# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8c2fec4f-7184-5383-96b3-ecec921543eb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-07-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.07.2008 D-4475/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4475-2008_2008-07-08.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4475/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  J u l i  2 0 0 8

Einzelrichter Daniel Schmid, 
mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn, 
Gerichtsschreiber Alfred Weber.

A._______, geboren (...), Iran,
vertreten durch Serif Altunakar, (...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
30. Mai 2008 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4475/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seinen Heimat-
staat am 15. August 2008 verliess und über die (Land 1), (Land 2) und 
(Land  3)  am  2.  Oktober  2006  in  die  Schweiz  einreiste,  wo  er  am 
16. Oktober 2006 um Asyl nachsuchte,

dass er anlässlich der Kurzbefragung im Empfangs- und Verfahrens-
zentrum B._______ vom 23. Oktober 2006 sowie der kantonalen An-
hörung vom 22. Dezember 2006 zur Begründung des Asylgesuchs im 
Wesentlichen  geltend  machte,  er  sei  Kurde  sunnitischen  Glaubens, 
stamme  aus  C._______  und  sei  wegen  eines  Botenganges  für  die 
Iranische  Kurdische  Volkspartei  respektive  die  Peshmerga  verurteilt, 
jedoch auf Kaution freigelassen worden,

dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung 
vom 30. Mai 2008 – eröffnet am 4. Juni 2008 – ablehnte und die Weg-
weisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die Vorbrin-
gen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die Glaub-
haftigkeit gemäss Art. 7  des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, 
SR 142.31) nicht stand,

dass der Beschwerdeführer mit  Eingabe vom 3. Juli 2008 gegen die-
sen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und 
dabei beantragte, die Verfügung des BFM vom 30. Mai 2008 sei aufzu-
heben und ihm Asyl, eventualiter die vorläufige Aufnahme zu gewäh-
ren,

dass ihm ferner für die Dauer des Asylverfahrens der Aufenthalt in der 
Schweiz zu gestatten und auf  die Erhebung eines Verfahrenskosten-
vorschusses zu verzichten sei,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

Seite 2

D-4475/2008

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 ff. VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art. 2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  aner-
kannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art. 3  Abs. 1 
AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft  gemacht ist,  wenn die Be-
hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält, 

dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in we-
sentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich widersprüchlich 

Seite 3

D-4475/2008

sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf 
gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass das BFM die Vorbringen des Beschwerdeführers unter jeweiliger 
Angabe der  Fundstellen in  den Protokollen als  teils  unplausibel  und 
nicht  nachvollziehbar  (beispielsweise  fehlendes  Interesse  des  Be-
schwerdeführers am Inhalt  des von ihm weitergeleiteten Schreibens; 
Festnahme des Vaters und des Onkels in  derselben Angelegenheit), 
teils  nicht  hinreichend  begründet  (beispielsweise  fehlendes  Wissen 
des  Beschwerdeführers  über  den  Inhalt  des  Urteils  respektive  den 
Anklagepunkt;  Nichtbeibringen  einer  Kopie  des  Urteils  trotz  anwalt-
schaftlicher Vertretung im Heimatland) und teils widersprüchlich (Mo-
dalitäten betreffend Leistung der Kaution) bezeichnete,

dass vorab auf diese zutreffenden und zu bestätigenden Erwägungen 
der Vorinstanz zu verweisen ist,

dass namentlich das Nichtbeibringen des besagten Urteils (vgl. A19/7) 
respektive der Protokollaufzeichnungen des Anwalts (vgl. A19/6) über-
wiegende Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwer-
deführers aufkommen lässt,  zumal  er – wie das BFM zu Recht fest-
hält – dazu rund eineinhalb Jahre Zeit gehabt hätte,

dass diese Zweifel zusätzlich durch den Umstand untermauert werden, 
als der Beschwerdeführer offensichtlich die Telefonnummer seines An-
walts kennt (vgl. A19/7), und er überdies von der Schweiz aus telefoni-
schen Kontakt mit seinen Eltern im Heimatland hatte (vgl. A19/3 und 
15),

dass diesbezüglich in der Beschwerdeschrift der Vorhalt des Nichtbei-
bringens  der  Gerichtsakten  zwar  aufgegriffen,  indessen  auf  dessen 
Kern mit keinem Wort eingegangen wird (vgl. Beschwerde Ziff. II/2 S. 5 
f.; der Beschwerdeführer habe "substantiierte Angaben" gemacht),

dass offensichtlich auch die übrigen Einwendungen in der Beschwerde 
nicht  geeignet  sind,  die  zutreffenden  Erwägungen der  Vorinstanz  zu 
entkräften,

dass  jene sich  im Wesentlichen im Zitieren von Protokollstellen  und 
pauschalen sowie unsubstanziierten Schlussfolgerungen erschöpfen,

Seite 4

D-4475/2008

dass schliesslich auch die mit der Beschwerde eingereichten Medien-
artikel zu keiner anderen Schlussfolgerung zu führen vermögen, zumal 
diese bloss allgemein über Hinrichtungen im Iran berichten und offen-
sichtlich keinen Bezug zum Beschwerdeführer aufweisen,

dass es dem Beschwerdeführer somit offensichtilch nicht gelingt,  die 
Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu ma-
chen,  weshalb  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  zu  Recht  abgelehnt 
hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der  Schweizeri-
schen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb die ver-
fügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen 
steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 

Seite 5

D-4475/2008

erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage im Heimat- bzw. Herkunftsstaat des 
Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Ge-
fährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Voll-
zug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass  der  Beschwerdeführer  namentlich  über  ein  tragfähiges  Bezie-
hungsnetz im Heimatstaat verfügt (vgl. A1/3 und A19/4),

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt,  bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art. 8  Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist,

dass das Gesuch um Verzicht auf das Erheben eines Kostenvorschus-
ses mit dem vorliegenden Endentscheid gegenstandslos wird,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

Seite 6

D-4475/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beilage: 
Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten Ref.-Nr. N (...) (per Kurier; in Kopie)

- (zuständige kantonale Behörde) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Daniel Schmid Alfred Weber

Versand: 

Seite 7