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**Case Identifier:** 9194e56d-b486-51b6-b518-89c005744669
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-17
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 17.10.2025 UV 2024/77
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2024-77_2025-10-17.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2024/77

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 12.11.2025

Entscheiddatum: 17.10.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 17.10.2025
Art. 43 Abs. 1 ATSG. Die Beschwerdegegnerin hat ihre Untersuchungspflicht 
verletzt, indem sie den Sachverhalt ungenügend abgeklärt, darauf basierend 
eine Adäquanzbeurteilung der psychischen Beschwerden des 
Beschwerdeführers vorgenommen und in der Folge ihre 
Versicherungsleistungen eingestellt hat. Rückweisung der Angelegenheit an 
die Beschwerdegegnerin zur Durchführung eines versicherungsexternen 
Gutachtens, insbesondere zum neurologischen Gesundheitszustand des 
Beschwerdeführers (Untersuchungen hinsichtlich der Unterversorgung des 
Gehirns und Vorliegen eines organischen Korrelats) und dessen natürliche 
Kausalität für die psychischen Beeinträchtigungen (im Rahmen einer 
bidisziplinären neurologischen/psychiatrischen Beurteilung)(Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. Oktober 2025, UV 
2024/77).

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/12 

 

 
 
Versicherungsgericht 
Abteilung III 

 

 

 
 
 
 

 Entscheid vom 17. Oktober 2025 

Besetzung  Versicherungsrichter Michael Rutz (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen 
Mirjam Angehrn und Christiane Gallati Schneider; Gerichtsschreiberin 
Beatrice Borio  

   

Geschäftsnr.   UV 2024/77 

   

Parteien 
 

 A.___,  
Beschwerdeführer,  

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Zahner, Studer Zahner  
Anwälte AG, Neugasse 40, Postfach 2020, 9000 St. Gallen,  
 
 

  gegen 

  S c h w e i z e r i s c h e  U n f a l l v e r s i c h e r u n g s a n s t a l t  
( S u v a ) ,  Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern,  

Beschwerdegegnerin,  
 
 

 
  

Gegenstand  Versicherungsleistungen 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

UV 2024/77 
 

 

2/12 

Sachverhalt 
A.  

A.a A.___ (nachfolgend: Versicherter) war seit 1. August 2019 bei der B.___ AG (nachfolgend: 
Arbeitgeberin) als Zeichner EFZ in der Lehre und dadurch bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als 

er am 15. Februar 2020 in Z.___ eine Auseinandersetzung zwischen zwei Personen schlichten wollte, 

dabei am Hals gepackt, gewürgt («Schwitzkasten»), in die Wiese gedrückt, nachher nochmals gewürgt 

und schliesslich bewusstlos wurde. Nachdem er wieder bei Bewusstsein gewesen war, wurde er zudem 
bedroht (Schadenmeldung UVG [Suva-act. 1]). Die Polizei wurde alarmiert (Suva-act. 14, 27; act. G3.1-

4). Später wurde der Versicherte ins Spital gebracht (Suva-act. 14, 27). 

A.b In der Nacht vom 15. auf den 16. Februar 2020 wurde der Versicherte im Institut für 
Rechtsmedizin St. Gallen (IRM) körperlich untersucht (Suva-act. 37). 

A.c Am 17. Februar 2020 attestierte Dr. med. C.___, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin 
und Hausarzt des Versicherten, diesem eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 16. bis 24. Februar 2020 

(Suva-act. 2; vgl. auch den Unfallschein UVG [Suva-act. 6-1]). Am 24. Februar 2020 nahm der 

Versicherte die Arbeit wieder auf (Suva-act. 3). 

A.d Mit Schreiben vom 2. März 2020 teilte die Suva dem Versicherten mit, für die Folgen des 
Nichtberufsunfalls vom 15. Februar 2020 ab 18. Februar 2020 Versicherungsleistungen 

(Heilbehandlung und Taggeldleistungen) zu übernehmen (Suva-act. 4).  

A.e Am 14. Juni 2023 erstattete die Opferhilfe SG – AR – AI (nachfolgend: Opferhilfe) eine 
«Rückfallmeldung» bei der Suva und reichte dabei verschiedene Unterlagen (u.a. zeitlicher Ablauf ab 

Unfalldatum [Suva-act. 14], Strafbefehl ST.[…] vom 26. Januar 2023 [Suva-act. 15], 
Arbeitsunfähigkeitszeugnisse der Psychiatrie-Dienste D.___ [Suva-act. 16-1 ff.] und von Dr. C.___ 

[Suva-act. 16-13 f.], Bericht der Psychiatrie-Dienste D.___ vom 1. September 2021 zur 

testpsychologischen Untersuchung [Suva-act. 22], Schreiben der Arbeitgeberin vom 11. November 

2021 bezüglich fristloser Auflösung des Lehrvertrags [Suva-act. 23-2], Schreiben des Amts für 

Berufsbildung des Kantons St. Gallen vom 9. Dezember 2021 zur Auflösung des Lehrvertrags per 14. 

November 2021 [Suva-act. 23-1], Arztbericht der Psychiatrie-Dienste D.___ zur Abklärung berufliche 

Integration/Rente der Invalidenversicherung [IV] vom 9. Juni 2022 [Suva-act. 21], Bericht der 

Psychiatrie-Dienste D.___ vom 25. Juli 2022 zur neuropsychologischen Untersuchung [Suva-act. 20], 

Eintrittsbericht vom 21. Oktober 2022 der Psychiatrie-Dienste E.___ zur Abklärung einer Frühpsychose 

[Suva-act. 19], psychiatrische Verlaufsberichte der Psychiatrie-Dienste D.___ vom 18. November 2022 

[Suva-act. 17] und 11. November 2022 [Suva-act. 18]) ein. Die Opferhilfe führte aus, dass der 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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3/12 

Versicherte sich seit Ende Januar 2023 bei ihr in Beratung befinde. Der Gesundheitszustand des 

Versicherten habe sich unmittelbar nach dem Ereignis im Februar 2020 zwar vordergründig verbessert, 

doch sei es im Verlauf zu zunehmenden psychischen Beeinträchtigungen gekommen, welche zu einem 

Leistungseinbruch, vermehrten Fehlzeiten in der Ausbildung und schliesslich zu einer Auflösung des 

Lehrvertrags im Herbst 2021 geführt hätten. Die Opferhilfe bat die Suva, das Bestehen einer 
Leistungspflicht für die gesundheitlichen Einschränkungen und der seit 11. Oktober 2021 andauernden 

Arbeitsunfähigkeit zu prüfen. Sie wies zudem darauf hin, dass eine IV-Anmeldung erfolgt sei (Suva-act. 

12). 

A.f Im Bericht vom 7. Juli 2023 zuhanden der Suva führte Dr. C.___ aus, dass er den Versicherten 
bezüglich des Ereignisses vom 15. Februar 2020 nur einmal gesehen habe. Er schilderte den ihm vom 

Versicherten berichteten Ereignishergang und gab an, dass der Versicherte von der Polizei befragt und 

gerichtsmedizinisch untersucht worden sei. Der Versicherte habe sich damals bei ihm in der 

Sprechstunde gemeldet, weil er Angst gehabt habe, dass sich der Täter bei ihm räche (Suva-act. 27). 

A.g Mit Verfügung vom 18. Juli 2023 stellte die Suva ihre Versicherungsleistungen per 24. Februar 
2020 ein, da es vorliegend nicht zu einem erheblichen Körperschaden gekommen sei, das 

Schreckereignis nur relativ kurze Zeit gedauert habe und damit das Ereignis vom 15. Februar 2020 

gemäss Rechtsprechung schon grundsätzlich ungeeignet sei, einen dauernden, erheblichen 

psychischen Schaden zu verursachen. Der (adäquate) Kausalzusammenhang sei daher zu verneinen 
(Suva-act. 30). 

B.   

B.a Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. R. Zahner, am 24. August 
2023 Einsprache (Suva-act. 36) und legte dieser eine Aktennotiz der Staatsanwaltschaft vom 16. 

Februar 2020 (Suva-act. 38) sowie eine Kopie des Gutachtens des IRM vom 5. März 2020 (Suva-act. 

37) bei. 

B.b Mit E-Mail vom 7. September 2023 (Suva-act. 40) liess der Rechtsvertreter der Suva den 
Untersuchungsbericht der Notfallkonsultation am Spital E.___ vom 15. Juni 2020 zukommen (Suva-act. 

41). 

B.c Am 11. September 2023 teilte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen dem 
Versicherten mit, dass er keinen Anspruch auf berufliche Massnahmen habe (Suva-act. 42).  

B.d Mit Einspracheentscheid vom 6. November 2024 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-act. 72). 

C.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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4/12 

C.a Dagegen erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer), weiterhin vertreten durch 
Rechtsanwalt Zahner, am 9. Dezember 2024 Beschwerde. Er beantragte die vollumfängliche 

Aufhebung des Einspracheentscheids der Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 6. November 

2024 und die Ausrichtung der ihm zustehenden gesetzlichen Unfallversicherungsleistungen über den 

24. Februar 2020 hinaus. Eventualiter verlangte er die Rückweisung der Angelegenheit an die 
Beschwerdegegnerin zwecks Einholung eines versicherungsexternen Gutachtens beim asim 

Universitätsspital Basel. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der 

Beschwerdegegnerin (act. G1). 

C.b Mit Beschwerdeantwort vom 24. Januar 2025 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung 
der Beschwerde unter Bestätigung des Einspracheentscheids vom 6. November 2024 (act. G3). 

C.c Der Beschwerdeführer hielt in seiner Replik vom 27. Februar 2025 an seinen bisherigen 
Rechtsbegehren fest und nahm Stellung zur Beschwerdeantwort (act. G5). 

C.d Mit Schreiben vom 7. März 2025 teilte die Beschwerdegegnerin mit, auf die Einreichung einer 
umfassenden Duplik zu verzichten und an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde festzuhalten 

(act. G7). 

C.e Der Beschwerdeführer und die Beschwerdegegnerin wurden mit Schreiben vom 4. August 2025 
über den Beizug der IV-Akten und die Möglichkeit zur Einsichtnahme informiert (act. G11). Innert Frist 

gingen keine Rückmeldungen ein. 

C.f Auf den detaillierten Inhalt der Rechtsschriften sowie der übrigen Akten wird – soweit 
entscheidrelevant – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Erwägungen 
1.  

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin eine Leistungspflicht für die mit der 

Rückfallmeldung vom 14. Juni 2023 geltend gemachten psychischen Beschwerden zu Recht abgelehnt 

hat. 

2.  

2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) werden 
die Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten 

gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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beabsichtigte, schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 

Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den 

Tod zur Folge hat. Rechtsprechung und Lehre haben dabei auch schreckbedingte plötzliche Einflüsse 

auf die Psyche seit jeher als Einwirkung auf den menschlichen Körper (im Sinne des geltenden 

Unfallbegriffs) anerkannt und für ihre unfallversicherungsrechtliche Behandlung besondere Regeln 
entwickelt. Danach setzt die Annahme eines Unfalls voraus, dass es sich um ein aussergewöhnliches 

Schreckereignis, verbunden mit einem entsprechenden psychischen Schock, handelt; die seelische 

Einwirkung muss durch einen gewaltsamen, in der unmittelbaren Gegenwart des Versicherten sich 

abspielenden Vorfall ausgelöst werden und in ihrer überraschenden Heftigkeit geeignet sein, auch bei 

einem gesunden Menschen durch Störung des seelischen Gleichgewichts typische Angst- und 

Schreckwirkungen hervorzurufen. Bei Schreckereignissen dient jedoch nicht nur die Reaktion eines 

(psychisch) gesunden Menschen als Vergleichsgrösse, sondern es ist auf eine «weite Bandbreite» von 

Versicherten abzustellen (BGE 129 V 177 E. 2.1). Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll 

oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). 

Sie hat zudem Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Ist die 

versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine 

Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG).  

2.2 Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht nur für Gesundheitsschäden, die natürlich 
und adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (IRENE HOFER, N 63 ff. zu 

Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, 

Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG]; ANDRÉ NABOLD, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc 

Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum 

schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; ANDRÉ NABOLD, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum UVG, in: Hans-Ulrich Stauffer/Basile Cardinaux [Hrsg.], 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 5. Aufl. 2024, S. 56). Ursachen im 

Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der 

eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen 

Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des 

natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare 

Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 

anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität des Versicherten beeinträchtigt hat, der 

Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene 
gesundheitliche Störung entfiele (BGE 119 V 335 E. 1, 117 V 360 E. 4a mit Hinweisen). Ein Ereignis 

hat dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 

Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des 

eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis allgemein als 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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begünstigt erscheint (BGE 125 V 456 E. 5a mit Hinweisen). Bei Schreckereignissen, die nicht mit einer 

körperlichen Beeinträchtigung einhergehen (bzw. bei solchen, bei denen die somatischen 

Beeinträchtigungen von untergeordneter Bedeutung sind) beurteilt sich der adäquate 

Kausalzusammenhang nach der soeben genannten allgemeinen Adäquanzformel (BGE 129 V 177 E. 

4.2; Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juli 2011, 8C_168/2011, E. 3.2; anders hingegen, wenn weder 
die psychischen noch die somatischen Faktoren deutlich im Vordergrund stehen; diesfalls ist die 

Adäquanzprüfung nach der allgemeinen Formel sowie nach den Kriterien von BGE 115 V 133 

vorzunehmen [vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 30. November 2016, 8C_298/2016, E. 4.3 mit 

weiteren Hinweisen]). An den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen Schreckereignissen und 

nachfolgenden psychischen Beschwerden werden hohe bzw. strenge Anforderungen gestellt (BGE 129 

V 177 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 23. Mai 2016, 8C_167/2016, E. 4.1). Die 

strengen Anforderungen sind insbesondere an den Beweis der Tatsachen, die das Schreckereignis 

ausgelöst haben, und an die Aussergewöhnlichkeit dieses Ereignisses sowie den entsprechenden 

psychischen Schock zu stellen (Urteil des Bundesgerichts vom 1. September 2008, 8C_522/2007, E. 

4.3.1). Nach der Rechtsprechung besteht erfahrungsgemäss die übliche und einigermassen typische 

Reaktion auf solche Schreckereignisse darin, dass zwar eine Traumatisierung stattfindet, diese aber 

vom Opfer in aller Regel innert einiger Wochen oder Monate überwunden wird (SVR 2008 UV Nr. 7 S. 

23 E. 2.5; Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juli 2011, 8C_168/2011, E. 5.3 mit Hinweisen). 

2.3 Während der Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs in erster Linie mittels der Angaben 
medizinischer Fachpersonen geführt wird, handelt es sich bei der Frage nach dem adäquaten 

Kausalzusammenhang um eine Rechtsfrage, die vom Rechtsanwender nach den von Doktrin und 

Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (KOSS UVG-NABOLD, N 53, 59 zu Art. 6; BSK UVG-HOFER, 

N 65 f., 74 zu Art. 6; NABOLD, a.a.O., S. 58, 61). 

2.4 Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) werden die 
Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt. Bei einem Rückfall handelt es sich 

um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, verbunden mit einer Wiederaufnahme 

der ärztlichen Behandlung und gegebenenfalls begleitet von einer Arbeitsunfähigkeit; von Spätfolgen 

ist die Rede, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische und/oder 

psychische Veränderungen bewirkt, welche zu einem andersartigen Krankheitsbild führen können (BGE 

144 V 245 E. 6.1). Rückfälle und Spätfolgen knüpfen somit begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis 

an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht des (damaligen) Unfallversicherers nur auslösen, 

wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten 
Unfall erlittenen Gesundheitsschaden ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht 

(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen [nachfolgend: VSGR] vom 30. Oktober 

2019, UV 2018/32, E. 2.4). Der Unfallversicherer kann bezüglich Rückfälle oder Spätfolgen nicht auf 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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der Anerkennung des natürlichen Kausalzusammenhangs beim Grundfall oder bei früheren Rückfällen 

behaftet werden, da die unfallkausalen Faktoren durch Zeitablauf wegfallen können. Der Nachweis, 

dass zwischen dem als Rückfall oder Spätfolge postulierten Beschwerdebild und dem Unfall bzw. der 

Berufskrankheit ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, obliegt dem Versicherten (Urteil des 

Bundesgerichts vom 26. September 2008, 8C_102/2008, E. 2.2). Allerdings tragen die Parteien im 
Sozialversicherungsprozess in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit 

der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesenen gebliebenen Sachverhalt 

Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift erst, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen 

des im Sozialversicherungsrecht herrschenden Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 Satz 1, Art. 

61 lit. c ATSG) aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die 

Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. 

April 2020, 8C_59/2020, E. 4; zum Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit vgl. BGE 138 V 

218 E. 6; THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Spzialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 

2014, § 70 N 58). 

3.   

3.1 Die Beschwerdegegnerin scheint, ihre Leistungspflicht im Rahmen eines Grundfalls (Ereignis 
vom 15. Februar 2020) geprüft zu haben, indem sie in der mit Einspracheentscheid vom 6. November 

2024 ersetzten Verfügung vom 13. Juli 2023 ausführte, «[b]ei dieser Sach- und Rechtslage [...] [ihre] 
Versicherungsleistungen nach UVG per 24. Februar 2020 einstellen [zu müssen] (Ende der 

Arbeitsunfähigkeit nach dem Ereignis vom 15. Februar 2020)». Da die Einordnung als Grundfall oder 

Rückfall/Spätfolgen Folgen für die Beweislastverteilung hat (vgl. vorstehende E. 2.4), hat in einem 

ersten Schritt diesbezüglich eine Einordnung der mit «Rückfallmeldung» von Juni 2023 geltend 

gemachten psychischen Beschwerden zu erfolgen. 

3.2 Wenn und solange die (weitere) Erbringung erheblicher Leistungen zur Diskussion steht, hat der 
Unfallversicherer eine Leistungseinstellung bzw. einen Fallabschluss mittels Verfügung vorzunehmen 

(vgl. Art. 49 ATSG). Erlässt er stattdessen nur ein einfaches Schreiben, erlangt dieses jedenfalls 

regelmässig dann rechtliche Verbindlichkeit, wenn die versicherte Person nicht innerhalb eines Jahres 

Einwände erhebt. Standen allerdings in einem gewissen Zeitpunkt keine Leistungen mehr zur 

Diskussion, kann auch ein Rückfall vorliegen, ohne dass der versicherten Person vorgängig mitgeteilt 

worden war, dass der Fall abgeschlossen und die Leistungen eingestellt würden. Entscheidend ist, ob 

zum damaligen Zeitpunkt davon ausgegangen werden konnte, dass keine Behandlungsbedürftigkeit 

und/oder Arbeitsunfähigkeit mehr auftreten werden. Diese Beurteilung hat im Rahmen einer ex-ante 
Betrachtung unter Berücksichtigung der konkreten Umstände zu erfolgen. Dabei kommt der Art der 

Verletzung und dem bisherigen Verlauf eine entscheidende Bedeutung zu. Lag ein vergleichsweise 

harmloses Ereignis mit günstigem Heilungsverlauf vor, das nur während relativ kurzer Zeit Leistungen 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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erforderte, ist tendenziell eher von einem stillschweigend erfolgten Abschluss auszugehen als nach 

einem kompliziert verlaufenen Heilungsprozess. Andererseits ist der Leistungsanspruch auch dann 

unter dem Aspekt des Grundfalls und nicht eines Rückfalls zu prüfen, wenn die versicherte Person 

während der leistungsfreien Zeit weiterhin an den nach dem versicherten Ereignis aufgetretenen 

Beschwerden gelitten hat bzw. wenn Brückensymptome gegeben sind, die das Geschehen über das 
betreffende Intervall hinweg als Einheit kennzeichnen (zur geforderten Intensität fortdauernder 

Beschwerden vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 9. März 2023, 8C_261/2022, E. 4.3.2 analog, und 

vom 14. April 2020, 8C_59/2020, E. 4).  

3.3 Soweit aktenkundig, hatte die Beschwerdegegnerin vor der Einreichung der «Rückfallmeldung» 
vom 14. Juni 2023 weder einen formellen Fallabschluss vorgenommen noch ein einfaches Schreiben 

erlassen, mit welchem sie dem Beschwerdeführer einen solchen angezeigt hätte. Eine 

Arbeitsunfähigkeit und damit zusammenhängende Leistungen standen letztmals im Februar 2020 zur 

Diskussion. Ab dem 24. Februar 2020 war der Beschwerdeführer ausgewiesenermassen wieder zu 

100 % arbeitsfähig (Suva-act. 2). Damit konnte die Beschwerdegegnerin davon ausgehen, dass sich 

der Beschwerdeführer vom Unfallereignis vom 15. Februar 2020 vollständig erholt hatte. Es bestanden 

keine anderweitigen Hinweise, und die Beschwerdegegnerin wurde erstmals am 14. Juni 2023 erneut 

kontaktiert. Zwischen dem initialen Behandlungsabschluss und der Wiederaufnahme der Arbeit Ende 

Februar 2020 und der am 6. Juli 2021 erneut eingetretenen Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 16-12 f.) sowie 
den im Sommer/Herbst 2021 aufgenommenen psychiatrischen Behandlungen bzw. Abklärungen liegen 

sodann fast 1.5 Jahre. Die seit dann bestehende Arbeitsunfähigkeit (mit Unklarheit betreffend 

August/September 2021, vgl. Suva-act. 16-10 f.) und die Berichte der Psychiatrie-Dienste D.___ wurden 

der Beschwerdegegnerin zudem erst mit Rückfallmeldung vom 14. Juni 2023 zur Kenntnis gebracht. 

Insgesamt kann das Geschehen damit nicht als Einheit betrachtet werden. Der Leistungsanspruch des 

Beschwerdeführers für die Zeit ab Juli 2021 ist demnach unter dem Aspekt des Rückfalls bzw. von 

Spätfolgen, und damit – entgegen der formell-rechtlichen Behandlung durch die Beschwerdegegnerin 

– nicht im Rahmen eines Grundfalls zu prüfen. 

4.  

4.1 Im Einspracheentscheid prüfte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht unter dem Aspekt 
eines Schreckereignisses und verneinte in Anwendung der allgemeinen Adäquanzformel das Vorliegen 

eines adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen den psychischen Beschwerden des 

Beschwerdeführers und dem Ereignis vom 15. Februar 2020 (Suva-act. 72-7 f. E. 3.c). In der Folge 

liess sie die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang offen, wobei sie aber festhielt, dass 
den medizinischen Akten keine Brückensymptome, welche auf einen über das Ende der 

Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers hinausgehenden natürlichen Kausalzusammenhang 

hindeuten würden, zu entnehmen seien (Suva-act. 72-8 E. 4; vgl. hierzu auch act. G3-3 f. Ziff. 5.2, 5.4). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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4.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Frage des natürlichen Kausalzusammenhangs, dessen 
Bestehen die Beschwerdegegnerin bezweifle, sei eine medizinische Frage, die durch entsprechende 

Facharztpersonen zu beurteilen und von den behandelnden Ärztinnen und Ärzten zumindest implizit 

bejaht worden sei (act. G1-14 Ziff. B.2.6). Die Beschwerdegegnerin habe den Untersuchungsgrundsatz 

verletzt, indem sie davon ausgegangen sei, dass kein erheblicher Körperschaden entstanden sei, bzw. 
indem sie eine Hirnschädigung durch den tätlichen Angriff ausgeschlossen habe, ohne jedoch eine 

ärztliche Beurteilung hierzu eingeholt zu haben (act. G1-7 Ziff. B.1.2). Eine fachärztliche neurologische 

Untersuchung einschliesslich Bildgebung des Schädels zur abschliessenden Klärung des Sachverhalts 

sei angesichts der Hinweise auf eine zentralnervöse Beeinträchtigung unklarer Ursache aufgrund der 

motorischen Störungen und der wissenschaftlichen Literatur betreffend Strangulationen unumgänglich. 

Organisch nachweisbare Ursachen der aktenkundigen und von der Beschwerdegegnerin nicht 

bestrittenen kognitiven Defizite, welche nach dem Ereignis beklagt worden seien und mit denen die 

psychischen Beschwerden begonnen hätten, sowie generell das Vorliegen von strukturellen 

Hirnschäden müssten geprüft werden (act. G1-9 f. Ziff. B.1.5.2). Insbesondere könne die Frage nach 

der adäquaten Kausalität – deren eventuelles Bestehen der Beschwerdeführer bei Anwendung der von 

der Beschwerdegegnerin verwendeten allgemeinen Adäquanzformel aus zahlreichen Gründen bejahe 

(vgl. act. G1-12 f. Ziff. B.2.2 bis B.2.4) – erst nach Durchführung weiterer medizinischer Abklärungen 

bezüglich Hirnschädigungen beantwortet werden, da die vorzunehmende Adäquanzprüfung unter 
anderem von der Frage der körperlichen Schädigung abhänge (act. G1-12 Ziff. B.2.1). Schliesslich habe 

die Beschwerdegegnerin den Untersuchungsgrundsatz auch verletzt, indem sie es unterlassen habe, 

die Strafakten einzuholen (act. G1-8 Ziff. B.1.5). 

4.3 Der Beschwerdegegnerin lagen im Rahmen der Prüfung einer Rückfallkausalität sowohl der 
Strafbefehl vom 26. Januar 2023 als auch das IRM-Gutachten vom 5. März 2020 vor. Die 

rechtsmedizinischen Fachpersonen stellten beim Beschwerdeführer während der unmittelbar nach dem 

Vorfall durchgeführten Untersuchung deutliche Störungen der Motorik fest und werteten Letztere als 

einen Hinweis auf eine zentralnervöse Beeinträchtigung. Von den Angaben des Beschwerdeführers, 

wonach er durch die Kompression des Halses über mehrere Minuten das Bewusstsein verloren habe, 

und unter Berücksichtigung der punktförmigen Einblutungen in der Hinterohrregion als Zeichen des 

gestörten Blutabflusses leiteten die rechtsmedizinischen Fachpersonen eine relevante 

Blutzirkulationsstörung im Kopfbereich ab (Suva-act. 37-4 f.). Damit wusste die Beschwerdegegnerin 

um die im Zeitpunkt des Unfallereignisses infolge Sauerstoffmangels bestehende konkrete 

Lebensgefahr. Wie der Beschwerdeführer zu Recht vorbringt (vgl. act. G1-10 Ziff. B.1.5.3), vermag das 
Vorbringen der Beschwerdegegnerin, weder das IRM noch der Hausarzt hätten bildgebende 

Untersuchungen veranlasst (vgl. act. G3-5 Ziff. 5.6), sie nicht davon zu befreien, in Erfüllung der ihr 

gesetzlich obliegenden Untersuchungsflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) die erforderlichen Abklärungen zur 

Eruierung des rechtserheblichen medizinischen Sachverhalts vorzunehmen; dies umso weniger, als 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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sich das IRM-Gutachten hauptsächlich auf die Frage nach dem Bestehen einer konkreten Lebensgefahr 

beschränkte (vgl. den Fragekatalog in Suva-act. 37-1) und keine darüberhinausgehenden bildgebenden 

Abklärungen vorsah. Hinzu kommt, dass Dr. C.___ vom Beschwerdeführer primär aus Angst vor Rache 

seitens des Täters aufgesucht worden war und der Bericht lediglich eine Anamnese sowie eine 

begrenzte Diagnose ohne Hinweise auf durchgeführte Untersuchungen und die erhobenen Befunde 
enthält (vgl. Suva-act. 27-1). Ohnehin würde ein nicht sachgerechtes Vorgehen seitens des Hausarztes 

die Beschwerdegegnerin nicht von der genannten Abklärungspflicht entbinden. Dem Beschwerdeführer 

ist zudem darin zuzustimmen, dass die Beschwerdegegnerin (ohne den Fall ihrer Versicherungsmedizin 

vorzulegen) nicht in antizipierter Beweiswürdigung davon hätte ausgehen dürfen, es liege keine 

strukturelle Hirnverletzung bzw. keine ereignisbedingte organische Ursache für die kognitiven 

Beschwerden vor und dass weitere Abklärungen diesbezüglich keine neuen Erkenntnisse bringen 

würden (vgl. act. G1-10 Ziff. B.1.5, G3-5 Ziff. 5.6; Suva-act. 72-8 E. 4). Als medizinische (Tat-)Frage, 

welche den natürlichen Kausalzusammenhang beschlägt, obliegt deren Beantwortung – wie bereits 

erwähnt (vgl. vorstehende E. 2.3) – medizinischen Fachpersonen (insbesondere aus der Neurologie). 

Zwar muss der natürliche Kausalzusammenhang gemäss Bundesgericht nicht abgeklärt werden, wenn 

die Adäquanz von organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden ohnehin zu verneinen 

wäre. Wenn aber – wie hier – die Frage nach einem unfallkausalen organischen Substrat für die 

Beschwerden noch nicht ausreichendend abgeklärt worden ist, kann eine (Leistungseinstellung bzw.) 
Leistungsverweigerung nicht gestützt auf diese bundesgerichtliche Rechtsprechung erfolgen. 

Vorliegend ist dies umso wichtiger, als die Abklärungen hinsichtlich des natürlichen 

Kausalzusammenhangs sich entscheidend auf die Adäquanzprüfung, nämlich auf die hierbei 

anzuwendende Praxis bzw. Formel, auswirkt. Eine abschliessende Beantwortung der Frage nach der 

adäquaten Kausalität ist damit, wie der Beschwerdeführer geltend macht (vgl. act. G1-12 Ziff. B.2.1), 

vorliegend erst nach Durchführung der oben genannten medizinischen Abklärungen möglich, da diese 

unter anderem von der Frage der körperlichen Schädigung abhängt. Dabei handelt es sich um eine für 

den Ausgang des Verfahrens erhebliche Tatsache, weshalb nach einem allgemeinen Grundsatz 

darüber Beweis zu führen ist (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts vom 7. Mai 2009, 8C_151/2009, E. 

2.1 mit Hinweisen; vgl. auch das Urteil des Bundesgerichts vom 14. April 2008, U 593/06, E. 3.3, worin 

dieses zur Beurteilung der Adäquanz unterstützend auf die ärztlichen Beurteilungen Bezug nahm).  

4.4 Der Vollständigkeit halber ist anzumerken, dass allein die Tatsache, dass die psychische 
Beeinträchtigung erstmals 1.5 Jahre nach dem Vorfall festgestellt wurde (vgl. den Einwand der 

Beschwerdegegnerin in act. G3-4 Ziff. 5.4), zur Verneinung der Adäquanz nicht genügen würde; dies 
umso weniger, als die Beschwerdegegnerin auch diesbezüglich nur unzureichend Abklärungen 

vorgenommen hat (vgl. hierzu auch Entscheid des VSGR vom 9. Dezember 2020, UV 2020/6, E. 4.3). 

Sie hätte sie beispielsweise bei der Schule/beim Betrieb nachfragen können, ob den Lehrpersonen ein 

allfälliger Leistungsabfall aufgefallen und ob, wie und wann eine Veränderung eingetreten war. Auch 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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hätte die Dokumentation zum Treffen mit dem schulischen Sozialdienst und den Lehrpersonen im Mai 

2021 (vgl. Suva-act. 22-1 f.; vgl. auch Suva-act. 14 Ziff. 2) eingeholt werden können. Solche 

Abklärungen hat die Beschwerdegegnerin unterlassen. Insbesondere ist darauf hinzuweisen, dass beim 

Beschwerdeführer bereits vor Juni 2021 Konzentrationsschwierigkeiten und psychische Auffälligkeiten 

bestanden (vgl. Suva-act. 41-1). Auch die Tatsache, dass der Beschwerdeführer am 21. Juni 2021 
angegeben hat, sich nicht mehr vor der Rache des Täters zu fürchten (vgl. Suva-act. 22-5 sowie den 

Einwand der Beschwerdegegnerin in act. G3-4 Ziff. 5.4), vermag nichts daran zu ändern, dass sich das 

Ereignis womöglich auf die Psyche des Beschwerdeführers ausgewirkt hat. Sowohl das Argument, es 

seien 1.5 Jahre verstrichen, als auch das Argument, der Beschwerdeführer habe damals ausgesagt, 

sich nicht mehr zu fürchten, verlieren umso mehr an Bedeutung, wenn man bedenkt, dass hinsichtlich 

der psychischen Beeinträchtigungen verschiedentlich ein Vermeidungsverhalten seitens des 

Beschwerdeführers aktenkundig ist (vgl. bezeichnend Suva-act. 41-2: «Eine psychiatrische 

Konsultation wegen der Selbstverletzungen, Essstörung und Depressivität lehnte der Patient komplett 

ab»), was vor dem Hintergrund des jungen Alters des Beschwerdeführers (Angst und Scham, darüber 

zu sprechen; mangelnde Einsichtsfähigkeit; Unerfahrenheit bezüglich psychischer Thematiken) 

nachvollziehbar ist. 

5.   

Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin ihre Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) 
verletzt, indem sie den Sachverhalt ungenügend abgeklärt, darauf basierend eine Adäquanzbeurteilung 

der psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers vorgenommen und in der Folge ihre 

Versicherungsleistungen eingestellt hat. Die Angelegenheit ist zur Durchführung eines 

versicherungsexternen Gutachtens, insbesondere zum neurologischen Gesundheitszustand des 

Beschwerdeführers (Untersuchungen hinsichtlich der Unterversorgung des Gehirns und Vorliegen 

eines organischen Korrelats) und dessen natürliche Kausalität für die psychischen Beeinträchtigungen 

(im Rahmen einer bidisziplinären neurologischen/psychiatrischen Beurteilung), und anschliessenden 

neuen Verfügung über den Leistungsanspruch an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Da 

gemäss geltendem Recht kein Wahlrecht hinsichtlich der Gutachtensperson besteht (Urteil des 

Bundesgerichts vom 7. April 2010, 8C_127/2010, E. 3.2; vgl. auch Art. 44 ATSG zu den 

Mitwirkungsrechten der versicherten Person sowie Art. 7j ff. der Verordnung über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts [ATSV; SR 830.11]), kann dem Antrag des Beschwerdeführers, das 

Gutachten von der asim-Gutachterstelle erstellen zu lassen, nicht entsprochen werden.  

6.   

6.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde unter Aufhebung des Einspracheentscheids vom 6. 
November 2024 dahingehend gutzuheissen, dass die Streitsache zur Einholung eines 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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versicherungsexternen Gutachtens im Sinne der Erwägungen und anschliessenden neuen Verfügung 

an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. 

6.2 Gerichtskosten sind mangels gesetzlicher Grundlage im UVG keine zu erheben (Art. 61 lit. fbis 
ATSG). 

6.3 Die obsiegende beschwerdeführende Partei hat gemäss Art. 61 lit. g ATSG Anspruch auf Ersatz 
der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne 

Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.– 

bis Fr. 15'000.–. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf den 

notwendigen Aufwand für die Beschwerdeführung eine Parteientschädigung in Höhe von Fr. 4'000.– 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen. 

Entscheid 
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  
Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass der Einspracheentscheid vom 6. November 

2024 aufgehoben und die Streitsache zur Einholung eines versicherungsexternen Gutachtens im Sinne 

der Erwägungen und anschliessenden neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen 

wird. 

2.  
Es werden keine Gerichtskosten erhoben. 

3.  
Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in Höhe von Fr. 4'000.– 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 17.10.2025
	Art. 43 Abs. 1 ATSG. Die Beschwerdegegnerin hat ihre Untersuchungspflicht verletzt, indem sie den Sachverhalt ungenügend abgeklärt, darauf basierend eine Adäquanzbeurteilung der psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers vorgenommen und in der Folge ihre Versicherungsleistungen eingestellt hat. Rückweisung der Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zur Durchführung eines versicherungsexternen Gutachtens, insbesondere zum neurologischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers (Untersuchungen hinsichtlich der Unterversorgung des Gehirns und Vorliegen eines organischen Korrelats) und dessen natürliche Kausalität für die psychischen Beeinträchtigungen (im Rahmen einer bidisziplinären neurologischen/psychiatrischen Beurteilung)(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. Oktober 2025, UV 2024/77).