# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e02a7292-0d19-54d1-b6a7-89cd3db60ced
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.07.2009 E-4423/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4423-2009_2009-07-17.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-4423/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 7 .  J u l i  2 0 0 9

Einzelrichterin Muriel Beck Kadima, 
mit Zustimmung von Richterin Emilia Antonioni;
Gerichtsschreiberin Stella Boleki.

A._______, unbekanntes Geburtsdatum, 
angeblich geboren (...), 
Nigeria,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 30. Juni 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-4423/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge – nachdem er 
als etwa 2-Jähriger mit  seinen Eltern nach Libyen gezogen sei  – Li-
byen im Frühling 2008 per Schiff verliess und am 25. Mai 2008 illegal 
in die Schweiz einreiste, wo er gleichentags im Empfangs- und Verfah-
renszentrum (EVZ) B._______ ein Asylgesuch stellte, 

dass das BFM aufgrund der Zweifel hinsichtlich der vom Beschwerde-
führer angegebenen Minderjährigkeit  eine ärztliche Knochenaltersbe-
stimmung des Beschwerdeführers durchführen liess, und im entspre-
chenden Bericht vom 27. Mai 2008 aufgrund der radiologischen Unter-
suchung ein Skelettalter von 18 Jahren und mehr vermerkt wurde, 

dass die Befragung zur Person am 20. Juni 2008 im EVZ in B._______ 
und die einlässliche Anhörung zu den Fluchtgründen am 10. Juni 2009 
in C._______ stattfand, 

dass der  Beschwerdeführer  dabei  geltend machte,  er  sei  am (...)  in 
D._______ (Delta State) in Nigeria geboren und mit seinen Eltern im 
Alter von zwei Jahren nach Libyen umgezogen, wo er während über 10 
Jahren in Tripolis gelebt habe, 

dass seine Mutter  in  Libyen lebendig begraben beziehungsweise er-
hängt worden sei, weil sie mit einem anderen Ehemann aussereheli-
chen sexuellen Kontakt gehabt habe, 

dass sein Vater ihn und seine beiden Schwestern aufs Boot gebracht 
habe, und sie in diesem mit Menschen überfüllten „Zodiac“ nach Italien 
gefahren seien, wobei seine Schwestern ins Wasser gefallen und da-
bei gestorben seien,  

dass er gehört habe, sein Vater sei am 17. August 2007 in der Wüste 
verstorben,

dass zuerst sein Vater, dann seine Mutter gestorben sei,

dass das BFM dem Beschwerdeführer am 17. Juni 2009 zum erken-
nungsdienstlichen  Ergebnis  der  Knochenaltersanalyse  vom  27.  Mai 
2008 das rechtliche Gehör gewährte (vgl. Art. 28 VwVG), 

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dass der Beschwerdeführer die ihm angesetzte Frist ungenutzt ablau-
fen liess, 

dass das BFM mit Verfügung vom 30. Juni 2009 – eröffnet am 7. Juli 
2009 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. b des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat, die 
Wegweisung aus der Schweiz verfügte und deren Vollzug anordnete,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die Abwei-
chung vom angegeben Alter des Beschwerdeführers betrage gemäss 
der  veranlassten  Knochenaltersuntersuchung  mehr  als  drei  Jahre, 
weshalb  die  radiologische  Untersuchung  des  Handknochens  vorlie-
gend  zum Nachweis  einer  Identitätstäuschung  im  Sinne  von Art.  32 
Abs. 2 Bst. b AsylG genüge,

dass er die Behörden über seine Identität getäuscht habe, weshalb auf 
sein Asylgesuch gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG nicht einzutre-
ten sei,

dass der Vollzug zulässig sei, weil der Beschwerdeführer erwiesener-
massen über seine Identität  getäuscht habe, weshalb das Nichtrück-
schiebungsgebot  (vgl.  Art.  5  AsylG)  nicht  zur  Anwendung  gelangen 
würde und ihm mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit bei einer Rückkehr 
in seinen Heimatstaat  auch keine verbotene Strafe oder Behandlung 
nach Art. 3  der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) drohen dürf-
te,

dass sich der Beschwerdeführer zudem auch nicht auf das Überein-
kommen vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes berufen 
könne, zumal er die Behörden über sein Alter getäuscht habe und er 
auch keine Ausweispapiere abgegeben habe, weshalb ihm die Minder-
jährigkeit nicht geglaubt werden könne,

dass der Vollzug der Wegweisung zudem zumutbar und möglich sei, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 9. Juli  2009 beim Bun-
desverwaltungsgericht  dagegen  Beschwerde  erhob,  und  sinngemäss 
die Aufhebung des angefochtenen Entscheids und das Eintreten auf 
sein Asylgesuch beantragte, 

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dass er in prozessrechtlicher Hinsicht sinngemäss die Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege beantragte,

dass  er  zur  Begründung im Wesentlichen an seiner  Minderjährigkeit 
festhielt und vorbrachte, bei einer allfälligen Rückkehr nach Nigeria be-
ziehungsweise Niger würde niemand für ihn sorgen, er bedürfe bis zu 
seiner Volljährigkeit des Schutzes der Schweiz,

dass die vorinstanzlichen Akten am 13. Juli 2009 beim Bundesverwal-
tungsgericht eingingen,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes über  das Verwaltungs-
verfahren vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) des BFM ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass vorab die Prozessfähigkeit  des Beschwerdeführers  als  Sachur-
teilsvoraussetzung von Amtes wegen zu prüfen ist,  wobei vorliegend 
die  Fragen  der  Mündigkeit  und  der  Urteilsfähigkeit  beziehungsweise 
Prozessfähigkeit im Vordergrund stehen,

dass der Beschwerdeführer gemäss seinen Angaben im Zeitpunkt der 
Beschwerdeerhebung noch nicht 16-jährig und damit minderjährig war, 

dass  er  seine  Altersangaben  indes  nicht  mit  amtlichen  Dokumenten 
belegen konnte und auch die durchgeführte Handknochenanalyse ge-
gen die angebliche Minderjährigkeit spricht,

dass sich aus den Akten im Übrigen – unabhängig von der geltend ge-
machten  Minderjährigkeit  respektive  der  vom  BFM  angenommenen 
Volljährigkeit – in keiner Weise Zweifel an der Urteilsfähigkeit des Be-
schwerdeführers ergeben, weshalb nachfolgend vom Bestehen der Ur-
teils- und damit der Prozessfähigkeit auszugehen ist,

dass eine urteilsfähige Person ferner höchstpersönliche Rechte auch 
bei angenommener Unmündigkeit ausüben könnte, 

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dass das Einreichen eines Asylgesuchs und die Ergreifung von damit 
zusammenhängenden  Rechtsmitteln  als  höchstpersönliche  Rechte 
gelten, weshalb vorliegend die in Frage stehenden Sachurteilsvoraus-
setzungen unbesehen der Frage des genauen Alters des Beschwerde-
führers zu bejahen sind,

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise Änderung hat,

dass er  daher  zur  Einreichung der  Beschwerde legitimiert  ist  (Art. 6 
AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten  ist  (Art.  108  Abs.  2  AsylG  und  Art. 6  AsylG  i.V.m.  Art. 52 
VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art.  32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist und dem-
entsprechend im Falle der Begründetheit des Rechtsmittels die ange-
fochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung 
an die Vorinstanz zurückzuweisen ist (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

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dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf Asylgesuche nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende die 
Behörden über ihre Identität täuschen und diese Täuschung aufgrund 
der Ergebnisse der erkennungsdienstlichen Behandlung oder anderer 
Beweismittel feststeht (Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG),

dass der  Begriff  der Identität  im asylrechtlichen Sinn unter  anderem 
die Staatsangehörigkeit,  die  Ethnie,  das Geburtsdatum und den Ge-
burtsort  umfasst  (Art. 1 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August 
1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]),

dass somit die Altersangabe unter den Begriff der Identität fällt,

dass gestützt auf Art. 17 Abs. 3 Bst. b AsylG unbegleiteten minderjäh-
rigen Asylsuchenden bereits  für  die  Dauer  des  Aufenthalts  in  einem 
Empfangs-  oder  Verfahrenszentrum  eine  Vertrauensperson  zugewie-
sen  werden  muss,  wenn  dort  entscheidrelevante  Verfahrensschritte 
durchgeführt werden, die über die Kurzbefragung nach Art. 26 Abs. 2 
AsylG hinausgehen,

dass indessen die Prüfung des Alters vorfrageweise ohne die Ernen-
nung  einer  Vertrauensperson  vorgenommen  werden  kann  (vgl.  Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2004 Nr. 30 E. 7.4), weshalb das BFM die Knochen-
altersbestimmung zu Recht in Auftrag gab, ohne vorher eine Vertrau-
ensperson zu bestimmen,

dass es aufgrund der Beweislastregelung hinsichtlich der Identitätstäu-
schung und gemäss bisheriger Praxis (vgl. EMARK 2003 Nr. 27) nicht 
genügt,  die  gegenüber  den  schweizerischen  Behörden  geäusserten 
Angaben über die Identität  als unwahrscheinlich oder unplausibel  zu 
qualifizieren,

dass  vielmehr  die  Falschheit  der  Angaben  nachweislich  feststehen 
muss, weshalb die Behörde vorliegend den Nachweis der Täuschung 
des  Beschwerdeführers  über  seine  Identität  im  Sinne  von  Art.  32 
Abs. 2 Bst. b AsylG zu erbringen hat und vom Vorliegen einer Identi-
tätstäuschung im Sinne der genannten Nichteintretensbestimmung nur 
dann ausgegangen werden kann, wenn dies aufgrund der vorhande-

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nen Beweismittel ohne vernünftige Zweifel feststeht (vgl. EMARK 2003 
Nr. 27 E. 4a mit weiteren Hinweisen), 

dass  im  vorliegenden  Fall  die  durchgeführte  Knochenaltersbestim-
mung vom 27. Mai 2008 beim Beschwerdeführer ein Knochenalter er-
geben hat, welches einem chronologischen Alter von 18 Jahren oder 
mehr entspricht, 

dass radiographische Untersuchungen des Handknochens einer Per-
son zwar  nur einen beschränkten Aussagewert  zur  Bestimmung des 
tatsächlichen Alters dieser Person aufweisen (vgl. dazu EMARK 2000 
Nr. 19),

dass sich diese Aussagen indessen insbesondere auf die Situation be-
ziehen, wonach das behauptete Alter im Vergleich zum festgestellten 
Knochenalter innerhalb der normalen Abweichung von zweieinhalb bis 
drei Jahren liegt (vgl. EMARK 2000 Nr. 28 E. 5.a),

dass die Handknochenanalyse jedoch gestützt auf die bisherige Praxis 
(vgl. EMARK 2005 Nr. 16 E. 2.3 und dort zitierte weitere Praxis) unter 
bestimmten Voraussetzungen – nämlich dann, wenn der Unterschied 
zwischen dem angegebenen Alter und dem festgestellten Knochenal-
ter mehr als drei Jahre beträgt – trotz des beschränkten Aussagewer-
tes als „anderes Beweismittel“ im Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG 
gilt und damit die Identitätstäuschung belegen kann,

dass aber gemäss nach wie vor geltender Praxis an solche "Gutach-
ten" zur Altersbestimmung gewisse formale und inhaltliche Anforderun-
gen zu stellen sind (vgl. EMARK 2004 Nr. 31 E. 7), 

dass  die  durchgeführte  Analyse  den  von  der  Asylrekurskommission 
(ARK) stipulierten inhaltlichen Anforderungen an Knochenaltersanaly-
sen insgesamt weitgehend zu genügen vermag und sich insbesondere 
auch klarerweise auf die Person des Beschwerdeführers bezieht, 

dass im vorliegenden Fall das BFM in der angefochtenen Verfügung zu 
Recht feststellte, der Unterschied zwischen dem vom Beschwerdefüh-
rer  angegebenen  Alter  von  (im  Zeitpunkt  der  Analyse  am  27.  Mai 
2008) 14 Jahren und 9 Monaten und dem festgestellten Knochenalter 
von 18 Jahren oder mehr sei grösser als drei Jahre,

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dass  die  Knochenaltersbestimmung  im  Fall  des  Beschwerdeführers 
unter  den  vorliegenden  Umständen  als  Beweismittel  im  Sinne  von 
Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG tauglich ist und er demnach die Behörden 
über  sein  Geburtsdatum getäuscht  hat,  weshalb  vorliegend  aus  der 
Knochenaltersbestimmung zu  Recht  auf  eine  Identitätstäuschung  im 
Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG geschlossen wurde,

dass der  Beschwerdeführer  in  der  Beschwerdeschrift  keinerlei  stich-
haltige Gegenargumente vorbringt, 

dass er lediglich behauptet, seine Mutter habe ihm mitgeteilt, er sei im 
Jahr (...) geboren, 

dass  demnach  mit  genügender  Sicherheit  eine  Identitätstäuschung 
feststeht (vgl. EMARK 2003 Nr. 27),

dass das Bundesverwaltungsgericht  zusammenfassend aufgrund der 
Resultate  der  Knochenaltersuntersuchung  vom  27.  Mai  2008  zum 
Schluss gelangt,  der  Beschwerdeführer  habe die Asylbehörden über 
sein Alter getäuscht,

dass das BFM somit in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG zu 
Recht  auf  das  Asylgesuch  des Beschwerdeführers  nicht  eingetreten 
ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, 

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass grundsätzlich von Amtes wegen zu prüfen ist, ob der Vollzug der 
Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist 

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(Art. 44 Abs. 2 AsylG),  diese Untersuchungspflicht  jedoch nach Treu 
und Glauben ihre Grenze an der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden 
findet  (Art.  8  AsylG),  welche  auch  die  Substanziierungslast  tragen 
(Art. 7  AsylG),  und  es  deshalb  nicht  Sache  der  Asylbehörden  sein 
kann,  nach  allfälligen  Wegweisungshindernissen  in  hypothetischen 
Herkunftsländern zu forschen,

dass der Beschwerdeführer vielmehr die Folgen seiner mangelhaften 
Mitwirkung  respektive  der  Verheimlichung seiner  wahren Identität  zu 
tragen hat, indem vermutungsweise davon auszugehen ist, es würden 
einer Wegweisung in den Heimatstaat keine landes- oder völkerrechtli-
chen Vollzugshindernisse im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 
83 Abs. 2 - 4 AuG entgegenstehen (vgl. EMARK 2005 Nr. 1 E. 3.2.2 S. 
4 f.), zumal die von ihm geltend gemachten Gründe für das Verlassen 
seines  Heimatlandes  aufgrund  der  festgestellten  Identitätstäuschung 
jeglicher Grundlage entbehren und somit keine „stichhaltigen Gründe“ 
für die Annahme von Vollzugshindernissen bestehen, 

dass im Übrigen keine weiteren persönlichen Gründe ersichtlich sind, 
aufgrund derer unter Umständen geschlossen werden könnte, der jun-
ge und offenbar gesunde Beschwerdeführer gerate im Falle der Rück-
kehr  in  eine  existenzbedrohende  Situation,  weshalb  der  Vollzug  der 
Wegweisung in Übereinstimmung mit  der Vorinstanz auch als zumut-
bar zu bezeichnen ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihm obliegt, bei der Beschaffung gül-
tiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass infolgedessen der vom Bundesamt verfügte Wegweisungsvollzug 
insgesamt zu bestätigen ist und eine Anordnung der vorläufigen Auf-
nahme ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1-4 AuG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststelle 
oder unangemessen sei (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist,

dass  sich  die  Beschwerdebegehren zum Zeitpunkt  der  Beschwerde-
einreichung aufgrund der vorstehenden Erwägungen als aussichtslos 

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herausstellten,  weshalb  das  Gesuch  um Gewährung der  unentgeltli-
chen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.– 
(Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 1-3 des Reglements vom 21. Feb-
ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver-
waltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzu-
erlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird ab-
gewiesen.

3.
Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden dem Beschwerdeführer auf-
erlegt.  Dieser  Betrag ist  innert  30  Tagen ab Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zustän-
dige Behörde des Kantons. 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Muriel Beck Kadima Stella Boleki

Versand:

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