# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 668b9374-f98a-5628-bb42-c1c5b5a3898e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-25
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 25.05.2020 LE200016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LE200016_2020-05-25.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LE200016-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Vorsitzende, Oberrichter lic. iur. 

M. Spahn und Oberrichterin lic. iur. Ch. von Moos Würgler sowie  

Gerichtsschreiberin lic. iur. N.A. Gerber 

Beschluss und Urteil vom 25. Mai 2020 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Gesuchstellerin und Berufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

B._____,  
Gesuchsgegner und Berufungsbeklagter 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, 

 

sowie 

 

1. C._____,  
2. D._____,  

 

Verfahrensbeteiligte 

 

1, 2 vertreten durch E._____,  

 

- 2 - 

betreffend Eheschutz (vorsorgliche Massnahmen) 
 
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im summarischen  
Verfahren am Bezirksgericht Dielsdorf vom 27. Februar 2020 (EE200002-D) 

- 3 - 

Anträge betreffend vorsorgliche Massnahmen: 

des Gesuchsgegners (Urk. 7/8/1 S. 2 f.): 

1. […] 
2. Es seien die Kinder C._____, geb. tt.mm.2003 und D._____, geb. 

tt.mm.2009 für die Dauer des Getrenntlebens unter die Obhut des Ge-
suchsgegners zu stellen.  

3. Es sei dem Gesuchsgegner die eheliche Wohnung an der F._____-
strasse … in G._____ [Ort] samt Hausrat und Mobiliar für die Dauer 
des Getrenntlebens zur alleinigen Benutzung zuzuweisen und es sei 
die Gesuchstellerin zu verpflichten, die eheliche Wohnung sofort, spä-
testens aber bis am 17. Februar 2020, zu verlassen und die Woh-
nungsschlüssel auf erstes Verlangen des Gesuchsgegners abzugeben.  

4. Es sei der Gesuchstellerin ab ihrem Auszug aus der ehelichen Woh-
nung für die Dauer von sechs Monaten zu verbieten, den Gesuchsgeg-
ner sowie die Töchter C._____ und D._____ an ihrem Wohnort an der 
F._____-strasse … in G._____ aufzusuchen. 

5. […] 
6. Es sei der Gesuchstellerin betreffend die Betreuung von D._____ ein 

angemessenes Besuchsrecht einzuräumen, dessen konkrete Ausge-
staltung der Beiständin H._____ in Absprache mit den Parteien über-
lassen wird; eventualiter die Beiständin bei der KESB Dielsdorf einen 
Antrag auf konkrete Regelung des Besuchsrecht zu stellen hat. Auf die 
ausdrückliche Regelung der Betreuung von C._____ durch die Ge-
suchstellerin sei mit Rücksicht auf deren Alter zu verzichten. 

7. […] 
8. […] 
9. Es seien die vorgenannten Ziffern 2, 3, 4 und 6 für die Dauer des vor-

liegenden Verfahrens als vorsorgliche Massnahmen anzuordnen. 
10. […] 

der Gesuchstellerin (Prot. I S. 9, 11): 
Es sei das Gesuch des Gesuchsgegners um Erlass vorsorglicher Massnah-
men abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des 
Gesuchsgegners.  

- 4 - 

Verfügung des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksge-
richt Dielsdorf vom 27. Februar 2020: 

(Urk 7/22/1 = Urk. 2) 

1. Die gemeinsamen Töchter, C._____, geb. am tt.mm.2003 und D._____, 

geb. am tt.mm.2009, werden für die Dauer des vorliegenden Verfahrens un-

ter die Obhut des Gesuchsgegners gestellt. 

2. Die eheliche Wohnung an der F._____-strasse … in G._____ samt Hausrat, 

Mobiliar und Auto (BMW 318i Touring) wird für die Dauer des vorliegenden 

Verfahrens dem Gesuchsgegner zur alleinigen Benützung zugewiesen. 

3. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, die eheliche Wohnung an der F._____-

strasse … in G._____ bis spätestens 10. März 2020 zu verlassen und die 

Wohnungsschlüssel anschliessend auf erstes Verlangen dem Gesuchsgeg-

ner abzugeben. 

4. In Anbetracht des Alters der gemeinsamen Tochter C._____ wird auf eine 

Regelung des Besuchsrechts verzichtet. 

5. Die Gesuchstellerin ist berechtigt und wird verpflichtet, D._____ wie folgt auf 

eigene Kosten zu betreuen: 

- jedes zweite Wochenende ab Samstagmorgen, 10.00 Uhr, bis Sonn-

tagabend, 18.00 Uhr; 

Für den Fall, dass die Gesuchstellerin lediglich ein einzelnes Zimmer mietet:  

- jeder zweite Samstag und Sonntag, jeweils von 10.00 Uhr bis 18.00 

Uhr. 

6. Die bereits bestehenden Beistandschaften für C._____ und D._____ nach 

Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB werden fortgeführt. Es wird für D._____ zusätz-

lich eine Besuchsrechtsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB errichtet. 

Es ist dem Besuchsrechtsbeistand die Kompetenz einzuräumen, die Aus-

übung des Besuchsrechts von D._____ zu organisieren und die Parteien in 

der Umsetzung zu unterstützen.  

- 5 - 

7. Mit der Errichtung der Besuchsrechtsbeistandschaft im Sinne der vorste-

henden Ziff. 6 wird die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) des 

Bezirks Dielsdorf beauftragt.  

8. (Mitteilungssatz) 

9./10. (Rechtsmittelbelehrung) 

Berufungsanträge: 

der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin (Urk. 1 S. 2 ff.): 
"1. Es seien die Dispositiv-Ziffern 1–6 der Verfügung des Einzelgerichts im 

summarischen Verfahren des Bezirks Dielsdorf vom 27. Februar 2020 
(Geschäfts-Nr. EE200002) vollumfänglich aufzuheben. 

2. Es sei das Einzelgericht im summarischen Verfahren des Bezirks 
Dielsdorf im Rahmen der Rückweisung des Entscheides anzuweisen, 
im Verfahren EE200002 die für den Entscheid über die Zuteilung der 
beiden ehelichen Kinder C._____, geb. tt.mm.2003, sowie D._____, 
geb. tt.mm.2009, massgeblichen aktuellen Sachverhalte umfassend 
abzuklären sowie vor dem Erlass eines neues Entscheides Anträge der 
Kindsvertretung der beiden ehelichen Kinder in Bezug auf die Obhuts-
zuteilung und den persönlichen Verkehr einzuholen. 

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien dem Gesuchsgegner auf-
zuerlegen. 

4. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin für das Be-
rufungsverfahren eine gestützt auf die AnwGebVo zu bemessende Par-
teientschädigung, zuzüglich 7,7% MWST, zu bezahlen.  

Eventualiter: 
5. Es seien Dispositiv-Ziffern 1–6 der Verfügung des Einzelgerichts im 

summarischen Verfahren des Bezirks Dielsdorf vom 27. Februar 2020 
(Geschäfts-Nr. EE200002) vollumfänglich aufzuheben und wie folgt zu 
ändern: 

5.1. Es seien die ehelichen Kinder, C._____, geb. tt.mm.2003, sowie 
D._____, geb. tt.mm.2009, während der Dauer des Getrenntlebens un-
ter die alleinige Obhut der Gesuchstellerin zu stellen. 

5.2. Es sei angesichts des Alters der ehelichen Tochter C._____ von einer 
förmlichen Regelung eines sie betreffenden Besuchsrechts abzusehen.  

5.3. Der Gesuchsgegner sei während der Dauer des Getrenntlebens für be-
rechtigt und verpflichtet zu erklären, die eheliche Tochter D._____ wie 
folgt auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen:  

 

- 6 - 

5.3.1. in den geraden Kalenderwochen: 
 jeweils von Freitag, 17.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr; 
5.3.2. in den ungeraden Kalenderjahren: 
 an Pfingsten (Freitag, 17.00 Uhr, bis Montag, 18.00 Uhr) sowie vom 

24. Dezember, 14.00 Uhr, bis 25. Dezember, 14.00 Uhr sowie vom 
30. Dezember, 14.00 Uhr, bis zum 2. Januar des darauf folgenden 
Jahres, 18.00 Uhr; 

5.3.3. in den geraden Kalenderjahren: 
 an Ostern (Donnerstag, 18.00 Uhr, bis Montag, 18.00 Uhr), sowie 

vom 25. Dezember, 14.00 Uhr, bis 28. Dezember, 18.00 Uhr; 
5.3.4. jährlich: 
 während je der ersten Woche der Winter-, Frühlings-, und Herbst-

schulferien sowie während den letzten zwei Wochen während den 
Sommerschulferien der ehelichen Tochter D._____; 

 Sollten sich die Parteien über den Bezug von Ferienwochen nicht ei-
nigen können, so sei der Gesuchstellerin in Jahren mit gerader Jah-
reszahl das diesbezügliche Entscheidungsrecht zuzuteilen, in den 
Jahren mit ungerader Jahreszahl dem Gesuchsgegner. 

5.3.5.  Sollte der Gesuchsgegner – aus welchen Gründen auch immer – 
nicht in der Lage sein, die Betreuung der ehelichen Tochter während 
den Besuchstagen persönlich zu übernehmen, sei er für verpflichtet 
zu erklären, für eine angemessene Betreuung durch hierfür geeignete 
Drittpersonen auf eigene Kosten besorgt zu sein. 

5.4.1. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, bis zur effektiven Aufnah-
me des Getrenntlebens der Parteien – mit Ausnahme der Auslagen 
für Lebensmittel, Haushaltswaren, Körperpflegeprodukte, Kleider und 
Schuhe – sämtliche die beiden ehelichen Töchter und/oder die Ge-
suchstellerin betreffenden Rechnungen und Auslagen – und zwar un-
abhängig vom effektiven Rechnungsadressaten – insbesondere (nicht 
abschliessend) zu bezahlen: 

 - den Mietzins für die eheliche Wohnung an der F._____-strasse … in G._____ 
(einschliesslich Autoabstellplätze und Nebenkosten) und alle mit der Nutzung der 
Wohnung verbundenen Kosten wie Strom, Festnetz, Internet, Radio/TV, Kabelan-
schluss etc.; 

 - die Krankenkassenprämien 

 - allfällige Franchise- und Selbstbehaltskosten 

 - die Mobilitätskosten (ZVV-Monatsabo C._____ sowie Versicherung und Strassen-
verkehrsabgabe für den BMW 318i Touring, ZH …) 

 - das Schulgeld für die von C._____ besuchte Privatschule (I._____ in Zürich) 

 - Steuerrechnungen der Parteien 

5.4.2. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin an die 
Kosten des Unterhalts und der Betreuung der ehelichen Kinder, mo-

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natliche, jeweils per Ersten eines jeden Monats im Voraus zahlbare 
Unterhaltsbeiträge, zuzüglich gesetzliche und vertragliche Kinderzu-
lagen, wie folgt zu bezahlen: 

(a) Für die Zeit ab Aufnahme des Getrenntlebens der Parteien, spä-
testens aber ab 1. Mai 2020 bis 31. August 2020 (Phase 2): 

 Für C._____ insgesamt    CHF 3'500.–* 
(CHF 3'500.– Barunterhalt und CHF 0.– Betreuungsunterhalt) 

 * vor Verrechnung des vom Gesuchsgegner zu bezahlenden Schulgeldes der von 
C._____ besuchten Privatschule «I._____ Zürich» von maximal CHF 2'580.– pro 
Monat  

 Für D._____ insgesamt    CHF 1'360.– 
(CHF 1'360.– Barunterhalt und CHF 0.– Betreuungsunterhalt) 

 
(b) Für die Zeit ab 1. September 2020 (Phase 3): 
 Für C._____ insgesamt    CHF 945.– 

(CHF 950.– Barunterhalt und CHF 0.– Betreuungsunterhalt) 
 Für D._____ insgesamt    CHF 2'800.– 

(CHF 1'360.– Barunterhalt und CHF 0.– Betreuungsunterhalt) 
5.4.3. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, die Unterhaltsbeiträge für die 

beiden ehelichen Kinder über deren Mündigkeit hinaus weiterhin der 
Gesuchstellerin zu bezahlen, solange sich das betreffende Kind noch 
in einer Erstausbildung befindet, nach wie vor bei der Gesuchstellerin 
wohnt und nicht selbständig Ansprüche gegenüber dem Gesuchs-
gegner geltend macht oder eine andere Zahlstelle bezeichnet. 

5.4.4. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass in der Phase 2 der Bedarf 
der beiden ehelichen Kinder (Bar- und Betreuungsunterhalt) im Um-
fang von je CHF 985.80 pro Monat, in der Phase 3 der Betreuungsun-
terhalt für D._____ im Umfang von CHF 506.65 pro Monat nicht ge-
deckt ist.  

5.4.5. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass der Gesuchsgegner zufolge 
seiner gegenwärtig nicht ausreichenden wirtschaftlichen Leistungsfä-
higkeit einstweilen noch nicht in der Lage ist, der Gesuchstellerin ei-
nen persönlichen Unterhaltsbeitrag zu bezahlen. 

5.5.1. Es sei die ehelichen Wohnung an der F._____-strasse …, G._____-
J._____ [Ort], mitsamt dem darin befindlichen Hausrat, den Neben-
räumen und dem Garagenplatz, und Auto (BMW 318i Touring), für die 
Dauer des Getrenntlebens der Gesuchstellerin zur alleinigen Nutzung 
und Kostentragung zuzuweisen. 

5.5.2. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, die eheliche Wohnung an 
der F._____-strasse …, G._____-J._____, innert einer durch das Ge-
richt anzusetzenden, angemessenen Frist, spätestens aber bis Don-
nerstag, 30. April 2020, 14.00 Uhr, unter Mitnahme seiner persönli-
chen Effekten zu verlassen und der Gesuchstellerin sämtliche sich in 

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seinem Besitz befindlichen Schlüssel für die eheliche Wohnung, für 
die Nebenräume, den Briefkasten und für das Fahrzeug BMW 318i 
Touring auf erstes Verlangen – gegen Quittung – auszuhändigen. 

5.6. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien dem Gesuchsgegner auf-
zuerlegen. 

5.7. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin für das Be- 
rufungsverfahren eine gestützt auf die AnwGebVo zu bemessende Par-
teientschädigung, zuzüglich 7,7% MWST, zu bezahlen. 

Prozessuale Anträge: 
1.1. Die Vollstreckbarkeit der im angefochtenen Entscheid aufgeführten 

vorsorglichen Massnahmen sei gestützt auf Art. 315 Abs. 5 ZPO bis 
zur rechtskräftigen Erledigung des Berufungsverfahrens aufzuschie-
ben.  

1.2. Über den Antrag betreffend den Aufschub der Vollstreckbarkeit des 
angefochtenen Entscheides sei vorab zu befinden. 

2. Für den Fall, dass keine Rückweisung an die Vorinstanz erfolgen soll-
te, seien vor dem Erlass eines Entscheides im Berufungsverfahren die 
Anträge der Kindsvertretung der beiden ehelichen Kinder in Bezug auf 
die Obhutszuteilung und den persönlichen Verkehr einzuholen und die-
se den Parteien zur Stellungnahme vorzulegen.  

3.1. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin für die 
Deckung der Aufwendungen ihrer anwaltschaftlichen Vertretung im Be-
rufungsverfahren einen angemessenen Prozesskostenbeitrag von 
einstweilen CHF 3'000.– (zzgl. 7.7% MWST), sowie den vom Oberge-
richt allenfalls festgesetzten Prozesskostenvorschuss zu bezahlen.  

3.2. Eventualiter sei der Gesuchstellerin die unentgeltliche Prozessführung 
zu gewähren und ihr in der Person des Unterzeichneten ein unentgelt-
licher Rechtsbeistand zu bestellen." 

 

Erwägungen: 

I. 

1. Die Parteien sind verheiratet. Sie haben zwei gemeinsame Töchter, 

C._____, geb. am tt.mm.2003, und D._____, geb. am tt.mm.2009. Für die beiden 

Töchter besteht seit dem 31. Dezember 2019 eine Beistandschaft im Sinne von 

Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB (Urk. 7/4/1-2). Mit Eingabe vom 22. Januar 2020 

reichte die Gesuchstellerin und Berufungsklägerin (nachfolgend Gesuchstellerin) 

vor Vorinstanz ein Eheschutzgesuch ein (Urk. 7/1). Nachdem der Gesuchsgegner 

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und Berufungsbeklagte (nachfolgend Gesuchsgegner) mit Eingabe vom 

28. Januar 2020 seinerseits ebenfalls ein Eheschutzgesuch eingereicht und 

gleichzeitig das eingangs wiedergegebene Massnahmebegehren gestellt hatte 

(Urk. 7/8/1; Geschäfts-Nr. EE200003-D), vereinigte die Vorinstanz die beiden Ver-

fahren mit Verfügung vom 30. Januar 2020 (Urk. 7/5). Am 19. Februar 2020 wur-

den die beiden Töchter der Parteien durch das Gericht angehört (Urk. 24). Die 

Hauptverhandlung sowie Verhandlung betreffend vorsorgliche Massnahmen fand 

am 24. Februar 2020 statt (Prot. I S. 3 ff.). Am 27. Februar 2020 erliess die Vor-

instanz den eingangs wiedergegebenen Entscheid betreffend vorsorgliche Mass-

nahmen (Urk. 7/22/1 = Urk. 2). 

2. Hiergegen erhob die Gesuchstellerin mit Eingabe vom 11. März 2020 innert 

Frist Berufung mit den oben aufgeführten Anträgen (Urk. 1 S. 2 ff.). Das von der 

Gesuchstellerin gleichzeitig gestellte Gesuch um Aufschub der Vollstreckbarkeit 

wurde mit Verfügung vom 24. März 2020 abgewiesen (Urk. 9).  

3. Mit (separater) Verfügung vom 27. Februar 2020 schlug die Vorinstanz den 

Parteien E._____ als Kindesvertreterin vor (Urk. 26), nachdem die Gesuchstelle-

rin mit Eingabe vom 26. Februar 2020 und C._____ am 27. Februar 2020 (telefo-

nisch) den Antrag auf Bestellung einer Kindesvertretung gestellt hatten (Urk. 21, 

Urk. 23). Mit Verfügung vom 16. März 2020 wurde für C._____ und D._____ eine 

Kindesvertretung angeordnet und E._____ als Kindesvertreterin bestellt (Urk. 31). 

Die angefochtene Verfügung wurde am 8. April 2020 an die Kindesvertreterin ver-

sandt (Urk. 33). 

4. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 7/1-33). Da sich die 

Berufung - wie nachstehend zu zeigen ist - sogleich als offensichtlich unbegründet 

erweist, kann auf die Einholung von Berufungsantworten des Gesuchsgegners 

und der Verfahrensbeteiligten verzichtet werden (vgl. Art. 312 Abs. 1 ZPO). 

II. 

1. Bei Verfahren betreffend Kinderbelange ist der Sachverhalt nach Art. 296 

ZPO von Amtes wegen zu erforschen. Infolgedessen können die Parteien im Be-

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rufungsverfahren auch dann neue Tatsachen und Beweismittel vorbringen, wenn 

die Voraussetzungen nach Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144 III 349 

E. 4.2.1). Das von der Gesuchstellerin im Berufungsverfahren neu eingereichte 

Schreiben der Kammer vom 10. März 2020 samt der Beilage "Berufung" von 

C._____ vom 4. März 2020 (Urk. 5/26) sowie die daraus abgeleiteten Vorbringen 

der Gesuchstellerin sind somit im Berufungsverfahren zu berücksichtigen.  

2.1. Obschon die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid keine Unterhaltsrege-

lung getroffen hat (vgl. Urk. 2), beantragt die Gesuchstellerin in ihrer Berufung 

eventualiter die Zusprechung von Unterhaltsbeiträgen (vgl. Urk. 1, Eventualanträ-

ge Ziffern 5.4.1. ff).  

2.2. Indes sind im Eheschutz vorsorglich angeordnete Geldzahlungen aus fol-

genden Überlegungen ausgeschlossen: Die Voraussetzungen für die Anordnung 

vorsorglicher Massnahmen richten sich nach Art. 261 ff. ZPO. Bezüglich deren 

Inhalts enthält Art. 262 ZPO eine Generalklausel - im Eheschutzverfahren einge-

schränkt durch Art. 172 Abs. 3 ZGB - und führt einzelne Massnahmen exempla-

risch auf (Art. 262 lit. a bis e ZPO). Ausdrücklich erwähnt ist die Leistung einer 

Geldzahlung indes nur in den vom Gesetz bestimmten Fällen (Art. 262 lit. e ZPO). 

Eine solche Regelung findet sich im Gesetz für das Scheidungsverfahren 

(Art. 276 ZPO) und bei Unterhaltsklagen (Art. 303 ZPO), nicht aber für das Ehe-

schutzverfahren (Art. 271 ff. ZPO). Aus den Materialien zur Schweizerischen Zi-

vilprozessordnung erhellt, dass der Gesetzgeber bewusst von einer allgemeinen 

Einführung vorsorglicher Akonto-Zahlungen abgesehen hat (vgl. Botschaft zur 

Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 28. Juni 2006, S. 7355). Folglich han-

delt es sich bei der fehlenden Bestimmung zu vorsorglichen Massnahmen im 

Eheschutzverfahren nicht um eine planwidrige Unvollständigkeit innerhalb des 

Gesetzes (vgl. BK-Emmenegger/Tschentscher, Art. 1 ZGB N 344; BSK ZGB I-

Honsell, Art. 1 N 27), sondern um qualifiziertes Schweigen des Gesetzgebers. 

Entsprechend bleibt für richterliche Lückenfüllung und analoge Gesetzesanwen-

dung kein Raum. Die vorsorgliche Zusprechung von Unterhaltsbeiträgen im Ehe-

schutzverfahren mag daher bei langer Verfahrensdauer aus praktischer Sicht 

wünschbar erscheinen, ist jedoch aus rechtlichen Erwägungen unzulässig (vgl. 

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OGer ZH LE110069 vom 08.02.2012, E. 2.4.2; OGer ZH LE130032 vom 

02.07.2013, E. II.3.2; OGer ZH LE130066 vom 05.05.2014, E. 4.3; OGer ZH 

LE150003 vom 27.03.2015, E. II.5; OGer ZH LE160012 vom 15.11.2016, E. III.4; 

OGer ZH LE160038 vom 07.09.2016, E. C.6; OGer ZH LE170033 vom 

30.10.2017, E. III.3.1; OGer ZH LE180065 vom 30. Januar 2019, E. 3.3.2). 

2.3. Auf die Eventualanträge gemäss den Ziffern 5.4.1 - 5.4.5 der Gesuchstelle-

rin (Urk. 1 S. 4 f.) ist deshalb von Vornherein nicht einzutreten.  

3. Die Gesuchstellerin kritisiert in den Rz. 5.4 ff. ihrer Berufungsschrift (Urk. 1) 

die Amtsführung der von der KESB Bezirk Dielsdorf mit Entscheid vom 31. De-

zember 2019 (Urk. 7/4/1-2) ernannten Beiständin H._____ und macht geltend, die 

Vorinstanz hätte die mit der Erfüllung der ihr von der KESB Bezirk Dielsdorf über-

tragenen Aufgaben offensichtlich völlig überforderte und gesetzeswidrig agieren-

de Beiständin in Nachachtung der uneingeschränkten Untersuchungs- und Offi-

zialmaxime von Amtes wegen entlassen und durch eine fähige Beistandsperson 

ersetzen müssen. Diese unabdingbare Anordnung sei entweder im Fall einer 

Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz von derselben nachzuholen 

oder im Rahmen des Rechtsmittelverfahrens zu erlassen.  

Die Gesuchstellerin verkennt, dass gemäss Art. 423 Abs. 1 ZGB die Kindes- und 

Erwachsenenschutzbehörde (von Amtes wegen, vgl. FamKomm Erwachsenen-

schutz - Rosch, Art. 423 ZGB N 4) einen Beistand entlässt, wenn die Eignung für 

die Aufgabe nicht mehr besteht oder wenn andere wichtige Gründe für die Entlas-

sung vorliegen. Gemäss Art. 423 Abs. 2 ZGB kann sodann von der betroffenen 

Person oder einer ihr nahestehenden Person bei ebendieser Behörde die Entlas-

sung eines Beistandes beantragt werden. Demzufolge ist hinsichtlich eines Bei-

standswechsels die sachliche Zuständigkeit der Vorinstanz respektive der Kam-

mer zu verneinen, was ein Nichteintreten auf die Berufung in diesem Punkt zur 

Folge hat (Art. 59 Abs. 1 und 2 lit. b ZPO).  

4.1. Das Berufungsverfahren stellt keine Fortsetzung des erstinstanzlichen Ver-

fahrens dar, sondern ist nach der gesetzlichen Konzeption als eigenständiges 

Verfahren ausgestaltet (BGE 142 III 413 E. 2.2.1 m.w.Hinw. auf die Botschaft zur 

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Schweizerischen ZPO, BBl 2006, S. 7374). Mit der Berufung kann eine unrichtige 

Rechtsanwendung und eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend 

gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Berufungsinstanz verfügt über unbeschränk-

te Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger 

Ermessensausübung (Angemessenheitsprüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. Ap-

ril 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Berufungsbegründung (Art. 311 ZPO) ist hin-

reichend genau aufzuzeigen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den an-

gefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an einem der genann-

ten Mängel leidet. Das setzt (im Sinne einer von Amtes wegen zu prüfenden Ein-

tretensvoraussetzung) voraus, dass der Berufungskläger die vorinstanzlichen Er-

wägungen bezeichnet, die er anficht, sich argumentativ mit diesen auseinander-

setzt und mittels genügend präziser Verweisungen auf die Akten aufzeigt, wo die 

massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und Einreden erho-

ben wurden bzw. aus welchen Aktenstellen sich der geltend gemachte Beru-

fungsgrund ergeben soll. Die pauschale Verweisung auf frühere Vorbringen oder 

deren blosse Wiederholung genügen nicht (vgl. BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 

5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013, E. 3.2; BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai 

2015, E. 2.1). Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanfor-

derungen entsprechenden Weise beanstandet wird, braucht von der Rechtsmittel-

instanz nicht überprüft zu werden; diese hat sich – abgesehen von offensichtli-

chen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen zu be-

schränken, die in der schriftlichen Begründung formgerecht gegen den erstin-

stanzlichen Entscheid erhoben werden (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4 m.w.Hinw.; 

BGer 5A_111/2016 vom 6. September 2016, E. 5.3; BGer 4A_258/2015 vom 

21. Oktober 2015, E. 2.4.3; BGer 4A_290/2014 vom 1. September 2014, E. 3.1 

und E. 5). Insofern erfährt der Grundsatz "iura novit curia" (Art. 57 ZPO) im Beru-

fungsverfahren eine Relativierung (BK ZPO I-Hurni, Art. 57 N 21 und N 39 ff.; 

Glasl, DIKE-Komm-ZPO, Art. 57 N 22). In diesem Rahmen ist insoweit auf die 

Parteivorbringen einzugehen, als dies für die Entscheidfindung erforderlich ist 

(BGE 134 I 83 E. 4.1 m.w.Hinw.). 

4.2. Die Gesuchstellerin wiederholt in ihrer Berufungsschrift an mehreren Stellen 

- mehrheitlich wörtlich - bloss, was sie bereits anlässlich der Verhandlung vom 

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24. Februar 2020 vor Vorinstanz vorgetragen hat (insb. zur physischen Gewalt 

gegenüber den Töchtern [Urk. 1 Rz. 1.1.3 f., vgl. Urk. 7/11 S. 8 f., 12]; zum Ver-

halten des Gesuchsgegners in Zusammenhang mit der weiteren Beschulung von 

C._____ im Sommer 2019 [Urk. 1 Rz. 1.1.6, vgl. Urk. 7/11 S. 11; Prot. I S. 5]). Ein 

erkennbarer (geschweige denn näherer) Bezug zum vorinstanzlichen Entscheid 

wird dabei nie hergestellt; es enthalten die sich deshalb in blossen Wiederholun-

gen erschöpfenden Ausführungen zwangsläufig auch keine erkennbare Mitteilung 

von Überlegungen der Gesuchstellerin an die Rechtsmittelinstanz dazu, inwiefern 

die Vorinstanz Recht falsch angewendet oder einen bestimmten Sachverhalt un-

richtig festgestellt hätte. Den entsprechenden Ausführungen kommt insoweit auch 

keine selbständige Bedeutung zu. Nach dem Vorhin in E. II.4.1 Dargelegten er-

weist sich die Berufung in diesen Teilen deshalb als unbegründet.  

III. 

A) Obhutszuteilung 

1. Die Vorinstanz stellte die beiden Töchter der Parteien als vorsorgliche Mass-

nahme für die Dauer des Eheschutzverfahrens unter die Obhut des Gesuchsgeg-

ners (Urk. 2, Dispositiv-Ziffer 1). Sie begründete die Notwendigkeit und Dringlich-

keit einer vorsorglichen Obhutszuteilung im Wesentlichen damit, dass sowohl aus 

dem Abklärungsbericht des kjz J._____ vom 19. November 2019 (Urk. 7/8/5/12) 

als auch aus den Ausführungen der Beiständin der Töchter (Urk. 7/10 und 7/16) 

hervorgehe, dass dringender Handlungsbedarf bestehe und bei einem Verbleib 

der Töchter in der bisherigen Betreuungssituation (Hauptbetreuung durch die Ge-

suchstellerin) deren Wohl gefährdet wäre, weshalb eine vorsorgliche Obhutszutei-

lung vorzunehmen sei, zumal es bis zum Eheschutzendentscheid noch mehrere 

Monate dauern könnte (Urk. 2 E. II.1.4). Betreffend die Zuteilung der Obhut erwog 

die Vorinstanz zusammengefasst, dass die Behauptungen und Wahrnehmungen 

der Parteien diametral auseinander gingen, weshalb auf die Einschätzungen der 

Beiständin und die Ausführungen im Abklärungsbericht vom 19. November 2019 

abzustellen und daher davon auszugehen sei, dass der Gesuchsgegner einstwei-

len besser in der Lage sei, auf die Bedürfnisse der Töchter einzugehen und die 

- 14 - 

dringend notwendigen Massnahmen in die Wege zu leiten. Weiter hielt die Vo-

rinstanz fest, dass die beiden Töchter sich in einem massiven Loyalitätskonflikt 

befänden und enorm unter Druck stünden, womit es ihnen nicht möglich sei, nach 

ihrem freien Willen eine Entscheidung zu treffen, welche nur ihren Interessen (und 

damit ihrem Wohl) diene (Urk. 2 E. II.2.3 ff.). 

2.1. Die Gesuchstellerin beanstandet, die Vorinstanz habe den von den beiden 

Kindern klar und wiederholt geäusserten Wunsch nach der Aufnahme des Ge-

trenntlebens der Parteien weiterhin bei ihr als bislang für die Betreuung verant-

wortlichen Person bleiben zu wollen, ignoriert (Urk. 1 Rz. 1.1.7). Wie Urk. 7/23 zu 

entnehmen sei, habe C._____ auch gegenüber dem Gericht explizit zum Aus-

druck gebracht, dass sie einerseits mit dem in Aussicht gestellten Entscheid des 

Gerichts überhaupt nicht einverstanden und andererseits dringend auf eine Ver-

tretung angewiesen sei, die ihre Anliegen und Bedürfnisse - im Gegensatz zur 

Beiständin H._____ - ernst nehme und in das Verfahren einbringe. C._____ habe 

mit Schreiben an das Obergericht vom 4. März 2020 (Urk. 5/26) sogar persönlich 

"Berufung" gegen die ihre Interessen und ihren noch einmal klar geäusserten und 

bestätigten Willen sträflich missachtende vorinstanzliche Verfügung erhoben 

(Urk. 1 Rz. 5.8).  

Die Vorinstanz erwog bezüglich dem Kindeswillen im Wesentlichen, dass sich die 

beiden Töchter in einem Loyalitätskonflikt befänden, weshalb aufgrund der für die 

Töchter bestehenden Drucksituation nicht (bloss) auf deren Äusserungen abge-

stellt werden könne (Urk. 2 E. II.2.5 f.). Mit diesen Erwägungen setzt sich Ge-

suchstellerin im Rahmen der Berufungsschrift nicht auseinander, sondern wieder-

holt bloss ihren bereits vor Vorinstanz vertretenen Standpunkt, wonach die Kinder 

in allen Befragungen und Gesprächen mitgeteilt hätten, dass sie bei ihr bleiben 

wollten (Prot. I S. 20 ff.). Damit kommt die Gesuchstellerin ihrer Begründungs-

pflicht nicht nach (vgl. E. II.4.1). Vollständigkeitshalber bleibt darauf hinzuweisen, 

dass sich der von der Vorinstanz angeführte Loyalitätskonflikt - wie auch in der 

vorinstanzlichen Erwägung II.2.5 betont wird - auch aus dem Abklärungsbericht 

des kjz J._____ vom 19. November 2019 (Urk. 7/8/5/12 S. 3, 6) sowie den Aus-

führungen der Beiständin H._____ vom 11. bzw. 20. Februar 2020 (Urk. 7/10) 

- 15 - 

ergibt, mithin objektive Anhaltspunkte dafür vorliegen. Ausdruck des Loyalitäts-

konfliktes, in dem die beiden Töchter stecken, ist denn auch, dass sie in den ver-

gangenen Monaten hinsichtlich der Obhutszuteilung bzw. ihres künftigen Aufent-

haltsortes sowohl gegenüber der Beiständin H._____ (vgl. Urk. 7/10; Urk. 7/16) 

als auch gegenüber den abklärenden Personen des kjz J._____ (vgl. Urk. 

7/8/5/12 S. 5) immer wieder unterschiedliche Standpunkte vertraten. Daher kann 

die Gesuchstellerin auch weder aus der angeführten Aktennotiz vom 27. Februar 

2020 (Urk. 7/23) noch aus dem den Titel "Berufung" tragenden Schreiben von 

C._____ vom 4. März 2020 (Urk. 5/25) etwas zu ihren Gunsten ableiten. Wie der 

Gesuchsgegner bereits vor Vorinstanz zu Recht bemerkte (vgl. Prot. I S. 14, 18), 

sprachen sich die beiden Töchter anlässlich der Anhörung durch die Vorderrichte-

rin sodann keineswegs deutlich für einen Verbleib bei der Gesuchstellerin aus, 

sondern wollten vielmehr keine Entscheidung treffen müssen (vgl. Urk. 24 S. 8 f., 

13). Ohnehin gilt es zwar insbesondere bei älteren Kindern einen konstant und 

nachdrücklich geäusserten Willen ernst zu nehmen und bei der Entscheidfindung 

zu berücksichtigen (vgl. BGE 122 III 401 E. 3b; BGer 5A_107/2007 vom 16. No-

vember 2007, E. 3.2). Indes steht es gemäss der konstanten bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung letztlich nicht im Belieben des Kindes zu entscheiden, bei wel-

chem Elternteil es aufwachsen möchte (vgl. BGE 134 III 88 E. 4; BGer 

5A_764/2009 vom 11. Januar 2010, E. 5.5; BGer 5A_799/2013 vom 2. Dezember 

2013, E. 5.7). Weiter bildet der vom Kind geäusserte Wille nicht das alleinige 

Element bei der richterlichen Entscheidfindung betreffend Obhutsregelung, an-

dernfalls der Kindeswille mit dem Kindeswohl gleichgesetzt würde, obwohl sich 

die beiden Elemente durchaus widersprechen können (BGer 5A_719/2013 vom 

17. Oktober 2014, E. 4.4; BGer 5A_528/2015 vom 21. Januar 2016, E. 5.2). Ins-

besondere kann es nicht darum gehen, dem Kind die Verantwortung für die Rege-

lung der Obhutszuteilung zu übertragen. 

2.2. Die Gesuchstellerin rügt im Weiteren, die Vorinstanz habe den Parteien 

zwar mit Verfügung vom 27. Februar 2020 Frist angesetzt, um sich zur vorge-

schlagenen Kindesvertretung zu äussern, doch unverständlicherweise bereits 

gleichentags den Entscheid betreffend vorsorgliche Massnahmen erlassen. Mit 

anderen Worten habe die Vorinstanz den beiden Kindern das ihnen gemäss 

- 16 - 

Art. 299 Abs. 3 ZPO zustehende Recht, ihre Anliegen und Bedürfnisse durch eine 

Kindesvertretung in den Prozess einzubringen, verwehrt. Eine gesetzeskonforme, 

d.h. wirkungsvolle Kindesvertretung sei freilich nur gewährleistet, wenn diese vor 

dem Erlass eines derart präjudizierenden Entscheides auch tätig werden und sich 

mit Anträgen betreffend die Kinderbelange einbringen könne. Indem die Vor-

instanz den Sachverhalt durch die Kindesvertretung nicht aktualisieren sowie ver-

vollständigen liess und von dieser auch keine Anträge bezüglich Obhutszuteilung 

und persönlichen Verkehr einholte, habe sie nicht nur Art. 299 Abs. 3 ZPO ver-

letzt. Vielmehr habe sie den angefochtenen Entscheid auch gestützt auf einen 

unkorrekten und unvollständigen Sachverhalt erlassen (Urk. 1 Rz. 5.9 ff.).  

Dass die Vorinstanz nicht schon vor Eröffnung des angefochtenen Entscheids ei-

ne Kindesvertretung im Sinne von Art. 299 ZPO bestellte, ist wohl primär der hin-

sichtlich der zu erlassenden vorsorglichen Massnahmen bestehenden zeitlichen 

Dringlichkeit zuzuschreiben, welche von der Gesuchstellerin im Berufungsverfah-

ren nicht substantiiert in Abrede gestellt wurde. Zwar ergibt sich aus dem von der 

Gesuchstellerin zitierten bundesgerichtlichen Entscheid BGE 142 III 153, dass ei-

ne Kindesvertretung grundsätzlich bereits in ein vorsorgliches Massnahmeverfah-

ren einzubeziehen ist (vgl. E. 5.2.3.3). In E. 5.1.2 des besagten Entscheides wird 

allerdings auch Folgendes festgehalten: "Im Lichte der für Kinderbelange gelten-

den strengen Untersuchungsmaxime und der Offizialmaxime ist die Kindesvertre-

tung grundsätzlich aber nur notwendig, wenn sie dem Gericht effektiv zusätzliche 

Unterstützung und Entscheidhilfen bieten könnte bei der Frage, ob im jeweiligen 

Einzelfall das Kindeswohl eine bestimmte Regelung oder Massnahme (Sorge-

recht, Obhut oder persönlicher Verkehr) erfordert oder einer solchen entgegen-

steht. Besteht beispielsweise eine Beistandschaft nach Art. 308 ZGB und liefert 

der Beistand dem Gericht ein umfassendes, elternunabhängiges und neutrales 

Bild von der konkreten Situation (örtlich, häuslich, schulisch, Interaktion zwischen 

Kind und Eltern sowie Geschwistern etc.), bedarf es keiner Verdoppelung der In-

formationsquelle und entsprechend keines diesbezüglichen Beitrages der Kindes-

vertretung". In casu bestand nicht nur bereits die mit Entscheiden der KESB 

Dielsdorf vom 31. Dezember 2019 errichtete Beistandschaft gemäss Art. 308 

Abs. 1 und 2 ZGB für die beiden Töchter (vgl. Urk. 7/4/1-2). Die Beiständin 

- 17 - 

H._____ wurde auch wiederholt ins vorliegende Eheschutzverfahren einbezogen. 

So fanden am 11., 20. und 25. Februar 2020 diverse ausführliche Telefonate mit 

der Vorderrichterin bzw. Angehörigen des Gerichts statt, in welchen die Beistän-

din nach mehreren Gesprächen mit den Kindern und den Parteien ein umfassen-

des Bild von der konkreten Situation der Kinder vermittelte und die Vorinstanz 

über laufende Entwicklungen und von den Kindern geäusserte Wünsche unter-

richtete (vgl. Urk. 7/10; Urk. 7/16). Überdies konnte sich die Vorderrichterin im 

Rahmen der Kinderanhörung vom 19. Februar 2020 einen persönlichen Eindruck 

von der Verfassung der Kinder, von ihrem Verhältnis zu beiden Elternteilen und 

ihren Anliegen verschaffen (Urk. 7/24). Schliesslich lag auch der erst vom 19. No-

vember 2019 datierende und somit sehr aktuelle Abklärungsbericht des kjz 

J._____ im Recht, der sich nach diversen Gesprächen mit den Parteien, den Kin-

dern, der Lehrperson von D._____ und der Psychologin K._____ sowie einem 

Hausbesuch zur familiären Situation äussert, im Recht (Urk. 7/8/5/12). Vor diesem 

Hintergrund ist nicht ersichtlich, dass die Vorinstanz ihren Entscheid gestützt auf 

einen unvollständigen oder nicht mehr aktuellen Sachverhalt traf. Der beantragte 

vorsorgliche Rechtsschutz im Eheschutzverfahren wurde mit dem Kindeswohl be-

gründet (Urk. 7/8/1 S. 10). Die Vorinstanz hat im Falle einer weiteren Verzögerung 

nicht leicht wiedergutzumachende Nachteile im Sinne einer Kindeswohlgefähr-

dung (weitere Verschlechterung der psychischen und physischen Gesundheit) be-

jaht (Urk. 2 S. 7, S. 9 f.). Die Gesuchstellerin zeigt in der Berufungsschrift nicht 

auf, welche konkreten Sachverhaltselemente eine Kindesvertretung eingebracht 

hätte und die Vorinstanz unberücksichtigt liess. Die Gesuchstellerin stellte ihren 

Antrag denn auch nicht an der Verhandlung vom 24. Februar 2020 (Prot. I S. 3 ff., 

Urk. 11) sondern erst, nachdem die Vorinstanz nach Eingang der Stellungnahmen 

zu den Aussagen der Beiständin einen Entscheid in Aussicht gestellt hatte (Prot. I 

S. 36). Als der Antrag gestellt war und auch C._____ am 27. Februar 2020 einen 

gleichlautenden Antrag gestellt hatte (Urk. 23), schritt die Vorinstanz unverzüglich 

zur Einsetzung bzw. Ernennung der Kindesvertretung.  

2.3 Demnach war für den vorliegenden Entscheid betreffend vorsorgliche Ob-

hutszuteilung für die Dauer des Eheschutzverfahrens weder der Einbezug einer 

Kindesvertretung noch die Vornahme weiterer Abklärungen durch die Vorinstanz 

- 18 - 

geboten. Der Berufungshauptantrag Ziffer 2 der Gesuchstellerin auf Rückweisung 

der Sache an die Vorinstanz zur Ergänzung des Verfahrens (Urk. 1 S. 2) ist damit 

abzuweisen. 

3.1. Die Gesuchstellerin moniert, im vorinstanzlichen Entscheid werde unter 

Hinweis auf den Abklärungsbericht des kjz J._____ vom 19. November 2019 aus-

geführt, dass C._____ angeblich seit 2015 unter einer Anpassungsstörung und 

einer längeren depressiven Reaktion leide und in der jetzigen Situation gefährdet 

sei. Um die Situation verbessern zu können, brauche es dringend eine Klärung 

der Wohnsituation sowie der elterlichen Paarbeziehung. Diese Sachverhaltsdar-

stellung der Vorinstanz sei offensichtlich aktenwidrig und willkürlich. Richtig sei, 

wie sich aus dem Untersuchungsbericht der Klinik für Kinder- und Jugendpsychi-

atrie und Psychotherapie (KJPP) vom 11. August 2016 ergebe, dass C._____ 

durch den vom Gesuchsgegner im Frühjahr 2015 ohne Rücksichtnahme auf die 

Bedürfnisse und Wünsche der Familie kurzfristig durchgesetzten Umzug von 

L._____ BL [Ort] nach J._____ erstmals in ihrem Leben mit erheblichen psychi-

schen Problemen zu kämpfen gehabt habe. Im Abklärungsbericht seien die Fach-

ärzte zum eindeutigen Befund gelangt, dass C._____ "nach überstürztem Umzug 

(von L._____ BL nach J._____) und unter hohem schulischen Druck vorüberge-

hend Symptome einer Anpassungsstörung mit einer verlängerten depressiven 

Reaktion hatte". Eine ärztlich verordnete Verabreichung von Medikamenten sei in 

der Folge ebenso wenig erfolgt wie eine Fortführung einer fakultativen, von 

C._____ und den Parteien auch nicht als gewinnbringend erachteten therapeuti-

schen Begleitung. Entgegen der unzutreffenden Mutmassung der Vorinstanz finde 

sich in den Akten kein einziger Hinweis darauf, dass diese im Jahr 2016 aus den 

vom Gesuchsgegner zu vertretenden Gründen manifestierten, vorübergehenden 

psychischen Probleme von C._____ aufgrund eines Fehlverhaltens ihrerseits zu 

einem späteren Zeitpunkt oder gar aktuell wieder aufgetreten sein sollten (Urk. 1 

Rz. 1.1.1. f.).  

Während die Gesuchstellerin bereits anlässlich der vorinstanzlichen Verhandlung 

vom 24. Februar 2020 ausführte, C._____ befinde sich nicht mehr in psychologi-

scher Behandlung (vgl. Prot. I S. 24), gab der Gesuchsgegner bekannt, er habe 

- 19 - 

C._____ nach einer riesigen Eskalation zwischen der Gesuchstellerin und 

C._____ vor einem Jahr wieder in der Psychiatrie angemeldet. C._____ leide an 

Panikattacken und er habe mit der Psychologin K._____ herausfinden wollen, 

woher diese Angst komme (Prot. I S. 29). Aus dem Abklärungsbericht des kjz 

J._____ vom 19. November 2019 geht denn auch hervor, dass die Gesuchstelle-

rin nicht über die Termine mit der Psychologin von C._____ informiert worden sei 

(Urk. 7/8/5/12 S. 4). Die Psychologin K._____ vom Ambulatorium Zürich … sah 

sich am 27. September 2019 bzw. am 7. November 2019 schliesslich auch in der 

Lage, gegenüber den abklärenden Fachpersonen des kjz J._____ einen aktuellen 

Bericht abzugeben (vgl Urk. 7/8/5/12 S. 1). Wie aus dem - im Gegensatz zum von 

der Gesuchstellerin erwähnten Dokument lediglich wenige Monate alten - Abklä-

rungsbericht des kjz J._____ vom 19. November 2019 hervorgeht, informierte die 

Psychologin K._____ in dieser aktuellen Auswertung darüber, dass sich die de-

pressive Episode herauszögere und sich ein depressiver Zustand entwickelt ha-

be, mit den Symptomen von Tagesmüdigkeit und Schlafbedürfnis, obwohl dafür 

keine somatische Ursache gefunden worden sei. Das Bewältigen von alterstypi-

schen normalen Entwicklungsschritten wie Schule (längere Schulabsenz im Früh-

ling 2019), Freundschaften (nur 1-2 Freundschaften), Autonomie und Selbstwert 

(C._____ erscheint sehr zurückhaltend, spricht mit leiser Stimme, schnell verunsi-

chert) sei stark erschwert. Dies sei vor allem durch die starke Belastung des sozi-

alen Systems entstanden. Kognitiv habe sie zwar schlecht abgeschnitten in den 

Tests, doch sei dies bei den familiären Belastungen nachvollziehbar. Den Wunsch 

nach einem langsamen Tod mittels Verzicht auf Lebensmittel habe C._____ ihr 

gegenüber geäussert. Sie gehe deshalb davon aus, dass C._____ mit dieser 

Äusserung keine Fürsorge mehr für sich übernehmen wolle. Dies passe auch zur 

Entwicklung, dass sich C._____ wünsche, sich unauffällig zu machen und sich 

von Gruppen zurückzuziehen. Sie sehe keine akute Gefahr von Suizid aufgrund 

ihrer Äusserungen, doch C._____ brauche ihrer Meinung nach dringend positive 

Bindungserfahrungen. Sie sehe C._____ in der jetzigen Situation als gefährdet. 

Für eine Verbesserung der Situation brauche es dringend eine Klärung der 

Wohnsituation sowie der elterlichen Paarbeziehung (Urk. 7/8/5/12 S. 3). Die Psy-

chologin K._____ empfahl zudem auch eine Weiterführung der Therapie von 

- 20 - 

C._____ zur Stärkung des Selbstvertrauens respektive Ablösung von den Eltern 

(Urk. 7/8/5/12 S. 7). Überdies berichtete C._____ selbst im Rahmen der vo-

rinstanzlichen Kinderanhörung davon, sie sei momentan ziemlich müde (Urk. 24 

S. 3). Die vorinstanzlichen Feststellungen zur psychischen Verfassung von 

C._____ erweisen sich entgegen der Auffassung der Gesuchstellerin somit kei-

neswegs als aktenwidrig. Im Übrigen bleibt zu bemerken, dass die Gesuchstelle-

rin (wie bereits vor Vorinstanz, vgl. Urk. 7/11 S. 11) in Rz. 1.1.4 der Berufungs-

schrift (Urk. 1) selber ausführen lässt, C._____ sei im Frühjahr 2019 erneut in ei-

ne depressive Verstimmung gefallen, habe sich nicht wohlgefühlt und ihre Motiva-

tion verloren und sei tageweise vom Schulunterricht ferngeblieben. Damit hat es 

sein Bewenden.  

3.2. Weiter bringt die Gesuchstellerin vor, die Vorinstanz gehe in Erwägung II.2.6 

des angefochtenen Entscheides unter Berücksichtigung der gesamten Umstände 

und Abklärungen davon aus, dass der Gesuchsgegner einstweilen besser in der 

Lage sei, auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen und - nicht näher substanti-

ierte - dringend notwendige Massnahmen in die Wege zu leiten. Diese für den  

vorinstanzlichen Entscheid offenbar wesentliche Annahme sei nicht nachvollzieh-

bar, ja schlicht willkürlich. Die Vorinstanz führe mit keinem Wort aus, welche drin-

gend notwendigen Massnahmen durch die Parteien in die Wege geleitet werden 

sollten (Urk. 1 Rz. 1.1.5 f.).  

Zwar trifft es zu, dass die dringend notwendigen Massnahmen in Erwägung 6 des 

angefochtenen Entscheides (Urk. 2) nicht ausdrücklich aufgeführt wurden. Es liegt 

indessen auf der Hand, was die Vorinstanz damit meinte. Gilt es nämlich, wie sich 

insbesondere auch aus dem Abklärungsbericht des kjz J._____ vom 19. Novem-

ber 2019 (Urk. 7/8/5/12 S. 6 f.) ergibt, für die unter der schwierigen familiären Ge-

samtsituation leidenden Töchter ein stabiles und unterstützendes Umfeld zu 

schaffen, damit sie sich besser auf ihre eigenen Bedürfnisse und ihre Zukunft 

konzentrieren können. Dies insbesondere auch durch eine Zusammenarbeit der 

Parteien mit den involvierten Fachpersonen. Eine Bereitschaft hierzu und seine 

konkreten Überlegungen hinsichtlich einer Verbesserung der Situation der Töch-

ter signalisierte der Gesuchsgegner anlässlich der vorinstanzlichen Verhandlung 

- 21 - 

vom 24. Februar 2020 deutlich. So führte er aus, er habe C._____ in der Psychi-

atrie angemeldet, da er mit der Psychologin K._____ den Ursachen der Panikat-

tacken von C._____ habe auf den Grund gehen wollen (Prot. I S. 29). So könne 

C._____ keine Fachmittelschule machen. Er habe mit C._____ auch die Privat-

schule M._____ besichtigt. Sodann habe er mit der Beiständin H._____ bespro-

chen, dass ein neuer Psychiater gefunden werden soll. Sie habe ihm N._____ 

empfohlen. Es mache Sinn, den Therapeuten zu wechseln, damit man den Ängs-

ten auf den Grund gehen könne (Prot. I S. 29 f.). Weiter führte der Gesuchsgeg-

ner aus, er werde mit C._____ sprechen, wenn sie eine Panikattacke habe. Er sei 

auch an den Elternabenden gewesen, die Gesuchstellerin habe nicht mitkommen 

wollen. Er versuche, C._____ zu beruhigen und ihr Beispiele zu geben. Er sei 

auch zu Beratungen für Privatschulen gegangen. C._____ vermisse Harmonie 

und Liebe. Was die Situation nach den Sommerferien anbelange, sei es extrem 

schwierig. C._____ habe alles abgelehnt, was mit dem Beruf zu tun habe, auch 

heute noch. Er habe ihr verschiedene Sachen gezeigt. C._____ habe kreative 

Fähigkeiten. Er habe ihr Wege aufgezeigt. Es sei so schwierig, weil sie kein Ziel 

habe. Sie sage immer, dass sie sich nicht konzentrieren könne, dass sie sehr 

müde sei. Sie könne nicht lesen, weil sie sich nicht konzentrieren könne. Er habe 

ihr vorgeschlagen, dass sie auf der französischen Seite etwas machen würden. 

Es gäbe anscheinend auch Motivationssemester (Prot. I S. 31). Weiter gab der 

Gesuchsgegner an, er habe mit der Beiständin gesprochen und wäre mit einer 

Familienbegleitung einverstanden. Eine Familienbegleitung sehe die Situation von 

aussen und er von innen. Dann könnten sich die Töchter auch mit der Familien-

begleitung austauschen. Es wäre Teamwork (Prot. I S. 32 f.). Demgegenüber 

sucht man in den Ausführungen der Gesuchstellerin anlässlich der vorinstanzli-

chen Verhandlung vom 24. Februar 2020 vergeblich nach konstruktiven Lösungs-

vorschlägen für eine Verbesserung der Situation von C._____. So gab sie bloss 

zu Protokoll, C._____ habe sie bezüglich der Therapie wie auch bezüglich der 

von ihr initiierten Berufsberatung auf die Zeit nach der Trennung vertröstet (Prot. I 

S. 24 f.). Die Gesuchstellerin beanstandete sodann das zu forsche Vorgehen und 

die mangelnde Information durch die Beiständin H._____ (Prot. I S. 26). Auf die 

Frage der Vorderrichterin, ob sie sich in der Lage fühle, inskünftig wirklich adä-

- 22 - 

quat zu handeln, gab die Gesuchstellerin folgende, sehr allgemein gehaltene 

Antwort; "ja natürlich, wenn wir nicht mehr zusammen sind, habe ich weniger 

Druck. Dann gibt es nur noch mich und die Kinder und ich habe mehr Kraft. Wir 

schaffen es leider nicht unter einem Dach. Getrennt ist es ganz etwas anderes. 

Ich habe es bis jetzt geschafft, die Kinder zu erziehen" (Prot. I S. 27 f.). Augenfäl-

lig ist in diesem Zusammenhang zudem, dass die Gesuchstellerin anlässlich der 

vorinstanzlichen Verhandlung vom 24. Februar 2020 zwar ihre Bereitschaft signa-

lisierte, nach gewissen anfänglichen Schwierigkeiten inskünftig mit der Beiständin 

H._____ zusammenzuarbeiten (Prot. I S. 26). Demgegenüber liess sie aber be-

reits in der zwei Wochen später verfassten Berufungsschrift vom 11. März 2020 

die Fachkompetenz und die Unvoreingenommenheit der Beiständin in Frage stel-

len und deren Auswechslung verlangen (Urk. 1 Rz. 5.4 ff.). Der aufgrund der vor-

instanzlichen Ausführungen der Parteien entstehende Eindruck deckt sich sodann 

mit den Beurteilungen durch die involvierten Fachpersonen. So führte die Bei-

ständin H._____ am 25. Februar 2020 gegenüber der Vorderrichterin aus, wäh-

rend die Mutter nicht zwischen ihren eigenen Gefühlen und Bedürfnissen und der-

jenigen der Kinder unterscheiden könne, sei der Vater in der Lage, zwischen sei-

nen und den Gefühlen der Kinder zu unterscheiden, und er erkenne die Not der 

Kinder. Aus ihrer Sicht sei nach all den Gesprächen der Vater weniger in seiner 

Sichtweise gefangen (Urk. 7/16 S. 2). Auch die Psychologin K._____ beschreibt 

hinsichtlich der Beziehung vom Kindsvater zu den Töchtern, dass seine Versu-

che, den Kontakt zu den Töchtern herzustellen und die Verantwortung zu über-

nehmen, sichtbar seien (Urk. 7/8/5/12 S. 5). Auch im Abklärungsbericht des kjz 

J._____ vom 19. November 2019 wird schliesslich im Ergebnis eine Obhutszutei-

lung an den Gesuchsgegner empfohlen (Urk. 7/8/5/12 S. 7). 

3.3. Nach dem Gesagten erweisen sich die Vorbringen in der Berufung hinsicht-

lich der Obhutszuteilung als unbegründet. Vor diesem Hintergrund kann offen 

bleiben, ob auf den (Eventual-) Berufungsantrag Ziffer 5.1 der Gesuchstellerin be-

treffend Obhut überhaupt einzutreten wäre, da dieser nach dem Wortlaut nicht als 

vorsorgliche Massnahme ("für die Dauer des Verfahrens"), sondern als Antrag in 

der Hauptsache ("für die Dauer des Getrenntlebens") gestellt wurde (vgl. Urk. 1 

S. 2). 

- 23 - 

B) Persönlicher Verkehr / Zuteilung der ehelichen Wohnung 

Für den Fall, dass die vorinstanzliche Obhutszuteilung bestätigt wird, hat die Ge-

suchstellerin keine Eventualanträge hinsichtlich der Regelung des persönlichen 

Verkehrs sowie der Zuteilung der ehelichen Wohnung gestellt (vgl. Urk. 1 S. 2 ff.). 

Es bleibt daher bei der - sachgerechten - Regelung der Vorinstanz.  

C) Ergebnis 

Die Berufung ist abzuweisen, soweit auf sie einzutreten ist, und die angefochtene 

Verfügung vom 27. Februar 2020 ist zu bestätigen.  

IV. 

1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von § 12 

Abs. 1 und 2 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 und § 6 Abs. 2 lit. b GebV OG auf 

Fr. 1'200.– festzusetzen und ausgangsgemäss der Gesuchstellerin aufzuerlegen 

(Art. 106 Abs. 1 ZPO). Für das Berufungsverfahren sind keine Parteientschädi-

gungen zuzusprechen; der Gesuchstellerin infolge ihres Unterliegens (Art. 106 

Abs. 1 ZPO), dem Gesuchsgegner mangels Aufwendungen.  

2. Die Gesuchstellerin ersucht um Verpflichtung des Gesuchsgegners zur Leis-

tung eines Prozesskostenbeitrages von Fr. 3'000.–, eventualiter um Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege für das Berufungsverfahren (Urk. 1 S. 6, 30 ff.). 

Diese Anträge sind jedoch zufolge Aussichtslosigkeit der Berufung (vgl. vorste-

hende Erwägungen) abzuweisen (Art. 117 lit. b ZPO; vgl. OGer ZH LY170026 

vom 23.03.2018, E. IV.2.2).  

Es wird beschlossen: 

1. Das Gesuch der Gesuchstellerin um Zusprechung eines Prozesskostenbei-

trages von Fr. 3'000.– für das Berufungsverfahren wird abgewiesen.  

2. Das Gesuch der Gesuchstellerin um unentgeltliche Rechtspflege für das Be-

rufungsverfahren wird abgewiesen. 

- 24 - 

3. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem  

Erkenntnis.  

Es wird erkannt: 

1. Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird, und die Ver-

fügung des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht 

Dielsdorf vom 27. Februar 2020 wird bestätigt.  

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'200.– festgesetzt. 

3. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Gesuch-

stellerin auferlegt. 

4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.  

5. Schriftliche Mitteilung an 

− die Gesuchstellerin, 
− den Gesuchsgegner, unter Beilage der Doppel von Urk. 1, 4 und 5/26, 
− E._____, … [Adresse], unter Beilage der Doppel von Urk. 1, 4 und 

5/26, 
− die Beiständin H._____, kjz J._____, … [Adresse],  
− die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde des Bezirks Dielsdorf, 

Postfach 9, 8157 Dielsdorf,  
− die Vorinstanz, 
je gegen Empfangsschein.  

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

- 25 - 

Dies ist ein Entscheid über vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG. 

Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit.  

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 
 
Zürich, 25. Mai 2020 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. N.A. Gerber 
 
versandt am: 
sf 

	Beschluss und Urteil vom 25. Mai 2020
	Anträge betreffend vorsorgliche Massnahmen:
	des Gesuchsgegners (Urk. 7/8/1 S. 2 f.):
	Verfügung des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Dielsdorf vom 27. Februar 2020: (Urk 7/22/1 = Urk. 2)
	1. Die gemeinsamen Töchter, C._____, geb. am tt.mm.2003 und D._____, geb. am tt.mm.2009, werden für die Dauer des vorliegenden Verfahrens unter die Obhut des Gesuchsgegners gestellt.
	2. Die eheliche Wohnung an der F._____-strasse … in G._____ samt Hausrat, Mobiliar und Auto (BMW 318i Touring) wird für die Dauer des vorliegenden Verfahrens dem Gesuchsgegner zur alleinigen Benützung zugewiesen.
	3. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, die eheliche Wohnung an der F._____-strasse … in G._____ bis spätestens 10. März 2020 zu verlassen und die Wohnungsschlüssel anschliessend auf erstes Verlangen dem Gesuchsgegner abzugeben.
	4. In Anbetracht des Alters der gemeinsamen Tochter C._____ wird auf eine Regelung des Besuchsrechts verzichtet.
	5. Die Gesuchstellerin ist berechtigt und wird verpflichtet, D._____ wie folgt auf eigene Kosten zu betreuen:
	- jedes zweite Wochenende ab Samstagmorgen, 10.00 Uhr, bis Sonntagabend, 18.00 Uhr;
	Für den Fall, dass die Gesuchstellerin lediglich ein einzelnes Zimmer mietet:
	- jeder zweite Samstag und Sonntag, jeweils von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr.
	6. Die bereits bestehenden Beistandschaften für C._____ und D._____ nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB werden fortgeführt. Es wird für D._____ zusätzlich eine Besuchsrechtsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB errichtet. Es ist dem Besuchsrechtsbeistand...
	7. Mit der Errichtung der Besuchsrechtsbeistandschaft im Sinne der vorstehenden Ziff. 6 wird die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) des Bezirks Dielsdorf beauftragt.
	8. (Mitteilungssatz)
	9./10. (Rechtsmittelbelehrung)
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.
	1. Die Vorinstanz stellte die beiden Töchter der Parteien als vorsorgliche Mass-nahme für die Dauer des Eheschutzverfahrens unter die Obhut des Gesuchsgegners (Urk. 2, Dispositiv-Ziffer 1). Sie begründete die Notwendigkeit und Dringlichkeit einer vors...

	IV.
	Es wird beschlossen:
	1. Das Gesuch der Gesuchstellerin um Zusprechung eines Prozesskostenbeitrages von Fr. 3'000.– für das Berufungsverfahren wird abgewiesen.
	2. Das Gesuch der Gesuchstellerin um unentgeltliche Rechtspflege für das Berufungsverfahren wird abgewiesen.
	3. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem  Erkenntnis.
	Es wird erkannt:
	1. Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird, und die Verfügung des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Dielsdorf vom 27. Februar 2020 wird bestätigt.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'200.– festgesetzt.
	3. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Gesuchstellerin auferlegt.
	4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an
	 die Gesuchstellerin,
	 den Gesuchsgegner, unter Beilage der Doppel von Urk. 1, 4 und 5/26,
	 E._____, … [Adresse], unter Beilage der Doppel von Urk. 1, 4 und 5/26,
	 die Beiständin H._____, kjz J._____, … [Adresse],
	 die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde des Bezirks Dielsdorf, Postfach 9, 8157 Dielsdorf,
	 die Vorinstanz,
	je gegen Empfangsschein.

	4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...