# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 697b8fc1-93a1-5d77-a44f-62ae50c316bd
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 20.06.2014 KV 2013/14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_KV-2013-14_2014-06-20.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: KV 2013/14

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: KV - Krankenversicherung

Publikationsdatum: 20.06.2014

Entscheiddatum: 20.06.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 20.06.2014
Art. 34 Abs. 2 KVG i.V.m. Art. 36 Abs. 2 KVV: Territorialitätsprinzip; 
Notfallbegriff. Drogenentzug auf den Philippinen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. Juni 2014, KV 
2013/14).

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichterin 

Miriam Lendfers, Versicherungsrichter Ralph Jöhl; Gerichtsschreiberin Annina Baltisser

Entscheid vom 20. Juni 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch B.___,

gegen

SUPRA Krankenkasse, Ch.de Primerose 35, 1000 Lausanne 3 Cour,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

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A.      

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherter) ist bei der Supra Krankenkasse (nachfolgend: 

Supra) obligatorisch krankenpflegeversichert (act. G 5.1). Mit Schreiben vom 27. April 

2012 reichte die Mutter des Versicherten, B.___, eine Zusammenstellung der bei einem 

Spitalaufenthalt des Versicherten im C.___ vom 20. Februar bis 13. April 2012 

entstandenen Kosten im Gesamtbetrag von Fr. 9'029.-- bzw. 410'992 PHP 

(Philippinische Pesos) mit entsprechenden Abrechnungen und Quittungen für bereits 

erbrachte Zahlungen sowie eine Aufstellung der im Spital erbrachten Leistungen ein 

und ersuchte um Kostenübernahme. Ihrem Schreiben lag ausserdem ein Klinikbericht 

des behandelnden Psychiaters D.___ sowie eine Behandlungsbestätigung vom 20. 

April 2012 bei (act. G 5.3-5.5).

A.b  Nach Rücksprache mit ihrem Vertrauensarzt (Dr. med. E.___) vom 29. Mai 2012 

(act. G 5.6) lehnte die Supra mit Schreiben gleichen Datums die Kostenübernahme für 

die Behandlungen des Versicherten im C.___ mit der Begründung ab, Leistungen im 

Ausland könnten nur übernommen werden, wenn die Behandlung in der Schweiz nicht 

erbracht werden könne oder eine Notfallsituation gegeben sei. Wenn sich hingegen die 

versicherte Person freiwillig ausserhalb der Schweiz behandeln lasse oder sich – wie 

der Versicherte – willentlich für eine Behandlung ins Ausland begebe, sei im Rahmen 

der obligatorischen Krankenpflegeversicherung keine Kostenübernahme vorgesehen 

(act. G 5.7).

A.c  Mit Stellungnahme vom 27. April 2012 erklärte sich B.___ mit der 

Leistungsablehnung nicht einverstanden (act. G 5.9). Daraufhin erliess die Supra am

23. Juli 2012 eine Verfügung mit welcher sie die Behandlungskosten des bei ihr ver­

sicherten A.___ im C.___ im Zeitraum vom 20. Februar bis

13. April 2012 vollumfänglich ablehnte. Zur Begründung brachte sie vor, der 

Notfallcharakter sei aufgrund der Diagnosestellung nicht erfüllt. Bei einer 

Entzugsbehandlung – wie sie im Falle des Versicherten durchgeführt worden sei – sei 

der Tatbestand "Erkrankung im Ausland" nicht gegeben. Damit könne offen gelassen 

werden, ob sich der Versicherte zum Zwecke der Behandlung ins Ausland begeben 

habe und ob eine Rückreise zumutbar gewesen wäre (act. G 5.12).

B.    

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Die gegen diese Verfügung am 17. August 2012 erhobene Einsprache (act. G 5.13) 

wies die Krankenkasse nach einer nochmaligen Fallbesprechung mit ihrem 

Vertrauensarzt Dr. E.___ am 4. September 2012 (act. G 5.14) mit Einspracheentscheid 

vom 17. Oktober 2012 ab (act. G 5.15).

C.      

