# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 32efeddb-ccec-5b9e-8610-c54fcc4e8a70
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-05-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.05.2008 C-7474/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-7474-2006_2008-05-08.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-7474/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  M a i  2 0 0 8

Richterin Franziska Schneider (Vorsitz), 
Richter Francesco Parrino, Richter Michael Peterli, 
Gerichtsschreiberin Susanne Genner.

F._______, 
als Rechtsnachfolger von T._______ selig,
vertreten durch Abogado Abelardo Vazquez Conde, 
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, 
Vorinstanz,

Invalidenrente.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-7474/2006

Sachverhalt:

A.
Die spanische Staatsangehörige T._______, geboren am (...) 1945, ar-
beitete von 1972 bis 1980 und von 1985 bis 1986 mit Unterbrüchen als 
Hotelangestellte in der Schweiz (vgl. act. 12a S. 3, 13a S. 2-3). Nach 
ihrer Rückkehr nach Spanien war sie als Hausangestellte tätig. Wegen 
multipler  Beschwerden,  namentlich  Kopfschmerzen,  Schmerzen  der 
Halswirbelsäule und Schwindel, unterbrach sie diese Tätigkeit nach ei-
genen Angaben erstmals am 25. Juni 2004 für längere Zeit bis zum 21. 
Dezember 2004 (vgl. act. 16 S. 2). 

B.
Mit  Gesuch vom 11. August  2004 (act. 8a),  eingereicht  beim spani-
schen  Versicherungsträger  "Instituto  Nacional  de  la  Seguridad 
Social"  (nachfolgend:  INSS),  beantragte  T._______  eine  Rente  der 
Schweizerischen  Invalidenversicherung.  Mit  Schreiben  vom  28.  Juni 
2005  (act.  21)  teilte  der  Rechtsvertreter  der  Versicherten,  Abelardo 
Vázquez Conde, der IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: 
Vorinstanz) mit, die Versicherte sei am 15. Juni 2005 verstorben. Als 
Rechtsnachfolger  trat  der  Ehegatte  der  Verstorbenen  (nachfolgend: 
Beschwerdeführer)  in  das  Verfahren  ein.  Auch  er  liess  sich  von 
Rechtsanwalt Abelardo Vázquez Conde vertreten (vgl. Vollmacht vom 
24. August 2005, zwischen act. 37 und act. 38).

C.
Mit Verfügung vom 28. Oktober 2005 (act. 43) wies die Vorinstanz das 
Leistungsbegehren ab. Sie stützte sich dabei auf den Bericht der IV-
Stellenärztin Dr. A._______ vom 10. August 2005 (act. 36), welche den 
Beginn der Arbeitsunfähigkeit auf den 29. Oktober 2004 festsetzte. An 
diesem Datum habe die Versicherte wegen psychischer Probleme den 
Arzt aufgesucht. Am 3. Mai 2005 sei ein Hirntumor diagnostiziert wor-
den, nachdem ein Schädelscanning im Februar 2005 noch unauffällig 
gewesen sei. Dies sei überraschend, aber nicht ausgeschlossen. Die 
Vorinstanz erwog, da es sich bei dem Leiden der Versicherten um eine 
langdauernde Krankheit gehandelt  habe, sei ein allfälliger Rentenan-
spruch frühestens 1 Jahr nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit, also am 
29. Oktober  2005 entstanden. Da die Versicherte  am 15. Juni  2005, 
mithin  vor  Ablauf  der  gesetzlichen  Wartezeit,  verstorben  sei,  könne 
keine Invalidenrente zugesprochen werden. 

