# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ecf5bec1-514e-5dec-8d76-193672b7c288
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-03-22
**Language:** de
**Title:** Leistungseinstellung nach Sturz in der Badewanne mit Prellungen; Status quo sine in Bezug auf persistierende Knie- und Schulterbeschwerden (spätestens) acht Wochen nach dem Unfall erreicht.
**Docket/Reference:** UV.2015.00199
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2015.00199.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2015.00199
III. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Fehr als Einzelrichterin
Gerichtsschreiber Nef
Urteil
vom
22. März 2017
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG
Dr.
iur
.
Y.___
, Leistungen und Services Zürich
Postfach, 8010 Zürich
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1972,
erfüllte seit 1.
August
2013 die Anspruchsvor
aussetzungen zum Bezug einer Entschädigung der A
rbeitslosenversicherung
und war bei der
Suva
gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert
(
Urk.
8/3
Ziff.
8)
.
Mit Schadenmeldung vom
6. J
anuar
2015
wurde
mitgeteilt, dass
X.___
am 8. Dezember 2014
beim Duschen in der Ba
dewanne
gestürzt sei und sic
h an der rechten Körperseite Pre
llungen zugezo
gen habe (
Urk.
8/3
).
Die Suva
trat auf den Schadenfall ein,
erbrachte die ge
setzlichen Leistungen
(Taggeld und Heilbehandlung)
und teilte am
9. Februar 2015
den Fallabschluss
per Mitteilungsdatum
sowie
die
Ablehnung von wei
teren Versicherungsleistungen mit (
Urk.
8/30).
Auf
Ersuchen
des Versicherten vom 15. Juni 2015 (
Urk.
8/47) hin,
wonach die Taggeldleistungen
bis Ende Februar 2015 auszurichten oder eine
ein
sprachefähige
Verfügung zu erlassen sei,
erliess
die Suva
am
10. August 2015
eine
Verfügung
im angekündigten Sinne
und stellte
ihre Leistungen
per 9
.
Februar 2015 ein (
Urk.
8
/
51). Die vom Versicherten am 24. August 2015
erhobene Einsprache (
Urk.
8
/
52
) wies die
Suva
mit Entscheid vom 18.
September 2015
ab (
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
erhob der Versicherte am 5. Oktober 2015 Beschwerde und beantragte, di
eser sei aufzuheben und die Versicherungs
leistungen (Taggeld und Heilkosten)
seien
bis zum 28. Februar 2015 zu er
bringen
(
Urk.
1 S. 2
). Die Suva
schloss
in ihrer Beschwerdeantwort vom
2.
November 2015
(
Urk.
11) auf Abweisung der Beschwerde, wovon dem Beschwerdeführer am
4. November 2015
Kenntnis
gegeben wurde (
Urk.
9
).
Die Einzelrichterin
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
gesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Än
derung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufs
krankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 8. Dezember 2014 ereignet, wes
halb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegen
den Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu.
1.
3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, In
va
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetr
eten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten ge
dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es
ge
nügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Stö
rung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im
Sozialversicherungs
recht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin
den hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für
die Be
gründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf
unfall
fremden
Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesund
heitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von
unfall
bedingten
Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialver
sicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gege
ben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese
Beweis
grundsätze
gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfol
gen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend
(
Urteil des Bundesge
richts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine
Teilursächlich
keit
für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch
Pflege
leistungen
und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heil
behandlungskosten
nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.
6
D
en
Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
bb
/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen
Be
weiseignung
kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gericht
lichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger ver
anlassten Gutachten unabhängiger Sachverständiger. Soll ein Versiche
rungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versi
cherungsinternen
ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2; BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_348/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 2.4).
2.
2.1
Die Beschwerdege
gnerin begründet
ihren Entscheid
(
Urk.
2)
mit der
kreisärztli
chen
Beurteilung von
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt für Orthopä
die Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH
,
der
darge
legt habe, dass es durch den Unfall vom 8. Dezember 2014 nicht zu trauma
tischen Läsionen, sondern lediglich zu Prellungen gekommen sei und diese spätestens acht Wochen nach dem Unfallereignis abgeklungen seien. Der
status
quo sine sei damit erreicht worden. Eine davon abweichende, be
grün
dete ärztliche Kausalitätsbeurteilung liege nicht vor, sei
einspracheweise
auch nicht
vorgebracht
worden und
die Ausführungen des Kreisarzte
s deckten sich mit den übrigen medizinische
Akten
(
S.
10 f.). Mit
dem
Kreisarzt sei somit davon au
szugeh
en, dass das Ereignis vom 8. Dezember
2014 mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit nur zu einer
vorübergehenden Verschlimmerung
des krankhaften Vorzustandes am rechten Knie und
an der rechten Schulter geführt habe
und der
status
quo sine acht Wochen nach dem Unfall erreicht
worden sei
.
Damit entfalle
auch
die Prüfung des adäquaten Kausalzusa
m
menhangs und die Versicherungsleistungen
seien
per 9.
Februar 2015 zu Recht eingestellt worden
(S. 12)
.
2.2
Der Beschwerdeführer machte dagegen gelten
d
(
Urk.
1)
,
da der ange
fochtene Entscheid davon ausgehe
, dass auf die
neue
kreisärztliche Beurteilung vom 2
2.
Juli 2015 abzustellen sei und die Beschwerdegegnerin
v
on der
Rechts
vertretung
durch die CAP-Rechtsschutzversicherung seit Februar 2015 ge
wusst habe,
hätte
sie diese z
ustellen müssen.
Dies
sei aber nicht geschehen. Damit
liege
eine Verletzung des rechtlichen Gehörs
vor.
Deshalb sei der
an
gefochtene Entscheid aufzuheben
und auf
die von der Gehörsverletzung be
troffene k
reisärztliche Beurteilung
dürfe
nicht
abgestellt werden
(
Ziff.
1.2)
.
Auch gehe aus den
medizinischen
Berichten von
Dr.
A.___
und
Dr.
B.___
,
unmissverständlich hervor, dass die gesundheitlichen
Beschwerden auf den Unfall vom
8. Dezember 201
4
zurückzuführen seien und auch für die Zeit vom 9. bis zum 28. Februar 2015 zu einer vollen Arbeitsunfähigkeit geführt h
ätten
. Es
seien
damit der Unfall, die Arbeitsunfähigkeit
sowie auch die Kausalität objektiv ausgewiesen. Der Beschwerdeführer
sei
im Rahmen des Möglichen um Überwindung
der Arbeitsunfähigkeit bemüht und habe sich  selbst per 3. März 2015 eine 100%
ige Arbeitsunfähigkeit
(gemeint wohl Ar
beitsfähigkeit)
attestieren lassen, um d
ie Chancen auf dem Arbeitsmarkt
zu erhöhen. Folglich
sei
der Anspruch auf ein volles T
aggeld bis zum 28.
Februar 2015
ausgewiesen
(
Ziff.
2.2)
.
2.3
Strittig ist der Leistungsanspruch für die Zeit vom 9. bis 28. Februar 2015. Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
3.
3.1
Zunächst ist auf den
in der Beschwe
rde erhobenen formellen Einwand einer Verletzung des rechtlichen Gehörs
einzugehen
.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im
Einspracheentscheid
massgeblich auf die Einschätzung ihres Kreisarztes
Dr.
Z.___
ab. Dessen Stellung
nahme
vom 2
2.
Juli 2015
(
Urk.
8/50)
hatte sie bereits vor Erlass der Verfü
gung vom 10. August 2015 eingeholt. Der Beschwerdeführer
rügte
in diesem Zusammenhang
,
diese
Stellungn
a
h
me
hätte ihm zugestellt werden müssen
(E. 2.2 hiervor)
.
Vor Erlass ihres Schreibens vom
9. Februar 2015
respektive der Verfügung vom
10. August 2015
holte die
Beschwerdegegnerin
bei den behandelnden Ärzten die erforderlichen Auskünfte ein. Zudem liess sie
durch ihren Kreis
arzt
Dr.
Z.___
zur Sache Stellung nehmen (
Urk.
8/
23,
Urk.
8/28
und
Urk.
8/50
). Damit erfüllte sie ihre
Abklärungspflicht (
Art.
43 des Allgemeinen Teils des S
ozialversicherungsrechts, ATSG)
bereits im Verwaltungsverfahren
noch
vor E
rlass
einer Verfügung.
Das
Einspracheverfahren
dient
einerseits
der verfügenden Stelle dazu, den von ihr gefällten Entscheid erneut zu über
prüf
en (
Kieser
, ATSG-Kommentar, 2015, 3. Auflage,
Art.
52
Rz
24
)
und an
dererseits der Gehörsgewährung (
Art.
42 ATSG). Die Beschwerdegegnerin hat daher vor Verfügungserlass von sich aus keine Akten zuzustellen. Es hätte dem - fachkundig vertretenen - Beschwerdeführer oblegen, im
Einsprache
verfahren
Akteneinsicht zu verlangen, was er unterlassen hat (Urk.
8/52). Dieses Versäumnis hat er indes selbst zu vertreten.
Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt damit nicht vor.
3.2
Materiell
zu prüfen
ist
, ob die Beschwerdegegnerin ihre
Leistungspflicht
über
den 8
.
Februar 2015 hinaus
bis 28. F
ebruar 2015 zu Recht verneint
e.
4
.
4
.1
Im Kurzaustrittsbericht des
C.___
vom 8. Dezember 2014
(
Urk.
8/22)
, wiesen die Ärzte auf die Selbstzuweisung des Beschwerdeführers vom
selben Tag
hin.
Dieser
habe
berichte
t
,
er sei
am Morgen
in der Bade
wanne auf die rechte Seite ge
stürzt
. Seit
dem habe er
Schmerzen in der
rechten
Schulter und im
rechten Knie
und zudem ein Kribbelgefühl in den
Fingern
der rechten Hand. Den Kopf habe er sich nur leicht angeschlagen. Erbrechen, Ü
b
elkeit, Bewusstlosigkeit,
Sehstörungen
seien verneint worden.
Im Untersuchungsbefund hielten die Ärzte fest, am Kopf bestehe kein
Kalotten
kompressionsschmerz
, die Pupillen seien beidseits direkt und indirekt prompt l
ichtreagibel und der Hirnnerven
status sei unauffällig. Die rechte Schulter sei im Integument reizlos mit
Druckdole
nz
. Die p
eriphere Durch
blutung und Motorik sei
en
intakt. An der rechten Hand bestünden keine Schwellung, Rötung oder
Druckdolenz
. Die Sensibili
tät der Finger
palmarsei
tig
sei
gemindert
und die
D
urchblutung und Motorik intakt. Das Integument am rechten
Knie
sei reizlos, intakt, ohne Rötung, Schwellung oder Überwär
mung und ohne
Erguss.
Es bestehe eine
Druckdolenz
über
dem lateralen Ge
lenkspalt und
Fibulaköpfchen
. Die Patella sei
druckdolent
und gut
verschieb
lich
,
die PDMS (
p
eriphere Durchblutung, Motorik und
Sensibilität
) sei intakt und im
R
adiologiebefund
des
rechten Knies
und der
rechten Schulter
vom
8. Dezember 2014 zeigten sich keine Hinweise auf frische Frakturen.
Die Ärzte verordneten Analgesie und die Ruhigstellung im
Gilchrist
-Verband für eine
Woche
sowie
die
Mobilisation nach
Massgabe der Beschwerden
. Da
nach
sei
eine
klinische Nachkontrolle der rechten Schulter und des rechten
Knies
mit
Reevaluation
der
Diagnostik
mittels
MRI
(
Magnetresonanztomo
graphie
) vorgesehen
.
Es wurde
eine Arbeitsunfähigkeit von
100
%
vom 8. Dezember 2014 bis 15. Dezember 2014
attestiert
(
vgl. auch
Urk.
8/9
und
Urk.
8/10
).
4
.2
Im Sprechstundenbericht des
C.___
vom
5. Januar 2015
(
Urk.
8/5)
hielten
Dr.
med.
A.___
, Co-Chefarzt Chirurgie, und
Dr.
med.
D.___
, Oberärztin Chirurgie, die folgenden Diagnosen fest:
-
Schulterkontusion rechts vom
8. Dezember 2014
.
-
Kniedisto
rsion/Kontusion rechts vom 8. Dezember
2014
.
-
Chondropathia
patellae
Grad III
.
-
Kribbelparästhesien
Hand rechts DD
(Differentialdiagnose)
Diskushernie HWS
(Halswirbelsäule)
.
Zu
m MRI der Schulter
rechts vom 23. Dezember 2014
(
Urk.
8/8)
be
merkten die Ärzte
, die
Beurteilungsmöglichkeit
sei
wegen massiver
Bewegungsarte
fakte
eingeschränkt
. Es
ergebe sich
kein Hinweis auf eine
Humeruskopf
- Infraktion/Fissur und
es bestünden
eine regelrechte Artikulation ohne groben Anhalt für e
ine
Rotatorenmanschettenläsion
und im
dorsalen
Supraspi
natussehnenansatz
ein sehr kleines, vorbestehendes Kalkdepot.
Zu
m MRI des rechten Knies vom 31. Dezember 2014
hielten die zuständigen Ärzte fest,
die Beurteilbarkeit
sei
bei
deutlichen
Bewegungsartefakten
einge
schränkt. Es bestünden d
egenerative Veränderungen im
Hinterhorn
des
In
nenmeniskus
ohne Riss
.
Der Radiologe ersah zudem
eine
Chondropathia
pa
tellae
Grad III
(
Urk.
8/11)
.
Die untersuchenden Ärzte führten aus, k
linisch zeige sich eine diffuse
Druck
dolenz
im Bereich der rechten Schulter, vor allem muskulär und im Knie rechts eine minime
Druckdolenz
im Bereich des lateralen Gelenksspaltes, ohne Erguss und
ohne positive Meniskuszeichen.
Es wurde
ein konservatives Vorgehen m
it Physiotherapie empfohlen
und
aufgrund der Muskelverhärtung
das Medikament
Sirdalud
verschrieben
. B
ezüglich der
Kribbelparästhesien
wiesen die Ärzte auf ein
Aufgebot bei
der
Ne
urologie
hin
und
attestierten vom 8.
Dezember 2014 bis 16. Januar 2015 ei
ne Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
Urk.
8/5, vgl. auch
Urk.
8/8 und
Urk.
8/11).
4
.3
I
m Bericht vom 30. Januar 2015
stellte
Dr.
med.
B.___
, Facharzt FMH für Neurologie und Konsiliararzt am
C.___
,
die
folgenden
Diag
nosen
:
Sturz mit
Schulterkon
tusion rechts
am 8. Dezember 2014, lo
kale Schulterprobl
ematik mit Verdacht auf eine
Rotatorenmanschettenläsion
, leichtes CTS (Karpaltunnelsyndrom) rechts
, Verdacht auf
Binnenläsion im rechten Knie
,
Diabetes mellitus Typ
2.
D
er Beschwerdeführer
präsentiere
sich mit einem
leichten CTS rechts im Anschluss an einen Sturz am 8. Dezember 2014. Das CTS dürfte für die Missempfindungen in der rechten Hand verant
wortlich sein, eigentliches Hauptproblem seien aber belastungsabhängige und invalidisierende Schmerzen im Bereich der rechen Schulter und im rechten Knie als Folge des Unfalls.
Es
sei ein Versuch mit einer volaren Handgelenksschiene zur Nacht vorgeschlagen worden
(
Urk.
8/25)
.
4
.4
Im Sprechstundenbericht vom 25. Februar 2015 über die Untersuchung vom 19. Februar 2015 vermerkte
Dr.
A.___
, der deutlich übergewichtige Be
schwerdeführer gehe
ohne Stöcke
betont vorsichtig und langsam. Sowohl die Untersu
chung der rechten Schulter als auch
des rechten Kniegelenks seien aktuell unergiebig, da
der Beschwerdeführer
bei allen aktiven und passiven Manipulationen sta
rke Schmerzen ang
ebe
. Die Schulter rechts weise äusser
lich keine Auffälligkeiten und symmetrische Befunde auf. Eine lokalisierte
Druckdolenz
liege nicht vor, die Schulter sei aber diffus leicht
druckdolent
. Das Knie rechts zeige keinen
Erguss, keine Überwärmung und
keine Schwel
lung.
Die Bewegungen seien langsam
,
vorsichtig
und
unter
Schmerzangabe
n.
Soweit beurteilbar
,
bestehe keine Bandinstabilität. Eine genaue Untersuchung sei
, wie an der Schulter
auch
am Knie wegen schmerzhafter Ans
pannung nicht
möglich.
Er
legte da
r
,
a
nhand der
aktuellen
,
wenig ergiebigen
klini
schen Untersu
chung
und an
hand
der schon vorliegenden
MRI
des Schultergelenks rechts und des Kniegelenks rechts könn
t
e
n
keine relevante
n
Verletzung
en
an der rechten Schulter oder am rechten Knie diagnostiziert werden. Die
Befundung in den
beiden
MRI
seien
durch die Bewegungsartefakte etwas erschwert ge
wesen
. E
s
hätten jedoch sowohl am Knie
wie auch an der Schulter
eine
rele
vante Verletzung
der Bänder, der
Ro
tatorenmanschette
, des Knochens
oder des Knorpels ausgeschlossen werden
können und
sich ledig
lich degenerative Veränderungen
im
Hinterhorn
des Innenmeniskus rechts
sowie eine
Chondropathie
retropatellar Grad II gezeigt.
Der Beschwerdeführer sollte
jetzt wieder teilweise arb
eitsfähig sein und zu
dem müsse
er ja auch zuerst noch eine Stelle im RAV fi
nden. Das Ausmass der Schmerzen scheine doch
etwas überproportional im Verhältnis zu den Verletzungen.
Er
habe
ihn
auf den 1. März 2015
z
u 50
%
arbeitsfähig ge
schrieben. Der Beschwerdeführer müsse
sich dann auf dem RAV um eine Anstellung bemühen. Die
Physiotherapie
werde
wohl weiter
durchgeführt werden
müssen, mit der klaren Ab
sicht
,
die Arbeitsfähigkeit in der Folge
steigern zu können, damit er reel
le Chancen auf dem Arbeitsmarkt habe
.
Weitere Kontrollen
seien
nicht geplant
und die weitere Betreuung
gegebe
nenfalls durch den SUVA-Kreisarzt
zu beurteilen
(
Urk.
8/41)
.
4
.5
Dr.
med.
E.___
, Allgemeine Medizin FMH, wies im Bericht vom 25. März 2015 darauf hin, dass sie den Beschwerdeführer als neue Hausärztin seit Ja
nuar 2015 kenne. Er sei durch
Dr.
A.___
ab dem 1. März 2015 zu 50
%
ar
beitsfähig geschrieben worden und da er via RAV eine Arbeitsstelle suchen
müsse, habe sie ihm, um seine Chancen auf
dem Arbeitsmarkt zu erhöhen,
ab dem
3.
März 2015
auf
dessen
Wunsch
hin
eine
100%
ige
Arbeitsfähigkeit at
testiert für körperlich leic
hte Arbeiten, welche die rechte
Schulter und das
rechte Knie nicht stark belast
en
, ohne He
ben schwerer Lasten, ohne Gehen
längerer Stre
cken und ohne kniende Arbeiten.
Als internistische Hausärztin
könne sie
die Frage, inwieweit die aktue
ll bestehenden Beschwerden noch
in direktem Zu
sammenhang mit dem Unfall stünden
, nicht schlüssig beantwor
ten
(
Urk.
8/46)
.
4
.6
Kreisarzt
Dr.
Z.___
,
wies in seiner
Aktenb
eurteilung vom
15. Juli 2015 auf
seine
vorausge
gangenen
Stellungnahmen
vom 30. Januar 2015
(
Urk.
8/23)
und vom 6.
Februar 2015
(
Urk.
8/28)
hin.
Er hielt fest, im Bericht vom 25. Februar 2015 betone
Dr.
A.___
,
dass das Ausmass der Schmerzen doch etwas überproportional im Verhältnis zu den Verletzungen scheine. Dies gründe auf der zuvor kompetent und detailliert durchgeführten Unter
su
chung und Befragung sowie aufgrund der erfolgten
kernspintomografischen Untersuchungen
der rechten
Schulter und
des rechten
Kniegelenk
s
. Er halte deshalb an seinen Stellungnahmen vom 30. Januar und 6. Februar 2015 fest. Die kernspintomografischen Untersuchungen hätten keine traumatischen
Lä
sionen erbracht, so dass tatsä
chlich lediglich Prellungen vorgelegen haben, die in aller Regel nach sechs bis acht Wochen abgeklungen seien. Der obere Erfahrungswert von
acht
Wochen sei gewählt worden, sodass dem
Be
schwer
deführer
,
auch in Anbetracht der objektivierten Befunde von anderer Seite
, keine Übervorteilung geschehe (
Urk.
8/50).
5
.
5
.1
Nach Lage der Akten steht fest, dass
weder die am Unfalltag angefertigte
n
Röntgenaufnahme
n
(E
.
4
.1 hiervor) noch die am 23. u
nd 31. Dezember 2014 durchgeführten MRI-Untersuchungen des rechten Knies und der rechten Schulter traumatisch bedingte Läsionen
zeigten
(E.
4
.2).
Dies bestätigen au
ch die vom behandelnden
Dr.
A.___
erhobenen Befunde, welche
r
lediglich
eine diffuse leichte
Druckdolenz
an der Schulter
bei betont langsam und vorsich
tig ausgeführten
Bewegungen unter Schmerzangaben
erheben und
eine rele
vante Verletzung an der rechten Schulter oder am rechten Knie
ausschl
o
ss
(E.
4
.4).
Dr.
B.___
, welcher den Beschwerdeführer
zusätzlich
aufgrund der ange
gebenen
Kribbelparästhesien
am rechten Unterarm untersuchte
,
führte
die Symptomatik
auf ein leichtes
Karpaltunnelsyndrom
(CPS)
zurück
(E.
4
.3).
Damit steht die Feststellung
des Kreisarztes
, dass zufolge des Ereignisses vom 8. Dezember 2014 keine traumatischen Verletzungen
,
sondern lediglich Prellungen
und damit keine
relevanten (Zusatz-)Verletzung
en
des
rechten Knies beziehungsweise
der
rechten Schulter vorgelegen hätten
, im Einklang mit den Ergebnissen der durchgeführten bildgebenden Diagnostik. Vor die
sem Hintergrund ist mit
Dr.
Z.___
davon auszugehen, dass der fragli
che Unfall lediglich zu vorübergehenden Beschwerden geführt hat. Eine richtunggebende Verschlimmerung
der degenerativen Veränderungen
ist durch die Akten nicht belegt. Anhaltspunkte dafür, dass
der Sturz in der Ba
dewanne
vom 8. Dezember 2014
eine über
den 8. Februar 2015
hinaus an
dauernde Schädigung verursacht hätte, sind anhand der Akten ni
cht greifbar und wurden auch vom Beschwerdeführer
nicht benannt.
Dass
der Kreisarzt
bei dieser Sachlage
unter Hinweis
auf
allgemein
e
Erkenntnisse
,
wonach die Prellungen
in aller Regel nach sechs bis acht Wochen abgeklungen
seien, zu
gunsten des Beschwerdeführers
von einer Arbeitsunfähigkeit von acht Wo
chen ausging,
ist damit nicht zu beanstanden.
Davon
abzugehen besteht umso weniger Anlass
, als nach Lage der Akten
am Unfalltag
nicht einmal
Prell- oder Kontusionsmarken verzeichnet werden konnten
. Demnach durft
e die Beschwerdegegnerin mit dem Kreisarzt
davon ausgehen, dass der
s
tatus
quo sine
—
mithin der Zustand, wie er sich aufgrund
von
Vorzustände
n
auch ohne Unfall eingestellt hätte
—
(spätestens)
acht
Wochen nach dem Ereignis
erreicht war und die über
den 8. Februar 2015
hinaus
geklagten
Beschwerden nicht mit dem massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit (E. 1.3) in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem Sturzereignis vom
8. Dezember 2014
stehen.
5
.2
Zum
Vorbringen des Beschwerdeführers
,
die Stellungnahme von
Dr.
Z.___
widerspreche den medizinischen Berichten der behandeln
den Ärzte,
da
Dr.
A.___
bis Ende Februar 2015 weiterhin eine 100
%
ige Ar
beitsunfähigkeit und ab März 2015 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
attestier
t
e,
verkennt
es
, dass zur
Beantwortung
der
Frage der Unfallkausalität
den
bild
gebenden
Befunden
entscheidendes Gew
icht zukommt und der Kreisarzt
in
seinen Ausführungen keine
Schlussfolgerungen
gezogen hat
,
die diesen oder den klinischen Untersuchungsbefunden der behandelnden Ärzten entgegen
stehen
.
D
ie
Darstellung
,
der Beschwerdeführer leide seit dem Ereignis vom
8. Dezember 2014 unter Beschwerden, die seine
A
rbeitsfähigkeit beeinträchti
g
en,
erschöpft sich im Wesentlichen in der Figur „
post
hoc ergo
propter
hoc“,
bei der eine Schädigung bereits deshalb als durch einen Unfall verursacht er
achtet wird, weil sie nach diesem aufgetreten ist
,
was rechtsprechungsgemäss nicht für die Annahme einer natürlichen Kausalität genügt (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
).
A
n der Richtigkeit
der kreisärztlichen
Kausalitätseinschätzung
er
geben sich a
ufgrund der Akten auch nicht geringe Zweifel (BGE 135 V 465
E. 4.7). Ebenso vermag der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten
a
us dem Umstand
abzuleiten
, dass
Dr.
B.___
am
30.
Januar 2015
eine
Kniebin
nenläsion
und eine
Rotatorenmanschettenläsion
in Erwägung zog (E.
4
.3
,
Urk.
1
Ziff.
2.1
Abs.
3
)
,
da
es sich
um eine Verdachtsdiagnose
handelt
, wobei
sich
bildgebend hierfür keine Anhaltspunkte ergaben und
sich
der Verdacht
im weiteren Verlauf
auch nicht
erhärtete
.
5
.3
Fehlt es nach dem Ausgeführten an der Unfallkausalität der über
den 8.
Februar 2015
hinaus geklagten Beschwerden, ist die Leistungseinstellung nicht zu beanstanden. Demzufolge erweist sich der angefochtene
Einsprache
entscheid
vom
5.
Oktober 2015
(
Urk.
2) als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
D
ie
Einzelrichterin
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesge
richt Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die EinzelrichterinDer Gerichtsschreiber
FehrNef