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**Case Identifier:** 12816753-1679-5143-9a89-cf1c5c8c8687
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-11-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 16.11.2011 UV 2010/86
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2010-86_2011-11-16.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2010/86

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 01.04.2020

Entscheiddatum: 16.11.2011

Entscheid Versicherungsgericht, 16.11.2011
ATSG Art. 43 f., UVG Art. 6 Interdisziplinäres Gutachten beweiskräftig, 
obwohl dessen Ablauf kritikwürdig war und der Hauptgutachter nachträglich 
auf im Auftrag und nach Rücksprache mit ihm genannte Teilgutachten 
verzichtet hat. Adäquanz einer schweren Konversions- oder dissoziativen 
Störung (ICD-10 F44.7) nach BGE 115 V 133 zu prüfen und vorliegend zu 
verneinen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 
16. November 2011, UV 2010/86). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 
8C_51/2012.

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Vera Holenstein Werz

Entscheid vom 16. November 2011

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, Marktplatz 4, 9004 St. Gallen,

gegen

AXA Versicherungen AG, General Guisan Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur,

Beschwerdegegnerin,

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vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Marianne Sieger, Kuttelgasse 8, Postfach 2158, 

8022 Zürich,

betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.        

A.a   A.___ war mit einem Teilpensum von 80% als medizinische Masseurin und 

Bademeisterin bei Dr. med. B.___, Facharzt FMH für Rheumatologie, angestellt und 

dadurch bei den Winterthur-Versicherungen (später AXA Winterthur Versicherungen, 

heute AXA Versicherungen AG, nachfolgend AXA oder Unfallversicherung) 

obligatorisch gegen Unfälle versichert. Am 19. Dezember 1995 rutschte sie auf einer 

vereisten Stelle auf einem Parkplatz aus und fiel rückwärts auf Rücken und Kopf. Beim 

Aufstehen stiess sie sich den Kopf heftig an der Stossstange eines Fahrzeugs an, unter 

das sie beim Sturz gerutscht war, ohne dass sie es bemerkt hatte (UV-act. 1, 3, 16). 

Am 22. Dezember 1995 suchte sie die Chirurgie Z.___ auf. Dr. med. C.___ beschrieb 

ein Stauchungstrauma im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) und paravertebrale 

Verspannungen und diagnostizierte eine Myogelose der HWS rechts und links (UV-act. 

M1). Der Röntgenbefund war unauffällig, der Bewegungsumfang der HWS nicht 

eingeschränkt. Die Versicherte, die im Unfallzeitpunkt auch eine selbständige Tätigkeit 

als Heilpraktikerin von damals ca. 20% ausübte, wurde zunächst 50%, ab 9. Januar 

1996 100% arbeitsunfähig geschrieben (UV-act. 3, M2). Die AXA kam für die 

gesetzlichen Leistungen (Taggelder und Heilungskosten) auf. Neben einem nahezu 

therapieresistenten Zervikalsyndrom stellten sich rechtsseitig Gefühlsstörungen und 

eine allgemeine Muskelschwäche ein (UV-act. M4a, 11a). Ab Mitte 1997 war die 

Versicherte auf einen Rollstuhl angewiesen (vgl. UV-act. M15 f., M16a S. 11). Von der 

Invalidenversicherung (IV) erhielt sie ab Dezember 1996 eine ganze Rente (Beilage zu 

UV-act. 19). Nach verschiedenen Abklärungen und einem stationären 

Rehabilitationsaufenthalt in der Rehaklinik D.___ vom 5. Januar bis 1. Februar 1999 

stellte die Unfallversicherung bei Fehlen von organisch objektiv nachweisbaren 

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Unfallfolgen die Leistungen per 31. Juli 2000 mangels Kausalität zum Unfallereignis ein 

(UV-act. 73).

A.b   Den daraufhin eingeschlagenen Rechtsweg beendete das Eidgenössische Ver­

sicherungsgericht (EVG; seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts) mit Urteil vom 10. September 2003 durch Rückweisung der Sache an 

die Unfallversicherung, damit diese nach Durchführung eines interdisziplinären 

Gutachtens neu verfüge (UV-act. 100, Verfahrensnummer U 289/02, E. 3, besonders 

E. 3.3).

A.c   Nach aussergerichtlichen Vergleichsverhandlungen sowie einem Briefwechsel der 

Parteien zur Gutachterstelle und zum Fragenkatalog, entschied sich die AXA, die vom 

EVG verlangte Begutachtung am Institut für Interdisziplinäre Medizinische 

Begutachtungen (IIMB), Zug bzw. Zürich, unter Federführung von PD Dr. med. E.___, 

Facharzt FMH für Neurologie, durchführen zu lassen (Auftrag vom 1. Juli 2005 [UV-act. 

148], Fragenkatalog sowie Zusatzfragen des Rechtsvertreters der Versicherten [UV-act. 

147, 150 f., 153]).

A.d   Vor Erteilung des Begutachtungsauftrags hatte die Unfallversicherung mit 

Verfügung vom 5. August 2004 die Ausrichtung von Versicherungsleistungen nach Juli 

2000 abgelehnt, da der Leistungseinstellung per 31. Juli 2000 durch das Urteil des EVG 

vom 10. September 2003 keine aufschiebende Wirkung zukomme (UV-act. 113). Die 

Beschwerde gegen den bestätigenden Einspracheentscheid vom 19. Januar 2005 (UV-

act. 131) hatte das Verwaltungsgericht von Appenzell Ausserrhoden mit Urteil vom 

23. November 2005 gutgeheissen (UV-act. 181). Auf Beschwerde der 

Unfallversicherung hin hatte das Bundesgericht mit Urteil vom 24. Juli 2007 den 

kantonalen Entscheid aufgehoben und die Ablehnung, Versicherungsleistungen über 

den 31. Juli 2000 hinaus auszurichten, bestätigt (Verfahrensnummer U 115/06; Beilage 

zu UV-act. 181).

A.e   Am 9. April 2008 wurde der AXA das IIMB-Gutachten vom 7. April 2008 zugestellt 

(UV-act. 208, M32), unter Beilage des psychiatrischen Teilgutachtens vom 29. März 

2008 (UV-act. M32.2). Der Bericht der Dres. med. F.___ und G.___, beide Fachärzte für 

Neurologie, vom 25. Februar 2008 über die Untersuchung der motorisch evozierten 

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Potentiale (MEP-Untersuchung) am Kantonsspital Winterthur wurde nachgereicht (UV-

act. M32.1, 213-216). Auf orthopädische und rheumatologische Teilgutachten, eine 

Ganganalyse sowie ein neuropsychologisches Teilgutachten war verzichtet worden 

(IIMB-Gutachten S. 37 f.). Als ausschliesslich unfallkausale Diagnose hielten die 

Gutachter ein transientes zervikozephales und zervikobrachiales Syndrom fest und 

schätzten die Dauer dieser somatischen Beschwerden - pragmatisch gesehen - auf 

sechs bis neun Monate durch den Unfall bedingt. Wahrscheinlich habe die Explorandin 

auch eine milde traumatische Hirnverletzung (mild traumatic brain injury, MTBI) erlitten, 

die folgenlos abgeheilt sei. Im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 31. Juli 2000 bzw. 

des Einspracheentscheids vom 16. Februar 2001 diagnostizierten sie eine schwere 

Konversions- oder dissoziative Störung gemäss ICD-10 F44.7 und als Nebendiagnose 

eine akzentuierte Persönlichkeit mit deutlich narzisstischen Zügen gemäss ICD-10.1 

(wovon differentialdiagnostisch eine narzisstische Persönlichkeitsstörung [ICD-10 

F60.8] nur schwer abzugrenzen sei; IIMB-Gutachten S. 41 ff., S. 48 f.). Sie führten aus, 

dass es sich beim aktuellen Beschwerdebild um ein psychisch bedingtes Leiden 

handle, ohne dass zusätzlich eine organische Störung (mit Spastik, Pyramidenzeichen, 

Atrophie der Interossei) vorliege. Das Unfallereignis vom 19. Dezember 1995 müsse als 

überwiegend wahrscheinliche Teilursache am heutigen Zustandsbild gesehen werden, 

wobei sie den Unfall gegenüber den unfallfremden Faktoren im Hintergrund sehen 

würden. Das heute vorliegende, psychisch bedingte Beschwerdebild im Sinn einer 

Konversions- oder schweren dissoziativen Störung gemäss ICD-10 F44.7 erachteten 

sie zu zwei Dritteln unfallfremd und zu einem Drittel unfallbedingt (IIMB-Gutachten 

S. 45). Die volle Arbeitsunfähigkeit sei psychisch bedingt und bestehe auch für 

angepasste Tätigkeiten (IIMB-Gutachten S. 45 ff.).

A.f    Es folgten mehrere Vergleichsgespräche zwischen den Parteien, bei denen keine 

Einigung zustande kam (dokumentiert vor allem in UV-act. 224, 228, 232, 234 f.). Mit 

Verfügung vom 20. November 2009 (UV-act. 236) hielt die AXA fest, sie halte das IIMB-

Gutachten vom 7. April 2008 grundsätzlich für schlüssig, nachvollziehbar und 

entsprechend verwertbar. Den heutigen Beschwerden liege weder ein objektiver, 

bildgebend nachweisbarer, noch ein neurologischer Befund zu Grunde. In Anwendung 

der Rechtsprechung von BGE 115 V 133 sei die Adäquanz zu verneinen und die früher 

erfolgte Terminierung der Leistungen per 31. Juli 2000 bleibe bestehen.

B.        

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Die dagegen erhobene Einsprache vom 23. Dezember 2009 (UV-act. 237) wies die AXA 

mit Entscheid vom 22. September 2010 ab.

C.        

C.a   Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 22. Oktober 2010 mit den Anträgen auf 

Aufhebung des Einspracheentscheids vom 22. September 2010 und der Verfügung 

vom 20. November 2009 sowie Rückweisung an die AXA zur Festlegung der 

Leistungen ab 1. August 2000; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der 

Beschwerdegegnerin. Zur Begründung wird das Vorgehen von PD Dr. E.___ und 

Dr. med. H.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, kritisiert und die 

Schlüssigkeit ihres Gutachtens verneint. Die Beschwerdegegnerin sei der Anordnung 

des Bundesgerichts im Entscheid vom 10. September 2003 nicht nachgekommen und 

habe kein interdisziplinäres Gutachten eingeholt, das den Anforderungen genüge. Die 

anspruchsaufhebende Tatsache, dass kein Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall 

und den gesundheitlichen Problemen der Beschwerdeführerin bestehe, habe nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit bewiesen werden können. Für den Fall, dass das 

Versicherungsgericht dieser Argumentation nicht folgen könne, sei festzuhalten, dass 

der natürliche Kausalzusammenhang aufgrund des IIMB-Gutachtens zu mindestens 

einem Drittel gegeben sei. Die Adäquanz sei nicht nach BGE 115 V 133 sondern nach 

BGE 117 V 359 zu prüfen und sei gegeben. Gegebenenfalls werde das 

Versicherungsgericht ersucht, direkt ein entsprechendes Gutachten einzuholen, da die 

Rückweisung an die AXA aufgrund der Fallbehandlung während der letzten Jahre 

unzumutbar erscheine.

C.b   Die AXA hat - wie in den früheren Gerichtsverfahren gegen die 

Beschwerdeführerin - Rechtsanwältin Marianne I. Sieger, Zürich, mit der Vertretung 

ihrer Interessen beauftragt. Mit Beschwerdeantwort vom 10. Februar 2011 lässt sie die 

Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des Einspracheentscheids vom 

22. September 2010, unter den gesetzlichen Folgen, beantragen. Zur Begründung wird 

angeführt, das IIMB-Gutachten vom 7. April 2008 erbringe den vollen Beweis. Aus 

diesem ergebe sich unmissverständlich und klar, dass die von der Beschwerdeführerin 

geklagten Beschwerden im Rahmen eines psychisch bedingten Leidens (schwere 

Konversions- oder dissoziative Störung gemäss ICD-10 F44.7 bei akzentuierter 

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Persönlichkeit mit deutlich narzisstischen Zügen) gesehen werden müssten. Die von 

der Beschwerdeführerin und ihren behandelnden Ärzten (Dr. med. I.___, Facharzt FMH 

für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats und für 

Handchirurgie, und Prof. Dr. med. J.___, Facharzt FMH für Neurologie und leitender 

Arzt Neuroorthopädie) vertretene Auffassung, die Beschwerden seien auf somatische 

Ursachen zurückzuführen, hätten im IIMB-Gutachten nachvollziehbar und schlüssig 

entkräftet werden können. Da der adäquate Kausalzusammenhang zum leichten oder 

höchstens mittelschweren an der Grenze zu den leichten Unfällen einzustufenden 

Ereignis nach der vorliegend anwendbaren sogenannten Psychopraxis (BGE 115 V 

133) verneint werden müsse, sei letztlich irrelevant, dass die Gutachter eine natürliche 

Teilkausalität des Unfalls ermittelt hätten.

C.c   Mit Replik vom 22. März 2011 lässt die Beschwerdeführerin zusätzlich eine 

mündliche Verhandlung beantragen. Ihre Kritik des IIMB-Gutachtens wird vertieft und 

es wird festgehalten, es sei formell nicht verwertbar. Werde dennoch auf das 

Gutachten abgestellt, sei der natürliche Kausalzusammenhang ausgewiesen. Die 

Adäquanz sei nach BGE 117 V 359 zu prüfen, da sich ihre psychische Störung laut 

IIMB-Gutachten nicht verselbständigt habe, sondern als Teil der körperlichen 

Beschwerden aufgetreten sei.

C.d   Mit Duplik vom 7. Juni 2011 hält die Beschwerdegegnerin ergänzend zur 

Beschwerdeantwort fest, bei der Erstellung des interdisziplinären Gutachtens sei weder 

Art. 44 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG; SR 830.1) noch der Anspruch der Beschwerdeführerin auf das rechtliche Gehör 

derart verletzt worden, dass das Gutachten nicht verwertbar sei. Die Neuropsychologin 

dipl. psych. K.___ sei korrekt gegen Dr. phil. L.___, Fachpsychologin für 

Psychotherapie FSP und Neuropsychologie FSP, als Gutachterin für Neuropsychologie 

ausgetauscht worden. Der Verzicht auf das neuropsychologische Gutachten sei 

inhaltlich nachvollziehbar und schlüssig begründet worden. Der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin überzeichne die Erstellung des Gutachtens als chaotisch. Die 

lange Dauer von 2 3/4 Jahren zwischen der Auftragserteilung am 1. Juli 2005 und der 

Erstattung des Gutachtens am 7. April 2008 vermöge keinen Mangel im Rechtssinn 

darzustellen. Das IIMB-Gutachten genüge den bundesgerichtlichen Anforderungen an 

ein interdisziplinäres Gutachten. Der Duplik wird eine Stellungnahme von Prof. 

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Dr. E.___ beigelegt (Beilage 1 bzw. act. G18.1), in der die Beteiligung von Prof. Dr. 

rer. nat. M.___ und seiner Ehefrau (Neuropsychololgin K.___) am interdisziplinären 

Gutachten vom 7. April 2008 dargestellt wird.

D.        

Mit Schreiben vom 11. November 2011 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerde­

führerin dem Gericht Datenblätter zu den drei Ganganalysen ein, die bei Prof. J.___ 

gemacht worden waren (act. G 23, G 23.1-23.3). Die Rechtsvertreterin der 

Beschwerdegegnerin bediente er ebenfalls mit diesen Unterlagen.

E.         

Anlässlich der mündlichen Verhandlung vom 16. November 2011 hielten beide Parteien 

an ihren Standpunkten fest. Die Beschwerdeführerin liess nochmals Gründe anführen, 

weshalb das IIMB-Gutachten vom 7. April 2008 nicht verwertbar sei und nicht darauf 

abgestellt werden könne. Dabei wurde auch die Durchführung der vom Hauptgutachter 

angeführten Gespräche in Zweifel gezogen und PD Dr. E.___ diesbezüglich der 

Schwindelei, ja selbst der Lüge bezichtigt. Für den Fall, dass das Gericht zum Schluss 

käme, das IIMB-Gutachten sei nicht schlüssig, solle in Betracht gezogen werden, auf 

eine weitere Begutachtung zu verzichten und der Beweislast den Vorrang vor dem 

Untersuchungsgrundsatz zu geben; dies analog zur Rechtsprechung zu Lasten 

Beschwerde führender Personen, denen in mehreren Gutachten der Beweis der 

Kausalität nicht gelungen sei. Die Beschwerdegegnerin liess diesen Argumenten die 

Schlüssigkeit des Gutachtens entgegenhalten und stellte sich auf den Standpunkt, falls 

das Gericht zum gegenteiligen Schluss käme, sei eine erneute Begutachtung 

durchzuführen. Die konkrete Frage des Vorsitzenden, ob sie sich einer erneuten 

polydisziplinären (neurologischen, orthopädischen und psychiatrischen) Begutachtung 

unterziehen würde, bejahte die Beschwerdeführerin. Sie schränkte lediglich ein, 

aufgrund früherer schlechter Erfahrungen lasse sie sich die HWS nicht manipulieren.

F.         

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Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften und an der mündlichen 

Verhandlung vom 16. November 2011 sowie den Inhalt der übrigen Akten wird, soweit 

für den Entscheid erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.

Erwägungen:

1.      

1.1    Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht an der Leistungs­

einstellung per 31. Juli 2000 festgehalten und der Beschwerdeführerin weitere 

Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung verweigert hat.

1.2    Die Beschwerdegegnerin hat die rechtlichen Grundlagen für eine Leistungspflicht 

der Unfallversicherung im angefochtenen Einspracheentscheid zutreffend dargelegt 

(Ziffer 2.4 am Anfang). Darauf kann verwiesen werden. Zu den Ausführungen im ersten 

Abschnitt von Ziffer 2.3 des angefochtenen Einspracheentscheids über die Einholung 

von Gutachten durch eine soziale Unfallversicherung ist auf Art. 44 ATSG hinzuweisen, 

der für das am 1. Juli 2005 beim IIMB in Auftrag gegebene Gutachten Gültigkeit hatte 

(Inkrafttreten des ATSG am 1. Januar 2003 [vgl. AS 2002 3393]) und insbesondere für 

die Mitwirkungsrechte der Parteien anwendbar war (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 

2. Aufl. 2009, Art. 44, Rz. 12).

1.3    Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist nach der höchstrichterlichen 

Rechtsprechung entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in 

der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen 

Fachperson begründet und nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert 

ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung 

der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder 

Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 134 V 232 E. 5.1 und BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweis). Auch den Berichten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kann 

rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig 

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erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine 

Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 467 ff. E. 4 und BGE 125 V 

353 f. E. 3b/ee je mit Hinweisen). Art. 8 der Schweizerischen Bundesverfassung (BV; 

SR 101) und Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Konvention zum Schutze der 

Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) geben keinen formellen 

Anspruch auf versicherungsexterne Begutachtung wenn Leistungsansprüche streitig 

sind. Erachtet das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen 

Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den 

Prozess ohne Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens - 

abschliessen (vgl. BGE 135 V 469 E. 4.3.2 mit Hinweisen)

1.4    Im Urteil U 343/02 vom 10. September 2003 hat das EVG festgehalten, dass es 

grundsätzlich Sache der Gutachter ist, über Art und Umfang der auf Grund der 

konkreten Fragestellung erforderlichen Untersuchungen zu befinden (E. 2.2; vgl. auch 

Urteil des Bundesgerichts vom 9. Januar 2008, U 7/07, E. 4.1 und David Weiss, 

Ausgewählte Aspekte der Begutachtung in der obligatorischen Unfallversicherung, SZS 

2011 S. 329, besonders Abschnitt 5.3.12 S. 351 f.). Aufgabe des Versicherers und 

allenfalls des Sozialversicherungsgerichts ist es alsdann, das Gutachten bei der 

Beweiswürdigung unter anderem darauf zu prüfen, ob es für die streitigen Belange 

umfassend ist und auf allseitigen Untersuchungen beruht (BGE 125 V 352 E. 3a).

2.      

Vorab ist der natürliche Kausalzusammenhang der über Juli 2000 hinaus geklagten 

Gesundheitsbeeinträchtigungen der Beschwerdeführerin zum Unfall vom 19. Dezember 

1995 zu beurteilen. In diesem Zusammenhang ist vor allem das IIMB-Gutachten vom 

7. April 2008 auf seine Schlüssigkeit und Beweiskraft zu überprüfen. Im Rahmen der 

Begutachtung am IIMB wurde die Beschwerdeführerin neurologisch, 

neurophysiologisch und psychiatrisch untersucht (vgl. Zusammenfassung auf S. 1 des 

Gutachtens [UV-act. M32]). Am 18. September 2005, 31. März 2008 und 7. April 2008 

fanden interdisziplinäre Besprechungen statt. Die Beschwerdeführerin lässt 

verschiedene Unzulänglichkeiten des IIMB-Gutachtens vom 7. April 2008 rügen und 

schliesst daraus, dieses sei nicht schlüssig und damit nicht beweistauglich. Auf die 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=U+343%2F02&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-V-351%3Ade&number_of_ranks=0#page352

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medizinischen Akten, besonders das IIMB-Gutachten und die Kritikpunkte dazu, wird 

im Folgenden eingegangen:

2.1    Psychiatrisch wurde die Beschwerdeführerin in Gesprächen vom 1. und 

14. September 2005 durch Dr. H.___ exploriert (vgl. psychiatrisches Teilgutachten vom 

29. März 2008 [UV-act. M32.2]). Er stellte die Hauptdiagnose einer schweren 

Konversions- oder dissoziativen Störung gemäss ICD-10 F44.7 und führte als 

Nebendiagnose eine akzentuierte Persönlichkeit mit deutlich narzisstischen Zügen 

gemäss ICD-10.1 auf, von der differentialdiagnostisch eine narzisstische 

Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8) nur sehr schwer abzugrenzen sei (S. 19 f. des 

Gutachtens). Wie der Vergleich mit dem Bericht von Dr. med. N.___, Facharzt FMH für 

Psychiatrie und Psychotherapie, über das Konsilium vom 14. bzw. 26. Januar 1999 

zeigt (UV-act. M19b), wurden Dr. H.___ nur sehr beschränkt Angaben gemacht. Die 

Beschwerdeführerin zeigte sich dem psychiatrischen IIMB-Gutachter gegenüber 

äusserst misstrauisch und kooperierte deutlich eingeschränkt (vgl. S. 13 f. des 

psychiatrischen Teilgutachtens sowie UV-act. 168-175). Inhaltlich lässt sich aus dem 

Text des psychiatrischen Teilgutachtens jedoch keine ablehnende Haltung von 

Dr. H.___ der Beschwerdeführerin gegenüber herauslesen, auch wenn sie subjektiv 

eine solche empfunden haben mag. Vielmehr ist es in neutralem Stil verfasst und bietet 

diesbezüglich keinen Anlass für Kritik. Dem psychiatrischen Teilgutachten können auch 

keine Hinweise entnommen werden, wonach die Interaktion zwischen dem 

begutachtenden Psychiater und der Explorandin nicht oder ungenügend reflektiert 

worden wären, wie an der mündlichen Verhandlung gerügt. Vielmehr findet diese 

Reflexion auf Seite 13 ff. des psychiatrischen Teilgutachtens statt, wo auch der Inhalt 

der weiteren Korrespondenz unter den Beteiligten zusammengefasst wird (UV-act. 

168-175; Verzicht auf das Ausfüllen testpsychologischer Fragebögen, Einholung von 

Fremdanamnesen). - Dr. H.___ setzte sich in normalem - für die Beweiskraft eines 

Gutachtens geforderten (vgl. vorstehende E. 1.3) - Umfang mit den Vorakten 

auseinander (S. 3 - S. 8 [oben], S. 16 [ab 2. Drittel] - S. 18 [2. Drittel]). Von den 

Berichten, denen das EVG am 10. September 2003 die Eignung abgesprochen hatte, 

die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang abschliessend zu beantworten 

(Urteil U 289/02 E. 3.2 S. 7; UV-act. 100), hatte der Psychiater zwar auf denjenigen von 

Dr. med. O.___, Facharzt FMH für Innere Medizin und beratender Arzt der 

Unfallversicherung, vom 24. Juni 2000 (UV-act. M25), sowie auf eine von zwei 

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Stellungnahmen von Dr. med.  P.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie 

und beratender Psychiater der Unfallversicherung, vom 2. Juni 1999 (UV-act. M20a), 

hingewiesen. Dies geschah aber nicht zur Begründung der eigenen Diagnose, sondern 

zur Vollständigkeit der Beurteilung, und ist nicht zu beanstanden. - Die Begründung der 

diagnostizierten Konversionsstörung ist zwar nicht sehr umfangreich ausgefallen, 

genügt aber den Anforderungen der Rechtsprechung (vgl. vorstehende E. 1.3). Die 

Psychiatrie leitet Krankheitsbilder nicht naturwissenschaftlich exakt begründet her; 

solches kann daher im Einzelfall von einem Psychiater nicht verlangt werden. Dass 

Dr. H.___ den zugrundeliegenden Konflikt der Beschwerdeführerin lediglich vermuten 

konnte, liegt einerseits in ihrer eingeschränkten Kooperation, andererseits in der 

Tatsache begründet, dass sie sich vehement gegen eine "Psychiatrisierung" wehrte 

und infolge der psychischen Erkrankung den vermuteten Konflikt gar nicht wahrhaben 

konnte. Aus dieser Vermutung lässt sich somit keine fehlende Begründetheit der 

psychiatrischen Diagnose herleiten. - Hätte sich Dr. H.___ mit Auffassungen 

auseinandergesetzt, welche gegen eine psychische Genese der gesundheitlichen 

Probleme sprechen, hätte er physische Ursachen diskutieren müssen, was nicht in 

seinen Fachbereich gehört. Er tat daher richtig daran, solche Ausführungen zu 

unterlassen. - Das "Gutachten" von Prof. Dr. M. Lüscher vom 11. Februar 2005 

(Beilage zu UV-act. 139) lag Dr. H.___ nicht vor, er konnte sich daher nicht damit 

auseinandersetzen. Für diese als "Gutachten" bezeichnete Zusammenstellung von 

Qualifikationen, die während Ausbildungsmodulen erstellt worden waren, hatte die 

Beschwerdeführerin die geforderten weiteren Angaben nicht geliefert, weshalb das 

"Gutachten" von der AXA zu Recht auch nicht zu den medizinischen Akten genommen 

und den IIMB-Gutachtern nicht vorgelegt wurde (UV-act. 140 f.). - Auch in der 

Tatsache, dass im Rahmen der IIMB-Begutachtung die psychiatrische Exploration vor 

der somatischen stattfand, kann im konkreten Fall keine Verletzung der Leitlinien der 

Schweizerischen Gesellschaft für Versicherungspsychiatrie (SGVP) für die 

Begutachtung psychischer Störungen (in: Schweizerische Ärztezeitung [SAeZ] 2004 

S. 1048 ff.) gesehen werden. Aus den Vorakten lagen zahlreiche Berichte über 

somatische Untersuchungen der Beschwerdeführerin vor. Diese waren Dr. H.___ auch 

inhaltlich bekannt. Seine psychiatrischen Untersuchungen erfolgten daher nicht vor den 

somatischen. - Zusammenfassend sind die Einwendungen der Beschwerdeführerin 

gegen das psychiatrische Teilgutachten vom 29. März 2008 (UV-act. M32.2) nicht 

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stichhaltig. Vielmehr erfüllt es die Voraussetzungen an die Beweistauglichkeit, ist für die 

streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt 

die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese 

abgegeben worden, leuchtet in der Darlegung der psychiatrischen Zusammenhänge 

und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen von 

Dr. H.___ sind begründet und nachvollziehbar (vgl. auch vorstehende E. 1.3).

2.2    Der neurologischen Beurteilung im IIMB-Gutachten liegen die neurologische 

Untersuchung durch PD Dr. E.___ vom 20. September 2007 und die 

neurophysiologische bzw. Untersuchung der motorisch evozierten Potentiale (MEP-

Untersuchung) durch Dr. F.___ und Dr. G.___ vom 20. Februar 2008 zugrunde 

(Gutachten S. 23 ff., S. 29 - S. 31 sowie UV-act. M32.1). Soweit die neurologische 

Untersuchung der Beschwerdeführerin möglich war, erhob PD Dr. E.___ keine 

pathologischen Befunde. Auch die MEP-Untersuchung zeigte "keine Anhaltspunkte für 

das Vorliegen einer organischen Ursache der subjektiv empfundenen 

Tetraparese" (siehe Beurteilung S. 2 des Berichts vom 25. Februar 2008 [UV-act. 

M32.1]). Die Beurteilung von PD Dr. E.___ ordnet sich damit in die Reihe der bisherigen 

neurologischen Untersuchungen durch Dr. med. Q.___, Facharzt FMH für Neurologie, 

vom 25. März 1996 (UV-act. M5), durch Dr. med. R.___, Assistenzarzt Neurologie an 

der S.___ Klinik Y.___, am 21. Juni 1996 (UV-act. M15b), konsiliarisch durch Dr. med. 

T.___, Oberärztin Neurologie am Schweizerischen Paraplegiker-Zentrum, am 

22. Oktober 1996 (UV-act. M11a), gutachterlich durch Dr. med. U.___, Facharzt FMH 

für Neurologie, am 4. November 1997 (UV-act. M16a), sowie während des 

Rehabilitationsaufenthalts vom 5. Januar bis 1. Februar 1999 in der Rehaklinik D.___ 

durch die dortigen Ärzte unter Leitung von PD Dr. med. V.___, Facharzt FMH für 

Neurologie (UV-act. M19a), ein. Keine neurologische Untersuchung zeigte einen 

auffälligen Neurostatus oder "klinisch-neurologisch eindeutig pathologische 

Abweichungen", wie es Dr. T.___ im Konsiliarbericht vom 29. Oktober 1996 

zusammenfasste (UV-act. M11a). Zwar erhob die Konsiliarärztin Hinweise für mögliche 

Abweichungen von der Norm (z.B. Spastik), diese blieben aber so vage, dass sie sie 

insgesamt nicht als eindeutig pathologisch bewerten konnte. An der Rehaklinik D.___ 

wurde eine Syringomyelie auf der gesamten Länge des Rückenmarks definitiv 

ausgeschlossen (Bericht vom 9. Februar 1999 [UV-act. M19a]), nachdem bereits 

Dr. U.___ 14 Monate früher dafür keine Anzeichen gefunden hatte (Bericht vom 

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10. November 1997 [UV-act. M16a]). Die neurologische Beurteilung im IIMB-Gutachten 

ist schlüssig und erfüllt ebenfalls die Voraussetzungen an die Beweistauglichkeit (vgl. 

E. 1.3 und 2.1 am Ende).

2.3    Die Beschwerdeführerin lässt rügen, PD Dr. E.___ habe unzulässigerweise 

eigenmächtig auf Teilgutachten in den Bereichen Rheumatologie, Orthopädie und 

Neuropsychologie verzichtet. Das EVG hatte im Urteil vom 10. September 2003 ein 

interdisziplinäres Gutachten gefordert (Urteil U 289/02 E. 3.3 [UV-act. 100]). Aufgrund 

dieser Vorgabe, der Akten, des Austausches unter den Parteien (UV-act. 114, 116, 

121 f., 126, 128-130, 139-145) sowie der kursorischen Beurteilung durch PD Dr. E.___ 

vor Erteilung des Begutachtungsauftrags (UV-act. 127) war vorgesehen, in den 

Bereichen Neurologie, Rheumatologie, Orthopädie, Psychiatrie und Neuropsychologie 

Teilgutachten durchzuführen. Mit Schreiben vom 1. Oktober 2007 hatte PD Dr. E.___ 

der AXA berichtet, mittlerweile seien die psychiatrische und die neurologische 

Exploration erfolgt (UV-act. 196, mit Kopie an den Rechtsvertreter der Explorandin). 

Aufgrund der Aktenlage sowie der Anamnese und der aktuellen Untersuchungsbefunde 

erachte er es als nicht indiziert, eine zusätzliche rheumatologische und orthopädische 

Untersuchung durchzuführen.

2.3.1           Der vorgesehene Verzicht auf das rheumatologische Teilgutachten war von 

PD Dr. E.___ mit Schreiben vom 1. Oktober 2007 (UV-act. 196) angezeigt und die 

Beschwerdegegnerin nach ihrem Einverständnis zu diesem Vorgehen gefragt worden. 

Zur Begründung hatte der Hauptgutachter angeführt, infolge des Sturzereignisses sei 

es nie zu Beschwerden (der Knochen und) der Weichteile im Sinn von 

rheumatologischen Beschwerden gekommen. Der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin hatte das Einverständnis zu diesem Verzicht im Schreiben vom 

31. Oktober 2007 zwar nicht ausdrücklich gegeben, hatte aber keinerlei Gründe 

angeführt, weshalb eine Exploration durch eine Fachperson für Rheumatologie 

durchzuführen sei (UV-act. 199). Zudem hatte er im Vorfeld zum Begutachtungsauftrag 

bei der Bestimmung der medizinischen Disziplinen geäussert, dass seine Mandantin 

neurologisch, neuropsychologisch, orthopädisch, psychiatrisch und allenfalls 

rheumatologisch zu untersuchen sei (Schreiben vom 3. Januar 2005, UV-act. 126). 

Nach Vorliegen der zweiten Ganganalyse durch PD Dr. J.___ (vom 18. Mai 2005, UV-

act. M30; eine erste Ganganalyse war am 31. Januar bzw. 5. Februar 2001 erstellt und 

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am 30. März 2001 gegenüber dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin weiter 

erläutert worden [UV-act. M29]) hielt Rechtsanwalt Dr. Glaus ausdrücklich fest, eine 

Begutachtung durch einen Rheumatologen erscheine nun überflüssig (Schreiben vom 

16. Juni 2005, UV-act. 143). Zusammenfassend ist der Verzicht auf das 

rheumatologische Teilgutachten mit dem konkludenten Einverständnis der 

Beschwerdeführerin zustande gekommen. Daher kann nicht die Rede davon sein, PD 

Dr. E.___ hätte eigenmächtig gehandelt.

2.3.2           Auch für den Verzicht auf das orthopädische Teilgutachten hatte PD 

Dr. E.___ am 1. Oktober 2007 (UV-act. 196) die Beschwerdegegnerin nach ihrem 

Einverständnis gefragt und zur Begründung angeführt, infolge des Sturzereignisses sei 

es nie zu Beschwerden der Knochen (und der Weichteile) im Sinn von orthopädischen 

Beschwerden gekommen. Die Beschwerdeführerin hatte in der Stellungnahme vom 

31. Oktober 2007 (UV-act. 199) bezweifeln lassen, dass zu ihrer Zusatzfrage nach 

allfälligen Instabilitäten der Wirbelsäule, besonders der HWS, schlüssig Stellung 

genommen werden könne, wenn kein orthopädisches Teilgutachten durchgeführt 

werde. Telefonisch und mit E-Mail vom 25. Januar 2008 an PD Dr. E.___ wurde vom 

zuständigen Sachbearbeiter der AXA unter anderem bestätigt, dass wahrscheinlich auf 

eine rheumatologische und orthopädische Beurteilung verzichtet werde. Gleichzeitig 

unterstrich er das Anliegen, die Begutachtenden sollten die Frage der Ganganalyse 

vertieft prüfen und den Bedarf nach bzw. den Nutzen einer solchen entsprechend 

würdigen (UV-act. 202 f.). Nachdem die Versicherte die negativen Folgen der MEP-

Untersuchung vom 20. Februar 2008 schildern liess (Schreiben vom 29. Februar 2008 

[UV-act. 206]), wies PD Dr. E.___ in seiner Stellungnahme vom 4. März 2008 (UV-act. 

207) auf deren hin, sie ertrage keine Erschütterungen des Körpers und betonte, die 

verlangte orthopädische Untersuchung mache keinen Sinn, wenn die HWS nicht 

untersucht werden dürfe. Bei dieser Ausgangssituation kann auch für das 

orthopädische Teilgutachten nicht von einem eigenmächtigen Verzicht durch PD 

Dr. E.___ gesprochen werden.

2.3.3           Unzulänglichkeiten weist das Vorgehen von PD Dr. E.___ hingegen 

bezüglich der neuropsychologischen Teilbegutachtung auf: Nachdem sich die Parteien 

für die neuropsychologische Begutachtung auf Frau Dr. L.___ geeinigt hatten, teilte PD 

Dr. E.___ der Unfallversicherung am 1. Oktober 2007 ohne Begründung mit, er werde 

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die neuropsychologische Untersuchung bei Frau K.___ am Neuropsychologischen 

Institut der Universität Y.___ durchführen lassen. Zu diesem Schritt nahm die AXA 

gegenüber PD Dr. E.___ nicht Stellung. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

hatte im Schreiben vom 31. Oktober 2007 sein Befremden über dieses Vorgehen 

ausgedrückt, es als nicht vertrauensbildend bezeichnet und insbesondere die fehlende 

Begründung für den Austausch der Begutachterin gerügt (UV-act. 199). Aus dem 

Gutachten vom 7. April 2008 geht hervor, dass PD Dr. E.___ lediglich mit dem Leiter 

des Neuropsychologischen Instituts der Universität Y.___, Prof. M.___, Rücksprache 

genommen und dieses Gespräch zusammengefasst hatte (UV-act. M32, S. 38). Nach 

diesen Ausführungen war auf eine neuropsychologische Abklärung der 

Beschwerdeführerin verzichtet worden, weil diese aufgrund der psychiatrischen 

Diagnose (schwere Konversions- oder dissoziative Störung) nicht sinnvoll sei, da keine 

Differenzierung zwischen möglichen unfallbedingten kognitiven 

Funktionseinschränkungen und allfälligen neuropsychologischen Störungen möglich 

sei. Zurzeit könnten einzig Tests durchgeführt werden, die eine allfällige Simulation 

abklären würden. Für eine solche hätten weder der psychiatrische Gutachter noch er 

als Hauptgutachter irgendwelche Hinweise, weshalb sich weitere diesbezügliche 

Abklärungen erübrigten. - Als völlig untauglich erweist sich der 

Rechtsfertigungsversuch von PD Dr. E.___ im Schreiben vom 18. August 2008 zu 

seinem Vorgehen, gab er doch darin vor, Frau K.___ hätte die Beschwerdeführerin 

neuropsychologisch abgeklärt und ihr Bericht sei von ihrem Ehemann und 

Klinikdirektor gegengezeichnet worden (UV-act. 222, Antwort auf Schreiben 

Rechtsanwalt Glaus vom 1. August 2008 [UV-act. 219]). Mit der Stellungnahme vom 

23. Mai 2011, die der Duplik vom 7. Juni 2011 beigelegt worden ist (act. G 18.1), stellte 

PD Dr. E.___ die Tatsachen so dar, wie sie sich aufgrund der übrigen Akten ergeben, 

und gestand ein, dass aufgrund der mündlichen Vorabklärungen kein 

Begutachtungsauftrag an Frau K.___ oder an das Neuropsychologische Institut der 

Universität Y.___ ergangen war; wobei jedoch weiterhin ungeklärt blieb, ob er mit Herrn 

M.___ oder Frau K.___ gesprochen hatte. Wird der Verzicht auf das 

neuropsychologische Teilgutachten im IIMB-Gutachten zwar plausibel und 

nachvollziehbar begründet, so stellt sich doch die Frage, ob PD Dr. E.___ formell 

korrekt vorgegangen ist, indem er die Aussagen von Prof. M.___ (oder allenfalls von 

Frau K.___) lediglich als indirekte Aussage dokumentierte. Diese Frage kann aber 

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letztlich offen gelassen werden, denn nach der Rechtsprechung (BGE 119 V 341 

E. 2.b.bb, RKUV 2000 Nr. U 395 S. 316) vermag es die Neuropsychologie nicht, 

selbständig und abschliessend die Beurteilung der Genese von Beschwerden 

vorzunehmen. Die neuropsychologischen Untersuchungsergebnisse können im 

Rahmen der gesamthaften Beweisführung bedeutsam sein, wenn nach der Aktenlage 

medizinisch vieles für die Unfallkausalität der ausgewiesenen Beschwerden spricht, 

ohne dass vom unfallärztlichen Standpunkt aus der Zusammenhang direkt mit 

Wahrscheinlichkeit zu bejahen wäre. Das setzt aber im Einzelfall voraus, dass die 

Fachperson für Neuropsychologe in der Lage ist, überprüf- und nachvollziehbare, 

mithin überzeugende Aussagen zur Unfallkausalität zu machen, die sich in die anderen 

(interdisziplinären) Abklärungsergebnisse schlüssig einfügen.

2.3.4           Die Vermutung der Beschwerdeführerin, auf die Teilgutachten sei aus 

finanziellen Gründen verzichtet worden, braucht bei dieser Ausgangslage, nicht näher 

überprüft zu werden. Zudem enthalten die vorliegenden Akten keinen Hinweis auf einen 

Verzicht aus finanziellen Gründen (vgl. UV-act. 202 f.).

2.4      

2.4.1           Die Beschwerdeführerin lässt geltend machen, durch den Verzicht auf das 

orthopädische Teilgutachten habe die Stabilität ihrer Wirbelsäule nicht überprüft 

werden können. PD Dr. J.___ habe im Bericht vom 5. Februar 2001 über die 

Ganganalyse vom 31. Januar 2001 darauf hingewiesen, dass die klinisch nach wie vor 

manifeste Instabilität der HWS, die auch für eine Spastizität mitverantwortlich sein 

könne, nach wie vor problematisch sei (UV-act. 29, Beurteilung S. 3). Dem sind die 

Berichte über die radiologischen Untersuchungen vom 9. Januar 1996 (Röntgen; 

berichtet in UV-act. M4 und M15b), vom 25. März 1996 (Magnetresonanztomogramm 

[MRI], UV-act. M4), vom 21. Oktober 1996 (MRI und Röntgen, UV-act. M11) und vom 

15. Januar 1999 (MRI, UV-act. M20 sowie berichtet in UV-act M19a S. 4) 

entgegenzuhalten. Ausser dem Bericht vom 25. März 1996, der dazu keine 

ausdrücklichen Ausführungen macht, verneinen diese Berichte Instabilitäten 

ausdrücklich. Selbst PD Dr. J.___ erwähnt im Bericht vom 5. Februar 2001 eine 

Instabilität der HWS lediglich als Möglichkeit, indem er unter anderem ausführt: "… 

würde ich eine inkomplette Tetraplegie als Diagnose annehmen und die Ursache in 

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einer ligamentären HWS-Verletzung suchen, die nach wie vor instabil scheint, wie die 

Klinik zeigt, indem die Patientin die HWS nicht bewegen kann und manuell stabilisieren 

muss." (UV-act. M29, Beurteilung S. 2). Auch in seinen Erläuterungen vom 30. März 

2001 relativiert PD Dr. J.___ seine Einschätzung, dass eine Instabilität der HWS 

vorliege und gesteht ein, dass ihm die medizinischen Vorakten nicht bekannt seien und 

die vorhanden Röntgenbilder und anderen bildgebenden Untersuchungen nicht 

vorliegen würden (UV-act. M29; Das Fehlen der Vorakten war auch vom EVG vermerkt 

worden [vgl. Urteil U 289/02 E. 3.2 S. 8; UV-act. 100].). Von PD Dr. J.___ weder 

berücksichtigt noch diskutiert wurde auch die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin 

während Monaten einen Halskragen trug und jeweils über ein Gefühl der Instabilität 

klagte, wenn sie diesen ablegte. (Dokumentiert ist das regelmässige Tragen des 

Halskragens noch im Bericht von Dr. I.___ vom 16. September 1997, 22 Monate nach 

dem Unfall [UV-act. M15].). Im Bericht vom 23. Mai 2005 über die Ganganalyse vom 

18. Mai 2005 erwähnte auch PD Dr. J.___ eine allfällige Instabilität der HWS nicht mehr 

(UV-act. M30). Im IIMB-Gutachten wird die Frage nach einer Instabilität der HWS oder 

einzelner Segmente der HWS klar verneint (Gutachten S. 55, Antwort auf Zusatzfrage 

9b). Aufgrund der Akten kann somit nicht von einer Instabilität der HWS ausgegangen 

werden. Von einer solchen wäre im Übrigen keinesfalls dargelegt, dass sie mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 19. Dezember 1995 

zurückzuführen ist.

2.4.2           Hinweise auf strukturelle Verletzungen, die durch den Unfall vom 

19. Dezember 1995 verursacht worden sind, finden sich in den Akten nicht; weder an 

der Wirbelsäule, noch an einem andern Körperteil. Die linkskonvexe Fehlhaltung der 

mittleren HWS mit Streckhaltung und fixierter Beweglichkeit am zerviko-thorako-

lumbalen Übergang, die sich in den Röntgenbildern vom 9. Januar 1996 und im MRI 

der zervikalen Wirbelsäule vom 25. März 1996 zeigte (Berichte vom 25. März 1996 [UV-

act. M4] und 21. Juni 1996 [UV-act. M15b S. 2]), der in Inklination leicht akzentuierte 

Kyphosewinkel auf Höhe C4/C5 (Funktionsaufnahmen vom 21. Oktober 1996 am 

Schweizerischen Paraplegiker-Zentrum [UV-act. M11]) sowie die im MRI der HWS vom 

15. Januar 1999 weiterhin festgestellte Streckhaltung (Bericht Dr. med. W.___, Facharzt 

FMH für medizinische Radiologie, vom 20. Januar 1999 [UV-act. M20] und Hinweis im 

Bericht der Rehaklinik D.___ vom 9. Februar 1999 [UV-act. M19a S. 4]) können nicht als 

strukturelle Läsionen im Sinn von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen bzw. 

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objektivierbaren Untersuchungsergebnissen, die reproduzierbar und von der Person 

der Untersuchenden und den Angaben der Patientin unabhängig sind, bezeichnet 

werden (vgl. SVR 2010 UV Nr. 6 S. 25 E. 2 mit Hinweis [Urteil des Bundesgerichts vom 

28. Oktober 2009, 8C_216/2009; in BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2] und Urteil des 

Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008, 8C_124/2008, E. 6.1). Auch diesbezüglich 

wären von einem orthopädischen Teilgutachten keine zusätzlichen Erkenntnisse zu 

erwarten gewesen.

2.5      

2.5.1           Im interdisziplinären IIMB-Gutachten vom 7. April 2008 werden neben den 

psychiatrischen und neurologischen Teilgutachten bzw. Untersuchungsberichten sowie 

dem Bericht über die MEP-Untersuchung die interdisziplinäre Einschätzung von PD 

Dr. E.___ und Dr. H.___ dargestellt und ausführlich begründet und die Fragen der 

Parteien beantwortet. Die Begründung nimmt jeweils (in Fussnoten) Bezug auf die 

entsprechenden Ausführungen der Vorakten, berücksichtigt und diskutiert auch die 

abweichenden Meinungen des behandelnden Orthopäden Dr. I.___ (mit Hauptgebiet 

Handchirurgie), von Frau X.___, Ärztin und diplomierte analytische Psychologin, sowie 

PD Dr. J.___. Das Gutachten betont das ursprünglich als leicht geschilderte 

Unfallereignis vom 19. Dezember 1995 (medizinische Akten M1-M15b, Beilage zu UV-

act. 1, UV-act. 3 und 16) und dessen fehlende Eignung, schwerwiegende Verletzungen 

zu verursachen, die im Lauf der Jahre zum Krankheitsbild einer inkompletten 

Tetraplegie führten (v.a. ab S. 39). Daneben wird begründet dargelegt, dass weder 

irgendwelche knöchernen Strukturen verletzt worden waren, noch andere, durch 

Röntgen oder MRI belegbare Verletzungen dokumentiert oder neurologisch 

nachweisbare organische Störungen (Spastik, Pyramidenzeichen oder Atrophie der 

Interossei) dargetan werden konnten. Anlässlich der mündlichen Verhandlung wurde 

eine Aktenwidrigkeit des IIMB-Gutachtens (S. 44) geltend gemacht, weil es die 

Hinweise von Dr. T.___ auf Spastik nicht berücksichtige. Wie gegen Ende von E. 2.2 

ausgeführt, kam auch die Oberärztin für Neurologie am Schweizer Paraplegiker 

Zentrum Nottwil in ihrem Konsiliarbericht vom 29. Oktober 1996 begründet zum 

Schluss, klinisch-neurologisch seien nicht eindeutig pathologische Abweichungen 

festzustellen und beurteilte die Hinweise für Abweichungen von der Norm lediglich als 

möglich (UV-act. M11a). Der Schluss von Dr. E.___, in den Akten seien keine Spastik 

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oder Pyramidenzeichen beschrieben worden, trifft demnach zu und erweist sich nicht 

als aktenwidrig. - Im IIMB-Gutachten werden die in den Ganganalysen vom 31. Januar 

2001 und 18. Mai 2005 (UV-act. M29 f.) erhobenen Befunde, insbesondere die 

sogenannte Spastizität bei einer inkompletten Tetraplegie und deren Widerspruch zu 

den somatischen bzw. organischen Befunden, erläutert (S. 40ff.). Für diese 

Auseinandersetzung war der Beizug der Datenblätter nicht nötig, die vom 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am 11. November 2011 nachgereicht wurden 

(act. G 23.1-23.3). Die Ergebnisse der Ganganalysen waren in den Berichten von PD 

Dr. J.___ genügend dokumentiert (UV-act. M29 f.). Im Gutachten waren nicht die 

Ganganalysen als solche zu beurteilen und zu kommentieren, sondern die Frage zu 

klären, ob sich die gezeigten Gesundheitsbeeinträchtigungen und mit welcher 

Begründung auf den Unfall vom 19. Dezember 1995 zurückführen liessen. Diese 

Aufgabe erfüllt das IIMB-Gutachten. Es weist auch zutreffend darauf hin, dass aus der 

Tatsache, dass Gesundheitsbeeinträchtigungen nach dem Unfall aufgetreten seien, 

nicht darauf geschlossen werden dürfe, dass diese durch den Unfall verursacht worden 

seien ("post hoc ergo propter hoc"). - Dr. E.___ äusserte die abstrakte Vermutung, die 

unfallbedingten somatischen Beschwerden dürften sechs bis neun Monate nach dem 

Ereignis ausgeheilt gewesen sein, in erster Linie pragmatisch und ging im Folgenden 

nicht davon aus, es sei mit Sicherheit so gewesen (vgl. Gutachten S. 41 ff.). Er wies zu 

Recht auf die unfallnahen Berichte hin, wonach Schwindel bei der ersten Konsultation 

nicht mehr berichtet wurde (UV-act. M2: Fragebogen bei HWS-Verletzungen) und ein 

Rückgang der Sensibilitätsstörungen an der Hand sowie das gänzliche Fehlen der 

Kopfschmerzen berichtet wurde (UV-act. M4a: Bericht Dr. I.___ vom 13. Februar 1996). 

Wann genau die Gesundheitsbeeinträchtigungen der Beschwerdeführerin allein auf 

psychische Ursachen zurückzuführen waren, kann im Nachhinein nicht sicher 

festgestellt werden. Vorliegend ist ein solcher exakter Zeitpunkt auch nicht relevant, da 

die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen erst per Juli 2000 und somit auf einen 

Zeitpunkt einstellte, für welchen schlüssig hergeleitet wurde, dass sich nur noch 

psychische Unfallfolgen auswirkten. - Zusammengefasst beruht das IIMB-Gutachten 

auf allseitigen neurologischen und psychiatrischen Untersuchungen, berücksichtigt die 

geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben 

worden, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

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Beurteilung der medizinischen Situation ein und sind die Schlussfolgerungen begründet 

und nachvollziehbar (vgl. auch vorstehende E. 1.3).

2.5.2           Insbesondere der zeitliche Ablauf der Begutachtung, die ungewöhnlich 

lange Dauer zwischen der Auftragserteilung am 1. Juni 2005 (UV-act. 148) und der 

Niederschrift am 7. April 2008 (UV-act. M32) sowie die Tatsache, dass trotz mehreren 

Mahnungen wiederholt während Monaten keine Aktivitäten seitens der 

Begutachtenden zu verzeichnen waren, geben berechtigten Anlass zu Kritik am IIMB 

und dessen Medizinischem Leiter, PD Dr. E.___. Das Gericht anerkennt, dass beim 

IIMB-Gutachten vieles nicht gut gelaufen ist. Diese Ungereimtheiten waren durchaus 

derart, dass bei der Beschwerdeführerin und ihrem Rechtsvertreter Zweifel an der 

Objektivität des Gutachtens aufkommen konnten. Die berechtigte Kritik am Ablauf und 

den Umständen vermag dennoch die nach rechtlichen Kriterien zu beurteilende 

Beweiskraft des IIMB-Gutachtens nicht zu beeinflussen.

2.6    Indem das IIMB-Gutachten die diagnostizierte schwere Konversions- oder 

dissoziative Störung gemäss ICD-10 F44.7 überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall 

vom 19. Dezember 1995 als Teilursache zurückführt (v.a. S. 41 ff.), bejaht es den 

natürlichen Kausalzusammenhang. Analog hatten auch Dr. N.___ am 26. Januar 1999 

und Dr. U.___ am 10. November 1997 geurteilt (UV-act. M19b, M16a). Von einem 

(teilweisen) natürlichen Kausalzusammenhang ist somit bei der Beurteilung der 

Adäquanz auszugehen.

3.      

3.1    Sind die geklagten Beschwerden natürlich unfallkausal, nicht aber objektiv 

ausgewiesen, wie vorstehend erläutert (besonders E. 2.4.2) und vorliegend der Fall, so 

ist bei der Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf 

auszugehen, und es sind gegebenenfalls weitere unfallbezogene Kriterien 

einzubeziehen (BGE 134 V 111 f. E. 2.1). Hat die versicherte Person einen Unfall 

erlitten, welcher die Anwendung der Schleudertrauma-Rechtsprechung rechtfertigt, so 

sind hierbei die durch BGE 134 V 126 ff. E. 10 präzisierten Kriterien massgebend. Ist 

diese Rechtsprechung nicht anwendbar, so sind grundsätzlich die Adäquanzkriterien, 

welche für psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall entwickelt wurden (BGE 

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115 V 140 E. 6c/aa), anzuwenden (BGE 134 V 111 f. E. 2.1; vgl. auch SVR 2010 UV 

Nr. 6 S. 25 E. 2 mit Hinweisen [Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 

8C_216/2009; in BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2] und Urteil des Bundesgerichts 

vom 10. Juni 2008, 8C_583/2007, E. 2.2).

3.2    Beim Unfall vom 19. Dezember 1995 erlitt die Beschwerdeführerin nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit ein Schleudertrauma bzw. eine HWS-Distorsion. Die 

unfallnahen Akten dokumentieren ein (axiales) Stauchungstrauma bzw. eine 

Schädelprellung (vgl. UV-act. M1 f., M5). Hingegen geht PD Dr. E.___ im IIMB-

Gutachten überwiegend wahrscheinlich von einer milden traumatischen Hirnverletzung 

durch den Unfall aus, die folgenlos ausgeheilt sei (UV-act. M32 S. 50 f.). Damit kann 

nicht davon gesprochen werden, die Beschwerdeführerin habe beim Unfall vom 

19. Dezember 1995 ein Schädelhirntrauma erlitten, welches Langzeitbeschwerden zur 

Folge hätte und die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis rechtfertigte (vgl. Urteil 

des EVG vom 13. Juni 2005, U 276/04, E. 2.2). Ob eine schleudertraumaähnliche 

Verletzung gesetzt worden war, und daher die Schleudertrauma-Praxis Anwendung 

findet, kann letztlich offen bleiben. Mit Kopf- und Nackenschmerzen sowie Schwindel 

und später Erbrechen, sofort bzw. innerhalb von Stunden nach dem Unfall, waren zwar 

mehrere Elemente des sogenannt typischen Beschwerdebildes aufgetreten (vgl. BGE 

117 V 360 E. 4b; UV-act. M1 f.). Nach anfänglichem Rückgang der 

Sensibilitätsstörungen und Verschwinden der Kopfschmerzen (UV-act. M4a, M5) 

weiteten sich die Symptome immer mehr aus und war die Beschwerdeführerin ab 

Sommer 1997 auf einen Rollstuhl angewiesen (vgl. UV-act. M15). Bereits anlässlich der 

Konsultation vom 21. Juni 1996 in der S.___-Klinik hatte Dr. R.___ den dringenden 

Verdacht auf eine funktionelle Überlagerung geäussert (UV-act. M8). Dieser Verdacht 

wurde von Dr. U.___ im Gutachten vom 10. November 1997 als dringender Verdacht 

auf eine schwere Konversionsneurose und funktionelle Störung wiederholt (UV-act. 

M16a). Als die Beschwerdeführerin eine psychiatrische Untersuchung zuliess, stellte 

Dr. N.___ die Diagnose einer dissoziativen Bewegungsstörung (ICD-10 F44.4; UV-act. 

19b). Diese Diagnose wurde durch Dr. H.___ aufgrund seiner gutachterlichen 

Gespräche vom 1. und 14. September 2005 im psychiatrischen Teilgutachten vom 

29. März 2008 bzw. im IIMB-Gutachten vom 7. April 2008 bestätigt (UV-act. M32.2, 

M32). Aufgrund dieser vorherrschenden und für eine HWS-Distorsion bzw. eine 

schleudertraumaähnliche Verletzung atypischen psychiatrischen Diagnose (typisch sind 

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hier Diagnosen aus dem Kreis der depressiven Erkrankungen, vgl. auch BGE 117 V 

360E. 4b; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) ist vorliegend die Adäquanz nach BGE 115 V 

133 zu prüfen. Diese Adäquanzprüfung beschränkt sich ausschliesslich auf die 

physischen Unfallfolgen, deren Eignung geprüft wird, die psychischen Gesundheits­

beeinträchtigungen zu verursachen.

3.3    Als geeigneter Anknüpfungspunkt für eine Einteilung der Unfälle mit psychischen 

Folgeschäden dient nach der Rechtsprechung das (objektiv erfassbare) Unfallereignis 

selbst (BGE 115 V 139 E. 6 mit Hinweisen). Ausgehend vom augenfälligen 

Geschehensablauf werden die Unfälle in banale bzw. leichte, mittlere und schwere 

Unfälle eingeteilt. Bei banalen Unfällen wie z.B. bei geringfügigem Anschlagen des 

Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie z.B. einem 

gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang 

zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres 

verneint werden (BGE 115 V 139 E. 6a).

3.4    Nach der Schilderung von Dr. C.___ im Bericht vom 18. Januar 1996 (UV-act. 

M1), die die Beschwerdeführerin an der mündlichen Verhandlung vom 16. November 

2011 auf konkrete Befragung als zutreffend bezeichnete, wäre der Unfall vom 

19. Dezember 1995 als leicht zu bezeichnen und die adäquate Kausalität ohne 

Weiteres zu verneinen. Wird von der Schilderung der Beschwerdeführerin in der 

Unfallmeldung ausgegangen (UV-act. 1), ist der Unfall zu ihren Gunsten als 

mittelschwer an der Grenze zu den leichten Ereignissen einzustufen. Die Adäquanz ist 

jedoch auch in diesem Fall zu verneinen. Es liegt jedenfalls keine Häufung der in BGE 

115 V 133 und von der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid 

zutreffend aufgeführten Adäquanzkriterien (Ziffer 2.5) vor, weshalb die 

Voraussetzungen des adäquaten Kausalzusammenhangs nicht erfüllt sind (vgl. BGE 

115 V 140 f. E. 6c).

4.      

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten 

sind gemäss Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

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entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 16.11.2011
	ATSG Art. 43 f., UVG Art. 6 Interdisziplinäres Gutachten beweiskräftig, obwohl dessen Ablauf kritikwürdig war und der Hauptgutachter nachträglich auf im Auftrag und nach Rücksprache mit ihm genannte Teilgutachten verzichtet hat. Adäquanz einer schweren Konversions- oder dissoziativen Störung (ICD-10 F44.7) nach BGE 115 V 133 zu prüfen und vorliegend zu verneinen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. November 2011, UV 2010/86). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_51/2012.

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