# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9bf062ca-3de4-5e23-bfb2-bb529d5f46e6
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-10
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 10.11.2014 S 2014 76
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2014-76_2014-11-10.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

S 14 76

Versicherungsgericht

Verwaltungsrichterin Moser als Einzelrichterin und Lehmann als 

Aktuar ad hoc

URTEIL
vom 10. November 2014

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

Beschwerdeführerin

gegen 

Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden, 

Beschwerdegegner

betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung

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1. A._____ arbeitete seit dem 1. Februar 2012 für die Firma B._____ in 

O.1._____. Diese Stelle kündigte sie am 26. September 2013 per 

30. November 2013. Am 2. Dezember 2013 meldete sie einen Anspruch 

auf Arbeitslosenversicherungstaggeld im Umfang von 100 % ab selbigem 

Datum an.

2. Mit Schreiben vom 18. Dezember 2013 gab die Arbeitslosenkasse 

Graubünden A._____ Gelegenheit, sich zu den Gründen der Kündigung 

vom 26. September 2013 zu äussern. Daraufhin ging bei der genannten 

Kasse ein Arztbericht von Dr. med. C._____ vom 23. Dezember 2013 ein. 

Darin bestätigte dieser, dass A._____ wegen rezidivierenden ORL-

Infekten bei etlichen Spezialisten in Behandlung gewesen war. Weiter 

hielt Dr. med. C._____ fest, dass die bislang nicht definitiv gelösten 

gesundheitlichen Probleme seine Patientin zur Auflösung ihres letzten 

Arbeitsverhältnisses bewogen hätten, da diese insbesondere bei 

Kälteexposition an den erwähnten Problemen leide, welche mit 

medikamentöser Therapie nur schwer zu beeinflussen seien. 

3. Mit Verfügung vom 21. Januar 2014 stellte die Arbeitslosenkasse 

Graubünden A._____ wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für 

31 Tage in der Anspruchsberechtigung ein. Dies im Wesentlichen mit der 

Begründung, dass die Unzumutbarkeit des Beibehaltens einer Stelle aus 

gesundheitlichen Gründen oder aus Gründen des Betriebs- oder 

Arbeitsklimas auf jeden Fall durch ein eindeutiges ärztliches Zeugnis oder 

Gutachten belegt werden müsse. Ein solches klares, eindeutiges Zeugnis 

liege der Arbeitslosenkasse jedoch nicht vor. So enthalte der Bericht von 

Dr. med. C._____ in Bezug auf die Dringlichkeit eines Stellenwechsels 

keine eindeutigen Angaben.

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4. Gegen die Verfügung vom 21. Januar 2014 erhob A._____ am 

21. Februar 2014 Einsprache. Dabei beantragte sie unter anderem eine 

Aktenedition sowie das Einholen eines Arztberichtes bei Dr. med. 

D._____. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass ihr das 

rechtliche Gehör nicht gewährt worden sei. Sodann habe sie aus 

gesundheitlichen Gründen ihre Arbeitsstelle aufgeben müssen. Am 

23. Dezember 2013 habe Dr. med. C._____ mit der Arbeitslosenkasse 

Graubünden telefoniert und dort seine Einschätzungen zum vorliegenden 

Fall mitgeteilt. Bezüglich dieses Telefonates verlangte A._____ die Edition 

einer allfällig erstellten Aktennotiz der Arbeitslosenkasse.

5. Daraufhin tätigte die Arbeitslosenkasse Graubünden interne Abklärungen 

im Zusammenhang mit dem von A._____ erwähnten Telefonat von 

Dr. med. C._____. Diese hätten ergeben, dass sich weder der zuständige 

Sachbearbeiter noch dessen Stellvertreter an das telefonische Gespräch 

erinnern könnten und auch keine entsprechende Aktennotiz erstellt 

worden sei.

6. Mit Schreiben vom 18. März 2014 teilte das Amt für Industrie, Gewerbe 

und Arbeit Graubünden (KIGA) A._____ mit, dass sich aus den 

Zeugnissen von Dr. med. C._____ und Dr. med. E._____ keine 

Bestätigung entnehmen lasse, wonach eine Auflösung des 

Arbeitsverhältnisses aus gesundheitlicher Sicht zwingend gewesen wäre. 

Allenfalls könne dies Dr. med. D._____ tun. A._____ wurde deshalb 

angewiesen, ein entsprechendes Zeugnis dieses Arztes einzureichen.

7. Am 27. März 2014 teilte A._____ dem KIGA mit, dass sich Dr. med. 

D._____ geweigert habe, ihr ein Zeugnis auszustellen. Daraufhin 

ersuchte das KIGA Dr. med. D._____ um die Herausgabe des erwähnten 

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Arztberichts. Dieser Bericht vom 6. September 2013 ging am 17. April 

2014 beim KIGA ein.

8. Mit Einspracheentscheid vom 30. April 2014 wies das KIGA die von 

A._____ erhobene Einsprache ab. Keiner der dem KIGA vorliegenden 

Arztberichte halte ausdrücklich oder auch nur sinngemäss fest, dass 

A._____ ihre Gesundheit gefährdet hätte, wenn sie bis zum Auffinden 

einer neuen, unmittelbar anschliessenden Stelle am Arbeitsplatz 

verblieben wäre. Sodann habe keiner der behandelnden Ärzte eine 

Auflösung des Arbeitsverhältnisses aus gesundheitlichen Gründen 

empfohlen. Insgesamt sei die behauptete Unzumutbarkeit des 

Verbleibens an der Arbeitsstelle somit nicht nachgewiesen.

9. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 2. Juni 

2014 Einsprache (recte: Beschwerde) an das Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden. Dabei beantragte sie die Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 30. April 2014. Zur Begründung führte sie im 

Wesentlichen aus, dass ihr das rechtliche Gehör nicht gewährt worden 

sei. Mit Schreiben vom 13. Januar 2014 sei ihr noch mitgeteilt worden, 

dass aufgrund ihrer eingereichten Stellungnahme und den 

dazugehörigen, beigelegten Unterlagen betreffend Arbeitsbemühungen 

auf eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung verzichtet werde. 

Später habe sie dann trotzdem eine Einstellungsverfügung – zwar nicht 

wegen ungenügender Arbeitsbemühungen sondern wegen 

selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit – völlig unerwartet zur Kenntnis 

nehmen müssen. Die Nichterstellung einer Aktennotiz über das 

Telefongespräch vom 23. Dezember 2013 zwischen Dr. med. C._____ 

und der Arbeitslosenkasse Graubünden und folglich dessen 

Nichtbeachtung im Einspracheverfahren stelle sodann einen groben 

Verfahrensfehler dar, welcher im Beschwerdeverfahren nicht geheilt 

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werden könne. Eine schriftliche Bestätigung dieses Telefonats von 

Dr. med. C._____ werde dem Gericht demnächst nachgereicht. Im 

Weiteren stütze sich das KIGA in seinem Einspracheentscheid 

massgeblich auf den Arztbericht von Dr. med. D._____ vom 6. September 

2013. Dieser Bericht sei ihr vorgängig jedoch nicht zur Stellungnahme 

zugestellt worden und bis heute nicht bekannt. Diese Verletzung der 

Verfahrensvorschriften führe zur Nichtigkeit des angefochtenen 

Entscheids. Ihre Arbeitsstelle habe sie aus gesundheitlichen Gründen und 

auf ausdrücklichen ärztlichen Rat aufgegeben. Von einer 

selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit könne keine Rede sein. Aufgrund der 

misslichen klimatischen Bedingungen an ihrem Arbeitsplatz, 

insbesondere stetiger Durchzug und kühle Temperaturen wegen dauernd 

geöffneter Türe, und den daraus resultierenden gesundheitlichen Folgen 

(rezidivierenden ORL-Infekten) sei ihr ein Verbleiben an der Arbeitsstelle 

aus medizinischen Gründen nicht mehr zuzumuten gewesen. Dem 

Bericht von Dr. med. E._____ könne auch entnommen werden, dass von 

ärztlicher Seite das Überdenken der ungünstigen Arbeitssituation im 

B._____ empfohlen worden sei. Weiter halte es Dr. med. E._____ für gut 

nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin bei einer Tätigkeit im 

ständigen Luftzug unter einer erhöhten Infektanfälligkeit leide, was 

ebenfalls aus seinem Bericht hervorgehe. 

10. In seiner Stellungnahme vom 18. Juni 2014 beantragte das KIGA 

(nachfolgend: Beschwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde. Die 

Beschwerdeführerin sei vorliegend den erforderlichen Nachweis schuldig 

geblieben, dass die Auflösung ihres Arbeitsverhältnisses aus 

medizinischer Sicht grundsätzlich angezeigt und ein weiterer Verbleib an 

der Arbeitsstelle unzumutbar gewesen wäre. So gehe aus dem Bericht 

von Dr. med. C._____ vom 23. Dezember 2013 nicht hervor, dass die 

gesundheitlichen Probleme die Beschwerdeführerin zur Auflösung ihres 

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Arbeitsverhältnisses gezwungen hätten. Weiter halte Dr. med. E._____ in 

seinem Bericht vom 18. Februar 2013 ausdrücklich fest, zum 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Kündigung 

keine Stellung nehmen zu können. Auch der Bericht von Dr. med. 

D._____ vom 6. September 2013 äussere sich mit keinem Wort zu einer 

allfälligen Unzumutbarkeit der damaligen Tätigkeit der 

Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen Gründen. Unbehelflich erweise 

sich schliesslich der Hinweis der Beschwerdeführerin, wonach sie nicht 

rechtsgenüglich zur Stellungnahme aufgefordert worden sei. Die 

Aufforderung zur Stellungnahme sei nachweislich in ihrem Machtbereich 

eingegangen.

11. In der Replik vom 18. August 2014 hielt die Beschwerdeführerin an ihren 

Anträgen und Ausführungen fest. Der Rechtsschrift legte sie noch ein 

Bestätigungsschreiben von Dr. med. C._____ vom 27. Juni 2014 bei. Aus 

diesem Schreiben gehe hervor, dass sie ihr Arbeitsverhältnis aus 

gesundheitlichen Gründen habe auflösen müssen und dass dieser 

Sachverhalt der Arbeitslosenkasse Graubünden am 23. Dezember 2013 

telefonisch mitgeteilt worden sei. Der Beschwerdegegner habe seine 

Entscheidung unter Missachtung dieses Telefonats getroffen, womit sich 

der angefochtene Entscheid als nichtig erweise.

12. Am 22. August 2014 reichte der Beschwerdegegner eine Duplik ein. Darin 

hielt er vollumfänglich an seinen bisherigen Ausführungen fest und führte 

noch aus, dass die Beschwerdeführerin auch den Nachweis schuldig 

geblieben sei, bereits vor Aussprechen der Kündigung nach anderen 

Lösungen gesucht zu haben.

13. Auf Aufforderung der Instruktionsrichterin reichte der Beschwerdegegner 

dem Gericht am 1. September 2014 Akten ein, welche im 

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Zusammenhang mit dem von der Beschwerdeführerin erwähnten 

Verfahren betreffend Arbeitsbemühungen standen. In ihrer 

Stellungnahme vom 12. September 2014 hielt die Beschwerdeführerin 

dazu fest, dass sie sich sehr wohl vor Beginn der Arbeitslosigkeit 

genügend um eine andere Anstellung bemüht habe. Dies ergebe sich 

bereits aus dem Schreiben vom 13. Januar 2014, in welchem der 

Beschwerdegegner die ausreichende Bemühung um Arbeit selbst 

bestätige. Ungenügende Arbeitsbemühungen vor der Arbeitslosigkeit 

seien sodann nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens, 

weshalb die diesbezüglichen Rügen des Beschwerdegegners aus dem 

Recht zu weisen seien.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften und auf den 

angefochtenen Einspracheentscheid wird, soweit erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:

1. a) Aus Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100) in Verbindung mit Art. 56 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 831.1) ergibt sich die sachliche 

Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden zur 

Beurteilung der vorliegenden Streitsache. Da die Beschwerdeführerin 

ihren Wohnsitz in Chur/GR hat, ist das angerufene Verwaltungsgericht 

auch örtlich zuständig (Art. 58 Abs. 1 ATSG). Auf die im Übrigen form- 

und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

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b) Gemäss Art.  43 Abs. 3 lit. a VRG entscheidet das Verwaltungsgericht in 

einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert Fr. 5‘000.-- nicht 

überschreitet und keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist. Der 

versicherte Verdienst der Beschwerdeführerin beträgt Fr. 4‘176.--. Dieser 

wird ihr im Umfang von 80 % entschädigt, womit sie ein Taggeld von 

Fr. 153.95 erhält (Fr. 4‘176.-- × 0.8 ÷ 21.7 Tage/Monat). Die vorliegende 

Beschwerde richtet sich gegen die Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung für 31 Tage. Der Streitwert beträgt damit 

Fr. 4‘772.45 (31 Tage × Fr. 153.95). Da die vorliegende Streitsache 

gemäss Art. 43 Abs. 2 VRG nicht in Fünferbesetzung zu entscheiden ist, 

ist die Zuständigkeit der Einzelrichterin offensichtlich gegeben.

2. a) In formeller Hinsicht macht die Beschwerdeführerin zunächst geltend, 

dass sie die Einstellungsverfügung vom 21. Januar 2014 völlig unerwartet 

habe zur Kenntnis nehmen müssen. Sodann habe sich der 

Beschwerdegegner in seinem Einspracheentscheid vom 30. April 2014 

massgeblich auf den Arztbericht von Dr. med. D._____ vom 6. September 

2013 gestützt. Dieser Bericht sei ihr jedoch vor dem Entscheid nicht zur 

Stellungnahme zugestellt worden, was eine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs darstelle.

b) Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV sowie auch nach Art. 42 ATSG haben die 

Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient 

einerseits der Sachaufklärung, anderseits stellt es ein 

persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids 

dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört 

insbesondere das Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtstellung 

eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise 

beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen (vgl. Art. 47 Abs. 1 lit. b 

ATSG), mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der 

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Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich 

zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, 

den Entscheid zu beeinflussen (vgl. BGE 132 V 368 E.3.1 mit weiteren 

Hinweisen).

c) Aus Inhalt und Funktion des Akteneinsichtsrechts als Teil des Anspruchs 

auf rechtliches Gehör folgt nach der Rechtsprechung, dass grundsätzlich 

sämtliche beweiserheblichen Akten den Beteiligten gezeigt werden 

müssen, sofern in dem sie unmittelbar betreffenden Entscheid darauf 

abgestellt wird. Denn es gehört zum Kerngehalt des rechtlichen Gehörs, 

dass die Adressaten des Entscheids vor Erlass eines für sie nachteiligen 

Verwaltungsaktes zum Beweisergebnis Stellung nehmen können. Das 

Akteneinsichtsrecht ist somit eng mit dem Äusserungsrecht verbunden, 

gleichsam dessen Vorbedingung. Die Versicherte kann sich nur dann 

wirksam zur Sache äussern und geeignete Beweise führen oder 

bezeichnen, wenn ihr die Möglichkeit eingeräumt wird, die Unterlagen 

einzusehen, auf welche sich die Behörde bei ihrem Entscheid gestützt 

hat. Das rechtliche Gehör dient in diesem Sinne einerseits der 

Sachaufklärung und stellt anderseits ein persönlichkeitsbezogenes 

Mitwirkungsrecht im Verfahren dar. Daraus ergibt sich, dass der 

Versicherer, welcher neue Akten beizieht, auf die er sich in seinem 

Entscheid zu stützen gedenkt, grundsätzlich verpflichtet ist, die Beteiligten 

über den Aktenbeizug zu informieren (vgl. BGE 132 V 387 E.3.1, 115 V 

302 E.2e; KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, Art. 42 

Rz. 14). Das Akteneinsichtsrecht bezieht sich auf sämtliche 

verfahrensbezogenen Akten, die geeignet sind, Grundlage des 

Entscheids zu bilden. Die Akteneinsicht ist demnach auch zu gewähren, 

wenn die Ausübung des Akteneinsichtsrechts den Entscheid in der Sache 

nicht zu beeinflussen vermag. Die Einsicht in die Akten, die für ein 

bestimmtes Verfahren erstellt oder beigezogen wurden, kann demnach 

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nicht mit der Begründung verweigert werden, die fraglichen Akten seien 

für den Verfahrensausgang belanglos. Es muss vielmehr der Betroffenen 

selber überlassen sein, die Relevanz der Akten zu beurteilen (vgl. BGE 

132 V 387 E.3.2 mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichtes 

2A.444/1995 vom 13. August 1996).

d) Das Recht auf Akteneinsicht ist wie das Recht, angehört zu werden, 

formeller Natur. Die Verletzung des Rechts auf Akteneinsicht führt 

ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur 

Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Vorbehalten bleiben 

praxisgemäss Fälle, in denen die Verletzung des Akteneinsichtsrechts 

nicht besonders schwer wiegt und dadurch geheilt wird, dass die Partei, 

deren rechtliches Gehör verletzt wurde, sich vor einer Instanz äussern 

kann, welche sowohl die Tat- als auch die Rechtsfragen uneingeschränkt 

überprüft. Von einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des 

rechtlichen Gehörs an die Verwaltung ist im Sinne einer Heilung des 

Mangels selbst bei schwer wiegenden Verletzungen des rechtlichen 

Gehörs dann abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem 

formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen 

würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der 

betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu 

vereinbaren wären (vgl. BGE 137 I 195 E.2.3.2, 136 V 117 E.4.2.2.2, 133 

I 201 E.2.2, 132 V 387 E.5.1; Urteil des Bundesgerichtes 4D_111/2010 

vom 19. Januar 2011 E.3.1).

3. a) Mit Schreiben vom 18. Dezember 2013 gab die Arbeitslosenkasse 

Graubünden der Beschwerdeführerin nachweislich vor Erlass der 

Einstellungsverfügung Gelegenheit, sich zu den Gründen ihrer 

Stellenaufgabe zu äussern (vgl. beschwerdegegnerische Akten [Bg-

act.] 6). Es trifft damit nicht zu, dass diese völlig unerwartet von der 

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Einstellung in der Anspruchsberechtigung hätte Kenntnis nehmen 

müssen. Diesbezüglich liegt somit keine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs vor.

b) Was den Arztbericht von Dr. med. D._____ betrifft, so gilt es in 

tatsächlicher Hinsicht zunächst festzuhalten, dass die 

Beschwerdeführerin in ihrer Einsprache vom 21. Februar 2014 von der 

Arbeitslosenkasse Graubünden die Edition von Akten sowie das Einholen 

eines Berichtes bei Dr. med. D._____ verlangte. Anschliessend wurde die 

Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 18. März 2014 vom 

Beschwerdegegner angewiesen, ein entsprechendes Zeugnis des 

genannten Arztes einzureichen. Dies, weil sich aus den bereits 

vorhandenen Zeugnissen keine Bestätigung entnehmen lasse, wonach 

eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses aus gesundheitlicher Sicht 

zwingend gewesen wäre (vgl. Bg-act. 11). Daraufhin teilte die 

Beschwerdeführerin dem Beschwerdegegner am 27. März 2014 mit, dass 

sich Dr. med. D._____ geweigert habe, ihr ein Zeugnis auszustellen. Es 

sei Sache der Arbeitslosenkasse Graubünden ein solches Zeugnis von 

Amtes wegen einzuholen (vgl. Bg-act. 12). Danach ersuchte der 

Beschwerdegegner Dr. med. D._____ um Herausgabe des erwähnten 

Arztberichts, welcher am 17. April 2014 schliesslich einging (vgl. Bg-

act. 13). Über dessen Vorliegen bzw. Inhalt wurde die 

Beschwerdeführerin jedoch unbestrittenermassen nicht in Kenntnis 

gesetzt. Unzweifelhaft ist sodann, dass der Beschwerdegegner im 

angefochtenen Entscheid darauf Bezug nahm, führte er doch aus, dass 

auch der Bericht von Dr. med. D._____ vom 6. September 2013 sich mit 

keinem Wort zu einer allfälligen Unzumutbarkeit der damaligen Tätigkeit 

der Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen Gründen äussere. Ferner 

erweist sich der Bericht von Dr. med. D._____ grundsätzlich als geeignet, 

das Ergebnis des Entscheids zu beeinflussen, wird darin doch über den 

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Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Zeitraum vor der 

Kündigung Auskunft gegeben. Unter Berücksichtigung der vorstehend 

zitierten Rechtsprechung und dem Begehren um Aktenedition wäre es 

damit angezeigt gewesen, die Beschwerdeführerin über den Eingang 

bzw. über den Aktenbeizug zu informieren, damit diese zum Inhalt hätte 

Stellung nehmen können. Zu berücksichtigen ist jedoch vorliegend, dass 

der Beschwerdegegner der Beschwerdeführerin sowohl vor Erlass der 

Verfügung (vgl. Bg-act. 6) als auch vor Erlass des angefochtenen 

Entscheids (vgl. Bg-act. 11) Möglichkeit zur Stellungnahme einräumte und 

zur weiteren Abklärung des Sachverhalts und allfälligen Verbesserung der 

Beweislage der Beschwerdeführerin – ihrem Begehren entsprechend – 

den Arztbericht bei Dr. med. D._____ einholte. Zudem stützte sich der 

Beschwerdegegner im angefochtenen Entscheid lediglich ergänzend zu 

den Berichten von Dr. med. C._____ und Dr. med. E._____ auf den 

Bericht von Dr. med. D._____ ab. Mit Blick auf die gerügte Verletzung des 

Äusserungs- bzw. Akteneinsichtsrechts ist somit zwar von einer 

Verletzung des rechtlichen Gehörs auszugehen, der Mangel ist jedoch als 

nachträglich geheilt zu qualifizieren, weil es sich aufgrund des eben 

Geschilderten um keine schwerwiegende Verletzung der Parteirechte 

handelt und sich die Beschwerdeführerin im Rahmen eines doppelten 

Schriftenwechsels vor dem Verwaltungsgericht, das sowohl den 

Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann (volle 

Kognition), ausführlich zu allen Fragen – insbesondere auch zum Bericht 

von Dr. med. D._____ vom 6. September 2013 – äussern konnte. 

Überdies würde eine Rückweisung der Sache zur Gewährung des 

rechtlichen Gehörs an den Beschwerdegegner, was von der 

Beschwerdeführerin ohnehin nicht beantragt wurde, zu einem 

formalistischen Leerlauf sowie zu unnötiger Verzögerungen führen. 

Folglich sprechen vorliegend auch verfahrensökonomische Gründe gegen 

eine Rückweisung.

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4. In formeller Hinsicht bleibt somit noch zu prüfen, wie es sich mit dem 

Vorbringen der Beschwerdeführerin bezüglich Nichterstellung der 

Aktennotiz verhält. In diesem Zusammenhang bringt sie vor, der 

Arbeitslosenkasse Graubünden sei am 23. Dezember 2013 von Dr. med. 

C._____ telefonisch mitgeteilt worden, dass sie ihr Arbeitsverhältnis aus 

medizinischen Gründen hätte auflösen müssen. Das Gespräch sei jedoch 

nicht in einer Aktennotiz festgehalten worden. Die Nichterstellung einer 

Aktennotiz über ein derart wichtiges Telefongespräch, und folglich deren 

Nichtbeachtung im Einspracheverfahren, stelle einen groben 

Verfahrensfehler dar, welcher im Beschwerdeverfahren nicht geheilt 

werden könne. Dazu hält der Beschwerdegegner fest, dass sich weder 

der zuständige Sachbearbeiter der Arbeitslosenkasse Graubünden noch 

dessen Stellvertreter an das telefonische Gespräch erinnern könnten und 

dass auch keine entsprechende Aktennotiz erstellt worden sei. Daraus 

kann nun jedoch nicht auf einen groben Verfahrensfehler geschlossen 

werden. In seinem Schreiben vom 27. Juni 2014 bestätigt Dr. med. 

C._____ zwar, dass er am 23. Dezember 2013 seine Einschätzung zu 

den gesundheitlichen Beweggründen der Kündigung des 

Arbeitsverhältnisses der Beschwerdeführerin einem Mitarbeiter der 

Arbeitslosenkasse Graubünden telefonisch mitgeteilt habe. Gleichentags 

habe er der genannten Kasse aber auch in Ergänzung zum 

Telefongespräch ein entsprechendes Zeugnis zugestellt (vgl. Beilage 1 

Beschwerdeführerin). Dieses Zeugnis datiert vom 23. Dezember 2013 

und lag dem Beschwerdegegner nachweislich bereits vor Erlass der 

Einstellungsverfügung vom 21. Januar 2014 vor (vgl. Bg-act. 8). Sodann 

wurde es in die Beurteilung betreffend Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit 

miteinbezogen. Dass der Beschwerdegegner über das angeblich geführte 

Telefonat zwischen Dr. med. C._____ und der Arbeitslosenkasse 

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Graubünden keine Aktennotiz erstellte, gereicht der Beschwerdeführerin 

somit nicht zum Nachteil, weswegen ihre diesbezüglichen Vorbringen 

vorliegend ohne Wirkung bleiben. 

5. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet der 

Einspracheentscheid vom 30. April 2014. Streitig und nachfolgend zu 

prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin zu Recht wegen 

selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für 31 Tage in ihrer 

Anspruchsberechtigung eingestellt wurde.

6. a) Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; 

SR 837.0) ist die Versicherte in der Anspruchsberechtigung einzustellen, 

wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos ist. Die Dauer der 

Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens und beträgt je 

nach Einstellungsgrund höchstens 60 Tage (Art. 30 Abs. 3 AVIG). Ein 

Selbstverschulden im Sinne der Arbeitslosenversicherung liegt dann vor, 

wenn und soweit der Eintritt der Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren 

zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Umständen 

und Verhältnissen vermeidbaren Verhalten der Versicherten liegt, für das 

die Arbeitslosenversicherung die Haftung nicht übernimmt (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_958/2008 vom 30. April 2009 E.2.2 mit weiteren 

Hinweisen). Als selbstverschuldet gilt die Arbeitslosigkeit unter anderem 

auch dann, wenn die Versicherte das Arbeitsverhältnis von sich aus 

aufgelöst hat, ohne dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei 

denn, dass ihr das Verbleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet 

werden konnte (Art. 44 Abs. 1 lit. b der Verordnung über die 

obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 

[AVIV; SR 837.02]).

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b) Im Bereich der freiwilligen Stellenaufgabe nach Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV 

findet das sozialversicherungsrechtliche Schadenminderungsprinzip 

(Art. 17 Abs. 1 AVIG) seine Grenze am Zumutbarkeitsgedanken (Art. 16 

Abs. 2 AVIG). Gesetzlicher Anknüpfungspunkt für den Begriff der 

zumutbaren Arbeit bildet Art. 16 AVIG, wonach grundsätzlich jede Arbeit 

zumutbar ist (Abs. 1), es sei denn, einer der in Abs. 2 lit. a – i 

abschliessend aufgezählten Ausnahmetatbestände liege vor (vgl. BGE 

124 V 62 E.3b). Die Unzumutbarkeitsgründe müssen kumulativ 

ausgeschlossen sein, damit eine zumutbare Arbeit angenommen werden 

kann. Eine Stelle, die im Sinne von Art. 16 Abs. 2 AVIG unzumutbar und 

damit von der Annahmepflicht ausgenommen ist, kann der versicherten 

Person auch nicht zum Beibehalten zugemutet werden. Dabei ist bei der 

Bewertung der Zumutbarkeit bezüglich Beibehaltung einer Stelle ein 

strengerer Massstab anzuwenden, als bei der Annahme einer solchen 

(vgl. GERHARDS, Kommentar zum AVIG, Bd. I, Bern 1987, Art. 30 Rz. 13; 

BGE 124 V 234 E.4b/bb). Der versicherten Person darf aufgrund der ihr 

obliegenden Schadenminderungspflicht in der Regel zugemutet werden, 

für eine begrenzte Zeit im unbefriedigenden Arbeitsverhältnis zu bleiben 

und sich von dort aus um eine neue Stelle zu bemühen (vgl. FAESI, 

Arbeitslosenentschädigung und Zwischenverdienst, Diss. Zürich 1999, 

S. 309; CHOPARD, Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Diss. 

Zürich 1998, S. 116).

c) Bei der Prüfung der Frage, ob eine Sanktion wegen Selbstaufgabe der 

Stelle im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV zulässig ist, gilt es, das 

Übereinkommen Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) 

über die Beschäftigungsförderung und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit 

vom 21. Juni 1988 (SR 0.822.726.8; Übereinkommen) zu beachten, das 

für die Schweiz am 17. Oktober 1991 in Kraft getreten ist. Nach Art. 20 

lit. c des Übereinkommens können Leistungen der 

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Arbeitslosenversicherung verweigert, entzogen, zum Ruhen gebracht 

oder gekürzt werden, wenn die zuständige Stelle festgestellt hat, dass die 

betreffende Person ihre Beschäftigung freiwillig („volontairement“) und 

ohne triftigen Grund („sans motif légitime“) aufgegeben hat; hierfür muss 

kein qualifiziertes Verschulden gegeben sein (vgl. BGE 124 V 234 E.3b). 

Wie auch das Bundesgericht festgehalten hat, kann nicht von einer 

freiwilligen Beschäftigungsaufgabe im Sinne des Übereinkommens 

gesprochen werden, wenn die versicherte Person für das Verlassen der 

Stelle legitime Gründe zu nennen vermag (vgl. BGE 124 V 234 E.4b/aa).

7. a) Vorliegend gilt in tatsächlicher Hinsicht als erstellt, dass die 

Beschwerdeführerin ihre Arbeitsstelle bei der Firma B._____ in O.1._____ 

am 26. September 2013 per 30. November 2013 gekündigt hatte, womit 

von einer Selbstkündigung auszugehen ist. Als Kündigungsgrund gab sie 

damals an, eine andere berufliche Herausforderung antreten zu wollen. 

Unbestritten ist sodann auch, dass ihr im Zeitpunkt der Auflösung des 

Arbeitsverhältnisses keine andere Arbeitsstelle zugesichert war. Zu 

prüfen bleibt damit noch, ob der Beschwerdeführerin das Verbleiben an 

der bisherigen Arbeitsstelle allenfalls nicht zugemutet werden konnte und 

damit nicht von einer selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit auszugehen 

wäre.

b) Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie habe das Arbeitsverhältnis aus 

gesundheitlichen Gründen und auf ausdrücklichen ärztlichen Rat 

aufgegeben. Gemäss Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG ist eine Arbeit unter 

anderem unzumutbar, die dem Gesundheitszustand der Versicherten 

nicht angemessen ist. Wie der Beschwerdegegner korrekt ausführte, 

muss sich dabei die Unzumutbarkeit der Arbeit aus gesundheitlichen 

Gründen gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts durch 

ein eindeutiges Arztzeugnis oder allenfalls durch andere geeignete 

- 17 -

Beweismittel belegen lassen. Aus Gründen der Rechtssicherheit darf sich 

die Arbeitslosenkasse nicht mit blossen Behauptungen begnügen, 

sondern benötigt vielmehr zweckdienliche Beweismittel, welche primär die 

versicherte Person im Rahmen der ihr obliegenden Mitwirkungspflicht bei 

der Abklärung des Sachverhalts beizubringen hat (vgl. BGE 124 V 234 

E.4b/bb; bestätigt etwa in: Urteile des Bundesgerichts 8C_742/2013 vom 

27. November 2013 E.4.1, 8C_943/2012 vom 13. März 2013 E.2, C 

153/06 vom 12. März 2007 E.3.4). 

c) In casu liegen drei Arztberichte im Recht. Aus dem Bericht von Dr. med. 

C._____ vom 23. Dezember 2013 (vgl. Bg-act. 8) geht hervor, dass die 

Beschwerdeführerin wegen rezidivierenden ORL-Infekten bei etlichen 

Spezialisten in Behandlung war. Sodann lässt sich daraus entnehmen, 

dass die bisher nicht definitiv gelösten gesundheitlichen Probleme die 

Beschwerdeführerin zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses bewogen 

hätten. Wie der Beschwerdegegner dazu zutreffend festhält, gibt der 

genannte Arztbericht indes keine Auskunft darüber, dass die Auflösung 

des Arbeitsverhältnisses der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht 

zwingend erforderlich und ein weiterer Verbleib an der Arbeitsstelle 

unzumutbar gewesen wäre. Auch wird darin nicht die Aufgabe der 

Arbeitsstelle empfohlen. In seinem Bericht vom 18. Februar 2014 führt 

Dr. med. E._____ aus, es sei gut nachvollziehbar, dass bei einer Tätigkeit 

im ständigen Luftzug (kalt und trocken) die Infektanfälligkeit erhöht sei 

(vgl. Bg-act. 10). Weitergehende Ausführungen, wonach aufgrund des 

Gesundheitszustands und der vorliegenden Verhältnisse am Arbeitsplatz 

etwa ein Stellenwechsel in Betracht zu ziehen gewesen wäre, fehlen 

hingegen. Vielmehr hält Dr. med. E._____ explizit fest, über den 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Kündigung 

keine Stellung nehmen zu können. Damit erweist sich dieser Bericht nicht 

als geeignet, eine allfällige Unzumutbarkeit der Arbeit aus 

- 18 -

gesundheitlichen Gründen zu belegen. Schliesslich ist noch der Bericht 

von Dr. med. D._____ vom 6. September 2013 zu prüfen (vgl. Bg-act. 13). 

Diesem lässt sich unter anderem eine Beurteilung des gesundheitlichen 

Zustands der Beschwerdeführerin aufgrund einer ambulanten 

Untersuchung vom 30. August 2013 – und damit noch vor der Kündigung 

– entnehmen. Gemäss Bericht wird der festgestellte Husten im Rahmen 

eines prolongierten Verlaufs bei respiratorischem Infekt viral bedingt 

gesehen. Weitere Angaben, welche auf eine allfällige Unzumutbarkeit des 

Beibehaltens der Arbeitsstelle hinweisen würden, enthält der Bericht 

jedoch nicht. So wird darin auch keine Arbeitsunfähigkeit der 

Beschwerdeführerin bescheinigt oder etwa den Wechsel bzw. die 

Aufgabe der Arbeitsstelle aus gesundheitlichen Gründen empfohlen. 

d) Es kann somit zusammenfassend festgehalten werden, dass aus den 

genannten Arztberichten wohl gesundheitliche Probleme der 

Beschwerdeführerin hervorgehen. Diese werden vom Beschwerdegegner 

denn auch nicht grundsätzlich bestritten. Was hingegen fehlt, sind 

dahingehende, eindeutige Hinweise bzw. Bestätigungen, dass die 

Auflösung des Arbeitsverhältnisses aus medizinischer Sicht notwendig 

gewesen und der Beschwerdeführerin der Verbleib an der bisherigen 

Arbeitsstelle unzumutbar gewesen wäre. In keinem der Arztberichte wird 

mithin eine Arbeitsunfähigkeit attestiert. Mit den vorliegenden 

Arztberichten vermag die Unzumutbarkeit des Verbleibens am 

Arbeitsplatz somit unter Berücksichtigung der vorstehend erwähnten 

Rechtsprechung nicht rechtsgenüglich belegt zu werden. Weitere 

allenfalls geeignete Beweismittel, welche auf eine Unzumutbarkeit aus 

gesundheitlichen Gründen schliessen lassen würden, liegen sodann keine 

vor. Auch hat die Beschwerdeführerin im Kündigungsschreiben vom 

26. September 2013 keine gesundheitlichen Gründe für die Auflösung des 

Arbeitsverhältnisses angegeben (vgl. Bg-act. 5). Damit konnte die 

- 19 -

Beschwerdeführerin nicht rechtsgenüglich darlegen, dass ein zwingender 

Grund für die freiwillige Stellenaufgabe bzw. für das Nichtverbleiben an 

der bisherigen Arbeitsstelle bis zum anschliessenden Auffinden einer 

neuen Stelle vorlag, weshalb von einer selbstverschuldeten 

Arbeitslosigkeit im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV auszugehen ist. 

Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung erweist sich somit als 

rechtmässig. Zu prüfen bleibt, ob die Dauer der Einstellung angemessen 

ist.

8. a) Gemäss Art. 30 Abs. 3 AVIG bemisst sich die Dauer der Einstellung nach 

dem Grad des Verschuldens und beträgt je nach Einstellungsgrund 1 bis 

15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 

60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 AVIV). Als 

sachgemässer Ausgangspunkt für die individuelle 

Verschuldensbeurteilung im Bereich des schweren Verschuldens ist nach 

der Rechtsprechung grundsätzlich ein Mittelwert der Skala zu wählen. 

Diese Vorgehensweise ermöglicht unter Berücksichtigung der gegebenen 

Umstände des konkreten Einzelfalls einerseits eine Verschärfung der 

verwaltungsrechtlichen Sanktion. Anderseits erlauben Milderungsgründe 

eine angemessene Reduktion (vgl. BGE 123 V 150 E.3c). Von Gesetzes 

wegen liegt nach Art. 45 Abs. 4 lit. a AVIV ein schweres Verschulden vor, 

wenn die versicherte Person ohne entschuldbaren Grund eine zumutbare 

Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle aufgegeben hat. 

Unter einem entschuldbaren Grund ist ein Grund zu verstehen, der 

geeignet ist, das Verschulden als mittelschwer oder leicht erscheinen zu 

lassen. Ein solcher im konkreten Einzelfall liegender Grund kann die 

subjektive Situation der betroffenen Person (z.B. gesundheitliche 

Probleme) oder eine objektive Gegebenheit (z.B. die Befristung einer 

Stelle) beschlagen (vgl. BGE 130 V 125 E.3.4.3. und 3.5; Urteil des 

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Eidgenössischen Versicherungsgerichts C 161/06 vom 6. Dezember 2006 

E.3.2).

b) Da es sich bei der Dauer der Einstellung naturgemäss um einen 

Ermessensentscheid handelt, bei welchem den Verfügungsinstanzen ein 

grosser Ermessungsspielraum zusteht, ist dem Verwaltungsgericht bei 

der Beurteilung der Einstellungsdauer Zurückhaltung geboten (vgl. BGE 

126 V 353 E.5d; Urteil des Bundesgerichts 8C_22/2008 vom 5. März 

2008 E.3). Es darf sein Ermessen nicht ohne triftige Gründe an die Stelle 

desjenigen der Verwaltung setzen, sondern muss sich bei der Korrektur 

auf Gegebenheiten abstützen können, welche eine abweichende 

Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (vgl. BGE 126 

V 353 E.5d; 123 V 150 E.2 mit weiteren Hinweisen).

c) Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdegegner die Beschwerdeführerin - 

ohne dabei konkrete Ausführungen zur Verschuldenszumessung zu 

machen - für 31 Tage und damit im untersten Bereich des schweren 

Verschuldens in der Anspruchsberechtigung eingestellt. Es bleibt darauf 

hinzuweisen, dass der Beschwerdegegner mit Verfügung vom 13. Januar 

2014 auf eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen 

ungenügender Arbeitsbemühungen verzichtete. Daraus erhellt, dass sich 

die Beschwerdeführerin vor der Arbeitslosigkeit genügend um eine neue 

Arbeitsstelle bemüht hatte und ihren diesbezüglichen Pflichten somit 

nachkam. Ein dahingehender Hinweis des Beschwerdegegners im 

vorliegenden Fall, die Beschwerdeführerin sei unter anderem auch den 

Nachweis schuldig geblieben, bereits vor Aussprechen der Kündigung 

nach anderen Lösungen gesucht und damit keine ausreichenden 

Arbeitsbemühungen getätigt zu haben, geht somit fehl. Der 

Beschwerdeführerin bleibt damit aus arbeitslosenversicherungsrechtlicher 

Sicht vorzuwerfen, dass sie ihr Arbeitsverhältnis ohne Zusicherung einer 

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unmittelbar anschliessenden Arbeitsstelle von sich aus aufgelöst hat. 

Nachdem die Dauer der Einstellung in der Anspruchsberechtigung im 

untersten Bereich des schweren Verschuldens verfügt wurde, hat der 

Beschwerdegegner offensichtlich bereits schuldmildernde Gründe 

berücksichtigt und der gesundheitlichen Situation der Beschwerdeführerin 

Rechnung getragen. Weitere schuldmildernde Gründe, welche das 

Verschulden allenfalls als mittelschwer oder leicht erscheinen lassen 

(BGE 130 V 125), sind indes nicht ersichtlich Die verfügte 

Einstellungsdauer von 31 Tagen erscheint dem Gericht damit insgesamt 

als angemessen und ist nicht zu beanstanden.

9. Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich somit in allen 

Punkten als begründet und rechtens, weshalb die Beschwerde 

abzuweisen ist.

10. Gerichtskosten werden vorliegend keine erhoben, da das Verfahren vor 

dem kantonalen Versicherungsgericht – ausser bei mutwilliger oder 

leichtsinniger Prozessführung – gemäss Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 

lit. a ATSG kostenlos ist. Dem obsiegenden Beschwerdegegner steht kein 

Anspruch auf eine aussergerichtliche Entschädigung zu (Art. 61 lit. g 

ATSG e contrario).

Demnach erkennt die Einzelrichterin

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

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4. [Mitteilungen]