C.a  Gegen diesen Entscheid erhob der Versicherte, vertreten durch B.___, beim 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Eingabe vom

7. November 2012 Beschwerde und verlangte sinngemäss die Übernahme der 

Behandlungskosten im C.___ durch die Supra, da es sich entgegen der von dieser 

vertretenen Auffassung um eine Notfallbehandlung handle (act. KV 2012/15 G 1). Mit 

Präsidialentscheid vom 17. Januar 2013 trat das angerufene Gericht mangels örtlicher 

Zuständigkeit auf die Beschwerde vom 7. November 2012 nicht ein und überwies diese 

samt den seither produzierten Akten dem Versicherungsgericht des Kantons Thurgau 

(act. G 3.1). Dieses trat seinerseits mit Entscheid vom 27. März 2013 mangels örtlicher 

Zuständigkeit auf die Beschwerde nicht ein (vgl. act. KV 2012/15 G 13). Mit 

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 23. April 2013 ersuchte der 

Versicherte das Bundesgericht zu entscheiden, "welche Instanz den Fall beurteilen 

soll" (vgl. act. KV 2012/15 G 14.1). Mit Urteil 9C_293/2013 vom 12. August 2013 hob 

das Bundesgericht den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 

vom 17. Januar 2013 mit der Feststellung auf, dass dieses örtlich zuständig sei und die 

Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der Supra vom 17. Oktober 2012 

materiell zu prüfen habe (act. G 1), worauf das Versicherungsgericht des Kantons St. 

Gallen die Durchführung des Beschwerdeverfahrens aufnahm bzw. die 

Beschwerdegegnerin um Einreichung einer Beschwerdeantwort ersuchte (act. G 2).

C.b  Nach nochmaliger Fallbesprechung mit ihrem Vertrauensarzt Dr. E.___ am

16. September 2013 (act. G 5.16) beantragte die Beschwerdegegnerin in der 

Beschwerdeantwort vom 24. September 2013 die Abweisung der Beschwerde (act. G 

5).

C.c  Mit Replik vom 4. November 2013 (act. G 7) und Duplik vom 9. Dezember 2013 

(act. G 9) bestätigten die Parteien ihre Standpunkte.

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C.d  Auf die weiteren Begründungen und Ausführungen in den einzelnen 

Rechtsschriften bzw. medizinischen Akten wird, soweit erforderlich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.     

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin im Rahmen der obligatorischen 

Krankenpflegeversicherung die Kosten für die Behandlungen des Beschwerdeführers 

im C.___ vom 20. Februar bis 13. April 2012 im geltend gemachten Betrag von Fr. 

9'029.-- zu übernehmen hat.

2.       

2.1   Art. 25 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG;

SR 832.10) bestimmt, dass die obligatorische Krankenpflegeversicherung die Kosten 

für die Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit und ihrer Folgen 

dienen, übernimmt. Art. 25 Abs. 2 KVG enthält einen Katalog von Leistungen, die unter 

die Übernahmepflicht der Krankenversicherer fallen. Als Pflichtleistung aufgeführt sind 

unter anderem die von Ärzten oder Ärztinnen stationär durchgeführten 

Untersuchungen, Behandlungen und Pflegemassnahmen (Abs. 2 lit. a Ziff. 1) und auch 

die ärztlich verordneten Arzneimittel (Abs. 2 lit. b). Art. 34 Abs. 1 KVG schreibt vor, dass 

die Versicherer im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung keine 

anderen Kosten als diejenigen für die Leistungen nach den Artikeln 25 bis 33 KVG 

übernehmen dürfen. Die in Art. 25 bis 31 KVG erwähnten Leistungen müssen wirksam, 

zweckmässig und wirtschaftlich sein, wobei die Wirksamkeit nach wissenschaftlichen 

Methoden nachgewiesen sein muss (vgl. Art. 32 Abs. 1 KVG).

2.2   Für das KVG gilt das Territorialitätsprinzip, d.h. die Versicherer müssen nur die 

Kosten jener Leistungen übernehmen, die in der Schweiz erbracht werden. Für 

ausserhalb der Schweiz behandelte Leiden bzw. Auslandbehandlungen haben die 

Krankenkassen keine Leistungen zu erbringen, und dies selbst dann nicht, wenn die 

versicherten Person im Ausland krank geworden ist (Alfred Maurer, Das neue 

Krankenversicherungsrecht, Basel 1996, S. 55; RKUV 1987 Nr. K 741 S. 266). Eine 

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Ausnahme vom Territorialitätsprinzip setzt gemäss Art. 34 Abs. 2 KVG in Verbindung 

mit Art. 36 der Verordnung über die Krankenversicherung (KVV; SR 832.102) den 

Nachweis voraus, dass ein Notfall vorliegt (Art. 36 Abs. 2 KVV) oder die - vom 

allgemeinen Leistungskatalog gemäss Art. 25 Abs. 2 KVG erfasste - medizinische 

Behandlung in der Schweiz nicht erbracht werden kann (Art. 36 Abs. 1 KVV). Ein Notfall 

liegt vor, wenn Versicherte bei einem vorübergehenden Auslandaufenthalt einer 

medizinischen Behandlung bedürfen und eine Rückreise in die Schweiz nicht 

angemessen ist. Kein Notfall besteht, wenn sich Versicherte zum Zweck dieser 

Behandlung ins Ausland begeben (Art. 36 Abs. 2 KVV). Der Notfall umfasst damit zwei 

Komponenten: die Unaufschiebbarkeit medizinischer Hilfe sowie die Unmöglichkeit 

oder Unangemessenheit der Rückkehr in die Schweiz (vgl. dazu RKUV 2002 Nr. KV 231 

S. 475 [K 128/01]; Gebhard Eugster, Krankenversicherung, in: Schweizerisches 

Bundesverwaltungsrecht [SBVR]/Soziale Sicherheit, 2. Aufl. Basel 2007, S. 560 Rz 

477). Notfallcharakter kann beispielsweise Gesundheitssituationen mit drohender 

Lebensgefahr, akutem Schmerzzustand oder der Gefahr bleibender Krankheitsfolgen 

zugestanden werden.

2.3   Laut Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; ab

1. Januar 2007 Sozialrechtliche Abteilung des Bundesgerichts) bzw. Bundesgerichts 

(Urteile vom 5. August 2003, K 65/03, E. 2.2, und vom 4. März 2008, 9C_11/2007,

E. 3.2) wird ein Notfall in der Regel durch eine plötzlich auftretende, nicht 

vorhersehbare Behandlungsnotwendigkeit ausgelöst. Kritisch zur Unvorhersehbarkeit 

als begriffsnotwendiges Notfallmerkmal äussert sich allerdings G. Eugster (a.a.O., S. 

560 f. Rz 478). Es sei nicht geklärt, ob das EVG bzw. das Bundesgericht den Notfall 

generell auf die plötzlich auftretende und nicht vorhersehbare 

Behandlungsnotwendigkeit einschränken wolle. Das hiesse, dass Personen, die schon 

vor der Abreise wüssten oder damit rechnen müssten, während eines Urlaubs oder auf 

Geschäftsreise im Ausland medizinische Leistungen in Anspruch nehmen zu müssen, 

vom Versicherungsschutz ausgeschlossen wären. Als tatsachenwidrig erachtet G. 

Eugster die Unterstellung, Personen, welche sich wegen einer schon in der Schweiz 

behandelten Krankheit regelmässigen ärztlichen Kontrollen unterziehen müssten, 

würden sich zum Zwecke der Behandlung ins Ausland begeben. Das wäre nicht der 

Sinn von Art. 36 Abs. 2 KVV, der darin bestehe, die heute übliche Mobilität der 

gesamten Bevölkerung, nicht nur der gesunden Leute, durch einen 

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Grundversicherungsschutz zu gewährleisten. Werde eine Behandlung im Ausland 

durchgeführt, mit der schon vor der Abreise zu rechnen gewesen sei, oder müsse im 

Ausland eine in der Schweiz begonnene Behandlung fortgesetzt werden, könne daher 

ebenfalls ein Notfall im Sinn von Art. 36 Abs. 2 KVV gegeben sein. Im Einzelfall sei

allerdings zu prüfen, ob eine Schadenminderung in Form eines Verzichts auf die 

Auslandreise nach den Umständen zumutbar gewesen wäre.

2.4   Das Sozialversicherungsverfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Demnach hat die Verwaltung (vgl. Art. 43 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) und im Beschwerdeverfahren 

das Gericht (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) von Amtes wegen für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt 

indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der 

Parteien (BGE 125 V 195 E. 2 und BGE 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen; vgl. auch 

BGE 130 I 183 f. E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn 

der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen 

mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der 

Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen 

Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift jedoch erst dann Platz, 

wenn die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht dem Untersuchungsgrundsatz 

rechtsgenüglich nachgekommen sind bzw. es sich als unmöglich erweist, im Rahmen 

des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu 

ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu 

entsprechen (vgl. BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 

3b).

2.5   Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die 

Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie 

stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren 

Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

Erachtet das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen 

Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den 

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Prozess ohne Weiterungen – insbesondere ohne Beizug eines Gerichtsgutachtens, 

abschliessen (vgl. BGE 135 V 469 E. 4.3.2 mit Hinweisen).

3.       

3.1   Vorliegend ist unter den Verfahrensparteien offensichtlich unbestritten, dass die 

vom Beschwerdeführer im C.___ in Anspruch genommenen Leistungen auch in der 

Schweiz angeboten werden, womit als medizinischer Grund im Sinn von

Art. 34 Abs. 2 KVG nur das Vorliegen eines Notfalls zu prüfen ist.

3.2   Aus dem von D.___ erstellten Klinikbericht (act. G 5.4) geht hervor, dass der 

Beschwerdeführer bereits vor seiner Reise auf die Philippinen seit rund zehn Jahren 

suchtkrank gewesen ist und sich deswegen wiederholt freiwillig stationär ärztlich 

behandeln liess. Leider wurde er immer - auch vor seiner letzten stationären 

Behandlung ein Jahr vor seinem Eintritt in das C.___ - wieder rückfällig. Einige Monate 

vor dem Klinikeintritt wurden beim Beschwerdeführer paranoide Episoden, 

Reizbarkeitszustände sowie Stimmungsschwankungen beobachtet. Gerade gestützt 

auf die von D.___ gestellte Diagnose einer paranoiden Schizophrenie, welche als Folge 

von Drogenkonsum auftreten kann (vgl. dazu Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch 

2013, 264. Aufl. Berlin 2012, S. 1873), wird eine Notfallbehandlung geltend gemacht. 

Laut Klinikbericht waren es diese paranoid schizophrenen Beobachtungen, welche die 

Mutter des Beschwerdeführers einen Monat vor dessen Eintritt in das C.___ 

veranlassten, den Beschwerdeführer wieder hospitalisieren zu lassen. Einige Tage vor 

der geplanten Hospitalisierung flog der Beschwerdeführer auf die Philippinen (act. G 

5.4). Bei der vorstehenden Sachlage erscheint die Unvorhersehbarkeit der 

Behandlungsnotwendigkeit des Beschwerdeführers in Frage gestellt.

3.3   Selbst wenn die Unvorhersehbarkeit der Behandlungsnotwendigkeit nicht als 

begriffsnotwendiges Notfallmerkmal vorausgesetzt wird (vgl. Erwägung 2.2.), muss im 

vorliegenden Fall ein Notfall im Sinne von Art. 36 Abs. 2 KVV verneint werden. Laut 

Klinikbericht von D.___ hatten die Verwandten beim Beschwerdeführer 

Verhaltensveränderungen festgestellt, worauf er an den behandelnden Psychiater zum 

Drogenentzug überwiesen wurde. Dieser stellte beim Beschwerdeführer eine 

psychomotorische Unruhe, eine Dysplasie sowie einen eingeschränkten Affekt fest. 

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Seine Antworten auf Fragen kamen minimal verzögert. Der Beschwerdeführer wies von 

sich, Wahrnehmungsstörungen oder Suizidgedanken zu haben. Er gab hingegen zu, 

unter Verfolgungswahn zu leiden, d.h. sich von Menschen verfolgt zu fühlen und zu 

glauben, diese würden ihm schaden. Gestützt auf diese Befunderhebung 

diagnostizierte D.___ eine paranoide Schizophrenie. Grundsätzlich kann die 

Nachvollziehbarkeit, dass sich eine versicherte Person im Rahmen einer Schizophrenie 

bzw. beim plötzlichen Auftreten eines entsprechenden Beschwerdebildes für eine erste 

ärztliche Untersuchung und eventuelle Behandlung an einen Arzt vor Ort wendet, nicht 

in Abrede gestellt werden. Den konkreten Befunden kann jedoch kein ausdrücklicher 

Notfallcharakter, beispielsweise in der Ausprägung eines Horrortripps infolge 

Drogenkonsums, zugestanden werden. Entsprechend enthalten denn auch die 

Ausführungen des behandelnden Arztes keinerlei derartige Hinweise. Der 

Beschwerdeführer hatte, wie angeführt, bereits in der Schweiz unter paranoiden 

Anfällen gelitten, ohne dass diese damals zu einer ausgewiesenen sofortigen ärztlichen 

Konsultation bzw. einem stationären Klinikaufenthalt geführt hätten. Vielmehr 

entschloss sich die Mutter des Beschwerdeführers aufgrund der bereits früher 

aufgetretenen Paranoia erst nach einigen Monaten dazu, den Beschwerdeführer erneut 

hospitalisieren zu lassen. Auf den Philippinen war der Beschwerdeführer sodann in 

Begleitung seiner Mutter, der die gesundheitliche Situation ihres Sohnes bzw. die damit 

verbundenen Beschwerden und deren Risiken bekannt waren.

3.4    

3.4.1         Gemäss Telefonnotiz der Beschwerdegegnerin vom 31. Mai 2012 (act. G 

5.8) gab die Mutter des Beschwerdeführers an, sie sei mit ihrem Sohn bewusst auf die 

Philippinen gereist, damit er von den Drogen loskomme. Die Beschwerdegegnerin 

schloss daraus, dass die Behandlung im C.___ geplant war. Die Mutter des 

Beschwerdeführers bestreitet in der Beschwerde vom 7. November 2012 (act. G 1), 

jemals eine solche Aussage gemacht zu haben. Auch der Klinikbericht von D.___ 

enthält keine ausdrückliche Aussage für eine bereits in der Schweiz geplante ärztliche 

Behandlung im Ausland. Unabhängig davon, ob die Behandlung im

C.___ willentlich erfolgte bzw. sich der Beschwerdeführer zum Zwecke dieser 

Behandlung ins Ausland begeben hat oder ob sie sich – wie von der Mutter des 

Beschwerdeführers geschildert – unerwartet im Rahmen von geplanten Ferien ergab 

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(vgl. dazu Art. 36 Abs. 2, 3. Satz), kommt ihr kein Notfallcharakter zu. Dr. E.___ geht im 

Rahmen der Befragungen durch die Beschwerdegegnerin am 29. Mai sowie

27. August 2012 davon aus, der Beschwerdeführer habe sich auf den Philippinen frei­

willig wegen seiner Suchterkrankung behandeln lassen. Behandlung, Medikation sowie 

Dauer des Aufenthalts würden gegen einen Notfall sprechen (act. G 5.6, G 5.14). 

Gestützt darauf argumentiert die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 

24. September 2013 (act. G 5), dem Klinikbericht von D.___ sei klar zu entnehmen, 

dass im C.___ eine Drogenentzugskur durchgeführt worden sei, welcher kein 

Notfallcharakter zukomme.

3.4.2         Die grundsätzliche Behandlungsbedürftigkeit, die den Regelfall bei 

bestehender Gesundheitsschädigung bildet, ist nicht mit der plötzlich auftretenden, 

absolut unaufschiebbaren Behandlungsbedürftigkeit des Notfalls gleichzusetzen. 

Erfahrungsgemäss stellt gerade die Drogenentzugskur keine Therapie dar, die als 

solche geeignet ist, mit sofortiger Wirkung einen Gesundheitsschaden mit 

Notfallcharakter zu stabilisieren. Eine schwere Suchterkrankung infolge jahrelanger 

Einnahme von Drogen erfordert eine sich über einen gewissen Zeitraum fortsetzende, 

aus verschiedenen Behandlungsphasen bestehende Therapie (vgl. dazu Pschyrembel, 

a.a.O., S. 594; Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl., München 2003, S. 535). Eine 

Drogenentzugskur zeichnet sich ausserdem dadurch aus, dass es in der Regel nicht 

von entscheidender Bedeutung ist, wann mit ihr begonnen wird. Der Beginn erfolgt 

nicht im Sinne einer notfallmässigen Erstbehandlung bzw. einer Akutsituation, sondern 

vielmehr geplant, zumal die Freiwilligkeit eines Drogenentzugs bzw. der Wille und die 

Motivation des Süchtigen, von den Drogen loszukommen und eine Therapie zu 

machen, eine entscheidende Rolle spielt. Theoretisch könnte auch mit dem 

Drogenkonsum fortgefahren werden. Die Natur der Drogenentzugskur widerspricht 

mithin derjenigen einer medizinischen Notfallbehandlung.

3.4.3         Angesichts der vorliegenden Akten ist in Übereinstimmung mit der Schluss­

folgerung bzw. Argumentation der Beschwerdegegnerin sowie ihres Vertrauensarztes 

mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass 

beim Beschwerdeführer im C.___ vom 20. Februar bis 13. April 2012 eine 

Drogenentzugskur durchgeführt worden ist. Wie bereits erwähnt, weist die 

Befunderhebung im Klinikbericht von D.___ in keiner Weise auf eine 

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Gesundheitssituation mit Notfallcharakter hin. Symptome einer paranoiden Schizo­

phrenie vermögen im Zusammenhang mit Drogenkonsum ohne Weiteres aufzutreten 

und stellen insofern nichts Aussergewöhnliches dar. Laut Klinikbericht von D.___ 

wurden dem Beschwerdeführer sodann in den verschiedenen Phasen seines 

Klinikaufenthalts Medikamente verabreicht, welche bei Schizophrenie (risperidone 

[Risperdal Quicklet], quetiapine [Seroquel]) und im Rahmen eines Drogenentzugs zur 

Reduktion der Entzugserscheinungen (beispielsweise bei Krampfanfällen, 

Angststörungen usw.; biperiden [Akineton], clonazepam [Rivotril]) abgegeben werden. 

Laut Aufstellung der von der Klinik erbrachten Leistungen (act. G 5.5) wurden dem 

Beschwerdeführer sodann weitere im Rahmen eines Drogenentzugs angewendete 

Medikamente (Benzodiazepin) sowie Opioide verabreicht (Morphin, Kokain, Ecstasy), 

offensichtlich entsprechend einer Substitutions- bzw. Drogenersatztherapie. 

Insbesondere aber auch die Tatsache, dass sich der Beschwerdeführer während rund 

zwei Monaten in der Klinik aufhielt und dabei eine offensichtlich strukturierte Therapie 

durchgeführt wurde, lässt den überwiegend wahrscheinlichen Schluss zu, dass der 

Beschwerdeführer eine Drogenentzugskur durchlief bzw. der Klinikaufenthalt keiner 

Notfallbehandlung war. Ab dem 23. Kliniktag traten offenbar keine Besonderheiten 

mehr auf. Der Beschwerdeführer wurde nach wie vor medikamentös behandelt, seine 

Stimmung war jedoch ausgeglichen, er verneinte das Vorliegen von 

Wahrnehmungsstörungen und seine Gedanken waren zusammenhängend sowie 

zielgerichtet. Dennoch hielt sich der Beschwerdeführer weitere Wochen in der Klinik 

auf. Auch dieser Umstand lässt auf eine Drogenentzugskur schliessen, bei der sich an 

den körperlichen Drogenentzug fliessend eine Entwöhnungsbehandlung anschloss. Am 

20. April 2012 bestätigte D.___ lediglich eine "derzeitige" Behandlung, bei welcher der 

Beschwerdeführer unter Medikamente gesetzt und ihm geraten worden sei, sich 

auszuruhen und stressreiche Aktivitäten zu unterlassen, um seine Erholung zu fördern 

(act. G 5.3). Auch damit wird das Vorliegen eines Notfalls in keiner Weise bestätigt. 

Zusammenfassend ist mithin – wie von Dr. E.___ schlüssig und überzeugend dargelegt 

– festzuhalten, dass aufgrund der Art der Behandlung, der Medikation sowie der Dauer 

des Klinikaufenthalts insgesamt mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass die Behandlung des 

Beschwerdeführers im C.___ einen Drogenentzug zum Zweck hatte. Zumindest ist eine 

Notfallbehandlung in den medizinischen Akten in keiner Weise glaubhaft gemacht.

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3.5   Insgesamt ist damit festzuhalten, dass der Notfallcharakter hinsichtlich des 

stationären Aufenthalts des Beschwerdeführers im C.___ bzw. der dort durchgeführten 

Behandlungen zu verneinen ist. Nachdem die Merkmale des Notfalls im Ausland 

gemäss Art. 36 Abs. 2 KVV – Unaufschiebbarkeit der Behandlung aus medizinischen 

Gründen und Unangemessenheit der Rückkehr in die Schweiz – kumulativ erfüllt sein 

müssen, kann damit die Frage, ob angesichts des Gesundheitszustands des 

Beschwerdeführers eine Rückkehr in die Schweiz angemessen gewesen wäre, offen 

gelassen werden. Der Vollständigkeit halber ist dennoch anzufügen, dass es dem 

Beschwerdeführer trotz seiner Suchterkrankung mit paranoiden Perioden und seines 

gereizten Gemütszustands offensichtlich möglich war, die Flugreise auf die Philippinen 

zu bewältigen, womit auch die Zumutbarkeit eines Rückflugs anzunehmen gewesen 

wäre. Die im Rahmen der Behandlung im C.___ entstandenen Kosten sind mithin nicht 

von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu übernehmen.

4.     

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten 

sind gemäss Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.      Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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