# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 400de9d0-6822-58f2-a4d2-adc3c720ffa2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 20.08.2020 110 2020 32
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2020-32_2020-08-20.pdf

## Full Text

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Bau- und Verkehrsdirektion

Reiterstrasse 11
3011 Bern
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www.bvd.be.ch/ra

BVD 110/2020/32

Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD)
vom 20. August 2020

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer

Herrn B.________
Beschwerdeführer 2

Frau C.________
Beschwerdeführerin 3

und

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Aarwangen, Gemeindeverwaltung, 
Langenthalstrasse 4, Postfach 72, 4912 Aarwangen

Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), Nydeggasse 11/13, 3011 Bern

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Aarwangen vom 
11. Februar 2020 (Abbruch Wagenschopf, Neubau rollstuhlgängiges Wohnhaus) sowie die 
Verfügung des Amts für Gemeinden und Raumordnung (AGR) vom 4. Februar 2020 
(G.-Nr. 2015.JGK.2665)

I. Sachverhalt

1. Der Beschwerdeführer 1 übernahm am 1. Januar 2017 den landwirtschaftlichen Betrieb 
seiner Eltern (Beschwerdeführende 2 und 3).1 Die beiden Generationen wohnen im Bauernhaus, 
das zwei Wohnungen aufweist. Die Eltern bewohnen die Betriebsleiterwohnung (6-Zimmer-
Maisonettewohnung), der Beschwerdeführer 1 und seine Partnerin leben in der kleinen 2-
Zimmer-Wohnung im Obergeschoss. Der Bauernhof (Aarwangen Gbbl. Nr. D.________) liegt in 
der Landwirtschaftszone und ist Teil der Baugruppe X.________ Das Bauernhaus ist zudem im 
Bauinventar als erhaltenswert eingetragen (K-Objekt).

Wegen ihrer zunehmenden Gehbehinderung und anderer Krankheiten planen die 
Beschwerdeführenden 2 und 3 seit längerem, eine rollstuhlgängige Wohnung zu erstellen. Am 

1Lanat, 2. Fachbericht zur Zonenkonformität vom 26. Januar 2017, Vorakten pag. 93

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14. April 2015 reichten sie bei der Gemeinde eine Voranfrage für den "Einbau einer 
Betriebsleiterwohnung im Wagenschopf" ein. Das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) 
hielt fest, der betriebsnotwendige Wohnraum sei im Bauernhaus bereits vorhanden. Der Einbau 
einer weiteren Wohnung im Wagenschopf sei nicht zonenkonform. Eine Ausnahmebewilligung 
nach Art. 24 ff. RPG2 könne nicht in Aussicht gestellt werden. Die Gemeinde teilte den 
Beschwerdeführenden 2 und 3 am 9. Juni 2015 mit, dass unter diesen Umständen keine 
Baubewilligung in Aussicht gestellt werden könne.  

2. Die Beschwerdeführenden 2 und 3 liessen durch die Schweizer Paraplegiker-Vereinigung 
eine Gebäudeabklärung vornehmen. Darin wird vorgeschlagen, die Maisonettewohnung im 
Bauernhaus weiterhin als Betriebsleiterwohnung zu verwenden. Die 2-Zimmer-Wohnung im 
Obergeschoss sei für die Benutzung mit Rollstuhl ungeeignet und nicht mit verhältnismässigem 
Aufwand anpassbar. Sie könnte aber als Angestelltenwohnung verwendet werden. Für die 
Altenteilwohnung sei ein rollstuhlgängiger Neubau mit 3 ½-Zimmern ideal.3 

Am 22. November 2016 reichten die Beschwerdeführenden 2 und 3 zusammen mit dem 
Beschwerdeführer 1 bei der Gemeinde Aarwangen ein Baugesuch ein (datierend vom 18. 
November 2016) für den Abbruch des Wagenschopfs und den Neubau eines rollstuhlgängigen 
Wohnhauses. Das geplante Wohnhaus ist zweistöckig und weist eine Bruttogeschossfläche 
(BGF) von rund 143 m2 auf. Im leicht versetzten Anbau sind der Technikraum und die 
Waschküche vorgesehen, daran schliessen eine rollstuhlgängige Einzelgarage sowie eine 
Doppelgarage an. 

3. Das AGR beurteilte das Bauvorhaben als nicht zonenkonform, weil der 
betriebsnotwendige Wohnraum für den Betriebsleiter und die abtretende Generation im 
Bauernhaus vorhanden sei. Der Bedarf für eine Angestelltenwohnung sei nicht erstellt.4 Das 
Baugesuch wurde von der Gemeinde nicht publiziert. Im Verlauf des Baubewilligungsverfahrens 
definierte das AGR Rahmenbedingungen, unter denen ein eingeschossiger Neubau mit einer 
BGF von 100 m2 möglich wäre. Erforderlich wäre insbesondere der Rückbau einer der beiden 
Küchen im Bauernhaus, damit keine vermietbare zweite Wohnung mehr besteht, sowie eine 
Absicherung mit Anmerkungen im Grundbuch.5 Die Beschwerdeführenden erhielten zwei Mal 
Gelegenheit, eine Projektänderung einzureichen, wovon sie nicht Gebrauch machten.
 
Am 28. September 2018 reichte der Beschwerdeführer 1 für das Bauvorhaben ein 
Ausnahmegesuch für die Erhöhung der Bruttogeschossfläche ein.6 Er begründete die Ausnahme 
insbesondere damit, dass die Vorschriften den Raumbedarf von zwei behinderten Personen für 
ein zeitgemässes Wohnen nicht angemessen berücksichtigten. Zudem verwies er auf das 
Diskriminierungsverbot gegenüber Behinderten. 

Das AGR teilte mit Schreiben vom 9. Oktober 2018 mit, dass eine weitere Ausnahmebewilligung 
der Bruttogeschossfläche nicht gewährt werden könne. Auf Nachfrage der Gemeinde erklärten 
die Beschwerdeführenden, dass sie am ursprünglichen Bauprojekt festhielten.

4. Mit Verfügung vom 4. Februar 2020 verneinte das AGR die Zonenkonformität des 
Bauvorhabens gemäss Art. 16a RPG und verweigerte eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24 ff. 

2 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700)
3 Schweizer Paraplegiker-Vereinigung, Protokoll der Gebäudeabklärung vom 21. Oktober 2015, S. 5, 6, Vorakten 
pag. 127 (im Folgenden: Gebäudeabklärung)
4 Stellungnahme des AGR vom 20. März 2017, Vorakten pag. 90
5 Schreiben des AGR vom 17. Oktober 2017, Vorakten pag. 74; E-Mail des AGR vom 6. März 2018, Vorakten pag. 72; 
Stellungnahme des AGR vom 9. Oktober 2018, Vorakten pag. 39
6 Vorakten pag. 41

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RPG. Mit Bauentscheid vom 11. Februar 2020 erteilte die Gemeinde Aarwangen den 
Bauabschlag.
5. Dagegen reichte der Beschwerdeführer 1 am 11. März 2020 Beschwerde bei der Bau- und 
Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD) ein. Er macht insbesondere geltend, das Bauprojekt 
beruhe auf den Abklärungen der Schweizerischen Paraplegiker-Vereinigung. Die vorgegebene 
BGF reiche nicht aus, um die Pflegeabläufe zu gewährleisten und der abtretenden Generation 
auf dem Landwirtschaftsbetrieb einen würdigen Lebensabend mit zeitgemässem Wohnen zu 
ermöglichen. 

6. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVD leitet7, führte den 
Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Das AGR schliesst mit Stellungnahme vom 
15. April 2020 auf Abweisung der Beschwerde. Die Gemeinde beantragt mit Eingabe vom 17. 
April 2020, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werde. 

Das Rechtsamt edierte bei der Gemeinde die Baubewilligungsakten von 2005 betreffend 
Hocheinfahrt, Gästezimmer und Heizraum. Es eröffnete dem Beschwerdeführer 1 formell die 
Verfügung des AGR vom 4. Februar 2020 und gab ihm Gelegenheit, die Beschwerde zu 
ergänzen. Am 17. Juni 2020 reichte der Beschwerdeführer 1 die von allen 
Beschwerdeführenden unterzeichnete Beschwerde ein. 

7. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

a) Bauentscheide können nach Art. 40 BauG8 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit 
Baubeschwerde bei der BVD angefochten werden. Verfügungen des AGR über die 
Zonenkonformität bei Bauvorhaben ausserhalb der Bauzone sowie über Ausnahmegesuche 
nach den Art. 24 bis 24e und Art. 37a RPG9 können zusammen mit dem Bauentscheid ebenfalls 
mit Baubeschwerde bei der BVD angefochten werden (Art. 84 Abs. 4 BauG). Die BVD ist somit 
für die Beurteilung der Beschwerde zuständig. Die Beschwerde wurde fristgerecht eingereicht.

b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die 
Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG). 
Die Gemeinde macht geltend, dass der Beschwerdeführer 1 nicht allein beschwerdebefugt sei. 
Der Beschwerdeführer 1 war Baugesuchsteller, hat inzwischen den Bauernbetrieb übernommen 
und wurde Eigentümer des Grundstücks. Er wäre auch alleine beschwerdebefugt gewesen.10 
Eine Bauherrengemeinschaft ‒ die eine einfache Gesellschaft nach Art. 530 ff. OR11 darstellt ‒ 
könnte sich durch Übereinkunft zudem wieder auflösen (vgl. 545 Abs. 1 OR). Soweit der 
Beschwerdeführer 1 seine Eltern im Beschwerdeverfahren vertreten wollte, wäre dies allerdings 

7 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und Verkehrsdirektion 
(Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191)
8 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)
9 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700)
10 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 5. Aufl., Band I, Bern 2020, Art. 40-41 N. 
5
11 Bundesgesetz vom 30. März 1911 betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: 
Obligationenrecht, OR; SR 220)

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unzulässig; im Rechtsmittelverfahren ist die Prozessvertretung Anwälten und Anwältinnen 
vorbehalten (vgl. Art. 15 Abs. 4 VRPG12). Bei den fehlenden Unterschriften handelt es sich aber 
um einen verbesserlichen Fehler. Die Beschwerdeführenden 2 und 3 haben die Beschwerde 
innert der zur Beschwerdeergänzung angesetzten Frist mitunterzeichnet. Die 
Beschwerdeführenden 1 bis 3 sind durch den Bauabschlag beschwert und daher zur 
Beschwerdeführung legitimiert. 

c) Gemäss Art. 32 Abs. 2 VRPG müssen Parteieingaben einen Antrag, die Angabe von 
Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine Unterschrift enthalten. Wie die 
Gemeinde richtig feststellt, haben die Beschwerdeführenden keinen förmlichen Antrag gestellt. 
An Eingaben von juristischen Laien werden jedoch praxisgemäss keine hohen Anforderungen 
gestellt. Ein genügender Antrag liegt vor, wenn sich aus dem Zusammenhang und unter 
Zuhilfenahme der Begründung sinngemäss ergibt, was verlangt wird.13 Aus der (zwar etwas 
knappen) Beschwerdebegründung ergibt sich, dass die Beschwerdeführenden sinngemäss die 
Aufhebung des Bauabschlags und der Verfügung des AGR und die Erteilung der Baubewilligung 
verlangen. Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. Zonenkonformität

a) Gemäss Art. 16a Abs. 1 RPG sind in der Landwirtschaftszone Bauten und Anlagen 
zonenkonform, die zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung oder für den produzierenden 
Gartenbau nötig sind. Bauten für den Wohnbedarf sind dann zonenkonform, wenn der 
Wohnraum für den Betrieb des entsprechenden landwirtschaftlichen Gewerbes unentbehrlich ist, 
einschliesslich des Wohnbedarfs der abtretenden Generation (Art. 34 Abs. 3 RPV14). Ob der 
Wohnbedarf unentbehrlich ist, beurteilt sich allein nach objektiven Kriterien in einer 
Gesamtbetrachtung des Einzelfalls. Auf subjektive Vorstellungen und Wünsche des Einzelnen 
kommt es hingegen ebenso wenig an wie auf die persönliche Zweckmässigkeit und 
Bequemlichkeit. Zudem muss der für die abtretende Generation benötigte Wohnraum vorab 
innerhalb bestehender Gebäudevolumen befriedigt werden.15 Ein eigenständiges Wohnhaus für 
die abtretende Generation ("Stöckli") ist nur zonenkonform, wenn in den bestehenden 
Wohnbauten nicht genügend Platz vorhanden ist oder geschaffen werden kann.16 

Bei der Beurteilung des zonenkonformen Wohnraums gilt ein strenger Massstab. Der Wohnraum 
darf nicht überdimensioniert sein, es dürfen keine Wohnreserven geschaffen werden.17 Das 
Privileg, in der Landwirtschaftszone zu wohnen, soll auf einen beschränkten Personenkreis 
begrenzt bleiben. Eine grosszügige Bewilligungspraxis für landwirtschaftliche Wohnbauten trüge 
zur raschen Beschleunigung der Zersiedelung der Landwirtschaftszonen bei und würde dem 
Trennungsgrundsatz des RPG widersprechen.18

b) Der Beschwerdeführer 1 führt einen landwirtschaftlichen Betrieb mit ungefähr 1,48 
Standardarbeitskräften (SAK).19 Der Bedarf einer Betriebsleiterwohnung und einer Wohnung für 
die abtretende Generation (Altenteilwohnung, Stöckli) ist anerkannt. Nach der Praxis des 

12 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
13 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 32 N. 13
14 Raumplanungsverordnung des Bundesrats vom 28. Juni 2000 (RPV; SR 700.1)
15 Waldmann/Hänni, RPG Kommentar, 2006, Art. 16a N. 14; BGer 1A.78/2006 vom 1. Dezember 2006 E. 3.4; 
BGE 129 II 413 E. 3.2 mit Hinweisen; BGer 1C_145/2019 vom 20. Mai 2020 E. 2.3
16 Ruch/Muggli, Praxiskommentar RPG, 2017, Art. 16a N. 54
17 Ruch/Muggli, Praxiskommentar RPG, 2017, Art. 16a N. 53; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 80 N. 15
18 VGE 2017/343 vom 31. Juli 2018 mit Hinweisen; Ruch/Muggli, Praxiskommentar RPG, 2017, Art. 16a N. 52
19 Vgl. Lanat, 2. Fachbericht Zonenkonformität vom 26. Januar 2017, Vorakten pag. 22

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Kantons Bern gelten dafür folgende Richtwerte: 180 m2 BGF für die Betriebsleiterwohnung 
inklusive Büro, 100 m2 BGF für eine Altenteilwohnung.20 Dies entspricht den Richtwerten des 
Bundesamts für Raumentwicklung (ARE) und ist auch gerichtlich anerkannt.21 
c) Im Bauernhaus bestehen aktuell zwei Wohnungen: eine Maisonettewohnung mit 6 
Zimmern, die sich über das Erdgeschoss und einen Teil des Obergeschosses erstreckt, und eine 
2-Zimmerwohnung im Obergeschoss. Als Bruttogeschossfläche gilt die Summe aller dem 
Wohnen oder dem Gewerbe dienenden oder hierfür verwendbaren Geschossflächen, 
einschliesslich der Mauer- und Wandquerschnitte (vgl. aArt. 93 BauV22). Anrechenbar sind auch 
Korridore und Treppen, welche Wohn- oder Arbeitsräume erschliessen (vgl. aArt. 93 Abs. 2 Bst. 
f BauV e contrario). Das AGR geht beim Erdgeschoss von 133 m2 BGF und beim Obergeschoss 
von 149 m2 BGF aus. Im Bauernhaus bestehen demnach ungefähr 280 m2 BGF, was nach der 
Praxis für eine Betriebsleiterwohnung und die Wohnung für die abtretende Generation genügt. 
Selbst wenn die Fläche um ein paar m2 kleiner wäre, würde dies für sich noch nicht die 
Erstellung einer zusätzlichen Wohnung rechtfertigen.23

d) Die Beschwerdeführenden machen insbesondere geltend, dass die vorgegebene BGF von 
100 m2 nicht ausreiche, um ein zeitgemässes, würdiges Wohnen im Alter zu ermöglichen und 
die Pflegeabläufe zu gewährleisten. 

Die Paraplegiker Vereinigung schlug in der Gebäudeabklärung einen Neubau mit einer 3 ½ -
Zimmer-Wohnung vor, um die behinderungsbedingten Bedürfnisse der Beschwerdeführenden 
ideal abzudecken und das weitere Zusammenleben mit der Familie des Sohns auf dem 
Bauernhof zu ermöglichen.24 Das vorliegende Bauvorhaben umfasst ein zweigeschossiges 
Wohnhaus mit einer BGF von ca. 143 m2. Das obere Geschoss, in dem sich die beiden 
Schlafzimmer befinden, soll mit einem Treppenlift rollstuhlgängig erschlossen werden.

Wie oben dargelegt, muss die Notwendigkeit des Wohnraums objektiv begründet sein. Zwar 
stellen eine Gehbehinderung und Krankheiten objektive Faktoren dar, aber diese hängen mit 
den Beschwerdeführenden 2 und 3 und nicht mit dem Betrieb an sich zusammen. Wären die 
persönlichen Verhältnisse der Beschwerdeführenden 2 und 3 für die Zonenkonformität mass-
gebend, wäre der Neubau nicht mehr zonenkonform, wenn die Beschwerdeführenden 2 und 3 
nicht mehr darin wohnen. Gebäude, die gestützt auf spezielle Konstellationen bewilligt würden, 
bestehen lange Zeit weiter, was den Zweck des RPG vereiteln würde.25 Das Bundesgericht hielt 
fest: "Angesichts des grossen öffentlichen Interesses an der Trennung von Bau- und 
Nichtbaugebiet und an der Verhinderung von Wohnbauten in der Landwirtschaftszone, die von 
der Landwirtschaft objektiv nicht benötigt werden, sind strenge objektive Massstäbe an die 
Voraussetzung der Betriebsnotwendigkeit zu stellen. Wenn die persönlichen Verhältnisse des 
jeweiligen Betriebsinhabers Bauten in der Landwirtschaftszone rechtfertigen könnten, würde 
diese über die Jahrzehnte hinweg mit zahlreichen Gebäuden überbaut, die für die Landwirtschaft 
nicht notwendig sind und den Zweck der Zone vereiteln."26 

Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführenden vermag somit raumplanungsrechtlich keine 
objektive Notwendigkeit für das geplante Wohnhaus zu begründen. Mit dem geplanten Neubau 
würde das Altenteil in der Grösse einer Familienwohnung erstellt und damit eine unzulässige 

20 AGR, Themenblatt L2 "Landwirtschaftliches Wohnen", abrufbar unter www.jgk.be.ch > Baubewilligungen 
21 BGer 1C_145/2019 vom 20. Mai 2020 E. 2.3 
22 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1) 
23 Vgl. BGer 1C_457/2017 vom 25. März 2019 E. 4.3, Altenteilwohnung von 60 m2
24 Gebäudeabklärung S. 6
25 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band II, Bern 2017, Art. 80 N. 14; 
Waldmann/Hänni, RPG Kommentar, 2006, Art. 16a N. 14; BGer 1A.78/2006 vom 1. Dezember 2006 E. 3.4
26 BGer 1A.78/2006 vom 1. Dezember 2006 E. 3.4

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Wohnraumreserve geschaffen.27 Gleichzeitig würden im Bauernhaus zwei Wohnungen 
weiterbestehen, obwohl der Bedarf nach einer Angestelltenwohnung nicht erstellt ist und vom 
AGR und LANAT grundsätzlich verneint wird.28 Mit dem geplanten Neubau würde im 
Bauernhaus ein zonenwidriger Zustand entstehen.

e) Das Bauernhaus weist im Erdgeschoss ein Wohnzimmer, zwei Zimmer, eine Küche, ein 
Bad, ein separates WC und einen Waschküchenbereich auf. Gemäss der Gebäudeabklärung 
der Paraplegiker-Vereinigung wäre es möglich, das Erdgeschoss rollstuhlgängig umzubauen.29 
Soweit ersichtlich wurde dieser Lösungsansatz von den Beschwerdeführenden nie weiter 
verfolgt. Es wurde offenbar auch nicht näher geprüft, wie die Fläche im Bauernhaus anders 
aufgeteilt werden könnte, um im Erdgeschoss eine altersgerechte, rollstuhlgängige Wohnung für 
die Beschwerdeführenden 2 und 3 zu schaffen und der jungen Betriebsleiterfamilie im 
Obergeschoss mehr Wohnraum zu ermöglichen. 

Obwohl subjektive Verhältnisse bei der Zonenkonformität von Wohnbauten keine Rolle spielen, 
kam das AGR den Beschwerdeführenden mit folgendem Lösungsvorschlag entgegen: Auf dem 
Hofgelände könnte ein neues rollstuhlgängiges Wohnhaus "auf einer Ebene" (d.h. 
eingeschossig) mit einer BGF von +100 m2 erstellt werden. Das Haupthaus müsste in diesem 
Fall so zurückgebaut werden, dass nur noch eine Wohnung besteht und gewährleistet ist, dass 
das Gebäude nur noch zonenkonform genutzt werden kann. Diese Lösung müsste mit 
Anmerkungen (Zweckentfremdungsverbote) im Grundbuch abgesichert werden. Im 
Beschwerdeverfahren gab das AGR den voraussichtlichen Inhalt dieser Anmerkungen 
bekannt.30 

f) Ohne die Bewilligungsfähigkeit des Vorschlags des AGR geprüft zu haben, kann davon 
ausgegangen werden, dass zwei Möglichkeiten im Raum stehen, um eine rollstuhlgängige 
Altenteilwohnung zu schaffen, damit die Beschwerdeführenden 2 und 3 weiterhin in der 
Familienstruktur auf dem Bauernhof leben können. Es ist nicht erkennbar, weshalb es nicht 
möglich sein sollte, mit der Vorgabe von 100 m2 BGF eine eingeschossige, rollstuhlgängige 
Wohnung für ein Ehepaar zu erstellen, in der diese auch Pflegedienstleistungen erhalten 
können. Ein Anspruch auf eine Ideallösung bzw. auf eine Wohnung mit grösseren 
Raumdimensionen und höherem Ausbaustandard (z.B. zwei rollstuhlgängige Duschen) besteht 
in der Landwirtschaftszone nicht. Weder das Diskriminierungsverbot noch andere Grundrechte 
geben Anspruch darauf, ausserhalb der Bauzone Wohnraum zu erstellen, der objektiv gesehen 
über das Betriebsnotwendige hinausgeht und dadurch nicht zonenkonform ist.  

g) Das AGR hat die Zonenkonformität des Bauprojekts der Beschwerdeführenden demnach 
zu Recht verneint. Gründe für eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG sind nicht gegeben. 
Das geplante Wohnhaus ist in der Landwirtschaftszone nicht standortgebunden, es kann in der 
Bauzone erstellt werden. Die Ausnahmen nach Art. 24a ff. RPG fallen zum vornherein ausser 
Betracht, weil das Bauvorhaben bauliche Massnahmen erfordert, der Wagenschopf 
zonenkonform ist, keine Wohnfläche enthält und selber kein schützenswertes Baudenkmal ist. 
 

27 Vgl. BGer 1C_145/2019 vom 20. Mai 2020 E. 2.3
28 Vgl. Fachberichte des Lanat vom 26. Mai 2015 und 26. Januar 2017, Vorakten pag. 22 ff.; Stellungnahme des AGR 
vom 28. Mai 2015 zur Voranfrage, Vorakten Sichtmäppli hinten; Stellungnahmen des AGR vom 20. März 2017, Brief 
des AGR vom 17. Oktober 2017, Verfügung des AGR vom 4. Februar 2020, Vorakten pag. 90; 74, 17 
29 Gebäudeabklärung S. 4
30 Stellungnahme des AGR vom 9. Oktober 2018, Vorakten pag. 39; Stellungnahme des AGR vom 15. April 2020 

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3. Kosten

a) Die Verfahrenskosten werden bestimmt auf eine Pauschalgebühr von Fr. 1'500.– (Art. 103 
Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV31). Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die 
Beschwerdeführenden. Sie haben die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). 

b) Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1 und 4 VRPG).

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Bauentscheid der Gemeinde Aarwangen vom 
11. Februar 2020 und die Verfügung des AGR vom 4. Februar 2020 werden bestätigt.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1500.– werden den Beschwerdeführenden zur Bezahlung 
auferlegt. Sie haften solidarisch für den gesamten Betrag. Eine separate 
Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft erwachsen ist.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- Herrn A.________, eingeschrieben
- Frau C.________ und Herrn B.________, eingeschrieben
- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Aarwangen, Gemeindeverwaltung, eingeschrieben
- Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), per E-Mail

Bau- und Verkehrsdirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungsrat

31 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 
154.21)

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Rechtsmittelbelehrung

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden. Eine 
allfällige Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in drei Exemplaren einzureichen ist, 
muss einen Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine 
Unterschrift enthalten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind 
beizulegen.