# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 58c04f68-0b9c-54ae-a0de-a20e9976276e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.06.2010 A-5745/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-5745-2008_2010-06-11.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-5745/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 1 .  J u n i  2 0 1 0

Richter Daniel Riedo (Vorsitz), Richter Pascal Mollard, 
Richter Michael Beusch, 
Gerichtsschreiber Urban Broger.

A._______ Inc.,
vertreten B._______,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, 3003 Bern,
Vorinstanz.

MWST; Vorsteuerabzug; Steuerumgehung;
Q01/2001-Q03/2003.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-5745/2008

Sachverhalt:

A.
Die A._______ Inc. mit Sitz auf den Cayman Islands wurde per 1. No-
vember 2000 ins Register der Mehrwertsteuerpflichtigen eingetragen. 
Auf dem Fragebogen zur Mehrwertsteuerpflicht hatte sie angegeben, 
ihre Geschäftstätigkeit bestehe in der Vercharterung von Flugzeugen. 
Am  24. April  2001  liess  die  A._______ Inc.  ein  Flugzeug  des  Typs 
Learjet 31A in die Schweiz einführen. Die darauf entrichtete Einfuhr-
steuer im Betrag von Fr. 800'580.-- forderte sie mit der Mehrwertsteu-
erabrechnung für  das 2. Quartal  2001 (Q02/2001) wieder  zurück. Im 
Übrigen deklarierte die A._______ Inc. für die fraglichen Perioden folg-
ende Steuern und Vorsteuern (in Fr.):

Quartal Steuerbarer 
Gesamtumsatz
(Ziff. 060)

Total 
Steuer
(Ziff. 100)

Anrechenbare 
Vorsteuer
(Ziff. 110 + 111)

Schuld (-) / Guthaben 
der Steuerpflichtigen 
(Ziff. 150 oder 160)

Q01/2001 0.00 0.00 0.00 0.00

Q02/2001 339'592.00 25'809.00 800'580.00 774'771.00

Q03/2001 88'257.50 6'707.55 0.00 -6'707.55

Q04/2001 62'300.00 4'734.80 0.00 -4'734.80

Q01/2002 53'950.00 4'100.20 0.00 -4'100.20

Q02/2002 141'300.00 10'738.80 0.00 -10'738.80

Q03/2002 183'000.00 13'908.00 0.00 -13'908.00

Q04/2002 32'000.00 2'432.00 48'289.05 45'857.05

Q01/2003 21'175.00 1'609.30 5'372.52 3'763.22

Q02/2003 43'650.00 3'317.40 4'293.80 976.40

Q03/2003 53'225.00 4'045.10 11'764.70 7'719.60

Summe 77'402.15 870'300.07 792'897.92

B.
Am  25. Februar  2004  prüfte  die  Eidgenössische  Steuerverwaltung 
(ESTV) die Bücher der A._______ Inc. über die Zeit  vom 1. Oktober 
2000 bis 30. September 2003 (Q04/2000 bis Q03/2003). Dabei stellte 
sie fest, dass der Learjet gemäss Debitorenfakturen ausschliesslich an 
X._______,  Genf,  vermietet  bzw. verchartert  worden  war.  Weil  sich 
gleichzeitig  ergab, dass X._______ Aktionär der A._______ Inc. war, 
behandelte die ESTV die Gesellschaft als transparent und forderte mit 
Ergänzungsabrechnung  vom  25. Februar  2004  den  Betrag  von 
Fr. 870'298.-- (gerundet) zurück, was sämtlichen von der Gesellschaft 
für die Zeit vom 1. Januar 2001 bis 30. September 2003 (Q01/2001 bis 

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Q03/2003) geltend gemachten Vorsteuern entsprach (vgl. in der Tabel-
le hiervor die Spalte «Anrechenbare Vorsteuer, Ziff. 110 + 111»).

C.
Mit  Entscheid vom 9. Mai  2006 und Einspracheentscheid vom 6. Au-
gust 2008 bestätigte die ESTV die Rückbelastung der Vorsteuern und 
begründete  dies  im  Wesentlichen  damit,  dass  ausschliesslich 
X._______ den Learjet benutzt habe, aber jeder Nachweis fehle, dass 
er  die  entsprechenden  Rechnungen  der  A._______ Inc.  auch  begli-
chen  habe.  Die  geltend  gemachten  Vorsteuern  seien  offensichtlich 
nicht  in  steuerbare  Ausgangsumsätze geflossen; ein Vorsteuerabzug 
sei ausgeschlossen. Sodann müsse mit Blick auf die bundesgerichtli-
che Rechtsprechung zu ähnlichen Fällen von einer Steuerumgehung 
ausgegangen werden.

D.
Mit  Eingabe  vom  8. September  2008  liess  die  A._______ Inc.  (Be-
schwerdeführerin) beim Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde erhe-
ben und sinngemäss beantragen, der Einspracheentscheid der ESTV 
vom 6. August 2008 sei aufzuheben und der mit  Ergänzungsabrech-
nung vom 25. Februar 2004 nachgeforderte Betrag von Fr. 870'298.-- 
sei ihr wieder gutzuschreiben. Weiter seien ihr für das in der Zeit vom 
4. Quartal 2002 bis 3. Quartal 2003 deklarierte Vorsteuerguthaben von 
Fr. 58'316.27 zuzüglich 5% Zins seit wann rechtens innert zehn Tagen 
ab Rechtskraft  des Beschwerdeentscheides auszuzahlen,  alles unter 
Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ESTV. Sollte das Ge-
richt jedoch der Auffassung der ESTV folgen und ihr, der Beschwerde-
führerin,  die  Anerkennung als  eigenes  Steuersubjekt  verweigern,  so 
habe die ESTV Mehrwertsteuern von Total Fr. 40'189.35 zuzüglich Ver-
zugszins von 5% seit wann rechtens zurückzuerstatten.

E.
Mit Vernehmlassung vom 19. November 2008 hielt die ESTV an ihrer 
im Einspracheentscheid geäusserten Rechtsauffassung fest  und ver-
langte im Wesentlichen die vollumfängliche Abweisung der Beschwer-
de unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin.

F.
Auf die weiteren Anträge, Eingaben und Vorbringen der Parteien wird, 
soweit entscheidwesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen einge-
gangen.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Angefochten ist ein Einspracheentscheid der ESTV und damit eine 
Verfügung nach Art. 5  des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das Bundesver-
waltungsgericht  ist  zuständige Beschwerdeinstanz (Art. 31,  Art. 32  e 
contrario  und Art. 33  Bst. d  des Bundesgesetzes vom 17. Juni  2005 
über das Bundesverwaltungsgericht [Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, 
SR 173.32]). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde 
ist einzutreten.

1.2 Am  1. Januar  2010  ist  das  Mehrwertsteuergesetz  vom  12. Juni 
2009 (MWSTG, SR 641.20) in Kraft getreten. Die bisherigen gesetzli-
chen Bestimmungen sowie die darauf gestützt erlassenen Vorschriften 
bleiben grundsätzlich weiterhin auf alle während ihrer Geltungsdauer 
eingetretenen  Tatsachen  und  entstandenen  Rechtsverhältnisse  an-
wendbar (Art. 112 Abs. 1 MWSTG). Vorliegend ist ein Sachverhalt be-
troffen,  der  zwischen  dem  1. Januar 2001  und  dem  30. September 
2003 eingetreten ist. Er ist deshalb materiell nach dem für diese Zeit 
geltenden Bundesgesetz vom 2. September 1999 über die Mehrwert-
steuer (aMWSTG, AS 2000 1300) zu beurteilen.

1.3 Demgegenüber ist das neue mehrwertsteuerliche Verfahrensrecht 
im Sinne von Art. 113 Abs. 3 MWSTG auf sämtliche im Zeitpunkt des 
Inkrafttretens hängige Verfahren – und damit  grundsätzlich auch auf 
das vorliegende – anwendbar. Allerdings ist  Art. 113 Abs. 3 MWSTG 
insofern  restriktiv  auszulegen,  als  gemäss höchstrichterlicher  Recht-
sprechung nur eigentliche Verfahrensnormen sofort  auf  hängige Ver-
fahren anzuwenden sind, und es dabei nicht zu einer Anwendung von 
neuem materiellen Recht auf altrechtliche Sachverhalte kommen darf 
(ausführlich: Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts  A-1113/2009 vom 
23. Februar 2010 E. 1.3). Namentlich die Verjährung ist ein materiell-
rechtliches Institut. Im vorliegenden Fall zu klärende Verjährungsfragen 
werden deshalb nach dem aMWSTG beurteilt (Art. 112 Abs. 1 letzter 
Satz MWSTG i.V.m. Art. 93 aMWSTG; vgl. dazu BGE 126 II 1 E. 2a).

1.4
1.4.1 Die ESTV verlangt in ihrer Vernehmlassung vom 19. November 
2008 die Abweisung der Beschwerde, darüber hinaus aber auch die 
Feststellung,  die  Beschwerdeführerin  habe  die  Voraussetzungen  der 
Steuerpflicht in der Zeit vom 1. November 2000 (d.h. seit ihrem Eintrag 

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im  Register  der  Mehrwertsteuerpflichtigen)  bis  30. September  2003 
nicht erfüllt. Folglich sei die Beschwerdeführerin rückwirkend auf den 
1. November 2000 aus dem Register der Mehrwertsteuerpflichtigen zu 
löschen. Die  ESTV verlangt  damit  sinngemäss und  über  die  Abwei-
sung der Beschwerde hinaus einen Feststellungsentscheid bezüglich 
der  subjektiven  Steuerpflicht  der  Beschwerdeführerin.  Sie  verlangt 
aber auch eine (zeitliche) Ausdehnung des Streitgegenstandes, denn 
waren vom Einspracheentscheid die Steuerperioden zwischen 1. Janu-
ar 2001 bis 30. September 2003 erfasst, will  die ESTV nun auch die 
Zeit zwischen 1. November 2000 und 31. Dezember 2000 mitbeurteilt 
wissen. Sie begründet dies damit, dass gemäss der Rechtsprechung 
des Bundesgerichts die Frage der Steuerpflicht unter Umständen auch 
in einem späteren Verfahrensstadium noch zum Verfahrensgegenstand 
erklärt  werden  könne. Die  Voraussetzungen  hierfür  seien  vorliegend 
erfüllt.

1.4.2 Anfechtungsobjekt im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsge-
richt bildet einzig der vorinstanzliche Entscheid (ANDRÉ MOSER/MICHAEL 
BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren vor dem Bundesverwaltungs-
gericht,  Basel 2008, Rz. 2.7). Das Anfechtungsobjekt setzt den Rah-
men, welcher den möglichen Umfang des Streitgegenstandes begrenzt 
(BGE 133 II 35 E. 2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 2C_642/2007 
vom 3. März  2008  E.  2.2;  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  Rz. 2.7). 
Objekt eines Beschwerdeverfahrens kann folglich nur sein, was bereits 
im  vorinstanzlichen  Verfahren  zu  beurteilen  war. Gegenstände,  über 
welche die Vorinstanz nicht entscheiden musste, können aus Gründen 
der funktionellen Zuständigkeit durch die übergeordnete Rechtsmittel-
behörde nicht geprüft werden (Urteil des Bundesgerichts 2C_687/2007 
vom 8. April 2008 E. 1.2.1).

1.4.3 Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann es sich 
aus prozessökonomischen Gründen ausnahmsweise rechtfertigen, den 
Streitgegenstand durch Antragsänderungen und -erweiterungen aus-
zudehnen, wenn die Betroffenen und die Verwaltung Gelegenheit hat-
ten, sich im Laufe des Verfahrens dazu zu äussern und eine enge Be-
ziehung zum bisherigen Streitobjekt besteht (anstelle zahlreicher: Ur-
teil des Bundesgerichts 2A.121/2004 vom 16. März 2005 E. 2.1; Urteil 
des Bundesverwaltungsgerichts A-1557/2006 vom 3. Dezember 2009 
E. 1.4). Als zulässig erachtete das Bundesgericht etwa, die im Verwal-
tungsverfahren  noch  nicht  diskutierte  Frage  der  Rückforderung  von 
Mehrwertsteuern  durch die  vermeintlich  steuerpflichtige  Person erst-

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mals vor der Steuerrekurskommission aufzunehmen (erwähntes Urteil 
2A.121/2004  vom  16. März  2005  E. 2.3;  Entscheid  der  Eidgenössi-
schen Steuerrekurskommission [SRK] 2003-043 vom 28. Januar 2004 
E. 7a.bb). Die Rückforderung sei lediglich logische Folge der mangeln-
den  Steuerpflicht.  Zwischen  der  mangelnden  Steuerpflicht  und  der 
Rückerstattungsfrage bestehe ein derart enger, konnexer Zusammen-
hang, dass von einer Tatbestandsgesamtheit gesprochen werden kön-
ne (erwähntes Urteil 2A.121/2004 vom 16. März 2005 E. 2.3).

1.4.4 Im erwähnten Urteil, auf das sich die ESTV vorliegend ausdrück-
lich beruft,  ging es um eine Ausweitung des Streitgegenstandes auf 
Fragen,  die  die  gleiche  Steuerperiode  betrafen.  Mithin  war  dies  die 
Konsequenz aus der richterlichen Feststellung, dass in den nämlichen 
Steuerperioden erzielte Umsätze von der Steuer ausgenommen gewe-
sen waren, womit – nachträglich – der Umsatz sank und die mit dem 
Umsatz  zusammenhängende  bzw.  daraus  folgende  Eigenschaft  als 
Steuersubjekt  wegfiel  und  –  folgerichtig  –  eine  Rückabwicklung  des 
Steuerrechtsverhältnisses vorgenommen werden musste (vgl. erwähn-
tes Urteil 2A.121/2004 vom 16. März 2005 E. 5.5). Vorliegend jedoch 
verlangt  die  ESTV nicht  eine  die  gleiche Steuerperiode  betreffende, 
quasi vertikale, sondern eine zeitliche – horizontale – Ausdehnung des 
Streitgegenstandes: Sie  will  weitere,  von ihrem Einspracheentscheid 
nicht (auch nicht sinngemäss oder in den Erwägungen) erfasste Steu-
erperioden mitbeurteilt wissen. Entgegen der Auffassung der ESTV ist 
es  dem Bundesverwaltungsgericht  verwehrt,  über  die  zwei  weiteren 
Monate (November und Dezember 2000) zu urteilen. Zwischen dieser 
Steuerperiode  und  den  nachfolgenden,  hier  angefochtenen,  besteht 
nämlich kein enger, konnexer Zusammenhang im Sinne der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung, der eine Ausweitung des Streitgegenstan-
des  erstmals  vor  Bundesverwaltungsgericht  rechtfertigte. Im Übrigen 
wäre  fraglich,  ob  allfällige  Forderungen  nicht  bereits  verjährt  wären 
(Art. 49  aMWSTG).  Dem Antrag  der  ESTV, den  Streitgegenstand  in 
zeitlicher Hinsicht auszuweiten, ist keine Folge zu geben.

1.4.5 Gleich verhält es sich mit dem von der ESTV ebenfalls erstmals 
in der Vernehmlassung gestellten Antrag, es sei festzustellen, dass die 
Beschwerdeführerin die Voraussetzungen der Steuerpflicht von Beginn 
weg nicht erfüllt habe; sie sei deshalb rückwirkend auf den 1.  Novem-
ber 2000 aus dem Register der Mehrwertsteuerpflichtigen zu löschen. 
Abgesehen davon, dass fraglich ist,  ob hier die Voraussetzungen für 
eine  Feststellungsverfügung  erfüllt  sind  (sie  ist  gegenüber  der  Leis-

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tungsverfügung subsidiärer Natur; vgl. Art. 25 VwVG sowie Urteil  des 
Bundesgerichts  2C_807/2008  vom  19. Juni  2009  E. 1.3  und  BVGE 
2007/24 E. 1.3), kommt einem Eintrag im Register der Mehrwertsteu-
erpflichtigen ohnehin nur deklaratorische Wirkung zu. Eintragung wie 
auch  Löschung  stellen  Verwaltungsakte  ohne  materielle  Rechtskraft 
dar  (Urteile  des  Bundesgerichts  2A.75/2002  vom  9. August  2002 
E. 5.2,  vom 25. Januar  1978,  veröffentlicht  in  Archiv  für  Schweizer-
isches Abgaberecht [ASA] 47 S. 525, vom 22. Dezember 1981, veröf-
fentlicht in ASA 50 S. 576 E. 3 [letztere betreffend die Warenumsatz-
steuer]; vgl. zum Ganzen auch: Urteile des Bundesverwaltungsgerichts 
A-12/2007 vom 28. Januar 2009 E. 2.7 und A-1619/2006 vom 7. April 
2009 E. 2.2). Für den vorliegenden Fall bedeutet dies, dass die ESTV 
die  Beschwerdeführerin  ohne  Weiteres  in  ihrem  Register  löschen 
kann, sofern das Bundesverwaltungsgericht die subjektiven und objek-
tiven Voraussetzungen der Steuerpflicht hinsichtlich der im Recht lie-
genden Steuerperioden als nicht gegeben erachtet. Einer ausdrückli-
chen richterlichen Anordnung oder Feststellung bedarf es hierfür nicht.

1.5 Sodann hat  die  Beschwerdeführerin  dem Bundesverwaltungsge-
richt weitere Beweise anerboten, darunter Zeugen. Nach höchstrichter-
licher  Rechtsprechung  kann  das  Beweisverfahren  geschlossen  wer-
den, wenn die noch im Raum stehenden Beweisanträge eine nicht er-
hebliche Tatsache betreffen oder  offensichtlich untauglich  sind,  etwa 
weil ihnen die Beweiseignung abgeht oder umgekehrt die betreffende 
Tatsache  aus  den  Akten  bereits  genügend  ersichtlich  ist  (BGE 
131 I 153  E. 3  mit  Hinweisen; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O., 
Rz. 3.144 mit  Hinweisen). An dieser Rechtsprechung vermag Art. 81 
MWSTG nichts zu ändern (anstelle zahlreicher: Urteil des Bundesver-
waltungsgerichts  A-3358/2008  vom 27. April  2010  E. 3.5).  Das  Bun-
desverwaltungsgericht erachtet aufgrund der ihm vorliegenden Bewei-
se den Sachverhalt  für  genügend geklärt. Auf die Erhebung weiterer 
Beweise wird verzichtet.

2.
2.1 Der  Bund  erhebt  eine  allgemeine  Verbrauchssteuer  nach  dem 
System der Netto-Allphasensteuer mit Vorsteuerabzug (Mehrwertsteu-
er; Art. 130 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen-
schaft  vom 18. April  1999  [BV, SR 101];  Art. 1  Abs. 1  MWSTG und 
Art. 1  Abs. 1  aMWSTG).  Mehrwertsteuerpflichtig  wird  gemäss  dem 
hier anwendbaren aMWSTG, wer eine mit der Erzielung von Einnah-
men  verbundene  gewerbliche  oder  berufliche  Tätigkeit  selbständig 

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ausübt – auch wenn die Gewinnabsicht fehlt – sofern seine Lieferun-
gen, seine Dienstleistungen und sein Eigenverbrauch im Inland jähr-
lich gesamthaft Fr. 75'000.-- übersteigen (Art. 21 Abs. 1 aMWSTG).

2.2 Gemäss Art. 5 aMWSTG unterliegen der Mehrwertsteuer u.a. im 
Inland  durch  steuerpflichtige  Personen  gegen  Entgelt  erbrachte 
Dienstleistungen und Lieferungen von Gegenständen. Eine Lieferung 
liegt vor, wenn die Befähigung verschafft wird, im eigenen Namen über 
einen Gegenstand wirtschaftlich zu verfügen (Art. 6 Abs. 1 aMWSTG) 
aber auch dann, wenn ein Gegenstand zum Gebrauch oder zur Nut-
zung überlassen wird (Art. 6 Abs. 2 Bst. b aMWSTG). Als Dienstleis-
tung  gilt  jede  Leistung,  die  keine  Lieferung  eines  Gegenstandes  ist 
(Art. 7 Abs. 1 aMWSTG).

2.3 Damit  überhaupt  eine steuerbare  Leistung  vorliegt,  muss sie  im 
Austausch mit einer Gegenleistung, gegen Entgelt, erfolgen. Die Ent-
geltlichkeit stellt – vom Eigenverbrauch abgesehen – ein unabdingba-
res Tatbestandsmerkmal einer mehrwertsteuerlichen Leistung dar. Be-
steht zwischen Leistungserbringer und -empfänger kein Austauschver-
hältnis in erwähntem Sinne, ist die Aktivität mehrwertsteuerlich irrele-
vant und fällt nicht in den Geltungsbereich der Mehrwertsteuer (anstel-
le  zahlreicher:  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1567/2006 
vom 28. Dezember 2007 E. 2.2.1 und A-1431/2006 vom 25. Mai 2007 
E. 2.1; Entscheid  der  SRK vom 18. November  2002,  veröffentlicht  in 
Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 67.49 E. 2.a.cc).

Die Annahme eines Leistungsaustauschs setzt voraus, dass zwischen 
Leistung  und  Gegenleistung  eine  innere  wirtschaftliche  Verknüpfung 
gegeben ist (BGE 126 II 443 E. 6a mit Hinweisen; IVO P. BAUMGARTNER, in 
mwst.com,  Kommentar  zum Bundesgesetz  über  die  Mehrwertsteuer, 
Basel/Genf/München  2000  [hiernach:  mwst.com],  N. 6  und  8  zu 
Art. 33). Die  Beantwortung der  Frage nach der  inneren Verknüpfung 
erfolgt  nicht  in  erster  Linie  nach  zivilrechtlichen,  sondern  nach  wirt-
schaftlichen, tatsächlichen Kriterien. Insbesondere ist für die Annahme 
eines Leistungsaustauschs das Vorliegen eines Vertragsverhältnisses 
nicht  zwingend  erforderlich  (BGE  126 II 249  E. 4a).  Es  genügt  viel-
mehr, dass Leistung und Gegenleistung innerlich derart verknüpft sind, 
dass die Leistung eine Gegenleistung auslöst. Ausreichend kann folg-
lich sein, wenn einer Leistung eine erwartete (Üblichkeit) oder erwart-
bare  Gegenleistung  (nach  den  Umständen  ist  erwartbar,  dass  eine 
Leistung die  Gegenleistung auslöst)  gegenübersteht,  d.h. dass  nach 

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den Umständen davon auszugehen ist, die Leistung löse eine Gegen-
leistung aus (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1567/2006 vom 
28. Dezember  2007  E. 2.2.2  und  A-1431/2006  vom  25. Mai  2007 
E. 2.2). Bei der Beurteilung der Frage nach dem wirtschaftlichen Zu-
sammenhang zwischen Leistung und Gegenleistung ist primär auf die 
Sicht  des Leistungsempfängers abzustellen,  was der  Konzeption der 
Mehrwertsteuer  als  Verbrauchsteuer  entspricht  (Urteile  des  Bundes-
verwaltungsgerichts  A-1567/2006  vom  28. Dezember  2007  E. 2.2.3 
und A-1354/2006 vom 24. August 2007 E. 3.1;  DANIEL RIEDO, Vom We-
sen der Mehrwertsteuer als allgemeine Verbrauchsteuer und von den 
entsprechenden Wirkungen auf das schweizerische Recht, Bern 1999, 
S. 230 ff.).

2.4 Die Flugzeugmiete wie auch der «Mietcharter» sind mehrwertsteu-
errechtlich  als  Lieferungen  zu  qualifizieren  (Art. 6  Abs. 2  Bst. b 
aMWSTG). Der Leistungsort richtet sich danach, wo sich das Flugzeug 
zum Zeitpunkt der Überlassung an den Dritten befand (Art. 13 Bst. a 
aMWSTG; Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-6971/2008  vom 
8. Juni 2009 E. 2.1.2, A-1667/2006 vom 23. Juni 2008 E. 3.3 mit Hin-
weisen; vgl. aber zum «Aircraft-Management»,  welches das Bundes-
gericht  als  Dienstleistung  qualifiziert:  Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.40/2007 vom 14. November 2007 E. 2.5). Art. 19 aMWSTG enthält 
eine Liste  mit  Steuerbefreiungen. Befreit  sind  u.a. Umsätze aus  der 
Überlassung zum Gebrauch oder zur Nutzung – namentlich solche aus 
Vermietung und  Vercharterung –  von Schienen-  und Luftfahrzeugen, 
sofern letztere vom Lieferungsempfänger überwiegend im Ausland ge-
nutzt werden (Art. 19 Abs. 2 Ziff. 2 aMWSTG; kritisch zu dieser Rege-
lung: JÖRG R. BÜHLMANN, mwst.com, N. 7 ff. zu Art. 19 Abs. 2 Ziff. 2). Ob-
wohl der Ausgangsumsatz befreit ist, können die Steuern auf den Lie-
ferungen und den Einfuhren von Gegenständen sowie auf den Dienst-
leistungen,  welche für  die  genannte  Tätigkeit  verwendet  werden,  als 
Vorsteuern  abgezogen  werden  (Art. 19  Abs. 1  aMWSTG;  Art. 38 
Abs. 3 aMWSTG).

2.5 Es ist nicht zu übersehen, dass aufgrund der genannten Regelung 
für Person, die überwiegend im Ausland ein Privatflugzeug nutzen, ein 
erhebliches Interesse besteht, dieses über eine mehrwertsteuerpflich-
tige Drittperson in der Schweiz zu halten. Dadurch entsteht grundsätz-
lich ein hiervor in E. 2.3 beschriebener Leistungsaustausch und ent-
sprechende Umsätze sind von der Mehrwertsteuer befreit, berechtigen 
aber dennoch zum Vorsteuerabzug. Dies ist insofern sachlogisch, als 

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die  Schweiz  im  Ausland  keine  Mehrwertsteuern  erhebt.  Eine  solche 
Konstruktion zu errichten ist zivilrechtlich möglich und auch steuerlich 
ohne Weiteres zulässig,  solange sie  nicht  zu einer  Steuerumgehung 
führt. Das Bundesgericht  hat  festgehalten,  der Vorbehalt  der Steuer-
umgehung gelte auch im Bereich der Mehrwertsteuer. Es tat dies nota-
bene  im  Zusammenhang  mit  steuerbefreiten,  grenzüberschreitenden 
Beförderungen im Luftverkehr (Urteil des Bundesgerichts vom 7. April 
2008, veröffentlicht in ASA 77 S. 354 ff. E. 4.1 mit weiteren Hinweisen; 
vgl. auch die Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1630/2006 und 
A-1631/2006 vom 13. Mai 2008 E. 3.4, A-6971/2008 vom 8. Juni 2009 
E. 3;  PASCAL MOLLARD/XAVIER OBERSON/ANNE TISSOT BENEDETTO,  Traité TVA, 
Basel 2009, S. 415 f.).

2.6 Das erwähnte  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_632/2007 wurde  in 
der Lehre kritisch aufgenommen (vgl. BEATRICE BLUM, Steuerumgehung 
bei der Mehrwertsteuer – Halten eines Flugzeuges in einer «Briefkas-
tengesellschaft»,  in  Michael  Beusch/ISIS  [Hrsg.],  Entwicklungen  im 
Steuerrecht 2009, Zürich 2009, S. 343 ff.; HAROLD GRÜNINGER/STEFAN OES-
TERHELT,  Steuerrechtliche Entwicklungen [insbesondere im Jahr 2008], 
in  Schweizerische  Zeitschrift  für  Wirtschafts-  und  Finanzmarktrecht 
[SZW] 2009 S. 51 ff., S. 65 ff.). Abgesehen von Vorbehalten gegenüber 
dem Vorliegen einer  Steuerumgehung im konkreten Fall,  worauf  hier 
nicht näher einzugehen ist, wurde auch vorgebracht, die Steuerumge-
hungsdoktrin als solche hätte im schweizerischen Mehrwertsteuerrecht 
keinen Platz. Letzteres beruhe nämlich hauptsächlich auf wirtschaftli-
chen Konzepten. Eine Steuerumgehung aber komme nur dort in Frage, 
wo  sich  die  Steuernorm  auf  das  Zivilrecht  stütze  (vgl.  PIERRE-MARIE 
GLAUSER,  Evasion fiscale  et  interprétation  économique en matière  de 
TVA, ASA 75 S. 727 ff., S. 759 ff.; PIERRE-MARIE GLAUSER, Evasion fiscale 
et TVA, in Pierre-Marie Glauser [éd.],  Evasion fiscale – Une approche 
théorique  et  pratique  de  l'Evasion  fiscale,  Genf/Zürich/Basel  2010, 
S. 21 ff., insbesondere S. 33 ff.; grundlegend zur Steuerumgehung bei 
den direkten Steuern:  PETER LOCHER, Rechtsmissbrauchsüberlegungen 
im Recht der direkten Steuern der Schweiz, ASA 75 S. 675 ff., S. 692, 
mit Hinweisen auf frühere, ähnliche Diskussionen). Andere Autoren er-
achten  die  Annahme  der  Steuerumgehung  dann  als  gerechtfertigt, 
wenn es sich um reine «Briefkastenfirmen» handle; hier soll ein Durch-
griff  möglich  sein  (ALOIS CAMENZIND/NIKLAUS HONAUER/KLAUS A. VALLENDER, 
Handbuch zum Mehrwertsteuergesetz [MWSTG], Bern 2003, 2. Aufl., 
S. 229).  Das  Bundesgericht  hat  mit  Blick  auf  die  dargestellte  Mei-
nungsvielfalt die Frage neuerdings wieder offengelassen, ob und beja-

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hendenfalls wie weit das Konzept der Steuerumgehung im Bereich der 
Mehrwertsteuer generell zum Tragen komme («Dans le cas particulier, 
la question de la portée des règles sur l'évasion fiscale en matière de 
taxe sur la valeur ajoutée n'a cependant pas à être tranchée de mani-
ère générale [...])». Es hat aber gleichzeitig festgehalten, dass immer-
hin im Rahmen eines «Durchgriffs» darauf abzustellen sei (Urteil des 
Bundesgerichts  2C_742/2008 vom 11. Februar  2009  E. 5.5  und 5.6; 
MOLLARD/OBERSON/TISSOT BENEDETTO,  a.a.O.,  S. 433 f.). Für  das Bundes-
verwaltungsgericht besteht vorliegend kein Anlass, von der höchstrich-
terlichen Rechtsprechung bezüglich Anwendung der Steuerumgehung 
abzuweichen.

