# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 16b8684d-83f1-5e17-8fc6-a027c50b99d3
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.02.2025 IV 2023/217
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2023-217_2025-02-25.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2023/217

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 02.04.2025

Entscheiddatum: 25.02.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 25.02.2025
Art. 28 IVG. Anspruch auf eine IV-Rente. Beweiskraft eines Gutachtens. 
Gutheissung des Antrags, die Tonaufnahme des psychiatrischen 
Teilgutachtens aufgrund der geltend gemachten 
Verständigungsschwierigkeiten anlässlich der mündlichen Verhandlung 
abzuspielen. Die retrospektive Arbeitsfähigkeitsschätzung des 
psychiatrischen Teilgutachtens überzeugt nicht. Die Sache ist daher zur 
weiteren medizinischen Abklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. 
Februar 2025, IV 2023/217).

«Entscheid als PDF»

 

Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
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Versicherungsgericht 

Abteilung II 

 

 

 

 

 

 

 Entscheid vom 25. Februar 2025 

Besetzung  Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus 
und Tanja Petrik-Haltiner; Gerichtsschreiberin Lea Hilzinger  

   

Geschäftsnr.   IV 2023/217 

   

Parteien 

 

 A.___,  

Beschwerdeführerin,  

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Massimo Aliotta, Obergasse 20, 

Postfach 1508, 8401 Winterthur,  
 
 

  gegen 

  I V - S t e l l e  d e s  K a n t o n s  S t .  G a l l e n ,  Postfach 368, 

9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  

 

 

 
  

Gegenstand  Rente 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2023/217 
 

 

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Sachverhalt 

A.  

A.a A.___ meldete sich erstmals im September 2011 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum 

Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Sie gab an, an einer Polyarthritis bei 

einem Parvovirus-Infekt zu leiden. Die gesundheitliche Beeinträchtigung bestehe seit Oktober 2010. 

Aktuell sei sie als Rayonleiterin in einem Pensum von 100 % bei B.___ beschäftigt. Einen Beruf habe 

sie nicht erlernt. Die IV-Stelle wies das Gesuch um berufliche Massnahmen am 3. Januar 2012 mit der 

Begründung ab, dass sich die Versicherte aktuell nicht arbeitsfähig fühle (IV-act. 28). Nachdem die 

Versicherte gegen einen rentenabweisenden Vorbescheid vom 9. Oktober 2013 (IV-act. 81) einen 

Einwand erhoben hatte, gab die IV-Stelle eine polydisziplinäre (allgemein-internistische, 

rheumatologische und psychiatrische) Begutachtung in Auftrag (IV-act. 90). 

A.b Die Sachverständigen der Medas Interlaken Unterseen GmbH gaben im Gutachten vom 10. Juni 

2014 (IV-act. 104) als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.41), eine unvollständig remittierte Panikstörung (F41.0), 

eine unvollständig remittierte affektive Störung (F34.9) und ein Fibromyalgiesyndrom an. Die Gutachter 

hielten fest, dass die Versicherte seit Oktober 2013 wieder als Verkäuferin in einem Pensum von 50 % 

erwerbstätig sei (IV-act. 104-111). Die Ätiologie der diffusen Gelenkbeschwerden sei nicht zu klären 

gewesen. Für den Untersuchungszeitpunkt könne eine aktive entzündliche Erkrankung ausgeschlossen 

werden. Die Präsentation bei der rheumatologischen Untersuchung lasse erhebliche, nicht somatisch 

erklärbare Faktoren im Schmerzerleben vermuten. In der psychiatrisch bedingten Einschränkung der 

Leistungsfähigkeit von 33 % sei die rheumatologische Einschränkung von 20 % bereits enthalten (IV-

act. 104-22). Diese Einschätzung gelte mindestens seit der Begutachtung im April 2014 und zwar für 

die bisherige wie auch für andere angepasste Tätigkeiten. Mit Verfügung vom 24. April 2015 wies die 

IV-Stelle das Rentengesuch bei einem IV-Grad von 30 % ab (IV-act. 129). 

B.  

B.a Im Juni 2020 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 135). 

Sie gab an, dass sie von ca. April 2015 bis Juni 2017 zu 100 % in einem Outlet-Store der C.___ AG 

gearbeitet habe. Vom 1. Oktober 2017 bis 25. Juli 2020 sei sie zu 100 % in der Administration der D.___ 

AG tätig gewesen. 

B.b Die D.___ AG berichtete der IV-Stelle am 30. Juni 2020 (IV-act. 143), dass sie die Versicherte 

vom 1. November 2017 bis 25. Juli 2020 in einem 100 %-Pensum als Administrations- und 

Kassenmitarbeiterin/Mitarbeiterin im Verkauf Fachsortimente beschäftigt habe. Der letzte Arbeitstag sei 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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der 27. Januar 2020 gewesen. Das Arbeitsverhältnis sei vonseiten der Arbeitgeberin aufgelöst worden. 

Der Jahreslohn habe ab dem 1. Januar 2018 Fr. 54'400.-- betragen. 

B.c Das Psychiatrische Zentrum E.___ hatte im Austrittsbericht vom 29. Juni 2020 über einen 

Aufenthalt vom 28. Mai bis zum 23. Juni 2020 als Diagnose eine rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig mittelgradige Episode (F33.1), einen Rheumatismus, nicht näher bezeichnet, und eine 

anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.49) angegeben (IV-act. 149). Dem Austrittsbericht der 

Klinik F.___ vom 5. August 2020 über den Klinikaufenthalt vom 23. Juni bis 29. Juli 2020 waren u.a. die 

Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, einer 

chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41), einer 

rheumatischen Erkrankung (DD: M. Behcet, mit Psoriasis, Spondylarthritis, Polyarthritis, sekundärem 

Fibromyalgiesyndrom) und eines urogenitalen Schmerzsyndroms zu entnehmen (IV-act. 151). 

B.d Dr. med. G.___, FMH Rheumatologie, berichtete der IV-Stelle am 24. August 2020 (IV-act. 155), 

dass die Versicherte bis auf Weiteres voll arbeitsunfähig sei. In einem Untersuchungsbericht vom 6. 

Juli 2020 hatte er als Diagnosen u.a. eine axiale und periphere Spondyloarthritis bei Psoriasis und ein 

sekundäres Fibromyalgiesyndrom bei entzündlich rheumatologischer Grunderkrankung angegeben (IV-

act. 155-33 f.). Dr. med. H.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und I.___, MSc Psychologin FSP 

OSPP, berichteten der IV-Stelle am 3. September 2020 (IV-act. 169), dass die Versicherte an einer 

rezidivierenden Depression, aktuell mittelgradig (F33.1), und an einer chronischen Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren (F45.41) leide. Die bisherige (gekündigte) Stelle bei D.___ sei 

der Versicherten zurzeit nicht zumutbar. 

B.e Dr. G.___ berichtete der IV-Stelle am 27. Dezember 2020 über einen stationären 

Gesundheitszustand (IV-act. 189). Die bisherige Tätigkeit sei der Versicherten nicht mehr zumutbar. 

Für sehr leichte, wechselbelastende Tätigkeiten bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 20 %. Zurzeit liege 

eine sehr instabile Krankheitssituation vor. Bei einem stabilen Krankheitsverlauf sei eine 

Leistungsfähigkeit von maximal 50 % erreichbar. Dr. H.___ gab in seinem Verlaufsbericht vom 

19. Januar 2021 an (IV-act. 197), dass die Versicherte in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit aktuell noch 

nicht arbeitsfähig sei. In einer ideal adaptierten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von ca. 20 %. 

B.f Dr. G.___ berichtete am 4. April 2021 über eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes 

(IV-act. 209-5 ff.). Die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit betrage aus rein rheumatologischer 

Sicht aktuell und absehbar 20 %. Am 26. Februar 2021 hatte sich die Versicherte in der Frauenklinik 

des Spitals J.___ einer operativen Sanierung einer trikompartimentellen Beckenbodeninsuffizienz 

unterzogen (IV-act. 210). Dr. H.___ gab im Bericht vom 1. Juni 2021 an (IV-act. 234), dass die 

Diagnosen und die Arbeitsfähigkeit unverändert seien. Eine Arbeitsfähigkeit von 50 % im Verlauf eines 

Jahres sei realistisch. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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B.g Vom 30. August 2021 bis zum 21. September 2021 war die Versicherte für eine interdisziplinäre 

multimodale Schmerztherapie im Kantonsspital St. Gallen hospitalisiert (IV-act. 252). Die behandelnden 

Ärzte gaben im Austrittsbericht vom 4. Oktober 2021 als Diagnosen unter anderem ein 

Fibromyalgiesyndrom und rezidivierende depressive Episoden, gegenwärtig mittelgradige Episode, an. 

Sie hielten fest, dass zwar eine Stabilisierung bei dem weit fortgeschrittenen und chronifizierten 

Schmerzgeschehen habe erreicht werden können; es habe sich jedoch bis zum Schluss eine 

Fokussierung auf passive und konservative Massnahmen, apparative Untersuchungen und 

Medikamente gezeigt und es sei nicht gelungen, eine tragende Selbstwirksamkeit herzustellen. 

B.h Am 1. Dezember 2021 wies die IV-Stelle das Gesuch um berufliche Massnahmen mit der 

Begründung ab, dass aufgrund des Gesundheitszustandes der Versicherten zurzeit keine 

Eingliederungsmassnahmen möglich seien (IV-act. 255). 

B.i Dr. H.___ gab im Bericht vom 7. Februar 2022 (IV-act. 274) als neue Diagnose einen Verdacht 

auf Traumatisierungen in der Beziehung, Beziehungskonflikte, an. Aktuell bestehe noch keine 

Arbeitsfähigkeit. RAD-Ärztin Dr. K.___ notierte am 19. April 2022 (IV-act. 284), dass zur Klärung des 

medizinischen Sachverhalts sowie zur Arbeitsfähigkeitsbeurteilung eine polydisziplinäre Begutachtung 

(Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie, Psychiatrie) erforderlich sei. 

B.j Im September 2022 wurde die Versicherte polydisziplinär durch die MEDAS Neurologie 

Toggenburg AG begutachtet (Gutachten vom 10. Oktober 2022, IV-act. 307). Als Diagnosen mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gaben die Gutachter ein konstitutionelles 

Hypermobilitätssyndrom, eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 

(F45.41) und eine rezidivierende depressive Erkrankung, ggw. leichte Episode (F33.0), an. Keine 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hätten symptomatische Knick-Senkfüsse und eine Panikstörung, 

unvollständig remittiert (F41.0). In interdisziplinärer Hinsicht schätzten die Gutachter die Arbeitsfähigkeit 

für die bisherige Tätigkeit auf 65 % (7 Stunden pro Tag zuzüglich einer 20 %igen Einschränkung der 

Leistung wegen eines zusätzlichen Pausenbedarfs durch die Schmerzstörung). Die Gutachter kamen 

zum Schluss, dass gesamthaft keine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes seit 2015 

attestiert werden könne. Die bisherige Tätigkeit sei ideal angepasst. Dr. med. L.___ hielt im allgemein-

internistischen Teilgutachten fest (IV-act. 307-11 ff.), die Versicherte habe am Anfang des Gesprächs 

gesagt, dass sie etwas Mühe gehabt habe, die aus Mitteldeutschland stammende Psychiaterin zu 

verstehen. Er gab keine fachspezifischen Diagnosen an und attestierte der Versicherten aus allgemein-

internistischer Sicht für die bisherige Tätigkeit eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Der 

rheumatologische Gutachter Dr. med. M.___ führte in seinem Teilgutachten (IV-act. 307-30 ff.) aus, im 

Rahmen der aktuellen gutachterlich-rheumatologischen Untersuchung habe eine residuelle, peripher 

vor allem die Knie- und Ellbogengelenke, weniger auch die Fingergelenke betreffende Hypermobilität 

nachvollzogen werden können. In der bisherigen und der aktuellen Bildgebung hätten leichte, die von 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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der Versicherten geklagte Symptomatik nur zu einem geringen Teil erklärende degenerative 

Veränderungen an der HWS und vor allem an der unteren LWS objektiviert werden können; eindeutige 

entzündliche oder postentzündliche strukturelle Veränderungen seien nicht zur Darstellung gekommen. 

Die objektivierbaren rheumatologischen Befunde vermöchten die von der Versicherten geklagte 

muskuloskelettale Symptomatik im Rahmen eines Hypermobilitätssyndroms zu einem grossen Teil zu 

erklären. Die von der Versicherten beschriebenen, dadurch hervorgerufenen hochgradigen 

funktionellen Einschränkungen seien jedoch aus rheumatologischer Sicht nur teilweise nachvollziehbar. 

In der Literatur werde ein Zusammenhang zwischen Hypermobilität und fibromyalgieformem 

Schmerzsyndrom wiederholt erwähnt, was sich auch mit der Erfahrung des Referenten decke. Laut 

Expertenmeinung entstehe das generalisierte Schmerzsyndrom u.a. durch eine zentrale Sensitisierung 

und Schmerzamplifikation durch die permanente peripher-nozizeptive Reizüberflutung infolge 

biomechanischer Fehl- und Überlastung der hypermobilen muskuloskelettalen Strukturen. Angesichts 

der ausgeprägten vegetativen Symptome könnte zudem eine Mastzellenaktivierung vorliegen. Wegen 

der objektivierbaren muskuloskelettalen Befunde und Gesundheitsstörungen seien bei der Versicherten 

die quantitative und qualitative, statische und dynamische Belastbarkeit vermindert. Bei der zuletzt 

ausgeübten Tätigkeit als Verkäuferin/Lagerbewirtschafterin habe es sich um eine leichte bis selten 

mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit gehandelt, bei welcher keine repetitiven oder gehaltenen, 

rückenergonomisch ungünstigen Zwangshaltungen und Gelenksbelastungen in Endstellung abverlangt 

worden seien. Dieses Belastungsprofil entspreche aus rheumatologischer Sicht einer adaptierten 

Tätigkeit. Aktuell sei der Versicherten in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit medizinisch-theoretisch eine 

Anwesenheit von 8.5 Stunden pro Tag zumutbar. Während der Anwesenheit bestehe wegen eines 

erhöhten Bedarfs an Kurzpausen und selbstbestimmten Belastungswechseln eine Einschränkung der 

Leistungsfähigkeit von 20 %. Die psychiatrische Gutachterin Dr. med. N.___ erklärte (IV-act. 307-60 

ff.), die Exploration sei auf Deutsch erfolgt. Es seien keine sprachlichen Verständigungsprobleme 

erkennbar gewesen. Sie gehe bei zwei Hauptkriterien (niedergedrückte Stimmung und erhöhte 

Erschöpfbarkeit) und zwei Nebenkriterien (Schlafstörungen in Form von Hypersomnie, Appetitstörung) 

im Begutachtungszeitpunkt von einer leichten depressiven Störung aus, die aber durch die im Fokus 

stehende Erschöpfung noch einen Einfluss auf die berufliche Leistungsfähigkeit habe. In der 

Vergangenheit hätten laut Aktenlage und laut den Angaben der Versicherten auch mittelschwere 

depressive Episoden vorgelegen. Das Ausmass der Beschwerden und die Funktionseinschränkungen 

seien durch die diagnostizierten somatischen Erkrankungen nicht erklärbar. Aufrechterhaltende 

psychische Faktoren für die Diagnose der chronischen Schmerzstörung mit somatischen und 

psychischen Faktoren seien der Stress und die Belastungssituation im privaten Bereich (Angst vor dem 

Ehemann, körperliche und sexuelle Gewalt in der Vergangenheit), die angespannte finanzielle 

Situation, die zunehmende Passivität, die Schon- und Fehlhaltungen und die daraus resultierende 

körperliche Dekonditionierung. Ein weiteres Kriterium dieser Diagnose seien ausgeprägte emotionale 

Belastungen wie Verzweiflung oder Demoralisierung, die bei der Versicherten zwar auch vorlägen, aber 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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so ausgeprägt seien, dass sie die Diagnose einer depressiven Episode erfüllten. Zudem habe ein 

sekundärer Krankheitsgewinn festgestellt werden können. Der Schmerz habe zur Einnahme einer 

Krankenrolle geführt, die Versicherte müsse nicht mehr beruflich tätig sein, die Familie und der 

Ehemann seien unterstützend und der Ehemann fordere keine sexuellen Handlungen mehr ein. Die 

Versicherte könne in ihrer bisherigen Tätigkeit, welche ideal adaptiert sei, sieben Stunden pro Tag 

anwesend sein. Während dieser Anwesenheitszeit bestehe aufgrund eines zusätzlichen 

Pausenbedarfs durch die Schmerzstörung eine 20 %ige Einschränkung der Leistungsfähigkeit. Die 

Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit betrage aus psychiatrischer Sicht somit insgesamt 65 %. 

Diese Einschätzung gelte seit April 2014. Die psychiatrischen Diagnosen hätten sich nicht verändert. 

Der psychiatrische Zustand sei zeitweise verschlechtert gewesen, sodass auch eine stationäre 

psychiatrische und psychosomatische Behandlung notwendig gewesen sei. In diesen Phasen habe 

keine Arbeitsfähigkeit vorgelegen. Zeitweise habe auch eine mittelschwere depressive Symptomatik 

vorgelegen, sodass die jetzt attestierte Arbeitsfähigkeit immer wieder von einer niedrigeren 

Arbeitsfähigkeit in Krankheitsphasen geprägt gewesen sei. Dies sei auch in Zukunft zu erwarten. Die 

Tatsache, dass keine Pharmakotherapie der depressiven Erkrankung mehr bestehe, spreche für einen 

stationären bzw. sogar leicht gebesserten Zustand im Bereich der affektiven Erkrankung. Im Bereich 

der Schmerzstörung scheine es zu einer Zunahme der Beschwerden gekommen zu sein, hier müsse 

aber der sekundäre Krankheitsgewinn berücksichtigt werden, der zur Zunahme der auf diesem Gebiet 

beklagten Symptomatik geführt habe. 

B.k RAD-Ärztin Dr. med. O.___, Fachärztin für Neurologie FMH, notierte am 7. November 2022 (IV-

act. 309), es könne vollumfänglich auf das Gutachten abgestellt werden. 

B.l Mit Vorbescheid vom 7. November 2022 (IV-act. 312) kündigte die IV-Stelle der Versicherten bei 

einem IV-Grad von 35 % die Abweisung des Rentengesuchs an. Zur Begründung hielt sie fest, dass 

der Versicherten gemäss dem polydisziplinären Gutachten in der bisherigen Tätigkeit wie auch in einer 

dem Leiden angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 65 % zumutbar sei. Das Einkommen ohne 

gesundheitliche Einschränkung entsprach dem letzten regelmässigen Einkommen bei der D.___ AG 

(im Vollpensum, seit 1. Januar 2018, hochgerechnet ins Jahr 2022). Das Einkommen mit Invalidität war 

gestützt auf dasselbe Einkommen ermittelt worden. Ein Tabellenlohnabzug wurde nicht vorgenommen, 

weshalb der IV-Grad dem Arbeitsunfähigkeitsgrad entsprach (35 %). Dagegen liess die Versicherte am 

12. Dezember 2022 einwenden (IV-act. 316), dass sie mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht 

einverstanden sei. Die Ärzte gingen vom Vorliegen einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) 

aus, welche in der Vergangenheit zu wenig berücksichtigt worden sei. Dem Einwand lagen Auszüge 

von Stellungnahmen der behandelnden Psychologin, von Dr. G.___ und der Hausärztin bei. Am 

10. Januar 2023 ging bei der IV-Stelle ein Bericht über ein Vorgespräch in der Klinik P.___ ein (IV-act. 

320 f.). Der Chefarzt und der Oberpsychologe hatten als psychiatrische Diagnosen eine komplexe 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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PTBS, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische 

Symptome, und eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 

angegeben. Sie hatten eine stationäre Traumatherapie als indiziert erachtet, eine solche wegen des 

fortwährenden Täterkontakts zum aktuellen Zeitpunkt jedoch ausgeschlossen. Sie empfahlen dringend 

eine stationäre Depressionsbehandlung. 

B.m Vom 27. April 2023 bis zum 11. Mai 2023 war die Versicherte zur Multimodalen 

Rheumatologischen Komplexbehandlung in der Klinik Q.___ hospitalisiert (Austrittsbericht vom 11. Mai 

2023, IV-act. 337-2 ff.). Sie wurde in einem verbesserten Allgemeinzustand in die stationäre 

Rehabilitation, welche bis am 25. Mai 2023 dauerte, entlassen. Dem entsprechenden Austrittsbericht 

vom 24. Mai 2023 (IV-act. 335) war zu entnehmen, dass die Versicherte beim Austritt eine Kräftigung 

der Muskulatur erlangt hatte. 

B.n Die Hausärztin berichtete der IV-Stelle am 20. Juni 2023, dass es zu keiner Änderung des 

Gesundheitszustandes gekommen sei (IV-act. 346-1 ff.). Aktuell sehe sie keine zumutbare Tätigkeit. 

Dr. med. R.___ vom Zentrum Z.___ hatte in einem Bericht vom 24. April 2023 an den behandelnden 

Rheumatologen angegeben, dass sie wenig Verbesserungspotential mit ihren schmerzinterventionellen 

Methoden für die tiefzervikalen- wie auch für die Schulter-/Armschmerzen sähen. Der 

Behandlungseffekt der Facettengelenksinfiltrationen und der myofaszialen Behandlungen sei jeweils 

von kurzer Dauer gewesen. 

B.o Dr. med. S.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, berichtete der IV-Stelle am 

18. Juli 2023 (IV-act. 347), dass sich die Versicherte seit dem 8. Februar 2023 in seiner Behandlung 

befinde. Aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte bis auf Weiteres für jegliche Tätigkeiten zu 100 

% arbeitsunfähig. Dr. S.___ gab als psychiatrische Diagnosen eine komplexe PTBS (F43.1), eine 

depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere depressive Episode (F33.1, F33.2), und 

eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren an. 

B.p RAD-Ärztin Dr. O.___ notierte am 20. September 2023 (IV-act. 348), dass in den neu 

eingereichten Berichten keine Einschränkungen und Befunde beschrieben worden seien, die den 

Gutachtern nicht bekannt gewesen wären. Es handle sich somit um eine andere Einschätzung eines 

ähnlichen Sachverhalts. Auf die gutachterliche Einschätzung könne weiterhin abgestellt werden. Am 

20. September 2023 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie an ihrem bisherigen Entscheid 

festhalte (IV-act. 349). Dagegen liess die Versicherte geltend machen (IV-act. 355), dass sie am ganzen 

Körper Dauerschmerzen sowie Schlafstörungen habe. Die Ärzte wollten ihr jetzt die Nerven veröden 

und sie seien in einer Testphase mit anderen Medikamenten. Sie wisse nicht, was für eine Arbeit sie in 

ihrer jetzigen Situation ausüben könnte. RAD-Ärztin Dr. O.___ notierte am 18. Oktober 2023 (IV-act. 

356), dass keine neuen Berichte vorlägen. An der bisherigen Einschätzung könne festgehalten werden. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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B.q Mit Verfügung vom 23. Oktober 2023 (IV-act. 357) wies die IV-Stelle das Rentengesuch der 

Versicherten wie angekündigt ab. Zum Einwand hielt sie fest, dass keine neuen Einschränkungen und 

Befunde beschrieben worden seien, welche zum Zeitpunkt des Vorbescheids nicht bekannt gewesen 

wären. 

C.  

C.a Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 23. 

November 2023 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der 

Verfügung und die Zusprache einer IV-Rente gestützt auf einen IV-Grad von mindestens 70 % ab wann 

rechtens. Das Gutachten der Neurologie Toggenburg AG sei vollständig aus dem Recht zu weisen. 

Sollte das Gericht der Beschwerdeführerin nicht direkt eine ganze Rente zusprechen, sei die Sache an 

die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zur neuen Begutachtung zurückzuweisen. 

Eventualiter habe das Gericht selbst ein medizinisches Gutachten in Auftrag zu geben. In 

verfahrensrechtlicher Hinsicht verlangte der Rechtsvertreter die Durchführung einer öffentlichen 

Gerichtsverhandlung, an welcher die Beschwerdeführerin vom Gericht persönlich zu befragen sei und 

an welcher die Tonaufnahme über die psychiatrische Begutachtung abzuhören sei. Zur Begründung 

machte der Rechtsvertreter geltend, der massgebende medizinische Sachverhalt sei nicht 

rechtsgenüglich abgeklärt worden. Wie ein Blick auf die von Dr. S.___ im Bericht vom 18. Juli 2023 

angegebenen psychiatrischen Diagnosen zeige, habe sich der gesundheitliche Zustand der 

Beschwerdeführerin nach der Erstellung des Gutachtens im Oktober 2022 massiv verschlechtert. 

Darüber hinaus hätten sich auch die somatischen Beschwerden verschlechtert. Des Weiteren sei das 

Gutachten weder schlüssig noch nachvollziehbar. Hinzu komme, dass die psychiatrische Gutachterin 

und der allgemein-internistische Gutachter die Anforderungen an einen medizinischen 

Sachverständigen gemäss Art. 7m Abs. 2 ATSV nicht erfüllt hätten, da sie im Zeitpunkt der 

Gutachtenserstellung über keine Zertifizierung gemäss Swiss Insurance Medicine (SIM) verfügt hätten. 

Die psychiatrische Gutachterin sei deutscher Muttersprache und habe die Beschwerdeführerin 

verpflichtet, anlässlich der Exploration und des klinischen Interviews auf Hochdeutsch zu antworten. 

Zudem habe die Gutachterin die Beschwerdeführerin angehalten, schnell zu antworten. Dies habe die 

psychiatrische Begutachtung für die Beschwerdeführerin enorm erschwert, denn sie habe sich nicht so 

ausdrücken können, wie es ihr leichtfalle, da Hochdeutsch nicht ihre Muttersprache sei. Die 

Beschwerdeführerin sei anlässlich der öffentlichen Gerichtsverhandlung hierzu persönlich zu befragen. 

Die psychiatrische Exploration habe lediglich von 8:08 Uhr bis 9:33 Uhr gedauert. Eine derart kurze 

Explorationszeit sei bei einem komplexen medizinischen Sachverhalt absolut ungenügend. Dies zeige 

sich auch darin, dass die Gutachterin bei der Beschwerdeführerin keine Konzentrationsstörungen 

festgestellt haben wolle. Aufgrund der komplexen Krankengeschichte wäre die Einholung einer 

Fremdanamnese angezeigt gewesen. Des Weiteren habe die psychiatrische Gutachterin nicht 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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schlüssig und nachvollziehbar begründet, weshalb sie gegenwärtig nur noch eine leichte Episode einer 

rezidivierenden depressiven Erkrankung diagnostiziert habe und weshalb die diagnostizierte 

Panikstörung keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit haben sollte. Schliesslich habe Dr. S.___ eine 

vollständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten sowie die Diagnose einer komplexen PTBS 

bestätigt. Der Beschwerde lag ein Untersuchungsbericht von Dr. G.___ vom 1. September 2023 bei 

(act. G 1.6). 

C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 9. Februar 2024 die Abweisung der Beschwerde (act. G 

5). Zur Begründung hielt sie fest, die angefochtene Verfügung stütze sich in medizinischer Hinsicht 

massgeblich auf das polydisziplinäre Gutachten vom 10. Oktober 2022. Zur Voraussetzung eines 

Zertifikates der SIM gemäss Art. 7m Abs. 2 ATSV habe der Bundesrat eine Übergangsbestimmung 

erlassen: Sofern ein Zertifikat der SIM erforderlich sei, müsse dieses innerhalb von fünf Jahren nach 

dem Inkrafttreten der Änderung vom 3. November 2021 erworben werden. Während dieser 

Übergangszeit setze eine Gutachtenstätigkeit nicht den Abschluss einer spezifischen 

versicherungsmedizinischen Ausbildung voraus. Des Weiteren enthalte das psychiatrische 

Teilgutachten keine Hinweise für Verständigungsprobleme. Da die Beschwerdeführerin seit dem 8. 

Altersjahr in der Schweiz lebe und hier die obligatorische Schulzeit abgeschlossen habe, müsste sie in 

der Lage sein, sich ohne grössere Mühe auf Hochdeutsch auszudrücken. Allein aus einer − 

verhältnismässig − kurzen Dauer der psychiatrischen Exploration (hier: 85 Minuten) sei nicht von 

vornherein auf eine Sorgfaltswidrigkeit des Gutachters zu schliessen. Massgebend sei in erster Linie, 

ob die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig sei. Ob die Gutachterperson auf 

Fremdauskünfte zurückgreifen wolle, obliege allein deren fachärztlichem Ermessen. Inwiefern neben 

den Berichten des Behandlers Dr. H.___ zusätzliche Auskünfte für die psychiatrische Beurteilung nötig 

gewesen sein sollten, sei nicht erkennbar. Retrospektiv habe die Gutachterin die von Dr. H.___ gestellte 

Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, als 

nachvollziehbar erachtet. Im Übrigen seien die Beurteilungen von Dr. H.___ ohne jede erkennbare 

objektive Konsistenz- und Ressourcenprüfung erfolgt und es fehle ihnen auch an einer kritischen 

Würdigung der Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin und an der Berücksichtigung der 

massgebenden Indikatoren. Schliesslich sei die RAD-Ärztin zum Schluss gekommen, dass den 

Berichten der Klinik P.___ vom 3. Januar 2023 und von Dr. S.___ vom 18. Juli 2023 keine neuen 

Erkenntnisse entnommen werden könnten. Die angefochtene Verfügung sei im Ergebnis rechtmässig. 

C.c In seiner Replik vom 10. Juni 2024 (act. G 9) machte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

ergänzend geltend, die psychiatrische Gutachterin habe nicht erfragt, weshalb die Beschwerdeführerin 

mit den Kindern ins Frauenhaus habe ziehen müssen und sie habe sie auch zu den Kriterien der 

Konzentrationsstörungen, Schuldgefühle und Selbstwertgefühle nicht ausdrücklich befragt. Die 

Befragung der Beschwerdeführerin sei somit nicht lege artis erfolgt. Die Diagnose einer PTBS wecke 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2023/217 
 

 

10/21 

erhebliche Zweifel an der Beweistauglichkeit des psychiatrischen Gutachtens. Der Replik lagen neue 

medizinische Berichte bei. 

C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 11). 

C.e Am 24. September 2024 forderte das Gericht bei der Beschwerdegegnerin die Tonaufnahmen 

der Untersuchungsgespräche, welche im Rahmen der polydisziplinären Begutachtung durch die 

Neurologie Toggenburg AG angefertigt worden waren, an (act. G 14). Am 1. Oktober 2024 erhielt das 

Gericht Zugang zu den Tonaufnahmen (act. G 17). 

C.f In seiner Eingabe vom 30. September 2024 (eingegangen am 1. Oktober 2024, act. G 16) erklärte 

der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, dass diese an der Durchführung einer 

Gerichtsverhandlung festhalte, jedoch um die Durchführung einer nicht öffentlichen Verhandlung 

lediglich in Anwesenheit der Parteien ersuche. Zudem warf er die Frage auf, weshalb die 

Beschwerdegegnerin die Tonaufnahmen der Begutachtung dem Gericht nicht zeitgleich mit den 

(physischen) IV-Akten zugestellt habe. Das Gericht antwortete dem Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin am 1. Oktober 2024 (act. G 18), dass die Tonaufnahmen vom Gericht aus 

technischen Gründen nicht gleichzeitig mit den Papierakten angefordert würden. Da die Übermittlung 

der Tonaufnahmen über eine Webapplikation erfolge, bat das Gericht den Rechtsvertreter, die 

Tonaufnahmen bei Bedarf selbst bei der Beschwerdegegnerin anzufordern. 

C.g Am 23. Oktober 2024 lud das Gericht die Parteien zur mündlichen Verhandlung am 17. Dezember 

2024 ein und stellte die voraussichtliche Zusammensetzung des Gerichts vor (act. G 19 f.). 

D.  

D.a Bei der mündlichen Verhandlung vom 17. Dezember 2024 waren die Beschwerdeführerin mit 

ihrem Rechtsvertreter und ihrem Sohn sowie der zuständige Mitarbeiter des Rechtsdienstes der 

Beschwerdegegnerin anwesend. Die Verhandlung begann um 14.00 Uhr. Auf Antrag des 

Rechtsvertreters wurde zunächst die Tonaufnahme über die psychiatrische Begutachtung vom 12. 

September 2022 abgespielt. Der Tonaufnahme war zu entnehmen, dass die Gutachterin Hochdeutsch 

gesprochen und auch die Beschwerdeführerin dazu aufgefordert hatte, Hochdeutsch zu sprechen. Die 

Beschwerdeführerin hatte ein gutes Hochdeutsch gesprochen, wobei sie allerdings wiederholt ins 

Schweizerdeutsch "gefallen" war. Die Gutachterin hatte eher schnell gesprochen. Die 

Beschwerdeführerin hatte die Fragen der Gutachterin aber verstanden und adäquat beantwortet. Die 

Gutachterin war um eine freundliche Atmosphäre bemüht gewesen. Der Stimme der 

Beschwerdeführerin war anzuhören, dass sie bei der Begutachtung angespannt gewesen war. Auf die 

Frage des Vorsitzenden nach den geltend gemachten Verständigungsproblemen bei der 

psychiatrischen Begutachtung erklärte die Beschwerdeführerin, es gehe nicht darum, dass sie die 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2023/217 
 

 

11/21 

Fragen der Gutachterin nicht verstanden hätte. Vielmehr sei sie so auf das Hochdeutsch Sprechen 

konzentriert gewesen, dass sie im Nachhinein gar nicht mehr gewusst habe, was sie überhaupt gesagt 

habe. Auf den Hinweis des Vorsitzenden, dass sie ein gutes Hochdeutsch gesprochen habe, erwiderte 

die Beschwerdeführerin, dass sie sich Mühe gegeben habe. Das Hochdeutsch Sprechen habe von ihr 

sehr viel Konzentration gefordert und es sei ihr schwer gefallen, nicht ins Schweizerdeutsch zu "fallen". 

Auf die Frage einer beisitzenden Richterin, ob der Beschwerdeführerin im Nachhinein etwas eingefallen 

sei, was bei der Begutachtung nicht zur Sprache gekommen sei, fiel der Beschwerdeführerin nichts ein. 

Sie erklärte, dass sie nach der Begutachtung einfach "durch" gewesen sei. 

D.b Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin machte in seinem Plädoyer ergänzend zur 

Beschwerdeschrift und zur Replik sinngemäss geltend, die psychiatrische Anamnese sei zu kurz 

gewesen. Die Gutachterin hätte aufgrund der gravierenden psychischen Situation mehrere Sitzungen 

durchführen müssen. Des Weiteren sei es unhaltbar, dass die Gutachterin keine Fremdanamnese 

eingeholt habe. Die Tonaufnahme zeige, dass die Einordnung der Diagnose einer Panikstörung unter 

die Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nicht richtig sei. Die Gutachterin habe die 

Beschwerdeführerin hierzu nur etwa zwei Minuten lang befragt. Indem sie die Beschwerdeführerin 

lediglich gefragt habe, ob sie Panikattacken habe, habe sie die Befragung quasi der 

Beschwerdeführerin überbürdet. Es wäre die Aufgabe der Gutachterin gewesen, die entsprechenden 

Sachverhaltselemente aus der Krankengeschichte zusammenzutragen. Der Tonaufnahme sei auch zu 

entnehmen, dass die Gutachterin sehr schnelle Fragen gestellt habe; in wenigen Sätzen seien viele 

Informationen gewesen. Die Beschwerdeführerin habe Mühe gehabt, die Fragen in kurzer Zeit adäquat 

zu beantworten. Aus den Tonaufnahmen sei auch herauszuhören, wie gestresst die 

Beschwerdeführerin bei der Begutachtung gewesen sei. Das Hochdeutsch habe es ihr verunmöglicht, 

die Fragen in einer entspannten, ruhigen Atmosphäre zu beantworten. Den Tonaufnahmen sei auch zu 

entnehmen, dass die Gutachterin von der Beschwerdeführerin verlangt habe, ihre Arbeitsunfähigkeiten 

ab dem Jahr 2014 selbst aufzuzeigen. Dies sei jedoch nicht die Aufgabe der Beschwerdeführerin. Die 

Tonaufnahmen hätten auch die Brutalität, mit welcher die Beschwerdeführerin in ihrer Ehe behandelt 

worden sei, aufgezeigt. Schliesslich stünden die Diagnosen der Gutachterin in Widerspruch zu 

denjenigen der behandelnden Ärzte. Die Tatsache, dass die Gutachterin der Beschwerdeführerin nur 

eine leichte Episode einer depressiven Störung attestiert habe, zeige, dass sie die Situation der 

Beschwerdeführerin nicht ernst genommen habe. Betreffend die von der beisitzenden Richterin 

gestellten Frage hielt der Rechtsvertreter fest, dass es eben gerade nicht die Aufgabe der 

Beschwerdeführerin sei, zu sagen, was noch nicht erwähnt worden sei. Es dürfe keine offenen Fragen 

geben. Die Gutachterin müsse gestützt auf die Akten sagen, welche Fragen beantwortet werden 

müssten. Die Fragestellungen der Gutachterin könnten daher auch so interpretiert werden, dass sie die 

Akten nicht gelesen habe. Zusammenfassend sei die Begutachtung nicht lege artis erfolgt und das 

Gutachten sei aus dem Recht zu weisen. Auf die Frage des Vorsitzenden, welches die Muttersprache 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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12/21 

der Beschwerdeführerin sei, antwortete diese, dass sie in der Schweiz aufgewachsen sei und dass ihre 

Muttersprache deshalb das Schweizerdeutsch sei. 

D.c Der Rechtsdienstmitarbeiter der Beschwerdegegnerin erwiderte auf das Plädoyer des 

Rechtsvertreters sinngemäss, dass das (psychiatrische Teil-)Gutachten entgegen der Meinung des 

Rechtsvertreters lege artis erstellt worden sei. Die Tonaufnahme habe dies deutlich gezeigt. Der 

Beschwerdeführerin sei ausreichend Zeit gegeben worden, die gestellten Fragen zu beantworten. Zwar 

sei es für Personen, deren Muttersprache Schweizerdeutsch sei, tatsächlich ungewohnt, Hochdeutsch 

zu sprechen. Die Gutachterin habe der Beschwerdeführerin für die Antworten jedoch genügend Zeit 

eingeräumt und auch nachgefragt. Die Gutachterin habe die Vorakten gut studiert, sie habe 

beispielsweise die Klinikaufenthalte erwähnt. Das jetzige Gutachten komme zu einem ähnlichen 

Schluss wie das erste Gutachten. Im Übrigen habe die Gutachterin der Beschwerdeführerin eine 

Einschränkung diagnostiziert und eine Arbeitsunfähigkeit von 35 % attestiert. Sie habe auch gesehen, 

dass es der Beschwerdeführerin zwischendurch schlechter gegangen sei und dass es stationäre 

Aufenthalte gegeben habe. Die Gutachterin habe auch zu den Berichten der Behandler Stellung 

genommen. Die Beschwerdeführerin habe selbst gesagt, dass sich die Depression verbessert habe. 

Die Gutachterin habe die Diagnose hergeleitet und sie sei nachvollziehbar. Beim Abhören der 

Tonaufnahmen sei auch eine Empathie der Gutachterin gegenüber der Beschwerdeführerin spürbar 

gewesen. Die Gutachterin habe die Anamnese sorgfältig erhoben und auch die Situation mit dem 

Ehemann und die Aufenthalte im Frauenhaus seien thematisiert worden. Es bleibe darauf hinzuweisen, 

dass es weniger um einzelne Diagnosen und mehr um die Funktionseinschränkungen gehe. Die 

Gutachterin habe auch die vom Bundesgericht verlangte Indikatorenprüfung vornehmen müssen. Sie 

habe eine andere Perspektive als die behandelnden Ärzte. Das Abhören der Tonaufnahmen habe ihn 

(den Rechtsdienstmitarbeiter) noch einmal davon überzeugt, dass seine Ausführungen in der 

Beschwerdeantwort richtig gewesen seien. 

D.d Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hielt den Ausführungen des 

Rechtsdienstmitarbeiters entgegen, es sei nicht belegt, dass die Gutachterin die Akten vor der 

Untersuchung tatsächlich gelesen habe. Die Tonaufnahmen zeigten jedoch eindeutig, dass die 

Befragung äusserst knapp gewesen sei und dass die Gutachterin teils falsche Diagnosen gestellt habe. 

Es sei die Aufgabe der Gutachterin, die Diagnosen herzuleiten; das Gericht setze sich nicht aus 

Psychiatern zusammen. Die Gutachterin habe sich auch nicht mit allen vor der Begutachtung 

durchgeführten Behandlungen auseinandergesetzt. Insgesamt sei das Gutachten nicht schlüssig und 

nachvollziehbar. 

D.e Der Rechtsdienstmitarbeiter der Beschwerdegegnerin führte hierzu aus, dass das geltende Recht 

und die Beweiswürdigungsrichtlinien des Bundesgerichts beachtet werden müssten. Damit ein 

Gutachten als beweisuntauglich aus dem Recht zu weisen sei, brauche es einiges, das gegen das 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Gutachten spreche. In handwerklicher Hinsicht könne das Gutachten nicht bemängelt werden. Die 

Gutachterin habe ihre Aufgabe erfüllt. Das Gutachten sei nachvollziehbar und schlüssig. 

D.f Der Rechtsvertreter erklärte auf die Frage des Vorsitzenden hin, dass er noch eine Honorarnote 

einreichen werde. Der Vorsitzende kündigte an, dass mit dem begründeten Urteil in der zweiten Hälfte 

des Januars 2025 zu rechnen sei. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verzichtete auf eine 

Vorabzustellung des Urteilsdispositivs. Der Vorsitzende schloss die mündliche Verhandlung um 16.11 

Uhr. 

D.g Am 18. Dezember 2024 (act. G 22) reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin einen 

aktuellen Bericht von Dr. G.___ ein (act. G 22.1). Gleichzeitig reichte er eine Honorarnote über den 

Betrag von Fr. 6'278.20 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) ein (act. G 22.2). Dr. G.___ hatte im 

Bericht vom 21. November 2024 festgehalten, dass eine nochmalige schlafmedizinische Beurteilung 

den Verdacht auf ein Mastzellaktivierungssyndrom ergeben habe. Er werde nun eine 

gastroenterologische Abklärung in die Wege leiten. Aktuell bestehe auch im muskuloskelettalen Bereich 

eine verstärkte Beschwerdesymptomatik, da die Beschwerdeführerin die antientzündliche 

rheumatologische Co-Medikation mit Methotrexat und das Pregabalin etc. habe pausieren müssen. 

Auch die psychotrope Medikation sei wegen einer ausgeprägten Nausea in der Zwischenzeit nicht mehr 

im Einsatz. Zur Optimierung der Schmerztherapie habe er die Beschwerdeführerin im Schmerzzentrum 

T.___ angemeldet. 

D.h Die Beschwerdegegnerin erklärte hierzu am 7. Januar 2025 (act. G 24), die Beschwerdeführerin 

habe nicht dargelegt und es sei auch nicht ersichtlich, inwiefern der neu eingereichte Bericht 

Rückschlüsse auf die im Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegebene Situation 

erlauben würde. Hinsichtlich der Honorarnote stelle sich die Frage, ob der vom Rechtsvertreter 

angegebene Aufwand für die von ihm verlangte mündliche Verhandlung, bei welcher die Tonaufnahme 

der psychiatrischen Begutachtung abgehört worden sei, als notwendiger Aufwand anzusehen sei. Diese 

Frage könne sie vor Erhalt des schriftlich begründeten Entscheides in der Beschwerdesache nicht 

zuverlässig beantworten. 

Erwägungen 

1.  

Am Tag nach der Durchführung der mündlichen Verhandlung vom 17. Dezember 2024 hat der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin − neben seiner Honorarnote − einen neuen Bericht von Dr. 

G.___ vom 21. November 2024 eingereicht. Das Gericht hat den nachfolgenden Entscheid daher trotz 

Durchführung einer mündlichen Verhandlung im Zirkulationsverfahren fällen müssen, um so den neuen 

Arztbericht und die Honorarnote noch würdigen zu können. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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14/21 

2.  

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Gesetzesrevision "Weiterentwicklung der IV" (WEIV) in Kraft getreten. 

Die angefochtene Verfügung vom 23. Oktober 2023 ist nach Inkrafttreten der WEIV ergangen. Die 

Beschwerdeführerin hat sich im Juni 2020 zum Bezug von IV-Leistungen angemeldet. Unter 

Berücksichtigung der sechsmonatigen Wartefrist nach Art. 29 Abs. 1 IVG (keine Änderung durch die 

WEIV) könnte ein allfälliger Rentenanspruch frühestens am 1. Dezember 2020 entstehen. Erfolgt die 

Verfügung über die erstmalige Rentenzusprache nach dem 1. Januar 2022, begründet sie aber einen 

Rentenanspruch vor dem 1. Januar 2022, sind die Bestimmungen des IVG und diejenigen der IVV in 

der Fassung gültig bis 31. Dezember 2021 massgebend (vgl. Rz. 9101 des Kreisschreibens über 

Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung, KSIR, gültig ab 1. Januar 2022, Stand 1. Januar 

2022). Diese Übergangsregelung entspricht den allgemeinen intertemporalrechtlichen Grundsätzen, 

wonach grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der Erfüllung des rechtlich zu 

ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben (BGE 144 V 210 E. 4.3.1). 

Vorliegend sind somit die bis zum 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Bestimmungen anwendbar. 

2.2 Das erste Rentengesuch der Beschwerdeführerin ist mit der Verfügung vom 24. April 2015 

abgewiesen worden. Im Juni 2020 hat sie sich erneut zum Bezug einer Invalidenrente angemeldet. 

Gemäss Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) wird eine 

neue Anmeldung nur geprüft, wenn darin glaubhaft gemacht wird, dass sich der Grad der Invalidität in 

einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Die Anmeldung war vom Psychiatrischen 

Zentrum E.___ eingereicht worden (IV-act. 136). Auf Anfrage hin hatte dieses einen Austrittsbericht 

vom 29. Juni 2020 über eine stationäre Behandlung vom 28. Mai 2020 bis 23. Juni 2020 (IV-act. 149) 

eingereicht. Dem Austrittsbericht waren die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, 

gegenwärtig mittelgradige Episode, eines Rheumatismus, nicht näher bezeichnet, und einer 

anhaltenden somatoformen Schmerzstörung zu entnehmen. Nachdem im Rahmen der Erstanmeldung 

− neben einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und einer unvollständig remittierten 

Panikstörung (siehe IV-act. 107-1) − noch von einer (lediglich) unvollständig remittierten affektiven 

Störung ausgegangen worden war, ist mit der Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, 

gegenwärtig mittelgradige Episode, eine relevante Verschlechterung des psychischen 

Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin glaubhaft gemacht worden. Die Beschwerdegegnerin 

ist somit zu Recht auf die Neuanmeldung eingetreten. 

3.  

3.1 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, während eines Jahres 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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15/21 

ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und 

nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist 

der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 

ATSG). 

3.2 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad grundsätzlich durch einen 

Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 

nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 

erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). 

4.  

4.1 Um den IV-Grad ermitteln zu können, muss die Arbeitsfähigkeit bzw. die Arbeitsunfähigkeit der 

Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. 

4.2 Zunächst ist der Vorwurf des Rechtsvertreters, die psychiatrische Gutachterin und der allgemein-

internistische Gutachter hätten die Anforderungen an einen medizinischen Sachverständigen gemäss 

Art. 7m Abs. 2 der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV, SR 

830.11) nicht erfüllt, da sie im Zeitpunkt der Gutachtenserstellung keine Zertifizierung gemäss SIM 

gehabt hätten, zu beurteilen. Die Beschwerdegegnerin hat zu Recht ausgeführt, gemäss der 

Übergangsbestimmung zur Änderung vom 3. November 2021 müsse, sofern ein Zertifikat der SIM nach 

Art. 7m Abs. 2 ATSV erforderlich sei, dieses innerhalb von fünf Jahren nach dem Inkrafttreten der 

Änderung vom 3. November 2021 erworben werden. Die Bestimmung ist erst am 1. Januar 2022 in 

Kraft getreten. Die Gutachter haben also bei der Begutachtung der Beschwerdeführerin im September 

2022 noch nicht über ein Zertifikat der SIM verfügen müssen. 

4.3 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat weiter geltend gemacht, dass sich die 

Beschwerdeführerin anlässlich der psychiatrischen Begutachtung nicht so habe ausdrücken können, 

wie es ihr in Schweizerdeutsch leichtgefallen wäre, da sie Hochdeutsch habe sprechen müssen. 

Anlässlich der mündlichen Verhandlung hat der Rechtsvertreter vorgebracht, dass die Gutachterin sehr 

schnelle Fragen gestellt habe und die Beschwerdeführerin Mühe gehabt habe, die Fragen in der kurzen 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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16/21 

Zeit adäquat zu beantworten. Die Beschwerdeführerin sei sehr angespannt gewesen und habe die 

Fragen nicht in einer entspannten, ruhigen Atmosphäre beantworten können. Die Beschwerdeführerin 

hatte bereits bei der allgemein-internistischen Untersuchung erklärt, dass sie etwas Mühe gehabt habe, 

die aus Mitteldeutschland stammende Psychiaterin zu verstehen. Anlässlich der mündlichen 

Verhandlung hat sie ausgeführt, dass sie die Fragen der Gutachterin zwar verstanden habe, sich aber 

so sehr auf das Hochdeutsch Sprechen habe konzentrieren müssen, dass sie im Nachhinein nicht mehr 

gewusst habe, was sie bei der Begutachtung gesagt habe. Beim Abhören der Tonaufnahme der 

psychiatrischen Begutachtung bestätigt sich, dass die Beschwerdeführerin im Untersuchungsgespräch 

angespannt gewesen ist. Dies ist verständlich und eine natürliche Reaktion, da das Ergebnis der 

gutachterlichen Untersuchung einen grossen Einfluss auf den Ausgang des 

sozialversicherungsrechtlichen Verfahrens hat. Das ist auch den Gutachtern bekannt und in der 

gutachterlichen Beurteilung zu berücksichtigen. Zwar wäre es der Beschwerdeführerin sicherlich 

leichter gefallen, das Gespräch mit der psychiatrischen Gutachterin auf Schweizerdeutsch zu führen 

beziehungsweise es hat sie mehr Konzentration gekostet, das Gespräch auf Hochdeutsch zu führen. 

Der Tonaufnahme lässt sich indes nicht entnehmen, dass es zwischen der Gutachterin und der 

Beschwerdeführerin sprachliche Verständigungsschwierigkeiten gegeben hätte. Die 

Beschwerdeführerin hat ein flüssiges, gutes Hochdeutsch gesprochen und aus den von ihr gegebenen 

Antworten lässt sich schliessen, dass sie die von der Gutachterin gestellten Fragen verstanden hat. 

Auch sonst liegen keine Anhaltspunkte vor, die den Verdacht erwecken würden, dass sich das Führen 

des psychiatrischen Untersuchungsgesprächs auf Hochdeutsch negativ auf die Qualität des 

psychiatrischen Teilgutachtens ausgewirkt hätte. Der diesbezügliche Einwand der Beschwerdeführerin 

ist somit nicht stichhaltig. 

4.4 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat ausserdem moniert, dass die Dauer der 

psychiatrischen Exploration angesichts der gravierenden psychischen Situation der 

Beschwerdeführerin zu kurz gewesen sei. Dies zeige sich auch darin, dass die Gutachterin bei der 

Beschwerdeführerin keine Konzentrationsstörungen festgestellt habe. Das psychiatrische 

Untersuchungsgespräch hat eine Stunde und 25 Minuten gedauert. Aus einer verhältnismässig kurzen 

Explorationsdauer kann nicht von vorherein auf eine Sorgfaltswidrigkeit des Gutachters geschlossen 

werden. Für den Aussagegehalt eines medizinischen Berichts kommt es nicht in erster Linie auf die 

Dauer der Untersuchung an. Massgeblich ist vielmehr, ob der Bericht inhaltlich vollständig und im 

Ergebnis schlüssig ist (Urteil des Bundesgerichts vom 14. Mai 2019, 9C_190/2019 E. 3.1 mit 

Hinweisen). Die Explorationsdauer von einer Stunde und 25 Minuten ist, verglichen mit der 

Explorationsdauer in anderen Gutachten, nicht auffallend kurz gewesen. Anlässlich der mündlichen 

Verhandlung hat der Rechtsvertreter bemängelt, dass die Gutachterin die Beschwerdeführerin zur 

Diagnose einer Panikstörung nur etwa zwei Minuten lang befragt habe und dass die Einordnung dieser 

Diagnose unter die Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nicht korrekt gewesen sei. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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17/21 

Die Diagnose einer unvollständig remittierten Panikstörung taucht in den Vorakten erstmals im 

Gutachten aus dem Jahr 2014 auf. In einem Überweisungsschreiben vom 25. März 2015 an eine 

rheumatologische Fachärztin hatte der Hausarzt eine Panikstörung als Differenzialdiagnose (zu einer 

paroxysmalen Tachykardie) erwähnt (IV-act. 191-4). Ansonsten war nur noch im Austrittsbericht des 

Palliativzentrums des KSSG vom 4. Oktober 2021 von Panikattacken die Rede (IV-act. 252). Der 

vorbehandelnde Psychiater Dr. H.___ (wie im Übrigen auch der neue behandelnde Psychiater Dr. 

S.___) hat in seinen Berichten nie von einer Panikstörung gesprochen. Daher ist es nachvollziehbar, 

dass die Gutachterin dieses Thema im Untersuchungsgespräch nur kurz angesprochen und der 

Diagnose einer Panikstörung, unvollständig remittiert, keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

beigemessen hat. Demnach sind keine Hinweise dafür ersichtlich, dass die Dauer der psychiatrischen 

Exploration nicht ausreichend gewesen wäre, um eine inhaltlich vollständige und schlüssige Beurteilung 

abzugeben. Auch der Vorwurf, die Gutachterin habe keine Fremdanamnese eingeholt, lässt keine 

Zweifel an der psychiatrischen Beurteilung aufgekommen: Bei den Akten liegen diverse Berichte von 

psychiatrischen Fachärzten, bei welchen es sich auch um Fremdanamnesen handelt. Welche weitere 

Erkenntnis eine zusätzliche (mündliche) Befragung der behandelnden Ärzte hätte bringen können, 

erschliesst sich dem Gericht nicht. Die psychiatrische Gutachterin hat somit auch nicht ihre 

Sorgfaltspflicht verletzt, indem sie selbst keine Fremdanamnesen eingeholt hat. 

4.5 Somit bleibt zu prüfen, ob das psychiatrische Teilgutachten auch inhaltlich überzeugt. Die 

psychiatrische Gutachterin hat als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren und eine rezidivierende depressive 

Erkrankung, gegenwärtig leichte Episode, angegeben. Diese Einschätzung gelte seit April 2014, das 

heisst seit der Begutachtung durch die Medas Interlaken Unterseen GmbH. Die psychiatrischen 

Diagnosen hätten sich nicht verändert. Der psychiatrische Zustand sei zeitweise verschlechtert 

gewesen, sodass auch eine stationäre psychiatrische und psychosomatische Behandlung notwendig 

gewesen sei. In diesen Phasen habe keine Arbeitsfähigkeit vorgelegen. Zeitweise habe auch eine 

mittelgradige depressive Symptomatik vorgelegen, sodass die jetzt attestierte Arbeitsfähigkeit immer 

wieder von einer niedrigeren Arbeitsfähigkeit in Krankheitsphasen geprägt gewesen sei. Dies sei auch 

in der Zukunft so zu erwarten (IV-act. 307-93). Diese retrospektive Einschätzung der psychiatrischen 

Gutachterin des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin deckt sich 

nicht mit den Akten: Die Ärzte des Psychiatrischen Zentrums E.___ und der Klinik F.___ haben der 

Beschwerdeführerin im Juni 2020 bzw. August 2020 eine rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig mittelgradige Episode, diagnostiziert. Der behandelnde Psychiater Dr. H.___ hat die 

Depression ab September 2020 durchgehend, also nicht nur phasenweise, als mittelgradig ausgeprägt 

beschrieben und der Beschwerdeführerin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für die angestammte und 

eine Arbeitsfähigkeit von höchstens 20 % für adaptierte Tätigkeiten attestiert. Die psychiatrische 

Gutachterin hat sich mit diesem Widerspruch nicht auseinandergesetzt. Sie hat insbesondere keine 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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18/21 

Stellung dazu gekommen, weshalb auf die Einschätzung des behandelnden Psychiaters, wonach die 

Beschwerdeführerin in der Vergangenheit durchgehend an einer mittelgradigen depressiven Störung 

gelitten habe, nicht sollte abgestellt werden können. Auch hat sie sich nicht dazu geäussert, weshalb 

für die Phasen in der Vergangenheit, in denen die Beschwerdeführerin an einer mittelgradigen 

Depression gelitten haben soll, keine höhergradige Arbeitsunfähigkeit zu bescheinigen sei. Die 

psychiatrische Gutachterin hat ihre retrospektive Einschätzung der Arbeitsfähigkeit somit nicht 

überzeugend begründet. Allerdings kann auch nicht auf die Arbeitsfähigkeitsschätzungen der 

behandelnden Ärzte abgestellt werden. Denn es ist zu berücksichtigen, dass behandelnde Ärzte wegen 

ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung erfahrungsgemäss im Zweifel eher zugunsten ihrer 

Patienten auszusagen pflegen (vgl. etwa das Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 

5. April 2004, I 814/03 E. 2.4.2; vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5; vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

22. Februar 2021, 9C_683/2020 E. 5.1.2). Auch neigen sie erfahrungsgemäss dazu, die 

(pessimistischen) Beschwerdeschilderungen ihrer Patienten als objektiv ausgewiesen zu qualifizieren 

(siehe Entscheid des Versicherungsgerichts vom 19. November 2019, IV 2016/323 E. 3.4). Gerade in 

Fällen wie dem vorliegenden, in denen die Gutachterin einen sekundären Krankheitsgewinn festgestellt 

hat, kommt den Berichten der behandelnden Ärzte nur ein geringer Beweiswert zu. Zusammenfassend 

ist festzuhalten, dass für die Zeit vor der Begutachtung keine überzeugende Arbeitsfähigkeitsschätzung 

aus psychiatrischer Sicht vorliegt. Demnach sind in psychiatrischer Hinsicht weitere Abklärungen 

notwendig. 

4.6 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat vorgebracht, dass sich der Gesundheitszustand 

der Beschwerdeführerin seit der Begutachtung im Oktober 2022 massiv − insbesondere aus 

psychischer, aber auch aus somatischer Sicht − verschlechtert habe. Einem Bericht über ein 

Vorgespräch der Klinik P.___ vom 3. Januar 2023 sind als neue Diagnosen eine komplexe PTBS und 

eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome, 

zu entnehmen. Der neue behandelnde Psychiater Dr. S.___ hat die Diagnose einer komplexen PTBS 

in seinem Bericht vom 18. Juli 2023 übernommen und die depressive Episode als gegenwärtig 

mittelgradig bis schwer beurteilt. Er hat der Beschwerdeführerin für jegliche Tätigkeiten bis auf Weiteres 

eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die RAD-Psychiaterin hat in ihrer Stellungnahme vom 20. 

September 2023 zum Bericht der Klinik P.___ vom 3. Januar 2023 festgehalten, dass den Gutachtern 

die traumatisierenden Ereignisse (Eheprobleme, Frauenhausaufenthalt, Depressionen, 

Suizidversuche, Schmerzen, Parathymie, Behandlungen/Traumatherapie) in der Vorgeschichte, die die 

behandelnden Ärzte zur Diagnose einer komplexen PTBS veranlasst hätten, gutachterlich explizit 

erfragt und in die Beurteilung mit einbezogen hätten. Gemäss der gutachterlichen Einschätzung liege 

keine komplexe PTBS vor (IV-act. 248-2). Tatsächlich ist dem psychiatrischen Teilgutachten auf Seite 

16 bzw. den Tonaufnahmen der psychiatrischen Untersuchung zu entnehmen, dass die Gutachterin die 

Beschwerdeführerin zur geplanten Traumatherapie bzw. zu den erlebten traumatischen Erlebnissen 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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angesprochen hat. Die Beschwerdegegnerin hat in ihrer Beschwerdeantwort zu Recht darauf 

hingewiesen, dass die Herleitung und Begründung der Diagnose einer PTBS einem besonderen 

Augenmerk bedürfen (BGE 142 V 342 E. 5.2.2 mit Hinweisen). Gemäss dem Klassifikationssystem 

ICD-10 (F43.1) entsteht eine posttraumatische Belastungsstörung als eine verzögerte oder protrahierte 

Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit 

aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmass, die bei fast jedem eine tiefe 

Verzweiflung hervorrufen würde. […]. Typische Merkmale sind das wiederholte Erleben des Traumas 

in sich aufdrängenden Erinnerungen (Nachhallerinnerungen, Flashbacks), Träumen oder Albträumen, 

die vor dem Hintergrund eines andauernden Gefühls von Betäubtsein und emotionaler Stumpfheit 

auftreten. Ferner finden sich Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, Teilnahmslosigkeit der 

Umgebung gegenüber, Freudlosigkeit sowie Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, die 

Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten. Meist tritt ein Zustand von vegetativer Übererregtheit 

mit Vigilanzsteigerung, einer übermäßigen Schreckhaftigkeit und Schlafstörung auf. Angst und 

Depression sind häufig mit den genannten Symptomen und Merkmalen assoziiert und Suizidgedanken 

sind nicht selten. Der Beginn folgt dem Trauma mit einer Latenz, die wenige Wochen bis Monate dauern 

kann. Der Verlauf ist wechselhaft, in der Mehrzahl der Fälle kann jedoch eine Heilung erwartet werden. 

[…]. Angesichts dieser Definition überzeugt die Einschätzung der psychiatrischen Gutachterin und der 

RAD-Psychiaterin, dass im vorliegenden Fall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kein derart 

tiefgreifendes traumatisches Erlebnis vorliegt, welches die Diagnose einer PTBS rechtfertigen würde. 

Betreffend die geltend gemachte Verschlechterung der depressiven Symptomatik ist darauf 

hinzuweisen, dass gemäss der psychiatrischen Gutachterin auch in Zukunft Krankheitsphasen mit 

niedrigerer Arbeitsfähigkeit zu erwarten sind. Die RAD-Ärztin hat darauf hingewiesen, dass die 

Verschlechterung der depressiven Symptomatik aufgrund des IV-Vorbescheids durchaus 

nachvollziehbar sei. Eine relevante und anhaltende Verschlechterung könne den Berichten der 

behandelnden Ärzte jedoch nicht entnommen werden. Demnach steht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass sich die depressive Symptomatik zwischen dem 

Begutachtungszeitpunkt und dem Verfügungserlass nicht anhaltend verschlechtert hat. 

4.7 Schliesslich bleibt darauf hinzuweisen, dass der vom Rechtsvertreter erst nach der mündlichen 

Verhandlung eingereichte Bericht von Dr. G.___ vom 21. November 2024 datiert und damit über ein 

Jahr nach Verfügungserlass (23. Oktober 2023) erstellt worden ist. Für das vorliegende Verfahren ist 

lediglich der Sachverhalt bis und mit Verfügungserlass massgebend. Der Bericht vom 21. November 

2024 ist im vorliegenden Verfahren also lediglich insoweit relevant, als er etwas über den 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses auszusagen 

vermag. Dr. G.___ hat im Bericht festgehalten, dass bei einer zwischenzeitlich erfolgten nochmaligen 

schlafmedizinischen Beurteilung der Verdacht auf ein Mastzellaktivierungssyndrom gestellt worden sei. 

Diese Verdachtsdiagnose ist allerdings nicht neu, sondern bereits im Gutachten vom 10. Oktober 2022 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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aufgeworfen worden. Weitere neue Erkenntnisse bezüglich des Sachverhalts bis und mit 

Verfügungserlass lassen sich dem aktuellen Bericht von Dr. G.___ nicht entnehmen. 

4.8 Zusammenfassend sind weitere medizinische Abklärungen notwendig. In Fällen, in denen eine 

Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Ausführungen erforderlich ist, steht es 

dem Versicherungsgericht frei, die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 11. Dezember 2014, 8C_633/2014 E. 3.2; vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4). Die 

konkrete Ausgestaltung der notwendigen Abklärungen ist Sache der Beschwerdegegnerin.  

4.9 Demnach ist die angefochtene Verfügung wegen der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes 

nach Art. 43 Abs. 1 ATSG vollumfänglich aufzuheben und die Sache ist zur Weiterführung des 

Verwaltungsverfahrens im Sinne des oben Ausgeführten an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

5.  

5.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 

und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis 

IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- erscheint angesichts der langdauernden mündlichen 

Verhandlung und des anschliessenden Zirkulationsverfahrens als angemessen. Praxisgemäss ist die 

Rückweisung der Sache zur ergänzenden Abklärung und neuen Beurteilung an die Verwaltung als 

volles Obsiegen der Beschwerdeführerin zu werten (BGE 132 V 215 E. 6.2). Dementsprechend ist die 

Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 

5.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei Anspruch auf Ersatz 

der Parteikosten. Auch hier gilt, dass eine Rückweisung zur weiteren Abklärung als volles Obsiegen 

der beschwerdeführenden Partei zu betrachten ist. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der 

Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege 

beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal 

Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat eine Honorarnote über 

den Betrag von Fr. 6'278.20 eingereicht. In einem durchschnittlichen IV-Rentenfall spricht das Gericht 

praxisgemäss eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- zu. Der vorliegende Fall ist vom 

Aufwand durchschnittlich gewesen, weshalb − ohne Berücksichtigung der mündlichen Verhandlung − 

eine Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- angemessen erschiene. Der vom Rechtsvertreter geltend 

gemachte Aufwand für die mündliche Verhandlung von rund Fr. 1'000.-- ist nachvollziehbar. Das 

geforderte Honorar von insgesamt Fr. 6'278.20 erscheint somit als übersetzt. Die Parteientschädigung 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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ist daher ermessensweise auf pauschal Fr. 5'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

festzusetzen. 

Entscheid 

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  

Die Sache wird zur Weiterführung des Verwaltungsverfahrens im Sinne der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 

2.  

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- zu bezahlen; der geleistete 

Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 

3.  

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 5'000.-- zu 

bezahlen. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 25.02.2025
	Art. 28 IVG. Anspruch auf eine IV-Rente. Beweiskraft eines Gutachtens. Gutheissung des Antrags, die Tonaufnahme des psychiatrischen Teilgutachtens aufgrund der geltend gemachten Verständigungsschwierigkeiten anlässlich der mündlichen Verhandlung abzuspielen. Die retrospektive Arbeitsfähigkeitsschätzung des psychiatrischen Teilgutachtens überzeugt nicht. Die Sache ist daher zur weiteren medizinischen Abklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Februar 2025, IV 2023/217).

		2026-01-28T04:41:34+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen