# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1c8c5236-9bf3-514d-b0ce-090e041be0ea
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-06-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 12.06.2008 IV 2006/288
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2006-288_2008-06-12.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2006/288

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.06.2020

Entscheiddatum: 12.06.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 12.06.2008
Art. 28 IVG Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG und Art. 25 Abs. 1 IVV. Berechnung 
Invaliditätsgrad. Erachtet das MEDAS-Gutachten ein 60 %-Pensum in der 
angestammten Tätigkeit als behinderungsangepasst, liegt demzufolge eine 
40 %-ige Invalidität vor. Die versicherte erwerbstätige Person braucht sich 
nicht entgegenhalten zu lassen, dass sie vor der Invalidität nur zu 90 % 
gearbeitet (und zu 10 % eine Weiterbildung betrieben hat) und deshalb nur 
einen Invaliditätsgrad von 30 % haben soll (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Juni 2008, IV 
2006/288).

Vizepräsidentin Marie-Theres Rüegg Haltinner, Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer 

und Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Jürg Schutzbach

Entscheid vom 12. Juni 2008

in Sachen

S.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt PD Dr. Dieter Kehl, Poststrasse 22, Postfach 118, 

9410 Heiden,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.   

A.a  S.___ meldete sich am 30. April 2002 zum Bezug einer IV-Rente bei der 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen an, da sie am 3. August 1996 einen 

(Auto-)Unfall erlitten habe (act. G 3.1/2). Im Arztbericht vom 7. August 2002 gab Dr. 

med. A.___ an, es bestehe eine belastungsabhängige verstärkte Funktionsstörung der 

Halswirbelsäule mit chronischen cervico-cephalen Schmerzen und Tinnitus sowie eine 

Spondylolisthesis L5/S1 (act. G 3.1/15.1). Die Versicherte arbeitete seit 1987 im B.___ 

als Krankenschwester. Ab 1. Juli 1993 arbeitete sie wegen einer Weiterbildung 90 % 

und ab 1. Mai 2001 - unfallbedingt - noch zu 60 % (act. G 3.1/14). Nachdem die 

Unfallversicherung per 30. April 2004 mangels (weiterhin gegebener) Adäquanz ihre 

Taggeldleistungen (40 %) eingestellt hatte, veranlasste die IV-Stelle St. Gallen eine 

MEDAS-Begutachtung der Versicherten (act. G 3.1/25 und 3.1/28). Diese fand vom 14. 

- 16. März 2005 sowie am 31. März und 18. April 2005 statt. Das Gutachten vom 30. 

November 2005 diagnostizierte (mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit) 

einen Status nach HWS-Distorsionstrauma nach seitlicher Auffahrkollision 08/96 bei 

chronifiziertem cervicocephalem Schmerzsyndrom (ICD-10: M53.0), leichter muskulärer 

Dysbalance und Bewegungseinschränkungen der HWS sowie Verdacht auf 

analgetikainduzierte Schmerzkomponente. Weiter wurden ein reaktiviertes 

lumbovertebrales Schmerzsyndrom auf dem Boden einer Spondylolisthesis L5/S1 

(M43.1), eine leichte bis mittelschwere neurokognitive Funktionsstörung bei fehlenden 

Hinweisen auf eine stattgehabte Commotio cerebri sowie eine Somatisierungstendenz 

mit Verdacht auf eine somatoforme Schmerzstörung (F 45.4) bzw. eine undifferenzierte 

Somatisierungsstörung (F 45.1) diagnostiziert. Das Gutachten kam zum Schluss, dass 

bei der Versicherten aus polydisziplinärer Sicht (orthopädisch, psychiatrisch, 

neuropsychologisch) - vor allem unter Beachtung der neurokognitiven Defizite - eine 30 

%-ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliege. Dies entspreche dem aktuellen 

Arbeitspensum von 60 % bei einem Beschäftigungsgrad von 90 % (act. G 3.1/44.26). 

