# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 29212d16-1a60-5190-86f7-966e8eeca282
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-12-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 14.12.2012 R 2012 87
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2012-87_2012-12-14.pdf

## Full Text

R 12 87

5. Kammer 

URTEIL
vom 14. Dezember 2012

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baueinsprache

1. Am 14. Juni 2012 reichten … (Beschwerdegegner 2) bei der Baubehörde … ein 

Baugesuch für die Erstellung eines Einfamilienhauses auf Parzelle Nr. 19, Plan 

1, ein. Vom 18. Juni - 8. Juli 2012 wurde das Bauprojekt am Anschlagsbrett der 

Gemeinde publiziert. 

2. Die dagegen unter anderem vom Beschwerdeführer erhobene Einsprache vom 

4. Juli 2012 wies die Gemeinde … (Beschwerdegnerin 1)  mit 

Einspracheentscheid vom 13. August 2012 ab, nachdem die Bauherrschaft am 

16. Juli 2012 dazu Stellung genommen hatte. Gleichentags erteilt die Gemeinde 

der Bauherrschaft die Baubewilligung. In der Baubewilligung wurde 

festgehalten, dass die Bauherrschaft dem Gemeindevorstand am 16. Juli 2012 

eine Projektänderung unterbreitet habe. Der geplante Haupteingang werde von 

der Nord- an die Westseite verlegt. Dadurch ändere sich der Gebäudeabstand 

zur Strasse im positiven Sinne. Dieser Projektänderung werde zugestimmt. Im 

Einspracheentscheid führte die Gemeinde aus, sie habe bei der Erteilung der 

Baubewilligung Art. 3 und Art. 43 BG Rechnung getragen und einen Bauberater 

beigezogen. Übereinstimmend mit diesem werde festgehalten, dass eine 

zeitgemässe, moderne Architektur auch in … Platz haben müsse. Zudem seien 

Art. 21, 31 und 47 BG berücksichtigt worden. Sämtliche Masse des 

Bauvorhabens und die Grenzabstände seien durch den Geometer überprüft 

worden und entsprächen dem Gesetz. Die bergseits vorbeiführende Strasse sei 

nicht öffentlich, sondern als Meliorationsstrasse erstellt worden. Der Bauplatz 

sei vor circa 90 Jahren bereits einmal mit einem übergrossen Stall überbaut 

gewesen, weshalb von einer Rückführung des Dorfbildes gesprochen werden 

könne. Mit der Realisierung des Bauvorhabens nehme eine Familie in … 

Wohnsitz und das Haus werde nicht nur für Ferien genutzt. 

3. Dagegen erhob … am 30. August 2012 Beschwerde beim Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden und beantragte die Aufhebung des 

Einspracheentscheids und der Baubewilligung und die Rückweisung der Sache 

zur Neubeurteilung an die Vorinstanz. Einspracheentscheid und Baubewilligung 

seien aufzuheben und das Baugesuch sei abzuweisen. Der Beschwerde sei die 

aufschiebende Wirkung zu erteilen. Diese wurde vom Instruktionsrichter am 18. 

September 2012 gewährt. Die zu bebauende Parzelle Nr. 19 sei Teil des 

Bundesinventars über schützenswerte Ortsbilder der Schweiz (nachfolgend: 

ISOS). Die Gemeinde habe das rechtliche Gehör verweigert. Sie habe sich mit 

seinen Einwendungen in der Baueinsprache hinsichtlich 

Gestaltungsvorschriften und Gebäudeabmessungen nicht auseinandergesetzt 

und habe den Bauberater beigezogen, ohne dass bekannt gegeben worden 

wäre, was der diesem erteilte Auftrag gewesen sei und wie sich dieser zur 

Problematik geäussert habe. Gemäss verwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung 

(VGU R 12 10) hätte die Gemeinde dies tun müssen. Der Beschwerdeführer sei 

aufgrund der Erwägungen der Gemeinde im Einspracheentscheid nicht in der 

Lage gewesen, zu beurteilen, welches genau die Gründe waren, weswegen die 

Baubehörde dem Baugesuch entsprochen habe, obwohl das völlig aus dem 

Rahmen fallende turmartige Gebäude nicht ins Dorfbild passe. Das Projekt 

verletze ausserdem Art. 73 KRG respektive Art. 14 BG. In … bestünden 

zusätzliche Vorgaben. Das Dorf sei Teil des ISOS und die Gemeinde habe 

dementsprechend im Generellen Gestaltungsplan die Dorfzone mit einem 

Erhaltungsbereich überlagert. Danach könnten Neubauten nur an bezeichneten 

Standorten innerhalb eines vorgesehenen Bauvolumens mit entsprechenden 

Auflagen bewilligt werden (Art. 43 Abs. 2 BG). In der Erhaltungszone seien 

nicht nur besonders hohe Anforderungen zu erfüllen, sondern es bestehe auch 

kein Anspruch auf maximale Ausnutzung. Das Gebot einer optimalen 

Eingliederung habe Vorrang. Das Dorfbild von … präsentiere sich in einer 

ungewöhnlichen Harmonie von sehr hoher Qualität, was einen sorgfältigen 

Umgang mit dem historischen Dorfbild als zwingend erscheinen lasse. Der 

Neubau käme auf einer äusserst exponierten Stelle zu stehen. Die 

Auswirkungen auf die bauliche Umgebung und das Dorfbild als Ganzes wären 

sehr gross. Der turmartige Baukörper sprenge den Rahmen der bisherigen 

Siedlungsstruktur aus schlichten Walserhäusern und stelle einen Fremdkörper 

dar. Die alten Häuser schmiegten sich an den Hang während der Neubau sich 

von der übrigen Siedlung abhebe. Solches ginge allenfalls bei öffentlichen 

Bauten an, nicht aber bei einem Wohnhaus. Dabei spiele es keine Rolle, ob es 

um die Ansiedlung einer Familie gehe. Beim Eckpunkt des projektierten 

Gebäudes talseitig bis zur Linie, die den Gebäudewinkel halbiere, sei überdies 

der grosse Grenzabstand von 5 m einzuhalten. Er betrage aber zur 

benachbarten Parzelle Nr. 21 nur 3.9 m. Das IVHB komme hier nicht zur 

Anwendung, da die Gemeinde die Gesetzgebung noch nicht angepasst habe. 

Weiter könne das gewachsene Terrain bzw. die Gebäudehöhe könne nicht 

kontrolliert werden. Ersichtlich sei nur der Geländeverlauf nach Erstellung der 

Baute. Es könne nicht festgestellt werden, ob allenfalls Abgrabungen und 

Aufschüttungen vorgesehen seien. Diesbezüglich müssten klare Verhältnisse 

geschaffen werden.

4. Am 9. Oktober 2012 beantragte die Gemeinde die Abweisung der Beschwerde. 

Das zur Diskussion stehende Projekt betreffe ein Einfamilienhaus mit 

Holzfassade, respektiere die Bauhöhen und sei in Volumen und Umrissen der 

Umgebung angepasst. Es treffe nicht zu, dass sich die Gemeinde mit den 

Einwendungen des Beschwerdeführers nicht auseinandergesetzt habe und sie 

ihn über die Auftragserteilung an die Bauberatung nicht orientiert habe und er 

keinen Bericht derselben gesehen habe. Mit den Ausführungen im 

Einspracheentscheid sei sie dem Anspruch des Beschwerdeführers auf 

Wahrung des rechtlichen Gehörs gerecht geworden. Die Gemeinde habe 

aufgrund der unsubstantiierten Vorbringen des Beschwerdeführers gar nicht 

genauer auf seine Einwände eingehen können. Jedenfalls gehe aus dem 

Einspracheentscheid das hervor, was der Beschwerdeführer wissen müsse. Die 

Begleitung des Bauvorhabens durch den Bauberater sei zu einem Zeitpunkt 

geschehen, in dem der Beschwerdeführer noch gar nicht ins Verfahren 

involviert gewesen sei, so dass eine Orientierung über die Beauftragung und 

ein Miteinbezug in die beratenden Sitzungen gar nicht möglich gewesen sei. 

Daher müsse ausreichen, wenn der Beschwerdeführer darüber informiert 

werde, dass die Voraussetzungen von Art. 43 Abs. 3 BG bzw. Art. 73 Abs. 2 

KRG erfüllt werden, indem die Bauberatung das Projekt begleitet und in der 

geltenden Version befürwortet habe. Bei der Auslegung von Ästhetikfragen 

bzw. der Prüfung der Frage der Eingliederung hätte die Gemeinde einen 

geschützten Beurteilungs- und Ermessensspielraum, in den das Gericht nur 

eingreife, wenn die Gemeinde diesen missbraucht oder überschritten habe 

(VGU R 11 62). Daran ändere nichts, dass der Dorfkern von … im ISOS 

inventarisiert sei. Der Schutzauftrag sei in Art. 43 BG umgesetzt und damit in 

die Hände der Gemeinde gelegt worden. Das Bauvorhaben befinde sich nicht 

an einer besonders heiklen Stelle. Parzelle Nr. 19 liege am Dorfrand und sei 

von unten her sowie von der Dorfmitte aus nicht sichtbar. Die charakteristische 

Dorfansicht sei diejenige von unten bzw. von Osten mit dem alten Turm. Die 

Fassadengestaltung aus Holz mit einem kleineren, verputzten Teil lehne sich an 

die überlieferte Bauweise an. Dasselbe gelte für die Dachform und die 

Firstrichtung. Das Haus sei relativ schmal und hoch. Solche eher schmale und 

hohe Wohnhäuser aus Holz seien in … geradezu typisch. Die Gebäudehöhe 

des geplanten Hauses sie mit den Nachbarhäusern absolut vergleichbar. Von 

einem turmartigen Fremdkörper könne keine Rede sein. Die übrigen 

Proportionen des Hauses seien unproblematisch. Hinsichtlich der 

Grenzabstände sei nur streitig, ob rund um die südöstliche Ecke der grosse 

oder der kleine Grenzabstand gelte. Dies sei im BG nicht geregelt. Eine Praxis 

der Gemeinde existiere nicht. Zur Auslegung des Baugesetzes habe die 

Bauherrschaft die IVHB beigezogen. Diese seien zwar unstreitig nicht direkt 

anwendbar, jedoch seien sie allgemein akzeptiert und dürften deshalb auch 

mangels Übernahme im Baugesetz zur Auslegung unklarer Begriffe beigezogen 

werden. Die Gemeinde sei diesbezüglich nicht in Willkür verfallen. Der 

Grenzabstand sei nicht verletzt. Der Terrainverlauf sei zwar nur zum Teil in 

Form einer Linie eingezeichnet. Auf allen Fassadenplänen seien jedoch die 

Messpunkte der Vermessung des gewachsenen Terrains mit Angabe der 

Höhenkoten eingezeichnet. Damit werde den Anforderungen an ein Baugesuch 

Genüge getan. 

5. Die Bauherrschaft beantragte am 10. Oktober 2012 die Abweisung der 

Beschwerde. Das Haus nehme in seinem Grundriss die ortstypischen Formen 

auf, schmal, tief, und entspreche der früheren Bauweise in ... Weil kinderreich, 

hätten die Walserfamilien gross gebaut, was bei geringen ortstypischen 

Grundflächen nur mit hohen Häusern möglich gewesen sei. Entsprechend 

weise … heute sehr hohe First- und Gebäudehöhen auf, im Extremfall bis zu 

11.5 m bzw. 10.1 m, deutlich mehr als das Projekt. Ein Stall in der 

unmittelbaren Nachbarschaft sei mit 10.46 m mit dem Projekt vergleichbar. An 

der Stelle des Bauplatzes sei anfangs des 20. Jahrhunderts ein sehr grosser 

Stallbau gestanden. Der Stall habe als solcher das Dorfbild mitgeprägt. Die 

Lage sei zwar exponiert. Jedoch sei es klar, dass Häuser, in geneigtem 

Gelände betrachtet, hoch wirkten. Der aktuelle Geländeverlauf sei ersichtlich. 

Der Geometer habe in ihrem Auftrag das Gelände vermessen und die 

relevanten Stellen festgehalten. Diese Dokumentation sei der Gemeinde am 16. 

Juli 2012 zugestellt worden. Es sei erkennbar, wo Aufschüttungen und 

Abgrabungen nötig seien.

6. Am 14. Dezember 2012 führte das Verwaltungsgericht (5. Kammer) einen 

Augenschein an Ort und Stelle durch, an welchem der Beschwerdeführer in 

Begleitung seines Rechtsanwaltes zugegen war. Die Gemeinde war durch ihren 

Präsidenten, den Gemeindekanzlisten, ihren Bauberater und ihre 

Rechtsanwältin vor Ort vertreten. Präsent war auch die Bauherrschaft mitsamt 

dem Architekten. Im Weiteren wohnten dem Augenschein die 

Beschwerdeführer des Verfahrens R 12 95 bei. Allen Anwesenden wurde an 

zwei verschiedenen Standorten (1. Oberhalb der Bauparzelle Nr. 19 [bergseits] 

mit Blick auf die Hausdächer des Dorfkerns sowie auf die Bauparzelle, 2. 

Unterhalb der Bauparzelle Nr. 19 [talseits] mit Blick auf die Bauparzelle) sowie 

auf einem Rundgang durch den historischen Dorfkern von … die Möglichkeit 

geboten, sich auch noch mündlich vor Ort zur Streitsache zu äussern. Im Zuge 

der Begehung wurden seitens des Gerichts noch drei Farbfotos erstellt und zu 

den Akten genommen (vgl. Augenscheinprotokoll). 

Auf das Ergebnis des Augenscheins sowie die weiteren Ausführungen der 

Parteien in den Rechtsschriften und im angefochtenen Entscheid wird, soweit 

erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der 

Einspracheentscheid vom 13. August 2012 der Beschwerdegegnerin 1, mit 

welchem die Einsprache des heutigen Beschwerdeführers gegen das von den 

Beschwerdegegnern 2 eingereichte Baugesuch betreffend Neubau eines 

Einfamilienhauses auf der Parzelle Nr. 19 abgewiesen worden ist sowie die am 

13. August 2012 erteilte Baubewilligung. Streitig und zu prüfen ist, ob die 

Einsprache zu Recht abgewiesen und die Baubewilligung folglich zu Recht 

erteilt worden ist. 

2. a) Zum Einwand der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör gilt es 

festzuhalten, dass dieses Recht formeller Natur ist. Die Verletzung des 

Gehörsanspruchs führt, ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in 

der Sache selbst, zur Aufhebung des angefochtenen Entscheides (BGE 132 V 

390 E. 5.1). Nach der Rechtsprechung kann ein Verfahrensmangel, 

insbesondere eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör, zwar 

geheilt werden, wenn die Kognition der urteilenden Instanz nicht eingeschränkt 

ist und den Beschwerdeführern daraus kein Nachteil erwächst. Eine Heilung ist 

demgegenüber aber immer dann ausgeschlossen, wenn es sich um eine 

besonders schwerwiegende Verletzung der Parteirechte handelt; zudem soll sie 

die Ausnahme bleiben (BGE 134 I 335 E. 3.1, 126 I 72 E. 2 m.w.H.; PVG 2011 

Nr. 31, 2008 Nr. 1). Verfügungen oder Entscheide, die unter Missachtung des 

rechtlichen Gehörs ergangen sind, sind daher grundsätzlich aufzuheben und 

zur Durchführung eines ordnungsgemässen Verwaltungsverfahrens an die 

Verwaltungsbehörden zurückzuweisen (statt vieler: VGU R 08 76 m.w.H.). Nur 

wenn es sich aus verfahrensökonomischen Gründen aufdrängt, ist die Heilung 

einer allfälligen Gehörsverletzung im Rechtsmittelverfahren nach der zitierten 

Praxis - ausnahmsweise - zuzulassen.

b) Der durch Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft (BV; SR 101) gewährleistete Anspruch auf rechtliches 

Gehör dient einerseits der Sachaufklärung und garantiert andererseits ein 

persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der Parteien im Verfahren, soweit 

dies Einfluss auf ihre Rechtsstellung haben kann. Die Gehörsgarantie ist somit 

ein verfassungsmässig geschütztes Individualrecht, hat also den Charakter 

eines selbständigen Grundrechtes (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines 

Verwaltungsrecht, 6. Auflage, Zürich 2010, Rz. 1673 ff.). Neben den sich aus 

Art. 29 Abs. 2 BV und der langjährigen Bundesgerichtspraxis ergebenden 

Mindestgarantien finden für die kantonalen Behörden die im kantonalen Recht 

vorgesehenen Verfahrensvorschriften Anwendung (BGE 131 I 185 E. 2.1). Der 

Anspruch auf rechtliches Gehör für das Verwaltungsverfahren wird auf 

kantonaler Ebene durch Art. 16 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

des Kantons Graubünden (VRG; BR 370.100) gewährleistet. Daraus ergibt sich 

jedoch weder ein Anspruch auf eine Einspracheverhandlung noch auf einen 

Augenschein noch auf den Beizug eines Experten oder auf verwaltungsinterne 

Auskünfte. Hingegen ergibt sich gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

ein aus Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und 

Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) fliessender Anspruch der Parteien, sich zu 

jedem neu eingereichten Aktenstück äussern zu können (BGE 133 I 100 E. 

4.3). Dies gilt auch im Bauverwaltungsverfahren (vgl. Markus Müller, Bernische 

Verwaltungsrechtspflege, Bern 2008, S. 61).

c) Der Beschwerdeführer rügt einerseits eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, 

weil sich die Baubehörde mit seinen Einwendungen, insbesondere was die 

Gestaltungsvorschriften und die Gebäudeabmessungen betreffe, nicht 

auseinandergesetzt habe, obwohl er diese detailliert und substantiiert 

vorgetragen habe. Dieser Einwand zielt, wie nachfolgend zu zeigen sein wird, 

ins Leere. Dem Vorwurf des Beschwerdeführers betreffend Rüge der 

Nichtanwendung der Gestaltungsvorschriften hat die Gemeinde im 

angefochtenen Einspracheentscheid entgegnet, sie habe einen Bauberater 

beigezogen und zusammen mit diesem befunden, die Gestaltungsvorschriften 

seien nicht verletzt. Zudem müsse hier eine zeitgemässe, moderne Architektur 

Platz haben. Zu früheren Zeiten sei der Platz mit einem voluminösen Stall 

bebaut gewesen, weshalb gar von einer Rückführung des Dorfbildes 

gesprochen werden könne. Damit ist die Gemeinde aber dem Anspruch des 

Beschwerdeführers auf Wahrung des rechtlichen Gehörs gerecht geworden. In 

seiner Einsprache hat der heutige Beschwerdeführer ausgeführt, der Neubau 

füge sich wegen seiner Proportionen nicht in das Dorfbild ein, sondern springe 

mit seiner turmartigen Form als das Dorfbild grob störendes Element ins Auge. 

Diese Rüge hat die Gemeinde als „nicht substantiiert“ betrachtet. Der 

Beschwerdeführer sage nicht, worin er die Störung sehe, inwiefern sich die 

Baute nicht einfüge und inwiefern er die Proportionen trotz Einhaltung der 

erlaubten Bauhöhen als zu gross erachte. Die Gemeinde habe daher gar nicht 

genauer auf seine Einwände eingehen können. Diesen Ausführungen der 

Gemeinde kann in dieser Form nicht zugestimmt werden, führte der damalige 

Einsprecher und heutige Beschwerdeführer doch klar aus, dass das Gebäude 

viel zu hoch werde und es sich deshalb nicht einfüge. Zuzustimmen ist der 

Gemeinde aber, wenn sie sagt, dass aus dem Einspracheentscheid das 

hervorgehe, was der Beschwerdeführer zur sachgerechten Anfechtung habe 

wissen müssen, nämlich einmal, dass die Einhaltung der 

Gestaltungsvorschriften unter Beizug eines Bauberaters geprüft worden sei, 

dass trotz gestalterischer Vorschriften ein Neubau möglich sein müsse und 

dass drittens von einer Übernutzung gerade mit Berufung auf das historische 

Dorfbild nicht die Rede sein könne, weil die Parzelle schon zu historischen 

Zeiten mit einem grossen Baukörper überbaut gewesen sei. Was sodann die 

Rüge des Beschwerdeführers, die Gemeinde habe sich mit seinen 

Ausführungen betreffend Gebäudeabmessung nicht auseinandergesetzt, 

betrifft, ist festzuhalten, dass die Messpunkte des gewachsenen Terrains aus 

den Fassadenplänen ohne Weiteres ersichtlich sind, weshalb auch dieser 

Einwand ins Leere zielt. Dasselbe gilt für den Einwand, der südöstliche 

Eckpunkt verletze den Grenzabstand zur Parzelle Nr. 21. Der 

Beschwerdeführer geht diesbezüglich fälschlicherweise davon aus, dass an 

dieser Ecke der grosse Grenzabstand von 5 m gelten müsse, obwohl die 

Bauherrschaft in ihrer Stellungnahme zur Einsprache vom 16. Juli 2012 

nachvollziehbar ausgeführt hat, weshalb dort der kleine Grenzabstand von 

2.5 m massgebend sei. Dementsprechend hat aber der Beschwerdeführer die 

Berechnungsgrundlage bei der Anfechtung gekannt. Der Verweis der 

Gemeinde im Baubescheid, die Berechnungen der Gebäudeabmessungen 

durch die Bauherrschaft stünden im Einklang mit der Baugesetzgebung, ist vor 

diesem Hintergrund ausreichend. Dementsprechend ist aber das rechtliche 

Gehör des Beschwerdeführers nicht verletzt worden. 

d) Weiter rügt der Beschwerdeführer als Verletzung des rechtlichen Gehörs, dass 

er über die Auftragserteilung an die Bauberatung nicht orientiert worden sei und 

er keinen Bericht der Bauberatung erhalten habe. Es ist zwar zutreffend, dass 

die Gemeinde den Beschwerdeführer hinsichtlich Auftragserteilung an die 

Bauberatung nicht orientiert hatte. Dies konnte sie im Zeitpunkt der Mitwirkung 

des Bauberaters aber auch nicht tun, geschah die Begleitung des 

Bauvorhabens durch den Bauberater doch zu einem Zeitpunkt, in dem der 

heutige Beschwerdeführer noch gar nicht in das Verfahren involviert war, 

geschweige denn bereits Einsprache gegen das Bauprojekt eingereicht hatte. 

Bei dieser Ausgangslage muss es aber ausreichen, wenn der 

Beschwerdeführer darüber informiert wird, dass die Voraussetzungen von Art. 

43 Abs. 3 des Gemeindebaugesetzes (BG) bzw. Art. 73 Abs. 2 des 

Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100) erfüllt 

werden, indem die Bauberatung das Projekt begleitet und in der geltenden 

Version befürwortet hat. Formell sei diesbezüglich noch klargestellt, dass der 

Bericht der Bauberatung kein Sachverständigengutachten darstellt, und daher 

auch nicht die dafür erforderlichen verschärften Formvorschriften erfüllen muss 

(vgl. VGU R 12 10). Vielmehr wird die Bauberatung gemäss Art. 43 Abs. 3 BG 

zur Beratung der Gemeinde und zur Begleitung bei der Ausarbeitung des 

Bauvorhabens eingeschaltet. Ein schriftlicher Bericht ist dabei weder im 

Baugesetz noch im KRG vorgesehen und existiert vorliegend auch nicht. 

Dementsprechend wurde aber das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers in 

allen Belangen gewahrt. 

3. Weiter rügt der Beschwerdeführer die Falschanwendung der 

Grenzabstandsvorschriften gemäss kommunalem Baugesetz. Insbesondere an 

der Südostecke werde der grosse Grenzabstand zu Parzelle Nr. 21 verletzt. Mit 

der Gemeinde ist davon auszugehen, dass sie das kommunale Recht innerhalb 

des Ermessensbereichs gemäss ständiger Rechtsprechung selbst auslegen 

darf, falls Auslegungsschwierigkeiten bestehen. Vorliegend hat die Gemeinde 

zur Klärung der Frage, welcher Grenzabstand um die Ecke zwischen der Süd- 

und der Ostfassade gelten soll mangels Regelung im Baugesetz und in 

Ermangelung einer diesbezüglichen Praxis der Gemeinde die interkantonale 

Vereinbarung über die Harmonisierung der Baubegriffe (IVHB) beizogen. Dieser 

Rückgriff auf die IVHB wäre indes bei genauem Studium des kommunalen 

Baugesetzes vorliegend gar nicht notwendig gewesen. Gemäss Art. 31 i.V.m. 

Art. 47 BG beträgt der grosse Mindestgrenzabstand in der Dorfzone talseitig 

5 m und für die übrigen Fassaden 2.5 m, wobei als Grenzabstand bei 

Hochbauten laut Art. 47 Abs. 1 BG die kürzeste waagrecht gemessene 

Entfernung zwischen der Umfassungswand und der Grundstücksgrenze gilt. 

Art. 47 Abs. 2 BG besagt sodann, dass der grosse Grenzabstand in der Regel 

vor der talseitigen Fassade einzuhalten sei. Ist der grosse Grenzabstand aber 

„vor“ der talseitigen Fassade einzuhalten, ist er eben nicht neben der talseitigen 

Fassade einzuhalten. Auch die vom Beschwerdeführer angestrengte 

Winkelhalbierende ist vor diesem Hintergrund nicht massgebend. Vielmehr 

muss der grosse Grenzabstand von 5 m einzig in der Fortsetzung der 

Ostfassade zur Grenze von Parzelle Nr. 21 eingehalten sein, was vorliegend 

denn auch der Fall ist. An allen übrigen Fassaden, insbesondere auch an der 

Ostfassade, gilt dagegen der kleine Grenzabstand von 2.5 m, der unbestritten 

eingehalten ist. Dementsprechend erweist sich auch dieser Einwand als 

unbehelflich. 

4. Auch der vom Beschwerdeführer erhobene Einwand der fehlenden 

Kontrollierbarkeit des Terrains bzw. der Bauhöhen ist unbehelflich, ist doch die 

Höhenbemessung und die dieser zu Grunde liegende Verifizierung des 

gewachsenen und des neuen Terrains aufgrund der Fassadenpläne ohne 

Weiteres möglich. Aus diesen Plänen ist sodann auch ersichtlich, dass die 

massgeblichen Gebäude- und Firsthöhen von Art. 31 i.V.m. Art. 45 BG 

eingehalten sind. Für das Gericht besteht denn auch kein Anlass, an den 

ermittelten Terrain- und Bauhöhen zu zweifeln.

5. a) Es bleibt somit noch die Frage nach der Bauästhetik im Sinne von Art. 73 Abs. 

1 KRG zu klären. Diesbezüglich weist der Beschwerdeführer darauf hin, dass 

… Teil des ISOS sei und die Gemeinde dementsprechend im Generellen 

Gestaltungsplan die Dorfzone mit einem Erhaltungsbereich überlagert habe. 

Das Dorfbild von … präsentiere sich heute in einer ungewöhnlichen Harmonie 

von sehr hoher Qualität, was einen sorgfältigen Umfang mit dem historischen 

Dorfbild als zwingend erscheinen lasse. Dadurch, dass der Neubau auf einer 

exponierten Stelle zu stehen käme, wären die Auswirkungen auf die bauliche 

Umgebung und das Dorfbild als Ganzes sehr gross. Der Rahmen der 

bisherigen Siedlungsstruktur werde durch den turmartigen Baukörper 

gesprengt. 

b) Dagegen wendet die Gemeinde ein, es sei nicht zutreffend, dass sich das 

Bauvorhaben an einer besonders heiklen Stelle befinde. Vielmehr liege Parzelle 

Nr. 19 am Dorfrand und sei von unten her sowie von der Dorfmitte aus gar nicht 

sichtbar. Die Fassadengestaltung aus Holz mit einem kleineren, verputzten Teil 

lehne sich an die überlieferte Bauweise an. Dasselbe gelte für die Dachform, 

welche im Rahmen der Bauberatung angepasst worden sei und die 

Firstrichtung. Das Haus sei relativ schmal und schöpfe die zulässige 

Gebäudehöhe von 8 m vollumfänglich aus. Die Firsthöhe dürfte mit 11.5 m noch 

rund 1 m höher sein als beim projektierten Gebäude. Solche eher schmale und 

hohe Wohnhäuser aus Holz seien in … geradezu typisch. Von einem 

turmartigen Fremdkörper könne demnach keine Rede sein. Die übrigen 

Proportionen des Hauses seien unproblematisch. 

c) Gemäss Art. 73 Abs. 1 KRG sind Siedlungen, Bauten und Anlagen nach den 

Regeln der Baukunst so zu gestalten und einzuordnen, dass mit der Umgebung 

und der Landschaft eine gute Gesamtwirkung entsteht. Dabei ist unbestritten, 

dass aufgrund der umschriebenen Regelung aus ästhetischer Sicht relativ hohe 

Anforderungen an ein Bauvorhaben gestellt werden, genügt es doch mithin 

nicht mehr, dass ein solches nicht störend wirkt (negative Ästhetikklausel). 

Doch dürfen die Anforderungen trotz der positiven Ausgestaltung nicht derart 

hoch angesetzt werden, wie dies etwa der Fall wäre, wenn eine optimale 

Gesamtwirkung verlangt würde (Botschaft der Regierung zum neuen KRG an 

den Grossen Rat, Heft Nr. 3/2004-2005, S. 343). Die Gemeinwesen haben das 

durch Art. 73 Abs. 1 KRG eingeräumte Ermessen pflichtgemäss auszuüben. 

Nach konstanter Rechtsprechung kommt den Gemeinden bei der Auslegung 

von Ästhetikfragen beziehungsweise bei der Prüfung der Frage der 

Eingliederung von Bauten in eine bestehende Umgebung jedoch ein 

geschützter Beurteilungs- und Ermessensspielraum zu, in welchen das Gericht 

nur eingreift, wenn die Gemeinde diesen Ermessensspielraum missbraucht 

oder überschritten hat (VGU R 11 62, R 06 37, R 05 95/102; so bereits: PVG 

1995 Nr. 25, 1994 Nr. 19 und 20, 1991 Nr. 16).

d) Ergänzend zur kantonalen Ästhetikvorschrift gemäss Art. 73 Abs. 1 KRG sind 

vorliegend auch noch die kommunalen Bauvorschriften gemäss Art. 14 

(Architektur), Art. 31 (Dorfzone) und Art. 43 (Erhaltungsbereich) BG zu 

beachten: 

Art. 14 BG Architektur
1 Bauten und Anlagen sind architektonisch gut zu gestalten und haben auf ihre Umgebung 

Bezug zu nehmen. 
2 Bauvorhaben, welche den Anforderungen an eine gute Gestaltung, insbesondere bezüglich 

Proportionen des Gebäudes, Gliederung der Fassaden, Dachgestaltung oder Farbgebung 
nicht genügen, sind unter Beizug des Bauberaters zu überarbeiten; analog Art. 3 Abs. 5.

Art. 31 BG Dorfzone
1 Die Dorfzone bezweckt die Erhaltung, die Erneuerung, die Ergänzung und die Erweiterung 

der gewachsenen Siedlungsstruktur. Sie ist für Wohnbauten, Dienstleistungs- und 
Gewerbebetriebe sowie Landwirtschaftsbetriebe bestimmt. Es sind mässig störende Betriebe 
gestattet gemäss Art. 26 Abs. 3b; sie haben die Bedingungen der Lärmempfindlichkeitsstufe 
III zu erfüllen. 

2 Wo Baugestaltungslinien fehlen, sind bei Neubauten und Umbauten die strassenseitigen 
Baufluchten beizubehalten. In diesen Fällen kann vom gesetzlichen Strassenstand 
abgewichen werden. Gebäude- und Firsthöhe sowie Dachform, Firstrichtung, Proportionen, 
Volumen, Material, Farbe und Gestaltung der Fassaden richten sich nach den umliegenden 
Bauten und insbesondere nach der überlieferten Bauweise. 

3 Soweit die umliegenden Bauten keine Abweichungen zulassen oder verlangen, sind folgende 
Maximalmasse gestattet:
a) Mindestabstand:
- gross: 5.00 m mit Reduktion bis auf 2.50 m gegenüber öffentlichen Strassen
- klein: 2.50 m.
Vorbehalten bleiben die Vorschriften der kantonalen Strassengesetzgebung. 
b) Maximale Gebäudehöhe: 8.00 m; maximale Firsthöhe: 11.50 m
c) Maximale Gebäudelänge: 13.00 m

4 Bauten, die zerstört oder abgebrochen werden, dürfen binnen 6 Jahren im bisherigen 
Umfang und ohne Beachtung der Maximalgrösse gemäss Abs. 3 wieder aufgebaut werden. 
Vorbehalten bleiben die feuerpolizeilichen Vorschriften. Die Gebäudemasse sind vor dem 
Abbruch in einem von der Baubehörde zu genehmigenden Plan festzuhalten. 

5 Zweckänderungen im Rahmen der Zonenzweckbestimmung sind innerhalb der Bauzone 
gestattet.

6 In allen Bauten mit Wohnungen sind den Wohnungen zugehörige Abstellräume vorzusehen 
im Ausmass von mindestens 20 % aller Nettowohnflächen. 

Art. 43 BG Erhaltungsbereich
1 Als Erhaltungsbereich bezeichnet der Generelle Gestaltungsplan Ortsteile mit Baugruppen, 

Bauten und Anlagen sowie Freiräumen, die auf Grund ihrer Gesamtform, Stellung und 
äussern Erscheinung von erheblicher räumlicher, architektonischer oder ortsbaulicher 
Bedeutung sind. 

2 Im Erhaltungsbereich gelegene Bauten und Anlagen sowie wertvolle Bauteile und 
Konstruktionsformen sind zu erhalten und dürfen nicht abgebrochen werden. Vom 
Abbruchverbot ausgenommen sind Bauten und Anlagen, die zweifellos langfristig nicht mehr 
ihrer ursprünglichen Bestimmung gemäss genutzt werden können, sofern sie durch 
Wohnbauten, die zu wenigstens 50 % als Hauptwohnungen dienen, oder durch Bauten mit 
öffentlicher Zweckbestimmung ersetzt werden. Erneuerungen und Umbauten sind im 
Rahmen der Zonenbestimmung unter Wahrung der äussern Erscheinung möglich. 
Neubauten sind an bezeichneten Baustandorten innerhalb eines vorgegebenen Bauvolumen 
mit Auflagen gestattet. 

3 Bauvorhaben im Erhaltungsbereich sind vor der Ausarbeitung des Bauprojekts der 
Baubehörde mitzuteilen. Diese zieht den Bauberater bei. 

e) Unbestrittenermassen lehnt sich die Fassadengestaltung aus Holz mit einem 

kleineren, verputzten Teil an die überlieferte Bauweise in … an. Dasselbe gilt 

auch für die im Rahmen der Bauberatung angepasste Dachform und die 

Firstrichtung. Gegenteiliges wird vom Beschwerdeführer denn auch nicht 

geltend gemacht. Streitig sind demgegenüber die Proportionen und das 

Volumen des Einfamilienhauses. Diesbezüglich ist Art. 31 Abs. 3 BG zu 

beachten, wonach eine maximale Gebäudehöhe von 8 m sowie eine maximale 

Firsthöhe von 11.5 m gestattet sind, soweit die umliegenden Bauten keine 

Abweichungen zulassen oder verlangen. Dabei sind aufgrund des 

Gesetzeswortlauts von Art. 31 Abs. 3 BG sowohl Abweichungen gegen unten 

als auch solche gegen oben möglich, jedoch nur unter der Voraussetzung, dass 

dies die umliegenden Bauten und Anlagen zulassen. Die etwas unklar 

formulierte Norm bedeutet schliesslich wohl einfach, dass sich ein Neubau an 

die bestehenden Volumina bzw. Gebäudehöhen der Umgebung anzulehnen 

hat. Das Gleiche verlangt im Übrigen auch Art. 43 Abs. 2 BG, wenn er 

Bauvorhaben nur an bezeichneten Standorten innerhalb eines vorgegebenen 

Bauvolumens mit Auflagen gestattet. Wie den von den Beschwerdegegnern 2 

ins Recht gelegten Höhenmessungen der umliegenden Gebäude zu 

entnehmen ist, ist vorliegend sowohl die Gebäude- als auch die Firsthöhe des 

geplanten Einfamilienhauses durchaus mit den umliegenden Gebäuden 

vergleichbar. Direkt unterhalb (südlich) der Bauparzelle Nr. 19, auf Parzelle Nr. 

18, liegt beispielsweise ein Haus mit einer Gebäudehöhe von 8.4 m und einer 

Firsthöhe von 10.46 m, während ebenfalls in unmittelbarer Umgebung der 

Bauparzelle Nr. 19 auf Parzelle Nr. 24 ein Haus mit Höhen von 8.94 m bzw. 

10.55 m liegt. Vor diesem Hintergrund kann aber keine Rede davon sein, dass 

das geplante Einfamilienhaus mit einer traufseitigen Gebäudehöhe (Südseite) 

von 8.9 m bzw. 9.69 m und einer Firsthöhe von 10.57 m als turmartiger 

Fremdkörper unter den bestehenden Gebäudekörpern auffalle. 

f) Vor dem Hintergrund der letztlich doch relativ unklaren kommunalen 

Vorschriften sowie der Tatsache, dass Art. 14 Abs. 1 BG in seinen Wirkungen 

nicht weiter geht als Art. 73 Abs. 1 KRG, hat die Prüfung der Ästhetikfragen 

vorliegend basierend auf Art. 73 Abs. 1 KRG, wonach Siedlungen, Bauten und 

Anlagen nach den Regeln der Baukunst so zu gestalten und einzuordnen sind, 

dass mit der Umgebung und der Landschaft eine gute Gesamtwirkung entsteht, 

zu erfolgen. Dabei ist das Gericht entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers 

zum Ergebnis gelangt, dass das Bauvorhaben nicht gegen Art. 73 Abs. 1 KRG 

verstösst. Wie der gerichtliche Augenschein eindrücklich gezeigt hat, ist das 

historische Dorfzentrum von … in der näheren Umgebung der Bauparzelle Nr. 

19 von grossvolumigen Bauten mit hohen Gebäude- und Firsthöhen geradezu 

geprägt. Obwohl das Haus die zulässige Gebäudehöhe von 8 m vollumfänglich 

ausschöpft, kann nicht gesagt werden, das Haus bilde als turmartige Gestaltung 

einen Fremdkörper. Vielmehr sind solche hohen Wohnhäuser aus Holz 

geradewegs typisch für den Dorfkern von … Das geplante Einfamilienhaus 

ordnet sich - wie von Art. 73 Abs. 1 KRG gefordert - denn auch gut in die das 

historische Dorfzentrum von … ein, sodass eine gute Gesamtwirkung mit der 

Umgebung und der Landschaft entsteht. Eine optimale Gesamtwirkung ist 

bekanntlich - wie vorstehen erläutert - nicht notwendig. Der gerichtliche 

Augenschein hat des Weiteren gezeigt, dass die bereits bestehenden Häuser 

ähnliche Stilelemente und auch dieselben Dachformen und Firstrichtungen wie 

das geplante Projekt aufweisen. Zudem ist auch die Materialisierung ähnlich. 

Die Tatsache, dass die zu bebauende Parzelle Nr. 19 an exponierterer Lage als 

die umliegenden Parzellen bzw. gegenüber diesen leicht erhöht liegt, kann 

dabei nicht zum Nachteil der Bauherrschafft gereichen, zumal das 

angefochtene Bauprojekt vollumfänglich auf dem gewachsenen Terrain erstellt 

werden soll. Nur am Rande sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die im 

Rahmen der Melioration in den Jahren 1985 bis 1990 auf der Bauparzelle Nr. 

19 erstellte Stützmauer vor dem Hintergrund der verwaltungsgerichtlichen 

Rechtsprechung, wonach mehr als 10 Jahre zurückliegende 

Terrainveränderungen als gewachsener Boden gelten (so bereits PVG 1992 Nr. 

23; VGU R 09 4, R 10 15), ebenfalls als gewachsenes Terrain zu betrachten ist. 

In einer Gesamtbetrachtung ist das Gericht daher zur Überzeugung gelangt, 

dass das geplante Neubauprojekt auf Parzelle Nr. 19 sowohl mit Art. 73 Abs. 1 

KRG als auch mit Art. 14, Art. 31 und Art. 43 BG vereinbar ist. In Anwendung 

ihres weiten Ermessenspielraums in Ästhetikfragen durfte die Gemeinde daher 

das ortstypische Neubauprojekt gutheissen.

g) An diesem Ergebnis vermag auch der Einwand des Beschwerdeführers, 

wonach das Dorf … Teil des gestützt auf das Bundesgesetz über den Natur- 

und Heimatschutz (NHG; SR 451) erlassenen Bundesinventars 

schützenswerter Ortsbilder der Schweiz (ISOS) sei und die Gemeinde 

dementsprechend im Generellen Gestaltungsplan die Dorfzone mit einem 

Erhaltungsbereich überlagert habe, nichts zu ändern. Wie die Gemeinde zu 

Recht ausführte, wurde der Schutzauftrag in Art. 43 BG umgesetzt und damit in 

die Hände der Gemeinde gelegt. Primär geht es bei Art. 43 BG darum, im 

Erhaltungsbereich gelegene Bauten zu erhalten und deren Abbruch zu 

vermeiden. Neubauten sind für die Erhaltung der alten Bausubstanz 

demgegenüber nur insofern von Relevanz, als diese das Gesamtbild nicht 

stören dürfen. Wie vorstehend erläutert wird das Gesamtbild durch das 

Neubauprojekt jedoch in keiner Weise gestört. Vielmehr ordnet sich das 

Einfamilienhaus gut in das Dorfzentrum von … ein, sodass eine gute 

Gesamtwirkung mit der Umgebung und der Landschaft entsteht. 

6. a) Demnach erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid vom 13. August 

2012 der Beschwerdegegnerin 1 sowie die gleichentags ausgestellte 

Baubewilligung insgesamt als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde 

führt. 

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Verfahrenskosten zulasten des 

Beschwerdeführers (Art. 73 Abs. 1 VRG). Gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG wird die 

unterliegende Partei im Rechtsmittel- oder Klageverfahren in der Regel 

verpflichtet, der obsiegenden Partei die durch den Rechtsstreit verursachten 

notwendigen Kosten zu ersetzen. Im vorliegenden Verfahren sind die 

Beschwerdegegner 2 nicht anwaltlich vertreten worden, weshalb ihnen keine 

Parteientschädigung zukommt. Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit 

öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen wird gemäss Art. 78 

Abs. 2 VRG in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in 

ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen besteht 

vorliegend kein Anlass und der Beschwerdegegnerin 1 wird folglich keine 

aussergerichtliche Entschädigung zugesprochen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2‘000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 428.--

zusammen Fr. 2‘428.--

gehen zulasten vom Beschwerdeführer und sind innert 30 Tagen seit Zustellung 

dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.