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**Case Identifier:** 0c29f3ec-7964-5dee-abec-e82e245f345b
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-10
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 10.08.2023 I 2022 50
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2022-50_2023-08-10.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

 

I 2022 50

Entscheid vom 10. August 2023 

Besetzung lic.iur. Thomas Rentsch, Vizepräsident
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Pierre Lichtenhahn, Richter
lic.iur. Prisca Reichlin Brügger, Gerichtsschreiberin

Parteien C.________,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic.iur. D.________

gegen

IV-Stelle Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Invalidenversicherung (Einstellung der IV-Rente)

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Sachverhalt:

A. C.________ (geb. xx 1970, verh.) lebt seit 1988 in der Schweiz und hat - 
nachdem sie sich vorerst um die Kinder von Verwandten gekümmert hat - ab 
1991 bis ca. Mai 2002 diverse Hilfstätigkeiten ausgeführt (Gastronomie, Bäcke-
rei, Schmuckmanufaktur u.ä.). Im Mai 2002 erkrankte sie und war im Juni 2002 in 
der Psychiatrischen Klinik Oberwil hospitalisiert. Das bisherige 100%-ige Arbeits-
verhältnis bei der A.________, Wollerau, kündigte sie per Ende August 2002 (Vi-
act. 7-4/5). Ab Mai 2003 nahm sie die Erwerbstätigkeit in reduziertem und wech-
selndem Pensum (ca. 3h/Tag) als Hilfskraft in einem Restaurant wieder auf (Vi-
act. 25). Am 23. Dezember 2003 meldete sie sich wegen psychischer Beschwer-
de bei der IV-Stelle Schwyz zum Bezug von IV-Leistungen an (Vi-act. 1). Mit Ver-
fügungen vom 26. August 2004 wurde C.________ für den Zeitraum vom 1. April 
bis 31. August 2003 und dann vom 1. Oktober 2003 bis auf Weiteres eine halbe 
Rente ausgehend von einem IV-Grad von 53% zugesprochen (Vi-act. 19 und 
20). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. 

In der Folge hat die Versicherte eine Tätigkeit als Hilfsarbeiterin in wechselnden 
Pensen (maximal 50%) in verschiedenen Betrieben ausgeführt (Vi-act. 37, 39, 
47, 54, 55, 56). Ab 2011 war sie bei verschiedenen Privatpersonen als Reini-
gungsfrau tätig (vgl. Vi-act. 76-2/4).

B. Mit Mitteilung vom 19. September 2005 bestätigte die IV-Stelle den An-
spruch auf die bisherige halbe Invalidenrente (Vi-act. 27), ebenso mit Mitteilung 
vom 26. August 2008 (Vi-act. 42), vom 26. August 2010 (Vi-act. 58), vom 14. Mai 
2012 (Vi-act. 71) und vom 7. August 2018 (Vi-act. 94).  

Mit Eingabe vom 13. September 2018 erhob das Sozialzentrum Höfe im Namen 
von C.________ "Einsprache" gegen die Verfügung vom "9.8.2018" (Vi-act. 95). 
Am 20. September 2018 verlangte C.________ Akteneinsicht, welche ihr am 26. 
August 2018 gewährt wurde (Vi-act. 96 und 97). 

C. Mit Eingabe vom 27. August 2019 stellte der Hausarzt von C.________ bei 
der IV-Stelle das Gesuch um Ausrichtung einer vollen Rente, da sich deren psy-
chischer und physischer Gesundheitszustand verschlechtert habe (Vi-act. 98). 
C.________ bestätigte ihr Einverständnis zu diesem Gesuch mit Eingabe vom 2. 
September 2019 (Vi-act. 101). In der Folge veranlasste die IV-Stelle die Durch-
führung einer psychiatrischen Begutachtung (vgl. Auftrag v. 11.2.2020, Vi-act. 
107). Nach Vorliegen des Gutachtens v. 2. Juni 2020, gemäss welchem keine 
psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit bestehe (Vi-act. 114), wurde C.________ 
mit Schreiben vom 4. August 2020 zu einem Gespräch zur Frage der Wiederein-
gliederung eingeladen (Vi-act. 118). Der Ehemann teilte in der Folge telefonisch 

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mit, dass seine Frau nicht in der Lage sei, zu arbeiten und sie sei auch nicht in 
der Lage, ein persönliches Gespräch durchzuführen (Vi-act. 119). Mit Schreiben 
vom 12. August 2020 hat die IV-Stelle C.________ auf ihre Mitwirkungspflicht im 
Zusammenhang mit Wiedereingliederungsmassnahmen hingewiesen und eine 
Frist angesetzt, dieser Pflicht nachzukommen (Vi-act. 120). Innert Frist liess 
C.________ mitteilen, dass sie an den Wiedereingliederungsmassnahmen teil-
nehmen werde (Vi-act. 121). 

D. In der Folge wurde eine niederschwellige Eingliederung in der B.________ 
vereinbart (2x2h/Woche), welche allerdings nach kurzer Zeit scheiterte (vgl. Vi-
act. 124-4/5). Die berufliche Integration wurde damit abgeschlossen (Vi-act. 124-
4/5).  Mit Vorbescheid vom 27. Januar 2021 stellte die IV-Stelle die Aufhebung 
der Rente in Aussicht (Vi-act. 127). Dagegen liess C.________ am      26. Febru-
ar 2021 Einwand erheben (Vi-act. 134); eine Ergänzung der Begründung erfolgte 
am 24. April 2021 (Vi-act. 139). 

E. Mit Verfügung vom 28. Juli 2022 hat die IV-Stelle Schwyz die bisherige 
halbe Rente per 31. Augst 2022 aufgehoben (Vi-act. 155). 

F. Dagegen lässt C.________ mit Eingabe vom 13. September 2022 beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz fristgemäss Beschwerde erheben mit 
folgenden Anträgen: 

1. Die Verfügung vom 28. Juli 2022 sei aufzuheben. 
2. Der Beschwerdeführerin sei die ihr zustehende halbe Rente weiterhin 

auszurichten. 
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde die Durchführung eines zweiten Schrif-
tenwechsels sowie die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und 
Rechtsverbeiständung beantragt. 

G. Die IV-Stelle Schwyz beantragt mit Vernehmlassung vom 12. Oktober 2022 
die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdefüh-
rerin.

Die Beschwerdeführerin hält mit Replik vom 9. November 2022 an ihren Anträ-
gen fest. Zusätzlich beantragt sie: 

Die Kosten des durch die Beschwerdeführerin in Auftrag gegebene Drogen- und 
Alkoholscreenings seien durch die Beschwerdegegnerin zu übernehmen. 

Die Vorinstanz verzichtete mit Mitteilung vom 1. Dezember 2022 auf die Einrei-
chung einer Duplik. 

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Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgeset-
zes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1 
vom 6. Oktober 2000), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialver-
sicherungsrechts (ATSV; SR 830.11 vom 11. September 2002), des Bundesge-
setzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20 vom 19. Juni 1959) sowie 
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201 vom 17. Janu-
ar 1961) in Kraft getreten. Die Revision umfasst u.a. eine Änderung der Bestim-
mung von Art. 17 Abs. 1 ATSG. Mit dem Wegfall der Rentenstufen der IV wurde 
eine Neudefinition der Erheblichkeitsschwelle einer Änderung des Invaliditäts-
grades erforderlich. Anstelle der Verwendung des Begriffs der «Erheblichkeit» 
werden die revisionsauslösenden Invaliditätsgradänderungen neu direkt im Ge-
setz aufgezählt. Der revidierte Art. 17 Abs. 1 ATSG sieht nun – anknüpfend an 
die Rechtsprechung im Bereich der UV – dementsprechend vor, dass Invaliden-
renten für die Zukunft erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben werden, wenn der 
Invaliditätsgrad der rentenbeziehenden Person sich um mindestens 5 Prozent-
punkte ändert (lit. a) oder auf 100% erhöht (lit. b). Für den Bereich der IV, welche 
ja bereits ab einem Invaliditätsgrad von 70% eine ganze Rente vorsieht, ist lit. b 
allerdings bedeutungslos (vgl. Studhalter, Ausgewählte IV-Leistungen nach In-
krafttreten der WE IV samt einigen Koordinationsaspekten / I. - III., in: 
Beck/Décaillet/Rothenberger, 3. Tagung zum Koordinationsrecht, HAVE 2022, S. 
7).

Gemäss den Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 19. Juni 2020 (Weite-
rentwicklung der IV) lit. b Abs. 1 bleibt der Rentenanspruch für Rentenbezügerin-
nen und -bezüger, deren Rentenanspruch vor Inkrafttreten dieser Änderung ent-
standen ist und die bei Inkrafttreten dieser Änderung das 55. Altersjahr noch 
nicht vollendet haben, solange bestehen, bis sich der Invaliditätsgrad nach Art. 
17 Abs. 1 ATSG ändert. Dabei wird auf die revidierte Version von Art. 17 Abs. 1 
ATSG verwiesen. Daraus ergibt sich, dass für Bezügerinnen und Bezüger von 
IV-Leistungen, welche noch nicht 55-jährig sind, im Falle einer Rentenrevision 
grundsätzlich nach neuem Recht abzuklären ist, ob sich der Rentenanspruch än-
dert. In einem zweiten Schritt wäre dann über entsprechende Anpassungen zu 
entscheiden. Dies entspricht im Ergebnis der allgemeinen prozessualen Grund-
regel, wonach das anwendbare Recht durch den Zeitpunkt der Verfügung re-
spektive - sofern diese angefochten wird - den Zeitpunkt des Einspracheent-
scheides bestimmt wird (vgl. BGE 147 V 278 E. 21 m.H.; Urteil BGer 
9C_390/2021 v. 8.2.2022 E. 8.2.1). 

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Dementsprechend ist die Rechtmässigkeit der Revisionsverfügung vom 28. Juli 
2022 grundsätzlich nach neuem Recht zu prüfen. Im Ergebnis hat die Rechtsän-
derung jedoch keine Auswirkungen auf das vorliegende Verfahren. 

Die bisherige bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Rentenrevision bleibt im 
Übrigen weiterhin anwendbar, da sich die Revision von Art. 17 Abs. 1 ATSG auf 
eine Neudefinition der Erheblichkeitsschwelle beschränkt. 

2.1.1 Anlass zur Rentenrevision im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG gibt jede we-
sentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der 
Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad um mindestens 5 Prozentpunkte zu 
ändern und damit den Anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei 
einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter 
sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Aus-
wirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung; dazu gehört 
die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer Angewöhnung oder Anpas-
sung an die Behinderung. Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung 
eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen 
Kontext unbeachtlich (BGE 144 I 103 E. 2.1, 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). We-
der eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte 
Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des gel-
tend gemachten Leidens genügt, um auf einen geänderten Gesundheitszustand 
zu schliessen; notwendig ist vielmehr eine veränderte Befundlage (SVR 2022 IV 
19 Nr. 60, BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteile BGer 9C_212/2021 E. 4.4.1; 8C_384/2022 
v. 9.11.2022 E. 2.3 m.H.).  Bloss auf einer anderen Wertung beruhende, revisi-
onsrechtlich unerhebliche Differenzen sind daher von revisionsbegründenden 
tatsächlichen Veränderungen abzugrenzen. Eine ärztliche Schlussfolgerung, die 
von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effek-
tiv nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizi-
nischen Ermessens zurückzuführen (vgl. zum Ganzen Urteile BGer 8C_815/2011 
vom 7.2.2012 E. 3.2; 8C_567/2011 vom 3.11.2012 E. 4.2 m.H.).

2.1.2  Nach der Rechtsprechung kann ein früher nicht gezeigtes Verhalten unter 
Umständen eine im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG relevante Tatsachenände-
rung darstellen, wenn es sich auf den Invaliditätsgrad und damit auf den Umfang 
des Rentenanspruchs auswirken kann. Dies trifft etwa zu bei Versicherten mit ei-
nem Beschwerdebild, auf das die Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 281 an-
wendbar ist, wenn ein Ausschlussgrund vorliegt, d.h. die Leistungseinschränkung 
auf Aggravation oder einer ähnlichen Konstellation beruht, die eindeutig über die 
blosse (unbewusste) Tendenz zur Schmerzausweitung und -verdeutlichung hin-
ausgeht (Urteile BGer 8C_553/2021 v. 13.4.2023 V. 4.2.3; 8C_517/2021 v. 10. 

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6.2022 E. 2.2; 8C_564/2021 v. 27.4.2022 E. 3.2; 9C_302/2021 v. 11.11.2021 E. 
4.2; 8C_198/2021 v. 15.9.2021 E. 6.2.1; 8C_380/2019 v. 11.10.2019 E. 4.1; 
8C_825/2018 v. 6.3.2019 E. 6.1; 9C_621/2018 v. 27.11.2018 E. 5.3.1 je m.H.).  

2.1.3 Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in 
rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei 
keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 9 E. 2.3 m.H.; BGE 
117 V 198 E. 4b S. 200). 

2.2 Ist eine anspruchserhebliche Änderung des Sachverhalts nicht mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, bleibt es nach dem Grundsatz der materi-
ellen Beweislast beim bisherigen Rechtszustand (Urteil BGer 9C_273/2014 v. 
16.6.2014 E. 3.1.1 m.H.; BSK ATSG, Flückiger, Art 17 Rz 19 m.H.). 

2.3 Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss 
des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung des 
Invaliditätsgrades eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige Verfügung, wel-
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer 
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkom-
mensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Aus-
wirkungen des Gesundheitszustands) beruht. Dabei braucht es sich nicht um ei-
ne formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu handeln (BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; 
Urteil BGer 9C_540/2020 v. 18.2.2021 E. 2.3 m.H.).  

2.4 Bei der Beurteilung der Arbeits (un) fähigkeit stützt sich die Verwaltung und 
im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen, die von ärztlichen und gegebe-
nenfalls auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stellen sind. Ärztliche Auf-
gabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu neh-
men, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Per-
son arbeitsunfähig ist. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist ent-
scheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-
tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der me-
dizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 140 V 193 E. 3.2; 
134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a; Urteil BGer 9C_26/2022 v. 30.5.2022 E. 
4.1).  

2.5 Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von ex-
ternen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-

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rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswür-
digung Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zu-
verlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb; Urteil BGer 
9C_278/2016 vom 22.7.2016 E. 3.2.2).

Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten 
Gutachten von medizinischen Sachverständigen, die den Anforderungen der 
Rechtsprechung entsprechen, darf das Gericht vollen Beweiswert zuerkennen, 
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen 
(BGE 137 V 210 E. 2.2.2; 135 V 465 E. 4.4 m.w.H.).

2.6 Die Prüfung, ob eine psychische Erkrankung eine rentenbegründende Inva-
lidität zu begründen vermag, hat grundsätzlich anhand eines strukturierten Be-
weisverfahrens nach BGE 141 V 281 zu erfolgen (BGE 143 V 409 E. 4.5; 143 V 
418 E. 6 ff.).

Bei psychiatrischen Diagnosen ist zudem zu berücksichtigen, dass eine 
psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei er-
folgen kann. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher praktisch immer 
einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-
psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern 
der Experte lege artis vorgegangen ist. Entsprechend kann die ärztliche Beurtei-
lung abhängig von der Gutachterperson und von den Umständen der Begutach-
tung eine grosse Varianz aufweisen und trägt deshalb ebenfalls von der Natur 
der Sache her unausweichlich Ermessenszüge (vgl. BGE 145 V 361 E. 4.1.2 mit 
Hinweisen). Abweichende Beurteilungen behandelnder Ärzte vermögen unter 
Beachtung der Divergenz von medizinischen Behandlungs- und Abklärungsauf-
trag ein Gutachten nach Art. 44 ATSG grundsätzlich nicht in Frage zu stellen und 
Anlass zu weiteren Abklärungen zu geben (vgl. Urteil des BGer 9C_794/2012 
vom 4.3.2013 E. 4.2 mit Hinweisen). Vorbehalten bleiben Fälle, in denen die be-
handelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, welche im 
Rahmen der psychiatrischen Exploration unerkannt oder ungewürdigt geblieben 
und geeignet sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (Urteile des 
BGer 9C_246/2018 vom 16.8.2018 E. 4.1; 8C_29/2018 vom 6.7.2018 E. 3.2.2; 
9C_353/2015 vom 24.11.2015 E.4). Es bleibt darauf hinzuweisen, dass es bei 
der Beurteilung einer invalidisierenden gesundheitlichen Einschränkung in erster 
Linie nicht auf die Diagnoseeinstellung ankommt, sondern einzig darauf, welche 
Auswirkungen eine Erkrankung auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 
hat (BGE 136 V 279 E. 3.2.1). Denn zwischen ärztlich gestellter Diagnose und 
Arbeitsunfähigkeit besteht keine Korrelation (BGE 140 V 193 E. 3.1). Massge-
bend ist der lege artis erhobene psychopathologische Befund und der Schwere-

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grad der Symptomatik sowie die damit verbundenen Funktionseinschränkungen 
(Urteil 9C_273/2018 vom 28.6.2018 E.4.2 mit Hinweisen; so schon BGE 127 V 
294 E. 4c).

2.7 Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt 
wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema - erhebliche 
Änderung (en) des Sachverhalts - bezieht. Einer für sich allein betrachtet 
vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die 
im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Rentenberechtigung beweisend 
wäre, mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, 
wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hin-
reichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des Gesund-
heitszustands stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es 
evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben. Dabei 
ist zu berücksichtigen, dass weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Ein-
schätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche 
diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt, um auf einen 
geänderten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist vielmehr eine ver-
änderte Befundlage (Urteile BGer 8C_553/2021 v. 13.4.2023 E. 4.2.3; 
9C_26/2022 v. 30.5.2022 E. 4.1; 8C_328/2016 v. 6.10.2016 E. 3.2.1 je m.H.). 

3. Aus den vorliegenden Akten ist zu entnehmen, dass die am 26. August 
2004 zugesprochene halbe IV-Rente u.a. auf den nachfolgenden Abklärungs-
ergebnissen basierte: 

3.1 Im Arztbericht von Dr.med. E.________, Sozialpsychiatrischer Dienst des 
Kantons Schwyz (SPD), vom 10. Februar 2004, wurden bei der Versicherten fol-
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt: 

Diagnose: bestehend
seit:

Depressives Zustandsbild bei schizoaffektiver Störung (ICD-10 F25.1) Juni 2002

Zwangshandlung (ICD-10 F42.1) ca. Sept. 03

Verdacht auf gemischte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0) ca. 1990

Es wurden Arbeitsunfähigkeiten in unterschiedlichem Grad attestiert (100% ab 
7.5.2002, ab 5.12.2002 steigernd bis wieder 0% ab 24.8.2003, ab 14.10.2003 
dann 50%, Vi-act. 5-1/5). Zur Anamnese wird ausgeführt, dass es nach Aufnah-
me der Arbeitstätigkeit in einer Schmuckmanufaktur als Reinigerin zu Anspan-
nungen gekommen sei mit körperlichen und psychischen Symptomen. Im Mai 
2002 sei dann eine Hospitalisation im Spital Lachen (leichtes depressives Zu-
standsbild) erfolgt. Nach der Entlassung habe sich der Zustand verschlechtert 

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(Suizidalität, Antriebsstörung, Konzentrationsstörung, Zukunftsängste, massive 
Körperfühlstörungen, Hinweise für psychotische Symptome). Im Juni 2002 sei die 
Versicherte in der Psychiatrischen Klinik hospitalisiert gewesen (für ca. 10 Tage). 
Es sei ein akutes psychotisches Zustandsbild bei Verdacht auf beginnende Psy-
chose aus dem schizophrenen Formenkreis diagnostiziert worden. Im Rahmen 
verschiedenster medikamentöser Behandlungsversuche habe sich der Zustand 
im September 2002 langsam verbessert. Die Versicherte habe dann eine stun-
denweise Aushilfstätigkeit aufgenommen. Die neuroleptische Medikation sei im 
August 2003 vollständig abgesetzt worden; zudem sei die Arbeit an einem zwei-
ten Arbeitsplatz (Bäckerei) aufgenommen worden, habe aber nach wenigen Ta-
gen wegen massiver Überlastung und Überforderung aufgegeben werden müs-
sen. Die psychotische Symptomatik (mit Denkstörungen, Beeinflussungserleben, 
Ich-Störungen, ausgeprägtem Tief) habe sich verstärkt. In der Folge habe die 
Versicherte zudem zunehmend Zwangssymptome entwickelt (Kontrolle am Ar-
beitsplatz, Herdplatten, Händewaschen etc.). Die Patientin traue sich nun kaum 
mehr aus dem Haus, habe Angst vor Dunkelheit, sei im Antrieb massiv behindert 
und in der Konzentration und Ausdauer stark eingeschränkt. Sie ziehe sich bei 
einem Gespräch oft nach einer halben Stunde zurück, da sie Mühe habe, dem 
Gespräch zu folgen. Den Haushalt könne sie nur mit Unterstützung des Mannes 
führen. Mit Zwangshandlungen versuche sie die Angst zu reduzieren. Auf Fehler 
reagiere sie mit Panik. Aktuell bestünden keine Suizidalität und auch keine psy-
chotischen Symptome. Es bestünden aber ein starkes Misstrauen, Selbstunsi-
cherheit und ein sozialer Rückzug. Aus Angst vor einer erneuten Zustandsver-
schlechterung wie nach dem Arbeitsversuch im Herbst 2003 vermeide sie jede 
Konfrontation. Es bestehe aktuell eine ungünstige Prognose, zumal jede Ände-
rung angstbesetzt sei. Berufliche Massnahmen wären zwar indiziert, zum aktuel-
len Zeitpunkt erlebe die Patientin allerdings vieles als Überforderung und benöti-
ge Anleitung und Unterstützung. Die bisherige Tätigkeit sei im Umfang von        
3-4 h/Tag zumutbar (Vi-act. 5-4/5).

3.2 Zum Aufenthalt in der Psychiatrischen Klinik Oberwil vom 17. Juni bis      
26. Juni 2002 wird im Arztbericht vom 28.1.2004 ausgeführt, die Patientin sei 
aufgrund eines akut psychotischen Zustandsbildes mit Suizidalität hospitalisiert 
worden. Es habe sich eine ausgeprägt negative Symptomatik mit deprimierter 
Stimmungslage, Angstzuständen, sozialem Rückzug sowie Denkstörungen und 
wahnhaften Denkinhalten gezeigt. Es sei während des Aufenthaltes eine leichte 
Regredienz der Symptomatik eingetreten, allerdings hätten die Wahrnehmungs-
veränderungen persistiert und es fehle an Krankheitseinsicht. Die Patientin habe 
nicht zu einer Therapie motiviert werden können und sei gegen den ärztlichen 
Rat aus der Klinik ausgetreten (Vi-act. 6-2/2). 

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3.3 Der Hausarzt der Versicherten (Dr.med. F.________, Wollerau) führt im 
Arztbericht vom 30. April 2004 aus, dass keine manifesten organischen Befunde 
vorlägen. Die Arbeitsfähigkeit sei aufgrund einer depressiven Störung im Rah-
men einer konflikthaften Arbeitsplatzsituation bis auf Weiteres um 50% einge-
schränkt (Vi-act. 12). 

4. Die am 26. August 2004 zugesprochene halbe Invalidenrente ab 1. Oktober 
2003 wurde im Rahmen der IV-Revisionsverfahren in den Jahren 2005, 2008, 
2010, 2012 und 2018 bestätigt (vgl. Ingress lit. B). Nachdem C.________ 2019 
eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes geltend machen liess, leitete 
die IV-Stelle ein Revisionsverfahren ein und veranlasste eine psychiatrische Be-
gutachtung. Zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerde-
führerin kann den vorliegenden Akten seit Zusprache der halben IV-Rente u.a 
was folgt entnommen werden:

4.1 Mit Verlaufsbericht vom 23. Juni 2005 hielt der Hausarzt Dr.med. 
F.________, Wollerau, fest, dass bei Fortsetzung der Therapie und medika-
mentöser Therapie eine Stabilisierung der psychischen Situation eingetreten sei, 
so dass die Belastbarkeit zugenommen habe (Vi-act. 23). 

Dr.med. E.________ hielt mit Verlaufsbericht vom 29. Juli 2005 fest, dass die 
depressive Symptomatik etwas in den Hintergrund getreten sei. Die Versicherte 
arbeite stundenweise in einem Café. Eine Erhöhung dieser Tätigkeit auf 50% wä-
re wünschenswert. Bei bekannter schizoaffektiver Störung sei von einer anhal-
tenden, chronischen, psychischen Erkrankung auszugehen, deren Verlauf durch 
Fluktuation geprägt sei. Zusätzlich erschwere die Persönlichkeitsstörung den 
Verlauf. Bedeutsam sei die Fortführung der neuroleptischen Medikation (vi-act. 
24).  

Gestützt auf diese Verlaufsberichte wurde der Anspruch auf eine halbe Rente am 
19. September 2005 bestätigt. 

4.2 Mit Verlaufsbericht vom 7. Juli 2008 bestätigte der Hausarzt der Versicher-
ten das Vorliegen einer fortbestehenden physischen und psychischen Stabilisie-
rung (Vi-act. 38). 

Dr.med. E.________ hielt mit Verlaufsbericht vom 14. August 2008 fest, dass 
sich der Gesundheitszustand insofern leicht verbessert habe, als die Patientin 
etwas mehr Zutrauen habe und in der Stimmung ausgeglichener wirke. Das Ar-
beitspensum habe leicht erhöht werden können (auf 50%). Die Versicherte werde 
weiterhin kombiniert antidepressiv/neuroleptisch behandelt und es finde ca. alle 

11

zwei Monate eine therapeutische Sitzung statt. Eine Prognose sei nicht möglich. 
Mit einer raschen Verbesserung sei nicht zu rechnen. Eine Steigerung des Ar-
beitspensums sei aufgrund der kombinierten Störung bestenfalls langsam, evtl. 
aber auch gar nicht möglich (Vi-act. 40). 

Am 26. August 2008 wurde der Anspruch auf eine halbe IV-Rente wiederum 
bestätigt. 

4.3 Auch mit Verlaufsbericht vom 16. April 2010 bestätigte der Hausarzt einen 
stationären Gesundheitszustand (Vi-act. 49). 

Dr.med. E.________ beschreibt mit Verlaufsbericht vom 7. Juli 2010 seit Januar 
2009 eine leichte Verschlechterung des Gesundheitszustandes, weshalb die 
neuroleptische Medikation kurzzeitig habe erhöht werden müssen. Die Versicher-
te habe intermittierend versucht, diese Medikation zu stoppen, was zu 
Schlafstörungen und starken Ängsten geführt habe (Vi-act. 52). Die Arbeitstätig-
keit wurde reduziert. 

Am 26. August 2010 wurde der Anspruch auf eine halbe Rente bestätigt. 

4.4 Mit Bericht vom 20. September 2010 hielt Dr.med. E.________ gegenüber 
Dr.med. F.________ fest, dass die Patientin im Sommer 2010 den Arbeitsplatz 
gewechselt habe. Den neuen Arbeitsplatz habe sie infolge eines persönlichen 
Konflikts mit einer Arbeitskollegin, welche auch ihre Nachbarin sei, als zuneh-
mend belastend empfunden und deshalb die Kündigung eingereicht. Die bisheri-
gen Diagnosen wurden bestätigt und es wurde eine Steigerung der neurolepti-
schen Medikation (Zyprexa) besprochen (Vi-act. 68-7/8). 

Am 18. November 2010 war die Versicherte notfallmässig wegen Atemnot und 
Erbrechen im Spital Lachen hospitalisiert. Es wurde eine Panikattacke diagnosti-
ziert (Vi-act. 68-3/8 ff.) 

Dr.med. F.________ berichtet am 6. Juli 2012 von einem wellenförmigen, belas-
tungsabhängigen aber insgesamt stationären Verlauf (Vi-act. 68-1/8). 

Der RAD-Arzt Dr.med. G.________ führte in seiner Stellungnahme vom 12. Juli 
2012 aus, die Diagnose einer schizoaffektiven Störung scheine adäquat. Unter 
Belastung entwickle die Versicherte Beziehungsideen und Beziehungswahn, da-
neben bestehe eine ängstliche und zwanghafte Symptomatik. Es persistiere eine 
Minderbelastbarkeit. Wahnhafte Dekompensationen hätten durch Entlastung und 
medikamentöse Therapien vermieden werden können. Eine Arbeitsfähigkeit von 
50% scheine richtig (Vi-act. 70-3/3). 

Mit Mitteilung vom 17. Juli 2012 wurde ein gleichbleibender IV-Grad festgehalten 
(Vi-act. 71). 

12

4.5.1 Im Rahmen der 2017 eingeleiteten Revision bestätigte der Hausarzt 
Dr.med. F.________ wiederum einen stationären Verlauf (Vi-act. 79). Von Seiten 
des behandelnden Psychiaters (neu Dr.med. R.________, SPD Lachen) wurde 
demgegenüber am 31. Oktober 2017 eine Verschlechterung des Gesundheitszu-
standes attestiert (Vi-act. 80-1/2). Er bestätigte die Diagnose einer langjährigen 
schizoaffektiven Störung und hielt fest, dass sich die Situation in den letzten Mo-
naten insbesondere im Bereich der Entwicklung von paranoiden Ängsten und op-
tischen Verkennungen instabiler zeige, weshalb die Patientin ihre wenigen Ar-
beitsstunden (Putzen ca. 6 h alle zwei Wochen) nicht mehr regelmässig habe 
leisten können. Die Patientin erscheine seit Beginn der Behandlung im Juli 2017 
zu 90% arbeitsunfähig. Eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung 
finde aktuell wöchentlich statt. Zusätzlich werde die psychopharmakologische 
Medikation (Fluoxetin und Olanpax) weitergeführt (vi-act. 80-2/2). 

Nachdem von Seiten der IV-Stelle ein ausführlicherer psychiatrischer Bericht ins-
besondere auch bezüglich des Verlaufs verlangt worden war, führte Dr.med. 
R.________ mit Bericht vom 22. Februar 2018 (Vi-act. 83) aus, dass die Patien-
tin von 2008 bis 2010, vom Dezember 2015 bis Januar 2016 und neu seit Juli 
2017 beim SPD Lachen (bzw. neu Triaplus AG, Lachen) in ambulanter Behand-
lung sei. Zuletzt seien paranoide Ängste sowie überwertige Ideen und Körper-
missempfindungen im Vordergrund gestanden. Die Tätigkeit als Putzfrau könne 
sie inzwischen nicht mehr ausführen. Eine ausgeprägte Schmerzsymptomatik er-
scheine auch wahnhaft überlagert und immer problematischer im Verlauf. Die 
Patientin habe den Hausarzt gewechselt, da sie das Personal paranoid wahnhaft 
wahrgenommen habe. Nach einer Schmerzmittelinjektion durch den Hausarzt im 
Januar 2018 sei es zu einem verstärkten Schmerzempfinden in der rechten Hand 
mit Durchblutungsstörungen und zu einer deutlichen Verschlechterung des psy-
chischen Zustandes mit paranoiden Ideen, Katastrophenängsten und sich daraus 
entwickelnden Suizidgedanken gekommen. Zudem werde die Patientin gerade 
wegen der Verdachtsdiagnose eines Morbus Parkinson neurologisch abgeklärt. 
In diesem Zusammenhang habe die Patientin die Dosierung des Neuroleptikums 
eigenmächtig reduziert aufgrund eines Restless Legs-Syndroms. Es werde eine 
Umstellung der neuroleptischen Medikation in Absprache mit der Neurologin ge-
plant. Infolge der Verschlechterung des Zustandes bestehe eine volle Arbeitsun-
fähigkeit. Auch werde eine psychiatrische Hospitalisation erwogen. 

4.5.2 Aus den Berichten von Dr.med. H.________, Fachärztin für Neurologie, er-
gibt sich, dass diese die Versicherte im Februar 2018 mehrmals untersucht und 
dabei die Verdachtsdiagnose eines beginnenden Parkinsonsyndroms rechts ge-

13

stellt hat. Eine entsprechende medikamentöse Behandlung wurde begonnen und 
zugleich eine rheumatologische Abklärung veranlasst (vgl. Vi-act. 85).

4.5.3  Die RAD-Ärztin Dr.med. I.________, Fachärztin für Psychiatrie, hielt mit 
Stellungnahme vom 26.4.2018 fest (Vi-act. 88-6/7), die schizoaffektive Psychose 
sei von Beginn an durch einen fluktuierenden Verlauf mit einem breiten Spektrum 
psychopathologischer Phänomene unterschiedlichster Intensität geprägt gewe-
sen. Wesentliche neue Aspekte würden im neusten Bericht von Triaplus nicht 
ausgewiesen, weshalb die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100% nicht nach-
vollziehbar sei. Das aktuelle Zustandsbild unterscheide sich nicht vom Zustands-
bild im Referenzzeitraum (2002 ff.). 

In der Folge teilte die IV-Stelle der Versicherten mit Schreiben vom 3. Mai 2018 
mit, dass gemäss Dr.med. H.________ die Wirkung des verordneten Medika-
mentes (Requib) noch drei Monate abgewartet werden müsse. Danach werde 
man bei Frau Dr.med. H.________ einen neuen Bericht einverlangen. Zudem 
werde auch ein Bericht des beigezogenen Rheumatologen eingeholt (Vi-act. 89). 
Der Ehemann teilte der Vorinstanz daraufhin am 8. Mai 2018 mit, dass die Versi-
cherte nicht mehr bei Dr.med. H.________ in Behandlung sei und auch das ver-
ordnete Medikament infolge starker Nebenwirkungen nicht mehr einnehmen. 
"Der Termin bei Frau Dr. H.________ sei nur Geldmacherei" gewesen. Den Ter-
min beim Rheumatologen habe sie abgesagt (Vi-act. 90).  

4.5.4 Dr.med. H.________ bestätigte auf Anfrage der IV-Stelle mit Arztbericht 
vom   20. August 2018 (Vi-act. 91) sinngemäss die Verdachtsdiagnose einer 
Parkinsonerkrankung. Eine Arbeitsunfähigkeit wurde allerdings nicht attestiert. 
Die Prognose sei offen. Wenn sich in den nächsten Jahren die Diagnose definitiv 
bestätigen lasse, sei mit einer kontinuierlichen Zunahme der Steifigkeit und Ver-
langsamung zu rechnen. 

4.5.5 Der RAD-Arzt Dr.med. G.________ führte in seiner Stellungnahme vom 30. 
August 2018 aus, dass weder aus neurologischer, noch aus rheumatologischer 
Sicht verwertbare Angaben zu Diagnosen und Arbeitsfähigkeit vorlägen. Die Ver-
sicherte habe sowohl die neurologischen als auch die rheumatologischen Ab-
klärungen abgebrochen. In psychiatrischer Hinsicht liege keine Veränderung vor. 
Er schlage deshalb vor, weiterhin von einer Arbeitsfähigkeit von 50% auszuge-
hen. Die Versicherte sei für das Vorliegen einer Verschlechterung beweispflich-
tig.  

Entsprechend dieser Stellungnahme wurde der Anspruch auf eine halbe IV-
Rente mit Mitteilung vom 7. September 2018 bestätigt. 

14

5.1 Mit Eingabe vom 27. August 2019 liess die Versicherte via Hausarzt bei der 
IV-Stelle das Gesuch um Ausrichten einer vollen Rente stellen (Vi-act. 98). Dabei 
wird zum einen auf den Sprechstundenbericht vom 16. August 2019 von Dr.med. 
J.________, Facharzt für Neurochirurgie und interventionelle Schmerztherapie, 
verwiesen, wonach bei der Versicherten die Diagnose eines chronischen cervika-
len  Schmerzsyndroms gestellt wurde, welches mittels einer Infiltration behandelt 
wurde und sich in der Folge stark verbesserte (Vi-act. 99-3/11 ff.). Andererseits 
wird auf den Verlaufsbericht vom 19. August 2019 von Dr.med. K.________ und 
der Assistenzärztin S.________, Triaplus, an den Hausarzt verwiesen, wonach 
die Patientin im Oktober 2018 von der Tagesstätte Lachen zur Tagesstätte Ein-
siedeln gewechselt habe. Im Juli 2019 habe sie sich auch von der Tagesstätte in 
Einsiedeln abgemeldet. Im Verlauf sei es zu einer Verschlechterung der psychi-
schen Gesamtsituation gekommen; vor allem seien intensivere paranoide Ängs-
te, überwertige Ideen und Körpermissempfindungen aufgetreten. Es liege auch 
eine ausgeprägte Schmerzsymptomatik, teilweise wahnhaft überlagert, vor. Zur 
Zeit komme die Patientin ein- bis zweimal wöchentlich zu psychotherapeutischen 
Gesprächen. Eine stationäre Behandlung werde von der Patientin abgelehnt (Vi-
act. 99-1/11 f.). 

5.2 In der Folge veranlasste die IV-Stelle eine psychiatrische Begutachtung 
durch Dr.med. L.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Meg-
gen. Nach Durchführung einer Untersuchung am 6. Mai 2020 erstattete Dr.med. 
L.________ am 2. Juni 2020 sein Gutachten (Vi-act. 114). 

Im Rahmen der Begutachtung konnten gemäss Dr.med. L.________ keine Auf-
merksamkeits- oder Konzentrationsstörungen festgestellt werden. Der formale 
Gedankengang sei nicht depressiv gehemmt und es sei kein Dissoziieren festzu-
stellen. Realitätsverkennungen seien nicht objektivierbar. Auch wahnhaftes Erle-
ben könne nicht festgestellt werden. Insgesamt konnte der Gutachter keine 
psychiatrische Diagnose stellen (Vi-act. 114-25/41). 

Im Gutachten bemängelt Dr.med. L.________ vorab, dass die Versicherte ent-
gegen der Aufforderung im Einladungsschreiben kein Screening auf illegale Dro-
gen habe durchführen lassen. Dies wäre erforderliche gewesen zur Abgrenzung 
von Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis gegenüber suchtmittel-
bedingten Störungen. 

Eine Persönlichkeitsstörung konnte der Gutachter nicht feststellen. Gegen eine 
Persönlichkeitsstörung spreche auch der Umstand, dass die Versicherte eine 
mehrjährige Ehe führe. Zudem sei sie bis zur IV-Anmeldung immer wieder voll-
schichtig arbeitstätig gewesen. Ein seit der Jugend und Adoleszenz sich wie ein 
roter Faden durch die Biographie ziehende Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F6), 

15

die zahlreiche Lebensbereiche gleich durchdringe, sei nicht überwiegend wahr-
scheinlich. 

Des Weiteren hält der Gutachter fest, dass die durchgeführte Beschwerdevalidie-
rung ergeben hat, dass die Beschwerdeangaben der Versicherten mit praktischer 
Sicherheit ungültig seien. Psychopathologische Befunde, welche für das Vorlie-
gen einer manifesten psychotischen Plussymptomatik oder eine depressive Epi-
sode sprechen würden, hätten zudem im klinischen Untersuchungsgespräch 
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit festgestellt werden können. Eine 
krankhafte Fehlbeurteilung der Wirklichkeit liege bei der Versicherten nicht vor. 
Eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis bzw. schizoaffektiven 
Spektrum liege bei der Versicherten überwiegend wahrscheinlich nicht (mehr) 
vor. 

Auch ein depressives Syndrom konnte der Gutachter nicht feststellen. Die Versi-
cherte habe einen weitschweifigen und sprunghaften Gedankengang präsentiert, 
welcher nicht plausibel für eine depressive Episode sei. Die Bearbeitung des Be-
schwerdevalidierungsfragebogens sei ihr ohne Schwierigkeiten gelungen, was 
gegen höhergradige kognitive Auffälligkeiten spreche. Das Hautkolorit sei son-
nengebräunt, was gegen einen sozialen Rückzug mit dem Narrativ "nur im Bett-
liegen" spreche. Auch eine dissoziative Symptomatik liege nicht vor. Die präsen-
tierten formalgedanklichen Auffälligkeiten mit Sprunghaftigkeit und Weitschwei-
figkeit hätten durch strukturierte Befragung beendet werden können. Das Denk-
ziel habe erreicht werden können, was gegen die Einordnung hin zu Zerfahren-
heit spreche. 

Im Weiteren weist der Gutachter darauf hin, dass das geschilderte soziale Funk-
tionsniveau mit dem Focus auf reinen Defiziten und den Generalisierungen, 
überhaupt nichts mehr zu können, sehr unwahrscheinlich sei. Auch an leistungs-
einschränkenden psychischen Störungen leidende Betroffene hätten in der Regel 
eine Tagesstruktur. Die Versicherte habe jedoch erklärt, weitgehend nichts mehr 
zu machen und im Bett zu liegen, was nicht mit einer authentischen Schilderung 
von Ressourcen und Defiziten korreliere. 

Gemäss dem Gutachter würden die von der Versicherten erzeugten Wider-
sprüche (nicht authentische Beschwerdeschilderung) und unlogischen Angaben 
(u.a. das Äussern einschränkender psychopathologischer Symptome bei objektiv 
unauffälligem klinischem Untersuchungsbefund, nicht authentische Angaben in 
der Beschwerdevalidierung SRSI, mangelnde Mitwirkung: kein Drogen-UP vorge-
legt) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gegen die Authentizität der geltend 
gemachten psychischen Beschwerden sprechen. Die Versicherte habe anlässlich 
der Untersuchung angegeben, regelmässig und täglich die ihr verordnete Psy-

16

chopharmakotherapie einzunehmen. Die Medikamentenblutspiegelwert betr. 
Fluoxetin sei dabei ausserhalb des Referenzbereichs gewesen. Bei leistungsein-
schränkenden psychischen Gesundheitsstörungen würden in der Regel die Me-
dikamentenblutspiegel aller eingenommenen Psychopharmaka im therapeuti-
schen Bereich liegen und überdies würde eine Historie mehrerer stationärer 
psychiatrischer Behandlungen ohne zeitlichen Bezug zu einem IV-Revisionsver-
fahren vorliegen. 

Da der Gutachter keine IV-relevante psychiatrische Gesundheitsstörung feststel-
len konnte, attestierte er eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in den bisheri-
gen Tätigkeitsbereichen. 

Eine Auseinandersetzung mit den divergierenden Einschätzungen der behan-
delnden Ärzte findet zunächst insofern statt, als Dr.med. L.________ festhält, die 
behandelnden Ärzte würden ihre Beurteilungen weitgehend auf die subjektiven 
Angaben der Versicherten abstützen, was im therapeutischen Kontext nachvoll-
ziehbar sei. Subjektive Angaben seien aber keine objektiven Befunde. Versiche-
rungsmedizinisch sei daher eine Plausibilitäts- und Konsistenzprüfung der Dia-
gnosen auf Grundlage aller Fakten durchzuführen, die bei der Versicherten erge-
ben habe, dass ihre Beschwerdeangaben mit praktischer Sicherheit ungültig sei-
en. 

Im Weiteren nimmt der Gutachter Bezug zum Bericht der Klinik Oberwil vom    
28. Januar 2004 betr. der Hospitalisation vom Juni 2002 (vgl. Vi-act. 6). Das dort 
geschilderte psychotische Zustandsbild mit Suizidalität habe bei der Untersu-
chung nicht festgestellt werden können. Eine differenzialdiagnostische Abgren-
zung hin zu einer suchtmittelbedingten Verursachung könne dem Bericht vom  
28. Januar 2004 nicht entnommen werden. Die Versicherte habe bei der gutach-
terlichen Untersuchung angegeben, "früher" vermehrt alkoholische Getränke 
konsumiert zu haben. Alkoholüberkonsum sei geeignet zur Auslösung der ge-
schilderten Symptome. Bezüglich des SPD-Berichts vom 10. Februar 2004 
(Dr.med. E.________), in dem eine psychotische Symptomatik geschildert wird, 
verweist der Gutachter auf ein Schreiben des damaligen Arbeitgebers an die IV-
Stelle, in welchem dieser festhält, die Versicherte habe exakt gearbeitet und man 
sei mit ihr zufrieden gewesen. Aufgrund von Telefonaten des Ehemannes sei das 
Arbeitsverhältnis wieder aufgelöst worden. Der Arbeitgeber kam zum Schluss, 
dass es sich bei der Anstellung nur um eine Alibiübung gehandelt habe (vgl. Vi-
act. 10). Aus dem Schreiben zieht der Gutachter den Schluss, dass eine leis-
tungseinschränkende IV-relevante psychische Störung aus dem schizoaffektiven 
Spektrum nicht vorgelegen habe; eine solche müsse sich auch in konkreten Ver-
haltensbeobachtungen im Alltag zeigen. Dies sei hier nicht der Fall gewesen. Der 

17

damaligen Stellungnahme des RAD, wonach schizoaffektive Störungen von Aus-
sen nicht unbedingt feststellbar seien und trotzdem eine wesentliche Krankheit 
darstellten, könne nicht gefolgt werden. 

In Bezug auf den Bericht von Dr.med. E.________ vom 20. September 2010 hält 
der Gutachter fest, dass darin verschiedene psychosoziale Faktoren erwähnt 
würden (Angst vor Arbeitslosigkeit, Loyalitätskonflikte), welche nicht losgelöst von 
der Beschwerdesymptomatik seien. Des Weiteren hält er fest, dass nach der IV-
Revision im Jahr 2012 bis zur Behandlungsaufnahme im Jahr 2017 keine länger 
andauernden bzw. stationären psychiatrischen Behandlungen mehr dokumentiert 
seien. Die Angaben der Versicherten, wonach mehrere stationäre psychiatrische 
Hospitalisationen (2002, 2015 und 2016) stattgefunden hätten, hätten sich nicht 
verifizieren lassen. Die Versicherte sei dann erst wieder im Jahr 2017 psychia-
trisch behandelt worden. Die von Dr.med. R.________ erwähnten optischen Ver-
kennungen und Ängste habe die Versicherte anlässlich der gutachterlichen Un-
tersuchung nicht geschildert. Entgegen den Ausführungen im Bericht von 
Dr.med. R.________ vom 22. Februar 2018 habe die Versicherte auch nicht ih-
ren Hausarzt gewechselt. Die Versicherte habe die Laboruntersuchung für die 
Begutachtung durch ihren langjährigen Hausarzt Dr.med. F.________ vorneh-
men lassen. 

Als Fazit schliesst der Gutachter, dass die attestierten höhergradigen (Teil-) Ar-
beitsunfähigkeiten spätestens seit dem Referenzzeitpunkt der letzten IV-Revision 
nicht überwiegend wahrscheinlich mit einer IV-relevanten psychiatrischen Ge-
sundheitsstörung zu erklären seien. Die psychischen Einschränkungen, die in 
den Befundberichten festgehalten worden seien, könnten - neben einem passa-
geren Alkoholmissbrauch - nicht losgelöst von psychosozialen Belastungsfakto-
ren (Arbeitslosigkeit, Arbeitsplatzkonflikte) beurteilt werden. Eine Einschränkung 
der beruflichen Leistungsfähigkeit aufgrund einer IV-relevanten psychischen Er-
krankung sei spätestens seit dem Referenzzeitpunkt der IV-Revision nicht über-
wiegend wahrscheinlich. Ob die bisherige medizinische Sachverhaltsdarstellung 
in den Akten, die als Grundlage der bisherigen IV-Verfügungen dienten, zweifel-
los unrichtig waren, sei seitens der Versicherungsmedizin anhand der ins Recht 
gelegten Unterlagen retrospektiv nicht konkreter zu beurteilen. 

5.3 Der RAD-Arzt Dr.med. M.________, Facharzt für Psychiatrie, erachtete das 
Gutachten als nachvollziehbar und schlüssig (Stellungnahme v. 25.6.2020, Vi-
act. 116). 

5.4.1 lm Rahmen des Vorbescheidverfahrens reichte die Versicherte ein ärztli-
ches Zeugnis von Dr.med. N.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 

18

Einsiedeln, vom 25. März 2021 ein, wonach bei der Versicherten neu eine pro-
grediente Osteochondrose C 5/6 und progrediente Diskusprotrusionen C 3-5 mit 
Kontakt zu den Nervenwurzeln C4 und C5 beidseits aufgetreten seien (Vi-act. 
140-2/6). 

5.4.2 Des Weiteren wird im Vorbescheidbefahren von Seiten des die Versicherte 
beratenden/unterstützenden Mitarbeiters der Pro Infirmis auf ein Telefonge-
spräch vom 24. März 2021 mit dem Hausarzt Dr.med. F.________ verwiesen, 
welcher schilderte, dass die Versicherte dauernd seine Angestellten beschimpft 
habe und es auch immer wieder zu Beziehungsabbrüchen gekommen sei. Die 
Versicherte verhalte sich mit Sicherheit nicht wie eine gesunde Person (Vi-act. 
139-2/4).

5.4.3 Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens liess die Versicherte zudem eine 
Stellungnahme von Dr.med. K.________ und MSc T.________, Triaplus, vom 
18. März 2021 zum Gutachten von Dr.med. L.________ einreichen (Vi-act. 140-
3/6 ff.). Diese zeigten sich vorab überrascht, dass keine psychiatrische Diagnose 
bestehen soll. Dies widerspreche massiv dem dokumentierten Längsverlauf und 
der Einschätzung von diversen Behandlern. Es entstehe der Eindruck, dass der 
Gutachter vor allem die Glaubwürdigkeit der Patientin in Frage stellen und eine 
Begehrungshaltung beschreiben wolle. Es wird im Weiteren auf verschiedene 
Fehleinschätzungen verwiesen: 

- Entgegen der sinngemässen Vermutung von Dr.med. L.________ sei die 
Versicherte im September 2019 in der Klinik Zugersee hospitalisiert gewe-
sen.

- Die Zurückhaltung bei der Beschreibung der Tagesstruktur und der Biogra-
phie sei durch Misstrauen gegenüber dem Gutachter erklärbar. 

- Für die Schmerzen bestünden objektivierbare Befunde. Dass sie diese 
nicht spontan geschildert habe, hänge möglicherweise mit der Begutach-
tung zusammen.

- Die Beschwerdeschilderung der Patientin sei seit Jahren durch die parano-
id-misstrauische Verarbeitungsweise sowie eine ängstlich-depressive Fo-
kussierung auf kognitive Defizite, fehlende Kraft und Schmerzen eingeengt. 
Ihre "nicht-authentische Beschwerdeschilderung" sei durch die psychiatri-
sche Problematik bedingt. 

- Entgegen dem Gutachten habe mehrfach eine mehrjährige psychiatrische 
Behandlung bestanden. Im Wesentlichen sei die Patientin seit Mai 2002 bis 
aktuell bei ihnen in Behandlung. Zwischenzeitlich sei sie zudem bei einer 
ambulanten Psychotherapeutin ausserhalb der Triaplus in Behandlung ge-
wesen. Zudem sei es zu sechs Hospitalisierungen gekommen. Bei chronifi-

19

zierten Verläufen sei es nicht ungewöhnlich, dass sich Patienten einer Be-
handlung entziehen oder auf niedrigem Funktionsniveau ohne Behandlung 
leben würden. Die Patientin sei in Bezug auf die psychiatrische Problematik 
dissimulierend. Sie sei trotz mehrfacher Hospitalisierung auch mit psychoti-
schen Symptomen insbesondere bezüglich ihrer paranoiden Verarbei-
tungsweise nicht krankheitseinsichtig. Die psychopharmakologische Be-
handlung sei auch während den "Behandlungsunterbrüchen" über den 
Hausarzt unverändert weitergelaufen. Die Compliance sei im Laufe der 
Jahre gestiegen. 

- Der Vorwurf an die Patientin, zur Begutachtung kein Drogenscreening mit-
gebracht zu haben, erscheine unangebracht. Die Patientin habe sich einer 
mangelnden Mitwirkung nicht bewusst sein können, da sie die Einladung ih-
rem Hausarzt abgegeben habe im Vertrauen darauf, dass dieser die not-
wendigen Tests veranlassen werde. 

- Die langjährige Beziehung zum Ehemann spreche nicht gegen das Vorlie-
gen einer Persönlichkeitsstörung. Die Patientin habe nur diese eine stabile 
Beziehung. Das Ehepaar lebe sehr isoliert und der Ehemann sei häufig 
überfordert. Er könne sich den misstrauischen Befürchtungen der Patientin 
nicht entgegensetzen. Im Behandlungssetting sei es häufig zu Beziehungs-
abbrüchen gekommen (Therapeutenwechsel). Die Aufenthalte in der Ta-
gesstätte seien aufgrund von sexualisierten Beziehungsideen abgebrochen 
worden. Die Praxisassistentin des Hausarztes sei von der Patientin ver-
dächtigt worden, ihr schaden zu wollen (sie wolle, dass sie mit den abge-
gebenen Medikamenten Suizid begehe / habe ihr Medikamente vorenthal-
ten / habe sie grob behandelt / habe sie angeschrien). Es sei zudem über 
schwierige Beziehungen zu verschiedenen Nachbarn berichtet worden. Der 
Kontakt zu den Herkunftsfamilien (abgesehen von einer Schwester) sei ab-
gebrochen. Der Ehemann habe den Hausarzt wechseln müssen, da die Pa-
tientin überzeugt sei, er nehme die negative Energie von der Hausarztpra-
xis nach Hause. 

- Dass im Rahmen der gutachterlichen Untersuchung keine paranoiden 
Symptome festgestellt werden konnten, wird auf die Dissimulierung zurück-
geführt, welche auch im therapeutischen Kontext geschehe und jeweils 
durch die Schilderungen aus dem persönlichen Umfeld, der Tagesstätte 
oder den ärztlichen Behandlern habe erkannt werden können. Für sämtli-
che Behandler sei eine paranoide Störung klar gegeben.

- Bei der Beurteilung des Medikamentenblutspiegels seien teilweise Werte 
für Medikamente beigezogen worden, welche der Patientin zum Zeitpunkt 
der Begutachtung entweder nicht verordnet waren (Lorazepam) oder ledig-

20

lich als Bedarfsmedikation abgegeben worden seien (Alprazolam). Auf den 
Spiegel von Pregabalin sei indes nicht eingegangen worden. Offensichtlich 
nehme die Patientin die Medikamente aber ein.  

5.4.4 Mit Schreiben vom 21. September 2021 nahm Dr.med. L.________ Stel-
lung zu den Ausführungen von Dr.med. K.________ und MSc T.________ (Vi-
act. 146). Dabei führt er u.a. aus:

- bezüglich des fehlenden Drogenscreenings habe er gegenüber der Versi-
cherten keinen Vorwurf erhoben;

- eine Persönlichkeitsstörung sei nicht allein wegen der stabilen Beziehung 
zum Ehemann verneint worden, sondern weil die Katamnese der Versicher-
ten weitgehend unauffällig verlaufen sei. Auffälligkeiten bezüglich des Cha-
rakters seit der Kindheit und Jugend würden fehlen und sie sei bis zur 1. IV-
Anmeldung während zwei Jahren in einem vollen Pensum in einer 
Schmuckfabrik erwerbstätig gewesen; 

- eine Dissimulation sei nicht plausibel, da die Versicherte selbst ein Renten-
begehren geäussert habe. Im Self-Report Symptom Inventory Test habe 
die Versicherte zudem nahezu alle potenziell genuinen Beschwerden und 
Pseudobeschwerden gezeigt, weshalb gerade keine Dissimulation von Be-
schwerden vorliege;  

- die vom Hausarzt geschilderten Eindrücke seien überwiegend wahrschein-
lich nicht mit einer psychiatrischen Diagnose zu erklären, welche sich auf 
die berufliche Leistungsfähigkeit auswirke.

5.4.5 Gemäss Arztbericht vom 15. Oktober 2021 von Dr.med. N.________, hat 
die Versicherte im Februar 2021 in seine Hausarztpraxis gewechselt. Als Dia-
gnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führt er eine langjährige schizoaf-
fektive Störung (F25.3) sowie eine chronisches cervicospondylogenes Syndrom 
(progredient) an. Zur Arbeitsfähigkeit äussert er sich nicht, sondern verweist auf 
die Beurteilung durch die Triaplus (Vi-act. 147). Auf Nachfrage hielt Dr.med. 
N.________ fest, dass bezüglich der HWS-Beschwerden keine Behandlung bei 
ihm stattfinde (Vi-act. 149-2/2).  

5.5 Der RAD-Arzt Dr.med. P.________ hält mit Stellungnahme vom 15. Juli 
2022 fest, dass die fachpsychiatrische Auseinandersetzung von Dr.med. 
L.________ mit den Einwänden umfassend und nachvollziehbar sei. Bezüglich 
der HWS-Problematik bestehe weder eine fach- noch eine hausärztliche Behand-
lung (Vi-act. 153). 

21

6.1 Die Vorinstanz geht in der angefochtenen Verfügung gestützt auf das 
psychiatrische Gutachten davon aus, dass im Vergleich zum Zeitpunkt der Ren-
tenzusprechung eine Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschwerde-
führerin eingetreten sei und eine volle Arbeitsfähigkeit in den bisherigen Tätigkei-
ten wie auch in allen bildungsangepassten Verweistätigkeiten bestehe. Eine Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit und damit ein IV-Grad sei nicht gegeben (Vi-act. 
155). 

6.2 Die Beschwerdeführerin wendet ein, das Gutachten vom 2. Juni 2020 spre-
che sich nicht hinreichend darüber aus, inwiefern eine Verbesserung des Ge-
sundheitszustandes stattgefunden habe. Im Gutachten erfolge eine Neubeurtei-
lung des Sachverhaltes, wie er zum Zeitpunkt der Rentenzusprache bestanden 
habe. Der Gutachter würde zwar keine IV-relevanten Diagnosen aus dem psych-
iatrischen Fachgebiet mehr feststellen, dies sei jedoch nicht auf eine Verbesse-
rung des Gesundheitszustandes, sondern auf die von den behandelnden 
Fachärzten abweichende Einschätzung zurückzuführen. Das Gutachten setze 
sich nicht mit der Entwicklung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführe-
rin seit der letzten Rentenzusprache (letzte Revision vom 7.9.2018) auseinander. 
Der Gutachter verneine vielmehr die bisherige Diagnose einer Persönlichkeitss-
törung, wobei sich der Gutachter nicht mit dem beruflichen und persönlichen 
Werdegang der Beschwerdeführerin auseinandersetze. Es finde auch keine 
Auseinandersetzung mit den Befunden der Behandler statt. Indem der Gutachter 
sich im Wesentlichen auf den früheren Alkoholmissbrauch und die damaligen 
psychosozialen Belastungsfaktoren (Arbeitslosigkeit, Arbeitsplatzkonflikte) beru-
fe, führe er eine Neubeurteilung desselben Sachverhaltes durch. Mangels Ände-
rung der tatsächlichen Verhältnisse seien die Voraussetzungen für die Anpas-
sung der laufenden Rente nicht erfüllt. 

Für den Fall, dass eine Revision als zulässig erachtet werde, sei das Gutachten 
von Dr.med. L.________ als unvollständig, nicht nachvollziehbar und wider-
sprüchlich zu qualifizieren. Es stehe im Widerspruch zu sämtlichen anderen ak-
tenkundigen Unterlagen, welche eine Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit der 
Beschwerdeführerin aus psychischen Gründen anerkennen würden. Der Gutach-
ter scheine voreingenommen. Er verliere sich in Details, mit den zahlreichen fun-
dierten Berichten der behandelnden Fachärzte setze er sich aber nicht ausein-
ander. Die Berichte der stationären Aufenthalte habe er nicht eingeholt. Auch die 
Laborwerte betr. Alkohol- bzw. Suchtmittelmissbrauch habe er nicht eingeholt. 
Die Beschwerdeführerin verweist zudem auf die Stellungnahme von Dr.med. 
K.________ und MSc T.________, Triaplus, vom 18. März 2021. 

22

Zu Unrecht sei im Gutachten verkannt worden, dass ihr Lebenslauf durch viele 
berufliche Wechsel geprägt sei. Auch ergebe sich aus den Berichten der psychia-
trischen Klinik, dass die Beschwerdeführerin zwischenmenschliche Konflikte mit 
ihrem Umfeld habe (Nachbarn, Verwandte, Tagesstätte Lachen und Einsiedeln), 
was immer wieder zu Problemen am Arbeitsplatz geführt habe.

6.3 Die Vorinstanz hält vernehmlassend fest, der Gutachter habe spätestens 
im Zeitpunkt seiner ergänzenden Stellungnahme vom 21. September 2021 von 
den stationären Aufenthalten Kenntnis gehabt. Wäre er davon ausgegangen, 
dass diese von Relevanz für seine Beurteilung seien, hätte er diese noch einho-
len können. Indem er dies unterlassen habe, sei davon auszugehen, dass die 
Berichte nichts an der Beurteilung des Gesundheitszustandes der Beschwerde-
führerin geändert hätten. 

7.1.1 Aus den medizinischen Akten ergibt sich, dass die Versicherte seit vielen 
Jahren in psychiatrischer Behandlung ist und bis anhin sieben Mal in der Klinik 
Zugersee hospitalisiert war, wobei lediglich zwei dieser stationären Aufenthalte in 
unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit dem vorliegend zu beurteilenden 
Revisionsverfahren gestellt werden können. Eine Hospitalisation fand statt, 
nachdem der Hausarzt das Gesuch um Ausrichtung einer vollen Rente für die 
Versicherte gestellt hat, wobei die Versicherte zunächst eine stationäre Behand-
lung - welche von Dr.med. K.________ als notwendig erachtet wurde (vgl. Vi-act. 
99-1/11 f.) - abgelehnt hatte. Der Gutachter hat diese stationären Behandlungen 
(abgesehen von der ersten aktenmässig erstellen stationären Behandlung von 
2002) bei seiner Beurteilung nicht berücksichtigt. Vielmehr führt er im Gutachten 
aus, dass bei leistungseinschränkenden psychischen Störungen in der Regel ei-
ne Historie mehrerer stationärer psychiatrischer Behandlungen ohne zeitlichen 
Bezug zu einem IV-Revisionsverfahren vorliegen würden, was er für die Be-
schwerdeführerin zu Unrecht verneint (Vi-act. 114-29/41). Er hat auch der Schil-
derung der Versicherten, wonach sie 2019 in der Klinik Zugersee hospitalisiert 
gewesen sei, offensichtlich nicht geglaubt, denn er hat die entsprechende Schil-
derung der Versicherten mit dem Vermerk "sic" versehen und keine weiterge-
hende Abklärung bei der Klinik gemacht (bzw. insbesondere keinen Bericht bei 
der Klinik eingeholt). In Bezug auf die Angaben der Versicherten, wonach Hospi-
talisationen in den Jahren 2015 und 2016 stattgefunden hätten, hielt der Gutach-
ter fest, diese hätten sich nicht "verifizieren lassen". Offensichtlich hat er aber bei 
der Klinik Zugersee gar nicht nachgefragt. 

7.1.2 Im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens hat die Versicherte 
folgende Berichte der Klinik Zugersee eingereicht, welche vom Gutachter unstrei-

23

tig nicht berücksichtigt worden sind und keine Aufnahme in der Anamnese fan-
den (berücksichtigt hat er einzig den ersten Klinikaufenthalt von 2002):  

- Mit Bericht vom 25. November 2015 wird gegenüber dem Hausarzt über 
den Aufenthalt vom 14. bis 24. November 2015 berichtet (Bf-act. 2). Dabei 
wurde die Diagnose einer schizoffaktiven Störung, gegenwertig depressiv 
(F25.1) gestellt. Zum Verlauf wird ausgeführt, die Patientin habe sich zu 
Beginn paranoid-wahnhaft präsentiert. Im Rahmen der psychotherapeuti-
schen Interventionen sei bei der Patientin eine deutliche Externalisierung 
negativer Denkinhalte nach Aussen im Sinne eines expansiv-paranoiden 
Syndroms festgestellt worden. Die Patientin habe jedoch ihre Ressourcen 
wieder aktivieren können (durch eine Aufdosierung von Olanzapin). 

- Die dritte Hospitalisation in der Klinik Zugersee fand vom 21. bis zum      
26. Juli 2016 statt (Bf-act. 3). Es wurde wiederum die Diagnose einer schi-
zoaffektiven Störung gestellt. Zum Verlauf wird festgehalten, dass die Ver-
sicherte an olfaktorischen Halluzinationen leide. Nach einer Aufdosierung 
von Olanzapin sei die Patientin motorisch und innerlich ruhiger sowie 
adäquater im Gespräch geworden. Die olfaktorischen Halluzinationen seien 
kurz nach der Erhöhung der Medikation verschwunden. Der Gedankengang 
sei inkohärent und eingeengt geblieben.  

- Die vierte Hospitalisation in der Klinik Zugersee dauerte vom 30. Mai bis   
7. Juni 2018. Erneut wurde die Diagnose einer schizoaffektiven Störung mit 
gegenwärtig depressiver Episode gestellt, neu wurde zudem die Ver-
dachtsdiagnose einer psychischen und Verhaltensstörung durch Sedative 
oder Hypnotika (Abhängigkeitssyndrom F13.2) gestellt. Die zunehmende 
Verschlechterung des psychischen Zustandes mit Traurigkeit, 
Schlafstörungen, Erschöpfung und paranoiden Wahngedanken wurde im 
Rahmen der Grunderkrankung gesehen. Die Patientin habe über Schmer-
zen im Bereich Thorax, Rücken und Bauch berichtet, für welche keine or-
ganische Genese auffindbar gewesen sei. Möglicherweise handle es sich 
um eine Somatisierung im Rahmen der depressiven Entwicklung. Die Pati-
entin habe Alprazolam eher regelmässig eingenommen, so dass mögli-
cherweise bereits eine Benzodiazepinabhängigkeit bestehe. Für ein kon-
trolliertes Ausschleichen der Benzodiazepine sei die Patientin aktuell nicht 
zu gewinnen. Durch psychotherapeutische Behandlung inkl. medikamentö-
se Unterstützung habe die wahnhaft paranoide Symptomatik deutlich redu-
ziert werden können. Am 7. Juni 2018 habe die Patientin berichtet, dass sie 
sich wieder stabil fühle und am Folgetag zur Arbeit gehen wolle. Es wurde 
für den Austrittszeitpunkt eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert. Die Labor-
kontrolle ergab unauffällige Befunde. 

24

- Die fünfte Hospitalisation in der Klinik Zugersee dauerte vom 23. Septem-
ber bis zum 1. Oktober 2019. Wiederum wurde die Diagnose einer schi-
zoaffektiven Störung, gegenwärtig depressiv, gestellt (Bf-act. 5). In der Be-
urteilung wird ausgeführt, dass durch die medikamentöse Neueinstellung 
und die psychotherapeutische Behandlung rasch eine Besserung der Sym-
ptomatik eingetreten sei. Im Austrittsbericht wird zudem ausgeführt, dass 
über die Tagesstruktur der Patientin nach dem Austritt gesprochen worden 
sei. In der Vergangenheit habe sie die Tagesstätte in Lachen besucht, auf-
grund eines Konflikts mit einer Leiterin aber abgebrochen und in die Tages-
stätte nach Einsiedeln gewechselt. Dort sei es ebenfalls zu einer Konfliktsi-
tuation mit einer Leiterin gekommen, welche die Patientin an eine Konfliktsi-
tuation mit ihren Mitarbeiterinnen im Jahr 2002 erinnert habe. Aufgrund 
dessen habe die Patientin den Besuch in der Tagesstätte Einsiedeln auch 
abgebrochen. Auch bestehe eine belastende Wohnsituation in U.________; 
die Patientin fühle sich von den Nachbarn beobachtet, weshalb sie nach 
Lachen ziehen möchte. Es wurde eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. 

- Die sechste Hospitalisation zur Krisenintervention dauerte vom 8. Mai bis 
zum 15. Mai 2020 (Bf-act. 6). Es wurde wiederum die Diagnose einer schi-
zoaffektiven Störung, gegenwärtig depressiv, gestellt. Psychotische Sym-
ptome wurden allerdings nicht beschrieben. Die Aufnahme erfolgte auf-
grund eines depressiven Syndroms. In den psychotherapeutischen Einzel-
gesprächen habe die Patientin als Auslöser der aktuellen Krise ein Ge-
spräch mit dem IV-Gutachter genannt, welches zwei Tage vor Eintritt statt-
gefunden habe. Dieser habe sie ausführlich nach möglichem Drogenkon-
sum befragt. Dies habe sie stark verunsichert, sie habe starkes Gedanken-
kreisen betreffen dem Inhalt des Gesprächs entwickelt und habe sich nicht 
abgrenzen können. 

- Im Rahmen einer Notfallzuweisung von Dr.med. N.________ ins Spital Ein-
siedeln wurde die Versicherte am 2. August 2022 durch Dr.med. 
Q.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, untersucht. Die-
ser stellte die Diagnose eines aktuell gemischten Zustands bei vordiagnos-
tizierter schizoaffektiver Störung F31.6. Zum Procedere führte Dr.med. 
Q.________ aus, aktuell sei die Situation kurz vor der psycho-sozialen 
Volldekompensation, in welcher es der Patientin nicht mehr möglich sein 
werde, einer Hospitalisation zuzustimmen. Er empfehle deshalb unbedingt 
eine möglichst schnelle stationäre Unterbringung. Wenn sie, wie angedeu-
tet, unmittelbar von einem schwer depressiven Zustand in eine manische 
Krise wechsle, würde eine Hospitalisation gegen ihren Willen wahrschein-
lich (Bf-act. 8).

25

In der Folge war die Versicherte vom 2. August bis zum 12. August 2022 
zum siebten Mal in der Klinik Zugersee hospitalisiert. Im Austrittsbericht 
werden neben der Hauptdiagnose einer schizoaffektiven Störung, gegen-
wärtig depressiv, die Nebendiagnose einer psychischen Verhaltensstörung 
durch Sedative oder Hypnotika, Abhängigkeitssyndrom (F13.2) genannt 
(Bf-act. 9). Die Versicherte hat gegenüber den Behandlern erwähnt, dass 
sie am 29. Juli 2022 von der IV-Stelle den Entscheid bekommen habe, wie-
der 100% arbeiten zu können. In der Beurteilung wird ausgeführt, dass die 
Versicherte aufgrund depressiver Dekompensation bei vorbekannter schi-
zoaffektiver Störung aufgenommen worden sei. Die Aufnahme habe zu ei-
ner Entlastung geführt, wobei insbesondere die Spezialtherapien und die 
medikamentöse Optimierung zu einer Stabilisation des Zustandsbildes ge-
führt habe. Noxen werden verneint, Laboruntersuchungen wurden ge-
macht. 

Im vorliegenden Verfahren wurde zudem ein Bericht von Dr.med. K.________ 
und MSc T.________, Triaplus, vom 8. September 2022 eingereicht, in dem 
ausgeführt wird, dass die Patientin in den letzten Wochen zunehmend paranoid 
dekompensiert sei. Sie habe sich von einem Nachbarn ständig beobachtet ge-
fühlt. Als dann auch noch ein negativer IV-Entscheid dazu gekommen sei, sei sie 
vom Ehemann in den Notfall des Spitals Einsiedeln gebracht worden. Beim Erst-
gespräch habe die Patientin angegeben, dass sie wieder wie gewohnt im Haus-
halt funktionieren könne. Die Patientin erlebe sich deutlich stabiler und könne 
sich von ihren zuvor bestehenden paranoiden Gedanken distanzieren (Bf-act. 
10). 

7.1.3 Die fehlende Berücksichtigung der über die Jahre immer wieder durchge-
führten stationären Behandlungen und der Umstand, dass der Gutachter ohne 
weitere Abklärungen die entsprechenden Schilderungen der Versicherten gar 
bestreitet, stellen einen erheblichen Mangel des Gutachtens dar. Der Gutachter 
geht davon aus, dass bei der Versicherten überhaupt keine psychische Erkran-
kung vorliegt und vormals von den behandelnden Ärzten festgestellte psychoti-
sche Episoden mit dem übermässigen Konsum von Alkohol oder Drogen in Zu-
sammenhang stehen könnten. Aus den diversen Berichten der Klinik Zugersee 
ergibt sich, dass regelmässig Laborbefunde erhoben wurden. Die Ergebnisse 
werden zwar nicht in allen Berichten erwähnt, es ist aber davon auszugehen, 
dass Laborwerte, welche aus psychiatrischer Sicht von Relevanz wären (insbe-
sondere Substanzmissbrauch), erwähnt worden wären. Auch insofern vermag 
das Gutachten nicht zu überzeugen. 

26

7.2 Der Gutachter hält korrekt fest, dass gemäss der Medikamentenspiegel-
messung entgegen den Angaben der Versicherten, keine Antidepressiva einge-
nommen wurden. Allerdings weisen Dr.med. K.________ und MSc T.________ 
in ihrer Stellungnahme vom 18. März 2021 korrekt darauf hin, dass auf das ver-
schriebene Medikament Pregabalin nicht eingegangen werde. Dieses nehme die 
Versicherte offensichtlich ein. Aus den Messdaten ergibt sich zudem, dass Alpra-
zolam (Xanax) im unteren Referenzbereich und die Ratio von Olanzapin inner-
halb des Referenzbereiches lagen (Vi-act. 114-25/41). Es ist mithin nicht so, 
dass die Versicherte überhaupt keine Medikamente einnahm. Aus den Resulta-
ten der Messung des Medikamentenspiegels kann mithin entgegen der Ansicht 
des Gutachters nicht ohne Weiteres auf einen fehlenden Leidensdruck geschlos-
sen werden.

7.3 Der Gutachter erachtete im Weiteren die Durchführung eines Drogen-
Screenings zur Abgrenzung von Erkrankungen aus dem schizophrenen Formen-
kreis als obligat. Es ist unbestritten, dass die Versicherte beim Hausarzt zwar ei-
ne Blutentnahme veranlasst hat, dann jedoch nur eine Messung des Medikamen-
tenspiegels und kein Drogenscreening durchgeführt wurde. Es ist ebenfalls un-
bestritten, dass in der Einladung zur Begutachtung die Durchführung eines Dro-
genscreenings verlangt wurde. Es ist aber nicht ersichtlich, dass die Beschwer-
deführerin ein solches absichtlich nicht hat durchführen lassen. Wenn der Gut-
achter festhält, die Versicherte habe "in Ermangelung ihrer Mitwirkung" die Ob-
jektivierung eines etwaigen Suchtmittelgebrauchs "verunmöglicht", kann ihm 
nicht gefolgt werden und entgegen seiner Stellungnahme vom 21. September 
2021 ist seinen Ausführungen zum unterbliebenen Drogenscreening im Gutach-
ten durchaus ein Vorwurf gegenüber der Versicherten zu entnehmen. Weshalb 
die Versicherte anlässlich der Begutachtung kein Drogenscreening vorlegen 
konnte, wird von den Dr.med. K.________ und MSc T.________ in der Stellung-
nahme vom 18. März 2021 nachvollziehbar dargelegt und es kann darauf ver-
wiesen werden (vgl. Vi-act. 150-3/6 ff.). Nachdem der Gutachter das Vorliegen 
eines Drogenscreenings für die diagnostische Abgrenzung aber offenkundig als 
"obligat" erachtete, ist nicht nachvollziehbar, weshalb er die Begutachtung ohne 
Durchführung dieser Labortests gemacht hat. Auch insofern ist das Gutachten 
als unvollständig zu erachten. Die Versicherte hat im Übrigen im vorliegenden 
Verfahren ein entsprechendes Screening (Drogen und Alkohol) eingereicht, wel-
ches keine auffälligen Befunde ergab (Bf-act. 11 und 12). 

7.4 Der Krankheitsverlauf wird von den behandelnden Ärzten durchwegs als 
erheblich fluktuierend beschrieben, was gerade ein Wesenselement der schizoaf-
fektiven Störung - welche in Episoden auftritt - ausmacht (vgl. Dil-

27

ling/Mombour/Schmidt, Internationale Klassifikation psychischer Störungen,     
10. Auflage, S. 152). Dass der Gutachter im Zeitpunkt seiner Untersuchung eine 
psychotische Symptomatik nicht feststellen konnte, spricht deshalb für sich nicht 
gegen das Vorliegen dieser Krankheit. 

Andererseits ist nicht zu verkennen, dass der Gutachter eine Beschwerdevalidie-
rung durchgeführt hat und danach die Beschwerdeangaben der Versicherten als 
unglaubwürdig zu qualifizieren sind. Soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht, liegt keine Gesundheits-
störung vor. Hinweise auf solche und andere Äusserungen eines sekundären 
Krankheitsgewinns (dazu BGE 140 V 193 E. 3.3) ergeben sich namentlich, wenn: 
eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Beschwerden und dem 
gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Beschwerden ange-
geben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische 
Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetra-
gene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken; schwere Ein-
schränkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch 
weitgehend intakt ist (BGE 131 V 49 E. 1.2) Nicht per se auf Aggravation weist 
blosses verdeutlichendes Verhalten hin (BGE 141 V 281 E. 2.2.1). Eine auf Ag-
gravation oder vergleichbaren Konstellationen beruhende Leistungseinschrän-
kung vermag eine versicherte Gesundheitsschädigung allerdings nicht leichthin 
auszuschliessen, sondern nur, wenn im Einzelfall Klarheit darüber besteht, dass 
nach plausibler ärztlicher Beurteilung die Anhaltspunkte auf eine klar als solche 
ausgewiesene Aggravation eindeutig überwiegen und die Grenzen eines bloss 
verdeutlichenden Verhaltens zweifellos überschritten sind, ohne dass das aggra-
vatorische Verhalten auf eine verselbständigte, krankheitswertige psychische 
Störung zurückzuführen wäre (vgl. Urteile BGer 8C_95/2019  v. 3.6.2019 E. 6.2 
und 6.3.3; 8C_445/2018 v. 6.11.2018 E. 5.4;  9C_154/2016 v. 19.10.2016          
E. 4.3). Vorliegend ist aber gestützt auf den langjährigen, dokumentierten Krank-
heitsverlauf nicht auszuschliessen, dass das vom Gutachter festgestellte aggra-
vatorische Verhalten auf eine krankheitswertige psychische Störung zurückzu-
führen ist bzw. mit dieser zusammenhängt. Eine Auseinandersetzung mit dieser 
Frage findet im Gutachten nicht statt. Entgegen der sinngemässen Ansicht des 
Gutachters ist die Versicherte seit vielen Jahren in psychiatrischer Behandlung. 
Die Medikation wurde immer wieder angepasst, allerdings war die Compliance 
nicht durchwegs gegeben, was allerdings für sich allein nicht gegen die Krank-
heitswertigkeit der Störung spricht, zumal gerade bei Erkrankungen aus dem 
schizophrenen Formenkreis die Compliance häufig nicht gut ist, was gerichtsno-
torisch ist.  Die Versicherte war diverse Male wegen psychischen Erkrankungen 
hospitalisiert, wobei sie teilweise verfrüht und gegen die Empfehlung der Ärzte 

28

wieder austrat. Dokumentiert sind im Übrigen auch ein sozialer Rückzug (Kontakt 
nur zum Ehemann, kein Familienkontakt), wiederkehrende soziale Schwierigkei-
ten am Arbeitsplatz, welche zu wiederholten Arbeitsplatzwechseln führten (z.T. 
weil sie sich von anderen Arbeitnehmern belästigt oder bedroht fühlte) sowie  
familiäre und nachbarschaftliche Konflikte, wobei irrationale Ängste und Unter-
stellungen der Beschwerdeführerin mit diesen Konflikten in Zusammenhang ste-
hen. Die Schilderungen des Hausarztes Dr.med. F.________, wonach die Versi-
cherte seine Angestellten wiederholt beschimpft habe und es immer wieder zu 
Beziehungsabbrüchen gekommen sei, hat der Gutachter nicht akzeptiert. Ge-
stützt auf den Umstand, dass sie die Laboruntersuchung vor der Begutachtung 
durch Dr.med. F.________ durchführen liess, ging er davon aus, dass es keinen 
Hausarztwechsel gegeben habe. Aus den medizinischen Akten ergibt sich aber, 
dass es immer wieder zu Behandlungs- bzw. Beziehungsabbrüchen mit ver-
schiedenen Ärzten gekommen ist und die Versicherte insbesondere auch soma-
tisch empfohlene Abklärungen und Behandlungen abgebrochen hat. Es bestand 
zwar eine langjährige Betreuung durch den Hausarzt Dr.med. F.________, dann 
hat die Versicherte während kurzer Zeit zu Dr.med. V.________, U.________, 
gewechselt (dieser hat die neurologische Abklärung veranlasst, vgl. Vi-act. 85-
6/8), dann wechselte sie wieder zu Dr.med.  F.________ (Vi-act. 98), anschlies-
send zu Dr.med. N.________, Einsiedeln (vgl. Vi-act. 140-2/6). Zudem hat die 
Versicherte die neurologische Behandlung, welche grundsätzlich erfolgreich be-
gonnen wurde, nach kurzer Zeit ohne nachvollziehbare Begründung abgebro-
chen, obwohl eine grundsätzlich schwerwiegende Verdachtsdiagnose gestellt 
worden ist. Dieses Verhalten lässt sich mit der vom Gutachter aufgestellten The-
se der Aggravation kaum erklären. Der Gutachter setzt sich mit der neurologi-
schen Situation der Versicherten bzw. mit der Verdachtsdiagnose Parkinson und 
dem Behandlungsabbruch durch die Versicherte im Übrigen nicht auseinander. 
Auch insofern ist das Gutachten nicht überzeugend bzw. weist Lücken auf. 

7.5 Nicht zu überzeugen vermag das Gutachten auch insofern, als dass er die 
Beschreibung der psychotischen Symptomatik im Bericht von Dr.med. 
E.________ vom 10. Februar 2004 mit einem Schreiben eines Arbeitgebers vom 
2. März 2004 zu widerlegen versucht. Der Arbeitgeber (Bäckerei W.________) 
hält im fraglichen Schreiben fest, die Versicherte habe am 1. Oktober 2003 ihre 
Arbeit aufgenommen und sie habe exakt gearbeitet. Er sei dann aber vom Ehe-
mann telefonisch kontaktiert worden und anschliessend habe die Versicherte den 
Arbeitsvertrag wieder auflösen wollen. Der Arbeitgeber stellte die Vermutung auf, 
die Anstellung sei nur eine "Alibiübung" gewesen und der Ehemann habe gar 
keine Anstellung für seine Frau organisieren wollen (Vi-act. 10-1/2). Die Vorin-
stanz hat diesem Schreiben nach Rücksprache mit dem RAD keine Beachtung 

29

geschenkt. Der RAD-Arzt hielt damals fest, schizoaffektive Störungen seien von 
Aussen nicht unbedingt feststellbar und stellten trotzdem eine wesentliche 
Krankheit dar (Vi-act. 16-3/3). Es ist diesbezüglich nochmals darauf hinzuweisen, 
dass die schizoaffektive Störung in Episoden auftritt. Die Versicherte war beim 
fraglichen Arbeitgeber gemäss IK-Auszug nur wenige Stunden beschäftigt (sie 
hat insgesamt ein Einkommen von Fr. 279 erzielt, Vi-act. 75). Sie war im Übrigen 
neben dieser Tätigkeit im Restaurant X.________ erwerbstätig. Diese Tätigkeit 
hat sie bis Ende 2006 ausgeübt. Das fragliche Schreiben vermag die fachärztli-
che Einschätzung der behandelnden Psychiaterin nicht zu widerlegen. Die an-
derslautende Schlussfolgerung des Gutachters ist nicht überzeugend. 

7.6 Insgesamt weist das psychiatrische Gutachten zahlreiche Ungereimtheiten 
auf. Es geht in diversen Punkten von falschen Annahmen aus, wobei sich der 
Gutachter nicht die Mühe gemacht hat, von ihm als falsch vermutete Angaben 
der Versicherten zu überprüfen (z.B. Hospitalisationen in der psychiatrischen Kli-
nik, diverses Ärztewechsel, Drogenscreening, Dauer der psychiatrischen Be-
handlung). Die Anamnese weist erhebliche Lücken auf und die Beurteilung ist 
aufgrund der verschiedenen Lücken und fehlerhaften Annahmen des Gutachters 
nicht einleuchtend. Einem Gutachten, welches die medizinischen Vorakten unzu-
reichend berücksichtigt, fehlt die erforderliche Überzeugungs- und Beweiskraft 
selbst dann, wenn die Schlussfolgerungen, welche auf der Grundlage der vom 
Sachverständigen selber erhobenen Befundtatsachen gezogen worden sind, an 
sich einleuchten und nachvollziehbar sind (Urteil BGer 9C_418/2010 v. 
29.8.2011 E. 4.3 m.H.). 

Wie vorstehend in E. 2.1.2 dargelegt, kann gemäss der Rechtsprechung eine 
früher nicht gezeigte Aggravation oder eine ähnliche Konstellation, die eindeutig 
über die blosse Tendenz zur Beschwerdeausweitung und -verdeutlichung hin-
ausgeht, eine relevante Tatsachenäderung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG 
darstellen.  Indem sich das Gutachten mit dieser Problematik auseinandersetzt, 
bezieht es sich grundsätzlich genügend auf das Beweisthema der erheblichen 
Änderung des Sachverhaltes. Nach den medizinischen Akten bestanden vor der 
Begutachtung im Mai 2020 keine hinreichend klaren Hinweise für das Vorliegen 
eines (krankheitsunabhängigen) aggravatorischen Verhaltens. Allerdings vermag 
das vom Gutachter festgestellte aggravatorische Verhalten der Versicherten für 
sich aufgrund der aufgezeigten Mängel des Gutachtens den Nachweis eines 
(neu eingetretenen) Ausschlussgrundes nicht zu erbringen. Insofern kommt dem 
Gutachten kein Beweiswert zu. Die Mängel des Gutachtens lassen es nicht zu, 
gestützt darauf eine revisionsrechtlich erhebliche Verbesserung des Gesund-

30

heitszustandes anzunehmen. Im Übrigen ist auch die neurologische Situation 
völlig ungeklärt. 

7.7. Ist eine anspruchserhebliche Änderung des Sachverhalts nicht mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, bleibt es - wie vorstehend in E. 2.2 darge-
stellt - nach dem Grundsatz der materiellen Beweislast beim bisherigen Rechts-
zustand (vgl. Urteile BGer 9C_540/2020 v. 18.2.2021 E. 4.2; 9C_273/2014 v. 
16.6.2014 E. 3.1.1 m.H.; BSK ATSG, Flückiger, Art 17 Rz 19 m.H.). 

Es stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob die aktenkundigen ande-
ren medizinischen Unterlagen eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung zulas-
sen. Es liegen diesbezüglich die Berichte der behandelnden Ärzte vor. Die Be-
handler der Triaplus gehen von einer erheblichen Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit aus; mit Stellungnahme vom 23. April 2021 halten sie fest, dass eine 
Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt nicht dauerhaft gegeben sei (Vi-act. 140-
1/6). Diese Einschätzung, welche grundsätzlich von einer Verschlechterung des 
Gesundheitszustandes ausgeht, wird allerdings nicht begründet. Der aktuellste in 
den Akten befindliche Bericht der Triaplus Klinik Zugersee vom 23. August 2022 
spricht sich zur Arbeitsfähigkeit der Versicherten nicht aus (Bf-act. 9). Auch der 
Bericht von Dr.med. K.________ und MSc T.________ vom 8. September 2022 
zu Handen der Triaplus Klinik Zugersee, nimmt keine Stellung zur Arbeitsfähig-
keit (Bf-act. 10).  Insgesamt lassen die vorhandenen medizinischen Akten keine 
zuverlässige Sachverhaltsfeststellung zu. Der Sachverhalt ist ungenügend abge-
klärt. Die IV-Stelle wird weitere Abklärungen zu treffen und erneut über den Ren-
tenanspruch zu entscheiden haben, zumal auch die neurologische Situation der 
Versicherten ungeklärt ist. 

8.1 Zu prüfen bleibt noch der Antrag der Beschwerdeführerin, die Kosten des 
von ihr nach der Begutachtung in Auftrag gegebenen Drogen- und Alkoholscree-
nings (vgl. Bf-act. 11 und 12) seien durch die Vorinstanz zu übernehmen. 
Gemäss den Ausführungen des Gutachters sei es unerlässlich gewesen, ein 
Drogen- und Alkoholscreening durchzuführen, um die schizoaffektive Störung zu 
beurteilen. Es wäre Aufgabe des Gutachters gewesen, ein solches Screening 
durchzuführen oder zu veranlassen. 

Die Vorinstanz wendet ein, die Beschwerdeführerin habe selber dazu beigetra-
gen, dass ein Screening nicht habe durchgeführt werden können. 

8.2 Gemäss Art. 45 Abs. 1 ATSG übernimmt der Versicherungsträger die Kos-
ten der Abklärung, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine  
Massnahmen angeordnet, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die 

31

Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Be-
standteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. 

Mit der Einladung zur Begutachtung wurde die Versicherte aufgefordert, Labor-
befunde hinsichtlich der eingenommenen Medikamente und ein Screening des 
Urins in Bezug auf die Bewusstseinstätigkeit beeinträchtigende Substanzen (es 
folgt dabei eine lange Auflistung diverser Substanzen) sowie weiterer Werte mit-
zubringen (Vi-act. 109). Die Versicherte liess die Laboruntersuchungen beim 
Hausarzt durchführen, allerdings wurde kein Alkohol- und Drogenscreening 
durchgeführt. Wie bereits erwähnt, ist nicht ersichtlich, dass die Versicherte sich 
diesbezüglich unkorrekt verhalten hätte. Sie bzw. die behandelnden Ärzte der 
Triaplus legen nachvollziehbar dar, dass die Versicherte die umfangreiche und 
für einen medizinischen Laien fremder Muttersprache kaum in allen Teilen ver-
ständliche Aufforderung des Gutachters in der Hausarztpraxis abgegeben hat, im 
Vertrauen darauf, dass die erforderlichen Laboruntersuchungen veranlasst wür-
den. Nachdem das Drogen- und Alkoholscreening vom Gutachter als obligat er-
achtet worden war und von diesem auch angeordnet worden ist, sind die fragli-
chen Kosten dafür auch vom Versicherungsträger zu übernehmen, nachdem der 
Versicherten das Versehen der Hausarztpraxis und die Untätigkeit des Gutach-
ters nicht angelastet werden kann und das Screening gemäss Gutachter für die 
Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes der Versicherten "obligat" 
ist.  

9. Eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zu weiterer Abklärung und 
neuem Entscheid (mit noch offenem Ausgang) gilt nach ständiger Praxis für die 
Frage der Auferlegung der Gerichtskosten (wie auch der Zusprechung einer Par-
teientschädigung) als Obsiegen der Beschwerde führenden Partei, und zwar un-
abhängig davon, ob die Rückweisung überhaupt beantragt oder ob das entspre-
chende Begehren im Haupt- oder im Eventualantrag gestellt wurde (vgl. u.a. Ur-
teil BGer 8C_78/2009 v. 31.8.2010, teilw. publ. in BGE 136 II 393ff. E. 12.1, m.H. 
auf BGE 132 V 235 E. 6.1). Dementsprechend sind die Verfahrenskosten der 
Vorinstanz aufzuerlegen. 

Zudem ist der Beschwerdeführerin zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschä-
digung zuzusprechen. In Beachtung des kantonalen Gebührentarifs für Rechts-
anwälte (GebTRA; SRSZ 280.411), welcher für das Honorar in Verfahren vor 
dem Verwaltungsgericht in § 15 GebTRA einen Rahmen von Fr. 300.-- bis        
Fr. 8'400.-- vorsieht sowie unter Beachtung der in § 2 GebTRA enthaltenen Krite-
rien (Wichtigkeit der Streitsache, Schwierigkeit, Umfang und der Art der Arbeits-
leistung, notwendiger Zeitaufwand) und in Ausübung des pflichtgemässen Er-
messens ist das Honorar (inkl. Auslagen und MwSt) auf Fr. 2'800.-- festzulegen.

32

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1.1 Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung vom 28. Juli 2022 
wird aufgehoben. Die Sache wird zur neuen Entscheidung im Sinne der 
Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

1.2 Die Vorinstanz wird verpflichtet, die Kosten für die Durchführung des von 
der Beschwerdeführerin veranlassten Alkohol- und Drogenscreenings zu 
übernehmen. 

2. Die Verfahrenskosten (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) 
werden auf Fr. 500.-- festgelegt und der Vorinstanz auferlegt, welche die-
sen Betrag innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheids zu bezahlen 
hat.

3. Der Beschwerdeführerin wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschä-
digung (inkl. Auslagen und MwSt) von Fr. 2'800.-- zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwerde* 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schweizer-
hofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundesge-
setzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

5. Zustellung an:
- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (2/R)
- die Vorinstanz (R) 
- und das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, 3003 Bern (A).

Schwyz, 10. August 2023

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Die Gerichtsschreiberin:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

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Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.
Versand: 25. August 2023