# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0cc58926-3b2c-57be-905f-a7121122d042
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-30
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 30.08.2021 UV 2020/60
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2020-60_2021-08-30.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2020/60

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 03.02.2022

Entscheiddatum: 30.08.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 30.08.2021
Art. 10, 16, 18, 19 und 24 UVG. Die Einstellung der Heilbehandlungs- und 
Taggeldleistungen erfolgte zu Recht, da der medizinische Endzustand im 
Einstellungszeitpunkt erreicht war. Bei einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für 
leidensangepasste Tätigkeiten resultiert im Rahmen eines 
Einkommensvergleichs kein Anspruch auf eine Invalidenrente. Bestätigung 
der von der Beschwerdegegnerin zugesprochenen 10%igen 
Integritätsentschädigung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 30. August 2021, UV 2020/60).

Entscheid vom 30. August 2021

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Christiane 

Gallati Schneider und Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Geschäftsnr.

UV 2020/60

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Rufener, Amparo Anwälte und Notare, 

Neugasse 26, Postfach 148, 9001 St. Gallen,

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gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ war bei der B.___ GmbH als Bauarbeiter mit Kranführertätigkeit (UV-act. 40 

und UV-act. 90-2) angestellt und dadurch obligatorisch bei der Suva gegen die Folgen 

von Unfällen versichert, als er am 12. Oktober 2018 auf einer Baustelle rücklings 

2 Meter tief in eine «frisch humusierte» Böschung stürzte (Schadenmeldung vom 

17. Oktober 2018, UV-act. 1). Dabei erlitt er Bodenplattenimpressionsfrakturen am 

BWK7 und BWK10 sowie eine Deckplattenimpressionsfraktur am BWK12 (siehe hierzu 

den Austrittsbericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates am Spital C.___ vom 25. Oktober 2018, wo der Versicherte vom 

12. bis 16. Oktober 2018 hospitalisiert war und konservativ behandelt wurde, UV-

act. 10). Die Suva übernahm die Kosten der Heilbehandlung und richtete dem 

Versicherten ein Taggeld aus (UV-act. 5; zur Übersicht über die bis 31. Oktober 2019 

ausgerichteten Taggeldleistungen siehe UV-act. 112).

A.a. 

Der an der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates am Kantonsspital St. Gallen (KSSG) behandelnde Oberarzt 

Dr. med. D.___ berichtete am 12. Dezember 2018 über einen protrahierten Verlauf (UV-

act. 16; siehe auch dessen Bericht vom 24. Januar 2019, UV-act. 19). Im 

Untersuchungsbericht vom 21. Februar 2019 führte er aus, die Röntgenaufnahmen 

hätten stets eine stationäre Konfiguration der Wirbel ohne Hinweis auf eine 

Nachsinterung gezeigt. Ein am 30. Januar 2019 durchgeführtes MRI der 

A.b. 

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Brustwirbelsäule (siehe hierzu UV-act. 28) habe ein persistierendes 

Knochenmarksödem in allen drei Wirbeln ergeben. Die Wirbel seien somit noch nicht 

verheilt. Dr. D.___ bescheinigte weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 25). 

Am 18. April 2019 berichtete er gestützt auf eine Röntgenuntersuchung («TLÜ ap/

lateral») vom 16. April 2019 (siehe hierzu UV-act. 33), im Vergleich zu den 

Voraufnahmen vom Oktober 2018 (siehe hierzu UV-act. 6 und UV-act. 55 f.) präsentiere 

sich eine stationäre Konfiguration der betroffenen Wirbel ohne relevante segmentale 

Hyperkyphose. Er habe die Arbeitsunfähigkeit bis Mitte Juni 2019 verlängert. Falls die 

Schmerzen des Versicherten weiter persistieren würden, sei die Aktualisierung der 

MRI- und CT-Bildgebung der BWS vorgesehen (UV-act. 36-2 f.). Am 6. Mai 2019 

meldete sich der Versicherte zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) 

bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1).

Die von Dr. med. E.___, Facharzt für Radiologie, am 2. Juli 2019 durchgeführten 

bildgebenden Untersuchungen (MRT BWS und CT BWS) ergaben, dass das 

Knochenmarksödem an den BWK7, BWK10 und BWK12 vollständig regredient war. 

Die Frakturen zeigten sich weitgehend konsolidiert (UV-act. 68). Dr. D.___ berichtete 

am 11. Juli 2019, die Frakturen hätten konservativ behandelt werden können und seien 

konsolidiert. Insgesamt sei nicht konklusiv nachvollziehbar, weshalb der Versicherte 

nach wie vor unter stärksten Schmerzen leide. Von wirbelsäulenchirurgischer Seite 

könne ihm nicht adäquat geholfen werden, weshalb eine Vorstellung im 

Schmerzzentrum am KSSG empfohlen werde. Dr. D.___ verlängerte die Bescheinigung 

einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit bis 18. August 2019 (UV-act. 73). Dr. med. F.___, 

Facharzt für Chirurgie, versicherungsmedizinischer Dienst der Suva, hielt eine 

stationäre Rehabilitation des Versicherten für empfehlenswert (Stellungnahme vom 

15. Juli 2019, UV-act. 74). Diese erfolgte vom 12. August bis 17. September 2019 in 

der Rehaklinik Bellikon. Die dort behandelnden medizinischen Fachpersonen 

berichteten, im Rahmen der stationären Rehabilitation habe keine namhafte 

Verbesserung der Beschwerden erzielt werden können. Weitere physiotherapeutische 

Massnahmen seien nicht vorgesehen. Sie hielten die zuletzt ausgeübte Tätigkeit für 

nicht mehr zumutbar, da sie mit sehr schweren, rückenbelastenden Arbeiten 

verbunden sei. Eine leidensangepasste leichte bis mittelschwere Tätigkeit könne der 

Versicherte ganztags ausüben. Eine reine Kranführer-Tätigkeit, die einem 

A.c. 

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leidensangepassten Tätigkeitsprofil entsprechen würde, sei medizinisch möglich. 

Während des Aufenthalts habe der Versicherte ein dysfunktionales Schmerzverhalten 

gezeigt und sich nicht zu einer Steigerung der Belastbarkeit in der Lage gesehen. 

Einschränkungen der körperlichen Belastbarkeit würden sich mit den objektivierbaren 

Diagnosen aus somatischer Sicht durchaus erklären lassen, das Ausmass der 

Schmerzangaben jedoch nur teilweise (Austrittsbericht vom 3. Oktober 2019, UV-

act. 95). Dr. F.___ schloss sich der Auffassung der medizinischen Fachpersonen der 

Rehaklinik Bellikon sowohl bezüglich des medizinischen Endzustands als auch der 

Zumutbarkeitsbeurteilung an (Stellungnahme vom 28. Oktober 2019, UV-act. 96). Den 

Integritätsschaden schätzte er auf 10 % (Beurteilung vom 28. Oktober 2019, UV-

act. 98).

Am 29. Oktober 2019 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass von einer 

weiteren Behandlung des Rückens keine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustandes mehr erwartet werden könne, weshalb sie die Übernahme der 

Heilbehandlungskosten und die Taggeldleistungen auf den 1. November 2019 einstelle 

(UV-act. 99). Mit Verfügung vom 19. November 2019 wies sie das Rentengesuch des 

Versicherten ab, sprach ihm aber eine Entschädigung für einen 10%igen 

Integritätsschaden zu (UV-act. 116).

A.d. 

Im Bericht vom 11. Dezember 2019 führte Dr. med. G.___, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, aus, beim 

Versicherten finde sich eine zweidimensionale Fehlstellung nach den Frakturen an der 

Brustwirbelsäule. Zur Kompensation der Hyperkyphose komme es zu einer vermuteten, 

kompensatorischen Lordosierung der Lendenwirbelsäule. Diese Verhältnisse würden 

die Beschwerden im Bereich des thorakolumbalen Übergangs und der oberen 

Lendenwirbelsäule erklären. Eine Kyphoplastie sei bei konsolidierten Wirbelkörpern 

wahrscheinlich nicht mehr möglich. Die Physio- und Schmerztherapien seien 

ausgeschöpft. Zur Abklärung der Frage nach einer Korrektur-Spondylodese werde er 

den Versicherten bei Dr. med H.___, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, anmelden. Bei körperlich anstrengender 

Tätigkeit als Kranführer auf dem Bau sehe er aktuell eine weitere 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit. Es sei so, dass die Kranführer heutzutage in der Regel immer auch 

A.e. 

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B.  

ausserhalb des Krans arbeiten, den Kran selbst beladen und auf der Baustelle sehr 

mobil sein müssten (UV-act. 121).

Am 6. Januar 2020 erhob der Versicherte Einsprache gegen die Verfügung vom 

19. November 2019 und beantragte deren Aufhebung. Es sei ihm eine Invalidenrente 

und eine Integritätsentschädigung von 15 % zuzusprechen. Eventualiter seien weitere 

Abklärungen durchzuführen (UV-act. 124).

B.a. 

Dr. H.___ diagnostizierte im Bericht vom 15. Januar 2020 eine fortbestehende 

Dorsalgie bei Zustand nach Bodenplattenimpression Th7, Th10 sowie 

Deckplattenimpression Th12 bei Sturz aus ca. 2 Metern Höhe am 12. Oktober 2018. 

Aus ihrer Sicht sei ein konservatives Vorgehen in Form einer Schmerztherapie indiziert. 

Der Versicherte gebe zwar Schmerzen vor allem in der senkrechten Position an. Es 

bestehe allerdings eine gewisse Diskrepanz zwischen der Schilderung der 

Beschwerden, der Ausdehnung derselben auch breitflächig thorakal und lumbal und 

den während des Gesprächs doch sehr rasch durchgeführten Bewegungen mit der 

gesamten Wirbelsäule und der Schilderung des Versicherten bezüglich 

Belastungsfähigkeit. Auch ein Nicht-Ansprechen auf Schmerzmittel gebe hier einen 

Hinweis, dass wahrscheinlich eine eindeutig alleinige somatische Ursache nicht zu 

eruieren sein werde. Sie habe dem Versicherten nochmals klar mitgeteilt, dass die 

Belastbarkeit der Wirbelsäule durchaus gegeben sei und er keine Angst haben müsse. 

Eine Teilarbeitsfähigkeit von 40 bis 50 % könne durchaus bei geeigneter Arbeit erreicht 

werden (UV-act. 131-2 f.).

B.b. 

Am 12. Februar 2020 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie ihm 

Arbeitsvermittlung gewähre (UV-act. 132).

B.c. 

Nach einer Untersuchung des Versicherten am 16. März 2020 diagnostizierte 

Dr. med. I.___, Oberarzt am Schmerzzentrum am KSSG, eine chronische 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Er empfahl u.a. die 

Durchführung einer detonisierenden und segmentstabilisierenden Physiotherapie der 

Wirbelsäule (Bericht vom 17. März 2020, UV-act. 133-2 ff.). Im Bericht vom 1. Mai 2020 

bestätigten die medizinischen Fachpersonen der Klinik J.___, gestützt auf die am 

B.d. 

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C.  

23. März 2020 erfolgte Untersuchung des Versicherten, dass er an einer chronischen 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) leide. Mit 

dem Versicherten sei zwecks Verbesserung der starken körperlichen Beschwerden, 

Ein- und Durchschlafstörungen, Verbesserung der Stimmungslage und Erhaltung der 

Arbeitsfähigkeit eine integrative psychosomatische Behandlung in der Klinik J.___ 

vereinbart worden (UV-act. 134).

Mit Einspracheentscheid vom 29. Juni 2020 wies die Suva die Einsprache des 

Versicherten ab. Sie vertrat den Standpunkt, dass sie den Fall, was die Unfallfolgen 

anbelange, zu Recht per 31. Oktober 2019 abgeschlossen und einen Rentenanspruch 

verneint habe. Die Bemessung der Integritätsentschädigung mit 10 % sei korrekt. 

Gestützt auf die Beurteilung der medizinischen Fachpersonen der Rehaklinik Bellikon 

sei von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen. 

Die nicht objektivierbaren Beschwerden des Versicherten stünden nicht in einem 

adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom 12. Oktober 2018. Dem 

Fallabschluss stehe nicht entgegen, dass die IV-Stelle Arbeitsvermittlung gewährt 

habe, da es sich hierbei nicht um eine eigentliche Eingliederungsmassnahme gehandelt 

habe. Unter Berücksichtigung eines 5%igen Tabellenlohnabzugs resultiere ein nicht 

rentenbegründender Invaliditätsgrad von aufgerundet 8 % (UV-act. 138).

B.e. 

Dr. med. L.___, Oberarzt am Schmerzzentrum am KSSG, berichtete am 12. August 

2020, der Versicherte schildere insgesamt eine unveränderte Situation. Analgetika 

nehme er im Moment nicht ein. Er habe dies versucht, jedoch aufgrund der fehlenden 

Wirkung und wegen Magenproblemen ausgesetzt. Weitere Therapien würden 

momentan nicht durchgeführt. Die früher empfohlene detonisierende und 

segmentstabilisierende Physiotherapie sei nicht in die Wege geleitetet worden (IV-

act. 56-2 ff.).

B.f. 

Am 1. September 2020 erhob der Beschwerdeführer gegen den 

Einspracheentscheid vom 29. Juni 2020 Beschwerde. Er beantragte dessen Aufhebung 

und die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen. Eventualiter sei die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zur Durchführung weiterer medizinischer Abklärungen 

zurückzuweisen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Im Wesentlichen 

C.a. 

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brachte der Beschwerdeführer zur Begründung vor, im vorliegenden Fall seien die 

Eingliederungsbemühungen der IV-Stelle abzuwarten. Selbst wenn davon 

ausgegangen würde, dass er wieder eingegliedert werden und eine leidensangepasste 

Tätigkeit finden könne, sei derzeit noch offen, ob und in welchem Umfang er eine 

solche Tätigkeit effektiv ausüben könne. Bei der Bestimmung des 

Invalideneinkommens sei ein Tabellenlohnabzug von 10 % sachgerecht. Aufgrund der 

Aktenlage lasse sich eine Integritätsentschädigung von 15 % rechtfertigen (act. G 1). 

Mit der Beschwerde reichte er u.a. einen Konsiliarbericht von Dr. med. M.___, Facharzt 

für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 29. April 2020 ein. 

Dieser führte darin aus, formal sei das Korrelat für die bestehenden Beschwerden die 

posttraumatische Veränderung an der Wirbelsäule. «Damit einhergehend ist die 

Einschränkung für jegliche Belastungen durch dann auftretende rein axiale 

Beschwerden verständlich». Therapeutisch kämen Infiltrationen infrage (act. G 1.8).

Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom 21. Oktober 

2020 die Abweisung der Beschwerde und verwies zur Begründung auf die 

Ausführungen im angefochtenen Einspracheentscheid. Sie reichte das Assessment- 

und Verlaufsprotokoll der Eingliederungsverantwortlichen der IV-Stelle vom 30. Juni 

2020 ein (act. G 5.1). Daraus ergebe sich, dass zu keiner Zeit Massnahmen zur 

Diskussion gestanden hätten, die den der Invalidenrente der Unfallversicherung 

zugrunde zu legenden Invaliditätsgrad hätten beeinflussen können (act. G 5).

C.b. 

In der Replik vom 18. Januar 2021 hielt der Beschwerdeführer unverändert an der 

Beschwerde fest (act. G 13).

C.c. 

Auf Antrag des Beschwerdeführers (act. G 13, II. 2) zog das Versicherungsgericht 

die IV-Akten bei (act. G 16).

C.d. 

Die Beschwerdegegnerin brachte in der Duplik vom 12. April 2021 vor, der RAD-

Arzt Dr. med. N.___, Facharzt für Chirurgie, gehe in der Stellungnahme vom 

24. November 2020 (IV-act. 69) aus somatischer Sicht ebenfalls wie die medizinischen 

Fachpersonen der Rehaklinik Bellikon davon aus, dass der Beschwerdeführer bezogen 

auf leidensangepasste Tätigkeiten über eine volle Arbeitsfähigkeit verfüge. In Bezug auf 

die psychischen bzw. nicht objektivierbaren Beschwerden sei die adäquate 

C.e. 

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Erwägungen

1.

In der Verfügung vom 19. November 2019 (UV-act. 116) hat die Beschwerdegegnerin 

sich explizit zwar nur zu den Ansprüchen auf Rente und Integritätsentschädigung 

geäussert. Sie hat einleitend aber immerhin auf ihr Schreiben vom 29. Oktober 2019, in 

welchem sie die Heilkosten- und Taggeldleistungen eingestellt hat (UV-act. 99), Bezug 

genommen. Der Einsprache ist mit dem Argument, die Eingliederungsbemühungen der 

IV seien abzuwarten, sodann zumindest sinngemäss ein Protest gegen die Einstellung 

der vorübergehenden Leistungen zu entnehmen. Entsprechend hat die 

Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid geprüft, ob sie den Fall «zu Recht per 

31.12.2019 abgeschlossen» habe (UV-act. 138-6 Ziff. 2 ff.). In der Beschwerde werden 

überdies «Heilungskosten» im Betreff erwähnt, und es wird (umfassend) die Zusprache 

der gesetzlichen Leistungen beantragt. Vor diesem Hintergrund sind sowohl die 

Einstellung der vorübergehenden Leistungen (Heilkostenübernahme und Taggeld) auf 

Ende Oktober 2019 als auch die Abweisung des Rentengesuchs und die Höhe des 

Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung zum Streitgegenstand des vorliegenden 

Verfahrens zu zählen.

Unfallkausalität zu verneinen. Des Weiteren wäre die Rechtsprechung gemäss BGE 

141 V 281 zu beachten, die im vorliegenden Fall gegen eine Invalidität spreche, da 

«viele IV-fremde Gründe» vorliegen würden. Zudem habe der Beschwerdeführer 

gegenüber der Arbeitslosenkasse eine Vermittlungsfähigkeit von 100 % angegeben 

(act. G 19).

Der Beschwerdeführer verzichtete stillschweigend auf eine weitere Stellungnahme 

(act. G 24).

C.f. 

Die Unfallkausalität bildet Anspruchsvoraussetzung für sämtliche 

Versicherungsleistungen der Unfallversicherung (Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Eine Leistungspflicht des 

Unfallversicherers besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und 

adäquat-kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (vgl. dazu BGE 

129 V 181 f. E. 3.1 f.). Für die Beantwortung der Frage nach dem Bestehen natürlicher 

Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf 

Angaben ärztlicher Experten oder Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht 

1.1. 

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2.  

nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (vgl. Alexandra 

Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung [UVG], 4. Aufl. 2012, S. 55 und 58).

Zunächst zu beurteilen ist die von der Beschwerdegegnerin per 1. November 2019 

angeordnete Einstellung der Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen.

2.1. 

Der Anspruch auf Heilbehandlung (Art. 10 UVG) und Taggeld (Art. 16 UVG) endet 

spätestens zum Zeitpunkt, in dem von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine 

namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet 

werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG; vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 8. Dezember 

2017, 8C_254/2017, E. 4.3, und vom 18. September 2012, 8C_425/2012, E. 4.2). Bei 

nicht objektivierbaren Beschwerdebildern, deren adäquate Unfallkausalität sich nach 

der sogenannten «Psychopraxis» bestimmt (BGE 115 V 133), stellen die nach 

Abschluss der Behandlung von somatischen Unfallfolgen noch 

behandlungsbedürftigen psychischen Leiden nach der Rechtsprechung des 

Bundesgerichts keinen Grund für einen Aufschub der Einstellung der Heilbehandlungs- 

und Taggeldleistungen dar, da die psychischen Beeinträchtigungen für die Beurteilung 

der Adäquanz bei der Psychopraxis unberücksichtigt zu bleiben haben (Urteil des 

Bundesgerichts vom 29. April 2016, 8C_892/2015, E. 4.1 mit Hinweisen). Sollte die 

Prüfung der Kriterien nach BGE 115 V 133 im Zeitpunkt des medizinischen 

Endzustands der unfallbedingten somatischen Gesundheitsschäden jedoch zu einer 

Bejahung der Adäquanz natürlicher unfallkausaler psychischer Leiden führen, hat der 

Unfallversicherer in Nachachtung des in Art. 19 Abs. 1 UVG enthaltenen Grundsatzes 

«medizinische Eingliederung vor Rente» bis zum Erreichen des Endzustands des 

unfallbedingten psychischen Schadens Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen zu 

erbringen. Ist dieser Endzustand erreicht, so ist bezüglich der adäquaten Kausalität 

eines allfälligen psychischen Dauerschadens (Erwerbsunfähigkeit und 

Integritätsschaden) eine neuerliche Adäquanzprüfung vorzunehmen (Entscheid des 

Versicherungsgerichts vom 2. März 2020, UV 2018/10, E. 2.1 mit Hinweisen auf die 

Literatur).

2.2. 

Der Begriff der ärztlichen Behandlung setzt eine kontinuierliche, mit einer 

gewissen Planmässigkeit auf eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands 

gerichtete Vorkehr voraus. Ärztliche Verlaufskontrollen, die Einnahme von 

Medikamenten sowie manualtherapeutische Behandlungen gelten nicht als 

kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf eine namhafte Verbesserung des 

2.2.1. 

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Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung im Sinn der Rechtsprechung 

(Urteil des Bundesgerichts vom 22. September 2016, 8C_306/2016, E. 5.3).

Der Begriff «namhaft» bringt zum Ausdruck, dass die durch weitere 

Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende 

Verbesserungen sowie nur vorübergehende Verbesserungen des Gesundheitszustands 

oder Verbesserungen allein der Befindlichkeit genügen diesem Erfordernis nicht. Dies 

gilt ebenfalls für Massnahmen, die lediglich der Symptombekämpfung dienen und nicht 

auf die Heilung des Gesundheitsschadens gerichtet sind (Urteil des Bundesgerichts 

vom 27. Mai 2010, 8C_29/2010, E. 4.2). Für die Beendigung des Anspruchs auf 

Heilbehandlung im Sinn von Art. 10 UVG ist ein Dahinfallen jeglichen Bedarfs an 

medizinischer Behandlung somit nicht vorausgesetzt (Urteil des Bundesgerichts vom 

2. Mai 2014, 8C_888/2013, E. 4.1 und E. 4.2.2). Dass die versicherte Person von 

weiterer Physiotherapie profitieren kann, genügt im Übrigen nicht, um das Erreichen 

eines ärztlich austherapierten Gesundheitszustands im Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG zu 

verneinen (siehe anstatt vieler etwa das Urteil des Bundesgerichts vom 3. Dezember 

2019, 8C_674/2019, E. 4.3).

2.2.2. 

Die Beschwerdegegnerin hat ausführlich und schlüssig dargelegt, dass die nicht 

objektivierbaren Schmerzangaben bzw. das psychische Leiden des Beschwerdeführers 

(siehe zur chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 

[ICD-10: F45.41] UV-act. 134-3 und IV-act. 133-2) in keinem adäquaten 

Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom 12. Oktober 2018 stehen bzw. steht 

(UV-act. 138, S. 8 f.). Darauf ist zu verweisen, zumal der Beschwerdeführer nichts 

dagegen vorbrachte bzw. sich damit gar nicht auseinandersetzte. Für die Beurteilung 

des Erreichens des medizinischen Endzustands im Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG sind 

damit ausschliesslich die objektivierbaren Unfallfolgen an der Wirbelsäule massgebend.

2.3. 

Am 11. Juli 2019 legte Dr. D.___ anhand der Ergebnisse der bildgebenden 

Abklärungen vom 2. Juli 2019 (UV-act. 68) eingehend begründet dar, dass die 

Frakturen konsolidiert seien. Wirbelsäulenchirurgische Therapievorschläge machte er 

keine (UV-act. 73). Wie sich aus dem Bericht von Dr. med. univ. O.___, Facharzt für 

Radiologie, vom 21. Oktober 2020 bzw. der von ihm gleichentags durchgeführten 

bildgebenden Abklärung ergibt, blieb der Gesundheitszustand in der Folge stationär 

(IV-act. 68-11). Dr. L.___ gelangte im Bericht vom 12. August 2020 ebenfalls zum 

Schluss, dass bereits im Juli 2019 keine erhöhte Instabilität im Bereich der 

gebrochenen Wirbel mehr bestanden habe, sondern sogar eine Konsolidierung der 

gebrochenen Wirbel erkennbar gewesen sei (IV-act. 56-3 unten mit skeptischen 

Ausführungen zu Erweiterungen der Schmerztherapie etwa mit Infiltrationen). Im 

2.4. 

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Rahmen der stationären Rehabilitation in der Rehaklinik Bellikon vom 12. August bis 

17. September 2019 konnte keine namhafte Verbesserung der Beschwerden erzielt 

werden. Die dort behandelnden medizinischen Fachpersonen empfahlen im 

Austrittsbericht vom 3. Oktober 2019 lediglich die Fortführung des instruierten 

Heimprogramms (UV-act. 95-2). Die analgetische Bedarfsmedikation war wirkungslos 

geblieben (UV-act. 95-4). Die am 14. August 2019 durchgeführte bildgebende 

Abklärung (BWS ap und lateral) hatte eine stationäre Situation gezeigt (UV-act. 95-10). 

Aus den übrigen Akten ergeben sich keine Hinweise auf ärztliche 

Behandlungsmöglichkeiten, von denen noch eine namhafte Besserung des 

objektivierbaren Gesundheitsschadens an der Wirbelsäule hätte erwartet werden 

können. Dies gilt umso mehr, als auch Dr. G.___ wenige Wochen später im Bericht vom 

11. Dezember 2019 die Auffassung vertrat, eine Kyphoplastie sei bei konsolidierten 

Wirbelkörpern wahrscheinlich nicht mehr möglich. Im Übrigen hielt er fest, «die 

Physiotherapie und Schmerztherapie scheint ausgeschöpft» (UV-act. 121-3). Dr. H.___ 

vermochte ebenfalls keine weiteren wirbelsäulenchirurgischen Behandlungsvorschläge 

zu machen und hielt weiterhin ein konservatives Vorgehen für indiziert. Die von ihr 

empfohlene multimodale Schmerztherapie erfolgte hauptsächlich mit Blick auf die 

Diskrepanzen in der Schmerzpräsentation und die nicht somatischen Ursachen der 

Beschwerden (Bericht vom 15. Januar 2020, UV-act. 131), womit offenbleiben kann, ob 

es sich hierbei überhaupt um einen der Verbesserung des Gesundheitszustands oder 

lediglich um einen der Symptombekämpfung dienenden Vorschlag handelte.

Nichts zu seinen Gunsten vermag der Beschwerdeführer aus dem von ihm ins Feld 

geführten Bericht von Dr. M.___ vom 23. April 2020 (IV-act. 41-4 f.; act. G 13, S. 2 

Mitte) abzuleiten. Denn weder daraus noch aus dem danach erstatteten Bericht vom 

29. April 2020 (act. G 1.8) ergeben sich Hinweise auf eine Verschlechterung der 

objektivierbaren Unfallfolgen oder aussagekräftige Einschätzungen zu im Sinn von 

Art. 19 Abs. 1 UVG erfolgversprechenden ärztlichen Massnahmen, welche die 

Einschätzung der medizinischen Fachpersonen der Rehaklinik Bellikon infrage zu 

stellen vermögen. Insbesondere äusserte sich Dr. M.___ ebenfalls deutlich 

zurückhaltend bezüglich operativer Massnahmen (act. G 1.8, S. 2). Dem Bericht vom 

23. April 2020 lässt sich allerdings entnehmen, dass der Beschwerdeführer – entgegen 

seinen bisherigen gegenüber der Beschwerdegegnerin gemachten Aussagen («Vor 

diesem Ereignis hatte ich nie Rückenprobleme», UV-act. 31-1 unten) – bereits vor dem 

Unfall vom 12. Oktober 2018 an «gelegentlichen Rückenschmerzen» litt. Auf weitere 

Abklärungen zu diesem Vorzustand kann indessen vorliegend mangels Bedeutung für 

die Entscheidfindung verzichtet werden.

2.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/16

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Im Licht der vorstehend dargestellten Umstände ist nicht zu beanstanden, dass die 

Beschwerdegegnerin bezüglich der somatischen Unfallfolgen im Oktober 2019 von 

einem medizinischen Endzustand ausging und die Heilbehandlungs- und 

Taggeldleistungen auf den 1. November 2019 einstellte. Bezüglich der 

Taggeldleistungen ist der Vollständigkeit halber zu ergänzen, dass der 

Beschwerdeführer ab November 2019 ohnehin bei einer Vermittlungsfähigkeit von 

100 % ein Taggeld der Arbeitslosenversicherung bezog (IV-act. 64) und damit 

gegenüber der Beschwerdegegnerin kein Taggeldanspruch mehr bestand (Art. 25 

Abs. 3 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]).

2.6. 

Eine allfällige Verzögerung der beruflichen Eingliederung durch die 

Invalidenversicherung ändert nichts am medizinischen Endzustand der Unfallfolgen 

bzw. daran, dass auf diesen Zeitpunkt hin die Einstellung der Heilbehandlungs- und 

Taggeldleistungen zu erfolgen hat (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Mai 2009, 

8C_306/2009, E. 4.3). Wie die Beschwerdegegnerin ausserdem zutreffend unter 

Hinweis auf das Assessment- und Verlaufsprotokoll der Eingliederungsverantwortlichen 

der IV-Stelle vom 30. Juni 2020 (act. G 5.1) darlegte (UV-act. 138-9 und act. G 5), 

standen beim Beschwerdeführer, der über keine qualifizierte Berufsausbildung verfügt 

(IV-act. 1-5 und act. G 5.1, S. 1), im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren zu 

keiner Zeit Eingliederungsmassnahmen zur Diskussion, welche geeignet gewesen 

wären, den unfallbedingten Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht 

kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) in einem 

rentenrelevanten Ausmass zu verringern (Urteil des Bundesgerichts vom 14. Januar 

2016, 8C_651/2015, E. 3.2.2). Insbesondere stellt die von der IV-Stelle gewährte 

Arbeitsvermittlung (UV-act. 132-2 f.) keine Eingliederungsmassnahme im Sinn von 

Art. 19 Abs. 1 und Abs. 3 UVG dar (Urteil des Bundesgerichts vom 18. Oktober 2012, 

8C_657/2012, E. 2.2.2). Ausserdem ist unabhängig von der konkret in Betracht 

fallenden Eingliederungsmassnahme über den (definitiven) Rentenanspruch im Sinn 

von Art. 19 Abs. 1 UVG zu befinden, wenn – wie vorliegend (siehe nachstehende E. 3.5) 

– bereits nach dem Abschluss der medizinischen Eingliederung kein 

rentenbegründender Mindestinvaliditätsgrad von 10 % (Art. 18 Abs. 1 UVG) resultiert 

(Urteil des Bundesgerichts vom 14. Januar 2016, 8C_651/2015, E. 3.2.2). Die 

Beschwerdegegnerin durfte daher direkt und unabhängig vom 

invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren zur Beurteilung eines Anspruchs auf eine 

(definitive) Invalidenrente im Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG schreiten (siehe hierzu 

nachstehende E. 3.1 ff.).

2.7. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/16

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3.  

Zu prüfen ist des Weiteren der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine 

Invalidenrente.

3.1. 

Ist eine versicherte Person infolge des Unfalls zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 

ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen 

des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG).

3.2. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines 

medizinischen Berichts ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 

352 E. 3a).

3.3. 

Die medizinischen Fachpersonen der Rehaklinik Bellikon bescheinigten dem 

Beschwerdeführer im Austrittsbericht vom 3. Oktober 2019 aus «unfallkausaler Sicht» 

bzw. unter Berücksichtigung ausschliesslich der objektivierbaren Unfallfolgen eine 

100%ige Arbeitsfähigkeit für dem Rückenleiden angepasste («keine längerdauernde 

Einnahme von Zwangshaltungen, keine Schläge/Vibrationsbelastung»), leichte bis 

mittelschwere Arbeiten (UV-act. 95-2). Diese Arbeitsfähigkeitsschätzung beruht auf 

einer umfassenden Berücksichtigung der vom Beschwerdeführer geklagten Leiden und 

auf im Rahmen einer mehrwöchigen stationären Rehabilitation, einschliesslich 

klinischer Untersuchung und durchgeführter Belastungstests, gewonnenen 

Erkenntnissen. Der Arbeitsfähigkeitsschätzung liegen des Weiteren bildgebende 

Abklärungsergebnisse vom 14. August 2019 (UV-act. 95-10) zugrunde, womit sich der 

Austrittsbericht auf allseitige Untersuchungen stützt. Nicht unfallkausale Faktoren 

wurden zu Recht ausgeklammert und insbesondere das dysfunktionale 

Schmerzverhalten des Beschwerdeführers gewürdigt. Die Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und die Beurteilung der objektivierbaren Unfallfolgen durch die 

medizinischen Fachpersonen der Rehaklinik Bellikon leuchten ein. Auch der RAD-Arzt 

Dr. N.___ schloss sich dieser Beurteilung an (Stellungnahme vom 24. November 2020, 

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/16

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IV-act. 69-4). Aus den übrigen medizinischen Akten gehen keine für die Beurteilung der 

objektiven Unfallfolgen relevante Gesichtspunkte hervor, welche die medizinischen 

Fachpersonen der Rehaklinik Bellikon ausser Acht gelassen hätten. Der 

Beschwerdeführer brachte ausserdem keine substanziierte Kritik an der von den 

medizinischen Fachpersonen der Rehaklinik Bellikon vorgenommenen 

Arbeitsfähigkeitsschätzung vor (vgl. act. G 1 und G 13). Vielmehr ging er gegenüber der 

Arbeitslosenversicherung ebenfalls davon aus, dass er für leidensangepasste 

Tätigkeiten über eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit verfügt (zur von ihm geltend 

gemachten und von der Arbeitslosenkasse anerkannten 100%igen 

Vermittlungsfähigkeit siehe IV-act. 64).

Der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensvergleich ist 

ausführlich und schlüssig begründet. Er blieb vom Beschwerdeführer denn auch an 

sich unbestritten (vgl. act. G 1 und act. G 13). Dieser macht einzig geltend, der von der 

Beschwerdegegnerin gewährte Tabellenlohnabzug von 5 % sei auf 10 % zu erhöhen 

(act. G 1, Rz 19). Zur Begründung brachte er ausschliesslich vor, die 

Integritätsentschädigung habe 10 % betragen. Allein dieser Umstand deute darauf hin, 

dass eine Einschränkung vorliege, welche sich invalidisierend (im Sinne des UVG) 

auswirken könne (act. G 1, Rz 19). Allerdings legt der Beschwerdeführer weder dar 

noch ist erkennbar, inwiefern die Höhe einer Integritätsentschädigung Rückschlüsse 

auf über die Arbeitsunfähigkeit hinausgehende lohnwirksame Nachteile auf dem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt zulässt. Er verkennt bei seinem Vorbringen, dass das 

versicherte Gut bzw. der versicherte Schaden beim Anspruch auf eine 

Integritätsentschädigung nicht das Erwerbspotenzial einer versicherten Person auf dem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt bzw. dessen Verlust ist. Art. 24 UVG versichert die 

körperliche, geistige und psychische Integrität gegen erhebliche Schädigung und steht 

damit in keinem relevantem Zusammenhang mit der konkreten Erwerbsfähigkeit bzw. 

deren konkreter Beeinträchtigung (siehe zum Ganzen nachstehende E. 4.2). In 

Anbetracht des noch nicht weit fortgeschrittenen Erwerbsalters des Beschwerdeführers 

(geboren 1972, UV-act. 1) und der uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für 

leidensangepasste Tätigkeiten, die auch bis mittelschwere, dem Rückenleiden 

angepasste Arbeiten umfasst (UV-act. 95-2 Mitte), besteht jedenfalls kein Anlass, den 

von der Beschwerdegegnerin gewährten 5%igen Tabellenlohnabzug zu erhöhen. Die 

Beschwerdegegnerin hat folglich zu Recht einen nicht rentenbegründenden 

Invaliditätsgrad ermittelt und das Rentengesuch abgewiesen.

3.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/16

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4.  

Es verbleibt die Prüfung der Höhe des Anspruchs auf eine 

Integritätsentschädigung. Die Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer 

gestützt auf die Beurteilung ihres Versicherungsmediziners Dr. F.___ vom 28. Oktober 

2019 (UV-act. 98) eine 10%ige Integritätsentschädigung zu.

4.1. 

Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche 

Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie 

Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die 

Integritätsentschädigung wird gemäss Art. 25 Abs. 1 UVG entsprechend der Schwere 

des Integritätsschadens abgestuft. Bei gleichem medizinischem Befund ist der 

Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. 

Spezielle Behinderungen der betroffenen Person bleiben dabei unberücksichtigt (BGE 

124 V 35 E. 3c, 113 V 221 E. 4b). Die Bemessung des Integritätsschadens hängt somit 

nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalls ab; es geht vielmehr um die 

medizinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung der körperlichen und/oder 

geistigen bzw. psychischen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen 

sind (BGE 115 V 147 E. 1). Nach Art. 36 Abs. 2 UVV wird die Integritätsentschädigung 

gemäss den Richtlinien des Anhangs 3 zur UVV bemessen. Dieser Anhang enthält eine 

als gesetzmässig und nicht abschliessend anerkannte Skala. Die medizinische 

Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala zusätzliche 

Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sogenannte Feinraster) erarbeitet. 

Diese Tabellen enthalten Richtwerte, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten 

gewährleistet werden soll; sie sind mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 

E. 1c mit Hinweis).

4.2. 

Dr. F.___ legte seiner Schätzung des Integritätsschadens für die objektivierbaren 

Unfallfolgen den Feinraster von Tabelle 7.2 zugrunde und begründete schlüssig und im 

Einklang mit der Rechtslage (siehe vorstehende E. 4.2), weshalb er auf den Mittelwert 

der vorgegebenen Bandbreite von 5 bis 15 % abstellte, worauf zu verweisen ist (UV-

act. 98). Der Beschwerdeführer legt denn auch gar nicht konkret dar, weshalb diese 

fachliche Ermessensausübung unrichtig wäre bzw. welche relevanten Gesichtspunkte 

zu Unrecht ausser Acht gelassen worden wären. Vielmehr beschränkt er sich in der 

Beschwerde – wie bereits in der Einsprache vom 6. Januar 2020 (UV-act. 124-3) – auf 

die nicht näher substanziierte Behauptung, aufgrund der Aktenlage lasse sich eine 

Integritätsentschädigung von 15 % rechtfertigen, weshalb diese entsprechend 

anzuheben sei (act. G 1, Rz 20). Anzufügen bleibt, dass die gesamte übrige 

medizinische Aktenlage keine Aussage zu einem Integritätsschaden enthält.

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/16

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5.  

Gemäss vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember 

2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss Art. 82a ATSG noch 

anwendbaren Fassung). Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch 

auf eine Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 30.08.2021
	Art. 10, 16, 18, 19 und 24 UVG. Die Einstellung der Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen erfolgte zu Recht, da der medizinische Endzustand im Einstellungszeitpunkt erreicht war. Bei einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten resultiert im Rahmen eines Einkommensvergleichs kein Anspruch auf eine Invalidenrente. Bestätigung der von der Beschwerdegegnerin zugesprochenen 10%igen Integritätsentschädigung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 30. August 2021, UV 2020/60).

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