# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4836c0cc-393c-50e8-8785-665cc4151a15
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-20
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 20.10.2021 470 21 120 (470 2021 120)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_470-21-120_2021-10-20.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

20. Oktober 2021 (470 21 120) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Strafprozessrecht 

 

 

Verfahrenseinstellung 

 

 

Besetzung Präsident Enrico Rosa;  

Gerichtsschreiberin i.V. Eylem Kutay 

 

 

Parteien A.____,  

Beschwerdeführer 

  

 

gegen 

 

 

 Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  

Hauptabteilung Strafbefehle (SB),  

Rheinstrasse 12, Postfach, 4410 Liestal,  

Beschwerdegegnerin 

 

B.____,  

Beschuldigter 

  

 

Gegenstand Verfahrenseinstellung 

Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der  

Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 11. Mai 2021 

 

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A. Am 2. August 2020, ca. 13:30 Uhr, kam es in einem Waldstück in Allschwil/BL zu einer 

Auseinandersetzung zwischen A.____ und dem Ehepaar B.___ und C.____, welche in Anzeigen 

wegen Tätlichkeiten gegen das Ehepaar und einer Gegenanzeige wegen Drohung und Tätlich-

keiten gegen A.____ mündete. B.____ wurde vorgeworden, mit einem Stock mehrfach gegen 

den Körper von A.____ geschlagen zu haben.  

 

B. Mit Verfügung vom 11. Mai 2021 stellte die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft (nach-

folgend: Staatsanwaltschaft) das Strafverfahren gegen B.____ (nachfolgend: Beschuldigter) we-

gen Tätlichkeiten (Art. 126 StGB) in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO ein, verwies die 

Zivilklage von A.____ auf den Zivilweg und auferlegte die Verfahrenskosten der Staatskasse. Im 

Übrigen wurde dem Beschuldigten gemäss Art. 430 Abs. 1 lit. c StPO keine Entschädigung und 

keine Genugtuung zugesprochen. 

 

Auf die Begründung der Einstellungsverfügung sowie der nachfolgenden Eingaben der Parteien 

wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen des vorliegenden Beschlusses eingegan-

gen. 

 

C. Gegen diese Einstellungsverfügung erhob der Anzeigesteller und Privatkläger, A.____ 

(nachfolgend: Beschwerdeführer), mit Eingabe vom 18. Mai 2021 Beschwerde bei der Staatsan-

waltschaft, welche am 19. Mai 2021 zuständigkeitshalber an das Kantonsgericht Basel-Land-

schaft, Abteilung Strafrecht (nachfolgend: Kantonsgericht), weitergeleitet wurde.  

 

D. Mit Verfügung vom 21. Mai 2021 erachtete das Kantonsgericht die Eingabe des Be-

schwerdeführers vom 18. Mai 2021 als den gesetzlichen Anforderungen von Art. 385 Abs. 1 

StPO nicht genügend und wies diese mit Frist bis zum 4. Juni 2021 zur Verbesserung zurück, 

verbunden mit dem Hinweis, dass die Rechtsmittelinstanz gestützt auf Art. 385 Abs. 2 StPO auf 

die Beschwerde nicht eintritt, wenn die Eingabe auch nach Ablauf der Nachfrist den gesetzlichen 

Anforderungen von Art. 385 Abs. 1 StPO nicht genügt. 

 

E. Mit Eingabe vom 2. Juni 2021 verbesserte der Beschwerdeführer seine Beschwerde-

schrift und begehrte sinngemäss, die Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2021 aufzuheben und 

das Strafverfahren gegen B.____ fortzusetzen. 

 

F. Die Staatsanwaltschaft begehrte in ihrer Stellungnahme vom 6. Juli 2021, es sei die Be-

schwerde vom 18. Mai bzw. 2. Juni 2021 abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.  

 

 

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Erwägungen 

I. Formelles 

1.1 Die Zuständigkeit des Präsidiums des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung 

Strafrecht, als Rechtsmittelinstanz zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ergibt sich aus 

Art. 322 Abs. 2 i.V.m. Art. 395 lit. a i.V.m. Art. 61 lit. c der Schweizerischen Strafprozessordnung 

(StPO, SR 312.0) i.V.m. § 15 Abs. 2 des Einführungsgesetzes zur StPO (EG StPO, SGS 250). 

Sodann ist die Beschwerde gemäss Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO zulässig gegen Verfügungen und 

Verfahrenshandlungen von Polizei, Staatsanwaltschaft und Übertretungsstrafbehörden. Gemäss 

Art. 393 Abs. 2 StPO können mit der Beschwerde gerügt werden: Rechtsverletzungen, ein-

schliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechts-

verzögerung (lit. a); die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhaltes (lit. b); so-

wie Unangemessenheit (lit. c). Da mit der Beschwerde alle Mängel des angefochtenen Ent-

scheids geltend gemacht werden können, verfügt die Rechtsmittelinstanz über volle Kognition 

(PATRICK GUIDON, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 393 N 15). Nach Art. 322 Abs. 2 

StPO in Verbindung mit Art. 396 Abs. 1 StPO ist die Beschwerde gegen schriftlich oder mündlich 

eröffnete Entscheide innert zehn Tagen schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz ein-

zureichen. Verlangt das Gesetz – wie vorliegend – die Begründung des Rechtsmittels, so hat 

gemäss Art. 385 Abs. 1 StPO die Person oder die Behörde, welche das Rechtsmittel ergreift, 

genau anzugeben, welche Punkte des Entscheides sie anficht (lit. a), welche Gründe einen an-

deren Entscheid nahe legen (lit. b) und welche Beweismittel sie anruft (lit. c).  

 

1.2 Vorliegend stellte die Staatsanwaltschaft mit Verfügung vom 11. Mai 2021 das Strafverfah-

ren gegen B.____ wegen Tätlichkeiten (Art. 126 Abs. 1 StGB) ein. Es liegt somit ein zulässiges 

Anfechtungsobjekt vor. Als Privatkläger ist der Beschwerdeführer unmittelbar in seinen Interes-

sen betroffen und folglich zur Beschwerde legitimiert. Mit Eingabe vom 18. Mai 2021 wurde die 

Rechtsmittelfrist gewahrt und mit Eingabe vom 2. Juni 2021 die Begründungspflicht wahrgenom-

men. Demnach ist auf die Beschwerde einzutreten. 

 

 

II. Materielles 

1.  

1.1 Die Staatsanwaltschaft stützt ihre Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2021 auf Art. 319 

Abs. 1 lit. a StPO. Zur Begründung führt sie aus, der Beschuldigte bestreite sämtliche Vorwürfe. 

Diese könnten mit hinreichender Sicherheit nicht nachgewiesen werden, da eine Aussage gegen 

Aussage-Situation vorliege und keine genügend objektiven Zeugen vorhanden seien. Angesichts 

der konkreten Sach- und Beweislage sei ein Freispruch vor Strafgericht mit Sicherheit zu erwar-

ten.  

 

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Die Staatsanwaltschaft stützt sich in ihrer Begründung vor allem auf die polizeiliche Einvernahme 

vom 3. August 2021, in welcher der Beschuldigte angibt, einen Holzpfosten aus dem Boden ge-

zogen zu haben, auf welchem ein Schild (Pferdeverbot, Leinenpflicht für Hunde) befestigt gewe-

sen sei. Dies aber erst nachdem der Beschwerdeführer dem Beschuldigten mit der geballten 

Faust zunächst einen heftigen Schlag in seine rechte Hüfte und einen weiteren Schlag mit der 

geballten Faust in den Magen verpasst habe. Der Beschuldigte habe mit dem Holzpfosten den 

Beschwerdeführer auf Distanz halten wollen, sollte dieser wieder auf ihn losgehen. Er habe den 

Beschwerdeführer jedoch zu keinem Zeitpunkt berührt oder gar geschlagen. Die Ehefrau des 

Beschuldigten habe bestätigt, dass ihr Mann zu keinem Zeitpunkt tätlich gegen den Beschwer-

deführer geworden sei, weder unter Verwendung des Pfostens noch sonst auf eine Art. Die 

Staatsanwaltschaft hält in ihrer Einstellungsverfügung weiter fest, dass die Eheleute B.___ und 

C.____ ihre Aussagen unabhängig voneinander und in kurz aufeinanderfolgenden Einvernahmen 

bei der Polizei getätigt hätten. 

 

1.2 Der Beschwerdeführer macht demgegenüber in seiner Beschwerdeschrift vom 2. Juni 

2021 im Wesentlichen geltend, die Eheleute B.___ und C.____ hätten grosse und schwere Äste 

ergriffen und Steine wurfbereit gehalten, um die Hunde des Beschwerdeführers zu attackieren. 

Einer der drei Hunde des Beschwerdeführers, ein Chihuahua, sei von einem Stein getroffen wor-

den und verängstigt in den Wald geflüchtet. Er sei erst wieder am darauffolgenden Tag gefunden 

worden. Die Ehefrau des Beschuldigten habe daraufhin den zweiten Hund des Beschwerdefüh-

rers, gemäss Angaben des Beschwerdeführers ein drei Monate alter Parson-Russel Welpe, er-

schlagen wollen, woraufhin der Beschwerdeführer ihr den Ast weggenommen habe. Daraufhin 

habe der Beschuldigte wie ein «Berserker» auf den Beschwerdeführer eingeschlagen. Die Ver-

letzungen auf den Bildern, welche der Beschwerdeführer als Beilage zur Beschwerdeschrift ein-

reicht (vgl. Beschwerdebeilage Nr. 5), würden seine Version des Geschehensablaufs belegen. 

Der Beschwerdeführer habe den Beschuldigten nicht als Erster angegriffen, sondern sich ledig-

lich verteidigen wollen, um die Schläge des Beschuldigten gegen ihn zu beenden. Der Angriff sei 

einzig und alleine vom Ehepaar B.___ und C.____ ausgegangen, motiviert durch deren Angst vor 

Hunden und der behaupteten Leinenpflicht. Der Beschwerdeführer habe sich lediglich mit den 

mildesten Mitteln zur Wehr gesetzt. Als er sich um seine verängstigten Hunde habe kümmern 

wollen, habe der Beschuldigte einen Holzpfosten aus dem Boden gezogen, auf welchem ein 

Schild befestigt gewesen sei. Der Beschuldigte habe den Beschwerdeführer mit diesem Holz-

pfosten erneut angegriffen, woraufhin der Beschwerdeführer diesen ermahnt und aufgefordert 

habe, den Holzpfosten fallen zu lassen. Der Beschwerdeführer führt in seiner Beschwerde weiter 

aus, dass der Beschuldigte und seine Ehefrau nicht verängstigt gewesen seien, wie sie es an-

lässlich der Einvernahme vom 3. August 2020 behauptet hätten, sondern dass sie vielmehr die 

Konfrontation gesucht hätten. Die Eheleute würden sich hinter ihrem hohen Alter verstecken und 

durch falsche Anschuldigungen den Beschwerdeführer zu Unrecht belasten.  

 

1.3 Die Staatsanwaltschaft führt in ihrer Stellungnahme vom 6. Juli 2021 aus, dass ein Straf-

verfahren nach der Praxis dann einzustellen sei, wenn die Unschuld der beschuldigten Person 

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erwiesen oder aus anderen Gründen ein Freispruch als sicher anzusehen sei. In casu sei die 

Einstellung des Verfahrens zu Recht erfolgt. Die Aussage des Beschwerdeführers, der Beschul-

digte habe wie ein «Berserker» mit einem Ast auf ihn eingeschlagen, stehe im Widerspruch zu 

den Aussagen der Eheleute B.___ und C.____, gemäss welchen lediglich C.____ einen dürren 

Ast in der Hand gehalten und auf den Beschwerdeführer eingeschlagen habe. Aus den dokumen-

tierten Blessuren des Beschwerdeführers könne das Einschlagen wie ein «Berserker» mit einem 

Ast nicht verifiziert werden. Vielmehr seien diese Blessuren mit den Depositionen der Eheleute 

betreffend die Verwendung eines dürren Asts durch die Ehefrau des Beschuldigten vereinbar. Es 

fehle an objektiven Beweisen, dass auch der Beschuldigte mit einem Ast auf den Beschwerde-

führer eingeschlagen habe. Dem Beschuldigten könnten folglich keine Tätlichkeiten nachgewie-

sen werden.  

 

2. Nach lit. a von Art. 319 Abs. 1 StPO ist ein Strafverfahren einzustellen, wenn im Vorver-

fahren der ursprünglich vorhandene Anfangsverdacht nicht in einem Mass erhärtet werden 

konnte, der eine Anklage rechtfertigt. Allerdings hat sich die Staatsanwaltschaft bei der Frage, ob 

ein solcher Tatverdacht besteht, in Zurückhaltung zu üben. Widersprechen sich Beweise, so ist 

es nicht Sache der Staatsanwaltschaft, eine Beweiswürdigung vorzunehmen. Im Zweifelsfalle ist 

die Angelegenheit in Beachtung des Grundsatzes «in dubio pro duriore» an das Sachgericht zu 

überweisen. Bei der Frage der Überweisung des Beschuldigten an das urteilende Gericht spielt 

der Grundsatz «in dubio pro reo» keine Rolle. Es ist vielmehr Sache des Gerichts, darüber zu 

befinden, ob sich jemand im strafrechtlichen Sinne schuldig gemacht hat oder nicht. Die Staats-

anwaltschaft hat nur dann einzustellen, wenn eine Hauptverhandlung als eigentliche Ressour-

cenverschwendung bzw. aufgrund des absehbaren Freispruchs als Zumutung für den Beschul-

digten erscheinen müsste. Von einer Überweisung ist mithin dann abzusehen, wenn nach der 

gesamten Aktenlage ein Freispruch zu erwarten ist (ROLF GRÄDEL/MATTHIAS HEINIGER, Basler 

Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 319 N 8). Nach SCHMID/JOSITSCH ist erforderlich, dass bei 

erfolgter Anklage nicht mit einem verurteilenden Erkenntnis des Gerichts gerechnet werden 

könnte, also mit Sicherheit oder grosser Wahrscheinlichkeit mit einem Freispruch zu rechnen 

wäre. Da die Staatsanwaltschaft als Untersuchungs- und Anklagebehörde nicht dazu berufen ist, 

über Recht oder Unrecht zu richten, darf sie jedoch nicht allzu rasch und gestützt auf eigene 

Bedenken (die irrtümlich sein können) zu einer Einstellung schreiten. In Zweifelsfällen in sach-

verhalts- und beweismässiger Hinsicht sowie vor allem in rechtlichen Belangen ist Anklage zu 

erheben (NIKLAUS SCHMID/DANIEL JOSITSCH, Praxiskommentar StPO, 3. Aufl. 2018, Art. 319 N 5; 

DIESELBEN, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 3. Aufl. 2017, Rz. 1251, mit Hin-

weisen). Die Beurteilung der Wahrscheinlichkeit eines Schuldspruchs bzw. der Prozessaussich-

ten ist dem pflichtgemässen Ermessen der Staatsanwaltschaft anheimgestellt. In Zweifelsfällen 

tatsächlicher oder rechtlicher Natur darf das Verfahren nicht eingestellt werden, da in diesen Fäl-

len das Urteil dem Gericht überlassen bleiben soll. Stehen sich unterschiedliche Zeugenaussa-

gen gegenüber und kann die Untersuchung die Zuverlässigkeit der einzelnen Zeugen nicht er-

schüttern, darf keine Einstellung ergehen. Der Ermessensentscheid, wem unter solchen Verhält-

nissen zu glauben ist, liegt beim Gericht. Keine Einstellung, sondern die Erhebung einer Anklage 

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ist grundsätzlich immer dann angezeigt, wenn der Ausgang des Verfahrens ausschliesslich von 

der Beweiswürdigung abhängt (NATHAN LANDSHUT/THOMAS BOSSHARD, Zürcher Kommentar 

StPO, 3. Aufl. 2020, Art. 319 N 16 ff., mit Hinweisen).  

 

Stehen sich gegensätzliche Aussagen gegenüber («Aussage gegen Aussage»-Situation) und ist 

es nicht möglich, die einzelnen Aussagen als glaubhafter oder weniger glaubhaft zu bewerten, ist 

nach dem Grundsatz «in dubio pro duriore» in der Regel Anklage zu erheben. Dies gilt insbeson-

dere, wenn typische Vier-Augen-Delikte zu beurteilen sind, bei denen oftmals keine objektiven 

Beweise vorliegen. Auf eine Anklageerhebung kann nur verzichtet werden, wenn die Strafklägerin 

ein widersprüchliches Aussageverhalten offenbart und ihre Aussagen daher wenig glaubhaft sind 

oder wenn eine Verurteilung unter Einbezug der gesamten Umstände aus anderen Gründen als 

von vornherein unwahrscheinlich erscheint (vgl. BGE 143 IV 241 E. 2.2.2; BGer 6B_1034/2018 

vom 13. Mai 2019 E. 2.3.2). Zur letztgenannten Konstellation sind gemäss der Rechtsprechung 

auch Fälle zu zählen, in denen Aussage gegen Aussage steht, keine der Depositionen als glaub-

hafter oder weniger glaubhaft bewertet werden kann und dabei weder objektive Beweismittel vor-

handen noch weitere Beweisergebnisse zu erwarten sind (vgl. BGer 6B_856/2013 vom 3. April 

2014 E. 2.2; BGer 1B_535/2012 vom 28. November 2012 E. 5.2).  

 

3. Vorliegend ist zunächst festzuhalten, dass der Beschuldigte anlässlich seiner Einver-

nahme vom 3. August 2020 zu Protokoll gegeben hat, seine Ehefrau habe grosse Angst vor Hun-

den und er würde Hunde ebenfalls nicht mögen. Die Hunde des Beschwerdeführers seien zudem 

nicht an der Leine geführt worden, obwohl eine Leinenpflicht signalisiert gewesen sei. Um die 

freilaufenden Hunde bei einem etwaigen Angriff auf Distanz halten zu können, habe seine Ehe-

frau einen kleinen dürren Ast vom Boden behändigt. Der Beschwerdeführer sei sodann unvermit-

telt auf seine Frau losgegangen und habe ihr den Ast aus den Händen gerissen. Der Beschuldigte 

habe den Beschwerdeführer daraufhin aufgefordert, damit aufzuhören. In der Folge habe der 

Beschwerdeführer ihm mit der geballten Faust einen heftigen Schlag in seine rechte Hüfte ver-

passt, wodurch er zu Boden gefallen sei. Als er am Boden gelegen habe, habe der Beschwerde-

führer lauthals erklärt, er würde ihn zu Tode prügeln. Die Ehefrau des Beschuldigten habe da-

raufhin verbal interveniert und den Beschwerdeführer so ablenken können. Nachdem der Be-

schuldigte aufgestanden sei, habe ihm der Beschwerdeführer einen weiteren Schlag mit der ge-

ballten Faust in den Magen verpasst, wodurch er wieder zu Boden gefallen sei. Der Beschuldigte 

habe einen Holzpfosten aus dem Boden gezogen, auf welchem ein Schild (Pferde- und Hunde-

verbot) befestigt gewesen sei, um den Beschwerdeführer auf Distanz zu halten, sollte dieser wie-

der auf ihn losgehen. Der Beschwerdeführer habe sich in der Folge vom Beschuldigten distanziert 

und ein Foto gemacht. Der Beschuldigte gab weiter an, dass er einen vorbeifahrenden Mountain-

bike-Fahrer angehalten und um Hilfe gebeten habe. Der Beschwerdeführer habe daraufhin erneut 

schreiend kundgetan, den Beschuldigten zu Tode zu prügeln. Der Beschuldigte beteuert den Be-

schwerdeführer zu keinem Zeitpunkt körperlich angegriffen und den Holzpfosten lediglich dafür 

benutzt zu haben, um den Beschwerdeführer auf Distanz zu halten. Er habe den Beschwerde-

führer jedoch zu keinem Zeitpunkt mit dem Holzpfosten berührt.  

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Die Ehefrau des Beschuldigten, C.____, gibt in Ihrer Einvernahme vom 3. August 2020 indes zu 

Protokoll, sie habe grundsätzlich keine Angst vor Hunden, jedoch fürchte sich ihr Ehemann, der 

Beschuldigte, seit einem Vorfall auf den Kapverdischen Inseln vor freilaufenden Hunden. Da der 

Beschwerdeführer seine drei freilaufenden Hunde nicht zurückgepfiffen habe, habe C.____ einen 

morschen Ast vom Boden behändigt und den Beschwerdeführer zunächst verbal darauf hinge-

wiesen, dass im Allschwiler Wald eine Leinenpflicht herrsche und dieser seine Hunde an die Leine 

nehmen solle. Als der Beschuldigte dem Beschwerdeführer dasselbe zugerufen habe, habe der 

Beschwerdeführer ihn mit gehobenen Fäusten angegriffen. Der Beschwerdeführer habe ihrem 

Ehemann zwei Faustschläge verpasst, sodass er zu Boden gefallen sei. Dabei habe er geschrien, 

er würde ihn umbringen. Daraufhin habe C.____ den Beschwerdeführer mit dem Ast, den sie 

zuvor vom Boden aufgenommen habe, auf den Rücken geschlagen. Der Ast sei beim Schlag 

zerbrochen. In der Folge habe der Beschwerdeführer ebenfalls einen Ast vom Boden ergriffen 

und mit diesem auf ihren Schädel und ihre linke Schulter geschlagen. Dieser Ast sei dabei eben-

falls zerbrochen. Als in der Zwischenzeit der Beschuldigte wieder vom Boden aufgestanden sei 

und dem Beschwerdeführer zugerufen habe, man schlage keine Frauen, sei der Beschwerdefüh-

rer ein weiteres Mal auf den Beschuldigten zugegangen und habe diesen zweimal mit der Faust 

geschlagen, sodass dieser ein weiteres Mal zu Boden gefallen sei.  

 

Demgegenüber hat der Beschwerdeführer anlässlich seiner Einvernahme am 3. August 2020 ge-

genüber der Polizei zu Protokoll gegeben, er habe seine Hunde zu sich genommen, nachdem er 

die Eheleute B.___ und C.____ gesichtet und festgestellt habe, dass diese sich mit Steinen be-

waffnet zurückgezogen hätten. Er sei weitergegangen und habe dabei wahrgenommen, wie die 

Ehefrau des Beschuldigten den einen Hund mit einem Stock und der Beschuldigte den Welpen 

mit Steinen beworfen hätten. Der Welpe, welcher von einem Stein getroffen worden sei, habe 

sich in den Wald zurückgezogen und sei erst am nächsten Tag wieder aufgefunden worden. 

Nachdem sich C.____ erneut mit einem Stock bewaffnet habe, habe sich der Beschwerdeführer 

zwischen sie und die verängstigten Hunde gestellt. Der Beschuldigte habe daraufhin drei- bis 

viermal mit einem Stock auf den Beschwerdeführer eingeschlagen. Nachdem der Beschwerde-

führer das Ehepaar B.___ und C.____ aufgefordert habe, was in Händen auf den Boden zu legen 

und zurückzutreten, habe C.____ mehrmals mit einem Stock auf den Beschwerdeführer einge-

schlagen. Dieser habe schliesslich den Stock mit einer Drehbewegung behändigen können und 

daraufhin in den Wald geworfen. Währenddessen habe er noch weitere Schläge vom Beschul-

digten erhalten. Durch den Schlag auf den Rücken sei seine Rippe gebrochen, was durch den 

Arzt einer Notfallpraxis attestiert werde. Der Beschwerdeführer habe daraufhin versucht, die An-

griffe des Beschuldigten zu beenden. 

 

Anlässlich seiner Einvernahme vom 22. Januar 2021 wiederholte der Beschwerdeführer seine 

bisherigen Depositionen und machte ergänzend geltend, dass in jenem Waldstück keine Leinen-

pflicht und kein Hundeverbot bestanden habe. Hierfür verwies er auf das Allschwiler Reglement, 

welches eine absolute Leinenpflicht für Hunde lediglich während der Hauptsetz- und Brutzeit vom 

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1. April bis zum 31. Juli im Allschwiler Wald vorsehe. Weiter gab er zu Protokoll, dass bis zum 

Zeitpunkt, in welchem C.____ einen der Hunde mit Steinen beworfen habe, kein Wort gesprochen 

worden sei. Zudem legte der Beschwerdeführer von sich aus dar, den Beschuldigten mit seiner 

linken offenen Hand gegen den Oberkörper gestossen zu haben, nachdem dieser ihn als «Schnu-

deri» bezeichnet und ihm gedroht habe, den Schädel einzuschlagen sowie seine «Sauhunde» 

ebenfalls zu erschlagen.  

 

4. Aufgrund der vorliegenden Aktenlage kann der Staatsanwaltschaft nicht gefolgt werden, 

wenn diese im Ergebnis den Schluss zieht, aufgrund der konkreten Sach- und Beweislage sei bei 

einer Anklageerhebung mit Sicherheit ein Freispruch vor Strafgericht zu erwarten. Dass die Aus-

sagen der Beteiligten in einem Widerspruch zueinander stehen, genügt für sich alleine nicht für 

eine Einstellung des Verfahrens. Im Gegenteil liegt in casu eine klassische Aussage gegen Aus-

sage-Konstellation vor, die gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nach dem Grundsatz 

«in dubio pro duriore» in der Regel zur Anklageerhebung führen muss. Angesichts des hiervor 

Dargelegten kann nicht gesagt werden, es liege ein Fall vor, bei welchem die Darlegungen des 

Beschwerdeführers von vornherein als weniger glaubhaft als jene des Beschuldigten dastehen. 

Einigkeit unter den Aussagen der Eheleute B.___ und C.____ besteht zumindest darüber, dass 

der Beschuldigte den Holzpfosten lediglich zur Wahrung von Distanz zum Beschwerdeführer an 

sich genommen haben will und den Beschwerdeführer zu keinem Zeitpunkt mit dem Holzpfosten 

angegriffen haben soll. Demgegenüber liegen jedoch durchaus auch objektive Hinweise dafür 

vor, dass die Einlassungen des Beschwerdeführers (teilweise) zutreffen könnten. So liegen Fo-

tografien der Polizei vor, welche die Schürfwunden des Beschwerdeführers am unteren Rücken-

bogen links und am linken Bein dokumentieren. Ausserdem liegt auch ein Behandlungsrapport 

einer Notfallpraxis vom 3. August 2020 vor, wonach eine sogenannte Thoraxkontusion und eine 

Prellung am linken Bein diagnostiziert werden. Der Vollständigkeit halber ist zu erwähnen, dass 

eine absolute Leinenpflicht für Hunde nur während der Hauptsetz- und Brutzeit vom 1. April bis 

zum 31. Juli im Allschwiler Wald gilt (vgl. § 35 Abs. 2 und 3 sowie Anhang I des Polizeireglements 

der Einwohnergemeinde Allschwil vom 22. Februar 2017), weshalb im Tatzeitpunkt am 2. August 

2020 − soweit hier ersichtlich − auf den Hundefreilaufwegen keine Leinenpflicht bestand. Im Üb-

rigen enthalten die Aussagen des Beschwerdeführers durchaus auch Realkennzeichen. Nament-

lich finden sich in seinen Depositionen Angaben zu seinen Gefühlen und Gedanken, was für ei-

nen realen Erlebnishintergrund sprechen könnte. Der Beschwerdeführer reflektiert sein eigenes 

Verhalten teilweise kritisch und belastet sich auch selbst. So gibt er in seiner Einvernahme vom 

22. Januar 2022 zu Protokoll, zu bedauern, das Ehepaar B.___ und C.____ mit seinen Hunden 

verängstigt zu haben. Dies sei respektlos gegenüber deren Alter. Er würde mit dem Ehepaar 

gerne ein Gespräch führen, um den Vorfall zu besprechen. Er sehe ein, dass auch kleine Hunde 

Angst verursachen können. Er werde sein Verhalten in Zukunft anpassen. Im Lichte des Darge-

legten ist nicht mit Sicherheit oder grosser Wahrscheinlichkeit mit einem Freispruch des Beschul-

digten zu rechnen.  

 

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5. Nach alledem folgt, dass die Einstellung des Verfahrens gegen den Beschuldigten in der 

vorliegenden Konstellation den Grundsatz «in dubio pro duriore» verletzt, weshalb die Be-

schwerde gutzuheissen und die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 11. Mai 2021 

aufzuheben ist.  

 

 

III. Kosten  

Abschliessend ist über die Verteilung der Kosten zu entscheiden. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO 

tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder 

Unterliegens. Entsprechend dem Ausgang des vorliegenden Verfahrens gehen die Verfahrens-

kosten des Kantonsgerichts in der Höhe von CHF 800.-- (bestehend aus einer Gebühr von CHF 

750.-- sowie Auslagen von CHF 50.--) in Anwendung von § 13 Abs. 1 der Verordnung über die 

Gebühren der Gerichte vom 15. November 2010 (Gebührentarif, GebT; SGS 170.31) zu Lasten 

des Staates. Die vom Beschwerdeführer erbrachte Sicherheitsleistung in der Höhe von 

CHF 500.-- wird diesem vollumfänglich zurückerstattet. Es werden keine Parteientschädigungen 

ausgerichtet. 

 

  

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Demnach wird erkannt: 

 

://: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

 

 2. Die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft 

vom 11. Mai 2021 wird aufgehoben. 

 

 3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von total Fr. 800.-- (bestehend 

aus einer Gerichtsgebühr von Fr. 750.-- sowie Auslagen von pauschal 

Fr. 50.--) werden auf die Staatskasse genommen. 

 

Die vom Beschwerdeführer erbrachte Sicherheitsleistung von Fr. 500.-

- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 

 

 

 

 

Präsident 
 
 
 
 
Enrico Rosa 

Gerichtsschreiberin i.V.  
 
 
 
 
Eylem Kutay 

 

 

 

Dieser Entscheid ist rechtskräftig.  

 

 

 

 

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