# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 959ba3e3-1668-532b-8d4e-6b75567eabaf
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-07-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.07.2015 BVGE 2015/34
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2015-34_2015-07-24.pdf

## Full Text

2015/34 Einziehung/Vernichtung von Geld 

 

 

480 BVGE / ATAF / DTAF 

 

6 Finanzen 
Finances 
Finanze 

34 

Auszug aus dem Urteil der Abteilung I 
i.S. A. gegen Oberzolldirektion 
A‒5254/2014 vom 24. Juli 2015 

Zollrecht. Verwaltungsrechtliche Einziehung und Vernichtung von 

mit Kokain kontaminierten ausländischen Banknoten. 

Art. 36 Abs. 1 BV. Art. 104 Abs. 1 und 2 ZG. Art. 223a ZV. Art. 1, 

Art. 2 Bst. b Ziff. 1, Art. 3 Abs. 1 und 2 sowie Art. 4 Abs. 1 und 2 

Verordnung über die Kontrolle des grenzüberschreitenden Barmit-

telverkehrs. 

1. Mit der Assoziierung der Schweiz an den Schengenraum fallen 
systematische Passkontrollen an den Grenzen zu den Nachbarlän-

dern weg. Polizeilich motivierte Kontrollen und Warenkontrollen 

sind aber weiterhin zulässig (E. 2.2). 

2. Die Zollverwaltung ist befugt, Gegenstände und Barmittel vor-
läufig sicherzustellen und zu beschlagnahmen (E. 2.3.2). Dies ist 

beispielsweise bei Verdacht auf Geldwäscherei oder Terrorismus-

finanzierung der Fall (E. 2.3.3). 

3. Die Einziehung und Vernichtung von Geld stellt einen schweren 
Eingriff in die Eigentumsgarantie dar, der einer Grundlage in 

einem Gesetz im formellen Sinn bedarf (E. 2.5, 5.1.4.2, 5.1.5). 

4. Art. 223a ZV genügt nicht als rechtliche Grundlage für die Ein-
ziehung und Vernichtung von Banknoten (E. 5.1). 

5. Ob eine Einziehung und Beschlagnahme gestützt auf Strafrecht 
möglich wäre, ist vom Bundesverwaltungsgericht nicht zu prüfen 

(E. 4.4.2). 

Droits de douane. Confiscation administrative et destruction de billets 

de banque étrangers portant des traces de cocaïne. 

Einziehung/Vernichtung von Geld 2015/34 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 481 

 

Art. 36 al. 1 Cst. Art. 104 al. 1 et 2 LD. Art. 223a OD. Art. 1, art. 2 

let. b ch. 1, art. 3 al. 1 et 2 et art. 4 al. 1 et 2 Ordonnance sur le contrôle 

du trafic transfrontière de l'argent liquide. 

1. Depuis l'entrée de la Suisse dans l'espace Schengen, le contrôle 
systématique des passeports aux frontières avec les pays voisins a 

été supprimé. Les contrôles effectués pour des raisons de police et 

les contrôles sur les marchandises sont toutefois toujours admis 

(consid. 2.2). 

2. L'Administration des douanes est habilitée à séquestrer et saisir 
des objets et de l'argent liquide (consid. 2.3.2). C'est le cas notam-

ment lorsque pèse un soupçon de blanchiment d'argent ou de fi-

nancement du terrorisme (consid. 2.3.3). 

3. La confiscation et la destruction d'argent constituent une atteinte 
grave à la garantie de la propriété, qui requiert une base légale au 

sens formel (consid. 2.5, 5.1.4.2, 5.1.5). 

4. L'art. 223a OD n'est pas une base légale suffisante pour la 
confiscation et la destruction de billets de banque (consid. 5.1). 

5. Le Tribunal administratif fédéral n'a pas à examiner si une saisie 
et une confiscation auraient été possibles sur la base des dis-

positions du droit pénal (consid. 4.4.2). 

Diritto doganale. Confisca amministrativa e distruzione di banconote 

estere contaminate con tracce di cocaina. 

Art. 36 cpv. 1 Cost. Art. 104 cpv. 1 e 2 LD. Art. 223a OD. Art. 1, art. 2 

lett. b cifra 1, art. 3 cpv. 1 e 2 come pure art. 4 cpv. 1 e 2 Ordinanza 

concernente il controllo dei movimenti transfrontalieri di liquidità. 

1. Con l'adesione della Svizzera allo spazio Schengen decadono i 
controlli sistematici dei documenti alle frontiere con i paesi vicini. 

I controlli per motivi di polizia e i controlli delle merci sono però 

ancora ammissibili (consid. 2.2). 

2. L'Amministrazione delle dogane è autorizzata a sequestrare e 
confiscare provvisoriamente oggetti e denaro contante 

(consid. 2.3.2). Può esercitare tale facoltà ad esempio in caso di 

sospetto riciclaggio di denaro o finanziamento del terrorismo. 

(consid. 2.3.3). 

2015/34 Einziehung/Vernichtung von Geld 

 

 

482 BVGE / ATAF / DTAF 

 

3. La confisca e la distruzione di denaro configura una grave in-
gerenza nella garanzia della proprietà che necessita di una base 

legale in una legge in senso formale (consid. 2.5, 5.1.4.2, 5.1.5). 

4. L'art. 223a OD non rappresenta una base legale sufficiente per la 
confisca e la distruzione di banconote (consid. 5.1). 

5. Non spetta al Tribunale amministrativo federale esaminare se la 
confisca e il sequestro sarebbero possibili in virtù del diritto penale 

(consid. 4.4.2). 

 

Angehörige des Grenzwachtkorps (GWK) unterzogen den Fahrer eines 

Wagens und A. als Beifahrer am Grenzübergang Thayngen beim Grenz-

übertritt von Deutschland in die Schweiz einer Kontrolle. Sie fragten beide 

nach zu verzollenden Waren und zu deklarierendem Bargeld. Die Gefrag-

ten gaben an, je EUR 9 000.‒ bei sich zu haben. Die EUR 9 000.‒ von A. 

befanden sich in Form von Banknoten in einer Handtasche im Kofferraum 

des Wagens. Nachdem auf den Ausweisen und Händen der beiden Kont-

rollierten Spuren von Kokain gefunden worden waren, untersuchten die 

Grenzbeamten auch die Geldbündel nach Drogenspuren, wobei hohe 

Spuren von Kokain festgestellt wurden. 

Das GWK meldete die Angelegenheit der Kantonspolizei Schaffhausen, 

die nach der Erläuterung der Sachlage entschied, den Fall respektive die 

kontaminierten Banknoten nicht zu übernehmen. 

Mit Verfügung vom 18. August 2014 bestätigte das Kommando GWK der 

Oberzolldirektion die Beschlagnahme der Barmittel und verfügte deren 

Einziehung und Vernichtung nach Eintritt der Rechtskraft der Verfügung. 

Gegen diese Verfügung liess A. (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 

17. September 2014 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde er-

heben. Er beantragt, die Verfügung vom 18. August 2014 sei aufzuheben, 

und ihm seien die EUR 9 000.‒ zurückzugeben. 

Das Bundesverwaltungsgericht weist die Beschwerde bezüglich Bezah-

lung von Zinsen ab, heisst sie im Übrigen aber gut. Die Vorinstanz wird 

verpflichtet, dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft des vor-

liegenden Urteils die sichergestellten Euronoten herauszugeben. 

  

Einziehung/Vernichtung von Geld 2015/34 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 483 

 

Aus den Erwägungen: 

1.  
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen 
Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern keine Ausnahme nach Art. 32 

VGG gegeben ist (Art. 31 VGG). Vorliegend wurde eine solche Verfügung 

erlassen. Sie stützt sich auf Bestimmungen des Zollgesetzes und somit auf 

öffentliches Recht. Wie die Zollverwaltung in der Vernehmlassung bestä-

tigte, wurde die Verfügung weder gestützt auf das gemeine Strafrecht noch 

auf das Verwaltungsstrafrecht, insbesondere auch nicht auf Zollstrafrecht, 

erlassen. Eine Ausnahme gemäss Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Kom-

mando GWK untersteht ‒ auch nach der Reorganisation der Zollverwal-

tung vom 1. Mai 2015 ‒ dem Oberzolldirektor, ist also Teil der Oberzoll-

direktion (RUDOLF DIETRICH, in: Zollgesetz [ZG], 2009, Art. 91 N. 13 

S. 570 sowie S. 571). Diese ist eine Vorinstanz des Bundesverwaltungs-

gerichts (Art. 33 VGG; vgl. auch Art. 116 Abs. 4 des Zollgesetzes vom 

18. März 2005 [ZG, SR 631.0]). Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Das Ver-

fahren vor Bundesverwaltungsgericht richtet sich dabei nach dem VwVG, 

soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG; Art. 2 Abs. 4 

VwVG). Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerde legitimiert (Art. 48 

VwVG). Diese wurde zudem frist- und formgerecht eingereicht (Art. 50 

und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist deshalb einzutreten. 

(…) 

1.2‒1.4 (…) 

2.  
2.1 Die Zollverwaltung vollzieht die Zollgesetzgebung sowie die 
völkerrechtlichen Verträge, deren Vollzug ihr obliegt (Art. 94 ZG). Weiter 

wirkt die Zollverwaltung beim Vollzug nichtzollrechtlicher Erlasse des 

Bundes mit, soweit die betreffenden Erlasse dies vorsehen (Art. 95 Abs. 1 

ZG), und unterstützt insbesondere im Rahmen ihrer Aufgaben die 

Bekämpfung der Geldwäscherei und der Terrorismusfinanzierung (Art. 95 

Abs. 1bis ZG). Sie erfüllt Sicherheitsaufgaben im Grenzraum in Koordina-

tion mit der Polizei des Bundes und der Kantone, um zur inneren Sicher-

heit des Landes und zum Schutz der Bevölkerung beizutragen (Art. 96 

Abs. 1 ZG), wobei ihr im Grenzraum auf Begehren eines Grenzkantons 

die Erfüllung polizeilicher Aufgaben übertragen werden kann (Art. 97 

Abs. 1 ZG). 

2015/34 Einziehung/Vernichtung von Geld 

 

 

484 BVGE / ATAF / DTAF 

 

2.2 Mit der Assoziierung der Schweiz an den Schengenraum (Ab-
kommen vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenos-

senschaft, der Europäischen Union und der Europäischen Gemeinschaft 

über die Assoziierung dieses Staates bei der Umsetzung, Anwendung und 

Entwicklung des Schengen-Besitzstands [SR 0.362.31]) sind zwar die sys-

tematischen Passkontrollen an der Grenze zu den Nachbarländern weg-

gefallen. Dies bedeutet aber nicht, dass keine Ausweiskontrollen erlaubt 

sind. Einzig Kontrollen, die nur aufgrund des Grenzübertritts stattfinden, 

sind nicht mehr zulässig. Polizeilich motivierte Kontrollen, zum Beispiel 

zur Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität oder der illegalen 

Migration, sind weiterhin möglich. Auch bleibt die Warenkontrolle zu-

lässig, weil die Schweiz nicht Mitglied der EU-Zollunion ist (ANDREA 

RAUBER SAXER, Mobilität versus Sicherheit: Grenzkontrollen im Schen-

gen-Konzept, in: Bilaterale Abkommen II Schweiz-EU und andere neue 

Abkommen, 2006, S. 276 f.; SCHREIER/CONTIN, Aufgaben und Funktions-

weise des Grenzwachtkorps heute und unter Schengen, in: Bilaterale Ab-

kommen II Schweiz-EU und andere neue Abkommen, 2006, S. 298 f., 

301). 

2.3  
2.3.1 Zur Erfüllung dieser Aufgaben (E. 2.1 und 2.2) kommen der Zoll-
verwaltung verschiedene Befugnisse zu. Die allgemeinen Befugnisse sind 

in Art. 100 Abs. 1 ZG festgehalten, wobei das Zwangsanwendungsgesetz 

vom 20. März 2008 (ZAG, SR 364) anwendbar ist, soweit das ZG keine 

besonderen Bestimmungen enthält (Art. 100 Abs. 1bis ZG). Insbesondere 

darf eine Person angehalten und befragt werden, wenn die Umstände die 

Annahme rechtfertigen, dass sie sachdienliche Angaben für die Erfüllung 

einer der Zollverwaltung obliegenden Aufgabe machen kann (Art. 101 

Abs. 1 ZG). Das Vorliegen sachlich vertretbarer allgemeiner Anhaltspunk-

te für eine solche Annahme muss genügen (MARC FORSTER, in: Zollgesetz 

[ZG], 2009, Art. 101 N. 11 S. 605). Eine Person darf körperlich durchsucht 

werden, wenn der Verdacht besteht, dass von dieser Person eine Gefähr-

dung ausgeht, oder dass sie Gegenstände, die sicherzustellen sind, mit sich 

führt (Art. 102 Abs. 1 Bst. a ZG). 

