# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 57a7d4bf-a620-5bb4-8e93-827c7f40ecc9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.11.2011 A-6312/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-6312-2010_2011-11-10.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung I
A­6312/2010

U r t e i l   v om   1 0 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Salome Zimmermann (Vorsitz),
Richter Pascal Mollard, Richter Daniel Riedo,
Gerichtsschreiber Jürg Steiger

Parteien X._______,
Beschwerdeführerin, 

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, Hauptabteilung 
Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 3003 Bern,   
Vorinstanz.

Gegenstand MWST (1. Quartal 2003 ­ 4. Quartal 2007).

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Sachverhalt:

A. 
Die  X._______  ist  seit  dem  1.  Januar  1995  im  Register  der 
Mehrwertsteuerpflichtigen  bei  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung 
(ESTV)  eingetragen.  Sie  bezweckt  insbesondere  die 
Gebrauchsüberlassung  von  Motorfahrzeugen  (Leasing)  sowie  die 
Erbringung von damit verbundenen Dienstleistungen. Zwischen dem 26. 
März  und  dem  10.  April  2008  führte  die  ESTV  bei  der  X._______  eine 
Kontrolle  betreffend  die  Steuerperioden  vom  1.  Quartal  2003  bis  4. 
Quartal  2007  durch.  In  der  Folge  forderte  die  ESTV  mit 
Ergänzungsabrechnung  (EA)  Nr.  231'572  vom  10.  April  2008  u.a. 
Fr. 54'981.­­  Mehrwertsteuer  (Ziff.  1  der  genannten  EA)  nach.  Diese 
Nachforderung betraf v.a. Gutschriften der X._______ an Leasingnehmer, 
welche die ESTV nicht als Entgeltsminderungen akzeptierte und deshalb 
aufrechnete.

B. 
Mit Schreiben vom 5. Mai 2008 teilte die X._______ mit, sie bezahle die 
Steuernachforderung unter Vorbehalt ihrer Rechtmässigkeit. Am 25. Juni 
2008 ergänzte sie, die aufgerechneten Gutschriften würden sich aus sog. 
Buchwertdifferenzen  ergeben,  d.h.  aus Mehrerlösen bei  der Verwertung 
der  Leasingobjekte  am  Ende  der  Leasingdauer  gegenüber  den 
kalkulatorisch  ermittelten  Restwerten.  Sie  sei  der  Meinung,  dass  diese 
Mehrerlöse  eine  nachträgliche  Änderung  des  Entgelts  für  die 
Gebrauchsüberlassung darstellten. Die Zahlungen an die Leasingnehmer 
gründeten  ausschliesslich  im  entsprechenden  Leasingverhältnis  und 
seien als Entgeltsminderungen zu qualifizieren.

C. 
Am 22. Juli 2008 hielt die ESTV fest, die in Frage stehenden Gutschriften 
kämen nur im Zusammenhang mit vorzeitig aufgelösten Leasingverträgen 
mit  Angestellten  vor.  Da  in  diesen  Fällen  der  Vertragsauflösung  der 
Angestellte  einen  Käufer  für  das  Fahrzeug  angeben  müsse,  seien  die 
Gutschriften  als  "Finders  fees"  zu qualifizieren.  In  der Folge  liege  keine 
Entgeltsminderung betreffend den Leasingvertrag vor. 

D. 
Mit Schreiben vom 10. September 2008 antworteten die X._______, bei 
den  sog.  "Angestellten­Leasings"  (AL)  kämen  die  identischen 
Leasingverträge mit  den  gleichen  allgemeinen  Leasingbedingungen wie 
bei  den  übrigen  Leasingnehmern  zur  Anwendung.  Besonderheiten 

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ergäben  sich  nur  bei  der  vorzeitigen  Verwertung  des  Leasingobjekts. 
Beim AL erfolge der Kauf der Leasingobjekte direkt beim  Importeur  (bei 
der  Y._______).  Da  die  Leasingobjekte  nicht  an  den  Importeur 
zurückverkauft  würden  und  sie  in  der  Regel  nur  bei  einer  ordentlichen 
Vertragsauflösung  die  Verwertung  über  das  Händlernetz  selbständig 
vornehme,  habe  der  Leasingnehmer,  der  vorzeitig  aus  dem  AL 
aussteigen  wolle,  einen  solventen  Nachfolger  (Folgeleasing)  oder  eine 
andere Verwertungsmöglichkeit vorzuschlagen. Es sei zu beachten, dass 
beim  AL  teilweise  erhebliche  Sonderzahlungen  zu  Beginn  des 
Leasingvertrags  geleistet  würden.  Diese  Zahlungen  versteuere  sie – 
ebenso  wie  die  eigentlichen  Leasingraten  –  zum  Normalsatz.  Die 
Sonderzahlungen  würden  in  die  Berechnung  der  zu  finanzierenden 
Investitionssumme  einfliessen  und  dadurch  die  Höhe  der  Leasingraten 
beeinflussen.  Wenn  eine  Sonderzahlung  geleistet  worden  sei,  ergebe 
sich für den Leasingnehmer, der den Leasingvertrag vorzeitig auflöse, ein 
wesentlicher  finanzieller  Nachteil.  In  diesem  Fall  sei  die  Höhe  der 
Amortisation,  die  mittels  Leasingraten  und  der  Sonderzahlung  bis  zur 
vorzeitigen  Beendigung  geleistet  worden  sei,  höher  als  ohne 
Sonderzahlung.  Dies  äussere  sich  in  einem  tieferen  Buchwert  des 
Leasingobjekts  in  ihren  Büchern  im  Zeitpunkt  der  vorzeitigen 
Vertragsauflösung.

E. 
In  ihren  Schreiben  vom  17.  September  2008  bzw.  28.  Oktober  2008 
hielten  die  ESTV  bzw.  die  X._______  an  ihren  Positionen  fest.  Nach 
weiterem  Schriftverkehr  gewährte  die  ESTV  der  X._______  am  12. 
Februar 2009 Akteneinsicht.

Am  16.  März  2009  hielt  die  X._______  an  der  Bestreitung  der 
Steuernachforderung  gemäss  Ziff.  1  der  EA  Nr.  231'572  vom  10. April 
2008  fest.  Sie  führte  insbesondere  aus,  beim  AL  seien  die 
Leasingnehmer  Mitarbeitende  der  gesamten  Vertriebsorganisation  der 
Produkte  der  Z._______.  Bei  einer  einvernehmlichen  vorzeitigen 
Vertragsauflösung  des  AL  erfolge  keine  Neuberechnung  der 
Leasingraten.  Die  Differenz  zwischen  dem  Verwertungserlös  und  dem 
Restbuchwert  des  Leasinggegenstandes  werde  dem  Leasingnehmer 
entweder nachbelastet  (bei einer negativen Differenz) oder vergütet  (bei 
einer positiven Differenz). Im Weiteren reichte die X._______ am 30. April 
2009 die von der ESTV einverlangten Leasingverträge ein.

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F. 
Am 17. Juni 2009 erliess die ESTV einen anfechtbaren Entscheid. Darin 
bestätigte  sie  die  Rechtmässigkeit  ihrer  Steuernachforderung  für  die 
Steuerperioden vom 1. Quartal 2003 bis 4. Quartal 2007 in der Höhe von 
Fr. 139'045.­­  zuzüglich  Verzugszins.  Dieser  Betrag  enthielt  u.a.  die 
Nachforderung gemäss Ziff. 1 der EA Nr. 231'572 vom 10. April 2008  in 
der Höhe von Fr. 54'981.­­. Zur Begründung legte die ESTV insbesondere 
dar,  ihre bisherige Qualifikation der  in Frage stehenden Gutschriften als 
"Finders fee" erweise sich nicht als stringent, weshalb sie davon Abstand 
nehme. Die an die Leasingnehmer ausgestellten Gutschriften resultierten 
aber  aus  der  Veräusserung  des  entsprechenden  Fahrzeugs  und  damit 
aus  einem  mit  dem  (vorzeitig  aufgelösten)  Leasingvertrag  nicht 
identischen,  separaten  Rechtsgeschäft.  Aus  diesem  Grund  stellten  die 
Gutschriften auch keine Entgeltsminderungen dar.

G. 
Gegen den Entscheid der ESTV vom 17. Juni 2009 erhob die X._______ 
am 18. August 2009 Einsprache. Zur Begründung legte sie insbesondere 
dar, sie bestreite die Aufrechnung gemäss Ziff. 1 der EA Nr. 231'572 nur 
noch  im  Umfang  von  Fr.  51'898.20.  Es  handle  sich  hierbei  um 
Nachforderungen  im  Zusammenhang  mit  den  von  ihr  an  die 
Leasingnehmer  vergüteten  Mehrwerte  aus  der  Verwertung  der 
Fahrzeuge. Die übrigen Aufrechnungen  in dieser Ziffer  in der Höhe von 
Fr.  3'082.80  (Weiterleitung  von  Rabatten  sowie  Rückerstattung  von 
Kautionen) akzeptiere sie angesichts der geringfügigen Beträge.

Die  zentrale  Abweichung  zwischen  ihrer  Position  und  derjenigen  der 
ESTV  liege  in der unterschiedlichen Zuordnung der  in Frage stehenden 
Gutschriften  zu  einem  bestimmten  Rechtsgeschäft.  In  aller  Regel 
informiere  sich  der  Leasingnehmer,  der  aus  einem  Vertrag  vorzeitig 
aussteigen wolle, bei ihr über die genauen Bedingungen. Sofern sich der 
Leasingnehmer  stets  vertragskonform  verhalten  habe  und  als  Kunde 
weiterhin  willkommen  sei,  offeriere  sie  ihm  eine  von  der  vertraglichen 
Kündigungsklausel  abweichende  Lösung.  Es  handle  sich  um  eine 
vorzeitige  Beendigung  des  Leasingvertrags  im  gegenseitigen 
Einvernehmen.  Sie  wolle  als  Leasinggesellschaft  durch  die  vorzeitige 
Beendigung  weder  geschädigt  noch  bereichert  werden.  In  der  Folge 
verlange  sie  lediglich  die  Deckung  des  aktuellen  Restbuchwerts  des 
Leasingobjekts. Je nach Verkehrswert bzw. Verwertungserlös könne – im 
Vergleich  zum  Buchwert  –  ein  Mehr­  oder  ein  Minderwert  resultieren. 
Diese  Mehr­  oder  Minderwerte  seien  Teil  der  Abrede  über  die 

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einvernehmliche  vorzeitige  Beendigung  des  Leasingvertrags.  Diese 
Abrede  werde  in  der  Gutschrift  (bei  einem  Mehrwert)  bzw.  in  der 
Rechnung  (bei  einem  Minderwert)  an  den  Leasingnehmer  abgebildet. 
Schriftliche  Auflösungsvereinbarungen,  als  Ergänzung  zum 
Leasingvertrag,  würden  zur  Vermeidung  unnötiger  administrativer 
Aufwände keine erstellt.

H. 
Mit  Einspracheentscheid  vom  30.  Juni  2010  wies  die  ESTV  die 
Einsprache  ab.  Sie  erkannte,  sie  habe  von  der  X._______  für  die 
Steuerperioden  vom  1.  Quartal  2003  bis  4.  Quartal  2007  über  die  für 
diese Perioden bereits deklarierten Beträge und über den  in Rechtskraft 
erwachsenen  Betrag  in  der  Höhe  von  Fr.  87'147.20  hinaus  zu  Recht 
Fr. 51'897.80  nachgefordert.  Zur  Begründung  führte  die  ESTV  im 
Wesentlichen  aus,  die  vorliegend  relevanten  Gutschriften  an  nicht 
mehrwertsteuerpflichtige Personen könnten nur dann eine Minderung des 
steuerbaren  Umsatzes  der  X._______  darstellen,  wenn  sie  in  einer 
Herabsetzung der steuerbaren Leasingentgelte gründen würden. Dies sei 
aber  nicht  der  Fall.  Die  erwähnten  Gutschriftsbeträge  resultierten  aus 
dem Rechtsgeschäft  der  Veräusserung  des  entsprechenden  Fahrzeugs 
bzw. aus der Überführung des Fahrzeugs in ein neues Leasingverhältnis 
und  nicht  aus  dem  Rechtsgeschäft  des  (vorzeitig  aufgelösten) 
Leasingvertrags.  Die  von  der  X._______  ausgestellten  Gutschriften 
würden  bloss  Zahlungsflüsse  an  die  entsprechenden  Kunden 
dokumentieren. Sie würden in keiner Weise den erforderlichen Nachweis 
für  eine  Minderung  der  ursprünglich  vereinbarten  Leasingentgelte 
erbringen. Im Übrigen könne die X._______ aus der Praxis der ESTV bei 
Mehr­ oder Minderpreisen bei Leasingende  im Rahmen der Abrechnung 
über  eine  Garage,  welche  die  Margenbesteuerung  anwendet,  von 
vornherein nichts zu ihren Gunsten ableiten. Der vorliegende Sachverhalt 
sei kein Anwendungsfall für diese Praxis.

I. 
Am  2.  September  2010  liess  die  X._______  (Beschwerdeführerin) 
Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 30. Juni 2010 an das 
Bundesverwaltungsgericht  führen.  Sie  stellte  folgende  Rechtsbegehren: 
"(1.) In  Aufhebung  der  Ziffer  2­4  des  Dispositivs  des  vorinstanzlichen 
(Einsprache­)Entscheids  sei  festzustellen,  dass  die  X._______  für 
Tatbestände, welche sich in den Steuerperioden zwischen dem 1. Januar 
2003 und dem 31. Dezember 2007 (1. Quartal 2003 bis 4. Quartal 2007) 
bei  ihr ereignet haben, keine (weitere) Mehrwertsteuer zu entrichten hat; 

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(2.) der Beschwerdeführerin seien aus dem vorliegenden Verfahren keine 
Kosten aufzuerlegen; (3.) der Beschwerdeführerin sei eine angemessene 
Entschädigung  zuzusprechen".  Im  Weiteren  stellte  sie  den 
Verfahrensantrag:  "(4.)  Bei  einer  Veröffentlichung  des  Urteils  (auch  in 
elektronischer oder anderer Form) sei eine vollständige Anonymisierung 
vorzunehmen".

Zur  Begründung  brachte  die  Beschwerdeführerin  im  Wesentlichen  vor, 
sämtliche  Konsumentenleasingverträge  enthielten  die  Möglichkeit  einer 
vorzeitigen Vertragsbeendigung  (Kündigung)  durch  den Leasingnehmer, 
so  auch  die  vorliegenden  Leasingverträge.  Bei  einer  einseitigen 
Kündigung  durch  den  Leasingnehmer  kämen  die  im  Leasingvertrag 
verankerten  Tabellen  zur  nachträglichen  Neuberechnung  der 
Leasingraten  zur  Anwendung,  um  der  verkürzten  Leasingdauer 
Rechnung  zu  tragen.  Demgegenüber  sei  die  Leasinggesellschaft  bei 
einer  vorzeitigen  Beendigung  des  Leasingvertrags  im  gegenseitigen 
Einvernehmen  grundsätzlich  frei,  mit  dem  Leasingnehmer  eine  andere 
Methode zu vereinbaren.

Bei  den  AL  sei  bei  einer  vorzeitigen  Vertragsbeendigung  im 
gegenseitigen  Einvernehmen  als  Auflösungssaldo  jeweils  die  Differenz 
zwischen dem zu erzielenden Verwertungserlös und dem Buchwert  des 
Leasingobjekts vereinbart worden. Teil der Abrede zwischen ihr und dem 
Leasingnehmer  sei  gewesen,  dass  auf  die  in  den  allgemeinen 
Leasingbedingungen  vorgezeichnete  nachträgliche  Berechnung  der 
Leasingraten mittels der erwähnten Tabellen verzichtet werde. Durch die 
Ausstellung  der  entsprechenden  Gutschrift  (bei  einem  positiven 
Auflösungssaldo)  sei  diese  Abrede  bestätigt  worden.  Eine  eigentliche 
schriftliche  Änderung  des  Leasingvertrags  sei  dagegen  nicht  erfolgt. 
Besonders  am  AL  sei  zudem  der  Umstand,  dass  die  Abrechnung  des 
Auflösungssaldos  bei  der  Beendigung  des  Leasingvertrags  im 
gegenseitigen  Einvernehmen  nicht  über  eine  Garage  (als  die 
ursprüngliche  Lieferantin  des  Leasingobjekts),  sondern  direkt  zwischen 
ihr  (der  Leasinggesellschaft)  und  dem  Leasingnehmer  erfolge  (sog. 
direkte Abrechnung).

