# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7a49c1a4-7a9f-5be6-a718-8121e9d41896
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-12-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.12.2025 F-9032/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-9032-2025_2025-12-04.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-9032/2025 

 

 
 

  
U r t e i l  v o m  4 .  D e z e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Christa Preisig, 

mit Zustimmung von Richterin Susanne Genner; 

Gerichtsschreiberin Meike Pauletzki. 

   

Parteien 

 
1. A._______, geboren am (…), Afghanistan,   

2. B._______, geboren am (…), Afghanistan,   

3. C._______, geboren am (…), Afghanistan,   

4. D._______, geboren am (…), Afghanistan,   

5. E._______, geboren am (…), Afghanistan,   

alle vertreten durch Marek Wieruszewski,  

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 17. November 2025.  

F-9032/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden 1 und 2 sind verheiratet und haben drei minder-

jährige Kinder, die Beschwerdeführenden 3–5. Sie ersuchten am 25. Okto-

ber 2025 in der Schweiz um Asyl.  

B.  

Mit Verfügung vom 17. November 2025 (eröffnet am Folgetag) trat die Vor-

instanz auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht ein, ordnete 

ihre Wegweisung nach Kroatien an, forderte sie auf, die Schweiz am Tag 

nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, beauftragte den zuständi-

gen Kanton mit dem Weisungsvollzug, und hielt fest, dass eine allfällige 

Beschwerde keine aufschiebende Wirkung hat.  

C.  

Dagegen erhoben die Beschwerdeführenden am 24. November 2025 Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragten, die vor-

instanzliche Verfügung sei vollständig aufzuheben und die Vorinstanz sei 

anzuweisen, auf ihre Asylgesuche einzutreten und das Asylverfahren in der 

Schweiz durchzuführen, eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an 

die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchten sie da-

rum, ihnen die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und den Voll-

zug der Wegweisung auszusetzen.  

D.  

Am 25. November 2025 ordnete die Instruktionsrichterin einen superprovi-

sorischen Vollzugsstopp an. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Behandlung der Beschwerde 

zuständig (Art. 105 AsylG [SR 142.31], Art. 31 ff. VGG) und die Sachur-

teilsvoraussetzungen (Art. 48 Abs. 1 VwVG [Legitimation], Art. 108 Abs. 3 

AsylG [Frist] und Art. 52 Abs. 1 VwVG [Form]) sind erfüllt, sodass auf die 

Beschwerde einzutreten ist. 

1.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb 

sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines 

zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e 

F-9032/2025 

Seite 3 

AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summari-

scher Begründung zu behandeln ist (Art. 111a AsylG). 

2.  

Die Vorinstanz hat korrekt erwogen, dass die Beschwerdeführenden be-

reits am 17. Oktober 2025 in Kroatien um Asyl ersuchten, weshalb grund-

sätzlich Kroatien für die Durchführung ihrer Asyl- und Wegweisungsverfah-

ren zuständig ist. Auch haben die kroatischen Behörden ihre Zuständigkeit 

am 10. bzw. 14. November 2025 explizit anerkannt (vgl. Art. 20 Abs. 5 der 

Verordnung [EU] Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-

stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist [Dublin-III-VO]). Weiter hat 

die Vorinstanz zu Recht erwogen, dass das kroatische Asyl- und Aufnah-

mesystem trotz kritischer Berichte keine systemischen Schwachstellen 

aufweist, aufgrund derer die Zuständigkeit auf die Schweiz überginge (vgl. 

Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO), und vorliegend keine völkerrechtlichen Voll-

zugshindernisse ersichtlich sind, welche die Schweiz zu einem Selbstein-

tritt verpflichten würden (vgl. Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO).  

Dabei hat sie insbesondere die geschilderten Erfahrungen der Beschwer-

deführenden betreffend Push-backs, zwangsweiser Abnahme von Finger-

abdrücken sowie Festhaltung und Aussetzung durch die kroatische Polizei 

berücksichtigt. Sie hat korrekt erwogen, dass sich aus dem Fehlverhalten 

einzelner kroatischer Sicherheitskräfte keine systematische Gewaltanwen-

dung gegen Asylsuchende ableiten lässt. Betroffene Personen können sich 

dagegen an die zuständige Rechtsmittel- und Ombudsstelle wenden. Fer-

ner bestehen – wie die Vorinstanz korrekt erwogen hat – keine Hinweise, 

dass die kroatischen Behörden Dublin-Rückkehrende ohne Prüfung ihrer 

Asylgründe in ihr Heimat- oder Herkunftsland überstellen. Zudem hat die 

Vorinstanz die dokumentierte Gesundheitssituation der Beschwerdefüh-

renden ([…]) beachtet und zutreffend festgehalten, dass diese einer Über-

stellung nach Kroatien nicht entgegensteht, auch weil dort der Zugang zu 

einer genügenden medizinischen Versorgung grundsätzlich gewährleistet 

ist.  

Schliesslich hat sie in rechtsfehlerfreier Ausübung des ihr zustehenden Er-

messens von einem freiwilligen Selbsteintritt der Schweiz abgesehen (vgl. 

Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO und Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 

11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]). Sie ist demnach zu Recht auf die 

Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht eingetreten (vgl. Art. 31a 

F-9032/2025 

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Abs. 1 Bst. b AsylG) und hat ihre Wegweisung nach Kroatien angeordnet 

(vgl. Art. 44 AsylG). Zur näheren Begründung wird auf die Erwägungen der 

Vorinstanz verwiesen. 

3.  

Was die Beschwerdeführenden auf Rechtsmittelebene vorbringen, vermag 

an der Richtigkeit der angefochtenen Verfügungen nichts zu ändern: 

Das Bundesverwaltungsgericht geht auch unter Würdigung der kritischen 

Berichte (inter-)nationaler Organisationen davon aus, dass das Asyl- und 

Aufnahmesystem in Kroatien keine systemischen Schwachstellen (Art. 3 

Abs. 2 Dublin-III-VO) aufweist (vgl. Referenzurteil des BVGer E-1488/2020 

vom 22. März 2023 E. 9.5; zuletzt Urteile des BVGer F-8598/2025 vom 

18. November 2025 E. 3.1, F-8315/2025 vom 10. November 2025 E. 2.2). 

Die Beschwerdeführenden können die Vermutung, dass Kroatien seine 

völkerrechtlichen Verpflichtungen achtet, mit ihren geschilderten Erfahrun-

gen, ihrem Verweis auf Urteile ausländischer Gerichte, Berichte von Nicht-

regierungsorganisation zur Situation Asylsuchender, zum Asylverfahren, 

zu Polizeigewalt und Push-Backs in Kroatien nicht umstossen.  

Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin 2 ist nicht bereits auf-

grund ihrer fortgeschrittenen Schwangerschaft als derart gravierend zu 

werten, dass in Anwendung von Art. 3 EMRK von einer Überstellung nach 

Kroatien abgesehen werden müsste (vgl. Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO; vgl. 

einlässlich Urteile des EGMR Paposhvili gegen Belgien vom 13. Dezember 

2016, Grosse Kammer, Nr. 41738/10, §§ 180-193, bestätigt durch Savran 

gegen Dänemark 7. Dezember 2021, Grosse Kammer, Nr. 57467/15, 

§§ 121 ff.). Ferner verfügt Kroatien über eine ausreichende, für Dublin-

Rückkehrende grundsätzlich zugängliche medizinische Infrastruktur, um 

ihre geburtshilfliche Begleitung zu gewährleisten (vgl. zuletzt etwa Urteile 

des BVGer F-8598/2025 E. 3.2, F-8030/2025 vom 30. Oktober 2025 

E. 3.3, F-1442/2024 vom 11. März 2024 E. 7.4). Die Vorinstanz vermerkte 

die Schwangerschaft der Beschwerdeführerin 2 bereits in den Überstel-

lungsmodalitäten (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO).  

Auch sind keine Umstände ersichtlich, aufgrund derer das Kindeswohl 

(Art. 3 Abs. 1 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die 

Rechte des Kindes [SR 0.107]) einer Überstellung der Beschwerdeführen-

den 3–5 nach Kroatien entgegenstehen könnte. Sie werden mit ihren Eltern 

und Hauptbezugspersonen (Beschwerdeführende 1 und 2) nach Kroatien 

überstellt, wo sie ausreichende medizinische Versorgung, Unterkunft und 

F-9032/2025 

Seite 5 

Schulbildung erhalten werden (vgl. zuletzt Urteile des BVGer F-8030/2025 

E. 3.3, F-7028/2025 vom 19. September 2025 E. 6.1)  

Schliesslich drängen weder die Gesundheitssituation der Beschwerdefüh-

renden noch das Alter oder die Bildungs- und Unterstützungswünsche der 

Kinder einen Selbsteintritt der Schweiz aus humanitären Gründen auf (vgl. 

Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO und Art. 29a Abs. 3 AsylV 1). Folglich ist auch 

der unbegründete Eventualantrag auf Rückweisung der Sache zur Neube-

urteilung an die Vorinstanz abzuweisen. 

4.  

Im Ergebnis erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtmässig (vgl. 

Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. Mit diesem Urteil 

fällt der angeordnete Vollzugsstopp dahin und das Gesuch um Aussetzung 

des Wegweisungsvollzugs (recte: Erteilung der aufschiebenden Wirkung 

der Beschwerde) wird gegenstandslos.  

5.  

5.1. Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung ist abzuweisen, da die 

Rechtsbegehren ‒ wie es sich aus den vorstehenden Erwägungen er-

gibt ‒ als aussichtslos zu bezeichnen waren (vgl. Art. 65 Abs. 1 VwVG). 

5.2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwer-

deführenden aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.‒ festzusetzen (vgl. Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[SR 173.320.2]). Eine Parteientschädigung fällt ausgangsgemäss ausser 

Betracht (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG).  

6.  

Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

(Dispositiv nächste Seite)  

F-9032/2025 

Seite 6 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.‒ werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, die Vorinstanz und die 

kantonale Migrationsbehörde. 

 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Preisig Meike Pauletzki 

 

 

Versand: 8. Dezember 2025