# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3e3b42f9-d7d9-529f-88db-a9b2e4d3d316
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-12-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.12.2023 F-4784/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-4784-2022_2023-12-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-4784/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  D e z e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richter Basil Cupa (Vorsitz), 

Richterin Susanne Genner,  

Richterin Claudia Cotting-Schalch,    

Gerichtsschreiber Mathias Lanz. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______,  

2. B._______,  

Beschwerdeführende,  

beide vertreten durch Dr. Guido Hensch, Rechtsanwalt,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Schengen-Visum;  

Verfügung des SEM vom 21. September 2022. 

 

 

 

F-4784/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Am 15. Juni 2022 ersuchte die nigerianische Staatsangehörige C._______ 

(geboren 1957; nachfolgend: Gesuchstellerin) um Ausstellung eines 

Schengen-Visums für mehrfache Einreisen in den Schengen-Raum sowie 

für einen rund einmonatigen Besuchsaufenthalt vom 15. Juli 2022 bis zum 

13. August 2022 bei ihrer in der Schweiz wohnhaften Tochter, A._______, 

und ihrem Enkel, B._______. Den Visumantrag lehnte die Schweizerische 

Botschaft in Abuja, Nigeria, am 16. Juni 2022 mit einer Formularverfügung 

ab. Die Auslandvertretung führte an, die Gesuchstellerin habe für die Dauer 

des geplanten Aufenthalts oder für die Rückreise ins Heimatland keine ge-

nügenden finanziellen Mittel nachgewiesen. Zudem bestünden ernsthafte 

Zweifel an der Absicht der Gesuchstellerin, den Schengen-Raum vor Ab-

lauf des Visums wieder zu verlassen. 

B.  

Gegen den negativen Visumentscheid erhob A._______ am 30. Juni 2022 

Einsprache beim Staatssekretariat für Migration SEM. In der Folge liess 

das SEM durch die Migrationsbehörde des Kantons (…) Sachverhaltsab-

klärungen vornehmen. Am 16. August 2022 verpflichteten sich A._______ 

und B._______ gegenüber den zuständigen Behörden, während des Auf-

enthalts der Gesuchstellerin in der Schweiz bis zu einem Betrag von Fr. 

30'000.– für deren Lebensunterhalt aufzukommen, falls diese hierzu nicht 

in der Lage sein sollte. Mit Entscheid vom 21. September 2022 wies das 

SEM die Einsprache ab. Zur Begründung führte es im Wesentlichen an, die 

Gesuchstellerin stamme aus einem Land, aus welchem der Zuwande-

rungsdruck nach wie vor stark anhalte. Es könne nicht davon ausgegangen 

werden, dass im persönlichen oder familiären Umfeld der Gesuchstellerin 

Verpflichtungen oder gar Abhängigkeiten vorhanden seien, die besondere 

Gewähr für eine Rückreise ins Herkunftsland bieten würden oder dass die 

erforderlichen finanziellen Voraussetzungen erfüllt wären. 

C.  

A._______ und B._______ (nachfolgend: Beschwerdeführende) gelangten 

mit einer Rechtsmitteleingabe vom 20. Oktober 2022 an das Bundesver-

waltungsgericht und beantragten, den Einspracheentscheid vollumfänglich 

aufzuheben. Die Visa-Sektion in Abuja sei anzuweisen, der Gesuchstelle-

rin zwecks touristischen Aufenthalts ein einmaliges Visum für die Schweiz 

auszustellen.  

F-4784/2022 

Seite 3 

D.  

Mit Vernehmlassung vom 1. Dezember 2022 beantragte die Vorinstanz die 

Abweisung der Beschwerde.  

E.  

Am 12. Dezember 2022 reichten die Beschwerdeführenden eine Stellung-

nahme ein und legten mit Replik vom 20. März 2023 innert hierfür erstreck-

ter Frist Steuerunterlagen sowie Lohnausweise ins Recht.  

F.  

Mit Duplik vom 9. Mai 2023 hielt die Vorinstanz an Begehren und Begrün-

dung fest.  

G.  

Sinngemäss und im Sinne eines Eventualbegehrens beantragten die Be-

schwerdeführenden mit Stellungnahme vom 30. Mai 2023, zur Sicherstel-

lung der Wiederausreise der Gesuchstellerin eine Kaution zu leisten.  

H.  

