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**Case Identifier:** 9f57a086-6aba-508d-8694-0cf154319b2e
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-08-19
**Language:** de
**Title:** Schwyz Kantonsgericht Strafkammer 19.08.2025 STK 2023 63
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Gerichte/SZ_KG_003_STK-2023-63_2025-08-19.pdf

## Full Text

Kantonsgericht Schwyz

Urteil vom 19. August 2025
STK 2023 63

Mitwirkend Kantonsgerichtspräsident Reto Heizmann,
Kantonsrichter Walter Züger, Jörg Meister,
Monique Schnell Luchsinger und Veronika Bürgler Trutmann,
Gerichtsschreiber Mathis Bösch.

In Sachen Staatsanwaltschaft, 1. Abteilung, Einsiedlerstrasse 55, 8836 Bennau,
Anklagebehörde und Berufungsführerin,
vertreten durch Staatsanwalt A.________,

gegen

1. B.________,
Beschuldigter und Berufungsgegner,
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt C.________,

2. D.________, E.________ und F.________,
Privatkläger und Berufungsgegner,
vertreten durch Rechtsanwalt G.________,

betreffend Aussetzung, evtl. Unterlassung der Nothilfe, Landesverweisung
(Berufung gegen das Urteil des kantonalen Strafgerichts vom 21. Dezember 
2022, SGO 2022 9);-

hat die Strafkammer,

Kantonsgericht Schwyz 2

nachdem sich ergeben:

A. Am Wochenende vom 1./2. August 2020 konsumierte H.________ sel. 
am Wohnort von I.________ und dessen Eltern B.________ und J.________ 
Alkohol und verschiedene Betäubungsmittel, u.a. ein Morphium-Gemisch, und 
verstarb in der Folge am frühen Sonntag. Die Staatsanwaltschaft klagte den 
Beschuldigten am 4. März 2022 wegen Aussetzung im Sinne von Art. 127 
StGB, eventualiter wegen Unterlassung der Nothilfe im Sinne von Art. 128 
Abs. 1 StGB beim kantonalen Strafgericht an (Vi-act. 1b). Der Vorwurf wird 
gestützt auf folgenden Sachverhalt erhoben:

K.________, L.________ und H.________ sel. begaben sich am 1. Au-
gust 2020 zwischen ca. 13.00 Uhr und 17.00 Uhr in das Schlafzimmer 
von I.________ an der M.________ (Adresse) und konsumierten dort 
gemeinsam Amphetamin und ein Morphium-Gemisch. Anschliessend, 
d.h. ca. um 17.00 Uhr, verliessen K.________ und H.________ sel. das 
Zimmer und begaben sich im Parterre in den Partyraum („Rüümli“) der 
Liegenschaft an der M.________ (Adresse), wo sich H.________ sel. 
neben N.________ setzte. Da diese krank und bleich ausgesehen hatte, 
kontrollierte er im 5-Minutentakt die Atmung und den Puls, wobei 
H.________ sel. bereits „Zuckungen beim Atmen“ aufwies, sie stosswei-
se tief einatmete und länger wieder nicht, und ihr Speichel aus dem Mund 
lief. Zwischen ca. 17.30 Uhr und 19.00 Uhr verliess H.________ sel. den 
Partyraum und begab sich wackligen Schrittes nach draussen in die Gar-
tenlaube, wo sie sich rechtwinklig und mit dem Kopf dieser zugewandt zu 
J.________ auf eine mit Decken und Kissen unterlegte Holzpalette legte.

Aufgrund der konsumierten Betäubungsmittel schlief H.________ sel. 
zwischen frühestens 17.30 Uhr und spätestens 19.00 Uhr ein, war in der 
Folge nicht mehr weckbar und geriet in eine mehrere Stunden andauern-
de Agoniephase im Sinne einer Vita minima. Während dieser mehrstün-
digen Agoniephase schwebte H.________ sel. in unmittelbarer Lebens-
gefahr. H.________ sel. verstarb zwischen ca. 03.39 Uhr und 07.39 Uhr 
des 2. August 2020 an einer zentralen Atemlähmung infolge einer Misch-
lntoxikation mit Morphin und Alprazolam.

Zwischen ca. 18.00 und 19.00 Uhr bat seine mitbeschuldigte Ehefrau, 
J.________, den Beschuldigten, die in zusammengerollter Position schla-
fende H.________ sel. in Seitenlage zu versetzen, was er auch tat. An-
schliessend begab sich der Beschuldigte wieder in den oberen Stock der 
Liegenschaft an der M.________ (Adresse) und schlief ein. Um 

Kantonsgericht Schwyz 3

ca. Mitternacht begab sich der Beschuldigte erneut in die Gartenlaube 
und erkundigte sich nach dem Zustand von H.________, insbesondere, 
ob diese noch atmete. Der Beschuldigte hatte zudem Kenntnis davon, 
dass H.________ sel. an diesem Abend mitunter Alkohol konsumiert hat-
te. Um ca. 01.00 Uhr begab sich der Beschuldigte wieder ins Hausinnere 
und schlief ein.

Mit Einwilligung zu Aufenthalt und Übernachtung in ihrem Einfamilien-
haus an der M.________ (Adresse) übernahm der Beschuldigte unter 
Eingehung eines (unentgeltlichen) vertraglichen Beherbergungsverhält-
nisses und Autoritätsstellung eine besondere Obhuts- und Schutzpflicht 
zum Schutz der Gesundheit und des Lebens der, wie er wusste, minder-
jährigen H.________ sel.

Spätestens ab 19.00 Uhr, als J.________ den Beschuldigten bat, 
H.________ sel. in die Seitenlage zu versetzen und er sah, dass sie in 
zusammengerollter Position neben J.________ weder ansprech- noch 
weckbar schlief, er wusste, dass sie mitunter Alkohol konsumiert hatte, 
und sie nicht auf die Umlagerung von ihm reagierte, spätestens jedoch 
ab ca. Mitternacht, als er kontrollierte, ob H.________ sel. noch atmete 
und allerspätestens im Verlauf der mindestens 10 Stunden, während de-
rer H.________ sel. weder ansprech- noch weckbar war, wusste der Be-
schuldigte bzw. musste der Beschuldigte damit gerechnet und es auch in 
Kauf genommen haben, dass H.________ sel. in unmittelbarer Lebens-
gefahr schwebte und dass ihre getroffene Massnahmen – namentlich die 
Seitenlage – angesichts des besorgniserregenden Zustands von 
H.________ sel. offensichtlich keinerlei Besserung zeigte.

Mit seinem oben geschilderten Verhalten am Abend des 1. August und in 
der Nacht auf den 2. August 2020 liess der Beschuldigte das unter seiner 
Obhut stehende, hilflose Opfer, obwohl er zu dessen Sorge verpflichtet 
gewesen wäre, in einer von ihm erkannten, schweren unmittelbaren Ge-
fahr für die Gesundheit und das Leben wissentlich und willentlich im Sti-
che, statt unverzüglich ärztliche Hilfe herbeizurufen. Der Beschuldigte 
wusste um seine besondere Schutzpflicht gegenüber H.________ sel. 
und erkannte, dass die unmittelbare Lebensgefahr für H.________ sel. 
ohne die Alarmierung des Rettungsdienstes weiterbestand bzw. sich in-
tensivierte und er wusste, dass einzig die Alarmierung des Rettungs-
dienstes angezeigt gewesen wäre und sie H.________ sel. mit dem Ru-
fen der Ambulanz bzw. der Polizei auch hätte helfen können. Nichtsdes-
totrotz unterliess es der Beschuldigte wissentlich und willentlich, die Am-
bulanz zu kontaktieren. Dem Beschuldigten wäre das Rufen der Ambu-
lanz bzw. der Polizei auch ohne Weiteres möglich und zumutbar gewe-
sen. 

Kantonsgericht Schwyz 4

B. Das Strafgericht sprach den Beschuldigten mit Urteil vom 21. Dezember 
2023 von Schuld und Strafe frei (Dispositivziff. 1), wies die Zivil- und Entschä-
digungsforderungen der Privatkläger ab (ebd. 2 und 4) und nahm die Kosten 
(inkl. amtlicher Verteidigung von Fr. 20’000.00) auf die Staats- 
bzw. Strafgerichtskasse (ebd. 3 und 5). 

C. Die Staatsanwaltschaft erklärte die rechtzeitig angemeldete Berufung 
innert Frist mit dem Rechtsbegehren, in Aufhebung von Dispositivziffer 1 und 
3 des angefochtenen Urteils sei der Beschuldigte unter Kostenfolgen zu sei-
nen Lasten der Aussetzung, eventualiter der Unterlassung der Nothilfe, schul-
dig zu sprechen und mit einer bei einer Probezeit von 2 Jahren aufzuschie-
benden Freiheitsstrafe von 24 Monaten zu bestrafen und für fünf Jahre des 
Landes zu verweisen (STK 2023 63 KG-act. 2-4). 

D. Die Privatkläger liessen sich von der Teilnahme an der Berufungsver-
handlung dispensieren. Der befragte Beschuldigte verweigerte die Aussagen 
zur Sache, las indes eine schriftliche Stellungnahme vor (KG-act. 35  S. 6 
Nr. 35). Der Staatsanwalt hielt an den Berufungsanträgen fest und der Vertei-
diger beantragte die Abweisung der Berufung. Ausserdem stellte der amtliche 
Verteidiger den Antrag, für das erstinstanzliche Verfahren mit Fr. 25’000.00 
entschädigt zu werden;-

und in Erwägung:

1. Nach Art. 127 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder 
Geldstrafe bestraft, wer einen Hilflosen, der unter seiner Obhut steht oder für 
den er zu sorgen hat, einer Gefahr für das Leben oder einer schweren unmit-
telbaren Gefahr für die Gesundheit aussetzt oder in einer solchen Gefahr im 

Kantonsgericht Schwyz 5

Stiche lässt. Täter kann nur sein, wer rechtlich verpflichtet ist, die hilflose Per-
son vor der Gefahr zu schützen, d.h. es braucht eine Garantenstellung, die 
den Täter zum Handeln verpflichtet, wie sie namentlich Eltern, Vormund, 
Krankenpfleger, Spitalpersonal, Kinderbetreuer oder Bergführer trifft. Weiter 
muss der Täter eine Gefahr für das Leben oder eine schwere unmittelbare 
Gefahr für die Gesundheit herbeiführen oder, soweit eine solche schon be-
steht, nichts dagegen tun. Erforderlich ist eine konkrete Gefährdung der 
Rechtsgüter des Opfers (BGer 6B_1055/2020 vom 13. Juni 2022 E. 4.3.5 
m.H.). Es sind nur solche Garantenstellungen relevant, die bereits vor Entste-
hen der Gefahrensituation bestanden (Godenzi in HK, 5. A. 2024, Art. 127 
StGB N 1 m.H.).

Die Staatsanwaltschaft stützt die Tatbestandsmässigkeit auf ihre Erwartung 
ab, die Beschuldigte und ihr Ehemann hätten als die einzigen im Leben ste-
henden erwachsenen Personen an der in ihrem Haus stattfindenden Party 
dafür sorgen müssen, dass die Jugendlichen in ihren Räumlichkeiten ge-
schützt würden. Dennoch hätten sie es zugelassen, dass in ihrem Wissen 
Alkohol und Betäubungsmittel konsumiert würden. Der Beschuldigte habe 
H.________ sel. in die „stabile Seitenlage“ (dazu s. unten E. 2) gelegt und 
deren Gesundheitszustand um Mitternacht überprüft, sich also verantwortlich 
gefühlt und um deren lebensbedrohlichen Zustand gewusst. Die Staatsan-
waltschaft legt mit diesen Ausführungen jedoch nicht dar, inwiefern der Be-
schuldigte in das angeklagte Beherbergungsverhältnis einwilligte. Es ist denn 
auch nicht ersichtlich, inwiefern der Beschuldigte, eingewilligt haben soll, 
H.________ sel. als Gast aufzunehmen, zu bewirten und übernachten zu las-
sen, so dass ein erforderliches rechtliches, eine vorbestehende Garantenstel-
lung (dazu vgl. Godenzi, ebd.) begründendes Obhutsverhältnis entstanden 
wäre. Die punktuelle Sorge um die eingeschlafene H.________ sel. genügt 
dazu nicht (dazu Stratenwerth/Bommer, Schweizerisches Strafrecht, BT I, 8. 
A. 2022, § 4 N 49). Eine Garantenstellung des Beschuldigten lässt sich aus 

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dem Umstand, dass sein Haus einem unbestimmten Bekanntenkreis von Ju-
gendlichen und jungen Erwachsenen ihres inzwischen volljährigen Sohnes 
unter der Bedingung, dass keine harten Drogen konsumiert würden (U-
act. 10.9.001 Nr. 86), offenstand, nicht ableiten. Insofern ist von einer nicht 
tatbestandsmässigen, bloss kurzfristigen faktischen Obhut auszugehen und 
nicht zu beanstanden, dass das Strafgericht im Ergebnis den Tatbestand der 
Aussetzung mit der anderen parallel zum Tatbestand der Unterlassung der 
Nothilfe laufenden Begründung verneinte, dass der Beschuldigte annehmen 
durfte, H.________ sel. habe infolge übermässigen Alkohol- und Cannabis-
konsums geschlafen (angef. Urteil S. 10 f. E. II/6.2), worauf zu verweisen ist 
(Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Berufung der Staatsanwaltschaft ist mithin bezüg-
lich des Schuldspruchs wegen Aussetzung abzuweisen.

2. Nach Art. 128 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder 
Geldstrafe bestraft, wer einem Menschen, der in unmittelbarer Lebensgefahr 
schwebt, nicht hilft, obwohl es ihm den Umständen nach zugemutet werden 
könnte. Die allgemeine Nothilfepflicht bei Lebensgefahr wurde erst 1989 ein-
geführt und ist im Vergleich mit den Nachbarländern restriktiv auf Fälle dringli-
cher Lebensgefahr eingeschränkt, weil sie jeden treffen kann (dazu s. Coninx, 
recht 2024/4, S. 191 f. m.H.; vgl. auch Schultz, ZStrR 1991 S. 405 f.). Im Un-
terschied zu Art. 129 StGB muss die Gefahr, also der Zustand, bei dem nach 
dem gewöhnlichen Lauf der Dinge der Tod bevorsteht (dazu vgl. Maeder, 
BSK, 4. A. 2019, Art. 129 StGB N 11), als Voraussetzung der Nothilfe einge-
treten sein. Die Unmittelbarkeit der Lebensgefahr mit der Metapher, dass das 
Leben „an einem seidenen Faden hängen“ muss, Bedeutung zu verleihen 
bzw. mit einer Situation zu erklären, in der es keiner weiteren Bedingung mehr 
bedarf, um die Lebensgefahr „entstehen zu lassen“ (dazu Maeder, a.a.O., 
Art. 128 StGB N 37 mit Bezug auf Stratenwerth/Bommer, Schweizerisches 
Strafrecht BT I, 4.A.2022, § 4 N 68), hilft nicht weiter. Der Tatbestand setzt 
eine unmittelbare Lebensgefahr unabhängig von deren Ursache (Maeder, 

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ebd. N 40 m.H.) bzw. Entstehung voraus. Anders als bei der Aussetzung 
(vgl. Art. 127 StGB) muss zudem das Leben und nicht nur die Gesundheit 
(„blosse“ Leibesgefahr, BBl 1985 S. 1034) gefährdet sein (Maeder, a.a.O., 
Art. 129 StGB N 12 m.H.). Es genügt die ernsthafte Möglichkeit eines nahen 
Todes (vgl. BGE 121 IV 18 m.H. auf BGE 111 IV 51 E. 2 m.w.H.) bzw. die 
„akute“ Gefährdung (BGE 91 IV 193) des Lebens. Allerdings ist Art. 128 StGB 
ein abstraktes Gefährdungsdelikt (Ege, AK, 2. A. 2025, Art. StGB 128 N 1): 
Der Tatbestand ist erfüllt, sobald der Täter nicht hilft, ohne dass es darauf an-
kommt, ob die Hilfe erfolgreich gewesen wäre (vgl. auch Maeder, ebd. N 7 f.). 
Also setzt er kein tödliches Unterlassungsergebnis voraus, auch wenn wie hier 
wohl oft nur der Tod nach einer Erklärung eines nicht realisierten Nothilfege-
botes verlangt und eine Strafuntersuchung auslöst. Hilfe ist nach der Recht-
sprechung auch dann geboten, wenn es nur darum geht, einem Verletzten 
oder Sterbenden Leiden zu ersparen. Die Pflicht zur Hilfeleistung erlischt je-
doch, wenn die Hilfe offensichtlich keinem Bedürfnis mehr entspricht, insbe-
sondere wenn die Person in der Lage ist, sich selbst zu versorgen, wenn Drit-
te sie ausreichend versorgen, wenn sie die angebotene Hilfe ausdrücklich 
ablehnt oder wenn der Tod eingetreten ist. Der Täter muss alles tun, was in 
seiner Macht steht. In der heutigen Zeit, in der Mobiltelefone weit verbreitet 
sind und effiziente Hilfsorganisationen existieren, ist ein Anruf bei einem Not-
dienst, einem Arzt oder der Polizei eine angemessene Möglichkeit, schnell 
Hilfe zu holen (BGer 7B_259/2022 vom 8. April 2024 E. 3.2.2 m.H.). Die zu 
leistende Hilfe beschränkt sich auf Handlungen, die vom Täter unter Berück-
sichtigung der Umstände vernünftigerweise erwartet werden können (BGE 
150 IV 384 E. 4.2.2 m.H.; zum Ganzen vgl. STK 2023 74 vom 10. März 2025 
m.H.). Handlungen, die nicht als Hilfeleistung angesehen werden können, sind 
unzureichend (BGer 6B_165/2024 vom 4. Juni 2025 E. 2.3.3 m.H.).   

a) Aufgrund des IRM-Gutachtens ist erstellt, dass das todesursächliche 
Intoxikationsgeschehen nach der oralen Einnahme des Morphiums in der Ge-

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genwart von K.________ und L.________ bei H.________ sel. rasch einsetz-
te und nach einer mehrere Stunden langen Agoniephase im Sinne einer Vita 
minima zum Tod zwischen ca. 03:39 und 07:39 führte (U-act. 11.3.017 S. 4 ff. 
Ziff. 1 f., 8 und 10). Damit war die unmittelbare Lebensgefahr gegeben, näm-
lich, dass die Möglichkeit des Todes nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge 
objektiv nahelag. H.________ sel. geriet nach der Überdosis spätestens nach 
ihrem Einschlafen um ca. 19:00 Uhr in der Gartenlaube in Gefahr, innert we-
niger Stunden zu sterben (Stratenwerth/Bommer, a.a.O., § 4 N 68 m.H. auf 
BGE 121 IV 18). Es bestand nach Art. 128 Abs. 1 StGB objektiv für den Be-
schuldigten, der an der Party laut Anklage eigentlich gar nicht teilnahm, son-
dern zwischen 18:00 und 19:00 Uhr auf Bitte seiner Ehefrau die später Ver-
storbene umbettete und sich um ca. Mitternacht nach deren Zustand erkundig-
te, zumindest in Bezug auf den zweiten Zeitpunkt objektiv eine Hilfspflicht. In 
Bezug auf den ersten Zeitpunkt der Umbettung zwischen 18:00 und 19:00 Uhr 
ist indes zweifelhaft, ob sich die erst kurz zuvor eingeschlafene H.________ 
sel. schon in Lebensgefahr befand. Es bleibt zu prüfen, ob dem Beschuldigten 
der Tatbestand auch subjektiv zurechenbar ist, insbesondere, ob er die unmit-
telbare Lebensgefahr erkannte. Dass nach dem Gutachten unabhängig von 
der Kenntnis eines Betäubungsmittelkonsums unverzüglich der Notruf alar-
miert werden sollte, falls Personen auffallen, die stark verwirrt erscheinen, nur 
noch erschwert erweckbar oder bewusstlos sind und/oder eine nicht normale 
Atmung (z.B. tiefes Schnarchen, Atemaussetzer/Atempausen über mehrere 
Sekunden, sehr flache und schnelle Atmung oder stark verlangsamte Atmung) 
aufweisen, betrifft die allgemeine Erkennbarkeit eines Notfalls. Diese Auffas-
sung deckt nicht die hier objektiv soeben bejahte Rechtsfrage des Vorliegens 
unmittelbarer Lebensgefahr, aber auch nicht die Beurteilung des Wissens und 
Willens der involvierten Personen ab, worauf nachfolgend auf der Ebene des 
subjektiven Tatbestands einzugehen ist (nachfolgend lit. b; vgl. auch STK 
2023 74 vom 10. März 2025 E. 2.a). 

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b) Der subjektive Tatbestand erfordert Vorsatz. Dies schliesst insbesonde-
re die Kenntnis der eigenen Verpflichtung und das Wissen um die unmittelba-
re Lebensgefahr ein (BGer 6B_217/2020 vom 31. August 2020 E. 6.2 m.H.; 
BGer 6B_649/2012 vom 25. April 2013 E. 3.2 ohne Äusserung zum Eventual-
vorsatz wie Trechsel/Mona, a.a.O., Art. 128 StGB N 11 m.H. auf BGE 121 IV 
21; Stratenwerth/Bommer, a.a.O., § 4 N 74). Eventualvorsatz wird für die Ver-
pflichtung, die sich aus der unmittelbaren Lebensgefahr ergibt (Hilfspflicht), 
und die Hilfebedürftigkeit des Opfers als genügend erachtet (Maeder, a.a.O., 
Art. 128 StGB N 52 f. m.H.; Ege, ebd. N 8 m.H. auf indes in den eben zitierten 
BGer nicht erwähnten BGer 6S.162/2000 vom 20. Dezember 2000 E. 2, ins-
bes. E. 2.b; neuerdings ebenfalls BGer 6B_165/2024 vom 4. Juni 2025 
E. 2.3.3). Weil das Element der Unmittelbarkeit bzw. Dringlichkeit der Lebens-
gefahr verhindern soll, dass jedermann nothilfepflichtig wird (vgl. oben vor 
lit. a), ist davon auszugehen, dass der Täter um die unmittelbare Lebensge-
fahr wissen bzw. diese ihm wie in den Beispielen der Botschaft (BBl 1985 
S. 1034: Ertrinken, Zusammenbruch wegen Herzanfalls, auf der Strasse lie-
genbleibender Betrunkener) offenkundig sein muss (vgl. Schultz, ZBJV 1996 
S. 591 und ZStrR 1991 S. 407), was insofern Eventualvorsatz auszuschlies-
sen scheint. Die deutliche Erkennbarkeit der unmittelbaren Lebensgefahr be-
handelte die Rechtsprechung auch schon auf der Ebene des objektiven Tat-
bestands (Pra 1996 Nr. 133; zum Ganzen STK 2023 74 bzw. 75 vom 10. März 
2025 je E. 2.b m.H.).

aa) Das Strafgericht ging im Ergebnis davon aus, dass der Beschuldigte die 
Lebensgefahr nicht erkennen konnte (angef. Urteil S. 10 E. 6.2). Zutreffend 
nahm es insbesondere an, dass dem Beschuldigten nicht nachzuweisen sei, 
die Verstorbene im Sinne einer lebensrettenden Sofortmassnahme in die Sei-
tenlage umgebettet zu haben. Die Staatsanwaltschaft wendet ein, 
H.________ sel. habe schon seitlich zusammengerollt dort gelegen, so dass 
die Behauptung des Beschuldigten, er habe sie seitlich hingelegt, nicht 

Kantonsgericht Schwyz 10

schlüssig sei. Indes übersieht die Staatsanwaltschaft, dass sich diese Aussa-
ge des Beschuldigten bezüglich der Lage von H.________ sel. auf einen Zeit-
punkt bezog, bevor seine Ehefrau, die ihrerseits auch bis 17.00 Uhr schlief, 
ihn gebeten hatte, H.________ auf die Seite zu legen (vgl. U-act. 14.2.012 
Nr. 6). Im Übrigen schloss die Vorinstanz nachvollziehbar nicht aus, dass der 
Ausdruck „Seitenlage“ via die Aktennotiz der auch die Ehefrau des Beschul-
digten einvernehmenden Polizeibeamtin (U-act. 10.2.002) ins Protokoll ge-
langt sein könnte und abgesehen davon nicht zwingend als, im Übrigen auch 
nicht angeklagte, stabile Seitenlage zu verstehen sei. Darauf kann verwiesen 
werden (Art. 82 Abs. 4 StPO, angef. Urteil E. 5), umso mehr als sich die 
Staatsanwaltschaft mit dieser Begründung nicht vertieft auseinandersetzt und 
die Verteidigung richtig anmerkt, dass sein Mandant einfach von einer Seiten-
lage ohne Adjektiv „stabil“ gesprochen habe. Für diesen frühen Zeitpunkt ist 
Lebensgefahr ohnehin nicht zweifelsfrei erstellt (vgl. oben lit. a). 

bb) Der Beschuldigte sagte aus, er habe sich um Mitternacht danach erkun-
digt, ob H.________ sel. geatmet habe, was sie im Schlaf getan habe, worauf 
er wieder schlafen gegangen sei, nachdem seine Frau gesagt habe, nach ihr 
zu sehen und unten zu bleiben (U-act. 14.2.012 Nr. 6). Die Vorinstanz wertete 
diese Aussagen begründet nicht als Zugeständnis, dass ihm die inzwischen 
eingetretene unmittelbare Lebensgefahr von H.________ sel. erkennbar ge-
wesen sei. In der Tat könnte der Beschuldigte seine Aussagen ex post mit 
Blick auf den inzwischen eingetretenen Todesfall formuliert haben. Es ist ihm 
über eine gewisse Sorge über deren Gesundheitszustand hinaus nicht nach-
zuweisen, dass er wusste oder hätte wissen müssen, dass H.________ sel. 
nicht aufweckbar war, panikartig atmete und über den Beizug von ärztlicher 
Hilfe schon ergebnislose Diskussionen geführt worden waren. Er konnte bei 
seinen verhältnismässig kurzen, keine längere Beobachtung des Verhaltens 
der Verstorbenen zulassenden Aufenthalten in der Gartenlaube davon ausge-
hen, dass sie lediglich schlief, wenn er, was ihm nicht zu widerlegen ist, keine 

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Atemschwierigkeiten feststellte und nichts Konkretes von deren Betäubungs-
mittelkonsum am Nachmittag und Abend wusste. Dass sich der Beschuldigte 
wie angeklagt erst eine Stunde nach Mitternacht wieder ins Haus begab, und 
mithin nahezu eine Stunde an der Party beteiligte, ist nicht erstellt, und macht 
die Staatsanwaltschaft mithin zu Recht nicht mehr geltend.

3. Mithin ist der angefochtene Freispruch in Abweisung der Berufung zu 
bestätigen, womit eine Bestrafung und eine Landesverweisung ohne weitere 
Begründung entfällt und sich weitere Ausführungen zur bestrittenen Verwert-
barkeit diverser Einvernahmen erübrigen.

a) Ausgangsgemäss gehen die Kosten des Berufungsverfahren zu Lasten 
des Staates. 

b) Seine erstinstanzliche Entschädigung in der Höhe von Fr. 20’000.00 
focht der amtliche Verteidiger nicht an, weshalb auf den erst an der Beru-
fungsverhandlung gestellten Antrag auf eine Entschädigung von Fr. 25’000.00 
und dessen Begründungen nicht einzutreten ist. Im Berufungsverfahren be-
trägt das Honorar Fr. 300.00 bis Fr. 12’000.00 (§ 13 lit. c GebTRA). Gemäss 
Kostennote beläuft sich der Aufwand des Verteidigers ohne Berufungsver-
handlung inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer auf Fr. 8’147.80, wobei die 
Dauer der Berufungsverhandlung zu lange veranschlagt wurde, weshalb sich 
eine pauschale Entschädigung von Fr. 8’000.00 als angemessen erweist. 

c) Im Übrigen bleibt darauf hinzuweisen, dass nach § 5 Abs. 1 des durch 
den Regierungsrat erlassenen GebTRA der amtliche Verteidiger zu einem 
Stundenansatz Fr. 180.00 bis Fr. 220.00 zu entschädigen ist. In Verfahren, die 
aussergewöhnlich viel Arbeit beanspruchen, namentlich das Studium von 
fremdem Recht, von Akten, die in einer Fremdsprache abgefasst sind, oder 
von besonders umfangreichem Aktenmaterial, dürfen die Höchstansätze die-

Kantonsgericht Schwyz 12

ses Tarifs bis 100 % überschritten werden, ebenso, wenn der Anwalt an be-
sonders zeitraubenden Beweiserhebungen oder vor einer Instanz an mehre-
ren Verhandlungen teilnehmen muss (§ 16 Abs. 1 GebTRA). Dass die Vor-
instanz keinen solchen Ausnahmefall annahm, erscheint nicht krass unbillig 
und die vom Verteidiger von der Berufungsinstanz verlangte Korrektur von 
Amtes wegen drängt sich nicht auf. Abgesehen davon ist Art. 404 Abs. 2 StPO 
nicht auf derartige Fragestellungen wie eine höhere Entschädigung zugunsten 
des amtlichen Verteidigers und nicht der beschuldigten Person anwendbar;-

erkannt:

1. Die Berufung der Staatsanwaltschaft wird abgewiesen und das ange-
fochtene Urteil bestätigt.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 4’000.00 gehen zulasten 
des Staates.

3. Der amtliche Verteidiger wird für das Berufungsverfahren aus der Kan-
tonsgerichtskasse mit pauschal Fr. 8’000.00 (inkl. Auslagen und MWST) 
entschädigt. 

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach 
Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Strafsa-
chen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Be-
schwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

Kantonsgericht Schwyz 13

5. Zufertigung an den Verteidiger (2/R), die Staatsanwaltschaft (1/R an 
die 1. Abteilung und 1/R an die Amtsleitung/zentraler Dienst), den 
Vertreter der Privatkläger (2/R) und die Vorinstanz (1/ü) sowie nach 
definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/ES [die Akten werden im 
Verfahren STK 2023 60 und 61 retourniert]), das Amt für Justizvoll-
zug (1/R, mit Kopie des Löschungsformulars U-act. 1.3.006), das Amt 
für Migration (1/A), die KOST (elektronische Meldung des Frei-
spruchs) und die Kantonsgerichtskasse (1/ü im Dispositiv).

Namens der Strafkammer
Der Kantonsgerichtspräsident Der Gerichtsschreiber

Versand 5. September 2025  amu