# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9ab0123c-3478-53ac-a234-ccdf8ad893b0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-10-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.10.2017 F-2552/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-2552-2017_2017-10-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-2552/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  9 .  O k t o b e r  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz), 

Richter Yannick Antoniazza-Hafner, Richter Fulvio Haefeli,  

Gerichtsschreiber Daniel Brand. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

vertreten durch lic. iur. Serif Altunakar, Rechtsberatung, 

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Einreiseverbot. 

 

 

 

F-2552/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer, ein türkischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie 

(geb. 1990), reiste am 12. Januar 2017 unter Umgehung der Grenzkon-

trolle in die Schweiz ein, wo er gleichentags um Asyl ersuchte. Nachdem 

ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank EURODAC 

ergeben hatte, dass er in Dänemark als Asylsuchender registriert ist, er-

suchte das SEM die dänischen Behörden am 2. Februar 2017 um dessen 

Rückübernahme. Diese stimmten der Rückübernahme am 10. März 2017 

zu. 

Mit Verfügung vom 15. März 2017 trat das SEM im Rahmen des Dublin-

Verfahrens auf das Asylgesuch nicht ein, ordnete die Wegweisung des Be-

schwerdeführers nach Dänemark an, forderte ihn auf, die Schweiz bis spä-

testens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, beauftragte 

den Kanton Aargau mit dem Vollzug der Wegweisung und stellte fest, einer 

allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu.  

B.  

Am 24. März 2017 verhängte das SEM gegenüber dem Beschwerdeführer 

ein dreijähriges Einreiseverbot (gültig ab 4. April 2017 bis 3. April 2020). 

Gleichzeitig ordnete es die Ausschreibung dieser Massnahme im Schen-

gener Informationssystem (SIS) an und entzog einer allfälligen Be-

schwerde die aufschiebende Wirkung. Zur Begründung führte die Vor- 

instanz aus, der Beschwerdeführer sei illegal in die Schweiz eingereist und 

sei gestützt auf die Bestimmungen von Dublin weggewiesen worden. Er 

habe damit gegen ausländerrechtliche Vorschriften verstossen und die öf-

fentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet. Zudem habe der Betroffene 

während seines Aufenthalts in der Schweiz Sozialhilfekosten verursacht; 

zudem hätten die Kosten für die Rückreise in den Herkunftsstaat von der 

öffentlichen Hand übernommen werden müssen. Die Anordnung einer 

Fernhaltemassnahme gestützt auf Art. 67 Abs. 2 Bst. a und b AuG sei da-

her angezeigt. Auch unter Berücksichtigung der Stellungnahme im Rah-

men des rechtlichen Gehörs erweise sich das vorliegende Einreiseverbot 

als verhältnismässig und gerechtfertigt.  

C.  

Am 30. März 2017 erhob der Beschwerdeführer gegen den Asylentscheid 

vom 15. März 2017 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Dieses 

wies die Beschwerde mit Urteil D-1929/2017 vom 10. April 2017 ab, wobei 

es übereinstimmend mit der Vorinstanz festhielt, dem Beschwerdeführer 

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sei der Nachweis nicht gelungen, dass er das Hoheitsgebiet der Dublin-

Mitgliedstaaten – wie von ihm behauptet – während mehr als drei Monaten 

verlassen habe. Sein Vorbringen, er habe Dänemark im August 2016 ver-

lassen und habe bis im Januar 2017 in der Türkei geweilt, bevor er in der 

Schweiz um Asyl nachgesucht habe, sei unglaubhaft. 

D.  

Am 12. April 2017 wurde der Beschwerdeführer im Auftrag des Amtes für 

Migration und Integration des Kantons Aargau (im Folgenden: MIKA) von 

der Kantonspolizei Aargau festgenommen, wobei die sofortige Inhaftierung 

im Ausschaffungszentrum Aarau angeordnet wurde. Das Verwaltungsge-

richt des Kantons Aargau bestätigte mit Urteil vom 13. April 2017 die durch 

das MIKA angeordnete Dublin-Administrativhaft. 

E.  

Am 27. April 2017 schliesslich wurde der Beschwerdeführer auf dem Luft-

weg nach Dänemark ausgeschafft. 

F.  

Mit Rechtsmitteleingabe vom 3. Mai 2017 an das Bundesverwaltungsge-

richt beantragt der Beschwerdeführer die Aufhebung des Einreiseverbots. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht wird um Verzicht auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses ersucht. Zur Begründung lässt der Beschwerdeführer 

durch seinen Parteivertreter im Wesentlichen vorbringen, er sei aus politi-

schen Gründen in die Schweiz geflüchtet, wo er ein Asylgesuch gestellt 

habe. Nach dessen rechtskräftiger Abweisung sei er von der Polizei fest-

genommen und nach Dänemark überstellt worden. Ohne diese Festnahme 

hätte er die Schweiz selbständig verlassen und wäre nach Dänemark ge-

reist. Es treffe zwar zu, dass er illegal in die Schweiz eingereist sei. Dies 

aber als Asylbewerber, um hier um Schutz zu ersuchen. Damit habe er 

nicht gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im 

Ausland verstossen, weshalb die Anordnung eines dreijährigen Einreise-

verbots unverhältnismässig sei.  

G.  

In ihrer Vernehmlassung vom 30. Juni 2017 spricht sich die Vorinstanz für 

die Abweisung der Beschwerde aus. Die Behauptung des Beschwerdefüh-

rers, aus politischen Gründen in die Schweiz geflüchtet zu sein, treffe nicht 

zu, nachdem er sich zuvor nicht im Verfolgerstaat, sondern in Dänemark 

aufgehalten habe, das nach dem Dubliner Erstasylabkommen für die Prü-

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Seite 4 

fung seines Asylgesuchs zuständig sei. Er habe sich demnach nicht in ei-

ner Gefährdungssituation befunden, der er sich nur durch eine Flucht in die 

Schweiz hätte entziehen können. Durch seine rechtswidrige Einreise habe 

er die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet und Kosten verursacht, 

für welche die öffentliche Hand habe aufkommen müssen.  

H.  

Mit Replik vom 16. August 2017 hält der Beschwerdeführer an seinem An-

trag und dessen Begründung vollumfänglich fest. Unter Bezugnahme auf 

seine Ausführungen in der Asylbeschwerde macht er geltend, Ende 

Juli/Anfang August 2016 mit Arbeitskollegen im Rahmen einer von seiner 

Firma organisierten Reise für drei Tage in Dänemark gewesen zu sein. Da-

nach sei er mit seinen Kollegen wieder in die Türkei zurückgekehrt. Auf-

grund der erneuten Verhaftung seines Bruders und der konkreten Gefahr, 

selber ebenfalls aus politischen Gründen verhaftet zu werden, sei er direkt 

vom Verfolgerstaat (der Türkei) in die Schweiz geflüchtet.  

I.  

Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägun-

gen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG, sofern keine 

Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 

VGG genannten Behörden. Dazu gehört auch das SEM, das mit der An-

ordnung eines Einreiseverbotes eine Verfügung im erwähnten Sinne und 

daher ein zulässiges Anfechtungsobjekt erlassen hat. Eine Ausnahme 

nach Art. 32 VGG liegt nicht vor. 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts ande-

res bestimmt (Art. 37 VGG). 

1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsbetroffener zur Beschwerde 

legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 

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Seite 5 

1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Streit-

sache endgültig (vgl. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhalts und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Be-

schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde-

verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 

Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann 

die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen 

gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage 

zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m.H.). 

3.  

3.1 Das SEM verfügt Einreiseverbote gegenüber weggewiesenen Auslän-

derinnen und Ausländern, wenn die Wegweisung nach Art. 64d Abs. 2 

Bst. a – c AuG sofort vollstreckt wird (Art. 67 Abs. 1 Bst. a AuG) oder die 

betroffene Person der Ausreiseverpflichtung nicht innert Frist nachgekom-

men ist (Art. 67 Abs. 1 Bst. b AuG). Es kann sodann nach Art. 67 Abs. 2 

AuG Einreiseverbote gegen ausländische Personen erlassen, die gegen 

die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland 

verstossen haben oder diese gefährden (Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG), Sozi-

alhilfekosten verursacht haben (Art. 67 Abs. 2 Bst. b AuG) oder in Vorbe-

reitungs-, Ausschaffungs- oder Durchsetzungshaft genommen worden sind 

(Art. 67 Abs. 2 Bst. c AuG). Das Einreiseverbot wird grundsätzlich für eine 

Dauer von höchstens fünf Jahren verhängt. Es kann für eine längere Dauer 

verfügt werden, wenn die betroffene Person eine schwerwiegende Gefahr 

für die öffentliche Sicherheit und Ordnung darstellt (Art. 67 Abs. 3 AuG). 

Schliesslich kann die verfügende Behörde aus humanitären oder anderen 

wichtigen Gründen von der Verhängung eines Einreiseverbots absehen 

oder ein Einreiseverbot vollständig oder vorübergehend aufheben (Art. 67 

Abs. 5 AuG). 

3.2 Das in Art. 67 AuG geregelte Einreiseverbot stellt keine Sanktion dar, 

sondern eine Massnahme zur Abwendung einer künftigen Störung der öf-

fentlichen Sicherheit und Ordnung (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über 

die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002 [nachfolgend: Bot-

schaft], BBl 2002 3813). Die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne 

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von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG bildet den Oberbegriff für die Gesamtheit der 

polizeilichen Schutzgüter; sie umfasst u.a. die Unverletzlichkeit der objek-

tiven Rechtsordnung und der Rechtsgüter Einzelner (vgl. Botschaft, a.a.O., 

S. 3809). In diesem Sinne liegt nach Art. 80 Abs. 1 Bst. a der Verordnung 

vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit 

(VZAE, SR 142.201) ein Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ord-

nung u.a. vor, wenn gesetzliche Vorschriften oder behördliche Verfügungen 

missachtet werden. Widerhandlungen gegen Normen des Ausländerrechts 

fallen ohne weiteres unter diese Begriffsbestimmung und können ein Ein-

reiseverbot nach sich ziehen (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 3813). Die Verhän-

gung eines Einreiseverbots knüpft an das Risiko einer künftigen Gefähr-

dung an. Gestützt auf sämtliche Umstände des Einzelfalls ist eine entspre-

chende Prognose zu stellen. Dabei ist naturgemäss primär das vergan-

gene Verhalten der betroffenen Person zu berücksichtigen (vgl. Urteil des 

BVGer C-5068/2015 vom 26. April 2016 E. 3.2 m.H.). 

4.  

4.1 Die Vorinstanz begründete das gegen den Beschwerdeführer ver-

hängte Einreiseverbot zum einen mit dessen illegaler Einreise in die 

Schweiz, womit er gegen ausländerrechtliche Vorschriften verstossen und 

die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet habe (Art. 67 Abs. 2 Bst. a 

AuG); zum andern warf sie ihm vor, während seines Aufenthaltes in der 

Schweiz Sozialhilfekosten verursacht zu haben, wobei auch die Kosten für 

dessen Rückreise in den Herkunftsstaat (Dänemark) von der öffentlichen 

Hand hätten übernommen werden müssen (Art. 67 Abs. 2 Bst. b AuG). 

4.2 Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, illegal in die Schweiz eingereist 

zu sein, macht jedoch geltend, aus politischen Gründen in dieses Land ge-

flüchtet zu sein, um hier um Asyl zu ersuchen. Soweit er vorbringt, im Rah-

men einer von seiner Firma organisierten Reise während drei Tagen in Dä-

nemark gewesen zu sein und danach wieder in sein Heimatland (Türkei) 

zurückgekehrt zu sein, genügt der Hinweis auf die (umfassenden) Erwä-

gungen im rechtskräftigen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 

D-1929/2017 vom 10. April 2017, welches als Quintessenz festhielt, dem 

Beschwerdeführer sei der Nachweis nicht gelungen, dass er das Hoheits-

gebiet der Dublin-Mitgliedstaaten – wie von ihm behauptet – während mehr 

als drei Monaten verlassen habe. Sein Vorbringen, bereits im August 2016 

Dänemark wieder verlassen und bis im Januar 2017 in der Türkei geweilt 

zu haben, bevor er in der Schweiz um Asyl nachgesucht habe, sei unglaub-

haft, zumal er keinerlei Belege für den geltend gemachten Aufenthalt aus-

serhalb des Hoheitsgebietes der Dublin-Staaten habe beibringen können. 

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Damit steht zweifelsfrei fest, dass der Beschwerdeführer am 12. Januar 

2017 rechtswidrig in die Schweiz eingereist ist und damit den Fernhal-

tegrund von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG gesetzt hat. 

4.2.1 Bezüglich des von der Vorinstanz erwähnten Fernhaltegrundes im 

Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. b AuG – die Verursachung von Sozialhilfekos-

ten – gilt es festzuhalten, dass dieser entgegen dem Wortlaut erst dann in 

Betracht fällt, wenn zusätzlich die Gefahr besteht, dass bei einer Wieder-

einreise erneut Sozialhilfe- und Rückreisekosten entstehen. Vorausset-

zung für die Annahme einer solchen Gefahr ist eine gewisse Wahrschein-

lichkeit dafür, dass die betroffene Person im Bedarfsfall nicht unverzüglich 

auf finanzielle Mittel zurückgreifen kann (vgl. Urteil des BVGer C-166/2007 

vom 27. August 2007, E. 5.1; MARC SPESCHA in: Kommentar Migrations-

recht, 4. Aufl. 2014, Art. 67 N 3a, sowie ANDREA BINDER OSER in: Stämpflis 

Handkommentar, Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, 

2010, Art. 67 N 10 m.H.). Sie ist im Falle des Beschwerdeführers zu beja-

hen, hat er doch während seines (illegalen) Aufenthaltes in der Schweiz 

nicht nur Sozialhilfe-, sondern auch Kosten für seine Rückreise in den Dub-

lin-Staat Dänemark verursacht. Im vorliegenden Fall besteht demzufolge 

auch ein Fernhaltegrund im Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. b AuG (vgl. zum 

Ganzen Urteil des BVGer F-5519/2015 vom 12. Juni 2017 E. 5.3.3). 

5.  

5.1 Es bleibt zu prüfen, ob die Massnahme in richtiger Ausübung des Er-

messens ergangen und angemessen ist. Der Grundsatz der Verhältnis-

mässigkeit steht dabei im Vordergrund. Unter diesem Gesichtspunkt ist 

eine wertende Abwägung vorzunehmen zwischen dem öffentlichen Inte-

resse an der Massnahme einerseits und den von der Massnahme beein-

trächtigten privaten Interessen des Betroffenen andererseits. Die Stellung 

der verletzten oder gefährdeten Rechtsgüter, die Besonderheiten des ord-

nungswidrigen Verhaltens und die persönlichen Verhältnisse des Verfü-

gungsbelasteten bilden dabei den Ausgangspunkt der Überlegungen (vgl. 

statt vieler HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 

7. Aufl. 2016, Rz. 514 ff.). 

5.2 Das Verhalten des Beschwerdeführers ist zweifelsohne geeignet, die 

fremdenpolizeiliche Ordnung ernsthaft zu beeinträchtigen. Dieses Fehlver-

halten wiegt objektiv nicht leicht, zumal sich der Beschwerdeführer gegen-

über den zuständigen Behörden völlig uneinsichtig gezeigt und das inkri-

minierte Verhalten trotz belastender Aktenlage (vgl. das bereits mehrfach 

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Seite 8 

erwähnte und rechtskräftige Asylurteil D-1929/2017) bis zum Schluss ve-

hement abgestritten hat. Aus seinem manifestierten Verhalten wird auf eine 

Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung geschlossen. Das 

Einreiseverbot hat in erster Linie präventiven Charakter, um einem erneu-

ten illegalen Aufenthalt des Beschwerdeführers, welcher weitere Sozialhil-

fekosten verursachen könnte, entgegenzuwirken. Die Vorinstanz war dem-

nach berechtigt, zur Abwendung künftiger Störungen ein Einreiseverbot zu 

verhängen. Im Zusammenhang mit der Einhaltung der ausländerrechtli-

chen Ordnung kommt den Vorschriften über Einreise und Aufenthalt zent-

rale Bedeutung zu. Es gilt sicherzustellen, dass sich ausschliesslich Per-

sonen in der Schweiz aufhalten, die dazu auch befugt sind, und durchzu-

setzen, dass andere, welche die Voraussetzungen nicht erfüllen, gar nicht 

erst einreisen bzw. das Land auf behördliche Anordnung hin auch tatsäch-

lich verlassen. Namentlich das generalpräventiv motivierte Interesse, die 

ausländerrechtliche Ordnung durch eine konsequente Massnahmenpraxis 

zu schützen, ist als gewichtig zu betrachten (zur Zulässigkeit der Berück-

sichtigung generalpräventiver Aspekte in Konstellationen, in denen wie hier 

kein sogenannter Vertragsausländer betroffen ist, vgl. Urteil des BGer 

2C_282/2012 vom 31. Juli 2012 E. 2.5 m.H.). Überdies liegt eine spezial-

präventive Zielsetzung der Massnahme darin, dass sie den Betroffenen er-

mahnt, bei einer allfälligen künftigen Wiedereinreise in die Schweiz nach 

Ablauf der Dauer des Einreiseverbots die für ihn geltenden Regeln einzu-

halten (vgl. hierzu Urteil des BVGer F-3002/2016 vom 10. Juli 2017 E. 5.2 

m.H.). Es besteht somit ein gewichtiges öffentliches Interesse an der Fern-

haltung des Beschwerdeführers. 

5.3 Dem öffentlichen Interesse an ihrer befristeten Fernhaltung stellt der 

Beschwerdeführer keine persönlichen Interessen gegenüber, die im Rah-

men des vorliegenden Verfahrens berücksichtigt werden könnten. Das 

Bundesverwaltungsgericht kommt daher zum Schluss, dass das gegen 

den Beschwerdeführer verhängte und auf drei Jahre befristete Einreisever-

bot eine verhältnismässige und angemessene Massnahme zum Schutze 

der öffentlichen Sicherheit und Ordnung darstellt. 

6.  

Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung ferner die Ausschrei-

bung des Einreiseverbots im SIS II angeordnet. Der Beschwerdeführer ist 

nicht Bürger eines Mitgliedstaates der Europäischen Union. Aufgrund der 

Ausschreibung im SIS ist es ihm untersagt, den Schengen-Raum zu betre-

ten. Der darin liegende Eingriff wird durch die Bedeutung des Falles ge-

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Seite 9 

rechtfertigt (vgl. Art. 21 i.V.m. Art. 24 Abs. 2 SIS-II-VO). Zum einen ist auf-

grund des Verhaltens des Betroffenen – wie oben ausgeführt – von einer 

nicht unbeachtlichen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung 

auszugehen, zum andern hat die Schweiz die Interessen der Gesamtheit 

aller Schengen-Staaten zu wahren (vgl. BVGE 2011/48 E. 6.1). Es bleibt 

diesen jedoch unbenommen, der ausgeschriebenen Person bei Vorliegen 

besonderer Gründe die Einreise ins eigene Hoheitsgebiet zu gestatten (vgl. 

auch Art. 67 Abs. 5 AuG). Die Voraussetzungen für die Ausschreibung im 

SIS sind demnach erfüllt. 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung im 

Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist so-

mit abzuweisen. 

8.  

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 900.- werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen nach Versand des vorliegenden 

Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein) 

– die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. […] / N […] zurück) 

– das Amt für Migration und Integration des Kantons Aargau 

 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

 

  

Marianne Teuscher Daniel Brand 

 

 

 

Versand: