# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dc3c3ef9-f551-5bf1-a481-2068f6832daf
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-06-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.06.2009 C-1516/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1516-2009_2009-06-24.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-1516/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 4 .  J u n i  2 0 0 9

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 
Richterin Marianne Teuscher, Richterin Ruth Beutler, 
Gerichtsschreiber Lorenz Noli.

M_______ und S_______, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Visum zu Besuchszwecken.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-1516/2009

Sachverhalt:

A.
Der  1989  geborene  pakistanische  Staatsangehörige  J_______ 
(nachfolgend  Gesuchsteller)  beantragte  am  18. Dezember 2008  bei 
der Schweizer Botschaft  in Islamabad die Erteilung eines Visums für 
einen zweimonatigen Aufenthalt. Als Zweck der beabsichtigten Reise 
gab er  an,  seinen Grossvater begleiten und betreuen zu wollen, der 
krank sei und für medizinische Abklärungen in die Schweiz reise. Als 
Gastgeber  in  der  Schweiz  vermerkte  er  auf  dem  Formular  die  Be-
schwerdeführer, bei denen es sich um seinen Onkel und dessen Ehe-
frau handle. 

Die Schweizer Vertretung weigerte sich, in eigener Kompetenz ein Vi-
sum zu erteilen und überwies das Gesuch der Vorinstanz zum förmli-
chen Entscheid.

B.
Zum Gesuch begrüsst,  holte  das  Migrationsamt des  Kantons Zürich 
bei den Gastgebern weitere Auskünfte ein und leitete diese an die Vor-
instanz weiter.

C.
In  einer  Verfügung  vom 27. Februar 2009  lehnte  es  auch  die  Vorin-
stanz ab, das beantragte Visum zu erteilen. Sie begründete ihre Wei-
gerung im Wesentlichen damit, dass die anstandslose und fristgerech-
te Wiederausreise nach einem Besuchsaufenthalt  nicht  als  gesichert 
betrachtet werden könnte. Der Gesuchsteller lebe in einer Region, aus 
der insbesondere wegen der dort  herrschenden wirtschaftlichen Ver-
hältnisse ein anhaltend starker Zuwanderungsdruck festzustellen sei. 
Die Erfahrung habe gezeigt,  dass vor allem jüngere Personen emig-
rierten, in der Hoffnung, sich im Ausland eine bessere Zukunft aufbau-
en zu können. In den familiären und beruflichen Verhältnissen des Ge-
suchstellers seien keine Umstände im Sinne besonderer Verpflichtun-
gen  zu  erkennen,  die  wiederum  die  generellen  Risiken  verringern 
könnten.

D.
Mit Beschwerde vom 9. März 2009 gelangten die Gastgeber dagegen 
an das Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragen darin sinngemäss, 
die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben und das Visum sei zu er-

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teilen. Zur Begründung rügen sie im Wesentlichen, die Vorinstanz sei 
zu Unrecht davon ausgegangen, dass die fristgerechte Wiederausreise 
aus der Schweiz nicht gewährleistet wäre. 

E.
Die Vorinstanz schliesst  in  ihrer  Vernehmlassung vom 29. April 2009 
auf Abweisung der Beschwerde.

F.
In einer Replik vom 14. Juni 2009 halten die Beschwerdeführer an ih-
rem Rechtsbegehren und dessen Begründung fest.

G.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen u.a. Verfügungen des BFM, mit denen die Ausstellung eines Ein-
reisevisums verweigert  wird. In  dieser  Materie  entscheidet  das  Bun-
desverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Die Beschwerdeführer sind gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be-
schwerde berechtigt. Auf  die  frist-  und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 

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Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist  daher – wie andere Staaten 
auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern 
die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtun-
gen handelt  es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Bot-
schaft  zum  Bundesgesetz  über  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).

4.
4.1 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz ein für den Grenzübertritt anerkanntes Ausweispapier und ein 
Visum, sofern dieses erforderlich ist (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. a des Bun-
desgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20], Art. 1 ff. der Verordnung vom 22. Oktober 
2008 über die Einreise und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204]). Ist 
nur ein vorübergehender Aufenthalt vorgesehen, müssen Ausländerin-
nen und Ausländer Gewähr für die gesicherte Wiederausreise bieten 
(vgl. Art. 5 Abs. 2 AuG). 

4.2 Bezüglich  der  Einreisevoraussetzungen  für  einen  Aufenthalt  von 
höchstens drei Monaten verweist Art. 2 Abs. 1 VEV auf die Verordnung 
(EG) Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 
15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten 
der  Grenzen  durch  Personen  (Schengener  Grenzkodex  [SGK,  ABl. 
L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32]). Art. 5 Abs. 1 SGK präzisiert die Ein-
reisevoraussetzungen  für  Drittstaatsangehörige. Diese  benötigen  zur 
Einreise ein oder mehrere gültige Reisedokumente und – sofern  sie 

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der Visumspflicht unterliegen – ein gültiges Visum (Bst. a und b). Sie 
müssen den Zweck und die Umstände ihres beabsichtigten Aufenthalts 
belegen  und  hierfür  über  ausreichende  finanzielle  Mittel  verfügen 
(Bst. c). Im Weiteren dürfen sie nicht im Schengener Informationssys-
tem  (SIS)  zur  Einreiseverweigerung  ausgeschrieben  sein  und  keine 
Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentli-
che Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitglied-
staats darstellen (Bst. d und e).

4.3 Die  Einreisevoraussetzungen  gemäss  Schengener  Grenzkodex 
entsprechen  im  Wesentlichen  Art. 5  Abs. 1  Bst. a  –  d  AuG.  Das  in 
Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK genannte Erfordernis, Zweck und Umstände 
des geplanten Aufenthalts zu belegen, wird in Art. 5 Abs. 1 AuG nicht 
explizit  erwähnt.  Demgegenüber  verlangt  Art. 5  Abs. 2  AuG (wie  er-
wähnt),  dass im Falle eines nur vorübergehenden Aufenthalts für die 
gesicherte  Wiederausreise  Gewähr  zu  bieten  ist.  Dies  stellt  jedoch 
kein zusätzliches im nationalen Recht verankertes Erfordernis dar und 
steht  daher nicht  im Widerspruch zum Schengener  Grenzkodex. Die 
Angabe  des  vorübergehenden  Aufenthaltszwecks  stellt  nämlich  zu-
gleich eine Absichtserklärung dar, nach Erfüllung dieses Zwecks wie-
der ausreisen zu wollen. Erfolgen widersprüchliche oder unglaubwürdi-
ge Angaben zum Aufenthaltszweck, so kann daraus der Schluss gezo-
gen werden,  dass der  jeweilige Gesuchsteller  nicht  willens ist,  nach 
Ablauf  des geplanten Aufenthalts  den Schengenraum fristgerecht  zu 
verlassen. In diesem Sinne äussert sich auch die Gemeinsame Konsu-
larische Instruktion an die diplomatischen Missionen und die konsulari-
schen Vertretungen,  die  von Berufskonsularbeamten geleitet  werden 
(GKI, ABl. C 326 vom 22.12.2005, S. 1-149), die eine analoge Ausle-
gung vornimmt. Die GKI verlangt hinsichtlich des Entscheids über den 
Visumsantrag die Einschätzung des Migrationsrisikos; es muss geprüft 
werden, "ob der Antragsteller die Absicht hat, in das Hoheitsgebiet der 
Mitgliedstaaten mit Hilfe eines zu Touristik-, Studien-, Geschäfts- bzw. 
zu Familienbesuchszwecken ausgestellten Visums einzuwandern und 
sich dort niederzulassen" (vgl. ABl. C 326, S. 10). Die laut Art. 5 Abs. 2 
SGK zur Glaubhaftmachung des Aufenthaltszwecks in Frage kommen-
den Belege werden beispielhaft in Anhang I des Schengener Grenzko-
dex aufgelistet.

4.4 Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  ist  somit  festzuhalten, 
dass die nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK erforderliche Überprüfung des 
Aufenthaltszwecks dieselbe Fragestellung aufwirft wie die Überprüfung 

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des in Art. 5 Abs. 2 AuG genannten Merkmals der gesicherten Wieder-
ausreise  (vgl.  anstelle  vieler:  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
C-5672/2008 vom 10. Juni 2009, E. 5.3).

5.
Das Schengen-Recht nimmt eine Differenzierung in Bezug auf die Vi-
sumspflicht  von  Drittstaatsangehörigen  vor.  Die  Verordnung  (EG) 
Nr. 539/2001  des  Rates  vom  15. März  2001  (ABl.  L 81  vom 
21.03.2001, S. 1-7) verweist in Art. 1 Abs. 1 und 2 auf die Anhänge I 
und  II,  welche  jeweils  eine  Liste  von  Drittländern  enthalten.  In  An-
hang I sind diejenigen Drittstaaten aufgelistet, deren Staatsangehörige 
beim Überschreiten der Aussengrenzen der Schengen-Mitgliedstaaten 
im Besitz eines Visums sein müssen; Anhang II dagegen führt diejeni-
gen Drittländer auf, deren Staatsangehörige von der Visumspflicht be-
freit sind. Aufgrund seiner Staatsangehörigkeit unterliegt der Gesuch-
steller der Visumspflicht. 

6.
6.1 Die Vorinstanz stellt sich auf den Standpunkt, es bestehe nicht ge-
nügend Gewähr für eine anstandslose und fristgerechte Wiederausrei-
se des Gesuchstellers. Er komme aus einer Region, aus der viele, vor 
allem jüngere  Leute  insbesondere  aus  wirtschaftlichen  Gründen  ab-
wanderten und weise selbst weder im familiären noch im beruflichen 
Bereich besondere Verpflichtungen auf, die ihn daran hindern könnten, 
selbst auch eine Emigration in Erwägung zu ziehen. 

6.2 Die Beschwerdeführer wenden dagegen ein, die angestrebte Ein-
reise  diene  einem  besonderen  Zweck.  Es  gelte,  den  Vater  bzw. 
Schweigervater auf dessen Reise in die Schweiz durch den Neffen be-
gleiten zu lassen. Denn der Vater bzw. Schwiegervater sei krank und 
sollte zu medizinischen Abklärungen in die Schweiz kommen. Ein ent-
sprechendes Visum sei  erteilt  worden,  man habe es aber ungenutzt 
verfallen lassen, weil man nicht wolle, dass er alleine reise. Die Reise 
werde voraussichtlich nur etwa einen Monat dauern. Im übrigen treffe 
nicht zu, dass der Gesuchsteller in seinem Heimatland keine Verpflich-
tungen habe. In der pakistanischen Kultur seien Söhne ihren Eltern ge-
genüber  ganz  allgemein  stark  verpflichtet.  Der  Gesuchsteller  helfe 
(nebst der beruflichen Weiterbildung, die er betreibe) seinem Vater tat-
kräftig in dessen Lebensmittelgeschäft. 

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7.
7.1 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten Wie-
derausreise erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. 
Dazu lassen sich in der Regel keine verbindlichen Feststellungen, son-
dern lediglich Prognosen machen. Dabei rechtfertigt es sich, Einreise-
gesuchen von Personen aus Staaten mit  politisch oder wirtschaftlich 
vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen mit einer gewissen Zurück-
haltung  zu  begegnen,  da  die  persönliche  Interessenlage  in  solchen 
Fällen häufig nicht  mit  dem Ziel  und Zweck einer zeitlich befristeten 
Einreisebewilligung in Einklang steht.

7.2 Die  pakistanische Wirtschaft  konnte  in  den  vergangenen Jahren 
zwar  hohe  reale  Wachstumsraten  aufweisen.  Dieser  positive  Trend 
kam im letzten Jahr aber zu einem schnellen Ende. Nach einem Wirt-
schaftswachstum von 7% im Haushaltsjahr 2006/2007 ist die pakista-
nische Wirtschaft  im Haushaltsjahr 2007/2008 lediglich um 5,7% ge-
wachsen.  Für  das  Jahr  2008/2009  prognostiziert  der  Internationale 
Währungsfonds lediglich ein Wachstum von 2,5%. Die pakistanischen 
Devisenreserven  sanken  im  Jahr  2008  rapide  ab.  Im  Herbst  2008 
schloss Pakistan mit  dem IWF eine Übereinkunft  über ein Stand-by-
Agreement in der Höhe von 7.6 Mrd. USD. Eine Zahlungsbilanzkrise 
konnte so verhindert  werden, nachdem angesichts eines stark wach-
senden Handelsbilanzdefizits Pakistan kurz davor stand, seine Importe 
nicht mehr bezahlen zu können. Angesichts der politischen Instabilität, 
der angespannten Sicherheitslage und der andauernden Energiekrise 
der vergangenen Monate hat sich das Wirtschaftsklima deutlich abge-
kühlt. Die weitgehend feudalistisch strukturierte Landwirtschaft Pakis-
tans ist mit rund 22% Beitrag zum Bruttoinlandprodukt immer noch ein 
wichtiger Sektor der pakistanischen Volkswirtschaft. In ihm sind 45% 
der  arbeitsfähigen Menschen beschäftigt;  insgesamt  60% der  ländli-
chen Bevölkerung hängen direkt oder indirekt vom landwirtschaftlichen 
Sektor ab. Im internationalen Vergleich fällt  Pakistan nach wie vor in 
die  Kategorie  der  Länder  mit  niedrigen  Einkommen  (Quelle: 
http://www.auswaertiges-amt.de,  Stand:  April  2009,  besucht  am 
16. Juni 2009). Aufgrund der geschilderten Rahmenbedingungen sind 
breite Bevölkerungsschichten von vergleichsweise schwierigen ökono-
mischen  und  sozialen  Lebensbedingungen  betroffen.  Entsprechend 
hoch ist daher auch der Anteil jener, die versuchen, ins Ausland zu ge-
langen, um sich unter günstigeren Lebensbedingungen eine bessere 
Existenz aufbauen zu können. Der Trend zeigt sich erfahrungsgemäss 
besonders stark bei jüngeren und ungebundenen Personen, die durch 

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die  Anwesenheit  von  Verwandten  oder  Bekannten  bereits  über  ein 
minimales soziales Beziehungsnetz im Ausland verfügen. Im Falle der 
Schweiz  führt  dies  angesichts  der  restriktiven  Zulassungsregelung 
nicht selten zur Umgehung ausländerrechtlicher Bestimmungen.

8.
8.1 Bei  der  Risikoanalyse  betreffend  die  gesicherte  Wiederausreise 
sind  aber  nicht  nur  solch  allgemeine  Umstände  zu  berücksichtigen, 
sondern sämtliche Gesichtspunkte des konkreten Einzelfalles. Obliegt 
einer Person im Heimatstaat beispielsweise eine besondere berufliche, 
gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung,  kann dieser Umstand 
die Prognose durchaus begünstigen. Umgekehrt  muss bei Personen, 
die in ihrem Heimatland keine besonderen Verpflichtungen haben, das 
Risiko, dass sie sich nach einer bewilligten Einreise nicht  an die ur-
sprünglich  deklarierten  Absichten  halten  könnten,  als  hoch  einge-
schätzt werden.

8.2 Beim Gesuchsteller handelt es sich um einen 20-jährigen, unver-
heirateten und kinderlosen Mann. Er wohnt in der Stadt Sialkot in der 
Provinz Punjab. Seine Eltern, seine Geschwister und sein Grossvater 
leben ebenfalls in Pakistan. Der Gesuchsteller hat mit andern Worten 
noch keine eigene Familie  gegründet. Besondere  familiäre  Verpflich-
tungen sind auch sonst keine ersichtlich. Dass Söhne in Pakistan ihren 
Eltern gegenüber kulturell  gesehen besonders verpflichtet  seien und 
der  Gesuchsteller  seinem  Vater  in  dessen  Lebensmittelgeschäft 
aushelfe, lässt nicht schon auf Umstände schliessen, die eine allfällige 
Emigration mit grosser Wahrscheinlichkeit ausschliessen könnten. 

Bezüglich seiner beruflichen Aktivitäten gab der Gesuchsteller anläss-
lich seines Visumantrags am 18. Dezember 2008 an, er sei Student an 
der  Gout  High  School  in  Sialkot.  Einen  allfälligen  Arbeitgeber,  nach 
dem in  der  gleichen  Rubrik  des  Formulars  ebenfalls  gefragt  wurde, 
verzeichnete der Gesuchsteller nicht. Die Beschwerdeführer vermerk-
ten in ihrer schriftlichen Eingabe vom 29. Januar 2009 an das kantona-
le Migrationsamt ausdrücklich, ihr Gast gehe noch keiner beruflichen 
Tätigkeit  nach,  er  besuche  Weiterbildungskurse.  Selbst  in  der  Be-
schwerde war noch die Rede davon, der Gesuchsteller betreibe eine 
Weiterbildung.  In  einem gewissen  Widerspruch  dazu  könnte  die  mit 
der Replik eingereichte Erklärung gesehen werden, mit der eine Firma 
"_______" bestätigt, dass der Gesuchsteller seit rund zwei Jahren als 
"Assistant  Operation  Manager"  tätig  sei  und  für  seine  Reise  in  die 

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Schweiz einen vierwöchigen bezahlten Urlaub erhalte. Nach Darstel-
lung  der  Beschwerdeführer  in  ihrer  Replik  soll  der  Gesuchsteller  in 
besagter  Firma  zuerst  als  Praktikant  tätig  gewesen  sein  und 
inzwischen eine Anstellung erhalten haben. Trifft  dies zu und erweist 
sich die Bestätigung des Arbeitgebers entsprechend ungenau, so kann 
dennoch nicht von gefestigten beruflichen Verhältnissen ausgegangen 
werden.  Dies  umso  weniger,  als  über  die  Anstellungsbedingungen 
nichts weiter bekannt ist. 

8.3 Besondere Gewähr für  eine anstandslose und fristgerechte Wie-
derausreise ist  schliesslich auch nicht darin zu sehen, dass der Ge-
suchsteller auf seiner Reise erklärtermassen seinen Grossvater (den 
Vater bzw. Schwiegervater der Beschwerdeführer) begleiten soll. Dass 
der Vater bzw. Schwiegervater nicht alleine in die Schweiz und zurück 
reisen soll,  entspricht offensichtlich nicht einer zwingenden medizini-
schen  Vorgabe,  sondern  vielmehr  dem  erklärten  Wunsch  der  Be-
schwerdeführer, die noch in ihrer Replik erklären, er sei nicht mehr bei 
bester Gesundheit und es sei ihnen momentan lieber, wenn er nicht al-
leine reise. Dass sich Hin- bzw. Rückreise nicht auch anders organisie-
ren lassen, wird zu Recht nicht geltend gemacht.

9.
Vor dem aufgezeigten allgemeinen und persönlichen Hintergrund durf-
te die Vorinstanz demnach davon ausgehen, dass keine hinreichende 
Gewähr  für  eine  fristgerechte  und anstandslose Wiederausreise  des 
Gesuchstellers nach einem Besuchsaufenthalt bestehe. An dieser Be-
urteilung  vermögen  auch  die  Zusicherungen  der  Beschwerdeführer 
nichts  zu  ändern.  Zwar  besteht  kein  Anlass,  an  ihrer  Integrität  als 
Gastgeber zu zweifeln. Ganz generell gilt aber festzustellen, dass bei 
der Abwägung des Risikos einer nicht  fristgerechten Wiederausreise 
nicht  so sehr  die  Haltung eines Gastgebers,  sondern  in  erster  Linie 
das  mögliche  Verhalten  des  Gastes  selbst  von  Bedeutung  ist.  Nur 
Letzterer  ist  in  der  Lage,  hinreichend  Gewähr  für  eine  fristgerechte 
und anstandslose Wiederausreise zu bieten. Gastgeber können zwar 
für gewisse finanzielle Risiken Garantie leisten, nicht aber – mangels 
rechtlicher und faktischer Durchsetzbarkeit  – für ein bestimmtes Ver-
halten des Gastes. Daran kann auch die bei Gastgebern regelmässig 
eingeholte Erklärung betr. Wiederausreise ihres Gastes nichts ändern 
(vgl.  anstelle  vieler:  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C-2405/ 
2008 vom 18. März 2009 E. 10 mit Hinweisen). 

Seite 9

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10.
Gestützt  auf  die bisherigen Erwägungen kann nicht  als  rechtsfehler-
haft betrachtet werden, wenn die Vorinstanz gestützt auf die bestehen-
de Aktenlage von einer nur ungenügenden Gewähr für die fristgerech-
te und anstandslose Wiederausreise des Gesuchstellers ausgegangen 
ist  und die  Erteilung eines  Visums abgelehnt  hat. Die  angefochtene 
Verfügung erweist sich somit als rechtmässig (Art. 49 VwVG) und die 
dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

11.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerde-
führern aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 und Art. 3 
Bst. b des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [SR 173.320.2]). 

(Dispositiv Seite 11)

Seite 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  den  Beschwerdeführern 
auferlegt. Sie werden mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-
schuss verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Dossier ZEMIS [...] retour)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Andreas Trommer Lorenz Noli

Seite 11