# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c4ae272e-6662-5129-bb12-7b5e02c80e32
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-09-06
**Language:** de
**Title:** Angepasste Tätigkeit zu 100 % möglich; kein rentenbegründender Invaliditätsgrad
**Docket/Reference:** IV.2018.00620
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2018.00620.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2018.00620
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Romero-Käser
Sozialversicherungsrichterin Sager
Gerichtsschreiber Boller
Urteil
vom
6. September 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Mark A.
Glavas
Advokatur
Glavas
AG
Markusstrasse 10, 8006 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1961, Mutter von zwei Kindern (Jahrgang 1984 und 1989), war von 1990 bis 2009 bei der Genossenschaft
Y.___
, und von 2009 bis 2014 bei der
Z.___
AG, als
Fleischabpackerin
im Kühlraum tätig,
wobei der letzte Arbeitstag im
Juni
2014
war
.
Seit August beziehungsweise Dezember 2016 arbeitet sie in einem Pensum von zirka 30
% als Reinigungskraft bei der
A.___
AG, und bei der
B.___ GmbH
(Urk.
7/
5 S. 5 f., Urk.
7/
10
).
Unter
Hinweis auf Schmerzen in den Gelenken, Knochen und Muskeln sowie im Rücken
meldete
sie
sich am
26. April 2017
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
7/
5
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
7/24-53)
verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 8. Juni 2018
einen
Anspruch auf Leistungen der Invaliden
versicherung
(
Urk. 2
= Urk. 7/55
)
.
2.
Die Versicherte erhob am 11. Juli 2018
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
8. Juni 2018
(Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
die vor
lie
gende Streitsache zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen (Urk. 1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantra
gte mit Beschwerdeantwort vom 30. August 2018 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 11. September 2018
zur Kenntnis gebracht
wurde
(U
rk. 8
).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
men
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es verläs
slicher medizinischer Entscheidungs
grundlagen. Hinsichtlich des Beweis
wer
tes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Be
schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben wor
den ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurtei
lung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 231
, E 5.1)
1.4
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden somato
formen Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychosomatischen Lei
dens sind Indikatoren beachtlich, die das Bundesgericht systematisiert hat (
vgl.
BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshin
dern
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Res
sourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen
(BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Be
weisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und all
fälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen V
erfügung (Urk. 2)
gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus,
es lägen keine objektiven medi
zinischen Befunde vor, welche eine
dauerhafte Beeinträchtigung der Arbeits
fähigkeit
begründen würde
n
. Eine wesentliche quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für entsprechend adaptierte, rückengerechte Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bestehe nicht. Die Beschwerdeführerin gebe zudem klar an, dass sie an einer körperlichen und nicht an einer psychischen Krankheit leide. Deshalb begründe auch die somatoforme Schmerzstörung keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S.
1 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), die Beschwerdegegnerin habe eine ablehnende Rentenverfügung erlassen, obwohl noch gar kein definitiver Gesundheitszustand vorliege
(S.
2)
.
So sei im März 2018
eine somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert worden. Die Beschwerde
füh
reri
n habe mittlerweile eingesehen, dass ihre Beschwerden auch einen psychi
schen Hintergrund hätten, weshalb sie sich seither in konsequenter Psychotherapie be
finde (S. 4)
.
Die Beschwerdegegnerin
habe die Verfügung zu früh erlassen, ohne die Auswir
kungen der psychischen Beschwerden zu prüfen und habe somit den Unter
su
chungs
grundsatz verletzt.
Sie beantragte
eine Rückweisung an die Beschwerdegegnerin mit der Verpflich
tung, einen Verlaufsbericht bei der Psychiaterin einzuholen und hernach das struk
turierte Beweisverfahren inklusive polydisziplinäre Begutachtung durchzu
führen (S. 2).
Es sei überdies nicht nachvollziehbar, wenn der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) behaupte, die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr möglich, dennoch sei kein Gesundheitsschaden ausgewiesen (S. 4 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin und dabei insbesondere, ob ein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliegt.
3.
3.1
Gemäss Bericht vom 11. Oktober 2016 von Dr. med.
C.___
, Facharzt für Neurologie
(Urk. 7/12)
,
bestanden
bei der Untersuchung
musculo-skelettale
Be
schwerden rechts
parathorakolumbal
sowie entlang des unteren Rippenbogens. Die Atemexkursion sei normal, neurologisch bestünden keine Ausfälle. Eine Blockierung eines
Costovertebralgelenkes
könne nicht festgestellt werden, die Beweglichkeit sei normal (S. 2). Gemäss Angaben der Beschwerdeführerin habe sie seit zirka 10 Jahren und verstärkt zunehmend seit 5 Jahren rechts para
ver
te
brale Schmerzen im Bereich
thorakolumbal
, diese seien verstärkt bei Erschütte
rungen, beim Husten, beim Verharren in einer gewissen Position, zum Beispiel beim Staubsaugen oder bei Arbeiten in der Küche im Stehen. Die Arbeitsposition als Fleischpackerin sei im Stehen mit Rotation des Körpers nach rechts und hinten, unzählige Male pro Tag und über Jahre (S. 1). Eine mögliche Ursache der Beschwerden sei diese monotone, sich stets wiederholende Bewegung.
S
icherlich würden die Schmerzen im Alltag auch Blockaden und Bewegungsein
schrän
kungen verursachen (S. 2).
3.2
Dr. med.
D.___
, Facharzt für
A
llgemeine innere Medizin und
für
Rheuma
tologie,
nannte im Überweisungsschreiben
vom 3. November 2016 (Urk. 7/13) an
die Ärzte de
s Institut
s
für komplementäre und integrative Medizin des
E.___
folgende Diagnosen
(S. 1)
:
-
t
herapieresistentes
thorakospondylogenes
Syndrom rechts mit unklarer Ätio
logie und
Myogelosen
am Rippenbogen
-
Fehlform
der Wirbelsäule mit deutlicher Kyphose der Brustwirbelsäule (BWS) und kompensatorischer Hals (HWS)- und Lendenwirbelsäule (LWS)-Lordose
-
u
nklare Oberbauchschmerzen
Die
Beschwerdeführerin
leide seit 7 Jahren
an Schmerzen im Oberbauch sowie im Bereich des Rippenbogens rechts, die sich auf der rechten Seite in Richtung der Brust- und Lendenwirbelsäule sowie diffus in den ganzen Bauch ausdehnten. Die Schmerzen seien immer vorhanden, ausser beim Liegen und Schlafen. Sie würden sich bei Bewegungen verstärken, insbesondere beim Gehen. Die in den letzten
3 Jahren veranlassten
gastroenterologischen
Abklärungen hätten sich als normal erwiesen. Eine Magnetresonanztomographie (MRI) habe die Beschwerdeführerin im April 2014 abgelehnt. Die Ursache der oberen Bauchbeschwerden sowie des
lumbospondylogenen
Syndroms rechts bleibe unklar. Die Ätiologie der Beschwer
den der unteren Brustwirbelsäule mit Ausstrahlung in den Rippenbogen rechts habe sich
bis heute nicht eruieren lassen.
So habe etwa eine Computertomografie der Brustwirbelsäule am 8. April 2014 zu keinen diesbezüglichen Erkenntnissen geführt.
Die MRI–Untersuchungen der Brustwirbelsäule
im September 2016
hätten sich auch auf Höhe des
druckdolenten
Brustwirbelkörpers (BWK) 10 als normal erwiesen.
Es sei kein Schmerzkorrelat nachweisbar.
Es fänden sich keine Hinweise auf ein
Entrapment
oder auf ein
Neurinom
(S.
2).
3.3
Im
B
ericht zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 16. Mai 20
17 (Urk. 7/11) stellte Dr. med.
F.___
, Fachärztin für
A
llgemeine innere Medizin und seit 2000 Hausärztin der Beschwerdeführerin
,
dieselben Diagnosen wie Dr.
D.___
(
vorstehend E. 3.2
).
Die Beschwerdeführerin leide unter
Druckdolenz
und Spontanschmerz im Ober
bauch rechts und sei für die Tätigkeit als Packerin vom 4.
bis zum 12. April 2017 zu 50
% arbeitsunfähig gewesen. Einschränkungen in dieser Tätigkeit bestünden hinsichtlich Schmerzen, Rücken und Abdomen. Aus medizinischer Sicht sei die bisherige Tätigkeit nicht zumutbar. Es bestehe als Packerin von Fleisch im Kühl
raum eine Arbeitsunfähigkeit von 100
% (Urk. 7/11/7-8).
3.4
Mit Faxschreiben vom 23. Mai 2017 an die Beschwerdegegnerin (Urk. 7/15) w
urde seitens
der Ärzte
des
E.___
mitgeteilt, dass sich die Beschwerdeführerin nie in Behandlung begeben
b
eziehungsweise auf das Terminaufgebot vom 9.
Novem
ber 2016 (Urk. 7/15/6) nicht reagiert habe. Auch Dr.
D.___
erklärte am 26. Mai 2017, die Beschwerdeführerin sei seit mehr als einem halben Jahr nicht mehr bei ihm
in der
Untersuchung gewesen (Urk. 17).
3.5
Dr. med.
G.___
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Trauma
tolo
gie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), nahm am 1. Juni 2017 Stellung zu den vorliegenden Arztberichten
(Urk. 7/22)
. Dabei führte er aus, bei der 56-jährigen Beschwerdeführerin bestünden offenbar überlastungsbedingte Beschwerden auf Grund wohl monotoner und körperlich schwer sowie einseitig belastender Tätig
keit als Packerin im Kühlraum. Angesichts fehlender pathologischer, klinischer
oder radiologischer Veränderungen gäbe es kein strukturelles Korrelat dieser Be
schwerden, so dass diese zwar aus medizinischer Sicht nachvollziehbar seien, die relative körperliche Überlastung der Beschwerdeführerin jedoch keinen rele
van
ten Gesundheitsschaden darstelle.
Es sei
überwiegend wahrscheinlich jede andere, entsprechend angepasste, körperlich mittelschwere und wechselbe
lasten
de Tätig
keit uneingeschränkt möglich
(S. 3)
.
3.6
Nach
Erlass des
Vorbescheid
s
hielt Dr.
C.___
in einem Antwortschreiben an die Beschwerdeführerin vom 26. Juli 2017 (Urk. 7/28) fest, diese sei überwiegend wahr
scheinlich für die weitere Ausübung ihrer belastenden Tätigkeit als Fleisch
packerin nicht geeignet. Seiner Meinung nach seien die Beschwerden nicht nur radiologisch (bildgebend) zu beurteilen, weil eine weitere Ursache in der Musku
latur, im Stützapparat oder eine funktionelle Störung bildgebend nicht dargestellt werden könne, obwohl klinisch vorhanden.
3.7
Dem Bericht von Dr. med.
H.___
, Facharzt für Radiologie am
I.___
, zur nativen MRI-Untersuchung der Brust- und Lendenwirbelsäule vom 15. August 2017 (Urk. 7/30) ist zu entnehmen, dass sich verglichen mit der Voruntersuchung vom 14. September 2016 stationäre dis
krete Endplatten-Irregularitäten bei sonst normaler Brustwirbelsäule gezeigt hätten. Es lägen keine Diskushernien, keine
Nervenwurzelirritationen oder
–
kom
pressionen
und keine M
yelopathie vor.
An der Lendenwirbelsäule bestehe eine
breitbasige
Diskusprotrusion
zwischen den Lendenwirbeln 4 und 5 sowie zwi
schen
dem Le
ndenwirbel 5 und dem Kreuzbein
mit jeweiligem
Anulusriss
und Kontakt des Diskus’ zwischen Lendenwirbeln 4 und 5 zur Nervenwurzel des Lendenwirbels
recessal
beidseits und möglicher Reizung derselben. Es seien keine Nervenkom
pressionen, aber wenig tieflumbal betonte Facettengelenksarthrosen festgestellt worden.
3.8
Die Ärzte der Abteilung Wirbelsäulenchirurgie und Neurochirurgie des
Muskulo
-Skelettal Zentrums der
J.___
K
linik,
nann
ten im Bericht zur
Kon
sultation vom 10. No
vember 2017 (Urk. 7/40)
als
Diagnose
unklare symme
trische proximale
M
y
opathien
der oberen und unteren Extremitäten.
Die Schmerzen, die nach Angaben der Beschwerdeführerin seit mehr als zwei Jahren aufgetreten seien,
präsentierten
einen symmetrischen Charakter und seien vor allem proximal betont in den oberen und unteren Extremitäten (Ober
schenkel
bereich) lokalisiert. In ihrem Alltag sei die Beschwerdeführerin massiv eingeschränkt und könne nicht mehr als 30 Minuten den Haushalt ausüben. Nach
Anfrage, ob die Schmerzen auch in den Unterschenkel ausstrahl
t
en, sei die Schmerz
strasse auch weiter nach unten verfolgt worden. Zusätzlich seien Brust
schmerzen angegeben worden, die teilweise bis nach vorne in den Ober
bauch
bereich ausstrah
l
t
en. Medikamente habe die Beschwerdeführerin
seit sechs
Monaten keine mehr eingenommen, an frühere Medikationen habe sie sich nicht erinnern können
(S. 1)
.
Die Untersuchung habe indes keine deutlichen Druckschmerzen über der ge
samt
en Wirbelsäule ergeben. Die
Schmerzen
seien
zu generalisiert angegeben, so dass von der bildmorphologischen Beurteilung und klinischen Untersuchung keine wirbelsäulenabhängigen Ursachen für die Beschwerden hätten konkludiert werden können. Aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht könnten die Beschwerden also nicht mit den klinischen und radiologischen Befunden übereinstimmen. Eine weitere Kontrolle in der Sprechstunde sei daher nicht notwendig,
die
Beschwer
deführerin präsentiere indes eine depressive Verstimmung, welche medizinisch abzuklären und zu begleiten sei (S. 2).
3.9
Im
B
ericht vom 10. März 2018 zuhanden der Beschwer
degegnerin (Urk. 7/44)
diagnostizierte
Dr. med.
K.___
,
Fachzärztin
für
Psychiatrie und Psy
chotherapie
,
eine
s
omatoforme Schmerzstörung
(ICD-10
F45.0
).
In der Erstkonsultation im April 2016 sowie in der Zweitkonsultation im März 2018 habe die Patientin über starke Schmerzen thorakal rechts berichtet, weshalb sie sich bei verschiedenen Ärzten immer wieder habe untersuchen und behandeln lassen. Bis jetzt sei keine Besserung der Schmerzsymptomatik erfolgt, was die
Beschwerdeführerin unsicher, misstrauisch, verzweifelt und depressiv gemacht ha
be. Nach ihren Angaben glaube ihr keiner, wie ihre Schmerzen sie in den Alltagsaktivitäten beeinträchtigen würden und wie sie in der Leistung einge
schränkt sei
. Manchmal könne sie kaum
gehen
und sei psychisch durch die erwähnten Beschwerden sehr angeschlagen: Traurig, bedrückt, erschöpft, müde, kraft- und hoffnungslos (S. 2 f.).
Objektiv sei die Beschwerdeführerin bewusstseinsklar und allseits orientiert. Der Gedankengang sei formal in Ordnung, inhaltlich auf ihre körperlichen Be
schwer
den eingeengt. Affektiv sei sie unsicher, verzweifelt, misstrauisch und traurig. Aufmerksamkeit und Konzentration seien unauffällig, es gebe keine Anhalts
punkte für Wahn, Sinnestäuschung oder Ich-Störung. Psychomotorisch sei die Beschwerdeführerin angespannt, Suizidalität sei keine feststellbar (S
.
3).
Es
sei fraglich, ob die Beschwerdeführerin weiterhin in die ambulante Psycho
therapie komme, weil sie überzeugt sei, dass sie eine schwere körperliche Krank
heit habe, für welche man bis jetzt keine Ursache habe finden können. Nach Meinung der Beschwerdeführerin habe sie keine psychische Krankheit, obwohl ihr alle geraten hätten, eine Psychotherapie zu machen (S. 4).
D
ie Beschwerdeführerin könne gemäss eigenen Angaben nicht mehr arbeiten (S. 4).
Eine Arbeitsunfähigkeit
habe sie ihr nicht
attestiert
(S. 2)
.
3.10
Im B
ericht
vom 27. März 2018
zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk. 7/46)
m
achte Dr.
D.___
mit denjenigen
vom 3. November 2016 (
vorstehend E. 3.2
)
ver
gleichbare Angaben
. Neu sei, dass die Beschwerdeführerin auch über Schmerzen beim Atmen in der
Scapula
-
Region links klage (S. 1). Bezüglich Diagnosen ergebe sich neuerdings der Verdacht auf eine depressive Verstimmung. Betreffend beruf
liche Situation gab Dr.
D.___
an, es komme nur eine leichte angepasste Tätigkeit ohne Heben und Tragen von Lasten in Frage. Eine ausschliesslich sitzende oder stehende Tätigkeit sei nicht möglich (S. 2).
3.11
Dr.
G.___
(RAD) nahm am 9. April 2018 Stellung zu den neu eingegangenen Arztberichten (Urk. 7/54). Dabei führte er aus, aus versicherungsmedizinischer Sicht würden die neu vorliegenden Arztberichte keine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit für entsprechende adaptierte, rückengerechte Tätigkeiten des allgemei
nen Arbeitsmarktes begründen (S. 5)
3.12
Der Kurzbericht der
Ärzte der
Notfallstation der Chirurgischen Kliniken des Stadtspitals
L.___
vom 21. Mai 2018 (Urk. 7/52) beinhaltet keine neuen Befunde. Die Beschwerdeführerin habe sich aufgrund von seit 3 Tagen besteh
en
den linksseitigen thorakalen Schmerzen selbst zugewiesen.
4.
4.1
Die in den Akten liegenden Arztberichte decken einen Untersuchungszeitraum
von
April 2014
bis Mai 2018 ab. Der Rheumatologe Dr.
D.___
führte dabei mehrere Untersuchungen einschliesslich einer Computertomographie und einer
Mag
net
resonantomographie
(MRI) durch, konnte aber kein Schmerzkorrelat nac
h
wei
sen. Auch der Neurologe Dr.
C.___
konnte keine Auffälligkeiten feststellen.
Immerhin entdeckte Dr.
H.___
anlässlich der nativen MRI-Untersuchung im August 2017 diskrete Endplatten-Irregularitäten bei sonst normaler Brustwirbel
säule sowie eine
breitbasige
Diskusprotrusion
an der Lendenwirbelsäule
(vor
stehend E.
3.7)
. Dr.
H.___
gab jedoch keine Hinweise,
dass weitere
Unter
suchungen vorzunehmen seien und es ist nicht ersichtlich, dass in späteren Be
richten diese Entdeckung als bedeutsam erachtet worden wäre. Vielmehr berück
sichtigten sie die Ärzte der
J.___
K
linik
(vorstehend E. 3.8)
durchaus, kamen jedoch in ihrem sorgfältig erstellten
Bericht gut nachvollziehbarer
W
eise zum Schluss, die geschilderten Beschwerden könnten aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht nicht mit den klinischen und radiologischen Befunden übereinstimmen. Generell sind die in den Akten liegenden Arztberichte fundiert und die enthal
tenen Beurteilungen
ohne Weiteres
nachvollziehbar. Zudem lassen sie sich mit
einander gut in Einklang bringen und
führen
, obschon von mehreren unab
hän
gigen Personen erstellt,
zu inhaltlich vergleichbaren Schlussfolgerungen
.
Die Be
schwerdeführerin greift denn die ärztlichen Einschätzungen auch gar nicht an, sondern stellt sich lediglich auf den Standpunkt, aufgrund der unklaren soma
tischen Beschwerden könne eine psychiatrische Ursache gegeben sein, und fordert weitere Abklärungen (Urk. 1 S. 5).
4.2
Es ist somit erstellt, dass die von der Beschwerdeführerin geschilderten Be
schwerden keine somatische Grundlage haben.
4.3
Dr.
K.___
nann
te im März 2018
(vorstehend E. 3.9)
schliesslich
als
Diagnose eine somatoforme Schmerzstörung
(
F45.0
)
.
Eine ausführliche Begründung dieser Diagnose ist ihrem Bericht
indes nicht zu entnehmen.
Entscheidend ist letztend
lich, dass Dr.
K.___
als behan
delnde Psychiaterin trotz der
von ihr
gestellten Diagnose
nicht zum Schluss
gelangte
, die Beschwerdeführerin sei arbeits
un
fähig, sondern lediglich festh
ie
lt, dass diese nach eigenen Angaben nicht mehr arbeiten könne (Urk. 7/44 S.
4).
4.4
Dies deckt sich denn auch mit der Einschätzung der weiteren Ärzte, von welchen keiner der Beschwerdeführerin explizit eine Arbeitsunfähigkeit in eine
r
ange
passten
Tätigkeit
attestierte. So kam auch Dr.
D.___
zum Schluss, eine leichte angepasste Tätigkeit ohne Heben und Tragen von Lasten komme in Frage (
vor
stehend E. 3.10
)
.
Vor diesem Hintergrund
ist die Beurteilung
durch
Dr.
G.___
,
RAD, wonach für entsprechend adaptierte, rückengerechte Tätigkeiten des allgemeinen Arbeitsmarktes eine volle Arbeitsfähigkei
t bestehe, nicht zu beanstanden
.
4.5
Es ist sodann nicht ersichtlich, inwiefern die von der Beschwerdeführerin bean
tragten weiteren – eventuell polydisziplinären - Abklärungen neue, für die Beur
teilung des vorliegenden Falles entscheidende Erkenntnisse liefern könnten. Unbe
legt liess die Beschwerdeführerin
ihre Behauptung
, dass sie sich seit März 2018 in konsequenter Psychotherapie befinde (vgl. Urk. 1 S.
4). Selbst wenn dies der Fall wäre, liesse sich hieraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. Auf weitere Abklärungen ist daher im Sinne der
antizipierten Beweiswürdigung zu verzichten (BGE 122 V 157 E. 1d).
4.6
Eine Vorbedingung für die Anwendung des beantragten strukturieren Beweisver
fahrens besteht im Vorliegen einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Ge
sundheitsbeeinträchtigung (BGE 141 V 281 E.
2.1). Daran fehlt es vorliegend, womit eine
Indikatorenprüfung
entfällt.
4.7
Der medizinische Sachverhalt ist somi
t dahingehend erstellt, dass der
Beschwer
deführer
in
eine wechselbelastende rückengerechte Tätigkeit ohne Heben und Tragen von Lasten zu 100 % zumutbar ist.
5.
5.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen dieser Ein
schrän
kungen aufgrund des Einkommensvergleichs vorzunehmen.
5.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er
werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
ge
passten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
5.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
be
nen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind
grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.5
Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Brutto
löhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwen
dung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzu
rech
nen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
5.6
Für die Vornahme des Einkommensvergleichs ist grund
sätzlich auf die Gegeben
heiten im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns abzustellen (BGE 129 V 222).
Ein Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruches. Die IV-Anmeldung ging am 28. April 2017 bei der Beschwerdegegnerin ein (Urk. 7/5 sowie Aktenver
zeichnis zu Urk. 7).
E
in allfälliger Rentenanspruch
bestünde somit
frühestens ab dem 1.
November 2017
.
5.7
Voll erwerbstätig war die Beschwerdeführerin zuletzt im Jahr 2013 (Urk. 7/10). Dabei erzielte sie ein Bruttojahreseinkommen von Fr. 60'957.-
-
. Im Jahr 2011 hatte dieser Wert bei Fr. 58'819.-
-
und im Jahr 2012 bei Fr. 62'289.-
-
gelegen.
Zugunsten der Beschwerdeführerin ist vom Durchschnitt der beiden letzten Jahre (2012 und 2013), mithin Fr. 61'623.--
auszugehen.
Unter Berücksichtigung der allgemeinen Lohnentwicklung im Jahr 2014 in der Höhe von 0.8 %, im Jahr 2015 in der Höhe von 0.4 % und im Jahr 2016 in der Höhe von 0.7 % (
Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Real
löhne, 1910-2017
, T 39) resultiert ein
Valideneinkommen
von rund Fr. 62‘
801
.-- (Fr. 6
1
‘
623
.--
x 1.008 x 1.004 x 1.007).
5.8
In den Folgejahren war die Beschwerdeführerin nur noch in einem Pensum von rund 30
% in der Reinigungsbranche tätig. Sie schöpfte also ihre Erwerbsfähigkeit nicht voll aus, we
shalb die Ermittlung des Invaliden
einkommens nicht konkret
erfolgen kann, sondern gestützt auf die statistischen Tabellenlöhne
vorzunehmen ist
.
Angesichts der Zumutbarkeit einer 100%igen behinderungsangepassten Tätig
keit steht der Beschwerdeführerin auch bei Beachtung dessen, dass diese wech
sel
belastend, unter Schonung des Rückens und ohne Heben und Tragen von Lasten erfolgen sollte, eine breite Palette von Tätigkeiten offen. Es rechtfertigt sich daher, für die Bemessung des Invaliden
einkommens auf den standardisierten Durch
schnittslohn für einfache Tätigkeiten
körperlicher oder handwerklicher Arbeit
in sämtlichen
Wirtschaftszweigen des privaten Sektors abzu
stellen
(LSE 2014
,
Tab
ellengruppe
TA1_tirage_skill_level
, Total
, Niveau 1
).
Das im Jahr 2014 von Frauen im Durchschnitt aller einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art erzielte Einkommen betrug pro Monat Fr. 4‘300.--, mithin Fr. 51‘600.-- im Jahr (Fr. 4‘300.-- x 12). Der durch
schnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2014 von 41.7 Stunden
(Bundesamt für
Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, T.
03.02.03.01.04
.01)
angepasst, ergibt dies den Betrag von
rund
Fr.
53
‘
793
.-- (Fr.
51‘600.-- : 40 x 41.7
). Unter Berücksichtigung der allgemeinen Lohn
ent
wicklung im Jahr 2015 in der Höhe von 0.4
%
und im Jahr 2016 in der Höhe von 0.7
% (
Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsu
men
tenpreise und der Reallöhne, 1910-2017
, T 39)
resultiert ein hypothetisches Invalideneinkommen von rund Fr.
54
‘
386
.-- (Fr.
53
‘
793
.--
x 1.004 x 1.007
).
5.
9
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungs
grad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige
bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbe
dingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Ge
sichtspunkts führen dürfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Vorliegend
sind
keine Gründe für einen Abzug
vom Tabellenlohn
ersichtlich
.
Dass etwa das fortgeschrittene Alter der Beschwerdeführerin die Stellensuche faktisch negativ beeinflussen kann, muss als invaliditätsfremder Faktor unberücksichtigt bleiben (Urteil des Bundesgerichts 8C_312/2017 vom 22. November 2017 E. 3.3.2 unter Hinweis auf 8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.3).
5.1
0
Der Vergleich
des
Valideneinkommens
von Fr. 62‘
80
1
.-- mit dem Inva
lidenein
kommen von Fr. 54‘386.
--
ergibt
eine
Einkommensbusse von Fr.
8
‘
415
.--
und
mit rund 13 %
kei
nen rentenb
egründenden Invaliditätsgrad
. Bei diesem Ergebnis steht der Beschwerdeführerin somit keine Rente der Invaliden
versicherung zu.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur A
bwei
sung der Beschwerde führt.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung,
IVG)
und auf Fr.
8
00.-
-
anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Mark A.
Glavas
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
MosimannBoller