# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1d1d94f6-2d0a-53cc-b808-c8eed928f59a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-07-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.07.2018 200 2017 895
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-895_2018-07-06.pdf

## Full Text

200 17 895 IV
SCJ/GUA/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 6. Juli 2018

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Gurtner

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 12. September 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2018, IV/17/895, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1966 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
bezog seit April 2000 eine Rente der Invalidenversicherung; zunächst wur-
de ihr von der IV-Stelle … eine halbe und ab April 2007 eine ganze Rente 
zugesprochen (Akten der Invalidenversicherung [act. II] 2.1 S. 104, 2.1 S. 5 
- 7). Am 9. Juli 2008 wurde der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente 
durch die zufolge Wohnsitzwechsel nunmehr zuständige IV-Stelle Bern 
(IVB bzw. Beschwerdegegnerin) revisionsweise bestätigt (act. II 10). Im 
Rahmen eines weiteren Revisionsverfahrens (act. II 11 ff.) veranlasste die 
IVB ein psychiatrisches Gutachten (datierend vom 4.  Juni 2009 [act. II 31]) 
und reduzierte die ganze Rente mit Verfügung vom 22. Juni 2010 (act. II 
50) per 1. August 2010 (act. II 52) auf eine halbe Rente (Invaliditätsgrad 
[IV-Grad]: 54%). Diese Verfügung blieb unangefochten.

Am 31. August 2012 reichte die Versicherte ein Gesuch um Rentenrevision 
ein und machte eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ab Ju-
li 2012 geltend (act. II 56). Die IVB wies das Rentenerhöhungsgesuch nach 
Einholung eines bidisziplinären Gutachtens der medizinischen Abklärungs-
stelle, C.________ (MEDAS), vom 16. Dezember 2014 (act. II 92.1) mit 
Verfügung vom 24. Februar 2015 (act. II 98) ab. Die hiergegen erhobene 
Beschwerde (act. II 99) wies das Verwaltungsgericht mit Entscheid vom 28. 
Juli 2015, IV/2015/274, ab (Akten der Invalidenversicherung [act. IIA] 109). 
Dieser Entscheid blieb unangefochten.

B.

Mit Revisionsgesuch vom 12. November 2015 machte die Versicherte auf-
grund eines Sehnenrisses an der rechten Schulter eine Verschlechterung 
ihres Gesundheitszustandes geltend (act. IIA 113). Nach Einholung medi-
zinischer Unterlagen veranlasste die IVB eine bidisziplinäre Begutachtung 
durch Dr. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und 
Rheumatologie, und Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und 

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Psychotherapie (Gutachten sowie bidisziplinäre Beurteilung vom 
11. Mai 2017 [act. IIA 192.1, 191.1 und 192.2 bzw. 191.2]). Nach Durch-
führung des Vorbescheidverfahrens (act. IIA 197 und 204) erhöhte die IVB 
die halbe Rente aufgrund einer vorübergehenden Verschlechterung des 
Gesundheitszustandes rückwirkend von Februar bis Juni 2016 sowie von 
Februar bis Juni 2017 auf eine ganze Rente und hob die halbe Rente 
schliesslich per Ende Oktober 2017 auf (Verfügung vom 12. Septem-
ber 2017 [act. IIA 211]).

C.

Hiergegen liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
am 10. Oktober 2017 Beschwerde erheben und die Aufhebung der Verfü-
gung vom 12. September 2017 betreffend Invalidität der Beschwerdeführe-
rin ab dem 1. Juli 2017 beantragen. Sinngemäss wurde um Zusprechung 
einer höheren Rente ab diesem Zeitpunkt ersucht. Zudem sei die aufschie-
bende Wirkung der Beschwerde wiederherzustellen. Schliesslich sei der 
Beschwerdeführerin das Recht auf unentgeltliche Rechtspflege und ein 
amtlicher Rechtsbeistand zu gewähren.

Mit Eingabe vom 25. Oktober 2017 reichte die Beschwerdeführerin einen 
Bericht des Spitals F.________ vom 20. Oktober 2017 (Akten der Be-
schwerdeführerin [act. I] 3) zu den Akten.

Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 10. No-
vember 2017 die Abweisung der Beschwerde und des Gesuchs um Wie-
derherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde.

Der Instruktionsrichter wies das Gesuch um Wiederherstellung der auf-
schiebenden Wirkung mit prozessleitender Verfügung vom 16. Novem-
ber 2017 ab und forderte die Beschwerdegegnerin auf, zum Bericht des 
Spitals F.________ vom 20. Oktober 2017 (act. I 3) Stellung zu nehmen.

Mit Eingabe vom 21. Dezember 2017 reichte die Beschwerdegegnerin eine 
Stellungnahme von Dr. med. E.________ vom 15. Dezember 2017 zu den 
Akten und hielt an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest.

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Am 27. Dezember 2017 reichte die Beschwerdeführerin einen Sprechstun-
denbericht des Spitals G.________ vom 1. Dezember 2017 zu den Akten 
(act. I 6). 

Mit prozessleitender Verfügung vom 16. Januar 2018 hiess der Instruk-
tionsrichter das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gut und ordnete 
der Beschwerdeführerin Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt 
bei. 

Am 12. Februar 2018 gingen beim Verwaltungsgericht weitere Arztberichte 
des Spitals G.________ ein (Akten der Beschwerdeführerin [act. III]).

Mit Eingabe vom 3. April 2018 äusserte sich die Beschwerdeführerin zur 
Beschwerdeantwort bzw. zur Stellungnahme von Dr. med. E.________ 
vom 15. Dezember 2017.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 

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i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 12. September 2017 
(act. IIA 211), mit welcher die halbe Invalidenrente der Beschwerdeführerin 
rückwirkend von Februar bis Juni 2016 und von Februar bis Juni 2017 auf 
eine ganze Invalidenrente erhöht und schliesslich per Ende Oktober 2017 
aufgehoben wurde. Umstritten ist einzig der Rentenanspruch ab 1. Juli 
2017 und damit auch die Aufhebung der Rente per Ende Oktober 2017 
(Beschwerde, S. 2, Rechtsbegehren 1). In anfechtungs- und streitge-
genständlicher Hinsicht liegt indessen ein Rechtsverhältnis vor, wenn 
rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete Invalidenrente zugespro-
chen wird. Wird nur die Aufhebung der Rente angefochten, wird damit die 
richterliche Überprüfungsbefugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass 
die unbestritten gebliebenen Rentenbezugszeiten von der richterlichen Prü-
fung ausgenommen blieben (BGE 125 V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a). 
Folglich ist vorliegend der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Inva-
lidenrente rückwirkend ab Februar 2016 zu prüfen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

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2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
IV-Grad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.4 Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin oder eines Renten-
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch 
hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 
(Art. 17 Abs. 1 ATSG). 

2.4.1 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des IV-Grades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der IV-
Grad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung 
erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätz-
lich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr 
eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invalidität zu 
bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die glei-
che materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a 
S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.4.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad und damit den 
Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht nur 
bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern 

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auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die 
Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich 
gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben 
(BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10, 130 V 343 E. 3.5 S. 349). 

Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeitpunkt der 
ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur Zeit der 
streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 E. 3.5.2 
S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).

2.4.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2017 IV Nr. 40 S. 122 E. 5.2.2).

2.5 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
Invalidenrente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen 
analog anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

2.5.1 Wird rückwirkend eine abgestufte oder befristete Rente zugespro-
chen, sind einerseits der Zeitpunkt des Rentenbeginns und anderseits der 
in Anwendung der Dreimonatsfrist von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung vom 
17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) festzu-
setzende Zeitpunkt der Rentenherabsetzung oder -aufhebung die massge-
benden Vergleichszeitpunkte (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 
8C_87/2009, E. 2.2). 

2.5.2 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 IVV). Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der 
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeein-

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flussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Un-
terbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV).

2.5.3 Bei Versicherten, welche die Leistung weder unrechtmässig erwirkt 
noch die Meldepflicht verletzt haben, erfolgt die Herabsetzung oder Aufhe-
bung der Renten frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung 
der Verfügung folgenden Monats an (Art. 88bis Abs. 2 IVV).

3.

3.1 Den Akten ist in medizinischer Hinsicht – soweit entscheidwesent-
lich – das Folgende zu entnehmen: 

3.1.1 Im MEDAS-Gutachten vom 16. Dezember 2014 (act. II 92.1) dia-
gnostizierten die Gutachterinnen Dres. med. H.________, Fachärztin für 
Psychiatrie und Psychotherapie, und I.________, Fachärztin für Rheumato-
logie, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine emotional instabile Per-
sönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.30), eine somatoforme Schmerzstörung 
(ICD-10 F45.4), ein Funktions- und Belastungsdefizit beider Hüftgelenke 
bei beginnender Coxarthrose (ICD-10 M16.9) sowie ein chronisches lum-
bospondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5). Gemäss bidisziplinä-
rer Beurteilung sei die Belastbarkeit des Hüft- und Wirbelsäulenbereichs 
leicht bis mässiggradig reduziert, sodass keine körperlich schweren und 
überwiegend mittelschweren Tätigkeiten zumutbar seien. Für leichte bis 
intermittierend mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten, ohne Ein-
nahme von Zwangshaltungen sowie ohne ausschliessliche Steh- und Geh-
belastung, bestehe jedoch aus rheumatologischer Sicht eine uneinge-
schränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit (act. II 92.1 S. 20). Aus psychia-
trischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit vor allem aufgrund der Persönlich-
keitsstörung im Umfang von 50% eingeschränkt. Ein höheres Pensum wür-
de die Beschwerdeführerin überfordern und es könne zu Dekompensatio-
nen kommen. Das Pensum könne beispielsweise halbtägig durchgeführt 
werden (act. II 92.1 S. 21).

3.1.2 In somatischer Hinsicht diagnostizierten die behandelnden Ärzte 
des Spitals G.________ im Bericht vom 8. Januar 2016 (act. IIA 131) einen 

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Status nach diagnostischer Schulterarthroskopie rechts, einem mini-open 
Rekonstruktionsversuch der Supra/-Infraspinatussehne, einer Tenotomie 
der langen Bizepssehne sowie einem Pulley-Débridement vom 16. Novem-
ber 2015 bei einer inoperablen Rotatorenmanschettenmassenruptur, einer 
Totalruptur der Supra/Infraspinatussehne, cranialer Teres minor, sowie 
kompletter Pulley Läsion mit Instabilität und Tendinopathie der langen Bi-
zepssehne. Klinisch sei die Beschwerdeführerin beschwerdearm, radiolo-
gisch zeige sich noch eine leichte Dezentrierung. Inwieweit sich die aktive 
Beweglichkeit und Kraft verbessern liessen, werde sich im Verlauf zeigen. 
Klar sei jedoch, dass eine belastende Tätigkeit nicht ausführbar sei. Die 
Beschwerdeführerin sei seit dem 16. November 2015 bis auf weiteres zu 
100% arbeitsunfähig.

Weiter stellten die behandelnden Ärzte des Spitals G.________ im Bericht 
vom 20. Juli 2016 fest, aktuell bestehe ein Restschmerz und Wetterfühlig-
keit (act. IIA 144 S. 2 Ziff. 4). Langfristig könne davon ausgegangen wer-
den, dass belastende Tätigkeiten nicht mehr durchführbar seien. Es sei 
deshalb eine entsprechende Anpassung des Arbeitsplatzprofils vorzuneh-
men. Die Beschwerdeführerin könne keine Arbeiten über 3 kg über Brustni-
veau mehr ausführen. Ausserdem gelte ein Gewichtslimit von körpernah 
bis maximal 10 kg bis Brustniveau. Überkopfarbeiten sowie repetitive 
Tätigkeiten seien nicht mehr möglich (act. IIA 144 S. 3 Ziff. 9). Es bestehe 
weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100% (act. IIA 144 S. 3 Ziff. 11).

3.1.3 In psychischer Hinsicht diagnostizierten die behandelnden Ärzte des 
Spitals F.________ im Bericht vom 6. Juli 2016 eine rezidivierende depres-
sive Störung (gegenwärtig mittelgradig; ICD-10 F33.1) bei diversen somati-
schen Beschwerden, welche mit einer Schmerzproblematik einhergingen, 
sowie einen Verdacht auf eine andauernde Persönlichkeitsveränderung 
nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0, Z61.4). Aktenanamnestisch bestehe 
zudem ein Verdacht auf eine abhängige Persönlichkeitsstörung (ICD-10 
F60.7; act. IIA 143 S. 2 Ziff. 1.1). Die Beschwerdeführerin sei bereits seit 
Jahren nicht mehr arbeitstätig und derzeit auch in ihrer Belastbarkeit stark 
eingeschränkt, sodass sie unter den jetzigen Umständen im ersten Ar-
beitsmarkt als nicht arbeitsfähig eingestuft werden müsse (act. IIA 143 S. 4 
Ziff. 1.6). Da die letzte Arbeitstätigkeit bereits lange zurückliege, könne zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2018, IV/17/895, Seite 10

dieser keine Stellung bezogen werden. Einschränkungen bestünden in der 
psychischen Belastbarkeit. Die Beschwerdeführerin erlebe grosses Miss-
trauen und Ängste im Kontakt mit anderen Menschen. Weiter sei von einer 
deutlich reduzierten Leistungsfähigkeit und einer geringen Stress- und 
Drucktoleranz auszugehen. Durch die eingeschränkte Belastbarkeit seien 
nur kurze Arbeitszeiten möglich, schnell seien Pausen und Regenerations-
zeiten notwendig. Die Beschwerdeführerin erlebe immer wieder Tage, an 
welchen sie kaum Energie habe und den Arbeiten im Haushalt nur sehr 
eingeschränkt nachgehen könne (act. IIA 143 S. 4 Ziff. 1.7). Teilweise 
könnten die Einschränkungen vermindert werden. Bei der aktuellen Aus-
prägung und der Dauer der Erkrankung sei jedoch davon auszugehen, 
dass auch längerfristig eine deutliche Einschränkung vorhanden sein wer-
de. Allenfalls sei ein Arbeitsversuch im Rahmen eines geschützten Arbeits-
platzes in einem reduzierten Pensum möglich (act. IIA 143 S. 5 Ziff. 1.8).

3.1.4 Die Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), med. pract. 
J.________, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, stellte 
im Bericht vom 27. Juli 2016 fest, es könne von einem Endzustand ausge-
gangen werden. Mit einer iv-relevanten weiteren Verbesserung sei nicht 
mehr zu rechnen. Hebetätigkeiten seien körpernah bis zu maximal 10 kg 
bis auf Brustniveau durchführbar, über Brustniveau seien nur noch Arbeiten 
unter 3 kg möglich. Zu vermeiden seien repetitive Trage- und Hebetätigkei-
ten, zudem sei Überkopfarbeit rechts nicht mehr möglich. Sechs Monate 
nach der Operation sei der Beschwerdeführerin eine angepasste leichte 
Tätigkeit unter Einhaltung dieses Zumutbarkeitsprofils wieder ganztags 
ohne Leistungsminderung zumutbar. Da aus rheumatologischer und psych-
iatrischer Sicht weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit bestehe, sei eine rheuma-
tologisch/psychiatrische Begutachtung notwendig (act. IIA 145 S. 2).

3.1.5 Im Bericht des Spitals G.________ vom 3. Januar 2017 wurde neu 
ein Status nach Arthroskopie mit Rekonstruktion der Supraspinatussehne, 
einer Tenotomie der langen Bizepssehne und einer subacromialen Dekom-
pression vom 9. November 2016 an der linken Schulter bei einer Totalrup-
tur der Supraspinatussehne mit Pulley-/Intervall-Läsion und Tendinopathie 
der langen Bizepssehne bei Buford-Komplex und Acromion Typ II nach 
Bigliani diagnostiziert. Bei bekanntem Nikotinabusus und schlechter Seh-

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nenqualität sei bezüglich Beweglichkeit und Kraftentwicklung sechs Monate 
postoperativ mit einem protrahierten Verlauf zu rechnen. Vom 9. Nov-
ember 2016 bis zum 11. Februar 2017 bestehe eine vollständige Arbeitsun-
fähigkeit (act. IIA 167 S. 2).

3.1.6 Dem Bericht des Spitals F.________ vom 18. Januar 2017 ist zu 
entnehmen, die bereits im Bericht vom 6. Juli 2016 (act. IIA 143) diagnosti-
zierte rezidivierende depressive Störung werde als leicht bis mittelgradig 
qualifiziert. Im Verlauf habe sich zudem der starke Einfluss der schweren 
Traumatisierungen auf die Symptomatik der Beschwerdeführerin bestätigt. 
Es sei deshalb in Anpassung der Verdachtsdiagnose neu von einer post-
traumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) nach mehrfachem sexu-
ellem Missbrauch in der Kindheit durch einen nahen Angehörigen (Z61.4) 
sowie häuslicher Gewalt durch den Ex-Ehemann und Totgeburt der ersten 
Tochter auszugehen. Auch die bereits zuvor aktenanamnestisch bekannte 
abhängige Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.7) habe sich bestätigt (act. 
IIA 172 S. 2 Ziff. 3).

3.1.7 Gemäss Bericht vom 24. Februar 2017 des Spitals G.________ 
liege dreieinhalb Monate nach der Operation an der linken Schulter eine 
erstaunlich gute Schulterbeweglichkeit und Schmerzfreiheit vor. Auch der 
Kraftstatus der rekonstruierten Rotatorenmanschette zeige einen zeitge-
rechten Verlauf. Bis zum 1. Mai 2017 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 
100%. Ab 2. Mai 2017 sei die Beschwerdeführerin 50% arbeitsfähig. Sie 
könne während 4.25 Stunden einer Tätigkeit ohne Heben von Lasten über 
5 kg körperfern über dem Bauchnabelniveau, ohne repetitive Überkopfarb-
eiten, ohne das Besteigen von Leitern nachgehen, davon ausgenommen 
seien schlagende oder vibrierende Tätigkeiten (act. IIA 191.3 S. 2  f.).

3.1.8 Die Gutachter Dr. med. D.________ und Dr. med. E.________ stell-
ten in der bidisziplinären Beurteilung der rheumatologischen und psychia-
trischen Begutachtung vom 11. Mai 2017 fest, die Verwertung der Arbeits-
fähigkeit sei aus somatisch-rheumatologischer Sicht für berufliche Tätigkei-
ten, die belastender seien als derartige, die einer angepassten Ver-
weistätigkeit entsprächen, nicht mehr zumutbar. Damit seien auch Ein-
schränkungen für die von der Beschwerdeführerin früher im ... ausgeübten 
Tätigkeit ausgewiesen, wobei es diesbezüglich zu berücksichtigen gelte, 

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dass es auch in diesem Bereich Tätigkeiten gebe, die mit einer leichtgradig 
körperlich belastenden Arbeit einhergingen, wie zum Beispiel eine Tätigkeit 
in einer ... in einem ... oder einem .... Für Haushaltsarbeiten mit einem 
leicht- bis mittelgradig körperlich belastenden Arbeitsprofil könne aus rein 
somatisch-rheumatologischer Sicht keine Einschränkung festgestellt wer-
den, zumal diese Tätigkeiten idealerweise in reduziertem Tempo über den 
Tag verteilt geleistet werden könnten. In einer angepassten Tätigkeit könne 
deshalb keine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit festgestellt 
werden (act. IIA 191.2 S. 1). Aus psychiatrischer Sicht sei die Beschwerde-
führerin in der bisherigen bzw. in einer angepassten Tätigkeit bis Ende 
2016 zu ca. 40% eingeschränkt gewesen. Seit Anfang 2017 liege die Ein-
schränkung bei ca. 20%. Nach der bidisziplinären Einschätzung der Ar-
beitsfähigkeit, die sowohl die somatisch-rheumatologische Komponente als 
auch die psychosomatisch-psychiatrische Komponente mitberücksichtige, 
könne hinsichtlich der bisher ausgeübten beruflichen Tätigkeit, welche be-
lastender sei als eine angepasste Verweistätigkeit, weitgehend auf die Ein-
schätzung aus somatisch-rheumatologischer Sicht und für eine angepasste 
Verweistätigkeit vollumfänglich auf die Einschätzung aus psychosomatisch-
psychiatrischer Sicht abgestützt werden. Berufliche Tätigkeiten, die belas-
tender seien als diejenigen einer angepassten Verweistätigkeit, seien so-
matisch begründet nicht mehr zumutbar. Es werde dabei berücksichtigt, 
dass sich die somatischen und psychosomatisch-psychiatrischen Anteile 
an der Arbeitsunfähigkeit überdecken (act. IIA 191.2 S. 2).

3.1.8.1 Der rheumatologische Gutachter Dr. med. D.________ diagnosti-
zierte im Gutachten vom 11. Mai 2017 (act. IIA 191.1) mit langdauernder 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit unter anderem eine Periarthropathia 
humeroscapularis beidseits, radiologisch-pathologische Befunde der Wir-
belsäule, diffuse idiopathische skelettale Hyperostose (Bewegungsein-
schränkungen der Brustwirbelsäule) und Coxarthrosen. Ohne Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit sei unter anderem ein chronisch generalisiertes 
Schmerzsyndrom (act. IIA 191.1 S. 10 f.). Insgesamt seien die von der Be-
schwerdeführerin geschilderten Beschwerden bezüglich Umfang und Inten-
sität partiell auf die objektivierbaren somatisch-pathologischen Befunde 
abstützbar. Gemäss MEDAS-Gutachten vom 16. Dezember 2014 (act. II 
92.1) seien für eine angepasste Verweistätigkeit keine anhaltenden Ein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2018, IV/17/895, Seite 13

schränkungen der Arbeitsfähigkeit bestätigt worden. An dieser Einschät-
zung könne gestützt auf die Ergebnisse der aktuellen Begutachtung fest-
gehalten werden, wobei aufgrund der seit dem MEDAS-Gutachten ausge-
wiesenen Periarthropathia humeroscapularis beidseits zusätzliche Ein-
schränkungen bezüglich einer angepassten Verweistätigkeit resultieren 
würden. Der Gesundheitszustand habe sich seither jedoch nicht nur ver-
schlechtert, sondern teilweise auch verbessert (act. IIA 191.1 S. 19). Im 
Zusammenhang mit den beiden Schulteroperationen vom 16. Novem-
ber 2015 und 9. November 2016 sei jeweils eine zeitlich limitierte vollstän-
dige Arbeitsunfähigkeit von maximal drei bis vier Monaten ausgewiesen 
(act. IIA 191.1 S. 20). 

3.1.8.2 Dr. med. E.________ diagnostizierte im Gutachten vom 
11. Mai 2017 aus psychischer Sicht mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
eine mittelgradige depressive Störung bis Ende 2016. Ohne Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit seien unter anderem seit Anfang 2017 eine rezidi-
vierende depressive Störung (leichtgradige Episode), der Verdacht auf eine 
somatoforme Schmerzstörung sowie eine posttraumatische Belastungs-
störung (gebessert) und akzentuierte Persönlichkeitszüge (act. IIA 192.1 S. 
7). In den letzten Jahren habe sich eine Beruhigung der Situation einge-
stellt. Es sei möglich, dass der sexuelle Missbrauch, den die Beschwerde-
führerin in der Kindheit und Jugend erlitten habe, eine posttraumatische 
Belastungsstörung ausgelöst habe. Im Laufe der Jahre habe sie sich je-
doch davon lösen können. Die Symptomatik einer anhaltenden Persönlich-
keitsänderung nach Extrembelastung lasse sich nicht feststellen. Allerdings 
müsse die Beschwerdeführerin noch heute sogenannte Triggersituationen 
meiden. In den letzten Jahren habe sich zudem die Schmerzsymptomatik 
deutlich verstärkt und schränke die Beschwerdeführerin subjektiv massge-
blich ein. Da bereits früh Schmerzen in diversen Körperteilen aufgetreten 
seien und sich diese somatisch nicht voll erklären liessen, müsse von einer 
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung ausgegangen werden. Aller-
dings zeige die Beschwerdeführerin nicht das Vollbild einer solchen 
Störung, insbesondere seien die Schmerzen im Ausmass von körperlichen 
Belastungen und nicht in erster Linie von emotionalen Konflikten abhängig. 
Die Schmerzen seien auch nicht ständig quälend. Als typische Symptome 
könnten die Fixation auf die Schmerzen sowie die hypochondrischen Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2018, IV/17/895, Seite 14

fürchtungen angesehen werden. Eine Persönlichkeitsstörung könne nicht 
diagnostiziert werden. Die Beschwerdeführerin zeige gewisse unsichere 
und teilweise abhängige Verhaltensweisen. Diese Persönlichkeitseigenart 
sei ausgeprägter gewesen, als die Beschwerdeführerin noch in ihrer un-
glücklichen Ehe gesteckt habe. Später habe sie sich teilweise von diesen 
Verhaltensauffälligkeiten zu lösen vermocht. Heute liessen sich noch ak-
zentuierte Persönlichkeitszüge nachweisen (act. IIA 192.1 S. 9). Die Be-
schwerdeführerin sei in den bisherigen Tätigkeiten bzw. in einer angepass-
ten Tätigkeit bis Ende 2016 zu ca. 40% eingeschränkt gewesen. Seit an-
fangs 2017 liege die Einschränkung bei ca. 20% (AB 192.1 S. 16).

3.1.9 Im Bericht des Spitals G.________, der gestützt auf eine Untersu-
chung vom 31. August 2017 verfasst wurde, stellte der behandelnde Arzt 
fest, die Beschwerden auf der linken Seite seien seit der letzten Konsultati-
on im Mai 2017 unverändert geblieben. Bis dato arbeite die Beschwerde-
führerin als ... in einem 50% Pensum (act. IIA 213 S. 2). Neun Monate 
postoperativ sei an der linken Schulter ein unveränderter Befund bei guter 
Beweglichkeit und suffizienter Kraft der rekonstruierten Rotatorenman-
schette mit persistierenden Beschwerden, insbesondere im Bereich des 
AC-Gelenks, feststellbar (act. IIA 213 S. 3). 

3.1.10 Die RAD-Ärztin med. pract. J.________ führte in der Aktenbeurtei-
lung vom 4. September 2017 aus, auf das bidisziplinäre Gutachten vom 
11. Mai 2017 (192.1, 191.1, 192.2 bzw. 191.2) könne abgestellt werden. Es 
lägen keine neuen Fakten vor, welche etwas an dem von den Gutachtern 
erstellten Zumutbarkeitsprofil ändern würden. Die bestehende Schulterpro-
blematik und ihre Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien vom Rheuma-
tologen ausreichend gewürdigt worden (act. II 209 S. 3).

3.1.11 Gemäss dem im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht des 
Spitals F.________ vom 20. Oktober 2017 (act. I 3) seien die von Dr. med. 
E.________ gestellten Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
nicht nachvollziehbar. Hinsichtlich der diagnostizierten rezidivierenden de-
pressiven Störung persistiere seit dem Behandlungsbeginn im November 
2015 eine mittelschwere Episode. Bei ausgeprägter Schmerzproblematik, 
Müdigkeit, Erschöpfung und Antriebsminderung schaffe es die Beschwer-
deführerin, täglich 15 Minuten ... zu laufen. Dies sowie die Tatsache, dass 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2018, IV/17/895, Seite 15

sie lediglich bei Bedarf kurze Strecken mit dem Auto fahre, spreche nicht 
für eine aktive Tagesgestaltung, wie es im Gutachten dargestellt werde. 
Zudem sei vor Jahren eine Persönlichkeitsstörung mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit diagnostiziert worden. Eine Persönlichkeitsstörung bleibe 
per se bestehen, davon zeuge auch, dass die Beschwerdeführerin nach 
der Trennung von ihrem Ehemann bei ihrem Ex-Schwager eingezogen sei, 
obwohl sie ihn unterstützen müsse. Dies nicht, weil sie viele Ressourcen 
habe, sondern weil sie unsicher und unselbstständig sei und nicht alleine 
sein könne. Nach der Trennung bzw. Scheidung habe sich die Beschwer-
deführerin von den abhängigen Verhaltensweisen somit nicht lösen kön-
nen. Im Gutachten fehle zudem die Auseinandersetzung mit der Diagnose 
einer posttraumatischen Belastungsstörung. Es treffe nicht zu, dass die 
Beschwerdeführerin nie Retraumatisierungen erlebt habe. Sie habe schwe-
re Traumatisierungen durch wiederholten sexuellen Missbrauch und Gewalt 
in der Kindheit durch einen nahen Angehörigen sowie Retraumatisierungen 
bis zum 40. Lebensjahr durch häusliche psychische und physische Gewalt 
sowie erzwungene Prostitution wie auch eine Totgeburt des ersten Kindes 
erlebt. In der Folge habe sich eine komplexe posttraumatische Belastungs-
störung entwickelt. Schliesslich leide sie seit Jahren an andauernden 
schweren Ganzkörperschmerzen. Seit der letzten Begutachtung habe sich 
diese Problematik nicht verbessert. Im Gegenteil habe die Schmerzproble-
matik im Bereich der Schultern aufgrund der Schulteroperationen zuge-
nommen. Die Kriterien einer somatoformen Schmerzstörung seien erfüllt 
(act. I 3 S. 1 f.). Die Beschwerdeführerin sei in der beruflichen Tätigkeit im 
... 100% eingeschränkt, wobei diese Tätigkeit unter anderem auch eine 
Triggersituation darstelle. In einer angepassten Tätigkeit sei sie zu ca. 70% 
eingeschränkt (act. I 3 S. 4).

3.1.12 In seiner im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichten Stel-
lungnahme vom 15. Dezember 2017 führte der Gutachter Dr. med. 
E.________ aus, eine rezidivierende depressive Störung zeige gemäss 
ICD-10 in der Regel ein schwankendes Ausmass an Stärke. Es sei deshalb 
sehr unwahrscheinlich, dass über eine so lange Zeit eine gleichbleibende 
mittelschwere Episode bestehen könne. Sodann sei im Bericht des Spitals 
F.________ vom 18. Januar 2017 (act. IIA 172) ausgeführt worden, die 
depressive Störung sei leicht- bis mittelgradig ausgeprägt gewesen. An-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2018, IV/17/895, Seite 16

lässlich der Untersuchung im Mai 2017 sei die Symptomatik einer depres-
siven Episode nicht feststellbar gewesen, demzufolge also remittiert. Zu-
dem hätten die Kriterien der ICD-10 betreffend einer Persönlichkeitsstörung 
anlässlich der Untersuchung nicht nachgewiesen werden können. Hinsicht-
lich der posttraumatischen Belastungsstörung sei darauf hinzuweisen, dass 
sich diese gemäss ICD-10 in der Regel nach mehreren Jahren zurückbilde. 
Die im Bericht des Spitals F.________ vom 20. Oktober 2017 erwähnten 
Retraumatisierungen seien nicht geeignet, die Kriterien einer solchen Dia-
gnose zu erfüllen. Insbesondere würden Hinweise für einzelne katastropha-
le Belastungen fehlen. In Bezug auf die somatoforme Schmerzstörung 
weist der Gutachter daraufhin, dass die Schmerzen nicht ständig quälend 
und im Ausmass von körperlichen Belastungen, nicht aber von emotionalen 
Konflikten, abhängig seien.

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2018, IV/17/895, Seite 17

3.3 Mit der angefochtenen Verfügung vom 12. September 2017 (act. IIA 
211) wird das Verfahren betreffend das – bei laufender Rente gestellte – 
Revisionsgesuch vom 12. November 2015 (act. IIA 113) abgeschlossen. 
Die Beschwerdegegnerin ist auf das Revisionsgesuch eingetreten, weshalb 
die Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu überprüfen ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Indessen müssen bei jeder Änderung des Rentenanspruchs 
die Revisionsvoraussetzungen erfüllt sein (vgl. E. 2.4.2 hiervor). 

Zu prüfen ist, ob im Vergleichszeitraum seit Erlass der Verfügung vom 
24. Februar 2015 (act. II 98) – welche sich massgeblich auf das MEDAS-
Gutachten vom 16. Dezember 2014 (act. II 92.1) stützt, worin in einer an-
gepassten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 50% aus psychischen 
Gründen festgestellt wurde (act. II 92.1 S. 21) – und der hier angefochte-
nen Verfügung vom 12. September 2017 (act. IIA 211) in den tatsächlichen 
Verhältnissen eine Änderung eingetreten ist, die geeignet ist, den IV-Grad 
in anspruchsbegründender Weise zu beeinflussen (vgl. E. 2.4.2 hiervor). Ist 
ein Revisionsgrund ausgewiesen, ist der Rentenanspruch allseitig frei zu 
prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2017 IV 
Nr. 40 S. 122 E. 5.2.2).

3.4 Die Rentenerhöhungen für den Zeitraum von Februar bis Juni 2016 
sowie ab Februar 2017 sind zu Recht unbestritten. Aus den medizinischen 
Unterlagen ergibt sich denn auch Folgendes:

Die Beschwerdeführerin hat nach Erlass der Verfügung vom 24. Febru-
ar 2015 (act. II 98) eine Rotatorenmanschettenruptur an der rechten Schul-
ter erlitten und war daraufhin aufgrund des erfolgten operativen Rekon-
struktionsversuchs vom 16. November 2015 spätestens ab diesem Zeit-
punkt zu 100% arbeitsunfähig (act. IIA 131 S. 2, 191.1 S. 20). Die revisi-
onsweise Rentenerhöhung ab Februar 2016 auf eine ganze Rente ist damit 
nicht zu beanstanden (vgl. E. 2.4.2 hiervor sowie Art. 88a Abs. 2 IVV).

Das Gleiche gilt für die Herabsetzung der ganzen Rente auf eine halbe 
Rente ab Juli 2016. Aufgrund des Heilungsverlaufs kann ohne weiteres 
davon ausgegangen werden, dass das Zumutbarkeitsprofil, wie es im Be-
richt des Spitals G.________ vom 20. Juli 2016 aufgrund einer letzten Kon-
trolle vom 19. Mai 2016 formuliert worden ist (act. IIA 144 S. 3 Ziff. 9), be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2018, IV/17/895, Seite 18

reits ab April 2016 bestanden hat (vgl. Bericht der RAD-Ärztin med. pract. 
J.________ vom 27. Juli 2016 [act. IIA 145] und rheumatologisches Gut-
achten vom 11. Mai 2017 [act. IIA 191.1 S. 20 f.) und damit eine Verbesse-
rung eingetreten ist, die geeignet ist, den Invaliditätsrad und damit den 
Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. E. 2.4.2 hiervor). Diese war spätes-
tens nach Ablauf von drei Monaten zu berücksichtigen (Art. 88a Abs. 1 
IVV), sodass ab diesem Zeitpunkt wiederum die bisherige halbe Rente 
auszurichten war.

Sodann geht aus den Akten hervor, dass die Beschwerdeführerin aufgrund 
des operativen Eingriffs vom 9. November 2016 an der linken Schulter in 
Folge einer Totalruptur der Supraspinatussehne erneut zu 100% arbeitsun-
fähig war (act. IIA 167 S. 2, 191.3 S. 2 und 191.1 S. 20). Damit ist auch hier 
ein Revisionsgrund ausgewiesen und die Rentenerhöhung nach drei Mona-
ten – ab Februar 2017 – auf eine ganze Rente zu Recht erfolgt (Art. 88a 
Abs. 2 IVV). 

3.5 Näher zu prüfen ist die revisionsweise Herabsetzung der ganzen 
auf eine halbe Rente ab Juli 2017 resp. deren Aufhebung per Ende Okto-
ber 2017.

Der rheumatologische Gutachter Dr. med. D.________ hielt fest, nach der 
Operation an der linken Schulter vom 9. November 2016 habe eine zeitlich 
limitierte volle Arbeitsunfähigkeit von maximal drei bis vier Monaten und 
danach wiederum eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Ver-
weistätigkeit bestanden (act. IIA 191.1 S. 20 f.). Damit ist ein Revisions-
grund erstellt und der Rentenanspruch in der Folge allseitig frei zu prüfen 
(BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2017 IV Nr. 40 S. 
122 E. 5.2.2).

3.6

3.6.1 In somatischer Hinsicht hat sich die Beschwerdegegnerin zu Recht 
massgeblich auf das Gutachten von Dr. med. D.________ vom 11. Mai 
2017 (act. IIA 191.1) gestützt. Das Gutachten erfüllt die von der höchstrich-
terlichen Rechtsprechung an den Beweiswert einer medizinischen Experti-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2018, IV/17/895, Seite 19

se gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor), sodass darauf abzustellen 
ist. Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Abklärungen 
vom 2. Mai 2017 und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berück-
sichtigung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die Ausführun-
gen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuch-
tend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand 
werden nachvollziehbar begründet. 

Die Einschätzungen der behandelnden Ärzte enthalten kein Indiz, das ge-
gen die Zuverlässigkeit des Experten spricht. Der behandelnde Arzt des 
Spitals G.________ stellte im Bericht vom 24. Februar 2017 dreieinhalb 
Monate nach der Operation überraschenderweise eine erstaunlich gute 
Schulterbeweglichkeit fest. Der Kraftstatus der rekonstruierten Rotatoren-
manschette zeige einen zeitgerechten Verlauf, sodass ab 2. Mai 2017 in 
einer angepassten Tätigkeit – auch unter Berücksichtigung der inoperablen 
Totalruptur rechts – von einer Arbeitsfähigkeit von 50% ausgegangen wer-
den könne (act. IIA 191.3 S. 2). Das in diesem Bericht erstellte Zumutbar-
keitsprofil (act. IIA 191.3 S. 3) wurde denn auch von Dr. med. D.________ 
– unter Berücksichtigung der erhobenen Befunde (act. IIA 191.1 S. 16 f.) – 
im Wesentlichen bestätigt (act. IIA 191.1 S. 21 f.). Es ist denn auch nicht 
ersichtlich, inwieweit ein weiteres MRI zur Beurteilung erforderlich gewesen 
wäre (vgl. Beschwerde S. 4 und act. IIA 204 S. 1 f.).

Dr. med. D.________ setzt sich detailliert mit den Einschätzungen der be-
handelnden Ärzte auseinander (act. IIA 191.1 S. 20) und begründet seine 
Einschätzung schlüssig. Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb er zur Beur-
teilung des somatischen Gesundheitszustandes und dessen Auswirkungen 
auf die Arbeitsfähigkeit als Allgemeinmediziner und Rheumatologe fachlich 
ungenügend qualifiziert sein sollte (vgl. Beschwerde, S. 5). 

3.6.2 Weiter ist davon auszugehen, dass sich der Zustand der linken 
Schulter seit der Begutachtung im Mai 2017 nicht massgeblich verändert 
und das vom Rheumatologen erstellte Zumutbarkeitsprofil weiterhin Gültig-
keit hat, wie dies auch die RAD-Ärztin med. pract. J.________ aufgrund 
einer Aktenbeurteilung vom 4. September 2017 festgehalten hat (act. IIA 
209 S. 3). Anlässlich der Untersuchung vom 31. August 2017 stellte der 
behandelnde Arzt des Spitals G.________ fest, neun Monate postoperativ 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2018, IV/17/895, Seite 20

zeige sich an der linken Schulter ein unveränderter Befund bei guter Be-
weglichkeit und suffizienter Kraft der rekonstruierten Rotatorenmanschette 
mit persistierenden Beschwerden (act. IIA 213 S. 3). Die vom behandeln-
den Arzt im selben Bericht erwähnte Schmerzzunahme auf der rechten 
Seite aufgrund der Tätigkeit im ... in einem 50% Pensum (act. IIA 213 S. 2) 
widerspricht dieser Schlussfolgerung nicht; eine solche Tätigkeit entspricht 
nicht dem von Dr. med. D.________ erstellten Zumutbarkeitsprofil.

Auf den im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht (act. I 6), worin 
aufgrund des Arthro-MRI der Schulter vom 28. November 2017 eine irrepa-
rable Re-Ruptur der Supraspinatussehne links mit fortgeschrittener Retrak-
tion und vor allem kompletter fettiger Infiltration der Muskulatur beschrieben 
wird und der anlässlich der Untersuchung vom 1. Dezember 2017 und da-
mit nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom 12. September 2017 
(act. IIA 211) erstellt worden ist, ist bereits aus zeitlichen Gründen nicht 
abzustellen (vgl. SVR 2008 IV Nr. 8 S. 25 E. 3.4). Dies gilt auch für die Be-
richte über ein schulterchirurgisches Konsilium vom 24. Januar 2018 
(act. III) – dies umso mehr, als die beiden Berichte keine Rückschlüsse auf 
die Verhältnisse im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung zulassen.

Somit ist somatisch auf das von Dr. D.________ formulierte Zumutbar-
keitsprofil abzustellen, womit spätestens vier Monate nach der Operation 
vom 9. November 2016 von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer angepass-
ten Tätigkeit auszugehen ist. 

3.7 In psychischer Hinsicht stützt sich die Beschwerdegegnerin auf das 
psychiatrische Gutachten von Dr. med. E.________ vom 11. Mai 2017 (act. 
IIA 192.1); auch dieses genügt den höchstrichterlichen Anforderungen und 
überzeugt (vgl. E. 3.2 hiervor). Unter Berücksichtigung der Vorakten und 
der eigenen Abklärungen kommt der Gutachter zum Schluss, dass bei der 
Beschwerdeführerin seit Anfang 2017 eine leichtgradige depressive Episo-
de vorliege und sie in ihrer Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht im 
Umfang von 20% eingeschränkt sei (act. IIA 192.1 S. 14 und 16). Die Aus-
führungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind ein-
leuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszu-
stand werden nachvollziehbar begründet.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2018, IV/17/895, Seite 21

Hinsichtlich der depressiven Störung überzeugt die Einschätzung des Gut-
achters schon deshalb, als auch die behandelnden Ärzte des Spitals 
F.________ im Bericht vom 18. Januar 2017 die rezidivierende depressive 
Störung – im Gegensatz zum Bericht vom 6. Juli 2016 (act. IIA 143 S. 2 
Ziff. 1.1) – nur noch als leicht- bis mittelgradig qualifizierten (act. IIA 172 S. 
2 Ziff. 3). Weiter ändert nichts, dass der Gutachter im Unterschied zu den 
behandelnden Ärzten weder eine posttraumatische Belastungsstörung 
noch eine Persönlichkeitsstörung diagnostizierte. Insbesondere im Hinblick 
auf die Persönlichkeitsstörung, welche im MEDAS-Gutachten vom 16. De-
zember 2014 (act. II 92.1) diagnostiziert worden ist und zu einer 50%igen 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führte, bleibt darauf hinzuweisen, dass 
die Beschwerdeführerin nach Erstellung dieses Gutachtens erstmals eine 
adäquate Therapie in Anspruch genommen hat (act. IIA 192.1 S. 8). Vor 
diesem Hintergrund überzeugt die Schlussfolgerung – entgegen den Vor-
bringen der Beschwerdeführerin (Beschwerde, S. 7) –, dass zwar gewisse 
unsichere und teilweise abhängige Verhaltensweisen bestünden, diese 
Persönlichkeitsart während der Ehe mit ihrem Ex-Ehemann jedoch ausge-
prägter gewesen sei, weshalb im Begutachtungszeitpunkt keine Persön-
lichkeitsstörung diagnostiziert werden könne (act. IIA 192.1 S. 9). So ist die 
Beschwerdeführerin denn auch in der Lage, rege familiäre und soziale Kon-
takte zu pflegen und zeigt ein relativ ausgeglichenes und hohes Aktivitäts-
niveau (act. IIA 192.1 S. 11). Weiter legt Dr. med. E.________ überzeu-
gend dar, dass sich die Beschwerdeführerin von der diagnostizierten Belas-
tungsstörung habe lösen können und sich diese nicht mehr auf die Arbeits-
fähigkeit auswirke, zumal eine solche Störung bereits im Zeitpunkt der letz-
ten Begutachtung durch die MEDAS-Gutachterinnen nicht mehr diagnosti-
ziert wurde (act. II 92.1 S. 20). Schliesslich vermag allein eine von anderen 
mit der versicherten Person befassten Ärzten abweichende Beurteilung die 
Objektivität des Experten nicht in Frage zu stellen. Es gehört vielmehr zu 
den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch mit dem Aktenmaterial ausein-
anderzusetzen und eine eigenständige Beurteilung abzugeben. Auf welche 
Einschätzung letztlich abgestellt werden kann, ist eine im Verwaltungs- und 
allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende Frage der Beweiswürdigung (BGE 
132 V 93 E. 7.2.2 S. 110). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2018, IV/17/895, Seite 22

3.8 Damit ist gestützt auf die Gutachten von Dr. med. E.________ und 
Dr. med. D.________ vom 11. Mai 2017 (act. IIA 192.1 und 191.1) über-
wiegend wahrscheinlich erstellt, dass spätestens seit März 2017 nur noch 
eine gesundheitlich bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von ma-
ximal 20% in einer angepassten Tätigkeit vorliegt; weitere medizinische 
Abklärungen erübrigen sich (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 
E. 1d S. 162). Mit Blick auf den noch durchzuführenden Einkommensver-
gleich (vgl. E. 4 hiernach) kann sodann offen bleiben, ob die von Dr. med. 
E.________ gestellten Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
überhaupt auf einen invalidisierenden Gesundheitsschaden zurückgehen. 
Es bedarf deshalb auch keiner Weiterungen in Form eines strukturierten 
Beweisverfahrens (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.3 S. 417).

4.

Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der ab März 2017 erstell-
ten revisionsrechtlich relevanten Verbesserung der medizinischen Situati-
on.

4.1 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nö-
tigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepass-
ten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 4.1 
S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne ge-
sundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend 
genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss Tabel-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2018, IV/17/895, Seite 23

lenlohn nach den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohn-
strukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der 
Invaliditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung 
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Fak-
toren abgestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des EVG 
vom 30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 
S. 40 E. 2.2). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 142 V 178 E. 2.5.7 
S. 188, 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 E. 2.2).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

4.1.3 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs bzw. im Zeitpunkt der 
Rentenrevision massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf 
zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Ände-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2018, IV/17/895, Seite 24

rungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksich-
tigen sind (BGE 129 V 222; BGE 143 V 295 E. 4.1.3 S. 300).

4.2 Sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen sind vorlie-
gend anhand der Tabellenlöhne der LSE 2014 festzusetzten. Das Validen-
einkommen der Beschwerdeführerin, welche über eine abgeschlossene 
Ausbildung als ... verfügt, beläuft sich auf Fr. 53‘015.-- (Fr. 4‘127.-- ./.40 x 
42.4 [LSE 2014, Tabelle TA1, Frauen, Ziff. 55 – 56, Kompetenzniveau 2; 
BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, 55 – 56, 
Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie, 2014]). Das Invalidenein-
kommen ist unter Berücksichtigung einer Einschränkung der Arbeitsfähig-
keit von 20% in einer angepassten Tätigkeit (vgl. E. 3.8 hiervor) festzuset-
zen. Aufgrund der erheblichen Einschränkungen entsprechend dem von Dr. 
med. D.________ und Dr. med. E.________ festgelegten Zumutbar-
keitsprofil ist ein zusätzlicher leidensbedingter Abzug von 10% angemes-
sen (vgl. E. 4.1.2 hiervor). Damit beläuft sich das Invalideneinkommen auf 
Fr. 37‘655.-- (Fr. 4‘300.-- ./.40 x 41.7 [LSE 2014, Tabelle TA1, Frauen, To-
tal, Kompetenzniveau 1; BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt-
schaftsabteilungen, Total, 2014] –20% [Einschränkung der Arbeitsfähigkeit] 
–10% [leidensbedingter Abzug]). Der IV-Grad beläuft sich damit bei einer 
Einkommenseinbusse von Fr. 15‘360.-- auf 29%, was durch die Indexie-
rung von Validen- und Invalideneinkommen nicht massgebend verändert 
wird. Folglich resultiert spätestens seit März 2017 kein rentenbegründender 
IV-Grad mehr, was grundsätzlich nach drei Monaten – das heisst ab Juli 
2017 – zur Aufhebung der halben Rente führen würde (Art. 88a Abs. 1 
IVV). Die Beschwerdegegnerin hat indessen zu Recht erkannt, dass die im 
Zeitpunkt des Revisionsgesuchs vom 12. November 2015 (act. IIA 113) 
laufende halbe Rente in Anwendung von Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV erst vom 
ersten Tag des zweiten auf die Zustellung der Verfügung folgenden Monats 
aufgehoben werden kann. Somit hat die Beschwerdegegnerin die laufende 
halbe Rente ab Februar 2017 zu Recht auf eine ganze erhöht, ab Juli 2017 
auf eine halbe herabgesetzt und schliesslich per Ende Oktober 2017 auf-
gehoben.

4.3

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2018, IV/17/895, Seite 25

4.3.1 Grundsätzlich ist eine medizinisch attestierte Verbesserung der Ar-
beitsfähigkeit auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwerten. Nach 
langjährigem Rentenbezug können jedoch ausnahmsweise Erfordernisse 
des Arbeitsmarktes der Anrechnung der Leistungsfähigkeit entgegenste-
hen. In Fällen, in welchen die versicherte Person das 55. Altersjahr zurück-
gelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen hat, muss sich die 
Verwaltung vor der Herabsetzung oder Aufhebung einer Invalidenrente 
vergewissern, ob sich ein medizinisch-theoretisch wiedergewonnenes Leis-
tungsvermögen ohne Weiteres in einem entsprechend tieferen Invaliditäts-
grad niederschlägt oder ob dafür – ausnahmsweise – im Einzelfall eine 
erwerbsbezogene Abklärung und/oder die Durchführung von Eingliede-
rungsmassnahmen vorausgesetzt ist (SVR 2011 IV Nr. 73 S. 222 E. 3.1 
und 3.3).

4.3.2 Die Beschwerdeführerin hat im Zeitpunkt des Erlasses der Verfü-
gung vom 12. September 2017 (act. IIA 211) seit über 15 Jahren eine Ren-
te bezogen (act. II 2.1 S. 104 und act. II 21. S. 5 – 7). Es ist deshalb zu 
prüfen, ob die Beschwerdegegnerin vor der Rentenaufhebung Massnah-
men zur Eingliederung durchzuführen hat.

Die Beschwerdeführerin war seit April 2007 in einer leidensangepassten 
Tätigkeit zumindest 50% arbeitsfähig, hat ihre Restarbeitsfähigkeit in den 
letzten 10 Jahren jedoch kaum verwertet. Erst während der letzten Renten-
revision hat die Beschwerdeführerin wieder eine Tätigkeit als ... in einem 
50% Pensum aufgenommen (act. IIA 213 S. 2). Damit hat die Beschwerde-
führerin bewiesen, dass sie auch nach einer langen Rentenbezugszeit 
durchaus in der Lage ist, ihre Leistungsfähigkeit zu verwerten. Zwar ist ihr 
die angestammte Tätigkeit nicht mehr zumutbar, jedoch jede andere Hilfs-
tätigkeit, die dem von Dr. med. D.________ erstellten Zumutbarkeitsprofil 
entspricht. 

Weiter ist nicht ersichtlich, inwieweit eine vorgängige berufliche Qualifizie-
rung überhaupt erforderlich sein soll, um eine entsprechende Hilfstätigkeit 
auszuüben. Vorliegend erscheint lediglich eine Hilfeleistung in Form von 
Arbeitsvermittlung (Art. 18 IVG) nötig, was jedoch der Rentenaufhebung 
ohne vorgängige Eingliederungsmassnahmen nicht entgegensteht 
(SVR 2010 IV Nr. 9 S. 29 E. 2.3.1). Damit ist die Rentenaufhebung ohne 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2018, IV/17/895, Seite 26

vorgängige Durchführung von Eingliederungsmassnahmen zulässig. Ge-
genteiliges macht auch die Beschwerdeführerin nicht geltend. Zudem hat 
die Beschwerdegegnerin in der Zwischenzeit bereits berufliche Massnah-
men nach Rentenaufhebung eingeleitet (vgl. Protokoll per 10. November 
2017, S. 4).

5.

Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin die laufende halbe 
Invalidenrente zu Recht von Februar bis Juni 2016 und von Februar bis 
Juni 2017 auf eine ganze erhöht und schliesslich per Ende Oktober 2017 
aufgehoben. Die Beschwerde gegen die Verfügung vom 12. September 
2017 (act. IIA 211) ist abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechts-
pflege (vgl. prozessleitende Verfügung vom 16. Januar 2018) wird die Be-
schwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss 
Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 
(ZPO; SR 272) – vorläufig von der Zahlungspflicht befreit (Art. 113 VRPG).

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin 
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2018, IV/17/895, Seite 27

6.3 Es bleibt das amtliche Honorar von Rechtsanwalt B.________ fest-
zusetzen.

Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 
(KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwältinnen 
und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem gebo-
tenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der Tarif-
ordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung des 
gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der kantonalen Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschä-
digung der amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) be-
trägt der Stundenansatz Fr. 200.--.

Die Kostennote von Rechtsanwalt B.________ vom 10. April 2018 über 
den Betrag von Fr. 3‘773.85 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) ist nicht 
zu beanstanden. Entsprechend dem geltend gemachten Aufwand von 12.5 
Stunden wird das amtliche Honorar auf Fr. 2’500.-- (12.5 Stunden à 
Fr. 200.--), zuzüglich Auslagen von Fr. 121.10.-- und Fr. 208.20 Mehrwert-
steuer (8% von Fr. 2‘133.-- [für Honorar und Auslagen bis Dezember 2017], 
7.7% von Fr. 487.70 [für Honorar und Auslagen ab Januar 2018]), somit 
insgesamt auf Fr. 2'829.30 festgesetzt und Rechtsanwalt B.________ aus 
der Gerichtskasse vergütet. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht der 
Beschwerdeführerin entsprechend den Voraussetzungen von Art. 123 
ZPO.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2018, IV/17/895, Seite 28

Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 3‘773.85 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2'829.30 festge-
setzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.