# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 395b8441-129c-5962-8b36-0f3df8c89b90
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-13
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Weitere Kammern 13.03.2025 DG240034
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_999_DG240034_2025-03-13.pdf

## Full Text

Bezirksgericht Winterthur
 

Geschäfts-Nr.: DG240034-K/U/js

Mitwirkend: Gerichtspräsident lic. iur. A. Oehler als Vorsitzender, Bezirksrichterin 

lic. iur. A. Schneeberger, Bezirksrichterin MLaw U. Geilinger sowie 

die Gerichtsschreiberin MLaw V. Stäheli

Urteil vom 13. März 2025
(begründete Ausfertigung)

in Sachen

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, 
Anklägerin

gegen

A._____, 
Beschuldigter

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,

betreffend Raub etc.

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Privatkläger

1. B._____, 
2. C._____ Genossenschaft, 
3. D._____ AG, 
4. E._____, 
5. F._____, 
6. G._____, 
7. H._____, 
8. I._____ GmbH, 
9. J._____, 
10. K._____, 
11. L._____, 
12. M._____, 
13. N._____, 
14. O'._____ AG Schweiz, 

2 vertreten durch P._____,

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 1. Ok-

tober 2024 (act. 20) ist diesem Urteil beigeheftet.

An der Hauptverhandlung anwesende Parteien:

Staatsanwalt lic. iur. Q._____ für die Anklagebehörde sowie der Beschul-

digte A._____ in Begleitung seines amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt lic. iur. 

X._____ (Prot. S. 6).

Anträge:

I. Der Anklagebehörde: (act. 20 und act. 52)

 Schuldigsprechung von A._____ im Sinne der Anklageschrift
 Anrechnung der erstandenen Haft
 Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 29 Monaten, einer 

Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.– sowie mit einer Busse von 
Fr. 500.– zu bestrafen.

 Vollzug der Freiheitsstrafe
 Festsetzung einer Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen bei schuldhafter 

Nichtbezahlung der Busse
 Anordnung einer stationären Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 1 

StGB (Suchtbehandlung und Behandlung von psychischen Störungen)
 Entscheid über Sicherstellungen, Asservate, Spuren und Spurenträger
 Entscheid über die Zivilansprüche der Privatklägerschaft
 Kostenauflage (Kosten, inkl. Gebühr für das Vorverfahren von 

Fr. 18'873.37)

II. Der amtlichen Verteidigung: (act. 53)

Mein Mandant sei schuldig zu sprechen 
1. des mehrfachen Diebstahls
2. der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamten
3. der mehrfachen Drohung
4. der mehrfachen Beschimpfung

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5. des mehrfachen Hausfriedensbruchs
6. des mehrfachen geringfügigen Diebstahls
7. (eventualiter auch des Raubes)
8. Vom Vorwurf des Raubes gemäss Dossier 1, sowie der sexuellen Be-

lästigung gemäss Dossier 3 sei mein Mandant freizusprechen.
9. Mein Mandant sei mit einer angemessenen Freiheitsstrafe zu bestra-

fen.
10. Die Freiheitsstrafe sei zu vollziehen.
11. Es seien über die Ansprüche der Privatklägerschaft zu entscheiden.
12. Es sei ausgangsgemäss über die Kostenauflage an meinen Mandanten 

zu entscheiden.

III. Des Beschuldigten: (sinngemäss)

 Entscheid gemäss den Anträgen der amtlichen Verteidigung

IV. Der Privatklägerin 1: (act. D8/9/4, sinngemäss)

 Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen.

V. Der Privatklägerin 2: (act. D8/9/2, sinngemäss)

 Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen.
 Der Beschuldigte sei zu verpflichten, der Privatklägerin 2 eine Genug-

tuung in der Höhe von Fr. 150.– zu bezahlen.

VI. Der Privatklägerin 3: (act. 12/2; act. D2/9/2; act. D6/9/2; act. D11/8/2; 

act. D12/9/2, sinngemäss)

 Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen.
 Der Beschuldigte sei zu verpflichten, der Privatklägerin 3 Schadener-

satz in der Höhe von insgesamt Fr. 1'534.40 zu bezahlen.

VII. Der Privatklägerin 4: (act. D10/9/2, sinngemäss)

 Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen.
 Der Beschuldigte sei zu verpflichten, der Privatklägerin 4 Schadener-

satz in der Höhe von Fr. 1'176.– zu bezahlen.

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VIII. Der Privatklägerin 5: (act. D4/6/2, sinngemäss)

 Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen.
 Der Beschuldigte sei zu verpflichten, der Privatklägerin 5 Genugtuung 

in der Höhe von Fr. 300.– zu bezahlen.

IX. Des Privatklägers 6: (act. D8/9/6, sinngemäss)

 Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen.

X. Der Privatklägerin 7: (act. D3/8/2, sinngemäss)

 Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen.

XI. Der Privatklägerin 8: (act. D7/8/2, sinngemäss)

 Der Beschuldigte sei zu verpflichten, der Privatklägerin 8 Schadener-
satz in der Höhe von Fr. 300.– zu bezahlen.

XII. Des Privatklägers 9: (act. D6/8/1, sinngemäss)

 Der Beschuldigte sei zu verpflichten, dem Privatkläger 9 Schadener-
satz in der Höhe von Fr. 150.– und eine Genugtuung in der Höhe von 
Fr. 150.– zu bezahlen.

XIII. Des Privatklägers 10: (act. D9/6/5, sinngemäss)

 Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen.

XIV. Der Privatklägerin 11: (act. D9/6/3, sinngemäss)

 Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen.

XV. Des Privatklägers 12: (act. D3/7/2; act. D5/7/1, sinngemäss)

 Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen.

XVI. Der Privatklägerin 13: (act. D3/2/4, sinngemäss)

 Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen.

XVII. Der Privatklägerin 14: (act. D2/2/3 [recte: D7/2/3], sinngemäss)

 Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen.

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Erwägungen:

I. Verfahrensgang

1. Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (fortan: 

Staatsanwaltschaft) vom 1. Oktober 2024 (act. 20) ging am 7. Oktober 2024 samt 

Akten beim hiesigen Gericht ein. Nach Prüfung der Anklageschrift, der Akten und 

der Prozessvoraussetzungen durch den Gerichtspräsidenten (Prot. S. 2) wurde mit 

Verfügung vom 16. Oktober 2024 bekannt gegeben, dass aus Sicht der Verfah-

rensleitung anlässlich der Hauptverhandlung ausser der Befragung des Beschul-

digten keine weiteren Beweise zu erheben seien. Den Verfahrensbeteiligten wurde 

überdies Frist angesetzt, um Beweisanträge für die Hauptverhandlung zu stellen 

und zu begründen. Weiter wurde der Privatklägerschaft dieselbe Frist angesetzt, 

um ihre Forderung zu beziffern, zu begründen und zu belegen (act. 39). Während 

die Anklagebehörde mit Eingabe vom 21. Oktober 2024 bekannt gab, dass auf das 

Stellen von Beweisanträgen verzichtet werde (act. 42), liessen sich die amtliche 

Verteidigung sowie die Privatklägerschaft nicht vernehmen.

2. In der Folge wurden die Parteien ordnungsgemäss zur Hauptverhandlung auf 

den 13. März 2025 vorgeladen (act. 43). Mit Verfügung vom 1. November 2024 

wurde überdies die Kontrolle der ein- und ausgehenden Post des Beschuldigten an 

die Staatsanwaltschaft delegiert (act. 46).

3. Zur Hauptverhandlung erschienen Staatsanwalt lic. iur. Q._____ für die An-

klagebehörde sowie der Beschuldigte A._____ in Begleitung seines amtlichen Ver-

teidigers Rechtsanwalt lic. iur. X._____ (Prot. S. 6). Im Rahmen der Hauptverhand-

lung wurde der Beschuldigte zur Sache und zur Person befragt (Prot. S. 10 ff.). An-

schliessend hielten Staatsanwalt lic. iur. Q._____ und der amtliche Verteidiger 

Rechtsanwalt lic. iur. X._____ je ihre Parteivorträge (Prot. S. 39 ff.) und erhielten 

Gelegenheit, sich in einem zweiten Parteivortrag erneut zu äussern (Prot. S. 42). 

Im Anschluss folgte das Schlusswort des Beschuldigten (Prot. S. 43 f). Hiernach 

zog sich das Gericht zur geheimen Urteilsberatung zurück. Das Urteil wurde glei-

chentags eröffnet, mündlich begründet und zunächst im Dispositiv ausgehändigt 

(Prot. S. 49).

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II. Prozessuales

1. Strafanträge

Die zur Beurteilung der vorliegenden Antragsdelikte notwendigen Strafanträge lie-

gen – bis auf den Strafantrag der C._____ Genossenschaft (Privatklägerin 2) hin-

sichtlich des geringfügigen Diebstahls in Dossier 7, worauf in Erw. III./3.5. einge-

gangen wird – vor und wurden fristgerecht gestellt. Dies betrifft die Vorwürfe des 

Hausfriedensbruchs (vgl. act. 2/2; act. D2/2; act. D4/2; act. D6/2/2; act. D9/2/4; 

act. D11/2; act. D12/2), der Drohung (vgl. act. D3/2/1; act. D5/2/1; act. D5/2/2; 

act. D9/2/1; act. D9/2/3), der Beschimpfung (vgl. act. D3/2/1; D3/2/2; act. D5/2/2; 

act. D8/2/1; act. D8/2/2; act. D9/2/1; act. D9/2/2), der sexuellen Belästigung (vgl. 

act. D3/2/3; act. D2/3/4 [recte: D3/2/4]) sowie des geringfügigen Diebstahls (vgl. 

act. D8/2/3). Bei den übrigen zu beurteilenden Delikten – folglich bezüglich der Vor-

würfe des Raubes, des Diebstahls sowie der Gewalt und Drohung gegen Behörden 

und Beamte – handelt es sich um Offizialdelikte, die kein Vorliegen eines Strafan-

trages bedingen und von Amtes wegen zu verfolgen sind.

2. Privatklägerschaft

2.1. Gemäss Art. 115 Abs. 1 StPO gilt als geschädigte Person die Person, die 

durch die Straftat in ihren Rechten unmittelbar verletzt worden ist. Gemäss Art. 115 

Abs. 2 StPO gilt in jedem Fall als geschädigte Person, wer zur Stellung eines Straf-

antrages berechtigt ist. Als Opfer gilt gemäss Art. 116 Abs. 1 StPO überdies die 

geschädigte Person, die durch die Straftat in ihrer körperlichen, sexuellen oder psy-

chischen Integrität unmittelbar beeinträchtigt worden ist. Als Privatklägerschaft gilt 

im Sinne von Art. 118 Abs. 1 StPO sodann die geschädigte Person, die ausdrück-

lich erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilklägerin oder -kläger zu be-

teiligen. Die Erklärung ist gegenüber einer Strafverfolgungsbehörde spätestens bis 

zum Abschluss des Vorverfahrens abzugeben; der Erklärung gleichgestellt ist der 

Strafantrag (Art. 118 Abs. 2 und 3 StPO).

2.2. B._____ (Privatklägerin 1) stellte bezüglich Dossier 8 Strafantrag 

(act. D8/2/1) und konstituierte sich als Privatklägerin im Strafpunkt (act. D8/9/4). 

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Die C._____ Genossenschaft (Privatklägerin 2) stellte ebenfalls bezüglich Dossier 

8 Strafantrag (act. D8/2/3) und konstituierte sich als Privatklägerin sowohl im Straf- 

als auch im Zivilpunkt (act. D8/9/2). Die C._____ Genossenschaft stellte jedoch kei-

nen Strafantrag bezüglich Dossier 7 und verzichtete bezüglich ebendiesem auch 

auf die Konstituierung als Privatklägerin (act. D7/5/2). Die D._____ AG (Privatklä-

gerin 3) stellte bezüglich Dossier 1, 2, 6, 11 und 12 Strafanträge (act. 2/2; act. D2/2; 

act. D6/2/2; act. D11/2; act. D12/2) und konstituierte sich je als Privatklägerin so-

wohl im Straf- als auch im Zivilpunkt (act. 12/2, act. D2/9/2; act. D6/9/2; 

act. D11/8/2; act. D12/9/2). Die E._____ (Privatklägerin 4) stellte bezüglich Dossier 

10 Strafanträge (act. D10/2-4) und konstituierte sich als Privatklägerin sowohl im 

Straf- als auch im Zivilpunkt (act. D10/9/2). F._____ (Privatklägerin 5) stellte bezüg-

lich Dossier 4 Strafantrag (act. D4/2) und konstituierte sich als Privatklägerin so-

wohl im Straf- als auch im Zivilpunkt (act. D4/6/2). G._____ (Privatkläger 6) stellte 

bezüglich Dossier 8 Strafantrag (act. D8/2/2) und konstituierte sich als Privatkläger 

im Strafpunkt (act. D8/9/6). H._____ (Privatklägerin 7) stellte bezüglich Dossier 3 

Strafantrag (act. D3/2/2) und konstituierte sich als Privatklägerin im Strafpunkt 

(act. D3/8/2). Die I._____ GmbH (Privatklägerin 8) stellte bezüglich Dossier 7 Straf-

antrag (act. D2/2/4 [recte: D7/2/4]) und konstituierte sich als Privatklägerin im Zivil-

punkt (act. D7/8/2). J._____ (Privatkläger 9) stellte bezüglich Dossier 9 Strafantrag 

(act. D6/2/1) und konstituierte sich als Privatkläger im Zivilpunkt (act. D6/8/1). 

K._____ (Privatkläger 10) stellte bezüglich Dossier 9 Strafanträge (act. D9/2/1) und 

konstituierte sich als Privatkläger im Strafpunkt (act. D9/6/5). L._____ (Privatkläge-

rin 11) stellte bezüglich Dossier 9 Strafanträge (act. D9/2/2-4) und konstituierte sich 

als Privatklägerin im Strafpunkt (act. D9/6/3). M._____ (Privatkläger 12) stellte be-

züglich Dossier 3 und 5 Strafanträge (act. D3/2/1; act. D5/2/2) und konstituierte sich 

je als Privatkläger im Strafpunkt (act. D3/7/2; act. D5/7/1). N._____ (Privatklägerin 

13) stellte bezüglich Dossier 3 Strafantrag (act. D2/3/4) und liess sich hiernach nicht 

mehr vernehmen. Sie konstituierte sich damit als Privatklägerin im Strafpunkt. Auch 

die O._____ Group AG stellte bezüglich Dossier 7 Strafantrag (act. D2/2/3 [recte: 

D7/2/3]) und liess sich hiernach ebenfalls nicht mehr vernehmen. Die O'._____ AG 

Schweiz – die Rechtsnachfolgerin der O._____ Group AG – wurde hierdurch als 

Privatklägerin (Privatklägerin 14) im Strafpunkt konstituiert.

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2.3. Bezüglich des Dossier 1 verzichtete R._____ ausdrücklich auf das Stellen 

eines Strafantrages (act. 2/1) sowie auf die Konstituierung als Privatkläger 

(act. 12/4). Bezüglich Dossier 3 stellte S._____ Strafantrag (act. D3/2/3), verzich-

tete indes auf die Konstituierung als Privatklägerin (act. D3/10/2). Auch T._____ 

stellte bezüglich Dossier 5 Strafantrag (act. D5/2/1), verzichtete jedoch ebenfalls 

auf die Konstituierung als Privatkläger (act. D5/7/3). Weiter stellten sowohl die 

U._____ AG, der V._____ Store als auch die W._____ Secondhand je Strafantrag 

bezüglich Dossier 7 (act. D7/2/1; act. D2/2/2 [recte: D7/2/2]; act. D7/2/5), sie alle 

verzichteten indes auf die Konstituierung als Privatkläger (act. D7/6/2; act. D7/7/2; 

act. D7/10/1).

III. Schuldpunkt

1. Anklagevorwurf

Hinsichtlich des eingeklagten Sachverhalts wird – um unnötige Wiederholungen 

zu vermeiden – auf die dem Urteil beigeheftete Anklageschrift vom 1. Oktober 

2024 verwiesen (act. 20). Zusammengefasst werden dem Beschuldigten zweifa-

cher Raub (resp. räuberischer Diebstahl), mehrfache Diebstähle (teils geringfü-

gig), Gewalt oder Drohung gegen Behörden oder Beamte, mehrfache Drohung, 

mehrfache Beschimpfung, mehrfache Hausfriedensbrüche sowie mehrfache se-

xuelle Belästigung vorgeworfen.

2. Eingestandene Dossiers

2.1. Der Beschuldigte gestand die Sachverhalte der Dossiers 2, 9, 10, 11 sowie 

12 vollumfänglich im Vorverfahren ein (Dossier 2: act. D2/4 F/A 4 ff.; act. 3/2 

F/A 17 f. / Dossier 9: act. D9/3/2 F/A 20; act. 3/2 F/A 106 und 112 / Dossier 10: 

act. D10/5 F/A 4 ff.; act. D10/6 F/A 2 ff.; act. 3/2 F/A 118 f. / Dossier 11: act. 3/2 

F/A 130 f. / Dossier 12: act. D12/4 F/A 1 ff.; act. 3/2 F/A 134 f.) und bestätigte auch 

anlässlich der Hauptverhandlung vom 13. März 2025 sein Geständnis (Dossier 2: 

Prot. S. 12 / Dossier 9: Prot. S. 24 f. / Dossier 10: Prot. S. 25 f. / Dossier 11: 

Prot. S. 26 / Dossier 12: Prot. S. 27). Auch den Sachverhalt des Dossiers 4 ge-

stand der Beschuldigte sowohl im Vorverfahren als auch anlässlich der Hauptver-

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handlung ein; er bestritt lediglich den Wert der gestohlenen Kuhglocke in der Höhe 

von Fr. 1'000.– (act. D4/4 F/A 2 ff.; act. 3/2 F/A 48 f.; Prot. S. 18). Das Geständnis 

des Beschuldigten deckt sich mit den Untersuchungsergebnissen, womit die Sach-

verhalte der Dossiers 2, 4, 9, 10, 11 und 12 – mit Ausnahme des Deliktsbetrages 

in Bezug auf Dossier 4 zumal der Wert der gestohlenen Kuhglocke in der Höhe von 

Fr. 1'000.– vom Beschuldigten bestritten, es sich bei dessen Höhe gemäss Polizei-

rapport um eine Schätzung handelt (vgl. act. D4/1 S. 5) und überdies keine weite-

ren diesbezüglichen Beweismittel im Recht liegen – gemäss der Anklageschrift er-

stellt sind und auf diesen abzustellen ist.

2.2. Auch die rechtliche Würdigung der Staatsanwaltschaft bezüglich genannter 

Dossiers wird durch die amtliche Verteidigung anerkannt (Dossier 2: act. 53 S. 4 / 

Dossier 4: act. 53 S. 7 / Dossier 9: act. 53 S. 12 f. / Dossier 10: act. 53 S. 13 / Dos-

sier 11: act. 53 S. 13 / Dossier 12: act. 53 S. 13 f.). Sie erweist sich denn auch – 

mit Ausnahme bezüglich Dossier 12, worauf nachfolgend eingegangen wird – und 

obwohl der Deliktsbetrag in Bezug auf Dossier 4 nicht in der Höhe von Fr. 1'000.– 

erstellt ist, als zutreffend, weshalb der Beschuldigte antragsgemäss schuldig zu 

sprechen ist.

2.3. Die Staatsanwaltschaft würdigt das Verhalten des Beschuldigten in Bezug 

auf Dossier 12 als Hausfriedensbruch im Sinne von Art. 186 StGB sowie geringfü-

gigen Diebstahl im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter 

Abs. 1 StGB. Während der rechtlichen Beurteilung der Staatsanwaltschaft betref-

fend Hausfriedensbruch zu folgen ist, ist von dieser bezüglich des geringfügigen 

Diebstahls abzuweichen: Gemäss Art. 172ter Abs. 1 StGB wird der Täter mit Busse 

bestraft, falls sich die Tat nur auf einen geringen Vermögenswert oder auf einen 

geringen Schaden richtet. Es handelt sich hierbei um ein privilegierenden Tatbe-

stand (BSK StGB-WEISSENBERGER, 4. Auflage, 2019, Art. 172ter N 4). Das Bundes-

gericht hat die objektive Grenze für den geringen Vermögenswert oder Schaden 

auf je Fr. 300.– festgesetzt (BGE 142 IV 129 E. 3.1; BGE 123 IV 113 E. 3d; BGE 

121 IV 261 E. 2d). Entscheidend für die Anwendung der Privilegierung ist überdies, 

dass sich die Tat auf ein geringfügiges Vermögensdelikt gerichtet hat, somit ein 

subjektives Kriterium, nämlich die Absicht des Täters und nicht der eingetretene 

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Erfolg (BGE 123 IV 113 E. 3f). Mit anderen Worten scheidet die Privilegierung aus, 

wenn der Vorsatz des Täters auf eine den Grenzwert übersteigende Summe ge-

richtet war, er also einen erheblichen Vermögenswert erlangen wollte, ohne dies 

zu erreichen (BSK StGB-WEISSENBERGER, 4. Auflage, 2019, Art. 172ter N 37 

m.w.H). Vorliegend entwendete der Beschuldigte drei Uhren im Gesamtwert von 

Fr. 287.–, womit die objektive Grenze von Fr. 300.– knapp nicht erreicht ist. Der 

Vorsatz des Beschuldigten richtete sich hingegen nicht auf einen geringen Vermö-

genswert; vielmehr wollte er gemäss eigenen Aussagen Uhren stehlen, um diese 

zu verkaufen und so an Geld zu kommen (act. D12/1 F/A 2 und 5). Letztlich han-

delte es sich um reinen Zufall, dass er vorliegend drei Uhren entwendete, die einen 

Gesamtwert von Fr. 287.– aufwiesen. Der Beschuldigte hätte ohne weiteres damit 

rechnen müssen, dass deren Gesamtwert Fr. 300.– übersteigen könnte. Infolge-

dessen greift der privilegierende Tatbestand im Sinne von Art. 172ter Abs. 1 StGB 

nicht. Der Beschuldigte hat sich demnach bezüglich Dossier 12 – nebst des Haus-

friedensbruchs gemäss Art. 186 StGB – des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 

StGB strafbar gemacht und ist hierfür schuldig zu sprechen.

3. Bestrittene Dossiers

Bezüglich der Dossiers 1, 3, 5, 6, 7 und 8 ist der Beschuldigte nicht vollumfänglich 

geständig resp. anerkennt die amtliche Verteidigung die rechtliche Würdigung der 

Staatsanwaltschaft nicht, weshalb auf diese nachfolgend im Einzelnen eingegan-

gen wird.

3.1. Dossier 1

3.1.1. Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 1. April 2023 gestand der Be-

schuldigte, dass er gleichentags die D._____-filiale an der AA._____-strasse ... in 

AB._____ betreten habe, Uhren habe stehlen wollen und auch zwei oder mehr Uh-

ren genommen habe und aus dem Laden gegangen sei (act. 3/1 F/A 11 ff.). Der 

Beschuldigte sagte ausserdem aus, dass ihm ein Mitarbeiter des Sicherheitsdiens-

tes, R._____, beim Verlassen des Ladens nachgelaufen sei, ihn an der Schulter 

gepackt und ausserdem die ganze Zeit "Halt, halt" gerufen habe. Er habe ihn mit 

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dem Tode bedroht, vielleicht zweimal resp. ein- oder zweimal (act. 3/1 F/A 10, 

22 ff.). Von diesem Standpunkt wich der Beschuldigte indes im Rahmen der staats-

anwaltschaftlichen Einvernahme vom 19. September 2024 ab und verneinte, dass 

er R._____ damit gedroht habe, ihn umzubringen. Er habe ihm nur gesagt, er solle 

weggehen (act. 3/2 F/A 6 ff.). Innerhalb der gleichen Einvernahme – auf Vorhalt 

seiner Aussagen im Rahmen der polizeilichen Einvernahme wonach er R._____ 

ein- oder zweimal gesagt habe, dass er ihn umbringen würde – sagte der Beschul-

digte wiederum aus, dass es diesfalls schon so gewesen sei, dass er ihm das ge-

sagt habe; er habe ihm gedroht, habe aber zehn Meter Abstand von ihm gehabt 

(act. 3/2 F/A 15). Er habe gewollt, dass er weggehe und ihn in Ruhe lasse (act. 3/2 

F/A 16). Anlässlich der Hauptverhandlung sagte der Beschuldigte wiederum in er-

neuter Abweichung aus, dass er eher "verpiss dich" oder "ich mach dich fertig" zu 

R._____ gesagt habe, aber eher nicht "ich bring dich um" (Prot. S. 11). 

3.1.2. Der Beschuldigte ist zusammenfassend bezüglich des unbefugten Betretens 

der D._____-filiale als auch des Entwendens mehrerer Uhren durchgehend gestän-

dig. Auch bezüglich der Todesdrohungen, welche er gegenüber R._____ ausge-

sprochen haben soll, ist der Beschuldigte mehrheitlich geständig. Der angeklagte 

Sachverhalt ist damit als erstellt zu erachten, zumal dieser auch von den weiteren 

Beweismitteln untermauert wird: So decken sich die Aussagen von R._____, wel-

che dieser anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 1. April 2023 als Aus-

kunftsperson tätigte, weitgehend mit den Schilderungen des Beschuldigten (vgl. 

act. 4/1). Es ist an dieser Stelle indes darauf hinzuweisen, dass das Teilnahme- 

und Konfrontationsrecht des Beschuldigten ungenügend gewährt worden ist – zu-

mal weder der Beschuldigte noch dessen amtliche Verteidigung bei der polizeili-

chen Einvernahme von R._____ anwesend waren und keine weitere Befragung im 

Verlaufe des vorliegenden Verfahrens erfolgte – und die Aussagen von R._____ 

damit nicht zulasten des Beschuldigten verwertbar sind (vgl. Art. 147 StPO; SK 

StPO-WOHLERS, 3. Auflage, 2020, Art. 147 N 2; BGer 6B_14/2021 vom 28.07.2021 

E. 1.3.4 m.w.H.). Überdies zeigen die sichergestellten Videoaufnahmen aus der 

D._____-filiale, wie der Beschuldigte Uhren entwendet und die Filiale via Seitein-

gang verlässt (act. 5).

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3.1.3. Auch seitens der amtlichen Verteidigung wird der angeklagte Sachverhalt 

grundsätzlich als erstellt erachtet (act. 53 S. 1 f.). Die amtliche Verteidigung wendet 

indes ein, dass lediglich Hausfriedensbruch im Sinne von Art. 186 StGB sowie ge-

ringfügiger Diebstahl im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter 

Abs. 1 StGB vorliege. Der Tatbestand des Raubes sei entgegen der Ansicht der 

Staatsanwaltschaft deshalb nicht erfüllt, weil die Äusserung des Beschuldigten 

R._____ nicht in Angst und Schrecken versetzt hätten (act. 53 S. 3).

3.1.4. Der Beschuldigte erfüllt mit seinem Verhalten unbestrittenermassen den Tat-

bestand des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB und ist hierfür schuldig zu 

sprechen. Es bleibt indes zu prüfen, ob der staatsanwaltschaftlichen Beurteilung 

bezüglich des Raubes zu folgen ist: Des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB macht sich strafbar, wer mit Gewalt gegen eine Person oder unter Androhung 

gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben oder nachdem er den Betroffenen zum 

Widerstand unfähig gemacht hat, einen Diebstahl begeht. Mit der gleichen Strafe 

belegt wird gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB, wer bei einem Diebstahl auf fri-

scher Tat ertappt und Nötigungshandlungen nach Absatz 1 begeht, um die gestoh-

lene Sache zu behalten.

3.1.4.1. Der objektive Tatbestand der zweiten Begehungsvariante des Raubes ge-

mäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB – der sogenannte räuberische Diebstahl – ist da-

durch gekennzeichnet, dass nach einem Diebstahl eine Nötigungshandlung im 

Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB begangen wird, um das Gestohlene zu be-

halten (BSK StGB-NIGGLI/RIEDO, 4. Auflage, 2019, Art. 140 N 46).

Diebstahl im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB ist die Wegnahme einer fremden be-

weglichen Sache zur Aneignung, um sich oder einen anderen damit unrechtmässig 

zu bereichern. Gemäss des Gesetzeswortlauts ist ein räuberischer Diebstahl im 

Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB nur möglich, wenn der Diebstahl vollendet 

wurde, weil ansonsten keine "gestohlene Sache" und damit kein Tatobjekt besteht. 

Überdies muss der Täter "auf frischer Tat ertappt" werden, womit eine Entdeckung 

des Diebes in flagrante delictu gemeint ist, d.h. eine beliebige Drittperson wird 

Zeuge des Diebstahls, indem sie die Wegnahme des Deliktsguts, die Vorbereitung 

- 14 -

des Abtransportes der Beute oder den Abtransport selbst am Tatort oder in dessen 

unmittelbarer Nähe, jedenfalls vor Beendigung des Diebstahls beobachtet (BSK 

StGB-NIGGLI/RIEDO, 4. Auflage, 2019, Art. 140 N 47 und 49; BGer 6B_14/2021 vom 

19.08.2022 E. 1.2.1. m.w.H.). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die 

Vollendung des Diebstahls dann gegeben, wenn der Täter das Diebesgut an sich 

oder in Taschen versteckt, um sie sich anzueignen, wenn also die Erfüllung des 

gesetzlichen Straftatbestandes geschehen ist. Die Beendigung des Diebstahls hin-

gegen tritt nach der unbemerkten Fortschaffung der weggenommenen Ware aus 

dem Laden ohne Bezahlung ein (BGer 6B_14/2021 vom 19.08.2022 E. 1.2.2.; BGE 

98 IV 83 E. 2a-b; BGE 92 IV 89 S. 91).

Überdies muss der Täter gemäss Gesetzeswortlaut nach Vollendung des Dieb-

stahls eine Nötigungshandlung nach Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB ausführen – na-

mentlich also Anwendung von Gewalt gegen eine Person, Androhung gegenwärti-

ger Gefahr für Leib und Leben oder Bewirken der Widerstandsunfähigkeit – um die 

Beute zu sichern. Bei der Nötigungshandlung in Form der Androhung gegenwärti-

ger Gefahr für Leib und Leben ist nicht vorausgesetzt, dass das Opfer widerstand-

unfähig gemacht wird, indes muss die Drohung grundsätzlich geeignet sein, das 

Opfer widerstandsunfähig zu machen. Die angedrohte Beeinträchtigung der kör-

perlichen Integrität muss entsprechend erheblich sein. Für die diesbezügliche Be-

urteilung ist auf einen generalisierenden Massstab zurückzugreifen, d.h. die Dro-

hung muss so ausgestaltet sein, dass sich ihr auch ein anderer, "besonnener 

Mensch" in derselben Situation beugen würde. Eine Drohung mit einer schweren 

Körperverletzung fällt ohne weiteres hierunter, da typischerweise bereits die Andro-

hung einer einfachen Körperverletzung wie z.B. das Brechen eines Arms durchaus 

geeignet ist, einen durchschnittlichen, besonnenen Menschen zum Einlenken zu 

bewegen. Der Täter muss die Drohung zudem nicht ausführen wollen, es reicht 

aus, dass sie als ernstgemeint erscheint (BSK StGB-NIGGLI/RIEDO, 4. Auflage, 

2019, Art. 140 N 29 ff.). Die Nötigungshandlung muss das Ziel haben, die Beute zu 

sichern, d.h. sich den Gewahrsam am Diebesgut zu erhalten. Vorausgesetzt ist 

allerdings nicht, dass die Sicherung der Beute einziges Handlungsziel ist. Will der 

Täter durch seine Nötigungshandlung sowohl die Beute sichern als auch seine 

Flucht, so ist Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB erfüllt, sofern es ihm nur primär um die 

- 15 -

Beutesicherung geht. Dient die Nötigungshandlung dagegen nur der Sicherung der 

Flucht des Diebes oder sollen sie nur verhindern, dass er erkannt wird, so besteht 

kein räuberischer Diebstahl (BSK StGB-NIGGLI/RIEDO, 4. Auflage, 2019, Art. 140 

N 52; BGer 6B_14/2021 vom 19.08.2022 E. 1.2.1. m.w.H.). Nötigungshandlungen 

des Diebes zu einem Zeitpunkt nach Beendigung des Diebstahls – also nach der 

Sicherung der Beute – stellen keinen räuberischen Diebstahl dar, selbst wenn sie 

dem Zweck dienen, den Besitz des Diebesgutes zu sichern.

3.1.4.2. Hinsichtlich des subjektiven Tatbestandes ist Vorsatz sowie Aneignungs- 

und Bereicherungsabsicht hinsichtlich des Diebstahls als auch Vorsatz bezüglich 

der Nötigungshandlung vorausgesetzt. Die Nötigungshandlung muss überdies in 

der Absicht erfolgen, die Beute zu sichern. Ebendiese ist indes zu vermuten, wenn 

der Täter mit der Beute flieht (BSK StGB-NIGGLI/RIEDO, 4. Auflage, 2019, Art. 140 

N 55 f.).

3.1.4.3. Vorliegend betrat der Beschuldigte gemäss eigenen Aussagen und erstell-

tem Sachverhalt die D._____-filiale bereits in der Absicht, Uhren zu stehlen, behän-

digte sich dann auch vier Uhren und verstaute diese in die vom ihm mitgebrachte 

Denner-Tragtasche. Damit ist sowohl der objektive als auch subjektive Tatbestand 

des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB erfüllt. An dieser Stelle ist im 

Übrigen auch bereits der privilegierende Tatbestand nach Art. 172ter Abs. 1 StGB 

entgegen der Ansicht der Verteidigung (vgl. act. 53 S. 3) auszuschliessen, da der 

Gesamtwert der Uhren zwar Fr. 219.60 betrug, was unterhalb der bundesgericht-

lich festgesetzten Grenze von Fr. 300.– liegt, der Beschuldigte indes wahllos Uhren 

entwendete und ohne weiteres damit hätte rechnen müssen, dass deren Gesamt-

wert Fr. 300.– übersteigen könnte (vgl. für Ausführungen zum geringfügigen Dieb-

stahl Erw. III./2.3.). Obengenannten Ausführungen folgend ist überdies ab jenem 

Moment, in welchem der Beschuldigte die Uhren in die von ihm mitgebrachte Trag-

tasche verstaute, von einem vollendeten Diebstahl auszugehen.

3.1.4.4. Auch wurde der Beschuldigte durch R._____ auf frischer Tat ertappt: So 

sagte der Beschuldigte selbst aus, dass R._____ gesehen habe, dass er Uhren 

gestohlen habe (act. 3/1 F/A 30). R._____ versuchte den Beschuldigten indes erst 

- 16 -

vor der D._____-filiale aufzuhalten und damit nachdem der Beschuldigte die Filiale 

bereits via Seitenausgang verlassen hatte. Es stellt sich damit vorliegend die Frage, 

ob zu diesem Zeitpunkt bereits die Beendigung des Diebstahls eingetreten ist. Da 

davon auszugehen ist, dass R._____ bereits wahrnahm, wie der Beschuldigte die 

Uhren aus dem Regal nahm und in der von ihm mitgebrachten Tragtasche ver-

staute, sowie auch dessen Verlassen der Filiale bemerkte, kann zum einen nicht 

von einem unbemerkten Fortschaffen der Uhren aus dem Laden ohne Bezahlung 

die Rede sein. R._____ lief zum andern dem Beschuldigten gemäss dessen eige-

nen Aussagen auch unmittelbar nach (act. 3/1 F/A 10 und 22) – und letztlich war 

es aufgrund der sehr kurzen Dauer des Vorfalls von insgesamt nur einer knappen 

Minute R._____ schlicht nicht möglich, den Beschuldigten vor dem Verlassen der 

Filiale aufzuhalten, auch angesichts der Tatsache, dass dieser bereits die letzten 

Schritte des Seitenausgangs rennend zurücklegte (vgl. act. 5). Es ist damit davon 

auszugehen, dass zum Zeitpunkt des Eingreifens von R._____ der Diebstahl nicht 

beendet war.

3.1.4.5. Der Beschuldigte sprach sodann gegenüber R._____ Todesdrohungen 

aus, als dieser ihn aufzuhalten versuchte. Todesdrohungen sind erheblich und 

ohne Zweifel geeignet das Opfer widerstandsunfähig zu machen, zumal diese ei-

nen durchschnittlichen, besonnenen Menschen ohne Weiteres zum Einlenken be-

wegen dürften. Die vom Beschuldigten gegenüber R._____ ausgesprochenen To-

desdrohungen sind damit zweifellos als Nötigungshandlung nach Art. 140 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB zu qualifizieren. Es ist überdies nicht ersichtlich, weshalb diese nicht 

als ernstgemeint erschienen sein sollten. Der Verteidigung kann sodann auch nicht 

gefolgt werden, wenn diese ausführt, dass R._____ durch die Äusserungen des 

Beschuldigten nicht in Angst und Schrecken versetzt worden sei und dies insbe-

sondere mit dessen Aussagen anlässlich der polizeilichen Einvernahme begründet, 

wonach er "die Sache ernst nehme, aber nicht wirklich Angst vor dem Typ habe" 

sowie der Beschuldigte sich "benommen verhalten habe und er nicht wisse, ob er 

betrunken gewesen sei oder sonst etwas konsumiert habe; er habe sich einfach 

benommen verhalten und sei einfach verbal aggressiv gewesen, körperlich aber 

nicht; er habe keine Gesten gemacht oder versucht, ihn zu schlagen" und als er 

- 17 -

den Beschuldigten angehalten habe "ging er einfach weg von ihm, er habe also 

nichts von ihm gewollt" (act. 53 S. 1 ff.). In der Gesamtbetrachtung der polizeilichen 

Einvernahme von R._____ vom 1. April 2024 lässt sich nichts zugunsten des Be-

schuldigten ableiten, zumal R._____ mehrmals betonte – wie auch schon von der 

Verteidigung selbst zitiert – dass er die Drohungen ernst nehme und Respekt vor 

dem Beschuldigten habe (act. 4/1 F/A 14 ff.) und er sich überdies auch nicht sicher 
war, ob ihn der Beschuldigte angreifen würde, weshalb er den Pfefferspray in seiner 

Hosentasche hielt und auch hervornahm (act. 4/1 F/A 4 und 15).

3.1.4.6. Der Beschuldigte führte anlässlich der polizeilichen Einvernahme selbst 

aus, dass er die Todesdrohungen ausgesprochen habe, weil er gewollt habe, dass 

R._____ weggehe; er habe gewollt, dass er weggehe, damit er die Uhren haben 

könne (act. 3/1 F/A 36 f.). Auch anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einver-

nahme führte der Beschuldigte aus, er habe die Todesdrohungen ausgesprochen, 

damit R._____ weggehe und ihn in Ruhe lasse (act. 3/2 F/A 16). Es ist damit davon 

auszugehen, dass der Beschuldigte die Todesdrohungen mit dem primären Ziel 

aussprach, die Uhren zu sichern. Dass diese nicht primär auf die Sicherung der 

Flucht zielten, ist überdies auch dem Verhalten des Beschuldigten zu entnehmen, 

zumal dieser – auch das wieder gemäss seiner eigenen Aussagen – nicht sofort 

die Tragtasche mit den Uhren fallen liess, sondern zunächst versuchte mit dieser 

zu flüchten und erst nach einer Weile die Tragtasche samt Inhalt hinwarf (act. 3/1 

F/A 23 ff.).

3.1.4.7. In subjektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte bezüglich 

des Diebstahls der Uhren mit direktem Vorsatz sowie einer Aneignungs- und Be-

reicherungsabsicht handelte. Auch das Aussprechen der Todesdrohungen gegen-

über R._____ erfolgte wissentlich und willentlich, wobei der Beschuldigte in der Ab-

sicht handelte, die gestohlenen Uhren für sich zu sichern.

3.1.5. Das Verhalten des Beschuldigten erfüllt damit den objektiven als auch den 

subjektiven Tatbestand des räuberischen Diebstahls und damit der zweiten Bege-

hungsvariante des Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB. Da es dem Be-

schuldigten zudem zumindest zeitweise gelang, durch sein Weglaufen als auch des 

- 18 -

Aussprechens der Todesdrohungen gegenüber R._____ die Uhren für sich zu si-

chern – bevor er seine Beute dann letztlich hinwarf – ist überdies von einem voll-

endeten räuberischen Diebstahl im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB auszu-

gehen, unabhängig davon, welcher Lehrmeinung diesbezüglich zu folgen ist (vgl. 

hierzu BSK StGB-NIGGLI/RIEDO, 4. Auflage, 2019, Art. 140 N 175 f.). Der Beschul-

digte ist damit antragsgemäss des Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB 

schuldig zu sprechen.

3.2. Dossier 3

3.2.1. Vorwürfe der Drohung sowie mehrfachen Beschimpfung

3.2.1.1. Der Beschuldigte führte anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 

28. Mai 2023 aus, dass er dem Privatkläger 12 – M._____ – nicht gedroht, aber ihn 

beschimpft habe (act. D3/3 F/A 14 und 19). Er habe ihm gesagt, dass er ein "Ras-

sist" sei und es treffe auch zu, dass er diesen überdies mit den Worten "Hooligan" 

und "Skinhead" beschimpft habe (act. D3/3 F/A 18). Er habe zu ihm aber nicht ge-

sagt "ich töte dich, ich habe eine Waffe zu Hause" (act. D3/3 F/A 22). Der Privat-

klägerin 7 – H._____ – habe er zugerufen, dass sie eine "Schlampe" sei; er habe 

ihr ein- bis zweimal "Schlampe" gesagt, aber "verdammte Drecksschlampe" habe 

er nicht gesagt (act. D3/3 F/A 18 und 21). Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahme vom 19. September 2024 wiederholte der Beschuldigte, dass er dem 

Privatkläger 12 nicht mit einer Waffe gedroht habe. Er habe ihm ausserdem nicht 

gesagt, dass er "pädophil" sei, aber "Skinhead" habe er ihm schon gesagt und ihn 

auch als "Hooligan" bezeichnet (act. 3/2 F/A 25 f., 28 und 31). Er habe ausserdem 

dessen Frau – folglich die Privatklägerin 7 – als "Dirne" beschimpft (act. 3/2 F/A 

27). Sie sei im Haus gewesen und als er vorbeigelaufen sei, habe er dreimal ge-

sagt, dass dessen Frau eine "Schlampe" sei; es könne schon sein, dass sie das 

gehört habe. "Drecksschlampe" habe er aber nicht gesagt (act. 3/2 F/A 49 ff. und 

152). Auch anlässlich der Hauptverhandlung verneinte der Beschuldigte, dem Pri-

vatkläger 12 mit einer Waffe gedroht zu haben. Er habe Ehrverletzungen gemacht, 

aber nicht gedroht (Prot. S. 13). Er habe ihn mit "Hooligan" aber nicht mit "Skin-

head" und "Pädophiler" beschimpft (Prot. S. 14). Er habe zudem, als er am Haus 

- 19 -

vorbeigelaufen sei und der Privatkläger 12 vor dem Haus auf dem Gartenstuhl sass 

und die Privatklägerin 7 sich im Inneren des Hauses aufhielt, ein- oder zweimal 

gesagt, dass die Frau "eine Drecksdirne, oder ja Sch.., ja Dirne sei, er wolle das 

Wort nicht benutzen" (Prot. S. 15). Der Beschuldigte benannte jedoch sogleich die-

ses Wort mit "Schlampe" (Prot. S. 16).

3.2.1.2. Während der Beschuldigte somit bezüglich der Beschimpfungen gegen-

über dem Privatkläger 12 sowie der Privatklägerin 7 dem Grundsatze nach gestän-

dig ist und lediglich einzelne Kraftausdrücke relativiert resp. in Abrede stellt, be-

streitet er die Drohung gegenüber dem Privatkläger 12 durchgehend. Angesichts 

dieser Ausgangslage ist nachfolgend zu prüfen, ob dem Beschuldigten der ange-

klagte Sachverhalt mit rechtsgenügender Sicherheit nachgewiesen werden kann 

oder ob erhebliche und unüberwindbare Zweifel verbleiben.

3.2.1.3. Das Gericht legt seinem Urteil denjenigen Sachverhalt zugrunde, den es 

nach seiner freien, aus der Hauptverhandlung und den Untersuchungsakten ge-

wonnenen Überzeugung als verwirklicht erachtet (Art. 10 Abs. 2 StPO). Gemäss 

diesem Grundsatz der freien richterlichen Beweiswürdigung entscheidet das Ge-

richt, ob es die eingeklagten Tatsachen für erwiesen hält oder nicht. In einem Straf-

prozess sind an den Beweis von Täterschaft und Schuld besonders hohe Anforde-

rungen zu stellen. Ein Schuldspruch darf nur dann erfolgen, wenn die Schuld des 

Beschuldigten mit hinreichender Sicherheit erstellt ist, mit anderen Worten, wenn 

Beweise dafür vorliegen, dass der Beschuldigte mit seinem Verhalten objektiv und 

subjektiv den ihm zu Last gelegten Straftatbestand verwirklicht hat. Verbleiben 

auch nach erfolgter Beweiswürdigung unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der 

tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der 

für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage aus und hat diese bei misslun-

genem Schuldbeweis nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" resp. "im Zweifel für 

den Beschuldigten" freizusprechen (vgl. Art. 10 Abs. 3 StPO; BSK StPO-TOPHINKE, 

- 20 -

3. Auflage, 2023, Art. 10 N 81 f.; SK StPO-WOHLERS, 3. Auflage, 2020, Art. 10 

N 11 ff.).

Stützt sich die Beweisführung im Wesentlichen auf die Aussagen von Beteiligten, 

so sind auch diese gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO frei zu würdigen. Es ist anhand 

sämtlicher Umstände, die sich aus dem gesamten Verfahren ergeben, zu untersu-

chen, welche Sachdarstellung überzeugend ist, wobei es vorwiegend auf den inne-

ren Gehalt der Aussagen ankommt, verbunden mit der Art und Weise, wie die An-

gaben erfolgen. Bei der Würdigung der Aussagen ist im Besonderen zwischen der 

Glaubwürdigkeit einer Person und der Glaubhaftigkeit ihrer Aussage zu unterschei-

den. Während Erstere die Grundlage dafür bildet, ob einer Person grundsätzlich 

getraut werden kann, ist Letztere für die im Prozess massgebende Entscheidung 

bedeutungsvoll, ob sich der Sachverhalt zur Hauptsache so zugetragen hat oder 

nicht. Der allgemeinen Glaubwürdigkeit im Sinne einer dauerhaften personalen Ei-

genschaft einer Person kommt eher eine untergeordnete Bedeutung zu. Nach ste-

tiger Lehre und Rechtsprechung ist vielmehr die Glaubhaftigkeit ihrer Aussage 

massgebend (BGer 6B_323/2021 vom 11. August 2021, E. 2.3; BGer 6B_692/2011 

vom 9. Februar 2012, E. 1.4; BGE 133 I 33 E. 4.3; je m. w. H.).

3.2.1.4. Vorliegend liegen nebst der Aussagen des Beschuldigten auch die Aussa-

gen des Privatklägers 12 im Recht, welche dieser anlässlich der polizeilichen als 

auch staatsanwaltschaftlichen Einvernahme getätigt hat und den Beschuldigten be-

lasten. Da ausserdem sowohl der Beschuldigte als auch dessen amtliche Verteidi-

gung bei der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme des Privatklägers 12 anwe-

send waren und Gelegenheit erhielten, diesem Ergänzungsfragen zu stellen 

(act. 4/4 S. 8), spricht nichts gegen die Verwertbarkeit dieser Aussagen (vgl. zum 

Teilnahme- und Konfrontationsrecht Art. 147 StPO; SK StPO-WOHLERS, 3. Auflage, 

2020, Art. 147 N 2; BGer 6B_14/2021 vom 28.07.2021 E. 1.3.4 m.w.H.). 

3.2.1.4.1. Im Rahmen der polizeilichen Einvernahme vom 28. Mai 2023 führte der 

Privatkläger 12 zusammengefasst aus, dass der Beschuldigte ihn am Nachmittag 

des 27. Mai 2023 mehrmals beleidigt und ihn namentlich "Hooligan", "Skinhead", 

"asoziale Person" und "Gestörten" genannt habe. Er habe dies so gut es gegangen 

- 21 -

sei ignoriert. Da der Beschuldigte aber weitergemacht habe, habe es ihm irgend-

wann gereicht, er sei wütend geworden und habe die Polizei gerufen. Die Polizei 

sei dann gekommen und hätten den Beschuldigten gebeten, hineinzugehen. Der 

Beschuldigte habe sich aber nicht daran gehalten und weiter beleidigt; er habe ihn 

"pädophil" und einen "Rassisten" genannt. Seine Frau habe der Beschuldigte 

"Schlampe" genannt. Die Polizei habe den Beschuldigten dann verhaftet und sie 

seien auswärts essen gegangen. Als sie zurückgekommen seien, habe er sich auf 

seinen Stuhl im Garten gesetzt. Kurz darauf sei der Beschuldigte immer wieder die 

Strasse hoch- und hinuntergegangen und habe seine Frau – als diese gerade dabei 

gewesen sei das Fenster zu schliessen – als "verdammte Drecksschlampe" betitelt 

und dies mehrmals. Er habe den Beschuldigten dann angesprochen und ihm ge-

sagt, er solle verschwinden. Der Beschuldigte habe ihn weiter beleidigt und dann 

habe er gesagt, dass er ihn töten würde und er eine Waffe zu Hause habe (act. D3/4 

F/A 1). Der Beschuldigte habe konkret gesagt "Ich töte dich. Ich habe eine Waffe 

zu Hause" (act. D3/4 F/A 2). Der Beschuldigte habe das aggressiv und laut gesagt. 

Er sei wütend gewesen, weil er dem Beschuldigten auch schon viel geholfen habe 

und das habe ihn enttäuscht. Zudem sei auch eine gewisse Angst dabei gewesen. 

Er könne den Beschuldigten nicht einschätzen und er habe auch Angst um seine 

Familie. Er traue ihm sehr viel zu (act. D3/4 F/A 3 ff.). Er nehme die Drohung ernst. 

Er könne es sich vorstellen, dass der Beschuldigte es versuchen würde (act. D3/4 

F/A 17). Bezüglich des Grundes für die Eskalation führte der Privatkläger 12 aus, 

dass er den Beschuldigten tags zuvor zurechtgewiesen habe. Der Beschuldigte sei 

in Begleitung einer drogensüchtigen Frau gewesen und die beiden hätten sich ka-

tastrophal aufgeführt. Er sei wütend geworfen und habe ihn zurechtgewiesen, was 

dem Beschuldigten nicht gepasst habe (act. D3/4 F/A 11).

3.2.1.4.2. Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 26. Juli 2023 

wiederholte der Privatkläger 12, dass der Beschuldigte ihn am 27. Mai 2023 mit 

den Worten "ich töte dich" bedroht habe. Der Beschuldigte habe ihn zuvor als 

"Nazi", "Skinhead", "Hooligan" und "Pädophilen, der seine eigenen Kinder miss-

brauche" bezeichnet. Seine Frau habe er als "verdammte Drecksschlampe" betitelt. 

Zuletzt sei es dann zur Drohung gekommen (act. 4/4 F/A 13 f.). Als möglicher An-

- 22 -

lass führte der Privatkläger 12 erneut aus, dass er den Beschuldigten wegen dieser 

Geschichte mit der Frau konfrontiert habe und ihm gesagt habe, dass man sich so 

nicht in der Nachbarschaft verhalte (act. 4/4 F/A 16). Auf Nachfrage bezüglich der 

Drohung konkretisierte der Privatkläger 12, der Beschuldigte habe zu ihm gesagt, 

"er töte ihn, er habe eine Waffe zu Hause" (act. 4/4 F/A 17). Das habe in ihm Angst 

ausgelöst (act. 4/4 F/A 18).

3.2.1.5. Vorab ist bezüglich der Glaubwürdigkeit des Privatklägers 12 festzuhalten, 

dass es sich bei ihm als direkten Geschädigten nicht um einen gänzlich neutrale 

Auskunftsperson handelt, er jedoch unter Strafandrohung von Art. 303 StGB, 

Art. 304 StGB und Art. 305 StGB (act. D3/4 S. 1; act. 4/4 F/A 5) aussagte und da-

her nicht leichthin anzunehmen ist, er habe unwahre Aussagen getätigt. Ferner ist 

nicht ersichtlich, weshalb der Privatkläger 12 den Beschuldigten zu Unrecht belas-

ten sollte. So führen sowohl der Beschuldigte als auch der Privatkläger 12 überein-

stimmend aus, dass sie in der gleichen Strasse bzw. Nachbarschaft wohnen wür-

den und der Privatkläger 12 dem Beschuldigten auch schon geholfen habe 

(act. D3/3 F/A 17 f; act. D3/4 F/A 4; act. 4/4 F/A 7; Prot. S. 15). Der Beschuldigte 

sagte seinerseits weiter aus, dass sie sich eigentlich gerne hätten und eine gute 

nachbarschaftliche Beziehung führten, er habe auch schon ein Bier mit ihm getrun-

ken (act. D3/3 F/A 23 f. und 34; act. 3/2 F/A 34 f; Prot. S. 14 f). Er habe keine Ah-

nung, weshalb der Privatkläger 12 behaupte, dass er zu ihm gesagt habe, dass er 

ihn töten würde und er eine Waffe zu Hause habe (act. D3/3 F/A 22 f.). In der staats-

anwaltschaftlichen Einvernahme vom 19. September 2024 führte der Beschuldigte 

lediglich ergänzend aus, dass der Privatkläger dies erfunden habe, weil er nicht 

freundlich zu ihm gewesen sei; vielleicht habe er halt vorher ein bisschen seine 

Mutter beleidigt (act. 3/2 F/A 33 und 36). Es ergeben sich vorliegend in der Ge-

samtschau dennoch keinerlei Anhaltspunkte, weshalb der Privatkläger 12 dem 

Beschuldigten in irgendeiner Art und Weise hätte schaden wollen und seine Glaub-

würdigkeit herabgesetzt resp. nicht gegeben sein sollte.

Auch die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Privatklägers 12 ist zu bejahen, zumal 

in diesen keinerlei Aggravationstendenzen festzustellen ist. Überdies führt der Pri-

vatkläger 12 anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 28. Mai 2023 als auch 

- 23 -

anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 26. Juli 2023 – folglich 

also knapp zwei Monate später und mit einer damit einhergehenden geringeren 

Detailtiefe – beinahe deckungsgleich aus, mit welchen Ausdrücken der Beschul-

digte ihn und seine Frau, die Privatklägerin 7, beleidigt habe. Er führt überdies wi-

derspruchslos aus, dass der Beschuldigte ihm gedroht habe, ihn zu töten und er 

eine Waffe zu Hause hätte. Der Privatkläger 12 verstrickt sich auch sonst in keiner-

lei unauflösbare Widersprüche und sagt durchgehend konsistent aus und zwar 

nicht nur in Bezug auf die Beschimpfungen sowie der Drohung sondern auch zu 

den Begleitumständen. So sind seine Aussagen namentlich auch dahingehend 

gleichbleibend, was er als Anlass für die Beschimpfungen und Drohung seitens des 

Beschuldigten identifiziert – nämlich, dass er den Beschuldigten tags zuvor zurecht-

gewiesen habe, als dieser in Begleitung einer Frau gewesen sei. Der Privatklä-

ger 12 verknüpft überdies seine Schilderungen mit Emotionen: So führt er plastisch 

aus, wie er zunächst versuchte die Beleidigungen zu ignorieren, es ihm aber ir-

gendwann gereicht habe und er wütend geworden sei. Er führte auch aus, dass ihn 

die Drohung seitens des Beschuldigten wütend gemacht aber auch enttäuscht 

hätte und zudem spricht er immer wieder von einer durch die Drohung ausgelösten 

Angst. Zusammenfassend weisen die Aussagen des Privatklägers 12 zahlreiche 

Realitätskriterien auf und wirken deutlich überzeugender als jene des Beschuldig-

ten, zumal dieser sich selbst gerade in Bezug auf die von ihm verwendeten Aus-

drücke, mit denen er den Privatkläger 12 als auch die Privatklägerin 7 beschimpfte, 

immer wieder widerspricht. Überdies hat sich der Beschuldigte anlässlich der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 26. Juli 2023 explizit beim Privatklä-

ger 12 entschuldigt (act. 4/4 S. 8). Da keine vernünftigen Gründe bestehen, an der 

Wahrhaftigkeit der Aussagen des Privatklägers 12 zu zweifeln, ist auf ebendiesen 

abzustellen, wodurch sich auch der durch den Beschuldigten bestrittene Teil des 

angeklagten Sachverhalts vollumfänglich erstellen lässt.

3.2.1.6. Die rechtliche Würdigung der Staatsanwaltschaft, wonach sich der Be-

schuldigte hierdurch der Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB sowie der mehrfa-

chen Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB schuldig gemacht hat, wird von 

der amtlichen Verteidigung nicht bestritten (act. 53 S. 4 ff.). Sie erweist sich denn 

- 24 -

auch als zutreffend, weshalb der Beschuldigte antragsgemäss schuldig zu spre-

chen ist.

3.2.2. Vorwurf der mehrfachen sexuellen Belästigung

3.2.2.1. Der Beschuldigte stritt anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 

28. Mai 2023 nicht ab, dass er wiederholt vor dem Balkon seiner Nachbarinnen, 

S._____ sowie N._____ (Privatklägerin 13), gestanden sei und diese mit Worten 

wie "schöne Frau, ich bin dein Mann" belästigte. Der Beschuldigte gab hierzu an, 

dass er nur ein wenig habe flirten wollen (act. D3/3 F/A 32). Im Rahmen der staats-

anwaltschaftlichen Einvernahme führte der Beschuldigte erneut aus, dass er geflir-

tet habe. Er sei schon ein oder zwei Mal vor dem Haus der beiden Frauen gewesen 

und habe ein bis zwei Mal gesagt "schöne Frau, ich besitze ein Haus und bin reich", 

aber geschrien habe er nicht. Er bestritt hingegen, dass er sich im Mai 2023 im Bus 

vor S._____ gestellt, mit seinem Gesicht nahe an ihr Gesicht gekommen sei und 

wiederholt "schöne Frau" gesagt habe. Er könne sich nicht daran erinnern und es 

sei wenig Kontakt gewesen (act. 3/2 F/A 44 ff.). Anlässlich der Hauptverhandlung 

konkretisierte der Beschuldigte, dass er ca. zwei Mal hinaufgeschrien habe, dass 

er ein Haus habe und so (Prot. S. 16 f.). Auf Nachfrage bezüglich des Vorfalls im 

Bus gab der Beschuldigte erneut an, dass er sich nicht daran erinnern könne 

(Prot. S. 17 f.). 

3.2.2.2. Der Beschuldigte bestreitet damit den angeklagten Sachverhalt. Es ist dies-

falls zu prüfen, ob dem Beschuldigten der angeklagte Sachverhalt mit rechtsgenü-

gender Sicherheit nachgewiesen werden kann oder ob erhebliche und unüberwind-

bare Zweifel verbleiben (vgl. für Ausführungen zu den Grundlagen der Sachver-

haltserstellung Erw. III./3.2.1.3.). Vorliegend kommen nebst den Aussagen des Be-

schuldigten einzig die Aussagen von S._____ sowie der Privatklägerin 13 als Be-

weismittel in Frage, welche diese gemäss Polizeirapport vom 28. Mai 2023 glei-

chentags an ihrem Wohnort gegenüber der Stadtpolizei Winterthur tätigten und 

sinngemäss festgehalten wurden (act. D3/1 S. 6). Es erfolgte indes im Verlaufe des 

vorliegenden Verfahrens keine weitere Befragung weder von S._____ noch von der 

Privatklägerin 13. Es ist daher der amtlichen Verteidigung zuzustimmen, wenn 

- 25 -

diese vorbringt, dass die Aussagen der beiden Frauen aufgrund des ungenügend 

gewährten Teilnahme- und Konfrontationsrechts des Beschuldigten nicht zu des-

sen Lasten verwertet werden dürfen (act. 53 S. 6; vgl. ausserdem Art. 147 StPO; 

SK StPO-WOHLERS, 3. Auflage, 2020, Art. 147 N 2; BGer 6B_14/2021 vom 

28.07.2021 E. 1.3.4 m.w.H.). Alleine auf Grundlage der Aussagen des Beschuldig-

ten lässt sich der angeklagte Sachverhalt – namentlich weder die Frequenz, in wel-

cher der Beschuldigte vor dem Balkon von S._____ und der Privatklägerin 13 

stand, noch welchen Wortlaut er benutzte oder auch die Geschehnisse im Bus im 

Mai 2023 – nicht erstellen.

3.2.2.3. Da sich der angeklagte Sachverhalt nicht erstellen lässt, ist der Beschul-

digte von den Vorwürfen freizusprechen. Der angeklagte Sachverhalt datiert auf 

den 27. Mai 2023, weshalb ein Freispruch vom Vorwurf der mehrfachen sexuellen 

Belästigung im Sinne von Art. 198a aStGB zu erfolgen hat, zumal die aktuelle Fas-

sung von Art. 198a StGB erst per 1. Juli 2024 in Kraft getreten ist.

3.3. Dossier 5

3.3.1. Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 3. Juni 2023 sagte der Be-

schuldigte aus, dass er am 2. Juni 2023 die Partnerin von T._____ im Bus getroffen 

und freundlich auf sie eingeredet habe. Er habe sie bis zur Tür begleitet. Der Pri-

vatkläger 12 habe wohl gehört, dass er mit ihr spreche und habe das falsch ver-

standen. Er habe zweimal aus dem Fenster gerufen, dass er sie in Ruhe lassen 

solle. Er sei dann davongelaufen und der Privatkläger 12 habe ihn gefilmt. Er habe 

ihm dann dreimal gesagt, dass er ein "Hurensohn" sei. Gedroht habe er aber nicht. 

Er sei dann nach Hause gegangen. Kurz darauf sei T._____ und der Privatkläger 

12 zu seinem Tor gekommen. Er sei dann vor die Türe gegangen aber nicht bis 

zum Tor und sei ruhig gewesen. Er habe den Privatkläger 12 nur dreimal be-

schimpft, das sei alles (act. D5/3/1 F/A 29). Er habe weder T._____ noch den Pri-

vatkläger 12 bedroht (act. D5/3/1 F/A 30 ff.). Auf diese Version verwies der Be-

schuldigte auch im Rahmen der Hafteinvernahme vom 4. Juni 2023 (act. D5/3/2 

F/A 4).

- 26 -

Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 19. September 2024 

führte der Beschuldigte zu den vorliegend zu beurteilenden Geschehnissen vom 

2. Juni 2023 aus, dass er sich nur noch an den Anfang erinnern könne; er habe 

"Hurensohn" gesagt, aber das nicht böse gemeint. Er könne sich ausserdem daran 

erinnern, dass er ins Haus sei und einen Joint geraucht habe. T._____ habe ihn 

mehrere Minuten angeschrien. Er habe dann dreimal die Mutter beleidigt und sei 

ins Haus. Er habe dann zu ihm etwas gesagt wie "verpiss dich, verpiss dich" aber 

danach könne er sich an nichts mehr erinnern. Er habe ein Blackout (act. 3/2 F/A 

54). Das mit dem Messer sei allerdings klar gelogen resp. stimme nicht (act. 3/2 

F/A 57 und 65 f.). Er habe mit dem Besen ausserdem nicht direkt vor T._____ her-

umgefuchtelt, sondern in einem Abstand von nicht ganz 15 Metern (act. 3/2 F/A 58). 

Er habe gesagt "du wirsches bereue" wie man das auf dem Video sehe, aber er 

könne sich wegen des Alkohols nicht daran erinnern (act. 3/2 F/A 62 ff.). Der Be-

schuldigte gesteht indes, dass er zum Privatkläger 12 gesagt habe "ihr werdets 

büesse" aber nicht damit gedroht habe, dass er nun sein Messer holen würde und 

gesagt habe "ihr hend kei Zuekunft" (act. 3/2 F/A 68). Ausserdem habe er zum Pri-

vatkläger 12 gesagt "du Hueresohn", "du Skinhead" und "du Hooligan" (act. 3/2 

F/A 70 ff.).

Anlässlich der Hauptverhandlung verneinte der Beschuldigte wiederum dass er 

T._____ mit den Worten "ich hol das Messer", "ich bring dich um", "du wirsches 

bereue" und "du hesch kei Zuekunft" bedroht habe; das sei alles gelogen und un-

glaubwürdig (Prot. S. 19 und 21). Er bleibt indes bei seiner Schilderung, dass er die 

Partnerin von T._____ zur Türe begleitet habe, der Privatkläger 12 geschrien habe, 

dass er diese in Ruhe lassen solle und er dann dreimal "Hurensohn" gesagt habe. 

Anschliessend könne er sich nur noch daran erinnern, dass T._____ und der Pri-

vatkläger 12 an sein Gartentor gekommen seien. T._____ habe mehrere Minuten 

lautstark provoziert. Er sei dann zur Türe gegangen. Er habe dann sechs oder sie-

ben Mal seine Mutter beflucht, aber mit Abstand, und etwa sechs oder sieben Mal 

gesagt "du hesch mir droht". Er habe dann mit Abstand einen Besen zwei oder drei 

Mal an den Boden geschlagen (Prot. S. 19 f.). Bedroht habe er auch den Privatklä-

ger 12 nicht und auch nicht beschimpft (Prot. S. 20 f.).

- 27 -

3.3.2. Der Beschuldigte bestreitet die ihm vorgeworfenen Drohungen gegenüber 

T._____ und dem Privatkläger 12 mehrheitlich und räumt auch die Beschimpfung 

des Privatklägers 12 nur teilweise ein. Es ist daher zu prüfen, ob dem Beschuldigten 

der angeklagte Sachverhalt mit rechtsgenügender Sicherheit nachgewiesen wer-

den kann oder ob erhebliche und unüberwindbare Zweifel verbleiben (vgl. für Aus-

führungen zu den Grundlagen der Sachverhaltserstellung Erw. III./3.2.1.3.). Vorlie-

gend liegen nebst der Aussagen des Beschuldigten auch die Aussagen von 

T._____ sowie des Privatklägers 12 im Recht, welche diese anlässlich der polizei-

lichen als auch staatsanwaltschaftlichen Einvernahme getätigt haben und den Be-

schuldigten belasten. Da ausserdem sowohl der Beschuldigte als auch dessen 

amtliche Verteidigung bei den staatsanwaltschaftlichen Einvernahmen anwesend 

waren und Gelegenheit erhielten, sowohl T._____ als auch dem Privatkläger 12 

Ergänzungsfragen zu stellen (act. 4/3 S. 6 und act. 4/4 S. 8), spricht nichts gegen 

die Verwertbarkeit dieser Aussagen (vgl. zum Teilnahme- und Konfrontationsrecht 

Art. 147 StPO; SK StPO-WOHLERS, 3. Auflage, 2020, Art. 147 N 2; BGer 

6B_14/2021 vom 28.07.2021 E. 1.3.4 m.w.H.). Überdies liegt eine vom Privatklä-

ger 12 angefertigte Filmaufnahme im Recht, welche die Geschehnisse am 2. Juni 

2023 teilweise zeigt (act. D5/5).

3.3.2.1. Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 2. Juni 2023 führte T._____ 

aus, dass ihn seine Partnerin telefonisch kontaktiert habe, nachdem diese den Be-

schuldigten im Bus getroffen habe. Der Beschuldigte habe mit seiner Partnerin ei-

nen Smalltalk zu führen begonnen, was diese jedoch nicht wollte und ihn damit 

auch konfrontiert habe. Der Beschuldigte sei aber nicht einfach weggegangen, son-

dern sei seiner Partnerin bis in den Eingang des Gartens gefolgt. Nachdem seine 

Partnerin angerufen habe, habe er sich entschieden nach Hause zu kommen. Er 

sei aufgebracht gewesen und habe auch geschrien "A._____ chum abe"; er habe 

ihm aber nicht mit Gewalt gedroht oder ähnlichem (act D5/4/1 F/A 3 und 24). Der 

Beschuldigte sei dann aus dem Haus gekommen und habe ihm gesagt "du wir-

sches bereue", "du hesch kei Zuekunft" und "es wird nöd guet usecho für dich". 

Diese Drohungen habe er mehrmals gesagt, er denke etwa zehn Mal (act. D5/4/1 

F/A 5). Er könne zwar nicht mehr den genauen Wortlaut nennen, aber der Beschul-

- 28 -

digte habe auch gesagt, dass er ein Messer holen werde und er es bereuen würde. 

Er habe den Besen in der Hand gehabt und mit diesem herumgefuchtelt; die Hal-

tung mit dem Besen habe ebenfalls bedrohlich gewirkt (act. D5/4/1 F/A 6 f). Der 

Beschuldigte sei direkt vor dem Hauseingang gestanden und habe etwa zehn bis 

20 Meter entfernt mit dem Besen gefuchtelt (act. D5/4/1 F/A 8 f.). Der Beschuldigte 

habe stark geschwitzt und eine bedrohliche Körperhaltung gehabt (act. D5/4/1 

F/A 22). Er habe aufgrund der Drohungen seitens des Beschuldigten Angst emp-

funden, sei aufgeregt gewesen und habe sich hilflos und ausgeliefert gefühlt. Er 

habe am ganzen Körper gezittert und weiche Knie gehabt (act. D5/4/1 F/A 11). An 

sich verängstige ihn der Beschuldigte aber nicht, aber er habe Angst vor den Fol-

gen, wenn er seine heftigen Drohungen in die Tat umsetzen könnte bspw. mit einer 

Waffe oder gegenüber seiner Familie (act. D5/4/1 F/A 13). Der Beschuldigte sei 

sehr irrational und die Drohungen seien ernst zunehmen; der Beschuldigte habe 

nichts zu verlieren (act. D5/4/1 F/A 15). Die Drohungen seien definitiv gegen ihn 

gerichtet gewesen, ein Teil aber auch gegen den Privatkläger 12 (act. D5/4/1 

F/A 14). 

Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 26. Juli 2023 wieder-

holte T._____ im Wesentlichen seine Schilderungen, welche er bereits anlässlich 

der polizeilichen Einvernahme vom 2. Juni 2023 zu Protokoll gegeben hatte, er-

gänzte jedoch, dass die Stimmung mit dem Beschuldigten bereits zuvor etwas an-

gespannt gewesen sei, da dieser seine Partnerin fotografiert hatte. Der Beschul-

digte habe seine Partnerin im Bus angesprochen und sei dann bis vors Haus ge-

kommen, wo sich ein anderer Nachbar eingemischt habe. Der Beschuldigte sei 

dann gegangen und seine Partnerin habe ihn angerufen, woraufhin er nach Hause 

gekommen sei. Er sei ziemlich emotional gewesen und habe auf der Strasse her-

umgeschrien, dass er rauskommen solle. Er und der Beschuldigte hätten einander 

dann angeschrien; er habe ihn zuerst angeschrien und dann der Beschuldigte ihn. 

Er habe dem Beschuldigten aber nicht gedroht (act. 4/3 F7A 25). Der Beschuldigte 

habe wiederum mit dem Besenstiel herumgefuchtelt und habe gesagt, er hole das 

Messer (act. 4/3 F/A 14 f). Der Beschuldigte habe konkret gesagt "ich bring dich 

um", zuerst habe er aber gesagt "ich hol das Messer" habe dann aber wiederum 

- 29 -

"nei, nei" gesagt, weil er wohl gemerkt habe, dass das nicht so schlau sei (act. 4/3 

F/A 16). Beim eigentlichen Streit sei der Beschuldigte, der Privatkläger 12 und er 

selbst anwesend gewesen (act. 4/3 F/A 20). Die Drohungen seien ziemlich klar ge-

gen ihn gerichtet gewesen, der Beschuldigte habe aber auch etwas gegen den Pri-

vatkläger 12 gesagt (act. 4/3 F/A 21 f). 

3.3.2.2. Der Privatkläger 12 führte anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 

2. Juni 2023 aus, dass er gleichentags im Homeoffice gewesen sei und den Be-

schuldigten sowie die Partnerin von T._____ von der Bushaltestelle her auf dem 

Nachhauseweg gesehen habe. Er habe gesehen, dass es der Frau sehr unange-

nehm gewesen sei mit dem Beschuldigten zu diskutieren. Sie habe ihn dann gebe-

ten zu gehen und sich dem Grundstück nicht mehr zu nähern. Er habe ihr dann 

zugerufen, ob alles in Ordnung sei. Ab diesem Moment habe der Beschuldigte be-

gonnen ausfällig zu werden; der Beschuldigte sei daraufhin nach Hause gegangen 

und auf dem Weg zum Haus habe er zu ihm gesagt "ich gang jetzt hei, rauche en 

Joint und denn mach ich dich fertig". Diese Worte hätten ihn in grosse Angst ver-

setzt und ihn sehr getroffen (act. D5/4/2 F/A 3). In der Folge sei T._____ nach 

Hause gekommen und habe ihm zugerufen, dass er nun den Beschuldigten an-

sprechen wolle. Er habe ihm davon abgeraten und die Polizei verständigt 

(act. D5/4/2 F/A 4). Der Beschuldigte habe dann auch gesagt "ich hole jetzt mis 

Messer und ihr werdets büesse"; er habe dann aber kein Messer geholt, sondern 

sich eines Besenstiels behändigt, mit diesem in einem Abstand von ca. 20 Metern 

auf den Boden geklopft und herumgeschrien (act. D5/4/2 F/A 5 f.). Der Beschul-

digte habe überdies auch noch gesagt "ihr hend kei Zuekunft" und "ihr werdet 

büesse und das bereue". Zum Zeitpunkt dieser Vorfälle habe er vier Kinder bei sich 

im Haus gehabt; es sei ihm nicht gutgegangen deswegen und er habe sich grosse 

Sorgen gemacht (act. D5/4/2 F/A 7). Er sei wegen der Drohungen schockiert ge-

wesen, habe am ganzen Körper zu zittern begonnen und habe nicht gewusst, was 

er tun solle. Er habe Angst um sich und die Kinder gehabt (act. D5/4/2 F/A 8). Be-

sonders Angst habe in ihm die Drohung ausgelöst, wonach der Beschuldigte nach 

Hause gehe, einen Joint rauche und ihn dann fertig machen würde; dies sei zum 

ersten Mal gewesen, dass der Beschuldigte explizit angab, zu welchem Zeitpunkt 

- 30 -

etwas passieren würde (act. D5/4/2 F/A 21). Die Drohungen seien sicherlich gegen 

ihn gerichtet gewesen, er habe das gespürt (act. D5/4/2 F/A 11). Er traue es dem 

Beschuldigten zu, dass er seine Drohungen wahrmachen und ihm schaden würde 

(act. D5/4/2 F/A 12). Der Beschuldigte habe ihn überdies mit "Hueresohn", "Skin-

head", "Gestörte", "Pädophile" und "Hooligan" beschimpft (act. D5/4/2 F/A 15).

Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 26. Juli 2023 schilderte 

der Privatkläger 12 den Hergang gleichbleibend; er habe gesehen, wie die Partne-

rin von T._____ mit dem Beschuldigten von der Bushaltestelle her gekommen sei 

und gemerkt, dass es ihr extrem unangenehm gewesen sei. Er habe ihr dann zu-

gerufen, ob alles in Ordnung sei. Der Beschuldigte habe sich dann zu ihm umge-

dreht und gesagt, er solle sich nicht einmischen und habe dann begonnen, ihn wie-

der zu beschimpfen. Der Beschuldigte sei dann irgendwann nach Hause gegangen 

und habe zu ihm die Worte gesagt "ich gang jetzt hei, rauch min Joint fertig und 

denn mach ich dich fertig". Diese Drohung habe ihn wirklich getroffen; es sei das 

erste Mal richtig konkret gewesen. Wenig später sei T._____ nach Hause gekom-

men. Er habe gehört wie dieser gesagt habe, dass er nun rüber gehe. Er sei dann 

sogleich auf die Strasse, weil er nicht gewollt habe, dass es einen Streit gebe. Zu 

diesem Zeitpunkt habe er die Polizei verständigt (act. 4/4 F/A 23). Der Beschuldigte 

habe auch gesagt, dass er eine Waffe hole und ihn fertig machen würde; er habe 

dann aber nur einen Besenstiel genommen. Vielleicht habe der Beschuldigte aber 

auch von einem Messer gesprochen, er könne das nicht mehr sagen (act. 4/4 

F/A 19 und 24). Diese Drohung seien gegen ihn und aber auch gegen T._____ 

gerichtet gewesen (act. 4/4 F/A 30). Der Beschuldigte habe ihn auch wieder be-

schimpft mit "Hurensohn", "Nazi" und "Skinhead"; er könne aber nicht mehr genau 

sagen, mit was ihn der Beschuldigte an diesem Tag beschimpft habe, es seien 

immer wieder die gleichen Beschimpfungen (act. 4/4 F/A 27).

3.3.3. Bezüglich der Glaubwürdigkeit von T._____ als auch des Privatklägers 12 ist 

vorab festzuhalten, dass es sich bei ihnen als direkten Geschädigten nicht um 

gänzlich neutrale Auskunftspersonen handelt, sie jedoch unter Strafandrohung von 

Art. 303 StGB, Art. 304 StGB und Art. 305 StGB (act. D5/4/1 F/A 1 f.; act. D5/4/2 

F/A 1 f.; act. 4/3 F/A 5; act. 4/4 F/A 5) aussagten und daher nicht leichthin anzu-

- 31 -

nehmen ist, sie hätten unwahre Aussagen getätigt. Es ist überdies nicht ersichtlich, 

weshalb T._____ den Beschuldigten zu Unrecht belasten sollte. So führten der Be-

schuldigte als auch T._____ übereinstimmend aus, dass sie seit mehreren Jahren 

in derselben Nachbarschaft wohnten und bis zu den beurteilenden Geschehnissen 

vom 2. Juni 2023 nur wenig Kontakt und zuvor keine Probleme resp. Auseinander-

setzungen hatten (act. D5/3/1 F/A 25; act. D5/3/2 F/A 6; act. 3/2 F/A 55 f.; 

act. D5/4/1 F/A 3; act. 4/3 F/A 18 und 31 ff.). T._____ schildert seinerseits nur eine 

etwas angespannte Stimmung, da der Beschuldigte seine Partnerin ungefragt foto-

grafiert haben soll (act. 4/3 F/A 14 und 18), was die Glaubwürdigkeit von T._____ 

indes nicht herabzusetzen vermag. Bezüglich der Glaubwürdigkeit des Privatklä-

gers 12 ist auf Erw. III./3.2.1.5. zu verweisen und anzufügen, dass der Privatkläger 

12 auch hinsichtlich der Geschehnisse vom 2. Juni 2023 betonte, dass er persön-

lich sehr über diese enttäuscht sei, da sie dem Beschuldigten jahrelang versuchten 

zu helfen und viel gemacht hätten. Es sei ernüchternd, was nun zurückgekommen 

sei (act. 4/4 F/A 36). Der Beschuldigte bekräftigte auch bezüglich der Gescheh-

nisse vom 2. Juni 2023 eine gute Beziehung zum Privatkläger 12 und dessen Fa-

milie; er sei auch schon bei ihnen zu Besuch gewesen und es habe nie Probleme 

gegeben (act. D5/3/1 F/A 26; act. D5/3/2 F/A 6). Als Grund, weshalb T._____ und 

der Privatkläger 12 die von ihnen geschilderten Drohungen erfunden haben sollen, 

gibt der Beschuldigte an, damit er zusätzlich bestraft würde (act. D5/3/1 F/A 42), 

machte aber auch mehrmals den pauschalen Hinweis, dass alles gelogen sei, ohne 

einen konkreten Grund hierfür zu nennen (act. D5/3/2 F/A 16; act. 3/2 F/A 57 und 

66; Prot. S. 19). Im Fazit ist nach dem Ausgeführten sowohl die Glaubwürdigkeit 

von T._____ als auch des Privatklägers 12 zu bejahen.

Auch die Glaubhaftigkeit der Aussagen von T._____ ist zu bejahen. So fällt einer-

seits auf, dass er sich von Beginn an auch selbst belastete: So sagte er bereits in 

der polizeilichen und detaillierter noch in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 

aus, dass er aufgebracht gewesen sei und auf der Strasse nach dem Beschuldigten 

geschrien habe, woraufhin dieser aus dem Haus gekommen sei, zurückgeschrien 

und die Drohungen gegenüber ihm ausgesprochen habe – was im Übrigen den-

noch als keine ins Gewicht fallende Provokation seitens von T._____ zu werten ist. 

- 32 -

Andererseits sind keinerlei Aggravationstendenzen festzustellen, im Gegenteil: So 

führte T._____ zwar auch aus, dass er seitens des Beschuldigten nicht nur bedroht 

sondern auch beschimpft worden sei, das aber nichts in ihm ausgelöst habe und er 

sich nicht provoziert gefühlt habe. Er verzichtete letztlich denn auch definitiv auf 

einen diesbezüglichen Strafantrag (act. D5/4/1 F/A 16 ff.; act. 4/3 F/A 13). Er be-

lastete damit den Beschuldigten weniger, als er es allenfalls hätte tun können. Die 

fehlende Aggravationstendenz findet sich zudem in der Schilderung von T._____ 

anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme, in der er ausführt, dass der 

Beschuldigte mit dem Messer gedroht habe, der Beschuldigte dies dann aber auch 

wieder verneinte. Überdies finden sich in den Aussagen von T._____ keine erheb-

lichen Widersprüche, die sich nicht auflösen liessen. So ist es alleine angesichts 

der Anzahl der Drohungen, welche der Beschuldigte gemäss den Aussagen von 

T._____ in kurzer Zeit und mehrfach ausgesprochen haben soll, durchaus nach-

vollziehbar, dass er nicht stets den genauen Wortlaut all dieser Drohungen wieder-

geben kann, dennoch bleiben seine Aussagen im Kern konsistent, gerade auch 

was die Drohung mit dem Messer angeht. Zudem schildert T._____ auch weitere 

Details rund um das Kerngeschehen, was die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen wei-

ter untermauert: So vermag er plastisch die Situation zu beschreiben, wie der Be-

schuldigte mit dem Besen herumfuchtelte und sowohl die Haltung des Besens als 

auch die Körperhaltung des Beschuldigten selbst bedrohlich gewirkt habe. Hierbei 

solle der Beschuldigte stark geschwitzt haben – ebenfalls ein Detail, was auf tat-

sächlich Erlebtes schliessen lässt. T._____ verknüpft überdies Emotionen mit sei-

nen Schilderungen: So beschreibt er, dass er aufgrund der Drohungen seitens des 

Beschuldigten Angst empfunden habe, aufgeregt gewesen sei und sich hilflos und 

ausgeliefert gefühlt habe.

Weiter ist auch die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Privatklägers 12 zu bejahen. 

So ist auch in seinen Aussagen keine Tendenz ersichtlich, den Beschuldigten über-

mässig zu belasten. Überdies sind seine Schilderungen nachvollziehbar, plastisch 

und überzeugend – und hieran ändert sich auch nichts, wenn es ihm in der staats-

anwaltschaftlichen Einvernahme vom 26. Juli 2023, mithin knapp zwei Monate 

nach der polizeilichen Einvernahme vom 3. Juni 2023, nicht mehr gelingt, die Dro-

- 33 -

hungen als auch Beschimpfungen seitens des Beschuldigten in derselben Detail-

tiefe wiederzugeben. Seine Aussagen bleiben dennoch ohne unauflösbare Wider-

sprüche. Überdies schildert auch der Privatkläger 12 erlebte Emotionen: So führt 

er eindrücklich aus, wie ihn insbesondere die Drohung des Beschuldigten "ich gang 

jetzt hei, rauche en Joint und denn mach ich dich fertig" in grosse Angst versetzt 

und ihn sehr getroffen habe, weil es zum ersten Mal gewesen sei, dass der Be-

schuldigte explizit angegeben habe, zu welchem Zeitpunkt etwas passieren würde. 

Überdies ist es auch durchaus nachvollziehbar, dass sich der Privatkläger 12 

grosse Sorgen machte und es ihm nicht gutgegangen ist, weil er vier Kinder bei 

sich im Haus hatte, wie er dies ebenfalls ausführte.

3.3.4. Zusammenfassend weisen sowohl die Aussagen von T._____ als auch des 

Privatklägers 12 zahlreiche Realitätskriterien auf und wirken überzeugend. Ihre 

Aussagen werden überdies durch die im Recht liegende Filmaufnahme (act. D5/5) 

bekräftigt, in der namentlich zu hören ist, wie der Beschuldigte mehrmals "du Hu-

rensohn" sagt sowie "du wirsches bereue, du bisch en Dreckshurensohn" und 

nochmals "du wirsches bereue". Es ist überdies zu sehen, wie der Beschuldigte 

mehrmals mit einem Besen auf den Boden schlägt und letztlich auf den Filmenden 

– den Privatkläger 12 – zuläuft. Auch die Aussagen des Beschuldigten vermögen 

keine Zweifel an der Wahrhaftigkeit der Aussagen von T._____ und dem Privatklä-

ger 12 zu begründen, zumal er selbst im Verlaufe des vorliegenden Verfahrens 

zumindest die Beschimpfung des Privatklägers 12 mit "Hurensohn" gestand und in 

der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 19. September 2024 immerhin die 

Drohung "du wirsches bereue", "ihr werdets büesse" und "ihr hend kei Zuekunft" 

sowie die Beschimpfung des Privatklägers 12 mit "du Hurensohn", "du Skinhead" 

und "du Hooligan" einräumte. Der Beschuldigte widerspricht dem indes anlässlich 

der Hauptverhandlung wieder, was nicht für die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen 

spricht. Er macht überdies mehrfach geltend, dass er sich nicht mehr wirklich an 

die Geschehnisse erinnern könne, da er ein Blackout gehabt habe, was – worauf 

die Staatsanwaltschaft auch richtigerweise hinweist (vgl. Prot. S. 39) – nicht zwin-

gend als Bestreitung der Aussagen von T._____ als auch des Privatklägers 12 zu 

werten ist. 

- 34 -

3.3.5. Im Fazit ist auf die Aussagen von T._____ und des Privatklägers 12 abzu-

stellen, wodurch sich auch der durch den Beschuldigten bestrittene Teil des ange-

klagten Sachverhalts vollumfänglich erstellen lässt. Die rechtliche Würdigung der 

Staatsanwaltschaft, wonach sich der Beschuldigte hierdurch der Drohung gemäss 

Art. 180 Abs. 1 StGB gegenüber T._____ sowie der Drohung gemäss Art. 180 

Abs. 1 StGB sowie der Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB gegenüber 

dem Privatkläger 12 schuldig gemacht hat, wird von der amtlichen Verteidigung 

nicht bestritten (act. 53 S. 8 f.). Sie erweist sich denn auch als zutreffend, weshalb 

der Beschuldigte antragsgemäss schuldig zu sprechen ist.

3.4. Dossier 6

3.4.1. Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 20. Mai 2023 gestand der Be-

schuldigte, dass er vier Uhren in der D._____-filiale an der AA._____-strasse ... in 

AB._____ an sich genommen und ohne zu bezahlen die Filiale verlassen habe 

(act. D6/4 F/A 3 f.). Ihm sei das Hausverbot in der D._____-filiale bekannt 

(act. D6/4 F/A 9). Er habe die vier Uhren genommen und sei dann via Notausgang 

nach draussen gegangen. Dort habe ihn der Privatkläger 9 – der dazumal als La-

dendetektiv arbeitende J._____ – angehalten und zwar an jenem Ort, an welchem 

dann die Polizei dazugekommen sei (act. D6/4 F/A 14). Er habe dem Privatkläger 9 

das Deliktsgut gegeben und dieser habe ihm dann Pfefferspray ins Gesicht ge-

sprüht. Er kenne ihn von früher, deshalb mache er das. Er habe seinerseits nichts 

gemacht (act. D6/4 F/A 15 f.). Er habe ihm namentlich keine Verpackung ins Ge-

sicht geworfen (act. D6/4 F/A 18 f.). Er habe das gesamte Deliktsgut einfach auf 

den Boden gelegt, der Privatkläger 9 habe "Stop, Stop" gesagt – das, weil er habe 

gehen wollen und er das Deliktsgut ja auf den Boden gelegt habe – und ihn dann 

eingesprüht (act. D6/4 F/A 20 ff.). Er sei gegen den Privatkläger 9 weder tätlich ge-

worden noch habe er diesen bedroht; er sei anständig gewesen (act. D6/4 F/A 25).

Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 19. September 2024 

wiederholte der Beschuldigte sein Geständnis, dass er vier Uhren gestohlen habe, 

bestritt aber erneut, dass er dem Privatkläger 9 eine sich noch in der Kartonverpa-

ckung befindliche Uhr ins Gesicht geworfen haben soll (act. 3/2 F/A 78 f., 81 f. und 

- 35 -

85). Der Privatkläger 9 habe ihn mit Pfefferspray besprüht und ihn auf den Boden 

geworfen, um ihn aufzuhalten (act. 3/2 F/A 80). Der Privatkläger 9 habe von Anfang 

an Pfefferspray eingesetzt; er habe die Sachen auf den Boden geworfen und sei 

fünf bis sechs Meter entfernt gewesen (act. 3/2 F/A 81). Die Verletzung, die der 

Privatkläger 9 davon getragen haben soll, sei nicht von ihm (act. 3/2 F/A 80). Im 

Rahmen des Schlussvorhaltes anerkannte der Beschuldigte indes den vorgewor-

fenen Sachverhalt dann vollumfänglich, ergänzte aber, dass er sich nicht mehr 

daran erinnern könne (act. 3/2 F/A 158). Anlässlich der Hauptverhandlung konkre-

tisierte der Beschuldigte, dass er sich nicht daran erinnern könne, dem Privatklä-

ger 9 eine Uhr an die Lippe geworfen zu haben. Dieser sei ihm jedenfalls nachge-

laufen, habe "halt, halt" gesagt und ihm Pfefferspray in die Augen gesprayt 

(Prot. S. 21). Er könne sich zudem daran erinnern, dass er wieder Uhren gestohlen 

habe (Prot. S. 22).

3.4.2. Der Beschuldigte ist damit zusammenfassend bezüglich des unbefugten Be-

tretens der D._____-filiale als auch des Entwendens von vier Uhren durchgehend 

geständig. Er bestritt dagegen – resp. machte im weiteren Verfahrensverlauf gel-

tend, er könne sich nicht mehr erinnern – dass er dem Privatkläger 9 aus einer 

Entfernung von ca. zwei Armlängen mit seiner rechten Hand und mit voller Kraft 

eine Armbanduhr, die sich noch in einer Kartonverpackung befand, ins Gesicht 

warf. Es ist daher zu prüfen, ob dem Beschuldigten der angeklagte Sachverhalt mit 

rechtsgenügender Sicherheit nachgewiesen werden kann oder ob erhebliche und 

unüberwindbare Zweifel verbleiben (vgl. für Ausführungen zu den Grundlagen der 

Sachverhaltserstellung Erw. III./3.2.1.3.). Vorliegend liegen nebst der Aussagen 

des Beschuldigten auch die Aussagen des Privatklägers 9 im Recht, welche dieser 

anlässlich der polizeilichen als auch staatsanwaltschaftlichen Einvernahme getätigt 

hat und den Beschuldigten belasten. Da ausserdem sowohl der Beschuldigte als 

auch dessen amtliche Verteidigung bei der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 

anwesend waren und Gelegenheit erhielten, dem Privatkläger 9 Ergänzungsfragen 

zu stellen (act. 4/2 S. 7) spricht nichts gegen die Verwertbarkeit dieser Aussagen 

(vgl. zum Teilnahme- und Konfrontationsrecht Art. 147 StPO; SK StPO-WOHLERS, 

3. Auflage, 2020, Art. 147 N 2; BGer 6B_14/2021 vom 28.07.2021 E. 1.3.4 m.w.H.). 

- 36 -

Überdies liegt eine Fotodokumentation mit drei Abbildungen im Recht, welche zum 

einen den Beschuldigten beim Behändigen der Uhren sowie beim Verlassen der 

D._____-filiale und zum andern die Verletzung an der Oberlippe des Privatklägers 

9 zeigen.

3.4.2.1. Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 20. Mai 2023 führte der Pri-

vatkläger 9 aus, dass er sich im Sicherheitsraum der D._____-filiale befunden habe 

und auf den Kameras sah, wie der Beschuldigte zur Bijouterie gelaufen sei. Als er 

bemerkte, dass der Beschuldigte zwei Uhren gepackt habe, sei er gleich nach 

vorne gerannt. Als er den Beschuldigten nicht mehr auf der Verkaufsfläche gesehen 

habe, sei er nach draussen Richtung Busbahnhof gerannt. Er habe den Beschul-

digten dann beim Café AC._____ angetroffen und ihn damit angesprochen, dass 

er vom Sicherheitsdienst sei und er mitkommen solle. Der Beschuldigte habe dar-

aufhin entgegnet, dass er diesmal nicht mitkommen werde, da er letztes Mal "ver-

arscht" worden sei. Daraufhin habe er zum Beschuldigten gesagt, dass er die Ware 

auf den Boden legen solle und er dann gehen könne. Der Beschuldigte habe darauf 

geantwortet, dass er das nicht tue. Er habe dem Beschuldigten daraufhin wiederum 

gesagt, dass er diesfalls mitkommen müsste. Der Beschuldigte habe eine Uhr in 

seiner rechten Hand gehalten und ihm diese ins Gesicht geworfen (act. D6/5 F/A 5). 

Er sei durch den Wurf der Uhr an der Oberlippe verletzt worden (act. D6/5 F/A 7). 

Mit den übrigen drei Uhren habe der Beschuldigte losrennen wollen. Er habe den 

Beschuldigten dann mit der Hand an der Schulter gepackt und an die Wand ge-

drückt. Er habe ihm den Weg abschneiden können, seinen Pfefferspray gezogen 

und diesen sogleich eingesetzt (act. D6/5 F/A 5). Der Beschuldigte sei – wie auf 

den Videobildern ersichtlich – um ca. 13.42 Uhr in die D._____-filiale hinein und 

habe diese um 13.44 Uhr bereits wieder verlassen; er sei wirklich schnell (act. D6/5 

F/A 10). Der Beschuldigte habe die ersten beiden Uhren auf den linken Arm gelegt, 

die beiden weiteren auf den rechten Arm. So sei er anschliessend wieder hinaus-

gegangen, mit den Uhren auf beiden Armen (act. D6/5 F/A 12). Als er ihn beim Café 

AC._____ angesprochen habe, habe der Beschuldigte noch alle Uhren auf den Ar-

men gehabt. Das Bier, welches er ebenfalls dabei gehabt habe, sei ihm auf den 

Boden gefallen. Jene Uhr, die er mit der rechten Hand hielt, habe er ihm direkt ins 

- 37 -

Gesicht geworfen. Er habe sogleich den Pfefferspray gezogen und ihn gepackt. Als 

er an ihm habe vorbeigehen wollen und herumgeschrien habe, habe er den Pfeffer 

eingesetzt (act. D6/5 F/A 15). Der Beschuldigte habe ihm überdies auf die rechte 

Hand gespuckt, als er ihn zu Boden geführt habe (act. D6/5 F/A 21).

3.4.2.2. Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 26. Juli 2023 

wiederholte der Privatkläger 9 im Wesentlichen seiner Schilderungen, welche er 

bereits anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 20. Mai 2023 zu Protokoll ge-

geben hatte, konkretisierte indes, dass die Entwendung der Uhren nur etwa 10 bis 

15 Sekunden gedauert habe. Er schilderte zudem in Abweichung zur polizeilichen 

Einvernahme, dass der Beschuldigte sein Bier auf den Boden abgestellt habe, als 

er ihn angesprochen und sich als Sicherheitsmitarbeiter ausgewiesen habe 

(act. 4/2 F/A 12). Auf entsprechende Rückfrage bekräftigte der Privatkläger 9 über-

dies, dass der Beschuldigte ihn als Sicherheitsmitarbeiter erkannt habe (act. 4/2 

F/A 13). Er sei sehr überrascht über den Beschuldigten gewesen, denn er habe ihn 

eigentlich anders kennengelernt. Sie hätten miteinander reden können und er habe 

eigentlich ein gutes Verhältnis zum Beschuldigten gehabt. An diesem Tag habe der 

Beschuldigte sich aber irgendwie um 180 Grad gekehrt. Das Verhalten des Be-

schuldigten sei für ihn nicht nachvollziehbar gewesen (act. 4/2 F/A 15). Auf entspre-

chende Rückfrage führte der Privatkläger 9 überdies aus, dass er es bei der Distanz 

nicht für möglich halte, dass der Beschuldigte ihm die Uhr nicht habe anwerfen, 

sondern aushändigen wollen. Der Beschuldigte habe mit rechts und mit voller Kraft 

geworfen und er habe danach eine Platzwunde an der Lippe gehabt (act. 4/2 

F/A 17 ff.). Der Beschuldigte und er seien beim Wurf vielleicht zwei Armlängen 

resp. eher weniger entfernt zueinander gestanden (act. 4/2 F/A 20). Er glaube dass 

der Beschuldigte mit dem Wurf beabsichtigt habe, dass er zusammenzucke und er 

wiederum flüchten könne. Wenn er ihn im Auge getroffen hätte, wäre vielleicht nun 

sein Auge weg. Der Plan hätte also funktionieren können (act. 4/2 F/A 23 f.). Die 

Uhr habe sich in einer Kartonverpackung befunden, wobei der untere Teil relativ 

hart sei (act. 4/2 F/A 25). Er hätte sich sicher nicht auf einen Kampf eingelassen, 

wenn der Beschuldigte seine Anweisungen befolgt hätte (act. 4/2 F/A 31). Ausser-

dem habe er dem Beschuldigten nicht Pfefferspray ins Gesicht gesprüht, weil er es 

- 38 -

einfach gewollt hätte. Wenn er einen Pfefferspray-Einsatz habe, müsse er etwa 10 

Formulare, einen Bericht sowie eine Stellungnahme ausfüllen. Er wäre sicherlich 

nicht seit über 10 Jahren in diesem Job, wenn er so etwas machen würde (act. 4/2 

F/A 32).

3.4.3. Vorab ist bezüglich der Glaubwürdigkeit des Privatklägers 9 festzuhalten, 

dass es sich bei ihm als direkten Geschädigten nicht um eine gänzlich neutrale 

Auskunftsperson handelt, er jedoch unter Strafandrohung von Art. 303 StGB, 

Art. 304 StGB und Art. 305 StGB (act. D6/5 S. 1; act. 4/2 F/A 5) aussagte und da-

her nicht leichthin anzunehmen ist, er habe unwahre Aussagen getätigt. Ferner ist 

nicht ersichtlich, weshalb der Privatkläger 9 den Beschuldigten zu Unrecht belasten 

sollte. So führte zwar der Privatkläger 9 aus, dass er den Beschuldigten in der Aus-

übung seines Jobs als Ladendetektiv kennengelernt und er ihn namentlich bereits 

eine Woche vor den vorliegend zu beurteilenden Geschehnissen vom 20. Mai 2023 

erwischt hätte (act. D6/5 F/A 8; act. 4/2 F/A 7), er aber eigentlich ein gutes Verhält-

nis mit dem Beschuldigten gehabt habe (act. 4/2 F/A 15). Der Beschuldigte führte 

ebenfalls aus, dass er mit dem Privatkläger 9 bereits einmal zu tun gehabt hätte 

und sie sich daher kannten (act. 4/2 F/A 23). Der Beschuldigte schilderte zudem, 

dass er vom Privatkläger 9 beim letzten Mal "verarscht" worden sei, da er dazumal 

nur eine Uhr gestohlen habe, der Privatkläger 9 ihm aber drei Uhren zur Last gelegt 

habe (act. D6/4 F/A 17; Prot. S. 13). Der Privatkläger dementierte dies allerdings in 

der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme (act. 4/2 F/A 15). Nichtsdestotrotz ist 

vorliegend nur von einer flüchtigen Bekanntschaft auszugehen, auch wenn es in 

der Vergangenheit bereits zu einer Unstimmigkeit gekommen sein mag. Der Glaub-

würdigkeit des Privatklägers 9 tut dies indes keinen Abbruch – zumal auch der Be-

schuldigte zu keiner Zeit ausführte, weshalb der Privatkläger 9 die Vorwürfe erfun-

den haben sollte – womit von ebendieser auszugehen ist.

Auch die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Privatklägers 9 ist zu bejahen. Er schil-

dert die Vorkommnisse stets gleichbleibend plastisch, detailliert und nachvollzieh-

bar. So leuchtet zum einen der von ihm dargelegte chronologische Ablauf ein: Der 

Privatkläger 9 entdeckt den Beschuldigten beim Entwenden der Uhren, stellt ihm 

nach, trifft ihn an und äussert Anweisungen – der Beschuldigte wiederum möchte 

- 39 -

sich diesen aber durch den Wurf der sich in der Verpackung befindlichen Uhr (die 

er ohnehin noch in den Händen hält) entziehen und das Diebesgut sichern und 

abschliessend kommt es zu einem Gerangel mit Einsatz des Pfeffersprays. Zum 

anderen bleiben die Aussagen des Privatklägers 9 bis auf geringfügige Abweichung 

zwischen der polizeilichen Einvernahme und der rund zwei Monate später erfolgten 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme durchgehend konsistent und ohne unauflös-

bare Widersprüche gerade auch bezüglich Details wie bspw. was der Wortwechsel 

zwischen dem Privatkläger 9 und dem Beschuldigten vor dem Wurf der verpackten 

Uhr gewesen ist. Die geringfügigen Abweichungen – wie bspw. ob dem Beschul-

digten das Bier beim Ansprechen durch den Privatkläger 9 auf den Boden gefallen 

oder ob er dieses abgestellt hatte – bekräftigten sogar die Glaubhaftigkeit der zu 

beurteilenden Aussagen des Privatklägers 9, da ein absolut deckungsgleiches und 

monotones Wiederholen ein Lügensignal darstellt. Ausserdem sind keine Aggrava-

tionstendenzen festzustellen. Als Beispiel hierfür sei genannt, dass der Privatklä-

ger 9 anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme auch ausführte, dass 

ihn der Beschuldigte – nachdem sie im Gerangel zu Boden gingen – mehrfach be-

leidigt habe, aber "das sei auch klar, wenn man mit Pfefferspray auf dem Boden 

liegt" (act. 4/2 F/A 30). Es ist also durchaus denkbar, dass der Privatkläger 9 den 

Beschuldigten noch weitergehend hätte belasten können. Der Privatkläger 9 ver-

knüpft seine Schilderungen ausserdem mit Emotionen – so führte er aus, dass er 

in erster Linie über die Reaktion des Beschuldigten überrascht gewesen sei. Zuletzt 

führt der Privatkläger 9 auch nachvollziehbar aus, weshalb er sich sicherlich nicht 

auf ein Gerangel und den Einsatz des Pfeffersprays eingelassen hätte, hätte der 

Beschuldigte seine Anweisungen befolgt: So verweist er darauf, dass er seit über 

10 Jahren den Job als Ladendetektiv ausübe – mithin von einer gewissen Profes-

sionalität auszugehen ist – und der Einsatz von Pfefferspray zu einem nicht uner-

heblichen administrativen Nachspiel führt.

Zusammenfassend weisen die Aussagen des Privatklägers 9 zahlreiche Realitäts-

kriterien auf und werden überdies auch noch durch die Abbildung 3 der Fotodoku-

mentation (act. D6/3 S. 2) gestützt: Darauf zu sehen ist eine Blessur an der Ober-

lippe des Privatklägers 9, welche gemäss dessen Aussagen vom Wurf der verpack-

- 40 -

ten Uhr herrührt (act. D6/5 F/A 7; act. 4/2 F/A 33). Der Beschuldigte dementierte 

zwar, dass diese Verletzung durch ihn verursacht worden sei, sagte aber trotzdem 

seinerseits aus, dass es sich bei dieser um eine frische Verletzung handle, ohne 

schlüssig erklären zu können, woher die Wunde herrühren könnte (act. 3/2 F/A 80 

und 83 f.). Die Aussagen des Privatklägers 9 wirken denn auch generell deutlich 

überzeugender: So bleibt der Beschuldigte in seinen Schilderungen stets vage und 

änderte seinen Standpunkt im Verlaufe des Verfahrens überdies von einer gene-

rellen Bestreitung des Wurfs der verpackten Uhr hin zur Aussage, dass er sich an 

diesen nicht erinnern könne. Im Fazit ist daher auf die Aussagen des Privatklä-

gers 9 abzustellen, wodurch sich auch der durch den Beschuldigten bestrittenen 

Teil des angeklagten Sachverhalts vollumfänglich erstellen lässt.

3.4.4. Die rechtliche Würdigung der Staatsanwaltschaft, wonach sich der Beschul-

digte hierdurch des Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB sowie des Haus-

friedensbruchs gemäss Art. 186 StGB schuldig gemacht hat, wird von der amtli-

chen Verteidigung nicht bestritten (act. 53 S. 9 f.). Während der Beschuldigte mit 

seinem Verhalten unbestrittenermassen den Tatbestand des Hausfriedensbruchs 

gemäss Art. 186 StGB erfüllt und hierfür schuldig zu sprechen ist, bleibt zu prüfen, 

ob er tatsächlich auch den Tatbestand der zweiten Begehungsvariante des Raubes 

gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB – also des räuberischen Diebstahls – erfüllt 

hat. Gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB macht sich des räuberischen Diebstahls 

strafbar, wer bei einem Diebstahl auf frischer Tat ertappt und Nötigungshandlungen 

nach Absatz 1 begeht (namentlich folglich Anwendung von Gewalt gegen eine Per-

son, Androhung gegenwärtiger Gefahr für Leb und Leben oder Bewirken der Wi-

derstandsunfähigkeit), um die gestohlene Sache zu behalten.

3.4.4.1. Bezüglich weiterer Ausführungen zum räuberischen Diebstahl wird vollum-

fänglich auf Erw. III./3.1.4.1. f. verwiesen. Es bleibt einzig bezüglich der gemäss 

Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB vorausgesetzten Nötigungshandlung, die gemäss des 

Gesetzeswortlautes namentlich in der Anwendung von Gewalt gegen eine Person 

bestehen kann, zu ergänzen, dass hiermit nach herrschender Lehre die unmittel-

bare physische Einwirkung auf den Körper einer Person verstanden wird (BGer 

6B_776/2016 vom 8. November 2016 E. 2.3.; BGer 6B_1095/2009 vom 24. Sep-

- 41 -

tember 2010 E. 2.1.; BGE 133 IV 207 E. 4.3.1.; BSK StGB-NIGGLI/RIEDO, 4. Auf-

lage, 2019, Art. 140 N 20 m.w.H.). Den Tatbestand von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

erfüllt bereits, wer das Opfer durch Gewalt veranlasst, die Wegnahme einer Sache 

zu dulden (BGer 6B_776/2016 vom 8. November 2016 E. 2.3.; BGE 133 IV 207 

E. 4.3.1.). Es ist nicht vorausgesetzt, dass das Opfer durch die Anwendung von 

Gewalt zum Widerstand unfähig gemacht wird; allerdings muss die Gewalt darauf 

gerichtet sein, den Widerstand des Opfers zu brechen. Zu fragen ist, ob die Einwir-

kung auf den Körper einen Schweregrad erreicht hat, der normalerweise genügt, 

um dem Opfer eine wirksame Gegenwehr zu verunmöglichen oder doch wesentlich 

zu erschweren. Als ungenügend erscheint ein kurzes Packen am Arm, ein Anrem-

peln zur Ablenkung oder der blosse Griff an die Gesässtasche (BGE 133 IV 207 

E. 4.3.1 f.; BSK StGB-NIGGLI/RIEDO, 4. Auflage, 2019, Art. 140 N 25 m.w.H.).

3.4.4.2. Vorliegend nahm der Beschuldigte gemäss eigenen Aussagen und erstell-

tem Sachverhalt am 20. Mai 2023 vier Uhren in der D._____-filiale an sich mit der 

Absicht diese zu stehlen und verliess die Filiale dann auch ohne zu bezahlen. Damit 

ist sowohl der objektive als auch subjektive Tatbestand des Diebstahls im Sinne 

von Art. 139 Ziff. 1 StGB erfüllt. Ab jenem Moment, in welchem der Beschuldigte 

alle Uhren an sich genommen hatte und sich auf den Notausgang begab um die 

Filiale zu verlassen, ist überdies von einem vollendeten Diebstahl auszugehen.

3.4.4.3. Der Beschuldigte wurde zudem durch den Privatkläger 9 auf frischer Tat 

ertappt. So hat dieser gemäss eigenen Aussagen auf den Kameras gesehen, wie 

der Beschuldigte Uhren an sich nahm und ist daraufhin vom Sicherheitsraum gleich 

nach vorne zur Verkaufsfläche gerannt. Dort hat er den Beschuldigten allerdings 

nicht mehr angetroffen und ist deshalb aus der Filiale geeilt, wo er den Beschuldig-

ten schliesslich sah und ansprach (vgl. act. D6/5 F/A 5; act. 4/2 F/A 12). Da der 

Privatkläger 9 den Beschuldigten indes erst ausserhalb der D._____-filiale ange-

troffen und aufzuhalten versuchen hat, stellt sich die Frage, ob zu diesem Zeitpunkt 

bereits die Beendigung des Diebstahls eingetreten ist. Da der Privatkläger 9 schon 

im Sicherheitsraum gesehen hatte, dass der Beschuldigte Uhren an sich nahm und 

dann gleich reagierte, indem er zur Verkaufsfläche rannte mit der Absicht, den Be-

schuldigten aufzuhalten, kann nicht von einem unbemerkten Fortschaffen der Uh-

- 42 -

ren aus dem Laden ohne Bezahlung die Rede sein. Dem Privatkläger 9 war es 

ausserdem aufgrund der nur sehr kurzen Dauer des Vorfalls auch gar nicht möglich, 

den Beschuldigten vor dem Verlassen der Filiale aufzuhalten (vgl. act. D6/5 F/A 10; 

act. 4/2 F/A 12). Es ist damit davon auszugehen, dass zum Zeitpunkt des Aufhal-

tens des Beschuldigten durch den Privatkläger 9 der Diebstahl nicht beendet war.

3.4.4.4. Der Beschuldigte warf dem Privatkläger 9 überdies aus naher Distanz und 

mit voller Kraft eine sich in der Kartonverpackung befindliche Uhr ins Gesicht, als 

dieser ihn anhielt und Anweisungen erteilte. Der Wurf einer harten und mit Ecken 

versehenen Kartonverpackung ins Gesicht – mithin einer hochsensiblen Körperge-

gend – aus naher Distanz und mit voller Kraft ist zum einen eine unmittelbare phy-

sische Einwirkung auf den Körper und reicht zum andern durchaus aus, um dem 

Opfer zeitweise eine wirksame Gegenwehr zu verunmöglichen oder zumindest we-

sentlich zu erschweren. Der Wurf der sich in der Kartonverpackung befindlichen 

Uhr ins Gesicht des Privatklägers 9 ist damit zweifellos als Nötigungshandlung nach 

Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zu qualifizieren.

3.4.4.5. Dass der Wurf der sich in der Kartonverpackung befindlichen Uhr ferner 

auf die Sicherung der gestohlenen Uhren – und nicht der Flucht – abzielte, lässt 

sich den Aussagen des Privatklägers 9 entnehmen. So stellte es ebendieser dem 

Beschuldigten frei, die Uhren auf den Boden zu legen und anschliessend zu gehen, 

was der Beschuldigte aber nicht wollte und dem Privatkläger 9 als Reaktion die Uhr 

anwarf. Der Beschuldigte wollte überdies nach dem Wurf mit den restlichen Uhren 

losrennen resp. flüchten (vgl. act. D6/5 F/A 5; act. 4/2 F/A 12 und 28). Er hatte die 

Uhren unter den Arm geklemmt und liess diese letztlich erst los, nachdem ihn der 

Privatkläger 9 zu packen vermochte und sie beide im Gerangel zu Boden gingen 

(act. 4/2 F/A 12 und 28).

3.4.4.6. In subjektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte bezüglich 

des Diebstahls der Uhren mit direktem Vorsatz sowie einer Aneignungs- und Be-

reicherungsabsicht handelte. Auch beim Wurf der sich in der Kartonverpackung be-

findlichen Uhr aus naher Distanz und mit voller Kraft ist mindestens davon auszu-

gehen, dass es der Beschuldigte in Kauf nahm, das Gesicht des Privatklägers 9 zu 

- 43 -

treffen – er mithin eventualvorsätzlich handelte – wobei der Beschuldigte in der 

Absicht handelte, die restlichen Uhren für sich zu sichern.

3.4.4.7. Das Verhalten des Beschuldigten erfüllt damit den objektiven als auch den 

subjektiven Tatbestand des räuberischen Diebstahls und damit der zweiten Bege-

hungsvariante des Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB. Da es dem Be-

schuldigten ausserdem durch den Wurf der sich in der Verpackung befindlichen 

Uhr ins Gesicht des Privatklägers 9 zumindest kurzzeitig und vorläufig gelang, die 

drei verbleibenden Uhren zu sichern, bevor er letztlich vom Privatkläger 9 gepackt 

und die Uhren im sich anschliessenden Gerangel losliess, ist überdies von einem 

vollendeten räuberischen Diebstahl im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB aus-

zugehen, unabhängig davon, welcher Lehrmeinung diesbezüglich zu folgen ist (vgl. 

hierzu BSK StGB-NIGGLI/RIEDO, 4. Auflage, 2019, Art. 140 N 175 f.). Der Beschul-

digte ist damit antragsgemäss des Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB 

schuldig zu sprechen.

3.5. Dossier 7

3.5.1. Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 21. November 2023 erwiderte 

der Beschuldigte auf den Vorwurf, dass er am Nachmittag des 20. Novembers 2023 

in insgesamt sechs Verkaufsgeschäften in der Stadt AB._____ Artikel im Wert von 

total Fr. 526.20 gestohlen haben soll, dass er zwar den Gesamtpreis nicht genau 

sagen könne, er aber in verschiedensten Verkaufsgeschäften gestohlen habe 

(act. D7/3 F/A 3). Er habe in der AD._____ [Strasse] Sachen gestohlen; zuerst 

habe er einen Regenschirm gestohlen, dann sei er weiter stadtaufwärts gelaufen 

und habe Wintermützen gestohlen. Später habe er dann noch Jacken usw. gestoh-

len (act. D7/3 F/A 6 ff. und 10). Er könne sich aber nicht mehr genau erinnern, er 

sei total betrunken gewesen (act. D7/3 F/A 9). Er habe irgendwie zu Geld kommen 

wollen (act. D7/3 F/A 12). Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 

vom 19. September 2024 wurde dem Beschuldigten nachfolgende und letztlich 

auch so eingeklagte Aufzählung des Deliktsguts vorgehalten (act. 3/2 F/A 86):

 eine Pizza im Wert von Fr. 6.95, eine Rüeblitorte im Wert von Fr. 10.30, 

zwei Pullover im Wert von je Fr. 75.–, zwei Wintermützen im Wert von 

- 44 -

Fr. 15.– sowie von Fr. 39.–, Handschuhe im Wert von Fr. 19.–, eine 

Sportjacke im Wert von Fr. 25.– sowie ein Herrenhemd im Wert von 

Fr. 5.– aus der Filiale der C._____ Genossenschaft;

 einen Pullover im Wert von Fr. 75.– aus der Filiale der U._____ AG;

 einen Damenwintermantel im Wert von Fr. 40.– aus der Filiale der 

V._____ Store;

 einen Lego Adventskalender im Wert von Fr. 46.95 aus der Filiale der 

O._____ Group AG;

 eine Wintermütze im Wert von Fr. 39.– aus der Filiale der I._____ GmbH;

 eine Sportjacke im Wert von Fr. 45.– sowie ein Herrenhemd im Wert von 

Fr. 5.– aus der Filiale der W._____ Secondhand.

Der Beschuldigte erwiderte hierauf, dass er sich an den Diebstahl im C._____ nicht 

mehr erinnern könne, er aber glaube, dass er nur eine Pizza geklaut habe (act. 3/2 

F/A 87). Im Übrigen bestätigte er sein Geständnis, welcher er bereits anlässlich 

der polizeilichen Einvernahme getätigt hatte (act. 3/2 F/A 88 ff.). Auch im Rahmen 

der Hauptverhandlung wiederholte der Beschuldigte auf Vorhalt derselben Aufzäh-

lung wie anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme, dass er sich an den 

Anfang im C._____ nicht erinnern könne, der Rest aber stimme (Prot. S. 22).

3.5.2. Der Beschuldigte ist damit zusammenfassend bis auf das Deliktsgut des 

Diebstahls in der C._____-filiale geständig und der angeklagte Sachverhalt ist da-

mit dahingehend als erstellt zu erachten, zumal dieser auch vom Polizeirapport vom 

8. Dezember 2023 (act. D7/1) untermauert wird. Das Deliktsgut des Diebstahls in 

der C._____-filiale lässt sich hingegen nur in der Höhe von Fr. 17.25 erstellen – 

also nur hinsichtlich der Pizza und der Rüeblitorte, nicht aber der Kleidungsstücke 

(vgl. für Ausführungen zu den Grundlagen der Sachverhaltserstellung 

Erw. III./3.2.1.3.). Nebst den Aussagen des Beschuldigten liegt als weiteres Be-

weismittel nur der Polizeirapport vom 8. Dezember 2023 im Recht. In diesem ist auf 

S. 5 zunächst zu lesen, dass der Deliktsbetrag in der C._____-filiale Fr. 17.25 be-

trug, in der Aufzählung auf derselben Seite wird dann jedoch der Deliktsbetrag mit 

Fr. 270.25 angegeben (act. D7/1 S. 5). In der polizeilichen Einvernahme vom 

- 45 -

21. November 2023 wurde dem Beschuldigten bezüglich der C._____-filiale über-

dies nur der Diebstahl der Pizza und der Rüeblitorte im Wert von total Fr. 17.25 

vorgehalten (act. D7/3), erst anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 

vom 19. September 2024 kamen diverse Kleidungsstücke dazu und der Deliktsbe-

trag wurde mit insgesamt Fr. 270.25 beziffert (act. 3/2 F/A 86). Angesichts dieser 

Ausgangssituation ist von der für den Beschuldigten günstigeren Sachlage auszu-

gehen, nämlich dass das Deliktsgut nur aus der Pizza und der Rüeblitorte bestand 

und sich der Deliktsbetrag daher nur auf insgesamt Fr. 17.25 belief.

3.5.3. Die rechtliche Würdigung der Staatsanwaltschaft, wonach sich der Beschul-

digte hierdurch des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB schuldig gemacht hat, 

wird von der amtlichen Verteidigung nicht bestritten (act. 53 S. 11). Es ist jedoch 

nachfolgendes zu konkretisieren: 

3.5.3.1. Der Beschuldigte hat sich des mehrfachen Diebstahls schuldig gemacht, 

da nicht von einer Handlungseinheit ausgegangen werden kann. So können meh-

rere Einzelhandlungen dann rechtlich als Einheit angesehen werden, wenn sie auf 

eine