# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d1bd2903-319b-5a71-82b4-e31fa96421bf
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-02
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 02.05.2022 SST.2021.201
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2021-201_2022-05-02.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

 
 
SST.2021.201 
(ST.2021.22; StA.2020.1985) 

 

 

Urteil vom 2. Mai 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichter Fedier  

Oberrichterin Vasvary  

Gerichtsschreiberin Sprenger 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten, 

Kloster-Südflügel, Seetalstrasse 8, 5630 Muri AG  

 

 
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.2002, von der Dominikanischen Republik, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Andreas Clavadetscher,  

[…] 

 

  

 
 

Gegenstand  Versuchte schwere Körperverletzung, Raufhandel, Widerhandlung gegen 

das Betäubungsmittelgesetz; Landesverweisung 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten klagte den Beschuldigten mit 

Anklageschrift vom 18. März 2021 des Raufhandels gemäss Art. 133 

Abs. 1 StGB, der mehrfachen versuchten schweren Körperverletzung 

gemäss Art. 122 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB sowie des Konsums von 

Betäubungsmitteln gemäss Art. 19a BetmG an. 

 

Dem Beschuldigten wurde vorgeworfen, sich am 22. Mai 2020 um 

ca. 12:00 Uhr gemeinsam mit B. auf der einen Seite und C. sowie D. 

(Privatkläger im erstinstanzlichen Verfahren) auf der anderen Seite am 

Bahnhof Bremgarten getroffen zu haben. Nachdem C. dem Beschuldigten 

und B. ca. 10 Gramm Haschisch übergeben habe, hätten letztgenannte die 

Bezahlung verweigert. Daraufhin sei es in der Unterführung des Bahnhofs 

West zu einer handfesten Schlägerei gekommen, an welcher sich alle vier 

Vorgenannten beteiligt hätten. D. habe dabei ein leichtes Schädel-

Hirntrauma, eine Mittelgesichtsfraktur, eine doppelte Unterkieferfraktur, die 

einer Operation bedurft habe, Hautdefekte an der linken Wange mit 

ausgeprägter Schwellung, Hautdefekte an der rechten Wange sowie 

weitere kratzerartige Hautdefekte an den Schultern und Hautschürfungen 

an den Ellbogen und an der linken Hand erlitten. Der Beschuldigte habe im 

Verlauf dieser Auseinandersetzung mit voller Wucht mindestens zwei Mal 

mit der rechten Hand, in welcher er einen metallenen Gegenstand hielt, 

gegen den Kopf von D. geschlagen. Nachdem der metallene Gegenstand 

zu Boden fiel, habe der Beschuldigte D. einen heftigen Faustschlag gegen 

die linke Gesichtshälfte versetzt, woraufhin dieser zu Boden fiel und 

bewusstlos liegen blieb. Dem Beschuldigten sei bewusst gewesen, dass er 

D. durch die Schläge ins Gesicht oder durch ein durch einen Schlag 

verursachtes zu Boden fallen eine Verletzung zufügen könnte, welche 

bleibende Schäden, ein bleibend entstelltes Gesicht oder die Gefahr einer 

lebensgefährlichen Verletzung zur Folge habe könnte. Zudem habe der 

Beschuldigte im Zeitraum vom 14. April 2018 bis 22. Mai 2020 eine 

unbekannte Menge Marihuana besessen und mehrmals pro Woche 

konsumiert. 

 

2. 

Das Bezirksgericht Bremgarten fällte am 24. Juni 2021 folgendes Urteil: 

 

1. 
Der Beschuldigte wird schuldig gesprochen  
- des Raufhandels gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB 
- der mehrfachen versuchten schweren Körperverletzung gemäss Art. 122 StGB i.V.m. 

Art. 22 Abs. 1 StGB 
- der Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes gemäss Art. 19a BetmG (im Zeitraum 

vom 25.06.2018 bis am 22.05.2020) 
 

 - 3 - 

 

 

2. 
Der mit Entscheid der Jugendanwaltschaft des Kantons Aargau vom 22.05.2020 für 28 
Tage Freiheitsentzug abzüglich 24 Tage Untersuchungshaft gewährte bedingte Vollzug 
wird gestützt auf Art. 46 Abs. 1 Satz 1 StGB widerrufen. 
 
Die widerrufene Freiheitsstrafe bildet zusammen mit der neuen Strafe die Gesamtstrafe 
gemäss Ziff. 3.1. 
 
3. 
3.1. 
Der Beschuldigte wird gestützt auf Art. 40, 47 und 49 Abs. 1 StGB zu 24 Monaten 
Freiheitsstrafe verurteilt. 
 
3.2. 
Die Haft von 25 Tagen (28.01.2018, 02:10 Uhr - 11:30 Uhr; 05.03.2019, 18:10 Uhr - 
13.03.2019, 13:52 Uhr; 21.03.2019 - 02.04.2019; 13:32 Uhr; 23.06.2019, 04:10 Uhr - 
24.06.2019, 14:32 Uhr; 23.05.2020, 10:00 Uhr - 24.05.2020, 11:26 Uhr) wird gestützt auf 
Art. 51 StGB auf die Freiheitsstrafe angerechnet.  
 
4. 
4.1. 
Der Beschuldigte wird gestützt auf Art. 106 StGB zu einer Busse von Fr. 400.00 verurteilt. 
 
4.2. 
Wird die Busse schuldhaft nicht bezahlt, so wird eine Ersatzfreiheitsstrafe von 8 Tagen 
vollzogen. 
 
5. 
Gestützt auf Art. 66a Abs. 2 StGB wird von der Anordnung einer Landesverweisung 
abgesehen.  
 
6. 
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1 und 2 StGB wird folgender Gegenstand eingezogen und 
vernichtet: 
 
- 1 metallener Griff 
 
7. 
7.1. 
Der Beschuldigte ist infolge Anerkennung verpflichtet, dem Zivil- und Strafkläger eine 
Genugtuung in der Höhe von Fr. 5'000.00 zu bezahlen. 
 
7.2. 
Die Zivilforderung des Zivil- und Strafklägers wird im Übrigen auf den Zivilweg verwiesen. 
 
7.3. 
Dem Zivil- und Strafkläger wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 
 
8. 
Die Verfahrenskosten bestehen aus: 
Anklagegebühr Fr. 2'050.00 
Gerichtsgebühr Fr. 2'500.00 
Kosten für die amtliche Verteidigung Fr. 5'562.45 
andere Auslagen Fr. 60.00 
 
Total Fr. 10'172.45 
 

 - 4 - 

 

 

Dem Beschuldigten werden die Verfahrenskosten - ausgenommen die amtliche 
Verteidigung - auferlegt, somit insgesamt Fr. 4'610.00. 
 
9. 
9.1. 
Dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten wird eine Entschädigung von Fr. 5'562.45 
(inkl. Auslagen und MwSt.) zu Lasten der Staatskasse zugesprochen. 
 
9.2. 
Der Beschuldigte ist verpflichtet, dem Kanton Aargau die Kosten für die amtliche 
Verteidigung zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 
135 Abs. 4 lit. a StPO). 
 
10. 
Der Beschuldigte trägt seine Kosten im Übrigen selber. 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 24. August 2021 beantragte die 

Staatsanwaltschaft, der Beschuldigte sei für 7 Jahre des Landes zu 

verweisen. 

 

3.2. 

Am 30. September 2021 reichte die Staatsanwaltschaft vorgängig zur 

Berufungsverhandlung eine schriftliche Berufungsbegründung ein. 

 

3.3. 

Der Beschuldigte reichte am 19. Oktober 2021 eine vorgängige 

Berufungsantwort ein. 

 

Am 27. Januar 2022 reichte er das im neuen Strafverfahren ST.2021.4203 

der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten erstellte Kurzgutachten vom 

7. Januar 2022 ein. 

 

3.4. 

Die Berufungsverhandlung fand am 2. Mai 2022 statt. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft beantragt im Berufungsverfahren eine Landes-

verweisung. In den übrigen Punkten wurde das vorinstanzliche Urteil nicht 

angefochten. 

 

2. 

2.1. 

Der Beschuldigte hat weder Berufung noch Anschlussberufung erhoben. 

Aufgrund des in einem neuen Strafverfahren erstellten Kurzgutachtens, das 

 - 5 - 

 

 

auf eine verminderte Schuldfähigkeit zufolge einer Störung in der 

Persönlichkeitsentwicklung schliessen lasse, hat er jedoch die Überprüfung 

der Strafzumessung im Rahmen von Art. 404 Abs. 2 StPO beantragt, zumal 

die verminderte Schuldfähigkeit auch bei der Härtefallprüfung der 

Landesverweisung sowie bei der Dauer einer allfälligen Landesverweisung 

zu berücksichtigen sei (Stellungnahme vom 3. Februar 2022 Ziff. 17). 

 

Das Obergericht ist auf das Revisionsgesuch des Beschuldigten vom 

22. Februar 2022 gegen das vorinstanzliche Urteil mangels Vorliegens 

eines rechtskräftigen Entscheids mit Beschluss vom 25. Februar 2022 nicht 

eingetreten. Dieser Beschluss ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen. 

 

2.2. 

Im Berufungsverfahren gilt grundsätzlich die Dispositionsmaxime und das 

Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den 

angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Gemäss Art. 404 Abs. 2 

StPO kann es jedoch zugunsten der beschuldigten Person auch nicht 

angefochtene Punkte überprüfen, um gesetzeswidrige oder unbillige 

Entscheidungen zu verhindern. Von der Möglichkeit des Eingriffs in die 

Dispositionsfreiheit der beschuldigten Person ist nur zurückhaltend 

Gebrauch zu machen. Der Eingriff ist in sachlicher Hinsicht auf die 

Verhinderung von gesetzeswidrigen oder unbilligen Entscheidungen 

beschränkt. Eine umfassende, freie Überprüfung (auf blosse 

Unangemessenheit) ist damit ausgeschlossen. Eine Beschränkung der 

Dispositionsmaxime rechtfertigt sich nur bei Willkür (vgl. BGE 147 IV 93 

E. 1.5.2 mit weiteren Nachweisen). 

 

2.3. 

Die Staatsanwaltschaft hat anlässlich der Berufungsverhandlung das im 

neuen Strafverfahren ST.2021.4203 nunmehr erstellte vollständige 

Gutachten vom 20. April 2022 eingereicht. Dieses attestiert dem 

Beschuldigten eine unreife Persönlichkeit und hält fest, dass – hinsichtlich 

der neuen Tatvorwürfe – eine Alkoholabhängigkeit vorgelegen habe. Eine 

verminderte Schuldfähigkeit wurde verneint (Gutachten vom 20. April 2022, 

S. 22). 

 

Die Vorinstanz hat sich in der Strafzumessung mit den täterbezogenen 

Strafzumessungskomponenten eingehend auseinandergesetzt 

(vorinstanzliches Urteil E. 4.5). Mithin sind die Defizite im Bereich der 

Persönlichkeitsentwicklung des Beschuldigten und somit die Auswirkungen 

einer unreifen Persönlichkeit, wie sie nunmehr gutachterlich festgestellt 

worden sind, von der Vorinstanz in ihren Erwägungen zur Strafzumessung 

berücksichtigt worden. Insbesondere die im eingereichten Kurzgutachten 

sowie im Vollgutachten genannten schulischen Verhaltensauffälligkeiten, 

die mehrfachen Verweise und Bestrafungen in Heimen, die 

Gesetzeskonflikte, die gescheiterte berufliche Integration, die geringe 

 - 6 - 

 

 

Frusttoleranz sowie die Impulsivität (Eingabe vom 27. Januar 2022, Beilage 

Kurzgutachten vom 7. Januar 2022, S. 28; Vollgutachten vom 20.April 

2022, S. 16 f.) wurden vorinstanzlichen detailliert gewürdigt (vorinstanz-

liches Urteil E. 4.5). Nachdem die Vorinstanz die mit der unreifen 

Persönlichkeit einhergehenden Umstände bereits massgeblich 

berücksichtigt hat, liegen keine Gründe vor, die es dem Obergericht 

erlauben würden, im Rahmen von Art. 404 Abs. 2 StPO auf die 

Strafzumessung zurückzukommen. 

 

3. 

3.1. 

3.1.1. 

Die Vorinstanz sah von einer Landesverweisung ab. Sie erwog im 

Wesentlichen, was folgt: Nachdem der Beschuldigte wegen versuchter 

schwerer Körperverletzung schuldig zu sprechen sei, liege der Fall einer 

obligatorischen Landesverweisung i.S.v. Art. 66a lit. b StGB vor. Es werde 

jedoch ein schwerer persönlicher Härtefall i.S.v. Art. 66a Abs. 2 StGB 

bejaht. Der Beschuldigte gelte als in der Schweiz aufgewachsen und sei in 

der Schweiz integriert. Seine Familie lebe hier. Zu seinen Verwandten, 

insbesondere seinem leiblichen Vater in der Dominikanischen Republik 

habe er keinen Kontakt. Er zeige einen genügenden Arbeits- und 

Ausbildungswillen und wolle sich am Wirtschaftsleben in der Schweiz 

beteiligen (vorinstanzliches Urteil E. 2.2.2). Ebenso würden seine 

persönlichen Interessen am Verbleib in der Schweiz die öffentlichen 

Interessen an der Wegweisung überwiegen. Der Beschuldigte verfüge über 

eine Niederlassungsbewilligung C und habe familiäre Bindungen zu hier 

gefestigten aufenthaltsberechtigten Personen. Er habe keine Vorstrafen für 

eine Katalogtat und weise keine hohe kriminelle Energie auf. Die 

begangene Tat erreiche auch keinen derartigen Schweregrad, dass eine 

Landesverweisung zur Wahrung der inneren Sicherheit unbedingt 

notwendig erscheine, zumal es bei einem Versuch blieb (vorinstanzliches 

Urteil E. 2.2.3).  

 

3.1.2. 

Die Staatsanwaltschaft beantragt eine Landesverweisung für die Dauer von 

7 Jahren. Es liege kein persönlicher Härtefall vor. Der Beschuldigte sei 

weder sozial noch wirtschaftlich integriert, seine finanziellen Verhältnisse 

seien desolat, und es sei kein Wille auszumachen, dass er am 

Wirtschaftsleben und dem Erwerb von Bildung teilhaben wolle. Seine 

familiären Bindungen in der Schweiz beschränkten sich auf die Schwester, 

die Mutter und den Stiefvater. Einer Wiedereingliederung im Heimatstaat 

stehe nichts entgegen. Es bestehe eine hohe Rückfallgefahr 

(Berufungsbegründung Ziff. II/2.3). 

 

 - 7 - 

 

 

3.1.3. 

Der Beschuldigte stellt sich dagegen auf den Standpunkt, es liege ein 

schwerer persönlicher Härtefall vor. Er sei in der Schweiz aufgewachsen, 

hier verwurzelt und habe keine andere Heimat als die Schweiz. Im Falle 

einer Landesverweisung sei diese auf die Dauer des gesetzlichen 

Minimums von fünf Jahren zu reduzieren (Stellungnahme vom 3. Februar 

2022 Ziff. 2 und 17).  

 

3.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Landesverweisung nach 

Art. 66a StGB unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des EGMR zu 

Art. 8 EMRK wiederholt dargelegt (BGE 146 IV 311; BGE 146 IV 172; BGE 

146 IV 105; BGE 146 II 1; BGE 145 IV 455; BGE 145 IV 364; BGE 145 IV 

161; BGE 144 IV 332; statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_513/2021 

vom 31. März 2022). Darauf kann verwiesen werden. 

 

3.3. 

Der Beschuldigte ist Staatsangehöriger der Dominikanischen Republik. Er 

hat sich der mehrfachen versuchten schweren Körperverletzung gemäss 

Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gemacht und damit eine 

Katalogtat im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB begangen. Er ist somit 

grundsätzlich aus der Schweiz zu verweisen.  

 

Von der Anordnung der Landesverweisung kann ausnahmsweise unter 

den kumulativen Voraussetzungen abgesehen werden, dass sie (1) einen 

schweren persönlichen Härtefäll bewirken würde und (2) die öffentlichen 

Interessen an der Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen 

des Ausländers am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen (Art. 66a 

Abs. 2 erster Satz StGB). Art. 66a StGB ist EMRK-konform auszulegen. 

Die Interessenabwägung im Rahmen der Härtefallklausel von Art. 66a 

Abs. 2 StGB hat sich daher an der Verhältnismässigkeitsprüfung nach 

Art. 8 Ziff. 2 EMRK zu orientieren. 

 

3.4. 

Der beinahe 20 Jahre alte Beschuldigte wurde am tt.mm.2002 in Santo 

Domingo, Dominikanische Republik geboren und wuchs dort bis ins frühe 

Kindesalter auf. Am 14. April 2007 kam er mit knapp fünf Jahren in die 

Schweiz (UA act. 13) und lebte hier mit seiner Mutter, seiner zwei Jahre 

älteren Schwester und seinem Stiefvater zusammen. Der Beschuldigte 

besitzt eine Niederlassungsbewilligung C (UA act. 11; MIKA-Akten, UA 

act. 272, S. 85). Er gilt als in der Schweiz aufgewachsen. Seiner 

besonderen Situation ist zufolge Art. 66a Abs. 2 Satz 2 StGB Rechnung zu 

tragen. Es ist jedoch nicht schematisch ab einer gewissen Aufenthaltsdauer 

eine Verwurzelung in der Schweiz anzunehmen. 

 

 - 8 - 

 

 

Der Lebensmittelpunkt des Beschuldigten, welcher die prägenden Kinder- 

und Jugendjahre in der Schweiz verbracht und hier die Schulen besucht 

hat, liegt in der Schweiz. Vor seiner Inhaftierung im Rahmen des 

Strafverfahrens ST.2021.4203 der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten, in 

welchem er wegen Raufhandels, versuchter einfacher Körperverletzung 

mit einem gefährlichen Gegenstand, Drohung, Gewalt und Drohung gegen 

Behörden und Beamte und Beschimpfung beschuldigt wird, wohnte er mit 

seiner Mutter und seinem Stiefvater zusammen, die beide über ein 

gefestigtes Aufenthaltsrecht in der Schweiz verfügen. Mit seinem Stiefvater 

habe er eher ein durchzogenes Verhältnis gehabt, das sich verbessert 

habe. Mittlerweile verständen sie sich gut (GA act. 312 und 314 f.; Protokoll 

der Berufungsverhandlung S. 4 f.: Das Verhältnis zum Stiefvater sei gut). 

Zu seiner Schwester habe er ebenfalls einen guten Kontakt. Die Beziehung 

zu seiner Mutter hat sich stabilisiert. Heute gibt er an, eine liebevolle 

Beziehung zur Mutter zu haben, sie sehr gerne zu haben und bei ihrer 

krankheitsbedingt notwendigen Betreuung mitzuhelfen (UA act. 13; GA 

act. 312 und 317). Sie sei immer eine enge Vertrauensperson für ihn 

gewesen (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 4). Es ist jedoch nicht zu 

verkennen, dass er ein wirkliches familiäres Zusammenleben in einem 

«Zuhause» während seiner Jugend nicht kennengelernt hat. Vielmehr hat 

er den Grossteil seiner bisherigen Lebenszeit in unterschiedlichsten 

Heimen verbracht und ist seiner Mutter unter anderem auch mehrfach das 

Aufenthaltsbestimmungsrechts für ihn entzogen bzw. der Entzug bestätigt 

worden (siehe Akte KE.2017.861 des Familiengerichts Bremgarten; 

Entscheid vom 22. Dezember 2016, Entscheid vom 1. Juni 2018, Entscheid 

vom 2. April 2019; vgl. auch Protokoll der Berufungsverhandlung S. 5). 

Auch ist es zu einer Anzeige des Beschuldigten gegen seine Mutter 

gekommen, die jedoch mit einer Nichtanhandnahmeverfügung endete 

(Akten Bezirksgericht Bremgarten, Familiengericht, KE.2017.861, 

Polizeirapport vom 5. März 2016; Nichtanhandnahmeverfügung vom 

22. März 2016; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 5). Insgesamt 

scheint seine Integration im familiären Umfeld alles andere als mustergültig 

verlaufen zu sein. 

 

Eher düster und unterdurchschnittlich erweist sich sodann seine 

persönliche und gesellschaftliche Integration ausserhalb der Familie: 

Gemäss dem Kurzgutachten vom 7. Januar 2022 sowie dem Vollgutachten 

vom 20. April 2022 besteht sein Freundeskreis überwiegend aus 

Bekannten/Freunden, die dem kriminogenen Milieu zuzuordnen sind 

(Eingabe vom 27. Januar 2022, Beilage Kurzgutachten vom 7. Januar 

2022, S. 24; Vollgutachten vom 20. April 2022, S. 11). Eine Freundin habe 

er nicht (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 4) und in einem Verein 

oder Institution sei er nicht aktiv (GA act. 313). Die mangelnde persönliche 

und gesellschaftliche Integration kommt nicht nur in den fehlenden 

Sozialkontakten, sondern auch in seinem Drogenkonsum und seiner 

strafrechtlichen Vorgeschichte (Verurteilung durch die Jugendanwaltschaft 

 - 9 - 

 

 

des Kantons Aargau vom 21. November 2017 (JA.2016.1175) wegen 

Diebstahls, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs, Widerhandlung 

gegen das Waffengesetz sowie wegen Konsums, Besitz und Erwerbs von 

Marihuana; Verurteilung durch die Jugendanwaltschaft des Kantons 

Aargau vom 13. August 2020 (JA.2020.1153) wegen Widerhandlung gegen 

die Covid-Verordnung) zum Ausdruck. Vor seiner Inhaftierung sagte der 

Beschuldigte an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung aus, er rauche 

viel weniger als früher, es seien mittlerweile nur noch drei Joints in der 

Woche (GA act. 312). An der Berufungsverhandlung gab er an, fast jeden 

Tag Alkohol getrunken zu haben und jeden zweiten Tag Marihuana 

konsumiert zu haben (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 7 f.). Dies 

wird denn auch im Vollgutachten bestätigt, wonach er – zumindest im 

Zeitpunkt der neuen Straftaten – alkoholabhängig gewesen sei 

(Vollgutachten vom 20. April 2022, S. 22). Sein regelmässiger Drogen- und 

Alkoholkonsum steht denn auch im Zusammenhang mit seiner 

strafrechtlichen Vorgeschichte, und auch die vorliegenden Delikte haben 

sich im Rahmen eines Drogenverkaufs abgespielt. Seine Strafregister-

einträge mehren sich mit zunehmendem Alter. Bereits neun Tage nach 

mündlicher Eröffnung des Strafbefehls der Jugendanwaltschaft des 

Kantons Aargau am 13. Mai 2020 wegen mehrfacher Sachbeschädigung, 

Sachbeschädigung mit grossem Schaden, Drohung, Mitfahrt in einem 

entwendeten Motorfahrzeug, Fahrens ohne gültigen Fahrschein, 

mehrfachen bandenmässigen Diebstahls, mehrfachen versuchten 

bandenmässigen Diebstahls und Hausfriedensbruchs, mit welchem er 

explizit darauf hingewiesen wurde, dass er bei weiterer Verübung von 

Delikten unter das Erwachsenenstrafrecht falle (UA act. 6 f.), hat er die 

Straftaten im vorliegenden Fall begangen. Und nochmals einen Monat 

später, am 19. Juni 2020, beging er einen geringfügigen Diebstahl sowie 

einen Hausfriedensbruch, für die er mit Strafbefehl vom 8. Oktober 2020 

der Staatsanwaltschaft Zug verurteilt wurde (siehe Strafregisterauszug). 

Zudem kam es lediglich dreieinhalb Monate nach der erstinstanzlichen 

Verhandlung vom 24. Juni 2021 mit anschliessender mündlichen 

Urteilseröffnung im vorliegenden Verfahren, am 14. Oktober 2021, zu einer 

Inhaftierung des Beschuldigten (vgl. oben). Er ist diesbezüglich geständig 

und befindet sich aufgrund des vorzeitigen Strafantritts derzeit noch immer 

in Haft (Eingabe vom 27. Januar 2022, Beilage Verfügung vom 10. Januar 

2022 der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten, S. 1; Eingabe vom 

27. Januar 2022, Beilage Kurzgutachten vom 7. Januar 2022, S. 6 ff.). Aus 

der wiederkehrenden Begehung schwerwiegender Straftaten bereits im 

jugendlichen Alter, von deren Begehung er sich auch als Erwachsener nicht 

hat abhalten lassen, ergibt sich eine enorme Gleichgültigkeit gegenüber 

dem Schweizer Straf- und Vollzugssystem. Selbst die Warnung, dass 

künftige Straftaten unter das Erwachsenenstrafrecht fallen würden, hielt ihn 

nicht davon ab, nur wenige Tage später erneut zwei Mal straffällig zu 

werden. Die ausgesprochenen Strafen liessen ihn unbeeindruckt. Sein 

auffälliges Verhalten lässt sich nicht einfach mit den schwierigen 

 - 10 - 

 

 

Umständen seiner Kindheits- und Jugendjahren erklären (vgl. Akte 

KE.2017.861 des Familiengerichts Bremgarten). Diese dürften zwar seine 

Möglichkeiten beeinflusst haben, einen persönlich und gesellschaftlich 

anerkannten Weg einzuschlagen. Diese Umstände können aber nicht 

darüber hinwegtäuschen, auch wenn sie mit einer unreifen Persönlichkeit 

(siehe dazu unten) einhergingen, dass dem Beschuldigten zahlreiche 

Chancen gegeben worden sind. Trotz eindringlicher Ermahnungen ist er 

jedoch durch eine wiederkehrende und ausgeprägte Ignoranz gegenüber 

der hiesigen Rechtsordnung aufgefallen. Es kann folglich nur von einer 

ungenügenden persönlichen und gesellschaftlichen Integration 

gesprochen werden. 

 

Ähnliches ist im Rahmen seiner wirtschaftlichen, insbesondere seiner 

beruflichen Integration festzustellen. Bereits im Kindesalter kam er nach 

der Primarschulzeit, die er bis zur vierten Klasse zuerst in Q. (AG) und im 

Anschluss in E. (AG) (UA act. 13 f.) absolvierte, aufgrund seines auffälligen 

Verhaltens und Vorfällen in diverse Heime (Jugendheim Aarburg, Schul- 

und Berufsbildungsheim Albisbrunn, Pestalozzi-Jugendstätte Burghof, 

AHS, Schulheim Stift Olsberg; UA act. 13; Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 3). Diese Entwicklung zeigte sich nachher auch 

in den Heimen weiter ab. Dort begann er zwar diverse Ausbildungen als 

Maler, als Schreiner und als Koch. Er schloss jedoch keine dieser 

Ausbildungen ab. Vielmehr verlor er die Arbeitsstellen aufgrund seiner 

Unpünktlichkeit, seines Drogenkonsums und der Strafverfahren (UA 

act. 15; GA act. 312; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 3 f.). Vor 

seiner Inhaftierung ging er keiner geregelten Arbeitstätigkeit nach. 

Aushilfsarbeiten im Sinne von vereinzelten Tageseinsätzen (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 9) vermögen keine berufliche Integration 

darzustellen. Trotz diverser Möglichkeiten, eine Lehre zu machen, hat er 

die Chance nie ergriffen. Selbst die Ausbildung zum Maler schloss er nicht 

ab, obwohl ihm der Beruf nach eigenen Angaben gut gefalle (GA act. 317). 

Vor Vorinstanz äusserte er zwar den Willen, eine Lehre zu beginnen oder 

bei einem Temporärbüro vorübergehend eine Arbeitsstelle zu suchen (GA 

act. 314). Er habe sich zwar bei einem Temporärbüro angemeldet, effektiv 

etwas unternommen, dass eine Anstellung gelingt, hat er gemäss eigenen 

Aussagen jedoch nicht (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 10). Über 

ein gefestigtes Einkommen oder Vermögen verfügte er bis zu seiner 

Inhaftierung nicht. Er wohnte nach der Beendigung der Heimaufenthalte bis 

zu seiner Inhaftierung bei seiner Mutter, seinem Stiefvater und seiner 

Schwester und musste weder für Miete noch für Essen aufkommen. Geld 

habe er jeweils von der Schwester und dem Stiefvater erhalten. Sein 

Stiefvater habe auch die Krankenkasse bezahlt (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 8 und 11). Gemäss eigenen Angaben hat er 

Schulden bei der SBB und im Zusammenhang mit Straftaten im Betrag von 

ca. Fr. 10'000.00 (Sachbeschädigungen, Verfahrenskosten; Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 12 und 17). Im Rahmen der Einvernahme zu den 

 - 11 - 

 

 

persönlichen Verhältnissen im Strafverfahren SST.2021.4203 der Staats-

anwaltschaft Muri-Bremgarten gab er an, ca. Fr. 20'000.00 Schulden zu 

haben. Von besonderen Bemühungen kann nicht ausgegangen werden; 

vielmehr erweist sich die wirtschaftliche Integration des Beschuldigten als 

unterdurchschnittlich und perspektivlos. Unklar bleibt denn auch, ob er 

nach der Haft wieder mit der finanziellen Unterstützung seiner Mutter und 

seines Stiefvaters rechnen könnte. 

 

Zu seinem Gesundheitszustand ergibt sich Folgendes: Der Beschuldigte litt 

vor seiner Inhaftierung an einer Alkoholabhängigkeit, ADHS sowie einer 

unreifen Persönlichkeit (Vollgutachten vom 20. April 2022 S. 14 ff.). Eine 

aufenthaltsbeendende Massnahme unter Verbringung einer gesundheitlich 

angeschlagenen Person in ihren Heimatstaat verletzt die EMRK nur dann, 

wenn für diese im Fall der Rückschiebung die konkrete Gefahr besteht, 

dass sie aufgrund fehlender angemessener Behandlungsmöglichkeiten 

oder fehlenden Zugangs zu Behandlungen, einer ernsthaften, rapiden und 

irreversiblen Verschlechterung des Gesundheitszustands ausgesetzt wird, 

die intensives Leiden oder eine wesentliche Verringerung der 

Lebenserwartung nach sich zieht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_1372/2021 E. 2.3.6. mit weiteren Nachweisen). Weder die Diagnose für 

ADHS, noch die unreife Persönlichkeit oder Suchtprobleme stellen 

schwerwiegende gesundheitliche Probleme dar, die zwingend eine 

medizinische Behandlung in der Schweiz erfordern und folglich einer 

Landesverweisung entgegenstehen würden. Vielmehr gibt es adäquate 

Behandlungsmöglichkeiten auch im Ausland. 

 

Der Beschuldigte hat die meiste Zeit seines Lebens in der Schweiz 

verbracht. Seine Heimat, die Dominikanische Republik hat er mehrmals 

besucht. Dort wohnen auch noch mehrere Verwandte, namentlich seine 

beiden Grossmütter, Halbschwestern, Onkel, Tanten und Cousins (UA 

act. 14; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 13). Auch sein leiblicher 

Vater lebt in der Dominikanischen Republik. In der polizeilichen 

Einvernahme zu seinen persönlichen Verhältnissen vom 24. November 

2021 im Strafverfahren ST.2021.4203 der Staatsanwaltschaft Muri-

Bremgarten gab er an, drei bis vier Mal pro Jahr mit ihm via Facetime 

Kontakt zu haben (Protokoll der Einvernahme vom 24. November 2021 

S. 4). Seine Aussagen an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung sowie 

der Berufungsverhandlung, keinen Kontakt mit seinem leiblichen Vater zu 

pflegen, erscheinen vor diesem Hintergrund als Schutzbehauptungen. Die 

Landessprache der Dominikanischen Republik, Spanisch, versteht und 

spricht er gut. Insbesondere spricht er mit seiner Mutter und teilweise seiner 

Schwester Spanisch (UA act. 12; Protokoll der Berufungsverhandlung 

S. 12 f.; GA act. 315). Auch wenn der Kontakt zu seinen Verwandten nicht 

sehr eng sein sollte, liegen keine Anhaltspunkte für Unstimmigkeiten vor, 

weshalb die Möglichkeit besteht, diese Kontakte enger zu knüpfen. Der 

Beschuldigte hat in der Schweiz eine gute Schulbildung genossen. Mithin 

 - 12 - 

 

 

ist von intakten Resozialisierungschancen in seinem Heimatland 

auszugehen, zumal er die Landessprache spricht und dort auch über nahe 

Verwandte verfügt. Die Wahrscheinlichkeit, in der Dominikanischen 

Republik eine wirtschaftliche Existenz aufbauen zu können, ist für ihn als 

junger und gesunder Mann mit Schweizer Schuldbildung ohne Weiteres als 

intakt einzustufen. 

 

Der heute beinahe 20 Jahre alte Beschuldigte ist weder verheiratet noch 

hat er eigene Kinder. Er verfügt somit nicht über eine eigene Kernfamilie im 

Sinne von Art. 8 EMRK. Im Zeitpunkt seiner Verhaftung – nachdem er bis 

zur Mündigkeit längere Zeit in Heimen verbracht hatte – hat er mit seiner 

Mutter, seinem Stiefvater und seiner Schwester im gleichen Haushalt 

gelebt. Dieser Umstand scheint in Anbetracht seiner bisherigen 

Lebensumstände jedoch in erster Linie mangelnden Alternativen des 

wirtschaftlich nicht unabhängigen Beschuldigten geschuldet zu sein. 

Weder seine Mutter, sein Stiefvater noch seine Schwester gehören zur 

Kernfamilie. Es liegt unter den vorliegenden Umständen auch sonst keine 

genügend nahe, echte und tatsächlich gelebte Beziehung, welche unter 

den Schutz von Art. 8 EMRK fallen würde, vor. Der Beschuldigte hat sich 

zwar vor seiner Verhaftung in einer (selbstgewählten) finanziellen 

Abhängigkeit zu seiner Mutter und seinem Stiefvater befunden, weil er 

weder über ein eigenes Einkommen noch eine eigene Wohnung verfügt 

hat. Die finanzielle Abhängigkeit des beinahe 20 Jahre alten Beschuldigten, 

der sich nicht mehr in Ausbildung befindet bzw. eine solche bis anhin nicht 

ernsthaft hat in Angriff nehmen wollen und der auch sonst keiner 

regelmässigen Arbeit nachgeht, liegt in seinem eigenen Verantwortungs-

bereich. Die Loslösung der finanziellen Abhängigkeit stand dem 

Beschuldigten vor seiner Inhaftierung jederzeit offen und wird ihm auch 

nachher möglich sein. Eine Invalidität liegt nicht vor. Bis anhin hat sich der 

Beschuldigte nicht darum bemüht, für seinen Lebensunterhalt selbst 

aufzukommen und etwa eine Ausbildung zu absolvieren oder einer 

regelmässigen Arbeit nachzugehen (vgl. oben), was ihm ohne weiteres 

möglich gewesen wäre. Hinzu kommt, dass sich der Beschuldigte nunmehr 

aufgrund eines weiteren Strafverfahrens im vorzeitigen Strafvollzug 

befindet und zudem aufgrund des vorliegenden Verfahrens eine 

zweijährige Freiheitsstrafe zu verbüssen haben wird. Die Inhaftierung des 

Beschuldigten im Oktober 2021 und der Strafvollzug verhindern es auch, 

dass der Beschuldigte sich zukünftig um seine kranke Mutter kümmert, 

zumal diese Aufgabe auch in der Vergangenheit nicht in erster Linie ihm, 

der weder über eine medizinische noch pflegerische Ausbildung oder 

Erfahrung verfügt, oblegen hatte. Ob seine Hilfestellungen nach seiner 

Haftentlassung bzw. dem Strafvollzug überhaupt noch erwünscht wären, 

bleibt unklar. Ein massgebliches Abhängigkeitsverhältnis ist mit Blick auf 

Art. 8 EMRK jedenfalls nicht zu bejahen. 

 

 - 13 - 

 

 

3.5. 

Hinsichtlich der nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zumindest 

teilweise bereits bei der Frage des Härtefalls vorzunehmenden 

Interessenabwägung ergibt sich Folgendes: 

 

Der in der Schweiz seit seinem fünften Lebensjahr aufgewachsene 

Beschuldigte hat seinen Lebensmittelpunkt in der Schweiz. Ihm ist deshalb 

ein gewichtiges persönliches Interesse am Verbleib in der Schweiz zu 

attestieren (vgl. Art. 66a Abs. 2 StGB). Indessen wurde er mit 

zunehmendem Alter vermehrt und regelmässig straffällig. Der Beschuldigte 

wurde bereits mehrfach von der Jugendanwaltschaft verurteilt 

(JA.2016.1175, JA.2017.1852 und JA.2020.1153, in den Beizugsakten). 

Trotz der eindringlichen Warnung der Jugendanwaltschaft bei der 

mündlichen Urteilseröffnung am 13. Mai 2021 im Strafverfahren 

JA.2017.1852, dass künftige Delikte unter das Erwachsenenstrafrecht 

fallen würde, verübte er nur rund neun Tage danach die Straftaten, die dem 

vorliegenden Verfahren zugrunde liegen (vgl. oben). Nochmals einen 

Monat später beging er weitere mit Strafbefehl vom 8. Oktober 2020 der 

Staatsanwaltschaft Zug geahndete Delikte. Auch seine Inhaftierung am 

14. Oktober 2021 direkt im Anschluss an den Tatzeitpunkt mit 

anschliessendem vorzeitigem Strafvollzug im Verfahren ST.2021.4203 

erfolgte nur rund vier Monate nach der erstinstanzlichen 

Hauptverhandlung, an welcher eine zweijährige unbedingte Freiheitsstrafe 

ausgesprochen wurde und eine mögliche Landesverweisung bereits 

ernsthaft im Raum stand. Den Sachverhalt des Strafverfahrens 

ST.2021.4203 hat der Beschuldigte soweit ersichtlich eingestanden 

(Eingabe vom 27. Januar 2022, Beilage Kurzgutachten vom 7. Januar 

2022, S. 7). Bei den begangenen Delikten sind es nicht nur die mitunter 

nicht unerheblichen Schweregrade, sondern vor allem auch die 

Regelmässigkeit in deren Verübung, die das hohe öffentliche Interesse an 

einer Wegweisung begründen. Hinzu kommt, dass der Beschuldigte 

regelmässig Drogen konsumiert (GA act. 312). Er hat eine enorme 

Gleichgültigkeit gegenüber dem Straf- und Vollzugssystem gezeigt. Selbst 

das Aussprechen einer mehrmonatigen unbedingten Freiheitsstrafe vor 

Vorinstanz liess ihn unbeeindruckt und endete in einer Inhaftierung wegen 

neuer Vorfälle. Für ein künftiges Wohlverhalten des Beschuldigten liegen 

erhebliche Zweifel vor, weshalb ihm auch eine Schlechtprognose gestellt 

wurde (vorinstanzliches Urteil E. 5.2.5). Auch der Gutachter F. geht in 

seinem Kurzgutachten vom 7. Januar 2022 sowie in seinem Vollgutachten 

vom 20. April 2022 von einer erhöhten Rückfallgefahr aus (Eingabe vom 

27. Januar 2022, Beilage Kurzgutachten vom 7. Januar 2022, S. 31; 

Vollgutachten vom 20. April 2022, S. 19 ff.). Von einer gelungenen 

Integration in die Schweizer Werte- und Rechtsordnung kann somit nicht 

gesprochen werden und entsprechend hoch ist auch das öffentliche 

Sicherheitsinteresse zu bewerten. Dieses überwiegt das private Interesse 

 - 14 - 

 

 

des Beschuldigten an einem Verbleib in der Schweiz deutlich, zumal eine 

Resozialisierung in der Dominikanischen Republik intakt ist.  

 

3.6. 

Zusammenfassend liegt weder ein persönlicher Härtefall vor, noch 

überwiegen die persönlichen Interessen des Beschuldigten an einem 

Verbleib in der Schweiz. Die Landesverweisung ist deshalb entgegen der 

Vorinstanz und mit der Staatsanwaltschaft anzuordnen. 

 

Der Umstand, dass eine Wegweisung aus der Schweiz vom Beschuldigten 

als grosse Härte empfunden wird, kann daran nichts ändern. Eine 

Landesverweisung bewirkt in den meisten Fällen eine gewisse Härte. Sie 

hat ihren Grund jedoch in der Delinquenz der betroffenen Person selber 

und kann für sich alleine nicht zur Annahme eines Härtefalls im Sinne von 

Art. 66a Abs. 2 StGB führen. Auch ein Aufwachsen und damit 

einhergehender langjähriger Aufenthalt in der Schweiz bildet keinen 

Freipass für andauernde Straftaten. 

 

3.7. 

Die Staatsanwaltschaft fordert eine Landesverweisung für die Dauer von 

7 Jahren (Berufungserklärung Ziff. 1).  

 

Dem Gericht kommt bei der Festsetzung der Dauer der Landesverweisung 

von fünf bis 15 Jahren ein grosser Ermessenspielraum zu. Sie muss mit 

Blick auf das öffentliche Interesse an einer Wegweisung und die 

persönlichen Interessen an einem Verbleib verhältnismässig sein. 

Namentlich ist der aus einer langen Anwesenheit in der Schweiz folgenden 

Härte Rechnung zu tragen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_249/2020 

vom 27. Mai 2021 E. 6.2.1 mit weiteren Nachweisen).  

 

Der Beschuldigte hat sich u.a. der mehrfachen versuchten schweren 

Körperverletzung und somit einer schweren Straftat schuldig gemacht. Sein 

Verschulden ist erheblich, was – zusammen mit dem von ihm begangenen 

Raufhandel – zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren geführt 

hat. Dass die Vorinstanz im Rahmen der Strafzumessung von einem noch 

eher leichten Verschulden ausgegangen ist (vorinstanzliches Urteil 

E. 4.3.1), ist allein dem Umstand geschuldet, wonach die 

Verschuldensformulierung mit dem im unteren Strafrahmen situierten 

Strafmass im begrifflichen Einklang stehen sollte. Im Rahmen der 

Landesverweisung und ausländerrechtlich ist bei einer Verurteilung von 

zwei Jahren denn auch von einem schweren Verstoss gegen die 

schweizerische Rechtsordnung auszugehen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1044/2019 vom 17. Februar 2020 E. 2.6). Wie zudem 

bereits ausgeführt, erscheint die von der Vorinstanz ausgesprochene 

Freiheitsstrafe von zwei Jahren auch unter Berücksichtigung der unreifen 

Persönlichkeit des Beschuldigten als angemessen. Insgesamt ist unter 

 - 15 - 

 

 

Berücksichtigung der andauernden und sich stetig steigernden 

Straffälligkeit und der damit einhergehenden schlechten Legalprognose 

bzw. erheblichen Rückfallgefahr von einem hohen öffentlichen Interesse an 

der Wegweisung des Beschuldigten aus der Schweiz auszugehen. Diesem 

steht aufgrund der langen Aufenthaltsdauer in der Schweiz ein erhebliches, 

jedoch nicht überwiegendes privates Interesse des Beschuldigten an einem 

Verbleib in der Schweiz gegenüber. Auch wenn der aus der 

Landesverweisung für den Beschuldigten resultierenden Härte 

angemessen Rechnung zu tragen ist, kann aufgrund des erheblichen 

Verschuldens und des hohen öffentlichen Interesses eine 

Landesverweisung im Umfang des gesetzlichen Minimums von fünf Jahren 

nicht infrage kommen; angemessen erscheint mit der Staatsanwaltschaft 

vielmehr eine Landesverweisung für die Dauer von 7 Jahren. 

 

3.8. 

Der Beschuldigte wird vorliegend zu einer unbedingten zweijährigen 

Freiheitsstrafe verurteilt und es wird eine obligatorische Landesverweisung 

angeordnet. Entsprechend ist davon auszugehen, dass er eine Gefahr für 

die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 24 Ziff. 2 SIS-II-

Verordnung darstellt. Gründe, welche eine Ausschreibung im SIS als 

unverhältnismässig erscheinen lassen würden, sind keine ersichtlich (vgl. 

BGE 146 IV 172 E. 3.2). Somit ist die Ausschreibung der Landes-

verweisung im Schengener Informationssystem (SIS) anzuordnen. 

 

4. 

4.1. 

Die Berufung der Staatsanwaltschaft ist vollumfänglich gutzuheissen. 

Ausgangsgemäss hat der Beschuldigte die obergerichtlichen Verfahrens-

kosten von Fr. 3'000.00 zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO; § 18 VKD).  

 

4.2. 

Der amtliche Verteidiger ist für das Berufungsverfahren gestützt auf seine 

anlässlich der Berufungsverhandlung eingereichten Kostennote, jedoch 

angepasst an die effektive Dauer der Berufungsverhandlung (inkl. Wegzeit) 

sowie einem Aufwand von ½ Stunde für eine Nachbesprechung des Urteils 

mit dem Beschuldigten mit gerundet Fr. 1'330.00 aus der Staatskasse zu 

entschädigen (Art. 135 Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 Abs. 1 und Abs. 3bis AnwT). 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO).  

 

Die Beschuldigte hat der amtlichen Verteidigung ausserdem die Differenz 

zwischen der amtlichen Entschädigung (Stundenansatz Fr. 200.00) und 

dem vollen Honorar (Stundenansatz Fr. 220.00), zuzüglich der auf dieser 

Differenz geschuldeten Mehrwertsteuer zu erstatten, ausmachend total 

Fr. 130.00 (inkl. Mehrwertsteuer), sobald es seine wirtschaftlichen 

Verhältnisse zulassen (Art. 135 Abs. 4 lit. b StPO).  

 - 16 - 

 

 

5. 

5.1. 

Die erstinstanzlich erfolgten Schuldsprüche sind unangefochten geblieben. 

Die vorinstanzliche Kostenverlegung erweist sich nach wie vor korrekt 

(Art. 428 Abs. 3 i.V.m. Art. 426 Abs. 1 StPO), zumal der Beschuldigte in 

Gutheissung der Berufung der Staatsanwaltschaft auch des Landes zu 

verweisen ist. Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 4'610.00 

(inklusive Anklagegebühr von Fr. 2'050.00) sind ihm demnach 

vollumfänglich aufzuerlegen. 

 

5.2. 

Die dem amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche Verfahren 

zugesprochene Entschädigung von Fr. 5'562.45 ist mit Berufung nicht 

angefochten worden, weshalb darauf im Berufungsverfahren nicht mehr 

zurückgekommen werden kann (Urteil des Bundesgerichts 6B_1299/2018 

vom 28. Januar 2019). Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten 

ausgangsgemäss zurückzufordern, sobald es seine wirtschaftlichen 

Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO).  

 

Der Beschuldigte hat der amtlichen Verteidigung ausserdem die Differenz 

zwischen der amtlichen Entschädigung (Stundenansatz Fr. 200.00) und 

dem vollen Honorar (Stundenansatz Fr. 220.00), zuzüglich der auf dieser 

Differenz geschuldeten Mehrwertsteuer zu erstatten, ausmachend total 

Fr. 430.00 (inkl. Mehrwertsteuer), sobald es seine wirtschaftlichen 

Verhältnisse zulassen (Art. 135 Abs. 4 lit. b StPO). 

 

6. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO). Das ist auch der Fall, wenn eine Berufung vollumfänglich 

abgewiesen wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_761/2017 vom 17. Januar 

2018 E. 4 mit Hinweisen). 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. [in Rechtskraft erwachsen] 

Das Verfahren wird in Bezug auf den Betäubungsmittelkonsum gemäss 

Art. 19a Ziff. 1 BetmG eingestellt, soweit die Tathandlungen vor dem 

25. Juni 2018 erfolgt sind. 

 

2. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte ist schuldig  

- des Raufhandels gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB; 

- der mehrfachen versuchten schweren Körperverletzung gemäss 

Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB; 

 - 17 - 

 

 

- des Betäubungsmittelkonsums gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG. 

 

3. [in Rechtskraft erwachsen] 

3.1. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss den in Ziff. 2 genannten 

Gesetzesbestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 

Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 46 Abs. 1 StGB und Art. 106 StGB 

 

zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren (inkl. Widerrufsstrafe von 28 Tagen 

gemäss Urteil der Jugendanwaltschaft des Kantons Aargau vom 22. Mai 

2020 und Abzug von 24 Tagen Untersuchungshaft), 

 

sowie einer Busse von Fr. 400.00, ersatzweise 8 Tage Freiheitsstrafe, 

 

verurteilt. 

 

3.2. 

Der dem Beschuldigten mit Entscheid der Jugendanwaltschaft des Kantons 

Aargau vom 22. Mai 2020 gewährte bedingte Strafvollzug von 28 Tagen 

abzüglich 24 Tage Untersuchungshaft wird gestützt auf Art. 46 Abs. 1 StGB 

widerrufen. 

 

Die Freiheitsstrafe ist Bestandteil der in Ziff. 3.1. ausgesprochenen 

Gesamtfreiheitsstrafe.  

 

3.3. 

Die im vorliegenden Verfahren ausgestandene Untersuchungshaft von 

insgesamt 25 Tagen wird dem Beschuldigten auf die Freiheitsstrafe 

angerechnet. 

 

4. 

Der Beschuldigte wird gestützt auf Art. 66a StGB für 7 Jahre des Landes 

verwiesen. 

 

Die Landesverweisung wird im Schengener Informationssystem (SIS) 

ausgeschrieben. 

 

5. [in Rechtskraft erwachsen] 

Folgender Gegenstand wird eingezogen: 

- 1 metallener Griff eingezogen 

 

Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen. 

 

 - 18 - 

 

 

6. [in Rechtskraft erwachsen] 

6.1. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger D. eine Genugtuung 

von Fr. 5'000.00 zu bezahlen. 

 

6.2. 

Die Zivilklage des Privatklägers D. wird im Übrigen auf den Zivilweg 

verwiesen. 

 

7. 

7.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 3'000.00 werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

 

7.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des 

Beschuldigten für das obergerichtliche Berufungsverfahren eine 

Entschädigung von Fr. 1'330.00 auszubezahlen. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

Der Beschuldigte hat dem amtlichen Verteidiger die Differenz zwischen der 

amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar in Höhe von Fr. 130.00 

zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse zulassen. 

 

8. 

8.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 4'610.00 (inklusive 

Anklagegebühr von Fr. 2'050.00) werden dem Beschuldigten auferlegt. 

 

8.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird, insoweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist, angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten für 

das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung von Fr. 5'562.45 

auszubezahlen. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

Der Beschuldigte hat dem amtlichen Verteidiger die Differenz zwischen der 

amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar in Höhe von Fr. 430.00 

zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse zulassen. 

 

 - 19 - 

 

 

8.3. 

Der Privatkläger D. hat seine erstinstanzlichen Parteikosten selbst zu 

tragen. 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 
 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 2. Mai 2022 

 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Six     Sprenger