2.7 Eine Steuerumgehung liegt vor, wenn (1.) eine von den Beteiligten 
gewählte  Rechtsgestaltung  als  ungewöhnlich  (insolite),  sachwidrig 
oder absonderlich, jedenfalls den wirtschaftlichen Gegebenheiten völl-
ig unangemessen erscheint,  (2.) anzunehmen ist,  dass die gewählte 
Rechtsgestaltung  missbräuchlich  lediglich  deshalb  getroffen  wurde, 
um Steuern einzusparen, die bei sachgemässer Ordnung der Verhält-
nisse geschuldet  wären,  und (3.)  das gewählte Vorgehen tatsächlich 
zu einer erheblichen Steuerersparnis führen würde, sofern es von den 
Steuerbehörden hingenommen würde. Ob diese Voraussetzungen er-
füllt sind, ist aufgrund der konkreten Umstände des Einzelfalls zu prü-
fen.  Wird  eine  Steuerumgehung  bejaht,  ist  der  Besteuerung  die 
Rechtsgestaltung zugrunde zu legen, die sachgemäss gewesen wäre, 
um den erstrebten wirtschaftlichen Zweck zu erreichen (anstelle zahl-
reicher:  Urteile  des  Bundesgerichts  2C_632/2007  vom 7. April  2008 
E. 4.1 mit Hinweisen und 2A.660/2006 vom 8. Juni 2007 E. 5.1; ERNST 
BLUMENSTEIN/PETER LOCHER,  System des  schweizerischen  Steuerrechts, 
6. Aufl., Zürich 2002, S. 32).

2.8 Eine Steuerumgehung zu bejahen und damit der Besteuerung die 
sachgemässe Rechtsgestaltung zugrunde zu legen, kann auch heis-
sen, eine juristische Person – für Zwecke der Mehrwertsteuer – trans-
parent  zu  machen  und durch sie  hindurch  auf  die  dahinterstehende 
(natürliche)  Person zu greifen. Dadurch entfällt  sachlogisch der  zwi-
schen der  juristischen und der  natürlichen Person bestehende Leis-
tungsaustausch und folglich der (steuerbare) Umsatz, womit unter Um-
ständen die Mehrwertsteuerpflicht  wegfällt,  da diese regelmässig  an 
die Höhe der erzielten Einnahmen anknüpft (Art. 21 Abs. 1 und Art. 25 
Abs. 1  Bst. a  aMWSTG).  In  einem  solchen  Fall  ist  die  Person,  die 
fälschlicherweise als Steuersubjekt gegolten hat, so zu stellen, als hät-

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te die Steuerpflicht nicht bestanden. Demnach sind Vorsteuern zurück-
zubelasten  und  bereits  erhobene  und  der  ESTV  abgelieferte  Mehr-
wertsteuern von dieser zurückzuerstatten, denn was für die Leistungs-
eingangsseite (Verweigerung des Vorsteuerabzugs) gelten soll,  muss 
auch  für  die  Leistungsausgangsseite  (Rückerstattung  der  bezahlten 
Steuern)  Gültigkeit  haben  (vgl.  Entscheid  der  SRK  2003-043  vom 
28. Januar  2004  E. 7b.bb;  zum  Ganzen:  Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.320/2002 und 2A.326/2002 vom 2. Juni 2003, insbesondere E. 3.1; 
NIKLAUS HONAUER/LINDA GRAFF BRAKEMEIER, Praxisänderungen – Praxisprä-
zisierungen,  Auslöser  heikler  Fragen,  in  Der  Schweizer  Treuhänder 
[ST] 9/2008, S. 721 ff., S. 722).

2.9 Eine gesetzliche Regelung für die Rückerstattung von bezahlten, 
nach Gesetz aber nicht geschuldeten Steuern fehlt  in der Mehrwert -
steuergesetzgebung. Nach Rechtsprechung und Lehre werden an die 
Rückerstattung  von  nicht  geschuldeten  Mehrwertsteuern  (basierend 
auf  der seinerzeitigen Rechtsprechung zu den Warenumsatzsteuern) 
folgende  Anforderungen  gestellt:  Es  muss  sich  (erstens)  um  eine 
Nichtschuld handeln, die Steuer darf (zweitens) nicht aufgrund eines 
rechtskräftigen  Steuerentscheides  bezahlt  worden  sein  und  es  darf 
(drittens)  keine  Verjährung  vorliegen  (Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.320/2002 und 2A.326/2002 vom 2. Juni 2003 E. 3.4.2 mit  Hinwei-
sen; Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts A-1436/2006 vom 18. Au-
gust 2008 E. 2.2.1; DORIAN ZARDIN/CEDRIC SAMUEL RUEPP/SIMEON L. PROBST, 
Rückforderung zu Unrecht bezahlter MWST – Eine Analyse der neues-
ten  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung,  in  ST  1-2/2004,  S. 119 ff., 
S. 120 f.). Was die Frage der Nichtschuld betrifft, so wird in Rechtspre-
chung und Lehre (im Wesentlichen) zwischen der vorbehaltlosen Be-
zahlung und der Bezahlung unter Vorbehalt unterschieden (vgl. Urteile 
des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1433/2006  vom  18. Februar  2008 
E. 3.2.1 und A-1436/2006 vom 18. August 2008 E. 2.2.1). 

2.10 Für Fälle, in welchen eine Gesellschaft Mehrwertsteuern bezahl-
te,  obwohl  keine  Steuerpflicht  bestand,  hat  gemäss  bundesgerichtli-
cher Rechtsprechung eine Rückerstattung zu hoch oder zu niedrig er-
hobener Mehrwertsteuer dann zu unterbleiben, wenn von den Kunden 
– für die ebenfalls die fünfjährige Verjährungsfrist gilt – keine Berichti-
gung  mehr  verlangt  werden  kann  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.121/2004 vom 16. März 2005 E. 5.5). Im erwähnten Urteil hatte die 
vermeintlich  steuerpflichtige  Person  ihre  Rechnungen  vor  mehr  als 
sechseinhalb Jahren versandt und seither nichts mehr unternommen. 

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Nach der  fünfjährigen  Verjährungsfrist  von Art. 49  Abs. 1  aMWSTG, 
die unterbrochen werden kann und auch für die Kunden gilt, war im er-
wähnten Fall keine Berichtigung der Abrechnungen mehr möglich. Das 
Bundesgericht  stellte  fest,  dass  der  vermeintlich Steuerpflichtige  un-
verzüglich hätte handeln oder seine Kunden auf die Auseinanderset-
zung mit der Verwaltung bzw. auf die drohende Vorsteuerkorrektur hät-
te hinweisen müssen. Da er dies offensichtlich nicht getan hatte, ver-
neinte das Bundesgericht eine Rückweisung des Falles an die Verwal-
tung zur  Prüfung,  ob den  Kunden korrigierte  Rechnungen zugestellt 
werden  könnten  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.121/2004  vom 
16. März 2005 E. 5.5).

Im erwähnten Fall waren die Kunden jedoch offensichtlich – zumindest 
teilweise – mehrwertsteuerpflichtige Personen und damit zum Vorsteu-
erabzug  berechtigt.  Sodann  handelte  es  sich  um verschiedene,  von 
der  vermeintlich  steuerpflichtigen Person unabhängige Dritte. Wo je-
doch nur ein einziger (vermeintlicher) Leistungsempfänger auftritt, auf 
den durchgegriffen wird, dieser selbst nicht mehrwertsteuerpflichtig ist 
und folglich bei ihm auch keine Korrektur vorgenommen werden muss 
bzw. kann,  spricht  nichts  dafür,  die  Rückerstattung  fälschlicherweise 
erhobener Mehrwertsteuern zu verweigern. In  einem solchen Fall  ist 
mit anderen Worten entscheidend, dass eine Steuerumgehung ange-
nommen wird und dies zur Folge hat, dass durch die juristische (und 
vermeintlich mehrwertsteuerpflichtige) auf die hinter ihr stehende na-
türliche  (und  nicht  mehrwertsteuerpflichtige)  Person  durchgegriffen 
wird.  Durch  diesen  Vorgang  und  nur  in  dieser  Konstellation  werden 
Leistungserbringer und einziger Leistungsempfänger zu ein und der-
selben Person,  weshalb zwischen ihnen sachlogisch kein Leistungs-
austauschverhältnis bestehen, somit auch kein Umsatz und kein Vor-
steuerabzugsrecht vorliegen konnte. Als Folge davon sind die Vorsteu-
erabzüge der vermeintlich Steuerpflichtigen rückgängig zu machen.

Das Zusammenfallen von Leistungserbringer und einzigem Leistungs-
empfänger wirkt nun aber nicht allein auf die Leistungseingangs-, son-
dern  konsequenterweise  auch  auf  die  Leistungsausgangsseite  (vgl. 
E. 2.8 hievor). Mit der Bejahung der Steuerumgehung und der daraus 
folgenden  Annahme  einer  sachgerechten  Gestaltung  entfällt  anders 
als im erwähnten Urteil 2A.121/2004 vom 16. März 2005 nicht nur die 
Steuerpflicht, sondern – und dies ist entscheidend – der Rechnungs-
steller und der einzige Rechnungsempfänger werden darüber hinaus 
zu  identischen  Personen.  Es  wäre  nun  widersprüchlich,  würden  mit 

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dem Argument  der  Steuerumgehung  bzw. des  Durchgriffs  der  Leis-
tungsaustausch  und  das  Vorsteuerabzugsrecht  verneint,  gleichzeitig 
aber trotz des Zusammenfallens von Leistungserbringer und -empfän-
ger in diesem – und nur in diesem – Verhältnis bereits erhobene Mehr-
wertsteuern nicht zurückerstattet.

2.11 Die Steuerforderung verjährt  fünf Jahre nach Ablauf des Kalen-
derjahres, in dem sie entstanden ist (Art. 49 Abs. 1 aMWSTG; bezüg-
lich  der  Anwendbarkeit  der  Verjährungsbestimmungen  des  [neuen] 
MWSTG vgl. E. 1.2 und 1.3 hiervor). Die Verjährung wird durch jede 
Einforderungshandlung und durch jede Berichtigung durch die zustän-
dige Behörde unterbrochen (Art. 49 Abs. 2 aMWSTG).

3.
3.1 Im vorliegenden Fall ist zuerst das Verhältnis des X._______ zur 
Beschwerdeführerin  zu  klären. In  einem als  «Personal  Undertaking» 
bezeichneten Dokument vom 26. September 2001, das eine Art  Ga-
rantieerklärung  gegenüber  der  Bank  Bank  B._______  darstellt,  tat 
X._______ kund, er sei Aktionär der Beschwerdeführerin. Gleichzeitig 
versprach er der Bank, für praktisch sämtliche Verpflichtungen der Be-
schwerdeführerin  einstehen  zu  wollen.  Die  später  vorgebrachte  Be-
hauptung  der  Beschwerdeführerin,  sie  werde  nicht  von  X._______, 
sondern von der A._______ Inc. USA, die sich wiederum vollständig im 
Eigentum des in Saudi Arabien wohnhaften Y._______ befinde, gehal-
ten, erscheint vor diesem Hintergrund als wenig glaubhaft, nennt doch 
die Beschwerdeführerin keinerlei Gründe, weshalb eine ihr (behaupte-
terweise) völlig fremde Person ohne Weiteres für ihre Verpflichtungen 
einstehen sollte.

Die Beschwerdeführerin beruft sich in diesem Zusammenhang auf ein 
Dokument  vom  11. August  2006,  welches  bestätigen  soll,  dass 
Y._______ und nicht  X._______ Eigentümer der Beschwerdeführerin 
bzw. der A._______ Inc. USA sei. Das Dokument enthält keine weitere 
Angaben als eben diese «Bestätigung». Insbesondere findet sich kein 
Hinweis darauf, wem gegenüber und in welchem Zusammenhang die 
«Bestätigung» hätte abgegeben werden sollen. Offensichtlich handelt 
es sich um ein von Bern nach Saudi-Arabien (Vorwahl: +966) und von 
dort zurück in die Schweiz gesendetes Faxschreiben, was zumindest 
die Vermutung nahe legt, es handle sich um ein ergebnisorientiert an-
gefertigtes  Schreiben. Im Übrigen wäre dem Schreiben selbst  dann, 

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wenn es tatsächlich formell  und materiell  richtig wäre, wenig Bedeu-
tung beizumessen, da es erst im Jahr 2006 und damit nach den hier 
fraglichen Steuerperioden (1. Quartal 2001 bis 3. Quartal 2003) erstellt 
worden ist. Aus den gesamten Umständen ist  zu schliessen, dass in 
der fraglichen Zeit  X._______ und nicht Y._______ wirtschaftlich Be-
rechtigter der Beschwerdeführerin war.

3.2 Sodann ist  zu klären, wie es sich mit  dem von der ESTV ange-
nommenen  Leistungsaustausch  im  Sinne  des  Mehrwertsteuerrechts 
zwischen X._______ und der Beschwerdeführerin verhält. Solange die 
Beschwerdeführerin  als  juristische  Person  betrachtet,  sie  also  nicht 
transparent  gemacht  würde,  bestünde  wenig  Anlass,  einen  solchen 
Leistungsaustausch zu verneinen. Es ist nämlich nicht davon auszuge-
hen,  dass  die  Vermietung  bzw.  Vercharterung  des  Learjets  an 
X._______ ohne Entgelt bzw. ohne Gegenleistung erfolgt wäre. Dass 
hierbei,  wie von der ESTV festgestellt,  kein Geld geflossen ist,  son-
dern die aus den Leistungen an X._______ resultierenden Guthaben 
bei  der  Beschwerdeführerin  kreditiert  und später  (behaupteterweise) 
mittels Forderungsabtretung beglichen worden seien, spricht ebenfalls 
nicht  gegen  einen  Leistungsaustausch  (vgl.  E. 2.3  hiervor).  Ob  zwi-
schen X._______ und der  Beschwerdeführerin  tatsächlich  ein  mehr-
wertsteuerlicher  Leistungsaustausch  stattgefunden  hat,  kann  aber 
letztlich offenbleiben, weil das Vorgehen – wie zu zeigen sein wird – 
ohnehin als Steuerumgehung zu qualifizieren und mit dem Durchgriff 
auf  X._______  und  der  auch aus  der  Sicht  der  ESTV wegfallenden 
Steuerpflicht  der  Beschwerdeführerin  kein  Leistungsaustausch  zwi-
schen den genannten Personen mehr angenommen werden kann (vgl. 
E. 2.8 und 2.10 hievor).

3.3 Gemäss  Bilanz  der  Beschwerdeführerin  per  31. Dezember  2002 
bestanden  ihre  Aktiven  im  Wesentlichen  aus  dem  Darlehen  an 
X._______  in  der  Höhe  von Fr. 788'453.70,  dem Verrechnungskonto 
B._______ (Fr. 614'509.03) und dem Flugzeug (Fr. 10'956'553.56; mit 
einer  auf  dieser  Position  vorgenommenen  Wertberichtigung  von 
Fr. 1'376'320.30).  Bei  den  Passiven  bildeten  die  Darlehen  der 
D._______  Ltd.  (Fr. 6'965'476.91)  und  der  Bank  B._______ 
(Fr. 6'429'975.35)  die  grössten  Positionen.  Als  Eigenkapital  wurden 
Fr. 2'332'924.18  ausgewiesen.  Für  das  Jahr  2003  wurden  ähnliche 
Zahlen  ausgewiesen,  wobei  die  Wertberichtigung  für  das  Flugzeug 
dannzumal  Fr. 2'012'054.50  betrug  und  das Darlehen  an  X._______ 
auf  Fr. 1'171'680.60 angestiegen war. In  der  Erfolgsrechnung für  die 

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Jahre 2001 und 2002 wie auch in jener für 2003 wird im Konto «Ertrag 
Vermietung» ausschliesslich X._______ genannt. Er, als wirtschaftlich 
Berechtigter  der  Beschwerdeführerin,  war  demnach  der  einzige,  der 
das  Flugzeug mietete  bzw. charterte. Ob die  Beschwerdeführerin  im 
Jahr  2005  und  2006,  wie  sie  vorbringt,  Leistungen  auch  an  die 
C._______ AG fakturiert  hat,  ist  vorliegend –  es geht  um die  Jahre 
2001 bis 2003 – nicht relevant. Im Übrigen ist dem Handelsregister zu 
entnehmen,  dass  als  Verwaltungsratspräsident  der  C._______  AG – 
die erst mit Statuten vom 16. Juni 2004 gegründet wurde – wiederum 
X._______ amtete. Aus dem Gesagten ist zu schliessen, dass die Be-
schwerdeführerin offensichtlich den Zweck verfolgte, ein einziges Flug-
zeug zu halten und dieses ihrem Aktionär X._______ zur Verfügung zu 
stellen.

3.4 Bereits diese Gestaltung wäre wohl gemäss der Praxis des Bun-
desgerichts (vgl. E. 2.6 hievor) als missbräuchlich zu qualifizieren. Vor-
liegend aber  kommt hinzu und wird  in  diesem Zusammenhang rele-
vant, dass die an X._______ erbrachten Leistungen nicht bezahlt, son-
dern ihm lediglich fakturiert und von der Gesellschaft kreditiert wurden. 
Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, sie habe diese Forderungen 
im  Umfang  von  Fr. 788'753.70  per  31. Dezember  2002  und  von 
Fr. 383'226.90 per 31. Dezember 2003 an die D._______ Ltd. abgetre-
ten, findet in den Akten keine Stütze. Wie die ESTV zurecht festhält, 
kann mit den später eingereichten, den früheren teilweise widerspre-
chenden Buchhaltungen der Nachweis der Tilgung nicht erbracht wer-
den. Auf die entsprechende, erst am 9. Juni 2006 eingereichte und un-
datierte Buchhaltung ist denn auch nicht weiter einzugehen, zumal die 
Beschwerdeführerin nicht erklärt,  weshalb im Jahr 2006 «bereinigte» 
Abschlüsse, gemäss welchen eine Verrechnung des Darlehens statt-
gefunden  haben  soll,  vorgelegt  werden  können,  dies  aber  im  Jahr 
2004 noch nicht möglich war und dies, obwohl behauptet wird, «Zessi-
on» und «Verrechnung» seien am 31. Dezember 2002 und am 31. De-
zember 2003 erfolgt und verbucht worden. 

3.5 Die  von  der  Beschwerdeführerin  bzw. von  X._______  gewählte 
Gestaltung  ist  zusammenfassend  und  in  Nachachtung  der  in  E.  2.6 
dargestellten Rechtsprechung des Bundesgerichts als sachwidrig und 
absonderlich  zu  betrachten;  sie  bringt  dem eigentlichen  Nutzer  des 
Flugzeugs nur zusätzlichen administrativen Aufwand, Gründungs- und 
Beratungskosten und – abgesehen von mehrwertsteuerlichen – keiner-
lei  Vorteile. Es ist  anzunehmen,  dass die  gewählte Rechtsgestaltung 

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lediglich deshalb getroffen wurde, um Steuern zu sparen. Das gewähl-
te Vorgehen hätte, wäre es von der ESTV akzeptiert worden, zu einer 
erheblichen Steuerersparnis  geführt.  Hätte  X._______ das  Flugzeug 
im  eigenen  Namen erworben  und  betreiben  lassen,  wie  es  sachge-
mäss gewesen wäre, hätte er nämlich die erheblichen Vorsteuern, ins-
besondere die Einfuhrsteuern, nicht geltend machen können (vgl. Ur-
teil des Bundesgerichts 2C_632/2007 vom 7. April 2008 E. 4.6).

3.6 Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, kann zu keinem 
anderen Ergebnis führen. Sie beruft sich in erster Linie auf das Argu-
ment der Haftungsbegrenzung: Im Bereich der Aviatik würden regel-
mässig  solche  oder  ähnliche  Gesellschaften  eingesetzt,  um  die  mit 
dem Flugzeug und dessen Betrieb verbundenen Risiken zu limitieren. 
Trotz  sehr  hoher  Versicherungssummen  sei  nicht  auszuschliessen, 
dass  Unfallschäden  die  Summen überstiegen oder  die  Versicherung 
ihre Leistungen kürze, bzw. Regress nehme, sodass letztlich der Flug-
zeugeigentümer haftbar werden könne. Die ESTV hält dem prononciert 
entgegen, dass, würde der Argumentation der Beschwerdeführerin ge-
folgt,  jeder  Benutzer  eines  Motorfahrzeugs  dieses  über  eine  Gesell-
schaft halten müsste, um dem Risiko zu entgehen, dass Haftpflichtan-
sprüche die Versicherungsdeckung überstiegen. Auch hat das Bundes-
gericht  diesbezüglich  im  ähnlichen  Fall  2C_632/2007  vom  7. April 
2008  in  E. 4.5  festgehalten,  Haftpflichtrisiken  könnten  mit  dem  Ab-
schluss  einer  Haftpflichtversicherung  abgedeckt  werden  und  Halter 
von  Luftfahrzeugen  seien  von  Gesetzes wegen ohnehin  verpflichtet, 
sich gegen die Folgen der Haftpflicht zu versichern (Art. 70 des Bun-
desgesetzes über  die  Luftfahrt  vom 21. Dezember  1948,  SR 748.0). 
Das  Risiko,  dass  X._______  trotz  hoher  Versicherungssummen per-
sönlich haftbar werden könnte, erscheint als äussert gering. Jedenfalls 
ist es so gering, dass es nicht als eigentliches Motiv für die gewählte 
Rechtsgestaltung gelten kann.

3.7 Aufgrund des Gesagten bleibt es bei der Qualifikation des Vorge-
hens  als  Steuerumgehung.  Demnach  ist  der  Besteuerung  diejenige 
Rechtsgestaltung zugrunde zu legen, die sachgemäss gewesen wäre, 
um  den  erstrebten  wirtschaftlichen  Zweck  zu  erreichen  (vgl.  E. 2.7 
hiervor). Dies wäre ein Halten des Flugzeugs durch X._______ selbst 
gewesen. Es findet – für Zwecke der Mehrwertsteuer – ein Durchgriff 
auf  die  hinter  der  Beschwerdeführerin  stehende  natürliche  Person 
statt. X._______ aber ist nicht mehrwertsteuerpflichtig und hätte keine 
Vorsteuern geltend machen können, aber auch keine Mehrwertsteuern 

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an  die  ESTV  abliefern  müssen.  Damit  hat  die  Beschwerdeführerin 
bereits von der ESTV ausbezahlte Vorsteuern wieder zu überweisen. 
Gleichzeitig sind ihr bereits einbezahlte Mehrwertsteuern wieder gut-
zuschreiben.

4.
Schliesslich macht die Beschwerdeführerin geltend, durch das Vorge-
hen der  ESTV werde die Wirtschaftsfreiheit  (Art. 27 BV) verletzt. Es 
gehe  nicht  an,  einer  betriebswirtschaftlich  gebotenen  Struktur  allein 
aus  fiskalistischen  Gründen  die  Anerkennung  zu  versagen. Die  Be-
schwerdeführerin verkennt, dass ihr bzw. ihrem wirtschaftlich Berech-
tigten nicht das Recht abgesprochen wird, eine Konstruktion wie die 
vorliegende zu wählen, sondern dass nur, aber immerhin für Zwecke 
der Mehrwertsteuer von der gewählten Gestaltung Abstand genommen 
wird.  Insofern  ist  nicht  ansatzweise  ersichtlich,  weshalb  die  Wirt-
schaftsfreiheit der Beschwerdeführerin tangiert sein soll.

5.
5.1 Sodann macht die Beschwerdeführerin auch eine Verletzung von 
Treu und Glauben geltend. Der Import des Flugzeuges in die Schweiz 
sei erfolgt, weil die ESTV eine allgemein anerkannte Praxis gehabt ha-
be,  welche  Betriebsstrukturen  wie  die  vorliegende  «mehrwertsteuer-
neutral» zugelassen habe. Aufgrund dieser Praxis habe man keine Al-
ternativen geprüft. Die Vertreterin der Beschwerdeführerin habe dies-
bezüglich für verschiedene Kunden Gespräche mit der ESTV geführt; 
die Struktur sei von der ESTV jeweils akzeptiert und über Jahre gedul-
det worden. Man könne dazu gegebenenfalls eine umfangreiche Doku-
mentation einreichen. Sodann habe die Beschwerdeführerin die Aus-
zahlung des mit dem Import des Flugzeuges entstandenen Vorsteuer-
guthabens unter mehreren Malen bei der ESTV geltend gemacht. Die-
se habe sich in voller Kenntnis des Sachverhalts nach der Bankverbin-
dung für die Auszahlung des Vorsteuerguthabens erkundigt.

5.2 Das in Art. 9 BV enthaltene Gebot von Treu und Glauben gilt nach 
Rechtsprechung  und  Lehre  auch  im Verwaltungsrecht  und  gibt  dem 
Bürger einen Anspruch auf Schutz des berechtigten Vertrauens, das er 
in behördliche Zusicherungen und sonstiges, bestimmte Erwartungen 
begründendes Verhalten der Behörden setzt. Es müssen indessen ver-
schiedene Voraussetzungen kumulativ erfüllt sein, damit sich der Pri-
vate mit Erfolg auf Treu und Glauben berufen kann. So ist eine unrichti-
ge Auskunft einer Verwaltungsbehörde nur bindend, wenn die Behörde 

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in einer konkreten Situation mit Bezug auf bestimmte Personen gehan-
delt hat, wenn sie dabei für die Erteilung der betreffenden Auskunft zu-
ständig  war  oder  wenn  der  Bürger  die  Behörde  aus  zureichenden 
Gründen als zuständig betrachten durfte, wenn gleichzeitig der Bürger 
die  Unrichtigkeit  der  Auskunft  nicht  ohne  Weiteres  erkennen  konnte 
und wenn er im Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft Disposition-
en getroffen hat, die nicht ohne Nachteil rückgängig gemacht werden 
können sowie wenn die gesetzliche Ordnung seit der Auskunftsertei-
lung  keine  Änderung  erfahren  hat  (vgl.  anstelle  zahlreicher:  BGE 
131 II 627  E. 6.1,  BGE  129 I 161  E. 4.1,  Urteil  des  Bundesgerichts 
2C_123/2010 vom 5. Mai 2010 E. 4.1; Urteile des Bundesverwaltungs-
gerichts  A-1567/2006  vom  28. Dezember  2007  E. 4.2,  A-6038/2006 
und A-6047/2008 vom 16. September 2009 E. 5.3;  ULRICH HÄFELIN/GE-
ORG MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Grundriss  des  Allgemeinen  Verwaltungs-
rechts, 5. Aufl., Zürich 2006, Rz. 622 ff.).

5.3 Der Beschwerdeführerin ist  insofern beizupflichten,  als  dass Be-
triebsstrukturen  wie  die  vorliegende  grundsätzlich  «mehrwertsteuer-
neutral» sind. Sie übersieht  aber, dass die ESTV dies nicht  generell 
bestreitet, sondern im konkreten Fall zum Schluss gekommen ist, es 
liege  eine  Steuerumgehung  vor.  Die  Beschwerdeführerin  behauptet 
nicht  und kann auch nicht  darlegen,  dass die ESTV in Kenntnis  der 
konkreten Sachlage zugesichert hätte, das vorliegende Konstrukt an-
erkennen zu wollen. Im Übrigen war es die Beschwerdeführerin,  die 
Buchhaltungen und weitere notwendige Unterlagen erst nach mehrma-
liger Aufforderung der ESTV vorgelegt hat. Sodann liegt es in der Na-
tur  der  Mehrwertsteuer,  die  eine  Selbstveranlagungssteuer  ist,  dass 
die ESTV erst nach der Kontrolle und insbesondere nach Durchsicht 
der  Debitoren feststellen  konnte,  die  Beschwerdeführerin  diene dem 
einzigen Zweck, X._______ das Flugzeug zu vermieten bzw. zu ver-
chartern. Insofern ist  der Hinweis der Beschwerdeführerin, die ESTV 
hätte sich zuvor noch nach einer Bankverbindung für die Auszahlung 
des Vorsteuerguthabens erkundigt und damit quasi das Gebilde aner-
kannt, nicht behilflich. 

6.
6.1 Aufgrund des Gesagten hat die Beschwerdeführerin sämtliche be-
reits von der ESTV ausbezahlten Vorsteuern an diese zurückzuvergü-
ten.  Die  ESTV  ihrerseits  hat  von  der  Beschwerdeführerin  erhobene 
und  einbezahlte  Mehrwertsteuern  zurückzuerstatten.  Der  ESTV wird 
aufgetragen, die Rückabwicklung – unter Berücksichtigung der Zinsen 

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– dementsprechend durchzuführen. Bezüglich Rückerstattung fälschli-
cherweise erhobener Mehrwertsteuern und damit im Umfang von rund 
10% obsiegt demnach die Beschwerdeführerin.

6.2 Bei diesem Verfahrensausgang ist die Beschwerde teilweise gut-
zuheissen, der Einspracheentscheid im entsprechenden Umfang auf-
zuheben und die Sache zu neuem Entscheid im Sinne der E. 6.1 an 
die Vorinstanz zurückzuweisen.

6.3 Die Beschwerdeführerin hat als teilweise unterliegende Partei die 
Verfahrenskosten von Fr. 15'000.-- im Umfang von Fr. 13'500.-- zu tra-
gen.  Der  ESTV  sind  keine  Verfahrenskosten  aufzuerlegen  (Art. 63 
Abs. 1 und 2 VwVG). Der Kostenvorschuss ist mit den Verfahrenskos-
ten zu verrechnen und der Überschuss von Fr. 1'500.-- zurückzuerstat-
ten.

6.4 Die Vorinstanz hat der teilweise obsiegenden und vertretenen Be-
schwerdeführerin eine reduzierte Parteientschädigung von insgesamt 
Fr. 2'250.--  auszurichten  (Art. 64  Abs. 1  und  2  VwVG;  Art. 7  ff.  des 
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-
gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und der Einspracheent-
scheid  vom 6. August  2008  im entsprechenden  Umfang  aufgehoben 
und die Sache zu neuem Entscheid im Sinne der E. 6.1 an die Vorin-
stanz zurückgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  werden  im  Umfang  von  Fr. 13'500.--  der  Be-
schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss 
von  Fr. 15'000.--  verrechnet.  Der  restliche  Betrag  in  der  Höhe  von 
Fr. 1'500.-- wird der Beschwerdeführerin nach Eintritt  der Rechtskraft 
des vorliegenden Urteils zurückerstattet.

3.
Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat der Beschwerdeführerin ei-
ne Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'250.-- zu bezahlen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Daniel Riedo Urban Broger

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizu-
legen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand am 14. Juni 2010

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