# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b561cc55-d1d7-5631-a4bf-9371733d94b2
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-03-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 24.03.2004 SF 2004 4
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2004-4_2004-03-24.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 24. März 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF  04 4 (mündlich eröffnet)

Urteil
Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Heinz-Bommer, Jegen, Riesen-Bienz, Vital
Aktuar ad hoc Maranta

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In der Strafsache

des X., Angeklagter, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Ilario Bondolfi, 
Reichsgasse 71, Postfach 74, 7002 Chur,

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 9. Februar 2004 in Ankla-
gezustand versetzt,

wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz,

hat sich ergeben:

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A. Der italienische Staatsangehörige X. wurde am 26. Dezember 1968 in 
V. geboren. Weil seine Eltern beide arbeitstätig waren, wuchs er zunächst bei ver-
schiedenen Pflegefamilien in der Schweiz auf. Anschliessend hat er in Italien fünf 
Jahre das Internat besucht und wohnte während dieser Zeit an den Wochenenden 
bei Verwandten seines Vaters. Nachdem er sich im Jahre 1987 zusammen mit sei-
ner Mutter im A. aufgehalten hatte, absolvierte er im Posthotel in B. eine Anlehre 
als Koch, die er im Jahre 1989 abschloss. In der Folge hatte er diverse Arbeitsstellen 
als Koch in Hotels inne, die letzte im Restaurant C. in D.. Diese Arbeitsstelle wurde 
ihm im Jahre 2000 gekündigt, und er wurde arbeitslos. Bis zu seiner Verhaftung im 
April 2003 wohnte er zusammen mit seiner Freundin E. in D., und zwar zunächst 
am F.-Weg und dann am G.-Weg. Seit dem 23. Juni 2003 unterzieht er sich im 
Rehabilitationszentrum W. einer Drogenentziehungskur. Neben Kost und Logis wird 
ihm dort ein wöchentliches Sackgeld von Fr. 60.-- ausgerichtet. Die Wochenenden 
verbringt er abwechslungsweise bei seiner Freundin in D. und bei seinem fünf Jahre 
jüngeren Bruder im H., wo er oft auch seinen Vater sieht.

Im Register des Betreibungsamtes Chur ist X. für die Jahre 2000 bis 
2002 mit 6 Betreibungen verzeichnet. Diese sind indes durch Bezahlung erledigt. 
Sodann weist er 7 Verlustscheine im Betrag von Fr. 42'134.10 auf.

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist X. mit drei Verurteilungen 
verzeichnet. Am 10. August 1995 wurde er vom damaligen Kreisgerichtsausschuss 
Oberengadin wegen mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelge-
setz, Diebstahls, Sachbeschädigung sowie Hausfriedensbruchs zu 16 Monaten Ge-
fängnis bedingt unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren verurteilt. Am 29. 
September 1997 wurde er vom Kreispräsidenten Chur wegen Widerhandlung ge-
gen Art. 19 Ziffer 1 und Art. 19a Ziffer 1 BetmG zu 14 Tagen Gefängnis bedingt 
unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren verurteilt.  Schliesslich verurteilte 
ihn wiederum der Kreispräsident Chur am 2. Februar 1999 wegen Widerhandlung 
gegen Art. 19a Ziffer 1 BetmG zu 20 Tagen Haft, unter bedingtem Strafvollzug bei 
einer Probezeit von einem Jahr.

Am 3. April 2003 um 22:20 Uhr wurde X. in I. verhaftet und anschlies-
send in Untersuchungshaft genommen. Am 25. Mai 2003 wurde er wieder aus der 
Haft entlassen und in den vorzeitigen Massnahmevollzug versetzt.

B. Im Gutachten der Psychiatrischen Dienste Graubünden, K., vom 2. 
Mai 2003, welches im Rahmen des gegen den Angeklagten geführten Verfahrens 

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erstellt wurde, diagnostizierte der Gutachter bei X. zusammenfassend eine Hero-
inabhängigkeit mit gegenwärtiger Abstinenz in geschützter Umgebung. Der körper-
liche Entzug habe in der Untersuchungshaft im April 2003 stattgefunden, welcher 
jedoch durch Konsum von (eingeschmuggeltem) Heroin in der Haftzelle habe ge-
mildert werden können. Die im Gutachten vom 10. April 1995 beschriebene "emoti-
onal instabile Persönlichkeitsstörung" könne nicht diagnostiziert werden. Ebenso 
könne die im Vorgutachten beschriebene "leichte Intelligenzminderung", welche 
durch eine testpsychologische Untersuchung (IQ: 76) und Aussagen des Exploran-
den diagnostiziert worden sei, nicht gestellt werden. Die Intelligenz liege im unter-
durchschnittlichen Bereich innerhalb der Normgrenzen. Ferner ergäbe sich aus der 
Anamnese und den Fremdangaben keinerlei Hinweise, dass die Einsichtsfähigkeit 
in das delinquente Handeln des Exploranden habe herabgesetzt gewesen sein kön-
nen. Aufgrund der aktiven Heroinabhängigkeit könne postuliert werden, dass eine 
leichtgradige Verminderung der Steuerungsfähigkeit vorgelegen habe. Somit er-
gebe sich aus psychiatrischer Sicht eine höchstens leichtgradig verminderte Zu-
rechnungsfähigkeit.

Bezüglich Massnahmen wurde vom Gutachter ausgeführt, dass auf-
grund der langjährigen Vorgeschichte und der Schwere der Rauschgiftsucht eine 
stationäre Massnahme im Sinne von Art. 44 StGB die einzige vernünftige Vorge-
hensweise erscheine. Therapieziel müsse hierbei die Abstinenz von jeglichen psy-
chotropen Substanzen sein, wobei explizit nochmals Heroin, Kokain und Alkohol 
genannt seien. Eine ambulante Massnahme oder eine Substitutionsbehandlung 
(z.B. mittels Methadon) empfehle sich bei der Suchtvorgeschichte des Exploranden 
nicht; diese seien bereits erfolglos angewandt worden. Des Weiteren empfahl der 
Gutachter die Anordnung einer Schutzaufsicht, um im Anschluss an die stationäre 
Behandlungsphase im Zeitraum von mindestens zwei Jahren, koordiniert durch die 
Schutzaufsicht, Abstinenz durch regelmässige psychiatrische Gespräche (anfangs 
wenn möglich wöchentlich, im weiteren Verlauf entsprechend der Einschätzung des 
Therapeuten, jedoch mindestens ein Mal im Monat) und hausärztliche Laborkontrol-
len (kurzfristig angekündigte Urintests zum Drogenscreening unter Sichtkontrolle) 
nachzuweisen.

Schliesslich  wurden die durch den Untersuchungsrichter gestellten 
Fragen vom Gutachter wie folgt beantwortet:

"1. War der Angeschuldigte zur Zeit der Tat in seiner geistigen Gesundheit 
oder in seinem Bewusstsein beeinträchtigt oder war er geistig mangel-
haft entwickelt, sodass seine Fähigkeit zur Einsicht in das Unrecht der 

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Tat oder zum Handeln gemäss dieser Einsicht herabgesetzt war, wenn 
ja, in welchem Grad (Art. 11 StGB)?

Nein.

2. Ist der Angeschuldigte rauschgiftsüchtig und erscheint daher zur Ver-
hütung einer allfälligen Rückfallgefahr die Einweisung in eine Drogen-
entziehungsanstalt oder eine andere Heilanstalt zweckmässig (Art. 44 
Ziff. 1 Abs. 1 StGB)?

Ja.

3. Genügt eine ambulante Behandlung im Sinne von Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 
letzter Satz StGB?

Nein.

4. Wäre der sofortige Vollzug einer Strafe mit einer ambulanten Behand-
lung vereinbar oder würde diese durch den Strafvollzug schwer beein-
trächtigt?

Entfällt.

5. Sind andere Massnahmen zweckmässig, z.B. Bevormundung, Verbei-
ständung?

Empfehlung der Einrichtung einer Schutzaufsicht für mind. 2 Jahre nach 
Beendigung der stationären Massnahme entsprechend Art. 47 oder Art. 
44 Abs. 4."

C. X. wird angeklagt der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG 
und der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG. Der Anklage liegt 
gemäss der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 9. Februar 
2004 folgender Sachverhalt zu Grunde:

"1. X. wurde am 3. April 2003 an der J.-Strasse in 8050 I. kontrolliert. Bei 
der Kontrolle ergab sich, dass der Angeklagte 31gr Heroin sowie 4 gr 
Kokain auf sich trug. Eine Analyse dieser Betäubungsmittel durch das 
Institut für Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen ergab später für 
das Heroin einen Reinheitsgehalt von 12.4 % und für das Kokain einen 
solchen von 50.8 %. Der Angeklagte hatte vor, die Hälfte dieser Drogen, 
also 15 gr Heroin sowie 2 gr Kokain in D. an noch nicht bestimmte Per-
sonen zu verkaufen. Die restlichen 16 gr Heroin sowie 2 gr Kokain wollte 
er selber konsumieren.

2. In der Folge konnte ermittelt werden, dass der Angeklagte in der Zeit 
von April 2001 bis zum 3. April 2003 in D. diversen Personen insgesamt 
965 gr Heroin sowie 5 gr Kokain verkauft hatte. Für das Heroin verlangte 
er in der Regel Fr. 100.-- pro Gramm; das Kokain verkaufte er zum 
Grammpreis von Fr. 120.--. Insgesamt erzielt der Angeklagte mit dem 
Verkauf von Heroin und Kokain einen Bruttoerlös von Fr. 97'100.--. So-
dann gab er seiner Freundin Heroin und Kokain unentgeltlich ab. Im Ein-
zelnen handelt es sich um folgende Fälle:

2.1 Von April 2002 bis April 2003 verkaufte er L. unter unbestimmt vielen 
Malen insgesamt 350 gr Heroin für Fr. 100.-- pro Gramm.

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2.2 Von Oktober 2002 bis Ende März 2003 übergab der Angeklagte 60 gr 
Heroin für total Fr. 6'000.-- an Fernando Luis Marques Pais.

2.3 Von Sommer 2001 bis April 2003 verkaufte X. 90 gr Heroin sowie 5 gr 
Kokain an N..

2.4 In den Monaten September 2002 bis März 2003 händigte der Ange-
klagte 70 gr Heroin à Fr. 100.-- pro Gramm O. aus.

2.5 Von Januar bis Juli 2002 verkaufte der Angeklagte 170 gr Heroin an P., 
und zwar zum Gesamtpreis von Fr. 100.--.

2.6 In den Monaten Dezember 2002 bis April 2003 überliess X. 60 gr Heroin 
zum Grammpreis von Fr. 80.-- an Q..

2.7 Von September 2002 bis Februar 2003 verkaufte der Angeklagte 60 gr 
Heroin an R..

2.8 Von September 2002 bis Februar 2003 übergab der Angeklagte 60 gr 
Heroin für Fr. 100.-- pro Gramm an S..

2.9 An M. verkaufte X. von ca. Oktober 2002 bis März 2003 total 25 gr He-
roin.

2.10Von Januar bis März 2003 überliess der Angeklagte 20 gr Heroin zum 
Grammpreis von Fr. 100.-- an U..

2.11Von April 2001 bis anfangs April 2003 gab der Angeklagte unter unbe-
stimmt vielen Malen in D. insgesamt 620 gr Heroin sowie 20 gr Kokain 
unentgeltlich an seine Freundin E. ab, mit welcher er zusammen wohnte 
und häufig gemeinsam Betäubungsmittel konsumierte.

3. Total hat der Angeklagte demnach 1'600 gr Heroin und 25 gr Kokain 
verkauft, gratis abgegeben oder am 3. April 2003 zum späteren Verkauf 
an Drittpersonen auf sich getragen. Da die Qualität dieser Betäubungs-
mittel immer in etwa gleich war, ist davon auszugehen, dass deren Rein-
heitsgehalt jenem der Drogen entsprach, die bei ihm am 3. April 2003 
sichergestellt worden sind, also 12.4 % für das Heroin und 50.8 % für 
das Kokain. Demnach hat X. 198.4 gr reines Heroin sowie 12.7 gr reines 
Kokain verkauft, sonstwie an Drittpersonen abgegeben oder hiezu An-
stalten getroffen.

4. Bis anfangs April 2003 gab der Angeklagte unter mehreren Malen je-
weils etwas Methadon an seine Freundin E. ab. Die genaue Menge 
konnte nicht ermittelt werden, es waren aber mindestens 22½ Stück Ta-
bletten à 5 mg.

5. In der Zeit von Ende Dezember 1999 bis 3. April 2003 konsumierte der 
Angeklagte praktisch täglich Heroin sowie wöchentlich 1 bis 2 Mal etwas 
Kokain, indem er diese Betäubungsmittel sniffte oder gelegentlich auch 
durch Rauchen zu sich nahm. Im erwähnten Zeitraum konsumierte er 
mindestens 700 gr Heroin sowie 163 gr Kokain.

6. Anlässlich der am 3. April 2003 erfolgten Festnahme trug X. 31 gr Heroin 
sowie 4 gr Kokain auf sich. 16 gr Heroin sowie 2 gr Kokain hievon waren 
für den Eigenkonsum bestimmt.

7. Während seines Aufenthaltes in der Strafanstalt Sennhof konsumierte 
X. unter fünf Malen total 3 gr Heroin, das er im After versteckt in die 
Strafanstalt geschmuggelt hatte.

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8. Beim Angeklagten wurden folgende im Zusammenhang mit dem Betäu-
bungsmittelhandel stehende Gegenstände sichergestellt:

- 31 gr Heroin

- 4 gr Kokain

- 1 Wasserpfeife

- 1 Zigarettenbox mit Freebase-Rückständen

- div. Utensilien (Löffel, Schnupfröhrchen etc)."

D. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 24. März 2004 vor der Straf-
kammer des Kantonsgerichts von Graubünden waren der Angeklagte und sein amt-
licher Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. Ilario Bondolfi, sowie auf Seiten der Anklage 
Staatsanwalt Dr. iur. Alex Zindel anwesend. Es wurden keine Einwände gegen die 
Zuständigkeit und Zusammensetzung des Gerichtes erhoben. Während der richter-
lichen Befragung bestätigte der Angeklagte den von der Staatsanwaltschaft ermit-
telten Sachverhalt im Wesentlichen und anerkannte die ihm zur Last gelegten Straf-
taten. 

In seinem Plädoyer führte der Staatsanwalt hauptsächlich aus, dass 
der Sachverhalt gemäss Anklageschrift vom Angeklagten anerkannt werde. Bezüg-
lich der Menge und Reinheit der Drogen würden zwar teilweise kleine Unsicherhei-
ten bestehen. Die in der Anklageschrift aufgeführten 1600 Gramm Heroin und 25 
Gramm Kokain würden indes mit den Angaben des Angeklagten überein stimmen. 
Ebenso sei aufgrund dessen Aussagen davon auszugehen, dass der Reinheitsgrad 
der Drogen immer in etwa der Gleiche war. Betreffend der Drogenabgabe des An-
geklagten an seine Freundin könne angesichts der Rechtsprechung in BGE 120 IV 
341 anstatt auf einen schweren Fall im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG auch 
auf einen solchen im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 BetmG geschlossen werden, was 
jedoch zur Folge hätte, dass diesfalls zusätzlich neben dem Tatbestand des schwe-
ren Falls auch derjenige von Art. 19 Ziff. 1 BetmG erfüllt würde und somit eine Straf-
schärfung in Betracht gezogen werden müsse. Zur Strafzumessung wurde ausge-
führt, dass den Angeklagten ein erhebliches Verschulden treffe. Auch habe er mit 
dem Verkauf und der Abgabe einer solche Drogenmenge einen erheblichen krimi-
nellen Willen an den Tag gelegt. Dem Angeklagten könne aber zu Gute gehalten 
werden, dass er nicht aus Gewinnsucht, sondern für seinen eigenen Konsum und 
den seiner Freundin delinquierte. Strafmildernd sei beim Angeklagten aufgrund sei-
ner Drogenabhängigkeit eine leichte Herabsetzung der Einsichtsfähigkeit in das Un-
recht seiner Taten anzunehmen. Ferner sei strafmindernd sein Geständnis zu 
berücksichtigen, während sich seine Vorstrafen straferhöhend auswirken würden. 

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Strafschärfungsgründe kämen indes nur in Betracht, falls das Gericht davon ausge-
hen würde, dass aufgrund der Abgabe von Drogen an seine süchtige Freundin 
durch den Angeklagten zusätzlich zu Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG noch der Tatbestand 
von Art. 19 Ziff. 1 BetmG erfüllt wäre. Bezüglich Massnahmen wurde ausgeführt, 
dass aufgrund des vorzeitigen Massnahmeantritts durch den Angeklagten dessen 
Massnahmebedürftigkeit und -willigkeit ausgewiesen sei. Die Erfolgschancen dieser 
Massnahme würden dabei gut stehen. Deshalb sei der Vollzug aufzuschieben und 
eine stationäre Behandlung anzuordnen. Die sichergestellten Waren seien einzu-
ziehen und zu vernichten, während auf eine Ersatzabgabe zu verzichten sei. Staats-
anwalt Dr. iur. Alex Zindel stellte daher folgende Anträge:

"1. X. sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei er mit 3 Jahren Gefängnis, unter Anrechnung der Untersu-
chungshaft, zu bestrafen.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben, und es sei eine stati-
onäre Massnahme im Sinne von Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit 
Ziff. 6 StGB anzuordnen.

4. Die sichergestellten Betäubungsmittel und Utensilien zum Konsum der-
selben seien einzuziehen.

5. Kostenfolge sei die gesetzliche.

E. Der amtliche Verteidiger Rechtsanwalt lic. iur. Ilario Bondolfi legte in 
seinem Plädoyer im Wesentlichen dar, dass der Sachverhalt und die von der Ankla-
gevertretung vorgenommene rechtliche Subsumtion anerkannt werde. Auch in der 
Sache bezüglich der Drogenabgabe an die Freundin des Angeklagten könne er sich 
den Ausführungen des Staatsanwaltes anschliessen, da dies im Ergebnis keine 
Rolle spiele. Des Weiteren habe vorliegend nicht die Drogenmenge massgebende 
Bedeutung, sondern das Verschulden des Angeklagten. Dieses müsse unter dem 
Aspekt der Drogensucht betrachtet werden. Der Angeklagte habe nie aus Gewinn-
sucht delinquiert, sondern nur, um seinen Eigenkonsum finanzieren zu können. 
Deshalb sei von einem nicht erheblichen Verschulden auszugehen. Strafmindernd 
sei dem Angeklagten seine Kooperation, Einsicht sowie sein Geständnis  und gutes 
Zeugnis während der Untersuchungshaft zu Gute zu halten. Ausserdem befinde 
sich der Angeklagte erfolgsversprechend bereits im Vollzug einer stationären Mass-
nahme. Ferner seien die persönlichen Verhältnisse des Angeklagten, nämlich die 
vielen Wechsel von Familien, die mangelnden Strukturen und Perspektiven 
während seiner Kind- und Jugendzeit sowie sein auch dadurch hervorgerufener 
Drogenkonsum zu berücksichtigen. Als Strafmilderungsgrund sei gestützt auf das 
Gutachten vom 10. April 1995, welches im Gegensatz zu demjenigen vom 2. Mai 
2003 zu überzeugen vermöge, beim Angeklagten eine verminderte Zurechnungs-

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fähigkeit und eine reduzierte Einsichtsfähigkeit leichten bis mittleren Grades zu 
berücksichtigen. Dies ergebe sich aus dem Gutachten vom 10. April 1995, welches 
aufgrund eines durchgeführten IQ-Testes im Gegensatz zum Gutachten vom 2. Mai 
2003, das sich bloss auf Ergebnisse aus subjektiven Kriterien  stütze, zu überzeu-
gen vermöge. Überdies weise das Gutachten vom Jahr 2003 Widersprüche auf. 
Insgesamt erscheine eine Gefängnisstrafe von 24 Monaten angemessen. Der Voll-
zug der Strafe sei aufzuschieben, da sich die Anordnung einer stationären Mass-
nahme aufdränge. Diese laufe nämlich bereits mit guten Erfolgsaussichten und sei 
nebenbei auch vom Gutachter empfohlen worden. Der amtliche Verteidiger Rechts-
anwalt lic. iur. Ilario Bondolfi stellte angesichts seiner Ausführungen folgende An-
träge:

"1. X. sei im Sinne der Anklage schuldig der  Widerhandlung gegen Art. 19 
Ziff. 2 lit.a BetmG und der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a 
Ziff. 1 BetmG.

2. Dafür sei er mit 24 Monaten Gefängnis zu bestrafen.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben, und es sei eine stati-
onäre Massnahme anzuordnen.

4. Die beschlagnahmten Gegenstände seien einzuziehen.

5. Unter gesetzlicher Kostenfolge.

F. Auf die Replik wurde verzichtet. In seinem Schlusswort erklärte X., 
dass er seine Taten zutiefst bereue und in Zukunft nie mehr mit Drogen zu tun haben 
wolle. Er hoffe, dass er sich wieder vollständig in die Gesellschaft integrieren, wei-
teren Problemen aus dem Weg gehen und kriminelle Konfrontationen vermeiden 
könne. 

G. Auf die weiteren Ausführungen des Staatsanwaltes und des amtlichen 
Verteidigers zur Begründung ihrer Anträge sowie auf die richterliche Befragung des 
Angeklagten anlässlich der Hauptverhandlung wird, soweit erforderlich, in den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Die Strafkammer zieht in Erwägung :

1. a) Der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 Abs. 4 und 5 des Bundesge-
setzes über die Betäubungsmittel und psychotropen Stoffe (BetmG; SR 812.21) 
macht sich unter anderem strafbar, wer unbefugt Betäubungsmittel, mithin auch He-
roin und Kokain, anbietet, verteilt, verkauft, vermittelt, verschafft, in Verkehr bringt 
oder abgibt bzw. wer sie unbefugt besitzt, aufbewahrt, kauft oder sonstwie erlangt. 

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Die Bestimmung von Art. 19 Ziff. 1 BetmG erfasst praktisch sämtliche unbefugten 
Handlungen mit Betäubungsmitteln (Fingerhuth/Tschurr, Betäubungsmittelgesetzt, 
I. 2002, S. 105). Bei vorsätzlicher Tatbegehung beträgt die Strafe Gefängnis oder 
Busse, in schweren Fällen Zuchthaus oder Gefängnis nicht unter einem Jahr, womit 
eine Busse bis zu einer Million Franken verbunden werden kann (Art. 19 Ziff. 1 Abs. 
9 BetmG). Ein schwerer Fall liegt unter anderem vor, wenn der Täter weiss oder 
annehmen muss, dass sich die Widerhandlung auf eine Menge von Betäubungs-
mitteln bezieht, welche die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen kann (Art. 
19 Ziff. 2 lit. a BetmG). Viele Menschen im Sinne dieser Bestimmung sind nach der 
Rechtsprechung 20 Personen, während eine Gesundheitsgefährdung bei physi-
scher oder psychischer Abhängigkeit zu bejahen ist (BGE 121 IV 334). Massgebend 
ist somit, wie viele Konsumenten gefährdet werden könnten und nicht, wie viele 
tatsächlich gefährdet worden sind, ist Art. 19 Ziffer 2 lit. a BetmG doch als abstraktes 
Gefährdungsdelikt ausgestaltet. Unerheblich ist auch, ob durch die Tathandlung 
neue Abnehmerkreise erschlossen werden oder ob die Abnehmer bereits süchtig 
sind (BGE 118 IV 205 f.; BGE 120 IV 338). Das Bundesgericht setzte in BGE 109 
IV 143 die Werte zur Berechnung der das Risiko einer psychischen Abhängigkeit 
erzeugenden Betäubungsmittelmenge unter anderem für Heroin und Kokain fest. 
Danach wird für das Vorliegen der objektiven Voraussetzung von Art. 19 Ziff. 2 lit. a 
BetmG von einer Menge von 12 Gramm reinem Heroin oder 18 Gramm reinem Ko-
kain ausgegangen.

X. ist überführt und geständig, 31 Gramm Heroin und 4 Gramm Kokain 
bei seiner Verhaftung am 3. April 2003 auf sich getragen zu haben, wovon 16 
Gramm Heroin sowie 2 Gramm Kokain zum Eigenkonsum, der Rest (also 15 
Gramm Heroin und 2 Gramm Kokain) zum Verkauf bestimmt waren. Ferner hat er 
zugegeben, in der Zeit von April 2001 bis zum 3. April 2003 insgesamt ca. 965 
Gramm Heroin und 5 Gramm Kokain an verschiedene bestimmte Personen verkauft 
zu haben. Die Analyse der Drogen, die er bei seiner Verhaftung auf sich trug, auf 
ihren Reinheitsgehalt ergab für das Heroin einen solchen von 12.4 % und für das 
Kokain 50.8 %. Da die Qualität der Betäubungsmittel, mit welchen der Angeklagte 
zu tun hatte, gemäss seinen Aussagen immer in etwa gleich war, ist davon auszu-
gehen, dass der Reinheitsgehalt dieser Drogen ebenfalls immer in etwa derselbe 
war. Demnach hat X. bei seiner Verhaftung 3.8 Gramm reines Heroin und 2 Gramm 
reines Kokain auf sich getragen (wovon ca. 1.9 Gramm reines Heroin bzw. 1 Gramm 
reines Kokain verkauft werden sollten) sowie ca. 120 Gramm reines Heroin und 2.5 
Gramm reines Kokain verkauft. Mit diesen Mengen, auch wenn sie nicht auf das 
Gramm genau ermittelt werden konnten, ist der objektive Tatbestand von Art. 19 

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Ziff. 2 lit. a BetmG, mithin die Voraussetzung für das Vorliegen eines schweren Fal-
les, ohne weiteres erfüllt.

b) In subjektiver Hinsicht verlangt das Gesetz, dass der Täter um die ob-
jektiven Umstände von Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG weiss oder darauf schliessen 
muss. In Bezug auf die grosse Menge genügt Eventualvorsatz (BGE 112 IV 113). 
Diesbezüglich hat der Richter im Einzelfall zu prüfen, ob der Täter gewusst hat oder 
nach den Umständen wissen musste, dass die in Frage stehende Drogenmenge 
nach der Art des Betäubungsmittels geeignet ist, eine gesundheitliche Gefahr für 
eine Vielheit von Menschen zu schaffen (Fingerhuth/Tschurr, a.a.O., S. 148, mit 
Hinweisen). In vorliegendem Fall wusste X. aufgrund seiner langjährigen Erfahrung 
mit Betäubungsmittel, dass es sich bei den von ihm verkauften und in seinem Besitz 
befindlichen Drogen um Heroin bzw. Kokain, mithin um harte Drogen, sowie um 
beträchtliche Mengen von einem dieser Stoffe handelte. Damit wusste er oder hätte 
ohne Zweifel wissen müssen, dass der Verkauf und damit der daraus folgende all-
fällige Gebrauch dieser Betäubungsmittel beträchtliche Schädigungen der mensch-
lichen Gesundheit zu bewirken vermag und dass vor allem mit dem Verkauf solcher 
Mengen von Heroin eine Gemeingefahr begründet wurde (vgl. BGE 104 IV 214; 
Fingerhuth/Tschurr, a.a.O., S. 148). Unbeachtlich ist im Übrigen, ob der Täter das 
Rauschgift unter mehreren Malen in kleinen Teilmengen oder in einer gesamten 
Abgabe in Verkehr bringt (BGE 114 IV 167). Somit sind - neben den objektiven - 
auch die subjektiven Voraussetzungen eines schweren Falles gemäss Art. 19 Ziff. 
2 lit. a BetmG gegeben. X. ist daher der Widerhandlung gegen diese Bestimmung 
schuldig zu sprechen.

2. Eine besondere Problematik wirft der spezielle Fall auf, wenn grössere 
Mengen Heroin an nur eine einzige süchtige Bezugsperson und somit nicht an Dritte 
verkauft oder vergeben werden. X. hat seiner Freundin, welche zweifellos zur kon-
kreten Zeit drogensüchtig war, zum Konsum ca. 620 Gramm Heroin und 20 Gramm 
Kokain, mithin knapp 77 Gramm reines Heroin und 10 Gramm reines Kokain, gratis 
abgegeben. Zusätzlich erhielt sie von ihm etwa 112 Milligramm Methadon in Tablet-
tenform. Nach der bundesgerichtlichen Rechtssprechung in BGE 120 IV 334, erfüllt 
den qualifizierten Tatbestand von Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG nicht, wer mehr als 12 
Gramm reines Heroin an eine bereits süchtige nahe Bezugsperson abgibt, um die-
ser aus ihrer verfahrenen Situation heraus zu helfen, und dabei die Gewissheit hat, 
dass das Heroin nicht an Dritte weitergegeben wird. Wesentlich dabei ist, dass zwi-
schen X. und seiner drogensüchtigen Freundin eine enge Beziehung bestand, was 
durchaus der Fall war, und dass er ihr durch die Weitergabe von Heroin und Kokain 

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zum Konsum aus ihrer Situation heraushelfen wollte. X. half seiner Freundin mit der 
Gratisabgabe, sie vor der bekannten Beschaffungsproblematik zu bewahren sowie 
ihre Suchtsymptomatik zu unterdrücken, ohne dabei von finanziellen Interessen ge-
leitet zu sein. Ins Gewicht fällt sodann, dass er selber schon drogensüchtig war und 
er öfters mit der Freundin zusammen Drogen konsumierte. Deshalb war er sich 
auch sicher, dass die Freundin die Drogen nur zum Konsum und nicht zur Weiter-
gabe verwendete. Bei einer solchen Konstellation, bei der die Drogen lediglich an 
eine bereits süchtige Bezugsperson zum eigenen oder gemeinsamen Konsum ab-
gegeben werden und bei der zudem die Gewissheit besteht, dass diese die Drogen 
selber konsumiert und nicht an Dritte weitergibt, kann die abstrakte Gefahr, dass 
Betäubungsmittel in die Hände unbestimmt vieler, unter Umständen auch gesunder 
Menschen gelangen, vernachlässigt werden. Jedenfalls ist der Umstand, dass die 
süchtige Person dadurch vor Beschaffungskriminalität und einem Abgleiten in Ver-
wahrlosung bewahrt wird, stärker zu gewichten als die bloss abstrakte Gefahr des 
weiteren Inverkehrgelangens von Betäubungsmitteln. Wo der Partner eines drogen-
süchtigen Paares Stoff für den Konsum des andern besorgt, erfüllt die Weitergabe-
handlung den schweren Fall nicht, auch wenn die weitergegebene Menge die 
Grenze von 12 Gramm überschreitet. Dasselbe muss gelten, wenn es anstatt um 
Heroin um die ebenfalls harte Droge Kokain geht, wobei die Drogenmenge gesamt-
haft betrachtet werden muss, d.h. wenn Heroin sowie Kokain wie auch Methadon 
zusammen abgegeben werden, sei es unter mehreren wiederholten Malen oder bei 
einem Mal, reicht es jedenfalls, wenn die Menge einer der Stoffe den Grenzwert für 
den schweren Fall erreicht (vgl. Fingerhuth/Tschurr, S. 147). Die Abgabe von ins-
gesamt 77 Gramm reinem Heroin, 10 Gramm reinem Kokain und etwa 112 Milli-
gramm Methadon durch X. an seine Freundin ist demnach nicht als schwerer Fall 
im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG, sondern als bloss "einfache" Widerhandlung 
gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 BetmG zu werten 
(vgl. BGE 120 IV 334 E. 2a/aa). 

3. a) Gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG wird mit Haft oder Busse bestraft, wer 
unbefugt Betäubungsmittel vorsätzlich konsumiert oder zum eigenen Konsum eine 
Widerhandlung im Sinne von Art. 19 BetmG begeht. Unter eine solche Widerhand-
lung, begangen zum eigenen Konsum, fällt unter anderem der Besitz, die Aufbe-
wahrung, der Kauf oder die anderweitige Erlangung von Betäubungsmitteln sowie 
das Treffen von Anstalten hiezu (Art. 19 Ziff. 1 BetmG). Auf die Quantität des kon-
sumierten Stoffes kommt es nicht an. Selbst der einmalige Gebrauch einer gering-
fügigen Menge ist strafbar. Ebensowenig ist es von Bedeutung, in welcher Form die 
Betäubungsmittel konsumiert werden. Der Konsum und die strafbare Vorbereitung 

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dazu müssen "unbefugt" erfolgen. Unbefugt konsumiert bzw. trifft die entsprechen-
den Vorbereitungen zum Konsum, wer Betäubungsmittel namentlich nicht aufgrund 
einer medizinisch indizierten Anweisung eines Arztes gebraucht (Finger-
huth/Tschurr, a.a.O., S. 156 f., mit Hinweisen).

Der Angeklagte ist geständig, bei seiner Verhaftung am 3. April 2003 
31 Gramm Heroin und 4 Gramm Kokain auf sich getragen zu haben, wovon 16 
Gramm Heroin und die Hälfte des Kokains zum Eigenkonsum bestimmt waren. Fer-
ner hat er zugegeben, zwischen Ende 1999 und dem 3. April 2003 insgesamt min-
destens 700 Gramm Heroin und 163 Gramm Kokain konsumiert zu haben. Ausser-
dem nahm X. noch während der Untersuchungshaft unter mehreren Malen total 3 
Gramm Heroin zu sich, das er im After versteckt in seine Zelle geschmuggelt hatte. 
Offensichtlich war der Angeklagte dazu nicht befugt. Damit wurde der objektive Tat-
bestand von Art. 19a Ziff. 1 BetmG mehrfach erfüllt.

b) Seit dem 1. Oktober 2002 gilt im Strafrecht ein neues Verjährungs-
recht, welches keine Unterscheidung zwischen relativer und absoluter Verjährung 
kennt und eine Verjährung im Rechtsmittelverfahren nicht mehr zulässt. Gemäss 
Art. 337 StGB gilt das neue Verjährungsrecht grundsätzlich nur für Taten, die nach 
Inkrafttreten des neuen Rechts begangen wurden. Das alte Verjährungsrecht gilt 
also grundsätzlich für vor diesem Zeitpunkt begangene Straftaten weiter; es sei 
denn, das neue Recht ist gegenüber dem älteren Recht das mildere (Schubarth, 
Anwaltsrevue, 3/2003, S. 83 f.). Nach bisherigem Recht gab es für die Strafverfol-
gung von Übertretungen eine relative Verjährungsfrist von einem Jahr und eine ab-
solute Verjährungsfrist von zwei Jahren (Art. 109 aStGB, Art. 72 Ziff. 2 Abs. 2 2. 
Satz aStGB). Nach der neuen Regelung verjährt gemäss Art. 109 StGB die Straf-
verfolgung bei Übertretungen innert 3 Jahren.

Die vorliegend in Frage stehenden Handlungen gemäss Art. 19a Ziff. 1 
BetmG, welche bis zum 24. März 2002 begangen wurden, sind gemäss der altrecht-
lichen Regelung verjährt. X. kann deswegen nicht mehr verurteilt werden.

c) Das Gesetz hält ausdrücklich fest, dass lediglich der vorsätzliche Ge-
brauch von Betäubungsmittel strafbar ist, wobei Eventualvorsatz genügt. Der Vor-
satz bezieht sich auf die objektiven Tatbestandselemente, insbesondere auf das 
Wissen, dass der konsumierte Stoff ein Betäubungsmittel im Sinne des Gesetzes 
ist. Der zweite Teil von Art. 19a Ziff. 1 BetmG - wer zum eigenen Konsum eine 
Widerhandlung im Sinne von Art. 19 BetmG begeht - enthält im Gegensatz zum 

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ersten Teil - Konsum - keine explizite Erwähnung des Erfordernisses des Vorsatzes. 
Grundsätzlich ist dieser Übertretungstatbestand deshalb auch bei fahrlässiger Be-
gehung strafbar (Fingerhuth/Tschurr, a.a.O., S. 157).

Der Angeklagte konsumierte die Betäubungsmittel zweifellos willent-
lich und im Wissen, dass es sich bei den konsumierten Stoffen um Betäubungsmit-
tel im Sinne des Gesetztes handelte. Auch bestehen keine Anzeichen dafür, dass 
die Widerhandlungen gegen Art. 19 Ziff. 1 BetmG zum Eigenkonsum, mithin na-
mentlich der Erwerb oder Besitz, nicht vorsätzlich begangen worden wären. Somit 
ist auch der subjektive Tatbestand von Art. 19a Ziff. 1 BetmG gegeben, und der 
Angeklagte hat sich der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG 
schuldig gemacht.

4. a) Bei der Strafzumessung hat der Richter gemäss Art. 63 des Schwei-
zerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) die Strafe nach dem Verschulden 
des Täters zu ermitteln, wobei er die Beweggründe, das Vorleben und die persönli-
chen Verhältnisse des Schuldigen berücksichtigt. Das Verschulden umfasst den ge-
samten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat. Der Bemessung der 
Schuld ist die Schwere der Tat zu Grunde zu legen. Beim Verschulden wird weiter 
in Tat- und Täterkomponente unterschieden. Bei der Tatkomponente betrachtet 
man das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Willensrichtung, mit welcher der 
Täter handelte und seine Beweggründe. Die Täterkomponente hingegen umfasst 
Vorleben und persönliche Verhältnisse des Täters sowie das Verhalten nach der 
Tat oder im Strafverfahren, wie namentlich Reue, Einsicht oder Strafempfindlichkeit 
(BGE 129 IV 20; BGE 117 IV 113 f., mit Hinweisen). Diese in die Waagschale ge-
legten Elemente wirken strafmindernd oder straferhöhend, wobei in der Begründung 
der Strafzumessung die Überlegungen des Richters nachvollziehbar sein müssen 
(BGE 121 IV 56).

Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen mehrere Freiheits-
strafen verwirkt, so verurteilt ihn der Richter nach dem Asperationsprinzip zu der 
Strafe der schwersten Tat und erhöht deren Dauer angemessen. Er kann jedoch 
das höchste Mass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen und 
ist dabei an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 68 Ziff. 1 
StGB). Schwerste Tat ist diejenige, welche unter den mit der höchsten Strafe be-
drohten Tatbestand fällt.

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b) Grundlage für die Strafzumessung ist im vorliegenden Fall  der in Art. 
19 Ziff. 1 Abs. 9 Satz 2 BetmG vorgesehene Strafrahmen von Gefängnis nicht unter 
einem Jahr oder Zuchthaus. Das Verschulden des Angeklagten wiegt sehr schwer, 
hat er doch mit der Menge von Heroin (und Kokain), die er verkaufte bzw. zum Ver-
kauf auf sich trug, eine erhebliche kriminelle Energie an den Tag gelegt. Insbeson-
dere zeigte er sich bis zu seiner Verhaftung im April 2003 mit seinen anhaltenden 
deliktischen Handlungen unbeeindruckt von seinen früheren Verurteilungen. Darü-
ber hinaus hat er mit der Menge Drogen, die er in Umlauf brachte, ein bedenkenlo-
ses Mass an Gleichgültigkeit, Rücksichtslosigkeit und mangelnde Achtung von Ge-
sundheit und Leben seiner Mitmenschen offenbart und eine Vielzahl von Menschen 
einer erheblichen körperlichen und geistigen Gefährdung ausgesetzt. Davon aus-
gehend fällt strafschärfend das Zusammentreffen von mehreren - zueinander in 
echter Konkurrenz stehenden - strafbaren Handlungen ins Gewicht (Art. 68 Ziff. 1 
StGB). Strafmildernd ist die verminderte Zurechnungsfähigkeit mindestens leichten 
Grades, welche beim Angeklagten gemäss der Einschätzung des Gutachters auf-
grund seiner aktiven Heroinabhängigkeit zur Zeit der Taten vorlag, zu werten (Art. 
11 StGB in Verbindung mit Art. 66 StGB). Strafmindernd sind dem Angeklagten 
seine persönlichen Verhältnisse (insbesondere diejenigen während seiner Jugend), 
sein Geständnis, seine Kooperation während der Untersuchung, seine Einsicht und 
Reue sowie seine positive Entwicklung seit seiner Verhaftung und der Umstand, 
dass er nur aufgrund seiner Drogensucht bzw. zwecks Beschaffung von Drogen 
zum Konsum delinquierte, zu Gute zu halten. Straferhöhend fallen indes die Vor-
strafen und die Delinquenz während einer längeren Zeitspanne ins Gewicht. In Wür-
digung sämtlicher Strafzumessungsgründe erachtet die Strafkammer die Anord-
nung einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten Gefängnis als dem Verschulden und den 
persönlichen Verhältnissen des Angeklagten als angemessen. Gestützt auf Art. 69 
StGB ist die erstandene Untersuchungshaft von 53 Tagen anzurechnen.

5. Gemäss Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB kann der Richter den Vollzug einer 
Freiheitsstrafe von nicht mehr als 18 Monaten aufschieben, wenn Vorleben und 
Charakter des Verurteilten erwarten lassen, er werde dadurch von weiteren Verbre-
chen oder Vergehen abgehalten. Aufgrund der Verurteilung von deutlich über 18 
Monaten ist die objektive Voraussetzung für den bedingten Strafvollzug nicht gege-
ben. 

6. Gemäss Art. 44 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 44 Ziff. 6 StGB kann 
der Richter, wenn der Täter rauschgiftsüchtig ist und die von ihm begangene Tat 
damit im Zusammenhang steht, zur Vermeidung künftiger Delinquenz seine Einwei-

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sung in eine Heilanstalt oder eine ambulante Massnahme anordnen. Ausschlagge-
bend für die Anordnung einer Massnahme nach Art. 44 StGB ist einerseits die Mass-
nahmebedürftigkeit und -fähigkeit sowie andererseits eine entsprechende Mass-
nahmewilligkeit des Verurteilten. Soweit erforderlich holt der Richter gemäss Art. 44 
Ziff. 1 Abs. 2 StGB ein Gutachten über den körperlichen und geistigen Zustand des 
Täters sowie über die Zweckmässigkeit der Behandlung ein. Dem Gutachten der 
Psychiatrischen Dienste Graubünden, K., vom 2. Mai 2003 ist zu entnehmen, dass 
aufgrund der langjährigen Vorgeschichte des Angeklagten und der Schwere seiner 
Rauschgiftsucht eine stationäre Massnahme im Sinne von Art. 44 StGB die einzige 
vernünftige Vorgehensweise erscheine; insbesondere sei eine ambulante Mass-
nahme oder eine Substitutionsbehandlung nicht zu empfehlen. Vorliegend hat der 
Angeklagte bereits im Mai 2003 mit einer stationäre Massnahme begonnen. Auf-
grund dieses vorzeitigen Massnahmeantritts durch den Angeklagten sowie der 
Feststellungen im Gutachten ist dessen Massnahmebedürftigkeit und -willigkeit 
ausgewiesen. Ausserdem bestehen momentan gute Erfolgschancen dieser Mass-
nahme. Deshalb wird eine stationäre Behandlung angeordnet, und der Vollzug der 
Freiheitsstrafe wird aufgeschoben (Art. 44 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 44 Ziff. 
6 StGB und Art. 43 Ziff. 2 Abs. 1 StGB). Der Angeklagte verbrachte bereits 304 
Tage in der Massnahme durch ihren vorzeitigen Antritt. Diese werden uneinge-
schränkt als Massnahmevollzug anerkannt.

7. Zu erwähnen ist, dass eine Schutzaufsicht, wie sie vom Gutachter 
empfohlen wird, nur bei bedingtem Strafvollzug, bedingter Entlassung aus einer 
Freiheitsstrafe oder bedingter probeweiser Entlassung aus einer Massnahme mög-
lich ist (Basler Kommentar, Strafgesetzbuch I, Basel 2003, N 3 zu Art. 47 StGB ; 
Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, I. 1997, N 5 zu Art. 
47 StGB). Über die Anordnung einer Schutzaufsicht ist deshalb von der zuständigen 
Behörde erst in einem späteren Zeitpunkt zu befinden, und es erübrigen sich an 
dieser Stelle weitere Ausführungen hiezu. 

8. Der Richter verfügt gemäss Art. 58 Abs. 1 StGB die  Einziehung von 
Gegenständen, die zur  Begehung einer Straftat gedient haben oder bestimmt wa-
ren, oder die durch eine strafbare Handlung hervorgebracht worden sind, wenn 
diese Gegenstände die Sicherheit von Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche 
Ordnung gefährden. Der Richter kann anordnen, dass die eingezogenen Ge-
genstände unbrauchbar gemacht oder vernichtet werden (Art. 58 Abs. 2 StGB). Die 
mit Beschlagnahmeverfügung vom 6. Januar 2004 beschlagnahmten 31 Gramm 

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Heroin und 4 Gramm Kokain werden somit gestützt auf die erwähnte Bestimmung 
gerichtlich eingezogen und sind zu vernichten.

9. Der Richter verfügt die Einziehung von Vermögenswerten, die durch 
eine strafbare Handlung erlangt worden sind oder dazu bestimmt waren, eine straf-
bare Handlung zu veranlassen oder zu belohnen, sofern sie nicht dem Verletzten 
zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes ausgehändigt werden (Art. 59 
Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Entsprechend werden die ebenfalls mit Beschlagnahmeverfü-
gung vom 6. Januar 2004 beschlagnahmten Gegenstände wie  eine Wasserpfeife, 
eine Zigarettenbox mit Freebase-Rückständen sowie diverse Utensilien (Löffel, 
Schnupfröhrchen etc.) zu Handen des Kantons Graubünden gerichtlich eingezogen.

10. Nach Art. 59 Ziff. 2 Abs. 1 StGB erkennt der Richter auf eine Ersatz-
forderung für nicht mehr vorhandene, unrechtmässig erlangte Vermögensvorteile. 
Der Richter kann indes gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung von einer Ersatzforde-
rung ganz oder teilweise absehen, wenn diese voraussichtlich uneinbringlich wäre 
oder die Wiedereingliederung des Betroffenen ernstlich behindern würde. Der An-
geklagte verfügt über kein Vermögen und nur über ein sehr bescheidenes Einkom-
men. Der Erlös aus dem Verkauf der Betäubungsmittel wurde vom Angeklagten ge-
braucht, um seinen Eigenkonsum und den Konsum seiner Freundin zu finanzieren. 
Ausserdem soll der Angeklagte nicht zusätzlich durch eine Ersatzabgabe in seinem 
Fortkommen belastet werden. Somit wäre eine Ersatzabgabe einerseits uneinbring-
lich und würde andrerseits der Wiedereingliederung des Betroffenen ein Hindernis 
darstellen. Auf eine solche ist deshalb gestützt auf Art. 59 Ziff. 2 Abs. 2 StGB zu 
verzichten.

11. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen gemäss Art. 158 Abs. 1 
des Gesetzes über die Strafrechtspflege (StPO; BR 350.000) die Kosten der Stra-
funtersuchung, bestehend aus den Barauslagen von Fr. 6'904.20 und der Untersu-
chungsgebühr von Fr. 3'250.--, des Gerichtsverfahrens von Fr. 3'000.-- und der amt-
lichen Verteidigung von Fr. 2'770.45 zu Lasten des Verurteilten. Überdies hat X. die 
Kosten der Massnahme zu tragen. Demgegenüber gehen die Kosten der Untersu-
chungshaft sowie eines allfälligen Strafvollzuges zu Lasten des Kantons Graubün-
den (Art. 158 Abs. 3 StPO in Verbindung mit Art. 188 StPO). 

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Demnach erkennt die Strafkammer :

1. X. ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG, der Wi-
derhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 BetmG sowie der mehrfachen Widerhand-
lung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

2. Dafür wird er mit 36 Monaten Gefängnis bestraft, abzüglich der erstandenen 
Untersuchungshaft von 53 Tagen und des vorzeitigen Massnahmevollzuges 
von 304 Tagen.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und es wird eine statio-
näre Massnahme gemäss Art. 44 Ziff. 1 und Ziff. 6 StGB angeordnet.

4. a) Die mit Beschlagnahmeverfügung vom 6. Januar 2004 beschlagnahmten 31 
Gramm Heroin und 4 Gramm Kokain werden gestützt auf Art. 58 Abs. 1 StGB 
gerichtlich eingezogen; die Betäubungsmittel sind gestützt auf Art. 58 Abs. 2 
StGB zu vernichten.

b) Die mit Beschlagnahmeverfügung vom 6. Januar 2004 beschlagnahmten 
Gegenstände, nämlich eine Wasserpfeife, eine Zigarettenbox mit Freebase-
Rückständen sowie diverse Utensilien (Löffel, Schnupfröhrchen, etc.) werden 
gestützt auf Art. 59 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zu Handen des Kantons Graubünden 
gerichtlich eingezogen.

c) Von der zusätzlichen Erhebung einer Ersatzabgabe wird gestützt auf Art. 59 
Ziff. 2 Abs. 2 StGB abgesehen.

5. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- den Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft Graubünden:
- Barauslagen Fr.   6'904.20
- Untersuchungsgebühr Fr.   3'250.--

- der Gerichtsgebühr Fr.   3'000.--
- dem Honorar der amtlichen Verteidigung Fr.   2'770.45

total somit Fr. 15'924.65

gehen zu Lasten von X.. Die Kosten der angerechneten Untersuchungshaft 
und eines allfälligen Strafvollzuges trägt der Kanton Graubünden.

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Die Kosten der Massnahme gehen zu Lasten von X..

6. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

7. Mitteilung an:

__________

Für die Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident:  Der Aktuar ad hoc: