# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ecc9166a-962d-505e-8acc-0660b3f99f89
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-17
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 17.02.2025 SST.2024.48
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2024-48_2025-02-17.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2024.48 
(ST.2023.145; StA.2022.10250) 

 

 

Urteil vom 17. Februar 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichter Fedier 

Oberrichterin Vasvary 

Gerichtsschreiberin Eichenberger 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau, 

Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg  

 

Privatklägerin   A._____, 

[…]  

vertreten durch Rechtsanwältin Lea Leiser,  

[…] 

 

 
    

Beschuldigter   B._____,  

geboren am tt.mm.1974, von Winterthur, 

[…]  

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Alexander Schawalder,  

[…] 

 

 
 

Gegenstand  Sexuelle Nötigung, sexuelle Handlungen mit einem Kind usw. 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau erhob am 28. August 2023 

Anklage gegen den Beschuldigten wegen mehrfacher sexueller Nötigung 

gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB [in der bis zum 30. Juni 2024 geltenden 

Fassung] (Tatzeitraum: 1. Oktober 2008 bis 8. Februar 2014), mehrfacher 

sexueller Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB [in 

der bis zum 30. Juni 2024 geltenden Fassung], sexueller Nötigung gemäss 

Art. 189 Abs. 1 StGB [in der bis zum 30. Juni 2024 geltenden Fassung] 

(Tatzeitraum: 2018), mehrfacher Verletzung des Geheim- oder Privat-

bereichs durch Aufnahmegeräte gemäss Art. 179quater Abs. 1 und Abs. 3 

StGB, Besitzes von echter Kinderpornografie zum Eigenkonsum gemäss 

Art. 197 Abs. 5 Satz 1 und Satz 2 StGB sowie Tätlichkeiten gemäss Art. 126 

Abs. 1 StGB. 

 

2. 

Das Bezirksgericht Lenzburg fällte am 26. Oktober 2023 folgendes Urteil: 

 

1. 
Das Verfahren wird, infolge Verfolgungsverjährung gemäss Art. 97 Abs. 1 lit. b StGB, in 
Bezug auf den Zeitraum vom 1. Oktober 2008 bis zum 25. Oktober 2008 eingestellt. 
 
2. 
Der Beschuldigte ist schuldig 
- der mehrfachen sexuellen Nötigung gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB, 
- der mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB, 
- der mehrfachen Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte 

gemäss Art. 179quater Abs. 1 StGB, 
- des Besitzes von echter Kinderpornografie zum Eigenkonsum gemäss Art. 197 Abs. 5 

Satz 1 und Satz 2 StGB, 
- der Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB.  
 
3. 
Der Beschuldigte wird hierfür in Anwendung der genannten Gesetzesbestimmungen sowie 
Art. 47 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB und Art. 106 StGB 
 
zu einer Freiheitsstrafe von 9.5 Jahre und einer Busse von Fr. 500.00, ersatzweise 5 Tage 
Freiheitsstrafe, verurteilt. 
 
4. 
Die bisher ausgestandene Untersuchungshaft von 8 Tagen (30. Dezember 2022 bis 
6. Januar 2023) wird dem Beschuldigten auf die Freiheitsstrafe angerechnet. 
 
5. 
Gestützt auf Art. 63 Abs. 1 StGB wird eine ambulante therapeutische Massnahme zur 
Behandlung von psychischen Störungen angeordnet. 
 

 - 3 - 

 

 

6. 
Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. d Ziff. 2 StGB lebenslänglich jede 
berufliche und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen 
Kontakt zu Minderjährigen umfasst, verboten. 
 
7. 
Es wird von einer Anordnung eines Kontaktverbots gestützt auf Art. 67b Abs. 1 StGB 
abgesehen. 
 
8. 
Der dem Beschuldigten mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 
22. November 2017 für eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen gewährte bedingte 
Strafvollzug wird nicht widerrufen. Stattdessen wird der Beschuldigte gestützt auf Art. 46 
Abs. 2 StGB verwarnt, und es wird die ihm damals bestimmte Probezeit von 3 Jahren um 
1.5 Jahre verlängert. 
 
9. 
Gestützt auf Art. 257 lit. a, lit. b und lit. c StPO wird die Abnahme einer DNA-Probe und 
Erstellung eines DNA-Profils angeordnet. Die Kantonspolizei Aargau, Kriminaltechnik, wird 
mit dem Vollzug beauftragt und der Beschuldigte wird verpflichtet, innert 30 Tagen ab 
Eintritt der Rechtskraft des Urteils bei der Kantonspolizei Aargau, Kriminaltechnik, sich zur 
erkennungsdienstlichen Behandlung mit Wangenschleimhautabnahme zu melden. Kommt 
er dieser Verpflichtung unentschuldigt nicht nach, ist die Kantonspolizei verpflichtet, ihn 
zwangsweise vorzuführen. 
 
10. 
10.1 
Die beschlagnahmten Gegenstände (Harddisk Seagate Barracuda, 2000 GB, 
Seriennummer Z240HAXQ; Laptop HP, Seriennummer #5CD8461872 und USB-Stick 
«SanDisk», grau) werden gestützt auf Art. 69 StGB und Art. 197 Abs. 6 StGB eingezogen. 
Sie sind zu vernichten. 
 
Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen. 
 
10.2 
Die beschlagnahmten Gegenstände (Handschriftlicher Brief «an Papa» und der USB-Stick 
«RAV», blau) können vom Beschuldigten oder von einer durch ihn bevollmächtigten 
Person innert 30 Tagen nach Rechtskraft des Urteils abgeholt werden. Bei unbenutztem 
Ablauf dieser Frist wird der Gegenstand vernichtet. 
 
11. 
Der Beschuldigte hat die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Staatsgebühr von 
Fr. 5'700.00 (inkl. Polizeikostenrapport von Fr. 2'695.00) sowie den Auslagen von 
Fr. 11'946.00 (inkl. Kosten des forensisch-psychiatrischen Gutachtens von Fr. 11'868.00 
und Zustellungsauslagen von Fr. 78.00), insgesamt Fr. 17'646.00, zu bezahlen. 
 
Die Dolmetscherkosten trägt der Staat. 
 
12. 
Der Beschuldigte hat die Anklagegebühr von Fr. 3'000.00 zu bezahlen. 
 
13. 
Die Gerichtskasse Lenzburg wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des 
Beschuldigten lic. iur. Alexander Schawalder die richterlich auf Fr. 19'411.30 (inkl. MWSt 
von Fr. 1'387.80) festgesetzte Entschädigung auszurichten. 
 

 - 4 - 

 

 

Die dem amtlichen Verteidiger ausgerichtete Entschädigung kann zu einem späteren 
Zeitpunkt vom kostenfälligen Beschuldigten zurückgefordert werden, sofern es seine 
wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 
 
14. 
Es wird festgestellt, dass der Zivil- und Strafklägerin, A._____, dem Grundsatze nach bei 
einer Haftungsquote von 100 % Schadenersatzansprüche zustehen. Im Übrigen werden 
die Schadenersatzansprüche der Zivil- und Strafklägerin auf den Zivilweg verwiesen. 
 
15. 
Der Beschuldigte hat der Zivil- und Strafklägerin als Genugtuung Fr. 25'000.00 nebst Zins 
zu 5 % seit 1. November 2015 zu bezahlen. 
 
16. 
Der Beschuldigte hat der Zivil- und Strafklägerin, A._____, die gerichtlich auf Fr. 7'664.15 
(inkl. MWSt von Fr. 547.95) festgesetzten Parteikosten zu ersetzen. 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 11. März 2024 beantragte der Beschuldigte, 

er sei von den Vorwürfen der mehrfachen sexuellen Nötigung, der 

mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind, des Konsums 

kinderpornografischer Aufnahmen und der Tätlichkeiten freizusprechen 

und für den verbleibenden Schuldspruch der mehrfachen Verletzung des 

Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte mit einer bedingten 

Geldstrafe von 60 Tagessätzen à Fr. 40.00, Probezeit 2 Jahre, zu 

bestrafen. Ausgehend von den von ihm beantragten Freisprüchen 

beantragte er die Aufhebung der Dispositivziffern 4, 5, 6, 8, 9, 10.1, 11, 12, 

13 Abs. 2, 14, 15 und 16 des vorinstanzlichen Urteils. 

 

3.2. 

Der Beschuldigte reichte am 10. Juni 2024 vorgängig zur 

Berufungsverhandlung eine schriftliche Berufungsbegründung ein. 

 

3.3. 

Mit Berufungsantwort vom 12. Juni 2024 beantragte die Staatsanwaltschaft 

die Abweisung der Berufung. 

 

Mit Berufungsantwort vom 18. Juni 2024 (Postaufgabe) beantragte die 

Privatklägerin A._____ die Abweisung der Berufung. 

 

3.4. 

Der Beschuldigte nahm am 2. September 2024 zur Berufungsantwort der 

Privatklägerin A._____ Stellung. 

 

3.5. 

Die Privatklägerin A._____ reichte am 11. Oktober 2024 eine 

Stellungnahme zur Stellungnahme des Beschuldigten ein. 

 

 - 5 - 

 

 

3.6. 

Die Berufungsverhandlung fand am 17. Februar 2025 statt. Der 

Beschuldigte passte seine mit Berufungserklärung gestellten Anträge 

dahingehend an, als die vorinstanzlichen Schuldsprüche wegen Konsums 

kinderpornografischer Aufnahmen sowie wegen Tätlichkeiten nicht mehr 

angefochten sind. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Das vorinstanzliche Urteil wurde durch den Beschuldigten – unter 

Berücksichtigung der Anpassung der Berufungsanträge anlässlich der 

Berufungsverhandlung – hinsichtlich der Schuldsprüche der mehrfachen 

sexuellen Nötigung und der mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem 

Kind, der vollzugsbegleitenden ambulanten Massnahme, des lebens-

länglichen Tätigkeitsverbots, der Erstellung eines DNA-Profils, der 

beschlagnahmten Gegenstände und der der Privatklägerin zuge-

sprochenen Genugtuungsforderung angefochten. Ausserdem wurde die 

Verwarnung und Verlängerung der Probezeit hinsichtlich des mit 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 22. November 

2017 für eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen gewährten bedingten 

Strafvollzugs angefochten. Nicht angefochten wurde die vorinstanzliche 

Einstellung in Bezug auf den Zeitraum vom 1. Oktober 2008 bis zum 

25. Oktober 2008, die vorinstanzlich ergangenen Schuldsprüche wegen 

mehrfacher Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch 

Aufnahmegeräte, des Konsums kinderpornografischer Aufnahmen sowie 

der Tätlichkeiten. In diesen unangefochten gebliebenen Punkten findet 

keine Überprüfung statt (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

2. 

2.1. 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten vor, sich an seiner Adoptivtochter 

A._____ über einen Zeitraum vom 1. Oktober 2008 bis 8. Februar 2014 

mehrfach sexuell vergriffen und sich dadurch der mehrfachen sexuellen 

Nötigung gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB [in der bis zum 30. Juni 2024 

geltenden Fassung] sowie der mehrfachen sexuellen Handlungen mit 

einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB [in der bis zum 30. Juni 

2024 geltenden Fassung] schuldig gemacht zu haben. 

 

Der Beschuldigte soll sich jeweils in der Nacht oder am Wochenende in 

Q._____ am R-Weg meist mit einem Bademantel bekleidet zu mindestens 

150 Gelegenheiten in das Kinderzimmer der im tatrelevanten Zeitraum 

zwischen 12 und 18 Jahre alten A._____ begeben haben. In einzelnen 

Fällen habe der Beschuldigte A._____ befohlen, sich auszuziehen. In den 

anderen Fällen habe er sie direkt selbst ausgezogen. Anschliessend habe 

 - 6 - 

 

 

der Beschuldigte der völlig nackten A._____ jeweils über eine Dauer von 

mehreren Minuten bis hin zu einer Stunde an die Innenseite ihrer 

Oberschenkel, an die Brüste und an die Vagina gegriffen. A._____ habe 

dem Beschuldigten jeweils unter Tränen erklärt, dass sie dies nicht wolle 

und er von ihr ablassen solle, was den Beschuldigten indes nie interessiert 

habe. Er habe ihr jeweils erklärt, dass seine Handlungen «gut» und 

«normal» seien, dies etwas «Schönes» sei, A._____ dies «gern» haben 

müsse und sich nicht widersetzen solle, der Beschuldigte ihr nichts Böses 

antun wolle und «Streicheleinheiten» ganz wichtig seien. Zum Schluss 

habe der Beschuldigte A._____ jeweils aufgefordert, sich wieder 

anzuziehen, die Tränen abzutrocknen, das Gesicht zu waschen und sich 

frisch zu machen, sodass die Kindsmutter nichts mitbekomme. 

 

2.2. 

Die Vorinstanz erachtete es im Wesentlichen gestützt auf die als glaubhaft 

qualifizierten Aussagen von A._____ sowie weiterer Indizien als erwiesen, 

dass der Beschuldigte die ihm gemäss Anklage vorgeworfenen sexuellen 

Übergriffe im genannten Zeitraum begangen habe (vorinstanzliches Urteil 

E. 4 f.). 

 

Demgegenüber beantragt der Beschuldigte einen vollumfänglichen 

Freispruch (Berufungserklärung, S. 1 f.; Berufungsbegründung, S. 2 ff.). 

 

2.3. 

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten 

Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen 

unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraus-

setzungen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für den 

Beschuldigten günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Bloss 

abstrakte und theoretische Zweifel genügen nicht, weil solche immer 

möglich sind. Der Grundsatz «in dubio pro reo» verlangt indes nicht, dass 

bei sich widersprechenden Beweismitteln unbesehen auf den für den 

Angeklagten günstigeren Beweis abzustellen ist. Die Entscheidregel ist erst 

anwendbar, nachdem alle aus Sicht des urteilenden Gerichts notwendigen 

Beweise ausgewertet worden sind und nach erfolgter Beweiswürdigung als 

Ganzem relevante Zweifel bestehen (BGE 148 IV 409 E. 2.2; BGE 144 IV 

345 E. 2.2.3). 

 

2.4. 

Die dem Beschuldigten vorgeworfenen sexuellen Handlungen zum 

Nachteil von A._____ sollen sich vom 1. Oktober 2008 bis am 8. Februar 

2014 sowie gegen Ende des Jahres 2018 – zu einem nicht näher 

bestimmbaren Zeitpunkt – zugetragen haben, als sie zwischen 12 und 22 

Jahre alt war. A._____ erstattete am 29. Dezember 2022 Strafanzeige, ihre 

erste Befragung fand noch am selben Tag statt. Damit fand ihre erste 

Befragung vier Jahre nach dem letzten Vorfall statt, womit keine tatnahen 

 - 7 - 

 

 

Aussagen von A._____ vorliegen. Wie sich aus der rechtspsychologischen 

Lehre ergibt, sind bei einer erst spät erfolgten ersten Einvernahme 

zahlreiche Sekundäreinflüsse in Form von Gesprächen, Beratungen und 

Therapien möglich. Weiter besteht die Möglichkeit von autosuggestiven 

Prozessen, die von aussen angestossen werden und ihren Ausgangspunkt 

häufig in einem schlechten psychischen Befinden haben. Hierbei ist zu 

berücksichtigen, dass Aussagen, die auf voll ausgebildeten 

Pseudoerinnerungen beruhen, eine ähnlich hohe Qualität erreichen 

können wie erlebnisbasierte Aussagen. Wenn in der Entstehungs- und 

Entwicklungsgeschichte der Aussage suggestive Prozesse begründbar 

sind, stellt die Inhaltsanalyse im Einzelfall kein valides Mittel zur 

Verifizierung von Aussagen mehr dar (vgl. zum Ganzen: Urteil des 

Bundesgerichts 6B_317/2024 vom 5. August 2024 E. 6.1). 

 

A._____ hat angegeben, ihren Freund und ihre Cousine C._____ am 

24. Dezember 2022 und ihre Mutter D._____ am 27. Dezember 2022 über 

die mutmasslichen Vorfälle informiert zu haben (Untersuchungsakten [UA] 

act. 551, act. 583; vgl. Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 13). Bereits 

zuvor, zu Beginn des Jahres 2022, hat A._____ psychologische Hilfe in 

Anspruch nehmen wollen und dazu eine Praxis in S._____ aufgesucht. Sie 

habe sich dort nach eigenen Angaben aber nicht wohl gefühlt und nach der 

zweiten Sitzung die Behandlung wieder beendet. Sie habe in der Praxis 

erzählt, dass sie Probleme mit ihrem Stiefvater gehabt und er sexuelle 

Sachen an ihr gemacht habe, woraufhin der Psychologe Übungen mit ihr 

gemacht und gewollt habe, dass sie alles vergessen und nach vorne 

blicken solle (UA act. 553 und act. 582; Protokoll der 

Berufungsverhandlung, S. 16). 

 

Nach dem Gesagten, insbesondere aufgrund des Umstandes, dass bis zur 

Anzeige mehrere Jahre verstrichen sind und in dieser Zeit «sexuelle 

Sachen» auch im Rahmen einer Therapie zumindest angesprochen 

worden sind, können weder Sekundäreinflüsse noch auto- oder 

fremdsuggestive Prozesse ausgeschlossen werden. Damit sind die erst 

viele Jahre nach den angeklagten Vorfällen erfolgten Aussagen von 

A._____ einer inhaltlichen Analyse anhand von sogenannten 

Realkennzeichen nur sehr beschränkt zugänglich bzw. stellt die 

Inhaltsanalyse kein valides Mittel zur Verifizierung ihrer Aussagen dar. Dies 

führt jedoch nicht dazu, dass auf die Aussagen von A._____ überhaupt 

nicht mehr abgestellt werden könnte. Vielmehr sind diese – in Kenntnis des 

langen Zeitablaufs und der Möglichkeit von auto- oder fremdsuggestiven 

Prozessen – mit der nötigen Zurückhaltung zu würdigen. Mithin schliesst 

der Umstand, dass gewisse Aussagen einer inhaltlichen Analyse nach 

Realkennzeichen nicht mehr zugänglich sind, nicht aus, dass das Gericht 

sämtliche Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren 

gewonnenen Überzeugung würdigt (Art. 10 Abs. 2 StPO). 

 

 - 8 - 

 

 

2.5. 

A._____ wurde im Laufe des Vorverfahrens am 29. Dezember 2022, 

30. Dezember 2022 und am 15. Mai 2023 befragt (UA act. 538 ff., act. 556 

ff., act. 588 ff.). Sodann wurde sie anlässlich der erstinstanzlichen 

Hauptverhandlung vom 26. Oktober 2023 erneut zur Sache einvernommen 

(Gerichtsakten [GA] act. 774 ff.). A._____ wurde schliesslich anlässlich der 

Berufungsverhandlung am 17. Februar 2025 einlässlich zur Sache befragt. 

Das Obergericht konnte folglich einen persönlichen Eindruck ihres 

Aussageverhaltens und ihrer Persönlichkeit gewinnen. 

 

A._____ führte aus, die angeklagten Vorfälle hätten begonnen, als sie 

zusammen mit ihrer Mutter und dem Beschuldigten nach Q._____ gezogen 

seien (UA act. 543). Ihre Mutter habe damals im Kantonsspital und oft am 

Wochenende gearbeitet, weswegen sie oft mit ihm alleine gewesen sei 

(UA act. 567; vorinstanzliches Protokoll, S. 9). Es sei immer wieder 

vorgekommen, dass er am Morgen zu ihr – meist im Bademantel bekleidet, 

teilweise mit Unterwäsche darunter – ins Bett gekommen sei. Er habe sie 

jeweils ausgezogen und gemeint, er würde sie jetzt massieren, sie brauche 

dies, dies sei schön und man mache dies so. Sie habe ihm gesagt, dass 

sie dies komisch finde, sich nicht wohl fühle und er dies nicht tun solle, habe 

sich aber nicht getraut, sich auch körperlich zur Wehr zu setzen (UA 

act. 566). Er habe ungeachtet dessen begonnen, sie überall zu berühren. 

Sie selbst sei jeweils nackt gewesen, da sie in dieser Zeit nackt geschlafen 

habe. Er habe sie an der Innenseite der Oberschenkel, im Intimbereich und 

an den Brüsten berührt (UA act. 543; vorinstanzliches Protokoll, S. 10; 

Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 9). Bei ihrer 

Oberschenkelinnenseite sei er meistens ganz langsam geworden (UA act. 

565). Er habe alles rund um die Klitoris berührt. Er habe den Intimbereich 

gestreichelt und sei mit der Hand darübergefahren. Er sei mit seiner Hand 

immer wieder nach oben und unten gefahren und sei nach weiter oben zu 

ihren Brüsten geglitten (UA act. 565). Der Beschuldigte habe ihr gesagt, sie 

müsse das gernhaben, es tue ihr gut. Sie müsse das akzeptieren. Er tue 

ihr nur etwas Gutes (vorinstanzliches Protokoll, S. 10). Das sei sodann 

jeweils so lange gegangen, bis er gewusst habe, dass sie aufstehen 

müssten, da ihre Mutter bald nach Hause käme. Sie habe das gehasst und 

in diesen Momenten einfach sterben wollen; sie habe sich leer gefühlt 

(vorinstanzliches Protokoll, S. 8). Auch sei sie komplett hilflos gewesen, da 

sie sich nicht habe wehren können und es habe akzeptieren müssen 

(UA act. 547). Sie habe auch häufig geweint. Der Beschuldigte habe ihr 

gesagt, sie müsse nicht weinen und als er gemerkt habe, dass ihre Mutter 

nach Hause kommt, habe er ihr gesagt sie solle ihr Gesicht waschen, damit 

man es nicht merke (UA act. 563; vorinstanzliches Protokoll, S. 9). Das 

Ganze habe sich immer und immer wiederholt (UA act. 543). Die Vorfälle 

hätten zwischen 2008 und 2014 bis zu ihrem Umzug nach T._____ immer 

in Q._____ am R-Weg in ihrem Schlafzimmer stattgefunden. Sie habe 

seine Handlungen erduldet, weil er ihr immer wieder gesagt habe, dass es 

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normal sei zwischen Vater und Tochter. Sie habe sich irgendwann 

eingeredet, dass dies stimmen würde und versucht, die Übergriffe für sich 

zu rechtfertigen (UA act. 541 und act. 568). Sie habe nicht gewusst, was 

richtig sei. Über die Jahre habe ein Teil von ihr gedacht, dass das vielleicht 

schon normal sei. Sie habe sich dann aber auch gefragt, wieso sie sich 

dabei so unwohl fühle (vorinstanzliches Protokoll, S. 11). Sie habe nicht 

gewusst, wie sie dem ein Ende setzen solle. Sie habe Angst gehabt, dass 

ihr niemand glaube. Sie habe nicht gewusst, was passieren würde, wenn 

sie etwas sagen würde. Sie und ihre Mutter seien in einem fremden Land 

gewesen (UA act. 568). Nach dem Umzug nach T._____ im Jahr 2014 habe 

sich insofern etwas geändert, als er sich nicht mehr so oft zu ihr ins Bett 

habe legen können (UA act. 545). Der Beschuldigte habe es zwar damals 

auch probiert, aber ihre jüngere Schwester, welche bereits zwischen zwei 

und vier Jahre alt gewesen sei, sei sehr oft reingeplatzt (UA act. 545). 

 

Weiter führte A._____ aus, sie hätte zusammen mit ihrer Mutter und dem 

Beschuldigten einen Familienbetrieb gehabt, zu welchem er sie gedrängt 

habe. Er selbst habe dies nicht stemmen können, da er selbst Betreibungen 

gehabt habe. Die Zusammenarbeit sei der Horror gewesen. Im Januar 

habe sie körperliche Beschwerden (Kiefersperre) bekommen und es sei ihr 

alles psychisch und sexuell zu viel geworden (UA act. 542). Sie habe 

versucht, ihm den Betrieb zusammen mit dem Shop E._____ zu 

übergeben. Es habe sich um ein Franchiseunternehmen beim Shop 

E._____ gehandelt. Die Woche zuvor hätten alle zusammen ein Gespräch 

gehabt, wobei sie erfahren habe, dass sich Schulden in der Höhe von 

gesamthaft einer Million Franken angehäuft hätten (UA act. 542). Sie habe 

daraufhin den Beschuldigten aufgefordert, den Laden sofort aufzugeben, 

was er aber überhaupt nicht akzeptiert habe und ausgerastet sei. Damit 

habe er ihr klargemacht, dass es nicht nur um das Sexuelle gehe, was er 

ihr all die Jahre angetan habe. Es sei nun auch das Finanzielle 

dazugekommen. Sie habe gemerkt, dass sie sich Hilfe holen müsse. Sie 

habe mit ihrem Freund über die finanzielle Situation gesprochen. Es sei der 

Moment gewesen, als sie gemerkt habe, dass dies eigentlich nur eine 

Sache ist, die sie belaste. Sie habe gespürt, dass sie die Vorkommnisse 

nicht weiter verstecken könne und habe sich endlich auch getraut, von 

allem anderen zu erzählen (UA act. 542; vorinstanzliches Protokoll, S. 12 

f.). Sie habe sich dann auch getraut, die ganze Situation ihrer Mutter zu 

erzählen (UA act. 542). Zuvor habe sie es nie jemandem gesagt, weil sie 

sich nicht getraut habe. Der Beschuldigte habe ihr immer wieder gesagt, 

dass dies normal sei und sich ein Vater so gegenüber seiner Tochter 

verhalte (UA act. 547). Sie habe Angst gehabt, dass wenn sie sich 

jemandem anvertrauen würde, diese Person ihr sagen würde, dies sei 

normal oder ihr nicht glauben würde. Zudem habe sie Angst gehabt, dass 

sich ihre Mutter scheiden lasse, wenn sie es ihr erzähle (UA act. 547). Sie 

sei allein mit ihrer Mutter in die Schweiz gekommen und habe sich gedacht, 

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dass sie alles einfach akzeptieren müsse und versucht, sich komplett auf 

die Schule zu konzentrieren (UA act. 547). 

 

Die Aussagen des Beschuldigten stehen zu denjenigen von A._____ nicht 

grundsätzlich im Widerspruch, sondern nur betreffend die Berührungen 

ihres Intimbereichs. So hat er eingeräumt, A._____ mehrmals massiert zu 

haben (UA act. 490), wobei er ihre Beine inklusive ihrer Oberschenkel 

massiert habe (UA act. 491 und act. 493). Ihre Brüste habe er «aussen 

rum» berührt (UA act. 168 und act. 493 f.). Sie sei nackt gewesen; mit Öl 

und ohne Kleider ginge es besser (UA act. 171). A._____ habe die 

Massagen nicht so schön gefunden. Er habe gehofft, dass sie durch mehr 

Massagen lerne, den Körper zu entspannen. Er habe mit den Massagen 

aufgehört, als er festgestellt habe, dass sie sich «wirklich wirklich wirklich» 

nicht wohlgefühlt habe (UA act. 172). Er habe sie fünf- bis sechsmal 

(Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 26 f.) bzw. maximal neunmal 

massiert (vorinstanzliches Protokoll, S. 36). 

 

Auch wenn die Aussagen von A._____ aufgrund des Zeitablaufs und der 

Möglichkeit von auto- oder fremdsuggestiven Prozessen mit einer 

gewissen Zurückhaltung zu würdigen sind, so erweisen sich diese sowohl 

insgesamt als auch hinsichtlich der angeklagten Berührungen im 

Intimbereich und an den Brüsten als konstant, schlüssig und nachvoll-

ziehbar. Insbesondere stehen sie auch im Einklang mit den vom 

Beschuldigten zu verschiedenen Tatzeitpunkten (in den Jahren 2014, 2018 

und 2019) heimlich angerfertigten Bildaufnahmen der schlafenden 

A._____, wobei der Fokus jeweils auf ihrem Genitalbereich und ihren 

Pobacken lag (UA act. 598 ff.). Auf gewissen Bildern sind Finger zu 

erkennen, welche die Pobacken beiseite schieben, damit die Vagina besser 

ersichtlich ist. Der Beschuldigte bestätigte, dass es sich hierbei um seine 

Finger handelt (Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 24). 

 

Zu den von A._____ geschilderten Vorfällen passt auch – jedoch ohne, 

dass dies für sich allein oder zusammen mit anderen Umständen von 

entscheidender Bedeutung wäre – die beim Beschuldigten mit forensisch-

psychiatrischem Gutachten vom 13. März 2023 von Dr. med. F._____ 

gestellte Diagnose der Störung der Sexualpräferenz oder Paraphilie im 

Sinne einer Pädophilie bzw. Hebephilie (ICD-10: F45.4). Gemäss 

Gutachter würde der Beschuldigte seine Handlungen zum Teil mit 

pseudoedukativen Argumenten rechtfertigen bzw. beschönigen, was eine 

sogenannte kognitive Verzerrung sei, die sich recht häufig bei 

Sexualstraftätern finde, um die Handlungen vor sich zu rechtfertigen 

(UA act. 76 und act. 80). Dies zeigt sich nach Dafürhalten des Obergerichts 

namentlich in den Ausführungen des Beschuldigten zu den an A._____ 

ausgeführten Massagen sowie seiner im Oktober 2018 verfassten und an 

A._____ gesendete WhatsApp-Nachricht (UA act. 507 ff.). Diesbezüglich 

führte der Beschuldigte aus, er habe A._____ die WhatsApp-Nachricht 

 - 11 - 

 

 

geschrieben, als er erfahren habe, dass sie das erste Mal 

Geschlechtsverkehr gehabt habe. Es sei ihm ein Anliegen gewesen, ihr zu 

einer befriedigenden Sexualität zu verhelfen und er habe ihr Techniken 

zum richtigen Gebrauch des Beckenbodens, die er gelernt hatte, 

beibringen wollen (UA act. 68). 

 

Die als Zeugin einvernommene C._____ führte aus, sie habe in der Zeit, 

als sie bei der Familie des Beschuldigten war, nicht mitbekommen, dass 

der Beschuldigte zu A._____ ins Bett gekommen sei. Dass C._____ die 

angeklagten Vorfälle nicht mitbekommen hat, lässt die Aussagen von 

A._____ nicht unglaubhaft erscheinen. C._____ hat zwar in den Jahren 

2008 bis 2011 immer wieder bei der Familie gewohnt, jedoch hat sie nur zu 

Beginn vier Monate am Stück dort gelebt und mit A._____ ein Zimmer 

geteilt (Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 5). Danach sei sie im 

Ausland gewesen und einfach immer wieder zurückgekehrt, wobei sie, als 

A._____'s kleine Schwester G._____ geboren wurde, mit dem Baby ein 

Zimmer geteilt habe, da sie ihr Babysitter gewesen sei (Protokoll der 

Berufungsverhandlung, S. 5). A._____ hat denn auch nicht ausgeführt, 

dass die Übergriffe des Beschuldigten stattgefunden hätten, als sie im 

selben Zimmer mit C._____ geschlafen habe. Auffallend ist hingegen, dass 

C._____ von einem Vorfall berichtet hat, wonach sie der Beschuldigte Ende 

2008 mit einer SMS in sein Zimmer gerufen habe, sie auf sein Bett sitzen 

musste und ihr der Beschuldigte den Morgenmantel ausgezogen habe. 

Danach habe er begonnen, mit ihrer Brust zu spielen und habe daran 

gesaugt (Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 4 und S. 7). Auch habe 

sie der Beschuldigte einmal massiert. A._____ sei in der Schule und ihre 

Tante [die Mutter von A._____] sei am Arbeiten gewesen (UA act. 617). Sie 

habe auf dem Bauch gelegen und ihr Oberkörper sei nackt gewesen, wobei 

ihr der Beschuldigte gesagt habe, sie solle ihr Oberteil ausziehen (UA act. 

618; Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 7). Obwohl sie bloss am 

Rücken Verspannungen gehabt habe, habe der Beschuldigte ihren 

kompletten Rückenbereich inklusive den Po-Bereich mit Öl massiert, wobei 

er am Po die Pobacken gedrückt habe (UA act. 618; Protokoll der 

Berufungsverhandlung, S. 7). Sie habe noch nie solche Berührungen 

erlebt, es sei ihr unangenehm gewesen (UA act. 619; Protokoll der 

Berufungsverhandlung, S. 7). 

 

Entgegen dem Beschuldigten lässt sich aus dem Umstand allein, dass sich 

A._____ erst mehrere Jahre nach den angeklagten Vorfällen zur 

Anzeigeerstattung entschlossen hat, nicht ableiten, dass sich diese nicht 

zugetragen hätten. Gerade in Konstellationen wie der vorliegenden, bei 

welchen die sexuellen Übergriffe innerfamiliär stattgefunden haben, ist es 

nicht aussergewöhnlich, dass sich kindliche oder jugendliche Opfer 

sexuellen Missbrauchs erst mehrere Jahre später im Erwachsenenalter 

jemanden anvertrauen und Anzeige erstatten. Es ist denn auch durchaus 

nachvollziehbar, dass A._____ Angst gehabt hat, ihr würde niemand 

 - 12 - 

 

 

glauben oder sich ihre Mutter scheiden lassen würde und sie somit ihr 

zuhause verlieren würden. 

 

Schliesslich ist ein Motiv für eine bewusste Falschbeschuldigung nicht 

erkennbar. Der Beschuldigte ist zwar der Überzeugung, A._____ habe die 

sexuellen Vorwürfe ihm gegenüber nur deswegen gemacht, damit sie ihm 

(in ihrer Rolle als Geschäftsführerin des auf sie lautenden Shops E._____) 

fristlos habe kündigen können (Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 23). 

Diesen Ausführungen des Beschuldigten kann jedoch nicht gefolgt werden. 

Wäre es A._____ tatsächlich nur darum gegangen, einen guten Grund für 

eine fristlose Kündigung zu haben, hätte sie ihm zum einen viel früher 

kündigen können. Zum anderen ist davon auszugehen, dass sie ihm weit 

massivere Vorwürfe gemacht hätte. A._____ verzichtet jedoch gerade auf 

naheliegende Mehrbelastungen und eine Steigerungstendenz in ihrem 

Aussageverhalten ist nicht erkennbar. So wirft sie dem Beschuldigten nicht 

etwa vor, den Vaginalverkehr an ihr verübt oder weitere sexuelle 

Handlungen an ihr vorgenommen zu haben (UA act. 544 f.). So sei er 

beispielsweise nicht mit seinem Finger in Körperöffnungen eingedrungen 

(UA act. 565; Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 10). Er habe auch 

nicht gewollt, dass sie sexuelle Handlungen an sich selbst oder ihm 

vornehme (UA act. 566). Ob er zum Samenerguss gekommen sei, wisse 

sie nicht (UA act. 566). Sie sei auch nicht in irgendeiner Form durch ihn 

bedroht worden (UA act. 547). 

 

2.6. 

Nach dem Gesagten ist für das Obergericht bei einer aus dem gesamten 

Verfahren gewonnenen Überzeugung erstellt, dass sich der Beschuldigte 

im Zeitraum von Oktober 2008 bis Februar 2014 an A._____ im Sinne der 

Anklage mehrfach sexuell vergriffen hat. Der angeklagte Sachverhalt ist 

damit erstellt. 

 

Die Vorinstanz hat den massgeblichen Sachverhalt rechtlich korrekt als 

mehrfache sexuelle Nötigungen und mehrfache sexuelle Handlungen mit 

einem Kind subsumiert. Es kann dazu auf die unbestritten gebliebenen 

Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (vorinstanzliches Urteil 

E. 5; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Vorinstanz ist davon ausgegangen, dass der 

Tatbestand der sexuellen Nötigung in Form der Tatbestandsvariante des 

Unter-psychischen-Druck-Setzens erfüllt ist. Der Beschuldigte hat seine 

Vertrauens- und Autoritätsposition sowie das emotionale Abhängigkeits-

verhältnis gezielt ausgenutzt. Auch hat er den ausdrücklich geäusserten 

Willen von A._____ missachtet und ihr vermittelt, dass sie die «Massagen» 

benötigen würde, dies etwas Schönes sei, sie das gernhaben müsse und 

man dies einfach so mache. Dadurch hat der Beschuldigte A._____ 

bewusst suggeriert, dass seine Handlungen der Normalität entsprächen. 

A._____ hat die sexuellen Handlungen denn auch über sich ergehen 

lassen, weil der Beschuldigte ihr immer wieder gesagt hat, dass es normal 

 - 13 - 

 

 

sei zwischen Vater und Tochter und sich schliesslich selbst eingeredet, 

dass dies stimmen würde (UA act. 568). Der Beschuldigte auferlegte 

A._____ schliesslich auch ein Schweigegebot, indem sie nach den 

Übergriffen ihr Gesicht waschen bzw. die Tränen abwischen sollte, damit 

ihre Mutter nichts bemerkt (UA act. 563; vorinstanzliches Protokoll, S. 9). 

Die Vorinstanz hat sodann den Tatbestand der sexuellen Handlungen mit 

einem Kind für die zwischen Herbst 2008 und 8. Februar 2012 

vorgenommenen sexuellen Handlungen als gegeben erachtet, da A._____ 

in diesem Zeitraum erst zwischen 12 und 16 Jahre alt war. 

 

Der Beschuldigte hat sich somit der mehrfachen sexuellen Nötigung und 

der mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind schuldig gemacht. 

Seine Berufung erweist sich in diesem Schuldpunkt als unbegründet und 

ist abzuweisen. 

 

3. 

3.1. 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten weiter vor, gegen Ende des Jahres 

2018 zu einem nicht näher bestimmbaren Zeitpunkt auf der Autobahn A1 

zwischen Lenzburg und Schöftland, A._____, welche als Beifahrerin neben 

dem Beschuldigten gesessen habe, über den Kleidern an den Intimbereich 

gegriffen zu haben. Dabei habe er mit seiner Hand kreisende Bewegungen 

vollzogen und die Klitoris stimuliert. 

 

3.2. 

Die Vorinstanz erachtete es als erwiesen, dass der Beschuldigte den ihm 

vorgeworfenen sexuellen Übergriff begangen hat (vorinstanzliches Urteil 

E. 6.) und hat ihn der sexuellen Nötigung gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB [in 

der im Tatzeitpunkt und bis zum 30. Juni 2024 geltenden Fassung] schuldig 

gesprochen. 

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung einen Freispruch (Berufungs-

erklärung, S. 2; Berufungsbegründung, S. 14 ff.). 

 

3.3. 

In tatsächlicher Hinsicht hat der Beschuldigte eingestanden, dass er 

anlässlich einer Autofahrt Ende des Jahres 2018 mit der Hand den 

Intimbereich von A._____, die damals bereits 22 Jahre alt war, über der 

Hose berührt habe. Er bestreitet jedoch, die Klitoris von A._____ massiert 

zu haben (UA act. 173). Er habe A._____ eine Beckenbodenübung zeigen 

wollen (Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 24 und S. 26), was sich 

auch mit der Aussage von A._____ deckt, wonach sie der Beschuldigte 

aufgefordert habe, sich anzuspannen und wieder zu lösen. Eigener 

Aussage des Beschuldigten zufolge sei er dabei übereifrig am Werk 

gewesen und zu fest bildlich vorgegangen (UA act. 173). Seine 

 - 14 - 

 

 

Berührungen seien aber nicht derart intensiv und lang gewesen, um als 

sexuelle Handlung zu gelten (Berufungsbegründung, S. 16). 

 

3.4. 

Wie bereits ausgeführt, sind die Aussagen von A._____ aufgrund des 

langen Zeitablaufs und der Möglichkeit von auto- oder fremdsuggestiven 

Prozessen einer Inhaltsanalyse nach Realkennzeichen nur beschränkt 

zugänglich. Objektive Beweismittel liegen nicht vor. Erstellt ist immerhin, 

dass der Beschuldigte A._____ anlässlich einer Autofahrt im Intimbereich 

über der Jeanshose berührt hat, nachdem dies vom Beschuldigten selbst 

eingeräumt worden ist. Es lässt sich aber weder erstellen, dass der 

Beschuldigte A._____ besonders intensiv oder lange berührt oder sie unter 

der Jeanshose im Intimbereich angefasst hätte. Ein eigentliches Ausgreifen 

oder Massieren durch die Jeanshose hindurch erscheint denn auch nicht 

ohne Weiteres möglich, nachdem A._____ normale Jeanshosen und nicht 

etwa sehr dünne Hosen oder Leggings getragen hat.  

 

Nach dem Gesagten kann die zugestandene Berührung des Intimbereichs 

über der Jeanshose von A._____ unter den vorliegend erstellten 

Umständen mangels Intensität und Dauer noch nicht als sexuelle Handlung 

im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB [in der im Tatzeitpunkt und bis zum 

30. Juni 2024 geltenden Fassung] qualifiziert werden. Sie erscheint 

vielmehr als eine sexuelle Belästigung im Sinne von Art. 198 Abs. 1 StGB. 

Diesbezüglich fehlt es jedoch an einem Strafantrag. Damit erweist sich die 

Berufung des Beschuldigten in diesem Punkt als begründet und er ist 

hinsichtlich der angeklagten Autofahrt Ende des Jahres 2018 vom Vorwurf 

der sexuellen Nötigung freizusprechen. 

 

4. 

4.1. 

Der Beschuldigte hat sich der mehrfachen sexuellen Nötigung gemäss 

Art. 189 Abs. 1 StGB [in der im Tatzeitpunkt und bis zum 30. Juni 2024 

geltenden Fassung], der mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind 

gemäss Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB [in der im Tatzeitpunkt und bis zum 

30. Juni 2024 geltenden Fassung], der mehrfachen Verletzung des 

Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte gemäss Art. 179quater 

Abs. 1 StGB, des Konsums von Pornografie mit tatsächlichen sexuellen 

Handlungen mit Minderjährigen gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB sowie 

der Tätlichkeiten gemäss Art. 126 StGB schuldig gemacht, wofür er 

angemessen zu bestrafen ist. 

 

4.2. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten zu einer Freiheitsstrafe von 9 ½ 

Jahren und einer Busse von Fr. 500.00 verurteilt. 

 

 - 15 - 

 

 

Der Beschuldigte beantragt – ausgehend von den von ihm beantragten 

Freisprüchen – eine bedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen à Fr. 40.00 

unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren. 

 

4.3. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 144 IV 

217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.). Darauf kann 

verwiesen werden. 

 

Am 1. Januar 2018 ist das teilrevidierte Sanktionenrecht und am 1. Juli 

2024 das teilrevidierte Sexualstrafrecht in Kraft getreten. Wie zu zeigen 

sein wird, haben die damit einhergegangenen Änderungen auf die 

auszusprechende Strafe jedoch keine konkrete Auswirkung, womit sie sich 

nicht als milder erweisen («lex mitior», Art. 2 Abs. 2 StGB). Entsprechend 

findet das im Zeitpunkt der Taten geltende Recht Anwendung (Art. 2 Abs. 2 

StGB). 

 

4.4. 

Die Tatbestände der sexuellen Nötigung, der sexuellen Handlungen mit 

einem Kind, der Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch 

Aufnahmegeräte sowie des Konsums kinderpornografischer Aufnahmen 

sehen als Sanktion alternativ Geld- oder Freiheitsstrafe vor. Bei der Wahl 

der Sanktionsart sind neben dem Verschulden unter Beachtung des 

Prinzips der Verhältnismässigkeit als wichtige Kriterien die Zweck-

mässigkeit und Angemessenheit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswir-

kungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre Wirksamkeit un-

ter dem Gesichtswinkel der Prävention zu berücksichtigen (BGE 147 IV 241 

E. 3; BGE 134 IV 97 E. 4.2; BGE 134 IV 82 E. 4.1). 

 

Der Beschuldigte ist nicht einschlägig vorbestraft (vgl. aktueller 

Strafregisterauszug). Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg-

Aarau vom 22. November 2017 ist er wegen Diebstahls und Ungehorsams 

des Schuldners im Betreibungs- oder Konkursverfahren zu einer bedingten 

Geldstrafe von 30 Tagessätzen und zu einer Busse von Fr. 1'200.00 

verurteilt worden. Es handelt sich dabei um eine Strafe im Bagatellbereich. 

Grundsätzlich kann deshalb nicht davon ausgegangen werden, dass einzig 

eine Freiheitsstrafe geeignet wäre, ihn von der Begehung weiterer 

Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Wie zu zeigen sein wird, ist jedoch 

aufgrund der jeweiligen Schwere des Verschuldens – bei isolierter 

Betrachtung – für die sexuellen Nötigungen und die sexuellen Handlungen 

mit einem Kind keine Geldstrafe mehr möglich, weshalb für diese Straftaten 

eine Freiheitsstrafe auszusprechen ist. Für die Verletzung des Geheim- 

oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte und den Konsum 

kinderpornografischer Aufnahmen ist aufgrund der jeweiligen Schwere des 

 - 16 - 

 

 

Verschuldens eine Geldstrafe die angemessene Sanktion. Für die 

Tätlichkeit ist als Übertretung zusätzlich eine Busse auszusprechen. 

 

4.5. 

4.5.1. 

Hinsichtlich der mit einer Freiheitsstrafe zu ahndenden Straftaten ist die 

Einsatzstrafe – qua Strafrahmen und Schwere – für den konkret 

schwersten Fall der sexuellen Nötigung gemäss Art. 189 StGB 

festzusetzen. Dazu ergibt sich Folgendes: 

 

4.5.2. 

Per 1. Juli 2024 trat das revidierte Sexualstrafrecht in Kraft. Art. 189 StGB 

wurde insoweit geändert, als dass die Nötigung einer Person zur Duldung 

einer sexuellen Handlung neu in Absatz 2 – anstatt bislang in Absatz 1 – 

geregelt wird. Der Strafrahmen von Geldstrafe bis zu zehn Jahren 

Freiheitsstrafe wurde beibehalten. Es erfolgte demnach nur eine 

redaktionelle Änderung. Die Strafe ist gestützt auf Art. 189 Abs. 1 StGB in 

der bis zum 30. Juni 2024 geltenden Fassung zu bestimmen. 

 

Der Tatbestand der sexuellen Nötigung nach Art. 189 Abs. 1 StGB sieht 

eine Freiheitsstrafe bis zu 10 Jahren oder eine Geldstrafe vor. Das Gericht 

misst die Strafe innerhalb des ordentlichen Strafrahmens nach dem 

Verschulden zu (Art. 47 Abs. 1 StGB). Ausgangspunkt für die 

Strafzumessung bildet die Verletzung oder Gefährdung des betroffenen 

Rechtsguts (Art. 47 Abs. 2 StGB). Der Tatbestand der sexuellen Nötigung 

schützt die sexuelle Freiheit resp. das Recht auf sexuelle 

Selbstbestimmung (BGE 146 IV 153 E. 3.5.2; BGE 122 IV 97 E. 2b; 

BGE 119 IV 309 E. 7a). 

 

Der Beschuldigte begann A._____ zu massieren und im Intimbereich und 

an den Brüsten anzufassen bzw. zu berühren, als diese gerade einmal 12 

Jahre alt war. Wird ein einzelner Vorfall betrachtet, gehören diese 

Berührungen im weiten Spektrum aller möglichen Handlungen zwar nicht 

zu den schwerwiegenden Formen der sexuellen Nötigung, dennoch ist das 

sexuelle Selbstbestimmungsrecht von A._____ und ihre sexuelle Integrität 

dadurch nicht unerheblich tangiert worden, handelte es sich hierbei doch 

nicht um bloss flüchtige Berührungen. 

 

Leicht verschuldenserhöhend wirkt sich die Art und Weise bzw. die 

Verwerflichkeit der Tatbegehung aus, die eine nicht unerhebliche kriminelle 

Energie des Beschuldigten offenbart. Die sexuelle Handlung geschah nicht 

etwa spontan, sondern wurde vom Beschuldigten planmässig angestrebt, 

indem er darauf achtete, dass die Kindsmutter nicht zu Hause oder am 

Schlafen war. Mithin hat er bewusst und gezielt das aufgrund der 

Verbindung zur Kindsmutter bestehende Vertrauensverhältnis und seine 

 - 17 - 

 

 

Autoritätsposition als Adoptivvater schamlos ausgenutzt (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 7B_187/2022 vom 30. Oktober 2023 E. 2.5). 

 

Der sexuellen Nötigung ist eine (rein) sexuelle sowie egoistische Motivation 

immanent, was für sich allein nicht verschuldenserhöhend zu 

berücksichtigen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6P.194/2001 vom 

3. Dezember 2002 E. 7.4.2). Der Beschuldigte verfügte jedoch über ein 

sehr hohes Mass an Entscheidungsfreiheit, was verschuldenserhöhend zu 

berücksichtigen ist. Als erwachsene Person war es an ihm, die sexuelle 

Integrität der sich damals im Kindesalter befindlichen A._____ zu wahren 

und nicht zu verletzen. Er entschied sich dagegen, obwohl er seine 

Bedürfnisse anders hätte befriedigen können. Es sind keine inneren oder 

äusseren Umstände ersichtlich, welche die Entscheidungsfreiheit des 

Beschuldigten hätten einschränken können. Insbesondere vermochte die 

vom Gutachter diagnostizierte Störung der Sexualpräferenz oder 

Paraphilie im Sinne einer Pädophilie bzw. Hebephilie (ICD-10: F45.4) 

weder seine Einsichtsfähigkeit noch seine Steuerungsfähigkeit zu 

beeinträchtigen (UA act. 79). Je leichter es aber für ihn gewesen wäre, das 

sexuelle Selbstbestimmungsrecht und die sexuelle Integrität von A._____ 

zu respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung dagegen und 

damit einhergehend das Verschulden (BGE 117 IV 112 E. 1; BGE 127 IV 

101 E. 2a; Urteil des Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 

E. 3.4.3).  

 

Insgesamt ist in Relation zum Strafrahmen von bis zu 10 Jahren 

Freiheitsstrafe und den in diesem Rahmen denkbaren Erscheinungsformen 

sexueller Nötigungen für einen einzelnen Vorfall von einem nicht mehr 

leichten Verschulden und einer dafür angemessenen Einsatzstrafe von 

8 Monaten Freiheitsstrafe auszugehen. 

 

4.5.3. 

Diese Einsatzstrafe ist für die weiteren sexuellen Nötigungshandlungen 

sowie die sexuellen Handlungen mit einem Kind, für welche bei isolierter 

Betrachtung je Freiheitsstrafen als Einzelstrafen auszufällen wären, in 

Anwendung des Asperationsprinzips gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB 

angemessen zu erhöhen.  

 

4.5.3.1. 

In Bezug auf die weiteren sexuellen Nötigungen ergibt sich Folgendes: 

 

Zwischen Oktober 2008 bis Februar 2014 erfolgten in vergleichbarer Art 

und Weise zahlreiche weitere sexuelle Nötigungshandlungen an der 

damals 12 bis 18-jährigen A._____. Die genaue Anzahl der Übergriffe lässt 

sich aufgrund des mehrjährigen Tatzeitraums nicht mehr exakt eruieren. Es 

ist von rund 100 weiteren Massagen mit Berührungen an den Brüsten und 

im Intimbereich auszugehen (vgl. UA act. 563). Sind die einzelnen 

 - 18 - 

 

 

Missbrauchshandlungen, wie vorliegend, in einem familiären Umfeld 

erfolgt, ist im Rahmen der Asperation die Gesamtheit der Handlungen im 

Blick zu behalten und es ist nicht für jede Handlung gesondert nach Art. 49 

Abs. 1 StGB zu verfahren, zumal die Anzahl der einschlägigen Handlungen 

gar nicht bestimmbar ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_453/2020 vom 

30. September 2021 E. 1.4 mit Hinweisen).  

 

Was im Übrigen die Verwerflichkeit des Handelns des Beschuldigten, seine 

Beweggründe und das hohe Mass an Entscheidungsfreiheit betrifft, kann 

auf die bereits im Rahmen der Einsatzstrafe erfolgte Begründung 

verwiesen werden. 

 

Nach dem Dargelegten ist hinsichtlich der weiteren sexuellen Nötigungen 

bei einer Einzelbetrachtung von einem jeweils ebenfalls nicht mehr leichten 

Verschulden und dafür angemessenen Einzelstrafen von 8 Monaten 

auszugehen. Im Rahmen der Asperation dieser weiteren Straftaten ist 

einerseits zu berücksichtigen, dass insofern ein gewisser Zusammenhang 

zwischen den einzelnen sexuellen Nötigungshandlungen besteht, als sie 

wiederholt zum Nachteil von A._____ begangen wurden. Andererseits 

entfällt wegen des langen Tatzeitraums eine natürliche Handlungseinheit. 

Der Beschuldigte hat den Vorsatz während des Tatzeitraums von über fünf 

Jahren hinsichtlich der zahlreich vorgenommenen sexuellen Handlungen 

immer wieder von Neuem gefasst. Insgesamt rechtfertigt es sich, die 

Einsatzstrafe von 8 Monaten Freiheitsstrafe aufgrund der erheblichen 

Anzahl von Missbräuchen auf 3 Jahre zu erhöhen. 

 

4.5.3.2. 

Bezüglich der sexuellen Handlungen mit einem Kind ergibt sich Folgendes: 

 

Der Beschuldigte hat sich hinsichtlich der als sexuelle Nötigungen zu 

qualifizierende Vorfälle aufgrund des damaligen Alters von A._____ zufolge 

echter Konkurrenz auch der sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss 

Art. 187 Ziff. 1 StGB strafbar gemacht.  

 

Der Tatbestand der sexuellen Handlungen mit einem Kind unter 16 Jahren 

sieht einen Strafrahmen von Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder 

Geldstrafe vor (Art. 187 Ziff. 1 StGB in der im Tatzeitpunkt und bis 30. Juni 

2024 geltenden Fassung). 

 

Der Tatbestand der sexuellen Handlungen mit einem Kind schützt die 

ungestörte psychisch-emotionale und sexuelle Entwicklung des Kindes 

(BGE 146 IV 153 E. 3.5.2). Auch wenn es dabei um eine Gefährdung (siehe 

Marginalie zu Art. 187 f. StGB [in der bis 30. Juni 2024 geltenden Fassung]) 

und nicht um einen Angriff auf die sexuelle Freiheit und Ehre (siehe 

Marginalie zu Art. 189 ff. StGB [in der bis 30. Juni 2024 geltenden 

Fassung]) geht, spielen dabei die konkret vorgenommenen sexuellen 

 - 19 - 

 

 

Handlungen, deren Intensität und Häufigkeit eine wichtige Rolle. Es 

versteht sich denn auch von selbst, dass als besonders schwer zu 

qualifizierende sexuelle Handlungen auch zu einer entsprechend höheren 

Gefährdung der ungestörten psychisch-emotionalen und sexuellen 

Entwicklung des betroffenen Kindes führen.  

 

Was die einzelnen Handlungen, deren Verwerflichkeit und Beweggründe 

des Beschuldigten sowie das hohe Mass an Entscheidungsfreiheit betrifft, 

kann auf die bereits erfolgten Erwägungen zu den sexuellen Nötigungen 

verwiesen werden. Er hat dabei zumindest in Kauf genommen, A._____ in 

nicht unerheblicher Weise in ihrer psychisch-emotionalen und sexuellen 

Entwicklung zu gefährden.  

 

Bei einer Einzelbetrachtung der sexuellen Handlungen mit einem Kind ist 

von einem jeweils nicht mehr leichten Verschulden und dafür 

angemessenen Einzelstrafen von 7 Monaten auszugehen. Im Rahmen der 

Asperation ist zu berücksichtigen, dass die sexuellen Handlungen mit den 

vorgenannten Nötigungshandlungen einhergingen, weshalb der Gesamt-

schuldbeitrag geringer zu veranschlagen ist. Angemessen ist eine 

Erhöhung der Einsatzstrafe um 1 Jahr auf insgesamt 4 Jahre. 

 

4.5.4. 

In Bezug auf die Täterkomponente ergibt sich Folgendes: 

 

Der Beschuldigte ist vorbestraft (vgl. aktueller Strafregisterauszug), was 

sich grundsätzlich straferhöhend auswirkt (BGE 136 IV 1 E. 2.6.2). Mit 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 22. November 

2017 ist er wegen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB und 

Ungehorsams des Schuldners im Betreibungs- oder Konkursverfahren 

gemäss Art. 323 StGB zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen 

bei einer Probezeit von 3 Jahren sowie zu einer Busse von Fr. 1'200.00 

verurteilt worden. Dabei handelt es sich um eine geringfügige und nicht 

einschlägige Vorstrafe. Es ist denn auch zu beachten, dass aus dem 

täterbezogenen Strafzumessungskriterium der Vorstrafen nicht indirekt ein 

tatbezogenes Kriterium gemacht wird. Mithin darf die Vorstrafe nicht wie 

ein eigenständiges Delikt gewürdigt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_510/2015 vom 25. August 2015 E. 1.4), weshalb sich die Vorstrafe nur 

leicht straferhöhend auswirken kann. 

 

Der Beschuldigte hat die Vorwürfe betreffend die sexuellen Nötigungen und 

die sexuellen Handlungen mit einem Kind zum Nachtteil von A._____, für 

welche auf eine Freiheitsstrafe zu erkennen ist, von Beginn an hartnäckig 

bestritten, was zwar sein Recht ist, da er sich nicht selbst belasten muss 

(Art. 113 Abs. 1 StPO). Wer jedoch nicht geständig ist, kann auch nicht 

reuig und einsichtig sein, weshalb unter diesem Titel hinsichtlich der 

auszusprechenden Freiheitsstrafe keine Strafminderung vorzunehmen ist. 

 - 20 - 

 

 

Aus den persönlichen, familiären und beruflichen Verhältnissen des 

Beschuldigten ergeben sich keine für die Strafzumessung relevanten 

Faktoren. Der Beschuldigte lebt getrennt von seiner Ehefrau. Nebst seiner 

Adoptivtochter A._____ hat er eine leibliche Tochter, G._____. Der 

Umstand allein, dass er Vater eines minderjährigen Kindes ist, führt jedoch 

noch nicht zur Annahme einer besonderen Strafempfindlichkeit (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 6B_40/2020 vom 17. August 2020 E. 3.2.2 f.). Auch 

der Umstand, dass der Beschuldigte mit vorliegendem Urteil zu einer 

vierjährigen unbedingten Freiheitsstrafe verurteilt wird, führt nicht zu einer 

erhöhten Strafempfindlichkeit, hat doch die Rechtsprechung wiederholt 

betont, dass ein Freiheitsentzug für jede beruflich sowie sozial integrierte 

Person eine (gewisse) Härte bewirkt und eine erhöhte Strafempfindlichkeit 

nur bei aussergewöhnlichen Umständen – die in casu nicht vorliegen – zu 

bejahen ist (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_18/2022 vom 

23. Juni 2022 E. 2.6.1 mit Hinweisen).  

 

Auch wenn die negativen Faktoren aufgrund der Vorstrafe leicht 

überwiegen, rechtfertigt es sich, die Täterkomponente insgesamt neutral 

zu berücksichtigen. 

 

4.5.5. 

Bei einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren kommt weder der bedingte noch der 

teilbedingte Strafvollzug infrage (vgl. Art. 42 Abs. 1 StGB und Art. 43 Abs. 1 

StGB). Hinzukommt, dass die Voraussetzung des Fehlens einer 

ungünstigen Prognose für eine bedingte Strafe auch bei einer kürzeren 

Freiheitsstrafe nicht erfüllt wäre, da vorliegend eine Massnahme 

angeordnet wird (siehe dazu unten; statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 

6B_669/2016 vom 28. März 2017 E. 3.3.1). 

 

4.5.6. 

Die ausgestandene Untersuchungshaft von 8 Tagen (30. Dezember 2022 

bis 6. Januar 2023) ist gestützt auf Art. 51 StGB auf die Freiheitsstrafe 

anzurechnen. 

 

4.6. 

4.6.1. 

Die Einsatzgeldstrafe ist für die mit einer Geldstrafe zu ahndenden 

Straftaten für die qua Strafrahmen und Verschulden schwerste Straftat, d.h. 

für den Konsum kinderpornografischer Aufnahmen gemäss Art. 197 Abs. 5 

Satz 2 StGB festzusetzen. Haben die Gegenstände oder Vorführungen 

tatsächliche sexuelle Handlungen mit Minderjährigen zum Inhalt, so ist die 

Strafe Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. 

 

Beim Tatbestand der Pornografie handelt es sich entgegen der Vorinstanz 

(vorinstanzliches Urteil E. 10.5.2) nicht um ein Kollektivdelikt, das 

verschuldensmässig den Besitz sämtlicher 20 inkriminierter Videodateien 

 - 21 - 

 

 

umfassen würde. Anders verhielte es sich nur dann, wenn der Beschuldigte 

– was vorliegend nicht der Fall ist – nachgewiesenermassen alle 20 

Videodateien auf einmal oder zumindest innert kürzester Zeit 

heruntergeladen hätte und deshalb von einer natürlichen Handlungseinheit 

auszugehen wäre. Es wäre somit korrekterweise ein Schuldspruch wegen 

mehrfacher Tatbegehung auszufällen gewesen, worauf jedoch – nachdem 

die Staatsanwaltschaft den vorinstanzlich ergangenen Schuldspruch 

wegen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB mit Berufung nicht 

angefochten hat – nicht zurückgekommen werden kann. Nach der Recht-

sprechung darf auch dann, wenn ohne Geltung des Verschlechterungs-

verbots aufgrund der Mehrzahl der getätigten Handlungen und mangels 

Vorliegens eines Kollektivdelikts grundsätzlich ein Schuldspruch wegen 

mehrfacher Tatbegehung hätte erfolgen müssen, keine Gesamtstrafen-

bildung unter Anwendung des Asperationsprinzips erfolgen, weshalb 

vorliegend die einzelnen Pornografiehandlungen entsprechend dem 

Schuldspruch gesamthaft zu würdigen und dafür eine Einsatzstrafe 

festzulegen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1263/2020 vom 

5. Oktober 2022 E. 6.3.1 betr. den Tatbestand der ungetreuen 

Geschäftsbesorgung). 

 

Auf der beim Beschuldigten gefundenen externen Festplatte (Harddisk 3.5 

Seagate) sind 20 kinderpornographische Videos zum eigenen Konsum 

abgespeichert. Bei sämtlichen Videos handelt es sich um minderjährige, 

jedoch nicht ganz junge Mädchen, die sich nackt ausziehen, an den 

Brüsten massieren und sich selber befriedigen, indem sie die Finger oder 

diverse andere Gegenstände in die Vagina einführen. Exemplarisch ist auf 

einem der Videos (UA act. 247) zu sehen, wie sich ein minderjähriges 

Mädchen mit einer Haarbürste befriedigt und sich dabei filmt. Konkrete 

Anhaltspunkte dafür, dass die Videos unter direktem Zwang entstanden 

sind, sind nicht ersichtlich. 

 

Unter Berücksichtigung des weiten Spektrums denkbarer Darstellungen 

handelt es sich um vergleichsweise noch leichte Formen verbotener 

Pornografie. Was die Art und Weise der Tatbegehung bzw. die 

Verwerflichkeit des Handelns des Beschuldigten angeht, ist er hinsichtlich 

der Tathandlung nicht über die blosse Erfüllung des Tatbestands hinaus-

gegangen, was sich neutral auswirkt. 

 

Der Beschuldigte hat in subjektiver Hinsicht primär aus egoistischen 

Motiven, nämlich der Befriedigung seiner sexuellen Bedürfnisse gehandelt. 

Dieser Umstand ist jedoch jedem Sexualdelikt immanent und entsprechend 

nicht verschuldenserhöhend zu gewichten (Urteil des Bundesgerichts 

7B_229/2022 vom 29. November 2023 E. 2.4.1). Der Beschuldigte verfügte 

jedoch über ein hohes Mass an Entscheidungsfreiheit. Gemäss Gutachten 

von Dr. med. F._____ vom 13. März 2023 liegt beim Beschuldigten eine 

Störung der Sexualpräferenz oder Paraphilie im Sinne einer Pädophilie 

 - 22 - 

 

 

bzw. Hebephilie (ICD-10: F45.4) vor (UA act. 78). Das Handeln des 

Beschuldigten stand zwar im Zusammenhang zu dieser Störung und es 

erfordert daher eine gewisse Resistenz seitens des Beschuldigten, sein 

Konsumverhalten unter Kontrolle zu halten. Eine verminderte 

Schuldfähigkeit lag jedoch gemäss Dr. med. F._____ nicht vor (UA act. 79). 

Folglich ist nicht von einer verminderten Entscheidungsfreiheit 

auszugehen. Je leichter es aber für ihn gewesen wäre, auf den Konsum 

dieser inkriminierten Aufnahmen zu verzichten, desto schwerer wiegt die 

Entscheidung dagegen (BGE 117 IV 112 E. 1; BGE 127 IV 101 E. 2a; Urteil 

des Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3). 

 

Insgesamt ist in Relation zum Strafrahmen von Freiheitstrafe bis drei Jahre 

oder Geldstrafe von einem knapp leichten Verschulden und einer dafür 

angemessenen Einsatzstrafe von 150 Tagessätzen Geldstrafe 

auszugehen. 

 

4.6.2. 

Diese Einsatzgeldstrafe ist für die Verletzungen des Geheim- oder 

Privatbereichs durch Aufnahmegeräte in Anwendung des Asperations-

prinzips gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB angemessen zu erhöhen. Dazu ergibt 

sich Folgendes: 

 

Der Tatbestand der Verletzungen des Geheim- oder Privatbereichs durch 

Aufnahmegeräte gemäss Art. 179quater StGB sieht eine Freiheitsstrafe bis 

zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor. Geschütztes Rechtsgut ist die 

persönliche Privat- bzw. Geheimsphäre. 

 

Der Beschuldigte filmte am 7. Januar 2019 im Geschäft in U._____ mit 

seinem Handy durch das Schlüsselloch hindurch A._____ bei der 

Selbstbefriedigung auf der Toilette (UA act. 515, act. 525). Dabei handelt 

es sich – auch in Relation zu den vom Tatbestand erfassten Aufnahmen – 

um einen sehr schwerwiegenden Eingriff in das von Art. 179quater StGB 

geschützte Rechtsgut. 

 

Der Beschuldigte verfügte über ein hohes Mass an Entscheidungsfreiheit, 

zumal nicht von einer eingeschränkten Einsichts- oder Steuerungsfähigkeit 

auszugehen ist (siehe dazu oben). Je leichter es aber für ihn gewesen 

wäre, auf das Erstellen einer Videoaufnahme seiner Adoptivtochter bei der 

Selbstbefriedigung zu verzichten, desto schwerer wiegt die Entscheidung 

dagegen (BGE 117 IV 112 E. 1; BGE 127 IV 101 E. 2a; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3). 

 

Insgesamt ist in Relation zum Strafrahmen von Freiheitsstrafe bis zu drei 

Jahre oder Geldstrafe von einem nicht mehr leichten Verschulden und einer 

dafür – bei isolierter Betrachtung – angemessenen Einzelstrafe von 100 

Tagessätzen Geldstrafe auszugehen. Im Rahmen der Asperation ist zu 

 - 23 - 

 

 

berücksichtigen, dass kein enger Zusammenhang zum Konsum 

kinderpornografischer Aufnahmen besteht, weshalb der Gesamtschuld-

beitrag entsprechend hoch zu veranschlagen ist. Insgesamt wäre eine 

Erhöhung der Einsatzgeldstrafe von 150 Tagessätzen um 60 Tagessätze 

angemessen. Nachdem die Strafobergrenze der Geldstrafe jedoch bei 180 

Tagessätzen liegt (Art. 34 Abs. 1 StGB) und ein Strafartenwechsel 

ausgeschlossen ist (vgl. BGE 144 IV 313), hat es mit einer Erhöhung auf 

180 Tagessätze sein Bewenden. Das gilt auch hinsichtlich der Asperation 

für die weiteren Verletzungen des Geheim- oder Privatbereichs durch 

Aufnahmegeräte (insgesamt 36 Bild- und Videoaufnahmen, u.a. aus dem 

Intimbereich von A._____). Ist eine Erhöhung der Strafe ausgeschlossen, 

kann darauf verzichtet werden, die einzelnen weiteren Delikte im Einzelnen 

zu asperieren (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 18. Januar 

2023 E. 3.4.3). Dass die Begrenzung auf 180 Tagessätze Geldstrafe bei 

mehrfach begangener leichter Kriminalität zu unbilligen Ergebnissen führt, 

ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts hinzunehmen (so 

ausdrücklich BGE 144 IV 217 E. 3.6; vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_244/2021 vom 17. April 2023 E. 5.5.4). 

 

4.6.3. 

Hinsichtlich der Täterkomponente kann grundsätzlich auf die obigen 

Ausführungen zur Freiheitsstrafe verwiesen werden. 

 

Im Rahmen der auszusprechenden Geldstrafe ist zu Gunsten des 

Beschuldigten zu berücksichtigen, dass er die vorinstanzlichen Schuld-

sprüche betreffend die Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch 

Aufnahmegeräte und des Konsums kinderpornografischen Materials nicht 

mehr angefochten hat. Der Umstand, wonach er im Berufungsverfahren 

einsieht, dass es der falsche Ansatz für seine Stressbewältigung gewesen 

ist, Fotos des Intimbereichs von A._____ zu machen, er dies bereut und 

sich hierfür entschuldigt hat, zeugt von einer – wenn auch späten – Einsicht 

und auch einem gewissen Mass an Reue, das leicht über eine blosse 

Tatfolgenreue hinausgeht. Nachdem vorliegend jedoch eine hypothetische 

Geldstrafe auszusprechen gewesen wäre, die sehr deutlich über der 

Strafobergrenze von 180 Tagessätzen gelegen hätte, und diese höhere 

hypothetische Geldstrafe den Ausgangspunkt für eine vorzunehmende 

Strafreduktion bildet, führt die sich insgesamt positiv auswirkende 

Täterkomponente nicht zu einer Unterschreitung von 180 Tagessätzen 

Geldstrafe (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_127/2022 vom 22. März 

2023 E. 5.3.2). 

 

4.7. 

Die Höhe des Tagessatzes bemisst sich nach den Verhältnissen des Täters 

im Urteilszeitpunkt (Art. 34 Abs. 2 StGB). Massgebende Kriterien für die 

Bestimmung der Tagessatzhöhe sind das Einkommen, das Vermögen und 

der Lebensaufwand des Beschuldigten, seine Unterstützungspflichten und 

 - 24 - 

 

 

persönlichen Verhältnisse sowie sein Existenzminimum (BGE 142 IV 315 

E. 5 = Pra 2018 Nr. 52, Bestätigung der bisherigen Rechtsprechung). 

Ausgangspunkt ist das Nettoeinkommen, das der Täter im Zeitpunkt des 

Urteils durchschnittlich erzielt bzw. alle geldwerten Leistungen, die ihm 

zufliessen (BGE 134 IV 60 E. 6.1). 

 

Der Beschuldigte wohnt seit Ende 2022 wieder bei seinen Eltern. Er verfügt 

über kein Vermögen und hat eigenen Angaben zufolge Schulden von 

Fr. 30'000.00 (Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 20). Nach eigenen 

Angaben ist er beim Sozialamt angemeldet, absolviert jedoch eine 

Ausbildung zum Sozialenergieplaner bei einem Startup von Kollegen, 

womit er sich inskünftig ein ausreichendes Einkommen erhofft (Protokoll 

der Berufungsverhandlung, S. 19). Aktuell lebt er somit nahe oder unter 

dem Existenzminimum. Das für die Berechnung des Tagessatzes 

massgebende Nettoeinkommen ist deshalb um 50 % zu reduzieren 

(BGE 134 IV 60 E. 6.5.2). Da vorliegend eine hohe Anzahl Tagessätze 

ausgesprochen wird, ist eine Reduktion um weitere 10 bis 30 % angebracht 

(BGE 134 IV 60 E. 6.5.2). Somit ist der Tagessatz auf das Minimum von 

Fr. 10.00 festzusetzen (BGE 135 IV 180). 

 

4.8. 

Da das Aussprechen einer bedingten Strafe nach Art. 42 StGB das Fehlen 

einer ungünstigen Prognose verlangt und diese Voraussetzung aufgrund 

der auszusprechenden ambulanten Massnahme nicht erfüllt wird (siehe 

dazu unten; statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_669/2016 vom 

28. März 2017 E. 3.3.1), ist die Geldstrafe unbedingt auszusprechen.  

 

4.9. 

Dem Beschuldigten wurde für die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Lenzburg-Aarau vom 22. November 2017 ausgefällte Geldstrafe von 

30 Tagessätzen à Fr. 130.00 der bedingte Strafvollzug bei einer Probezeit 

von 3 Jahren gewährt. Die Probezeit hat am 24. November 2017 zu laufen 

begonnen (siehe aktueller Strafregisterauszug). Die vorliegend zu 

beurteilenden Straftaten hat er somit während noch laufender Probezeit 

begangen. 

 

Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder 

Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben 

wird, so widerruft das Gericht gemäss Art. 46 Abs. 1 StGB die bedingte 

Strafe oder den bedingten Teil der Strafe. Ist nicht zu erwarten, dass der 

Verurteilte weitere Straftaten begehen wird, so verzichtet das Gericht auf 

einen Widerruf. Es kann den Verurteilten verwarnen oder die Probezeit um 

höchstens die Hälfte der im Urteil festgesetzten Dauer verlängern (Art. 46 

Abs. 2 StGB). Der Widerruf darf gemäss Art. 46 Abs. 5 StGB jedoch nicht 

mehr angeordnet werden, wenn seit dem Ablauf der Probezeit drei Jahre 

vergangen sind. Massgebend für die Einhaltung der Frist nach Art. 46 

 - 25 - 

 

 

Abs. 5 StGB ist das Urteil der Berufungsinstanz, wenn das Obergericht – 

wie vorliegend – auf die Berufung eintritt, da das Berufungsurteil das 

erstinstanzliche Urteil auch betreffend den Widerruf ersetzt (Art. 408 Abs. 1 

StPO; BGE 143 IV 441 E. 2.2). Da die Probezeit von 3 Jahren am 

24. November 2020 abgelaufen ist und seither mehr als 3 Jahre vergangen 

sind, kann der Widerruf nicht mehr angeordnet werden. Unter diesen 

Umständen ist auch keine Verwarnung und Verlängerung der Probezeit, 

wie dies von der Vorinstanz angeordnet wurde, möglich, kann eine 

Verlängerung der Probezeit den ihr zugedachten Zweck doch nur dann 

erfüllen, wenn bei erneuter Tatbegehung innert der verlängerten Probezeit 

auch ein Widerruf angeordnet werden könnte, was vorliegend gerade nicht 

der Fall ist. 

 

4.10. 

Die Vorinstanz hat für die Tätlichkeit zum Nachteil von A._____ eine Busse 

von Fr. 500.00 ausgesprochen (vorinstanzliches Urteil E. 10.6). 

 

Der Beschuldigte hat sich in seiner Berufung nicht zur Höhe der Busse 

geäussert. Es kann diesbezüglich deshalb auf die unbestritten gebliebenen 

Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Die 

Busse befindet sich am untersten Ende des Strafrahmens von bis zu 

Fr. 10'000.00 (Art. 106 Abs. 1 StGB) und kann auch bei Annahme eines 

noch leichten Verschuldens unter keinem Titel herabgesetzt werden. 

 

Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem Nichtbezahlen der Verbindungs-

busse von Fr. 500.00 ist gemäss Art. 106 Abs. 2 und Abs. 3 StGB 

ausgehend vom als Umrechnungsschlüssel zu verwendenden Tagessatz 

von Fr. 10.00 (BGE 149 I 248 E. 5.4.2) auf 50 Tage festzusetzen. 

 

4.11. 

Zusammengefasst ist der Beschuldigte zu einer unbedingten 

Freiheitsstrafe von 4 Jahren, einer unbedingten Geldstrafe von 180 

Tagessätzen à Fr. 10.00, d.h. Fr. 1'800.00, und einer Busse von Fr. 500.00, 

ersatzweise 50 Tage Freiheitsstrafe, zu verurteilen. 

 

5. 

Die Vorinstanz hat gestützt auf Art. 63 Abs. 1 StGB eine 

vollzugsbegleitende ambulante Massnahme angeordnet. 

 

Der Beschuldigte ficht die vorinstanzlich angeordnete vollzugsbegleitende 

ambulante Massnahme nur im Zusammenhang mit den angefochtenen 

Schuldsprüchen an. Für den Fall einer Verurteilung äussert er sich nicht 

zur angeordneten ambulanten Massnahme. Da der Beschuldigte u.a. der 

mehrfachen sexuellen Nötigung und der mehrfachen sexuellen 

Handlungen mit einem Kind schuldig gesprochen wird, erübrigen sich damit 

weitergehende Ausführungen und es kann diesbezüglich auf die 

 - 26 - 

 

 

unbestritten gebliebenen Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 

(Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 

6. 

6.1. 

Die Vorinstanz hat gestützt auf Art. 67 Abs. 3 StGB ein lebenslängliches 

Tätigkeitsverbot angeordnet. 

 

Der Beschuldigte beantragt – ausgehend von den von ihm beantragten 

Freisprüchen – die Aufhebung der Anordnung eines Tätigkeitsverbots 

(Berufungserklärung, S. 2). 

 

6.2. 

Wird jemand u.a. wegen sexuellen Handlungen mit einem Kind, sexueller 

Nötigung und Pornografie, die sexuelle Handlungen mit Minderjährigen 

zum Inhalt haben zu einer Strafe verurteilt, so verbietet ihm das Gericht 

gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. b, c und d Ziff. 2 StGB lebenslänglich jede 

berufliche und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen 

regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst. Gemäss Art. 67 

Abs. 4bis StGB kann das Gericht in besonders leichten Fällen 

ausnahmsweise von der Anordnung absehen, wenn ein solches Verbot 

nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer 

Straftaten abzuhalten, wie sie Anlass für das Verbot sind. Von der 

Anordnung eines Tätigkeitsverbotes darf jedoch u.a. dann nicht abgesehen 

werden, wenn der Täter wegen einer qualifizierten Anlasstat verurteilt 

worden ist, worunter u.a. der Tatbestand der sexuellen Nötigung gemäss 

Art. 189 StGB [in der Fassung vor Revision des Sexualstrafrechts] gehört 

(Art. 67 Abs. 4bis lit. a StGB), oder wenn er gemäss den international 

anerkannten Klassifikationskriterien pädophil ist (Art. 67 Abs. 4bis lit. b 

StGB). 

 

Der Beschuldigte wird mit vorliegendem Urteil u.a. der sexuellen Nötigung 

sowie der sexuellen Handlungen mit einem Kind schuldig gesprochen. Da 

er u.a. wegen sexueller Nötigung und somit wegen einer qualifizierten 

Anlasstat verurteilt wird, darf bereits aus diesem Grund von einem 

Tätigkeitsverbot nicht abgesehen werden (Art. 67 Abs. 4bis lit. a StGB). 

Hinzu kommt, dass beim Beschuldigten mit forensisch-psychiatrischem 

Gutachten vom 13. März 2023 eine Störung der Sexualpräferenz oder 

Paraphilie im Sinne einer Pädophilie bzw. Hebephilie (ICD-10 F45.4) 

diagnostiziert worden ist, weshalb auch aus diesem Grund nicht von einem 

Tätigkeitsverbot abgesehen werden darf (Art. 67 Abs. 4bis lit. b StGB). 

 

Dem Beschuldigten ist gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. b und lit. c StGB 

lebenslänglich jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche 

Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, zu 

 - 27 - 

 

 

verbieten. Damit erweist sich die Berufung des Beschuldigten in diesem 

Punkt als unbegründet. 

 

7. 

7.1. 

Die Vorinstanz hat die Abnahme einer DNA-Probe und die Erstellung eines 

DNA-Profils angeordnet. 

 

Der Beschuldigte ficht – ausgehend von den von ihm beantragten 

Freisprüchen – die entsprechende Anordnung an (Berufungserklärung, 

S. 2). 

 

7.2. 

Das Gericht kann gestützt auf Art. 257 StPO [in der zum Zeitpunkt des 

vorinstanzlichen Urteils geltenden Fassung] in seinem Urteil anordnen, 

dass eine Probe genommen und ein DNA-Profil von Personen erstellt wird, 

die wegen eines vorsätzlich begangenen Verbrechens zu einer 

Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr verurteilt worden sind (lit. a), die 

wegen eines vorsätzlich begangenen Verbrechens oder Vergehens gegen 

Leib und Leben oder gegen die sexuelle Integrität verurteilt worden sind 

(lit. b), oder gegenüber denen eine therapeutische Massnahme oder die 

Verwahrung angeordnet worden ist (lit. c). Dient die Erstellung eines DNA-

Profils nicht der Aufklärung bereits begangener, sondern der Aufklärung 

und Verhütung künftiger Straftaten, müssen vor dem Hintergrund des 

Verhältnismässigkeitsgebots allerdings erhebliche und konkrete 

Anhaltspunkte für die Gefahr derartiger künftiger Straftaten bestehen. 

Diese haben zudem von einer gewissen Schwere zu sein. Zu 

berücksichtigen ist im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung auch, ob 

der Beschuldigte vorbestraft ist. Trifft dies nicht zu, schliesst das allein die 

DNA-Analyse jedoch nicht aus (BGE 145 IV 263 E. 3.4; Urteil des 

Bundesgerichts 1B_508/2022 vom 16. Dezember 2022 E. 2.8). 

 

Der Beschuldigte wird mit vorliegendem Urteil u.a. der mehrfachen 

sexuellen Nötigung und der mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem 

Kind schuldig gesprochen. Hierbei handelt es sich um sogenannte hands-

on-Delikte, zu deren Aufklärung ein DNA-Profil von Nutzen (gewesen) 

wäre. Folglich wäre durch die Erstellung eines DNA-Profils bei künftigen 

Delikten, wie den vorliegenden, ein Vorteil zu erwarten, weshalb die 

Erstellung eines DNA-Profils mittels Wangenschleimhautabstrichs 

anzuordnen ist. Die Berufung des Beschuldigten erweist sich in diesem 

Punkt somit als unbegründet. 

 

8. 

Die Vorinstanz hat die Einziehung und Vernichtung der Harddisk Seagate 

Barracuda, 2000 GB, Seriennummer Z240HAXQ, des Laptops HP, 

Seriennummer #5CD8461872 und des USB-Sticks «SanDisk» angeordnet. 

 - 28 - 

 

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufungserklärung – ausgehend von den 

von ihm beantragten Freisprüchen – die Aufhebung der entsprechenden 

Dispositivziffer (Berufungserklärung, S. 2). 

 

Gemäss Art. 197 Abs. 6 StGB werden Gegenstände, welche harte 

Pornografie beinhalten, eingezogen. Im Gegensatz zu Art. 69 StGB ist 

keine gesonderte Prüfung erforderlich, ob die Gegenstände die Sicherheit 

von Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche Ordnung gefährden 

(ISENRING/KESSLER, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, 

N. 61 zu Art. 197 StGB). Das generelle Interesse der Öffentlichkeit 

rechtfertigt es unter Berücksichtigung der Eigentumsgarantie sowie des 

Verhältnismässigkeitsgrundsatzes aber nicht, die beschlagnahmten 

Gegenstände bzw. Datenträger zu vernichten. Eine Einziehung muss denn 

auch immer verhältnismässig, d.h. geeignet und erforderlich sein (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 1B_355/2020 vom 19. Mai 2021 E. 5.2). Notwendig, 

aber auch ausreichend ist die Vernichtung, d.h. Löschung der porno-

grafischen Daten. Dies kann auch dadurch erreicht werden, dass diese 

dauerhaft gelöscht werden. Dazu ist ausreichend, dass die Daten so 

gelöscht werden (z.B. durch Überschreiben), dass die betroffenen 

pornografischen Daten nicht mehr betrachtet oder wiederhergestellt 

werden können. Nicht erforderlich ist, dass bei einer forensischen Analyse 

keinerlei Spuren auf gelöschte (aber nicht mehr vorhandene und 

wiederherstellbare) Dateien vorhanden sind. Möglich ist auch, dass der 

Laptop vollständig und unwiderruflich zurückgesetzt wird, so dass die 

inkriminierten Daten nicht mehr hergestellt werden können. 

 

Folglich sind die verbotenen pornografischen Daten auf den vorgenannten 

Gegenständen (Harddisk Seagate Barracuda, 2000 GB, Seriennummer 

Z240HAXQ, des Laptops HP, Seriennummer #5CD8461872 und des USB-

Sticks «SanDisk») auf Kosten des Beschuldigten zu löschen und ihm diese 

anschliessend herauszugeben. 

 

9. 

Die Vorinstanz hat der Privatklägerin A._____ eine Genugtuung von 

Fr. 25'000.00 nebst Zins zu 5 % seit 1. November 2015 zugesprochen. 

 

Der Beschuldigte macht mit Berufung geltend, die von der Vorinstanz 

zugesprochene Genugtuung rechtfertige sich unter keinem Titel bzw. nicht 

in dieser Höhe (Berufungsbegründung, S. 18; Protokoll der Berufungs-

verhandlung, S. 33).  

 

In der Berufung des Beschuldigten finden sich für den Fall der ganz oder 

teilweisen Abweisung der Berufung im Schuldpunkt keine Ausführungen zu 

der von der Vorinstanz zugesprochenen Genugtuung in der Höhe von 

Fr. 25'000.00. Darauf ist somit nicht weiter einzugehen bzw. es kann auf 

die unbestritten gebliebenen Erwägungen der Vorinstanz verwiesen 

 - 29 - 

 

 

werden (Art. 82 Abs. 4 StPO), zumal im Adhäsionsprozess die 

Dispositions- wie auch die Verhandlungsmaxime gilt (Urteile des 

Bundesgerichts 6B_193/2014 vom 21. Juli 2014 E. 2.2 und 6B_267/2016 

vom 15. Februar 2018 E. 6.1; MARCO WEISS, Der Adhäsionsprozess, Basel 

2023, S. 39 und Fussnote 252; DOLGE, in: Basler Kommentar, StPO, 

3. Aufl. 2023, N. 22 f. zu Art. 122 StPO). 

 

10. 

10.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei 

im Berufungsverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon 

ab, in welchem Ausmass ihre vor Obergericht gestellten Anträge 

gutgeheissen wurden (Urteil des Bundesgerichts 6B_997/2020 vom 

18. November 2021 E. 2.2). 

 

Der Beschuldigte erwirkt mit seiner Berufung, dass er vom Vorwurf der 

sexuellen Nötigung betreffend die Anklageziffer I.2. freigesprochen wird. Es 

handelt sich dabei jedoch um einen vergleichsweise untergeordneten 

Punkt, zumal er hinsichtlich der Anklageziffer I.1. der mehrfachen sexuellen 

Nötigung schuldig gesprochen wird. Sodann erreicht er mit seiner 

Berufung, dass anstatt einer Freiheitsstrafe von 9 ½ Jahren, eine solche 

von 4 Jahren und eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen ausgefällt wird. Im 

Übrigen wird seine Berufung abgewiesen. Unter diesen Umständen 

rechtfertigt es sich, ihm die Verfahrenskosten von Fr. 5'000.00 (§ 18 VKD 

i.V.m. § 29 GebührD) zu ¾ aufzuerlegen und im Übrigen auf die 

Staatskasse zu nehmen. 

 

10.2. 

Der amtliche Verteidiger ist für das obergerichtliche Verfahren aus der 

Staatskasse zu entschädigen (Art. 135 Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 Abs. 1 und 

Abs. 3bis AnwT; § 13 AnwT). Entschädigungspflichtig sind nur jene 

Bemühungen, die in einem kausalen Zusammenhang mit der Wahrung der 

Rechte im Strafverfahren stehen und die notwendig und verhältnismässig 

sind (BGE 141 I 124 E. 3.1). Als Massstab bei der Beantwortung der Frage, 

welcher Aufwand für eine angemessene Verteidigung im Strafverfahren 

nötig ist, hat der erfahrene Anwalt zu gelten, der im Bereich des materiellen 

Strafrechts und des Strafprozessrechts über fundierte Kenntnisse verfügt 

und deshalb seine Leistungen von Anfang an zielgerichtet und effizient 

erbringen kann (Urteil des Bundesgerichts 6B_824/2016 vom 10. April 

2017 E. 18.3.1 mit Hinweisen). 

 

Der amtliche Verteidiger hat anlässlich der Berufungsverhandlung eine 

Kostennote mit einem Aufwand von 33.40 Stunden (ohne Berufungs-

verhandlung) zu einem Stundenansatz von Fr. 220.00 sowie Auslagen von 

Fr. 212.40 und die gesetzliche Mehrwertsteuer – aufgeteilt nach bis zum 

 - 30 - 

 

 

31. Dezember 2023 geltenden Mehrwertsteuersatz von 7.7 % und seit 

1. Januar 2024 geltendem Mehrwertsteuersatz von 8.1 % –, gesamthaft 

somit Fr. 8'113.05, geltend gemacht. Dieser Aufwand steht zum Umfang 

und zur Schwierigkeit des Berufungsverfahrens in einem offensichtlichen 

Missverhältnis, weshalb nicht unbesehen auf die Kostennote abgestellt 

werden kann. Sie erweist sich als überhöht und ist zu kürzen. 

 

Im Berufungsverfahren kann nur der angemessene Aufwand ab Rechts-

hängigkeit beim Berufungsgericht, d.h. aus Sicht des amtlichen 

Verteidigers ab Berufungserklärung entschädigt werden. Der zuvor 

anfallende Aufwand ist im erstinstanzlichen Verfahren geltend zu machen. 

Das ergibt sich bereits daraus, dass wenn die Berufung gar nicht erst 

angemeldet wird, der amtliche Verteidiger einen im Nachgang zur 

erstinstanzlichen Urteilseröffnung ergangenen Aufwand selbstredend nicht 

bei der Rechtsmittelinstanz in Rechnung stellen kann. Dass dieser 

Aufwand teilweise nur geschätzt werden kann, ändert nichts daran, dass er 

zum erstinstanzlichen Verfahren gehört. Mithin sind die in der Kostennote 

aufgeführten Positionen vom 27. Oktober 2023 bis 7. März 2024 im 

Gesamtumfang von 5.16 Stunden nicht im Berufungsverfahren zu 

entschädigen. 

 

Weiter macht der amtliche Verteidiger für die Berufungsbegründung einen 

Aufwand von rund 12.25 Stunden geltend (Positionen vom 27. Mai 2024, 

30. Mai 2024, 6. Juni 2024, 7. Juni 2024, 10. Juni 2024). Dieser Aufwand 

erweist sich als zu hoch, zumal der amtliche Verteidiger mit dem 

Sachverhalt und den sich stellenden Fragen bereits aus dem 

erstinstanzlichen Verfahren, für das er mit Fr. 19'411.30 umfassend 

entschädigt worden ist, bestens vertraut war. Zu beachten ist auch, dass 

an der bisherigen Verteidigungsstrategie festgehalten wurde. Die genannte 

Position ist um 6 Stunden auf 6.25 Stunden zu kürzen.  

 

Dies ergibt gesamthaft einen um 11.16 Stunden reduzierten und an die 

Dauer der Berufungsverhandlung von 4 Stunden angepassten Aufwand 

von gerundet 26 Stunden bei einem Stundenansatz von Fr. 220.00. Hinzu 

kommen die Auslagen von Fr. 212.40 und die gesetzliche Mehrwertsteuer 

von 8.1 %, woraus eine Entschädigung für das Berufungsverfahren von 

gerundet Fr. 6'410.00 resultiert. 

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten ausgangsgemäss zu ¾ 

zurückzufordern, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben 

(Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

10.3. 

Der Beschuldigte unterliegt im Verhältnis zur Privatklägerin mit Ausnahme 

der untergeordneten Anklageziffer I.2., hinsichtlich welcher ein Freispruch 

ergeht, vollständig. Entsprechend diesem Ausgang des Verfahrens ist er 

 - 31 - 

 

 

zu verpflichten, der Privatklägerin gestützt auf die von ihrer freigewählten 

Vertreterin eingereichten Kostennote – jedoch angepasst an die effektive 

Dauer der Berufungsverhandlung und einem Stundenansatz von 

Fr. 240.00 – für die notwendigen Aufwendungen im Berufungsverfahren 

eine Entschädigung in Höhe von gerundet Fr. 5'250.00 zu bezahlen 

(Art. 433 StPO; § 9 Abs. 1, Abs. 2bis und Abs. 3 AnwT). 

 

11. 

11.1. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so befindet sie darin 

auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). Die beschuldigte Person trägt im erstinstanzlichen Verfahren 

die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird (Art. 426 Abs. 1 Satz 1 

StPO). Der Beschuldigte wurde zwar vom Vorwurf der sexuellen Nötigung 

(Anklageziffer I.2) freigesprochen. Es handelt sich dabei aber im Vergleich 

zu den Schuldsprüchen um einen untergeordneten Punkt, auf den zudem 

keine ausscheidbaren Untersuchungskosten entfallen sind. Es rechtfertigt 

sich deshalb, dem Beschuldigten die erstinstanzlichen Verfahrenskosten 

(inkl. Anklagegebühr) vollumfänglich aufzuerlegen (vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 6B_491/2023 vom 7. August 2023 E. 3.3 mit Hinweisen). 

 

Was die Höhe der erstinstanzlichen Verfahrenskosten betrifft, so können 

dem Beschuldigten allgemeine Aufwendungen der Polizei, welche diese 

aufgrund ihrer Stellung als Strafbehörde in einem konkreten Strafverfahren 

zu erbringen hat, nur bei einer ausreichenden gesetzlichen Grundlage bei 

der Festsetzung der Gebühren gemäss Art. 422 Abs. 1 StPO berücksichtigt 

werden (BGE 141 IV 465 E. 9.5.3; Urteil des Bundesgerichts 

6B_1430/2019 vom 10. Juli 2020 E. 1.2, nicht publ. in BGE 146 IV 196). 

Massgebend ist vorliegend noch das Dekret über die Verfahrenskosten des 

Kantons Aargau (Verfahrenskostendekret, VKD; vgl. § 29 GebührD). Es 

besteht mit Ausnahme der Tatbestandsaufnahme durch die Kantonspolizei 

bei Strassenverkehrsunfällen (§ 15 Abs. 2 VKD) keine gesetzliche 

Grundlage für eine Berücksichtigung weiterer allgemeiner Kosten. 

Nachdem es vorliegend nicht um einen Strassenverkehrsunfall gegangen 

ist, können die Polizeikosten für den Polizeikostenrapport von Fr. 2'695.00 

mangels gesetzlicher Grundlage dem Beschuldigten nicht auferlegt 

werden. 

 

11.2. 

Die dem amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche Verfahren 

zugesprochene Entschädigung in der Höhe von Fr. 19'411.30 ist mit 

Berufung nicht angefochten worden, weshalb darauf im Berufungs-

verfahren nicht zurückzukommen ist (Urteil des Bundesgerichts 

6B_1299/2018 vom 28. Januar 2019 E. 2.3). 

 

 - 32 - 

 

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

11.3. 

Die der Rechtsbeiständin der Privatklägerin im erstinstanzlichen Verfahren 

zugesprochene Entschädigung von Fr. 7'664.15 ist mit Berufung nicht 

angefochten worden, weshalb darauf nicht zurückzukommen ist. 

 

12. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, fällt es ein 

neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 Abs. 1 

StPO, Art. 81 StPO). 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. [in Rechtskraft erwachsen] 

Das Strafverfahren wird in Bezug auf den Zeitraum vom 1. Oktober 2008 

bis zum 25. Oktober 2008 eingestellt. 

 

2. 

Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der sexuellen Nötigung betr. 

Anklageziffer I.2 freigesprochen. 

 

3. 

Der Beschuldigte ist schuldig 

- der mehrfachen sexuellen Nötigung gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB [in der 

bis zum 30. Juni 2024 geltenden Fassung]; 

- der mehrfachen sexuellen Handlung mit einem Kind gemäss Art. 187 

Ziff. 1 StGB [in der bis zum 30. Juni 2024 geltenden Fassung]; 

- der mehrfachen Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch 

Aufnahmegeräte gemäss Art. 179quater Abs. 1 StGB [in Rechtskraft 

erwachsen]; 

- der Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB [in Rechtskraft 

erwachsen]; 

- der Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB [in Rechtskraft 

erwachsen]. 

 

4. 

4.1. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss den in Ziff. 3 genannten 

Gesetzesbestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 

Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 34 StGB und Art. 106 StGB 

 

zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 4 Jahren, 

 

 - 33 - 

 

 

zu einer unbedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen à Fr. 10.00, d.h. 

Fr. 1'800.00, 

 

und zu einer Busse von Fr. 500.00, ersatzweise 50 Tage Freiheitsstrafe, 

 

verurteilt. 

 

4.2. 

Die ausgestandene Untersuchungshaft von 8 Tagen (30. Dezember 2022 

bis 6. Januar 2023) wird dem Beschuldigten auf die Freiheitsstrafe 

angerechnet. 

 

5. 

Es wird gestützt auf Art. 63 Abs. 1 StGB eine vollzugsbegleitende 

ambulante Massnahme angeordnet. 

 

6. 

Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 67 Abs. 3 StGB lebenslänglich 

jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen 

regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, verboten. 

 

7. 

Es wird die Abnahme einer DNA-Probe (Wangenschleimhautabnahme) 

und die Erstellung eines DNA-Profils angeordnet. 

 

8. 

8.1. 

Dem Beschuldigten werden auf Verlangen und nach Löschung der darauf 

vorhandenen verbotenen pornografischen Daten auf Kosten des 

Beschuldigten folgende beschlagnahmten Gegenstände herausgegeben: 

 

- Harddisk Seagate Barracuda, 2000 GB, Seriennummer Z240HAXQ 

- Laptop HP, Seriennummer #5CD8461872 

- USB-Stick «SanDisk» 

 

Werden diese Gegenstände nicht innert 30 Tagen seit Rechtskraft des 

vorliegenden Urteils herausverlangt, so trifft die Staatsanwaltschaft die 

sachgemässen Verfügungen. 

 

8.2. 

Dem Beschuldigten werden auf Verlangen folgende beschlagnahmten 

Gegenstände herausgegeben: 

 

- Handschriftlicher Brief «an Papa» 

- USB-Stick «RAV» 

 

 - 34 - 

 

 

Werden diese Gegenstände nicht innert 30 Tagen seit Rechtskraft des 

vorliegenden Urteils herausverlangt, so trifft die Staatsanwaltschaft die 

sachgemässen Verfügungen. 

 

9. 

9.1. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin A._____ eine 

Genugtuung von Fr. 25'000.00 nebst Zins zu 5 % seit 1. November 2015 

zu bezahlen. 

 

9.2. 

Der Beschuldigte wird für den der Privatklägerin A._____ anfallenden 

Schaden, der adäquat-kausal auf die vom Beschuldigten zu ihrem Nachteil 

begangenen Straftaten zurückzuführen ist, dem Grundsatz nach bei einer 

Haftungsquote von 100 % schadenersatzpflichtig erklärt. 

 

9.3. 

Im Übrigen wird die Zivilklage der Privatklägerin A._____ auf den Zivilweg 

verwiesen. 

 

10. 

10.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 5'000.00 werden dem 

Beschuldigten zu ¾ mit Fr. 3'750.00 auferlegt und im Übrigen auf die 

Staatskasse genommen. 

 

10.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger für das 

Berufungsverfahren eine Entschädigung von Fr. 6'410.00 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zu ¾ zurückgefordert, 

sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

10.3. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin A._____ für ihre 

notwendigen Aufwendungen im Berufungsverfahren eine Entschädigung 

von Fr. 5'250.00 zu bezahlen. 

 

11. 

11.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 17'951.00 (inkl. Anklage-

gebühr von Fr. 3'000.00) werden dem Beschuldigten auferlegt. 

 

 - 35 - 

 

 

11.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, dem amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche 

Verfahren eine Entschädigung von Fr. 19'411.30 auszurichten. 

 

11.3. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin A._____ für ihre 

notwendigen Aufwendungen im erstinstanzlichen Verfahren eine 

Entschädigung von Fr. 7'664.15 zu bezahlen. 

 

 

 Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 
   

 

 

Aarau, 17. Februar 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Six Eichenberger