# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e2443a73-88a8-53f2-b52d-d726d74f8a6e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.10.2021 200 2021 325
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-325_2021-10-27.pdf

## Full Text

200 21 325 UV
MAK/RUM/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 27. Oktober 2021

Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiber Rüfenacht

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 9. April 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1974 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war über ihre Arbeitgeberin bei der Schweizerischen Unfallversicherungs-
anstalt (Suva bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch unfallversichert, als 
sie gemäss den Angaben in den Akten beim Fensterputzen im al-
koholisierten Zustand (1,54 Promille) aus max. zwei Metern Höhe aus dem 
Fenster fiel und sich dabei am rechten Arm verletzte (Antwortbeilagen [AB] 
1, 30/1, 30/3). Die Suva nahm die Abklärungen auf und erbrachte die ge-
setzlichen Unfallversicherungsleistungen in Form von Heilbehandlung und 
Taggeld (AB 5 f.). Mit Schreiben vom 24. August 2020 teilte sie der Versi-
cherten den Fallabschluss mit Einstellung der vorübergehenden Leistungen 
per Ende September 2020 mit (AB 252). Mit Verfügung vom 12. November 
2020 sprach die Suva bei einem Invaliditätsgrad von 12 % eine Rente ab 
1. Oktober 2020 sowie eine auf einer Integritätseinbusse von 5 % basieren-
de Integritätsentschädigung zu (AB 262). Daran hielt sie auf Einsprache hin 
(AB 270, 274) mit Entscheid vom 9. April 2021 fest (AB 279).

B.

Mit Eingabe vom 5. Mai 2021 erhob die Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, Beschwerde. Sie beantragt, in Aufhebung des 
angefochtenen Entscheids seien ihr die gesetzlichen Leistungen, nament-
lich Taggeldleistungen, über den 30. September 2020 hinaus zu gewähren.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 8. Juni 2021 schloss die Beschwerdegeg-
nerin auf Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist ge-
geben (Art. 58 Abs. 1 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde ein-
zutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 9. April 
2021 (AB 279). Streitig ist der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen 
Unfallversicherung im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 28. Oktober 
2016 und dabei insbesondere, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht unter 
Einstellung der vorübergehenden Leistungen den Fall per Ende September 
2020 abgeschlossen und die weiteren Leistungen auf der Basis eines Inva-
liditätsgrades von 12 % und einer Integritätseinbusse von 5 % festgelegt 
hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 4

2.

2.1 Am 1. Januar 2017 sind die Änderung vom 25. September 2015 
des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung 
(UVG; SR 832.20) und die Änderung vom 9. November 2016 der Verord-
nung vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; 
SR 832.202) in Kraft getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich 
– wie vorliegend (28. Oktober 2016 [AB 1]) – vor dem Inkrafttreten der Än-
derung vom 25. September 2015 des UVG ereignet haben, und für Berufs-
krankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, werden nach 
bisherigem Recht gewährt (Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Ände-
rung vom 25. September 2015 des UVG).

2.2 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

Der Unfallversicherer haftet für einen Gesundheitsschaden jedoch nur inso-
weit, als dieser nicht nur in einem natürlichen, sondern auch in einem 
adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht (BGE 
129 V 177 E. 3.1 f. S. 181; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 
19. April 2021, 8C_268/2020 [zur Publikation vorgesehen], E. 3.1). 

2.3

2.3.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 
eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen 
Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung 
ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht 
erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache 
gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis 
zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige 
Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 5

Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene 
gesundheitliche Störung entfiele ("conditio sine qua non"; BGE 147 V 161 
E. 3.2 S. 163, 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2019 
IV Nr. 9 S. 26 E. 3.1). Für die Bejahung des natürlichen 
Kausalzusammenhangs genügt es, wenn der Unfall für eine bestimmte ge-
sundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 
125, 123 V 43 E. 2b S. 45; SVR 2009 UV Nr. 3 S. 12 E. 8.3).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Stö-
rung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im 
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines 
Zusammenhanges genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs 
nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.3.2 Steht aufgrund einer speziellen Adäquanzprüfung fest, dass ein 
allfällig bestehender natürlicher Kausalzusammenhang nicht adäquat und 
damit nicht rechtsgenüglich wäre, braucht die Frage, ob der natürliche Kau-
salzusammenhang tatsächlich besteht, nicht geprüft zu werden (BGE 135 
V 465 E. 5.1 S. 472; SVR 2019 UV Nr. 41 S. 157 E. 7.3).

2.4

2.4.1 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ur-
sache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, ei-
nen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses 
Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 
129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV Nr. 30 
S. 122 E. 5.2).

Ob beim Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen 
dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädi-
gung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzusam-
menhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Pra-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 6

xis entwickelten Regeln zu beurteilen ist. Dabei hat die Beantwortung der 
Frage nach der Adäquanz von Unfallfolgen als einer Rechtsfrage – im Ge-
gensatz zur Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang – nicht 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu erfolgen 
(BGE 112 V 30 E. 1b S. 33).

2.4.2 Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die 
adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die 
Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 
356 E. 3.2 S. 358; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 3.1). 

Bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden ist für die Beur-
teilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, 
und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen. 
Bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden diese Adäquanzkri-
terien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 140 V 356 E. 
3.2 S. 358, 115 V 133 E. 6c aa S. 140), während bei Schleudertraumen 
und äquivalenten Verletzungen der Halswirbelsäule sowie Schädel-Hirn-
traumen auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen 
Komponenten verzichtet wird (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112; SVR 2018 UV 
Nr. 29 S. 101 E. 2.2). Dabei ist wie folgt zu differenzieren: Es ist zunächst 
abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der 
Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung (SVR 
1997 UV Nr. 95 S. 346 E. 2a, 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) oder ein Schädel-
Hirntrauma (BGE 117 V 369 E. 4b S. 382; SVR 2001 UV Nr. 1 S. 2 E. 3) 
erlitten hat, wobei die Schleudertrauma-Praxis nur dann Anwendung findet, 
wenn sich innert der Latenzzeit von 24 bis 72 Stunden Beschwerden in der 
Halsregion und der Halswirbelsäule (HWS) manifestieren (SVR 2009 UV 
Nr. 30 S. 107 E. 5.2). Liegt keine der erwähnten Verletzungen vor, gelangt 
die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 für Unfälle mit psychischen 
Folgeschäden zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen, dass 
die versicherte Person eine der soeben erwähnten Verletzungen erlitten 
hat, muss beurteilt werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer 
solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen (diffuse Kopfschmer-
zen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, ra-
sche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 7

Wesensveränderung usw.; BGE 119 V 335 E. 1 S. 338, 117 V 359 E. 4b 
S. 360) zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik 
aber bereits unmittelbar nach dem Unfall ganz in den Hintergrund treten 
oder die physischen Beschwerden im Verlaufe der ganzen Entwicklung 
vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt gesamthaft nur eine sehr unter-
geordnete Rolle gespielt haben und damit ganz in den Hintergrund getreten 
sind (vgl. RKUV 2002 U 465 S. 438 E. 3a). Trifft dies zu, sind für die 
Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 133 für Unfälle mit psy-
chischen Folgeschäden aufgestellten Grundsätze massgebend; andernfalls 
erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in der Schleudertrauma-
Praxis (BGE 134 V 109, 117 V 359) festgelegten Kriterien, d.h. ohne Unter-
scheidung zwischen körperlichen und psychischen Beschwerden (BGE 134 
V 109 E. 2.1 S. 112, 127 V 102 E. 5b bb S. 103). Die Grundsätze gemäss 
BGE 115 V 133 sind auch anwendbar, wenn die im Anschluss an den Un-
fall auftretenden psychischen Störungen nicht zum typischen Beschwerde-
bild eines HWS-Traumas gehören. Erforderlichenfalls ist vorgängig der 
Adäquanzbeurteilung zu prüfen, ob es sich bei den im Anschluss an den 
Unfall geklagten psychischen Beeinträchtigungen um blosse Symptome 
des erlittenen Traumas oder aber um eine selbstständige (sekundäre) Ge-
sundheitsschädigung handelt, wobei für die Abgrenzung insbesondere Art 
und Pathogenese der Störung, das Vorliegen konkreter unfallfremder Fak-
toren oder der Zeitablauf von Bedeutung sind (SVR 2007 UV Nr. 8 S. 28 
E. 2.2).

2.5 Der Unfallversicherer hat den Fall unter Einstellung von 
Heilbehandlung und Taggeld sowie Prüfung des Anspruchs auf 
Invalidenrente und Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der 
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des 
Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige 
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind 
(Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 143 V 148 E. 3.1.1 S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 
201). Die Besserung bestimmt sich namentlich nach Massgabe der zu 
erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, 
soweit unfallbedingt beeinträchtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung 
zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende 
Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). Diese 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 8

Frage ist prospektiv zu beurteilen (SVR 2010 UV Nr. 3 S. 14 E. 8.2; zum 
Ganzen SVR 2020 UV Nr. 24 S. 96 E. 5.2).

2.6 Zur Klärung des Leistungsanspruchs und namentlich um den 
Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und ge-
gebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und 
bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im 
Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 
zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 
99; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.

3.1 Dass das Ereignis vom 28. Oktober 2016 (vgl. AB 1) die 
kumulativen Tatbestandsvoraussetzungen des Unfallbegriffs gemäss 
Legaldefinition (vgl. E. 2.2 hiervor) erfüllt, ist zu Recht unbestritten.

Zu prüfen ist im Folgenden der medizinische Sachverhalt.

3.2 Anlässlich des Unfalls vom 28. Oktober 2016 erlitt die 
Beschwerdeführerin eine mediale Kollateralbandläsion im Ellbogen rechts 
(AB 26). Aufgrund der daraus folgenden Instabilität im medialen Bereich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 9

des Ellbogens rechts (AB 39/2) wurde am 30. Januar 2017 im Spital 
C.________ eine Re-Fixation des medialen Seitenbandes vorgenommen 
(AB 33/2-4, 48). Zufolge einer persistierenden medialen Instabilität des 
rechten Ellbogens und einer Irritation des Nervus ulnaris (Ellennerv; AB 49) 
unterzog sich die Beschwerdeführerin am 8. Mai 2017 im Spital 
C.________ einer erneuten Operation mit einer Bandplastik des medialen 
Seitenbandes und einer Vorverlagerung des Ellennervs im rechten Ellbo-
gen (AB 54 f.). Bei weiterhin geklagten Schmerzen und bestehender Irrita-
tion des betroffenen Nervs (AB 64 f.) wurde in der Folge Dr. med. 
D.________, Facharzt für Neurologie, für eine konsiliarische Untersuchung 
und Beratung hinzugezogen.

Betreffend den weiteren Verlauf lassen sich den Akten im Wesentlichen die 
folgenden Angaben entnehmen:

3.2.1 Im Bericht vom 13. September 2017 hielt der Neurologe, Dr. med. 
D.________, als Diagnose ein sensibles Reiz- und sensomotorisches 
Ausfallsyndrom des Nervus ulnaris rechts fest. Die Beschwerdeführerin 
klage über persistierende Beschwerden im Versorgungsgebiet des Nervus 
ulnaris rechts, wobei der Schmerz deutlich über das neurologische 
Versorgungsgebiet des Nervs hinausgehe. Der elektrophysiologische 
Befund sei vereinbar mit einem traumatisierten Nerv, der aber in seiner 
Kontinuität ohne Zeichen einer anhaltenden Schädigung sei. Der 
nervensonographische Befund passe auch dazu. Die Ausbreitung der 
Sensibilitätsstörung sei anatomisch grösser, als von einer Ulnarisläsion zu 
erwarten sei. Möglichweise spiele hier auch Angst und Zermürbung eine 
Rolle (AB 69).

3.2.2 Im Bericht vom 11. Januar 2018 führte Dr. med. D.________ aus, 
der heutige Befund sei gegenüber der Voruntersuchung weder klinisch 
noch elektrophysiologisch verändert. Zu beachten sei, dass das Maximum 
des Schmerzes nicht im Bereich des vorverlagerten Nervs, sondern des 
Ellbogens selbst liege und die maximale Schmerzauslösung durch die 
forcierte Extension geschehe. Neurographisch habe sich der Nervus ulnaris 
bezüglich seiner bereits in der Voruntersuchung reduzierten 
Nervenamplitude bei erhaltener Nervenleitgeschwindigkeit nicht wesentlich 
verändert, allenfalls minimal verbessert, sicher nicht verschlechtert. Auch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 10

wenn eine gewisse Sensibilitätsstörung auf eine Störung des Nervs 
hinweise, werde vermutet, dass ein Grossteil der Schmerzen nicht durch 
den Nerv, sondern durch die Weichteile des rechten Ellbogens vermittelt 
werde (AB 90).

3.2.3 Im Bericht vom 5. Dezember 2018 des Spitals E.________ wurde 
als Diagnose eine mittelgradige depressive Episode im Rahmen des 
chronischen Schmerzsyndroms (ICD-10 F32.11) aufgeführt. Die zuvor sehr 
aktive und engagierte Beschwerdeführerin habe im Rahmen der durch die 
Schmerzproblematik bedingten Arbeitsunfähigkeit und auch vermehrter 
körperlicher Inaktivität (bisherige Sportaktivitäten nicht mehr möglich) eine 
zunehmende depressive Symptomatik und zusätzliche Chronifizierung der 
Schmerzproblematik entwickelt. Momentan sei eine Wiederaufnahme der 
Arbeit noch nicht absehbar, insbesondere nicht im bisherigen Bereich der 
…. Aufgrund des bisherigen Verlaufs sei bezüglich der Schmerzen eher ein 
chronischer Verlauf mit möglichem bleibendem Nachteil zu erwarten. Ob 
eine schmerzadaptierte Tätigkeit in Frage komme, müsse abgeklärt werden 
(AB 155).

3.2.4 Im Bericht vom 5. Mai 2019 über die kreisärztliche Untersuchung 
vom 30. April 2019 hielt Dr. med. F.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, als Diagnosen ein 
sensorisches Nervus-ulnaris-Syndrom rechts, ein chronisches 
Schmerzsyndrom und eine mittelschwere depressive Episode fest. Seit 
dem Eingriff vom 8. Mai 2017 bestünden anhaltende Belastungsschmerzen 
des linken (richtig: rechten) Ellbogengelenks. Die Beschwerdeführerin führe 
noch ergotherapeutische Massnahmen unter Anleitung durch. Zudem trage 
sie eine Nachtlagerungsschiene. Der sensible Nervenschaden (die ENMG-
Messung sei unauffällig gewesen) sei offensichtlich langsam rückläufig. Es 
bestünden noch eine Hyposensibilität am kleinen Finger, zudem, allerdings 
nicht nachvollziehbar, Blockierungen der Fingergelenke. Es werde über ei-
nen erheblichen Belastungsschmerz geklagt. Da sich im Verlauf die 
Symptomatik langsam gebessert habe, sei mittelfristig mit einem weiteren 
Rückgang der Sensibilitätsstörungen zu rechnen. Die 
Funktionsbehinderungen seien eher auf ein chronifiziertes 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 11

Schmerzsyndrom zurückzuführen. Zu den Abschlussfragen könne derzeit 
noch nicht endgültig Stellung genommen werden (AB 183).

3.2.5 Im Bericht vom 27. Mai 2019 des Spitals G.________ wurde als 
Diagnose ein sensorisches Nervus ulnaris Syndrom rechts festgehalten. 
Bei der Durchsicht des "Mappings" vom 6. März 2019 zeige sich eine er-
freuliche Verbesserung der Sensibilität im Vergleich zum Mai 2018. Es 
werde die Weiterführung der ergotherapeutischen Massnahmen, Nerven-
gleitübungen und TENS-Übungen zur Schmerztherapie und Muskelstimula-
tion empfohlen. Zumutbar seien leichte Arbeiten ohne Vibrationen, repetiti-
ve Schläge oder Kälteexposition (AB 189).

3.2.6 Im Bericht vom 16. Januar 2020 des Spitals G.________ wurden 
als Diagnose persistierende neuropathische Schmerzen über dem 
Innervationsgebiet des Nervus ulnaris rechts (dominant) festgehalten. Mehr 
als zwei Jahre nach der subfaszialen Vorverlagerung des Nervus ulnaris 
rechts leide die Beschwerdeführerin weiterhin an neuropathischen 
Schmerzen über dessen Versorgungsgebiet. Die ENMG-Untersuchung 
vom 6. Januar 2020 zeige keinen Hinweis auf eine Nervenleitungsstörung. 
Die motorische und sensible Neurographie des Nervs sei physiologisch. Bis 
auf eine leichte, potenziell schmerzbedingte Kraftminderung der 
intrinsischen Handmuskulatur, bestehe keine Ausfallsymptomatik des 
Nervs (AB 226).

