# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ca4afb66-b15a-522e-878c-1e86af49452d
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-08-31
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Schuldbetreibungs- und Konkurskammer 31.08.2015 105 2015 90
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_003_105-2015-90_2015-08-31.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

105 2015 90

Urteil vom 31. August 2015

Schuldbetreibungs- und Konkurskammer

Besetzung Präsidentin: Catherine Overney
Richter: Adrian Urwyler, Dina Beti
Gerichtsschreiberin: Rahel Brühwiler

Parteien A.________, Beschwerdeführer     

gegen

BETREIBUNGSAMT DES SENSEBEZIRKS, Vorinstanz     

Gegenstand Lohnpfändung (Art. 93 SchKG)

Beschwerde vom 14. Juli 2015 gegen die Verfügung des 
Betreibungsamts des Sensebezirks vom 3. Juli 2015

Kantonsgericht KG
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Sachverhalt

A. Gegen A.________ sind beim Betreibungsamt des Sensebezirks mehrere 
Betreibungsverfahren und Pfändungen hängig. A.________ wohnt zusammen mit B.________ und 
der gemeinsamen Kindern C.________ (geb. im Jahr 2013) und D.________ (geb. im Jahr 2015) 
sowie den zwei Kinder seiner Lebenspartnerin aus einer früheren Beziehung, E.________ (geb. im 
Jahr 2009) und F.________ (geb. im Jahr 2006). A.________ arbeitete bis Ende Januar 2015 bei 
der G.________ AG in H.________. Es war eine Lohnpfändung von CHF 900.00 pro Monat 
verfügt. Alsdann war er ohne pfändbares Einkommen.

Am 1. Juli 2015 teilte A.________ dem Betreibungsamt mit, dass er seit dem 1. April 2015 bei der 
I.________ AG in J.________ angestellt sei; er legte der Mitteilung eine Kopie des 
Anstellungsvertrages bei. Das Betreibungsamt nahm daraufhin unter Zugrundelegung der ihm 
bereits bekannten Angaben eine Berechnung seines betreibungsrechtlichen Existenzminimums 
vor und verfügte am 3. Juli 2015 gestützt auf die von A.________ gemachten Angaben eine 
Neuberechnung des Existenzminimums gemäss Art. 93 SchKG, setzte die monatlich pfändbare 
Quote auf CHF 1'300.00 fest und zeigte diese dem neuen Arbeitgeber an. Gleichzeitig wurde 
A.________ mitgeteilt, dass er unter Beilegung der entsprechenden Belege und Quittungen 
schriftliche Einsprache beim Betreibungsamt erheben könne; über Rückerstattungsanträge müsse 
das Betreibungsamt jedoch mindestens 5 Tage vor Lohnauszahlung informiert werden. 
A.________ wurde zudem aufgefordert, am 23. Juli 2015 um 14.00 Uhr auf dem Betreibungsamt 
zu erscheinen, damit seine Situation neu aufgenommen werden könne.

B. Mit einer der Post am 14. Juli 2015 übergebenen Eingabe reichte A.________ (nachfolgend: 
der Beschwerdeführer) Beschwerde ein. Er beanstandet, dass verschiedene Punkte bei der 
Festsetzung seines Existenzminimums nicht korrekt berücksichtigt worden seien. Seine Partnerin 
beziehe nicht CHF 6‘500.- sondern CHF 6‘300.- an Unterhaltsbeiträgen, seine Auslagen für die 
Fahrten zum Arbeitsplatz seien höher als berücksichtigt und zudem bezahle er monatlich Schulden 
bei verschiedenen Gläubigern, denen nicht Rechnung getragen worden sei. 

C. Mit Stellungnahme vom 27. Juli 2015 beantragt das Betreibungsamt des Sensebezirks, die 
Beschwerde sei abzuweisen. Es weist darauf hin, dass der Schuldner in den früheren Aufnahmen 
angegeben habe, dass B.________ Unterhaltsbeiträge von CHF 6'500.- für sich und die Kinder 
erhalte; würden Belege für tiefere Unterhaltsbeiträge eingereicht, würde der Betrag 
selbstverständlich entsprechend korrigiert. Gleiches gelte für die Auslagen für die Fahrt zur Arbeit, 
welche bei monatlich CHF 150.- für den öffentlichen Verkehr von seiner früheren Arbeitsstelle 
belassen worden seien. Auch hier werde der Betrag nötigenfalls korrigiert, sobald die 
entsprechenden Belege vorlägen. Die Abzahlungen bereits bestehender Schulden könnten bei der 
Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums nicht berücksichtigt werden, weil das 
zu einer Bevorzugung einzelner Gläubiger führen würde. 

Erwägungen

1. a) Soweit nicht eine gerichtliche Klage vorgesehen ist, kann gegen jede Verfügung des 
Betreibungsamts mit Beschwerde an die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer des 
Kantonsgerichts als Aufsichtsbehörde gelangt werden (Art. 17 Abs. 1 SchKG; Art. 5 und 7 
Ausführungsgesetz vom 12. Februar 2015 zur Bundesgesetzgebung über Schuldbetreibung und 
Konkurs (AGSchKG, SGF 28.1). Die Beschwerde muss innert zehn Tagen ab dem Zeitpunkt, an 

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dem der Beschwerdeführer von der Verfügung Kenntnis erhalten hat, erhoben werden (Art. 17 
Abs. 2 SchKG).

b) Die angefochtene Verfügung wurde am 3. Juli 2015 per A-Post versandt und dem 
Beschwerdeführer somit frühestens am 4. Juli 2015 zugestellt. Mit Eingabe vom 14. Juli 2015 
erhob der Beschwerdeführer Beschwerde. Diese erfolgte somit innert der 10-tägigen Frist gemäss 
Art. 17 Abs. 2 SchKG.

c) Der Beschwerdeführer reicht seine Eingabe in französischer Sprache ein.

Das Beschwerdeverfahren wird in der Sprache des angefochtenen Entscheides durchgeführt 
(Art. 37 Abs. 1 Gesetz vom 23. Mai 1991 über die Verwaltungsrechtspflege (VRG, SGF 150.1) 
i.V.m. Art. 9 Abs. 2 AGSchKG). Das erstinstanzliche Verfahren wird auf französisch oder auf 
deutsch durchgeführt, je nach der oder den Amtssprachen der Gemeinde des Kantons, in der die 
Partei ihren Wohnsitz, Aufenthalt oder Sitz hat (Art. 36 Abs. 1 VRG). Wenn die Umstände es 
rechtfertigen, insbesondere in einem Verfahren vor einer kantonalen Behörde, kann teilweise oder 
ganz von Regel von Art. 37 Abs. 1 VRG abgewichen werden (Art. 38 Abs. 1 VRG). Gewährt die 
Behörde keine Ausnahme, so weist sie Eingaben einer Partei, die nicht in der Verfahrenssprache 
abgefasst sind, in der Regel zurück, fordert den Verfasser auf, sich dieser Sprache zu bedienen, 
und droht ihm an, auf die Eingabe nicht einzutreten, falls er der Aufforderung nicht innert der 
gesetzten Frist nachkomme (Art. 39 VRG).

Der Beschwerdeführer verzeichnet in K.________ Wohnsitz, mithin in einer deutschsprachigen 
Gemeinde. Das Betreibungsamt verkehrt denn auch in deutscher Sprache mit dem 
Beschwerdeführer und die angefochtene Verfügung ist auf Deutsch abgefasst. Es besteht 
vorliegend keine Veranlassung, die Eingabe zur Übersetzung zurückzuweisen. 

d) Aus der Beschwerdeschrift muss ersichtlich sein, gegen welchen Entscheid sie sich 
richtet, was daran falsch sein soll und was der Beschwerdeführer verlangt. An die Begründung der 
Beschwerde werden keine allzu hohen Anforderungen gestellt; es genügt, wenn sie eine 
verständliche und ausdrückliche Kritik am angefochtenen Entscheid enthält (BGE 118 III 1 E. 2a). 
Mindestens aber muss die Beschwerde einen Antrag und eine summarische Begründung 
aufweisen, ansonsten kann nicht darauf eingetreten werden. 

Die vorliegende Beschwerde enthält zwar keinen Antrag, aber aus der summarischen Begründung 
ist ersichtlich, dass eine Herabsetzung der Lohnpfändung beantragt wird; sie genügt damit den 
Anforderungen, die an eine Laienbeschwerde gestellt werden können.

Auf die form- und fristgerechte Beschwerde ist einzutreten.

2. Sobald das Betreibungsamt während der Dauer einer Lohnpfändung Kenntnis davon erhält, 
dass sich die für die Bestimmung des pfändbaren Betrages massgebenden Verhältnisse geändert 
haben, wird die Pfändung den neuen Verhältnissen angepasst (Art. 93 Abs. 3 SchKG). Das 
Vorgehen des Betreibungsamtes, das nach Kenntnis des neuen Arbeitsverhältnisses des 
Beschwerdeführers am 3. Juli 2015 eine neue Verfügung erlassen hat, um diesem Umstand 
Rechnung zu tragen, ist grundsätzlich nicht zu beanstanden. Der Schuldner ist zur Mitwirkung 
verpflichtet (Art. 91 SchKG), er hat dem Betreibungsamt umfassend Auskunft zu geben, damit 
dieses die Pfändung vollziehen kann. Beim Fehlen sicherer Anhaltspunkte kann es nötigenfalls 
gestützt auf die vorhandenen Indizien Schätzungen vornehmen (BGE 126 III 89 E. 3a). Es hat 
denn auch den Schuldner auf den 23. Juli 2015 vorgeladen um die Pfändung allenfalls 
anzupassen und ihn aufgefordert, die entsprechenden Belege und Quittungen einzureichen.

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3. Der Beschwerdeführer ist der Aufforderung des Betreibungsamtes, verschiedene Belege und 
Quittungen einzureichen, nicht nachgekommen; im Beschwerdeverfahren hat er diverse 
Dokumente eingereicht.

a) Die Beschwerde ist grundsätzlich ein devolutives Rechtsmittel. Mit ihrer Einreichung geht 
die Zuständigkeit auf die Aufsichtsbehörde über und der Beschwerdeentscheid ersetzt prozessual 
die angefochtene Verfügung (BGE 125 II 29 E. 1c). Die neu eingereichten Beweismittel sind daher 
im Rahmen der Rügen zu berücksichtigen.

b) Der Beschwerdeführer beanstandet verschiedene Punkte bei der Festsetzung seines 
Existenzminimums.

aa) Das Betreibungsamt hat im Rahmen der Berechnung des Existenzminimums Einkünfte 
der Partnerin im Betrag von CHF 6‘500.- berücksichtigt. Der Beschwerdeführer rügt, dies sei zu 
hoch, zu berücksichtigen seien lediglich CHF 6‘300.-.

In diesem Punkt ist die Beschwerde gutzuheissen. Konkubinate werden der Ehe 
betreibungsrechtlich gleichgestellt, wenn daraus Kinder hervorgegangen sind, die im gleichen 
Haushalt leben (KUKO SchKG-KREN KOSTKIEWICZ, Art. 93 N 31; BSK SchKG I-VON DER MÜHLL, 
Art. 93 N 24; BGE 130 III 765 E. 2.2; 106 III 11 E. 3d). Dem Konkubinatsverhältnis zwischen dem 
Schuldner und B.________ ist die gemeinsame Tochter C.________ (geb. 23.09.2013) 
entsprungen, folglich ist das Paar unter dem Gesichtspunkt der Notbedarfsermittlung gleich zu 
behandeln wie ein Ehepaar. Der Beschwerdeführer reicht im Beschwerdeverfahren den Entscheid 
des Eheschutzrichters von Sion vom 21. August 2012 ein, aus dem hervorgeht, dass die von 
B.________ bezogenen Unterhaltsbeiträge ab dem 1. September 2013 CHF 6‘300.- betragen 
(Beschwerdebeilage 2, S. 43). Insoweit ist seine Rüge berechtigt und die Verfügung aufzuheben. 
Darüber hinaus wird das Betreibungsamt darauf aufmerksam gemacht, dass die 
familienrechtlichen Unterhaltsbeiträge, die B.________ für die beiden bei ihr lebenden Kinder 
erhält, nicht ihrem Einkommen zuzurechnen sind, da sie ausschliesslich für die Kinder geleistet 
werden und diesen zustehen (Art. 289 Abs. 1 ZGB). Andererseits sind beim Existenzminimum 
keine ausschliesslich für den Unterhalt dieser Kinder bestimmte Positionen (Kinderzuschlag, 
Krankenkassenprämien, Aufwendungen für die Ausübung des Besuchsrechts u.a.) zu 
berücksichtigen, soweit diese in den Kinderalimenten bereits enthalten sind (Urteil KG FR 105 
2014 138 vom 24. Dezember 2014 E. 2b; Urteil BGer 7B.35/2005 vom 24. März 2005 E. 42; BSK 
SchKG I-VON DER MÜHLL, Art. 93 N 35). 

bb) Der Beschwerdeführer rügt sodann, das Betreibungsamt habe lediglich den Betrag von 
CHF 150.- für die Fahrten zum Arbeitsplatz berücksichtigt, obwohl seine effektiven Kosten 
CHF 206.- betrügen.

Das Amt liess den Betrag für die Fahrten zum Arbeitsplatz unverändert; er entspricht den 
effektiven Kosten die für das Benutzen der öffentlichen Verkehrsmittel zwischen K.________ und 
H.________ pro Monat anfallen. Der neue Arbeitsplatz des Beschwerdeführers befindet sich in 
J.________, und es trifft zu, dass damit die Transportkosten höher ausfallen, eine Fahrt nach 
J.________ kostet ihn CHF 11.80, ein Monatsabonnement für die Strecke J.________-
K.________ kostet CHF 206.-, so dass die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Auslagen 
von CHF 206.- in seinem Existenzminimum u berücksichtigen sind. In diesem Punkt ist die 
Beschwerde gutzuheissen.

cc) Der Beschwerdeführer wirft dem Betreibungsamt zudem vor, verschiedene andere 
Auslagen nicht berücksichtigt zu haben, namentlich eine Busse aus einem Strafverfahren sowie 

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Schulden gegenüber dem Sozialdienst der Gemeinde K.________ und der Ausgleichskasse des 
Kantons L.________. Damit macht der Beschwerdeführer sinngemäss die Berücksichtigung 
bestehender Schulden geltend. Die zur Zeit des Pfändungsvollzugs bereits bestehenden Schulden 
dürfen bei der Berechnung des Existenzminimums keinesfalls berücksichtigt werden. Es wird damit 
vermieden, dass nicht betreibende Gläubiger zulasten der betreibenden Gläubiger bevorzugt 
werden (BSK SchKG I-VON DER MÜHLL, Art. 93 SchKG N 33). Bei der Berechnung des 
Existenzminimums berücksichtigte das Betreibungsamt die Ausstände des Beschwerdeführers zu 
Recht nicht, so dass er in diesem Punkt nicht durchzudringen vermag.

Die Beschwerde ist daher teilweise gutzuheissen.

4. Kosten sind keine zu erheben (Art. 20a Abs. 2 Ziff. 5 SchKG). 

Die Kammer erkennt:

I. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. 

II. Das Betreibungsamt des Sensebezirks wird angewiesen, die Lohnpfändung vom 3. Juli 2015 
im Sinne der Erwägungen anzupassen. 

III. Es werden keine Kosten erhoben.

IV. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 10 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Zivilsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen 
Zulässigkeitsvoraussetzungen sind in den Art. 72–77 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das 
Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.

Freiburg, 31. August 2015/aur

Präsidentin Gerichtsschreiberin-Berichterstatterin