# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1bed1f5e-7599-5419-8b2b-87c5fc43e16c
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-12-01
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 01.12.2016 BRGE IV Nr. 0159/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRGE-IV-Nr--0159-201_2016-12-01.pdf

## Full Text

BRGE IV Nr. 0159/2016 vom 1. Dezember 2016 in BEZ 2017 Nr. 3 

Mit dem angefochtenen Entscheid verfügte das kantonale Amt für Abfall, 
Wasser, Energie und Luft (AWEL) verschärfte Anforderungen an die Einleitung 
des gereinigten Abwassers aus der Abwasserreinigungsanlage (ARA) X in das 
Fliessgewässer A. Die rekurrierende Gemeinde hielt die Verschärfung der 
Abflusskonzentrationen für die Gesamtmenge der ungelösten Stoffe (GUS) und 
den Gesamtphosphor für unverhältnismässig und willkürlich festgelegt. Der 
Rekurs wurde teilweise gutgeheissen und die Sache wurde zur ergänzenden 
Untersuchung und neuen Beurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen.  

Aus den Erwägungen: 

4.1 Die Anforderungen an die Wasserqualität und an die Ableitung von 
verschmutztem Abwasser sind in den Anhängen 2 und 3 GSchV geregelt. Die 
Anforderungen an einen relevanten Parameter für die Einleitung von 
kommunalem Abwasser in Gewässer hängen dabei unter anderem von der in 
Einwohnerwerten gemessenen Dimensionierung einer ARA ab und gelten am 
Ort der Einleitung für den Normalbetrieb der Anlage. Die vom AWEL in der 
vorliegend angefochtenen Verfügung festgelegten Anforderungen an die 
Einleitung von GUS und Gesamtphosphor lassen sich indes den Anhängen der 
GSchV nicht direkt entnehmen. Die Tabelle im Anhang 3.1 Ziff. 2 sieht – für 
ARAs mit 200 bis 10'000 Einwohnerwerten, zu denen auch die ARA X zählt – 
für den Parameter GUS eine Abflusskonzentration von 20 mg/l vor. Eine 
numerische Anforderung für Gesamtphosphor ist nur für die Einleitung in 
empfindliche Gewässer vorgesehen, unter anderem für die Einleitung von 
Abwasser aus Anlagen im Einzugsgebiet von Seen und an Fliessgewässern 
unterhalb von Seen, wenn dies zum Schutz des betreffenden Fliessgewässers 
erforderlich ist. In diesem Fall gilt für Gesamtphosphor eine Abfluss-
konzentration von 0.8 mg/l (Anhang 3.1. Ziff. 3 GSchV). 

Gemäss Art. 6 Abs. 1 GSchV bewilligt die Behörde die Einleitung von 
verschmutztem Abwasser in oberirdische Gewässer grundsätzlich, wenn die 
Anforderungen an die Einleitung in Gewässer nach Anhang 3 GSchV 
eingehalten sind. Die Anforderungen können in bestimmten Fällen verschärft, 
ergänzt oder erleichtert werden. Gemäss Art. 6 Abs. 2 GSchV verschärft oder 
ergänzt die zuständige Behörde die Anforderungen, wenn die betroffenen 
Gewässer durch die Einleitung des Abwassers die Anforderungen an die 
Wasserqualität nach Anhang 2 GSchV nicht erfüllen oder wenn dies zur 
Einhaltung internationaler Vereinbarungen oder Beschlüsse erforderlich ist 
(lit. a) oder wenn auf Grund von Abklärungen (Art. 47 GSchV betr. Vorgehen 
bei verunreinigten Gewässern) feststeht, dass die ungenügende Wasserqualität 
zu einem wesentlichen Teil auf die Einleitung des Abwassers zurückzuführen ist 
und die entsprechenden Massnahmen bei der ARA nicht unverhältnismässig 
sind (lit. b). Die Anforderungen können ausserdem verschärft oder ergänzt 
werden, wenn die Wasserqualität nach Anhang 2 GSchV für eine besondere 
Nutzung des betroffenen Gewässers nicht ausreicht (Abs. 3). 

4.2 Die Anforderungen an die Wasserqualität nach Anhang 2 GSchV 
wurden durch das Bundesamt für Umwelt (BAFU) im Rahmen des sogenannten 

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Modul-Stufen-Konzeptes konkretisiert. Das Modul-Stufen-Konzept statuiert 
Methoden zur Untersuchung und Bewertung der Fliessgewässer für die 
Bereiche Hydrodynamik und Morphologie, Biologie sowie chemische 
Inhaltsstoffe und toxikologische Effekte. Das Modul «Chemie» beschreibt die 
Methoden, mit welchen Fliessgewässer anhand chemisch-physikalischer 
Kenngrössen beurteilt werden können (BAFU, Methoden zur Untersuchung und 
Beurteilung der Fliessgewässer, Chemisch-physikalische Erhebungen, Nähr-
stoffe. Umwelt-Vollzug Nr. 1005, 2010, www.modul-stufen-konzept.ch). Die 
Beurteilung orientiert sich an den Anforderungen an die Wasserqualität, wie sie 
im Anhang 2 GSchV beschrieben sind: numerische Anforderungen werden 
direkt übernommen, verbale Anforderungen in numerische Grössen umgesetzt 
und als Zielvorgaben verwendet. Diese Zielvorgaben sind als Empfehlung an 
die Vollzugsbehörden gedacht. 

Eine Überdüngung mit Phosphor führt zu einem unerwünschten Wachstum 

von Algen und Plankton in Seen. Im Anhang 2 Ziffer 13 Absatz 2 GSchV wird 
darum für stehende Gewässer festgelegt, dass der Nährstoffgehalt höchstens 
eine mittlere Produktion von Biomasse zulassen darf. Phosphor ist somit im 
Einzugsgebiet von Seen für die Wasserqualität von Bedeutung. Als Zielvorgabe 
für Gesamtphosphor in Fliessgewässern oberhalb von Seen, was für die A nicht 
zutrifft, wird ein Wert von 0.07 mg/l empfohlen. Die biologische Aktivität der 
Fliessgewässer unterhalb von Seen ist in der Regel nicht phosphorlimitiert. 
Diese Fliessgewässer werden durch höhere Phosphorgehalte kaum oder 
allenfalls in sehr langsam fliessenden Flussabschnitten negativ beeinflusst; hier 
dient Phosphor somit primär als Indikator für anthropogene Belastungen. 
Deshalb ist es dort dem Ermessensspielraum der kantonalen Gewässerschutz-
fachstellen anheimgestellt, die Zielvorgaben bezüglich Phosphor anzupassen 
oder auf eine Beurteilung zu verzichten (BAFU, Umwelt-Vollzug Nr. 1005, S. 15, 
18 und 20 f.). 

Für die Einleitung von Abwasser in Fliessgewässer unterhalb von Seen 
bestehen gesetzliche Vorgaben an das eingeleitete Abwasser nur, wenn dies 
zum Schutz des betreffenden Fliessgewässers erforderlich ist und ausserdem 
für Abwasser aus Anlagen ab 10'000 Einwohnerwerten (EW) bei Fliess-
gewässern im Einzugsgebiet des Rheins (Anhang 3.1 Ziff. 3 GSchV). 
Dementsprechend legte das AWEL auf Basis der Empfehlungen des BAFU für 
Fliessgewässer oberhalb von Seen und für Fliessgewässer unterhalb von Seen 
doppelt so hohe Zielvorgaben für Gesamtphosphor und Phosphat fest; für 
Gesamtphosphor 0,14 mg/l und für Phosphat 0,08 mg/l (AWEL, Methoden und 
Beurteilung von Fliessgewässern, 2015, S. 3, www.awel.zh.ch).  

4.3 Bei der Zielvorgabe handelt es sich um den Wert, der bei jeder 

Wasserführung nach weitgehender Durchmischung des eingeleiteten 
Abwassers im Gewässer eingehalten werden muss (vgl. Anhang 2 Ziffer 11 
Abs. 3 GSchV). Ob die streitgegenständliche Verschärfung der Einleitungsbe-
dingungen zur Erreichung der Zielvorgabe erforderlich ist, hängt daher auch 
vom Verdünnungsverhältnis des betreffenden Fliessgewässers ab. Während 
die Rekursgegnerin von einem schlechten Verdünnungsverhältnis ausgeht 
(Abwasseranteil von bis zu 30 Prozent), stellt sich die Rekurrentin auf den 
Standpunkt, die diesbezüglichen Ausführungen seien nicht nachvollziehbar. Im 

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Folgenden ist daher zu untersuchen, von welchem Verdünnungsverhältnis im 
Ablauf der ARA X auszugehen ist. 

5.1 Nach Ansicht der Rekurrentin ist nicht nachvollziehbar, wie das AWEL 
auf einen Abwasseranteil der ARA X in der A von bis zu 30 Prozent kommt. Das 
AWEL rechne mit einem Minimalabfluss der A von 0,105 m3/s, zeige aber nicht 
transparent auf, mit welchen Abwassermengen der ARA X gerechnet werde. 
Während längeren Trockenwetterphasen falle erfahrungsgemäss auch die 
Abwassermenge teilweise unter 10 l/s, was einem Verdünnungsverhältnis von 1 
zu 10 entspreche. 

5.2 Der erläuternde Bericht zur Änderung der Gewässerschutzverordnung 
vom 20. November 2013 gibt vor, dass der Anteil von gereinigtem Abwasser im 
Gewässer aus dem Quotient des mittleren Trockenwetterabflusses (QTW) der 
ARA und der Abflussmenge Q347 nach weitgehender Durchmischung des einge-
leiteten Abwassers im Fliessgewässer berechnet wird. Q347 entspricht der 
Abflussmenge, die gemittelt über 10 Jahre, durchschnittlich während 347 Tagen 
eines Jahres erreicht oder überschritten wird (Art. 4 lit. h GSchG). 

Da es an der A oberhalb von Y lediglich die hydrometrische Messstation Z 
gibt, liegen für die Stelle bei der ARA X keine ausreichenden Messergebnisse 
vor. Art. 59 GSchG sieht für solche Fälle vor, dass die Abflussmenge Q347 mit 
anderen Methoden wie hydrologischen Beobachtungen und Modellrechnungen 
zu ermitteln ist. Das AWEL errechnete in der Folge eine für die ARA X relevante 
Trockenwetterabflussmenge von 43 l/s. Dabei ging es vom gemittelten Trocken-
wetterabfluss der hydrometrischen Messstation Z von 105 l/s und vom dortigen 
Einzugsgebiet in der Grösse von 29,5 km2 aus und stellte dies dem 
Einzugsgebiet bei der Probeentnahmestelle vor der ARA X (Stelle 191) von 
12,3 km2 gegenüber. Diese Berechnung ist plausibel und nachvollziehbar und 
daher nicht zu beanstanden. 

Zur Bestimmung des Abwasseranteils der ARA X ist der vorstehend 
ermittelte Trockenwetterabfluss der Abwassermenge der ARA X gegenüber-
zustellen. Die Abwassermenge im Ablauf der ARA wird gemäss den VSA–
Vorgaben (Definition und Standardisierung von Kennzahlen für die Abwasser-
entsorgung) bei Trockenwetter ermittelt. Das AWEL geht aufgrund mehrjähriger 
ARA-Messdaten von 11 l/s aus, was einen Abwasseranteil von ca. 25 Prozent 
ergibt (11 l/s / 43 l/s). Entsprechend den VSA-Vorgaben stammen die 
diesbezüglichen Rohdaten aus der Zulaufsmessung und dem Betriebsprotokoll 
der ARA, welche sich zwar nicht bei den Akten befinden, jedoch auszugsweise 
auch dem technischen Bericht Abwasserentsorgung A.-Tal entnommen werden 
können. Demnach beträgt die Trockenwetter-Abwassermenge im ARA Zulauf 4-

20 l/s. Vor diesem Hintergrund erscheint die vom AWEL angenommene Menge 
von durchschnittlich 11 l/s plausibel. Die Rekurrentin legt denn auch nicht 
substantiiert dar, inwiefern dieser Wert nicht der tatsächlichen Abwassermenge 
entsprechen sollte.  

Die Rüge der Rekurrentin, das AWEL gehe bei der Verschärfung der 
Einleitungsbedingungen zu Unrecht von einem schlechten bzw. einem falsch 
berechneten Verdünnungsverhältnis aus, ist daher unbegründet. 

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6.1 Die Gesamtmenge der ungelösten Stoffe (GUS) umfasst die im Wasser 
schwebenden Stoffe, die sich durch mechanische Methoden wie Absetzen, 
Absieben oder Filtration entfernen lassen. Für GUS sieht die GSchV für 
Abwasser aus Anlagen mit weniger als 10'000 Einwohnerwerten eine Abfluss-
konzentration von 20 mg/l vor (Anhang 3.1 Ziff. 2). Gemäss dem angefochtenen 
Beschluss soll die Anforderung auf 5 mg/l verschärft werden. 

Die Rekurrentin bringt replicando vor, dass bezüglich GUS die geforderten 
verschärften Bedingungen von 5 mg/l bereits heute grösstenteils problemlos 
eingehalten würden. Auch gemäss Bericht des Ingenieurbüros K. + H., das mit 
der Beurteilung der für die ARA X zur Einhaltung der streitgegenständlichen 
Verschärfung der Einleitungsbedingungen erforderlichen Massnahmen und den 
damit verbundenen Kosten beauftragt wurde, weist die ARA X bereits heute 
sehr gute GUS-Werte auf. Diese liegen im Mittel zwischen 3 bis 4 mg/l, was vor 
allem auf eine sehr gute Nachklärung zurückzuführen sei. Der Bericht kommt 

zum Schluss, dass der verschärfte GUS-Wert von 5 mg/l in den nächsten 
Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit ohne zusätzliche Massnahmen einge-
halten werden könne. Vor dem Hintergrund von Art. 13 Abs. 1 lit. c GSchV, der 
die Inhaber von Abwasserreinigungsanlagen verpflichtet, beim Betrieb alle 
verhältnismässigen Massnahmen zu ergreifen, die zur Verminderung der 
Mengen der abzuleitenden Stoffe beitragen, erweist sich daher die streitgegen-
ständliche Verschärfung betreffend GUS ohne weiteres als gerechtfertigt, da 
diese keine zusätzlichen technischen Massnahmen erforderlich macht. Diesbe-
züglich ist die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden. 

6.2 Die Einhaltung der verschärften Einleitungsbedingung von 0,2 mg/l für 
Gesamtphosphor erfordert die Nachschaltung einer Filtrationsanlage 
(Kurzbericht K. + H.). Es kann somit nicht ohne Weiteres gesagt werden, die 
Anforderung sei verhältnismässig und könne daher allein gestützt auf Art. 13 
Abs. 1 lit. c GSchV verlangt werden. 

Nachdem das Verdünnungsverhältnis (25 Prozent) bestimmt ist, lassen 
sich Aussagen zur Erforderlichkeit der verschärften Einleitungsbedingungen für 
Gesamtphosphor treffen. Der bis anhin geltende Einleitungswert von 0,8 mg/l 
Gesamtphosphor führt bei einem Abwasseranteil von 25 Prozent zu einer 
Phosphorkonzentration von 0,2 mg/l (ohne die Vorbelastung im Vorfluter), 
womit die Einhaltung der Zielvorgabe für die Wasserqualität nach 
Durchmischung (0,14 mg/l) nicht sichergestellt ist. Eine Verschärfung des 
Einleitungswerts von Gesamtphosphor auf 0,2 mg/l hat demgegenüber eine 
maximale Phosphorkonzentration nach Durchmischung von 0,05 mg/l zur 
Folge, was auch zusammen mit der geringen Vorbelastung des Vorfluters mit 
Gesamtphosphor zu einer deutlichen Unterschreitung der Zielvorgabe führt. 

Alleine zur Erreichung der Zielvorgabe von 0,14 mg/l Gesamtphosphor ist ein 
Einleitungswert von 0,2 mg/l Gesamtphosphor daher nicht erforderlich. Die 
Rekursgegnerin macht in diesem Zusammenhang indes geltend, mit der 
zukünftig geforderten Konzentration von maximal 0,2 mg/l Gesamtphosphor im 
Ablauf der ARA sei sichergestellt, dass auch der Zielwert von 0,08 mg/l für 
Phosphat eingehalten werden könne. Diese Argumentation vermag indes wenig 
zu überzeugen, handelt es sich bei Phosphat doch um einen seit jeher separat 
erfassten Parameter mit einer eigenständigen Zielvorgabe. Es ist nicht 

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nachvollziehbar, weshalb im vorliegenden Fall nebst dem Grenzwert für 
Gesamtphosphor zusätzlich eine Einleitungsbedingung für Phosphat als 
Teilgehalt des Gesamtphosphors vorgeschrieben werden soll. Dies zumal die 
Gewässerschutzverordnung sogar für die Einleitung in empfindliche Gewässer 
nur eine Abflusskonzentration für Gesamtphosphor vorgibt, nicht aber für 
Phosphat (Anhang 3.1 Ziff. 3 GSchV). Ausserdem würde mit 0,05 mg/l 
Gesamtphosphor offensichtlich auch über das Qualitätsziel für Phosphat 
hinausgeschossen, die Vorbelastung des Baches eingerechnet. Das Einhalten 
der Zielvorgabe für Phosphat wäre daher, wenn überhaupt, durch die 
Festsetzung einer entsprechenden Einleitungsbedingung für Phosphat 
sicherzustellen und nicht durch die Festsetzung einer übermässig strengen 
Einleitungsbedingung für Gesamtphosphor. Der verschärfte Einleitungswert für 
Gesamtphosphor wird somit schon aus diesen Gründen zu Recht beanstandet. 

7.1 Schliesslich macht die Rekurrentin geltend, bei der Festsetzung der 

verschärften Einleitungsbedingungen seien auch weitere Einleiter in die A 
unterhalb der ARA X mit einzubeziehen, wie beispielsweise der S.-Bach mit 
dem Abfluss der KLARA U. 

Die Rekursgegnerin hält dem entgegen, die Zielwerte gemäss Anhang 2 
Ziffer 11 Abs. 3 GSchV müssten nach Einleitung und vollständiger 
Durchmischung des Abwassers in der A unmittelbar nach der ARA erreicht 
werden. Der Eintrag von Nährstoffen und Schadstoffen aus der ARA X müsse 
die numerischen Anforderungen unabhängig von weiteren Einleitungen anderer 
Kläranlagen oder unregelmässigen Einträgen von Abwasser über Regen-
überläufe bei Starkregen einhalten. Letztere Mischwassereinträge führten 
aufgrund des ebenfalls höheren Abflusses der A bei Regenwetter nicht zu 
übermässig hohen Schadstoffkonzentrationen. 

7.2 Die A entspringt nördlich des S.-Bergs in der Gemeinde H und verläuft 
auf der Höhe der Gemeinde X von Südosten nach Nordwesten. Der nördlich 
dieses Streckenabschnitts gelegene S.-Bach, an dem die KLARA U liegt, 
mündet ca. 500 m nach der ARA X, aber vor der Messstelle 192 in die A. 
Folglich werden die an der Messstelle 192 gemessenen Nährstoffe und übrigen 
Parameter zur Beurteilung der Gewässerqualität anhand eines Mischwassers 
bestimmt, das ca. 1,3 km nach der ARA X sowohl den Abfluss der ARA X als 
auch den Abfluss der KLARA U und allenfalls weitere Einträge (z.B. aus 
Abschwemmung und Auswaschung landwirtschaftlich genutzter Flächen) 
enthält. 

Gemäss Anhang 2 Ziffer 11 Abs. 3 GSchV gelten die numerischen 
Anforderungen an die Wasserqualität bei jeder Wasserführung nach 

weitgehender Durchmischung des eingeleiteten Abwassers im Gewässer. 
Gemäss Rekursgegnerin müsse der Eintrag von Nähr- und Schadstoffen aus 
einer ARA oder KLARA die numerischen Anforderungen unabhängig von 
weiteren Einleitungen anderer Kläranlagen erfüllen. Dies ist insoweit korrekt, als 
damit die Abflusskonzentrationen (Einleitungsbedingungen) gemäss An-
hang 3.1 GSchV gemeint sein sollten. Die Frage, ob mit der vorliegend strittigen 
Einleitungsbedingung für Gesamtphosphor die erforderliche Wasserqualität im 
Gewässer sichergestellt ist, muss aber unter Berücksichtigung anderer 

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Schadstoffquellen beurteilt werden. Anhand der an der Messstelle 192 
gewonnenen Daten ist dies vorliegend aber gerade nicht sichergestellt, da das 
dort vorliegende Mischwasser insbesondere auch den Abfluss der KLARA U 
enthält. Wenn die Rekursgegnerin also ausführt, die Auswertung von 
Messungen aus Quartalsproben aus der A nach der ARA X zeige, dass die 
Konzentrationen an Ammonium, Phosphat und Gesamtphosphor regelmässig 
über den Qualitätszielen für Fliessgewässer lägen, lässt sich ohne Kenntnis des 
Eintrags an Nähr- und Schmutzstoffen durch den Abfluss der KLARA U und 
möglicher anderer Quellen nicht mit hinreichender Sicherheit sagen, dass 
hierfür die ARA X bzw. deren Abfluss die massgebliche Ursache ist. Selbst die 
Rekursgegnerin macht geltend, dass die Zielwerte der GSchV unmittelbar nach 
der ARA erreicht werden müssen. Demgegenüber bringt die Rekursgegnerin 
nichts vor, weshalb der Abfluss der KLARA U auf die an der Messstelle 192 
gemessene Gewässerqualität keinen Einfluss haben soll. Alleine der Umstand, 
dass es sich bei der KLARA U um eine vergleichsweise kleine Kläranlage 

handelt, reicht nicht aus, um einen nennenswerten Einfluss auf die 
Gewässerqualität der A zum vornherein auszuschliessen. Diese fehlende 
Differenzierung hat auch zur Folge, dass dem Verursacherprinzip (wonach 
derjenige, der Massnahmen nach dem Gewässerschutzgesetz verursacht, die 
Kosten dafür trägt, Art. 3a GSchG) nicht Rechnung getragen werden kann, 
gehören die ARA X und die KLARA U doch nicht zur selben politischen 
Gemeinde. Das Verursacherprinzip liegt auch der Bestimmung von Art. 47 
GSchV zugrunde: Stellt die Behörde fest, dass ein Gewässer die An-
forderungen an die Wasserqualität nach Anhang 2 nicht erfüllt, so bestimmt sich 
das Vorgehen nach Art. 47 GSchV. Demgemäss sind Art, Ausmass und 
Ursachen der Verunreinigung zu ermitteln und die erforderlichen Massnahmen 
zu treffen (Abs. 1). Sind mehrere Quellen an der Verunreinigung beteiligt, so 
sind die bei den Verursachern erforderlichen Massnahmen aufeinander 
abzustimmen (Abs. 2).  

7.3 Fliessgewässer unterhalb von Seen werden wie bereits ausgeführt 
durch höhere Phosphorgehalte kaum negativ beeinflusst. Es stellt sich somit die 
Frage, ob und inwieweit es im vorliegenden Fall zum Schutz der A im Sinne von 
Anhang 3.1 Ziff. 3 GSchV überhaupt erforderlich ist, den Grenzwert für 
Gesamtphosphor zu verschärfen. Massgebend sind die bundesrechtlichen 
Anforderungen an die Wasserqualität gem. Anhang 2 GSchV, namentlich das 
Wachstum von Algen und höheren Wasserpflanzen (Anhang 2 Ziff. 11 Abs. 1 lit. 
a GSchV). Die erwähnten numerischen Zielvorgaben des AWEL an die 
Wasserqualität können höchstens als Indiz herangezogen werden, wobei die für 
Gesamtphosphor und Phosphat bei der Stelle 192 gemessenen Werte 
immerhin als mässig bis gut klassifiziert werden. Letztlich kommt es daher 
weniger auf die nominalen Nährstoffkonzentrationen und die allgemeingültigen 

Zielwerte an, als auf den qualitativen Allgemeinzustand des konkret betroffenen 
Gewässers vor Ort.  

Die Rekursgegnerin ist nach dem Gesagten einzuladen, den 
diesbezüglichen Sachverhalt ergänzend abzuklären, den Einfluss des von der 
ARA X eingeleiteten Abwassers auf die Wasserqualität in der A zu untersuchen 
und auf dieser Grundlage die Einleitungsbedingungen in Bezug auf den 
Gesamtphosphor neu zu beurteilen. Die Verschärfung oder Ergänzung der 

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Einleitungsbedingungen gemäss Anhang 3 GSchV richtet sich nach den 
Voraussetzungen in Art. 6 Abs. 2 GSchV. Liegt ein Anwendungsfall von Art. 47 
GSchV vor (Vorgehen bei verunreinigten Gewässern), sind die bei den 
Verursachern erforderlichen Massnahmen aufeinander abzustimmen (Art. 47 
Abs. 2 GSchV). 

Zu bemerken bleibt, dass die Verschärfung des Grenzwertes für 
Gesamtphosphor auf die schon heute ohne eine zusätzliche Filtrationsanlage 
erreichte Abflusskonzentration wohl verhältnismässig wäre und gestützt auf 
Art. 13 Abs. 1 lit. c GSchV verlangt werden könnte. 

8. Zusammengefasst ist der Rekurs teilweise gutzuheissen und die 
angefochtene Verfügung ist aufzuheben. Die Sache ist im Sinne der 
Erwägungen zur ergänzenden Untersuchung und zur neuen Beurteilung an die 
Vorinstanz zurückzuweisen.