# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cf5c8306-dbcb-53b3-8a08-bdef27ca6284
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-04
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 04.06.2020 SU180025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SU180025_2020-06-04.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SU180025-O/U/hb 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichterin lic. iur. Schärer 

und Oberrichter lic. iur. Wenker sowie Gerichtsschreiberin MLaw 

Höchli 

 

Urteil vom 4. Juni 2020 

 

in Sachen 

 

A._____, 
Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____, 

verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X2._____, 

 

gegen 

 

1. Eidgenössische Zollverwaltung EZV, 
Untersuchungsbehörde, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin 

2. Bundesanwaltschaft Bern, 
3. Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, 
Untersuchungsbehörden und Berufungsbeklagte 

 

1 vertreten durch Eidg. Oberzolldirektion, 

 

betreffend mehrfache Hinterziehung der Steuer   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, Einzelgericht, vom 
4. Mai 2018 (GC160058) 

-   2   - 
 

 

-   3   - 
 

Überweisung/Anklage: 

Die Überweisung der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV), Oberzolldirektion, 

vom 25. November 2016 einschliesslich der Strafverfügung vom 6. Oktober 2016, 

ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 2A und 2B). 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der mehrfachen Hinterziehung der Steuer im 

Sinne von Art. 85 Abs. 1 aMWSTG sowie der mehrfachen Hinterziehung der 

Steuer im Sinne von Art. 96 Abs. 4 lit. a MWSTG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von CHF 4'000'000.–. 

Der Beschuldigte wird darauf hingewiesen, dass die Busse bei Uneinbring-

lichkeit derselben in eine Freiheitsstrafe umgewandelt werden kann. 

3. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

CHF 10'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

CHF 10'740.–   Verfahrenskosten Verwaltungsverfahren 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

4. Die Kosten gemäss vorstehender Ziffer werden dem Beschuldigten aufer-

legt. 

Über die dem Beschuldigten von der Eidgenössischen Zollverwaltung EZV 

auferlegten Kosten 'Verwaltungsstrafverfahren' stellt die Eidgenössiche Zoll-

verwaltung EZV Rechnung. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 95 S. 3 und Urk. 112 S. 3, schriftlich) 

 1. Das vorinstanzliche Urteil sei vollumfänglich aufzuheben. 

-   4   - 
 

 2. Mit Bezug auf die folgenden 14 Vorwürfe sei das Verfahren infolge Ver-

jährungseintritts einzustellen: Fälle 22 / 56B / 121 / 154 / 156 / 213 / 

271 / 280 / 347 / 436 / 438 / 439 /461 /465. 

 3. Von den übrigen Übertretungsvorwürfen sei der Beschuldigte freizu-

sprechen. 

 4. Eventualiter sei das vorinstanzliche Urteil aufzuheben und die Sache 

zur Formulierung einer rechtsgenügenden Anklageschrift an die Unter-

suchungsbehörde zurückzuweisen. 

 5. Subeventualiter sei das vorliegende Strafverfahren bis zur rechtskräfti-

gen Erledigung der aktuell vor Bundesgericht anhängigen Steuerver-

fahren Nr. 2C_799/2017 und 2C_800/2017 zu sistieren. 

 6. Dem Beschuldigten sei für die durch das Verfahren erlittene Verletzung 

seiner Persönlichkeit eine angemessene Genugtuung zuzusprechen. 

 7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse. 

b) Der Eidgenössischen Zollverwaltung EZV: 

(Urk. 102 S. 2, schriftlich) 

 1. Der Beschuldigte sei der mehrfach vollendeten, vorsätzlich begange-

nen Steuerhinterziehung im Sinne von Art. 96 Abs. 4 lit. a i.V.m. Art. 97 

Abs. 1 des Mehrwertsteuergesetzes vom 12. Juni 2009 (MWSTG; 

SR 641.20) schuldig zu sprechen. 

 2. Im Übrigen sei das vorinstanzliche Urteil in Bezug auf die Sanktionshö-

he zu bestätigen und der Beschuldigte zu einer Busse in der Höhe von 

Fr. 4'000'000.– zu verurteilen. 

 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Berufungsklä-

gers bzw. Anschlussberufungsbeklagten. 

-   5   - 
 

c) Der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich: 

(Urk. 99 S. 2, schriftlich) 

 Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

 

 
 

----------------------------------------------------- 

Erwägungen: 

I. 

1.1 Am 25. November 2016 überwies die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV), 

Oberzolldirektion (OZD), die Akten im Verfahren gegen den Beschuldigten ge-

stützt auf Art. 73, 21 Abs. 1 und 72 Abs. 1 und 2 VStrR der Oberstaatsanwalt-

schaft des Kantons Zürich zuhanden des zuständigen Gerichts. Unter Hinweis auf 

Art. 73 Abs. 2 VStrR hielt sie dabei unter I. fest, dass sie in Anbetracht der aus-

führlichen Sachverhaltsdarstellung und der eingehenden Begründung der Busse, 

die dem Beschuldigten in der Strafverfügung vom 6. Oktober 2016 auferlegt wor-

den sei, auf weitere Ausführungen zu den Hauptanträgen verzichte und vollum-

fänglich auf die Strafverfügung verweise. Zur besseren Übersicht seien im An-

hang fünf Listen über die betroffenen 152 Fall-Dossiers und die entsprechenden 

Angaben angehängt. Die Akten der Zollfahndung seien aktualisiert auf den Stand 

Ende Oktober 2016. Weiter brachte sie einige prozessuale Bemerkungen an und 

beantragte gestützt auf die Erwägungen in der Strafverfügung vom 6. Oktober 

2016 und den dazugehörigen Akten, den Beschuldigten unter Kostenfolgen der 

mehrfach vollendeten, vorsätzlich begangenen Steuerhinterziehung im Sinne von 

Art. 96 Abs. 4 lit. a i.V.m. Art. 97 Abs. 1 MWSTG schuldig zu sprechen und zu ei-

ner Busse von vier Millionen Franken zu verurteilen. Unter III. stellte sie schliess-

lich den Eventualantrag, den Beschuldigten wegen mehrfach vollendeter, fahrläs-

siger Steuerhinterziehung im Sinne von Art. 96 Abs. 4 lit. a MWSTG zu verurteilen 

und begründete diesen, indem sie einleitend zunächst festhielt, dass der Sach-

verhalt mit den Ausführungen in der Strafverfügung übereinstimme. Der Vollstän-

-   6   - 
 

digkeit halber werde er nachfolgend nochmals für den Eventualantrag dargestellt. 

Die darauf folgende Darstellung enthält eine zusammenfassende Umschreibung 

des Deliktszeitraums, der Rolle des Beschuldigten, und - unter Verweis auf die in 

den Akten der OZD als Urk. 156 geführte Strafverfügung vom 6. Oktober 2016 - 

der ohne Zollanmeldung bzw. unter unrichtiger Angabe der Bemessungsgrundla-

ge eingeführten Kunstgegenstände und der hinterzogenen Einfuhrsteuer. Ab-

schliessend folgt unter einem separaten Zwischentitel eine Darstellung der Um-

stände, auf welche sich der Vorwurf der Fahrlässigkeit stützt (Urk. 2A). 

1.2.1 Das Bezirksgericht Bülach, Einzelgericht, liess die Strafverfügung vom 

6. Oktober 2016 für die Hauptanträge und die Überweisung für die Eventualanträ-

ge als Anklagefundament genügen (Urk. 81 S. 9 ff.) und prüfte die Fälle mit den 

Nummern 56 B, 60, 61, 121, 154, 156, 189, 190, 191, 192, 213, 214, 215, 216, 

221, 224, 225, 226, 248, 249, 261, 262, 271, 277, 279, 280, 297, 301, 398, 409, 

307, 308, 417, 321, 327, 345, 347, 349, 350, 352, 353, 351, 354, 355, 400, 408, 

358, 407, 413, 360, 361, 406, 362, 363, 364, 365, 366, 367, 373, 374, 375, 420, 

501, 502, 376, 386, 388, 390, 392 [-1 bis -21], 395, 397, 399, 403, 401, 402, 410, 

411, 412, 414, 423, 424, 425, 426, 427, 428, 416, 418, 431, 439, 494, 504, 436, 

438, 461, 465, 513, 512/1.1, 512/1.2, 512/1.3 (vgl. die Bemerkung in E. II.1.1. zur 

versehentlich falschen Bezeichnung des betroffenen Werks im angefochtenen 

Entscheid), 512/1.4, 512/1.7, 512/1.8, 512/1.9, 319, 514 sowie 1, 22, 24, 90, 107, 

108, 120, 178, 300, 304, 309, 310, 312, 313, 315, 324, 325, 326, 343, 380, 381, 

382, 444, 507, 508, 499 und 43/44 (Urk. 81 S. 19 ff., für die Fall-Nummern siehe 

Anklage (Urk. 2A) sowie ergänzend für die Fall-Nr. 380, 381, 382, 444, 507 und 

508 Urk. 4/6.1.68, Ordner 48).  

1.2.2 Dabei kam es zum Schluss, dass in den Fällen mit den Nummern 438, 461 

und 465 die Verjährung eingetreten (Urk. 81 S. 175) und in den Fall-Dossiers 213 

und 439 sowie 512/1.1, 512/1.2, 512/1.3, 512/1.4, 512/1.7, 512/1.8 und 512/1.9 

der Anklagevorwurf nicht erstellt sei (Urk. 81 S. S. 54 f., 168 f., 177 ff.).  

Im Übrigen hielt es die Vorinstanz für erwiesen, dass die betroffenen Kunstge-

genstände ohne die nötige Einfuhrverzollung (Urk. 81 E. IV.4) bzw. mit falschen 

Wertangaben (Urk. 81 E. IV. 5) aus dem Ausland in die Schweiz eingeführt wor-

-   7   - 
 

den waren und die Nicht- bzw. Falschanmeldungen dem Beschuldigten zuzu-

rechnen sind (Urk. 81 E. IV. 6.). Dabei nahm sie an, dass die Tathandlungen im 

Zeitraum zwischen dem 17. September und 11. November 2009 (Fall 56 B; Urk. 

81 S. 29), dem 20. April und 24. Juni 2012 (Fall 61; Urk. 81 S. 34) respektive 2. 

Mai 2012 (Fälle 190 und 192; Urk. 81 S. 48, 53), 14. Mai 2012 (Fall 189; Urk. 81 

S. 45) und 29. Mai 2012 (Fall 191; Urk. 81 S. 51), dem 4. und 9. November 2009 

(Fall 121; Urk. 81 S. 37), dem 10. Juli und 22. Oktober 2009 (Fall 154; Urk. 81 S. 

40), dem 3. und 15. September 2009 (Fall 156; Urk. 81 S. 42), dem 21. April und 

15. September 2010 (Fall 214; Urk. 81 S. 56 f.), dem 4. und 8. November 2009 

(Fälle 215 und 216; Urk. 81 S. 60, 63), dem 9. März und 18. April 2012 (Fall 221; 

Urk. 81 S. 66), dem 8. März und 11. April 2012 (Fall 224; Urk. 81 S. 70), dem 9. 

März und 22. April 2012 (Fall 225; Urk.81 S. 72), dem 6. Juni und 19. November 

2012 (Fall 226; Urk. 81 S. 73 f.), dem 3. September 2010 und 12. März 2012 (Fäl-

le 248 und 249; Urk. 81 S. 76), dem 8. und 27. Juni 2010 (Fälle 261 und 262; Urk. 

81 S. 78 f.), dem 8. Dezember 2009 und 12. Januar 2010 (Fall 271; Urk. 81 S. 

81), dem 12. Januar und 14. Februar 2012 (Fall 277; Urk. 81 S. 83), dem 12. Ja-

nuar und 12. März 2012 (Fall 279; Urk. 81 S. 85 f.), dem 22. und 30. September 

2009 (Fall 280; Urk. 81 S. 87 f.), dem 5. und 11. August 2011 (Fall 297; Urk. 81 S. 

90), dem 5. und 16. August 2011 (Fälle 301 und 409; Urk. 81 S. 92 f. mit Hinweis 

auf Urk. 3.1.44 S. 11, Beilage 13 [im angefochtenen Entscheid versehentlich Bei-

lage 14]), dem 5. August 2011 und 14. Februar 2012 (Fall 398, Urk. 81 S. 92 f. mit 

Hinweis auf Urk. 3.1.44 S. 11, Beilage 13 [im angefochtenen Entscheid verse-

hentlich Beilage 14]), dem 14. März und 4. April 2013 (Fall 307; Urk. 81 S. 96), 

dem 14. März und 4. April 2013 (Fall 308; Urk. 81 S. 98), dem 14. März und 3. 

April 2013 (Fall 417; Urk. 81 S. 100), dem 21. April 2011 und 11. Mai 2012 (Fall 

321; Urk. 81 S. 102), dem 14. März und 14. April 2013 (Fall 327; Urk. 81 S. 105), 

dem 1. Februar und 7. April 2010 (Fall 345; Urk. 81 S. 107), zwischen Anfang Ap-

ril und dem 7. April 2009 (Fall 347; Urk. 81 S. 108 f.), dem 16. Februar und 11. 

Mai 2011 (Fall 349; Urk. 81 S. 110 f.), dem 17. Februar und 12. Mai 2011 (Fall 

350; Urk. 81 S. 110 f.), dem 17. Februar und 31. Mai 2011 (Fall 352; Urk. 81 S. 

112), dem 17. Februar und 25. Mai 2011 (Fall 353; Urk. 81 S. 114), dem 30. No-

vember 2009 und 7. Januar 2010 (Fälle 354 und 355; Urk. 81 S. 117), dem 1. De-

-   8   - 
 

zember 2009 und 24. Januar 2010 (Fall 400; Urk. 81 S. 119), dem 1. Dezember 

2009 und 31. Dezember 2012 (Fall 408; Urk. 81 S. 121), dem 9. Juni und 16. Juli 

2010 (Fälle 358, 407 und 413; Urk. 81 S. 122 f.), dem 8. Juni 2010 und 14. Feb-

ruar 2012 (Fall 360; Urk. 81 S. 124 f.), dem 8. Juni und 26. Juli 2010 (Fall 406; 

Urk. 81 S. 126 f. mit Hinweis auf Urk. 3.1.44 S. 11, Beilage 13 [im angefochtenen 

Entscheid versehentlich Beilage 14]), dem 8. Juni und 6. Juli 2010 (Fall 361; Urk. 

81 S. 126 f. mit Hinweis auf Urk. 3.1.44 S. 11, Beilage 13 [im angefochtenen Ent-

scheid versehentlich Beilage 14]), dem 5. Oktober 2010 und dem 7. April 2011 

(Fall 362; Urk. 81 S. 128 f. mit Hinweis auf Urk. 3.1.44 S. 11, Beilage 13 [im ange-

fochtenen Entscheid versehentlich Beilage 14]), dem 5. Oktober 2010 und dem 3. 

Februar 2011 (Fall 363; Urk. 81 S. 128 f. mit Hinweis auf Urk. 3.1.44 S. 11, Beila-

ge 13 [im angefochtenen Entscheid versehentlich Beilage 14]), dem 5. Dezember 

2012 und dem 6. Januar 2013 (Fall 364; Urk. 81 S. 130 f.), dem 28. Mai und 25. 

Juni 2012 (Fall 365 und Fall 366; Urk. 81 S. 132 f.), dem 26. November 2012 und 

6. Januar 2013 (Fall 367 und Fall 373; Urk 81 S. 135), dem 7. April und 2. Mai 

2011 (Fall 374; Urk. 81 S. 137), dem 27. November 2012 und dem 6. Januar 2013 

(Fälle 375, 420 und 501; Urk. 81 S. 138) bzw. dem 11. März 2013 (Fall 502; Urk. 

81 S. 140), dem 16. Mai 2011 und dem 16. Februar 2012 (Fall 376; Urk. 81 S. 

142), dem 21. Juni und 20. Juli 2011 (Fall 386; Urk. 81 S. 145), dem 10. Februar 

und 6. März 2012 (Fall 388; Urk. 81 S. 145), dem 19. Mai und 14. Dezember 2010 

(Fall 390; Urk. 81 S. 146), dem 7. Juni 2011 und dem 17. Februar 2012 (Fall 392 

[-1 bis -20]; Urk. 81 S. 149), dem 29. Oktober und 8. Dezember 2009 (Fall 395; 

Urk. 81 S. 151), dem 19. März und 4. Mai 2012 (Fall 397; Urk. 81 S. 152), dem 

10. Dezember 2009 und 27. Juli 2010 (Fall 399 und Fall 403; Urk. 81 S. 154), 

dem 21. Februar 2011 und dem 18. November 2012 (Fall 401; Urk. 81 S. 156), 

dem 9. Dezember 2010 und dem 12. Januar 2011 (Fall 402; Urk. 81 S. 157), dem 

29. November 2010 und dem 3. Februar 2011 (Fall 410; Urk. 81 S. 158 mit Hin-

weis auf Urk. 3.1.44 S. 11, Beilage 13 [im angefochtenen Entscheid versehentlich 

Beilage 14]), dem 29. November 2010 und dem 12. Januar 2011 (Fall 411; Urk. 

81 S. 158 mit Hinweis auf Urk. 3.1.44 S. 11, Beilage 13 [im angefochtenen Ent-

scheid versehentlich Beilage 14]), dem 11. August und 7. Oktober 2010 (Fall 412; 

Urk. 81 S. 160), zwischen dem 19./20. März und 2. Mai 2012 (Fälle 414, 423 bis 

-   9   - 
 

428; Urk. 81 S. 162 mit Hinweis auf Urk. 3.1.44 S. 11, Beilage 13 [im angefochte-

nen Entscheid versehentlich Beilage 14]), dem 8. Juni und 19. Juli 2011 (Fall 416; 

Urk. 81 S. 164), dem 16. Februar und 31. Mai 2012 (Fall 418; Urk. 81 S. 166), 

dem 24. April und 19. November 2012 (Fall 431; Urk. 81 S. 167), dem 9. Februar 

und 4. Juli 2012 (Fall 494; Urk. 81 S. 170), dem 6. und 25. Juni 2012 (Fall 504; 

Urk. 81 S. 172) sowie am 30. Juni 2012 (Fall 60; Urk. 81 S. 32), 24. Juli 2011 (Fall 

351; Urk. 81 S. 116), 13. September 2012 (Fall 392-21; Urk. 81 S. 149), 21. De-

zember 2009 (Fall 436; Urk. 81 S. 174), 24. Juli 2011 (Fall 513; Urk. 81 S. 177), 

20. September 2012 (Fall 319, Urk. 81 S. 187), 3. Juni 2013 (Fall 514, Urk. 81 S. 

187), 8. Juni 2012 (Fall 1; Urk. 81 S. 188), 28. August 2009 (Fall 22; Urk. 81 S. 

189), 18. April 2012 (Fall 24; Urk. 81 S. 190), 29. Oktober 2009 (Fälle 90, 107 und 

108; Urk. 81 S. 191, 193, 194), 3. Mai 2010 (Fall 120; Urk. 81 S. 195), 21. De-

zember 2011 (Fall 178; Urk. 81 S. 196), 25. März 2011 (Fälle 300, 304, 309, 310, 

312, 313 und 315; Urk. 81 S. 197, 198, 199, 200, 201, 202, 203), 15. Juni 2012 

(Fall 324; Urk. 81 S. 205), 18. Oktober 2012 (Fälle 325 und 326; Urk. 81 S. 206), 

29. März 2012 (Fall 343; Urk. 81 S. 207), 7. Dezember 2011 (Fälle 380, 381, 382, 

444, 507 und 508; Urk. 81 S. 208), 18. April 2012 (Fall 499; Urk. 81 S. 209) und 

am 5. respektive 7. Oktober 2011 (Fall 43/44; Urk. 81 S. 210) stattgefunden hat-

ten. 

Die bei den jeweiligen Einfuhren hinterzogenen Steuern bezifferte sie auf Fr. 

2'497.05 (Fall 56 B; Urk. 81 S. 29 f.), Fr. 9'704.80 (Fall 60; Urk. 81 S. 32, Fr. 

4'025.16 (Fall 61; Urk. 81 S. 35), Fr. 630'257.70 (Fall 121; Urk. 81 S. 39), Fr. 

6'077.40 (Fall 154; Urk. 81 S. 41) Fr. 38'978.50 (Fall 156; Urk. 81 S. 43), Fr. 

32'877.45 (Fall 189; Urk. 81 S. 46), Fr. 8'249.– (Fall 190; Urk. 81 S. 49), Fr. 

1'417.20 (Fall 191; Urk. 81 S. 51 f.), Fr. 4'125.45 (Fall 192; Urk. 81 S. 54), Fr. 

13'365.45 (Fall 214; Urk. 81 S. 58), Fr. 6'980.– (Fall 215; Urk. 81 S. 61), Fr. 

7'212.65 (Fall 216; Urk. 81 S. 65), Fr. 42'636.90 (Fall 221; Urk. 81 S. 67 f.), Fr. 

80'646.10 (Fall 224; Urk. 81 S. 70), Fr. 14'573.05 (Fall 225; Urk. 81 S. 72), Fr. 

48'246.– (Fall 226;Urk. 81 S. 75), Fr. 9'177.90 (Fall 248; Urk. 81 S. 77), Fr. 

9'177.90 (Fall 249; Urk. 81 S. 77), Fr. 2'539.55 (Fall 261; Urk. 81 S. 80), Fr. 

7'195.35 (Fall 262; Urk. 81 S. 80 ), Fr. 31'281.60 (Fall 271; Urk. 81 S. 82), Fr. 

10'800.– (Fall 277; Urk. 81 S. 84), Fr. 5'357.65 (Fall 279; Urk. 81 S. 87), Fr. 

-   10   - 
 

81'310.90 (Fall 280; Urk. 81 S. 89), Fr. 59'837.50 (Fall 297; Urk. 81 S. 91), Fr. 

3'996.35 (Fall 301; Urk. 81 S. 94), Fr. 1'598.55 (Fall 398; Urk. 81 S. 94), Fr. 

3'796.55 (Fall 409; Urk. 81 S. 94), Fr. 652.65 (Fall 307; Urk. 81 S. 96 f.), Fr. 

26'105.50 (Fall 308; Urk. 81 S. 99), Fr. 3'931.45 (Fall 417; Urk. 81 S. 101), Fr. 

96'000.– (Fall 321; Urk. 81 S. 103), Fr. 2'946.65 (Fall 327; Urk. 81 S. 106), Fr. 

7'561.90 (Fall 345; Urk. 81 S. 108), Fr. 21'361.90 (Fall 347; Urk. 81 S. 109), Fr. 

219'994.15 (Fall 349; Urk. 81 S. 111 f.), Fr. 11'649.75 (Fall 350; Urk. 81 S. 111 f.), 

Fr. 13'609.35 (Fall 352; Urk. 81 S. 113), Fr. 3'690.95 (Fall 353; Urk. 81 S. 114), 

Fr. 68'973.60 (Fall 351; Urk. 81 S. 116), Fr. 48'645.50 (Fall 354; Urk. 81 S. 118) 

Fr. 10'241.15 (Fall 355; Urk. 81 S. 118), Fr. 3'646.55 (Fall 400; Urk. 81 S. 120), 

Fr. 356.70 (Fall 408; Urk. 81 S. 122), Fr. 48'939.15 (Fall 358; Urk. 81 S. 124), Fr. 

795.25 (Fall 407; Urk. 81 S. 126), Fr. 550.55 (Fall 413; Urk. 81 S. 128), Fr. 

3'264.65 (Fall 360; Urk. 81 S. 125 f.), Fr. 3'637.40 (Fall 361; Urk. 81 S. 128), 

Fr.7'589.55 (Fall 406; Urk. 81 S. 128), Fr. 7'592.10 (Fall 362; Urk. 81 S. 130), Fr. 

2'444.20 (Fall 363; Urk. 81 S. 130), Fr. 6'029.70 (Fall 364; Urk. 81 S. 132), Fr. 

4'585.– (Fall 365; Urk. 81 S. 133 f.), Fr. 1'809.90 (Fall 366; Urk. 81 S. 133 f.), Fr. 

4'823.75 (Fall 367; Urk. 81 S. 136), Fr. 1'808.90 (Fall 373; Urk. 81 S. 136), Fr. 

375.75 (Fall 374; Urk. 81 S. 137), Fr. 482.40 (Fall 375; Urk. 81 S. 139), Fr. 

1'808.90 (Fall 420; Urk. 81 S. 139), Fr. 3'256.– (Fall 501; Urk. 81 S. 139), Fr. 

1'088.25 (Fall 502; Urk. 81 S. 141), Fr. 556.20 (Fall 376; Urk. 81 S. 143), Fr. 

18'049.10 (Fall 386; Urk. 81 S. 144), Fr. 1'986.25 (Fall 388; Urk. 81 S. 145), Fr. 

89.40 (Fall 390; Urk. 81 S. 147), Fr. 20'330.55 (Fall 392-1 bis 392-20]) und Fr. 

1'122.80 (Fall 392-21; Urk. 81 S. 149 f.), Fr. 2'320.25 (Fall 395; Urk. 81 S. 151), 

Fr. 1'941.90 (Fall 397; Urk. 81 S. 153), Fr. 3'525.60 (Fall 399; Urk. 81 S. 154 f.), 

Fr. 9'116.35 (Fall 403; Urk. 81 S. 154 f.), Fr. 173.30 (Fall 401; Urk. 81 S. 156), Fr. 

511.45 (Fall 402; Urk. 81 S. 157), Fr. 1'955.35 (Fall 410; Urk. 81 S. 159), Fr. 

2'070.15 (Fall 411; Urk. 81 S. 159), Fr. 21'834.90 (Fall 412; Urk. 81 S. 161), Fr. 

410'471.05 (Fälle 414, 423 bis 428; Urk. 81 S. 162 f.), Fr. 8'990.20 (Fall 416; Urk. 

81 S. 165), Fr. 622.90 (Fall 418; Urk. 81 S. 167), Fr. 236.30 (Fall 431; Urk. 81 S. 

168), Fr. 14'625.15 (Fall 494; Urk. 81 S. 171), Fr. 20'813.60 (Fall 504; Urk. 81 S. 

173), Fr. 826.25 (Fall 436; Urk. 81 S. 174), Fr. 26'942.80 (Fall 513; Urk. 81 S. 

177), Fr. 98'892.– (Fälle 319 und 514; Urk. 81 S. 187 f.), wobei vom Gesamtbe-

-   11   - 
 

trag Fr. 25'101.76 auf Fall 319 und Fr. 73'790.24 auf Fall 514 entfallen (vgl. Urk. 

4/61.68, Register 1, pag. 000042, 000080, und Register 2, pag. 000080, 000105),  

sowie auf Fr. 3'930.50 (Fall 1; Urk. 81 S. 188 f.), Fr. 21'397.60 (Fall 22; Urk. 81 S. 

190), Fr. 9'495.10 (Fall 24; Urk. 81 S. 190 f.), Fr. 1'520.– (Fall 90; Urk. 81 S. 192), 

Fr. 3'428.– (Fall 107; Urk. 81 S. 193 f. [Der von der Vorinstanz erwähnte Betrag von CHF 
45'184.40 beruht auf einem offensichtlichen Rechnungsfehler. CHF 55'105.20 abzüglich CHF 10'000.– erge-

ben CHF 45'105.20. Die von der Vorinstanz errechnete Steuerersparnis beruht jedoch auf diesem korrekten 

Ergebnis der Subtraktion]), Fr. 36'969.30 (Fall 108; Urk. 81 S. 194 f.), Fr. 6'714.75 (Fall 

120; Urk. 81 S. 195 f.), Fr. 9'325.45 (Fall 178; Urk. 81 S. 196 f.), Fr. 1'778.55 (Fall 

300; Urk. 81 S. 197 f.), Fr. 41'349.80 (Fall 304; Urk. 81 S. 198 f.), Fr. 1'377.90 

(Fall 309; Urk. 81 S. 199 f.), Fr. 10'334.15 (Fall 310; Urk. 81 S. 200 f.), Fr. 

2'780.25 (Fall 312; Urk. 81 S. 201 f.), Fr. 9'140.75 (Fall 313; Urk. 81 S. 202 f.), Fr. 

13'361.– (Fall 315; Urk. 81 S. 203 f.), Fr. 9'391.65 (Fall 324; Urk. 81 S. 205), Fr. 

5'141.80 (Fälle 325, 326; Urk. 81 S. 206 f.), Fr. 3'351.25 (Fall 343; Urk. 81 S. 207 

f.), Fr. 3'367.20 (Fälle 380 bis 382, 444, 507, 508; Urk. 81 S. 208), Fr. 4'236.80 

(Fall 499; Urk. 81 S. 209) und Fr. 34'376.30 (Fall 43/44; Urk. 81 S. 210). Gesamt-

haft nahm sie an, dass aufgrund der Nichtanmeldungen Einfuhrsteuern von Fr. 

2'495'583.40 (Urk. 81 S. 188) und aufgrund der Falschanmeldungen solche in der 

Höhe von Fr. 232'768.10 nicht veranlagt und erhoben worden waren (Urk. 81 S. 

211).  

1.2.3 Davon ausgehend sprach das Bezirksgericht Bülach, Einzelgericht, den Be-

schuldigten mit Urteil vom 4. Mai 2018 der mehrfachen Hinterziehung der Steuer 

im Sinne von Art. 85 Abs. 1 aMWSTG sowie der mehrfachen Hinterziehung der 

Steuer im Sinne von Art. 96 Abs. 4 lit. a MWSTG schuldig und bestrafte ihn mit 

einer Busse von vier Millionen Franken (Urk. 81 S. 228 f.). Die Entscheide hin-

sichtlich der Fall-Dossiers 438, 461, 465 (Verjährung) sowie 213 und 439 bzw. 

512/1.1, 512/1.2, 512/1.3, 512/1.4, 512/1.7, 512/1.8 und 512/1.9 (Anklagevorwurf 

nicht erstellt) nahm es nicht in das Dispositiv auf.  

2.1 Der Entscheid wurde den Parteien schriftlich begründet eröffnet. Mit Eingabe 

vom 28. Mai 2018 reichte der Beschuldigte hierorts fristgerecht seine Berufungs-

erklärung ein und stellte einen Beweisantrag (Urk. 78; Urk. 82; vgl. BGer 

6B_444/2011 E. 2.5). Die EZV erklärte mit Eingabe vom 4. Juli 2018 innert Frist 

-   12   - 
 

Anschlussberufung (Urk. 85; Urk. 87). Die Bundesanwaltschaft und die Ober-

staatsanwaltschaft des Kantons Zürich liessen die (auch) ihnen mit Präsidialver-

fügung vom 19. Juni 2018 angesetzte Frist zur Erklärung einer Anschlussberu-

fung unbenützt verstreichen. Mit Beschluss vom 8. August 2018 ordnete die er-

kennende Kammer in Anwendung von Art. 406 Abs. 1 lit. a StPO das schriftliche 

Verfahren an und setzte dem Beschuldigten Frist, um seine Berufungsanträge zu 

stellen und diese unter Bezugnahme auf die Überprüfungsgründe von Art. 398 

Abs. 4 StPO zu begründen (Urk. 90). Die entsprechende Eingabe des Beschuldig-

ten ging am 8. Oktober 2018 innert mehrfach erstreckter Frist ein (Urk. 95; vgl. 

Urk. 92 ff.). Mit Präsidialverfügung vom 12. Oktober 2018 wurde den Berufungs-

beklagten in der Folge eine zwanzigtägige Frist zur Beantwortung der Berufung 

und der EZV zusätzlich zur Erstattung ihrer Anschlussberufungsbegründung an-

gesetzt und der Vorinstanz Gelegenheit zur Vernehmlassung eingeräumt (Urk. 

96; Urk. 97/1-4). Die Berufungsantwort der Oberstaatsanwaltschaft mit Antrag auf 

Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheides datiert vom 24. Oktober 2018 (Urk. 

99). Die EZV reichte die Begründung ihrer Anschlussberufung unter Beilage di-

verser Unterlagen am 2. November 2018 (Datum des Poststempels) fristgerecht 

ein (Urk. 102). Ihre Berufungsantwort erstattete sie am 5. Dezember 2018 (Datum 

des Poststempels) innert erstreckter Frist (Urk. 104). Unter dem 7. Februar 2019 

liess der Beschuldigte der erkennenden Kammer innert mehrfach erstreckter Frist 

gemäss Präsidialverfügung vom 7. Dezember 2018 seine Stellungnahme zur Be-

rufungsantwort der EZV und seine Anschlussberufungsantwort zukommen (Urk. 

105; Urk. 108 ff.; Urk. 111; Urk. 112). Die EZV erklärte mit Eingabe vom 22. Feb-

ruar 2019, auf eine Vernehmlassung zu diesen zu verzichten (Urk. 115). Mit Prä-

sidialverfügung vom 22. April 2020 wurde die Honorarnote der Verteidigung vom 

20. April 2020 betreffend den Aufwand aus dem Berufungsverfahren (Urk. 118) 

den übrigen Parteien zur freigestellten Vernehmlassung zugestellt (Urk. 119). Die 

Oberstaatsanwaltschaft erklärte mit Eingabe vom 27. April 2020, auf eine Stel-

lungnahme zu verzichten (Urk. 121). Die Eidgenössische Zollverwaltung und die 

Bundesanwaltschaft liessen sich innert Frist nicht vernehmen. 

2.2 Der Beschuldigte kam der (mit dem Hinweis auf sein Aussageverweige-

rungsrecht verbundenen) Aufforderung zur Einreichung des Datenerfassungs-

-   13   - 
 

blatts, der unterschriebenen Steuererklärungen der beiden letzten Jahre und von 

Unterlagen zu seinen Wohnkosten gemäss Präsidialverfügung vom 19. Juni 2018 

nicht nach (Urk. 85; Urk. 86/2 f.; vgl. auch Urk. 101). Die Vorinstanz liess die Ge-

legenheiten zur freigestellten Vernehmlassung zur Berufung des Beschuldigten 

und zur Anschlussberufung der EZV ungenützt (Urk. 96; Urk, 97/4; Urk, 105; Urk. 

106/1). 

3.1.1 Der vom Beschuldigten gestellte Beweis- (Urk. 82 S. 1) und sein Sistie-

rungsantrag (Urk. 95 S. 3, 29 f.; Urk. 112 S. 3, 18 f.) sind abzuweisen. Ob das 

Beweisfundament für eine Verurteilung des Beschuldigten genügt, ist vom Gericht 

zu prüfen; die diesbezügliche Einschätzung der untersuchungsführenden Behörde 

ist nicht massgebend. Aus allfälligen Anweisungen, das Verfahren mit einer Straf-

verfügung bzw. einer Anklage abzuschliessen, liesse sich sodann nicht schlies-

sen, dass das Ergebnis der Untersuchung aus Sicht der Zollbehörden von Beginn 

weg vorgegeben gewesen war; eine entsprechende Anweisung würde nur bedeu-

ten, dass die vorgesetzte Behörde das Beweisfundament zu diesem Zeitpunkt als 

für eine Anklage genügend einschätzte (vgl. im Übrigen E. IV.3). Der beantragte 

Beizug der amtsinternen Berichterstattung der EZV an die Oberzolldirektion er-

weist sich daher (mit der Vorinstanz; Urk. 81 S. 16) als unnötig. Das Bundesge-

richt hat seine Entscheide in den Verfahren 2C_799/2017 und 2C_800/2017 so-

dann am 18. September 2018 gefällt; die Rückweisung an die Vorinstanz betrifft 

im Fall des Beschuldigten einzig die Kosten- und Entschädigungsfolgen. Die fi-

nanziellen Folgen des Entscheides für den Beschuldigten ergeben sich aus die-

sem selber oder können, soweit überhaupt erforderlich, abgeschätzt werden (vgl. 

E. VI.3.3).   

3.1.2 Die EZV hat ihrer Anschlussberufungsbegründung ein Aktenverzeichnis 

(Urk. 103/I) und tabellarische Aufstellungen ihrer Bemerkungen und Rügen betref-

fend das vorinstanzliche Urteil (Urk. 103/II), auf www.estv.admin.ch veröffentlichte 

Publikationen (Urk. 103/III.1-III.5) und diverse Dienstdokumente (Urk. 103/III.6-

III.9) beigelegt. Das Aktenverzeichnis und die tabellarische Aufstellung ergänzen 

ihren Sachvortrag und stellen damit keine neuen Beweismittel im Sinne von Art. 

398 Abs. 4 StPO dar. Die weiteren Dokumente vermögen einzig zu belegen, dass 

-   14   - 
 

der von der EZV im vorliegenden Verfahren vertretene Rechtsstandpunkt dem 

von der Verwaltung in öffentlich zugänglichen und internen Papieren vertretenen 

entspricht, was für den Ausgang des Verfahrens irrelevant ist. Ob es sich bei die-

sen überhaupt um neue Beweismittel im Sinne von Art. 398 Abs. 4 StPO handelt 

und wie mit solchen gegebenenfalls zu verfahren wäre (vgl. den Antrag des Be-

schuldigten in Urk. 111), kann daher offenbleiben.  

3.1.3 Das Verfahren ist spruchreif. 

II. 

1.1 Der Beschuldigte ficht den vorinstanzlichen Entscheid vollumfänglich an; er 

beantragt in seinem Hauptstandpunkt die Einstellung des Verfahrens bezogen auf 

die Fall-Dossiers 22, 56 B, 121, 154, 156, 213, 271, 280, 347, 436, 438, 439, 461, 

465 und im Übrigen einen Freispruch (Urk. 82; Urk. 95 S. 3). Die Anschlussberu-

fung der EZV zielt einzig auf eine Ausdehnung des vorinstanzlichen Schuld-

spruchs auf die Fall-Dossiers 368, 369, 370, 371, 372 und 404 (Urk. 87; Urk. 102 

S. 5 f.). Die bezogen auf weitere Fall-Dossiers erhobenen Rügen (falscher Wäh-

rungskurs, falsche Zahlen, nicht berücksichtigtes Aufgeld bei der Bemessung der 

Einfuhrsteuer, die für die Festlegung des Bussenrahmens wesentlich ist: Urk. 102 

S. 7 ff.), verbindet sie nicht mit einem Antrag auf Änderung des vorinstanzlichen 

Entscheid-Dispositivs (Urk. 102 S. 2 ff.). Keine Rüge erhebt die EZV (vgl. Urk. 102 

S. 4 ff.) sodann bezogen auf die Fall-Dossiers 213, 439, 438, 461, 465 sowie 

512/1.1, 512/1.2, 512/1.3 (Gemälde "Composition plastique no 2" von Jean Gorin, im Urteil 
versehentlich als Gemälde "Composition von Lernand Léger" bezeichnet; vgl. 81 S. 178 mit Ver-

weis auf Ordner 34, Register 15 [und nicht Register 28 für "Composition" von Fernand Léger]), 

512/1.4, 512/1.7, 512/1.8 und 512/1.9, in denen die Vorinstanz aus unterschiedli-

chen Gründen nicht zu einem Schuldspruch kam, ohne ihren jeweiligen Entscheid 

zu formalisieren. 

1.2 Bei dieser Ausgangslage ist keine Dispositivziffer des vorinstanzlichen Ur-

teils in Rechtskraft erwachsen (Art. 82 VStrR i.V.m. Art. 402 StPO). Der angefoch-

tene Entscheid steht grundsätzlich insgesamt zur Disposition. Nicht mehr zu 

überprüfen sind einzig die Fall-Dossiers 213, 439, 438, 461, 465 sowie 512/1.1, 

-   15   - 
 

512/1.2, 512/1.3, 512/1.4, 512/1.7, 512/1.8 und 512/1.9, in denen die Vorinstanz 

zugunsten des Beschuldigten und von der EZV unangefochten davon ausging, 

dass die Verjährung eingetreten sei bzw. der Anklagevorwurf nicht erstellt werden 

könne. Diese Entscheide sind nur noch durch Aufnahme in das Dispositiv zu for-

malisieren (vgl. BGE 142 IV 378 E. 1.3): Das Verfahren ist in den Fall-Dossiers 

438, 461, 465 einzustellen und der Beschuldigte in den Fall-Dossiers 213, 439, 

512/1.1, 512/1.2, 512/1.3, 512/1.4, 512/1.7, 512/1.8, 512/1.9 freizusprechen. Die 

Berufung des Beschuldigten ist insoweit (Einstellung hinsichtlich der Fall-Dossiers 

213, 438, 439, 461, 465, Freispruch hinsichtlich der Fall-Dossiers 512/1.1, 

512/1.2, 512/1.3, 512/1.4, 512/1.7, 512/1.8, 512/1.9) gegenstandslos.  

2.1 Da ausschliesslich Übertretungen Gegenstand des erstinstanzlichen Haupt-

verfahrens bildeten, kann mit der Berufung nur geltend gemacht werden, das Ur-

teil sei rechtsfehlerhaft oder die Feststellung des Sachverhaltes sei offensichtlich 

unrichtig oder beruhe auf einer Rechtsverletzung (Art. 82 VStrR i.V.m. Art. 398 

Abs. 4 StPO). Neue Behauptungen und Beweise können nicht vorgebracht wer-

den (Art. 82 VStrR i.V.m. Art. 398 Abs. 4 StPO). Unter dem Aspekt der offensicht-

lich unrichtigen oder auf Rechtsverletzungen beruhenden Feststellungen des 

Sachverhalts sind klare Fehler bei der Sachverhaltsermittlung relevant wie Verse-

hen und Irrtümer oder offensichtliche Diskrepanzen zwischen der sich aus den 

Akten sowie der Hauptverhandlung ergebenden Akten- und Beweislage und der 

Urteilsbegründung oder wenn die Sachverhaltsfeststellung auf einer Verletzung 

von Verfahrensvorschriften beruht. Willkür in der Sachverhaltsfeststellung liegt 

dabei erst vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist oder 

mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht. Dass eine andere Lö-

sung oder Würdigung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre, 

genügt nicht (statt vieler: BGE 134 I 140 E. 5.4; BGer 6B_362/2012 E. 5.2). Die 

inhaltliche Beschränkung des Berufungsthemas beschlägt hingegen die volle 

Kognition der Berufungsinstanz zur Überprüfung von Rechtsfragen nicht. Vorbe-

hältlich beweisrechtlicher Fragen (BGer 6B_1365/2017 E. 3.1; BGer 6B_326/2009 

E. 2.6.2), besteht insoweit keine eigentliche Rügepflicht (vgl. BGer 6B_61/2012 E. 

2.3; anders für den Sachverhalt: vgl. BGer 6B_696/2011 E. 4.2). 

-   16   - 
 

2.2 Der Beschuldigte macht geltend, der angefochtene Entscheid sei in ver-

schiedener Hinsicht zu seinem Nachteil rechtsfehlerhaft und willkürlich. Die Vor-

instanz gehe unter Verletzung des Anklageprinzips, des Gewaltenteilungsgrund-

satzes und seines Anspruchs auf ein faires Verfahren sowie mit einer willkürlichen 

Begründung von einer gültigen Anklageschrift aus (Urk. 95 S. 9-28; Urk. 112 S. 7-

18), wende die Bestimmungen zur Verfolgungsverjährung nach Art. 105 Abs. 1 lit. 

d und Abs. 4 MWSTG nicht richtig an und berechne die Verfolgungsverjährung 

daher falsch (Urk. 95 S. 30-35; Urk. 112 S. 20-23), komme in willkürlicher Würdi-

gung der Beweise zum falschen Schluss, dass in 112 Fällen Kunstgegenstände 

ohne Zollanmeldung in die Schweiz eingeführt worden seien, ihm handschriftliche 

Anmerkungen auf Rechnungen zugerechnet werden könnten und die Kunstda-

tenbank B._____ sehr zuverlässig sei und stelle auf eine Vielzahl von belasten-

den E-Mails und Dokumente ab, die strafprozessual nicht verwertbar seien (Urk. 

95 S. 35-44; Urk. 112 S. 23-27). Angesichts der bestehenden Lücken im Beweis-

fundament und der offenkundigen Rechtsverletzungen sei der angefochtene Ent-

scheid aufzuheben und er, der Beschuldigte, sei überall dort freizusprechen, wo 

das Verfahren nicht ohnehin infolge Verjährungseintritts einzustellen sei (Urk. 95 

S. 44). Eventualiter macht er geltend, der angefochtene Entscheid verletze die 

Regeln über die Strafzumessung, indem er sich an seinen aktuellen finanziellen 

Verhältnissen orientiere und damit ausser Acht lasse, dass er mit der Rechtskraft 

von für ihn ungünstigen Steuerentscheiden zahlungsunfähig werde (Urk. 95 S. 29 

f.; Urk. 112 S. 18 f.). Die EZV rügt, der angefochtene Entscheid beruhe in Teilen 

auf einer offensichtlich fehlerhaften Sachverhaltsfeststellung und/oder auf einer 

falschen Rechtsanwendung, indem die Vorinstanz die Fall-Dossiers 368, 369, 

370, 371, 372 und 404 nicht behandelt habe (Urk. 102 S. 5 f.). Ausserdem habe 

diese die  Steuerbemessung im Fall-Dossier 121 auf falschen Grundlagen vorge-

nommen (Urk. 102 S. 7-9) und in 81 weiteren Fall-Dossiers infolge einer falschen 

Rechtsanwendung das Aufgeld nicht berücksichtigt (Urk. 102 S. 9-14) und als 

Folge davon, den Bussenrahmen zu niedrig angesetzt (Urk. 102 S. 14). Auf diese 

Rügen der Parteien wird nachfolgend zurückzukommen sein. Auf Bemerkungen 

allgemeiner Natur, die nicht unmittelbar mit den erhobenen Rügen in Zusammen-

hang stehen, ist dagegen grundsätzlich nicht näher einzugehen. Das betrifft na-

-   17   - 
 

mentlich die Feststellung der EZV, sie habe nicht herausfinden können, weshalb 

das Total der im angefochtenen Urteil einzeln aufgeführten Einfuhrsteuerbeträge 

von dem vom Gericht genannten Total um Fr. 9'390.79 abweiche (Urk. 102 S. 5).  

III. 

1. Die Rüge des Beschuldigten, die Vorinstanz sei unter Verletzung des Ankla-

geprinzips, des Gewaltenteilungsgrundsatzes und seines Anspruchs auf ein faires 

Verfahren sowie mit einer willkürlichen Begründung von einer gültigen Anklage-

schrift ausgegangen (Urk. 95 Rz 17-99; Urk. 112 Rz 17-64), ist unbegründet. 

Das Verwaltungsstrafrecht zählt zum Nebenstrafrecht des Bundes. Das im Bun-

desgesetz über das Verwaltungsstrafrecht geregelte Verwaltungsstrafverfahren ist 

daher nach einhelliger Auffassung von Lehre und Rechtsprechung ein eigentli-

ches Strafverfahren, wie auch die in diesem Verfahren ausgesprochenen Sankti-

onen eigentliche kriminalrechtliche Strafen sind. Die vom Bundesgericht für den 

ordentlichen Strafprozess aus der Bundesverfassung und der EMRK abgeleiteten 

rechtsstaatlichen Verfahrensgarantien gelten daher auch für das Verwaltungs-

strafrechtsverfahren (vgl. BGE 120 IV 226 E. 4b). Dazu gehört namentlich der An-

klagegrundsatz, dessen Inhalt und Tragweite das Bundesgericht bereits vor In-

krafttreten von Art. 9 StPO aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus 

Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und b EMRK abgeleitet hat. Demnach bestimmt die 

Anklage den Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Fixie-

rungsfunktion). Die Anklage hat die der beschuldigten Person zur Last gelegten 

Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in ob-

jektiver und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. Es muss aus ihr er-

kennbar sein, inwiefern die inkriminierten Handlungen den objektiven und subjek-

tiven Tatbestand des angerufenen Straftatbestandes erfüllen. Das Gericht ist an 

den in der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebunden. Das Anklageprinzip 

bezweckt zugleich den Schutz der Verteidigungsrechte der beschuldigten Person 

und dient damit dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion). Die 

Umschreibungsdichte kann variieren. Entscheidend ist, dass die beschuldigte 

Person weiss, welche Taten ihr genau vorgeworfen werden und welche Strafen 

-   18   - 
 

ihr drohen, damit sie sich diesbezüglich erklären und ihre Verteidigung wirksam 

vorbereiten kann. Sie darf nicht Gefahr laufen, erst an der Gerichtsverhandlung 

mit neuen Anschuldigungen konfrontiert zu werden (BGer 6B_60/2012 E. 3.3; 

BGer 6B_492/2015 E. 2.2). Einen bestimmten Inhalt oder eine bestimmte Form 

der Anklage schreiben aber weder die Bundesverfassung noch die EMRK vor. 

Namentlich definiert auch der Grundsatz der Waffengleichheit als Teilgehalt des 

Rechts auf ein faires Verfahren die qualitativen und quantitativen Anforderungen 

an eine Anklage nicht unmittelbar, sondern garantiert jeder Prozesspartei primär 

eine angemessene Gelegenheit zum Sachvortrag unter Voraussetzungen, die sie 

gegenüber der anderen Partei nicht benachteiligt (Meyer-

Ladewig/Harrendorf/König in: Nettesheim/von Raumer [Hrsg.], EMRK Handkom-

mentar, 4. Aufl., Baden-Baden 2017, Art. 6 Rz 106; Frowein/Peukert, EMRK-

Kommentar, 3. Aufl., 2009, Art. 6 Rz 147). Im Einzelnen ergeben sich die formel-

len und inhaltlichen Anforderungen an die Anklage vielmehr aus dem einschlägi-

gen Prozessrecht. Für das gerichtliche Verfahren hält Art. 82 VStrR fest, dass die 

entsprechenden Vorschriften der Strafprozessordnung  für das Verfahren vor den 

kantonalen Gerichten nur soweit gelten, als die Artikel 73 bis 81 des VStrR nichts 

anderes bestimmen. Gemäss Art. 73 Abs. 2 VStrR hat die Anklage den Sachver-

halt und die anwendbaren Strafbestimmungen zu enthalten oder auf die Strafver-

fügung zu verweisen. Die Strafverfügung muss gemäss Art. 70 VStrR auf einer 

umfassenden Grundlage beruhen, in einem kontradiktorischen Verfahren erlassen 

und begründet werden. Sie kommt im Ergebnis einem erstinstanzlichen Urteil 

gleich (vgl. BGer 6B_207/2017 E. 1.5). Indem das VStrR zulässt, dass sie zur An-

klage mutiert, weicht es grundlegend von Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO ab, gemäss 

welcher Bestimmung sich die Anklage auf die Darstellung des Anklagesachver-

haltes zu beschränken und sich dabei am Gebot des Minimums zu orientieren 

hat. Da eine Strafverfügung dem Gericht als Teil der Akten ohnehin zur Kenntnis 

gelangt, wäre für eine beschuldigte Person unter dem Aspekt der Waffengleich-

heit mit einer der Strafprozessordnung entsprechenden Regelung im VStrR auch 

nichts gewonnen. Die Fokussierung auf die Gefahr einer möglichen Beeinflussung 

des Gerichts zu Ungunsten des Beschuldigten durch ein Vorabplädoyer (vgl. Urk. 

95 Rz 95-98), lässt sodann die Vorteile ausser Acht, die die Vorabkenntnis der 

-   19   - 
 

Details der Argumentation der Anklagebehörde auch einer beschuldigten Person 

bietet: Sie kann sich mit der Argumentation der Anklagebehörde im Hinblick auf 

die Hauptverhandlung gezielt auseinandersetzen und ihren Sachvortrag entspre-

chend vorbereiten, was der Waffengleichheit ebenfalls dient. Die von Art. 73 Abs. 

2 VStrR vorgesehene Möglichkeit, die Strafverfügung zur Anklage zu mutieren, 

widerspricht übergeordnetem Recht jedenfalls nicht. Der Wortlaut der Bestim-

mung schliesst sodann ein Nebeneinander von eigenständiger Sachverhaltsschil-

derung und Verweis auf die Strafverfügung nicht aus. Da sich das VStrR nicht zur 

Frage der Zulässigkeit von Alternativ- und Eventualanklagen äussert, ist insoweit 

schliesslich Art. 325 Abs. 2 StPO anwendbar, der u.a. Eventualanklagen zulässt.  

Die EZV formuliert in ihrer Überweisung vom 25. November 2016 zunächst den 

Vorwurf der mehrfachen vorsätzlichen Steuerhinterziehung ("Hauptantrag") und 

dann unter dem Titel "Eventualantrag" den Vorwurf der mehrfachen fahrlässigen 

Steuerhinterziehung. Sie bezeichnet damit Tatvorwürfe, die sich subsidiär zuei-

nander verhalten; der Vorhalt der mehrfachen fahrlässigen Steuerhinterziehung 

kommt nur zum Tragen, wenn das Gericht den primären Vorwurf der mehrfachen 

vorsätzlichen Steuerhinterziehung als nicht gegeben betrachtet. Sie erhebt damit 

eine Haupt- und eine Eventualanklage. Eine Anklageänderung im Sinne von Art. 

333 StPO liegt - entgegen der Vorinstanz (Urk. 81 S. 10) - nicht vor; Erörterungen 

zur Zulässigkeit einer solchen erübrigen sich. Dem Erheben einer Haupt- und ei-

ner Eventualanklage steht nach dem Erwogenen auch im Verwaltungsstrafverfah-

ren nichts entgegen. Da eine Eventualanklage einen vom Hauptvorwurf verschie-

denen und subsidiären Tatvorwurf bezeichnet, berühren eine allfällige Unzuläs-

sigkeit und andere Unzulänglichkeiten der Eventualanklage die Hauptanklage al-

lerdings sowieso nicht. Eine Rückwirkung hat die (subsidiäre) Eventualanklage 

auf die (primäre) Hauptanklage nicht. Einen Verweis, der die logische Ordnung 

von Haupt- und Eventualanklage im konkreten Fall so verändern würde, dass die 

Eventualanklage in Teilen zum Inhalt der Hauptanklage würde, enthält der Even-

tualantrag der EZV - entgegen der Auffassung des Beschuldigten (Urk. 95 Rz 28) 

- nicht. Auf die von der EZV formulierte Eventualanklage, die für den Ausgang des 

Verfahrens bedeutungslos ist, ist daher im Folgenden nicht weiter einzugehen. Zu 

prüfen ist einzig die Hauptanklage. 

-   20   - 
 

Diese formuliert die EZV durch Verweis auf die Strafverfügung, womit sie sich 

nach dem Erwogenen im gesetzlichen Rahmen bewegt. Die der Überweisung 

gemäss ausdrücklicher Bemerkung beigefügten Listen über die betroffenen 152 

Fall-Dossiers und die entsprechenden Abgaben, gehören, wie die Vorinstanz rich-

tig und ohne in Willkür zu verfallen erwog (Urk. 81 S. 9 f.), nicht zum Anklagefun-

dament. Dass Anhänge bisweilen den Inhalt eines Hauptdokuments näher aus-

führen, wie die Verteidigung geltend macht (Urk. 95 Rz 36 ff.; Urk. 118 Rz 26-29), 

trifft zwar zu. Vorliegend dienen die Anhänge jedoch nach dem Wortlaut der 

Überweisung einzig der "besseren Übersicht" und haben damit nach dem erklär-

ten Willen der EZV ausschliesslich Hilfs- oder Dienstleistungsfunktion, ohne den 

Inhalt der Anklage zu definieren. Für eine Auslegung der Erklärung der EZV im 

Sinne der Ausführungen der Verteidigung lässt der Wortlaut der Überweisung 

keinen Raum. In diesem Sinn liegt die Lesart der Vorinstanz - entgegen der Auf-

fassung der Verteidigung - tatsächlich auf der Hand. Die Strafverfügung ist denn 

auch aus sich selbst heraus verständlich. Zusätzliche Hilfsmittel (vgl. Urk. 112 Rz 

30) sind dafür nicht nötig. Die Herausforderung besteht vielmehr einzig darin, kei-

nen der unzähligen von der Anklage erfassten Einzelfälle versehentlich unbeach-

tet zu lassen. Ein Verzeichnis der betroffenen Fälle stellt eines der denkbaren Ar-

beitsinstrumente dar, um solche Versehen möglichst zu vermeiden. Definieren die 

Resultatlisten den Inhalt des Anklagesachverhaltes nicht, sind Widersprüche zwi-

schen ihnen und der Strafverfügung unter dem Aspekt des Anklageprinzips so-

dann belanglos, worauf bereits die Vorinstanz zutreffend hinwies (Urk. 81 S. 11). 

Ob die Vorinstanz die vom Beschuldigten bezeichneten Widersprüche zwischen 

der Strafverfügung und den dieser beigelegten Resultatlisten (Urk. 95 Rz 52-72) 

überzeugend auflöste, ist daher im Ergebnis nicht von Bedeutung, weshalb sich 

weitere Ausführungen dazu erübrigen. Eine andere Frage ist, ob der Anklage-

sachverhalt, wie er sich aus der Strafverfügung allein ergibt, die dem Beschuldig-

ten zur Last gelegten Taten im Licht des Anklageprinzips und weiterer aus über-

geordnetem Recht abgeleiteten Verfahrensgarantien zureichend umschreibt. Der 

Beschuldigte bestreitet das, indem er einerseits ein Zuwenig (Urk. 95 Rz 74-77; 

Urk. 112 Rz 57-61) und andererseits ein Zuviel (Urk. 95 Rz 83-94) an Information 

moniert.  

-   21   - 
 

Die Strafverfügung orientiert sich bei der Beurteilung der dem Beschuldigten (da-

mals) vorgeworfenen Einfuhrsteuerwiderhandlungen ausdrücklich (vgl. Urk. 2B E. 

II.2., II.5., II.6.) an den als Bestandteil des Schlussprotokolls vom 20. Januar 2016 

bei den Akten liegenden Listen B, C, C1 und D (Urk. 9.1.1.), in denen die einzel-

nen Nicht- und Falschanmeldungen u.a. mit einer Warenbeschreibung, der Be-

zeichnung des Kunstwerks und des Künstlers individualisiert und mit einer Fall-

Nummer versehen sind. Die gemäss Strafverfügung noch zu behandelnden Fälle 

werden in dieser unter Verweis auf die entsprechende Liste und ausdrücklicher 

Bezeichnung des Kunstwerks oder der Zierware, des Künstlers und der Fall-

Nummer sowie der Aktenstelle, unter welcher das jeweilige Fall-Dossier geführt 

wird, in einem Zwischentitel, der die Ausführungen zur Sache einleitet, beurteilt 

(Urk. 2B S. 10 ff.). Eine Ausnahme bilden u.a. die von der Rüge des Beschuldig-

ten (noch; vgl. E. II.1.2 vorstehend) betroffenen Fälle mit den Dossier-Nummern 

368 bis 372 und 424 bis 427. Sie werden im einleitenden Zwischentitel mit der 

Konjunktion "bis" zwischen zwei nach dem erwähnten Muster einzeln bezeichne-

ten Kunstwerken bzw. Zierwaren erwähnt (vgl. Urk. 2B S. 38, 44). Sie sind an-

hand der ausdrücklich erwähnten Listen problemlos identifizierbar. Zwar kann die 

Konjunktion "bis" zunächst übersehen werden. Allerdings ist im auf die Zwischen-

titel folgenden Text von sieben Objekten (Urk. 2B S. 38 f.) bzw. sieben Kunstge-

genständen (Urk. 2B S. 44 f.) die Rede, was jedenfalls Anlass für einen genaue-

ren Blick auf die Bezeichnung der betroffenen Kunstwerke bzw. Zierwaren gibt. 

Die Anklage erfordert (auch hier) zwar Aufmerksamkeit, ist aber, entgegen der 

Auffassung des Beschuldigten (vgl. Urk. 112 Rz 37 f.), nicht unfair. Dass die Vor-

instanz die Fall-Dossiers 368 bis 372 materiell nicht behandelte, trifft zu (vgl. dazu 

nachfolgend E. III.2). Sie übersah aber nicht, dass diese Gegenstand der Anklage 

sind, sondern stellte - nach dem Erwogenen zu Recht - fest, die Fälle 368-373 

und 424 bis 427 würden auf den Seiten 38 f., 44 f. der Strafverfügung behandelt 

(Urk. 81 S. 12 f.).  

Dass sich die Strafverfügung in allen von ihr materiell behandelten Fällen mit 

sämtlichen Tatbestandselementen der vorsätzlichen Einfuhrsteuerhinterziehung 

auseinandersetzt, stellt der Beschuldigte sodann zu Recht nicht in Abrede. Den 

Ausführungen, die auf die einzelnen Falldossiers Bezug nehmen, haftet zwar et-

-   22   - 
 

was Repetitives an. Das ist allerdings dem Umstand geschuldet, dass dem Be-

schuldigten eine grosse Zahl von Widerhandlungen gleicher Art vorgeworfen wer-

den. Dass in diesen lediglich vereinzelte Tatsachenbehauptungen "gut versteckt" 

sind (Urk. 95 Rz 85) und weitere Ausführungen den Blick auf das Wesentliche 

verstellen (Urk. 95 Rz 87), trifft nicht zu. Die Anklage verlangt vom Adressaten ei-

ne konzentrierte Lektüre, vermittelt - eine solche vorausgesetzt - dem Gericht und 

dem Beschuldigten aber die für die Bestimmung des Prozessgegenstandes und 

die Durchführung des Verfahrens notwendigen Informationen zu den dem Be-

schuldigten in sachlicher, örtlicher und zeitlicher Hinsicht zur Last gelegten Ver-

haltensweisen und seiner diesbezüglichen inneren Haltung. 

2. Gegenstand der Anklage sind auch die Fall-Dossiers 368, 369, 370, 371, 

372 und 404 (Urk. 2B S. 36 f., 38 f.). Die Vorinstanz hat diese nicht materiell be-

handelt, was die EZV zu Recht rügt (Urk. 87 S. 5). Mit der Nichtbehandlung der 

Fall-Dossiers 368, 369, 370, 371, 372 und 404, hat die Vorinstanz die Pflicht des 

Gerichts, die Anklage erschöpfend zu beurteilen, verletzt.  

Grundsätzlich hat die Berufungsinstanz ein neues Urteil zu fällen (Art. 408 StPO). 

Weist das erstinstanzliche Verfahren jedoch wesentliche Mängel auf, die im Beru-

fungsverfahren nicht geheilt werden können, sieht Art. 409 Abs. 1 StPO eine kas-

satorische Erledigung der Berufung vor. Zu den wesentlichen Mängeln im Sinne 

dieser Bestimmung gehört namentlich die unterbliebene Behandlung von Ankla-

gepunkten durch das erstinstanzliche Gericht, weil eine Korrektur im Berufungs-

verfahren zum Verlust einer Instanz führen und damit den durch Art. 32 Abs. 2 BV 

gewährten Anspruch verletzen würde (BSK StPO-EUGSTER, Art. 409 N. 1; BGer 

6B_528/2012 E. 3.1.1). Eine materielle Beurteilung der von der Vorinstanz nicht 

geprüften Anklagepunkte im vorliegenden Berufungsverfahren ist folglich nicht 

möglich. Vielmehr hätte eine Rückweisung zu erfolgen. Auf eine solche ist jedoch 

zu verzichten und das Verfahren in diesen Anklagepunkten in Anwendung von 

Art. 8 Abs. 2 lit. a und 4 StPO einzustellen, zumal keine Interessen von Privatklä-

gern zu berücksichtigen sind. Die im Raum stehenden Einfuhrsteuerdelikte ge-

mäss den Fall-Dossiers 368, 369, 370, 371, 372 und 404 betreffen gemäss An-

klage sechs Zierwaren mit einem Einfuhrsteuerbetrag von total Fr. 24'603.50 (Urk. 

-   23   - 
 

2B S. 36 f., 38 f.). Sie fallen neben den vielen weiteren dem Beschuldigten vor-

geworfenen Einfuhrsteuerwiderhandlungen weder zahlen- noch betragsmässig 

ins Gewicht und haben deshalb auch keinen (massgeblichen) Einfluss auf die 

Höhe der Strafe. Eine Aufhebung des angefochtenen Urteils verbunden mit einer 

Rückweisung der Sache an das erstinstanzliche Gericht wäre unter diesen Um-

ständen nicht verhältnismässig und auch im Licht des strafprozessualen Be-

schleunigungsgebots nicht zu rechtfertigen. Das Verfahren ist folglich auch bezo-

gen auf die Fall-Dossiers 368, 369, 370, 371, 372 und 404 einzustellen.  

3. Soweit der Beschuldigte geltend macht, eine Einstellung des Verfahrens ha-

be (weiter) bezogen auf die Fall-Dossiers 22, 280, 154, 347, 56 B, 121, 156, 271 

und 436 zu erfolgen, da die entsprechenden Einfuhrsteuerwiderhandlungen ver-

jährt seien (Urk. 95 Rz 109-124 [zu den Fall-Dossiers 438, 439, 461, 465, 213 vgl. 

E. II.1.2 hiervor]), ist ihm nicht zu folgen.  

Die inkriminierten Einfuhren in die Schweiz fanden gemäss den tatsächlichen 

Feststellungen der Vorinstanz in Fall Dossier 280 im Zeitraum vom 22. bis 30. 

September 2009, in Fall Dossier 154 im Zeitraum vom 10. Juli bis 22. Oktober 

2009, in Fall Dossier 347 im Zeitraum von Anfang April bis 7. April 2009, in Fall-

Dossier 56 B im Zeitraum vom 17. September bis 11. November 2009, in Fall-

Dossier 121 im Zeitraum vom 4. bis 9. November 2009, in Fall-Dossier 156  im 

Zeitraum vom 3. bis 15. September 2009, in Fall Dossier 271 im Zeitraum vom 8. 

Dezember 2009 bis 12. Januar 2010 und in Fall Dossier 436 am 21. Dezember 

2009 (Urk. 81 S. 174) statt. Die Falschanmeldung gemäss Fall-Dossier 22 erfolgte 

am 28. August 2009 (vgl. vorstehende E. I.1.2.2). Der Beschuldigte legt seiner 

Argumentation teilweise abweichende Tatzeitpunkte zugrunde (vgl. Urk. 95 Rz 

119-122), ohne allerdings konkret darzutun, dass die diesbezüglichen Feststel-

lungen der Vorinstanz willkürlich sind oder zu seinem Nachteil von der Anklage 

abweichen. Entsprechendes ist auch nicht ersichtlich. Soweit der Beschuldigte der 

von ihm generell ("betrifft alle Fälle, bei denen die Vorinstanz zum Nachteil unse-

res Mandaten auf Angaben in der Kunstdatenbank B._____ abstellt", vgl. Urk 95 

Rz 149) vorgetragenen Rüge, die Vorinstanz habe den Beweiswert des Inhalts 

der Kunstdatenbank B._____ willkürlich überhöht, auch im vorliegenden Zusam-

-   24   - 
 

menhang Relevanz zuschreibt, ist festzuhalten, dass diese unbegründet ist (vgl. 

E. IV.3).  

Am 1. Januar 2010 trat das revidierte Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer vom 

12. Juni 2009 (MWSTG) in Kraft. Es löste das Bundesgesetz über die Mehrwert-

steuer vom 2. September 1999 (aMWSTG) ab, das jedoch auf alle während sei-

ner Geltungsdauer eingetretenen Tatsachen und Rechtsverhältnisse anwendbar 

bleibt (Art. 112 Abs. 1 MWSTG). Für den Zeitraum bis Ende Dezember 2009 be-

trug die Verjährungsfrist für Übertretungen demgemäss sieben Jahren. Diese Frist 

ruhte während der Dauer eines Einsprache-, Beschwerde- oder gerichtlichen Ver-

fahrens über die Leistung- und Rückleistungspflicht. Die Verjährung trat u.a. nach 

Erlass einer verurteilenden Strafverfügung im Sinne von Art. 70 Abs. 1 VStrR 

nicht mehr ein (Art. 88 Abs. 1 aMWSTG; Art. 2 VStrR; Art. 11 Abs. 2 und 3 VStrR; 

Art. 333 Abs. 1 und 6 lit. b StGB; BGE 139 IV 62 E. 1.2). Dass die Einfuhren bzw. 

die Falschdeklaration in den Fällen gemäss den Dossiers 22, 280, 154, 347, 56 B, 

121, 156, 271 und 436 gemäss dieser, bis Ende 2009 massgeblichen Rechtslage 

(ausgehend von der Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz) verjährt wären, 

macht der Beschuldigte zu Recht (vgl. Urk. 81 S. 18, E. 4.) nicht geltend. Er stützt 

sich vielmehr auf die Regelung der Verfolgungsverjährung gemäss revidiertem 

Mehrwertsteuergesetz, die bei richtiger Interpretation milder als die altrechtliche 

sei und daher als lex mitior auch auf diejenigen Fälle zur Anwendung komme, die 

noch den Zeitraum vor Januar 2010 beträfen (Urk. 95 Rz 109 ff.).  

Die Vorinstanz führte aus, gemäss Art. 105 des revidierten Mehrwertsteuergeset-

zes verjähre das Recht, eine Strafuntersuchung im Zusammenhang mit einer Ein-

fuhrsteuerhinterziehung einzuleiten, innert sieben Jahren seit der Tatbegehung. 

Das Recht, die eingeleitete Strafuntersuchung durchzuführen, verjähre in fünf 

Jahren. Mit dieser Durchführungsverjährung sei die Frist von der Eröffnung bis 

zum Erlass eines erstinstanzlichen Entscheids gemeint. Das Mehrwertsteuerstraf-

recht binde den Eintritt der strafrechtlichen Verfolgungsverjährung mithin an zwei 

zeitliche "Marksteine": Zunächst bestimme es eine Frist für die Einleitung einer 

Strafuntersuchung. Werde diese gewahrt, könne die Strafuntersuchung maximal 

fünf Jahre in Anspruch nehmen. Während dieses Zeitraums werde die Verfol-

-   25   - 
 

gungsverjährung aufgeschoben. Erfolge innerhalb dieser Frist ein erstinstanzli-

ches Urteil, sei die Frist von Art. 105 MWSTG endgültig gewahrt und die Verfol-

gungsverjährung trete nicht mehr ein. Werde aber eine der beiden Fristen nicht 

eingehalten, trete die Verfolgungsverjährung ein und die verjährte Tathandlung 

könne nicht mehr verfolgt werden (Urk. 81 S. 18 f.). Die Vorinstanz interpretiert 

die Bestimmungen des revidierten Mehrwertsteuergesetzes zur Verfolgungsver-

jährung damit richtig. Das gilt ungeachtet des Umstandes, dass die Verfolgungs-

verjährung bei Übertretungen des MWSTG im Licht der Bestimmungen zur Ver-

folgungsverjährung in anderen Gesetzen, wie der Beschuldigte richtig geltend 

macht (Urk. 95 Rz 111-116), damit vergleichsweise lange ist. Auf den Willen des 

Gesetzgebers ist in erster Linie aus dem Wortlaut einer Bestimmung zu schlies-

sen. Nur wenn dieser unklar ist und verschiedene Auslegungen möglich sind, ist 

unter Berücksichtigung namentlich der Entstehungsgeschichte, des Zwecks sowie 

der Bedeutung, die der Norm im Kontext mit anderen Bestimmungen zukommt, 

nach der wahren Tragweite zu suchen. Vorliegend lässt der Text der Bestimmung 

von Art. 105 MWSTG jedoch nur die Interpretation zu, die dem erstinstanzlichen 

Entscheid zugrunde liegt. Wertungswidersprüche innerhalb des Mehrwertsteuer-

gesetzes, die den bundesgerichtlichen Überlegungen in BGE 134 IV 328 folgend 

zu korrigieren wären, ergeben sich durch die Auslegung nach dem Wortlaut nicht. 

Im Ergebnis bleibt es damit bei der Feststellung der Vorinstanz, dass die Verjäh-

rungsfrist bezüglich der Vorgänge im Zeitraum vom 23. März 2009 bis 31. De-

zember 2009 mit der Eröffnung der Strafuntersuchung am 30. Oktober 2012 bzw. 

25. März 2013 (vgl. dazu Urk. 81 S. 4) und dem Erlass der Strafverfügung am 6. 

Oktober 2016 auch in Anwendung der revidierten Mehrwertsteuergesetzgebung 

gewahrt worden wäre (Urk. 81 S. 19 [E. 6]). Die Regelung der Verfolgungsverjäh-

rung gemäss revidiertem Mehrwertsteuergesetz ist folglich für den Beschuldigten 

nicht günstiger und kommt daher auf diejenigen Fälle, die in den Zeitraum vor Ja-

nuar 2010 fallen, auch in Anwendung des im Bereich des Mehrwertsteuergeset-

zes ebenfalls zu beachtenden Grundsatzes der lex mitior (Art. 103 Abs. 1 

MWSTG i.V.m. Art. 2 VStrR, Art. 104 und Art. 2 Abs. 2 StGB) nicht zur Anwen-

dung.  

-   26   - 
 

Das Verfahren ist daher mit der Vorinstanz und entgegen dem Antrag des Be-

schuldigten bezogen auf die Fall-Dossiers 22, 280, 154, 347, 56 B, 121, 156, 271 

und 436 nicht einzustellen. 

IV. 

1. Die Vorinstanz hielt es, wie bereits erwähnt, in den Fällen 56 B, 60, 61, 121, 

154, 156, 189, 190, 191, 192, 214, 215, 216, 221, 224, 225, 226, 248, 249, 261, 

262, 271, 277, 279, 280, 297, 301, 398, 409, 307, 308, 417, 321, 327, 345, 347, 

349, 350, 352, 353, 351, 354, 355, 400, 408, 358, 360, 361, 406, 407, 413, 362, 

363, 364, 365, 366, 367, 373, 374, 375, 420, 501, 502, 376, 386, 388, 390, 392 [-

1 bis -21], 395, 397, 399, 403, 401, 402, 410, 411, 412, 414, 423, 424, 425, 426, 

427, 428, 416, 418, 431, 494, 504, 436, 513, 319 und 514 sowie 1, 22, 24, 90, 

107, 108, 120, 178, 300, 304, 309, 310, 312, 313, 315, 324, 325, 326, 343, 380, 

381, 382, 444, 507, 508, 499 und 43/44 für erwiesen, dass der Beschuldigte die 

Kunstgegenstände wissentlich und willentlich ohne Zollanmeldung in die Schweiz 

eingeführt bzw. nur einen Bruchteil des massgebenden Wertes der eingeführten 

Kunstgegenstände deklariert hatte, wodurch Einfuhrsteuern im Gesamtbetrag von 

Fr. 2'728'351.50 nicht veranlagt und erhoben wurden. Für die Einzelheiten kann 

auf E. I.1.2.2 und die Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwiesen wer-

den (Urk. 81 S. 26 ff. [E. IV.4.-7.]).  

2. Ihren Entscheid stützte sie in tatsächlicher Hinsicht u.a. auf umfangreiche 

Urkunden sowie EDV- und Bankdaten, die entweder in der Villa C._____ in Zü-

rich, an der D._____-Strasse in E._____, in der Hotel F._____ AG, in der Villa 

G._____ in H._____ oder bei diversen Banken beschlagnahmt worden sind, so-

wie auf Kopien der Einfuhrzollanmeldungen und Veranlagungsverfügungen (vgl. 

Urk. 81 S. 21 ff.). Der Beschuldigte rügt, dass die Vorinstanz dabei direkt oder in-

direkt auf Dokumente abgestellt habe, die nie kritisch hinterfragt worden und 

mangels Konfrontation mit den Verfassern ("Belastungszeugen") strafprozessual 

nicht zu seinen Lasten verwertbar seien. Die Zollbehörde habe bei ihrer einseiti-

gen und allein schuldfokussierten Untersuchung Art. 6 Abs. 2 StPO und Art. 147 

Abs. 2 StPO verletzt. Dasselbe gelte für den angefochtenen Entscheid, der dieses 

-   27   - 
 

Vorgehen als zulässig betrachte. Beispielhaft dafür seien die bei der Galerie 

I._____ beschlagnahmten E-Mails betreffend Fall-Dossier 56 B, bezüglich welcher 

- (sinngemäss) vor Vorinstanz (vgl. Urk. 40 S. 11 f.) - aufgezeigt worden sei, dass 

sie selektiv zu den Akten genommen worden seien, so dass der Kontext in dem 

sie erstellt worden seien, nicht mehr ersichtlich sei. Darüber hinaus betreffe der 

Mangel aber sämtliche Fälle, in denen die Vorinstanz ganz oder teilweise auf die 

Darstellung von Personen abgestellt habe, die mit dem Beschuldigten nie kon-

frontiert worden seien. Alle diese aus einer Vielzahl von E-Mails und Dokumenten 

geschöpften Informationen seien nicht als belastende Beweismittel verwertbar 

und der gestützt auf diese erfolgte Schuldspruch daher rechtsfehlerhaft, weil er 

gegen grundlegende strafprozessuale Vorschriften verstosse (Urk. 95 Rz 1-9, 

150-154, 155).  

Dass die Untersuchungsbehörden die Sachverhaltsabklärung in neutraler, objek-

tiver Weise vorzunehmen haben, steht ausser Frage (Art. 6 Abs. 2 StPO). Das 

bedeutet allerdings nicht, dass sie hinsichtlich des Vorgefallenen nicht Arbeitshy-

pothesen bilden dürfen, die von der Schuld des Beschuldigten ausgehen. Sie sind 

einzig dazu verpflichtet, diese anhand des Beweisergebnisses laufend zu testen. 

Dass dieser Test nach Auffassung der Untersuchungsbehörden auch in einer Ve-

rifikation der Schuldthese und folglich in einer Strafverfügung bzw. einer Anklage 

enden kann, liegt in der Natur der Sache. Im Übrigen verpflichtet Art. 7 StPO die 

Strafbehörden zu einer konsequenten Strafverfolgung und in diesem Rahmen 

bisweilen zu einer "grossangelegten Aktion", die das Interesse der Öffentlichkeit 

wecken kann. Es ist daher unzulässig, aus der Akribie, mit der die Strafuntersu-

chung gegen den Beschuldigten geführt wurde, und dem Umstand, dass diese 

nicht mit seiner Entlastung oder einer tieferen Busse endete, darauf zu schlies-

sen, dass die Zollbehörden "es dem A._____ endlich einmal [zu] zeigen" wollten 

und nie ergebnisoffen ermittelten, also systematisch gegen den Grundsatz der 

Neutralität verstiessen. Entsprechend verbietet sich auch die generelle Annahme, 

die zu den Akten erhobenen Urkunden und Aufzeichnungen anderer Art stellten 

die Gegebenheiten (aufgrund einer selektiven Auswahl) verzerrt dar und böten 

keine Gewähr für eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung.  

-   28   - 
 

Der Fall 56 B ("Décor de Théâtre" von Alexandra Exter) vermag als Einzelfall von 

vornherein keinen systematischen Verstoss der Zollbehörden gegen den Neutrali-

tätsgrundsatz zu belegen. Der Vorwurf, die in diesem Zusammenhang zu den Ak-

ten erhobenen E-Mails stellten den Sachverhalt (potentiell) verzerrt dar, trifft im 

Übrigen aber auch materiell nicht zu. Die bei der Galerie I._____ beschlagnahm-

ten internen E-Mails zwischen J._____ (Mitarbeiter der Galerie) und K._____ 

(Geschäftsführer der Galerie) vom 31. März 2011 beziehen sich gemäss ihrem 

Betreff auf "A. Exter "Décor du Théâtre" (Urk. 4/6.1.68, Ordner 2, Register 2, pag. 

000025-000030). K._____ weist J._____ darin u.a. an, die Arbeiten in das Büro 

des Beschuldigten bringen zu lassen (Urk. 4/6.1.68, Ordner 2, Register 2, pag. 

000025). Ausserdem wolle er die Rahmungskosten haben. J._____ seinerseits 

spricht u.a. von insgesamt 15 Exter Arbeiten, die bei "meinem Arbeitsantritt No-

vember 2009 neu gerahmt in der Werkstatt" gestanden seien. Ferner verweist er 

auf die angehängte Rechnung von L._____ in der Höhe von ca. Fr. 5'000.– (Urk. 

4/6.1.68, Ordner 2, Register 2, pag. 000028). Die Anhänge zum E-Mail sind mit 

"DSC00151.JPG, DSC00152.JPG; L._____ 091125 M._____.pdf" bezeichnet. Die 

Anhänge "DSC00151.JPG" und "DSC00152.JPG" zeigen Ausschnitte aus Arbei-

ten, die zur Serie "Décor de Théâtre" aus dem Hotel F._____ gehören (vgl. Urk. 

4/6.1.68, Ordner 2, Register 2, pag. 000003 oder 000023). Die dem E-Mail ange-

hängte Rechnung von L._____ datiert vom 25. November 2009 und ist an die Ga-

lerie I._____, J._____, gerichtet. Darin vermerkt ist als "Termin" die "Lieferung per 

Kurier 11.11.2009" und berechnet werden das Einrahmen von 15 Arbeiten mit der 

Bezeichnung "Kommission: M._____" sowie Einrahmungsarbeiten vor Ort am 18. 

November 2009 (Urk. 4/6.1.68, Ordner 2, Register 2, pag. 000035). Der Bezugs-

rahmen der E-Mail-Konversation ergibt sich folglich aus ihr selbst. Gründe, an ih-

rer Authentizität zu zweifeln, bestehen nicht. Der Beschuldigte macht denn auch 

nicht konkret geltend, inwiefern "Verzerrungen entstehen" oder die E-Mails "eine 

andere Bedeutung haben" und weshalb an ihrer Authentizität gezweifelt werden 

müsste. Seine Überlegungen sind ausschliesslich theoretischer Natur. Das zeigt 

sich auch darin, dass er sich über den Fall 56 B hinaus mit einem allgemeinen 

Hinweis darauf begnügt, dass der Mangel alle Fälle betreffe, in denen die Ankla-

-   29   - 
 

gebehörde (ganz oder teilweise) auf Informationen aus E-Mails und Dokumenten 

abgestellt habe, die nie kritisch hinterfragt worden seien.  

Ob bzw. unter welchen Voraussetzungen eine systematische Verletzung der 

Neutralitätspflicht zur Unverwertbarkeit von Beweismitteln führen könnte, kann 

folglich offenbleiben (Urk. 81 S. 22 f.). Vielmehr bleibt es bei der zutreffenden 

Feststellung der Vorinstanz, dass Urkunden und Aufzeichnungen anderer Art 

selbständige (sachliche) Beweismittel sind und als solche - unabhängig von einer 

Bestätigung durch den Ersteller und/oder Empfänger im Rahmen von Zeugenein-

vernahmen - auch zulasten eines Beschuldigten verwertbar sind. Ihre konkrete 

Aussagekraft ist im Rahmen der freien richterlichen Beweiswürdigung zu beurtei-

len. Erfolgt die Beurteilung unkritisch oder misst der Richter ihnen eine inhaltliche 

Bedeutung zu, die sie objektiv nicht haben, kann die Sachverhaltsfeststellung im 

Ergebnis unrichtig sein. Auf einer Rechtsverletzung beruht sie jedoch nicht.  

3. Die Vorinstanz nimmt in ihrem Entscheid sodann mehrfach Bezug auf Ein-

tragungen in der Kunstdatenbank B._____, einer vom Administrationsbüro des 

Beschuldigten geführten internen Datenbank zur Erfassung und Verwaltung von 

Kunstwerken (Urk. 81 S. 118 ff., vgl. auch S. 23 ff.). Der Beschuldigte rügt, dass 

sie dabei deren Inhalt willkürlich als sehr zuverlässig einschätze. Die Angaben 

aus der Kunstdatenbank würden immer dann zur Lückenfüllung herangezogen, 

wenn objektive Beweise fehlten. Der Beweiswert der Informationen werde auf 

diese Weise willkürlich überhöht. Die Vorinstanz räume den Informationen, die sie 

selbst als blosse Indizien einstufe, faktisch den Stellenwert von Eintragungen im 

Grundbuch oder dem Handelsregister ein (Urk. 95 S. 41 f.; Urk. 112 S. 25 f., 28). 

Der Mangel betreffe alle angeklagten Fälle, bei denen die Vorinstanz zum Nach-

teil des Beschuldigten auf Angaben in der Kunstdatenbank B._____ abstelle (Urk. 

112 S. 26).  

Der Beschuldigte rügt die Bewertung eines von vielen Beweismitteln durch die 

Vorinstanz losgelöst vom jeweiligen Kontext und überlässt es mit der Bemerkung, 

der Mangel betreffe alle angeklagten Fälle, bei denen die Vorinstanz zu seinem 

Nachteil auf die Angaben in der Kunstdatenbank B._____ abgestellt habe, der Be-

rufungsinstanz, nach den aus seiner Sicht relevanten kritikwürdigen Feststellun-

-   30   - 
 

gen im angefochtenen Entscheid zu suchen. In welchen Punkten und inwiefern 

die tatsächlichen Gegebenheiten von der durch die Vorinstanz unter Berücksichti-

gung der Kunstdatenbank B._____ getroffenen Sachverhaltsfeststellung (zu sei-

nem Nachteil) abweichen, legt er nicht ansatzweise dar. Einer an den beschränk-

ten Beschwerdegründen von Art. 398 Abs. 4 StPO orientierten qualifizierten Rü-

gepflicht genügt er damit von vornherein nicht. Ob eine solche im Berufungsver-

fahren überhaupt besteht, ist höchstrichterlich allerdings noch nicht geklärt (vgl. 

BGer 6B_362/2012 E. 6.2; BGer 6B_152/2017), weshalb der Vollständigkeit hal-

ber in der den wenig spezifischen Ausführungen des Beschuldigten entsprechen-

den Kürze auf dessen Einwände einzugehen ist. 

Die Vorinstanz äusserte sich eingehend zum Beweiswert der Datenbank B._____. 

Sie erkannte richtig, dass es sich dabei um interne Aufzeichnungen handelt, die 

hinsichtlich ihres Beweiswertes nicht mit öffentlich geführten Registern zu verglei-

chen sind, die unter Umständen öffentlichen Glauben geniessen. Sie hielt aber 

überzeugend dafür, dass die Datenbank aufgrund ihres Zwecks (Inventarisierung 

der vom Beschuldigten verwalteten Kunstsammlung) und ihrer auf Belegen basie-

renden Führung sowie der Übereinstimmung der Eintragungen zu Standorten und 

Transportwegen der Kunstobjekte mit dem Ergebnis der Hausdurchsuchung (be-

schlagnahmte Belege, Feststellung der Kunstwerke) und den Bestätigungen 

durch den Beschuldigten als sehr zuverlässig erscheine (Urk. 81 S. 23-25 mit 

Verweis auf die Ausführungen zu den einzelnen Kunstobjekten). Ergänzend kann 

erwähnt werden, dass aus den Ausführungen des Beschuldigten selber zu 

schliessen ist, dass die Datenbank von langjährigen, zuverlässigen Mitarbeitern 

bewirtschaftet wurde (vgl. Urk. 38 S. 16). Wenn der Beschuldigte dem wider-

spricht, indem er geltend macht, das System B._____ sei äusserst fehleranfällig, 

weil zahlreiche Personen Zugriff auf die Datenbank hätten, die laufend Eintragun-

gen und Mutationen vornähmen, die nicht kontrolliert würden (Urk. 112 S. 25), 

blendet er aus, dass die von der Vorinstanz richtig beschriebenen Umstände eben 

dagegen sprechen, dass sich allfällige Systemrisiken verwirklicht haben. Dass er, 

der offenbar ein militärisches Führungsverständnis hat (vgl. Urk. 4/8.1.3. S. 4; 

Urk. 38 S. 17), systematische Nachlässigkeiten bei der Bewirtschaftung der Da-

tenbank B._____ durch seine Angestellten geduldet hätte, ist denn auch mehr als 

-   31   - 
 

unwahrscheinlich. Das bedeutet nicht, dass die an sich als sehr zuverlässig be-

wertete Datenbank B._____ nicht auch Fehler aufweisen kann. Die theoretische 

Möglichkeit einzelner Fehler schmälert aber ihren (vom Beschuldigten in Frage 

gestellten) grundsätzlichen Beweiswert nicht und hinderte die Vorinstanz (unge-

achtet der Bezeichnung des Inhalts der Datenbank als Indiz) nicht daran, bei der 

Sachverhaltsfeststellung auch auf Eintragungen abzustellen, die sich im Einzelfall 

nicht anhand weiterer Unterlagen etc. verifizieren liessen. Blosse abstrakte und 

theoretische Zweifel sind nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und 

absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann (vgl. BGer 6B_212/2019 E. 

1.3.2). Mit der Sachverhaltsfeststellung im Einzelfall setzt der Beschuldigte sich 

wie erwähnt nicht auseinander und legt folglich auch nicht dar, dass bzw. warum 

in einem konkreten Kontext davon auszugehen ist, dass eine von der Vorinstanz 

berücksichtigte Eintragung fehlerhaft und die damit zusammenhängende Sach-

verhaltsfeststellung zu seinem Nachteil qualifiziert falsch ist. Dass dem so wäre, 

ist denn auch nicht ersichtlich.  

4. Der Beschuldigte macht weiter geltend, die Vorinstanz sei mit ihrer Feststel-

lung, die betroffenen Kunstgegenstände seien ohne Zollanmeldung in die 

Schweiz eingeführt worden, in Willkür verfallen. Sie stütze ihre Feststellung auf 

einen schriftlichen Bericht von Zollfahndungsinspektor N._____ und dessen Aus-

sagen vor Gericht (Urk. 95 Rz 129). Entgegen der Vorinstanz lasse sich die An-

klage damit aber nicht belegen. Die von der Zollbehörde vorgelegte Liste (Urk. 

30/3) lasse keine verlässliche Beurteilung zu, ob die Nachforschungen im EDV-

System E-DEC vollständig gewesen seien, d.h. ob sie alle relevanten Kunstobjek-

te erfasst habe oder nach welchen Kriterien konkret gesucht worden sein könnte. 

Im Gegenteil habe die Befragung von Zollfahndungsinspektor N._____ bestätigt, 

dass nie anhand der Namen der Werke gesucht worden sei. N._____ habe auch 

festhalten müssen, dass man natürlich nicht ausschliessen könne, dass bei einer 

elektronischen Einfuhranmeldung der Deklarant vielleicht Fehler gemacht und 

nicht alles richtig deklariert habe. Die logische Konsequenz daraus sei, dass ein 

Objekt bei einer elektronischen Suche nicht auftauche, obschon es korrekt dekla-

riert worden sei. Der angefochtene Entscheid blende diese logisch zwingende 

Folge ohne sachlichen Grund aus. Selbstverständlich könne auch die persönliche 

-   32   - 
 

Einschätzung des Zeugen, sie hätten "gründlich gearbeitet" den gänzlich fehlen-

den Sachbeweis nicht ersetzen. Dass ihm und/oder anderen Mitgliedern seines 

sechsköpfigen Teams bei den Abklärungen Fehler unterlaufen seien, könne nicht 

ausgeschlossen werden. Davon sei nach dem üblichen Lauf der Dinge sogar 

auszugehen. Nachdem sich die Qualität der Abklärungen mangels Belegen nicht 

hinreichend überprüfen lasse, sei es willkürlich anzunehmen, die Abfragen im zoll-

internen EDV-System E-DEX seien umfassend und vollständig erfolgt (Urk. 95 Rz 

130). Weiter nehme die Vorinstanz zu Unrecht an, eine Einfuhr der relevanten 

Kunstobjekte als Privatware sei nicht möglich gewesen. Dies sei eine unbelegte 

und deshalb willkürliche Annahme. Tatsächlich bestehe keinerlei Gewähr dafür, 

dass die fraglichen Objekte nicht über die Flughäfen O._____, P._____ oder 

Q._____ eingeführt worden seien. Von Zollfahndungsinspektor N._____ wisse 

man auch, dass nie abgeklärt worden sei, ob die Kunstwerke irgendwo auf dem 

Landweg eingeführt worden seien. Bei dieser Ausgangslage bleibe es ohne weite-

res denkbar, dass die relevanten Kunstwerke an kleineren Zollstellen von wenig 

routinierten Zollbeamten als Privatware erfasst und deshalb nie im EDV-System 

E-DEC erfasst worden seien. Allein der Umstand, dass sie dadurch rechtlich al-

lenfalls nicht korrekt erfasst worden sein könnten, schliesse nicht aus, dass es 

trotzdem passiert sei. Im Gegenteil. Die Zollbehörden selbst hätten diese Mög-

lichkeit ja ernsthaft in Betracht gezogen. Gerade weil sie eine fehlerhafte Erfas-

sung für möglich gehalten hätten, hätten sie im November 2017 auch die Auszüge 

der Registrierkasse der Einreisezollstellen S._____ und R._____ einverlangt, aus 

denen eine Einfuhr von Kunstobjekten als Privatware ersichtlich gewesen wäre 

(Urk. 95 Rz 133). Tatsächlich bleibe es mehr als nur theoretisch denkbar, dass 

die relevanten Kunstwerke ordnungsgemäss in die Schweiz eingeführt, von den 

Zollbehörden aber nie entdeckt worden seien (Urk. 95 Rz 134). Damit bleibe es 

dabei, dass aufgrund der Akten und der Abklärungen der Zollbehörden die These 

der Anklage sich nicht belegen lasse. Es lasse sich nicht mit genügender Sicher-

heit ausschliessen, dass für die in der Anklage aufgeführten Werke keine Ein-

fuhrdokumente existierten (Urk. 95 Rz 135). Dabei sei auch zu berücksichtigen, 

dass angesichts der bloss unvollständigen und deshalb ungenügend dokumen-

tierten Abklärungen der Zollbehörden, denkbar bleibe, dass eine andere Person 

-   33   - 
 

oder Gesellschaft aus dem Kreis potentieller Zollschuldner gemäss Art. 70 Abs. 1 

ZG ein konkretes Objekt angemeldet und versteuert haben könnte. Dies könnte 

man nur ausschliessen, wenn aus den Akten ersichtlich wäre, dass auch nach 

dieser Person oder Gesellschaft gesucht worden, die Abklärung aber negativ ver-

laufen sei (Urk. 95 Rz 136 f.).  

Wenn der Beschuldigte geltend macht, es sei willkürlich, anzunehmen die Abfra-

gen im zollinternen EDV-System E-DEC seien umfassend und vollständig erfolgt, 

ist seine Kritik im Ansatz falsch. Die Vorinstanz ging in ihrer Argumentation zwar 

davon aus, dass Zollfahndungsinspektor N._____ schlüssig und nachvollziehbar 

erklärt habe, wie bei der Nachforschung nach Verzollungsunterlagen vorgegan-

gen worden sei (Urk. 81 S. 182) und sah auch keinen Anlass, an dessen Aussage 

zu zweifeln, dass die Suchanfragen in der Datenbank E-DEC nach Unternehmun-

gen, Künstlern und der für Kunsteinfuhren massgeblichen Zolltarif-Kategorie keine 

Treffer ergeben hatten (Urk. 81 S. 182 f.). Sie nahm aber nicht an, die Abfragen 

im zollinternen EDV-System E-DEC seien zwingend lückenlos und das von 

N._____ bezeugte Ergebnis derselben damit zweifelsfrei korrekt. Vielmehr folger-

te sie lediglich, dass aufgrund des Suchergebnisses bei der Datenbank E-DEC 

vieles dafür spreche, dass bei den inkriminierten Kunstwerken keine Einfuhrver-

zollung vorgenommen worden sei (Urk. 81 S. 183). Entgegen den Ausführungen 

des Beschuldigten liegt dem angefochtenen Entscheid sodann auch nicht die An-

nahme zugrunde, dass eine Einfuhr der relevanten Kunstobjekte als Privatware 

tatsächlich gar nicht möglich war. Der Vorderrichter hält zwar fest, eine Einfuhr 

über die Reisendenabfertigung sei gar nicht möglich gewesen (Urk. 81 S. 182). 

Diese Aussage bezieht sich in ihrem Gesamtzusammenhang aber auf die rechtli-

che Lage und nicht auf die tatsächliche Möglichkeit, folgt sie doch auf die rechtli-

che Qualifikation der Kunstwerke als Privatwaren (a.a.O) und unterscheidet die 

Vorinstanz an anderer Stelle zwischen der mündlichen Abfertigung, die aufgrund 

der Qualifikation der inkriminierten Kunstwerke als Handelsware nicht möglich 

gewesen wäre, und der Möglichkeit einer allenfalls (unzulässigen) Einfuhr mit 

mündlicher Abfertigung im Reisendenverkehr (Urk. 81 S. 185), welche sie bei ei-

ner Gesamtbetrachtung der Beweislage aber für vernachlässigbar hält. Die Fest-

stellung der Vorinstanz, die betroffenen Kunstgegenstände seien ohne Zollanmel-

-   34   - 
 

dung in die Schweiz eingeführt worden, beruht denn auch, anders als der Be-

schuldigte mit seiner Kritik nahelegt, nicht allein auf dem schriftlichen Bericht (Urk. 

29) und den Zeugenaussagen von Zollfahndungsinspektor N._____ (Urk. 50), 

gemäss welchen die zollinterne Suche nach Verzollungsunterlagen erfolglos 

blieb, sondern auf einer Gesamtwürdigung der Aktenlage, in die u.a. auch ein-

floss, dass bei den Hausdurchsuchungen in der Villa C._____ in der vom Be-

schuldigten geführten Kunstabteilung und bei den bevorzugten Speditionsunter-

nehmungen T._____ AG und U._____ AG keine Einfuhrverzollungsdokumente zu 

den anklagebildenden Kunstwerken gefunden wurden (Urk. 81 S. 183), der Be-

schuldigte keine Erklärung dafür lieferte, dass weder in seinem Einflussbereich 

noch in demjenigen der Zollbehörden oder Speditionsunternehmungen Verzollun-

gen oder nur schon Anhaltspunkte dafür vorgefunden wurden (Urk. 81 S. 184) 

und er im laufenden Zollstrafverfahren die Grundhaltung offenbarte, geltende Ein-

fuhrvorschriften nicht oder nur nach seinem Gutdünken zu befolgen (Urk. 81 S. 

184 f.). Dass die zollinterne Suche nicht alle denkbaren Einfuhrvarianten abdeck-

te, übersah die Vorinstanz bei ihrer Argumentation nicht (Urk. 81 S. 185 f.). 

Bei ordnungsgemässem Vorgehen fallen im grenzüberschreitenden Warenver-

kehr auf staatlicher und auf privater Seite Urkunden oder andere Aufzeichnungen 

an, die Hinweise auf zollrechtlich relevante Vorgänge geben. Das gilt nicht nur für 

den Verkehr mit Handelswaren und gewerblich genutzte Waren, sondern auch für 

den Verkehr mit privaten Waren und dabei namentlich auch für die mündliche Ab-

fertigung über die Registrierkasse, bei welcher Daten der Registrierkasse und all-

fällige Zahlungsverkehrsdaten anfallen, und, was notorisch ist, Zahlungsquittun-

gen ausgestellt und vorgelegte Belege wie Rechnungen mit dem Zollstempel ver-

sehen werden. Der Abgleich der Daten aus verschiedenen Quellen erlaubt es so-

dann in aller Regel, mögliche Fehler in den Daten der einen Quelle durch die Da-

ten aus der anderen zu kompensieren. Fehlen trotz sachgerechter Nachforschun-

gen Unterlagen oder andere Aufzeichnungen auf staatlicher und auf privater Seite 

kann daher willkürfrei darauf geschlossen werden, dass eine Einfuhrverzollung 

nicht stattgefunden hat, sofern die nicht existente Datenspur unter Berücksichti-

gung der gesamten Umstände des Einzelfalls nicht unproblematisch erklärt wer-

den kann und keine andere konkrete Hinweise auf eine erfolgte Verzollung vorlie-

-   35   - 
 

gen. Blosse abstrakte und theoretische Zweifel, die sich daraus ergeben können, 

dass Fehler bei der Zollanmeldung, bei deren Bearbeitung, bei der Auswertung 

von Unterlagen und Daten und Nachlässigkeiten bei der Aufbewahrung von Un-

terlagen und Aufzeichnungen immer vorkommen können, sind nicht massgebend 

(vgl. BGer 6B_212/2019 E. 1.3.2). 

Vorliegend tätigten die Zollbehörden zollseitig Nachforschungen in den E-DEC-

Datenbanken und an den Zollstellen S._____ und R._____. Dass die Abklärungen 

an den Zollstellen S._____ und R._____ sachgerecht und gründlich erfolgten, 

stellt der Beschuldigte zu Recht nicht in Frage. Zu den Nachforschungen in den 

E-DEC-Datenbanken liegen - nebst einem schriftlichen Bericht - die Aussagen 

von N._____ vor, der als Zeuge bestätigte, dass er als verantwortlicher Sachbe-

arbeiter für die Untersuchung gegen den Beschuldigten meistens selber oder 

dann mit Kollegen, aufgrund der Untersuchungsdaten und den Einkaufsrechnun-

gen, die sie erhoben hätten, nach den Kunstwerken, Künstlernamen und nach 

den involvierten Firmen gesucht hätten. Man habe laufend neue Erkenntnisse ge-

habt und habe immer wieder überprüft, ob man die Kunstwerke, um welche es 

gegangen sei, in der Datenbank finde. Er habe im Verlauf der gesamten Ermitt-

lung ca. 500 Kunstwerke im E-DEC-System überprüft und bei den Nichtanmel-

dungen keine Einfuhrabfertigungen gefunden (Urk. 50 S. 4 f., 7 f., 12). Seine per-

sönliche Einschätzung, sie hätten sehr gründlich gearbeitet (Urk. 50 S. 17), kor-

respondiert mit dieser Beschreibung. Ferner ergibt sich aus seinen Aussagen, 

dass die Abfragen nach den Kriterien erfolgte, die sich aus Urk. 30/3 ergeben 

(Urk. 50 S. 7 ff., 17), also nach Unternehmungen und Künstlern und nach Kapitel 

97, den Kunsteinfuhren (Urk. 50 S. 7; vgl. Urk. 81 S. 182). Gründe, den Aussagen 

des Zeugen zu misstrauen, bestehen, wie bereits die Vorinstanz willkürfrei fest-

stellte (Urk. 81 S. 183), keine. Dass die Behauptung des Beschuldigten, die Zoll-

behörden, hätten systematisch einseitig ermittelt, nicht zu hören ist, wurde bereits 

ausgeführt. Die Aussagen des Zeugen persönlich sind sodann frei von unsachli-

chen Äusserungen. Er betonte zwar, genau gearbeitet und die aus seiner Sicht 

nötigen Abklärungen getätigt zu haben, verabsolutierte seine Sichtweise aber 

nicht und versuchte auch nicht, den Eindruck zu erwecken, dass das Ergebnis 

seiner Nachforschungen absolut zuverlässig sei (Urk. 50 S. 4 ff., namentlich S. 9 

-   36   - 
 

f. und 14). Gestützt auf seine Aussagen ist folglich davon auszugehen, dass er 

und sein Team in den E-DEC-Datenbanken gründlich nach den betroffenen 

Kunstwerken suchten und dabei Abfragen nach potentiell involvierten Unterneh-

men, Künstlern und nach Kapitel 97 (Kunsteinfuhren) tätigten, ohne fündig zu 

werden. Richtig ist, dass nicht auch nach den Namen der Werke gesucht wurde. 

Die gewählten Suchkriterien waren jedoch sachgerecht und geeignet, die ein-

schlägigen Einfuhrverzollungen selbst in dem Fall zu finden, dass bei deren Er-

fassung einzelne Fehler passiert sein sollten; die Suche auch noch nach Wer-

knamen war entbehrlich. Wenn die Vorinstanz zum Schluss kam, dass bereits 

aufgrund des Suchergebnisses bei der Datenbank E-DEC vieles dafür spreche, 

dass bei den inkriminierten Kunstwerken keine Einfuhrverzollung vorgenommen 

wurde, kann ihr jedenfalls nicht vorgeworfen werden, sie habe Sinn und Tragweite 

des schriftlichen Berichts und des Zeugnisses von N._____ bzw. des Ergebnisses 

der von ihm bezeugten Nachforschungen in den E-DEC-Datenbanken offensicht-

lich verkannt. Im Einflussbereich des Beschuldigten, namentlich in der Villa 

C._____ und in der dort vom Beschuldigten geführten Kunstabteilung, sowie bei 

den vorliegend relevanten Speditionsunternehmungen T._____ AG und U._____ 

AG wurden sodann Hausdurchsuchungen durchgeführt und umfangreiche Akten 

sichergestellt. Einfuhrverzollungsdokumente zu den anklagegegenständlichen 

Kunstwerken wurden dabei nicht gefunden; auch der Beschuldigte behauptet 

nichts anderes. Die Vorinstanz führte dazu unter Hinweis auf Urk. 4/8.1.3 S. 5 

aus, dass die Kunstabteilung laut den Aussagen des Beschuldigten die Aufgabe 

habe, ihn bei den Einkäufen/Ersteigerungen von Kunstwerken zu unterstützen, 

den Transport von Kunstwerken zu organisieren, die Zollabwicklung bei Ein- und 

Ausfuhr und Zolllagerung von Kunstwerken zu erledigen sowie die Kunstwerke in 

der Datenbank B._____ elektronisch zu erfassen und zu verwalten. Dass hierzu 

auch die Aufbewahrung allfälliger Einfuhrverzollungsunterlagen gehöre, verstehe 

sich von selbst und sei in anderen Fällen auch so gehandhabt worden, wobei sie 

auf die vorhandenen Einfuhrdeklarationen in den angeklagten Fällen von 

Falschanmeldungen verwies (Urk. 81 S. 183). Mit anderen Worten lägen in der 

mit Akribie geführten Kunstverwaltung des Beschuldigten sowie in den bei der 

T._____ AG und der U._____ AG erhobenen über 600 Speditionsdossiers zu je-

-   37   - 
 

dem der inkriminierten Kunstwerke umfangreiche Unterlagen (Verkaufsdokumen-

tationen, Rechnungen, Transportaufträge, Transportlisten, E-Mail-Verkehr, Ver-

packungsaufträge etc.) vor, aber keine Einfuhrverzollungen. Gegen diese Fest-

stellung wendet sich der Beschuldigte zu Recht nicht. Teil der umfangreichen Un-

terlagen zu den inkriminierten Kunstwerken sind, das ist ergänzend festzuhalten, 

namentlich auch Zollunterlagen und weitere Dokumente (E-Mails, Transportauf-

träge, Transportrechnungen etc.), aus denen sich Hinweise auf Zollvorgänge in 

der Schweiz und im Ausland ergeben (vgl. statt vieler Urk. 4/6.1.68, Ordner 2, 

Register 3, pag. 000082 f.; Ordner 2, Register 4, insbes. pag. 000022, 000024-27, 

36 f., 44, 55, 62, 79; Ordner 4, Register 1, pag. 000016, 19, 54-56, 59, 71, 111 f., 

136-138, 165-185, 189, 194,  Register 2, pag. 000012, 20, 28-31, 63-66, 75-80, 

Ordner 7, Register 2 pag.000011 f.,17f., 20-22, 24 f., Ordner 18, Register 2, pag. 

000025, 55 f., 64, Register 3, pag. 000025, 33-36, 50, 53, 56-58, 74-80, 87-89, 

92, 103, Ordner 25, Register 5, pag. 000042, Register 13, Urk. 10/1 und 10/3, 

Ordner 30, Register 11, pag. 000026, 29, 34-36, 40-41, Ordner 32, Register 16, 

pag. 000010-35, 000039-43). Sie betreffen nicht alle (nur) die inkriminierten 

Kunstwerke und sind teilweise auch mehrfach abgelegt, zeigen aber gleich wie 

die im Zusammenhang mit den Falschanmeldungen sichergestellten Dokumente 

(Urk. 4/6.1.68, Ordner 35-48) konkret, dass auch im Einflussbereich des Beschul-

digten und/oder der von ihm bevorzugten Speditionsfirmen regelmässig Doku-

mente aufbewahrt wurden, die Zollvorgänge (Ausfuhrabfertigungen, Transitverzol-

lungen etc.) dokumentieren oder auf solche hinweisen. Wenn die Vorinstanz dafür 

hält, dass das Nichtvorhandensein von sachdienlichen Unterlagen im Einflussbe-

reich des Beschuldigten und bei den relevanten Speditionsunternehmungen unter 

den gegebenen Umständen ein Indiz für eine fehlende Einfuhrverzollung sei (Urk. 

81 S. 184), verfällt sie auch damit nicht in Willkür bzw. ist ihr beizupflichten.  

Hinweise darauf, dass die anklagegegenständlichen Kunstgegenstände bei ihrer 

Einfuhr trotz ergebnisloser Suche nach entsprechenden Unterlagen in den E-

DEC-Datenbanken und an den Zollstellen S._____ und R._____ einerseits und im 

Einflussbereich des Beschuldigten und der von ihm für Kunsttransporte bevorzug-

ten Unternehmen andererseits verzollt wurden, fehlen. Der Beschuldigte selber 

liefert trotz seiner Nähe zur Sache keine substantielle Erklärung dafür, weshalb 

-   38   - 
 

jegliche Dokumente, die auch nur einen Anhaltspunkt für eine Einfuhrverzollung 

der interessierenden Gegenstände liefern könnten, allerorten fehlen. Wenn er im 

Berufungsverfahren eine Einfuhr der fraglichen Objekte über die Flughäfen 

O._____, P._____, Q._____ oder auf dem Landweg und/oder durch "andere Per-

sonen oder Gesellschaften (aus dem Kreis potentieller Zollschuldner)" erwähnt, 

äussert er sich sodann nur theoretisch zu potentiellen Einfuhrvarianten. Krasseste 

Fehlleistungen seitens der Zollbehörden ausgeklammert, fallen im Übrigen auch 

bei den von ihm erwähnten Einfuhrvarianten zollseitig und beim Einführenden Da-

ten und Dokumente an. Zollseitig wurden bei den vom Beschuldigten mit seinem 

Privatflugzeug unbestritten hauptsächlich angeflogenen Flughäfen S._____ und 

R._____ keine Hinweise auf eine erfolgte Abfertigung im Reisendenverkehr ge-

funden. Und auch im Einflussbereich des Beschuldigten und bei den von ihm be-

vorzugten Transportunternehmen fand sich im Rahmen umfangreicher Haus-

durchsuchungen nichts, was auch nur für eines der inkriminierten Werke auf eine 

Einfuhr im Reisendenverkehr oder auf andere Einfuhrvarianten weisen würde, 

obwohl das nach dem Erwogenen zu erwarten gewesen wäre, wenn eine solche 

erfolgt wäre. Der Beschuldigte behauptet auch nicht, dass entsprechende An-

haltspunkte irgendwo zu finden gewesen wären. Auch das erkannte die Vo-

rinstanz richtig. 

Wenn die Vorinstanz bei dieser Ausgangslage bei einer Gesamtwürdigung der 

Beweislage - zu der auch die vom Beschuldigten im Zollverfahren manifestierte 

Grundhaltung zählt, die die Vorinstanz richtig beschreibt - zum Schluss kam, es 

bestünden keine vernünftigen Zweifel daran, dass hinsichtlich der anklagegegen-

ständlichen Kunstgegenstände keine Einfuhrverzollung vorgenommen worden sei 

(Urk. 81 E. IV 4.3), verfiel sie damit nicht in Willkür. Vielmehr ist ihr beizupflichten. 

5. Der Beschuldigte rügt weiter, die Vorinstanz habe ihm in den Fällen 56 B, 

60, 154, 156, 214, 221, 224, 225, 226, 248, 249, 261, 262, 271, 277, 279, 297, 

301 ("Div. Drei Zierwaren von Carl Fabergé, Ziff. IV.4.2.26/S. 91"), 398 ("Div. Drei 

Zierwaren von Carl Fabergé, Ziff. IV.4.2.26/S. 91"), 409 ("Div. Drei Zierwaren von 

Carl Fabergé, Ziff. IV.4.2.26/S. 91"), 307, 308, 417, 327, 345, 351, 354, 355, 400, 

408, 358, 407, 413, 360, 361, 406, 362, 363, 367, 373, 375, 420, 501, 502, 376, 

-   39   - 
 

386, 388, 390, 392-1 bis 392-21 ("Div. 21 Spazierstöcke mit Ständer, Ziff. 

IV.4.2.55/S. 147"), 395, 397, 399, 403, 401, 402, 410, 411, 412, 414 und 423 bis 

428 ("Div. Sieben Objekte (Zierwaren) von Carl Fabergé, Ziff. IV.4.2.63/S. 161"), 

416, 418, 431, 494, 504, 436, 513 handschriftliche Anmerkungen auf Kaufquittun-

gen oder Rechnungen etc. willkürlich zugerechnet. Die Vorinstanz habe die unbe-

legte Behauptung der Zollbehörde unkritisch übernommen, indem sie in allen auf-

geführten Fällen ohne jede Grundlage behaupte, der Beschuldigte habe die jewei-

ligen Rechnungen zur Bezahlung freigegeben. Dieser Beweis sei nicht erbracht. 

Die anderslautenden, aber nicht belegten Behauptungen der Vorinstanz seien 

willkürlich (Urk. 95 Rz 139-145; zu Fall 439 vgl. E. II.1.2).  

In den Fällen Nr. 301, 398, 409 rechnet die Vorinstanz dem Beschuldigten keine 

handschriftlichen Bemerkungen auf einer Rechnung o.ä. zu. Sie stellte auch nicht 

fest, der Beschuldigte habe eine Rechnung zur Zahlung freigegeben (vgl. Urk. 81 

S. 91-94 [E. IV.4.2.26]).  

Im Zusammenhang mit Fall Nr. 56 B ("Décor de Théâtre" von Alexandra Exter) 

hält die Vorinstanz an der vom Beschuldigten bezeichneten Stelle in der Urteils-

begründung (Urk. 81 S. 28) fest, der Beschuldigte habe die Rechnung vom 17. 

September 2009 am 22. September 2009 zur Bezahlung freigegeben, indem er 

diese handschriftlich mit seinem Kürzel versehen habe. Die Feststellung verband 

sie u.a. mit dem Hinweis auf Seite 8 der Einvernahme des Beschuldigten vom 17. 

Juni 2013 (Urk. 4/8.1.2). Dort erklärte der Beschuldigte zu Fall Nr. 324 befragt auf 

Vorhalt der Rechnung Nr. 2027 vom 14. Mai 2012 von der Firma V._____ Ltd. an 

W._____ Inc. für den Verkauf des Kunstwerks Alpine Landschaft von Gottardo 

Segantini und die Frage, wem das dort unter dem Betrag von EURO 105'000.– 

angebrachte Kürzel gehöre, es gehöre ihm und bedeute, dass die Buchhaltung 

die Zahlung auslösen könne. Auch auf anderen Zahlungsbelegen bedeute sein 

Kürzel das Gleiche. Bei der dem Beschuldigten im Rahmen der Einvernahme vom 

17. Juni 2013 zu Fall Nr. 324 vorgehaltenen Rechnung handelt es sich um Urk. 

4/6.1.68, Ordner 46, Register 3, pag. 000003. Dort findet sich unter dem Betrag 

von EUR 105'000.– der handschriftliche Vermerk, den sich der Beschuldigte sel-

ber zurechnet, und der in der Einvernahme als Kürzel bezeichnet wird. Er ent-

-   40   - 
 

spricht in seinem Erscheinungsbild dem handschriftlichen Vermerk in der unteren 

rechten Ecke auf der erwähnten Rechnung vom 17. September 2009 betreffend 

die Arbeit "Décor de Théâtre" von Alexandra Exter (Urk. 4/6.1.68, Ordner 2, Re-

gister 2, pag. 000001). Dass er keine Ähnlichkeit mit den Kurzzeichen aufweist, 

die der Beschuldigte im Rahmen des vorliegenden Verfahrens auf den Einver-

nahmeprotokollen anbrachte, trifft zu, erklärt sich allerdings damit, dass der als 

"sein Kürzel" bezeichnete handschriftliche Vermerk tatsächlich "ok/[Datum]" lau-

tet. Die Rechnungen (vgl. Urk. 81 S. 30, 39, 41 f., 56, 65, 68, 70, 73, 75, 78, 83, 

85, 89, 97, 99, 104, 106, 115, 116, 118, 120, 122, 128, 134, 138, 140, 141, 143, 

144, 146, 147, 150, 153, 155, 156, 158, 160, 164, 167, 170, 176), die der Be-

schuldigte gemäss den Feststellungen der Vorinstanz auch in den Fällen 60, 154, 

156, 214, 221, 224, 225, 226, 248, 249, 261, 262, 277, 279, 297, 308, 417, 327, 

345, 351, 354, 355, 400, 408, 358, 407, 413, 362, 363, 367, 373, 375, 420, 501, 

502, 376, 386, 388, 390, 392-1 bis 392-21, 395, 399, 403, 401, 402, 410, 411, 

412, 416, 431, 494 und 513 handschriftlich zur Bezahlung freigab, tragen den 

Vermerk, den sich der Beschuldigte selber zuschreibt und der gemäss seiner 

Aussage bedeutet, dass die Buchhaltung die Zahlung auslösen kann, ebenfalls. 

Den inhaltlich leicht veränderten, ansonsten aber vergleichbaren handschriftlichen 

Vermerk "both ok, 21. 03.12" findet sich sodann auch auf der von der Vorinstanz 

erwähnten Urk. 4/6.1.68, Ordner 26, Register 7, pag. 000015, welche die Fälle 

414 und 423 bis 428 betrifft (vgl. Urk. 4/6.1.68, Ordner 26, Register 7, pag. 

000006; Urk. 81 S. 162 [E. IV.4.2.63]). Bei den weiteren Rechnungen, deren Frei-

gabe zur Bezahlung die Vorinstanz dem Beschuldigten zurechnet (Urk. 81 S. 80, 

95, 124, 126, 151 f., 165, 171, 173), liegen die Verhältnisse insofern anders, als 

ein handschriftlicher Vermerk des Beschuldigten persönlich fehlt, auf Belegen mit 

Zahlungsdetails aber die Bemerkungen "UES ok to pay 15/05/06" (Fall 271; Urk. 

4/6.1.68, Ordner 16, Register 1, pag. 000004), "OK TO PAY/UES 13.02.13" (Fall 

307; Urk. 4/6.1.68, Ordner 19, Register 1, pag. 000002), "gem. LP/UE o.k. to pay 

15.06.10" (Fälle 360, 361, 406; Urk. 4/6.1.68, Ordner 21, Register 9, pag. 

000012/Register 10, pag. 000010 und Urk. 4/6.1.68, Ordner 25, Register 12, pag. 

000005), "ALL OK TO PAY TEL. UES 03.04.12" (Fall 397; Urk. 4/6.1.68, Ordner 

25, Register 4, pag. 000006), "GEM. EMAIL UES 20.02.12 OK TO PAY" (Fall 

-   41   - 
 

418; Urk. 4/6.1.68, Ordner 27, Register 4, pag. 000003), "TEL. UES 27.02.12 OK 

TO PAY" (Fall 504; Urk. 4/6.1.68, Ordner 32, Register 16, pag. 000001) und "UES 

ok to pay 14/11/05" (Fall 436; Urk. 4/6.1.68, Ordner 33, Register 1, pag. 

000004/1) angebracht sind. Dass auch auf sachliche Beweismittel abgestellt wer-

den darf, wurde bereits erwogen. Ergänzend ist sodann auf die Aussage des Be-

schuldigten vor Vorinstanz hinzuweisen, gemäss welcher nur er Zahlungen betref-

fend die in der Kunstsammlung aufgeführten Objekte habe freigeben dürfen (Urk. 

38 S. 19; vgl. auch Urk. 81 S. 212 mit Verweis auf Urk. 4/6.1.68, Ordner 37, Re-

gister 1, pag. 000044.19). Die Feststellung der Vorinstanz, der Beschuldigte habe 

die erwähnten Rechnungen zur Zahlung freigegeben, deckt sich folglich entgegen 

dessen Auffassung mit der Aktenlage und ist (daher) nicht qualifiziert falsch. 

Sie ist im Übrigen für sich alleine für den Ausgang des Verfahrens bedeutungslos. 

Bedeutung erlangt sie erst im Zusammenhang mit der Frage, ob dem Beschuldig-

ten die Nicht- und Falschanmeldungen zugerechnet werden können. Insoweit er-

wähnt die Vorinstanz, (a) die handschriftlichen Vermerke des Beschuldigten sel-

ber und (b) die Vermerke der Mitarbeiter des Administrationsbüros mit dem Ver-

weis auf das Einverständnis des Beschuldigten auf (c) nahezu sämtlichen Rech-

nungen, als einen von mehreren Hinweisen auf den bestimmenden Einfluss des 

Beschuldigten auf alle Handlungen betreffend die Kunstgegenstände. Auf die 

Ausführungen, in denen sich die Vorinstanz mit der diesbezüglichen Beweislage 

umfassend auseinandersetzt (Urk. 81 E. IV.6), nimmt der Beschuldigte keinen 

Bezug. Diese halten einer Willkürprüfung denn auch ohne Weiteres stand.  

6.1 Die Vorinstanz ging im Fall 121 ("Suprematistische Komposition mit Flächen 

in Projektion" von Kasimir Malewitsch) in Abweichung von der Anklage, die die 

nicht veranlagte und erhobene Einfuhrsteuer auf Fr. 1'251'628.80 bezifferte (Urk. 

2B S. 14), von einer geschuldeten Einfuhrsteuer von Fr. 630'257.70 aus (Urk. 81 

S. 39). Sie stellte dabei auf Wertangaben ab, die vier Jahre nach dem Kauf der 

Arbeit bei einem Transport in das Zollfreilager AA._____ gemacht worden waren 

und sich gemäss ihrer Feststellung auf USD 8'168'683.– beliefen. Es sei zwar 

nicht ersichtlich, was zu dem gemessen am Kaufpreis von USD 16'000'000.– 

massiven Wertverlust geführt habe. Im Zweifel sei aber von der für den Beschul-

-   42   - 
 

digten vorteilhafteren Wertangabe auszugehen. Ausgehend von einem Wechsel-

kurs von 1.02930 am 8. November 2009 und einem Mehrwertsteuersatz von 7,6% 

resultiere eine Einfuhrsteuerschuld von Fr. 630'257.70 (Urk. 81 S. 36 ff.). Die EZV 

rügt, dass die Vorinstanz damit verkenne, dass sich die Wertangabe 8'168'683 

auf britische Pfund beziehe. In Anwendung des am 8. November 2009 geltenden 

Kurses von 1.70950 (GBP-CHF) hätte sie ausgehend von dem von ihr herange-

zogenen Betrag bei einem Steuersatz von 7,6% auf einen Einfuhrsteuerbetrag 

von Fr. 1'046'755.55 kommen müssen, also auf Fr. 416'497.85 mehr als von ihr 
festgelegt (Urk. 102 S. 7). Abgesehen davon gebe es - so die EZV zusammenge-

fasst - keinen Grund, von einem Wert von USD 16'000'000.– abzuweichen. Die 

Zahl 8'056'800 mit der Währung GBP basiere auf dem in der Kunstdatenbank 

B._____ festgehaltenen Kaufpreis von USD 16'000'000.–, welche jeweils zum ge-

rade gültigen Kurs dem auszustellenden Dokument angepasst worden sei. Die 

verschiedenen Zahlen in unterschiedlichen Währungen seien in der Regel auf die 

USD 16'000'000.– zurückzuführen, weshalb von einem massiven Wertverlust, wie 

ihn die Vorinstanz annehme, nicht die Rede sein könne. Jedenfalls habe das Ge-

richt die Bedeutung der Zahl 8'056'800 als eine auf Basis der USD 16'000'000.– 

erfolgtes Umrechnungsresultat klarerweise verkannt, weshalb bei der Einfuhr-

steuerbemessung auf die USD 16'000'000.– abzustellen sei. Dies ergebe in An-

wendung des zu Recht vom Gericht verwendeten Umrechnungskurses von 

1.02930 den Betrag von Fr. 16'468'800.– und daraus einen Einfuhrsteuerbetrag in 

der Höhe von Fr. 1'251'628.80 (Urk. 102 S. 7-9).  

Wie die Vorinstanz richtig ausführt, wurde das in Frage stehende Werk im Febru-

ar 2004 von der Galerie AB._____ zum Preis von USD 16'000'000.– erworben 

und im März 2008 von der T._____ AG vom Zollfreilager nach Grossbritannien 

gebracht, bevor es schliesslich im Juli 2008 (zusammen mit anderen Arbeiten) 

wieder den Weg in die Schweiz in das Zollfreilager AA._____ fand (Urk. 81 S. 36 

f.). Bei diesem Rücktransport wurde der Wert des Werkes von der AC._____ Ltd 

in der "Shipping Invoice Job ref1959/08 - 11th July 2008" mit GBP 8'168'683.31 

angegeben (Urk. 4/6.1.68, Ordner 4, Register 1, pag. 000122-124 "). Die gleiche 

Zahl "8'168'683.31" ist in der Ausfuhranmeldung vom 23. April 2008 unter der 

Rubrik "Statistical value" aufgeführt (Urk. 4/6.1.68, Ordner 4, Register 1, pag. 

-   43   - 
 

000174). In der Exportbewilligung vom 14. Juli 2008 wird der Wert des Werkes 

mit GBP 8'056'800.– angegeben (Urk. 4/6.1.68, Ordner 4, Register 1, pag. 

000149). Die Vorinstanz geht hier fälschlicherweise von Angaben in USD aus 

(Urk. 81 S. 37, 39) und verkennt damit die Bedeutung der Wertangaben in den 

entsprechenden Dokumenten. Die Rüge der EZV ist folglich berechtigt und die 

Höhe der nicht verlangten und erhobenen Einfuhrsteuer deshalb neu zu beurtei-

len. 

Die Einfuhr des Werkes von Kasimir Malewitsch erfolgte nach den zu überneh-

menden (richtigen) Feststellungen der Vorinstanz zwischen dem 4. und dem 9. 

November 2009 (Urk. 81 S. 37), mithin unter der Herrschaft des alten Mehrwert-

steuergesetzes, das in seinen vorliegend relevanten Teilen inhaltlich allerdings 

dem am 1. Januar 2010 in Kraft getretenen revidierten Recht (auf das die Vor-

instanz verweist; vgl. Urk. 81 S. 36) entspricht. Gemäss Art. 76 Abs. 1 lit. b 

aMWSTG wird die Einfuhrsteuer bei Einfuhren, die wie vorliegend nicht in Erfül-

lung eines Veräusserungsgeschäfts erfolgen, auf dem Marktwert des eingeführten 

Gegenstandes erhoben. Bestehen Zweifel an der Richtigkeit der Deklaration oder 

fehlen Wertangaben, kann die Steuerbemessungsgrundlage nach pflichtgemäs-

sem Ermessen geschätzt werden (Art. 76 Abs. 4 aMWSTG). Für die Ermittlung 

der Bemessungsgrundlage herangezogene Preis- oder Wertangaben in ausländi-

scher W