# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e0141c46-9a06-560a-b493-2272c9a1b37a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-01-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.01.2019 A-6830/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-6830-2017_2019-01-15.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-6830/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 5 .  J a n u a r  2 0 1 9  

Besetzung 
 Richterin Christine Ackermann (Vorsitz), 

Richterin Kathrin Dietrich, Richter Maurizio Greppi, 

Gerichtsschreiber Oliver Herrmann. 
 

 
 

Parteien 
 Lycamobile AG, 

Hermetschloostrasse 73, 8048 Zürich, 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roger Vago, 

Sihlfeldstrasse 10, Postfach 9708, 8036 Zürich, 

Beschwerdeführerin, 

 
 

 
gegen 

 
 

Bundesamt für Kommunikation BAKOM, 

Abteilung Telecomdienste, Sektion TC-Recht, 

Zukunftstrasse 44, Postfach 256, 2501 Biel/Bienne, 

Vorinstanz. 

 
 

 
 

Gegenstand 
 Aufsichtsrechtliche Massnahmen und 

Auferlegung einer Verwaltungssanktion. 

 

 

 

A-6830/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Das Bundesamt für Kommunikation BAKOM stellte im Frühjahr 2017 mit 

Testanrufen fest, dass die auf der Website der Lycamobile AG publizierten 

Tarife für Verbindungen zu einzelnen Sondernummern (0800-, 084x- und 

090x-Nummern sowie 1xx-Kurznummern) nicht mit den zwischen den In-

habern und den Anbietern der Sondernummern vereinbarten bzw. damals 

im Nummernverwaltungssystem (TSP INet-Server) hinterlegten Preisen 

übereinstimmten, sondern die Lycamobile AG ihren Kunden jeweils höhere 

Kosten in Rechnung stellte. 

Am 12. April 2017 eröffnete das BAKOM deshalb gegen die Lycamo-

bile AG ein Verfahren gemäss Art. 58 des Fernmeldegesetzes (FMG, 

SR 784.10) bezüglich Aufsicht, gemäss Art. 60 FMG bezüglich verwal-

tungsrechtlicher Sanktionen sowie gemäss Art. 11 Abs. 1 Bst. b der Ver-

ordnung vom 6. Oktober 1997 über die Adressierungselemente im Fern-

meldebereich (AEFV, SR 784.104) bezüglich Widerruf von Adressierungs-

elementen. Das BAKOM lud die Lycamobile AG ein, zum Sachverhalt und 

zu den rechtlichen Erwägungen Stellung zu nehmen, und forderte sie na-

mentlich auf, den Nachweis zu erbringen, dass die festgestellten Verlet-

zungen des anwendbaren Rechts behoben worden seien, sowie darzule-

gen, wie solche Verletzungen künftig vermieden würden. Das BAKOM ver-

wies die Lycamobile AG explizit auf Art. 60 Abs. 1 FMG, wonach ein Unter-

nehmen, das gegen anwendbares Recht verstösst, mit einem Betrag von 

bis zu zehn Prozent des in den letzten drei Geschäftsjahren durchschnitt-

lich in der Schweiz erzielten Umsatzes belastet werden kann. 

Nach mehreren Fristverlängerungen und Schriftenwechseln forderte das 

BAKOM die Lycamobile AG mit Schreiben vom 15. Juni 2017 letztmalig 

auf, die genannten Nachweise und Darlegungen zu erbringen, mit der An-

drohung, im Unterlassungsfall eine Verfügung gestützt auf die vorhande-

nen Akten zu erlassen. Die Lycamobile AG nahm innert Frist teilweise Stel-

lung und reichte eine Liste der Rückbuchungen der einzelnen Zahlungen 

an Kunden ein, die von der falschen Preisberechnung betroffen gewesen 

seien. 

Testanrufe des BAKOM am 5. Juli 2017 auf mit den bisher getesteten Te-

lefonnummern teilweise identische Sondernummern zeigten, dass die An-

gaben auf der Website der Lycamobile AG weiterhin nicht dem im TSP 

INet-Server hinterlegten Preismodell entsprachen und/oder bei den Anru-

fern (nach wie vor) zu hohe Kosten erhoben wurden. 

A-6830/2017 

Seite 3 

Mit Schreiben vom 6. Juli 2017 informierte das BAKOM die Lycamobile AG 

über die Testergebnisse vom 5. Juli 2017. Es machte dabei wiederum da-

rauf aufmerksam, dass den Anrufenden nur der im TSP INet-Server für die 

betreffende Einzelnummer hinterlegte Preis in Rechnung gestellt werden 

dürfe. Bei einer Tarifdeklaration "pro rata" müsse der Preis überdies sekun-

dengenau abgerechnet werden, wobei immerhin eine Aufrundung auf die 

nächsten zehn Sekunden toleriert werde. Das BAKOM forderte die Lyca-

mobile AG erneut auf, von der Erhebung von Zuschlägen bei Anrufen auf 

0800-, 084x- und 090x-Nummern abzusehen sowie den rechtmässigen Zu-

stand wiederherzustellen und die entsprechenden Nachweise einzurei-

chen. 

Nach wiederum mehreren Fristverlängerungen und Schriftenwechseln 

führte das BAKOM am 21. September und am 30. Oktober 2017 verschie-

dene Testanrufe durch, die nach wie vor Unregelmässigkeiten im oben dar-

gestellten Sinn ergaben. Sodann stellte das BAKOM fest, dass die Lyca-

mobile AG auf das Konto des Inhabers der SIM-Karte, mit der die Testan-

rufe im Juli 2017 vorgenommen worden waren, zwischenzeitlich eine Gut-

schrift von Fr. 15.– verbucht hatte. 

B.  

Mit Verfügung vom 30. Oktober 2017 auferlegte das BAKOM der Lycamo-

bile AG eine Verwaltungssanktion in der Höhe von Fr. 320'000.– (Disposi-

tiv-Ziff. 1) und wies sie an, innert 30 Tagen den rechtmässigen Zustand 

herzustellen und für Verbindungen zu 084x- und 090x-Nummern sowie 

Kurznummern nach den Art. 29, 32 und 54 AEFV keine Zuschläge zu er-

heben, was mit zweckdienlichen Beweismitteln nachzuweisen sei (Dispo-

sitiv-Ziff. 2). 

C.  

Die Lycamobile AG (nachfolgend: Beschwerdeführerin) erhebt gegen die-

sen Entscheid des BAKOM (nachfolgend: Vorinstanz) mit Eingabe vom 

1. Dezember 2017 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht mit fol-

genden Anträgen: 

1. Es sei in Abänderung von Dispositiv-Ziff. 1 der angefochtenen Ver-

fügung die Beschwerdeführerin mit einer Verwaltungssanktion von 

Fr. 46'936.– zu belasten. 

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Seite 4 

2. Es sei in Abänderung von Dispositiv-Ziff. 2 der angefochtenen Ver-

fügung die Beschwerdeführerin zu verpflichten, den entsprechen-

den Nachweis des rechtmässigen Zustands innert 60 Tagen ab 

Eingang der Beschwerde abzugeben. 

[…] 

D.  

Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 5. Februar 2018 die Ab-

weisung der Beschwerde. 

E.  

Die Beschwerdeführerin verzichtet stillschweigend auf das Einreichen ei-

ner weiteren Stellungnahme insbesondere zur Vernehmlassung der Vorin-

stanz. 

F.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die sich bei den Akten be-

findlichen Dokumente wird – soweit entscheidrelevant – in den nachfolgen-

den Erwägungen eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Verfügung im 

Sinne von Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVG, SR 172.021), 

die von einer Vorinstanz im Sinne von Art. 33 Bst. d des Verwaltungsge-

richtsgesetzes (VGG, SR 173.32) erlassen wurde. Da keine Ausnahme ge-

mäss Art. 32 VGG vorliegt, ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung der Beschwerde zuständig (Art. 31 VGG und Art. 44 VwVG). 

Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem 

Verwaltungsverfahrensgesetz, soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts 

anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 

1.2 Die Beschwerdeführerin hat sich am vorinstanzlichen Verfahren betei-

ligt und ist als Adressatin der angefochtenen Verfügung, mit der ihr die 

Vorinstanz unter anderem eine Verwaltungssanktion auferlegte, ohne Wei-

teres zur Beschwerde legitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

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Seite 5 

1.3 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (vgl. 

Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 VwVG) ist demnach einzutreten. 

2.  

Soweit die Beschwerdeführerin mit ihrem Antrag 2 verlangt, die Frist für 

den Nachweis des rechtmässigen Zustands auf 60 Tage ab Eingang der 

Beschwerde anzusetzen, ist die Beschwerde als gegenstandslos gewor-

den abzuschreiben, nachdem diese 60 Tage längst verstrichen sind (vgl. 

im Übrigen die Ausführungen dazu in E. 11.1). 

3.  

Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet grundsätzlich mit uneinge-

schränkter Kognition. Es überprüft die angefochtene Verfügung auf Rechts-

verletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Feststellung 

des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Ermessens-

ausübung – sowie auf Angemessenheit hin (Art. 49 VwVG). 

4.  

Die Beschwerdeführerin rügt vorab eine Verletzung des Rechtsgleichheits-

gebots (Art. 8 Abs. 1 der Bundesverfassung [BV, SR 101]) und macht gel-

tend, die Vorinstanz wäre verpflichtet gewesen, sie zur Bestellung einer 

anwaltlichen Vertretung aufzufordern. Zwar handle es sich bei ihr um ein 

internationales Unternehmen; sie sei jedoch hauptsächlich im sogenannt 

"ethnischen" Markt tätig und werde von "nicht originär deutsch [recte: 

Deutsch] sprechenden" Personen geleitet, was "aufgrund der Namen of-

fensichtlich" erscheine. 

Anders als etwa Art. 41 Abs. 1 des Bundesgerichtsgesetzes (BGG, 

SR 173.110) oder Art. 69 Abs. 1 der Zivilprozessordnung (ZPO, SR 272) – 

wobei diese Bestimmungen primär auf natürliche Personen zugeschnitten 

sein dürften (vgl. statt vieler Urteil des Bundesgerichts [BGer] 4A_372/2018 

vom 30. Juli 2018 E. 2.2 betreffend die entsprechende Rechtsprechung 

zum Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege) und restriktiv anzuwenden 

sind (vgl. Urteil des BGer 5A_483/2018 vom 23. Oktober 2018 E. 3.2) – 

enthalten das Verwaltungsverfahrensgesetz (insbesondere in Art. 11 ff. 

VwVG) und das Verwaltungsgerichtsgesetz keine Bestimmung, die eine 

Behörde unter gewissen Umständen verpflichten würde, eine Partei aufzu-

fordern, sich anwaltlich vertreten zu lassen, bzw. – im Unterlassungsfall – 

von Amtes wegen einen Anwalt zu bestellen. Im vorliegenden Fall könnte 

aber jedenfalls auch bei einer sinngemässen Anwendung von Art. 41 

Abs. 1 BGG und Art. 69 Abs. 1 ZPO bzw. aus dem allgemeinen Grundsatz 

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Seite 6 

der Verfahrensfairness keine entsprechende Verpflichtung der Vorinstanz 

abgeleitet werden, handelt es sich doch bei der Beschwerdeführerin ge-

mäss eigenen Angaben um den Schweizer Ableger eines internationalen 

Konzerns mit einem Jahresumsatz von 1.5 Milliarden Euro (2014) und über 

15 Millionen Kunden in 22 Ländern (vgl. < http://www.lycamobile.ch/de/

ueber-lycamobile/ >, abgerufen am 10.01.2019; ferner die nicht bestritte-

nen Ausführungen der Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung, Ziff. 4.4 S. 6 f.). 

Eine solche Verpflichtung kann von vornherein nur in Betracht kommen, 

wenn die betreffende Verfahrenspartei nicht einmal in der Lage ist, selbst 

einen Anwalt zu mandatieren (vgl. statt vieler Urteil des BGer 5A_712/2017 

vom 30. Januar 2018 E. 2 m.H.). Insbesondere rechtfertigte namentlich 

das Nichtbeherrschen einer Verfahrenssprache für sich allein keine solche 

Anordnung (vgl. Urteil des BGer 4A_510/2017 vom 9. November 2017 

m.H.). Dass die Beschwerdeführerin sodann sehr wohl selbst einen anwalt-

lichen Rechtsvertreter beiziehen konnte, zeigt bereits ihre entsprechende 

Vertretung im vorliegenden Beschwerdeverfahren. 

5.  

Bei der Beschwerdeführerin handelt es sich um eine unter das Fernmelde-

gesetz fallende Fernmeldedienstanbieterin. Die Zuständigkeit der Vorin-

stanz für den Erlass der angefochtenen Verfügung blieb zu Recht unbe-

stritten (vgl. Art. 60 Abs. 2 i.V.m. Art. 58 Abs. 4 und Art. 4 Abs. 1 FMG). 

6.  

Fernmeldedienstanbieterinnen dürfen für Verbindungen zu Nummern des 

Typs 084x und 0878 ihren Kunden nur eine zeitabhängige Gebühr von ma-

ximal 7,5 Rappen pro Minute (ohne Mehrwertsteuer) in Rechnung stellen. 

Abgerechnet wird sekundengenau. Der Endbetrag darf auf die nächsten 

zehn Rappen aufgerundet werden (Art. 39a Abs. 1 der Verordnung vom 

9. März 2007 über Fernmeldedienste [FDV, SR 784.101.1]). 

Gemäss Art. 39b Abs. 1 FDV darf sodann für Verbindungen zu Nummern 

des Typs 090x und zu Kurznummern nach den Artikeln 29–32 und 54 AEFV 

nur der Preis in Rechnung gestellt werden, der zwischen dem Inhaber der 

Nummer und der Fernmeldedienstanbieterin, bei der die Nummer in Be-

trieb steht, für einen Anruf auf die Nummer vereinbart ist und der nach 

Art. 11a und 13a der Verordnung vom 11. Dezember 1978 über die Be-

kanntgabe von Preisen (Preisbekanntgabeverordnung, PBV, SR 942.211) 

bekannt gegeben wird. Zuschläge dürfen zu den vorstehend genannten 

Preisen grundsätzlich keine verlangt werden (Art. 39b Abs. 2 FDV in der 

heute geltenden Fassung bzw. in der bis Ende 2017 in Kraft stehenden 

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Seite 7 

Fassung vom 1. Juli 2015 [AS 2014 4164], die noch eine – hier nicht rele-

vante – Ausnahme vorsah). 

7.  

7.1 Die Vorinstanz wacht als Aufsichtsbehörde darüber, dass das interna-

tionale Fernmelderecht, das Fernmeldegesetz, die Ausführungsvorschrif-

ten und die Konzessionen eingehalten werden (Art. 58 Abs. 1 Satz 1 

FMG). Stellt es eine Rechtsverletzung fest, so kann es (unter anderem) 

von der für die Verletzung verantwortlichen Person verlangen, den Mangel 

zu beheben oder Massnahmen zu treffen, damit die Verletzung sich nicht 

wiederholt, wobei die für die Verletzung verantwortliche Person der Vorin-

stanz mitteilen muss, was sie unternommen hat (Art. 58 Abs. 2 Bst. a 

FMG). Verstösst ein Unternehmen gegen anwendbares Recht, die Kon-

zession oder eine rechtskräftige Verfügung, so kann es mit einem Betrag 

von bis zu zehn Prozent des in den letzten drei Geschäftsjahren durch-

schnittlich in der Schweiz erzielten Umsatzes belastet werden (Art. 60 

Abs. 1 FMG; vgl. dazu Urteil des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer] 

A-4855/2012 vom 14. Mai 2013 E. 5 ff.). Die Erzielung eines Vorteils bzw. 

Gewinns ist – anders als noch unter früherem Recht (vgl. Art. 60 Abs. 1 

FMG in der Fassung vom 20. Oktober 1997, AS 1997 2202) – keine Vo-

raussetzung für die Verhängung einer Sanktion, da diese einzig die Durch-

setzung des Rechts ermöglichen soll (Botschaft des Bundesrates vom 

12. November 2003 zur Änderung des Fernmeldegesetzes, BBl 2003 

7990; zur Möglichkeit der Gewinnabschöpfung vgl. dagegen Art. 58 Abs. 2 

Bst. b FMG; vgl. ferner Urteil des BVGer A-4855/2012 vom 14. Mai 2013 

E. 5.3.3). 

7.2 Die Höhe der Verwaltungssanktion muss verhältnismässig sein (Art. 5 

Abs. 2 BV; Urteile des BGer 2C_741/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.1 und 

2A.368/2000 vom 22. November 2000 E. 2a/cc). Gemäss Art. 60 Abs. 3 

FMG sind bei der Bemessung der Sanktion insbesondere die finanziellen 

Verhältnisse des Unternehmens und die Schwere des Verstosses zu be-

rücksichtigen. Im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung ist somit auch 

zu würdigen, welche Pflichten verletzt wurden und ob der Verstoss wieder-

holt begangen wurde (Urteil des BVGer A-4855/2012 vom 14. Mai 2013 

E. 6.3 m.w.H.). Überdies ist zu berücksichtigen, ob die Beschwerdeführerin 

mit "Bereicherungsabsicht" (d.h. in der Absicht, einen Gewinn zu erzielen) 

handelte und welches (objektivierte) "Verschulden" sie trifft (zur Beachtung 

des "Verschuldens" von juristischen Personen bei der Bemessung von Ver-

waltungssanktionen vgl. Urteil des BGer 2A.368/2000 vom 22. November 

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Seite 8 

2000 E. 2c/bb; Urteil des BVGer B-7633/2009 vom 14. September 2015 

E. VIII/2a (3) Rz. 646 ff. S. 286 ff.). 

7.3 Da die Vorinstanz bei der Verhängung einer Verwaltungssanktion über 

ein eigenes Entschliessungsermessen verfügt, hat das Bundesverwal-

tungsgericht den diesbezüglichen Ermessensspielraum zu respektieren 

und nicht sein Ermessen an die Stelle desjenigen der Vorinstanz zu setzen 

(Urteil des BVGer B-5431/2013 vom 17. November 2014 E. 5.3 m.H.; vgl. 

ferner Urteil des BVGer B-7633/2009 des BVGer vom 14. September 2015 

E. VIII/1c (3) Rz. 638 S. 283 f.). 

8.  

8.1 Die Beschwerdeführerin anerkennt den in der angefochtenen Verfü-

gung dargestellten Sachverhalt und die dadurch begangene Verletzung der 

soeben erwähnten Vorschriften grundsätzlich. Sie erachtet allerdings die 

ausgefällte Sanktion als zu hoch. Zu berücksichtigen sei, dass (unmittel-

bar) vor Erlass der Verfügung nur die Problematik der "pro rata Verrech-

nung" noch nicht behoben gewesen sei. Überdies habe sie die Differenz 

zwischen den korrekten und den fälschlicherweise verrechneten Tarifen 

den Kunden mittels Gutschrift zurückerstattet. 

8.2 Erwiesen ist, dass die Beschwerdeführerin ihren Kunden mindestens 

während siebeneinhalb Monaten teilweise überhöhte Tarife für verschie-

dene Sondernummern in Rechnung stellte. Die Vorinstanz vermutet ferner, 

ohne dass dies bestritten worden wäre, die Beschwerdeführerin habe be-

reits vor dem 15. März 2017 – dem Datum der ersten Testanrufe – falsch 

abgerechnet, nämlich schon seit dem 1. Juli 2015. Damals traten die 

Art. 39a und 39b FDV in Kraft (AS 2014 4163 f.); zuvor war die Erhebung 

von Zuschlägen durch Fernmeldedienstanbieterinnen zulässig. Tatsächlich 

ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin es versäumte bzw. 

unterliess, ihre ursprünglich rechtmässigen Tarife an die auf den 1. Juli 

2015 in Kraft getretene Revision der Verordnung über Fernmeldedienste 

anzupassen. Andernfalls müsste angenommen werden, dass die Be-

schwerdeführerin zwar erst später, dafür aber von Beginn an widerrechtli-

che Tarife eingeführt hatte, was jedenfalls als zumindest ebenso schwer-

wiegender Verstoss gegen die aufgeführten Vorschriften gewertet werden 

müsste. Es ist demnach zugunsten der Beschwerdeführerin davon auszu-

gehen, dass sie bzw. ihre Organe nicht absichtlich einen gesetzwidrigen 

Zustand schufen. Ihr "Verschulden" wiegt trotzdem nicht leicht, da es ihre 

Aufgabe ist, sich über die jeweils geltenden gesetzlichen Vorschriften zu 

A-6830/2017 

Seite 9 

informieren und – soweit erforderlich – Anpassungen am Geschäftsmodell 

vorzunehmen. 

Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin auch nach dem Hinweis der 

Vorinstanz auf ihre rechtswidrige Abrechnungspraxis weiterhin teilweise 

falsch abrechnete, indem sie ihren Kunden auch dort ganze Minutentarife 

belastete, wo der Tarif gemäss Nummernverwaltungssystem pro rata ab-

zurechnen gewesen wäre. Trotz einer weiteren Ermahnung durch die Vor-

instanz hatte die Beschwerdeführerin diesen Mangel auch im Zeitpunkt des 

Erlasses der angefochtenen Verfügung noch nicht behoben. Selbst wenn 

dieses Verhalten der Beschwerdeführerin mit der Vorinstanz als "einmali-

ger Verstoss" qualifiziert wird, handelt es sich dabei um keine leichte Ver-

letzung der fernmelderechtlichen Vorschriften. 

8.3 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe ihren Kunden die 

fälschlicherweise verrechneten Tarife mittels Gutschrift zurückbezahlt. Die 

Vorinstanz geht allerdings wohl zu Recht – und ohne dass es von der Be-

schwerdeführerin bestritten würde – davon aus, dass dies nur für die Mo-

nate März bis Juni bzw. Juli 2017 gilt (Vernehmlassung, S. 5) und nicht bis 

Ende Oktober 2017. Der Beschwerdeschrift vom 1. Dezember 2017 lässt 

sich jedenfalls entnehmen, die "insgesamt gutgeschriebenen Beträge per 

30.6.[2017]" (Hervorhebung hinzugefügt) hätten sich auf rund Fr. 41'000.– 

belaufen (S. 3 unten); dabei (d.h. den Fr. 41'000.–) handle es sich um den 

(insgesamt) "nachweislich erzielten Vorteil" (S. 7 oben). Aber selbst wenn 

die Beschwerdeführerin ihren Kunden die gesamten zu viel in Rechnung 

gestellten Kosten erstattet hätte, vermöchte dies nichts an der (relativen) 

Schwere ihres Verstosses gegen die gesetzliche Regelung zu ändern. 

Daraus ergibt sich weiter, dass die von der Beschwerdeführerin zu Unrecht 

erzielten Mehreinnahmen ein erhebliches Ausmass erreichten, beziffert 

diese ihren durchschnittlichen Jahresgewinn in den Jahren 2014–2016 

doch auf rund Fr. 83'000.– (was von der Vorinstanz allerdings angesichts 

des um ein Vielfaches höheren Umsatzes in Zweifel gezogen wird). Dies 

räumt auch die Beschwerdeführerin implizit ein, wenn sie anführt, selbst 

die von ihr beantragte Sanktionshöhe im Umfang von einem Prozent des 

laufenden Umsatzes (entsprechend Fr. 46'936.–) sei "sehr wohl spürbar", 

entspreche sie "doch [rund] der Hälfte des in den letzten drei Jahren durch-

schnittlich erzielten Gewinnes" (Beschwerdeschrift, S. 7 oben). 

A-6830/2017 

Seite 10 

8.4 Es trifft zwar zu, dass bei Erlass der angefochtenen Verfügung offenbar 

nur noch insoweit ein rechtswidriger Zustand vorherrschte, als die Be-

schwerdeführerin gewisse Sondernummern immer noch pro Minute statt 

pro rata bzw. pro zehn Sekunden abrechnete. Daraus kann die Beschwer-

deführerin jedoch nichts zu ihren Gunsten ableiten, soll doch mit der ange-

ordneten Verwaltungssanktion nicht nur im Zeitpunkt des Verfügungserlas-

ses noch bestehendes rechtswidriges Verhalten sanktioniert werden. Über-

dies erging die angefochtene Verfügung erst rund ein halbes Jahr nach der 

ersten Ermahnung der Beschwerdeführerin durch die Vorinstanz. Dass die 

Beschwerdeführerin zu diesem Zeitpunkt und nach mehreren Ermahnun-

gen den widerrechtlichen Zustand immer noch nicht vollständig behoben 

hatte, ist vielmehr zuungunsten der Beschwerdeführerin zu berücksichti-

gen. 

8.5 Die von der Beschwerdeführerin begangene Rechtsverletzung ist ins-

gesamt als nicht leicht zu bezeichnen. 

9.  

Die in der Schweiz tätige Beschwerdeführerin erzielte in den Jahren 2014–

2016 einen durchschnittlichen Umsatz von rund 64 Millionen Franken, wie 

sich den Akten entnehmen lässt. Der höchstmögliche Sanktionsbetrag im 

Sinne von Art. 60 Abs. 1 FMG beträgt demnach 6.4 Millionen Franken 

(10 Prozent), wovon die Vorinstanz fünf Prozent entsprechend Fr. 320'000.– 

als Sanktion ausfällte. Dieser Betrag von 0.5 Prozent des Umsatzes er-

scheint ohne Weiteres als angemessen, umso mehr als die Vorinstanz da-

rauf verzichtete, in Anwendung von Art. 58 Abs. 2 Bst. b FMG den von der 

Beschwerdeführerin rechtswidrig erzielten Gewinn einzuziehen. 

Dies zeigt auch die bisherige Rechtsprechung. Dem Urteil des Bundesge-

richts 2A.368/2000 vom 22. November 2000 lag der Sachverhalt zugrunde, 

dass das dort sanktionierte Unternehmen trotz dreimaliger Aufforderung ei-

nen Statistik-Fragebogen zu Finanzdaten nicht ausgefüllt und der zustän-

digen Behörde eingereicht hatte. Das Bundesgericht erachtete den Sank-

tionsbetrag in der Höhe von Fr. 15'000.– bzw. fünf Prozent des massgebli-

chen Höchstsatzes für die "nicht schwerwiegende" Rechtsverletzung als 

eher hoch, jedoch noch als rechtmässig. Ebenfalls einen Verstoss gegen 

die Auskunftspflicht hatte das Bundesverwaltungsgericht im Urteil 

A-4855/2012 vom 14. Mai 2013 zu beurteilen. Das dort sanktionierte Un-

ternehmen hatte einen Fragebogen betreffend die Pflicht zur Gewährleis-

tung des Zugangs zu den Notrufdiensten trotz dreimaliger Ermahnung 

nicht ausgefüllt und retourniert. Das Gericht erachtete eine Sanktion von 

A-6830/2017 

Seite 11 

Fr. 6'700.– entsprechend rund vier Prozent der maximalen Verwaltungs-

sanktion als angemessen. Vorliegend ist dagegen nicht die "blosse" Verlet-

zung einer Auskunftspflicht zu beurteilen; das rechtswidrige Verhalten der 

Beschwerdeführerin ist als schwerwiegender einzustufen, umso mehr als 

dadurch auch private Dritte bzw. Konsumenten direkt geschädigt wurden. 

Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass Letztere offenbar 

zumindest teilweise – aber nachträglich – entschädigt wurden. 

Die Beschwerdeführerin weist zwar auf ihren "marginalen" Gewinn hin, der 

"jedes Jahr gesunken" sei. Allerdings macht sie selbst nicht geltend, die 

verhängte Sanktion bringe sie in ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten. 

Der von der Vorinstanz festgesetzte Betrag erweist sich daher auch als 

zumutbar. Eine Ermessensüberschreitung durch die Vorinstanz ist zu ver-

neinen. 

10.  

Die Beschwerde ist demnach als unbegründet abzuweisen, soweit sie nicht 

zufolge Gegenstandslosigkeit abzuschreiben ist. 

11.  

11.1 Die Kosten des Verfahrens vor dem Bundesverwaltungsgericht set-

zen sich zusammen aus der Gerichtsgebühr und den Auslagen (Art. 1 

Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

Die Gerichtsgebühr bemisst sich nach Umfang und Schwierigkeit der 

Streitsache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien 

(Art. 2 Abs. 1 VGKE). In Streitigkeiten mit Vermögensinteresse beträgt die 

Gerichtsgebühr beim vorliegenden Streitwert von – unter Berücksichtigung 

von Rechtsbegehren Ziff. 2 – rund Fr. 273'064.– (Fr. 320'000.– abzüglich 

Fr. 46'936.–) zwischen Fr. 3'000.– und 14'000.– Franken (Art. 4 VGKE). 

Die Gerichtsgebühr ist unter Würdigung der konkreten Umstände auf 

Fr. 5'000.– festzusetzen. 

Die Verfahrenskosten sind grundsätzlich der unterliegenden Partei aufzu-

erlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Bei Gegenstandslosigkeit des Verfahrens 

hat in der Regel jene Partei die Verfahrenskosten zu tragen, deren Verhal-

ten die Gegenstandslosigkeit bewirkt hat (Art. 5 Abs. 1 VGKE). Vorliegend 

unterliegt die Beschwerdeführerin betreffend Rechtsbegehren Ziff. 1. Über-

dies hat sie die Gegenstandslosigkeit von Rechtsbegehren Ziff. 2 zu ver-

treten, da dieses nicht über die von der Vorinstanz in Dispositiv-Ziff. 2 der 

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angefochtenen Verfügung getroffene Anordnung hinausgeht: Der Be-

schwerde kommt von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zu (Art. 55 

Abs. 1 VwVG), weshalb die genannte Anordnung unter Berücksichtigung 

der 30-tägigen Rechtsmittelfrist einer allfälligen Beschwerde ans Bundes-

gericht (vgl. Art. 100 Abs. 1 BGG) von vornherein frühestens 60 Tage nach 

Eröffnung der Verfügung an die Beschwerdeführerin rechtskräftig werden 

konnte (daran ändert im Übrigen auch Art. 103 Abs. 1 BGG nichts, der le-

diglich die Vollstreckbarkeit, nicht aber die Rechtskraft betrifft [vgl. BGE 138 

II 169 E. 3.3; Urteil des BGer 8C_655/2017 vom 3. Juli 2018 E. 1.3, nicht 

publ. in: BGE 144 V 224]). 

Die Verfahrenskosten von Fr. 5'000.– sind demnach ausgangsgemäss der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen und dem von dieser geleisteten Kosten-

vorschuss zu entnehmen. Der Restbetrag von Fr. 3'500.– ist ihr nach Ein-

tritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten. 

11.2 Eine Parteientschädigung ist weder der unterliegenden Beschwerde-

führerin (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 VGKE) noch der Vorin-

stanz (vgl. Art. 7 Abs. 3 VGKE) zuzusprechen. 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit sie nicht als gegenstandslos 

geworden abgeschrieben wird. 

2.  

Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 5'000.– festgesetzt und der Be-

schwerdeführerin auferlegt. Dieser Betrag wird dem geleisteten Kostenvor-

schuss entnommen. Der Restbetrag von Fr. 3'500.– wird der Beschwerde-

führerin nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstat-

tet. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

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4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. 482.2/1000425756; Einschreiben) 

– das Generalsekretariat UVEK (Gerichtsurkunde) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Christine Ackermann Oliver Herrmann 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechts-

schrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. 

Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die be-

schwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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