# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7da2d5c6-cb20-5916-9b1f-d2a83cdd4e02
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-28
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 28.11.2023 HG220085
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG220085_2023-11-28.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 

 

Geschäfts-Nr.: HG220085-O U/dz 

 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. Claudia Bühler, Präsidentin, und Oberrichterin 

Flurina Schorta, die Handelsrichterin Dr. Esther Nägeli, die Handels-

richter Dr. Peter Felser und Stefan Vogler sowie die Gerichtsschrei-

berin Nadja Kiener  

 

Beschluss und Urteil vom 28. November 2023 

 

in Sachen 

 

A._____ AG,  
Klägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B1._____ Inc.,  
Beklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y1._____ 

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Y2._____ 

 

betreffend Marke / UWG 
  

- 2 - 

Inhaltsverzeichnis 

Rechtsbegehren ............................................................................................................. 3 
Sachverhalt und Verfahren ............................................................................................ 3 

 

A. Sachverhaltsübersicht ............................................................................................. 3 
a. Parteien und ihre Stellung ....................................................................................... 3 
b. Prozessgegenstand ................................................................................................ 3 

 

B. Prozessverlauf .......................................................................................................... 4 
 

Erwägungen .................................................................................................................... 5 
 

I. Formelles ..................................................................................................................... 5 
 

1. Zuständigkeit ............................................................................................................... 5 
2. Anwendbares Recht .................................................................................................... 5 
3. Rechtsschutz- bzw. Feststellungsinteresse ................................................................ 6 

3.1. Ausgangslage ..................................................................................................... 6 
3.2. Rechtsschutz- bzw. Feststellungsinteresse nach Art. 52 MschG ....................... 6 
3.3. Rechtsschutz- bzw. Feststellungsinteresse nach Art. 9 Abs. 1 lit. c UWG ......... 7 
3.4. Zwischenfazit ...................................................................................................... 9 

4. Weitere Prozessvoraussetzungen .......................................................................... 9 
5. Eingabe der Beklagten vom 19. Oktober 2023 ....................................................... 9 

 

II. Materielles ................................................................................................................. 10 
 

1. Ausgangslage ....................................................................................................... 10 
2. Parteistandpunkte ................................................................................................. 11 
3. Nichtigkeitsklage nach Art. 52 MSchG .................................................................. 12 

3.1. Einleitung .......................................................................................................... 12 
3.2. Aktiv- und Passivlegitimation ............................................................................ 12 
3.3. Relative Ausschlussgründe ............................................................................... 13 

3.3.1. Massgebliche Verkehrskreise ................................................................. 15 
3.3.1.1. Parteibehauptungen ............................................................................... 15 
3.3.1.2. Rechtliches ............................................................................................. 15 
3.3.1.3. Würdigung .............................................................................................. 16 

3.3.2. Warenidentität bzw. Warengleichartigkeit .............................................. 19 
3.3.2.1. Parteibehauptungen ............................................................................... 19 
3.3.2.2. Rechtliches ............................................................................................. 19 
3.3.2.3. Würdigung .............................................................................................. 19 

3.3.3. Kennzeichnungskraft .............................................................................. 21 
3.3.3.1. Parteibehauptungen ............................................................................... 21 
3.3.3.2. Rechtliches ............................................................................................. 21 
3.3.3.3. Würdigung .............................................................................................. 22 

3.3.4. Zeichenähnlichkeit .................................................................................. 24 
3.3.4.1. Schriftbild ............................................................................................... 24 
3.3.4.2. Wortklang ............................................................................................... 26 
3.3.4.3. Sinngehalt .............................................................................................. 28 
3.3.4.4. Zwischenfazit ......................................................................................... 30 

3.3.5. Verwechslungsgefahr ............................................................................. 30 
3.4. Fazit .................................................................................................................. 33 

 

III. Kosten- und Entschädigungsfolgen .................................................................... 33 
 

1. Streitwert ............................................................................................................... 33 
2. Gerichtsgebühr ..................................................................................................... 34 
3. Parteientschädigungen ......................................................................................... 34 

 

- 3 - 

Rechtsbegehren: 
(act. 1 S. 2) 

"1. Es sei die Nichtigkeit der Schweizer Marke der Beklagten CH-Nr. 
1 C._____, eingetragen für 'Pharmazeutische Präparate' in Klas-
se 5, festzustellen und es sei in Anwendung von Art. 54 MSchG 
das Nichtigkeitsurteil dem IGE nach Erlass zuzustellen. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten." 

Sachverhalt und Verfahren 

A. Sachverhaltsübersicht 

a. Parteien und ihre Stellung 

Die Klägerin ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in D._____. Sie bezweckt die Be-

teiligung an Unternehmen, die auf dem Gebiet der Gesundheit oder Ernährung tä-

tig sind. Sie kann sich auch an Unternehmen der Biologie, Chemie, Physik, Infor-

matik oder verwandter Gebiete beteiligen. Ausserdem ist sie berechtigt, Liegen-

schaften und Immaterialgüterrechte im In- und Ausland zu erwerben, zu belasten, 

zu verwerten und zu verkaufen (act. 1 Rz. 8 und Rz. 23 und act. 3/2). 

Die Beklagte ist eine US-amerikanische Gesellschaft mit Hauptsitz in E._____ im 

US-Bundesstaat F._____ (act. 1 Rz. 8 und act. 3/3-5). Sie gehört zur B._____-

Gruppe, ein US-amerikanischer, multinational tätiger Biotechnologiekonzern 

ebenfalls mit Sitz in E._____, der sich auf die Entdeckung, Entwicklung und Be-

reitstellung von Therapien zur Behandlung von neurologischen Erkrankungen 

spezialisiert hat (act. 1 Rz. 24 und act. 14 Rz. 23).  

b. Prozessgegenstand 

Die Klägerin ist Inhaberin der am tt.mm.2017 hinterlegten Marke CH-

Nr. 2"G._____" für Pharmazeutische Präparate der Klasse 5 (act. 1 Rz. 25 und 

act. 3/13). Sie beantragt, gerichtlich festzustellen, dass die Schweizer Marke der 

Beklagten Nr. 1 "C._____", eingetragen für Pharmazeutische Präparate in Klasse 

5, nichtig sei (act. 1 S. 2). Die Beklagte schliesst auf Abweisung der Klage, soweit 

darauf einzutreten sei (act. 14 S. 2). 

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B. Prozessverlauf  

Die Klägerin reichte am 1. Juni 2022 (Datum Poststempel) die Klage samt Beila-

gen hierorts ein (act. 1 und act. 3/2-52). Mit Verfügung vom 7. Juni 2022 wurde 

der Klägerin Frist angesetzt, um für die Gerichtskosten einen Vorschuss von 

CHF 15'000.– zu leisten. Die nämliche Frist als Nachfrist wurde ihr angesetzt, um 

eine neue rechtsgültige Vollmacht einzureichen (act. 4). Diesen Aufforderungen 

kam die Klägerin innert Frist nach (act. 6, act. 7 und act. 8). Die Klageantwort vom 

19. September 2022 wurde fristgemäss eingereicht (act. 9, act. 14 und act. 16/2-

19). Mit Verfügung vom 21. September 2022 wurde die Prozessleitung an Ober-

richterin Flurina Schorta als Instruktionsrichterin delegiert (act. 17). Am 

18. Oktober 2022 lud das Handelsgericht zur Vergleichsverhandlung vom 

12. Dezember 2022 vor (act. 19). Mit Schreiben vom 14. November 2022 teilte die 

Rechtsvertreterin der Klägerin eine Adressänderung mit (act. 20).  

Nachdem die Vergleichsverhandlung vom 12. Dezember 2022 ohne Ergebnis ge-

blieben war, wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet und der Klägerin ei-

ne einmalige Frist angesetzt, um einstweilen einen zusätzlichen Vorschuss für die 

Gerichtskosten von CHF 15'000.– zu leisten (act. 22). Der zusätzliche Vorschuss 

wurde fristgemäss geleistet (act. 24). Die Replik vom 2. März 2023 erging recht-

zeitig (act. 27 und act. 28/1-9). Die Duplik vom 22. Mai 2023 (act. 31 und 

act. 32/20-31) wurde ebenfalls innert Frist erstattet und mit Verfügung vom 

24. Mai 2023 der Klägerin zugestellt (act. 33).  

Mit Verfügung vom 10. Oktober 2023 wurde den Parteien Frist angesetzt, um zu 

erklären, ob auf die Durchführung einer Hauptverhandlung verzichtet werde 

(act. 37). Die Klägerin verzichtete mit Eingabe vom 18. Oktober 2023 auf die 

Durchführung einer Hauptverhandlung (act. 39). Mit Eingabe vom 19. Oktober 

2023 reichte die Beklagte zwei Beilagen ein (act. 40 und act. 41/32-33). Mit einer 

weiteren Eingabe vom 23. Oktober 2023 verzichtete sie ebenfalls auf die Durch-

führung einer Hauptverhandlung (act. 42). 

Das Verfahren erweist sich als spruchreif, weshalb ein Urteil zu fällen ist (Art. 236 

Abs. 1 ZPO).  

- 5 - 

Erwägungen 

I. Formelles 

1. Zuständigkeit 

Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts des Kantons Zürich 

ist gegeben (Art. 22 Ziff. 4 LugÜ i.V.m. Art. 109 Abs. 1 IPRG und Art. 2 Abs. 1 

LugÜ bzw. Art. 5 Ziff. 3 LugÜ i.V.m. Art. 129 IPRG sowie Art. 5 Abs. 1 lit. a und 

lit. d LugÜ i.V.m. Art. 6 Abs. 4 lit. a ZPO und § 44 lit. a GOG) und unbestritten ge-

blieben (act. 1 Rz. 8 ff. und act. 14 Rz. 4 ff.).  

2. Anwendbares Recht 

Im internationalen Verhältnis wendet das Gericht in der Regel sein eigenes Pro-

zessrecht an. Auf das Verfahren findet demnach die Schweizerische Zivilprozess-

ordnung Anwendung. 

Immaterialgüterrechte, wozu Markenrechte gehören, unterstehen dem Recht des 

Staates, für den der Schutz der Immaterialgüter beansprucht wird (Art. 110 Abs. 1 

IPRG). Vorliegend stützt sich die Klägerin in ihrer Klage auf den Markenschutz in 

der Schweiz, weshalb Schweizer Recht anzuwenden ist.  

Ansprüche aus unlauterem Wettbewerb unterstehen dem Recht des Staates, auf 

dessen Markt die unlautere Handlung ihre Wirkung entfaltet (Art. 136 Abs. 1 

IPRG). Vorliegend finden die behaupteten und bestrittenen unlauteren Handlun-

gen in der Schweiz statt bzw. behauptet die Klägerin eine Auswirkung auf den 

Schweizer Markt. Entsprechend ist Schweizer Recht anzuwenden. 

Anzumerken ist an dieser Stelle zudem, dass der Verletzte neben der Verletzung 

eines Immaterialgüterrechts zugleich eine Verletzung wegen unlauteren Wettbe-

werbs geltend machen kann. Art. 110 IPRG schliesst die Anwendung von Art. 136 

IPRG nicht aus (BSK IPRG – JEGHER/KUNZ, Art. 110 N 6). 

  

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3. Rechtsschutz- bzw. Feststellungsinteresse 

3.1. Ausgangslage 

Die Klägerin beantragt die gerichtliche Nichtigerklärung einer Schweizer Marke 

der Beklagten, wobei sie sich primär auf markenrechtliche (Ungültigerklärung der 

Marke gestützt auf relative Ausschlussgründe), kumulativ respektive ergänzend 

auch auf lauterkeitsrechtliche Anspruchsgrundlagen (Ungültigerklärung der Marke 

gestützt auf ein unlauteres Vorgehen bei der Zeichenbildung seitens der Beklag-

ten) beruft (vgl. act. 1 Rz. 6 und Rz. 17).  

Die Beklagte bestreitet einen Feststellungsanspruch der Klägerin aus UWG. Da 

sie die streitgegenständliche Marke in der Schweiz im Geschäftsverkehr noch gar 

nicht verwende, könne keine Verletzung stattgefunden haben. Ein andauernder 

Störungszustand sei nicht eingetreten, womit es der Klägerin an einem schutz-

würdigen Interesse gestützt auf Art. 9 Abs. 1 lit. c UWG fehle. Ausserdem sei die 

Feststellungsklage stets subsidiär zu Leistungs- oder Gestaltungsklagen (act. 14 

Rz. 4 ff.).  

3.2. Rechtsschutz- bzw. Feststellungsinteresse nach Art. 52 MschG 

Wer ein rechtliches Interesse nachweist, kann vom Gericht feststellen lassen, 

dass ein Recht oder Rechtsverhältnis nach MSchG besteht (Art. 52 MSchG). Der 

Begriff des rechtlichen Interesses nach Art. 52 MSchG ist in einem weiten Sinne 

zu verstehen. Selbst die Berücksichtigung eines tatsächlichen Interesses ist nicht 

ausgeschlossen (BGE 140 III 251 E. 5.1.). Ein schutzwürdiges Interesse an der 

Nichtigerklärung einer Marke hat jede Person, die durch ihren Bestand behindert 

wird oder befürchten muss, in absehbarer Zeit dadurch behindert zu werden (BSK 

MSchG – FRICK, Art. 52 N 21). 

Der vorliegende Streitgegenstand betrifft die Wortmarken G._____ der Klägerin 

bzw. C._____ der Beklagten, welche für dieselbe Warenklasse eingetragen wor-

den sind. Die Parteien befinden sich hinsichtlich einer potentiellen Verwechs-

lungsgefahr der Beklagtenmarke mit der Marke der Klägerin in Konflikt. Die Be-

klagte hat ihre Marke zwar im Markenregister eintragen lassen, und ihr Arzneimit-

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tel wurde in der Schweiz zugelassen, indessen wird es derzeit hierorts noch nicht 

verwendet. Mit einem Markteintritt ist aber in absehbarer Zeit durchaus zu rech-

nen (vgl. act. 1 Rz. 21, Rz. 38 und Rz. 44 ff. sowie act. 14 Rz. 9). Entsprechend 

liegt ohne Weiteres und unbestrittenermassen ein ausreichendes Rechtsschutz- 

bzw. Feststellungsinteresse der Klägerin i.S.v. Art. 52 MSchG vor. 

3.3. Rechtsschutz- bzw. Feststellungsinteresse nach Art. 9 Abs. 1 lit. c UWG 

Gemäss Art. 9 Abs. 1 lit. c UWG kann der Verletzte dem Richter beantragen, die 

Widerrechtlichkeit einer Verletzung festzustellen, wenn sich diese weiterhin stö-

rend auswirkt.  

Das Bundesgericht hat die Feststellungsklage nach Art. 9 Abs. 1 lit. c UWG als 

eigenständigen Anspruch qualifiziert, der die Voraussetzungen der allgemeinen 

zivilprozessualen Feststellungsklage nicht zu erfüllen braucht (Urteil BGer 

4C.369/2004 vom 21. Januar 2005). Art. 9 Abs. 1 lit. c UWG verlangt, dass sich 

die Verletzung weiterhin störend auswirkt. Dieses Erfordernis soll sicherstellen, 

dass die Feststellungsklage nur erhoben werden kann, wenn der Kläger einer an-

haltenden Beeinträchtigung seines Ansehens ausgesetzt ist, die sich mittels ge-

richtlicher Feststellung beseitigen lässt. Mit anderen Worten dient die Feststel-

lungsklage im Wettbewerbsrecht der Beseitigung von Störungen, die von einer 

abgeschlossenen Verletzungshandlung ausgegangen und zum Dauerzustand 

geworden sind (BGE 123 III 357 E. 1c). Vorausgesetzt wird entsprechend, dass 

der Kläger ein schutzwürdiges Interesse an der Beseitigung eines fortbestehen-

den Störungszustandes geltend machen kann. Nicht erforderlich ist dagegen, 

dass die eigentliche Verletzungshandlung weiterhin andauert. Vielmehr kann die 

Verletzung zwar abgeschlossen sein, die daraus entstandene Störung kann aber 

weiterhin vorhanden sein, sie ist dann zu einem Dauerzustand geworden (typi-

sche Anwendungsfälle sind z.B. Verletzungen in der Presse; zum Ganzen: BSK 

UWG – RÜETSCHI/ROTH, Art. 9 N 49 ff. und Dike-Komm. UWG – DOMEJ, Art. 9 

N 22 ff.).  

Es ist unbestritten, dass die streitgegenständliche Marke der Beklagten in der 

Schweiz noch nicht verwendet wird (vgl. act. 1 Rz. 21, Rz. 38 und Rz. 44 ff. sowie 

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act. 14 Rz. 6 und Rz. 100). Der blosse Eintrag im Markenregister kann nicht mit 

einem Marktauftritt gleichgesetzt werden, stellt mithin keine Verletzungshandlung 

dar, kann durch diesen doch keine Rufausbeutung i.S.v. Art. 3 Abs. 1 lit. e UWG 

erfolgen. Die Klägerin behauptet denn auch nichts Gegenteiliges, zumal sie es 

unterlässt, sich zur diesbezüglichen Kritik der Beklagten zu äussern. Ein sich wei-

terhin auswirkender Störungszustand, den es zu beseitigen gälte, ist damit nicht 

gegeben.  

Hinzu kommt, dass eine Feststellungsklage stets subsidiär zur Leistungs- oder 

Gestaltungsklage ist. Kann das verfolgte Rechtsschutzziel auch mit einer Unter-

lassungs- oder Beseitigungsklage zur Gänze erreicht werden, so ist eine Feststel-

lungsklage unzulässig (BGE 135 III 378 E. 2.2. und BSK UWG – RÜETSCHI/ROTH, 

Art. 9 N 53). Gemäss Art. 9 Abs. 1 lit. a UWG kann, wer durch unlauteren Wett-

bewerb in seiner Kundschaft, seinem Kredit oder beruflichen Ansehen, in seinem 

Geschäftsbetrieb oder sonst in seinen wirtschaftlichen Interessen bedroht oder 

verletzt wird, beim Richter beantragen, eine drohende Verletzung zu verbieten. 

Mit dieser Unterlassungsklage soll verhindert werden, dass ein Schaden über-

haupt eintritt, oder zumindest dessen Höhe in Grenzen gehalten werden. Sie setzt 

eine Erstbegehungs- oder eine Wiederholungsgefahr voraus. Die Erstbegehungs-

gefahr ist relevant, wenn der Gegner noch keine Rechtsverletzung jener Art, wie 

sie verboten werden soll, begangen hat. Notwendig ist, dass der Gegner eine un-

lautere Handlung zu setzen beabsichtigt, was sich in erster Linie aus typischen 

Vorbereitungshandlungen erschliessen lässt, so z.B. aus der Anmeldung verlet-

zender Zeichen (BSK UWG – RÜETSCHI/ROTH, Art. 9 N 18 und Dike-Komm. UWG 

– DOMEJ, Art. 9 N 10 ff. und N 24). Die Klägerin befürchtet, dass – infolge der Ein-

tragung der Beklagtenmarke ins Markenregister und der Erteilung der heilmittel-

rechtlichen Zulassung – die Gefahr besteht, dass die Beklagte die Marke C._____ 

künftig in unlauterer Weise gebraucht (= Erstbegehungsgefahr). Entsprechend 

hätte sie gestützt auf Art. 9 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 3 Abs. 1 lit. e UWG ein Unter-

lassungsbegehren stellen können.  

Mangels Eintritts einer Verletzung und mithin Vorliegens eines andauernden Stö-

rungszustands sowie gestützt auf den Umstand, dass die Klägerin eine Leis-

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tungsklage hätte anheben können, mangelt es ihr an einem berechtigten Rechts-

schutz- bzw. Feststellungsinteresse hinsichtlich der gestützt auf Art. 3 Abs. 1 lit. e 

i.V.m. Art. 9 Abs. 1 lit. c UWG geltend gemachten Ansprüche, weshalb diesbezüg-

lich auf die Klage nicht einzutreten ist. 

3.4. Zwischenfazit 

Wie soeben aufgezeigt, ist auf die Klage – soweit sie Ansprüche aus Lauterkeits-

recht betrifft – nicht einzutreten.  

Nachfolgend ist über den geltend gemachten markenrechtlichen Anspruch (Un-

gültigerklärung der Marke der Beklagten gestützt auf relative Ausschlussgründe) 

zu befinden. 

4. Weitere Prozessvoraussetzungen 

Die weiteren Prozessvoraussetzungen nach Art. 59 Abs. 2 ZPO sind hinsichtlich 

der geltend gemachten Ansprüche aus Markenrecht unbestrittenermassen erfüllt 

und geben zu keinen Weiterungen Anlass. Auf die Klage ist diesbezüglich einzu-

treten. 

5. Eingabe der Beklagten vom 19. Oktober 2023 

Am 19. Oktober 2023 reichte die Beklagte "in Ausübung des unbedingten Replik-

rechts" eine Eingabe ein (act. 40). 

Nach Abschluss des zweiten Schriftenwechsels können neue Tatsachen nur unter 

den Voraussetzungen von Art. 229 ZPO ins Verfahren eingebracht werden. Dabei 

wird vorausgesetzt, dass die Noven ohne Verzug ins Verfahren eingebracht wer-

den (Art. 229 Abs. 1 ZPO). Ausserdem dürfen die Tatsachen und Beweismittel 

erst nach dem letzten Schriftenwechsel entstanden oder gefunden worden sein 

(echte Noven, lit. a) oder trotz zumutbarer Sorgfalt nicht früher vorgebracht wor-

den sein können (unechte Noven, lit. b). Diejenige Partei, die der Meinung ist, sie 

könne sich auf neue Tatsachen und/oder Beweismittel stützen, muss für jede ein-

zelne neue Tatsache und jedes einzelne neue Beweismittel substantiiert dartun, 

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dass die Zulässigkeitsvoraussetzungen erfüllt sind (ZK ZPO – LEUENBERGER, 

Art. 229 N 10). 

Im vorliegenden Verfahren ist der Aktenschluss mit dem Abschluss des zweiten 

Schriftenwechsels, also mit der Duplik der Beklagten vom 22. Mai 2023 (act. 31), 

eingetreten (BGE 140 III 312 E. 6). Mit Zustellung der Duplik an die Klägerin wur-

de der Aktenschluss ausdrücklich verfügt (act. 33).  

In ihrer Eingabe vom 19. Oktober 2023 weist die Beklagte das Gericht auf die 

beigelegten ausländischen Entscheidungen hin (act. 40). Dabei handelt es sich 

einerseits um einen Entscheid des britischen Markenamts UKIPO vom 26. Juli 

2023 und andererseits um einen Entscheid des Landgerichts Hamburg vom 

11. August 2023 (act. 41/32-33). Da sich die Eingabe der Beklagten nicht auf eine 

kürzlich eingereichte Eingabe der Klägerin bezieht, zu welcher sie noch nicht Stel-

lung nehmen konnte, erfolgt sie nicht in Ausübung ihres Replikrechts. Als Noven-

eingabe ist die Eingabe der Beklagten verspätet, da die damit eingereichten Ent-

scheide bereits vor rund drei bzw. zwei Monaten ergangen sind und die Beklagte 

nicht näher ausgeführt hat, weshalb sie sie erst jetzt einreichen kann. Die Eingabe 

der Beklagten samt Beilagen hat daher unberücksichtigt zu bleiben. Kommt hinzu, 

dass deren Berücksichtigung nichts am Verfahrensausgang zu ändern vermöchte. 

II. Materielles 

1. Ausgangslage 

Die Klägerin ist Inhaberin der Schweizer Marke Nr. 2, eingetragen am tt.mm.2017 

(act. 3/13). Die Schweizer Marke Nr. 1 der Beklagten wurde am tt.mm.2021 hin-

terlegt (act. 3/6). Die Marken beider Parteien beanspruchen damit Gültigkeit für 

den Schweizer Markt für Waren und Dienstleistungen der Klasse 5 ("Pharmazeu-

tische und veterinärmedizinische Erzeugnisse sowie Präparate für die Gesund-

heitspflege; diätetische Erzeugnisse für medizinische Zwecke, Babykost; Pflaster, 

Verbandmaterial; Zahnfüllmittel und Abdruckmassen für zahnärztliche Zwecke; 

Desinfektionsmittel; Mittel zur Vertilgung von schädlichen Tieren; Fungizide, Her-

bizide") gemäss dem Abkommen von Nizza über die Internationale Klassifikation 

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von Waren und Dienstleistungen für die Eintragung von Marken. Bei beiden Ein-

tragungen handelt es sich um reine Wortmarken.  

Das klägerische Präparat G._____ wurde von Swissmedic in zwei Darreichungs-

formen zugelassen, namentlich als Durchstechflasche und als Fertigspritze. Es 

wird in der Schweiz seit 2020 für die Behandlung der … (…) H._____-

Degeneration (sog. … H._____), die den allmählichen Verlust des menschlichen 

Sehvermögens verursacht, als Fertigspritze vertrieben. G._____ enthält den 

Wirkstoff I._____ und ist – nebst J._____ (Wirkstoff: K._____) und L._____ (Wirk-

stoff: M._____) – ein Präparat zur N._____-A-Therapie (= N._____ A Therapie), 

das derzeit in der Schweiz zur ophthalmologischen Behandlung zugelassen ist 

(act. 1 Rz. 26 ff. und act. 14 Rz. 24). 

Das beklagtische Präparat C._____ beinhaltet den neueren Wirkstoff K._____. Es 

ist seit 13. Juli 2022 in der Schweiz zugelassen, wobei dessen Inverkehrsetzung 

noch bevorsteht (act. 1 Rz. 38 ff.; act. 14 Rz. 33 und Rz. 92; act. 27 Rz. 9 f. und 

Rz. 38). Die beiden Präparate haben im Wesentlichen vergleichbare Anwen-

dungsbereiche, sind trotz unterschiedlicher Wirkstoffe auch im Produktprofil ähn-

lich und werden mittels Injektion unmittelbar in den Glaskörper des Auges ge-

spritzt. Die Beklagte beabsichtigt mit ihrem Arzneimittel als Biosimilar zum erfolg-

reichen J._____ in den schweizerischen Markt einzusteigen und mit einem für Bi-

osimilars typisch günstigeren Preis H._____-Medikamente erschwinglicher zu 

machen (act. 14 Rz. 15 und act. 27 Rz. 5 ff.).  

2. Parteistandpunkte 

Die Klägerin macht geltend, zwischen ihrer Marke und der Marke der Beklagten 

bestehe Verwechslungsgefahr i.S.v. Art. 3 Abs. 1 lit. c MSchG, weshalb die Be-

klagte durch (potentielle) Verwendung ihres Zeichens die klägerischen Marken-

rechte verletze. Daher klagt sie auf Ungültigerklärung der Marke (Art. 52 MSchG) 

gestützt auf relative Ausschlussgründe.  

Die Beklagte bestreitet das Vorliegen einer Markenrechtsverletzung mangels 

Verwechslungsgefahr. Abgesehen von einem gemeinsamen Anfangsbuchstaben 

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bestehe zwischen der Klagemarke und der angegriffenen Marke keinerlei relevan-

te Ähnlichkeit. Soweit die Klägerin ihre Klage auf Ansprüche aus Markenrecht 

stützt, schliesst die Beklagte demzufolge auf Klageabweisung 

3. Nichtigkeitsklage nach Art. 52 MSchG 

3.1. Einleitung 

Das Markenrecht verleiht dem Inhaber einer Marke innerhalb des Schutzbereichs 

das ausschliessliche Recht, die Marke zur Kennzeichnung der Waren oder 

Dienstleistungen, für die sie beansprucht wird, zu gebrauchen und darüber zu ver-

fügen (Art. 13 Abs. 1 MSchG). Nach Art. 52 MSchG kann, wer ein rechtliches In-

teresse nachweist, vom Gericht feststellen lassen, dass ein Recht oder Rechts-

verhältnis gemäss diesem Gesetz besteht oder nicht besteht. Diese markenrecht-

liche Feststellungsklage in Form der Löschungs- oder Nichtigkeitsklage erlaubt 

die Nichtigerklärung und Löschung einer Marke aus dem Markenregister. Wer die 

Feststellungsklage anhebt, kann sich in diesem Zusammenhang unter anderem 

auf die relativen Ausschlussgründe gemäss Art. 3 MSchG berufen (Urteil BGer 

4A_265/2020 E. 4.1.). 

3.2. Aktiv- und Passivlegitimation 

Zur Nichtigkeitsklage aktivlegitimiert ist, wer ein Feststellungsinteresse geltend 

macht. Passivlegitimiert ist jene Person, gegenüber welcher das festzustellende 

Recht oder Rechtsverhältnis besteht. Als Nichtigkeitsgründe kommen insbeson-

dere relative Ausschlussgründe gemäss Art. 3 Abs. 1 MSchG in Betracht (BGE 

136 III 102 E. 3.1.; BSK MSchG – FRICK, Art. 52 N 18 und SHK MSchG – STAUB, 

Art. 52 N 18, N 23 und N 44). Anders als im Verletzungsverfahren nach Art. 55 

Abs. 1 MSchG ist für die Beurteilung der Warengleichheit bzw. -gleichartigkeit bei 

der Nichtigkeitsklage allein auf die Registereinträge der zu beurteilenden Marken 

abzustellen (Urteil BGer 4A_265/2020 E. 10.3., in: sic! 2021, S. 410). Wurde im 

Vorfeld bereits ein Widerspruchsverfahren durchlaufen, ist das Zivilgericht nicht 

an diesen Entscheid gebunden, denn beim Widerspruchsverfahren handelt es 

sich um ein Verwaltungsverfahren sui generis, in dem die Widerspruchsbehörde 

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mit eng begrenzter Kognition entscheidet, wobei der Entscheid bloss vorläufiger 

Natur ist (Urteil BGer 4A_129/2020 vom 26. Oktober 2020 E. 3.3., in: sic! 2021, 

S. 246 und Urteil HGer ZH HG170041 vom 28. Oktober 2019 E. 1.3.). 

Vorab ist festzuhalten, dass kein Widerspruchsverfahren für die im Streit stehen-

de Schweizer Marke Nr. 1 der Beklagten durchlaufen wurde.  

Die Klägerin als Inhaberin der älteren Marke hat ein Feststellungsinteresse an der 

Nichtigerklärung der Marke der Beklagten (vgl. Erwägung  Ziff. I.2.3. vorstehend) 

und ist entsprechend aktivlegitimiert. Die Beklagte als Inhaberin der jüngeren 

Marke, welche nichtig erklärt werden soll, ist passivlegitimiert. Als relativer Aus-

schlussgrund kommt die Verwechslungsgefahr gemäss Art. 3 Abs. 1 lit. c MSchG 

in Betracht, infolge Markenähnlichkeit sowie Identität oder Gleichartigkeit der Wa-

ren. 

3.3. Relative Ausschlussgründe 

Gemäss Art. 3 Abs. 1 lit. a MSchG sind Zeichen vom Markenschutz ausgeschlos-

sen, die mit einer älteren Marke identisch sind und für die gleichen Waren oder 

Dienstleistungen bestimmt sind (sog. Doppelidentität). Nach Art. 3 Abs. 1 lit. b und 

lit. c MSchG sind Zeichen vom Markenschutz ausgeschlossen, die ähnlich oder 

identisch wie die prioritätsältere Marke sind und für gleiche oder gleichartige Wa-

ren oder Dienstleistungen gebraucht werden, wenn sich daraus eine Verwechs-

lungsgefahr ergibt. Eine Verwechslungsgefahr im Sinne dieser Bestimmung be-

steht, wenn das jüngere Zeichen die ältere Marke in ihrer Unterscheidungsfunkti-

on beeinträchtigt. Es wird zwischen unmittelbarer und mittelbarer Verwechslungs-

gefahr unterschieden. Unmittelbare Verwechslungsgefahr liegt vor, wenn zu be-

fürchten ist, dass sich die massgeblichen Verkehrskreise durch die Ähnlichkeit der 

Zeichen irreführen lassen, und Waren oder Dienstleistungen, die das eine oder 

das andere Zeichen tragen, der falschen Inhaberschaft der Marke zurechnen. Von 

mittelbarer Verwechslungsgefahr ist auszugehen, wenn die massgeblichen Ver-

kehrskreise die Zeichen zwar auseinanderhalten können, aufgrund ihrer Ähnlich-

keit aber falsche Zusammenhänge vermuten. Entscheidend ist der Gesamtein-

druck, der in der Erinnerung des Adressatenkreises hinterlassen wird (BGE 128 III 

- 14 - 

441 E. 3.1.; BGE 128 III 96 E. 2a; BGE 127 III 160 E. 2a, in: sic! 2001, S. 314; 

BGE 122 III 382 E. 1., in: sic! 1997, S. 46; Urteil BGer 4A_265/2020 vom 

28. Dezember 2020 E. 8.1., in: sic! 2021, S. 405). 

Ob eine rechtlich relevante Verwechslungsgefahr besteht, ist gestützt auf den 

Registereintrag der älteren Marke im Vergleich zum tatsächlichen oder drohenden 

Gebrauch des jüngeren Zeichens zu beurteilen. Anders als im Lauterkeitsrecht 

sind die streitgegenständlichen Zeichen als solche zu vergleichen, während aus-

serhalb des Zeichens liegende Umstände unbeachtlich bleiben. Der Massstab, 

der an die Unterscheidbarkeit anzulegen ist, ist abhängig von der Gleichartigkeit 

der Waren bzw. Dienstleistungen (vgl. nachfolgend Erwägung Ziff. II.3.3.2.). Je 

näher sich die Waren oder Dienstleistungen sind, desto grösser wird das Risiko 

von Verwechslungen und desto stärker muss sich das jüngere Zeichen vom älte-

ren abheben, um die Verwechslungsgefahr zu bannen. Daneben sind die Kenn-

zeichnungskraft der älteren Marke (vgl. nachfolgend Erwägung Ziff. II.3.3.3.) und 

die Zeichenähnlichkeit (vgl. nachfolgend Erwägung Ziff. II.3.3.4.) von Belang. Die-

se Vorfragen sind zu beantworten, um im Rahmen einer Gesamtbewertung die 

Verwechslungsgefahr (vgl. nachfolgend Erwägung Ziff. II.3.3.5.) beurteilen zu 

können. Von Bedeutung ist dabei, an welche Verkehrskreise sich die betreffenden 

Waren oder Dienstleistungen richten (vgl. nachfolgend Erwägung Ziff. II.3.3.1.). 

Bei diesen Vorfragen handelt es sich um Rechtsfragen. Tatfragen sind demge-

genüber beispielsweise die konkrete Wahrnehmung des Zeichens in den mass-

gebenden Verkehrskreisen, die Bekanntheit der Marke, die Verkehrsdurchset-

zung, und – als Indiz – ob es zu tatsächlichen Verwechslungen gekommen ist 

(BGE 128 III 441 E. 3.1.; BGE 128 III 96 E. 2a; BGE 126 III 315 E. 6b/bb; BGE 

122 III 382 E. 1. und E. 3a, in: sic! 1997, S. 48; Urteil BGer 4A_265/2020 vom 

28. Dezember 2020 E. 8.1. f., in: sic! 2021, S. 405 f. m.w.H.; BSK MSchG – STÄ-

DELI/BRAUCHBAR BIRKHÄUSER, Art. 3 N 32 f. und SHK MSchG – JOLLER, Art. 3 N 39 

ff.). 

  

- 15 - 

3.3.1. Massgebliche Verkehrskreise 

3.3.1.1. Parteibehauptungen 

Die Klägerin macht geltend, die Verkehrskreise, an die sich die beiden Präparate 

richten, seien einerseits Fachpersonen (act. 1 Rz. 57 ff. und act. 27 Rz. 46), ande-

rerseits aber auch viele dem Arzt in der Distributionskette vorgelagerte Personen, 

so etwa medizinische Praxisassistenten, Laborangestellte, im Klinikbereich das 

Pflegepersonal, sonstige Praxis- und Klinikmitarbeiter, Klinikapotheker oder -

einkäufer sowie generell die für den Vertrieb des Präparats verantwortlichen Fir-

men (Grosshändler) und ihre Angestellten. Obschon der Aufmerksamkeitsgrad 

von Ophthalmologen grundsätzlich hoch sei, sei das Verständnis, welches die 

verschiedenen Teile des sog. "Fachpublikums" pharmazeutischen Marken entge-

genbringen würden, durchaus unterschiedlicher Natur, je nachdem, ob es sich um 

Ophthalmologen, Fach-, Pflege- oder reines Verwaltungspersonal handle. Die 

Ähnlichkeit der Präparat-Namen G._____ und C._____ könne folglich beim Arzt 

und/oder bei den in der Vertriebskette vorgelagerten Personen Verwechslungs- 

bzw. Assoziationsgefahr erzeugen (act. 1 Rz. 60 ff. und act. 27 Rz. 49 ff.). 

Die Beklagte bestreitet, dass der vorliegend massgebende Verkehrskreis neben 

hochspezialisierten Fachkräften für Augenheilkunde noch weitere Personen in der 

Distributionskette oder gar Patienten erfasst (act. 14 Rz. 40 ff. und act. 31 Rz. 14 

ff.) 

3.3.1.2. Rechtliches 

Zur Beantwortung der Frage, ob die mit ähnlichen Marken versehenen Waren 

verwechselbar sind, ist auf das Verständnis und die Aufmerksamkeit der im kon-

kreten Einzelfall aktuell und potentiell angesprochenen Verkehrskreise abzustel-

len. Dazu sind die massgeblichen Produkte normativ objektiviert gestützt auf das 

Waren- und Dienstleistungsverzeichnis der älteren Marke zu definieren, und ist 

die aktuelle sowie potenzielle Abnehmerschaft zu eruieren. Sodann ist der Grad 

der Aufmerksamkeit der Verkehrskreise zu ermitteln, wobei auf die Durchschnitts-
auffassung innerhalb der relevanten Verkehrskreise abzustellen ist (BSK MSchG 

- 16 - 

– STÄDELI/BRAUCHBAR BIRKHÄUSER, Art. 3 N 119 und N 162 ff. und SHK MSchG – 

JOLLER, Art. 3 N 50 ff. m.w.H.).  

3.3.1.3. Würdigung 

Unbestritten ist, dass die streitgegenständlichen Präparate primär von Fachärzten 

(Ophthalmologen) genutzt werden, zumal sie nach einer gründlichen Anamnese 

hinsichtlich möglicher Reaktionen von diesen mittels Injektion ins Auge verab-

reicht werden (vgl. act. 1 Rz. 60 und Rz. 62 und act. 27 Rz. 46). Es ist davon aus-

zugehen, dass ein hochspezialisierter Facharzt für Augenheilkunde die in diesem 

Gebiet in der Schweiz zugelassenen Arzneimittel mit Namen und Wirkstoff kennt 

und diese unterscheiden kann. Es ist ferner naheliegend, dass Ophthalmologen 

nicht bloss gestützt auf einen Markennamen, sondern vor allem gestützt auf den 

für die Behandlung am besten geeigneten Wirkstoff entscheiden, welches Medi-

kament sie bestellen und dem Patienten verabreichen. Der Aufmerksamkeitsgrad 

von Fachärzten im Umgang mit pharmazeutischen Marken ist im Unterschied zum 

breiten Publikum demzufolge als hoch einzustufen (vgl. auch BSK MSchG – STÄ-

DELI/BRAUCHBAR BIRKHÄUSER, Art. 3 N 169), was implizit auch die Klägerin aner-

kennt (vgl. act. 1 Rz. 60). 

Umstritten ist, ob auch die dem Ophthalmologen in der Distributionskette vorgela-

gerten Personen (wie etwa medizinische Praxisassistenten, Laborangestellte etc.) 

zum massgeblichen Verkehrskreis der Präparate gehören. In BGE 84 II 441 vom 

28. Oktober 1958 erwog das Bundesgericht, dass bei der Entscheidung der Frage 

der Verwechselbarkeit auf den letzten Abnehmer abzustellen sei, was bei Injekti-

onsmittel Fachleute seien (vgl. E. 2.). Die Klägerin macht geltend, dass diese 

Rechtsprechung überholt sei. Der besagte Entscheid des Bundesgerichts stamme 

aus einer Zeit, als die Realität im Alltag eines Arztes in einer Praxis oder in einem 

Spital noch ganz anders ausgesehen habe. In den damaligen Einzelpraxen habe 

der Arzt die Medikamente selber bestellt oder zumindest stets die Übersicht über 

Medikamentenbestellungen gehabt. Dies sei in den heute weit verbreiteten Pra-

xisgemeinschaften anders (act. 27 Rz. 47 ff.). Zunächst ist anzumerken, dass sich 

die Änderung einer Rechtsprechung nur rechtfertigt, wenn sich dafür hinreichend 

ernsthafte Gründe anführen lassen. Die Gründe, die gegen die bisherige Praxis 

- 17 - 

und zugunsten einer neuen Betrachtungsweise sprechen, müssen insgesamt ge-

wichtiger sein als die nachteiligen Auswirkungen, welche die Praxisänderung ins-

besondere auf die Rechtssicherheit hat (BGE 126 III 315 E. 4bb). Damals wie 

heute gab und gibt es verschiedene Personen, die in der Distributionskette mit ei-

nem ophthalmologischen Medikament in Kontakt kommen (so z.B. Klinikapothe-

ker oder -einkäufer oder Grosshändler und ihre Angestellten). Die Klägerin führt 

zwar zu Recht aus, dass es heutzutage vermehrt Gemeinschaftspraxen gibt, bei 

welchen Medikamentenbestellungen wohl häufig bei einem einzigen Praxismitar-

beiter zusammenlaufen; allerdings dürfte dies in Spitälern auch schon früher so 

gehandhabt worden sein. Es fehlen zudem jegliche Anhaltspunkte dafür, dass 

diese spezifischen Personen im Unterschied zu Praxisassistenten im Jahr 1985 

nicht oder schlechter geschult sein sollen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass 

ein grosser Teil des Personals gut geschult ist (so gibt es heute z.B. auch eine 

fachspezifische Weiterbildung zur "Ophthalmologischen Medizinischen Praxisas-

sistentin", OMPA), und ein weiterer zumindest praktisch sehr erfahren. Entschei-

dend ist aber ohnehin, dass das Bundesgericht einzig Fachärzte als massgebli-

cher Verkehrskreis betrachtet, weil bei diesen die (Letzt-)Verantwortung für die 

richtige und verwechslungsfreie Anwendung von Injektionsmitteln liegt. Sowohl 

damals wie auch heute mussten und müssen "sorgfältige" Ophthalmologen die 

notwendigen Weisungen erteilen und ihr Personal entsprechend schulen und in-

struieren, um derartige Verwechslungen zu verhindern (vgl. BGE 84 II 441 E. 2.). 

Ophthalmologen sind (als Letztabnehmer) gehalten, die allenfalls von ihren Mitar-

beitern bestellten und weiteren ihnen in der Distributionskette vorgelagerten Per-

sonen bereitgestellten Injektionsspritzen zu überprüfen. Die von der Klägerin dar-

gelegten Umstände rechtfertigen jedenfalls nicht, von der dargelegten bundesge-

richtlichen Rechtsprechung abzuweichen. In der Konsequenz sind die von der 

Klägerin genannten, dem Arzt in der Distributionskette vorgelagerten Personen 

nicht zum massgeblichen Verkehrskreis zu zählen. 

Dass schliesslich auch Patienten zum massgeblichen Verkehrskreis gehören 

würden, macht die Klägerin in ihrer Replik – anders als noch in der Klageschrift – 

nicht mehr explizit geltend. Nach ständiger Rechtsprechung richten sich auch re-

zeptpflichtige Pharmazeutika an den Endverbraucher (= Patienten), werden von 

- 18 - 

diesem jedoch mit einer erhöhten Aufmerksamkeit, wenn auch nicht mit einem er-

höhten Unterscheidungsvermögen, gekauft. Sind die Medikamente demgegen-

über nicht verschreibungspflichtig, so ist die Sichtweise des breiten Publikums 

massgebend, welches Pharmazeutika mit einer geringen Aufmerksamkeit und ei-

nem geringeren Unterscheidungsvermögen als Fachkreise erwirbt (zum Ganzen: 

BSK MSchG – STÄDELI/BRAUCHBAR BIRKHÄUSER, Art. 3 N 169). Im vorliegenden 

Fall ist der Klägerin zwar dahingehend zuzustimmen, dass der Arzt in aller Regel 

die Therapie mit dem Patienten bespricht und ihm ein bestimmtes Medikament 

empfiehlt (vgl. act. 1 Rz. 66), doch – anders als in den vorgenannten Fällen – er-

hält der Patient weder ein Rezept noch das gekaufte Arzneimittel je selbst in die 

Hand, womit selbst ein "Verhören" des Patienten stets ohne Konsequenzen bleibt. 

Dass der Patient der Behandlung nur deshalb zustimmt, weil der Arzt das klägeri-

sche oder beklagtische Arzneimittel empfiehlt, ist äusserst unwahrscheinlich, zu-

mal der Patient die Präparate regelmässig nicht im Detail kennen wird. Vielmehr 

liegt die Empfehlung und Verabreichung eines der beiden Präparate wiederum in 

der alleinigen Verantwortung des "sorgfältig handelnden" und mithin sehr auf-

merksamen Ophthalmologen. Patienten gehören demzufolge nicht zum massge-

blichen Verkehrskreis, handelt es sich doch bei ihnen in der vorliegenden Konstel-

lation nicht um Letztabnehmer.  

Zusammengefasst ist der massgebliche Verkehrskreis auf Ophthalmologen als 

Letztabnehmer beschränkt. Demzufolge ist die Zeichenähnlichkeit und Verwechs-

lungsgefahr anhand einer erhöhten – wenn nicht gar grösstmöglichen – Aufmerk-

samkeit zu beurteilen, zumal nach ständiger Rechtsprechung Fachärzte über ein 

besonderes Unterscheidungsvermögen in Bezug auf Medikamente verfügen, die 

sie an Patienten verschreiben oder benutzen (vgl. BSK MSchG - STÄDE-

LI/BIRKHÄUSER, Art. 3 N 169 m.w.H.). 

  

- 19 - 

3.3.2. Warenidentität bzw. Warengleichartigkeit 

3.3.2.1. Parteibehauptungen 

Die Klägerin macht in ihrer Klageschrift geltend, in markenrechtlicher Hinsicht lie-

ge Warenidentität vor, zumal die konfligierenden Marken für Präparate mit der 

identischen therapeutischen Indikation, der identischen Darreichungsform und der 

identischen Anwendung eingesetzt würden (act. 1 Rz. 67 ff.). In ihrer Replik präzi-

siert sie diese Behauptung dahingehend, dass die Präparate der Parteien mit Be-

zug auf die beiden Indikationen "Behandlung der … H._____-Degeneration" und 

"Behandlung des … O._____" im markenrechtlichen Sinne Warenidentitäten auf-

weisen würden. Hinsichtlich der weiteren therapeutischen Indikationen im Bereich 

der Ophthalmologie für C._____ sei von Warenähnlichkeit auszugehen (act. 27 

Rz. 54).  

Die Beklagte bestreitet eine Warenidentität, zumal die Marke der Beklagten ein 

Bio-similar zum Medikament J._____ sei und eine breitere therapeutische Indika-

tion aufweise, die konfligierenden Arzneimittel unterschiedliche Wirkstoffe enthiel-

ten und keine Substituierbarkeit gegeben sei. Vielmehr liege lediglich eine Wa-

rengleichartigkeit vor (act. 14 Rz. 47 ff. und act. 31 Rz. 21 ff.).  

3.3.2.2. Rechtliches 

Im Schweizer Markenrecht gilt das Spezialitätsprinzip, welches besagt, dass eine 

Marke immer nur in Bezug auf die in der Markeneintragung beanspruchten Waren 

und Dienstleistungen geschützt ist. Ausgenommen davon ist einzig die berühmte 

Marke. Je nach Verfahrensart kommen unterschiedliche Beurteilungskriterien zur 

Anwendung. Bei Nichtigkeitsklagen ist auf die tatsächlich im Markenregister be-

anspruchten Waren und Dienstleistungen abzustellen (BSK MSchG – STÄDE-

LI/BRAUCHBAR BIRKHÄUSER, Art. 3 N 115 ff.).  

3.3.2.3. Würdigung 

Es ist unbestritten und durch den Swissregauszug belegt, dass die streitgegen-

ständlichen Marken für die Klasse 5 ("Pharmazeutische Präparate") registriert 

- 20 - 

sind (act. 1 Rz. 67 ff und act. 14 Rz. 11 sowie act. 3/16 und act. 3/13). Das unter 

der klägerischen Marke vertriebene und das künftig in der Schweiz zu vertreiben-

de Produkt der Beklagten sind sehr nahe verwandt: Es handelt sich um hochspe-

zialisierte Medikamente in Form von Injektionslösungen (teilweise in Spritzen ver-

packt), die von Augenärzten direkt in den Glaskörper des Auges des Patienten 

gespritzt werden. Der enthaltene Wirkstoff ist aber nicht identisch. Zwar hemmen 

beide Wirkstoffe den N._____ A (N._____-A) und sollen insbesondere das Fort-

schreiten der … H._____ verlangsamen (act. 1 Rz. 71 und act. 14 Rz. 47 ff.). In-

dessen ist unbestritten, dass das Produkt der Beklagten darüber hinaus eine brei-

tere therapeutische Indikation aufweist (so z.B. auch zur Behandlung eines Visus-

verlustes infolge eines retinalen Venenverschlusses oder durch choroidale Neo-

vaskularisation infolge einer pathologischen Myopie; vgl. act. 14 Rz. 34 und 

act. 27 Rz. 40 sowie act. 16/17 und act. 16/18). Bezüglich dieser weiteren thera-

peutischen Indikation für das Arzneimittel C._____ ist unbestrittenermassen von 

Warenähnlichkeit auszugehen (act. 27 Rz. 54). Dies entspricht im Ergebnis denn 

auch der ständigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, wonach 

pharmazeutische Präparate – ungeachtet ihres Indikationsbereichs, ihrer Darrei-

chungsform oder einer allfälligen Rezeptpflicht – als gleichartig gelten, da bezüg-

lich Vertriebskanälen, Herstellungsstätten, verwendetem Know-how und medizini-

schem Verwendungszweck Übereinstimmung besteht. Die Verneinung der 

Gleichartigkeit hätte nämlich zur Folge, dass ein identisches Zeichen zur Kenn-

zeichnung von unterschiedlichen Arzneimitteln verwendet werden und somit eine 

Verwechslungsgefahr begünstigen könnte, was für die Abnehmer unter Umstän-

den mit gesundheitlich weitreichenden Folgen verbunden wäre (BVGer B-

5119/2014 vom 17. März 2016 E. 5.2. sowie BSK MSchG – STÄDELI/BRAUCHBAR 

BIRKHÄUSER, Art. 3 N 141 und SHK MSchG – JOLLER, Art. 3 N 343, je mit Hinwei-

sen zur Rechtsprechung). Demzufolge ist bei der Beurteilung der Zeichenähnlich-

keit ein strenger Massstab anzulegen.  

  

- 21 - 

3.3.3. Kennzeichnungskraft 

3.3.3.1. Parteibehauptungen 

Die Klägerin behauptet ein originär unterscheidungskräftiges Zeichen mit norma-

lem Schutzumfang, welches durch den intensiven Gebrauch seit 2020 eine leicht 

gesteigerte Kennzeichnungskraft erworben und damit eine weit weniger hohe 

Hürde zu überwinden habe (act. 1 Rz. 87 ff. und act. 27 Rz. 89 ff.).  

Die Beklagte macht eine unterdurchschnittliche Kennzeichnungskraft infolge An-

lehnung von Wortbestandteilen an Sachbegriffe des allgemeinen Sprachge-

brauchs (so die Endung "G''._____" an "…", d.h. Sicht, Sehvermögen, Sehkraft, 

Augenlicht, Visus) geltend, die im Zusammenhang mit den beanspruchten Waren 

beschreibend seien, und bestreitet überdies die Etablierung der klägerischen 

Marke (act. 14 Rz. 74 ff. und act. 31 Rz. 45 ff.). 

3.3.3.2. Rechtliches 

Der Schutzumfang einer Marke bestimmt sich nach ihrer Kennzeichnungskraft, 

d.h. der Fähigkeit einer Marke, sich dem Publikum als Marke einzuprägen. Der 

Schutzumfang ist umso grösser, je höher die Kennzeichnungskraft ist. Im Marken-

recht wird zwischen stark, normal und schwach kennzeichnungskräftigen Marken 

unterschieden. Dazu werden die Originalität und Fantasie der Marke wie auch die 

Intensität ihres Gebrauchs bewertet. Der Gesamteindruck der Marke wird durch 

die kennzeichnungskräftigen Bestandteile geprägt. Schwache Elemente beein-

flussen den Gesamteindruck weniger und gemeinfreie Elemente spielen eine 

noch untergeordnetere Rolle. Von einer normalen Kennzeichnungskraft ist bei Ak-

ronymen, Slogans und im Verkehr durchgesetzten Marken auszugehen. Eine ge-

steigerte Kennzeichnungskraft ist anzunehmen, wenn das Zeichen als Marke für 

die beanspruchten Waren oder Dienstleistungen vom Gewohnten abweicht.  

Die Kennzeichnungskraft kann sodann durch die Benutzung der Marke gesteigert 

werden. Benutzung und begleitende Werbung erhöhen die Bekanntheit der Marke 

und somit die Kennzeichnungskraft. Bei der Bekanntheit einer Marke handelt es 

sich um eine Tatfrage, die von derjenigen Partei zu beweisen ist, die sich darauf 

- 22 - 

stützt (BSK MSchG – STÄDELI/BRAUCHBAR BIRKHÄUSER, Art. 3 N 45 ff. und SHK 

MSchG – JOLLER, Art. 3 N 73 ff.). 

3.3.3.3. Würdigung 

In einem ersten Schritt bestimmt sich die Kennzeichnungskraft einer Marke nach 

ihrer Unterscheidungskraft, wobei originär eine normale Unterscheidungskraft 

vermutet wird. Als ursprünglich schwach gelten Marken, deren wesentliche Be-

standteile gemeinfrei sind oder sich eng an gemeinfreie Bestandteile anschlies-

sen. Im Vordergrund stehen Bestandteile mit beschreibendem Gehalt (SHK 

MSchG – JOLLER, Art. 3 N 83 mit Hinweisen zur Rechtsprechung sowie N 89 f.). 

Als schwach qualifizierte die Praxis beispielsweise die Wortbestandteile "Kamill" 

(beschreibend für ein Produkt, welches Kamille enthält), "Actif bzw. "acti" (be-

schreibend für Lebensmittel) oder "Botox" (starke Anlehnung an den Sachbegriff 

Botulinumtoxin; vgl. zum Ganzen SHK MSchG – JOLLER, Art. 3 N 91). 

Es ist unbestritten und offensichtlich, dass es sich bei der Klagemarke G._____ 

um ein Kunstwort handelt (act. 1 Rz. 83; act. 14 Rz. 66; act. 27 Rz. 82 und act. 31 

Rz. 42), dessen wesentliche Bestandteile gemeinfrei und nicht besonders ein-

prägsam, auffällig oder fantasievoll sind. Hinzu kommt, dass der Wortbestandteil 

"G''._____" der Klagemarke zwar Assoziationen mit "Sicht, Sehvermögen, Seh-

kraft, Augenlicht, Visus" weckt, doch sind diese Sachbezeichnungen für ein Arz-

neimittel zur Behandlung der Augenkrankheit H._____ beschreibend. Nach dem 

Gesagten ist originär von einer leicht abgeschwächten Kennzeichnungskraft der 

klägerischen Marke auszugehen.  

Wie bereits ausgeführt, können sowohl schwache als auch normal kennzeich-

nungskräftige Marken durch die Benutzung und die begleitende Werbung eine er-

höhte Bekanntheit und damit Kennzeichnungskraft erlangen. Zu deren Nachweis 

verlangt die Praxis einerseits den langjährigen, intensiven Gebrauch der Marke 

und andererseits eine intensive Werbung. Dies bedeutet, dass derjenige, der sich 

auf die Bekanntheit einer Marke beruft, durch geeignete Belege die Intensität und 

Dauer der Benutzung, den Werbeaufwand und/oder mittels einer demoskopi-

schen Umfrage sowie mittels Erklärungen von Berufsverbänden (mit geringerem 

- 23 - 

Beweiswert) belegen muss, dass die Marke Bekanntheit erlangt hat (BSK MSchG 

– STÄDELI/BRAUCHBAR BIRKHÄUSER, Art. 3 N 51 und N 57 sowie SHK MSchG – 

JOLLER, Art. 3 N 102 ff. mit Hinweisen zur Rechtsprechung).  

Unbestritten und erstellt ist, dass das klägerische Arzneimittel seit 2020 in Ge-

brauch ist. Zur Intensität des Gebrauchs führt die Klägerin in ihrer Klageschrift 

einzig aus, die Verkäufe von G._____ hätten sich seit der Lancierung im Jahr 

2020 gefestigt und die Marke habe inzwischen eine leicht gesteigerte Kennzeich-

nungskraft erlangt (act. 1 Rz. 87 f.). Sie unterlässt es hingegen, detailliertere Aus-

führungen zur Intensität des Gebrauchs der Marke und zum Werbeaufwand sowie 

zur Bekanntheit zu machen. In der Einleitung der Klageschrift finden sich zwar 

weiter Nettoumsatzzahlen von G._____ sowie grobe Angaben zu den Verkaufs-

zahlen in der Schweiz (vgl. act. 1 Rz. 34 f.), doch stellt die Klägerin diese Behaup-

tungen nicht in Zusammenhang mit der Kennzeichnungskraft und deren Voraus-

setzungen. Auch auf entsprechende Kritik der Beklagten hin (vgl. act. 14 Rz. 28), 

liefert die Klägerin keine näheren Angaben zum Werbeaufwand und zur Bekannt-

heit ihres Produkts (act. 27 Rz. 23 ff.). Aufgrund der substantiierten Bestreitungen 

der Beklagten reicht es aber nicht aus, weiterhin lediglich pauschal zu behaupten, 

die Marke werde seit 2020 intensiv für ein pharmazeutisches Präparat in der 

Schweiz genutzt und habe sich inzwischen am Markt etabliert (act. 27 Rz. 90), 

ohne näher darzutun, woraus sich dies konkret ableiten lässt. Auch der Umstand, 

dass die arzneimittelrechtliche Zulassung von G._____ inzwischen erweitert wur-

de (vgl. act. 27 Rz. 35 f.), sagt nichts über den Werbeaufwand oder die Bekannt-

heit des Präparats aus. 

Hinzu kommt, dass sich mit den von der Klägerin präsentierten Beweisofferten 

bestenfalls die Intensität und Dauer der Benutzung erstellen liesse, nicht jedoch 

die Bekanntheit der Marke und/oder der betriebene Werbeaufwand.  

Insgesamt vermag der erstellte Gebrauch der Marke der Klägerin die eher geringe 

originäre Kennzeichnungskraft leicht zu erhöhen, was im Ergebnis zu einer 

durchschnittlichen bzw. normalen Kennzeichnungskraft führt.  

  

- 24 - 

3.3.4. Zeichenähnlichkeit 

Eine Marke geniesst in derjenigen Ausgestaltung Schutz, wie sie im Markenregis-

ter eingetragen ist. Die Frage, ob sie durch ein jüngeres Kennzeichen verletzt 

wird, beurteilt sich deshalb anhand des Registereintrags des geschützten Zei-

chens. Abzustellen ist auf die Durchschnittsauffassung innerhalb der relevanten 

Verkehrskreise. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich ein Verkehrskreis jeweils 

aus einer unbestimmten Anzahl von Personen zusammensetzt. Diese bringen ei-

nerseits eine ähnliche Interessenlage sowie ein ähnliches Niveau an Allgemein-

bildung, Marktwissen, Aufmerksamkeit, Unterscheidungsfähigkeit und Erfahrung 

mit sich. Andererseits bestehen zwischen den einzelnen Personen aber auch we-

sentliche Unterschiede. Im Rahmen einer normativen Abwägung ist der Durch-

schnitt aller Interessen zu eruieren, wobei letztlich das Verständnis eines Teils 

des Verkehrskreises aufgrund seines normativen Gewichts genügen kann (SHK 

MSchG – ASCHMANN, Art. 2 lit. a N 31 und SHK MSchG – JOLLER, Art. 3 N 52 f.). 

Massgeblich ist jeweils der Gesamteindruck, wobei darauf abzustellen ist, wel-

ches Erinnerungsbild der Marke beim Abnehmer zurückbleibt. Dabei ist die Ähn-

lichkeit anhand des Schriftbilds (vgl. nachfolgend Erwägung Ziff. II.3.3.4.1.), des 

Wortklangs (Aussprache, Silbenmass, Vokalfolge; vgl. nachfolgend Erwägung 

Ziff. II.3.3.4.2.) und des Sinngehalts (vgl. nachfolgend Erwägung Ziff. II.3.3.4.3.) 

zu prüfen. 

3.3.4.1. Schriftbild 

Das Schriftbild wird vor allem durch die Wortlänge sowie die Art und Stellung der 

verwendeten Buchstaben geprägt. Die Wortlänge ergibt sich aus der Anzahl 

Buchstaben. Kurzwörter werden optisch und akustisch leichter erfasst und prägen 

sich besser ein als längere Wörter. In Bezug auf einzelne Buchstaben betrachtet 

die Praxis beispielsweise "O" und "Q" als ähnlich (SHK MSchG - JOLLER, Art. 3 

N 141 ff.). 

Vorliegend geht es um die Wortmarken  

G._____ vs. C._____ 

- 25 - 

Es ist unbestritten und augenscheinlich, dass die beiden Marken nur aus Gross-

buchstaben bestehen und mit dem Buchstaben "3" beginnen. Weiter unbestritten 

und nicht zu übersehen ist, dass beide Marken die Buchstaben "3", "4" und "5" in 

derselben Reihenfolge enthalten. Auch trifft es zu, dass die beiden Wörter aus 

drei Silben bestehen ("…-…-… [G._____]" bzw. "…-…-… [C._____]") und die 

kongruenten Buchstaben jeweils am Anfang einer Silbe stehen (act. 1 Rz. 76 ff.; 

act. 14 Rz. 54 ff.; act. 27 Rz. 66 ff. und act. 31 Rz. 25 ff.). Unzutreffend ist hinge-

gen die klägerische Behauptung, dass sie alle an der exakt selben Stelle stehen 

(insbesondere "5" steht an 4. bzw. 5. Stelle), zumal die beiden Wörter auch unter-

schiedlich lang (5 vs. 7 Buchstaben) sind. Ausserdem reicht der Umstand, dass 

zwei Wörter gleiche Buchstaben enthalten, für sich allein nicht aus, um das Erin-

nerungsbild des Betrachters wesentlich zu prägen, besteht das Alphabet doch nur 

aus 26 Buchstaben, womit es beinahe unvermeidbar ist, dass in unterschiedlichen 

Wörtern identische Buchstaben zu finden sind. Im vorliegenden Fall stechen die 

identischen Buchstaben "3", "4" und "5" jedenfalls – anders als von der Klägerin 

behauptet – nicht besonders hervor und prägen das Erinnerungsbild des Betrach-

ters nicht massgeblich. Markant ins Auge sticht bei der Beklagtenmarke C._____ 

vielmehr der Doppelvokal "4 4", der in der deutschen Sprache eher selten und 

wenn dann tendenziell in kurzen Worten (z.B. P._____, P1._____, P2._____, 

P3._____ etc.) auftritt, sowie die speziellen Buchstaben "6" und "7". Unzutreffend 

ist weiter die klägerische Behauptung, wonach die beiden Marken in der Wortmit-

te denselben Buchstaben "5" enthielten (act. 1 Rz. 77 und act. 27 Rz. 68). Dass 

das "5" bei beiden Marken der erste Buchstabe der Endung bildet (vgl. act. 27 

Rz. 67) trifft zwar zu, doch ist dieser Umstand nicht derart offensichtlich, dass sich 

dies im Erinnerungsbild des Betrachters abspeichern würde. 

Obgleich beide Marken mit dem Buchstaben "3" beginnen, müssen auch die Fol-

gebuchstaben berücksichtigt werden, fokussiert der Betrachter doch nicht einzig 

auf den Anfangsbuchstaben eines Wortes. Das "3 8" der Klagemarke ist als 

Wortanfang ziemlich unauffällig, während das "3 6" der Beklagtenmarke in der 

deutschen Sprache eher aussergewöhnlich ist (seltene Wörter wie z.B. 

"Q._____", "Q1._____", "Q2._____"). Die einzelnen Buchstaben "8" und "6" sind 

- 26 - 

auch nicht besonders ähnlich, ist das "6" eher vertikal und das "8" horizontal aus-

gerichtet.  

Ferner wird die Klagemarke G._____ insgesamt als kürzeres Zeichen wahrge-

nommen, das aufgrund der gängigeren Buchstaben leichter erfasst werden kann. 

Am aussergewöhnlichsten scheint der Buchstabe "5" bzw. das Wortende "5 9", 

das einen runden Abschluss bildet. Demgegenüber wird C._____ mit sieben 

Buchstaben als längeres Zeichen empfunden, dessen markante Bezugspunkte 

nicht auf der Endung, sondern vielmehr auf dem Doppelvokal "4 4" (den es bei 

der klägerischen Marke nicht gibt) und den eminenten Buchstaben "6" und "7" lie-

gen. Anders als das "9" der klägerischen Marke bildet das "7" sodann einen präg-

nanten Abschluss des Wortes.  

Aufgrund dieser unterschiedlich hervorstechenden Merkmale im Schriftbild prägt 

sich beim Betrachter – trotz gewissen Gemeinsamkeiten – ein deutlich unter-

schiedliches Erinnerungsbild ein. Bei der Verwendung von Arzneimitteln ist per se 

bereits eine sehr hohe Vorsicht geboten. Da es sich beim relevanten Verkehrs-

kreis ausschliesslich um Ophthalmologen handelt, die eine sehr hohe Aufmerk-

samkeit walten lassen und über grosses Fachwissen und entsprechende Erfah-

rung bzw. Ausbildung verfügen, kann davon ausgegangen werden, dass sie fähig 

sind, trotz den genannten Gemeinsamkeiten, die deutlichen Unterschiede klar zu 

erkennen.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die konfligierenden Zeichen im 

Schriftbild hinreichend unterscheiden. 

3.3.4.2. Wortklang  

Beim gesprochenen Wort bleibt der Wortklang im Gedächtnis haften. Dieser vari-

iert je nach zugrunde gelegter Aussprache massgeblich. Bei der Prüfung der 

Klangwirkung ist nach ständiger Praxis die Aussprache in allen Landessprachen 

gemäss allgemein gültigen Sprachregeln zu berücksichtigen (BGE 73 II 57). Da-

bei ist auf das Silbenmass, die Aussprachekadenz und die Aufeinanderfolge der 

sonoren Vokale zu achten (BGE 119 II 473 E. 2c und BSK MSchG – STÄDE-

- 27 - 

LI/BRAUCHBAR BIRKHÄUSER, Art. 3 N 63). Abzustellen ist in allen Sprachen auf die 

Standardlautung, wie sie beispielsweise in Wörterbüchern festgehalten wird. 

Massgebend ist die korrekte Aussprache und Betonung (SHK MSchG – JOLLER, 

Art. 3 N 154). 

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei den konfligierenden Zeichen unbestritte-

nermassen um Kunstwörter, d.h. um lexikalisch nicht nachgewiesene Begriffe 

(vgl. act. 1 Rz. 83; act. 14 Rz. 66; act. 27 Rz. 82 und act. 31 Rz. 42). Wie zuvor 

ebenfalls bereits ausgeführt, bestehen beide Marken aus drei Silben ("…-…-… 

[G._____]" bzw. "…-…-… [C._____]"). Eine übereinstimmende Silbenanzahl kann 

insbesondere dann zu einem ähnlichen Wortklang führen, wenn die Vokalabfolge 

zweier Marken gleich ist, führt dies doch häufig zu einem weitgehend überein-

stimmenden Wortklang (SHK MSchG - JOLLER, Art. 3 N 157 und N 160 mit Hin-

weisen zur Rechtsprechung). Der Klang bzw. die Aussprache der beiden Marken 

hängt wesentlich von der Sprache ab. Die Klägerin macht geltend, die Marken 

würden auf Deutsch, Englisch und insbesondere auf Französisch sehr ähnlich – 

wenn nicht gar identisch – ausgesprochen (act. 1 Rz. 79 ff. und act. 27 Rz. 73 ff.).  

Unbestritten ist, dass die beiden Marken auf Deutsch "G._____" (für G._____) 

und "C1._____", "C2._____" oder "C3._____" (für C._____) ausgesprochen wer-

den (act. 1 Rz. 82; act. 14 Rz. 62 und act. 27 Rz. 76). Dem Wortanfang kommt bei 

der Beurteilung des Klangbilds eine besondere Bedeutung zu (BGE 122 III 382 

E. 5.; Urteil BVGer B-5709/2007 vom 16. Januar 2009 E. 5. und BSK MSchG – 

STÄDELI/BRAUCHBAR BIRKHÄUSER, Art. 3 N 66). Der Wortanfang "G'._____" ist je-

nem von "C1'._____", "C2'._____" oder "C3'._____" nicht sehr ähnlich. Auch die 

Wortenden ("G''._____" vs. C''._____") sowie die phonetische Vokalabfolge ("8-4-

9" vs. "10-11-4-11" bzw. "12-4-11" bzw. "11-4-11") unterscheiden sich klar. Die 

Markenähnlichkeit ist folglich gering. 

Hinsichtlich der Aussprache auf Französisch ist strittig, ob bei der Beklagtenmar-

ke C._____, das "7" am Ende des Wortes als "13" ausgesprochen wird oder nicht. 

Die Aussprache der Marke G._____ als "G1._____" und jene des Wortteils 

"C3._____" (für C._____) ist hingegen unbestritten (act. 1 Rz. 80; act. 14 Rz. 62; 

act. 27 Rz. 75 f. und act. 31 Rz. 33 f.). Da sich der Wortanfang ("G1'._____" vs. 

- 28 - 

"C3'._____") bereits unterscheidet, die phonetischen Vokalabfolgen ("8-4-9" 

vs. "11-4-11") nebst dem identischen Buchstaben "4" in der Wortmitte keine Ge-

meinsamkeiten aufweisen und das Wortende "5 9" der Klagemarke dem Worten-

de "5 11" oder "5 11 13" der Beklagtenmarke ohnehin nicht besonders stark äh-

nelt, ist eine starke Markenähnlichkeit bereits zu verneinen. Entsprechend kann 

offen gelassen werden, ob das "7" der Beklagtenmarke als "13" ausgesprochen 

wird oder nicht.  

Bezüglich der englischen Aussprache der Wortmarken ist zunächst anzumerken, 

dass Ausspracheregeln einer Fremdsprache dort berücksichtigt werden, wo es 

sich klarerweise um ein Fremdwort handelt und die angesprochenen Verkehrs-

kreise über die entsprechenden Aussprachekenntnisse verfügen. Ist dies nicht der 

Fall, so wird die Aussprache gemäss den Regeln der Landessprachen zugrunde 

gelegt. Letztere finden auch auf reine Fantasiezeichen Anwendung (BSK MSchG 

– STÄDELI/BRAUCHBAR BIRKHÄUSER, Art. 3 N 61). In casu handelt es sich unbestrit-

tenermassen um Fantasiezeichen, womit lediglich die Aussprache gemäss den 

Landessprachen relevant wäre. Selbst wenn die englische Aussprache herange-

zogen und auf die Darstellung der Klägerin abgestellt würde, würde dies aber zu 

keinem anderen Ergebnis führen: Die Klägerin führt aus, dass auf Englisch der 

Wortanfang der Klagemarke mit "G2'._____" und jener der Beklagten mit 

"C4'.____" (d.h. insbesondere Doppel-4 4 als "9") ausgesprochen wird (act. 1 

Rz. 79 und act. 27 Rz. 74). Damit unterscheiden sich nicht nur die Wortanfänge, 

sondern auch die phonetischen Vokalabfolgen ("8-11-4-9" vs. "10-11-9-11") in 

genügendem Mass, liegt der Fokus bei der Marke der Beklagten doch auf dem 

Doppel-4 4, das auf Englisch als "9" ausgesprochen wird; im Unterschied zum 

Einzel-4 bei der Klagemarke, das als solches Aussprache findet. 

Zusammengefasst ist nicht von der Hand zu weisen, dass die streitgegenständli-

chen Marken bezüglich ihres Wortklangs nahe verwandt sind, doch schaffen ins-

besondere die Wortanfänge sowie die phonetisch unterschiedlichen Vokale der 

konfligierenden Marken eine hinreichende Unterscheidbarkeit für erfahrene, ge-

schulte und besonders aufmerksame Ophthalmologen. 

3.3.4.3. Sinngehalt 

- 29 - 

Sodann ist zu prüfen, ob der erkennbare Sinngehalt der beiden konfligierenden 

Zeichen leicht zu Verwechslungen führen kann (BSK MSchG – STÄDE-

LI/BRAUCHBAR BIRKHÄUSER, Art. 3 N 80). Entscheidend für den gleichen Sinngehalt 

können neben der eigentlichen Wortbedeutung auch Gedankenverbindungen 

sein, die das Zeichen unweigerlich hervorruft (Urteil BVGer B-1641/2007 vom 

3. Oktober 2007 E. 6.3.).  

Bestritten werden von der Beklagten die klägerischen Ausführungen, wonach zwi-

schen den beiden Marken in konzeptioneller Hinsicht eine Ähnlichkeit (gleiches 

Prinzip der Markenbildung) bestehe, welche auch semantisch durch die überein-

stimmenden Gedankenassoziationen unterstrichen werde. Beide Marken würden 

aus einem Wortanfang ohne erkennbare Wortbedeutung und einem Wortende 

bestehen (Zweiteilung als Prinzip der Zeichenbildung). Hinzu komme, dass das 

französischsprechende Publikum und wahrscheinlich auch die deutschsprechen-

de Bevölkerung die Endungen "G''._____" und "C''._____" wegen des Anklangs 

an die Begriffe "…" und "…" als gleichbedeutend hinstellen und als "Sicht, Seh-

vermögen, Sehkraft, Augenlicht, Visus" verstehen könnten (act. 1 Rz. 83 ff.; 

act. 14 Rz. 66 ff.; act. 27 Rz. 82 ff. und act. 31 Rz. 38 ff.).  

Zunächst ist anzumerken, dass der übereinstimmende Sinngehalt regelmässig 

dann nicht ausreicht, um eine direkte Verwechslungsgefahr zu begründen, wenn 

die betroffenen Verkehrskreise erkennen, dass es sich aufgrund des unterschied-

lichen Klang- und Schriftbilds um zwei verschiedene Marken handelt (wie dies 

vorliegend der Fall ist). Die übereinstimmende Bedeutung kann jedoch den Ein-

druck erwecken, dass es sich um die Marke desselben Markeninhabers handelt, 

sodass eine unmittelbare Verwechslungsgefahr hervorgerufen wird. Eine solche 

setzt jedoch voraus, dass der übereinstimmende Sinngehalt der Marken derart of-

fensichtlich ist ("ins Auge springt"), dass die Marken ohne grössere gedankliche 

Anstrengungen miteinander in Verbindung gebracht werden können (OFK MSchG 

– WILLI, Art. 3 N 82 f.). Der Klägerin ist beizupflichten, dass die Endungen 

"G''._____" und "C''._____" wegen des Anklangs an die Begriffe "…" und "…" eine 

Assoziation mit "Sicht, Sehvermögen, Sehkraft, Augenlicht, Visus" wecken kön-

nen. Von einem offensichtlichen "ins Auge springen" eines übereinstimmenden 

- 30 - 

Sinngehalts bzw. einer Ähnlichkeit in konzeptioneller Hinsicht kann hingegen nicht 

die Rede sein. Hierfür muss die Bedeutung der Marken eindeutig sein und keine 

andere Interpretation zulassen (vgl.  BSK MSchG – STÄDELI/BRAUCHBAR BIRKHÄU-

SER, Art. 3 N 82; OFK MSchG – WILLI, Art. 3 N 83 und SHK MSchG – JOLLER, 

Art. 3 N 179) und die Klägerin führt selbst aus, dass die beiden Kunstwörter kei-

nen sofort erkennbaren exakten, sondern entfernten Sinngehalt aufweisen wür-

den, indem die deutsch- und französischsprachige Bevölkerung eine besagte As-

soziation verstehen könnte (vgl. act. 1 Rz. 83 und act. 27 Rz. 82). Hinzu kommt, 

dass eine gedankliche Assoziationsmöglichkeit mit "Sicht, Sehvermögen, Seh-

kraft, Augenlicht, Visus", also mithin gemeinfreien Elementen, keine markenrecht-

lich hinreichende Zeichenähnlichkeit begründet, sondern als Sachbezeichnung für 

Arzneimittel zur Behandlung der Augenkrankheit H._____ vielmehr beschreibend 

ist, zumal die Arzneimittel das Augenlicht bzw. die Sehkraft und das Sehvermö-

gen erhalten bzw. verbessern sollen (vgl. hierzu auch SHK MSchG – JOLLER, 

Art. 3 N 172 mit Beispielen der Rechtsprechung). Dies umso mehr, als der be-

troffene Verkehrskreis, namentlich Ophthalmologen, höchstmögliche Aufmerk-

samkeit an den Tag legen und in der Lage sein müssen, beschreibende und ent-

fernte Sinngehalte auseinanderhalten zu können. Ein durchschnittlicher Ophthal-

mologe wird sich nicht leichtfertig von einer Assoziationsmöglichkeit leiten lassen, 

sondern sich je nach Diagnose eines Patienten für eine Behandlung mit einem 

bestimmten Wirkstoff entscheiden. Der Wirkstoff in diesem speziellen Umfeld 

dürfte absolut entscheidend für die Wahl des Medikaments sein. Die Gefahr einer 

unmittelbaren Verwechslung infolge der Assoziationsmöglichkeiten mit "Sicht, 

Sehvermögen, Sehkraft, Augenlicht, Visus" besteht damit nicht. 

3.3.4.4. Zwischenfazit 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sowohl in Bezug auf den Wortklang, das 

Schriftbild sowie den Sinngehalt keine rechtserhebliche Zeichenähnlichkeit zwi-

schen den Wortmarken G._____ und C._____ besteht.  

3.3.5. Verwechslungsgefahr 

- 31 - 

Schliesslich ist in einer abschliessenden Gesamtbetrachtung die Verwechslungs-

gefahr zu beurteilen. Abhängig von der Aufmerksamkeit der massgeblichen Ver-

kehrskreise sind die Kriterien der Gleichartigkeit der Waren oder Dienstleistungen, 

der Kennzeichnungskraft der älteren Marke sowie der Zeichenähnlichkeit zuei-

nander in Kontext zu setzen (Urteil BGer 4C_258/2004 vom 6. Oktober 2004 

E. 2., in: sic! 2005, S. 124 und Urteil HGer ZH HG200039 E. 2.4.2.7.1.2.). 

Zwar ist von einer sehr hohen Aufmerksamkeit des massgeblichen Verkehrskrei-

ses (Ophthalmologen) auszugehen (Erwägung Ziff. II.3.3.1.), doch zugleich infol-

ge Gleichartigkeit der Waren ein strenger Massstab an die Unterscheidbarkeit an-

zulegen (Erwägung Ziff. II.3.3.2.). Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Kenn-

zeichnungskraft der klägerischen Wortmarke durchschnittlich ist (Erwägung 

Ziff. II.3.3.3.) und keine rechtserhebliche Zeichenähnlichkeit besteht (Erwägung 

Ziff. II.3.3.4.).  

Wie aufgezeigt, ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung bei der Ent-

scheidung der Frage der Verwechselbarkeit auf den letzten Abnehmer abzustel-

len, was bei Injektionsmittel Fachleute – vorliegend Ophthalmologen – sind. Es ist 

davon auszugehen, dass ein hochspezialisierter Facharzt für Augenheilkunde die 

in diesem Gebiet in der Schweiz zugelassenen Arzneimittel mit Namen und Wirk-

stoff kennt. Vor diesem Hintergrund sind die Wortmarken G._____ und C._____ 

als für Fachleute genügend unterscheidbar zu betrachten: Insbesondere besteht 

keine ernsthafte Gefahr, dass der alleinige Umstand, dass die beiden Marken nur 

aus Grossbuchstaben bestehen, mit dem Buchstaben "3" beginnen und die Buch-

staben "3", "4" und "5" in derselben Reihenfolge enthalten, Anlass zu Verwechs-

lungen gibt. Diese gemeinsamen Buchstaben stechen nämlich nicht besonders 

hervor. Vielmehr kommt dem seltenen Doppelvokal "4 4" sowie den speziellen 

Buchstaben "6" und "7" der Beklagtenmarke C._____ besondere Unterschei-

dungskraft zu, welche im Unterschied zu den gängigeren Buchstaben des insge-

samt kürzeren Zeichens G._____ denn auch deutlich ins Auge stechen. Ebenso 

hinterlässt der aussergewöhnliche Wortanfang "3 6" der Beklagtenmarke ein deut-

lich unterschiedliches Erinnerungsbild als das "3 8" der Klagemarke. Gewisse 

klangliche Ähnlichkeiten sind nicht von der Hand zu weisen, doch sind die unter-

- 32 - 

schiedlichen Wortanfänge und phonetisch unterschiedlichen Vokale zu entfernt, 

als dass sie entscheidend ins Gewicht fallen könnten. Alsdann sind die gedankli-

chen Assoziationsmöglichkeiten mit "Sicht", Sehvermögen, Sehkraft, Augenlicht, 

Visus" primär beschreibender Natur und vermögen keine markenrechtlich hinrei-

chende Zeichenähnlichkeit zu begründen. Ein offensichtlich übereinstimmender 

Sinngehalt der Marken liegt nicht vor. Hinzu kommt, dass sich Ophthalmologen 

nicht leichtfertig von potentiellen Assoziationsmöglichkeiten leiten lassen und 

nicht gestützt auf einen blossen Markennamen, sondern vor allem gestützt auf 

den für die Behandlung am besten geeigneten Wirkstoff entscheiden, welches 

Medikament sie bestellen und dem Patienten verabreichen. Praktisch betrachtet 

ist die Verwechslungsgefahr in Fällen wie dem vorliegenden, wo das Präparat für 

den Fachmann bestimmt bleibt, ohnehin wesentlich geringer als bei der Abgabe 

gegen Rezept an den Patienten oder beim freien Verkauf an das grosse Publi-

kum. Da es sich vorliegend nicht um quasi identische Massenprodukte des tägli-

chen Gebrauchs handelt, kann die Klägerin auch nichts aus dem angerufenen 

Entscheid des Handelsgerichts Aargau vom 8. September 2016 betreffend "Ge-

treideriegel" (Urteil HGer AG vom 8. September 2016, in: sic! 2017, S. 423) oder 

dem Entscheid des Bundesgerichts in Sachen "RIVELLA" vs. "apiella" (BGE 126 

III 315) zu ihren Gunsten ableiten und sich auf eine genügende "assoziative" 

Verwechslungsgefahr berufen (vgl. act. 1 Rz. 91 ff. und act. 27 Rz. 101). Vielmehr 

ist vorliegend eben gerade nicht davon auszugehen, dass der massgebliche Ver-

kehrskreis (namentlich besonders aufmerksame Ophthalmologen mit besonders 

hohem Unterscheidungsvermögen und eben keine nicht besonders aufmerksame 

Kunden breitester Gesellschaftsschichten mit geringem Unterscheidungsvermö-

gen) aufgrund der beschriebenen Zeichenähnlichkeit und der Ähnlichkeit der Wa-

ren falsche Zusammenhänge zwischen den Marken vermuten würde. Die Gefahr, 

dass die Konsumenten die mit den beiden Marken gekennzeichneten Waren für 

austauschbar halten und daher, wenn sie in der Masse des Angebots das einmal 

geschätzte Produkt wieder zu finden suchen, nicht darauf achten, ob sie die Wa-

ren der einen oder der anderen Marke einkaufen (vgl. act. 1 Rz. 93), besteht vor-

liegend nicht, kennt doch ein hochspezialisierter Facharzt für Augenheilkunde die 

- 33 - 

auf diesem Gebiet in der Schweiz zugelassenen Arzneimittel mit Namen und 

Wirkstoff und kann diese entsprechend auseinanderhalten. 

Den kollidierenden Marken haftet demnach genügende Unterscheidungskraft an. 

Zusammengefasst besteht weder eine unmittelbare noch eine mittelbare oder ei-

ne assoziative Verwechslungsgefahr. 

3.4. Fazit 

Aufgrund der sehr hohen Aufmerksamkeit und des besonderen Unterscheidungs-

vermögens des massgeblichen Verkehrskreises sowie infolge einer durchschnitt-

lichen Kennzeichnungskraft der Marke der Klägerin sind trotz bestehender Wa-

renähnlichkeit hinreichende Unterscheidungsmerkmale der Marken vorhanden, 

sodass keine rechtserhebliche Zeichenähnlichkeit und mithin weder eine unmit-

telbare noch eine mittelbare noch eine assoziative Verwechslungsgefahr besteht. 

Der relative Ausschlussgrund gemäss Art. 3 Abs. 1 lit. c MSchG ist damit nicht 

gegeben. Die Klägerin kann der Beklagten den Gebrauch ihrer Marke nicht ver-

bieten.  

III. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Streitwert 

Lautet das Rechtsbegehren nicht auf eine bestimmte Geldsumme, so setzt das 

Gericht den Streitwert fest, sofern sich die Parteien nicht darüber einigen oder ih-

re Angaben offensichtlich unrichtig sind (Art. 91 Abs. 2 ZPO). Die Praxis geht im 

Immaterialgüterrecht bei wirtschaftlich eher unbedeutenden Zeichen von einem 

Streitwert von CHF 50'000.‒ bis CHF 100'000.‒ aus, bei bedeutenden Immateri-

algüterrechten von einem Wert von über CHF 100'000.– (BGE 133 III 490 E. 3.3.; 

ZÜRCHER, Der Streitwert im Immaterialgüter- und Wettbewerbsrechtsprozess, in: 

sic! 2002, S. 505 sowie BSK MSchG – FRICK, Vorb. Art. 51a-60 N 84).  

Die Klägerin spricht von einer "wirtschaftlich bedeutenden, soliden Hausmarke" 

und beziffert den Streitwert in ihrer Klageschrift mit CHF 250'000.– (act. 1 Rz. 21). 

Aus Sicht der Beklagten ist angesichts des Marktpotentials für Arzneimittel für … 

- 34 - 

H._____ von einem Streitwert von mindestens CHF 1'000'000.– auszugehen 

(act. 14 Rz. 9). Divergiert das Interesse der klagenden Partei von jenem der be-

klagten Partei, ist auf den höheren Wert abzustellen (BGE 92 II 62 E. 4 f.; ZK ZPO 

– STEIN-WIGGER, Art. 91 N 26 mit Hinweisen auf Botschaft und Literatur). Entspre-

chend wurde der Streitwert mit Verfügung vom 13. Dezember 2022 einstweilen 

auf CHF 1'000'000.– festgesetzt und die Klägerin aufgefordert, einen zusätzlichen 

Vorschuss für die Gerichtskosten von CHF 15'000.– zu leisten. Dies wurde von 

der Klägerin in der Folge nicht beanstandet (vgl. act. 27 Rz. 4).  

2. Gerichtsgebühr 

Beim vorliegenden Streitwert beträgt die ordentliche Gerichtsgebühr rund 

CHF 30'000.‒. Der Aufwand für die Bearbeitung und die Schwierigkeit des vorlie-

genden Falles bewegen sich im üblichen Rahmen. Die Gerichtsgebühr ist folglich 

auf CHF 30'000.– festzusetzen. Aufgrund ihres vollumfänglichen Unterliegens zu-

folge Klageabweisung und im Übrigen Nichteintreten sind die Gerichtskosten der 

Klägerin aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO) und aus dem von ihr geleisteten 

Kostenvorschuss zu decken. 

3. Parteientschädigungen 

Die Beklagte hat eine Parteientschädigung beantragt, welche ihr aufgrund ihres 

vollumfänglichen Obsiegens zuzusprechen ist (Art. 105 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 1 

ZPO; ZK ZPO-JENNY, Art. 105 N 6). Bei berufsmässig vertretenen Parteien richtet 

sich die Höhe der Parteientschädigung nach der Verordnung über die Anwaltsge-

bühren vom 8. September 2010 (AnwGebV; Art. 95 Abs. 3 lit. b und Art. 96 ZPO 

i.V.m. § 48 Abs. 1 lit. c und Abs. 2 des Anwaltsgesetzes vom 17. November 

2003). Grundlage für die Festsetzung der Höhe der Parteientschädigung bildet in 

erster Linie der Streitwert (§ 2 Abs. 1 lit. a AnwGebV), aufgrund dessen die 

Grundgebühr berechnet wird (§ 4 Abs. 1 AnwGebV). Die gestützt auf den Streit-

wert von CHF 1'000'000.– ermittelte Grundgebühr von rund CHF 31'400.– deckt 

den Aufwand für die Erarbeitung einer Rechtsschrift und die Teilnahme an der 

Hauptverhandlung ab (§ 11 Abs. 1 AnwGebV). Für die Vergleichsverhandlung 

und die zweite Rechtsschrift ist gestützt auf § 11 Abs. 2 AnwGebV ein Zuschlag 

- 35 - 

von insgesamt rund 25 % der Grundgebühr zu berechnen. Folglich ist die Klägerin 

zu verpflichten, der Beklagten eine Parteientschädigung in der Höhe von 

CHF 39'200.– zu bezahlen. Diese ist ohne Mehrwertsteuerzuschlag zuzuspre-

chen (vgl. Art. 1 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a sowie Art. 8 Abs. 1 MWSTG).  

Das Handelsgericht beschliesst: 

1. Auf die Klage wird nicht eingetreten, soweit sie Ansprüche aus Lauterkeits-

recht betrifft.  

2. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen richten sich gemäss nachfolgendem 

Erkenntnis. 

3. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem Er-

kenntnis. 

Das Handelsgericht erkennt: 

1. Im Übrigen wird die Klage abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 30'000.–. 

3. Die Kosten werden der Klägerin auferlegt und aus dem von ihr geleisteten 

Kostenvorschuss gedeckt.  

4. Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung von 

CHF 39'200.– zu bezahlen.  

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin unter Beilage der 

Doppel von act. 40, act. 41/32-33 und act. 42, an die Beklagte unter Beilage 

des Doppels von act. 39 sowie an das Eidgenössische Institut für Geistiges 

Eigentum (IGE), Stauffacherstrasse 65/59g, 3003 Bern. 

6. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb 
von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

- 36 - 

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der Streit-

wert beträgt CHF 1'000'000.–. 

 

 
Zürich, 28. November 2023 

 
Handelsgericht des Kantons Zürich 

 
Präsidentin: 

 
 
 

Dr. Claudia Bühler 

Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

Nadja Kiener 
 
 

	Beschluss und Urteil vom 28. November 2023
	Inhaltsverzeichnis
	Rechtsbegehren: (act. 1 S. 2)
	Sachverhalt und Verfahren
	A. Sachverhaltsübersicht
	a. Parteien und ihre Stellung
	b. Prozessgegenstand

	B. Prozessverlauf
	Erwägungen
	I.  Formelles

	1. Zuständigkeit
	2. Anwendbares Recht
	3. Rechtsschutz- bzw. Feststellungsinteresse
	3.1. Ausgangslage
	3.2. Rechtsschutz- bzw. Feststellungsinteresse nach Art. 52 MschG
	3.3. Rechtsschutz- bzw. Feststellungsinteresse nach Art. 9 Abs. 1 lit. c UWG
	3.4. Zwischenfazit

	4. Weitere Prozessvoraussetzungen
	5. Eingabe der Beklagten vom 19. Oktober 2023
	II.  Materielles

	1. Ausgangslage
	2. Parteistandpunkte
	3. Nichtigkeitsklage nach Art. 52 MSchG
	3.1. Einleitung
	3.2. Aktiv- und Passivlegitimation
	3.3. Relative Ausschlussgründe
	3.3.1. Massgebliche Verkehrskreise
	3.3.1.1. Parteibehauptungen
	3.3.1.2. Rechtliches
	3.3.1.3. Würdigung
	3.3.2. Warenidentität bzw. Warengleichartigkeit
	3.3.2.1. Parteibehauptungen
	3.3.2.2. Rechtliches
	3.3.2.3. Würdigung
	3.3.3. Kennzeichnungskraft
	3.3.3.1. Parteibehauptungen
	3.3.3.2. Rechtliches
	3.3.3.3. Würdigung
	3.3.4. Zeichenähnlichkeit
	3.3.4.1. Schriftbild
	3.3.4.2. Wortklang
	3.3.4.3. Sinngehalt
	3.3.4.4. Zwischenfazit
	3.3.5. Verwechslungsgefahr
	3.4. Fazit
	III.  Kosten- und Entschädigungsfolgen
	1. Streitwert
	2. Gerichtsgebühr
	3. Parteientschädigungen

	Das Handelsgericht beschliesst:
	1. Auf die Klage wird nicht eingetreten, soweit sie Ansprüche aus Lauterkeitsrecht betrifft.
	2. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen richten sich gemäss nachfolgendem Erkenntnis.
	3. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem Erkenntnis.
	Das Handelsgericht erkennt:
	1. Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 30'000.–.
	3. Die Kosten werden der Klägerin auferlegt und aus dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.
	4. Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung von CHF 39'200.– zu bezahlen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin unter Beilage der Doppel von act. 40, act. 41/32-33 und act. 42, an die Beklagte unter Beilage des Doppels von act. 39 sowie an das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum (IGE), Stauf...
	6. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff...