# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9b7d0eb6-8d15-5700-816f-c203ddaded5c
**Source:** Schaffhausen (SH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-12
**Language:** de
**Title:** Schaffhausen Obergericht 12.02.2021 60/2020/31
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SH_OG/SH_OG_001_60-2020-31_2021-02-12.pdf

## Full Text

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Wahl des Kantonsrats für die Amtsperiode 2021–2024; Nachzählung – Art. 34 

Abs. 2 BV; Art. 26a WahlG; § 29 und § 34 Proporzwahlverordnung. 

Ob bei der Proporzwahl des Kantonsrats eine Nachzählung anzuordnen ist, 

bestimmt sich nach § 34 Proporzwahlverordnung, nicht nach Art. 26a WahlG. Die 

Nachzählbestimmung von § 34 Proporzwahlverordnung ist gesetzes- und ver-

fassungskonform (Bestätigung der Rechtsprechung; E. 4.3–4.4 und E. 5.2). 

Eine Nachzählung ist nur anzuordnen, wenn konkrete Anhaltspunkte für Unregel-

mässigkeiten bestehen, die sich auf das Resultat der Auszählung auswirken könn-

ten (Zusammenfassung der Rechtsprechung; E. 6.2). 

Veränderte Wahlzettel sind durch die Gemeindewahlbüros zu bereinigen. Nach-

trägliche Bereinigungen veränderter Wahlzettel durch die Staatskanzlei im Rah-

men der zentralen, durch die KSD durchgeführten Resultaterfassung und -er-

mittlung sind unzulässig. Keine Nachzählung mangels Auswirkung auf das Wahl-

ergebnis (E. 6.4.3.1–6.4.4). 

OGE 60/2020/31 vom 12. Februar 2021 

Veröffentlichung im Amtsbericht 

Aus den Erwägungen 

2.1. Der Kantonsrat wird nach dem Verhältniswahlverfahren (Proporzwahl) 

gewählt (Art. 25 Abs. 1 KV). Dieses Wahlsystem bezweckt, alle massgebenden 

politischen Gruppierungen gemäss ihrer Wählerstärke im Parlament Einsitz neh-

men zu lassen (vgl. Art. 25 Abs. 2 KV sowie BGE 135 I 19 E. 5.2 S. 25). Die Pro-

porzwahl des Kantonsrats erfolgt nach dem System des "doppelten Pukelsheim". 

Nach diesem doppeltproportionalen Sitzzuteilungsverfahren (Art. 2b Abs. 1 des 

Gesetzes über die vom Volke vorzunehmenden Abstimmungen und Wahlen sowie 

über die Ausübung der Volksrechte vom 15. März 1904 [Wahlgesetz, WahlG, 

SHR 160.100]) werden in einem ersten Schritt die Anzahl der Kantonsratssitze 

ermittelt, welche den einzelnen Listengruppen auf gesamtkantonaler Ebene 

zustehen (sog. Zuteilung der Parteisitze oder Oberzuteilung). Hierfür müssen 

zunächst pro Wahlkreis (Schaffhausen, Klettgau, Neuhausen, Reiat, Stein und 

Buchberg-Rüdlingen; vgl. Art. 25 Abs. 3 KV sowie Dekret über die Einteilung des 

Kantons Schaffhausen in Wahlkreise für die Wahl des Kantonsrates und die Zahl 

der in diesen Wahlkreisen zu wählenden Mitglieder vom 26. Oktober 2015, 

SHR 161.110) die Summen der Parteistimmen der einzelnen Listen ermittelt wer-

den. Die Parteistimmenzahlen werden danach durch die Zahl der Sitze des be-

treffenden Wahlkreises dividiert, da den Parteistimmen aus den unterschiedlich 

grossen Schaffhauser Wahlkreisen nach dem Grundsatz der Erfolgswertgleichheit 

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allen gleich viel Gewicht zukommen soll. Das Ergebnis dieser Division wird als 

Wählerzahl der Liste bezeichnet (Art. 2c Abs. 1 WahlG). Die Summe der Wähler-

zahlen, welche eine Listengruppe in den einzelnen Wahlkreisen erreicht hat, bildet 

die Wählerzahl der Listengruppe auf gesamtkantonaler Ebene. Zur Ermittlung des 

Sitzanspruchs einer Listengruppe wird deren gesamtkantonale Wählerzahl durch 

den Kantons-Wahlschlüssel dividiert, mit welchem die 60 Kantonsratssitze verteilt 

werden. Das Ergebnis dieser Division (sog. Sitzanspruch) wird auf die nächste 

ganze Zahl gerundet; die gerundete Zahl entspricht der Anzahl Kantonsratssitze, 

welche einer Listengruppe im Kanton zusteht (vgl. Art. 2c Abs. 2 WahlG). Der Kan-

tons-Wahlschlüssel steht jedoch nicht zum Vornherein fest, sondern muss für jede 

Wahl einzeln berechnet werden. Zu diesem Zweck werden die Wählerzahlen aller 

Listengruppen durch die 60 Kantonsratssitze geteilt. Werden die gesamtkantona-

len Wählerzahlen der einzelnen Listengruppen durch diesen Quotienten geteilt, 

kann es indes vorkommen, dass nach erfolgter Rundung der Ergebnisse die 

Summe dieser Ergebnisse (= Sitzansprüche der Listengruppen) mehr als 60 be-

trägt und somit die Anzahl der zu verteilenden Kantonsratssitze von 60 übersteigt. 

Der Kantons-Wahlschlüssel als Divisor ist in solchen Fällen so nach unten oder 

oben anzupassen, dass nach der Rundung der Ergebnisse genau 60 Kantonsrats-

sitze auf die Listengruppen verteilt werden (vgl. Art. 2c Abs. 3 WahlG). Stehen die 

Parteisitze nach erfolgter Oberzuteilung fest, müssen sie im Rahmen der Unter-

zuteilung weiter in einem iterativen Verfahren auf die Wahlkreise und einzelnen 

Listen verteilt werden (vgl. Art. 2d WahlG sowie zum Ganzen Bericht und Antrag 

des Regierungsrates des Kantons Schaffhausen vom 24. April 2007 an den Kan-

tonsrat betreffend Anpassung des Wahlsystems für den Kantonsrat, Amtsdruck-

schrift 07-41, S. 9 [nachfolgend: Bericht Anpassung Wahlsystem], S. 9 ff., sowie 

Bericht und Antrag des Regierungsrats des Kantons Schaffhausen vom 10. März 

2015 an den Kantonsrat betreffend Teilrevision des Gesetzes über die vom Volke 

vorzunehmenden Abstimmungen und Wahlen sowie über die Ausübung der Volks-

rechte [Wahlgesetz; Anpassung Doppelter Pukelsheim], Amtsdruckschrift 15-18, 

S. 2 f. [nachfolgend: Bericht Anpassung Doppelter Pukelsheim]). 

2.2. Die Listengruppe 13 "JF Jungfreisinnige" erhielt bei der Kantonsratswahl 

vom 27. September 2020 von allen Listengruppen zwar nicht die wenigsten Stim-

men, jedoch die kleinste gesamtkantonale Wählerzahl von 234.81 (vgl. dazu und 

zu den nachfolgenden Angaben Formular 5a [Amtsblatt 2020, S. 1670]). Das Total 

der gesamtkantonalen Wählerzahlen aller Listengruppen betrug 27'581.02. Bei ei-

nem Kantons-Wahlschlüssel von 459.6837 (Quotient aus der Division: Gesamt-

wählerzahl von 27'581.02 / Anzahl Kantonsratssitze von 60) hätte die Listengruppe 

JF Anspruch auf einen Sitz gehabt (auf die nächste ganze Zahl [d.h. 1] gerundeter 

Quotient [d.h. 0.511] aus der Division: gesamtkantonale Wählerzahl der Listen-

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gruppe JF von 234.81 / Kantons-Wahlschlüssel von 459.6837), womit sich die An-

zahl der Sitze auf 61 erhöht hätte. Der tatsächlich festgelegte Kantons-Wahlschlüs-

sel von 470.27 führt dazu, dass die Listengruppe JF keinen Anspruch mehr auf 

einen Kantonsratssitz hat (auf die nächste ganze Zahl [d.h. 0] gerundeter Quotient 

[d.h. 0.4993] aus Division gesamtkantonale Wählerzahl der Listengruppe JF von 

234.81 / Kantons-Wahlschlüssel von 470.27) und dass die 60 Kantonsratssitze auf 

die übrigen Listengruppen verteilt werden. Die Zulässigkeit des Kantons-Wahl-

schlüssels von 470.27 wird vom Beschwerdeführer zu Recht nicht beanstandet; 

dass der Kantons-Wahlschlüssel mathematisch noch geringfügig tiefer hätte ange-

setzt werden können, ist – wie auch der Beschwerdeführer anerkennt – unerheb-

lich. Die Listengruppe JF weist im Ergebnis einen Rückstand von 0.0057% der Ge-

samtwählerzahl (1.56 Gesamtwählerzahlen) und somit einen Rückstand von weni-

ger als 0.3% der Gesamtwählerzahl (82.74 Gesamtwählerzahlen) auf einen Sitz-

anspruch auf. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers würde die Sitzver-

schiebung – im Sinne eines Gedankenspiels – bei entsprechenden zusätzlichen 

Wählerzahlen für die Listengruppe JF und ansonsten gleichbleibenden Wählerzah-

len allerdings nicht von der Listengruppe SVP, sondern von der Listengruppe EVP 

zur Listengruppe JF erfolgen, da die Listengruppe SVP einen höheren Quotienten 

als die Listengruppe EVP aufweist. 

3. Der Beschwerdeführer bringt zunächst vor, die Auszählung der Wahlzettel 

sei unzulässigerweise durch die KSD erfolgt. Die Gemeindewahlbüros hätten die 

Ergebnisse der Wahl selbständig festzustellen, auch wenn die Resultaterfassung 

durch das kantonale Wahlbüro erfolgt sei. Auch die Kandidatenstimmen müssten 

durch die Gemeindewahlbüros festgestellt werden. Den kommunalen Wahlbüros 

sei erst nach der Auszählung der veränderten Wahlzettel ein Report zugestellt 

worden, welcher von den Gemeinden mangels Auszählung der Kandidatenstim-

men auf kommunaler Ebene jedoch nicht habe kontrolliert werden können. Der 

Beschwerdeführer bestreitet indes nicht, bereits im Mai 2020 gewusst zu haben, 

dass die KSD die Auszählung der Stimmen vornehmen würde. Soweit er vorbringt, 

die Auszählung hätte durch die kommunalen Wahlbüros erfolgen müssen und nicht 

durch die KSD vorgenommen werden dürfen, ist seine Rüge daher verspätet, da 

er nicht innerhalb von drei Tagen nach Entdeckung des Beschwerdegrundes 

Beschwerde einreichte (vgl. Art. 82bis Abs. 2 WahlG i.V.m. § 50 der Verordnung 

über die Wahl des Kantonsrates und die Wahl der Einwohnerräte nach dem 

proportionalen Wahlverfahren vom 13. November 1979 [Proporzwahlverordnung, 

SHR 161.111]), und als solche nicht zu hören. Zu behandeln sind demgegenüber 

konkret gerügte Unregelmässigkeiten bei der Wahldurchführung (vgl. unten E. 6), 

zumal die entsprechenden Zeitungsartikel kurz vor den Wahlen erschienen sind 

(vgl. Mattias Greuter, Ist die digitale Urne dicht?, Schaffhauser AZ vom 25. Sep-

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tember 2020, S. 5; Adrienne Fichter, Passwort: «Wahlen», Republik vom 25. Sep-

tember 2020) und der Beschwerdeführer glaubhaft vorbringt, dass ihm diese Artikel 

erst nach den Wahlen vom 27. September 2020 zugespielt worden seien. 

4. Der Beschwerdeführer rügt weiter eine Verletzung von Art. 26a WahlG, wel-

cher bei knappen Resultaten wie vorliegend eine Nachzählung vorsehe. Diese Be-

stimmung sei auch auf die Proporzwahl für den Kantonsrat anwendbar und gehe 

§ 34 Proporzwahlverordnung vor. Davon abgesehen sei die Kompetenzdelegation 

nach Art. 2h WahlG erst am 7. Oktober 2020 und somit nach durchgeführter Wahl 

durch das Büro des Kantonsrats wieder ins Gesetz eingefügt worden. Die in 

OGE 60/2016/39 vom 16. Dezember 2016 begründete Praxis, wonach § 34 Pro-

porzwahlverordnung und nicht Art. 26a WahlG auf die Proporzwahl für den Kan-

tonsrat anwendbar sei, beziehe sich auf den Losentscheid innerhalb einer Liste. 

Soweit in der Vergangenheit bei knappen Resultaten auf eine Nachzählung ver-

zichtet worden sei, habe dies die Kandidatenstimmen in einem Wahlkreis betroffen. 

Er, der Beschwerdeführer, verlange aber eine Nachzählung wegen eines knappen 

Resultats bei der Oberzuteilung, nach welcher sich bestimme, ob einer Liste über-

haupt ein Sitz im Kantonsrat zustehe. Auf Stufe der Oberzuteilung liessen sich die 

Resultate analog der Resultate von Majorzwahlen exakt bestimmen und Art. 26a 

WahlG sei auch auf die Wählerzahl anwendbar. 

4.1. Gemäss Art. 26a Abs. 1 WahlG erfolgt bei kantonalen und kommunalen 

Abstimmungen und Wahlen von Amtes wegen eine Nachzählung, wenn die Diffe-

renz weniger als 0,3 Prozent der abgegebenen Stimmen beträgt; auf jeden Fall 

erfolgt eine Nachzählung, wenn die Differenz weniger als sechs Stimmen beträgt. 

Im Übrigen ordnen der Regierungsrat bei kantonalen Abstimmungen und Wahlen 

sowie der Gemeinderat bei kommunalen Abstimmungen und Wahlen eine Nach-

zählung an, wenn Anhaltspunkte für Unregelmässigkeiten bestehen (Abs. 2). Dem-

gegenüber zählt die Staatskanzlei nach § 34 Proporzwahlverordnung bei Pro-

porzwahlen des Kantonsrats entweder selber nach oder ordnet eine Nachzählung 

durch das Gemeindewahlbüro an, wenn der Verdacht besteht, dass ein Gemein-

deergebnis unrichtig ist. 

4.2. Das Obergericht hatte sich in OGE 60/2016/39 vom 16. Dezember 2016 

(Amtsbericht 2016, S. 84 ff.) mit der Auslegung und dem Verhältnis von Art. 26a 

WahlG und § 34 Proporzwahlverordnung zu beschäftigen. Die Gerichtsmehrheit 

kam zum Schluss, Art. 26a WahlG sei auf die Proporzwahl des Kantonsrats nicht 

anwendbar. Die Regelung der Nachzählung sei angesichts der im Wahlgesetz ver-

ankerten Delegationsbestimmung wie im Bund auf Verordnungsstufe zulässig. Die 

Frage der Nachzählung bei Kantonsratswahlen sei in § 34 Proporzwahlverordnung 

abschliessend geregelt und diese Spezialregelung gehe der allgemeinen Nach-

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zählvorschrift von Art. 26a WahlG vor (vgl. E. 4.1 bis 4.5). Nach Ansicht der Ge-

richtsminderheit erwies sich § 34 Proporzwahlverordnung demgegenüber als ge-

setzeswidrig. Zwar möge die Regelung von Art. 26a WahlG objektiv nicht auf Pro-

porzwahlen zugeschnitten sein, da die zahlenmässigen Differenzen zwischen den 

Ergebnissen der einzelnen Kandidaten oftmals klein seien. Die Frage der Nach-

zählung sei aber auf Gesetzesstufe zu regeln und mit Art. 26a WahlG auch gere-

gelt worden. Die allgemein gefasste Nachzählregel von Art. 26a WahlG sei grund-

sätzlich auch auf die Kantonsratswahl anwendbar. Etwas anderes sei sachlich 

kaum zu begründen (vgl. E. 4.6). Entgegen dem Beschwerdeführer ist das zur 

Anwendung gelangende Verhältniswahlverfahren als Einheit zu begreifen (vgl. 

oben E. 2.1). Aufgrund der überwiegend neuen Zusammensetzung des Oberge-

richts seit dem Mehrheitsentscheid OGE 60/2016/39 vom 16. Dezember 2016 

rechtfertigt es sich aber, dass sich das Obergericht noch einmal mit der Auslegung 

von Art. 26a WahlG und seinem Verhältnis zu § 34 Proporzwahlverordnung be-

fasst. 

4.3. Das Gesetz muss in erster Linie aus sich selbst heraus, das heisst nach 

dem Wortlaut, Sinn und Zweck und den ihm zugrunde liegenden Wertungen tele-

ologisch ausgelegt werden. Die Auslegung hat sich vom Gedanken leiten zu las-

sen, dass nicht schon der Wortlaut die Norm darstellt, sondern erst das an Sach-

verhalten verstandene und konkretisierte Gesetz. Gefordert ist die sachlich richtige 

Entscheidung im normativen Gefüge, ausgerichtet auf ein befriedigendes Ergebnis 

des Gesetzeszwecks. Dabei ist nach einem pragmatischen Methodenpluralismus 

und nicht nach einer hierarchischen Ordnung der einzelnen Auslegungselemente 

vorzugehen (vgl. BGE 146 II 201 E. 4.1 S. 208 f. mit Hinweisen). 

4.3.1. Der Wortlaut von Art. 26a Abs. 1 WahlG erfasst auf den ersten Blick auch 

die Kantonsratswahlen, spricht er doch allgemein von "kantonalen und kommuna-

len Abstimmungen und Wahlen". Für die Frage, ob von Amtes wegen eine Nach-

zählung angeordnet werden soll, wird auf die Differenz der abgegebenen Stimmen 

abgestellt. Der Begriff der "abgegebenen Stimmen" impliziert mangels weiterer 

Qualifizierung, dass sowohl gültige als auch ungültige und leere Stimmen zu be-

rücksichtigen sind (vgl. demgegenüber Art. 23 Abs. 1 lit. d WahlG). Aus der Anzahl 

der abgegebenen Stimmen als solche kann für die Oberzuteilung indes nichts Di-

rektes abgeleitet werden, da die Stimmen (Parteistimmenzahl einer Liste) aus den 

unterschiedlich grossen Wahlkreisen zuerst durch die Anzahl Sitze der jeweiligen 

Wahlkreise dividiert werden müssen, damit ihnen pro Kantonsratssitz das gleiche 

Gewicht zukommt. Denn entscheidend für die Zuteilung der Parteisitze sind die 

Wählerzahlen der Listen, d.h. die Anzahl Parteistimmen, die eine Listengruppe ge-

samtkantonal pro Sitz erhalten hat (Art. 2c Abs. 1 und Abs. 2 WahlG; vgl. oben 

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E. 2.1). Grundlage der Differenz bei der Oberzuteilung bilden somit die pro Kan-

tonsratssitz abgegebenen gültigen Stimmen und nicht die insgesamt abgegebenen 

Stimmen. Eine grammatikalische Auslegung spricht folglich bei näherer Betrach-

tung weder eindeutig für noch gegen die Anwendbarkeit von Art. 26a Abs. 1 WahlG 

auf die Proporzwahl des Kantonsrats. 

4.3.2. Aus einer historischen Auslegung ergibt sich, dass sich die Kantonsrats-

wahlen im Zeitpunkt des Erlasses von Art. 26a Abs. 1 WahlG im Jahr 2004 gestützt 

auf aArt. 25 Abs. 2 KV (Amtsblatt 2002, S. 1980) sinngemäss nach den Vorschrif-

ten des Bundesrechts über die Wahl des Nationalrats richteten, wozu auch die für 

die Wahl des Nationalrats massgebende spezifische Bestimmung über die Nach-

zählung gehörte. Die Nachzählbestimmung von Art. 26a Abs. 1 WahlG war somit 

auf die Kantonsratswahlen nicht anwendbar (vgl. OGE 60/2016/39 vom 16. De-

zember 2016 E. 4.2 f., Amtsbericht 2016, S. 86 ff. sowie Dubach/Marti/Spahn, 

Kommentar zur Verfassung des Kantons Schaffhausen, Schaffhausen 2004, 

S. 89 f.). Weiter hat sich der Gesetzgeber bei der Einführung des Systems "dop-

pelter Pukelsheim" im Jahr 2008 soweit ersichtlich nicht mit der Frage der Nach-

zählung befasst und sich in erster Linie mit den technischen Grundsätzen des 

Modells auseinandergesetzt (Oberzuteilung, Unterzuteilung, Sitzverlegung inner-

halb der Listen); für die weiteren Details sollte der Regierungsrat Ausführungsbe-

stimmungen erlassen (vgl. Vorlage der Spezialkommission 2007/5 "Anpassung 

des Wahlsystems für den Kantonsrat" vom 6. Juli 2007, Amtsdruckschrift 07-78, 

S. 2). Aus der ursprünglichen Vorlage des Regierungsrats, welche lediglich den 

Grundsatz der Zuteilung der Sitze an die politischen Gruppierungen entsprechend 

deren Wählerstärke im Kanton in der Verfassung verankern und alle weiteren 

Ausführungsbestimmungen über das Wahlverfahren an den Regierungsrat dele-

gieren wollte (vgl. Bericht Anpassung Wahlsystem, S. 17), wird nicht ersichtlich, 

dass mit der Einführung des "doppelten Pukelsheims" eine Änderung oder Aufhe-

bung der Nachzählbestimmung von § 34 Proporzwahlverordnung angedacht ge-

wesen wäre, da sich die vom Regierungsrat vorgeschlagene Revision der Pro-

porzwahlverordnung bezüglich der §§ 36, 38, 39 und 40 nicht auf die Nachzählbe-

stimmung erstreckte (vgl. Bericht Anpassung Wahlsystem, S. 17 ff.). Dem Gesetz-

geber musste daher bewusst gewesen sein, dass die übrigen Bestimmungen der 

Proporzwahlverordnung, einschliesslich der Nachzählbestimmung von § 34 Pro-

porzwahlverordnung, in Kraft bleiben würden. Insofern war nach dem zumindest 

impliziten Willen des Gesetzgebers mit der Einführung des Systems "doppelter Pu-

kelsheim" keine Änderung des Anwendungsbereichs der Nachzählbestimmung 

von Art. 26a Abs. 1 WahlG verbunden (vgl. bereits OGE 60/2016/39 vom 16. De-

zember 2016 E. 4.5, Amtsbericht 2016, S. 90). Zu bemerken ist in diesem Zusam-

menhang schliesslich, dass sich der Gesetzgeber durch die vom Obergericht in 

OGE 60/2016/39 vorgenommene Auslegung von Art. 26a WahlG nicht zu einer 

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Revision der Nachzählbestimmung für die Kantonsratswahl veranlasst sah. Die 

historische Auslegung spricht folglich gegen die Anwendbarkeit von Art. 26a Abs. 1 

WahlG auf die Proporzwahl des Kantonsrats. 

4.3.3. Aus systematischer Sicht ergibt sich, dass der Gesetzgeber den Regie-

rungsrat bei der Einführung des Systems "doppelter Pukelsheim" mit dem Erlass 

der weiteren Ausführungsbestimmungen beauftragte (Art. 2f aWahlG [Amtsblatt 

2008, S. 534]). Aus der Gesetzessystematik wird nicht restlos klar, ob sich die De-

legation (Marginalie: "Ausführungsbestimmungen) nur auf die Kantonsratswahl 

(Art. 2b WahlG mit Marginalie: "Kantonsratswahl: a) Allgemeines") bezog oder 

auch die Ständeratswahl (Art. 2a WahlG mit Marginalie "Ständeratswahl") und den 

Wirkungskreis des Gesetzes (Art. 2 WahlG mit Marginalie "Wirkungskreis") um-

fasste, zumal in der Vorlage der Spezialkommission 2007/5 die Art. 2b bis Art. 2e 

WahlG über die Marginalien a) bis d) verbunden waren, während die Marginalie 

von Art. 2f aWahlG nicht mit einem Kleinbuchstaben bzw. mit e) versehen worden 

war. Aus dem Sachzusammenhang ergibt sich jedoch, dass sich der Auftrag zum 

Erlass der Ausführungsbestimmungen nur auf die Kantonsratswahl bezogen ha-

ben muss. Dies impliziert, dass die Proporzwahl des Kantonsrats durch ein System 

abschliessender, den allgemeinen Bestimmungen des Wahlgesetzes vorgehender 

Spezialbestimmungen geregelt werden sollte, wobei die Spezialbestimmungen so-

wohl in der Verordnung als auch im Gesetz, wie beispielsweise in Art. 29ter WahlG, 

enthalten sein konnten (vgl. OGE 60/2016/39 vom 16. Dezember 2016 E. 4.5, 

Amtsbericht 2016, S. 90). Dieser Schluss wird auch dadurch bestätigt, dass der 

Regierungsrat bezüglich der Kantonsratswahlen die weiteren Ausführungsbestim-

mungen erlassen sollte, währenddem er sich gemäss der allgemeinen Delegati-

onsbestimmung von Art. 29bis Abs. 1 WahlG auf die erforderlichen Ausführungsbe-

stimmungen zu beschränken hatte. Dementsprechend war Art. 26a WahlG auf die 

Proporzwahl des Kantonsrats nicht anwendbar. 

Die Delegationsbestimmung von Art. 2f aWahlG wurde im Rahmen der Vorlage 

des Regierungsrats vom 26. November 2013 neu zu Art. 2g aWahlG (Amtsblatt 

2016, S. 689; vgl. Bericht und Antrag des Regierungsrats des Kantons Schaffhau-

sen an den Kantonsrat betreffend Teilrevision des Gesetzes über die vom Volke 

vorzunehmenden Abstimmungen und Wahlen sowie über die Ausübung der Volks-

rechte [Wahlgesetz], Amtsdruckschrift 13-84, S. 6). Art. 2g aWahlG wurde im Zuge 

der Teilrevision "Anpassung doppelter Pukelsheim" im Jahr 2015 durch die gel-

tende Fassung von Art. 2g WahlG ersetzt (Amtsblatt 2015, S. 1503; vgl. Anpas-

sung Doppelter Pukelsheim, S. 7; Bericht der Spezialkommission 2015/3 betref-

fend "Teilrevision Wahlgesetz [Anpassung doppelter Pukelsheim]", S. 2 [nachfol-

gend: Bericht Teilrevision]) und folglich aus dem Wahlgesetz gestrichen. Die Dele-

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gationsbestimmung wurde erst am 9. Oktober 2020 und somit nach der angefoch-

tenen Kantonsratswahl mittels einer Berichtigung nach § 84 Abs. 2 der Geschäfts-

ordnung des Kantonsrates vom 20. Dezember 1999 (SHR 171.110) als Art. 2h 

WahlG wieder ins Gesetz eingefügt (Amtsblatt 2020, S. 1763 f.). Weshalb die De-

legationsbestimmung von Art. 2g aWahlG im Zuge der Teilrevision ersatzlos ge-

strichen wurde, lässt sich aus den Materialien nicht eruieren. Es muss sich indes 

um ein gesetzgeberisches Versehen handeln, denn es ist nicht ersichtlich, dass 

mit der Teilrevision die Zuständigkeiten zum Erlass von Bestimmungen über die 

Kantonsratswahlen in grundsätzlicher Weise hätten geändert werden sollen. Einzig 

die Frage der Zuteilung der Listennummern wurde neu im Gesetz und nicht mehr 

in der Proporzwahlverordnung geregelt (vgl. Bericht Teilrevision, S. 7). Mit dem 

gesetzgeberischen Versehen war somit keine Änderung des Anwendungsbereichs 

der Nachzählbestimmung von Art. 26a WahlG verbunden. Die systematische Aus-

legung spricht folglich gegen die Anwendbarkeit von Art. 26a Abs. 1 WahlG auf die 

Proporzwahl des Kantonsrats. 

4.3.4. Die Bestimmung von Art. 26a Abs. 1 WahlG soll nach ihrem Sinn und 

Zweck bei knappen Resultaten Klarheit schaffen und Diskussionen über allfällige 

Anordnungen von Nachzählungen vermeiden (vgl. Bericht und Antrag des Regie-

rungsrates des Kantons Schaffhausen vom 1. Juli 2003 an den Kantonsrat betref-

fend das Rechtsetzungsprogramm zur Umsetzung der neuen Verfassung [Anpas-

sung von Rechtserlassen], Amtsdruckschrift 03-74, S. 3). Die von Amtes wegen 

angeordnete, automatische Nachzählung bei knappen Resultaten stellt allerdings 

eine Ausnahme vom allgemeinen Grundsatz nach Art. 26a Abs. 2 WahlG dar, wo-

nach eine Nachzählung nur angeordnet wird, wenn Anhaltspunkte für Unregelmäs-

sigkeiten bestehen. Würde ein knappes Resultat bei der Oberzuteilung, d.h. ein 

Rückstand von weniger als 0.3 Prozent der Gesamtwählerzahl auf einen Sitzan-

spruch, automatisch zu einer Nachzählung führen, hätte jedoch bei jeder Kantons-

ratswahl seit 2008 eine Nachzählung angeordnet werden müssen. Es entspricht 

dem Wesen der Oberzuteilung, dass schon relativ geringe Veränderungen der 

Wählerzahl zu Verschiebungen bei den Parteisitzen führen können, da diese die 

realen politischen Verhältnisse im Kantonrat abbilden soll. Wäre die Ausnahme von 

Art. 26a Abs. 1 WahlG auf die Proporzwahl des Kantonsrats anwendbar, würde die 

Ausnahme der von Amtes wegen anzuordnenden, automatischen Nachzählung 

demnach zum Regelfall, was nicht dem Sinn und Zweck der Bestimmung entspre-

chen kann (zur Frage nach einer sinnvollen Definition der Knappheit bei Pro-

porzwahlen vgl. Lutz/Feller/Müller, Nachzählung bei knappen Wahl- und Abstim-

mungsergebnissen - überhöhte Erwartungen? Überlegungen aus juristischer und 

politologischer Sicht, AJP 2006 S. 1529). Eine teleologische Auslegung spricht so-

mit gegen die Anwendbarkeit von Art. 26a Abs. 1 WahlG auf die Proporzwahl des 

Kantonsrats. 

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4.3.5. Aus verfassungsmässiger Sicht ist zu beachten, dass die Garantie der po-

litischen Rechte die freie Willensbildung und unverfälschte Stimmabgabe schützt 

(Art. 34 Abs. 2 BV). Es wird kein Abstimmungs- oder Wahlergebnis anerkannt, das 

nicht den freien Willen der Stimmbürger zuverlässig und unverfälscht zum Aus-

druck bringt. Dazu gehört, dass Wahl- und Abstimmungsergebnisse sorgfältig und 

ordnungsgemäss ermittelt werden (vgl. BGE 131 I 442 E. 3.1 S. 447; Andreas Auer, 

Staatsrecht der schweizerischen Kantone, Bern 2016, Rz. 1213, S. 489). Freilich 

ist es in erster Linie eine Frage des anwendbaren Rechts des jeweiligen Gemein-

wesens, unter welchen Voraussetzungen Nachzählungen von Wahl- und Abstim-

mungsergebnissen anzuordnen sind. Aus Art. 34 Abs. 2 BV fliesst kein allgemeiner 

und unbedingter Anspruch auf Nachzählung sehr knapper oder äusserst knapper 

Wahl- und Abstimmungsresultate. Unter der Voraussetzung einer zweckmässigen 

Ordnung begründet der blosse Umstand eines knappen Ergebnisses keine ver-

fassungsrechtliche Pflicht zur Nachzählung. Eine solche Pflicht besteht indessen 

in jenen knapp ausgegangenen Fällen, in denen ein Stimmbürger oder eine Stimm-

bürgerin auf konkrete Anhaltspunkte für eine fehlerhafte Auszählung oder für ein 

gesetzwidriges Verhalten der zuständigen Organe hinzuweisen vermag (vgl. 

BGE 141 II 297 E. 5.2 und E. 5.4 S. 300 und S. 301 f.; Auer, Rz. 1215, S. 489 f.). 

§ 34 Proporzwahlverordnung, der eine Nachzählpflicht vorsieht, falls der Verdacht 

besteht, dass ein Gemeindeergebnis unrichtig ist, entspricht diesen verfassungs-

rechtlichen Minimalanforderungen. Die verfassungskonforme Auslegung gebietet 

mithin keine Anwendung von Art. 26a Abs. 1 WahlG auf die Proporzwahl des Kan-

tonsrats. 

4.4. Zusammenfassend sprechen die Auslegungselemente insgesamt klar da-

für, dass die Nachzählbestimmung von Art. 26a Abs. 1 WahlG auf die Proporzwahl 

des Kantonsrats nicht anwendbar ist. Es gilt die Spezialbestimmung von § 34 Pro-

porzwahlverordnung. Die Rüge der Verletzung von Art. 26a Abs. 1 WahlG erweist 

sich damit im Ergebnis als unbegründet. Wie bereits vor vier Jahren (vgl. 

OGE 60/2016/39 vom 16. Dezember 2016 E. 4.5, Amtsbericht 2016, S. 90) weist 

das Obergericht jedoch erneut darauf hin, dass es wünschenswert wäre, wenn der 

Gesetzgeber die nur auf dem Weg der Auslegung feststellbare Tragweite von 

Art. 26a WahlG klarstellen würde. 

5.1. Der Beschwerdeführer rügt weiter, eine Regelung der Nachzählung auf 

Verordnungsstufe sei unzulässig, da hierfür gemäss Art. 50 lit. a und c KV ein Ge-

setz im formellen Sinne notwendig sei. Zudem hätte der Regierungsrat zufolge des 

Wegfalls der Delegationsbestimmung von Art. 2h WahlG weniger Kompetenzen 

bezüglich der Ausführung der Wahl gehabt. 

5.2. Die Rüge erweist sich als unbegründet. Die Nachzählbestimmung von 

§ 34 Proporzwahlverordnung stützt sich auf die Delegationsbestimmung von 

2021 

10 

 

Art. 2h WahlG und ist gesetzes- und verfassungskonform (vgl. OGE 60/2016/39 

vom 16. Dezember 2016 E. 4.4 f., Amtsbericht 2016, S. 88 ff.). Namentlich verlangt 

die bundesgerichtliche Rechtsprechung nicht, dass die Nachzählung im formellen 

Gesetz selbst geregelt wird (vgl. BGE 138 II 5 betreffend Art. 11 der Verordnung 

über die politischen Rechte vom 24. Mai 1978 [VPR, SR 161.11]; das Urteil erging 

vor Erlass von Art. 13 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die politischen Rechte vom 

17. Dezember 1976 [BPR, SR 161.1] und somit zu einem Zeitpunkt, als die Nach-

zählung bloss auf Verordnungsstufe geregelt war). Zwar war im Zeitpunkt der an-

gefochtenen Kantonsratswahl Art. 2h WahlG nicht im Gesetz enthalten. Indes han-

delte es sich hierbei um ein gesetzgeberisches Versehen (vgl. oben E. 4.3.3). 

Selbst wenn § 34 Proporzwahlverordnung mangels ausdrücklicher Delegations-

grundlage im Gesetz als nicht anwendbar erachtet würde, könnte der Beschwer-

deführer daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten. Denn dadurch entstünde eine 

Gesetzeslücke, welche nicht einfach mit einer analogen Anwendung der Nachzähl-

bestimmung von Art. 26a Abs. 1 WahlG geschlossen werden könnte, da diese Be-

stimmung nicht auf die Proporzwahl des Kantonsrats anwendbar ist (vgl. oben 

E. 4.3.1 ff.). Das Gericht müsste nach einer Regel entscheiden, die es als Gesetz-

geber aufstellen würde (vgl. Art. 1 Abs. 2 ZGB). Angesichts des gesetzgeberischen 

Versehens und des Umstands, wonach gestützt auf Art. 34 Abs. 2 BV bei lediglich 

knappen Resultaten ohne konkrete Anhaltspunkte für eine fehlerhafte Auszählung 

oder für ein gesetzeswidriges Verhalten der zuständigen Organe kein bundesver-

fassungsrechtlicher Anspruch auf Nachzählung besteht (vgl. oben E. 4.3.5), würde 

im Sinn einer Ersatzregel eine Nachzählung ebenfalls nur bei Verdacht angeord-

net, ein Gemeindeergebnis sei unrichtig. 

6. Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, es sei bei der Vorbereitung oder 

der Durchführung der angefochtenen Kantonsratswahl zu Unregelmässigkeiten 

gekommen. 

6.1. Er rügt, das bei der KSD zur EDV-mässigen Erfassung der veränderten 

Wahlzettel eingesetzte Hilfspersonal habe ohne Rechtsgrundlage auch aus Nicht-

Stimmberechtigten bestanden. Die Hilfspersonen hätten auf die gesamte Daten-

bank Zugriff gehabt. Zudem hätten sie sich spätestens beim zweiten Einsatz Insi-

derwissen aneignen können. Besonders junge, IT-affine Leute besässen eher die 

Fähigkeit, eine Manipulation vorzunehmen. Es habe somit die Möglichkeit bestan-

den, innerhalb der KSD eine Manipulation vorzunehmen. Die Bildung von Zweier-

teams habe dieses Problem nicht gelöst, da die Helfer nicht demokratisch legiti-

miert gewesen seien. Eine Manipulation innerhalb eines Eingabeteams wäre we-

der durch die KSD noch durch die Staatskanzlei aufzudecken gewesen. Eine wei-

tere Manipulationsmöglichkeit habe auf dem Transport der veränderten Wahlzettel 

2021 

11 

 

von den kommunalen Wahlbüros zur KSD bestanden. Der Überbringer der Wahl-

zettel hätte diese während der Fahrt manipulieren können, während der Liefer-

schein der Gemeinde unverändert geblieben wäre. Die vorgesehenen Absicherun-

gen seien insgesamt zwar gut gemeint, angesichts der Manipulationsmöglichkeiten 

und fehlender Kontrollmechanismen letztlich aber nutzlos gewesen. Auch bei einer 

Wahl in Frauenfeld hätte niemand gedacht, dass ein Wahlbetrug stattfinden 

könnte. Es gebe insgesamt keine Möglichkeit zu beurteilen, ob die veränderten 

Wahlzettel korrekt erfasst worden seien. Darüber hinaus fänden bei der KSD of-

fenbar sogar Bereinigungen von Wahlzetteln statt. Auch wenn es nicht viele sol-

cher "nachträglicher Bereinigungen" gegeben haben dürfte, sei dies rechtswidrig, 

zumal Art. 20 WahlG weder der Staatskanzlei noch der KSD oder den Hilfsperso-

nen die Kompetenz zur Bereinigung von Wahlzetteln verleihe. Schliesslich seien 

die publizierten Ergebnisse der Unterzuteilung nicht nachvollziehbar, da die Wahl-

kreisdivisoren nicht korrekt abgebildet seien. 

6.2. Gemäss § 34 Proporzwahlverordnung zählt die Staatskanzlei bei Pro-

porzwahlen des Kantonsrats entweder selber nach oder ordnet eine Nachzählung 

durch das Gemeindewahlbüro an, wenn der Verdacht besteht, dass ein Gemein-

deergebnis unrichtig ist. Zu prüfen ist, ob konkrete Anhaltspunkte für eine fehler-

hafte Auszählung oder für ein gesetzwidriges Verhalten der zuständigen Organe 

bestehen (vgl. oben E. 4.3.5). Im Lichte von Art. 34 Abs. 2 BV kann dem Umstand, 

dass es für den Stimmbürger und die Stimmbürgerin möglicherweise schwierig ist, 

solche konkreten Anhaltspunkte zu erkennen, dadurch Rechnung getragen wer-

den, dass umso geringere Anforderungen an den Nachweis solcher Unregelmäs-

sigkeiten zu stellen sind, je knapper das Wahl- oder Abstimmungsresultat ausfällt 

(BGE 141 II 297 E. 5.4 S. 301 f.; ferner BGer 1C_670/2019 vom 20. August 2020 

E. 3; Lutz/Feller/Müller, S. 1519 mit Hinweisen). Die Anforderungen an den Nach-

weis von Anhaltspunkten für Unregelmässigkeiten sind demnach angesichts des 

sehr knappen Wahlresultats (vgl. oben E. 2.1 f.) vorliegend nicht hoch anzusetzen 

(vgl. OGE 60/2016/39 vom 16. Dezember 2016 E. 5.1.2, Amtsbericht 2016, S. 93 

[Meinung der Gerichtsmehrheit]). Gleichwohl genügen hierfür allgemeine Befürch-

tungen nicht. Eine Nachzählung ist lediglich anzuordnen, wenn konkrete Anhalts-

punkte für Unregelmässigkeiten bestehen, die sich auf das Resultat der Auszäh-

lung auswirken könnten (vgl. OGE 60/2016/39 vom 16. Dezember 2016 E. 4.5, 

Amtsbericht 2016, S. 91). 

6.3. Zunächst ist zu prüfen, ob die vom Beschwerdeführer behaupteten Mani-

pulationsmöglichkeiten während des Transports der veränderten Wahlzettel und 

im Rahmen der Eingabe der Resultate einen Verdacht auf Unregelmässigkeiten 

begründen. 

2021 

12 

 

6.3.1. Gemäss Angaben der Staatskanzlei wurde zur Ermittlung der Resultate die 

Software Sesam eingesetzt. Die Software sei Teil eines mehrstufigen organisato-

rischen Prozesses. Bei der Abgabe der veränderten Wahlzettel zusammen mit 

dem ausgefüllten und unterzeichneten Lieferschein bei der KSD erfolge eine Ein-

gangskontrolle, bei welcher die Übereinstimmung der Angaben auf dem Liefer-

schein mit dem tatsächlichen Lieferumfang geprüft werde. Danach würden die ver-

änderten Wahlzettel zentral bei der KSD gesammelt und durch eine Herausgabe-

stelle an die Erfassungsteams verteilt. Es könne jederzeit genau nachvollzogen 

werden, welche Wahlzettel welcher Gemeinde bei welchen Teams in der Erfas-

sung seien. Nach Abschluss der Erfassung brächten die Teams die ihnen zugeteil-

ten Wahlzettel wieder zurück zur Herausgabestelle, wo wiederum die Vollständig-

keit kontrolliert werde. Bei den Arbeiten der Erfassungsteams handle es sich um 

rein administrative Tätigkeiten. Die in Zweierteams organisierten Erfassungsteams 

gäben einzig die auf den von den kommunalen Wahlbüros kontrollierten und be-

reinigten Wahlzetteln vermerkten Listen- und Kandidatennummern in die Software 

ein. Das Vieraugenprinzip sei jederzeit gewährleistet. Die Erfassenden hätten kei-

nen Zugriff auf die gesamte Datenbank. Dieser sei stark eingeschränkt. Die Teams 

verfügten nur über die Berechtigung, die ihnen zugeteilten veränderten Wahlzettel 

bzw. die darauf enthaltenen Kandidierenden- und Listennummern einzugeben. Es 

lasse sich jederzeit nachvollziehen, welches Team welche Eingaben im System 

getätigt habe. Es sei technisch weder möglich, mehr Kandidierende pro Wahlzettel 

einzugeben als Sitze zu vergeben seien, noch könne eine kandidierende Person 

pro Wahlzettel mehr als zwei Mal erfasst werden. Diesfalls erscheine eine Fehler-

meldung und die Buchung könne nicht abgeschlossen werden. Sodann würden die 

von den Gemeinden auf dem Lieferschein mitgeteilten Totale der unveränderten 

Wahlzettel pro Liste vom Wahlsoftware-Verantwortlichen der KSD eingegeben. Die 

Resultate der Erfassungsteams würden durch die beauftragte Stadtkanzlei Schaff-

hausen und die KSD einer Plausibilisierung unterzogen. Die eingegebenen Daten 

der veränderten Wahlzettel aus den Gemeinden würden anhand der von den Ge-

meinden physisch gelieferten "Lieferscheine/Listenübersichten" überprüft. Durch 

Erfassungsteams unterschlagene Wahlzettel würden beim Abgleich mit den Liefer-

scheinen umgehend auffallen. Nach der Kontrolle würden die Ergebnisse von der 

Staatskanzlei freigegeben. Zusätzlich werde jeder Gemeinde der entsprechende 

Wahlzettel-Report aus der Software übermittelt, welcher von den verantwortlichen 

Personen in den Gemeinden zu prüfen und zu unterschreiben sei. 

6.3.2. Der Beschwerdeführer macht weder geltend noch legt er dar, dass es kon-

kret zu Manipulationen gekommen sei. Der blosse Hinweis auf Manipulationsrisi-

ken im Zusammenhang mit der zur Resultaterfassung verwendeten Software ge-

nügt nicht (vgl. oben E. 6.1 f.). Ohnehin hat sich das Obergericht einzig mit der 

Rechtsfrage zu befassen, ob mit Blick auf die Abstimmungsfreiheit gemäss Art. 34 

2021 

13 

 

Abs. 2 BV eine hinreichend sorgfältige und ordnungsgemässe Ermittlung des 

Wahlergebnisses gewährleistet war bzw. ob hinreichende Verdachtsmomente für 

Unregelmässigkeiten bestehen (vgl. oben E. 6.2; Lutz/Feller/Müller, S. 1518, und 

Auer, Rz. 1213, S. 489; je mit Hinweisen). Eine nicht vom Obergericht zu prüfende 

Frage ist es demgegenüber, ob die Resultaterfassung mit optimaler Sicherheit ge-

schah bzw. ob die eingesetzte Wahlsoftware allenfalls veraltet ist (vgl. dazu Greu-

ter, S. 5; Kleine Anfrage Nr. 2020/29 von Kantonsrat Matthias Frick vom 30. Sep-

tember 2020: Sesam öffne dich!; Interpellation Nr. 20.4129 von Nationalrat Baltha-

sar Glättli vom 24. September 2020: Sicherheitslücken im Bereich von Wahlen und 

Abstimmungen). 

Der Regierungsrat verweist nachvollziehbar auf die im Erfassungsprozess einge-

bauten Absicherungen, Kontrollen und Plausibilisierungen (ferner oben E. 6.3.1). 

Wichtig erscheint insbesondere, dass bei der Erfassung unbestritten das Vierau-

genprinzip angewendet wurde, indem jeweils zwei Personen als Team zusammen-

arbeiteten (vgl. auch Lutz/Feller/Müller, S. 1530). Die eingesetzten Personen wa-

ren unstrittig volljährig und wurden vor dem Einsatz auf die Einhaltung des Stimm-

geheimnisses, der Datenschutzbestimmungen und des Amtsgeheimnisses hinge-

wiesen. Zwar waren diese Personen nicht gewählt; jedoch verlangt Art. 29ter WahlG 

nicht, dass die zur Resultaterfassung eingesetzten Personen gewählt sind, wobei 

im Übrigen Manipulationen weder bei gewählten noch bei rekrutierten Personen 

jemals mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden können. Der Regierungsrat 

weist überdies zutreffend darauf hin, dass bereits im Gesetzgebungsprozess da-

rauf aufmerksam gemacht wurde, die zentrale Erfassung der veränderten Wahl-

zettel werde durch externe Leistungserbringer erfolgen (vgl. Bericht und Antrag des 

Regierungsrates des Kantons Schaffhausen vom 13. April 2010 an den Kantonsrat 

betreffend Teilrevision des Gesetzes über die vom Volke vorzunehmenden Abstim-

mungen und Wahlen sowie über die Ausübung der Volksrechte [Technische und 

organisatorische Anpassungen], Amtsdruckschrift 10-26, S. 3 f.). Mit Bezug auf die 

vom Beschwerdeführer erwähnte Recherche des Online-Magazins Republik ist da-

rauf hinzuweisen, dass deren Autorin zwar auf Schwachstellen der von Schaffhau-

sen wie diversen anderen Kantonen verwendeten Software hinweist, jedoch gleich-

zeitig festhält, es existierten keinerlei Hinweise, dass diese Schwachstellen bei der 

Ergebnisermittlung von Hackern ausgenützt worden wären (vgl. Fichter, S. 3). Wei-

ter hat der Kanton Schaffhausen die schwerwiegendsten Schwachstellen der ver-

wendeten Software unstrittig eliminiert, indem das voreingestellte schwache Stan-

dardpasswort geändert wurde und die Resultate in ein internes Netz ohne Internet-

Verbindung eingespeist wurden, womit Angriffe von aussen praktisch ausgeschlos-

sen waren (vgl. Greuter, S. 5; Fichter, S. 4). 

2021 

14 

 

Die vom Beschwerdeführer erwähnte Möglichkeit des Überbringers, Wahlzettel 

während der Fahrt vom kommunalen Wahlbüro zur zentralen Erfassungsstelle zu 

manipulieren, ist nicht grundsätzlich von der Hand zu weisen; indes bestehen auch 

diesbezüglich keinerlei konkrete Anhaltspunkte für Unregelmässigkeiten. Nach 

dem Gesagten ist festzuhalten, dass insgesamt hinreichende Mechanismen be-

standen, welche sicherstellten und die Nachprüfung erlaubten, dass die veränder-

ten Wahlzettel durch die Erfassungsteams korrekt erfasst wurden. Die blosse Mög-

lichkeit von Manipulationen genügt nicht, um einen Verdacht auf unrichtige Ergeb-

nisse zu begründen. Die entsprechenden Rügen erweisen sich im Ergebnis als 

unbegründet. Ob die Auszählung durch die kommunalen Wahlbüros selber hätte 

vorgenommen werden müssen, ist demgegenüber nicht weiter zu prüfen, da sich 

die entsprechenden Rügen als verspätet erwiesen haben (vgl. oben E. 3). 

6.4. Zu prüfen ist weiter, ob eine Bereinigung von veränderten Wahlzetteln nach 

Ablieferung an die KSD zulässig war. 

6.4.1. Die Verfahrensabläufe zwischen den kommunalen Wahlbüros, der Staats-

kanzlei und der KSD wurden in der Instruktion des Regierungsrats vom 28. April 

2020 betreffend die Durchführung der Kantonsratswahlen vom 27. September 

2020 für die Amtsdauer 2021–2024 festgelegt (Amtsdruckschrift 20-37; nachfol-

gend: Instruktion). Demnach waren die eingegangenen Wahlzettel auf den Zähl-

büros der Gemeinden zuerst zu sortieren. Die gültigen Wahlzettel waren in unver-

änderte und veränderte Wahlzettel zu trennen. Die unveränderten Wahlzettel wa-

ren nach den Listenbezeichnungen auszuscheiden und im Formular "Lieferschein/ 

Listenübersicht Kantonsratswahl" einzusetzen. Das Total aller unveränderten 

Wahlzettel sämtlicher Listen war ebenfalls in diesem Formular einzusetzen. Die 

veränderten Wahlzettel waren auf dem kommunalen Wahlbüro zu bereinigen. 

Nach der Bereinigung waren sie nach der Listenbezeichnung auszuscheiden, aus-

zuzählen und im Formular "Lieferschein/Listenübersicht Kantonsratswahl" einzu-

tragen. Danach waren die veränderten Wahlzettel im oben rechts vorgesehenen 

Feld fortlaufend zu nummerieren, listenweise jeweils mit Nr. 1 beginnend. Das To-

tal der veränderten Wahlzettel war im Formular "Lieferschein/Listenübersicht Kan-

tonsratswahl" einzutragen (vgl. Ziff. IV der Instruktion). Die Gemeinden waren an-

gewiesen, sofort nach Bereinigung der Wahlzettel das ausgefüllte Formular "Lie-

ferschein/Listenübersicht Kantonsratswahl" zusammen mit den gemäss Anwei-

sung der Staatskanzlei sortierten veränderten Wahlzetteln der KSD abzuliefern. 

Nach Abschluss der Erfassung der Resultate durch die KSD waren die Wahlproto-

kolle von den kommunalen Wahlbüros zu unterzeichnen und zusammen mit den 

gesondert verpackten Wahlzetteln spätestens am Montagnachmittag nach der 

Wahl der Staatskanzlei abzuliefern, wobei bei der Verpackung der Wahlzettel die 

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15 

 

durch das Auszählverfahren bewirkte Sortierung strikte beizubehalten war (vgl. 

Ziff. V der Instruktion). 

6.4.2. Der angefochtene Beschluss führt aus, beim Eingabevorgang bei der KSD 

handle es sich um einen rein administrativen Akt. Die in Zweierteams aufgeteilten 

Erfassungsteams seien nicht befugt, Änderungen vorzunehmen oder Wahlzettel 

nochmals zu bereinigen. Falls eine von der Gemeinde gemeldete Angabe aus 

technischen Gründen nicht eingegeben werden könne, wenn beispielsweise eine 

Person dreimal aufgeführt sei, so müsse sich das betreffende Team an die anwe-

sende Vertretung der Stadtkanzlei wenden. Diese könne nach Rücksprache mit 

der Staatskanzlei Änderungen vornehmen. Dies betreffe jedoch lediglich Vor-

gänge, bei denen beim eingesetzten EDV-Programm eine Eingabe technisch nicht 

möglich sei. Eine solche (nachträgliche) Bereinigung sei erforderlich und liege in 

der Kompetenz der Staatskanzlei, welcher gemäss Art. 20 WahlG die Aufgabe des 

kantonalen Wahlbüros zukomme. 

6.4.3.1. Gemäss § 6 Proporzwahlverordnung obliegt die Durchführung der Kan-

tonsratswahlen in den Gemeinden den örtlichen Wahlbüros. Diese Wahlbüros be-

stehen aus gewählten Amtspersonen und Stimmenzählerinnen und Stimmenzäh-

lern, welche allesamt in der Gemeinde stimmberechtigt sein müssen (vgl. Art. 7 

lit. a, Art. 22, Art. 25 Abs. 3, Art. 26 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 sowie Art. 47 Abs. 1 des 

Gemeindegesetzes vom 17. August 1998 [SHR 120.100]). Dass auf diese Weise 

alle politischen Kräfte einbezogen werden, bezweckt, das Vertrauen der Bevölke-

rung in eine sorgfältige Ermittlung von Wahl- und Abstimmungsergebnissen zu er-

halten. Die Auszählung der Stimmen erfolgt demnach durch die Gemeindewahlbü-

ros. Die durch die Gemeindewahlbüros vorzunehmenden Streichungen sind mit 

dem Buchstaben "W" (Wahlbüro) zu kennzeichnen (§ 29 Proporzwahlverordnung). 

Weiter erlässt der Regierungsrat nach § 9 Proporzwahlverordnung vor jeder Wahl 

eine Instruktion über das Wahlverfahren. Gemäss Instruktion waren die veränder-

ten Wahlzettel vor der Ablieferung an die KSD durch die kommunalen Zählbüros 

zu verarbeiten bzw. inhaltlich zu bereinigen. So waren beispielsweise überzählige 

Wiederholungen durch das kommunale Wahlbüro zu streichen, wenn der Name 

eines Kandidaten oder einer Kandidatin mehr als zweimal auf einem Wahlzettel 

stand (vgl. § 30 Abs. 2 Proporzwahlverordnung sowie Ziff. IV.2.a Instruktion). Eine 

Bereinigung durch die Stadtkanzlei nach Rücksprache mit der Staatskanzlei war 

nicht vorgesehen. Wenn schon hätte eine Rücksprache mit dem betroffenen kom-

munalen Wahlbüro geschehen müssen, wie dies offenbar in den Vereinbarungen 

zwischen den Gemeinden und der Staatskanzlei vorgesehen war, welche festhiel-

ten, dass die Gemeinden sicherzustellen hatten, dass das Gemeindewahlbüro am 

Wahltag bis zum Abschluss der Ermittlung der Ergebnisse für Rückfragen erreich-

bar sei. 

2021 

16 

 

6.4.3.2. Soweit der Regierungsrat dagegen vorbringt, der Staatskanzlei komme 

nach Art. 20 WahlG die Aufgabe eines kantonalen Wahlbüros zu, welches nach-

trägliche Bereinigungen von veränderten Wahlzetteln vornehmen könne, kann ihm 

nicht gefolgt werden. Die Proporzwahlverordnung regelt die Bereinigung von ver-

änderten Wahlzetteln durch die Gemeinden abschliessend. Dies ergibt sich aus 

systematischer Sicht auch daraus, dass § 29 Proporzwahlverordnung für das Aus-

zählen der Stimmen anders als § 34 Proporzwahlverordnung für die Nachzählung 

nur eine Zuständigkeit der Gemeindewahlbüros kennt und keine parallele Zustän-

digkeit von kommunalen Wahlbüros und Staatskanzlei vorsieht. Davon abgesehen 

legt die Proporzwahlverordnung die Zuständigkeiten der Staatskanzlei für die Kan-

tonsratswahlen im Einzelnen fest. Für eine ergänzende Anwendung von Art. 20 

WahlG bleibt kein Raum (vgl. § 50 Proporzwahlverordnung). Im Übrigen wird das 

kantonale Wahlbüro durch das Bundesrecht für die Nationalratswahlen vorge-

schrieben, welches auch die Aufgaben des kantonalen Wahlbüros regelt (vgl. 

Art. 7a, 9 bis 12 und 14 VPR). Demgegenüber hält Art. 20 WahlG lediglich fest, 

dass die Staatskanzlei bei eidgenössischen und kantonalen Abstimmungen und 

Wahlen als kantonales Wahlbüro amtet, ohne selber der Staatskanzlei Kompeten-

zen einzuräumen. Eine Kompetenz der Staatskanzlei, als kantonales Wahlbüro 

anstelle der Gemeindewahlbüros nachträgliche Bereinigungen von veränderten 

Wahlzetteln bei Wahlen des Kantonsrats vorzunehmen, lässt sich somit nicht be-

gründen. 

6.4.4. Soweit es zu nachträglichen Bereinigungen von durch die Gemeindewahl-

büros fehlerhaft bereinigten Wahlzetteln durch die Stadtkanzlei nach Rücksprache 

mit der Staatskanzlei, aber ohne Rücksprache mit den Gemeindewahlbüros, ge-

kommen sein sollte, stellte dies angesichts der Bedeutung demokratisch legitimier-

ter Stimmenzählerinnen und Stimmenzähler (vgl. oben E. 6.4.3.1) und der gesetz-

lichen Kompetenzverteilung eine Unregelmässigkeit dar. Ob es tatsächlich zu sol-

chen nachträglichen Bereinigungen kam, und falls ja, um wie viele Bereinigungen 

es sich handelt, ist indes nicht bekannt. Wohl muss aus den Ausführungen des 

Regierungsrats geschlossen werden, dass die nachträgliche Bereinigung der Pra-

xis entsprach. Allerdings ist mit dem Beschwerdeführer davon auszugehen, dass 

es nicht viele solcher nachträglicher Bereinigungen gab. Auch wenn das Wahlre-

sultat sehr knapp war (vgl. oben E. 2.2), hätte es doch gleich mehrere inhaltlich 

falsche nachträgliche Bereinigungen mit direkten oder indirekten Auswirkungen auf 

die Listengruppe 13 "JF Jungfreisinnige" gebraucht, damit sich der Sitzanspruch 

geändert hätte. Dies aber ist unwahrscheinlich. Insbesondere aber macht der Be-

schwerdeführer nicht geltend, die allfälligen (wenigen) nachträglichen Bereinigun-

gen seien inhaltlich falsch gewesen. Er rügt einzig deren Kompetenzwidrigkeit. Vor 

diesem Hintergrund sind keine konkreten Anhaltspunkte ersichtlich, dass sich 

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nachträgliche Bereinigungen auf das Wahlresultat auswirkten, denn inhaltlich kor-

rekte, aber kompetenzwidrige Bereinigungen änderten am Ergebnis letztlich nichts. 

Die gerügte Unregelmässigkeit konnte sich mithin nicht auf das Resultat auswirken 

(vgl. oben E. 6.2). Es ist somit keine Nachzählung anzuordnen. 

6.5. Soweit der Beschwerdeführer schliesslich rügt, bei der publizierten Unter-

zuteilung seien die Wahlkreisdivisoren nicht korrekt abgebildet worden, so dass 

eine Nachberechnung mit dem Taschenrechner nicht möglich sei, ist ihm zwar in-

soweit zuzustimmen, als dass sowohl die Wahlkreis- wie auch die Parteidivisoren 

jeweils auf die nächste ganze Zahl gerundet publiziert wurden (vgl. Ergebnisse im 

Detail, Formular 5a: Unterzuteilung, S. 1 bis 6, abrufbar unter https://sh.ch/CMS/ 

get/file/970151e6-053a-4601-b76e-bb0de7f91124). Dies hatte allerdings ebenfalls 

keinen Einfluss auf das Wahlergebnis, weshalb es damit sein Bewenden hat. 

7. Die Beschwerde erweist sich im Ergebnis als unbegründet; sie ist abzuwei-

sen, soweit darauf einzutreten ist.