# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 46aecec2-df08-526c-924f-e99c6ba47d16
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-10-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.10.2025 D-7809/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7809-2025_2025-10-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-7809/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  O k t o b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Thomas Segessenmann, 

mit Zustimmung von Richterin Deborah D'Aveni;  

Gerichtsschreiber Nikola Nastovski. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch lic. iur. Fethiye Yalcin,  

(…),  

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (beschleunigtes Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 30. September 2025 / N (…). 

 

 

 

D-7809/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a. Die Beschwerdeführerin suchte am 8. Mai 2025 in der Schweiz um 

Asyl nach und wurde dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region 

B._______ zugewiesen. 

A.b. In der Folge führte das SEM mit der Beschwerdeführerin im Beisein 

der ihr zugewiesenen Rechtsvertretung das sogenannte Dublin-Gespräch 

durch. 

A.c. Am 27. August 2025 hörte das SEM die Beschwerdeführerin gemäss 

Art. 29 AsylG (SR 142.31) im Beisein ihrer Rechtsvertretung einlässlich zu 

ihren Asylgründen an. Am 17. September 2025 wurde sie in einer rein 

weiblichen Besetzung erneut angehört. 

Zu ihrer Person führte sie aus, sie stamme aus C._______, wo sie mit ihrer 

Mutter, ihrem Vater und drei Brüdern gelebt habe. Einer ihrer Brüder habe 

ebenfalls ein Asylgesuch in der Schweiz gestellt (D._______, N […]). Sie 

habe die Schule bis zur neunten Klasse besucht und ein bis zwei Monate 

als (…) gearbeitet. 

Zur Begründung ihres Asylgesuches machte sie im Wesentlichen geltend, 

sie habe eine zwei- oder dreijährige Beziehung zu E._______ (K.) geführt, 

die zunehmend von Gewalt und Drogenmissbrauch geprägt gewesen sei. 

Nachdem sie sich auf Drängen ihres Vaters von K. getrennt habe, sei sie 

von Letzterem entführt, mehrere Monate in einer Hütte festgehalten, wie-

derholt geschlagen, vergewaltigt und an andere Männer verkauft worden. 

Eines Tages, als K. ihr Essen gebracht habe, habe sie heimlich dessen 

Telefon genommen, und heimlich ihrer Mutter ihren Standort geschickt. Da-

raufhin sei sie von der Polizei befreit und zusammen mit K. auf den Poli-

zeiposten gebracht worden. Die Polizei habe jedoch nichts gegen K. unter-

nommen und ihn freigelassen.  

K. habe sie weiterhin bedroht und verfolgt, auch während Aufenthalten bei 

Verwandten in F._______ und auf Zypern. Da die Bedrohungen angehalten 

hätten und die Polizei nichts unternommen habe, habe ihr Vater entschie-

den, sie ins Ausland zu schicken. Sie habe die Türkei im (…) 2025 mit gül-

tigen Reisedokumenten verlassen und sei über G._______, H._______ 

und I._______ am 8. Mai 2025 in die Schweiz eingereist. Bei einer Rück-

kehr befürchte sie, von K. erneut verfolgt oder von ihrem Vater beziehungs-

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Seite 3 

weise ihrer Familie getötet zu werden, nachdem bekannt geworden sei, 

dass sie vergewaltigt worden sei. 

Betreffend ihren Gesundheitszustand machte sie geltend, sie leide an (…) 

sowie (…) und habe psychische Beschwerden. 

A.d. Am 29. September 2025 nahm die Rechtsvertretung Stellung zum 

Entscheidentwurf des SEM. 

B.  

Mit Verfügung vom 30. September 2025 – gleichentags eröffnet – stellte 

das SEM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, lehnte ihr Asylgesuch ab, wies sie aus der Schweiz weg und beauf-

tragte den Kanton B._______ mit dem Vollzug der Wegweisung. 

C.  

Mit Eingabe vom 9. Oktober 2025 (Datum Postaufgabe) erhob die Be-

schwerdeführerin gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsge-

richt Beschwerde. In dieser wurde beantragt, die angefochtene Verfügung 

sei aufzuheben. Es sei die Sache zur vollständigen Feststellung des Sach-

verhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei die Unzumut-

barkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die Vorinstanz anzu-

weisen, die Beschwerdeführerin vorläufig aufzunehmen. In verfahrens-

rechtlicher Hinsicht wurde zudem beantragt, es sei der Beschwerdeführe-

rin die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und insbesondere von der 

Erhebung eines Kostenvorschusses abzusehen. 

Der Beschwerde lagen unter anderem der angefochtene Entscheid, eine 

Vollmacht vom 14. Mai 2025 sowie ein psychiatrischer Bericht des (…) vom 

7. August 2025, jeweils in Kopie, bei. 

D.  

Das Asylgesuch des Bruders D._______ wurde mit separater Verfügung 

des SEM vom 30. September 2025 ebenfalls abgelehnt. Dieser Entscheid 

ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Gemäss einer Vollzugs- und 

Erledigungsmeldung des Migrationsamts des Kantons B._______ vom  

23. Oktober 2025 gilt D._______ seit dem 20. Oktober 2025 als verschwun-

den.  

D-7809/2025 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen des SEM und ist daher zuständig für die 

Beurteilung der vorliegenden Beschwerde. Es entscheidet auf dem Gebiet 

des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG).  

1.2. Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form-

gerecht eingereichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 i.V.m. 

Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 

2.  

2.1. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG und im Bereich 

des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).  

2.2. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-

cher Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin oder eines 

zweiten Richters entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachfolgend auf-

gezeigt wird, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb auf einen 

Schriftenwechsel zu verzichten und der Beschwerdeentscheid nur summa-

risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

3.1. In der Hauptsache beantragt die Beschwerdeführerin eine Rückwei-

sung der Angelegenheit an die Vorinstanz zur vollständigen Sachverhalts-

feststellung.  

3.2. Das Verwaltungs- respektive Asylverfahren wird vom Untersuchungs-

grundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Demnach hat die 

Behörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des 

rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen, die für das Verfahren notwen-

digen Unterlagen zu beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abzu-

klären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen (vgl. BVGE 

2012/21 E. 5.1 m.w.H.). 

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Seite 5 

Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien eines Verfahrens Anspruch 

auf rechtliches Gehör. Dieser Grundsatz wird in den Art. 29 ff. VwVG für 

das Verwaltungsverfahren konkretisiert. Er dient einerseits der Aufklärung 

des Sachverhalts, andererseits stellt er ein persönlichkeitsbezogenes Mit-

wirkungsrecht der Partei dar (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3 S. 17 f.; BVGE 

2009/35 E. 6.4.1 m.w.H.). Der Anspruch auf rechtliches Gehör verlangt, 

dass die verfügende Behörde die Vorbringen der betroffenen Person tat-

sächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung be-

rücksichtigt, was sich entsprechend in der Entscheidbegründung nieder-

schlagen muss (vgl. BVGE 2011/37 E. 5.4.1 m.w.H.).  

3.3. Die Beschwerdeführerin bringt in ihrer Beschwerde im Wesentlichen 

vor, das SEM habe den Sachverhalt unvollständig und fehlerhaft festge-

stellt, da es ihren psychischen Zustand im Zeitpunkt der Anhörung nicht 

berücksichtigt habe. Aufgrund eines noch unverarbeiteten Traumas sei sie 

nicht in der Lage gewesen, den Entführungs- und Misshandlungsverlauf im 

Detail zu schildern, weshalb ihre Aussagen einen oberflächlichen und dis-

tanzierten Eindruck gemacht hätten. Diesbezüglich stützt sie sich auf den 

psychiatrischen Konsiliarbericht des (…) vom 7. Oktober 2025, in welchem 

eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) vermutet werde. Ihre zu-

rückhaltende Ausdrucksweise und vermeidende Haltung seien typische 

Symptome einer Traumafolgestörung.  

Sowohl in Bezug auf ihre Asylvorbringen als auch auf die Zumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs sei eine Glaubhaftigkeitsbeurteilung ihrer Aussagen 

erst nach medizinischer Abklärung möglich. 

3.4. Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Beschwerdeführe-

rin im Verlauf des vorinstanzlichen Verfahrens mehrmals Gelegenheit er-

hielt, sich – jeweils im Beisein ihrer Rechtsvertretung – zu äussern und Ein-

gaben an die Behörden zu machen. Nebst dem Dublin-Gespräch vom 

20. Mai 2025, wurde sie am 27. August 2025 und am 17. September 2025 

angehört, wo sie sich eingehend zu den Asylgründen äussern konnte (vgl. 

SEM-Akten 12/3, 32/24 und 34/15). Hervorzuheben ist dabei der Umstand, 

dass sie – ungeachtet der Behandlung ihres Asylgesuchs im beschleunig-

ten Verfahren – zwei Mal zu ihren Asylgründen angehört und dass die 

zweite Anhörung in einer rein weiblichen Besetzung durchgeführt wurde. 

Damit hat das SEM der im Raum stehenden Thematik einer allfälligen se-

xuellen Ausbeutung der Beschwerdeführerin genügend Rechnung getra-

gen. Sie erhielt wiederholt Gelegenheit, sich frei zu äussern, und zwar auch 

zu belastenden oder mit Scham behafteten Themen (vgl. Verfügung des 

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SEM, S. 11). Darüber hinaus ergeben sich aus den Akten keine Hinweise 

darauf, dass das SEM die von der Beschwerdeführerin respektive ihrer 

Rechtsvertretung eingereichten Beweismittel nicht berücksichtigt hätte. 

Der Sachverhalt ist aus Sicht des Gerichts ausreichend erstellt. Weitere 

Abklärungen waren weder im Zeitpunkt des Verfügungserlasses noch sind 

sie aktuell angezeigt. Allein der Umstand, dass die Beschwerdeführerin mit 

der vorinstanzlichen Glaubhaftigkeitsbeurteilung nicht einverstanden ist, 

stellt keinen formellen Mangel dar (vgl. hierzu unten E. 7.1 f.). 

3.5. Die formelle Rüge erweist sich somit als unbegründet. Eine Kassation 

wegen nicht ausreichender Erstellung des Sachverhalts fällt ausser Be-

tracht. Der Antrag in der Hauptsache ist abzuweisen. 

4.  

Mit Eventualantrag verlangt die Beschwerdeführerin die Feststellung der 

Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs und das Gewähren der vorläu-

figen Aufnahme in der Schweiz. Ferner richtet sich ihr Rechtsmittel sinnge-

mäss auch gegen den Asyl- und Wegweisungspunkt der vorinstanzlichen 

Verfügung, da sie in ihrer Begründung ausdrücklich geltend macht, ihre 

Vorbringen zu den Asylgründen seien «keinesfalls als unglaubhaft» zu be-

zeichnen (vgl. Beschwerde, Rechtsbegehren Ziff. 3 und S. 5). 

5.  

5.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt zu werden 

(Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge-

fährdung des Lebens, des Leibes oder der Freiheit sowie Massnahmen, 

die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifi-

schen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).  

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Seite 7 

6.  

6.1. Die Vorinstanz führte in ihrer detailliert begründeten Verfügung im We-

sentlichen aus, die Vorbringen der Beschwerdeführerin würden die Anfor-

derungen an die Glaubhaftmachung gemäss Art. 7 AsylG nicht erfüllen. Die 

Asylgründe seien ohne erlebnisnahe Tiefe geschildert worden. Zu Schlüs-

selmomenten (Entführung und Befreiung) würden substanzielle, subjektiv 

geprägte Elemente fehlen. Zudem seien zahlreiche Widersprüche zu ver-

zeichnen, wie beispielsweise uneinheitliche Entführungsdaten, abwei-

chende Angaben, wie der Vater der Beschwerdeführerin von K. erfahren 

habe, widersprüchliche Schilderungen bezüglich das Schreien bei der Ent-

führung, inkonsistente Zeitabläufe, Diskrepanz zu den Aussagen des Bru-

ders der Beschwerdeführerin sowie ein nachträglich – erst nach entspre-

chender Konfrontation mit der Aussage des Bruders – behaupteter, zuvor 

nicht erwähnter Anruf bei der Polizei am Tag der Befreiung. Ferner seien 

auch die vorgelegten Belege (Anzeigen bei der Polizei) unzureichend be-

ziehungsweise nicht verifizierbar und nicht geeignet, den behaupteten 

Kontext zu belegen (vgl. im Detail Verfügung des SEM, S. 4 ff. m.w.H.). 

Damit einhergehend verneinte das SEM auch die geltend gemachte Ge-

fährdung der Beschwerdeführerin durch ihre Familie sowie den Verdacht, 

es handle sich bei ihr um ein potenzielles Opfer von Menschenhandel.  

6.2. In der Beschwerde wird im Wesentlichen geltend gemacht, die Aussa-

gen der Beschwerdeführerin seien im Kontext ihrer PTBS zu deuten und 

daher als glaubhaft zu erachten (vgl. hiervor E. 3.3).  

7.  

7.1. Nach Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die Vorinstanz in ihren Erwägungen zutreffend und mit über-

zeugender Begründung zum Ergebnis gelangt ist, dass die Vorbringen der 

Beschwerdeführerin den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss 

Art. 7 AsylG nicht standhalten. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird 

auf die vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen (vgl. Verfügung des 

SEM, S. 4 ff. und E. 6.1 hiervor). 

7.2. Der Einwand, der psychische Zustand der Beschwerdeführerin hätte 

einen relevanten negativen Einfluss auf die Art und Qualität ihrer Aussagen 

gehabt, vermag nicht zu überzeugen. Auch im Falle einer Traumatisierung 

ist davon auszugehen, dass die Grundzüge einer Fluchtgeschichte in den 

wesentlichen Teilen ohne krasse Widersprüche und mehrheitlich überein-

stimmend dargestellt werden (vgl. etwa die Urteile des BVGer D-1333/2022 

vom 20. August 2025 E. 11.1.4.2, D-1357/2025 vom 11. April 2025 E. 7.2, 

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Seite 8 

E-3086/2020 vom 11. November 2024 E. 6.1.1 mit Hinweis auf VOLBERT, 

Aussagen über Traumata, in: Aussagepsychologie für die Rechtspraxis, 

Hrsg. LUDEWIG/BAUMER/TAVOR, Zürich 2017, S. 399 ff.). Das Kerngesche-

hen, namentlich das, was für die aussagende Person im Zeitpunkt des Er-

lebens von zentraler Bedeutung war, ist aus psychologischer Sicht weniger 

vergessensanfällig und bleibt bei glaubhaften Aussagen konstant (vgl. GEI-

PEL, Handbuch der Beweiswürdigung, 3. Aufl. 2017, § 17 Rz. 72).  

Vorliegend zeichnen sich die Aussagen der Beschwerdeführerin durch 

oberflächliche, pauschale Vorbringen aus, die sich auch durch die geltend 

gemachten psychischen Belastungen und Traumata nicht erklären lassen. 

Insbesondere der unaufgelöste Widerspruch zur Aussage des Bruders, 

wonach die Polizei am Tag der Befreiung gar nicht mitgekommen sei sowie 

der nachgeschobene, inkonsistente Hinweis, sie habe zuerst die Polizei 

und erst dann ihre Mutter vom Mobiltelefon ihres Entführers angerufen, 

vermögen zu keinem anderen Schluss als jenem der Vorinstanz zu führen 

(vgl. SEM-Akte 34/15 F 100 f.).  

7.3. Aus denselben Gründen ist auch nicht von einer Gefährdung der Be-

schwerdeführerin durch ihre Familie (Vater und Grossvater) oder von ei-

nem Sachverhalt, der im Kontext von Menschenhandel relevant wäre, aus-

zugehen. Ohnehin widerspricht sich die Beschwerdeführerin, wenn sie ih-

ren Vater einerseits als konservativ beschreibt und sich davor fürchtet, 

dass er von den geltend gemachten Vergewaltigungen erfahren könnte, 

andererseits aber ausführt, er habe von der Beziehung zu K. gewusst, ihre 

Privatsphäre stets respektiert und auch bezüglich einer allfälligen Zwangs-

verheiratung gesagt, seine Tochter solle machen, wie sie es für richtig halte 

(vgl. SEM-Akte 32/24 F 186 und 200 f. sowie 34/15 F 21, 24 und 29). 

7.4. Zusammengefasst ergibt sich, dass die Vorinstanz die Flüchtlingsei-

genschaft der Beschwerdeführerin mit zutreffender Begründung verneint 

und ihr Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat. 

8.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 

AsylG). Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtli-

che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. 

BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50, je m.w.H.). 

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Seite 9 

9.  

9.1. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).  

In Bezug auf die Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernissen 

gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweis-

standard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie 

sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls we-

nigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

Das SEM hat die Rückkehr der Beschwerdeführerin in die Türkei unter Be-

rücksichtigung der massgeblichen landes- und völkerrechtlichen Bestim-

mungen als zulässig erachtet (vgl. Verfügung des SEM, S. 12 ff.). Diese 

Einschätzung ist ohne Weiteres zu bestätigen. 

9.3.  

9.3.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist - unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG - die vorläufige Auf-

nahme zu gewähren. 

9.3.2. In der Türkei herrscht keine Situation allgemeiner Gewalt, weshalb 

der Wegweisungsvollzug dorthin praxisgemäss als generell zumutbar zu 

erachten ist (vgl. Referenzurteil des BVGer E-4103/2024 vom 8. November 

2024 E. 13.2; Urteil des BVGer D-3131/2021 vom 29. Januar 2025 

E. 9.4.2).  

9.3.3. Zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in individueller Hinsicht 

stellte die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung fest, dass die Be-

schwerdeführerin bis zu ihrer Ausreise in C._______ gelebt habe und ihre 

Familie sich nach wie vor dort befinde. Damit verfüge sie dort über eine 

Wohnmöglichkeit, weshalb die Lage aufgrund des Erdbebens von 2023 ei-

ner Rückkehr in die Heimat nicht entgegenstehe. Zudem könne sich die 

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Seite 10 

Beschwerdeführerin auch an einem anderen Ort in der Türkei niederlas-

sen, wie beispielsweise in F._______, wo sie sich bereits vorübergehend 

aufgehalten habe. Weiter handle es sich bei ihr um eine mit den türkischen 

Lebensverhältnissen bestens vertraute, junge Person, die fliessend Tür-

kisch spreche und über Schulbildung sowie erste Berufserfahrungen als 

Lehrerin verfüge. Weiter könne sie sich bei der Rückkehr in ihre Heimat auf 

ein familiäres Beziehungsnetz stützen, welches ihr bei der wirtschaftlichen 

und sozialen Reintegration helfen könne (vgl. Verfügung des SEM, 

S. 12 f.).  

Den Ausführungen des SEM ist nichts hinzuzufügen und es ist nicht davon 

auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr in die Türkei 

in eine existenzielle Notlage geraten würde. In der Beschwerde wird denn 

auch nichts dergleichen vorgebracht.  

9.3.4. Hinsichtlich allfälliger medizinischer Wegweisungsvollzugshinder-

nisse gehen aus den Angaben der Rechtsvertreterin keine konkreten Voll-

zugshindernisgründe hervor. Den bisherigen Akten ist einzig zu entneh-

men, dass bei der Beschwerdeführerin eine PTBS (ICD-10: F43.1) vermu-

tet werde, jedoch ohne Hinweise auf eine akute Selbst- oder Fremdgefähr-

dung (vgl. Psychiatrischer Bericht des (…) vom 7. August 2025 [Beilage 4 

der Beschwerde]). Zudem ergeben sich weder aus den Akten noch aus den 

Eingaben der Beschwerdeführerin irgendwelche Anhaltspunkte für eine 

Verschlechterung des Gesundheitszustands, welche dem Vollzug der 

Wegweisung entgegenstehen könnten. Im Übrigen ist davon auszugehen, 

dass die Beschwerdeführerin, sollte sie aufgrund früherer Erlebnisse in der 

Türkei psychologische Betreuung beziehungsweise eine Therapie benöti-

gen, diese in der Türkei (weiterhin) in Anspruch nehmen kann, wo landes-

weit psychiatrisch-psychologische Einrichtungen sowohl zur stationären 

als auch zur ambulanten Behandlung sowie moderne Psychopharmaka zur 

Verfügung stehen (vgl. etwa die Urteile des BVGer D-1633/2024 vom 

22. November 2024 E. 8.4.4, E-7042/2023 vom 29. Oktober 2024 E. 9.4.3, 

E-5134/2024 vom 17. Oktober 2024 E. 10.3.2). 

9.3.5. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung auch als zu-

mutbar zu erachten. 

9.4. Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi-

gen Vertretung ihres Heimatlandes die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (Art. 47 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 

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Seite 11 

E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeich-

nen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

9.5. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz den Wegwei-

sungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat. 

Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt damit ausser Betracht 

(Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung im 

Lichte von Art. 106 Abs. 1 AsylG und Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden 

ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

Mit dem vorliegenden Urteil wird das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung 

eines Kostenvorschusses gegenstandslos. Das Gesuch um Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung ist ungeachtet der Frage der prozessu-

alen Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin abzuweisen, da die Beschwer-

debegehren entsprechend den vorstehenden Erwägungen als aussichtslos 

zu bezeichnen sind (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Aufgrund des Ausgangs des 

Verfahrens sind die Kosten desselben in der Höhe von Fr. 1’000.– der Be-

schwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-7809/2025 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1’000.– werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Thomas Segessenmann Nikola Nastovski 

 

 

Versand: