# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4da39b8b-7f92-5bfd-ba43-04a4a89cc5be
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.06.2014 IV 2012/444
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-444_2014-06-25.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/444

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 05.06.2020

Entscheiddatum: 25.06.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 25.06.2014
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Qualifikation als teilzeitlich Erwerbstätige. 
Ungenügend abgeklärte medizinische Situation. Rückweisung zu weiteren 
medizinischen Abklärungen (Entscheid des Versicherungsgericht des 
Kantons St. Gallen vom 25. Juni 2014, IV 2012/444).

Entscheid Versicherungsgericht, 25.06.2014

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer und Marie-

Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Entscheid vom 25. Juni 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marco Bivetti, Oberer Graben 42, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___ meldete sich am 7. November 2005 zum Bezug von IV-Leistungen an (act. 

G 4.1). Der behandelnde Dr. med. B.___, Allgemeine Medizin FMH, diagnostizierte im 

Bericht vom 28. November 2005 u.a. ein chronisches Lumbovertebralsyndrom und eine 

chronische Nephropathie mit anhaltender Proteinurie. Die Versicherte sei zur Zeit 100% 

arbeitsunfähig, da sie auch die Arbeit im Haushalt nicht selbstständig erledigen könne. 

Der Hausarzt befürwortete eine Berufsabklärung (act. G 4.9). RAD-Arzt Dr. med. C.___, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vertrat die Ansicht, dass "im 

angestammten Beruf" der Versicherten als Hausfrau eine Einschränkung von unter 

20% bestehe (Stellungnahme vom 16. Januar 2006, act. G 4.10). Am 26. Januar 2006 

verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsgesuchs (act. G 4.13). Auf 

Einsprache vom 20. Februar 2006 hin (act. G 4.17) widerrief die IV-Stelle am 14. März 

2006 die angefochtene Verfügung und stellte weitere Abklärungen in Aussicht (act. 

G 4.27).

A.b  Im Verlaufsbericht vom 12. September 2006 gab Dr. B.___ an, der 

Gesundheitszustand der Versicherten habe sich seit der Zeit ab November 2005 

verschlechtert (act. G 4.38). Der behandelnde Dr. med. D.___, Innere Medizin FMH, 

spez. Nephrologie, berichtete am 10. Oktober 2006, dass das Nierenleiden 

(Nephrektomie links bei Schrumpfniere im Rahmen einer chronischen Pyelonephritis 

2004; Niere rechts mit eingeschränkter Nierenfunktion und leichter Proteinurie) ohne 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei (act. G 4.40).

A.c  Im Abklärungsbericht Haushalt vom 16. Oktober 2006, der auf einer Abklärung vor 

Ort vom 27. Juni 2006 beruht, führte die Abklärungsperson aus, die Versicherte wäre 

ohne Behinderung weiterhin als Hausfrau und Mutter tätig gewesen. Ihre Anmeldung 

beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) im Mai 2006 sei aufgrund einer 

Aufforderung der SVA St. Gallen, Abteilung Ergänzungsleistungen, erfolgt. Unter 

Berücksichtigung der Schadenminderungspflicht schätzte die Abklärungsperson die 

Einschränkung auf 23.1% (act. G 4.41). RAD-Arzt C.___ hielt die ermittelte 

Einschränkung für plausibel (act. G 4.42). Mit Vorbescheid vom 24. Oktober 2006 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

stellte die IV-Stelle der Versicherten in Aussicht, das Leistungsbegehren abzuweisen 

(act. G 4.45). Im dagegen erhobenen Einwand vom 8. November 2006 brachte die 

Versicherte vor, ihr Gesundheitszustand habe sich verschlechtert (act. G 4.46). Am 

15. November 2006 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens (act. 

G 4.48). Die dagegen gerichtete Beschwerde vom 2. Januar 2007 (act. G 4.53) hiess 

das Versicherungsgericht im Entscheid vom 28. Mai 2008, IV 2007/1, gut. Es hob die 

Verfügung vom 15. November 2006 auf und wies die Sache zur weiteren Abklärung an 

die Beschwerdegegnerin zurück. Die IV-Stelle habe die gesundheitlichen 

Einschränkungen ausreichend abzuklären und, gegebenenfalls unter Beizug einer 

neutralen übersetzenden Person, festzustellen, ob die Versicherte unter den 

gegebenen Umständen ohne Gesundheitsschaden weiterhin als Hausfrau und Mutter 

tätig wäre oder eine (Teil-)Erwerbstätigkeit aufnehmen würde (act. G 4.64).

A.d  Die in der Psychiatrischen Klinik E.___ seit 8. April 2008 behandelnden 

medizinischen Fachpersonen berichteten am 3. Oktober 2008, die Versicherte leide an 

einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11) 

und der Entwicklung einer Somatisierungsstörung nach einer Nephrektomie links 2004 

wegen Schrumpfniere (ICD-10: F45.0). Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 

(act. G 4.71).

A.e  Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am 11. März 2009 in der ABI 

Aerztliches Begutachtungsinstitut GmbH polydisziplinär (internistisch, psychiatrisch 

und rheumatologisch) untersucht. Die Experten diagnostizierten im Gutachten vom 

4. Mai 2009 mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelschwere bis schwere 

Niereninsuffizienz (ICD-10: N19) und ein multilokuläres Schmerzsyndrom unbestimmter 

Signifikanz (ICD-10: R52.9). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien u.a. eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10: F33.00) und 

ein metabolisches Syndrom. Seit 13. Dezember 2004 bestehe eine volle 

Arbeitsunfähigkeit für körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten. Für körperlich 

leichte, wechselbelastende Tätigkeiten bestehe eine zumutbare Arbeits- und 

Leistungsfähigkeit von 70%, vollschichtig realisierbar. Bei freier Zeiteinteilung bestehe 

für die häuslichen Tätigkeiten eine maximale Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 

20%. Diese könnten der Versicherten neben einer beruflichen Tätigkeit zugemutet 

werden (act. G 4.82). RAD-Ärztin Dr. med. F.___, Fachärztin für Physikalische Medizin 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

und Rehabilitation, wies in der Stellungnahme vom 14. Juni 2009 darauf hin, die 

Gutachter hätten zu Unrecht ausgeführt, dass keine früheren fachpsychiatrischen 

Einschätzungen vorgelegen hätten. Denn am 3. Oktober 2008 sei von den 

behandelnden psychiatrischen Fachpersonen ein Bericht verfasst worden (act. G 4.84). 

In Ergänzung des ABI-Gutachtens äusserte sich der psychiatrische Gutachter in der 

Stellungnahme vom 12. August 2009 (Datum Posteingang IV-Stelle) zum Bericht vom 

3. Oktober 2008 und gelangte zum Schluss, dass dieser nichts an der gutachterlichen 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ändere (act. G 4.89). Daraufhin hielt RAD-Ärztin 

Dr. F.___ die gutachterliche Beurteilung für beweiskräftig (Stellungnahme vom 

13. August 2009, act. G 4.90). Gestützt auf die gutachterlich bescheinigte 20%ige 

Beeinträchtigung im Haushaltsbereich ermittelte die IV-Stelle einen 20%igen 

Invaliditätsgrad und stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom 23. April 2010 die 

Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (act. G 4.99).

A.f   Mit dem Einwand vom 31. Mai 2010 (act. G 4.100) reichte die Versicherte einen 

Bericht von Dr. D.___ vom 4. Mai 2010 ein, worin dieser von einer deutlichen 

Verschlechterung des Gesundheitszustands (schwere Niereninsuffizienz mit schwerer 

Proteinurie) berichtete und aus renaler Sicht eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit 

bescheinigte (act. G 4.100-4 f.). Nach Rücksprache mit "RAD Internist" bestätigte RAD-

Ärztin Dr. F.___ eine gesundheitliche Verschlechterung und eine 50%ige 

Arbeitsunfähigkeit ab Januar 2010 (Stellungnahme vom 17. Juni 2010, act. G 4.101). Im 

Verlaufsbericht vom 6. September 2010 bezeichnete Dr. D.___ den seit Mai 2010 

eingetretenen Gesundheitsverlauf als stationär. Längerfristig sei mit einer 

Verschlechterung zu rechnen (act. G 4.106). Im ärztlichen Zeugnis vom 5. Mai 2011 

bescheinigte Dr. D.___ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit "ca. seit Sommer 2010". Es 

werde in absehbarer Zeit die Hämodialyse nötig werden (act. G 4.115).

A.g  Im Abklärungsbericht Haushalt vom 20. Juli 2011, der sich auf eine Abklärung vor 

Ort vom 14. Februar 2011 stützt, hielt die Abklärungsperson fest, gemäss Auskunft der 

Versicherten würde sie heute einer 80%igen Erwerbstätigkeit nachgehen. Die Korrektur 

des Rechtsvertreters auf 100% sei nicht zu berücksichtigen, weil er an der Abklärung 

nicht anwesend gewesen sei und die Korrektur auch nicht begründet werde. Auf die 

Frage, weshalb die Erwerbstätigkeit aufgenommen werden würde, habe die Antwort 

gelautet: Weil dann kein hypothetisches Einkommen bei den Ergänzungsleistungen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

angerechnet würde. Abklärungen hätten ergeben, dass bei der Berechnung der 

Ergänzungsleistungen seit 2000 kein hypothetisches Einkommen angerechnet werde. 

Deshalb sei die Versicherte weiterhin als Hausfrau zu qualifizieren. Gemäss Auskunft 

der SVA St. Gallen, Abteilung Ergänzungsleistungen, sei vorgesehen, ab November 

2011 ein hypothetisches Einkommen anzurechnen. Eine allfällige 

Qualifikationsänderung sei ab diesem Zeitpunkt zu prüfen. Im Haushaltsbereich 

bestehe eine 26.36%ige Einschränkung (act. G 4.117). RAD-Ärztin Dr. F.___ hielt die 

von der Abklärungsperson ermittelte 26%ige Einschränkung aus medizinischer Sicht 

für nachvollziehbar (Stellungnahme vom 29. September 2011, act. G 4.118).

A.h  Mit Vorbescheid vom 30. Mai 2012 stellte die IV-Stelle die Abweisung des 

Rentengesuchs in Aussicht. Ausgehend von einer 100%igen Haushaltstätigkeit im 

Gesundheitsfall ermittelte sie einen Invaliditätsgrad von 26% (act. G 4.124). Dagegen 

erhob die Versicherte am 5. Juli 2012 Einwand (act. G 4.125). Am 27. September 2012 

äusserte sich RAD-Ärztin Dr. F.___ zum Einwand (act. G 4.126) und am 18. Oktober 

2012 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Rentengesuchs (act. G 4.127).

B.    

B.a  Gegen die Verfügung vom 18. Oktober 2012 richtet sich die vorliegende 

Beschwerde vom 19. November 2012. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Zusprache einer ganzen 

Rente rückwirkend ab November 2004. Zur Begründung bringt sie vor, das RAV 

bestätige im Schreiben vom 9. November 2005, dass sie vom 13. September 2001 bis 

zum 22. Juni 2004 zur Arbeitsvermittlung angemeldet gewesen sei, jedoch zufolge 

Erschöpfung des Anspruchs keine Arbeitslosentschädigung erhalten habe. Es sei mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass sie im Sommer 2005 eine 

Arbeitstätigkeit im Gesundheitsfall aufgenommen hätte. Die Abklärungsberichte 

Haushalt sowie das ABI-Gutachten seien nicht beweiskräftig (act. G 1).

B.b  In der Beschwerdeantwort vom 25. Januar 2013 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie vertritt den Standpunkt, die 

Beschwerdeführerin wäre im Gesundheitsfall zu 100% im Haushalt tätig. Das ABI-

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gutachten sei wie die von der Abklärungsperson ermittelten Einschränkungen im 

Haushaltsbereich beweiskräftig (act. G 4).

B.c  Die Beschwerdeführerin hält in der Replik vom 11. März 2013 unverändert an der 

Beschwerde fest (act. G 6).

B.d  Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 8).

Erwägungen:

1.     

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch 

der Beschwerdeführerin.

1.1   Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsun­

fähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen 

Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).

1.2   Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. 

Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe 

Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.

2.     

Zu klären ist vorab die umstrittene Qualifikation der Beschwerdeführerin hinsichtlich 

des im Gesundheitsfall ausgeübten Erwerbs- und Haushaltspensums.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.1   Ob und gegebenenfalls in welchem zeitlichen Umfang eine in einem 

Aufgabenbereich tätige versicherte Person (Art. 5 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 

Abs. 3 ATSG) ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre (Statusfrage), 

ergibt sich aus der Prüfung der Frage, was sie bei im Übrigen unveränderten 

Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. 

Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten 

Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie 

hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 507 f. E. 3.3 mit Hinweisen). Bei im 

Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl. Art. 27 der Verordnung über die 

Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]) sind die persönlichen, familiären, sozialen und 

erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben 

gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die 

persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die 

Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung entwickelt haben, wobei für die 

hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit 

der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 137 V 338 E. 3.2; bestätigt in Urteil des 

Bundesgerichts vom 28. August 2013, 9C_286/2013, E. 3.2 mit Hinweisen).

2.2   Der Ehegatte der Beschwerdeführerin bezieht seit 1994 eine halbe IV-Rente und 

geht keiner Erwerbstätigkeit nach (act. G 4.117-11; vgl. auch act. G 4.41-3). Die 

Beschwerdeführerin hat fünf Kinder (geboren 198_, 198_, 198_, 199_ und 199_, act. 

G 4.1-2), wobei die ältesten zwei Kinder bereits im Zeitpunkt der ersten Abklärung vor 

Ort vom 27. Juni 2006 nicht mehr im Haushalt der Beschwerdeführerin wohnten (act. 

G 4.41-3) und das jüngste Kind bereits 9 Jahre alt war. Angesichts dessen, dass der 

Ehegatte offenbar seit 1994 ganztägig zu Hause ist, ist davon auszugehen, dass er die 

Betreuung der im Haushalt wohnenden Kinder, die keiner intensiven Beaufsichtigung 

mehr bedürfen, während der Ausübung einer Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin 

ohne weiteres zumindest teilweise zu gewährleisten vermöchte und gemäss 

Abklärungsbericht vom 20. Juli 2011 hierzu auch bereit ist (act. G 4.117-4). Ohnehin 

erscheint es überwiegend wahrscheinlich, dass angesichts der schlechten 

Deutschkenntnisse nicht die Beschwerdeführerin, sondern ihr deutsch sprechender 

Ehegatte die Kontrolle der Hausaufgaben übernimmt und im Wesentlichen seine Kinder 

gegen aussen vertritt.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.3   Zu beachten gilt es weiter, dass der Ehegatte der Beschwerdeführerin tatsächlich 

zum Teil den Haushalt besorgt ("Im Haushalt bin ich auf die Hilfe meines Mannes 

angewiesen, welcher viele Tätigkeiten übernommen hat", act. G 4.117-1; Mithilfe bei 

der Ernährung, der Wohnungspflege, dem Einkauf, weiteren Besorgungen und dem 

Bettwäschewechsel; act. G 4.41-4 f.; vgl. auch act. G 4.117-6 f.).

2.4   Die Beschwerdeführerin begründete die hypothetische Aufnahme einer 

Vollerwerbstätigkeit mit der (angedrohten) Anrechnung eines hypothetischen 

Einkommens bei der Berechnung der Ergänzungsleistungen (act. G 4.117-4).

2.4.1         Bis November 2011 wurde der Beschwerdeführerin bei der Berechnung der 

Ergänzungsleistungen offenbar noch kein hypothetisches Erwerbseinkommen 

angerechnet, indessen für die Zeit ab 1. November 2011 in Aussicht gestellt (vgl. E-Mail 

der SVA St. Gallen vom 4. Juli 2011, act. G 4.116, und Schreiben der SVA St. Gallen 

vom 5. August 2011, act. G 1.7).

2.4.2         Es ist unbestritten und ergibt sich aus den Akten, dass die Einkünfte der 

Familie der Beschwerdeführerin zu einem erheblichen Teil aus Ergänzungsleistungen 

bestehen (vgl. gemäss Angaben der Beschwerdeführerin: monatliches 

Ersatzeinkommen Renten Fr. 1'350.--, Ergänzungsleistungen Fr. 4'100.--, act. 

G 4.109-3; vgl. zur finanziellen Situation auch act. G 4.117-11). Die Anrechnung eines 

hypothetischen Erwerbseinkommens stand bereits seit dem Jahr 2006 im Raum 

(Schreiben der Ausgleichskasse vom 18. Januar 2006, act. G 1.4). Die 

Beschwerdeführerin musste damit jederzeit mit einer Kürzung der 

Ergänzungsleistungen rechnen. Die ausgewiesene Abhängigkeit von 

Ergänzungsleistungen sowie der von den EL-Behörden ausgeübte Druck sprechen für 

die hypothetische Aufnahme einer Erwerbstätigkeit. Dies hat umso mehr zu gelten, als 

sich die Beschwerdeführerin in der Folge offenbar denn auch (erneut) beim RAV 

anmeldete ("Die Anmeldung beim RAV im Mai 2006 erfolgte aufgrund einer 

Aufforderung der SVA St. Gallen, Abteilung Ergänzungsleistungen", act. G 4.41-2).

2.4.3         Für die Annahme einer Erwerbstätigkeit sprechen des Weiteren die - vor der 

IV-Anmeldung erfolgten - Einträge im individuellen Konto der Beschwerdeführerin. Von 

November 1997 bis August 1998 bezog sie Arbeitslosenentschädigung und nahm vom 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

September 1998 bis Februar 1999 an einem arbeitsmarktlichen Einsatzprogramm teil. 

Von März bis August 1999 bezog sie Arbeitslosenentschädigung. In den Monaten 

Februar, März und Mai 2000 erzielte die Versicherte einen Verdienst bei der G.___ AG 

(act. G 4.5). Vom 13. September 2001 bis 22. Juni 2004 war die Beschwerdeführerin 

überdies beim RAV zur Vermittlung ("bei einer Vermittelbarkeit von 100%", act. 

G 4.82-7) angemeldet. Die Abmeldung erfolgte "aufgrund eines Monats 

Heimaturlaubes und anschliessender Operation und Arbeitsunfähigkeit" (act. G 1.5). 

Damit geht einher, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der ABI-Begutachtung 

glaubhaft angab, sie könne sich eine berufliche Tätigkeit aufgrund ihrer somatischen 

Beschwerden nicht vorstellen. Sie würde gerne arbeiten, sollte dies aus finanziellen 

Gründen, könne aber nicht (act. G 4.82-8). Angesichts dieser Umstände ist die 

Bereitschaft für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit dargetan.

2.5   Die Beschwerdegegnerin wendet gegen die hypothetische Aufnahme einer 

Erwerbstätigkeit ein, mit ihren schlechten Deutschkenntnissen hätte die 

Beschwerdeführerin schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt gehabt (act. G 4, Rz 2). 

Diese Sichtweise ist unbegründet und mit den Akten nicht zu vereinbaren, wurde doch 

der Beschwerdeführerin aus arbeitslosenversicherungsrechtlichen Sicht - soweit 

ersichtlich - zu keinem Zeitpunkt wegen ihrer schlechten Bildung und der geringen 

intellektuellen Ressourcen die Vermittlungsfähigkeit abgesprochen. Vielmehr bezog die 

Beschwerdeführerin phasenweise Arbeitslosenentschädigung (vgl. vorstehende 

E. 2.4.3) und es wurde ihr eine uneingeschränkte Vermittlungsfähigkeit bescheinigt (act. 

G 1.5).

2.6   Weitere konkrete Umstände, die gegen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit durch 

die Beschwerdeführerin sprechen, werden von der Beschwerdegegnerin nicht ins Feld 

geführt. Stattdessen erschöpft sich ihre weitere Argumentation in der pauschalen, nicht 

näher belegten "Erfahrungstatsache", dass "H.___-ische Frauen, die wie die 

Beschwerdeführerin erst im Erwachsenenalter im Rahmen eines Familiennachzuges in 

die Schweiz gekommen sind und zudem schon im relativ jungen Alter mehrere Kinder 

hatten, in der überwiegenden Anzahl auch dann in der Rolle als Hausfrau verbleiben, 

wenn die Kinder dem betreuungsintensiven Alter entwachsen sind", und im Hinweis auf 

die "bekanntlich" "sehr patriarchalisch geprägte, gegen eine fortschrittliche Rolle der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Frauen gerichtete Familienkultur" (act. G 4, Rz 2). Dabei verkennt die 

Beschwerdegegnerin, dass die Statusfrage nicht aufgrund von "Erfahrungstatsachen", 

sondern gestützt auf die konkreten Umstände zu beurteilen ist. Gerade die 

tatsächlichen über Jahre geleisteten Arbeitsbemühungen der Beschwerdeführerin (vgl. 

vorstehende E. 2.4.3) und die tatsächlich von ihrem Ehegatten erbrachte Unterstützung 

im Haushalt sowie dessen Bereitschaft, die allenfalls noch erforderliche Betreuung der 

Kinder zu übernehmen (vgl. vorstehende E. 2.2) sprechen klar dafür, dass im 

vorliegenden Fall kein traditionelles Rollenverständnis (mehr) besteht, das der 

längerfristigen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit durch die Beschwerdeführerin 

entgegen stehen würde. Den Akten lässt sich ferner nicht entnehmen, der Ehegatte - 

der bereits 1988 (act. G 4.1) in die Schweiz eingereist ist - hätte sich kritisch zur 

Aufnahme einer Erwerbstätigkeit durch die Beschwerdeführerin geäussert.

2.7   Insgesamt ist gestützt auf die genannten tatsächlichen Verhältnisse mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin 

spätestens im Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns (Dezember 2005; Eintritt 

der längerdauernden Arbeitsunfähigkeit am 13. Dezember 2004, act. G 4.9-1) 

entsprechend des von ihr damals vertretenen Standpunkts einem 50%igen Teilerwerb 

(Beschwerde vom 2. Januar 2007, act. G 4.53-5; siehe auch die damit einhergehenden 

Angaben der Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 19. November 2012, act. 

G 1, S. 8) im Gesundheitsfall nachgegangen wäre. Ab dem Zeitpunkt der 

Haushaltsabklärung vom 14. Februar 2011 ist aufgrund der entsprechenden plausiblen 

Auskunft der Beschwerdeführerin (act. G 4.117-4) und in Anbetracht des höheren 

Alters der Kinder bzw. des geringeren Betreuungsaufwands (geboren 199_ und 199_; 

act. G 4.117-5) von einer höheren, 80%igen Teilerwerbstätigkeit auszugehen, woran 

die im Nachgang der Zustellung des Entwurfs des Abklärungsberichts an den 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (act. G 4.112) ergangene Korrektur auf 100% 

nichts ändert, da diese von versicherungstechnischen Überlegungen geprägt erscheint 

(gleiches gilt bezüglich des dem Rechtsvertreter zugestellten und wohl von bzw. 

zumindest mit ihm ausgefüllten Fragebogens vom 1. Oktober 2010, act. G 4.109). 

Angesichts der angeschlagenen Gesundheit des eine halbe IV-Rente beziehenden 

Ehegatten der Beschwerdeführerin (vgl. vorstehende E. 2.2) erscheint es ferner 

überwiegend wahrscheinlich, dass die Haushaltstätigkeit im Gesundheitsfall zu einem 

wesentlichen Teil auch noch von der Beschwerdeführerin (mit)bewältigt worden wäre, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

was gegen die Aufnahme einer vollen Erwerbstätigkeit spricht. Weder dargetan noch 

angesichts der finanziellen Verhältnisse (aus IV-Rente, BVG-Rente und 

Ergänzungsleistungen resultiert ein Gesamtbetrag von Fr. 74'472.--, siehe act. 

G 4.117-11) naheliegend ist, dass sich aus finanziellen Gründen einzig eine 

Vollerwerbstätigkeit aufgedrängt hätte. Der Invaliditätsgrad ist deshalb für die Zeit ab 

2005 bis 13. Februar 2011 ausgehend von einer 50%igen Teilerwerbstätigkeit und ab 

14. Februar 2011 ausgehend von einer 80%igen Teilerwerbstätigkeit und der 

entsprechend damit korrespondierenden 50%igen bzw. 20%igen Haushaltstätigkeit zu 

ermitteln.

3.     

Des Weiteren ist zu prüfen, ob die medizinischen Akten eine genügende Grundlage für 

die Beurteilung des Rentenanspruchs bilden. Die Beschwerdeführerin hält den 

psychiatrischen Teil des ABI-Gutachtens vom 4. Mai 2009 (act. G 4.82) für nicht 

beweiskräftig (act. G 1, Rz 30).

3.1   In formeller Hinsicht rügt sie die finanzielle Abhängigkeit der ABI gegenüber den 

IV-Stellen (act. G 1, Rz 32 am Schluss). Diesbezüglich gilt es zu beachten: Dem 

Umstand, dass ein nach altem Standard (vor der Änderung gemäss BGE 137 V 210) in 

Auftrag gegebenes Gutachten eine massgebende Entscheidungsgrundlage bildet, ist 

bei der Beweiswürdigung Rechnung zu tragen. In dieser speziellen Übergangssituation 

lässt sich die beweisrechtliche Situation der versicherten Person mit derjenigen bei 

versicherungsinternen medizinischen Entscheidungsgrundlagen vergleichen (dazu BGE 

135 V 467 E. 4). In solchen Fällen genügen schon relativ geringe Zweifel an der 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, um eine (neue) 

Begutachtung anzuordnen (Urteil des Bundesgerichts vom 17. September 2012, 

9C_148/2012, E. 1.4).

3.2   Wie die Beschwerdeführerin zutreffend ausführt, bestehen erhebliche Zweifel an 

der Sorgfältigkeit der Beurteilung durch den psychiatrischen Gutachter (act. G 1, 

Rz 33). So führte er aus, frühere fachpsychiatrische Einschätzungen lägen bislang nicht 

vor (act. G 4.82-12). Diese Aussage beruht indessen auf einem ungenauen 

Aktenstudium, da in den Akten ein von der IV-Stelle eingeholter Bericht der im 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Ambulatorium I.___ behandelnden medizinischen Fachpersonen vom 3. Oktober 2008 

lag (act. G 4.71). Angesichts dessen, dass in der "Auflistung der vorhandenen Akten in 

chronologischer Reihenfolge" der Bericht des Ambulatoriums I.___ - wenn auch mit 

dem Datum des Versands durch die Beschwerdegegnerin vom "24.9.2008" - sogar 

zweimal aufgeführt wird (act. G 4.82-5), erscheint ferner fraglich, ob der psychiatrische 

Gutachter das von ihm unterschriebene Gutachten überhaupt gänzlich durchgesehen 

hat. Unverständlich ist weiter, dass die Beschwerdeführerin gegenüber dem 

psychiatrischen Gutachter von einer ambulanten psychiatrischen Behandlung 

berichtete (act. G 4.82-9) und die fallführende Gutachterin im Rahmen der 

medizinischen Anamnese auf die laufende Psychotherapie hinwies (act. G 4.82-8), sich 

der psychiatrische Gutachter - ausgehend von fehlenden entsprechenden Berichten - 

indessen nicht veranlasst gesehen hat, weitere Abklärungen oder Auskünfte 

hinsichtlich der Einschätzung der behandelnden psychiatrischen Fachpersonen 

einzuholen. Dass diese offensichtlichen Mängel der fallführenden Gutachterin nicht 

aufgefallen sind, weckt auch an der Sorgfältigkeit der gesamtgutachterlichen 

Beurteilung Bedenken, weshalb das ABI-Gutachten keine beweistaugliche Grundlage 

darstellt, und es kann offen bleiben, ob die weiteren Rügen der Beschwerdeführerin 

stichhaltig sind.

3.3   Daran ändert nichts, dass sich der psychiatrische Gutachter in der ergänzenden, 

knapp begründeten Stellungnahme vom 12. August 2009 (Datum Posteingang IV-

Stelle) zum Bericht vom 3. Oktober 2008 äusserte (act. G 4.89), bleibt doch die 

Unsorgfältigkeit bei der Gutachtenserstellung davon unberührt. Entscheidend ist 

weiter, dass der psychiatrische Gutachter das Festhalten an seiner bisherigen 

Einschätzung einerseits durch die Befunderhebung während der Untersuchung 

begründete (act. G 4.89). Allerdings bestehen zwischen den von ihm festgestellten (act. 

G 4.82-10) und den von den behandelnden psychiatrischen Fachpersonen erwähnten 

Befunden (act. G 4.71-2) keine erkennbaren Unterschiede, weshalb eine vertiefte 

Auseinandersetzung hinsichtlich der abweichenden Diagnosestellung und 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung erforderlich gewesen wäre. Andererseits hält der 

psychiatrische Gutachter an seiner bisherigen Einschätzung fest, weil im 

Medikamentenspiegel keine Behandlung mit Sertralin nachgewiesen worden sei (act. 

G 4.89). Hinsichtlich der antidepressiven Medikation führten die behandelnden 

psychiatrischen Fachpersonen aus, dass jene fehl geschlagen sei. Die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdeführerin habe bei jedem Versuch der Behandlung mit einem 

Antidepressivum ohne Rücksprache mit dem Arzt wegen Nebenwirkungen das 

Medikament abgesetzt. Auch eine ganz langsame Aufdosierung von Cipralex Tropfen 

habe sie nicht tolerieren können. Angesichts der Geschichte und 

Krankheitsentwicklung wie auch der fehlenden eigenen Ressourcen der 

Beschwerdeführerin seien die Behandlungsmöglichkeiten zur Zeit als inexistent zu 

betrachten (act. G 4.71-2). Diesen Aspekt liess der psychiatrische Gutachter in der 

Stellungnahme ausser Acht, was die Beschwerdeführerin zu Recht kritisiert hat (act. 

G 1, Rz 32).

3.4   Zusammenfassend erweist sich der Sachverhalt als unzureichend polydisziplinär 

abgeklärt und die Sache als nicht spruchreif. Da das im Verwaltungsverfahren 

eingeholte Gutachten vor der Praxisänderung gemäss BGE 137 V 210 angefertigt 

wurde, mithin die darin neu vom Bundesgericht formulierten Verfahrensgarantien 

zugunsten der Versicherten nicht einbezog und nachträglich den ursprünglichen 

Beweiswert zwar nicht ganz, aber doch in wesentlichem Umfang (Gleichstellung mit 

versicherungsinternen Berichten; relativ geringe Zweifel führen zur fehlenden 

Beweistauglichkeit; Urteil des Bundesgerichts vom 17. September 2012, 9C_148/2012, 

E. 1.3 f. mit Hinweisen) verlor, liegt aus beweisrechtlicher Sicht kein vollwertiges 

versicherungsexternes Gutachten vor bzw. ein solches wurde bis anhin im 

Verwaltungsverfahren nicht produziert. Des Weiteren ist in diesem Zusammenhang die 

Ausführung des Bundesgerichts zu beachten, wonach sich die Einschränkung der 

Befugnis der Sozialversicherungsgerichte, eine Streitsache zur neuen Begutachtung an 

die Verwaltung zurückzuweisen, "komplementär zu den (gemäss geänderter 

Rechtsprechung) bestehenden partizipativen Rechten der Versicherten im 

Zusammenhang mit der Anordnung eines Administrativgutachten" verhalte (BGE 137 V 

264 E. 4.4.1.3). Im Übrigen erscheint es weder naheliegend noch sachlich begründet, 

dass das Bundesgericht die Absicht verfolgte, einerseits die nach altem 

Verfahrensstand ergangenen Administrativgutachten rückwirkend in ihrer 

Beweiswertigkeit erheblich zu beschränken, sie dann aber andererseits hinsichtlich der 

Einschränkung der Sozialversicherungsgerichte betreffend Rückweisungsmöglichkeiten 

den nach neuem Standard eingeholten Administrativgutachten gleichzustellen. Eine 

Gleichbehandlung der beiden Varianten von Administrativgutachten rechtfertigt sich 

allein schon wegen der wesentlich unterschiedlichen Beweiswertigkeit nicht. Da keine 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

besonderen Umstände vorliegen, die ein Gerichtsgutachten erforderlich machen oder 

welche die Beschwerdegegnerin für weitere Abklärungsmassnahmen als ungeeignet 

erscheinen lassen, ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme eines im 

Rahmen des neuen Verfahrensstandards zu ergehenden polydisziplinären 

Administrativgutachtens durch eine noch nicht mit dem Fall befasste, unabhängige 

Gutachterstelle zurückzuweisen. Die Rückweisung rechtfertigt sich vorliegend umso 

mehr, als sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin unbestrittenermassen 

nach der ABI-Begutachtung allein schon aus nephrologischer Sicht erheblich 

verschlechtert hat (vgl. RAD-Stellungnahme vom 17. Juni 2010, act. G 4.101) und 

darüber hinaus Hinweise bestehen, dass sich auch die übrigen Leiden verschlimmert 

haben könnten ("Seit der Entwicklung der schweren Niereninsuffizienz ist im 

Zusammenhang mit der Schmerzproblematik und der Depression von einer 100%igen 

Arbeitsunfähigkeit auszugehen", act. G 4.115). Eine polydisziplinäre Verlaufsbeurteilung 

wurde indessen bislang nicht vorgenommen.

4.     

4.1   Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 18. Oktober 2012 in 

teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Die Sache ist zur weiteren 

Abklärung und zu neuer Verfügung im Sinn der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als 

volles Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin 

vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu 

bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin 

zurückzuerstatten.

4.3   Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier 

zu beurteilenden Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.    In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

18. Oktober 2012 aufgehoben. Die Sache wird zur ergänzenden Abklärung und zu 

neuer Verfügung im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2.      Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin 

zurückerstattet.

3.      Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 25.06.2014
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Qualifikation als teilzeitlich Erwerbstätige. Ungenügend abgeklärte medizinische Situation. Rückweisung zu weiteren medizinischen Abklärungen (Entscheid des Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vom 25. Juni 2014, IV 2012/444).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T09:48:42+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen