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**Case Identifier:** e7f84253-2cea-5b1c-9f09-ae6e9c8a89b4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 21.03.2024 200 2023 89
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-89_2024-03-21.pdf

## Full Text

200 23 89 IV
WIS/COC/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 21. März 2024

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
vertreten durch Advokat Dr. iur. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 19. Dezember 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. März 2024, IV/23/89, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1968 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im Mai 2016 unter Hinweis auf starke Rückenschmerzen, 
Schmerzen am ganzen Körper sowie eine Depression bei der Invalidenver-
sicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV; Antwortbeilage 
[AB] 1). Nach erwerblichen und medizinischen Erhebungen, insbesondere 
nach Einholung eines bidisziplinären Gutachtens von Dr. med. 
C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. 
D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Rheumaerkran-
kungen (Expertise vom 23. Januar 2017, AB 40.1, 40.2, 41.1), verneinte die 
IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) mit Verfügung vom 10. April 
2017 (AB 47) einen Anspruch auf Leistungen der IV. Eine dagegen erho-
bene Beschwerde (AB 51 S. 3 ff.) wies das Verwaltungsgericht des Kan-
tons Bern mit Urteil vom 30. Januar 2018 ab (IV/2017/499; AB 73). Gleich-
zeitig wurden die Akten an die IVB übermittelt zur Prüfung einer nach Er-
lass der angefochtenen Verfügung eingetretenen Verschlechterung des 
Gesundheitszustandes.

In der Folge führte die IVB weitere medizinische und erwerbliche Erhebun-
gen durch. Dabei veranlasste sie auf Empfehlung des Regionalen Ärztli-
chen Dienstes (RAD; AB 132, 149) eine polydisziplinäre (internistische, 
neurologische, orthopädische, psychiatrische) Verlaufsbegutachtung durch 
die Fachärzte der E.________ (MEDAS; Expertise vom 26. November 
2020; AB 172.2). Mit Vorbescheid vom 21. Dezember 2020 (AB 173) stellte 
die IVB der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 4 % die 
Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Dagegen erhob die Versi-
cherte Einwand (AB 180, 182). Nach Einholung einer Stellungnahme der 
MEDAS-Gutachter (AB 188) stellte die IVB mit Vorbescheid vom 11. Juni 
2021 (AB 189) abermals die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. 
Damit zeigte sich die Versicherte nicht einverstanden (AB 193, 200). In der 
Folge führte die IVB gestützt auf eine weitere Stellungnahme der MEDAS-
Gutachter (AB 202) medizinische Erhebungen durch. Nach Rückfrage beim 
RAD (AB 229, 230) stellte die IVB mit Vorbescheid vom 7. September 2022 

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(AB 231) wiederum die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Nach 
erhobenem Einwand (AB 234, 236) und nach Rückfrage beim RAD 
(AB 239, 240) verfügte die IVB am 19. Dezember 2022 wie im letzten Vor-
bescheid angekündigt und wies das Rentenbegehren ab (AB 241). 

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Advokat Dr. iur. 
B.________, am 1. Februar 2023 Beschwerde und beantragte die Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung und die Zusprache einer ganzen Inva-
lidenrente. Eventualiter wurde die Rückweisung der Sache an die Be-
schwerdegegnerin zu weiteren Abklärungen und subeventualiter die Einho-
lung eines Gerichtsgutachtens beantragt.

Mit Beschwerdeantwort vom 4. April 2023 schloss die Beschwerdegegnerin 
auf Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 28. November 2023 forderte die In-
struktionsrichterin die Beschwerdegegnerin auf, das Ergebnis der vom 
Bundesamt für Sozialversicherung angewiesenen Qualitätskontrolle des 
MEDAS-Gutachtens mitzuteilen und bekannt zu geben, ob sie an den bis-
herigen Anträgen festhalte. Am 19. Dezember 2023 ging eine entspre-
chende Stellungnahme der Beschwerdegegnerin ein, in welcher sie unter 
Hinweis auf eine Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. med. F.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 15. Dezember 2023 (in 
den Gerichtskaten) das MEDAS-Gutachten für nachvollziehbar und schlüs-
sig erklärte und an ihren Rechtsbegehren festhielt.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 19. Dezember 2022 
(AB 241). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerde-
führerin.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. In zeitlicher Hin-
sicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung 
des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 
Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). 
Zwar datiert die angefochtene Verfügung vom 19. Dezember 2022 
(AB 241), womit sie nach dem Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 
2020 erging. Indessen liegt der frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen 
Entstehung eines Rentenanspruchs mit Blick auf die im Dezember 2017 
erfolgte (Neu-)Anmeldung (AB 72 S. 2 f.) vor dem 1. Januar 2022 (vgl. 
Art. 29 Abs. 1 IVG), weshalb die diesbezüglichen Bestimmungen des IVG 
in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung (fortan: aArt.) massgebend 
sind (Rz. 9101 des Kreisschreibens des Bundesamts für Sozialversiche-
rungen über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR]; zur 
Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 144 V 195 E. 4.2 S. 198).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. März 2024, IV/23/89, Seite 6

von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente. 

2.4 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.5 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV Nr. 54 
S. 181 E. 2.3). 

2.6 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die 
Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands oder Hilfebedarfs des 
Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenver-
sicherung [IVV; SR 831.201]; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 3). Wurde 
eine Rente, eine Hilflosenentschädigung oder ein Assistenzbeitrag wegen 
eines zu geringen IV-Grades, wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil auf-
grund des zu geringen Hilfebedarfs kein Anspruch auf einen Assistenzbei-
trag entsteht, verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn 
darin glaubhaft gemacht wird, dass sich der Sachverhalt in einer für den 
Anspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl. Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV). 

2.6.1 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-

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sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des IV-Grades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der IV-
Grad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung 
erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätz-
lich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr 
eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invalidität zu 
bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die glei-
che materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a 
S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.6.2 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den IV-Grad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b). 

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom 8. Dezem-
ber 2017 (AB 72 S. 2 f.) – entsprechend der Anweisung in VGE 
IV/2017/499 (AB 73 S. 13 E. 3.3) – eingetreten, womit die Eintretensfrage 
hier nicht zu überprüfen ist (vgl. BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Ferner kann 
die Frage, ob zwischen der leistungsabweisenden Verfügung vom 10. April 
2017 (AB 47), welche mit VGE IV/2017/499 (AB 73) bestätigt wurde, und 
der hier angefochtenen Verfügung vom 19. Dezember 2022 (AB 241) eine 
anspruchsbegründende Veränderung der erheblichen Tatsachen eingetre-
ten ist (vgl. E. 2.6.1 f. hiervor), ohne weiteres bejaht werden. Denn mit dem 
bei der Beschwerdeführerin festgestellten Mammakarzinom links, welches 
am 14. November 2017 operativ entfernt werden musste (AB 89 S. 17 ff.) 
mit anschliessender Bestrahlung (AB 85 S. 9 f., 89 S. 13 f.), und der am 
27. September 2019 erfolgten Rückenoperation (AB 143 S. 2 f.) mit Revisi-
onsoperation am 18. September 2020 (AB 213 S. 1) ist seit der Verfügung 
vom 10. April 2017 (AB 47) offenkundig eine relevante Veränderung des 

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Gesundheitszustands eingetreten. Folglich ist der Leistungsanspruch vor-
liegend in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 
141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 
E. 3.1). 

3.2 Zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerde-
führerin finden sich in den Akten insbesondere folgende Angaben: 

3.2.1 Die Beschwerdeführerin war vom 27. Februar bis 21. Mai 2019 in 
der Klinik G.________ hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 22. Mai 2019 
(AB 126 S. 2 ff.) wurden eine rezidivierende depressive Störung, gegen-
wärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2), 
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Antei-
len, ein Mammakarzinom links und ein Diabetes mellitus Typ 2 diagnosti-
ziert. Die Beschwerdeführerin sei aufgrund einer schweren depressiven 
Episode mit generalisierten Ängsten, Panikattacken, Schlafstörungen sowie 
massiven Schmerzen im Rücken (Rücken-OP vor zwei Jahren) und ge-
samten Körper (Schmerzstörung) zugewiesen worden (S. 2). Die Optimie-
rung der medikamentösen Behandlung, die Aktivierung und Stabilisierung 
seien die primären Ziele des stationären Aufenthaltes gewesen. Es sei der 
Eindruck entstanden, dass die Beschwerdeführerin durch den engen stati-
onären Rahmen, die medikamentösen Anpassungen sowie die Einbettung 
in ein soziales Umfeld an Stabilität gewonnen habe (S. 3 f.).

3.2.2 Prof. Dr. med. H.________, Facharzt für Neurochirurgie, führte im 
Bericht vom 15. Juli 2020 (AB 167) aus, die aktuelle Problematik sei eine 
rechtsbetonte Lumbosakralgie bei ISG-Pseudarthrose und Schraubenlo-
ckerung im ISG sowie eine rechtsbetonte Zervikalgie bei Facettensyndrom 
C5/6 und starken Myogelosen (S. 1). Die starken rechtsseitigen Beschwer-
den seien durch eine Fehlheilung im ISG erklärt. Es fänden sich neu 
Schraubenlockerungen. In dieser Situation sei eine Revisionsoperation mit 
Austausch der gelockerten Schrauben sowie zusätzlicher dorsaler Kno-
chenanlagerung (Kunstknochen und Inductos) empfohlen worden (S. 2).

3.2.3 Im polydisziplinären MEDAS-Gutachten vom 26. November 2020 
(AB 172.2) wurde mit Auswirkung auf Arbeitsfähigkeit eine "Malfusion einer 
ISG-Arthrodese rechts (27.09.2019), Mikrodekompression und Stabilisation 

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LWK 4/5 (15.01.2015)" diagnostiziert. Ohne Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit führten die Gutachter einen Diabetes mellitus Typ 2, einen mögli-
chen viralen, bronchitischen Infekt, einen Status nach Mammakarzinom 
links, ein duktales Carcinoma in situ rechts mit Status nach Segmentresek-
tion und postoperativer Bestrahlung, einen Nikotinkonsum, einen Opioid-
Fehlgebrauch (Palladon/Hydromorphon) sowie einen Benzodiazepin- und 
Z-Substanz-Fehlgebrauch auf (S. 6 f. Ziff. 4.2).

Aus internistischer Sicht bestünden keine Einschränkungen der Arbeits-
fähigkeit (AB 172.3 S. 23 Ziff. 8.1).

Aus neurologischer Sicht wurde ausgeführt, die Anamnese, die Aktenda-
ten, der hiesige neurologische Untersuchungsbefund sowie die Zusatzun-
tersuchungen ergäben keinen hinreichenden Anhalt für eine neurologisch 
begründete, invalidisierende Beeinträchtigung. Neurologische Vorbewer-
tungen, die eine Arbeitsunfähigkeit attestierten, lägen nicht vor. Zusam-
menfassend sei daher aus neurologischer Sicht keine Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit zu attestieren (AB 172.4 S. 18 f.).

Aus orthopädischer Sicht wurde ausgeführt, unter Berücksichtigung der 
erfolgten Bildgebung sei eine Schmerzgenese durch die objektivierte Mal-
Fusion nach erfolgter ISG-Arthrodese rechts hinreichend plausibel, es blie-
ben jedoch erhebliche Inkonsistenzen: Die anamnestisch berichtete gänzli-
che Wirkungslosigkeit der intensiven analgetischen Medikation sei nicht 
nachvollziehbar und die Medikamentenbestimmungen im hiesige Labor 
hätten teils auch keine wirksamen Spiegel gezeigt, was den Angaben zum 
Analgetika-Bedarf widerspreche. Auch sei die berichtete Reiseaktivität mit 
der reklamierten ständigen Schmerzintensität und assoziierten Einschrän-
kung der Mobilität nicht kompatibel. Eine demonstrative Ausgestaltung der 
Beschwerden sei mithin naheliegend. Aktenkundig sei zudem auch auf eine 
zumindest anteilig wesentliche psychiatrische Schmerzursache abgestellt 
worden, also ein nicht somatischer Anteil angenommen worden. Aktenkun-
dig sei eine Revisionsoperation im Bereich des ISG rechts vorgesehen 
(AB 172.5 S. 20 f. Ziff. 7.1). In der angestammten Tätigkeit (als … in einem 
…) bestehe keine Arbeitsfähigkeit. Spätestens nach einer Sanierung und 
Stabilisierung des ISG rechts sei eine Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit 
in der letzten Tätigkeit denkbar, wobei die konkrete Belastbarkeit (nach 

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Pensum und Rendement) hierfür ca. sechs Monate nach einer Revisions-
operation nochmals geprüft werden könne (S. 24 Ziff. 8.1). In einer ange-
passten, körperlich leichten, wechselbelastend oder überwiegend sitzend 
ausgeübten Tätigkeit sei keine dauerhafte Minderung der Arbeitsfähigkeit 
zu erwarten. Insoweit die Beschwerdeführerin der aktenkundig avisierten 
operativen Revision (ISG) zustimme, dürfe etwa drei Monate postoperativ 
eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit erwartet werden. 
Insoweit die Beschwerdeführerin keine operative Revision wünsche, wäre 
der Leidensdruck als objektiv nicht gravierend und eine Arbeitsfähigkeit in 
angepassten Tätigkeiten als per sofort gegeben anzusehen (S. 28 Ziff. 8.2).

Aus psychiatrischer Sicht wurde ausgeführt, im psychiatrischen Befund 
seien – deutlich diskrepant zum Beschwerdevortrag – keine erheblichen 
Beeinträchtigungen zu objektivieren, insbesondere hätten Stimmung, An-
trieb und affektive Schwingungsfähigkeit nicht auffällig gewirkt. Weiter be-
stehe – ebenfalls diskrepant zum Beschwerdevortrag – kein wesentlich 
schmerzgeplagter Eindruck (kein Schonsitz, keine Schonhaltung, keine 
Schmerzäusserungen und keine vegetative Beeinträchtigung), was mit der 
Angabe stärkster Schmerzen nicht in Deckung zu bringen sei. Zuletzt seien 
die Beschwerdevalidierungsverfahren im Rahmen der hiesigen testpsycho-
logischen Untersuchung auffällig gewesen, was die Annahme eines nicht 
authentischen Beschwerdevortrages weiter stütze. Eine psychiatrische Er-
krankung sei vor dem Hintergrund der erheblichen Diskrepanzen und aus-
weislich des erhobenen psychiatrischen Befundes sowie des weitgehend 
unbeeinträchtigten Eindrucks nicht mit der gebotenen Wahrscheinlichkeit 
zu attestieren. Folgend sei aus psychiatrischer Sicht eine erhebliche funkti-
onelle Beeinträchtigung und somit auch eine Beeinträchtigung der Arbeits-
fähigkeit nicht mit der gebotenen Wahrscheinlichkeit belegt (AB 172.6 S. 23 
Ziff. 6). In der Begutachtung seien keine psychopathologischen Befunde, 
die auf das Fortbestehen einer depressiven Störung hinwiesen, zu erhe-
ben, eine rezidivierende depressive Störung könne hier aufgrund der er-
heblichen Diskrepanzen und der aktenkundigen Hinweise für Aggravation 
lediglich als möglich bezeichnet werden. Eine überdauernde und invalidi-
sierende Gesundheitsstörung sei aktenkundig nicht ausreichend belegt 
(S. 25 Ziff. 6). 

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Aus polydisziplinärer Sicht kamen die Gutachter zum Schluss, seit Juni 
2019 bestehe in der angestammten Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit mehr. 
In einer angepassten, körperlich leichten, wechselbelastend oder überwie-
gend sitzend ausgeübten Tätigkeit sei keine dauerhafte Minderung der Ar-
beitsfähigkeit zu erwarten. Insoweit die Beschwerdeführerin der aktenkun-
dig avisierten operativen Revision (ISG rechts) zustimme, dürfe etwa drei 
Monate postoperativ eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig-
keit erwartet werden. Insoweit die Beschwerdeführerin keine operative Re-
vision wünsche, wäre der Leidensdruck als objektiv nicht gravierend und 
eine Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten als per sofort gegeben 
anzusehen (AB 172.2 S. 8 Ziff. 4.7 f.).

3.2.4 Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
diagnostizierte im Bericht vom 22. Juni 2021 (AB 200 S. 8 f.) eine rezidivie-
rende depressive Störung, gegenwärtig mittelschwer, mit somatischem 
Syndrom (ICD-10 F33.11) und eine generalisierte Angststörung (ICD-10 
F41.1; S. 9). Die Beschwerdeführerin leide an einer mittelschweren bis 
schweren depressiven Angststörung, die mit einem Stimmungstief einher-
gehe, das von täglichen Ängsten begleitet werde. Sie habe eine Konzentra-
tions- und Aufmerksamkeitsstörung. Das Erinnerungsvermögen sei gestört. 
Das Interesse, das Vergnügen und das Selbstwertgefühl seien vermindert. 
Zudem leide die Beschwerdeführerin an neurovegetativen Störungen wie 
Tachykardie, Schwitzen und Kopfschmerzen (S. 8). Der psychische Zu-
stand habe sich in den letzten vier Monaten verschlechtert. Die Erkrankung 
bestehe seit Jahren ohne Verbesserung resp. sogar mit einer Verschlech-
terung der depressiven Symptome. Unter diesen Umständen sei die Be-
schwerdeführerin zu 80 % bis 100 % arbeitsunfähig (S. 9).

3.2.5 Am 6. Dezember 2021 nahmen die MEDAS-Gutachter Stellung (AB 
202). Die gutachterliche orthopädische Bewertung der Arbeitsfähigkeit in 
angepassten Tätigkeiten stehe nicht unter dem Vorbehalt des Ergebnisses 
der anamnestisch seinerzeit avisierten Operation. Gemeint sei hier, dass 
unabhängig vom Operationsergebnis und auch unabhängig davon, ob die 
avisierte Operation erfolge, bereits zum Zeitpunkt der Begutachtung keine 
ausreichenden Anhaltspunkte für eine dauerhafte Minderung der Belast-
barkeit in einer angepassten Tätigkeit bestanden habe. Dr. med. 

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I.________ diagnostiziere im Bericht vom 22. Juni 2021 eine rezidivierende 
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom sowie eine 
Angststörung und attestiere eine Arbeitsunfähigkeit von 80 % bis 100 % 
(ohne Differenzierung nach angestammter und angepasster Tätigkeit). Zu 
erkennen sei eine Fortsetzung der nicht leitliniengerechten Medikation mit 
zwei Suchtmitteln (Benzodiazepin und Z-Substanz/Benzodiazepin-
Analogon). Die Behandlung eines depressiven Syndroms und einer Angst-
störung (wenn diese dann hier überhaupt von dem depressiven Syndrom 
abgrenzbar sei) mit zwei Suchtmitteln, die bekanntermassen mit affektiven 
und Angststörungen behaftet seien, erscheine hier nicht leitliniengerecht 
und paradox. Der Bericht gehe auf die Ergebnisse der Begutachtung nicht 
ein und eine Auseinandersetzung mit den Indikatoren lasse sich nicht er-
kennen. Angesichts der offenkundigen Fehlmedikation sei jedoch eine psy-
chische Verschlechterung durchaus denkbar und dementsprechend könne 
hier auch eine gutachterliche psychiatrische Verlaufsuntersuchung seitens 
der IV-Stelle erwogen werden (S. 1 f.).

3.2.6 Dr. med. I.________ wiederholte im Bericht vom 2. März 2022 
(AB 214 S. 3 ff.) seine zuvor gestellten Diagnosen (S. 5 Ziff. 2.5) und attes-
tierte fortlaufend seit Juni 2014 bis aktuell eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit 
(S. 4 Ziff. 1.3). Derzeit sei sie zu 100 % arbeitsunfähig (S. 7 Ziff. 4.2).

3.2.7 Dr. med. J.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, be-
scheinigte im Bericht vom 9. April 2022 (AB 220 S. 2 ff.) eine Verschlechte-
rung des Gesundheitszustands. Neu bestehe eine progrediente rechtsbe-
tone Lumbalgie im lumbosakralen Übergang (S. 2 Ziff. 1 und 3). Die Be-
schwerdeführerin leide weiterhin unter progredienten rechts betonten Lum-
balgien im lumbosakralen Übergang. Daneben leide sie unter diversen an-
deren Gelenk- und Muskelschmerzen im Rahmen einer chronischen 
Schmerzstörung. Sie sei depressiv und habe Ängste. Ein grosser subjekti-
ver Leidensdruck sei vorhanden. Die Beschwerdeführerin habe die not-
wendigen Ressourcen nicht, ihre Krankheiten zu überwinden. Sie habe 
eine massive Angst vor einer Krankheitsprogression einerseits in Bezug auf 
ihre Rückenschmerzen, anderseits in Bezug auf ihre Mammakarzinom-
Erkrankung (S. 3 Ziff. 4). Die Beschwerdeführerin sei polymorbid mit einer 
chronifizierten Schmerzstörung, depressiven Symptomen, schweren Ängs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. März 2024, IV/23/89, Seite 13

ten und fehlenden Ressourcen. Eine Arbeitsaufnahme in diesem Zustand 
sei nicht möglich (S. 5 Ziff. 12).

3.2.8 Dr. med. K.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und 
Infektionskrankheiten, sowie lic. phil. L.________, Psychologin FSP, dia-
gnostizierten im Bericht vom 15. Juli 2022 (AB 225) eine rezidivierende 
depressive Störung, gegenwärtig schwere depressive Symptome, im Ver-
lauf chronisch, mit somatischen und ohne psychotische Symptome (ICD-10 
F33.2; S. 3 Ziff. 2.5). Eine Arbeitsunfähigkeit sei bisher nicht attestiert wor-
den. Nach Angaben der Beschwerdeführerin und aktenanamnestisch be-
stehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit "seit langem" (S. 2 Ziff. 1.3). Die 
Beschwerdeführerin sei kognitiv, emotional und motorisch stark angeschla-
gen. Sie sei auf allen diesen Bereichen nicht leistungsfähig und im Ar-
beitsmarkt nicht einsatzfähig oder in keinem Arbeitsplatz tragfähig (S. 4 
Ziff. 3.4).

3.2.9 Der RAD-Arzt Dr. med. M.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, führte im Bericht 
vom 11. August 2022 (AB 229 S. 3 f.) aus, es bestehe bleibend eine Min-
derbelastbarkeit der Lendenwirbelsäule/ISG, wie sie von den Gutachtern im 
November 2020 festgestellt worden sei. Die Einschätzung des Hausarztes, 
keine Tätigkeiten seien mehr möglich, werde von ihm nicht durch Mitteilung 
von Befunden nachvollziehbar gemacht. Der Verweis auf die mitgereichten 
Befundberichte plausibilisiere die Einschätzung gänzlicher Arbeitsunfähig-
keit nicht (S. 3). Neue Tatsachen oder Befunde, denen versicherungsmedi-
zinische Relevanz zukäme, seien seit der Begutachtung 2020 nicht akten-
kundig. Somit sei es seither insgesamt nicht zu einer zusätzlichen dauer-
haften leistungsmindernden Verschlechterung des Gesundheitszustandes 
der Beschwerdeführerin gekommen (S. 4).

Die RAD-Ärztin Dr. med. N.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psy-
chotherapie, führte im Bericht vom 15. August 2022 (AB 230 S. 2 ff.) aus, 
seit der ausführlichen gutachterlichen Untersuchung lägen in psychiatri-
scher Hinsicht keine neuen fachärztlich objektiv erhobenen Befunde vor, 
welche eine andere Einschätzung des funktionellen Leistungsvermögens 
der Beschwerdeführerin begründen könnten. Dr. med. I.________ habe im 
Bericht vom 2. März 2022 keinerlei objektive Befunde im psychiatrischen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. März 2024, IV/23/89, Seite 14

Fachgebiet dokumentiert und habe die Beschwerdeführerin zudem zuletzt 
vor sieben Monaten gesehen. Bei Dr. med. K.________ handle es sich um 
keinen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Zusammen mit der 
delegiert arbeitenden Psychologin habe er keine Arbeitsunfähigkeitsatteste 
ausgestellt. In der Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens hät-
ten sie sich auf die Selbstauskünfte und Klagen der Beschwerdeführerin 
gestützt. Eine abweichende Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit, wie sie 
durch den psychiatrischen Gutachter festgestellt worden sei, lasse sich 
damit nicht plausibilisieren (S. 5).

3.2.10 Der RAD-Arzt Dr. med. M.________ hielt im Bericht vom 9. Dezem-
ber 2022 (AB 239 S. 3 f.) an seiner bisherigen Beurteilung fest (S. 3 f.).

Auch die RAD-Psychiaterin Dr. med. N.________ hielt im Bericht vom 
12. Dezember 2022 (AB 240 S. 2 ff.) an ihrer bisherigen Beurteilung fest 
(S. 3). 

3.2.11 Der RAD-Arzt Dr. med. F.________ hielt am 15. Dezember 2023 
fest (in den Gerichtsakten), anlässlich der durchgeführten interdisziplinären 
versicherungsmedizinischen Prüfung des MEDAS-Gutachtens vom 26. No-
vember 2020 (AB 172.2) seien keine gravierenden Mängel festgestellt wor-
den. Die Ergebnisse seien klar strukturiert dargelegt und die Interpretation 
sei nachvollziehbar, insbesondere in Bezug auf die Symptomvalidierung. 
Auf die versicherungsmedizinischen Schlussfolgerungen im Gutachten zur 
Einschätzung der Leistungsfähigkeit könne abgestellt werden (S. 2).

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. März 2024, IV/23/89, Seite 15

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2). Bei der Würdigung von durch die 
E.________ (MEDAS) erstellten Gutachten ist allerdings dem Umstand 
Rechnung zu tragen, dass die Invalidenversicherung gestützt auf die am 
4. Oktober 2023 veröffentlichte Empfehlung der EKQMB die Vergabe von 
bi- und polydisziplinären Expertisen an diese Gutachterstelle beendet hat 
(vgl. E. 3.4.1 hiernach). In der Übergangssituation, in der bereits eingeholte 
Gutachten der E.________ (MEDAS) zu würdigen sind, rechtfertigt es sich, 
an die Beweiswürdigung strengere Anforderungen zu stellen und die be-
weisrechtliche Situation der versicherten Person mit derjenigen bei versi-
cherungsinternen medizinischen Entscheidungsgrundlagen zu vergleichen. 
In solchen Fällen genügen bereits relativ geringe Zweifel an der Zuverläs-
sigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, um eine neue Be-
gutachtung anzuordnen bzw. ein Gerichtsgutachten einzuholen (Entscheid 
des Bundesgerichts [BGer] vom 26. Februar 2024, 8C_122/2023, E. 2.3).  

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. März 2024, IV/23/89, Seite 16

3.4

3.4.1 Im Rahmen einer Qualitätsüberprüfung der Sachverständigenbeur-
teilungen der E.________ (MEDAS) durch die EKQMB (vgl. Art. 7p der 
Verordnung vom 11. September 2002 über den Allgemeinen Teil des Sozi-
alversicherungsrechts [ATSV; SR 830.11]) wurden 32 zufällig ausgewählte 
poly- und bidisziplinäre Gutachten aus den Jahren 2022 und 2023 analy-
siert. Angesichts der zahlreichen festgestellten Mängel und Defizite in den 
analysierten Gutachten sowie der Nichteinhaltung der Vorgaben des Bun-
desamts für Sozialversicherungen (BSV) und anderer relevanter Standards 
(Überprüfungsbericht der EKQMB vom 7. November 2023 [fortan Überprü-
fungsbericht; abrufbar unter <www.ekqmb.admin.ch>, Rubrik: …]) empfahl 
die Kommission dem BSV, die Auftragsvergabe an die Gutachterstelle 
E.________ zu beenden (Empfehlung der EKQMB vom 4. Oktober 2023 
[fortan Empfehlung; abrufbar unter <www.ekqmb.admin.ch>, Rubrik: … ]). 
Mit Medienmitteilung vom 4. Oktober 2023 (fortan Medienmitteilung; abruf-
bar unter <www.bsv.admin.ch>, Rubrik: …) informierte das BSV darüber, 
dass die IV keine medizinischen Gutachten mehr an die E.________ 
(MEDAS) vergebe. Aus dieser nicht fallbezogenen Einschätzung zu den 
Gutachten der E.________ (MEDAS) kann jedoch nicht auf die beweis-
rechtliche Unverwertbarkeit des MEDAS-Gutachtens vom 26. November 
2020 (AB 172.2) geschlossen werden. Vielmehr wurden die IV-Stellen sei-
tens des BSV angewiesen, bereits vorliegende Gutachten einer (erneuten) 
Qualitätskontrolle zu unterziehen, wenn im konkreten Fall – wie vorlie-
gend – noch kein rechtskräftiger Leistungsentscheid vorliegt (Medienmittei-
lung). Entsprechend hat der RAD die Expertise vom 26. November 2020 
(AB 172.2) während des hängigen Beschwerdeverfahrens anhand der Kri-
terien von Rz. 3134 des Kreisschreibens des BSV über das Verfahren in 
der Invalidenversicherung (KSVI) sowie des von der EKQMB empfohlenen 
Prüfungsrasters (Anhang 3 des Überprüfungsberichts) interdisziplinär eva-
luiert. Dr. med. F.________ hielt am 15. Dezember 2023 das Ergebnis der 
Qualitätskontrolle fest und erklärte, es hätten sich keine gravierenden Män-
gel gezeigt. Auf die versicherungsmedizinischen Schlussfolgerungen des 
Gutachtens zur Einschätzung der Leistungsfähigkeit könne insofern abge-
stellt werden. Dieses Prüfungsergebnis befreit das Gericht indes nicht von 
einer sorgfältigen und umfassenden medizinischen Beweiswürdigung, zu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. März 2024, IV/23/89, Seite 17

mal sich die negative Feststellung lediglich auf „gravierende“ Mängel be-
zieht und die kurze Stellungnahme – entsprechend der Vorgabe von 
Rz. 3136 KSVI – keine näheren Erläuterungen enthält. 

3.4.2 Vorliegend hat sich die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hin-
sicht massgebend auf das MEDAS-Gutachten vom 26. November 2020 
(AB 172.2) – samt den diesbezüglichen Teilgutachten – gestützt. Dieses 
erfüllt die vorerwähnten höchstrichterlichen Beweisanforderungen an eine 
versicherungsexterne medizinische Expertise und erbringt – auch unter 
Berücksichtigung des von der EKQMB empfohlenen Prüfungsrasters im 
Anhang 3 des Überprüfungsberichts – vollen Beweis. Insbesondere basiert 
die Beurteilung auf umfassenden Untersuchungen, berücksichtigt die ge-
klagten Beschwerden und wurde in Kenntnis und nach Auseinanderset-
zung mit den Vorakten erstattet. Sie leuchtet in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion ein. Folglich kommt dem Gutachten voller Beweiswert zu (vgl. BGE 
125 V 351 E. 3b/bb S. 353 sowie E. 3.3 hiervor). Die MEDAS-Gutachter 
haben ausführlich begründet, dass die Beschwerdeführerin mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit an einer Malfusion einer ISG-Arthrodese rechts, 
Mikrodekompression und Stabilisation LWK 4/5 leidet (AB 172.2 S. 6 
Ziff. 4.2). Weiter haben sie schlüssig dargelegt, dass in der bisherigen 
Tätigkeit (als … in einem …) aktuell keine Arbeitsfähigkeit und in einer an-
gepassten Tätigkeit (körperlich leicht, wechselbelastend oder überwiegend 
sitzend ausgeübt) eine 100%ige Arbeitsfähigkeit besteht (S. 8 Ziff. 4.7 f.). 
Diese Einschätzung ist in sich nachvollziehbar und überzeugend. Ausser-
dem ergab die vom Bundesamt für Sozialversicherung angewiesene Qua-
litätskontrolle des MEDAS-Gutachtens keine Mängel (vgl. Bericht des RAD-
Arztes Dr. med. F.________ vom 26. November 2023; in den Gerichtsak-
ten). Auf dieses Gutachten ist abzustellen. 

Die an der Einschätzung der MEDAS-Gutachter beschwerdeweise vorge-
brachte Kritik verfängt nicht. Entgegen der Auffassung der Beschwerdefüh-
rerin (Beschwerde S. 3 f. Ziff. 6) haben die Gutachter in ihrer Beurteilung 
der Arbeitsfähigkeit keine widersprüchlichen Angaben gemacht und es 
wurde insbesondere im Zusammenhang mit dem avisierten operativen Ein-
griff (Revisionsoperation im Bereich des ISG rechts) keine "Hypothese" 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. März 2024, IV/23/89, Seite 18

erstellt. Vielmehr haben die Gutachter schlüssig dargelegt, dass sowohl mit 
als auch ohne den besagten operativen Eingriff in einer angepassten Tätig-
keit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit besteht. Es wurde lediglich erwähnt, 
dass drei Monate nach einer allfälligen Revisionsoperation wieder eine 
vollständige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit erwartet werde 
könne, d.h. dass die Arbeitsfähigkeit postoperativ für maximal drei Monate 
eingeschränkt ist. In der Stellungnahme vom 6. Dezember 2021 (AB 202 
S. 1 f.) stellten die MEDAS-Gutachter nochmals klar, dass die orthopädi-
sche Beurteilung nicht unter Vorbehalt des Ergebnisses der anamnestisch 
seinerzeit avisierten Operation erfolgt ist. Somit legten sie die Arbeitsfähig-
keit in einer angepassten Tätigkeit konstant auf 100 % fest. Bezüglich der 
attestierten Arbeitsfähigkeit ist ausserdem hervorzuheben, dass der or-
thopädische Gutachter auf diverse Inkonsistenzen hingewiesen hat, wie die 
berichtete gänzliche Wirkungslosigkeit der intensiven analgetischen Medi-
kation, die teilweisen nicht wirksamen Analgetikaspiegel und die berichtete 
Reiseaktivität, welche mit der reklamierten ständigen Schmerzintensität 
und assoziierten Einschränkung der Mobilität nicht kompatibel sei. Auf-
grund dessen schloss er auf eine demonstrative Ausgestaltung der Be-
schwerden (AB 172.5 S. 20 f. Ziff. 7.1 und S. 28 Ziff. 8.2). Dass die Arbeits-
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit nach einer Revisionsoperation von 
den Gutachtern offengelassen wurde (AB 172.5 S. 24 Ziff. 8.1), ist im Übri-
gen hier nicht zu beanstanden, da ausgehend von der vollständigen Ar-
beitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit kein Rentenanspruch besteht 
(vgl. E. 4.3.2 f. hiernach). 

Auch die weitere Kritik am MEDAS-Gutachten erweist sich als unbegrün-
det. Die Gutachter haben sich – entgegen der Behauptung in der Be-
schwerde (S. 4 f. Ziff. 7) – mit den medizinischen Vorakten und insbeson-
dere mit der im Bericht der Klinik G.________ vom 22. Mai 2019 (AB 126 
S. 2 ff.) diagnostizierten depressiven Störung auseinandergesetzt 
(AB 172.2 S. 55 und 172.6 S. 24). Dabei legte der psychiatrische Gutachter 
nachvollziehbar dar, dass keine psychopathologischen Befunde zu erheben 
sind, die auf das Bestehen einer depressiven (oder einer anderen psychia-
trischen) Störung hinwiesen. Gleichzeitig erwähnte er diverse Inkonsisten-
zen. So waren deutlich diskrepant zum Beschwerdevortrag keine erhebli-
chen Beeinträchtigungen zu objektvieren und es bestand kein schmerzge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. März 2024, IV/23/89, Seite 19

plagter Eindruck. Darüber hinaus waren die Beschwerdevalidierungsverfah-
ren auffällig, was auf Aggravation schliessen liess. Gestützt darauf kam er 
zum Schluss, dass aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Ar-
beitsfähigkeit besteht (AB 175.6 S. 23 ff. Ziff. 6 und S. 27 Ziff. 8.1). Diese 
Beurteilung steht im Einklang mit den Vorakten. Es finden sich abgesehen 
von der Zeit des stationären Aufenthalts in der Klinik G.________ vom 
27. Februar bis 21. Mai 2019 keine (aus psychiatrischer Sicht) bescheinig-
ten Arbeitsunfähigkeiten. So stellte namentlich Dr. med. C.________ im 
Gutachten vom 23. Januar 2017 aus psychiatrischer Sicht keine Ein-
schränkungen der Arbeitsfähigkeit fest (AB 41.1 S. 16 Ziff. VI 1).

3.5 Dass seit der Begutachtung in der MEDAS eine Verschlechterung 
insbesondere aus psychischer Sicht eingetreten wäre, ist gestützt auf die 
vorliegenden Akten – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin 
(Beschwerde S. 5 Ziff. 8) – nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt. Dar-
an ändert nichts, dass Dr. med. I.________ im Bericht vom 22. Juni 2021 
(AB 200 S. 8 f.) von einer Verschlechterung des psychischen Zustandes 
gesprochen und eine Arbeitsunfähigkeit von 80 % bis 100 % attestiert hat 
(S. 9). Denn eine substantiierte Begründung für die angegebene Ver-
schlechterung und die attestierte Arbeitsunfähigkeit fehlt in diesem Bericht. 
Ferner machte Dr. med. I.________ widersprüchliche Angaben zur Arbeits-
fähigkeit, indem er im Bericht vom 2. März 2022 (AB 214 S. 3 ff.) unter 
Wiederholung der zuvor gestellten Diagnosen nunmehr seit Juni 2014 bis 
aktuell eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigte und die Beschwerde-
führerin gleichzeitig aktuell als 100 % arbeitsunfähig einschätzte (S. 4 ff. 
Ziff. 1.3, 2.5, 4.2). Bereits aufgrund dieser widersprüchlichen Angaben kann 
nicht auf die Einschätzung von Dr. med. I.________ abgestellt werden. 
Dass die MEDAS-Gutachter in ihrer Stellungnahme vom 6. Dezember 2021 
(AB 202 S. 2) die von Dr. med. I.________ postulierte Verschlechterung 
des Gesundheitszustandes aufgrund der erfolgten Fehlmedikation als 
durchaus denkbar erachteten (Beschwerde S. 5 f. Ziff. 8), ändert vorliegend 
nichts. Die RAD-Psychiaterin Dr. med. N.________ hat sich im Bericht vom 
15. August 2022 (AB 230 S. 2 ff.) mit der Beurteilung von Dr. med. 
I.________ auseinandergesetzt und einlässlich sowie schlüssig dargelegt, 
dass seit der gutachterlichen Untersuchung in psychiatrischer Hinsicht kei-
ne neuen fachärztlichen objektiv erhobenen Befunde vorlägen, welche eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. März 2024, IV/23/89, Seite 20

andere Einschätzung des funktionellen Leistungsvermögens begründen 
könnten. Entsprechend hielt sie an dem im MEDAS-Gutachten erstellten 
Zumutbarkeitsprofil fest (S. 5). Auch die von Dr. med. K.________ und lic. 
phil. L.________ im Bericht vom 15. Juli 2022 (AB 225) attestierte vollstän-
dige Arbeitsunfähigkeit (S. 2 Ziff. 1.3) vermag keine Verschlechterung des 
psychischen Gesundheitszustandes zu belegen. Diesbezüglich wies die 
RAD-Psychiaterin Dr. med. N.________ (AB 230 S. 5) zu Recht darauf hin, 
dass sich Dr. med. K.________ und die delegiert arbeitende Psychologin in 
der Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens auf die Selbstaus-
künfte und Klagen der Beschwerdeführerin gestützt haben (vgl. AB 225 
S. 2 Ziff. 1.3). Eine vom psychiatrischen Gutachten abweichende Einschät-
zung der Arbeitsfähigkeitsfähigkeit lässt sich damit nicht plausibilisieren. 
Darüber hinaus ist der Beschwerdegegnerin zuzustimmen (Beschwerde-
antwort S. 3 Ziff. 4), dass der Umstand, dass sich die Beschwerdeführerin 
während vier Monaten in keiner psychiatrischen Behandlung befand (letzte 
Behandlung bei Dr. med. I.________ fand am 22. Juni 2021 statt [AB 214 
S. 4 Ziff. 1.1], die erste bei lic. phil. L.________ am 23. September 2021 
[AB 225 S. 2 Ziff. 1.1]) gegen eine erhebliche Verschlechterung spricht. 

Wenn Dr. med. J.________ im Bericht vom 9. April 2022 (AB 220) unter 
Hinweis auf eine neu bestehende rechtsbetonte Lumbalgie eine Ver-
schlechterung des Gesundheitszustandes geltend macht und eine 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (S. 2 Ziff. 1 und 3, S. 5 Ziff. 12), ändert dies 
vorliegend nichts. Der RAD-Arzt Dr. med. M.________ hat sich im Bericht 
vom 11. August 2022 (AB 229 S. 3 f.) mit diesem Bericht auseinanderge-
setzt und dargelegt, dass es der Hausarzt unterlassen habe, seine Beurtei-
lung mittels Befunden zu belegen und dass es somit seit der Begutachtung 
(aus somatischer Sicht) nicht zu einer zusätzlichen dauerhaften leistungs-
mindernden Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekommen ist 
(S. 4). Dieser Beurteilung kann ohne weiteres gefolgt werden. 

3.6 Zusammenfassend bestehen keine auch nur geringen Zweifel am 
MEDAS-Gutachten und dieses erfüllt damit auch die strengeren Anforde-
rungen des Bundesgerichts (vgl. E. 3.3 hiervor). Folglich besteht in der an-
gestammten Tätigkeit keine und in einer angepassten Tätigkeit eine 
100%ige Arbeitsfähigkeit.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. März 2024, IV/23/89, Seite 21

Der Sachverhalt ist gestützt auf vorliegenden Akten hinreichend erstellt, 
weshalb – entgegen dem Eventualantrag in der Beschwerde (S. 2 
Ziff. I 2) – auf weitere Beweiserhebungen und dabei insbesondere auf eine 
psychiatrische und orthopädische Verlaufsbegutachtung zu verzichten ist 
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 
E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

4.

4.1

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2022 UV Nr. 4 S. 12 E. 3.2). 

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 
S. 296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohn-
strukturerhebungen (LSE) herangezogen werden. Dabei wird in der Regel 
der Totalwert angewendet. Praxisgemäss ist beim anhand der LSE vorge-
nommenen Einkommensvergleich sodann von der Tabellengruppe A (stan-
dardisierte Bruttolöhne) auszugehen, wobei üblicherweise auf die Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, abgestellt wird. Bei der Verwendung 
der standardisierten Bruttolöhne ist gemäss Rechtsprechung jeweils vom 
sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen (BGE 148 V 174 E. 6.2 
S. 181, 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Es gilt zu berücksichtigen, dass gesund-
heitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätig-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. März 2024, IV/23/89, Seite 22

keiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entspre-
chend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und des-
halb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müs-
sen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu 
tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Fra-
ge, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt 
von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten 
Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Natio-
nalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtli-
cher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Er-
messen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 135 V 297 
E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). 
Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen 
Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätz-
lich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu 
einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 
148 V 174 E. 6.3 S. 182, 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

4.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Der frühest mögliche Rentenbeginn ist unter Berück-
sichtigung des Wartejahres und der (Neu-)Anmeldung im Dezember 2017 
(AB 72 S. 2 f.) in Anwendung von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG 
auf das Jahr 2018 festzusetzen. Auf diesen Zeitpunkt hin ist ein Einkom-
mensvergleich durchzuführen. 

4.3

4.3.1 Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesund-
heit weiterhin im … arbeiten würde (vgl. AB 172.3 S. 14). Da sie ihre Ar-
beitsstelle im familieneigenen … bis zum Jahr 2013 ausübte und dieser 
auch nicht mehr existiert (AB 79 S. 2, 172.3 S. 14), ist das Valideneinkom-
men nicht anhand des zuletzt erzielten Einkommens, sondern gestützt auf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. März 2024, IV/23/89, Seite 23

die Tabellenlöhne (LSE 2018) zu ermitteln (vgl. E. 4.1.1 hiervor). Dabei 
würde es sich angesichts der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin keine 
Ausbildung abgeschlossen hat (AB 41.1 S. 3, 172.3 S. 14), grundsätzlich 
rechtfertigen, auf das Kompetenzniveau 1 (einfache Arbeiten körperlicher 
oder handwerklicher Art) der Ziff. 55-56 (…) der TA1 abzustellen. Selbst 
wenn unter Berücksichtigung der langjährigen Berufserfahrung der Be-
schwerdeführerin im … (sie war zehn Jahr im familieneigenen … tätig 
[AB 172.3 S. 14]) und letztlich zu Gunsten der Beschwerdeführerin – ent-
sprechend dem Vorgehen der Beschwerdegegnerin (AB 241 S. 2) – auf 
das Kompetenzniveau 2 abgestellt wird, welches allerdings besondere Fer-
tigkeiten und Kenntnisse voraussetzen würde (vgl. Entscheid des BGer 
vom 22. April 2020, 8C_5/2020, E. 5.3.2), resultiert – wie nachfolgend dar-
gelegt wird – ein rentenausschliessender IV-Grad.

Der massgebliche monatliche Bruttolohn für Frauen beträgt gemäss 
LSE 2018, TA1, Ziff. 55-56, Kompetenzniveau 2, Fr. 4'265.--. An die be-
triebsübliche Wochenarbeitszeit von 42.4 Stunden (Bundesamt für Statistik 
[BFS], Betriebsübliche Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen 
[BUA], Ziff. 55-56 [Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie]) ange-
passt, resultiert daraus ein jährliches Valideneinkommen von Fr. 54'250.80 
(Fr. 4'265.-- : 40 x 42.4 x 12).

4.3.2 Die Beschwerdeführerin hat keine Verweistätigkeit im zumutbaren 
Rahmen aufgenommen, weshalb das hypothetische Invalideneinkommen 
ebenfalls gestützt auf die Tabellenlöhne zu ermitteln ist (vgl. E. 4.1.2 hier-
vor). 

Die Beschwerdeführerin ist in einer angepassten Tätigkeit (körperlich leicht, 
wechselbelastend oder überwiegend sitzend) zu 100 % ohne Leistungs-
minderung arbeitsfähig (vgl. E. 3.4 f. hiervor). Dementsprechend ist nicht zu 
beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen ge-
stützt auf das Total des Kompetenzniveaus 1 ermittelt hat (AB 241 S. 1), 
zumal der Beschwerdeführerin verschiedene Verweistätigkeiten in diversen 
Tätigkeitsgebieten offen stehen. Der massgebliche monatliche Bruttolohn 
für Frauen beträgt Fr. 4'371.--. An die betriebsübliche Wochenarbeitszeit 
von 41.7 Stunden (BFS, BUA, Total) angepasst, resultiert daraus ein Inva-
lideneinkommen von Fr. 54'681.20 (Fr. 4'371.-- : 40 x 41.7 x 12) im Jahr. 

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Ein zusätzlicher Abzug vom Tabellenlohn (vgl. E. 4.1.2 hiervor) ist hier nicht 
gerechtfertigt und wurde von der Beschwerdegegnerin auch nicht vorge-
nommen (AB 241 S. 1), was unbeanstandet blieb. 

4.3.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 54'250.80 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 54'681.20 resultiert ein IV-Grad von 0 %. Folglich 
besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente (vgl. E. 2.3 hiervor). 

Die angefochtene Verfügung lässt sich nicht beanstanden. Die Beschwerde 
ist abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen. 

5.2 Vorliegend besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. März 2024, IV/23/89, Seite 25

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Advokat Dr. iur. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.