# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3843016f-2715-5e9a-8674-b619bb4f6042
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-15
**Language:** de
**Title:** Gestützt auf MEDAS-Gutachten ist von voller Arbeitsfähigkeit auszugehen.
**Docket/Reference:** IV.2014.01047
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.01047.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.01047
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Käch
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiberin Tiefenbacher
Urteil
vom
15. April 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Tobias
Figi
Fankhauser Rechtsanwälte
Rennweg 10, 8022 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1961,
war vom
1.
Juli 2000 bis zum 3
1.
August 2011 bei de
r
Y.___
AG,
Z.___
, als
Produktionsmitar
bei
ter
angestellt, wobei der letzte Arbeitstag der
5.
November 2010 war
(
Urk.
7/12/1).
Am 2
0.
Juni 2011 meldete er sich wegen psychischen Beschwer
den
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/4). Die
Sozi
al
ver
sicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte erwerbliche und medizi
nische Abklärungen
und veranlasste eine psychiatrische Begutachtung des Ver
sicherten bei
Dr.
med.
A.___
, der sein Gutachten am 2
6.
März
2012 erstattete (
Urk.
7/24) und am 1
0.
August 2012 ergänzte (
Urk.
7/30). Sodann zog sie die Akten der Taggeldversicherung bei (
Urk.
7/28/1-64).
Mit Vorbescheid vom 2
3.
Mai 2012 (
Urk.
7/27) stellte die IV-Stelle die Vernei
n
ung eines Leistungsa
nspruchs in Aussicht und vollzog dies mit Verfügung vom
5.
Oktober 2012 (
Urk.
7/32). Die dagegen am
6.
November 2012 (
Urk.
7/37/3-12)
erhobene und am 2
0.
November 2012 (
Urk.
7/41) ergänzte Be
schwerde
wurde vom
hiesigen Gericht mit Urteil vom 1
8.
Januar 2013 im Sinne einer
Rück
wei
sung
gutgeheissen (Prozess Nr. IV.2012.01166;
Urk.
7/47).
1.2
In Umsetzung dieses Urteils veranlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre Be
gut
achtung des Versicherten an der Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS)
B.___
, der
en Gutachten am
2
1.
Oktober 2013
erstattet wurde (
Urk.
7/69).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/71;
Urk.
7/73;
Urk.
7/80)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
8.
Septem
ber 2014 einen Rentenanspruch des Versicherten (
Urk.
7/86).
2.
Gegen die Verfügung vom
8.
September 2014
(
Urk.
2) erhob der Versicherte am
9.
Oktober 201
4 Beschwerde und beantragte der
en Aufhebung sowie die
Zu
spra
che
einer ganzen Rente, eventuell die Einholung eines polydisziplinären Gut
achtens (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
4.
November 2014 bean
tragte
die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Be
schwer
deführer am
6.
November 2014 mitgeteilt wurde (
Urk.
8).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son
bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver
werten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend ob
jektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer
Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Be
einträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur
soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann,
die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a
, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf das Gutachten des
B.___
davon aus,
dass weder aus psychiatrischer noch aus orthopädischer oder internistischer Sich
t eine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tä
tigkeit als Produktionsmitarbeiter sowie in einer angepassten Tätigkeit gestellt werde. Das Gutachten sei aus näher ausgeführten Gründen beweiskräftig. Es bestehe
kein invalidisierender Gesundheitsschaden. Die Diagnose einer leichten depressi
ven Episode sei nicht invalidisierend. Aus orthopädischer Sicht hätten die Be
schwer
den nicht objektiviert werden können (
Urk.
2 S. 2 f.;
Urk.
6).
2.2
Dem hielt der Beschwerdeführer entgegen,
auf das
B.___
-Gutachten könne nicht ab
gestellt werden. Das psychiatrische Teilgutachten sei im Vergleich zu den bis
he
rigen Beurteilungen unvollständig und nicht nachvollziehbar. Die orthopädi
sche
Untersuchung sei ohne radiologische Bildgebung vorgenommen worden. Weiter sei in der Gesamtbeurteilung eine unzulässige rechtliche Würdigung der
Ergebnisse vorgenommen und seine Ergänzungsfragen seien nicht berücksich
tigt
worden. Er sei aus psychischen und somatischen Gründen fortdauernd zu 100
%
arb
eitsunfähig und habe deshalb Anspruch auf eine ganze Rente (
Urk.
1 S. 11 ff.).
Weiter sei die Gutachtensvergabe ohne
Beizug
des Rechtsvertreters und Gewäh
rung des rechtlichen Gehörs erfolgt, was zur Unverwertbarkeit des Gutachtens führe (S. 17 f.).
3.
3.1
Dr.
med.
C.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und dele
gierte Psychotherapie,
führte mit Bericht vom
3.
Januar 2011 (
Urk.
7/28/49-50)
aus, dass er den Beschwerdeführer erstmals am 1
4.
Dezember 2010 in der psy
chia
trischen Sprechstunde gesehen habe.
Dr.
C.___
diagnostizierte eine
Er
schöpfungsdepression
mit schweren Schlafstörungen infolge einer langjährigen Mobbingsituation am Arbeitsplatz. Die Arbeitsunfähigkeit betrage 100
%
ab
5.
November 2010.
3.2
Dr.
med.
D.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Pharmazeutische Medizin, erstattete am 3
0.
April 2011 ein Gutachten zuhanden der Taggeldversicherung (
Urk.
7/28/42-45).
Dr.
D.___
hielt fest, dass der Befund mit einer reaktiven Depression vereinbar sei, die inzwischen im Abklingen be
griffen sei. Er diagnostizierte eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21). Das Krankheitsbild sei bereits teilweise rückläufig und Hinweise auf eine affektive Erkrankung mit episodenartigem Verlauf einer Depression fänden sich nicht (S. 3). Die bisher attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100
%
als Betriebsmitarbeiter sei aus psychiatrischer Sicht dem Krankheitsbild und dessen klinischer Ausprägung bislang angemessen gewesen. Nach jetziger Befundlage sei aber davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer nur noch für
eine Übergangszeit bis einschliesslich Mai 2011 arbeitsunfähig sei. Ab Juni 2011
sei von einer Teilarbeitsfähigkeit von 50
%
und ab Juli 2011 wieder von voller Arbeitsfähigkeit auszugehen (S. 3).
3.3
Dr.
C.___
diagnostizierte mit Bericht vom
2.
Juli 2011 (
Urk.
7/15/7) eine
An
passungsstörung
mit längerer depressiver, zum Teil paranoider Reaktion (ICD-10 F43.21) gekoppelt mit Schlafstörungen infolge einer unbefriedigenden Arbeitsplatzsituation und nach Verlusterlebnis seiner damals zweiten geschie
de
nen Ehefrau vor neun Monaten. Die Arbeitsunfähigkeit betrage weiterhin 100
%
.
3.4
Dr.
med.
E.___
, Facharzt für Allgemeine Medizin und Hausarzt des Be
schwerdeführers (vgl.
Urk.
7/4
Ziff.
6.5),
diagnostizierte mit Bericht vom 2
5.
Juli 2011 (
Urk.
7/14/5) eine reaktive Depression und verwies für die weitere Beur
tei
lung auf den behandelnden Psychiater
Dr.
C.___
.
3.
5
Die Fachpersonen der Klinik
F.___
berichteten am 1
6.
August 2011
(
Urk.
7/19/7-10) über den stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers vom
9.
bis 1
5.
August 2011
und stellten folgende Diagnosen (S. 1):
-
F43.23 Anpassungsstörung mit vorwiegender Störung von anderen Ge
fühlen, Belastungsfaktoren:
-
Z56.4 Probleme mit Bezug auf Unstimmigkeit mit Vorgesetzten
Während des ganzen Klinikaufenthaltes sei kein psychotisches Erleben beo
bach
tet worden.
Nach einem Wochenendurlaub habe er angegeben, sich zu
hause deutlich wohler zu fühlen, und habe seine Entlassung gewünscht (S. 2
Ziff.
5).
Mit einem
weiteren
Bericht vom 2
0.
September 2011 (
Urk.
7/19/1-6) stellte Ober
arzt
Dr.
G.___
die folgenden Diagnosen (
Ziff.
1.1):
-
Verdacht auf anhaltende wahnhafte Störung (ICD-10 F22.0)
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
Anpassungsstörung mit vorwiegender Störung von anderen Gefühlen (ICD-10 F42.23
; richtig wohl: F43.23
)
-
Probleme mit Unstimmigkeit mit Vorgesetzten (ICD-10 Z45.4)
Dr.
G.___
hielt fest, der Beschwerdeführer sei aufgrund der Diagnose, der Vor
geschichte und des jetzigen Zustands
zur Zeit
nicht in der Lage, arbeitstätig zu sein. Eine prognostische Aussage sei aufgrund der Krankheit schwierig (S. 1). Es
handle sich um paranoid-
halluzinatorische
sowie depressive Symptome trotz der
neuroleptischen
und antidepressiven Medikation. Der Beschwerdeführer sei
zur
Zeit
vollständig arbeitsunfähig (S.
3 oben).
Diese Angaben wiederholte
Dr.
G.___
im Wesentlichen in seinem Bericht vom 2
0.
Oktober 2011 zuhanden der
Tag
gel
dversicherung
(
Urk.
7/28/31-33) und hielt zudem fest, der Beschwer
deführer lehne momentan eine tagesklinische Behandlung ab (S. 2).
3.
6
Am 2
5.
Februar 2012 erstattete
Dr.
D.___
ein weiteres psychiatrisches Gutach
ten
zuhanden der Taggeldversicherung (
Urk.
7/28/8-11) und hielt fest, dass seit der letzten Begutachtung dem Beschwerdeführer weiterhin Arbeitsunfähigkeit atte
stiert worden sei. Der behandelnde Therapeut
Dr.
G.___
gehe von einer
Ver
schlech
terung aus. Im aktuellen psychopathologischen Befund habe sich eine
leichte bis mittelschwere Verschiebung der Stimmungslage zum depressi
ven Pol gefunden. Die affektive Auslenkbarkeit sei eingeschränkt gewesen, psychomo
to
risch sei der Beschwerdeführer antriebsarm und seine Konzentration sei leicht
herabgesetzt gewesen. Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Orientierung seien in
takt.
Im formalen Denken wirke der Beschwerdeführer verlangsamt. Er berichte,
dass er wiederholt die Stimme seines Chefs höre und ihn manchmal auch vor sich
stehen sehe. Aus diagnostischer Sicht
sei das Krankheitsbild zum gegen
wär
tigen Zeitpunkt im Einklang mit dem Befund der Kollegen der
F.___
einer
mittelgradigen depressiven Episode zuzuordnen. Ausserdem be
stehe ein Verdacht
auf eine anhaltende wahnhafte Störung (F22.0). Ein weiterer stationärer Auf
enthalt sei zu empfehlen. Ein beruflicher Wiedereinstieg im ers
ten Arbeitsmarkt sei vorläufig unrealistisch
(S. 3).
3.
7
Dr.
med.
A.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstat
tete sein Gutachten vom 2
6.
März 2012 unter Berücksichtigung der Akten, Er
heb
ung der Anamnese und Durchführung einer Untersuchung
(Urk. 7/24)
.
Dr.
A.___
diag
nostizierte eine seit September 2011 bestehende
Dysthymia
(ICD-10 F34.1) bei Status nach Anpassungsstörung mit vorwiegender Störung von anderen Ge
füh
len (ICD-10 F43.23) bei Konflikten am und Kündigung des Arbeitsp
latz
(S. 6).
Die von
Dr.
G.___
gestellten Diagnosen sei
e
n nicht nachvollziehbar und teil
weise widersprüchlich. Kulturelle und andere psychosoziale Aspekte seien unbe
rück
sichtigt geblieben. Die postulierte Arbeitsunfähigkeit sei nicht nachvoll
zieh
bar (S.
8). Die ICD-Kriterien einer depressiven Episode seien aufgrund der Be
richte nie erfüllt gewesen und seien auch anlässlich der aktuellen Untersuchung nicht erfüllt. Beim Beschwerdeführer hätten keine der genannten Symptome in
aus
reichender Schwere und Länge bestanden, um eine lang dauernde, zumin
dest
leichtgradige
depressive Episode diagnostizieren zu können. Die
dysthyme
Ver
stimmung erkläre sich vollständig als Folge der psychosozialen Faktoren wie
unter anderem der Kündigung,
der finanziellen
Sorgen und
der anhaltenden
Erwerbslosigkeit und begründe alleine keine depressive Episode (S. 8).
Gestützt auf die Beurteilung durch
Dr.
C.___
habe nach der Kündigung des
Arbeitsplatzes im November 2010 bis zum Ende des Klinikaufenthaltes im Au
gust
2011
eine Anpassungsstörung bestanden und
eine vollständige Arbeitsun
fähig
keit des Beschwerdeführers für jede ausserhäusliche Tätigkeit
verursacht
(S. 11). Danach sei die Diagnose einer
Dysthymia
zu stellen, die als Folge einer
An
passungsstörung
und als Reaktion auf die vorhandenen psychosozialen Fakto
ren einzustufen sei. Diese Erkrankung führe aus rein psychiatrisch-psychothera
peutischer Sicht nicht zu einer Minderung der Arbeitsfähigkeit (S. 16).
Am 1
0.
August 2012 (
Urk.
7/30) nahm
Dr.
A.___
zu weiteren Arztberichten S
tellung und führte aus, dass
Dr.
C.___
in seinem Bericht vom
3.
Januar 2011
keine objektiven Befunde genannt
habe
und die
postulierte
vollständige Arbeitsunfähigkeit mit den Konflikten am Arbeitsplatz begründe (S. 2). In Über
einstimmung mit
Dr.
D.___
, welcher zunächst eine Anpassungsstörung diag
nostiziert habe, habe er
(
Dr.
A.___
)
aufgrund einer Anpassungsstörung eine volle Arbeitsunfähigkeit
bis August 2011 attestiert (S.
3). Die von
Dr.
G.___
im
Bericht vom 2
0.
Oktober 2011 genannten Diagnosen seien nicht nachvollzieh
bar
und der Verdacht auf eine wahnhafte Störung werde nicht näher objektiv er
läutert. Aufgrund der objektiven psychopathologischen Befunde sei ein un
spe
zi
fisches misstrauisch-depressives Syndrom qualitativ nachvollziehbar, wo
bei der Schweregrad unklar bleibe. Deshalb sei die postulierte Arbeitsunfähig
keit nicht nachvollziehbar
. Im Vergleich zum fast wortgleichen Bericht von
Dr.
G.___
vom 2
0.
September 2011, welcher bei der Erstellung des Gutachtens vorgelegen habe, ergäben sich keine neuen oder zusätzlichen Angaben
(S. 4).
Zum Bericht von
Dr.
D.___
vom 2
5.
Februar 2012 führte
Dr.
A.___
aus,
Dr.
D.___
schliesse sich ohne differenzierte kritische Begründung fast vollstän
di
g der Einschätzung des behandelnden Psychiaters
Dr.
G.___
und jener des Be
schwerdeführers selbst an. Auch hier seien die Diagnosen nicht nachvollzieh
bar. Sie würden nicht mit Bezug zum Klassifikationssystem differenziert be
schrieben
oder diskutiert. Der Verdacht auf eine anhaltende wahnhafte Störung werde
nicht näher objektiv erläutert. Kulturelle Aspekte (wie zum Beispiel eine bild
haf
te
Sprache) blieben weiterhin unberücksichtigt. Aufgrund der objektiven psy
chopa
thologischen Befunde sei ein unspezifisches depressives Syndrom qua
litativ nachvollziehbar. Der Schweregrad bleibe unklar. Diese objektive Be
schreibung widerspreche der Diagnose einer
Dysthymia
bei Status nach
An
passungsstörung
im Gutachten vom 2
6.
März 2012 nicht. Zu psychosozialen Aspekten werde nicht
Stellung genommen
. Die
dysthyme
Verstimmung des Be
schwerdeführers erkläre sich jedoch vollständig als Folge der psychosozialen Faktoren wie unter ande
rem Konflikten am Arbeitsplatz, Kündigung, finanzielle Sorgen und anhaltende
Erwerbslosigkeit und begründe alleine nicht ausreichend eine depressive Episode
. Die im Konsilium vom 2
5.
Februar 2012 von
Dr.
D.___
postulierte Arbeitsun
fähigkeit sei somit ebenfalls nicht nachvollziehbar (S. 5 f.).
3.8
Gestützt auf diese medizinische Aktenlage verneinte die Beschwerdegegnerin mit
Verfügung vom
5.
Oktober 2012 zunächst einen Rentenanspruch des Be
schwer
de
führers (vgl.
Urk.
7/32
;
Urk.
7/31/2 f.
).
3.9
Der Beschwerdeführer reichte
in der Folge
den Bericht von
Dr.
med.
H.___
,
Facharzt für Neurologie, vom 1
4.
Juni 2012 (
Urk.
7/35/16-17) ein.
Dr.
H.___
stellte
folgende Diagnosen (S. 1):
-
chronisches
zervikozephales
Schmerzsyndrom mit und bei
-
engem zervikalem Spin
a
lkanal auf Höhe HWK 5/6
-
Autounfall am 1
8.
Dezember 2011 (Frontalkollision)
-
unspezifischem Schwindel
-
rezidivierenden depressiven Episoden
-
Knieschmerzen beidseits,
exazerbierend
seit Mai 2012
Eine bildgebende Untersuchung vom 1
8.
April 2012 habe eine Einengung des zervikalen Spinalkanals auf mehreren Etagen, maximal auf Höhe HWK 5/6 mit aufgebrauchtem
Subarachnoidalraum
sowie eine Einengung der
Neuroforamina
HWK 6/7 beidseits sowie HWK 5/6 linksbetont gezeigt. Die wahrscheinliche Ir
ri
tation des
Myelons
dürfte zumindest einen Teil der
zervikozephalen
Schmer
zen erklären. Es sei eine operative Entlastung indiziert, weshalb die Überwei
sung an
PD
Dr.
I.___
erfolge. Da die Knieschmerzen inzwischen ebenfalls ein invalidi
sie
rendes Ausmass angenommen hätten, sei auch hier eine weiterge
hende ortho
pädische Abklärung angezeigt (S. 1-2).
3.10
Zudem reichte der Beschwerdeführer
einen Bericht von PD
Dr.
med.
I.___
,
J.___
, vom 1
0.
August
2012 ein (
Urk.
7/35/13-15).
Es
wurden folgende Diagnosen
gestellt
(S. 2):
-
schweres generalisiertes Schmerzsyndrom
panvertrebral
und Becken late
ral mit und bei
-
leichte bis mittelschwere degenerative Veränderungen kombiniert mit leichter Spinalkanalstenose, vor allem C3/C4 und C5/C6
-
Verdacht auf
radikuläres
Reizsyndrom C6 links
-
Status nach HWS-Distorsionstrauma am 1
8.
Dezember 2011, Ver
dacht auf HWS-Distorsionstrauma
-
unklare Schmerzen im
lumbosakralen
Übergang mit zum Teil Aus
strahlungen in beide Beine
-
psychisch belastet mit depressiver
Symptomatik
, Status nach rezidi
vie
renden depressiven Episoden
-
Knieschmerzen beidseits unklarer Ätiologie
PD
Dr.
I.___
schlug eine psychiatrische Abklärung mit entsprechender Medika
tion, eine Abklärung der Knie, Physiotherapie, Medizinische Trainingstherapie und eine Reintegration mit Hilfe der Invalidenversicherung vor (S. 3).
3.11
Am 2
2.
Oktober 2012 (
Urk.
7/35/6-
8)
berichte
Dr.
G.___
erneut und stellte fol
gende Diagnosen (S. 2):
-
Verdacht auf anhaltende wahnhafte Störung (ICD-10 F22.0)
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
Anpassungsstörung mit vorwiegender Störung von anderen Gefühlen (ICD-10 F42.23)
-
Probleme mit Unstimmigkeit mit Vorgesetzten (ICD-10 Z45.4)
-
chronisches
zervikozephales
Schmerzsyndrom
Konsultationen fänden etwa zweimal monatlich statt. Aufgrund der Symptoma
tik und der Diagnose sowie des Verlaufes sei der Beschwerdeführer
zur Zeit
vollständig arbeitsunfähig. Eine Einschätzung für die Zukunft sei schwierig und
könne zum heutigen Zeitpunkt nicht vorgenommen werden. Aus ärztlicher Sicht
sei eine Verbesserung des Zustandes momentan nicht zu erwarten. Es handle
sich trotz der
neuroleptischen
und antidepressiven Medikation um eine para
noid-
halluzinatorische
sowie depressive Symptomatik (S. 3).
3.12
Auf d
iese
r
Aktenlage
gründete der
Rückweisungsentscheid des hiesigen Gerichts (vgl.
Urk.
7/43;
Urk.
7/47).
3.13
Die Gutachter des
B.___
stellten nach Berücksichtigung der Akten, Erhebung der Anamnese und Durchführung einer internistischen,
psychiatrischen und ortho
pädischen Untersuchung in ihrem Gutachten vom 2
1.
Oktober 2013 (
Urk.
7/69) keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 17). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien die folgenden Diagnosen:
-
leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0)
-
Schmerzverarbeitungsstörung (Symptomausweitung; ICD-10 F54)
-
unspezifisches
multilokuläres
Schmerzsyndrom
-
chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom ohne fassbare
radikuläre
Symptomatik
-
Status nach Verkehrsunfall am 1
8.
Dezember 2011
-
radiologisch Diskushernien HWK3/4 und 5/6 ohne klaren Hinweis für Neurokompression oder Myelopathie
-
Hepatopathie unklarer Ätiologie
-
Thrombozytopenie
unklarer Ätiologie
-
CRP-Erhöhung unklarer Ätiologie
Zu seinem Tagesablauf befragt, teilte der Beschwerdeführer mit, dass er viel schlafe und auch sonst viel auf dem Sofa liege und fernsehe. Zum Teil gehe er
zusammen mit seiner Ehefrau spazieren. Kleine Sachen könne er selbst im La
den
holen, grössere aber wegen der Schmerzen nicht. Ausserhalb der Familie habe er keine Kontakte.
Im letzten Jahr im Mai sei er letztmals zusammen mit seiner Frau und der Tochter in die Heimat im
K.___
gereist. Er sei alleine mit dem
Zug nach
L.___
zur Untersuchung gekommen. Er fahre seit etwa 7 Mona
ten nicht
mehr Auto, auch nachdem er wegen eines Verkehrsdelikts den
Führe
rausweis
habe abgeben müssen (S. 9).
Die Schilderung der Alltagsaktivitäten se
i äusserst unergiebig geblieben
(S. 13).
Die psychiatrische Untersuchung
habe
nebst der leichten depressiven Episode
eine Schmerzverarbeitungsstörung mit ausgeweitete
n Schmerzen im Bewe
gungs
apparat ergeben,
deren Ausmass sich durch die somatischen Befunde nicht hin
reichend objektivieren lasse.
Die Aufmerksamkeit, die Auffassung und das Ge
dächt
nis seien nicht beeinträchtigt, das Denken sei formal geordnet. Die
Reali
täts
prüfung
und die Urteilsbildung seien intakt. Morgentiefs seien nicht ausge
prägt. Er habe Schlafstörungen und Ängste; Hinweise auf Zwänge bestün
den nicht.
In den Akten sei ein Verdacht auf eine anhaltende wahnhafte Stö
rung erwähnt. Ein deutlicher Wahn bestehe aber nicht, so dass diese Diagnose nicht bestätigt werden k
önne. Trotz des hohen
neuroleptischen
Medikamenten
spiegel
s
gebe
d
er
Beschwerdeführer
unverändertes Stimmenhören an. Am ehes
ten handl
e es sich diagnostisch um Pseudohalluzinationen, die im Rahmen einer
Symptom
ausweitung
manchmal vorkommen könnten (S.
10). Der Beschwerde
führer wirke
dadurch nicht sehr leidend. Eine schwere chronische somatische Erkrankung bestehe nicht. Es bestehe ein chronischer Verlauf. Ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf bei einer zwar entlastenden, aber missglückten Konfliktbewältigung sei nicht erwiesen. Es be
stehe ein deut
licher sozialer Rückzug in die Familie. Innerhalb der Familie be
stünden aber
gute Kontakte. Ein sozialer Rückzug in allen Bereichen des Lebens bestehe nicht
.
Deutlich auffällige Persönlichkeitszüge lägen nicht v
or;
dagegen spreche auch der
Verlauf mit vor der Erkrankung normaler Sozialisation und voller Leis
tungs
fähigkeit. Deshalb könne es dem Beschwerdeführer trotz der ge
klagten Be
schwer
den aus psychiatrischer Sicht zugemutet werden, einer seinen körper
lichen
Ein
schränkungen angepassten Tätigkeit ganztags und ohne
Leis
tungs
ein
schrän
kung
nachzugehen
(S.
11).
Zu den früheren psychiatrischen Einschätzungen hielt der Teilgutachter fest, dass
2011 in der Klinik
F.___
eine mittelgradige depressive Epi
sode und
ein Verdacht auf eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
,
aber auch eine Anpassungsstörung mit vorwiegender Störung von anderen Ge
fühlen mit Problemen mit Unstimmigkeit mit Vorgesetzten aufge
führt worden sei
en
. Es sei
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit mindestens
1.
September 2011
bis auf wei
teres bescheinigt worden.
Dr.
A.___
habe in sei
nem psychiatrischen Gutachten von
2011
sodann eine
Dysthymie
diagnostiziert und entsprechend
eine volle Arbeitsfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten ange
nommen.
Aufgrund der
heutigen
Untersuchung sei mittlerweile doch von einer leichten depressiven Episode aus
zu
gehen. Der Beschwerdeführer beklage ausser
dem auch Schmerzen und akusti
sche
Halluzinationen, so dass zusätzlich eine
Schmerzverar
beitungs
störung
und Symp
tomausweitung diagnostiziert werden müsse. Bezüglich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit könne aber auf das Gutachten von
Dr.
A.___
abgestützt wer
den. Trotz dieses Gutachtens habe
Dr.
D.___
in der psychiatri
sche
n Beurtei
lung zuhanden
der Krankentaggeldver
sicherung 2012
eine mittelgradige depressi
ve Epi
sode nebst dem Verdacht auf eine anhaltende wahnhafte Störung diagnos
tiziert. Er habe eine wahnhafte Störung auch nicht mit Sicherheit be
stätigen können. Einen Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt habe er als
vor
läufig unrealistisch erachtet. Aufgrund der gesicherten Diagnose einer mittel
gra
digen d
epressiven Episode wäre damals aber eine Teilarbeitsfähigkeit zu erwarten ge
we
sen. Auf die Beurteilung durch
Dr.
D.___
könne deshalb nicht abge
stützt werde
n.
Entsprechend könne auch auf die Beurteilung durch
Dr.
C.___
und
Dr.
E.___
, die eine vollständige Ar
beitsunfähigkeit aufgrund einer Depression beschei
nig
ten, nicht abgestellt wer
den. Eine Diagnose müsse diagnostisch ge
nau
er ange
geben werden.
Dr.
A.___
habe in einem zusätzlichen Aktengutachten im Jahr
2012 auch an seiner ur
sprünglichen Einschätzung einer uneingeschränkten Arbeits
fähigkeit festgehal
ten (S. 12).
Bei der orthopädischen Untersuchung habe der Beschwerdeführer während einer Dreiviertelstunde ruhig gesessen und seine Beschwerden geschildert. Er habe wiederholt beim Entkleiden im Sitzen und Stehen gestöhnt, welches aber flüssig
und ohne sichtbare Einschränkung gelinge. Insgesamt sei die Kooperation bei der
körperlichen Untersuchung deutlich eingeschränkt gewesen (S. 13 unten f.).
Der
Beschwerdeführer habe erklärt, die Gangarten unmöglich durchführen zu können
,
habe
jedoch dabei beobachtet werden
können
, wie er in normalem Wechsel
schritt trepp
ab gehe. Es falle angesichts der ausladenden, sprunghaften und häufig auf die
Untersuchungsfragen nicht eingehenden Ausführungen schwer, den
Leidens
druck
zu erfassen. Bei der gesamten körperlichen Untersuchung im Stehen, Gehen, Sitzen und Liegen komme es zur unablässigen, von der aktuel
len Prü
fung weit
gehend unabhängigen, diffusen und wechselhaften Schmerzangabe da und dort. Der Beschwerdeführer gebe eine
Druckdolenz
der gesamten
Körper
oberfläche
mit Ausnahme des Bauches an. Fünf von fünf
Wad
dell-Zeichen
seien positiv. Auf radiologischer Ebene bestünden Diskushernien im Halswirbelkörper (HWK) 3/4 und 5/6 ohne klaren Hinweis für
Neurokom
pression
oder Myel
o
pathie. In Anbetracht des klinisch objektiv weitgehend
blanden
Befundes werde auf die Anfertigung neuer Bilddokumente verzichtet (S. 15 f.).
Die vom Beschwerdeführer beklagten, völlig diffus unter anderem den ganzen Be
wegungsapparat umfassenden Beschwerden liessen sich durch die klinischen und radiologischen Befunde keinesfalls begründen. Die gesamte anamnestische
und klinische Präsentation einschliesslich massiver Inkonsistenzen, anamnes
tisch
fehlenden Ansprechens
auf konservative Therapiemassnahmen, analgeti
sche The
ra
pie und langdauernde körperliche Schonung sowie Arbeitskarenz könnten als klare Hinweis für eine im Vordergrund stehende nicht-organische
Beschwer
de
komponente
angesehen werden (S. 16).
Insgesamt könne aus polydisziplinärer Sicht eine uneingeschränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und in jeder anderen Er
werbstätigkeit festgestellt werden (S.
18 unten). Es sei nur schwierig möglich, auf
grund der vorliegenden Unterlagen die Arbeitsfähigkeit zu einem früheren Zeitpunkt retrospektiv gesehen mit Sicherheit zu beurteilen. Somit gelte die Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit mit Sicherheit ab dem Zeitpunkt der Untersu
chung im August 201
3.
Aufgrund der vorliegenden Akten könne jedoch aus rein
gutachterlicher Sicht eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit in der Ver
gang
en
heit nicht nachvollzogen werden (S. 19).
4
.
4
.1
Der Beschwerdeführer verlor seine Arbeit bei der
Y.___
nicht aus ge
sund
heitli
chen Gründen, sondern aufgrund von Unzufriedenheit des Arbeit
gebers mit
seiner Arbeitsleistung und seinem Verhalten (vgl.
Urk.
7/12
Ziff.
2.2 und
Ziff.
3)
.
In der Folge diagnostizierte
Dr.
C.___
eine
Erschöpfungsde
pression
, die er auf eine langjährige Mobbingsituation am Arbeitsplatz zurück
führte, und er
ach
tete den Beschwerdeführer deshalb ab
5.
November 2010 als nicht
arbeitsfähig
(vgl. vorstehend E. 3.1 und 3.3).
Diese Angaben erfolgten zu
handen der
Tag
geld
versicherung
und bezogen sich auf die Tätigkeit des Be
schwerdeführers bei der
Y.___
. Es kann deshalb daraus nicht auf eine Ar
beitsunfähigkeit des Be
schwer
deführers in jeglicher Tätigkeit geschlossen wer
den. Zudem ist aus
inva
li
denversicherungsrechtlicher
Sicht auch die attestierte volle Arbeitsunfähigkeit nicht schlüssig, da sie
im Wesentlichen
auf psychoso
ziale Faktoren gründet.
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist - auch bei psychischen Erkran
kungen -
aber
in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)
ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits-
und Erwerbsfähigkeit wesentlich beein
trächtigt. Je stärker psychosoziale und so
ziokulturelle Faktoren wie beispiels
weise Sorge um die Familie oder Zukunfts
ängste (etwa ein drohender finanziel
ler Notstand) im Einzelfall in den Vorder
grund
treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss
eine fachärztlich festgestellte psychi
sche Störung von Krankheitswert vorhan
den
sein. Das bedeutet, dass das klini
sche Beschwerdebild nicht einzig in Beein
träch
tigungen, welche von den belas
tenden soziokulturellen Faktoren herrühren
, bestehen darf, sondern davon psy
chiatrisch zu unterscheidende Befunde zu um
fassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar un
ter
scheidbare andauernde Depres
sion im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokul
tu
rellen Belastungssituation zu unter
scheidende und in diesem Sinne verselb
stän
digte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbs
fähig
keit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden
kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt
, welche in den psychoso
zialen und soziokulturellen Umständen ihre hin
reichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisie
ren
der psychischer
Gesund
heitsschaden
gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Nur w
enn
und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer
eigent
lichen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie ei
nen
verselbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wir
kungsgrad
seiner - unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen beste
henden - Folgen
verschlimmern, können sie sich mittelbar
invaliditätsbegrün
dend
aus
wir
ken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hin
weisen).
4.2
Auch
Dr.
G.___
führte die Arbeitsunfähigkeit zunächst auf die psychosozialen Umstände zurück, wurde anlässlich des ersten stationären Aufenthaltes des Be
schwerdeführers in der Klinik
F.___
doch eine Anpassungsstörung sowie die Z-Diagnose von Problemen mit Bezug auf Unstimmigkeit mit Vorgesetzten di
ag
nostiziert. Es wurde zudem festgehalten, dass während des gesamten
Klini
kaufenthaltes
kein psychotisches Erleben beobachtet worden sei (vgl. vorste
hend
E.
3.5). Warum
Dr.
G.___
nur einen Monat später einen Verdacht auf eine an
hal
tende wahnhafte Störung diagnostizierte, ist - nebst dem Umstand, dass es
sich lediglich um eine Verdachtsdiagnose handelte - weder nachvollziehbar noch
schlüssig begründet.
Dies gilt auch für die Einschätzung, wonach der Be
schwer
deführer in jeder Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig sei
:
Rechtspre
chungsge
mäss
gelten
Anpassungsstörung
en nicht als invalidisierendes Leiden
(
vgl. dazu bei
spielsweise das Urteil des Bundesgerichts
9
C_4/2013 vom 1
9.
Dezember 2013), so auch l
eichte bis höchstens mittelschwere psychische Störungen aus dem de
pressiven Formenkreis
, da
diese
grundsätzlich therapeu
tisch
angehbar
sind
(vgl.
Habermeyer
/
Venzlaff
, Affektive Störungen, in: Psychi
atrische Begutachtung, 5. Aufl. 2009, S. 193; SVR 2012 IV Nr. 18 = 9C_418/2010 E. 5.3.4; Urteil des
Bundesgerichts 9C_736/2011 vom 7. Februar 2012 E.
4.2.2.1).
Insgesamt er
schein
t die von
Dr.
G.___
attestierte volle Arbeits
unfähigkeit angesichts der von ihm erhobenen Befunde und Diagnosen nicht als genügend schlüssig begründet.
4.3
Dr.
D.___
erachtete demgegenüber das Krankheitsbild im Frühling 2011 zu
nächs
t als teilweise rückläufig und hielt fest, es handle sich um eine depressive Reak
tion, welche inzwischen im Abklingen begriffen sei.
Dr.
D.___
ging von ei
ner vollen Arbeitsfähigkeit ab Juni 2011 aus (vgl. vorstehend E.
3.2).
Soweit aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht überhaupt von einer substantiellen Ar
beitsunfähigkeit ab November 2010 auszugehen ist,
bestand
in diesem Zeit
punkt
, spätestens aber nach der Selbstentlassung des Beschwerdeführers aus der sta
tio
nären Therapie im August 2011 (vgl. vorstehend E.
3.5), wieder volle Ar
beits
fähig
keit. Dies gilt aufgrund des vorgenannt Gesagten auch für die von
Dr.
D.___
mit Gutachten vom 2
5.
Februar 2012 (vgl. vorstehend E.
3.6) attes
tierte mittel
gra
dige depressive Episode, zumal auch diesbezüglich fragwürdig erscheint, dass
der Beschwerdeführer bei lediglich leichter bis mittelschwerer depressiver
Stimm
ungs
lage
, psychomotorischer Antriebsarmut und lediglich leichter Herabsetzung
der Konzentration bei ansonsten intakter Aufmerksam
keit, Orientierung und
Ge
dächtnisleistung
voll arb
eitsunfähig gewesen sein soll. Zudem wurde w
eiterhin lediglich die Verdachtsdiagnose einer wahnhaften Stö
rung gestellt.
4.4
Das Gutachten von
Dr.
A.___
steht in Übereinstimmung mit diesen Überlegun
gen, weshalb darauf verwiesen werden kann.
Dr.
A.___
legte ausführlich dar,
weshalb die bislang postulierte Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollzogen werden könne,
und wies insbesondere darauf hin, dass die psychosozialen Schwierig
keiten des Beschwerdeführers nicht berücksichtigt worden seien. Dies ist insbe
sondere beachtlich, da die bisher beteiligten Fachärzte nicht ausdrücklich von
einem verselbständigten psychischen Gesundheitsschaden ausgingen, der mit
tel
bar invaliditätsb
egründend sein könnte
(vgl. vorstehend E.
4.1). Aus
invali
den
versicherungsrechtlicher
Sicht bestand deshalb gestützt auf die bis zur Be
gut
achtung und Beurteilung durch
Dr.
A.___
im März und August 2012 vor
lie
genden Arztberichte keine relevante Arbeitsunfähigkeit. Die b
ei den Akten lie
gen
de
n
Arbeitsunfähigkeitsatteste (
Urk.
7/37/36-64) vermögen daran nichts zu ä
ndern, handelt es sich doch dabei nicht um Arztberichte im Rechtssinn (vgl. vor
stehend E. 1.4), sondern um Zeugnisse zuhanden der Taggeldversicherung.
4.5
Die Berichte von
Dr.
H.___
und PD
Dr.
I.___
(vorstehend E. 3.9-10) enthalten keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers und vermögen des
halb
nichts zur zu prüfenden Frage beizutragen.
4.6
Bezüglich des
B.___
-Gutachtens vom 2
1.
Oktober 2013 macht der Beschwerde
führer geltend, dieses sei aufgrund einer Verletzung seines rechtlichen Gehörs und seiner Verfahrensgarantien nicht verwertbar (vgl.
Urk.
1 S. 17 f.)
Mit Mitteilung vom 2
1.
März 2013 (
Urk.
7/51) informierte die
Beschwerdegeg
ne
rin
den Beschwerdeführer über die Veranlassung einer polydisziplinären Be
gutachtung, wobei sie dieses Schreiben dem Beschwerdeführer selbst und nicht seinem Rechtsvertreter zustellte. Der Beschwerdeführer meldete sich darauf te
le
fonisch bei der Beschwerdegegnerin und bat darum,
dass
ihm
ab sofort sämt
liche Korrespondenz per Ei
nschreiben zugestellt werde
(vgl.
Urk.
7/55). Die
Be
schwerdegegnerin
durfte darum in guten Treuen davon ausgehen, dass sie wei
tere Korrespondenz an den Beschwerdeführer persönlich schicken sollte, was sie in der Folge auch tat. Erst nach der Anfrage des Rechtsvertreters vom
9.
August 2013 (
Urk.
7/62) stellte sich heraus, dass dieser immer noch mandatiert war. Die Beschwerdegegnerin gewährte ihm deshalb am 1
4.
August 2013 nachträglich Ge
legenheit zur Geltendmachung von
Ausstandsgründen
und Einreichung von Zusatzfragen (
Urk.
7/63). Dies ist nicht zu beanstanden, auch wenn die MEDAS-
Untersuchungen zu diesem Zeitpunkt bereits stattfanden (vgl.
Urk.
7/59), denn die
erforderliche Information des Beschwerdeführers über den Ort und die Fach
leute der Begutachtung geschah nach dem Gesagten in rechtskonformer Weise am 2
5.
Juni 2013 (
Urk.
7/56). Dass der Beschwerdeführer seinen Rechts
vertreter darüber nicht informierte, hat nicht die Beschwerdegegnerin zu ver
treten.
Ausstandsgründe
wurden auch nachträglich nicht geltend gemacht (vgl.
Urk.
7/64)
. Die Zusatzfragen des Rechtsvertreters (
Urk.
7/67) zielten darauf ab,
Erkenntnisse für das Unfallversicherungsverfahren zu erbringen, was nicht Ge
gen
stand des Invalidenversicherungsverfahrens ist. Die Beschwerdegegnerin war deshalb nicht gehalten, die Fragen den
B.___
-Gutachtern
zu unterbreiten. Die
Ver
waltung
darf
von der Beantwortung der Ergänzungsfragen durch den Ex
perten absehen, wenn davon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteil 8C_834/2013 vom 1
8.
Juli 2014 E. 5.1 in
fine
mit weiteren Hinweisen).
4.7
Anlässlich der MEDAS-Begutachtung erfolgte erstmals eine Gesamtbeurteilung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers, dies unter Berücksichtigung der bisherigen Aktenlage. Das Gutachten erfüllt die praxisgemässen Kriterien (vgl. vorstehend E. 1.4) und die darin getroffenen Feststellungen sind genau be
gründet. Die Gutachter stellten fest, dass es schwierig gewesen sei, d
en
Leidens
druck
zu erfassen, da
der Beschwerdeführer kaum richtig geantwortet und bei der körperlichen Untersuchung wenig kooperiert habe. Es bestanden aber keine Anzeichen dafür, dass dies auf gesundheitliche Gründe zurückzuführen war. Bei fünf von fünf positiven
Waddell
-Zeichen und einem klinisch objektiv
blanden
somatischen
Befund wie auch der Feststellung, dass die beklagten Beschwerden sich durch die klinischen und radiologischen Befunde keinesfalls begründen liessen, ist die Beurteilung einer in somatischer Hinsicht vollen Arbeitsunfähig
keit ohne weiteres nachvollziehbar. Dies gilt auch für die sorgfältige Begrün
dun
g einer lediglich leichten depressiven Episode und ei
ner
Schmerzverarbei
tungs
störung
, die beide keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit haben. Der psy
chiatrische Gutachter stellte
fest, dass kein deutlicher Wahn bestehe und die
Ver
dachtsdiagnose
einer anhaltenden wahnhaften Störung nicht bestätigt wer
den könne, und dass es dem Beschwerdeführer zumutbar sei, trotz der geklagten Beschwerden einer Arbeitstätigkeit ganztags nachzugehen.
Dass die Gutachter in Anlehnung an die Foerster-Kriterien
(vgl.
dazu
BGE 137 V 64 E. 1.2)
die vor
handenen Ressourcen des Beschwerdeführers darstellten,
setzt den Beweiswert des Gutachtens nicht herab.
Bei unauffälligen somatischen Befunden bestand weiter kein Anlass für neue bildgebende Untersuchungen (vgl. S. 16 des Gut
achtens).
4.8
Die Gesamtbeurteilung
am
B.___
ergab eine volle Arbeitsfähigkeit des Beschwer
de
führers in der angestammten und in jeder anderen Erwerbstätigkeit. Davon ist auszugehen.
Nach dem Gesagten ist auch im Zeitraum vor der Begut
achtung am
B.___
keine invalidenversicherungsrechtlich relevante Arbeitsunfä
higkeit ausge
wie
sen. Die angefochtene Verfügung erweist sich somit als rech
tens.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.
Die Gerichtskosten nach Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
sind auf Fr. 800.-- anzusetzen und
ausgangsgemäss
dem
u
nterliegenden Beschwerdeführer
aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Tobias
Figi
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannTiefenbacher