# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 44c243ea-0d53-5355-b7a2-47b74d5e9a89
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 12.05.2020 IV 2018/225
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2018-225_2020-05-12.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/225

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 24.09.2020

Entscheiddatum: 12.05.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 12.05.2020
Art. 28 und 29 IVG: Beweiskraft Gutachten bejaht. Keine Notwendigkeit zur 
Korrektur der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung. Die 
Beschwerdeführerin ist zu Recht als im Gesundheitsfall 
Vollzeiterwerbstätige eingestuft worden. Einkommensvergleich. Befristeter 
Rentenanspruch bejaht (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 12. Mai 2020, IV 2018/225).

Entscheid vom 12. Mai 2020

Besetzung

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider und 

Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

IV 2018/225

Parteie

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Nadja D'Amico, c/o Procap Schweiz, 

Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (Ledigname: B.___; vgl. act. G 12; nachfolgend: Versicherte) meldete sich 

am 3. November 2014 bei der IV-Stelle für berufliche Massnahmen und 

Rentenleistungen an (IV-act. 21). Sie war in diesem Zeitpunkt bei der C.___ AG als 

Sachbearbeiterin Treuhand in einem Pensum von 80 % (zunächst 70 %) angestellt 

gewesen (vgl. act. G 6.2-4 S. 52). Parallel zur Anstellung hatte sie sich in einer 

Weiterbildung zur eidgenössischen Fachfrau Rechnungswesen befunden, jedoch die 

Abschlussprüfung im Jahr 2014 nicht bestanden. Im April 2014 war es zu einem 

Zusammenbruch am Arbeitsplatz gekommen (vgl. act. G 6.2-2 S. 40, unten), der eine 

notfallmässige ambulante Behandlung im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) und eine 

Arbeitsunfähigkeit nach sich gezogen hatte (act. G 6.2-1 S. 4 und 9). Nach dem 

Zusammenbruch hatte sich die Versicherte aufgrund einer ausgeprägten Erschöpfung 

in die Klinik D.___ in Behandlung begeben (vgl. act. G 6.2-1 S. 16 f.; vgl. ferner IV-

act. 51 S. 3). Ab Ende Mai 2014 hatte Dr. med. E.___, Arzt für Allgemeinmedizin und 

Pädiatrie FMH, Klinik D.___, die Versicherte sodann für längere Zeit zu 100 % 

krankgeschrieben (act. G 6.2-1 S. 15 ff.; vgl. ferner Krankschreibung durch den 

damaligen Hausarzt act. G 6.2-1 S. 13). Im September 2014 hatte die Versicherte ihre 

Arbeit in einem reduzierten Pensum wieder aufgenommen (vgl. act. G 6.2-1 S. 15 ff. 

und 42). Ab dem 10. Oktober 2014 hatte Dr. E.___ der Versicherten erneut eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert und bei der Diagnose eines Burnouts einen 

Wechsel des Arbeitsplatzes empfohlen (act. G 6.2-1 S. 33 und 41 f.; act. G 6.2-2 S. 88 

f. und 105; vgl. ferner IV-act. 29 S. 1). Noch im Oktober 2014 hatte die Versicherte das 

Arbeitsverhältnis per 31. Dezember 2014 gekündigt (IV-act. 29 S. 7).

A.a. 

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Am 27. Januar 2015 wurde die Versicherte im Auftrag der 

Krankentaggeldversicherung von Prof. Dr. med. F.___, FMH Neurologie, FMH 

Psychiatrie und Psychotherapie, psychiatrisch untersucht (act. G 6.2-2 S. 32). In 

seinem Gutachten vom 31. Januar 2015 nannte Prof. F.___ als psychiatrische 

Hauptdiagnosen eine undifferenzierte Somatisierungsstörung sowie eine mittelgradige 

depressive Episode mit somatischem Syndrom (act. G 6.2-2 S. 44 f.). Als 

psychiatrische Nebendiagnose erwähnte er den Verdacht auf eine kombinierte 

Persönlichkeitsstörung mit einerseits ängstlich-dependenten-unsicheren und 

andererseits leistungsorientierten Zügen. Als fachfremde Diagnosen führte er einen 

Nummular Headache, den Verdacht auf einen analgetikainduzierten Dauerkopfschmerz 

sowie eine nicht substituierte Hypothyreose auf (act. G 6.2-2 S. 45). Weiter hielt Prof. 

F.___ fest, dass die in der Klinik D.___ gestellte Diagnose eines Burnout-Syndroms 

anfänglich wohl korrekt gewesen sein dürfte. Die aktuelle Symptomatik übersteige 

diese Z-Diagnose in ihrer Psychopathologie jedoch deutlich (vgl. act. G 6.2-2 S. 46 f.). 

Die Versicherte sei in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit derzeit nicht einsetzbar. Auch sei 

sie aktuell nicht vermittelbar. Sie müsse dringend einer leitliniengerechten Therapie 

zugeführt werden. Die Schwere der Störung erfordere eine unverzügliche stationäre 

Behandlung in einer psychosomatischen Klinik. Danach müsse eine ambulante 

psychiatrisch-psychotherapeutische Betreuung fortgesetzt werden. Unter Einleitung 

einer stationären Behandlung und anschliessender Fortführung der Psychotherapie sei 

die Prognose grundsätzlich als gut zu beurteilen. Allerdings sei nicht mit einer baldigen 

Rückkehr an den Arbeitsplatz zu rechnen. Ausserdem sollten die Kopfschmerzen einer 

adäquaten Therapie zugeführt werden (act. G 6.2-2 S. 48 f.).

A.b. 

Vom 7. bis 30. Mai 2015 befand sich die Versicherte in stationärer 

psychosomatischer Behandlung in der Klinik G.___. Im Austrittsbericht nannten die 

behandelnden Ärzte als Diagnosen eine undifferenzierte Somatisierungsstörung, eine 

Histamin-Allergie, Sichelfüsse, einen Verdacht auf einen Bandscheibenprolaps HWS C 

6/7, eine Pilzerkrankung im Darm sowie anamnestisch eine Hyperthyreose. Weiter 

hielten die Ärzte fest, dass sich die Versicherte zwar gut auf Themen wie Defizite in der 

Fähigkeit zur Abgrenzung, Konfliktmanagement und perfektionistische 

Leistungsanforderungen an sich selbst habe einlassen können. Dennoch sei es der 

Versicherten nicht gelungen, die körperlichen Beschwerden im Rahmen einer 

A.c. 

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psychosomatischen Reaktion zu sehen. Sie habe durchgehend daran festgehalten, 

dass die diagnostizierte Lebensmittelallergie Auslöser und Ursache ihres körperlichen 

Befindens sei. Weitere körperliche Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) 

mit Schmerzausstrahlung und Sensibilitätsstörungen hätten sich durch Physiotherapie 

nicht verbessern lassen. Zum Ausschluss einer organischen Ursache bestehe 

diesbezüglich Abklärungsbedarf. Die Ärzte attestierten der Versicherten vom 7. Mai bis 

13. Juni 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 6.2-2 S. 9 ff.). Eine MRT-

Untersuchung der Lendenwirbelsäule vom 17. Juni 2015 brachte ein 

altersentsprechend regelrechtes lumbo-vertebrales Kerspintomogramm ohne 

Nachweis einer neural kompromittierenden Diskusprotrusion/-hernie zur Darstellung 

(IV-act. 153 S. 90). Eine CT-Untersuchung des Neurokraniums vom 24. Juni 2015 

zeigte eine kortikale Verdickung lokal linksseitig parietal mit einer Grösse von ca. 3 cm 

und einer Dicke der kortikalen Strukturen von bis zu ca. 5 mm unklarer Ätiologie mit 

normalen darunterliegenden ossären Strukturen, unauffälliger Galea und normaler 

übriger Schädelkalotte (IV-act. 153 S. 91).

In einem Bericht vom 28. September 2015 nannte Dr. E.___ als Diagnosen mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach Burnout, eine Beeinträchtigung 

zerebraler Leistungen unter Druck mit Verwirrung und Gedächtnisstörungen, eine 

allgemeine grosse Erschöpfung, eventuell im Rahmen eines beginnenden Chronic-

Fatigue-Syndroms, sowie schmerzhafte Muskelverspannungen unterschiedlicher 

Lokalisation. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erwähnte er eine 

Nahrungsmittelunverträglichkeit, ausgeprägte kardiale Arrhythmien, eine 

Histaminunverträglichkeit und eine massive Diarrhoe im Zusammenhang mit 

Nahrungsmittelallergien. Weiter hielt er fest, die Versicherte habe bereits seit der 

Jugend eine schwache Gesundheit. Schon früh seien Infekte und Probleme im Magen-

Darm-Trakt aufgetreten. Die Versicherte habe in einem fordernden Beruf gearbeitet und 

zusätzlich an einer Weiterbildung mit intensiven Prüfungsvorbereitungen 

teilgenommen. Sie habe sich überfordert und im April 2014 sei es zu einem 

Zusammenbruch gekommen. Seit April 2014 befinde sich die Versicherte auch in seiner 

Behandlung. Bei den ersten Konsultationen seien die Symptome eines Burnouts wie 

Erschöpfung, Beeinträchtigung zerebraler Funktionen unter Belastung sowie eine Reihe 

funktioneller Beschwerden im Vordergrund gestanden. Später habe sich die 

A.d. 

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Entwicklung chronifiziert. Es seien immer wieder neue Probleme aufgetreten. Die 

Versicherte sei seit April 2014 mit einem kurzen Unterbruch im Sommer 2014 zu 100 % 

arbeitsunfähig gewesen. Eine buchhalterische Tätigkeit ohne Druck sei in einem 

Pensum von 30 % mit einem langsamen Steigerungspotential möglich (IV-act. 51 S. 2 

ff.). In einer Stellungnahme vom 26. Oktober 2015 hielt der regionale ärztliche Dienst 

(RAD) fest, dass für die Prüfung der beruflichen Eingliederungsmassnahmen 

provisorisch auf die von Dr. E.___ attestierte Arbeitsfähigkeit von 30 % abgestellt 

werden könne. Eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit könne nur erreicht werden, 

wenn die von Prof. F.___ und den Ärzten der Klinik G.___ empfohlene psychiatrisch-

psychotherapeutische Therapie begonnen werde (IV-act. 53 S. 2).

Am 3. November 2015 stellte sich die Versicherte bei Dr. med. H.___, Kardiologie 

und Allgemeine Innere Medizin, vor. Im Untersuchungsbericht hielt dieser fest, dass bei 

der Versicherten eine monotope ventrikuläre Extrasystolie vorliege. Die Ergometrie 

sowie die Echokardiographie seien unauffällig (IV-act. 95 S. 3 f.).

A.e. 

Ab Februar 2016 begab sich die Versicherte in ambulante psychotherapeutische 

Behandlung zum Psychotherapeuten lic. phil. I.___ (delegierender Arzt Dr. med. J.___, 

Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Psychiatrie und Psychotherapie 

FMH; IV-act. 61). Am __ April 2016 trat die Versicherte eine Anstellung als 

kaufmännische Angestellte im Homeoffice in einem Pensum von ca. 10-20 % an (IV-

act. 58). Lic. phil. I.___ nannte in einem bei der IV-Stelle am 29. April 2016 

eingegangenen Bericht als psychiatrische Diagnose eine mittelschwere depressive 

Störung mit somatischem Syndrom. Der Gedankeninhalt der Versicherten kreise um 

die zahlreichen somatischen Beschwerden und um Panikattacken beim Gedanken an 

die beruflichen Anforderungen. Um das Vertrauen in die eigene Arbeitsfähigkeit 

zurückzugewinnen und die vorhandenen beruflichen Fähigkeiten wieder nutzbar zu 

machen, sollte ein Arbeitseinstieg mit gutem Coaching höchstens mit einem Pensum 

von 20 % erfolgen (IV-act. 61). Auf eine entsprechende Anfrage seitens der IV-Stelle 

erklärte die Versicherte am 30. Mai 2016, dass keine neurologische Abklärung sowie 

Abklärung der HWS stattgefunden habe, da Dr. E.___ dies nicht mehr für notwendig 

gehalten habe, nachdem die Nackenschmerzen nach dem Aufenthalt in der Klinik 

G.___ besser geworden seien (IV-act. 65; vgl. dazu auch IV-act. 63 S. 1 f.). Anfangs 

September 2016 schloss die Versicherte einen Arbeitsvertrag für eine Stelle als 

A.f. 

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Sachbearbeiterin Treuhand mit einem Beschäftigungsgrad von 50 % und Arbeitsbeginn 

am __ Oktober 2016 ab (IV-act. 75), wobei sie ihre Homeofficetätigkeit beim anderen 

Arbeitgeber auf 10 % reduzieren konnte (vgl. IV-act. 89 S. 4, oben). Am 21. September 

2016 unterzeichnete sie einen Eingliederungsplan der IV-Stelle mit dem Ziel des 

Arbeitsplatzerhaltes (IV-act. 76). Mit Mitteilung vom 23. September 2016 sprach die IV-

Stelle der Versicherten Beratung und Unterstützung beim Erhalt des Arbeitsplatzes zu 

(IV-act. 77). Mit einer E-Mail vom 10. Oktober 2016 teilte die Versicherte der IV-Stelle 

mit, dass die im Oktober 2016 angetretene Stelle mit einem Pensum von 50 % nicht 

machbar sei. Sie sei ab sofort krankgeschrieben und habe die Stelle auf Anweisung 

des Arztes gekündigt (vgl. IV-act. 89 S. 4). In einem Telefonat vom Folgetag erklärte die 

Versicherte, ihr Vorgänger habe die Arbeiten, die sie in einem Pensum von 50 % habe 

erledigen müssen, in einem Pensum von 100 % geleistet. Es seien chaotische 

Zustände gewesen. Niemand habe sie einarbeiten können. Der Vorgesetzte sei auch 

wie ausgewechselt gewesen, habe sie ignoriert und habe ihr gesagt, sie sei zu langsam 

(IV-act. 89 S. 4). Gleichentags unterzeichnete die Versicherte einen Eingliederungsplan 

der IV-Stelle mit dem Ziel der Arbeitsvermittlung (IV-act. 81). Im November 2016 

kündigte die Versicherte auch ihre im Pensum von noch 10 % ausgeübte 

Homeofficetätigkeit (IV-act. 89 S. 5). Anfangs Dezember 2016 unterzeichnete sie einen 

neuen Arbeitsvertrag für eine Anstellung als Treuhandmitarbeiterin mit einem Pensum 

von 50 % und Stellenantritt per __ Januar 2017 (IV-act. 90), wobei sich bereits vor 

Stellenantritt erste Probleme mit den Erwartungen des Arbeitgebers ankündigten 

(vgl. IV-act. 89 S. 6, oben). In einem Bericht vom 23. Dezember 2016 hielt Dr. E.___ 

fest, dass sich die Gesamtsituation der Versicherten durch die verschiedenen 

medizinischen Massnahmen deutlich gebessert habe. Zurzeit sei die Versicherte noch 

zu 50 % arbeitsunfähig. Als Folge des Burnouts bestehe weiterhin eine hochgradige 

Erschöpfung. Arbeit unter Druck und schwierigen Bedingungen sei nicht möglich. Da 

die Versicherte aufgrund ihrer Krankheitsanamnese auf dem ersten Arbeitsmarkt keine 

Stelle in einem Pensum von 50 % finde, sei sie bisher immer an ungünstige Arbeitgeber 

geraten, die selbst in Drucksituationen gestanden und grosse Anforderungen gestellt 

hätten. Zunächst müsse eine Eingliederung in eine Arbeitstätigkeit in einem Pensum 

von 50 % erfolgen. Danach könne an eine schrittweise Steigerung des Pensums 

gedacht werden (IV-act. 85 S. 1 f.). Anlässlich einer Besprechung vom 26. Januar 2017 

berichtete die Versicherte von starkem Druck seitens des Chefs, völliger Erschöpfung 

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und der Befürchtung des Stellenverlustes. Weiter erklärte die Versicherte, sie wisse 

mittlerweile, dass sie sicherlich nicht mehr in einem Pensum von über 50 % arbeiten 

könne. Sie wünsche eine Rentenprüfung (IV-act. 89 S. 6 f.).

