# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d81d28ad-fffa-5d35-af70-b604100f083f
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-21
**Language:** de
**Title:** Ellbogenbeschwerden nicht überwiegend wahrscheinlich unfallkausal
**Docket/Reference:** UV.2015.00030
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2015.00030.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2015.00030
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Vogel
Ersatzrichterin Bänninger Schäppi
Gerichtsschreiber Kreyenbühl
Urteil
vom
21. März 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1970,
war seit dem 2
9.
Juli 2013 als Sanitärmonteur bei der
Y.___
angestellt und dadurch bei der Schweizeri
schen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er
– ge
mäss Schadenmeldung UVG vom 28.
August 2013 (
Urk.
6/1)
–
am
9.
August 2013 (richtig:
8.
August 2013)
auf einer Leiter stand, diese wegrutschte u
nd ihm auf den linken Fuss fiel.
Der Versicherte begab sich
tags darauf
in Behandlung bei
med.
pract
.
Z.___
vom
A.___
, der eine Distorsion des oberen Sprunggelenks
(OSG)
links diagnostizierte (
Arzt
zeugnis
UVG vom
9.
Oktober 2013,
Urk.
6/8).
Die SUVA erbrachte
daraufhin
Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen.
Im Rahmen
eines
Telefongesprächs vom 1
2.
November 2013
präzisierte
der
Versicherte
gegenüber
der
SUVA,
dass er am
8.
August 2013 von einer dreifach ausziehbaren schweren Metall
leiter gestürzt sei, dann wie eine Rolle gemacht
habe
, auf dem Boden aufgeprallt sei und den
linken Ellbogen angeschlagen
habe
(
Urk.
6/13/1).
Die Fussbeschwerden links heilten
in der Folge
ab, der Beschwerdeführer klagte aber über zuneh
mende Ellbogenbeschwerden links.
Dr.
med.
B.___
,
Leitender Oberarzt
Orthopädie Obere Extremitäten der
C.___
, diagnos
tizierte im Bericht vom
5.
März 2014 eine posttraumatische, radiale chronische
Epicondylopathie
links nach Distorsio
n am
7.
(richtig:
8
.
)
August 2013 (
Urk.
6/28
).
Am
1.
September 2014
wurde der Versicherte von Kreisarzt
Dr.
med.
D.___
, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, untersucht (Bericht vom
1.
September 2014,
Urk.
6/64).
Mit Verfügung vom
2.
Oktober 2014
stellte die SUVA die Versiche
run
gsleistungen ab dem
1.
Oktober 2014
ein. Sie begründete dies
im Wesentli
chen
damit,
dass zwischen dem Ereignis vom
8.
August 2013 und den vom Versicherten
geme
ldeten Ellbogenbeschwerden kein
sicherer oder wahrscheinli
c
her Kausalzusammenhang
gegeben sei
(
Urk.
6/73). Di
e dagegen vom Versi
cherten am 2
1.
Oktober 2014
(
Urk.
6/76) bzw.
am
3.
November 2014 (
Urk.
6/82)
erhobene Einsprache wies die SUVA mit Entscheid vom
7.
Januar 2015 ab (
Urk.
2).
2.
Da
gegen erhob der Versicherte am
7.
Februar 2015
(
Poststempel
)
Beschwerde und beantragte sinngemäss, der angefochtene Entscheid sei aufzuheb
en und
es seien ihm für die Ellbogenbeschwerden links die gesetzlichen Leistungen aus
zurichten
(
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 2
3.
Februar 2015 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), was dem Beschwer
deführer am 2
6.
Feb
ruar 2015 angezeigt wurde (Urk.
7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden die Versicherungsleistungen - soweit dieses Gesetz nichts anderes bestimmt - bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
nige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die einge
tretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134
V
231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Unbestritten und aktenmässig ausgewiesen ist, dass die linksseitigen
Fussbe
schwerden
des Beschwerdeführers im Zeitpunkt
der Einstellung der Versiche
rungsleistungen per Ende
September 2014 aus
geheilt waren
(vgl. Urk.
6/28
und
Urk.
6/64/3
)
.
Streitig und zu prüfen ist
einzig
die Frage der Unfallkausalität
der Ellbogenbeschwerden links.
2.2
Med
.
pract
.
Z.___
hielt
am
9.
August 2013 im
Verlaufsprotokoll
des
A.___
fest
, dass sich der Beschwerdeführer
heute
vor
gestellt habe, weil er
gestern
bei der Arbeit
von der Leiter gefallen und sich am linken Fuss verletzt habe. Das OSG und der Fussrü
c
ken seien deutlich geschwollen. V
om Fussrücken bis zu den
Zehe
n
bestehe ein Hämatom
.
Die periphere Durchblutung, Motorik un
d Sensibilität seien intakt, die Beweglich
keit
schmerzbedingt eingeschränkt
. Im Weiteren ist dem Verlaufsprotokoll des
A.___
zu entnehmen, dass zwischen dem 1
0.
und dem 2
4.
August 2013 fünf weitere Konsultationen des Beschwerdeführers wegen der Fussbeschwerden link
s erfolgten (
Urk.
6/70/4-5).
2.3
Im Anschluss an die Konsultation vom
2
8.
August 2013
diagnostizierte Dr.
med.
E.___
vom
A.___
(1)
eine Dist
or
sion des linken Ellbogens am
8.
August 2013
un
d
(2)
eine konsekutive laterale
Epic
ondylopathie
links. Er
gab an
, dass der Bes
chwerdeführer über Schmerzen am Ellbogen
links nach einem Sturz von der Leiter und Verdrehen des linken Ellbogens berichtet habe. Zuvor
habe er am Ellbogen keine Schmerzen gehabt
.
Es sei eine lokale Injektion
mit
Kenacort
A
40 und
Ra
p
idocain
5 ml vorgenom
men worden
(
Urk.
6/
70/6).
2.4
Dr.
med.
F.___
, FMH Radiologie,
vom
G.___
erklärte im
ans
A.___
gerichteten
Bericht
vom 1
5.
Januar 2014, dass die
durchgeführte
n
MRI
-
und Röntgen
-U
ntersu
chungen
des Ellbogens links
Befunde
ergeben hätten
, die
mit einer Partialruptur im
cranialen
Anteil der Sehnenansätze am
Epicondylus
radialis
vereinbar seien. Ein Nachweis für eine
ossäre
Läsion liege nicht vor. Relevante degenerative Veränderungen am Ellbogengelenk seien ebenfalls nicht
festgestellt worden
(
Urk.
6/21).
2.5
Dr.
B.___
von der
C.___
di
agnostizierte im Bericht vom 5.
März 2014 (1) Ellbogen lin
ks,
adominant
: posttraumatische radiale,
chroni
sche
Epicondylopathie
nach Distorsion am
7.
(richtig:
8.
)
August 2013 und (2) Status nach OSG-Distorsion im Rahmen desselben Unfallereignisses, ausgeheilt.
Als Nebendia
gnosen nannte er (1) ein Opioid-A
bhängigkeitssyndrom, (2) einen Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung, (3) eine chronische obstruktive Lun
genkrankheit und (4) eine Adipositas.
Er
erklärte, dass angesichts der relevanten Nebendiagnosen eine chronische radiale
Epicondylopathie
bestehe, welche aus therapeutischer Sicht eine grosse Herausforderung darstelle
(Urk.
6/28).
2.6
PD
Dr.
med.
H.___
, Leitender Arzt Radiologie der
I.___
, stellte im Bericht vom 2
1.
Juli 2014 nach
durchgeführter
MRI-Untersuchung des Ell
bogens links einen ausgedehnten Knochenmarksinfarkt im
Capitulum
humeri
, teilweise bis in die
Trochlea
humeri
reichend, fest. Weiter liege eine
Partial
ruptur
am gemeinsamen Ursprung d
er
Extensorensehnen
am
Epic
ondylus
humeri
radialis
mit einem Transversaldurchmesser von etwa 10 x 3 mm vor (
Urk.
6/59).
2.7
Im Anschluss an die Untersuchung
vom
1.
September 2014
diagnostizierte
Kreis
arzt
Dr.
D.___
im gleichentags erstellten Bericht
(1)
einen
Status nach Distorsion linker
Rückfuss
, MR-tomographisch oh
ne erhebliche Unfallfolgen vom
9.
(richtig:
8
.
)
August 2013
,
und (2) eine ausgedehnte
Osteonekrose
Capi
tulum
radiale
humeri
links (ohne Unfallkausalität, S
teroid-bedingt). Er erklärte, dass der Fall bezüglich der Distorsion des
linken
Rückfusses abgeschlossen werden könne. Die
Osteonekrose
des
Capitulum
radiale
humer
i
s
ei nicht
unfall
kausal
(Urk.
6/64/5
).
2.8
Dr.
med.
J.___
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
führte
im Schrei
ben vom
9.
September 2014
aus
, dass Stürze von der Leiter häufig schwere Unfälle seien.
Bereits bei
einem Sturz aus zwei Metern Höhe könne nicht selbstverständlich von einem gelungenen Ab
federn mit Füssen und Beinen sowie
Abrollen (obere Extremitäten) ausgegangen werden. Da ein Aufprall auf den Kopf aus dieser Höhe tödlich wäre, versuche der stürzende Körper wohl reflexartig eine
Landung auf dem Kopf zu umgehen. Ein Abrollmanöver sei somit unabdingbar. Aufgrund der Anamnese müsse hier von einer spröden Knochenstruktur ausgegangen werden. Zudem müsse das massive Übergewicht
des Beschwerdeführers
berücksichtigt werden, was einerseits das Abfedern
und andererseits
diverse physikalische Grössen in Bezug auf
Verletzungsmöglich
keiten
negativ beeinflusse. Prellungen seien
häufig
typische Verletzungen in Folge von Stürzen. Nekrosen seien sehr häufig posttraumatischer Natur, was bereits der Gliederung im ICD-10 zu entnehmen sei (M87.2: Knochennekrosen durch vorausgegangenes Trauma). N
atürlich sei die Nekrose nicht S
teroid-bedingt, da der Knochen sicherlich nicht getroffen worden sei. Der aseptische Verlauf nach dem Sturz untermauere diese Tatsache. Steroid-bedingte Nekrosen würden zudem nicht durch lokale Applikation, sondern durch systemische Behandlungen entstehen. Die Schmerzen k
önnten oft erst nach Wochen bzw.
auch erst
nach Monaten nach dem Trauma auftreten. Eine sc
hrittweise Zunahme der Schmerzintensität
werde häufig beobachtet. Dabei würden die Bewegungseinschränkungen seltener als Schmerzen auftreten.
Bewegungsein
schränkungen
seien bereits als Zeichen einer schweren Schädigung zu klassifi
zieren. Anamnestische Angaben im Zustand des Schocks seien schwer zu bewerten. Natürlich komme es hierbei aufgrund der starken Stresseinwirkung zu kognitiven Einbussen. Spätere Widersprüche könnten nicht als Simulation oder Aggravation abgetan werden. Der
„
aktenmässige Verlauf
“
des
A.___
sei nicht vollständig. Bereits am 2
8.
August 2013 habe der Beschwerdeführer Schmerzen im
linken Ellbogen geltend gemacht. Aufgrund des Unfalls sei er weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig
(
Urk.
6/70
/2-3
).
2.9
Kreisarzt
Dr.
D.___
nahm am 2
5.
Septe
mber 2014 zum Schreiben von Dr.
J.___
vom
9.
September 2014 Stellung und hielt an seiner Beurteilung
im
Bericht vom
1.
September 2014 fest (
Urk.
6/71).
2.10
Dr.
B.___
von der
C.___
gab
im B
ericht vom 1
5.
Oktober 2014
an, dass
MR-tomographisch
am Ellbogen links
eine Perfusionsstörung bestehe, gering ausgeprägt im
Capitulum
humeri
.
Neben der viralen Erkrankung des Beschwerdeführers stehe insbesondere die langzeitige Einnahme der
Cor
t
i
costeroide
als Ursache dieser Perfusionsstörung in Diskussion. Er denke nicht, dass diese Veränderung mittels des Anpralltraumas er
klärt werden könne (
Urk.
6/78).
2.11
Kreisa
rzt
Dr.
D.___
erklärte im Ergänzungsbericht
vom 3
1.
Oktober 2014
, dass die Beurteilung vom
1.
September 2014 durch
Dr.
B.___
von der
C.___
bestätigt werde. Die Verfügung vom
2.
Oktober 2014 sei aus medizinischer Sicht zu Recht erfolgt (
Urk.
6/80).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen
Einspra
cheentscheid
vom
7.
Januar 2015,
mit dem sie bestätigte, dass die Versicherungsleistungen per
1.
Oktober 2014 eingestellt würden
(
Urk.
2; vgl. auch
Verfügung vom 2.
Oktober 2014,
Urk.
6/73
)
, im Wesentlichen auf den Bericht
von Kreisarzt Dr.
D.___
vom
1.
September 2014 (
Urk.
6/64
)
sowie dessen Stellungnahme vom 2
5.
September 2014 (
Urk.
6/71
).
3
.2
Kreisarzt
Dr.
D.___
legte
im Bericht vom
1.
September 2014
dar
, dass
der Beschwerdeführer nach dem Unfallereignis vom
8.
August 2013
gemäss seinen eigenen Angaben erst nachträglich
Ellbogenbeschwerden links bekommen habe. Der Beschwerdeführer vermute, dass dies wegen des Gehens an Stöcken passiert sei. I
n der initialen Dokumentation
sei
lediglich von einer Verletzung des linken Fusses
die Rede
gewesen. Die radialen Ellbogenbeschwerden seien erst bei der Befragung am 1
2.
November 2013 dokumentiert worden. Damals habe der Beschwerdeführer angegeben, dass die Beschwerden vorbestehend gewesen seien. Gemäss der späteren Dokumentation sei am 2
8.
August 2013 eine
Stero
idinfiltration
durchgeführt worden, was man bei einer erheblichen Traumati
sierung drei Wochen zuvor sicher nicht gemacht hätte.
Im Weiteren habe das
erste
MRI des linken Ellbogens vom 1
5.
Januar 2014 bezüglich der Knochen unauffällige Verhältnisse gezeigt. Der Befund einer Partialruptur der kranialen Anteile der Sehnenansätze am
Epicondylus
radialis
entspreche einer typischen degenerativen
Epicondylitis
humeri
radialis
, welche durch die heute angegebene direkte Kontusion des Ellbogens nicht erklärbar sei. Lokale Infiltrationen des
Epicondylus
humeri
radialis
mit Steroiden seien sehr häufig bei
Epicondylitis
, einem ebenfalls häufigen Schmerzsyndrom. Die Komplikation einer
Osteonek
rose
durch diese
Therapie sei ihm nicht bekannt. Auch
die kurze Suche im
Pubmed
zeige in der Literatur keine Hinweise, dass dies der Fall wäre. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit stelle die
Osteonekrose
am
Capitulum
radiale
humeri
eine Komplikation bei langjährigem Steroidg
ebrauch mittels Inhalation bei eine
r
„
Chronic
Obstructive
Pulmonary
Disease
“
(COPD)
/Bronchitis dar. Gemäss Internet-Recherche werde im
„
American College
of
Rheumatology
“
angegeben, dass eine
Osteonekrose
einerseits durch ein schweres Trauma und andererseits in 90
%
der Fälle mit Steroiden oder C2-Konsum verbunden sei.
Gemäss
Paydas
et al. sei eine Knochenmarksnekrose eine sehr seltene Krank
heit. Sie stehe in einem se
hr hohen Prozentsatz der Fälle
im Zusammenhang mit einer hämatologischen Erkrankung.
Bei fehlender Unfallkausalität bezüglich Ellbogen links empfehle er der Administration, den Schadenfall umgehen
d zu terminieren (
Urk.
6/64
/3-6
).
In der Stellungnahme vom 2
5.
September 2014 ergänzte
Kreisarzt
Dr.
D.___
, dass
Dr.
J.___
(im Schreiben vom
9.
September 2014
)
erklärt
habe,
bei einem
Sturz von der Leiter
handle es sich
häufig
um einen schweren
Unfall, wobei bereits ein Sturz aus zwei Metern Höhe
auf den Kopf
tödlich sei.
Die
ereignis
nahe
Dokumentation beweise
jedoch
, dass der Beschwerdeführer weder auf den Kopf gestürzt sei noch dass
ein
Sturz auf den Kopf
mit
notwendiger
Abrollbe
wegung
gedroht habe
. In der ereignisnahen Dokumentation sei lediglich von einem Sturz auf den linken Fuss die Rede. Die Ellbogenkontusion werde erst nach Monaten erstmals erwähnt. Die Angaben von
Dr.
J.___
zu den physika
lischen Grundlagen hätten keinen Bezug zum dokumentierten Geschehen.
Dr.
J.___
nehme eine spröde Knochenstruktur an. Dafür gebe es in der gan
zen Dokumentation keine Hinweise. Insbesondere würden die Röntgenbilder des linken R
ückfusses vom
9.
August 2013 und
die MRI-Unter
suchungen des link
en
Fusses vom 2
8.
November 2013 sowie
des linken Ellbogens vom 1
5.
Januar 2014 keine diesbezüglichen Hinweise zeigen. Nach banalen Prellungen seien Knochennekrosen
doch
eher
selten bis sehr selten, auch wenn sie als Entität in der ICD-10-Klassifikation aufgeführt seien. Posttraumatische Nekrosen seien nach Frakturen (Schenkelhals,
Humeruskopf
)
ein häufiges Prob
lem, nicht aber nach Prellungen
. Im Weiteren sei er mit der Aussage von
Dr.
J.___
,
dass eine Steroidinfiltration bei einer
Epicondylopathie
keine Nekrose verursachen könne,
Nekrosen
aber
durch
systemische
Behandlungen entstehen könnten, völlig ein
verstanden. Er verweise diesbezüglich
auf den letzten Punkt in seiner Begrün
dung
im Bericht vom
1.
September 2014
, wonach eine
Osteonekrose
am
Capi
tu
l
um
radiale
humeri
mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit eine Komplikation bei
langjährigem
Steroidgebrauch mi
ttel
s
Inhalation
bei
COPD/Bronchitis dar
stelle. Ferner behaupte
Dr.
J.___
, dass
traumabedingte
Schmerzen oft erst nach
Wochen bzw. auch
erst
nach Monaten auftreten könnten. Diese Behaup
tung sei aus unfallmedizinischer Sicht mindestens bezüglich des von
Dr.
J.___
angenommen
en
direkten Traumas im Sinne einer Kontusion unverständlich. Wenn eine Prellung
vorgelegen
hätte, wäre dies
e
von Beginn an schmerzhaft gewesen
,
und die Schmerzen im Ellbogen wären nicht erst mit einer Latenz von gut drei Monaten
erstmals
dokumentiert
worden. Ein Schock, wie von Dr.
J.___
angenommen, sei initial nicht dokumentiert. Im
A.___
habe man lediglich eine Distorsion des OSG links doku
mentiert, dies nach radiologischem Ausschluss einer
ossären
Schädigung (
Urk.
6/71).
3.3
Diese Beurteilung von Kreisarzt
Dr.
D.___
, die er in Kenntni
s und Auseinander
setzung mit
den
Vorakten
abgab,
ist nachvollziehbar und plausibel.
Am
9.
August 2013 notierte med.
pract
.
Z.___
i
m ersten Eintrag
im
Verlaufspro
tokoll
des
A.___
nach dem Unfallereignis
vom
8.
August 2013
, dass der Beschwerdeführer
von einer Leiter gefallen
und sich am l
inken Fuss verletzt habe (
Urk.
6/70/4
).
In der Schadenmeldung UVG vom 2
8.
August 2013 war die Rede davon, dass der Beschwerdeführer auf einer Leiter gestanden, diese weggerutscht und ihm auf den linken Fuss gefallen sei (
Urk.
6/1).
Hinweise darauf, dass
er
damals
mit dem linken Ellbogen
auf dem Boden aufgeschlagen wäre
, finden sich
in diesen
Dokumenten
nicht
.
Dr.
J.___
Schilderung des Unfallhergang
s,
wonach
der
Beschwerdeführer wohl
reflexartig
mit einem Abrollmanöver einen tödlichen Sturz
aus zwei Metern Höhe
auf den Kopf verhindert habe
(
Urk.
6/70/2-3
)
, ist
daher eine Mut
massung, die in
den zeitnah nach dem Unfall erstellten Dokumenten keine
Stütze findet. Entgegen den Darlegungen von
Dr.
J.___
(
Urk.
6/70/3
) sind auch keine Anhaltspunkte dafür gegeben, dass der Beschwerdeführer im Rah
men des Unfallereignisses vom
8.
August 2013 einen Schock
mit damit verbun
denen kognitiven
Einbussen erlitten haben könnte.
Gemäss
Eintrag
im
Ver
laufsprotokoll
des
A.___
vom
9.
August 2013 hat
der Beschwerdeführer tags zuvor
vielmehr
noch den ganzen Tag gearbeitet und erst am Abend
gemerkt
, dass der linke Fuss geschwollen und
hämatös
war
(Urk
.
6/70/4
). Zudem
ist in diesem Zusammenhang
nochmals darauf hinzuwei
sen, dass
damals
einzig eine Distorsion des OSG links festgestellt wurde, mithin also eine vom Schweregrad her nicht seh
r gravierende Verletzung (
Urk.
6/8
).
In
den Einträgen
im Verlaufsprotokoll
des
A.___
betref
fend die
darauffolgenden
Konsultationen des Beschwerdeführers
vom 10., 13.,
17., 1
9.
und 2
4.
August 2013
wurden sodann
keinerlei Ellbogenbeschwerden
links erwähnt. Die Behandlung beschränkte sich
zunächst
auf die
Fussbe
schwerden
links
(vgl.
Urk.
6/70/4-5
)
.
Schliesslich
besteht auch kein Grund zur Annahme
, dass die
Ausführungen
von Kreisarzt
Dr.
D.___
, wonach gemäss
„
American Col
lege
of
Rheumatology
“
eine
Osteonekrose
einerseits durch ein schweres Trauma
–
das
vorliegend nicht ausgewiesen ist -
und andererseits in 90
%
der Fälle mit Steroid
en oder C2-Konsum verbunden
sei (
Urk.
6/64/6
), unzutreffend sein könnten.
Vielmehr finden diese Ausführungen von Kreisarzt Dr.
D.___
in der Beurteilung von Dr.
B.___
von der
C.___
vom 14. Oktober 2014 Bestätigung (vgl. E. 2.10 und E. 2.11).
3.4
Im Weiteren kann davon ausgeg
angen werden, dass das Gehen an
Stöcken
, auf welche der Beschwerdeführer
nach dem Unfallereignis vom
8.
August 2013
einige Tage lang angewiesen war,
allenfalls
höchstens eine vorübergehende Verschlimmerung der Ellbog
enbeschwerden links bewirkt hat und im
Zeitpunkt der
Leistungseinstellung
Ende
September 2014
damit
nicht mehr – auch nicht teilweise – kausal für die noch bes
tehenden Ellbogenbeschwerden
war
(vgl. Urk. 6/70/4 und
Urk.
6/64/3)
.
Beim Hinweis des Beschwerdeführers, er habe vor dem Unfall
am linken
Ellbo
gen
keine Beschwerden und Funktionseinschränkungen gehabt (
Urk.
6/64/3
und
Urk.
6/82/1)
, der
im Übrigen
im Widerspruch zu seinen
anfänglichen
Angaben anläs
slich des Telefongesprächs vom 1
2.
November 2013 steht (
Urk.
6/13/1
)
, handelt es sich
im Wesentlichen um die Argumentation
„
post
hoc,
ergo
propter
hoc“. Dabei wird eine Schädigung bereits deshalb als durch einen Unfall verursacht erachtet, weil sie nach diesem aufgetreten ist. Dies ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Beweis des natürlichen Kausal
zusammenhangs nic
ht zu genügen (BGE 119 V 335 E.
2b/
bb
).
Es besteht somit kein Anlass, die Beurteilung von Kreisarzt Dr.
D.___
in Zwei
fel zu ziehen (vgl. E. 1.3).
Von
weiteren medizinischen Abklärungen sind
sodann
keine
entscheidrelevanten
neuen
Erkenntnisse
zu erwarten, weshalb davon abgesehen werden kann
(BGE 124 V 90 E. 4b).
3.5
Es
kann somit
nicht
als
überwiegend wahrscheinlich
erstellt gelten
, dass die El
lbogenbeschwerden links
auf das Unfallereignis vom
8.
August 2013 zurück
zuführen sind.
Das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwi
schen dem Unfallereignis vom
8.
August 2013
und den
Ellbogenbeschwerden
links ist
demzufolge
zu verneinen
(vgl. E. 1.2)
.
Die Beschwerde erweist sich
damit
als unbegründet, was zu deren Abweisung führt.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstKreyenbühl