# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 93adf3d5-5f30-5631-a059-43e8a8f127f2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-10-04
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 04.10.2016 SK 2015 90
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2015-90_2016-10-04.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil 
SK 15 90-93

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 4. Oktober 2016 

Besetzung Oberrichter Guéra (Präsident i.V.),
Oberrichter Vicari, Oberrichter Zihlmann
Gerichtsschreiberin Garo

Verfahrensbeteiligte A.________
verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer 1

C.________
verteidigt durch Rechtsanwalt D.________

Beschuldigter/Berufungsführer 2

E.________
verteidigt durch Fürsprecher F.________

Beschuldigter/Berufungsführer 3

G.________
verteidigt durch Rechtsanwalt H.________

Beschuldigter/Berufungsführer 4

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

und

J.________
vertreten durch Fürsprecher K.________

Straf- und Zivilkläger

Gegenstand Fahrlässige schwere Körperverletzung, Nichtanbringen von Si-
cherheitsvorrichtungen

2

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Emmental-
Oberaargau (Einzelgericht) vom 04.09.2014 (PEN 2013 50)

3

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 04.09.2014 erklärte das Regionalgericht Emmental-Oberaargau 
(nachfolgend Vorinstanz) den Beschuldigten/Berufungsführer 1 A.________ (nach-
folgend Berufungsführer 1) der fahrlässigen schweren Körperverletzung, begangen 
am 26.05.2010 in L.________, z.N.v. J.________ (nachfolgend Straf- und Zivilklä-
ger) sowie des Nichtanbringens von Sicherheitsvorrichtungen, begangen am 
26.05.2010 in L.________, schuldig (pag. 710). Es verurteilte ihn zu einer Geldstra-
fe von 30 Tagessätzen zu CHF 60.00, ausmachend total CHF 1'800.00, wobei der 
Vollzug der Geldstrafe aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt 
wurde. Weiter wurde der Berufungsführer 1 zu den auf ihn entfallenden Verfah-
renskosten sowie zur Bezahlung einer Entschädigung von CHF 3'900.00 an den 
Straf- und Zivilkläger für dessen Aufwendungen im Verfahren verurteilt, letzteres 
unter solidarischer Haftbarkeit mit den Berufungsführern 2, 3 und 4 (pag. 711). 

Der Beschuldigte/Berufungsführer 2 C.________ (nachfolgend Berufungsführer 2) 
wurde durch die Vorinstanz mit Urteil vom 04.09.2014 ebenfalls der fahrlässigen 
schweren Körperverletzung z.N.d. Straf- und Zivilklägers sowie des Nichtanbrin-
gens von Sicherheitsvorrichtungen, beides begangen am 26.05.2010 in 
L.________, schuldig erklärt. In Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestim-
mungen wurde er zu einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu CHF 60.00, ausma-
chend total CHF 900.00 verurteilt, wobei der Vollzug der Geldstrafe aufgeschoben 
und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt wurde. Weiter wurde der Berufungs-
führer 2 zu den auf ihn entfallenden Verfahrenskosten sowie zur Bezahlung einer 
Entschädigung von CHF 3'900.00 an den Straf- und Zivilkläger für dessen Aufwen-
dungen im Verfahren verurteilt, wobei für letzteres solidarische Haftbarkeit mit den 
Berufungsführern 1, 3 und 4 angeordnet wurde (pag. 711). 

Weiter erklärte die Vorinstanz den Beschuldigten/Berufungsführer 3 E.________ 
(nachfolgend Berufungsführer 3) mit Urteil vom 04.09.2014 der fahrlässigen schwe-
ren Körperverletzung z.N.d. Straf- und Zivilklägers sowie des Nichtanbringens von 
Sicherheitsvorrichtungen, schuldig, beides begangen am 26.05.2010 in 
L.________. Es verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu 
CHF 70.00, ausmachend total CHF 1'400.00, wobei der Vollzug der Geldstrafe 
aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt wurde. Der Berufungs-
führer 3 wurde weiter zu den auf ihn entfallenden Verfahrenskosten sowie zur Be-
zahlung einer Entschädigung von CHF 3'900.00 an den Straf- und Zivilkläger verur-
teilt, letzteres unter solidarischer Haftbarkeit mit den Berufungsführern 1, 2 und 4 
(pag. 712). 

Der Beschuldigte/Berufungsführer 4 G.________ (nachfolgend Berufungsführer 4) 
schliesslich wurde durch die Vorinstanz mit Urteil vom 04.09.2014 der fahrlässigen 
schweren Körperverletzung, begangen am 26.05.2010 in L.________ z.N.d. Straf- 
und Zivilklägers sowie des Nichtanbringens von Sicherheitsvorrichtungen, began-

4

gen am 26.05.2010 in L.________, schuldig erklärt (pag. 712). Er wurde zu einer 
Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu CHF 60.00, ausmachend total CHF 900.00 ver-
urteilt, wobei der Vollzug der Geldstrafe aufgeschoben und die Probezeit auf zwei 
Jahre festgesetzt wurde. Weiter verurteilte die Vorinstanz den Berufungsführer 4 zu 
den auf ihn entfallenden Verfahrenskosten sowie zur Bezahlung einer Entschädi-
gung von CHF 3'900.00 an den Straf- und Zivilkläger für dessen Aufwendungen im 
Verfahren, wobei für Letztere solidarische Haftbarkeit mit den Berufungsführern 1, 
2 und 3 angeordnet wurde (pag. 713). 

Die Zivilklage von J.________ wurde dem Grundsatz nach gutgeheissen und für 
die vollständige Beurteilung der Forderung auf den Zivilweg verwiesen. Für die Be-
urteilung der Zivilklage wurden keine Kosten ausgeschieden (pag. 713). 

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldeten alle vier Berufungsführer form- und fristgerecht Beru-
fung an (am 05.09.2014 bzw. 08.09.2014 bzw. 09.09.2014 bzw. 12.09.2014; 
pag. 718, pag. 719, pag. 720 und pag. 721). 

Die Berufungserklärungen der Berufungsführer 1 - 4, welche das vorinstanzliche 
Urteil vollumfänglich anfochten, gingen ebenfalls fristgerecht am 02.04.2015 beim 
Obergericht des Kantons Bern ein (pag. 807 f., pag. 810 f., pag. 813 f. und 
pag. 816 f.). 

Der Straf- und Zivilkläger J.________ teilte mit Schreiben vom 21.04.2015 mit, er 
verzichte auf die Erklärung der Anschlussberufung und stelle keinen Antrag auf 
Nichteintreten auf die Berufungen der vier Berufungsführer (pag. 833). 

Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 22.04.2015 auf die 
Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren (pag. 835 f.). 

Mit Eingabe vom 02.06.2016 (pag. 844 f.) erklärte sich der Straf- und Zivilkläger mit 
der Durchführung eines schriftlichen Verfahrens einverstanden; eventualiter stellte 
er den Antrag, er sei vom persönlichen Erscheinen anlässlich der Berufungsver-
handlung zu dispensieren (pag. 844). Mit Eingaben vom 09.06.2015 bzw. vom 
10.06.2015 bzw. vom 15.06.2015 teilten auch die vier Berufungsführer ihr Einver-
ständnis mit der Durchführung eines schriftlichen Verfahrens mit (pag. 847, 
pag. 849, pag. 851 und pag. 853).

Mit Verfügung vom 17.06.2015 wurde die Durchführung des schriftlichen Verfah-
rens angeordnet (Art. 406 StPO). Weiter wurden die Berufungsführer aufgefordert, 
innert 30 Tagen eine schriftliche Begründung ihrer Berufung einzureichen 
(pag. 855 ff.). Alle Berufungsbegründungen gingen innert zwei Mal erstreckter Frist 
(pag. 904 f., pag. 908 f., pag. 912 f., pag. 916 f., pag. 922, pag. 925) am 
31.08.2015 bzw. 01.09.2015 bzw. 02.09.2015 form- und fristgerecht beim Oberge-
richt des Kantons Bern ein (pag. 926 ff., pag. 943 ff., pag. 961 ff. und pag. 986 ff.).

5

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen 

Es wurden von Amtes wegen aktuelle Strafregisterauszüge und Leumundsberichte 
betreffend die vier Berufungsführer eingeholt (Art. 389 Abs. 3 StPO; pag. 884 ff. 
sowie pag. 867 ff., pag. 872 ff., pag. 878 ff. und pag. 889 ff.). 

4. Anträge der Parteien

Mit schriftlicher Berufungsbegründung vom 28.08.2015 (pag. 926 ff.) beantragte 
Rechtsanwalt B.________ im Namen und im Auftrag des Berufungsführers 1 fol-
gende Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils: 

«[...]

1. A.________ sei freizusprechen von der Anschuldigung der fahrlässigen schweren Körperverlet-
zung sowie der Anschuldigung des fahrlässigen Nichtanbringens von Sicherheitsvorrichtungen, 
beides angeblich begangen am 26. Mai 2010 in L.________ zum Nachteil von J.________. 

2. In Abänderung des Urteils des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau vom 4. September 2014 
sei die Zivilklage des Privatklägers abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen. 

3. Die erst- und zweitinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern aufzuerlegen. 

4. A.________ sei eine angemessene Entschädigung für die erstinstanzlichen Verteidigungskosten 
nach Massgabe der Honorarnote vom 4. September 2014 und für (recte: die) zweitinstanzlichen 
Verteidigungskosten nach Massgabe der noch nachzureichenden Honorarnote auszurichten. 

5. A.________ sei eine persönliche Entschädigung nach richterlichem Ermessen zuzusprechen. 

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -»

Mit schriftlicher Berufungsbegründung vom 31.08.2015 (pag. 961 ff.) stellte und 
begründete Rechtsanwalt D.________ für den Berufungsführer 2 folgende Anträ-
ge: 

«[...]

1. C.________ sei freizusprechen vom Vorwurf der fahrlässigen schweren Körperverletzung, be-
gangen am 26.05.2010 in L.________ z.N.d. J.________ (II. Ziff. 1 des Urteilsdispositivs vom 
04.09.2014). 

2. C.________ sei freizusprechen vom Vorwurf des Nichtanbringens von Sicherheitsvorrichtungen, 
begangen am 26.05.2010 in L.________ (II. Ziff. 2. des Urteilsdispositivs vom 04.09.2014). 

3. Die Zivilklage sei abzuweisen.

4. Die erst- und die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien vollumfänglich vom Staat zu tragen. 

5. Es sei C.________ für die erstinstanzlichen Verteidigungskosten eine Entschädigung von 
CHF 23'704.50 gemäss Kostennote vom 04.09.2014 auszurichten. 

6. C.________ sei für das Berufungsverfahren eine Entschädigung gemäss nachzureichender Kos-
tennote zuzusprechen. 

             - alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge -»

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Für den Berufungsführer 3 beantragte Fürsprecher F.________ mit schriftlicher 
Berufungsbegründung vom 27.08.2015 (pag. 943 ff.) die folgenden Abänderungen 
des erstinstanzlichen Urteils: 

«[...]

1. Der Beschuldigte/Berufungsführer 3 (hiernach Berufungsführer 3) sei von den Vorwürfen der an-
geblichen fahrlässigen schweren Körperverletzung und des Nichtanbringens von Sicherheitsvor-
richtungen freizusprechen. 

2. Die Zivilklage des Privatklägers sei in Abänderung des vorinstanzlichen Urteils vom 4. September 
2014 abzuweisen; eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen.

3. Die erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien vom Staat zu tragen. 

4. Dem Berufungsführer 3 sei eine Entschädigung für die entstandenen Verteidigungskosten im erst- 
sowie im oberinstanzlichen Verfahren auszurichten. 

5. Dem Berufungsführer 3 sei eine persönliche Entschädigung nach richterlichem Ermessen zuzu-
sprechen. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.»

Der Berufungsführer 4 liess durch seine Verteidigerin Rechtsanwältin I.________ 
mit schriftlicher Berufungsbegründung vom 31.08.2015 (pag. 986 ff.) folgende 
Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils beantragen: 

«[...]

1. Herr G.________ sei vom Vorwurf der fahrlässigen schweren Körperverletzung freizusprechen 
(Ziff. IV./1. des Urteils). 

2. Herr G.________ sei vom Vorwurf des Nichtanbringens von Sicherheitsvorrichtungen freizuspre-
chen (Ziff. IV./2. des Urteils). 

3. Die Zivilklage des Privatklägers sei abzuweisen. 

4. Die erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien vom Staat zu tragen. 

5. Herrn G.________ sei für die erstinstanzlichen Verteidigungskosten eine Parteientschädigung 
von CHF 35'284.40 gemäss Kostennote vom 4. September 2014 auszurichten. 

6. Herrn G.________ sei für die Ausübung seiner Verfahrensrechte im oberinstanzlichen Verfahren 
eine Parteientschädigung nach Massgabe einer noch einzureichenden Kostennote zuzuspre-
chen. 

7. Herrn G.________ sei eine persönliche Entschädigung nach richterlichem Ermessen zuzuspre-
chen. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.» 

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Mit Stellungnahme vom 25.09.2015 (pag. 1007 ff.) stellte und begründete Fürspre-
cher K.________ im Namen und im Auftrag des Straf- und Zivilklägers folgende 
Anträge: 

«[...]

1. In Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils vom 04.09.2014 seien die Beschuldig-
ten/Berufungsführer 1 bis 4, A.________, vgt., C.________, vgt., E.________, vgt., und 
G.________, vgt., schuldig zu erklären. 

- der fahrlässigen schweren Körperverletzung, begangen am 26.05.2010 in L.________, 
z.N.d. J.________, 

- des Nichtanbringens von Sicherheitsvorrichtungen, begangen am 26.05.2010 in L.________, 

und sie seien hierfür angemessen zu bestrafen. 

2. Die Verfahrenskosten erster und oberer Instanz seien den Beschuldigten/Berufungsführer 1 bis 4 
aufzuerlegen. 

3. Die Beschuldigten/Berufungsführer 1 bis 4 seien zu verurteilen, dem Privatkläger die Aufwendun-
gen im erstinstanzlichen Verfahren im Umfang von CHF 15'600.00 und im oberinstanzlichen Ver-
fahren gemäss nachzureichender Honorarnote solidarisch haftend zu vergüten. 

4. Die Zivilklage sei dem Grundsatze nach gutzuheissen und für die vollständige Beurteilung der 
Forderung auf den Zivilweg zu verweisen. Für die Beurteilung der Zivilklage im Rahmen des 
Strafverfahrens seien keine Kosten auszuscheiden.»

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Urteil der Vorinstanz wird durch die vier Berufungsführer vollumfänglich ange-
fochten (Art. 399 Abs. 3 StPO). Die Kammer prüft das erstinstanzliche Urteil mit 
voller Kognition. Sie ist dabei mangels Anfechtung durch die andern Parteien an 
das Verschlechterungsverbot gebunden (Art. 391 Abs. 2 StPO).

II. Anklagegrundsatz 

6. Vorbringen der Verteidigung

Rechtsanwalt D.________ macht namens und auftrags des Berufungsführers 2 mit 
Berufungsbegründung vom 31.08.2015 eine Verletzung des Anklagegrundsatzes 
geltend (pag. 964 ff.). Konkret bringt er vor, dem Berufungsführer 2 werde mit 
Strafbefehl vom 12.02.2013 bzw. mit erstinstanzlichem Urteil vom 04.09.2014 vor-
geworfen, er habe den Tatbestand der fahrlässigen schweren Körperverletzung 
durch Unterlassung erfüllt (pag. 964). Bei Unterlassungs- und Fahrlässigkeitsdelik-
ten würden erhöhte Anforderungen gelten, beim unechten Unterlassungsdelikt ins-
besondere hinsichtlich des Tatbestandsmerkmals der Garantenstellung (pag. 965). 
Vorliegend erfülle der Strafbefehl, welcher als Anklageschrift gelte, diese Anforde-
rungen nicht. Die Anklageschrift führe die tatsächlichen Umstände, aus denen sich 

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die Pflichtwidrigkeit des vorgeworfenen Verhaltens ergeben solle, nicht auf. Auch 
die tatsächlichen Umstände, aus denen sich die Voraussehbarkeit und die Ver-
meidbarkeit des eingetretenen Erfolgs ergeben sollten, seien nicht aufgeführt. Der 
Anklageschrift könne weiter auch nicht entnommen werden, inwiefern der Beru-
fungsführer 2 die gebotene Vorsicht nicht beachtet haben solle (pag. 966). 

Weiter werde weder im Strafbefehl vom 12.02.2013 noch im Urteil vom 04.09.2014 
die Anwendung von Art. 11 StGB festgehalten. Dass der Berufungsführer 2 die an-
gebliche fahrlässige schwere Körperverletzung resp. das angebliche Nichtanbrin-
gen von Sicherheitsvorrichtungen durch Unterlassen begangen haben solle, könne 
daraus nicht geschlossen werden. Davon ausgehend sei eine Verurteilung wegen 
Begehung der erwähnten Tatbestände durch Unterlassung gar nicht möglich resp. 
nicht zulässig (pag. 966 f.). 

Hinzu komme, dass dem Strafbefehl lediglich entnommen werden könne, der Beru-
fungsführer 2 habe die Funktion des Schichtleiters für die Produktion und des für 
die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften Zuständigen ausgeübt. Dies sei einer-
seits falsch und andererseits genüge dies nicht, um das vom Bundesgericht gefor-
derte Kriterium «aus welchen tatsächlichen Umständen auf die Garantenstellung zu 
schliessen ist» zu erfüllen. Es sei nicht klar, aus welchen tatsächlichen Umständen 
dem Berufungsführer 2 eine entsprechende Rechtstellung zukomme und ob diese 
aus Gesetz, Vertrag, einer freiwillig eingegangenen Gefahrengemeinschaft oder 
der Schaffung einer Gefahr herrühre (pag. 967). 

Des Weiteren lauteten die Vorwürfe gemäss Strafbefehl und Urteil vom 04.09.2014 
dahingehend, dass sich der Berufungsführer 2 am 26.05.2010, ca. 21.30 Uhr, 
strafbar gemacht habe. Die Vorinstanz komme jedoch zum Schluss, dass die Ple-
xiglasscheibe seit mindestens mehreren Wochen gefehlt habe. Der vom Gericht 
gemachte Vorwurf des Unterlassens beziehe sich mithin gar nicht auf den im Straf-
befehl genannten Zeitpunkt, sondern auf einen davor liegenden Zeitraum, der im 
Strafbefehl gar nicht umschrieben sei. Am Unfalltag, dem 26.05.2010, habe erst um 
21.00 Uhr, mithin ca. eine halbe Stunde vor dem Unfall, der Schichtwechsel zum 
Berufungsführer 2 stattgefunden. Dem Berufungsführer 2 sei es in dieser kurzen 
Zeit gar nicht möglich gewesen, die vom Gericht geforderte Handlung (Anbringen 
der Sicherheitsvorrichtung) vorzunehmen (pag. 967). 

7. Überprüfung durch die Kammer 

Nach dem in Art. 9 Abs. 1 StPO statuierten Anklagegrundsatz kann eine Straftat 
nur gerichtlich beurteilt werden, wenn die Staatsanwaltschaft gegen eine bestimmte 
Person wegen eines genau umschriebenen Sachverhalts beim zuständigen Gericht 
Anklage erhoben hat. Die Anklageschrift bestimmt den Gegenstand des Gerichts-
verfahrens und bezweckt den Schutz der Verteidigungsrechte, insbesondere die 
Gewährung des rechtlichen Gehörs (vgl. dazu umfassend BSK StPO-
NIGGLI/HEIMGARTNER, N 16 f. zu Art. 9). Das Gericht ist an den in der Anklage um-
schriebenen Sachverhalt, nicht aber an die darin vorgenommene rechtliche Würdi-
gung gebunden (Art. 350 Abs. 1 StPO). 

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Der Strafbefehl gilt als Anklageschrift (Art. 356 Abs. 1 StPO); die Sachverhaltsum-
schreibung im Strafbefehl muss den an eine Anklageschrift gestellten Ansprüchen 
vollumfänglich genügen (BGE 140 IV 188 E. 1.5). Gemäss Art. 325 Abs. 1 
lit. f StPO bezeichnet die Anklageschrift möglichst kurz aber genau die der be-
schuldigten Person vorgeworfenen Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, 
Art und Folgen der Tatausführung (vgl. dazu BSK StPO-NIGGLI/HEIMGARTNER, N 42 
zu Art. 9). Das Gesetz versteht das Gebot der Genauigkeit als eine prägnante Dar-
stellung der erhobenen Vorwürfe so, dass sowohl die Parteien als auch das Gericht 
sofort und eindeutig erkennen können, welche Straftaten Gegenstand des Vorwurfs 
bilden (BSK StPO-NIGGLI/HEIMGARTNER, N 44 zu Art. 9). Zu beurteilen ist jeweils 
eine konkrete Anklageschrift; solange für die beschuldigte Person klar ist, welcher 
Sachverhalt ihr vorgeworfen wird, kann eine fehlerhafte und unpräzise Anklage 
nicht dazu führen, dass es zu keinem Schuldspruch kommen darf 
(BGer 6B_716/2014 vom 17.10.2014, E. 2.3 m.w.H.). Ungenauigkeiten sind mit an-
deren Worten solange nicht von entscheidender Bedeutung, als für die beschuldig-
te Person keine Zweifel darüber bestehen können, welches Verhalten ihr vorgewor-
fen wird (BGer 6B_100/2014 vom 18. Dezember 2014, E. 2.3.1 m.w.H.). Letztlich 
ist es Sache des Gerichts, den Sachverhalt verbindlich festzustellen 
(BGer 6B_716/2014 vom 17.10.2014, E. 2.3 m.w.H.; zuletzt bestätigt in 
BGer 6B_803/2014 vom 15.01.2015, E. 1.3). 

Bei Fahrlässigkeitsdelikten im Besonderen sind gemäss bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung die tatsächlichen Umstände anzuführen, aus denen sich die 
Pflichtwidrigkeit des vorgeworfenen Verhaltens sowie die Voraussehbarkeit und die 
Vermeidbarkeit des eingetretenen Erfolgs ergeben sollen. Es ist insbesondere auch 
darzulegen, inwiefern der Beschuldigte die gebotene Vorsicht nicht beachtet hat. 
Um der Informationsfunktion Genüge zu tun, muss die Anklagschrift bei unechten 
Unterlassungsdelikten die in tatsächlicher Hinsicht erforderlichen besonderen Vor-
aussetzungen enthalten. Insbesondere sind die Umstände anzugeben, die zu einer 
Garantenpflicht führen (BGer 6B_984/2009 vom 25.10.2010, E. 2.3 m.w.H.). Unzu-
reichend ist es in der Regel, lediglich die berufliche Stellung oder eine Verantwort-
lichkeit für einen Rechtsgutträger anzugeben. Abgesehen von Konstellationen, in 
denen aus der Stellung (wie etwa Elternschaft) unmittelbar auf eine Garantenstel-
lung geschlossen werden kann, sind die tatsächlichen Grundlagen, auf denen die 
Garantenpflicht basiert, zu substantiieren (etwa Angabe diesbezüglicher Vertrags-
bestimmungen oder von zu Ingerenz führendem Vorverhalten). Weiter muss aus 
dem Sachverhalt hervorgehen, welche gebotene Handlung der Täter hätte vor-
nehmen müssen. Objektiv ist überdies der eingetretene Erfolg anzugeben und sub-
jektiv die entsprechende Wissens- und Willenskomponente. Soweit fahrlässige Un-
terlassungsdelikte vorgeworfen werden, sind zusätzlich die diesbezüglich erforder-
lichen tatsächlichen Umstände anzuführen. Für eine Verurteilung müssen die ange-
führten Vorhalte derart beschaffen sein, dass sie den Schluss zulassen, das inkri-
minierte Verhalten sei als gleichwertig zu qualifizieren wie eine Tatbegehung durch 
aktives Tun (Art. 11 Abs. 3 StGB; BSK StPO-HEIMGARTNER/NIGGLI, N 32 zu Art. 
325).

Vorliegend kann für den einzig rügenden Berufungsführer 2 – und mithin auch für 
alle anderen Berufungsführer – kein Zweifel darüber bestehen, welches Verhalten 

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ihnen mit den Strafbefehlen vom 12.02.2013 vorgeworfen wird: Nämlich das 
pflichtwidrige Unterlassen, für den umgehenden Ersatz der fehlenden Plexiglas-
scheibe am Schutzgitter der Tiefziehmaschine _______ respektive für die Ausser-
betriebnahme der Maschine gesorgt zu haben (vgl. die Strafbefehle vom 
12.02.2013, pag. 570 f., pag. 576 f., pag. 583 f. und pag. 589 f.). Dem Berufungs-
führer 1 wird zusätzlich zur Unterlassung auch ein Tun vorgeworfen, und zwar die 
pflichtwidrige Anweisung an den Straf- und Zivilkläger, durch die Aussparung im 
Schutzgitter zu sprayen. Ausserdem wird ihm als Einzigem zusätzlich ein zweites 
Unterlassen zur Last gelegt, nämlich die Unterlassung, sich nicht vergewissert zu 
haben, ob der Schaden bereits gemeldet worden war (vgl. pag. 570). Allen vier Be-
rufungsführern war aufgrund der Strafbefehle vom 12.02.2013 zudem bekannt, wo 
(in der Produktionshalle der M.________ AG in L.________) und wann (am 
26.05.2010) das ihnen vorgeworfene Verhalten stattgefunden haben soll – der an-
geklagte Sachverhalt ist damit in zeitlicher und örtlicher Hinsicht präzise umschrie-
ben. Dem Argument der Verteidigung des Berufungsführers 2, wonach das erstin-
stanzliche Urteil und die Strafbefehle bzw. die Anklageschriften in Bezug auf das 
Datum nicht übereinstimmen würden, kann somit nicht gefolgt werden. Relevant ist 
der Zeitpunkt, in dem sich das deliktische Verhalten im tatbestandsmässigen Erfolg 
niedergeschlagen hat. In den Strafbefehlen wird praxisgemäss der genaue Zeit-
punkt (Datum und Uhrzeit), zu welchem der Erfolg (Verletzung des rechten Unter-
arms des Straf- und Zivilklägers) eintrat, festgehalten. Selbstredend wird den Beru-
fungsführern auch nicht vorgeworfen, sie hätten den Erfolg in der halben Stunde 
vor dem Unfall, d.h. seit Schichtbeginn des Straf- und Zivilklägers, verhindern kön-
nen und müssen. Aus den Strafbefehlen geht vielmehr der Vorwurf hervor, sie hät-
ten in den vorangehenden Tagen für die Reparatur bzw. die Ausserbetriebnahme 
der Maschine sorgen müssen. 

Was die Fahrlässigkeit anbelangt, so geht bereits aus der Erwähnung des Arti-
kels 125 Abs. 2 StGB unzweifelhaft hervor, dass den Berufungsführern ein fahrläs-
siges Handeln vorgeworfen wird. Zudem wurde die Pflichtwidrigkeit des vorgewor-
fenen Verhaltens insofern in die Sachverhaltsumschreibung der Strafbefehle auf-
genommen, als darin festgehalten wurde, die Berufungsführer hätten es in pflicht-
widriger Weise unterlassen, für die umgehende Reparatur der Plexiglasscheibe re-
sp. für die Ausserbetriebnahme der Maschine zu sorgen – den Berufungsführern 
wird somit ausdrücklich eine konkrete Sorgfaltspflichtverletzung vorgeworfen. Da-
mit werden die Strafbefehle vom 12.02.2013 der sog. Informationsfunktion auch in 
dieser Hinsicht gerecht. Gleichzeitig geht aus dieser Umschreibung auch hervor, 
dass die gebotene Vorsicht die Berufungsführer zu einer ebensolchen Reparatur 
bzw. Ausserbetriebnahme verpflichtet hätte. 

Die Tatbegehung durch Unterlassen ergibt sich ebenfalls direkt aus der Umschrei-
bung des Sachverhalts bzw. aus der Formulierung, wonach es die Berufungsführer 
unterlassen hätten, für die umgehende Reparatur der fehlenden Plexiglasscheibe 
bzw. für die Ausserbetriebnahme der Maschine zu sorgen (pag. 570, pag. 576, 
pag. 583 und pag. 589). Dass der Artikel 11 StGB nicht explizit in die Strafbefehle 
aufgenommen wurde, führt entgegen den Ausführungen der Verteidigung des Be-
rufungsführers 2 nicht dazu, dass dieser nicht wissen konnte, dass ihm ein Unter-
lassen vorgeworfen wird. In Bezug auf das Erfordernis der Garantenstellung wird in 

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den Strafbefehlen unmissverständlich auf die Positionen der vier Berufungsführer 
in der Unternehmung Bezug genommen. Dies muss im vorliegenden Fall genügen, 
da aus diesen Umschreibungen klar wird, dass die vier Berufungsführer gegenüber 
dem Straf- und Zivilkläger zum Zeitpunkt des Unfalls eine Vorgesetztenfunktion in-
ne hatten und dass gemäss Staatsanwaltschaft und Vorinstanz daraus unmittelbar 
auf eine Garantenstellung geschlossen werden kann.

Schliesslich ist objektiv der eingetretene Erfolg – die schweren Verletzungen des 
Straf- und Zivilklägers, welche die schrittweise Amputation des rechten Unterarms 
zur Folge hatten – in den Strafbefehlen enthalten. Die angeführten Vorhalte lassen 
denn auch den Schluss zu, das inkriminierte Verhalten sei als gleichwertig wie eine 
Tatbegehung durch aktives Tun zu qualifizieren. 

Die Berufungsführer konnten sich im Vorverfahren sowie anlässlich der vorinstanz-
lichen Hauptverhandlung ausführlich zu den ihnen gemachten Vorwürfen äussern 
und darlegen, weshalb sie aus ihrer Sicht den ihnen obliegenden Sorgfaltspflichten 
nachgekommen sind. Eine Verletzung des Anklageprinzips kann nach dem Ausge-
führten nicht erkannt werden. Den Berufungsführern war es mithin ohne Weiteres 
möglich, ihre Verteidigungsrechte angemessen auszuüben. 

III. Sachverhalt und Beweiswürdigung

8. Sachverhalt 

8.1 Vorbemerkung 

Auf die zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen zu den theoretischen Grundla-
gen der Beweiswürdigung bzw. zur Aussagenanalyse wird vorab verwiesen (vgl. 
pag. 9 ff.). 

Die Kammer schliesst sich grundsätzlich auch den Ausführungen der Vorinstanz 
zum Sachverhalt (pag. 737 ff.) an. Zur besseren Leserlichkeit und um eine striktere 
Trennung zwischen unbestrittenen und bestrittenen Sachverhaltselementen vorzu-
nehmen, wird nachfolgend dennoch darauf zurückgekommen.

8.2 Ausgangslage – Vorfall vom 26.05.2010
Am Mittwoch, 26.05.2010, ereignete sich in der M.________ AG im Werk 
L.________ ein Arbeitsunfall: Der rechte Unterarm des Straf- und Zivilklägers wur-
de bei einem Sprayvorgang an der Tiefziehmaschine _______ (pag. 16 ff.) zwi-
schen Schienen und Spannrahmen eingeklemmt, worauf das 400 Grad Celsius 
heisse Heizmodul nicht zurück fuhr. Der Straf- und Zivilkläger erlitt einen offenen 
Ellenschaftbruch und diverse Hautverletzungen, u.a. Verbrennungen zweiten und 
dritten Grades. Infolge dieser Verletzungen musste schliesslich schrittweise sein 
ganzer rechter Unterarm amputiert werden (pag. 2, pag. 9 und pag. 16 ff.). 

12

8.3 Vorwürfe gemäss den Strafbefehlen vom 12.02.2013

Den Berufungsführern 1 - 4 wird mit den Strafbefehlen vom 12.02.2013 
(pag. 570 f., pag. 576 f., pag. 583 f. und pag. 589 f.) vorgeworfen, sie hätten sich 
der fahrlässigen schweren Körperverletzung i.S.v. Art. 125 Abs. 2 StGB, begangen 
am 26.05.2010 in der Produktionshalle der M.________ AG in L.________ zum 
Nachteil des Straf- und Zivilklägers, schuldig gemacht. Weiter wird den Berufungs-
führern ein fahrlässiges Nichtanbringen von Sicherheitsvorrichtungen gemäss 
Art. 230 Ziff. 2 StGB zur Last gelegt, ebenfalls begangen am 26.05.2010 
(ca. 21.30 Uhr) in der Produktionshalle der M.________ AG in L.________. 

Dem Berufungsführer 1 wird vorgeworfen, er habe in seiner Eigenschaft als 
Schichtleiter und stv. Abteilungsleiter den Straf- und Zivilkläger in pflichtwidriger 
Weise geheissen, durch die Aussparung im Schutzgitter der Tiefziehmaschi-
ne _______, welche aufgrund der seit längerer Zeit, mindestens aber seit mehreren 
Tagen fehlenden Plexiglasscheibe offen gewesen sei, bei laufender Maschine zu 
sprayen. Weiter wird ihm zum Vorwurf gemacht, er habe es in seiner Funktion als 
Schichtleiter und stv. Abteilungsleiter für die Produktion und als für die Einhaltung 
der Sicherheitsvorschriften Zuständiger in pflichtwidriger Weise unterlassen, für die 
umgehende Reparatur der seit längerer Zeit, mindestens aber seit mehreren Tagen 
fehlenden Plexiglasscheibe am Schutzgitter der Tiefziehmaschine _______ resp. 
für die Ausserbetriebnahme der Maschine zu sorgen. Zudem habe er sich auch 
nicht vergewissert, ob der Schaden bereits gemeldet worden war (pag. 570). 

Dem Berufungsführer 2 wird zur Last gelegt, er habe in seiner Funktion als 
Schichtleiter für die Produktion und als für die Einhaltung der Sicherheitsvorschrif-
ten Zuständiger die seit längerer Zeit, mindestens aber seit mehreren Tagen feh-
lende Plexiglasscheibe im Schutzgitter der Tiefziehmaschine _______ zwar dem 
Mechaniker und dem Betriebsleiter gemeldet, es aber in pflichtwidriger Weise un-
terlassen, für die umgehende Reparatur resp. für die Ausserbetriebnahme der Ma-
schine zu sorgen (pag. 576). 

Dem Berufungsführer 3 wird zum Vorwurf gemacht, er habe es in seiner Funktion 
als Betriebsleiter für die Produktion und als für die Einhaltung der Sicherheitsvor-
schriften Zuständiger trotz Kenntnis von der seit längerer Zeit, mindestens aber seit 
mehreren Tagen fehlenden Plexiglasscheibe am Schutzgitter der Tiefziehmaschi-
ne  _______ in pflichtwidriger Weise unterlassen, für die umgehende Reparatur 
bzw. die Ausserbetriebnahme zu sorgen; zudem habe er die Weiterbenutzung der 
Maschine angeordnet (pag. 583). 

Dem Berufungsführer 4 wird vorgeworfen, er habe in seiner Funktion als Abtei-
lungsleiter für die Produktion und als für die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften 
Zuständiger die seit längere Zeit, mindestens aber seit mehreren Tagen fehlende 
Plexiglasscheibe im Schutzgitter der Tiefziehmaschine _______ zwar dem Be-
triebsleiter gemeldet, es aber in pflichtwidriger Weise unterlassen, für die umge-
hende Reparatur resp. für die Ausserbetriebnahme der Maschine zu sorgen 
(pag. 589).

13

8.4 Unbestrittener Sachverhalt

8.4.1 Organisation des Betriebs 

Der Straf- und Zivilkläger war zum Unfallzeitpunkt gemäss Einzelarbeitsvertrag 
vom 26./28.09.2007 bereits seit rund dreieinhalb Jahren in der Funktion als Kontrol-
leur/Aushilfe auf Abruf bei der M.________ AG angestellt (pag. 381, vgl. auch 
pag. 47 Z. 72). Er stammt aus Sri Lanka, seine Muttersprache ist Tamilisch 
(pag. 2). Da er nicht gut Deutsch versteht, kam es zuweilen zu Verständigungs-
schwierigkeiten. Mit Hilfe von Übersetzern oder indem dem Straf- und Zivilkläger 
die Instruktionen und Anordnungen vorgemacht wurden, verstand Letzterer aber 
seine Vorgesetzten. 

Unbestrittenermassen fallen in den Aufgabenbereich eines Kontrolleurs die Kontrol-
le der von den Maschinen produzierten Waren, deren Anordnung auf einer Palette 
sowie das Auswechseln der Palette, sobald diese vollständig beladen ist (vgl. 
pag. 131). Nicht vom Aufgabenbereich umfasst wird hingegen das sog. Sprayen; 
das Sprayen fällt ausschliesslich in den Tätigkeits- und Aufgabenbereich der 
Schichtleiter, Abteilungsleiter, Mechaniker und Einrichter, wobei eine Delegation 
dieser Aufgabe an die Kontrolleure ausgeschlossen ist. 

Wie die Vorinstanz korrekt festgehalten hat, wird in der M.________ AG im 
Schichtbetreib gearbeitet. Eine Schicht setzt sich aus einem Schichtleiter und meh-
reren Kontrolleuren zusammen. Bei der Schichtübergabe übergeben sich die Kon-
trolleure während zwölf Minuten selbständig die Maschinen und weisen einander 
auf Besonderheiten hin, auf welche beim jeweiligen Auftrag geachtet werden muss. 
Der abgebende Schichtleiter informiert den übernehmenden Schichtleiter ebenfalls 
über die Aufträge und gemeinsam schreiten sie die Maschinen ab. Ferner teilt der 
übernehmende Schichtleiter seine Kontrolleure den Maschinen zu. Die Maschinen 
stehen während der Übergabe i.d.R. nicht still, sondern laufen weiter. 

Unbestrittenermassen waren auch die Berufungsführer 1 - 4 bei der 
M.________ AG angestellt. Der Berufungsführer 1 war gemäss Einzelarbeitsver-
trag vom 10.12.2008 in der Funktion stv. Abteilungsleiter des Werkes L.________ 
sowie vom 23.07.2009 bis am 30.08.2010, d.h. zum Zeitpunkt des Unfalls, zusätz-
lich als Schichtleiter angestellt (pag. 367 f. und pag. 61 Z. 43 ff.). Der Berufungsfüh-
rer 2 war nach dem Einzelarbeitsvertrag vom 09.02.2005 zum Unfallzeitpunkt in der 
Funktion Schichtleiter angestellt (pag. 362 f.). Gemäss Einzelarbeitsvertrag vom 
18./20.08.2008 war der Berufungsführer 3 als Mitglied des Kaders und in der Funk-
tion als Betriebsleiter des Werkes L.________ angestellt (pag. 375 ff.). Dabei hat er 
sowohl Weisungen des Hauptsitzes weitergeleitet und umgesetzt, als auch selber 
eigene Weisungen erlassen (pag. 98 Z. 101 ff.). Gemäss eigenen Angaben war er 
in seiner Funktion nicht Mitglied der Geschäftsleitung/Direktion (pag. 98 Z. 94 ff.). 
Der Berufungsführer 4 war gemäss Einzelarbeitsvertrag vom 04.05.2009 in der 
Funktion Abteilungsleiter angestellt (pag. 369 f.). 

Am Unfallabend war das Werk L.________ gemäss Organigramm (pag. 361) wie 
folgt gegliedert: Der Berufungsführer 3 stand als Betriebsleiter den anderen Beru-
fungsführern sowie dem Straf- und Zivilkläger vor. Der Berufungsführer 4 war, als 
einer der Abteilungsleiter, dem Berufungsführer 3 direkt unterstellt. Gleichzeitig war 

14

er direkter Vorgesetzter der Schichtleiter (Berufungsführer 1 und 2). Der Straf- und 
Zivilkläger war dem Berufungsführer 2 unterstellt. N.________ stand als Mitglied 
der Geschäftsführung und Leiter des Werkes L.________ sämtlichen im Werk 
L.________ angestellten Personen vor (vgl. auch pag. 98 Z. 96).

8.4.2 Tiefziehmaschine _______

Durch die Tiefziehmaschine _______ (Plattenpresse) wird an der Front eine Poly-
styrolfolienrolle eingelegt. Mittels Kettenzug wird die Polystyrolfolie angezogen und 
anschliessend aufgeheizt. Beim Pressmodul (untere und obere Presse mit Spann-
rahmen) wird das Polystyrol in Form gepresst (gezogen). Beim Spannrahmen ist 
zusätzlich ein Heizelement vorgefahren, welches auf 400 bis 500 Grad Celsius 
aufheizt. Solange das Heizelement in der vorderen Position ist, kann der Spann-
rahmen nicht hochgefahren werden. Das gefertigte Pressteil/Formteil wird ansch-
liessend durch einen Kettenzug und Transportschieber auf den Auskühltisch ge-
worfen. Die Kontrolleure müssen anschliessend die Formteile, sog. Trays, ab der 
Kühlfläche nehmen, diese kontrollieren und anschliessend auf Paletten stapeln 
(vgl. zum Ganzen pag. 5). 

Die Tiefziehmaschine _______ ist von einem grünen Schutzgitter umgeben, wel-
ches vor Griffen in den Gefahrenbereich schützt. Im Normalzustand ist am grünen 
Schutzgitter auf Höhe der Tiefzug- und Heizvorrichtung eine ovale Plexiglasscheibe 
in einer Gummidichtung an der Aussparung angebracht (vgl. pag. 18). Auf beiden 
Seiten des Schutzgitters sind Endschalter angebracht, welche auf das Anheben 
des Gitters reagieren (pag. 19 f.). Die Maschine wird beim Anheben des Gitters 
umgehend abgeschaltet, das Heizelement fährt zurück und der Spannrahmen wird 
nach oben gezogen. Nach Anheben des Schutzgitters kann somit gefahrlos an der 
Maschine gearbeitet werden (vgl. pag. 5). Die Tiefziehmaschine _______ ist zudem 
mit einem Notschalter ausgerüstet (pag. 24 und pag. 26). Die Betätigung dieses 
Notschalters hat denselben Effekt wie das Anheben des Schutzgitters. Die Maschi-
ne steht still, wobei das Heizelement langsam abkühlt. Beim Unfall vom 26.05.2010 
konnte das Heizelement allerdings nicht zurückfahren, weil es durch den Arm des 
Straf- und Zivilklägers blockiert war. 

Die erwähnte Plexiglasscheibe im grünen Schutzgitter fehlte vorliegend; diese war 
aufgrund der Hitze mit der Zeit spröde geworden und zerbrochen. Somit befand 
sich im Schutzgitter ein Loch von 81 x 31 cm, durch welches ohne Weiteres mit der 
Hand oder dem Arm in den Gefahrenbereich, d.h. in den Bereich bewegter Ma-
schinenteile, gegriffen werden konnte (vgl. pag. 5). Ferner war das Schutzgitter mit 
einem Gummizug nach unten gebunden, damit dieses während des Produktions-
prozesses nicht aufgrund der Erschütterungen nach oben schnellte und dadurch 
den Produktionsprozess unterbrach (vgl. dazu die Bilder auf pag. 17 f. und 
pag. 131, wo das dünne und kurze Gummiseil am Schutzgitter befestigt ist, sowie 
die Bilder auf pag. 24 und pag. 26 f., wo das Schutzgitter hochgefahren ist und das 
Gummiseil runterhängt). 

Ein sog. Sprayen kann je nach Formteil, welches die Maschine produziert, notwen-
dig werden (wenn eine sog. Tiefziehform enge Zwischenräume hat und sich die 

15

Form nur schwer löst) oder auch, wenn die Maschine noch nicht richtig warm ist. 
Unbestritten ist auch, dass die Tiefziehmaschine _______ korrekterweise zuerst 
ausgeschaltet und die Form herausgenommen werden muss, bevor gesprayt wer-
den darf. Ausgeschaltet wird die Unfallmaschine entweder durch die Betätigung 
des Hauptschalters oder durch Anheben des grünen Schutzgitters. In beiden Fällen 
lässt sich der Spannrahmen anschliessend anheben und die Form herausnehmen. 
Der Sprayvorgang inkl. Ausschalten und erneutes Einschalten der Tiefziehmaschi-
ne _______ dauert rund eine Minute.

8.4.3 Kenntnisstand der Berufungsführer betreffend Fehlen der Plexiglasscheibe, Mel-
dung und Weiterbenutzung der Unfallmaschine

Die Berufungsführer 1, 2 und 4 sind geständig, vor dem Unfall vom Fehlen der Ple-
xiglasscheibe Kenntnis gehabt zu haben. Der Berufungsführer 1 gibt ausserdem 
zu, den Defekt nicht gemeldet zu haben. Demgegenüber haben die Berufungsfüh-
rer 2 und 4 den Schaden dem Berufungsführer 3 sowie dem Betriebsmechaniker 
gemeldet. Alle vier Berufungsführer bestreiten nicht, die Unfallmaschine – trotz des 
Defektes und ohne Sicherheitsvorkehrungen zu treffen – benutzt zu haben. 

Unbestritten ist weiter die Vorgehensweise beim Auftreten von Störungen: Die 
Schichtleiter melden kleinere Defekte/Störungen direkt dem Betriebsmechaniker. 
Grössere Schäden/Störungen müssen die Schichtleiter hingegen dem Abteilungs-
leiter melden, welcher den Betriebsleiter informiert. Falls der Schaden resp. die 
Störung nicht sofort behoben werden kann, muss die Maschine ausgeschaltet wer-
den. Bei grösseren Schäden bestimmt der Betriebsleiter das weitere Vorgehen re-
sp. dieser muss den Betriebsmechaniker avisieren.

8.4.4 Unfallhergang 

Zum Unfallzeitpunkt war der Produktionsdruck im Betrieb unbestrittenermassen 
hoch. Zudem herrschte ein raues Betriebsklima. 

Der Straf- und Zivilkläger war am Unfalltag, dem 26.05.2010, während der Nacht-
schicht in seiner Funktion als Kontrolleur unter anderem für die Tiefziehmaschi-
ne _______ zuständig. Daneben betreute er noch vier weitere Maschinen. Um 
21.00 Uhr fand der Schichtwechsel statt, anlässlich welchem der Berufungsführer 1 
(Schichtleiter) durch den Berufungsführer 2 (Schichtleiter) abgelöst wurde. 

Unbestritten ist, dass der Berufungsführer 1 vor Schichtwechsel durch das Loch im 
Schutzgitter Formteile gesprayt hat. Unbestritten ist weiter, dass der Straf- und Zi-
vilkläger am Unfallabend erstmals an der Unfallmaschine Sprayarbeiten vorge-
nommen hat. Insgesamt sprayte er drei Mal. Bei den ersten beiden Sprayversu-
chen sprayte er von Aussen, d.h. von ausserhalb der Aussparung im Schutzgitter, 
in die Pressform. Da dies nicht den gewünschten Erfolg brachte, hielt er beim drit-
ten Sprayversuch um ca. 21.30 Uhr die Hand in die Öffnung. Dabei geriet er mit 
dem rechten Unterarm zwischen die Schienen und den Spannrahmen der Tief-
ziehmaschine _______ und wurde eingeklemmt. Da sich der Arm mit dem Spann-
rahmen verklemmt hatte, fuhr das 400 bis 500 Grad Celsius heisse Heizmodul 

16

nicht zurück. Das Heizelement versuchte stattdessen immer noch – wie im Nor-
malbetrieb – ganz nach vorne zu fahren, war aber blockiert, da der Spannrahmen 
hinten ganz heruntergefahren war, vorne jedoch aufgrund des eingeklemmten Ar-
mes nicht herunterfahren konnte. Dadurch war der Arm während einer Zeit von 
rund 30 bis 40 Minuten einer enormen Hitze ausgesetzt. 

Der Straf- und Zivilkläger versuchte das Schutzgitter anzuheben, um die Maschine 
zu stoppen. Dies gelang ihm aber nicht. Selbst wenn der Straf- und Zivilkläger das 
Gitter hätte anheben können, hätte dies aber nichts mehr an der schlimmen Situa-
tion geändert, zumal das Heizelement durch den eingeklemmten Arm blockiert war 
und daher gar nicht mehr zurückfahren konnte. Da der Straf- und Zivilkläger auch 
den Notschalter nicht selber betätigen konnte, schrie er daraufhin um Hilfe. Der Be-
rufungsführer 2 eilte zusammen mit einigen Mitarbeitern zu Hilfe und schaltete die 
Maschine aus. Die Ersthelfer versuchten, den Arm mit Wasser abzukühlen. Es ge-
lang ihnen aus unbekannten Gründen nicht, das Heizelement nach hinten zu stos-
sen. Der Berufungsführer 2 alarmierte den Berufungsführer 4, welcher von seinem 
Domizil in O.________ an die Unfallstelle fuhr. Nach seiner Ankunft schlug dieser 
dann mit einem Stemmeisen das Heizmodul nach hinten, hob den Spannrahmen 
an und befreite so den Straf- und Zivilkläger. 

8.4.5 Unfallfolgen 

Der Straf- und Zivilkläger erlitt beim Unfall eine offene Ulnaschaftfraktur, eine De-
fektläsion sowie Verbrennungen zweiten und dritten Grades, dorsalbetont. Auf-
grund des schweren Logensyndroms musste ihm der rechte Unterarm im weiteren 
Verlauf amputiert werden (vgl. pag. 29 ff. sowie pag. 398 - pag. 414). 

8.5 Bestrittener Sachverhalt/Beweisfragen 

Zunächst ist unklar, inwiefern der Straf- und Zivilkläger an der Unfallmaschine und 
betreffend Sicherheitsvorschriften instruiert und geschult worden war. 

In Bezug auf die Unfallmaschine ist strittig, ob das grüne Schutzgitter zum Zeit-
punkt des Unfalles fest angebunden war. Bezüglich der Plexiglasscheibe ist zu 
klären, wie lange vor dem Unfallzeitpunkt diese bereits gefehlt hat. 

Der Berufungsführer 3 bestreitet zudem als einziger, Kenntnis von der fehlenden 
Plexiglasscheibe gehabt zu haben. In diesem Zusammenhang wird beweismässig 
zu klären sein, ob die Berufungsführer 2 und 4 ihm den Defekt gemeldet haben. 

Unklarheiten bestehen auch in Bezug auf die Frage, wer für eine Ausserbetrieb-
nahme der Unfallmaschine zuständig gewesen wäre. Der Berufungsführer 3 streitet 
sodann auch ab, die Anweisung der Weiterbenützung der Maschine erteilt zu ha-
ben. 

Schliesslich wird durch den Berufungsführer 1 bestritten, den Straf- und Zivilkläger 
angewiesen zu haben, durch das Loch im Schutzgitter zu sprayen. Er gibt zwar zu, 
selber vor Schichtwechsel gesprayt zu haben, streitet jedoch ab, zu diesem Zweck 
durch das Loch hindurch gegriffen zu haben. In diesem Zusammenhang wird 

17

schliesslich durch den Berufungsführer 2 in Abrede gestellt, diesen angeblichen 
Sprayauftrag bestätigt zu haben. 

Damit stellen sich mit Blick auf die rechtliche Würdigung folgende Beweisfragen:
1. Inwiefern wurde der Straf- und Zivilkläger an der Unfallmaschine instru-

iert/geschult? 
2. War das grüne Schutzgitter fest angebunden?
3. Wie lange fehlte die Plexiglasscheibe bereits?
4. Hatte der Berufungsführer 3 Kenntnis vom Fehlen der Plexiglasscheibe?
5. Wer war für die Ausserbetriebnahme der Unfallmaschine zuständig? 
6. Ordnete der Berufungsführer 3 trotz Kenntnis des Fehlens der Plexiglasschei-

be das Weiterlaufen der Unfallmaschine an?
7. Haben die Berufungsführer 1 und 2 dem Straf- und Zivilkläger den Sprayauf-

trag erteilt bzw. bestätigt oder hat der Straf- und Zivilkläger aus Eigeninitiative 
gehandelt?

8. Hat der Berufungsführer 1 beim Sprayen vor Schichtwechsel seine Hand durch 
das Loch gehalten oder von Aussen durch die Öffnung hindurch gesprayt? 

9. Beweiswürdigung 

9.1 Ausbildung des Straf- und Zivilklägers 

9.1.1 Erwägungen der Vorinstanz 

Die Vorinstanz hält in der schriftlichen Urteilsbegründung unter dem Titel 
II.3.1. Unbestrittener Sachverhalt, Allgemeines/Organisation des Betriebs fest, die 
Kontrolleure seien nie an den Maschinen ausgebildet worden. Ihnen sei bei Ar-
beitsantritt bloss erklärt worden, wie sie die produzierten Stücke zu kontrollieren 
hätten und sie seien über die allgemeinen Sicherheitsvorschriften informiert worden 
(pag. 737). Da für das Beheben der Störungen ausschliesslich die Schichtleiter zu-
ständig seien, würden die Kontrolleure diesbezüglich nicht geschult. Beim Auftreten 
von Störungen seien die Kontrolleure verpflichtet, den Schichtleiter zu informieren 
(pag. 738). 

Unter dem Titel II.4.7.2. Besuch Sicherheitsschulung durch den Straf- und Zivilklä-
ger kommt die Vorinstanz in der Folge zum Schluss, der Straf- und Zivilkläger habe 
nicht an der Sicherheitsschulung 2008 teilgenommen. Dies werde sowohl durch die 
übereinstimmenden Aussagen sowie die Teilnehmerleiste ohne Unterschrift des 
Straf- und Zivilklägers belegt. Die Sicherheitsschulung habe unter anderem zum 
Thema gehabt, dass nie in laufende Maschinen gegriffen werden dürfe. Weiter sei 
ein Film gezeigt worden (pag. 764). 

Betreffend die Instruktion des Straf- und Zivilklägers an der Unfallmaschine führt 
die Vorinstanz unter dem Titel II.4.7.3. Instruktion des Straf- und Zivilklägers an der 
Unfallmaschine/Sicherheitsvorschriften betreffend der Unfallmaschine aus, es sei – 
obwohl keine eigentlichen Beweise wie Aussagen oder Dokumente vorliegen wür-
den – unwahrscheinlich, dass der Straf- und Zivilkläger, wie von diesem behauptet, 
keine Schulung an der Unfallmaschine erhalten habe. Die Kontrolleure seien im 
Rahmen ihres Aufgabenbereichs laut Aussagen aller vier Berufungsführer immer 

18

geschult worden (pag. 765). Betreffend Unfallvorschriften könne festgehalten wer-
den, dass aufgrund übereinstimmender Aussagen keine (schriftlichen) Weisungen 
existiert hätten. Alle Berufungsführer hätten aber ausgesagt, dass mündliche Wei-
sungen erteilt worden seien. Die Kontrolleure seien natürlich nur in ihrem spezifi-
schen Arbeitsbereich und nicht an den Maschinen generell instruiert worden. Ins-
besondere sei den Kontrolleuren eingebläut worden, sie dürften keine Manipulatio-
nen an den Maschinen vornehmen und müssten bei Störungen die Schichtleiter in-
formieren (pag. 766). 

9.1.2 Vorbringen der Parteien 

Rechtsanwalt D.________ bringt namens und auftrags des Berufungsführers 2 vor, 
in der Tabelle, mit welcher die Präsenz der Mitarbeitenden an der Sicherheitsschu-
lung 2008 kontrolliert wurde, fehle hinter dem Namen des Straf- und Zivilklägers 
seine Unterschrift. Allerdings sei direkt hinter seinem Namen – und auch im Feld 
für die Unterschrift – ein Gutzeichen gesetzt. Dies bedeute, dass er an der Sicher-
heitsschulung teilgenommen habe. Mitarbeitende, die nicht teilgenommen hätten, 
seien nämlich mit einem «o» gekennzeichnet. Die Vorinstanz habe zudem die Ex-
cel-Tabelle «2008 Sicherheits-Schulung besucht.xls» nicht berücksichtigt. Beim 
Straf- und Zivilkläger sei vermerkt, dass dieser die Sicherheitsschulung am 
31.03.2008 besucht habe. Die Folgerung der Vorinstanz, dass dieser die Schulung 
nicht besucht habe, sei somit aktenwidrig. Es seien keine Gründe dafür ersichtlich, 
dass bzw. warum der Eintrag auf pag. 328 falsch sein sollte. Der Berufungsführer 3 
habe an der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 08.12.2011 zudem ausge-
sagt, er habe mehrere Teilnehmerlisten, bei welchen der Straf- und Zivilkläger nicht 
unterschrieben habe. Nach dem Unfall habe die M.________ AG betriebsintern un-
tersucht, ob der Straf- und Zivilkläger – trotz fehlender Unterschrift – an den Si-
cherheitsschulungen teilgenommen habe. Das Ergebnis dieser Abklärungen sei 
gewesen, dass der Straf- und Zivilkläger teilgenommen habe (pag. 976). 

Zu beachten sei weiter, dass der Straf- und Zivilkläger seit dem 01.10.2007 und 
somit seit rund zweieinhalb Jahren vor dem Unfall bei der M.________ AG ange-
stellt gewesen sei. Als routiniertem Mitarbeiter habe ihm bewusst sein müssen, 
dass man nicht durch ein Schutzgitter hindurch in eine laufende Maschine hinein-
greifen dürfe (pag. 976 f.). Zudem könne aus der mehrjährigen Anstellungszeit ge-
folgert werden, dass der Straf- und Zivilkläger nebst der Sicherheitsschulung 2008 
auch an weiteren Schulungen teilgenommen habe. Dafür spreche auch die zitierte 
Aussage des Berufungsführers 3. Zu beachten sei weiter, dass die Vorinstanz zu-
treffend zum Schluss gekommen sei, dass der Straf- und Zivilkläger an der Unfall-
maschine geschult worden sei. Dabei sei ihm als Kontrolleur eingebläut worden, 
dass er keine Manipulationen an den Maschinen vornehmen dürfe und bei Störun-
gen die Schichtleiter informieren müsse. Ausgehend davon sei erstellt, dass der 
Straf- und Zivilkläger gewusst habe, dass er unter keinen Umständen an einer Ma-
schine manipulieren oder gar in eine laufende Maschine hineingreifen dürfe 
(pag. 977). 

19

9.1.3 Beurteilung durch die Kammer 

Was die Sicherheitsschulung 2008 anbelangt, so ist es tatsächlich so, dass die Un-
terschrift des Straf- und Zivilklägers auf der Teilnehmerliste fehlt (pag. 329). Korrekt 
ist auch, dass im für die Unterschrift vorgesehenen Feld ein Gutzeichen gesetzt 
wurde. Die Verteidigung des Berufungsführers 2 hat aber übersehen, dass im sel-
ben Feld auch ein Fragezeichen vermerkt ist. Nach Auffassung der Kammer kann 
daraus weder der Schluss gezogen werden, der Straf- und Zivilkläger habe an der 
Schulung teilgenommen, noch dass er nicht teilgenommen habe. Es steht nämlich 
nicht fest, wann und durch wen das Gutzeichen und das Fragezeichen gesetzt 
wurden, beide Zeichen könnten insbesondere auch erst im Nachhinein gesetzt 
worden sein. Dasselbe gilt in Bezug auf die Excel-Tabelle «2008 Sicherheits-
Schulung besucht.xls» (pag. 328); diese besagt, dass der Straf- und Zivilkläger die 
Sicherheitsschulung am 13.03.2008 besucht habe. Es ist aber nicht klar, wann und 
durch wen die Tabelle verfasst wurde. Immerhin gibt der Berufungsführer 3 an, 
nach dem Unfall die Teilnehmerlisten eingefordert zu haben, mehrere habe der 
Straf- und Zivilkläger nicht unterschrieben. Sie hätten deswegen eine Sitzung ein-
berufen, anlässlich welcher gesagt worden sei, der Straf- und Zivilkläger habe teil-
genommen (pag. 98 Z. 88 ff.). Diese Angaben sind entgegen den Ausführungen 
der Verteidigung keineswegs geeignet, die Teilnahme des Straf- und Zivilklägers 
an der Sicherheitsschulung im Jahr 2008 oder an anderen Sicherheitsschulungen 
zu belegen. Hätten solche Schulungen stattgefunden und hätte der Straf- und Zivil-
kläger daran teilgenommen, so wären wohl entsprechende Unterlagen (insbeson-
dere unterzeichnete Teilnehmerlisten) zumindest in Bezug auf eine Schulung vor-
handen. Es muss mit anderen Worten offen gelassen werden, ob der Straf- und Zi-
vilkläger die Sicherheitsschulung im Jahr 2008 besucht hat oder nicht. 

Mit der Vorinstanz und mit der Verteidigung geht jedoch auch die Kammer gestützt 
auf die übereinstimmenden, von der Vorinstanz korrekt wiedergegebenen Angaben 
der Berufungsführer 1 - 4 (vgl. pag. 764 f.) davon aus, dass der Straf- und Zivilklä-
ger an der Unfallmaschine – wie auch an den übrigen Maschinen, welche er be-
treute – bei seinem Eintritt in die Unternehmung insofern geschult worden ist, als 
ihm die Aufgaben, welche er als Kontrolleur zu erfüllen hatte, erläutert und ihm ge-
sagt wurde, er dürfe keine Manipulationen an den Maschinen vornehmen und müs-
se bei Störungen die Schichtleiter informieren. Die glaubhaften Angaben der Beru-
fungsführer werden auch durch das Formular «Schulung neueintretendes Perso-
nal» gestützt (vgl. pag. 359). Die Kammer geht somit davon aus, dass der Straf- 
und Zivilkläger zwar in seinem spezifischen Arbeitsbereich, nicht aber an den Ma-
schinen generell instruiert wurde. 

Weiter trifft es zwar zu, dass der Straf- und Zivilkläger bereits seit rund zweieinhalb 
Jahren bei der M.________ AG angestellt war und damit kein unerfahrener Kontrol-
leur war. Allerdings bringt dies in einem Bereich, welcher nicht zum Arbeits- und 
Aufgabenbereich des Straf- und Zivilklägers gehörte, nicht automatisch ein grösse-
res Gefahrenbewusstsein mit sich. 

20

9.2 War das Schutzgitter fest angebunden?

9.2.1 Erwägungen der Vorinstanz
Die Vorinstanz hält unter dem Titel II.4.7.1. Funktion des Schutzgitters fest, das 
Schutzgitter sei gemäss den Angaben des Straf- und Zivilklägers fest angebunden 
gewesen, aus diesen Gründen habe dieser das Schutzgitter nicht anheben können. 
Demgegenüber hätten die Berufungsführer 1 - 4 ausgesagt, man habe das Gum-
miseil mit einem Finger leicht lösen und daher das Gitter leicht öffnen können. Man 
habe das Schutzgitter angebunden, weil das Gegengewicht nicht gestimmt habe 
und sich das Schutzgitter bei leichten Vibrationen angehoben und die Produktion 
unterbrochen habe. Aus diesem Grunde sei das Schutzgitter mit einem Gummi-
band an einem Haken fixiert worden. Die Vorinstanz erachtet in der Folge die Ver-
sion der Berufungsführer als glaubhaft. Das kurze und dünne Gummiseil sei auf 
den Fotos gut erkennbar. Die Fotos würden überhaupt nicht den Eindruck machen, 
als ob das Gitter in aufwendiger Weise festgebunden gewesen wäre. Vielmehr sei 
davon auszugehen, dass das Schutzgitter mit einer sehr einfachen Methode fixiert 
worden sei, und es sei nicht unwahrscheinlich, dass der Straf- und Zivilkläger auf-
grund der Schmerzen und der Angst nicht mehr fähig gewesen sei, das Gummiseil 
zu lösen (pag. 763). 

9.2.2 Beurteilung durch die Kammer 
Die Vorinstanz hat die Aussagen des Straf- und Zivilklägers sowie der Berufungs-
führer korrekt wiedergegeben (vgl. pag. 763). Die Kammer schliesst sich denn auch 
vollumfänglich den vorinstanzlichen Schlussfolgerungen an. Wie auf den Bildern 
auf pag. 17 f., pag. 24, pag. 26 f. und pag. 131 ersichtlich ist, handelte es sich um 
eine schlichte Fixierung mit einem dünnen und kurzen Gummiband. Die Aussagen 
des Straf- und Zivilklägers sind mithin auch unter Berücksichtigung seines physi-
schen und psychischen Zustandes zu würdigen und es ist davon auszugehen, dass 
er aufgrund des Schocks, der erlittenen starken Schmerzen sowie der sicherlich 
empfundenen grossen Angst nicht mehr in der Lage war, die einfache Fixierung mit 
dem Gummiseil zu lösen. 

9.3 Seit wann fehlte die Plexiglasscheibe?

9.3.1 Erwägungen der Vorinstanz
Betreffend die Dauer des Fehlens der Plexiglasscheibe gibt die Vorinstanz unter 
dem Titel II.4.4. Dauer fehlende Plexiglasscheibe zunächst die Aussagen des Straf- 
und Zivilklägers sowie der Berufungsführer wieder (pag. 753 f.). Anschliessend hält 
sie fest, die Angaben würden divergieren, vorliegend könne allerdings offen gelas-
sen werden, wie lange die Plexiglasscheibe tatsächlich gefehlt habe. Auszugehen 
sei von einem Richtwert von mindestens mehreren Wochen. Für die Beurteilung 
der in Frage stehenden Delikte sei die Frage der exakten Dauer ohnehin irrelevant. 
Von Bedeutung sei nur, dass die Plexiglasscheibe gefehlt habe, was durch alle Be-
rufungsführer bestätigt werde (pag. 754 f.). 

21

9.3.2 Beurteilung durch die Kammer 
Die Vorinstanz hat die Aussagen der Beteiligten korrekt wiedergegeben 
(pag. 753 f.). Die Kammer schliesst sich dem überzeugenden Schluss der Vorin-
stanz an, wonach die exakte Dauer offen gelassen werden könne (vgl. pag. 754 f.). 
Beweismässig ist von einer Dauer von mindestens mehreren Wochen auszugehen. 

9.4 Kenntnisstand des Berufungsführers 3 betreffend die fehlende Plexiglasscheibe 

9.4.1 Erwägungen der Vorinstanz 

Die Vorinstanz erachtet es nach Würdigung der Aussagen der Berufungsführer und 
des Straf- und Zivilklägers als erwiesen, dass alle vier Berufungsführer, mithin auch 
der Berufungsführer 3, Kenntnis vom Fehlen der Plexiglasscheibe gehabt haben. 
Dies, obwohl der Berufungsführer 3 eine Kenntnis in den ersten Einvernahmen be-
stritten habe. An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung habe er dann aber nicht 
mehr in Abrede stellen wollen, dass der Berufungsführer 4 ihn über das Fehlen der 
Plexiglasscheibe informiert habe. Aufgrund dieser Aussage des Berufungsführers 3 
selber sowie unter Berücksichtigung der Aussagen der Berufungsführer 2 und 4, 
sei davon auszugehen, dass der Berufungsführer 3 vom Fehlen der Plexiglas-
scheibe gewusst habe (pag. 759). 

9.4.2 Vorbringen der Verteidigung

Fürsprecher F.________ macht geltend, sein Mandant, der Berufungsführer 3, wä-
re ohnehin davon ausgegangen, dass die Schicht- und Abteilungsleiter solche De-
fekte wie bis anhin selbst reparieren bzw. die Reparatur selbst in Auftrag geben 
würden und er sich nicht weiter darum kümmern müsse. Schliesslich sei dies nicht 
die Aufgabe des Berufungsführers 3 gewesen. Dieser sei während des ganzen 
Verfahrens stets bei seiner Kernaussage geblieben, wonach er keine Kenntnis vom 
Fehlen der Plexiglasscheibe gehabt habe. Im Verlauf des Verfahrens habe er diese 
Aussage bloss insofern relativiert, als er zugegeben habe, nicht ausschliessen zu 
können, dass einer seiner Mitarbeiter ihn über das Fehlen der Scheibe informiert 
haben könnte. Er könne sich jedoch nicht daran erinnern und ihm sei dies nicht 
bewusst gewesen. Der Berufungsführer 3 schmälere mit diesen Aussagen weder 
seine Glaubwürdigkeit noch sei darin ein Widerspruch zu erblicken. Ganz im Ge-
genteil zeuge dieses Aussageverhalten von Ehrlichkeit und grosser Glaubhaftigkeit. 
Im Übrigen könne dem Berufungsführer 3 nicht zum Vorwurf gemacht werden, 
dass er die Situation retrospektiv anders beurteile bzw. sich dahingehend geäus-
sert habe, dass er die Maschinen mehr hätte kontrollieren müssen. Schliesslich 
werde die Situation von allen Beteiligten im Nachhinein anders beurteilt und sie 
hätten sich alle anders verhalten. Daraus ergebe sich indessen nicht, dass sich der 
Berufungsführer 3 im Unfallzeitpunkt nicht korrekt und nicht seinen Aufgaben und 
seiner Verantwortung entsprechend verhalten hätte (pag. 945). 

Der Berufungsführer 1 habe stets zu Protokoll gegeben, nicht zu wissen, ob der 
Berufungsführer 3 von der fehlenden Plexiglasscheibe gewusst habe oder nicht. Er 
sei zudem davon ausgegangen, dass derjenige Schichtleiter, in dessen Schicht die 

22

Scheibe kaputt gegangen sei, den Defekt gemeldet bzw. die Reparatur in Auftrag 
gegeben habe. Daher habe er selber den Defekt nicht mehr gemeldet. Der Beru-
fungsführer 1 habe somit zumindest implizit bestätigt, dass die Schicht- und Abtei-
lungsleiter für die Behebung von Defekten bzw. die Veranlassung von Reparaturen 
zuständig seien und dies normalerweise auch gut funktioniere (pag. 946). 

Der Berufungsführer 2 habe anlässlich der polizeilichen Einvernahme ausgesagt, 
er habe das Fehlen der Plexiglasscheibe mündlich dem Berufungsführer 4 gemel-
det und alle, mitunter auch der Berufungsführer 3, hätten vom Fehlen der Plexi-
glasscheibe gewusst. Anlässlich der Hauptverhandlung habe er hingegen zu Pro-
tokoll gegeben, er wisse nicht, ob der Berufungsführer 3 Kenntnis vom Fehlen der 
Plexiglasscheibe gehabt habe. Aus den Aussagen des Berufungsführers 2 könne 
daher nicht abgeleitet werden, dass der Berufungsführer 3 von der fehlenden Ple-
xiglasscheibe gewusst habe. Schliesslich habe er seine Aussage, wonach der Be-
rufungsführer 3 vom Fehlen der Scheibe gewusst habe, ausdrücklich nicht bestätigt 
(pag. 946). 

Der Berufungsführer 4 sei letztlich der einzige, der sich sicher zu sein scheine, 
dass der Berufungsführer 3 Kenntnis von der fehlenden Plexiglasscheibe gehabt 
habe. Weshalb sich die Vorinstanz bei der Beweiswürdigung ausschliesslich auf 
die Aussagen des Berufungsführers 4 stütze, sei nicht nachvollziehbar. Die Aussa-
gen des Berufungsführers 4, wonach der Berufungsführer 3 von der fehlenden Ple-
xiglasscheibe gewusst habe, würden als reine Schutzbehauptungen erscheinen. Es 
könne nicht allein auf die Aussagen des Berufungsführers 4 abgestellt werden, da 
die Aussagen des Berufungsführers 3 sehr glaubhaft erschienen und die Beru-
fungsführer 1 und 2 explizit nicht hätten bestätigen können, dass der Berufungsfüh-
rer 3 vom Fehlen der Scheibe gewusst habe. Es müsse davon ausgegangen wer-
den, dass der Berufungsführer 3 keine Kenntnis von der fehlenden Plexiglasschei-
be gehabt habe bzw. es müsse dies zumindest offen gelassen werden, da erhebli-
che Zweifel daran bestünden (pag. 946). 

9.4.3 Beurteilung durch die Kammer 

Die Kammer schliesst sich dem Fazit der Vorinstanz an. Zur Begründung hält sie 
ergänzend und präzisierend Folgendes fest: 

Anlässlich der ersten polizeilichen Einvernahme vom 31.05.2010 gab der Beru-
fungsführer 3 auf Frage, seit wann das Loch an der Unfallmaschine existiere und 
was der Grund für die Erstellung der Öffnung gewesen sei, Folgendes zu Protokoll: 
«Beim Sicherheitsgitter ist eine Plexiglasscheibe montiert. Diese war defekt (Hitzeschäden). Diese 
Scheibe dürfte seit ca. 1 bis 2 Wochen fehlen. Vermutlich wurde sie entfernt. […]» (pag. 89 
Z. 48 ff.), «[…] Es ist anzunehmen, dass die spröde Plexiglasscheibe herausgebrochen ist und nicht 
durch einen Mitarbeiter bewusst entfernt wurde.» (pag. 90 Z. 20 f.). Auf die Frage, warum 
die Scheibe nicht umgehend ersetzt respektive repariert worden sei, antwortete er: 
«Diese Frage habe ich meinen Leuten auch gestellt. Für mich ist dies unverständlich. Ich kann dies 
nicht abschliessend erklären.» (pag. 90 Z. 23 ff.). Und schliesslich gab er auf Frage, ob 
eine allfällige Reparatur in Auftrag gegeben worden sei und wenn ja, wem, Folgen-
des an: «Ich nehme an, dass die Mitarbeiter dies Herrn P.________ (Betriebsmechaniker) oder 

23

Herrn Q.________ (Konstrukteur) mitgeteilt haben.» (pag. 90 Z. 28 ff.). Damit stellte er fünf 
Tage nach dem Vorfall nicht ausdrücklich in Abrede, von der fehlenden Scheibe 
gewusst zu haben. In der zweiten polizeilichen Einvernahme vom 19.10.2010, mit-
hin rund fünf Monate nach dem Unfall, bestritt der Berufungsführer 3 dann, vom 
Fehlen der Plexiglasscheibe Kenntnis gehabt zu haben. Er gab auf entsprechende 
Frage folgende Antwort: «Nein, ich habe das bis zum Zeitpunkt des Unfalles nicht gewusst.» 
(pag. 93 Z. 15 ff.). Er stritt auch explizit ab, vom Abteilungsleiter, dem Berufungs-
führer 4, auf den Defekt aufmerksam gemacht worden zu sein und diesem geant-
wortet zu haben, die Maschine müsse Teile produzieren: «Das stimmt absolut nicht. Eine 
solche Aussage habe ich nie gemacht. Er hätte vielmehr als Abteilungs- und Schichtleiter unbedingt 
die Maschine abschalten müssen. Dies wäre seine Aufgabe gewesen. Wenn er zu mir gekommen wä-
re, hätte ich ihm gesagt, dass er dies in Ordnung bringen muss. Herr G.________ müsste wissen, wer 
die Maschine eingerichtet und freigegeben hat.» (pag. 93 Z. 23 ff.). Von sich aus ergänzte 
er am Ende der Einvernahme noch Folgendes: «Wenn ich jetzt für eine defekte Plexiglas-
scheibe den Auftrag erteilen müsste, um diese zu ersetzen, dürfte etwas nicht stimmen. Dafür habe 
ich Produktionsleiter und Schichtleiter. Die Verantwortung für die Freigabe der Maschinen liegt ein-
deutig bei ihnen.» (pag. 93 Z. 49 ff.). Gegenüber der Staatsanwaltschaft räumte der 
Berufungsführer 3 dann auf Frage, wann und in welchem Zusammenhang er von 
der defekten Plexiglasscheibe an der Tiefziehmaschine _______ erfahren habe, 
Folgendes ein: «Ich bin mir erst im Nachhinein bewusst. Ich hatte so pflichtbewusste Leute, die 
haben mir vielleicht schon einmal etwas gesagt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie es nicht ge-
meldet haben. Von meiner Seite habe ich jedoch nicht reagiert.» (pag. 99 Z. 126 ff.). Er glaube, 
dass er nichts unternommen hätte, auch wenn sie es ihm gesagt hätten und er da-
von gewusst hätte. Seine Unterstellten hätten bis dato immer alles selbst erledigt 
(pag. 99 Z. 144 ff.). Er gab auch zu, dass er den Ersatz bzw. die Reparatur der 
Scheibe trotzdem hätte kontrollieren müssen, dies sei ihm aber nicht bewusst ge-
wesen (pag. 99 Z. 147 f.). Er selbst habe keinen Reparaturauftrag erteilt (pag. 99 
Z. 150 f.). Auf Vorhalt der Aussagen des Berufungsführers 2, wonach alle von der 
fehlenden Schutzvorrichtung gewusst hätten, gab er dann wieder zu Protokoll: «Ich 
habe davon nichts gewusst.» (pag. 100 Z. 167 ff.). Nur um dann kurz darauf in derselben 
Einvernahme wieder einzugestehen: «Es kann schon sein, dass mir Herr G.________ gesagt 
hat, dass die Scheibe fehlt. Aber ich habe keinen Auftrag an den Mechaniker gegeben. Ich habe mich 
nie in ihre Sache eingemischt. Was die Kontrollen der Maschine anbelangt, muss ich mich auch selbst 
an der Nase nehmen, das ist mein Fehler.» (pag. 101 Z. 193 ff.) und: «Wie gesagt, Herr 
G.________ ist sehr pflichtbewusst. Es kann sein, dass er es mir gesagt hat, aber es ist mir nicht prä-
sent. Ich habe oft darüber nachgedacht.» (pag. 101 Z. 224 ff.). Anlässlich der erstinstanzli-
chen Hauptverhandlung schliesslich, führte der Berufungsführer 3 aus, er sei in der 
Zeit vor dem Unfall überlastet gewesen, weil sein Vorgesetzter krank gewesen sei: 
«Es kann schon sein, dass man mir in dieser Zeit Dinge mitgeteilt hat, die ich nicht voll realisiert habe. 
Ich für mich weiss, dass ich bewusst nichts gemacht habe, was nicht erlaubt gewesen wäre.» 
(pag. 658 Z. 13 ff.). Dass bei der Tiefziehmaschine _______ das Plexiglas gefehlt 
habe, sei ihm erst nach dem Unfall bewusst geworden (pag. 658 Z. 32 f.). Er wolle 
nicht in Abrede stellen, dass ihm dies der Berufungsführer 4 gesagt habe, zumal 
dieser ihm tatsächlich eigentlich immer alles Wichtige gesagt habe (pag. 659 
Z. 1 ff.). «Aber entweder habe ich dies damals nicht so aufgefasst, nicht realisiert, oder es ist mir 
wieder unters Eis geraten, jedenfalls wurde es mir erst nach dem Unfall wirklich bewusst. Dass ich 

24

nicht reagiert habe, daran bin ich auch selber schuld.» (pag. 659 Z. 5 ff.). «Es war eine schlimme 
Zeit, ein grosser Kunde, R.________, drohte uns ständig mit dem Absprung. Es herrschte deshalb 
Angst, und man versuchte, die Auftragsbücher möglichst anderweitig irgendwie zu füllen. Dadurch 
konnte man den einzelnen Mitarbeitern manchmal auch nicht richtig zuhören. Im Nachhinein ist dies 
etwas, was auch für mich persönlich schlimm ist, wenn man dann das Resultat anschauen muss.» 
(pag. 660 Z. 12 ff.). Dass ihn der Berufungsführer 4 möglicherweise auf das Pro-
blem aufmerksam gemacht habe, bestätigte er auf Nachfrage später in derselben 
Einvernahme (pag. 661 Z. 8 ff.). An der Fortsetzungsverhandlung vom 03.09.2014 
gab der Berufungsführer 3 auf Frage, woran er sich bezüglich Meldung der defek-
ten Plexiglasscheibe noch erinnern könne, an, er wisse noch, dass der Berufungs-
führer 4 nach dem Unfall zu ihm gekommen sei und gesagt habe, es fehle noch ei-
ne Plexiglasscheibe. Diese sei dann sofort ersetzt worden (pag. 685). 

Dass der Berufungsführer 3 zunächst pauschal abstritt, vom Fehlen der Plexiglas-
scheibe gewusst zu haben, und die Verantwortung für die Ausserbetriebnahme auf 
die Schichtleiter und den Abteilungsleiter schob, ist wohl darauf zurückzuführen, 
dass er sich nicht selber belasten wollte. Im Verlauf der Untersuchung gestand er 
dann aber ein, der ihm unterstellte, gemäss der eigenen Beschreibung sehr zuver-
lässige Mitarbeiter G.________, habe ihm den Defekt wohl mitgeteilt. Er gab sogar 
an, sich nicht vorstellen zu können, dass ihm der Defekt nicht gemeldet worden 
sein könnte. Bereits allein aufgrund der eigenen Angaben des Berufungsführers 3 
ist folglich davon auszugehen, dass diesem das Fehlen der Plexiglasscheibe ge-
meldet worden war, er mit anderen Worten davon wusste. 

Hinzu kommt, dass der Berufungsführer 3 durch die Aussagen des Berufungsfüh-
rers 2 und des Berufungsführers 4 stark belastet wird: 

Der Berufungsführer 2 sagte gegenüber der Polizei am 13.07.2010 aus: «Ich habe es 
[Anm.: die fehlende Plexiglasscheibe] nicht schriftlich gemeldet, ich habe es Herrn G.________ ge-
sagt. Eigentlich haben es alle gewusst. Alle Schichtleiter, alle Einrichter und die beiden Vorgesetzten 
G.________ und E.________.» (pag. 73 Z. 9 ff.). In der staatsanwaltschaftlichen Einver-
nahme bestätigte er dies; «Wir haben dies [Anm.: Das Fehlen der Plexiglasscheibe] schon lan-
ge dem Mechaniker (Herr P.________ ) und dem Betriebsleiter (Herr E.________) gemeldet. Wir ha-
ben gesagt, dass dies gemacht werden sollte. Es wurde jedoch nicht gemacht. […] Ich und 
G.________ haben dies gemeldet.» (pag. 77 Z. 73) und auf Frage, wer alles von der feh-
lenden Scheibe gewusst habe: «Davon wussten G.________, Herr P.________, 
Herr E.________ und ich.» (pag. 78 Z. 89 f.). Er bestätigte, dass die Meldung sofort 
nach Entdeckung des Fehlens erfolgt sei (pag. 77 Z. 87 f.). Er könne nicht mehr 
sagen, wann er den Berufungsführer 4 über das Fehlen der Schutzvorrichtung in 
Kenntnis gesetzt habe, er habe es aber gegenüber dem Berufungsführer 4 und 
dem Mechaniker mehrmals erwähnt (pag. 82 Z. 243 ff.). Im Rahmen der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung bestätigte er dann zwar nach wie vor, dass das Feh-
len der Plexiglasscheibe gemeldet worden sei. An wen diese Meldung weitergelei-
tet worden ist, wusste er aber angeblich nicht (pag. 651 Z. 22 f.). Er selber und der 
Berufungsführer 4 hätten es damals gemeldet (pag. 651 Z. 25 ff.), eigentlich hätten 
es alle Mitarbeiter gewusst, dass die Scheibe an der Maschine gefehlt habe 
(pag. 652 Z. 3 f.). In Bezug auf den Kenntnisstand des Berufungsführers 3 gab er 
dann erstmals abweichend Folgendes zu Protokoll: «Ich weiss nicht, ob Herr E.________ 

25

vom Fehlen der Glasscheibe Kenntnis hatte, dies kann ich nicht sagen.» (pag. 655 Z. 24 f.). Die 
ersten Angaben des Berufungsführers 2 sind sehr klar und belasten den Beru-
fungsführer 3 deutlich. Gestützt auf seine Angaben gegenüber der Polizei, welche 
er später auch bei der Staatsanwaltschaft explizit bestätigte, ist davon auszugehen, 
dass der Berufungsführer 2 das Fehlen der Scheibe seinem direkten Vorgesetzten, 
dem Berufungsführer 4, meldete und dieser dann die Meldung, wie es die Hierar-
chie gebot, an den Berufungsführer 3 weitergab. Erst in der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung wollte der Berufungsführer 2 nicht mehr bestätigen, dass der 
Berufungsführer 3 vom Defekt Kenntnis gehabt habe; dies kann damit erklärt wer-
den, dass er seinen Vorgesetzen in dessen Gegenwart nicht mehr explizit belasten 
wollte. 

Die Angaben des Berufungsführers 2 decken sich denn auch mit den Aussagen 
des Berufungsführers 4, welcher in Bezug auf die Frage, ob der Berufungsführer 3 
von der fehlenden Plexiglasscheibe gewusst habe, Folgendes zu Protokoll gab: 
«Als ich Frühlingsferien hatte, war die Maschine noch ganz. Als ich wieder zur Arbeit kam, die [recte: 
dies] war so Anfangs Mai, war sie defekt. Ich habe einen Schichtleiter gefragt, warum an der Maschi-
ne gearbeitet werde, obwohl sie defekt sei. Er hat gesagt, dass das Büro die Maschine freigegeben 
habe. Ich habe danach Herrn E.________ im Büro aufgesucht und ihn gefragt, warum die defekte 
Maschine noch laufe. Er hat geantwortet, dass die Maschine laufen müsse, weil die Teile benötigt 
würden. Er (E.________) habe aber dem Mechaniker den Auftrag zur Reparatur gegeben. Der Me-
chaniker hat den Auftrag weiter dem Konstrukteur weitergegeben, weil er das defekte Teil nicht selber 
herstellen konnte. Nach 14 Tagen habe ich noch einmal beim Mechaniker nachgefragt, wo die neue 
Scheibe ist. Dieser hat ein weiteres Mal den Konstrukteur gefragt, dieser hat ihm gesagt, dass er kei-
ne Zeit hat. Dann ist der Unfall passiert.» (pag. 107 Z. 9 ff.). Die Kammer geht davon aus, 
dass es sich beim Schichtleiter, welcher vom Berufungsführer 4 auf den Defekt an-
gesprochen wurde, um den Berufungsführer 2 handelte. Gegenüber der Staatsan-
waltschaft gab der Berufungsführer 4 am 08.12.2011 dann auf Frage, wer alles von 
der fehlenden Plexiglasscheibe gewusst habe, zu Protokoll: «Alle haben davon ge-
wusst.» (pag. 111 Z. 74 f.). Er bestätigte, nach seiner Rückkehr aus den Ferien ge-
sehen zu haben, dass die Scheibe gefehlt habe (pag. 111 Z. 77 ff.). «Ich habe zuerst 
gefragt, was da los sei. Niemand wollte etwas wissen. Dann bin ich ins Büro gegangen und habe das 
gemeldet und gefragt, ob die Maschine abgeschaltet werden kann. Diese sagten aber nur, dass die 
Maschine laufen müsse. Ich bin zu Herr E.________ gegangen, er hat gesagt, dass die Maschine lau-
fen muss.» (pag. 111 Z. 79 ff.). Auf Vorhalt der Aussagen des Berufungsführers 3 
vom 19.10.2010, wonach dieser bis zum Unfall nicht gewusst habe, dass die 
Schutzscheibe gefehlt hat, lachte der Berufungsführer und gab zu Protokoll: «Klar, 
wusste Herr E.________ davon.» (pag. 116 Z. 265 ff.). Anlässlich der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung bestätigte der Berufungsführer 4 seine bisherigen Angaben und 
insbesondere auch, dass er den Berufungsführer 3 darüber informiert habe, dass 
die Plexiglasscheibe fehlte (pag. 662 Z. 28 ff.). Der Berufungsführer 4 sagte sehr 
detailliert und in sich logisch aus und seine Angaben blieben im Verlauf des Vor- 
und Hauptverfahrens stets gleich. Es ist auch kein Grund ersichtlich, weshalb der 
Berufungsführer 4 seinen Vorgesetzten zu Unrecht belasten sollte. Seine Aussa-
gen sind mithin glaubhaft und es kann beweiswürdigend auf sie abgestellt werden. 

Der Straf- und Zivilkläger schliesslich gab gegenüber der Staatsanwaltschaft auf 
Frage, wer alles von der fehlenden Plexiglasscheibe gewusst habe, zu Protokoll: 

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«Die Chefs haben es gewusst. Es war seit langem kaputt. […] Ich kenne die Namen der Chefs nicht, 
ich weiss nicht welche Chefs davon gewusst haben. [...] Wenn eine Maschine kaputt ist, müssen es ja 
die Chefs zwingend wissen. Sie kommen dort vorbei und schauen alles an.» (pag. 48 Z. 103 f.). 
Bei der Polizei und anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung wurde der 
Straf- und Zivilkläger nicht zu diesem Punkt befragt. Seine rudimentären Angaben 
belasten den Berufungsführer 3 somit zwar nicht zusätzlich, sie widersprechen 
aber zumindest nicht den Aussagen der Berufungsführer 2 und 4. Das Gleiche gilt 
für die Angaben des Berufungsführers 1, welcher den Defekt unbestrittenermassen 
nicht dem Berufungsführer 3 gemeldet hat. Er gab gegenüber der Staatsanwalt-
schaft an, nicht zu wissen, ob der Berufungsführer davon gewusst habe (pag. 63 
Z. 94 ff.), an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung wurde er nicht mehr zu dieser 
Frage befragt. 

Gestützt auf die glaubhaften Aussagen der Berufungsführer 2 und 4 sowie ange-
sichts der Tatsache, dass der Berufungsführer 3 selber ab der dritten Einvernahme 
entsprechende Eingeständnisse machte, ist davon auszugehen, dass der Beru-
fungsführer 2 das Fehlen der Plexiglasscheibe dem Berufungsführer 4 nach des-
sen Rückkehr aus den Ferien meldete bzw. auf dessen Nachfrage hin bestätigte 
und dass dieser in der Folge den Berufungsführer 3 darauf ansprach. Die Kammer 
erachtet es mit anderen Worten als erstellt, dass der Berufungsführer 3 bereits vor 
dem Unfall vom 26.05.2010 Kenntnis vom Fehlen der Plexiglasscheibe an der Tief-
ziehmaschine _______ hatte. 

9.5 Zuständigkeit für die Ausserbetriebnahme der Unfallmaschine 

9.5.1 Erwägungen der Vorinstanz

Die Vorinstanz hielt in der schriftlichen Urteilsbegründung fest, die Frage, wer für 
die Ausserbetriebnahme resp. die anschliessende Freigabe von defekten Maschi-
nen zuständig resp. verantwortlich gewesen sei, sei stark umstritten und die einzel-
nen Hierarchiestufen würden sich dabei gegenseitig die Verantwortung zuschieben 
oder Drittpersonen als verantwortlich bezeichnen (pag. 759 f.). Nach Würdigung 
der Aussagen der Berufungsführer 1 - 4 liess die Vorinstanz schliesslich die Frage 
offen – mit der Begründung, alle vier Berufungsführer hätten aufgrund ihrer Vorge-
setztenfunktion ohnehin eine von den anderen Berufungsführern unabhängige Ga-
rantenstellung gegenüber ihren Unterstellten (pag. 762). 

9.5.2 Vorbringen der Verteidigung 

Rechtsanwalt B.________ macht im Namen und im Auftrag des Berufungsfüh-
rers 1 geltend, es sei beweismässig erstellt, dass durch die Geschäftsleitung ange-
ordnet worden sei, die Unfallmaschine müsse trotz Defekt weiterlaufen. Es könne 
dem Berufungsführer 1 und den übrigen Berufungsführern somit nicht vorgeworfen 
werden, wenn sie sich dieser klaren Anordnung der Geschäftsleitung nicht wider-
setzt und für die Ausserbetriebnahme der beschädigten Maschine gesorgt hätten. 
Im Übrigen werde bestritten, dass dies überhaupt in ihrer Macht gestanden wäre 
(pag. 935). 

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Rechtsanwalt D.________ führt namens und auftrags des Berufungsführers 2 aus, 
der Berufungsführer 2 habe das Fehlen der Plexiglasscheibe seinem Vorgesetzten, 
dem Berufungsführer 4 gemeldet. Er sei damit seinen Pflichten nachgekommen. 
Weitergehende Pflichten habe er nicht gehabt bzw. über weitergehenden Kompe-
tenzen habe er nicht verfügt. Auf Druck der Geschäftsleitung habe die Maschine 
nämlich trotz des fehlenden Plexiglases weiterbetrieben werden müssen. Hätte der 
Berufungsführer 2 diese Anweisung nicht befolgt, hätte er allenfalls sogar die Ar-
beitsstelle verloren (pag. 971 und pag. 972). 

Fürsprecher F.________ bringt im Namen und im Auftrag des Berufungsführers 3 
vor, für die Sicherheit im Betrieb und die konkrete Einhaltung der Sicherheitsvor-
schriften sei ein eigens dafür beauftragter Sicherheitsverantwortlicher zuständig 
gewesen und nicht der Berufungsführer 3. Letzterer habe zwar regelmässig Kon-
trollgänge gemacht und geschaut, ob alles in Ordnung sei, er sei jedoch nicht dau-
ernd vor Ort gewesen und sei nicht für die permanente Überwachung seiner Mitar-
beiter und der Maschinen verantwortlich gewesen. Dies gelte insbesondere für die 
Nachtschicht. Die Befugnis, eine Maschine freizugeben, sei bloss den Mechanikern 
zugekommen. Selbst die Vorinstanz erachte es nicht als erwiesen, dass dem Beru-
fungsführer 3 eine entsprechende Pflicht zugekommen wäre. Dies wäre jedoch er-
forderlich, damit eine diesbezügliche Garantenstellung bejaht werden könnte 
(pag. 950 f.). Gemäss interner Betriebsordnung der M.________ AG müssten die 
Schichtleiter kleinere Defekte und Störungen direkt dem Betriebsmechaniker mel-
den. Nur grössere Schäden und Störungen müssten die Schichtleiter dem Abtei-
lungsleiter melden, welcher seinerseits den Betriebsleiter informieren müsse. Das 
Fehlen der Plexiglasscheibe sei indessen keineswegs ein derart grosser Defekt, 
dass der Berufungsführer 3 als Betriebsleiter darüber hätte informiert werden müs-
sen. Im Übrigen habe bei erheblichen Defekten und Störungen eine Informations-
pflicht gegenüber dem Betriebsleiter bzw. dem Berufungsführer 3 nur deshalb be-
standen, weil sich dieser anschliessend um administrative Folgen des Defekts bzw. 
allfällige Änderungen in der Produktionsplanung, nicht einhaltbare Liefertermine 
etc. habe kümmern müssen und nicht, weil er für die Behebung des Mangels zu-
ständig gewesen sei. Selbst wenn der Berufungsführer 3 daher von der fehlenden 
Plexiglasscheibe Kenntnis gehabt hätte, wäre er nicht für die Behebung dieser 
Störung bzw. für den Ersatz der Plexiglasscheibe zuständig gewesen (pag. 951). 
Die Bezeichnung der Funktion des Berufungsführers 3 als Betriebsleiter sei zudem 
insofern irreführend und missverständlich, als dass der Berufungsführer 3 bloss die 
Verantwortung für die administrative Leitung des Betriebs inne gehabt habe. Weder 
die Kontrolle der Maschinen bzw. der einzelnen Teilchen noch die Entscheidung, 
ob eine Maschine aufgrund eines Sicherheitsmangels ausser Betrieb zu nehmen 
sei, habe zu seinem Aufgaben- und Verantwortungsbereich gehört. Schliessich sei 
der Berufungsführer 3 auch nicht für die Reparatur der Maschinen verantwortlich 
gewesen. Der Berufungsführer sei bloss oberflächlich mit der Funktion und Technik 
der verschiedenen Maschinen bzw. den entsprechenden Arbeitsvorgängen vertraut 
gewesen und habe sich mit den einzelnen (Teilen der) Maschinen nicht ausgekannt 
(pag. 951). 

Rechtsanwältin I.________ schliesslich macht für den Berufungsführer 4 geltend, 
die hierarchisch untergeordneten Mitarbeiter hätten an ihre hierarchisch überge-

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ordneten Vorgesetzten zu rapportieren und deren Anordnungen zu befolgen ge-
habt. Die Berufungsführer 2 und 4 hätten deutlich geschildert, dass ihnen mitgeteilt 
worden sei, die Unterstellten hätten zu tun, was ihnen gesagt werde, ansonsten sie 
gehen könnten. Die Betriebsordnung der M.________ AG sehe vor, dass die 
Schichtleiter grössere Schäden/Störungen dem Abteilungsleiter melden müssten. 
Dieser müsse seinerseits den Betriebsleiter, in casu den Berufungsführer 3, infor-
mieren, welcher das weitere Vorgehen bestimme resp. dann den Betriebsmechani-
ker avisiere. Indem die Berufungsführer 2 und 4 den Schaden dem Mechaniker und 
dem Berufungsführer 3 wiederholt gemeldet hätten, sei der Berufungsführer 4 sei-
nen Verpflichtungen vollumfänglich nachgekommen. Er habe damit alles getan, 
was ihm als Abteilungsleiter möglich und gestattet gewesen sei. Zur Ergreifung 
weiterer Vorkehren sei er gemäss der internen Betriebsordnung nicht zuständig 
gewesen. Nachdem die Geschäftsleitung angeordnet habe, die Unfallmaschine 
müsse aufgrund des Auftragsdrucks trotz fehlender Plexiglasscheibe weiter laufen, 
sei es dem Berufungsführer 4 in seiner Funktion als Abteilungsleiter nicht erlaubt 
gewesen, die Unfallmaschine eigenmächtig ausser Betrieb zu nehmen. Er sei auch 
nicht verpflichtet gewesen, für die Reparatur der Plexiglasscheibe zu sorgen. Dass 
der Betriebsmechaniker für den Austausch der Plexiglasscheibe offenbar einen 
schriftlichen Auftrag benötigt habe, dass der Berufungsführer 3 ihm diesen aus un-
bekannten Gründen nicht habe geben können und dass die Geschäftsleitung die 
Maschine nicht ausser Betrieb habe nehmen wollen, könne dem Berufungsführer 4 
nicht angelastet werden (pag. 990 ff.).

9.5.3 Beurteilung durch die Kammer

Zunächst fällt auf, dass sich die Berufungsführer – wie unter Ziff. II.8.4.3. hiervor 
bereits ausgeführt – in Bezug auf die Vorgehensweise bzw. den einzuhaltenden hi-
erarchischen Informations- und Eskalationsweg beim Auftreten von Schäden und 
Störungen einig sind. Die interne Betriebsordnung der M.________ AG bestimmt, 
dass die Schichtleiter kleinere Defekte und Störungen direkt dem Betriebsmechani-
ker melden. Grössere Schäden und Störungen müssen die Schichtleiter dagegen 
dem Abteilungsleiter melden, welcher den Betriebsleiter informieren muss. Dieser 
bestimmt diesfalls das weitere Vorgehen resp. dieser muss den Betriebsmechani-
ker avisieren (vgl. dazu beispielhaft die Aussagen des Berufungsführers 4 auf 
pag. 112 Z. 105 ff.: «Wenn etwas Kleines ist, geht der Schichtleiter selbst zum Mechaniker und 
meldet den Defekt. Wenn der Defekt grösser ist, muss der Schaden beim Büro gemeldet werden. 
Wenn der Schichtleiter etwas Grösseres feststellt, kommt dieser zu mir und ich melde den Schaden 
beim Büro.» sowie auf pag. 112 Z. 112 ff.: «Herr E.________ ist dafür zuständig, die gemelde-
ten Schäden an den Mechaniker weiterzuleiten. Wenn ich die Schäden bei Herr E.________ depo-
niert habe, ist die Sache für mich erledigt.»). Dies hat auch der Berufungsführer 3 selber 
explizit bestätigt: «In der Theorie, Praxis erwünscht, geht eine Störungs- oder Schadensmeldung 
via Feststeller an den Schichtleiter oder Betriebsmechaniker. Diese beiden entscheiden dann, ob der 
Schaden/Störung sofort behoben werden kann oder nicht. Wenn nicht, hat dies die Abschaltung der 
Maschine zur Folge. Bei grösseren Schäden liegt das weitere Vorgehen bei mir. Dieser Ablauf um-
fasst auch die defekten Sicherheitseinrichtungen.» (pag. 91 Z. 2 ff.). Entgegen den Aus-
führungen von Fürsprecher F.________, wonach bei grösseren Schäden nur des-

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halb eine Meldung an den Berufungsführer 3 erfolgt sei, weil sich dieser anschlies-
send um administrative Folgen des Defekts bzw. allfällige Änderungen in der Pro-
duktionsplanung nicht einhaltbare Liefertermine etc. habe kümmern müssen, nicht 
aber weil er für die Behebung des Mangels zuständig gewesen sei, war der Beru-
fungsführer 3 gemäss eigenen Angaben darüber hinaus allgemein für die Bestim-
mung des weiteren Vorgehens zuständig. Dem widerspricht auch nicht die Tatsa-
che, dass der Berufungsführer 3 mangels entsprechender Ausbildung bloss ober-
flächlich mit der Funktion und Technik der verschiedenen Maschinen und den ent-
sprechenden Arbeitsvorgängen vertraut war (vgl. die entsprechenden Ausführun-
gen der Verteidigung in der Berufungsbegründung vom 27.08.2015, pag. 951). Der 
Berufungsführer 3 konnte nämlich betreffend das für seine Entscheidungen erfor-
derliche technische Fachwissen auf die ihm unterstellten fachkundigen Abteilungs- 
und Schichtleiter zurückgreifen. Auch musste er die anfallenden Reparaturen 
selbstredend nicht eigenhändig vornehmen; seine Aufgabe war es einzig, die Re-
paratur beim fachkundigen Betriebsmechaniker in Auftrag zu geben. Der Einwand, 
er habe nicht über das erforderliche fachliche Know-how verfügt, ist somit unbehel-
flich. Schliesslich sind auch die Berufungsführer 1 und 4 derselben Auffassung; auf 
Frage, wer für den Entscheid, die Maschine ausser Betrieb zu setzen, zuständig 
gewesen wäre, antwortete der Berufungsführer 1 entsprechend: «Dies ist sicher der 
Abteilungsleiter oder der Betriebsleiter. Dies liegt nicht in meinem Ermessen.» (pag. 64 
Z. 144 ff.). Der Berufungsführer 4 gab auf Frage, wer für den Entscheid, die Ma-
schine ausser Betrieb zu setzen, zuständig gewesen wäre, an: «Dies wäre der Betriebs-
leiter gewesen, Herr E.________.» (pag. 113 Z. 126 ff.). Die Kammer hält damit in einem 
ersten Zwischenfazit fest, dass der Entscheid über das weitere Vorgehen beim Auf-
treten von grösseren Schäden beim Betriebsleiter, dem Berufungsführer 3, lag.

Wie die Beweiswürdigung ergeben hat, wurde das Fehlen der Plexiglasscheibe im 
konkreten Fall durch die Berufungsführer 2 und 4 dem Berufungsführer 3 gemeldet, 
wie dies das Vorgehen bei grösseren Defekten/Störungen gebot (vgl. II.9.4.3. hier-
vor). Der Berufungsführer 1 beschrieb die Voraussetzungen, unter welchen eine 
Meldung an den Abteilungs- bzw. Betriebsleiter ergehen muss, wie folgt: «Der Kon-
trolleur meldet dies [Anm.: Störungen oder Defekte] dem Schichtleiter. Wir schauen, ob man es selbst 
reparieren kann. Wenn man es nicht selbst reparieren kann, muss man die Maschine ausschalten und 
den Defekt dem Mechaniker melden. […] Dem Abteilungsleiter muss dieser Defekt mitgeteilt werden, 
vor allem dann, wenn man die Produktion nicht weiterführen kann. Wenn es nur eine kleine Reparatur 
ist, muss man dies nicht melden. Der Abteilungsleiter leitet dies weiter ans Büro, weil diese die Auf-
träge entgegennehmen. Damit sie die Kunden informieren können, dass die Aufträge nicht erledigt 
werden können.» (pag. 64 Z. 118 ff.). Diese Erklärung des Berufungsführers 1 ist 
plausibel; es war Aufgabe des Berufungsführers 3 in seiner Funktion als Betriebs-
leiter, bei grösseren Störungen und Defekten darüber zu entscheiden, ob die Pro-
duktion abzubrechen ist. Dem Einwand der Verteidigung des Berufungsführers 3, 
wonach es sich vorliegend nicht um eine grössere Störung gehandelt habe, welche 
eine Meldung an den Berufungsführer 3 gerechtfertigt hätte, ist sodann Folgendes 
entgegen zu halten: Allein der Umstand, dass der Betriebsmechaniker die Plexi-
glasscheibe nicht ohne einen entsprechenden schriftlichen Auftrag des Büros her-
stellen bzw. liefern konnte (vgl. dazu die Aussagen des Berufungsführers 4 auf 
pag. 663 Z. 3 ff.), belegt bereits, dass es sich um einen grösseren Defekt im Sinne 

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der internen Betriebsordnung handelte, welcher nicht durch die Schichtleiter in Zu-
sammenarbeit mit dem Betriebsmechaniker repariert werden konnte. Der Beru-
fungsführer 3 musste mithin informiert werden. Ausserdem ist wohl immer spätes-
tens dann von einem grösseren Defekt im Sinne der internen Betriebsordnung aus-
zugehen, wenn die Produktion infolge des Defekts ausgesetzt werden muss oder 
wenn die Sicherheit der Arbeitnehmer bei laufender Maschine nicht mehr gewähr-
leistet ist. Dann ist es nämlich am Betriebsleiter, sich um die Änderungen in der 
Produktionsplanung und die nicht einhaltbaren Liefertermine zu kümmern bzw. die 
Kunden entsprechend zu informieren (vgl. dazu die Ausführungen der Verteidigung 
des Berufungsführers 3 in der Berufungsbegründung vom 27.08.2015, pag. 951). 
Aus diesem Grund wurde dem Berufungsführer 3 vorliegend das Fehlen der Plexi-
glasscheibe gemeldet; wäre die Unfallmaschine angesichts der fehlenden Plexi-
glasscheibe ausser Betrieb genommen worden, wäre dies mit einem Produktions-
stopp verbunden gewesen. 

Die Berufungsführer sind sich schliesslich dahingehend einig, dass die Maschine 
gemäss interner Betriebsordnung unverzüglich ausgeschaltet werden muss, sollte 
der Schaden resp. die Störung nicht sofort behoben werden können. Dies muss 
unabhängig davon, ob ein kleiner oder ein grösserer Schaden vorliegt, immer dann 
gelten, wenn von der Maschine durch den Schaden bzw. die Störung eine Gefahr 
ausgeht. Diesbezüglich ist den Ausführungen des Berufungsführers 3 insofern zu-
zustimmen, als dass sich der Betriebsleiter darauf verlassen können muss, dass 
die Schichtleiter oder der Feststeller der Störung die Maschine bei Gefahr im Ver-
zug vorübergehend ausschalten, zumal der Abteilungs- und der Betriebsleiter nicht 
immer vor Ort sind (vgl. dazu die entsprechenden Ausführungen in der Berufungs-
begründung vom 27.08.2015 [pag. 950] sowie die Aussagen des Berufungsfüh-
rers 3 auf pag. 100 Z. 159 ff.: «Wenn es um Qualität und Sicherheit geht, sind die Schichtleiter, 
die Abteilungsleiter und ich verantwortlich. Wenn der Schichtleiter sagt, dies mache er so nicht, dann 
ist er am längsten Hebel, vor allem in der Nacht. In der Nacht ist sonst niemand dort. […]»). Der Be-
rufungsführer 2 bestätigte dies, befürchtete aber Konsequenzen im Falle einer 
Ausserbetriebnahme durch einen Schichtleiter. Er führte aus: «Ich hätte sagen dürfen, 
dass wir diese Maschine abschalten, weil es zu gefährlich ist. Aber ich weiss nicht, was dann passiert 
wäre. Vielleicht hätte mich Herr S.________ zum Teufel gejagt. […] Ja, ich hätte das Recht gehabt, 
diese Maschine abschalten zu lassen. Aber ich habe nicht gewusst, was Herr S.________ nachher 
gemacht hätte. Wenn man die Maschine abgeschaltet hätte, hätte ich vielleicht meinen Job verloren. 
Ich weiss nicht was passiert wäre. […] Herr S.________ ist CEO der M.________ (AG).» (pag. 79 
Z. 142 ff.). Der Berufungsführer 1 äusserte ähnliche Bedenken, wenn er aussagte: 
«Wenn ich gesagt hätte, mit dieser Maschine wird ohne Glasscheibe nicht mehr gearbeitet, weiss ich 
auch nicht, was passiert wäre. Wir mussten einfach den Auftrag erledigen, man hätte es mit dem 
Kunden absprechen müssen, ob eine Verzögerung drinliege.» (pag. 647 Z. 22 ff.). Und auch 
der Berufungsführer 4 gab an, im Falle einer eigenmächtigen Ausserbetriebnahme 
Angst vor Konsequenzen gehabt zu haben. Er selber hätte vielleicht schon sagen 
können, dass er die Maschine von sich aus abschalte: «Aber ich weiss nicht was passiert 
wäre. Man hat Angst um den Arbeitsplatz, wenn man nicht macht, was einem befohlen wird. […] Mir 
wurde oft gesagt, dass diejenigen, die mir unterstellt sind, machen müssen was ich sage. Ansonsten 
können sie gehen. Dies haben mir Herr E.________ und Herr T.________ gesagt. Herr T.________ 
war der Vorgänger von Herrn E.________.» (pag. 112 Z. 87 ff.). An der erstinstanzlichen 

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Hauptverhandlung führte er sodann aus: «Wenn ich angeordnet hätte, dass diese Maschine 
abgestellt werde, so hätten wir ein Problem bekommen mit dem Büro. Wenn es kein Problem gege-
ben hätte, so hätten wir diese Maschine abgestellt. Aber vom Büro hiess es ja einfach, diese Maschi-
ne müsse laufen. Mein Ansprechpartner im Büro war Herr E.________, er war der Betriebsleiter.» 
(pag. 665 Z. 4 ff.). Damit haben die Berufungsführer 1, 2 und 4 übereinstimmende 
Angaben gemacht; sie alle gaben zu Protokoll, im Falle einer eigenmächtigen Aus-
serbetriebnahme der Maschine Konsequenzen befürchtet zu haben. 

Demgegenüber gab der Berufungsführer 3 an, sowohl die Schichtleiter als auch der 
Abteilungsleiter hätten die Maschine ausser Betrieb nehmen können und er stellte 
in Abrede, dass eine Ausserbetriebnahme für die Schicht- und Abteilungsleiter mit 
Konsequenzen verbunden gewesen wäre. Er gab auf entsprechende Frage Fol-
gendes zu Protokoll: «Wenn es um Qualität und Sicherheit geht, sind die Schichtleiter, die Abtei-
lungsleiter und ich verantwortlich. Wenn der Schichtleiter sagt, dies mache er so nicht, dann ist er am 
längsten Hebel, vor allem in der Nacht. In der Nacht ist sonst niemand dort. […] Für einen Schichtlei-
ter hätte es keine Konsequenzen, wenn er sagt, er schalte die Maschine ab. Ich wüsste nicht welche, 
ich kann ihn ja nicht einfach entlassen.» (pag. 100 Z. 159 ff.). Und auf Vorhalt der Aussa-
gen des Berufungsführers 1, wonach es nicht im Ermessen des Schichtleiters ge-
wesen sei, die Maschine abzustellen und wonach vielmehr der Betriebsleiter die-
sen Entscheid zu fällen habe, gab der Berufungsführer 3 zu Protokoll: «Ich wäre nie 
zu Herrn S.________ gegangen und hätte gesagt, Herr C.________ habe eine Maschine ausgeschal-
tet. Auch wenn es knapp wurde mit den Lieferterminen habe ich immer eine Lösung gefunden. Herr 
C.________ ist in einem blöden Alter, wo es schwierig wird, wenn er den Job verliert. Er hat glaublich 
auch nichts gelehrt. Ich verstehe, dass Herr C.________ Angst hatte, seinen Job zu verlieren, aber 
dies wäre sicher nicht so gewesen.» (pag. 100 Z. 186 ff.). Er habe dem Berufungsführer 4 
nie gesagt, die Untergebenen müssten machen, was dieser ihnen sage, sonst 
könnten sie gehen. Und auch der Berufungsführer 4 selber habe nie um seinen Job 
fürchten müssen, er sei für die Firma unersetzbar (pag. 101 Z. 207 ff.). Auf Vorhalt 
der Aussagen des Berufungsführers 1, wonach es nicht im Ermessen eines 
Schichtleiters liege, eine Maschine abzustellen und wonach der Betriebsleiter die-
sen Entscheid zu fällen habe, gab der Berufungsführer 3 weiter an: «Nein, das mache 
nicht ich. Maschinen nach einer Reparatur freigeben, macht der Mechaniker. Danach ist der Schicht- 
und Abteilungsleiter für die Freigabe der Maschine zuständig. […] Es ist so, dass keine Einigung 
darüber besteht, wer für was zuständig ist. Es gibt auch nichts Schriftliches dazu. Es wird so gehand-
habt, dass der Schicht- und Abteilungsleiter die Maschinen freigeben.» (pag. 102 Z. 227 ff.). An 
der erstinstanzlichen Hauptverhandlung sagte er zudem aus: «Es wäre möglich gewe-
sen, diese Maschine einfach abzustellen. Wenn etwas defekt ist, hat man diese Möglichkeit. Jeder 
hätte dies tun können. Man hat zwei Varianten, laufenlassen oder abstellen, aber die Qualität ist am 
Schluss weniger wichtig als die Sicherheit.» (pag. 659 Z. 11 ff.). Er versuchte die Tatsache, 
dass die Unfallmaschine trotz fehlender Plexiglasscheibe weiterbenutzt worden 
war, damit zu erklären, dass die Schicht- und Abteilungsleiter die Maschine aus 
Ehrgeiz und wegen dem Termindruck nicht ausser Betrieb genommen hätten: «Dass 
die Maschine trotzdem lief, kann ich mir nur mit Termindruck erklären, vielleicht auch mit Ehrgeiz. Je-
der Schichtleiter hat natürlich seinen Ehrgeiz, er will produzieren und will das Beste für die Firma, so 
ist dies einfach.» (pag. 659 Z. 17 ff.). Diese Angaben vermögen die übereinstimmen-
den, nachvollziehbaren und mithin glaubhaften Aussagen der Berufungsführer 1, 2 

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und 4 nicht zu entkräften. Es ist davon auszugehen, dass Letztere tatsächlich be-
fürchteten, im Falle einer Ausserbetriebnahme Konsequenzen tragen zu müssen. 

Nach Auffassung der Kammer wären somit grundsätzlich alle vier Berufungsführer 
befugt gewesen, die Maschine aufgrund der von dieser ausgehenden Gefahr vorü-
bergehend auszuschalten. Fest steht ebenfalls, dass es sich vorliegend um eine 
grössere Störung im Sinne der internen Betriebsordnung handelte, welche dem Be-
rufungsführer 3 gemeldet werden musste, was auch so geschah (vgl. II.9.4.3. hier-
vor). In diesem Zusammenhang gilt auch als erstellt, dass der Berufungsführer 3 in 
der Folge für die Bestimmung des weiteren Vorgehens zuständig war. Weiter ha-
ben die Berufungsführer 1, 2 und 4 glaubhaft ausgesagt, dass sie sich aus Angst 
vor Konsequenzen nicht getraut hätten, die Maschine eigenmächtig und entgegen 
einer ausdrücklichen Anweisung des Berufungsführers 3 ausser Betrieb zu neh-
men. 

Ob der Berufungsführer 3 tatsächlich die Anweisung erteilte, die Maschine dürfe 
nicht ausser Betrieb genommen werden, ist unter Ziffer II. 9.6. Anordnung der 
Weiterbenutzung der Unfallmaschine hiernach zu klären. 

9.6 Anordnung der Weiterbenutzung der Unfallmaschine 

9.6.1 Erwägungen der Vorinstanz

Nach Würdigung der Aussagen der Berufungsführer 1 - 4 kommt die Vorinstanz 
zum Schluss, die konstanten und widerspruchsfreien Angaben der Berufungsfüh-
rer 2 und 4, wonach der Berufungsführer 3 bzw. die Geschäftsleitung angeordnet 
habe, die Unfallmaschine müsse trotz Sicherheitsmangel weiterlaufen, seien 
glaubhaft. Der Berufungsführer 3 verneine zwar, eine solche Anweisung erteilt zu 
haben, er habe aber bestätigt, dass der Berufungsführer 2 ein sehr pflichtbewuss-
ter Mitarbeiter sei, und auch, dass die Maschinen im Falle eines Auftrages laufen 
müssten. In Anbetracht der damaligen Auftragslage, des Produktionsdrucks sowie 
der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Berufungsführer 2 und 4 gehe die Vorinstanz 
deshalb davon aus, dass der Berufungsführer 3 sich mindestens implizit so geäus-
sert habe, dass für die übrigen Berufungsführer klar gewesen sei, dass der Be-
triebsleiter eine Ausserbetriebnahme der Maschine nicht gutheissen würde 
(pag. 762). 

9.6.2 Vorbringen der Verteidigung 

Die Verteidigung des Berufungsführers 3 wendet ein, der Berufungsführer 3 habe 
anlässlich der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft äusserst glaubhaft zu Pro-
tokoll gegeben, nie einen solchen Befehl erteilt zu haben. Weiter habe er ausge-
führt, ein kurzer Unterbruch in der Produktion zur Reparatur der Plexiglasscheibe 
wäre zu keiner Zeit ein Problem gewesen, auch wenn damals ein relativ hoher 
Produktionsdruck geherrscht habe. Selbst ein Unterbruch eines ganzen Tages wä-
re nicht weiter schlimm gewesen, da immer noch rechtzeitig hätte geliefert werden 
können. Der Berufungsführer 1 habe sich nicht dazu geäussert, ob der Berufungs-
führer 3 eine entsprechende Anordnung erteilt habe oder nicht. Er habe schliesslich 

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auch nicht gewusst, ob der Berufungsführer 3 überhaupt Kenntnis von der fehlen-
den Plexiglasscheibe gehabt habe. Der Berufungsführer 2 habe anlässlich der poli-
zeilichen Einvernahme ausgesagt, dass die Maschine auf Druck der Geschäftslei-
tung hin, trotz der fehlenden Plexiglasscheibe habe betrieben werden müssen. 
Wen er mit der Geschäftsleitung gemeint habe, habe er nicht weiter ausgeführt. Im 
Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme habe der Berufungsführer 2 
erstmals ausgesagt, dass diese Anordnung vom Berufungsführer 3 gekommen sei 
bzw. ihm der Berufungsführer 1 gesagt habe, dass der Berufungsführer 3 dies an-
geordnet habe. Der Berufungsführer 1 habe sich im vorliegenden Verfahren jedoch 
nie dahingehend geäussert. Es sei daher nicht glaubhaft, dass ausgerechnet er 
dem Berufungsführer 2 dies gesagt haben solle. Zudem habe der Berufungsfüh-
rer 2 anlässlich der Hauptverhandlung wiederum nur ausgesagt, dass es «von 
oben» geheissen habe, die Unfallmaschine müsse laufen. Ob diese Anordnung 
vom Berufungsführer 3 gekommen sei, könne er jedoch nicht sagen, da er dies 
nicht wisse. Das Aussageverhalten des Berufungsführers 2 sei sehr inkonsistent 
(pag. 947). 

Der Berufungsführer 4 sei letztlich wiederum der einzige, der behaupte, der Beru-
fungsführer 3 habe diese Anweisung erteilt. Weshalb es die Vorinstanz trotzdem 
als erwiesen erachte, dass der Berufungsführer 3 eine entsprechende Anordnung 
erteilt habe, sei nicht nachvollziehbar. Zudem treffe es, entgegen der vorinstanzli-
chen Schlussfolgerung eben gerade nicht zu, dass nebst dem Berufungsführer 4 
auch der Berufungsführer 2 diesbezüglich konstant und widerspruchsfrei ausgesagt 
habe. Der Berufun