# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8de811a4-ef52-5821-82b3-f2aaba413e5d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-10-22
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 22.10.2008 SB 2008 19
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2008-19_2008-10-22.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 22. Oktober 2008 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 08 19 (nicht mündlich eröffnet)

(Eine gegen dieses Urteil beim Bundesgericht erhobene Beschwerde ist mit Urteil 
vom 20. Mai 2009 teilweise gutgeheissen, der Entscheid des Kantonsgerichts von 
Graubünden vom 22. Oktober 2008 aufgehoben und die Sache zur neuen 
Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen worden. Im Übrigen ist die 
Beschwerde abgewiesen worden, soweit darauf einzutreten war.

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Möhr und Michael Dürst 
Aktuarin ad hoc Ankes

——————

In der strafrechtlichen Berufung

des X., Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt Markus Binder, Kreuz-
strasse 24, 9100 Herisau,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses J. vom 1. April 2008, mitgeteilt am 10. 
Juni 2008, in Sachen der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , Sennhof-
strasse 17, 7001 Chur, Berufungsbeklagte, gegen den Berufungskläger, 

betreffend Fahren eines Personenwagens trotz Führerausweisentzugs,

hat sich ergeben:

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A. X. (nachfolgend: X.) wurde am _ in A. geboren. Er ist verheiratet und 
Vater zweier mündiger Kinder, welche sich noch in Ausbildung befinden und denen 
gegenüber er unterstützungspflichtig ist. Im Jahre 2004 versteuerte er ein Einkom-
men von 248'685.─ und ein Vermögen von Fr. 4'689'966.─, im Jahr 2005 ein Ein-
kommen von 238'197.─ und ein Vermögen von Fr. 4'557'231.─. Bei seiner untersu-
chungsrichterlichen Einvernahme beim Untersuchungsamt B. vom 22. Februar 
2007 gab er an, im Jahre 2006 rund Fr. 40'000.─ verdient zu haben. Auswendig 
könne er über seine weiteren Vermögens- und Einkommensverhältnisse keine An-
gaben machen. Die vorläufige Steuerrechnung betreffend die Staats- und Gemein-
desteuern 2008 vom 20. Februar 2008 beruht auf einem Einkommen von Fr. 
83'800.─ und einem Vermögen von Fr. 4'089'000.─, diejenige für die direkte Bun-
dessteuer 2007 auf einem Einkommen von Fr. 88'800.─. X. ist Geschäftsführer und 
Verwaltungsratsmitglied des Autohauses C.-AG in A. und Mitglied des Verwaltungs-
rates der D.-AG, E., sowie der F.-AG, A.. 

Im schweizerischen Zentralstrafregister ist X. mit einer Verurteilung verzeich-
net. Mit Strafmandat vom 28. August 2006 verurteilte ihn das Untersuchungsamt A. 
wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 
8 Wochen und einer Busse von Fr. 2'500.─. Im ADMAS-Register ist ein Führeraus-
weisentzug ab 24. Juni 2006 bis 23. September 2006 vermerkt. Diesem liegt fol-
gende Verfügung des Strassenverkehrsamts A. vom 19. Juli 2006 zugrunde:

"1. Entzug des Führerausweises für die Dauer von 3 Monaten.

2. Das Führen von Motorfahrzeugen aller Kategorien und Unterka-
tegorien ist Ihnen während der Dauer des Entzuges, mit Wirkung 
ab 24.06.2006 bis und mit 23.09.2006 untersagt. 

3. Diese Massnahme hat auch den Entzug allfälliger Lernfahraus-
weise und Internationaler Führerausweise sowie die Aberken-
nung ausländischer Führerausweise zur Folge.

4. (Verfahrenskosten)."

B. Mit Strafmandat vom 14. November 2006 wurde X. vom Kreispräsi-
denten G. wegen Führens eines Motorfahrzeugs trotz Führerausweisentzugs 
gemäss Art. 95 Ziff. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01) zu 20 Ta-
gen Haft und Fr. 5'000.─  Busse verurteilt. Die Verfahrenskosten beliefen sich auf 
insgesamt Fr. 785.─ (Kosten Staatsanwaltschaft Fr. 385.─, kreisamtliche Kosten Fr. 
400.─). 

C. Mit Einschreiben vom 23. November 2006 erhob der Adressat hierge-
gen Einsprache mit der Begründung, er könne in italienischer Sprache abgefasste 

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Korrespondenz mangels Sprachkenntnis nicht bearbeiten. In Absprache mit dem 
Untersuchungsrichteramt Samedan liess der Einsprecher sodann das Strafmandat 
auf eigene Kosten übersetzen. Nachdem X., mittlerweile anwaltlich vertreten, Gele-
genheit zur Stellungnahme erhalten hatte, versetzte ihn die Staatsanwaltschaft 
Graubünden mit Anklageverfügung vom 4. Oktober 2007 wegen des schon im Straf-
mandat bezeichneten Vergehens in Anklagezustand. Der Anklage lag folgender 
Sachverhalt zugrunde:

"Mit Verfügung der zuständigen Behörde des Kantons A. vom 19. Juli 
2006 wurde X. der Führerausweis für die Zeit vom 24. Juni bis 23. 
September 2006 entzogen. Trotz Entzug fuhr er am Montag, 4. Sep-
tember 2006, um 15.25 Uhr, mit dem Porsche 911 Carrera 4S, Kenn-
zeichen H., von Italien kommend bis zum Schweizer Zoll in I., wo ihn 
die Grenzbeamten anhielten und kontrollierten. Das Zollgebäude bzw. 
die Kontrollstelle befindet sich rund 35 Meter hinter der italienisch-
schweizerischen Grenze und somit auf CH-Territorium. Die Kontrolle 
der ID-Karten verlief negativ. Dagegen figurierte er im FABER (Fahr-
berechtigungsregister) mit einem Führerausweisentzug. Der Grenzbe-
amte forderte den Angeklagten deshalb auf, ihm den Führerausweis 
zu zeigen, woraufhin der Angeklagte ihm einen blauen, ungültigen 
Führerausweis übergab. Erneut begab sich der Beamte ins Büro zur 
Überprüfung der Personalien und stellte fest, dass X. der Führeraus-
weis entzogen worden war. Der Grenzwachtchef fragte nun den An-
geklagten, ob ihm der Führerausweis entzogen worden war, was er 
bejahte.

