# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1de9040b-d3f2-5960-ac93-08e6e02c5cd0
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-04-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 03.04.2012 UV 2011/25
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2011-25_2012-04-03.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2011/25

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 09.08.2019

Entscheiddatum: 03.04.2012

Entscheid Versicherungsgericht, 03.04.2012
Art. 6, Art. 19 Abs. 1 UVG: Zeitpunkt für die Prüfung der Adäquanz und 
Einstellung der Leistungen noch nicht erreicht: Eingliederungsmassnahmen 
der IV liefen im Einstellungszeitpunkt noch. Beschwerdegegnerin hat nicht 
rechtsgenüglich nachgewiesen, dass von weiterer ärztlicher Behandlung 
keine namhafte Besserung mehr zu erwarten ist (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. April 2012, UV 
2011/25).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichter Joachim Huber und a.o. 

Versicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiberin Vera Holenstein Werz

Entscheid vom 3. April 2012

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin Denise Wüst, MLaw, c/o Schwager Mätzler Schneider 

Rechtsanwälte, Poststrasse 23, 9001 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

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vertreten durch Fürsprecherin Dr. iur. Marianne Sonder, Rossimattstrasse 17,

3074 Muri b. Bern,

betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A. 

A.a A.___ absolvierte im Malergeschäft B.___ eine Berufslehre als Malerin und war 

dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen 

Unfälle versichert (UV-act. 1, 12). Am Abend des 31. Oktober 2007 wurde sie als 

Beifahrerin in einem Personenwagen verletzt, als dessen Lenker bei einem 

Ausweichmanöver auf einer Nebenstrasse ausserorts die Kontrolle verlor, das Fahrzeug 

zweimal über die Strasse schleuderte und auf der Fahrerseite mit einem Baum 

kollidierte (UV-act. 5, 11 f., 25). Die Versicherte erlitt eine kurze Bewusstseinsstörung 

und klagte über Kopfschmerzen und starke Schmerzen im Bereich der 

Lendenwirbelsäule (LWS). Auf der Notfallstation des Kantonsspitals St. Gallen, wohin 

sie mit der Ambulanz überführt worden war, wurden ein Beschleunigungstrauma der 

Halswirbelsäule (HWS), eine LWS-Kontusion sowie eine Commotio cerebri 

diagnostiziert. Beim Röntgen zeigten sich keine Frakturen, der neurologische Befund 

war unauffällig (UV-act. 2 f., 6). Die Patientin wurde noch am gleichen Abend in 

Begleitung der Eltern nach Hause entlassen (UV-act. 6). Die ambulante medizinische 

Betreuung der Versicherten erfolgte durch ihren Hausarzt, Dr. med. C.___, Facharzt 

FMH für Allgemeine Innere Medizin, sowie Dr. med. D.___, Facharzt FMH für 

Allgemeine Innere Medizin mit Fähigkeitsausweis Manuelle Medizin (SAMM) (UV-act. 

16 f.). Die Versicherte wurde ab dem Unfall bzw. ab 1. November 2007 100% 

arbeitsunfähig geschrieben; ab dem 9. Januar 2008 galt sie als 50% arbeitsfähig. Die 

Berufsschule konnte sie ohne Unterbruch weiterhin besuchen (vgl. UV-act. 2, 11 f., 

16 f., 21). Am 6. Februar 2008 erfolgte eine ambulante neurologische Untersuchung an 

der Rehaklinik E.___, bei der eine wahrscheinliche leichte traumatische Hirnverletzung 

(MTBI) beim Unfall vom 31. Oktober 2007 diagnostiziert und aufgrund welcher die 

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Indikation für eine stationäre Neurorehabilitation gestellt wurde (UV-act. 27 f., 32). 

Diese fand vom 12. März bis 23. April 2008 in E.___ statt. Anschliessend arbeitete die 

Versicherte wiederum 50% zur Angewöhnung an die Arbeit bis zu den 

Lehrabschlussprüfungen Mitte Juni 2008 (UV-act. 36, 38). Sie bestand die 

Abschlussprüfung, musste aber kurz darauf die Arbeit zu 100% niederlegen (UV-act. 

44, 47, 49). Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilungskosten und Tag­

gelder).

A.b Anlässlich der Besprechung im Lehrbetrieb vom 22. Mai 2008 war die Versicherte 

angehalten worden, sich bei der Invalidenversicherung (IV) anzumelden (UV-act. 38). 

Diese gewährte ihr in der Folge Berufsberatung sowie die Abklärung der beruflichen 

Eingliederungsmöglichkeiten (UV-act. 43, 47, 50 f.). Später wurden die Massnahmen 

der IV durch eine Berufs- und Laufbahnberatung durch die F.___ abgelöst (UV-act. 55, 

59 f., 70 ff., 79).

A.c Vom 25. März bis 8. April 2009 weilte die Versicherte zu einer stationären 

Abklärung erneut in der Rehaklinik E.___ (UV-act. 99, 106). Ihre Arbeitsfähigkeit wurde 

dort aus psychiatrischer Sicht mit 50% eingeschätzt; aus somatisch-organischer Sicht 

wurden mittelschwere Arbeiten ganztags zumutbar erachtet (UV-act. 110). Durch 

Dr. med. G.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie waren anlässlich der 

psychiatrischen Abklärung vom 31. März 2009 eine posttraumatische 

Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) festgestellt und dringend eine psychotherapeutische 

Behandlung empfohlen worden (UV-act. 110, Bericht vom 15. Mai 2009). Diese wurde 

durch Dr. phil. H.___, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP und Traumatherapie 

DeGPT, durchgeführt (UV-act. 117, 138, 171, 189). Auf Antrag der Psychotherapeutin, 

Kostengutsprache für ein Jahr zu erteilen, wurde diese von der Suva bis auf weiteres 

gewährt (UV-act. 117 f.). Im Bericht vom 13. Februar 2010 fragte Dr. H.___ die 

Unfallversicherung an, ob sie die Psychotherapie der Versicherten bis zum Abschluss 

der erfolgreichen Umschulung zur technischen Kauffrau unterstütze. Darauf reagierte 

die Suva nicht (UV-act. 171). Auch im Bericht vom 24. Mai 2010 wies die Therapeutin 

darauf hin, dass die Versicherte auf die Psychotherapie angewiesen sei, um die 

Umschulung weiterhin zu unterstützen (UV-act. 189). Anlässlich der telefonischen 

Besprechung vom 3. August 2010 mit der zuständigen Sachbearbeiterin der Suva 

berichtete die Versicherte über die Weiterführung der Psychotherapie (UV-act. 193). Als 

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bei Dr. H.___ ein weiterer ausführlicher Bericht über die Psychotherapie nachgefragt 

wurde, antwortete diese am 7. Oktober 2010, die Therapie habe nur bis zu den 

Sommerferien 2010 gedauert, weshalb nicht mehr berichtet werden könne als im Mai 

2010 (UV-act. 198; letztmals 30. Juni 2010 gemäss UV-act. 201). Die Nachfrage der 

Psychotherapeutin, ob sie die Versicherte aktiv angehen solle und die Suva weiterhin 

die Therapiekosten übernehmen werde, wurde am 3. November 2010 negativ 

beantwortet (UV-act. 201).

A.d Auf Kosten der IV besuchte die Versicherte ab 26. Oktober 2009 bis 31. März 2010 

eine berufliche Abklärung bei der Z.___ (UV-act. 143). Am 1. April 2010 begann sie an 

der gleichen Schule eine Ausbildung zur technischen Kauffrau. Kostengutsprachen der 

IV für diese Ausbildung finden sich in den Akten für das Sommersemester 2010 und 

das Wintersemester 2010/2011 (UV-act. 184, 206; letzeres als Repetitionssemester). 

Da die Versicherte im Herbst 2010 die Prüfungen nicht bestand, wurde die 

Vereinbarung mit ihr geändert und eine Unterstützung durch die IV bis Herbst 2011 

vorgesehen (vgl. UV-act. 200).

A.e Am 26. November 2010 nahm Kreisarzt Dr. med. I.___, Facharzt FMH für Chirurgie, 

speziell Allgemein- und Unfallchirurgie, St. Gallen, schriftlich zu den Fragen der 

Administration nach dem Andauern der Unfallfolgen, der Kausalität sowie den 

möglichen Auswirkungen von allfälligen weiteren ärztlichen Behandlungen Stellung 

(UV-act. 205). Er kam zum Schluss, dass diese Fragen weitgehend bereits durch den 

Bericht der Ärzte an der Rehaklinik E.___ vom 15. Mai 2009 (UV-act. 110) beantwortet 

seien. Betreffend die organische Komponente sei keine namhafte Besserung mehr zu 

erwarten und der medizinische Endzustand anzunehmen. Mit Verfügung vom 

20. Dezember 2010 (UV-act. 211) hielt die Suva daraufhin fest, die aktuellen 

Beschwerden seien organisch nicht hinreichend nachweisbar und ihre Adäquanz zum 

Unfallereignis müsse verneint werden. Die Versicherungsleistungen wurden daher per 

31. Dezember 2010 eingestellt.

B. 

Die Versicherte beauftragte Rechtsanwältin MLaw Denise Wüst, St. Gallen, mit ihrer 

Vertretung und liess gegen die Verfügung der Suva vom 20. Dezember 2010 am 

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26. Januar 2011 bzw. 15. Februar 2011 Einsprache erheben (UV-act. 217, 222). Mit 

Entscheid vom 1. März 2011 wies die Suva die Einsprache der Versicherten ab.

C. 

C.a Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 20. März 2011 mit den Anträgen auf 

Aufhebung des Einspracheentscheids vom 1. März 2011 und Zusprechung der 

gesetzlichen Leistungen der Unfallversicherung ab wann rechtens, eventualiter auf 

Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zur formgerechten Durchführung des 

Beweisverfahrens, Einholung eines polydisziplinären Gutachtens und neuem Entscheid 

in der Sache. Weiter wird die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der 

Beschwerde beantragt; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der 

Beschwerdegegnerin. Zur Begründung wird angeführt, die Beschwerdegegnerin sei 

ihrer Abklärungspflicht nicht in genügender Weise nachgekommen und habe ihren 

Entscheid nicht auf aktuelle ärztliche Berichte gestützt, besonders nicht die Psyche 

betreffend. Für den Zeitpunkt der Leistungseinstellung sei nicht dargetan, dass von 

einer weiteren ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung mehr erwartet werden 

könne. Die Leistungseinstellung sei daher zu früh erfolgt. Entgegen der Beurteilung 

durch die Beschwerdegegnerin sei von einem schweren Unfall auszugehen. Auf jeden 

Fall seien mehrere Adäquanzkriterien erfüllt und die Adäquanz müsste auch für einen 

mittelschweren Unfall bejaht werden.

C.b Die Suva lässt sich im Beschwerdeverfahren durch Rechtsanwältin Dr. iur. 

Marianne Sonder, Muri, vertreten. Mit Beschwerdeantwort vom 15. Juni 2011 beantragt 

diese die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie an, 

die Abklärungen der Suva genügten sehr wohl. Im Zeitpunkt der Leistungseinstellung 

sei von einer Weiterführung der ärztlichen Behandlung nachgewiesenermassen keine 

namhafte Besserung mehr zu erwarten gewesen, weshalb dieser 

rechtsprechungskonform gewählt worden sei. Es könne sich nur um einen 

mittelschweren Unfall gehandelt haben; das Bundesgericht habe weit 

schwerwiegendere Ereignisse noch in diese Kategorie eingeordnet. Die Kriterien zur 

Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs seien nicht in gehäufter Zahl und 

massgebender Intensität vorhanden, weshalb dieser verneint und die Beschwerde 

abgewiesen werden müsse.

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C.c Mit Replik vom 11. Juli 2011 weist die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin 

darauf hin, dass die Beschwerdegegnerin die Beweislast dafür trage, dass der 

medizinische Endzustand erreicht sei. Die Eingliederungsmassnahmen der IV fänden 

ausschliesslich aufgrund der Unfallfolgen statt und seien zum Zeitpunkt der 

Leistungseinstellung noch nicht abgeschlossen gewesen. Vielmehr habe die IV mit 

Verfügung vom Frühling 2011 deren Verlängerung um ein halbes Jahr zugestanden.

C.d In der Replik vom 25. August 2011 liess die Beschwerdegegnerin festhalten, die 

Beschwerdeführerin verkenne die Rechts- und Beweisthematik. Es sei ausgewiesen, 

dass von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung mehr 

erreicht werden könne. Die Mehrkosten für die Erstausbildung zur technischen Kauffrau 

seien von der IV bis 2. Oktober 2010 übernommen worden (UV-act. 143, 184). Die 

beruflichen Abklärungen der IV seien am 1. Oktober 2008 abgeschlossen worden, da 

sie sich für die Beratung durch die F.___ entschieden hatte. Physikalisch-medizinisch 

seien der Versicherten mittelschwere Arbeiten ganztags zumutbar (UV-act. 110) und 

den Akten sei nicht zu entnehmen, dass die Eignung als Malerin unfallkausal nicht mehr 

gegeben sein solle.

D. 

Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften, sowie den Inhalt der übrigen 

Akten wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

näher eingegangen.

Erwägungen:

1.

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht ihre Leistungspflicht für 

die Folgen des Unfalls vom 31. Oktober 2007 per 31. Dezember 2010 eingestellt hat.

2.

2.1  Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid die 

rechtlichen Grundlagen für die Leistungspflicht der obligatorischen Unfallversicherung 

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zutreffend dargelegt (E. 1). Dasselbe gilt für die Grundsätze der Adäquanzprüfung 

(E. 4.a, 4.c). Darauf kann verwiesen werden.

2.2  Zu ergänzen ist, dass der Zeitpunkt für eine allfällige Leistungseinstellung nach der 

Rechtsprechung dann erreicht ist, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung 

keine namhafte Besserung mehr erwartet werden kann und allfällige 

Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (BGE 134 V 

109 E. 3 und 4 S. 112 ff., Urteil des Bundesgerichts vom 9. Juni 2010, 8C_146/2010, 

E. 4.2).

2.3  Zu ergänzen ist ferner, dass hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts 

entscheidend ist, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 

der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind. 

Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich 

weder dessen Herkunft noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen). Den Berichten versicherungsinterner Ärzte kann rechtsprechungsgemäss 

gleichfalls Beweiswert beigemessen werden, sofern sie schlüssig erscheinen, 

nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien 

gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311). Soll ein 

Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so 

sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur 

geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen 

ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen mittels unabhängiger 

Begutachtung vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 in fine mit Hinweis; in Plädoyer 

2/2010 S. 54 zusammengefasstes Urteil 8C_439/2009 vom 25. November 2009 E. 4.4).

3.

3.1  Die Beschwerdeführerin lässt die Einstellung der Versicherungsleistungen per Ende 

2010 betreffend beider Voraussetzungen als verfrüht rügen. Zum einen hält sie fest, ihr 

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Bedarf nach weiteren ärztlichen Leistungen sei per Ende 2010 nicht gestützt auf 

aktuelle Berichte beurteilt worden. Kreisarzt Dr. I.___ habe sie nicht untersucht, 

sondern lediglich aufgrund der Akten Stellung genommen (UV-act. 205). Dabei habe er 

sich lediglich auf die organisch fassbaren Unfallfolgen bezogen, dazu auf die 

interdisziplinäre Stellungnahme vom 15. Mai 2009 (UV-act. 110) verwiesen und 

aufgrund des Zeitablaufs eine Re-Evaluation empfohlen. Weder sei diese durchgeführt 

worden, noch sei die weitere Behandlungsbedürftigkeit ihrer anerkanntermassen 

unfallkausalen posttraumatischen Belastungsstörung in irgendwelcher Form abgeklärt 

worden.

3.1.1 Es trifft zu, dass nach der interdisziplinären stationären Abklärung der Unfall­

folgen vom 25. März bis 8. April 2009 in der Rehaklinik E.___ keine umfassende 

persönliche Untersuchung der Beschwerdeführerin mehr stattfand. Der jüngste 

Zwischenbericht des Hausarztes, der in den Akten vorhanden ist, datiert vom 

17. Februar 2010 (UV-act. 172). Die Stellungnahme des Kreisarztes vom 26. November 

2010 stützte sich lediglich auf die Akten. Dr. I.___ verwies aufgrund des Zeitintervalls 

von rund eineinhalb Jahren selbst auf eine Re-Evaluation bei der ehemaligen 

begutachtenden Stelle. Sein Bericht vom 26. November 2010 genügt den dargestellten 

Anforderungen an eine beweiskräftige ärztliche Beurteilung (E. 2.3) klar nicht.

3.1.2 Zur unbestrittenermassen unfallbedingten psychischen 

Gesundheitsbeeinträchtigung der Beschwerdeführerin liegen neben dem 

psychiatrischen Gutachten, das Dr. G.___ am 15. Mai 2009 verfasste und in welchem 

er die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung nach ICD-10 (F43.1) 

erstmals stellte (Teil von UV-act. 110), das Kostengutsprache-Gesuch sowie 

Verlaufsberichte von Dr. H.___ vom Juni 2009, 24. September 2009, 13. Februar 2010 

und 24. Mai 2010 vor (UV-act. 117, 138, 171, 189). Zwar hatte die Psychotherapeutin 

ihre Patientin am 30. Juni 2010 letztmals gesehen und ihr Gesuch um 

Kostengutsprache nicht explizit verlängert, nachdem die Beschwerdegegnerin auf ihre 

Anträge, die Psychotherapie während der Dauer der Umschulung weiterzuführen, vom 

13. Februar 2010 und 24. Mai 2010 nicht eingegangen war (UV-act. 171, 189). Daraus 

lässt sich aber nicht ohne weitere Abklärung, insbesondere nicht ohne Beurteilung 

durch eine psychiatrische Fachperson, schliessen, dass von der Weiterführung der 

Psychotherapie keine namhafte Besserung mehr zu erwarten war.

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3.1.3 Die Rechtsprechung hält zwar fest, dass eine namhafte Besserung nicht nur 

möglich, sondern nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad 

überwiegend wahrscheinlich sein muss (Urteil des Bundesgerichts vom 21. Juli 2010, 

8C_346/2010, E. 2.2 mit Hinweisen). Zur Beurteilung dieser Tatsachen sind jedoch 

aktuelle fachmedizinische Stellungnahmen erforderlich, welche betreffend die 

Beschwerdeführerin fehlen. Zur Einholung derselben - vorzugsweise bei 

anstaltsfremden und bisher noch nicht mit der Angelegenheit befassten Fachpersonen 

- wird die Streitsache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

3.2  Von der Beschwerdeführerin wird weiter gerügt, dass im Zeitpunkt der 

Leistungseinstellung ihre IV-Umschulung noch angedauert habe und somit die zweite 

Voraussetzung für das Erreichen des Endzustands bzw. für die Prüfung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs der weiterhin vorhandenen Gesundheitsbeeinträchtigungen 

zum Unfallereignis ebenfalls nicht erfüllt sei. In seiner Rechtsprechung hat das 

Bundesgericht festgehalten, dass der Fallabschluss durch die Unfallversicherung nicht 

zur Unzeit erfolge, wenn die IV noch nicht über allfällige Eingliederungsmassnahmen 

befunden habe, eine weitere ärztliche Behandlung aber keine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustands mehr erwarten liesse (Urteil vom 1. April 2009, 8C_304/2008, 

E. 3.1). Als zulässig hat das Bundesgericht auch den Fallabschluss beurteilt, der 

erfolgte, als noch Eingliederungsmassnahmen liefen, die aufgrund vorbestandener und 

damit unfallfremder gesundheitlicher Schädigungen veranlasst worden waren (Urteil 

vom 22. Februar 2011, 8C_67/2011, E. 2.2). Beide Urteile beschlagen jedoch andere 

Tatbestände als den vorliegend zu beurteilenden: Mit der Besprechung vom 16. Juni 

2009 und den folgenden Abklärungen (UV-act. 119 ff.) stand fest, dass die 

Beschwerdeführerin zur Kauffrau umgeschult werde, weil sie unfallbedingt die Tätigkeit 

als Malerin nicht mehr ausüben konnte. Die früher geäusserten Zweifel der 

Beschwerdegegnerin, dass die Umschulung unfallbedingt nötig sei (vgl. UV-act. 55), 

wurden damit zumindest implizit beseitigt. Mit IV-Beschluss vom 15. Oktober 2009 

wurde der Beschwerdeführerin eine berufliche Abklärung bei der Z.___ ab 26. Oktober 

2009 bis 31. März 2010 gewährt (UV-act. 143). Für die Zeit vom 1. August bis 

25. Oktober 2009 erhielt sie ein Wartezeit-Taggeld (UV-act. 156). Ab 1. April 2010 

begann sie ebenfalls auf Kosten der IV an der Z.___ eine Ausbildung zur technischen 

Kauffrau (vgl. Kostengutsprachen für das Sommersemester 2010 und das 

Wintersemester 2010/2011, UV-act. 184, 206). Da die Versicherte im Herbst 2010 die 

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Prüfungen nicht bestand, wurde die Vereinbarung mit ihr geändert und eine 

Unterstützung durch die IV bis Herbst 2011 vorgesehen (vgl. UV-act. 200). - Im 

Zeitpunkt der Leistungseinstellung durch die Beschwerdegegnerin per 31. Dezember 

2010 liefen somit die Eingliederungsmassnahmen der IV weiter, weshalb dieser 

Zeitpunkt im Licht von Gesetz und Rechtsprechung (Art. 19 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20], BGE 134 V 113 f. 

E. 4.1 mit Hinweisen und Urteil des Bundesgerichts vom 1. April 2009, 8C_304/2008, 

E. 3.1) zu früh gewählt war.

3.3  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass per 31. Dezember 2010 der Zeitpunkt für 

die Adäquanzprüfung und Leistungseinstellung noch nicht erreicht war. Es fehlte 

sowohl der genügende Nachweis, dass die weitere ärztliche Behandlung keine 

namhafte Besserung mehr erwarten liess als auch der Abschluss der 

Eingliederungsmassnahmen der IV. Den Abschluss der Eingliederungsmassnahmen hat 

die Beschwerdegegnerin durch entsprechende Unterlagen (der IV) zu dokumentieren. 

Für den Nachweis, dass von einer ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung 

mehr zu erwarten war, hat sie fachärztliche Berichte einzuholen, vorzugsweise bei 

anstaltsfremden Fachpersonen (vgl. E. 3.1.3).

3.4  Soweit die Beschwerdegegnerin dem Standpunkt der Beschwerdeführerin 

entgegnen lässt, die IV habe die Mehrkosten der Ausbildung zur technischen Kauffrau 

nur bis 2. Oktober 2010 übernommen und ihre beruflichen Abklärungen seien am 

1. Oktober 2008, mit der Übernahme der weiteren Beratung durch die F.___ eingestellt 

worden, treffen diese Rügen nicht zu. In den Akten der Beschwerdegegnerin ist die 

Übernahme der Umschulungskosten bis mindestens 2. April 2011 durch eine 

schriftliche Kostengutsprache der IV (vom 1. Dezember 2010; UV-act. 206) 

dokumentiert und es liegen keine Anhaltspunkte vor, dass die telefonischen Auskünfte 

des IV-Berufsberaters gegenüber der Sachbearbeiterin der Beschwerdegegnerin, 

wonach die Unterstützung durch die IV bis Herbst 2011 andauern würde, unzutreffend 

wären (vgl. UV-act. 200); zumal schon die Offerte der Z.___ vom 25. Juni 2009 von 

einer Dauer der Ausbildung zur technischen Kauffrau bis 16. Oktober 2011 

ausgegangen war (UV-act. 121). Es trifft weiter nicht zu, dass die beruflichen 

Abklärungen der IV per 1. Oktober 2008 abgeschlossen worden waren. Sie wurden 

lediglich sistiert, als im übereinstimmenden Auftrag der involvierten Versicherungen die 

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F.___ die Berufs- und Laufbahnberatung übernahm (vgl. UV-act. 55 f., 60) und die 

Beschwerdegegnerin dafür Kostengutsprache erteilte (vgl. UV-act. 65 f.). Ab Juni 2009 

wurde die Beratung durch die IV wieder aktiviert und in der Folge diejenige durch die 

F.___ abgeschlossen (im Herbst 2009 vgl. UV-act. 119 f., 122 f., 131, 133 ff., 141).

4.

Wie vorstehend (E. 3) dargelegt, ist die Adäquanzprüfung gegenüber der 

Beschwerdeführerin verfrüht vorgenommen worden. Die Beschwerde vom 30. März 

2011 ist daher teilweise gutzuheissen und der Einspracheentscheid vom 1. März 2011 

aufzuheben. Bei dieser Ausgangslage ist die Richtigkeit der Adäquanzprüfung im 

vorliegenden Verfahren nicht zu überprüfen.

5.

5.1  Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 1. März 2011 teilweise gutzuheissen und die Angelegenheit 

zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.2  Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Hingegen hat die 

Beschwerdeführerin bei diesem Verfahrensausgang Anspruch auf eine 

Parteientschädigung nach Ermessen des Gerichts (Art. 61 lit. g ATSG). Eine 

Entschädigung von pauschal Fr. 4'000.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) 

erscheint angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1. Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass der Einspracheentscheid 

vom 1. März 2011 aufgehoben und die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen im Sinn 

der Erwägungen und anschliessender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen wird.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/12

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3. Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin mit pauschal Fr. 4'000.-- zu 

entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 03.04.2012
	Art. 6, Art. 19 Abs. 1 UVG: Zeitpunkt für die Prüfung der Adäquanz und Einstellung der Leistungen noch nicht erreicht: Eingliederungsmassnahmen der IV liefen im Einstellungszeitpunkt noch. Beschwerdegegnerin hat nicht rechtsgenüglich nachgewiesen, dass von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte Besserung mehr zu erwarten ist (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. April 2012, UV 2011/25).

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		2025-07-19T11:46:43+0200
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