# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ea877c26-5f75-581b-bea5-aee7c2190254
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.10.2011 C-6314/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6314-2009_2011-10-11.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung III
C­6314/2009

U r t e i l   v om   1 1 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Ruth Beutler (Vorsitz),
Richterin Marianne Teuscher, Richter Antonio Imoberdorf,   
Gerichtsschreiberin Viviane Eggenberger.

Parteien X._______,
vertreten durch Dr. iur. Peter Kreis, Rechtsanwalt,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Einreiseverbot.

C­6314/2009

Seite 2

Sachverhalt:

A. 
Der  Beschwerdeführer  (geb. 1979),  brasilianischer  Staatsangehöriger, 
reiste am 29. Januar 2001 als Tourist in die Schweiz ein. Am 2. Mai 2001 
verheiratete  er  sich  mit  der  Schweizerin  Y._______  (geb. 1978), 
woraufhin  er  im  Rahmen  des  Familiennachzugs  im  Kanton  St. Gallen 
eine Aufenthaltsbewilligung erhielt, welche in der Folge jeweils verlängert 
wurde,  letztmals am 13. Mai 2004 bis zum 2. Mai 2005. Aus dieser Ehe 
gingen  zwei  Kinder  (geb.  24. Dezember  2001  und  4. September  2003) 
hervor. 

B. 
Mit  Strafbescheid  des  Untersuchungsamts  Altstätten  vom  2. Mai  2002 
wurde  der  Beschwerdeführer  der  mehrfachen  Entwendung  eines 
Personenwagens  zum  Gebrauch  sowie  verschiedener  weiterer 
Zuwiderhandlungen  gegen  das  Strassenverkehrsgesetz  vom 
19. Dezember  1958  (SVG,  SR  741.01)  und  die 
Verkehrsregelnverordnung  vom  13.  November  1962  (VRV,  SR  741.11) 
schuldig gesprochen und zu einer Gefängnisstrafe  von 25 Tagen  (unter 
Gewährung  des  bedingten  Strafvollzugs  bei  einer  Probezeit  von  zwei 
Jahren) sowie zu einer Busse in der Höhe von CHF 1'500.­ verurteilt.

Mit  weiterem  Strafbescheid  des  Untersuchungsamts  Altstätten  vom 
27. Januar  2004 wurde er  des Diebstahls,  der mehrfachen Entwendung 
eines  Motorfahrzeugs  zum  Gebrauch  sowie  des  mehrfachen  Fahrens 
ohne  Führerausweis  schuldig  gesprochen  und  zu  einer Gefängnisstrafe 
von drei Monaten (erneut unter Gewährung des bedingten Strafvollzugs, 
unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren) verurteilt.

C. 
Gestützt  auf  diese  strafrechtlichen  Vorkommnisse  wurde  der 
Beschwerdeführer seitens der kantonalen Migrationsbehörde am 1. März 
2004  unter  Hinweis  auf  die  Möglichkeit  der  Verfügung  einer 
Entfernungsmassnahme verwarnt.

D. 
Mit  Bussenverfügung  vom  16. Juni  2005  verurteilte  das 
Untersuchungsrichteramt St. Gallen den Beschwerdeführer wegen einer 
Widerhandlung gegen das Transportgesetz  zu einer Busse  in der Höhe 
von CHF 150.­.

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E. 
Mit  Bussenverfügung  vom  22. Mai  2006  verurteilte  das 
Untersuchungsrichteramt  St. Gallen  den  Beschwerdeführer  zu  einer 
Busse von Fr. 750.­wegen (geringfügigen) Diebstahls.

F. 
Am  28. Juni  2006  erfolgte  die  Anerkennung  der  Vaterschaft  des 
Beschwerdeführers hinsichtlich der am 3. Oktober 2005 von Z._______, 
einer  spanischen,  in  der  Schweiz  niedergelassenen  Staatsangehörigen 
zur Welt gebrachten Tochter.

G. 
Mit Urteil vom 5. September 2006 wurde die Ehe des Beschwerdeführers 
und seiner Schweizer Ehefrau geschieden, nachdem sich die Ehegatten 
bereits im Februar 2004 getrennt hatten. Die elterliche Sorge hinsichtlich 
der beiden gemeinsamen Kinder wurde dabei der Mutter zugeteilt und der 
Beschwerdeführer  unter  Einräumung  eines  Besuchsrechts  zur  Leistung 
von Unterhaltsbeiträgen verpflichtet.

H. 
Am 28. September 2006  reichten Z._______ und der Beschwerdeführer 
beim  Zivilstandsamt  St.  Gallen  ein  Gesuch  um  Durchführung  des 
Ehevorbereitungsverfahrens ein. 

I. 
Mit  Verfügung  vom  7. Dezember  2006  wies  das  Ausländeramt  des 
Kantons St. Gallen das Gesuch des Beschwerdeführers um Verlängerung 
der  Aufenthaltsbewilligung  ab,  ebenso  dasjenige  um  Erteilung  einer 
Bewilligung  im  Zusammenhang mit  der  geplanten  Eheschliessung  bzw. 
im Hinblick auf einen späteren Familiennachzug. Die Frist zum Verlassen 
des  Kantonsgebiets  setzte  es  auf  den  11. Februar  2007  fest.  Dagegen 
setzte  sich  der  Beschwerdeführer  erfolglos  zunächst  beim  kantonalen 
Sicherheits­  und  Justizdepartement  (Entscheid  vom  9. Januar  2008), 
dann beim Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen (Urteil vom 22. Mai 
2008)  zur  Wehr.  Auf  eine  in  der  Folge  beim  Bundesgericht  erhobene 
Beschwerde trat dieses mit Urteil vom 11. Dezember 2008  im Verfahren 
2C_459/2008 mangels Leistung des Kostenvorschusses nicht ein.

J. 
Während des hängigen Beschwerdeverfahrens (am 9. März 2007) hatten 
sich der Beschwerdeführer und Z._______ verheiratet.

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K. 
Mit  Bussenverfügungen  der  Staatsanwaltschaft  des  Kantons  St. Gallen 
vom  15. März  2007  und  vom  12. April  2007  war  der  Beschwerdeführer 
erneut  wegen  geringfügigen  Diebstahls  zu  einer  Busse  von  CHF 300.­ 
respektive  wegen  Widerhandlung  gegen  das  Transportgesetz  zu  einer 
Busse von CHF 60.­ verurteilt worden.

L. 
Das  BFM  verfügte  am  9. Januar  2009  die  Ausdehnung  der  kantonalen 
Wegweisung auf die ganze Schweiz sowie das Fürstentum Liechtenstein 
und wies den Beschwerdeführer  an,  dieses Gebiet  bis  zum 25. Februar 
2009 zu verlassen. Einer allfälligen Beschwerde gegen diese Verfügung 
entzog es gleichzeitig die aufschiebende Wirkung.

Am 21. Februar 2009 reiste der Beschwerdeführer aus der Schweiz aus.

M. 
Aufgrund  des  geschilderten  Sachverhalts  verfügte  das  BFM  am  2. April 
2009 gegenüber dem Beschwerdeführer ein Einreiseverbot für die Dauer 
von  sechs  Jahren.  Zur  Begründung  führte  es  unter  Bezugnahme  auf 
Art. 67  Abs. 1  Bst. a  des  Ausländergesetzes  vom  16. Dezember  2005 
(AuG, SR 142.20; seit dem 1. Januar 2011: Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG; zur 
damaligen Fassung vgl. AS 2007 5457) aus, der Beschwerdeführer habe 
wiederholt  wegen  Diebstahls,  mehrfacher  Entwendung  von 
Motorfahrzeugen,  Widerhandlungen  gegen  das  Transportgesetz  sowie 
geringfügigen  Vermögensdelikten  zu  Klagen  Anlass  gegeben.  Überdies 
sei  gegen  ihn  eine  Strafuntersuchung  wegen  Raubes  eröffnet  worden. 
Einer  allfälligen  Beschwerde  gegen  diese  Verfügung  wurde  gleichzeitig 
gestützt  auf  Art. 55  Abs. 2  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom 
20. Dezember  1968  (VwVG,  SR  172.021)  die  aufschiebende  Wirkung 
entzogen.

Diese Verfügung konnte dem Beschwerdeführer zufolge seiner Ausreise 
nicht eröffnet werden.

N. 
Am  26. August  2009  gewährte  das  BFM  dem  inzwischen  anwaltlich 
vertretenen  Beschwerdeführer  das  rechtliche Gehör  im  Hinblick  auf  die 
beabsichtigte Verhängung einer Fernhaltemassnahme für die Dauer von 
sechs Jahren.

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Mit  Schreiben  vom  14. September  2009  nahm  der  Beschwerdeführer 
hierzu Stellung.

O. 
Mit Verfügung vom 17. September 2009 erliess das BFM gegenüber dem 
Beschwerdeführer  – gestützt  wiederum  auf  (den  damaligen)  Art. 67 
Abs. 1  Bst. a  AuG  und  wiederum  unter  Entzug  der  aufschiebenden 
Wirkung der Beschwerde – ein neuerliches Einreiseverbot  für die Dauer 
von  sechs  Jahren.  Zusätzlich  zur  bereits  (unter  Bst. M)  erwähnten 
Begründung  verwies  es  dabei  auf  die  Verletzung  der  finanziellen 
Verpflichtungen  des  Beschwerdeführers.  Angesichts  dieser  Umstände 
überwiege  das  öffentliche  Interesse  an  seiner  Fernhaltung  deutlich  sein 
privates  an  künftigen  ungehinderten  Einreisen  in  die  Schweiz.  Die 
verhängte  Fernhaltemassnahme  erweise  sich  sodann  auch  als 
verhältnismässig. 

Auch wurde  ihm mitgeteilt, die verhängte Fernhaltemassnahme führe zu 
einer – ein Einreiseverbot für das gesamte Gebiet der Schengen­Staaten 
nach  sich  ziehenden  –  Ausschreibung  zur  Einreiseverweigerung  im 
Schengener Informationssystem (SIS).

P. 
Am  18. September  2009  wurde  der  Beschwerdeführer  in  der Wohnung 
seiner Ehefrau polizeilich angehalten und  ihm wurde die Verfügung vom 
17. September  2009  eröffnet.  Während  der  darauffolgenden 
Einvernahme  gab  er  an,  am  13. August  2009  wieder  in  der  Schweiz 
eingereist zu sein.

Am  22. September  2009  wurde  der  Beschwerdeführer  in 
Ausschaffungshaft  genommen  und  am  25. September  2009  in  sein 
Herkunftsland zurückgeschafft.

Q. 
Mit Rechtsmitteleingabe vom 5. Oktober 2009 hat der Beschwerdeführer 
die  Verfügung  des  BFM  (vgl.  Bst. O)  beim  Bundesverwaltungsgericht 
angefochten mit den sinngemässen Anträgen auf Aufhebung, eventualiter 
auf  Reduktion  der  Dauer  der  verhängten  Fernhaltemassnahme.  In 
verfahrensrechtlicher  Hinsicht  ersuchte  der  Beschwerdeführer 
insbesondere  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  und 
Verbeiständung.  Er  rügt  zunächst  eine  Verletzung  des  rechtlichen 
Gehörs:  Die  Vorinstanz  habe  sich  nicht  hinreichend  mit  den  in  seiner 

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Stellungnahme  vom  14. September  2009  (vgl.  Bst. N)  vorgebrachten 
Argumenten  auseinandergesetzt  und  dadurch  ihre  Begründungspflicht 
verletzt.  Des  Weiteren  bringt  er  namentlich  vor,  die  verhängte 
Fernhaltemassnahme  halte  vor  dem  Abkommen  vom  21.  Juni  1999 
zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  einerseits  und  der 
Europäischen Gemeinschaft und  ihren Mitgliedstaaten andererseits über 
die Freizügigkeit (Freizügigkeitsabkommen [FZA], SR 0.142.112.681), auf 
welches  er  sich  als  Ehemann  einer  in  der  Schweiz  niedergelassenen 
spanischen  Staatsangehörigen  berufen  könne,  nicht  stand.  Der  ihm  im 
Zusammenhang  mit  dem  ihm  vorgeworfenen  Raub  ("der 
verfahrensveranlassenden  einzigen  Tat")  allenfalls  anzulastende 
Verstoss  gegen  die  öffentliche  Sicherheit  und  Ordnung  erweise  sich 
keinesfalls als schwerwiegend. Das Verschulden wiege nicht schwer.  Im 
Hinblick auf sein zukünftiges Wohlverhalten bestehe zudem eine günstige 
Prognose,  zumal er auch  reuig  sei. Weiter  sei  zu berücksichtigen,  dass 
seine  drei  Kinder  –  selbst  Schweizer  Bürger  respektive  Inhaber  einer 
Niederlassungsbewilligung  EG/EFTA  –,  zu  denen  eine  starke  affektive 
Beziehung bestehe und mit denen er einen intensiven und regelmässigen 
Kontakt  pflege,  in  der  Schweiz  leben  würden.  Vor  dem  Hintergrund 
insbesondere des Rechts auf Achtung des Familienlebens gemäss Art. 8 
der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) und Art. 13 der 
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 
1999  (BV,  SR  101)  sowie  des  vorrangig  zu  beachtenden  Kindeswohls 
und  in Anbetracht  des  relativ  leichten Verschuldens  im Zusammenhang 
mit  dem  ihm  vorgeworfenen  Raub  erweise  sich  das  Einreiseverbot  als 
solches,  zumindest  jedoch  in  Bezug  auf  die Dauer,  für  die  es  verhängt 
worden sei, als unverhältnismässig.

R. 
Das  Kreisgericht  Wil  befand  den  Beschwerdeführer  mit  Urteil  vom 
29. Oktober  2009  des  Raubes  nach  Art. 140  Ziff. 1  Abs. 1  des 
Schweizerischen  Strafgesetzbuchs  vom  21. Dezember  1937  (StGB,  SR 
311.0), begangen am 22. Dezember 2008, für schuldig und verurteilte ihn 
zu  einer  (unbedingt  zu  vollziehenden)  Freiheitsstrafe  von  15  Monaten 
(unter Anrechnung von 26 Tagen Untersuchungshaft).

S. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  22. Januar  2010  hiess  das 
Bundesverwaltungsgericht das mit der Beschwerde gestellte Gesuch des 
Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gut.

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T. 
Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 24. Februar 2010 die 
Abweisung  der  Beschwerde.  Ergänzend  zur  Begründung  in  der 
angefochtenen  Verfügung  führt  sie  aus,  der  Beschwerdeführer  sei 
während  seiner  Anwesenheit  in  der  Schweiz  kaum  je  erwerbstätig 
gewesen.  Seiner  gegenüber  seinen  Kindern  bestehenden 
Unterhaltspflicht  sei  er  nicht  nachgekommen  und  er  habe  Schulden  im 
Umfang  von  mehr  als  CHF 30'000.­  angehäuft.  Mit  dem  im  Dezember 
2008 verübten Raub, welcher zur jüngsten Verurteilung vom 29. Oktober 
2009  geführt  habe,  habe  er  in  schwerwiegender  Weise  gegen  die 
öffentliche  Sicherheit  und  Ordnung  verstossen.  Aufgrund  seines 
bisherigen  Verhaltens  sei  auch  von  einer  hinreichend  schweren  und 
aktuellen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit  und Ordnung  im Sinne 
des  Freizügigkeitsabkommens  auszugehen.  In  Anbetracht  seiner 
Vorgeschichte  und  der  Beweggründe  für  die  Delinquenz  –  seiner 
prekären  finanziellen  Lage  –  könne  in  Bezug  auf  das  künftige 
Wohlverhalten keine günstige Prognose gestellt werden.

U. 
Der  Beschwerdeführer  hielt  mit  Replik  vom  11. März  2010  an  den 
gestellten Anträgen und deren Begründung fest.

V. 
Mit  weiteren  Eingaben  (insbesondere  vom  10. Juni  2010  sowie  vom 
2. Juli  2010)  handschriftliche  Eingaben  des  Beschwerdeführers  und 
seiner Ehefrau zu den Akten gereicht.

W. 
Auf  den  weiteren  Akteninhalt  wird  –  soweit  rechtserheblich  –  in  den 
Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen  im Sinne von Art. 5 VwVG, sofern keine Ausnahme 
nach Art.  32  VGG  vorliegt.  Als  Vorinstanzen  gelten  die  in  Art.  33 VGG 
genannten  Behörden.  Dazu  gehört  auch  das  BFM,  das  mit  der 
Anordnung  eines  Einreiseverbotes  eine  Verfügung  im  erwähnten  Sinne 

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und  daher  ein  zulässiges  Anfechtungsobjekt  erlassen  hat.  Eine 
Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt nicht vor.

1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 
sich  nach  dem  VwVG,  soweit  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts 
anderes bestimmt (Art. 37 VGG).

1.3 Der Beschwerdeführer  ist als Verfügungsadressat  legitimiert  (Art. 48 
Abs. 1 VwVG). Auf die frist­ und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 
daher einzutreten (vgl. Art. 50 und 52 VwVG).

2. 
Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung 
von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des 
Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhaltes  sowie  –  soweit  nicht  eine  kantonale 
Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit 
gerügt  werden  (Art. 49  VwVG).  Das  Bundesverwaltungsgericht  wendet 
das  Bundesrecht  von  Amtes  wegen  an.  Es  ist  gemäss  Art. 62  Abs. 4 
VwVG  an  die  Begründung  der  Begehren  nicht  gebunden  und  kann  die 
Beschwerde  auch  aus  anderen  als  den  geltend  gemachten  Gründen 
gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist  grundsätzlich  die  Sachlage 
zum  Zeitpunkt  seines  Entscheides  (vgl.  BVGE  2011/1  E. 2,  BVGE 
2007/41 E. 2).

3. 
Der Beschwerdeführer macht in formeller Hinsicht eine Verletzung seines 
Anspruchs  auf  rechtliches  Gehör  geltend.  Die  Vorinstanz  habe  das 
Einreiseverbot  trotz  einer  einlässlichen  Stellungnahme  vom 
14. September  2009  bereits  am  17. September  2009  verfügt.  Die 
entsprechenden Vorbringen seien sodann nicht ernsthaft geprüft worden, 
was  sich  bereits  am  Umfang  der  standardmässigen  bzw.  kurzen 
Begründung  der  angefochtenen  Verfügung  zeige.  Damit  sei  die 
Vorinstanz  der  ihr  obliegenden  Begründungspflicht  nicht  hinreichend 
nachgekommen.

3.1.  Gemäss  Art.  35  Abs.  1  VwVG  sind  die  Behörden  verpflichtet, 
schriftliche  Verfügungen  zu  begründen.  Die  Begründungspflicht  ist 
Teilgehalt des Anspruchs auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 
2  BV.  Sie  soll  verhindern,  dass  die  Behörden  sich  von  unsachlichen 
Motiven  leiten  lassen,  und  es  der  betroffenen  Person  ermöglichen,  die 

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Verfügung  gegebenenfalls  sachgerecht  anzufechten.  Eine  sachgerechte 
Anfechtung  ist  nur  möglich,  wenn  sich  sowohl  die  Partei  wie  auch  die 
Rechtsmittelinstanz über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen 
können.  In  diesem  Sinn  müssen  wenigstens  kurz  die  Überlegungen 
genannt werden,  von denen sich die Behörde hat  leiten  lassen und auf 
welche sich ihre Verfügung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie 
sich  ausdrücklich  mit  jeder  tatbeständlichen  Behauptung  und  jedem 
rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf 
die  für  den  Entscheid  wesentlichen  Gesichtspunkte  beschränken.  Die 
Anforderungen  an  die  Begründung  sind  umso  höher,  je  weiter  der 
Entscheidungsspielraum der  entscheidenden Behörde und  je  komplexer 
die Sach­ und Rechtslage ist (vgl. BVGE 2007/27 E. 5.5.2 und BGE 133 I 
270  E. 3.1  S. 277  je  mit  Hinweisen,  sowie  FELIX  UHLMANN/ALEXANDRA 
SCHWANK,  in:  Bernhard  Waldmann/Philippe  Weissenberger  [Hrsg.], 
Praxiskommentar VwVG, Zürich 2009, N 17 ff. zu Art. 35; ebenso LORENZ 
KNEUBÜHLER,  in:  Christoph  Auer/Markus  Müller/Benjamin  Schindler 
[Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren 
[VwVG], Zürich/St. Gallen 2008, Rz. 4 ff. zu Art. 35 VwVG). 

Eine Verletzung des Gehörsanspruchs führt grundsätzlich zur Aufhebung 
der  angefochtenen  Verfügung  und  Rückweisung  der  Sache  an  die 
Vorinstanz.  Im  Falle  der  Verletzung  der  Begründungspflicht  kann  der 
Mangel  auf  Rechtsmittelebene  geheilt  werden,  wenn  die  Vorinstanz  die 
Entscheidgründe  in  einer  den  gesetzlichen  Anforderungen  genügenden 
Weise  darlegt  und  die  Rechtsmittelinstanz  der  betroffenen  Partei  im 
Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels die Möglichkeit einräumt,  sich 
dazu  zu äussern  (vgl.  LORENZ KNEUBÜHLER,  a.a.O., Rz. 19  ff.  zu Art. 35 
mit Hinweisen).

3.2. Die Vorinstanz hat die angefochtene Verfügung zwar konzis, aber auf 
nachvollziehbare Weise und unter Darlegung massgeblicher Erwägungen 
(namentlich  unter  Bezugnahme  auf  die  strafrechtlichen  Vorkommnisse 
und  die  Verletzung  finanzieller  Verpflichtungen  durch  den 
Beschwerdeführer)  begründet,  wobei  sie  sich  erst  im  Rahmen  der 
Vernehmlassung  vom  24. Februar  2010  mit  der  Vereinbarkeit  der 
verhängten Fernhaltemassnahme mit dem Freizügigkeitsabkommen (und 
insbesondere  mit  der  Frage  der  aktuellen,  hinreichend  schweren 
Gefährdung) auseinandergesetzt hat (vgl. Sachverhalt Bst. T). 

Offenkundig  war  dem  Beschwerdeführer  bereits  auf  der  Grundlage  der 
angefochtenen  Verfügung  eine  sachgerechte  Anfechtung  jedoch  ohne 

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weiteres möglich.  Im Rahmen  des  ihm  gewährten Replikrechts  hatte  er 
Gelegenheit, sich mit der seitens der Vorinstanz  in der Vernehmlassung 
vorgebrachten  Argumentation  bezüglich  der  Vereinbarkeit  der 
Massnahme  mit  dem  Freizügigkeitsabkommen  auseinanderzusetzen. 
Dass  sich  die  Vorinstanz  im  Detail  mit  seinen  sämtlichen  Vorbringen 
auseinandersetzt,  verlangt  die  Begründungspflicht  dagegen  –  wie 
erwähnt  –  nicht. Die  erhobene Rüge  der Gehörsverletzung  erweist  sich 
damit als unbegründet bzw. die Voraussetzungen für eine Heilung eines 
Mangels auf Rechtsmittelebene erweisen sich vorliegend als erfüllt.

4. 
Mit  Inkrafttreten  des  AuG  am  1. Januar  2008 wurde  das  Bundesgesetz 
vom  26. März  1931  über  Aufenthalt  und  Niederlassung  der  Ausländer 
(ANAG, BS 1 121) abgelöst (vgl. Art. 125 AuG i.V.m. Ziffer I des Anhangs 
2 zum AuG). Das AuG beansprucht Geltung auf alle Verfahren, die nach 
seinem  Inkrafttreten eingeleitet wurden, sei es auf Gesuch hin oder von 
Amtes wegen (vgl. Art. 126 Abs. 1 AuG e contrario; ferner BVGE 2008/1 
E. 2 mit Hinweisen).

Wenn bei der Anwendung des neuen Rechts auf Verhältnisse abgestellt 
wird,  die – wie  vorliegend – noch unter der Herrschaft  des alten Rechts 
entstanden sind und beim Inkrafttreten des neuen Rechts andauern, liegt 
eine  unechte  Rückwirkung  vor,  die  – vorbehältlich  des 
Vertrauensschutzprinzips –  grundsätzlich  zulässig  ist  (vgl.  ULRICH 
HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht, 
6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 337 ff.).

5. 
Der Beschwerdeführer ist brasilianischer Staatsangehöriger und mit einer 
in  der  Schweiz  niedergelassenen  spanischen  Staatsangehörigen 
verheiratet.  Er  ist  folglich  der  Ehegatte  bzw.  ein  Familienangehöriger 
einer  Staatsangehörigen  eines  Mitgliedstaates  der  Europäischen 
Gemeinschaft (EG) (vgl. Art. 3 Abs. 1 f. Anhang I FZA). Nach Art. 2 Abs. 
2  AuG  gelangt  dieses  Gesetz  für  Staatsangehörige  der  Mitgliedstaaten 
der EG und ihre Familienangehörigen nur soweit zur Anwendung, als das 
Freizügigkeitsabkommen  keine  abweichende  Regelung  kennt  oder  die 
ordentliche  Ausländergesetzgebung  ihnen  eine  vorteilhaftere 
Rechtsstellung  vermittelt  (vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
C­2196/2008 vom 17. März 2011 E. 4 und C­2482/2009 vom 28. Januar 
2011 E. 5.1 mit Hinweis).

C­6314/2009

Seite 11

6. 

6.1.  Landesrechtliche  Grundlage  der  angefochtenen  Verfügung  bildet 
Art. 67 AuG. Auf den 1. Januar 2011 trat als Folge der Weiterentwicklung 
des  Schengen­Besitzstandes  eine  neue  Fassung  in  Kraft  (zum Ganzen 
vgl.  BBl  2009  8881  und  AS  2010  5925  sowie  erwähntes  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  C­2196/2008  E. 2.2).  Nach  Art. 67  Abs. 2 
AuG  kann  ein  Einreiseverbot  gegen  ausländische  Personen  erlassen 
werden, die gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz 
oder  im  Ausland  verstossen  haben  oder  diese  gefährden  (Bst. a), 
Sozialhilfekosten  verursacht  haben  (Bst.  b)  oder  in  Vorbereitungs­, 
Ausschaffungs­ oder Durchsetzungshaft genommen worden sind (Bst. c). 
Hinsichtlich der Dauer der Fernhaltemassnahme hält Art. 67 Abs. 3 AuG 
fest,  dass das Einreiseverbot  für eine Dauer von höchstens  fünf  Jahren 
verhängt wird,  jedoch auch für eine  längere Dauer verfügt werden kann, 
wenn  die  betroffene  Person  eine  schwerwiegende  Gefahr  für  die 
öffentliche  Sicherheit  und  Ordnung  darstellt.  Schliesslich  kann  die 
verfügende  Behörde  nach  Art. 67  Abs. 5  AuG  aus  humanitären  oder 
anderen  wichtigen  Gründen  von  der  Verhängung  eines  Einreiseverbots 
absehen  oder  ein  Einreiseverbot  vollständig  oder  vorübergehend 
aufheben.

Die  bisher  bestehende  Praxis  der  Vorinstanz  bei  der  Ansetzung  von 
Fernhaltemassnahmen  ist  mit  den  obgenannten  Grundsätzen  vereinbar 
(vgl. BBl 2009 8896 ad Art. 67 Abs. 3 in fine sowie erwähntes Urteil des 
Bundesverwaltungsgerichts C­2482/2009 E. 6.2 in fine). 

6.2. Wird gegen eine Person, welche nicht Angehörige eines Staates ist, 
der  durch  eines  der  Schengen­Assoziierungsabkommen  (vgl.  Anhang 1 
Ziffer 1 AuG) gebunden ist, ein Einreiseverbot nach Art. 67 AuG verhängt, 
wird  diese  Person  gestützt  auf  Art. 94  Abs. 1  und  Art. 96  des 
Übereinkommens  vom  19. Juni  1990  zur  Durchführung  des 
Übereinkommens  betreffend  den  schrittweisen Abbau  der Kontrollen  an 
den gemeinsamen Grenzen (Schengener Durchführungsübereinkommen 
[SDÜ], Abl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19­62) und Art. 16 Abs. 2 
und  4  des  Bundesgesetzes  vom  13. Juni  2008  über  die  polizeilichen 
Informationssysteme  des  Bundes  (BPI,  SR 361)  grundsätzlich  im 
Schengener  Informationssystem  (SIS,  vgl.  dazu  Art. 92 ff.  SDÜ)  zur 
Einreiseverweigerung ausgeschrieben. Eine solche Ausschreibung einer 
Person  im  SIS  zur  Einreiseverweigerung  aufgrund  einer  vom  BFM 
verhängten  Fernhaltemassnahme  bewirkt,  dass  ihr  die  Einreise  in  das 

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Hoheitsgebiet der Schengen­Mitgliedstaaten verweigert wird  (vgl. Art. 13 
Abs. 1 der Verordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments 
und  des Rates  vom 15. März  2006  über  einen Gemeinschaftskodex  für 
das  Überschreiten  der  Grenzen  durch  Personen  [Schengener 
Grenzkodex bzw. SGK, Abl. L 105 vom 13. April 2006, S. 1­32]). 

6.3. Wie bereits die altrechtliche Einreisesperre stellt das Einreiseverbot 
keine Sanktion  dar,  sondern  eine Massnahme,  um  künftigen  Störungen 
der  öffentlichen  Sicherheit  und  Ordnung  vorzubeugen  (siehe  Botschaft 
zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 
2002 [nachfolgend: Botschaft], BBl 2002 3813). Die öffentliche Sicherheit 
und  Ordnung  im  Sinne  von  Art. 67  Abs. 2  Bst. a  AuG  bildet  den 
Oberbegriff für die Gesamtheit der polizeilichen Schutzgüter; sie umfasst 
unter  anderem  die  Unverletzlichkeit  der  objektiven  Rechtsordnung  und 
der Rechtsgüter Einzelner  (Botschaft,  a.a.O.,  3809;  vgl.  auch RAINER J. 
SCHWEIZER/PATRICK SUTTER/NINA WIDMER, in: Rainer J. Schweizer [Hrsg.], 
Sicherheits­ und Ordnungsrecht des Bundes, SBVR Bd. III/1, Basel 2008, 
Teil  B,  Rz.  12  und  13  mit  Hinweisen).  Die  Verhängung  eines 
Einreiseverbots  knüpft  somit  an  das  Bestehen  eines  Risikos  einer 
künftigen Gefährdung an, weshalb gestützt auf die gesamten Umstände 
des  Einzelfalls  eine  entsprechende  Prognose  zu  fällen  ist.  Ein 
vergangenes  deliktisches  Verhalten  ist  sodann  geeignet,  einen Hinweis 
auf  eine  Gefährdung  in  der  Zukunft  zu  liefern.  Aus  diesem  Grund 
verknüpft  Art. 67  Abs. 2  Bst. a  AuG  die  Verhängung  einer  solchen 
Massnahme unter anderem mit einem (bereits erfolgten) Verstoss gegen 
die  fraglichen  Polizeigüter  (vgl.  zum  Ganzen  das  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  C­820/2009  vom  9. März  2011  E. 5.2  mit 
Hinweisen).  Art. 80  Abs. 1  der  Verordnung  vom  24. Oktober  2007  über 
Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE, SR 142.201] definiert 
dabei  die  Missachtung  von  gesetzlichen  Vorschriften  und  behördlichen 
Verfügungen  (Bst. a)  als  einen  solchen  Verstoss  gegen  die  öffentliche 
Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG. Dies gilt 
auch  für  die  mutwillige  Nichterfüllung  öffentlich­  oder  privatrechtlicher 
Verpflichtungen (Bst. b). 

In  einem  Verfahren  betreffend  Bewilligungswiderruf  hat  das 
Bundesgericht  in  grundlegender  Weise  eine  ausgefällte  Freiheitsstrafe 
von mehr  als  einem  Jahr  als  eine  –  einen Widerrufsgrund  nach Art. 62 
Bst. b  erster  Satzteil  AuG  darstellende  –  "längerfristige  Freiheitsstrafe" 
qualifiziert  (vgl.  BGE 135  II  377  E. 4.2  S. 379 ff.).  A  fortiori  kann  im 
Zusammenhang  mit  der  Verhängung  einer  Fernhaltemassnahme  an 

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Seite 13

diese  Rechtsprechung  angeknüpft  bzw.  eine  solche  Freiheitsstrafe  im 
Rahmen der zu stellenden Prognose gewürdigt werden.

6.4.  Das  FZA  vermittelt  Vertragsausländern  eine  Reihe  von 
Freizügigkeitsrechten, unter anderem das Recht auf Einreise (Art. 3 FZA 
i.V.m.  Art. 1  Abs. 1  Anhang I  FZA).  Ein  entsprechendes,  abgeleitetes 
Recht steht auch Familienangehörigen von EU­Bürgerinnen und ­Bürgern 
mit  Drittstaatsangehörigkeit  zu  (vgl.  Art.  1  Abs. 1  und  Art.  3  Abs. 1 f. 
Anhang  I FZA). Die Zulässigkeit  nationaler Massnahmen, die – wie das 
Einreiseverbot  nach  Art.  67  AuG  –  die  Ausübung  eines 
Freizügigkeitsrechts behindern, macht das FZA von einer Rechtfertigung 
durch  Gründe  der  öffentlichen  Ordnung,  Sicherheit  und  Gesundheit 
abhängig  (Ordre­Public­Vorbehalt,  vgl.  Art.  5 Abs.  1 Anhang  I  FZA).  Im 
Interesse  einer  einheitlichen  Anwendung  und  Auslegung  des  Ordre­
Public­Vorbehaltes auf der Grundlage des Gemeinschaftsrechts verweist 
das FZA auf die Richtlinien 64/221/EWG, 72/194/EWG und 75/35/EWG in 
ihrer Fassung zum Zeitpunkt der Unterzeichnung (Art. 5 Abs. 2 Anhang I 
FZA),  und  auf  die  einschlägige  Rechtsprechung  des  Gerichtshofs  der 
Europäischen Gemeinschaften (nachfolgend Gerichtshof oder EuGH) vor 
dem Zeitpunkt der Unterzeichnung (Art. 16 Abs. 2 FZA). In diesem Sinne 
schränkt  das  FZA  die  ausländerrechtlichen  Befugnisse  nationaler 
Behörden  bei  der  Handhabung  landesrechtlicher  Massnahmen  wie  des 
Einreiseverbots ein.

7. 
In  einem  ersten  Schritt  ist  somit  zu  prüfen,  ob  die  Anordnung  des 
Einreiseverbots im Lichte des nationalen Rechts rechtmässig ist.

7.1.  Seit  seiner  Einreise  in  die  Schweiz  im  Jahre  2001  ist  der 
Beschwerdeführer wiederholt und  in  regelmässigen Abständen straffällig 
geworden:  Im  Mai  2002,  Januar  2004,  Juni  2005,  Mai  2006  und  März 
2007  wurde  er  wegen  diverser  Delikte  verurteilt  (vgl.  im  Einzelnen 
Sachverhalt Bst. B, D, E, K). Bereits  für sich genommen als erheblicher 
Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu werten  ist die 
Verurteilung  vom  Januar  2004  zu  einer  dreimonatigen  Gefängnisstrafe 
unter  anderem  wegen  Diebstahls.  Selbst  wenn  es  sich  nicht  bei  allen 
übrigen  Verurteilungen  um  schwerwiegende  strafrechtliche 
Vorkommnisse handelt, zeigt sich insgesamt an der Regelmässigkeit, mit 
welcher der Beschwerdeführer delinquiert hat, eine Unbelehrbarkeit bzw. 
eine  offenkundig  fehlende  Bereitschaft  seinerseits,  sich  an  die 
hierzulande geltende Rechtsordnung zu halten. Eindeutig zeigt sich dies 

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auch  in  Anbetracht  der  jüngsten  – und  zugleich  schwerwiegendsten – 
Verurteilung  vom  29. Oktober  2009  wegen  Raubes.  Diese  Straftat 
verübte  er  gar  erst  nach  Abschluss  des  Aufenthaltsverfahrens  (vgl. 
Sachverhalt  Bst. R).  Der  Beschwerdeführer  hat  sich  folglich  wiederholt 
und  regelmässig  sowie  zumindest  teilweise  in  erheblichem  Masse 
strafbar gemacht.

Die  Argumentation  des  Beschwerdeführers,  welcher  sich  in  der 
Beschwerdeschrift ausschliesslich auf die von ihm zuletzt verübte Straftat 
und  die  angebliche  Einmaligkeit  seines  Fehlverhaltens  bezieht  und 
daraus  eine  günstige  Prognose  im  Hinblick  auf  sein  zukünftiges 
Wohlverhalten  ableiten  will,  geht  sodann  schon  aus  dem  Grund 
offenkundig fehl.

7.2. Hinzu  kommt,  dass  der  während  der  Dauer  seiner  Anwesenheit  in 
der  Schweiz  kaum  je  erwerbstätige  Beschwerdeführer  in  erheblichem 
Ausmass  seine  finanziellen  Verpflichtungen  missachtet  hat.  Gemäss 
seinen  eigenen  Angaben  kam  seit  dem  Ablauf  seiner 
Aufenthaltsbewilligung  im  Mai  2005  in  finanzieller  Hinsicht  seine 
nachmalige  zweite  Ehefrau  für  ihn  auf  (vgl.  Einvernahmeprotokoll  vom 
21. Juli  2006  S. 4).  Gegen  ihn  liegen  aus  den  Jahren  2004  und  2005 
Verlustscheine  in  der  Höhe  von  insgesamt  knapp  CHF 30'000.­  vor, 
wovon  sich  über  CHF 18'000.­  auf  von  ihm  geschuldete 
Unterhaltsbeiträge  zugunsten  seiner  beiden  Kinder  aus  erster  Ehe 
beziehen (vgl.  in diesem Zusammenhang Art. 217 StGB). Auch im Jahre 
2006  wurden  wiederum  etliche  Betreibungsverfahren  über  eine 
Gesamtsumme von CHF 24'000.­  gegen  ihn eingeleitet;  für  geschuldete 
Kinder­Unterhaltsbeiträge  liegt  wiederum  ein  Verlustschein  über 
CHF 18'000.­  vor  (vgl.  die  Auszüge  aus  dem  Betreibungsregister  des 
Betreibungsamts  Altstätten  vom  14. August  2006  und  des 
Betreibungsamts St. Gallen vom 11. August und 6. November 2006 sowie 
das Scheidungsurteil  vom  5. September  2006 S. 3;  vgl.  auch  das Urteil 
des  Verwaltungsgerichts  des  Kantons  St.  Gallen  vom  22. Mai  2008 
E. 2.4.4). 

7.3.  Mit  den  dargelegten  strafbaren  Handlungen  sowie  der  sich  über 
Jahre  hinziehenden  Verletzung  finanzieller  Verpflichtungen  hat  der 
Beschwerdeführer  sodann  Fernhaltegründe  nach  Art. 67  Abs. 2  Bst. a 
AuG  gesetzt.  Die  Voraussetzungen  für  die  Verhängung  eines 
Einreiseverbotes nach dieser Bestimmung erweisen sich demnach ohne 
weiteres als erfüllt.

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Seite 15

8. 
In  einem weiteren  Schritt  ist  zu  prüfen,  ob  das  Einreiseverbot  vor  dem 
Freizügigkeitsabkommen  standhält  bzw.  ob  die 
Tatbestandsvoraussetzungen  eines  Einreiseverbots  auch  nach 
Massgabe des FZA erfüllt sind.

8.1.  Der  EuGH  hat  in  seiner  Rechtsprechung  regelmässig  betont, 
Ausnahmen vom freien Personenverkehr seien restriktiv auszulegen. Die 
Berufung  einer  nationalen  Behörde  auf  den  Begriff  der  öffentlichen 
Ordnung, wenn er Beschränkungen der Freizügigkeitsrechte rechtfertigen 
soll, setzt voraus, dass ausser der Störung der öffentlichen Ordnung, wie 
sie  jede Gesetzesverletzung darstellt,  eine  tatsächliche  und hinreichend 
schwere  Gefährdung  vorliegt,  die  ein  Grundinteresse  der  Gesellschaft 
berührt (BGE 136 II 5 E. 4.2 S. 20, BGE 131 II 352 E. 3.2 S. 357 f., BGE 
130 II 493 E. 3.2 S. 498 f., BGE 130 II 176 E. 3.4.1 S. 182 ff., BGE 129 II 
215  E.  7.3  S.  222;  Urteile  des  EuGH  vom  19. Januar  1999  in  der 
Rechtssache C­348/96, Calfa,  Slg.  1999,  I­11, Randnr.  23  und  25,  und 
vom 27. Oktober 1977 in der Rechtssache 30­77, Bouchereau, Slg. 1977, 
1999, Randnr. 33­35). Für Massnahmen, die mit der öffentlichen Ordnung 
und  Sicherheit  begründet  werden,  darf  im  Übrigen  nur  das  persönliche 
Verhalten  der  in  Betracht  kommenden  Einzelperson  ausschlaggebend 
sein  (Art. 3  Abs.  1  der  Richtlinie  64/221/EWG).  Strafrechtliche 
Verurteilungen für sich allein vermögen sodann nicht ohne weiteres eine 
Massnahme  zu  rechtfertigen,  welche  die  Ausübung  von 
Freizügigkeitsrechten  beschränkt  (Art. 3  Abs. 2  der  Richtlinie 
64/221/EWG).  Solche  Verurteilungen  dürfen  nur  insoweit  berücksichtigt 
werden,  als  die  ihr  zugrunde  liegenden  Umstände  ein  persönliches 
Verhalten  erkennen  lassen,  das  eine  gegenwärtige  Gefährdung  der 
öffentlichen Ordnung darstellt (BGE 131 II 352 E. 3.2 S. 357 f., BGE 130 
II 493 E. 3.2 S. 498 f., BGE 130 II 176 E. 3.4.1 S. 182 ff.; erwähnte Urteile 
des  EuGH  in  Sachen  Bouchereau,  Randnr.  27­29,  und  Calfa,  Randnr. 
24). 

Der EuGH hat sich bisher nicht näher zu den Kriterien geäussert, welche 
für  die  Einschätzung  einer  Gefährdung  als  gegenwärtig  im  Sinne  der 
Richtlinie  64/221/EWG massgebend  sind.  Sicherlich  setzt  die  Aktualität 
der Gefährdung nicht voraus, dass weitere Straftaten  fast mit Sicherheit 
zu  erwarten  sind.  Auf  der  anderen  Seite  ist  der  Gefährdung  nicht  erst 
dann  die  Aktualität  abzusprechen,  wenn  die  Möglichkeit  einer 
Wiederholung  mit  Sicherheit  ausgeschlossen  werden  kann.  Es  ist 
vielmehr  eine  nach  Art  und  Ausmass  der  möglichen 

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Rechtsgüterverletzung  zu  differenzierende  hinreichende 
Wahrscheinlichkeit  zu  verlangen,  dass  der  Ausländer  künftig  die 
öffentliche  Sicherheit  oder  Ordnung  stören  wird.  Mit  Blick  auf  die 
Bedeutung  des  Grundsatzes  der  Freizügigkeit  dürfen  an  die 
Wahrscheinlichkeit  keine  zu  geringen  Anforderungen  gestellt  werden. 
Allerdings  hängen  diese  auch  von  der  Schwere  der  möglichen 
Rechtsgüterverletzung ab;  je schwerer diese  ist, desto niedriger sind die 
Anforderungen an die in Kauf zu nehmende Rückfallgefahr (BGE 136 II 5 
E. 4.2 S. 20, BGE 131 II 352 E. 3.3 S. 358, BGE 130 II 493 E. 3.3 S. 499 
f., BGE 130 II 176 E. 4.3.1 S. 185 f. sowie zum Ganzen auch erwähntes 
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C­2482/2009 E. 7.1).

Da  ein  gemeinschaftsrechtlicher  Begriff  der  öffentlichen  Ordnung  nicht 
besteht,  hat  sich  der  EuGH  auch  nicht  zur  Frage  geäussert,  ob  und 
welche Verhaltensweisen im Lichte des Gemeinschaftsrechts als Störung 
der  Grundinteressen  der  Gesellschaft  gelten  können.  Er  verweist  in 
diesem  Zusammenhang  regelmässig  auf  das  innerstaatliche  Recht  und 
billigt  den Mitgliedstaaten einen Beurteilungsspielraum zu, dem er unter 
hilfsweisem  Rückgriff  auf  das  gemeinschaftsrechtliche 
Diskriminierungsverbot  gemäss  Art.  6  des  Vertrags  zur  Gründung  der 
Europäischen Gemeinschaft Grenzen setzt (vgl. die analoge Bestimmung 
des  Art.  2  FZA  sowie  zum  Ganzen  auch  erwähntes  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts C­2196/2008 E. 8).

8.2.  Während  der  Dauer  seiner  Anwesenheit  in  der  Schweiz  ist  der 
Beschwerdeführer – wie bereits dargelegt – in regelmässigen Abständen 
straffällig geworden, wobei Verurteilungen wegen Vermögensdelikten  im 
Vordergrund stehen. Am schwersten wiegt dabei der letzte Schuldspruch 
(vgl. Strafurteil vom 29. Oktober 2009) wegen Raubes (vgl. Art. 140 Ziff. 1 
Abs. 1  StGB),  welchen  der  Beschwerdeführer  am  22. Dezember  2008 
(somit  unmittelbar  nach  dem  Abschluss  des  Aufenthaltsverfahrens) 
verübt  hat  (vgl.  Sachverhalt  Bst. R).  Er  wurde  deswegen  zu  einer 
Freiheitsstrafe  von  15 Monaten  verurteilt,  womit  das Gericht  sowohl  im 
Schuldpunkt  als  auch  hinsichtlich  Strafzumessung  vollumfänglich  dem 
Antrag  der  Staatsanwaltschaft  gefolgt  ist  (vgl.  Anklageschrift  vom 
24. März  2009).  Bei  der  Verübung  dieser  Straftat  hat  der 
Beschwerdeführer ein beträchtliches Mass an krimineller Energie an den 
Tag  gelegt.  Das  beim  Raub  vorausgesetzte  Element  des 
Nötigungsmittels  (vgl.  Art. 181  StGB)  war  in  casu  aufgrund  des 
Androhens einer gegenwärtigen Gefahr für Leib bzw. Leben erfüllt: Durch 
das  Vorhalten  einer  unter  der  Jacke  verborgenen  Pistolenattrappe 

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veranlasste  der  Beschwerdeführer  den  Inhaber  eines  Geschäfts  zur 
Herausgabe  einer  Geldsumme  in  der  Höhe  von  über  CHF 6'000.­.  Im 
Strafurteil  vom  29. Oktober  2009  kam  das  zuständige  Strafgericht  zum 
Schluss,  das  Verschulden  des  Beschwerdeführers  wiege  schwer.  In 
diesem  Zusammenhang  verwies  es  auf  das  gezielte  Aussuchen  eines 
Opfers  mit  üblicherweise  erheblicher  Barschaft,  die  planmässige 
Vorgehensweise  (namentlich  durch  mehrfaches  Auskundschaften  des 
Geschäfts)  sowie  die  erhebliche  Bedrohung  seitens  des 
Beschwerdeführers,  indem  dieser  eine  Pistolenattrappe  auf  das  Opfer 
gerichtet  habe.  Im  Zusammenhang  mit  der  Frage  der  Gewährung  des 
bedingten  Strafvollzuges  bzw.  des  künftigen  Wohlverhaltens  des 
Beschwerdeführers  (vgl.  Art. 42  Abs. 1  StGB)  hielt  das  Gericht  fest: 
"Angesichts  der  weiterhin  angespannten  finanziellen  Lage  und  der 
Bereitschaft  des  Angeschuldigten,  dieser  Situation  durch 
Vermögensdelikte  Abhilfe  zu  schaffen",  müsse  ihm  eine  ungünstige 
Prognose gestellt werden (vgl. Strafurteil S. 5). Dementsprechend wurde 
ihm der bedingte Strafvollzug nicht mehr gewährt.

Negativ  ins  Gewicht  fallen  vorliegend  zunächst  insbesondere  die 
Regelmässigkeit,  mit  welcher  der  Beschwerdeführer  delinquiert  hat, 
sowie  die  Tatsache,  dass  ihn  weder  die  familiäre  Einbindung 
(Anerkennung  der  Vaterschaft  gegenüber  seinem  dritten  Kind  im  Juni 
2006  und  Heirat  im  März  2007)  bzw.  die  zusätzlichen  familiären 
Verantwortlichkeiten  noch  die  Unsicherheit  hinsichtlich  seines 
Aufenthaltsstatus  zum  Wohlverhalten  bzw.  zur  Einhaltung  der 
Rechtsordnung  bewegen  konnten.  Nicht  nur  vermochten  ihn  die 
bisherigen Verurteilungen nicht von der Begehung einer weiteren Straftat 
abzuhalten; vielmehr zeigt sich am jüngsten strafrechtlichen Vorkommnis 
gar eine Steigerung in der Intensität des deliktischen Verhaltens bzw. der 
an den Tag gelegten kriminellen Energie: Bei der letzten verübten Straftat 
handelt  es  sich  zugleich  um  die  schwerwiegendste. Offenkundig  ist  der 
Beschwerdeführer  zunehmend  bereit,  auch  höherwertige  Rechtsgüter 
(von  Art. 181  StGB  werden  die  Handlungsfreiheit  bzw.  die  Freiheit  der 
Willensbildung und Willensbetätigung des Einzelnen geschützt [vgl. BGE 
134  IV 216 E. 4.4.3 S. 221 mit Hinweis]) zu gefährden. Aufgrund dieses 
Umstands,  seiner  Vorgeschichte  bzw.  seines  offenkundigen 
Verhaltensmusters und in Anbetracht dessen, dass sich seine finanzielle 
Lage nach wie vor als prekär erweisen dürfte (offenbar geht er auch seit 
seiner  Rückreise  nach  Brasilien  keiner  Erwerbstätigkeit  nach),  ist  von 
einer  tatsächlichen,  erheblichen  sowie  namentlich  auch  gegenwärtigen 
Gefährdung  der  öffentlichen  Sicherheit  und  Ordnung  auszugehen – 

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woran insbesondere seine zahlreichen schriftlichen Beteuerungen seiner 
Reue und Einsichtigkeit nichts zu ändern vermögen. In Anbetracht seiner 
bisherigen  Unbelehrbarkeit  erscheint  das  Rückfallrisiko  vielmehr  als 
erheblich;  angesichts  der  jüngsten  Ereignisse  kann  sogar  die  Gefahr, 
dass  er  in  ähnlicher  Ausgangslage  allenfalls  in  noch  gravierenderem 
Ausmass  bzw.  unter  gegebenenfalls  Gefährdung  bzw.  Verletzung  von 
Leib und Leben Betroffener delinquieren könnte, keineswegs als gebannt 
betrachtet werden.

In  Bezug  auf  die  Prognosen  gilt  es  sodann  klarzustellen,  dass  für  die 
Berechnung  der  Dauer  des  klaglosen  Verhaltens  nicht  auf  den 
Begehungs­  oder  Urteilszeitpunkt  abzustellen  ist.  Von  vorrangiger 
Bedeutung  ist  stattdessen,  wie  lange  sich  eine  straffällig  gewordene 
Person nach  ihrer Entlassung aus der Haft  in Freiheit  bewährt  hat  (vgl. 
BVGE 2008/24 E. 6.2).  In diesem Zusammenhang ist  festzuhalten, dass 
der  Beschwerdeführer  die  zuletzt  gegen  ihn  ausgefällte  Freiheitsstrafe 
von  15 Monaten  (abzüglich  26  Tagen  Untersuchungshaft)  noch  nicht 
verbüsst  hat;  er  ist  daher  zum  Zwecke  des  sofortigen  Vollzugs  der 
Freiheitsstrafe  im  nationalen  Fahndungssystem  zur  Verhaftung 
ausgeschrieben. Bei einer Einreise bzw. einem Aufenthalt in der Schweiz 
müsste  er  demnach  mit  einer  Verhaftung  und  der  Zuführung  an  die 
zuständigen Behörden rechnen (vgl. Schreiben des Amts für Justizvollzug 
des Kantons St. Gallen vom 21. Januar 2010).

9. 
Eine  Fernhaltemassnahme  muss  dem  Grundsatz  nach  sowie  in  Bezug 
auf  ihre  Dauer  in  pflichtgemässer  Ausübung  des  Ermessens  ergangen 
und  angemessen  sein.  Unter  dem  Gesichtspunkt  des 
Freizügigkeitsabkommens  ist  dabei  insbesondere  der  Grundsatz  der 
Verhältnismässigkeit zu beachten (BGE 131  II 352 E. 3.3 S. 358, 130  II 
493 E. 3.3 S. 499 f., 130 II 176 E. 3.4.2 S. 184; Urteile des EuGH vom 30. 
November 1995 in der Rechtssache C­55/94, Gebhard, Slg. 1995, I­4165, 
Randnr.  37,  und  vom  18.  Mai  1989  in  der  Rechtssache  249/86, 
Kommission  der  Europäischen  Gemeinschaften  gegen  Bundesrepublik 
Deutschland, Slg. 1989, 1263, Randnr. 20). 

9.1. Vor dem Hintergrund der vorstehenden Ausführungen besteht an der 
Fernhaltung als solche klarerweise ein erhebliches öffentliches Interesse. 
Insbesondere  angesichts  der  regelmässigen  Delinquenz  sowie  der 
Umstände der letzten Verurteilung bzw. der jüngsten Straftat erweist sich 
zudem, dass vom Beschwerdeführer eine schwerwiegende Gefahr für die 

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öffentliche  Sicherheit  und Ordnung  ausgeht,  was  die  Verhängung  einer 
Fernhaltemassnahme  von  einer  fünf  Jahre  überschreitenden  Dauer 
zulässt  (vgl.  Art. 67  Abs. 3  AuG).  Der  bereits  mehrfach  verurteilte 
Beschwerdeführer  legte  anlässlich  seiner  jüngsten  und  schwersten  Tat 
eine  kriminelle  Energie  beträchtlichen  Ausmasses  an  den  Tag;  die 
Schwere seines deliktischen Verhaltens und seines Verschuldens erweist 
sich  als  erheblich.  Seinem  Handeln  lagen  –  wie  bei  allen  von  ihm 
verübten  Delikten  –  rein  finanzielle Motive  zugrunde.  Er  war  damit  aus 
ausschliesslich  gewinnorientierten,  egoistischen  Beweggründen  zuletzt 
bereit,  die Handlungsfreiheit  eines  anderen Menschen  (als  von Art. 181 
StGB  geschütztes  Rechtsgut)  zu  beeinträchtigen,  indem  er  ihm  eine 
gegenwärtige  Gefahr  für  Leib  oder  Leben  androhte,  um  ihn  dadurch 
gefügig  zu  machen.  Das  von  ihm  ausgehende  Gefährdungspotenzial 
erscheint  damit  erheblich  und  eine  Rückfallgefahr  erscheint  damit  nicht 
nur nicht ausgeschlossen, sondern vielmehr ziemlich erheblich.

9.2.  Der  Beschwerdeführer  macht  eine  Verletzung  seines  Rechts  auf 
Achtung  des  Privat­  und  Familienlebens  nach  Art. 8  EMRK  geltend,  da 
ihm  die  verhängte  Fernhaltemassnahme  die  Pflege  des  Kontakts 
insbesondere mit seinen drei in der Schweiz lebenden Kindern (zwei [aus 
erster  Ehe]  mit  Schweizer  Bürgerrecht  sowie  eines  mit 
Niederlassungsbewilligung aus der Ehe mit seiner jetzigen Ehefrau).

Zunächst  ist hervorzuheben, dass allfällige Einschränkungen des Privat­ 
bzw.  Familienlebens  des  Beschwerdeführers  im  vorliegenden 
Zusammenhang  aufgrund  sachlicher  und  funktioneller  Unzuständigkeit 
des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  Verfahrensgegenstand  sein 
können, soweit sie auf das Fehlen eines dauerhaften Aufenthaltsrechts in 
der  Schweiz  zurückzuführen  sind  (vgl.  das  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts C­4509/2009  vom 7. Januar  2010 E. 7.3 mit 
weiteren Hinweisen sowie auch die vorinstanzliche Vernehmlassung vom 
24. Februar  2010).  Die  Erteilung  von  Aufenthaltsbewilligungen  fällt 
grundsätzlich  in  die  Zuständigkeit  der  Kantone,  wobei  im  Falle  einer 
Bewilligungserteilung  auch  das  bestehende  Einreiseverbot  aufzuheben 
wäre  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_793/2008  vom  27. März  2009 
E. 3.2  mit  Hinweisen).  Dem  Beschwerdeführer  wurde  die  Verlängerung 
der  Aufenthaltsbewilligung  durch  die  zuständige  kantonale  Behörde 
verweigert  und  dieser  Entscheid  durch  die  kantonalen 
Rechtsmittelinstanzen  geschützt  (zu  einer materiellen  Beurteilung  durch 
das Bundesgericht kam es  letztlich nicht  [vgl. Sachverhalt Bst. I]). Somit 
dürfte  sich  der  Beschwerdeführer  derzeit  ohnehin  nur  zu 

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Besuchszwecken  in  der  Schweiz  aufhalten.  Die  Pflege  regelmässiger 
persönlicher  Kontakte  zur  Ehefrau  sowie  zu  den  drei  Kindern  scheitert 
sodann  bereits  am  fehlenden  Anwesenheitsrecht.  In  diesem 
Zusammenhang  fällt  auch  in  Betracht,  dass  die  Heirat  des 
Beschwerdeführers  und  seiner  jetzigen  Ehefrau  nach  der 
erstinstanzlichen  Abweisung  des  Gesuchs  um  Verlängerung  der 
Aufenthaltsbewilligung  und  der  Ansetzung  einer  Ausreisefrist  stattfand. 
Der Beschwerdeführer  hat  sich  folglich  in Kenntnis  und  im Bewusstsein 
um die Unsicherheit seines ausländerrechtlichen Status und um die sich 
in  der  Folge  allenfalls  ergebenden  Schwierigkeiten  hinsichtlich  der 
künftigen  Kontaktpflege  bzw.  des  Führens  eines  Familienlebens  zur 
Eingehung  der  Ehe  mit  seiner  jetzigen  Ehefrau  entschieden.  Im 
vorliegenden Verfahren stellt sich sodann nurmehr die Frage, ob die über 
die  Verweigerung  des  Aufenthaltsrechts  hinausgehende,  durch  das 
Einreiseverbot  zusätzlich  bewirkte  Erschwernis  vor  Art.  8  Ziff.  1  EMRK 
(und Art. 13 Abs. 1 BV) standhält.

Die Wirkungen des Einreiseverbots bestehen nicht darin,  dass während 
dessen  Geltungsdauer  Besuchsaufenthalte  bei  Familienangehörigen  in 
der  Schweiz  schlichtweg  untersagt  wären.  Es  steht  dem 
Beschwerdeführer  grundsätzlich  die  Möglichkeit  offen,  aus  wichtigen 
Gründen  mittels  begründetem  Gesuch  die  zeitweilige  Suspension  der 
angeordneten Fernhaltemassnahme zu beantragen (Art. 67 Abs. 5 AuG). 
Die Suspension wird praxisgemäss nur für eine kurze und klar begrenzte 
Zeit  gewährt  (vgl.  zum  Ganzen  wiederum  erwähntes  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  C­4509/2009  E. 7.4).  Dass  der 
Beschwerdeführer  seit  der  Eröffnung  der  Fernhaltemassnahme  einmal 
um eine solche Suspension ersucht hätte, ist nicht aktenkundig.

Ob  in  diesem  in  erster  Linie  administrativen  Erschwernis  überhaupt  ein 
rechtfertigungsbedürftiger  Eingriff  in  das  Familienleben  begründet  ist, 
kann  offen  bleiben.  Denn  selbst  wenn  von  einem  unter  dem 
Gesichtspunkt von Art. 13 Abs. 1 BV und Art. 8 EMRK relevanten Eingriff 
ausgegangen  würde,  wäre  ein  solcher  unter  den  konkreten 
Gegebenheiten  gestützt  auf  Art.  8  Ziff.  2  EMRK  als  gerechtfertigt  zu 
betrachten.  Bei  der  in  diesem  Rahmen  vorzunehmenden 
Interessenabwägung  werden  explizit  ordnungs­  und 
sicherheitspolizeiliche  Interessen  vorbehalten  (vgl.  BGE 135  I  143  E. 4 
insb. E. 4.1 in fine und 4.4 S. 150 ff., BGE 135 I 153 E. 2.2.4 S. 158 sowie 
BGE 136  I  285  E. 5.3  S. 289,  allesamt  das  Anwesenheitsrecht 
betreffende  Verfahren).  Zweifellos  ist  das  Verhalten  des 

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Beschwerdeführers auch in diesem Rahmen als derart schwerwiegend zu 
qualifizieren,  dass  das  öffentliche  Interesse  an  seiner  Fernhaltung  bzw. 
an  der  Verhinderung  ungehinderter  Einreisen  seine  privaten  Interessen 
überwiegen. Auch das zu berücksichtigende Wohl seiner drei Kinder (vgl. 
Art.  3  Abs. 1  des  Übereinkommens  vom  20. November  1989  über  die 
Rechte des Kindes [SR 0.107]) vermag daran nichts zu ändern bzw. hat 
vorliegend  vor  dem  Hintergrund  der  dargelegten  Umstände 
zurückzustehen.  Im Übrigen  sind  insbesondere  an  der  angeblich  engen 
Beziehung und dem intensiven Kontakt zu den beiden Kindern aus erster 
Ehe  Zweifel  anzubringen,  wobei  nur  darauf  hinzuweisen  ist,  dass  die 
Kinder  zum Zeitpunkt  der  Aufnahme  des  faktischen Getrenntlebens  (im 
Februar 2004) zwei Jahre bzw. fünf Monate alt waren, das Sorgerecht der 
Mutter übertragen wurde, der Beschwerdeführer der Pflicht zur Leistung 
von Unterhaltsbeiträgen nie nachgekommen ist und auch hinsichtlich der 
Ausübung  des Besuchsrechts  gewisse Vorbehalte  bestehen  (vgl.  bspw. 
Schreiben  der  Ex­Ehefrau  des  Beschwerdeführers  vom  23. März  2005 
sowie auch den Entscheid des Sicherheits­ und Justizdepartements des 
Kantons St. Gallen vom 9. Januar 2008 S. 11). Das öffentliche Interesse 
an  dieser Massnahme  (sowohl  im Grundsatz  als  auch  hinsichtlich  ihrer 
Dauer)  erweist  sich  –  insbesondere  in  Anbetracht  des  deliktischen 
Verhaltens  und  des  schweren Verschuldens  des Beschwerdeführers  im 
Zusammenhang mit der letzten von ihm verübten Straftat sowie der über 
die  Jahre  immer  wieder  demonstrierten  fehlenden  Bereitschaft,  sich  an 
die geltende Rechtsordnung zu halten – als ganz erheblich. 

9.3.  Bei  dieser  Sachlage  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht  zum 
Schluss,  dass  die  erheblichen  öffentlichen  Interessen  gegenüber  den 
Interessen  des  Beschwerdeführers  an  der  Durchsetzung  seiner 
abgeleiteten  Freizügigkeitsrechte  überwiegen.  Das  verhängte 
sechsjährige  Einreiseverbot  stellt  somit  sowohl  im  Grundsatz  als  auch 
(insbesondere in Anbetracht der Regelmässigkeit und der zunehmenden 
Intensität  der  Delinquenz  und  namentlich  aufgrund  der  kriminellen 
Energie  und  des  schweren  Verschuldens  im  Zusammenhang  mit  der 
letzten  verübten  Straftat)  in  Bezug  auf  seine  Dauer  eine  unter 
Berücksichtigung  der  gängigen  Praxis  in  vergleichbaren  Fällen 
verhältnismässige  und  angemessene  Massnahme  zum  Schutz  der 
öffentlichen Ordnung und Sicherheit dar.

10. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 

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und  vollständig  feststellt;  sie  ist  auch  angemessen  (vgl.  Art. 49  VwVG). 
Die Beschwerde ist daher abzuweisen.

11. 
Bei  diesem  Verfahrensausgang  würde  der  Beschwerdeführer 
grundsätzlich  kostenpflichtig  (vgl.  Art.  63  Abs.  1  Satz  1  VwVG  in 
Verbindung mit Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 21. 
Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Da  ihm  mit 
Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  14. Januar 
2009  die  unentgeltliche  Rechtspflege  gewährt  wurde,  ist  er  jedoch  von 
der  Bezahlung  von  Verfahrenskosten  zu  befreien  (vgl.  Art.  65  Abs.  1 
VwVG).

Das Gericht setzt die Parteientschädigung und die Entschädigung für die 
amtlich  bestellten  Anwälte  und  Anwältinnen  auf  Grund  der  Kostennote 
fest.  In Ermangelung einer solchen setzt es die Entschädigung aufgrund 
der Akten fest (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE). Zumal sich der Rechtsvertreter 
für die Beschwerdeschrift weitgehend auf die im Rahmen des rechtlichen 
Gehörs  der  Vorinstanz  eingereichte  Stellungnahme  vom  14. September 
2009 stützen konnte,  rechtfertigt  es sich, das  ihm aus der Gerichtkasse 
zu  entrichtende  amtliche  Honorar  auf  CHF 1'000.­  (inkl.  Auslagen  und 
Mehrwertsteuer) festzulegen.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3. 
Dem unentgeltlichen Rechtsbeistand  des Beschwerdeführers  ist  für  das 
Rechtsmittelverfahren  aus  der  Gerichtskasse  ein  amtliches  Honorar  in 
der Höhe von CHF 1'000.­ (inkl. Auslagen und MWSt.) zu leisten.

4. 
Dieses Urteil geht an:

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
– die Vorinstanz (Akten Ref­Nr. […] retour)
– das Ausländeramt des Kantons St. Gallen (Ref­Nr. […])

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Ruth Beutler Viviane Eggenberger

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen 
Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des 
Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 
deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu 
enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 
sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).

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