3.2.7 Im Verlaufsbericht vom 11. Mai 2020 des Spitals E.________ 
wurden als Diagnosen eine schwergradige depressive Episode ohne 
psychotische Symptome (ICD-10 F32.2), eine chronische Schmerzstörung 
mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) sowie ein 
Verdacht auf eine Panikstörung (ICD-10 F41.0) aufgeführt. Es zeige sich 
ein chronifiziert depressives Zustandsbild mit Konzentrationsproblemen, 
Verlangsamung des Denkens, Interessensverlust und Antriebsarmut. Die 
Stimmung sei häufig deprimiert, zwischenzeitlich habe eine gewisse 
Aufhellung festgestellt werden können. Zuletzt hätten vermehrt 
Panikattacken mit Herzrasen und Schweissausbrüchen bestanden. Es 
bestehe eine klare und eindeutige Distanzierung von Suizidalität. Für die 
bisherige Tätigkeit als … bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Trotz 
schmerzadaptierter Tätigkeit und hohen Pflichtbewusstseins der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 12

Beschwerdeführerin sei im Belastbarkeitstraining nur eine Gesamtleistung 
von 25 % erreicht worden, so dass die Patientin im ersten Arbeitsmarkt 
nicht vermittelbar sei (AB 234).

3.2.8 Im Bericht vom 18. Juni 2020 über die ärztliche Abschlussuntersu-
chung vom 10. Juni 2020 hielt der Suva-Kreisarzt, Dr. med. F.________, 
als Diagnose persistierende Schmerzen über dem Innervationsgebiet des 
Nervus ulnaris rechts (dominant) fest. Durch weitere ergotherapeutische 
und sonstige konservative Massnahmen habe sich subjektiv keine namhaf-
te Besserung der Beschwerden im Verlauf des Nervus ulnaris rechts erge-
ben. Weitere Massnahmen, die eine namhafte Besserung des derzeitigen 
Gesundheitszustandes erwarten liessen, böten sich nicht an. Auf orthopä-
dischem Fachgebiet ergebe sich folgendes definitives Zumutbarkeitsprofil 
für den allgemeinen Arbeitsmarkt: Die Beschwerdeführerin sei noch in der 
Lage mit dem rechten Arm leichte körperliche Tätigkeiten durchzuführen. 
Das Heben und Tragen mit dem rechten Arm sei körpernah auf 10 kg, kör-
perfern auf 2.5 kg zu beschränken. Zu vermeiden seien Schlag-, Zug-, Sto-
ss- und Vibrationsbelastungen für den rechten Arm ebenso wie repetitive 
Umwendbewegungen des Unterarmes. Anhaltende Kälte- und Nässeexpo-
sition seien zu vermeiden. Unter den genannten Voraussetzungen sei ein 
ganztägiger Arbeitseinsatz möglich (AB 241).

3.2.9 In der Beurteilung des Integritätsschadens vom 6. Dezember 2020 
hielt der Suva-Kreisarzt, Dr. med. F.________, fest, die Gebrauchsfähigkeit 
der rechten Hand sei eingeschränkt, die Grobkraft sei deutlich reduziert, 
ebenso der Pinchgriff. Analog zur Tabelle 3 "Integritätsschaden bei einfa-
chen oder kombinierten Finger-, Hand- und Armverlusten" sei eine Inte-
gritätseinbusse von 5 % festzusetzen (AB 257).

3.3

3.3.1 Der angefochtene Einspracheentscheid (AB 279) stellt in medizini-
scher Hinsicht im Wesentlichen auf die Einschätzung des Suva-Kreisarz-
tes, Dr. med. F.________, vom 18. Juni 2020 (AB 241) ab. Dieser Bericht 
basiert seinerseits auf den Untersuchungen des Kreisarztes vom 10. Juni 
2020 (AB 241) und 30. April 2019 (AB 183) sowie auf den aktenkundigen 
Berichten der behandelnden Fachärzte des Spitals C.________, des Spi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 13

tals G.________ und den Berichten des neurologischen Konsiliararztes, Dr. 
med. D.________. Daraus ergibt sich in somatischer Hinsicht im Wesentli-
chen was folgt.

3.3.2 Die vom Neurologen Dr. med. D.________ am 11. September 
2017 erhobenen klinischen, elektrophysiologischen und nervensonographi-
schen Befunde ergaben einen traumatisierten, aber nicht anhaltend ge-
schädigten Nerv. Zudem wies Dr. med. D.________ auf eine Diskrepanz 
zwischen der geklagten Ausbreitung der Sensibilitätsstörung und den von 
einer Ulnarisläsion medizinisch-theoretisch zu erwartenden Beschwerden 
hin (AB 69). Die Verlaufsuntersuchung vom 8. Januar 2018 bestätigte diese 
Beurteilung und ergab einen gegenüber der Voruntersuchung sogar mini-
mal verbesserten Befund mit einer allein noch objektivierbaren diskreten 
Kraftminderung sowie einer gewissen Sensibilitätsstörung der Finger und 
Dolenz im Ellbogenbereich. Nach Angaben von Dr. med. D.________ wur-
de bzw. wird ein Grossteil der geklagten Schmerzen nicht durch den Ellen-
nerv vermittelt (AB 90/2).

Die weitere Untersuchung und Behandlung (ab 16. April 2018; AB 111) er-
folgte am Spital G.________. Ein dort durchgeführtes Neuro-MRI zeigte als 
mögliche Ursache des klinisch persistenten sensomotorischen Ellennerv-
Syndroms rechts Hinweise auf eine Kompression des betroffenen Nervs 
(AB 128). Die in der Folge durchgeführten ENMG-Untersuchungen ergaben 
jedoch wiederholt normale Werte (AB 141, 226). Die Sensibilität verbesser-
te sich im Verlauf (AB 189). Bis auf eine leichte, potenziell schmerzbeding-
te Kraftminderung der intrinsischen Handmuskulatur vermochten auch die 
behandelnden Ärzte des Spitals G.________ schliesslich keine Ausfalls-
ymptomatik des Ellennervs rechts zu erheben (AB 226/2).

3.3.3 Zusammenfassend liegt mit den echtzeitlichen Berichten der be-
handelnden Fachärzte hinsichtlich des beim Unfall erlittenen körperlichen 
Gesundheitsschadens ein umfassend dokumentierter und lückenloser Be-
fund vor. Gestützt darauf ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit (vgl. dazu BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429) erstellt, dass die 
von der Beschwerdeführerin geklagten somatischen Beschwerden im Be-
reich des rechten Arms (konstante krampfartige, brennende und elektrisie-
rende Schmerzen über dem Innervationsgebiet des Ellennervs rechts 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 14

[AB 226/1; vgl. AB 225/1, 189/1]) nicht bzw. nur betreffend eine verbleiben-
de leichte Kraftminderung der Handmuskulatur objektivierbar sind, und nur 
insoweit auf den unfallbedingten Status nach Läsion des medialen Kollate-
ralbandes des Ellbogen rechts mit Naht und nachfolgender medialer Sei-
tenbandplastik sowie Vorverlagerung des Ellennervs zurückzuführen sind 
(AB 226). Auf dieser Basis hat der Kreisarzt, Dr. med. F.________, im Be-
richt vom 18. Juni 2020 nachvollziehbar und schlüssig festgehalten, dass 
die Beschwerdeführerin aus orthopädischer Sicht in der Lage ist, mit dem 
rechten Arm leichte körperliche Tätigkeiten ganztags vorzunehmen 
(AB 241/3 f.). Das vom Suva-Kreisarzt formulierte Zumutbarkeitsprofil steht 
namentlich auch in Übereinstimmung mit den Angaben der behandelnden 
Ärzte des Spitals G.________ (AB 189/2), so dass darauf abzustellen ist. 
Das Zumutbarkeitsprofil wird denn auch von der Beschwerdeführerin zu 
Recht nicht in Frage gestellt (Beschwerde, S. 8 ff.).

3.4 Die Beschwerdeführerin macht indes geltend, es lägen nebst so-
matischen auch psychische Unfallfolgen vor, deren Erheblichkeit von der 
Beschwerdegegnerin aus unfallversicherungsrechtlicher Sicht zu Unrecht 
bestritten werde (Beschwerde, S. 8 ff. Rz. 20 ff.).

3.4.1 Bereits der Neurologe Dr. med. D.________ hielt im Bericht vom 
13. September 2017 eine Ausbreitung der geklagten Sensibilitätsstörung 
fest, welche anatomisch grösser sei, als von einer Ulnarisläsion zu erwar-
ten sei. Dabei vermutete er, dass Angst und Zermürbung eine Rolle spiel-
ten (AB 69/2 f.), und wies damit letztlich (jedoch ausserhalb seines ange-
stammten Fachbereichs) auf eine mögliche psychogene Überlagerung der 
Beschwerden hin. Auch die behandelnden Ärzte des Spitals G.________ 
hielten eine psychosomatische Komponente im Bericht vom 3. Dezember 
2018 für "nicht unwahrscheinlich" (AB 156/2). 

Die Psychiatrischen Dienste des Spitals C.________ diagnostizierten im 
Bericht vom 5. Dezember 2018 zunächst eine mittelgradige, depressive 
Episode im Rahmen eines chronischen Schmerzsyndroms (ICD-10 F32.11; 
AB 155/1). Später wurde im Bericht vom 11. Mai 2020 nebst einer schwer-
gradigen depressiven Episode und einem Verdacht auf eine Panikstörung 
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakto-
ren (ICD-10 F45.41), mithin eine Erkrankung aus der Gruppe der somato-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 15

formen Störungen (ICD-10 F45.-), aufgeführt (AB 234/1). Damit wird letzt-
lich ein psychisch bedingtes Schmerzgeschehen bestätigt. Nicht unbese-
hen zu überzeugen vermag dagegen die zuletzt postulierte schwergradige 
Depression. Denn nach den klinisch-diagnostischen Leitlinien zu den psy-
chischen Störungen ist sehr unwahrscheinlich, dass eine Patientin bzw. ein 
Patient während einer schweren depressiven Episode in der Lage ist, sozi-
ale, häusliche, berufliche Aktivitäten fortzuführen, bzw. allenfalls nur sehr 
begrenzt (DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation 
psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitli-
nien, 10. Aufl. 2015, S. 174). Die Beschwerdeführerin nahm hingegen im 
Zeitraum vom 25. Februar bis 24. Mai 2020, d.h. kurz vor dem erwähnten 
Bericht, an einem Aufbautraining der Invalidenversicherung teil, wobei sie 
gemäss Angaben der Durchführungsstelle täglich und ohne nennenswerte 
Absenzen, wenn auch mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit, zugegen war 
(AB 237/1 f.). Auch in den Berichten der den Ellbogen behandelnden Ärzte 
des Spitals G.________ vom 18. November 2019 und 16. Januar 2020 
(AB 225 f.) sowie im Bericht vom 16. Juni 2020 über die kreisärztliche Ab-
schlussuntersuchung (AB 241) finden sich keine Hinweise auf das Vorlie-
gen einer schweren depressiven Erkrankung. Wie es sich damit verhält, 
braucht jedoch nicht abschliessend geklärt zu werden.

3.4.2 Wie nachfolgend (E. 4) darzulegen ist, kann im vorliegenden Fall 
offen bleiben, ob ein psychischer Gesundheitsschaden besteht und (beja-
hendenfalls), ob ein solcher überhaupt natürlich (teil-)kausale Unfallfolge 
(dazu E. 2.3.1 hiervor) wäre. Dies weil so oder anders die Adäquanz eines 
allfälligen Kausalzusammenhangs der geklagten Beschwerden zu vernei-
nen ist (vgl. E. 2.3.2 hiervor). Weitere medizinische Abklärungen in psych-
iatrischer Hinsicht sind somit nicht nötig, da sie nichts am fehlenden An-
spruch zu ändern vermöchten.

4.

4.1 Im Notfallbericht des erstbehandelnden Spitals C.________ vom 
28. Oktober 2016 wurde unter Diagnosen ein Verdacht auf eine Hirner-
schütterung aufgeführt. Ein direkter Kopfanprall wurde von der Beschwer-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 16

deführerin verneint bzw. als nicht wahrscheinlich bezeichnet. Damit über-
einstimmend war ein am gleichen Tag erfolgtes Röntgen des Schädels und 
der Halswirbelsäule unauffällig. Die Beschwerdeführerin berichtete initial 
zwar über Schmerzen der Halswirbelsäule, verneinte solche gemäss Not-
fallbericht jedoch später wieder. Abgesehen von einer gewissen psychi-
schen Auffälligkeit im Sinne einer Verlangsamung, passiven Aggressivität 
und teilweisen Somnolenz wurden keine weiteren für ein Schleudertrauma, 
eine diesem äquivalente Verletzung oder ein Schädel-Hirntrauma typischen 
Befunde erhoben. Dementsprechend wurden auch keine weiteren (diesbe-
züglichen) Untersuchungen mehr geplant, sondern nur eine Wiedervorstel-
lung bei Commotiozeichen bzw. bei Bedarf empfohlen (AB 30/3-5). Dazu 
kam es aber nicht; vielmehr bezogen sich die nachfolgenden aktenkundi-
gen Abklärungen und Behandlungen bis Oktober 2018 (AB 155/1 Ziff. 2; ab 
diesem Zeitpunkt stand die Beschwerdeführerin auch in psychiatrischer 
Behandlung) ausschliesslich auf die Ellbogenproblematik (vgl. u.a. AB 26, 
39, 48 f., 64 f., 69, 72, 84, 90, 111, 128, 141). Demnach ist aufgrund der 
Akten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 
429) erstellt, dass die Beschwerdeführerin beim Sturzunfall am 28. Oktober 
2016 kein Schleudertrauma bzw. eine diesem äquivalente Verletzung oder 
ein Schädel-Hirntrauma erlitten hat. Daran ändert namentlich auch nichts, 
dass der die Ellbogenverletzung operierende Orthopäde in den ersten zwei 
Berichten unter den Diagnosen offensichtlich einzig gestützt auf die Anga-
ben im (hiervor erwähnten) Notfallbericht des Spitals C.________ noch 
eine Kopfprellung (Contusio Capitis) aufführte; denn weitere Angaben na-
mentlich zu allfälligen entsprechenden klinischen und/oder bildgebenden 
Befunden finden sich nicht. In der Folge ist die Adäquanz aufgrund der Pra-
xis gemäss BGE 115 V 133, d.h. unter Ausschluss psychischer Aspekte 
(vgl. E. 2.4.2 hiervor), zu prüfen, was in der Beschwerde im Übrigen nicht 
bestritten wird.

4.2 Wie bereits die Beschwerdegegnerin zu Recht festhielt (Beschwer-
deantwort, S. 6 Ziff. 4.5), kann die Prüfung der Adäquanz im Anwendungs-
bereich der Praxis gemäss BGE 115 V 133 erfolgen, sobald die Heilbe-
handlung der physischen Gesundheitsschäden abgeschlossen ist. Die Tat-
sache, dass möglicherweise der psychische Endzustand noch nicht erreicht 
ist, steht der Vornahme der Adäquanzprüfung nicht entgegen. Wesentlich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 17

ist allein der Umstand, dass die massgebenden physischen Komponenten 
der unfallbezogenen Merkmale feststanden und insofern die Heilbehand-
lung abgeschlossen war (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungs-
gerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 7. Juni 2006, U 414/05, E. 4.5 f.; 
vgl. allgemein zum Fallabschluss E. 2.5 hiervor). 

Die kreisärztliche Abschlussuntersuchung fand am 10. Juni 2020 statt (Be-
richt vom 18. Juni 2020; AB 241), der Fallabschluss erfolgte schliesslich mit 
formlosem Schreiben vom 24. August 2020 per Ende September 2020 
(AB 252). In der Folge wurde das Dossier dem Kreisarzt nochmals zur Be-
urteilung des Integritätsschadens vorgelegt. Dieser nahm mit Bericht vom 
6. Dezember 2020 dazu Stellung und bezifferte die Integritätseinbusse mit 
5 % (AB 257). Entgegen der in der Beschwerde (S. 10 Ziff. 26) vertretenen 
Auffassung erfolgten der Fallabschluss und somit auch die Prüfung der 
Adäquanz eines allfälligen unfallbedingten psychischen Gesundheitsscha-
dens im angefochtenen Einspracheentscheid nicht zu früh. Der Suva-Kreis-
arzt hat im Bericht vom 18. Juni 2020 nachvollziehbar dargelegt, dass von 
einer weiteren Behandlung keine (weitere) Besserung des physischen Ge-
sundheitszustandes mehr zu erwarten ist (AB 241/3). Eine namhafte Bes-
serung ist rechtsprechungsgemäss nur anzunehmen, wenn damit die Ar-
beitsfähigkeit bedeutend gesteigert oder wiederhergestellt werden kann 
(vgl. E. 2.5. hiervor). Im Bericht vom 27. Mai 2019 hielten die behandelnden 
Ärzte des Spitals G.________ aus somatischer Sicht – bei einer 100 %igen 
Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als … (vgl. AB 165/1) – eine 
volle Arbeitsfähigkeit für angepasste leichte Arbeiten fest (AB 189/2), womit 
eine weitere Steigerung der Arbeitsfähigkeit aufgrund medizinischer Mass-
nahmen ab diesem Zeitpunkt bereits ausser Betracht fällt. Aus dem Ver-
laufsbericht vom 16. Januar 2020 ergibt sich schliesslich explizit, dass aus 
somatischer Sicht keine Massnahmen zur Verbesserung des Gesundheits-
zustandes mehr vorgesehen waren, sondern nur noch eine Sym-
ptombehandlung im Rahmen einer weiteren schmerzstillenden Medikation 
(AB 226/2). Der Fallabschluss durch die Verwaltung per Ende September 
2020 ist demnach nicht zu beanstanden. Dass der psychische Endzustand 
allenfalls noch nicht erreicht war, stand und steht der Adäquanzprüfung 
(dazu sogleich), wie erwähnt, nicht entgegen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 18

4.3

4.3.1 Bei psychischen Unfallfolgen setzt die Bejahung des adäquaten 
Kausalzusammenhangs grundsätzlich voraus, dass dem Unfallereignis für 
die Entstehung einer psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit eine mass-
gebende Bedeutung zukommt. Das trifft dann zu, wenn es objektiv eine 
gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht 
fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist gemäss BGE 115 V 133 E. 6 S. 
138 an das objektiv erfassbare Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – aus-
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwi-
ckelnden Kräften – eine Katalogisierung der Unfälle in leichte (banale), im 
mittleren Bereich liegende und schwere Unfälle vorzunehmen ist. Die erlit-
tenen Verletzungen können dabei Rückschlüsse auf die Kräfte, die sich 
beim Unfall entwickelt haben, gestatten. Abhängig von der Unfallschwere 
sind je nachdem weitere Kriterien in die Beurteilung einzubeziehen. Diese 
werden unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 140 V 356 
E. 5.1 S. 359, 129 V 177 E. 4.1 S. 183; SVR 2018 UV Nr. 21 S. 76 E. 4.2, 
2011 UV Nr. 10 S. 36 E. 4.2.2).

4.3.2 Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob 
zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit ein adäquater 
Kausalzusammenhang besteht, nicht auf Grund des Unfalles allein schlüs-
sig beantworten. Das Bundesgericht hat daher festgestellt, dass weitere, 
objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zu-
sammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erschei-
nen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen sind. Als wichtigste Kriterien 
sind zu nennen (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183, 115 V 133 E. 6c aa S. 140):
 Besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklich-

keit des Unfalls;
 die Schwere oder besondere Art der erlittenen (somatischen) Verletzun-

gen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Feh-
lentwicklungen auszulösen;

 ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
 körperliche Dauerschmerzen;
 ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim-

mert;

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 19

 schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
 Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.

4.3.3 Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdi-
gung ist jedoch nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Um-
ständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs 
zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit neben dem 
Unfall allenfalls ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann 
zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fäl-
len im mittleren Bereich zu zählen ist oder sogar als Grenzfall zu einem 
schweren Unfall zu qualifizieren ist. Sowohl einem mittelschweren wie auch 
einem im Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegenden Ereignis kommt 
nur dann im Sinne adäquater Kausalität massgebende Bedeutung für die 
aktuelle Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu, wenn ein einzelnes der unfall-
bezogenen Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder aber 
diese in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind (RKUV 2005 U 
548 S. 232 E. 3.2.3). Liegt im eigentlichen mittleren Bereich keines der Ein-
zelkriterien in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise vor, so 
müssen für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs drei Kri-
terien erfüllt sein (SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 5.1). Handelt es sich um ei-
nen mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen müs-
sen für die Bejahung der Adäquanz vier Kriterien gegeben sein (SVR 2018 
UV Nr. 29 S. 102 E. 4.2.2). Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit 
den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz 
(BGE 117 V 359 E. 6b S. 367, BGE 115 V 133 E. 6c bb S. 140; vgl. RKUV 
1997 U 272 S. 174 E. 4b).

4.4 Nach übereinstimmenden Angaben in den Akten stürzte die Be-
schwerdeführerin beim Fensterputzen aus einer Höhe von ca. 1.5 bis zwei 
Metern auf den Boden (AB 1, 30/1, 30/3), wobei die Beschwerdeführerin 
selbst angegeben hatte, wohl auf den Füssen gelandet und dann zur rech-
ten Körperseite gefallen zu sein (AB 30/1). Ausgehend vom beschriebenen 
Geschehensablauf ging die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Ein-
spracheentscheid von einem mittelschweren Unfall im engeren Sinn aus 
(AB 279/6 Ziff. 4.7). Die höchstrichterliche Rechtsprechung bezeichnet ei-
nen Sturz aus einer Höhe von zwei Metern als Unfall im mittleren Bereich, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 20

führt jedoch aus, dass ein solcher Sturz auch als Grenzfall zu den leichten 
Unfällen eingestuft werden kann (BGE 115 V 133 E. 11 S. 144; vgl. Ent-
scheide des EVG vom 6. September 2002, U 43/02, E. 3a, und vom 14. Fe-
bruar 2002, U 410/00, E. 2c). Ob dementsprechend der Unfall vom 28. Ok-
tober 2016 nur als mittelschweres Ereignis im Grenzbereich zu den leichten 
Unfällen zu taxieren ist, kann offen bleiben, weil die Adäquanz auch bei An-
nahme eines mittelschweren Unfalls im mittleren Bereich verneint werden 
muss. 

4.5 Nach dem bisher Dargelegten müsste für die Bejahung der 
Adäquanz bei einem mittelschweren Unfall im mittleren Bereich nach BGE 
115 V 133 entweder ein einzelnes der unfallbezogenen Kriterien (vgl. E. 
4.3.2 hiervor) in besonders ausgeprägter oder auffallender oder mindes-
tens drei Kriterien in einfacher Weise erfüllt sein (vgl. 4.3.3 hiervor). Bei der 
Prüfung der einzelnen Kriterien sind nur die organisch bedingten Be-
schwerden zu berücksichtigen, während die psychisch begründeten Anteile 
ausgeklammert bleiben (vgl. E. 2.4.2 hiervor).

4.5.1 Obschon dem Unfall vom 28. Oktober 2016 wie sämtlichen mittel-
schweren Unfällen im mittleren Bereich (so u.a. Entscheid des BGer vom 
15. Januar 2016, 8C_568/2015, E. 3.5) eine gewisse Eindrücklichkeit nicht 
abgesprochen werden kann, liegen keine Umstände vor, die zur Bejahung 
einer besonderen Dramatik oder Eindrücklichkeit der Begleitumstände 
führen könnten, zumal die Sturzhöhe von 1.5 bis max. zwei Metern nicht 
sehr hoch und die Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben glücklicher-
weise vorab auf den Füssen gelandet war. Das entsprechende Adäquanz-
kriterium ist somit nicht erfüllt.

4.5.2 Auch die infolge des Sturzes erlittene somatische Verletzung (me-
diale Kollateralbandläsion im Ellbogen rechts; vgl. AB 39) war als solche 
weder besonders schwer noch von besonderer Art noch erfahrungsgemäss 
geeignet, psychische Fehlentwicklungen auszulösen. Auch dieses Kriteri-
um ist nicht erfüllt.

4.5.3 Bezüglich des Kriteriums der ungewöhnlich langen Dauer der ärzt-
lichen Behandlung ist festzuhalten, dass die Nachbehandlung im Anschluss 
an die zweite Operation vom 8. Mai 2017 sechs Wochen dauerte (AB 55/2) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 21

und mit der klinischen und radiologischen Nachkontrolle vom 20. Juni 2017 
abgeschlossen wurde (AB 64). Ab diesem Zeitpunkt erfolgten in somati-
scher Hinsicht nur noch Verlaufsbeurteilungen, weitere fachärztliche (neu-
rologische, handchirurgische) Abklärungen, die medikamentöse Behand-
lung der (im Verlauf somatisch weitestgehend nicht mehr erklärbaren [vgl. 
E. 3.3.3 hiervor]) Schmerzen sowie physio- und ergotherapeutische Be-
handlungen (AB 64 f., 69, 72, 84, 90, 111, 128, 141, 156, 165, 167, 189, 
225 f.). Allein solche Massnahmen stellen rechtsprechungsgemäss jedoch 
keine ärztliche Behandlung im Sinne des Kriteriums dar (u.a. Entscheid des 
BGer vom 13. November 2020, 8C_542/2020, E. 6.3). Auf weitere operati-
ve Massnahmen wurde aufgrund wiederholt positiver Untersuchungsergeb-
nisse mehrmals explizit verzichtet (AB 69/2 f., 84/2, 90/2, 141/2, 165/2). Zu-
dem ergibt sich aus den Akten, dass die objektivierbaren somatischen An-
teile gegenüber den psychischen Komponenten ab Mitte 2017 rasch in den 
Hintergrund getreten sind (vgl. E. 3.3.2 f. und 3.4.1 hiervor). Unter Berück-
sichtigung des für die Operationen und die daran anschliessende notwen-
dige (somatische) Nachbehandlung erforderlichen Zeitraums von rund acht 
Monaten (28. Oktober 2016 bis 20. Juni 2017) kann von einer ungewöhn-
lich langen Dauer der ärztlichen Behandlung nicht gesprochen werden; das 
Kriterium ist nicht erfüllt.

4.5.4 Was die körperlichen Dauerschmerzen anbetrifft, ist festzuhalten, 
dass bei der Beurteilung dieses Kriteriums die somatisch nicht hinreichend 
erklärbaren Beschwerden auszuklammern sind und zwar namentlich auch 
dann, wenn sie körperlich imponieren (Entscheide des BGer vom 13. No-
vember 2020, 8C_542/2020, E. 6.3, vom 15. Januar 2016, 8C_568/2015, 
E. 3.6, und vom 9. April 2009, 8C_825/2008, E. 4.6). Die nach dem Unfall 
von Ende Oktober 2016 geklagten Schmerzen wurden auf eine Instabilität 
des Ellbogengelenks rechts zufolge der erlittenen Bandläsion zurückge-
führt. Diese Instabilität wurde in der Folge im Rahmen zweier Operationen 
(letztmals im Mai 2017) erfolgreich behoben (AB 64/2 "Befunde"). Ab die-
sem Zeitpunkt konnten die behandelnden Ärzte die persistierenden Be-
schwerden weder mit dem Ellbogengelenk (vgl. AB 64 f.) noch mit dem El-
lennerv (vgl. AB 69/2 f., 72/3, 90/2, 141/2, 156/2) erklären (vgl. E. 3.3.2 f. 
und 3.4.1 hiervor). Die allein körperlich erklärbaren Beschwerden sind bzw. 
waren somit nicht so stark bzw. von derart langer Dauer, als dass sich die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 22

Bejahung des Kriteriums der körperlichen Dauerschmerzen rechtfertigen 
würde. Was in der Beschwerde (S. 9) dagegen vorgebracht wird, überzeugt 
nicht. Zur Frage, ob die geklagten Beschwerden somatisch erklärbar sind 
(AB 241/3), äussert sich der Suva-Kreisarzt nicht, was in Anbetracht der 
diesbezüglich vollständigen sowie nachvollziehbaren und übereinstimmen-
den Angaben der behandelnden Ärzte aber auch nicht schadet. Ebenso 
wenig vermag die behauptete Fehlbehandlung daran etwas zu ändern, zu-
mal diese nicht als erwiesen angesehen werden kann (vgl. dazu sogleich). 

4.5.5 Für die in der Beschwerde (S. 9 Ziff. 25) geltend gemachte ärztli-
che Fehlbehandlung im Rahmen der zweiten Operation vom 8. Mai 2017 
mit (u.a.) subfaszialer Vorverlagerung des Ellennervs finden sich in den Ak-
ten keine Anhaltspunkte. Die geklagten neurologischen Beschwerden be-
standen nicht erst nach der zweiten Operation, sondern bereits zuvor und 
waren nebst der persistierenden Instabilität ein weiterer Grund, weshalb die 
zweite Operation mit kombinierter Vorverlagerung des Ellennervs empfoh-
len wurde (AB 48 f.). Denn bereits anlässlich der ersten Operation wurde 
gemäss dem Operationsbericht festgestellt, dass der Ellennerv zufolge vor-
bestehender fehlender Überdachung schlecht fixiert war und medialseitig 
luxierte. Auf eine Korrektur wurde zunächst noch verzichtet (AB 33/4). Auf-
grund des Beschwerdebildes wurde dies im Rahmen des zweiten Eingriffs 
vom 8. Mai 2017 dann vorgenommen (AB 49/1 [unten], 55). Die von der 
Beschwerdeführerin initial geklagten neurologischen Beschwerden waren 
somit auf eine vorbestehende Störung des Nervs zurückzuführen, welche 
in der Folge operativ behoben wurde. Der nach der zweiten Operation kon-
siliarisch hinzugezogene Neurologe, Dr. med. D.________, hielt auf der 
Basis seiner "intakten" klinischen und elektrophysiologischen Befunde ei-
nen zwar – wie erwähnt vor der Operation – traumatisierten, jedoch nicht 
anhaltend geschädigten Nerv fest (AB 69/2). Seine weitere Untersuchung 
ergab nichts anderes (AB 90/2). Es besteht kein Anlass, an der Richtigkeit 
dieser Einschätzungen zu zweifeln. Die Beschwerdeführerin vermag denn 
auch keinen Arztbericht anzuführen, in welchem eine ärztliche Fehlbehand-
lung des Operateurs in Betracht gezogen würde. Die stattdessen in der 
Beschwerde angedeutete fehlende Unabhängigkeit der Beurteilung durch 
einen "befreundeten sowie – offensichtlich – wohlgesinnten Kollegen, Dr. 
med. D.________" (S. 3 f. Ziff. 7) entbehrt jeglicher Grundlage, zumal auch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 23

die Ärzte des Spitals G.________ später im Rahmen eigener elektrophysio-
logischer Abklärungen wiederholt normale Befunde erhoben (AB 141, 226). 
Namentlich bestätigten die Ergebnisse die anfänglich im Spital G.________ 
noch vermutete Kompression des Nervs durch eine Narbe bzw. Sehnenar-
kade nach Vorverlagerung (AB 124/1, 111/3) nicht, weshalb auf eine erneu-
te (dritte) operative Sanierung verzichtet wurde (AB 141, 165). Im Übrigen 
liesse sich, selbst wenn eine Nervenkompression nach dem operativen 
Eingriff im Mai 2017 bestätigt worden wäre, daraus nicht zwingend auf eine 
ärztliche Fehlbehandlung schliessen. Das Kriterium ist somit entgegen der 
in der Beschwerde vertretenen Auffassung ebenfalls nicht erfüllt.

4.5.6 Im Austrittsbericht des Spitals C.________ vom 11. Mai 2017 wur-
de ein perioperativ komplikationsloser Verlauf festgehalten (AB 54). Die 
nachfolgende Entwicklung des Ulnaris-Syndroms liegt zwar ausserhalb des 
normalen Heilungsverlaufs nach der initialen Verletzung mit einer medialen 
Kollateralbandläsion im Ellbogen rechts. Dabei gilt es aber zu berücksichti-
gen, dass – wie erwähnt – ab Mitte 2017 rasch eine psychogene Überlage-
rung stattfand und die anhaltend geklagten Beschwerden auf kein somati-
sches Korrelat, weder orthopädisch noch neurologisch, mehr zurückgeführt 
werden konnten (vgl. E. 3.3.2 f. und 3.4.1 hiervor). Entgegen den Aus-
führungen in der Beschwerde (S. 8 f.) imponiert der Heilungsverlauf nicht 
als schwierig oder als mit erheblichen Komplikationen behaftet, zumal die 
Beurteilung der Adäquanzkriterien im Rahmen von BGE 115 V 133 unter 
Ausklammerung der psychischen Anteile zu erfolgen hat (E. 4.5 hiervor). 
Das Kriterium ist nicht erfüllt, insbesondere nicht in erheblicher Weise.

4.5.7 Der Beschwerdeführerin wurde ab dem Unfalldatum durchgehend 
eine volle Arbeitsunfähigkeit bescheinigt, bis der Suva-Kreisarzt ihr erst-
mals im Bericht vom 16. Januar 2019 eine volle Arbeitsfähigkeit in ange-
passter Tätigkeit attestierte (AB 158/3). Dies steht im Einklang mit den be-
handelnden Ärzten des Spitals G.________, die rund einen Monat zuvor im 
Bericht vom 3. Dezember 2018 (erstmals) eine Wiedereingliederung bzw. 
Umschulung der Beschwerdeführerin empfohlen hatten (AB 156). Letzteres 
bestätigten sie später im Bericht vom 27. Mai 2019 und wiesen darin expli-
zit auf die Zumutbarkeit angepasster leichter Tätigkeiten hin (AB 189). Wird 
demnach sowie mit Blick darauf, dass die nach den Operationen weiterhin 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 24

geklagten Beschwerden keinem organischen Korrelat mehr entsprachen, in 
somatischer Hinsicht spätestens ab Januar 2019 eine volle Arbeitsfähigkeit 
in angepasster Tätigkeit angenommen, besteht eine massgebende Arbeits-
unfähigkeit während etwas mehr als zwei Jahren. Gemäss bundesgerichtli-
cher Rechtsprechung ist das entsprechende Adäquanzkriterium bei einer 
vollen physischen Arbeitsunfähigkeit während fast drei Jahren erfüllt, nicht 
jedoch wenn der Versicherte nach rund eineinhalb Jahren nach dem Unfall 
aus somatischer Sicht in seiner angestammten Tätigkeit nicht mehr rele-
vant in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist (Entscheid des BGer vom 
10. März 2020, 8C_627/2019, E. 5.4.5). Wie es sich damit im vorliegenden 
Fall verhält, kann letztlich offenbleiben; da selbst bei gegebenem Kriterium 
die Adäquanzkriterien insgesamt weder in der erforderlichen gehäuften 
noch ausgeprägten Weise (vgl. E. 4.5 hiervor) erfüllt sind.

Damit fehlt es an der erforderlichen Unfalladäquanz der geklagten psychi-
schen Beschwerden. Diese sind daher nicht weiter zu berücksichtigen und 
die Beschwerdegegnerin hat nur für die körperlichen Unfallfolgen einzuste-
hen, wie sie der Kreisarzt im überzeugenden Zumutbarkeitsprofil umschrie-
ben hat (AB 241/3 f.; vgl. E. 3.3.3 hiervor).

5.

Auf der Basis des vom Suva-Kreisarzt im Bericht vom 18. Juni 2020 festge-
haltenen Zumutbarkeitsprofils (AB 241/3 f.) ist im Folgenden die Invali-
ditätsbemessung zu prüfen.

5.1

5.1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). 
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im 
Unterschied zur Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 25

bisherigen Tätigkeitsbereich, sondern die nach Behandlung und 
Eingliederung verbleibende Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die 
betroffene Person auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage 
kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise Verlust einer solchen 
Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 
346).

5.1.2 Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % 
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (aArt. 18 
Abs. 1 UVG in der bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Fassung). Der 
Bundesrat regelt die Bemessung des Invaliditätsgrades in Sonderfällen. Er 
kann dabei auch von Art. 16 ATSG abweichen (Art. 18 Abs. 2 UVG).

5.1.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 
und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Der Einkommensvergleich hat in der Regel 
in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen 
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander 
gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der 
Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen 
Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, 
sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen 
und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen 
(allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1 S. 
30, 104 V 135 E. 2b S. 136; SVR 2019 BVG Nr. 16 S. 64 E. 4.4.2).

5.2

5.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nöti-
genfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 26

angepassten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Für die Bemessung 
des Valideneinkommens ist in der Unfallversicherung nach jenem 
hypothetischen Verdienst zu fragen, welchen die versicherte Person ohne 
die unfallbedingte Schädigung wahrscheinlich erzielen würde. Dieser kann 
sich zwar mit dem mutmasslichen Verdienst als gesunde Person decken, 
aber nur dann, wenn keine weiteren, nicht unfallbedingten, 
leistungsschmälernden Beeinträchtigungen vorhanden sind (SVR 2018 UV 
Nr. 33 S. 115 E. 2.1).

5.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik herausgegebenen LSE herangezogen werden (BGE 143 V 295 
E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). Dabei gilt es zu 
berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst 
bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll 
leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit 
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand 
ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 
322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 

Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des 
konkreten Einzelfalls ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, 
Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). 
Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach 
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf 
insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 
134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3).

5.3 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 27

Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu 
erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der 
Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind 
(BGE 143 V 295 E. 4.1.3 S. 300, 129 V 222).

Nach Art. 19 Abs. 1 UVG entsteht der (allfällige) Rentenanspruch mit dem 
Fallabschluss. Die Beschwerdegegnerin hat den Fall zu Recht per 30. Sep-
tember 2020 abgeschlossen (E. 2.5 und 4.2 hiervor). Somit ist der Einkom-
mensvergleich auf diesen Zeitpunkt hin gestützt auf die Zahlen für das Jahr 
2020 vorzunehmen.

5.4 Die ungelernte Beschwerdeführerin war immer als … tätig (vgl. AB 
129/3), so auch im Unfallzeitpunkt als temporäre Angestellte der 
H.________ AG für die I.________ (AB 1, 2). Sie verlor die Stelle daraufhin 
infolge der gesundheitlich bedingten Abwesenheit von der Arbeit (AB 76). 
Die Beschwerdegegnerin legte das Valideneinkommen auf der Basis von 
2187 Jahresarbeitsstunden und dem Minimallohn von Fr. 19.48 pro Stunde 
gemäss Gesamtarbeitsvertrag Personalverleih zuzüglich des Anteils 
13. Monatslohn sowie den Überzeitzuschlägen und Schichtzulagen nach 
Angaben der Arbeitgeberin fest (AB 259, 279/24 Ziff. 8.2; vgl. AB 247, 249). 
Das ist mit Blick auf die beschriebenen erwerblichen Gegebenheiten vor 
und nach dem Unfall nicht zu beanstanden. Damit beträgt das zu berück-
sichtigende Valideneinkommen im Jahr 2020 Fr. 57‘132.-- (AB 259), was 
im Übrigen auch unbestritten geblieben ist (vgl. Beschwerde, S. 10 ff.).

5.5 Die Beschwerdeführerin hatte im Zeitpunkt des hypothetischen 
Rentenbeginns (1. Oktober 2020 [E. 5.3 hiervor]) keine (zumutbare) neue 
Erwerbstätigkeit aufgenommen, so dass das Invalideneinkommen anhand 
statistischer Werte gemäss LSE zu bestimmen ist (vgl. E. 5.2.2 hiervor). In 
Anbetracht der fehlenden beruflichen Ausbildung (vgl. AB 120) kommen als 
Verweistätigkeiten zum Vornherein nur Hilfsarbeiten ohne besondere 
berufliche Anforderungen in Frage. Damit steht der Beschwerdeführerin, 
entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung (S. 11 f.), auf dem 
hypothetischen, ausgeglichenen Arbeitsmarkt nach Art. 16 ATSG nach wie 
vor ein breites Spektrum an zumutbaren Arbeitsgelegenheiten offen – dies 
namentlich auch aufgrund der verbleibenden vollen Arbeitsfähigkeit sowie 
mit Blick auf das massgebende medizinische Zumutbarkeitsprofil 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 28

(AB 241/3 f.; E. 3.3.3 hiervor). Denn der nach Art. 16 ATSG ausgeglichene 
Arbeitsmarkt ist rechtsprechungsgemäss gekennzeichnet durch ein 
gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach 
Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf und 
zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen 
Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Er 
umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und 
Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen 
Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (BGE 110 
V 273 E. 4b S. 276; Entscheid des BGer vom 6. Juli 2017, 9C_253/2017, 
E. 2.2.1). 

Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin gemäss medizinischem Zumut-
barkeitsprofil (leichte körperliche Tätigkeiten, wobei das Heben und Tragen 
mit dem rechten Arm körpernah auf 10 kg und körperfern auf 2.5 kg 
beschränkt ist; zu vermeiden sind Schlag-, Zug-, Stoss- und 
Vibrationsbelastungen des rechten Arms und repetitive 
Umwendbewegungen des Unterarms ebenso wie anhaltende Kälte- und 
Nässexpositionen [AB 241/3 f.; E. 3.3.3 hiervor]) bei zumutbarer voller 
Arbeitsfähigkeit nicht derart eingeschränkt ist, dass selbst eine 
Hilfsarbeitertätigkeit auf dem hypothetischen, ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
als realitätsfremde Einsatzmöglichkeit erschiene. Auf der Basis dieses 
Zumutbarkeitsprofils kann von einer faktischen Einarmigkeit bzw. 
Einhändigkeit, wie dies in der Beschwerde (S. 11) vorgebracht wird, nicht 
die Rede sein. Was die geltend gemachte fehlende berufliche Erfahrung 
ausserhalb des angestammten Tätigkeitsfeldes anbetrifft (vgl. Beschwerde 
S. 11), ist eine solche bei den allein möglichen Hilfsarbeiten (im 
Anforderungsniveau 1 gemäss LSE) nicht besonders vorausgesetzt und 
rechtfertigt deshalb keinen (zusätzlichen) Tabellenlohnabzug. 

Gleiches gilt schliesslich auch mit Hinweis auf das Gutachten "Nutzung Ta-
bellenmedianlöhne LSE zur Bestimmung der Vergleichslöhne bei der IV-
Rentenbemessung" vom 8. Januar 2021 der Abklärungsstelle J.________ 
(abrufbar unter <www.wesym.ch>, Rubrik: Downloads). Die 
Beschwerdeführerin bringt vor, gemäss diesem Gutachten sei statistisch 
nachgewiesen, dass die Löhne von Personen mit gesundheitlichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 29

Einschränkungen signifikant, nämlich 10-15 % tiefer seien, als jene von voll 
leistungsfähigen Erwerbstätigen. Weil die LSE-Lohndaten auf Löhnen von 
gesunden Personen beruhten, sei deren unbesehene Anwendung daher 
nicht vereinbar mit den Vorgaben von Art. 16 ATSG. Solange keine 
angepassten Lohn-Tabellen auf der Basis geeigneter Funktionsprofile bzw. 
Tätigkeiten (teil-)invalider Erwerbstätiger vorlägen, seien die bestehenden 
LSE-Lohndaten daher, nebst dem ohnehin gebotenen Tabellenlohnabzug, 
zusätzlich zu kürzen, oder könnte alternativ auch auf den unteren 
Quartilsbereich (Q1-Lohn) abgestellt werden (Beschwerde, S. 11 f.). 

Die Autoren des Gutachtens der Abklärungsstelle J.________ kommen 
gestützt auf empirische Erhebungen im Wesentlichen zum Schluss, dass 
der Medianlohn von Erwerbstätigen mit starken gesundheitlichen Ein-
schränkungen – unabhängig davon, ob sie eine IV-Rente beziehen oder 
nicht – signifikant tiefer ist als jener von voll leistungsfähigen Erwerbstäti-
gen, wobei der weitaus grösste Anteil der Lohnunterschiede nicht auf lohn-
relevante Faktoren wie bspw. Geschlecht, Alter, Kompetenzniveau oder 
Brancheneffekte zurückzuführen ist. Gemäss Gutachten der 
Abklärungsstelle J.________ sind auch die Löhne von Arbeiten auf dem 
Kompetenzniveau 1 (Hilfsarbeiten) von Personen mit gesundheitlichen Ein-
schränkungen tiefer (Gutachten der Abklärungsstelle J.________, S. III f. 
und S. 34 Ziff. 6.1). Der Faktor "Starke gesundheitliche Einschränkungen" 
wird dabei definiert als (sehr) schlechter allgemeiner Gesundheitszustand 
(IZ40/4 bzw. IZ40/5) oder (kumulativ) eine länger andauernde Krankheit 
bzw. gesundheitliche Probleme (IZ41/1) sowie mindestens sechs Monate 
dauernde starke Einschränkung des täglichen Lebens wegen gesundheitli-
cher Probleme (IZ42/1; Gutachten der Abklärungsstelle J.________ S. 17 
Fn. 4; vgl. Schweizerische Arbeitskräfteerhebung [SAKE] des Bundes-
amtes für Sozialversicherung [BFS], Variablenliste 2019, S. 19 und S. 48, 
abrufbar unter <www.bfs.admin.ch>). 

Im vorliegenden Fall enthalten die medizinischen Akten keine Anhaltspunk-
te dafür, dass die Beschwerdeführerin einen schlechten oder sogar sehr 
schlechten Allgemeinzustand aufweist. Zudem ist sie, wie hiervor erwähnt, 
hauptsächlich durch die Minderbelastbarkeit des rechten Arms einge-
schränkt, womit sie im täglichen Leben nicht "stark eingeschränkt" ist. Dar-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 30

aus ergibt sich, dass aus dem angerufenen Gutachten der Abklärungsstelle 
J.________ keine Schlussfolgerungen abgeleitet werden können, die hier 
für einen höheren Tabellenlohnabzug sprächen.

Somit ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin unter den 
gegebenen Umständen einen Tabellenlohnabzug von 10 % gewährt hat 
(vgl. AB 279 S. 24 Ziff. 7.4); dieser ist mit Blick auf die beschriebenen 
leichten Einschränkungen betreffend den Einsatz des rechten Armes bei im 
Übrigen uneingeschränkter Arbeits- und Leistungsfähigkeit (unter Ausklam-
merung allfälliger, jedoch unfallfremder psychischer Einschränkungen; vgl. 
E. 4.5.7 hiervor [am Schluss]) sowie mit Blick auf die verbleibende 
Aktivitätsdauer von gut 17 Jahren angemessen.

Demnach ist das von der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspra-
cheentscheid auf der Basis der LSE 2018, TA1_skill-level, Anforderungsni-
veau 1, Totalwert, Frauen (Fr. 4'371.--) ermittelte Invalideneinkommen im 
Jahr 2020 von Fr. 50'103.-- (AB 279/10 Ziff. 7.5) nicht zu beanstanden (zur 
diesbezüglich korrekten Berechnung: AB 259).

5.6 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 57‘132.— und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 50'103.— beträgt die unfallbedingte Erwerbseinbus-
se Fr. 7‘029.—, was einem Invaliditätsgrad von gerundet 12 % entspricht 
(zur Rundung BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123; SVR 2019 IV Nr. 61 
S. 198 E. 7.1). Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich im Ren-
tenpunkt demnach als rechtens.

6.

Zu prüfen bleibt die Integritätsentschädigung.

6.1 Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf 
eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall ei-
ne dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form 
einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchst-
betrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird ent-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 31

sprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 
UVG). Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung 
der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch 
gemacht. Gemäss dessen Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritäts-
entschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Darin hat der Bundesrat in 
einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala häufig vor-
kommende und typische Schäden prozentual gewichtet (BGE 124 V 29 
E. 1b S. 32).

6.2 Gemäss dem Bericht vom 6. Dezember 2020 bezifferte der Suva-
Kreisarzt die massgebende Integritätseinbusse auf der Basis der Tabelle 3 
der von der Suva herausgegebenen Richtlinien betreffend Integritätsscha-
den bei einfachen oder kombinierten Finger-, Hand- und Armverlusten (zur 
Verordnungskonformität dieser sog. Feinraster: BGE 124 V 29 E. 1c S. 32; 
RKUV 2004 U 514 S. 416, E. 5.1) mit 5 %. Dazu führte er aus, dass auf-
grund der verminderten Gebrauchsfähigkeit der rechten dominanten Hand 
mit Belastungsschmerz und verringerter Kraft entsprechend der Tabelle 3, 
Figur 45, eine leichte Einschränkung der Gebrauchsfähigkeit zu attestieren 
sei (AB 257).

Diese Beurteilung ist nachvollziehbar und überzeugend. Sie stimmt insbe-
sondere mit dem Bericht des Spitals G.________ vom 16. Januar 2020 
überein, wonach aus somatischer Sicht bis auf eine leichte, potenziell 
schmerzbedingte Kraftminderung der intrinsischen Handmuskulatur keine 
weiteren einschränkenden Befunde – namentlich keine Ausfallsymptomatik 
des Ellennervs – vorliegen (AB 226). Bei den neuropathischen Beschwer-
den handelt es sich entgegen den Ausführungen in der Beschwerde (S. 12) 
nicht um Lähmungserscheinungen. Eine eingeschränkte Beweglichkeit wird 
seitens der behandelnden Ärzte des Spitals G.________ nicht dokumen-
tiert. Wie hiervor (E. 3.3.2 f. und E. 3.4.1) dargelegt wurde, sind die geklag-
ten (krampfartigen, brennenden und elektrisierenden [AB 226/1]) Schmer-
zen organisch nicht erklärbar. Selbst wenn diese Beschwerden allenfalls 
auf eine psychische Krankheit (vgl. die von den Psychiatrischen Dienste 
des Spitals C.________ diagnostizierte chronische Schmerzstörung mit 
somatischen und psychischen Faktoren aus der Gruppe der somatoformen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 32

Störungen [ICD-10 F45.-]; AB 234) zurückzuführen wären, entfällt ein un-
fallbedingter Integritätsschaden mangels Unfallkausalität.

Aufgrund des lückenlosen und schlüssigen Beweisergebnisses auf der Ba-
sis der kreisärztlichen Beurteilung vom 6. Dezember 2020 (AB 257) und 
der Berichte der behandelnden Ärzte des Spitals G.________ bedarf es 
auch betreffend die Integritätseinbusse keiner weiteren Abklärungen. Die 
Integritätsentschädigung von 5 % ist nicht zu beanstanden; die Beschwer-
de ist auch in diesem Punkt abzuweisen.

7.

7.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss) sind keine Verfahrenskosten zu erheben.

7.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat die unterliegende 
Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG); auch die 
obsiegende Beschwerdegegnerin hat keinen Anspruch auf Ausrichtung 
einer Parteientschädigung (BGE 126 V 143 E. 4a S. 150).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Suva
- Bundesamt für Gesundheit

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2021, UV/21/325, Seite 33

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.