# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 53c19abf-7750-5b09-b15e-eff8f8d13162
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-12-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 20.12.2012 IV 2011/193
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2011-193_2012-12-20.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2011/193

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 19.06.2020

Entscheiddatum: 20.12.2012

Entscheid Versicherungsgericht, 20.12.2012
rt. 28 IVG. Würdigung medizinischer Berichte, insbesondere eines 
polydisziplinären Gutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St.Gallen vom 20. Dezember 2012, IV 2011/193).

Entscheid Versicherungsgericht, 20.12.2012

Präsidentin Karin Huber-Studerus, a.o. Versicherungsrichterin Gertrud Condamin-

Voney, a.o. Versicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Entscheid vom 20. Dezember 2012

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Bruno Häfliger, Schwanenplatz 7, 6000 Luzern 5,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

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Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ meldete sich am 21. September 2006 aufgrund bewegungs- bzw. 

belastungsabhängiger Schmerzen, einer Beeinträchtigung der Beweglichkeit des 

rechten Knies und einer eingeschränkten Gehfähigkeit nach einer Patellaquerfraktur 

zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons 

St. Gallen an (IV-act. 1).

A.b   Am 19. Oktober 2006 ging der IV-Stelle der Austrittsbericht des Spitals B.___ vom 

30. Januar 2006 betreffend die Hospitalisation vom 26. bis zum 29. Januar 2006 zu. 

Gemäss diesem war nach einer Patellaquerfraktur am 9. Mai 2005 eine Zuggurtungs­

osteosynthese durchgeführt und am 27. Januar 2006 das Osteosynthesematerial 

entfernt worden, nachdem der Versicherte nach der Osteosynthese Schmerzen und 

Druckempfindlichkeit der Patella beklagt hatte und nur noch mit Stöcken gegangen 

war (IV-act. 11). Am 9. November 2006 ging der IV-Stelle der Austrittsbericht der 

Rehaklinik Bellikon vom 7. November 2006 betreffend die stationäre Behandlung vom 

11. September bis zum 24. Oktober 2006 zu. In diesem waren im Wesentlichen eine 

Retropatellararthrose Grad IV rechts sowie eine längere depressive Reaktion bei 

chronischem Schmerzsyndrom im Rahmen einer Anpassungsstörung diagnostiziert 

und für die angestammte Tätigkeit als Isoleur eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 

26. Oktober 2006 attestiert worden. Für andere Tätigkeiten wurde keine Zumutbarkeits­

beurteilung abgegeben, da weitere Abklärungen der Knieproblematik in der Uniklinik 

Balgrist pendent waren. Das Osteosynthesematerial sei wegen Schmerzen und Funk­

tionseinschränkungen verfrüht entfernt worden, am 20. Juni 2006 sei eine arthrosko­

pische Teilmeniskektomie und ein peripatelläres Débridement bei unverändertem Be­

schwerdebild erfolgt. Bezüglich des rechten Knies bestehe eine erheblich verminderte 

Belastbarkeit sowie eine eingeschränkte Gehfähigkeit; im Zusammenhang mit der fest­

gestellten längeren Anpassungsstörung bestünden leichte psychische 

Einschränkungen (IV-act. 16). In seinem Bericht vom 13. November 2006 wies 

Dr. med. C.___, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, darauf hin, dass die Ergebnisse 

der bevorstehenden Abklärungen an der Uniklinik Balgrist abzuwarten seien, auf jeden 

Fall aber versucht werden müsse, den Versicherten wieder zu integrieren (IV-act. 19–

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1 ff.). Am 17. November 2006 erstattete Dr. med. D.___, Facharzt FMH für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, einen 

Arztbericht. Darin führte er unter anderem aus, die Beschwerden seien wahrscheinlich 

neuropathischer Natur und damit kaum zu beeinflussen; allenfalls käme eine Abklärung 

an einem Schmerzzentrum in Frage. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit in angepassten 

Tätigkeiten führte er aus, der Versicherte könne allenfalls für leichtere Arbeiten in zum 

Teil sitzender, zum Teil stehender Stellung eingesetzt werden, soweit dies die 

chronischen Schmerzen zuliessen; die effektive Leistungsfähigkeit müsste in einem 

praktischen Einsatz erprobt werden (IV-act. 21). Am 5. Januar 2007 berichtete die 

Uniklinik Balgrist über die am 14. Dezember 2006 durchgeführte ambulante 

Untersuchung. Objektiv hätte eine posttraumatische Femoropatellar-Arthrose mit 

Knorpeldefekt retropatellär festgestellt werden können, welche jedoch die 

geschilderten Beschwerden und das Ausmass der Invalidisierung nicht ausschliesslich 

erklären würde. Es bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 22).

A.c   Am 4. Oktober 2007 erstattete die Academy of Swiss Insurance Medicine (asim) 

im Auftrag der IV-Stelle ein polydisziplinäres Gutachten. Die Gutachter diagnostizierten 

im Wesentlichen eine Retropatellararthrose rechts sowie einen Status nach Knie­

arthroskopie rechts im Jahr 2003 und – ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit – eine 

Verhaltensauffälligkeit bei andernorts klassifizierten Erkrankungen. Eine weitere Be­

schäftigung als Isoleur scheine aufgrund der festgestellten Symptomatik ohne jegliche 

Besserungstendenz langfristig ausgeschlossen, was auch in Bezug auf andere mittel- 

bis schwere körperliche Tätigkeiten gelte. Eine sitzende Tätigkeit mit Möglichkeit zu 

regelmässigem Stellungswechsel und kurzen Bewegungsphasen in halbstündigen Ab­

ständen sei dagegen zumutbar, wobei allerdings vermehrte und verlängerte Pausen 

notwendig seien, welche die Leistungsfähigkeit um 20 % mindern würden. Aus psychi­

atrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 36).

A.d   Am 30. Januar 2008 schloss die zuständige Eingliederungsberaterin der IV-Stelle 

die berufliche Eingliederung ab, da sich der Versicherte nicht arbeitsfähig fühle und 

durch das zuständige Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) angemessen 

betreut würde (IV-act. 50).

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A.e   Mit Vorbescheid vom 12. März 2008 teilte die IV-Stelle mit, dass bei einem Inva­

liditätsgrad von 30 % die Abweisung des Rentengesuchs vorgesehen sei (IV-act. 58). 

Dagegen liess der Versicherte am 2. April 2008 Einwand erheben und insbesondere 

den Beweiswert der psychiatrischen Begutachtung sowie die Festlegung des Inva­

lideneinkommens beanstanden (IV-act. 59). Am 1. Juli 2008 verfügte die IV-Stelle ge­

mäss Vorbescheid; das Gutachten sei korrekt erstellt worden, und bei der Festlegung 

des Invalideneinkommens sei ein Abzug vom Tabellenlohn von 10 % gewährt worden 

(IV-act. 61).

A.f    Dagegen liess der Versicherte am 8. September 2008 Beschwerde an das Ver­

sicherungsgericht des Kantons St. Gallen erheben (IV-act. 65). Unter anderem reichte 

er zur Beschwerde eine Stellungnahme des Psychiatrie-Zentrums X.___ vom 2. Juni 

2008 ein, in welcher eine rezidivierende depressive Störung mit zuletzt mittelgradiger 

Episode und somatischem Syndrom beschrieben und eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit 

attestiert worden war (IV-act. 67). Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens reichte der 

Versicherte sodann einen weiteren Bericht des Psychiatrie-Zentrums X.___ vom 

20. Januar 2009 ein, in welchem eine Arbeitsunfähigkeit von maximal 40 % attestiert 

worden war (IV-act. 82–3), sowie einen Bericht von Dr. D.___ vom 23. Juni 2009 (IV-

act. 82–4). Mit Entscheid IV 2008/372 vom 26. Februar 2010 hiess das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die Beschwerde dahin gehend gut, als es 

die IV-Stelle verpflichtete, weitere Abklärungen bezüglich der Arbeitsunfähigkeit 

zwischen dem Ablauf des so genannten Wartejahrs im Mai 2006 und der Begutachtung 

durch die asim Ende Juli 2007 zu tätigen und die Zusprache einer befristeten Rente für 

diesen Zeitraum zu prüfen (vgl. IV-act. 85).

A.g   Auf eine am 28. April 2010 dagegen erhobene Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten (IV-act. 87) trat das Bundesgericht nicht ein (Urteil 

8C_254/2010 vom 28. Mai 2010; vgl. IV-act. 89).

A.h   Am 23. Juli 2010 hielt Dr. med. E.___, Fachärztin FMH für Psychiatrie und 

Psychotherapie, vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD) auf entsprechende 

Anfrage der IV-Stelle hin fest, ab Februar/März 2006 müsste eine Arbeitsaufnahme in 

adaptierter Tätigkeit zu 80 % möglich gewesen sein (IV-act. 90).

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A.i     Mit Vorbescheid vom 8. September 2010 teilte die IV-Stelle mit, dass die Ab­

weisung des Rentengesuchs vorgesehen sei (IV-act. 93). Dagegen liess der Versicherte 

am 5. Oktober 2010 Einwand erheben. Es seien weitere psychiatrische Abklärungen 

vorzunehmen. Zwischen Mai und Oktober 2006 habe sich der Versicherte sodann 

während 86 Tagen in stationärer Behandlung befunden; eine 80%ige Arbeitsfähigkeit 

könne angesichts dessen in diesem Zeitraum nicht vorgelegen haben (IV-act. 94).

A.j     Mit Verfügung vom 5. Mai 2011 wies die IV-Stelle das Rentengesuch ab. Es sei 

auf das Gutachten der asim abzustellen; es bestehe auch kein Anspruch auf eine 

befristete Rente (IV-act. 97).

B.     

B.a   Dagegen richtet sich die am 6. Juni 2011 erhobene Beschwerde, mit der die Zu­

sprache einer durchgehenden ganzen, eventualiter einer Dreiviertels-, subeventualiter 

einer halben Rente ab dem 1. Mai 2006 beantragt und zur Begründung im 

Wesentlichen ausgeführt wird, die psychiatrische Begutachtung durch die asim sei 

nicht lege artis erfolgt, die Schlussfolgerungen des Gutachtens der asim seien nicht 

überzeugend, das Gutachten widerspreche den Berichten des Psychiatrie-Zentrums 

X.___, auch somatisch sei von einer wesentlich erheblicheren Einschränkung des 

Gesundheitszustandes auszugehen, und schliesslich sei ein Abzug vom Tabellenlohn 

von mindestens 20 % zu gewähren. Der Beschwerdeführer liess die Durchführung 

einer mündlichen Verhandlung beantragen (act. G 1).

B.b   Die Beschwerdegegnerin schliesst auf Abweisung der Beschwerde. In ihrer Be­

schwerdeantwort vom 8. August 2011 führte sie zur Begründung im Wesentlichen aus, 

der Beschwerdeführer sei auch im Zeitraum von Mai 2006 bis Oktober 2007 nicht 

derart in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt gewesen, dass ein Rentenanspruch 

entstanden sei; für die Zeit danach sei auf das Gutachten der asim abzustellen und ein 

Rentenanspruch entsprechend zu verneinen (act. G 4).

B.c   Mit Replik vom 12. August 2011 liess der Beschwerdeführer an den mit Be­

schwerde vom 6. Juni 2011 gestellten Anträgen festhalten (act. G 6).

B.d   Die Beschwerdegegnerin verzichtete sinngemäss auf eine Duplik (act. G 8).

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B.e   Am 20. März 2012 (act. G 10) liess der Beschwerdeführer einen interdisziplinären 

Arztbericht des Medizinischen Zentrums Löwenstrasse vom 22. Februar 2012 ein­

reichen, in welchem im Wesentlichen eine mittelgradige depressive Episode, eine an­

haltende somatoforme Schmerzstörung, Schmerzen in der Lendenwirbelsäule, chro­

nische Knieschmerzen, eine chronische Prostatitis, ein Diabetes mellitus Typ II sowie 

eine Pharyngitis sicca diagnostiziert und gesamthaft eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 

für sämtliche Tätigkeiten attestiert worden waren (act. G 10.1).

B.f    Die Beschwerdegegnerin liess sich dazu nicht vernehmen.

B.g   Am 19. Dezember 2012 erklärte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, auf 

die Durchführung einer mündlichen Verhandlung zu verzichten.

Erwägungen:

1.      

Der Beschwerdeführer lässt die Aufhebung der Verfügungen der Beschwerdegegnerin 

vom 1. Juli 2008 und 5. Mai 2011 beantragen und in der Beschwerdebegründung aus­

führen, Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sei der Rentenanspruch als solcher, 

nicht nur ein Teil desselben bzw. nicht nur die Frage, ob in der Vergangenheit ein be­

fristeter Anspruch bestanden habe. Dabei verkennt der Beschwerdeführer zwar, dass 

die Verfügung vom 1. Juli 2008 mit Entscheid IV 2008/372 des Versicherungsgerichts 

des Kantons St. Gallen vom 26. Februar 2010 bereits aufgehoben wurde und daher 

deren Aufhebung nicht mehr beantragt werden kann. Ansonsten ist ihm allerdings zu­

zustimmen, denn Streitgegenstand eines Beschwerdeverfahrens bildet stets ein 

Rechtsverhältnis insgesamt, und nicht lediglich ein Teil davon (vgl. BGE 125 V 413); zu­

dem hat das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen in seinem Entscheid 

IV 2008/372 vom 26. Februar 2010 über den zukünftigen Rentenanspruch nicht definitiv 

entschieden (sofern das überhaupt möglich gewesen wäre), sondern die Angelegenheit 

an die Beschwerdegegnerin zur Fortführung des Verwaltungsverfahrens zurückge­

wiesen, weshalb Gegenstand der angefochtenen Verfügung und damit der Prüfung in 

diesem Beschwerdeverfahren der Rentenanspruch insgesamt ist.

2.      

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2.1    Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende 

oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit, das heisst der 

durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 

verursachte und nach ärztlicher Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 

oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des 

Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach 

Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 

allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in 

Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 

invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).

2.2    Die Feststellung des Gesundheitsschadens, das heisst die Befunderhebung und 

die gestützt darauf gestellte Diagnose, aber auch die Prognose und die Ätiologie, die 

durch den festgestellten Gesundheitsschaden verursachte Arbeitsunfähigkeit sowie 

das noch vorhandene funktionelle Leistungsvermögen oder das Vorhandensein und die 

Verfügbarkeit von Ressourcen sind Tatfragen (BGE 132 V 398 E. 3.2), deren 

Beantwortung entsprechendes Fachwissen voraussetzt. Im Rahmen des 

Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 ATSG) hat die IV-Stelle daher in aller Regel 

ärztliche Sachverständige zur Beantwortung dieser Fragen beizuziehen (vgl. Art. 43 

Abs. 2 ATSG und Art. 69 Abs. 2 und 4 der Verordnung über die Invalidenversicherung 

[IVV; SR 831.201]), so etwa jene des RAD (vgl. Art. 49 Abs. 1 IVV) oder solche einer 

MEDAS. Aufgabe der IV-Stelle und des Versicherungsgerichts ist es, diese Tatsachen 

rechtlich zu würdigen, das heisst zu beurteilen, ob die ärztlichen Aussagen und 

Schätzungen die zuverlässige Beurteilung des Leistungsanspruchs erlauben und, falls 

dies der Fall ist, gestützt auf diese Feststellungen sowie die Feststellungen zu den 

beiden Vergleichseinkommen den Invaliditätsgrad zu bemessen (vgl. BGE 132 V 398 f. 

E. 3.2 f.).

3.      

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3.1    Der Beschwerdeführer erlitt im Mai 2005 eine Patellaquerfraktur rechts, welche 

am Unfalltag mittels einer Zuggurtungsosteosynthese versorgt wurde; am 27. Januar 

2006 erfolgte die Entfernung des Osteosynthesematerials im Rahmen eines viertägigen 

Aufenthalts im Spital B.___ (vgl. IV-act. 11). Im Juni 2006 erfolgte eine arthroskopische 

Teilmeniskektomie (vgl. IV-act. 16 und Suva-act. 51); vom 11. September bis zum 

24. Oktober 2006 befand sich der Beschwerdeführer sodann in stationärer Behandlung 

in der Rehaklinik Bellikon (vgl. IV-act. 16). Ende Juli 2007 wurde der Beschwerdeführer 

schliesslich durch die asim begutachtet (vgl. IV-act. 36–2). Die behandelnden und be­

gutachtenden Ärzte qualifizierten die angestammte Tätigkeit als Isoleur (zunächst zu­

mindest vorerst und schliesslich dauernd) als unzumutbar. Bezüglich der Arbeitsfähig­

keit in einer adaptierten Tätigkeit äusserten sich erst die Gutachter der asim definitiv, 

indem sie eine solche als grundsätzlich zu 80 % zumutbar qualifizierten (vgl. IV-

act. 36). Die Ärzte der Rehaklinik Bellikon hatten sich zur Arbeitsfähigkeit in adaptierten 

Tätigkeiten nicht geäussert, weil weitere Abklärungen durch die Uniklinik Balgrist 

ausstanden (vgl. IV-act. 16). Aufgrund dieser am 14. Dezember 2006 durchgeführten 

Abklärungen ergaben sich allerdings keine wesentlichen neuen Erkenntnisse bezüglich 

der Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten Tätigkeiten: Die Ärzte attestierten weiterhin 

eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit und hielten überdies 

fest, das Ausmass der geklagten Beschwerden sei durch die objektiven Befunde nicht 

hinreichend erklärt (vgl. IV-act. 22). Dr. D.___ hatte in seinem Bericht vom 

17. November 2006 ausgeführt, angepasste Tätigkeiten seien zumutbar, wobei 

allerdings das Ausmass der Leistungsfähigkeit seiner Meinung nach im Rahmen eines 

praktischen Einsatzes zu erproben sei (vgl. IV-act. 21). Die Gutachter der asim 

äusserten sich nicht zur Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten für den 

Zeitraum zwischen Mai 2005 und Juli 2007 (vgl. IV-act. 36–21). Die RAD-Ärztin 

Dr. E.___ führte am 23. Juli 2010 gestützt auf die Berichte von Dr. C.___ vom 

23. Februar und 21. August 2006 (vgl. Suva-act. 35 und 63), des Suva-Kreisarztes vom 

8. März 2006 (vgl. Suva-act. 37), von Dr. D.___ vom 3. August 2006 (vgl. Suva-act. 54), 

der Rehaklinik Bellikon (vgl. IV-act. 16) und der Uniklinik Balgrist (vgl. IV-act. 22) aus, es 

habe vom 20. Juni bis etwa am 3. August 2006 sowie während der stationären 

Behandlung durch die Rehaklinik Bellikon vom 11. September bis zum 24. Oktober 

2006 vorübergehend eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten 

bestanden, ansonsten sei aber davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ab 

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Februar/März 2006 im von den Gutachtern der asim geschätzten Umfang (das heisst 

zu 80 %) leistungsfähig gewesen sei (vgl. IV-act. 90). Dabei wies sie zutreffend darauf 

hin, dass in somatischer Hinsicht für den fraglichen Zeitraum zwischen der Entfernung 

des Osteosynthesematerials im Januar 2006 und der Begutachtung durch die asim im 

Juli 2007 in den echtzeitlichen medizinischen Berichten keine gravierenderen Befunde 

ausgewiesen sind als im Gutachten der asim. Die RAD-Ärztin wies zudem plausibel 

darauf hin, dass die behandelnden und untersuchenden Ärzte zunächst gar davon 

ausgegangen waren, allenfalls sei die Wiedereingliederung in die angestammte 

Tätigkeit möglich. Ausgewiesen ist in den Akten jedenfalls zusammenfassend einzig 

eine deutlich höhere Arbeitsunfähigkeit als 20 % für leidensadaptierte Tätigkeiten für 

die Zeiträume von Mai 2005 bis und mit Januar/Februar 2006, vom 20. Juni bis zum 

3. August 2006 und vom 11. September bis zum 24. Oktober 2006. Diesbezüglich 

verkennt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers offenbar, dass vom 20. Juni bis 

zum 3. August 2006 keine stationäre Behandlung durchgeführt wurde. Am 20. Juni 

2006 erfolgte vielmehr eine teilstationär durchgeführte Arthroskopie, die auf jeden Fall 

keinen längeren stationären Aufenthalt in einer Klinik nach sich zog. Die RAD-Ärztin 

hatte einzig deshalb für den Zeitraum vom 20. Juni bis zum 3. August 2006 eine 

zusätzliche Verminderung der Arbeitsfähigkeit attestiert, weil Dr. D.___ in seinem 

Bericht vom 3. August 2006 darauf hingewiesen hatte, die Arthroskopie habe keine 

Verbesserung des Gesundheitszustandes bewirkt, aber auch keine Verschlechterung. 

Ob andererseits, wie der Beschwerdeführer geltend machen lässt, im Anschluss an die 

stationäre Behandlung durch die Rehaklinik Bellikon von einer weiterhin vollständigen 

Arbeitsunfähigkeit für zumindest einige Tage oder Wochen auszugehen ist, kann im 

Sinne der nachfolgenden Erwägungen offen bleiben. Für die Zeit nach der 

Begutachtung durch die asim im Juli 2007 ist aus somatischer Sicht ebenfalls von einer 

80%igen Leistungsfähigkeit für dem Leiden angepasste Tätigkeiten auszugehen, denn 

aus den Akten ergeben sich weder Zweifel an der Zuverlässigkeit der diesbezüglichen 

Schätzung der asim noch Anhaltspunkte für eine zwischenzeitliche wesentliche 

Veränderung. Auf den einzigen diesbezüglich relevanten Bericht des Medizinischen 

Zentrums Löwenstrasse wird unten näher eingegangen.

3.2    Anhaltspunkte für eine relevante psychische Gesundheitsbeeinträchtigung 

ergeben sich erstmals aus dem Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon, wo – nach 

Durchführung eines psychosomatischen Consiliums – eine längere depressive Reaktion 

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bei chronischem Schmerzsyndrom im Rahmen einer Anpassungsstörung diagnostiziert 

wurde; die Auswirkungen derselben wurden im psychosomatischen Konsilium vom 

26. September 2006 als eher schwer eingestuft, in der zusammenfassenden 

Beurteilung vom 7. November 2006 indessen als leicht qualifiziert (vgl. IV-act. 19–7 und 

19–14). Die Gutachter der asim diagnostizierten lediglich eine Verhaltensauffälligkeit 

ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-act. 36). Im Gegensatz dazu 

attestierten die behandelnden Ärzte des Psychiatrie-Zentrums X.___ in ihrem Bericht 

vom 2. Juni 2008 eine zunächst 100%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer 

rezidivierenden depressiven Störung mit mittelgradiger Episode und somatischem 

Syndrom. Allerdings berichteten die Ärzte über „Teilsymptome“ einer depressiven 

Erkrankung bei Behandlungsbeginn, was sich nicht ohne Weiteres mit einer 

vollständigen Arbeitsunfähigkeit in Einklang bringen lässt. Ausserdem besserte sich der 

Zustand des Beschwerdeführers nach Umstellung der antidepressiven 

Medikamentation spürbar innerhalb einer Woche. Schliesslich attestierten die Ärzte 

eine noch 70%ige Arbeitsunfähigkeit einzig in Bezug auf die angestammte (nicht mehr 

zumutbare) Tätigkeit (vgl. IV-act. 67). Am 20. Januar 2009 attestierten die Ärzte des 

Psychiatrie-Zentrums X.___ dann lediglich noch eine maximal 40%ige 

Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten, wobei sie einmal eine mittelgradige 

Episode und einmal eine leichte Episode einer rezidivierenden Störung diagnostizierten 

(vgl. IV-act. 82–3). Insgesamt erscheinen diese beiden Berichte wenig aussagekräftig 

und nicht überzeugend, zumal der zweite Bericht bezüglich Diagnose in sich selbst 

widersprüchlich ist. Die Ärzte setzten sich auch nicht mit dem Gutachten der asim 

auseinander und führten keine eigentliche Zumutbarkeitsbeurteilung durch. Sie sind 

daher nicht geeignet, Zweifel an der Zuverlässigkeit des Gutachtens des asim zu 

wecken; auch eine relevante Verschlechterung des Zustandes ist aufgrund dieser 

Berichte nicht wahrscheinlich. Auf sie kann bezüglich der Arbeitsfähigkeitsschätzung 

nicht abgestellt werden.

3.3    Was den Bericht des Medizinischen Zentrums Löwenstrasse vom 22. Februar 

2012 betrifft, so beschreibt und beurteilt dieser einen Gesundheitsbefund in einem 

Zeitpunkt nach Verfügungserlass. Abgesehen davon ist zu bemängeln, dass die darin 

attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten nicht 

nachvollziehbar ist bzw. sich wohl einzig auf die offenbar im Rahmen einer früheren 

neuropsychologischen Testung festgestellte depressive Störung stützt. Der 

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entsprechende neuropsychologische Bericht liegt dem Bericht vom 22. Februar 2012 

aber nicht bei, und es wird auch nicht eingehend Bezug darauf oder auf die übrigen 

medizinischen Berichte, die angeblich mitberücksichtigt wurden, genommen. Von der 

Befundschilderung des Psychiaters lässt sich sodann nicht auf eine schwerer 

ausgeprägte depressive Störung schliessen; entsprechende Ausführungen fehlen 

gänzlich. Der Bericht ist vor diesem Hintergrund nicht geeignet, die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung der asim als unzuverlässig oder überholt erscheinen zu 

lassen. Gesamthaft ist in medizinischer Hinsicht auf das Gutachten der asim 

abzustellen.

4.      

Eine länger dauernde mehr als 20 % betragende Arbeitsunfähigkeit auch für dem 

Leiden adaptierte Tätigkeiten lag einzig im Zeitraum von Mai 2005 bis und mit Februar/

März 2006 vor. Die beiden nachfolgenden Zeiträume mit weiterer Verminderung der 

Arbeitsfähigkeit im Jahr 2006 waren beide vorübergehend, nämlich Folge ent­

sprechender Behandlungen (Arthroskopie und stationärer Aufenthalt in der Rehaklinik 

Bellikon). Da die Berechnung des Invaliditätsgrades durch die Beschwerdeführerin (die 

im Übrigen jener der Suva entspricht) nicht zu beanstanden und insbesondere die 

Höhe des gewährten Abzuges vom Tabellenlohn (vgl. BGE 126 V 75) nicht als 

rechtsfehlerhaft zu qualifizieren ist, sondern im Rahmen des Ermessens liegt, betrug 

der Invaliditätsgrad bereits weniger als ein Jahr nach dem Unfall und seither konstant 

weniger als 40 %, weshalb der Beschwerdeführer die Voraussetzungen für die 

Zusprache einer Invalidenrente gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG bis Mai 2011 nie erfüllt hat. 

Die angefochtene Verfügung ist daher im Ergebnis nicht zu beanstanden, die 

Beschwerde entsprechend abzuweisen.

5.     

Ausgangsgemäss sind die gemäss Art. 69 Abs. 1  IVG zu erhebenden und angesichts 

des durchschnittlichen Aufwandes auf Fr. 600.-- festzusetzenden Gerichtskosten vom 

Beschwerdeführer zu bezahlen. Der von ihm geleistete Kostenvorschuss in gleicher 

Höhe wird ihm daran angerechnet.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

bis

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Der Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

von ihm geleistete Kostenvorschuss im Betrag von Fr. 600.-- wird ihm daran ange­

rechnet.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 20.12.2012
	rt. 28 IVG. Würdigung medizinischer Berichte, insbesondere eines polydisziplinären Gutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St.Gallen vom 20. Dezember 2012, IV 2011/193).

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		2025-07-19T11:06:19+0200
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