# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 11ed380b-63ec-5d06-abfa-3ae6908f04d4
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-22
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 22.04.2016 SB150469
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB150469_2016-04-22.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB150469-O/U/cs 
 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, lic. iur. Ruggli und 

lic. iur. Stiefel sowie die Gerichtsschreiberin MLaw Hässig 

 

Urteil vom 22. April 2016 

 

in Sachen 

 
Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, vertreten durch Leitenden Staats-

anwalt Dr. Weder,  

Anklägerin, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagte 

 

sowie 

 

A._____,  

Privatkläger und Berufungskläger 

gegen 

 
B._____,  

Beschuldigter, Berufungsbeklagter und Anschlussberufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

 
betreffend versuchte schwere Körperverletzung 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung, vom 
24. September 2015 (DG150139) 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 4. Mai 2015 

(Urk. 28) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der versuchten schweren Körperverletzung in 

Notwehrexzess im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 und Art. 16 Abs. 1 StGB. 

2. Vom Vorwurf der versuchten Tötung wird der Beschuldigte freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 10 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 18 Ta-

ge durch Haft erstanden sind. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre angesetzt. 

5. Der Privatkläger wird  mit seinem Schadenersatz- und Genugtuungsbegeh-

ren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

22. April 2015 beschlagnahmte 1 Paar halbhohe Freizeitschuhe, schwarz, 

"G-Star Raw", Grösse 44 (…), wird dem Beschuldigten nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlangen herausgegeben. 

Verlangt der Beschuldigte oder eine durch ihn entsprechend bevollmächtigte 

Person (amtliche Verteidigung etc.) die Herausgabe nicht innert zwei Mona-

ten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils, wird der genannte Gegen-

stand vernichtet. 

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7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'500.00    die übrigen Kosten betragen: 

Fr. 3'000.00   Gebühr Strafuntersuchung 

Fr. 483.00   Kosten Kantonspolizei Zürich 

Fr. 3'568.10   Auslagen Untersuchung 

 

 

 
 
 

Fr. 10'578.60   amtliche Verteidigung 

Über die Höhe der Kosten der amtlichen Verteidigung wird separat ent-

schieden. 

8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-

nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten 

zu drei Vierteln auferlegt und im Übrigen definitiv auf die Gerichtskasse ge-

nommen. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden zu einem Viertel definitiv und 

zu drei Vierteln einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Vorbehalten 

bleibt eine Nachforderung des einstweilen auf die Gerichtskasse genomme-

nen Betrages gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.  

9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger eine reduzierte Partei-

entschädigung von Fr. 1'800.– (zuzügl. 8 % MwSt) zu bezahlen. 

Berufungsanträge: 

a) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich:  

(Urk. 71 S. 1) 

1. Der Beschuldigte sei der versuchten schweren Körperverletzung im 

Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen; 

2. Er sei mit einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren zu bestrafen, unter An-

rechnung der erstandenen 18 Tage Haft und Gewährung des teilbe-

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dingten Strafvollzugs, wobei 15 Monate als vollziehbar und 21 Monate, 

unter Ansetzung einer zweijährigen Probezeit, als bedingt vollziehbar 

zu erklären seien; 

3. Die Kosten des Haupt- und Berufungsverfahrens seien, ausgenommen 

die Kosten der amtlichen Verteidigung, vollumfänglich dem Beschuldig-

ten aufzuerlegen. 

b) Der Verteidigung des Beschuldigten:  

(Urk. 72 S. 1) 

1. Der Beschuldigte sei vollumfänglich freizusprechen. 

2. Der Beschuldigte sei für die erstandene Polizei- und Untersuchungs-

haft mit Fr. 200.– pro Hafttag zu entschädigen. 

3. Eventualiter sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 24. Septem-

ber 2015 zu bestätigen und die Anträge der Staatsanwaltschaft sowie 

der Privatklägerschaft abzuweisen. 

4. Die Kosten des Untersuchungs- sowie beider Gerichtsverfahren inklu-

sive der Kosten der amtlichen Verteidigung seien vollumfänglich auf die 

Staatskasse zu nehmen. 

5. Die Zivilforderungen der Geschädigten seien vollumfänglich abzuwei-

sen, evtl. auf den Zivilweg zu verweisen. 

c) Des Privatklägers: 

(Urk. 57 S. 2; Prot. II S. 7, 22 ff.) 

1. Die Dispositivziffer 1 und 2 des Urteils seien aufzuheben und der Be-

schuldigte sei der versuchten (eventualvorsätzlichen) Tötung im Sinne 

von Art. 111 StGB schuldig zu sprechen. 

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2. Die Dispositivziffer 5 des Urteils sei aufzuheben und dem Privatkläger 

sei sowohl Schadenersatz als auch eine Genugtuung von Fr. 50'000.– 

zuzusprechen. 

3. Die Dispositivziffer 9 des Urteils sei aufzuheben und der Beschuldigte 

sei zu verpflichten dem Privatkläger eine volle Prozessentschädigung 

(inkl. 8% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

____________________________ 

 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang und Prozessuales 

 1. Das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichts 

Zürich, 7. Abteilung, vom 24. September 2015 wurde am selben Tag mündlich er-

öffnet und sogleich den Parteien ausgehändigt (Prot. I S. 8 und S. 15 ff.; Urk. 46). 

Noch vor Schranken meldete die damalige Rechtsvertreterin des Privatklägers 

Berufung gegen das Urteil an (Prot. I S. 17). Am 28. September 2015 ging die Be-

rufungsanmeldung der Staatsanwaltschaft rechtzeitig bei der Vorinstanz ein 

(Urk. 47; Art. 399 Abs. 1 StPO). Den Empfang des begründeten Urteils quittierten 

die amtliche Verteidigung am 6. November 2015, die Anklagebehörde am 9. No-

vember 2015 und die Rechtsvertreterin des Privatklägers am 11. November 2015 

(Urk. 54/1-3). Mit Eingabe vom 19. November 2015 reichte die Staatsanwaltschaft 

rechtzeitig die Berufungserklärung ein. Die Berufungserklärung des Privatklägers 

vom 27. November 2015 (Datum des Poststempels) ging ebenfalls fristwahrend 

am 30. November 2015 ein (Urk. 55; Urk. 57; Art. 399 Abs. 3 StPO). Mit Präsidial-

verfügung vom 2. Dezember 2015 wurde den Parteien Frist für Anschlussberu-

fung angesetzt (Urk. 58). Am 21. Dezember 2015 (Datum des Poststempels: 

18. Dezember 2015) ging die auf "Freispruch in allen Punkten" lautende An-

schlussberufung der amtlichen Verteidigung, samt Datenerfassungsblatt und Bei-

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lagen (Urk. 61/1-5) rechtzeitig ein (Urk. 60; Urk. 59/1; Art. 400 Abs. 3 StPO). Mit 

Präsidialverfügung vom 11. Januar 2016 wurde die Anschlussberufung des Be-

schuldigten den anderen Parteien mitgeteilt (Urk. 62 f.). Am 1. Februar 2016 wur-

den die Parteien zur Berufungsverhandlung auf den 22. April 2016 vorgeladen 

(Urk. 64). Mit Eingabe vom 3. Februar 2016 gab die Rechtsvertreterin des Privat-

klägers ihre sofortige Niederlegung des Mandates bekannt (Urk. 65). 

 2. Die Berufung der Staatsanwaltschaft richtet sich gegen die Zuerkennung 

eines Notwehrexzesses im Sinne von Art. 16 Abs. 1 StGB und verlangt einen 

Schuldspruch wegen versuchter schwerer Körperverletzung im Sinne von Art. 122 

Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB und eine höhere Freiheitsstra-

fe, welche den bedingten Strafvollzug nicht mehr zulässt (Urk. 56). Der Privatklä-

ger lässt mit seiner Berufungserklärung einen Schuldspruch wegen eventualvor-

sätzlich versuchter Tötung im Sinne von Art. 111 StGB, die Zusprechung von 

Schadenersatz als auch Genugtuung und eine volle Prozessentschädigung bean-

tragen (Urk. 57 S. 2). Der Beschuldigte lässt mit seiner Anschlussberufung einen 

Freispruch ("in allen Punkten") beantragen und ficht das vorinstanzliche Urteil 

damit vollumfänglich an (Urk. 60). Unangefochten blieb demnach einzig die Her-

ausgabe der halbhohen Freizeitschuhe an den Beschuldigten gemäss Dispositiv-

ziffer 6. 

 3. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechts-

kraft des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Nachdem 

einzig die Urteilsdispositivziffer 6 (Herausgabe) unangefochten blieb, ist mittels 

Beschluss festzustellen, dass das vorinstanzliche Urteil in diesem Umfang in 

Rechtskraft erwachsen ist. 

 4. Anträge auf Beweisergänzung oder Nichteintreten auf die Anklage wurden 

von keiner Seite gestellt. 

II.  Sachverhalt 

 1. Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift zusammengefasst vorge-

worfen, am Sonntag, 18. Januar 2015, um ca. 06.30 Uhr, in der …-Unterführung, 

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… Zürich, den wehrlos und sich nicht mehr bewegenden, auf dem Rücken am 

Boden liegenden Privatkläger zuerst ein Mal gegen den Oberkörper und an-

schliessend mindestens drei Mal heftig von oben herab auf das Gesicht bzw. den 

Kopf getreten zu haben. Durch dieses bewusste Einwirken des Beschuldigten auf 

den Privatkläger habe dieser ein schweres Schädelhirntrauma mit multiplen Brü-

chen im Mittelgesicht (darunter Frakturen beider mittleren Augenhöhlenwände, 

der Siebbeinzelle und der Stirnbeinhöhle), multiple oberflächliche Hautabschür-

fungen, Hautein- und unterblutungen im Gesicht und am Kopf, ein Monokelhäma-

tom links, ein retrobulbäres Hämatom (Einblutung hinter dem Augapfel), zwei 

Quetsch-Risswunden an der Stirn, und eine Quetsch-Risswunde am Kinn, erlitten, 

wobei der Beschuldigte bei seinen Tritten auf bzw. gegen das Gesicht bzw. den 

Kopf des Privatklägers auch lebensbedrohende, eventualiter tödliche Verletzun-

gen zumindest in Kauf genommen habe, welche Folgen jedoch nicht eingetreten 

seien (Urk. 28 S. 2). 

 2. Der Beschuldigte hat diesen Vorwurf bei der Polizei, im Vorverfahren und 

vor Vorinstanz im Wesentlichen bestritten. Er machte zwar stets geltend, dem von 

seinem Kollegen C._____ zu Boden gebrachten und rücklings auf dem Boden lie-

genden Privatkläger mit einem Fusstritt lediglich das Messer aus der rechten 

Hand zu schlagen beabsichtigt zu haben. Dabei habe er den Privatkläger mit sei-

nem Schuh am Kopf getroffen. Dieser habe das Messer aber nicht losgelassen, 

sondern sich immer wieder in seine Richtung bewegt, weshalb er diesen ca. zwei 

bis drei Mal mit dem Fuss in Richtung Messer getreten und diesen mindestens 2 

Mal am Kopf getroffen habe. Der Beschuldigte stellte demgegenüber konstant in 

Abrede, den Privatkläger mit seinen Füssen getreten zu haben, als dieser wehrlos 

am Boden gelegen habe. Dies habe er nur während jenes Zeitraums getan, als 

der Privatkläger das Messer noch in der rechten Hand gehalten, sich bewegt und 

aufzustehen versucht habe. Der Privatkläger habe die ganze Zeit mit dem Messer 

herum, bzw. in seine Richtung gefuchtelt. Er habe diesen nicht verletzen wollen. 

Er sei angegriffen worden und habe sich einfach gewehrt. Er habe Zivilcourage 

bewiesen, da der Privatkläger mit seiner Begleiterin ziemlich aggressiv umgegan-

gen sei (Urk. 4/1 S. 2 f., 5; Urk. 4/4 S. 2 ff.; Urk. 4/6 S. 4 f.; Urk. 4/8 S. 2 f.; 

Urk. 4/9 S. 3, S. 4 u.; Urk. 42 S. 4 ff., insbes. S. 12 f.; Prot. II S. 13 ff.). 

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 2.1. Bei dieser Darstellung blieb der Beschuldigte auch anlässlich der Beru-

fungsverhandlung und wiederholte seine bereits gemachten Aussagen (Prot. II 

S. 13 ff.). Ergänzend zu seinen bisherigen Ausführungen gab er auf entsprechen-

de Frage an, dass sich die Hand des Privatklägers mit dem Messer vor dessen 

Gesicht befunden habe (Prot. II S. 16). 

 2.2. Die vom Beschuldigten bestrittenen Elemente des der Anklage zugrun-

de liegenden Sachverhalts und die geltend gemachte Notwehrsituation sind daher 

aufgrund der Untersuchungsakten und der vor Gericht vorgebrachten Argumente 

nach den allgemein gültigen Beweisregeln zu würdigen. Die wesentlichen Aussa-

gen der befragten Beteiligten sind nochmals näher zu betrachten. 

 2.3. Die rechtstheoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung und der 

Würdigung von Aussagen wurden im angefochtenen Urteil korrekt aufgeführt; es 

kann darauf verwiesen werden (Urk. 55 S. 7 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 2.4. Als Beweismittel liegen die Aussagen des Beschuldigten bei der Polizei, 

im Vorverfahren, inklusive Konfrontationseinvernahme mit dem damals noch Mit-

beschuldigten C._____, sowie vor beiden Gerichtsinstanzen (Urk. 4/1; Urk. 4/4; 

Urk. 4/6; Urk. 4/8+9; Urk. 42; Prot. II S. 7 ff.), ebenso die Aussagen des Privatklä-

gers (Urk. 5/4 f.), von C._____ (Urk. 4/5 ff.), der Freundin des Privatklägers, 

D._____, als Zeugin (Urk. 6/3; Urk. 6/7) und von E._____ als Zeugen (Urk. 6/1; 

Urk. 6/8), bei der Polizei und im Vorverfahren, sowie die Wahrnehmungsberichte 

der drei Polizeibeamten F._____, G._____ und H._____ (Urk. 6/4-6), vor. 

 2.4.1. Im angefochtenen Urteil wurde ohne die Angabe einer Rechtsgrund-

lage erwogen, dass ein Teil der Aussagen der Befragten nicht zu Ungunsten des 

Beschuldigten verwertbar seien, da die Einvernahmen teilweise nicht in Anwe-

senheit des Beschuldigten durchgeführt wurden, oder nachdem die Konfrontation 

mit der betreffenden befragten Person bereits erfolgt war (Urk. 55 S. 8 f., 

Ziff. 5.1.1 [C._____], S. 12, Ziff. 5.2.1 [E._____], S. 15, Ziff. 5.3.1 [Privatkläger], 

S. 15 f., Ziff. 5.4.1 [D._____]). Dies ist unzutreffend. 

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 2.4.1.1. Das in Art. 147 StPO geregelte Teilnahme- und Mitwirkungsrecht 

fliesst aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 107 Abs. 1 lit. b StPO). Aus-

sagen können nur verwertet werden, wenn der Beschuldigte wenigstens einmal 

während des Verfahrens angemessene und hinreichende Gelegenheit hatte, die 

ihn belastenden Aussagen in Zweifel zu ziehen und Fragen an die befragte Per-

son zu richten. Ein Anspruch auf mehrmalige Konfrontation mit den Aussagen ei-

nes Zeugen oder darauf, den Zeitpunkt der Ausübung des Teilnahme- und Mitwir-

kungsrechts durch den Beschuldigten selber zu bestimmen, besteht dagegen 

nicht. Auch aus Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK lässt sich nicht ableiten, dass die Kon-

frontation in einem bestimmten Verfahrensabschnitt zu erfolgen hat oder dem Be-

schuldigten mehrmals Gelegenheit geboten werden muss, dass z.B. Zeugen in 

seiner Gegenwart oder ein zweites Mal ergänzend befragt werden (RIKLIN, StPO 

Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2014, N 4 zu Art. 147 StPO; SCHLEIMINGER, in: 

Basler Kommentar Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Auflage 2014, N 4 f. 

zu Art. 147 StPO). 

 2.4.1.2. Dem Beschuldigten wurde bei allen Befragten die Gelegenheit ein-

geräumt anlässlich einer staatsanwaltschaftlichen Befragung seine Mitwirkungs-

und Teilnahmerechte auszuüben (C._____: Urk. 4/6; Privatkläger: Urk. 5/5 S. 6 f.; 

D._____: Urk. 6/7 S. 9 f.; E._____: Urk. 6/8 S. 11 f.). Der Umstand, dass C._____ 

nach der Konfrontation mit dem Beschuldigten noch einmal befragt wurde, wirkte 

sich nicht zum Nachteil des Beschuldigten aus, da die betreffenden Aussagen 

keine neuen Belastungen zum Inhalt hatten, welche dem Beschuldigten nicht be-

reits anlässlich der Konfrontation bekannt waren (vgl. Urk. 4/7). Ausserdem war 

dem Privatkläger der weitere Einvernahmetermin vom 11. Februar 2015 durch die 

Staatsanwaltschaft bekanntgegeben worden (Urk. 5/5 S. 7), weshalb die Möglich-

keit zur Teilnahme bestand. Es sind demzufolge alle Aussagen der befragten 

Personen in sämtlichen Einvernahmen uneingeschränkt auch zu Ungunsten des 

Beschuldigten verwertbar. 

 2.4.2. Zusätzlich sind das Gutachten zur körperlichen Untersuchung des Pri-

vatklägers des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich (IRM) vom 

3. Februar 2015 und ein forensisch-radiologischer Befund vom 21. Januar 2015 

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(Urk. 10/4+5), der Austrittsbericht des Universitätsspitals Zürich vom 23. Januar 

2015 (Urk. 10/6) sowie die Fotodokumentationen des Forensischen Instituts Zü-

rich (FOR) und der Stadtpolizei Zürich über die Verletzungen des Privatklägers 

und die Tatörtlichkeit (Urk. 7/1 S. 3; Urk. 7/2), das Gutachten zur körperlichen Un-

tersuchung des Beschuldigten des IRM Zürich vom 3. Februar 2015 (Urk. 12/3), 

die Protokolle der ärztlichen Untersuchungen, die pharmakologisch-toxikologi-

schen Gutachten und ärztlichen Berichte zur Blutalkoholanalyse des Beschuldig-

ten (Urk. 12/5; Urk. 12/7+8: im Tatzeitpunkt min. 1.75, max. 2.52 Gewichtspromil-

le) und von C._____ (Urk. 11/3; Urk. 11/5; Urk. 11/7+8: im Tatzeitpunkt min. 1.88, 

max. 2.68 Gewichtspromille), sodann die Berichte der Klinik für Neurologie vom 

21. Mai 2015 und der Augenklinik vom 6. Mai 2015 (Urk. 36 S. 7 f.; Urk. 40/1) und 

schliesslich die CD mit Aufzeichnungen der beiden Notruftelefonate des Zeugen 

E._____ (Urk. 9/3) als weitere Beweismittel vorhanden. 

 2.5. Die Aussagen des Beschuldigten, jene des Privatklägers und jene der 

weiteren Befragten wurden im angefochtenen Urteil korrekt zusammengefasst 

wiedergegeben. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 55 S. 8-21; Art. 82 Abs. 4 

StPO). 

 2.6. Auch hinsichtlich der Vorgeschichte, des Aneinandergeratens von 

C._____ und dem Beschuldigten mit dem Privatkläger am Tatort, das bedrohliche 

Zücken eines Messers durch den Letzteren sowie den Faustschlag von C._____ 

zur Abwehr kann vollumfänglich auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil 

verwiesen werden (Urk. 55 S. 23 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO), mit dem Hinweis, dass 

diese Vorgeschichte nicht Bestandteil des Anklagesachverhaltes bildet (vgl. 

Urk. 28 S. 2). 

 2.7. Bereits die ersten polizeilichen Aussagen des Beschuldigten sind wenig 

anschaulich. Es ist nicht nachvollziehbar, wie der Beschuldigte den Privatkläger 

beim Treten gegen das sich in der rechten Hand befindliche Messer mehrmals am 

Kopf getroffen haben will, zumal sich das Messer kaum, wie der Beschuldigte 

erstmals anlässlich der Berufungsverhandlung geltend machte (Prot. II S. 16), in 

der Nähe des Kopfes des Privatklägers befunden hätte, wenn sich dieser, wie 

vom Beschuldigten bereits von Beginn weg und in der Folge stets geltend ge-

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macht (Urk. 6/5 S. 2, 2. Absatz; Urk. 4/1 S. 2), am Boden liegend immer wieder in 

seine Richtung bewegt hätte. Auch die weitere Aussage des Beschuldigten auf 

die Frage, was er gemacht habe, nachdem er dem am Boden liegenden Privat-

kläger das Messer aus der Hand habe kicken können, will nicht recht einleuchten: 

Er habe dann gesehen, wie der Privatkläger am Boden liege. Dieser habe sich 

fast nicht mehr bewegt (ebenda, S. 2 u.). 

 2.7.1. Weshalb sollte sich der Privatkläger erst nach dem Wegkicken des 

Messers fast nicht mehr bewegt haben, nachdem dieser auch laut vorangehen-

den Aussagen des Beschuldigten bereits vor dem Wegkicken des Messers rück-

lings auf dem Boden gelegen hatte. Wäre der Privatkläger in jenem Zeitpunkt 

noch reaktionsfähig gewesen, wäre viel naheliegender und zu erwarten gewesen, 

dass er aufzustehen und vom Beschuldigten zurückzuweichen oder ihn allenfalls 

erneut mit dem Messer in der Hand anzugehen versucht hätte, anstatt sich vom 

Beschuldigten mehrmals gegen und auf den Kopf treten zu lassen. 

 2.7.2. Aus den Aussagen der übrigen Befragten ergibt sich denn auch viel-

mehr übereinstimmend und damit glaubhaft, dass der Privatkläger – entgegen der 

anderslautenden Schutzbehauptung des Beschuldigten – regungslos am Boden 

lag und das zuvor bedrohlich gegen den Beschuldigten und C._____ gerichtete 

Messer keine Bedrohung mehr dargestellt haben konnte (vgl. nachfolgend, 

Erw. II.2.8. ff.). 

 2.8. C._____ hatte bereits in seiner ersten polizeilichen Befragung und in der 

Folge stets eingeräumt, den Privatkläger reflexartig mit einem Faustschlag ins 

Gesicht geschlagen zu haben, um einen befürchteten Messerangriff zu verhin-

dern, wodurch der Privatkläger zu Boden gefallen und leicht seitlich zum Liegen 

gekommen sei. Weiter sagte C._____ u.a. aus, gesehen zu haben, dass der Be-

schuldigte hinzugetreten sei und dem am Boden liegenden Mann einen Tritt ver-

setzt habe. Er sei daraufhin zum Beschuldigten hingegangen und habe ihn vom 

Privatkläger weggezogen (Urk. 4/2 S. 3 f.). Gleichlautende Aussagen gab er an-

lässlich seiner staatsanwaltschaftlichen Hafteinvernahme zu Protokoll (Urk. 4/3 

S. 2 ff.; Urk. 4/5 S. 1). Er glaube, der Privatkläger habe das Messer noch in der 

Hand gehabt, damit aber nichts mehr gemacht. Er nehme an, der Privatkläger sei 

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bewusstlos gewesen. Dieser sei am Boden gewesen und habe sich nicht mehr 

bewegt (ebenda, S. 5 ff.). 

 2.8.1. All dies bestätigte der damals noch mitbeschuldigte C._____, dessen 

Verfahren in der Folge mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zü-

rich vom 4. Mai 2015 wegen rechtfertigender Notwehr (zu Recht) rechtskräftig 

eingestellt wurde (Urk. 24), anlässlich der Konfrontationseinvernahme mit dem 

Beschuldigten vom 4. Februar 2015 uneingeschränkt (Urk. 4/6 S. 2 ff., S. 5 f.). Die 

Frage, ob sich der Privatkläger noch bewegt habe, als dieser auf dem Boden ge-

legen habe, beantwortete C._____ wie folgt: "Ich habe keine Bewegung mehr ge-

sehen, nein." Auf die Frage, was der Privatkläger genau noch getan habe, als 

dieser am Boden gelegen habe, antwortete er: "Nichts mehr. Sagen wir so, ich 

habe nichts mehr gesehen." Auf die weitere Frage, was zu diesem Zeitpunkt mit 

dem Messer gewesen sei, gab C._____ wörtlich zu Protokoll: "Es war schon in 

der Nähe der Hand. Ich glaube schon, dass er es noch in der Hand hielt." Auf die 

Anschlussfrage, ob der Privatkläger noch etwas damit (mit dem Messer) getan 

habe, als dieser am Boden gelegen sei, war seine Antwort: "Ich habe nichts ge-

sehen." Schliesslich gab er auf die Frage, ob seiner Einschätzung nach der Pri-

vatkläger noch dazu fähig gewesen wäre, etwas mit dem Messer zu machen, zu 

Protokoll: "Genau habe ich es nicht gesehen. Ich habe mir noch gedacht, jetzt ist 

er am Boden und macht nichts mehr." (Urk. 4/6, S. 4). Auf die im weiteren Verlauf 

der Konfrontationseinvernahme nochmals gestellte Frage, in welchem Zustand 

der Privatkläger gewesen sei, als der Beschuldigte auf diesen eingetreten habe, 

antwortete er: "Er war bewusstlos. Hat sich nicht bewegt, das heisst, ich habe 

nichts gesehen." Er habe sich zwar dem Zeugen E._____ zugewandt. Er schätze, 

"ca. 1 bis 2 Meter" vom Geschädigten und dem Beschuldigten entfernt gewesen 

zu sein (ebenda, S. 7). Die vorinstanzliche Erwägung, gemäss C._____ habe sich 

der Privatkläger nach dem Zutreten nicht mehr bewegt (Urk. 55 S. 27), ist demzu-

folge unzutreffend und aktenwidrig. Aus den wörtlich zitierten Aussagen von 

C._____ ergibt sich vielmehr, dass sich der Privatkläger bereits vor den Tritten 

des Beschuldigten nicht mehr bewegt hatte. 

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 2.8.2. Die Aussagen von C._____ sind glaubhaft. Er belastet sich mit diesen 

selber, und seine Schilderungen sind frei von Übertreibungen. Soweit er den Be-

schuldigten belastete, waren seine Aussagen sehr zurückhaltend. Er gab bei der 

Art, Intensität und Anzahl der Fusstritte beispielsweise an, dies nicht genau gese-

hen zu haben (Urk. 4/6 S. 5 f.), bestätigte auf Vorhalt der betreffenden Zeugen-

aussage von E._____, wonach der Beschuldigte richtiggehend auf den Kopf des 

Privatklägers gesprungen sei, richtig in die Luft gesprungen sei, sich sehr brutal 

verhalten und völlig die Kontrolle verloren habe, dann aber die Angaben des Zeu-

gen als "gut möglich" (Urk. 4/3 S. 7; Urk. 4/6). 

 2.8.3. C._____ schilderte damit in Übereinstimmung mit den Aussagen des 

Zeugen E._____ (vgl. nachfolgend, Erw. II.2.9.) keine Situation, in welcher der 

Beschuldigte noch in irgendeiner Weise vom Privatkläger mit dem Messer bedroht 

gewesen wäre oder ein irgendwie gelagerter Angriff noch bevorgestanden hätte, 

als er diesen trat. Die diesbezügliche Darstellung des Beschuldigten wurde damit 

in keiner Weise bestätigt. Hätte sich der Beschuldigte in einer Situation der Be-

drohung oder eines bevorstehenden Angriffs des Privatklägers befunden, wäre 

dieser wohl kaum regungslos am Boden gelegen, und er hätte nicht von seinem 

Kollegen C._____ von diesem weggezogen und zurückgehalten werden müssen. 

 2.9. Der mit den Tatbeteiligten nicht bekannte Zeuge E._____ gab am 

18. Januar 2015, 08.05 Uhr, mithin weniger als zwei Stunden nach dem Tatge-

schehen, bei der Polizei zum eigentlichen Tathergang im Wesentlichen zu Proto-

koll (Urk. 6/1 S. 1 ff.), er habe sowohl die Auseinandersetzung zwischen C._____ 

und dem Beschuldigten mit dem Privatkläger als auch die Schläge des Privatklä-

gers gegen dessen Begleiterin gesehen, worauf der Beschuldigte und C._____ 

stärker interveniert hätten. Als er bemerkt habe, dass es immer heftiger geworden 

sei, habe er die Polizei angerufen. Er habe gesehen, dass ein Messer im Spiel 

gewesen sei und der Privatkläger damit herumgefuchtelt habe. Jener "mit dem 

Bärtli" (der Beschuldigte; vgl. Urk. 6/8 S. 2) habe dem Opfer dann mit der Faust 

ins Gesicht geschlagen. Dieser sei auf den Boden gefallen und bewusstlos lie-

gengeblieben (S. 2 oben). Dann sei der "mit dem Bärtli" zum Opfer hingegangen. 

Er nehme an, dieser habe ein Blackout gehabt und sei ausgetickt, habe völlig die 

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Kontrolle verloren und auf das Opfer eingetreten; zuerst nur am Körper und dann 

auf den Kopf. Dann sei dieser auf den Kopf des Opfers gesprungen, dies sicher 

zwei bis drei Mal. Zuerst habe er den Beschuldigten verbal davon abhalten wollen 

und zu diesem gesagt, die Polizei werde kommen, worauf er von diesem wegge-

stossen worden sei. Auch dessen Kollege (C._____) habe den Beschuldigten da-

von abzuhalten und wegzuziehen versucht. Die Freundin des Privatklägers sei 

erst wieder hinzugekommen, als er dem Privatkläger die Jacke unter den Kopf ge-

legt habe. Dieser habe geröchelt, und er habe diesen in Seitenlage gebracht. Die 

anderen Beiden hätten sich dann entfernt. Es sei hell gewesen. Die Unterführung 

sei beleuchtet (S. 2). Der "mit dem Bärtli" habe das Messer mit dem Fuss wegge-

stossen (ebenda, S. 3). Auf nochmaliges Nachfragen nach dem Zustand des Pri-

vatklägers, welcher nach dem Schlag auf dem Boden lag (S. 3, Frage17), bestä-

tigte der Zeuge wörtlich: "Er war ohnmächtig, bewegte sich nicht mehr. Er war 

bewusstlos. Dann kam der mit dem Bärtli und hat ihn getreten, vor allem in den 

Kopf, sehr brutal und mehrmals. Das Gesicht war alles Matsch, nicht nur von ei-

nem Schlag." 

 2.9.1. Seine tatnahen Aussagen bestätigte E._____ auch anlässlich der 

staatsanwaltschaftlichen Befragung als Zeuge in Gegenwart des Beschuldigten 

vollumfänglich (Urk. 6/8 S. 2 ff.), insbesondere auch, dass der Privatkläger nach 

dem "Verteidigungsschlag" bewusstlos zu Boden gefallen sei, dort auf dem Rü-

cken gelegen sei und nichts mehr gemacht habe. Das Messer sei dann weggetre-

ten worden, in den Tunnel hinein. Im ersten Moment habe es so ausgesehen, als 

ob sich der Beschuldigte und C._____ entfernen würden. Ein paar Sekunden spä-

ter habe sich der Beschuldigte umgedreht und sei zum am Boden Liegenden hin-

gegangen. Er glaube, der Beschuldigte habe dann ein erstes Mal gegen den 

Oberkörper eingetreten und dann mit dem Fuss ins Gesicht und mit ziemlicher 

Wucht auf den Kopf (S. 6). Auf die Frage, ob der Privatkläger das Messer noch in 

der Hand gehabt habe, als dieser am Boden gelegen habe, antwortete der Zeuge: 

"Ich glaube, dass ich es klimpern hörte, deswegen nein, aber genau kann ich es 

nicht mehr sagen" (S. 7). 

- 15 - 

 2.9.2. Zeuge E._____ hat sich offenkundig über die Person ("der mit dem 

Bärtchen") geirrt, welche den Privatkläger mit einem Faustschlag niedergeschla-

gen hatte (Urk. 6/1 S. 2; Urk. 6/8 S. 10). Es bestehen keine Zweifel daran, dass 

dieser Faustschlag von C._____ ausgeführt worden war, nachdem C._____ sel-

ber dies von Beginn weg eingeräumt hatte. Entgegen der vorinstanzlichen Würdi-

gung (Urk. 55 S. 25) weisen die Aussagen des Zeugen aber keine Übertreibun-

gen oder Dramatisierungstendenzen auf, zumal dessen Beschreibung, wonach 

der Beschuldigte auf den Kopf des Privatklägers gesprungen sei, auch von 

C._____ auf Vorhalt mit den Worten kommentiert wurde: "Das kann gut sein." 

(Urk. 4/3 S. 7). Auch angesichts der vom Privatkläger erlittenen Verletzungen (vgl. 

nachfolgend, Erw. II.2.13.) erscheint die Darstellung des Zeugen nicht übertrie-

ben. Dem Einwand der Verteidigung, dass die Wahrnehmungsfähigkeit des Zeu-

gen aufgrund des Alkoholkonsums getrübt gewesen sein müsse (Urk. 72 S. 7), ist 

entgegenzuhalten, dass die Blutalkoholkonzentration des Zeugen E._____ 0.32 

Gewichtspromille betrug (Urk. 1 S. 4), er mithin noch fahrfähig gewesen wäre. Ei-

ne getrübte Wahrnehmung aufgrund des Alkoholkonsums ist folglich auszu-

schliessen. 

 2.10. D._____ konnte keine sachdienlichen Beobachtungen zu den eigentli-

chen, gegen den Beschuldigten erhobenen Tatvorwürfen machen, da sie die Ge-

schehnisse im Zeitpunkt der Tritte gegen den Privatkläger von zu weit weg, aus 

ihr sicher scheinenden Distanz, beobachtet hatte und daher nicht sagen konnte, 

wer getreten hatte (Urk. 6/3 S. 2 ff.). Ein auch bei ihr durchgeführter Atemlufttest 

hatte offenbar das Ergebnis von 1.39 Gewichtspromille ergeben (Urk. 6/3 S. 2; 

Urk. 6/7 S. 5). Ferner gab sie zu Protokoll, dass ihr beim vorangehenden Streit mit 

dem Privatkläger ein Zahn abgebrochen sei (ebenda, S. 4 u.). Anlässlich ihrer 

Zeugenbefragung vom 4. Februar 2015 gab sie u.a. zu Protokoll, nicht mehr mit 

dem Privatkläger zusammen zu sein (Urk. 6/7 S. 3). Sie sei am Ende des Tunnels 

gewesen und der Vorfall eher an dessen Anfang. Sie habe in diesem Moment ein-

fach gehofft, dass es nicht der Privatkläger sein würde, der dort am Boden liege. 

Sie habe zwei Männer gesehen, welche auf ihn eingetreten hätten. Als sie zu-

rückgerannt sei, habe sei gesehen, dass es der Privatkläger gewesen sei, der am 

Boden gelegen habe (Urk. 6/7 S. 7 f.). 

- 16 - 

 2.11. Der Privatkläger konnte anlässlich seiner polizeilichen Befragung und 

bei der Staatsanwaltschaft infolge fehlender Erinnerung an den Vorfall keinerlei 

sachdienlichen Aussagen zum eigentlichen Tathergang aus eigener Wahrneh-

mung machen (Urk. 5/4; Urk. 5/5). Auch er wies beim Spitaleintritt vom 18. Januar 

2015, ca. 06.45 Uhr, einen Blutalkoholspiegel von 1.7 Gewichtspromille sowie ein 

positives Testergebnis für THC und Kokain auf (Urk. 10/6 S. 1). 

 2.12. Aus den Wahrnehmungsberichten der drei Polizeibeamten ergeben 

sich ebenfalls keine sachdienlichen Erkenntnisse über die gegen den Beschuldig-

ten erhobenen Tatvorwürfe aus eigener Wahrnehmung, da sie erst nach erfolgter 

Tat hinzukamen und daher lediglich im Nachhinein vom Hörensagen berichten 

konnten, was ihnen vom Beschuldigten und von C._____ vor Ort mündlich berich-

tet worden sei (Urk. 6/4-6). Ihren Schilderungen in den Wahrnehmungsberichten 

kommt daher lediglich der Beweiswert von Hilfstatsachen zu, zumal sie nie förm-

lich als Zeugen befragt wurden. Die Wiedergabe der von C._____ vor Ort gegen-

über dem Polizeibeamten F._____ offenbar gemachten mündlichen Angabe, wo-

nach sich der nach seinem Faustschlag auf dem Boden liegengebliebene Privat-

kläger noch bewegt habe (Urk. 6/4 S. 2, 2. Absatz), vermag daher die späteren 

einheitlichen Aussagen von C._____ in den förmlichen Befragungen bei der Poli-

zei und der Staatsanwaltschaft, wonach der Privatkläger bewusstlos am Boden 

gewesen sei, sich nicht mehr bewegt und nichts mehr gemacht habe (vgl. vorste-

hend, Erw. II.2.8. ff.), nicht in Zweifel zu ziehen, erst recht nicht, nachdem seine 

diesbezüglichen protokollarischen Aussagen auch mit jenen des Zeugen E._____ 

übereinstimmen (vgl. vorstehend, Erw. II.2.9. a.E.). 

 2.13. Hinzukommt, dass auch die Schwere der Verletzungen am Kopf des 

Privatklägers alles andere als von einem bloss versehentlichen Geschehen zeu-

gen, bei welchem der Beschuldigte quasi beim Treten gegen die Hand und das 

Messer nur beiläufig auch noch den Kopf des Privatklägers getroffen habe. Inso-

fern kann auch den Erwägungen der Vorinstanz nicht gefolgt werden, dass der 

Zeuge E._____ die Tritte des Beschuldigten gegen den Kopf des Privatklägers 

dramatisiert habe (Urk. 55 S. 22). Das vom Privatkläger erlittene schwere Schä-

delhirntrauma mit multiplen Brüchen des Mittelgesichts, insbesondere die erlitte-

- 17 - 

nen Frakturen beider mittleren Augenhöhlenwände, der Siebbeinzelle und der 

Stirnbeinhöhle sowie die Einblutung hinter dem Augenapfel, zeugen vielmehr von 

einer beträchtlichen Brutalität und direkten Gewalteinwirkung. Angesichts der Ver-

letzungen des Privatklägers im Gesicht und am Kopf, der multiplen oberflächli-

chen Hautabschürfungen, Hautein- und unterblutungen, der zwei Quetsch-

Risswunden an der Stirn sowie Quetsch-Risswunde am Kinn (Urk. 10/4 S. 2 ff., 

insbes. S. 5; Urk. 10/5; Urk. 10/6; Urk. 7/1 S. 3; Urk. 7/2 S. 25 ff.), bestehen keine 

Zweifel, dass diese von den wuchtigen Fusstritten des Beschuldigten mitverur-

sacht wurden und nicht alleine vom singulären Faustschlag von C._____ herrüh-

ren. Die Hautabschürfungen am Hinterkopf sind laut IRM-Gutachten dagegen am 

ehesten auf einen Sturz auf den Hinterkopf zurückzuführen (Urk. 10/4 S. 5) und 

daher nicht vom Beschuldigten zu verantworten. Unbeachtlich ist der Einwand der 

Verteidigung, wonach das IRM keine Verletzungen im Gesicht des Privatklägers 

festgestellt habe, welche den Schuhprofilen des Beschuldigten entsprochen hät-

ten (Urk. 72 S. 8; Urk. 10/4 S. 5). Die rechtsmedizinische Untersuchung des Pri-

vatklägers fand am 18. Januar 2015, um 10.50 Uhr, mithin 4 Stunden nach dem 

geltend gemachten Ereignis in den Räumlichkeiten des USZ statt (Urk. 10/4 S. 2). 

Zu diesem Zeitpunkt war der Privatkläger bereits ärztlich versorgt und dement-

sprechend gereinigt worden. Allfällige Schmutzanhaftungen wären folglich bereits 

entfernt worden. 

 3. Nach dem Dargelegten erweist sich der Anklagesachverhalt, wonach der 

Beschuldigte den wehrlos und sich nicht mehr bewegenden, auf dem Rücken am 

Boden liegenden Privatkläger zuerst ein Mal gegen den Oberkörper und an-

schliessend mindestens drei Mal heftig von oben herab auf das Gesicht bzw. den 

Kopf getreten habe, entgegen der Auffassung der Vorinstanz (Urk. 55 S. 29 f.), 

als vollumfänglich erstellt. 

III. Rechtliche Würdigung 

 1. Die Staatsanwaltschaft wendet sich gegen die Zuerkennung eines Not-

wehrexzesses im Sinne von Art. 16 Abs. 1 StGB und verlangt einen Schuldspruch 

wegen versuchter schwerer Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB 

- 18 - 

in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Urk. 56; Urk. 71 S. 1 ff.). Der Privatkläger 

liess mit seiner Berufungserklärung einen Schuldspruch wegen eventualvorsätz-

lich versuchter Tötung im Sinne von Art. 111 StGB beantragen (Urk. 44/1 S. 2; 

Urk. 44 A/1 S. 3 f.; Prot. I S. 10; Urk. 57 S. 2). Der Beschuldigte strebt mit seiner 

Anschlussberufung einen Freispruch an (Urk. 60; Urk. 72 S. 1; Prot. II S. 7). 

 2. Im Rahmen der vorinstanzlichen Hauptverhandlung ergänzte die Staats-

anwaltschaft zwar den zweiten Absatz der Anklage auf Seite 2 dahingehend, dass 

"auch lebensbedrohende, eventualiter tödliche Verletzungen…", mithin der Vor-

wurf der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB Bestandteil der Anklage wurde (Prot. I S. 9). Sie führte jedoch 

gleichzeitig aus, dass sie nach wie vor der Überzeugung sei, dass der Beschul-

digte den Tod des Privatklägers nicht gewollt oder in Kauf genommen habe. Der 

Beschuldigte habe kein über die Lebensgefahr hinausgehendes Tötungsrisiko in 

Kauf genommen (Prot. I S. 9). Diese Ansicht vertrat die Staatsanwaltschaft auch 

anlässlich der Berufungsverhandlung (Urk. 71 S. 5; Prot. II S. 21). 

 3. Die rechtstheoretischen Ausführungen der Vorinstanz zum Tötungsvor-

satz sind zutreffend, weshalb darauf zu verweisen ist (Urk. 55 S. 31 f.; Art. 82 

Abs. 4 StPO). Die Vorinstanz erkannte sodann zu Recht, dass dem Beschuldigten 

kein Tötungsvorsatz nachgewiesen werden kann, zumal er keine Waffe einsetzte, 

dem Privatkläger keine lebensgefährlichen Verletzungen zufügte und sich zumin-

dest durch C._____ von weiteren, möglicherweise tödlichen Tritten abhalten liess. 

Auf die diesbezüglichen Erwägungen kann ebenfalls verwiesen werden (Urk. 55 

S. 32). 

 4. Nach Art. 122 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu 10 Jahren oder Geld-

strafe nicht unter 180 Tagessätzen bestraft, wer vorsätzlich einen Menschen le-

bensgefährlich verletzt, wer vorsätzlich den Körper, ein wichtiges Organ oder 

Glied eines Menschen verstümmelt oder ein wichtiges Organ oder Glied un-

brauchbar macht, einen Menschen bleibend arbeitsunfähig, gebrechlich oder 

geisteskrank macht, das Gesicht eines Menschen arg und bleibend entstellt oder 

vorsätzlich eine andere schwere Schädigung des Körpers oder der körperlichen 

oder geistigen Gesundheit eines Menschen verursacht. 

- 19 - 

 4.1. Die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zur rechtlichen Würdigung 

betreffend Versuch, objektive und subjektive Tatbestandselemente der schweren 

Körperverletzung und Eventualvorsatz brauchen nicht wiederholt zu werden; es 

kann darauf verwiesen werden (Urk. 55 S. 31 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 4.2. Führt der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens  

oder Vergehens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende oder tritt der 

zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg nicht ein oder kann dieser nicht eintre-

ten, liegt ein Versuch vor (Art. 22 Abs. 1 StGB). Eine Lebensgefahr bestand beim 

Privatkläger nicht. Die ihm zugefügten Verletzungen (vorstehend, Erw. II.2.13.; 

Urk. 10/4 S. 2 ff., S. 5; Urk. 10/5; Urk. 10/6) erfüllen den objektiven Tatbestand 

der schweren Körperverletzung nicht. Mehrere heftige Tritte gegen den Kopf ei-

nes wehr- und regungslos am Boden liegenden Menschen sind indessen zwei-

felslos geeignet, lebensgefährliche Verletzungen zu bewirken. Das Ausbleiben 

des tatbestandsmässigen Erfolges einer schweren Körperverletzung beruhte mit-

hin lediglich darauf, dass der Beschuldigte von seinem Kollegen C._____ daran 

gehindert wurde, weiter auf den Privatkläger, resp. dessen Kopf einzutreten, und 

dass noch schwerwiegendere Verletzungsfolgen am Kopf des Privatklägers, wie 

beispielsweise ein mögliches Hirnödem oder eine mögliche intrakranielle Blutung 

(vgl. Urk. 10/4 S. 5 f.; Urk. 10/6 S. 1), aus Zufall nicht eintraten. Auch bleibende 

körperliche oder seelische Beeinträchtigungen sind nicht bekannt (Urk. 36/2; 

Urk. 40/1). Es liegt somit eine versuchte Tatbegehung im Sinne von Art. 22 Abs. 1 

StGB vor. 

 4.3. Der Tatbestand der schweren Körperverletzung gemäss Art. 122 StGB 

setzt in subjektiver Hinsicht keine besondere Vorsatzform voraus, weshalb Even-

tualvorsatz genügt. Es zählt zum Allgemeinwissen, dass heftiges Treten gegen 

den Kopfbereich zu lebensgefährlichen Verletzungen führen kann. Dieses Wissen 

ist dem Beschuldigten anzurechnen. Ausserdem anerkannte er, dass schwere 

oder lebensgefährliche Verletzungen eintreten können, wenn man mit Schuhen 

mehrfach auf den Kopf eines Menschen tritt (Urk. 4/4 S. 7; Prot. II S. 19). 

 4.3.1. Das Risiko und die Wahrscheinlichkeit des Eintritts des tatbestands-

mässigen Erfolges ist bei mehreren so heftigen Fusstritten derart gross und nahe-

- 20 - 

liegend, dass das Verhalten des Beschuldigten nur als Inkaufnahme dieses Erfol-

ges ausgelegt werden kann. Umso mehr, als er laut Aussage des Zeugen 

E._____ die Kontrolle über sich selber verloren hatte und förmlich ausgetickt war 

(Urk. 6/1 S. 2; Urk. 6/8 S. 10), während der Privatkläger gleichzeitig bewusst- und 

regungslos, und damit zur Abwehr gänzlich unfähig, rücklings auf dem Boden lag 

(vgl. vorstehend, Erw. II.2.7.2. ff., insbes. II.3.). 

 4.3.2. Unter diesen Umständen kann dem Beschuldigten auch nicht zuer-

kannt werden, er habe auf das Ausbleiben des tatbestandsmässigen Erfolges ver-

traut. Wer sich so verhält, nimmt die Verursachung schwerer oder lebensgefährli-

cher Verletzungen zumindest in Kauf. 

 4.4. Demzufolge hat sich der Beschuldigte der (eventualvorsätzlich) ver-

suchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB in Verbin-

dung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gemacht. 

 5. Im angefochtenen Urteil wurde dem Beschuldigten ein Notwehrexzess im 

Sinne von Art. 15 StGB in Verbindung mit Art. 16 Abs. 1 StGB zuerkannt, mit der 

Begründung, es habe offensichtlich ein rechtswidriger Angriff durch den Privatklä-

ger stattgefunden, und dieser habe den Konflikt durch sein äusserst brutales Ver-

halten gegenüber seiner Freundin provoziert und dem Beschuldigten und 

C._____ mit einem Messer gedroht (Urk. 55 S. 37). Die Vorinstanz legte ihren 

Erwägungen zum objektiven und subjektiven Tatbestand den Sachverhalt zu-

grunde, wonach der Beschuldigte "gegen den aufgrund des Zustands der Be-

wusstlosigkeit zur Abwehr unfähigen Privatkläger" eingewirkt habe (Urk. 55 

S. 34). Bei der Prüfung der tatsächlichen Voraussetzungen einer Notwehrsituation 

ging die Vorinstanz demgegenüber leicht abweichend vom Sachverhalt aus, wo-

nach die ersten Tritte des Beschuldigten dem Messer oder dem Oberkörper des 

Privatklägers gegolten hätten und aus einer Notwehrsituation im Sinne von Art. 15 

StGB heraus erfolgt seien. Erst die zwei letzten Tritte gegen den nunmehr er-

kennbar regungslosen Beschuldigten könnten dagegen nicht mehr als Notwehr-

handlungen erachtet werden (Urk. 55 S. 37, Ziff. 3.3.3). Dem kann nicht gefolgt 

werden. 

- 21 - 

 5.1. Ein Notwehrrecht besteht für diejenige Person, welche ohne Recht an-

gegriffen oder unmittelbar mit einem Angriff bedroht wird. Dabei ist jede durch 

menschliches Verhalten drohende Verletzung rechtlich geschützter Interessen als 

Angriff zu verstehen. Als unmittelbarer Angriff gilt ein Angriff, sobald die Rechts-

gutverletzung entweder bereits im Gange, also gegenwärtig ist und noch andauert 

oder unmittelbar droht. Dabei ist die Bedrohung durch einen Angriff unmittelbar, 

wenn sie aktuell und konkret ist, sodass mit einem Angriff ernstlich zu rechnen ist 

und jedes weitere Zuwarten die Verteidigungschance gefährdet. Der Rechtferti-

gungsgrund der Notwehr verlangt vom Angegriffenen damit nicht, dass er mit ei-

ner Reaktion zuwartet, bis es für eine Abwehr zu spät ist. Doch setzt die Unmittel-

barkeit der Bedrohung voraus, dass jedenfalls Anzeichen einer Gefahr vorhanden 

sind, die eine Verteidigung nahelegen. Solche Anzeichen liegen namentlich vor, 

wenn der Angreifer eine drohende Haltung einnimmt, sich zum Kampf vorbereitet 

oder Bewegungen macht, die in diesem Sinne gedeutet werden können. Der An-

griff droht mit anderen Worten nicht erst unmittelbar, wenn es für den Angreifer 

kein Zurück mehr gibt, sondern bereits, wenn der Bedrohte nach den gesamten 

Umständen mit dem sofortigen Angriff rechnen muss. Handlungen, die lediglich 

darauf gerichtet sind, einem zwar möglichen aber noch unsicheren Angriff vorzu-

beugen, einem Gegner also nach dem Grundsatz, dass der Angriff die beste Ver-

teidigung ist, zuvorzukommen und ihn vorsorglich kampfunfähig zu machen, fallen 

nicht unter den Begriff der Notwehr (SEELMANN, in: Basler Kommentar Strafrecht I, 

3. Auflage 2013, N 4 ff. zu Art. 15 StGB; BGE 136 IV 49 E. 3.2 f.; Urteile des Bun-

desgerichts 6B_780/2009 vom 21. Januar 2010 E. 2.3 und 6B_289/2008 vom 

17. Juli 2008 E. 7.3). 

 5.2. Im angefochtenen Urteil wurde ausser Acht gelassen, dass das aggres-

sive Verhalten und der erfolgte Angriff des Privatklägers mit dem Faustschlag von 

C._____ beendet wurde. Wie die Vorinstanz bei der nicht Gegenstand der Ankla-

ge bildenden Vorgeschichte zutreffend erstellte, ging der Privatkläger aufgrund 

des Faustschlages von C._____ zu Boden und lag hernach leicht seitlich auf dem 

Rücken am Boden (Urk. 55 S. 24; vorstehend, Erw. II.2.6.), wobei er – entgegen 

der weiteren vorinstanzlichen Beweiswürdigung – gemäss erstelltem Anklagesa-

chverhalt bereits vor dem ersten Fusstritt des Beschuldigten wehrlos war und sich 

- 22 - 

nicht mehr bewegte (vgl. vorstehend, Erw. II.2.8.1. a.E. und Erw. II.3.). Nachdem 

vom regungs- und wehrlos am Boden liegenden Privatkläger keine Gefahr mehr 

ausging (vorstehend, Erw. II.2.7.2.), konnte und durfte der Beschuldigte auch 

nicht mehr ernstlich mit einem konkreten, unmittelbar bevorstehenden Angriff 

rechnen. Eine Notwehrsituation lag demzufolge im Zeitpunkt der Fusstritte nicht 

mehr vor. 

IV. Strafzumessung 

 1. Die schwere Körperverletzung wird mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren 

oder Geldstrafe nicht unter 180 Tagessätzen geahndet (Art. 122 StGB i.V.m. 

Art. 40 StGB). Der ordentliche Strafrahmen ist trotz des Vorliegens von Straf-

schärfungs- und Strafmilderungsgründen nur zu verlassen, wenn aussergewöhn-

liche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angeordnete Strafe im 

konkreten Fall zu hart bzw. zu mild erscheint. Das Gericht ist indessen verpflich-

tet, Strafschärfungsgründe zumindest straferhöhend und Strafmilderungsgründe 

strafmindernd innerhalb des ordentlichen Strafrahmens zu berücksichtigen 

(BGE 121 IV 55; BGE 136 IV 55 E. 5.5 ff.). 

 2. Beim Beschuldigten sind trotz des Vorliegens der Strafmilderungsgründe 

der verminderten Schuldfähigkeit im Sinne von Art. 19 Abs. 2 StGB (nachfolgend, 

Erw. IV.2.2.2.1. ff.) und des Versuches im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB keine 

ausserordentlichen Umstände gegeben, welche eine Unterschreitung des regulä-

ren Strafrahmens als angezeigt erscheinen liessen. Strafschärfungsgründe liegen 

nicht vor. 

 2.1. Innerhalb des Strafrahmens ist die Strafe nach dem Verschulden des 

Täters zu bemessen, wobei das Gericht das Vorleben, die persönlichen Verhält-

nisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters berücksichtigt. Das 

Verschulden wird dabei nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des 

betroffenen Rechtsgutes, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweg-

gründen und Zielen des Beschuldigten sowie danach bestimmt, wie weit dieser 

nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder 

- 23 - 

Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 1 und 2 StGB). Der Begriff des Verschul-

dens hat sich auf den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straf-

tat zu beziehen. Dabei ist zwischen der Tat- und der Täterkomponente zu unter-

scheiden (HUG, IN: DONATSCH/FLACHSMANN/HUG/WEDER, Kommentar zum schwei-

zerischen Strafgesetzbuch, 19. Auflage, Zürich 2013, N 6 zu Art. 47 StGB). 

 2.2. Bei der Tatkomponente sind das Ausmass des verschuldeten Erfolges 

(Deliktsbetrag, Gefährdung des geschützten Rechtsguts, das Risiko, körperliche 

und psychische Schäden beim Opfer, Sachschaden etc.), die Art und Weise der 

Herbeiführung dieses Erfolges (Mittel, kriminelle Energie, Provokation), die Wil-

lensrichtung, mit der der Täter gehandelt hat, und die Beweggründe des Schuldi-

gen zu beachten (objektive Tatschwere). Sodann sind für das Verschulden auch 

das "Mass an Entscheidungsfreiheit" beim Täter sowie die sogenannte Intensität 

des deliktischen Willens (subjektive Tatschwere) bedeutsam (HUG, a.a.O., N 7 ff. 

zu Art. 47 StGB). Je leichter es für den Täter gewesen wäre, die Norm zu respek-

tieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung gegen sie (Urteil des Bundesge-

richts 6S.270/2006 vom 5. September 2006 E. 6.2.1.; BGE 122 IV 241; TRECHSEL 

ET AL., StGB-Praxiskommentar, 2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2013, N 21 zu Art. 47 

StGB). 

 2.2.1. Bei der objektiven Tatschwere ist vorauszuschicken, dass der Tatbe-

stand der schweren Körperverletzung die körperliche (und psychische) Integrität 

und damit eines der wichtigsten Rechtsgüter des Menschen schützt. Unter dem 

Eindruck des vorausgehenden Angriffs und der Bedrohung mit gezücktem Messer 

durch den im Tatzeitraum (ebenfalls) einen Blutalkoholspiegel in der Grössenord-

nung von 1.7 Gewichtspromille sowie ein positives Testergebnis für THC und Ko-

kain aufweisenden Privatkläger (Urk. 10/6 S. 1) begab sich der Beschuldigte auf 

den von seinem Kollegen C._____ mit einem Faustschlag inzwischen bereits 

ausser Gefecht gesetzten und nunmehr regungslos seitlich auf dem Rücken am 

Boden liegenden Privatkläger zu und trat diesen zuerst einmal gegen den Ober-

körper und hernach mehrmals heftig von oben herab auf das Gesicht, bzw. den 

Kopf. Sein Vorgehen stellt einen üblen Gewaltexzess dar und zeugt von seiner 

erheblichen Gewaltbereitschaft sowie von beträchtlicher Brutalität und Gering-

- 24 - 

schätzung der körperlichen Integrität eines anderen Menschen, der obendrein re-

gungs- und bewusstlos war. Andererseits hinterlässt dieses Geschehen den Ein-

druck eines unbedachten, aus dem Augenblick heraus triebhaften, unreflektierten 

und von Kontrollverlust geprägten Handelns des Beschuldigten. 

 2.2.1.1. Mit diesen brutalen Fusstritten verursachte er beim wehrlosen Pri-

vatkläger keine Lebensgefahr. Das vom Privatkläger erlittene schwere Schädel-

hirntrauma kann nicht mit Sicherheit dem Beschuldigten als Allein- oder Mitverur-

sacher zugeordnet werden, da dieses auch vom Aufschlag mit dem Hinterkopf auf 

den Boden als Folge des Faustschlages von C._____ herrühren kann. Dieser Teil 

der Verletzung des Privatklägers ist daher bei der Gewichtung der objektiven 

Schwere seiner Tat nicht zu berücksichtigen (nachfolgend, Erw. IV.2.2.1.2.). Bei 

den dem Privatkläger zugefügten multiplen Brüchen des Mittelgesichts (Frakturen 

beider mittleren Augenhöhlenwände, der Siebbeinzelle und der Stirnbeinhöhle) 

und der Einblutung hinter dem Augenapfel, der multiplen oberflächlichen Hautab-

schürfungen, Hautein- und unterblutungen, den zwei Quetsch-Risswunden an der 

Stirn sowie der Quetsch-Risswunde am Kinn (vgl. vorstehend, Erw. II.2.13. und 

II.2.2.), ist zugunsten des Beschuldigten leicht verschuldensmindernd zu berück-

sichtigen, dass der singuläre Faustschlag seines Kollegen C._____ ebenfalls für 

einen Teil der Verletzungen ursächlich war. Bei der eventualvorsätzlich versuch-

ten schweren Körperverletzung kommt es aber ohnehin nicht auschlaggebend auf 

die Zuordnung der tatsächlich eingetretenen, im Sinne von Art. 123 StGB einfa-

chen Verletzungen des Privatklägers an, sondern vielmehr auf die vom Beschul-

digten eventualvorsätzlich in Kauf genommenen möglichen, aber aufgrund glück-

licher Umstände nicht eingetretenen, im Sinne von Art. 122 StGB schweren Ver-

letzungen beim Privatkläger, wie z.B. ein lebensbedrohliches Hirnödem oder eine 

lebensbedrohliche intrakranielle Blutung (Urk. 10/4 S. 6; Urk. 10/6 S. 1 "Anamne-

se"). Die Verletzungen des Privatklägers hatten sodann weiter zur Folge, dass 

dieser sich für 5 Tage in stationäre Spitalpflege, mit anschliessender ambulanter 

Behandlung durch den Hausarzt, hatte begeben müssen und vom 18. Januar 

2015 bis zum 29. Januar 2015 zu 100 % arbeitsunfähig war. Bleibende körperli-

che Beeinträchtigungen als Folge der Fusstritte des Beschuldigten sind nicht be-

kannt (Urk. 10/6; Urk. 36/1; Urk. 40/1; Urk. 44/2). 

- 25 - 

 2.2.1.2. Vorausgesetzt, der tatbestandsmässige Erfolg der schweren Kör-

perverletzung wäre durch eine im Sinne von Art. 122 StGB schwere oder lebens-

gefährliche Verletzung eingetreten, wäre insgesamt von einer erheblichen objekti-

ven Tatschwere auszugehen. Angesichts des zur Verfügung stehenden Strafrah-

mens wäre eine hypothetische Einsatzstrafe in der Grössenordnung von 4 bis 5 

Jahren Freiheitsstrafe angemessen.  

 2.2.2. Bei der subjektiven Tatschwere ist nochmals klarzustellen, dass im 

Zeitpunkt der Fusstritte keine das Verschulden mindernde Notwehrsituation mehr 

vorlag (vorstehend, Erw. III.3.2.). Zwar fügte der Beschuldigte die im Sinne des 

Gesetzes einfachen Verletzungen dem Privatkläger direktvorsätzlich zu. Merklich 

verschuldensmindernd fällt indessen ins Gewicht, dass er hinsichtlich einer 

schweren Körperverletzung nicht direkt-, sondern nur eventualvorsätzlich, aus 

dem Augenblick heraus und damit planlos handelte.  

 2.2.2.1. Mit der Vorinstanz (Urk. 55 S. 40, Ziff. 2.2.2) und der Staatsanwalt-

schaft (Urk. 71 S. 6) ist dem Beschuldigten ein Handeln im Affekt, mithin in einer 

heftigen Gemütsbewegung zuzubilligen. Da der Privatkläger seine damalige 

Freundin, die Zeugin D._____, ebenfalls übel malträtiert hatte und ihn (den Privat-

kläger) das überwiegende Verschulden am Zustandekommen der Vorgeschichte 

des Vorfalls getroffen haben dürfte (vgl. vorstehend, Erw. II.2.6.), da der Privat-

kläger auch auf C._____ losging, nachdem der Beschuldigte und C._____ ihn 

aufgefordert hatten, von seiner damaligen Freundin abzulassen, ist dem Beschul-

digten ein Handeln im Affekt zuzubilligen. Das Verschulden des Beschuldigten 

wird dadurch merklich gemindert.  

 2.2.2.2. Mit der Vorinstanz ist sodann verschuldensmindernd zu berücksich-

tigen, dass beim Beschuldigten im Zeitpunkt der Tat eine Verminderung der 

Schuldfähigkeit infolge seiner Alkoholisierung vorlag (Urk. 55 S. 40). 

 2.2.2.2.1. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung fällt bei einer Blutal-

koholkonzentration von über 2 Gewichtspromille eine Verminderung der Zurech-

nungsfähigkeit in Betracht. Der Blutalkoholkonzentration kommt bei der Beurtei-

lung der Zurechnungsfähigkeit allerdings keine vorrangige Bedeutung zu. Sie bie-

- 26 - 

tet lediglich eine grobe Orientierungshilfe. Im Sinne einer groben Faustregel geht 

die Rechtsprechung lediglich davon aus, dass bei einer Blutalkoholkonzentration 

von unter 2 Gewichtspromille in der Regel keine Beeinträchtigung der Schuldfä-

higkeit gegeben ist und dass bei einer solchen von 3 Promille und darüber meist 

Schuldunfähigkeit vorliegt. Bei einer Blutalkoholkonzentration im Bereich zwi-

schen 2 und 3 Promille besteht somit im Regelfall die Vermutung für eine Vermin-

derung der Zurechnungsfähigkeit. Diese Vermutung kann jedoch im Einzelfall 

durch Gegenindizien umgestossen werden. Im medizinischen Schrifttum wird her-

vorgehoben, dass es keine feste Korrelation zwischen Blutalkoholkonzentration 

und darauf beruhender forensisch relevanter Psychopathologie gibt. Gewöhnung, 

Persönlichkeit und Tatsituation sind stets in die Beurteilung einzubeziehen (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_725/2009 vom 26. November 2009 E. 2.2 mit Verweis auf 

BGE 122 IV 49 E. 1b, m.w.H.; Urteil des Bundesgerichts 6S.17/2002 vom 7. Mai 

2002 E. 1.c.aa). In BGE 122 IV 49 hat das Bundesgericht die Verneinung einer 

verminderten Schuldfähigkeit aufgrund vorliegender Gegenindizien sogar bei ei-

ner Blutalkoholkonzentration von 2.09 bis 2.32 Promille gestützt (E. 1c). Somit 

haben konkrete Feststellungen über Alkoholisierung oder Nüchternheit prinzipiell 

Vorrang gegenüber Blutalkoholwerten. Ausschlaggebend für die Beeinträchtigung 

von Einsichts- oder Steuerungsfähigkeit ist der psychopathologische Zustand (der 

Rausch), und nicht dessen Ursache, die Alkoholisierung, die sich in der Blutalko-

holkonzentration widerspiegelt. Eine aufgehobene Steuerungsfähigkeit läge aus 

psychiatrischer Sicht sodann erst vor, wenn sich psychotische Störungen des Re-

alitätsbezuges feststellen liessen. Dies wäre der Fall bei Störungen der Orientie-

rung mit Situations- oder Personenverkennung sowie bei Zuständen, die von Hal-

luzinationen oder Wahnvorstellungen determiniert wären, wie beispielsweise Feh-

len der Ansprechbarkeit oder fehlende Reagibilität auf Aussenreize (Urteile des 

Bundesgerichts 6S.17/2002 vom 7. Mai 2002 E. 1.c.aa und 6S.79/2007 vom 

30.5.2007 E. 3.3 = BGE 133 IV 145 ff., m.w.H.). 

 2.2.2.2.2. Das pharmakologisch-toxikologische Gutachten des Instituts für 

Rechtsmedizin der Universität Zürich über den Beschuldigten vom 16. Februar 

2015 hält fest, dass dieser zur Tatzeit eine (zurückgerechnete) Blutalkoholkon-

zentration von maximal 2.52 und minimal 1.75 Gewichtspromille aufwies 

- 27 - 

(Urk. 12/7+8). Zugunsten des Beschuldigten ist grundsätzlich vom höheren Wert 

auszugehen. Weiter hält das Gutachten fest, dass sich die akute Alkoholwirkung 

bei einer Blutalkoholkonzentration von mehr als 2 Promille u.a. regelmässig in 

deutlichen Gang- und Sprachstörungen und "später häufiger Amnesie" und bei 

einer Konzentration von 2.5 Promille u.a. in "schwerem Rausch", allgemeinem 

Persönlichkeitsabbau sowie Bewusstseinseinengung bemerkbar macht. Eine 

Blutalkoholkonzentration von über 3 Promille bewirke in der Regel schwere Stö-

rungen der Orientierung (zu Person, Zeit, Ort), Torkeln und Lallen, zunehmende 

Benommenheit bis hin zur Bewusstlosigkeit sowie Amnesie nach Abklingen des 

Rausches (Urk. 12/7 S. 3). 

 2.2.2.2.3. Es fällt auf, dass der Beschuldigte bereits im Zeitpunkt der ca. drei 

Stunden nach der Tat durchgeführten ärztlichen Untersuchung gemäss Einschät-

zung des untersuchenden IRM-Arztes trotz des Alkoholkonsums offenbar nur 

noch "leicht beeinträchtigt" wirkte (Urk. 12/5). Laut seiner eigenen Einschätzung 

war der Beschuldigte während des Vorfalls "ziemlich angetrunken". Er würde sa-

gen, er sei "betrunken" gewesen. Er wisse, was er getrunken habe. Er habe noch 

"normal laufen und sprechen" können. Er habe noch gewusst, was er tue 

(Urk. 4/4 S. 8). Als weiterer Hinweis auf den Zustand des Beschuldigten sind die 

Angaben des Polizeibeamten G._____ in dessen Wahrnehmungsbericht vom 

18. Januar 2015 vorhanden, welcher nach der Tat vor Ort mit dem Beschuldigten 

gesprochen hatte, als sie sich zu Fuss gemeinsam zum Tatort zurückbegeben 

hatten. Dabei gingen sie offenbar nebeneinander her und unterhielten sich, ohne 

dass der Polizeibeamte dabei besondere Auffälligkeiten beim Beschuldigten no-

tiert hätte (Urk. 6/5 S. 1 f.). Andererseits wurde vom Zeugen E._____ beschrie-

ben, dass der Beschuldigte (im Tatzeitpunkt) die Kontrolle verlor und "austickte". 

 2.2.2.3. Nach dem Dargelegten ist zu Gunsten des Beschuldigten, wie be-

reits von der Vorinstanz (Urk. 55 S. 40, Ziff. 2.2.2), eine leichte Verminderung der 

Schuldfähigkeit zu berücksichtigen. Eine stärkere Verminderung kommt nicht in 

Betracht, nachdem der Beschuldigte weder durch deutliche Gang- oder Sprach-

störungen noch durch eine spätere Amnesie hinsichtlich des Tatgeschehens (vgl. 

- 28 - 

Urk. 12/5 S. 3) aufgefallen ist und sich überdies auch selber nachträglich schlicht 

als "betrunken" einschätze. 

 2.2.2.4. Aufgrund der leichten Verminderung der Schuldfähigkeit sowie des 

Handelns im Affekt wird die objektive Schwere der Tat durch die subjektive Tat-

schwere merklich gemindert.  

 2.2.3. Es liegt daher insgesamt ein Verschulden im mittleren Bereich vor, die 

hypothetische Einsatzstrafe ist auf 3 ½ Jahre Freiheitsstrafe zu reduzieren. 

 2.3. Wie bereits dargelegt, erlitt der Privatkläger keine im Sinne von Art. 122 

StGB schweren Verletzungen. Dem fakultativen Strafmilderungsgrund des Versu-

ches im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB ist strafreduzierend Rechnung zu tragen. 

Das Ausmass der Strafreduktion hängt dabei von der Nähe des tatbestandsmäs-

sigen Erfolges und von der Schwere der tatsächlichen Folgen der Tat ab. Die Re-

duktion der Strafe hat umso geringer zu sein, je näher der tatbestandsmässige Er-

folg und je schwerwiegender die Folgen der tatsächlichen Tat waren (WIPRÄCHTI-

GER/KELLER, in: Basler Kommentar Strafrecht I, 3. Auflage 2013, N 23 ff. zu 

Art. 48a StGB). 

 2.3.1. Das Ausbleiben des tatbestandsmässigen Erfolges einer schweren 

Körperverletzung beruhte lediglich darauf, dass der Beschuldigte von seinem Kol-

legen C._____ und dem Zeugen E._____ daran gehindert wurde, weiter auf den 

Privatkläger, resp. dessen Kopf einzutreten. Der Beschuldigte hatte alles unter-

nommen, was zur Erfüllung des Tatbestandes der schweren Körperverletzung er-

forderlich ist. Dass noch schwerwiegendere Verletzungsfolgen am Kopf des Pri-

vatklägers, wie beispielsweise ein mögliches Hirnödem oder eine mögliche intra-

kranielle Blutung (vgl. Urk. 10/4 S. 5 f.; Urk. 10/6 S. 1), ausgeblieben sind, ist im 

Übrigen lediglich glücklichen Umständen zu verdanken. 

 2.3.2. Demzufolge ist die Strafe wegen Versuchs bloss leicht auf 3 Jahre 

Freiheitsstrafe zu reduzieren. 

 2.4. Bei der Würdigung der Täterkomponente kann die verschuldensange-

messene Strafe aufgrund von Umständen, die mit der Tat grundsätzlich nichts zu 

- 29 - 

tun haben, erhöht oder herabgesetzt werden. Massgebend hierfür sind im We-

sentlichen täterbezogene Komponenten wie die persönlichen Verhältnisse, Vor-

strafen, Leumund, Strafempfindlichkeit und Nachtatverhalten, wie Geständnis, 

Einsicht, Reue etc. (HUG, a.a.O., N 14 ff. zu Art. 47 StGB). 

 2.4.1. Der Beschuldigte wurde am tt. Januar 1994 in Bülach geboren und ist 

dort bei seinen Eltern aufgewachsen. Er hat eine zehn Jahre ältere Schwester. 

Seine Eltern sind seit seinem vierten Lebensjahr geschieden. Er ist je hälftig bei 

seiner Mutter und seinem Vater aufgewachsen und pflegt zu beiden Elternteilen 

ein gutes Verhältnis. Im Alter von 4 Jahren zogen sie nach Zürich-… um, wo der 

Beschuldigte den Kindergarten und die Primarschule besuchte. Er absolvierte die 

Sekundarstufe B und hernach das 10. Schuljahr an einer Privatschule. Eine Lehre 

als Gärtner hat er in der Probezeit abgebrochen und war hernach ca. drei Monate 

lang arbeitslos. Weitere Anstrengungen zur Suche einer Ausbildungsstelle traf er 

in der Folge nicht mehr. Seit einigen Jahren arbeitet er in einem 100 % Pensum 

als Hilfs-Polymechaniker bei der Firma I._____ AG in …, wobei der Beschuldigte 

im Stundenlohn zu Fr. 25.– ca. Fr. 3'600.– netto, inklusive 13. Monatslohn, pro 

Monat verdient. Er ist ledig, hat keine Kinder und wohnt nach wie vor mit seiner 

Mutter zusammen, welcher er pro Monat Fr. 300.– für das Wohnen beisteuere 

und sich zusätzlich am Essen beteilige. Über Vermögen verfügt er nicht. Bei sei-

ner Mutter hat er Schulden in der Höhe von ca. Fr. 2'500.–. Die Krankenkassen-

prämie betrage Fr. 250.– pro Monat. Er hat keine Unterhaltspflichten. Beim SV … 

spielt der Beschuldigte zusammen mit seinem Kollegen C._____ Fussball in der 

3. Liga. Weiter gab der Beschuldigte im Vorverfahren und vor Vorinstanz an, im 

Februar 2016 eine Ausbildung zum technischen Kaufmann beginnen zu wollen 

(Urk. 4/1 S. 2 ff.; Urk. 4/9 S. 3 f.; Urk. 21/3; Urk. 42 S. 1 ff.). 

 2.4.2. Anlässlich der Berufungsverhandlung erklärte der Beschuldigte, dass 

er die Ausbildung zum Technischen Kaufmann nicht begonnen habe. Er wolle zu-

nächst das EFZ nachholen und anschliessend allenfalls den Technischen Kauf-

mann machen. Er werde demnächst bei der Firma I._____ festangestellt. Weiter 

gab er an, dass er in der Zwischenzeit von zu Hause ausgezogen sei. Die Wohn-

kosten würden Fr. 740.– betragen (Prot. II S. 9 f.). Aus seinen persönlichen Ver-

- 30 - 

hältnissen gehen keine Umstände hervor, aus denen sich zusätzliche, strafmass-

relevante Faktoren ableiten lassen. 

 2.4.3. Im Anschluss an sein früheres Strafverfahren wegen einer tätlichen 

Auseinandersetzung vom 28. Januar 2012 (nachfolgend, Erw. IV.2.4.4.) wurde 

der Beschuldigte im Rahmen einer Weisung dazu verpflichtet, einen Gewaltprä-

ventionskurs zu besuchen (Urk. 4/1 S. 5). Dabei absolvierte er das Lernprogramm 

des Amtes für Justizvollzug des Kantons Zürich, Bewährungs- und Vollzugsdiens-

te, gemäss Abschlussbericht vom 22. Juni 2014 vollständig. Im gesamten Pro-

zess sei auch das Alkoholkonsumverhalten als risikofördernder Faktor ein perma-

nentes Thema gewesen. Aufgrund des damals aktuellen Kenntnisstandes wurde 

das Rückfallrisiko beim Beschuldigten als klar gesenkt eingeschätzt (Urk. 21/7). 

 2.4.4. Der Beschuldigte ist im Schweizerischen Strafregister mithin mit einer 

Vorstrafe verzeichnet (Urk. 66). Er wurde mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Zürich-Limmat vom 26. September 2012 wegen Angriffs im Sinne von Art. 134 

StGB mit einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.–, 

bei einer Probezeit von 2 Jahren, und mit Fr. 300.– Busse bestraft. Er befand sich 

bereits damals für 2 Tage in Polizeiverhaft (Urk. 21/6). Diese – entgegen der Auf-

fassung der Vorinstanz (Urk. 55 S. 42, Ziff. 2.3.2.2) – einschlägige Vorstrafe so-

wie der Umstand, dass der Beschuldigte bloss vier Monate nach Ablauf der vor-

erwähnten Probezeit erneut wegen eines Deliktes gegen die körperliche Integrität, 

verbunden mit Alkoholmissbrauch, straffällig wurde, obwohl er nur wenige Monate 

zuvor das erwähnte Lernprogramm beendet hatte, ist merklich, mit 4 Monaten 

Freiheitsstrafe, straferhöhend zu berücksichtigen. 

 2.4.5. Beim Nachtatverhalten ist dem Verhalten des Täters nach der Tat und 

im Strafverfahren Rechnung zu tragen. Ein Geständnis, das kooperative Verhal-

ten eines Täters bei der Aufklärung von Straftaten sowie die Einsicht und Reue 

wirken strafmindernd. Umfangreiche und prozessentscheidende Geständnisse 

können eine Strafreduktion von bis zu einem Drittel bewirken (BGE 121 IV 202 

E. 2d/cc). Der Grad der Strafminderung hängt aber insbesondere davon ab, in 

welchem Stadium des Verfahrens das Geständnis erfolgte. Ein Verzicht auf 

Strafminderung ist zulässig, wenn das Geständnis die Strafverfolgung nicht er-

- 31 - 

leichtert hat, namentlich weil der Täter nur aufgrund einer erdrückenden Beweis-

lage oder gar erst nach Ausfällung des erstinstanzlichen Urteils geständig gewor-

den ist (Urteil des Bundesgerichts vom 21. November 2011 6B_558/2011 E. 2.3). 

Die bundesgerichtliche Praxis zeigt, dass nur ein ausgesprochen positives Nach-

tatverhalten zu einer maximalen Strafreduktion von einem Drittel führen kann. Zu 

einem solchen gehört ein umfassendes Geständnis von allem Anfang an und aus 

eigenem Antrieb, also nicht erst auf konkrete Vorwürfe hin oder nach Vorlage ent-

sprechender Beweise. Ferner gehört kooperatives Verhalten im Vorverfahren da-

zu, wozu auch gehört, dass beispielsweise aufgrund des Verhaltens eines Be-

schuldigten weitere Delikte aufgeklärt oder Mittäter zur Rechenschaft gezogen 

werden können, was ohne sein kooperatives Mitwirken nicht möglich gewesen 

wäre. Schliesslich gehört Einsicht ins Unrecht der Tat und Reue dazu. Nur wenn 

all diese Faktoren erfüllt sind, kann eine Strafreduktion von einem Drittel erfolgen. 

Fehlen einzelne Elemente, ist die Strafe entsprechend weniger stark zu mindern 

(WIPRÄCHTIGER/KELLER, a.a.O., N 169 ff. zu Art. 47 StGB; vgl. auch TRECHSEL ET 

AL., a.a.O., N 22 und N 24 zu Art. 47 StGB). 

 2.4.5.1. Der Beschuldigte hatte sich zusammen mit seinem Kollegen 

C._____ unmittelbar nach der Tat zwar vom Tatort entfernt, sich wenig später 

aber der Polizei gestellt. Zudem hat er zwar grundsätzlich eingeräumt, gegen den 

Privatkläger getreten zu haben, bestreitet indessen alle wesentlichen Belas-

tungsmomente und machte stets einen noch andauernden Angriff des Privatklä-

gers und, gestützt darauf, eine Notwehrsituation geltend, weshalb sein Teilge-

ständnis das Verfahren nicht erleichtert hat. Es liegt daher bloss ein beschränktes 

Teilgeständnis vor. Das Beharren auf Notwehr zeugt auch nicht von wirklicher 

Einsicht.  

 2.4.5.2. Insgesamt rechtfertigt das Nachtatverhalten des Beschuldigten da-

her eine Strafreduktion in der Grössenordnung von 4 Monaten. 

 2.5. Die straferhöhenden und strafmindernden Faktoren der Täterkompo-

nente halten sich daher gerade in etwa die Waage, weshalb der Beschuldigte mit 

einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren zu bestrafen ist. 

- 32 - 

 3. Einer Anrechnung der vom Beschuldigten erstandenen Untersuchungs-

haft von 18 Tagen steht nichts entgegen (Art. 51 StGB). 

V. Vollzug 

 1. Für Freiheitsstrafen von mehr als zwei Jahren und höchstens drei Jahren 

sieht das Gesetz die Möglichkeit des teilbedingten Vollzugs vor (Art. 42 Abs. 1 

und Art. 43 Abs. 1 StGB). Der Gesetzgeber geht davon aus, bei Freiheitsstrafen 

in dieser Höhe wiege das Verschulden (siehe Art. 43 Abs. 1 StGB) so schwer, 

dass trotz günstiger bzw. nicht ungünstiger Prognose ein Teil der Strafe zum 

Ausgleich des Verschuldens vollzogen werden muss (Urteil des Bundesgerichts 

vom 6B_538/2007 vom 2. Juni 2008 E. 3.1.3; BGE 134 IV 241). Dabei darf der 

unbedingt vollziehbare Teil die Hälfte der Strafe nicht übersteigen (Art. 43 Abs. 2 

StGB), und sowohl der aufgeschobene wie auch der zu vollziehende Teil der 

Freiheitsstrafe müssen mindestens 6 Monate betragen (Art. 43 Abs. 3 Satz 1 

StGB). Innerhalb des gesetzlichen Rahmens liegt die Festsetzung im pflichtge-

mässen Ermessen des Gerichts. Das Verhältnis der Strafteile ist so festzusetzen, 

dass darin die Wahrscheinlichkeit der Legalbewährung des Täters einerseits und 

dessen Einzeltatschuld andererseits hinreichend zum Ausdruck kommen. Je 

günstiger die Prognose und je kleiner die Vorwerfbarkeit der Tat sind, desto grös-

ser muss der auf Bewährung ausgesetzte Strafteil sein. Der unbedingt vollziehba-

re Strafteil darf das unter Verschuldensgesichtspunkten (Art. 47 StGB) gebotene 

Mass nicht unterschreiten (BGE 134 IV 97 E. 6.3.4.3; BGE 134 IV 1 E. 5.6). 

 2. Die Staatsanwaltschaft beantragte die Gewährung des teilbedingten 

Strafvollzuges, wobei 15 Monate als vollziehbar und 21 Monate, unter Ansetzung 

einer zweijährigen Probezeit, als bedingt vollziehbar zu erklären seien. Dabei 

würde die Vorstrafe als eher prognosebelastend ins Gewicht fallen. Demgegen-

über seien die konkreten Umstände, mithin das Handeln des Beschuldigten im Af-

fekt, zu berücksichtigen. Insgesamt fehle es an einer ungünstigen Prognose (Urk. 

71 S. 1, 8; Prot. II S. 22). Die Verteidigung verwies diesbezüglich auf die Begrün-

dung im vorinstanzlichen Urteil und beantragte in ihrem Eventualantrag den be-

dingten Strafvollzug und eine Probezeit von zwei Jahren (Urk. 72 S. 12 f.). 

- 33 - 

 3. Der Beschuldige ist sozial und beruflich integriert, was gegen Bedenken 

an seiner Legalbewährung spricht. Negativ wirkt sich jedoch aus, dass er bloss 

vier Monate nach Ablauf der Probezeit seiner Vorstrafe erneut wegen eines Delik-

tes gegen die körperliche Integrität, verbunden mit übermässigem Alkoholkon-

sum, straffällig wurde, obwohl er nur wenige Monate zuvor das erwähnte Lern-

programm zur Gewaltprävention beendet hatte (vorstehend, Erw. IV.2.4.4.). Sein 

Verschulden bei der vorliegend beurteilten Tat wurde als insgesamt im mittleren 

Bereich liegend eingestuft (vgl. vorstehend, Erw. IV.2.2.3.). Unter diesem Aspekt 

erscheint es angemessen zum Schuldausgleich von der ausgefällten Freiheits-

strafe von 3 Jahren 12 Monate zu vollziehen. Die restlichen 24 Monate sind auf-

zuschieben. Den bei der Legalprognose verbleibenden Restbedenken ist mit einer 

Probezeit von 3 Jahren Rechnung zu tragen (Art. 44 Abs. 1 StGB). 

VI. Zivilansprüche 

 1. Die Vorinstanz hat über die Zivilansprüche nicht entschieden, sondern 

den Privatkläger mit seinem Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren gestützt 

auf Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen, mit der 

Begründung (Urk. 55 S. 45), es lasse sich nicht erstellen, welche Verletzungen 

auf jene Tritte des Beschuldigten zurückzuführen seien, welche noch in Notwehr 

erfolgt seien, und welche nicht, sowie welche Verletzungen vom Faustschlag von 

C._____ und vom Sturz auf den Hinterkopf stammten, weshalb sich die Beurtei-

lung im Sinne von Art. 126 Abs. 3 StPO unverhältnismässig aufwendig gestalten 

würde. Dabei hat es die Vorinstanz unterlassen, wenigstens dem Grundsatz nach 

darüber zu entscheiden (Art. 126 Abs. 3 StPO). 

 2. Der Privatkläger liess mit seiner Berufung die Zusprechung von Schaden-

ersatz und einer Genugtuung beantragen (Urk. 57). Bereits vor Vorinstanz bean-

tragte er, den Beschuldigten dem Grundsatz nach zu verpflichten, ihm Schaden-

ersatz im Zusammenhang mit der Tat vom 18. Januar 2015 zu leisten und für be-

reits entstandenen Schaden (Kleider- und Handykosten) Fr. 750.– zu bezahlen. 

Ausserdem sei ihm Fr. 50'000.–, zzgl. 5 % Zins seit dem 18. Januar 2015, als 

Genugtuung zu entrichten (Urk. 44 S. 2). Der Privatkläger hielt anlässlich der Be-

- 34 - 

rufungsverhandlung an seinen Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen fest 

(Prot. II S. 7, 22 ff.). Der Beschuldigte verlangte vor Vorinstanz wie auch anläss-

lich der Berufungsverhandlung die Abweisung dieser Anträge (Urk. 45 S. 1; Urk. 

72 S. 13 f.; Prot. II S. 26). 

 3. Mit der Zivilklage im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StPO kann die geschädigte 

Person im Strafverfahren gegen die beschuldigte Person zivilrechtliche Ansprü-

che, die sich aus der Straftat herleiten, adhäsionsweise geltend machen. Die Zi-

vilklage dient damit vor allem den Interessen der geschädigten Person, welche 

sich mit verhältnismässig geringem Aufwand am Strafverfahren beteiligen kann 

und keinen ordentlichen Zivilprozess anstrengen muss. Klageberechtigt ist aus-

schliesslich die Privatklägerschaft, welche im Sinne von Art. 118 Abs. 1 StPO ge-

genüber den Strafverfolgungsbehörden ausdrücklich erklärt hat, sich am Strafver-

fahren als Zivilkläger beteiligen zu wollen. Wie im Zivilprozess gilt auch im Adhä-

sionsprozess die Dispositionsmaxime und es bleibt der Privatklägerschaft über-

lassen, ob und in welchem Umfang sie einen Anspruch geltend machen will. Die 

Behauptungs-, Substantiierungs- und Beweisführungslast bleibt zwar bei der ge-

schädigten Person, ist aber dadurch gemindert, dass sie von den Ergebnissen der 

Strafuntersuchung profitieren und darauf verweisen kann (DOLGE, in: Basler 

Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Auflage 2014, N 5 ff. zu 

Art. 122 StPO). 

 3.1. Das Strafgericht entscheidet über eine anhängig gemachte Zivilklage, 

wenn es die beschuldigte Person schuldig spricht (Art. 126 Abs. 1 lit. a StPO). Die 

Zivilklage wird auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses verwiesen, wenn die 

Privatklägerschaft ihre Klage nicht hinreichend begründet oder beziffert hat 

(Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO). Wäre die vollständige Beurteilung des Zivilanspruchs 

unverhältnismässig aufwendig, so kann das Gericht die Zivilklage nur dem 

Grundsatz nach entscheiden und sie im Übrigen auf den Weg des Zivilprozesses 

verweisen. Ansprüche von geringer Höhe beurteilt das Gericht nach Möglichkeit 

selbst (Art. 126 Abs. 3 StPO). 

 3.2. Gemäss Art. 47 OR kann der Richter bei Körperverletzung unter Würdi-

gung der besonderen Umstände der verletzten Person eine angemessene Geld-

- 35 - 

summe als Genugtuung zusprechen. Die Genugtuung bezweckt den Ausgleich für 

erlittene seelische Unbill. Ihre Bemessung richtet sich im Wesentlichen nach der 

Art und Schwere der Verletzung, der Intensität und Dauer der Auswirkungen auf 

die Persönlichkeit des Betroffenen, dem Grad des Verschuldens des Haftpflichti-

gen, einem allfälligen Selbstverschulden des Geschädigten, sowie der Aussicht 

auf Linderung des Schmerzes durch die Zahlung eines Geldbetrages (BREHM, 

Berner Kommentar, Das Obligationenrecht, Band VI, 1. Abt., Art. 41-61 OR, 

3. Auflage 2006, N 9 zu Art. 47 OR; Urteil des Bundesgerichts 6B_768/2014 vom 

24. März 2015 E. 3.3, nicht publ. in: BGE 141 IV 97). 

 3.2.1. Gemäss erstelltem Anklagesachverhalt lag keine Notwehrsituation 

vor. Die heftigen Fusstritte des Beschuldigten gegen den Kopf und das Gesicht 

des Privatklägers waren widerrechtlich und erfolgten absichtlich. Mit diesen bruta-

len Fusstritten verursachte er beim wehrlosen Privatkläger keine Lebensgefahr. 

Der Privatkläger erlitt aber ein schweres Schädelhirntrauma mit multiplen Brüchen 

des Mittelgesichts (Frakturen beider mittleren Augenhöhlenwände, der Siebbein-

zelle und der Stirnbeinhöhle) und eine Einblutung hinter dem Augenapfel, ferner 

multiple oberflächliche Hautabschürfungen, Hautein- und unterblutungen, zwei 

Quetsch-Risswunden an der Stirn sowie eine Quetsch-Risswunde am Kinn zu 

(vgl. vorstehend, Erw. II.2.14. und II.2.2.), sodass dieser sich für 5 Tage in statio-

näre Spitalpflege, mit anschliessender ambulanter Behandlung durch den Haus-

arzt, hatte begeben müssen und vom 18. Januar 2015 bis zum 29. Januar 2015 

zu 100 % arbeitsunfähig war. 

 3.2.2. Der Beschuldigte hat die im Sinne von Art. 123 StGB einfachen Kopf-

verletzungen des Privatklägers, mit Ausnahme derjenigen am Hinterkopf, welche 

vom Sturz stammten, zumindest mitzuverantworten. Die Hautabschürfungen am 

Hinterkopf sind laut IRM-Gutachten dagegen am ehesten auf einen Sturz auf den 

Hinterkopf zurückzuführen (Urk. 10/4 S. 5) und daher nicht vom Beschuldigten zu 

verantworten (vorstehend, Erw. II.2.13. a.E.). Die übrigen Gesichts- und Kopfver-

letzungen hat somit der Beschuldigte zumindest mitverursacht. Dem Umstand, 

dass der singuläre Faustschlag von C._____ teilweise Mitursache der Gesichts-

verletzungen des Beschuldigten bilden konnte und der genaue Verursacher jeder 

- 36 - 

einzelnen Verletzung im Nachhinein nicht mehr detailliert rechtsgenügend zu eru-

ieren ist, ist mit einer angemessenen Reduktion der Genugtuungshöhe zu begeg-

nen. 

 3.2.3. Anders als bei der Strafzumessung hat das beträchtliche Mitverschul-

den des Privatklägers am Zustandekommen der Vorgeschichte der Tat mit sei-

nem bedrohlichen Messereinsatz eine erhebliche Reduktion der Genugtuungs-

summe zur Folge. 

 3.3. Insgesamt erweist sich eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 6'000.– als 

angemessen. Im Mehrbetrag ist das Genugtuungsbegehren des Privatklägers ab-

zuweisen. 

 4. Aufgrund des Schuldspruches haftet der Beschuldigte grundsätzlich ge-

genüber dem Privatkläger aus dem beurteilten Ereignis (Art. 41 Abs. 1 OR). Der 

Privatkläger hat den von ihm geltend gemachten Schadenersatz in der Höhe von 

Fr. 750.– indessen nicht belegt (vgl. Urk. 44A/3). Überdies ist nicht ersichtlich und 

wurde nicht substantiiert, inwiefern sein Handy durch die Fusstritte des Beschul-

digten Schaden genommen haben soll. Der Privatkläger ist mit seinem geltend 

gemachte Schadenersatz daher auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses zu 

verweisen. Zur genauen Feststellung des allfälligen weiteren Schadenersatzan-

spruches ist der Privatkläger auf den Weg des Zivilprozesses zu verweisen 

(Art. 163 Abs. 3 StPO). 

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

 1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die erstinstanzliche Kostenfest-

setzung (Dispositivziffer 7) zu bestätigen. Die Kosten der gerichtlichen Verfahren 

beider Instanzen, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, sind dem 

Beschuldigten aufzuerlegen (Art. 426 Abs. 1 StPO; Art. 428 Abs. 1 StPO). Das 

Rückforderungsrecht ist vorzubehalten (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

- 37 - 

 2. Da der Privatkläger mit seinen Anträgen auch im Berufungsverfahren teil-

weise unterliegt, ist der Beschuldigte zu verpflichten, diesem für das gesamte Ver-

fahren eine reduzierte Prozessentschädigung von Fr. 2'500.– zu bezahlen. 

 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, 

vom 24. September 2015 bezüglich der Dispositivziffer 6 (Herausgabe) in 

Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig der versuchten schweren Körperver-

letzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 3 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 18 Tage 

durch Untersuchungshaft erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 24 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (12 Monate) wird 
die Freiheitsstrafe vollzogen. 

4. Der Privatkläger wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Weg des 

Zivilprozesses verwiesen. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger Fr. 6'000.– zuzüglich 

5 % Zins seit 18. Januar 2015 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag 

wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

6. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Ziff. 7) wird bestätigt. 

7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

- 38 - 

Fr. 3'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 4'200.00   amtliche Verteidigung 

8. Die Kosten der gerichtlichen Verfahren beider Instanzen, mit Ausnahme der-

jenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen. Die Rückzahlungspflicht bleibt vorbehalten. 

9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger für das gesamte Verfah-

ren eine reduzierte Prozessentschädigung von Fr. 2'500.– zu bezahlen. 

10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Be-
schuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben) 

− die Privatklägerschaft (übergeben)  

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden 
desBeschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 
− die Privatklägerschaft  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 

− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste  

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A nebst dem Formular 
"Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials".  

11. Rechtsmittel:  

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden. 

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Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-

gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 22. April 2016 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter Dr. Bussmann 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw Hässig 
 

 
 

Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 

 

	Urteil vom 22. April 2016
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der versuchten schweren Körperverletzung in Notwehrexzess im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 und Art. 16 Abs. 1 StGB.
	2. Vom Vorwurf der versuchten Tötung wird der Beschuldigte freigesprochen.
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 10 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 18 Tage durch Haft erstanden sind.
	4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre angesetzt.
	5. Der Privatkläger wird  mit seinem Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 22. April 2015 beschlagnahmte 1 Paar halbhohe Freizeitschuhe, schwarz, "G-Star Raw", Grösse 44 (…), wird dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Ve...
	Verlangt der Beschuldigte oder eine durch ihn entsprechend bevollmächtigte Person (amtliche Verteidigung etc.) die Herausgabe nicht innert zwei Monaten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils, wird der genannte Gegenstand vernichtet.
	7.  Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	Über die Höhe der Kosten der amtlichen Verteidigung wird separat entschieden.
	8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten zu drei Vierteln auferlegt und im Übrigen definitiv auf die Gerichtskasse genommen.
	Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden zu einem Viertel definitiv und zu drei Vierteln einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Vorbehalten bleibt eine Nachforderung des einstweilen auf die Gerichtskasse genommenen Betrages gemäss Art. 135 Ab...
	9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 1'800.– (zuzügl. 8 % MwSt) zu bezahlen.
	Berufungsanträge:
	1. Der Beschuldigte sei der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen;
	2. Er sei mit einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren zu bestrafen, unter Anrechnung der erstandenen 18 Tage Haft und Gewährung des teilbedingten Strafvollzugs, wobei 15 Monate als vollziehbar und 21 Monate, unter Ansetzung einer zweijährigen Probezeit, al...
	3. Die Kosten des Haupt- und Berufungsverfahrens seien, ausgenommen die Kosten der amtlichen Verteidigung, vollumfänglich dem Beschuldigten aufzuerlegen.
	1. Der Beschuldigte sei vollumfänglich freizusprechen.
	2. Der Beschuldigte sei für die erstandene Polizei- und Untersuchungshaft mit Fr. 200.– pro Hafttag zu entschädigen.
	3. Eventualiter sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 24. September 2015 zu bestätigen und die Anträge der Staatsanwaltschaft sowie der Privatklägerschaft abzuweisen.
	4. Die Kosten des Untersuchungs- sowie beider Gerichtsverfahren inklusive der Kosten der amtlichen Verteidigung seien vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen.
	5. Die Zivilforderungen der Geschädigten seien vollumfänglich abzuweisen, evtl. auf den Zivilweg zu verweisen.
	1. Die Dispositivziffer 1 und 2 des Urteils seien aufzuheben und der Beschuldigte sei der versuchten (eventualvorsätzlichen) Tötung im Sinne von Art. 111 StGB schuldig zu sprechen.
	2. Die Dispositivziffer 5 des Urteils sei aufzuheben und dem Privatkläger sei sowohl Schadenersatz als auch eine Genugtuung von Fr. 50'000.– zuzusprechen.
	3. Die Dispositivziffer 9 des Urteils sei aufzuheben und der Beschuldigte sei zu verpflichten dem Privatkläger eine volle Prozessentschädigung (inkl. 8% Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
	Erwägungen:
	I.  Verfahrensgang und Prozessuales
	II.  Sachverhalt
	III.  Rechtliche Würdigung
	IV.  Strafzumessung
	V.  Vollzug
	VI.  Zivilansprüche
	VII.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, vom 24. September 2015 bezüglich der Dispositivziffer 6 (Herausgabe) in Rechtskraft erwachsen ist.
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 3 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 18 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 24 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (12 Monate) wird die Freiheitsstrafe vollzogen.
	4. Der Privatkläger wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger Fr. 6'000.– zuzüglich 5 % Zins seit 18. Januar 2015 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	6. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Ziff. 7) wird bestätigt.
	7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	8. Die Kosten der gerichtlichen Verfahren beider Instanzen, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht bl...
	9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger für das gesamte Verfahren eine reduzierte Prozessentschädigung von Fr. 2'500.– zu bezahlen.
	10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben)
	 die Privatklägerschaft (übergeben)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden desBeschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 die Privatklägerschaft
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A nebst dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials".

	11. Rechtsmittel:
	Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Zur Beachtung:
	- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.