# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f13b49d9-007d-52cd-91b1-cc23a49e5444
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2002-08-27
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Rekurskommission für medizinische Aus- und Weiterbildung 27.08.2002 JAAC 67.30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_026_JAAC-67-30--_2002-08-27.pdf

## Full Text

JAAC 67.30

Entscheid der Eidgenössischen Rekurskommission für
medizinische Aus- und Weiterbildung vom 27. August
2002 i.S. A.K. [MAW 02.001]

Examens pour les professions médicales. Annonce d’un motif
d’empêchement.

Art. 20 al. 1 LEPM. Art. 41 al. 1, art. 42 al. 1, art. 42 al. 2 et art. 46 OPMéd.

- La Commission fédérale de recours pour la formation de base et la
formation postgrade des professions médicales est compétente pour
traiter des recours contre les décisions du Comité directeur pour les
examens fédéraux de médecine depuis le 1er juin 2002 (consid. 1a).

- Si un candidat estime qu’un motif d’empêchement le prive de sa
capacité de se présenter à un examen, il doit en aviser sans délai le
président local. S’il le fait tardivement, en particulier s’il ne le fait
qu’après la notification de résultats insuffisants à l’examen, ce dernier
est en règle générale réputé non réussi (consid. 3b).

- L’annonce d’un motif d’empêchement faite après coup peut
exceptionnellement être prise en compte si le candidat n’était
objectivement pas en mesure, sans qu’il y ait sa faute de sa part, de
faire valoir immédiatement l’empêchement en exerçant librement sa
volonté (consid. 3b).

- Si le candidat recouvre sa capacité d’exercer librement sa volonté
pendant l’examen, il doit alors annoncer immédiatement le motif
d’empêchement et demander la suspension ou l’arrêt de l’examen
(consid. 3c).

- Pour juger si le candidat a déjà échoué à l’examen au sens de l’art. 42
al. 2 OPMéd, ce qui exclurait une suspension ou un arrêt de l’examen,
il convient d’ignorer les parties de l’examen présentées alors que
subsistait le motif d’empêchement (consid. 4c).

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Medizinalprüfungen. Meldung eines Verhinderungsgrundes.

Art. 20 Abs. 1 FMPG. Art. 41 Abs. 1, Art. 42 Abs. 1, Art. 42 Abs. 2 und
Art. 46 AMV.

- Zur Beurteilung von Beschwerden gegen Entscheide des Leitenden
Ausschusses für die eidgenössischen Medizinalprüfungen ist seit dem
1. Juni 2002 die Eidgenössische Rekurskommission für medizinische Aus-
und Weiterbildung zuständig (E. 1a).

- Ein Verhinderungsgrund, der die Prüfungsfähigkeit nach Ansicht der
Kandidatin oder des Kandidaten aufhebt, ist unverzüglich zu melden.
Erfolgt die Meldung verspätet, insbesondere erst nach Eröffnung der
ungenügenden Prüfungsresultate, so gilt die Prüfung in der Regel als
nicht bestanden (E. 3b).

- Die nachträgliche Meldung eines Verhinderungsgrundes ist
ausnahmsweise dann beachtlich, wenn die Kandidatin oder der
Kandidat aus objektiver Sicht und unverschuldet nicht in der Lage
gewesen ist, den Verhinderungsgrund in eigenverantwortlicher
Willensausübung unverzüglich geltend zu machen (E. 3b).

- Wenn die Kandidatin oder der Kandidat die Fähigkeit zur
eigenverantwortlichen Willensausübung während der Prüfung wieder
erlangt, so ist der Verhinderungsgrund nachträglich unverzüglich zu
melden und der Unter- oder Abbruch der Prüfung zu beantragen (E. 3c).

- Bei der Beurteilung, ob ein Misserfolg im Sinne von Art. 42 Abs. 2
AMV bereits feststeht und daher ein Unter- oder Abbruch der Prüfung
ausgeschlossen wäre, sind jene Prüfungsteile unbeachtlich, welche
während des Bestehens eines Verhinderungsgrundes abgelegt worden
sind (E. 4c).

Esami per le professioni mediche. Notifica di un motivo di impedimento.

Art. 20 cpv. 1 LCPM. Art. 41 cpv. 1, art. 42 cpv. 1, art. 42 cpv. 2 e art. 46
OPMed.

- Dal 1° giugno 2002, la Commissione federale di ricorso per la
formazione medica e il perfezionamento è l’organo competente in
materia di ricorsi contro le decisioni della Giunta direttiva incaricata
di vegliare sul corretto svolgimento degli esami federali per le
professioni mediche (consid. 1a).

- Se ritiene che un motivo gli impedisca di presentarsi agli esami,
il candidato lo deve notificare subito. Se lo notifica in ritardo,
in particolare dopo aver appreso che i risultati conseguiti sono
insufficienti, l’esame è considerato non superato (consid. 3b).

- Un motivo d’impedimento notificato a posteriori può essere preso
in considerazione solo se oggettivamente e senza colpa propria il
candidato non era in grado far valere immediatamente il motivo
d’impedimento mediante esercizio libero e responsabile della propria
volontà (consid. 3b).

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- Se riacquista la capacità di esercitare liberamente la propria
volontà durante la sessione d’esame, il candidato deve notificare
immediatamente il motivo d’impedimento e chiedere la sospensione o
l’interruzione dell’esame (consid. 3c).

- Per giudicare se ai sensi dell’art. 42 cpv. 2 OPMed l’esito negativo
dell’esame si era di fatto già delineato precludendo quindi la
possibilità di una sospensione o di un’interruzione, non vanno presi in
considerazione le parti dell’esame effettuate mentre sussisteva il motivo
d’impedimento (consid. 4c).

Zusammenfassung des Sachverhalts:

Der Beschwerdeführer hat anlässlich des ersten Teils der Schlussprüfungen
für Ärzte, Session 2001 in (…), einen Misserfolg erlitten. Nachdem der Leitende
Ausschuss für die eidgenössischen Medizinalprüfungen (im Folgenden:
LA) eine Beschwerde gegen dieses Prüfungsresultat abgewiesen hatte,
gelangte er mit Beschwerde an die Eidgenössische Rekurskommission für
medizinische Aus- und Weiterbildung (REKO MAW) und beantragte, die
Beurteilung in den Fächern «allgemeine Pathologie» und «Grundlagen der
psychosozialen Medizin» sei aufzuheben und es sei ihm die Wiederholung der
Prüfung in diesen Fächern zu ermöglichen. Diese Anträge begründete er im
Wesentlichen damit, dass er anlässlich der Prüfungen in diesen Fächern aus
gesundheitlichen Gründen nicht prüfungsfähig gewesen sei.

Aus den Erwägungen:

1. Zu beurteilen ist die Verwaltungsbeschwerde gegen einen Entscheid des LA,
mit dem die Beschwerde gegen eine Prüfungsverfügung der Ortspräsidentin
Humanmedizin, (…), abgewiesen worden ist. Vorab ist zu prüfen, ob auf diese
Beschwerde eingetreten werden kann.

a. Am 1. Juni 2002 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes
vom 19. Dezember 1877 betreffend die Freizügigkeit des Medizinalpersonals
in der Schweizerischen Eidgenossenschaft (FMPG, SR 811.11) in Kraft
getreten (vgl. Ziff. I.3 des Bundesgesetzes zum Abkommen zwischen der
Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen
Gemeinschaft sowie ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit
vom 8. Oktober 1999, AS 2002 701).

Gemäss Art. 20 Abs. 1 FMPG (in seiner heute geltenden Fassung) ist die REKO
MAW zuständig zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen von
Bundesbehörden im Zusammenhang mit eidgenössischen Medizinalprüfungen.
Da das FMPG keine Übergangsbestimmungen enthält, die sich mit der
Frage der intertemporalen Anwendung von Verfahrensrecht befassen
würden, und da nach herrschender Lehre und Rechtsprechung neue
Verfahrensvorschriften mangels abweichender Übergangsbestimmungen
mit dem Inkrafttreten sofort und in vollem Umfang anwendbar sind, ist
seit dem 1. Juni 2002 die REKO MAW zur Behandlung und Beurteilung der
vorliegenden Beschwerde zuständig (vgl. BGE 120 Ia 101 ff. E. 1b in fine;
Kranken- und Unfallversicherung: Rechtsprechung und Verwaltungspraxis
[RKUV] 1998 KV 37 S. 315 ff. E. 3b; A. Kölz/I. Häner, Verwaltungsverfahren

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http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_120_Ia_101&resolve=1

und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 29; R. A.
Rhinow/B. Krähenmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung,
Ergänzungsband, Basel 1990, S. 45).

Hieran vermag nichts zu ändern, dass gemäss Art. 46 der Allgemeinen
Medizinprüfungsverordnung vom 19. November 1980 (AMV, SR 811.112.1)
gegen Verfügungen oder Beschwerdeentscheide des LA beim zuständigen
Departement (Eidgenössisches Departement des Innern [EDI]) Beschwerde
geführt werden kann. Diese Verordnungsbestimmung steht imWiderspruch
zu den neuen gesetzlichen Vorschriften (Art. 20 Abs. 1 FMPG) und ist daher
nicht mehr anwendbar (materielle Aufhebung, vgl. etwaM. Imboden/R. A.
Rhinow, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Bd. I, 5. Aufl., Basel und
Stuttgart 1976, S. 92).

(…)

3.a. Im vorliegenden Verfahren ist umstritten, ob die Beurteilung der
Leistungen des Beschwerdeführers in den Fächern «allgemeine Pathologie»
und «Grundlagen der psychosozialen Medizin» anlässlich des ersten Teils
der Schlussprüfungen für Ärzte, Session 2001 in (…), deshalb aufzuheben
und der Beschwerdeführer zur Wiederholung der Prüfung in diesen Fächern
zuzulassen sei, weil er während dieser Prüfungen infolge gesundheitlicher
Probleme nicht prüfungsfähig gewesen sein soll.

b. Gemäss Art. 41 Abs. 1 AMV hat ein Kandidat, der wegen Erkrankung
verhindert ist, eine Prüfung anzutreten, dies dem Ortspräsidenten
unverzüglichmitzuteilen. In gleicher Weise muss auch ein Kandidat, der
während einer Prüfung erkrankt, dies gemäss Art. 42 Abs. 1 AMV unverzüglich
dem Ortspräsidenten melden, damit dieser über den Unter- oder Abbruch der
Prüfung entscheiden kann.

Erfolgt die Meldung verspätet und sind die Leistungen ungenügend, so gilt
die Prüfung in der Regel als nicht bestanden (vgl. etwa VPB 45.43, VPB 43.27,
VPB 42.99). Die nachträgliche Aufhebung von Prüfungsresultaten wegen
Erkrankung kommt nur dann in Frage, wenn der Kandidat aus objektiver Sicht
und unverschuldet nicht in der Lage gewesen ist, seinen Verhinderungsgrund
in eigenverantwortlicher Willensausübung unverzüglich geltend zu machen -
insbesondere dann, wenn ihm zu gegebener Zeit die Fähigkeit fehlte

- seine gesundheitliche Situation genügend zu überblicken, um überhaupt
einen Entscheid über den Antritt oder die Weiterführung einer Prüfung zu
fällen, oder

- bei einem zwar bestehenden Bewusstsein über die gesundheitlichen
Probleme entsprechend seiner Einsicht zu handeln (vgl. unveröffentlichter
Entscheid des LA vom 18. Juni 1997 i.S. R.D.M., S. 2).

Nach ständiger Praxis setzt die ausnahmsweise Berücksichtigung verspätet
geltend gemachter gesundheitlicher Verhinderungsgründe denn auch voraus,
dass kumulativ

- der Krankheitsausbruch ohne vorherige signifikante Anzeichen oder erst
während des Examens erfolgte,

- während des Examens keine offensichtlichen Symptome gegeben waren,

- der Kandidat unmittelbar nach dem Examen den Arzt aufsuchte,

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- der Arzt eine schwere, plötzliche Erkrankung feststellte, die zwingend
zum Schluss führt, trotz fehlender offensichtlicher Symptome bestehe ein
Kausalzusammenhang zwischen Krankheitsausbruch und Versagen in der
Prüfung,

- das Versagen im fraglichen Prüfungsteil kausal für das Bestehen oder
Nichtbestehen der Gesamtprüfung war (vgl. VPB 59.15, VPB 44.128).

c. Tritt während der Prüfungen eine Besserung der gesundheitlichen Situation
ein, die es dem Kandidaten wieder möglich macht, seinen Entscheid über
den Unter-, bzw. Abbruch oder die Fortsetzung der Prüfungen in freiem
Willen zu fällen, so hat der Kandidat nachträglich seine krankheitsbedingte
Verhinderung zu melden. Diese Meldung hat sofort nach Wegfall des
Verhinderungsgrundes, noch vor Eröffnung der Prüfungsresultate zu
erfolgen, da ansonsten eine ungerechtfertigte Bevorzugung gegenüber jenen
Kandidaten droht, deren Fähigkeit eigenverantwortlicher Willensausübung
infolge der Krankheit nicht beeinträchtigt ist und die daher ihre Verhinderung
unverzüglich nach Krankheitsausbruch melden müssen.

d. Es kann davon ausgegangen werden, dass dem Beschwerdeführer die
gesetzlichen Bestimmungen über das Verhalten bei Prüfungsunfähigkeit
(insbesondere bei Krankheit) ausreichend bekannt waren. Wie der LA zu
Recht betont, wurde der Beschwerdeführer - wie alle andern Kandidaten -
ausdrücklich auf die Möglichkeit eines Unter- oder Abbruchs der Prüfungen
hingewiesen. Der Beschwerdeführer hat gemäss den unwidersprochenen
Angaben des LA hievon denn auch bereits im Jahre 2000 Gebrauch gemacht
und wegen einer Erkrankung den ersten Teil der Schlussprüfung abgebrochen.
Es ist nicht nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer nun geltend macht,
erst nachträglich von dieser Möglichkeit erfahren, bzw. wegen sprachlicher
Schwierigkeiten die gesetzlichen Bestimmungen nicht richtig verstanden zu
haben.

e. Der Beschwerdeführer hat sich im vorliegenden Verfahren erst nach
Eröffnung der Prüfungsresultate, nachdem er von seinem Misserfolg
Kenntnis erhielt, auf gesundheitliche Probleme berufen. Die Meldung
des Verhinderungsgrundes erfolgte damit ohne Zweifel verspätet (nicht
unverzüglich), so dass zu prüfen ist, ob die nachträgliche Berücksichtigung der
geltend gemachten Erkrankung ausnahmsweise möglich ist.

4.a. Die REKO MAW erachtet es als erwiesen, dass der Beschwerdeführer
am 4. Juli 2001, kurz vor seiner Prüfung im Fach «allgemeine Pathologie»,
von einem schweren Verkehrsunfall seines Vaters Kenntnis erhielt und
über dessen Schicksal im Ungewissen war. Belegt ist zudem, dass er tags
zuvor vom Hausarzt seines Bruders aufgefordert worden war, diesem im
Zusammenhang mit einer psychischen Krisensituation beizustehen. Auch ist
den Ausführungen des Beschwerdeführers Glauben zu schenken, dass er sich
in der Nacht vor der erwähnten Prüfung um seinen Bruder gekümmert hat.

Es ist durchaus nachzuvollziehen, dass diese aussergewöhnlichen
Belastungen das psychische und allenfalls auch körperliche Befinden des
Beschwerdeführers und damit auch die Prüfungsfähigkeit schwerwiegend
beeinträchtigt haben. Dem (zweiten) ärztlichen Zeugnis von Herrn Dr. med.
X. vom 4. September 2001 ist denn auch zu entnehmen, dass die Nachricht
vom Unfall seines Vaters beim Beschwerdeführer einen schweren psychischen

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https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002552.pdf?ID=150002552

Schock ausgelöst habe (Diagnose akute posttraumatische Belastungsreaktion).
Herr Dr. X., der den Beschwerdeführer allerdings erst am 13. Juli 2001
untersuchte, hielt im erwähnten Zeugnis fest, sein Patient habe sich anlässlich
der Prüfung vom 4. Juli 2001 in seiner gewohnten Konzentrations- und
Leistungsfähigkeit eingeschränkt gefühlt.

Auch wenn sich dieses ärztliche Zeugnis nicht zur Frage äussert, ob es
dem Beschwerdeführer am 4. Juli 2001 überhaupt möglich gewesen
wäre, in eigenverantwortlicher Weise darüber zu entscheiden, ob er die
Prüfung antreten soll, kann diese Frage zugunsten des Beschwerdeführers
nach Auffassung der REKO MAW bejaht werden. Der psychische Zustand
des Beschwerdeführers dürfte aufgrund der traumatischen Erlebnisse
derart schwer beeinträchtigt gewesen sein, dass er die Möglichkeit einer
Benachrichtigung der Ortspräsidentin (oder der Prüfenden) nicht in Betracht
gezogen hat.

b. Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, am 9. Juli 2001, anlässlich
der Prüfung im Fach «Grundlagen der psychosozialen Medizin», noch immer
nicht prüfungsfähig und nicht in der Lage gewesen zu sein, die Möglichkeit
eines Unter- oder Abbruchs der Prüfung zu erkennen. Obwohl es durchaus
denkbar ist, dass aufgrund der posttraumatischen Belastungsreaktion auch
zu diesem Zeitpunkt die Entscheidfähigkeit des Beschwerdeführers noch
herabgesetzt war, ergeben sich aus den Akten keine Hinweise auf das Ausmass
dieser Einschränkung.

Der LA geht davon aus, dass dem Beschwerdeführer am 9. Juli 2001 «sämtliche
Belastungen, verursacht über den Unfall seines Vaters, der Ungewissheit
über dessen Überleben/Genesung sowie den Gesundheitszustand seines
Bruders, bekannt» waren (…). Den Akten seien keine Anzeichen zu entnehmen,
dass er zu diesem Zeitpunkt (noch) nicht in der Lage gewesen wäre,
eigenverantwortlich über die Fortsetzung der Prüfung zu entscheiden.

Es kann offen bleiben, ob diese Beurteilung, die zwar durchaus der
allgemeinen Lebenserfahrung entspricht, zutreffend ist. Entscheidend ist
nach Auffassung der REKO MAW, dass der Beschwerdeführer nach eigenen
Angaben etwa ab dem 11. Juli 2001 wieder prüfungsfähig gewesen ist und
sich daher auch der Tragweite seiner psychischen Probleme bewusst sein
musste. Dies ergibt sich vorab daraus, dass er am 13. Juli 2001 einen Arzt
aufsuchte und dieser psychische Beschwerden diagnostizierte. Zudem zeigt
die Tatsache, dass der Beschwerdeführer am 13., 19. und 24. Juli 2002 weitere
Prüfungsteile erfolgreich absolvierte, dass sich sein Gesundheitszustand
wesentlich gebessert hatte.

Es ist nach Auffassung der REKO MAW klar erwiesen, dass der
Beschwerdeführer spätestens ab dem 13. Juli 2002 wieder fähig gewesen
ist, in eigenverantwortlicher Willensausübung über die Fortsetzung oder den
Abbruch der Prüfungen zu entscheiden. Der sinngemäss beantragte Beizug
eines psychiatrischen Experten ist unter diesen Umständen nicht erforderlich.

c. Gemäss Art. 42 Abs. 2 AMV ist der Unter- oder Abbruch einer Prüfung
allerdings nur möglich, sofern nicht bereits ein Misserfolg feststeht. Diese
Bestimmung soll sicherstellen, dass ungenügende Prüfungsteile, die vor dem
Eintritt eines Verhinderungsgrundes (insbesondere vor Krankheitsausbruch)
absolviert worden sind, weiterhin berücksichtigt werden können. Die nach

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dem Eintritt eines Verhinderungsgrundes abgelegten Prüfungen sind dagegen
für die Beurteilung der Frage, ob bereits ein Misserfolg eingetreten ist,
unbeachtlich. Im vorliegenden Verfahren ist damit die erwähnte Regelung
ohne Belang, hat der Beschwerdeführer doch die als ungenügend bewerteten
Prüfungen in den Fächern «allgemeine Pathologie» und «Grundlagen der
psychosozialen Medizin» nach dem Eintritt des Verhinderungsgrundes
absolviert. Die Ortspräsidentin hätte daher auch am 13. Juli 2001 noch den
Unter- oder Abbruch der zu beurteilenden Prüfung anordnen können.

d. Es wäre Sache des Beschwerdeführers gewesen, nach Wegfall des
Verhinderungsgrundes, spätestens also am 13. Juli 2001, unverzüglich die
Ortspräsidentin über seine gesundheitlichen Probleme zu informieren
(Art. 42 Abs. 1 AMV) und den Unter- oder Abbruch der Prüfung zu beantragen.
Er hat von dieser Möglichkeit aber keinen Gebrauch gemacht und sich in
freiemWillen dafür entschieden, die Prüfung fortzusetzen. Die Folgen dieses
Entscheides hat der Beschwerdeführer selbst zu tragen.

5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer es
unterlassen hat, rechtzeitig seine krankheitsbedingte Prüfungsunfähigkeit
geltend zu machen. Der LA hat daher zu Recht die Beschwerde gegen den
Entscheid der Ortspräsidentin Humanmedizin, (…), abgewiesen und die
vorliegende Verwaltungsbeschwerde ist ebenfalls abzuweisen.

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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 67.30 - Entscheid der Eidgenössischen Rekurskommission für medizinische Aus-

und Weiterbildung vom 27. August 2002 i.S. A.K. [MAW 02.001]

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 2003
Année

Anno

Band 67
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Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.

Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.

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	Entscheid der Eidgenössischen Rekurskommission für medizinische Aus- und Weiterbildung vom 27. August 2002 i.S. A.K. [MAW 02.001]