# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f2f9291f-ff63-57e4-a04e-a1748805acea
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-12
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 12.04.2022 100 2020 270
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2020-270_2022-04-12.pdf

## Full Text

100.2020.270U publiziert in BVR 2022 S. 416
HAM/FLN/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 12. April 2022

Verwaltungsrichter Häberli, Abteilungspräsident 
Verwaltungsrichter Daum, Verwaltungsrichter Häusler
Gerichtsschreiberin Flückiger

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführer

gegen

Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion des Kantons Bern
Rechtsabteilung, Münsterplatz 3a, Postfach, 3000 Bern 8

betreffend Tierschutz; Kosten für Kontrolluntersuchung (Entscheid 
der Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion des Kantons Bern vom 
15. Juni 2020; L2019-014YU)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2022, Nr. 100.2020.270U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

Mit Schreiben vom 19. September 2018 teilte der Veterinärdienst des Kan-
tons Bern (VeD; heute Amt für Veterinärwesen [AVET]) A.________ mit, an 
der Klauentier- resp. Milchviehausstellung ... vom ... seien bei der von 
A.________ vorgestellten Kuh mittels Ultraschall Euterödeme festgestellt 
worden. Es sei daher von der Präsentation einer Kuh mit übervollem Euter 
und somit einem Verstoss gegen die Tierschutzgesetzgebung auszugehen. 
Für diese Beanstandung erhob der VeD eine Gebühr von Fr. 120.--. 

A.________ ersuchte am 19. November 2018 den VeD, von der Beanstan-
dung abzusehen. Andernfalls sei eine anfechtbare Verfügung zu erlassen. 

Mit Verfügung vom 26. Februar 2019 hielt der VeD an seiner Beanstandung 
fest und auferlegte A.________ eine Gebühr von Fr. 120.-- für die Kontrolle 
der anlässlich der Milchviehschau durch den vor Ort zuständigen Tierarzt 
des Veranstalters erstellten Ultraschallbilder und des tierärztlichen Schluss-
berichts sowie eine Gebühr von Fr. 180.-- für das Verfassen der Verfügung. 

B.

Gegen diese Verfügung führte A.________ am 28. März 2019 Beschwerde 
bei der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Bern (VOL; heute Wirtschafts-, 
Energie- und Umweltdirektion [WEU]). Diese wies die Beschwerde mit Ent-
scheid vom 15. Juni 2020 ab. 

C.

Dagegen hat A.________ am 16. Juli 2020 Verwaltungsgerichtsbeschwerde 
erhoben. Er beantragt, der Entscheid sei aufzuheben; eventuell sei die 
Sache zur Neubeurteilung an die WEU zurückzuweisen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2022, Nr. 100.2020.270U, 
Seite 3

Die WEU beantragt mit Vernehmlassung vom 12. August 2020 die Abwei-
sung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilge-
nommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 
Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten 
(Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Fehlende Prozessvoraussetzungen, 
die einem Entscheid in der Sache entgegenstehen könnten, sind nicht er-
sichtlich (vgl. auch E. 1.2 hiernach). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.2 Das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht ist auf den Streitgegen-
stand beschränkt. Ausgangspunkt für dessen Bestimmung bildet der ange-
fochtene Entscheid als Anfechtungsobjekt. Dieses gibt den Rahmen des 
Streitgegenstands vor, der grundsätzlich nicht über das hinausgehen kann, 
was die Vorinstanz geregelt hat (vgl. BVR 2020 S. 59 E. 2.2, 2017 S. 514 
E. 1.2; Ruth Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen 
VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 84 N. 5, Art. 72 N. 12 f.). – Anfechtungsobjekt vor 
der Vorinstanz bildete die Verfügung des VeD vom 26. Februar 2019, mit der 
dem Beschwerdeführer für eine tierschutzrechtliche Kontrolle, die zu einer 
Beanstandung führte, eine Gebühr von Fr. 120.-- sowie von Fr. 180.-- für den 
Erlass der Verfügung auferlegt wurde (vorne Bst. A). Im angefochtenen Ent-
scheid hat die WEU unter Hinweis auf den Streitgegenstand ausgeführt, sie 
habe lediglich die erhobenen Gebühren zu prüfen, da der VeD mit der (rei-
nen) Kostenverfügung keinen tierschutzrechtlichen Verstoss des Beschwer-
deführers festgestellt habe (angefochtener Entscheid E. 1.2; vgl. demgegen-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2022, Nr. 100.2020.270U, 
Seite 4

über allerdings die Ausführungen des VeD in Ziff. B/10 der Verfügung vom 
26.2.2019 [nachfolgend: Verfügung vom 26.2.2019], Akten VeD [act. 3A1] 
pag. 38 ff.). Trotzdem und richtigerweise (vgl. hinten E. 2.3) hat sich die Vor-
instanz in der Folge ausführlich damit befasst, ob die der Gebührenerhebung 
zugrundeliegende tierschutzrechtliche Beanstandung materiell rechtmässig 
war (vgl. angefochtener Entscheid E. 2.2 ff.). Es liegt daher keine unzuläs-
sige Erweiterung des Streitgegenstands vor, wenn der Beschwerdeführer 
seine Begehren vor Verwaltungsgericht damit begründet, dass ihm kein 
Verstoss gegen die Tierschutzgesetzgebung vorzuwerfen sei (vgl. Be-
schwerde S. 4 ff.). 

1.3 Der Streitwert beträgt Fr. 300.--, weshalb der Entscheid grundsätzlich 
in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 des Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]). Die rechtlichen Verhältnisse rechtfertigen 
indes eine Beurteilung in Dreierbesetzung (vgl. Art. 57 Abs. 6 i.V.m. Art. 56 
Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG). Es auferlegt sich dabei 
insoweit Zurückhaltung, als für die Beurteilung besondere Sach- oder Fach-
kenntnisse erforderlich sind, über die es nicht gleichermassen verfügt wie die 
Verwaltungsbehörden mit ihren Fachleuten und -stellen (BVR 2016 S. 507 
E. 1.4, 2014 S. 451 E. 1.3; Ruth Herzog, a.a.O., Art. 80 N. 20, Art. 66 N. 18).

2.

Streitig ist in erster Linie die tierschutzrechtliche Beanstandung bzw. die dem 
Beschwerdeführer deswegen für eine (nachträgliche) Kontrolle auferlegte 
Gebühr von Fr. 120.--. 

2.1 Gemäss Art. 41 Abs. 2 des Tierschutzgesetzes vom 16. Dezember 
2005 (TSchG; SR 455) sind die Kantone ermächtigt, Gebühren zu erheben 
für Bewilligungen und Verfügungen (Bst. a), Kontrollen, die zu Beanstandun-
gen geführt haben (Bst. b), und besondere Dienstleistungen, die einen Auf-
wand verursacht haben, der über die übliche Amtstätigkeit hinausgeht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2022, Nr. 100.2020.270U, 
Seite 5

(Bst. c). Die Höhe dieser Gebühren bemisst sich nach dem Zeitaufwand 
(Art. 41 Abs. 3 TSchG i.V.m. Art. 219 Bst. a-c der Tierschutzverordnung vom 
23. April 2008 [TSchV; SR 455.1]; im Kanton Bern: Art. 2 Abs. 1 i.V.m. An-
hang 2B [Gebührentarif des Amtes für Landwirtschaft und Natur] Ziff. 3.1.1 
der Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsver-
waltung [Gebührenverordnung, GebV; BSG 154.21]), wobei für Bewilligun-
gen und Verfügungen ein Rahmen von Fr. 100.-- bis Fr. 5'000.-- vorgegeben 
ist (Art. 219 Bst. a TSchV). Die in Art. 41 Abs. 2 TSchG vorgesehenen Ge-
bühren stellen Verwaltungsgebühren dar (vgl. Isabelle Häner, Kausalabga-
ben – eine Einführung, in Häner/Waldmann [Hrsg.], Kausalabgaben, 2015, 
S. 1 ff. [nachfolgend: Kausalabgaben], 4 f.; Daniela Wyss, Kausalabgaben, 
Diss. Basel 2009, S. 11); sie sind Ausdruck des Verursacherprinzips, wo-
nach, wer Aufwand verursacht, diesen bezahlen bzw. sich angemessen an 
den Kosten beteiligen soll (vgl. Ruth Herzog, a.a.O., Art. 107 N. 2). 

2.2 Der tierschutzrechtliche Vollzug ist grundsätzlich gebührenfrei 
(Art. 41 Abs. 1 TSchG). Gebühren zur Abgeltung des für eine tierschutz-
rechtliche Kontrolle erforderlichen Zeitaufwands setzen daher individuelle 
Zurechenbarkeit bzw. Individualäquivalenz voraus (vgl. BVR 2015 S. 3 
E. 3.3, 2009 S. 252 E. 3.1; Daniela Wyss, a.a.O., S. 40; Isabelle Häner, Kau-
salabgaben, S. 4 f.). Sie können mit anderen Worten gestützt auf das Verur-
sacherprinzip nur dann erhoben werden, wenn die Kontrolle zu einer Bean-
standung geführt hat (vgl. Art. 41 Abs. 2 Bst. b TSchG). Dem Tierschutzrecht 
lässt sich nicht entnehmen, was unter einer Beanstandung zu verstehen ist; 
dies ist durch Auslegung zu ermitteln (vgl. allgemein statt vieler BVR 2020 
S. 493 E. 3.1, 2019 S. 51 E. 6.2, je mit Hinweisen; vgl. auch BGE 147 III 78 
E. 6.4, 142 IV 389 E. 4.3.1). Für die Auslegung des tierschutzrechtlichen Be-
anstandungsbegriffs kann u.a. auf das Lebensmittelrecht zurückzugriffen 
werden, da Art. 41 Abs. 2 Bst. b TSchG im Rahmen der Totalrevision des 
Tierschutzgesetzes in Analogie zum damals geltenden Art. 45 Abs. 2 Bst. c 
des Bundesgesetzes vom 9. Oktober 1992 über Lebensmittel und Ge-
brauchsgegenstände (Lebensmittelgesetz, aLMG; AS 1995 S. 1469) einge-
fügt worden ist (vgl. Botschaft des Bundesrats zur Revision des TSchG, in 
BBl 2002 S. 657 ff., 666 und 685; heute Art. 58 Abs. 2 Bst. a des Bundesge-
setzes vom 20. Juni 2014 über Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände 
[Lebensmittelgesetz, LMG; SR 817.0]). Gemäss dem damaligen Art. 27 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2022, Nr. 100.2020.270U, 
Seite 6

Abs. 1 aLMG bzw. dem heute geltenden Art. 33 LMG spricht das Kontrollor-
gan bzw. die Vollzugsbehörde eine Beanstandung aus, wenn es bzw. sie 
feststellt, dass gesetzliche Anforderungen nicht erfüllt sind. Die Beanstan-
dung ist damit die Feststellung eines Gesetzes- bzw. Verordnungsverstos-
ses. Als solche bildet sie die Grundlage der Anordnung verwaltungsrecht-
licher Massnahmen (Art. 28 ff. aLMG bzw. Art. 34 ff. LMG; vgl. auch Art. 23 
Abs. 1 und Art. 24 Abs. 1 TSchG) und gibt grundsätzlich Anlass zu einer 
Strafanzeige durch die Verwaltungsbehörden (zur sowohl im Lebensmittel- 
als auch im Tierschutzrecht geltenden Anzeigepflicht vgl. Art. 31 aLMG bzw. 
Art. 37 LMG; Art. 24 Abs. 3 und 4 TSchG; Florian C. Roth, Strafbestimmun-
gen und Rechtsschutz, in Donauer/Reeves/Weber [Hrsg.], Lebensmittel- und 
Gebrauchsgegenständerecht, 2020, S. 199 ff., Kapitel 7 Rz. 81 ff.). 

2.3 Die (rechtmässige) Beanstandung gemäss Art. 41 Abs. 2 Bst. b 
TSchG ist materielle Voraussetzung für die Auferlegung von Gebühren für 
tierschutzrechtliche Kontrollen. Sie ist ausreichend, um Privaten Kosten auf-
zuerlegen; nicht erforderlich ist hingegen, dass die Behörde (zusätzlich) Tier-
schutzmassnahmen im Sinn von Art. 23 f. TSchG anordnet oder androht (an-
ders noch VGE 2016/360 vom 28.7.2017 E. 2.2, 2016/281 vom 8.3.2017 
E. 4.2). Wird die Kostenerhebung für die Kontrolle bestritten, so ist auch die 
Rechtmässigkeit der Beanstandung zu prüfen, sofern die von der Gebühr 
betroffene Person wie im vorliegenden Fall keine Möglichkeit hatte, sich in 
einem separaten Verfahren zu den Vorwürfen zu äussern (vgl. Botschaft des 
Bundesrats zum aLMG, in BBl 1989 S. 893 ff., 940; VGer LU V 99 129 vom 
18.10.1999, in LGVE 1999 II Nr. 49 E. 1e/bb; vgl. auch BGer 2C_1030/2012 
vom 17.10.2012 E. 2.2.2; zur Prüfung materiell-rechtlicher Gegebenheiten 
im Rahmen der Gebührenerhebung BVR 1997 S. 172 E. 2 ff., 1996 S. 127 
E. 2 ff. [beide betreffend medizinische Leistungen], 1984 S. 219 E. 4 [betref-
fend Trinkwasser]). Anders als die Vorinstanz anzunehmen scheint (vgl. an-
gefochtener Entscheid E. 2.7), hat die Behörde für den Nachweis der Geset-
zes- bzw. Verordnungswidrigkeit auch dann das volle Beweismass anzu-
wenden (sog. Regelbeweismass; vgl. dazu Michel Daum, in Herzog/Daum 
[Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 19 N. 19), 
wenn sie lediglich eine Beanstandung ausspricht und sowohl auf die Anord-
nung verwaltungsrechtlicher Massnahmen als auch auf das Einreichen einer 
Strafanzeige verzichtet (vgl. für das Verwaltungsverfahren im Lebensmittel-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2022, Nr. 100.2020.270U, 
Seite 7

recht Isabelle Häner, Verfahrensrechtliche Aspekte der laufenden Aufsicht, 
in Häner/Waldmann [Hrsg.], 7. Forum für Verwaltungsrecht – Staatliche Auf-
sicht über die Wirtschaft und ihre Akteure, 2019, S. 77 ff., 91 ff.). Das gilt 
jedenfalls, soweit die Beweisanforderungen aus anerkannten Gründen nicht 
herabgesetzt sind (z.B. im Rahmen des einstweiligen Rechtsschutzes). Im 
Folgenden ist demnach zu prüfen, ob die Beanstandung im Anschluss an die 
Kontrolle durch den VeD zu Recht erfolgt ist.

3.

3.1 Den Akten lässt sich sachverhaltlich Folgendes entnehmen: Am ... 
führte das ... gestützt auf die Bewilligung des VeD vom 8. August 2018 
(nachfolgend: Bewilligung VeD, Akten VeD [act. 3A1] pag. 1 ff.) eine 
Milchviehausstellung durch. Nach dem ersten Durchgang forderte die 
Kontrollkommission des Veranstalters u.a. den Beschwerdeführer auf, seine 
Kuh «B.________» (Ohrmarkennummer CH…) aufgrund ihrer Rangierung 
zur Durchführung eines standardmässigen Euterultraschalls dem vor Ort 
anwesenden Tierarzt Dr. med. vet. C.________ zu präsentieren (vgl. 
Schlussbericht Ultraschalluntersuchung vom ... [nachfolgend: Schluss-
bericht] S. 2, Akten VeD [act. 3A1] pag. 11 f.; tierärztlicher Bericht vom ... 
[nachfolgend: tierärztlicher Bericht] S. 1, Akten VeD [act. 3A1] pag. 21 f., je 
auch zum Folgenden). Anlässlich dieser ersten Kontrolle stellte Dr. 
C.________ um 22.07 Uhr bei der Kuh «B.________» ein Euterödem am 
Viertel vorne rechts sowie am Zentralband fest, je mit dem Schweregrad 1 
(vgl. Formular zur Dokumentation der Ultraschallkontrollen vom ... S. 2, 
Akten VeD [act. 3A1] pag. 14). In der Folge wurden dem Tier vor der 
Teilnahme am nächsten Durchgang unter Aufsicht von Dr. med. vet. 
D.________, der zuständigen Tierärztin der Kontrollkommission, entspre-
chend den in der Bewilligung des VeD enthaltenen Auflagen sowie dem 
Sanktionsschema der Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Rinderzüchter 
(ASR) ein Liter Milch pro Euterviertel abgelassen (vgl. Ziff. B/1/Auflagen Tier-
schutz Bst. h/a Bewilligung VeD; Art. VIII ASR Ausstellungsreglement vom 
19.12.2017 [nachfolgend ASR Ausstellungsreglement 2017], Akten VeD 
[act. 3A1] pag. 43 ff.; tierärztlicher Bericht S. 1). Im Anschluss an die Cham-
pionwahl führte Dr. C.________ bei der Kuh «B.________» um 23.52 Uhr 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2022, Nr. 100.2020.270U, 
Seite 8

eine zweite Ultraschalluntersuchung durch, wobei er erneut zwei Euter-
ödeme feststellte, dieses Mal mit Schweregrad 1 am Viertel vorne rechts 
sowie mit Schweregrad 2 beim Zentralband (vgl. Formular zur Dokumen-
tation der Ultraschallkontrollen vom ... S. 4, Akten VeD [act. 3A1] pag. 16; 
Schlussbericht S. 2, auch zum Folgenden). Daraufhin wurde das Tier unter 
Aufsicht von Dr. D.________ entsprechend den Auflagen des VeD und dem 
Ausstellungsreglement vollständig gemolken (vgl. Ziff. B/1/Auflagen Tier-
schutz Bst. h/b Bewilligung VeD; Art. VIII ASR Ausstellungsreglement 2017; 
tierärztlicher Bericht S. 1, auch zum Folgenden). Nach dem Melken führte 
Dr. C.________ auf Wunsch des Beschwerdeführers eine dritte Ultraschall-
untersuchung durch, in der keine Ödeme mehr festgestellt werden konnten. 

3.2 Gestützt auf die Kontrolle der tierärztlichen Unterlagen sowie der Ul-
traschallbilder kam der VeD zum Schluss, dass bei der Kuh «B.________» 
aufgrund des Euterödems von einem Verstoss gegen die Tierschutz-
gesetzgebung auszugehen sei (vgl. Beanstandung vom 19.9.2018 S. 2, 
Akten VeD [act. 3A1] pag. 6 f.; Verfügung vom 26.2.2019 Ziff. A/2 f. und 
B/1 ff.). Lange Zwischenmelkzeiten, d.h. Melkintervalle von mehr als 12 bis 
14 Stunden, seien Ursache von übervollen Eutern. Sie hätten einen erhöhten 
Druck und Wasseransammlungen unter der Haut (sog. Stauungsödeme) zur 
Folge, die bei Kühen sonst nur um den Zeitpunkt der Geburt beobachtet 
würden; ab vier Wochen nach der Abkalbung würden Ödeme bloss noch in 
Zusammenhang mit einer Entzündung oder stauungsbedingt auftreten 
(Verfügung vom 26.2.2019 Ziff. B/4). Diese Erwägungen der kantonalen 
Fachstelle für Tierschutz hat die WEU im angefochtenen Entscheid aus-
führlich wiedergegeben und für nachvollziehbar erklärt (vgl. angefochtener 
Entscheid E. 2.4 f.). Sie hat festgehalten, Euterödeme seien geeignet, Rück-
schlüsse auf lange Zwischenmelkzeiten zu ziehen. Daher würden Ultra-
schalluntersuchungen ein nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft aner-
kanntes Kontrollmittel darstellen (angefochtener Entscheid E. 2.6; vgl. auch 
Vernehmlassung WEU vom 12.8.2020 [act. 3] Rz. 3). – Der Beschwerde-
führer macht geltend, es liege materiell-rechtlich kein Anlass für eine Bean-
standung bzw. kein tierschutzrechtlich relevanter Verstoss vor. Die Zwi-
schenmelkzeit habe bei den vorderen beiden Zitzen lediglich 11 Stunden, bei 
den hinteren 13 Stunden betragen und sei in keinem Fall zu lang gewesen 
(vgl. Beschwerde S. 4). Ohnehin seien die Ergebnisse der Untersuchungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2022, Nr. 100.2020.270U, 
Seite 9

der Kuh «B.________» widersprüchlich und nicht geeignet, den angeblichen 
Verstoss nachzuweisen (vgl. Beschwerde S. 5). Im Übrigen seien selbst 
Zwischenmelkzeiten von 14 Stunden und mehr üblich und könnten nicht als 
übermässig bezeichnet werden (Beschwerde S. 6). 

4.

Der Beschwerdeführer rügt vorab in formeller Hinsicht eine Verletzung sei-
nes Anspruchs auf rechtliches Gehör (vgl. Beschwerde S. 6 f.).

4.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 21 ff. VRPG sowie 
Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101) und Art. 26 Abs. 2 der 
Verfassung des Kantons Bern (KV; BSG 101.1) garantiert namentlich das 
Recht, dass die Behörde die Vorbringen der vom Entscheid in ihrer Rechts-
stellung Betroffenen tatsächlich hört, prüft und bei der Entscheidfindung be-
rücksichtigt. Daraus folgt die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu 
begründen (vgl. auch Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG), wobei nicht erforderlich 
ist, dass sich diese mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinander-
setzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann 
sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken (BGE 
142 I 135 E. 2.1, 140 II 262 E. 6.2; BVR 2022 S. 51 E. 2.3, 2021 S. 285 
E. 3.4.2, 2018 S. 341 E. 3.4.2). Weiter beinhaltet der Gehörsanspruch das 
Recht der Betroffenen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden. 
Eine allgemeine Pflicht zur Abnahme aller angebotenen Beweise und zur 
Würdigung sämtlicher Argumente lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Die 
Behörde darf von der Beweisabnahme vielmehr absehen und Beweisan-
träge ablehnen, wenn sich in antizipierter Beweiswürdigung ergibt, dass ein 
Beweis nicht geeignet ist, das Beweisergebnis zu verändern oder den Ent-
scheid zu beeinflussen (vgl. statt vieler BGE 144 II 427 E. 3.1.3; BVR 2021 
S. 285 E. 3.3.2, 2021 S. 441 E. 5.8; Michel Daum, a.a.O., Art. 18 N. 27 f., je 
mit Hinweisen).

4.2 Die Vorinstanz hat sich mit den Vorbringen des Beschwerdeführers 
hinreichend befasst und den angefochtenen Entscheid ausführlich begrün-
det, was ohne weiteres eine sachgerechte Anfechtung erlaubte. Der WEU 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2022, Nr. 100.2020.270U, 
Seite 10

ist entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (vgl. Beschwerde S. 7) 
insbesondere nicht vorzuwerfen, dass sie nicht näher auf den tierärztlichen 
Bericht von Dr. D.________ eingegangen ist, ist dieser doch nicht geeignet, 
die Aussagekraft und Akzeptanz der hier massgebenden Studien in Frage 
zu stellen oder die Beweislage in Zweifel zu ziehen. Es sind – wie die nach-
folgenden Erwägungen zeigen – auch keine weiteren Beweismassnahmen 
erforderlich, um die strittige Angelegenheit zu beurteilen. Die Vorinstanz 
durfte daher darauf verzichten, die vom Beschwerdeführer beantragten Stel-
lungnahmen einzuholen; die im vorliegenden Verfahren erneut gestellten 
Beweisanträge (Beschwerde S. 6) werden aus den dargelegten Gründen 
ebenfalls abgewiesen.

5.

5.1 Gemäss Art. 17 Bst. h TSchV sind bei Rindern mechanische, physi-
kalische oder elektrische Eingriffe am Euter sowie lange Zwischenmelkzei-
ten, welche die natürliche Form des Euters verändern oder zu einem unna-
türlichen Füllungszustand führen, verboten. Die Bestimmung wurde mit der 
Revision der Tierschutzverordnung vom 23. Oktober 2013 eingefügt und ist 
am 1. Januar 2014 in Kraft getreten. Ziel war es, die gemäss dem Ehrenko-
dex der ASR bereits geltenden Vorgaben in die Tierschutzverordnung zu 
integrieren, um damit den Vollzugsbehörden die Möglichkeit zu geben, die 
Einhaltung zu kontrollieren (vgl. die im Rahmen der Änderung der Tier-
schutzverordnung vom 23.4.2008 publizierten Erläuterungen des Bundes-
amts für Veterinärwesen [BVET; heute Bundesamt für Lebensmittelsicher-
heit und Veterinärwesen, BLV], S. 2 f.). Art. 17 Bst. h TSchV bildet Teil einer 
ganzen Reihe von Handlungen, die der Bundesrat gestützt auf die in Art. 4 
Abs. 3 TSchG verankerte Kompetenzdelegation generell für verboten erklärt 
hat – und zwar unabhängig davon, ob dem betreffenden Tier tatsächlich 
Schmerzen, Schäden, Leiden oder Ängste entstehen (vgl. etwa anschaulich 
Art. 16 Abs. 2 Bst. j TSchV zum Verbot sexuell motivierter Handlungen mit 
Tieren oder Art. 17 Bst. n TSchV zum selbst unter Schmerzausschaltung 
verbotenen Enthornen von Wasserbüffeln und Yaks; Bolliger/Richner/Rütti-
mann/Stohner, Schweizer Tierschutzstrafrecht in Theorie und Praxis, 2. Aufl. 
2019, S. 143 ff.). Entsprechend setzt auch Art. 17 Bst. h TSchV nicht voraus, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2022, Nr. 100.2020.270U, 
Seite 11

dass tatsächlich eine Beeinträchtigung des tierlichen Wohlergehens vorliegt; 
es genügt vielmehr bereits der Nachweis einer zu langen Zwischenmelkzeit, 
welche die natürliche Form des Euters verändert oder zu einem unnatürli-
chen Füllungszustand führt. 

5.2 Im vorliegenden Fall sind Vorinstanz und VeD von einer zu langen 
Zwischenmelkzeit ausgegangen, nachdem bei der Kuh «B.________» mit-
tels Ultraschall Euterödeme festgestellt worden waren (vorne E. 3.1). Eine 
vorbestehende Euterentzündung macht der Beschwerdeführer nicht geltend, 
weswegen Vorinstanz und VeD diese weitere Möglichkeit, wie Euterödeme 
entstehen können (vorne E. 3.2), zu Recht nicht untersucht haben. Sie setz-
ten sich vielmehr intensiv mit den zu langen Zwischenmelkzeiten auseinan-
der und verweisen in diesem Zusammenhang auf zwei wissenschaftliche 
Studien der Universität Bern, gemäss denen es sich bei der Ultraschallun-
tersuchung um ein nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft geeignetes 
Kontrollmittel für Rückschlüsse auf lange Zwischenmelkzeiten handelt (vgl. 
angefochtener Entscheid E. 2.6; Vernehmlassung WEU vom 12.8.2020 
[act. 3] Rz. 3; Verfügung vom 26.2.2019 Ziff. B/5; Beschwerdevernehmlas-
sung des VeD vom 23.4.2019 [nachfolgend: Beschwerdevernehmlassung] 
Rz. 1, Akten WEU [act. 3A] pag. 13 ff.). Der Beschwerdeführer bestreitet 
diese Annahme sinngemäss bzw. stellt die in den zitierten Studien ermittel-
ten Ergebnisse in Frage; Zwischenmelkzeiten von 14 Stunden seien auf vie-
len Betrieben üblich und führten zu keinen Problemen wegen überladenen 
Eutern (vgl. Beschwerde S. 6). Ferner würden die Studien von Dr. 
D.________ in Frage gestellt (Beschwerde S. 5) und auch im Widerspruch 
stehen zu der anlässlich der Milchviehausstellung getätigten Aussage von 
Dr. C.________, wonach Euterödeme bereits nach einer Zwischenmelkzeit 
von acht Stunden auftreten könnten (Beschwerde S. 6). 

5.2.1 Den von der Vorinstanz bzw. dem VeD zitierten Studien lässt sich 
Folgendes entnehmen: Im Jahr 2016 untersuchten die Autorinnen und Auto-
ren der ersten Studie bei 15 Holstein-Kühen, wie eine einmalige Ausdeh-
nung der Zwischenmelkzeit auf 24 Stunden die Gesundheit, das Verhalten 
und das Wohlergehen der Tiere beeinflusste. Veränderungen, die auf Beein-
trächtigungen des Wohlergehens schliessen lassen, konnten dabei insbe-
sondere in den letzten sechs Stunden festgestellt werden; am Ende der Zwi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2022, Nr. 100.2020.270U, 
Seite 12

schenmelkzeit wiesen zudem 10 von 15 Kühen Euterödeme auf (vgl. Koh-
ler/Alsaaod/Dolf/O’Brien/Beer/Steiner, A single prolonged milking interval of 
24 h compromises the well-being and health of dairy Holstein cows, in Jour-
nal of Dairy Science 2016 Nr. 11 S. 9080 ff.; Balmer/Steiner, Objektive Be-
urteilung des Euterfüllungsgrades bei Ausstellungskühen, in Schweizer Ar-
chiv für Tierheilkunde 2019 Nr. 7 S. 445 ff.). Gestützt auf diese Erkenntnisse 
gaben ASR und BLV eine Folgestudie in Auftrag, mit welcher unter anderem 
der Euterfüllungsgrad von Kühen an Milchviehausstellungen und die Pra-
xistauglichkeit der dazu verwendeten Ultraschalluntersuchung analysiert 
werden sollten (vgl. Medienmitteilung der Universität Bern vom 23.10.2017 
[nachfolgend: Medienmitteilung Universität Bern 2017], Akten VeD [act. 3A1] 
pag. 51 ff.; Medienmitteilung der ASR vom 23.10.2017, Akten VeD [act. 3A1] 
pag. 54; Medienmitteilung der ASR vom 18.10.2018, Akten VeD [act. 3A1] 
pag. 55). Für diese Studie untersuchten die Autorinnen und Autoren im Jahr 
2017 insgesamt 321 Kühe an vier Milchviehausstellungen mittels Ultraschall 
am Euter. Die Ultraschallbilder teilten sie dabei anhand eines Beurteilungs-
systems nach dem Schweregrad der festgestellten Euterödeme in vier Stu-
fen ein (Schweregrad 0 bis 3). Sie gelangen zum Schluss, Euterödeme, die 
nicht im Rahmen des Geburtsvorgangs entstünden, könnten zwar durch ver-
schiedene Faktoren bedingt sein, an Milchviehausstellungen bilde jedoch die 
Zwischenmelkzeit den einzigen massgebenden Risikofaktor. Euterödeme 
könnten daher als indirektes Zeichen für eine Euterüberfüllung gewertet wer-
den, womit es sich bei der Ultraschalluntersuchung um ein sinnvolles Mittel 
handle, um an solchen Veranstaltungen überfüllte Euter festzustellen. Ferner 
habe sich gezeigt, dass das für die Studie entwickelte Beurteilungssystem 
mittels Schweregraden deutlich weniger Abweichungen nach sich ziehe als 
die bislang an Ausstellungen übliche visuelle Beurteilung der Euter (vgl. 
Balmer/Alsaaod/Boesiger/Studer/O’Brien/Schuepbach-Regula/Steiner, 
Short communication: Risk factors for sonographically detectable udder 
edema in overbagged cows at dairy shows, in Journal of Dairy Science 2019 
Nr. 1 S. 660 ff.; Balmer/Steiner, a.a.O., S. 447 ff.; Balmer/Alsaaod/Boesiger/
O’Brien/Steiner, Technical note: Evaluation of a sonographic overbagging 
edema scoring system for show cows: Comparison with visual inspection, in 
Journal of Dairy Science 2018 Nr. 8 S. 7494 ff.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2022, Nr. 100.2020.270U, 
Seite 13

5.2.2 Neben dem VeD als der im Kanton Bern zuständigen Fachbehörde 
orientieren sich das BLV und die ASR, welche die zweite Studie in Auftrag 
gegeben haben (vgl. BLV-Projektnummer 2.14.03, einsehbar unter 
<www.blv.admin.ch> Rubriken «Tiere/Forschungsprojekte/Übersicht über 
alle Projekte/Suchbegriff: 2.14.03»; Medienmitteilung Universität Bern 2017), 
an den zitierten Studien. Insbesondere hat die ASR die Ergebnisse in Zu-
sammenarbeit und Absprache mit dem BLV und den Kantonstierärztinnen 
und -tierärzten in ihr Ausstellungsreglement einfliessen lassen (vgl. erstmals 
Art. VI Bst. d ASR Ausstellungsreglement 2017; Medienmitteilung der ASR 
vom 6.4.2018, einsehbar unter <https://asr-ch.ch/de/News/Newsmeldung?
newsid=9>). Seit dem 17. Oktober 2018 führt die Feststellung eines Euter-
ödems im Ultraschall sogar zum sofortigen Ausschluss des betreffenden Tie-
res (vgl. Art. 8 ASR Ausstellungsreglement vom 1.12.2021, erstmals einge-
fügt per 17.10.2018) und seit dem 1. Juli 2020 ist die Ultraschalluntersu-
chung bei nationalen Ausstellungen für alle Kühe vor jedem Betreten des 
Rings zwingend vorgeschrieben (vgl. Art. 6 Bst. g ASR Ausstellungsregle-
ment vom 1.12.2021, erstmals eingefügt per 1.7.2020) – ein Vorgehen, das 
etwa in Italien offenbar schon länger üblich ist (vgl. Martina Balmer, Ausstel-
lungskühe: Muss Schönheit leiden?, in VetsuisseNews 2019 Nr. 1 S. 4 ff., 
5 f.). Die Ergebnisse der zitierten Studien scheinen demnach in Fachkreisen 
anerkannt zu sein und von den im Ausstellungswesen verantwortlichen Per-
sonen und damit letztlich von Züchterinnen und Züchtern akzeptiert zu wer-
den (vgl. zum Prüfungsmassstab des Gerichts vorne E. 1.4). 

5.2.3 Der Beschwerdeführer bringt nichts vor, was die ausführlichen und 
zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz bzw. des VeD zu den zitierten Stu-
dien in Zweifel ziehen würde. So wird im Bericht zu der von ihm angeführten 
Langzeitstudie des Institut de l’Elevage und des Agrocampus Ouest (vgl. Be-
schwerde S. 6) zwar festgehalten, es seien trotz nächtlicher Zwischenmelk-
zeiten von rund 16 Stunden keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen fest-
gestellt worden. Es ist jedoch nicht ersichtlich, dass Ultraschalluntersuchun-
gen durchgeführt und (insbesondere in den ersten Tagen) Euterödeme aus-
geschlossen worden wären. Vielmehr wiesen zu Beginn der Umstellung ei-
nige Kühe beim morgendlichen Melken tropfende Euter auf (vgl. Bro-
card/Caillé, Rapprocher les intervalles de traites, in Terra 2018 Nr. 619 
S. 38 f.), was zumindest für diese Zeitspanne auf überfüllte Euter hindeutet 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2022, Nr. 100.2020.270U, 
Seite 14

(vgl. Balmer/Steiner, a.a.O., S. 447; vgl. zu der Studie allgemein ausserdem 
Beschwerdevernehmlassung Rz. 1 ff., auch zum Folgenden). Auch die vom 
Beschwerdeführer angeführte Umsetzungsempfehlung der Wiederkäuerkli-
nik der Universität Bern zum selektiven Trockenstellen (vgl. Beschwerde 
S. 6) steht nicht im Widerspruch zu den zitierten Studien, zumal sich die 
Tiere in diesem Zeitpunkt am Ende der Laktation befinden und dem Trocken-
stellen eine Vorbereitungszeit von sieben bis zehn Tagen vorangehen soll 
(vgl. Merkblatt Umsetzungsempfehlung – Selektives Trockenstellen, einseh-
bar unter <www.wiederkaeuerklinik.unibe.ch> Rubriken «Dienstleistungen/
Bestandesmedizin/Merkblätter»). Sodann sind die vom Beschwerdeführer 
behaupteten relativierenden bzw. kritischen Äusserungen von Dr. 
C.________ (vgl. Beschwerde S. 6) und Dr. D.________ (vgl. Beschwerde 
S. 4 f.) nicht geeignet, um die zitierten Studien in Frage zu stellen, lässt doch 
die Stellungnahme einzelner Tierärzte nicht darauf schliessen, dass die 
Ergebnisse in Fachkreisen grundsätzlich umstritten sind. Im Übrigen er-
scheint wenig glaubhaft, dass Dr. C.________ undifferenziert gesagt haben 
soll, Euterödeme könnten bereits nach einer Zwischenmelkzeit von acht 
Stunden auftreten, ist doch nicht davon auszugehen, dass er als einer der 
Co-Autoren der zweiten Studie (vgl. Balmer/Alsaaod/Boesiger/Studer/
O’Brien/Schuepbach-Regula/Steiner, a.a.O., S. 660; Balmer/Alsaaod/Boesi-
ger/O’Brien/Steiner, a.a.O., S. 7494) deren Ergebnisse tatsächlich anzwei-
feln wollte. Schliesslich kann der Beschwerdeführer aus der Aussage von Dr. 
D.________, das Überwachungssystem bedürfe weiterer Kriterien, um 
individuelle Besonderheiten zu erfassen bzw. auszuschliessen (vgl. tierärzt-
licher Bericht S. 2), nichts zu seinen Gunsten ableiten. Wenn überhaupt zeigt 
diese Einschätzung lediglich auf, welche grossen Unsicherheiten die rein 
optische Euterbeurteilung an Milchviehausstellungen mit sich bringt und 
dass die Entwicklung objektiver Kriterien – wie beispielsweise die Ultra-
schalluntersuchung – einem erheblichen Bedürfnis entspricht (vgl. Balmer/
Steiner, a.a.O., S. 448 ff.; Medienmitteilung Universität Bern 2017; Vernehm-
lassung WEU vom 12.8.2020 [act. 3] Rz. 3; Verfügung vom 26. Februar 
2019 Ziff. B/6; Beschwerdevernehmlassung Rz. 1). 

5.2.4 Nach dem Gesagten ist nicht rechtsfehlerhaft, wenn die Vorinstanz 
davon ausgeht, dass Euterödeme als Indikator für das Vorliegen einer zu 
langen Zwischenmelkzeit an Milchviehausstellungen gewertet werden kön-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2022, Nr. 100.2020.270U, 
Seite 15

nen (vgl. angefochtener Entscheid E. 2.6). Ultraschalluntersuchungen schei-
nen demnach an derartigen Veranstaltungen grundsätzlich geeignet, um 
Verstösse gegen Art. 17 Bst. h TSchV festzustellen.

5.3 Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass auf den Ultraschallbil-
dern der ersten beiden Untersuchungen Euterödeme des Schweregrads 1 
bzw. 2 zu erkennen sind. Er macht aber geltend, aufgrund der Umstände sei 
die Ermittlung der Untersuchungsergebnisse und damit die Beweislage in 
Frage zu stellen, «es hätte der Frage nachgegangen werden müssen, ob 
allenfalls etwas mit den Ultraschalluntersuchungen nicht korrekt war» (vgl. 
Beschwerde S. 5). 

5.3.1 In diesem Zusammenhang bringt der Beschwerdeführer zunächst 
vor, der bei der Kuh «B.________» beobachtete Verlauf, bei dem nach dem 
vollständigen Melken keine Ödeme mehr vorlagen (vgl. vorne E. 3.1), sei 
wissenschaftlich gar nicht möglich, da sich Euterödeme nicht derart schnell 
zurückbilden könnten (Beschwerde S. 5). Dabei beruft er sich auf eine von 
ihm beigebrachte Grafik aus einem nicht näher bestimmten Vortrag der 
Vetsuisse Fakultät Bern (vgl. Beilage Nr. 8 zu der bei der WEU angehobenen 
Beschwerde vom 28.3.2019). Der Beschwerdeführer lässt allerdings ausser 
Acht, dass sich die vorne in E. 5.2.1 zitierten Studien nicht zur Auflösung von 
Euterödemen nach dem Melken äussern. Weiter lässt sich der vom Be-
schwerdeführer angerufenen Grafik nicht entnehmen, worauf sich die wie-
dergegebenen Zahlen stützen bzw. ob es sich dabei um eine wissenschaft-
lich anerkannte und in Fachkreisen akzeptierte Studie handelt. Selbst wenn 
dem so wäre, wäre aus dem Umstand, dass sich Euterödeme in der Regel 
erst innert einigen Stunden nach dem Melken komplett zurückbilden, umge-
kehrt nicht zwangsläufig zu schliessen, dass ein schnellerer Abbau in Ein-
zelfällen wissenschaftlich ausgeschlossen ist. Entsprechend war es entge-
gen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht Sache der Vorinstanz bzw. 
des VeD, «mit Sicherheit und objektiv nachvollziehbar» darzulegen, dass die 
derartige Entwicklung eines Euterödems trotz des negativen Befunds der 
dritten Ultraschalluntersuchung möglich ist (Beschwerde S. 5). Der bei der 
Kuh «B.________» beobachtete Verlauf ist daher nicht geeignet, die sowohl 
von Dr. C.________ als auch durch den VeD festgestellten Befunde in Zwei-
fel zu ziehen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2022, Nr. 100.2020.270U, 
Seite 16

5.3.2 Weiter beruft sich der Beschwerdeführer auf die zur Ultraschallunter-
suchung im Widerspruch stehenden Ausführungen von Dr. D.________ (vgl. 
Beschwerde S. 4 f.), die in ihrem tierärztlichen Bericht festhielt, dass die Kuh 
«B.________» einen «gewiss nicht durch übermässige Füllung strapazierten 
Euter» aufwies und der Ultraschall in «deutlichem Kontrast» gestanden habe 
zu der visuellen Untersuchung (vgl. tierärztlicher Bericht S. 1). Trotz dieser 
Feststellungen hat Dr. D.________ (ebenso wenig wie ..., Präsident der 
Milchviehausstellung ...) zu keinem Zeitpunkt Zweifel an der Richtigkeit der 
von Dr. C.________ ermittelten Befunde oder am Untersuchungsvorgang als 
solchem geäussert. Sie führt vielmehr aus, das Überwachungssystem als 
solches bedürfe weiterer Kriterien, um individuelle Besonderheiten zu 
erfassen und somit auszuschliessen, dass Kühe mit normaler Zwischen-
melkzeit, normaler Eutergrösse und normaler Milchleistung sanktioniert wer-
den (vgl. tierärztlicher Bericht S. 2). Diese Forderung steht allerdings im 
Widerspruch zu den vorgenannten Studien, die an Milchviehausstellungen 
andere Faktoren bei der Ödembildung grundsätzlich ausgeschlossen haben 
(vgl. vorne E. 5.2.1), und fand im Übrigen auch bei der ASR kein Gehör; die 
Ultraschalluntersuchungen sind an nationalen Milchviehausstellungen heute 
wie ausgeführt standardmässig vorgeschrieben (vgl. vorne E. 5.2.2). Die 
Äusserung von Dr. D.________ verdeutlicht lediglich die in Fachkreisen 
festgestellte beschränkte Aussagekraft einer rein visuellen Euterbeurteilung 
(vgl. vorne E. 5.2.3). 

5.3.3 Soweit der Beschwerdeführer implizit den gesamten Untersuchungs-
prozess und insbesondere die Unvoreingenommenheit von Dr. C.________, 
des VeD und der WEU in Frage stellt (vgl. Beschwerde S. 5), bedürften 
solche Vorwürfe substanziierter Beweise, die vorzulegen der Beschwerde-
führer nicht im Stande ist. Der Umstand, dass Dr. C.________ offenbar von 
der dritten Ultraschalluntersuchung keine Bilder gemacht hat, genügt hierfür 
nicht, war er doch weder aufgrund der Vorgaben des VeD noch des Regle-
ments der ASR verpflichtet solche anzufertigen (vgl. Bewilligung VeD; ASR 
Ausstellungsreglement 2017). Im Übrigen vermag das Untersuchungser-
gebnis an den Befunden der vorhergehenden Untersuchungen ohnehin 
nichts zu ändern und auch deren Glaubwürdigkeit nicht in Frage zu stellen 
(vgl. vorne E. 5.3.1). Der Umstand, dass die Euterödeme nur wegen der 
Rangierung der Kuh «B.________» entdeckt worden sind, spielt für die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2022, Nr. 100.2020.270U, 
Seite 17

Beanstandung entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (vgl. 
Beschwerde S. 4) keine Rolle, sondern zeigt lediglich auf, dass eine rein 
visuelle Beurteilung kein hinreichendes Kontrollmittel darstellt (vgl. vorne 
E. 5.2.3 und 5.3.2). Schliesslich bringt der Beschwerdeführer für seine 
Behauptung, das Melkintervall habe lediglich 11 Stunden vorne bzw. 
13 Stunden hinten betragen (vgl. Beschwerde S. 4) und die ungewohnte 
Umgebung sowie ein angeblicher Futterwechsel hätten die Ödembildung 
beeinflusst (vgl. Beschwerde S. 6), keinerlei Beweise vor. Im Übrigen 
wurden Stressfaktoren in der Studie zur Entwicklung von Euterödemen an 
Milchviehausstellungen bereits berücksichtigt und für nicht ausschlaggebend 
befunden (vgl. vorne E. 5.2.1).

5.4 Nach dem Gesagten lassen die Vorbringen des Beschwerdeführers 
die vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen nicht als unrichtig, unvoll-
ständig oder gar willkürlich erscheinen. Die WEU ist in überzeugender Wür-
digung der vorhandenen Beweismittel daher zu Recht von einer zu langen 
Zwischenmelkzeit bei der Kuh «B.________» ausgegangen, was eine Ver-
letzung von Tierschutzvorschriften darstellt. 

6.

Zusammenfassend ist die Vorinstanz zu Recht davon ausgegangen, dass im 
vorliegenden Fall eine gerechtfertigte Beanstandung des VeD erfolgte (vgl. 
angefochtener Entscheid E. 2.7). Der VeD war daher gestützt auf Art. 41 
Abs. 2 Bst. b TSchG berechtigt, dem Beschwerdeführer die mit der Kontrolle 
verbundenen Kosten aufzuerlegen (vgl. vorne E. 2). In Bezug auf die (vom 
Beschwerdeführer ohnehin nicht bestrittene) Höhe der erhobenen Gebühr 
kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(vgl. angefochtener Entscheid E. 3; zu den Rechtsgrundlagen vorne E. 2.1). 
Nicht zu beanstanden sind somit auch die dem Beschwerdeführer für den 
Erlass der Verfügung auferlegten Kosten von Fr. 180.-- (vgl. Art. 41 Abs. 2 
Bst. a TSchG i.V.m. Art. 219 Bst. a TSchV). Die Beschwerde erweist sich 
demnach als unbegründet und ist abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2022, Nr. 100.2020.270U, 
Seite 18

7.

Bei diesem Prozessausgang hat der Beschwerdeführer die Verfahrenskos-
ten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Ersatzfähige Parteikosten sind keine 
angefallen (Art. 108 Abs. 3 und 104 Abs. 1 und 3 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3'500.--, werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführer
- Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion des Kantons Bern
- Eidgenössisches Departement des Innern

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2022, Nr. 100.2020.270U, 
Seite 19

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.