2.3.2 Zudem kann die Zollverwaltung alle erforderlichen Massnahmen 
zur Sicherung von Beweismitteln ergreifen, die in einem Strafverfahren 

verwendet werden können (Art. 104 Abs. 1 ZG). Sie beschlagnahmt Ge-

genstände und Vermögenswerte, die voraussichtlich der Einziehung unter-

liegen (Art. 104 Abs. 2 ZG). 

Einziehung/Vernichtung von Geld 2015/34 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 485 

 

2.3.3 Eine vorläufige Beschlagnahme gemäss Art. 104 ZG sieht die 
Verordnung vom 11. Februar 2009 über die Kontrolle des grenzüberschrei-

tenden Barmittelverkehrs (SR 631.052, nachfolgend: BarV) vor. Diese 

Verordnung bestimmt, dass die Zollstelle Barmittel (dazu zählen u.a. aus-

ländische Banknoten [Art. 2 Bst. b Ziff. 1 BarV]) vorläufig beschlagnah-

men kann (Art. 4 Abs. 1 BarV), und zwar unabhängig vom Betrag die- 

ser Barmittel (Art. 4 Abs. 2 BarV). Gemäss dem Zweck der Verordnung 

gilt dies, wenn ein Verdacht auf Geldwäscherei oder Terrorismusfinan-

zierung besteht (Art. 1 BarV), wobei auch hier sachlich vertretbare all-

gemeine Anhaltspunkte genügen müssen. Zudem genügt ein tatbezogener 

Verdacht (STEFAN HEIMGARTNER, in: Zollgesetz [ZG], 2009, Art. 104 

N. 16 S. 631 f. i.V.m. FORSTER, a.a.O., Art. 101 N. 11 S. 605). Im Gegen-

satz dazu ist ein täterbezogener Verdacht nicht notwendig. 

Weiter sieht die Verordnung vor (Art. 3 Abs. 1 BarV), dass eine im Sinn 

von Art. 26 ZG anmeldepflichtige Person auf ausdrückliche Befragung hin 

der Zollstelle Auskunft zu folgenden Fragen erteilen muss: a) zu ihrer 

Person, b) über die Ein-, Aus- und Durchfuhr von Barmitteln im Betrag 

von mindestens Fr. 10 000.‒ oder dem entsprechendem Gegenwert bei 

ausländischen Währungen (bei Verdacht auf Geldwäscherei oder Terroris-

musfinanzierung auch, wenn der Betrag unter diesem Schwellenwert liegt; 

Art. 3 Abs. 2 BarV), c) über die Herkunft und den vorgesehenen Verwen-

dungszweck der Barmittel und d) über die wirtschaftlich berechtigte Per-

son. 

2.4 Die zuvor genannten Gegenstände (E. 2.3.3), Vermögenswerte 
und Beweismittel übermittelt die Zollverwaltung unverzüglich der zustän-

digen Behörde (Art. 104 Abs. 3 ZG). Die Zollverordnung vom 1. Novem-

ber 2006 (ZV, SR 631.01) sieht vor, dass, wenn die zuständige Behörde 

die Übernahme von diesen Gegenständen, Vermögenswerten oder anderen 

Beweismitteln verweigert, im Fall von Art. 104 Abs. 1 ZG das in den 

Art. 82‒84 ZG geregelte Zollpfandrecht gilt, sie im Fall von Art. 104 

Abs. 2 ZG aber vernichtet werden (Art. 223a ZV). Die Zollverwaltung 

präzisiert in der Vernehmlassung, dass auch im Fall von Art. 104 Abs. 2 

ZG die Gegenstände zuerst als Zollpfand beschlagnahmt würden, bevor 

sie vernichtet würden. Dadurch werde es der berechtigten Person ermög-

licht, Beschwerde gegen die Beschlagnahme und Vernichtung einzurei-

chen. 

2.5‒2.6 (…)  

2015/34 Einziehung/Vernichtung von Geld 

 

 

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3. Einziehung und Beschlagnahmung sind Zwangsmittel des Ver-
waltungsrechts oder Massnahmen des Strafrechts. Ihr Ziel ist es einerseits, 

die öffentliche Ordnung, welche durch den Gebrauch der einzuziehenden 

Gegenstände bedroht wird, zu schützen, und andererseits Gegenstände, die 

zur Begehung einer Straftat gedient haben, oder die aus einer Straftat ent-

standen sind, dem Verkehr zu entziehen (vgl. PIERRE MOOR, Droit admi-

nistratif, Bd. III, 1992, Kap. 8.1.1, S. 399; vgl. auch HÄFELIN/MÜLLER/ 

UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 2010, Rz. 1208). 

3.1  
3.1.1 Bei der verwaltungsrechtlichen Einziehung von Vermögenswer-
ten handelt es sich um sogenannten unmittelbaren Zwang (vgl. HÄFELIN/ 

MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1166; BLAISE KNAPP, Précis de droit 

administratif, 4. Aufl. 1991, N. 1645, S. 347 f.). Der Zweck dieses Rechts-

instituts ist es, den gesetzlichen Zustand (wieder) herzustellen. Zu die- 

sem Zweck können Gegenstände eingezogen und vernichtet werden, ohne 

dass es sich bei der Einziehung um eine strafrechtliche Sanktion handelt 

(ISABELLE HÄNER, Mindestgarantien für Strafverfahren und ihre Bedeu-

tung für verwaltungsrechtliche Sanktionen, in: Verwaltungsstrafrecht und 

sanktionierendes Verwaltungsrecht, 2010, S. 34; vgl. auch MARCEL OGG, 

Die verwaltungsrechtlichen Sanktionen und ihre Rechtsgrundlagen, 2002, 

S. 24). Damit unmittelbarer Zwang ausgeübt werden kann, bedarf es einer 

rechtlichen Grundlage (betreffend Einziehung: MOOR/POLTIER, Droit 

administratif, Bd. II, 3. Aufl. 2011, Kap. 1.4.3.1 b., S. 135; allgemein: 

HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1167; OGG, a.a.O., S. 152; vgl. 

auch KNAPP, a.a.O., N. 1647 f., S. 348). Es genügt, wenn die Pflicht, 

welche durchgesetzt werden muss, auf einer genügenden rechtlichen 

Grundlage beruht. Weiter kann sich unmittelbarer Zwang zur Abwehr 

einer unmittelbar drohenden, schweren Gefährdung oder bei einer bereits 

eingetretenen schweren Störung der öffentlichen Sicherheit auf die poli-

zeiliche Generalklausel stützen (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., 

Rz. 1167 f.). Dies muss auch für Einziehung und Vernichtung von Gegen-

ständen gelten. 

3.1.2 Im ZG selber ist festgelegt, dass die Zollstelle Waren zurück-
weist, die weder ins Zollgebiet verbracht noch ein-, aus- oder durchgeführt 

werden dürfen, sofern diese Waren nicht zu vernichten sind (Art. 32 Abs. 4 

ZG). Hier wird die Vernichtung ausdrücklich vorgesehen. Allerdings deu-

tet bereits die Formulierung « sofern die Waren nicht zu vernichten sind » 

darauf hin, dass eine andere Bestimmung diese Vernichtung vorsehen 

muss. Dies wird durch die Botschaft zum Zollgesetz bestätigt, die festhält, 

Einziehung/Vernichtung von Geld 2015/34 

 

 

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die Vernichtung erfolge aufgrund eines anderen Gesetzes oder allenfalls 

aufgrund der polizeilichen Generalklausel (Botschaft vom 15. Dezember 

2003 über ein neues Zollgesetz, BBl 2004 567, 617).  

3.2 Die strafrechtliche Einziehung ist in den Art. 69 ff. des Schwei-
zerischen Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 (StGB, SR 311.0) 

geregelt. Sie wird entweder im Rahmen eines Strafverfahrens oder eines 

selbstständigen Einziehungsverfahrens (Art. 376 ff. Strafprozessordnung 

vom 5. Oktober 2007 [StPO, SR 312.0]) verfügt. Die Einziehung kann 

auch dann gestützt auf Art. 69 ff. StGB erfolgen, wenn ein Spezialgesetz 

oder ein Verwaltungsstrafgesetz die allgemeinen Bestimmungen des StGB 

für anwendbar erklärt (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1208; 

MOOR/POLTIER, a.a.O., Kap. 1.4.3.5 S. 145). So finden die strafrechtlichen 

Einziehungsregeln von Art. 69‒73 StGB im Verwaltungsstrafrecht An-

wendung (Art. 2 des Bundesgesetzes vom 22. März 1974 über das Verwal-

tungsstrafrecht [VStrR, SR 313.0] und Art. 333 StGB; EICKER/FRANK/ 

ACHERMANN, Verwaltungsstrafrecht und Verwaltungsstrafverfahrens-

recht, 2012, S. 251 f.). Dabei wird die Einziehung von Vermögenswerten 

als entschädigungslose Enteignung angesehen, die aus verfassungs-

rechtlicher Sicht einer qualifizierten Rechtfertigung bedarf (MARTIN 

SCHUBARTH, Einziehung ohne Anlasstat? ‒ Grenzen der Einziehung des 

« pretium sceleris », ZStrR 128/2010 S. 220). 

3.3 Diese Unterscheidung ist von Bedeutung, weil die strafrecht-
lichen Einziehungsbestimmungen bei rein verwaltungsrechtlichen Einzie-

hungen nicht anwendbar sind (NIKLAUS SCHMID, in: Kommentar Einzie-

hung, Organisiertes Verbrechen, Geldwäscherei, Bd. I, 2. Aufl. 2007, 

Art. 69 StGB N. 19 S. 12 f.). Weiter gelten die strafprozessualen Verfah-

rensgarantien nicht in gleicher Weise im verwaltungsrechtlichen Verfahren 

(vgl. HÄNER, a.a.O., S. 34 f.). 

4. Damit ist vorweg zu klären, ob die vom GWK verfügte Einzie-
hung eine strafrechtliche oder eine verwaltungsrechtliche Massnahme 

darstellt. Nach der Darstellung der Parteistandpunkte (E. 4.1) wird dazu 

zunächst darauf eingegangen, ob die ‒ gemäss Wortlaut des Gesetzes ‒ 

Sicherung oder vorläufige Beschlagnahmung der Banknoten gesetzmässig 

war (E. 4.2). Daran anschliessend wird die Frage des straf- oder verwal-

tungsrechtlichen Charakters behandelt (E. 4.3). 

Wenn feststeht, welche rechtlichen Grundlagen anzuwenden sind, wird auf 

die Beschlagnahme und Vernichtung der Banknoten gemäss der angefoch-

tenen Verfügung eingegangen (E. 5.1). Daran anschliessend wird zu klären 

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488 BVGE / ATAF / DTAF 

 

sein, ob sich die Einziehung (und Vernichtung) im vorliegenden Fall auf 

andere Grundlagen stützen lässt, und es ist auf weitere Vorbringen einzu-

gehen (E. 5.2). 

4.1  
4.1.1 Die Zollverwaltung geht davon aus, dass die Einziehung im vor-
liegenden Fall eine verwaltungsrechtliche Massnahme ist, welche sich auf 

Art. 104 ZG sowie Art. 223a ZV stützt. So begründet sie auch die Zu-

ständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts in ihrer Vernehmlassung. Sie 

stellt sich auf den Standpunkt, die Sicherstellung beziehungsweise vor-

läufige Beschlagnahme der Banknoten sei ‒ auch in der erfolgten Art und 

Weise ‒ rechtmässig gewesen. Weiter macht die Vorinstanz geltend, es 

habe sich um eine Routinekontrolle gehandelt. Nachdem auf den Auswei-

sen und den Händen des Beschwerdeführers Drogenspuren vorgefunden 

worden seien, seien eine Durchsuchung des Beschwerdeführers und des 

Fahrzeugs sowie die Analyse der Banknoten auf Drogenspuren angezeigt 

gewesen. 

4.1.2 Der Beschwerdeführer äussert sich nicht zur Frage, ob die 
Einziehung und Vernichtung der Banknoten eine straf- oder verwal-

tungsrechtliche Massnahme darstellt, sondern erklärt die Einziehung und 

vorgesehene Vernichtung des Geldes für unzulässig. Er hält aber dafür, er 

hätte gar nicht kontrolliert werden dürfen. Es habe sich bei der Kontrolle 

um eine sogenannte « fishing expedition », also eine aufs Geratewohl vor-

genommene Kontrolle gehandelt, welche unzulässig sei. 

4.1.3 Bei der Prüfung dieser Frage ist nicht auf die gegenseitig er-
hobenen Vorwürfe unkooperativen Verhaltens anlässlich der Kontrolle ein-

zugehen. Sofern es diesbezüglich zu strafbaren Handlungen gekommen 

sein sollte, was aber nicht vorgebracht wird und wofür sich auch keine 

Anhaltspunkte in den Akten finden, wären die Strafverfolgungsbehörden 

zuständig. Ebenfalls nicht im Raum steht eine Aufsichtsbeschwerde. 

4.2  
4.2.1 Ausgangspunkt der folgenden Überlegungen ist, dass der 
Beschwerdeführer den Grenzübergang Thayngen an der deutsch-schwei-

zerischen Grenze überquerte. Diese Grenze befindet sich innerhalb des 

Schengenraums und stellt insbesondere keine Aussengrenze dar. Da flä-

chendeckende Personenkontrollen an den Innengrenzen nicht mehr vor-

gesehen sind (E. 2.2), stellt sich tatsächlich die Frage, was die Zoll-

verwaltung damit ausdrücken möchte, es habe sich bei der Kontrolle des 

Beschwerdeführers um eine Routinekontrolle gehandelt. Es darf nämlich 

Einziehung/Vernichtung von Geld 2015/34 

 

 

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als notorisch gelten, dass Ausweise und Hände von Reisenden überhaupt 

nicht und schon gar nicht an einer solchen Grenze routinemässig auf Dro-

genspuren untersucht werden. In diesem Zusammenhang wird aus den 

Sachverhaltsdarstellungen auch nicht klar, zu welchem Zeitpunkt der Dro-

genspürhund beigezogen wurde, was hier aber letztlich nicht entscheidend 

ist. 

Damit eine Person angehalten und befragt werden darf, genügen jedoch 

bereits sachlich vertretbare allgemeine Anhaltspunkte (E. 2.3.1). So ist die 

Zollverwaltung für die Kontrolle des grenzüberschreitenden Barmittelver-

kehrs zuständig und in diesem Zusammenhang befugt, Fragen zu stellen 

(E. 2.3.3). Für die Frage nach der Mitführung von Bargeld ist kein Ver-

dacht notwendig, weshalb diese auch ohne Anhaltspunkte auf Widerhand-

lungen zulässig ist. Im Übrigen kann der Zollverwaltung nicht zugemutet 

werden, offenzulegen, nach welchen Kriterien sie Kontrollen vornimmt, 

wäre es doch ansonsten Personen, die eine gesetzwidrige Handlung vorge-

nommen haben oder (durch den Grenzübertritt) vorzunehmen gedenken, 

eher möglich, sich durch geeignete Vorkehrungen einer solchen Kontrolle 

zu entziehen. 

4.2.2 Im ZG ist festgehalten, dass die Zollverwaltung alle erforder-
lichen Massnahmen zur Sicherung von Beweismitteln ergreifen kann, die 

in einem Strafverfahren verwendet werden können. Weiter beschlagnahmt 

sie Gegenstände und Vermögenswerte, die voraussichtlich der Einziehung 

unterliegen (E. 2.3.2). Auch aufgrund der Kontrolle des grenzüberschrei-

tenden Barmittelverkehrs kann die Zollverwaltung Barmittel vorläufig 

beschlagnahmen (E. 2.3.3). Sie fällt ihre diesbezüglichen Entscheide in-

nert kurzer Frist und noch ohne fundierte Abklärung der Sachlage. In bei-

den Fällen hat damit zu genügen, dass vertretbare Anhaltspunkte dafür 

vorliegen, dass gegen strafrechtliche Vorschriften verstossen wurde, damit 

die Zollverwaltung Barmittel beschlagnahmen kann. Im vorliegenden Fall 

führt die Vorinstanz einen Verdacht auf Geldwäscherei (Art. 305bis StGB) 

an. Sie bezieht sich dabei auf BGE 127 IV 20, wonach bereits der ver-

steckte Geldtransport über die Grenze diesen Tatbestand erfüllen kann. 

Hier muss weder darauf eingegangen werden, ob der Geldtransport im 

konkreten Fall als ein versteckter zu gelten hat, noch darauf, dass das 

Bundesgericht nicht jeden versteckten Geldtransport über die Grenze als 

Geldwäscherei betrachtet. Es genügt, dass der diesbezügliche Verdacht 

nicht von vornherein unbegründet ist. Im konkreten Fall kommt die hohe 

Kontaminierung der Banknoten mit Kokain als weiteres Verdachtsmoment 

hinzu. Von Bedeutung ist damit einzig, dass die Zollverwaltung aufgrund 

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490 BVGE / ATAF / DTAF 

 

der gesamten Umstände zu Recht einen Anfangsverdacht auf das Vor-

liegen einer Straftat bejaht hatte. Damit war sie befugt, die Barmittel des 

Beschwerdeführers vorläufig zu beschlagnahmen beziehungsweise sicher-

zustellen. Dass der Beschwerdeführer dabei ein Formular hätte unterzeich-

nen sollen, in welchem er selbst (und nicht die Zollverwaltung) unter ande-

rem die Sicherstellung der Banknoten durch die Zollverwaltung bestätigt, 

tut hier nichts zur Sache. 

4.3 Nachdem die Kantonspolizei Schaffhausen die Übernahme der 
Gelder verweigert hatte (…), wählte die Verwaltung den auf Verordnungs-

stufe geregelten Weg (E. 2.4) und möchte nun zur definitiven Beschlag-

nahme und Vernichtung der Gelder schreiten. Sie stützt sich somit auf 

Art. 223a Bst. b ZV in Verbindung mit Art. 104 Abs. 2 ZG. Insoweit han-

delt es sich um (Zwangs-)Massnahmen des Verwaltungsrechts. Sie dienen 

in erster Linie dazu, das Verwaltungsrecht durchzusetzen. Dies deckt sich 

mit der Auffassung der Zollverwaltung (E. 4.1.1). 

Damit ist im Folgenden von einer verwaltungsrechtlichen Massnahme 

auszugehen. 

4.4 Was die strafrechtliche Beschlagnahme und Einziehung anbe-
langt, ist vorab Folgendes festzuhalten: 

4.4.1 Das Betäubungsmittelgesetz vom 3. Oktober 1951 (BetmG, SR 
812.121), welches die Vorinstanz unter anderem erwähnt, kennt nur die 

Vernichtung von Betäubungsmitteln. Auf welche Bestimmung des BetmG 

sich eine Beschlagnahme und Vernichtung kontaminierter Banknoten ‒ als 

« Träger » von Betäubungsmitteln ‒ stützen könnte, ist hingegen nicht er-

sichtlich. Die Einziehung von unrechtmässig erlangten Vermögenswerten 

ist in Art. 24 Abs. 1 BetmG geregelt. Demnach verfallen solche dem Staat. 

Allerdings muss zu diesem Zweck klar sein, dass die Vermögenswerte 

tatsächlich unrechtmässig erlangt worden sind. Blosse Anhaltspunkte da-

für, wie sie im hier zu beurteilenden Fall vorliegen, genügen nicht. 

Nach Art. 305bis Ziff. 1 StGB wird unter anderem bestraft, wer eine Hand-

lung vornimmt, die geeignet ist, die Einziehung von Vermögenswerten zu 

vereiteln, die aus einem Verbrechen herrühren können. Auch beim Tat-

bestand der Geldwäscherei muss jedoch ein entsprechender Tatverdacht 

vorliegen. Blosse Hinweise darauf, die für die vorläufige Einziehung noch 

genügen, reichen für eine definitive Beschlagnahme nicht aus. 

4.4.2 Dem GWK kommt zwar bei der Kontrolle im grenznahen Raum 
eine wichtige Funktion zu, aber im hier gegebenen Zusammenhang nur die 

Einziehung/Vernichtung von Geld 2015/34 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 491 

 

Kompetenz für eine vorläufige Beschlagnahme. Indem Art. 104 Abs. 3 ZG 

vorsieht, dass beschlagnahmte Gegenstände unverzüglich der ‒ zur straf-

rechtlichen Verfolgung ‒ zuständigen Behörde zu übermitteln sind, öffnet 

er den Weg für ein strafrechtliches Verfahren. Für die Beurteilung, ob 

Straftatbestände vorliegen und entsprechende Massnahmen ‒ inklusive 

eine definitive Beschlagnahme beziehungsweise Einziehung ‒ zu treffen 

sind, sind die ordentlichen Strafverfolgungsorgane, allenfalls ‒ sofern ent-

sprechende besondere Strafbestimmungen zum Tragen kommen ‒ die mit 

der Zollstrafuntersuchung betrauten Organe, zuständig. Das BetmG hält 

dies in Art. 26 fest. Für das StGB ist dies in Art. 12 in Verbindung mit 

Art. 14 StPO geregelt, im VStrR in Art. 21 Abs. 1. In einem solchen Ver-

fahren kommen dann auch die strafrechtlichen Verfahrensgarantien zur 

Anwendung (E. 3.3). Auch für eine selbstständige Einziehung (also unab-

hängig von einem Verfahren gegen einen bestimmten Täter) sind die or-

dentlichen Strafverfolgungsorgane zuständig. 

5.  
5.1  
5.1.1 Im vorliegenden Fall stützt die Vorinstanz die Beschlagnahme 
und Vernichtung der kontaminierten Banknoten ‒ wie erwähnt (E. 4.3) ‒ 

auf Art. 223a Bst. b ZV in Verbindung mit Art. 104 Abs. 2 ZG in Verbin-

dung mit Art. 82 f. ZG. Die Befugnis, die Banknoten zu vernichten, basiert 

dabei einzig auf einer Verordnungsbestimmung. Ausserdem erwähnt die 

Vorinstanz, wie gesagt, das BetmG, ohne sich allerdings auf einen be-

stimmten Artikel zu beziehen (dazu E. 4.4.1). Weiter hält sie fest, die be-

schlagnahmten Barmittel wiesen eine Kontamination mit Drogen auf und 

würden deshalb als beschädigt gelten. Sie dürften nicht mehr dem Geld-

fluss zugeführt werden. Damit ist zu klären, ob die entsprechende Verord-

nungsbestimmung im konkreten Fall anzuwenden ist, oder ‒ wie dies der 

Beschwerdeführer mit seiner Kritik an der entsprechenden Bestimmung 

implizit vorbringt ‒ ihr die Anwendung zu versagen ist, das heisst, ob die 

Bestimmung von Art. 223a ZV unter den hier gegebenen Umständen eine 

genügende Grundlage für die Einziehung und Vernichtung der Banknoten 

darstellt. 

5.1.2 Dem Bundesrat wird in Art. 130 ZG allgemein die Kompetenz 
delegiert, das ZG zu vollziehen. Art. 104 ZG gibt dem Bundesrat keine 

weiteren Kompetenzen. Im Folgenden ist daher die Frage zu beantworten, 

ob die in der Verordnung vorgesehene Vernichtung von Gegenständen, wie 

sie hier zur Diskussion steht, vom übergeordneten Recht gedeckt ist. 

2015/34 Einziehung/Vernichtung von Geld 

 

 

492 BVGE / ATAF / DTAF 

 

5.1.3 Die Bestimmung von Art. 223a ZV ist sehr allgemein gehalten. 
Demnach gelten im Fall von Bst. a die Bestimmungen über das Zollpfand, 

sofern die zuständige Behörde die Übernahme der sichergestellten Be-

weismittel verweigert. Der Artikel äussert sich nicht zum Grund, aus 

welchem die Übernahme verweigert wird. Da aber Polizei und Staatsan-

waltschaft (die in den meisten Fällen zur Verfolgung von Straftaten zustän-

digen Behörden) im Zweifel verpflichtet sind, Untersuchungen zu mög-

lichen Straftaten einzuleiten (Art. 7 StPO), dürfte der häufigste Grund für 

die Ablehnung der Übernahme von Beweismitteln der sein, dass aus Sicht 

der zuständigen Behörde die Beweislage die Annahme, es liege eine Straf-

tat vor, nicht rechtfertigt. Dass dennoch die Beschlagnahme als Zollpfand 

zulässig sein soll, geht ausserordentlich weit. 

5.1.4 Art. 223a Bst. a ZV verweist auf die Bestimmungen über das 
Zollpfand, welches in Art. 82 ff. ZG geregelt ist. Art. 82 ZG sieht vor, dass 

ein gesetzliches Pfandrecht einerseits an Waren besteht, für die Zollab-

gaben zu entrichten sind (Abs. 1 Bst. a) und andererseits an Waren bezie-

hungsweise Sachen, die zur Verletzung zollrechtlicher Erlasse oder nicht-

zollrechtlicher Erlasse des Bundes, bei deren Vollzug die Zollverwaltung 

mitwirkt, gedient haben (Abs. 1 Bst. b). 

5.1.4.1 Die erste Alternative kann hier ausser Acht gelassen werden, ist 
doch bei der Einfuhr der kontaminierten Euronoten keine Zollabgabe zu 

entrichten (Zolltarifnummer 4907.0000). Ein Zollpfand aus diesem Grund 

entfällt. 

5.1.4.2 Bei der zweiten Alternative ist im Gesetzestext verlangt, dass die 
beschlagnahmten Sachen zur Verletzung eines Erlasses gedient haben. 

Vorliegend gibt es zwar Hinweise darauf, dass die Noten in Zusammen-

hang mit einer Straftat stehen könnten. Eine solche ist aber in keiner Art 

und Weise nachgewiesen. Wie bereits festgehalten, wäre dazu die Durch-

führung eines (Straf-)Verfahrens erforderlich (E. 4.4.2). Da hier gerade 

keine Verletzung von Erlassen nachgewiesen ist, ist Art. 82 ZG nicht 

einschlägig. Daran kann auch der Verweis auf diesen Artikel durch eine 

Verordnungsbestimmung nichts ändern, müssen doch die Voraussetzungen 

von Art. 82 ZG selbst weiterhin gelten, wenn dieser nicht seines Sinns 

entleert werden soll. Die Beschlagnahme von Gegenständen, die nur 

möglicherweise zur Verletzung von Erlassen gedient haben, wäre im Übri-

gen mit Hinblick auf die Eigentumsgarantie (Art. 26 BV) und den Grund-

satz der Verhältnismässigkeit (Art. 5 Abs. 2 BV) äusserst problematisch 

(E. 2.5). 

Einziehung/Vernichtung von Geld 2015/34 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 493 

 

5.1.5 Art. 223a Bst. b ZV sieht weiter vor, dass beschlagnahmte 
Gegenstände, die voraussichtlich der Einziehung unterliegen (Art. 104 

Abs. 2), vernichtet werden können. Was für die Beschlagnahme ausgeführt 

wurde, gilt umso mehr für die Vernichtung der Euronoten. Die Vernichtung 

ist einzig in einer Verordnungsbestimmung festgehalten. Dass die Zollver-

waltung Gegenstände vernichten können soll, nur weil sie sie sichergestellt 

oder vorläufig beschlagnahmt hat ‒ letzteres ist, wie erwähnt, aufgrund 

vertretbarer allgemeiner Anhaltspunkte möglich (E. 2.3.3) ‒, kann nicht 

Sinn dieser Bestimmung sein. Zwar nennt das ZG die verschiedenen Auf-

gaben der Zollverwaltung (E. 2.1 und 2.2) und dem Verordnungsgeber 

kommt die Kompetenz zu, für die Erfüllung dieser Aufgaben Vollzugs-

bestimmungen aufzustellen (Art. 130 ZG; E. 5.1.2). Der Verordnungs-

geber hat sich dabei aber an den im übergeordneten Recht festgelegten 

Rahmen zu halten (E. 2.6).  

Die Vernichtung kann sich auch nicht auf Art. 98 ZG stützen: Zwar hält 

dieser Artikel fest, dass der Bundesrat der Zollverwaltung den Vollzug 

dringlicher Bundesaufgaben im Bereich des grenzüberschreitenden Ver-

kehrs übertragen kann, doch ist im hier zu beurteilenden Fall nicht ersicht-

lich, welche dringliche Bundesaufgabe vollzogen werden soll. Die Ver-

brechensbekämpfung insbesondere im Bereich der Geldwäscherei und des 

Drogenhandels ist eine Bundesaufgabe. Diese wird aber, wie ausgeführt, 

durch das Strafrecht und die Strafbehörden wahrgenommen. In einem 

Rechtsstaat kann es nicht angehen, ausserhalb von « Notrecht » im Namen 

solcher Interessen die Verfahrensordnung ausser Kraft zu setzen. Art. 223a 

Abs. 2 ZV lässt sich damit nicht auf Art. 98 ZG als Delegationsnorm 

stützen. 

Überhaupt findet sich im Zollgesetz nur eine Bestimmung, die die Ver-

nichtung von Gegenständen erwähnt. Wie gesehen, kann aber auch dort 

die Vernichtung nur dann angeordnet werden, wenn ein anderes Gesetz 

eine solche vorsieht (E. 3.1.2). Die Verordnungsbestimmung widerspricht 

zudem der Eigentumsgarantie (Art. 26 BV) und der Verhältnismässigkeit 

(Art. 5 Abs. 2 BV). Für einen so massiven Eingriff in die Eigentumsga-

rantie wie die Vernichtung von Gegenständen ist jedoch eine Grundlage in 

einem Gesetz in formellem Sinn unabdingbar (E. 2.5 a.E.). 

Anzumerken bleibt, dass dies auch dem Verordnungsgeber bewusst war 

(Kommentar der Oberzolldirektion zur Änderung der Zollverordnung vom 

1. November 2006 [ZV; SR 631.01], Stand: 12. Juni 2012, Art. 223a, 

< http://www.news.admin.ch/NSBSubscriber/message/attachments/2735

0.pdf >, zuletzt abgerufen am 24.07.2015: « Das Legalitätsprinzip lässt es 

2015/34 Einziehung/Vernichtung von Geld 

 

 

494 BVGE / ATAF / DTAF 

 

als angezeigt erscheinen, eine entsprechende Bestimmung bei nächster 

Gelegenheit ins Zollgesetz zu überführen »).  

5.1.6 Damit ist Art. 223a ZV zumindest im vorliegenden Fall nicht an-
zuwenden. 

5.2 Es bleibt zu prüfen, ob die Banknoten aufgrund anderer im vorlie-
genden Verfahren möglicherweise anwendbarer Gesetze beschlagnahmt 

und vernichtet werden können. 

5.2.1 Eine Beschlagnahme wäre allenfalls gestützt auf Art. 32 Abs. 1 in 
Verbindung mit Art. 1 Bst. a Lebensmittelgesetz vom 9. Oktober 1992 

(LMG, SR 817.0) in Verbindung mit Art. 69 und 71 der Verordnung des 

EDI vom 23. November 2005 über den Vollzug der Lebensmittelgesetz-

gebung (SR 817.025.21) denkbar. Die Vorinstanz macht jedoch nicht gel-

tend, die kontaminierten Euronoten könnten die Gesundheit schädigen. 

Auch sonst ist nicht ersichtlich, dass die Kontaminierung gesundheits-

schädlich sein könnte. Im Gegenteil ist davon auszugehen, dass ein ge-

wisser Teil des sich im Umlauf befindlichen Geldes mit Kokain in einem 

nicht die Gesundheit beeinträchtigenden Ausmass kontaminiert ist (wenn 

auch nicht im vom Beschwerdeführer geltend gemachten Umfang). Impli-

zit gesteht dies auch die Vorinstanz zu, wenn sie erklärt, in einer Vielzahl 

von Fällen (demzufolge aber nicht allen) könne an kontrolliertem Noten-

geld keine Drogenkontamination festgestellt werden. Eine Gesundheits-

gefährdung wäre aber Voraussetzung für die Anwendung dieser Bestim-

mung. Somit bietet die Lebensmittelgesetzgebung keine Grundlage zur 

Einziehung und Vernichtung der Banknoten. Damit ist auch nicht zu 

prüfen, wer für eine solche (verwaltungsrechtliche) Massnahme zuständig 

wäre. 

5.2.2 Eine Einziehung einzig gestützt auf Art. 2 Abs. 1 des Überein-
kommens vom 8. November 1990 über Geldwäscherei sowie Ermittlung, 

Beschlagnahme und Einziehung von Erträgen aus Straftaten (SR 0.311.53) 

ist ebenfalls nicht möglich. Dort wird nur festgehalten, dass jede Vertrags-

partei die erforderlichen gesetzgeberischen und anderen Massnahmen 

trifft, die es ihr ermöglichen, Tatwerkzeuge und Erträge oder Vermögens-

werte, deren Wert diesen Erträgen entspricht, einzuziehen. Eine Einzie-

hung ohne Nachweis eines Grunddelikts sieht auch diese Bestimmung 

nicht vor. 

5.2.3 Aus Art. 21 der Verwaltungsvereinbarung vom 22. April/13. Mai 
2008 zwischen dem Kanton Schaffhausen und der Schweizerischen Eid-

genossenschaft, vertreten durch das Finanzdepartement beziehungsweise 

Einziehung/Vernichtung von Geld 2015/34 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 495 

 

die Oberzolldirektion über die Zusammenarbeit zwischen der Schaff-

hauser Polizei und dem Grenzwachtkorps beziehungsweise der Eidgenös-

sischen Zollverwaltung (SHR [Schaffhauser Rechtsbuch] 354.113), ergibt 

sich zwar, dass die Zollverwaltung Kleinstmengen von Betäubungsmitteln 

selbstständig erledigen kann. Vorliegend geht es jedoch einerseits nicht 

einfach um kleine Mengen von Betäubungsmitteln, sondern um kontami-

nierte Banknoten, und andererseits müsste die Vernichtung dennoch im 

übergeordneten Recht geregelt sein, da sie einen massiven Eingriff in die 

Eigentumsgarantie darstellt (E. 2.5 und 5.1.5). Die Verwaltungsverein-

barung regelt hier nur die Zuständigkeiten auf Polizeiebene (vgl. zur Über-

tragung dieser Aufgaben E. 2.1). 

5.2.4 Einzig denkbar bleibt damit eine Einziehung und Vernichtung 
aufgrund der polizeilichen Generalklausel (E. 3.1.1). Hierzu müsste aber 

ein öffentliches Interesse vorhanden sein. Dieses könnte allenfalls darin 

bestehen, dass mit Betäubungsmitteln kontaminiertes Geld nicht in den 

Umlauf gebracht wird. Da aber ‒ wie bereits erwähnt (E. 5.2.1) ‒ nicht 

geltend gemacht wird, solches Geld sei gesundheitsschädlich, kann auch 

eine Einziehung und Vernichtung auf dieser Grundlage nicht vorgenom-

men werden. Ein anderes öffentliches Interesse ist nicht erkennbar. 

5.2.5 Die Vorinstanz macht in der Beschlagnahmeverfügung geltend, 
die Euronoten seien beschädigt und deshalb zu vernichten. Gemäss Art. 7 

Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 22. Dezember 1999 über die Währung 

und die Zahlungsmittel (WZG, SR 941.10) zieht die Nationalbank abge-

nützte und beschädigte Noten aus dem Umlauf zurück. Der Ersatz solcher 

Noten richtet sich nach Art. 8 WZG. Allerdings gilt das WZG nur für 

schweizerische Zahlungsmittel. Vorliegend geht es jedoch um Euronoten. 

Die schweizerischen Bestimmungen erweisen sich hier als nicht einschlä-

gig. Allenfalls wäre ein Organ der Europäischen Union für die Einziehung 

und/oder den Ersatz der Noten zuständig. Dies muss hier aber nicht geklärt 

werden. Damit kann auch offenbleiben, ob die Noten als abgenützt und 

beschädigt zu gelten hätten. 

5.3 Für die von der Zollverwaltung angeordnete Vernichtung der 
Euronoten fehlt es somit an einer genügenden gesetzlichen Grundlage. 

5.4 (…) 

6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die angefochtene 
Verfügung auf eine ungenügende rechtliche Grundlage stützt und die Be-

schwerde daher im Hauptpunkt gutzuheissen ist. Die angefochtene Verfü-

gung ist aufzuheben. (…)