# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 88ee1198-d5e4-5656-9246-d32c86630911
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-02-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.02.2024 F-4845/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-4845-2022_2024-02-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-4845/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  F e b r u a r  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richter Basil Cupa (Vorsitz), 

Richterin Susanne Genner,  

Richter Yannick Antoniazza-Hafner,    

Gerichtsschreiberin Corina Fuhrer. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Schengen-Visum zu Besuchszwecken für B._______;  

Verfügung des SEM vom 29. September 2022. 

 

 

 

F-4845/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der ägyptische Staatsangehörige B._______ (geb. 1980; nachfolgend: Ge-

suchsteller) ersuchte am 16. Januar 2022 bei der Schweizerischen Bot-

schaft in Kairo um Ausstellung eines Schengen-Visums zwecks einmaliger 

Einreise für einen touristischen Aufenthalt in der Schweiz vom 9. bis 

16. Februar 2022.  

B.  

Mit Formularverfügung vom 24. Januar 2022 lehnte die Schweizerische 

Botschaft in Kairo den Visumsantrag ab, da die angegebenen Informatio-

nen zum Aufenthaltszweck und den Umständen des Aufenthalts nicht 

glaubhaft seien und erhebliche Zweifel an der Rückkehr in den Herkunfts-

staat bestünden.  

C.  

Gegen diesen Entscheid erhob die in der Schweiz wohnhafte Partnerin des 

Gesuchstellers, A._______ (nachfolgend: Gastgeberin bzw. Beschwerde-

führerin), am 8. März 2022 Einsprache bei der Vorinstanz.  

D.  

Mit Verfügung vom 29. September 2022 wies die Vorinstanz die Einspra-

che ab.  

E.  

Gegen den Einspracheentscheid gelangte die Beschwerdeführerin mit Be-

schwerde vom 24. Oktober 2022 (Datum Postaufgabe) an das Bundesver-

waltungsgericht und beantragte sinngemäss, die vorinstanzliche Verfü-

gung sei aufzuheben und dem Gesuchsteller die Einreise zu erlauben.  

F.  

Mit Vernehmlassung vom 12. Dezember 2022 beantragte die Vorinstanz 

die Abweisung der Beschwerde. Diese wurde der Beschwerdeführerin am 

16. Dezember 2022 zur Kenntnisnahme zugestellt.  

G.  

Mit Schreiben vom 30. Dezember 2022 beantwortete das Bundesverwal-

tungsgericht eine Anfrage der Beschwerdeführerin vom 21. Dezember 

2022 zum Verfahrensstand. 

F-4845/2022 

Seite 3 

H.  

Aus organisatorischen Gründen wurde im März 2023 für den bisherigen 

Instruktionsrichter der vorsitzende Richter im Spruchkörper aufgenommen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Einspracheentscheide des SEM bezüglich Schengen-Visa sind mit Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar (vgl. Art. 112 Abs.1 

des Ausländer- und Integrationsgesetzes [AIG, SR 142.20] i.V.m. Art. 31 ff. 

VGG). Das Rechtsmittelverfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das 

VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 

1.2 Die Beschwerdeführerin hat am vorangegangenen Einspracheverfah-

ren teilgenommen und ist als Verfügungsadressatin durch den angefoch-

tenen Entscheid besonders berührt. Sie ist zur Erhebung der Beschwerde 

legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Obwohl der anberaumte Besuchszeit-

raum verstrichen ist, kann – nicht zuletzt angesichts der Einreichung des 

Rechtsmittels – auf ein fortbestehendes Rechtsschutzinteresse geschlos-

sen werden. Auf die frist- und formgerechte Beschwerde ist einzutreten 

(vgl. Art. 50 Abs. 1 und 52 Abs. 1 VwVG).  

1.3 In der vorliegenden Beschwerdeangelegenheit entscheidet das Bun-

desverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG).  

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhalts und, im Falle von Bundesbehörden, die Unangemes-

senheit gerügt werden (vgl. Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht 

wendet im Beschwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an 

und ist nicht an die Begründung der Begehren gebunden (vgl. Art. 62 Abs. 4 

VwVG). Massgeblich ist grundsätzlich die Sachlage im Entscheidzeitpunkt 

(vgl. BVGE 2020 VII/4 E. 2.2 m.H.).  

3.  

Dem angefochtenen Entscheid liegt das Gesuch eines ägyptischen Staats-

angehörigen um Erteilung eines Visums zu Besuchszwecken in der 

Schweiz zugrunde. Da sich der Gesuchsteller nicht auf die EU/EFTA-Per-

sonenfreizügigkeitsabkommen berufen kann und die beabsichtigte 

F-4845/2022 

Seite 4 

Aufenthaltsdauer 90 Tage nicht überschreitet, fällt die vorliegende Streitsa-

che in den Anwendungsbereich der Schengen-Assoziierungsabkommen, 

mit denen die Schweiz den Schengen-Besitzstand und die dazugehörigen 

gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte übernommen hat (BVGE 2014/1 

E. 3; 2011/48 E. 3). Das AIG und dessen Ausführungsbestimmungen ge-

langen nur soweit zur Anwendung, als die Schengen-Assoziierungsabkom-

men keine abweichenden Bestimmungen enthalten (Art. 2 Abs. 4 AIG).  

4.  

4.1 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines 

Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Ertei-

lung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – 

grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern die Einreise 

zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es 

sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. BVGE 2009/27 E. 3 

m.w.H.). Das Schengen-Recht schränkt die nationalstaatlichen Befugnisse 

insoweit ein, als es einheitliche Voraussetzungen für Einreise und Visum 

aufstellt und die Mitgliedstaaten verpflichtet, die Einreise beziehungsweise 

das Visum zu verweigern, wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Ei-

nen Anspruch auf Einreise beziehungsweise Visum vermittelt aber auch 

das Schengen-Recht nicht (vgl. BVGE 2014/1 E. 4.1.5).  

4.2 Drittstaatsangehörige dürfen über die Aussengrenzen des Schengen-

Raums für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb eines Zeit-

raums von 180 Tagen einreisen, wenn sie im Besitz gültiger Reisedoku-

mente sind, die zum Grenzübertritt berechtigen. Ferner benötigen sie ein 

Visum, sofern dieses erforderlich ist gemäss der Verordnung (EU) 

2018/1806 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 14. Novem-

ber 2018 zur Aufstellung der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige 

beim Überschreiten der Aussengrenzen im Besitz eines Visums sein müs-

sen, sowie der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige von dieser 

Visumpflicht befreit sind (ABl. L 303/39 vom 28. November 2018). Des Wei-

teren müssen Drittstaatsangehörige den Zweck und die Umstände ihres 

beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende finanzi-

elle Mittel verfügen. Sie dürfen nicht im Schengener Informationssystem 

(SIS II) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine Gefahr 

für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesund-

heit oder die internationalen Beziehungen eines Mitgliedstaats darstellen 

(siehe zum Ganzen: Art. 5 Abs. 1 AIG; Art. 3 Abs. 1 der Verordnung vom 

15. August 2018 über die Einreise und die Visumerteilung [VEV, 

SR 142.204] i.V.m. Art. 6 Abs. 1 der Verordnung [EG] Nr. 2016/399 des 

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Seite 5 

Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. März 2016 über einen 

Unionskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen [Schen-

gener Grenzkodex, SGK, ABl. L 77/1 vom 23. Juni 2016]; Art. 14 Abs. 1 

und Art. 21 Abs. 1 der Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der 

Gemeinschaft [Visakodex, VK, ABl. L 243 vom 15. September 2009]).  

4.3 Eine drittstaatsangehörige Person muss für ihre fristgerechte Wieder-

ausreise Gewähr bieten (Art. 5 Abs. 2 AIG). Wenn sie nicht bereit ist, das 

Hoheitsgebiet des Schengen-Raums fristgerecht wieder zu verlassen, ist 

von einer Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 6 Abs. 1 

Bst. e SGK auszugehen (BVGE 2014/1 E. 4.3; 2011/48 E. 4.5). Die Behör-

den haben daher zu prüfen und die gesuchstellende Person hat dement-

sprechend zu belegen, dass die Gefahr einer rechtswidrigen Einwande-

rung oder einer nicht fristgerechten Ausreise nicht besteht respektive Ge-

währ für die gesicherte Wiederausreise geboten wird (vgl. Art. 14 Abs. 1 

Bst. d VK; Art. 21 Abs. 1 VK; BVGE 2014/1 E. 4.4). Das Visum ist zu ver-

weigern, wenn begründete Zweifel an der Echtheit der von der gesuchstel-

lenden Person eingereichten Belege oder am Wahrheitsgehalt ihres In-

halts, an der Glaubwürdigkeit ihrer Aussagen oder der von ihr bekundeten 

Absicht bestehen, das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten vor Ablauf der 

Gültigkeit des beantragten Visums zu verlassen (Art. 32 Abs. 1 Bst. b VK).  

5.  

Strittig ist, inwieweit der Gesuchsteller Gewähr für eine fristgerechte Wie-

derausreise aus dem Schengen-Raum bietet. Ausser Frage steht dabei die 

gegebene Visumspflicht.  

5.1 Bei der Beurteilung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise 

muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Hierzu sind lediglich 

Prognosen möglich, wobei sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles 

zu würdigen sind. In die Beurteilung miteinzubeziehen sind die allgemeine 

Lage im Herkunftsland einerseits sowie die individuelle Situation der ge-

suchstellenden Person andererseits. Bei Einreisegesuchen von Personen 

aus Regionen mit politisch und/oder wirtschaftlich ungünstigen Verhältnis-

sen rechtfertigt sich eine strenge Praxis, da die persönliche Interessenlage 

in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befris-

teten Einreisebewilligung im Einklang steht (BVGE 2014/1 E. 6.1 m.H.). 

5.2 Der Gesuchsteller lebt in der Stadt Ismailia in Ägypten. Insbesondere 

vor dem Hintergrund der aktuellen Wirtschaftskrise sowie der stark 

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Seite 6 

angestiegenen Inflation in Ägypten (vgl. zum Ganzen F-350/2023 vom 

1. Dezember 2023 E. 7.2) ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz 

das Risiko einer nicht fristgerechten Wiederausreise als allgemein hoch 

einschätzt. Dies stellt die Beschwerdeführerin denn auch nicht in Abrede, 

weshalb sich Weiterungen dazu erübrigen.  

5.3 Nebst den allgemeinen Verhältnissen im Herkunftsland sind bei der 

Prognose über die Absicht einer gesuchstellenden Person, den Schengen-

Raum fristgerecht zu verlassen, deren persönliche, familiäre und berufliche 

beziehungsweise wirtschaftliche Situation sowie deren Interessenlage mit-

zuberücksichtigen. Bei Personen, die in ihrer Heimat keine besonderen 

Verpflichtungen wahrnehmen oder die sich in wirtschaftlich ungünstigen 

Verhältnissen befinden, muss das Risiko eines ausländerrechtlich nicht re-

gelkonformen Verhaltens nach einer bewilligten Einreise als vergleichs-

weise hoch eingeschätzt werden (vgl. BVGE 2014/1 E. 6.3.1; 2009/27 

E. 8).  

5.4  

5.4.1 Beim Gesuchsteller handelt es sich den Akten zufolge um einen 43-

jährigen, geschiedenen Mann. Er ist Vater zweier ebenfalls in Ägypten le-

bender, minderjähriger Kinder, was auf Beschwerdeebene zum ersten Mal 

– mittels Einreichung der Geburtsurkunden der Kinder – nachweislich dar-

gelegt wurde. Damit verfügt er über gewisse familiäre Verpflichtungen in 

Ägypten, welche der Vorinstanz so noch nicht bekannt waren. Soweit die 

Beschwerdeführerin dazu ausführt, der Gesuchsteller sehe seine Kinder 

täglich und pflege eine intensive Beziehung zu ihnen, ist sie allerdings da-

rauf hinzuweisen, dass das Zurücklassen minderjähriger Kinder für sich al-

lein noch keine Garantie für eine anstandslose und fristgerechte Wieder-

ausreise nach einem Besuchsaufenthalt bildet. Dies umso mehr, wenn die 

Betreuung der Kinder im Heimatland durch nahe Angehörige – wie hier die 

Kindsmutter und Ex-Frau des Gesuchstellers – sichergestellt werden kann 

(vgl. Urteil F-350/2023 E. 8.2.1 m.w.H.). Nicht anders verhält es sich mit 

dem Vorbringen, wonach der Gesuchsteller als ältester Sohn nach dem 

Tod des Vaters zum Familienoberhaupt geworden sei und sich um seine 

an Diabetes erkrankte Mutter kümmere. Besondere beziehungsweise über 

das übliche Mass hinausgehende familiäre Verpflichtungen des Beschwer-

deführers in seinem Heimatland sind demnach zu verneinen.  

5.4.2 Näher zu prüfen sind weiter die wirtschaftlichen Verhältnisse des Ge-

suchstellers. Dazu ist bekannt, dass er gemäss einem eingereichten 

Schreiben seiner Arbeitgeberin vom 11. Januar 2022 seit März 2008 als 

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Seite 7 

«Assistant Manager» bei der (…) arbeitet und dort ein durchschnittliches 

Monatseinkommen von EGP 21'500.– beziehungsweise ca. Fr. 592.– ver-

dient (Umrechnungskurs per 15. Januar 2024). Ferner verfügt er bei der 

erwähnten Bank über ein Konto mit einem Gesamtvermögen von 

EGP 119'888.27 beziehungsweise ca. Fr. 33’583.– per 10. Januar 2022. 

Diese Angaben werden allerdings durch den eingereichten Kontoauszug 

für die Periode vom 1. Juni 2021 bis am 10. Januar 2022 relativiert: Die 

monatlich tatsächlich eingegangenen Gehaltszahlungen betragen dem-

nach mit EGP 12'091.85 beziehungsweise ca. Fr. 333.– (Umrechnungs-

kurs per 15. Januar 2024) lediglich etwa die Hälfte des angegebenen Ein-

kommens. Praktisch das ganze Vermögen wurde zudem erst am 9. und 

10. Januar 2022 auf das Konto eingezahlt. Woher die hohen Bareinzahlun-

gen stammen, ist ferner weder belegt noch auf andere Art und Weise nach-

vollziehbar. Auch die geltend gemachten Immobilien im Eigentum des Ge-

suchstellers blieben unbelegt. Nichtsdestotrotz ist vor dem Hintergrund des 

regelmässigen Einkommens des Gesuchstellers die Auffassung der Vo-

rinstanz zu teilen, wonach er zumindest über gewisse wirtschaftliche Ver-

knüpfungen in Ägypten verfügt. Es können ihm jedoch keine beruflichen 

Verpflichtungen oder Abhängigkeiten attestiert werden, die für sich alleine 

betrachtet hinreichende Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise bie-

ten könnten.  

5.4.3 Mitzuberücksichtigen ist schliesslich die Beziehung des Gesuchstel-

lers zur Beschwerdeführerin: 

5.4.3.1 Letztere bringt rechtsmittelweise vor, man pflege seit sieben Jahren 

eine (Fern-)Beziehung, wobei sie alle drei bis vier Monate nach Ägypten 

reise. Der Gesuchsteller seinerseits sei hingegen noch nie in der Schweiz 

gewesen; ein Visumsantrag im Jahr 2016 sei abgelehnt worden. Die eben-

falls erfolglosen Anträge des Gesuchstellers um Schengen-Visa in Frank-

reich (2017) und Tschechien (2018) seien lediglich auf den Wunsch zurück-

zuführen, dass er ihre nicht mehr reisefähigen Eltern persönlich kennenler-

nen könne. Aufgrund der in der Vergangenheit gescheiterten Visumsan-

träge habe der Gesuchsteller im vorliegenden Verfahren nun versucht, 

über eine organisierte Gruppenreise in die Schweiz einzureisen, weshalb 

ein touristischer Aufenthaltszweck sowie die Unterbringung in einem Hotel 

angegeben worden sei. Das zuständige Unternehmen, welches auch den 

Antrag ausgefüllt habe, sei zudem fälschlicherweise davon ausgegangen, 

dass er verheiratet sei.  

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Seite 8 

5.4.3.2 Die Ausführungen der Beschwerdeführerin zum Bestand der lang-

jährigen Beziehung zwischen ihr und dem Gesuchsteller werden gestützt 

durch den sich bei den Akten befindlichen (abgelehnten) Visumsantrag des 

Gesuchstellers aus dem Jahr 2016. Als Aufenthaltszweck wurde damals – 

offenbar wahrheitsgemäss – ein Besuch bei der Beschwerdeführerin an-

gegeben, welche auch ein Einladungsschreiben für ihn verfasst hatte. Die 

vorgebrachte Begründung für die in Folge in mehreren Schengen-Staaten 

eingereichten Visumsanträge erscheint angesichts der Daten (2017 bzw. 

2018) zumindest nicht unplausibel. Frühere Visumsanträge des Gesuch-

stellers für den Schengen-Raum – d.h. vor dem geltend gemachten Bezie-

hungsbeginn – sind hingegen nicht bekannt. Aktengemäss ist ferner er-

stellt, dass er von visumspflichtigen Aufenthalten in China und der Türkei 

fristgerecht wieder zurückgekehrt ist. Nach Einreichung der Scheidungsur-

kunde des Gesuchstellers vom 14. September 2015 auf Rechtsmittel-

ebene muss vorliegend zudem davon ausgegangen werden, dass dieser – 

entgegen der Angabe im Visumsantrag vom 16. Januar 2022 – nicht (mehr) 

verheiratet ist. Sollte sein Ziel in einem dauerhaften Aufenthalt in der 

Schweiz bestehen, wäre daher vorliegend anzunehmen, dass die Be-

schwerdeführerin und der Gesuchsteller eine Heirat beziehungsweise ei-

nen damit verbundenen Familiennachzug in Betracht ziehen würden, was 

bislang nicht geschehen ist. Dazu wird ausgeführt, der Gesuchsteller habe 

keinerlei Interesse daran, sein Leben in Ägypten aufzugeben und, wenn 

überhaupt, würde die Beschwerdeführerin zu ihm auswandern. Schliess-

lich spricht die kurze Dauer des geplanten Aufenthalts von lediglich zwei 

Wochen für einen reinen Besuchsaufenthalt bei der Beschwerdeführerin.  

6.  

Vor diesem Hintergrund fragt sich, ob dem Risiko einer nicht fristgerechten 

Wiederausreise des Gesuchstellers und den in diesem Fall entstehenden 

hohen Aufenthalts-, Betreuungs- und Rückreisekosten vorliegend mit der 

Auferlegung einer Kaution Rechnung getragen werden kann (vgl. Art. 6 

Abs. 3 SGK i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. b AIG; vgl. auch Art. 6 Abs. 3 AIG [vgl. 

hierzu und zum Folgenden BVGE 2019 VII/1 E. 9.2; 2018 VII/6 E. 8.3]). Die 

vorgängige Hinterlegung einer Kaution soll im Einklang mit Art. 5 Abs. 2 

AIG und Art. 6 Abs. 1 Bst. c sowie Abs. 3 SGK (s. auch Anhang I) ebenfalls 

dazu dienen, Gewähr für die sichere Wiederausreise bei Ablauf des Visums 

zu bieten (vgl. Urteile des BVGer F-2075/2020 vom 26. November 2020 

E. 7.1; F-560/2019 vom 25. Juni 2019 E. 6.6). Dem Gesuchsteller obliegt 

als Vater zweier minderjähriger Kinder in Ägypten eine gewisse familiäre 

Verantwortung und seine dortige wirtschaftliche Situation mit einem regel-

mässigen Einkommen kann als eher vorteilhaft bezeichnet werden. Bislang 

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Seite 9 

wurden ihm zwar keine Einreisen in den Schengen-Raum gewährt. Ein 

ausländerrechtlich regelkonformes Verhalten konnte er jedoch aktenge-

mäss anlässlich von Aufenthalten in der Türkei und in China unter Beweis 

stellen, indem er dort jeweils fristgerecht wieder ausreiste. Im Weiteren ist 

vorliegend ein zeitlich eng begrenzter Besuchsaufenthalt bei der Be-

schwerdeführerin beabsichtigt. Damit erscheint die Prognose für eine an-

standslose Wiederausreise des Gesuchstellers vertretbar und die vorlie-

gende Konstellation als insgesamt vergleichbar mit anderen Entscheiden, 

in denen das Bundesverwaltungsgericht die Visumserteilung unter der Be-

dingung einer Kautionszahlung als möglich erkannte (vgl. insb. Urteile des 

BVGer F-4590/2021 vom 2. Dezember 2022 E. 5.7; F-5925/2018 vom 

24. Juni 2020 E. 8.7; F-1022/2019 vom 14. Februar 2020 E. 8.5). Somit ist 

dem Gesuchsteller das beantragte Visum unter der Auflage zu erteilen, 

dass er sowie die Beschwerdeführerin solidarisch aufzufordern sind, eine 

Kaution im Betrag von Fr. 30'000.– beim zuständigen kantonalen Migrati-

onsamt beziehungsweise auf ein von letzterer Behörde bezeichnetes 

Bankkonto (Bankgarantie) in der Schweiz zu hinterlegen (vgl. Art. 6 Abs. 3 

AIG i.V.m. Art. 15 Abs. 5 [analog] und Art. 18 VEV).  

7.  

Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass dem Gesuchsteller die Er-

teilung eines Visums nicht mit der Begründung verweigert werden darf, die 

Wiederausreise erscheine – bei Leistung der Kaution – nicht als hinrei-

chend gesichert. Daran ändert nichts, dass das Risiko für eine Missachtung 

ausländerrechtlicher Normen naturgemäss nie gänzlich ausgeschlossen 

werden kann. Die Beschwerde ist gutzuheissen, die angefochtene Verfü-

gung aufzuheben und die Sache zu neuer Beurteilung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen. Dabei bleibt der Vorinstanz zu prüfen, ob die übrigen  

Voraussetzungen für die Erteilung des beantragten Visums erfüllt sind (vgl. 

E. 4), beziehungsweise, ob die Kautionszahlung geleistet wurde. 

8.  

8.1 Für dieses Verfahren sind keine Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 

und 2 VwVG). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.– ist zurückzu-

erstatten.  

8.2 Eine Parteientschädigung für das Beschwerdeverfahren ist nicht zuzu-

sprechen, da der nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin keine 

verhältnismässig hohen Kosten erwachsen sind (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG 

i.V.m. Art. 7 Abs. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

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Seite 10 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]).  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

F-4845/2022 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die angefochtene Verfügung vom 

29. September 2022 wird aufgehoben und die Sache zur neuerlichen Ab-

klärung und Beurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zu-

rückgewiesen.  

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvor-

schuss von Fr. 800.– wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet.  

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz. 

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Basil Cupa Corina Fuhrer 

 

 

 

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