# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a477742d-8fc3-58c5-affb-89ba487d9203
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-07-19
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 19.07.2019 UE190066
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE190066_2019-07-19.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: UE190066-O/U/BEE 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Flury, Präsident, die Oberrichterinnen lic. iur. 

C. Gerwig und lic. iur. K. Eichenberger sowie Gerichtsschreiber 

Dr. A. Brüschweiler 

 

Beschluss vom 19. Juli 2019 
 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. X._____,  

 

gegen 

 

1. Unbekannt,  
2. Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
Beschwerdegegnerinnen 

 

betreffend Nichtanhandnahme  
 
Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwalt-
schaft IV des Kantons Zürich vom 1. Februar 2019, B-3/2017/10042899 
 

 

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Erwägungen: 

I. 

 1. Am tt.mm.2017 wurden zwischen ca. 16.45 Uhr und 16.55 Uhr in der 

von B._____ und C._____ gemieteten Wohnung an der …-strasse … in D._____ 

aus einer Glock 19 mehrere Schüsse abgegeben. C._____ erlitt drei Thora-

xdurchschüsse, eine Schussverletzung am rechten Oberschenkel und eine 

Schussverletzung am rechten Arm. E._____ erlitt eine Schussverletzung am 

Oberkörper und musste von der Rega ins Universitätsspital Zürich geflogen wer-

den. B._____ verstarb an den Folgen eines Kopfdurchschusses (Kombination 

Blutverlust und Gehirnverletzung) noch am Tatort (Urk. 10/D1/01/12 im Verfahren 

UH180274). Aufgrund der vorliegenden Untersuchungsergebnisse geht die 

Staatsanwaltschaft davon aus, dass sämtliche Schüsse von B._____ abgegeben 

wurden.  

 2. Am 2. Februar 2018 stellte der Rechtsvertreter von A._____ (nachfol-

gend Beschwerdeführerin), der Mutter des verstorbenen B._____, ein Aktenein-

sichtsgesuch (Urk. 10/D1/10/03 im Verfahren UH180274), worauf die Staatsan-

waltschaft IV des Kantons Zürich dieses Gesuch den Rechtsvertretern von 

C._____ und E._____ mit Schreiben vom 15. Februar 2018 zustellte und Frist zur 

Stellungnahme ansetzte (Urk. 10/D1/10/04 und Urk. 10/D1/10/05 im Verfahren 

UH180274). Während sich E._____ nicht vernehmen liess, liess C._____ mit Ein-

gabe vom 5. März 2018 die folgenden Anträge stellen (Urk. 10/D1/12/04 S. 1 im 

Verfahren UH180274):  

"1. Das Gesuch der Mutter des Verstorbenen um Einsichtnahme in die 

Strafakten sei vollumfänglich abzuweisen.  

 2. Eventualiter sei eine beschränkte Akteneinsicht zu gewähren." 

 

- 3 - 

In ihrem E-Mail an die fallführende Staatsanwältin Corinne Kauf vom 7. Mai 2018 

machte die Beschwerdeführerin insbesondere Folgendes geltend (Urk. 10/D2/ 

01/02 S. 3 f. im Verfahren UH180274):  

"Hr. F._____ [ein Polizeibeamter] sagte mir, dass der zerbrochene Spiegel 

im Gang [der Mietwohnung] irgend wann passiert wäre, genau die Grös-

se/Kopfhöhe von B._____! Dies stimmt nicht, da er vorher noch Besuch hat-

te und der Spiegel in Ordnung war. Auch liegen am Boden Splitter." 

Staatsanwältin Corinne Kauf sandte am 7. Mai 2018 per E-Mail folgende Antwort 

an die Beschwerdeführerin betreffend das von deren Rechtsvertreter gestellte Ak-

teneinsichtsgesuch (Urk. 10/D2/ 01/02 S. 2 f.):  

"Sehr geehrte Frau A._____ 

Ich wurde von F._____ über Ihren Unmut betreffend Akteneinsicht orientiert. 

Ich kann das sehr gut verstehen und es tut mir leid, dass dieser Prozess so 

lange dauert. Aktuell ist es so, dass die Geschädigtenseite nicht mit der 

Herausgabe der gesamten Akten einverstanden ist. Mit einer teilweisen Ak-

teneinsicht wäre man einverstanden. Es wird wahrscheinlich so verlaufen, 

dass ich eine anfechtbare Verfügung erlassen muss, die von den Parteien 

dann weitergezogen werden kann. In dieser Verfügung werde ich Ihnen vor-

aussichtlich Einsicht in gewisse Dokumente einräumen. Sollte die Verfügung 

nicht innert Frist angefochten werden, darf ich Ihnen die erwähnten Akten 

zur Einsicht geben. Sollte die Verfügung angefochten werden, so muss das 

Gericht darüber entscheiden. 

Diese Verfügung kann ich allerdings erst erlassen, wenn ich alle Akten habe. 

Das Obduktionsgutachten fehlt z.B. noch. Ich bitte Sie deshalb noch um et-

was Geduld." 

Mit Schreiben vom 6. Juni 2018 gab der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

gegenüber der Staatsanwaltschaft die Erklärung ab, dass sich seine Mandantin 

am Strafverfahren als Straf- und Zivilklägerin beteiligen und Zivilansprüche gel-

tend machen wolle; im Weiteren stellte er erneut ein Akteneinsichtsgesuch 

- 4 - 

(Urk. 3/3 im Verfahren UH180274). Dieses Gesuch wies die Staatsanwaltschaft 

mit Verfügung vom 16. Juli 2018 vollumfänglich ab (Urk. 5 S. 2 im Verfahren 

UH180274).  

In teilweiser Gutheissung der von der Beschwerdeführerin gegen diese Verfügung 

erhobenen Beschwerde wurde diese mit Beschluss der hiesigen Kammer vom 

1. Oktober 2018 aufgehoben, und die Akten wurden im Sinne der Erwägungen an 

die Untersuchungsbehörde zurückgewiesen (Urk. 19 S. 13). In der Begründung 

dieses Beschlusses wurde festgehalten, dass die Vorbringen der Beschwerdefüh-

rerin in ihrem E-Mail an die fallführende Staatsanwältin Corinne Kauf vom 7. Mai 

2018 als Strafanzeige (insbesondere wegen (versuchter) Körperverletzung und 

Nötigung) qualifiziert werden können und dass aus der mit Schreiben vom 6. Juni 

2018 gegenüber der Staatsanwaltschaft abgegebenen Erklärung (wonach sich die 

Beschwerdeführerin als Straf- und Zivilklägerin am Strafverfahren beteiligen und 

Zivilansprüche geltend machen will) eindeutig hervorgeht, dass sie tatsächlich 

Straftaten anzeigen wollte, die angeblich im Vorfeld der Schussabgaben gegen ih-

ren Sohn begangen worden seien (Urk. 19 S. 10). Im Weiteren wurde in der Be-

gründung des Beschlusses der hiesigen Kammer vom 1. Oktober 2018 ausge-

führt, dass im Falle des Todes der beschuldigten Person das gegen sie geführte 

Strafverfahren einzustellen ist und sich in den Akten keine entsprechende Einstel-

lungsverfügung befand, weshalb das gegen B._____ geführte Strafverfahren [in 

jenem Zeitpunkt] noch pendent war. Bei dieser Sachlage hatte die Staatsanwalt-

schaft zu bestimmen, ob sie (1.) ihren Entscheid betreffend Eröffnung eines Straf-

verfahrens aufgrund der von der Beschwerdeführerin erstatteten Strafanzeige 

bzw. betreffend Erlass einer Nichtanhandnahmeverfügung im Rahmen des pen-

denten Strafverfahrens fällt (und die beiden Verfahren somit vereinigt) oder aber 

(2.) ein separates Verfahren eröffnet; im zweiten Fall war die Staatsanwaltschaft 

verpflichtet, im separaten Verfahren diejenigen Akten aus dem gegen B._____ 

geführten Strafverfahren beizuziehen, auf welche sie ihren Entscheid betreffend 

Eröffnung eines Strafverfahrens bzw. Erlass einer Nichtanhandnahmeverfügung 

stützt. Im Weiteren wurde in der Begründung des Beschlusses der hiesigen 

Kammer vom 1. Oktober 2018 festgehalten, dass die Beschwerdeführerin in die-

sem separaten Verfahren Partei ist, ihrem Rechtsvertreter ein uneingeschränktes 

- 5 - 

Akteneinsichtsrecht zusteht und die Staatsanwaltschaft gestützt auf Art. 108 

Abs. 1 lit. b StPO zu entscheiden hat, ob und inwieweit sie das Einsichtsrecht der 

Beschwerdeführerin einschränken will (Urk. 19 S. 11). In der Folge legte die 

Staatsanwaltschaft unter der Verfahrensnummer 2017/10042899 ein neues Dos-

sier an und führte als geschädigte Person B._____, als beschuldigte Person Un-

bekannt und als Straftatbestände Körperverletzung/Nötigung auf (Urk. 17).  

 3. Mit Verfügung vom 1. Februar 2019 nahm die Staatsanwaltschaft eine 

Untersuchung betreffend Körperverletzung/Nötigung nicht an Hand (Urk. 3). Ge-

gen diese Nichtanhandnahmeverfügung liess die Beschwerdeführerin mit Eingabe 

vom 11. März 2019 innert Frist Beschwerde erheben und die folgenden Anträge 

stellen (Urk. 2 S. 2):  

"1. Es sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 1. Februar 2019 

aufzuheben.  

2. Es sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, gestützt auf Art. 309 

Abs. 1 lit. a StPO eine Strafuntersuchung gegen Unbekannt zu eröff-

nen.  

3. Es sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, entsprechend auf die 

Strafanzeige von Frau A._____ einzutreten. 

4. Es sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, die notwendigen Ermitt-

lungshandlungen vorzunehmen und nach Abschluss der Untersuchun-

gen den Parteien das rechtliche Gehör zu gewähren und eine Schluss-

mitteilung zuzustellen, in welcher sie ankündigt, ob sie Anklage erhebt 

oder das Verfahren einstellt." 

Mit Verfügung vom 18. März 2019 wurde der Beschwerdeführerin aufgegeben, 

eine Prozesskaution von einstweilen Fr. 2'000.- zu leisten (Urk. 5), worauf am 

28. März 2019 eine entsprechende Geldzahlung erfolgte (Urk. 12). Nachdem der 

Staatsanwaltschaft mit Verfügung vom 4. April 2019 Frist zur Stellungnahme an-

gesetzt worden war (Urk. 13), liess sie sich innert angesetzter Frist nicht verneh-

men. Das Verfahren erweist sich damit als spruchreif. 

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Infolge Neukonstituierung der Kammer ergeht der vorliegende Beschluss in teil-

weise anderer als der angekündigten Besetzung.  

 

II.  

1. Begründung der Staatsanwaltschaft zur Nichtanhandnahmeverfügung 

Die Staatsanwaltschaft begründete ihre Nichtanhandnahmeverfügung im Wesent-

lichen damit, aufgrund des gesamten Spurenbildes, der Feststellungen des Insti-

tuts für Rechtsmedizin, der befragten Auskunftspersonen und der Aussagen der 

Geschädigten C._____ und E._____ habe zweifelsfrei erstellt werden können, 

dass B._____ durch die Abgabe von mehreren Schüssen zunächst die beiden 

Geschädigten schwerwiegend verletzt und sich anschliessend durch einen aufge-

setzten Kopfschuss suizidiert habe. Es hätten keine Hinweise auf ein strafrecht-

lich relevantes Verschulden der beiden Geschädigten oder weiterer Personen ge-

funden werden können. Am Tatort sei durch das Forensische Institut eine umfas-

sende Spurensicherung durchgeführt worden. Insbesondere sei auch nach Pro-

jektileinschlagstellen gesucht worden, um den Verlauf der Schusslinien bestim-

men zu können. Gemäss dem Bericht des Forensischen Instituts vom 25. Januar 

2018 habe festgestellt werden können, dass eines der Projektile in der Nordwand 

des nördlich gelegenen Schlafzimmers eingeschlagen und unter dem fensterseiti-

gen Schreibpult zu liegen gekommen sei. Bei der Rekonstruktion dieser Schussli-

nie habe festgestellt werden können, dass das Projektil vorgängig beim grossen 

Wandspiegel im Korridor das Spiegelglas und nachfolgend den seitlichen Holz-

rahmen beschädigt habe. Auch die weiteren Ermittlungen hätten keinerlei Hinwei-

se darauf ergeben, dass in der Wohnung eine Auseinandersetzung stattgefunden 

hätte, bei welcher B._____ mit dem Kopf gegen den Spiegel gestossen worden 

wäre. Es sei somit erstellt, dass B._____ den Spiegel am tt.mm.2017 selbst durch 

eine Schussabgabe beschädigt habe (Urk. 3 S. 1 ff.).  

 

 

- 7 - 

2. Begründung der Beschwerde 

Zur Begründung ihrer Beschwerde liess die Beschwerdeführerin im Wesentlichen 

vorbringen, die Staatsanwaltschaft habe die Nichtanhandnahme unter derselben 

Verfahrensnummer wie das bisherige Verfahren verfügt. Formell sei nie ein Ver-

fahren eröffnet worden, weshalb davon auszugehen sei, dass die Staatsanwalt-

schaft die Verfahren vereinigt habe. Damit sei der Beschwerdeführerin das unein-

geschränkte Akteneinsichtsrecht zu gewähren. Die Staatsanwaltschaft habe ihre 

Nichtanhandnahmeverfügung einzig damit begründet, dass aufgrund der bereits 

durchgeführten Ermittlungen (welche die Beschwerdeführerin nicht habe einsehen 

können) keinerlei Hinweise bestünden, dass eine Auseinandersetzung stattgefun-

den habe, bei welcher B._____ mit dem Kopf gegen den Spiegel gestossen wor-

den sei. Die Staatsanwaltschaft habe sich nicht materiell mit den Tatbestandsvo-

raussetzungen auseinandergesetzt und diesbezüglich die Verfügung begründet. 

Damit impliziere sie, dass bei einer Prüfung des Sachverhalts aufgrund der ihr be-

reits bekannten Ermittlungsergebnisse wohl eher kein Schuldspruch erfolgen 

würde. Dadurch verwehre sie der Beschwerdeführerin die Wahrung ihrer Rechte 

und unter anderem das Recht, sich zum Verfahren zu äussern und Beweisanträ-

ge zu stellen (Urk. 2 S. 5 ff.). 

 

3. Rechtliches und Folgerungen 

 a) Vorab ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin in der Begründung 

ihrer Beschwerde zwar wiederum geltend macht, ihr sei in beiden Strafverfahren 

(und somit auch in dem gegen B._____ geführten Strafverfahren) das uneinge-

schränkte Akteneinsichtsrecht zu gewähren, sie im vorliegenden Beschwerdever-

fahren jedoch keinen entsprechenden Antrag auf uneingeschränkte Akteneinsicht 

in beiden Strafverfahren stellen liess.  

Die Staatsanwaltschaft hat die in der Begründung des Beschlusses der hiesigen 

Kammer vom 1. Oktober 2018 erwähnte zweite Variante (Urk. 19 S. 11) gewählt, 

indem sie für das separate Verfahren betreffend Körperverletzung/Nötigung, in 

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welchem B._____ als Geschädigter aufgeführt ist, ein neues Dossier (Urk. 17) an-

legte und in diesem separaten Verfahren diejenigen Akten aus dem gegen 

B._____ geführten Strafverfahren beizog, auf welche sie ihren Entscheid betref-

fend Erlass einer Nichtanhandnahmeverfügung stützte. In diesem Dossier ist ins-

besondere der Untersuchungsbericht des Forensischen Instituts Zürich vom 25. 

Januar 2018 enthalten, in welchem unter dem Titel "Spurensicherung am Tatort" 

Folgendes ausgeführt wird (Urk. 17/2/1 S. 3):  

"Ein Projektil war in die Nordwand des nördlich gelegenen Schlafzimmers 

eingeschlagen und unter dem fensterseitigen Schreibpult zu liegen gekom-

men. Dieses Projektil hatte vorgängig bei einem grossen Wandspiegel im 

Korridor das Spiegelglas und nachfolgend den seitlichen Holz-Rahmen be-

schädigt." 

Die Beschwerdeführerin ist im vorliegenden Verfahren durch einen Rechtsanwalt 

vertreten, dem die Ausübung des Rechts auf Einsicht in die separaten Akten des 

Verfahrens betreffend Körperverletzung/Nötigung sowohl bei der Staatsanwalt-

schaft als auch bei der Beschwerdeinstanz (welche die Strafakten praxisgemäss 

beizieht) offengestanden ist und nach wie vor offensteht (wie in der Begründung 

des Beschlusses der hiesigen Kammer vom 1. Oktober 2018 festgehalten wurde). 

Offenbar hat er diese Möglichkeit nicht genutzt. Bei dieser Sachlage wurde das 

Recht auf Akteneinsicht nicht verletzt.  

b) Gemäss Art. 309 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Eröff-

nung einer Untersuchung, wenn sich aus den Informationen und Berichten der 

Polizei, aus der Strafanzeige oder aus ihren eigenen Feststellungen ein hinrei-

chender Tatverdacht ergibt, wenn sie Zwangsmassnahmen anordnet sowie wenn 

sie von der Polizei über schwere Straftaten oder andere schwer wiegende Ereig-

nisse informiert wurde. Gelangt sie hingegen zum Schluss, dass die fraglichen 

Straftatbestände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind, 

Verfahrenshindernisse bestehen oder gemäss Art. 8 StPO aus Opportunitäts-

gründen auf eine Strafverfolgung zu verzichten ist, verfügt sie die Nichtanhand-

nahme (Art. 310 Abs. 1 StPO). Der Zweck der Untersuchung besteht nach 

Art. 308 Abs. 1 StPO darin, den Sachverhalt so weit zu ermitteln, dass das Vor-

- 9 - 

verfahren entweder mit einem Strafbefehl, einer Anklage oder einer Einstellung 

abgeschlossen werden kann. Bei der Verfolgung dieses Zwecks steht der Staats-

anwaltschaft ein gewisser Ermessensspielraum zu. Dies bedeutet unter anderem, 

dass die Staatsanwaltschaft nicht jeglicher Spur und jedem Hinweis nachzugehen 

hat, auch wenn sich eine beschuldigte Person oder ein Geschädigter solches vor-

stellt. Die Staatsanwaltschaft darf dann die Untersuchung - z.B. aufgrund einer 

Anzeige - nicht an Hand nehmen, wenn mit Sicherheit feststeht, dass der zur Be-

urteilung vorliegende Sachverhalt unter keinen Straftatbestand fällt oder wenn mit 

anderen Worten eine Anzeige von vornherein aussichtslos ist, weil offensichtlich 

keine Straftatbestände oder Prozessvoraussetzungen erfüllt sind. Ebenso ist kei-

ne Untersuchung an Hand zu nehmen, wenn Prozesshindernisse wie z.B. Verjäh-

rung gegeben sind. Eine Nichtanhandnahmeverfügung darf jedoch nicht ergehen, 

wenn es bloss zweifelhaft ist, ob ein Straftatbestand vorliegt (vgl. zum Ganzen: 

Schmid/Jositsch, Handbuch des schweiz. Strafprozessrechts, 3. Auflage, Zürich/ 

St. Gallen 2017, N 1231; Schmid/Jositsch, StPO Praxiskommentar, 3. Auflage, 

Zürich/St. Gallen 2017, Art. 309 N 3 f., Art. 310 N 1 ff.; Nathan Landshut, in: Do-

natsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur StPO, 2. Auflage, Zürich 2014, Art. 309 

N 11-14, N 19-23, Art. 310 N 2 ff.). 

Im Rahmen ihrer Strafanzeige vom 7. Mai 2018 brachte die Beschwerdeführerin 

als Verdachtsmoment einer Körperverletzung/Nötigung einen zerbrochenen Spie-

gel am Tatort vor. Die Ursache dieser Sachbeschädigung konnte aufgrund der 

Ergebnisse des Untersuchungsberichts des Forensischen Instituts Zürich vom 

25. Januar 2018 eindeutig abgeklärt werden (siehe oben Kapitel 3.a). Andere 

Verdachtsmomente (beispielsweise Verletzungen von B._____ und/oder Spuren 

in der Wohnung, die auf ein Kampfgeschehen hindeuten) ergeben sich weder aus 

den Akten noch wurden solche in der Beschwerdeschrift geltend gemacht. Bei 

dieser Sachlage ist ein hinreichender Tatverdacht zu verneinen. 

 c) Soweit die Beschwerdeführerin rügen lässt, die Staatsanwaltschaft ha-

be ihr die Wahrung ihrer Rechte und unter anderem das Recht, sich zum Verfah-

ren zu äussern und Beweisanträge zu stellen, verwehrt, ist Folgendes festzuhal-

ten: Nachdem die hiesige Kammer in der Begründung ihres Beschlusses vom 

- 10 - 

1. Oktober 2018 ausgeführt hatte, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin in 

ihrem E-Mail an die fallführende Staatsanwältin Corinne Kauf vom 7. Mai 2018 als 

Strafanzeige (insbesondere wegen (versuchter) Körperverletzung und Nötigung) 

zu qualifizieren sind, stand es ihr offen, diese Strafanzeige zu ergänzen und Be-

weisanträge zu stellen. Darüber hinaus hatte ihr Rechtsvertreter - wie bereits in 

Kapitel 3. a) ausgeführt - die Möglichkeit, Einsicht in die Akten zu nehmen und 

darzulegen, inwiefern trotz der eindeutigen Ergebnisse des Untersuchungsbe-

richts des Forensischen Instituts Zürich vom 25. Januar 2018 bezüglich der Ursa-

che der Beschädigung des Spiegels noch ein hinreichender Tatverdacht einer 

Körperverletzung bzw. Nötigung von B._____ bestehen soll. Bei dieser Sachlage 

ist eine Verletzung der Parteirechte der Beschwerdeführerin zu verneinen. 

Zusammenfassend ist die Beschwerde abzuweisen.  

 

III.  

Ausgangsgemäss sind die Kosten für das Beschwerdeverfahren der Beschwerde-

führerin aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Gerichtsgebühr ist in Anwen-

dung von § 17 GebV OG auf Fr. 1'200.– festzusetzen und mit der geleisteten Pro-

zesskaution von Fr. 2'000.– zu verrechnen. Im Restbetrag ist die Kaution - unter 

Vorbehalt des Verrechnungsrechts des Staates - der Beschwerdeführerin zurück-

zuerstatten. 

 

- 11 - 

Es wird beschlossen: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 1'200.– fest-

gesetzt, der Beschwerdeführerin auferlegt und mit der geleisteten Prozess-

kaution von Fr. 2'000.- verrechnet. 

Der Restbetrag der Kaution (Fr. 800.–) wird der Beschwerdeführerin unter 

Vorbehalt des Verrechnungsrechts des Staates zurückerstattet. 

3. Schriftliche Mitteilung an: 

− RA Dr. X._____, in zweifacher Ausfertigung, für sich und zuhanden der 
Beschwerdeführerin (per Gerichtsurkunde) 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (gegen Empfangsbestäti-
gung) 

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 
Rechtsmittel an: 

− die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch) 
− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich unter gleichzeitiger Rück-

sendung der beigezogenen Akten [Urk. 17] (gegen Empfangsbestäti-
gung) 

4. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 
Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der 

in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich 

einzureichen. 

- 12 - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Zürich, 19. Juli 2019 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
 

Präsident: 
 
 
 

lic. iur. A. Flury 

Gerichtsschreiber: 
 
 
 

Dr. A. Brüschweiler 
 
 
 

	Beschluss vom 19. Juli 2019
	 Erwägungen:
	I.
	II.

	1. Begründung der Staatsanwaltschaft zur Nichtanhandnahmeverfügung
	3. Rechtliches und Folgerungen
	III.

	Der Restbetrag der Kaution (Fr. 800.–) wird der Beschwerdeführerin unter Vorbehalt des Verrechnungsrechts des Staates zurückerstattet.
	 RA Dr. X._____, in zweifacher Ausfertigung, für sich und zuhanden der Beschwerdeführerin (per Gerichtsurkunde)
	 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich unter gleichzeitiger Rücksendung der beigezogenen Akten [Urk. 17] (gegen Empfangsbestätigung)

	4. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bunde...
	Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsgesetzes.