# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 739747fe-ab14-5f58-ad3d-27a5d7906d28
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-29
**Language:** de
**Title:** Sturz führte zu Verletzungen am Knie und OSG; beweiskräftige kreisärztliche Beurteilung bezüglich des Knies, Status quo sine vel ante war nach zwölf Wochen erreicht; bezüglich OSG hat die BGin trotz wiederholt gestellten Begehren der BFin noch nicht verfügt; Rechtsverweigerung bejaht und insofern Beschwerde teilweise gutgeheissen.
**Docket/Reference:** UV.2023.00062
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2023.00062.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2023.00062
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Fehr, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Ersatzrichter Wilhelm
Gerichtsschreiber Würsch
Urteil
vom
29. September 2023
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Tobias
Figi
Fankhauser Rechtsanwälte
Rennweg 10, 8022 Zürich
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1969,
war als arbeitslose Person
durch die Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie
am 27. August 2021 bei einer Treppe ausrutschte, stürzte und sich dabei am
rechten Knie sowie am rechten oberen Sprunggelenk (OSG) verletzte (Urk. 8/1, 8/6 f.).
Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen für die attestierte Arbeitsunfähigkeit und die medizinische Heilbehandlung (Urk. 8/9, 8/40 und 8/90).
Nach Eingang medizinischer Unterlagen (
unter anderem
Urk.
8/6, 8/18, 8/25
,
8/32-34
, 8/49, 8/63-66 und 8/69
) gelangte die Suva an die Kreisärztin med.
pract
.
Y.___
, Fachärztin für Anästhesiologie,
welche am 1. Februar
und 20.
Juli
2022 zur Sache Stellung bezog (Urk. 8/35
, 8/72
).
Mit Schreiben gleichen Datums
teilte die Suva der Versicherten mit, dass aufgrund der kreisärztlichen Beurteilung die bestehenden Beschwerden am rechten Knie nicht mehr unfallbedingt seien und die Versicherungsleistungen per 31. Juli 2022 eingestellt würden (Urk. 8/73/2 f.).
Damit erklärte sich die Versicherte im Rahmen eines Telefonats vo
m
27. Juli 2022 nicht einverstanden und verlangte eine
ein
spra
chefähige
Verfügung (Urk. 8/81).
Nachdem die Suva
auf entsprechende Auf
forderung der Kreisärztin (Urk. 8/82)
zusätzliche
MRT-Berichte eingeholt hatte (Urk. 8/84-86), gab
diese
am 19. August 2022 erneut eine Stellungnahme ab (Urk. 8/93).
Daraufhin verfügte die Suva am 22. August 2022
im Sinne ihres
Schrei
ben
s
vom 20. Juli 2022 (Urk. 8/101)
, wogegen die Versicherte am 23. September 2023 Einsprache erhob (Urk. 8/104).
Nach Einsichtnahme in die Akten ersuchte die Versicherte mit Schreiben vom 13. Oktober 2022
um die Aus
richtung der ihres Erachtens
rückwirkend und
weiterhin geschuldeten Leistungen für das
rechte OSG
(Urk. 8/113).
Am 31. Oktober 2022 ergänzte sie zudem ihre Einsprache (Urk. 8/115).
Diese wies die Suva mit
Einspracheentscheid
vom 15.
März 2023 ab
, soweit sie darauf eintrat
(Urk. 2 = Urk. 8/122).
2.
Dagegen erhob
X.___
am 27. April 2023 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, der angefochtene
Einspracheentscheid
sei aufzuheben und es seien ihr für das am 27. August 2021 traumatisierte rechte Knie und das rechte OSG die gesetzlichen Leistungen (insbesondere Taggelder und Heilungskosten) auch nach dem 31. Juli 2022 auszurichten. Zudem sei erst nach Erreichen des medizinischen Endzustandes beider Unfallverletzungen der Anspruch auf eine Rente und/oder eine Integritätsentschädigung zu prüfen. Eventualiter sei ein neutrales orthopädisches Gutachten durch einen Spezialisten für untere Extremi
täten erstellen zu lassen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 22. Mai 2023 schloss
die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei (Urk. 7 S. 2), worüber die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 25. Mai 2023 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 9).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden –
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei den im Einzelnen in Abs. 2 aufgeführten Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
ge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 142 V 435 E. 1, 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, je mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_305/2022 vom 13. April 2023 E. 3.1).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 142 V 435 E. 1, 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesund
heitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfall
fremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krank
hafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksals
mässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbe
gründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, liegt die entsprechende Beweis
last
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausal
zu
sammenhang gegeben ist
nicht beim Versicherten, sondern beim Unfall
versicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteile des Bundesgerichts 8C_600/2021 vom 3. März 2022 E. 3.2 und 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2, je mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG Leistungen zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
1.4
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundes
gerichts 8C_527/2020 vom 2. November 2020 E. 4.1 mit Hinweisen).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Mög
lichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behand
lung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versi
cherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststel
lungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_64/2021 vom 14. April 2021 E. 3.2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3). Grundlage für die Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose erfasst werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_640/2022 vom 9. August 2023 E. 4.1.2 und 8C_299/2022 vom 5. September 2022 E. 2.3, je mit Hinweisen).
1.5
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1
mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung
strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
1.6
Als Minimalanforderung an ein rechtsstaatliches Verfahren gewährleistet Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) den Erlass eines Entscheides innerhalb einer angemessenen Frist (BGE 144 II 486 E. 3.2). Eine Verletzung von Art. 29 Abs. 1 BV – sowie gegebenenfalls von Art. 6 Ziff. 1
der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (
EMRK
;
BGE 130 I 174
m.w.H
.) – liegt nach der Rechtsprechung unter anderem dann vor, wenn eine Gerichts- oder Verwaltungsbehörde ein Gesuch, dessen Erledigung in ihre Kompetenz fällt, nicht an die Hand nimmt und behandelt. Ein solches Verhalten
einer Behörde, welche pflichtwidrig völlig untätig bleibt oder auf eine ihr frist- und formgerecht unterbreitete Sache nicht eintritt, obschon sie darüber befinden müsste, wird in der Rechtsprechung als formelle Rechtsver
weigerung bezeichnet (vgl. BGE 135 I 6 E. 2.1, 134 I 229 E. 2.3, 133 V 188 E. 3.2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 2C_526/2020 vom 20. Oktober 2020 E. 3.6.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 15. März 2023 im Wesentlichen, strittig sei, ob zwischen den von der Beschwer
deführerin über den 31. Juli 2022 hinaus noch geklagten Kniebeschwerden rechts und dem Unfall vom 27. August 2021 ein natürlicher Kausalzusammenhang und damit über den 31. Juli 2022
hinaus
eine Leistungspflicht für die geltend gemachten Kniebeschwerden rechts bestehe. Soweit die Beschwerdeführerin
einspracheweise
die Ausrichtung von Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen für OSG-Beschwerden rechts beantragt
habe
, fehle es an einem Anfechtungs
gegenstand, weshalb darauf nicht eingetreten werden könne. Mit Verfügung vom 22. August 2022 sei zu Versicherungsleistungen
im
Zusammenhang mit allfäl
ligen OSG-Beschwerden nicht Stellung genommen worden.
Im Übrigen wies die Beschwerdegegnerin
«
der Vollständigkeit halber
»
darauf hin, dass aufgrund der
Akten im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 31. Juli 2022 keine OSG-Beschwerden rechts mehr ausgewiesen gewesen seien (Urk. 2 S. 3 f.).
Hinsichtlich der Kniebeschwerden rechts
könne auf die kreisärztliche Beurteilung von med.
pract
.
Y.___
, Fachärztin für Anästhesiologie, vom 19. August 2022 abgestellt werden, welche unter Berücksichtigung sämtlicher massgebender Akten verfasst worden sei.
Demgemäss seien die über den 31. Juli 2022 noch geklagten Kniebeschwerden rechts mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr auf den Unfall vom 27. August 2021 zurückzuführen. Eine anders lautende ärztliche Kausalitätsbeurteilung liege nicht vor. Weitere medizinische Abklärun
gen seien vor diesem Hintergrund nicht angezeigt. Der per 31. Juli 2022 verfügte Fallabschluss, die Einstellung der Versicherungsleistungen (Taggeld und Heil
kosten) auf diesen Zeitpunkt und die Verneinung eines Anspruchs auf weitere Versicherungsleistungen erwiesen sich als korrekt (Urk. 2 S. 6 f.).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeschrift vom 27. April 2023 zusammengefasst geltend,
die Beschwerdegegnerin habe klar die Leistungspflicht für beide Verletzungen am
Knie und OSG rechts anerkannt (Urk. 1 S.
11
).
Über die Leistungsterminierung am rechten OSG habe sie bis heute nicht verfügt, weshalb sie für dieses Leiden immer noch leistungspflichtig sei.
Sie habe sich auch bis heute geweigert, eine entsprechende Verfügung zu erlassen, obwohl mehrfach kundgetan worden sei, dass auch für das Unfalleiden am rechten OSG die Leistungsterminierung per 31. Juli 2022 nicht akzeptiert werde.
Es liege somit ein Fall von Art. 56 Abs. 2 ATSG
(Rechtsverweigerung)
vor, weshalb auch betreffend Unfalleiden am rechten OSG klar ein Anfechtungsobjekt
gegeben sei.
Des Weiteren sei sie
, die Beschwerdeführerin,
von
m
ed.
pract
.
Y.___
nie
untersucht
worden
und
diese sei
weder Fachärztin für Chirurgie noch für Orthopädie. Gestützt auf
ihre
Beurteilung könne die Beschwerdegegnerin nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit beweisen, dass der Kausalzusammenhang
betreffend das Knie rechts bereits per 31. Ju
l
i 2022 dahingefallen sei
, weshalb sie weiterhin leistungspflichtig sei
(Urk. 1 S. 12
f.
).
Eventualiter
sei zur Abklärung des Sachverhaltes ein orthopädisches Gutachten
bei einem neutralen externen Spezialisten für untere Extremitäten in Auftrag zu geben (Urk. 1 S. 15).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort vom 22. Mai 2023 betonte die Beschwerdegegnerin
einerseits, dass es in Bezug auf
die auch nach dem 31. Juli 2022 beantragte Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen für OSG-Beschwerden rechts an einem Anfechtungsgegenstand und somit
an
einer Sachurteilsvoraussetzung fehle (Urk.
7 S. 4). Andererseits hielt sie unverändert fest, dass auf die nachvollziehbare kreisärztliche Beurteilung abgestellt werden könne.
Für deren Beweiswert seien w
eder der Umstand, dass med.
pract
.
Y.___
Fachärztin für Anästhesiologie sei, noch der Verzicht auf eine persönliche kreisärztliche Untersuchung
abträglich
(Urk. 7 S. 6 f.).
3.
3.1
Vorab ist auf den von der Beschwerdeführerin erhobenen Vorwurf der Rechtsver
weigerung einzugehen
.
Die Beschwerdegegnerin
habe
sich
demnach
bis anhin
geweigert,
über die Leistungsterminierung
im Zusammenhang mit den OSG-Beschwerden rechts
zu
verfüg
en
, obwohl
sie, die Beschwerdeführerin, mehrfach kundgetan habe, mit der Einstellung der Leistungen per 31. Juli 2022 nicht einverstanden zu sein (Urk. 1 S.
13).
3.2
Gemäss Art. 49 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger über Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die erheblich sind oder mit denen die betroffene Person nicht einverstanden ist, schriftlich Verfügungen zu erlassen. Die Verfü
gun
gen werden mit einer Rechtsmittelbelehrung versehen; sie sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen (Art. 49 Abs. 3 Sätze
1
und
2
ATSG). Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die nicht unter Art.
49 Abs. 1 ATSG fallen, können in einem formlosen Verfahren behandelt werden (Art. 51 Abs. 1 ATSG). Die betroffene Person kann den Erlass einer Verfügung verlangen (Art. 51 Abs. 2 ATSG).
Erlässt der Versicherungsträger entgegen dem Begehren der betroffenen Person keine Verfügung oder keinen
Einspracheentscheid
, kann beim kantonalen Ver
sicherungsgericht Beschwerde erhoben werden (Art. 56 Abs. 2 ATSG). Diese Rechtsverweigerungsbeschwerde kann ausschliesslich darauf gerichtet sein, einen anfechtbaren Entscheid des Versicherungsträgers zu erhalten (vgl. BGE 133 V 188). Die
Rechtsverweigerung kann grundsätzlich jederzeit gerügt werden und ist jedenfalls dann nicht verspätet, wenn der Versicherungsträger das anbegehrte Handeln noch nicht vollzogen hat
(Urteil des Bundesgerichts
9
C_
405
/201
7
vom
3
.
August
2017 E.
2.1
mit Hinweisen).
3.3
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
hat die Beschwerdegegnerin
über die Rechtmässigkeit der Verfügung vom 22. August 2022 befunden,
mit welcher sie
den Fall ab
geschlossen
und
ihre
Versicherungsl
eistungen
(Taggeld und Heilbe
hand
lungskosten)
per 31. Juli 2022
ein
gestellt hatte. Dabei hatte sie explizit festgehalten, dass die heute bestehenden Beschwerden am rechten Knie nicht mehr unfallbedingt seien
(Urk.
8
/101
; vgl. zudem das der Verfügung vorangegangene Schreiben vom 20. Juli 2022
[
Urk. 8/73/2 f.
]
).
Über den
weiteren Leistungsanspruch
für die geltend gemachten
OSG-Beschwerden
hat die Beschwer
degegnerin mithin bis zum heutigen Zeitpunkt nicht entschieden, was sie
im Übrigen
auch nicht in Abrede stellt (vgl. Urk. 2 S.
4, Urk.
7 S. 4 Ziff. 7.3).
Überdies
hat sie gegenüber der Beschwerdeführerin
nicht in Aussicht gestellt, diesbezüglich noch eine separate Verfügung zu erlassen
.
Jene hat
sich allerdings nicht nur am 27. Juli 2022
damals noch nicht juristisch vertreten
telefonisch
mit der Leistungseinstellung nicht einverstanden erklärt und
um Erlass
eine
r
einsprachefähige
n
Verfügung
ersucht
(Urk. 8/81).
Mit Schreiben vom 13. Oktober 2022 verlangte ihr Rechtsvertreter
zudem
die rückwirkende Ausrichtung von
Taggeldern im Zusammenhang mit den OSG-Beschwerden
sowie eine kurze schriftliche Bestätigung, dass die Beschwerdegegnerin auch für die entsprechen
den Heilungskosten aufkommen werde (Urk. 8/113/1 f.).
Des Weiteren bean
standete er
auch
in der
Einspracheergänzung
vom 31. Oktober 2022
, dass die Beschwerdegegnerin bis
anhin
nicht auf sein Gesuch um Ausrichtung weiterer Versicherungsleistungen
für die OSG-Verletzung reagiert bzw. darüber verfügt habe (Urk. 8/115 S. 8 Ziff. 4.17 und S. 9 Ziff. 5.5).
Vor diesem Hintergrund
erweist sich
der Vorwurf der Rechtsverweigerung
als
begründet
, zumal nicht ersichtlich
oder dargetan ist
, dass die Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit den OSG-Beschwerden weiterhin Leistungen erbringt
oder erbrachte
. Sie
ist
daher
zu verpflichten,
nach allenfalls noch
erforderlichen
medizinischen Abklärungen
unverzüglich eine anfechtbare Verfügung
betreffend
das Leistungsbegehren de
r
Beschwerdeführer
in
betreffend die
weitere Ausrich
tung von Versicherungsleistungen (
insb.
Taggelder und Heilbehandlungskosten)
für die OSG-Beschwerden rechts
zu erlassen
.
Soweit die Beschwerdeführerin
im Übrigen
vor Sozialversicherungsgericht
materielle Begehren in Bezug auf die OSG-Beschwerden stellt, kann darauf nicht eingetreten werden, da im Rahmen der Beurteilung einer Rechtsverweigerung nur diese Gegenstand des Verfahrens bildet, nicht aber der zugrunde liegende materielle Streit (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_776/2021 vom 24. Januar 2022 E. 2 mit Hinweisen).
Aus demselben Grund können auch die
von der Beschwerdegegnerin «der Vollstän
digkeit halber» gemachten
Ausführungen
zu den OSG-Beschwerden (Urk.
2
S. 4, Urk. 7 S. 5 Ziff. 7.4)
vorliegend
keine Berücksichtigung finden.
3.4
Zu prüfen bleibt im Folgenden,
ob d
er von der
Beschwerdegegnerin
in Bezug auf die Kniebeschwerden rechts per 31. Juli 2022 vorgenommene Fallabschluss
und die Verneinung eines
darüber hinausgehenden
Anspruchs auf Versicherungsleis
tungen
rechtmässig erfolgt ist.
4.
4.1
Nach dem Sturz vom 27. August 2021
begab
sich die Beschwerdeführerin gemäss Arztzeugnis von Dr. med.
Z.___
, Praktische Ärztin,
vom 28. September 2021 erstmals am 31. August 2021 bei ihr in Behandlung.
Diese diagnostizierte eine Distorsion am OSG respektive
Vorfuss
rechts sowie eine Kontusion des rechten Knies.
Der rechte
Vorfuss
sei medial deutlich druckdolent und geschwol
len gewesen; es habe eine leichte Einschränkung
der
Supination/Pronation
a
m OSG bestanden.
Am rechten Knie habe eine
Druckdolenz
über den medialen und lateralen Seitenbändern vorgelegen (Urk. 8/6/1).
4.
2
Am 30. September 2021
führte Dr. med.
A.___
, Facharzt für Radiologie, eine MRT-Untersuchung des rechten Kniegelenks durch. Dabei sei zwar kein Meniskusriss,
aber
eine
Auffaserung
im Corpus des medialen Meniskus sowie im Vorderhorn des lateralen Meniskus mit assoziierten kleinen Zysten daselbst nachweisbar gewesen (vorbestehend 2019). Die Kreuz- und Seitenbänder seien intakt gewesen. Ferner hätten ein seit 2019 bekannter Knorpeldefekt Grad
3
bis
4
medialseitig
in der
Trochlea
femoris
und ebenfalls vorbestehende oberflächliche Knorpelusuren Grad
2
retropatellär
vorgelegen
(Urk. 8/33/1).
4.3
In ihrem ärztlichen Zwischenbericht vom 8. November 2021 beschrieb Dr.
Z.___
einen protrahierten Verlauf mit nach wie vor bestehenden
Druckdolenzen
. Die Behandlung werde voraussichtlich noch mindestens sechs bis acht Wochen dauern (Urk. 8/18/1 f.).
4.4
Im weiteren Verlauf
wurde die Beschwerdeführerin ans Zentrum für Unfall
chirurgie
an der
Hirslanden Klinik
D.___
überwiesen.
Gemäss
Bericht
und Ver
laufseintrag
vom 19.
November 2021 seien bei persistierenden Schmerzen Schuheinlagen
mit medialer Abstützung zur Verbesserung der Fussstellung und der Belastung beider Kniegelenke verordnet worden. Es dauere normalerweise mehrere Monate, bis die Einlagen wirken würden, da die Fehlbelastung bezüglich des Kniegelenkes und des Fusses schon jahrelang andauere. Zusätzlich erfolge eine Anmeldung zur Physiotherapie (Urk. 8/25
, 8/63
).
Im Eintrag vom 4. Januar 2022 wurde sodann festgehalten, dass
das Kniegelenk rechts leicht
synovial
überwärmt sei; ein Kniegelenkserguss sei nicht vorhanden. Es bestehe ferner eine
Druckdolenz
medial parapatellar bei leichter Valgusstellung beider Kniegelenke. Die Physiotherapie werde für beide Kniegelenke fortgesetzt (Urk. 8/32/2).
4.
5
In ihrer kreisärztlichen Stellungnahme vom 1. Februar 2022 bejahte med.
pract
.
Y.___
die Frage, ob die Gesundheit der Beschwerdeführerin bei der vom aktu
ellen Unfallereignis betroffenen Körperregion mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit vor dem Unfall in stummer oder manifester Weise beeinträchtigt gewesen sei, wobei sie auf degenerative Veränderungen hinwies.
Am OSG habe der Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu zusätzlichen strukturellen Läsionen geführt, die objektivierbar seien, nicht jedoch am Knie.
Es sei noch nicht beurteilbar, ab wann die Unfallfolgen im Beschwerdebild mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Rolle mehr spielen (Urk. 8/35).
4.
6
Laut Verlaufseintrag des
Zentrums für Unfallchirurgie
vom 1. März 2022
hätten zwei durchgeführte Cortison-Injektionen ins rechte Kniegelenk nur kurz und wenig gewirkt, sodass auf weitere Infiltrationen verzichtet werde. Die Beschwer
deführerin sei weiterhin in physiotherapeutischer Behandlung
(Urk. 8/49/2).
4.7
Dr. med.
B.___
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates,
diagnostizierte mit Bericht vom 5. Mai 2022 eine beginnende Patellofemoral-Arthrose im rechten Knie mit Veränderung Grad 3-4
trochleaseitig
und
popliteal
. Seines Erachtens sei es durch das
E
reignis zur Erstaktivierung der Beschwerden gekommen, mit jetzt deutlicher Beschwerde
persistenz. Operativ stünden hier aktuell keine sinnvollen, gelenkerhaltenden Interventionen zur Verfügung
(Urk. 8/64/1).
4.8
In seinem Bericht vom 23. Juni 2022 äusserte sich Dr. med.
C.___
, Facharzt für Chirurgie, dahingehend, dass im MRI doch Zeichen einer Läsion des medialen Meniskus vorhanden seien, was auch der klinische Befund bestätige. Durch die lange Leidensgeschichte sei aus seiner Sicht die Indikation zur Arthros
kopie gegeben, da die Diagnose erzwungen werden müsse und nichtinvasiv keine Optionen mehr bestünden. Der Eingriff werde mit Einverständnis der Beschwer
deführerin am 3. August 2022 im
Spital
E.___
durchgeführt (Urk. 8/66
/1
).
4.
9
Im weiteren Verlauf legte die Beschwerdegegnerin die Sache erneut der Kreis
ärztin vor, wobei sie
ausdrücklich
um die Beurteilung struktureller Unfallfolgen am rechten Knie ersuchte. Med.
pract
.
Y.___
äusserte sich
in der Stellung
nahme vom 19. Juli 2022
dahingehend, dass degenerative Veränderungen an beiden Menisken vorlägen.
Der Unfall habe mit überwiegender Wahrschein
lichkeit nicht zu zusätzlichen strukturellen Läsionen geführt
; im MRI vom 30.
September 2021 hätten sich keine strukturellen
Traum
a
folgen
gezeigt. Unfall
folgen hätten im Beschwerdebild maximal zwölf Wochen nach dem Unfaller
eig
nis mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Rolle mehr gespielt (Urk. 8/72).
4.
10
Nachdem die Beschwerdegegnerin weitere MRT-Berichte vom
17. Januar 2013, 30. September 2016 und 7. Juni 2019 eingeholt hatte (Urk. 8/84-86), gelangte sie
wiederum
an med.
pract
.
Y.___
.
Diese führte in ihrer kreisärztlichen Aktenbeurteilung vom 19. August 2022 aus, nach dem Unfallereignis vom 27. August 2021 sei am 30. September 2021 eine MRT-Untersuchung des rechten Kniegelenks und des rechten OSG durchgeführt worden. Im Bereich des rechten Kniegelenks sei MR-tomographisch kein Meniskusriss nachweisbar gewesen. Es hätten sich jedoch eine
Auffaserung
im Corpus des medialen Meniskus
und im Vorderhorn des lateralen Meniskus mit assoziierten kleinen Zysten in ebendiesem Vorderhorn
gezeigt, welche als vorbestehend zu betrachten seien, da sie sich schon in den MRI
-Befunden
vom 30. September 2016 und 7. Juni 2019 präsentiert hätten.
Im MRI vom 30. September 2021 hätten sich ausserdem aus den MRI von 2016 und 2019 bekannte Knorpeldefekte
medialseitig
in der
Trochlea
femoris
und oberflächliche Knorpelusuren
retropatellär
darstellen lassen. Die Kreuz- und Seitenbänder seien im MRI vom 30. September 2021 intakt gewesen.
Aus diesem MRI ergäben sich keine Hinweise auf posttraumatische Läsionen im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 27. August 2021. Insofern sei
von einer vorübergehenden Verschlimmerung im Bereich des rechten Kniegelenks auszugehen.
Die Unfallfolgen hätten daher zwölf Wochen nach dem Unfallereignis im Beschwerdebild des rechten Kniegelenks keine Rolle mehr gespielt (Urk. 8/93/5).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin geht hauptsächlich auf der Grundlage der kreisärztlichen Beurteilung vom 19. August 2022 davon aus, der natürliche Kausalzusammen
hang zwischen dem Sturz vom 27. August 2021 und den Kniebeschwerden rechts sei per 31. Juli 2022 dahingefallen, weshalb der Fall per diesem Datum abzu
schliessen und keine weiteren Versicherungsleistungen zu erbringen seien. Die Beschwerdeführerin bestreitet derweil den Beweiswert der kreisärztlichen Stel
lung
nahme (vgl. vorstehende E. 2.1-2.3).
5.2
Der Unfallversicherer hat die Möglichkeit, die durch Ausrichtung von Heilbe
hand
lung (und allenfalls Taggeld) anerkannte Leistungspflicht mit Wirkung ex
nunc
et pro
futuro
ohne Berufung auf den
Rückkommenstitel
der Wiedererwä
gung oder der prozessualen Revision einzustellen, etwa mit dem Argument, bei richtiger Betrachtung liege kein versichertes Ereignis vor (BGE 130 V 380 E. 2.3.1), oder der Kausalzusammenhang zwischen Unfall und leistungsbe
grün
dendem Gesundheitsschaden habe gar nie bestanden oder sei dahingefallen. Eine solche Einstellung kann auch rückwirkend erfolgen, sofern der Unfall
versicherer keine Leistungen zurückfordern will (nicht publ. E. 3 des Urteils BGE 146 V 51; Urteile des Bundesgerichts 8C_474/2022 vom 29. März 2023 E. 3.2 und 8C_786/2021 vom 11. Februar 2022 E. 2, je mit Hinweisen).
5.3
5.
3
.1
Die Beschwerdeführerin
zweifelt d
en
Beweis
wert
der kreisärztlichen Beurteilung
zunächst
insofern an
,
als sie med.
pract
.
Y.___
die notwendige Fachkunde abspricht, da es sich bei ihr weder um eine Fachärztin für Chirurgie noch für Orthopädie handle (Urk. 1 S. 12 Ziff. 6.7
und S. 14 Ziff. 7.5
f.
).
Diese Rüge
ist
nicht stichhaltig, denn praxisgemäss sind die Kreisärzte nach ihrer Funktion und beruflichen Stellung Fachärzte im Bereich der Unfallmedizin.
Da sie aus
schliesslich Unfallpatienten, Körperschädigungen im Sinne des
Art. 6 Abs. 2 UVG
und Berufskrankheiten diagnostisch beurteilen und therapeutisch begleiten, verfügen sie über besonders ausgeprägte
traumatologische
Kenntnisse und Erfahrungen. Dies gilt unabhängig von ihrem ursprünglich erworbenen Facharzt
titel
(Urteil des Bundesgerichts 8C_355/2022 vom 2. November 2022 E.
7.2 mit Hinweis). Umstände, wonach dies bei med.
pract
.
Y.___
nicht zuträfe, zeigt die Beschwerdeführerin nicht substan
t
iiert auf und
solche
si
nd
auch nicht ersichtlich.
5.
3
.2
Soweit die Beschwerdeführerin die involvierte Kreisärztin als «parteiisch» bezeich
net (Urk. 1 S. 15) und insofern eine Befangenheit rüg
en will
, ist festzu
halten, dass rechtsprechungsgemäss alleine das Anstellungsverhältnis einer versi
cher
ungsinternen Fachperson zum Versicherungsträger nicht schon auf mangeln
de Objektivität und Befangenheit schliessen lässt (
Urteil des Bundesgerichts 8C_86/2023 vom 30. Juni 2023 E. 5.2 mit Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4).
Im Übrigen substantiierte sie ihren Einwand nicht weiter.
5.
3
.3
Des Weiteren bringt die Beschwerdeführerin vor, nie von der Kreisärztin unter
sucht worden zu sein
und dass die Voraussetzungen für eine Aktenbeurteilung nicht erfüllt seien (Urk. 1 S. 12 Ziff. 6.7 und S. 14 f.).
Reine Aktenbeurteilungen sind beweiskräftig, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts 8C_253/2023 vom 7.
August 2023 E. 3 mit Hinweisen).
Der Beschwerdegegnerin ist beizupflichten, dass med.
pract
.
Y.___
ihre Beurteilung vom 19. August 2022 in umfassender Kenntnis der Akten
la
ge
insbesondere auch der
in den Jahren 2013, 2016, 2019 und 2021 jeweils mittels MR
I
erhobenen
bildgebenden Befunde
am rechten Knie
(vgl. Urk. 8/33, 8/84-86)
abgegeben hat (vgl. Urk. 8/93/1-5).
Unter Berücksichtigung dieser
Befunde zeigte sie nachvollziehbar und schlüssig auf, weshalb sich keine Hin
weise auf posttraumatische Läsionen im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 27. August 2021
hatten
finden lassen
, sodass lediglich von einer vorüber
gehenden Verschlimmerung im Bereich des rechten Kniegelenks auszugehen ist.
So
konnte Dr.
A.___
am 30. September 2021 weder einen Meniskusriss noch eine Verletzung der Kreuz- oder Seitenbänder
feststellen
.
Er wies vielmehr
nicht nur
auf einen erheblichen
krankhaften
Vorzustand
im Corpus des medialen Meniskus und im Vorderhorn des lateralen Meniskus
, sondern auch
auf ebenfalls seit 2019 bekannte
Knorpeldefekte hin (Urk. 8/33
/1
; vgl. auch das MRI vom 7
.
Juni 2019, Urk. 8/
84
).
Die behandelnden Fachpersonen des Zentrums für Unfallchirurgie gingen ausserdem von einer bereits jahrelangen Fehlbelastung des Kniegelenkes und des Fusses aus (Urk. 8/25, 8/63).
Inwiefern bei dieser medizinischen Sachlage eine persönliche Untersuchung der Beschwerdeführerin durch die Kreisärztin angezeigt gewesen wäre, erschliesst sich nicht.
Schliesslich vermag die Beschwerdeführerin auch aus dem Bericht von Dr.
C.___
vom
23. Juni 2022 (Urk. 8/66) nichts zu ihren Gunsten abzuleiten.
Dieser
stellte eine Läsion des medialen Meniskus nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, sondern erachtete
eine solche
bloss für möglich. Davon abgesehen
stellte er keinen Zusammenhang der von ihm vermuteten Meniskusläsion mit dem Unfallereignis vom 27. August 2021 her und äusserte sich folglich nicht zur
natürlichen
Kausalität.
Dementsprechend ist sein Bericht nicht geeignet,
auch nur geringe Zweifel an den
kreisärztlichen Ausführungen
zu erwecken
.
Im Übrigen sind keine anderen fachärztlichen
Beurteilungen
aktenkundig, die
Ausführungen zur Unfallkausalität
enthalten oder sich mit der kreisärztlichen Einschätzung auseinandersetzen.
5.
4
Zusammenfassend
bestehen somit keine auch nur geringen Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststel
lun
gen, weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht darauf abgestellt hat. Ausge
hend davon war der Status quo sine
vel
ante
in Bezug auf die Kniebeschwerden rechts mit überwiegender Wahrscheinlichkeit spätestens zwölf Wochen nach dem Unfallereignis vom
27. August 2021 erreicht.
Insofern erweist sich die
per 31. Juli 2022
verfügte Einstellung der Versicherungsleistungen
folglich
als rechtens.
Von den eventualiter beantragten weiteren Abklärungen medizinischer Art sind keine anderen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon in antizipierter Beweiswürdigung abgesehen werden kann
(BGE 144 V 361 E. 6.5, 136 I 229 E. 5.3, 124 V 90 E. 4b).
6.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde
soweit darauf einzutreten ist
teilweise gutzuheissen und die Beschwerdegegnerin ist zu verpflichten,
nach gegeben
enfalls noch notwendigen
medizinischen Abklärungen
umgehend
eine anfecht
bare Verfügung
betreffend
das Leistungsbegehren de
r
Beschwerdeführer
in
auf
weitere Ausrichtung
von
Versicherungsleistungen
für die
OSG-
Verletzung
rechts
zu erlassen.
Nicht zu beanstanden ist de
mgegenüber
die in Bezug auf die Kniebeschwerden rechts per 31. Juli 2022 verfügte Einstellung der Versicher
ungs
leistungen, weshalb die Beschwerde in
diesem Punkt
abzuweisen ist.
7
.
7
.1
Das Beschwerdeverfahren ist kostenlos (Art. 1 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 61
lit
.
f
bis
ATSG).
7
.2
Nach § 34 Abs. 1
des Gesetzes über das
Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung bemisst sich nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Als weitere Bemessungs
kriterien nennt § 7
der Verordnung
über die Gebühren, Kosten und Entschä
digungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
)
den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Mangels Vorliegens einer Honorarnote ist die Parteientschädigung ermessens
weise festzusetzen. Rechtsanwalt Tobias
Figi
vertrat die
Beschwerdeführerin bereits im Verwaltungsverfahren und die rund
15-seitige
Beschwerdeschrift entspricht in wesentlichen Teilen nahezu wortwörtlich der von ih
m
verfassten
Einsprache
ergänzung
vom
31
. Oktober 202
2
(Urk.
8/115
). Unter Berücksich
tigung dieses Umstands
, des
bloss
teilweisen Obsiegens
sowie der übrigen mass
ge
benden Kriterien hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr.
6
00.-- (inkl. Barauslagen und Mehr
wertsteuer) zu
bezahlen.
Das Gericht erkennt:
1.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Beschwerdegegnerin angewiesen, u
mgehend
eine anfechtbare Verfügung im Sinne der Erwägungen zu erlassen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.
2.
Die Sache wird nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides an die Beschwerde
gegnerin zum Erlass einer anfechtbaren Verfügung gemäss Ziff
er
1 des Dispositivs überwiesen.
3.
Das Verfahren ist kostenlos.
4.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine Parteientschä
digung von Fr.
600
.-- (inkl. Barauslagen und MWST) zu bezahlen.
5.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Tobias
Figi
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
6.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit dem 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art.
46
BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift
der
beschwerdeführenden
Partei oder ihrer Rechtsvertretung
zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
FehrWürsch