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Eine Rückfrage bei der MEDAS ergab, dass bei einem Beschäftigungsgrad von 100 % 

von einer Arbeitsfähigkeit von rechnerisch 67 % auszugehen sei. Gleichzeitig gab die 

MEDAS an, dass sich aber die im Gutachten angegebene Arbeitsfähigkeit von 60 % 

auf die konkrete Arbeitssituation beziehe, die Anfrage der IV-Stelle dagegen auf eine 

hypothetische Situation (act. G 3.1/54 - 55). Mit Verfügung vom 30. März 2006 wies die 

IV-Stelle das Rentengesuch ab, da der Invaliditätsgrad nur 33 % betrage 3.1/59).

A.b Gegen diese Verfügung erhob der Rechtsvertreter der Versicherten am 24. April 

2006 Einsprache mit dem Antrag, es sei der Versicherten mindestens eine Viertelsrente 

auszurichten. Die MEDAS-Gutachter hätten festgestellt, dass die Arbeitsfähigkeit 60 % 

betrage und dass die Einsprecherin an ihrer Stelle optimal integriert sei. Die Mitteilung 

der MEDAS vom 23. Februar 2006 sei mit dem Gutachten vom 30. November 2005 

nicht vereinbar und auch nicht nachvollziehbar, habe doch die Frage nach der 

Arbeitsunfähigkeit nichts mit dem Beschäftigungsgrad zu tun. Schliesslich sei auch das 

Valideneinkommen falsch bestimmt worden. Ohne Gesundheitsschaden würde die 

Einsprecherin nach Abschluss ihrer Weiterbildung erheblich mehr verdienen als Fr. 

85'151.-- (act. G 3.1/64). Mit Entscheid vom 13. November 2006 wies die 

Sozialversicherungsanstalt die Einsprache ab. Zwar sei der Einsprecherin 

zuzugestehen, dass die rechnerische Umrechnung der Arbeitsunfähigkeit auf ein 100 

%-Pensum nicht nötig gewesen wäre. Das MEDAS-Gutachten genüge, und dieses 

gehe von einer Arbeitsunfähigkeit von 30 % in der bisherigen wie auch in einer 

adaptierten Tätigkeit aus. Diese Aussage beziehe sich auf eine 100 %-Tätigkeit. Zudem 

hätten die Gutachter 6-stündige Arbeitsschichten anstatt 8-stündige empfohlen, was 

einer Arbeitsfähigkeit von 75 % entspreche. Bezüglich des Valideneinkommens sei von 

Fr. 85'151.-- auszugehen, da die anvisierte betriebswirtschaftliche Ausbildung bis 

heute nicht abgeschlossen worden sei und das Ziel als zu vage erscheine. Eine blosse 

Absichtserklärung genüge nicht (act. G 3.1/68).

B.  

B.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 13. 

Dezember 2006 mit dem Antrag, der angefochtene Einspracheentscheid sei 

aufzuheben und der Beschwerdeführerin sei rückwirkend mindestens eine Viertelsrente 

auszurichten. Zur Begründung wird vorgebracht, dass allein aus neuropsychologischer 

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Sicht eine Einschränkung der theoretischen Arbeitsfähigkeit von 35 % bestehe. Die 

Beschwerdeführerin leide aber an zahlreichen weiteren Beschwerden, die allesamt die 

zumutbare Arbeitsfähigkeit einschränkten, sodass selbst eine 60 %ige Arbeitsfähigkeit 

noch erstaunlich sei. Aus den Formulierungen im MEDAS-Gutachten ergebe sich 

sodann, dass die Gutachter der Meinung seien, dass die Beschwerdeführerin mit dem 

aktuell geleisteten Pensum von 60 % ihre Restarbeitsfähigkeit maximal ausschöpfe. 

Die Beschwerdeführerin sei demnach zu maximal 60 % arbeits- und erwerbsfähig. 

Schliesslich sei belegt, dass die Beschwerdeführerin eine Hochschulausbildung 

anstrebe, um eine Führungsposition einnehmen zu können, und dass sie die dazu 

erforderliche Ausbildung in Angriff genommen habe, aber unfallbedingt nicht habe 

beenden können (act. G 1).

B.b Mit Eingabe vom 14. Februar 2007 beantragt die Verwaltung Abweisung der 

Beschwerde (act. G 3).

B.c Nach Einsicht in die Akten reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am 

29. Juni 2007 eine weitere Stellungnahme ein. Dabei macht er geltend, dass die im 

Einspracheentscheid gemachte Angabe, wonach sich die Arbeitsunfähigkeitsschätzung 

des MEDAS-Gutachtens auf eine 100 %-Tätigkeit beziehe, falsch sei. Vielmehr sei 

gemäss Gutachten von einer Arbeitsfähigkeit von 60 % auszugehen. Im Weiteren sei 

eine zeitliche Beschränkung auf 6-stündige Arbeitsschichten arbeitstechnisch nicht 

realisierbar (act. G 9). Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Stellungnahme dazu 

(act. G 11).

B.d Mit Eingabe vom 10. Dezember 2007 reichte der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin dem Gericht weitere Akten ein, unter anderem das Gutachten des 

Medizinischen Zentrums Römerhof, Zürich, vom 9. Oktober 2007, samt Teilgutachten, 

das die Unfallversicherung anfertigen liess (act. G 13).

Erwägungen:

1.   

1.1  Nach Art. 28 Abs. 1 IVG in der bis 31. Dezember 2003 gültig gewesenen Fassung 

besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

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mindestens zu zwei Dritteln, derjenige auf eine halbe Rente, wenn sie wenigstens zur 

Hälfte invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 40% vor, so besteht 

Anspruch auf eine Viertelsrente oder, sofern ein Härtefall gegeben ist, auf eine halbe 

Rente (Art. 28 Abs. 1  IVG). Nach dem revidierten Art. 28 Abs. 1 IVG (ab 1. Januar 

2004) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% 

invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine 

halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% Anspruch auf eine 

Viertelsrente.

1.2  Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG (bis 31. Dezember 2003: aArt. 28 

Abs. 2 IVG) wird in Bezug auf das Valideneinkommen auf das Erwerbseinkommen 

abgestellt, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 

wäre. Zu diesen Einkommen gehören mutmassliche jährliche Erwerbseinkommen, von 

denen Beiträge gemäss AHVG erhoben würden (Art. 25 Abs. 1 IVV).

1.3  Die Invaliditätsbemessung soll das Mass der Zurücksetzung der erwerblichen Leis-

tungsfähigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigung ergeben. Um den 

Invaliditätsgrad bemessen zu können, sind daher zunächst medizinische Grundlagen 

wesentlich. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in 

der Folge eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 

261 Erw. 4). Die IV-Stelle hat zu prüfen, wie sich die invaliditätsbedingten Faktoren auf 

die Vermittlungsfähigkeit und die Erwerbsmöglichkeiten auswirken. Ob die versicherte 

Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch tatsächlich ausübt, ist für die 

Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich.

2.   

2.1  Vorliegend ist streitig, wie die Angaben des MEDAS-Gutachtens in Bezug auf die 

Arbeitsfähigkeit zu verstehen sind und wie das Valideneinkommen zu berechnen ist.

bis

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2.2  Die Beschwerdegegnerin ist der Ansicht, dass die MEDAS-Gutachter zum Schluss 

gekommen seien, dass sich polydisziplinär in der bisherigen wie auch für adaptierte 

Tätigkeiten - bezogen auf eine 100 %-Tätigkeit - eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % 

ergebe. Ausserdem ergebe sich eine höchstens 30 %ige Arbeitsunfähigkeit auch 

daraus, dass die Gutachter eine zeitliche Begrenzung der 8-Stunden- auf 6-

Stundenschichten vorgeschlagen hätten, entsprechend einer Arbeitsfähigkeit von 75 % 

(Einspracheentscheid, Ziff. II/4). Demgegenüber macht der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin geltend, dass sich aus dem MEDAS-Gutachten ergebe, dass die 

30 %ige Einschränkung (bei einem Beschäftigungsgrad von 90 %) dem aktuell 

geleisteten Arbeitspensum von 60 % entspreche. Auch aus weiteren Formulierungen 

des Gutachtens gehe hervor, dass die Gutachter davon ausgegangen seien, die 

aktuelle 60 %ige Arbeitsfähigkeit stelle gleichzeitig die Leistungsgrenze dar. Im 

Weiteren gehe aus dem neuropsychologischen Teilgutachten hervor, dass die 

Beschwerdeführerin diesbezüglich zu 35 % eingeschränkt sei. Nachdem die 

Beschwerdeführerin jedoch noch an zahlreichen weiteren Beschwerden leide, müsse 

(implizit) die gesamte Arbeitsunfähigkeit höher als 40 % sein.

Tatsächlich ist die im Gutachten verwendete Formulierung zunächst unklar. Als 

Schlussfolgerung wird dort festgehalten, dass sich aus polydisziplinärer Sicht - vor 

allem unter Beachtung der neurokognitiven Defizite - eine zur Zeit 30 %ige 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergebe, was dem aktuell geleisteten Arbeitspensum 

von 60 % entspreche (bei einem Beschäftigungsgrad von 90 % [act. G 3.1/44.26]). 

Nachdem jedoch gerade die neuropsychologische Begutachtung, welche als 

massgebend für die Arbeitsfähigkeitsschätzung angesehen wurde, schon für sich allein 

eine Arbeitsunfähigkeit von 35 % rechtfertigen würde (act. G 3.1/44.46), ist nicht 

einleuchtend, weshalb in polydisziplinärer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von lediglich 30 

% resultieren sollte. Zwar werden in der Zusammenfassung des Hauptgutachtens 

weitere Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit aus orthopädischer und psychiatrischer 

Sicht verneint (act. G 3.1/44.24 - 25). Indessen geht Dr. D.___, Orthopädische Chirurgie 

FMH, im orthopädischen Konsiliargutachten - wenn auch ohne Angaben zum Einfluss 

auf die Arbeitsfähigkeit - von diversen Einschränkungen aus. So schildert er eine 

muskulär bedingte schmerzhafte Einschränkung der Kopfbeweglichkeit, die verglichen 

mit 1999 schlechter geworden sei, obwohl sich radiologisch für diesen Zeitraum keine 

degenerativen Veränderungen gebildet hätten. Offenbar geht Dr. D.___ davon aus, 

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dass wegen dieser Einschränkungen keine Arbeiten mit Kopf-Protraktion durchgeführt 

und keine Zwangshaltungen verlangt werden könnten. Im Weiteren habe sich ein seit 

der Adoleszenz bekanntes Wirbelgleiten seit dem Unfall verstärkt. Diese Entwicklung 

bedinge ein Vermeiden von wiederholtem Lastenheben und Einnehmen einer 

gebückten Haltung, wenngleich dies in der Intensivstation weniger gebraucht werde als 

auf einer regulären Abteilung (act. G 3.1/44.36). Einzig das psychiatrische Konsilium 

ergab weder eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit noch einen Massnahmenbedarf 

(act. G 3.1/44.42).

Mit dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ist deshalb festzustellen, dass die 

Gutachter die zu 60 % ausgeübte Tätigkeit als der aktuellen Leistungsfähigkeit 

angepasst erachtet haben, und die Angabe der 30 %igen Einschränkung lediglich mit 

der Differenz zum Beschäftigungsgrad von 90 % erklärt werden kann. Letzterer hat 

jedoch - wie der Rechtsvertreter zu Recht ausführt - mit der Arbeitsfähigkeit nichts zu 

tun. Bei erwerbstätigen Versicherten (deren Invaliditätsgrad mit dem 

Einkommensvergleich ermittelt wird) ist nämlich auf das Valideneinkommen 

abzustellen, das jemand als Gesunder erzielen könnte und nicht auf das tatsächlich vor 

der Invalidität erzielte (vgl. Erw. 1.2). Daran ändert auch das nachträgliche Schreiben 

vom 23. Februar 2006 nichts, wonach bei einer Erhöhung des Anstellungsgrades auf 

100 % rechnerisch von einer 67 %igen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Einerseits 

erklärt Dr. C.___ nicht, inwiefern die Arbeitsfähigkeit von 60 % vom 

Beschäftigungsgrad abhängen sollte. Andererseits weist Dr. C.___ in diesem Schreiben 

explizit darauf hin, dass es unmöglich sei, die Arbeitsunfähigkeit auf das Prozent genau 

anzugeben und deshalb auf die konkrete Arbeitssituation abgestellt werde. Dies habe 

man auch im Gutachten getan, während sich die Frage der IV-Stelle auf eine 

hypothetische andere Situation beziehe (act. G 3.1/55). Dies lässt ebenfalls nur den 

Schluss zu, dass die von der Beschwerdeführerin konkret zu 60 % ausgeübte 

Teilzeittätigkeit als Krankenschwester der derzeitigen medizinischen Arbeitsfähigkeit 

entspricht. Dies steht auch im Einklang mit dem Gutachten des Medizinischen 

Zentrums Römerhof, Zürich, vom 9. Oktober 2007, das ebenfalls von einer 60 %igen 

Arbeitsfähigkeit als Intensivpflegeschwester ausgeht (act. G 13.1, S. 29). Im 

entsprechenden Teilgutachten wird diese Feststellung noch dahingehend 

eingeschränkt, als diese Arbeitsfähigkeit nur erreichbar sei, falls die Angaben der 

Beschwerdeführerin, wonach sie noch fehlerfrei arbeite, zuträfen (act. G 13.3, S.10). 

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Schliesslich ist mit der Beschwerdeführerin davon auszugehen, dass die im MEDAS-

Gutachten empfohlene zeitliche Begrenzung auf 6-stündige anstatt 8-stündige 

Arbeitsschichten (vgl. act. G 3.1/44/26) in Bezug auf den Arbeitsablauf als nicht 

realistisch erscheint (vgl. act. G 9.1).

2.3  In Bezug auf die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit empfiehlt das MEDAS-

Gutachten neben der Weiterführung physiotherapeutischer Massnahmen mit 

Schwerpunkt auf muskelrelaxierende und kräftigende Übungen auch den Einsatz 

alternativer Copingstrategien zur Schmerzbewältigung, für deren Erlernen die 

Versicherte theoretisch Ressourcen besässe. Indessen drängten sich 

neuropsychologische oder ergotherapeutische Massnahmen zur Verbesserung der 

neurokognitiven Defizite nicht zwingend auf. Weiter empfiehlt das Gutachten eine 

Reduktion des Analgetikagebrauchs mit einem eventuellen Medikamentenentzug. Als 

erschwerend hinsichtlich des weiteren Beschwerdeverlaufs sieht das MEDAS-

Gutachten das subjektive Krankheitskonzept der Versicherten an. So scheine sich die 

Versicherte im Verlauf der Jahre mit der Beschwerdesymptomatik und den daraus 

resultierenden Einschränkungen arrangiert zu haben. Die MEDAS sieht zwar eine 

theoretische Möglichkeit der Beschwerdebesserung. Allerdings stehe einer solchen der 

langjährige, chronifizierte Verlauf entgegen. Zudem basiere die weitere Entwicklung vor 

allem auf der Introspektionsfähigkeit und Compliance der Versicherten. Die Prognose 

müsse deshalb skeptisch betrachtet werden (act. G 3.1/44.27). Im Gutachten des 

Medizinischen Zentrums Römerhof wird vor allem darauf hingewiesen, dass die 

Beschwerdeführerin ihre Opiatabhängigkeit d.h. ihren Schmerzmittelkonsum, 

reduzieren sollte. Durch eine erfolgreiche Entgiftungs- und Entwöhnungsbehandlung 

könne die Arbeitsfähigkeit im bisherigen Beruf binnen sechs Monaten deutlich 

verbessert werden. Die Beschwerdeführerin sei krankheitseinsichtig und vermöge die 

Folgen ihrer Sucht rational zu beurteilen. Die therapeutischen Möglichkeiten zur 

Schmerzbewältigung seien nicht ausgeschöpft, weshalb es erforderlich sei, dass die 

Versicherte zusätzlich an einer Schmerzbewältigungstherapie teilnehme und auch 

entsprechende Verfahren (mentale Schmerzbewältigung, 

Schmerzbewältigungstrainings, Biofeedback u. ä) kennen lerne (act. G 13.1, S. 29).

Zusammenfassend ist mit den beiden Gutachten davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Intensivkrankenschwester im 

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massgebenden Beurteilungszeitpunkt (Erlass Einspracheentscheid vom 13. November 

2006) zu 40 % in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war. Nachdem sich bereits aus 

dem MEDAS-Gutachten als auch aus dem nachträglich erstellten und mittlerweile 

vorliegenden MZR-Gutachten - wie dargestellt - Anhaltspunkte ergeben, wonach die 

Arbeitsunfähigkeitsschätzung durch den Analgetikagebrauch maskiert sein könnte und 

sich die Arbeitsfähigkeit durch die Behandlung der Schmerzmittelabhängigkeit deutlich 

erhöhen liesse, wird die Beschwerdegegnerin auch zu prüfen haben, ob die 

Beschwerdeführerin allenfalls zur Durchführung einer solchen Behandlung angehalten 

werden kann. So hat gemäss der Rechtsprechung die versicherte Person das ihr 

Zumutbare zur Verbesserung der Erwerbsfähigkeit beizutragen und sämtliche 

medizinischen Behandlungs- und therapeutischen Möglichkeiten auszuschöpfen. 

Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung 

oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der 

Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus 

eigenen Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr gemäss Art. 21 Abs. 4 

ATSG die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. 

Die versicherte Person muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen 

hingewiesen werden; es ist ihr eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Wird durch 

die zumutbare Behandlung eine voraussichtlich dauernde Verbesserung des 

Gesundheitszustandes erreicht, stellt dies gegebenenfalls einen Revisionsgrund im 

Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

[heute Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 31. März 2006, I 291/05, Erw. 

3.1 mit Hinweisen).

2.4  Der zuständige RAD-Arzt hielt die Beschwerdeführerin gestützt auf das MEDAS-

Gutachten für in ihrer angestammten Tätigkeit optimal eingegliedert (act. G 3.1/53.1; 

vgl. auch Arztbericht Dr. A.___ vom 7. August 2002 [act. G 3.1/15.2]). Gestützt darauf 

ging auch die Beschwerdegegnerin bei der Berechnung des Invalideneinkommens von 

der gleichen Annahme aus und berechnete das Invalideneinkommen als einen Bruchteil 

(67 %) des Einkommens als Krankenschwester (act. G 3.1/59.1). Andere (adaptierte) 

Tätigkeiten zog die Beschwerdegegnerin nicht in Betracht. Nachdem das MEDAS-

Gutachten davon ausgeht, dass die Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten als 

auch in einer anderen Tätigkeit gleich ist und damit die angestammte Tätigkeit als 

genügend an die Einschränkungen angepasst erachtet (act. G 3.1/44.26), ist dieses 

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Vorgehen nicht zu beanstanden. Zwar erachtet das Gutachten des MZR die 

Beschwerdeführerin in einer "behinderungsangepassten" Tätigkeit zu 100 % 

arbeitsfähig. Jedoch gelten für eine solche Verweistätigkeit die gleichen 

Einschränkungen wie für ihre Tätigkeit als Intensivkrankenschwester, nämlich das 

Vermeiden von Lasten über 15 kg sowie von länger dauernden Arbeiten in gebückter 

oder monotoner Stellung. Ausserdem müsste es eine Tätigkeit sein, bei welcher die 

(eventuell behandelbare) Analgetikaproblematik sich nicht störend auswirken könne 

(act. G 13.1, S. 29).

2.5  Bezüglich des Valideneinkommens macht der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin geltend, es sei aktenkundig, dass die Beschwerdeführerin eine 

Hochschulausbildung anstrebe, um eine Führungsposition einnehmen zu können. Sie 

habe die dazu erforderliche Ausbildung in Angriff genommen, aber unfallbedingt nicht 

beenden können. Dazu reicht er mit der Beschwerde einen Stundenplan der 

Telekollegschule Konstanz ein (act. G 1.2). Danach nahm die Beschwerdeführerin 

offenbar seit 19. September 1994 an einer berufsbegleitenden Ausbildung teil, die nach 

21 Monaten (also im Juni 1996) zur Fachhochschulreife hätte führen sollen. Weshalb 

die Beschwerdeführerin ihre Ausbildung im August 1996, zur Zeit des Unfalls, noch 

nicht abgeschlossen hatte, bleibt unklar. Weder in der Einsprache noch in der 

Beschwerde wird die in Angriff genommene Ausbildung beim Telekolleg weiter 

präzisiert oder auf den Fortgang der Ausbildung wie zum Beispiel bestandene 

Zwischenprüfungen Bezug genommen. Ebenso erscheint diese Ausbildung in den 

diversen Gutachten nur am Rande und schliesslich hat die Beschwerdeführerin ihr 

Arbeitspensum deswegen nur um 10 % reduziert. Ausserdem hätte sie bei 

ordnungsgemässem Ablauf schon vor dem Unfall mit der Hochschulreife 

abgeschlossen werden können. Die Beschwerdeführerin hat aber ihre Weiterbildung 

offenbar schon vor dem Unfall unterbrochen oder langsamer vorangetrieben als 

geplant. Schliesslich würde selbst das Erlangen der Hochschulreife noch längst keinen 

Hochschulabschluss und damit ein höheres Einkommen garantieren. Mit der 

Beschwerdegegnerin ist deshalb davon auszugehen, dass das geltend gemachte 

Ausbildungsziel noch zu vage erscheint, um daraus eine relevante Steigerung des 

Valideneinkommens ableiten zu können. Auf den Beizug der Unfallakten ist demnach 

zu verzichten. Weitere Einwände gegen die Bemessung des Valideneinkommens 

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werden nicht vorgebracht. Mit der Beschwerdegegnerin ist das Valideneinkommen 

demnach auf Fr. 85'151.-- festzusetzen.

2.6  Nachdem die Beschwerdeführerin in ihrer Tätigkeit als Krankenschwester zu 40 % 

eingeschränkt ist, ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 40 % (Invalideneinkommen: Fr. 

51'090.-- [60 % von Fr. 85'151.--]). Sie hat demnach Anspruch auf eine Viertelsrente. 

Das MEDAS-Gutachten gibt den Beginn der Arbeitsfähigkeit mit Jahresbeginn 1997 an 

(act. G 3.1/44.26), so dass der Anspruch - nachdem sich den Akten kein Unterbruch im 

Sinn von Art. 29  IVV entnehmen lässt - spätestens am 1. Januar 1998 entstand (vgl. 

Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG). Nachdem sich die Beschwerdeführerin erst am 30. April 2002 

bei der IV angemeldet hat (act. G 3.1/2.7), werden die Leistungen gemäss Art. 48 Abs. 

2 IVG ab 1. April 2001 ausgerichtet.

3.   

3.1  Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gutzuheissen und der 

angefochtene Einspracheentscheid vom 13. November 2006 aufzuheben. Die 

Beschwerdeführerin hat sodann ab 1. April 2001 Anspruch auf eine Viertelsrente der IV. 

Zu deren Berechnung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

3.2  Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG i.V.m. lit. b der 

Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 16. Dezember 2005). Hingegen hat die 

Beschwerdeführerin bei diesem Ausgang des Verfahrens Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung 

der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 

lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung der Streitsache 

und dem Aufwand erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.  In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheentscheid vom 

13. November 2006 aufgehoben und es wird der Beschwerdeführerin im Sinne der 

Erwägungen ab 1. April 2001 eine Viertelsrente zugesprochen.

ter

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2.  Die Sache wird zur Berechnung des Rentenanspruchs an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

3.  Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

4.  Die Beschwerdegegnerin bezahlt der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von pauschal Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 12.06.2008
	Art. 28 IVG Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG und Art. 25 Abs. 1 IVV. Berechnung Invaliditätsgrad. Erachtet das MEDAS-Gutachten ein 60 %-Pensum in der angestammten Tätigkeit als behinderungsangepasst, liegt demzufolge eine 40 %-ige Invalidität vor. Die versicherte erwerbstätige Person braucht sich nicht entgegenhalten zu lassen, dass sie vor der Invalidität nur zu 90 % gearbeitet (und zu 10 % eine Weiterbildung betrieben hat) und deshalb nur einen Invaliditätsgrad von 30 % haben soll (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Juni 2008, IV 2006/288).

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