# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9b596c92-a990-5ad9-94fd-d69f855b8bf1
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-05
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 05.02.2025 SB230615
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230615_2025-02-05.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SB230615-O/U/bs

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. S. Volken, Präsident, Oberrichter lic. iur. 

M. Langmeier und Ersatzoberrichter lic. iur. T. Engler sowie der 

Gerichtsschreiber MLaw J. Stegmann

Urteil vom 5. Februar 2025

in Sachen

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,
Anklägerin und I. Berufungsklägerin

sowie

A._____,
Privatkläger und II. Berufungskläger

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur., LL.M. X._____,

gegen

B._____,
Beschuldigter und Berufungsbeklagter sowie Anschlussberufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y1._____,

betreffend Raub etc. und Widerruf

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung,
vom 27. September 2023 (DG230107)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 15. Juni 2023 

(Urk. D1/14) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 59 S. 84 ff.)

"Es wird erkannt:

1. Das Verfahren betreffend Sachbeschädigung und geringfügigen Diebstahl zum Nachteil der 

Privatklägerin C._____ AG (Dossier 3) wird eingestellt.

2. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig

 der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB,

 des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB,

 der Drohung im Sinne von Art. 180 StGB,

 der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB,

 der üblen Nachrede im Sinne von Art. 173 Ziff. 1 StGB,

 des geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Abs. 1 StGB in Verbindung mit 

Art. 172ter Abs. 1 StGB.

3. Der Beschuldigte wird freigesprochen von den Vorwürfen

 des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB,

 des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB,

 der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB im Zusammenhang mit 

Dossier 6,

 der geringfügigen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB in Verbin-

dung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB im Zusammenhang mit Dossier 6,

 des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Abs. 1 StGB im Zusammenhang mit Dossier 1,

 der Verletzung des Schriftgeheimnisses im Sinne von Art. 179 Abs. 1 StGB im Zu-

sammenhang mit Dossier 1.

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4. Vom Widerruf des mit Entscheid der Jugendanwaltschaft Limmattal/Albis vom 18. Mai 2021 

für den Freiheitsentzug von 70 Tagen angeordneten bedingten Vollzugs wird abgesehen. 

Der Beschuldigte wird diesbezüglich verwarnt.

5. Der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 12. April 2022 für die 

Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je Fr. 30.– angeordnete bedingte Vollzug wird wider-

rufen.

6. Der Beschuldigte wird bestraft mit 8 Monaten Freiheitsstrafe sowie unter Einbezug der 

widerrufenen Geldstrafe mit einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu Fr. 30.– als Ge-
samtstrafe, wovon 43 Tage durch Haft erstanden sind, und mit einer Busse von Fr. 50.–.

7. Die Geldstrafe wird vollzogen.

8. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben. Die Probezeit wird auf vier Jahre an-

gesetzt.

9. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an 

deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 1 Tag.

10. Von der Anordnung einer Landesverweisung wird abgesehen.

11. Auf das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin C._____ AG wird nicht eingetreten.

12. Die Privatklägerin D._____ wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivil-

prozesses verwiesen.

13. Der Privatkläger A._____ wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivil-

prozesses verwiesen.

14. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin E._____ wird abgewiesen.

15. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger F._____ Fr. 1'500.– zuzüglich 5 % Zins 

ab 15. April 2022 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Genugtuungsbegehren abgewiesen.

16. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 15. Juni 2023 be-

schlagnahmten Gegenstände werden dem Privatkläger A._____ nach Eintritt der Rechts-

kraft dieses Urteils auf erstes Verlangen herausgegeben oder nach unbenutztem Ablauf ei-

ner dreimonatigen Frist der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung (z.B. Vernich-

tung) überlassen:

- Shirt (Asservat-Nr. A017'101'369),

-   4   -

- Herrenhose (Asservat-Nr. A017'101'370).

17. Das vom Beschuldigten erstellte DNA-Profil wird nicht vernichtet.

18. Rechtsanwalt Dr. iur. Y1._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidiger des 

Beschuldigten mit pauschal Fr. 26'500.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) vorab aus der Ge-

richtskasse entschädigt.

19. Der unentgeltliche Rechtsbeistand des Privatklägers A._____, Rechtsanwalt lic. iur. 

X._____, wird mit pauschal Fr. 7'500.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) aus der Gerichts-

kasse entschädigt.

20. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 5'100.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 2'500.–   Gebühr für das Vorverfahren

Fr. 231.60   Auslagen (Ärztliche Befunde)

Fr. 1'200.–   Entscheidgebühr Obergericht III. StrK.; G. Nr. UB230035-O

Fr. 511.10   Entschäd. amtl. Verteid. RA lic. iur. Y2._____ 

Fr. 7'500.–   Entschäd. URB des Privatklägers A._____

Fr. 26'500.–   Entschäd. amtl. Verteid. RA Dr. iur. Y1._____
  
Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

21. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen 

der amtlichen Verteidigung und des unentgeltlichen Rechtsbeistands des Privatklägers 

A._____, werden dem Beschuldigten zur Hälfte auferlegt.

22. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden vorerst auf die Gerichtskasse genommen; 

vorbehalten bleibt eine Nachforderung beim Beschuldigten im Umfang der Hälfte gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO.

23. Die Kosten des unentgeltlichen Rechtsbeistands des Privatklägers A._____ werden definitiv 

auf die Gerichtskasse genommen.

24. [Mitteilungen]

25. [Rechtsmittel]"

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Berufungsanträge:

a) Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 89; vgl. Urk. 60 und Prot. II S. 6 ff.)

1. Es seien die vorinstanzlichen Schuldsprüche gemäss Dispositiv 
Ziff. 2 zu bestätigen.

2. Der Beschuldigte sei zusätzlich

 des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB

 des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB

 der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB

 sowie der geringfügigen Sachbeschädigung im Sinne von 
Art. 144 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB

im Zusammenhang mit Dossier 6 schuldig zu sprechen (Dispositiv 
Ziff. 3 al. 1 bis 4).

3. Der mit Entscheid der Jugendanwaltschaft Limmattal/Albis vom 
18. Mai 2021 für einen Freiheitsentzug von 70 Tagen gewährte be-
dingte Vollzug sei zu widerrufen (Dispositiv Ziff. 4).

4. Es sei der Widerruf des bedingten Vollzugs für eine Geldstrafe von 
80 Tagessätzen zu Fr. 30.– gemäss Strafbefehl der Staatsanwalt-
schaft I des Kantons Zürich vom 12. April 2022 zu bestätigen 
(Dispositiv Ziff. 5).

5. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten, als 
teilweise Zusatzstrafe zu den Urteilen der Jugendanwaltschaft Lim-
mattal/Albis vom 18. Mai 2021 und der Staatsanwaltschaft I für den 
Kanton Zürich vom 12. April 2022, sowie, unter Einbezug der wi-
derrufenen Geldstrafe, mit einer Geldstrafe von 110 Tagessätzen 
zu Fr. 30.– als Gesamtgeldstrafe sowie einer Busse von Fr. 400.– 
zu bestrafen (Dispositiv Ziff. 6).

6. Es sei der unbedingte Vollzug der Geldstrafe zu bestätigen (Dispo-
sitiv Ziff. 7).

7. Die Freiheitsstrafe sei zu vollziehen (Dispositiv Ziff. 8).
8. Die Busse sei zu bezahlen. Bei schuldhafter Nichtbezahlung sei 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen anzuordnen (Dispositiv 
Ziff. 9).

9. Der Beschuldigte sei für 5 Jahre des Landes zu verweisen (Dispo-
sitiv Ziff. 10).

10. Es sei über die Zivilansprüche des Privatklägers A._____ zu ent-
scheiden (Dispositiv Ziff. 13).

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11. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Hauptver-
fahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung und 
des unentgeltlichen Rechtsbeistandes des Privatklägers A._____, 
seien dem Beschuldigten vollumfänglich aufzuerlegen (Dispositiv 
Ziff. 21).

12. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien vorerst auf die Ge-
richtskasse zu nehmen, unter Vorbehalt einer vollumfänglichen 
Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO (Dispositiv Ziff. 22).

13. Es sei das Urteil im Übrigen zu bestätigen (Dispositiv Ziff. 1, 11, 12, 
14-20 und 22 ff.).

b) Des Privatklägers 5 (A._____):

(Urk. 90; vgl. auch Urk. 62 und Prot. II S. 6 ff.)

1. Der Beschuldigte sei betreffend das Dossier 6 gemäss der An-
klageschrift vom 15. Juni 2023 schuldig zu sprechen und ange-
messen zu bestrafen;

2. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, den Privatkläger 5 einen 
Schadenersatz in der Höhe von Fr. 2'800.– sowie eine Genugtuung 
von Fr. 6'000.– zu bezahlen, jeweils zzgl. 5 % Zins seit dem 20. Fe-
bruar 2023;

3. Es sei zudem vorzumerken, dass die spätere Geltendmachung von 
Schadenersatzforderungen ausdrücklich vorbehalten bleibt;

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen – gemäss den beiden 
eingereichten Honorarnoten von heute – zulasten des Beschuldig-
ten.

c) Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 91; vgl. auch Urk. 71 und Prot. II S. 6 ff.)

1. Es sei die Berufung der I. Berufungsklägerin abzuweisen soweit 
darauf einzutreten ist.

2. Es sei die Berufung des II. Berufungsklägers abzuweisen soweit 
darauf einzutreten ist.

3. In Abänderung von Dispositiv-Ziff. 2 sowie Dispositiv-Ziff. 3 sei der 
Beschuldigte B._____ von der einfachen Körperverletzung im 
Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB vollständig von Schuld und 
Strafe freizusprechen.

4. In Abänderung von Dispositiv-Ziff. 2 sowie Dispositiv-Ziff. 3 sei der 
Beschuldigte B._____ von der Drohung im Sinne von Art. 180 
StGB vollständig von Schuld und Strafe freizusprechen.

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5. In Abänderung von Dispositiv-Ziff. 6 sei der Beschuldigte mit einer 
Freiheitsstrafe von eineinhalb Monaten sowie unter Einbezug der 
widerrufenen Geldstrafe mit einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen 
zu Fr. 30.– als Gesamtstrafe, wovon 43 Tage durch Haft erstanden 
sind, und mit einer Busse von Fr. 50.– zu bestrafen.

6. In Abänderung von Dispositiv-Ziff. 8 sei der Vollzug der Freiheits-
strafe aufzuschieben und die Probezeit auf zwei Jahre anzusetzen.

7. In Abänderung von Dispositiv-Ziff. 15 sei das Genugtuungsbegeh-
ren des Privatklägers 4 (F._____) abzuweisen, eventualiter auf den 
Zivilweg zu verweisen.

8. In Abänderung von Dispositiv-Ziff. 21 seien die Kosten der Unter-
suchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen die-
jenigen der amtlichen Verteidigung und des unentgeltlichen 
Rechtsbeistands des Privatklägers 5 (A._____), dem 
Beschuldigten zu einem Viertel aufzuerlegen.

9. In Abänderung von Dispositiv-Ziff. 22 seien die Kosten der amtli-
chen Verteidigung vorerst auf die Gerichtskasse zu nehmen und 
eine vorbehaltliche Nachforderung beim Beschuldigten gemäss 
Art. 135 Abs. 4 StPO auf einen Viertel zu beschränken.

10. Die Zivilforderungen des Privatklägers 5 seien abzuweisen bzw. 
auf den Weg des Zivilprozesses zu verweisen.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zu Lasten 
der I. Berufungsklägerin ev. des II. Berufungsklägers.

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Erwägungen:

I.  Verfahrensgang und Prozessuales

1. Verfahrensgang

1.1. Mit Eingabe vom 15. Juni 2023 erhob die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl 

gegen B._____ beim Bezirksgericht Zürich Anklage (Urk. D1/14). Der Verfahrens-

gang bis zum vorinstanzlichen Urteil ergibt sich aus dem Entscheid vom 27. Sep-

tember 2023 (Urk. 59 E. I/1 S. 7).

1.2. Das vorstehend wiedergegebene Urteil vom 27. September 2023 wurde den 

Parteien gleichentags mündlich eröffnet (Urk. 45; Prot. I S. 42 ff.). Die Staats-

anwaltschaft meldete mit Eingabe vom 2. Oktober 2023 und der Privatkläger 

A._____ (nachfolgend: Privatkläger 5) mit Eingabe vom 5. Oktober 2023 innert Frist 

Berufung an (Urk. 47; Urk. 48).

1.3. Nach Zustellung des begründeten Urteils (Urk. 50 = Urk. 59 [vgl. auch 

Urk. 53/1-5]; Urk. 56/1-2 [vgl. auch Urk. 57/1-4]) liess der Privatkläger 5 mit Ein-

gabe vom 12. Dezember 2023 fristgerecht seine Berufungserklärung einreichen 

(Urk. 62). Mit Eingabe vom 18. Dezember 2023 reichte die Staatsanwaltschaft 

– ebenfalls fristgerecht – ihre Berufungserklärung ein (Urk. 60).

1.4. Mit Präsidialverfügung vom 4. Januar 2024 wurde dem Beschuldigten, der 

Staatsanwaltschaft sowie der Privatklägerschaft ein Doppel der Berufungser-

klärungen der Staatsanwaltschaft sowie des Privatklägers 5 zugestellt und Frist 

angesetzt, um gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder ein Nichtein-

treten auf die Berufung zu beantragen. Überdies wurde dem Beschuldigten sowie 

den Privatklägern 1-4 Frist angesetzt, um zum mit den Berufungserklärungen 

gleichlautend gestellten Beweisantrag – auf Einvernahme von Frau G._____ 

(nachfolgend: Zeugin G._____) anlässlich der Berufungsverhandlung als Zeugin – 

der Staatsanwaltschaft und des Privatklägers 5 Stellung zu nehmen. Gleichzeitig 

wurde der Beschuldigte unter Hinweis auf sein Aussageverweigerungsrecht 

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aufgefordert, ein Datenerfassungsblatt auszufüllen und seine finanziellen 

Verhältnisse darzulegen (Urk. 65).

1.5. Mit Eingabe vom 9. Januar 2024 erklärte die Staatsanwaltschaft Verzicht auf 

Erklärung der Anschlussberufung bei gleichzeitigem Festhalten an der eigenen 

Hauptberufung (Urk. 67). Mit Eingabe vom 29. Januar 2024 beantragte die 

Verteidigung das Nichteintreten auf die Berufungen der Staatsanwaltschaft und des 

Privatklägers 5. Überdies beantragte die Verteidigung – sofern das Gericht auf die 

Berufungen eintrete – die Abweisung der (gleichlautenden) Beweisanträge der 

Staatsanwaltschaft sowie des Privatklägers 5. Als Eventualantrag erklärte die Ver-

teidigung Anschlussberufung (Urk. 68). Mit Verfügung vom 12. Februar 2024 wurde 

auf die Berufungen der Staatsanwaltschaft und des Privatklägers 5 eingetreten und 

der Beweisantrag auf Einvernahme von Frau G._____ als Zeugin gutgeheissen. 

Dem Beschuldigten wurde zudem eine Frist angesetzt, um die Anschlussberufung 

zu verdeutlichen (Urk. 69). Mit Eingabe vom 4. März 2024 liess der Beschuldigte 

sodann Anschlussberufung erklären (Urk. 71).

1.6. Am 17. Oktober 2024 wurde zur Berufungsverhandlung auf den 5. Februar 

2025 vorgeladen (Urk. 72; vgl. auch Urk. 74-76). Sowohl der Privatkläger 5 als 

auch der Beschuldigte wurden auf deren Ersuchen hin von der Teilnahme an der 

Berufungsverhandlung dispensiert (Urk. 82 und 83). Zur Berufungsverhandlung 

erschienen der amtliche Verteidiger des Beschuldigten (Rechtsanwalt Dr. iur. 

Y1._____), der Leitende Staatsanwalt (lic. iur. H._____), der Rechtsvertreter des 

Privatklägers 5 (Rechtsanwalt lic. iur. LL.M. X._____) sowie die Zeugin G._____. 

Vorfragen waren keine zu entscheiden und abgesehen von der Einvernahme der 

Zeugin G._____ waren auch keine weiteren Beweise abzunehmen (Prot. II S. 9 f.).

Das Verfahren ist spruchreif.

2. Umfang der Berufung

2.1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung 

aufschiebende Wirkung. Die Rechtskraft des angefochtenen Urteils wird somit im 

Umfang der Berufungsanträge gehemmt, während die von der Berufung nicht 

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erfassten Punkte in Rechtskraft erwachsen (vgl. BSK StPO-EUGSTER, Art. 402 

N 1 f.).

2.2. Die Staatsanwaltschaft hat die Berufung in ihrer Berufungserklärung auf den 

Freispruch bezüglich Raub, Angriff, Beschimpfung sowie geringfügige Sachbe-

schädigung im Zusammenhang mit Dossier 6 (Dispositivziffer 3, Spiegelstrich 1-4), 

den Verzicht auf den Widerruf des mit Entscheids der Jugendanwaltschaft Limmat-

tal/Albis angeordneten bedingten Vollzugs für einen Freiheitsentzug von 70 Tagen 

(Dispositivziffer 4), die Bemessung der Strafe (Dispositivziffer 6 und 9), den 

(bedingten) Vollzug der Freiheitsstrafe (Dispositivziffer 8), den Verzicht auf die 

Anordnung der Landesverweisung (Dispositivziffer 10) sowie den Entscheid über 

die Kostenauflage (Dispositivziffer 21 bis 23) beschränkt (Urk. 60 S. 2).

Der Privatkläger 5 liess die Berufung in seiner Berufungserklärung auf die 

Dispositivziffern 2 bis 10 (ohne die Dispositivziffern 5 und 7) betreffend den Frei-

spruch in Zusammenhang mit dem Dossier 6, die Zivilforderung des Privatklägers 5 

(Dispositivziffer 13) sowie die Kostenauflage (Dispositivziffer 21) beschränken 

(Urk. 62 S. 1 f.).

Der Beschuldigte liess seine Anschlussberufung auf den Schuldspruch bezüglich 

einfache Körperverletzung sowie Drohung (Dispositivziffer 2, Spiegelstrich 1 und 3 

[bezüglich Dossier 2 und 4), die Sanktion (Dispositivziffer 6), die Festsetzung der 

Probezeit hinsichtlich der Freiheitsstrafe (Dispositivziffer 8), die Zusprache von 

Genugtuung an den Privatkläger F._____ (nachfolgend: Privatkläger 4 

[Dispositivziffer 15]) sowie die Kostenauflage (Dispositivziffern 21 und 22) be-

schränken (Urk. 71 S. 2).

2.3. Somit ist im Berufungsverfahren Dispositivziffer 2 (Spiegelstrich 1 und 3), 

Dispositivziffer 3 (Spiegelstrich 1-4), Dispositivziffer 4, Dispositivziffer 6, Dispositiv-

ziffer 8-10, Dispositivziffer 13, Dispositivziffer 15 sowie Dispositivziffern 21-23 

explizit angefochten (damit haben auch die Dispositivziffern 5 und 7 als mit-

angefochten zu gelten), während die anderen Dispositivziffern des vorinstanzlichen 

Urteils unangefochten blieben. Der Eintritt der Rechtskraft dieser Anordnungen ist 

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vorab festzustellen (Art. 399 Abs. 3 StPO in Verbindung mit Art. 402 und 437 StPO 

sowie Art. 404 StPO).

2.4. In den übrigen Punkten steht der angefochtene Entscheid grundsätzlich zur 

Disposition. In den angefochtenen Punkten überprüft das Berufungsgericht das 

erstinstanzliche Urteil umfassend (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO).

3. Anwendbares Recht

3.1. Per 1. Januar 2024 ist die revidierte StPO in Kraft getreten. Gemäss Art. 448 

Abs. 1 StPO werden Verfahren, die bei Inkrafttreten dieses Gesetzes hängig sind, 

nach neuem Recht fortgeführt, soweit die nachfolgenden Bestimmungen nichts an-

deres vorsehen. Verfahrenshandlungen, die vor Inkrafttreten dieses Gesetzes an-

geordnet oder durchgeführt worden sind, behalten ihre Gültigkeit (Art. 448 Abs. 2 

StPO). Ist ein Entscheid vor Inkrafttreten dieses Gesetzes gefällt worden, so wer-

den Rechtsmittel dagegen nach bisherigem Recht, von den bisher zuständigen Be-

hörden, beurteilt (Art. 453 Abs. 1 StPO). Das Verfahren richtet sich folglich nach 

bisherigem Recht.

3.2. Laut Anklageschrift soll der Beschuldigte die ihm vorgeworfenen Delikte am 

8. November 2021 (Dossier 1), am 15. April 2022 (Dossier 2), am 7. Juli 2022 

(Dossier 4), am 7. Juli 2022 (Dossier 5) und am 20. Februar 2023 (Dossier 6) 

begangen haben. Per 1. Juli 2023 wurde das Bundesgesetz vom 17. Dezember 

2021 über die Harmonisierung der Strafrahmen (AS 2023 259) in Kraft gesetzt. Die 

revidierten Bestimmungen des Strafgesetzbuches kommen auch auf Straftaten zur 

Anwendung, die vor ihrem Inkrafttreten begangen wurden, aber erst nachher beur-

teilt werden, sofern das neue Recht das mildere ist (Art. 2 Abs. 2 StGB).

Im Rahmen der seit 1. Juli 2023 geltenden Harmonisierung der Strafrahmen hat 

sich hinsichtlich der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB eine 

Änderung in Bezug auf Ziff. 1 Abs. 2 ergeben. Das alte Recht sah in aArt. 123 Ziff. 1 

Abs. 2 StGB eine privilegierte Form für leichte Fälle vor. Als leichter Fall einer ein-

fachen Körperverletzung sind Angriffe auf die körperliche Integrität zu verstehen, 

die in der untersten Bandbreite des Grundtatbestandes liegen (BSK StGB-

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ROTH/BERKEMEIER, Art. 123 N 8). Vorliegend ist aufgrund des Vorgehens des Be-

schuldigten – wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird (vgl. nachfolgend E. II/2) – 

und der erlittenen Verletzungen des Privatklägers 4 indessen nicht von einem leich-

ten Fall auszugehen. Im Übrigen sind das alte Recht (aArt. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB) 

und das neue Recht (Art. 123 Ziff. 1 StGB) im Wortlaut gleichlautend, weswegen 

sich die Gesetzesänderung für den Beschuldigten nicht milder auswirkt und das 

alte Recht anzuwenden ist (in Bezug auf Dossier 2).

Keine (Gesetzes-)Änderungen ergaben sich hinsichtlich der weiteren hier zu beur-

teilenden Straftatbestände (Dossier 1-2 und 4-6).

4. Formelles

4.1. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten 

Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, erfolgt dies in 

Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, ohne dass dies explizit Erwähnung findet.

4.2. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 3 Abs. 2 

lit. c StPO) folgt die Pflicht des Gerichts, seinen Entscheid zu begründen. Die 

Begründung muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich 

das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt. Es darf sich 

aber auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken und muss sich nicht 

ausdrücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand 

auseinandersetzen und diese widerlegen. Es kann sich mithin auf die für den 

Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Ebenso wenig lässt sich Art. 6 Ziff. 1 

EMRK in der Weise auslegen, dass eine detaillierte Antwort auf jedes Argument 

gefordert würde (BGE 146 IV 297 E. 2.2.7; 143 III 65 E. 5.2; 141 IV 249 E. 1.3.1; 

Urteil des Bundesgerichts 6B_689/2019 vom 25. Oktober 2019 E. 1.5.2, mit 

Hinweisen).

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II.  Sachverhalt und rechtliche Würdigung

1. Grundsätze der Sachverhaltserstellung und Beweiswürdigung, Glaubwürdig-
keit und Motivlage

1.1. Die Vorinstanz legte die massgebenden Grundsätze der Sachverhaltserstel-

lung sowie die Beweiswürdigungsregeln (Urk. 59 E. II/A/1-3 S. 9 f.) zutreffend dar. 

Ergänzt werden kann zum Indizienbeweis noch das Folgende: Der Indizienbeweis 

ist dem direkten Beweis gleichgestellt, wobei die Gesamtheit der einzelnen Indi-

zien, deren "Mosaik", zu würdigen ist. Da ein Indiz immer nur mit einer gewissen 

Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweist, lässt es, einzeln be-

trachtet, die Möglichkeit des Andersseins offen, enthält es daher auch den Zweifel. 

Es ist jedoch zulässig, aus der Gesamtheit der verschiedenen Indizien, welche je 

für sich allein betrachtet nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine be-

stimmte Tatsache oder Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offen lassen, auf 

den vollen rechtsgenügenden Beweis von Tat und/oder Täter zu schliessen. Der 

Indizienprozess als solcher verletzt weder die Unschuldsvermutung noch die aus 

ihr abgeleiteten Teilrechte. Der Grundsatz "in dubio pro reo" findet auf das ein-

zelne Indiz keine Anwendung (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.4; BGer 6B_360/2016 vom 

1. Juni 2017 E. 2.4, nicht publ. in BGE 143 IV 361; BGer 6B_605/2016 vom 

15. September 2016 E. 2.8 und 6B_1021/2016 vom 20. September 2017 E. 4.1; je 

mit Hinweisen). Er entfaltet seine Wirkung bei der Beweiswürdigung als Ganzes. 

Massgebend ist nicht eine isolierte Betrachtung der einzelnen Beweise, sondern 

deren gesamthafte Würdigung (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.4; BGer 6B_90/2019 vom 

7. August 2019 E. 4.3; 6B_699/2018 vom 7. Februar 2019 E. 2.3.2; ZK StPO-

WOHLERS, Art. 10 N 27; zum Ganzen vgl. auch KRUMMENACHER, Der Entscheid-

(find)ungsprozess des Strafrichters, in: "Justice - Justiz - Giustizia" 2023/4).

1.2. Zur Glaubwürdigkeit hob die Vorinstanz hervor, dass der Beschuldigte nicht 

der Wahrheitspflicht bzw. der Strafandrohung von Art. 307 StGB unterliege. Als 

vom Verfahren direkt Betroffener habe er "ein – durchaus legitimes – Interesse 

daran, sich selbst nicht zu belasten bzw. die Geschehnisse in einem für ihn güns-

tigen Licht darzustellen". Weiter erwog die Vorinstanz, dass konkrete Anhalts-

punkte, welche die Glaubwürdigkeit des Beschuldigten massgeblich erschüttern 

-   14   -

würden, vorliegend jedoch nicht ersichtlich seien (Urk. 59 E. II/B/2.4 S. 13 [mit 

mehreren Verweisen auf diese Passage, wobei hier lediglich E. II/C/5 S. 19, 

E. II/D/3.4 S. 25 und E. II/F/4.1.1 S. 48 relevant bzw. noch zu beurteilen sind). Und 

hinsichtlich des Privatklägers 5 erwähnte die Vorinstanz unter anderem die an ihn 

bei den Einvernahmen ergangene Strafandrohung (Folgen einer falschen 

Anschuldigung und Irreführung der Rechtspflege bzw. Begünstigung im Sinne von 

Art. 303–305 StGB) sowie den Umstand, dass er gegenüber dem Beschuldigten 

eine Zivilklage geltend machen lasse, wodurch er ein finanzielles Interesse am 

Strafverfahren offenbare (vgl. Urk. 59 E. II/F/4.1.2 S. 48-49).

Zur Unterscheidung von wahren und erfundenen Aussagen ist die prozessuale 

Stellung ein untaugliches Kriterium – mit Blick auf den Beschuldigten, weil eine un-

schuldige Person dasselbe Interesse hat; oder es ist ein Zirkelschluss, indem von 

vornherein – tendenziell zumindest – von der Schuld des Beschuldigten ausgegan-

gen wird. Ausserdem ist das Recht tangiert, sich nicht selbst belasten zu müssen 

(Art. 113 Abs. 1 StPO). Die prozessuale Stellung einer Partei vermag für die Sach-

verhaltserstellung nie etwas beizutragen, weder im positiven noch im negativen 

Sinne (vgl. Urteile der erkennenden Kammer SB180079-O/U vom 18. Oktober 

2018 E. II/3.1 S. 9 und SB230003-O/U vom 20. November 2023 E. II/3.4.2; 

BGE 147 IV 409 E. 5.4.3). Richtig erwog die Vorinstanz somit, dass dem Beschul-

digten und dem Privatkläger 5 grundsätzlich Glaubwürdigkeit zu attestieren sei und 

die Überzeugungskraft der Aussagen selbst, deren Glaubhaftigkeit, im Vordergrund 

stehe. Hierbei kann allenfalls die Motivlage eine Rolle spielen – wie von der 

Vorinstanz mit Bezug auf den Privatkläger 5 zutreffend abgehandelt (Urk. 59 

E. II/F/4.1.2 S. 48 f.) –, die prozessuale Stellung aber nicht.

2. Einfache Körperverletzung (Dossier 2)

2.1. Verfahrensgegenstand bezüglich Dossier 2 bildet der nachstehend umris-

sene Tatvorwurf (Urk. D1/14 S. 6): Der Beschuldigte habe am Freitag, 15. April 

2022, ca. 21.34 Uhr, in der Wohnung seiner Mutter in I._____, dem Freund seiner 

Mutter (dem Privatkläger 4) nach einem kurzen verbalen Streit mindestens zweimal 

stark mit der Faust gegen den Mund geschlagen. Als sich der Privatkläger 4 etwas 

nach hinten, weg vom Beschuldigten, begeben habe, habe der Beschuldigten den 

-   15   -

Privatkläger 4 mehrmals von vorne mit der Faust gegen den Kopf (im Bereich 

Mund/Nase/Kinn) in Form von kombinierten Schlagabfolgen ("Combos") geschla-

gen. Daraufhin habe der Privatkläger 4 sich zu schützen versucht, indem er sich 

umgedreht habe, woraufhin der Beschuldigte den Privatkläger 4 nochmals ca. 

neun- bis zehnmal mit der Faust gegen den Hinterkopf und Nacken geschlagen 

habe. Ausserdem habe der Beschuldigte den Privatkläger 4 mehrfach gegen 

dessen Gesäss gekickt. Durch die Schläge des Beschuldigten habe der Privat-

kläger 4 rechts am Hinterkopf, seitlich am Kopf über dem Ohr und links im Gesicht 

im seitlichen Wangenbereich geringfügige Schürfwunden, Rötungen und Häma-

tome erlitten. Im Mundbereich habe der Privatkläger 4 dadurch eine Rissquetsch-

wunde und Wurzelfraktur der beiden oberen Schneidezähne erlitten, welche er 

schliesslich verloren habe. Dies habe der Beschuldigte mit seinem Tun bezweckt, 

eventualiter zumindest billigend in Kauf genommen.

2.2. Insoweit die Vorinstanz betreffend den Tatbestand der einfachen Körperver-

letzung (Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB; Dossier 2) erwog, dass es sich diesbezüglich 

um ein Offizialdelikt handle, welches von Amtes wegen verfolgt werde (Urk. 59 

E. I/3 S. 8), ist sie zu korrigieren. Bei der einfachen Körperverletzung gemäss 

Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB handelt es sich um ein Antragsdelikt. Der nötige Straf-

antrag wurde jedoch auch in Bezug auf das Dossier 2 form- und fristgerecht gestellt 

(Urk. D2/2/1).

2.3. Die Vorinstanz hat die massgeblichen Beweismittel, namentlich die Aus-

sagen des Beschuldigten (Urk. D1/3/1-2; Prot. I S. 25 ff.), den Polizeirapport der 

Kantonspolizei Zürich (Urk. D2/1/1 [inkl. Nachtragsrapport, D2/1/2]), den ärztlichen 

Befund von Dr. med. dent. J._____ (Urk. D2/5/4), die Aussagen des Privatklägers 4 

(Urk. D2/3/1) sowie die Aussagen der Auskunftsperson K._____ ([Mutter des 

Beschuldigten] Urk. D2/4/1) genannt, worauf zur Vermeidung von Wiederholungen 

verwiesen werden kann (Urk. 59 E. II/C/3 S. 17).

Die vorhandenen Beweismittel sind grundsätzlich uneingeschränkt verwertbar. Be-

treffend die Einvernahmen des Privatklägers 4 sowie der Auskunftsperson K._____ 

muss indessen – mit der Vorinstanz (Urk. 59 E. II/C/3 S. 17 f.) – festgehalten wer-

den, dass diesbezüglich einzig je eine polizeiliche Einvernahme stattfand, ohne 

-   16   -

spätere Wahrung des Konfrontationsanspruchs des Beschuldigten. Letztlich kann 

die Frage der Verwertbarkeit der genannten Einvernahme jedoch offen gelassen 

werden, da sich der Sachverhalt – wie nachfolgend zu zeigen sein wird und mit der 

Vorinstanz (vgl. Urk. 59 E. II/C/6 S. 19 f.) – aufgrund der (weitgehenden) Anerken-

nung des Beschuldigten (und auch ohne die hier zur Frage stehenden Einvernah-

men des Privatklägers 4 sowie der Auskunftsperson K._____) erstellen lässt (vgl. 

zur Frage der Verwertbarkeit aber auch nachfolgend E. II/3.3; vgl. auch Urk. 91 

S. 5).

2.4. Die Vorinstanz erachtete den Anklagesachverhalt gestützt auf die mass-

geblichen Beweismittel im Wesentlichen als erstellt. Sie hielt dazu fest, dass sich 

das in der Anklageschrift umschriebene Verletzungsbild des Privatklägers 4 aus 

dem ärztlichen Befund von Dr. med. dent. J._____ ergebe und sich der übrige 

Anklagesachverhalt – mit der Einschränkung, dass der Beschuldigte dem Privat-

kläger 4 zwei frontale Faustschläge ins Gesicht und, als sich der Privatkläger 4 

umgedreht habe, ca. vier weitere Schläge mit der Faust gegen den Hinterkopf 

verpasst habe – mit dem Geständnis des Beschuldigten erstellen lasse (Urk. 59 

E. II/C/4-6 S. 18 ff.). Es kann festgehalten werden, dass den von der Vorinstanz 

aus dem Beweismaterial gezogenen Schlüssen zur Sachverhaltserstellung vollum-

fänglich zu folgen ist, weshalb zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen darauf 

zu verweisen ist (vgl. Urk. 59 E. II/C/4-6 S. 18-20; zu diesem Schluss kam auch die 

Verteidigung anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung [Ukr. 44 S. 19 ff., 

wobei diese hinsichtlich der Schläge gegen den Hinterkopf sogar von "höchstens" 

zehn Schlägen ausging]; so auch heute [Urk. 91 S. 5 ff.]).

2.5. Rechtliche Würdigung

2.5.1. Die ausführliche rechtliche Würdigung der Vorinstanz (Urk. 59 E. II/C/7 

S. 20-23) ist in allen Teilen zutreffend, worauf vorab vollumfänglich zu verweisen 

ist. So sah auch die Verteidigung anlässlich der Hauptverhandlung sowohl den ob-

jektiven als auch den subjektiven Tatbestand der einfachen Körperverletzung als 

(durch den Beschuldigten) erfüllt an (Urk. 44 S. 22; so auch heute [Urk. 91 S. 5 ff.]).

-   17   -

2.5.2. Wie vor Vorinstanz machte die Verteidigung jedoch auch heute (rechtferti-

gende) Notwehr des Beschuldigten im Sinne von Art. 15 StGB, eventualiter Putativ-

notwehr im Sinne von Art. 15 StGB i.V.m. Art. 13 Abs. 1 StGB bzw. (für die Schläge 

gegen den Hinterkopf) einen (entschuldbaren) Notwehrexzess im Sinne von Art. 16 

Abs. 2 StGB geltend (Urk. 44 S. 22 ff.; so auch heute in Urk. 91 S. 5 ff.). Die Ver-

teidigung führte aus, dass zwischen dem Beschuldigten und dem Privatkläger 4 

eine heftige verbale Auseinandersetzung stattgefunden habe. Der Privatkläger 4 

habe beabsichtigt, den Beschuldigten – unter Anwendung physischen Zwangs – 

aus der Wohnung (der Mutter des Beschuldigten) zu werfen. Der Privatkläger 4 sei 

diesbezüglich geständig gewesen, den Beschuldigten am Arm angefasst zu haben; 

er habe den Beschuldigten wegzerren wollen, was diesem auch wehgetan habe. 

Damit habe der Privatkläger 4 gezeigt, dass er den Beschuldigten physisch aus der 

Wohnung habe werfen wollen. Der Beschuldigte selber habe angegeben, dass der 

Privatkläger 4 gar zum Schlag angesetzt habe. Erstellt sei damit, dass der Privat-

kläger 4 den Beschuldigten mindestens grob am Arm gepackt habe sowie – auf-

grund seines Auftretens und seiner vorherigen Androhung, ihn aus der Wohnung 

zu werfen – eine gewisse Gewaltbereitschaft gezeigt habe, wobei der Beschuldig-

ten den Umständen entsprechend auch davon habe ausgehen dürfen, dass der 

Privatkläger 4 ihn möglicherweise schlagen würde (Urk. 44 S. 21 und S. 22-25; vgl. 

auch Urk. 91 S. 5 ff.). Der Beschuldigte habe nachvollziehbare Angst vor dem ihm 

körperlich überlegenen Privatkläger 4 gehabt, insbesondere vor dessen alkoholi-

sierten Zustand (1.3 Promille). Der Privatkläger 4 habe sein aggressives Auftreten 

auch bei der Polizei offenbart. Überdies habe der Beschuldigte die Situation nicht 

herbeigeführt, sondern lediglich (auf das Verhalten des Privatklägers 4) reagiert. 

Die reine Möglichkeit des Weggehens habe keinen Einfluss darauf, ob eine Not-

wehrsituation bestehe oder nicht. Aus den Aussagen des Beschuldigten, dass er 

einfach hätte weggehen können, könne nicht geschlossen werden, dass sich der 

Beschuldigte nicht vom Privatkläger 4 bedroht gefühlt habe. Mit Blick auf diese eine 

konkrete Aussage des Beschuldigten sei anzuführen, dass dieser während der ge-

samten Einvernahme nicht immer zuverlässig bzw. stellenweise und insbesondere 

dann, wenn es um sein Verhältnis zum Privatkläger 4 gegangen sei, "angeberisch" 

gewirkt habe, mithin seine Fassade habe wahren müssen und keine Schwäche 

-   18   -

gegenüber dem Privatkläger 4 habe offenbaren können. Es bestünden überdies 

keinerlei Hinweise darauf, dass der Beschuldigte dem Privatkläger 4 einen Denk-

zettel habe verpassen wollen, wie von der Vorinstanz angenommen. Insgesamt 

habe die Vorinstanz die Umstände der Tat des Beschuldigten unzureichend oder 

gar nicht berücksichtigt (Urk. 91 S. 5 ff.).

Der Beschuldigte stellte sich in der polizeilichen Einvernahme auf den Standpunkt, 

dass seine Mutter zu ihm gesagt habe, dass er eine Stunde nach Hause – zum 

Essen und Duschen – kommen könne. Er habe gegessen und habe noch eine 

halbe Stunde im Zimmer "hängen" wollen. Dann sei der Privatkläger 4 gekommen, 

welcher voll besoffen gewesen sei, und habe zu ihm gesagt, dass er gehen solle. 

Er habe dies abgelehnt und gesagt, dass er erst gehe, wie es ihm seine Mutter 

gesagt habe. Der Privatkläger 4 sei dann ausgerastet und er (der Beschuldigte) 

habe ihn (den Privatkläger 4) geschlagen. Er habe schon immer ein schlechtes Ver-

hältnis zum Privatkläger 4 und schon oft verbalen Streit mit ihm gehabt. Der Privat-

kläger 4 sei voll ausgerastet und habe ihn richtig laut angeschrien. Der 

Privatkläger 4 sei voll zu gewesen und er (der Beschuldigte) habe es witzig genom-

men und ihn ausgelacht. Der Privatkläger 4 wohne nicht einmal da und habe ihm 

nichts zu sagen. Der Privatkläger 4 habe zu ihm gesagt, dass wenn er nicht raus-

gehe, dann werde er ihn zum Rausgehen bewegen. Der Privatkläger 4 habe An-

stalten auf Gewalt gemacht, dieser habe ihn schlagen wollen. Er (der Beschuldigte) 

sei dann ausgewichen und habe ihm eine "Links-Rechts, bam-bam" gegeben 

(Urk. D1/3/1 F/A 9 ff.). Auf Frage, wie der Privatkläger 4 ihn zu schlagen versucht 

habe, erklärte der Beschuldigte: "Wie soll ich sagen. Er ist ein 100-Kilo-fetter, ein 

besoffener Fettsack. Einfach so komisch." (Urk. D1/3/1 F/A 18). Der verbale Streit 

vor dem Fight habe ungefähr 20 Minuten gedauert. Er (der Beschuldigte) sei zuerst 

im Gang herumgelaufen und dann in sein Zimmer gegangen. Er habe zum Privat-

kläger 4 "Leck meine Eier" gesagt. Seine Mutter habe dem Privatkläger 4 den Mund 

zugehalten, weil sie gemerkt habe, dass er (der Beschuldigte) es nicht mehr lange 

aushalten würde. Der Privatkläger 4 habe nicht damit gerechnet, dass er ihn tat-

sächlich schlagen könnte. Der Privatkläger 4 sei auch voll geschockt gewesen, als 

er (der Beschuldigte) ihn geschlagen habe. Auf die Frage, wie er auf den aufgezo-

genen Arm des Privatklägers 4 reagiert habe, erklärte der Beschuldigte, dass er mit 

-   19   -

einem Schritt zurück ausgewichen sei. Er erklärte weiter, dass er schon einfach 

hätte weggehen können und es sein lassen können, er sei aber so ausgerastet, 

weil der Privatkläger 4 es probiert habe. Er habe ihm einfach zwei reindrücken 

müssen. Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme erklärte der Be-

schuldigte, dass der Privatkläger 4 der Grund sei, weshalb er nicht zu Hause (bei 

seiner Mutter) sein dürfe, der Privatkläger 4 habe seine Mutter voll im Griff. Der 

Privatkläger 4 habe seine Mutter schon so weit überredet, dass er obdachlos sei. 

Er habe eh schon einen Hass auf den Privatkläger 4 gehabt. Der Privatkläger 4 

habe zu ihm gesagt, dass wenn er (der Beschuldigte) nicht gehe, dann würde er 

(der Privatkläger 4) ihm zum Gehen bewegen. Dann habe er zum Privatkläger 4 

gesagt: "Fass mich einmal an, dann erlebst du etwas, so etwas hast du noch nie 

gesehen.". Der Privatkläger 4 habe vor seiner Mutter eins auf "Rambo" gemacht 

und habe ihm eins (einen Schlag) geben wollen. Er sei ein bisschen zurückgegan-

gen und habe dem Privatkläger 4 eine links und eine rechts gegeben. Auf die 

Frage, wie der Privatkläger 4 ihn zu schlagen versucht habe, erklärte der Beschul-

digte, dass dieser einfach besoffen gewesen sei und probiert habe, einen "Schwin-

ger" mit der Faust zu machen (Urk. D1/3/2 F/A 25 ff.). Anlässlich der erstinstanz-

lichen Hauptverhandlung erklärte der Beschuldigte, dass der Privatkläger 4 den 

Kampf begonnen habe und er (der Beschuldigte) sich nur gewehrt habe. Der 

Privatkläger 4 habe ihn schon sehr oft verbal angeschrien. An diesem Abend sei er 

betrunken gewesen und hätte ihn das erste Mal tätlich angreifen wollen. Auf Frage, 

ob es nicht gereicht hätte, sich verbal zu wehren, verneinte dies der Beschuldigte 

mit der Begründung, dass der Privatkläger 4 ihn zu schlagen probiert hätte. Er er-

klärte weiter, dass es zwar gereicht hätte, wenn er einmal zugeschlagen hätte. Er 

sei dann aber ein bisschen ausgerastet, da der Privatkläger 4 sich überhaupt ge-

traut habe, ihn anzufassen. Aus diesem Grund habe er ihm weitere drei Schläge 

verpasst, was er nicht hätte tun sollen (Prot. I S. 25).

Auch hinsichtlich der Notwehr, der Putativnotwehr bzw. des Notwehrexzesses kann 

vorab auf die zutreffenden rechtlichen Ausführungen sowie die entsprechende 

Würdigung der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 59 E. II/C/7.3 S. 21-23). Ledig-

lich rekapitulierend bzw. teilweise ergänzend kann noch das Nachfolgende ange-

fügt werden:

-   20   -

Wird jemand ohne Recht angegriffen oder unmittelbar mit einem Angriff bedroht, 

so ist der Angegriffene und jeder andere berechtigt, den Angriff in einer den Um-

ständen angemessenen Weise abzuwehren (Art. 15 StGB). Notwehr ist ein Recht-

fertigungsgrund. Eingriffe in die Rechtsgüter eines Angreifers sind straflos, sofern 

folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

Erstens muss eine Notwehrlage gegeben sein. Diese besteht aus einem rechtswid-

rigen Angriff durch menschliches Handeln auf ein rechtlich geschütztes Gut. Der 

Angriff muss im Gange sein oder unmittelbar bevorstehen. Dies ist der Fall, wenn 

Anzeichen einer Gefahr vorhanden sind, die eine Verteidigung nahelegen, insbe-

sondere dann, wenn es bei weiterem Zuwarten für eine Verteidigung zu spät sein 

könnte (Urteil des Bundesgerichts 6B_269/2023 vom 30. Juni 2023 E. 2.1). Solche 

Anzeichen liegen namentlich vor, wenn der Angreifer eine drohende Haltung ein-

nimmt, sich zum Kampf vorbereitet oder Bewegungen macht, die in diesem Sinne 

gedeutet werden können. Abwehr ist zulässig, sobald mit einem Angriff ernstlich zu 

rechnen ist und jedes weitere Zuwarten die Verteidigungschance gefährdet (Urteile 

des Bundesgerichts 6B_402/2022 vom 24. April 2023 E. 2.2; 6B_303/2018 vom 

2. November 2018 E. 2.3).

Zweitens muss die Abwehr gegen den Angreifer gerichtet sein und nach der 

Gesamtheit der Umstände als verhältnismässig erscheinen. Eine Rolle spielen vor 

allem die Schwere des Angriffs, die durch den Angriff und die Abwehr bedrohten 

Rechtsgüter, die Art des Abwehrmittels und dessen tatsächliche Verwendung. Bei 

der Verwendung von gefährlichen Gegenständen zur Abwehr (Messer, Schuss-

waffen etc.) ist besondere Zurückhaltung geboten, da deren Einsatz stets die 

Gefahr schwerer oder gar tödlicher Verletzungen mit sich bringt (Urteile des 

Bundesgerichts 6B_269/2023 vom 30. Juni 2023 E. 2.1; 6B_402/2022 vom 

24. April 2023 E. 2.2).

Die Aussagen des Beschuldigten zum vom Privatkläger 4 gegen ihn erfolgten – an-

geblichen – Angriff überzeugen nicht. Den Aussagen des Beschuldigten zu seiner 

Reaktion zum – von ihm geltend gemachten – aufgezogenen Arm des Privatklä-

gers 4 ("Ich wich mit einem Schritt zurück aus. Ich hätte schon einfach weggehen 

können und es sein lassen, aber ich bin so ausgerastet, weil er es probiert hatte. 

-   21   -

Ich musste ihm einfach zwei reindrücken." [Urk. D1/3/1 F/A 21]) ist bereits zu ent-

nehmen, dass er das – von ihm geltend gemachte – Gebaren des Privatklägers 4 

nicht als eigentlichen Angriff wahrnahm und sich ohne Weiteres bzw. ohne Gefahr 

– und ohne einen ihm drohenden Angriff des Privatklägers 4 – aus der Wohnung 

hätte begeben können. Der Beschuldigte rechnete nicht mit einem ernstlichen An-

griff des Privatklägers 4, bei Zuwarten wären seine Verteidigungschancen somit 

auch nicht gefährdet gewesen, weshalb seine Schläge nicht als Abwehr zu werten 

sind. Davon zeugen auch die Aussagen des Beschuldigten zum von ihm seitens 

des Privatklägers 4 geltend gemachten Schlages ("Wie soll ich sagen. Er ist ein 

100-Kilo-fetter, ein besoffener Fettsack. Einfach so komisch." [Urk. D1/3/1 F/A 18]; 

"Er war einfach besoffen und probierte so einen "Schwinger" zu machen." 

[Urk. D1/3/2 F/A 29]). Den Aussagen des Beschuldigten ist vielmehr zu entnehmen, 

dass er sich erbost und gereizt über das bestimmte Auftreten des Privatklägers 4 

zeigte, welcher ihn zum Verlassen der Wohnung (der Mutter des Beschuldigten) 

bewegen wollte, und gewaltsam dagegen aufbegehrte. Anders können die Aussa-

gen des Beschuldigten ("[…]. Er war schockiert nach meinem Schlag. Bis jetzt habe 

ich seine Figgerei immer über mich ergehen lassen. Ich hatte ihn die ganze Zeit 

ausgelacht. Ich fand es easy lustig. […]"; Urk. 3/1 F/A 27) nicht interpretiert werden, 

da sich bereits aus diesen ergibt, dass er sich vom Privatkläger 4 nicht im Sinne 

eines (drohenden) Angriffs bedroht fühlte (vgl. dazu auch Urk. D1/3/2 F/A 25, 29 f.). 

Auch die Aussagen des Beschuldigen, welchen darauf abzielen, den Privatkläger 4 

als Schwächling, minderwertig oder schwerbetrunken abzutun (Urk. D1/3/1 F/A 12: 

"Er war voll zu. Ich nahm es witzig und lachte ihn aus. […]. Er ist voll der Lutscher. 

[…]"; F/A 18: "[…] Er ist ein 100-Kilo-fetter, ein besoffener Fettsack. […]"; F/A 30: 

"[…] Er ist wirklich eine Susi, […]"; F/A 31: "[…] Er war so besoffen. Er war am 

Lallen. Er wusste nicht mehr, was er sagte. Wie ein englischer Fussballfan." [vgl. 

auch Urk. D1/3/2 F/A 25, 29, 39, 43]) sind dahingehend zu werten, als dass der 

Beschuldigte keineswegs mit einem Angriff des Privatklägers 4 rechnete, sondern 

als Reaktion auf die – vom dazu aus Sicht des Beschuldigten nicht legitimierten 

und von ihm nicht akzeptierten Privatklägers 4 – ausgesprochene Wegweisung aus 

der Wohnung mehrere Schläge gegen den Kopf des Privatklägers 4 richtete. Dies 

wird auch durch die Aussagen des Beschuldigten, in welchen er den Privatkläger 4 

-   22   -

als Grund für seine Obdachlosigkeit verortete und seinen vorbestehenden Hass 

gegenüber diesem beleuchte, offenbart (vgl. Urk. D1/3/2 F/A 25). An dieser Ein-

schätzung vermögen sodann auch die Ausführungen der Verteidigung anlässlich 

der Berufungsverhandlung nichts zu ändern. Wenn diese ausführt, dass aufgrund 

der Umstände der Tat – der Beschuldigte habe nachvollziehbare Angst vor dem 

ihm körperlich überlegenen und alkoholisierten (und dadurch aggressiven) Privat-

kläger 4 gehabt, dann findet dies keine Stütze in den Aussagen des Beschuldigten. 

Auch dass die – angeblich – zulasten des Beschuldigten ausfallenden Kräftever-

hältnisse zur Bedrohungslage des Beschuldigten beigetragen hätten, ergibt sich 

keineswegs aus den Aussagen des Beschuldigten (daran vermag auch der Ver-

merk in Urk. D2/1/2 S. 3 nichts zu ändern). Und auch der Ausgang dieses körperli-

chen Übergriffs für den Privatkläger 4 mit erheblichen Verletzungen spricht eine 

klar andere Sprache. Vor diesem Hintergrund sind auch die Aussagen des Beschul-

digten – wie von der Verteidigung weiter vorgebracht – nicht als "angeberisch" zu 

werten. Demzufolge war es keineswegs so, dass ein rechtswidriger Angriff gegen 

den Beschuldigten im Gange gewesen wäre oder unmittelbar bevorgestanden 

hätte. Vielmehr erscheinen die Schläge des Beschuldigten als Vergeltung bzw. 

recht eigentliche "Abreibung" und mithin selbst als Angriff. Es lag somit keine Not-

wehrlage des Beschuldigten vor.

Auch kann sich der Beschuldigten nicht auf die Bestimmungen der entschuldbaren 

Notwehr im Sinne von Art. 16 Abs. 1 und 2 StGB berufen, da für diese Bestimmun-

gen ebenfalls eine Notwehrlage des Beschuldigten vorgelegen haben müsste, was 

mit Verweis auf die vorstehenden Erwägungen klar verneint werden muss. Auch ist 

mit gleichen Verweis nicht davon auszugehen, dass der Beschuldigte irrtümlich von 

einem Angriff (des Privatklägers 4) ausgegangen ist (und dabei gegebenenfalls die 

Grenzen der Notwehr überschritten hätte; im Sinne der Putativnotwehr bzw. eines 

Putativnotwehrexzesses).

2.6. Fazit (Dossier 2)

Der Beschuldigte ist somit hinsichtlich des Dossiers 2 – mangels Vorliegens von 

Rechtfertigungs- und/oder Schuldausschlussgründen – der einfachen Körper-

-   23   -

verletzung im Sinne von im Sinne von Art. 123 aZiff. 1 Abs. 1 StGB schuldig zu 

sprechen.

3. Drohung (Dossier 4)

3.1. Verfahrensgegenstand bezüglich Dossier 4 bildet – sofern im vorliegenden 

Verfahren noch angefochten (vgl. vorstehend E. I/2.2-2.3 sowie nachfolgend 

E. II/3.2) – der nachstehend umrissene Tatvorwurf (Urk. D1/14 S. 7 f.): Am 7. Juli 

2022 habe der Beschuldigte – von einem unbekannten Ort aus – von seinem 

Mobiltelefon per Textnachricht auf "Telegram" an die sich in Zürich befindliche Ge-

schädigte L._____ (nachfolgend: Geschädigte L._____) "ich nimm dich usenander 

morn" geschrieben, was diese in Sorge um ihr körperliches Wohl versetzt habe.

3.2. Hinsichtlich des Dossiers 4 waren im erstinstanzlichen Verfahren noch 

Sachverhalte bezüglich Beschimpfung und üble Nachrede zum Nachteil der Ge-

schädigten L._____ Verfahrensgegenstand. Die diesbezüglichen Schuldsprüche 

der Vorinstanz wurden von der Verteidigung mit ihrer Anschlussberufung nicht an-

gefochten (vgl. vorstehend E. I/2.2-2.3), weshalb sich weitere Ausführungen zu 

diesen Anklagekomplexen des Dossiers 4 erübrigen.

3.3. Die Vorinstanz hat die massgeblichen Beweismittel, namentlich die Aussa-

gen des Beschuldigten (Urk. D1/3/2; Prot. I S. 26 f.), den Polizeirapport der Stadt-

polizei Zürich (Urk. D4/1/1 [inkl. Fotodokumentation zum Polizeirapport, D4/1/2]) 

sowie die Aussagen der Geschädigten L._____ (Urk. D4/3/1) genannt, worauf zur 

Vermeidung von Wiederholungen verwiesen werden kann (Urk. 59 E. II/D/3 

S. 24 f.).

Die vorhandenen Beweismittel sind grundsätzlich uneingeschränkt verwertbar. 

Betreffend die Einvernahmen der Geschädigten L._____ muss – mit der Vorinstanz 

(Urk. 59 E. II/D/3.2 S. 25) – wiederum festgehalten werden, dass diesbezüglich 

einzig eine polizeiliche Einvernahme stattfand, ohne spätere Wahrung des 

Konfrontationsanspruchs des Beschuldigten. Eine belastende Zeugenaussage ist 

grundsätzlich nur verwertbar, wenn die beschuldigte Person wenigstens einmal 

während des Verfahrens angemessene und hinreichende Gelegenheit hatte, das 

-   24   -

Zeugnis in Zweifel zu ziehen und Fragen an den Belastungszeugen zu stellen. Auf 

das Konfrontationsrecht kann vorgängig oder auch im Nachhinein ausdrücklich 

oder stillschweigend verzichtet werden, wobei der Verzicht des Beschuldigten auch 

von seinem Verteidiger ausgehen kann. Die beschuldigte Person kann den Be-

hörden grundsätzlich nicht vorwerfen, gewisse Zeugen zwecks Konfrontation nicht 

vorgeladen zu haben, wenn sie es unterlässt, rechtzeitig (d.h. spätestens im 

Berufungsverfahren) und formgerecht entsprechende Anträge zu stellen (vgl. 

anstatt vieler die Urteile des Bundesgerichts 6B_1110/2023 vom 23. Mai 2024 

E. 3.3.5; 7B_259/2022 vom 8. April 2024 E. 2; 7B_253/2022 vom 8. Februar 2024 

E. 2.3.5; je mit Hinweisen). Entscheidend ist nämlich, dass es sich beim Konfron-

tationsrecht um ein Mitwirkungsrecht der beschuldigten Person handelt. Dessen 

Ziel ist die Wahrung der Waffengleichheit und die Gewährung eines fairen 

Verfahrens (BGE 131 I 476 E. 2.2, mit Hinweis). Nicht eigentlicher Sinn und Zweck 

des Konfrontationsrechts ist es dagegen, der beschuldigten Person bei unter-

lassener Konfrontation die Entfernung eines womöglich belastenden Beweismittels 

aus den Akten zu ermöglichen. Ob die beschuldigte Person das Recht auf 

Konfrontation effektiv wahrnehmen will, steht ihr demnach frei (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 7B_253/2022 vom 8. Februar 2024 E. 2.3.5, mit weiteren Hin-

weisen).

Nachdem im gesamten Verfahren und bis heute kein Beweisantrag auf (erneute) 

Befragung der Geschädigten L._____ gestellt wurde und die Verteidigung selber 

auf die Aussagen der Geschädigten L._____ in ihrem Plädoyer abstellte (vgl. 

Urk. 91 S. 13 ff.; und nachdem der Verteidigung die entsprechende Rechtspre-

chung bekannt zu sein scheint [vgl. Prot. I S. 11] und vorliegend somit bewusst kein 

entsprechender Antrag gestellt wurde), ist von einem impliziten Verzicht des Be-

schuldigten auf Ausübung des Konfrontationsrechts auszugehen, was zur Folge 

hat, dass die polizeiliche Einvernahme der Geschädigten L._____ (Urk. D4/3/1) un-

eingeschränkt verwertbar ist.

3.4. Die Vorinstanz erachtete den Anklagesachverhalt gestützt auf die 

massgeblichen Beweismittel – mithin insbesondere aufgrund des Geständnisses 

des Beschuldigten (Urk. D1/3/2 F/A 57 ff.; Prot. I S. 26 f.) und der Fotodoku-

-   25   -

mentation zu den Textnachrichten des Beschuldigten an die Geschädigte L._____ 

(Urk. D4/1/2) – als erstellt. Das Geständnis des Beschuldigten ist glaubhaft und 

deckt sich mit dem übrigen Untersuchungsergebnis. Und auch die Verteidigung 

stimmte dieser Würdigung zu (Urk. 44 S. 28; vgl. dazu auch Urk. 91 S. 13 ff.). Er-

gänzt werden kann, dass die Textnachricht "ich nimm dich usenander morn" die 

Geschädigte L._____ in Sorge um ihr körperliches Wohl versetzte. Davon zeugen 

die Aussagen der Geschädigten L._____, dass es sie nervös mache, sie nicht ein-

schätzen könne, was er (der Beschuldigte) machen werde, sie würde es (das Wahr-

machen des Angedrohten) ihm schon zutrauen und es würde in ihr schon auch 

Angst auslösen (Urk. D4/3/1 F/A15). Eindrücklich schilderte die Geschädigte 

L._____ – angesprochen darauf, wo sie an diesem Abend sein werde – weiter, dass 

sie mit einer Kollegin abgemacht habe und bei dieser schlafen werde. Die vergan-

gene Nacht habe sie extrem schlecht geschlafen. Sie wolle nicht jedes Mal, wenn 

sie den Lift höre, das Gefühl haben, dass es der Beschuldigte sei (Urk. D4/3/1 

F/A 21). Der Sachverhalt ist somit – mit der Vorinstanz (Urk. 59 E. II/D/3.5-3.6 

S. 26) – rechtsgenügend nachgewiesen, weshalb sich weitere Ausführungen hierzu 

erübrigen.

3.5. Rechtliche Würdigung

3.5.1. Die Vorinstanz hat hinsichtlich der hier zu beurteilenden Drohung den Tatbe-

stand von Art. 180 Abs. 1 StGB erfüllt gesehen. Dabei hat sie die entsprechenden 

rechtlichen Voraussetzungen richtig zusammengefasst (Urk. 59 E. II/D/4.1.1 sowie 

4.2.1 S. 46/47 S. 27 und 29). Herauszustreichen ist zum konkreten Fall namentlich, 

dass unwesentlich ist, ob der Drohende seine Drohung ernst meint. Sie muss aber 

als ernstgemeint in Erscheinung treten (BGE 105 IV 120 E. 2a; 122 IV 322 E. 1a) 

und als Taterfolg den Geschädigten tatsächlich in Angst und Schrecken versetzen, 

was sich im Verlust des Sicherheitsgefühls des Bedrohten niederschlägt (PK StGB-

TRECHSEL/MONA, Art. 180 N 3 m.w.H.; BSK StGB-DELNON/RÜDY, Art. 180 N 10; 

BGE 141 IV 1). Subjektiv muss der Täter mindestens in Kauf nehmen, dass das 

Opfer durch die fraglichen Äusserungen oder Handlungen in Angst und Schrecken 

-   26   -

versetzt bzw. seines Sicherheitsgefühls verlustig geht (PK StGB-TRECHSEL/MONA 

2021, Art. 180 N 4 m.w.H.; BSK StGB-DELNON/RÜDY 2019, Art. 180 N 33).

3.5.2. Die ausführliche rechtliche Würdigung der Vorinstanz (Urk. 59 E. II/D/4 

S. 27-29) ist in allen Teilen zutreffend, worauf zur Vermeidung unnötiger Wieder-

holungen vorab verwiesen werden kann. Hinsichtlich der Drohung ist mit der Vor-

instanz (Urk. 59 E. II/D/4 S. 27-29; und entgegen der Ansicht der Verteidigung 

[Urk. 44 S. 29 ff. und Urk. 91 S. 13 ff.]) nochmals festzuhalten, dass der Beschul-

digte mit seiner Textnachricht "Ich nimm dich usenander morn" der Geschädigten 

L._____ offenkundig einen schweren Nachteil, nämlich körperliche Gewalt, in Aus-

sicht stellte. Es ist deshalb ohne Weiteres nachzuvollziehen, wenn die Geschädigte 

L._____ sagt, es mache sie nervös, sie könne nicht einschätzen, was er (der Be-

schuldigte) machen werde, sie würde es (das Wahrmachen des Angedrohten) ihm 

schon zutrauen und es würde in ihr schon auch Angst auslösen (Urk. D4/3/1 

F/A15). Auch der Umstand, dass die Geschädigte L._____ in der Nacht nach der 

polizeilichen Einvernahme nicht bei sich zu Hause übernachten wollte, aus Angst 

vor dem Beschuldigten, ist so zu werten, dass die Geschädigte L._____ durch die 

Nachricht des Beschuldigten in Angst und Schrecken versetzt wurde (a.M. die Ver-

teidigung in Urk. 91 S. 15 f.). Wie eingangs gesehen, reicht das zur Erfüllung des 

Tatbestands; die Geschädigte L._____ beschreibt denn damit auch klar einen Ver-

lust ihres Sicherheitsgefühls. Dem Einwand der Verteidigung, dass die hier zur Dis-

kussion stehende Textnachricht nicht kausal für die mögliche Angst der Geschä-

digten L._____ gewesen sei (Urk. 44 S. 30; Urk. 91 S. 13 ff.), ist nicht zu folgen. 

Die Geschädigte L._____ erklärte anlässlich ihrer Einvernahme denn auch, dass 

die Drohungen mehrheitlich via M._____ zu ihr gekommen seien (Urk. D4/3/1 

F/A 14). Damit erklärt sie im Umkehrschluss jedoch auch, dass sie auch anderwei-

tig – nämlich durch die hier zur Diskussion stehende Textnachricht (vgl. dazu auch 

Urk. D4/3/1 F/A 8: "Aber er droht in ganz verschiedenen Bereichen. Auf WhatsApp, 

Telegram. […]) – bedroht worden ist. Dass der Beschuldigte seine Drohung durch-

aus ernst meinte, ergibt sich auch aus seiner Aussage "Ich wollte sie schon aus-

einander nehmen […]. (Urk. D1/3/2 F/A 63)". Dass auch dem Beschuldigten be-

wusst war, dass er die Geschädigte L._____ mit seiner Textnachricht in Angst und 

Schrecken versetzte, ist sodann seinen weiteren Aussagen zu entnehmen. Auf 

-   27   -

Frage, was die hier zur Diskussion stehende Textnachricht bei der Geschädigten 

L._____ auslöse, antwortete der Beschuldigte: "Nichts. Dass sie denkt, scheisse er 

ist zurück. Dass ihr etwas passiert […]" (Urk. D1/3/2 F/A 66 f.). Nach dem Darge-

legten ergibt sich, dass die Drohung des Beschuldigten ernstgemeint in Erschei-

nung trat und die Geschädigte L._____ damit in Angst und Schrecken versetzt 

wurde. Zutreffend hob die Vorinstanz auch hervor, dass der Beschuldigte seine 

Textnachricht "Ich nimm dich usenander morn" direkt an die Geschädigte L._____ 

richtete und diese damit in Angst und Schrecken versetzen wollte, wobei dem Be-

schuldigten auch bewusst gewesen sein musste, dass seine Drohung bei der Ge-

schädigten L._____ diese Wirkung hervorruft.

3.5.3. Rechtfertigungs- und/oder Schuldausschlussgründe sind nicht ersichtlich.

3.6. Fazit (Dossier 4)

Der Beschuldigte ist somit hinsichtlich des Dossiers 4 (zusätzlich) der Drohung im 

Sinne von im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.

4. Raub, Angriff, Beschimpfung, (geringfügige) Sachbeschädigung (Dossier 6)

4.1. Verfahrensgegenstand bezüglich Dossier 6 bildet der nachstehend umris-

sene Tatvorwurf (Urk. D1/14 S. 3 ff.): Der Beschuldigte habe am 20. Februar 2023, 

um ca.10.00 Uhr, seinen (ehemaligen) Zimmergenossen (den Privatkläger 5) in der 

… [Unterkunft] N._____ in Zürich aufgefordert, mit ihm auf die Strasse zu gehen. 

Der Beschuldigte habe sodann auf dem Trottoir (Höhe O._____-gasse 1 in Zürich) 

mit zwei weiteren unbekannten, männlichen Personen – welche dort hinzugekom-

men seien – auf den Privatkläger eingeschlagen. Während den Schlägen habe der 

Beschuldigte den Privatkläger "Hurensohn" genannt. Nachdem dem Privatkläger 5 

– mutmasslich durch den Beschuldigten – das Bein gestellt worden sei, sei dieser 

auf den Boden aufgeschlagen. Die drei Täter hätten in der Folge den auf dem 

Rücken liegenden Privatkläger 5 mit Tritten gegen den ganzen Körper traktiert, wo-

bei ein "Kick" – mutmasslich des Beschuldigten – den Privatkläger 5 am Hinterkopf 

getroffen habe, wobei der Privatkläger 5 während ca. drei Sekunden "Sternchen" 

gesehen habe. Der Beschuldigte habe mit einem Fuss ausserdem von oben herab 

-   28   -

auf den Bereich zwischen Bauchnabel und Brust des Privatklägers gestampft. Der 

Beschuldigte und die beiden unbekannten Mittäter hätten in der Folge versucht, 

das Portemonnaie aus der Hosentasche des Privatklägers 5 zu nehmen. Als dies 

nicht gelungen sei, habe mutmasslich der Beschuldigte die vordere rechte Hosen-

tasche des Privatklägers 5 abgerissen und dessen Portemonnaie – welches Bar-

geld in der Höhe von ca. Fr. 2'500.– beinhaltet habe – an sich genommen. Der 

Privatkläger 5 habe während des Vorfalls Todesangst gehabt, mehrere Blutergüsse 

an den Armen sowie eine mittelgrosse Beule im vorderen oberen Kopfbereich erlit-

ten, und während ca. drei Tagen an Schmerzen an seiner Körperseite und am rech-

ten Arm sowie am linken grossen Zeh, an Kopfschmerzen sowie an Appetitlosigkeit 

gelitten. Der Beschuldigte habe bei diesem Vorfall mehrfach stark mit der Faust 

und mit dem Fuss gegen den Privatkläger 5 geschlagen. Anlässlich dieser Gewalt-

tätigkeiten sei sich der Beschuldigte bewusst gewesen, dass auch die Mittäter ge-

gen den Privatkläger 5 vorgehen und sich dieser dabei verletzten könnte. Der Be-

schuldigte habe sich bewusst und gewollt an den (Angriffs-)Handlungen, bei wel-

chen er und die beiden unbekannten Mittäter mitgewirkt hätten, beteiligt und habe 

durch sein Handeln zumindest billigend in Kauf genommen oder habe gar gewollt, 

dass der Privatkläger 5 dadurch wie beschrieben verletzt worden sei sowie 

Schmerzen und Angst erlitten habe, wobei er mit dem Vorgehen der beiden unbe-

kannten Mittäter (zumindest konkludent) einverstanden gewesen sei. Ausserdem 

hätten der Beschuldigte und seine unbekannten Mittäter in der Folge das Porte-

monnaie des Privatklägers 5 samt Inhalt an sich genommen, um dieses – ohne 

eigenen Anspruch – für sich zu verwenden oder sonst wie Eigentümer darüber zu 

verfügen. Durch das Abreissen der Hosentasche sei dem Privatkläger 5 an dessen 

Jeans ein Sachschaden in der Höhe von ca. Fr. 200.– entstanden, was der 

Beschuldigte mit seinem Tun bezweckt, eventualiter zumindest billigend in Kauf 

genommen habe. Ausserdem habe sich der Privatkläger 5 durch die Worte des 

Beschuldigten in seiner Ehre verletzt gefühlt, was der Beschuldigte bezweckt, 

eventualiter zumindest billigend in Kauf genommen habe.

4.2. Der Beschuldigte bestritt vor Vorinstanz in vollem Umfang, was ihm die An-

klage vorwirft (Prot. I S. 20 ff.). Der Beschuldigte stellte sich auf den Standpunkt, 

dass er aus der … [Unterkunft] N._____ gelaufen sei und gesehen habe, wie sich 

-   29   -

der Privatkläger 5 mit zwei bzw. drei Leuten am Prügeln gewesen sei, wobei der 

Privatkläger 5 vor allem eingesteckt habe. Er habe die Schlägerei etwa 20 Sekun-

den beobachtet, sei dann aber irgendwann gegangen, da der Privatkläger 5 kein 

derart guter Freund von ihm sei, dass er diesem geholfen hätte. Es seien noch 

diverse andere Personen anwesend gewesen, welche die Schlägerei ebenfalls be-

obachtet hätten (Urk. D1/3/5 F/A 4; Prot. I S. 20 ff.). Entsprechend fordert die Ver-

teidigung einen vollumfänglichen Freispruch (Urk. 91 S. 16 ff.; vgl. auch Prot. II 

S. 6 ff.).

4.3. Die Vorinstanz hat die massgeblichen Beweismittel, namentlich die Aussa-

gen des Privatklägers 5 (Urk. D6/2/1-2) und des Beschuldigten (Urk. D1/3/3-5; 

Prot. I S. 20 ff.), den Polizeirapport der Stadtpolizei Zürich (Urk. D6/1/1 [inkl. Foto-

dokumentation zum Polizeirapport, D6/1/2, sowie den Nachtragsrapporten, D6/1/3-

4]) sowie den ärztlichen Befund von Dr. med. P._____ über den Privatkläger 5 ge-

nannt, deren Ergebnisse und den Inhalt umfassend und zutreffend wiedergegeben, 

worauf zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen werden kann (Urk. 59 

E. II/F/3.1-3.5 S. 42-48).

Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung wurde – auf Antrag der Staatsan-

waltschaft und des Privatklägers 5 (Urk. 60 S. 3 f. und Urk. 62 S. 2 f.) – Zeugin 

G._____ (ehemalige Bereichsleiterin Betreuung/Pflege, stellvertretende Geschäfts-

leiterin der … [Unterkunft] N._____) einvernommen (Urk. 86; vgl. dazu auch nach-

folgend E. II/4.4.3). Das Berufungsgericht hat von Amtes wegen diejenigen Be-

weise zu erheben, welche in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht für die Urteilsfäl-

lung notwendig sind (Art. 389 Abs. 3 StPO). Der Berufungserklärung des Vertreters 

des Privatklägers 5 ist zu entnehmen, dass er erst einen Tag nach der Urteilsfällung 

der Vorinstanz, demnach am 28. September 2023, davon erfahren hat, dass sich 

aus der Befragung der Zeugin G._____ gegebenenfalls wesentliche Umstände für 

die Beurteilung des Anklagesachverhalts ergeben könnten (Urk. 63/1; mitgeteilt an 

die Staatsanwaltschaft am 2. Oktober 2023 [Urk. 60 S. 4]; vgl. auch Urk. 61/3). 

Deshalb wurde der Beweisantrag um Einvernahme der Zeugin G._____ erst an-

lässlich des Berufungsverfahrens gestellt.

-   30   -

Die vorhandenen Beweismittel sind – mit der Vorinstanz (Urk. 59 E. II/F/3.1 S. 42) – 

uneingeschränkt verwertbar.

4.4. Würdigung der Beweismittel

4.4.1. Die Vorinstanz kam in ihrer Beweiswürdigung zum Schluss, dass die Aussa-

gen des Privatklägers 5 insgesamt als wenig überzeugend, sehr widersprüchlich, 

lebensfremd und kaum glaubhaft erscheinen würden. Insgesamt würden zu viele 

und damit unüberwindbare Zweifel an den Vorbringen des Privatklägers – insbe-

sondere in Bezug auf die Täterschaft des Beschuldigten – verbleiben. Weiter seien 

keine Beweismittel aktenkundig, welche eine Tatbeteiligung des Beschuldigten 

untermauern würden. Folglich könne es genauso gut gewesen sein, dass der Be-

schuldigte, welcher damals ebenfalls in der … [Unterkunft] N._____ logiert habe, 

den fraglichen Angriff auf den Privatkläger tatsächlich zufällig nur als Unbeteiligter 

beobachtet habe. Die Wahrnehmung bzw. das Erkennen der Täterschaft in einem 

derart hochdynamischen Geschehen mit Gewaltausübung – so die Vorinstanz wei-

ter – dürfte für den Privatkläger in seiner zugegebenermassen misslichen Situation 

verständlicherweise nicht ungetrübt gewesen sein. Die Vorinstanz kam deshalb 

zum Schluss, dass sich der Anklagesachverhalt hinsichtlich des Dossiers 6 nicht 

rechtsgenügend erstellen lasse, weshalb sie den Beschuldigten von den Vorwürfen 

des Raubes, des Angriffs, der Beschimpfung sowie der geringfügigen Sachbeschä-

digung in Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo freisprach (Urk. 59 

E. II/F/4.2.3 und 5 S. 54). Die Vorinstanz hat die Aussagen des Privatklägers 5 und 

des Beschuldigten ausführlich und zutreffend wiedergegeben, worauf zur Vermei-

dung unnötiger Wiederholungen verwiesen werden kann (Urk. 59 E. II/F/3.4-3.5 

S. 43-48).

4.4.2. Vorab ist festzuhalten, dass bereits aus den Aussagen des Beschuldigten 

hervorgeht, dass es am fraglichen Morgen zu einem körperlichen Übergriff auf den 

Privatkläger 5 kam (Prot. I S. 20 ff.); dies steht somit ausser Frage. Klärungsbe-

dürftig sind daher insbesondere die Tatbeteiligung des Beschuldigten und der ge-

naue Ablauf und die Umstände im Einzelnen.

-   31   -

4.4.3. Mit der Berufungserklärung reichten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch 

die Rechtsvertretung des Privatklägers 5 eine E-Mail der Zeugin G._____ (ehe-

malige Bereichsleiterin Betreuung/Pflege, stellvertretende Geschäftsleiterin der … 

[Unterkunft] N._____) ein, welche diese am 21. Februar 2023 – somit einen Tag 

nach dem hier zu beurteilenden Vorfall – an die Beiständin sowie den Jugend 

Coach des Beschuldigten schrieb (Urk. 60 i.V.m. Urk. 61/1-2 sowie Urk. 62 i.V.m. 

Urk. 63/1-2). In dieser E-Mail schrieb die Zeugin G._____ u.a.: "[…]. Zum Delikt; 

Herr B._____ schildert, dass sein Zimmernachbar (Hr. A._____) ihm dauernd 

THC/CBD und Gras stahl. Im Wert von mehreren hundert Franken. Hr. B._____ 

wiederum hat Dealer Schulden bei den Kumpels. Darum habe er 2 Dealer Kollegen 

angeheuert, dann den Bewohner Hr. A._____ auf die O._____-gasse gelockt, wo 

die 2 Schläger warteten, um den Mitbewohner Herr A._____ zu prügeln und 

auszurauben. Er habe dies 'nur organisiert', nicht aktiv geschlagen. Gemäss 

Hr. B._____ wurde dem Opfer 2800 Franken geraubt, wovon Herr B._____ 200 

Fr. als 'Provision' erhielt. Ich habe Herr B._____ motiviert, sich bei der Polizei selber 

zu stellen. Er wird aktiv gefahndet, dies habe ich Herr B._____ auch mitgeteilt. […]." 

(Urk. 61/3 = letzte Seite Urk. 63/2).

Anlässlich der heutigen Zeugenbefragung erklärte die Zeugin G._____ insbe-

sondere, dass sie im E-Mail vom 21. Februar 2023 (Urk. 61/3 = letzte Seite 

Urk. 63/2) das niedergeschrieben habe, was der Beschuldigte am Tag nach dem 

Vorfall zu ihr gesagt habe. Am Tag des Vorfalls sei der Beschuldigte nicht (mehr) 

in der … [Unterkunft] N._____ aufgetaucht, weder zum Essen noch für die Über-

nachtung. Der Beschuldigte sei am Tag nach dem Vorfall zu ihr an den Schalter 

gekommen, um Effekten aus seinem Zimmer abzuholen. In diesem Zusammen-

hang habe sie den Beschuldigten auf den Vorfall des Vortags angesprochen. Dann 

habe er ihr das geschildert, was schliesslich Eingang in die E-Mail vom 21. Februar 

2023 gefunden habe. Der Beschuldigte habe auf ihre Frage hin ausdrücklich ge-

sagt, dass er den Privatkläger 5 nicht geschlagen habe. Sie könne sich vorstellen, 

dass der Beschuldigte nur der Organisator gewesen sei und er den Privatkläger 5 

nicht angefasst habe. Sie habe den Beschuldigten zu motivieren versucht, sich der 

Polizei zu stellen. Der Beschuldigte habe sich das kurz überlegt und habe dann 

aber zu ihr gesagt, dass er einfach abtauchen und schauen müsse, dass man ihn 

-   32   -

nicht finde. Er habe ihr weiter gesagt, dass er ihr nicht sagen werde, wohin er gehe. 

Das sei auch das letzte Mal gewesen, dass sie den Beschuldigten gesehen habe. 

Der Privatkläger 5 habe ihr unmittelbar nach dem Vorfall gesagt, dass er vom Be-

schuldigten auf die Gasse gebeten worden sei und er dort von drei Personen – dem 

Beschuldigten und zwei unbekannten Personen – überrascht worden sei, welche 

auf ihn eingeschlagen, ihn auf den Boden geworfen und ihm mehrfach Hiebe und 

Tritte gegeben hätten. Auch hätten sie ihn ausgesackt. Der Beschuldigte habe da-

bei die beiden anderen Personen angeleitet, in welchen Jackentaschen, Hosensä-

cken etc. nach Bargeld zu suchen gewesen sei. Das Bargeld hätten sie dann auch 

gefunden, hätten von ihm abgelassen und sie seien dann weggerannt. Der Privat-

kläger 5 habe zu ihr gesagt, dass er nicht gesehen habe, wer alles auf ihn einge-

schlagen habe, weil er sich schützend die Kapuze, den Jackenrand bzw. die Arme 

über den Kopf bzw. vor das Gesicht gehalten habe. Der Beschuldigte habe ihn (den 

Privatkläger 5) auf die O._____-gasse gebeten, er habe zudem die Stimme des 

Beschuldigten gehört, wie dieser die beiden anderen angehalten habe, das Geld 

bei ihm zu suchen, der Beschuldigte sei also bei dieser Tat involviert gewesen 

(Urk. 86 S. 2 ff.).

Die Aussagen der Zeugin G._____ erweisen sich insgesamt als äusserst glaubhaft. 

Es ergeben sich mithin weder aus den Akten noch aus ihrer Einvernahme anläss-

lich der Berufungsverhandlung (Urk. 86) irgendwelche Hinweise darauf, dass sie 

nicht die Wahrheit sagen würde. Es sind keine Gründe ersichtlich, weshalb sie als 

(damalige) Bereichsleiterin Betreuung/Pflege und stellvertretende Geschäftsleiterin 

der … [Unterkunft] N._____ – womit sie sowohl den Beschuldigten als auch den 

Privatkläger 5 kannte – den Beschuldigten derart falsch belasten würde. Solche 

Gründe wurden denn heute auch von der Verteidigung nicht geltend gemacht (vgl. 

Urk. 91 und Prot. II S. 6 ff.). Der Wahrheitsgehalt ihrer Aussagen wird dadurch un-

termauert, dass sie die heute deponierten Aussagen – in den Grundzügen – auch 

bereits in ihrer E-Mail vom 21. Februar 2023 an die Beiständin sowie den Jugend 

Coach des Beschuldigten – und somit vor ihrer Involvierung in das vorliegende 

Strafverfahren – festhielt (Urk. 61/3 = letzte Seite Urk. 63/2). Dass es zu diesem 

Treffen des Beschuldigten und der Zeugin G._____ nach dem hier zu beurteilenden 

Vorfall kam, anlässlich welchem sie diesem die fristlose Kündigung aushändigte, 

-   33   -

ergibt sich sodann aus den Aussagen des Beschuldigten selbst (Urk. D1/3/3 F/A 20 

i.V.m. Urk. D1/3/5 F/A 12). Auf die Aussagen der Zeugin G._____ und ihr E-Mail 

vom 21. Februar 2023 ist somit abzustellen und diese sind in die nachfolgende Aus-

sagewürdigung der Aussagen des Privatklägers 5 sowie des Beschuldigten einzu-

beziehen.

4.4.4. Der Privatkläger 5 hat in beiden Einvernahmen den Vorfall in den Grundzü-

gen gleichlautend geschildert. Er sei vom Beschuldigten aufgefordert worden, nach 

draussen zu kommen. Der Beschuldigte sei der Meinung gewesen, dass er (der 

Privatkläger 5) ihm "Gras" gestohlen hätte. Er sei dann mit dem Beschuldigten nach 

draussen gegangen. Dann seien zwei weitere männliche Personen dazugekom-

men. Er sei dann von den zwei Unbekannten und dem Beschuldigten eingekreist 

worden und sie hätten mit Faustschlägen auf ihn eingeschlagen. Der Beschuldigte 

habe ihm dann seine rechte vordere Hosentasche aufgerissen und ihm daraus sein 

Portemonnaie, welches ungefähr Fr. 2'500.– bis Fr. 2'700.– enthalten habe, ent-

wendet (Urk. D6/2/1 F/A 5-6, 9, 15-16, 27, 47; D6/2/2 F/A 11).

Die Aussagen des Privatklägers 5 werden in zentralen Punkten durch die neuen 

Depositionen der Zeugin G._____ – welche sich aufgrund eines gegenüber ihr 

geäusserten (teilweisen) Geständnisses des Beschuldigten ergaben – validiert. So 

sind den Aussagen und dem E-Mail der Zeugin G._____ Hinweise auf das vom 

Beschuldigten dem Privatkläger 5 vorgeworfene Stehlen von "Gras", das Heraus-

locken des Privatklägers 5 auf die O._____-gasse durch den Beschuldigten – somit 

auf die Tatbeteiligung des Beschuldigten –, die Beteiligung von zwei weiteren 

Tätern am geltend gemachten Vorfall, das Rauben von Fr. 2'800.–, auf das Prügeln 

(gegen dem Privatkläger 5) sowie auf ein Motiv des Beschuldigten ("Dealer Schul-

den bei den Kumpels") zu entnehmen.

Es ist festzuhalten, dass sich die Aussagen des Privatklägers 5 zum Kerngesche-

hen als glaubhaft und damit verlässlich erweisen, da diese insbesondere durch das 

E-Mail und die Aussagen der Zeugin G._____ untermauert werden. Die diesbezüg-

lichen Aussagen des Privatklägers 5 erscheinen konsistent, authentisch und 

lebensnah. Die auch von der Vorinstanz festgestellten (Urk. 59 S. 49 ff.) Abwei-

chungen in den Aussagen des Privatklägers 5 bei der Polizei und der Staatsanwalt-

-   34   -

schaft – beispielsweise zur Dauer des körperlichen Übergriffs (20-30 Sekunden 

[D6/2/1 F/A 6] oder 1 Minute und 15 Sekunden [D6/2/2 F/A 51] oder dazu aus 

welcher Hosentasche sein Portemonnaie entwendet worden sei [aus der rechten 

vorderen Hosentasche [D6/2/1 F/A 6, 16] oder aus der rechten hinteren Hosenta-

sche [D6/2/2 F/A 11, 52 f.], da dies insbesondere fotografisch festgehalten wurde 

[D6/1/2 S. 5] – und der Umstand, dass seine Aussagen zur an ihm verübten Gewalt 

insbesondere in der staatsanwaltschaftlichen Befragung übertrieben erscheinen 

und sich nicht mit dem bei ihm festgestellten Verletzungsbild in Einklang bringen 

lassen (vgl. dazu nachfolgend E. II/4.4.6), vermögen an diesem Bild nichts zu än-

dern. Gewisse Abweichungen in verschiedenen Aussagen – insbesondere bei Aus-

sagen zu einem hochdynamischen Geschehen – sind im Gegenteil völlig normal.

4.4.5. Der Beschuldigte äusserte – nachdem er sich anfänglich (grossmehrheitlich) 

auf sein Aussageverweigerungsrecht berief (Urk. D1/3/3-4) – das aus seiner Sicht 

Vorgefallene ebenfalls zweimal grossmehrheitlich gleichlautend. So erklärte der 

Beschuldigte, dass er gesehen habe, wie der Privatkläger 5 eine Schlägerei mit 

zwei oder drei ihm unbekannten Leuten gehabt habe. Er habe die Schlägerei nicht 

von Anfang an gesehen. Er habe ca. 20 Sekunden der Schlägerei gesehen und 

dann seien sie die Gasse hoch geflüchtet. Er sei zum Q._____ gegangen und habe 

im Park einen Joint geraucht (Urk. D1/3/5 F/A 4 ff.; Prot. I S. 20 ff. und S. 28 f.).

Bei genauerer Betrachtung der vom Beschuldigten spärlich deponierten Aussagen 

fällt auf, dass es nicht überzeugt, wenn er zufällig – nach konkreter Belastung durch 

den Privatkläger 5 – exakt an diese "Schlägerei" herangelaufen sein will und zwar 

just in diesem Moment, als diese kurze Auseinandersetzung noch im Gange war. 

Dabei fällt insbesondere auf, dass der Beschuldigte anlässlich der staatsanwalt-

schaftlichen Einvernahme noch geltend machte, dass der Privatkläger 5 in eine 

"Schlägerei" mit zwei weiteren Personen verwickelt gewesen sei, wohingegen er 

anlässlich der Hauptverhandlung vorbrachte, dass nebst dem Privatkläger 5 drei 

weitere Personen verwickelt gewesen seien (Urk. D1/3/5 F/A 4; Prot. I S. 21 und 

29). Dieser Widerspruch erstaunt insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Be-

schuldigte – gemäss eigenen Aussagen – selbst nicht am Vorfall beteiligt war und 

er den Vorfall aus einer gewissen Entfernung beobachtet haben will. Dies spricht 

-   35   -

für eine Angleichung an die Aussagen des Privatklägers 5, da dieser geltend 

machte, dass nebst dem Beschuldigten noch zwei weiteren unbekannte Personen 

beteiligt gewesen seien. Die pauschalen Bestreitungen des Beschuldigten wirken 

vor diesem Hintergrund insgesamt platt und inhaltsleer.

Das Motiv für eine Falschbelastung, welches der Beschuldigte beim Privatkläger 5 

zu erkennen glaubt, überzeugt auch nicht. Der Privatkläger sei "angepisst" und 

auch "hässig" auf ihn gewesen, weil er die Schlägerei gesehen habe und ohne 

etwas zu machen, gegangen sei (D1/3/5 F/A 4; so anlässlich der Hauptverhandlung 

nicht mehr geäussert: "Ich weiss nicht, wieso Herr A._____ mich belastet." [Prot. I 

S. 21]). Dass eine Person jemanden einzig aufgrund des vom Beschuldigten 

geltend gemachten Untätigbleibens einer solch erheblichen Straftat bezichtigen 

würde, erscheint gänzlich unplausibel.

Die Aussagen des Beschuldigten zielen grossmehrheitlich darauf ab, die Glaub-

haftigkeit des Privatklägers 5 zu untergraben bzw. seine Person ganzheitlich zu dis-

kreditieren ("Ja, dass er ein Dealer ist, woher sollte ein Junkie sonst 2500.– Franken 

haben." [Urk. D1/3/3 F/A 28]; "Er ist ein ekliger Typ", "Er duscht 2 Mal im Monat. Er 

trinkt jeden Tag einen ganzen Wodka. Ausserdem raucht er Crack.", "Eines nachts, 

es war der ausschlaggebende Grund, weshalb ich in der … [Unterkunft] gekündet 

habe, ich habe es auch gefilmt. […]. Er stand auf und lief im Zimmer herum, […], 

hatte die die Augen geschlossen […] und pisste in die Ecke des Zimmers und zog 

sich nackt aus." [Urk. D1/3/5 F/A 4]; "Er hat mich wirklich herausgeekelt." 

[Urk. D1/3/5 F/A 7]; "Er stinkt sehr krass, weil er nur 2 Mal pro Monat duscht. Er 

raucht Crack, deshalb stinkt er auch." [Urk. D1/3/5 F/A 8]. Deshalb seien – aus 

Sicht des Beschuldigten (vgl. u.a. Urk. D1/3/5 F/A 4) – auch die Vorwürfe des Pri-

vatklägers 5 nicht glaubhaft. Daraus ergibt sich sogleich auch die Aussagestrategie 

des Beschuldigten, welche jedoch entlarvend ist. Der Beschuldigte geht auf die 

spezifischen Vorwürfe nicht ein, sondern versucht die Glaubhaftigkeit des Privat-

klägers 5 von vornherein auszuschliessen, was ihm keineswegs gelingt (vgl. auch 

Urk. 24, wonach der Privatkläger 5 nicht im Strafregister verzeichnet ist). Die Aus-

sagen des Beschuldigten – die darauf abzielen, die Glaubhaftigkeit des Privatklä-

gers 5 zu untergraben bzw. diesen zu diskreditieren – zielen ins Leere und sind als 

-   36   -

Schutzbehauptungen zu qualifizieren, zumal er auch keine plausiblen Gründe an-

geben konnte, weshalb dieser ihn – ohne erkennbaren Grund – falsch belasten 

sollte.

Die Aussagen des Beschuldigten stehen sodann auch im klaren Widerspruch zu 

den zum Kerngeschehen glaubhaften Aussagen des Privatklägers 5 und der 

Zeugin G._____ (vgl. dazu vorstehend E. II/4.4.3 und 4.4.4).

4.4.6. Die massive Gewalttätigkeit, welche vom Beschuldigten und den beiden 

unbekannten weiteren Täter ausgegangen sein soll (wie in der Anklageschrift zu 

Dossier 6 gestützt auf die Aussagen des Privatklägers 5 insbesondere in der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme umschrieben), kann jedoch nicht in diesem 

Umfang erstellt werden. So auch nicht die vom Privatkläger 5 geltend gemachte 

Todesangst. Die diesbezüglichen Aussagen des Privatklägers 5 anlässlich der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme wirken – mit der Vorinstanz (vgl. Urk. 59 

E. II/F/4.2.2 S. 49 ff.) – wesentlich detaillierter und umschreiben insgesamt ein 

massiv gewalttätigeres Vorgehen insbesondere des Beschuldigten als noch in der 

polizeilichen Befragung. Es ist nicht zu verkennen, dass der Privatkläger 5 bei der 

Staatsanwaltschaft – bewusst oder unbewusst – teilweise etwas "dick aufgetragen" 

hat. Insbesondere lassen sich diese Aussagen auch nicht mit den beim Privat-

kläger 5 dokumentierten – leichten – Prellungen und Schürfungen in Einklang 

bringen. Bei der vorliegenden Beweislage ist deshalb davon auszugehen, dass der 

Beschuldigte und die beiden weiteren Täter den Privatkläger 5 mit mehreren 

Faustschlägen und Fusstritten traktierten, um ihm in der Folge das Portemonnaie 

zu entwenden. Davon zeugen sodann auch die beim Privatkläger durch die Foto-

dokumentation der Stadtpolizei Zürich (Urk. D6/1/2) und den ärztlichen Befund von 

Dr. med. P._____ (Urk. D6/3/3) festgestellten Verletzungen (Schürfwunden am 

rechten Ellbogen und an der rechten Schulter; mehrere blaue Blutergüsse an 

beiden Unterarmen [links an der Streckseite und auf der Innenseite unmittelbar 

beim Handgelenk, rechts über dem Ellbogen]; ein weiterer Bluterguss im Bereich 

des rechten Knies). In Bezug auf die Verletzungsfolgen des Privatklägers 5 lässt 

sich der Anklagesachverhalt, soweit dieser beim Privatkläger 5 eine mittelgrosse 

Beule im vorderen oberen Kopfbereich, Schmerzen an seiner Körperseite und 

-   37   -

Kopfschmerzen festhält, aber nicht erstellen, da sich diese nicht mit dem ärztlichen 

Befund und der Fotodokumentation der Polizei in Einklang bringen lassen (vgl. 

Urk. D6/1/2, D6/3/3; vgl. auch Urk. D6/2/1 F/A 7 und D6/2/2 F/A 72) und vom 

Privatkläger 5 erst anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme so geschil-

dert wurden. Dass der Beschuldigte und die beiden weiteren unbekannten 

Personen aber nicht gerade zimperlich mit dem Privatkläger 5 umgingen, ergibt 

sich auch aus dem Umstand, dass dessen Hosentasche bei der Wegnahme des 

Portemonnaies partiell abgerissen wurde (Urk. D6/1/2). Der Anklagesachverhalt 

kann deshalb in Bezug auf die vom Beschuldigten und den beiden weiteren Täter 

ausgeübte Gewalt nur in diesem Umfang erstellt werden.

Davon, dass der Beschuldigte die beiden unbekannten Täter lediglich "angeheuert" 

und er selbst aber nicht aktiv geschlagen habe – wie von ihm gegenüber der Zeugin 

G._____ ausgeführt (vgl. Urk. 61/2) –, ist nicht auszugehen. Vielmehr ist sein 

gegenüber der Zeugin G._____ geäussertes "Geständnis" als beschönigender 

(Schuld-)Ablass zu werten, um gegenüber der von ihm geschätzten Zeugin 

G._____ sein Gesicht nicht (vollends) zu verlieren (vgl. dazu Urk. 61/2: "Ich 

schwöre Frau G._____, für Sie würde ich alles machen"). Es ist nicht anzunehmen, 

dass der Beschuldigte zwei Personen zur Begehung eines Raubes angeheuert und 

sich dann aber trotzdem für den Privatkläger 5 erkennbar in die Nähe des Tatortes 

begeben haben sollte, ohne ihn aber mit Schlägen zu traktieren. Mit diesem Vorge-

hen hätte der Beschuldigte unnötig eine Tatbeteiligung suggeriert, ohne erkennba-

ren Mehrwert seiner Präsenz in Tatortnähe. Umgekehrt kann nachvollzogen wer-

den, dass er – offenbar davon ausgehend, dass die Zeugin G._____ ihn mit der Tat 

in Verbindung brachte – es als "weniger schlimm" empfand, der Bereichsleiterin 

gegenüber zu beteuern, er habe die Täter "nur" organisiert und sich nicht eigen-

händig am Raub beteiligt, als zuzugeben, seinen Zimmergenossen selbst tatkräftig 

zusammengeschlagen zu haben. Mit Blick auf die Vorstrafen des Beschuldigten 

(vgl. Urk. 77 und Beizugsakten [Urk. 49/57/2]) und seine hier weiter zu beurteilende 

Delinquenz (Dossier 2; vgl. dazu vorstehend E. II/2) muss weiter konstatiert wer-

den, dass Gewalt des Beschuldigten gegenüber Dritten (und ihm bekannten Per-

sonen) keineswegs wesensfremd ist und er auch bereits einmal einen (in Mittäter-

schaft begangenen) Raub unter Anwendung von Körpergewalt (Faustschläge und 

-   38   -

einen Tritt gegen den Kopf) beging. In Bezug auf die Frage, ob auch der Beschul-

digte Schläge/Tritte gegen ihn ausgeteilt habe, waren die Aussagen des Privatklä-

gers 5 konsistent, weshalb diesbezüglich darauf abzustellen ist. Daran vermag 

auch die diesbezügliche Diskrepanz zu den Aussagen der Zeugin G._____ – wel-

che erstmals rund zwei Jahre nach dem Vorfall Aussagen dazu deponierte (vgl. 

Urk. 86 S. 5) – nichts zu ändern. Vorliegend ist somit davon auszugehen, dass auch 

der Beschuldigte den Privatkläger 5 mit Faustschlägen und Fusstritten traktierte.

4.4.7. Ohne unüberwindbare Zweifel kann dagegen nicht erstellt werden, dass der 

Beschuldigte anlässlich des hier zu beurteilenden Vorfalles zum Privatkläger 5 

"Hurensohn" sagte. Der Privatkläger 5 brachte dies erstmals anlässlich der zweiten 

(staatsanwaltschaftlichen) Einvernahme vor (Urk. D6/2/2 F/A 28), wohingegen er 

anlässlich der ersten (polizeilichen) Einvernahme – welche noch am Tag des Vor-

falles durchgeführt wurde – erklärte, dass ausser "hebeden und Portemonnaie" 

nichts gesprochen worden sei (Urk. D6/2/1 F/A 30). Zusammen mit dem Umstand, 

dass die Aussagen des Privatklägers 5 bei der Staatsanwaltschaft – wie gesehen – 

generell aggravierter ausfielen als bei der Polizei, kann nicht mit der erforderlichen 

Sicherheit davon ausgegangen werden, dass der Beschuldigte den Privatkläger 5 

bei diesem Vorfall als "Hurensohn" betitelt hätte. Diesbezüglich kann der Sach-

verhalt somit auch nicht erstellt werden.

4.4.8. Letztlich bestehen keine unüberwindbaren Zweifel daran, dass sich der in 

der Anklage umschriebene Sachverhalt (bezüglich Dossier 6) so wie dort beschrie-

ben – mit den vorstehend dargelegten Einschränkungen hinsichtlich der angewen-

deten Gewalt des Beschuldigten und den beiden weiteren (unbekannten) Täter 

sowie der angeklagten Beschimpfung (vgl. vorstehend E. II/4.4.6 und 4.4.7) – zu-

getragen hat. Er ist damit in diesem Umfang erstellt.

4.5. Rechtliche Würdigung

4.5.1. Da dem Privatkläger 5 gemäss erstelltem Sachverhalt keine (einfache) tat-

bestandsmässige Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB zugefügt wurde, 

fehlt es der objektiven Strafbarkeitsbedingung des angeklagten Angriffs im Sinne 

von Art. 134 StGB, weshalb eine diesbezügliche Verurteilung des Beschuldigten 

-   39   -

von vornherein ausgeschlossen ist (vgl. zum Verhältnis des Raubes zu anderen 

Strafbestimmungen aber auch BSK StGB-NIGGLI/RIEDO, Art. 140 N 118, N 167 und 

N 186). Nicht erstellt werden konnte weiter, dass der Beschuldigte "Hurensohn" 

zum Privatkläger 5 sagte, weshalb sich auch weitere Ausführungen zur angeklag-

ten Beschimpfung im Sinne von Art. 177 StGB erübrigen. Nachfolgend ist deshalb 

zu prüfen, ob sich der Beschuldigte des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB sowie der geringfügigen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 

StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB schuldig gemacht hat.

4.5.2. Den Tatbestand des Raubes erfüllt in objektiver Hinsicht, wer mit Gewalt ge-

gen eine Person oder unter Androhung gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben 

oder nachdem er den Betroffenen zum Widerstand unfähig gemacht hat, einen 

Diebstahl begeht (Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB).

Der objektive Tatbestand des eigentlichen Raubes ist dadurch gekennzeichnet, 

dass ein Diebstahl begangen wird, nachdem zu diesem Zweck eine Nötigungs-

handlung begangen wurde, welche die Duldung dieses Diebstahles bezweckt. Die 

Nötigungshandlung muss sich gegen eine Person richten, die in Bezug auf die zu 

stehlende Sache eine Schutzposition einnimmt. Unter der vorliegend relevanten 

Nötigungshandlung der Gewalt gegen eine Person versteht man die unmittelbare 

physische Einwirkung auf den Körper einer Person. Dabei ist nicht vorausgesetzt, 

dass das Opfer durch die Gewaltanwendung widerstandsunfähig wird. Allemal 

muss mithin die Gewalt nicht nur darauf gerichtet sein, den Widerstand des Opfers 

zu brechen; sie muss auch eine Intensität aufweisen, die dies grundsätzlich auch 

ermöglichen würde, wobei allerdings auch die Widerstandskraft des Opfers zu be-

rücksichtigen ist (BSK StGB-NIGGLI/RIEDO, Art. 140 N 16, N 20, N 24, N 25, N 28).

Subjektiv ist Vorsatz erforderlich, der sich insbesondere auf die Ausübung der 

Nötigungshandlung (Gewalt, Drohung, Bewirken der Widerstandsunfähigkeit) 

gegenüber dem Opfer zum Zwecke der Begehung eines Diebstahles beziehen 

muss, sowie natürlich auf alle objektiven Tatbestandsmerkmale des Diebstahls 

selbst. Zusätzlich müssen auch Aneignungsabsicht sowie die Absicht unrecht-

mässiger Bereicherung bestehen (BSK StGB-NIGGLI/RIEDO, Art. 140 N 44 f.).

-   40   -

Ob ein Beteiligter Mittäter ist, entscheidet sich nach der Art seines Tatbeitrages. 

Nach der Rechtsprechung gilt als Mittäter, wer bei der Entschliessung, Planung 

oder Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in massgeblicher Weise mit ande-

ren Tätern zusammenwirkt, sodass er als Hauptbeteiligter dasteht. Entscheidend 

ist, ob der Tatbeitrag nach den Umständen des konkreten Falles und dem Tatplan 

für die Ausführung des Deliktes so wesentlich ist, dass sie mit ihm steht oder fällt. 

Mittäterschaft kann auch durch die tatsächliche Mitwirkung bei der Ausführung be-

gründet werden. Konkludentes Handeln genügt. Auch an spontanen, nicht geplan-

ten Aktionen oder unkoordinierten Straftaten ist Mittäterschaft möglich. Es ist nicht 

erforderlich, dass der Tat ein gemeinsamer Tatentschluss oder eine allenfalls still-

schweigende Vereinbarung zur Hilfestellung vorausgingen. Es genügt, dass sich 

der Täter später den Vorsatz seiner Mittäter zu eigen macht. Die Inkaufnahme 

durch Billigen oder Einverständnis im Sinne des Eventualvorsatzes erfasst auch 

den unerwünschten, aber um des Handlungsziels Willen hingenommenen Erfolg. 

In Mittäterschaft begangene Tatbeiträge werden jedem Mittäter zugerechnet (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_1054/2023 vom 19. Februar 2024 E. 4.1.1 m.H.).

4.5.3. Der Beschuldigte und die beiden unbekannten Täter kreisten den Privat-

kläger 5 ein und schlugen diesen mehrmals mit der Faust und den Füssen, um ihm 

in der Folge das ca. Fr. 2'500.– beinhaltende Portemonnaie zu entwenden. Die 

dabei vom Beschuldigten und den zwei unbekannten Täter angewendete Gewalt, 

insbesondere auch unter Berücksichtigung ihrer kräftemässigen Überzahl, wies 

damit auch eine Intensität auf, welche dazu geeignet war, den Widerstand des 

Privatklägers 5 zu brechen, was die drei Täter damit auch erreichten. Zur Ent-

wendung des Portemonnaies rissen der Beschuldigte und die beiden unbekannten 

Täter dem Privatkläger 5 sodann auch noch die rechte vordere Hosentasche partiell 

ab. Der Beschuldigte wusste dabei, dass er (und die beiden unbekannten Täter) 

keinen Rechtsanspruch auf das ca. Fr. 2'500.– beinhaltende Portemonnaie des 

Privatklägers 5 hatten.

Die drei Täter – der Beschuldigte und die beiden unbekannten Täter – handelten in 

arbeitsteiliger und koordinierter Weise zusammen. Da der Beschuldigte den 

Privatkläger 5 von der … [Unterkunft] N._____ auf die Strasse lockte und die beiden 

-   41   -

unbekannten Täter just in diesem Moment hinzukamen – um den Privatkläger 5 zu 

dritt mit Schlägen und Tritten einzudecken und ihm in der Folge das Portemonnaie 

zu entwenden – kann nur von einer vorherigen Absprache ausgegangen werden. 

Auch bei der Tatausführung – bei der Gewaltanwendung und beim Entwenden des 

Portemonnaies – wirkten die drei Täter vorsätzlich und in massgeblicher Weise 

zusammen. Damit ist die Mittäterschaft – entgegen der Ansicht der Verteidigung 

(vgl. Urk. 91 S. 16 ff. und Prot. II S. 6 ff.) – zu bejahen.

Der Beschuldigte ist somit des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

schuldig zu sprechen.

4.5.4. Wer eine Sache, an der ein fremdes Eigentums-, Gebrauchs- oder Nutznies-

sungsrecht besteht, beschädigt, zerstört oder unbrauchbar macht, wird, auf Antrag, 

mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 144 Abs. 1 StGB 

StGB). Richtet sich die Tat nur auf einen geringen Vermögenswert oder auf einen 

geringen Schaden, so wird der Täter, auf Antrag, mit Busse bestraft (Art. 172ter 

StGB). Das Bundesgericht hat die objektive Grenze für den geringen Vermögens-

wert oder Schaden auf Fr. 300.– festgesetzt (BSK StGB-WEISSENBERGER, 

Art. 172ter N29). Subjektiv ist Vorsatz erforderlich, wobei Eventualvorsatz genügt 

(BSK StGB-WEISSENBERGER, Art. 144 N 81).

Wie bereits vorstehend dargelegt, rissen der Beschuldigte und die beiden Mittäter 

zur Entwendung des Portemonnaies die vordere rechte Hosentasche des Privat-

klägers 5 partiell ab, wodurch diesem ein Sachschaden in unbekannter Höhe, 

jedenfalls aber von unter Fr. 300.–, entstand. Der Beschuldigte und seine beiden 

Mittäter wollten, um dem Privatkläger 5 das Portemonnaie aus der Tasche zu ent-

nehmen, die Hosentasche des Beschuldigten aufreissen.

Damit ist der Beschuldigte auch der geringfügigen Sachbeschädigung im Sinne von 

Art. 144 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB schuldig zu spre-

chen.

-   42   -

4.6. Fazit (Dossier 6)

Der Beschuldigte ist hinsichtlich des Dossiers 6 somit des Raubes im Sinne von 

Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sowie der geringfügigen Sachbeschädigung im Sinne 

von Art. 144 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB schuldig zu 

sprechen und von den Vorwürfen des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB sowie 

der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB freizusprechen.

5. Fazit

Der Beschuldigte ist somit (zusätzlich zu den in Rechtskraft erwachsenen Schuld- 

und Freisprüchen)

 des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Dossier 6),

 der geringfügigen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB in 

Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB (Dossier 6),

 der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 aZiff. 1 Abs. 1 StGB 

(Dossier 2) sowie

 der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (Dossier 4)

schuldig zu sprechen und von den Vorwürfen

 des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB (Dossier 6) sowie

 der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB (Dossier 6)

freizusprechen.

III.  Sanktion

1. Ausgangslage, Strafrahmen, Grundsätze der Strafzumessung

1.1. Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten (bei teilweise abweichenden 

Schuld- bzw. Freisprüchen) mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 8 Monaten so-

wie – unter Einbezug des widerrufenen bedingten Vollzugs einer Geldstrafe von 

80 Tagessätzen – mit einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu Fr. 30.– und einer 

Busse von Fr. 50.–. Die Freiheitsstrafe wurde von der Vorinstanz unter Ansetzung 

-   43   -

einer Probezeit von 4 Jahren aufgeschoben und die Geldstrafe für vollziehbar er-

klärt (Urk. 59 S. 85).

1.2. Die Staatsanwaltschaft beantragt im Berufungsverfahren die Bestrafung des 

Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten – als teilweise Zusatzstrafe 

zu den Strafbefehlen der Jugendanwaltschaft Limmattal/Albis vom 18. Mai 2021 

und der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 12. April 2022 – sowie, unter 

Einbezug der widerrufenen Geldstrafe, mit einer Geldstrafe von 110 Tagessätzen 

zu Fr. 30.– als Gesamtgeldstrafe sowie einer Busse von Fr. 400.– (Urk. 60 S. 3; 

Urk. 89 S. 2).

1.3. An der heutigen Berufungsverhandlung machte die Verteidigung zusam-

mengefasst folgende Vorbringen zur Sanktion: Der Beschuldigte sei mit einer (be-

dingten) Freiheitsstrafe von eineinhalb Monaten sowie unter Einbezug der wider-

rufenen Geldstrafe mit einer (unbedingten) Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu 

Fr. 30.– als Gesamtstrafe sowie mit einer Busse von Fr. 50.– zu bestrafen (Urk. 71 

S. 3; Urk. 91 S. 2 und S. 19 ff.).

1.4. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB, namentlich der Gesamtstrafenbildung nach Art. 49 Abs. 1 StGB in Anwen-

dung des Asperationsprinzips, sowie die Begründungsanforderungen wiederholt 

dargelegt (siehe z.B. BGE 144 IV 313 E. 1; 142 IV 365 E. 2.4.3; 141 IV 61 E. 6.1.1; 

136 IV 55 E. 5.4 ff.; BGer 6B_676/2022 vom 27. Dezember 2022, E. 2.2; je mit 

Hinweisen). Darauf kann vorab verwiesen werden. Auch die Erwägungen der 

Vorinstanz zu den allgemeinen Strafzumessungsregeln (Urk. 59 E. III/4.1 f. S. 57) 

brauchen nicht wiederholt zu werden.

1.5. Als einschlägige Straftatbestände sind vorliegend zu beurteilen:

 Raub (Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB; Dossier 6),

 einfache Körperverletzung (Art. 123 aZiff. 1 Abs. 1 StGB; Dossier 2),

 Hausfriedensbruch (Art. 186 StGB; Dossier 1 und 5),

 Drohung (Art. 180 Abs. 1 StGB; Dossier 4),

 üble Nachrede (Art. 173 Ziff. 1 StGB; Dossier 4),

-   44   -

 Beschimpfung (Art. 177 Abs. 1 StGB; Dossier 4),

 geringfügiger Diebstahl (Art. 139 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 172ter Abs. 1 StGB; 

Dossier 5),

 geringfügige Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 172ter Abs. 1 

StGB; Dossier 6).

Der Raub ist von all diesen die schwerste Straftat, denn schwerste Tat im Sinne 

von Art. 49 Abs. 1 StGB ist primär diejenige, welche unter den mit der höchsten 

Strafe bedrohten Tatbestand fällt (OFK/StGB-HEIMGARTNER, Art. 49 N 3; BGE 116 

IV 304). Der ordentliche Strafrahmen bei Raub erstreckt sich von einer Freiheits-

strafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Bei der einfachen Körperverletzung, 

Hausfriedensbruch und Drohung lautet der Strafrahmen Freiheitsstrafe bis zu drei 

Jahren oder Geldstrafe. Die üble Nachrede wird mit Geldstrafe und die Beschimp-

fung mit Geldstrafe bis zu 90 Tagessätzen bestraft. Für die geringfügigen Vermö-

gensdelikte wird eine Busse auszufällen sein.

2. Strafart

2.1. Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten hinsichtlich der einfachen Kör-

perverletzung, der Hausfriedensbrüche und der Drohung zu einer Freiheitsstrafe 

als Gesamtstrafe. Sie erwog diesbezüglich im Wesentlichen, dass aufgrund der Be-

denken hinsichtlich der Legalprognose des Beschuldigten, insbesondere aufgrund 

seiner einschlägigen Delinquenz trotz laufender Probezeit, einer bereits auferlegt 

erhaltenen bedingten Geldstrafe und aufgrund seiner misslichen finanziellen Lage, 

welche einen Vollzug einer Geldstrafe damit ohnehin unrealistisch erscheinen 

lasse, nur eine Freiheitsstrafe in Betracht komme. Für die üble Nachrede und die 

Beschimpfung – welche lediglich eine Geldstrafe als Sanktion vorsehen – fällte die 

Vorinstanz eine Geldstrafe aus und für den geringfügigen Diebstahl (Übertretung) 

eine Busse (Urk. 59 E. III/2.3 S. 56).

2.2. Vorab kann festgehalten werden, dass für den Raub (Dossier 6) – aufgrund 

der Strafandrohung – lediglich die Ausfällung einer Freiheitsstrafe in Betracht 

kommt (Art. 140 Ziff. 1 StGB). Was die einfache Körperverletzung (Dossier 2) be-

trifft, bewegt sich die angemessene Strafe – wie nachfolgend zu zeigen sein wird 

-   45   -

(vgl. E. III/3.2) – über dem Anwendungsbereich einer Geldstrafe (180 Tagessätze; 

vgl. Art. 34 Abs. 1 Satz 1 StGB). Für die üble Nachrede und die Beschimpfung kann 

– ebenfalls aufgrund der Strafandrohung – lediglich auf eine Geldstrafe erkannt 

werden (Art. 173 Ziff. 1 Abs. 3 StGB und Art. 177 Abs. 1 StGB).

Demgegenüber wäre es in Bezug auf die Hausfriedensbrüche und die Drohung 

– wie nachfolgend zu zeigen sein wird (vgl. E. III/3.3, 3.4 und 3.5) – denkbar, Gelds-

trafen statt Freiheitsstrafen zu verhängen. Eine kurze Freiheitsstrafe anstelle einer 

Geldstrafe von höchstens 180 Tagessätzen ist gemäss Art. 41 Abs. 1 StGB zuläs-

sig, wenn eine solche geboten erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer 

Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (lit. a); oder eine Geldstrafe voraussichtlich 

nicht vollzogen werden kann (lit. b). Angesichts dessen, dass es sich beim Beschul-

digten um einen Wiederholungstäter handelt, der noch während laufender Probe-

zeit einer Geldstrafe und eines Freiheitsentzugs sowie laufendem Strafverfahren 

erneut, teils einschlägig delinquierte, muss ernsthaft befürchtet werden, dass er 

sich nicht belehren liesse durch eine Geldstrafe. Ausserdem scheint mit Blick auf 

die finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten fraglich, ob eine Geldstrafe über-

haupt vollzogen werden könnte.

2.3. Somit ist für den Raub, die einfache Körperverletzung, den (mehrfachen) 

Hausfriedensbruch und die Drohung eine Freiheitsstrafe auszufällen, wohingegen 

für die üble Nachrede und die Beschimpfung auf eine Geldstrafe und für den ge-

ringfügigen Diebstahl und die geringfügige Sachbeschädigung auf eine Busse zu 

erkennen sein wird.

2.4. Für das schwerste Delikt (hinsichtlich der einzelnen Strafarten) ist somit die 

Strafe – die Einsatzstrafe – zu bestimmen, wobei sämtliche Tat- und Täterkompo-

nenten zu berücksichtigen sind. Für die weiteren Delikte sind (gedanklich) Einzel-

strafen zu bestimmen, woraus in Anwendung des Asperationsprinzips eine 

Gesamtstrafe zu bilden ist.

-   46   -

3. Strafzumessung Freiheitsstrafe: Raub (Dossier 6), einfache Körperverletzung 

(Dossier 2), Drohung (Dossier 4), Hausfriedensbrüche (Dossier 1 und 5)

3.1. Raub als Hauptdelikt (Dossier 6)

3.1.1. Tatverschulden

3.1.1.1. Bezüglich der objektiven Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass der Be-

schuldigte mit der Tat in erheblicher Weise in das Sicherheitsempfinden des dem 

Beschuldigten bekannten Privatklägers 5 eingriff, indem er diesen zuerst aus der 

… [Unterkunft] N._____ lockte und dann – zusammen mit zwei unbekannten Mittä-

tern – mit Faustschlägen und Fusstritten traktierte. Dies namentlich, um dessen 

Portemonnaie (ca. Fr. 2'500.– beinhaltend) zu erbeuten, was den Unrechtsgehalt 

der Tat erheblich erscheinen lässt. Weiter zu berücksichtigen gilt, dass der Beschul-

digte zusammen mit zwei unbekannten Mittätern, somit in einem kräftemässigen 

Übergewicht, gegen Privatkläger 5 vorging. Diese Unterzahl und das Eingekreist 

werden durch diese drei Personen schuf für den Privatkläger 5 eine Situation, aus 

welcher er sich nur schwerlich hätte