# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 19d460dd-0438-58d1-a54f-4fb6c8d602dc
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-07-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.07.2014 100 2013 194
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2013-194_2014-07-08.pdf

## Full Text

100.2013.194U
DAM/COZ/LIR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. Juli 2014

Verwaltungsrichter Burkhard, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichter Daum, Verwaltungsrichter Müller
Gerichtsschreiberin Conrad

A.________
vertreten durch Fürsprecherin …
Beschwerdeführerin

gegen

B.________
Beschwerdegegner 1

Einwohnergemeinde Bern
vertreten durch das Bauinspektorat, Bundesgasse 38, Postfach, 3001 Bern 
Beschwerdegegnerin 2

und

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern
Reiterstrasse 11, 3011 Bern

betreffend nachträgliche Baubewilligung; Umbau Wohnungen mit Versatz der Küchen; 
Abführung der Küchenabluft (Entscheid der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des 
Kantons Bern vom 7. Mai 2013; RA Nr. 110/2013/256)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.07.2014, Nr. 100.2013.194U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

B.________ ist Eigentümer der Liegenschaft Bern 3 Gbbl. Nr. 1________ am ...weg 73 
in Bern, die sich in der Wohnzone befindet. Am 14. Dezember 2011 reichte er bei der 
Einwohnergemeinde (EG) Bern ein nachträgliches Baugesuch ein für die Renovation 
des Mehrfamilienhauses mit Versatz der Küchen im Erdgeschoss und im 
2. Obergeschoss (OG) und mit Ersatz sanitärer Leitungen an bestehender Lage. 
Gegen das Vorhaben erhob A.________, Eigentümerin und Bewohnerin der 
Nachbarliegenschaft Bern 3 Gbbl. Nr. 2________ am ...weg 71, Einsprache. Mit 
Verfügung vom 30. Januar 2013 erteilte die EG Bern unter Bedingung und Auflagen 
die nachträgliche kleine Baubewilligung und wies die Einsprache ab.

B.

Dagegen erhob A.________ am 21. Februar 2013 Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- 
und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE). Mit Entscheid vom 7. Mai 2013 wies die 
BVE die Beschwerde ab, soweit sie darauf eintrat.

C.

Gegen diesen Entscheid hat A.________ am 12. Juni 2013 Verwal-
tungsgerichtsbeschwerde erhoben. Sie stellt folgende Rechtsbegehren:

«1. Der Entscheid der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern vom 
7. Mai 2013 sei aufzuheben und die kleine Baubewilligung vom 30. Januar 2013 
sei mit der Auflage zu ergänzen, die Küchenabluft im EG und im 2. OG am 
...weg 73 über das Dach abzuführen. 

2. Eventualiter:
Der Entscheid der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern vom 
7. Mai 2013 sei aufzuheben und die Sache sei zur Neubeurteilung an die 
Baubewilligungsbehörde der Stadt Bern zurückzuweisen.

3. Subeventualiter:
Der Entscheid der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern vom 
7. Mai 2013 sei aufzuheben und die Sache sei zur Neubeurteilung an die 
Vorinstanz zurückzuweisen.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -»

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.07.2014, Nr. 100.2013.194U, Seite 3

B.________ und die EG Bern beantragen mit Beschwerdeantworten vom 26. Juni bzw. 
15. Juli 2013 sinngemäss die Abweisung der Beschwerde. Die BVE schliesst mit 
Vernehmlassung vom 11. Juli 2013 auf Abweisung des Rechtsmittels.

Der Instruktionsrichter hat in der Folge beim Amt für Berner Wirtschaft (beco) 
Amtsberichte und bei der EG Bern sowie bei B.________ Stellungnahmen eingeholt. 
Die Parteien haben Schlussbemerkungen eingereicht und an ihren Rechtsbegehren 
festgehalten. Die BVE hat auf weitere Ausführungen verzichtet, aber ebenfalls an den 
gestellten Anträgen festgehalten.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale 
Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 
über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig. 

1.2 Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist 
als Nachbarin durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat 
grundsätzlich ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung 
(Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 40 Abs. 5 und 2 i.V.m. Art. 35 Abs. 2 Bst. a des 
Baugesetzes vom 9. Juni 1985 [BauG; BSG 721.0]). Ein schutzwürdiges 
Anfechtungsinteresse vermag allerdings nur eine Person darzutun, die ein aktuelles 
Interesse an der Behandlung eines Rechtsmittels hat und für die ein günstiger 
Entscheid von praktischem Nutzen wäre (BVR 2013 S. 343 E. 4.1, 2012 S. 225 E. 3.1; 
Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 79 N. 8 
sowie Art. 65 N. 9 und 26). – Soweit die Beschwerdeführerin beantragt, die 
nachträgliche Baubewilligung sei mit der Auflage zu ergänzen, die Abluft aus der 
Küche im 2. OG der Liegenschaft ...weg 73 sei über das Dach abzuführen, fehlt es ihr 
am aktuellen und praktischen Interesse, da die beantragte Auflage – wie das 
Beweisverfahren vor dem Verwaltungsgericht ergeben hat – bereits erfüllt ist 
(Schreiben vom 16.10.2013, act. 14; Stellungnahme vom 27.8.2013, act. 8, Frage 2b).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.07.2014, Nr. 100.2013.194U, Seite 4

1.3 Unter Vorbehalt des soeben Ausgeführten ist auf die form- und fristgerecht 
eingereichte Beschwerde einzutreten.

1.4 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).

2.

Vor der Sanierung der Liegenschaft ...weg 73 befanden sich alle Küchen auf der 
nördlichen Seite des Gebäudes. Anlässlich des Umbaus liess der Beschwerdegegner 1 
unter anderem die hier interessierende Küche im Erdgeschoss auf die 
gegenüberliegende Seite zum Garten hin versetzen. Die Abluft aus der Küche wird 
dabei horizontal aus der Fassade geführt (Stellungnahme vom 27.8.2013, act. 8, Frage 
2b; Aufnahme vom 24.9.2013, act. 11A). Die in der unmittelbar westlich angrenzenden 
Nachbarliegenschaft ...weg 71 im 2. OG wohnende Beschwerdeführerin macht geltend, 
sie werde durch die Geruchsimmissionen gestört. Sie beruft sich damit auf den 
umweltrechtlichen Immissionsschutz. Nicht mehr Thema vor Verwaltungsgericht ist 
hingegen der baurechtliche Immissionsschutz nach Art. 24 BauG. 

3.

Das Umweltschutzgesetz soll unter anderem Menschen gegen schädliche oder lästige 
Einwirkungen schützen (Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 7. Oktober 1983 über 
den Umweltschutz [USG; SR 814.01]). Zu diesen Einwirkungen gehören 
Luftverunreinigungen. Dabei handelt es sich um Veränderungen des natürlichen 
Zustands der Luft, namentlich durch Geruch (Art. 7 Abs. 3 USG). Wie andere 
Einwirkungen werden Luftverunreinigungen durch Massnahmen bei der Quelle 
begrenzt (Emissionsbegrenzungen; Art. 11 Abs. 1 USG). Nach Art. 11 Abs. 2 USG sind 
in einer ersten Stufe Emissionen im Rahmen der Vorsorge unabhängig von der 
bestehenden Umweltbelastung so weit zu begrenzen, als dies technisch und be-
trieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist (vgl. auch Art. 4 Abs. 1 der Luftreinhalte-
Verordnung vom 16. Dezember 1985 [LRV; SR 814.318.142.1]). Wenn feststeht oder 
zu erwarten ist, dass die Einwirkungen unter Berücksichtigung der bestehenden 
Umweltbelastung schädlich oder lästig werden, sind die Emissionsbegrenzungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.07.2014, Nr. 100.2013.194U, Seite 5

gemäss Art. 11 Abs. 3 USG in einer zweiten Stufe zu verschärfen. Der Abgrenzung 
zwischen nicht übermässigen und übermässigen (d.h. schädlichen bzw. lästigen) 
Einwirkungen und damit zwischen den beiden Stufen des zweistufigen Schutzkonzepts 
dienen die Immissionsgrenzwerte (IGW; Art. 13 Abs. 1 USG; BGE 126 II 480 E. 3a; 
Heribert Rausch, in Walter Haller [Hrsg.], Umweltrecht, 2004, N. 187; Schrade/Loretan, 
in Kommentar USG, 1998, Art. 11 N. 37, Art. 13 N. 1). Auch die LRV unterscheidet die 
vorsorgliche Emissionsbegrenzung der ersten Stufe (Art. 3 und 4 sowie Art. 7 LRV) von 
den verschärften Emissionsbegrenzungen der zweiten Stufe (Art. 5 und 9 LRV; zum 
Ganzen BVR 2006 S. 335 E. 5.2 und 5.3). 

4.

Zu prüfen ist zunächst, ob die Küchenabluft eine übermässige Geruchsimmission 
darstellt, die zur Anordnung verschärfter Emissionsbegrenzungen führt.

4.1 Die BVE hat die Haltung der Gemeinde bestätigt, wonach Gerüche aus einer 
Haushaltsküche in Mehrfamilienhäusern und zusammengebauter Bauweise zu 
tolerieren seien; dies im Gegensatz zur Küchenabluft aus einem Restaurant oder einer 
anderen gewerblichen Küche, bei der die Immissionen als übermässig gelten würden 
(angefochtener Entscheid, E. 3b). – Die Beschwerdeführerin bringt dagegen vor, sie 
empfinde die Gerüche als störend und lästig. Die Vorinstanz hätte bei ihrer Beurteilung 
die konkreten baulichen Gegebenheiten stärker berücksichtigen sollen. Insbesondere 
sei mit der ursprünglichen Ausrichtung der Küchen auf einer Seite der Liegenschaft 
eine Immissionsbegrenzung angestrebt worden, die nun entfalle. Daher bedürfe es 
einer neuen emissionsbegrenzenden Massnahme, namentlich der Entlüftung über das 
Dach (Beschwerde, Art. 5 S. 6). Gemäss dem Merkblatt «Mechanische 
Lüftungsanlagen im Wohnungsbau» des Umwelt- und Gesundheitsschutzes Zürich 
(UGZ) vom 7. März 2001 (nachfolgend: Merkblatt; Beilage 3 zur Beschwerde, act. 1C) 
dürfe die Luftführung der Küchenabluft bei Mehrfamilienhäusern und angebauten 
Einfamilienhäusern nur ausnahmsweise an der gleichen Fassade wie die Wohn- und 
Schlafzimmerfenster sowie Balkone liegen. Auch sei für die Umsetzung des 
Bauvorhabens eine Projektprüfung durch den UGZ erforderlich (Beschwerde, Art. 7 
S. 8).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.07.2014, Nr. 100.2013.194U, Seite 6

4.2 Der Bundesrat hat in Bezug auf Geruchsimmissionen aus Küchenabluft keine 
IGW festgelegt. Es ist deshalb im Einzelfall zu beurteilen, ob die Geruchsimmissionen 
nach dem Stand der Wissenschaft oder der Erfahrung (Art. 14 USG) schädlich oder 
lästig und damit übermässig sind (vgl. BVR 2006 S. 335 E. 7.1.1; Schrade/Loretan, 
a.a.O., Art. 11 N. 37, Art. 13 N. 3). Solche Immissionen gelten gemäss Art. 2 Abs. 5 
LRV unter anderem dann als übermässig, wenn sie Menschen, Tiere, Pflanzen, ihre 
Lebensgemeinschaften oder ihre Lebensräume gefährden (Bst. a) oder aufgrund einer 
Erhebung feststeht, dass sie einen wesentlichen Teil der Bevölkerung in ihrem 
Wohlbefinden erheblich stören (Bst. b). Nach Art. 6 LRV sind Emissionen möglichst 
nahe am Ort ihrer Entstehung möglichst vollständig zu erfassen und so abzuleiten, 
dass keine übermässigen Immissionen entstehen (Abs. 1). Sie müssen in der Regel 
durch Kamine oder Abluftkanäle über Dach ausgestossen werden (Abs. 2). 

4.3 Laut den Ausführungen des beco besteht ein klarer Unterschied zwischen der 
Nutzung einer privaten und einer gewerblichen Küche. Danach gelten 
Geruchsimmissionen nur bei gewerbsmässig genutzten Küchen als übermässig. Der 
auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung abgestützte IGW von 10 % an positiven 
Geruchsstunden für Wohngebiete werde bei normal genutzten privaten Küchen nicht 
erreicht (Amtsbericht beco vom 27.8.2013, act. 8, Frage 2c; ergänzender Amtsbericht 
vom 2.10.2013, act. 12; vgl. allgemein zum IGW von 10 % für Wohngebiete BVR 2006 
S. 335 E. 7.3.2-7.3.4; BGer 1A.214/1A.218/1A.220/2005 vom 23.1.2006, E. 7.1). Bei 
der vorliegenden, nicht gewerbsmässig genutzten Küche seien die 
Geruchsimmissionen für die Beschwerdeführerin mit Sicherheit wahrnehmbar, doch 
beim Abluftaustritt aus der Fassade selbst dann nicht übermässig im Sinn von Art. 6 
Abs. 1 LRV, wenn geruchsintensive Küchenarbeiten ausgeführt werden. Aus diesen 
Gründen müsse die Abluft auch nicht nach den Kamin-Empfehlungen des Bundes 
(hrsg. vom Bundesamt für Umwelt [BAFU], 2013, act. 11B) abgeleitet werden. Bei 
normal genutzten Haushaltsküchen sei die Abluft mit der gewöhnlichen Wohnnutzung 
verbunden und in den Wohnquartieren hinzunehmen (Amtsbericht beco vom 
27.8.2013, act. 8, Fragen 1a, 2a, 2d, 2e; vgl. auch für Restaurantküchen BGer 
1A.121/2005 vom 28.11.2005, E. 2.3 [Hinweis in URP 2006 S. 178], sowie für 
gewerbsmässige Pizzaherstellung VGer ZG 14.7.2006, in GVP 2006 S. 97).

4.4 Die Beschwerdeführerin bringt nichts vor, was die Ausführungen der 
Fachbehörde in Frage stellen könnte, zumal sich das Verwaltungsgericht eine gewisse 
Zurückhaltung auferlegt, soweit für die Beurteilung besondere Sach- oder 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.07.2014, Nr. 100.2013.194U, Seite 7

Fachkenntnisse erforderlich sind, über die es nicht gleichermassen verfügt wie die 
Verwaltungsbehörden mit ihren Fachleuten und -stellen (BVR 2013 S. 5 E. 5.6, 2010 
S. 411 E. 1.5; Merkli/Aeschlimann/ Herzog, a.a.O., Art. 80 N. 9). Insbesondere ist nicht 
ersichtlich, inwiefern eine Übermässigkeit der Geruchsimmissionen mit der konkreten 
Bausituation begründet werden soll. Dass bei privat genutzten Küchen in der Regel 
keine übermässigen Immissionen entstehen, gilt unabhängig von der Anordnung der 
Küchen im Gebäude. Die angeblich abweichende Praxis des UGZ steht der 
vorliegenden Einschätzung des beco nicht entgegen. Das Merkblatt hält lediglich 
allgemein fest, dass die Abluft nur an die Fassade geführt werden darf, wenn keine 
Nachbarschaft durch Gerüche oder Lärm belästigt werden kann. Unter welchen 
Umständen die Küchenabluft bei Wohnhäusern als übermässig im Sinn von Art. 6 
Abs. 1 LRV gilt, geht daraus gerade nicht hervor. Abgesehen davon wurde die im 
Merkblatt vorgesehene – im Kanton Bern allerdings nicht vorgeschriebene – 
Projektprüfung bei Küchen, die sich in der gleichen Fassade wie die Wohn- oder 
Schlafzimmer bzw. Balkone befinden, vom beco im Rahmen seines Amtsberichts vom 
27. August 2013 vorgenommen. Aufgrund der ausführlich begründeten Erkenntnisse 
des Fachamts kann die Abluft aus der hier zur Diskussion stehenden privat genutzten 
Küche weder als schädlich noch als lästig im Sinn von Art. 11 Abs. 3 USG und Art. 2 
Abs. 5 LRV betrachtet werden.

4.5 Demnach stellt die Küchenabluft aus der Wohnung im Erdgeschoss der 
Liegenschaft ...weg 73 keine übermässige Geruchsimmission dar. Weitere Erhebungen 
bzw. Beweismassnahmen sind entbehrlich. Insbesondere hat das beco das Gebäude 
besichtigt und sich ein eigenes Bild von den konkreten örtlichen Verhältnissen machen 
können. Ein gerichtlicher Augenschein erübrigt sich deshalb. Von der beantragten 
Parteibefragung sind ebenfalls keine zusätzlichen entscheidwesentlichen Erkenntnisse 
zu erwarten. Die entsprechenden Beweisanträge der Beschwerdeführerin werden 
daher abgewiesen. Sie kann nach dem vorstehend Ausgeführten nicht verlangen, dass 
die Abluft im Sinn der verschärften Emissionsbegrenzung über das Dach abgeleitet 
wird.

5.

Weiter fragt sich, ob im Rahmen der Vorsorge emissionsbegrenzende Massnahmen zu 
ergreifen sind. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.07.2014, Nr. 100.2013.194U, Seite 8

5.1 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung hat das Vorsorgeprinzip nach 
Art. 11 Abs. 2 USG emissionsbegrenzenden und nicht -eliminierenden Charakter. Das 
bedeutet, es besteht kein Recht darauf, dass eine Anlage absolut geruchsfrei 
funktionieren muss; eine geringfügige Belästigung der Umgebung ist zumutbar (BGE 
133 II 169 E. 3.2, 126 II 366 E. 2b, 124 II 219 E. 8b; BVR 2006 S. 335 E. 7.3.6). Das 
Vorsorgeprinzip erlaubt deshalb in der Regel keine Verweigerung der Bewilligung, 
sondern nur Optimierungen, die mit der konkret zu beurteilenden Anlage vereinbar sind 
(BGE 139 II 185 E. 11.3). Bei geringfügigen Emissionen mit einem niedrigen 
Schädlichkeits- oder Lästigkeitspotenzial ist anhand des Verhältnismässigkeitsprinzips 
gemäss Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101) zu prüfen, ob sich die 
Emission mit einem kleinen Aufwand bzw. einer Massnahme der Vorsorge erheblich 
verringern liesse. Erweist sich eine Reduktion der Emissionen als unverhältnismässig, 
insbesondere technisch oder betrieblich nicht möglich oder wirtschaftlich nicht tragbar, 
sind die Immissionen von den Betroffenen hinzunehmen (BGE 133 II 169 E. 3.2; Ur-
sula Marti, Das Vorsorgeprinzip im Umweltrecht, Diss. Genf 2011, S. 160, 177). Das 
Kriterium der wirtschaftlichen Tagbarkeit ist in erster Linie auf gewinnorientierte 
Unternehmen zugeschnitten (vgl. Art. 4 Abs. 3 LRV). Bei anderen Emissionsquellen 
geht die wirtschaftliche Tragbarkeit in der allgemeinen Verhältnismässigkeitsprüfung 
unter dem Kriterium der Zumutbarkeit auf (BGE 127 II 306 E. 8; BGer 1C_177/2011 
vom 9.2.2012, in URP 2012 S. 315 E. 6.3). Eine Massnahme ist grundsätzlich 
verhältnismässig, wenn sie geeignet ist, das angestrebte Ziel zu erreichen, und wenn 
sie erforderlich und zumutbar ist. Eine Massnahme der vorsorglichen Emissions-
begrenzung gilt als zumutbar bzw. wirtschaftlich, wenn ein angemessenes Verhältnis 
zwischen dem Nutzen der Massnahme und der Schwere der damit verbundenen 
Nachteile besteht (vgl. auch Ursula Marti, a.a.O., S. 176; BGE 131 II 431 E. 4.1). Die 
Frage nach der Erforderlichkeit stellt sich hier insofern nicht, als das Gesetz 
Massnahmen zur vorsorglichen Emissionsbegrenzung unabhängig von der 
bestehenden Umweltbelastung verlangt (Schrade/Loretan, a.a.O., Art. 11 N. 35).

5.2 Die BVE hat erwogen, es sei zwar technisch möglich, die Küchenabluft über 
das Dach abzuführen. Weil dies aber mit hohen Kosten verbunden wäre und die 
Beeinträchtigung durch die Abluft zeitlich sehr begrenzt und nicht schädlich sei, sei die 
Auflage der Entlüftung über das Dach unverhältnismässig. Der umweltrechtliche 
Immissionsschutz sei daher mit der Abführung der Küchenabluft an die Fassade nicht 
verletzt (angefochtener Entscheid, E. 3c). – Die Beschwerdeführerin macht dagegen 
geltend, Begrenzungsmassnahmen seien bei Emissionen angesichts des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.07.2014, Nr. 100.2013.194U, Seite 9

Vorsorgeprinzips in jedem Fall anzuordnen, wenn sie technisch und betrieblich möglich 
sowie wirtschaftlich tragbar seien. In Anbetracht ihrer hohen Wirksamkeit sei die 
Abführung der Küchenabluft über das Dach im Verhältnis zu den Gesamtkosten der 
Sanierung eine wirtschaftlich tragbare, technisch und betrieblich mögliche 
emissionsbegrenzende Massnahme. Die Kosten des Umbaus für die 
Überdachabführung seien unabhängig davon zu beurteilen, ob das Bauvorhaben 
bereits umgesetzt sei oder nicht (Beschwerde, Art. 6 S. 7; Schlussbemerkungen, 
act. 23, Ziff. 2 S. 2 und Ziff. 5 S. 3).

5.3 Die Gemeinde verlangt praxisgemäss die Abführung der Küchenabluft über das 
Dach nur dann, wenn die Emissionen «aus einer mit der Hauptnutzung der 
Liegenschaft nicht übereinstimmenden Nutzung» stammen, was beispielsweise bei 
einem Gastgewerbebetrieb in einer gemischten Wohnzone der Fall sei. Hingegen 
seien geringfügige Geruchsimmissionen aus einer zonenkonformen Nutzung zu 
tolerieren (Stellungnahme vom 15.7.2013, act. 5). Ob diese Praxis, bei der offenbar im 
Einzelfall nicht näher abgeklärt wird, ob die Abführung der Abluft über das Dach 
technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist, in dieser Allgemein-
heit mit den umweltrechtlichen Vorgaben vereinbar ist, muss hier nicht vertieft geprüft 
werden. Entscheidend ist vielmehr die Frage, ob es im vorliegenden Fall 
unverhältnismässig ist, die Abführung der Küchenabluft über das Dach zu verlangen, 
wie die BVE angenommen hat.

5.4 Unbestritten ist, dass die Liegenschaft des Beschwerdegegners 1 für das 
Wohnen und damit zonenkonform genutzt wird und die Abführung der Küchenabluft 
vom Erdgeschoss über das Dach technisch und betrieblich möglich ist. Dabei besteht 
die Möglichkeit einer gebäudeexternen oder einer gebäudeinternen Ableitung der 
Abluft. Auch unbestritten ist, dass die Abluftabführung über das Dach geeignet ist, die 
Geruchsimmissionen nahezu vollständig zu eliminieren (Amtsbericht des beco vom 
27.8.2013, act. 8, Frage 2e).

5.5 Nach Einschätzung der Gemeinde wären für die gebäudeexterne 
Abluftabführung ein über die ganze Hausfassade führendes Steigrohr von ungefähr 
30 cm Durchmesser und ein freistehender Kamin von 4-6 m Höhe ab Traufe 
erforderlich. Aufgrund ihrer dominanten Erscheinung würden sich das Steigrohr und 
der Kamin nicht dem Erscheinungsbild der Liegenschaft unterordnen, was mit dem 
Stadt-, Quartier- und Strassenbild gemäss Art. 6 der Bauordnung der Stadt Bern vom 
24. September 2006 (BO; SSSB 721.1) nicht vereinbar und folglich nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.07.2014, Nr. 100.2013.194U, Seite 10

bewilligungsfähig wäre (Ortsbildschutz; Stellungnahme vom 26.9.2013, act. 11; 
Schlussbemerkungen vom 25.11.2013, act. 18). – Diese Beurteilung der zuständigen 
Baubewilligungs- und Baupolizeibehörde in Anwendung von autonom erlassenem 
kommunalem Recht ist zu respektieren. Sie leuchtet bei dem in diesem Zusam-
menhang massgebenden Prüfungsmassstab der rechtlichen Haltbarkeit ein (vgl. dazu 
statt vieler BVR 2012 S. 20 E. 3.2 mit Hinweis). Entgegen der Ansicht der 
Beschwerdeführerin treten das externe Steigrohr und der Kamin durchaus anders in 
Erscheinung als eine Antenne (vgl. Schlussbemerkungen, act. 23, Ziff. 9 S. 4). Eine 
gebäudeexterne Abluftführung scheidet folglich als Vorsorgemassnahme aus, weil sie 
aus rechtlichen Gründen nicht durchführbar wäre.

5.6 Eine gebäudeinterne Abführung der Küchenabluft wäre nach Ansicht der 
Gemeinde zwar bewilligungsfähig, jedoch wegen der fehlenden Steigzonen 
unverhältnismässig (Stellungnahmen vom 26.9.2013, act. 11, S. 1, und vom 15.7.2013, 
act. 5). Der Beschwerdegegner 1 hat vor Verwaltungsgericht ebenfalls darauf 
hingewiesen, dass die bestehenden Steigzonen minimal dimensioniert sind 
(Stellungnahme vom 8.11.2013, act. 16, Frage 1). Im Einzelnen hat er sich dazu wie 
folgt geäussert:

5.6.1 Das Steigrohr für den Dampfabzug könne einerseits über das Badezimmer 
geführt werden (Variante 1). Dafür müsse das Abluftrohr zunächst etwa fünf Meter 
horizontal von der Küche aus bis ins Badezimmer gezogen werden, wobei die volle 
Funktionalität des Abzugs nicht mehr garantiert sei. Zudem würde sich die neue 
Ventilationsleitung für den Dampfabzug mit den Wasser- und Abwasserleitungen im 
Badezimmer kreuzen, was aus brandschutztechnischen Gründen problematisch wäre. 
Die bestehende Abwasserleitung müsste versetzt und an deren Stelle die neue 
Ventilationsleitung für den Dampfabzug erstellt werden. Die damit verbundenen 
Umbauarbeiten auf allen drei Geschossen und im Dachgeschoss hätten nach Angaben 
des Bauherrn Kosten in der Höhe von über Fr. 50'000.-- zur Folge. Andererseits könne 
die neue Ventilationsleitung von der Küche im Erdgeschoss durch das Wohnzimmer im 
1. OG, die Küche im 2. OG und die Mansarde im Dachgeschoss gezogen werden 
(Variante 2). Hierbei müsse ebenfalls mit hohen Kosten gerechnet werden; die Küche 
im 2. OG müsste durch eine funktionell schlechtere ersetzt werden und der Schall-
schutz zwischen den Wohnungen wäre nicht mehr gewährleistet (Schreiben vom 
16.10.2013, act. 14, sowie vom 8.11.2013, act. 16 mit Grundrissplänen der einzelnen 
Geschosse, Badezimmer sowie mit Fotografien, act. 16A).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.07.2014, Nr. 100.2013.194U, Seite 11

5.6.2 Der Beschwerdeführerin ist insofern beizupflichten, als die beiden vom 
Beschwerdegegner 1 dargestellten Projektvarianten gewisse Fragen offenlassen. Es 
trifft auch zu, dass kein Plan für das Erdgeschoss vorliegt, aus dem ersichtlich wäre, 
wie die Leitungen verlaufen bzw. neu verlegt werden könnten (vgl. 
Schlussbemerkungen, act. 23, Ziff. 4 S. 3). So bleibt etwa bei der Variante 1 unklar, 
wie die vorhandene Steigzone in den Badezimmern des Erdgeschosses und des 1. OG 
genutzt wird, welche im 2. OG und im Dachgeschoss von der Ventilationsleitung für 
den Dampfabzug im 2. OG belegt wird (vgl. Pläne und Fotografien, act. 16A). Bei der 
Variante 2 erschliesst sich nicht ohne weiteres, weshalb die Küche im 2. OG durch 
eine funktionell schlechtere ersetzt werden müsste, wie auch die Beschwerdeführerin 
kritisiert (vgl. Schlussbemerkungen, act. 23, Ziff. 8 S. 4). Ungeachtet dessen hat das 
Beweisverfahren ergeben, dass die im Altbau am ...weg 73 bestehenden Steigzonen 
tatsächlich sehr knapp bemessen sind. Bei beiden Projektvarianten müsste ein neues 
Steigrohr vom Erdgeschoss bis zum Dach verlegt werden. Aufgrund der eingereichten 
Beweismittel kann als erstellt gelten, dass verschiedene Installationen und andere 
Leitungen bzw. Rohre bauliche Hindernisse darstellen, die für ein weiteres Steigrohr 
erhebliche Umbauarbeiten erfordern würden. Anders als die Beschwerdeführerin 
geltend macht, wäre die Situation dabei vor der Sanierung der Liegenschaft nicht 
grundlegend anders gewesen. Der zur Verfügung stehende Raum für ein solches Rohr 
ist wie erwähnt beschränkt. Zudem sind die Bedenken des Beschwerdegegners 1 
hinsichtlich des Brandschutzes nicht von der Hand zu weisen; weshalb deswegen im 
Fall der Projektvariante 1 kein baulicher Mehraufwand anfallen würde, geht aus den 
Ausführungen der Beschwerdeführerin nicht hervor. Diesen Aspekten wäre im Übrigen 
auch dann Rechnung zu tragen, wenn die Abluftabführung aus der Küche des 1. OG 
bereits ursprünglich über das Dach vorgesehen gewesen wäre. Selbst wenn die vom 
Beschwerdegegner 1 bezifferten Fr. 50'000.-- übersetzt erscheinen mögen, steht damit 
fest, dass die von der Beschwerdeführerin geforderte Lösung mit beträchtlichem 
finanziellen Mehraufwand verbunden wäre. Ein «Beleg» für die anfallenden Kosten 
kann dabei nicht gefordert werden, müssten doch die beiden Projekte dafür nahezu 
ausführungsreif ausgearbeitet werden. Solches ist für die Beurteilung der zumutbaren 
Massnahmen im Rahmen der umweltrechtlichen Vorsorge nicht erforderlich; es kann 
von vornherein nur um Kostenschätzungen gehen. Vor dem Hintergrund, dass die aus 
der privaten Küche stammenden Geruchsimmissionen zwar nicht unerheblich, aber 
doch von beschränkter und in der Wohnzone durchaus üblicher Intensität sind, erweist 
sich der finanzielle Mehraufwand nach dem Gesagten als unzumutbar hoch.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.07.2014, Nr. 100.2013.194U, Seite 12

5.7 Ist die Abluftabführung über das Dach somit unverhältnismässig, rechtfertigen 
sich im Rahmen der Vorsorge keine zusätzlichen Massnahmen. Auch in diesem 
Zusammenhang können weitere Beweismassnahmen unterbleiben. Die Beweisanträge 
der Beschwerdeführerin (Augenschein, Parteibefragung) werden abgewiesen.

5.8 Die Beschwerde erweist sich somit in allen Teilen als unbegründet und ist 
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

6.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin kostenpflichtig 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. 
Art. 104 Abs. 1 und 4 VRPG). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine 
Pauschalgebühr von Fr. 3'500.--, werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

4. Zu eröffnen:

- der Beschwerdeführerin
- dem Beschwerdegegner 1
- der Beschwerdegegnerin 2
- der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern
- dem Bundesamt für Umwelt

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 08.07.2014, Nr. 100.2013.194U, Seite 13

und mitzuteilen:
- der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Bern z.H. des Amtes für Berner 

Wirtschaft (beco)

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.