# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fb28285c-889a-55df-8834-86e218972fa9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.09.2021 100 2021 262
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2021-262_2021-09-20.pdf

## Full Text

100.2021.262U
DAM/SCA/KIB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 20. September 2021

Verwaltungsrichter Daum, Abteilungspräsident i.V.
Gerichtsschreiberin Schnyder Niedermann

A.________ und B.________

Beschwerdeführende

gegen

Kanton Bern
handelnd durch die Direktion für Inneres und Justiz, Münstergasse 2, 
Postfach, 3000 Bern 8
Beschwerdegegner

betreffend Erlass der Handänderungssteuer; Nichteintreten (Verfügung der 
Direktion für Inneres und Justiz des Kantons Bern vom 29. Juli 2021; 
2021.DIJ.5124, 2021.DIJ.5125)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.09.2021, Nr. 100.2021.262U, 
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Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

– Das Grundbuchamt Bern-Mittelland verpflichtete mit Verfügung vom 
14. August 2019 A.________ und B.________ in Anwendung von 
Art. 17a Abs. 3 des Gesetzes vom 18. März 1992 betreffend die Hand-
änderungssteuer (HG; BSG 215.326.2) zur Bezahlung der zuvor für 
drei Jahre gestundeten Handänderungssteuer von insgesamt 
Fr. 5'305.45 für den Erwerb der Stockwerkeinheit Bern 4 
Gbbl. Nr. 1________. Die Voraussetzungen von Art. 11b HG für die 
nachträgliche Steuerbefreiung waren nicht innert der laufenden 
Stundungsfrist nachgewiesen.

– Gegen diese Verfügung erhoben A.________ und B.________ bei der 
Direktion für Inneres und Justiz des Kantons Bern (DIJ) Beschwerde, 
die am 17. März 2021 abgewiesen wurde, soweit darauf einzutreten 
war. Auf die dagegen erhobene Verwaltungsgerichtsbeschwerde trat 
der Einzelrichter mit Urteil 2021/122 vom 26. April 2021 nicht ein.

– Mit Eingaben vom 6. Juli 2021 (Postaufgabe: 8.7.2021) stellten 
A.________ und B.________ bei der DIJ je ein Gesuch um Erlass der 
Handänderungssteuer. 

– Die DIJ vereinigte die Verfahren und trat mit Verfügung vom 29. Juli 
2021 wegen verspäteter Gesuchstellung auf die Erlassgesuche nicht 
ein.

– Dagegen haben A.________ und B.________ am 29. August 2021 
(Postaufgabe: 30.8.2021) gemeinsam Verwaltungsgerichtsbe-
schwerde erhoben. Sie beantragen sinngemäss die Aufhebung der an-
gefochtenen Verfügung. Ausserdem bitten sie «um Frist Verlängerung 
für andere Begründung und auch um [unentgeltliche] Rechtspflege An-
walt und Gerichtskosten».

– Der Abteilungspräsident i.V. teilte den Beschwerdeführenden mit 
Schreiben vom 2. September 2021 mit, dass die gesetzliche Rechts-
mittelfrist von 30 Tagen nicht erstreckbar sei und Antrag und Begrün-

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dung innert Beschwerdefrist eingereicht sein müssten (Art. 43 Abs. 1 
und Art. 33 Abs. 3 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]). Ausserdem wies er sie da-
rauf hin, dass das Gericht keine Rechtsvertretung organisiere, es den 
Beschwerdeführenden aber freistehe, eine Anwältin oder einen Anwalt 
zu beauftragen und die Beiordnung als amtliche Rechtsvertretung zu 
beantragen.

– Das Schreiben des Abteilungspräsidenten i.V. vom 2. September 2021 
wurde von der Post am 13. September 2021 mit dem Vermerk «nicht 
abgeholt» an das Gericht retourniert. Mit Blick auf die zwischenzeitlich 
abgelaufene Rechtsmittelfrist und die den Formerfordernissen von 
Art. 32 Abs. 2 VRPG (knapp) genügende Beschwerdeschrift konnte 
auf einen erneuten Zustellungsversuch des Schreibens verzichtet wer-
den.

– Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 VRPG 
zuständig (vgl. auch Art. 27 Abs. 4 HG). Die Beschwerdeführenden ha-
ben am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, sind durch die an-
gefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdi-
ges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 
VRPG). Die Bestimmungen nicht nur über die Form, sondern auch 
über die Frist sind eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

– Erlassgesuche sind spätestens innert 30 Tagen seit Eintritt der Rechts-
kraft der Steuerveranlagung beim Grundbuchamt zuhanden der DIJ 
einzureichen (vgl. Art. 25 Abs. 1 i.V.m. Art. 23 Abs. 1 HG). Nebst der 
rechtskräftigen Steuerveranlagung ist praxisgemäss auch der rechts-
kräftige Entscheid über die nachträgliche Steuerbefreiung nach 
Art. 17a Abs. 3 HG fristauslösend im Sinn von Art. 25 Abs. 1 HG 
(BVR 2020 S. 493 E. 2.2; ferner zum Ablauf des Verfahrens der Steu-
erbefreiung BVR 2021 S. 139 E. 3).

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– Die Vorinstanz hat unter Beachtung der massgeblichen Rechtsgrund-
lagen zur Berechnung von Fristen und Eröffnung von Verfügungen und 
Entscheiden (Art. 26 Abs. 1 HG i.V.m. Art. 41 f. und Art. 44 VRPG) zu-
treffend Folgendes festgehalten: Das Urteil des Verwaltungsgerichts 
vom 26. April 2021 betreffend nachträgliche Steuerbefreiung wurde 
den Beschwerdeführenden kraft Zustellfiktion (Art. 44 Abs. 3 VRPG) 
am 4. Mai 2021 eröffnet und ist nach Ablauf der unbenutzt verstriche-
nen Rechtsmittelfrist am 4. Juni 2021 in Rechtskraft erwachsen. 

– Die 30-tägige Frist von Art. 25 Abs. 1 HG begann folglich am 5. Juni 
2021 zu laufen (Art. 41 Abs. 1 VRPG) und endete am Montag 5. Juli 
2021 (Art. 41 Abs. 2 VRPG).

– Anders als die Beschwerdeführenden anzunehmen scheinen, laufen 
gesetzliche Fristen auch während Sonn- und Feiertagen; einen 
Fristenstillstand (Gerichtsferien) kennt das hier anwendbare kantonale 
Verfahrensrecht abgesehen davon nicht (vgl. Michel Daum, in 
Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 
2020, Art. 41 N. 8). Eine Erstreckung gesetzlicher Fristen ist wie be-
reits erwähnt ausgeschlossen (Art. 43 Abs. 1 VRPG). Gründe für eine 
Wiederherstellung der versäumten Frist (Art. 43 Abs. 2 VRPG) sind 
nicht ersichtlich und werden von den Beschwerdeführenden auch nicht 
dargetan.

– Die DIJ hat die Erlassgesuche vom 6. Juli 2021 (Postaufgabe am 
8.7.2021) demnach zu Recht als verspätet beurteilt, weshalb die Ver-
waltungsgerichtsbeschwerde als offensichtlich unbegründet abzuwei-
sen ist. Auf die Durchführung des Schriftenwechsels konnte verzichtet 
werden (Art. 83 i.V.m. 69 Abs. 1 VRPG).

– Bei diesem Verfahrensausgang werden die Beschwerdeführenden an 
sich kostenpflichtig (Art. 26 Abs. 1 HG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 VRPG); 
mit Blick auf den geringen bisherigen Verfahrensaufwand rechtfertigt 
es sich indes, ausnahmsweise auf die Erhebung von Kosten zu ver-
zichten. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist – soweit ein 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.09.2021, Nr. 100.2021.262U, 
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solches überhaupt rechtsgenüglich gestellt wurde – als gegenstands-
los geworden vom Geschäftsverzeichnis abzuschreiben.

– Das vorliegende Urteil fällt in die Zuständigkeit des Einzelrichters 
(Art. 57 Abs. 1 und Abs. 2 Bst. a und c des Gesetzes vom 11. Juni 
2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsan-
waltschaft [GSOG; BSG 161.1]).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch Parteikosten gespro-
chen.

3. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird als gegenstandslos ge-
worden vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführende
- Beschwerdegegner

und mitzuteilen:
- Grundbuchamt Bern-Mittelland

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 39 ff. und 
113 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; 
SR 173.110) geführt werden.