# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b74d0896-989a-5fe3-8584-c85262d9d8c7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.05.2010 C-2668/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2668-2009_2010-05-07.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-2668/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  M a i  2 0 1 0

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 
Richterin Ruth Beutler, 
Richter Jean-Daniel Dubey, 
Gerichtsschreiberin Denise Kaufmann.

A._______, 
Beschwerdeführer,
vertreten durch lic. iur. Hans Briner, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Visum zu Besuchszwecken.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-2668/2009

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer ist 1971 geboren und indonesischer Staatsan-
gehöriger. Am 16. Januar 2009 beantragte er bei der Schweizerischen 
Botschaft  in  Jakarta  ein  Visum für  einen  einmonatigen  Besuchsauf-
enthalt  bei  B._______ und C._______ (im Folgenden: Gastgeber)  in 
D._______ (ZH). Die Schweizer Vertretung überwies den Visumsantrag 
in der Folge zur Prüfung und zum Entscheid an die Vorinstanz.

B.
Zum Antrag begrüsst, holte das Migrationsamt des Kantons Zürich bei 
den Gastgebern ergänzende Auskünfte ein. In einem schriftlichen Ant-
wortschreiben  erklärten  die  Gastgeber,  sie  hätten  den  Beschwerde-
führer während ihrer Ferien in einem Hotel auf der Insel Bali  kennen 
gelernt.  Er  arbeite  dort  als  Massage-  und  Yogalehrer.  Aus  der 
Bekanntschaft sei eine Freundschaft geworden, weshalb sie ihn hier-
her eingeladen hätten. Er wolle ihre Familie und die Schweiz kennen 
lernen. Seine Verwandten lebten alle auf Bali. 

C.
Die  Vorinstanz  lehnte  den  Visumsantrag  in  einer  Verfügung  vom 
24. März 2009 ab. Dies im Wesentlichen mit der Begründung, die all-
gemeine  Lage  vor  Ort  und  die  persönlichen  Verhältnisse  des  Be-
schwerdeführers  liessen den  Schluss  auf  eine  fristgerechte  und  an-
standslose Wiederausreise nicht zu. Dabei bestünden auch Zweifel am 
deklarierten Aufenthaltszweck.

D.
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  24.  April  2009  lässt  der  Beschwerde-
führer beim Bundesverwaltungsgericht beantragen, die vorinstanzliche 
Verfügung  sei  aufzuheben,  und  ihm  sei  das  gewünschte  Besuchs-
visum zu erteilen. Zur Begründung wird im Wesentlichen geltend ge-
macht,  die  Vorinstanz  gehe  zu  Unrecht  davon  aus,  dass  seine 
Wiederausreise  nach einem Besuchsaufenthalt  nicht  gesichert  wäre. 
Er habe eine Stelle in einem gehobenen Hotel und verfüge über eine 
gute wirtschaftliche Basis. In Indonesien lebten zudem seine Ehefrau 
und  alle  seine  Verwandten.  Demgegenüber  habe  er  in  der  Schweiz 
kein Beziehungsnetz. Anlässlich des Ferienaufenthalts der Gastgeber 
an  seinem  Arbeitsort  habe  sich  zwischen  ihnen  eine  Freundschaft 
entwickelt, und er sei von ersteren in die Schweiz eingeladen worden. 

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Es  sei  nämlich  ein  grosser  Wunsch  von  ihm,  Westeuropa  und  ins-
besondere  die  Schweiz  kennen  zu  lernen.  Geplant  seien  mehrere 
Ausflüge in verschiedene Landesteile. Des weitern bestehe die Option, 
dass er  in  den Geschäftsräumlichkeiten der Gastgeberin im privaten 
Rahmen und unbezahlt einige Yoga-Instruktionen erteilen würde; dies 
als  teilweise  Kompensation  für  die  Einladung  in  die  Schweiz.  Die 
Abweisung  des  Visumsantrags  sei  auch  deshalb  stossend,  weil  die 
Gastgeberin im Zusammenhang mit dem geplanten Besuchsaufenthalt 
spezielle Garantien und Zusicherungen abgegeben habe.

E.
Mit  einer  weiteren  Eingabe vom 5. Mai  2009 liess  der  Beschwerde-
führer  seinen  Arbeitsvertrag  aus  dem  Jahre  1999  zu  den  Akten 
reichen.

F.
Die Vorinstanz hält in ihrer Vernehmlassung vom 12. Juni 2009 an der 
angefochtenen  Verfügung  fest  und  schliesst  auf  Abweisung  der  Be-
schwerde. Weder der Umstand, dass der Beschwerdeführer verheiratet 
sei,  noch  dessen  Erwerbstätigkeit  im  Spa-Bereich  eines  Hotels  ver-
möchten genügend Sicherheit  für  eine  Rückkehr  zu bieten,  dies  vor 
allem  vor  dem  Hintergrund  des  zwischen  dem  Herkunfts-  und  dem 
Zielstaat bestehenden starken wirtschaftlichen Gefälles. Hinzu komme, 
dass der Anstoss für die Reise in die Schweiz offenbar nicht von den 
Gastgebern,  sondern  vom  Beschwerdeführer  ausgegangen  sei  und 
sich  die  Beteiligten  noch  nicht  besonders  lange  und  gut  kennen 
würden. Schliesslich gelte darauf  hinzuweisen, dass es sich bei den 
geplanten Yoga-Instruktionen um eine bewilligungspflichtige Erwerbs-
tätigkeit handeln würde, welche vom deklarierten Besuchszweck nicht 
gedeckt wäre.

G.
In einer Replik vom 17. August 2009 beteuert  der Beschwerdeführer 
erneut, dass er nicht die Absicht habe, in der Schweiz zu verbleiben. 
Der  Anstoss  zur  Ferienreise  sei  nicht  von  ihm,  sondern  von  den 
Gastgebern  gekommen.  Was  die  wirtschaftlichen  Verhältnisse  an-
belange,  so  verfüge  er  durch  seine  Tätigkeit  im  Hotel,  durch  Yoga-
Unterricht von Klassen und Einzelpersonen sowie durch Massagen auf 
privater  Basis über ein monatliches Einkommen von 1'000 bis 2'000 
US-Dollars. Dies sei für balinesische Verhältnisse überdurchschnittlich 
viel.  Er  sei  daher  in  seiner  Heimat  wirtschaftlich  und  sozial  optimal 

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integriert. Demgegenüber kenne er in Europa niemanden. Was die von 
der  Vorinstanz  geäusserten  Bedenken  im  Zusammenhang  mit  den 
ursprünglich geplanten Yoga-Instruktionen betreffe, so wolle man diese 
respektieren und dafür besorgt sein, dass kein Recht verletzt werde. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen  u.a. Verfügungen des BFM,  mit  denen  die  Erteilung  eines  Vi-
sums zu Besuchszwecken verweigert wird. In dieser Materie urteilt das 
Bundesverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Der Beschwerdeführer  ist  gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Be-
schwerde berechtigt. Auf  die  frist-  und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

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3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist  daher – wie andere Staaten 
auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern 
die  Einreise  zu  gestatten.  Vorbehältlich  völkerrechtlicher  Verpflich-
tungen handelt es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Bot-
schaft  zum  Bundesgesetz  über  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 135 II 1 E. 1.1).

4.
4.1 Zur  Einreise  in  den  Schengen-Raum  für  einen  Aufenthalt  von 
höchstens drei Monaten benötigen sogenannte Drittstaatsangehörige, 
d.h. Bürger  eines nicht  zu diesem Raum gehörigen Staates (vgl. zu 
den Schengen-Assoziierungsabkommen Anhang 1  Ziffer  1  des  Bun-
desgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.2]), gültige Reisedokumente, die zum Grenz-
übertritt berechtigen, und ein Visum, sofern dieses erforderlich ist (vgl. 
Art. 2 Abs. 1 der Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise 
und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204]  i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a 
und  b  der  Verordnung  [EG]  Nr. 562/2006  des  Europäischen  Parla-
ments und des Rates vom 15. März 2006 über einen Gemeinschafts-
kodex  für  das  Überschreiten  der  Grenzen  durch  Personen  [nach-
folgend:  Schengener  Grenzkodex  bzw.  SGK,  ABl.  L  105  vom 
13.04.2006, S. 1-32]; vgl. auch Art. 5 Abs. 1 Bst. a AuG). Im Weiteren 
müssen sie  den Zweck und die  Umstände ihres  beabsichtigten Auf-
enthalts belegen und hierfür über ausreichende finanzielle Mittel ver-
fügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK; vgl. auch Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG). 
Sie dürfen zudem nicht im Schengener Informationssystem (SIS) zur 
Einreiseverweigerung  ausgeschrieben  sein  und  keine Gefahr  für  die 
öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit 
oder  die internationalen Beziehungen eines Mitgliedstaats  darstellen 
(Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK; vgl. auch Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG). 

4.2 Ist nur ein vorübergehender Aufenthalt vorgesehen, verlangt Art. 5 
Abs. 2 AuG, dass die Wiederausreise gesichert  ist. Damit wird keine 
zusätzliche, lediglich im nationalen Recht  verankerte Einreisevoraus-
setzung aufgestellt. Vielmehr handelt es sich dabei um dieselbe Frage-
stellung wie bei der nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK erforderlichen Über-
prüfung  des  Aufenthaltszwecks.  Die  Angabe  des  vorübergehenden 
Aufenthaltszwecks stellt  nämlich zugleich eine Absichtserklärung dar, 

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nach Erfüllung dieses Zwecks wieder ausreisen zu wollen. So verlangt 
insbesondere die Gemeinsame Konsularische Instruktion an die diplo-
matischen  Missionen  und  die  konsularischen  Vertretungen,  die  von 
Berufskonsularbeamten  geleitet  werden  (GKI,  ABl.  C  326  vom 
22.12.2005,  S. 1–149),  im  Zusammenhang  mit  dem  Entscheid  über 
den Visumsantrag eine Einschätzung des Migrationsrisikos (vgl. ABl. 
C 326,  S. 10).  Im  Zusammenhang  mit  der  Überprüfung  des  Aufent-
haltszwecks kann daher an die bisherige Praxis und Rechtsprechung 
bezüglich  des Merkmals  der  gesicherten Wiederausreise  angeknüpft 
werden,  wie  sie  vor  dem Inkrafttreten  des  Schengen-Assoziierungs-
abkommens bestand (vgl. zum Ganzen BVGE 2009/27 E. 5).

5.
In  Anhang I  zur  Verordnung  (EG)  Nr. 539/2001  des  Rates  vom 
15. März  2001  (ABl.  L 81  vom  21.03.2001,  S. 1–7)  sind  diejenigen 
Staaten  aufgelistet,  deren  Staatsangehörige  beim Überschreiten  der 
Aussengrenzen der Schengen-Mitgliedstaaten im Besitz eines Visums 
sein müssen. Indonesien ist in diesem Anhang aufgeführt, weshalb der 
Beschwerdeführer der Visumspflicht unterliegt.

6.
6.1 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Re-
gel  keine  gesicherten  Feststellungen,  sondern  lediglich  Prognosen 
treffen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu 
würdigen.

6.2 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  Gewähr  für  eine  fristgerechte 
Wiederausreise  können  sich  aus  der  allgemeinen  Situation  im  Her-
kunftsland  der  Besucherin  oder  des  Besuchers  ergeben.  Einreise-
gesuche von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit 
politisch oder wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen 
können darauf hindeuten, dass die persönliche Interessenlage in sol-
chen Fällen nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Ein-
reisebewilligung in Einklang steht.

6.3 Trotz  robustem  Wirtschaftswachstum  in  den  letzten  Jahren  (die 
Wachstumsrate  des realen Bruttoinlandproduktes betrug 2007 6,3%, 
2008 6,1% und für das Jahr 2009 wird sie auf 3-5% geschätzt) haben 
in Indonesien rund 110 Millionen Menschen und damit fast die Hälfte 
der  Bevölkerung weniger  als  zwei  US-Dollar  pro  Tag zur  Verfügung. 
Etwa  15% der  Indonesier  leben  sogar  unterhalb  der  nationalen  Ar-

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mutsgrenze. Im Index der menschlichen Entwicklung (HDI 2008) liegt 
Indonesien auf Platz 109 von 179 Ländern, und die Weltbank zählt das 
Land zu den Staaten mit niedrigem bis mittlerem Einkommen. Das Le-
ben  vieler  Indonesier  ist  von  Armut  geprägt,  denn  der  Rohstoff-
reichtum des Landes kommt nur einer kleinen Gruppe zugute. Obwohl 
Indonesien über Erdöl,  Erdgas und zahlreiche weitere Bodenschätze 
verfügt,  hemmen  institutionelle  und  strukturelle  Schwächen  die  In-
vestitionsbereitschaft der Privatwirtschaft. Als Folge davon können bei 
weitem nicht genügend Arbeitsplätze geschaffen werden, um mit dem 
Bevölkerungswachstum  Schritt  zu  halten.  Jedes  Jahr  strömen  2,5 
Millionen neue Arbeitskräfte  auf  den Markt,  und die Arbeitslosenrate 
liegt  trotz  Wirtschaftswachstum  nach  wie  vor  bei  schätzungsweise 
rund 10%. Von der Arbeitslosigkeit ist besonders die jüngere Generati-
on betroffen; die Jugendarbeitslosigkeit ist mit 30% sehr hoch.

Eine  für  grosse  Teile  der  Bevölkerung  existentielle  Bedrohung  war 
auch mit Naturkatastrophen verbunden, die sich in den letzten Jahren 
ereignet  haben.  Zu  erwähnen  sind  etwa  das  Seebeben  mit  ver-
heerenden Flutwellen vom 26. Dezember 2004, starke Regenfälle und 
dadurch  ausgelöste  Überschwemmungen  im  Dezember  2006  und 
Februar 2007, sowie die Erdbeben vom 2. und 30. September 2009 an 
der  Küste  von West-Java bzw. Sumatras; alles  Ereignisse,  die  viele 
Todesopfer  forderten  und  zahlreiche  Menschen  zur  Flucht  ver-
anlassten. Allgemein muss in  Indonesien überall  mit  unvorhersehbar 
einsetzender tektonischer und vulkanischer Aktivität gerechnet werden 
(Quellen:  Webseite  des  deutschen  Auswärtigen  Amtes: 
www.auswaertiges-amt.de  ,  Länder,  Reisen  und  Sicherheit  >  Indone-
sien > Wirtschaftspolitik  bzw. Reise-  und Sicherheitshinweise,  Stand 
November 2009 bzw. 1. März 2010; Webseite des deutschen Bundes-
ministeriums  für  wirtschaftliche  Entwicklung  und  Zusammenarbeit 
[BMZ]: www.bmz.de  , Länder und Regionen > Partnerländer > Indone-
sien > Situation und Zusammenarbeit, Stand Juni 2009; beide Seiten 
besucht  am 1. März  2010; Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C-
792/2006 vom 29. März 2007 E. 5). 

Folge der wirtschaftlichen Situation und der Naturkatastrophen ist u.a. 
ein seit Jahren anhaltender Migrationsdruck, der sich vor allem auf die 
umliegenden  Staaten,  aber  auch  auf  entferntere  Destinationen  aus-
wirkt.  Der  Entschluss  zur  Emigration  kann  erfahrungsgemäss  dort 
noch gefördert  werden,  wo sich  bereits  Verwandte  oder  Freunde im 

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http://www.auswaertiges-amt.de/
http://www.bmz.de/

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Ausland aufhalten und entsprechend ein soziales Beziehungsnetz be-
steht.

6.4 Bei  der Risikoanalyse sind allerdings nicht  nur solch allgemeine 
Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte 
des  konkreten Einzelfalles zu  berücksichtigen. Obliegt  einer  gesuch-
stellenden Person im Heimatland beispielsweise eine besondere be-
rufliche,  gesellschaftliche  oder  familiäre  Verantwortung,  kann  dieser 
Umstand  durchaus  die  Prognose  für  eine  anstandslose  Wiederaus-
reise begünstigen. Umgekehrt muss bei Personen, die in ihrer Heimat 
keine besonderen Verpflichtungen haben, das Risiko für ein fremden-
polizeilich nicht regelkonformes Verhalten (nach bewilligter Einreise zu 
einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden.

7.
7.1 Beim  Beschwerdeführer  handelt  es  sich  um  einen  39-jährigen 
Mann,  der  in  E._______ auf  der  Insel  Bali  wohnt. Er  ist  verheiratet, 
aber  offenbar  kinderlos.  In  Indonesien  sollen  auch  sämtliche 
Verwandten leben. Über die Ehefrau und die familiären Verhältnisse, in 
denen der Beschwerdeführer lebt, ist weiter nichts bekannt. Zwar kann 
auch  ohne  solche  Kenntnisse  grundsätzlich  davon  ausgegangen 
werden,  dass  der  Beschwerdeführer  aufgrund  seiner  Partnerschaft 
soziale  Verknüpfungen  und  Verpflichtungen  hat.  Die  Erfahrung  zeigt 
allerdings,  dass in  der  Heimat  zurückbleibende nahe Angehörige für 
sich allein noch keine besondere Gewähr für eine anstandslose und 
fristgerechte  Wiederausreise  nach  einem  Besuchsaufenthalt  bieten 
können.  In  aller  Regel  sind  es  die  individuell  herrschenden 
wirtschaftlich-sozialen Verhältnisse, die letztlich über den Verbleib oder 
Wegzug  entscheiden.  Denn  die  Absicht  einer  Emigration  ist  häufig 
gerade  mit  der  Hoffnung  verbunden,  zurückbleibende 
Familienangehörige  aus  dem  Ausland  besser  unterstützen  und 
gegebenenfalls später nachziehen zu können.

7.2 Der Beschwerdeführer  arbeitet  offenbar seit  April  1999 im Hotel 
F._______ in G._______, einer Feriendestination, die rund 12 km von 
seinem Wohnort  entfernt liegt (so aus den im Gesuchsverfahren und 
auf  Beschwerdeebene  edierten  Unterlagen  sowie  den  schriftlichen 
Auskünften der Gastgeber zu schliessen). In einer Fax-Eingabe vom 
19.  Januar  2009  bestätigte  der  Arbeitgeber  gegenüber  der 
Schweizerischen Botschaft  in Jakarta zudem, dass der Beschwerde-
führer  nach  einem  einmonatigen  Besuchsaufenthalt  in  der  Schweiz 

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seine Tätigkeit  als  "Spa Therapist"  im Hotel  weiterführen könne. Mit 
seiner  über  zehnjährigen  Berufstätigkeit  für  denselben  Arbeitgeber 
weist  der  Beschwerdeführer  zweifellos  eine  gewisse  Konstanz  aus. 
Andererseits  wurden  auch  diese  Verhältnisse  nur  ungenügend  offen 
gelegt.  Tatsache  ist,  dass  im  eingereichten  Arbeitsvertrag  nur  ein 
Grundlohn  von  monatlich  225'055  indonesischen  Rupiah  (um-
gerechnet  rund  26  Franken)  festgelegt  wurde.  Die  eigentlichen 
existenzsichernden Einnahmen, die der Beschwerdeführer nach Dar-
stellung in  der  Replik  durch Yogaunterricht  von Klassen  und  Einzel-
personen sowie durch Massagen auf privater Basis erwirtschaftet und 
die  bei  1'000 bis  2'000 USD monatlich  liegen sollen,  wurden  weder 
belegt  (z.B. durch  entsprechende Kontoauszüge),  noch  auch  nur  im 
Detail aufgeschlüsselt. Bei dieser Aktenlage kann nicht als erstellt be-
trachtet  werden,  dass  der  Beschwerdeführer  in  besonders  guten 
wirtschaftlichen Verhältnissen lebt. 

7.3 Vor dem allgemeinen und persönlichen Hintergrund durfte die Vor-
instanz demnach davon ausgehen,  dass keine hinreichende Gewähr 
für  eine  fristgerechte  und  anstandslose  Wiederausreise  des  Be-
schwerdeführers  nach  einem  Besuchsaufenthalt  besteht.  An  dieser 
Beurteilung vermag auch die  Zusicherung der  Gastgeber,  auf  die in 
der Beschwerde ausdrücklich hingewiesen wird, nichts zu ändern. Die 
Gastgeber  können  zwar  für  gewisse  finanzielle  Risiken  im  Zu-
sammenhang  mit  dem  Besuchsaufenthalt,  aus  nahe  liegenden 
Gründen  aber  nicht  für  ein  bestimmtes  Verhalten  ihres  Gastes 
garantieren.  Denn  bei  der  Abwägung  des  Risikos  einer  nicht  frist-
gerechten Wiederausreise ist  naturgemäss nicht so sehr die Haltung 
der  Gastgeber,  sondern  in  erster  Linie  das  mögliche  Verhalten  des 
Gastes  selbst  von  Bedeutung.  Nur  Letzterer  ist  in  der  Lage,  hin-
reichend  Gewähr  für  seine  Rückkehrbereitschaft  zu  bieten  (BVGE 
2009/27  E.  9).  Vorliegend  tritt  hinzu,  dass  die  Gastgeber  den  Be-
schwerdeführer  offenbar  noch  nicht  besonders  lange  und  nur  durch 
einen Ferienaufenthalt kennen. 

8.
Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung 
im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde 
ist daher abzuweisen.

9.
Entsprechend  dem  Ausgang  des  Verfahrens  wird  der  unterliegende 

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Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1, 2 und 3 
Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kosten-
vorschuss verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Beilage: Akten Ref-Nr. ZEMIS [...])
- das Migrationsamt des Kantons Zürich ad ZH [...]

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Andreas Trommer Denise Kaufmann

Versand:

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