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D.
Eine gegen die Verfügung vom 28. Oktober 2005 erhobene Einsprache 
vom 19. Oktober 2005 (act. 44) wurde mit  Einspracheentscheid vom 
24. Oktober 2006 (act. 48) abgewiesen. Der Entscheid stützte sich auf 
folgende medizinische Unterlagen:

• Laborbericht Dr. G._______ vom 21. April 2004 (act. 22)
• Neurologischer Bericht ohne Datum und Unterschrift (act. 23)
• Informe clínico Dr. A. ... (Name unleserlich) Z._______ vom 19. Juli 

2004 (act. 24)
• Informe Dr. J._______ vom 28. Oktober 2004 (act. 25)
• Formular  E 213  der  INSS Dr. I._______ vom 15. November  2004 

(act. 26) 
• Informe radiológico Dr. P._______ vom 25. Februar 2005 (act. 27)
• Neurologischer Bericht Dr. O._______ vom 7. ... (Monat unleserlich) 

2005 (act. 28)
• Informe clínico Dr. M._______ vom 8. April 2005 (act. 29)
• Attest ohne Datum (Unterschrift unleserlich) (act. 30)
• Neurologischer  Bericht  ohne Datum (Unterschrift  unleserlich)  (act. 

31)
• Neurochirurgischer Bericht Dr. R._______ vom 3. Mai 2005 (act. 32)
• Arztbericht Dr. A._______ vom 10. August 2005 (act. 36)
• Informe  clínico  de  alta  Dres.  L._______  und  F._______  vom  17. 

August 2005 (act. 40)
• Prise de position médicale Dr. A._______ vom 22. September 2005 

(act. 42)

E.
Gegen den Einspracheentscheid vom 24. Oktober 2006 (act. 48) liess 
der  Beschwerdeführer  am  21.  Dezember  2006  bei  der  Eidgenössi-
schen Rekurskommission der  Alters-,  Hinterlassenen-  und Invaliden-
versicherung für die im Ausland wohnenden Personen Beschwerde er-
heben.  Er  beantragte  die  Aufhebung  des  angefochtenen  Entscheids 
und die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente ab dem 11. August 
2004 (Datum des Gesuchs) sowie eine Parteientschädigung für die im 
Einsprache- und Beschwerdeverfahren entstandenen Kosten. Mit  der 
Beschwerde wurden neu folgende Arztberichte eingereicht:

• informe médico von Dr. Y._______ vom 4. Juni 2004
• informe von Dr. Q._______ vom 7. Juni 2004

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Das Verfahren wurde per 1. Januar 2007 vom Bundesverwaltungsge-
richt übernommen.

F.
Im Rahmen ihrer Vernehmlassung legte die Vorinstanz dem IV-Stellen-
arzt Dr. med. W._______ die neu eingereichten Arztberichte vor, wel-
che dieser mit Bericht vom 14. Mai 2007 (act. 50) würdigte. Der von Dr. 
Y._______  im  Arztbericht  vom  4.  Juni  2004  beschriebene  Gesund-
heitszustand sei fälschlicherweise auf die Abnützung der Wirbelsäule 
zurückgeführt worden. Mit der Entwicklung des Tumors könne man die 
volle Arbeitsunfähigkeit ab dem Zeitpunkt der Arbeitsaufgabe medizi-
nisch bestens nachvollziehen. Bei der noch im Februar 2005 angefer-
tigten Computertomographie des Schädels ohne relevante pathologi-
sche Änderung (vgl. act. 27) handle es sich eventuell um eine Fehldia-
gnose. Dr. med. W._______ kam zum Schluss, ab dem Zeitpunkt der 
Arbeitsaufgabe am 22. Mai 2004 habe volle Arbeitsunfähigkeit bestan-
den. Gestützt auf diese Stellungnahme beantragte die Vorinstanz mit 
Vernehmlassung vom 21. Mai 2007, es sei in teilweiser Gutheissung 
der Beschwerde festzustellen, dass von 1. Mai 2005 bis 30. Juni 2005 
ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente bestanden habe.

G.
Der Beschwerdeführer hat auf die Einreichung einer Replik verzichtet.

H.
Mit Verfügung vom 21. Februar 2008 wurde der Beschwerdeführer zur 
Einreichung zusätzlicher Beweismittel aufgefordert. Die gesetzte Frist 
ist am 31. März 2008 unbenutzt abgelaufen.

I.
Gegen die mit  Verfügung vom 18. April  2008 bekannt gegebene Zu-
sammensetzung  des  Spruchkörpers  sind  keine  Ausstandsbegehren 
eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  übernimmt,  sofern  es  zuständig 
ist, die Beurteilung der beim Inkrafttreten des Verwaltungsgerichtsge-
setzes bei Eidgenössischen Rekurs- oder Schiedskommissionen oder 
bei  Beschwerdediensten  der  Departemente  hängigen  Rechtsmittel. 

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Die  Beurteilung  erfolgt  nach  neuem Verfahrensrecht  (Art.  53  Abs. 2 
des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungs-
gericht [Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32]).

1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht un-
ter Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Beim 
angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Verfügung im Sinn 
von Art. 5 VwVG. Zulässig sind Beschwerden gegen Verfügungen von 
Vorinstanzen  gemäss  Art.  33  VGG. Die  IV-Stelle  für  Versicherte  im 
Ausland ist eine Vorinstanz im Sinn von Art. 33 Bst. d VGG. Gemäss 
Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) sind die Verfügungen der IV-
Stelle  für  Versicherte  im Ausland  direkt  beim Bundesverwaltungsge-
richt  anfechtbar. Das Bundesverwaltungsgericht  ist  somit  für  die Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig.

1.3 Der  Beschwerdeführer  ist  als  Rechtsnachfolger  der  Versicherten 
durch  den  angefochtenen  Entscheid  besonders  berührt  und  hat  an 
dessen Aufhebung oder  Änderung  ein  schutzwürdiges  Interesse ge-
mäss  Art.  48  Abs.  1  VwVG  und  Art.  59  des  Bundesgesetzes  vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG, SR 830.1). Er ist daher zur Beschwerde legitimiert.

1.4 Der  Beschwerdeführer  macht  geltend,  der  Einspracheentscheid 
vom 24. Oktober 2006 sei ihm erst am 22. November 2006 zugestellt 
worden. Die am 21. Dezember 2006 beim spanischen Sozialversiche-
rungsgericht eingegangene Beschwerde wurde somit fristgerecht ein-
gereicht (Art. 50 Abs. 1 VwVG und Art. 60 Abs. 1 ATSG). Mit Vollmacht 
vom  2.  Dezember  2006  bevollmächtigte  der  Beschwerdeführer  die 
Rechtsanwälte Abelardo Vázquez Conde und Francisco José Vázquez 
Bürger. Der die Beschwerde unterzeichnende Rechtsanwalt Abelardo 
Vázquez Conde ist somit rechtsgültig bevollmächtigt. Damit sind auch 
die Formvorschriften gemäss Art. 52 Abs. 1 VwVG erfüllt, weshalb auf 
die Beschwerde einzutreten ist.

2.
2.1 Mit  der  Beschwerde an das  Bundesverwaltungsgericht  kann ge-
rügt  werden,  die angefochtene Verfügung verletze Bundesrecht  (ein-
schliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens), beruhe 

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auf einer unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtser-
heblichen Sachverhalts oder sei unangemessen (Art. 49 VwVG).

2.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  gemäss  dem  Grundsatz  der 
Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Be-
gehren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Be-
schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gut-
heissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Be-
gründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. FRITZ 
GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 212).

3.
Aufgrund der Beschwerdebegehren streitig und damit zu prüfen ist im 
Folgenden, ob die Vorinstanz in  ihrem Einspracheentscheid vom 24. 
Oktober 2006 zu Recht den Anspruch des Beschwerdeführers auf Zu-
sprechung einer ganzen Invalidenrente für seine verstorbene Ehefrau 
bis zu deren Ableben verneint hat, bzw. ob dem im Rahmen des Be-
schwerdeverfahrens gestellten Antrag der Vorinstanz auf Zusprechung 
einer  ganzen Rente  ab 1. Mai  2005 oder  aber  dem Antrag des Be-
schwerdeführers auf Zusprechung einer ganzen Rente ab 11. August 
2004 stattzugeben ist. 

4.
Vorab ist zu prüfen, welche Rechtsnormen im vorliegenden Verfahren 
zur Anwendung gelangen.

4.1 Nach  den  allgemeinen  intertemporalrechtlichen  Regeln  sind  in 
verfahrensrechtlicher  Hinsicht  diejenigen  Rechtssätze  massgebend, 
welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 
130 V 1 E. 3.2).

4.2 In  materiellrechtlicher  Hinsicht  sind  grundsätzlich  diejenigen 
Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen 
führenden Sachverhalts Geltung haben (BGE 130 V 329 E. 2.3).

4.2.1 Die Versicherte war Staatsangehörige eines Mitgliedstaates der 
Europäischen Union, so dass vorliegend das am 1. Juni 2002 in Kraft 
getretene  Abkommen  vom  21.  Juni  1999  zwischen  der  Schweizeri-
schen  Eidgenossenschaft  einerseits  und  der  Europäischen  Gemein-
schaft  andererseits  über  die  Freizügigkeit  (Freizügigkeitsabkommen, 
nachfolgend FZA, SR 0.142.112.681) anwendbar ist (Art. 80a IVG in 
der Fassung gemäss Art. 2 Ziff. 7 des Bundesratsbeschlusses vom 17. 

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Dezember 2004 über die Genehmigung und Umsetzung des Protokolls 
über  die  Ausdehnung  des  Freizügigkeitsabkommens  auf  die  neuen 
EG-Mitgliedstaaten zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
einerseits  und  der  EG und  ihren  Mitgliedstaaten  andererseits  sowie 
über die Genehmigung der  Revision der  flankierenden Massnahmen 
zur  Personenfreizügigkeit,  in  Kraft  seit  1.  April  2006,  AS  2006  979 
994). Das Freizügigkeitsabkommen setzt die verschiedenen bis dahin 
geltenden bilateralen Abkommen zwischen der Schweizerischen Eid-
genossenschaft  und den einzelnen Mitgliedstaaten der Europäischen 
Union insoweit aus, als darin derselbe Sachbereich geregelt wird (Art. 
20 FZA). Gemäss Art. 8 Bst. a FZA werden die Systeme der sozialen 
Sicherheit  koordiniert,  um  insbesondere  die  Gleichbehandlung  aller 
Mitglieder der Vertragsstaaten zu gewährleisten.

4.2.2 Am 1. Januar 2003 sind das ATSG sowie die entsprechende Ver-
ordnung vom 11. September 2002 (ATSV, SR 830.11) in Kraft getreten. 
Da im vorliegenden Fall  der Rentenanspruch frühestens am 22. Mai 
2004  (Zeitpunkt  der  Arbeitsaufgabe)  beginnen  konnte,  sind  hier  die 
Bestimmungen des ATSG und der ATSV in Verbindung mit  dem IVG 
anwendbar. Bezüglich  der  vorliegend auf  Grund von Art.  2  ATSG in 
Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 IVG zu berücksichtigenden ATSG-Normen 
zur  Arbeitsunfähigkeit  (Art. 6),  Erwerbsunfähigkeit  (Art. 7),  Invalidität 
(Art. 8) und zur Bestimmung des Invaliditätsgrades (Art. 16) sowie zur 
Revision der Invalidenrente und anderer Dauerleistungen (Art.17) hat 
das  Schweizerische  Bundesgericht  (vormals  Eidgenössisches  Versi-
cherungsgericht) erkannt, dass es sich bei den in Art. 3-13 ATSG ent-
haltenen  Legaldefinitionen  in  aller  Regel  um eine  formellgesetzliche 
Fassung der höchstrichterlichen Rechtsprechung zu den entsprechen-
den Begriffen vor Inkrafttreten des  ATSG handelt  und sich inhaltlich 
damit  keine  Änderung  ergibt,  weshalb  die  hierzu  entwickelte  Recht-
sprechung übernommen und weitergeführt  werden kann (BGE 130 V 
343 E. 3.1, 3.2 und 3.3).

4.2.3 Am 1. Januar 2004 sind die Änderungen des IVG und des ATSG 
vom 21. März 2003 sowie der Verordnung über die Invalidenversiche-
rung vom 21. Mai 2003 (IVV, SR 831.201) in Kraft getreten (4. IV-Revi-
sion, AS 2003 3837 bzw. AS 2003 3859). Da im vorliegenden Verfah-
ren ein Anspruch strittig ist, der nach diesem Zeitpunkt entstanden ist, 
ist die seit dem 1. Januar 2004 gültige Fassung des IVG, vorbehältlich 
der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 21. März 2003 (AS 
2003 3850), anwendbar. Die Änderungen des IVG und des ATSG vom 

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6. Oktober 2006 sowie der IVV und der ATSV vom 28. September 2007 
(5. IV-Revision, AS 2007 5129 bzw. AS 2007 5155, in Kraft seit 1. Ja-
nuar  2008)  sind  im vorliegenden Verfahren nicht  anwendbar,  da  der 
angefochtene Entscheid vor Inkrafttreten der entsprechenden Bestim-
mungen ergangen ist.

5.
5.1 Anspruch auf  eine Rente der schweizerischen Invalidenversiche-
rung hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes (ATSG/IVG) ist und beim 
Eintritt der Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Beiträ-
ge an die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV) 
geleistet hat (Art. 36 Abs. 1 IVG in der bis am 31. Dezember 2007 gül-
tig gewesenen Fassung). Diese Bedingungen müssen kumulativ gege-
ben sein; fehlt eine, so entsteht kein Rentenanspruch, selbst wenn die 
andere erfüllt ist.

Die  Versicherte  hat  unbestrittenermassen  während  mehr  als  einem 
Jahr Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Inva-
lidenversicherung geleistet,  so  dass  die  Voraussetzung der  Mindest-
beitragsdauer für den Anspruch auf eine ordentliche Invalidenrente ge-
mäss Art. 36 Abs. 1 IVG (in der bis am 31. Dezember 2007 gültig ge-
wesenen Fassung) erfüllt ist. 

5.2 Meldet sich eine versicherte Person mehr als zwölf Monate nach 
Entstehen des Anspruchs an, so werden die Leistungen lediglich für 
die zwölf der Anmeldung vorangehenden Monate ausgerichtet (Art. 48 
Abs. 2 IVG, in Kraft bis 31. Dezember 2007). Für Staatsangehörige ei-
nes Mitgliedstaates der Europäischen Union ist die Anmeldung beim 
Versicherungsträger des Wohnlandes massgebend (Art. 86 Abs. 1 der 
Verordnung [EWG] Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 zur An-
wendung der Systeme der sozialen Sicherheit  auf Arbeitnehmer und 
Selbständige sowie deren Familienangehörige, die innerhalb der Ge-
meinschaft  zu-  und  abwandern,  Stand  am  9.  März  2004  [SR 
0.831.109.268.1]). Vorliegend wurde das Gesuch am 11. August 2004 
beim spanischen Versicherungsträger eingereicht.  Da die Versicherte 
nach ihren eigenen Angaben (vgl. act. 16 S. 2) bis zum 24. Juni 2004 
gearbeitet hat, ist die Anmeldung jedenfalls rechtzeitig erfolgt. In Be-
zug auf die Entstehung des Anspruchs sind die Verhältnisse zwischen 
dem 11. August 2003 (1 Jahr vor der Anmeldung) und dem 24. Okto-
ber  2006  (Datum  des  Einspracheentscheids)  zu  überprüfen,  denn 
nach der Rechtsprechung des Schweizerischen Bundesgerichts ist der 

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rechtserhebliche Sachverhalt im Beschwerdeverfahren vor dem Sozial-
versicherungsgericht  nach  den  tatsächlichen  Verhältnissen  zur  Zeit 
des Erlasses der angefochtenen Verfügung zu beurteilen (BGE 129 V 
1 E. 1.2 mit Hinweisen, vgl. auch THOMAS LOCHER, Grundriss des Sozial-
versicherungsrechts, 3. Auflage, Bern 2003, S. 489 Rz. 20).

5.3 Ein Anspruch auf eine ganze Rente besteht gemäss Art. 28 Abs. 1 
IVG (in der Fassung vom 21. März 2003, in Kraft vom 1. Januar 2004 
bis  31.  Dezember  2007)  bei  einem  Invaliditätsgrad  von  mindestens 
70%, auf eine Dreiviertelsrente bei einem Invaliditätsgrad von mindes-
tens 60%, auf eine halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad von mindes-
tens  50%  und  auf  eine  Viertelsrente  bei  einem  Invaliditätsgrad  von 
mindestens 40%. 

6.
Der Beschwerdeführer beantragt die Zusprechung einer ganzen Invali-
denrente mit Wirkung ab 11. August 2004. Zur Begründung macht er 
geltend, die Vorinstanz hätte nicht auf den vom spanischen Versiche-
rungsträger im Formular E 213 bescheinigten Gesundheitszustand der 
Versicherten abstellen dürfen, da das Formular E 213 lückenhaft und 
oberflächlich  sei.  Die  IV-Stellenärztin  Dr. med. A._______  habe  den 
Beginn der  Arbeitsunfähigkeit  zu  Unrecht  auf  den 29. Oktober  2004 
festgesetzt. Es sei aktenkundig, dass die Versicherte bereits lange vor 
dem 29. Oktober 2004 arbeitsunfähig gewesen sei. Sinngemäss macht 
der Beschwerdeführer geltend, für den Beginn des Rentenanspruchs 
sei nicht Art. 29 Abs. 1 Bst. b IVG, sondern Art. 29 Abs. 1 Bst. a IVG 
(jeweils in der bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung) 
massgeblich. 

6.1 Zu prüfen ist zunächst, ob es sich bei den Erkrankungen der Versi-
cherten, insbesondere bei dem am 3. Mai 2005 diagnostizierten Hirn-
tumor, um eine bleibende Erwerbsunfähigkeit im Sinn von Art. 29 Abs. 
1  Bst. a  IVG (in  der  bis  zum 31. Dezember  2007 gültig  gewesenen 
Fassung) oder aber um ein labiles Krankheitsgeschehen handelt, wel-
ches gemäss Art. 29 Abs. 1 Bst. b IVG (in der vom 1. Januar 2003 bis 
31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung) den Rentenanspruch 
erst nach Ablauf eines Jahres nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit aus-
löst.

6.1.1 Erwerbsunfähigkeit  ist  der  durch Beeinträchtigung der körperli-
chen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Be-
handlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 

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der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG in der bis zum 31. Dezember 2007 
gültig gewesenen Fassung).  Arbeitsunfähigkeit  ist die durch eine Be-
einträchtigung  der  körperlichen  und  geistigen  Gesundheit  bedingte, 
volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbe-
reich zumutbare Arbeit zu leisten (Art. 6 ATSG). Der Begriff  der blei-
benden Erwerbsunfähigkeit wird in Art. 29 IVV (in Kraft bis 31. Dezem-
ber  2007)  konkretisiert.  Demnach  liegt  bleibende Erwerbsunfähigkeit 
vor, wenn aller  Wahrscheinlichkeit  nach feststeht,  dass sich der Ge-
sundheitszustand der Versicherten künftig weder verbessern noch ver-
schlechtern wird. Nach der Rechtsprechung ist das Kriterium der Sta-
bilität auch dann nicht erfüllt, wenn voraussichtlich nur noch mit einer 
Verschlechterung des Gesundheitszustands zu rechnen ist (BGE 111 
V 21 E. 3b und E. 3c). Dies gilt  insbesondere auch für  Krebsleiden 
(a.a.O.; vgl. auch ZAK 1985 S. 473 ff.). Da im vorliegenden Fall  der 
Hirntumor die Ursache für die Beschwerden der Versicherten und die 
daraus resultierende Arbeitsunfähigkeit darstellt, muss im Hinblick auf 
den labilen Charakter von Tumorerkrankungen von einer langdauern-
den Krankheit im Sinn von Art. 29 Abs. 1 Bst. b IVG (in der vom 1. Ja-
nuar 2003 bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung) ausge-
gangen werden. Die Vorinstanz hat somit zu Recht das Erfordernis der 
einjährigen Wartezeit für das Entstehen des Rentenanspruchs bejaht.

6.2 In Bezug auf den Beginn der Arbeitsunfähigkeit ergeben sich aus 
den  Akten  unterschiedliche  Aussagen.  Die  IV-Stellenärztin  Dr. 
A._______ hatte in ihren Stellungnahmen vom 10. August 2005 (act. 
36) und vom 22. September 2005 (act. 42) den Beginn der Arbeitsun-
fähigkeit auf den 29. Oktober 2004 festgesetzt mit der Begründung, die 
Versicherte  habe  an  diesem  Tag ihren  Psychiater  konsultiert.  Diese 
Begründung erscheint nicht stichhaltig, und die Vorinstanz hat in ihrer 
Beschwerdevernehmlassung vom 21. Mai 2007 auch nicht an diesem 
Datum festgehalten, was den Beginn der Arbeitsunfähigkeit betrifft. Im 
Formular E 213 des INSS vom 15. November 2004, ausgefüllt von Dr. 
I._______,  wird  die  Versicherte  als  arbeitsunfähig  seit  dem 25. Juni 
2004 eingestuft (act. 26 S. 2). Dieses Datum wurde auch von der Versi-
cherten selbst  als  Beginn des ersten Arbeitsunterbruchs angegeben 
(vgl. act. 16 S. 2) und von der Vorinstanz im Zusammenhang mit der 
Arbeitsaufgabe erwähnt (vgl. act. 36 S. 1). Es steht jedoch im Wider-
spruch  zu  den  Angaben  des  Ehemannes  und  des  Arbeitgebers  der 
Versicherten, welche als Zeitpunkt der Arbeitsaufgabe das Datum des 
22. Mai 2004 nannten (vgl. act. 38 S. 1 bzw. act. 39 S. 1). Mit Verfügung 

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vom 21. Februar 2008 wurde der Beschwerdeführer daher aufgefordert 
nachzuweisen, in welchem Zeitraum die Versicherte voll oder teilweise 
arbeitsunfähig gewesen war. Gemäss Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG sind 
die Parteien in einem Verfahren, das sie durch ihr Begehren einleiten, 
zur  Mitwirkung an der  Feststellung des Sachverhalts  verpflichtet. In-
dem der Beschwerdeführer die Aufforderung nicht beantwortet hat, ist 
er seiner Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen und hat den Nach-
weis der von ihm geltend gemachten durchgehenden Arbeitsunfähig-
keit  der Versicherten ab dem 22. Mai  2004 nicht  erbracht. Nach der 
Rechtsprechung schliesst  zwar  der  Untersuchungsgrundsatz  die Be-
weislast im Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im 
Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien eine Beweislast 
nur  insofern,  als  im  Falle  der  Beweislosigkeit  der  Entscheid  zu  Un-
gunsten  jener  Partei  ausfällt,  die  aus  dem unbewiesen  gebliebenen 
Sachverhalt  Rechte  ableiten  wollte  (Urteil  des  Bundesgerichts 
9C_267/2007 vom 4. September 2007 E. 1.1). Die Voraussetzung der 
Beweislosigkeit ist vorliegend insofern gegeben, als die Angaben des 
Beschwerdeführers von jenen der Versicherten abweichen und der Be-
schwerdeführer seine Angaben, trotz einschlägiger Aufforderung durch 
die  Instruktionsrichterin,  nicht  nachgewiesen  noch  auf  die  Aufforde-
rung in anderer Weise reagiert hat. Das Bundesverwaltungsgericht hat 
seinen  Entscheid  nach  dem  Beweisgrad  der  überwiegenden  Wahr-
scheinlichkeit zu fällen (vgl. THOMAS LOCHER, Grundriss des Sozialversi-
cherungsrechts, 3. Auflage, Bern 2003, S. 451 f. Rz. 43). Es sieht sich 
nicht veranlasst, die detaillierten Angaben der Versicherten betreffend 
ihre Arbeitsunterbrüche in Zweifel zu ziehen. Nach ihren eigenen An-
gaben hat die Versicherte am 22. Dezember 2004 ihre Arbeitstätigkeit 
wieder aufgenommen, bevor sie sie am 3. Mai 2005 erneut niederleg-
te. Gemäss Art. 29 Abs. 1 Bst. b IVG (in der bis am 31. Dezember 2007 
gültig gewesenen Fassung) entsteht der Rentenanspruch frühestens in 
dem Zeitpunkt, in dem die Versicherte während eines Jahres ohne we-
sentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 Prozent  ar-
beitsunfähig gewesen war. Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsun-
fähigkeit im Sinne von Art. 29 Abs. 1 IVG (in der bis am 31. Dezember 
2007 gültig gewesenen Fassung) liegt gemäss Art. 29ter IVV (in der bis 
am 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung) vor, wenn die Ver-
sicherte an mindestens 30 aufeinander folgenden Tagen voll arbeitsfä-
hig  war.  Aufgrund  des  Gesagten  ist  vorliegend  davon  auszugehen, 
dass  die  Wartezeit  am  25.  Juni  2004  zu  laufen  begonnen  hat  und 
durch  die  Wiederaufnahme der  Arbeit  durch  die  Versicherte  am 22. 
Dezember  2004  unterbrochen  worden  ist.  Am 3.  Mai  2005  hat  eine 

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neue Wartezeit zu laufen begonnen, welche am 2. Mai 2006 abgelau-
fen wäre. Da die Versicherte jedoch am 15. Juni 2005 verstorben ist, 
ist kein Rentenanspruch entstanden. 

6.3 Aufgrund des Gesagten wird  festgehalten,  dass dem Antrag der 
Vorinstanz auf  Zusprechung einer ganzen Invalidenrente vom 1. Mai 
2005  bis  30.  Juni  2005  nicht  stattzugeben  ist.  Der  Antrag  des  Be-
schwerdeführers auf Zusprechung einer ganzen Invalidenrente ab dem 
Zeitpunkt  der Antragstellung muss in Ermangelung des Nachweises, 
dass eine bleibende Erwerbsunfähigkeit gemäss Art. 29 Abs. 1 Bst. a 
IVG (in der bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung) 
bestanden hat, abgewiesen werden. Die Beschwerde erweist sich als 
unbegründet und ist daher abzuweisen.

7.
7.1 Das Verfahren ist kostenlos (Übergangsbestimmung zur Änderung 
des IVG vom 16. Dezember 2005 [AS 2006 2004], Bst. b in Verbindung 
mit Art. 69 Abs. 1bis IVG bzw. in Verbindung mit Art. 69 Abs. 2 IVG).

7.2 Bei  diesem  Verfahrensausgang  steht  dem  unterliegenden  Be-
schwerdeführer keine Parteientschädigung zu (Art. 7 Abs. 1 des Reg-
lements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Entschädigun-
gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] e cont-
rario). 

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben, und es wird keine Partei-
entschädigung zugesprochen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Franziska Schneider Susanne Genner

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern,  Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit 
Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-
fochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Be-
schwerdeführer in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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