Aus organisatorischen Gründen wurde im März 2023 der vorsitzende Rich-

ter im Spruchkörper aufgenommen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Von der Vorinstanz erlassene Einspracheentscheide bezüglich Schen-

gen-Visa sind mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar 

(vgl. Art. 112 Abs. 1 AIG [SR 142.20] i.V.m. Art. 31 ff. VGG und Art. 5 

VwVG). 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das 

VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 

1.3 Die Beschwerdeführenden haben am vorangegangenen Einsprache-

verfahren teilgenommen und sind als Gastgeber sowie Tochter und Enkel 

der Gesuchstellerin durch den angefochtenen Entscheid besonders be-

rührt. Sie sind zur Erhebung des Rechtsmittels legitimiert, zumal die Ge-

suchstellerin nach wie vor einen Aufenthalt in der Schweiz anstrebt (Art. 48 

Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

einzutreten (Art. 50 Abs.1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

F-4784/2022 

Seite 4 

2.  

Mit Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von 

Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermes-

sens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli-

chen Sachverhalts und, im Falle von Bundesbehörden, die Unangemes-

senheit gerügt werden (vgl. Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht 

wendet im Beschwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an 

und ist nicht an die Begründung der Begehren gebunden (vgl. Art. 62 Abs. 4 

VwVG). Massgeblich ist grundsätzlich die Sachlage im Entscheidzeitpunkt 

(vgl. BVGE 2020 VII/4 E. 2.2 m.H.). 

3.  

Dem angefochtenen Entscheid liegt das Gesuch einer nigerianischen 

Staatsangehörigen um Erteilung eines Visums zu Besuchszwecken in der 

Schweiz zugrunde. Da sich die Gesuchstellerin nicht auf die EU/EFTA-Per-

sonenfreizügigkeitsabkommen berufen kann und die beabsichtigte Aufent-

haltsdauer 90 Tage nicht überschreitet, fällt die vorliegende Streitsache in 

den Anwendungsbereich der Schengen-Assoziierungsabkommen, mit de-

nen die Schweiz den Schengen-Besitzstand und die dazugehörigen ge-

meinschaftsrechtlichen Rechtsakte übernahm (BVGE 2014/1 E. 3; 2011/48 

E. 3). Das AIG und dessen Ausführungsbestimmungen gelangen nur so-

weit zur Anwendung, als die Schengen-Assoziierungsabkommen keine ab-

weichenden Bestimmungen enthalten (Art. 2 Abs. 4 AIG).  

4.  

4.1 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines 

Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Ertei-

lung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – 

grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern die Einreise 

zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es 

sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. BVGE 2009/27 E. 3 

m.w.H.). Das Schengen-Recht schränkt die nationalstaatlichen Befugnisse 

insoweit ein, als es einheitliche Voraussetzungen für Einreise und Visum 

aufstellt und die Mitgliedstaaten verpflichtet, die Einreise beziehungsweise 

das Visum zu verweigern, wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt sind.  

Einen Anspruch auf Einreise beziehungsweise Visum vermittelt aber auch 

das Schengen-Recht nicht (vgl. BVGE 2014/1 E. 4.1.5).  

4.2 Drittstaatsangehörige dürfen über die Aussengrenzen des Schengen-

Raums für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb eines Zeit-

raums von 180 Tagen einreisen, wenn sie im Besitz gültiger 

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Seite 5 

Reisedokumente sind, die zum Grenzübertritt berechtigen. Ferner benöti-

gen sie ein Visum, sofern dieses erforderlich ist gemäss der Verordnung 

(EU) 2018/1806 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 14. No-

vember 2018 zur Aufstellung der Liste der Drittländer, deren Staatsange-

hörige beim Überschreiten der Aussengrenzen im Besitz eines Visums sein 

müssen, sowie der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige von die-

ser Visumpflicht befreit sind (ABl. L 303/39 vom 28. November 2018 [nach-

folgend: EU-Visa-VO]). Des Weiteren müssen Drittstaatsangehörige den 

Zweck und die Umstände ihres beabsichtigten Aufenthalts belegen und 

hierfür über ausreichende finanzielle Mittel verfügen. Sie dürfen nicht im 

Schengener Informationssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausge-

schrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere 

Sicherheit, die öffentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehun-

gen eines Mitgliedstaats darstellen (siehe zum Ganzen: Art. 5 Abs. 1 AIG; 

Art. 3 Abs. 1 und Art. 12 Abs. 1 der Verordnung vom 15. August 2018 über 

die Einreise und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 6 Abs. 1 

der Verordnung [EG] Nr. 2016/399 des Europäischen Parlaments und des 

Rates vom 9. März 2016 über einen Unionskodex für das Überschreiten 

der Grenzen durch Personen [Schengener Grenzkodex, SGK, ABl. L 77/1 

vom 23. Juni 2016]; Art. 14 Abs. 1 und Art. 21 Abs. 1 der Verordnung [EG] 

Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 

2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft [Visakodex, VK, ABl. L 243/1 

vom 15. September 2009]).  

4.3 Eine drittstaatsangehörige Person muss für ihre fristgerechte Wieder-

ausreise Gewähr bieten (Art. 5 Abs. 2 AIG). Wenn sie nicht bereit ist, das 

Hoheitsgebiet des Schengen-Raums fristgerecht wieder zu verlassen, ist 

von einer Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 6 Abs. 1 

Bst. e SGK auszugehen (BVGE 2014/1 E. 4.3; 2011/48 E. 4.5). Die Behör-

den haben daher zu prüfen und die gesuchstellende Person hat dement-

sprechend zu belegen, dass die Gefahr einer rechtswidrigen Einwande-

rung oder einer nicht fristgerechten Ausreise nicht besteht respektive dass 

Gewähr für die gesicherte Wiederausreise geboten wird (vgl. Art. 14 Abs. 1 

Bst. d VK; Art. 21 Abs. 1 VK; Art. 12 VEV; BVGE 2014/1 E. 4.4). Das Visum 

ist zu verweigern, wenn begründete Zweifel an der Echtheit der von der 

gesuchstellenden Person eingereichten Belege oder am Wahrheitsgehalt 

ihres Inhalts, an der Glaubwürdigkeit ihrer Aussagen oder der von ihr be-

kundeten Absicht bestehen, das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten vor Ab-

lauf der Gültigkeit des beantragten Visums zu verlassen (Art. 32 Abs. 1 

Bst. b VK).  

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Seite 6 

5.  

Strittig ist, ob die nigerianische Gesuchstellerin Gewähr für eine fristge-

rechte Wiederausreise aus dem Schengen-Raum bietet. 

5.1  

5.1.1 Bei der Beurteilung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise 

muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Hierzu sind lediglich 

Prognosen möglich, wobei sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles 

zu würdigen sind. In die Beurteilung miteinzubeziehen sind die allgemeine 

Lage im Herkunftsland einerseits (vgl. E. 5.1.2 hiernach) sowie die indivi-

duelle Situation der gesuchstellenden Person andererseits (vgl. E. 5.2 hier-

nach). Bei Einreisegesuchen von Personen aus Regionen mit politisch 

und/oder wirtschaftlich ungünstigen Verhältnissen rechtfertigt sich eine 

strenge Praxis, da die persönliche Interessenlage in solchen Fällen häufig 

nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung 

im Einklang steht (BVGE 2014/1 E. 6.1 m.H.). 

5.1.2 Obwohl Nigeria aufgrund seiner reichhaltigen Erdölvorkommen auch 

als stärkste Volkswirtschaft des afrikanischen Kontinents gilt, lebt ein gros-

ser Teil der Bevölkerung in Armut. Gemäss dem Human Development Re-

port 2021/2022 des United Nations Development Programme befindet sich 

Nigeria lediglich auf Rang 163 des Entwicklungsindexes (vgl. 

< https://hdr.undp.org/ > reports and publications >, abgerufen am 

20.12.2023). Zutreffend führt die Vorinstanz daher an, die Gesuchstellerin 

– sie ist in (…) im Bundesstaat Delta wohnhaft – stamme aus einer Region, 

aus welcher als Folge der dort insbesondere in wirtschaftlicher Hinsicht 

herrschenden Verhältnisse der Zuwanderungsdruck nach wie vor stark an-

hält (vgl. dazu Urteile des BVGer F-4339/2022 vom 31. März 2023 E. 5.3 

f.; F-4052/2018 vom 8. April 2020 E. 5.3 f.; je m.w.H.). Somit ist nicht zu 

beanstanden, wenn die Vorinstanz das Risiko einer nicht fristgerechten 

Wiederausreise als allgemein hoch einschätzt. 

5.2 Nebst den allgemeinen Verhältnissen im Herkunftsland sind in die Ri-

sikoanalyse auch die Umstände des konkreten Einzelfalls, insbesondere 

die berufliche, gesellschaftliche und familiäre Verantwortung der gesuch-

stellenden Person im Herkunftsland einzubeziehen. Bei Personen, die in 

ihrer Heimat keine besonderen Verpflichtungen wahrnehmen oder die sich 

in wirtschaftlich ungünstigen Verhältnissen befinden, muss das Risiko ei-

nes ausländerrechtlich nicht regelkonformen Verhaltens nach einer bewil-

ligten Einreise als vergleichsweise hoch eingeschätzt werden (vgl. 

BVGE 2019 VII/1 E. 7.2; 2014/1 E. 6.3.1; 2009/27 E. 8). 

https://hdr.undp.org/

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5.2.1 Die Gesuchstellerin ist 66 Jahre alt, verwitwet und offenbar Analpha-

betin. Sie ist ihren eigenen Angaben zufolge Managerin eines kleinen La-

dens, welcher einheimische und ausländische Getränke sowie Zigaretten 

in Rollen und Päckchen verkaufe. Zudem sei sie Gross- und Einzelhändle-

rin. Wie hoch ihr damit erzieltes Einkommen ist, ergibt sich aus den einge-

reichten Unterlagen betreffend ihre Erwerbstätigkeit jedoch nicht. Gemäss 

dem Auszug eines nigerianischen Bankkontos, lautend auf die Gesuchstel-

lerin, betrug der Saldo per 15. Juni 2022 rund NGN (Nigerianische Naira) 

1'931.–. Dies entspricht umgerechnet zirka Fr. 2.05. Am 23. September 

2022 wurde der Gesuchstellerin dann ein Betrag von NGN 1'500'000.– 

(d.h. rund Fr. 1'580.–) überwiesen (vgl. Einzahlungsbeleg vom 23. Septem-

ber 2022). Woher dieses Geld stammt, ist nicht ersichtlich. Aus der Steu-

ererklärung der Beschwerdeführerin 1 vom 3. März 2023 geht immerhin 

hervor, dass die Gesuchstellerin im Jahr 2022 mit Fr. 4'670.– unterstützt 

wurde. 

5.2.2 Über ausgewiesene, nennenswerte Barmittel verfügt die Gesuchstel-

lerin somit nicht. Zwar halten die Beschwerdeführenden dem entgegen, die 

Gesuchstellerin lagere das Geld zu Hause und Zahlungen würden in Nige-

ria noch immer in bar abgewickelt. Nähere Angaben zu den Einkommens- 

und Vermögensverhältnissen der Gesuchstellerin liefern die anwaltlich ver-

tretenen Beschwerdeführenden jedoch keine. Sodann macht die Gesuch-

stellerin nicht geltend, ihren Getränke- und Tabakladen trotz ihres fortge-

schrittenen Alters noch lange Zeit (alleine) weiterführen zu wollen bezie-

hungsweise zu müssen. Ihr Grundeigentum ginge bei einer allfälligen 

Emigration nicht zwingend verloren (vgl. BVGE 2014/1 E. 6.3.6 m.H.; statt 

vieler: Urteil des BVGer F-3689/2022 vom 17. August 2023 E. 5.2.1). Dem-

nach bildet die wirtschaftliche Situation der Gesuchstellerin keine verläss-

liche Gewähr für eine anstandslose Wiederausreise vor Ablauf des Schen-

gen-Visums (vgl. BVGE 2019 VII/1 E. 8.3).  

5.2.3 Plausibel und nachvollziehbar scheint, dass die Gesuchstellerin in 

Nigeria über einen grossen Familienverbund und einen weiten Bekannten-

kreis verfügt sowie dass sie die Betreuung von Enkelkindern übernimmt. 

Zum einen hat jedoch die Erfahrung oft gezeigt, dass zurückbleibende An-

gehörige gerade in Situationen angespannter wirtschaftlicher und/oder po-

litischer Verhältnisse gesuchstellende Personen regelmässig nicht davon 

abhalten können, den Entschluss für eine Emigration zu fällen. Zum andern 

lässt insbesondere das soziale Beziehungsnetz der Gesuchstellerin in der 

Schweiz das Emigrationsrisiko als hoch erscheinen. Dies gilt vorliegend 

umso mehr mit Blick auf die beiden minderjährigen Kinder der 

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Seite 8 

Beschwerdeführerin 1, die während deren Erwerbstätigkeit noch einer teil-

weise umfassenden Betreuung bedürfen. Der von der Vorinstanz aufge-

brachte Verdacht, die Gesuchstellerin könnte auch aufgrund gesundheitli-

cher Probleme einen Aufenthalt in der Schweiz anstreben, blieb seitens der 

Beschwerdeführenden unwidersprochen. Unbelegt und unsubstantiiert ist 

sodann die Behauptung, die Gesuchstellerin sei in Nigeria Gründungsmit-

glied und Präsidentin mehrerer Vereinigungen sowie ein (…) Mitglied (…) 

ihres Dorfes. Darauf ist nicht weiter einzugehen. 

5.3  

5.3.1 Somit können der Gesuchstellerin keine beruflichen und familiären 

Verpflichtungen oder Abhängigkeiten attestiert werden, die hinreichende 

Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise bieten könnten. Das Risiko, 

dass die Gesuchstellerin – einmal in die Schweiz eingereist – vom zuvor 

deklarierten Aufenthaltszweck abweichen und versuchen könnte, diesen 

auf eine neue Basis zu stellen, ist vor diesem Hintergrund als hoch einzu-

schätzen. Die Zusicherung einer fristgerechten Ausreise durch die Be-

schwerdeführenden ändert daran nichts. Gastgeber und Garanten können 

mit rechtlich verbindlicher Wirkung zwar für gewisse finanzielle Risiken im 

Zusammenhang mit dem Besuchsaufenthalt, nicht aber für ein bestimmtes 

Tun oder Unterlassen ihrer Gäste einstehen (vgl. in diesem Zusammen-

hang auch BVGE 2009/27 E. 9).  

5.3.2 Schliesslich ist festzuhalten, dass dem Risiko einer nicht fristgerech-

ten Wiederausreise der Gesuchstellerin vorliegend auch nicht mit der Hin-

terlegung einer Kaution Rechnung getragen werden kann (vgl. dazu Art. 6 

Abs. 3 AIG; Art. 14 ff. VEV; BVGE 2019 VII/1 E. 9; 2018 VII/6 E. 8.3; Urteil 

des BVGer F-3040/2023 vom 12. Oktober 2023 E. 5.9 m.w.H.). Aktenkun-

dig verfügen die Beschwerdeführenden über keine Barmittel, die es ihnen 

erlauben würden, ihrer unterzeichneten Garantieverpflichtung vom 16. Au-

gust 2022 nachzukommen, geschweige denn eine angemessene Kaution 

leisten zu können (vgl. Steuererklärung der Beschwerdeführerin 1 vom 

3. März 2023: Fr. 718.– steuerbares Vermögen; Bankauszug Beschwerde-

führer 2 per 1. Februar 2022: Guthaben von Fr. 41.06). Unbesehen dessen 

kann das Emigrationsrisiko der Gesuchstellerin aufgrund des bestehenden 

familiären Netzes in der Schweiz mit der Hinterlegung einer Geldsumme 

ohnehin nicht als gebannt betrachtet werden. Das (sinngemässe) Eventu-

albegehren auf Leistung einer Kaution ist deshalb abzuweisen. 

5.4 Zu Recht ging die Vorinstanz daher davon aus, die Wiederausreise der 

Gesuchstellerin sei nicht gesichert. Die Voraussetzungen für die Erteilung 

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Seite 9 

eines Besuchervisums im Sinne von Art. 6 SGK beziehungsweise  

Art. 5 AIG sind nicht erfüllt. Eine Verletzung des Willkürverbots (Art. 9 BV) 

ist nicht auszumachen. Ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen der Gesuch-

stellerin und den Beschwerdeführenden oder weitere Gründe für die Aus-

stellung eines Visums mit räumlich beschränkter Gültigkeit (vgl. Art. 5  

Abs. 3 AIG; 3 Abs. 4 VEV, Art. 25 Abs. 1 Bst. a VK sowie Art. 6 Abs. 5 Bst. c 

SGK) wurden weder geltend gemacht noch ergeben sich solche aus den 

Akten. Somit ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Ausstellung 

eines Visums verweigert hat. 

6.  

Die angefochtene Verfügung verletzt kein Bundesrecht (Art. 49 VwVG). Die 

Beschwerde ist abzuweisen. 

7.  

Entsprechend dem Verfahrensausgang sind die Kosten den unterliegen-

den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. 

Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

8.  

Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Angele-

genheit endgültig (vgl. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 900.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 

gedeckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden und die Vorinstanz. 

 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Basil Cupa Mathias Lanz 

 

 

 

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