X. anerkennt nicht, gegen Art. 95 Abs. 2 (recte: Ziff. 2) SVG verstossen 
zu haben; dabei macht er geltend, nicht gewusst zu haben, dass der 
blaue Führerausweis ungültig sei und dass er den Porsche auf 
Schweizer Boden gelenkt habe. Bei der Schweizer Grenze habe er 
einen Lenkerwechsel mit seiner Frau vornehmen wollen."

D. Der Bezirksgerichtsausschuss J. führte am 1. April 2008 die Hauptver-
handlung in K. mit vorgängiger richterlicher Befragung der Ehefrau des Angeklagten 
durch; zudem wurde vor der Verhandlung ein Augenschein vorgenommen. Mit Urteil 
vom gleichen Tag, im Dispositiv am 2. April 2008 und vollständig begründet mitge-
teilt am 10. Juni 2008, wurde erkannt wie folgt:

"1. X. ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 95 Abs. 2 (recte: Ziff. 
2) SVG.

2. Dafür wird er zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je CHF 
870.─, sowie zu einer Busse von CHF 5'000.─, ersatzweise zu 
einer Freiheitsstrafe von 20 Tagen, verurteilt.

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben unter Ansetzung 
einer Probezeit von drei Jahren.

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4. Auf den Widerruf des aufgeschobenen Vollzuges der Gefängniss-
trafe von acht Wochen gemäss Strafmandat des Untersuchungs-
amtes A. vom 28. August 2006 wird verzichtet. Die festgesetzte 
Probezeit wird um ein Jahr verlängert.

5. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus

- einer Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft CHF  1'635.00
- Barauslagen der Staatsanwaltschaft CHF      60.00
- den Kosten für das Strafmandatsverfahren CHF    400.00
- der Busse CHF  5'000.00
- der Gerichtsgebühr des Bezirksgerichtsausschusses CHF  2'000.00
- den Barauslagen des Bezirksgerichtsausschusses CHF      96.60
abzüglich Übersetzungskosten Strafmandat CHF -1'585.00
Total CHF  7'606.60

gehen zu Lasten von X.. Die Kosten für die Übersetzung des Straf-
mandats werden der Staatsanwaltschaft übertragen.

6. (Rechtsmittelbelehrung)

7. (Mitteilung)"

E. Gegen diesen Entscheid liess X. am 30. Juni 2008 Berufung einlegen 
mit folgenden Rechtsbegehren:

"1. Das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses J. vom 1. April 2008 
sei aufzuheben. Einzig die im Kostenspruch (Ziff. 5 des Urteils des 
Bezirksgerichtsausschusses J. vom 1. April 2008) festgelegte 
Übertragung der Kosten für die Übersetzung des Strafmandats 
auf die Staatsanwaltschaft wird nicht angefochten.

2. Der Angeklagte sei von Schuld und Strafe frei zu sprechen.

3. Eventualiter sei der Angeklagte mit einer minimalen Busse zu be-
strafen.

4. Subeventualiter seien sowohl die Geldstrafe wie die Busse ange-
messen zu reduzieren.

5. Eventualiter bzw. subeventualiter sei auf eine Verlängerung der 
Probezeit um 1 Jahr für die vom Untersuchungsrichteramt B. 
(recte: Untersuchungsamt A.) am 28. August 2006 ausgespro-
chene bedingte Freiheitsstrafe zu verzichten.

6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten Staat.

7. Gesetzliche Kostenfolge."

Zudem beantragte er die Durchführung eines Augenscheins am Grenzposten 
I.. Der vom Verteidiger verfassten Berufungsschrift beigefügt war eine als "Anhang 
zur Berufung" betitelte persönliche Stellungnahme des Berufungsklägers vom 27. 
Juni 2008.

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F. Sowohl die Staatsanwaltschaft Graubünden als auch das Bezirksge-
richt J. verzichteten unter Übersendung der Verfahrensakten auf eine Stellung-
nahme.

G. Am 22. Oktober 2008 führte der Kantonsgerichtsausschuss Graubün-
den in Anwesenheit von X. und dessen Verteidiger einen Augenschein am Grenzü-
bergang I. durch. Beide erhielten dabei nochmals Gelegenheit zur Darlegung ihres 
Standpunkts. Rechtsanwalt Binder reichte anlässlich des Augenscheins Plädoyer-
notizen sowie eine Honorarnote zu den Akten.

Auf die Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und anlässlich des 
Augenscheins, die Zeugenaussagen sowie auf den übrigen Inhalt der Vorakten 
wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile der Bezirksgerichte und ihrer Ausschüsse können der 
Verurteilte und der Staatsanwalt beim Kantonsgericht Berufung erheben (Art. 141 
Abs. 1 der Strafprozessordnung des Kantons Graubünden [StPO; BR 350.000]). 
Diese ist innert zwanzig Tagen seit der schriftlichen Eröffnung des angefochtenen 
Entscheids einzureichen. Sie ist zu begründen und hat darzutun, welche Mängel 
des erstinstanzlichen Entscheids gerügt werden und ob das ganze Urteil oder ledig-
lich Teile davon angefochten werden (vgl. Art. 142 Abs. 1 StPO). Diesen Anforde-
rungen vermag die Berufung von X. vom 30. Juni 2008 zu genügen, weshalb auf 
sie einzutreten ist.

2. Dem Kantonsgerichtsausschuss als Berufungsinstanz kommt im Rah-
men der gestellten Anträge grundsätzlich eine umfassende, uneingeschränkte Ko-
gnition zu (vgl. Art. 146 Abs. 1 Satz 1 StPO), wobei bei der Überprüfung von Ermes-
sensfehlern eine gewisse Zurückhaltung zu wahren ist. Lässt die Aktenlage eine 
Beurteilung zu und liegt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor, oder ist der 
Mangel geheilt, entscheidet der Kantonsgerichtsausschuss in der Sache selber (Art. 
146 Abs. 2 StPO e contrario). 

3. Der Vorsitzende führt von Amtes wegen oder auf Antrag eine mündli-
che Berufungsverhandlung durch, wenn die persönliche Befragung des Angeklag-
ten für die Beurteilung der Streitsache wesentlich ist (Art. 144 Abs. 1 StPO). Die 
Parteien haben vorliegend nicht die Durchführung einer mündlichen Berufungsver-
handlung verlangt. Es besteht auch kein Grund, dass das urteilende Gericht von 

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sich aus eine solche anordnet, nachdem die Vorinstanz öffentlich verhandelt hat 
und ein vom Berufungskläger beantragter Augenschein durchgeführt worden ist, an 
dem sowohl X. als auch sein Verteidiger sich nochmals zur Sachlage äussern konn-
ten. Bezüglich der streitigen Punkte, die - wie nachfolgend ausgeführt wird - haupt-
sächlich die subjektive Seite der Tatbestandsverwirklichung betreffen, sind keine 
zusätzlichen Aufschlüsse von einer mündlichen Verhandlung zu erwarten. Auch 
stellen sich keine Fragen zur Person und zum Charakter des Berufungsklägers, wel-
che sich nicht hinlänglich aus den Akten ergeben (vgl. BGE 119 Ia 318 f., E. 2 b). 
Der Kantonsgerichtsausschuss trifft somit seinen Entscheid ohne Parteivortritt auf 
Grund des Augenscheins und der Akten (Art. 144 Abs. 3 StPO).

4. Vorab sei festgehalten, dass vorliegend das Verhalten des Berufungs-
klägers in Italien nicht zu beurteilen ist, da der entsprechende Tatbestand zum einen 
nicht angeklagt ist (Akkusationsprinzip) und zum anderen im Rahmen der Strafver-
folgung das Territorialitätsprinzip gilt, welches beinhaltet, dass die Strafbestimmun-
gen des SVG zur Beurteilung von im Gebiet der Schweiz begangenen Straftaten 
dienen (René Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrs-
rechts, Band III: Die Administrativmassnahmen, Bern 1995, RZ 2007; eine Strafver-
folgung nach Art. 101 SVG scheidet mangels Ersuchen der italienischen Behörden 
von vorneherein aus). Ob X. somit italienischen Strassenverkehrsvorschriften zuwi-
der gehandelt hat, steht daher nicht zur Diskussion. Insofern ist es auch irrelevant, 
dass X. - zu Unrecht - der Meinung war, in Italien fahrberechtigt zu sein, nachdem 
er seinen Angaben zufolge entsprechende Auskünfte von "der Polizei nahe stehen-
den" Kollegen erhalten hatte. Nachfolgend ist somit nur zu untersuchen, ob der Be-
rufungskläger schweizerische Strafnormen durch sein Verhalten auf schweizeri-
schem Gebiet verletzt hat.  

5. Gemäss Art. 95 Ziff. 2 SVG wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren 
oder Geldstrafe bestraft, wer ein Motorfahrzeug führt, obwohl ihm der Lernfahr- oder 
Führerausweis verweigert, entzogen oder aberkannt wurde. Im zum Zeitpunkt des 
Vorfalls geltenden SVG (nachfolgend: aSVG) betrug die Strafandrohung Gefängnis 
oder Busse (im Zeitraum vom 1. Januar 2005 bis 31. Dezember 2006: AS 2002 
2777; 2004 2849; 2006 3536).

a. Vorliegend ist der Sachverhalt in objektiver Hinsicht unstreitig: X. be-
streitet weder, dass ihm zum Zeitpunkt des zu beurteilenden Vorfalls der Führeraus-

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weis entzogen war, noch, dass er sein Auto einige Meter auf schweizerischem 
Staatsgebiet geführt hat. 

b. Streitig ist hingegen die subjektive Seite: Zwar räumt der Berufungs-
kläger ein, aufgrund des Führerausweisentzugs gewusst zu haben, nicht auf 
Schweizer Boden fahren zu dürfen. Er habe jedoch nicht gewusst und auch nicht 
wissen müssen, dass er sich bereits vor dem Gebäude des schweizerischen 
Grenzwachtpostens auf Schweizer Territorium befunden habe. Der Grenzverlauf in 
I. sei unklar; nicht einmal der Dienst habende Grenzbeamte habe beim ersten Au-
genschein des Bezirksgerichtsausschusses J. über den tatsächlichen Grenzverlauf 
Auskunft geben können. Zudem habe er keine Möglichkeit gehabt, vor Passieren 
der Grenze einen Fahrerwechsel vorzunehmen, da ein solcher nicht mitten auf der 
Strasse erfolgen könne und dürfe, weshalb er den Wagen auf Höhe der Grenze zum 
nächsten Park- bzw. Ausstellplatz habe fahren wollen. Zu prüfen ist damit nachfol-
gend, ob ihm die vorsätzliche oder fahrlässige Verwirklichung des Tatbestandes 
gemäss Art. 95 Ziff. 2 SVG zum Vorwurf gemacht werden kann. 

c. Gemäss Art. 12 Abs. 2 StGB handelt vorsätzlich, wer die Tat mit Wis-
sen und Willen ausführt. Vorsätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat 
für möglich hält und in Kauf nimmt. Nach Art. 12 Abs. 3 StGB handelt fahrlässig, 
wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt 
oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Die Abgrenzung zwischen Eventualvorsatz und 
bewusster Fahrlässigkeit ist im Einzelnen schwierig. Eventualvorsatz ist gegeben, 
wenn der Täter die Verwirklichung eines Tatbestands zwar nicht mit Gewissheit vor-
aussieht, aber doch ernsthaft für möglich hält, und die Erfüllung des Tatbestandes 
für den Fall, dass sie eintreten sollte, in Kauf nimmt, sich damit abfindet, mag sie 
ihm auch unerwünscht sein (Stefan Trechsel et al., Schweizerisches Strafgesetz-
buch, Praxiskommentar, Zürich/A. 2008, Art. 12 N. 13, mit Hinweisen; BGE 121 IV 
249 E. 3a.; 103 IV 65 E. 2; eingehend Günter Stratenwerth, Schweizerisches Straf-
recht Allgemeiner Teil I, 3. Aufl. 2005, § 9 N. 100 ff.). Der eventualvorsätzlich han-
delnde Täter weiss um die Möglichkeit, das Risiko der Tatbestandsverwirklichung. 
Auch der bewusst fahrlässig handelnde Täter erkennt dieses Risiko. Insoweit, das 
heisst hinsichtlich des Wissensmoments, besteht mithin zwischen Eventualvorsatz 
und bewusster Fahrlässigkeit Übereinstimmung. Der Unterschied liegt beim Wil-
lensmoment. Der bewusst fahrlässig handelnde Täter vertraut (aus pflichtwidriger 
Unvorsichtigkeit) darauf, dass der von ihm als möglich vorausgesehene Erfolg nicht 
eintreten, das Risiko der Tatbestandserfüllung sich nicht verwirklichen werde. Der 
eventualvorsätzlich handelnde Täter nimmt hingegen den als möglich erkannten Er-
folg für den Fall seines Eintritts in Kauf, findet sich damit ab. Wer den Erfolg in Kauf 

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nimmt, "will" ihn im Sinne von Art. 12 Abs. 2 StGB. Dazu ist insbesondere nicht 
erforderlich, dass der Täter den Erfolg "billigt" (BGE 125 IV 251).

d. aa. X. hat in seiner polizeilichen Einvernahme vom 4. September 2006 
erklärt, er habe mit seiner Frau besprochen, dass er "bis zur Schweizer Grenze 
fahre"; danach solle sie fahren. In seiner rechtshilfeweisen Einvernahme durch das 
Untersuchungsamt B. vom 22. Februar 2007 gab er ebenfalls an, ganz bewusst von 
Italien "zur Schweizer Grenze nach I." gefahren zu sein. Er habe mit seiner Frau 
klar vereinbart, dass er nur bis zur Schweizer Grenze fahre und dass anschliessend 
seine Frau weiterfahren solle. Seiner Ansicht nach sei der Grenzübergang der Kon-
trollposten gewesen.  

bb. Der Zeuge L., welcher als Grenzwacht-Aspirant X. am Tag des Vorfalls 
kontrolliert hatte, gab bei seiner rechtshilfeweisen Einvernahme durch das Untersu-
chungsamt M. an, auf Nachfrage habe der Fahrer erklärt, er und seine Frau hätten 
ab der Grenze einen Fahrerwechsel beabsichtigt. 

cc. Vorab sei bemerkt, dass sich aus den zitierten Aussagen nicht hinrei-
chend Anhaltspunkte für die Annahme ergeben, X. wäre, hätte die Kontrolle nicht 
stattgefunden, auf schweizerischem Gebiet auch dann weitergefahren, nachdem es 
eine Gelegenheit zum Fahrerwechsel (Park- oder Ausstellplatz) gegeben hätte. Das 
Vorweisen des alten ungültigen - im Übrigen als verlustig gemeldeten - Führeraus-
weises könnte man zwar als Indiz hierfür werten; hieraus einen entsprechenden 
direkten Vorsatz bezüglich der vorgeworfenen Tat zu konstruieren, wäre aber reine 
Spekulation. An dieser Stelle sei angemerkt, dass die Angaben von X. insgesamt 
nicht voll zu überzeugen vermögen und insgesamt kein gutes Licht auf seine Glaub-
würdigkeit werfen; unglaubhaft erscheint beispielsweise seine Aussage, er (als Ge-
schäftsführer und Mitinhaber einer Autofirma) habe nicht gewusst, dass er den alten 
Führerausweis hätte umschreiben und einen neuen beantragen müssen, und dass 
der alte Ausweis nicht mehr gültig sei; dies insbesondere deshalb, weil gemäss Aus-
kunft des Strassenverkehrsamts A. eben für diesen Ausweis im Jahre 1990 eine 
Verlustanzeige erstattet wurde, woraufhin X. ein Duplikat ausgestellt worden war. 
Ebenso wenig überzeugend erscheint die Angabe bei der polizeilichen Einver-
nahme, es sei ihm "nicht bekannt", welche Antwort er beim Führerausweisentzug 
auf die Frage gegeben habe, ob er noch weitere Ausweise besitze. Da der Beru-
fungskläger jedoch einräumt, gewusst zu haben, dass er in der Schweiz nicht fahren 
dürfe, kommt es für die Beurteilung des Falls auf die genauen Angaben den ungül-
tigen Führerausweis betreffend nicht an, weshalb auf sie nicht weiter einzugehen 
ist.  

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dd. Nach Überzeugung des Kantonsgerichtsausschusses hat X. eventua-
lvorsätzlich gehandelt. Er hat von sich aus keine Anstalten gemacht, direkt am Kon-
trollposten den Fahrerwechsel vorzunehmen; hierfür hätte er an Ort und Stelle 
aussteigen und mit seiner Frau den Platztausch vornehmen müssen. Vielmehr 
wollte er dies gemäss seinen Angaben am nächstmöglichen Ausstellplatz tun. In 
diesem Falle hätte er bewusst in Kauf genommen, einige Meter auf Schweizer Ter-
ritorium zu fahren, da er selbst angibt, seines Erachtens verlaufe die Grenze auf 
Höhe des Kontrollpostens. Es ist im Übrigen notorisch, dass Grenzwachtposten 
vollständig auf dem jeweiligen Staatsgebiet liegen. Hätte X. ausschliessen wollen, 
auf schweizerischem Territorium zu fahren, hätte er klarerweise bereits vor Passie-
ren der italienischen Grenzwache mit seiner Frau einen Platztausch vornehmen 
müssen. Er konnte nämlich nicht ausschliessen, dass er sich bereits nach diesem 
Posten, der ja das Verlassen Italiens anzeigt, auf schweizerischem Staatsgebiet 
bewegte. Seine Argumentation, es sei klar, dass die Schweiz erst beim 
Grenzwachthäuschen der Schweiz beginne, ist insofern nicht schlüssig und er-
scheint als reine Schutzbehauptung. Genauso könnte man behaupten, nähere man 
sich der italienischen Grenze von Schweizer Seite, sei klar, dass das Schweizer 
Territorium erst am italienischen Grenzwachthäuschen enden würde. Es ist nicht 
ersichtlich, inwieweit hier zwischen beiden Ländern ein Unterschied bestehen sollte. 
Wie der Augenschein ergeben hat, ist X. darin zuzustimmen, dass beim Passieren 
der Grenze für den Laien nicht auf Anhieb ersichtlich ist, wo genau diese verläuft; 
so sind die beiden in den Strassenbelag eingelassenen Grenzmarken vom Auto aus 
kaum zu sehen. Auch lässt sich seine Aussage nicht widerlegen, er habe aufgrund 
der parkierten Lastwagen am Tag des Vorfalls die rechts von der Fahrbahn gehisste 
Schweizer Flagge nicht sehen können. Insgesamt kann zwischen den beiden Kon-
trollposten (CH/I) von einem "fliessenden Grenzverlauf" gesprochen werden. Dar-
aus indes zu seinen Gunsten zu schliessen, die Zone zwischen den beiden 
Grenzwachtposten befinde sich vollständig auf italienischem Gebiet, lässt sich 
durch nichts stützen und verbietet sich. Vielmehr ist auf Anhieb nicht mit Sicherheit 
zu erkennen, wo genau die Grenze verläuft; als Indiz, dass nunmehr das Territorium 
der Schweiz beginnt, ist allenfalls der etwa auf Höhe der Grenzlinie wechselnde 
Fahrbahnbelag zu werten.

ee. Hätte X. mit Sicherheit vermeiden wollen, eventuell einige Meter auf 
Schweizer Territorium zu fahren, hätte er vor dem italienischen Grenzposten den 
Fahrerwechsel vollziehen müssen. In diesem Falle hätte er ausschliessen können, 
auf schweizerischem Gebiet zu fahren. Dies hat er nicht getan; er handelte vielmehr 
- und dies ist sogar eine Annahme zu seinen Gunsten - nach der Devise "ich werde 

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schon irgendwo im Bereich der Grenze einen Ort finden, wo ich meiner Frau das 
Steuer übergeben kann - und wenn es halt ein paar Meter nach der Schweizer 
Grenze ist, ist es ja auch nicht so schlimm". Gerade deshalb, weil ihm offensichtlich 
unklar war (und auch sein durfte), wo die Grenze verlief, hat er in Kauf genommen, 
dass der Fahrerwechsel unter Umständen erst nach der Schweizer Grenze erfolgen 
würde. Die Tatsache, dass er bis zum Grenzwachtposten gefahren ist, an dem of-
fensichtlich die Möglichkeit des Fahrerwechsels nicht bestand, impliziert, dass er 
diesen passieren und anschliessend eine Möglichkeit zum Fahrerwechsel suchen 
wollte. Sogar nach seinen eigenen Angaben nahm er somit das Fahren einer kurzen 
Strecke auf Schweizer Territorium - mag dies auch nicht erwünscht gewesen sein - 
in Kauf. Er muss sich daher den Vorwurf eventualvorsätzlichen Handelns gefallen 
lassen. 

e. Soweit der Berufungskläger in seinem "Anhang zur Berufung" sinn-
gemäss darauf hinweist, wer zunächst ohne gültige Einreisedokumente an die 
Grenze komme, dürfe weiter reisen, sobald diese Dokumente vorlägen, und werde 
nicht bestraft, so ist dies nicht mit der vorliegenden Situation vergleichbar. Im erste-
ren Fall ist nämlich ein persönliches Vorsprechen am Grenzposten notwendig, um 
die entsprechenden Papiere zu beantragen bzw. vorzuweisen; der Grenzposten 
bietet mit anderen Worten die erste Gelegenheit, die vorgeschriebenen Handlungen 
vorzunehmen, was vorher aus tatsächlichen Gründen nicht möglich war. Entspre-
chendes gilt für die Einfuhr von Waren, worauf der Verteidiger Bezug nimmt; auch 
hier können die nötigen Deklarationen erst am Zoll (und nicht an der Grenze) vor-
genommen werden. Im Gegensatz dazu muss der Führerausweis - welcher zudem 
in aller Regel am Grenzübergang nicht vorzuweisen ist - lediglich vorhanden sein, 
um in der Schweiz ein Fahrzeug führen zu dürfen; ist man im Besitz eines gültigen 
Führerausweises, ist es bereits vor dem Grenzposten möglich, sich gesetzeskon-
form zu verhalten. Die Verpflichtung, im Besitz eines gültigen Führerausweises zu 
sein, gilt ab der tatsächlichen Grenze, unabhängig vom Standort des Grenzpostens. 
Zur Vermeidung von Wiederholungen kann hier auf die zutreffende Argumentation 
der Vorinstanz zu dieser Thematik verwiesen werden (E. 4.c)bb) des angefochtenen 
Entscheids).

f. X. hat es nach Überzeugung des Kantonsgerichtsausschusses somit 
für möglich gehalten, dass er - wenn auch nur für wenige Meter - auf schweizeri-
schem Territorium ein Motorfahrzeug führen würde und dies in Kauf genommen; er 
hat sich daher wegen eventualvorsätzlichen Führens eines Motorfahrzeugs trotz 
Führerausweisentzugs gemäss Art. 95 Ziff. 2 SVG strafbar gemacht. Soweit er vor-
bringen lässt, eine Verurteilung nach dieser Vorschrift sei "unverhältnismässig und 

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damit rechtsmissbräuchlich", kann dem nicht gefolgt werden. Dass der zu beurtei-
lende Fall nicht mit den zitierten Zoll- und ausländerrechtlichen Fällen vergleichbar 
ist, wurde bereits ausgeführt (E. 5.e.). Zudem ist nach Ansicht des Kantonsgerichts-
ausschusses vorliegend kein "besonders leichter Fall" im Sinne von Art. 100 Ziff. 1 
Abs. 2 SVG gegeben. Diese Vorschrift ist nach bundesgerichtlicher Rechtspre-
chung mit grösster Zurückhaltung anzuwenden, wobei an die Annahme eines sol-
chen Falls besonders hohe Anforderungen zu stellen sind. Vorliegend hat der Be-
rufungskläger eventualvorsätzlich gehandelt und damit eine gewisse Nonchalance 
gegenüber der Rechtsordnung an den Tag gelegt, weshalb weder von Strafe abge-
sehen noch eine solche entsprechend gemildert (vgl. hierzu BGE 95 IV 25) werden 
kann. Unerheblich ist in diesem Zusammenhang die Frage, ob er den alten Füh-
rerausweis von sich aus oder erst auf Aufforderung hin vorgewiesen hat; auch kann 
das Vorbringen, seine Ehefrau fahre nicht gerne im Ausland, selbstverständlich 
nicht als Rechtfertigungsgrund für sein Verhalten dienen. Ebenso weit hergeholt er-
scheint das Argument, der Berufungskläger hätte, hätte er vor der Schweizer Zoll-
station angehalten, "eine Amtshandlung behindert"; um welche Amtshandlung es 
sich hierbei handeln soll, erschliesst sich dem Gericht nicht, sodass auch dieses 
Vorbringen nicht als Rechtfertigung dienen kann.

6. Gemäss Art. 102 Abs. 1 SVG sind die allgemeinen Bestimmungen des 
Strafgesetzes im Bereich des SVG anwendbar, soweit das SVG keine abweichen-
den Vorschriften enthält. Das SVG enthält keine Vorschriften bezüglich des zeitli-
chen Geltungsbereichs, weshalb Art. 2 StGB zur Anwendung kommt. Am 1. Januar 
2007 ist die Revision des Allgemeinen Teils des Schweizerischen Strafgesetzbu-
ches (StGB; SR 311.0) in Kraft getreten. Da der hier zu beurteilende Vorfall sich 
noch vor diesem Zeitpunkt ereignet hat, stellt sich bezüglich der Strafzumessung 
die Frage des anwendbaren Rechts. 

a. Beim Tatbestand des Führens eines Motorfahrzeugs trotz Führeraus-
weisentzugs gemäss Art. 95 Ziff. 2 SVG handelt es sich um ein Vergehen, das nach 
altem Recht mit Gefängnis oder mit Busse bestraft wurde (im Zeitraum vom 1. Ja-
nuar 2005 bis 31. Dezember 2006; AS 2002 2777, 2004 2849; 2006 3536), während 
es nach neuem Recht mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe be-
droht wird. Gemäss Art. 2 Abs. 1 StGB wird ein Täter nach neuem Recht beurteilt, 
wenn er nach dessen Inkrafttreten ein Verbrechen oder Vergehen begangen hat. 
Ausnahmsweise wird der Täter, wenn er das Verbrechen oder Vergehen vor Inkraft-
treten der AT-Revision begangen hat, die Verurteilung aber erst nachher erfolgt, 
nach neuem Recht beurteilt, sofern es für ihn das mildere ist als das im Zeitpunkt 
der Tatbegehung geltende Gesetz (vgl. Art. 2 Abs. 2 StGB, lex mitior). Gemäss 

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Lehre und Rechtsprechung ist dabei nach der konkreten Methode vorzugehen: es 
wird geprüft, nach welchem der beiden Rechte der Täter für die gerade zu beurtei-
lende Tat besser wegkommt (sog. Günstigkeitsprüfung; Stefan Trechsel, a.a.O., Art. 
2 N. 11). Dabei darf nur entweder das frühere oder das geltende Recht angewendet 
werden (vgl. Franz Riklin, Revision des Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches: 
Fragen des Übergangsrechts, AJP 12 2006 1471, S. 1473). 

b.aa. Nach dem bis 31. Dezember 2006 geltenden SVG wurde das Führen 
eines Motorfahrzeugs trotz Ausweisentzugs mit Gefängnis oder Busse bestraft (Art. 
95 Ziffer 2 aSVG) und nicht, wie die Vorinstanz fälschlicherweise ausführt, mit einer 
Strafe von mindestens 10 Tagen Haft und Busse. Diese Strafandrohung war - wie 
bereits erwähnt - mit Wirkung vom 1. Januar 2005 durch diejenige "Gefängnis oder 
Busse" ersetzt worden (AS 2002 2777; 2004 2849; 2006 3536). Die kürzeste Dauer 
der Gefängnisstrafe betrug gemäss Art. 36 des bis zum 31. Dezember 2006 gelten-
den StGB (nachfolgend: aStGB) drei Tage, die längste - vorbehältlich anderer Be-
stimmungen - drei Jahre. Der Höchstbetrag der Busse betrug Fr. 40'000.00, wenn 
es das Gesetz nicht anders bestimmte (vgl. Art. 48 Ziffer 1 aStGB). 

bb. Die Strafe ist nach dem Verschulden des Täters zuzumessen, wobei 
die Beweggründe, das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Schuldigen 
zu berücksichtigen sind (vgl. Art. 63 aStGB). Das Verschulden muss sich auf den 
gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat beziehen. Bei der Tat-
komponente sind insbesondere das Ausmass des verschuldeten Erfolgs, die Art 
und Weise seiner Herbeiführung, die Willensrichtung, mit welcher der Täter gehan-
delt hat und die Beweggründe, die Art. 63 aStGB ausdrücklich erwähnt, zu beach-
ten. Die Täterkomponente erfasst demgegenüber das Vorleben, insbesondere auch 
allfällige Vorstrafen, die persönlichen Verhältnisse, das Verhalten nach der Tat und 
im Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, Einsicht oder Strafempfindlichkeit (vgl. 
BGE 117 IV 112 ff.; 129 IV 20 f.; 118 IV 14 f.). Die den Täter belastenden oder 
entlastenden Umstände sind jeweils als Straferhöhungs- beziehungsweise Straf-
minderungsgründe innerhalb des ordentlichen Strafrahmens zu berücksichtigen. 
Liegen keine Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe vor, so hat sich der Rich-
ter an den ordentlichen Strafrahmen zu halten. Den Betrag einer allfälligen Busse 
bestimmt der Richter je nach den Verhältnissen des Täters so, dass dieser durch 
die Einbusse die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist. Für die 
Verhältnisse des Täters sind namentlich von Bedeutung sein Einkommen und sein 
Vermögen, sein Familienstand und seine Familienpflichten, sein Beruf und Erwerb, 
sein Alter und seine Gesundheit (vgl. Art. 48 Ziffer 2 aStGB). 

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cc. Das Verschulden des Berufungsklägers wiegt mittelschwer. Nach dem 
dem Urteil zugrunde zu legenden Sachverhalt ist er ca. 35 m auf Schweizer Terri-
torium gefahren, wobei er - wie zu seinen Gunsten anzunehmen ist - die Absicht 
hatte, baldmöglichst mit seiner Ehefrau die Plätze zu tauschen. Allerdings zeigt sein 
Verhalten auch eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber der Einhaltung von Nor-
men, hatte er doch erst wenige Monate vor dem hier zu beurteilenden Vergehen 
eine schwere Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsgesetzgebung begangen, 
indem er mit einer qualifizierten Blutalkoholkonzentration im höchsten Bereich ein 
Fahrzeug führte. Dies bildete den Grund für den Führerausweisentzug; umso mehr 
hätte er darauf bedacht sein müssen, sich in der folgenden Zeit im Hinblick auf den 
Strassenverkehr absolut nichts zuschulden kommen zu lassen. Mit dieser Pflicht ist 
er zu sorglos umgegangen. So hat er sich auf die - unrichtige - Auskunft verlassen, 
er dürfe in Italien ein Fahrzeug führen, und hat dies auch getan, wobei er einen 
ungültigen Führerausweis mitführte und diesen nach eigenen Angaben auch vorge-
wiesen hat. Strafmindernd fällt ins Gewicht, dass der Verstoss gegen die Rechts-
ordnung aufgrund der nur kurzen gefahrenen Strecke nicht allzu schwer wiegt und 
zugunsten des Berufungsklägers davon auszugehen ist, dass er, auch ohne dass 
er kontrolliert worden wäre, kurz nach der Grenze einen Fahrerwechsel vorgenom-
men hätte. Hinsichtlich der finanziellen Verhältnisse ist festzustellen, dass das in 
der aktuellen Steuerveranlagung ausgewiesene Einkommen von knapp Fr. 
84'000.─ nicht aussagekräftig ist, da die Einkünfte des Berufungsklägers stark 
schwanken. X. hat dies anlässlich des Augenscheins eingeräumt und erklärt, je 
nach Geschäftsgang auch von seinem Vermögen zu leben. Berücksichtigt man den 
Vermögensverzehr der letzten Jahre, kann von einem jährlichen Lebensaufwand 
von etwa Fr. 120'000.─ ausgegangen werden. Unter Berücksichtigung der konkre-
ten Umstände sowie sämtlicher Strafzumessungsgründe erachtet der Kantonsge-
richtsausschuss bei Anwendung des alten Rechts eine Busse in der Höhe von Fr. 
2'000.00 als dem Verschulden und den finanziellen Verhältnissen des Berufungs-
klägers angemessen. 

c.aa. Nach neuem Recht wird das Führen eines Motorfahrzeugs trotz Füh-
rerausweisentzugs mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe geahn-
det. Gemäss Art. 34 Abs. 1 StGB beträgt die Geldstrafe höchstens 360 Tagessätze. 
Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden 
des Täters zu, wobei es Vorleben und persönliche Verhältnisse sowie die Wirkung 
der Strafe auf das Leben des Täters berücksichtigt. Nach Art. 47 Abs. 2 StGB wird 
das Verschulden nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffe-
nen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und 

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Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und 
äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermei-
den. Die Kriterien der Strafzumessung nach dem Verschulden blieben somit anläss-
lich der Revision in den wesentlichen Grundzügen unverändert, womit auf die obi-
gen Ausführungen (vgl. E. 6. b.bb. und cc.) verwiesen werden kann (vgl. auch Ge-
orges Greiner, Bedingte und teilbedingte Strafen, Strafzumessung, in: Felix Bänzi-
ger/Annemarie Hubschmid/Jürg Sollberger, Zur Revision des Allgemeinen Teils des 
Schweizerischen Strafrechts und zum neuen materiellen Jugendstrafrecht, Bern 
2006, S. 128; Thomas Manhart, Bedingte und teilbedingte Strafen sowie kurze un-
bedingte Freiheitsstrafen, in: Brigitte Tag/Max Hauri, Die Revision des Strafgesetz-
buches Allgemeiner Teil, Zürich 2006, S. 132; Franz Riklin, Strafen und Massnah-
men im Überblick, in: Tag/Hauri, a.a.O., S. 78). 

bb. Fehlt eine ungünstige Prognose, ist der Vollzug der Geldstrafe in der 
Regel aufzuschieben (vgl. Art. 42 Abs. 1 StGB; Stefan Trechsel/Bruno Stöckli in: 
Stefan Trechsel et al. Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 
Zürich/A. 2008, Art. 42 N. 9). Der Verurteilte hat einen Rechtsanspruch auf den be-
dingten Vollzug (Trechsel/Stöckli, a.a.O., vor Art. 42 N. 9). Im vorliegenden Fall er-
geben sich derzeit keine Anhaltspunkte für eine Wiederholungsgefahr, da der allen-
falls noch folgende Führerausweisentzug, auch angesichts der beruflichen Tätigkeit 
des Berufungsklägers, mit hoher Wahrscheinlichkeit nachhaltig auf ihn wirken wird. 
Eine unbedingte Strafe erscheint daher nicht notwendig, um ihn von der Begehung 
weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten, weshalb im konkreten Fall eine be-
dingte Geldstrafe auszufällen wäre. Gemäss den Empfehlungen der Konferenz der 
Strafverfolgungsbehörden der Schweiz (KSBS) sollte bei Delikten gegen Nebenge-
setze neben der bedingten Geldstrafe auch eine Busse ausgesprochen werden (vgl. 
Art. 42 Abs. 4 StGB), was auch gefestigter Praxis entspricht. Das Gericht bemisst 
die Busse je nach den Verhältnissen des Täters so, dass dieser die Strafe erleidet, 
die seinem Verschulden angemessen ist (Art. 106 Abs. 3 StGB). Bei der Bemes-
sung der Busse ist auch der finanziellen Leistungsfähigkeit Rechnung zu tragen. 
Für die Verhältnisse des Täters relevant sind die gleichen Kriterien wie bei der 
Geldstrafe, somit Einkommen, Vermögen, Lebensaufwand, Unterstützungspflichten 
und Existenzminimum. Bezüglich des Verschuldens des Berufungsklägers sowie 
dessen Berücksichtigung bei der Bemessung der Busse sei auf die Erwägungen 
6.b.bb. und cc. verwiesen. 

d. Im Vergleich erweist sich - entgegen der Auffassung der Vorinstanz - 
vorliegend das alte Recht klar als das mildere, da nach ihm im konkreten Fall ledig-
lich eine Busse und nicht - wie nach neuem Recht - eine bedingte Geldstrafe und 

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zusätzlich eine Busse auszufällen ist. Der Berufungskläger ist folglich nach dem 
zum Zeitpunkt der Tatbegehung geltenden Recht mit einer Busse von Fr. 2'000.00 
zu bestrafen. Nach altem Recht ist keine Ersatzfreiheitsstrafe auszufällen. 

e. Da nur zugunsten des Verurteilten Berufung eingelegt worden ist, 
bleibt es mit der Vorinstanz dabei, dass kein Widerruf der vom Untersuchungsamt 
A. bedingt ausgesprochenen Gefängnisstrafe erfolgt; die von der Vorinstanz ausge-
sprochene Verlängerung der entsprechenden Probezeit um ein Jahr erscheint an-
gemessen, weshalb der Kantonsgerichtsausschuss keine Veranlassung sieht, den 
Entscheid hinsichtlich dieses Punktes abzuändern. 

7.a. Gemäss Art. 158 Abs. 1 StPO werden die Verfahrenskosten dem Ver-
urteilten im Urteil ganz oder teilweise überbunden. Im Regelfall trägt der Verurteilte 
die ganzen Kosten. Vorliegend ist kein Grund ersichtlich, von dieser Regel abzu-
weichen, hat doch X. durch sein Handeln eine Strafvorschrift des SVG verletzt und 
damit die Einleitung einer Strafuntersuchung und das Verfahren vor Bezirksge-
richtsausschuss verursacht. X. ist zwar mit seiner Berufung bezüglich der Höhe des 
Strafmasses teilweise durchgedrungen, gleichzeitig blieb es jedoch beim Schuld-
spruch wegen Führens eines Motorfahrzeugs trotz Führerausweisentzugs gemäss 
Art. 95 Ziff. 2 SVG. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Ermittlungshandlungen 
der Polizei sowie die Untersuchungshandlungen des Untersuchungsrichters 
während des Strafverfahrens auch dann angefallen wären, wenn bereits die Vorin-
stanz eine tiefere Strafe ausgesprochen hätte. Zudem wäre auch in diesem Fall eine 
mündliche Hauptverhandlung durchzuführen und über die einzelnen Anklagepunkte 
sowie die Strafzumessung zu entscheiden gewesen. Es stehen somit sämtliche 
Kosten der Untersuchung sowie die vorinstanzlichen Kosten in Zusammenhang mit 
der erfolgten Verurteilung. Da das angefochtene Urteil zudem nur betreffend das 
Strafmass zu korrigieren ist, erscheint daher eine Abänderung des vorinstanzlichen 
Kostenspruches nicht gerechtfertigt. Die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens 
gehen daher vollumfänglich zu Lasten von X.; entsprechend dem Verfahrensaus-
gang ist ihm für dieses Verfahren auch keine Entschädigung zuzusprechen. 

b.  Wie die Vorinstanz mit zutreffender Begründung (E. 8.b) festgestellt 
hat, sind die Kosten der Übersetzung des Strafmandats auf die Staatskasse zu neh-
men; zur Vermeidung von Wiederholungen sei auf die entsprechenden Ausführun-
gen im angefochtenen Entscheid verwiesen.

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c. Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass entgegen der 
vorinstanzlichen Kostenaufstellung im Dispositiv (Ziff. 5) die Busse selbst kein Be-
standteil der Kosten ist.

8. Wird eine Rechtsmitteleingabe gutgeheissen, so entscheidet das Ge-
richt über die Kostenverteilung zwischen dem Obsiegenden, dem Staat, der ersten 
Instanz und dem Unterliegenden (Art. 160 Abs. 3 StPO). Die Rechtsmittelinstanz 
kann dem Obsiegenden eine aussergerichtliche Entschädigung zu Lasten des Un-
terliegenden, der Vorinstanz oder des Staates zusprechen (Art. 160 Abs. 4 StPO). 
Da der Berufungskläger mit seiner Berufung hinsichtlich der Höhe der Strafe teil-
weise, nicht aber mit seinem Antrag auf Freispruch, durchgedrungen ist, rechtfertigt 
es sich, die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von Fr. 3’000.─ zu ¾ dem 
Berufungskläger und zu ¼ dem Kanton Graubünden aufzuerlegen. Weiter ist dem 
Berufungskläger eine angemessene aussergerichtliche Entschädigung in Höhe von 
Fr. 2'250.─ (inkl. MWST), welche in etwa ¼ der in der Honorarnote vom 22. Oktober 
2008 geltend gemachten anwaltlichen Aufwendungen entspricht, zuzusprechen.

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen und die Ziffern 1, 2, 3 und 5 des 
angefochtenen Urteils werden aufgehoben.

2. X. ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 95 Ziff. 2 SVG.

3. Dafür wird er mit einer Busse von Fr. 2'000.─ bestraft.

4. Die Kosten des Verfahrens vor der Staatsanwaltschaft, dem Kreispräsiden-
ten und der Vorinstanz, bestehend aus

– Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft Fr. 1'635.─
– Barauslagen der Staatsanwaltschaft Fr.     60.─
– Kosten des Strafmandatsverfahrens Fr.   400.─
– Gerichtsgebühr des Bezirksgerichtsausschusses J. Fr. 2'000.─
– Barauslagen des Bezirksgerichtsausschusses J. Fr.           

96.60
– Zwischentotal Fr.      

4'191.60
– abzüglich Übersetzungskosten Strafmandat Fr. - 1'585.─

– Total Fr.     
2'606.60

gehen zu Lasten von X.. Die Kosten für die Übersetzung des Strafmandats 
gehen zu Lasten des Kantons Graubünden.

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 3'000.─ gehen zu ¾ zu Lasten 
von X. und zu ¼ zu Lasten des Kantons Graubünden, welcher überdies X. 
mit Fr. 2'250.─ (inkl. MWST) zu entschädigen hat.

6. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG) Beschwerde in Strafsachen an das Schweizerische Bundesge-
richt geführt werden. Diese ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zuläs-
sigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das 
Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

7. Mitteilung an:

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