# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 398dd1a5-d789-598a-8947-a44c980265a8
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-24
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 24.06.2021 3-BB.2019.19
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-BB-2019-19_2021-06-24.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-BB.2019.19       
P 107 
 

 

 

 

Urteil vom 24. Juni 2021 
 
 
 

Besetzung  Präsident Heuscher  

Richter Lämmli  

Richter Hess  

Gerichtsschreiberin Bernhard          

 

 

 
 

   

Beschwerde-

führer  

 A._____ 

 

vertreten durch Schwarz & Partner Finanzkonsulenten AG, 

Bellerivestrasse 5, 8008 Zürich    

    

 

 
 
 

Gegenstand  Einspracheentscheid des Steueramtes des Kantons Aargau, 

Sektion Rechtsdienst, Nachsteuern und Bussen, 

vom 21. August 2019 

betreffend Direkte Bundessteuern 2011 bis 2015; Nachsteuern 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Gestützt auf eine Meldung des Regio Steueramtes Q. (nachfolgend: RStA), 

wonach Mieteinkünfte in den Jahren 2011 bis 2015 neben dem 

Eigenmietwert auch als Alimentenzahlungen geltend gemacht worden 

seien, eröffnete das Steueramt des Kantons Aargau, Sektion Nachsteuern 

und Bussen (nachfolgend: KStA), mit Schreiben vom 15. Januar 2019 ein 

Nachsteuerverfahren. A. wurde aufgefordert, bis zum 15. Februar 2019 

verschiedene Angaben und Unterlagen einzureichen. Gleichzeitig wurde 

ihm die Gelegenheit zu einer Stellungnahme gegeben. 

 

1.2. 

Innert Frist reichte A. eine Stellungnahme ein. 

 

2. 

2.1. 

Mit Schreiben vom 28. Februar verlangte das KStA von A. weitere Akten 

bis zum 28. März 2019. 

 

2.2. 

Mit Eingabe vom 17. April 2019 liess A. eine Stellungnahme und weitere 

Unterlagen einreichen. 

 

3. 

Mit Verfügung vom 8. Mai 2019 setzte das KStA die Nachsteuern der di-

rekten Bundessteuern 2011 bis 2015 von A. auf CHF 4'712.70 (inklusive 

Verzugszinsen) fest.  

 

4. 

Gegen die Nachsteuerverfügung vom 8. Mai 2019 liess A. mit Schreiben 

vom 29. Mai 2019 Einsprache erheben. Er stellte den Antrag, das 

Verfahren sei einzustellen. 

 

5. 

Mit Eingabe vom 30. Juli 2019 liess A. aufforderungsgemäss weitere 

Unterlagen einreichen.  

 

6. 

Mit Entscheid vom 21. August 2019 wurde die Einsprache abgewiesen.  

 

7. 

Den Einspracheentscheid vom 21. August 2019 (Zustellung am 22. August 

2019) liess A. mit Beschwerde vom 17. September 2019 (Postaufgabe am 

 - 3 - 

 

 

gleichen Tag) an das Spezialverwaltungsgericht, Abteilung Steuern (im 

Folgenden: Spezialverwaltungsgericht), weiterziehen. Er stellt die 

 

"(…) Anträge, es seien die Verfahren einzustellen, die Kosten vom Kanto-
nalen Steueramt zu tragen und dem Beschwerdeführer eine Entschädi-
gung von CHF 1 '500 zu bezahlen." 
 

Auf die Begründung wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen einge-

gangen. 

 

8. 

Das KStA beantragt die Abweisung der Beschwerde.  

 

9. 

A. hat eine Replik erstatten lassen. 

 

10. 

Das Spezialverwaltungsgericht hat am 20. Mai 2021 zusätzliche Informati-

onen beim RStA eingeholt (Aktennotiz vom 20. Mai 2021). 

 

 

 

 

  

 - 4 - 

 

 

 
   

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die vorliegende Beschwerde betrifft Nachsteuern zu den direkten Bundes-

steuern 2011 bis 2015. Massgebend für die Beurteilung ist das Bundesge-

setz über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG). 

 

2. 

2.1. 

Das KStA führte in der Nachsteuerverfügung und Vernehmlassung aus, zu-

folge nicht korrekter Deklaration der Unterhaltszahlungen an die Ex-Frau 

und Kinder in den Steuererklärungen 2011 bis 2015 seien die entsprechen-

den Steuerveranlagungen des Beschwerdeführers unvollständig ausgefal-

len. Die deshalb zu wenig veranlagten Steuern müssten als Nachsteuern 

erhoben werden.  

 

Der Beschwerdeführer habe jeweils in den Steuererklärungen 2011 bis 

2015 den Gesamtbetrag der Unterhaltszahlungen für die Ex-Frau und Kin-

der deklariert, ohne Belege einzureichen. Mit den Aktenergänzungen sei 

der Beschwerdeführer jeweils aufgefordert worden, den Nachweis der be-

zahlten Unterhaltsbeiträge sowie deren Aufteilung zwischen Ex-Frau und 

Kinder vorzulegen. Im Jahr 2014 sei explizit die Einreichung von Bank-

belegen verlangt worden. Der Beschwerdeführer habe jeweils lediglich eine 

Aufstellung mit der Aufteilung der Unterhaltsbeiträge unterbreitet. Die Miet-

zahlung, die als Eigenmietwert bei der Liegenschaft deklariert worden sei, 

sei ebenfalls als geleistete Unterhaltszahlung ausgewiesen worden. Bank-

belege seien hingegen nicht eingereicht worden. Auf den Aufstellungen, die 

der Beschwerdeführer mit der Aktenergänzung eingereicht habe, seien be-

treffend die Abgeltung des Wohnrechts offensichtlich falsche Angaben ge-

macht worden. Der Beschwerdeführer habe diese Miete tatsächlich von 

den effektiv zu bezahlenden Unterhaltsbeiträgen in Abzug gebracht und 

nicht ein unentgeltliches Wohnrecht gewährt.  

 

Dass diese falsche Aussage aufgrund des im Jahr 2011 eingereichten 

Scheidungsurteils von den Steuerbehörden erkannt hätte werden müssen, 

dürfe nicht vorausgesetzt werden, da in der Regel unabhängig des Schei-

dungsurteils auf den effektiv bezahlten Unterhalt abgestützt werde. Zudem 

dürfe sich die Steuerbehörde grundsätzlich darauf verlassen, dass die vom 

Pflichtigen gemachten Aussagen richtig und vollständig seien. Sie sei nicht 

verpflichtet, ohne besonderen Anlass Quervergleiche mit Akten anderer 

Steuerpflichtiger vorzunehmen. Aufgrund der telefonischen Abklärungen 

mit dem Kanton R. (Wohnsitz der Ex-Frau) im Veranlagungsverfahren für 

das Steuerjahr 2016 seien Differenzen bei den Unterhaltszahlungen 

festgestellt worden, die zur diesbezüglichen Überprüfung in den Vorjahren 

geführt habe.  

 - 5 - 

 

 

Mit Einspracheentscheid wurde festgehalten, der Beschwerdeführer habe 

den Abzug der Alimente zwar immer beantragt, aber in der Steuererklärung 

weder mit Belegen noch mit einer Aufstellung nachgewiesen. Die Zusam-

menstellung der Alimente sei zudem jeweils erst im Aktenergänzungsver-

fahren eingereicht worden. Der in der Einsprache erwähnte Bankbeleg aus 

dem Jahr 2012 sei weder in den Steuerakten 2012 enthalten, noch im 

Nachsteuerverfahren vorgelegt worden. Es stelle sich auch die Frage, wes-

halb der Beschwerdeführer der Steuerbehörde eine falsche, irreführende 

Aufstellung zustellte, wenn der erwähnte Bankbeleg die falsche Deklaration 

der Alimente in leicht erkennbarer Weise aufzeige. Unerklärlich sei auch, 

weshalb er die Behörde im Aktenergänzungsverfahren nicht auf die falsche 

Deklaration der Alimentenzahlungen in der Steuererklärung aufmerksam 

gemacht habe. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer die irreführende 

Aufstellung eingereicht habe und die gleiche Aufstellung auch in den Folge-

jahren auf die Aktenergänzungen abgegeben habe, verstärke den Ver-

dacht, dass der Bankbeleg 2012, eben aufgrund der offensichtlichen 

Falschdeklaration nicht eingereicht worden sei. Es sei daher die neue Tat-

sache gegeben und die Einsprache somit vollumfänglich abzuweisen. 

 

2.2. 

Der Beschwerdeführer liess in seiner Einsprache sowie in der Beschwerde 

entgegnen, er und E. (Ex-Frau) hätten sich gegen Ende des Jahres 2008 

getrennt und sich im Oktober 2011 scheiden lassen. Der Beschwerdeführer 

sei zu Zahlungen von Kinder- und Frauenalimenten verpflichtet worden und 

habe in seinen Steuererklärungen die entsprechenden Abzüge geltend 

gemacht.  

 

Die Steuergesetze würden verlangen, dass für die Einleitung eines Nach-

steuer- und Bussenverfahrens neue Tatsachen oder Beweismittel vorlie-

gen müssten, welche den Behörden im Zeitpunkt der Einschätzungen nicht 

bekannt gewesen seien. Aus den Antwortschreiben des Beschwerdefüh-

rers gehe hervor, dass er dem RStA zusammen mit der eingereichten Steu-

ererklärung ausreichend Dokumente zur Verfügung gestellt habe, damit be-

reits im Rahmen des Einschätzungsverfahrens alle wesentlichen Informa-

tionen zur Verfügung gestanden hätten. Es seien keine neuen oder ande-

ren Tatsachen aufgetaucht, welche die Einleitung eines Nachsteuerverfah-

rens rechtfertigen würden. 

 

Es befremde, wenn die Behörde durch ihr jahrelanges Verhalten signali-

siere, es sei alles korrekt abgelaufen und dann nach sieben Jahren ihre 

Meinung rückwirkend geändert wissen wolle. Es liege der Fall einer unrich-

tigen rechtlichen Würdigung vor, die man behördlicherseits korrigieren 

wolle. Die unrichtige rechtliche Würdigung des Sachverhaltes in tatsächli-

cher oder rechtlicher Hinsicht im Zeitpunkt der Veranlagung gebe indes kei-

nen Anlass zur Einleitung eines Nachsteuerverfahrens. 

 

 - 6 - 

 

 

In den diversen Schreiben des RStA seien bis auf das Jahr 2014 keine 

Bankbelege verlangt worden. Insofern sei der Vorwurf, wonach die Bank-

belege bereits in den Veranlagungsverfahren verlangt aber vom Beschwer-

deführer nie eingereicht worden seien, objektiv nicht nachvollziehbar. Mit 

Schreiben vom 28. Februar 2019 sei eine Aktenergänzung verlangt wor-

den. Daraus sei zu schliessen, dass der Sachverhalt von Seiten des KStA 

offenbar noch als klärungsbedürftig angesehen worden sei. Diese Klärung 

hätte indes im Rahmen der ordentlichen Verfahren auf lokaler Ebene erfol-

gen müssen. Werde ein unvollständiger Sachverhalt im Veranlagungs-

verfahren nicht weiter geklärt, dürfe die unterlassene Untersuchung nicht 

im Nachsteuerverfahren nachgeholt werden. 

 

Bereits im Steuerjahr 2012 habe der Beschwerdeführer einen Auszug der 

B. mit monatlichen Zahlungen über CHF 5'700.00 beigelegt. Daraus sei in 

leicht erkennbarer Weise hervorgegangen, dass es einen Widerspruch 

zwischen den Zahlen gemäss Steuererklärung und den tatsächlichen 

Überweisungen gegeben habe. Trotz dieses Umstandes sei der Be-

schwerdeführer von den Steuerbehörden während mehrerer Jahre definitiv 

veranlagt worden. Die Zahlung des monatlichen Betrages ergebe sich zu-

dem aus dem der Steuererklärung 2011 beigelegten Scheidungsurteil (Zif-

fer 2.5 Kinderalimente, Ziffer 2.6 Frauenalimente und Ziffer 2.8 Verrech-

nung). Sie betrage CHF 5'698.00. 

 

3. 

3.1. 

Es ist nachfolgend zu untersuchen, ob das KStA zu Recht Nachsteuern für 

die Steuerperioden 2011 bis 2015 vom Beschwerdeführer erhoben hat.  

 

3.2. 

Ergibt sich auf Grund von Tatsachen oder Beweismitteln, die der Steuer-

behörde nicht bekannt waren, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterblie-

ben oder eine rechtskräftige Veranlagung unvollständig ist, so wird die nicht 

erhobene Steuer samt Zins als Nachsteuer eingefordert (Art. 151 Abs. 1 

DBG).  

 

3.3. 

Geprüft wird zuerst, ob eine neue Tatsache oder ein neues Beweismittel 

vorliegt.  

 

Neu sind Tatsachen, wenn sie im ordentlichen Veranlagungsverfahren 

nicht aktenkundig waren und somit erst nach rechtskräftiger Veranlagung 

zum Vorschein gekommen sind. Massgebend für die Neuheit von Tatsa-

chen ist der Aktenstand im Zeitpunkt der Veranlagung. Was damals nicht 

in den Akten ersichtlich war, gilt als neu. Die Neuheit ist auch dann zu be-

jahen, wenn die Steuerbehörde die fraglichen Sachkenntnisse bei besserer 

Untersuchung schon im früheren Verfahren hätte erlangen können. Sie darf 

 - 7 - 

 

 

sich auf die Richtigkeit der Steuererklärung verlassen. An die Abklärungs-

pflicht der Steuerbehörde können keine überspannten Anforderungen ge-

stellt werden (vgl. StE 2008 B 97.41 Nr. 22; BStPra 2008 S. 17; BStPra 

2007 S. 590). 

 

Ohne besonderen Anlass sind die Steuerbehörden denn auch nicht ver-

pflichtet, weitergehende Untersuchungen durchzuführen. Eine solche 

Pflicht besteht nur, wenn klar ersichtliche bzw. offensichtliche Fehler in ei-

ner Steuererklärung vorhanden sind. Das Vorliegen von bloss erkennbaren 

Mängeln ist nicht ausreichend, um Tatsachen zur Zeit der Veranlagung als 

bereits bekannt zu qualifizieren bzw. der Steuerbehörde ein entsprechen-

des Wissen anzurechnen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juni 

2004 [2A.286/2004] = ASA 75 S. 25). Die Steuerbehörde ist nicht verpflich-

tet, im Steuerdossier nach ergänzenden Unterlagen zu suchen. Ohne ent-

sprechende Hinweise müssen sie nicht sämtliche Vorakten nach Angaben 

durchforsten, ob auf immer noch fliessendes Einkommen zu schliessen ist 

(RGE vom 18. Oktober 1995 [K 3247/P 231]). Zum "Aktenstand" gehören 

nur Tatsachen, die sich aus den Akten der aktuellen Steuerperiode ergeben 

(Urteil des Bundesgerichts vom 3. Februar 2016 [2C_230/2015, 2C_231/ 

2015]; Peter Locher, Kommentar zum Bundesgesetz über die direkte Bun-

dessteuer, III. Teil, Basel 2015, Art. 151 DBG N 22, mit Hinweisen auf wei-

tere Urteile des Bundesgerichts). Ein Verschulden des Steuerpflichtigen ist 

nicht erforderlich (Urteil des Bundesgerichts vom 25. April 2003 [2A.182/ 

2002] = ASA 73 S. 482). 

 

4. 

4.1. 

Der Beschwerdeführer hat sich im Oktober 2011 scheiden lassen. Gemäss 

Scheidungsurteil vom 27. Oktober 2011 ist er verpflichtet, monatliche Un-

terhaltszahlungen von CHF 600.00 an seine geschiedene Frau sowie von 

je CHF 1'380.00 plus Kinderzulagen an seine vier Kinder zu bezahlen (Zif-

fer 2.5 f. des Scheidungsurteils). Im Scheidungsurteil wurde zudem festge-

halten, dass Frau E. zusätzlich ein Wohnrecht in der im Eigentum des 

Beschwerdeführers stehenden Liegenschaft (Einfamilienhaus C, S.) erhält. 

Frau E. hat dafür monatliche Mietzinszahlungen von CHF 1'382.00 

(entspricht dem Eigenmietwert) an den Beschwerdeführer (Ziffer 2.4 des 

Scheidungsurteils) zu leisten. Ziffer 2.8 des Scheidungsurteils lautet wie 

folgt: 

 

"2.8 Zahlungsmodalitäten der Unterhaltsbeiträge: A. zieht von den oben 
genannten Unterhaltsbeiträgen (Ziff. 2.5 und 2.6) vorab den Betrag 
für die ihm zustehende Miete ab (vgl. Ziff. 2.4). Den Restbetrag 
überweist er auf das Konto von E.. Die Unterhaltsbeiträge sind erst-
mals ab dem 1. November 2011 geschuldet und jeweils ab Fälligkeit 
zu 5% verzinslich." 

 - 8 - 

 

 

Der Beschwerdeführer hat das Scheidungsurteil mit der Steuererklärung 

2011 eingereicht (Eingang RStA am 22. März 2012). Der Beschwerdefüh-

rer hat in den Steuererklärungen 2011 bis 2015 Alimentenzahlungen de-

klariert und dabei die erhaltenen Mieteinkünfte seiner geschiedenen Frau 

für die Liegenschaft in S. zu den Unterhaltszahlungen hinzugezählt, was 

offensichtlich nicht dem Scheidungsurteil entspricht. Folglich hat ein zu 

hoher Abzug für Alimente resultiert. Der Beschwerdeführer hat die 

Steuererklärungen 2011 bis 2015 wie folgt ausgefüllt: 

 

Steuererklärung Unterhaltszahlung davon Mieteinkünfte 

2011 CHF 106'044.00 CHF 16'584.00 

2012 CHF 106'044.00 CHF 16'584.00 

2013 CHF   94'524.00 CHF 16'584.00 

2014 CHF   95'219.00 CHF 16'584.00 

2015 CHF   95'589.00 CHF 18'242.00 

 

Es trifft demnach zu, dass der Beschwerdeführer Unterhaltszahlungen an 

die geschiedene Frau und die Kinder in den Steuererklärungen 2011 bis 

2015 von über CHF 80'000.00 nicht korrekt deklariert hat. Der Beschwer-

deführer hat dies nicht bestritten. Er bestreitet jedoch, dass neue Tatsa-

chen vorliegen, welche Voraussetzung für die Durchführung eines Nach-

steuerverfahrens bilden. 

 

4.2.  

Der Beschwerdeführer hat den fraglichen Steuererklärungen keinen Bank-

beleg beigelegt, welche die deklarierten Zahlungen beweisen würden. Be-

treffend die Steuererklärung 2011 hat das RStA dem Beschwerdeführer ein 

Aktenergänzungsschreiben zugestellt. Darin wurde der Beschwerdeführer 

aufgefordert, die Zusammensetzung der deklarierten Alimentenzahlungen, 

eine Aufstellung der geleisteten Zahlungen im Jahr 2011, sowie die Auftei-

lung für Kinder und Ex-Frau zu dokumentieren. Ergänzend zur Steuerer-

klärung 2012 forderte das RStA zusätzliche Unterlagen ein. Das Aktener-

gänzungsschreiben verlangte den Nachweis der ausgerichteten Alimente 

an den geschiedenen Ehegatten und die Kinder im Jahr 2012 von 

CHF 106'044.00. Für die Steuererklärungen 2013 bis 2014 wurde in den 

Schreiben betreffend Aktenergänzung analog dem Steuerveranlagungs-

verfahren 2011 kein Zahlungsnachweis eingefordert. Für das Steuerjahr 

2016 erfolgte keine Aktenergänzung mehr. 

 

Auf die Aktenergänzungsschreiben des RStA hat der Beschwerdeführer 

stets mit einer eigenen Aufstellung der Zahlungen ohne Belege geantwor-

tet. Diese Aufstellungen führen die Zusammensetzung der Unterhaltsleis-

tungen pro Monat auf. Demgemäss zählte der Beschwerdeführer Alimente 

und Mietzins zusammen. Dazu schreibt der Beschwerdeführer explizit in 

Klammern, dass er den jeweiligen jährlichen Mietzins als Einkunft Eigen-

mietwert deklariert. Den Mietbetrag hat der Beschwerdeführer somit nie 

 - 9 - 

 

 

verschwiegen. Allein diese offensichtlich unklaren Angaben des Beschwer-

deführers hätten das RStA aufmerksam machen müssen und genau zu die-

sem Punkt weitere Untersuchungen notwendig erscheinen lassen. Obwohl 

der Beschwerdeführer auch bei expliziter Aufforderung während dem Steu-

erveranlagungsverfahren 2012 keinen Zahlungsnachweis erbracht hat, 

wurde weder nochmals nachgefragt (Mahnung), noch wurden weitere Un-

tersuchungshandlungen vorgenommen. 

 

Hätte das RStA zudem das der Steuererklärung 2011 beigelegte Schei-

dungsurteil mit den Angaben des Beschwerdeführers verglichen, hätten die 

Abweichungen auf jeden Fall auffallen müssen. Die Angaben des Be-

schwerdeführers bezüglich der Mietzahlungen stimmten offensichtlich nicht 

mit der Regelung im Scheidungsurteil überein. Gemäss Scheidungsurteil 

sollte der Beschwerdeführer die Mietzahlungen von seiner geschiedenen 

Frau erhalten bzw. mit dem geschuldeten Betrag für Alimente verrechnen. 

Demgegenüber bezahlte der Beschwerdeführer seinen eigenen Angaben 

zufolge den Mietbetrag an seine Ex-Frau, die in seinem Haus wohnte. Auch 

aufgrund dieser Widersprüchlichkeit zwischen der Deklaration sowie der 

zur Verfügung stehenden Unterlagen (Scheidungsurteil als Dauerakte) 

hätte sich das RStA veranlasst sehen müssen, weitere detaillierte Abklä-

rungen zu tätigen. 

 

Allenfalls hätten auch die Steuererklärungen von Frau E. weiteren 

Aufschluss über die Deklaration der Mietzahlungen geben können. Diese 

wurden ebenfalls nicht eingeholt. Erst im Veranlagungsverfahren 2016 

wurde ein Alimentenvergleich mit den Steuerbehörden am Wohnsitz der 

geschiedenen Ehefrau in S. durchgeführt, welcher schlussendlich das 

vorliegende Verfahren auslöste.  

 

4.3. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aufgrund fehlender neuer Tatsa-

chen die Voraussetzungen für die Durchführung eines Nachsteuerverfah-

rens nicht erfüllt sind. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen. 

 

5. 

5.1. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Beschwerdever-

fahrens auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 144 Abs. 1 DBG).  

 

5.2. 

Ausserdem ist dem Beschwerdeführer für die Vertretung im Beschwerde-

verfahren eine Parteientschädigung auszurichten (Art. 144 Abs. 4 DBG 

i.V.m. Art. 64 Abs. 1 VwVG). Der Beschwerdeführer beantragt eine Ent-

schädigung von CHF 1'500.00. Dies kann nur als Parteientschädigung ver-

standen werden, da gesetzlich keine weiteren Entschädigungen vorgese-

 - 10 - 

 

 

hen sind. Gemäss Leistungsblatt des Vertreters sind für die parallel geführ-

ten Nachsteuerverfahren betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2011 

bis 2015 (3-RV.2019.160) und Direkte Bundessteuern 2001 bis 2015 

(3-BB.2019.19) insgesamt Kosten von CHF 3'125.00 für Beratung und Be-

treuung angefallen. Der dem Beschwerdeführer in Rechnung gestellte Be-

trag beläuft sich hingegen auf lediglich CHF 2'154.00. Der Aufwand für die 

vorliegenden Verfahren (Leistungen ab 9. September 2019) beläuft sich 

gemäss Auflistung des Vertreters auf 7.45 Stunden. Bei einem Stunden-

ansatz von CHF 250.00 wird der Betrag richterlich auf CHF 2'000.00 (inkl. 

7.7 % MWSt und Auslagen) festgesetzt. Dieser Betrag ist auf die beiden 

Parallelverfahren nach jeweiligem Streitwert (vorliegend CHF 4'700.00 zu 

CHF 20'500.00, also 20% : 80%) aufzuteilen. Somit wird dem Beschwerde-

führer im vorliegenden Verfahren eine Entschädigung von CHF 400.00 

(inkl. 7.7 % MWSt und Auslagen) vergütet. 

 

 

 

 

  

 - 11 - 

 

 

 
   

Das Gericht erkennt: 

 

1. 

In Gutheissung der Beschwerde werden die Nachsteuerverfügung vom 

8. Mai 2019 sowie der Einspracheentscheid vom 21. August 2019 betref-

fend direkte Bundessteuern 2011 bis 2015 aufgehoben. 

 

2. 

Die Kosten des Verfahrens werden auf die Staatskasse genommen. 

  

3. 

Es wird eine Parteientschädigung von CHF 400.00 (inkl. 7.7 % MWSt) aus-

gerichtet. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

die Vertreterin des Beschwerdeführers (2) 

das Kantonale Steueramt 

das Regio Steueramt Q. 

die Eidg. Steuerverwaltung, Hauptabteilung direkte Bundessteuer 

 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung  

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Laurenzenvorstadt 9, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie der Entscheid 

zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der angefochtene Ent-

scheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (§§ 28 

und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezem-

ber 2007 [VRPG]). 

 

  

 - 12 - 

 

 

 

 
   

Aarau, 24. Juni 2021 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Heuscher Bernhard