# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eefb7710-9a0c-5cf7-9623-a33cf1e5658d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-14
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 14.11.2017 SK 2016 340
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2016-340_2017-11-14.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 16 340

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 14. November 2017 

Besetzung Oberrichter Schmid (Präsident i.V.), Oberrichter Kiener, 
Oberrichterin Bratschi
Gerichtsschreiberin Bank

Verfahrensbeteiligte A.________, 
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

und

C.________

Straf- und Zivilkläger

und

D.________
amtlich vertreten durch Rechtsanwalt E.________

Straf- und Zivilklägerin

Gegenstand Gewerbsmässiger Betrug, evtl. Veruntreuung, Urkundenfälschung

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 20.7.2016 (PEN 2016 122)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland erkannte mit Urteil vom 20.7.2016 (pag. 1353 
ff.):

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. des gewerbsmässigen Betruges, begangen 

1.1. zwischen dem 17.05.2013 und dem 03.06.2014 in Bern z.N. von D.________ (DB Eu-
ro 200‘000.00 und CHF 40‘000.00);

1.2. zwischen Dezember 2011 und dem 11.08.2014 in Bern z.N. von F.________ 
(DB CHF 100‘000.00);

1.3. zwischen April 2012 und dem 12.02.2013 in Bern z.N. von C.________ (DB CHF 17‘000.00);

1.4. begangen im Juni 2014 in Bern z.N. von G.________ (DB CHF 10‘000.00);

2. der Urkundenfälschung, mehrfach begangen zwischen dem 21.08.2013 und dem 02.07.2014 in 
Bern;

und in Anwendung der Art. 34, 40, 42 Abs. 1, 43, 44, 47, 51, 146 Abs. 1 und 2, 251 Ziff. 1 StGB, 
Art. 426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten.

Davon sind 12 Monate zu vollziehen. Für eine Teilstrafe von 18 Monaten wird der Vollzug aufge-
schoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

Die Untersuchungshaft von 70 Tagen wird auf die zu vollziehende Teilstrafe angerechnet.

2. Zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 900.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

3. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 18‘800.00 und Aus-
lagen von CHF 260.00, insgesamt bestimmt auf CHF 19‘060.00 (ohne Kosten für die amtliche 
Verteidigung). 

[…]

II.

[amtliche Entschädigungen]

3

III.

A.________ wird in Anwendung von Art. 41 OR sowie Art. 126 und 433 StPO weiter verurteilt:

1. Zur Bezahlung von Euro 200‘000.00 und CHF 40‘000.00 Schadenersatz zuzüglich 5% Zins seit 
Rechtskraft dieses Urteils an die Privatklägerin D.________.

2. Zur Bezahlung einer Parteientschädigung von CHF 6‘858.00 an die Privatklägerin D.________.

3. Zur Bezahlung von CHF 17‘067.10 Schadenersatz zuzüglich 5% Zins seit dem 18.11.2014 an 
den Privatkläger C.________.

4. Zur Bezahlung einer Parteientschädigung von CHF 7‘211.40 an den Privatkläger C.________.

IV.

Weiter wird beschlossen:

1. Folgende Gegenstände werden zur Verwertung eingezogen (Art. 268 StPO):
- 1 Bild von H.________
- Aktienzertifikat Nr. ________ [recte: Nr. ________] (560 Inhaberaktien der Firma 

I.________AG).

[…]

2. Berufung

Gegen das erstinstanzliche Urteil vom 20.7.2016 meldete A.________ (nachfol-
gend der Beschuldigte), amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt J.________, am 
29.7.2016 form- und fristgerecht die Berufung an (pag. 1362).

Mit Berufungserklärung vom 12.10.2016 bestätigte Rechtsanwalt J.________ die 
vollumfängliche Anfechtung des erstinstanzlichen Urteils. Er beantragte, den Be-
schuldigten von der Anschuldigung des gewerbsmässigen Betrugs, begangen zum 
Nachteil von D.________, F.________, C.________ und G.________ sowie von 
der Anschuldigung der Urkundenfälschung freizusprechen. Der Beschuldigte sei für 
die zu Unrecht ausgestandene Untersuchungshaft angemessen zu entschädigen. 
Im Übrigen seien die Zivilklagen auf den Zivilweg zu verweisen und das eingezo-
gene Aktienzertifikat Nr. ________ [recte: Nr. ________] (560 Inhaberaktion der 
Firma I.________AG; neu: K.________AG) sowie das eingezogene Bild dem Be-
schuldigten zurückzugeben. Die Verfahrenskosten seien dem Staat aufzuerlegen 
und das Honorar der amtlichen Verteidigung sei gestützt auf die eingereichte Kos-
tennote gerichtlich zu bestimmen (pag. 1467 f.).

Die Generalstaatsanwaltschaft teilte mit Schreiben vom 24.10.2016 mit, sie erkläre 
weder die Anschlussberufung noch beantrage sie ein Nichteintreten auf die Beru-
fung (pag. 1481 f.).

Mit Eingabe vom 28.10.2016 beantragte C.________, vertreten durch Fürsprecher 
L.________, weder ein Nichteintreten auf die Berufung noch machte er Prozess-
hindernisse geltend (pag. 1483). 

4

Auch D.________, amtlich vertreten durch Rechtsanwalt E.________, verzichtete 
mit Schreiben vom 31.10.2016 auf die Erklärung einer Anschlussberufung und die 
Beantragung eines Nichteintretens auf die Berufung (pag. 1485).

Fürsprecher L.________ teilte am 15.11.2016 mit, die Interessen von C.________ 
ab sofort nicht mehr zu vertreten (pag. 1487). 

Mit Verfügung vom 30.12.2016 wurde den Parteien bekannt gegeben, die Verfah-
rensleitung werde von Oberrichterin Bratschi an Oberrichter Schmid übergeben. 
Sie wurden über die neue Zusammensetzung der Kammer informiert (pag. 1489 
ff.).

Am 20.1.2017 reichte Rechtsanwalt J.________ ein Schreiben ein, in dem er er-
klärte, seine Advokatur aufzugeben. Der Beschuldigte habe Rechtsanwalt 
B.________ als neuen Anwalt mandatiert (pag. 1492 ff.).

Mit Beschluss vom 23.1.2017 wurde vom Schreiben von Rechtsanwalt J.________ 
vom 20.1.2017 Kenntnis genommen und gegeben. Rechtsanwalt B.________ wur-
de als neuer amtlicher Verteidiger des Beschuldigten eingesetzt. Ferner wurde die 
amtliche Entschädigung für das oberinstanzliche Verfahren betreffend Rechtsan-
walt J.________ auf CHF 1‘288.00 festgesetzt (Differenz zwischen dem vollen und 
dem amtlichen Honorar: CHF 303.50). Die Kammer stellte in Aussicht, über die all-
fällige Rückerstattung an den Kanton Bern und die allfällige Erstattung der Diffe-
renz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar an Rechts-
anwalt J.________ im Endurteil zu entscheiden (pag. 1497 ff.).

Von Amtes wegen wurden aktuelle Strafregisterauszüge des Beschuldigten aus der 
Schweiz, Deutschland und Österreich, datierend vom 30.10.2017 (pag. 1534), 
12.10.2017 (pag. 1533) und 12.10.2017 (pag. 1530) und der aktuelle Leumundsbe-
richt vom 25.10.2017 inkl. Auszug aus dem Betreibungsregister (pag. 1535 ff.) ein-
geholt.

Rechtsanwalt E.________ teilte mit Schreiben vom 9.11.2017 mit, nicht persönlich 
an der oberinstanzlichen Hauptverhandlung teilzunehmen. Er stellte schriftliche An-
träge (vgl. Ziff. 3 hiernach) und reichte seine Honorarnote vom 9.11.2017 zu den 
Akten (pag. 1547 ff.).

Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 14.11.2017 teilte die Ver-
fahrensleitung den Parteien mit, die in den amtlichen Akten fehlende Seite 52 der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung als pag. 1420.1 eingefügt zu haben. Die Par-
teien wurden mit einer Kopie von pag. 1420.1 bedient (pag. 1555). Im Übrigen wur-
de der Beschuldigte zu seiner Person und zur Sache befragt (pag. 1557 ff.).

3. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt E.________ stellte mit schriftlicher Eingabe vom 9.11.2017 die fol-
genden Anträge (pag. 1547):

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1. Das erstinstanzliche Urteil vom 20. Juli 2016 sei in allen Punkten zu bestätigen.

2. Die Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten aufzuerlegen.

3. Die Parteikosten der Privatklägerin gemäss der beiliegenden Honorarnote seien dem Beschuldig-
ten aufzuerlegen und, soweit die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, vorläufig vom Kan-
ton Bern zu tragen.

Rechtsanwalt B.________ stellte demgegenüber anlässlich der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung vom 14.11.2017 die folgenden Anträge (pag. 1568 f.):

I.
A.________, sei

frei zu sprechen

1. vom Vorwurf des gewerbsmässigen Betrugs, eventualiter Veruntreuung (Ziffern 1.1-1.4 der An-
klageschrift), angeblich begangen, zwischen Dezember 2011 und dem 03.06.2014 in Bern, na-
mentlich:

1.1. angeblich begangen, zwischen dem 17.05.2013 und dem 03.06.2014 in Bern, zum Nachteil 
von D.________;

1.2. angeblich begangen, zwischen Dezember 2011 und dem 11.08.2014 in Bern, zum Nachteil 
von F.________;

1.3. angeblich begangen, zwischen April 2012 und dem 12.02.2013 in Bern, zum Nachteil von 
C.________;

1.4. angeblich begangen, im Juni 2014 in Bern, zum Nachteil von G.________;
2. vom Vorwurf der Urkundenfälschung (Ziffer 2 der Anklageschrift), angeblich begangen zwischen 

dem 21.08.2013 und dem 02.07.2014.

II.
A.________ (vgt.) sei eine Genugtuung von mindestens CHF 14‘000.00 für die ausgestandene Un-
tersuchungshaft auszurichten.

III.
Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 19‘060.00 seien vollumfänglich dem 
Kanton Bern aufzuerlegen.

IV.
Die zweitinstanzlichen Verfahrenskosten seien vollumfänglich dem Kanton Bern aufzuerlegen.

V.
A.________ (vgt.) sei eine angemessene Entschädigung für die erstinstanzlichen Verteidigungskos-
ten in der Höhe von CHF 23‘216.75 (inkl. MwSt.) auszurichten.

VI.
A.________ (vgt.) sei eine angemessene Entschädigung für die zweitinstanzlichen Verteidigungskos-
ten gemäss einzureichender Honorarnote auszurichten.

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VII.
Die Beschlagnahmungen vom 30.12.2015 (Aktienpaket) sowie vom 08.06.2015 (Bild) seien aufzuhe-
ben.

VIII.
Die Zivilklagen seien auf den Zivilweg zu verweisen.

IX.
Es seien die notwendigen Verfügungen zu erlassen.

Staatsanwältin M.________ beantragte ihrerseits Folgendes (pag. 1571 f.):

I.
A.________ sei schuldig zu erklären:

1. des gewerbsmässigen Betrugs, begangen zwischen Dezember 2011 und 11. August 2014 in 
Bern, im Gesamtdeliktsbetrag von Euro 200‘000.- und CHF 167‘000.-, namentlich:

1.1. zum Nachteil von D.________ im Deliktsbetrag von Euro 200‘000.- und CHF 40‘000.- (vgl. 
Ziffer 1.1 der Anklage);

1.2. zum Nachteil von F.________ im Deliktsbetrag von CHF 100'000.- (vgl. Ziffer 1.2 der Ankla-
ge);

1.3. zum Nachteil von C.________ im Deliktsbetrag von CHF 17‘000.- (vgl. Ziffer 1.3 der Ankla-
ge);

1.4. zum Nachteil von G.________ im Deliktsbetrag von CHF 10'000.- (vgl. Ziffer 1.4 der Ankla-
ge);

2. der Urkundenfälschung, mehrfach begangen zwischen dem 21.08.2013 und 02.07.2014 in Bern 
(vgl. Ziffer 2 der Anklage);

und er sei in Anwendung von Art. 34, 40, 42 Abs. 1, 43, 44, 47, 51, 146 Abs. 1 und 2,
Art. 251 Abs. 1 StGB, Art. 426 ff. StPO

II.
zu verurteilen:

1. zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten, davon 12 Monate Freiheitsstrafe unbe-
dingt, unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft von 70 Tagen und 18 Monate Frei-
heitsstrafe unter Gewährung des bedingten Strafvollzugs bei einer Probezeit von 2 Jahren;

2. zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 900.00, bedingt 
vollziehbar bei einer Probezeit von 2 Jahren;

3. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene Ge-
bühr gemäss Art. 21 VKD).

III.
Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Das beschlagnahmte Aktienzertifikat sowie das beschlagnahmte Bild seien einzuziehen und der 
Verwertungserlös zu Gunsten der Geschädigten anteilsmässig zu verwenden (Art. 73 StGB).

2. Dem zuständigen Bundesamt sei die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNAProfils (PCN-
Nr. ________) zu erteilen (Art. 16 Abs. 1 lit. e DNA-ProfilG).

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3. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst sei die Zustimmung zur Löschung der erhobe-
nen biometrischen erkennungsdienstlicher Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist zu erteilen 
(Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erken-
nungsdienstlicher Daten).

4. Die Honorare des amtlichen Verteidigers sowie des amtlichen Rechtsbeistands der Privatklägerin 
D.________ seien gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

4. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 20.7.2016 wurde vom Be-
schuldigten vollumfänglich angefochten. Die Kammer hat damit das erstinstanzli-
che Urteil in allen Anklagepunkten zu überprüfen und verfügt dabei über volle Ko-
gnition (Art. 398 Abs. 2 StPO). Aufgrund der alleinigen Berufung durch den Be-
schuldigten ist sie an das Verschlechterungsverbot (auch «Verbot der reformatio in 
peius» genannt) nach Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden. 

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

5. Zur Anklageschrift und zur vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung

Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift vom 25.2.2016 vorgeworfen, sich 
des gewerbsmässigen Betrugs begangen zwischen Dezember 2011 und August 
2014 in Bern zum Nachteil von D.________, F.________, C.________ und 
G.________ schuldig gemacht zu haben (Ziff. 1 bis Ziff. 1.4 der Anklageschrift; 
pag. 1195 ff.). Dem Beschuldigten wird im Wesentlichen vorgeworfen, sich ge-
genüber den Geschädigten als wohlhabender, aus reicher Familie stammender, gut 
situierter Mann ausgegeben zu haben. Obwohl der Beschuldigte kein regelmässi-
ges Einkommen erzielt habe, privat verschuldet gewesen und von Freunden finan-
ziell unterstützt worden sei, habe er sich als Finanzexperte bzw. Teilhaber der 
I.________AG ausgegeben. Nachdem er mit den Geschädigten ein Vertrauensver-
hältnis aufgebaut habe, habe er sie auf die Möglichkeit angesprochen, Geld ge-
winnbringend auf einem Anlagekonto der I.________AG anlegen oder in Kunstge-
genstände investieren zu können. Die Geschädigten hätten dem Beschuldigten 
daraufhin Darlehen zum Zweck gewährt, die Gelder auf dem fraglichen Konto der 
I.________AG anzulegen oder um kurzfristig in Kunstgegenstände zu investieren. 
Der Beschuldigte sei davon ausgegangen, dass seine Angaben durch die Geschä-
digten nicht überprüft würden. Er habe die erhaltenen Darlehen weder auf einem 
Anlagekonto bei der I.________AG (oder sonst wo) investiert noch mit Kunstge-
genständen gehandelt. Vielmehr habe er die Darlehen zwecks privater Ausgaben 
(weitere Darlehen, Alltagsausgaben, private Rechnungen) verbraucht. Als die Ge-
schädigten die Rückzahlungen gefordert hätten, habe sie der Beschuldigte hinge-
halten oder durch Darlehen anderer Geschädigten (Teil-)Rückzahlungen geleistet 
(pag. 1195 ff.; vgl. zu den konkreten Vorwürfen betreffend der jeweiligen Geschä-
digten Ausführungen unter Ziff. 6 und Ziff. 8 ff. hiernach).

Im Weiteren habe sich der Beschuldigte der mehrfachen Urkundenfälschung 
schuldig gemacht, indem er Auszüge der N.________Bank (heute 
O.________AG), datierend den 21.8.2013, 3.1.2014, 5.3.2014 und 2.7.2014, ge-

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fälscht habe. Diese Dokumente habe er D.________ und F.________ vorgelegt, 
um den Eindruck zu erwecken, er habe die von ihnen gewährten Darlehen wie ver-
einbart auf dem Managed Account bei der I.________AG angelegt (vgl. Ziff. 2 der 
Anklageschrift, pag. 1200 f.).

Die Vorinstanz erachtete die Vorwürfe gemäss Anklageschrift als erstellt 
(pag. 1424 ff., S. 56 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

6. Bestrittener/Unbestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestreitet nicht, die folgenden Darlehen mit den nachfolgenden 
Personen/Darlehensgebern abgeschlossen zu haben:

Darlehensgeber Betrag Datum
(Datum Vertragsabschluss / wenn mündlicher Vertrag*, Datum der Überweisung)

D.________ EUR 100‘000.00 17.5.2013

EUR 100‘000.00 21.8.2013

CHF 50‘000.00 16./17.4.2014*
Rückzahlung CHF 10‘000.00 im Juni 2014

F.________ CHF 100‘000.00 18.10.2012

CHF 29‘000.00 13.1.2013

CHF 20‘000.00 11.2.2013
Rückzahlung CHF 49‘000.00 am 16./17.4.2014

C.________ CHF 5‘000.00 25.9.2012

CHF 5‘000.00 13.2.2013

CHF 7‘000.00 11.9.2014*

G.________ Höhe bestritten 2012
(mit Gewinn zurückbezahlt)

CHF 10‘000.00 3.6.2014

Der Beschuldigte anerkennt D.________ einen Betrag von EUR 200‘000.00 sowie 
CHF 40‘000.00 zzgl. Zins zu 5% ab Rechtskraft des Urteils sowie C.________ ei-
nen Betrag von CHF 17‘067.10 (CHF 17‘000.00 inkl. Zins zu 5% bis zum 
17.11.2014) zzgl. Zins zu 5% auf dem Betrag von CHF 17‘000.00 ab dem 
18.11.2014 zu schulden. 

Der Beschuldigte bestreitet oberinstanzlich allerdings, sich gegenüber den Ge-
schädigten D.________, F.________, C.________ und G.________ als Angestell-
ter oder Teilhaber der I.________AG ausgegeben zu haben. Er habe nicht den An-
schein eines wohlhabenden, aus guter Familie stammenden und erfolgreichen Ge-
schäftsmanns im Finanzbereich erweckt. Er sei tatsächlich freier Mitarbeiter der 
I.________AG gewesen. Die Geschädigten seien auf den Beschuldigten zugegan-
gen und hätten ihn nach Anlagemöglichkeiten gefragt. Er habe mit den Geschädig-
ten Darlehensverträge abgeschlossen, um einen Mehrwert zu erzielen. Wie dieser 
Mehrwert erzielt hätte werden sollen, sei dem Beschuldigten offen gestanden. Im 

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Gegenzug sei die persönliche Haftung des Beschuldigten vereinbart worden. Man 
habe über verschiedene Möglichkeiten diskutiert, aber jeweils nichts Konkretes 
vereinbart. Der Beschuldigte habe die Geschädigten über die Risiken der verschie-
denen Anlagemöglichkeiten informiert. Teilweise habe der Beschuldigte auch vor-
gehabt, die Darlehen gewinnbringend in Kunstgegenstände zu investieren. Im Üb-
rigen bestehe als Sicherheit für die offenen Forderungen der Geschädigten das Ak-
tienzertifikat der I.________AG über 560 Inhaberaktien, weshalb kein Schaden 
eingetreten sei.

7. Allgemeine Würdigung der Kammer

7.1 Zu den objektiven Beweismittel

In den Akten befinden sich diverse Bankauszüge, welche Zeugnis über die finanzi-
elle Situation des Beschuldigten geben (P.________AG: Schweizerfrankenkonto, 
Eurokonto; Q.________AG; R.________AG; S.________AG – keine Bankbezie-
hung mit dem Beschuldigten; T.________AG: Schweizerfrankenkonto, Kreditkar-
tenkonto; N.________Bank [neu O.________AG]: Tradingkonto EUR; 
U.________AG; pag. 748 ff.). Diese ist in den Jahren 2011 bis 2014 als desolat zu 
bezeichnen. Die Kontosaldi bewegten sich durchgehend auf sehr tiefem Niveau, 
oftmals im Minusbereich. Regelmässige Gutschriften auf den Konten des Beschul-
digten finden sich in der Zeit vom 12.4.2011 bis zum 24.8.2011 von der 
I.________AG (pag. 845 ff., auf Schweizerfrankenkonto der T.________AG) sowie 
vom 25.1.2011 bis zum 27.9.2011 von der Arbeitslosenkasse (pag. 780 ff., auf 
Schweizerfrankenkonto bei der P.________AG). Die restlichen Gutschriften sind im 
Wesentlichen Überträge aus anderen Konten des Beschuldigten sowie (Rückzah-
lungen von) Darlehen und Bareinzahlungen. 

Den Bankauszügen kann sodann entnommen werden, dass der Beschuldigte keine 
Transaktionen tätigte, die als Investitionen im Geldmarkt (in Fonds, Managed Ac-
counts oder sonstigen Anlageformen) hätten qualifiziert werden können. Der Be-
schuldigte transferierte einige Male Euro vom Eurokonto auf sein Schweizerfran-
kenkonto bei der P.________AG. Diese Überweisungen stellen allerdings keine 
Anlagen bzw. keinen Devisenhandel dar, wie dies der Beschuldigte darzustellen 
versuchte – ein versierter Finanzmann würde Devisen nicht auf diese Art handeln. 
Ohnehin nahmen die Kontosaldi nach den Überweisungen der Geschädigten suk-
zessive ab, weil der Beschuldigte Alltagsgeschäfte finanzierte, Rechnungen be-
zahlte, grössere Summen bar abhob oder weitere Darlehen gewährte (vgl. hierzu 
Ausführungen unter Ziff. 8 ff. hiernach). Einzig am 2.7.2013 und am 4.9.2013 
überwies der Beschuldigte je EUR 5‘000.00 auf sein Tradingkonto bei der 
N.________Bank. Mit dem Betrag von insgesamt EUR 10‘000.00 wurden einige 
wenige Forextransaktionen durchgeführt. Aus dem Devisenhandel bei der 
N.________Bank resultierte ein Totalverlust (pag. 958). 

Den Kreditkartenrechnungen kann im Übrigen entnommen werden, dass sich der 
Beschuldigte zwischen dem 10.7.2011 und dem 10.7.2014 diverse Male im Aus-
land – in Graz, Paris, London, Davos, Mailand etc. – aufhielt (pag. 873 ff.).

Den umfassenden Bankunterlagen des Beschuldigten kann folglich entnommen 
werden, dass es um die finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten schlecht 

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stand, er dennoch erhebliche Ausgaben in Restaurants, Geschäften, Bars und für 
Reisen ins Ausland hatte. 

Der Beschuldigte machte im Strafverfahren wiederholt geltend, seine Anlagen in 
Fonds und Managed Accounts seien aufgrund der starken Schwankungen des Eu-
rokurses defizitär gewesen. Diesbezüglich ist auf den Eurokurs in den Jahren 2011 
bis Beginn 2015 hinzuweisen. Entgegen den Behauptungen des Beschuldigten 
fanden in diesem Zeitraum keine erheblichen Kursschwankungen statt:

Datum Eurokurs (Tagestief)

31.12.2010 1.2424

30.12.2011 1.2135

31.12.2012 1.2064

31.12.2013 1.2246

31.12.2014 1.2019
Quelle: http://www.finanzen.ch/devisen/historisch/eurokurs

Der Kurs war relativ stabil. Von enormen Kursschwankungen oder einem Einbruch 
des Kurses kann keine Rede sein. Erst im Januar 2015 gab die Nationalbank die 
Eurokursgrenze von 1.20 auf. Ab dem 15.1.2015 waren daher Eurokurse von unter 
1.00 zu verzeichnen (15.1.2015 Eurokurs Tagestief bei 0.8423, vgl. 
http://www.finanzen.ch/devisen/historisch/eurokurs).

Als weitere objektive Beweismittel befinden sich diverse Bilddokumente in den Ak-
ten, die sich auf dem Mobiltelefon und dem I-Pad mini des Beschuldigten befunden 
haben. Den Aufnahmen kann entnommen werden, dass sich der Beschuldigte häu-
fig sehr modisch, adrett und offensichtlich teuer kleidete und mit weltmännischem 
Gestus unter anderem an diversen Empfängen in Botschaften teilnahm. Die Ein-
richtung seiner Wohnung erscheint pompös, schick und teuer, voller Gemälde in al-
ten Bilderrähmen, gehobener Möbel und noblem Tischgedeck. Der Beschuldigte ist 
auf den Fotos auf zahlreichen Reisen in London, Davon, Paris, Gstaad, teilweise in 
teuren Restaurants und an (Botschafts-)Anlässen zu sehen. Alles in allem vermit-
teln die auf den Bildträgern vorhandenen Lebensumstände des Beschuldigten den 
Eindruck eines gehobenen Lebensstandards und von Reichtum (vgl. Datenträger 
pag. 1051 f.). In seiner Wohnung effektiv von Wert war allerdings einzig ein Bild 
von H.________, das von einem Vertreter der Kunstgalerie V.________ auf einen 
Wert von CHF 700.00 bis CHF 800.00 geschätzt wurde (pag. 731 ff.).

Im Übrigen befindet sich das Aktienzertifikat Nr. ________ über 560 Inhaberaktien 
der I.________AG in den Akten (Nr. ________; pag. 739). Der Beschuldigte war 
bei der I.________AG seit dem 5.12.2012 beteiligt. Ursprünglich besass er 860 In-
haberaktien der I.________AG, ausmachend 4.3% (vgl. pag. 593 f.). Erst am 
5.6.2014 wurde das Aktienzertifikat von 560 Inhaberaktien ausgestellt, ausma-
chend 2.8% (pag. 739; pag. 604). Zuvor verkaufte der Beschuldigte im Mai 2014 
300 Aktien zu CHF 50.00 pro Stück an die I.________AG zurück (Gesamtpreis 
CHF 15‘000.00, vgl. pag. 600; so auch AE.________, pag. 584, Z. 98 ff.). Zum 
Wert der nicht börsenkotierten Inhaberaktien der I.________AG führte 

http://www.finanzen.ch/devisen/historisch/eurokurs

11

AE.________, der Geschäftsführer der I.________AG, aus, die Aktien seien bereits 
zu CH 50.00, aber auch schon zu CHF 300.00 verkauft worden (pag. 585, Z. 125 
ff.). Der höchste ihm bekannte Preis sei einmal CHF 500.00 pro Aktie gewesen 
(pag. 590, Z. 401). 

7.2 Zum Erscheinungsbild des Beschuldigten

Die Geschädigten D.________, F.________, C.________ und G.________ sowie 
zahlreiche weitere Auskunftspersonen schilderten das Erscheinungsbild des Be-
schuldigten einheitlich – er sei weltmännisch aufgetreten und habe den Eindruck 
hinterlassen, aus einer gut situierten Familie zu stammen, einer gut bezahlten Ar-
beit nachzugehen und Experte in Finanzfragen zu sein. 

D.________ gab an, der Beschuldigte sei ihr im Jahr 2012 in Diplomatenkreisen 
bei W.________ an einem Geburtstagsfest als Finanzmann vorgestellt worden. Der 
Beschuldigte habe sich immer als Finanzmann präsentiert, der in Kontakt mit Milli-
onären stehe und einige Firmen sowie viel Kunst besitze. Der Beschuldigte habe in 
erster Linie davon gesprochen, Teilhaber der I.________AG zu sein (zu 50%, die 
anderen 50% habe X.________ gehabt). Die Mutter des Beschuldigten sei eine 
reiche Frau aus Wien. Sie hätten Immobilien, die allesamt in der Nähe der Hofburg 
in Wien liegen würden. Seine Kunstgegenstände lagere der Beschuldigte in einem 
der Türmer eines Schlosses seiner Mutter. Der Sohn von D.________ sei einmal 
beim Beschuldigten zu Hause gewesen und habe ihr erzählt, dass die ganze Woh-
nung voller Bilder gewesen sei. Der Beschuldigte habe ihr auch von verschiedenen 
Reisen, teuren Hotels und exklusiven Anlässen erzählt (pag. 436, Z. 16 ff.; vgl. 
auch pag. 1282, Z. 3 ff.; pag. 1278, Z. 22 ff.). Der Beschuldigte habe mit seinen 
Freunden und Erlebnissen geprahlt und einfach zeigen wollen, dass er «aus der 
besten Wiege» komme und Geld bei ihm keine Rolle spiele (pag. 436, Z. 36 ff.). 
F.________ erklärte ebenfalls, der Beschuldigte habe ihr immer wieder gesagt, er 
komme aus einer reichen Familie. Er habe von den Angestellten im Elternhaus er-
zählt und er sei immer teuer angezogen gewesen. Der Beschuldigte habe davon 
gesprochen, viel Geld für W.________ zahlen zu müssen. Er sei immer in besten 
Kreisen gewesen und bei der Z.________, ZZ.________ und in Amerika eingela-
den gewesen. Er habe beste Beziehungen zum Y.________ Botschafter gehabt 
(pag. 462, Z. 255 ff.). Der Beschuldigte habe im Übrigen erzählt, er verdiene viel 
Geld und arbeite in Zürich. Er müsse oft mit Kunden aus Deutschland und England 
verhandeln (pag. 458, Z. 66 ff. und Z. 96 ff.). Auch C.________ sprach davon, der 
Beschuldigte habe Kontakte zu Diplomaten gepflegt. Er sei von der Wohnung des 
Beschuldigten beeindruckt gewesen, diese habe einen sehr repräsentativen Ein-
druck hinterlassen. Der Beschuldigte habe ihm auch oft Bilder von seinen Treffen 
mit Prominenten oder Prinzen gezeigt. Er habe angegeben, für die I.________AG 
zu arbeiten und dort Vorteile wie ein Partner zu geniessen, vor allem was Geldan-
lagemöglichkeiten betroffen hätte (pag. 500, Z. 21 ff.). Er habe auch von seiner 
Wohnung in Zürich gesprochen, wo Anlässe stattfinden würden und davon Fotos 
gezeigt (pag. 502, Z. 133 ff.). G.________ führte ebenfalls aus, sie habe den Be-
schuldigten auf einer Party kennengelernt. Er habe ihr erzählt, er habe einen In-
vestmentsitz in Zürich und investiere in Euro, Schweizerfranken und anderen 
Währungen (pag. 522, Z. 11 ff.).

12

Die zahlreichen befragten Auskunftspersonen schilderten ebenfalls das weltmänni-
sche und gehobene Auftreten des Beschuldigten sowie seinen reichen Familienhin-
tergrund. X.________ führte aus, der Beschuldigte habe eine reiche Mutter mit 
Immobilien und einer grossen Firma in Graz. Der Beschuldigte habe immer schon 
weit über sein Gehalt hinaus gelebt und in politischen Kreisen verkehrt. Er sei oft 
von Botschaften zu Anlässen eingeladen worden (pag. 536, Z. 51 ff.). Der Beschul-
digte habe von einer Eigentumswohnung erzählt, die er für über EUR 500‘000.00 
verkauft habe. Er sei in einer Gesellschaft in Luxemburg beteiligt gewesen und ha-
be eine Wohnung am Zürcherberg gehabt, die gemäss Bildern luxuriös eingerichtet 
gewesen sei. Er sei hochwertig gekleidet gewesen, habe immer neue Kleider ge-
habt, viele teure Restaurants besucht, sei Einladungen nachgegangen und immer 
grosszügig gewesen. Er sei in London, New York und Mailand gewesen (pag. 538, 
Z. 147 ff.). AA.________ sprach ebenfalls von einer reichen Mutter des Beschuldig-
ten und einer Erbschaft, die er erhalten habe bzw. der Wohnung der Grossmutter, 
die er in Graz habe verkaufen können (pag. 567, Z. 115 ff.). AB.________ be-
schrieb den Beschuldigten als freundlich, extrovertiert und mit einer einnehmenden 
Art (pag. 573, Z. 18 f.). Der Beschuldigte habe bei einer Bank gearbeitet und 
AC.________ und sie auf Anlagemöglichkeiten angesprochen. Der Beschuldigte 
habe ihr gegenüber seine reiche Familie erwähnt. Sein Auftreten habe einen Ein-
druck hinterlassen, als ob er gut situiert gewesen sei (pag. 575, Z. 105 ff.). Daher 
habe sie ihm auch Geld gegeben, die er in Devisen investiert habe (pag. 573, Z. 32 
ff.). Die Anlage sei ohne Risiko gewesen und nach langem Hin und Her habe der 
Beschuldigte die Gelder mit Gewinn zurückbezahlt (pag. 574, Z. 51 ff.). Auch 
AD.________ habe der Beschuldigte erzählt, er arbeite im Finanzbereich. Sie habe 
ihm daher Geld gegeben und mit Gewinn zurückerhalten (pag. 578, Z. 49 ff.). Der 
Beschuldigte sei ein höflicher, gut erzogener, vertrauensvoller und anständiger 
Mann gewesen. Er habe gut Reden können und sei ein Gentleman gewesen 
(pag. 579, Z. 98 f.). So wie er sich ihr gegenüber präsentiert habe, sei sie nicht von 
finanziellen Schwierigkeiten ausgegangen (pag. 579, Z. 117 f.). AE.________ er-
klärte ebenfalls, er sei davon ausgegangen, dass der Beschuldigte viel Geld habe. 
Er habe sich entsprechend benommen und sei immer sehr elegant gekleidet gewe-
sen. Er sei im Kunsthandel tätig gewesen, stamme aus einem vermögenden El-
ternhaus und habe einen Erbvorbezug erhalten. Der Beschuldigte habe gute Kon-
takte zu Diplomatenkreisen gehabt (pag. 585, Z. 113 ff.). AC.________ erklärte, 
der Beschuldigte sei sehr charmant und immer die interessanteste Person an jeder 
Party gewesen (pag. 611, Z. 20 f.). Der Beschuldigte habe ihm eine Visitenkarte 
der I.________AG gezeigt und gesagt, er sei Finanzmanager dieser Gesellschaft. 
Daher habe er ihm Geld gegeben, um bei der I.________AG zu investieren 
(pag. 611, Z. 34 ff. – vgl. zum Bestehen der Visitenkarte die bestätigende Aussage 
des Beschuldigten, pag. 403, Z. 213). Er sei vom Beschuldigten richtiggehend be-
drängt worden, das Geld zu geben, um in Euro zu investieren. Er habe immer wie-
der betont, er sei ein guter, fähiger Finanzberater (pag. 612, Z. 52 ff.). Der Be-
schuldigte habe ihm gesagt, er müsse sich um die lächerlich kleine Investition von 
CHF 10‘000.00 nicht sorgen, er «wälze Millionen um» (pag. 613, Z. 128 ff.). Der 
Beschuldigte habe viel erzählt und sei gut gekleidet gewesen. Er habe viele 
Gemälde und alte Möbel in seiner Wohnung gehabt (pag. 613, Z. 140 f.). Auch 

13

AF.________ erklärte, der Beschuldigte sei sein Account Manager gewesen und 
habe mit Devisen gehandelt (pag. 651, Z. 25 ff.).

Die Aussagen der Auskunftspersonen decken sich folglich mit jenen der Geschä-
digten. Der Beschuldigte präsentierte sich gegenüber den obgenannten Personen 
durchgehend als weltmännisch, gut situiert und als Finanzexperte, der für die 
I.________AG tätig sei. Die entsprechenden Aussagen der Auskunftspersonen und 
Geschädigten stimmen denn auch mit den objektiven Beweismitteln überein. Den 
zahlreichen Fotos des Beschuldigten können seine luxuriöse Garderobe, die noble 
Wohnungseinrichtung sowie die zahlreichen Anlässe und Reisen entnommen wer-
den, auf welchen er war. Schliesslich befindet sich auch die mehrfach genannte Vi-
sitenkarte der I.________AG in den Akten, auf welcher der Beschuldigte als «Seni-
or Client Relations Executive» bezeichnet wird (pag. 615).

Die Geschädigten sprachen im Übrigen deckungsgleich davon, der Beschuldigte 
habe ein Vertrauensverhältnis aufgebaut, sie angesprochen, Geld auf einem Anla-
gekonto der I.________AG anzulegen und behauptet, die Anlage sei risikofrei (vgl. 
nachfolgende Ausführungen zu den konkreten Darlehensverträgen unter Ziff. 8 ff. 
hiernach). 

8. Konkrete Würdigung betreffend D.________ (Ziff. 1.1 der Anklageschrift)

8.1 Zu den Darlehensverträgen und Kontobewegungen

Zwischen dem Beschuldigten und D.________ wurden die Darlehensverträge vom 
17.5.2013 (pag. 128) und vom 21.8.2013 (pag. 129) über je EUR 100'000.00 abge-
schlossen. Zudem unterzeichnete der Beschuldigte am 2.6.2014 eine Bestätigung, 
am 16.4.2014 einen Betrag von CHF 50‘000.00 von D.________ erhalten zu haben 
(pag. 130).

D.________ übergab dem Beschuldigten am 17.5.2013 EUR 36‘500.00 in bar (vgl. 
ihre Bargeldbezüge vom 17.5.2013, pag. 449 f. sowie bestätigende Aussage des 
Beschuldigten, pag. 178, Z. 281). Gleichentags erfolgte eine Bareinzahlung von 
EUR 17‘820.00 auf dem Eurokonto (pag. 764) sowie CHF 10‘000.00 auf dem 
Schweizerfrankenkonto des Beschuldigten bei der P.________AG (pag. 750). Am 
29.5.2013 wurden weitere EUR 63‘500.00 von D.________ auf dem Eurokonto des 
Beschuldigten bei der P.________AG gutgeschrieben (pag. 764). Am 27.8.2013 er-
folgte eine Gutschrift von EUR 60‘000.00 und am 28.8.2013 eine von 
EUR 40‘000.00 auf dem Eurokonto des Beschuldigten bei der P.________AG – 
beides überwiesen von D.________ (pag. 767). 

Nach den jeweiligen Gutschriften auf den Konten des Beschuldigten bei der 
P.________AG erfolgten sukzessive Bargeldbezüge, Überträge vom Eurokonto auf 
das Schweizerfrankenkonto oder umgekehrt sowie Zahlungen von Rechnungen 
oder Auszahlungen neuer Darlehen (pag. 750 ff.; pag. 764 ff.). Besonders augen-
fällig ist die Rückzahlung des Darlehens an AF.________ vom 28.8.2013 in der 
Höhe von EUR 22‘657.50 sowie an AA.________ im Umfang von EUR 7‘000.00 – 
nur einen Tag nach der Gutschrift von D.________ im Umfang von EUR 60‘000.00 
(pag. 767). 

14

Investitionen auf ein Tradingkonto sind den Kontounterlagen nicht zu entnehmen. 
Einzig am 2.7.2013 und am 4.9.2013 erfolgte eine Überweisung von je 
EUR 5‘000.00 auf das Tradingkonto des Beschuldigten bei der N.________Bank 
(pag. 958). Nach einigen wenigen Forextransaktionen resultierte auf dem Trading-
konto bei der N.________Bank ein Totalverlust (pag. 958). Die fraglichen Überwei-
sungen haben jedoch keinen Zusammenhang mit den Darlehen von D.________, 
erfolgten sie doch jeweils Wochen oder Monate nach deren Überweisungen und 
erst nach zahlreichen anderen Bezügen. Sie stehen auch in keinem Verhältnis zum 
Darlehensbetrag von insgesamt EUR 200'000.00. Die teilweise erfolgten Überträge 
des Beschuldigten von seinem Eurokonto auf sein Schweizerfrankenkonto (oder 
umgekehrt) stellen keine Devisenhandelstätigkeiten dar, die ein kundiger Finanz-
mann betreiben würde (vgl. hierzu nicht nachvollziehbare Erklärungen des Be-
schuldigten, er habe so Gewinne mit dem Kurs erzielen wollen, pag. 177, Z. 189 f.; 
pag. 1564, Z. 38 ff.; pag. 1565, Z. 1 ff.). 

Beim Darlehen über CHF 50‘000.00 von D.________ ist keine Investition in einen 
Kunstgegenstand zu erkennen. D.________ bezog am 16.4.2014 CHF 30‘000.00 
(pag. 454) und am 17.4.2014 CHF 20‘000.00 (pag. 455) bar von ihrem Konto bei 
der S.________AG. Der Beschuldigte bestätigte, die fraglichen Beträge erhalten zu 
haben und erklärte, er habe das Geld für einen Kunstkauf benötigt (pag. 13, Z. 59 
ff.; pag. 427, Z. 1109 ff.). Erstaunlicherweise erfolgte jedoch gerade am 16.4.2014 
eine Bareinzahlung durch den Beschuldigten in der Höhe von CHF 30‘000.00 
(pag. 202) sowie am 17.4.2014 im Umfang von CHF 19‘000.00 (pag. 203) auf das 
Konto von F.________ bei der Q.________AG.

Im Juni 2014 erhielt D.________ vom Beschuldigten CHF 10‘000.00 zurückerstat-
tet, nachdem von Rechtsanwalt AG.________ Druck aufgesetzt worden war. Be-
zeichnenderweise wurde am 3.6.2014 mit G.________ ein Darlehensvertrag über 
exakt CHF 10‘000.00 abgeschlossen (pag. 228).

8.2 Zur Aussagenwürdigung

D.________ bestätigte wiederholt, mit dem Beschuldigten die Darlehensverträge 
von insgesamt EUR 200‘000.00 abgeschlossen zu haben, damit er das Geld auf 
einem Konto der I.________AG anlegen könne (pag. 437, Z. 55 ff.; pag. 440, 
Z. 234 ff.). Aus diesem Grund habe sie mit X.________ telefonieren dürfen, der zu-
sammen mit dem Beschuldigten Teilhaber der I.________AG gewesen sei 
(pag. 437, Z. 60 ff.; pag. 442, Z. 322 ff.; pag. 1281, Z. 30 ff.). Die Aussagen von 
D.________ sind glaubhaft. Sie stimmen mit den Aussagen der weiteren Geschä-
digten und der Auskunftspersonen überein. Zudem schrieb D.________ am 
30.7.2014 einen Brief an die I.________AG, mit der Aufforderung, die 
EUR 200‘000.00 zurückzuzahlen (pag. 131 f.; vgl. auch Antwortnachricht von 
AE.________ pag. 133). Ein entsprechendes Schreiben hätte D.________ kaum 
verfasst, wäre sie nicht davon ausgegangen, ihr Geld sei bei der I.________AG 
angelegt worden. Entgegen den Behauptungen der Verteidigung ist folglich auch 
nicht davon auszugehen, D.________ habe mit X.________ nur allgemein über Ri-
siken einer Anlage gesprochen. 

15

Betreffend den Darlehensvertrag über CHF 50‘000.00 habe ihr der Beschuldigte 
erklärt, er brauche das Geld für Kunstgegenstände, die ein Paar verkaufen wolle, 
das sich scheiden lasse. Der Beschuldigte habe unbedingt ein Bild von diesem 
Paar kaufen wollen und habe sie daher um CHF 50‘000.00 gebeten. Sie seien ge-
meinsam zur S.________AG gegangen. Weil die Bank an einem Tag nur 
CHF 20‘000.00 habe auszahlen können, habe sie am nächsten Tag die restlichen 
CHF 30‘000.00 abgehoben (pag. 437, Z. 77 ff.). Diese Aussagen von D.________ 
lassen sich mit den objektiven Beweismitteln in Einklang bringen. D.________ führ-
te zudem aus, der Beschuldigte habe das Geld danach gleich bei der 
Q.________AG einbezahlt (pag. 437, Z. 87 f.; pag. 437, Z. 100 f.) – auch dies ist 
mit den objektiven Beweismitteln vereinbar. Denn gleichentags wurden die Beträge 
von CHF 30‘000.00 und CHF 19‘000.00 auf das Konto von F.________ bei der 
Q.________AG einbezahlt. 

Bis zu diesem Zeitpunkt habe D.________ noch keinen Verdacht gehabt, dass ihr 
Geld nicht korrekt angelegt worden sei. Bei den CHF 50‘000.00 sei die Rede davon 
gewesen, der Beschuldigte würde ihr den Betrag innert zwei bis drei Wochen 
zurückzahlen. Erst als er sie hingehalten habe, habe sie angefangen zu zweifeln 
(pag. 438, Z. 105 ff.). D.________ habe sich mit dem Beschuldigten und ihren 
Söhnen getroffen, als der Beschuldigte ihr versichert habe, CHF 42‘000.00 
(CHF 40‘000.00 zzgl. CHF 2‘000.00 Gewinn) zurückzuzahlen. Die Rückzahlung sei 
aber nicht erfolgt. Danach habe sie das Schreiben an die I.________AG verfasst 
und später die Betreibung gegen ihn eingeleitet (pag. 439, Z. 187 ff.). Die Kammer 
erachtet auch diese Ausführungen als glaubhaft. Denn D.________ erklärte nach-
vollziehbar, sie habe dem Beschuldigten vertraut, sie hätten sich oft getroffen – 
auch gemeinsam mit ihren Söhnen. Der Beschuldigte sei so nett gewesen 
(pag. 1279, Z. 5 und Z. 26 ff.). Sie habe auch Vertrauen gehabt, weil sie mit 
X.________ habe sprechen können (pag. 437, Z. 61 ff.). D.________ sah die Visi-
tenkarte des Beschuldigten von der I.________AG (pag. 1278, Z. 22) und ihre 
Söhne bestätigten ihren Eindruck vom Beschuldigten – einer der beiden war sogar 
in der Wohnung des Beschuldigten und berichtete ihr von den unzähligen Bildern 
darin (pag. 436, Z. 27 ff.). Der Beschuldigte baute gegenüber D.________ ein Ver-
trauensverhältnis auf – er selbst sprach gar von einer sehr guten freundschaftlichen 
Beziehung (pag. 173, Z. 35). D.________ ist ferner nicht geschäftskundig und er-
hielt durch ihre Scheidung relativ viel Geld, wobei sie offenbar nicht gewusst hatte, 
wie sie dieses bewirtschaften soll. Es ist ihr zu glauben, dass sie dem Beschuldig-
ten das Geld nicht überwiesen hätte, wenn sie «vom grossen Verlustrisiko» ge-
wusst hätte (der Beschuldigte habe ihr versichert, dass kein Risiko bzw. ein mini-
males bestehe: pag. 438, Z. 146 ff.; pag. 439, Z. 154 ff.; pag. 1279, Z. 12 f.). Ihre 
Äusserung, das Geld sei für die Ausbildung ihrer Söhne gedacht gewesen und sie 
würde nicht mit diesem Geld spielen wollen, leuchtet ein (pag. 1277, Z. 29 ff.; 
pag. 1280, Z. 25 ff.; pag. 1279, Z. 18). Die enge Verbindung zwischen dem Diplo-
maten W.________ und dem Beschuldigten sowie dessen Auftreten bei repräsen-
tativen Anlässen haben D.________ zusätzlich in aus ihrer Sicht nachvollziehbarer 
Weise denken lassen, es sei alles in bester Ordnung. Der Beschuldigte habe ihr 
zudem immer wieder erklärt, die Anlage laufe gut und er habe bereits 
EUR 9‘000.00 Gewinn gemacht. Er habe ihr dafür sein Handy mit einer Gewinnkur-

16

ve gezeigt (pag. 437, Z. 73 ff.; pag. 1279, Z. 13 ff.; pag. 1281, Z. 34 ff.). Bezeich-
nend ist diesbezüglich auch die E-Mail des Beschuldigten vom 3.7.2014, in der er 
D.________ vom Ausstieg aus der Anlage abriet, weil der Kurs aktuell nicht günstig 
sei (pag. 444 f.).

Insgesamt sind die Schilderungen von D.________ damit schlüssig, nachvollzieh-
bar, authentisch, erlebnisbasiert und sie lassen sich mit den objektiven Beweismit-
teln in Einklang bringen. Die Kammer erachtet ihre Aussagen in Übereinstimmung 
mit den Ausführungen der Vorinstanz (pag. 13825 f., S. 13 f. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung) als glaubhaft.

Der Beschuldigte sagte demgegenüber ausweichend, unlogisch, widersprüchlich 
und teilweise nachweislich falsch aus. 

Er beteuerte immer wieder, er habe mit den Darlehen von D.________ einen 
Mehrwert schaffen wollen. Wie er dies vorgehabt habe, konnte er allerdings nicht 
genau erklären. Der Beschuldigte sprach davon, er habe den Mehrwert mit einem 
Zinssatz (pag. 12, Z. 41; pag. 30, Z. 14 ff.), mit dem Tradingkonto und anderen 
Darlehen (pag. 14, Z. 112; pag. 30, Z. 31 f.) schaffen wollen oder, er habe ver-
sucht, das Geld auf ein Tradingkonto einfliessen zu lassen (pag. 174, Z. 77 f.). Der 
Beschuldigte erklärte auch, er habe das Geld von D.________ in Etappen von 
EUR 10‘000.00 oder 15‘000.00 auf das Tradingkonto einbezahlt. Den Rest habe er 
in Kunst angelegt (pag. 174, Z. 84 f.). Er sprach von einer langfristigen Anlage, die 
nicht nur für ein Jahr gedacht gewesen sei (pag. 14, Z. 101 f.). Im Verlauf des Ver-
fahrens konnte oder wollte der Beschuldigte keine konkreten Angaben mehr ma-
chen. Auf Frage, wofür die EUR 200‘000.00 gedient hätten, sagte er: «Eine Investi-
tion» (pag. 425, Z. 1048 f.), und auf Nachfrage: «um eine Vermehrung anzustre-
ben» (pag. 425, Z. 1052). Es sei nicht konkret vereinbart worden, in einen Fonds 
oder Managed Account zu investieren. Was er genau mit dem Geld von 
D.________ gemacht habe, wisse er nicht mehr (pag. 425, Z. 1055 ff.). Auf Vorhalt 
seiner Bankunterlagen, die keine Investitionen in Anlagen belegten, antwortete der 
Beschuldigte bei der Staatsanwaltschaft nur noch stereotyp mit «ich weiss nicht» 
(pag. 426, Z. 1076 ff.). Bei der erstinstanzlichen Hauptverhandlung sprach der Be-
schuldigte jedoch erneut davon, es sei beim Darlehen von D.________ um «einen 
Fonds, einen Managed Account etc.» gegangen (pag. 1290, Z. 34). Auf mehrmali-
ge Fragen, warum er D.________ vorgespielt habe, Gewinne und Verluste zu rea-
lisieren, obwohl er ihr Geld nie angelegt habe, gab der Beschuldigte nur auswei-
chend Antwort (pag. 1295, Z. 34 ff.; pag. 1296, Z. 1 ff.). Auch oberinstanzlich blieb 
der Beschuldigte vage und sagte ausweichend aus. Es habe eine spezielle Anlage-
form betroffen, es habe verschiedene Möglichkeiten gegeben, im Fonds- oder Ma-
naged Account Bereich (pag. 1560, Z. 18 ff.). Er habe Teile des Gelds auf einem 
Managed Account «mitlaufen lassen». Es habe aber verschiedene Möglichkeiten 
gegeben und er könne sich nicht mehr genau erinnern (pag. 1561, Z. 3 ff.). Er be-
hauptete schliesslich, es sei zum Schluss gedacht gewesen, den Mehrwert über 
den Verkauf der Aktien (gemeint Inhaberaktien der I.________AG) zu schaffen 
(pag. 1560, Z. 39 f.). Der Beschuldigte erklärte zudem wiederholt, bei den Investiti-
onen seien extreme Verluste entstanden (pag. 174, Z. 79; pag. 175, Z. 96; 
pag. 426, Z. 1092 f.; pag. 1563, Z. 20 ff.). Auf jeden Fall sei ihm freigestellt worden, 

17

wie er den Mehrwert schaffen solle (pag. 12, Z. 37 f.). Er habe aber immer erklärt, 
dass die Anlagen Risiken mit sich bringen würden (pag. 14., Z. 116; pag. 174, Z. 59 
f.; pag. 1290, Z. 35 f.; pag. 1562, Z. 1 ff.). Auf Fragen warum er das Geld nicht ha-
be zurückzahlen können, blieb der Beschuldigte ebenfalls vage und erklärte immer 
wieder, der Eurokurs sei eingebrochen (pag. 14, Z. 92 ff.). 

Den widersprüchlichen und ausweichenden Aussagen des Beschuldigten kann 
nicht gefolgt werden. Dies gilt umso mehr, als die objektiven Beweismittel Geldan-
lagen in irgendeiner Form widerlegen. Verluste oder Risiken sind folglich unlogisch, 
zumal überhaupt nie mit dem Geld von D.________ in Anlageformen investiert 
wurde. Entgegen den späteren Beteuerungen des Beschuldigten muss zudem sehr 
wohl davon ausgegangen werden, er habe gegenüber D.________ versprochen, 
das Geld auf einem Konto der I.________AG anzulegen. Denn nur so lässt sich 
seine E-Mailnachricht vom 3.7.2014 an D.________ erklären, in welcher er angab, 
aufgrund des aktuell tiefen Eurokurses sei ein vorzeitiger Ausstieg aus der «lang-
fristigen Anlage» nur mit Verlust möglich. «Zur Erklärung» schickte er ihr im An-
hang der E-Mail einen «N.________ Bank Auszug». Diesen erklärte er mit den 
Worten: «Aufgrund des momentan noch niedrigen Kurs 1.21409 ist der Einstiegs-
preis 1.20847 positiv im Plus allerdings der Einstiegspreis 1.23255 noch nicht er-
reicht worden. Da bei der 2. Position der Einstieg höher liegt als der momentane 
Kurs, ist natürlich momentan somit vorerst ein negativ Ergebnis realisiert worden. 
Bei einem vorzeitigen Ausstieg müssen natürlich die Positionen geschlossen wer-
den, allerdings wird dann auch die Margin noch fällig. […] All die Banken und Ana-
lysten erwarten einen Anstieg des EUR/CHF […]» (pag. 444 f.). Die Angaben in der 
E-Mail des Beschuldigten korrelieren mit den von ihm beigelegten Auszügen der 
N.________Bank. Die Auszüge betreffen zwei Einlagen von EUR 100‘000.00 – sie 
wurden folglich auf D.________ angepasst – und zeigen wie vom Beschuldigten 
behauptet, eine negative Kursentwicklung (pag. 446 ff.). Gemäss der 
O.________AG handelt es sich bei den fraglichen Auszügen der N.________Bank 
allerdings um Fälschungen (pag. 959 ff.). Eine Gutschrift von EUR 200‘000.00 
konnte auf dem Tradingkonto des Beschuldigten bei der N.________Bank nicht 
ausgemacht werden. Die Erklärungen des Beschuldigten, es seien lediglich Be-
rechnungen/Analysen und die Formulierung «N.________Bank Auszug» sei von 
ihm nur falsch gewählt worden (pag. 309, Z. 103 ff. und Z. 117 f.; pag. 1294, Z. 12 
ff.), vermögen nicht zu überzeugen. Gerade der Zeitpunkt und der Inhalt der E-Mail 
an D.________ lassen vielmehr darauf schliessen, dass der Beschuldigte 
D.________ glaubhaft machen wollte, der Zeitpunkt zur Rückzahlung der Darlehen 
sei gerade ungünstig. Er wollte D.________ hinhalten. Im Übrigen log der Beschul-
digte, als er am 16.12.2014 auf konkrete Frage behauptete, sein Konto bei der 
N.________Bank sei aufgehoben worden (pag. 179, Z. 313 f.; vgl. Kontoauszug 
des Kontos vom 30.12.2014, pag. 953). 

Betreffend den CHF 50‘000.00 gab der Beschuldigte an, er habe dafür ein Kunst-
werk kaufen wollen. Es sei aber nicht dazu gekommen. Mit dem Geld habe er dann 
«glaublich» ein weiteres Darlehen gemacht, aber er wisse es nicht mehr genau 
(pag. 13, Z. 59 ff.; pag. 427, Z. 1109 ff.). Ein konkretes Bild konnte der Beschuldig-
te nicht nennen – er sprach von «einem alten Meister» (pag. 175, Z. 121 f.). Später 
konnte er sich überhaupt nicht mehr erinnern, was für ein Bild es gewesen sei 

18

(pag. 427, Z. 1112 f.). Auf Vorhalt der gleichentags erfolgten Einzahlung von 
CHF 49‘000.00 an F.________ antwortete der Beschuldigte lediglich mit «ich weiss 
es nicht mehr» (pag. 427, Z. 1117). Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptver-
handlung behauptete er sodann, mit D.________ nicht über ein Bild gesprochen zu 
haben, sondern nur über verschiedene Möglichkeiten und dass dies eine davon 
sein könne (pag. 1565, Z. 17 ff.). Auch diese Aussagen des Beschuldigten sind wi-
dersprüchlich und nicht nachvollziehbar. 

Im Übrigen sind auch die Ausführungen des Beschuldigten, er habe geplant, das 
Darlehen von D.________ mit dem Verkauf der Inhaberaktien der I.________AG 
zu begleichen, nicht glaubhaft. Zu Beginn des Verfahrens sprach der Beschuldigte 
nur davon, die Aktien seien eine Sicherheit gewesen und daher habe er sie beim 
Anwalt von D.________ hinterlegt (pag. 16, Z. 170 f.; pag. 178, Z. 261 ff.). Er be-
hauptete oberinstanzlich zuerst, es sei zum Schluss gedacht gewesen, den Mehr-
wert über den Verkauf der Inhaberaktien der I.________AG zu schaffen 
(pag. 1560, Z. 39 f.). Später gab er auf konkrete Frage, wann er sich entschieden 
habe, den Mehrwert durch die Aktien zu schaffen, allerdings an: «Das war immer in 
dem Bereich» (pag. 1566, Z. 6), es sei schon vor den Investitionen der Parteien 
gewesen (pag. 1566, Z. 9). Hätte er von Anfang an den Mehrwert mit dem Verkauf 
dieser Aktien schaffen wollen, hätte er dies durchgehend so ausgesagt. Der Wert 
dieser Aktien ist ferner mehr als ungewiss. Zuletzt behauptete der Beschuldigte, ei-
nen Käufer gehabt zu haben, der bereit gewesen sei, CHF 1‘000.00 pro Aktie zu 
bezahlen (pag. 1563, Z. 9). Dies würde allerdings dem doppelten Preis entspre-
chen, der gemäss AE.________ jemals und einmalig für die Aktien bezahlt worden 
sei (vgl. pag. 585, Z. 125 ff.; pag. 590, Z. 401 – der ihm höchste bekannte Preis sei 
einmal CHF 500.00 pro Aktie gewesen). Dabei liege der Verkaufspreis von 
CHF 500.00 gemäss AE.________ deutlich über den rechnerischen Werten (KGV) 
des Unternehmens (pag. 1330). Mit anderen Worten wurde kein Kaufpreis von 
CHF 500.00, so er denn tatsächlich realisiert worden sein sollte, deutlich mehr als 
der tatsächliche Wert gehandelt und spekuliert. Der Beschuldigte verkaufte ferner 
im Juni 2014 300 Stück seiner Aktien zu nur CHF 50.00 pro Stück (vgl. Notiz: 300 
Aktien zu CHF 50.00, Gesamtpreis CHF 15‘000.00, pag. 600; so auch 
AE.________, pag. 584, Z. 98 ff.). Ein angebliches Warten auf einen guten Käufer 
bzw. der angeblich hohe Wert der Aktien ist folglich unglaubhaft, zumal der Be-
schuldigte die Aktien sonst nicht derart günstig verkauft hätte. Zudem verkaufte er 
die 300 Aktien zu einer Zeit, als er bereits EUR 200‘000.00 von D.________ erhal-
ten hatte. Er verzichtete darauf, D.________ den erhaltenen Kaufpreis für die ver-
kauften Aktien herauszugeben – folglich hatte er nicht im Sinn, die Aktien als Si-
cherheit für die Darlehen zu benutzen. Dem Beschuldigten wäre es im Übrigen 
während Monaten offen gestanden, die restlichen Aktien zu verkaufen. Dies tat er 
nachweislich nicht. Nach dem Gesagten ist folglich unglaubhaft, der Beschuldigte 
habe von Anfang an geplant, die Aktien zwecks Rückzahlung der Darlehen zu ver-
kaufen.

Der Beschuldigte beteuerte immer wieder, zum Zeitpunkt der Darlehen mit 
D.________ freier Mitarbeiter bei der I.________AG gewesen zu sein (pag. 15, 
Z. 142; pag. 174, Z. 38; pag. 381, Z. 14 und Z. 26; pag. 1295, Z. 15 ff.; pag. 1296, 
Z. 36 f.; pag. 1297, Z. 1 f.). Er habe von Anfang an geholfen, die I.________AG 

19

aufzubauen (pag. 400, Z. 107 und Z. 113 f.). Die auf seiner Visitenkarte gedruckte 
Funktion «Senior Client Relations Executive» entspreche seiner Stellung als freier 
Mitarbeiter (pag. 403, Z. 224 f.). Entsprechend bestätigte der Beschuldigte zuerst, 
D.________ habe gewusst, dass er für die I.________AG tätig gewesen sei 
(pag. 174, Z. 44 f.). Später behauptete er allerdings, ihr gegenüber nur erwähnt zu 
haben, im Finanzbereich tätig gewesen zu sein. Betreffend I.________AG habe er 
nur gesagt, er sei Aktionär (pag. 424, Z. 997 ff.).

Entgegen den Behauptungen des Beschuldigten und dessen Angaben gegenüber 
den Geschädigten und Auskunftspersonen geht die Kammer jedoch davon aus, 
dass er ab August 2011 nicht mehr für die I.________AG tätig war. Denn 
X.________ führte aus, der Beschuldigte habe bei der I.________AG gar nichts 
gemacht. Er habe keinen einzigen Kunden für den Fonds oder den Managed Ac-
count gebracht (pag. 536, Z. 62 f.). Auch AE.________ dementierte, dass der Be-
schuldigte für die I.________AG gearbeitet habe (pag. 585, Z. 152 f.; pag. 586, 
Z. 175 ff.). Sie hätten den Beschuldigten anstellen wollen und daher schon Visiten-
karten hergestellt. Es sei jedoch nie zu einem Anstellungsverhältnis gekommen 
(pag. 586, Z. 200 ff.). Der Beschuldigte habe auch nie Anlagegeschäfte für die 
I.________AG getätigt (pag. 588, Z. 258 ff.). Die Zahlungen im Jahr 2011 seien an 
den Beschuldigten erfolgt, weil er für sie in Österreich Vermögensverwalter akqui-
riert habe (pag. 588, Z. 284 ff.). Lohnzahlungen der I.________AG erfolgten nur 
zwischen April und August 2011 (pag. 845 ff.). Offensichtlich war der Beschuldigte 
folglich ab August 2011 nicht für die I.________ AG tätig bzw. nicht bei dieser an-
gestellt. Entsprechend suspekt erscheint die anlässlich der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung eingereichte Arbeitsbestätigung der I.________AG vom 
25.2.2013, gemäss welcher der Beschuldigte per 1.1.2013 für die Kundenbetreu-
ung mit einem Arbeitspensum von 100% bei der I.________AG angestellt gewesen 
sei (pag. 1329). Einerseits erstaunt, dass diese Bestätigung erst rund drei Jahre 
nach deren Ausstellung eingereicht wurde, obwohl die Anstellung bei der 
I.________AG im Strafverfahren immer wieder thematisiert wurde. Und anderer-
seits widerspricht die Bestätigung den Aussagen von AE.________, X.________, 
den Ausführungen der Verteidigung im oberinstanzlichen Verfahren (der Beschul-
digte sei nur freier Mitarbeiter der I.________AG gewesen, pag. 1569) sowie den 
zahlreichen Kontoauszügen des Beschuldigten, auf welchen zum Zeitpunkt der an-
geblichen Festanstellung keine Lohnzahlungen ersichtlich sind. Einzelne Lohnab-
rechnungen scheinen auch nicht zu existieren.

8.3 Schlussfolgerung und erstellter Sachverhalt

Nach dem Gesagten hat die Kammer keine Zweifel daran, dass der Beschuldigte 
D.________ versprach, EUR 200‘000.00 auf einem Anlagekonto bei der 
I.________AG anzulegen und CHF 50‘000.00 kurzfristig für eine Investition im 
Kunstbereich zu benötigen. D.________ glaubte und vertraute dem Beschuldigten. 
Dieser präsentierte sich erfolgreich als wohlhabender Geschäftsmann und Finanz-
experte, der für die I.________AG arbeitet. 

Die objektiven Beweismittel bezeugen schliesslich, dass die EUR 200‘000.00 vom 
Beschuldigten nicht angelegt wurden. Vielmehr verbrauchte der Beschuldigte die-
ses Geld für seine Alltagsgeschäfte, Rechnungen und Darlehenszahlungen an wei-

20

tere Personen. Der Beschuldigte investierte die CHF 50‘000.00 nicht in Kunstge-
genstände, sondern leistete damit eine Darlehensrückzahlung an F.________ in 
der Höhe von CHF 49‘000.00.

Nach dem Gesagten erachtet die Kammer den angeklagten Sachverhalt als erstellt 
(vgl. Ziff. 1.1 der Anklageschrift, pag. 1195 f.). 

9. Konkrete Würdigung betreffend F.________ (Ziff. 1.2 der Anklageschrift)

9.1 Zu den Darlehensverträgen und Kontobewegungen

F.________ schloss am 18.10.2012 mit dem Beschuldigten einen Darlehensvertrag 
über CHF 100’00.00 ab (pag. 196). Sie überwies den Betrag auf das Schweizer-
frankenkonto des Beschuldigten bei der P.________AG (pag. 197; pag. 790). 

Nach der Gutschrift vom 19.10.2012 hob der Beschuldigte gleichentags 
CHF 75‘000.00 bar ab. Danach bezahlte er diverse Rechnungen und benutzte 
mehrfach seine Bankkarte (pag. 790 ff.). Bezeichnenderweise will G.________ zur 
gleichen Zeit ihr Darlehen im Umfang von CHF 70‘000.00 zurückerhalten haben 
(vgl. Aussagen G.________ pag. 523, Z. 66 ff.; pag. 523, Z. 85 ff.). Nur wenige 
Wochen später, am 8.1.2013, war der Saldo des Kontos bei der P.________AG 
aufgebraucht. 

Danach erfolgten erneut Gutschriften auf dem Konto des Beschuldigten von 
F.________ (pag. 794). Diese beruhen auf den Zusatzverträgen vom 13.1.2013 
über CHF 29‘000.00 und vom 11.2.2013 über CHF 20‘000.00 (pag. 198 f.). 

Nach der Gutschrift der CHF 29‘000.00 vom 14.1.2013 (CHF 9‘000.00 vom Le-
benspartner von F.________ und CHF 20‘000.00 von ihr selbst, pag. 794) auf dem 
Konto des Beschuldigten bei der P.________AG hob der Beschuldigte wiederum 
grössere Beträge vom Konto ab, bezahlte Rechnungen und benutzte seine Bank-
karte für Alltagsgeschäfte (pag. 794 ff.). Als der Saldo am 8.2.2013 wieder gegen 
CHF 0.00 war (pag. 796), überwies F.________ erneut CHF 20‘000.00 an den Be-
schuldigten (pag. 797). 

Mit den Zusatzverträgen vom 13.1.2013 und vom 11.2.2013 wurde Folgendes ver-
einbart: «[…] Sobald das Geld dem Konto N.________ Bank ________ (von die-
sem Konto wird es ebenfalls an Frau F.________ retourniert) gutgeschrieben ist, 
wird mit dem Managed Account erneut begonnen» (pag. 198 f.). Vereinbart war 
dem Wortlaut nach folglich, die Gelder von F.________ in einen Managed Account 
bei der N.________Bank zu investieren. Gestützt auf die Kontoauszüge des Be-
schuldigten kann eine Investition dieser Art allerdings ausgeschlossen werden. 
Zwar handelt es sich bei der Kontonummer N.________ Bank ________ effektiv 
um das Konto des Beschuldigten bei der N.________Bank. Allerdings ist auf die-
sem, wie bereits ausgeführt, nur am 2.7.2013 und am 4.9.2013 je eine Gutschrift in 
der Höhe von EUR 5‘000.00 erfolgt (pag. 958). Diese Gutschriften stehen in kei-
nem Zusammenhang mit den Darlehen von F.________, zumal sie erst Monate 
später erfolgten. Zudem ist dem Kontoauszug der P.________AG deutlich zu ent-
nehmen, dass der Beschuldigte die Beträge von F.________ innert weniger Mona-
te sukzessive und vollumfänglich für private Zwecke verbrauchte. 

21

Der Beschuldigte zahlte F.________ am 16./17.4.2014 insgesamt CHF 49‘000.00 
zurück (pag. 202 f.; vgl. Ausführungen unter Ziff. 8.1 hiervor – Bareinzahlung bei 
der Q.________AG nachdem D.________ dem Beschuldigten CHF 50‘000.00 bar 
übergab). 

9.2 Zur Aussagenwürdigung

Die Kammer kann sich den Ausführungen der Vorinstanz zur Glaubhaftigkeit der 
Aussagen von F.________ anschliessen. Sie sagte detailreich, stringent und mit 
den anderen Geschädigten deckungsgleich aus (pag. 1394 f., S. 25 f. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung):

F.________ schilderte das Entstehen der Darlehensverträge ausführlich und nach-
vollziehbar. Rund ein Jahr nachdem sie den Beschuldigten kennengelernt habe, 
habe sie ihn bei einer Freundin getroffen. Zuvor habe sie einen Anruf erhalten, 
dass eine private Person, die ihr einen Privatkredit für ihr Haus in Italien gegeben 
habe, das Geld zurückhaben wolle. Sie habe dies dem Beschuldigten erzählt und 
ihm gesagt, sie wisse nicht, was sie machen solle. Am nächsten Tag – sie habe ei-
gentlich schon vergessen gehabt, dem Beschuldigten davon erzählt zu haben – 
habe er angerufen und gesagt, er könne ihr behilflich sein. Sie habe ihn zuerst ab-
gewimmelt. Als er am nächsten Tag wieder angerufen habe, habe sie sich doch mit 
ihm getroffen (pag. 457, Z. 22 ff.). Der Beschuldigte habe ihr dann erklärt, dass sie 
Geld bei ihm anlegen könne: «Er sagte, es sei wie ein Stopp darin, dass es nicht 
tiefer gehen könnte nur aufwärts» (pag. 458, Z. 50 ff.). Sie habe ihn als ausgewie-
senen Banker betrachtet und daher habe sie sich schliesslich dazu entschlossen, 
den Vertrag mit ihm abzuschliessen (pag. 458, Z. 53 ff.). Auf Anraten des Beschul-
digten habe sie ihre Aktien bei der Q.________AG verkauft. Sie habe ihm daher 
nochmals CHF 29‘000.00 und etwas später CHF 20‘000.00 überwiesen (pag. 459, 
Z. 115 ff.).

Entgegen den Beteuerungen des Beschuldigten geht die Kammer davon aus, dass 
er gegenüber F.________ behauptete, die Geldanlage sei risikolos. Denn 
F.________ konnte nachvollziehbar erklären, CHF 100‘000.00 seien für sie sehr 
viel Geld. Sie könne einen solchen Betrag nicht einfach «herausschmeissen». Aber 
der Beschuldigte habe ihr von seinem reichen Elternhaus, seinem Einkommen, 
seinen Reisen erzählt und sie seien befreundet gewesen. Er habe ja einen Freund 
und eine schöne Wohnung gehabt (pag. 458, Z. 96 ff.). Er habe ihr versichert, dass 
kein Risiko bestehe (pag. 461, Z. 213 ff.; pag. 461, Z. 221). 

Der Beschuldigte baute bereits über ein Jahr vor Abschluss der Darlehensverträge 
ein Vertrauensverhältnis zu F.________ auf. F.________ führte aus, sie habe den 
Beschuldigten im Dezember 2011 über ihre Freundin kennengelernt. Es sei eine 
richtige Freundschaft geworden, auch zwischen dem Beschuldigten und ihrem Le-
benspartner. Sie hätten sich immer wieder getroffen (pag. 457, Z. 16 ff.). Sie habe 
nicht damit gerechnet, betrogen zu werden, weil der Beschuldigte in Bern eingebet-
tet gewesen sei (pag. 459, Z. 101 f.). Sie haben ihm vertraut und ihn als Fachmann 
betrachtet (pag. 461, Z. 248). Es sei zwischen ihnen eine grosse Sympathie mit gu-
ten Gesprächen gewesen. Sie hätten sich gemocht, es sei sehr lustig mit ihm ge-
wesen. Sie und ihr Lebenspartner hätten ihn sehr gerne gehabt. Er sei ein ange-

22

nehmer und interessanter Mensch gewesen und man habe immer etwas Interes-
santes zu Sprechen gehabt (pag. 462, Z. 273 ff.). Offensichtlich bestand zwischen 
dem Beschuldigten und F.________ folglich eine tiefe Freundschaft. Auch der Le-
benspartner von F.________ war mit dem Beschuldigten befreundet – er selbst 
überwies für F.________ CHF 9‘000.00 an den Beschuldigten (pag. 794). 
F.________ erklärte nachvollziehbar, der Beschuldigte habe ihr viel von seinen Ar-
beiten in Zürich und dem Vermögen, das W.________ bei ihm gemacht habe, er-
zählt. Er habe mehrmals erwähnt, dass ihn W.________ oft zum Mittagessen in 
Zürich besuche – er habe sich beschwert, W.________ wolle danach immer am 
See spazieren gehen, er aber keine Zeit dafür habe. Er habe detailreich und in al-
len Facetten von seiner Arbeit erzählt. F.________ habe daraufhin W.________ 
gefragt, ob es wahr sei, dass er den Beschuldigten oft bei der Arbeit besuche. 
W.________ habe dies bestätigt. Sie habe auch mal die Nummer auf der Visiten-
karte des Beschuldigten angerufen und man habe ihr gesagt, er sei gerade in ei-
nem Meeting. Das sei jedoch glaublich nach den Darlehen gewesen (pag. 458, 
Z. 66 ff.). F.________ hatte folglich allen Grund zur Annahme, der Beschuldigte 
würde effektiv in Zürich für die I.________AG arbeiten.

Der Beschuldigte informierte F.________ im Übrigen wahrheitswidrig über den an-
geblichen Erfolg ihrer Geldanlage. Im SMS vom 5.2.2013 an F.________ schrieb 
er: «[…] Kontostand 5.02.13- 15.15h chf 156‘423.40 wie ich finde jetzt ein stattli-
ches Ergebnis das sind ueber 21 prozent! lg A.________ auch ja sag rechtzeitig 
bescheid wenn du es brauchst dann brechen wir ab lg» (pag. 482 f.). Am 12.2.2013 
schrieb der Beschuldigte: «Hallo meine lieben, kurz zur info, gestern Einstieg 
1.2286 danach gings gleich wieder auf 123! Ihr habt aber auch ein Glueck! Ich 
freue mich fuer Euch sende morgen. Vorab per mail den Zusatz lg A.________» 
(pag. 484 f.). Der Beschuldigte liess F.________ damit offensichtlich im Glauben, 
ihr Geld bereits gewinnbringend angelegt zu haben. F.________ führte aus, sie 
habe immer wieder E-Mails vom Beschuldigten erhalten, in denen er erklärt habe, 
dass der Eurokurs wieder nach oben gehen werde (pag. 459, Z. 135 ff.; pag. 468 
ff.). Als sie das Geld gebraucht habe und zum Beschuldigten gegangen sei, habe 
er ihr drei Dokumente gebracht und erklärt, dass es aktuell ungünstig sei, das Geld 
abzuziehen. Bei den fraglichen Dokumenten handelt es sich um drei Auszüge aus 
seinem Konto bei der N.________Bank. Zur Erklärung der Auszüge schrieb der 
Beschuldigte F.________, aufgrund des noch niedrigen Kurses von 1.2212 sei der 
Einstiegspreis noch nicht erreicht worden. Bei einem Verkauf würde daher ein ne-
gatives Ergebnis realisiert (pag. 494). Die Auszüge sind auf die Darlehen von 
F.________ angepasst und stimmen mit den Erklärungen des Beschuldigten übe-
rein. Zwar ist auf den fraglichen Auszügen nicht «N.________Bank» geschrieben, 
allerdings ist die Kontonummer ________ aufgeführt, die F.________ bereits in 
den Darlehensverträgen erhalten hatte (pag. 495 ff.). Im Übrigen bestätigen die 
SMS des Beschuldigten, dass er F.________ hinhielt und von Geldwäschereiver-
dacht sprach, als sie die CHF 49‘000.00 zurückverlangen wollte (vgl. pag. 486 ff.). 
Mit diesen SMS, den Auszügen der N.________Bank und den E-Mails untermauer-
te der Beschuldigte gegenüber F.________ immer wieder die angebliche Geldan-
lage bei der N.________Bank. Die objektiven Beweismittel stützen die glaubhaften 
Aussagen von F.________.

23

Der Beschuldigte sagte ausweichend, widersprüchlich, teilweise falsch und unlo-
gisch aus. 

Zu Beginn gab der Beschuldigte an, er habe F.________ versprochen zu versu-
chen, einen Mehrwert zu erwirtschaften (pag. 190, Z. 62 ff.). Er erklärte, er habe mit 
F.________ über Erfolg, Gewinn und Verlust gesprochen: «Der Eu-
ro/Schweizerfranken war damals in einer ganz anderen Lage als heute und auch 
die Nationalbank und sämtliche Anlaysten [recte: Analisten] gingen davon aus, 
dass der Euro auf ca. 1.27 bis 1.30 ansteigen würde. Ich sagte ihr aber, dass ich 
nicht daran glauben würde, dass es so schnell gehen wird. Aber es ist anzuneh-
men, dass er einen gewissen Sprung machen wird, aber nicht in dem Ausmass. 
Was dann ja auch so war. […] Mit Erfolg habe ich nicht geprahlt. Wir haben von der 
Kursentwicklung gesprochen» (pag. 190 f., Z. 83 ff.). Zu Beginn seien Gewinne re-
alisiert worden und er habe F.________ zum Ausstieg geraten – sie habe darauf 
bestanden, das Geld drin zu lassen (pag. 191, Z. 130 ff.). Er habe F.________ 
später einmal mitgeteilt, bei einem Ausstieg würde ein Verlust realisiert, weil der 
Kurs eingebrochen sei (pag. 191, Z. 98 ff.). Auch später sprach der Beschuldigte 
von Gewinnen oder Verlusten, die er mit dem Geld von F.________ erwirtschaftet 
habe (pag. 193, Z. 205 ff.; pag. 250, Z. 106 ff.; pag. 1291, Z. 19 f.). 

Der Beschuldigte präzisierte, mit dem Geld von F.________ auf seinem Trading-
konto spekuliert zu haben, indem er von seinem Schweizerfrankenkonto bei der 
P.________AG in Etappen Direkteinzahlungen auf das Tradingkonto gemacht ha-
be (pag. 193, Z. 209 ff.). Auf Frage, was er mit den CHF 75‘000.00 gemacht habe, 
die er bar bezogen habe, nachdem F.________ CHF 100‘000.00 auf sein Konto bei 
der P.________AG überwiesen habe, antwortete der Beschuldigte wiederholt, er 
habe das Geld investiert und es stimme, er habe die CHF 75‘000.00 bar abgeho-
ben, «dies betreffend Trading. AF: Man kann Überweisungen machen oder Barein-
zahlungen» (pag. 193, Z. 222 f.; vgl. ähnlich auch pag. 251, Z. 160 f.; pag. 418, 
Z. 806). Bei der Einvernahme anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 
wusste der Beschuldigte allerdings nicht mehr, um was es bei diesem Bargeldbe-
zug gegangen sei (pag. 1291, Z. 25). 

Der Beschuldigte behauptete folglich zu Beginn des Strafverfahrens immer wieder, 
die Gelder von F.________ auf seinem Tradingkonto angelegt zu haben. Er 
bestätigte auch explizit, mit dem auf den Darlehensverträgen angegebenen Mana-
ged Account von F.________ sei ein Tradingkonto, das auf seinen Namen laute 
gemeint gewesen (pag. 194, Z. 249 ff.). In der zweiten polizeilichen Einvernahme 
vom 19.2.2015 führte der Beschuldigte sodann aus, er möchte seine Aussagen, er 
habe das Geld auf das Tradingkonto überwiesen, korrigieren. Er habe das Geld in-
vestiert, in Trading und Anlageformen. Er wisse aber nicht mehr, auf welches Tra-
dingkonto (pag. 248, Z. 25 ff.). Er behauptete, es habe auch Tradingkonten gege-
ben, die nicht auf seinen Namen gelautet hätten (pag. 249, Z. 55 ff.). Auf Vorhalt 
des SMS, das der Beschuldigte F.________ schrieb und einen Kontostand von 
CHF 156‘423.40 erwähnte, behauptete der Beschuldigte, es habe sich um das 
Konto eines Kollegen gehandelt, den er nicht nennen wolle (pag. 250, Z. 92 ff.). Die 
Kammer erachtet diese Aussage als Schutzbehauptung. Denn je mehr Kontounter-
lagen und Beweismittel dem Beschuldigten vorgelegt wurden, desto vager und 

24

ausweichender wurden seine Aussagen. Auf Vorhalt seines Kontoauszugs der 
P.________AG, auf welchem das Geld von F.________ gutgeschrieben und suk-
zessive durch ihn bezogen wurde, sagte der Beschuldigte nur ausweichend aus 
(pag. 252, Z. 209 ff.; pag. 253, Z. 244 ff.). Die angeblichen Investitionen auf sein 
Tradingkonto lassen sich zudem mit den Kontoauszügen widerlegen. Es kann fer-
ner keinesfalls die Rede davon sein, der Eurokurs sei in den Jahren 2012/2013 
eingebrochen, so dass wesentliche Verluste oder Gewinne effektiv hätten erzielt 
werden können (vgl. Ausführungen unter Ziff. 7.1 hiervor). Bei der staatsanwalt-
schaftlichen Einvernahme sagte der Beschuldigte wiederum ausweichend aus: Es 
habe sich um eine Investition gehandelt (pag. 418, Z. 780 f.; pag. 420, Z. 870), man 
habe über Managed Accounts und Fondsbereich (pag. 418, Z. 792 f.) bzw. generell 
über Möglichkeiten gesprochen (pag. 418, Z. 798 ff.). Wo er die CHF 100‘000.00 
von F.________ investiert habe, wusste der Beschuldigte nicht mehr (pag. 419, 
Z. 809; pag. 420, Z. 873). Letztlich gab er bei der Staatsanwaltschaft nur noch zur 
Antwort, es nicht mehr zu wissen (pag. 419, Z. 817 ff.; pag. 420, Z. 846 ff.; 
pag. 421, Z. 906 ff.; pag. 422, Z. 923 ff.). Erstinstanzlich behauptete er wiederum, 
einen Teil des Geldes von F.________ sei auf ein Tradingkonto gegangen und es 
habe aufgrund des Kursabsturzes Verluste gegeben (pag. 1291, Z. 18 ff.). Bei der 
oberinstanzlichen Einvernahme blieb der Beschuldigte vage, sprach nur von Mög-
lichkeiten und konnte keine Angaben machen, wie genau er die Gelder investiert 
hatte (pag. 1560 ff., Z. 19 ff.).

Der Beschuldigte gab ferner an, er sei von F.________ angesprochen worden, wie 
sie eine Rendite mit ihrem Vermögen schaffen könne. Er habe ihr von verschiede-
nen Möglichkeiten erzählt und sie darüber informiert, wie risikoreich diese seien 
(pag. 190, Z. 40 ff.; pag. 249, Z. 63 ff.). Auch diese Angaben vermögen nicht zu 
überzeugen, zumal der Beschuldigte offensichtlich nie mit dem Geld von 
F.________ Anlagen tätigte und die Geschädigten übereinstimmend aussagten, 
vom Beschuldigten auf die Anlagemöglichkeiten angesprochen worden zu sein 
(vgl. Ausführungen Ziff. 8.2 sowie Ziff. 10 ff.). 

Im Übrigen behauptete der Beschuldigte, F.________ CHF 49‘000.00 von seinem 
Konto bei der P.________AG überwiesen bzw. bar abgehoben und bei der 
Q.________AG einbezahlt zu haben (pag. 192, Z. 153 ff.). Dies ist allerdings 
nachweislich falsch, zumal zum Zeitpunkt dieser Einzahlung der Kontostand auf 
dem Schweizerfrankenkonto des Beschuldigten bei der P.________AG nur gerade 
CHF 11.31 betrug (pag. 759). Auf seinem Eurokonto bei der P.________AG befan-
den sich nur EUR 2.22 (pag. 775). Der Kontostand auf dem Privatkonto bei der 
T.________AG war sogar mit CHF -28.85 im Minus (pag. 869). Der Beschuldigte 
hatte am 16./17.4.2014 folglich überhaupt kein Geld auf seinen Konten, das er hät-
te überweisen oder beziehen können. Bezeichnenderweise erhielt er jedoch am 
16./17.4.2014 insgesamt CHF 50‘000.00 von D.________ und machte umgehend 
danach Bareinzahlungen bei der Q.________AG (vgl. Ausführungen Ziff. 8.1 f. 
hiervor).

Betreffend die Ausführungen zu seiner Stellung bei der I.________AG und dem 
Wert der Inhaberaktien kann auf das bereits unter Ziff. 8.2 Gesagte verwiesen wer-

25

den. Der Beschuldigte behauptete, zum Zeitpunkt der Darlehen von F.________ 
sei er Senior Client Executive bei der I.________AG gewesen (pag. 189, Z. 28).

9.3 Schlussfolgerung und erstellter Sachverhalt

Nach dem Gesagten vermögen die Aussagen des Beschuldigten betreffend 
F.________ nicht zu überzeugen. Die glaubhaften Aussagen von F.________ 
selbst sowie die objektiven Beweismittel zeigen deutlich, dass der Beschuldigte die 
Darlehensbeträge von F.________ nie für Investitionen benutzte, sondern für 
Rückzahlungen von Darlehen (CHF 70‘000.00 zuhanden G.________; 
CHF 49‘000.00 zuhanden D.________) und für private Zahlungen verwendete. Der 
Beschuldigte versprach einen Gewinn und sicherte die persönliche Haftung zu. 
Über ein Jahr bevor er sie auf das erste Darlehen ansprach, lernte der Beschuldig-
te F.________ kennen. Er baute ein Vertrauensverhältnis zu F.________ auf und 
nutzte ihre damalige finanzielle Situation aus – sie hätte einem Bekannten in Italien 
ein Darlehen zurückzahlen sollen. Erst nachdem F.________ über Rechtsanwalt 
AH.________ beim Beschuldigten Druck aufsetzte, zahlte er ihr CHF 49‘000.00 
zurück – mit dem Geld, das er von D.________ erhalten hatte. 

Die Kammer erachtet den angeklagten Sachverhalt nach Ziff. 1.2 der Anklage-
schrift folglich (pag. 1196 ff.) als erstellt.

10. Konkrete Würdigung betreffend C.________ (Ziff. 1.3 der Anklageschrift)

10.1 Zu den Darlehensverträgen und Kontobewegungen

Der Beschuldigte schloss mit C.________ am 25.9.2012 und am 13.2.2013 einen 
Darlehensvertrag über je CHF 5‘000.00 ab (pag. 213 f.). Im Vertrag vom 13.2.2013 
wurde vermerkt, mit dem Managed Account erneut zu beginnen, sobald das Geld 
dem Konto gutgeschrieben würde (pag. 214). Die beiden Verträge stehen dem 
Wortlaut nach damit offensichtlich im Zusammenhang mit einem Managed Ac-
count. 

Nachdem die Beträge von je CH 5‘000.00 von C.________ am 26.9.2012 sowie am 
11.2.2013 auf dem Schweizerfrankenkonto der P.________AG des Beschuldigten 
gutgeschrieben wurden, erfolgten jeweils diverse Kartenbezüge und vom Beschul-
digten wurden Rechnungen bezahlt (pag. 788 ff.; pag. 797 ff.). Eine Überweisung 
auf das Tradingkonto des Beschuldigten bei der N.________Bank ist nicht auszu-
machen. Die beiden Gutschriften von EUR 5‘000.00, die am 2.7.2013 und 4.9.2013 
erfolgt sind (vgl. pag. 958), stehen in keinem Zusammenhang mit den Darlehen von 
C.________. Sie erfolgten viele Monate nach den Gutschriften der Darlehensbe-
träge und nachdem diese durch private Ausgaben des Beschuldigten verbraucht 
worden waren. Denn nach der ersten Gutschrift vom 26.9.2012 betrug der Konto-
stand bereits am 2.10.2012 wieder CHF -2.25, ohne dass eine andere Gutschrift 
erfolgt wäre. Nach der Gutschrift vom 11.2.2013 erfolgte eine weitere Gutschrift der 
I.________AG (Teilrückzahlung Darlehen) und am 22.4.2013 war der Kontostand 
wieder bei CHF -28.34 – beide Male wurden im Zeitraum zwischen Gutschrift und 
Minussaldo keine Überweisungen auf ein Tradingkonto vorgenommen.

Im Übrigen erfolgte auf dem Privatkonto des Beschuldigten bei der T.________AG 
am 11.9.2014 eine Gutschrift von C.________ in der Höhe von CHF 7‘000.00 

26

(pag. 870). Das Geld wurde gleichentags im Umfang von CHF 5‘612.30 zur Beglei-
chung offener Kreditkartenschulden verbraucht. Ferner erfolgten zahlreiche Bar-
geld- und Kartenbezüge bis bereits am 30.9.2014 der Kontostand wieder nur CHF -
4.42 betrug (pag. 870 f.). 

10.2 Zur Aussagenwürdigung

Die Kammer kann sich der Würdigung der Aussagen von C.________ durch die 
Vorinstanz anschliessen (pag. 1405, S. 36 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung). C.________ konnte nachvollziehbar und ausführlich darlegen, wie es zu den 
Darlehensverträgen kam:

Er habe den Beschuldigten kennengelernt, als er in seine neue Wohnung an der-
selben Adresse gezogen sei. Er habe nur kurz zuvor seinen Vater verloren, das 
habe ihn beschäftigt. Er habe das Gefühl gehabt, der Beschuldigte habe eine 
freundschaftliche Beziehung zu ihm geführt. Er habe den Beruf des Beschuldigten 
bei der I.________AG interessant gefunden und dieser habe ihm viel davon er-
zählt. Er sei auch von der Wohnung des Beschuldigten beeindruckt gewesen. Der 
Beschuldigte habe ihm oft Bilder auf seinem Handy gezeigt, auf welchen Prominen-
te zu sehen gewesen seien (pag. 500, Z. 16 ff.). Der Beschuldigte habe ihm dann 
vorgeschlagen, Geld bei ihm anzulegen und mit einem Betrag anzufangen, den er 
sich habe leisten können. Der Beschuldigte habe erklärt, der Betrag solle möglichst 
hoch sein, damit die Rendite vielversprechender sei. Er habe maximal 
CHF 5‘000.00 zahlen können, weshalb es zum ersten Darlehensvertrag über 
CHF 5‘000.00 gekommen sei (pag. 501, Z. 72 ff.). C.________ gab auch offen zu, 
er habe einige Monate später wieder CHF 5‘000.00 angespart gehabt und diese in-
vestieren wollen. Er habe den Beschuldigten daher angesprochen und so sei es 
zum nächsten Vertrag gekommen. Insgesamt seien es CHF 10‘000.00 gewesen, 
was auch den Empfehlungen des Beschuldigten, man solle solche Anlagen immer 
mit fünfstelligen Beträgen machen, entsprochen habe (pag. 501, Z. 87 ff.; pag. 503, 
Z. .192 ff. – vgl. bestätigende Aussage des Beschuldigten, C.________ gesagt zu 
haben, bei der I.________AG sei die Mindesteinlage CHF 10‘000.00, pag. 208, 
Z. 71 ff.).

Entgegen den Ausführungen des Beschuldigten geht die Kammer davon aus, er 
habe C.________ eine risikoarme Anlage versprochen. C.________ schilderte ein-
drücklich, ähnlich wie bereits die anderen Geschädigten, wie ihm der Beschuldigte 
das Risiko der Anlage erklärt habe: Der Beschuldigte habe ihm erklärt, er müsse 
ihm das Geld geben und er würde es dann bei seiner privaten Geldeinlage bei der 
I.________AG einfliessen lassen, weil er dort Vorteile wie ein Partner geniesse. 
Die Anlagen der Partner seien gegen negative Entwicklungen gesichert (pag. 500, 
Z. 37 ff.; pag. 504, Z. 204 f.). 

Der Beschuldigte habe C.________ im Weiteren darum gebeten, ihm für kurze Zeit 
Geld auszuleihen, um ein Kunstwerk zu kaufen. Er habe gedacht, dass bei solchen 
Geschäften das Geld schnell zur Verfügung stehen müsse. Der Preis für das 
Kunstwerk sei über CHF 100‘000.00 gewesen und dass der Beschuldigte nicht so-
fort über eine solch hohe Summe verfüge, sei ihm halbwegs logisch erschienen 
(pag. 502, Z. 104 ff.). Die Angaben von C.________ stimmen mit dessen SMS-

27

Kontakten mit dem Beschuldigten überein. Am 9.9.2014 bestätigte der Beschuldig-
te in einer Nachricht, die CHF 7‘000.00 nur für zwei Wochen behalten zu wollen 
(pag. 510). Den Nachrichten kann ferner entnommen werden, wie der Beschuldigte 
Druck ausübte, damit die Überweisung möglichst schnell erfolgte (pag. 512 ff.) und 
er, als es um die Rückzahlung der CHF 7‘000.00 ging, C.________ hinhielt. Er gab 
vor, Fehler bei der Überweisung gemacht zu haben, daher sei das Geld noch nicht 
auf dem Konto von C.________ gutgeschrieben worden (pag. 515 f.).

C.________ gab an, den Beschuldigten nicht überprüft zu haben. Er habe die Visi-
tenkarte des Beschuldigten gesehen und nie Anlass zu Zweifeln gehabt. Erst 
später habe er bei der I.________AG angerufen und erfahren, dass der Beschul-
digte dort überhaupt nicht arbeite (pag. 502, Z. 125 ff.). Es sei von einer langfristi-
gen Anlage gesprochen worden und er habe beim Beschuldigten nicht nachgefragt, 
weil die Anlage gesichert gewesen sei (pag. 501, Z. 80 ff.). Erst als er die 
CHF 7‘000.00 nicht mehr zurückerhalten habe, habe er zu zweifeln begonnen. Er 
habe Kontakt mit dem Hausbesitzer aufgenommen und dieser habe ihm empfoh-
len, zu einem Anwalt zu gehen, weil er auch einige Probleme mit dem Beschuldig-
ten gehabt habe (pag. 502, Z. 139 ff.). Diese Schilderungen von C.________ sind 
nachvollziehbar. Er pflegte ein freundschaftliches Verhältnis zum Beschuldigten 
und war von dessen Anstellung bei der I.________AG überzeugt. Im Übrigen hatte 
C.________, bevor er den ersten Darlehensvertrag mit dem Beschuldigten ab-
schloss, auch positive, vertrauensfördernde Erfahrungen mit dem Beschuldigten 
gemacht. Er lieh ihm Geld (ca. CHF 50.00 bis CHF 200.00) und erhielt dieses zzgl. 
weiteren CHF 20.00 bis CHF 50.00 zurück (pag. 503, Z. 158 ff.; bestätigende Aus-
sage des Beschuldigten, pag. 207, Z. 17 ff.). Für die Geldleihe habe er ein Faust-
pfand erhalten – es habe sich gemäss dem Beschuldigten um einen echten 
AI.________ gehandelt (pag. 504, Z. 230 ff.; vgl. auch bestätigende Aussage des 
Beschuldigten, pag. 207, Z. 22 ff.). Der Beschuldigte habe ihm gegenüber zudem 
eine PowerPoint Präsentation gezeigt, bei welcher ein Gewinn bzw. ein aktueller 
Wert im sechsstelligen Bereich ersichtlich gewesen sei (pag. 503 f., Z. 195 ff.; der 
Beschuldigte bestätigte, C.________ einen Auszug gezeigt zu haben, pag. 286, 
Z. 66 ff. – beteuerte später jedoch, es habe nichts mit dem Tradingkonto zu tun ge-
habt, pag. 415, Z. 657 f.). In den Akten befindet sich ein Auszug der 
N.________Bank, der auf C.________ angepasst wurde. Die Beträge von 
CHF 5‘000.00 und die Daten der Einzahlung auf das Tradingkonto korrelieren mit 
den effektiven Darlehenssummen und den tatsächlichen Daten der Überweisungen 
(vgl. pag. 290 f.; die Fälschung dieses Auszuges ist allerdings nicht angeklagt). 

C.________ hätte im Übrigen entgegen den Behauptungen der Verteidigung auch 
nicht mehr von den Anlagegeschäften verstehen müssen. Denn er ist Finanzkon-
troller und als solcher für das betriebsinterne Controlling zuständig (pag. 503, 
Z. 182 f.). Alleine aus seiner Tätigkeit im Umgang mit Zahlen kann noch nicht da-
von ausgegangen werden, er würde sich mit Anlagegeschäften auskennen. Dies 
gilt umso mehr, als der Beschuldigte selbst angab, C.________ die verschiedenen 
Anlageformen erklärt zu haben (pag. 207, Z. 26 f.; pag. 208, Z. 34 f.).

Insgesamt wirken die Aussagen von C.________ ausführlich, stringent und nach-
vollziehbar. Er schilderte im Wesentlichen dieselben Vorgehensweisen und die 

28

gleichen Behauptungen des Beschuldigten wie schon die anderen Geschädigten. 
Die Kammer hat keinen Grund, an den Aussagen von C.________ zu zweifeln. 

Der Beschuldigte sagte demgegenüber ausweichend, widersprüchlich, unlogisch 
und teilweise nachweislich falsch aus. 

Anlässlich der ersten Einvernahme des Beschuldigten bei der Polizei am 
16.12.2014 (pag. 171 ff.) nannte er lediglich D.________ und F.________ als Dar-
lehensgeberinnen. Weitere involvierte Personen verneinte er (pag. 179, Z. 291 f.). 
Erst bei der gleichentags erfolgten staatsanwaltschaftlichen Einvernahme nannte er 
C.________ als weiteren Darlehensgeber (pag. 14, Z. 124 ff.). Am 2.2.2015 erklär-
te der Beschuldigte sodann, er habe bei einem Glas Wein mit C.________ über 
Trading und Broker gesprochen. C.________ habe ihn gefragt, wie das Trading 
funktioniere und er habe es ihm erklärt. C.________ habe dann CHF 5‘000.00 an-
legen wollen (pag. 207, Z. 25 ff.). Auf Frage was er mit dem Geld von C.________ 
gemacht habe, führte der Beschuldigte anfänglich aus, er habe das Geld auf sei-
nem Tradingkonto mitlaufen lassen. Das Tradingkonto sei auf seinen Namen ge-
laufen (pag. 208, Z. 40 ff.; pag. 209, Z. 82). Auch die zweiten CHF 5‘000.00 habe 
er auf das Tradingkonto überwiesen (pag. 208, Z. 57; pag. 210, Z. 169 f.). In der 
Folge bestätigte der Beschuldigte seine Aussage, er habe die CHF 10‘000.00 von 
C.________ auf seinem Tradingkonto angelegt (pag. 230, Z. 15 ff.). Auf Vorhalt 
des Kontoauszuges seines Konto bei der N.________Bank und der Tatsache, dass 
das Geld von C.________ nicht darauf überwiesen worden sei, erklärte der Be-
schuldigte plötzlich, es habe sich um das Konto seines Kollegen AJ.________ ge-
handelt (pag. 231, Z. 46 ff.). Er habe nur falsch ausgesagt, weil er AJ.________ 
nicht in die Sache habe reinziehen wollen (pag. 231, Z. 51 ff.). Die Vorbringen des 
Beschuldigten, er habe mit dem Tradingkonto von AJ.________ die Gelder ange-
legt sind unglaubhaft. Die N.________Bank wurde mit Verfügung vom 22.12.2014 
aufgefordert, sämtliche Kontoauszüge aller geführten Konten des Beschuldigten 
anzugeben – folglich auch jene, für welche der Beschuldigte nur eine Vollmacht 
besessen hätte (pag. 950). Die N.________Bank bzw. O.________AG sprach al-
lerdings nur von einem Konto (Nr. ________; pag. 952). Der Beschuldigte führte 
oder bewirtschaftete folglich nicht noch weitere Konten bei der N.________Bank. 
Seine diesbezüglichen Aussagen sind falsch. Auf Vorhalt, er habe die Beträge von 
insgesamt CHF 10‘000.00 von C.________ für private Ausgaben verbraucht, ant-
wortete der Beschuldigte wiederum stereotyp mit «Ich weiss es nicht» (pag. 231, 
Z. 88; pag. 232, Z. 107). Bei der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme sprach er 
vage von Investitionen, die er getätigt habe (pag. 414, Z. 633), er wisse allerdings 
nicht mehr wie und wo er die Investition getätigt habe (pag. 414, Z. 636). Dennoch 
behauptete er nur kurze Zeit später, es sei von einem Tradingkonto bei der 
I.________AG die Rede gewesen (pag. 414, Z. 648 ff.). Das Geld sei jedoch auf 
dem Tradingkonto von AJ.________ angelegt worden (pag. 414, Z. 640). In seiner 
Einvernahme anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung resignierte der 
Beschuldigte auf Vorhalt seiner Bargeldbezüge und sagte: «Wenn Sie das so sa-
gen, dann wird es so stimmen». Auf Frage, wo man sehen könne, dass die zweite 
Tranche auf das Tradingkonto einbezahlt worden seien, erklärte er, «ich weiss es 
nicht mehr» (pag. 1293, Z. 3 und Z. 7). 

29

Entgegen den Vorbringen der Verteidigung war zwischen C.________ und dem 
Beschuldigten folglich klar vereinbart, die CHF 10‘000.00 auf einem Konto bei der 
I.________AG anzulegen bzw. mitlaufen zu lassen. Der Beschuldigte bestätigte 
dies anfänglich auch und erklärte, bei der I.________AG habe die Mindesteinlage 
CHF 10‘000.00 betragen. Er habe C.________ sein Tradingkonto gezeigt und ge-
sagt, er würde sein Geld dort mitlaufen lassen (pag. 208, Z. 74 ff.). Auf dem Vertrag 
vom 13.2.2013 war sogar explizit vom «Managed Account» die Rede, mit welchem 
erneut begonnen werden solle (pag. 214). Die widersprüchlichen und ausweichen-
den Aussagen des Beschuldigten vermögen nicht zu überzeugen und widerspre-
chen den Kontounterlagen. Es ist vielmehr ersichtlich, dass der Beschuldigte auch 
das Geld von C.________ dazu benutzte, private Ausgaben zu bezahlen und nie in 
ein Tradingkonto investierte – auch nicht auf den Namen von AJ.________. 

Der Beschuldigte machte geltend, die weiteren CHF 7‘000.00 von C.________ ha-
be er für den Kauf eines Bildes benötigt. Er habe ein gutes Angebot und einen gu-
ten Interessenten gehabt. Das Geld sei jedoch von der T.________AG einbehalten 
worden (pag. 209, Z. 97 ff.; pag. 209, Z. 112 f.; pag. 210, Z. 170 f.; pag. 232, Z. 121 
ff.; pag. 233, Z. 150 ff.; pag. 233, Z. 169 ff.; pag. 414, Z. 624 f.; pag. 415, Z. 676 ff.; 
pag. 1292, Z. 21 ff.). Der Beschuldigte blieb allerdings betreffend den angeblichen 
Kauf des Bildes vage (vgl. auch pag. 415, Z. 683 ff.; pag. 416, Z. 696 ff.). Kurz 
nach der Überweisung der CHF 7‘000.00, die von der T.________AG zwecks Til-
gung der Kreditkartenschulden im Umfang von CHF 5‘419.95 direkt belastet wor-
den waren, schrieb der Beschuldigte der T.________AG, die offene Rechnung der 
Betreibung sei bezahlt und damit könne die Löschung der Betreibung vorgenom-
men werden (pag. 289). Zwar ist den SMS zwischen dem Beschuldigten und 
C.________ effektiv zu entnehmen, dass der Beschuldigte C.________ zuerst an-
wies, den Betrag auf sein Konto bei der P.________AG zu überweisen. Nur weil 
dies nicht geklappt hatte, forderte er die Überweisung an die T.________AG. Dies 
ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass er das Geld einzig zu privaten Zwecken 
bzw. zur Bezahlung von Rechnungen und Schulden von C.________ verbrauchte. 
Vor der Überweisung der CHF 7‘000.00 befand sich das Konto bei der 
T.________AG im Minus (pag. 869). Am Tag der Einzahlung der CHF 7‘000.00 
benutzte der Beschuldigte sodann seine Postkarte unverfroren wieder und bezog 
CHF 500.00 in bar (vgl. pag. 870). 

Betreffend die Ausführungen zu seiner Stellung bei der I.________AG kann wie-
derum auf das bereits unter Ziff. 8.2 Gesagte verwiesen werden. Der Beschuldigte 
bestätigte, gegenüber C.________ ausgeführt zu haben, er sei im Finanzbereich 
tätig (pag. 412, Z. 573).

10.3 Schlussfolgerung und erstellter Sachverhalt

Der Beschuldigte ging bei C.________ mit dem üblichen modus operandi vor. Er 
baute zuerst ein freundschaftliches Vertrauensverhältnis auf. C.________ befand 
sich in einer schwierigen Situation, zumal er gerade seinen Vater verloren hatte. 
Der Beschuldigte präsentierte sich gegenüber C.________ als erfolgreicher Fi-
nanzmann, der beste Beziehungen zu Prominenten habe und erfolgreich für die 
I.________AG im Anlagegeschäft tätig sei. Mit dieser Fassade konnte er zwei Dar-
lehen über CHF 5‘000.00 bei C.________ erreichen. Entgegen seinen Verspre-

30

chungen legte er das Geld allerdings nicht auf seinem Tradingkonto an, sondern fi-
nanzierte seine privaten Ausgaben. Die CHF 7‘000.00 waren nicht für den Kauf ei-
nes Bildes gedacht, sondern zur Sicherung seiner finanziellen Schwierigkeiten. 

Die Kammer erachtet nach dem Gesagten auch den angeklagten Sachverhalt 
gemäss Ziff. 1.3 der Anklageschrift (pag. 1198 f.) als erstellt.

11. Konkrete Würdigung betreffend G.________ (Ziff. 1.4 der Anklageschrift)

11.1 Zu den Darlehensverträgen

Nachdem der Beschuldigte bereits im Jahr 2012 ein Darlehen mit G.________ ab-
geschlossen und gewinnbringend zurückbezahlt hatte (vgl. pag. 226 f.), schloss er 
am 3.6.2014 einen weiteren Darlehensvertrag über CHF 10‘000.00 mit G.________ 
ab (pag. 228). Unbestrittenermassen übergab G.________ dem Beschuldigten den 
Betrag von CHF 10‘000.00 in bar. 

11.2 Zur Aussagenwürdigung

In Übereinstimmung mit den Ausführung der Vorinstanz (pag. 1416, S. 47 der erst-
instanzlichen Urteilsbegründung) erachtet die Kammer die Aussagen von 
G.________ als glaubhaft. Diese wurde nach ihren eigenen Angaben (in absoluten 
Zahlen) nicht geschädigt (2012 Rückzahlung Darlehen mit CHF 10‘000.00 Gewinn, 
2014 allerdings keine Rückzahlung des Darlehens von CHF 10‘000.00). Sie hatte 
folglich keinen Grund, den Beschuldigten zu Unrecht zu belasten. Ferner schilderte 
G.________ die Kontakte zum Beschuldigten und die Entstehung des Darlehens 
über CHF 10‘000.00 ausführlich und nachvollziehbar:

Der Beschuldigte habe ihr erklärt, «wie das mit dem Euro» funktioniere. Er habe ihr 
gesagt, er habe seinen Computer so eingestellt, dass er bei gewissen Limiten kau-
fe oder verkaufe. Das könne mehrmals pro Tag wechseln. Der Gewinn komme 
dann immer zum Kapital hinzu und könne wieder neu investiert werden. 
G.________ gab auch offen zu, der Beschuldigte habe ihr erklärt, das man das 
Geld verlieren könne (pag. 523, Z. 92 ff.), von einem Verlust sei aber nie die Rede 
gewesen. Sie sei davon ausgegangen, dass man das Kapital immer behalte 
(pag. 523, Z. 102 ff.). 

G.________ schloss bereits im Jahr 2012 Darlehensverträge mit dem Beschuldig-
ten ab (vgl. Verträge vom 16.4.2012 und vom 26.4.2012, pag. 226 f.; G.________ 
sprach anfänglich vom Jahr 2013 – auf Vorhalt der Darlehensverträge korrigierte 
sie jedoch das Jahr, sie habe sich in den Daten geirrt, pag. 523, Z. 84 ff.). Sie be-
lastet den Beschuldigten diesbezüglich nicht übermässig und führte aus, es sei 
zwar ein langes Hin und Her gewesen, aber sie habe das geliehene Geld schliess-
lich mit Gewinn zurückerhalten. Den Gewinn habe der Beschuldigte mit dem Han-
del von Euro erzielt (pag. 522, Z. 47 ff.). G.________ sprach von Darlehen in der 
Höhe von CHF 60‘000.00 und einer Rückzahlung von insgesamt CHF 70‘000.00 
(pag. 523, Z. 56 ff.). Auch diese Darlehen habe sie ihm bar übergeben (pag. 523, 
Z. 73). Sie hatte folglich bereits Vertrauen in den Beschuldigten gefasst und darauf 
vertrauen können, dass er die Darlehensschulden mit Gewinn zurückzahlen würde 
(vgl. pag. 523, Z. 67 ff.). Nach Gewährung des Darlehens vom 3.6.2014 habe sie 
sich erst ca. im Dezember 2014 beim Beschuldigten gemeldet, um das Geld 

31

zurückzufordern. Sie habe ihm ein Schreiben vorbeigebracht und es per Post ge-
schickt. Sie hätten auch mehrmals telefonisch oder per SMS Kontakt gehabt. Der 
Beschuldigte habe aber immer andere Ausreden gehabt und habe ihr erzählt, das 
Geld sei wegen Geldwäschereiverdacht blockiert. Er habe sie hingehalten 
(pag. 522, Z. 23 ff.). 

Die Aussagen von G.________ lassen sich mit den objektiven Beweismitteln in 
Einklang bringen. In den Akten befinden sich verschiedene SMS zwischen dem 
Beschuldigten und G.________. Der Beschuldigte hielt G.________ hin, als sie das 
Geld zurückforderte. Zuerst erklärte er ihr, er werde am morgigen Tag mit Verlust 
verkaufen (pag. 533, SMS vom 2.11.2014). Danach schrieb er während Tagen 
nicht mehr zurück. Am 17.11.2014 meldete er sich wieder bei G.________ und er-
klärte ihr, er sei in Luxemburg, um das Geld zu holen. «Sie» hätten das Geld nicht 
ausbezahlt, weil er es vom «TK» (wohl Tradingkonto) auf «________» (wohl 
R.________AG) und «dann weiter mit Umrechnung EUR auf ________ (wohl für 
P.________AG)» überwiesen habe. Es dauere daher noch eine Zeit mit der Aus-
zahlung (pag. 532, SMS vom 17.11.2014). Während Tagen hielt der Beschuldigte 
G.________ hin, vertröstete sie auf die nächsten Tage und erklärte ihr, er könne 
gerade nicht sprechen (pag. 531 f.). Am 25.11.2014 schrieb er G.________ erneut 
und teilte ihr mit, das Geld sei noch nicht freigegeben. Es brauche Geduld, sie solle 
«nicht durchdrehen» (pag. 530). Später schrieb er: «[…] Die 10000 sind zwecks 
Umrechnung drinnen kann im Moment auch nicht mehr tun als ständig dort anrufen 
und auf die Dringlichkeit hinweisen! […] Die Leute von der complience Abteilung ti-
cken anders u vermuten immer hinter allem etwas. […]» (pag. 530, SMS vom 
26.11.2014). Der Beschuldigte schrieb G.________ zudem am 4.12.2014, bei ei-
nem vorzeitigen Ausstieg würde sie CHF 7‘224.00 Minus machen (pag. 529). Den 
Nachrichten ist im Übrigen deutlich zu entnehmen, dass zwischen den Beiden von 
einer Anlage in einem Tradingkonto die Rede war: «Ich kann nicht mehr warten 
und schlage dir vor vom tradingkonto das besagte geld zu deblockieren» (pag. 529, 
SMS vom 3.12.2014; vgl. auch SMS vom 17.11.2014, pag. 532 und 26.11.2014, 
pag. 529). Den SMS Kontakten ist ferner ein freundschaftliches Verhältnis zu ent-
nehmen. Oftmals endeten die Nachrichten mit «kiss» oder «love» (pag. 529 ff.).

Der Beschuldigte sagte auch betreffend G.________ widersprüchlich, nachweis-
lich falsch und ausweichend aus. Er verneinte anfänglich, dass G.________ ihm 
ein Darlehen gegeben habe (er verneinte die Frage, ob er noch weiteren Personen 
Darlehen gegeben habe bei der Einvernahme vom 16.12.2014, pag. 15, Z. 132; 
ähnlich pag. 179, Z. 291 f.). Bei den folgenden Einvernahmen gab er sodann an, er 
habe das Geld von G.________ auf seinem Tradingkonto (Kauf/Verkauf Euro) mit-
laufen lassen (pag. 221, Z. 27; pag. 222, Z. 33 ff.; pag. 223, Z. 116 ff.; pag. 224, 
Z. 172; pag. 224, Z. 180). Er behauptete, der Eurokurs sei stark abgesunken und 
daher wäre ein Verlust resultiert, hätte er das Geld von G.________ wie gefordert 
umgehend zurückbezahlt (pag. 223, Z. 132 ff.; pag. 224, Z. 164; pag. 224, Z. 172 
ff.). Bei der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme widersprach er sich jedoch und 
erklärte, man habe zwar über einen Mehrwert gesprochen, aber nicht konkret wie 
dieser geschaffen werden solle (pag. 408, Z. 403 ff.). Auf Vorhalt seiner früheren 
Aussage, er habe das Geld von G.________ auf seinem Tradingkonto angelegt, 
erklärte er, es habe sich um das Konto von AJ.________ gehandelt (pag. 408, 

32

Z. 419 f.). Kurz später führte er allerdings aus, nicht mehr zu wissen, was er mit 
den CHF 10‘000.00 gemacht habe (pag. 410, Z. 492). Auf weitere Fragen zur an-
geblichen Investition, dem Grund für die nicht erfolgte Rückzahlung und den Wi-
dersprüchen zu den objektiven Beweismitteln antwortete der Beschuldigte nur noch 
ausweichend oder mit «ich weiss nicht» (pag. 410, Z. 498 ff.; pag. 411, Z. 509 ff.; 
pag. 412, Z. 546 ff.). Bei der erstinstanzlichen Einvernahme gab der Beschuldigte 
erneut an, es sei richtig, er habe mit den CHF 10‘000.00 Euros kaufen und verkau-
fen wollen (pag. 1293, Z. 15 ff.). Der Beschuldigte bestätigte ferner anfänglich, ge-
genüber G.________ von einer Blockierung der Gelder gesprochen zu haben 
(pag. 224, Z. 144 f.). Später behauptete er allerdings, es sei nie dazu gekommen, 
das Geld an die R.________AG zu überweisen (pag. 411, Z. 519 f.). Die angebli-
che Blockade auf dem Konto bei der R.________AG bestätigte der Beschuldigte 
später dennoch (pag. 1293, Z. 34 ff.). Die Bankunterlagen der R.________AG be-
legen allerdings, dass nie Geld vom Beschuldigten überwiesen wurde (pag. 830 
ff.). Auf genauere Nachfrage, wie es zur Blockade gekommen sei, behauptete der 
Beschuldigte sodann, es habe lediglich die Gefahr einer Blockade bestanden 
(pag. 1294, Z. 6) – dies widerspricht allerdings wiederum dem SMS des Beschul-
digten vom 17.11.2014, worin er klar von einer bereits eingetretenen Blockade 
schrieb (pag. 532).

Der Beschuldigte bestätigte im Übrigen, G.________ schon länger zu kennen und 
ihr ein früheres Darlehen, das er bar erhalten habe, mit Gewinn zurückbezahlt zu 
haben (pag. 221, Z. 15 ff.; pag. 222, Z. 39 ff.; pag. 222, Z. 58 ff.; pag. 407, Z. 380 
ff.; pag. 408, Z. 395 f.). Er bestritt einzig, dass das Darlehen in der Höhe von insge-
samt CHF 60‘000.00 abgeschlossen und mit CHF 70‘000.00 zurückbezahlt worden 
sei (pag. 222, Z. 80; pag. 409, Z. 449 ff.; pag. 410, Z. 481 f.; pag. 1293, Z. 11). Was 
er mit den CHF 75‘000.00, die zeitgleich mit der von G.________ angegebenen 
Rückzahlung der CHF 70‘000.00 von seinem Konto abgehoben wurden, gemacht 
habe, wusste der Beschuldigte allerdings nicht mehr (pag. 409, Z. 460 ff.). 

11.3 Schlussfolgerung und erstellter Sachverhalt

Nach dem Gesagten kann auch betreffend G.________ nicht auf die unglaubhaften 
Aussagen des Beschuldigten abgestellt werden. Sie sind in sich widersprüchlich 
und stehen im klaren Widerspruch zu den objektiven Beweismitteln. 

Entgegen den Behauptungen der Verteidigung geht die Kammer davon aus, dass 
der Beschuldigte auch G.________ versprach, die CHF 10‘000.00 gewinnbringend 
auf einem Tradingkonto anzulegen. Dies tat er allerdings nicht. Es ist keine Investi-
tion des Beschuldigten im Zusammenhang mit dem Geld von G.________ akten-
kundig. Auf das Tradingkonto bei der N.________Bank wurde dieser Betrag nicht 
einbezahlt. Bei der R.________AG führte der Beschuldigte überhaupt kein Tra-
dingkonto und auf den vorhandenen Konten ist nie eine Gutschrift erfolgt. Der Be-
schuldigte war mit G.________ befreundet. Er nutzte den Umstand, dass sie ihm 
bereits im Jahr 2012 ein Darlehen gewährte, das er mit Gewinn zurückbezahlen 
konnte, und das daraus entstandene Vertrauensverhältnis aus.

Die Kammer erachtet den Vorwurf gemäss Ziff. 1.4 der Anklageschrift (pag. 1199 
f.) als erstellt. 

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12. Zu Ziff. 2 der Anklageschrift (Urkundenfälschungen)

Es kann auf das bereits unter Ziff. 8.1 bis Ziff. 9.3 Gesagte und die Erwägungen 
der Vorinstanz (pag. 1420 ff., S. 51 ff. und pag. 1423, S. 55 der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung) verwiesen werden. Ergänzend hält die Kammer Folgendes fest:

Der Beschuldigte schickte D.________ am 3.7.2014 eine E-Mail, mit einem ver-
meintlichen Auszug der N.________Bank im Anhang. Diesen erklärte er mit den 
Worten: «Aufgrund des momentan noch niedrigen Kurs 1.21409 ist der Einstiegs-
preis 1.20847 positiv im Plus allerdings der Einstiegspreis 1.23255 noch nicht er-
reicht worden. Da bei der 2. Position der Einstieg höher liegt als der momentane 
Kurs, ist natürlich momentan somit vorerst ein negativ Ergebnis realisiert worden. 
Bei einem vorzeitigen Ausstieg müssen natürlich die Positionen geschlossen wer-
den, allerdings wird dann auch die Margin noch fällig. […] All die Banken und Ana-
lysten erwarten einen Anstieg des EUR/CHF […]» (pag. 444 f.). Die Auszüge be-
treffen zwei Einlagen von EUR 100‘000.00 – sie wurden folglich auf D.________ 
angepasst – und zeigen wie vom Beschuldigten in der E-Mail behauptet, eine ne-
gative Kursentwicklung, weshalb ein vorzeitiger Ausstieg aus der langfristigen An-
lage nur mit Verlust möglich sei (pag. 446 ff.). 

F.________ gegenüber habe der Beschuldigte erklärt, es sei ungünstig, das Geld 
aus der Anlage abzuziehen. Er habe ihr Dokumente gezeigt. Dabei handelt es sich 
wiederum um drei vermeintliche Auszüge aus dem Konto des Beschuldigten bei 
der N.________Bank. Zur Erklärung dieser Auszüge schrieb der Beschuldigte 
F.________, aufgrund des noch niedrigen Kurses von 1.2212 sei der Einstiegspreis 
noch nicht erreicht worden. Bei einem Verkauf würde daher ein negatives Ergebnis 
realisiert (pag. 494). Die Auszüge sind ebenfalls auf die Darlehen von F.________ 
angepasst und stimmen mit den Erklärungen des Beschuldigten überein. Auf den 
Auszügen ist die Kontonummer ________ aufgeführt, die F.________ bereits auf 
ihren Darlehensverträgen angegeben worden war. Zudem ist den Auszügen am 
Schluss Folgendes zu entnehmen: «Best Regards Accounts Departement» und 
«Please report to us within 24 hours if this statement is incorrect