# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** af976586-65eb-5291-a393-1133773ff1b0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.03.2010 D-5207/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5207-2006_2010-03-08.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5207/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  M ä r z  2 0 1 0

Richter Thomas Wespi (Vorsitz),
Richter Pietro Angeli-Busi, Richter Hans Schürch, 
Gerichtsschreiber Stefan Weber.

A._______, geboren X._______,
B._______, geboren Y._______,
C._______, geboren Z._______,
Türkei,
alle vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,
Beschwerdeführerinnen,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung (Beschwerde gegen Wieder-
erwägungsentscheid); Verfügung des BFM vom 
26. Juni 2006 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5207/2006

Sachverhalt:

A.
Mit Verfügung vom 26. Februar 2004 stellte das Bundesamt für Flücht-
linge (BFF) fest, die Beschwerdeführerinnen erfüllten die Flüchtlings-
eigenschaft  nicht,  und lehnte ihre Asylgesuche vom 6. Oktober 2003 
ab.  Gleichzeitig  verfügte  es  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnete  den  Vollzug  an.  Die  gegen  diese  Verfügung  gerichtete  Be-
schwerde  vom  31. März  2004  wurde  von  der  damals  zuständigen 
Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) mit Urteil  vom 14. No-
vember 2005 abgewiesen.

Mit  Schreiben  vom  18.  November  2005  setzte  das  BFM  den  Be-
schwerdeführerinnen eine Ausreisefrist auf den 13. Januar 2006 an.

B.
B.a Mit  Eingabe  vom  13.  Januar  2006  reichten  die  Beschwerde-
führerinnen bei  der  Vorinstanz hinsichtlich des Wegweisungsvollzugs 
ein Wiedererwägungsgesuch ein. Diesem lagen ein ärztliches Zeugnis 
von  D._______,  ein  Arztbericht  der  E._______ sowie  eine 
Entbindungserklärung  von  der  ärztlichen  Schweigepflicht,  datierend 
vom 30. Dezember 2005, bei.

B.b Mit  Schreiben  vom  17.  Januar  2006  reichten  die  Beschwerde-
führerinnen  das  Original  des  Arztberichtes  der  E._______  zu  den 
Akten.

B.c Mit  Eingabe  vom  19.  Januar  2006  legten  die  Beschwerde-
führerinnen weitere Sachverhaltsergänzungen ins Recht.

B.d Mit Schreiben vom 20. Januar 2006 wies das BFM die zuständige 
kantonale  Behörden  an,  aufgrund  des  eingereichten  Wieder-
erwägungsgesuchs die Wegweisung vorderhand nicht zu vollziehen.

B.e Mit Schreiben vom 1. März 2006 wurden die Beschwerdeführerin-
nen  aufgefordert,  innert  angesetzter  Frist  von  den  behandelnden 
Spezialärzten  einen  ärztlichen  Bericht  mittels  beigelegten  Formulars 
erstellen  zu  lassen.  Gleichzeitig  wurden  die  Beschwerdeführerinnen 
ersucht, mittels schriftlicher Erklärung die behandelnden Ärzte gegen-
über dem BFM vom Arztgeheimnis zu entbinden.

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B.f Mit  Eingabe  vom  11.  April  2006  reichten  die  Beschwerde-
führerinnen  weitere  Beweismittel  betreffend  A._______  (Arztbericht 
der  F._______;  Arztbericht  der  G._______)  und  weitere 
Sachverhaltsergänzungen ein.

C.
Mit Verfügung vom 26. Juni 2006 - eröffnet am 4. Juli 2006 -  wies das 
BFM das Wiedererwägungsgesuch der Beschwerdeführerinnen ab und 
stellte fest, dass die Verfügung vom 26. Februar 2004 rechtskräftig und 
vollstreckbar sei und einer allfälligen Beschwerde keine aufschiebende 
Wirkung zukomme.

D.
Mit  Eingabe  an  die  ARK  vom  4.  Juli  2006  beantragten  die  Be-
schwerdeführerinnen die Aufhebung der Verfügung vom 26. Juni 2006. 
Die  Sache  sei  wegen  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  und  zur 
Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sach-
verhalts zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen. Eventualiter 
sei die Verfügung aufzuheben und es sei festzustellen, dass der Voll-
zug der Wegweisung nicht zumutbar sei. Im Sinne einer vorsorglichen 
Massnahme sei der Vollzug der Wegweisung unverzüglich zu sistieren. 
Das zuständige kantonale Amt sei unverzüglich anzuweisen, von Voll-
zugshandlungen  abzusehen.  Ferner  seien  die  Beschwerdeverfahren 
N_______ und N_______, welche zwei gemeinsam lebende Schwes-
tern betreffen würden, wegen deren sachlichen und persönlichen Nä-
he im Sachverhalt zu vereinigen. Auf die Begründung wird, soweit ent-
scheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

E.
Der  Instruktionsrichter  der  ARK setzte  den  Vollzug der  Wegweisung 
mit  Verfügung  vom 5. Juli  2006  im Sinne  einer  vorsorglichen Mass-
nahme  (Art.  56  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über 
das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) einstweilen aus.

F.
Mit  Zwischenverfügung  des  Instruktionsrichters  vom  11.  Juli  2006 
wurde das Gesuch um Anordnung einer vorsorglichen Massnahme im 
Sinne von Art. 56 VwVG gutgeheissen und festgestellt,  dass die Be-
schwerdeführerinnen  den  Abschluss  des  Verfahrens  in  der  Schweiz 
abwarten können. Auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wurde 
verzichtet  und  die  Beschwerdeverfahren  N_______  und  N_______ 
wurden antragsgemäss vereinigt.

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G.
Mit Eingabe vom 3. August 2006 vervollständigten die Beschwerdefüh-
rerinnen  innerhalb  der  Beschwerdefrist  ihre  Verwaltungsbeschwerde 
vom 4. Juli  2006 und reichten ein ärztliches Zeugnis der H._______ 
ein,  wonach  sich  der  Gesundheitszustand  der  Beschwerdeführerin 
A._______ seit dem letzten ausführlichen Bericht vom 28. März 2006 
nicht  verändert  habe.  Diese  werde  dort  weiterhin  integriert 
psychiatrisch-psychotherapeutisch  durch  stützende  Gespräche  und 
eine antidepressive Medikation behandelt.

H.
In  seiner  Vernehmlassung vom 2. Oktober  2006 hielt  das  BFM fest, 
dass die ARK in der Einladung zur Vernehmlassung darauf hingewie-
sen habe, das BFM solle eine Prüfung einer Familienvereinigung mit 
dem  angeblich  als  Asylsuchender  in  I._______  lebenden  Ehemann 
von A._______ vornehmen. Aufgrund der Akten würden jedoch keine 
Beweismittel für den tatsächlichen Aufenthalt des Ehemannes der Be-
schwerdeführerin in I._______ vorliegen. Um eine Prüfung einer Fami-
lienzusammenführung vorzunehmen,  seien zusätzliche Informationen 
über den Namen, den Ort und den Aufenthaltsstatus des Ehemannes 
der  Beschwerdeführerin  in  I._______  nötig.  Zwecks  Prüfung  eines 
allfälligen Familiennachzugs werde daher die Einholung entsprechen-
der  Beweismittel  bezüglich  des  angeblichen  Aufenthalts  des  Ehe-
mannes  der  Beschwerdeführerin  in  I._______  (beispielsweise  eine 
Aufenthaltsbewilligung) beantragt.

I.
Mit Zwischenverfügung vom 4. Oktober 2006 wurde den Beschwerde-
führerinnen die vorinstanzliche Vernehmlassung zur Kenntnis gebracht 
und ihnen Gelegenheit eingeräumt, sich innert angesetzter Frist dazu 
zu  äussern.  Gleichzeitig  wurden  sie  aufgefordert,  den  in  der  Be-
schwerdeschrift  behaupteten  Aufenthalt  des  Ehemannes  von 
A._______ in I._______ in geeigneter Form zu belegen, wobei bei un-
benutztem  Fristablauf  gestützt  auf  die  bisherige  Aktenlage  ent-
schieden werde.

J.
Mit Eingabe vom 19. Oktober 2006 legten die Beschwerdeführerinnen 
ihre  Stellungnahme  ins  Recht.  Hinsichtlich  des  angeführten  Aufent-
haltes  von  J._______  in  I._______  wurde  dabei  angeführt,  dass 
dessen  Asylverfahren  in  I._______  vor  drei  Monaten  definitiv  ab-

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geschlossen worden sei und J._______ danach I._______ verlassen 
habe, wobei dessen jetziger Aufenthaltsort nicht bekannt sei.

K.
Mit Schreiben vom 22. November 2006 teilten die Beschwerdeführerin-
nen mit,  dass J._______ am 21. November 2006 in der Schweiz ein 
Asylgesuch  eingereicht  habe.  Es  werde  daher  ersucht,  mit  der 
Beurteilung ihres  Beschwerdeverfahrens zuzuwarten,  bis  die weitere 
Entwicklung betreffend das Verfahren von J._______ absehbar sei.

L.
Mit Verfügung vom 5. Juni 2007 lehnte das BFM das Asylgesuch von 
J._______ ab und ordnete dessen Wegweisung aus der Schweiz und 
den  Vollzug  an.  Zur  Begründung  der  Ablehnung  des  Asylgesuchs 
führte  das  Bundesamt  aus,  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers 
betreffend  das  Jahr  2006  sowie  die  Vorbringen  bezüglich  einer 
Reflexverfolgung in den Jahren 2000 bis 2003 seien unglaubhaft, wes-
halb  auch  das  Bestehen  einer  begründeten  Furcht  vor  ernsthaften 
Nachteilen beziehungsweise vor einer Reflexverfolgung zu verneinen 
sei. Ferner sei der Vollzug der Wegweisung als zulässig, zumutbar und 
möglich zu erachten.

Gegen  diesen  Entscheid  reichte  J._______  beim  Bundes-
verwaltungsgericht am 13. Juli  2007 eine Beschwerde ein (vgl. auch 
E. 1.5 unten).

M.
Mit  Eingaben vom 9. und  22. Mai  2008 wurden  hinsichtlich  der  Be-
schwerdeführerinnen A._______ und C._______ Gesuche um Anset-
zung einer angemessenen Frist zur Einreichung von Arztberichten ge-
stellt.

N.
Mit  Zwischenverfügung des  Bundesverwaltungsgerichts  vom 26. Mai 
2008 wurden die Gesuche um Ansetzung je einer Frist zur Einreichung 
von ärztlichen Berichten unter  Verweis auf  Art. 32 Abs. 2 VwVG ab-
gewiesen.

O.
Mit  Eingabe vom 24. Juni  2008 reichten die  Beschwerdeführerinnen 
einen  Arztbericht  der  K._______  betreffend  die  Beschwerdeführerin 
A._______ zu den Akten.

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P.
Mit Entscheid des Bundesverwaltungsgerichtes vom 27. Oktober 2008 
wurde  das  Beschwerdeverfahren  der  Schwester  der  Beschwerde-
führerin A._______ (N._______; N_______), deren Wiedererwägungs-
gesuch vom BFM ebenfalls mit Verfügung vom 26. Juni 2006 abgelehnt 
wurde, nach schriftlicher Rückzugserklärung vom 21. Oktober 2008 als 
durch  Rückzug  gegenstandslos  geworden  abgeschrieben,  nachdem 
N._______  am W._______  mit  einem türkischen Staatsangehörigen, 
der in  der  Schweiz über eine Niederlassungsbewilligung verfügt,  die 
Ehe eingegangen war.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 
den  Behörden  nach  Art. 33  VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnah-
me im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungs-
gericht  ist  daher  zuständig für  die  Beurteilung der  vorliegenden Be-
schwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig 
(Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss bisheriger Praxis 
letztinstanzlich auch Beschwerden gegen Verfügungen, in denen das 
Bundesamt  es  ablehnt,  einen früheren Entscheid  auf  Gesuch hin  in 
Wiedererwägung zu ziehen,  zumal  die diesbezügliche Rechtslage in 
der vorliegenden und massgeblichen Konstellation keine Änderung er-
fahren hat. 

1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht;  die  Be-
schwerdeführerinnen  sind  legitimiert  (Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  37 
VGG  und  Art.  48  Abs.  1,  Art.  50  sowie  Art.  52  VwVG).  Auf  die 
Beschwerde ist mithin einzutreten.

1.4 Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  un-
richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-

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verhalts  und die  Unangemessenheit  gerügt  werden (Art. 106 Abs. 1 
AsylG).

1.5 Das  vorliegende  Urteil  ergeht  aus  sachlichen  und  prozessöko-
nomischen Gründen gleichzeitig mit demjenigen des Ehemannes der 
Beschwerdeführerin  A._______ (J._______; Beschwerdeverfahren D-
4788/2007; N_______), der gegen den Entscheid des BFM vom 5. Juni 
2007  beim  Bundesverwaltungsgericht  am  13.  Juli  2007  eine 
Beschwerde einreichte (vgl. auch Bst. L. oben).

2.
Ein Anspruch auf Wiedererwägung besteht unter anderem dann, wenn 
sich  der  rechtserhebliche  Sachverhalt  seit  dem  ursprünglichen  Ent-
scheid  beziehungsweise  seit  dem  Urteil  der  mit  Beschwerde  an-
gerufenen Rechtsmittelinstanz (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen 
der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1995 Nr. 21 E. 
1c S. 204) in wesentlicher Weise verändert hat und die ursprüngliche 
(fehlerfreie)  Verfügung  an  nachträglich  eingetretene  Veränderungen 
der Sachlage anzupassen ist (vgl. EMARK 2003 Nr. 7 E. 1 S. 42 f.). 

3.
3.1 Das  Bundesamt  trat  auf  das  Wiedererwägungsgesuch  der  Be-
schwerdeführerinnen ein und lehnte es ab. Zur Begründung wurde im 
Wesentlichen angeführt,  im Wiedererwägungsgesuch sei vorgebracht 
worden,  dass sich die Beschwerdeführerin A._______ als  Folge des 
Erhalts  des  ablehnenden Urteils  der  ARK und ihrer  Angst  vor  einer 
Rückkehr in die Türkei mehrfach in stationäre psychiatrische Behand-
lung habe begeben müssen. Aus diesem Grund sei ein Wegweisungs-
vollzug nicht mehr zumutbar, zumal in der Türkei überdies kein tragfä-
higes Beziehungsnetz mehr verfügbar sei und sich die allein stehende 
Schwester,  N._______  (N_______),  welche  sich  ebenfalls  als 
Asylsuchende in  der Schweiz aufhalte, schon seit  langem psychisch 
krank  und  auf  die  ständige  Unterstützung  der  Beschwerdeführerin 
A._______  angewiesen  sei.  Der  Vollzug  der  Wegweisung  würde  zu 
einer konkreten Gefährdung der Gesundheit und des Lebens und bei 
den  beiden  minderjährigen  Kindern  zu  einer  Gefährdung  der 
kindsgerechten  Entwicklung  führen.  Diesbezüglich  sei  festzuhalten, 
dass sich der psychische Zustand der Beschwerdeführerin A._______ 
laut Arztberichten nach der stationären Behandlung stabilisiert  habe. 
Die  Voraussetzungen  für  eine  adäquate  Weiterbehandlung  in  der 
Türkei  seien  den  gesicherten  Erkenntnissen  des  BFM  zufolge 

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gegeben.  Dies  zeige  auch  der  Fall  der  Schwester  der 
Beschwerdeführerin  A._______,  N._______,  welche  schon  länger 
psychisch  krank  und  offenbar  in  der  Türkei  angemessen  behandelt 
worden  sei.  Hinsichtlich  einer  Prognose  bei  einer  allfälligen  psychi-
schen Destabilisierung bei einer - zwangsweisen - Rückführung wür-
den sich die eingereichten Arztberichte unterscheiden. Nur in  einem 
Arztbericht  würden  Bedenken  hinsichtlich  einer  Destabilisierung  und 
möglichen suizidalen Krise geäussert. Der Bericht der E._______ ent-
halte keine Aussagen in dieser Richtung. Unabhängig von der Frage, 
welche der beiden Einschätzungen nun zutreffe, sei auf ein aktuelles 
Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) zu 
verweisen,  wonach  auch  eine geltend  gemachte  Suizidalität  für  den 
Fall einer Wegweisung nicht gegen die Zulässigkeit des Wegweisungs-
vollzugs  spreche.  Es  obliege  allerdings  dem  zuständigen  Staat, 
entsprechende Massnahmen zu treffen, um die Betroffenen vor einer 
Suizidhandlung  zu  schützen.  Vorliegend  spreche  aus  medizinischer 
Sicht nichts gegen die Zulässigkeit beziehungsweise Zumutbarkeit des 
Wegweisungsvollzugs. Nötigenfalls könnten bei der Beschwerdeführe-
rin A._______ geeignete medizinische beziehungsweise psychothera-
peutische  Massnahmen  zur  Vorbereitung  und  Durchführung  einer 
Rückführung ergriffen werden.

Zur  angeblichen Verschlechterung des Beziehungsnetzes in  der Tür-
kei,  was  gegen  die  Zumutbarkeit  der  Rückkehr  in  den  Heimatstaat 
sprechen soll,  sei  zunächst  auf  den auffälligen Zusammenhang zwi-
schen dem ablehnenden Urteil der ARK und dem darin noch als aus-
reichend  eingestuften  Beziehungsnetz  der  Beschwerdeführerin 
A._______ und der plötzlichen, durch nichts belegten angeblichen Ver-
schlechterung  dieses  Netzes  zu  verweisen,  die  doch  einige  Zweifel 
aufwerfe.  Weiter  sei  auch  erstaunlich,  dass  die  Beschwerdeführerin 
A._______  die  meisten  dieser  Vorbringen  auch  schon  während  des 
ordentlichen Verfahrens hätte geltend machen können. Ungeachtet der 
Frage der Glaubhaftigkeit bleibe festzustellen, dass die Beschwerde-
führerin  A._______ in  der Türkei mit  ihren Eltern und mehreren Ge-
schwistern im Dorf O._______ und ihren Schwestern in P._______ und 
Q._______  auf  ein  grosses  familiäres  Beziehungsnetz  zurückgreifen 
könne.  Ausserdem  verfüge  sie  durch  ihren  Ehemann  und  dessen 
Familie  noch über  ein zusätzliches  familiäres  Netz in  der  Türkei. Im 
herrschenden  sozio-kulturellen  Kontext  der  Türkei  und  der  damit 
verbundenen,  weit  über  die  Kernfamilie  hinaus  geltenden  grossen 
Solidarität  zwischen  Familienangehörigen  müsse  das  aufgrund  der 

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Aktenlage  bestehende  Beziehungsnetz  der  Beschwerdeführerin 
A._______ als ausreichend beurteilt werden.

3.2 In  der  Beschwerde vom 4. Juli  2006 und deren Ergänzung vom 
3. August  2006 wird  geltend gemacht,  die  Vorinstanz  habe nicht  er-
kannt  beziehungsweise  ungenügend  abgeklärt,  wie  zerbrechlich  das 
gesundheitliche Gleichgewicht der Beschwerdeführerin A._______ sei. 
Auch das angeblich in der Türkei bestehende intakte familiäre Bezie-
hungsnetz,  welches laut  der  Vorinstanz  die  Situation  stützen könne, 
werde vom BFM nur behauptungsweise vorgebracht, obwohl dargelegt 
worden sei,  dass  ein Teil  der  Unzumutbarkeit  des Wegweisungsvoll-
zugs darin bestehe, dass dieses Beziehungsnetz mit weiteren kranken 
nahen Familienangehörigen zu einer massiven Überforderung der Be-
schwerdeführerin  A._______  und  damit  zu  einer  konkreten  Gefähr-
dung für  diese führe. Auch hier  sei  der rechtserhebliche Sachverhalt 
nicht ausreichend abgeklärt worden. Ein zwar vorhandenes familiäres 
Beziehungsnetz, welches aber aufgrund der Flucht der meisten Famili-
enangehörigen  aus  der  Türkei  immer  schwächer  werde  und  zudem 
durch eine grosse Anzahl von betagten, kranken oder minderjährigen 
Familienangehörigen zusätzlich belastet sei, überfordere die wenigen 
gesunden Familienangehörigen massiv und stelle die Ursache für die 
Erkrankung der  Beschwerdeführerin  A._______ dar. Diese Zustände 
würden sowohl die Entstehung weiterer Krankheiten als auch den ne-
gativen  Krankheitsverlauf  der  bestehenden  Erkrankungen  beeinflus-
sen.  Hinsichtlich  der  Existenz  eines  tragfähigen  Beziehungsnetzes 
stelle sich die Frage, ob durch das BFM eine Botschaftsabklärung hät-
te angeordnet werden müssen. Zusammenfassend ergebe sich somit, 
dass insbesondere bezüglich der Existenz eines tragfähigen sozialen 
Netzes,  welches  Bedingung  dafür  sei,  dass  die  Beschwerdeführerin 
A._______ bei einer Rückkehr in die Türkei mit guter Prognose medizi-
nisch weiter  behandelt  werden könne und nicht  zusätzlich  erkranke, 
der  rechtserhebliche  Sachverhalt  nicht  vollständig  und  nicht  richtig 
abgeklärt worden.

3.3 Als Wiedererwägungsgrund wird im Wesentlichen der massiv ver-
schlechterte Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin A._______ 
sowie eine Verschlechterung des Beziehungsnetzes in der Türkei gel-
tend  gemacht.  Nachfolgend  ist  somit  zu  prüfen,  ob  infolge  der 
vorgebrachten gesundheitlichen Probleme und des (noch)  vorhande-
nen Beziehungsnetzes in der Türkei der Vollzug der Wegweisung der 

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Beschwerdeführerinnen in ihr Heimatland als unzulässig respektive als 
unzumutbar zu betrachten ist.

3.4 Ob die vorgebrachte Veränderung des Gesundheitszustandes der 
Beschwerdeführerin A._______ rechtswesentlich ist - das heisst, eine 
veränderte Sachlage darstellt, die eine von den bisherigen Beurteilun-
gen abweichende Würdigung der Frage der Zulässigkeit  und Zumut-
barkeit des Wegweisungsvollzugs zulässt - hat allein das Bundesver-
waltungsgericht  zu  beantworten,  da  einem  behandelnden  Arzt  oder 
einem ärztlichen Gutachter diesbezüglich keine Kompetenz zukommt 
und er die rechtliche Würdigung dem Gericht weder abnehmen kann 
noch darf.

3.5 Vorliegend  wurden  bei  der  Vorinstanz  ärztliche  Zeugnisse  und 
Berichte  -  alle  die  Beschwerdeführerin  A._______  betreffend  –  von 
D._______, der E._______ und der G._______ eingereicht, welche im 
angefochtenen  Wiedererwägungsentscheid  ihre  Berücksichtigung 
fanden  und  entsprechend  gewürdigt  wurden.  Auf  Beschwerdeebene 
reichten die Beschwerdeführerinnen weitere medizinische Unterlagen 
zu  den  Akten,  so  ein  Zeugnis  der  H._______  sowie  einen  Bericht 
derselben vom 20. Juni 2008. Ein mit  Eingabe vom 22. Mai 2008 in 
Aussicht  gestellter  ärztlicher  Bericht  betreffend  die 
Beschwerdeführerin  C._______  wurde  bis  zum  heutigen  Zeitpunkt 
nicht eingereicht.

4.
Soweit  die  Beschwerdeführerinnen  zunächst  in  formeller  Hinsicht 
rügen,  die  Vorinstanz  habe  vor  Erlass  ihrer  Verfügung  vom 26. Juni 
2006 den rechtserheblichen Sachverhalt  hinsichtlich des gesundheit-
lichen  Zustandes  der  Beschwerdeführerin  A._______  und  des  Be-
ziehungsnetzes  in  der  Türkei  nur  ungenügend  respektive  nicht  voll-
ständig abgeklärt, ist festzuhalten, dass sich das Bundesamt aus den 
im  Wiedererwägungsgesuch  vom  13.  Januar  2006  gemachten  Vor-
bringen und den gleichzeitig damit eingereichten ärztlichen Unterlagen 
sowie aus der ergänzenden Eingabe vom 11. April 2006 und den mit 
dieser eingereichten weiteren ärztlichen Berichten (vgl. dazu Ziffer 3.5 
oben),  worin  wiederholt  auf  die  gesundheitliche Problematik  der  Be-
schwerdeführerin A._______ in Verbindung mit dem ungenügenden fa-
miliären Beziehungsnetz in der Heimat sowie der Pflegebedürftigkeit 
einzelner  in  der  Türkei  verbliebener  Familienmitglieder  aufmerksam 
gemacht wurde, ohne weiteres ein genügliches Bild von der Situation 

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der Beschwerdeführerinnen machen konnte, um ohne weitere Abklä-
rungen über die Rechtsbegehren zu befinden. Insbesondere geht aus 
den ärztlichen Berichten eine klare Diagnose – (Darlegung Diagnose) 
-,  deren fachärztliche Begründung sowie die Einschätzung der Ärzte 
für  die  Zukunft  respektive  im  Falle  einer  Wegweisung  der 
Beschwerdeführerin A._______ hervor. Ausserdem sind den jeweiligen 
Anamnesen  weitergehende  Ausführungen  zum  familiären 
Beziehungsnetz  der  Beschwerdeführerinnen  in  der  Türkei  zu 
entnehmen.  Für  die  Vorinstanz  ergab  sich  aus  diesen  Unterlagen 
nichts,  das  einer  weiteren  Klärung  im  damaligen  Zeitpunkt  bedurft 
hätte, zumal sie die gestellte medizinische Diagnose nicht in Zweifel 
zog.  Sie  hat  nach  dem  Gesagten  nicht  gegen  ihre  Pflicht  zur 
rechtsgenüglichen  Abklärung  des  Sachverhalts  verstossen,  weshalb 
der  Antrag  auf  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  wegen 
Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  und  Rückweisung  der  Sache  an 
das  Bundesamt  zur  Feststellung  des  vollständigen  und  richtigen 
rechtserheblichen Sachverhaltes abzuweisen ist.

5.  
5.1 Der Vollzug der Wegweisung ist nicht zulässig, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in  den Heimat-,  Herkunfts-  oder in  einen Dritt-
staat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG).

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3  der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

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5.1 Da den Beschwerdeführern  mit  in  Rechtskraft  erwachsener  Ver-
fügung des BFF vom 26. Februar 2004 die Flüchtlingseigenschaft nicht 
zuerkannt und folgerichtig das Asylgesuch abgelehnt wurde (vgl. Bst. 
A. hiervor),  kommt das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flücht-
lingsrechtlichen  Non-Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  nicht 
zum Tragen. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerinnen in die Türkei 
erweist  sich  demnach unter  dem Aspekt  von Art. 5  AsylG als  recht-
mässig.

Sodann ergeben sich weder aus ihren Vorbringen im abgeschlossenen 
Asylverfahren  noch  aus  den  Akten  des  vorliegenden  Wiedererwä-
gungsverfahrens  Anhaltspunkte  dafür,  dass  die  Beschwerdeführerin-
nen für den Fall einer Rückschiebung in den Heimatstaat daselbst mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK oder  Art.  1 
FoK verbotenen Strafe oder  Behandlung ausgesetzt  wären.  Gemäss 
konstanter  Praxis  des  EGMR  sowie  jener  des  UN-Anti-Folteraus-
schusses  müssten die  Beschwerdeführerinnen  eine  konkrete  Gefahr 
("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall ei-
ner  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen 
würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 E. 6a S. 122, mit weiteren Hinweisen; 
statt vieler: Urteil des EGMR vom 27. Mai 2008 i.S. N. gegen Grossbri-
tannien [Entscheid Nr. 26565/05],  § 30). Diese Voraussetzungen sind 
jedoch in casu als nicht erfüllt zu erachten. Dieser Einschätzung steht 
auch  die  gesundheitliche  Situation  der  Beschwerdeführerinnen 
beziehungsweise  insbesondere  der  Beschwerdeführerin  A._______, 
wie sie hiernach unter E. 5.3.3 und 5.3.4 noch im Einzelnen dargestellt 
wird, einem Wegweisungsvollzug unter dem Teilaspekt der Zulässigkeit 
besehen nicht entgegen. Zwar kann gemäss der Praxis des EGMR der 
Vollzug der Wegweisung eines abgewiesenen Asylsuchenden mit ge-
sundheitlichen  Problemen  im  Einzelfall  einen  Verstoss  gegen  Art.  3 
EMRK  darstellen;  hierfür  sind  jedoch  ganz  aussergewöhnliche  Um-
stände vorausgesetzt (vgl. EMARK 2005 Nr. 23 E. 5.1. S. 211 f., mit ei-
ner  Zusammenfassung  der  Rechtsprechung  des  EGMR).  Vorliegend 
sind  solche  ganz  aussergewöhnlichen  Umstände  („very  exceptional 
circumstances“), wie sie der EGMR in seinem Urteil vom 2. Mai 1997 
i.S.  D.  gegen  Grossbritannien  feststellte,  wo  neben  einer  kurzen 
Lebenserwartung aufseiten des an AIDS erkrankten Auszuweisenden 
erschwerend die Gefahr eines Todes unter extremen physischen und 
psychischen  Leiden  hinzukam,  auszuschliessen  (vgl.  BVGE  2009/2 
E. 9.1.3;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgericht  D-6721/2008  vom 
5. Januar  2009  und  D-6364/2008  vom 4. November  2008  E. 7.1  mit 

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Hinweisen auf die neuste Praxis des EGMR; EMARK 2004 Nr. 6 E. 7b 
S. 41).  Im  Übrigen  verpflichtet  Art.  3  EMRK  einen  Konventionsstaat 
grundsätzlich nicht dazu, bei einer Konfrontation mit Suiziddrohungen 
von einer  zu  vollziehenden Weg- oder  Ausweisung Abstand zu neh-
men.  Im  konkreten  Fall  besteht  hinreichende  Gewähr  dafür  (vgl. 
wiederum  E. 5.3.3  und  5.3.4  hiernach),  dass  nötigenfalls  geeignete 
Massnahmen ergriffen werden könnten mit  dem Ziel,  die Umsetzung 
allfälliger Suizidabsichten im Zusammenhang mit der Ausschaffung zu 
verhindern (vgl. EMARK 2005 Nr. 23 E. 5.1. S. 212, mit einem Hinweis 
auf  den Entscheid des EGMR vom 7. Oktober 2004 i.S. Dragan u.a. 
gegen Deutschland [Entscheid  Nr. 33743/03]). Alleine  aus  der  allge-
meinen Menschenrechtssituation  in  der  Türkei  lässt  sich  kein reales 
Risiko von Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder 
Behandlung herleiten. Selbst das Vorliegen einer allgemein schlechten 
Menschenrechtslage genügt nämlich noch nicht für die Annahme einer 
drohenden Verletzung von Art. 3 EMRK (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 E. 6a 
S. 122, mit zahlreichen Hinweisen).

Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne 
der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

5.2  
5.2.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn sie  in  Situationen wie  Krieg, 
Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  im 
Heimat- oder Herkunftsstaat konkret gefährdet sind.

5.2.2 Art. 83 Abs. 4 AuG stellt eine Kodifizierung der bisherigen Praxis 
zur konkreten Gefährdung nach Art. 14a Abs. 4 des Bundesgesetzes 
vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer 
(aANAG, BS 1  121)  dar  (vgl.  PETER BOLZLI in  MARC SPESCHA/HANSPETER 
THÜR/ANDREAS ZÜND/PETER BOLZLI,  Kommentar  Migrationsrecht,  Zürich 
2008, Nr. 15 zu Art. 83 AuG, mit Hinweisen). Dieser Praxis zufolge wird 
aus humanitären Gründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten 
der  Schweiz,  auf  den  Vollzug  der  Wegweisung  verzichtet,  wenn  die 
Rückkehr in den Heimatstaat für die betroffene Person eine konkrete 
Gefährdung darstellt. Eine solche Gefährdung kann angesichts der im 
Heimatland herrschenden allgemeinen politischen Lage, die sich durch 
Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allgemeiner Gewalt kenn-
zeichnet,  oder  aufgrund  anderer  Gefahrenmomente,  wie  beispiels-
weise  einer  notwendigen,  aber  dort  nicht  durchführbaren  medizini-

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schen Behandlung,  angenommen werden.  Die  beurteilende Behörde 
hat  in  jedem Einzelfall  eine Gewichtung vorzunehmen zwischen den 
sich  nach  einer  allfälligen  Rückkehr  des  weggewiesenen  Asylbe-
werbers in sein Heimatland ergebenden humanitären Aspekten einer-
seits und dem öffentlichen Interesse am Vollzug der rechtskräftig ver-
fügten Wegweisung andererseits.

Der Begriff der "konkreten Gefährdung" gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG ist 
eng auszulegen und bezieht  sich  vorab auf  einen schwerwiegenden 
Eingriff in die körperliche Integrität des Ausländers. Art. 83 Abs. 4 AuG 
findet  insbesondere  Anwendung auf  Personen,  die nach ihrer  Rück-
kehr einer konkreten Gefahr ausgesetzt wären, weil sie aus objektiver 
Sicht  wegen  der  vorherrschenden  Verhältnisse  mit  grosser  Wahr-
scheinlichkeit  unwiederbringlich  in  völlige  Armut  gestossen  würden, 
dem Hunger und somit einer ernsthaften Verschlechterung ihres Ge-
sundheitszustandes, der Invalidität oder gar dem Tod ausgeliefert wä-
ren (vgl. die Rechtsprechung der ARK in EMARK 2006 Nr. 10 E. 5.1, 
mit weiteren Hinweisen).

5.2.3 Unter  Berücksichtigung  der  allgemeinen  Menschenrechts-
situation in der Türkei sind keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass 
die  Beschwerdeführerinnen  bei  einer  Rückkehr  in  ihre  Heimat  einer 
konkreten Gefährdung ausgesetzt wären. Ein Wegweisungsvollzug in 
die Türkei gestützt auf die allgemeine Lage ist weiterhin als generell 
zumutbar zu erachten.

5.2.4 Es  bleibt  zu  prüfen,  ob  die  gesundheitliche  Situation  der  Be-
schwerdeführerinnen  im  Speziellen  auf  ein  individuelles  Vollzugs-
hindernis schliessen lässt. 

Hinsichtlich der angeführten und durch medizinische Unterlagen be-
legten Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes der Beschwerde-
führerin  A._______  und der  -  nicht  belegten -  Beeinträchtigung  des 
Gesundheitszustandes  der  Beschwerdeführerin  C._______  (kurz-
fristige Hospitalisation nach intensiv geäusserten Suizidabsichten) ist 
Folgendes  zu  erwägen:  Gründe  ausschliesslich  medizinischer  Natur 
lassen den Wegweisungsvollzug im Allgemeinen nicht als unzumutbar 
erscheinen, es sei denn, die erforderliche Behandlung sei wesentlich 
und  im  Heimatland  nicht  erhältlich  (vgl.  EMARK  2003  Nr. 24  E.  5b 
S. 157 f.). Entsprechen ferner die Behandlungsmöglichkeiten im Her-
kunftsland nicht dem medizinischen Standard in der Schweiz, so be-

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wirkt dies allein noch nicht die Unzumutbarkeit des Vollzugs. Von einer 
solchen Unzumutbarkeit ist erst dann auszugehen, wenn die ungenü-
gende  Möglichkeit  der  Weiterbehandlung  eine  drastische  und 
lebensbedrohende Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach 
sich zieht (vgl. EMARK 2004 Nr. 7 E. 5d S. 50 ff., EMARK 2003 Nr. 24 
E. 5b S. 157 f.). Vorliegend sind, entgegen der auf Beschwerdeebene 
vorgebrachten Ansicht, unter diesen Rahmenbedingungen den Akten 
keine  stichhaltigen  Anhaltspunkte  für  das  Vorliegen  einer  medizini-
schen Notlage im Heimatstaat im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu ent-
nehmen. Den eingereichten medizinischen Unterlagen lässt sich dies-
bezüglich Folgendes entnehmen:

Gemäss  dem  in  den  Akten  liegenden  ärztlichen  Zeugnis  der 
K._______  wird  die  Beschwerdeführerin  A._______  (weiterhin) 
(Darlegung  Therapie).  Die  ungewisse  und  belastende  psychosoziale 
Situation  habe  immer  wieder  Druck  erzeugt.  Der  vor  einem  Jahr 
geschehene  Nachzug  des  Ehemannes  aus  I._______  habe  eine 
Umstellung verlangt und das familiäre Klima ungünstig beeinflusst. Auf 
psychosoziale  Probleme  habe  die  Beschwerdeführerin  A._______ 
immer  wieder  mit  somatischen  Beschwerden  und  mit  depressiven 
Einbrüchen  reagiert.  Vom (...)  bis  zum (...)  sei  diese  erneut  wegen 
(Darlegung  Grund)  hospitalisiert  gewesen.  Am  (...)  habe  die 
Beschwerdeführerin in stabilem Zustand die (...) wieder verlassen und 
besuche  zurzeit  halbtags  die  Arbeitstherapie  in  (Darlegung  Ort  der 
Therapie). Gemäss den ärztlichen Berichten der S._______ sowie der 
F._______  spreche  aus  ärztlicher  Sicht  nichts  gegen  eine 
medizinische  Behandlung  im  Herkunftsland.  Zu  berücksichtigen  sei 
jedoch,  dass  eine  Rückweisung  der  Beschwerdeführerin  A._______ 
mit  Sicherheit  zu  einer  psychischen  Destabilisierung  führen  werde, 
welche  möglicherweise  mit  akuter  Suizidalität  einhergehen  könne. 
Zudem  sei  als  Voraussetzung  für  eine  erfolgreiche  Integration  im 
Herkunftsland eine adäquate Behandlungsmöglichkeit in der Türkei zu 
nennen.

5.2.5 Nach  den  Erkenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichts  (vgl. 
z.B.  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  D-7364/2007  vom 
3. September 2008 E. 6.3.2; D-7571/2006 vom 16. Juli 2007 E. 5.3.2) 
verfügt  der Heimatstaat  der Beschwerdeführerinnen über ein ausrei-
chendes  medizinisches  Versorgungsnetz,  um  auch  schwere  psychi-
sche  Beeinträchtigungen  adäquat  behandeln  zu  können;  dies  trifft 
auch  für  die  Provinz  R._______  zu,  aus  welcher  die  Be-

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schwerdeführerinnen stammen, respektive die Provinz Q._______, in 
welcher die Beschwerdeführerinnen ihren letzten Wohnsitz hatten. Es 
ist  bei dieser Sachlage jedenfalls nicht von der generellen Unzumut-
barkeit  des  Wegweisungsvollzuges  auszugehen. So  können  die  Be-
schwerdeführerinnen  zunächst  einmal  auf  die  Unterstützung  ihres 
Ehemannes und Vaters zählen und gemeinsam mit diesem in die Tür-
kei zurückkehren, da dieser gemäss Urteil des Bundesverwaltungsge-
richtes gleichen Datums die Schweiz ebenfalls zu verlassen hat. Auch 
können die  Beschwerdeführerinnen -  sowie  auch der  Ehemann und 
Vater derselben - in der Türkei bei der Reintegration auf die Hilfe ihrer 
dort verbliebenen Familienangehörigen zählen. Die Beschwerdeführer-
innen  wenden  hinsichtlich  des  Bestandes  eines  familiären  Bezie-
hungsnetzes  zwar  ein,  ein  solches  sei  wohl  vorhanden,  werde  aber 
aufgrund der Flucht der meisten Familienangehörigen aus der Türkei 
immer schwächer. Zudem sei dieses durch eine grosse Anzahl von be-
tagten,  kranken  oder  minderjährigen  Familienangehörigen  zusätzlich 
belastet,  was  die  wenigen  gesunden  Familienangehörigen  massiv 
überfordere und im Fall der Beschwerdeführerin A._______ die Ursa-
che für die Erkrankung derselben darstelle. Diesbezüglich hielt die Vor-
instanz  im  angefochtenen  Wiedererwägungsentscheid  nicht  zu  Un-
recht fest, dass die plötzliche, durch nichts belegte Verschlechterung 
des noch im ARK-Urteil vom 14. November 2005 als ausreichend ein-
gestuften Beziehungsnetzes der Beschwerdeführerin A._______ eini-
ge  Zweifel  aufwirft.  Diesbezüglich  ist  zunächst  festzuhalten,  dass  in 
den  ärztlichen  Berichten  der  G._______  betreffend  die 
Beschwerdeführerin  A._______  und  vom  4.  April  2006  betreffend 
deren Schwester G.S. (N_______) in der Anamnese festgehalten wird, 
dass  ausser  dem Vater,  einem Bruder  und einer  Schwester,  welche 
sich  in  psychiatrischer  Behandlung  befinden  würden,  keine anderen 
Geschwister  oder  sonstige  Familienangehörige  bekannt  seien,  bei 
welchen  körperliche  oder  psychische  Erkrankungen  bestünden,  was 
jedenfalls  nicht  mit  den  Ausführungen  der  Beschwerdeführerin 
A._______ in  ihren Eingaben auf  Beschwerdeebene in  Einklang ge-
bracht  werden  kann.  Zwar  seien  die  Eltern  gemäss  den  erwähnten 
ärztlichen  Unterlagen  gebrechlich  und  pflegebedürftig;  diesbezüglich 
ist jedoch festzustellen, dass die Beschwerdeführerinnen vor rund (...) 
Jahren  ihre  Heimat  verliessen  und  demzufolge  die  Betreuung  ihrer 
Eltern  respektive  Grosseltern  -  auch  in  Abwesenheit  der 
Beschwerdeführerin A._______ - durch andere Personen gewährleis-
tet worden sein muss und mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch 
weiterhin gewährleistet werden kann. Zudem ist angesichts des bereits 

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von  der  Vorinstanz  im  angefochtenen  Entscheid  erwähnten  sozio-
kulturellen  Kontextes  und  der  über  die  Kernfamilie  hinausgehenden 
Solidarität  zwischen  Familienangehörigen  nicht  davon  auszugehen, 
dass nach einer Rückkehr gerade die Beschwerdeführerin A._______ 
und  überwiegend  diese  für  die  Betreuung  sämtlicher  Familienmit-
glieder  mit  gesundheitlichen  Beeinträchtigungen  zuständig  sein  soll, 
soll  den im Wiedererwägungsverfahren diesbezüglich wiederholt  vor-
gebrachten  Vorbringen  uneingeschränkt  Glauben  geschenkt  werden. 
Überdies  können  die  Beschwerdeführerinnen respektive  ihre  Familie 
auf  die  Unterstützung  der  zahlreich  im  Ausland  lebenden  weiteren 
Familienangehörigen - zumindest in finanzieller Hinsicht - rechnen. Im 
Weiteren steht  es  den Beschwerdeführerinnen offen,  bei  Bedarf  um 
Gewährung medizinischer Rückkehrhilfe gemäss Art. 93 Abs. 1 Bst. d 
AsylG zu ersuchen; dies gilt insbesondere für die Phase der eigentli-
chen Rückkehr in die Türkei, welche mit  medizinischen Begleitmass-
nahmen flankiert werden kann.

Dass ein unausweichlich bevorstehender Wegweisungsvollzug bei den 
damit konfrontierten ausländischen Personen zu einer nicht unerhebli-
chen psychischen Belastung führt,  ist  nachvollziehbar. Dieser Belas-
tung kommt aber im asyl- und ausländerrechtlichen Kontext grundsätz-
lich keine Bedeutung zu, weil eine geltend gemachte Gefährdung kon-
krete Formen aufweisen muss, um zur Unzumutbarkeit  des Wegwei-
sungsvollzugs nach Art. 83 Abs. 4 AuG führen zu können. Andererseits 
kann  im  Einzelfall  eine  reaktiv  auf  einen  bevorstehenden  Wegwei-
sungsvollzug auftretende und ernsthaft  gesundheitsgefährdende psy-
chische Störung lebensbedrohlichen Ausmasses für die Frage der Zu-
mutbarkeit relevant sein. Vorliegend könnte für die Zeit vor und wäh-
rend der Rückreise in  den Heimatsstaat  einer allfälligen zeitweiligen 
Verschlechterung des psychischen Zustandes der Beschwerdeführer-
innen medikamentös und mit einer angepassten persönlichen Betreu-
ung begegnet  werden. Ohne die damit  verbundene Beeinträchtigung 
der  Lebensqualität  zu  verkennen,  kann  somit  von  den  bei  der  Be-
schwerdeführerin  A._______  vorliegenden  gesundheitlichen  Be-
schwerden  respektive  von  denjenigen  der  Beschwerdeführerin 
C._______  insgesamt  nicht  auf  eine  konkrete  Gefährdung  in  Form 
einer medizinischen Notlage nach dem Verständnis von Art. 83 Abs. 4 
AuG geschlossen  werden.  Aufgrund  dieser  Erwägungen  erübrigt  es 
sich, aktuelle Arztzeugnisse zu verlangen, zumal verspätete Parteivor-
bringen im Rahmen von Art. 32 Abs. 2 VwVG zu berücksichtigen sind 
(vgl.  oben  Bst.  N)  und  davon  auszugehen  ist,  die  von  einem  im 

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Asylbereich  nicht  unerfahrenen  Rechtsanwalt  vertretenen  Be-
schwerdeführerinnen  hätten  entsprechende Beweismittel  eingereicht, 
falls sich insbesondere ihr psychischer Gesundheitszustand erheblich 
verschlechtert hätte.

5.3 Schliesslich  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  weiterhin  als 
möglich zu bezeichnen (Art. 83 Abs. 2 AuG).

5.4 Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass die Vorinstanz 
zu  Recht  das  Wiedererwägungsgesuch  der  Beschwerdeführerinnen 
abgewiesen hat. Bei dieser Sachlage erübrigt es sich, auf weitere Be-
schwerdevorbringen einzugehen oder  Beweismassnahmen (z.B. Bot-
schaftsanfrage) vorzunehmen.

6.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
vom 26. Juni 2006 Bundesrecht nicht verletzt,  den rechtserheblichen 
Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (vgl. 
Art. 106 AsylG). Die Verfügung des Bundesamtes ist  demzufolge zu 
bestätigen und die Beschwerde abzuweisen.

7.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  den  Be-
schwerdeführerinnen aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und 
auf  insgesamt Fr. 600.--  festzusetzen (Art. 1-3  des  Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden den Beschwerdeführerin-
nen auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils 
zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerinnen  (Einschreiben; 
Beilage: Einzahlungsschein)

- das  BFM,  Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N_______ 
(per Kurier; in Kopie)

- T._______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Wespi Stefan Weber

Versand:

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