Im  vorliegenden  Fall  liege  einzig  noch  die  Qualifikation  der  erwähnten 
Gutschriften  über  die  positiven  Auflösungssaldi  im  Streit.  Die  ESTV 
verkenne,  dass  die  Gutschriften  mit  dem  Leasingvertrag  bzw.  dessen 
Auflösung  im  Zusammenhang  stünden.  Die  von  der  Vorinstanz 
aufgestellte  These,  wonach  die  von  der  Beschwerdeführerin 

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ausgerichteten Gutschriften  die Entschädigung  für  eine  andere  von  den 
Leasingnehmern  erbrachte  Leistung  sein  soll,  entspreche  nicht  den 
Tatsachen.  Entgegen  der  Ansicht  der  ESTV  stünden  ihre  Gutschriften 
auch  nicht  im  Zusammenhang  mit  dem  "Rechtsgeschäft  der 
Veräusserung"  des  Fahrzeugs.  Im Weiteren  gehe  die  ESTV  bei  einem 
negativen  Auflösungssaldo  (d.h.  der  Verkehrswert  ist  kleiner  als  der 
Buchwert)  fälschlicherweise  davon  aus,  dass  die  Zahlung  des 
Leasingnehmers  "Entgelt  eines  Dritten"  (sog.  Preisauffüllung)  bezüglich 
der Fahrzeugveräusserung sein soll.

Mit  den  vorliegend  im  Streit  liegenden  Gutschriften  habe  sie  mit  den 
Leasingnehmern  über  die  positiven  Auflösungsaldi  abgerechnet.  Die 
Gutschriften  stellten  teilweise  Rückvergütungen  der  von  den 
Leasingnehmern  zuvor  ausgerichteten  Entgelte  für  die 
Gebrauchsüberlassung der  Leasingobjekte  dar. Diese Rückvergütungen 
seien als Entgeltsminderungen zu qualifizieren. Steuerlich zu erfassen sei 
das, was der Konsument (hier der Leasingnehmer) tatsächlich aufwende, 
um die Gebrauchsüberlassung des Leasingobjekts zu entschädigen. Dies 
umfasse  die  Leasingraten  und  die  Sonderzahlung  abzüglich  der 
anlässlich  der  Beendigung  des  Leasingvertrags  von  ihr  ausgerichteten 
Gutschrift.

In ihrer Vernehmlassung vom 11. November 2010 schloss die ESTV auf 
Abweisung der Beschwerde.

Auf  die  Eingaben  der  Parteien  wird  –  soweit  entscheidwesentlich  –  im 
Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht  richtet sich nach 
dem  Bundesgesetz  vom  20.  Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021),  soweit  das  Bundesgesetz 
vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesverwaltungsgericht 
(Verwaltungsgerichtsgesetz,  VGG, SR  173.32)  nichts  anderes  bestimmt 
(Art.  2  Abs.  4  VwVG;  Art.  37  VGG).  Das  Bundesverwaltungsgericht 
beurteilt  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  VwVG,  sofern 
keine  Ausnahme  nach  Art.  32  VGG  gegeben  ist  (Art.  31  VGG).  Eine 
solche  liegt nicht vor. Die ESTV ist zudem als Behörde  im Sinn von Art. 

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33 VGG zu qualifizieren. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher für die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig.

1.2. Gemäss  Art.  25  Abs.  2  VwVG  ist  dem  Begehren  um  Erlass  einer 
Feststellungsverfügung  zu  entsprechen,  wenn  die  Gesuchstellerin  ein 
entsprechendes  schutzwürdiges  Interesse  nachweist.  Laut 
bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  ist  der  Anspruch  auf  Erlass  einer 
Feststellungsverfügung  subsidiär  gegenüber  rechtsgestaltenden 
Verfügungen (BGE 119 V 13 E. 2a; Urteil des Bundesgerichts 1C_6/2007 
vom  22.  August  2007  E.  3.3;  RENÉ  RHINOW/BEAT  KRÄHENMANN, 
Schweizerische  Verwaltungsrechtsprechung,  Ergänzungsband,  Basel 
1990, Nr. 36, S. 109 f.). Der Beschwerdeführerin fehlt bei ihrem formellen 
Feststellungsbegehren  folglich  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  dessen 
Behandlung, weil bereits das negative Leistungsbegehren, der Antrag auf 
Aufhebung der angefochtenen Nachbelastung inkl. Verzugszinsen (durch 
Aufhebung  der  Ziff. 2­4  des  Dispositivs  des  Einspracheentscheids), 
gestellt worden ist. Damit kann anhand eines konkreten Falls entschieden 
werden, ob die fragliche Steuernachbelastung zu Recht besteht, was das 
Feststellungsinteresse  hinfällig  werden  lässt  (Urteil  des  Bundesgerichts 
2C_726/2009 vom 20. Januar 2010 E. 1.3; BVGE 2007/24 E. 1.3; Urteile 
des Bundesverwaltungsgerichts A­5747/2008 vom 17. März 2011 E. 1.3, 
A­3198/2009 vom 2. September 2010 E. 1.4.2). Mit dieser Einschränkung 
ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.3. Das  Bundesverwaltungsgericht  kann  den  angefochtenen  Entscheid 
grundsätzlich  in vollem Umfang überprüfen. Der Beschwerdeführer kann 
neben  der  Verletzung  von  Bundesrecht  (Art.  49  Bst.  a  VwVG)  und  der 
unrichtigen  oder  unvollständigen  Feststellung  des  rechtserheblichen 
Sachverhalts  (Art.  49  Bst.  b  VwVG)  auch  die  Rüge  der 
Unangemessenheit  erheben  (Art.  49  Bst.  c  VwVG;  vgl.  ANDRÉ 
MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht,  Basel  2008,  Rz.  2.149).  Im 
Beschwerdeverfahren  gilt  der  Grundsatz  der  Rechtsanwendung  von 
Amtes  wegen.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  verpflichtet,  auf  den 
unter Mitwirkung der Verfahrensbeteiligten  festgestellten Sachverhalt die 
richtige Rechtsnorm und damit jenen Rechtssatz anzuwenden, den es als 
den zutreffenden erachtet, und ihm jene Auslegung zu geben, von der es 
überzeugt  ist  (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  Rz.  1.54,  unter 
Verweis  auf  BGE  119  V  347  E. 1a).  Aus  der  Rechtsanwendung  von 
Amtes  wegen  folgt,  dass  das  Bundesverwaltungsgericht  als 
Beschwerdeinstanz  nicht  an  die  rechtliche  Begründung  der  Begehren 

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gebunden  ist  (Art.  62  Abs.  4  VwVG)  und  eine  Beschwerde  auch  aus 
anderen als den geltend gemachten Gründen (teilweise) gutheissen oder 
den angefochtenen Entscheid  im Ergebnis mit  einer  von der Vorinstanz 
abweichenden Begründung  bestätigen  kann  (sog. Motivsubstitution;  vgl. 
BVGE  2007/41  E.  2  mit  Hinweisen).  Soll  sich  dabei  dieser  neue 
Entscheid auf Rechtsnormen stützen, mit deren Anwendung die Parteien 
nicht  rechnen mussten,  so  ist  ihnen Gelegenheit  zu  geben,  sich  hierzu 
vorgängig  zu  äussern  (BGE  124  I  49 E.  3c;  BVGE 2007/41 E.  2; Urteil 
des Bundesverwaltungsgerichts A­7843/2010 vom 22. Juli 2011 E. 1.5).

1.4. Am 1. Januar 2010 ist das (neue) Bundesgesetz vom 12. Juni 2009 
über die Mehrwertsteuer (Mehrwertsteuergesetz [MWSTG], SR 641.20) in 
Kraft  getreten.  Die  bisherigen  gesetzlichen  Bestimmungen  sowie  die 
darauf  gestützt  erlassenen  Vorschriften  bleiben  grundsätzlich  weiterhin 
auf  alle  während  ihrer  Geltungsdauer  eingetretenen  Tatsachen  und 
entstandenen Rechtsverhältnisse anwendbar  (Art. 112 Abs. 1 MWSTG). 
Anwendbar auf hängige Verfahren ist aber – unter Vorbehalt von Art. 91 
MWSTG  –  das  neue  Verfahrensrecht  (Art.  113  Abs.  3 MWSTG);  diese 
Bestimmung  ist  jedoch  in dem Sinn  restriktiv auszulegen, als strikte nur 
Verfahrensnormen sofort anzuwenden sind, und es dabei nicht zu einer 
Anwendung von neuem materiellem Recht auf altrechtliche Sachverhalte 
kommen darf  (Urteile  des Bundesverwaltungsgerichts A­7819/2008  vom 
31.  Januar  2011  E.  1.5,  A­382/2010  vom  21.  September  2010  E.  1.2, 
A­1113/2009 vom 23. Februar 2010 E. 1.3). Der vorliegende Rechtsstreit 
betrifft  die  Jahre  2003  bis  2007.  Er  untersteht  deshalb  in  materieller 
Hinsicht dem Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer vom 2. September 
1999 (aMWSTG, AS 2000 1300) und der Verordnung vom 29. März 2000 
zum aMWSTG (aMWSTGV, AS 2000 1347).

2. 
2.1.  Gemäss  Art.  5  aMWSTG  unterliegen  der  Mehrwertsteuer  u.a.  im 
Inland  durch  steuerpflichtige  Personen  gegen  Entgelt  erbrachte 
Lieferungen  von  Gegenständen  und  Dienstleistungen.  Eine  Lieferung 
liegt  vor, wenn die Befähigung  verschafft wird,  im eigenen Namen über 
einen  Gegenstand  wirtschaftlich  zu  verfügen  (Art.  6  Abs.  1  aMWSTG), 
aber auch dann, wenn ein Gegenstand zum Gebrauch oder zur Nutzung 
überlassen wird  (Art.  6  Abs.  2  Bst.  b  aMWSTG).  Als Dienstleistung  gilt 
jede Leistung, die keine Lieferung eines Gegenstandes ist (Art. 7 Abs. 1 
aMWSTG). Eine Dienstleistung  liegt nach Art. 7 Abs. 2 Bst. b aMWSTG 
auch  vor,  wenn  eine  Handlung  unterlassen  oder  eine  Handlung 
beziehungsweise ein Zustand geduldet wird.

A­6312/2010

Seite 10

2.1.1. Damit überhaupt ein steuerbarer Umsatz vorliegt, ist ein Austausch 
von  Leistungen  notwendig.  Dies  verlangt,  dass  einer  Leistung  eine 
Gegenleistung  (Entgelt)  gegenüber  steht.  Die  Entgeltlichkeit  –  vom 
Eigenverbrauch  abgesehen  –  stellt  ein  unabdingbares 
Tatbestandsmerkmal  einer  mehrwertsteuerlichen  Leistung  dar.  Besteht 
zwischen Leistungserbringer und ­empfänger kein Austauschverhältnis in 
diesem Sinne, ist die Aktivität mehrwertsteuerlich irrelevant und fällt nicht 
in  den  Geltungsbereich  der  Mehrwertsteuer  (statt  vieler:  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts A­7819/2008 vom 31. Januar 2011 E. 2.1, A­
5745/2008 vom 11. Juni 2010 E. 2.2 f. und A­6213/2007 vom 24. August 
2009 E. 2.2.1).

2.1.2.  Die  Annahme  eines  solchen  Leistungsaustauschs  setzt  voraus, 
dass  zwischen  Leistung  und  Gegenleistung  eine  innere  wirtschaftliche 
Verknüpfung gegeben  ist  (BGE 132  II 353 E. 4.1 und 126  II 443 E. 6a; 
Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­5745/2008  vom  11.  Juni  2010 
E. 2.3;  IVO  P.  BAUMGARTNER,  in  mwst.com,  Kommentar  zum 
Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer, Basel 2000, Rz. 6 und 8 zu Art. 
33). Die Beantwortung  der  Frage  nach  der  inneren Verknüpfung  erfolgt 
nicht  in  erster  Linie  nach  zivilrechtlichen,  sondern nach wirtschaftlichen, 
tatsächlichen  Kriterien.  Insbesondere  ist  für  die  Annahme  eines 
Leistungsaustauschs  das  Vorliegen  eines  Vertragsverhältnisses  nicht 
zwingend erforderlich (BGE 126 II 249 E. 4a). Es genügt vielmehr, dass 
Leistung  und  Gegenleistung  innerlich  derart  verknüpft  sind,  dass  die 
Leistung  eine  Gegenleistung  auslöst.  Ausreichend  kann  folglich  sein, 
wenn  einer  Leistung  eine  erwartete  (Üblichkeit)  oder  erwartbare 
Gegenleistung  (nach  den  Umständen  ist  erwartbar,  dass  eine  Leistung 
die  Gegenleistung  auslöst)  gegenübersteht,  d.h.  dass  nach  den 
Umständen davon auszugehen ist, die Leistung löse eine Gegenleistung 
aus  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­5745/2008  vom  11.  Juni 
2010 E. 2.3 und A­1567/2006 vom 28. Dezember 2007 E. 2.2.2). Bei der 
Beurteilung  der  Frage  nach  dem  wirtschaftlichen  Zusammenhang 
zwischen  Leistung  und  Gegenleistung  ist  primär  auf  die  Sicht  des 
Leistungsempfängers  abzustellen,  was  der  Konzeption  der 
Mehrwertsteuer  als  Verbrauchsteuer  entspricht  (Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A­5745/2008  vom 11.  Juni  2010 E.  2.3  und 
A­1567/2006  vom  28.  Dezember  2007  E.  2.2.3;  zum  Ganzen:  DANIEL 
RIEDO, Vom Wesen der Mehrwertsteuer als allgemeine Verbrauchsteuer 
und von den entsprechenden Wirkungen auf das schweizerische Recht, 
Bern 1999, S. 223 ff.).

A­6312/2010

Seite 11

2.2.  Bei  Schadenersatz­  oder  ähnlichen  Entschädigungsleistungen  ist 
mehrwertsteuerlich  ebenfalls  entscheidend,  ob  sie  im  Rahmen  eines 
Leistungsaustauschs  geleistet  werden  oder  nicht  (Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A­1540/2006  vom  8.  Januar  2008  E.  2.1.2; 
Entscheide der Schweizerischen Steuerrekurskommission [SRK] vom 14. 
Juni 2005, veröffentlicht in Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 
69.126 E. 2b, 3a, vom 9. November 2005 [SRK 2003­152] E. 3b, 4a, vom 
1. Dezember  2004,  veröffentlicht  in VPB 69.65 E.  3c; RIEDO,  a.a.O.,  S. 
241  f.;  ALOIS  CAMENZIND/NIKLAUS  HONAUER/KLAUS  A.  VALLENDER, 
Handbuch  zum  neuen  Mehrwertsteuergesetz,  2. Aufl.,  Bern  2003, 
RZ. 316, 318; PIERRE­ALAIN GUILLAUME, in mwst.com, a.a.O., Rz. 52 f. zu 
Art.  5).  Für  diese Entscheidung  ist  die  zivilrechtliche Ausgestaltung  des 
Vorgangs  oder  die  Bezeichnung  einer  Zahlung  als  Schadenersatz 
wiederum  nicht  ausschlaggebend  (Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts A­1558/2006 vom 3. Dezember 2009 E. 6.2, 
A­1540/2006 vom 8. Januar 2008 E. 2.1.2 mit Hinweisen).

2.2.1.  Kein  mehrwertsteuerlicher  Leistungsaustausch  findet  statt,  wenn 
der Schädiger leistet, weil er einen Schaden verursacht hat und, wozu er 
(gesetzlich  oder  vertraglich)  verpflichtet  ist,  bloss  den  wirtschaftlichen 
Zustand  vor  dem  schädigenden  Ereignis  wieder  herstellt.  Der 
Geschädigte  hat  dann  gegen  seinen  Willen  einen  Schaden  erlitten.  Er 
erbringt keine steuerbare Leistung und der Schädiger leistet die Zahlung 
entsprechend nicht, weil er von diesem eine Leistung erhalten hat. Dieser 
sogenannt  "echte  Schadenersatz"  stellt  somit  einen  mehrwertsteuerlich 
nicht  relevanten Vorgang dar (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A­
1558/2006 vom 3. Dezember 2009 E. 6.2.1, A­1540/2006 vom 8. Januar 
2008  E. 2.1.2;  RIEDO,  a.a.O.,  S.  242;  CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER, 
a.a.O., Rz. 315 f.).

2.2.2.  Steuerbarkeit  ist  demgegenüber  anzunehmen,  wenn  bei  einer 
vertraglich  vereinbarten  Schadenersatzleistung  ein mehrwertsteuerlicher 
Leistungsaustausch  zu  Tage  tritt.  Ein  steuerbarer  Vorgang  ist  nur 
gegeben,  wenn  die  Schadenersatzleistung  aufgewendet  wird,  um  eine 
Leistung  zu  erhalten  oder  abzugelten,  also  effektive  Gegenleistung  für 
eine Leistung darstellt  (CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER, a.a.O., Rz. 318 
f.; RIEDO,  a.a.O., S. 242; PIERRE­ALAIN GUILLAUME,  in mwst.com,  a.a.O., 
Rz. 52  f.  zu  Art. 5).  In  diesem Fall  wird  von  "unechtem Schadenersatz" 
gesprochen  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­1558/2006  vom 
3. Dezember 2009 E. 6.2.2).

A­6312/2010

Seite 12

2.3. 
2.3.1.  Nach  der  Praxis  der  ESTV  liegt  eine  steuerbare  Leistung 
insbesondere  vor, wenn Dauerschuldverhältnisse  (mit  befristeter Dauer) 
vor  Ablauf  der  vereinbarten  Dauer  aufgehoben  werden.  Bei  der 
Entschädigung  für die  vorzeitige Auflösung des Vertrags handle es sich 
um  das  Entgelt  für  den  Verzicht  auf  die  Rechte  aus  dem 
Dauerschuldverhältnis  (Ziff.  3.1  des  Merkblatts  Nr.  4  der  ESTV, 
Schadenersatzleistungen, mit Gültigkeit ab 1. Januar 2001; vgl. auch die 
etwas präzisierte Ziff. 3.1 der ab 2008 geltenden Fassung).

2.3.2.  Die  bereits  vom  Bundesverwaltungsgericht  bestätigte 
Rechtsprechung  der  SRK  hat  gestützt  auf  die  oben  umschriebenen 
grundsätzlichen  Abgrenzungsmerkmale  zwischen  "echtem"  und 
"unechtem"  Schadenersatz  erkannt,  dass  bei  Leistung  einer 
Entschädigung  für  die  einvernehmliche,  vorzeitige  Beendigung  eines 
Dauerschuldverhältnisses  ein  mehrwertsteuerlicher  Leistungsaustausch 
besteht.  Die  Empfängerin  der  Entschädigung  akzeptiert  dabei  den 
vorzeitigen  Ausstieg  der  anderen  Vertragspartei  aus  dem  Vertrag.  Sie 
verzichtet  auf  ihre  Rechte  aus  dem  Dauerschuldverhältnis  und  erbringt 
damit eine Leistung im Sinn von Art. 7 Abs. 2 Bst. b aMWSTG. In solchen 
Fällen  von  einvernehmlichen  Vertragsauflösungen  stehe  die  soeben 
erwähnte  Praxis  der  ESTV  (E. 2.3.1)  im  Einklang  mit  dem  aMWSTG 
(Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­1558/2006  vom  3.  Dezember 
2009 E.  7.2.2; Entscheide der SRK vom 14.  Juni  2005,  veröffentlicht  in 
VPB  69.126  E.  3b/bb,  d,  vom  9.  November  2005  [SRK  2003­052]  E. 
4c/aa,  dd;  vgl.  auch  die  Kritik  an  dieser  Rechtsprechung  von  JAN OLE 
LUUK,  Mehrwertsteuer  bei  Entschädigungszahlungen,  veröffentlicht  in 
Steuer­Revue [STR] 2007 S. 842 ff.).

2.4. 
2.4.1. Das Entgelt  ist  nicht  nur  Tatbestandsmerkmal  des Steuerobjekts, 
sondern  bildet  auch  die  Bemessungsgrundlage.  Die  Steuer  wird  vom 
Entgelt berechnet. Dazu gehört alles, was der Leistungsempfänger oder 
ein Dritter  für  ihn als Gegenleistung  für  die Leistung aufwendet  (Art.  33 
Abs.  1  und  2  aMWSTG).  Nur  jene  Zuwendungen  des  Abnehmers 
gehören  nicht  zum  steuerbaren  Entgelt,  die  keinen  ursächlichen 
Zusammenhang  mit  der  steuerbaren  Leistung  aufweisen  und  ihren 
Rechtsgrund  in  einem  selbständigen,  von  der  Leistung  unabhängigen 
Leistungsaustauschverhältnis  haben  (statt  vieler:  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts A­6602/2010  vom 11.  Januar  2011 E. 2.2.2, 

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A­2855/2008  vom  4. November  2010  E. 2.8,  A­8794/2007  und  A­
8755/2007 vom 18. Oktober 2010 E. 3.1).

2.4.2.  Ist  das  vom  Empfänger  bezahlte  Entgelt  niedriger  als  das 
vereinbarte  (namentlich  bei  Herabsetzung  durch Skonto,  Preisnachlass, 
Verlust)  oder werden  vereinnahmte Entgelte  zurückerstattet  (namentlich 
bei  Rückerstattung  wegen  Rückgängigmachung  der  Lieferung, 
nachträglich gewährter Rabatte, Rückvergütungen), so kann hiefür in der 
Abrechnung über die Periode, in der die Entgeltsminderung verbucht oder 
die  Rückvergütung  ausgerichtet  wurde,  ein  Abzug  vom  steuerbaren 
Umsatz vorgenommen werden  (Art. 44 Abs. 2 aMWSTG; vgl. Urteil des 
Bundesverwaltungsgerichts  A­1620/2006  vom  22.  Juni  2009  E.  2.2.1). 
Bei der Beantwortung der Frage, ob ein Anwendungsfall von Art. 44 Abs. 
2 aMWSTG vorliegt, ist stets zu prüfen, ob sich das ursprüngliche Entgelt 
tatsächlich ermässigt hat, oder ob die ermässigte Zahlung z.B. aufgrund 
der  Verrechnung mit  einer  Gegenleistung  zustande  gekommen  ist.  Nur 
Minderungen  des  Entgelts,  die  im  direkten  Zusammenhang  mit  der 
ursprünglichen  Leistung  stehen,  stellen  Entgeltsminderungen  im 
besprochenen Sinne dar. Ein Entgelt aufgrund einer neuen Leistung darf 
nie  als  Entgeltsminderung  einer  vorangegangenen  Leistung  (oder  einer 
Gegenleistung)  abgerechnet  werden.  Entscheidend  ist,  dass  die 
Änderung  der  Bemessungsgrundlage  den  ursprünglichen 
Leistungsaustausch  erfasst  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­
1386/2006 vom 3. April 2007 E. 2.4; JEAN­MARC RIVIER/ANNIE ROCHAT, La 
taxe sur la valeur ajoutée, Fribourg 2000, S. 123).

3. 
Ein Leasingvertrag liegt in der Regel dann vor, wenn die Leasinggeberin 
dem  Leasingnehmer  gegen  ein  in  Teilbeträgen  zu  zahlendes  Entgelt 
(Leasingzins)  eine  Sache  (Leasingobjekt)  zur  freien  Nutzung  und 
Verwendung  für  einen  bestimmten  Zeitraum  überlässt,  wobei  der 
Leasingnehmer die Gefahr trägt und für die Erhaltung aufzukommen hat. 
Das  formale  Eigentum  verbleibt  bei  der  Leasinggeberin  (CLAIRE 
HUGUENIN, Obligationenrecht, Besonderer Teil, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 
2008,  Rz. 1379).  Da  der  Vertrag  die  Pflicht  zur  Gebrauchsüberlassung 
(und  zur  Zahlung  der  Leasingraten)  auf  Zeit  beinhaltet,  liegt  ein 
Dauerschuldverhältnis  vor  (JÖRG  SCHMID/HUBERT  STÖCKLI, 
Schweizerisches  Obligationenrecht,  Besonderer  Teil,  Zürich/Basel/Genf 
2010, Rz. 2520).

A­6312/2010

Seite 14

4. 
Im  vorliegenden  Fall  überliess  die  Beschwerdeführerin  bei  den  hier 
relevanten  AL­Verträgen  dem  jeweiligen  Leasingnehmer  ein  Fahrzeug 
zum zeitlich befristeten Gebrauch gegen einen monatlichen Leasingzins 
und  allenfalls  eine  zusätzliche,  einmalige  Sonderzahlung  zu 
Leasingbeginn (vgl. amtl. Akten Nr. 32, Beilage Nr. 20 zur Einsprache mit 
Vertragsbeispielen).  Im  Weiteren  wurden  diese  Leasingverträge 
anschliessend  im  gegenseitigen  Einvernehmen  zwischen  der 
Beschwerdeführerin  und  dem  jeweiligen  Leasingnehmer  vorzeitig 
aufgelöst.  Der  Leasingnehmer  nannte  der  Beschwerdeführerin  in  der 
Regel  einen  Käufer  für  das  Fahrzeug.  In  der  Folge  leistete  die 
Beschwerdeführerin dem Leasingnehmer eine Gutschrift (inkl. MWST) in 
der Höhe der Differenz zwischen dem Verwertungserlös des Fahrzeugs 
und  dessen  Buchwert.  Die  Beschwerdeführerin  reichte  dem 
Bundesverwaltungsgericht mehrere Muster solcher Gutschriften ein  (vgl. 
z.B. Beschwerdebeilage Nr. 35; Gutschrift mit dem Text: "Leasing Nr. […] 
Typ Audi A2 […] Chassis­Nr.  […] Kontr. Schild  […] Vertragslaufzeit vom 
02.10.00 bis 01.10.04 […] obigen Leasingvertrag lösten Sie vorzeitig auf 
[…] Auflösungsdatum 01.02.03  [...] Wir vergüten  Ihnen die Differenz der 
Fahrzeugüberschreibung  an  […]  Fr.  1'442'.25  […]  Mehrwertsteuer 
Fr. 109.60").

Strittig  ist  vorliegend,  ob  die  Beschwerdeführerin  diese Gutschriften  als 
Entgeltsminderungen  im  Sinn  von  Art.  44  Abs.  2  aMWSTG  behandeln 
darf.  Zur  Beantwortung  dieser  Frage  ist  zu  prüfen,  ob  sich  das 
ursprüngliche  Entgelt  für  die  Gebrauchsüberlassung  des  betreffenden 
Leasingfahrzeugs tatsächlich ermässigt hat oder ob ein Entgelt aufgrund 
einer neuen Leistung vorliegt; letzteres dürfte nicht als Entgeltsminderung 
einer  vorangegangenen  Leistung  –  hier  des  Leasingentgelts – 
abgerechnet werden (E. 2.4.2). 

4.1. 
4.1.1.  Aufgrund  des  Leasingvertrages  stand  das  Fahrzeug  dem 
Leasingnehmer  zur  freien  Nutzung  und  Verwendung  zur  Verfügung  (E. 
3).  Durch  die  vorzeitige  Auflösung  verzichtete  er  auf  den  weiteren 
Gebrauch des Fahrzeugs, d.h. auf seine Rechte aus dem Leasingvertrag. 
Diese  vorzeitige  Beendigung  hatte  wirtschaftlich  und  rechtlich  gesehen 
zur  Folge,  dass  die  Beschwerdeführerin  das  Fahrzeug  anderweitig 
verwenden  konnte,  weil  sie  es  dem  Leasingnehmer  nicht  mehr  zum 
Gebrauch überlassen musste. Die Beschwerdeführerin hat denn auch die 
Fahrzeuge in der Regel an die ihr vom Leasingnehmer genannte Person 

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verkauft  oder  sie  hat  es  dieser  aufgrund  eines  neuen  Leasingvertrages 
zur Verfügung gestellt.

Der Leasingvertrag  ist ein zeitlich befristetes Dauerschuldverhältnis  (vgl. 
E. 3). Indem der Leasingnehmer auf die weitere Nutzung des Fahrzeugs 
verzichtet  und  damit  dieses  Dauerschuldverhältnis  vorzeitig  beendet, 
unterlässt  er  eine  Handlung  und  hat  nach  der  in  E.  2.3.2  dargelegten 
Rechtsprechung eine Leistung im Sinn von Art. 7 Abs. 2 Bst. b aMWSTG 
erbracht. 

4.1.2.  Der  von  der  Beschwerdeführerin  dem  Leasingnehmer  bezahlte 
Mehrwert (Differenz zwischen dem Verwertungserlös und dem Buchwert) 
war  Teil  der  Abrede  der  einvernehmlichen  vorzeitigen  Auflösung  des 
Leasingvertrags  (vgl.  dazu  die  expliziten  Ausführungen  in  der 
Beschwerde Rz. 121). Dies  ergibt  sich  bereits  aus  dessen wiederholten 
Bezeichnung als "Auflösungsbetrag" und wird im Übrigen auch durch die 
von  der  Beschwerdeführerin  eingereichten  –  wenn  auch  nachträglich 
erstellten  –  Erklärungen  verschiedener  Leasingnehmer  bestätigt.  In 
diesen  wird  nämlich  u.a.  ausgeführt,  die  Parteien  hätten  sich  über  die 
Bedingungen der Auflösung geeinigt und die Leasinggesellschaft (d.h. die 
Beschwerdeführerin)  habe  dem  Leasingnehmer  den  aufgeführten 
Vertragsauflösungssaldo  ausgerichtet  (vgl.  Beschwerdebeilagen  36  bis 
43). Wie  die  Beschwerdeführerin  in  ihrer  Einsprache  betont,  würde  der 
Leasingnehmer  den  Leasingvertrag  nicht  vorzeitig  beenden,  wenn  ihm 
der Auflösungssaldo nicht bezahlt würde (vgl. Einsprache vom 18. August 
2009,  Ziff.  77).  Die  Beschwerdeführerin  bezahlte  demnach  den 
Auflösungsbetrag,  damit  sie  den  Leasingvertrag  vorzeitig  auflösen 
konnte,  d.h.  keine  Gebrauchsüberlassung  mehr  erbringen  musste  und 
das Fahrzeug weiter verwenden (verkaufen oder neu verleasen) konnte. 
Wie in den erwähnten Erklärungen im Weiteren zu Recht dargelegt wird, 
stehen  die  Gutschriften  alleine  im  Zusammenhang  mit  der  Beendigung 
des  Leasingvertrags.  Entgegen  der  Ansicht  der  Beschwerdeführerin 
bilden  die  Gutschriften  mehrwertsteuerlich  jedoch  keine Minderung  des 
ursprünglichen  Leasingentgelts,  sondern  das  Entgelt  für  eine  neue 
Leistung des jeweiligen Leasingnehmers, nämlich für dessen Verzicht auf 
die Fortführung des Leasingvertrags.

4.1.3. Anzufügen  bleibt,  dass  der  Leasingnehmer  "willentlich"  auf  seine 
Rechte  aus  dem Dauerschuldverhältnis  verzichtet  hat.  Er  hat  sich  zwar 
insoweit  einen  "Schaden"  –  nämlich  die  Unmöglichkeit,  das  Fahrzeug 
weiter  zu  nutzen  –  zufügen  lassen.  Da  er  aber  diesen  "Schaden"  nicht 

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Seite 16

gegen  seinen Willen  erlitten  hat,  muss  ein  echter  Schadenersatz  auch 
deshalb  verneint  werden  (E. 2.2.1),  nachdem  ohnehin  ein  unechter 
Schadenersatz,  mithin  ein  mehrwertsteuerlicher  Leistungsaustausch, 
anzunehmen ist.

4.1.4.  Zusammenfassend  verzichteten  die  Leasingnehmer  auf  die 
Weiterführung  ihrer  Leasingverträge  und  entsprechend  auf  ihre 
Ansprüche  daraus.  Dafür  leistete  die  Beschwerdeführerin  ihnen  eine 
Entschädigung in Form der genannten Gutschrift. Zwischen dem Verzicht 
der  Leasingnehmer  und  der  Entschädigung  der  Beschwerdeführerin  ist 
eine  innere  wirtschaftliche  Verknüpfung  in  der  Form  von  Leistung  und 
Gegenleistung  gegeben  (E.  2.1.2).  Es  liegt  damit  ein 
mehrwertsteuerrechtlich  relevanter  Leistungsaustausch  vor  und  die 
entsprechende  Leistung  des  Leasingnehmers  wäre  grundsätzlich 
steuerbar.  Vorliegend  ist  indessen  zu  berücksichtigen,  dass  die 
Leasingnehmer  wohl  regelmässig  nicht  mehrwertsteuerpflichtige 
Personen sind.

4.2. Nach  dem  Gesagten  sind  zwei  Leistungsaustauschverhältnisse  zu 
unterscheiden:  erstens  das  Leasingverhältnis  (d.h.  die 
Gebrauchsüberlassung  des  Fahrzeugs  gegen  Entgelt  in  Form  der 
Leasingraten und einer allfälligen Sonderzahlung) und zweitens der oben 
aufgezeigte  Verzicht  des  Leasingnehmers  auf  Weiterführung  des 
Leasingvertrags  gegen  die  von  der  Beschwerdeführerin  bezahlte 
Gutschrift. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin mindern diese 
Gutschriften  demnach  nicht  das  Entgelt  für  die  Gebrauchsüberlassung, 
sondern sind die Abgeltung für eine neue Leistung des Leasingnehmers. 
Die  Gutschriften  sind  damit  nicht  als  Entgeltsminderungen  im  Sinn  von 
Art. 44 Abs. 2 aMWSTG zu qualifizieren. Die von der Beschwerdeführerin 
beantragte  Reduzierung  des  Leasingentgelts  im  Umfange  der 
ausgestellten  Gutschriften  würde  einer  unzulässigen  Verrechnung  des 
Entgelts für zwei verschiedene Leistungen entsprechen (vgl. E. 2.4.2).

4.2.1.  Gemäss  Angaben  der  Beschwerdeführerin  kam  es  in  einzelnen 
Fällen  vor,  dass  der  Verwertungserlös  kleiner  war  als  der  Buchwert.  In 
diesen  Fällen  musste  der  Leasingnehmer  der  Beschwerdeführerin  den 
betreffenden  Differenzbetrag  (negativer  Auflösungssaldo)  bezahlen.  Bei 
dieser  Konstellation  leistete  der  Leasingnehmer  einen  Betrag,  um  sich 
aus  dem  Leasingvertrag  frei  zu  kaufen.  Oder  in  den  Worten  der 
Beschwerdeführerin:  "Der  Leasingnehmer  nimmt  die  Zahlung  an  die 
Beschwerdeführerin nur deshalb vor, weil er eine vorzeitige Beendigung 

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des Leasingvertrags erreichen will" (Beschwerde, Rz. 131). Ob in diesem 
Fall ebenfalls ein mehrwertsteuerrechtlich relevanter Leistungsaustausch 
gegeben  ist  (vgl.  zum deutschen Recht: EBERHARD HUSMANN,  in Günter 
Rau/Erich  Dürrwächter  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Umsatzsteuergesetz, 
Köln  1997  ff.,  N. 439  zu  § 1,  wobei  hier  für  den  entsprechenden 
Sachverhalt ein steuerbarer Leistungsaustausch bejaht wird), kann offen 
bleiben,  da  solche  Zahlungen  vorliegend  nicht  Streitgegenstand  sind. 
Offen  bleiben  kann  aus  dem  gleichen  Grund  die  Frage,  wie 
Ausgleichsleistungen  im  Rahmen  ordentlicher  Kündigungen 
mehrwertsteuerrechtlich zu behandeln sind.

4.3.  Es  kann  festgehalten  werden,  dass  die  ESTV  die  Gutschriften  zu 
Recht  nicht  als  Entgeltsminderungen  im  Sinn  von  Art.  44  Abs.  2 
aMWSTG zugelassen hat, wenn auch mit einer anderen Begründung. Die 
ESTV stellt sich auf den Standpunkt, die Gutschriftsbeträge "resultierten 
aus  dem  Rechtsgeschäft  der  Veräusserung  des  entsprechenden 
Fahrzeugs  durch  die  Beschwerdeführerin  (bzw.  aus  der 
Fahrzeugüberführung in ein neues Leasingverhältnis), nicht hingegen aus 
dem  Rechtsgeschäft  des  (vorzeitig  aufgelösten)  Leasingvertrages"  (vgl. 
Vernehmlassung der ESTV vom 11. November 2010 S. 3). Es sei denn 
auch keine Neuberechnung der Leasingraten erfolgt. Aus diesem Grund 
sei  keine  Herabsetzung  des  Leasingentgelts  und  damit  keine 
Entgeltsminderung gegeben.

Richtig  sind  die  Ausführungen  der  ESTV  insoweit,  als  die  Gutschriften 
nicht  in  einem  Leistungsaustauschverhältnis  mit  der  ursprünglichen 
Leistung  der  Beschwerdeführerin,  d.h.  der  Gebrauchsüberlassung 
(Leasing)  des  betreffenden  Fahrzeugs,  stehen.  Entgegen  den 
Ausführungen der ESTV stehen die Gutschriften indessen ebenso wenig 
in  einem  Austauschverhältnis  mit  der  Veräusserung  des  Fahrzeugs, 
sondern  sie  stellen  –  wie  gesehen  –  das  Entgelt  für  den  Verzicht  des 
jeweiligen  Leasingnehmers  auf  Fortführung  seines  Leasingvertrags  dar. 
Die  Verwertung  des  Fahrzeugs  bzw.  der  Verwertungserlös  ist  bloss  für 
die Berechnung der Gutschriftshöhe relevant.

Das  Bundesverwaltungsgericht  nimmt  mit  seiner  Begründung  (E.  4.1) 
eine  Motivsubstitution  vor  (E. 1.3).  Die  Parteien  mussten  jedoch  mit 
dieser  rechtlichen  Würdigung  rechnen,  da  im  vorliegenden  Fall 
unbestrittenermassen die zentrale Frage zu beantworten war, mit welcher 
Leistung die Gutschriften  im Zusammenhang stehen.  Im Weiteren  ist es 
bei  einer  vorzeitigen  Beendigung  eines  befristeten 

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Dauerschuldverhältnisses naheliegend, dass ein Auflösungssaldo gerade 
für  die  "Entlassung"  aus  dem  Vertrag  bzw.  für  den  Verzicht  des 
Vertragspartners  auf  Fortführung  desselben  bezahlt  wird.  Dies  muss 
umso  mehr  gelten,  als  es  bereits  einschlägige  Präjudizien  zu  dieser 
Frage  gibt  (vgl.  E. 2.3.2).  Im  Übrigen  ist  die  Beschwerdeführerin  im 
vorliegenden  Verfahren  durch  einen  Steuerspezialisten  vertreten.  Eine 
vorgängige Anhörung zur Motivsubstitution konnte deshalb unterbleiben.

4.4.  Im  Weiteren  ist  die  zivilrechtliche  Qualifikation  der  fraglichen 
Vereinbarung zur vorzeitigen Beendigung des Leasingvertrags zwischen 
der  Beschwerdeführerin  und  dem  jeweiligen  Leasingnehmer  für  die 
mehrwertsteuerliche  Beurteilung  (namentlich  für  die  Frage  eines 
Leistungsaustausches)  grundsätzlich  nicht  entscheidend  (E.  2.1.2).  Da 
eine wirtschaftliche Betrachtung massgeblich ist, kommt im Übrigen dem 
Umstand keine Relevanz zu, dass die Abrede zur vorzeitigen Beendigung 
– entgegen  den  allgemeinen  Leasingbedingungen  –  nicht  schriftlich 
abgefasst worden ist.

4.5.  Nicht  relevant  ist  im  Übrigen  ebenfalls,  aus  welchem  Grund  der 
Verwertungerlös  grösser  als  der  Buchwert  war  bzw.  wie  sich  die 
betreffende Differenz und damit  die Höhe des Entgelts  für  den Verzicht 
auf die Weiterführung des Leasingvertrags ergeben hat. Es spielt deshalb 
keine  Rolle,  ob  bzw.  in  welchem  Ausmass  die  Differenz  aufgrund  der 
Gewährung  von  "Angestellten"­Rabatten  oder  durch  die  Leistung  von 
Sonderzahlungen zu Leasingbeginn resultierte. Ebenso wenig spielt eine 
Rolle, ob der Leasingnehmer einen Käufer oder allenfalls einen weiteren 
Leasingnehmer nennen musste bzw. genannt hat.

4.6. 
4.6.1. Die Beschwerdeführerin bringt schliesslich vor, bei einer indirekten 
Abrechnung  des  Auflösungssaldos  komme  es  aufgrund  der  Praxis  der 
ESTV  gemäss  Ziff.  6.2.5  der  Branchenbroschüre  Nr.  5, 
Motorfahrzeuggewerbe,  vom Dezember  2007,  gesamthaft  betrachtet  zu 
einer  tieferen  Steuerbelastung.  Bei  der  von  ihr  vorliegend 
vorgenommenen  direkten  Abrechnung  rechne  sie  als  Leasinggeberin 
direkt  mit  dem  Leasingnehmer  über  den  Auflösungssaldo  ab.  Dagegen 
verkaufe  bei  einer  indirekten  Abrechnung  die  Leasinggeberin  das 
Leasingfahrzeug  bei  Beendigung  des  Leasingvertrags  einer  Garage  zu 
einem  bestimmten  Wert.  In  der  Folge  würde  die  Garage  dem 
Leasingnehmer  die Differenz  zwischen  dem Verwertungserlös  und  dem 
Buchwert ausgleichen. Dabei könne die Garage aufgrund der erwähnten 

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Verwaltungspraxis  –  sofern  sie  die  Margenbesteuerung  anwende  –  die 
Gutschrift als Teil des Fahrzeugeinkaufs berücksichtigen. Die direkte und 
die  indirekte  Abrechnung  führten  demnach  zu  unterschiedlichen 
fiskalischen  Ergebnissen.  Dies  verstosse  gegen  die  Neutralität  der 
Steuer,  die  gemäss  Art.  1  Abs.  2  aMWSTG  eines  der  tragenden 
Prinzipien der Mehrwertsteuer darstelle.

4.6.2. Die von der Beschwerdeführerin zitierte Branchenbroschüre Nr. 5, 
a.a.O.,  hält  in  Ziff.  6.2.5  folgendes  fest:  "Insbesondere  beim 
Motorfahrzeugleasing  kommt  es  oft  vor,  dass  allfällige  Mehr­  und 
Minderwerte  dem  Leasingnehmer  nicht  durch  die  Leasinggesellschaft 
gutgeschrieben  bzw.  belastet  werden.  Vielmehr  übernimmt  der 
Motorfahrzeughändler  das  Fahrzeug  von  der  Leasinggesellschaft  zu 
einem  bestimmten  Wert.  Der  Wert,  welchen  die  Leasinggesellschaft  in 
Rechnung  stellt,  ist  bei  ihr  zum  Normalsatz  steuerbar.  Der 
Motorfahrzeughändler  kann  auf  diesem  Wert  grundsätzlich  den 
Vorsteuerabzug  geltend  machen  oder  diesen  Wert  bei  der 
Margenbesteuerung berücksichtigen. Stellt nun der Motorfahrzeughändler 
dem  Leasingnehmer  im  eigenen  Namen  Rechnung  für  einen  allfälligen 
Minderwert, unterliegt dieses Entgelt der MWST zum Normalsatz. Erstellt 
der Motorfahrzeughändler  dem Leasingnehmer eine Gutschrift  für  einen 
allfälligen Mehrwert, handelt es sich um einen Teil des Fahrzeugeinkaufs. 
Der Betrag, welcher dem Leasingnehmer bezahlt wird, darf also bei der 
Margenbesteuerung berücksichtigt werden" (gemäss Fussnote auf S. 23 
der  Branchenbroschüre  handelt  es  sich  um  eine  Praxisänderung  mit 
Wirkung per 1. Januar 2008).

4.6.3. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin kann sie aus einer 
sich  allenfalls  –  aufgrund  der  oben  zitierten  Praxis  der  ESTV – 
ergebenden  unterschiedlichen  steuerlichen  Gesamtbelastung  bei  der 
Zwischenschaltung einer Garage (indirekte Abrechnung), nichts zu  ihren 
Gunsten  ableiten.  Eine  steuerpflichtige  Person  hat  sich  nach  ständiger 
Rechtsprechung  bei  der  von  ihr  vorgenommenen  formellen  Gestaltung 
ihrer Rechtsbeziehungen behaften zu  lassen. Es kann somit keine Rolle 
spielen,  ob  sie  eine  steuerlich  günstigere  Gestaltung  hätte  vornehmen 
können (Urteil des Bundesgerichts 2A.420/2000 vom 11. November 2001 
E. 3c; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A­515/2007 vom 26. März 
2010  E. 2.3,  A­1665/2006  vom  13.  Juli  2009  E. 2.3).  Im  Weiteren 
verkennt  die  Beschwerdeführerin,  dass  sich  die  steuerpflichtige  Person 
nicht unmittelbar auf die Grundsätze von Art. 1 Abs. 2 aMWSTG berufen 
und  aus  diesen  kein  subjektives,  klagbares  Recht  ableiten  kann  (Urteil 

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des  Bundesgerichts  2A.81/2005  vom  7. Februar  2006  E.  6.3; 
CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER,  a.a.O.,  Rz.  81).  Bei  diesem  Resultat 
kann  offen  bleiben,  ob  die  genannte  Verwaltungspraxis  überhaupt 
rechtmässig  ist und – falls dies zu bejahen wäre – auf den vorliegenden 
Fall  der  einvernehmlichen  Auflösung  von  Leasingverhältnissen  in  den 
Jahren 2003 bis 2007 (rückwirkend) anwendbar wäre.

5. 
Die  Beschwerdeführerin  stellt  zudem  den  Verfahrensantrag,  bei  einer 
Veröffentlichung  des  Urteils  sei  eine  vollständige  Anonymisierung 
vorzunehmen. Sie habe ein  legitimes Interesse daran, dass sie und  ihre 
Vertretung  bei  einer  Veröffentlichung  –  in  welcher  Form  auch  immer – 
weder  erwähnt  würden  noch,  dass  aus  Formulierungen  im  Urteil 
irgendwelche Rückschlüsse auf sie gemacht werden könnten.

5.1. 
5.1.1. Das Bundesverwaltungsgericht  hat  am 21. Februar  2008 gestützt 
auf  Art.  16  Abs.  1  Bst.  a  VGG  das  Informationsreglement  für  das 
Bundesverwaltungsgericht  (Informationsreglement,  SR  173.320.4) 
erlassen.  Dieses  unterscheidet  zwischen  dem  Verkünden  und  dem 
Veröffentlichen von Entscheiden. Gemäss Art. 42 VGG und Art. 4 Abs. 1 
des  Informationsreglements  («Verkünden  von  Entscheiden»)  legt  das 
Bundesverwaltungsgericht  alle  Entscheide  im  Dispositiv  mit  Rubrum 
während  30  Tagen  nach  deren  Eröffnung  und  nach  Ablauf  der 
Sperrfristen  öffentlich  auf.  Die  Auflage  erfolgt  grundsätzlich  in  nicht 
anonymisierter Form. Art. 4 Abs. 2 des Informationsreglements sieht eine 
Ausnahme vor  für Fälle,  in denen eine Anonymisierung zum Schutz der 
Persönlichkeit oder anderer privater oder öffentlicher Interessen geboten 
ist. Da das in Art. 74 Abs. 1 MWSTG festgehaltene Geheimhaltungsgebot 
den Bestimmungen des Informationsreglements ohnehin vorgeht, werden 
Urteile  auf  dem  Gebiet  des  Mehrwertsteuerrechts  anonymisiert 
verkündet.

5.1.2.  Gleichzeitig  veröffentlicht  das  Bundesverwaltungsgericht  gemäss 
Art. 5  des  Informationsreglements  («Veröffentlichung  von Entscheiden») 
seine Entscheide sowohl in einer elektronischen Entscheiddatenbank wie 
auch  (zum  Teil)  in  einer  amtlichen  Entscheidsammlung.  In  der 
elektronischen  Entscheiddatenbank  werden  die  materiellen  Entscheide 
des  Bundesverwaltungsgerichts  veröffentlicht  und  zwar  grundsätzlich 
ungekürzt  (Art.  6  Abs. 1  und  3  des  Informationsreglements),  aber 
anonymisiert  (Art. 8  Abs.  1  des  Informationsreglements).  Die 

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Veröffentlichung der Namen der Parteien ist insbesondere dann zulässig, 
wenn  sie  bereits  bekannt  sind,  offensichtlich  keine  schutzwürdigen 
Interessen  berührt  werden  oder  die  Parteien  mit  der  Bekanntgabe 
einverstanden  sind  (Art.  8  Abs.  2  des  Informationsreglements).  In 
Angelegenheiten  des  Mehrwertsteuerrechts  erfolgt  die  Veröffentlichung 
anonymisiert,  weil  das  Bundesverwaltungsgericht  –  wie  oben  (E.  5.1.1) 
erwähnt  –  dem  Geheimhaltungsgebot  gemäss  Art. 74  Abs.  1  MWSTG 
untersteht  (vgl.  zum  Ganzen:  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­
7712/2009 vom 21. Februar 2011 E. 2.1).

5.2. Aufgrund  des Geheimhaltungsgebots  nach Art.  74 Abs.  1 MWSTG 
hat  das  Bundesverwaltungsgericht  in  Mehrwertsteuerfällen  die 
Verkündung  und  Veröffentlichung  ihrer  Entscheide  ohnehin  in 
anonymisierter Form vorzunehmen. Der entsprechende Verfahrensantrag 
der Beschwerdeführerin ist somit gegenstandslos.

6. 
Nach  dem  Gesagten  ist  die  Beschwerde  abzuweisen,  soweit  darauf 
eingetreten  wird  und  sie  sich  nicht  als  gegenstandslos  erweist. 
Ausgangsgemäss  sind  die  Verfahrenskosten,  die  auf  Fr.  3'500.­­ 
festgelegt werden (Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 
SR 173.320.2]),  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1 
VwVG)  und  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  in  gleicher  Höhe  zu 
verrechnen.  Eine  Parteientschädigung  an  die  Beschwerdeführerin  ist 
nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG a contrario).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird und sie 
sich nicht als gegenstandslos erweist.

2. 
Die  Gerichtskosten  von  Fr.  3'500.­­  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt  und  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  in  gleicher  Höhe 
verrechnet.

3. 
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

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4. 
Dieses Urteil geht an:

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
– die Vorinstanz (Ref­Nr. …; Gerichtsurkunde)

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Salome Zimmermann Jürg Steiger

Rechtsmittelbelehrung:
Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen 
Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des 
Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 
deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu 
enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 
sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).

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