Mit Mitteilung vom 14. Februar 2017 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren um 

berufliche Massnahmen ab, da die Versicherte damit einverstanden sei, dass die 

Unterstützung beim Erhalt des derzeitigen Arbeitsplatzes beendet werde (IV-act. 93 

S. 1). Gegen diese Leistungseinstellung wandte sich die Versicherte mit einem 

Schreiben vom 24. Februar 2017, da sie davon ausgegangen war, die 

Leistungsablehnung würde auch bereits das Rentengesuch umfassen. Auf 

entsprechende Nachfrage seitens der IV-Stelle vom 2. März 2017 erklärte sie sich mit 

der Rentenprüfung als einverstanden (IV-act. 94). In einem Schreiben vom 6. April 2017 

hielt lic. phil. I.___ fest, dass die Versicherte darauf angewiesen gewesen sei, die ihr 

angebotenen Teilzeitstellen anzunehmen. Die Arbeitgeber schienen in den 

Vorstellungsgesprächen die Wiedereingliederungssituationen akzeptiert zu haben, 

hätten im Berufsalltag jedoch keine der Wiedereingliederungssituation angepassten 

Aufgabenstellungen, geschweige denn wohlwollende Unterstützung gezeigt. So sei es 

zu neuen Überforderungen gekommen. Er sei noch immer davon überzeugt, dass die 

Versicherte mit einem verständnisvollen und unterstützenden Arbeitgeber den 

Wiedereinstieg schaffen werde, jedoch brauche sie ein eng begleitendes Coaching 

seitens der IV-Stelle (IV-act. 98 S. 4 f.). Die Anstellung im 50 % Pensum als 

Treuhandmitarbeiterin kündigte die Versicherte schliesslich per Mitte April 2017 (IV-

act. 101 f.). Mit Schreiben vom 1. Juni 2017 bat die Versicherte die IV-Stelle um 

erneute Unterstützung bei der beruflichen Eingliederung. Ihr Z.___ eröffne im Herbst 

2017 eine neue Praxis und sie könnte bei ihm täglich in einem Pensum von ca. 10-20 

% im Sekretariats- und Buchhaltungsbereich arbeiten. Er würde das Risiko einer 

Anstellung eingehen, wenn sie Unterstützung von der IV-Stelle erhalte (IV-act. 105). In 

einem Bericht vom 12. Juni 2017 hielt Dr. E.___ fest, dass die Versicherte an einem 

komplexen Krankheitsbild leide, welches mit der Diagnose einer undifferenzierten 

Somatisierungsstörung nicht ausreichend erfasst werde. Die Versicherte leide an 

starken Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die urtikarielle Hauterscheinungen, starke 

Durchfälle oder krampfartige Bauchschmerzen auslösen könnten. Weiter bestünden 

starke Kopfschmerzen links mit einer tastbaren Vorwölbung. In einer CT-Untersuchung 

A.g. 

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vom Juni 2015 habe sich eine kortikale Verdickung gezeigt, deren Ursache nicht 

eindeutig geklärt sei. Auch bestünden Herzrhythmusstörungen. Seit Beginn des 

Burnouts bestehe eine ausgeprägte Erschöpfung. Bei der letzten Arbeitsstelle habe 

sich gezeigt, dass die Versicherte in einem Pensum über 50 % nicht arbeiten könne 

(IV-act. 106).

Im Oktober und November 2017 wurde die Versicherte im Auftrag der IV-Stelle 

von der SMAB AG polydisziplinär (psychiatrisch, orthopädisch, allgemeininternistisch, 

neurologisch, kardiologisch und neuropsychologisch) untersucht (IV-act. 153 S. 1 ff.). In 

ihrem polydisziplinären Konsens im Gutachten vom 12. Januar 2018 (bzgl. Datum 

Gutachten vgl. IV-act. 153 S. 1) nannten sie als Diagnose mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit eine undifferenzierte Somatisierungsstörung. Als Diagnosen ohne 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erwähnten sie eine abhängige 

Persönlichkeitsakzentuierung, eine geringe Veränderung der Fussform im Sinne einer 

Sichelfussstellung links und rechts, eine unklare Schwellung der linken Schädelkalotte, 

eine Atrophie des rechten musculus pectoralis major unklarer Genese, eine funktionelle 

Diarrhoe bei Nahrungsmittelunverträglichkeit, Histaminunverträglichkeit und 

Fructoseintoleranz, Kopfschmerzen (vermutlich schmerzmittelinduzierter Kopfschmerz) 

sowie eine ventrikuläre Extrasystolie (IV-act. 153 S. 13). Weiter hielten die Gutachter 

fest, auf orthopädischem Fachgebiet seien weder im Bereich der oberen noch im 

Bereich der unteren Extremitäten versicherungsrechtlich relevante Auffälligkeiten 

gefunden worden, sodass die Versicherte aus orthopädischer Sicht in ihrer 

Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt sei. Auf internistischem Fachgebiet bestünden bei 

der Versicherten abdominelle Beschwerden im Sinne einer funktionellen Diarrhoe bei 

bekannten Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Aufgrund der von der Versicherten seit 

Jahren eingehaltenen Diät sei es jedoch zu einer Besserung der Beschwerden 

gekommen, sodass die Arbeitsfähigkeit aus internistischer Sicht ebenfalls nicht 

eingeschränkt sei (IV-act. 153 S. 15). Aus kardiologischer Sicht sei festzuhalten, dass 

die Versicherte seit einigen Jahren Palpitationen verspüre, weshalb wiederholte 

kardiologische Abklärungen erfolgt seien, zuletzt 2015 mittels Langzeit-EKG, welches 

abgesehen von Extrasystolen keine gravierenden Arrhythmien aufgedeckt habe. 

Zusammen mit der aktuellen Untersuchung und Befragung könne mit weitreichender 

Sicherheit gesagt werden, dass bei der Versicherten keine Pathologie am Herzen 

A.h. 

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bestehe. Vor diesem Hintergrund komme den Extrasystolen, die auch bei 

Herzgesunden häufig vorkämen, keine prognostische Bedeutung zu. Die beklagten 

Extrasystolen würden zwar als störend empfunden, seien aber nicht gefährlich und 

würden die Versicherte nicht in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen. Eine gewisse 

Limitierung ergäbe sich nur bei maximaler körperlicher Aktivität, was bei der 

Versicherten nicht zur Diskussion stehe (IV-act. 153 S. 16 f.). Aus neurologischer Sicht 

bestehe aufgrund der anamnestischen Angaben, des unauffälligen neurologischen 

Befundes und der täglichen Einnahme von Schmerzmitteln der dringende Verdacht auf 

einen medikamenteninduzierten Kopfschmerz. Die Kriterien für eine Neuralgie seien 

aufgrund der aktuellen neurologischen Untersuchung nicht erfüllt. Durch die 

bilddiagnostisch sichtbare Verdickung der Schädelkalotte seien die Kopfschmerzen 

ebenfalls nicht erklärbar, da dadurch keine nervalen Strukturen beeinflusst würden. 

Auch hätten sich aus neurologischer Sicht keine Hinweise für eine Gedächtnisstörung 

ergeben. Die Arbeitsfähigkeit sei aus neurologischer Sicht nicht eingeschränkt (IV-

act. 153 S. 15 f.). Aus neuropsychologischer Sicht wurde festgehalten, dass aufgrund 

einer verminderten Leistungsbereitschaft der Versicherten in der Testung kein gültiges 

Testprofil habe erstellt werden können. Es sei von nicht authentischen kognitiven 

Störungen auszugehen. Aufgrund der nicht plausiblen Angaben im 

Fragebogenverfahren seien die Beschwerdeschilderungen ebenfalls als nicht 

authentisch einzustufen. Eine bewusstseinsnahe Selbstlimitierung bei angestrebtem 

Krankheitsgewinn könne nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund der erhobenen 

Testwerte könnten aus neuropsychologischer Sicht somit weder die Art noch das 

Ausmass kognitiver Defizite oder Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit angegeben 

werden (IV-act. 153 S. 17 f.). Aus psychiatrischer Sicht sei vor dem Hintergrund 

ungünstiger biografischer Bedingungen anzunehmen, dass die Versicherte kein 

ausreichend stabiles und insbesondere von äusserer Leistung unabhängiges 

Selbstwertgefühl habe entwickeln können. Es sei anzunehmen, dass die Versicherte 

durch gute äussere Leistungen ihr Selbstwertgefühl zu stabilisieren versucht habe, was 

über lange Zeit relativ gut gelungen sei. Nach einem beruflichen Misserfolg sei sie dann 

zusammengebrochen. Durch die körperliche bzw. psychosomatische Symptomatik 

könne die Versicherte ihr Selbstwertgefühl stabilisieren, jedoch auf dysfunktionale 

Weise. Die Versicherte klage neben körperlichen Symptomen über kognitive 

Störungen. Unter Berücksichtigung der neuropsychologischen Testergebnisse sei bei 

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zweifelsfrei vorhandenem externalem Krankheitsgewinn (angestrebte IV-Rente) und 

fehlender alternativer Erklärung von einer ausgeprägten Aggravation auszugehen. Auch 

wenn kognitive Defizite aufgrund des fehlenden Testprofils nicht mit letzter Sicherheit 

ausgeschlossen werden könnten, sei anzunehmen, dass zumindest keine stark 

ausgeprägten kognitiven Beeinträchtigungen vorlägen. Eine gewisse Erschöpfbarkeit 

sei bei der vorliegenden undifferenzierten Somatisierungsstörung mit verschiedenen 

körperlichen Beschwerden plausibel, jedoch nicht in dem von der Versicherten 

geschilderten Ausmass. In affektiver Hinsicht wirke die Versicherte bei der 

Thematisierung der körperlichen Symptome und der beruflichen Situation leicht 

bedrückt. Dabei dürfte es sich aber um eine normalpsychologische Reaktion auf 

Gesundheitsprobleme und berufliche Schwierigkeiten handeln. Gesamthaft werde 

eingeschätzt, dass auch nach Abzug der Aggravation noch von einer 

krankheitsbedingten Verminderung der Durchhaltefähigkeit auszugehen sei, sodass 

sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit nur eine 

Arbeitsfähigkeit von 70 % vorliege (IV-act. 153 S. 13 f.). Nicht geeignet seien emotional 

belastende Tätigkeiten sowie Tätigkeiten mit besonderem Zeitdruck (IV-act. 153 S. 18). 

Retrospektiv sei anzunehmen, dass die Versicherte im Zeitpunkt der Begutachtung von 

Prof. F.___ zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei, nachdem sie ab April 2014 zu 100 % 

krankgeschrieben worden sei. Zwischen dem Gutachten von Prof. F.___ und dem 

Eintritt in die Klinik G.___ am 7. Mai 2015 sei es offensichtlich zu einer Besserung 

gekommen, was daran erkennbar sei, dass im Bericht der Klinik G.___ die Diagnose 

einer mittelgradigen depressiven Episode nicht mehr erwähnt worden sei. Demnach 

werde eingeschätzt, dass bei Eintritt in die Klinik eine Arbeitsfähigkeit von 20 % 

vorgelegen habe. Während des Klinikaufenthaltes sei die Arbeitsfähigkeit aufgehoben 

gewesen. Gemäss dem Bericht der Klinik G.___ habe sich eine Verbesserung von Kraft 

und Ausdauer erreichen lassen, wobei dazu etwas widersprüchlich mitgeteilt worden 

sei, dass bestenfalls eine Stabilisierung des psychischen Zustandsbildes habe erzielt 

werden können. Zumindest eine gewisse Besserung scheine erreicht worden zu sein. 

Ab Austritt der Klinik G.___ werde die Arbeitsfähigkeit daher auf 30 % geschätzt. In 

einem Bericht vom 23. Dezember 2016 sei Dr. E.___ von einer deutlichen Besserung 

der Gesamtsituation ausgegangen, sodass er ein Pensum von 50 % für möglich 

gehalten habe. Allerdings habe Dr. E.___ das Problem der Aggravation nicht 

berücksichtigt, weshalb die Arbeitsfähigkeit bei der Versicherten ab Ende 2016 nicht 

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B.  

nur auf 50 %, sondern auf 70 % geschätzt werde (IV-act. 153 S. 19). Der RAD 

bezeichnete das Gutachten in einer Stellungnahme vom 30. Januar 2018 als 

umfassend und schlüssig (IV-act. 154 S. 2).

Mit Vorbescheid vom 23. Februar 2018 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Zur Begründung führte sie im 

Wesentlichen aus, sie sei in ihrer angestammten Tätigkeit als Sachbearbeiterin 

Treuhand als auch in sämtlichen anderen angepassten Tätigkeiten zu 70 % 

arbeitsfähig. Bei einem Erwerbsanteil von 80 % ergebe dies einen Invaliditätsgrad von 

24 % (IV-act. 158).

A.i. 

Gegen diesen Vorbescheid wandte die Versicherte, vertreten durch den Verband 

Procap, St. Gallen-Appenzell, am 10. April bzw. 16. Mai 2018 ein, dass die IV-Stelle sie 

zur Berechnung des Invaliditätsgrades zu Unrecht als Teilzeiterwerbstätige eingestuft 

habe. Sie habe nach dem Abschluss ihrer Lehre in einem Pensum von 100 % 

gearbeitet. Die Reduktion des Arbeitspensums sei aus gesundheitlichen Gründen 

erfolgt. Sodann bemängelte sie das ihr angerechnete Invalideneinkommen. Sie könne 

zwar noch eine kaufmännische Tätigkeit im Backoffice ausüben, nicht mehr möglich 

seien jedoch emotional belastende und stressige Tätigkeiten, sodass sie nicht mehr ein 

gleich hohes Einkommen wie bei früheren Arbeitsstellen erzielen könne. Ausserdem 

habe vor November 2016 eine höhere Arbeitsunfähigkeit vorgelegen (vgl. IV-act. 172 

i.V.m. 169).

A.j. 

In ihrer Verfügung vom 29. Mai 2018 trug die IV-Stelle dem Einwand der 

Versicherten dahingehend Rechnung, dass sie diese neu als Vollerwerbstätige 

einstufte. Gleichwohl wies sie das Rentenbegehren bei einem neu errechneten 

Invaliditätsgrad von 30 % ab. Neu fügte die IV-Stelle an, dass bei 

versicherungsrechtlicher Auslegung genau genommen gar kein invalidisierender 

Gesundheitsschaden bestehen würde (IV-act. 173).

A.k. 

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin), 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. N. D'Amico, Verband Procap Schweiz, Olten, 

am 28. Juni 2018 Beschwerde (act. G 1). Sie beantragte, die Verfügung der IV-Stelle 

B.a. 

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Erwägungen

1.

Vorliegend strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine 

Invalidenrente.

2.  

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 29. Mai 2018 sei aufzuheben und ihr seien ab 

dem frühestmöglichen Zeitpunkt Rentenleistungen auszurichten. Eventualiter sei die 

Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; 

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer) 

zulasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1 S. 2).

Mit Beschwerdeantwort vom 11. Oktober 2018 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 6).

B.b. 

In ihrer Replik vom 20. November 2018 hielt die Beschwerdeführerin an den in der 

Beschwerde gestellten Rechtsbegehren vollumfänglich fest (act. G 8).

B.c. 

Mit Schreiben vom 23. November 2018 hielt die Beschwerdegegnerin an dem in 

der Beschwerdeantwort gestellten Antrag fest und verzichtete auf die Erstattung einer 

ausführlichen Duplik (act. G 10).

B.d. 

Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf 

eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 50 % besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Invalidität ist 

gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere 

2.1. 

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Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird in Art. 

7 Abs. 1 ATSG als der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt definiert. Die Invalidität ist bei 

im Gesundheitsfall Vollzeiterwerbstätigen durch einen Einkommensvergleich zu 

ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt 

der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen kann, in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen 

könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). Wenn eine versicherte 

Person auch ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung nicht voll, sondern nur 

teilerwerbstätig gewesen wäre, ist der Invaliditätsgrad gemäss der langjährigen Praxis 

des Bundesgerichts nicht anhand eines reinen Einkommensvergleichs (vgl. Art. 16 

ATSG), sondern anhand der sogenannten gemischten Methode zu berechnen (BGE 

141 V 20 f. E. 3.2). Hierbei ist der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit 

im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu 

bemessen (vgl. Art. 28a Abs. 3 IVG; Art. 27  der Verordnung über die 

Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]; BGE 141 V 20 f. E. 3.2). Ob eine versicherte 

Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig 

einzustufen ist, ergibt sich gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung aus der 

Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 

gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (Urteil des Bundesgerichts vom 17. April 

2019, 8C_820/2018, E. 3.2). Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum 

Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische 

Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten Erwerbstätigkeit der im 

Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

erforderlich ist (Urteil des Bundesgerichts vom 11. August 2016, 9C_179/2016, E. 4.2.1 

mit Hinweisen).

bis

Um den Arbeitsfähigkeitsgrad bestimmen zu können, ist die Verwaltung - und im 

Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Für das gesamte Verwaltungs- 

und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 

61 lit. c ATSG). Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne 

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/22

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3.  

Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen 

und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen 

und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 

Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts 

eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 

Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).

Zunächst ist zu prüfen, ob aufgrund der vorliegenden medizinischen Aktenlage der 

Arbeitsfähigkeitsgrad der Beschwerdeführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

feststeht (zum Beweismass siehe BGE 138 V 221 E. 6 und Urteil des Bundesgerichts 

vom 2. August 2017, 8C_128/2017, E. 2).

3.1. 

Die Beschwerdegegnerin stützt sich für die Ablehnung des Rentenanspruchs in 

medizinischer Hinsicht in erster Linie auf das Gutachten der SMAB AG, wobei sie aber 

einen Rentenanspruch unabhängig der gutachterlich attestierten Arbeitsunfähigkeit aus 

rechtlichen Überlegungen ablehnt. Sie ist der Auffassung, dass die im Gutachten 

gestellte Diagnose einer undifferenzierten Somatisierungsstörung vage sei und die 

Gutachter eine Aggravation beschrieben hätten. Gemäss der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung bestehe beim Vorliegen von Ausschlussgründen wie einer 

vorhandenen Aggravation von vornherein keine Grundlage für eine Invalidenrente, 

selbst wenn die klassifikatorischen Merkmale einer somatoformen Schmerzstörung 

erfüllt sein sollten. Zwar anerkennt die Beschwerdegegnerin, dass die Gutachter trotz 

der beschriebenen Aggravation aufgrund der Somatisierungsstörung von einer 

eingeschränkten Restarbeitsfähigkeit ausgegangen seien, kommt jedoch aufgrund 

einer von ihr durchgeführten Prüfung der von der Rechtsprechung entwickelten 

Indikatoren zum Schluss, dass eine volle Arbeitsfähigkeit anzunehmen sei (vgl. act. G 

6; IV-act. 173).

3.2. 

Demgegenüber bestreitet die Beschwerdeführerin den Beweiswert des Gutachtens 

an sich und insbesondere den Vorwurf der Aggravation und Selbstlimitierung. Es lägen 

zahlreiche ärztliche Berichte vor, in denen Krankheitsgewinn, Widersprüche oder 

Diskrepanzen nie eine Rolle gespielt hätten. Prof. F.___ habe in seinem Gutachten 

sogar ausdrücklich festgehalten, dass keine Hinweise auf Verdeutlichungstendenzen, 

3.3. 

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Aggravation oder Simulation bestünden. Nur weil den Gutachtern alternative 

Erklärungen für ein bestimmtes Verhalten fehlten, könne nicht auf Aggravation 

geschlossen werden. Die behandelnden Ärzte hätten sie jeweils in ihren 

Eingliederungsbemühungen sogar bremsen müssen, damit es nicht zu erneuten 

Dekompensationen gekommen sei. Die Annahme einer Aggravation erscheine auch vor 

dem Hintergrund widersprüchlich, dass die Gutachter im retrospektiven Verlauf ab April 

2014 bis Ende 2016 von einer 70-100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgingen. Weiter 

widerspreche die gutachterliche Einschätzung, dass keine depressive Störung vorliege, 

diametral derjenigen der behandelnden Ärzte. Sämtliche Ärzte seien einhellig von einer 

schweren Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ausgegangen. 

Schliesslich werde bestritten, dass der RAD-Arzt über die notwendige fachliche 

Qualifikation verfügt habe, um die Schlüssigkeit des Gutachtens zu beurteilen. 

Allerdings hätten auch die Gutachter in ihrer interdisziplinäreren Beurteilung trotz 

Hinweisen auf eine Aggravation eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % angenommen. Selbst 

wenn also auf das Gutachten abgestellt würde, sei die Annahme der 

Beschwerdegegnerin, wonach kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege, 

falsch. Schliesslich liege nach der gutachterlichen Einschätzung von April 2014 bis 

Ende 2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 70-100 % vor, sodass zumindest ein befristeter 

Rentenanspruch bestehe (act. G 1 und 8).

Das SMAB Gutachten beruht auf eigenständigen Abklärungen. Die medizinischen 

Vorakten und die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden sind 

berücksichtigt worden. Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv 

wesentliche Tatsachen im Gutachten keine Beachtung gefunden hätten. Die von den 

Gutachtern unter Berücksichtigung der von der Rechtsprechung entwickelten 

Standardindikatoren vorgenommene Arbeitsfähigkeitsschätzung leuchtet sodann in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation ein. So stimmt die retrospektive Einschätzung der Gutachter, 

wonach ab April 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen habe, mit 

derjenigen von Dr. E.___ überein (vgl. IV-act. 51 S. 3). Auch Prof. F.___ ist in seinem 

Gutachten vom 31. Januar 2015 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen 

(act. G 6.2-2 S. 47). Ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin bereits 

vor Eintritt in die Klinik G.___ leicht verbessert hat, wie die Gutachter aufgrund der von 

den Ärzten der Klinik gestellten Diagnosen annehmen (vgl. IV-act. 153 S. 19), muss 

nicht abschliessend beurteilt werden, da dies ohne Einfluss auf die 

Invaliditätsbemessung bleibt (vgl. dazu E. 2.1 und 4). Für den Klinikaufenthalt haben die 

Gutachter in Übereinstimmung mit den Ärzten der Klinik G.___ (vgl. act. G 6.2-2 S. 11) 

eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit angenommen (vgl. IV-act. 153 S. 19). Die 

3.4. 

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gutachterliche Einschätzung einer 30%igen Arbeitsfähigkeit nach Austritt aus der Klinik 

ist wiederum gut nachvollziehbar (IV-act. 153 S. 19). Denn zum einen ist nach einem 

Klinikaustritt zumeist eine Verbesserung der gesundheitlichen Situation zu erwarten. 

Zum anderen haben die Gutachter zu Recht darauf hingewiesen, dass im 

Austrittsbericht der Klinik G.___ immerhin eine Verbesserung von Kraft und Ausdauer 

im Vergleich zum Eintritt beschrieben worden ist, wenn auch gleichzeitig von einer 

bestenfalls erreichten Stabilisierung des psychischen Zustandsbildes gesprochen 

worden ist (act. G 6.2-2 S. 11). Diese im Austrittsbericht angesprochene Stabilisierung 

könnte für die Annahme der Gutachter sprechen, dass sich der psychische Zustand 

bereits vor Eintritt in die Klinik leicht verbessert hatte. Jedenfalls ist anzunehmen, dass 

sich der Zustand spätestens nach Klinikaustritt verbessert hat, sodass die 

gutachterliche Einschätzung einer 30%igen Arbeitsfähigkeit stimmig erscheint. Dies gilt 

umso mehr, als auch Dr. E.___ in einem Bericht vom 28. September 2015 und der RAD 

in einer Stellungnahme vom 26. Oktober 2015 von einer 30%igen Arbeitsfähigkeit 

ausgegangen sind (IV-act. 51 S. 2 ff. und 53 S. 2). Überdies hat die Versicherte ab April 

2016 auch einen ersten Arbeitsversuch in einem Pensum von 10-20 % unternommen 

(vgl. IV-act. 58) und lic. phil I.___ hat im April 2016 ebenfalls eine 20%ige 

Arbeitsfähigkeit attestiert (IV-act. 61). Schliesslich sind die Gutachter in 

Übereinstimmung mit einem Bericht von Dr. E.___ vom 23. Dezember 2016 davon 

ausgegangen, dass ab Ende des Jahres 2016 von einer Verbesserung der 

gesundheitlichen Situation ausgegangen werden könne (vgl. IV-act. 153 S. 19 und 85 

S. 1 f.). Während Dr. E.___ eine 50%ige Arbeitsfähigkeit als oberstes Limit beschrieben 

hat (vgl. IV-act. 85 S. 1 f.), gehen die Gutachter von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit aus 

(vgl. IV-act. 153 S. 19). Dabei ist zu berücksichtigen, dass den Ärztinnen und Ärzten bei 

Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit ein gewisser Ermessenspielraum offensteht 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 10. August 2011, 8C_997/2010, E. 3.2). 

Schliesslich haben die Gutachter ihre von Dr. E.___ leicht abweichende Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit aber auch nachvollziehbar begründet, indem sie erklärt haben, dass 

die von ihnen vorgenommene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit unter 

Berücksichtigung der von ihnen entdeckten Aggravation erfolgt sei, während Dr. E.___ 

diese wohl unberücksichtigt gelassen habe (IV-act. 153 S. 19). Entgegen der Ansicht 

der Beschwerdeführerin ist es auch nicht widersprüchlich, dass die Gutachter trotz der 

bei ihren Untersuchungen entdeckten Aggravation für eine gewisse Zeit in der 

Vergangenheit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit annehmen, da die Aggravation wohl 

eben nicht von Anfang an bestanden hat. Vielmehr haben die Gutachter 

nachvollziehbar aufgezeigt, wie die Beschwerdeführerin nach anfänglicher psychischer 

Dekompensation vermutlich in dysfunktionaler Weise ihr Selbstwertgefühl durch die 

körperliche bzw. psychosomatische Symptomatik zu stabilisieren versuchte (vgl. IV-

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act. 153 S. 13 f.). Demnach ist es auch nachvollziehbar, weshalb Prof. F.___ in seiner 

gutachterlichen Untersuchung im Januar 2015 noch keine Aggravationstendenzen 

erkannt hat (vgl. act. G 6.2-2 S. 32 ff.). Unter Beachtung der von den Gutachtern 

insbesondere im Rahmen der neuropsychologischen Untersuchung entdeckten 

Aggravationstendenz ist die Einschätzung einer 70%igen Arbeitsfähigkeit ab Ende 

2016 jedenfalls einleuchtend. Möglicherweise hat auch bereits vor Ende 2016 

mindestens phasenweise eine höhere Arbeitsfähigkeit als 30 % oder sogar 50 % 

vorgelegen, hat die Beschwerdeführerin doch bereits im Oktober 2016 neben einer neu 

angetretenen Stelle von 50 % noch eine Homeofficetätigkeit von 10 % innegehabt 

(vgl. IV-act. 75 und 89 S. 4). Allerdings hat sie die Stelle mit dem Pensum von 50 % 

kurz nach Antritt bereits wieder aufgegeben (vgl. IV-act. 89 S. 4). Ganz generell scheint 

die Eingliederungsphase im Jahr 2016 noch von einem instabilen Gesundheitszustand 

geprägt gewesen zu sein, sodass die Annahme einer bloss 30%igen Arbeitsfähigkeit 

bis Ende November 2016 als gerechtfertigt erscheint. Spätestens ab Dezember 2016 

ist jedoch von einer nachhaltigen Verbesserung des Gesundheitszustandes 

auszugehen. Dr. E.___ hat nämlich die von ihm in seinem Bericht vom 23. Dezember 

2016 beschriebene Verbesserung der Gesundheitssituation mit einem Anstieg der 

Arbeitsfähigkeit auf 50 % (vgl. IV-act. 85 S. 1 f.) durch seinen Bericht vom 12. Juni 

2017, in welchem er noch immer von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen ist, 

bestätigt (vgl. IV-act. 106). Dass auch ab Dezember 2016 durchgehend nur eine 

20%ige Arbeitsfähigkeit vorgelegen haben soll, wie dies aus einem Bericht von lic. phil. 

I.___ und Dr. J.___ vom 26. Juni 2018 abgeleitet werden könnte (vgl. act. G 1.3), ist 

nicht nachvollziehbar. Zum einen hat die Beschwerdeführerin bereits in der Zeit vor 

Dezember 2016 teilweise in einem höheren Pensum gearbeitet (vgl. IV-act. 75, 89 und 

90). Zum anderen hat, wie bereits dargelegt, auch Dr. E.___ eine Steigerung der 

Arbeitsfähigkeit auf mindestens 50 % für möglich gehalten (vgl. IV-act. 85 S. 1 f. und 

IV-act. 106) und selbst die Beschwerdeführerin hat sich in einer Besprechung von 

Januar 2017 als zu 50 % arbeitsfähig eingestuft (vgl. IV-act. 89 S. 6 f.). Sollte sich die 

Beurteilung von lic. iuI.___ und Dr. J.___ lediglich auf die Zeit ab Juni 2018 beziehen, ist 

sie für dieses Verfahren unbeachtlich, da sie sich diesfalls auf den Zeitraum nach Erlass 

der angefochtenen Verfügung beziehen würde. Sollte sich der Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung verschlechtert 

haben, steht es ihr frei, sich erneut bei der Beschwerdegegnerin anzumelden. Nach 

dem Gesagten begründet der Bericht von lic. phil. I.___ und Dr. J.___ vom 26. Juni 

2018 jedenfalls keine ernsthaften Zweifel an der gutachterlichen Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit.

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4.  

Angesichts dessen, dass die Gutachter ihre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit 

unter Berücksichtigung der einschlägigen Standardindikatoren und namentlich auch 

unter Ausschluss der von ihnen entdeckten aggravatorischen Tendenzen 

vorgenommen haben, besteht entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin keine 

Notwendigkeit für eine juristische Korrektur der ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung. 

Das strukturierte Beweisverfahren soll nämlich keine von den medizinischen 

Einschätzungen losgelöste juristische Parallelüberprüfung ermöglichen. Vielmehr haben 

sich sowohl die medizinischen Sachverständigen als auch die Organe der 

Rechtsanwendung im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens bei der Beurteilung 

der Arbeitsfähigkeit an den normativen Vorgaben zu orientieren. Kommt der 

Rechtsanwender nach der Beweiswürdigung zum Schluss, ein Gutachten erfülle 

sowohl die mit BGE 141 V 281 definierten versicherungsmedizinischen Massstäbe als 

auch die allgemeinen rechtlichen Beweisanforderungen, ist es grundsätzlich als 

beweiskräftig anzusehen und die darin enthaltene Schätzung der Arbeitsfähigkeit somit 

zu übernehmen (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Juni 2018, 9C_194/2018, E. 4.1 mit 

Hinweisen). Demnach ist auf die schlüssige und nachvollziehbare gutachterliche 

Einschätzung abzustellen. Folglich ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon 

auszugehen, dass bei der Beschwerdeführerin sowohl in ihrer angestammten als auch 

in einer anderen leidensangepassten Tätigkeit im Zeitraum April 2014 bis November 

2016 eine Arbeitsfähigkeit von 0-30 % vorgelegen hat und ab Dezember 2016 eine 

Arbeitsfähigkeit von 70 % gegeben ist (vgl. IV-act. 153 S. 19).

3.5. 

Ausgehend von der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung bleiben die 

erwerblichen Auswirkungen der Leistungsbeeinträchtigung zu prüfen. Zu Recht hat die 

Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin in der angefochtenen Verfügung nicht 

mehr als Teilzeiterwerbstätige, sondern als Vollzeiterwerbstätige eingestuft (vgl. IV-

act. 173). Denn wie die Beschwerdeführerin in ihrem Einwand gegen den Vorbescheid 

plausibel dargelegt hat (vgl. IV-act. 172), hat sie nach Abschluss der Lehre zunächst in 

Stellen mit einem Pensum von 100 % gearbeitet (vgl. IV-act. 172 S. 17 f.). Reduziert hat 

sie ihr Pensum aufgrund ihrer Weiterbildung, wobei die diesbezügliche Reduktion des 

Pensums von Anfang an nur als vorübergehend geplant gewesen ist. So ist im 

damaligen Arbeitsvertrag bereits vorgesehen gewesen, dass sie nach Abschluss der 

Weiterbildung wieder in einem Pensum von 100 % arbeiten werde (vgl. IV-act. 172 

S. 25). Die im Nachgang an die Weiterbildung beibehaltene Reduktion des Pensums 

bzw. weitergehende Reduktion des Pensums (vgl. IV-act. 172 S. 16) dürfte 

gesundheitlichen Gründen geschuldet gewesen sein, wie dies Dr. med. K.___, 

4.1. 

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Allgemeine Medizin FMH, bestätigt hat (vgl. IV-act. 172 S. 4). Demnach ist der 

Invaliditätsgrad, wie von der Beschwerdegegnerin zuletzt ebenfalls angenommen, 

anhand eines Einkommensvergleichs zu bestimmen.

Massgebend für den Einkommensvergleich sind grundsätzlich die Verhältnisse im 

Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruchs (vgl. BGE 129 V 222). Die Anmeldung der 

Beschwerdeführerin ist bei der IV-Stelle am 3. November 2014 eingegangen (vgl. IV-

act. 21). Der früheste Beginn eines allfälligen Rentenanspruchs im Sinne von Art. 29 

Abs. 1 und 3 IVG fällt somit auf den 1. Mai 2015. Das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 

lit. b IVG dürfte zu diesem Zeitpunkt bereits verstrichen gewesen sein, da die 

Arbeitsunfähigkeit gemäss gutachterlicher Einschätzung bereits im April 2014 ihren 

Anfang genommen hat (vgl. IV-act. 153 S. 19). Für den Einkommensvergleich 

massgebend ist somit das Jahr 2015.

4.2. 

Für das Valideneinkommen ist entscheidend, was die versicherte Person aufgrund 

ihrer beruflichen und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen 

Rentenbeginns verdient hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG; 

BGE 135 V 59 E. 3.1 und 139 V 30 E. 3.3.2, je mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin 

hat im Vorbescheid für das Valideneinkommen der Beschwerdeführerin auf das von der 

C.___ AG für das Jahr 2014 für ein Pensum von 80 % angegebene Gehalt (vgl. IV-

act. 29 S. 2), hochgerechnet auf ein Pensum von 100 % und hochindexiert auf das Jahr 

2015 (= Fr. 85'179.--), abgestellt (vgl. IV-act. 156 und 158). Zwar ist die 

Beschwerdeführerin bei dieser Anstellung möglicherweise bereits gesundheitlich 

angeschlagen gewesen, sodass das damals erzielte Gehalt für das Valideneinkommen 

nicht zwingend repräsentativ ist (vgl. IV-act. 172 S. 4). Bei einer früheren Anstellung bei 

der L.___ AG, hatte die Beschwerdeführerin einst eine Führungsfunktion inne (vgl. 

Stellenbeschreibung in IV-act. 172 S. 17) und es ist anzunehmen, dass sie im 

Gesundheitsfall weiterhin eine solche Tätigkeit hätte ausüben können. Allerdings 

bewegte sich das bei der C.___ AG erzielte Gehalt (hochgerechnet auf ein Pensum von 

100 %) im ähnlichen Rahmen wie dasjenige bei der L.___ AG bzw. ist sogar noch höher 

ausgefallen (vgl. IV-act. 31 S. 8). Bei einer Anstellung bei der M.___ AG, welche laut 

Arbeitsvertrag ebenfalls keine Führungsfunktion bzw. höchstens in stellvertretender 

Funktion umfasste (vgl. IV-act. 172 S. 25), fiel das Gehalt höher aus als bei der L.___ 

AG (vgl. Monatslohn von Fr. 5870.-- versus Fr. 5'900.--; IV-act. 31 S. 9 und 32 S. 8). 

Demnach ist davon auszugehen, dass die von der Beschwerdeführerin einst 

innegehabte Führungsfunktion bei der L.___ AG im Rahmen der gut zwei Jahre nach 

dem erfolgreichen Lehrabschluss als Kauffrau angetretenen Anstellung nicht von 

4.3. 

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solcher Bedeutung war, dass sie einen messbaren Einfluss auf die Lohnhöhe hatte. 

Das von der Beschwerdegegnerin im Vorbescheid angenommene Valideneinkommen 

ist deshalb nicht zu beanstanden. Dass die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen 

Verfügung jedoch plötzlich von einem geringeren Valideneinkommen wie im 

Vorbescheid ausgegangen ist (vgl. IV-act. 173 S. 1 Fr. 84'666.-- versus IV-act. 158 S. 2 

Fr. 85'179.--), dürfte auf eine von der Beschwerdeführerin in ihrem Einwand vom 16. 

Mai 2018 genannte Zahl zurückzuführen sein (vgl. IV-act. 172 S. 2), ist jedoch nicht 

nachvollziehbar. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, ihr sei aufgrund der 

angefangenen Weiterbildung ein noch höheres Valideneinkommen anzurechnen 

(vgl. IV-act. 172 S. 2), kann ihr nicht gefolgt werden. Es ist nämlich nicht ausgewiesen, 

dass sie die Weiterbildung zur Fachfrau Rechnungswesen im Gesundheitsfall 

tatsächlich hätte abschliessen können bzw. dass der Misserfolg der Weiterbildung 

einzig auf gesundheitliche Gründe zurückzuführen ist.

Für das Invalideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin zu Recht auf dieselbe 

Lohnsumme wie beim Valideneinkommen, reduziert um die gutachterlich attestierte 

Arbeitsunfähigkeit, abgestellt (vgl. IV-act. 158 und 173). Denn gemäss den SMAB-

Gutachtern bezieht sich die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sowohl auf die bisherige 

Tätigkeit als auch auf adaptierte Tätigkeiten. Demnach ist anzunehmen, dass die 

Gutachter davon ausgegangen sind, dass eine Tätigkeit als Sachbearbeiterin dem von 

ihnen definierten Adaptionsprofil entspricht, also in der Regel nicht besonders 

emotional belastend oder unter besonderem Zeitdruck auszuüben ist (vgl. IV-act. 153 

S. 18). Zwar würde eine Führungsposition, wie sie die Beschwerdeführerin einst 

innehatte, aufgrund der damit einhergehenden höheren Verantwortung wahrscheinlich 

mehr Stress bedeuten und somit möglicherweise nicht leidensangepasst sein. Wie 

bereits bei den Ausführungen zum Validenlohn festgehalten worden ist, haben die 

Anstellungen jedoch gezeigt, dass die Beschwerdeführerin als Sachbearbeiterin ohne 

explizite Führungsfunktion eine gleich gut bezahlte Stelle wie diejenige bei der L.___ AG 

finden kann. Auch die in den Akten enthaltenen im Rahmen der Eingliederungsphase 

unterschriebenen Arbeitsverträge haben, hochgerechnet auf ein Pensum von 100 % 

und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung, keine wesentlich schlechtere 

oder sogar eine bessere Besoldung als bei bisherigen Anstellungen vorgesehen 

(vgl. IV-act. 90 S. 2 und 75 S. 1). Folglich ist mit der Beschwerdegegnerin anzunehmen, 

dass sowohl hinsichtlich des hypothetischen Valideneinkommens als auch des 

Invalideneinkommens derselbe Lohn für ein Pensum von 100 % zugrunde zu legen ist. 

Demnach kann der Einkommensvergleich anhand eines sogenannten 

Prozentvergleichs vorgenommen werden. Dabei entspricht der Invaliditätsgrad dem 

Grad der Arbeitsunfähigkeit, allenfalls unter Berücksichtigung eines Abzugs vom 

4.4. 

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5.  

Tabellenlohn (vgl. BGE 126 V 75). Ob ein solcher im vorliegenden Fall, in dem nicht auf 

Tabellenlöhne abgestellt wird, überhaupt in Frage kommt, und ob ein solcher konkret 

gerechtfertigt wäre, braucht nicht näher erläutert zu werden (vgl. zum Ganzen Philipp 

Geertsen, Der Tabellenlohnabzug, in Kieser/Lendfers (Hrsg.), Jahrbuch zum 

Sozialversicherungsrecht 2012, S. 139 ff., insbesondere S. 151 Fn 57 mit Hinweis auf 

das Urteil des Bundesgerichtes vom 10. August 2011, 8C_10/2011, E. 7). Denn selbst 

ein Tabellenlohnabzug von 10 % würde zu keiner Änderung in der 

Anspruchsberechtigung führen. Gründe, die gar einen 10 % übersteigenden Abzug 

rechtfertigen könnten, liegen jedenfalls nicht vor.

Bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 70 %, wie er ab Dezember 2016 anzunehmen 

ist, resultiert demnach ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 30 %. In der 

Zeit von April 2014 bis November 2016, wonach sich die Arbeitsfähigkeit gemäss der 

gutachterlichen Einschätzung zwischen 0 und 30 % bewegt hat, hat der 

Invaliditätsgrad zwischen 0 und 30 % gelegen, sodass in diesem Zeitraum ein 

Anspruch auf eine ganze Invalidenrente besteht, wobei der Rentenanspruch allerdings 

erst ab Mai 2015 entstanden ist (vgl. E. 4.2). Aufgrund der Übergangsfrist von Art. 88a 

Abs. 1 IVV ist die ganze Invalidenrente während dreier Monate nach Wegfall des 

invalidisierenden Gesundheitszustandes weiterhin auszurichten. Folglich besteht ein 

Anspruch auf eine ganze Invalidenrente für den Zeitraum von Mai 2015 bis Februar 

2017.

4.5. 

Abschliessend ist anzumerken, dass das von der Beschwerdeführerin am 1. Juni 

2017 gestellte Gesuch um berufliche Massnahmen (vgl. IV-act. 105) von diesem 

Entscheid nicht berührt ist. Laut E-Mail der Beschwerdeführerin vom 7. Dezember 2017 

scheint die im Gesuch erwähnte Anstellung zwar ohnehin nicht mehr in Frage zu 

kommen (vgl. IV-act. 152 S. 1; vgl. ferner IV-act. 172 S. 16), möglicherweise jedoch 

andere Eingliederungsmassnahmen.

4.6. 

Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde teilweise gutzuheissen ist 

und die Beschwerdeführerin für die Dauer vom 1. Mai 2015 bis 28. Februar 2017 einen 

Anspruch auf eine ganze Rente hat. Die Sache ist zur Festsetzung und Ausrichtung der 

geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

als angemessen. Die Beschwerdeführerin hat gemessen am Antrag um Zusprache 

5.2. 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/22

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St.Galler Gerichte

6.

Da die Gerichtsschreiberin verhindert ist, wird der Entscheid für diese stellvertretend 

von einer mitwirkenden Richterin unterzeichnet (Art 39  Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung insofern 

abgeändert, als der Beschwerdeführerin rückwirkend eine ganze Invalidenrente für die 

Zeit vom 1. Mai 2015 bis 28. Februar 2017 zugesprochen wird. Die Sache wird zur 

Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2.

Die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- hat die Beschwerdegegnerin im Umfang von Fr. 

200.-- und die Beschwerdeführerin im Umfang von Fr. 400.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin im Umfang von 

Fr. 400.-- daran angerechnet und im Umfang von Fr. 200.-- zurückerstattet.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

1'200.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

einer unbefristeten Rente nur in untergeordnetem Ausmass obsiegt. Ihr sind daher 

ermessensweise 2/3 der Kosten, d.h. Fr. 400.--, aufzuerlegen. Den Restbetrag von Fr. 

200.-- hat die Beschwerdegegnerin zu bezahlen, und der Beschwerdeführerin ist in 

diesem Umfang der geleistete Kostenvorschuss zurückzuerstatten.

Da die Beschwerdeführerin teilweise obsiegt, hat sie einen reduzierten Anspruch 

auf eine Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, 

wobei insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu 

tragen ist. Unter Berücksichtigung vergleichbarer Fälle und entsprechend dem 

Ausmass des Obsiegens rechtfertigt sich vorliegend eine Parteientschädigung von 

pauschal Fr. 1'200.--. Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin somit mit 

Fr. 1‘200.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

5.3. 

ter

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	Entscheid Versicherungsgericht, 12.05.2020
	Art. 28 und 29 IVG: Beweiskraft Gutachten bejaht. Keine Notwendigkeit zur Korrektur der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung. Die Beschwerdeführerin ist zu Recht als im Gesundheitsfall Vollzeiterwerbstätige eingestuft worden. Einkommensvergleich. Befristeter Rentenanspruch bejaht (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Mai 2020, IV 2018/225).

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