# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 44dde332-05bb-5f09-a53a-33794e1de82f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-01-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.01.2022 D-5607/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5607-2021_2022-01-25.pdf

## Full Text

U r t e i l  v o m  2 5 .  J a n u a r  2 0 2 2   

Besetzung 
 Einzelrichterin Jeannine Scherrer-Bänziger, 

mit Zustimmung von Richter David R. Wenger;   

Gerichtsschreiber Stefan Weber. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (...), 

Syrien,   

vertreten durch Sabine Eichenberger, 

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug); 

Verfügung des SEM vom 25. November 2021 / N (...). 

 

 

 

 B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5607/2021 

 

D-5607/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin ersuchte am (...) um Asyl in der G._______. 

In der Folge wurde sie dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region 

B._______ zugewiesen. Am 25. Oktober 2021 fand die Personalienauf-

nahme (PA) und am 3. November 2021 das persönliche Dublin-Gespräch 

statt. Am 16. November 2021 wurde sie zu ihren Asylgründen angehört. 

A.b Zur Begründung ihres Asylgesuchs führte die aus C._______ 

(D._______) stammende Beschwerdeführerin kurdischer Volkszugehörig-

keit im Wesentlichen an, sie sei mit ihrer Familie – noch bevor Sie die 

zweite Klasse besucht habe – in das Quartier E._______ in F._______ 

([...]) umgezogen. Dort habe sie die Schule bis in die (Nennung Stufe) be-

sucht. In der (Nennung Stufe) seien die "Apoji" in die Schule gekommen 

und hätten eine Freundin von ihr mitgenommen. Sie (Beschwerdeführerin) 

sei mehrmals gefragt worden, ob sie mitgehen wolle, was sie verneint 

habe. Daraufhin hätten die "Apoji" sie in Ruhe gelassen. Da sie die Ab-

schlussprüfungen der (Nennung Stufe) im Jahr (...) nicht bestanden habe, 

sei sie danach zuhause geblieben und habe die folgenden (Nennung 

Dauer) im Haushalt geholfen. Die finanzielle Situation ihrer Familie sei nicht 

gut gewesen. Ihr Vater sei freier Arbeiter gewesen. Sie habe sich in einen 

(Nennung Verwandter) respektive den (Nennung Verwandter) ihrer (Nen-

nung Verwandte) verliebt, der bereits dannzumal in der G._______ gelebt 

habe. Mit ihm sei sie telefonisch in Kontakt gestanden. Der (Nennung Ver-

wandter) habe bei ihrem Vater um ihre Hand angehalten. Ihr Vater habe 

diesem Ansinnen aber nicht zugestimmt, weil er die Formalitäten und den 

Aufwand – auch finanzieller Art – gescheut habe, um sie zu verheiraten 

und zum (Nennung Verwandter) in die G._______ gehen zu lassen. Viel-

mehr habe er sie – zirka im Jahr (...) – mit einem (...)-jährigen reichen 

Freund, der ihre Familie jeweils besucht habe, verheiraten wollen. Dieser 

Freund habe teure Kleidung getragen, sei ein luxuriöses Auto gefahren und 

habe ihr Geschenke gemacht. Sie sei jedoch gegen diese Heirat gewesen, 

weshalb sie von ihrem Vater geschlagen worden sei. Die beiden Männer 

hätten sich betreffend das Brautgeld geeinigt. Ihr Vater habe ihr angekün-

digt, dass er noch in derselben Woche den Imam für die Vermählung nach 

Hause bringen werde. Sie habe in der Folge noch (Nennung Dauer) zu-

hause verbracht; ihr Vater habe sie wiederholt überzeugen wollen, diesen 

Mann zu heiraten. Da sie stets nein gesagt habe, sei sie von ihrem Vater 

jeweils geschlagen worden. Als ihr Vater das Haus verlassen habe, sei sie 

geflohen. Sie sei zur Hauptstrasse gegangen, habe dort einen (Nennung 

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Fahrzeug) angehalten und sei durch C._______ in eines der Dörfer gefah-

ren. Dort sei sie ausgestiegen und habe einen ihr unbekannten Mann ge-

fragt, wie sie nach I._______ komme. Dieser habe ihr seine Hilfe zugesagt, 

sie zunächst bei sich übernachten lassen und früh am nächsten Morgen 

über die Grenze in die H._______ gebracht, wo sie von den Peshmerga 

empfangen und in ein Camp gebracht worden sei. Für ihre Reise von Sy-

rien nach I._______ habe sie nichts bezahlt. Sie habe ihre Heimat auch 

aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzungen verlassen und weil sie 

mit dem in der G._______ lebenden (Nennung Verwandter) ihrer (Nennung 

Verwandte) zusammen sein wolle. Sie habe sich (Nennung Dauer) bei ih-

rem (Nennung Verwandter) in I._______ aufgehalten, wo sie als J._______ 

gearbeitet habe, bevor sie in die G._______ gereist sei. 

Sie wolle dem Kanton B._______ zugewiesen werden, da ihre (Nennung 

Verwandte) und deren (Nennung Verwandter), wegen dem sie in die 

G._______ gekommen sei, dort lebten. 

Die Beschwerdeführerin legte ihre Identitätskarte im Original ins Recht. 

A.c Das SEM räumte der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin am 

23. November 2021 Gelegenheit ein, sich zum ablehnenden Entscheident-

wurf zu äussern. In der Stellungnahme vom 24. November 2021 führte die 

Rechtsvertretung aus, die Beschwerdeführerin habe ihre wahre Ge-

schichte dargelegt und es sei nicht ersichtlich, wie sie hätte ausführlicher 

erzählen sollen, um das SEM zu überzeugen. Sie habe alles Geschilderte 

so erlebt und versucht, die ihr gestellten Fragen detailliert zu beantworten. 

Zudem habe sie versucht, ihre Gefühle zu beschreiben, was ihr jedoch sehr 

schwer gefallen sei; sie habe versucht, dabei nicht zu weinen. Ferner 

könne sie den (...)-jährigen Freund ihres Vaters nicht näher beschreiben 

und sie habe alles erzählt, was sie über diesen wisse. Zum Vorwurf, sie 

habe ihre (Nennung Zeitraum) in Syrien nicht ausführlich und substanziiert 

darlegen können, sei anzuführen, dass sie beschrieben habe, wann sie 

aus dem Haus gegangen und mit wem und durch welche Orte sie nach 

I._______ gelangt sei. Sie verstehe nicht, was sie in diesem Zusammen-

hang mehr hätte erzählen können. Ferner würden die Aussagen Realkenn-

zeichen aufweisen. Die Beschwerdeführerin habe auf Nachfragen zusätz-

liche Details geschildert, aber auch von sich aus gewisse Details und Ne-

bensächlichkeiten vorgebracht. Für die Glaubhaftigkeit spreche zudem, 

dass sie beispielsweise den Zeitpunkt eines Ereignisses beschrieben so-

wie Gespräche mit ihrem Vater und dessen Freund geschildert habe. Sie 

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habe im Weiteren ihre Identitätskarte im Original abgegeben und alles ver-

sucht, um ihren in Syrien bei ihren Eltern befindlichen Reisepass zu be-

schaffen. Dass sie seither wieder von ihrem Vater bedroht werde, sei eben-

falls als positives Glaubhaftigkeitselement zu werten. Angesichts ihrer per-

sönlichen Fähigkeiten und ihres beruflichen Hintergrunds sei sie es nicht 

gewohnt, ausführlich und detailliert über eigene Erlebnisse zu berichten. 

lnsgesamt seien die Aussagen als glaubhaft zu beurteilen. Die im Entschei-

dentwurf vorgenommene Glaubhaftigkeitsprüfung sei einseitig und lasse 

eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Asylgründen vermissen. 

B.  

Mit Verfügung vom 25. November 2021 stellte das SEM fest, die Beschwer-

deführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte ihr Asylge-

such ab. Gleichzeitig ordnete es die Wegweisung der Beschwerdeführerin 

aus der Schweiz an, schob den Vollzug derselben jedoch wegen Unzumut-

barkeit zugunsten einer vorläufigen Aufnahme in der Schweiz auf. Ferner 

wies es die Beschwerdeführerin dem Kanton B._______ zu und hielt fest, 

dass eine allfällige Beschwerde gegen die Kantonszuweisung keine auf-

schiebende Wirkung habe und sie in einem solchen Fall den Ausgang der-

selben im Zuweisungskanton abwarten müsse. 

C.  

Mit Eingabe vom 23. Dezember 2021 erhob die Beschwerdeführerin gegen 

diesen Entscheid Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie bean-

tragte, es seien die Dispositivziffern 1 bis 3 der angefochtenen Verfügung 

aufzuheben, sie sei als Flüchtling anzuerkennen und es sei ihr Asyl zu ge-

währen. In formeller Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung samt Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses. 

D.  

Am 27. Dezember 2021 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht der Be-

schwerdeführerin den Eingang der Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

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entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – 

endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). 

1.2 Die Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerde-

führung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 6 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) 

ist einzutreten. 

1.3 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

2.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich um solche, weshalb das Urteil nur sum-

marisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a 

Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzich-

tet. 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 

ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Le-

bens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy-

chischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rech-

nung zu tragen (Art. 3 Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungs-

gericht hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in 

verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Da-

rauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 mit Verwei-

sen). 

 

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4.  

4.1 Das SEM kam in der angefochtenen Verfügung in materieller Hinsicht 

zum Schluss, die Vorbringen der Beschwerdeführerin hielten teils den An-

forderungen an die Glaubhaftmachung gemäss Art. 7 AsylG und teils den-

jenigen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand. 

Zur Begründung führte es an, die Gesamtbeurteilung der Aussagen der 

Beschwerdeführerin würden überwiegend gegen die Umstände der vorge-

brachten Sachverhaltsschilderung sprechen. Trotz einer etwas ausführli-

cheren freien Schilderung und etwas detaillierteren Beschreibungen ver-

möchten ihre Angaben aufgrund mangelndem persönlichen Erlebnisbe-

zug, mangelndem Detailreichtum sowie angesichts allgemeiner und ste-

reotyper Angaben im Verlauf der Anhörung nicht zu überzeugen. Die Be-

schwerdeführerin sei nicht in der Lage gewesen darzulegen, wie sie von 

der beabsichtigten Heirat mit dem (...)-jährigen Freund ihres Vaters erfah-

ren habe. Die entsprechende Schilderung sei knapp und auch auf Nach-

frage ohne ausreichenden persönlichen Bezug zu diesem Vorgang ausge-

fallen. Auch sei sie nicht in der Lage gewesen, ihre damalige Gemütslage 

ansatzweise wiederzugeben. Im gleichen vagen Erzählstil seien die Anga-

ben zu den Besuchen des Freundes des Vaters sowie den erhaltenen Ge-

schenken ausgefallen. Ihre diesbezüglich stereotypen und allgemeinen Er-

klärungen würden nicht überzeugen und einen persönlichen Bezug zu die-

sen Geschehnissen vermissen lassen. Weiter sei es ihr nicht gelungen, 

ihre (Nennung Zeitraum) vor der Ausreise – nach Kenntnisnahme ihrer be-

vorstehenden Heirat – ausführlich oder substanziiert darzulegen; es 

mangle den diesbezüglichen Ausführungen bereits ansatzweise an einem 

persönlichen Erlebnisbezug. Im Übrigen sei sie nicht in der Lage gewesen, 

ihre Überlegungen bezüglich der geplanten Heirat mit einem (...) Jahre al-

ten Mann und zu allfälligen Ehevorbereitungen substanziiert wiederzuge-

ben. Hätte ihr bei einem Verbleib in Syrien tatsächlich eine Eheschliessung 

mit der besagten Person gedroht, wäre zu erwarten gewesen, dass sie 

diesbezügliche Erlebnisse und Überlegungen erlebnisbezogen und mit De-

tailreichtum hätte schildern können, zumal ihr wiederholt die Gelegenheit 

zur Konkretisierung ihrer Vorbringen eingeräumt worden sei. 

Kriegerische Auseinandersetzungen und deren Auswirkungen auf die Le-

bensbedingungen der lokalen Bevölkerung würden keine Verfolgungs-

massnahmen im Sinne von Art. 3 AsylG darstellen. Die angeführten Rek-

rutierungsbemühungen der "Apojis" respektive der Volksverteidigungsein-

heiten (YPG) vermöchten gemäss Rechtsprechung des Bundesverwal-

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tungsgerichts keine flüchtlingsrechtliche Relevanz zu entfalten. Schliess-

lich würden auch die Asylakten der in der G._______ lebenden (Nennung 

Verwandte) und des (Nennung Verwandter) keine Anhaltspunkte für die An-

nahme liefern, dass sie in Syrien eine flüchtlingsrechtlich relevante Gefähr-

dung zu befürchten hätte. 

4.2 Die Beschwerdeführerin verwies in ihrer Rechtsmitteleingabe zunächst 

auf vom SEM unbeachtet gebliebene Glaubhaftigkeitselemente, so den 

Kontaktabbruch zu ihrer Familie seit ihrer Ausreise, die Bedrohungen ihrer 

Freundinnen und ihrer Person durch ihren Vater im Zusammenhang mit der 

Beschaffung ihres Reisepasses, die Umstände der Ausstellung ihrer Iden-

titätskarte, die widerspruchsfreien Schilderungen, die individuellen Aspekte 

– wie die Hinweise auf ihren geringen Bildungsstand – sowie auf ihre per-

sönliche Glaubwürdigkeit aufgrund ihrer Bemühungen zur Beschaffung 

des Reisepasses bei ihren Eltern. Sie entgegnete sodann, es fänden sich 

in ihren Aussagen an mehreren Stellen im Anhörungsprotokoll Realkenn-

zeichen. So schildere sie teilweise Nebensächlichkeiten und Dialoge und 

beschreibe sich gegenseitig bedingende Handlungsketten. Weiter enthalte 

ihre Beschreibung des (...)-jährigen Mannes gerade eine persönliche Er-

lebnisbezogenheit, so auch mit Blick auf dessen angeführten Besuch. 

Diese Aspekte seien als positive Glaubhaftigkeitselemente zu werten. Ins-

gesamt vermöge sie die drohende Zwangsheirat, welcher ein flüchtlings-

rechtlich relevantes Motiv zugrunde liege, glaubhaft zu machen. Zudem 

stelle ihre Flucht ins Ausland eine Ehrverletzung ihres Vaters dar, weshalb 

sie durch ihn zusätzlich bedroht werde. Insgesamt erfülle sie die Flücht-

lingseigenschaft und es sei ihr Asyl zu gewähren. 

5.  

5.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten zum 

Schluss, dass die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerde-

führerin zu Recht verneint und deren Asylgesuch mit zutreffender Begrün-

dung abgelehnt hat.  

5.1.1 Die zentralen Teile der Asylvorbringen – so die geltend gemachte Ab-

sicht ihres Vaters, sie mit seinem (...)-jährigen Freund zwangsweise zu ver-

heiraten – sind als unsubstanziiert, stereotyp und kaum Realkennzeichen 

(so insbesondere Detailreichtum der Schilderung, freies assoziatives Er-

zählen, Interaktionsschilderung sowie inhaltliche Besonderheiten) enthal-

tend und damit als unglaubhaft zu qualifizieren. Da es sich bei diesen dar-

gelegten Hergängen um einschneidende Ereignisse handelt, die zur Flucht 

der Beschwerdeführerin aus der Heimat geführt haben sollen, ist davon 

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auszugehen, dass sie erfahrungsgemäss besonders gut im Gedächtnis 

haften bleiben und insbesondere auch eine persönliche Betroffenheit aus-

lösen würden. Den diesbezüglichen Schilderungen der Beschwerdeführe-

rin zu den Umständen der Kenntnisnahme von der befohlenen Heirat, der 

Besuche des besagten Mannes und der Beschreibung desselben sowie 

die Darlegungen zu den Vorkommnissen in den (Nennung Zeitraum) vor 

ihrer Flucht in die H._______ können jedoch – entgegen der in der Be-

schwerde vertretenen Ansicht – nur wenig Substanz beigemessen werden. 

Zutreffend erweist sich auch die Schlussfolgerung des SEM, wonach ihre 

Schilderungen einen persönlichen Erlebnisbezug vermissen lassen. Trotz 

wiederholter Nachfragen zu den erwähnten Punkten des Handlungsab-

laufs, zu Beschreibungen und zu ihren persönlichen Reaktionen entsteht 

aufgrund der Schilderungen der Beschwerdeführerin nicht der Eindruck, 

dass sie über einen tatsächlich erlebten Sachverhalt berichtet (vgl. SEM 

act. 112695-20/18, S. 8-14 [nachfolgend act. 20/18]). In diesem Zusam-

menhang behauptet die Beschwerdeführerin tatsächlich bestehende Real-

kennzeichen in ihren Ausführungen. So habe sie einen nebensächlichen 

Umstand geschildert, indem sie angeführt habe, am Geschirr spülen ge-

wesen zu sein, als der Freund ihres Vaters zu Besuch gekommen sei. Aus-

serdem habe sie die Gespräche mit ihren Eltern und sich bedingende 

Handlungsketten wiedergegeben (vgl. act. 20/18, F58). Zudem enthalte 

ihre Beschreibung des (...)-jährigen Mannes einen persönlichen Erlebnis-

bezug: So habe sie in diesem Zusammenhang ausgeführt, warum dieser 

(Nennung Ausdruck) geähnelt habe (vgl. act. 20/18, F64-72). Diese Ent-

gegnungen vermögen den über weite Strecken spärlichen Gehalt ihrer 

Darlegungen und die fehlenden Ausführungen zu ihren Gefühlen und Emp-

findungen hinsichtlich der fluchtauslösenden Sachverhaltselemente nicht 

aufzuwiegen. Zwar vermochte sie zu verschiedenen Punkten einzelne De-

tails und einige Sätze, welche zwischen ihr und ihren Eltern sowie zwi-

schen ihr und dem Freund ihres Vaters geführt worden seien, anzuführen. 

Dies alleine reicht jedoch nicht, um glaubhaft darzulegen, dass ihren dies-

bezüglichen Asylvorbringen eine genügende inhaltliche Dichte und Erleb-

nisrelevanz zukommt, die auf einen tatsächlich erlebten Sachverhalt hin-

deuten würden. Diese könnten in ihrer Einfachheit auch von einem am Ge-

schehen unbeteiligten Dritten problemlos nacherzählt werden (vgl. act. 

20/18, F53, F57-58, F61-68, F71-81, F83). Zudem weisen ihre Ausführun-

gen kaum Realkennzeichen auf, so insbesondere zu Interaktionen sowie 

inhaltlichen Besonderheiten bezüglich der emotionalen Aspekte, zumal sie 

sich ihren Angaben zufolge in einer ausserordentlichen Situation befunden 

habe und gravierende familiäre Konsequenzen respektive den Tod habe 

befürchten müssen (vgl. act. 20/18, F53). Eine entsprechend gehaltvolle 

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Schilderung wäre unter den gegebenen Umständen aber ohne Weiteres 

zu erwarten gewesen, wenn es sich wie dargelegt um selbst erlebte Ereig-

nisse mit einer derartigen Aussenwirkung gehandelt hätte. Die Beschwer-

deführerin vermochte indes ausser dem Vorbringen, dass sie im fraglichen 

Moment – als sie erfahren habe, dass sie diesen Mann heiraten solle – 

keine schönen Gefühle gehabt habe (vgl. act. 20/18, F100) und das Aus-

sehen respektive die Blicke des Mannes angsteinflössend gewesen seien 

(vgl. act. 20/18, F71 f.), keine weiteren Gefühle zu artikulieren. 

5.1.2 Der Einwand der Beschwerdeführerin, es seien vom SEM zu ihren 

Gunsten sprechende Glaubhaftigkeitselemente unbeachtet geblieben, 

führt zu keiner anderen Einschätzung. Alleine ihr Hinweis, dass sie seit 

(Nennung Dauer) keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie in Syrien habe, was 

mit ihren Asylgründen zusammenhänge, oder die geschilderte Beantra-

gung einer Identitätskarte stellen noch keine konkreten Anhaltspunkte für 

die Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Ausreisegründe dar. Weiter 

kann der Behauptung, die vorgebrachte Erklärung zum Verbleib ihres Rei-

sepasses und dem Vorfall mit ihren Freundinnen, wie auch die anschlies-

senden Drohungen ihres Vaters seien von der Vorinstanz im angefochte-

nen Entscheid nicht in Abrede gestellt worden, in dieser Form nicht beige-

pflichtet werden. Diese unbelegt gebliebenen Parteibehauptungen haben 

sich laut Beschwerdeführerin erst nach ihrer Ausreise abgespielt. Nach-

dem das SEM ihre Vorfluchtgründe als unglaubhaft erachtete und überdies 

anführte, es erübrige sich auf weitere Unglaubhaftigkeitselemente einzu-

gehen (vgl. angefochtener Asylentscheid, S. 5 oben), sind die besagten 

Sachverhaltselemente als vom SEM implizit mitberücksichtigt zu erachten. 

Weiter vermag der Hinweis auf den geringen Bildungsstand der Beschwer-

deführerin schon deshalb nicht zu überzeugen, weil sie während (Nennung 

Dauer) die Schule besuchte, auch wenn sie die Schlussprüfungen nicht 

bestanden haben will (vgl. act. 20/18, F20). Überdies dürfte sie, wie die 

Vorinstanz in zutreffender Weise ausgeführt hat, angesichts ihrer mehrjäh-

rigen Tätigkeit als J._______ durchaus über kommunikative Fähigkeiten 

verfügen. Soweit sie auf den Umstand hinweist, dass sie (...) Freundinnen 

zu ihrem Vater nach Hause geschickt habe, um dort ihren Reisepass zu 

fotografieren, wodurch sie riskiert habe, dass dieser ihre Telefonnummer 

habe ausfindig machen und sie bedrohen können, was zugunsten ihrer 

persönlichen Glaubwürdigkeit zu würdigen sei, vermag dieser Hinweis 

nicht zu überzeugen. Weder vermag sie diese Parteibehauptung in geeig-

neter Form zu belegen, noch lässt sich diese mit den Ausführungen zum 

Erhalt ihrer Identitätskarte mit Blick auf das Verhalten ihres Vaters in einen 

logischen Zusammenhang bringen. So habe ihr Vater ihre (...) Freundinnen 

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– bevor diese ihren Reisepass hätten fotografieren können – des Hauses 

verwiesen und unter Todesdrohungen verboten, dieses jemals wieder zu 

betreten (vgl. act. 20/18, F31). Demgegenüber hat angeblich ein nicht nä-

her genannter Verwandter ihre Identitätskarte offenbar problemlos bei ihr 

zuhause behändigen und anschliessend zu ihr bringen können, als sie sich 

bereits bei ihrem (Nennung Verwandter) in I._______ aufgehalten habe 

(vgl. act. 20/18, F47). 

5.1.3 Sodann sind auch an der Glaubhaftigkeit der dargelegten Umstände 

der Flucht nach I._______ erhebliche Zweifel anzubringen, zumal sie als 

realitätsfremd zu werten sind. So sei die Beschwerdeführerin ohne jegliche 

Vorbereitung bei einer günstigen Gelegenheit respektive als ihr Vater das 

Haus verlassen habe ebenfalls aus dem Haus in Richtung Hauptstrasse 

gegangen, wo sie den nächstbesten (Nennung Fahrzeug) angehalten und 

mit diesem durch C._______ bis in eines der Dörfer gefahren sei. Dort sei 

sie ausgestiegen und habe einen ihr unbekannten Mann um Hilfe für die 

Ausreise nach I._______ gebeten, welcher ihr dieser sogleich und ohne 

Geld bezahlen zu müssen, habe zuteil kommen lassen. Nachdem sie bei 

diesem Mann habe übernachten können, habe er ihr am nächsten Morgen 

in der Früh geholfen die Grenze zu passieren (vgl. act. 20/18, F106, F111-

113). 

5.1.4 Das Gericht gelangt nach Abwägung der für und gegen die Glaubhaf-

tigkeit sprechenden Aspekte zum Schluss, dass die Wahrscheinlichkeit, die 

zu beurteilende Verfolgungsgeschichte entspreche in den wesentlichen 

Punkten nicht den Tatsachen, als höher zu erachten ist. Nachdem die Be-

schwerdeführerin sodann die Schlussfolgerungen des SEM zur Asylirrele-

vanz der Auswirkungen des Bürgerkriegs und der Rekrutierungsbemühun-

gen der YPG auf Beschwerdeebene nicht in Frage stellt, kann zur Vermei-

dung von Wiederholungen auf die entsprechenden Erwägungen im Asyl-

entscheid verwiesen werden. 

5.2 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin 

nichts vorgebracht hat, was geeignet wäre, ihre Flüchtlingseigenschaft 

nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat ihr 

Asylgesuch daher zu Recht abgelehnt. 

6.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der G._______ und ordnet den Voll-

zug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

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Seite 11 

(Art. 44 AsylG). Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 

(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

Präzisierend ist festzuhalten, dass sich aus den vorstehenden Erwägun-

gen nicht der Schluss ergibt, die Beschwerdeführerin sei zum heutigen 

Zeitpunkt in ihrem Heimatstaat nicht gefährdet. Eine solche Gefährdungs-

lage ist jedoch auf die in Syrien herrschende Bürgerkriegssituation zurück-

zuführen. Das SEM hat dieser generellen Gefährdung Rechnung getragen 

und die Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 83 Abs. 1 und 4 AIG wegen 

Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig aufgenommen. 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

9.1 Mit dem vorliegenden Entscheid in der Hauptsache ist der Antrag auf 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos ge-

worden. 

9.2 Die Beschwerde ist in Anbetracht der vorstehenden Erwägungen als 

aussichtslos zu erachten. Das in der Beschwerde gestellte Gesuch um Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung ist daher ungeachtet der gel-

tend gemachten prozessualen Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin abzu-

weisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Be-

schwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Jeannine Scherrer-Bänziger Stefan Weber 

 

 

Versand: