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**Case Identifier:** 487c1267-5156-5986-8816-0d8faae1d29b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.11.2016 IV 2015/399
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2015-399_2016-11-11.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2015/399

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 19.12.2019

Entscheiddatum: 11.11.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 11.11.2016
Art. 28 IVG. Art. 17 Abs. 1 ATSG. Rechtliches Gehör. Rentenrevision. 
Beweiswürdigung Gutachten. Die Vorinstanz ist ihrer Begründungspflicht 
genügend nachgekommen, weshalb keine Gehörsverletzung vorliegt. Das 
bidisziplinäre Gutachten ist - abgesehen vom Zeitpunkt der Erhöhung der 
Arbeitsfähigkeit - beweiskräftig und ein Abzug vom Tabellenlohn maximal 
mit 10% zu berücksichtigen. Damit ist der Rentenentscheid anzupassen 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. 
November 2016, IV 2015/399).

Besetzung

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen

Marie Löhrer und Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Geschäftsnr.  

IV 2015/399

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Christa Rempfler, Falkensteinstrasse 1, 

Postfach 152, 9016 St. Gallen,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rentenrevision

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich am 21. Januar 2006 wegen eines Schleudertraumas nach 

Auffahrkollision vom 1. Oktober 2002 bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (IV-act. 

1). Im von der Unfallversicherung veranlassten Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom 

12. Oktober 2004 wurden ein Cerviko-Vertebralsyndrom, ein Zustand nach HWS-

Distorsion (PW-Unfall vom 1. Oktober 2002), eine posttraumatische 

Anpassungsstörung vorwiegend in Form von Angst mit zwingend dabei auftretenden 

körperlichen Affektäquivalenten, welche subjektiv als körperliche Beschwerden 

wahrgenommen würden, bei einer leistungsorientierten, zwanghaft strukturierten 

Persönlichkeit (ICD-10: F43.23/Z73.1) sowie ein Zustand nach Panvertebral- und 

Costotransversalsyndrom, fibromyalgiforme Beschwerden und depressive 

Verstimmungen (anamnestisch seit 1995/1998) diagnostiziert (IV-Fremdakten, 

Gutachten S. 17).

A.b  Nachdem die Versicherte zwei Teilzeitstellen angenommen, die IV-Stelle weitere 

Arztberichte eingeholt hatte und die Eingliederungsberatung am 7. Januar 2007 

abgeschlossen worden war (vgl. IV-act. 15, 24, 47), lehnte die IV-Stelle einen Anspruch 

auf Invalidenleistungen mit Verfügung vom 13. März 2008 ab (IV-act. 57). Dagegen liess 

die Versicherte durch ihren Rechtsvertreter am 24. April 2008 Beschwerde ans 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen erheben und eine halbe bzw. jedenfalls 

eine Viertelsrente, eventualiter die Rückweisung an die IV-Stelle beantragen (IV-act. 

59). Das Versicherungsgericht hiess die Beschwerde mit Entscheid vom 8. Januar 2010 

teilweise gut, hob die angefochtene Verfügung auf und wies die Sache zur weiteren 

Abklärung im Sinne der Erwägungen und anschliessender neuer Verfügung an die IV-

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Stelle zurück. Insbesondere verlangte es in psychiatrischer Hinsicht die Einholung 

eines Verlaufsgutachtens. Zudem bemängelte es hinsichtlich des 

Einkommensvergleichs sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen; hierzu 

müssten andere Grundlagen beigezogen werden (IV-act. 76).

A.c  Nachdem B.___, Eidg. Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, die 

Versicherte untersucht hatte, diagnostizierte er im psychiatrischen Consiliargutachten 

vom 28. Oktober 2010 eine (leichte bis) mittelgradige depressive Störung mit 

somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11), eine akzentuierte Persönlichkeit mit 

leistungsorientierten, zwanghaften sowie hypochondrischen Anteilen (ICD-10: Z73.1) 

sowie eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Formen 

(ICD-10: F45.41). Er ging davon aus, dass die Versicherte seit der letzten Begutachtung 

durchschnittlich zu 40% in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war (IV-act. 83-31). Unter 

Berücksichtigung dieser Einschätzung sowie weiterer ärztlicher Berichte und dem 

aktuellen Untersuchungsbefund wurde im MEDAS-Gutachten vom 15. Juli 2010 bei der 

Versicherten von einer, seit der letzten Begutachtung unveränderten Arbeitsunfähigkeit 

von 40% ausgegangen (IV-act. 83).

A.d  Im Arztbericht vom 21. Oktober 2010 attestierte Prof. Dr. med. C.___, 

Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG), eine Arbeitsunfähigkeit von 50% 

(IV-act. 106-5). Mit Bericht vom 25. November 2010 führte er als neue Diagnose einen 

Bandscheibenvorfall LWK 2/3 gemäss Kernspintomographie 23.08.10 auf (IV-act. 

108-2). RAD-Arzt Dr. med. D.___ befand gestützt darauf, dass die Situation zurzeit zu 

unstabil sei, um endgültig zur Rentenfrage Stellung zu nehmen (IV-act. 110). Nach 

Abwarten der Entwicklung führte der RAD-Arzt am 12. April 2011 gestützt auf den 

Bericht des Hausarztes Dr. med. E.___ vom 16. März 2011 aus, es sei eine relevante 

(somatische) Verschlechterung eingetreten. Ab August 2010 sei eine 50%ige 

Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen (IV-act. 116, 114).

A.e  Mit Verfügungen vom 10. August 2011 sprach die IV-Stelle der Versicherten ab 1. 

Januar 2005 eine Viertelsrente und ab 1. November 2010 eine halbe Rente zu (IV-act. 

132f.; vgl. auch IV-act. 123).

B. 

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B.a  Im Bericht vom 3. Oktober 2013 teilte Prof. C.___ der IV-Stelle mit, dass bei der 

Versicherten am 29. April 2013 eine lumbale Diskushernienoperation durchgeführt 

worden und am 4. September 2013 die operative Behandlung einer Osteochondrose 

HWK4-7 erfolgt sei. Die bedeutenden Restbeschwerden in Form spinaler Schmerzen 

würden eine berufliche Belastung momentan nicht zulassen. Es sei davon auszugehen, 

dass diese Situation bestehen bleibe und zur Arbeitsunfähigkeit der Versicherten 

führen werde (IV-act. 137).

B.b  Am 14. Oktober 2013 ersuchte die Versicherte die IV-Stelle um eine 

Rentenüberprüfung (IV-act. 139). Prof. C.___ gab im Verlaufsbericht vom 24. April 2014 

an, es bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bei einem chronifizierten 

Schmerzsyndrom im Bereich der cervico-dorso-lumbalen Wirbelsäule (IV-act. 155).

B.c  Am 23. April und 8. Mai 2015 wurde die Versicherte durch das Swiss Medical 

Assessment- and Business-Center (SMAB AG) psychiatrisch und rheumatologisch 

begutachtet. Die bidisziplinäre Beurteilung ergab im Ergebnis eine unveränderte 

Arbeitsunfähigkeit von 50% sowohl in der bisherigen wie auch in leidensangepassten 

Tätigkeiten. Aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte ausser für Tätigkeiten, die 

eine sehr hohe emotionale Belastbarkeit voraussetzen würden, in der Arbeitsfähigkeit 

nicht eingeschränkt. In der Zeit von April 2013 bis April 2014 sei die Arbeitsfähigkeit 

mehr als 50% eingeschränkt gewesen (IV-act. 175-21). RAD-Arzt Dr. med. F.___ 

befand, es könne auf die Arbeitsfähigkeits-Schätzung abgestellt werden und für den 

Zeitraum von April 2013 bis April 2014 von einer Arbeitsfähigkeit adaptiert von 25% 

sowie vorher und nachher von einer solchen von 50% ausgegangen werden (IV-act. 

178).

B.d  Mit Vorbescheid vom 5. August 2015 stellte die IV-Stelle der Versicherten ab 1. 

Oktober 2013 bis 31. Juli 2014 eine ganze Rente und ab 1. August 2014 eine halbe 

Rente in Aussicht (IV-act. 184).

B.e  Am 14. September 2015 liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin lic. 

iur. Ch. Rempfler, gegen den Vorbescheid Einwand erheben und ab 1. Oktober 2013 

eine ganze Rente beantragen. Als Eventualbegehren beantragte sie, dass eine BEFAS-

Abklärung bzw. eine EFL über mehrere Wochen durchzuführen sei (IV-act. 189).

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B.f  Mit Verfügung vom 27. Oktober 2015 sprach die IV-Stelle der Versicherten vom 1. 

Oktober 2013 bis 31. Juli 2014 eine ganze Rente zu (IV-act. 198). Ebenfalls am 27. 

Oktober 2015 verfügte sie die Herabsetzung der Rente ab 1. August 2014 auf eine 

halbe und eine Rückforderung unrechtmässig bezogener Leistungen (IV-act. 200).

C.

C.a Gegen die Verfügung vom 27. Oktober 2015 bezüglich der Herabsetzung auf eine 

halbe Rente ab 1. August 2014 richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 26. 

November 2015 mit dem Begehren um deren Aufhebung und Zusprache einer ganzen 

Rente (auch) ab 1. August 2014. Eventualiter beantragt die Beschwerdeführerin die 

Durchführung einer BEFAS-Abklärung bzw. einer EFL; unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen. Zur Begründung macht die Rechtsvertreterin geltend, die 

Beschwerdegegnerin habe das rechtliche Gehör verletzt, indem sie mit keinem Wort 

auf die Vorbringen in der „Einsprache“ vom 14. September 2015 eingegangen sei. 

Zudem habe sie ihre Untersuchungspflicht verletzt, weil sie trotz der Empfehlung der 

medizinischen Fachpersonen keine BEFAS- oder EFL-Abklärung vorgenommen habe. 

Schliesslich sei das Gutachten nicht verwertbar, weil die Beschwerdeführerin nicht nur 

bidisziplinär, sondern vielmehr polydisziplinär hätte untersucht werden müssen, es 

auch der neuen bundesgerichtlichen Schmerzrechtsprechung sowie der Beurteilung 

von Prof. C.___ und der Krankentaggeldversicherung widerspreche (act. G 1).

C.b Mit Beschwerdeantwort vom 27. Januar 2016 beantragt die Beschwerdegegnerin 

unter ausführlicher Begründung die Abweisung der Beschwerde (act. G 5).

C.c Am 1. Februar 2016 bewilligt die Abteilungspräsidentin des Versicherungsgerichts 

das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege (act. G 6).

C.d Mit Replik vom 18. April 2016 hält die Beschwerdeführerin an ihren Begehren fest 

(act. G 10).

C.e Die Beschwerdegegnerin verzichtet mit Schreiben vom 25. April 2016 auf die 

Einreichung einer Duplik (act. G 12).

Erwägungen

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1. 

1.1  Die Beschwerdeführerin macht vorab eine Verletzung des rechtlichen Gehörs 

geltend. Die von ihr vorgebrachten Begründungen würden in der Verfügung lediglich 

lapidar und mit Verweis auf eine kurze und nicht nachvollziehbare Stellungnahme des 

RAD abgetan. Dadurch werde die Beschwerdeführerin in ein kostenpflichtiges 

Beschwerdeverfahren gedrückt, weshalb eine Gehörsverletzung offensichtlich sei.

1.2  Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll 

entsprechen (Art. 49 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die grundsätzliche Pflicht einer Behörde, 

ihren Entscheid zu begründen, folgt aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör. Dabei 

darf sich die Verwaltung nicht damit begnügen, die von der betroffenen Person 

vorgebrachten Einwendungen zur Kenntnis zu nehmen und zu prüfen. Die Verwaltung 

hat vielmehr ihre Überlegungen auch namhaft zu machen und sich dabei ausdrücklich 

mit den konkreten Einwendungen auseinander zu setzen oder zumindest die Gründe 

anzugeben, weshalb sie gewisse Gesichtspunkte nicht berücksichtigen kann (BGE 124 

V 183 E. 2b).

1.3  Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin den Einwand vom 14. September 2015 

hinsichtlich der Frage der Notwendigkeit einer EFL-Abklärung sowie einer 

polydisziplinären Begutachtung ihrem RAD-Arzt Dr. F.___ vorgelegt. Dieser nahm dazu 

am 7. Oktober 2015 Stellung (vgl. IV-act. 191), worauf die Beschwerdegegnerin in der 

Begründung zur angefochtenen Verfügung vom 27. Oktober 2015 verwiesen hat (vgl. 

IV-act. 193). Zwar ist die Stellungnahme des RAD relativ kurz gehalten, sie ist jedoch 

hinsichtlich der beiden ihm vorgelegten Streitpunkte vollständig, nachvollziehbar und 

mit den nötigen Aktenhinweisen versehen. Indem die Beschwerdegegnerin auf diese 

Ausführungen verwiesen hat, ist sie ihrer Begründungspflicht genügend 

nachgekommen und eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist zu verneinen.

2. 

2.1  In materieller Hinsicht streitig und zu prüfen ist, ob und inwiefern sich der 

Rentenanspruch der Beschwerdeführerin verändert hat.

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2.2  Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte 

Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 

zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein 

Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein 

Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.3  Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird 

die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, 

herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt 

jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den 

Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist 

somit nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern 

auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich 

gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. E. 

3.5). Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung 

bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des 

Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und 

Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht; vorbehalten bleibt die 

Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 

5.4). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im 

Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustands auf die Arbeitsfähigkeit 

für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar 

(Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2008, 9C_562/08, E. 2.1).

2.4  Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen 

Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 

261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und 

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Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das 

Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).

3. 

3.1  Ausgangspunkt für die Beurteilung des gesundheitlichen Verlaufs bildet im 

vorliegenden Revisionsverfahren die ursprüngliche Rentenzusprache gestützt auf die 

Verfügungen vom 10. August 2011 (IV-act. 132f.; vgl. auch IV-act. 123). Hinsichtlich der 

geltend gemachten Veränderung des Gesundheitszustands ist in erster Linie 

umstritten, welche Schlüsse aus den vorhandenen ärztlichen Unterlagen zu ziehen sind 

bzw. ob der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ausreichend medizinisch 

abgeklärt ist. Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Invaliditätsbemessung 

vorwiegend auf das Gutachten der SMAB vom 9. Juni 2015.

3.2  Die Rechtsvertreterin rügt vorab in formeller Hinsicht, dass die Beschwerdeführerin 

neben der rheumatologischen und psychiatrischen Begutachtung auch in 

orthopädischer und neurologischer Hinsicht hätte abgeklärt werden müssen. Dabei 

stützt sie sich auf den von der Krankentaggeldversicherung im Vorfeld vorgebrachten 

Vorschlag einer polydisziplinären Begutachtung sowie auf eine RAD-Notiz vom 2. März 

2015, die aber offenbar falsch interpretiert wird. Wörtlich hielt RAD-Arzt Dr. F.___ fest: 

„Dem Vorschlag der GA-Stelle einen Wechsel von Rheumatologie auf Orthopädie wird 

nicht nachgekommen. Der RAD ist darüber informiert, dass die rheumatologische 

Teilbegutachtung erst im Mai 2015 stattfinden wird“ (IV-act. 163). Wie Dr. F.___ in 

seiner Stellungnahme vom 7. Oktober 2015 weiter ausführte, habe die 

Untersuchungsstelle aus Kapazitätsgründen (anstelle einer rheumatologischen) eine 

orthopädische Begutachtung in Erwägung gezogen. Angesichts des beklagten 

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Schmerzsyndroms hielt der RAD jedoch an einer rheumatologischen Begutachtung fest 

(vgl. IV-act. 191). Dies obgleich das rheumatologische Teilgutachten gemäss Auskunft 

der Gutachterstelle von Februar 2015 erst auf Mai 2015 angesetzt werden konnte (vgl. 

IV-act. 163). Dass demgegenüber eine Ausweitung auf weitere Disziplinen, wie 

insbesondere eine orthopädische und eine neurologische Begutachtung, für die 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit notwendig gewesen wäre, wird von keinem Mediziner 

behauptet. Damit ist die Beweiskraft des bidisziplinären Gutachtens aus formellen 

Gründen nicht zu beanstanden.

3.3  Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielten die SMAB-Gutachter 

ein chronisches lumbovertebrales Syndrom bei einem Status nach Fenestration und 

mikrochirurgischer Nukleotomie L2/3 links bei Diskushernie 29.04.2013 sowie ein 

chronisches cervikovertebrales Syndrom bei Status nach ventraler Dekompression und 

Fusion C4-C7 (Cage-System) bei Osteochondrose und Einengung der Neuroforamina 

am 04.09.2013 und Status nach Revisionseingriff bei Wundinfekt am 13.10.2013 fest. 

Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit befanden sie Anpassungsstörungen, eine 

längere depressive Reaktion (ICD-10 F43.21), akzentuierte (zwanghafte) 

Persönlichkeitszüge (Z73) sowie anamnestisch einen Status nach Distorsion HWS 

10.02 (IV-act. 175-19). Hinsichtlich der psychiatrischen Komponente hielten die 

Gutachter fest, dass sich bei der Beschwerdeführerin nach einem am 1. Oktober 2002 

erlittenen Autounfall (Heckauffahrunfall) eine posttraumatische Anpassungsstörung 

entwickelt habe, die wieder abgeklungen sei. Im Rahmen einer MEDAS-Begutachtung 

2010 seien neben einer Persönlichkeitsakzentuierung eine somatoforme 

Schmerzstörung, die als überwindbar eingeschätzt worden sei, und eine leichte bis 

mittelgradige depressive Episode diagnostiziert worden. Es sei eine psychiatrisch 

bedingte Arbeitsunfähigkeit von 40% geschätzt worden. Unter Berücksichtigung der 

Akten und der Anamnese sei die depressive Episode abgeklungen und die 

Beschwerdeführerin habe sich in psychischer Hinsicht deutlich stabilisiert. Zu einer 

Zunahme psychischer Beschwerden sei es 2013, vor dem Hintergrund wieder 

zunehmender wirbelsäulenbedingter Schmerzen und zweier (aus Sicht der 

Beschwerdeführerin) nicht erfolgreich verlaufener Operationen gekommen. Es habe 

sich ein depressiv-dysphorisches Syndrom im Sinne einer Anpassungsstörung 

entwickelt, in leichter Ausprägung, an der Grenze zur normalpsychologischen Reaktion 

auf schwere körperliche Erkrankungen. Die Gutachter befanden, dass sich aus dieser 

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Anpassungsstörung keine quantitative Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit ergebe. 

Ebenfalls wiesen sie darauf hin, dass akzentuierte (zwanghafte) Persönlichkeitszüge 

vorlägen, die die Arbeitsfähigkeit ebenfalls nicht in quantitativer Hinsicht 

beeinträchtigen würden. Weiter hielten sie fest, dass sich eine noch 2010 

diagnostizierte somatoforme Schmerzstörung zurückgebildet habe bzw. aktuell nicht 

mehr zu diagnostizieren sei. Der Rheumatologe Dr. med. G.___, Facharzt für 

Rheumatologie FMH, Zertifizierter Medizinischer Gutachter SIM, stellte anlässlich 

seiner Begutachtung ein chronisches lumbovertebrales Syndrom und ein chronisches 

zervikovertebrales Syndrom fest, mit erheblicher, nachvollziehbarer 

Schmerzsymptomatik (Hinweise für eine Symptomausweitung würden nicht vorliegen), 

darüber hinaus mit deutlicher Einschränkung der Beweglichkeit der HWS und der LWS. 

Die Belastbarkeit des Achsenskeletts sei auf Grund der vorliegenden 

Wirbelsäulenpathologie reduziert. Medizintheoretisch könne die Beschwerdeführerin 

höchstens 50%, entsprechend halbtags, eine körperlich leichte wechselbelastende 

Tätigkeit ausüben, bei der sie sich die Arbeit möglichst selbst einteilen können müsse. 

Sowohl in der bisherigen als auch in einer Verweistätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit 

50% (IV-act. 175-19f.). Hinsichtlich des Belastungs-/Ressourcenprofils kamen die 

Gutachter zum Schluss, dass aus psychiatrischer Sicht Tätigkeiten nicht geeignet 

seien, die eine sehr hohe emotionale Belastbarkeit (z.B. therapeutische und bestimmte 

soziale Tätigkeiten) voraussetzen würden. Ansonsten würden sich keine 

Einschränkungen ergeben. Aus rheumatologischer Sicht könne die Beschwerdeführerin 

eine körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeit ausüben, bei der sie sich die 

Arbeit möglichst selbst einteilen könne. Abwechselnd gehen, stehen und sitzen sei 

geeignet. Das Heben von Lasten über 5 bis 10 kg sei ausgeschlossen, ebenso 

haltungsmonotone und bewegungsstereotype manuelle Verrichtungen (IV-act. 175-21). 

Zum zeitlichen Verlauf gaben die Gutachter im Weiteren an, dass die anlässlich der 

MEDAS-Begutachtung geschätzte Arbeitsunfähigkeit von 40% nachvollziehbar sei und 

es danach zu einer Verschlechterung in somatischer Hinsicht gekommen sei; gemäss 

RAD-Beurteilung vom 12. April 2011 sei ab August 2010 eine angestammte und 

adaptierte Arbeitsunfähigkeit von 50% ausgewiesen gewesen. In psychischer Hinsicht 

habe sich die von 2010 diagnostizierte leichte bis mittelgradige depressive Episode 

gebessert, jedoch sei hier der zeitliche Verlauf nicht mehr nachvollziehbar. Eine 

eindeutige Besserung der somatischen Beschwerden ergebe sich aus den Unterlagen 

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nicht. Vermutlich habe von August 2010 bis März 2013 im Wesentlichen eine 

Arbeitsunfähigkeit von 50% vorgelegen. Ab 2013 habe sich die Schmerzsymptomatik 

wieder verschlechtert, es sei zu operativen Eingriffen (im April, September und Oktober 

2013) gekommen und vorübergehend habe die Arbeitsunfähigkeit sicher 100% 

betragen. Im April 2014 habe der behandelnde Schmerzmediziner eine Evaluation der 

funktionalen Leistungsfähigkeit empfohlen und sei zu diesem Zeitpunkt von einer 

verwertbaren Restarbeitsfähigkeit ausgegangen. Im Rahmen der rheumatologischen 

Begutachtung wies Dr. G.___ darauf hin, dass der weitere Verlauf nicht dokumentiert 

sei. Seine eigene Einschätzung einer Arbeitsunfähigkeit von 50% gelte daher ab 

Untersuchungsdatum vom 8. Mai 2015. Im Gesamtgutachten kamen die Gutachter 

zum Schluss, es könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit angenommen werden, 

dass sich seit April 2014 keine wesentliche Änderung des Gesundheitszustands mehr 

ergeben habe und die heute beurteilte Arbeitsfähigkeit aus bidisziplinärer Sicht seit 

April 2014 Gültigkeit habe. Zusammenfassend hielten die Gutachter fest, dass von 

August 2010 bis März 2013 die Arbeitsfähigkeit überwiegend ca. 50% betragen habe; 

von April 2013 bis April 2014 habe sie mehrheitlich zwischen 0 und 50% gelegen, 

genauer sei dies nicht quantifizierbar. Ab April 2014 betrage die Arbeitsfähigkeit wieder 

50% (IV-act. 175-21f.).

3.4  RAD-Arzt Dr. F.___ bemängelte am SMAB-Gutachten hinsichtlich des 

übermittelten Psychostatus „multiple sprachliche Unklarheiten“. So setzte er 

Fragezeichen hinter die folgenden Ausführungen von Gutachter Dr. med. H.___, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie: dass die Antriebslage „ausreichend“, die 

Gestik…Mimik „überwiegend ruhig“, die affektive Stimmungsfähigkeit… „leicht 

eingeschränkt“ und die Beschwerdeführerin von der Persönlichkeit her „durchaus 

verträglich“ sei (vgl. IV-act. 178). Zwar wirken diese Umschreibungen tatsächlich etwas 

unklar. Indessen vermögen sie an der gesamthaften Beurteilung keine relevanten 

Zweifel zu wecken. So stellte auch RAD-Arzt Dr. F.___ letztlich darauf ab. Auch die 

Beschwerdeführerin macht nicht geltend, dass und inwiefern das Gutachten in 

psychiatrischer Hinsicht wesentliche Mängel aufweise. Zur 

Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung von Dr. med. I.___, FMH Psychiatrie und 

Psychotherapie, SAPPM Psychosomatische und Psychosoziale Medizin, im Bericht 

vom 17. März 2014, der zu diesem Zeitpunkt noch von einer 100%igen 

Arbeitsunfähigkeit auf Grund eines chronischen Schmerzsyndroms der cervico-dorso-

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lumbalen Wirbelsäule mit Anpassungsstörung (ICD-10: F43.22) bei Zustand nach HWS-

Schleudertrauma (2002) ausging (vgl. IV-Fremdakten), befand Dr. H.___, dass sie 

insoweit nicht nachvollziehbar sei, als die psychiatrische Diagnose praktisch nur noch 

als Anhängsel zur somatisch (fachfremd) begründeten Diagnose stehe. Im Zeitpunkt 

seiner Begutachtung habe nur eine mässig ausgeprägte Anpassungsstörung 

vorgelegen. Zudem lägen keine Hinweise dafür vor, dass diese Störung im März 2014 

deutlich ausgeprägter gewesen sei. Damit sei die Einschätzung, es habe damals eine 

100%ige, psychiatrisch begründete Arbeitsunfähigkeit vorgelegen, nicht 

nachvollziehbar. Im Übrigen spreche auch die niedrige Therapiefrequenz bei Dr. I.___ 

(ein bis zwei Termine in drei Monaten) gegen eine stärker ausgeprägte depressive 

Symptomatik (IV-act. 175-36). Dies erscheint nachvollziehbar. Dass der 

Gesundheitszustand in psychischer Hinsicht durch eine volle oder teilweise 

Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit gefährdet worden wäre, wie es Dr. I.___ 

beurteilte (vgl. Bericht vom 17. März 2014, IV-Fremdakten), erscheint demgegenüber 

nicht plausibel.

3.5  Die Beschwerdeführerin machte bezüglich der rheumatologischen Beurteilung 

durch Dr. G.___ geltend, sie würde nicht mit der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von Prof. 

C.___ übereinstimmen. Dieser berichtete im Schreiben vom 3. Oktober 2013, dass am 

29. April 2013 eine lumbale Diskushernienoperation und am 4. September 2013 eine 

operative Behandlung einer Osteochondrose HWK4-7 durchgeführt worden seien. Die 

Situation habe sich in medizinischer Sicht derart entwickelt, dass weiterhin eine 

Arbeitsunfähigkeit auf Grund von bedeutenden Restbeschwerden in Form von spinalen 

Schmerzen bestehe. Er gehe davon aus, dass diese Situation bestehen bleibe und sie 

zur Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin führen werde (IV-act. 137). Nachdem 

sich bei der Beschwerdeführerin ein Wundinfekt cervical entwickelt hatte, attestierte 

Prof. C.___ im Arztbericht vom 6. November 2013 weiterhin eine volle 

Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 143-1). Auch im Verlaufsbericht vom 24. April 2014 hielt er 

fest, dass die gegenwärtige gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin keine 

Belastung durch eine wie auch immer geartete Tätigkeit erlaube. Sie sei im Moment 

und bis auf Weiteres zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 155-4). Die behandelnden Ärzte 

der Schmerzklinik des KSSG hielten im Bericht vom 10. April 2014 fest, aus 

schmerztherapeutischer Sicht sei eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit leider nicht 

möglich (IV-act. 156-5). Im Bericht vom 28. April 2014 empfahlen sie zur Beantwortung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/18

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der Fragen nach der Arbeitsfähigkeit in zumutbaren Tätigkeiten und nach 

medizinischen Eingliederungsmöglichkeiten die Durchführung einer Evaluation der 

funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) durch die Kollegen der Physiotherapie im 

Fachbereich Rheumatologie/Rehabilitationsmedizin des KSSG (IV-act. 156-2). Dass sie 

mit dieser Empfehlung jedoch implizit auch von einer erheblichen Veränderung bzw. 

Erhöhung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen wären, wie es die SMAB-Gutachter 

folgerten, ist durch nichts belegt. Viel eher dürften sie - als Schmerzmediziner - sich 

nicht in der Lage gesehen haben, eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abgeben zu 

können. Lediglich daraus eine erhebliche Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu folgern, 

ist nicht plausibel. Da gemäss Dr. G.___ der weitere Verlauf bzw. der konkrete 

Zeitpunkt der Erhöhung der Arbeitsfähigkeit nicht dokumentiert ist, kann eine 

Arbeitsfähigkeit von 50% erst ab Datum der rheumatologischen Untersuchung vom 8. 

Mai 2015 als überwiegend wahrscheinlich angenommen werden (vgl. IV-act. 175-43).

4. 

4.1  Die Rechtsvertreterin rügt weiter, dass die Beschwerdegegnerin nicht auf die 

Empfehlungen der Schmerzmediziner und der Gutachter eingegangen sei und keine 

EFL veranlasst habe. Das System „Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit“ 

beinhaltet eine umfassende ergonomische Leistungserprobung mittels standardisierter 

funktioneller Leistungstests wie beispielsweise Heben, Tragen, Überkopf-Arbeit, Leiter 

steigen, Handkraft und -koordination. Ziel dieser Untersuchung ist eine 

realitätsgerechte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit/Zumutbarkeit und 

Arbeitsmöglichkeiten und eine detaillierte Erfassung der physischen Fähigkeiten und 

Defizite zur Planung einer beruflichen Rehabilitation. EFL wird von der Schweizerische 

Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation SAR und der Schweizerischen Gesellschaft für 

Physikalische Medizin und Rehabilitation SGPMR als Standard-Assessmentmethode 

unterstützt (https://www.mtk-ctm.ch/de/tarife/evaluation-der-funktionellen-

leistungsfaehigkeit-efl/, Medizinaltarif-Kommission UVG, Liste der anerkannten EFL-

Institutionen, Abfrage vom 18. August 2016). Aus Effizienz- und Kostengründen dauert 

eine EFL in der Regel ein bis zwei Tage bzw. Halbtage. Im SMAB-Gutachten wird die 

Möglichkeit einer EFL - entgegen die Vorbringen der Beschwerdeführerin - lediglich im 

Kontext mit der sofortigen beruflichen Eingliederung aufgeführt. Konkret hält es fest, 

der Rheumatologe weise darauf hin, dass die Beschwerdeführerin sehr kooperativ sei 

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und dass daher zur genauen Einschätzung der Frage, „welche beruflichen Tätigkeiten 

in körperlicher Hinsicht geeignet/zumutbar seien“, eine EFL diskutiert werden könne 

(IV-act. 175-24; vgl. auch das Teilgutachten von Dr. G.___, IV-act. 175-43). Wie RAD-

Arzt Dr. F.___ in der Stellungnahme vom 7. Oktober 2015 jedoch festhielt, war für eine 

Beurteilung der Höhe der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin die 

rheumatologische Begutachtung ausreichend (vgl. IV-act. 191). Nichts anderes lässt 

sich auch dem Gutachten entnehmen. Nachdem die Gutachter somit die Höhe der 

verbliebenen Arbeitsfähigkeit unabhängig von der Durchführung einer EFL beurteilen 

konnten und eine EFL lediglich eine Möglichkeit zur differenzierteren Einschätzung der 

Einsatzmöglichkeiten der Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin wäre, kann auf 

weitere Abklärungen verzichtet werden.

4.2  Inwiefern das Gutachten vom 9. Juni 2015 der bundesgerichtlichen 

Schmerzrechtsprechung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2015, 

9C_492/2014) widersprechen sollte, wie die Rechtsvertreterin behauptet, wird in der 

Beschwerde weder begründet noch ist dies ersichtlich. Es geht denn auch nicht um die 

Beurteilung unklarer, psychosomatischer Beschwerden. Insgesamt kann daher 

grundsätzlich bzw. mit Ausnahme des Zeitpunkts der Erhöhung der Arbeitsfähigkeit 

von 25 auf 50% auf das Gutachten des SMAB abgestellt werden. Damit ist mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin für 

leidensangepasste Tätigkeiten von August 2010 bis März 2013 zu 50%, von April 2013 

bis Mai 2015 durchschnittlich zu 25% und ab Juni 2015 wieder zu 50% arbeitsfähig 

war.

5. 

5.1  Zu prüfen bleiben damit die erwerblichen Auswirkungen der 25%igen bzw. 

50%igen Restarbeitsfähigkeit.

5.2  Angesichts dessen, dass die Beschwerdeführerin als Gesunde im Vergleich zum 

durchschnittlichen Hilfsarbeiterinnenlohn kein überdurchschnittliches Einkommen 

erzielte (siehe IV-act. 94) und sie die ihr medizinisch-theoretisch zumutbare 25%ige 

bzw. 50%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten heute nicht mehr 

verwertet, ist es nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin in der 

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angefochtenen Verfügung die Vergleichseinkommen gestützt auf die gleiche 

betragliche Grundlage ermittelte (IV-act. 193). Dies führt faktisch zu einem 

Prozentvergleich. Inwiefern ein solcher den Feststellungen im Urteil des 

Versicherungsgerichts vom 8. Januar 2010, IV 2008/192, widersprechen sollte, ist 

ebenfalls nicht ersichtlich.

5.3  Hinsichtlich der Festsetzung des Invalideneinkommens verbleibt damit noch die 

Prüfung eines allfälligen Tabellenlohnabzugs. Die Beschwerdeführerin hält einen Abzug 

auf Grund ihres Alters und der fehlenden Berufsausbildung für gerechtfertigt (act. G 1), 

während dem die Beschwerdegegnerin keinen Anlass für einen Abzug sieht (act. G 5).

5.4  Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich 

beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, 

im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden 

Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen 

Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand Rechnung getragen, dass 

weitere persönliche und berufliche Merkmale einer versicherten Person, wie Alter, 

Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie 

Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 129 V 481 

E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2).

5.5  Vorliegend war die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Verbesserung ihrer 

Arbeitsfähigkeit (Juni 2015) über 50 Jahre alt (Jahrgang 1963). Wie das Gutachten 

ergab, sind ihr aus somatischer Sicht lediglich noch körperlich leichte und 

wechselbelastende Tätigkeiten zumutbar. Weitere Gründe, die bezüglich Hilfsarbeiten 

einen Lohnnachteil befürchten liessen, sind weder ersichtlich noch substanziiert 

dargetan. Namentlich ist kein lohnrelevantes erhöhtes Absenzenrisiko ausgewiesen. 

Ein lohnwirksamer Nachteil auf Grund der geltend gemachten fehlenden Ausbildung ist 

angesichts der in Frage stehenden Hilfsarbeitertätigkeiten ebenfalls nicht 

nachvollziehbar. Insgesamt ist daher auf Grund des Alters und der nur noch 

zumutbaren körperlich leichten und wechselbelastenden Tätigkeiten höchstens ein 

Tabellenlohnabzug von 10% gerechtfertigt.

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5.6  Auf die rückwirkende Zusprache einer abgestuften und/oder befristeten 

Invalidenrente sind die für die Rentenrevision geltenden Normen (Art. 17 ATSG i.V.m. 

Art. 88a IVV) analog anzuwenden (BGE 121 V 264 E. 6b/dd mit Hinweis, BGE 109 V 

125 E. 4a). Wird rückwirkend eine derartige Rente zugesprochen, sind daher einerseits 

der Moment des Rentenbeginns und andererseits der in Anwendung der 

Dreimonatsfrist von Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzende Zeitpunkt der 

Rentenherabsetzung oder -aufhebung die massgebenden zeitlichen Vergleichsgrössen 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 2010, 8C_468/2010, E. 2 sowie vom 

25. Mai 2010, 8C_834/2009, E. 2 mit Hinweis). Ist auf Grund eines Gutachtens 

überwiegend wahrscheinlich, dass sich der Gesundheitszustand verbessert hat, nicht 

aber ersichtlich, in welchem Zeitpunkt diese Besserung stattgefunden hat, so kann es 

sich jedoch rechtfertigen, die Rente bereits auf den Zeitpunkt des Gutachtens hin 

herabzusetzen oder aufzuheben (Urteil vom 10. Februar 2012, 8C_670/2011, E. 5.1 mit 

Hinweisen). Vorliegend besteht somit ab 1. Juni 2015 gestützt auf einen Invaliditätsgrad 

von 55% (100% - [50% x 0.9]) wiederum ein Anspruch auf eine halbe Rente.

6. 

6.1  Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinne teilweise gutzuheissen, als 

die angefochtene Verfügung vom 27. Oktober 2015 aufgehoben und der 

Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Oktober 2013 bis 31. Mai 2015 eine ganze 

Rente und ab 1. Juni 2015 eine halbe Rente zugesprochen wird. Die Sache wird zur 

Festsetzung der Rentenhöhe sowie zur Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an 

die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

6.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Im Verhältnis ihres 

Unterliegens sind die Gerichtskosten der Beschwerdeführerin zu zwei Dritteln, d.h. in 

Höhe von Fr. 400.--, und der Beschwerdegegnerin zu einem Drittel, also in Höhe von 

Fr. 200.--, aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist die 

Beschwerdeführerin von der Bezahlung zu befreien.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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6.3  Im Rahmen von Obsiegen/Unterliegen hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf 

eine Parteientschädigung. Im Übrigen bezahlt der Staat zufolge unentgeltlicher 

Rechtsverbeiständung die Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die 

Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht 

auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das 

Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- 

bis Fr. 12'000.--. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat keine Kostennote 

eingereicht. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint eine pauschale 

Parteientschädigung von Fr. 3'600.-- angemessen. Davon bezahlt die 

Beschwerdegegnerin Fr. 1‘200.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer). Die 

restlichen Parteikosten von Fr. 2‘400.-- sind um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 

des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der Staat die Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin pauschal mit Fr. 1'920.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

6.4  Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gutgeheissen, als die Verfügung vom 27. 

Oktober 2015 aufgehoben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Oktober 

2013 bis 31. Mai 2015 eine ganze Rente und ab 1. Juni 2015 eine halbe Rente 

zugesprochen wird. Die Sache wird zur Festsetzung der Rentenhöhe sowie zur 

Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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Die Beschwerdeführerin wird von der Bezahlung der Gerichtsgebühr in der Höhe von 

Fr. 400.-- zufolge unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

3. 

Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 200.--.

4. 

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

1‘200.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

5. 

Der Staat entschädigt die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 1'920.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 11.11.2016
	Art. 28 IVG. Art. 17 Abs. 1 ATSG. Rechtliches Gehör. Rentenrevision. Beweiswürdigung Gutachten. Die Vorinstanz ist ihrer Begründungspflicht genügend nachgekommen, weshalb keine Gehörsverletzung vorliegt. Das bidisziplinäre Gutachten ist - abgesehen vom Zeitpunkt der Erhöhung der Arbeitsfähigkeit - beweiskräftig und ein Abzug vom Tabellenlohn maximal mit 10% zu berücksichtigen. Damit ist der Rentenentscheid anzupassen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. November 2016, IV 2015/399).

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