# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 81f46fc2-3ef3-5440-9e59-0ae6f3aa6110
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-05-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 14.05.2008 UV 2007/57
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2007-57_2008-05-14.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2007/57

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 05.05.2020

Entscheiddatum: 14.05.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 14.05.2008
Art. 24 UVG. Festlegung des Integritätsschadens für eine unfallbedingte 
Knieverletzung. Gerichtskostenauferlegung wegen mutwilliger 
Prozessführung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 14. Mai 2008, UV 2007/57)

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichter Joachim Huber und Franz Schlauri;

Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 14. Mai 2008

in Sachen

S.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. X.___,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Integritätsentschädigung

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sachverhalt:

A.         

A.a    S.___, geb. 1948, war als Kassiererin bei der A.___ tätig und dadurch bei der 

Suva versichert, als sie am 19. August 1999 als Fahrradfahrerin seitlich in einen 

Reisebus prallte und stürzte. Sie zog sich eine Knieverletzung rechts sowie Prellungen 

an Händen und Armen beidseits zu (UV-act. 1, 2). In den Ambulanzberichten des 

Krankenhauses B.___ vom 20. Oktober 1999 und 3. Februar 2000 wurden folgende 

Diagnosen festgehalten: "Bursa infrapatt. Hämatom dext, Cont. et Excor. Gen. 

Utriusque, Cont. et Excor. Regio olecrani dext, V.a. Schulterstauchungsschmerz 

dext" (UV-act. 4, 6). Die ärztliche Behandlung wurde - bei voller Arbeitsfähigkeit seit 20. 

September 1999 - im Februar 2000 abgeschlossen (UV-act. 6.2, 6.3, 7).

A.b   Am 17. August 2000 meldete die Arbeitgeberin der Suva einen Rückfall, nachdem 

die Versicherte sich am 4. August 2000 wieder in ärztliche Behandlung begeben hatte 

(UV-act. 11). Das Arbeitsverhältnis wurde durch die Arbeitgeberin auf Ende Oktober 

2000 aufgelöst (UV-act. 13). Am 23. November 2000 führte Dr. med. C.___, Facharzt für 

Orthopädie und orthopädische Chirurgie, bei diagnostizierter basisnaher horizontaler 

Ruptur des medialen Meniskushinterhorns und starker Reizsynovitis des rechten Knies 

eine subtotale Hinterhornmeniskektomie, ein Shaving der Reizsynovitis und eine 

Resektion der multiplen einklemmenden Synovialzotten durch (UV-act. 16). Die Suva 

anerkannte die Leistungspflicht für den Rückfall. Eine Arbeitsfähigkeit lag ab 29. Januar 

2001 wieder vor. Die Behandlung wurde im August 2001 abgeschlossen (UV-act. 23, 

26, 27, 32, 33).

A.c    Im Mai 2002 wurde der Suva ein weiterer Rückfall mit ärztlicher Behandlung des 

linken Knies bei Dr. C.___ ab 26. April 2002 gemeldet (UV-act. 34, 36, 39). Die 

Invalidenversicherung sprach der Versicherten mit Verfügung vom 7. August 2002 eine 

ganze Rente auf der Basis eines IV-Grads von 69% zu (UV-act. 45.1; vgl. auch UV-act. 

81.1). Nach Durchführung von weiteren Behandlungen und Abklärungen am linken 

Knie, für welche die Suva die Leistungspflicht grundsätzlich anerkannte (vgl. UV-act. 

49, 55, 59), stellte die Versicherte am 26. September 2005 ein Gesuch um Ausrichtung 

einer Integritätsentschädigung (UV-act. 61). Mit Verfügung vom 30. Januar 2006 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

eröffnete die Suva dem Rechtsvertreter der Versicherten unter Hinweis auf die 

kreisärztliche Untersuchung vom 8. Dezember 2005, die Voraussetzungen für die 

Gewährung einer Integritätsentschädigung seien nicht gegeben. Es liege keine 

erhebliche Schädigung der körperlichen Integrität vor (UV-act. 75). Die hiegegen 

erhobene Einsprache (UV-act. 76) wies die die Suva mit Einspracheentscheid vom 21. 

März 2007 ab.

B.        

B.a   Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Dr. X.___ für die Versicherte am 23. 

April 2007 Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben, und es sei der 

Beschwerdeführerin eine Integritätsentschädigung von Fr. 32'040.-- auszurichten. 

Eventuell sei der Beschwerdeführerin eine Integritätsentschädigung nach richterlichem 

Ermessen, mindestens aber von Fr. 5'340.--, auszurichten. In der 

Beschwerdeergänzung vom 2. Mai 2007 hielt der Rechtsvertreter fest, zur Begründung 

des Einspracheentscheids seien einzig die Berichte des Suva-Kreisarztes 

herbeigezogen worden, während diejenigen der behandelnden österreichischen Ärzte 

überhaupt nicht gewürdigt worden seien. Dabei sei namentlich auf die Berichte von Dr. 

C.___ zurückzugreifen, welche klar zeigen würden, dass die seit 1999 festgestellten 

Beschwerden Folgen des Unfalls seien. Es sei ein (noch ausstehender) zusätzlicher 

Bericht von Dr. C.___ angefordert worden (act. G 3.1). Der Unfall aus dem Jahr 1999 

sei keineswegs problemlos abgeheilt. Diverse operative Eingriffe hätten zwar 

vorübergehend eine Besserung bewirkt, jedoch sei keine Langzeitbesserung 

eingetreten. Die Verletzung im linken Knie habe auch das rechte Knie in Mitleidenschaft 

gezogen. In beiden Knien sei eine Arthrosenbildung festzustellen, welche durch den 

Unfall verstärkt worden sei. Gemäss Suva-Feinrastertabelle 6.2 sei bei 

Knieinstabilitäten eine Integritätsentschädigung von 0-30% geschuldet. Der 

Integritätsschaden sei dauernd.  

B.b In der Beschwerdeantwort vom 27. Juni 2007 beantragte die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des angefochtenen Entscheids. Zur 

Begründung verwies sie auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.c   Die Beschwerdeführerin machte von der ihr eingeräumten Möglichkeit zur Replik 

keinen Gebrauch, stellte jedoch den Antrag auf Durchführung einer mündlichen 

Verhandlung (act. G 14, 17, 18).

B.d Auf die Vorbringen anlässlich der mündlichen Verhandlung vom 14. Mai 2008 wird, 

soweit entscheidwesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. Die 

Beschwerdegegnerin hat bereits mit Schreiben vom 27. März 2008 auf die Teilnahme 

an der mündlichen Verhandlung verzichtet.

Erwägungen:

1.         

1.1    Streitig ist zwischen den Parteien, ob der Beschwerdeführerin als Folge des 

Unfalls vom 19. August 1999 für den Gesundheitsschaden am rechten und linken Knie 

eine Integritätsentschädigung auszurichten ist. Die Beschwerdegegnerin legte im 

angefochtenen Entscheid (Erw. 2) die rechtlichen Voraussetzungen des Anspruchs auf 

Integritätsentschädigung zutreffend dar; darauf ist zu verweisen. - Im Ambulanzbericht 

des Landeskrankenhauses B.___ vom 20. Oktober 1999 wurde ein Befund am rechten 

und linken Knie aufgeführt (UV-act. 65). Dr. C.___ berichtete am 20. Oktober 2000 unter 

anderem, eine Differenzierung von traumatisch bedingten Knorpelschäden und des vor 

dem Unfall bestehenden degenerativen Knorpelschadens könne nur der Operateur 

vornehmen (UV-act. 60). Im Bericht vom 4. Dezember 2000 vermerkte Dr. C.___ einen 

Zustand nach Verkehrsunfall vom August 1999 mit Kniebeschwerden rechts sowie 

einen Zustand nach Arthroskopie des rechten Knies vor fünf Jahren (UV-act. 16), d.h. 

im Jahr 1995. Im orthopädisch-rheumatologischen Gutachten vom 23. November 2001 

stellte Dr. D.___, Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie mit Additivfach 

Rheumatologie, neben weiteren Diagnosen jene eines femoropatellaren 

Schmerzsyndroms rechts bei Status post Arthroskopie mit medialer 

Meniskusteilresektion im November 2000, bei konservativradiologisch altersgemässem 

Normbefund. Der Arzt gelangte unter Einbezug einer konsiliarischen psychiatrischen 

Beurteilung (Diagnose einer chronischen somatoformen Schmerzstörung) zum Schluss, 

die Patientin sei als arbeitsunfähig zu betrachten. Es bestehe psychiatrischerseits 

angesichts des fortgeschrittenen Stadiums der Erkrankung keine begründete Aussicht, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

dass sich der Gesundheitszustand noch bessern lasse (UV-act. 41). Kreisarzt Dr. med. 

E.___ erwähnte im Bericht vom 18. April 2002 einen Vorzustand am rechten Knie und 

hielt unter anderem fest, es sei aufgrund des protrahierten Verlaufs eine Teilkausalität 

des Ereignisses vom 19. August 1999 bis August 2001, d.h. bis zum Abschluss der 

Behandlung durch Dr. C.___, anzunehmen (UV-act. 32). Mit Bericht vom 21. Juni 2002 

diagnostizierte Dr. C.___ eine fragliche Meniskusläsion/-Ruptur am linken Knie (UV-act. 

39). Dr. F.___ hielt im Bericht vom 17. Juli 2002 fest, die derzeitigen Beschwerden am 

linken Knie würden einer Chondropathia patellae und Periarthropathie entsprechen und 

seien eher nicht auf den Unfall zurückzuführen (UV-act. 44). Am 8. Juli 2003 führte Dr. 

C.___ eine transarthroskopische partielle mediale Hinterhornmeniskektomie am linken 

Knie und ein Shaving der Reizsynovitis durch. Die MRI-Untersuchung erbrachte den 

Nachweis einer Meniskusruptur links (UV-act. 48). Am 3. November 2005 berichtete die 

Beschwerdeführerin dem Suva-Aussendienstmitarbeiter über das Befinden am rechten 

und linken Knie (UV-act. 69).

1.2    Gemäss Bericht des Röntgeninstituts Y.___ vom 8. Dezember 2005, bestanden 

beidseits eine minime symmetrische Verschmälerung des medialen radiologischen 

Kniegelenksspaltes, eine normale Struktur und Kontur der gelenkbildenden 

Skelettabschnitte ohne ossäre Arthrosezeichen sowie normale periartikuläre Weichteile. 

Hinsichtlich der Patella wurde eine leichte Verschmälerung des medialen femoro-

patellaren Knorpelraumes rechts als Hinweis auf eine beginnende 

Femoropatellararthrose sowie eine normale Weite des Knorpelraumes links und ein 

fehlender Nachweis von Verkalkungen vermerkt. Im weiteren wurden diskrete 

Osteophyten am lateralen Aspekt beider Patellae festgehalten. Ansonsten liege eine 

normale Struktur und Kontur der gelenkbildenden Skelettanteile vor (UV-act. 71, 72). 

Gemäss Bericht vom 8. Dezember 2005 über eine kreisärztliche Untersuchung durch 

Dr. E.___ ist bereits vor dem suva-versicherten Unfall eine Kniearthroskopie 

durchgeführt worden. Die bekannte Chondropathie sei traumatisiert worden. Es 

bestehe ein ergussfreies Knie ohne Synovitis-Zeichen und ein chronisches 

femoropateläres Schmerzsyndroms links bei praktisch freier Beweglichkeit. 

Beeinträchtigt sei die belastete Knieflexion. Es bestehe eine fragliche Bakerzyste. 

Aktuell liege kein Hinweis auf eine behandlungsbedürftige Meniskusläsion vor, die 

Stabilität sei recht gut. Am rechten Knie bestünden günstige, altersentsprechende 

Befunde. Hier sei die Patientin auch praktisch beschwerdefrei. Zusammenfassend 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

könne lediglich von einer beginnenden beidseitigen Arthrose femorotibial und 

femoropatellär gesprochen werden. Der Befund müsse als praktisch 

altersentsprechend und somit weitgehend physiologisch beurteilt werden. Eine 

Integritätsentschädigung sei angesichts dieser Befunde klinisch und radiologisch nicht 

geschuldet. Gemäss Feinrastertabelle 5 sei sogar bei leichten Arthrosen keine 

Entschädigung geschuldet. Wenn es langfristig wider Erwarten zu einer erheblichen 

Zunahme von degenerativen Veränderungen an den Kniegelenken kommen sollte, 

müsste eine Neuevaluation erfolgen (UV-act. 73). 

2.         

Vorweg ist festzuhalten, dass sich aus dem Umstand des Bezugs einer ganzen IV-

Rente auf der Basis eines IV-Grads von 69% (UV-act. 45.1) für die vorliegend streitige 

Frage nichts ableiten lässt. Im Gutachten von Dr. D.___ wurden eine Vielzahl 

unfallfremder Diagnosen bestätigt und die Arbeitsfähigkeit als in erster Linie durch den 

psychiatrischen Befund eingeschränkt erachtet (UV-act. 41). Die Beurteilung des 

kniebedingten Integritätsschadens durch Dr. E.___ vom 8. Dezember 2005, die gestützt 

auf eine persönliche Untersuchung der Beschwerdeführerin und unmittelbar zuvor 

erstellte Röntgenbefunde erfolgte, ist eingehend und nachvollziehbar begründet. Sie 

wurde insbesondere auch unter Berücksichtigung der früheren medizinischen Akten 

erstellt und steht im Einklang mit den darin aufgeführten Erkenntnissen. Die in der 

Beschwerde zitierten Berichte von Dr. C.___ (UV-act. 48, 53, 54, 58) bestätigen 

grundsätzlich die - allseits unbestrittene - (teilweise) Unfallkausalität der 

Kniebeschwerden. Sie haben jedoch nicht die Frage des Integritätsschadens zum 

Gegenstand, und vermögen daher zur Beantwortung der hier streitigen Frage nichts 

beizutragen. Zum Einwand der Beschwerdeführerin, dass an beiden Knien schwere 

Instabilitäten bestehen würden, ist festzuhalten, dass die kreisärztliche Untersuchung 

vom 8. Dezember 2005 am linken Knie eine recht gute Stabilität zeigte und am rechten 

Knie günstige, altersentsprechende Befunde erhoben wurden. Anlässlich dieser 

Untersuchung hatte die Beschwerdeführerin Schmerzen im Bereich der Kniescheibe 

und Schwellungsneigung angegeben, das Vorliegen einer Instabilität oder von 

Blockaden jedoch ausdrücklich verneint (UV-act. 73.1). Bei diesem Sachverhalt 

bestand für die Beschwerdegegnerin kein Anlass, die Feinrastertabelle 6 

(Integritätsschaden bei Gelenkinstabilitäten) zur Anwendung zu bringen. Ganz 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

abgesehen davon, wären leichte Instabilitäten, selbst wenn solche vorliegen würden, 

zum vornherein nicht zu entschädigen. Und auch wenn noch von einer leichten 

Arthrose auszugehen wäre, könnte daraus bei Anwendung der Feinrastertabelle 5 kein 

Integritätsschaden abgeleitet werden. Konkret ist der Zeitraum bis 21. März 2007 

(Datum des angefochtenen Einspracheentscheids) zu prüfen; das letztgenannte Datum 

bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Prüfungsbefugnis 

(BGE 121 V 362 Erw. 1b mit Hinweisen; Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts vom 27. August 2002 [U 172/00] Erw. 3.2 und 4.2). Eine im 

Nachgang zur kreisärztlichen Untersuchung eingetretene Verschlimmerung ist weder 

aus den Akten ersichtlich noch wird eine solche behauptet. Der seit Mai 2007 

angekündigte Bericht von Dr. C.___ bzw. von dessen Praxisnachfolger Dr. med. G.___ 

wurde auch anlässlich der mündlichen Verhandlung vom 14. Mai 2008 nicht 

eingereicht, angeblich weil die Beschwerdeführerin noch zu wenig lange bei diesem 

Arzt in Behandlung sei. Vor diesem Hintergrund lässt sich der angefochtene Entscheid 

nicht beanstanden.

3.         

3.1    Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 21. März 2007 abzuweisen.

3.2    Nach Art. 61 lit. a ATSG ist das Verfahren vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht für die Parteien in der Regel kostenlos; einer Partei, die sich 

mutwillig oder leichtsinnig verhält, können jedoch eine Spruchgebühr und die 

Verfahrenskosten auferlegt werden. Mutwillige Prozessführung ist nicht einfach mit der 

Erhebung einer aussichtslosen Beschwerde gleichzusetzen. Sie setzt vielmehr ein 

subjektives tadelnswertes Verhalten einer Partei in dem Sinn voraus, dass die Partei die 

Aussichtslosigkeit bei der ihr zumutbaren vernunftgemässen Überlegung ohne weiteres 

hätte erkennen können, den Prozess aber trotzdem führt (BGE 124 V 285 Erw. 3b, 

SVR-AHV 1998 Nr. 7; vgl. auch Kieser, ATSG-Kommentar, Art. 61 Rz 32).  

Im vorliegenden Verfahren wies der Gerichtspräsident den Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin im Hinblick auf das Begehren um Durchführung einer mündlichen 

Verhandlung am 5. November 2007 schriftlich darauf hin, dass bis anhin keine 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

medizinischen Berichte vorlägen, welche eine abweichende Beurteilung und Schätzung 

des Integritätsschadens enthielten. Da dies für eine erfolgversprechende 

Argumentation gegen den angefochtenen Entscheid der Beschwerdegegnerin jedoch 

unbedingt notwendig sei, dürfte eine mündliche Verhandlung ohne solche Beweismittel 

keinen grossen Sinn machen (act. G 18). Dessen ungeachtet hielt der Rechtsvertreter 

der Beschwerdeführerin auch nach Kenntnisnahme des Verzichts der Gegenpartei an 

einer Teilnahme an der Durchführung der mündlichen Verhandlung fest. Auch an dieser 

konnte er aber den mehrfach in Aussicht gestellten Arztbericht von Dr. G.___, der eine 

andere Beurteilung des Integritätsschadens belegen sollte, nicht vorlegen, angeblich 

weil die Beschwerdeführerin noch nicht sehr lange bei diesem Arzt in Behandlung sei; 

dabei behielt er sich eine allfällige Nachreichung aber ausdrücklich vor. Das 

Fernbleiben der Beschwerdeführerin, auf deren Wunsch angeblich die mündliche 

Verhandlung stattfinden sollte und die mit einer Vorladungskopie vom 21. April 2008 

über den Verhandlungstermin informiert worden war, erklärte er mit einer kurzfristig 

mitgeteilten Auslandabwesenheit. An der mündlichen Verhandlung selbst brach er 

seinen Parteivortrag bereits nach wenigen Sätzen ab, nachdem ihn der Vorsitzende 

unterbrochen und auf den Prozessstoff - Anspruch auf eine Integritätsentschädigung 

für eine behauptete Knieinstabilität - hingewiesen hatte, zu dem ein Bericht über eine 

Kontrolluntersuchung von 1999 wohl kaum etwas beitragen könne. In der Folge 

verzichtete er wegen angeblicher Voreingenommenheit des Gerichtes bzw. des 

Vorsitzenden auf weitere Ausführungen und verliess den Gerichtssaal. Dieses Verhalten 

ist - mit Bezug auf die ausdrücklich verlangte mündliche Verhandlung - insgesamt als 

mutwillige Prozessführung zu qualifizieren, musste es für den Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin doch ohne weiteres erkennbar sein, dass sein Begehren ohne 

Vorlage neuer medizinischer Akten völlig aussichtslos bleiben würde und einzig die 

Wiederholung der im Widerspruch zu den bisherigen Akten stehenden Behauptung 

einer schweren Instabilität keine andere Beurteilung des streitigen Anspruchs bewirken 

konnte. Ebenso zeugt der unbegründete vorzeitige Abbruch des Parteivortrags davon, 

dass der Rechtsvertreter selbst offensichtlich keinen Sinn in der Durchführung der 

verlangten Verhandlung sah. Entsprechend sind der Beschwerdeführerin, die sich das 

Verhalten Ihres Rechtsvertreters im Prozess anrechnen lassen muss (vgl. ZAK 1989, 

222), die Kosten der unnötigen mündlichen Verhandlung in Form einer Gerichtsgebühr 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zu auferlegen, die in Anwendung von Ziffer 372 des Gerichtskostentarifs (sGS 941.12) 

auf Fr. 500.-- festgesetzt wird.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.        Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.        Die Beschwerdeführerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 500.--.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 14.05.2008
	Art. 24 UVG. Festlegung des Integritätsschadens für eine unfallbedingte Knieverletzung. Gerichtskostenauferlegung wegen mutwilliger Prozessführung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. Mai 2008, UV 2007/57)

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T15:41:18+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen