# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 98fee065-c9df-5486-8101-06c42831bec1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-12-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.12.2023 F-6643/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-6643-2023_2023-12-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-6643/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  6 .  D e z e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichter Sebastian Kempe, 

mit Zustimmung von Richter Grégory Sauder;   

Gerichtsschreiberin Caroline Rausch. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, 

vertreten durch Marek Wieruszewski, 

Solidaritätsnetz Bern,  

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Ver-

fahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG); Verfügung des SEM 

vom 21. November 2023 

 

 

 

F-6643/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 30. Oktober 2023 in der Schweiz um 

Asyl.  

B.  

Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zentralein-

heit EURODAC) ergab, dass er am 22. August 2023 in Rumänien ein Asyl-

gesuch gestellt hatte.  

C.     

Anlässlich des Dublin-Gesprächs vom 9. November 2023 gewährte die  

Vorinstanz dem Beschwerdeführer in Anwesenheit seiner damaligen 

Rechtsvertretung das rechtliche Gehör, unter anderem zur Zuständigkeit 

Rumäniens für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens, 

zum beabsichtigten Nichteintretensentscheid, zur Wegweisung in diesen 

Dublin-Mitgliedstaat sowie zu seinem Gesundheitszustand.  

D.  

Am darauffolgenden Tag ersuchte die Vorinstanz die rumänischen Behör-

den um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 

Abs. 1 Bst. b der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parla-

ments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und 

Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines 

von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitglied-

staat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfol-

gend: Dublin-III-VO). Die rumänischen Behörden hiessen das Gesuch um 

Wiederaufnahme des Beschwerdeführers am 20. November 2023 gestützt 

auf Art. 18 Abs. 1 Bst. c Dublin-III-VO gut.  

E.  

Mit Verfügung vom 21. November 2023, eröffnet am 23. November 2023, 

trat die Vorinstanz in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG 

(SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete 

seine Wegweisung aus der Schweiz nach Rumänien an und forderte ihn 

auf, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu 

verlassen. Gleichzeitig wies die Vorinstanz auf die einer allfälligen Be-

schwerde von Gesetzes wegen fehlende aufschiebende Wirkung hin und 

beauftragte den Kanton B.______ mit dem Vollzug der Wegweisung.  

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Seite 3 

F.  

Am 23. November 2023 teilte die damalige Rechtsvertretung der Vor-

instanz die Beendigung des Mandatsverhältnisses mit.  

G.  

Mit Eingabe seiner aktuellen Vertretung vom 30. November 2023 gelangte 

der Beschwerdeführer gegen die Verfügung vom 21. November 2023 an 

das Bundesverwaltungsgericht. Er beantragt, die angefochtene Verfügung 

sei vollständig aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen, auf sein 

Asylgesuch einzutreten. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an 

die Vorinstanz zurückzuweisen. Weiter beantragt er die Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung und den Verzicht auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses.  

H.  

Am 1. Dezember 2023 lagen dem Bundesverwaltungsgericht die Akten in 

elektronischer Form vor und der Instruktionsrichter setzte den Vollzug der 

Überstellung gestützt auf Art. 56 VwVG einstweilen aus. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 6 AsylG).  

1.2 Gemäss Art. 105 AsylG in Verbindung mit Art. 31 VGG ist das Bundes-

verwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden auf dem Gebiet des 

Asyls zuständig. Es entscheidet über diese in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Der Beschwerdeführer ist 

zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG und Art. 48 

Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

somit einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

2.  

2.1 Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht (einschliess-

lich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige 

und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ge-

rügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).  

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Seite 4 

2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2; je m.w.H.).  

2.3 Die Beschwerde erweist sich – wie im Folgenden zu zeigen ist – als 

offensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines 

Schriftenwechsels und mit summarischer Begründung zu behandeln ist 

(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).  

3.  

3.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM die Wegweisung aus 

der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG).  

3.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III  

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch  

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständi-

gen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals 

ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO).  

3.3 Im Rahmen des vorliegend interessierenden Wiederaufnahmeverfah-

rens (engl.: take back) findet grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeits-

prüfung nach Kapitel III statt. Demgegenüber sind im Fall eines sogenann-

ten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) die in Kapitel III (Art. 8–15 

Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort aufgeführten Rangfolge 

(Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-

VO) anzuwenden, und es ist von der Situation im Zeitpunkt, in dem der 

Antragsteller erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat, aus-

zugehen (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO; vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 

E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.).  

3.4 Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller an den zunächst als 

zuständig bestimmten Mitgliedstaat zu überstellen, da es wesentliche 

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Seite 5 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in diesem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU–Grund-

rechtecharta mit sich bringen, so setzt der die Zuständigkeit prüfende Mit-

gliedstaat die Prüfung der in Kapitel III vorgesehenen Kriterien fort, um fest-

zustellen, ob ein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden 

kann. Kann keine Überstellung gemäss diesem Absatz an einen aufgrund 

der Kriterien des Kapitels III bestimmten Mitgliedstaat oder an den ersten 

Mitgliedstaat, in dem der Antrag gestellt wurde, vorgenommen werden, so 

wird der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat der zuständige Mitglied-

staat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO).  

3.5 Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat 

beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-

tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn 

er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-

fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO). Dieses soge-

nannte Selbsteintrittsrecht ist zwingend auszuüben, wenn die Überstellung 

der betroffenen Person in den an sich zuständigen Mitgliedstaat zu einer 

Verletzung völkerrechtlicher Verpflichtungen der Schweiz führen würde 

(vgl. BVGE 2015/9 E. 8.2.1).  

3.6 Gemäss Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 

(AsylV 1, SR 142.311) kann zudem das SEM das Asylgesuch «aus huma-

nitären Gründen» auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO 

ein anderer Staat zuständig wäre. Bei dieser Entscheidung kommt dem 

SEM Ermessen zu; das Bundesverwaltungsgericht darf sein eigenes Er-

messen nicht an dessen Stelle setzen (vgl. BVGE 2015/9 E. 7.6 und E. 8.1 

in fine).  

4.  

4.1 Ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der Euro-

dac-Datenbank ergab, dass dieser vor seiner Einreise in die Schweiz am 

22. August 2023 in Rumänien um Asyl nachgesucht hatte, weshalb die Vo-

rinstanz zu Recht gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO die rumä-

nischen Behörden um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers ersuchte. 

Diese haben dem Wiederaufnahmegesuch der Vorinstanz innert der in 

Art. 25 Abs. 1 Dublin-III-VO festgelegten Frist gestützt auf Art. 18 Abs. 1 

Bst. c Dublin-III-VO ausdrücklich zugestimmt.  

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Seite 6 

4.2 Die grundsätzliche Zuständigkeit Rumäniens für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens ist somit gegeben.  

4.3 Das sinngemässe Vorbringen des Beschwerdeführers, dass seine Fin-

gerabdrücke in Rumänien zwangsweise abgenommen worden seien, stellt 

die Zuständigkeit dieses Staates nicht in Frage. Die Abnahme der Finger-

abdrücke von illegal eingereisten ausländischen Personen und Asylsu-

chenden stützt sich auf Art. 14 Abs. 1 der Eurodac-Verordnung. Das vom 

Beschwerdeführer geschilderte Vorgehen der rumänischen Behörden ist 

daher insoweit nicht zu beanstanden (vgl. Urteil des BVGer F-4369/2023 

vom 21. August 2023 E. 6.4). 

5.  

5.1 In der Beschwerde wird auf die gewaltsamen Pushbacks an der ser-

bisch-rumänischen Grenze hingewiesen und aufgrund geltend gemachter 

systemischer Mängel im Asyl- und Aufnahmesystem Rumäniens die An-

wendung von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO gefordert.  

5.2 Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, gibt es gemäss der 

Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts keine wesentlichen 

Gründe für die Annahme, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedin-

gungen für asylsuchende Personen in Rumänien systemische Schwach-

stellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 zweiter und dritter Satz Dublin-III-VO 

hätten, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Be-

handlung im Sinne des Artikels 4 der EU-Grundrechtecharta mit sich brin-

gen würden (vgl. etwa zuletzt die Urteile des BVGer E-6400/2023 vom 

29. November 2023 E. 7.2; F-5400/2023 vom 11. Oktober 2023 E. 5.2 

m.H.). Auch unter Berücksichtigung der auf Beschwerdeebene zitierten Be-

richte («Rumänien missbraucht Rückübernahmeabkommen: Dublin-Fällen 

droht Kettenabschiebung nach Serbien» vom 27. Januar 2023 und «New 

Developments on the Balkan Refugee Route: Illegal Push Backs from Ro-

mania to Serbia» vom Dezember 2021) sowie der vom Beschwerdeführer 

geltend gemachten Vorbringen (er sei in Rumänien verhaftet und geschla-

gen worden) ist nicht davon auszugehen, Rumänien verstosse zum heuti-

gen Zeitpunkt systematisch gegen seine vertraglichen Verpflichtungen als 

zuständiger Dublin-Mitgliedstaat im Falle einer Rücküberstellung von Asyl-

suchenden. Für eine Änderung der Rechtsprechung (zu den Vorausset-

zungen hierfür siehe BGE 147 V 342 E. 5.5.1 m.w.H.) besteht in Würdigung 

der vom Beschwerdeführer gemachten Äusserungen keine Veranlassung.  

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Seite 7 

5.3 Unter diesen Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-

III-VO nicht gerechtfertigt.  

6.  

6.1  

Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Vorinstanz das Selbsteintrittsrecht nach 

Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO, konkretisiert in Art. 29a Abs. 3 

AsylV 1, zu Recht nicht ausgeübt hat. 

6.2 Rumänien ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls zur FK vom 31. Januar 1967 

(SR 0.142.301). Ausserdem wird Rumänien durch die Richtlinien des Eu-

ropäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu 

gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des inter-

nationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) gebun-

den. 

6.3 Mangels systemischer Mängel im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO 

kann vermutungsweise davon ausgegangen werden, dass Rumänien sei-

nen völker- und gemeinschaftsrechtlichen Verpflichtungen gegenüber Per-

sonen in der Situation des Beschwerdeführers nachkommt und insbeson-

dere auch die Rechte respektiert und schützt, die sich aus der Verfahrens- 

und der Aufnahmerichtlinie ergeben. Diese Vermutung kann zwar im Ein-

zelfall widerlegt werden; hierfür bedarf es aber konkreter und ernsthafter 

Hinweise, die von der betroffenen Person glaubhaft darzutun sind 

(vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4 f.; Urteil des BVGer F-651/2023 vom 17. Feb-

ruar 2023 E. 8.2).  

6.4 Der Beschwerdeführer macht geltend, er sei in Rumänien Opfer einer 

erniedrigenden Behandlung geworden, indem er verhaftet und geschlagen 

worden sei. Die entsprechenden Vorwürfe sind ernst zu nehmen. Gleich-

wohl vermag der Beschwerdeführer mit diesen Vorbringen nicht rechtsge-

nügend darzutun, die ihn bei einer Rückführung nach Rumänien zu erwar-

tenden Bedingungen seien derart schlecht, dass sie zu einer Verletzung 

von Art. 4 der EU-Grundrechtecharta beziehungsweise Art. 3 EMRK führen 

könnten. Den Akten sind denn auch keine Gründe für die Annahme zu 

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entnehmen, Rumänien werde in seinem Fall den Grundsatz des Non-Re-

foulement missachten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem 

Leib, Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG 

gefährdet wäre oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein 

solches Land gezwungen zu werden. Insgesamt hat der Beschwerdeführer 

keine individuellen Umstände geltend gemacht, gestützt auf welche sich 

die Annahme rechtfertigen würde, Rumänien werde ihm nach einer Über-

stellung im Rahmen des Dublin-Verfahrens dauerhaft die ihm gemäss Auf-

nahmerichtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen vorenthalten. 

Bei einer allfälligen vorübergehenden Einschränkung könnte er sich aus-

serdem nötigenfalls an die dortigen Behörden wenden und die ihm zu-

stehenden Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg einfordern (vgl. 

Art. 26 Aufnahmerichtlinie).  

6.5 Was den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers angeht, ist die 

im Dublin-Gespräch erwähnte Hautkrankheit nicht von derartiger Schwere, 

dass sie für den Fall einer Überstellung nach Rumänien eine drohende 

Verletzung von Art. 3 EMRK zu begründen vermöchte. Es ist davon auszu-

gehen, dass dies auch für seine im Dublin-Gespräch ohne nähere Angaben 

erwähnten psychischen Probleme gilt, zumal er diese in seiner Be-

schwerde mit keinem Wort anspricht.   

6.6 Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts verfügt die Vorinstanz 

bei der Anwendung der Kann-Bestimmung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 

über einen Ermessensspielraum (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.). Die angefoch-

tene Verfügung ist unter diesem Blickwinkel nicht zu beanstanden; insbe-

sondere sind den Akten keine Hinweise auf einen Ermessensmissbrauch 

oder ein Über- respektive Unterschreiten des Ermessens zu entnehmen. 

Das Gericht enthält sich deshalb in diesem Zusammenhang einer weiteren 

Überprüfung.  

6.7 Es liegen somit weder völkerrechtliche Vollzugshindernisse vor, welche 

die Schweiz zum Selbsteintritt verpflichten würden, noch bestehen Rechts-

fehler bei der Ermessensbetätigung. Es besteht folglich kein Grund für ei-

nen Selbsteintritt der Schweiz gemäss Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 in Verbin-

dung mit Art. 17 Dublin-III-VO.  

7.  

Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, sein Bruder, zu dem er eine 

enge Beziehung habe, lebe in der Schweiz, ist darauf hinzuweisen, dass 

es sich weder um einen Familienangehörigen im Sinne von Art. 9 Dublin-

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III-VO in Verbindung mit Art. 2 Bst. g handelt, noch ein Abhängigkeitsver-

hältnis im Sinne von Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO substantiiert geltend ge-

macht wird oder anderweitig ersichtlich ist, weshalb ein Übergang der Zu-

ständigkeit auf die Schweiz aufgrund der genannten Bestimmungen nicht 

in Betracht kommt.  

8.  

Die Vorinstanz ist daher zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten. Da 

der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Nie-

derlassungsbewilligung ist, wurde die Überstellung nach Rumänien in An-

wendung von Art. 44 AsylG ebenfalls zu Recht angeordnet (Art. 32 Bst. a 

AsylV 1). Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.  

9.  

9.1 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist 

abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägun-

gen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind und dies auch schon im 

Zeitpunkt der Gesuchstellung waren (Art. 65 Abs. 1 VwVG).  

9.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]).  

(Dispositiv nächste Seite)  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abge-

wiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen.  

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und die zu-

ständige kantonale Behörde.  

 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Sebastian Kempe Caroline Rausch 

 

 

 

Versand: