 
pag. 48 Z. 113 f. und Z. 119 f. pag. 46 Z. 52 ff. und pag. 769 Z. 34 ff.]. Wie einer der beiden, die zuerst 
auf ihn zugekommen seien, einen schwarzen Stock dabeigehabt habe [pag. 39 Z. 65, pag. 49 Z. 172 
f. und pag. 769 Z. 36 f.]. Wie dann ein weiterer Typ E.________ identifiziert habe und die Personen 
dann vor dem Bankomaten auf E.________ eingeschlagen hätten, einerseits mit Fäusten und ande-
rerseits mit dem Stock [pag. 40 Z. 70 ff., pag. 46 Z. 59 ff. und pag. 769 Z. 45 ff.]. Wie er dazwischen 
gegangen sei, versucht habe Y.________ von E.________ wegzuziehen und die Polizei mittels Mobil-
telefon zu verständigen, woraufhin Y.________ ihn einmalig mit der Faust geschlagen habe [pag. 40 
Z. 73 ff., pag. 41 Z. 129 ff., pag. 769 f. Z. 47 ff. und pag. 46 Z. 66]. Wie dann einer [Y.________ oder 
H.________] ihn um sein Mobiltelefon angegangen habe [pag. 40 Z. 77, pag. 46 Z. 68 und pag. 770 
Z. 2 ff.]. Wie ihm danach ein Holzstuhl über den Kopf geschlagen worden sei [pag. 40 Z. 80 ff., 

12

pag. 46 Z. 69 ff. und pag. 770 Z. 15 f.]. Wie, als er wieder ganz bei sich gewesen sei, alle weg gewe-
sen seien [pag. 40 Z. 83, pag. 46 Z. 72 und pag. 770 Z. 19]).

Für die Würdigung seiner Aussagen kann – vorbehältlich der nachfolgenden Er-
gänzungen und Präzisierungen – auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 
werden. Diese kam zutreffend zum Schluss, die Aussagen des Straf- und Zivilklä-
gers 1 seien in den wesentlichen Elementen konstant, detailliert, logisch konsistent, 
ohne unerklärliche Widersprüche und ohne Lügensignale (pag. 970 ff., S. 19 ff. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

Betreffend den Beschuldigten führte der Straf- und Zivilkläger 1 bereits in der ers-
ten Einvernahme am 6. Dezember 2019 aus, nachdem die zwei ersten «Typen» 
am Tisch nach «E.________» gefragt hätten, seien anschliessend weitere 10-15 
Fahrzeuge vorgefahren und ein Typ namens A.________, wohnhaft in 
AA.________ (Ortschaft), sei ausgestiegen und habe zu seinen Kollegen gesagt, 
dass das «mein Kollege E.________ sei» (pag. 39 Z. 66 ff.). Später sagte er, er 
selber habe zu diesem Zeitpunkt nur A.________ gekannt, der auch in der Grup-
pierung dabei gewesen sei. Dieser habe bei AB.________ (Geschäft) am 
AC.________ (Ortsbezeichnung) gearbeitet und E.________ gegenüber seinen 
Kollegen bezeichnet. Was er sonst noch gemacht habe, könne er nicht sagen. Zu-
dem habe er während der Auseinandersetzung gesagt, man solle E.________ ins 
Auto bringen (pag. 42 Z. 164 ff.).

In der zweiten Einvernahme am 7. Oktober 2020 führte er aus, der eine sei ge-
kommen und habe auf E.________ gezeigt und gesagt, dass er es sei. Der arbeite 
als Verkäufer im AB.________ (Geschäft) im AC.________ (Ortsbezeichnung), 
dort habe er ihn auch schon bei der Arbeit gesehen. Dann sei E.________ aufge-
standen und davongerannt. Der, der gesagt habe, dass das E.________ sei, der 
arbeite eben im AB.________ (Geschäft). Er habe gesagt, man solle E.________ 
ins Auto nehmen und dort weiter schlagen. Er rede von diesem A.________ (pag. 
46 Z. 57 ff.). Später sagte er nochmals: Der, der bei AB.________ (Geschäft) arbei-
te, heisse A.________ (pag. 47 Z. 83 f.). Er habe die Namen von den Leuten, die 
ihn nach dem Unfall besucht hätten. Darauf habe er auf Instagram und Facebook 
nach ihnen gesucht und Fotos abgegeben (pag. 47 Z. 88 ff.). Als er etwas später 
nochmals den Vorfall schildert, gab er wieder an, nachher sei der Rest der Gruppe 
angekommen, A.________ habe dann auf E.________ gezeigt und gesagt, dass er 
es sei (pag. 48 Z. 111 ff.). Auf die Frage, ob A.________ auch geschlagen habe, 
sagte er: «A.________ war nicht in meiner Nähe, ob er E.________ geschlagen 
hat, weiss ich nicht. Er war es aber, der sagte, man solle E.________ ins Auto pa-
cken» (pag. 50 Z. 198). Auf die Frage, wie A.________ mit vollem Namen heisse, 
antwortete er: «Ich weiss nur, dass er in AA.________ (Ortschaft) wohnt und bei 
AB.________ (Geschäft) arbeitet» (pag. 50 Z. 202 f.; Aus der Einvernahme mit 
dem Beschuldigten ist bekannt, dass beide Aussagen korrekt sind [pag. 141 Z. 36 
und pag. 144 Z. 131]). Auf die – suggestive und angesichts der früheren Aussagen 
des Straf- und Zivilklägers 1 irreführende – Frage von Rechtsanwalt K.________ 
(«Habe ich Sie richtig verstanden, dass Sie an diesem Abend keinen der angebli-
chen Täter erkannt haben»?), gab er im Einklang mit seinen früheren Aussagen an: 
«Ja. Also A.________ hatte ich schon im AB.________ (Geschäft) gesehen» (pag. 

13

52 Z. 279 ff.). Zur Frage, ob es ein bestimmtes Ereignis oder eine bestimmte Aktion 
gegeben habe, die zu seinem Eingreifen geführt habe, sagte er: «Als ich gehört 
habe, dass sie ihn ins Auto packen wollen, habe ich eingegriffen. A.________ war 
es, der das sagte» (pag. 53 Z. 295 ff.).

Die Aussagen in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung stimmen damit im We-
sentlichen überein, auch wenn sie im Detail einzelne Abweichungen aufweisen. So 
gab der Straf- und Zivilkläger 1 neu an, er habe die Beschuldigten vor diesem Vor-
fall nicht gekannt. Einzig H.________ habe er beim AE.________(Sport) spielen 
ein paar Mal gesehen, aber ansonsten hätten sie nichts miteinander zu tun (pag. 
769 Z. 4 ff.; siehe auch pag. 777 Z. 14 f.). Diese Aussage ist nicht kongruent mit 
den früheren Aussagen, wonach er zu diesem Zeitpunkt nur A.________ gekannt 
habe. Bei der freien Schilderung gab er weiter an, als anschliessend 10-15 Autos 
gekommen seien, sei er erneut nach E.________ gefragt worden. «All die Perso-
nen haben sich dann in die Küche begeben und dort hat dann eine Person auf den 
wahren E.________ gezeigt. A.________ – ich weiss nicht, ob er E.________ be-
reits zu einem früheren Zeitpunkt kannte – hat E.________ ebenfalls identifiziert» 
(pag. 769 Z. 39 ff.). Damit erwähnte er einerseits erstmals eine Sequenz in der 
Küche. Andererseits impliziert das Wort «ebenfalls», dass neben A.________ auch 
jemand anderes (in der Küche) E.________ identifiziert habe, was in den restlichen 
Aussagen des Straf- und Zivilklägers 1 nicht so zu finden ist. Insbesondere sagte er 
in derselben Einvernahme an späterer Stelle zur Frage, wer was gemacht habe: 
«A.________ hat eben diesen E.________ identifiziert und ich vermute, er war 
ebenfalls bei dieser Schlägerei dabei» (pag. 770 Z. 31 f.). A.________ habe sich 
[bei der Schlägerei] in der «Mitte des Raumes» befunden (pag. 770 Z. 41). Beim 
Vorhalt der Fotos durch Rechtsanwältin D.________ hielt er fest, beim ersten Wa-
gen habe es sich um einen schwarzen Z.________(Auto) und beim zweiten um ei-
nen weissen AD.________ (Auto) gehandelt. Beim vierten Foto handle es sich um 
A.________, welcher mit dem weissen AD.________(Auto) gekommen sei und so-
fort E.________ identifiziert und auf ihn gezeigt habe (pag. 773 Z. 2 f.). Im Zusam-
menhang mit dem fünften Foto kam er erneut auf die Sequenz in der Küche zurück: 
«Beim fünften Foto handelt es sich um M.________. Er hat laut gefragt, ‹wer ist 
E.________, wer ist E.________›. M.________ ist ebenfalls in die Küche gegan-
gen und hat nach E.________ gefragt und als A.________ E.________ identifiziert 
hat, hat M.________ ebenfalls zugeschlagen» (pag. 773 Z. 7 ff.).

In der oberinstanzlichen Hauptverhandlung gab der Straf- und Zivilkläger 1 an, er 
wisse, wer der Beschuldigte sei. Er habe ihn vor dem Vorfall einmal beim 
AE.________ (Sport) gesehen und er habe beim AB.________ (Geschäft) gearbei-
tet (pag. 1346 Z. 22 ff.). A.________ sei beim Vorfall vom 28. Oktober 2019 dabei 
gewesen. Niemand habe gewusst, wer E.________ sei und man habe ihn gesucht. 
A.________ habe dann gesagt, «Lug, das ist E.________» (pag. 1347 Z. 10). Auf 
die Frage, wo A.________ gewesen sei, als er das gesagt habe, führte der Straf- 
und Zivilkläger 1 aus, G.________ und Y.________ seien in das Restaurant ge-
gangen und hätten nach E.________ gefragt. E.________ sei dann aus dem Re-
staurant rausgekommen. A.________ sei dann mit dem weissen Auto gekommen. 
Er sei aus dem Auto ausgestiegen und habe mit dem Finger gezeigt: «Lug, das ist 
E.________» (pag. 1347 Z. 13 ff.). A.________ sei dabei vor dem Eingang des 

14

Restaurants gestanden. Hinter ihm sei ein Auto gestanden (pag. 1347 Z. 26). Auf 
Frage, ob A.________ noch etwas anderes gemacht habe, erzählte er, 
A.________ sei vor dem Eingang gestanden und habe gesagt: «Legen wir ihn ins 
Auto und schlagen ihn dort weiter» (pag. 1347 Z. 28 ff.). A.________ habe ihn [den 
Straf- und Zivilkläger 1] nicht attackiert. E.________ sei von anderen Leuten ge-
schlagen worden. Einer von diesen könnte A.________ sein (pag. 1349 Z. 41). Er 
habe sich etwa fünf Meter von A.________ entfernt befunden. Auf Frage, wie er auf 
diese Weise habe feststellen können, dass dieser die Aussage zum «ins Auto pa-
cken» getätigt habe, gab er an: «Er hat laut gesprochen, speziell laut. Dann hört 
man auch mit» (pag. 1350 Z. 6 ff.). Konfrontiert mit der Aussage aus der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung, wonach der Beschuldigte E.________ ebenfalls 
identifiziert habe, gab er an, er habe sich zu dem Zeitpunkt auf der Terrasse draus-
sen befunden, nicht drin (pag. 1350 Z. 17 ff.). Auf Frage, wer E.________ vor oder 
neben dem Beschuldigten identifiziert habe, antwortete er: «A.________ habe das 
gesagt». Er wisse nicht, woher das «ebenfalls» in der Aussage komme (pag. 1350 
Z. 24 ff.).

In der Gesamtschau über sämtliche Einvernahmen erscheinen die Aussagen des 
Straf- und Zivilklägers 1 stringent und übereinstimmend. Seine Kernaussagen zum 
Beschuldigten (Benennung des und Angaben zum Beschuldigten, Identifikation 
E.________, Aufforderung, diesen ins Auto zu bringen) wurden ab der ersten Ein-
vernahme genannt und danach konstant wiederholt. Der Umstand, dass der Straf- 
und Zivilkläger 1 gewisse Elemente, wie etwa den Namen des Beschuldigten, im 
Spital gegenüber der Polizei noch nicht nannte, widerspricht dem nicht: Im Anzei-
gerapport wurde explizit festgehalten, die Konversation mit dem Straf- und Zivilklä-
ger 1 habe sich relativ schwierig gestaltet, da dieser nur gebrochen Deutsch spre-
che. Die daraufhin im Anzeigerapport festgehaltene Schilderung des Straf- und Zi-
vilklägers 1 fiel entsprechend grob aus, entspricht in den Grundzügen jedoch dem 
Ablauf, den der Straf- und Zivilkläger 1 später in den Einvernahmen wiedergab 
(pag. 9). Auch das Argument der Verteidigung, wonach in der oberinstanzlichen 
Einvernahme erstmals erwähnt worden sei, der Beschuldigte sei aus einem weis-
sen Auto ausgestiegen, trifft nicht zu: Der Straf- und Zivilkläger 1 schilderte von 
Beginn weg, der Beschuldigte sei aus einem Auto ausgestiegen und erwähnte an 
der erstinstanzlichen Hauptverhandlung, es habe sich dabei um einen weissen 
AD.________(Auto) gehandelt (pag. 773 Z. 2 f.).

Anders als die Vorinstanz kann die Kammer in den Aussagen denn auch keine 
Tendenz zu Übertreibungen beobachten. Es trifft zwar zu, dass der Straf- und Zivil-
kläger 1 in der ersten Einvernahme angab, das Ganze habe 5-6 Minuten gedauert, 
während er die Dauer in der zweiten Einvernahme auf 10-15 Minuten bezifferte 
(pag. 40 Z. 73 und pag. 46 Z. 60). Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine 
besonders grosse Abweichung, zumal es grundsätzlich schwierig ist, die Dauer ei-
nes überraschenden Angriffs zu schätzen. Zudem zeigte sich an anderer Stelle, 
dass der Straf- und Zivilkläger 1 in bedeutenden Punkten gerade nicht zu Übertrei-
bungen neigte: Obwohl sich hinterher herausstellte, dass er eine erhebliche Kiefer-
verletzung erlitten hatte, notierte die Polizei im Anzeigerapport, der Straf- und Zivil-
kläger 1 habe in der Notfallaufnahme eine Beule am Kopf gehabt, ansonsten je-
doch nicht beeinträchtigt gewirkt (pag. 9). Weiter verzichtete der Straf- und Zivilklä-

15

ger 1 in sämtlichen Einvernahmen darauf, dem Beschuldigten Handgreiflichkeiten 
vorzuwerfen. Eine tätliche Beteiligung des Beschuldigten formulierte er höchstens 
als Vermutung, wobei er betonte, er selber sei von A.________ nicht attackiert 
worden (pag. 1349 Z. 41).

Insgesamt fällt auf, dass der Straf- und Zivilkläger 1 stark differenzierte bei der An-
gabe, wer was gemacht habe. Er gab denn auch an, er habe von den vielen Betei-
ligten nur jene genannt, die er wirklich gekannt habe, um niemanden unnötig zu be-
lasten (pag. 769 Z. 16 ff. und pag. 1346 Z. 14 ff.). Dies ist insofern einleuchtend, als 
der Straf- und Zivilkläger 1 an eigenem Leib erlebt hat, wozu die Gruppierung fähig 
war, und der Vorfall und dessen Folgen in der gemeinsamen Community unter Be-
obachtung stand. Der Straf- und Zivilkläger 1 dürfte somit kaum leichtfertige Be-
schuldigungen geäussert haben. Dies hat sich insofern bestätigt, als von den sechs 
namentlich genannten und schliesslich angeklagten Personen fünf die erstinstanz-
liche Verurteilung akzeptiert haben. Dies erhöht die grundsätzliche Glaubhaftigkeit 
seiner Aussagen und verleiht der Tatsache, dass der Straf- und Zivilkläger 1 den 
Beschuldigten von der ersten Einvernahme an namentlich erwähnte, besonderes 
Gewicht.

Dies gilt insbesondere auch für die Aussage des Straf- und Zivilklägers 1, wonach 
der Beschuldigte dazu aufgefordert habe, den Straf- und Zivilkläger 2 ins Auto zu 
bringen. Es handelt sich dabei um ein stimmiges und im Vergleich mit den weiteren 
Erlebnissen eher untergeordnetes Detail, dessen besonderer Stellenwert in der Er-
innerung des Straf- und Zivilklägers 1 jedoch nachvollziehbar ist, da ihn diese Aus-
sage dazu bewog, dem Straf- und Zivilkläger 2 zu Hilfe zu schreiten (pag. 46 Z. 65 
und pag. 53 Z. 295 ff.). Entsprechend beschrieb der Straf- und Zivilkläger 1 diese 
Beobachtung denn auch ab der ersten Einvernahme. Auf Frage, wie er eine solche 
Aussage des Beschuldigten aus der Distanz von fünf Metern und mit rund 40 Per-
sonen vor Ort habe feststellen können, antwortete der Straf- und Zivilkläger 1 denn 
auch nachvollziehbar mit: «Er hat laut gesprochen, speziell laut. Dann hört man 
auch mit» (pag. 1350 Z. 12 ff.).

Im Detail bleiben gewisse Fragen offen, insbesondere in Bezug auf die Aussagen 
an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung, wonach der Beschuldigte E.________ 
[neben jemandem in der Küche] ebenfalls identifiziert habe. Diese Aussage ist ei-
nerseits mit den restlichen Aussagen nicht kongruent, wonach einzig der Beschul-
digte E.________ identifiziert habe (vgl. pag. 46 Z. 56). Zum anderen erwähnte der 
Straf- und Zivilkläger 1 eine Sequenz in der Küche zum ersten Mal an der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung und gab zugleich selber an, sich zu diesem Zeit-
punkt draussen auf der Terrasse befunden zu haben. Damit ist (selbst bei freier 
Sicht durch die Glaswand [pag. 774 Z. 30 f.]) fraglich, inwiefern er Gespräche im 
Innern des Restaurants wahrnehmen konnte. In der Berufungsverhandlung gab der 
Straf- und Zivilkläger 1 sodann einen mit beiden früheren Versionen zu vereinba-
renden Ablauf zu Protokoll, wonach G.________ und Y.________ in das Restau-
rant gegangen seien und nach E.________ gefragt hätten, E.________ dann aus 
dem Restaurant rausgekommen sei und der gerade zugefahrene A.________ vor 
dem Eingang des Restaurants stehend gesagt habe, dies sei E.________. Es ist 
bekannt, dass die Straf- und Zivilkläger im Nachgang zum Vorfall mit verschiede-

16

nen Personen über das Geschehen gesprochen und versucht haben, das Erlebte 
zu rekonstruieren. Daher ist denkbar, dass der Straf- und Zivilkläger 1 von einer 
zunächst nicht erwähnten Sequenz in der Küche auf diese Weise erfahren und die-
se (wie der Straf- und Zivilkläger 2) ab der erstinstanzlichen Einvernahme wieder-
gegeben hat. Es ist in der Gesamtwürdigung darauf zurückzukommen, wie eine all-
fällige Sequenz in der Küche einzuordnen ist. Deren Erwähnung erweckt bei der 
Kammer jedoch keine Zweifel an der grundsätzlichen Glaubwürdigkeit des Straf- 
und Zivilklägers 1, denn seine Kernaussagen blieben trotz dieser Abweichung 
gleich: Die ersten Personen, die zum Restaurant kamen, suchten E.________ und 
kannten diesen nicht. Der Beschuldigte hingegen kannte ihn, zeigte den anderen, 
dass er der Gesuchte sei, woraufhin es – als direkte Konsequenz der Aussage des 
Beschuldigten – zu den Handgreiflichkeiten kam. Zudem bezogen sich die Beob-
achtungen des Straf- und Zivilklägers 1 auf ein dynamisches Geschehen mit zahl-
reichen Beteiligten. Es spricht daher nicht gegen die grundsätzliche Glaubhaftigkeit 
seiner Aussagen, wenn er nicht alles genau beschreiben konnte oder seine Aussa-
gen gewisse Widersprüche aufweisen. Die exakte Wiedergabe eines tumultartigen 
Geschehens kann nicht erwartet werden, zumal es bis zur erstinstanzlichen Haupt-
verhandlung stets um sechs Beschuldigte ging, von denen der Beschuldigte nicht 
im Vordergrund stand, da ihm keine Handgreiflichkeiten vorgeworfen wurden.

Im Ergebnis wird auf die Kernpunkte seiner Aussagen abgestellt.

11.2 Aussagen des Straf- und Zivilklägers 2

Der Straf- und Zivilkläger 2 hat das Rahmengeschehen in den drei Einvernahmen 
bis und mit der erstinstanzlichen Hauptverhandlung wie folgt beschrieben 
(pag. 978 f., S. 27 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

E.________ schilderte das wesentliche Rahmengeschehen sowohl bei der Polizei am 15.11.2019, bei 
der Staatsanwaltschaft am 07.10.2020 wie auch beim Gericht am 08.11.2022 in den wesentlichen 
Elementen konstant (Wie er am 28.10.2019 im Restaurant W.________ gearbeitet habe, als 
C.________ zum Essen gekommen sei [pag. 118 Z. 1 ff. und pag. 122 Z. 60 ff. und 781 Z. 9 ff.). Wie 
er sich zu diesem gesetzt habe, als mehrere Fahrzeuge zum Parkplatz neben dem Restaurant gefah-
ren seien und ungefähr 30 bzw. viele Personen aus den Autos gestiegen und zu ihnen gekommen 
seien (pag. 118 Z. 4 ff., pag. 122 Z. 64 ff. und pag. 781 Z. 11 ff.). Wie eine dieser Personen einen 
Schlagstock bei sich gehabt habe und zu ihm gekommen sei (pag. 118 Z. 6 ff., pag. 122 Z. 65 f., 
pag. 124 Z. 141, pag. 781 Z. 12 ff. und pag. 783 Z. 1 f.). Wie nach «AF.________» (pag. 118 Z. 7 f.) 
bzw. «E.________» gefragt worden sei (pag. 122 Z. 67 ff. und pag. 781 Z. 14 ff.). Wie er anschlies-
send geschlagen worden sei und einer aus der Gruppe ihn habe im Auto mitnehmen wollen (pag. 118 
Z. 8 ff., pag. 122 Z. 68 ff. und pag. 781 Z. 18 ff.). Wie C.________ geschrien und damit gedroht habe, 
die Polizei zu rufen, dann aber selber unter anderem mit einem Stuhl geschlagen worden sei (pag. 
118 Z. 10 ff., pag. 122 Z. 71 ff. und pag. 781 Z. 20 ff.). Wie anschliessend der Chef des Restaurants 
gekommen sei und gesagt habe, er werde die Polizei rufen, woraufhin die Angreifer die Flucht ergrif-
fen hätten (pag. 118 Z. 12 ff., pag. 122 Z. 67 ff. und pag. 781 Z. 23 ff.).

Auch betreffend die Würdigung dieser Aussagen kann grundsätzlich auf die Vor-
instanz verwiesen werden (pag. 978 ff., S. 27 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung). Diese erachtete die Aussagen des Straf- und Zivilklägers 2 als glaub-
haft.

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Im Zusammenhang mit dem Beschuldigten resp. dessen Rolle sagte der Straf- und 
Zivilkläger 2 in der ersten Einvernahme, er habe gehört, wie jemand gesagt habe 
«nehmen wir ihn zum Auto und töten ihn» (pag. 118 Z. 9). In der zweiten Einver-
nahme führte er aus, einer sei nach draussen gegangen, sei wieder zurück ge-
kommen und habe gesagt, «ich sei E.________, dann haben sie begonnen zu 
schlagen» (pag. 122 Z. 68 f.). Etwas später schildert er auch, dass zwei, drei Leute 
gesagt hätten, man solle ihn ins Auto nehmen und an einem anderen Ort weiterfah-
ren (pag. 122 Z. 77 f.). Auf Frage, ob er Leute benennen könne, die unter den An-
greifern gewesen seien, sagte er: «An diesem Tag, als ich geschlagen worden bin, 
kannte ich die Namen nicht. Also doch, von zwei Personen kannte ich die Namen. 
Der eine war H.________ und der andere L.________» (pag. 123 Z. 87 ff.).

In der erstinstanzlichen Hauptverhandlung gab er auf die Frage, welche der sechs 
Beschuldigten er vor dem Ereignis schon gekannt habe, zu Protokoll, er kenne 
H.________, er kenne A.________ und er kenne L.________ (pag. 780 Z. 1 ff.). 
Nach dem Vorfall hätten sich Personen an ihn gewandt und Namen der weiteren 
Personen genannt. Auf Frage, welche Namen ihm genannt worden seien, sagte er: 
«Y.________, J.________, G.________, L.________ und eben A.________ und 
H.________ kenne ich schon» (pag. 780 Z. 11 f.; siehe auch pag. 786 Z. 47). Er 
schilderte weiter, er habe ihnen nicht gesagt, dass er E.________ sei. Als 
A.________ ihn dann im Restaurant identifiziert habe, seien sie dann wieder aus 
dem Restaurant gekommen. Er habe gezeigt «das ist E.________» (pag. 780 
Z. 32 ff.). Später schilderte der Straf- und Zivilkläger 2, einer habe ihn und den 
Straf- und Zivilkläger 1 gefragt, wer E.________ sei. Er habe gesagt, E.________ 
sei soeben gegangen. Dann seien sie in das Restaurant hineingegangen und hät-
ten den Chef gefragt, wer E.________ sei. Der Chef habe gesagt, derjenige, der 
draussen sitze, sei E.________. Er selber sei dann sofort zu diesem Bankomaten 
gesprungen (pag. 781 Z. 14 ff.). Als sein Chef laut gesagt habe, er werde die Poli-
zei benachrichtigen, habe A.________ gesagt, man solle ihn [den Straf- und Zivil-
kläger 2] in das Auto werfen, um ihn weiterzuschlagen und den Wohnort von 
AF.________ aus ihm herauszupressen (pag. 781 Z. 26 ff.). Auf Vorhalt, wonach 
A.________ dazu aufgefordert habe, ihn ins Auto zu verfrachten und auf Frage 
nach dem Verhalten der anderen Personen gab der Straf- und Zivilkläger 2 unter 
anderem an, G.________ habe gesagt, man solle ihn ins Auto nehmen und weg-
fahren (pag. 782 Z. 2 f.). Angesichts der Fragestellung (Verhalten der anderen Per-
sonen als A.________) stellt dies keinen Widerspruch zu seinen früheren Aussa-
gen dar, mit denen er diese Aussage A.________ zuordnete. Sodann gab der 
Straf- und Zivilkläger 2 an, er kenne A.________ vom AE.________(Sport), von 
Sportanlässen (pag. 782 Z. 10). Auf Vorhalt der Fotos sagte er, bei der vierten Per-
son handle es sich um A.________. Diese Person habe ihn nicht geschlagen, aber 
gesagt, man solle ihn ins Auto mitnehmen, um ihn weiter zu schlagen (pag. 782 
Z. 44 ff.).

Oberinstanzlich gab der Straf- und Zivilkläger 2 an, den Beschuldigten seit 
ca. sechs, sieben Jahren durch das AE.________(Sport) zu kennen. Der Beschul-
digte sei Mitglied in seinem AE.________-Team gewesen (pag. 1352 f. Z. 42 ff.). 
Konfrontiert damit, warum er bei der Staatsanwaltschaft lediglich L.________ und 
H.________ erwähnte habe, nicht aber A.________, gab er an: «Ich habe damals 

18

L.________ und H.________ erwähnt, die weit verwandt sind mit mir. A.________ 
ist ein guter Kollege, das habe ich dem Gericht auch gesagt. Später wurde er dann 
ein Feind, wegen anderen Problemen. Das habe ich dem Gericht dann auch so ge-
sagt» (pag. 1353 Z. 27 ff.). Es sei dabei um einen anderen Vorfall gegangen. Der 
sei nicht mit ihm direkt, sondern mit einem Freund von ihm gewesen. Das sei eine 
Woche vor dem 28. Oktober 2019 gewesen. Der Kollege heisse AF.________ 
(pag. 1353 Z. 36 ff.). A.________ sei beim Vorfall vom 28. Oktober 2019 dabei ge-
wesen, er habe das selber gesehen. Er [der Straf- und Zivilkläger 2] sei auf einem 
Stuhl gesessen und es seien viele Leute auf ihn los gegangen. Er habe gesagt, er 
sei nicht E.________. Dann sei A.________ aus einem Auto, einem 
AD.________(Auto), rausgekommen und habe gesagt «Nein, er ist E.________» 
(pag. 1354 Z. 1 ff.). Er habe gesehen, wie A.________ aus dem 
AD.________(Auto) ausgestiegen sei. Er kenne sein Auto (pag. 1354 Z. 16 ff.). Als 
A.________ aus dem Auto ausgestiegen sei, seien auch andere ausgestiegen. Das 
heisse, er selber sei auf dem Stuhl gewesen. Jemand anders sei ins Restaurant 
rein und habe nachgefragt. Dem habe er auch zugeschaut und er habe auch gese-
hen, wie A.________ gekommen sei und gesagt habe «Das ist E.________» 
(pag. 1354 Z. 16 ff.). A.________ sei nicht noch woanders hingegangen (pag. 1354 
Z. 24 f.). Auf (erneute) Frage, warum er A.________ bei der Polizei und Staatsan-
waltschaft namentlich nicht erwähnt habe, gab er an, er habe «dem Gericht» [wohl: 
Staatsanwaltschaft / Staatsanwältin AG.________] gesagt, dass es A.________ 
gewesen sei. Er habe gesagt, dass, er [A.________] auf ihn gezeigt und sonst 
nicht geschlagen habe. Auf Nachfrage gab er an, sich nicht erinnern zu können, ob 
er das damals erwähnt habe resp. er gehe davon aus, dass er diesen Namen er-
wähnt habe (pag. 1355 Z. 28 ff.). Weiter bejahte der Straf- und Zivilkläger 2, seit 
2016 jedes Jahr von April bis Oktober am Sonntag mit dem Beschuldigten 
AE.________ (Sport) gespielt zu haben und bestätigte, dass A.________ der Cou-
sin [gemäss Verteidigung: Schwager] eines guten Freundes namens AH.________ 
sei (pag. 1356 Z. 20 ff.). Angesprochen auf seine Aussage vor der Vorinstanz, wo-
nach der Chef den Personen im Restaurant gesagt habe, derjenige, der draussen 
sitze, sei E.________, gab er an, er sei zu dem Zeitpunkt draussen auf der Terras-
se gesessen (pag. 1357 Z. 1). Konfrontiert damit, dass A.________ in dieser Schil-
derung nicht vorkomme: «Er hat einfach gezeigt, dass ich diese Person sei. Als sie 
mich in der Ecke verprügelt haben, sagte er, kommt, wir nehmen ihn mit, dann 
kann er das Haus zeigen» (pag. 1357 Z. 7). Auf Frage, ob es denn sein Chef ge-
wesen sei, der ihn als erstes identifiziert habe: «Zuerst hat es der Chef gesagt, als 
die andere Person rein ging, und A.________ hat auch gezeigt, wer E.________ 
sei (pag. 1357 Z. 10 ff.). Jetzt spiele er nicht mehr AE.________(Sport), weil er 
Angst habe, dass es wieder zu Problemen komme. A.________ habe jetzt selber 
ein Team. Seit diesem Vorfall spiele er nicht mehr mit A.________ zusammen 
(pag. 1357 Z. 17 ff.).

Wie der Straf- und Zivilkläger 1 gab somit auch der Straf- und Zivilkläger 2 die Er-
eignisse im Wesentlichen konstant und übereinstimmend wieder, auch wenn auf-
fällt, dass er den Beschuldigten erst an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 
namentlich benannte und diesen Umstand auch nicht nachvollziehbar erklären 
konnte. Gleichzeitigt beschrieb er dessen Rolle innerhalb des Geschehens aber 

19

bereits in den ersten beiden Einvernahmen und schilderte konstant, jemand habe 
ihn als E.________ identifiziert und später, während der Prügelei, dazu aufgefor-
dert, ihn ins Auto zu nehmen. Diese Rolle wies er ab der erstinstanzlichen Haupt-
verhandlung namentlich dem Beschuldigten zu. Diese Kernaussagen wirken in ih-
rer Konstanz glaubhaft. Umso mehr, als in der oberinstanzlichen Verhandlung 
durch die Verbindung via den Cousin (oder Schwager) des Beschuldigten sowie die 
frühere Freundschaft im AE.________-Team ein nachvollziehbares Motiv dafür zu 
Tage trat, weshalb der Straf- und Zivilkläger 2 den Beschuldigten in den ersten 
Einvernahmen nicht namentlich nannte. Selbst wenn diese Freundschaft eine Wo-
che vor dem Vorfall aufgrund einer Konflikts mit einer Drittperson namens 
AF.________ zu Brüche ging, ist denkbar, dass der Straf- und Zivilkläger 2 aus 
Rücksicht auf den gemeinsamen Freund resp. Verwandten zunächst auf eine na-
mentliche Nennung verzichtete. Zumal aus den Aussagen beider Straf- und Zivil-
kläger grundsätzlich eine gewisse Hemmung hervorgeht, Personen aus der ge-
meinsamen Community zu belasten. Wie beim Straf- und Zivilkläger 1 wird sodann 
davon ausgegangen, dass der Straf- und Zivilkläger 2 nicht aufs Geratewohl Per-
sonen angeschuldigt hat, sondern nur diejenigen mit Namen nannte, von denen er 
sicher war, dass sie am Angriff beteiligt waren.

In den Details bestehen auch in den Aussagen des Straf- und Zivilklägers 2 einzel-
ne Ungereimtheiten. So gab er einzig in der Einvernahme der Polizei an, jemand 
habe gesagt «nehmen wir ihm zum Auto und töten ihn» (pag. 118 Z. 9). Die Vor-
instanz wies jedoch zurecht daraufhin, dass an dieser ersten Einvernahme keine 
Übersetzung beigezogen wurde, obwohl der Straf- und Zivilkläger 2 gemäss Ru-
brum des Einvernahmeprotokolls kein Deutsch, sondern X.________ (Sprache) 
oder Englisch sprach (pag. 117). Da der Straf- und Zivilkläger 2 in keiner weiteren 
Einvernahme eine Aufforderung zum Töten beschrieb, wird auf diese Aussage 
nicht abgestellt, sie ist aber aufgrund der Sprachproblematik auch nicht geeignet, 
die Glaubhaftigkeit seiner übrigen Aussagen in Frage zu stellen, zumal die Kern-
aussage gleichblieb: Es wurde dazu aufgefordert, den Straf- und Zivilkläger 2 mit 
dem Auto mitzunehmen. Anders als die Verteidigung sieht die Kammer sodann 
keinen Widerspruch darin, dass der Straf- und Zivilkläger 2 bei der Polizei angab, 
es sei nach AF.________ gesucht worden (pag. 118 Z. 7 f.) und später sagte, es 
sei nach ihm [E.________] gefragt worden (pag. 122 Z. 67 f.). Aus der Gesamts-
chau der Einvernahmen geht hervor, dass die Gruppierung nach einem 
AF.________ suchte und sich vom Straf- und Zivilkläger 2 Hinweise auf dessen 
Verbleib erhoffte. In der konkreten Situation wurde deshalb zunächst nach dem 
Straf- und Zivilkläger 2 gesucht – die zitierten Aussagen stehen damit keineswegs 
in einem Widerspruch zueinander. Hingegen schilderte auch der Straf- und Zivil-
kläger 2 erst in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung eine Sequenz in der 
Küche, bei der auch sein Chef den Personen gesagt habe, wer E.________ sei. 
Aus den oberinstanzlichen Aussagen geht hervor, dass er sowohl von seinem Chef 
als auch vom Beschuldigten identifiziert worden sei. Wie bereits beim Straf- und Zi-
vilkläger 1 ändert diese Entwicklung in den Aussagen nichts daran, dass auch der 
Straf- und Zivilkläger 2 die Rolle des Beschuldigten als derjenige, der ihn identifi-
ziert und dazu aufgefordert habe, ihn ins Auto zu packen, konstant schilderte und 
auf diese Kernaussage abgestellt wird.

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11.3 Aussagen des Beschuldigten

Der Beschuldigte wurde erstmals am 23. Februar 2021 bei der Staatsanwaltschaft 
befragt und erklärte sich trotz Hinweis auf das Recht auf Beizug einer Verteidigung 
bereit, Aussagen zu machen (pag. 141 Z. 11 ff.). Als er mit dem Vorwurf konfron-
tiert wurde, sagte er lediglich: «Ich war es nicht» (pag. 142 Z. 57). Ob er am 
28. Oktober 2019 beim Restaurant in Q.________ (Ortschaft) war, wollte er nicht 
mehr wissen (pag. 142 Z. 60). Zur Frage, ob er die anderen Beschuldigten kenne, 
verweigerte er die Aussage (pag. 142. Z. 68). Zum Straf- und Zivilkläger 2 sagte er, 
er kenne diesen flüchtig (pag. 142 Z. 74). Weiter gab er zu Protokoll: «Keine Aus-
sage. Ich habe es nicht gemacht, sage aber auch nichts dazu» (pag. 143 Z. 85), er 
könne dazu nichts sagen (pag. 143 Z. 98) und auf die erneute Frage, ob er am 28. 
Oktober 2019 im Restaurant gewesen sei, führte er aus, es sei schon so lange her, 
er wisse es nicht, ausserdem werde er für etwas beschuldigt, was er nicht gemacht 
habe (pag. 143 Z. 100 ff.). In der erstinstanzlichen Hauptverhandlung bestätigte er, 
zu wissen, was ihm vorgeworfen werde. Er wisse immer noch nichts und könne 
nichts dazu sagen (pag. 800 Z. 15). Auf Frage, ob er nicht könne oder nicht wolle, 
antwortete er: «Ich kann nicht» (pag. 800 Z. 18) resp. «Ich kann nicht, weil ich es 
nicht weiss» (Tonspur: pag. 819).

In der Berufungsverhandlung hingegen war der – nunmehr anwaltlich vertretene – 
Beschuldigte bereit, Aussagen zu machen. Neu gab er an, er kenne eigentlich alle, 
die mitangeklagt worden seien. Er kenne sie als Personen, es seien nicht seine 
Kollegen. Sie hätten keinen engen Kontakt. Er kenne eigentlich die meisten 
X.________ (Angehörige der Community) von AI.________ (Ortschaft), in der 
Community kenne jeder jeden (pag. 1360 Z. 19 ff.). Angesprochen auf die Aussage 
von G.________, wonach die Mitbeschuldigten alles seine Kollegen seien, sagte 
er, er empfinde das nicht so, er habe nicht einmal dessen Nummer (pag. 1360 
Z. 29 ff.). Den Straf- und Zivilkläger 1 habe er vor dem 28. Oktober 2019 gekannt, 
weil dieser Lieferarbeiten bei der W.________ (Restaurant) gemacht habe. Er habe 
dort gegenüber gewohnt und sei manchmal Essen holen gegangen. Er habe beide 
Zivilkläger gekannt, E.________ besser (pag. 1360 Z. 38 ff.). Der Straf- und Zivil-
kläger 1 sei ein Kollege gewesen vom Straf- und Zivilkläger 2. Sie seien in dem 
Sinne alle befreundet gewesen (pag. 1361 Z. 1 ff.). Den Straf- und Zivilkläger 2 ha-
be er vor dem 28. Oktober 2019 sehr gut gekannt, weil er der beste Kollege seines 
Schwagers sei. Er sei dadurch viel bei ihm [beim Beschuldigten] zu Hause gewe-
sen und er sei im AE.________-Team gewesen, das sein Schwager und der Straf- 
und Zivilkläger 2 zusammen gegründet hätten (pag. 1361 Z. 6 ff.). Auf Vorhalt sei-
ner früheren Aussage, wonach er den Straf- und Zivilkläger 2 «flüchtig» kenne, gab 
er an: «Ich glaube, ich habe nicht ‹flüchtig› gesagt. Sie haben es wohl so geschrie-
ben. Ich hatte damals in dem Moment einfach keinen Kontakt mehr mit ihm. Mein 
Schwager hat meine Schwester geheiratet im 2018 oder 2019 und ist aus dem 
AE.________-Team ausgetreten». Als sein Schwager ausgetreten sei, sei er auch 
ausgetreten. Und er habe dann nicht mehr Kontakt mit dem Straf- und Zivilkläger 2 
gehabt, als das Problem aufgetreten sei, deshalb habe er so geantwortet. Aber 
flüchtig sei wohl nicht das Wort, das er verwendet habe (pag. 1361 Z. 20 ff.).

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Zur Sache gab er zusammengefasst an, er sei am 28. Oktober 2019 vor Ort gewe-
sen (pag. 1362 Z. 16). Er sei dort zufällig dazugekommen. Er habe vis à vis in einer 
WG gewohnt. Er habe dort ein bis anderthalb Jahre gewohnt, von anfangs 2019 bis 
anfangs 2020. Danach sei er wieder nach AA.________ (Ortschaft) zu seinen El-
tern gezogen (pag. 1361 Z. 34 und pag. 1370 f. Z. 40 ff.). Sie seien immer nach un-
ten zu einer Hütte gegenüber der W.________ (Restaurant) «Chillen» gegangen. 
Als es laut geworden sei und plötzlich so viele Autos gekommen seien, sei er aus 
Neugier rübergegangen (pag. 1361 Z. 33 ff.). Er sei dort reingegangen und sie sei-
en in der Küche am Diskutieren gewesen. Es seien etwa zwei, drei Leute hineinge-
gangen. Er habe eigentlich allen Hallo gesagt und dann gefragt «E.________, was 
ist los». Dann hätten sie sofort den E.________ erkannt. Dann sei E.________ 
rausgegangen und dann hätten die Handgreiflichkeiten begonnen. Er habe den 
Straf- und Zivilkläger 2 aus Versehen identifiziert, er habe das nicht bewusst ge-
macht und nicht gewollt, das dieser «drunger chunnt» (pag. 1362 Z. 8 ff. und 
Z. 19 ff., pag. 1363 Z. 28 ff. und pag. 1369 Z. 14 ff.). Er habe nicht genau gesehen, 
wer was gemacht habe, er sei auch etwas betrunken gewesen. Es seien Stühle ge-
flogen, man sei gegenseitig aufeinander losgegangen, es sei geschubst geworden. 
Er habe keine Ahnung, wer was gemacht habe. Er könne kein Beispiel erzählen 
von jemandem, der geschlagen habe. Er glaube, es hätten alle geschlagen, alle 
etwas gemacht dort (pag. 1362 Z. 36 ff. und pag. 1363 f. Z. 31 ff.). So wie er es in 
Erinnerung habe, sei es gegenseitig gewesen. Er sei eher in der Nähe von 
E.________ gewesen und sei der Meinung, dieser habe auch «gemüpft». Es seien 
auch nicht fünf, es seien sicher 15-20 Leute gewesen. Er habe nicht behauptet, 
E.________ oder C.________ hätten alle kaputt geschlagen. Er habe es nicht 
mehr so gross in Erinnerung, aber sie hätten sich auch gewehrt. Es sei eher ein 
Wehren gewesen, da «sei er auch ehrlich». Es sei nicht von ihnen aus gegangen. 
Sie hätten sich gewehrt, sich selber verteidigt (pag. 1368 Z. 1 ff.). Er selber sei 
weggestanden, sei halb im Schock gewesen. Als sie rausgerannt seien, sei er 
rausgegangen. Die Terrasse sei etwas erhöht und er sei unter der Terrasse ge-
standen. Er sei am Zuschauen gewesen und irgendwann – er habe gelesen, dass 
C.________ scheinbar gehört habe, wie er gesagt habe, man solle ihn ins Auto 
nehmen und schlagen. Er habe einfach gesagt «Geht doch hier weg», «stürmet nid 
hie, göt irgendnöime angers öie Scheiss ga mache» oder so etwas. Er habe nie 
gesagt, sie sollten ihn ins Auto packen oder töten oder was alles behauptet worden 
sei. Er sei auch nicht in der Nähe von C.________ gestanden. Es sei so laut gewe-
sen, alle seien am Schreien und Fluchen gewesen. Er wisse nicht, was er gesagt 
habe, aber nicht das. Er habe mit dem nichts zu tun und habe kein Problem mit den 
beiden. Er habe etwas gesagt wie «düet nid hie, göt wäg». Weil sie auch das Re-
staurant beschädigt hätten und er den Besitzer kenne (pag. 1362 f. Z. 42 ff. und 
pag. 1370 Z. 13 ff.). Das sei etwa 2-3 Minuten gegangen, dann seien die Autos ge-
gangen. Er sei dann wieder zurück auf die andere Strassenseite gegangen. Dann 
sei die Polizei gekommen und er sei in die Wohnung raufgegangen (pag. 1363 
Z. 11 ff.). Auf Frage, warum er nicht geblieben sei, um der Polizei zu sagen, was 
passiert sei, antwortete er: «Ich war in Schockstarre, war beeindruckt, wie alles 
passiert ist und wollte mit dem Scheiss einfach nichts zu tun haben» (pag. 1363 
Z. 15 ff.). Auf Frage, warum er den Straf- und Zivilklägern nicht geholfen habe: Er 

22

habe selber Angst gehabt, «darunter zu kommen». Er sei nicht Herkules und nicht 
gewalttätig. Er habe sich herausgehalten, damit er nicht selber etwas «kassiere» 
(pag. 1370 Z. 25 ff.).

In Bezug auf den weissen AD.________(Auto) gab er an, er habe im Oktober 2019 
kein Auto gehabt. Im 2017 habe er einen weissen AD.________(Auto) gehabt, die 
Straf- und Zivilkläger hätten ihn mit diesem Auto gekannt. Aber er habe damals 
keine Prüfung gehabt und das Auto sei zu Hause bei seinen Eltern gestanden, das 
könne man mit den Kameras seiner Nachbarn überprüfen. Das weisse Auto sei 
vorher auch nie aufgetaucht in den Aussagen der Straf- und Zivilkläger. Er sei seit 
2017 kein Auto mehr gefahren (pag. 1365 f. Z. 38 ff. und pag. 1370 Z. 1 ff.). Kon-
frontiert mit dem Strafbefehl vom 15. Februar 2019, wonach er im November 2018 
mit dem AD.________(Auto) seiner Partnerin gefahren sei, gab er an, das sei vor-
her gewesen. Es sei nicht sein AD.________(Auto) gewesen. Das, was sie mein-
ten, gesehen zu haben, sei ein AN.________ (Automarke). Und der, den er «ge-
schrottet» habe, sei das AO.________ (Fahrzeugtyp) seiner Freundin gewesen. 
Sein Auto sei ein AD.________ (Automarke und -modell) (pag. 1370 Z. 30 ff. und 
pag. 1371 Z. 16 ff.). Er habe die Videoaufnahme, die seinen AD.________(Auto) 
auf dem Parkplatz zeige, nicht eingereicht, weil bis heute nie irgendwo etwas von 
einem weissen AD.________(Auto) gesagt worden sei (pag. 1371 Z. 24 ff.).

Angesprochen auf die Person namens «AF.________» sagte der Beschuldigte, ei-
nen solchen vom AE.________(Sport) zu kennen, der spiele im Team des Straf- 
und Zivilklägers 2 und sei dessen Kollege. Er selber kenne ihn nicht so gut 
(pag. 1365 Z. 8 ff.). Auf Frage, ob er mit AF.________ ein Problem habe oder ge-
habt habe, gab er an: «Nein. So wie ich es mitbekommen habe, hatten die, die das 
Problem gemacht haben, ein Problem mit AF.________ vorher. Deshalb wollten sie 
mit E.________ sprechen, um zu fragen, wo AF.________ sei, ob sie mit ihm re-
den können. Das habe ich danach mitbekommen aus dem AE.________-umfeld. 
So ist glaublich der Streit zwischen ihnen entstanden» (pag. 1365 Z. 17 ff.). Die 
Aussage des Straf- und Zivilklägers 2, wonach es eine Woche vor dem Vorfall ein 
Problem zwischen ihm [dem Beschuldigten] und AF.________ gegeben habe, 
stimme nicht. Er glaube, das sei «irgendwie ein Problem zwischen ihnen allen» 
gewesen (pag. 1365 Z. 23 ff.).

Auf Frage, warum er diese Aussagen nicht früher gemacht habe, führte er aus, er 
habe nicht in das Problem reingezogen werden wollen. Er sei beeindruckt gewe-
sen, wie das alles passiert sei und habe einfach nichts damit zu tun haben wollen. 
Er habe gedacht, ihm würde nichts passieren, da er nicht geschlagen habe, nichts 
gemacht habe. Er habe auch niemanden «verpetzen» wollen. Es sei auch schon 
sehr lange her. Damals hätte er es wohl noch gewusst, am gleichen Tag oder eine 
Woche später. Aber er habe keine Ahnung, was da passiert sei, es sei einfach zu 
schnell gegangen (pag. 1361 Z. 40 ff., pag. 1363 f. Z. 43 ff. und pag. 1366 
Z. 32 ff.). Er habe Angst gehabt, auch Probleme zu erhalten, wenn er die Wahrheit 
sage (pag. 1368 Z. 33 ff.). Auf Frage des Verteidigers bestätigte er, ihm sei 
während der Voruntersuchung im Hinblick auf das erstinstanzliche Verfahren na-
hegelegt worden, keine Aussagen zu tätigen (pag. 1369 Z. 42 f.). Nähere Angaben 
dazu wollte der Beschuldigte nicht machen (pag. 1370 Z. 10 f.).

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Auf Nachfragen zu seinem Zustand und Erinnerungsvermögen an resp. zu jenem 
Abend gab er an, er sei recht angetrunken gewesen, nicht «huere bsoffe». Sie hät-
ten zusammen eine Flasche Whiskey getrunken, das hätten sie immer so gemacht. 
Er sei aber geistig noch in der Lage gewesen, etwas wahrzunehmen und habe 
auch nicht geschwankt. Die ganze Szene habe ihn beeindruckt oder in Schockstar-
re versetzt, das habe keinen Zusammenhang gehabt mit dem Alkohol. Es sei jetzt 
fünf Jahre her. Er habe das erste Mal so eine Schlägerei erlebt, könne sich aber an 
nichts erinnern, nur dass sicher jeder jeden geschubst habe (pag. 1367 Z. 3 ff.). 
Auf explizite Nachfrage bestätige er sodann, er erinnere sich daran, dass er bereits 
vom «Chillort» gegenüber der W.________ (Restaurant) gesehen habe, wie der 
Straf- und Zivilkläger 1 auf der Terrasse gegessen habe, bevor die Autos gekom-
men seien (pag. 1369 Z. 14 ff. und Z. 32 ff.).

Zu den Fragen, weshalb ihn die Straf- und Zivilkläger denn zu Unrecht belasten 
sollten, gab er an, die Straf- und Zivilkläger hätten diese Leute selber nicht gekannt 
und hätten gedacht, er [der Beschuldigte] könne ihnen dabei helfen, diese zu iden-
tifizieren und die Schuldigen zu finden. Deshalb hätten sie ihn reingezogen 
(pag. 1361 Z. 36 ff., pag. 1362 Z. 1 ff. und pag. 1366 Z. 26 ff.). Entsprechend sei er 
zur ersten Einvernahme auch als Auskunftsperson eingeladen worden. Es sei nicht 
fair. Er sei ein friedlicher Mensch und nie gewalttätig. Er sehe diese Leute resp. 
E.________ immer noch jeden Sonntag von April bis Oktober beim 
AE.________(Sport), wenn ihre Teams gegeneinander spielen würden (pag. 1364 
Z. 11 ff. und Z. 31 ff., pag. 1368 Z. 12 ff.). Er verstehe nicht, warum der Straf- und 
Zivilkläger 2 heute gesagt habe, er habe Angst vor ihm. Er wolle wohl eine «Show 
abziehen» und etwas beweisen. Sie würden sich an so vielen Orten treffen und hier 
wolle er plötzlich die Konfrontation vermeiden und ein «Theater machen». Die Kon-
frontationsvermeidung sei wohl eher auf die anderen gerichtet gewesen. Er selber 
sei wohl Kollateralschaden, man habe ihn einfach mit den anderen zusammen ge-
nommen. Der Straf- und Zivilkläger 2 habe wohl eher vor ihnen Angst, denn ihn 
[den Beschuldigten] sehe er eh immer (pag. 1366 Z. 8 ff.). Weiter gab er an, der 
Straf- und Zivilkläger 1 sei die ganze Zeit draussen auf der Terrasse gesessen. Er 
wisse nicht, wie dieser gesehen oder gehört haben wolle, was drinnen passiert sei, 
als er den Straf- und Zivilkläger 2 aus Versehen identifiziert habe. Er habe wohl 
Zauberkünste (pag. 1369 Z. 9 ff.).

Es wird vom Beschuldigten nicht abgestritten, dass er im oberinstanzlichen Verfah-
ren ein grundlegend anderes Aussageverhalten an den Tag legte als im bisherigen 
Verfahren. Obwohl der Beschuldigte diese Kehrtwende in der oberinstanzlichen 
Einvernahme begründete, spricht dieses Aussageverhalten gegen die Glaubhaftig-
keit seiner Aussagen. 

Zunächst fällt trotz der mittlerweile nachgeschobenen Begründung ins Gewicht, 
dass der Beschuldigte in den ersten beiden Einvernahmen nachweislich gelogen 
hat: Er gab wahrheitswidrig an, sich nicht mehr erinnern zu können, ob er am 
28. Oktober 2019 beim Restaurant in Q.________ (Ortschaft) gewesen sei und 
sagte, er kenne den Straf- und Zivilkläger 2 nur flüchtig. Seine Erklärung, wonach 
er das Wort «flüchtig» in den früheren Einvernahmen nicht benutzt habe, wirkt vor 
diesem Hintergrund wenig glaubhaft, zumal dem Beschuldigten das entsprechende 

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Protokoll vorgelesen wurde und er dessen inhaltliche Richtigkeit unterschriftlich 
bestätigte (pag. 144). Hinzu kommt, dass auch eine nicht wortgenaue Protokolli-
erung nichts daran ändern würde, dass der Beschuldigte betreffend seine Bezie-
hung zu den Straf- und Zivilklägern nicht wahrheitsgemäss aussagte und nicht of-
fenlegte, dass resp. wie gut er insbesondere den Straf- und Zivilkläger 2 kannte.

Die Begründung des Beschuldigten, weshalb er in der Berufungsverhandlung plötz-
lich ausführliche und inhaltlich abweichende Aussagen machte und weshalb ihn die 
Straf- und Zivilkläger denn fälschlicherweise beschuldigten sollten, ist sodann we-
nig einleuchtend. So lieferte er an unterschiedlichen Stellen der Einvernahme ver-
schiedene, nicht übereinstimmende Erklärungen. Einerseits deuteten er und seine 
Verteidigung an, ihm sei im Vorverfahren nahegelegt worden, keine Aussagen zu 
tätigen. Nähere Angaben zu einer allfälligen Druckausübung wollte er jedoch nicht 
machen, obwohl seine Mitbeschuldigten das Urteil mittlerweile akzeptiert haben 
und zu erwarten ist, dass er angesichts der ihm drohenden Strafe darum bemüht 
wäre, keine Fragen bezüglich seines Aussageverhaltens offen zu lassen. Anderer-
seits gab er an, er sei davon ausgegangen, dass ihm nichts passiere, wenn er 
nichts sage, da er nichts gemacht habe. Damit verknüpft warf er den Straf- und Zi-
vilklägern vor, sie hätten ihn fälschlicherweise beschuldigt, damit er in das Verfah-
ren involviert werde und ihnen helfen könne, die ihnen unbekannten Täter zu identi-
fizieren. In diesem Zusammenhang hielt sich der Beschuldigte auch mit Gegenan-
griffen nicht zurück, indem er etwa angab, der Straf- und Zivilkläger 1 verfügte wohl 
über Zauberkräfte (pag. 1369 Z. 25) und der Straf- und Zivilkläger 2 habe mit der 
Konfrontationsvermeidung eine «Show abgezogen» und ein «Theater gemacht» 
(pag. 1366 Z. 9 ff.). Diese Erklärung ist aus verschiedenen Gründen unglaubhaft. 
Wäre der Beschuldigte aus Sicht der Straf- und Zivilkläger tatsächlich nur als unbe-
teiligter Beobachter dabeigestanden, hätten diese der Polizei im Zusammenhang 
mit der Identifizierung der Täter angegeben, man solle den Beschuldigten um wei-
tere Auskünfte fragen. Stattdessen erwähnte der Straf- und Zivilkläger 1 den Be-
schuldigten bereits zu Beginn seiner ersten Einvernahme namentlich und zwar kei-
neswegs mit der Bemerkung, dieser habe nichts gemacht, könne jedoch die ande-
ren Beteiligten identifizieren, sondern indem er konkret beschrieb, wie sich der Be-
schuldigte an Geschehen beteiligt habe (pag. 39 f. Z. 66 f.). Bei dieser Schilderung 
blieb er anschliessend konstant. Damit übereinstimmend beschrieb auch der Straf- 
und Zivilkläger 2 eine solche Rolle, wies diese aber erst in der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung dem Beschuldigten zu. Er nannte den Beschuldigten also 
während der gesamten Untersuchung gerade nicht namentlich, es kann daher kei-
ne Rede davon sein, dass er den Beschuldigten «ins Verfahren reinzog». Mittler-
weile ist bekannt, dass sich die beiden deutlich besser kannten als bisher angege-
ben und damit ist nachvollziehbar, dass der Straf- und Zivilkläger 2 in Bezug auf 
den Beschuldigten schonend aussagte. Mit Blick auf diese Aussagen wirkt die Er-
klärung des Beschuldigten, wonach ihn die Straf- und Zivilkläger in das Verfahren 
hineingezogen hätten, damit er die anderen identifiziere, weit hergeholt. Damit kon-
frontiert vermochte der Beschuldigte oberinstanzlich denn auch keine einleuchten-
de Erklärung abzugeben, sondern gab vielmehr eine ausweichende Antwort, mit 
der er auf Umwegen versuchte, die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Straf- und 
Zivilklägers 1 zu diskreditieren (pag. 1369 Z. 9 ff.: Der Straf- und Zivilkläger 1 habe 

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gar nicht sehen oder hören können, was im Restaurant passiert sei, dieser habe 
wohl Zauberkünste). Aus den Einvernahmen mit den Straf- und Zivilklägern geht 
weiter hervor, dass diese einen grossen Aufwand betrieben haben, um herauszu-
finden, wer an der Tat beteiligt war und dabei ein durchaus erfolgreiches Vorgehen 
wählten. Das vom Beschuldigten beschriebene Vorgehen, eine unbeteiligte Person 
fälschlicherweise zu beschuldigen, in der unausgesprochenen Hoffnung, diese 
würde die wahren Täter identifizieren, wäre demgegenüber äusserst ungeschickt 
und angesichts des Verhaltens der Straf- und Zivilkläger während des Verfahrens 
von diesen nicht zu erwarten. Vor diesem Hintergrund wirken die Aussagen des 
Beschuldigten an der Berufungsverhandlung zurechtgelegt und selektiv.

Zu diesem Eindruck trägt auch bei, dass der Beschuldigte bei der Schilderung sei-
ner Erlebnisse in der oberinstanzlichen Hauptverhandlung einerseits in wesentli-
chen Punkten Erinnerungslücken geltend machte, andererseits ausgerechnet in 
Bezug auf die ihm vorgeworfenen Momente (Identifizierung Straf- und Zivilkläger 2, 
Aufforderung zur Mitnahme im Auto) eine mit dem angeklagten Ablauf zu vereinba-
rende, alternative Darstellung beschreiben konnte. Damit bestätigte er im Grund-
satz die Schilderungen der Straf- und Zivilkläger, wonach er zu Beginn eine Aussa-
ge zur Identifikation des Straf- und Zivilklägers 2 und während der Schlägerei eine 
Aussage zum Verlassen der Örtlichkeit gemacht habe. Dies spricht für die Aussa-
genqualität der Straf- und Zivilkläger. Seine Begründung, wonach es sich dabei um 
Missverständnisse gehandelt habe, wirkt demgegenüber wenig glaubhaft. Bemer-
kenswert ist weiter, dass der Beschuldigte zur Frage, wer wen geschlagen habe, 
keine Erinnerung haben will, obwohl er nach eigenen Angaben das erste Mal eine 
solche Schlägerei erlebt habe und insofern davon ausgegangen werden kann, dass 
dies ein einschneidendes Erlebnis war, das ihn immerhin auch in Schockstarre ver-
setzt haben soll. Gleichzeitig gab er wiederum an, sich genau erinnern zu können, 
wie er vom Park her sah, wie der Straf- und Zivilkläger 1 auf der Terrasse ass, wie 
viele Personen in das Restaurant reingingen oder dass die Straf- und Zivilkläger 
ebenfalls handgreiflich wurden. Für seine Erinnerungslücken machte er unter-
schiedliche Gründe geltend (Zeitablauf, Alkoholkonsum, Schockstarre), die jedoch 
nicht erklären, weshalb er sich ausgerechnet an das Verhalten seiner Mitbeschul-
digten während der Schlägerei – und somit an das eigentliche Kerngeschehen – 
nicht erinnern kann, während er sich an andere Dinge genau erinnern können will. 
Insgesamt entsteht dabei der Eindruck, dass der Beschuldigte lediglich dort Erinne-
rungen geltend machte, wo er sich von einer Aussage Vorteile erhoffte.

Schliesslich erzählte auch G.________ in der Einvernahme vom 23. Februar 2021 
von einem Pärkli vor dem Restaurant, zu dem sie jeweils hingehen würden und zu 
dem er am 28. Oktober 2019 gerufen worden sei (pag. 91 Z. 77). Der Umstand, 
dass der Beschuldigte G.________ in seiner oberinstanzlichen Einvernahme nicht 
erwähnte, verstärkt den Eindruck selektiver Aussagen ebenfalls.

Rein inhaltlich weist seine Darstellung sodann ebenfalls Ungereimtheiten auf, die 
seine Aussagen insgesamt wenig glaubhaft erscheinen lassen. Zwar handelt es 
sich bei den äusseren Gegebenheiten mit dem Wohnort und dem kleinen Park ge-
genüber der W.________ (Restaurant) um überprüfbare und insofern belastbare 
Angaben. In Bezug auf die konkreten Geschehnisse sind die Angaben des Be-

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schuldigten jedoch nicht stimmig. So ist beispielsweise schwer nachvollziehbar, 
weshalb sich der Beschuldigte zur W.________ (Restaurant) hinüber und in das 
Innere des Restaurants begeben haben soll. Seine Angabe, wonach er wegen dem 
Lärm und Tumult hinüber gegangen sei, lässt sich mit seinen weiteren Angaben 
nicht vereinbaren, wonach nur zwei, drei Leute in das Restaurant reingingen und 
die Handgreiflichkeiten erst begannen, nachdem er dazugekommen war. Es ist un-
klar, woraus bei dieser Ausgangslage der Tumult bestand, der ihn angelockt haben 
soll. Sodann gab der Beschuldigte einerseits an, aus Neugier gehandelt zu haben, 
andererseits aus Sorge um den Betreiber des Restaurants, den er gekannt habe. 
Zugleich hat er aber weder die Situation deeskaliert, noch wäre er nach dem Vorfall 
geblieben, um dem Wirt des Restaurants zu helfen. Dem Straf- und Zivilkläger 2, 
den er damals gut kannte und mit dem er gemäss eigenen Aussagen auch kein 
Problem gehabt habe, half er ebenfalls in keiner Weise – weder vor Ort, noch 
später im Verfahren.

Auch seine Ausführungen zum weissen AD.________(Auto), der im Tatzeitpunkt 
bei seinen Eltern gestanden und dort von der Kamera der Nachbarn gefilmt worden 
sei, überzeugt nicht. Zum einen ist aus dem Strafbefehl vom 15. Februar 2019 be-
kannt, dass der Beschuldigte im November 2018 trotz Annullierung seines Füh-
rerausweises nicht davor zurückschreckte, Auto zu fahren (pag. 1319). Dennoch 
gab er in der oberinstanzlichen Einvernahme zunächst an, er sei seit 2017 kein Au-
to mehr gefahren (pag. 1366 Z. 1). Er griff somit auch in der Berufungsverhandlung 
nachweislich zu Lügen, weshalb seiner Aussage, er sei im Oktober 2019 nicht Auto 
gefahren, wenig Glauben geschenkt werden kann. Zum anderen hat der Straf- und 
Zivilkläger 1 – entgegen der Aussagen des Beschuldigten und der Verteidigung – 
bereits in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung angegeben, A.________ sei mit 
einem weissen AD.________(Auto) gekommen (pag. 773 Z. 2 f.). Es wäre somit 
ohne Weiteres möglich gewesen, die entsprechenden Videoaufnahmen in das obe-
rinstanzliche Verfahren einzubringen.

Wie die Vorinstanz zurecht vorbrachte, darf eine Aussageverweigerung des Be-
schuldigten grundsätzlich nicht als Schuldeingeständnis gewertet, jedoch gewürdigt 
werden, wenn ein Beschuldigter von seinem Schweigerecht nur punktuell Ge-
brauch macht (Urteil des Bundesgerichts 6B_466/2012 vom 8. November 2012 
E. 2.3). Hierzu ist Folgendes zu ergänzen: Nach der Rechtsprechung des Bundes-
gerichts ist es mit der Unschuldsvermutung unter gewissen Umständen vereinbar, 
das Aussageverhalten der beschuldigten Person in die Beweiswürdigung miteinzu-
beziehen. Dies ist der Fall, wenn sich die beschuldigte Person weigert, zu ihrer Ent-
lastung erforderliche Angaben zu machen, bzw. wenn sie es unterlässt, entlasten-
de Behauptungen näher zu substanziieren, obschon eine Erklärung angesichts der 
belastenden Beweiselemente vernünftigerweise erwartet werden darf (Urteile des 
Bundesgerichts 6B_1302/2020 vom 3. Februar 2021 E. 1.4.4, 6B_299/2020 vom 
13. November 2020 E. 2.3.3, 6B_1/2013 vom 4. Juli 2013 E. 1.5, 6B_678/2013 
vom 3. Februar 2014 E. 4.4; 6B_453/2011 vom 20. Dezember 2011 E. 1.6, nicht 
publ. in BGE 138 IV 47). Hätte der Beschuldigte das Geschehen tatsächlich als rein 
unbeteiligte Person beobachtet, wäre zwar angesichts der beobachteten Machtde-
monstration nachvollziehbar gewesen, wenn er die Täter nicht namentlich belasten 
wollte. Aufgrund der ihn belastenden Umstände hätten von ihm allerdings bereits 

27

im früheren Verfahren gewisse, entlastende Aussagen erwartet werden dürfen, wie 
etwa der Umstand, wonach er die Auseinandersetzung aufgrund seines nahegele-
genen Wohnorts mitbekommen habe. Spätestens im oberinstanzlichen Verfahren, 
nachdem die Mitbeschuldigten die Schuldsprüche akzeptiert habe, wäre zudem zu 
erwarten, dass der Beschuldigte die ihn entlastende Version der Geschehnisse 
vollständig und nachvollziehbar schildert. Insgesamt hinterlassen die Aussagen des 
Beschuldigten den Eindruck, als habe er sich im Hinblick auf das oberinstanzliche 
Verfahren und nach Studium der Akten zu den kritischen Punkten Erklärungen zu-
rechtgelegt, die bei genauerer Betrachtung jedoch nicht glaubhaft sind und sich 
nicht mit dem Gesamtgeschehen vereinbaren lassen. Die geschilderten Unstim-
migkeiten bei kritischen Nachfragen sind für dieses Aussageverhalten symptoma-
tisch. Im Ergebnis wird auf die Aussagen des Beschuldigten nicht abgestellt.

11.4 Gesamtwürdigung

Nach dem Gesagten kann für die Gesamtwürdigung in weiten Teilen auf die Vor-
instanz verwiesen werden. So zunächst in Bezug auf die von den Straf- und Zivil-
klägern erlittenen Verletzungen (pag. 990, S. 39 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung):

Die objektiven Beweismittel vermögen zu beweisen, dass C.________ infolge der Auseinanderset-
zung am 28.10.2019 einen Kieferbruch, eine linksseitige Bindehautunterblutung sowie eine Verlet-
zung am Knie erlitt, zwei Mal operiert werden und zahlreiche Nachkontrollen bei diversen Spezialisten 
wahrnehmen musste, vom 28.10. bis zum 31.10.2019 sowie vom 25. bis zum 26.05.2020 hospitali-
siert war und erst ab dem 04.01.2020 wieder zu 100 % arbeitsfähig war. E.________ erlitt infolge der 
Auseinandersetzung in der Nacht vom 28. auf den 29.10.2019 ein grösseres Hämatom von ca. 9 cm2 
hinter dem rechten Ohr sowie ein leichteres Hämatom an der Nasenspitze.

Dem ist hinzuzufügen, dass der Straf- und Zivilkläger 1 nach wie vor körperlich be-
einträchtigt ist, da sich sein Mund nicht vollständig öffnen lässt. Er hat immer noch 
eine Schraube im Kiefer und hat Schwierigkeiten damit, härteres Essen zu kauen 
(pag. 1345 Z. 24 ff.). Beim Straf- und Zivilkläger 2 ist durch den Arztbericht vom 
29. Oktober 2019 zusätzlich zu den beiden Hämatomen auch das in der Anklage-
schrift aufgeführte leichte Schädelhirntrauma erstellt (pag. 19 f. und pag. 386 f.).

Auch in Bezug auf die Tatbeiträge der Mitbeschuldigten, deren Schuldsprüche in 
Rechtskraft erwachsen sind, wird auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz 
verwiesen (pag. 990 ff., S. 39 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Aus dem 
oberinstanzlichen Verfahren haben sich keine neuen, für den Vorwurf gegenüber 
dem Beschuldigten relevanten Aspekte ergeben, die eine Korrektur oder Ergän-
zung dieser vorinstanzlichen Überlegungen verlangen würden.

Hinsichtlich des Tatbeitrags des Beschuldigten ist den Erwägungen der Vorinstanz 
Folgendes hinzuzufügen: Es ist mittlerweile unbestritten, dass der Beschuldigte am 
28. Oktober 2019 zur fraglichen Zeit am Tatort in Q.________ (Ortschaft) war und 
die Geschehnisse zu Lasten der Straf- und Zivilkläger wahrgenommen hat. Zur 
Frage, wie sich der Beschuldigte währenddessen verhielt, wird auf die Aussagen 
der Straf- und Zivilkläger abgestellt. Auch wenn deren Aussageverhalten in einzel-
nen Punkten Fragen offenliess, schilderten die beiden konstant, übereinstimmend 
und im Kern glaubhaft, dass der Beschuldigte den Straf- und Zivilkläger 2 für die 

28

übrigen Tatbeteiligten identifiziert hat und, als diese gegen den Straf- und Zivilklä-
ger 2 tätlich wurden, dazu aufgerufen hat, diesen in ein Auto zu verbringen und dort 
weiterzuschlagen. Ihre Aussagen sind sodann zwar übereinstimmend, aber nicht 
identisch, so dass nicht von einer Absprache ausgegangen werden muss. Es sei 
bei dieser Gelegenheit daran erinnert, dass die Straf- und Zivilkläger bei der Be-
schuldigung der mutmasslichen Täter zurückhaltend vorgingen und nur jene Per-
sonen beschuldigten, von deren Tatbeitrag sie überzeugt waren. Der Umstand, 
dass fünf von sechs Beschuldigten die Berufungen zurückzogen, lässt den Schluss 
zu, dass die Angaben der Straf- und Zivilkläger zuverlässig waren. Dabei ist zwar 
zu berücksichtigen, dass J.________ beim Rückzug seiner Berufung ausdrücklich 
festhielt, dieser sei weder als Eingeständnis in den vom Regionalgericht Bern-
Mittelland als erwiesen erachteten Sachverhalt noch als Akzeptanz des Schuld-
spruchs zu verstehen. Der Rückzug der Berufung erfolge einzig in Anbetracht der 
theoretisch drohenden Landesverweisung (pag. 1214). Ein ähnliches Motiv für den 
Rückzug der Berufung ist auch bei H.________ denkbar. Die übrigen drei Mitbe-
schuldigten hatten wegen dem geltenden Verschlechterungsverbot hingegen keine 
Abänderung des Urteils zu ihren Ungunsten zu befürchten, so dass dem Rückzug 
ihrer Berufungen durchaus Aussagekraft zukommt.

Der Beschuldigte fiel während des gesamten Verfahrens durch unglaubhaftes Aus-
sageverhalten auf. Während er im früheren Verfahren nachweislich wahrheitswidrig 
aussagte, brachte er in der Berufungsverhandlung eine neue Version des Erlebten 
vor. Diese wies zahlreiche Unstimmigkeiten auf und liess Fragen unbeantwortet, zu 
denen angesichts der belastenden Umstände eine nachvollziehbare, entlastende 
Erklärung erwartet werden durfte. Gleichzeitig vermochte er nicht überzeugend zu 
erklären, warum er die entlastende Darstellung der Geschehnisse erstmals im obe-
rinstanzlichen Verfahren vorbrachte. Insgesamt wirkten seine Aussagen an der Be-
rufungsverhandlung selektiv und mit Blick auf die (aus Optik des Beschuldigten) kri-
tischen Punkte konstruiert. Auf seine Aussagen wird daher nicht abgestellt. Seine 
Darstellung wonach er, angezogen vom Lärm, aus Neugier in die W.________ 
(Restaurant) gegangen sei, dort den Straf- und Zivilkläger 2 aus Versehen für die 
Täter identifiziert habe und diese während der Schlägerei aufgefordert habe, wo-
anders hinzugehen, wird als Schutzbehauptung erachtet. Auch die Angabe des 
Beschuldigten, wonach die Straf- und Zivilkläger ebenfalls tätlich geworden seien 
und es sich somit um eine wechselseitige Auseinandersetzung gehandelt habe, er-
achtet die Kammer als unglaubhaft. Sie widersprechen sowohl den glaubhaften 
Schilderungen der Straf- und Zivilkläger, wie auch der Tatsache, dass die fünf Mit-
beschuldigten den Schuldspruch wegen Angriffs akzeptiert haben. Gestützt auf die 
Aussagen der Straf- und Zivilkläger wird vielmehr davon ausgegangen, dass der 
Beschuldigte gemeinsam mit den ehemaligen Mitbeschuldigten zum Tatort kam 
und den Straf- und Zivilkläger 2 identifizierte im Wissen darum, dass die Gruppie-
rung ihn in unfreundlicher Absicht suchte. Ob es – wie von den Straf- und Zivilklä-
gern ab der erstinstanzlichen Einvernahme geschildert – zusätzlich dazu auch im 
Rahmen einer vorgängigen oder parallelen Sequenz in der Küche zu einer Identifi-
kation des Straf- und Zivilklägers 2 durch seinen Chef kam, muss und kann offen 
gelassen werden, da sich dadurch nichts am Beitrag des Beschuldigten ändern 
würde (siehe Ziff. III.13 unten). Dieser räumte im Übrigen oberinstanzlich auch sel-

29

ber ein, den Straf- und Zivilkläger 2 für die Angreifer identifiziert zu haben, wenn 
auch aus Versehen. Weiter gilt aufgrund der übereinstimmenden Angaben der bei-
den Straf- und Zivilkläger als erstellt, dass der Beschuldigte die Gruppierung im 
Verlaufe der körperlichen Attacke dazu aufforderte, den Straf- und Zivilkläger 2 ins 
Auto zu nehmen und dort weiterzuschlagen.

11.5 Massgeblicher Sachverhalt

Die Vorinstanz hat den massgeblichen Sachverhalt zutreffend wie folgt beschrie-
ben (pag. 996 f., S. 45 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Aus dem Beweisergebnis resultiert, dass C.________ mit seinem Begleiter V.________ am 
28.10.2019 im W.________ (Restaurant) in Q.________ (Ortschaft) das Abendessen einnahm, als 
sich im Lauf des Abends der Mitarbeiter der W.________ (Restaurant), E.________, zu Ihnen gesell-
te. Später fuhren mehrere Autos bei der W.________ (Restaurant) vor. Aus diesen stiegen mehrere 
Personen aus und begaben sich auf die Terrasse des Restaurants, wo sich die drei Genannten auf-
hielten. Die drei wurden gefragt, wer «E.________» sei. Die Frage wurde nicht beantwortet, bzw. die 
drei Angesprochenen verneinten, E.________ zu sein.

Nun trat aber eine der neu eingetroffenen Personen, A.________, hinzu, zeigte auf den Privatkläger 
E.________ und sagte, dies sei «E.________». Daraufhin wurde E.________ von mehreren Perso-
nen angegriffen und geschlagen. C.________ wollte den Übergriff auf seinen Bekannten unterbinden 
und wurde dabei selber geschlagen und erheblich verletzt. Als der Wirt bzw. andere Gäste dazu auf-
forderten, die Polizei zu rufen, setzten sich die Angreifer ab.

Unklar bleibt, worum es bei dieser Auseinandersetzung gegangen ist, beziehungsweise was der ef-
fektive Hintergrund der Aktion war. Das Gericht geht davon aus, dass ein oder mehrere Beschuldigte 
mit dem unbekannten «AF.________» eine Rechnung offen hatten. Um die Angelegenheit zu regeln, 
benötigten sie offensichtlich Angaben zum Aufenthaltsort dieses «AF.________». Diese sollte ihnen 
E.________ liefern, der «AF.________» nach eigenen Angaben tatsächlich aus dem AP.________ 
(Sport)-Club kennt. Weil er keine Informationen lieferte, wurde er geschlagen. C.________ seinerseits 
wurde Opfer, weil er E.________ helfen wollte.

Gemäss Beweisergebnis hat sich jeder der sechs Beschuldigten an der Auseinandersetzung vom 
28.10.2019 in der W.________ (Restaurant) in AJ.________ (Ortschaft) zum Nachteil von 
E.________ und C.________ beteiligt, wenn auch unterschiedlich. 

Physisch tätlich geworden sind G.________, der E.________ mit einem Stock geschlagen hat, sowie 
J.________ und L.________, welche E.________ mit den Fäusten geschlagen haben.

H.________ war nachweislich bloss im Zusammenhang mit der Wegnahme des Mobiltelefons von 
C.________ beteiligt. 

A.________ hat die Zielperson, E.________, identifiziert und dazu angestachelt, diesen im Auto wei-
terzuschlagen.

M.________ hat nach E.________ gefragt, herumgeschrien und die Schläger damit angespornt.

An diesem Beweisergebnis hat sich durch die oberinstanzlich ergänzten Beweis-
mittel nichts geändert. Der angeklagte Sachverhalt gilt als erstellt.

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III. Rechtliche Würdigung

12. Angriff gemäss Art. 134 StGB

Den Tatbestand von Art. 134 StGB erfüllt, wer sich an einem Angriff auf einen oder 
mehrere Menschen beteiligt, der den Tod oder die Körperverletzung eines Ange-
griffenen oder eines Dritten zur Folge hat. Die Vorinstanz hat die weiteren rechtli-
chen Voraussetzungen zutreffend wie folgt beschrieben (pag. 998 f., S. 47 f. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Der Angriff ist die einseitige, gewaltsame Einwirkung auf den oder die Körper eines oder mehrerer 
Menschen in feindseliger Absicht. Der körperliche Angriff muss von mehreren, mindestens zwei Per-
sonen ausgehen, wobei es aber genügt, wenn sich eine Person dem bereits gestarteten Angriff einer 
andern anschliesst (BSK StGB-Maeder, Art. 134 Rz. 6). Die körperliche Attacke muss dabei von min-
destens zwei Personen ausgehen. Ist diese Voraussetzung erfüllt, kann eine Beteiligung weiterer 
Personen auf jede andere Art erfolgen, solange die Beteiligten an Ort und Stelle in das Geschehen 
eingreifen. Dies kann somit auch in einer sachlich unterstützenden, psychischen oder verbalen Mit-
wirkung zugunsten der angreifenden Partei bestehen (z.B. durch Zustecken von Kampfinstrumenten, 
Anfeuerungen, Ratschläge, Warnung vor Gefahren (BSK StGB-Maeder, Art. 134 Rz. 8; PK StGB-
Trechsel/Mona, Art. 134 Rz. 2). 

Während der Raufhandel eine wechselseitige tätliche Auseinandersetzung darstellt, ist der Angriff als 
einseitige körperliche Einwirkung auf eine oder mehrere Personen definiert. Daraus geht hervor, dass 
die angegriffene Seite entweder völlig passiv bleibt oder sich nur defensiv zu schützen versucht. Sie 
darf keinesfalls selber tätlich werden, sonst handelt es sich um einen Raufhandel (BSK StGB-Maeder, 
Art. 134 Rz. 7).

Der subjektive Tatbestand verlangt Vorsatz bezüglich der Teilnahme an einem Angriff, wobei Eventu-
alvorsatz genügt. Er bezieht sich auf alle objektiven Tatbestandsmerkmale, nicht aber auf die Todes- 
oder Körperverletzungsfolge, da diese objektive Strafbarkeitsbedingung ist (BGE 135 IV 152, 153 f.).

Als objektive Strafbarkeitsbedingung verlangt wird, dass aus dem Angriff der Tod oder eine Körper-
verletzung eines Angegriffenen oder Dritten resultiert (BGE 135 IV 152, 153).

13. Subsumtion

Nach dem erstellten Sachverhalt wurden die beiden Straf- und Zivilkläger am 
28. Oktober 2019 von einer grösseren Gruppierung körperlich angegangen. Als 
Folge davon erlitt der Straf- und Zivilkläger 1 einen Kieferbruch, eine linksseitige 
Bindehautunterblutung sowie eine Verletzung am Knie. Er musste zweimal operiert 
werden und zahlreiche Nachkontrollen bei diversen Spezialisten wahrnehmen und 
war unter zwei Mal während insgesamt sechs Tagen hospitalisiert. Er war erst am 
4. Januar 2020 wieder zu 100% arbeitsfähig. Die objektive Strafbarkeitsbedingung 
der Körperverletzung eines Angegriffenen ist bereits damit erfüllt. Der Straf- und Zi-
vilkläger 2 erlitt ein grösseres Hämatom von ca. 9 cm2 hinter dem rechten Ohr, ein 
leichteres Hämatom an der Nasenspitze sowie ein leichtes Schädelhirntrauma.

Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, ging die körperliche Attacke von mindestens 
drei Personen aus (G.________, J.________ und L.________; siehe pag. 999, 
S. 48 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Dabei handelte es sich um einseiti-
ge körperliche Einwirkungen auf die Straf- und Zivilkläger. Für eine wechselseitige 

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Auseinandersetzung bestehen im Sachverhalt keine belastbaren Hinweise, die 
Subsumtion unter den Tatbestand des Raufhandels gemäss Art. 133 StGB wurde 
oberinstanzlich denn auch nicht vorgebracht. Das Verhalten der drei genannten 
Personen wurde von der Vorinstanz somit zurecht als Angriff qualifiziert, was auch 
den mittlerweile rechtskräftigen Schuldsprüchen entspricht.

Da die körperliche Attacke von mehr als zwei Personen ausging, konnte eine Betei-
ligung an deren Angriff an Ort und Stelle auch auf andere Weise erfolgen, als durch 
tätliche Einwirkung auf die Straf- und Zivilkläger. Der Beschuldigte identifizierte den 
von der Gruppe gesuchten Straf- und Zivilkläger 2. Er ermöglichte den Angreifern 
damit, auf den gesuchten Straf- und Zivilkläger 2 einzuwirken. Dies gilt selbst dann, 
wenn, wie von der Verteidigung vorgebracht, auch der Wirt der W.________ (Re-
staurant) zeigte, wer der Straf- und Zivilkläger 2 sei: Auch bei diesem Szenario un-
terstützte der Beschuldigte die Angreifer in ihrer Suche nach dem Straf- und Zivil-
kläger 2 und ermöglichte deren körperliche Attacke. Indem er die Angreifenden 
später dazu aufforderte, den Straf- und Zivilkläger 2 im Auto mitzunehmen und wei-
terzuschlagen, beteiligte er sich ebenfalls verbal am Angriff, indem er die Mittäter 
anfeuerte und zu weiteren Handlungen aufforderte.

Der Beschuldigte wusste, dass die Gruppierung den Straf- und Zivilkläger 2 in un-
freundlicher Absicht suchte und unterstütze diese mit den genannten Beiträgen 
bewusst bei deren Angriff. Er handelte damit vorsätzlich.

Rechtfertigende oder schuldausschliessende Umstände sind nicht ersichtlich.

14. Fazit

Der Beschuldigte ist des Angriffs, begangen am 28. Oktober 2019 in Q.________ 
(Ortschaft) zum Nachteil der Straf- und Zivilkläger 1 und 2, schuldig zu sprechen.

IV. Strafzumessung

15. Theoretische Grundlagen der Strafzumessung

Für die theoretischen Ausführungen zur Strafzumessung wird auf die Vorinstanz 
verwiesen (pag. 1001 f., S. 50 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

16. Strafrahmen

Angriff wird gemäss Art. 134 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder 
Geldstrafe bestraft.

17. Strafart

Das Gericht bestimmt beim Aussprechen einer Strafe zuerst die Art der Strafe und 
setzt danach das Strafmass fest. Bei der Wahl der Strafart trägt es neben dem 
Verschulden des Täters, der Zweckmässigkeit der Strafe, ihren Auswirkungen auf 
die Täterschaft und auf ihr soziales Umfeld sowie ihrer Wirksamkeit unter dem Ge-
sichtswinkel der Prävention Rechnung (BGE 147 IV 241 = Pra 111 [2022] Nr. 17, 
Urteil des Bundesgerichts 6B_355/2021 vom 22. März 2023 E. 3.3). Die Geldstrafe 
hat als mildere Sanktion grundsätzlich Vorrang gegenüber der Freiheitsstrafe 

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(BGE 144 IV 217 E. 3.6). Im Bereich von Strafen bis zu 180 Strafeinheiten kann 
das Gericht statt auf eine Geldstrafe auf eine Freiheitsstrafe erkennen, wenn a.) ei-
ne solche geboten erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen 
oder Vergehen abzuhalten; oder b.) eine Geldstrafe voraussichtlich nicht vollzogen 
werden kann (Art. 41 Abs. 1 StGB).

Wie sogleich aufgezeigt, kommt die Strafe zufolge des Verschlechterungsverbots 
unter 180 Strafeinheiten zu liegen. Es ist somit grundsätzlich eine Geldstrafe mög-
lich. Es ist bei der Wahl der Strafart allerdings zu berücksichtigen, dass die Strafe 
nach Ansicht der Kammer in einem Bereich von über 180 Strafeinheiten zu liegen 
kommen müsste, für die einzig eine Freiheitsstrafe ausgesprochen werden dürfte. 
Auch bei der Strafhöhe von fünf Monaten gebieten jedoch die Anwendung von 
Art. 41 Abs. 1 Bst. a StGB, das Tatverschulden, die Zweckmässigkeit der Strafe 
sowie deren erwartete Wirksamkeit das Aussprechen einer Freiheitsstrafe: Der 
Strafregisterauszug des Beschuldigten weist nicht weniger als sieben Vorstrafen 
aus (pag. 1271 ff.). Er wurde erstmals im Jahr 2013 wegen Vergehen gegen das 
Bundesgesetz über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz zu einer unbe-
dingten Geldstrafe verurteilt. Es folgte danach fast jährlich ein weiteres Urteil, unter 
anderem wegen Vergehen gegen das Waffengesetz und diversen Widerhandlun-
gen gegen das Strassenverkehrsgesetz. Dabei wurde der Beschuldigte stets zu 
unbedingten Geldstrafen verurteilt, die bei ihm anscheinend keinen nachhaltigen 
Eindruck hinterlassen haben. Die oberinstanzlich edierten Strafbefehle zeigen deut-
lich, dass es sich bei der bisherigen Delinquenz des Beschuldigten keineswegs nur 
um Bagatelldelikte handelte. Ins Auge sticht insbesondere der Strafbefehl vom 
15. Februar 2019. Demnach war der Beschuldigte seit dem 21. März 2017 auf-
grund der Annullierung seines Führerausweises auf Probe nicht mehr berechtigt, 
ein Motorfahrzeug zu führen. Dennoch nahm er am 30. November 2018 ohne das 
Wissen seiner Lebenspartnerin deren Personenwagen, lenkte diesen mit einer 
Atemalkoholkonzentration von 0.4 mg/L, entsprechend ca. 0.8 Gewichtspromille, 
und kollidierte mangels Aufmerksamkeit mit einer Polleranlage (pag. 1319). In 
Kombination mit den vorangehenden Verurteilungen unter anderem wegen massi-
ver Geschwindigkeitsüberschreitung (pag. 1322) und grobfahrlässigem Nichteinhal-
ten des minimalen Sicherheitsabstandes auf der Autobahn (pag. 1334) zeigen sich 
an diesem Sachverhalt sowohl das rücksichtslose Verhalten des Beschuldigten als 
auch seine Gleichgültigkeit gegenüber behördlichen Weisungen und seine Gering-
schätzung gegenüber der geltenden Rechtsordnung. Bezeichnend war denn auch 
die Stellungnahme des Beschuldigten zu seinen Vorstrafen an der Berufungsver-
handlung. So gab er an, die Rechtsordnung sei ihm sehr wichtig. Er sei jung gewe-
sen. Die meisten Dinge, die drin [im Strafregister] seien, seien mit dem Auto gewe-
sen oder wegen den Schulden. Er versuche, so gut es gehe, sich daran zu halten. 
Er «länge» das Auto nicht mehr an. Er sei jetzt eigentlich wieder fahrtüchtig, aber 
er warte noch mit der Prüfung bis seine Frau komme (pag. 1360 Z. 1 ff.). Darauf 
angesprochen, dass er beim letzten Strafbefehl mit AQ.________ Jahren nicht 
mehr so jung gewesen sei, als dass jugendlicher Leichtsinn geltend gemacht wer-
den könne: «Das war nicht mehr ganz jung. Aber ich habe daraus gelernt und ver-
suche jetzt wirklich, mich an die Regeln und das Gesetz zu halten (pag. 1360 
Z. 7 ff.). Eine echte Verantwortungsübernahme und ein verbindliches Bekenntnis 

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zur geltenden Rechtsordnung sind in diesen Aussagen nicht erkennbar. Schliess-
lich kommt hinzu, dass im zeitlichen Verlauf der Delinquenz des Beschuldigten eine 
Steigerung erkennbar ist, die in der Beteiligung am vorliegenden Angriff mündete. 
Auch wenn die letzte Verurteilung des Beschuldigten im Zeitpunkt der Berufungs-
verhandlung fünf Jahre zurücklag, ist aufgrund dieser Vorgeschichte davon auszu-
gehen, dass eine Geldstrafe nicht ausreicht