# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5dd9729e-7f6a-51f1-bfb5-53f7c232e061
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-05-23
**Language:** de
**Title:** Rentenaufhebung gestützt auf Päusbonog zu Unrecht; RAD-Beurteilung unzulänglich, Weiterausrichtung bisherige Rente
**Docket/Reference:** IV.2013.00246
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2013.00246.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2013.00246
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Spitz
Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter
Gerichtsschreiberin Gasser Küffer
Urteil
vom
23. Mai 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin Christine
Kessi
Holbeinstrasse 34, Postfach, 8034 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
w
eitere Verfahrensbeteiligte:
Sammelstiftung Vita
c/o Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG
Postfach, 8085 Zürich
Beigeladene
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1971 geborene
X.___
arbeitete zuletzt vollzeitig
im Aussen
dienst als Versicherungsmaklerin
mit ihrem Ehemann in der eigenen Firma
Y.___
. Am 26. Mai 2008 meldete sie sich unter Hinweis auf eine Diskushernie sowie
ein
Asthma Bronchiale bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an. Mit Verfügung vom 17. Oktober 2008 wies die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, das
Leis
tungsbegehren
ab. Die dagegen erhobene  Beschwerde der Versicherten hiess das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil IV.2008.01193 vom 31. März 2009 in dem Sinne gut, dass es die Sache zu ergänzenden medi
zinischen Abklärungen und neuem Entscheid über den Rentenanspruch an die IV-Stelle zurückwies.
Die hierauf von der IV-Stelle in die Wege geleitete medizinische Abklärung im
Z.___
verzögerte
sich
aufgrund einer Schulteroperation links am 19. Juni 2009 und einer Operation am linken Handgelenk am 15. Dezember 2009
(vgl.
Urk.
11/50
, 11/53, 11/85/29,
vgl. auch Sachverhalt im Rückweisungsurteil UV
.2010.00153 vom 29. Dezember 2011
)
. Nach Eingang des Gutachtens des
Z.___
vom
24. Februar 2011 (
Urk.
11/85) sowie einer ergänzenden Stellung
nahme
desselben
vom 30. März 2011 (
Urk.
11/91) sprach die IV-Stelle
der Ver
sicherten mit Verfügung
vom 1
2.
September 2011
rückwirkend ab 1. Oktober 2009 eine
Dreiviertelsrente
und ab 1. Januar 2010 - zunächst ausgehend von einer 100%igen Invalidität und ab Juli 2011 auf der Grundlage eines
Invalidi
tätsgrades
von 71
%
-
eine ganze Invalidenrente zu
(
Urk.
11/112, 11/120).
1.2
Am 2
2.
Mai 2012 reichte
die Versicherte unter Beilage mehrerer ärztlicher Bericht
e
den ausgefüllten Revisionsfragebogen ein und erklärte, wegen der massiven Beschwerden im linken Arm keiner Arbeit mehr nachgehen zu können (
Urk.
11/126). Nach Stellungnahme von
Dr.
med.
A.___
des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
, Fachärztin FMH für Arbeitsmedizin und Allgemein
medizin, vom 6. August 2012 (
Urk.
11/134/3 f.) teilte die IV-Stelle der Versi
cherten nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
11/136-145)
mit Verfügung vom 5. Februar 2013
die Einstellung der In
validenrente auf den ers
ten Tag
des zweiten a
uf die Zustellung der Verfügung
folgenden Monats
gestützt auf die Schlussbestimmung der am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen
6. Revision des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) mit; gleichzeitig entzog sie einer Beschwerde gegen die Verfügung die aufschiebende Wirkung (
Urk.
2).
2.
Dagegen
liess
X.___
am 8.
März 2013 Beschwerde erheben und beantragen, es sei
ihr
weiterhin eine ganze Invalidenrente auszurichten. Even
tualiter sei die
Sache zur Neubeurteilung an die IV-Stelle zurückzuweisen. Im Rahmen einer vorsorglichen Massnahme sei unter Aufhebung von Dispositiv Ziffer 3 der angefochtenen Verfügung die aufschiebende Wirkung der Beschwerde wieder herzustellen (
Urk.
2)
. Mit Eingabe vom 1
2.
April
2013 liess sie ein im Auftrag der Unfallversicherung Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG erstelltes orthopädisches Gutachten
des
Z.___
vom
6. März 2013 einreichen (
Urk.
5, 6), welches der Beschwerdegegnerin zur Stellungnahme innert Beschwerdeantwortfrist zugestellt wurde (
Urk.
7
).
Letztere
schloss in der Ver
nehmlassung vom 6. Juni 2013 auf Abweisung
der Beschwerde
(
Urk.
10). Mit Eingabe vom 10. September 2013 liess die Beschwerdeführerin unter Einrei
chung weiterer Unterlagen eine Zustandsverschlechterung des linken Arms, welche zwischenzeitlich zur Notwendigkeit einer Handgelenksorthese geführt habe, darlegen (
Urk.
16, 17). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stel
lungnahme dazu (
Urk.
20)
.
Mit Verfügung vom 6. Mai 2014 wurde die
Sam
melstiftung
Vita zum Prozess beigeladen (
Urk.
25), welche am 16. Mai 2014 auf eine Stellungnahme verzichtete (
Urk.
26).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Be
hand
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er
werbsmög
lich
keiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Er
werbs
un
fähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
träch
tigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind.
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Ände
rung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheits
zustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hin
weisen).
Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurtei
lung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Ge
sund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheent
scheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
bemessung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3 S. 75 ff; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.
5
Die am 1. Januar 2012 in Kraft getretene IVG-Revision hat zum Ziel, die Invali
denversicherung
zu sanieren. Dabei steht der Eingliederungsgedanke im Zent
rum. Insbesondere durch sogenannte „eingliederungsorientierte
Renten
re
visio
nen
“ sollen laufende Renten erheblich reduziert oder gar aufgehoben wer
den können, indem systematisch überprüft wird, ob bei den
Renten
bezügerin
nen
und -bezügern Potential zur Wiedereingliederung vorhanden ist (Thomas
Gächter
/Eva
Siki
, Sparen um jeden Preis?, in:
Jusletter
29. November 2010, S. 2).
1.6
Gemäss Schlussbestimmung a. der Änderung des IVG vom 18. März 2011
wer
den Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wur
den, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Art. 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen von Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht erfüllt sind.
Mithin finden auf diese
Rentnerinnen und R
entner nicht die geplanten Be
stim
mungen über die eingliederungsorientierte Rentenrevision Anwendung, die mit flankierenden und begleitenden Massnahmen abgerundet werden. Vielmehr sind die Rentenansprüche, die etwa gestützt auf die Diagnose eines organisch nicht erklärbaren Schmerzzustandes gesprochen wurden, zu überprüfen und unter dem Gesichtspunkt der seit BGE 130 V 352 verschärften Praxis neu zu beurtei
len (
Gächter
/
Siki
, a.a.O., S. 2).
1.7
Das Bundesgericht erachtete es aus Gründen der Rechtsgleichheit als geboten, sämtliche
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebilder ohne nachweisbare organische Grundlage den gleichen Anforderungen zu un
terstellen, und hat in der Folge die im Bereich der anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörungen entwickelte „Schmerz-Rechtsprechung“ bei verschiedenen verwandten Diagnosen, so bei der Würdigung des invalidisierenden Charakters von
Fibromyalgie
,
Chronic
Fatigue
Syndrome oder Neurasthenie, dissoziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen, der dissoziativen Bewegungsstörung sowie einer spezifischen HWS-Verletzung ohne organisch nachweisbare
Funkti
onsausfälle
(HWS- oder Schleudertrauma) zur Anwendung gebracht
(
Gäch
ter
/
Siki
, a.a.O., S. 4, mit zahlreichen Hinweisen auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts).
Das gemeinsame Merkmal dieser Beschwerdebilder, welche die einheitliche An
wendung der „Schmerz-Rechtsprechung“ des Bundesgerichts rechtfertigt, be
steht darin, dass die Betroffenen unter körperlichen Symptomen – wie Rücken
schmerzen, Müdigkeit oder Magen-Darmproblemen – leiden, die sich nicht
durch organische Befunde erklären lassen
(
Gächter
/
Siki
, a.a.O., S. 4, mit zahlrei
chen Hinweisen auf die Recht
sprechung des Bundesgerichts).
1.8
Bei der Beantwortung der Frage, welche Tätigkeiten einer versicherten Person trotz ihres Gesundheitsschadens zumutbar sind, ist der Rechtsanwender massge
blich auf die Informationen angewiesen, die ihm ärztliche und andere
Fachper
sonen
liefern.
Pathogenetisch
-ätiologisch unklare
syndromale
Beschwerdebilder ohne
nach
-
weis
bare
organische Grundlage lassen den direkten Nachweis einer
an
spruchs
-
begründenden Arbeitsunfähigkeit nicht zu. Der primäre Mangel an Beweis
-
barkeit rechtserheblicher Tatsachen führt jedoch erst dann und insoweit zu einer Ablehnung des Leistungsanspruchs, wenn die Indizien, wie sie bei einer umfassenden,
kriteriengeleiteten
Prüfung (BGE 130 V 352) zutage gefördert wurden, nicht hinreichend Grund zur Annahme bieten, eine Erwerbstätigkeit sei ganz oder teilweise unzumutbar (BGE 139 V 547 E. 7.2). Dabei kommt der fach
gerechten Abklärung besondere Bedeutung zu. Die Gutachter haben einleuch
tend darzutun, aus welchen Gründen sie ein unklares Beschwerdebild diagnosti
ziert haben und weshalb die klinisch psychiatrische Untersuchung keine nach
vollziehbaren und in Bezug auf deren invalidisierende Folgen objektivierbaren Störungsbilder ergeben hat (E. 9.2.1). Der aus der Diagnosestellung resultierende Rechtsnachteil der bleibenden Beweislast bedingt eine fachgerechte und aktuelle Untersuchung, welche die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine Begutachtung erfül
lt (BGE 139 V 547 E. 9.2.1).
1.9
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
-
zustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
-
liegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise
begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerde
gegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt, dass die bei der Beschwerdeführerin gestellten Diagnosen zu den ätiologisch-
pathogenetisch
unklaren
syndromalen
Zustandsbildern ohne nach
weisbare organische Grundlage gehörten. Gemäss Aktenlage
bestehe
weiterhin dieselbe Schmerzproblematik im Bereich Schultern, Ellbogen und Rücken ohne organisch nachweisbares Korrelat. Weder lie
ge eine psychische
Komorbidität
vor
noch seien die
zu
prüfenden Faktoren, welche zu einer ausnahmsweisen Unzumutbarkeit der Beschwerdeüberwindungen führen können, in gehäufter oder erheblicher Form gegeben, weshalb entsprechend der neuen Rechtslage für die Zukunft kein Rentenanspruch mehr gegeben sei (
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin lässt
zusammengefasst
dagegen halten, dass die Beschwerdegegnerin
gestützt auf die
Beurteilung der RAD-Ärztin
Dr.
A.___
zu Unrecht von der Annahme ausgehe, ihre Beschwerden gehörten zu den
somatoformen
Schmerzstörungen und damit zu den
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern.
Bis anhin habe keiner der
beteiligten
Fachärzte die Ansicht vertreten, sie leide an ein
er
somatoformen
Schmerzstö
rung
;
vielmehr habe das
Z.___
die Beschwerden in der linken oberen Extremität als organisch begründet angesehen
und eine Indikation für eine psychiatrische Abklärung ausdrücklich verneint. Der vorliegende Sachverhalt sei unrichtig festgestellt worden. Eine Revision könne daher nicht auf den Spezialfall 6a gemäss den
Schlussbestimmungen vom 1
8.
März 2011, sondern nur gestützt auf Art. 17 ATSG vorgenommen werden. Die Beschwerdegegnerin selber habe aber in der angefochtenen Verfügung ausgeführt, dass sich die Situation nicht geän
dert habe (
Urk.
1).
2.3
Streitgegenstand bildet die Frage der Weiterausrichtung der bisherigen ganzen Rente der Beschwerdeführerin.
3.
3.1
Die
Rentenzusprache
vom 1
2.
September 2011 basierte auf dem
in Nachachtung des Urteils
IV.2008.
01193 vom 3
1.
März 2009 (vgl.
Urk.
11/47) eingeholten Gutachten
des
Z.___
vom 2
4.
Februar 2011 (
Urk.
11/85). Die Beschwerdeführerin unterzog sich
dort
vom
9.
November 2010 bis 1
4.
Januar 2011 einer internisti
schen, einer rheumatologischen, einer neurologischen und einer
pneumologi
schen
Abklä
rung. Die Konklusion der
interdisziplinären Konsens-Konferenz vom 1
8.
Februar 2011 führte zu
folgender Beurteilung
(
Urk.
11/85/36 ff.)
:
Seit zirka 200
2 bestehe anamnestisch und gemäss Aktenlage ein schweres int
r
in
sisches Asthma bronchiale. Aufgrund der aktuellen
pneumologischen
Untersuchung könne die
Diagnose des
Asthma
mit den ana
mnestischen Anga
ben von rezidivierenden
Infektexacerbationen
bestätigt werden. Bei Bestehen einer medizinisch-theoretischen Ateminvalidität von 25
%
liege die Leistungs
fähigkeit im Rahmen einer körperlich leichten bis maximal mittelschweren Tätigkeit unter Voraussetzung einer Expositionsprophylaxe gegenüber
inhalati
ven
Reizstoffen.
Ein zweites Hauptproblem betreffe die Rückenschmerzen. Nach einem einschies
senden Rückenschmerz im Rahmen eines starken Hustenan
falls am
8.
Aug
ust 2007
sei
im MRI vom selben Tag eine mässig grosse
dorsomediale
Diskushernie festgestellt
worden
.
Anlässlich einer stationären Rehabilitation im Sommer 2008 in der
B.___
sei neben dem chronischen Asthma
das chronische
lumbospondylogene
Syndrom mit Schmerzausstrahlung in das rechte Bein und leicht eingeschränkter Fuss- und
Zehenheberparese
rechts so
wie
Hyposensensibilität
an der Oberschenkelinnenseite u
nd Unterschenkelrück-/innen-
und Aussenseite, Fussrücken und Zehen rechts beschrieben worden. Unter der Trainingstherapie seien
dann aber
zunehmende Schmerzen in der lin
ken Schulter
aufgetreten. Das Rückenproblem
, ärztlicherseits
als
Lumboischial
gie
L5 bezeichnet,
habe weiter persistiert, sei aber durch die Beschwerden
im Bereich
der linken Schulter und später auch des linken Handgelenks überlagert worden, so dass der Fokus
im Rahmen der aktuellen Begutachtung
ganz
auf
letztere gelegt worden
sei
.
Gemäss Anamnese sei die Beschwerdeführerin am 1
4.
November 2007 zu Hause auf der Treppe gestürzt und habe sich dabei die linke Schulter und den linken Ellenbogen
kontusioniert
. Erstmals notiert
worden seien die Schulterschmerzen im Austrittsbericht der
B.___
vom
1
3.
August 2008 (vgl.
Urk.
11/25/2), wo zwar der Sturz nicht erwähnt, aber über eine zunehmende Schmerzhaftigkeit der linken Schulter berichtet worden sei. Am 2
7.
Oktober 2008
habe
Dr.
med.
C.___
erstmals eine Operationsindikation gestellt
. Am 1
9.
Juni 2009 sei
en
sodann bei der Diagnose einer Labrumläsion
anterior
und
einer
Partialruptur des inneren Blattes des
Musculus
supraspinatus
eine Resek
tion der
Supraspinatus
-Partialruptur und ein
Limbusrepair
durchgeführt wor
den. Unmittelbar vor der Operation habe sich die Beschwerdeführerin in die Handsprechstunde der
D.___
begeben, wo eine TCF-Läsion mit Ver
dacht auf Instabilität im Drug links festgehalten worden sei. Ursächlich seien ebenfalls der Sturz vom 1
4.
November 2007 und ein zweiter Sturz während des Aufenthaltes in
B.___
erwähnt worden. Im weiteren Verlauf sei am 1
5.
Dezember 2009 eine TCF-Sehnenrekonstruktion mit Sehnentransplantat links durchgeführt worden. Am
3.
Februar 2010 sei eine Atrophie der
Unter
armmuskulatur
beschrieben worden. Eine dystrophe Reaktion habe nicht sicher ausgeschlossen werden können. Bei unverändert ungünstigem Verlauf sei in der Folge eine stationäre Rehabilitation respektive eine erneute Operation zur
Kap
sulotomie
am Handgelenk diskutiert worden. Gleichzeitig geplant worden sei ein
Débridement
an der linken
Scapula
.
Die aktuelle rheumatologisch-neurologische Abklärung
des
Z.___
führte zu folgen
den Diagnosen an der linken oberen Extremität (
Urk.
11/85/43):
-
Sekundäres
subakromiales
Impingement
und
Bicepc-Tendinopathie
links bei ausgeprägter
Scapu
la-Syskinesie
mit
Snapping
Scapula
im
Oberpol
bereich
links bei
-
Status nach
arthroskopischem
Débridement
, Partialruptur
Supraspi
natus
und
anteriorer
Labrumrekonstruktion bei traumatischer SLAP-Läsion Schulter links
-
Status nach Sturz (14.11.2007/18.7.2008)
-
Sekundäre
Epicondylopathia
humeri
radialis
et
ulnaris
links bei Pro- und
Supinationseinschränkung
bei
-
Status nach TFCC-Rekonstruktion mit
Sehnentranplantat
links 1
5.
Dezember 2009 bei TFCC-Läsion, Verdacht auf Instabilität im DRUG links,
Ulna-Impaktionssymptomatik
links nach Sturz
-
und im Rahmen der stattgehabten Operation am linken Handgelenk aus neurologischer Sicht eine mögliche distale Läsion des
Nervus
ulnaris
im Rahmen einer operativen Intervention am linken Handgelenk mit
ent
sprechendem sensomotorischem
Defizit.
Trotz der operativen Eingriffe
würden
glaubhafte und ausgeprägte Beschwerden mit praktischer
Einarmigkeit
rechts durch weitgehende Funktionseinbusse und Belastungseinschränkung des linken Arms
persistieren
. Klinisch fassbar sei eine glaubhafte Schmerzhaftigkeit und eine deutliche Bewegungseinschränkung sowohl im Bereich der Schulter als auch und speziell im Bereich des linken Handgelenks
.
Diagnostisch komme ein chronisch rezidivierendes
lumbovertebrales
Schmerz
-
syn
drom
mit MR-tomographisch nachgewiesener Diskushernie L4/5 rechts ohne eindeutige
radikuläre
Kompressionen und ohne Hinweis auf eine spinale Kompression bei einem Status nach zweimaligen Wurzelinfiltrationen L4/5 mit kurzzeitigen Effekten
hinzu
. Die von der Beschwerdeführerin aktuell geklagten lumbalen Schmerzen mit Ausstrahlung beziehungsweise
Sensibili
tätsminderung
seien etwas diskrepant zur Aktenlage, beziehungsweise die Beschwerden
seien
in den Akten mit wechselnder Lokalisation und Genese dokumentiert. Trotzdem könne auch in Bezug auf das Achsenskelett eine ver
minderte Belastbarkeit plausibel angenommen werden. Reduziert auf die Rückenproblematik scheine die bisherige Tätigkeit aber durchaus zumutbar; unter Berücksichtigung der beschriebenen Diskrepanzen könne durchaus von einer Überwindbarkeit der Schmerzen ausgegangen werden.
Ganz im Vordergrund
st
ehe
aber der Zustand an der linken Schulter und derje
nige am linken Handgelenk nach operativen Eingriffen sowie mit geplanten weiteren Eingriffen bei nicht befriedigender Situation
. Aktuell s
ei
die Beschwer
deführerin funktionell als
Einhänderin
zu betrachten. Autofahren und das Bedienen eines PCs und damit auch die bisherige leichte Tätigkeit seien
realis
tischerweise
nicht zumutbar; auch bestehe ein glaubhaft hohes Schmerzniveau. In einer wechselbelastenden Tätigkeit, ohne die Notwendigkeit des Einsatzes des linken Armes bestehe m
edizinisch-theoretisch eine 50%
ige Restarbeitsfähigkeit. Aufgrund der aktuell instabilen Situation mit bevorstehenden operativen Revi
sionen und ungewissem Heilverlauf könne diese Restarbeitsfähigkeit vorerst nicht umgesetzt werden; die Prognose sei ungewiss
.
3.2
Am 1
7.
März 2011 bat die Beschwerdegegnerin
das
Z.___
unter anderem um ein ergänzendes psychiatrisches Teilgutachten einschliesslich der Diskussion der Förster
-Kriterien sowie
um eine nachvollziehbare Begründung der
Restarbeits
fähigkeit
(
Urk.
11/86). Dieser Aufforderung kam
Dr.
med.
E.___
, Facharzt FMH für Innere Medizin, Ärztlicher Leiter
des
Z.___
,
am 3
0.
März 2011 nach und erklärte, dass
absolut keine I
ndikation für eine psychiatrische Begutachtung
bestehe
. In keiner medizinischen Akte sei eine psychiatrische Diagnose auch nur vermutet worden. Die von
Dr.
F.___
im Mai 2008 erwähnte Tendenz zur
Schmerzchroni
fizierung
habe durchaus der Realität entsprochen, weil die akut aufgetretenen und von mehreren Fachärzten als somatisch begründbar erachteten Schmerzen trotz verschiedener intensiver therapeutischer Massnahmen eben einfach ange
halten hätten. Eine eigenständige psychische Krankheit liege nicht vor, schon gar nicht eine
somatoforme
Schmerzstörung.
Die aktuellen Beschwerden seien durch die somatischen Befunde hinreichend erklärt.
Durch die faktische
Einhändigkeit
bei gleichzeitig hoher Schmerzbelastung und Belastung durch die nötigen Therapien sei eine 50%ige Restarbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aktuell das maximal Zumutbare.
Eine
Neubeurtei
lung
mache seines Erachtens erst nach Abschluss der therapeutischen Mass
nahmen Sinn (
Urk.
11/91).
3.3
Der RAD-Arzt
Dr.
med.
G.___
, Facharzt für Allge
mein
medizin, hielt in seiner
Stellungnahme vom 1
4.
April 2011 fest, dass gestützt auf das Gutachten des
Z.___
und die ergänzende Begründung derzeit lediglich von einer 50%igen
Rest
arbeitsfähigkeit
ausgegangen werden könne. Nach einer späteren Stabilisierung dürfe aber erfahrungsgemäss in leidensangepasster einarmiger Tätigkeit mit einer 100%igen Arbeitsfähigkeit gerechnet werden. Die Sache sei somit spä
tes
tens in einem Jahr neuerlich
zu beurteilen. Festzuhalten sei auch, dass keine psychiatrische Diagnose und somit auch keine
somatoforme
Schmerzstörung ausgewiesen sei (
Urk.
11/99/5)
.
3.4
Gestützt darauf erliess die Beschwerdegegnerin ihre Rentenverfügu
ng
vom 1
2.
September
2012, wobei sie aufgrund der
im
Gutachten des
Z.___
notierten Arbeitsunfähigkeiten (vgl.
Urk.
11/85/46) bei Ablauf der Wartezeit von
einer durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit von 68
%
in der angestammten Tätigkeit und einem entsprechenden Invaliditätsgrad ausging. Die Erhöhung der anfäng
lichen
Dreiviertelsrente
auf eine ganze Rente per
1.
Januar 2010 erfolgte unter Berücksichtigung einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit vom 2
6.
Oktober 2009 bis 3
0.
März
2011
aufgrund der operativen Eingriffe und ab
1.
April 2011 ge
stützt auf die vom
Z.___
postulierte maximal 50%ige Restarbeitsfähigkeit
mit einem errechneten Invaliditätsgrad
von 71
%
(
vgl. Fest
stellungsblatt vom
9.
Mai 2011,
Urk.
11/99/7).
4.
4.1
Im Rahmen des noch vor Verfügungserlass an die Hand genommenen
Revisions
verfahrens
reichte die Beschwerdeführerin mehrere ärztliche Berichte ein.
Das Institut für Anästhesiologie
des
H.___
beurteilte das Leiden
am 2
7.
April 2012
als gemischt
nozizeptives
neuropathisches
Schmerz
problem
im Bereich der linken Schulter, des linken Handgelenks und Ellenbo
gens und empfahl neben einer Optimierung der Schmerzmedikation mittels einer intravenösen
Medikamentenaustestung eine schmerzmodulierende bezie
hungsweise neuropathische S
chmerzmedikation (
Urk.
11/126/7
).
Gemäss Bericht der Handsprechstunde
D.___
vom 1
6.
Mai 2012
best
anden
bei im Wesentlichen u
nverändertem Befund aus
chirurgischer Sicht keine weiteren Optionen m
ehr
(
Urk.
11/12
6
/5-6). Dem Bericht
der
Schulter-/Ellbogen
-
sprechstunde
vom
2
1.
März 2012
sind
ebenfalls ein unveränderter Befund und persistierende Schulterschmerzen links trotz ausgeschöpfter konser
vativer Therapie zu entnehmen (
Urk.
11/126/11).
Dr.
med.
I.___
, Facharzt FMH für Neurologie, erklärte die Beschwerdeführerin am 2
1.
Mai 2012 als gänzlich arbeitsunfähig (
Urk.
11/126/3).
4.2
Die RAD-Ärztin
Dr.
A.___
stellte in ihrer Beurteilung vom
6.
August 2012 fest, dass die Beschwerdeführerin gemäss Aktenlage
im Wesentlichen weiterhin
an Schulter-, Ellbogen- und Rückenschmerzen leide, für welche sich kein orga
nisches Korrelat radiologischer- oder
neurologischerseits
finde, welches mit den entsprechenden Funktionsausfällen korrespondiere. Gesamthaft lägen inkonsis
tente Untersuchungsbefunde mit Selbstlimitation vor; zudem sei von einem Opiatübergebrauch auszugehen. Versicherungsmedizinisch gehöre die vorlie
gende Diagnose zu den ätiologisch-
pathogenetisch
unklaren
syndromalen
Zustandsbildern ohne nachweisbare organische Grundlage. Zudem fehle es an Anhaltspunkten für eine vom Schmerzerleben losgelöste, eigenständige erhebli
che psychiatrische
Komorbidität
oder sonstige
schwere Funktionseinschränkung
(
Urk.
11/134/4).
4.3
Dr
.
I.___
nahm hierzu am 2
0.
Dezember 2012 Stellung und erklärte, die Beschwerdeführerin leide nach wie vor an erheblichen
Bewegungseinschrän
kungen
im Bereich des linken Handgelenks. Bewegungen im Ellbogengelenk seien in der Rotation schmerzhaft und würden in den ganzen Arm bis z
um Schulter
-
beziehungsweise AC-
Gelenk ausstrahlen. Auch könne die Beschwer
deführerin den Arm nicht über die Horizontale heben
. Gemäss EMG-Untersu
chung vom 2
1.
November 2012 bestehe eine
axonale
Schädigung des
Nervus
ulnaris
links, zudem leide die Beschwerdeführerin unter einer sensomotorischen L4-Symptomatik und einem chronischen Asthma Bronchiale. Bei den beschrie
benen Beschwerden handle es sich um mechanische Funktionseinschränkungen bei Status nach mehreren Operationen der linken oberen Extremität (
Urk.
11/143/2-3).
4.4
Im Rahmen
des
Einwandverfahrens
schloss sich
Dr.
G.___
der Einschätzung von
Dr.
A.___
ohne Bezugnahme auf seine unter E. 3.3 dargelegte Beurteilung vom 1
4.
April 2011 an (
Urk.
11/145/2).
5.
5.1
Die Würdigung der medizinischen Akten lässt
einen offenen Widerspruch
z
wi
schen der
Beurteilung der RAD-Ärztin
Dr.
A.___
und
de
n übri
gen
ärztlichen Einschätzungen erkennen.
Die im
schlüssigen
Z.___
-Gutachten beschriebenen Beschwerden haben zwei
fels
frei ei
n organisches Korrelat
im Sin
ne funktioneller Störungen
, was der ärztli
che Leiter des
Z.___
auf entsprechende Fr
age hin ausdrücklich bestätigte (
Urk.
11/91)
.
Insbesondere die persistierende Schmerzproblematik und die Bewegungseinschränkungen im Bereich der linken oberen Extremität werden
darin funktionell den erlittenen
Unfallverletzungen und deren erhebli
chen Fol
gen
zugeordnet. Die Bewegungseinschränkungen waren objektivierbar,
die Schmerzhaftigkeit glaubhaft,
auch
zeigte
sich eine
Muskelathrophie
und ei
ne verminderte Greifkraft links. Die
Organizität
dieser Beschwerden und damit die Erklärbarkeit derselben
als Restzustände nach Unfall und operativer Versorgung wurde im Gutachten des
Z.___
zweifelsfrei und überzeugend bestätigt
(vgl. unter anderem
Urk.
11/85/31).
Nicht nur das
Z.___
, sondern gestützt auf dessen Beurteilung auch
Dr.
G.___
(vgl.
Urk.
11/99/5), schlossen im Rahmen der ursprünglichen
Rentenzusprache
über
einstimmend auf eine lediglich 50%ige Re
starbeitsfähigkeit aus rein somati
schen Gründen. Eine relevante psychiatrische Diagnose und damit auch das Vorliegen einer
somatoformen
Schmerzstörung
wurde
ausdrücklich ausge
schlossen.
Auch
fehlen jegliche
Hinweise auf das Vorliegen einer der übrigen, unter Erwägung 1.7 aufgeführten Beschwerdebilder,
welche
die
Anwendung der „Schmerz-Rechtsprechung“
des Bundesgerichts rechtfertigten könnte
n
.
Des Weiteren lässt der
Umstand, dass die wiederholten operativen Revisionen der linken oberen Extremität bis anhin offensichtlich ebenso wenig wie die  übrigen therapeutischen Massnahmen zu einem
befriedigenden Resultat geführt haben
und ein erh
eblicher Restzustand persistiert, die
Organizität
der Beschwerden nicht entfallen.
In Anbetracht der
vom
Z.___
gestellten somatischen Diagnosen mit ausgewiese
nem
organischem
Korrelat
kann
hier
offensichtlich nicht von einem
pathogene
tisch-ätiologisch
unklaren
syndromalen
Beschwerdebild ohne nachweisbare or
gani
sche Grundlage im Sinne
von
lit
. a
der
Schluss
bestimmung
en
gesprochen wer
den.
Es ist deshalb nicht nachvollziehbar, gestützt
worauf Dr.
A.___
nunmehr ein
solches
Zustandsbild
, bezeichnender Weise ohne dasselbe einer konkreten Diagnose zuzuordnen,
ins Zentrum rückt und die Schmerz-Rechtsprechung her
anziehen will.
Ihre Beurteilun
g vom
6.
August 2012 blendet in
unzulänglicher Interpretation der
Aktenlage den
im Urteil IV.2008.01193 vom 3
1.
März 2009
erst am Rande mitberücksichtigten,
im
Z.___
-
Gutachten aber als für die Arbeitsfähigkeit entscheidend beurteilten Zustand der mehrfach operierten lin
ken oberen Extremität aus. Ihre Reduktion der Beschwerden auf ein
,
mangels
radikulärem
Reiz- oder Ausfallsyndrom unspezifisches Schmerzsyndrom greift offensichtlich viel zu kurz und bietet keinerlei Anlass zu weiteren Ausführun
gen. Im Übrigen geht es auch nicht an, dass die RAD-Ärztin an die Stelle der gut
achterlich attestierten Arbeitsunfähigkeit
des
Z.___
nun
mehr einfach i
hre eigene Einschätzung stellt.
Nach dem Gesagten findet deshalb
lit
. a der am 1. Januar 2012 in Kraft getret
enen Schlussbestimmungen keine Anwendung.
5
.2
Es bestehen keine Anhaltspunkte und es wird von der Beschwerdegegnerin auch nicht behauptet, dass
sich der Gesundheitszustand seit
der damaligen gut
achterlichen Einschätzung
verbessert
haben kön
nte.
Dem im
Beschwerdever
fahren
eingereichten orthopädischen Gutachten
des
Z.___
vom
6.
März 2013 ist zu entnehmen, dass die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
selbst
unter A
us
schluss des Asthmas und d
er Rückenbeschwerden weiterhin auf 50
%
in einer angepassten Tätigkeit lautet (
Urk.
6 S. 18).
Damit steht ein
e revisionsweise Renten
ein
stellung gestützt auf
Art. 17 ATSG
ebenfalls nicht zur Diskussion
.
Dies führt zur G
utheissung der Beschwerde und zu
r Aufhebung des angefochte
nen Entscheid
s mit der Feststellung, dass die
Beschwerdeführer
in
weiterhin An
spruch auf die bisherige
ganze
Invalidenrente hat.
6
.
6
.1
Be
i diesem Ausgang des Verfahrens erübrigen sich Ausführungen zu den formel
len Vorbringen der Beschwerdeführerin (vgl.
Urk.
1 S. 19, 21).
6.2
Mit dem Entscheid in der Sache selbst wird das beschwerdeweise gestellte Ge
such de
r
Beschwerdeführer
in
um Wiederherstellung der aufschiebenden Wir
kung
der Beschwerde
gegenstandslos.
7.
7.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
rung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert innerhalb des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
700.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Bei diesem
Ausgang des Verfahrens hat die
vertretene Beschwerdeführer
in
An
spruch auf eine Prozessentschädigung. Diese ist ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses zu
bemessen (Art. 6
1
lit
. g ATSG) und auf Fr.
3‘4
00
.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen und von der Beschwerdegegnerin zu bezahlen.
Das Gericht erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerde wird
die Verfügung
der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, vom
5.
Februar 2013 aufgehoben und es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin weiterhin Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine
Prozessent
-
schä
digung
von
Fr.
3‘400
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Christine
Kessi
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Sammelstiftung Vita
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GrünigGasser Küffer