# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 85ec5879-d6f0-55db-a021-9d5544438e41
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-26
**Language:** de
**Title:** Neubau Einfamilienhaus. BZO-Revision der Stadt Zürich. Negative Vorwirkung von Art. 13 Abs. 3 BZO-E betreffend die Ausnützung von Untergeschossen ("Zürcher Untergeschoss"). Unzulässiger Ausnützungstransfer.
**Docket/Reference:** BRGE I Nrn. 0139-0141/2014
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_i_nrn._0139_-_0141-2014_vom_26._september_2014.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
1. Abteilung 

G.-Nrn. 
BRGE I Nr. 

R1S.2014.05025, R1S.2014.05026 und R1S.2014.05027 
0139/2014, 0140/2014 und 0141/2014 

Entscheid vom 26. September 2014 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Felix Hess, Baurichter Ulrich Weiss, Baurichter Walter 
Baumann, Gerichtsschreiber Andreas Mahler     

in Sachen 

Rekurrierende 

R1S.2014.05025,  
B. und R. M., [….]  

R1S.2014.05026 
N. N., [….]  

R1S.2014.05027 
1.  T. H., [….] 
2.  L. U.R., [….]  
3.  O. C.H., [….]  
4.  R. E., [….]  

gegen 

Rekursgegnerinnen 

1.  Bausektion der Stadt Zürich, Amtshaus IV, 8021 Zürich  
2.  T. AG, [….]  

betreffend 

Bausektionsbeschluss Nr. BE 183/14 vom 4. Februar 2014; Baubewilligung 
für Einfamilienhaus mit Unterniveaugarage 
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit Beschluss vom 4. Februar 2014 erteilte die Bausektion Stadt Zürich der 

T.  AG  die  baurechtliche  Bewilligung  für  die  Errichtung  eines  Einfamilien-

hauses an der X-Strasse in Zürich. 

B. 

Gegen  diesen  Entscheid  erhoben  B.  und  R.  M.  (Rekurrentschaft  1),  N.  N. 

(Rekurrent  2)  sowie  T.  H.,  L.  U.R.,  O.  C.H.  und  R.  E.  (Rekurrentschaft  3) 

mit  Eingaben  vom  13.  März  2014  fristgerecht  Rekurs  beim  Baurekursge-

richt des Kantons Zürich und beantragten die Aufhebung des Entscheides 
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekursgegnerinnen. 

C. 

Mit Verfügungen vom 17. März 2014 wurden die Rekurseingänge unter den 

Geschäfts-Nrn.  R1S.2014.05025  (Rekurrentschaft  1),  R1S.2014.05026 

(Rekurrent 2) und R1S.2014.05027 (Rekurrentschaft 3) vorgemerkt und es 

wurde das Vernehmlassungsverfahren eröffnet.  

D. 

Mit  Eingaben  vom  6.  Mai  2014  beantragte  die  Vorinstanz  die  Abweisung 

der  Rekurse.  Die  private  Rekursgegnerin  beantragte  mit  Eingaben  vom 

15. Mai 2014 ebenfalls die Abweisung der Rekurse unter Kosten- und Ent-

schädigungsfolgen zulasten der Rekurrierenden. 

E. 

Mit  Repliken  vom  10.  Juni  2014  bzw.  Dupliken  vom  24.  Juni  2014  und 

2. Juli 2014 hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.  

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F. 

Am 15. August 2014 führte die 1. Abteilung des Baurekursgerichtes im Bei-

sein der Parteien einen Augenschein auf dem Lokal durch. 

G. 

Auf  die  Vorbringen  der  Parteien  und  die  anlässlich  des  Lokaltermins  ge-

machten Feststellungen wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den 

nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Die Rekurse beziehen sich auf dasselbe Bauvorhaben. Die Verfahren sind 

daher aus prozessökonomischen Gründen zu vereinigen. 

2. 

Die  Rekurrierenden  sind  Eigentümer  bzw.  Bewohner  von  Liegenschaften, 

welche  unmittelbar  an  die  Bauparzelle  anstossen  oder  durch  ein  dazwi-

schen  liegendes  Grundstück  davon  getrennt  sind.  Sie  rügen mit  ihren  Re-

kursen u.a. eine Verletzung der Gestaltungs- und Ausnützungsvorschriften. 

Aufgrund  der  engen  räumlichen  Beziehung  und  der  vorgebrachten  Rügen 

sind sie zur Rekurserhebung im Sinne von § 338a des Planungs- und Bau-

gesetzes (PBG) legitimiert. Da die übrigen Prozessvoraussetzungen eben-

falls erfüllt sind, ist auf den Rekurs einzutreten. 

3. 

Das  Baugrundstück  liegt  in  der  zweigeschossigen  Wohnzone  W2bII  ge-

mäss  Bau-  und  Zonenordnung  der  Stadt  Zürich  (BZO).  Es  liegt  an  einer 

Hanglage und grenzt bergseitig an die X-Strasse. Das dort bestehende Ein-

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familienhaus soll durch ein gehobenes, villenartiges Einfamilienhaus ersetzt 

werden. 

4.1. – 5.4.3. 
[….] 

6.1. 

Schliesslich  bringen  die  Rekurrierenden  vor,  das  Bauvorhaben  missachte 

die Vorwirkung der vom Stadtrat am 18. September 2013 verabschiedeten 

Teilrevision  der  Bau-  und  Zonenordnung  und  es  fehle  die  planungsrechtli-

che  Baureife  (§§  234  f.  PBG).  So  umfasse  die  Wohnfläche  im  Unterge-

schoss  80 %  der  in  den  Vollgeschossen  zulässigen  Wohnfläche.  Damit 

werde gegen Art. 13 Abs. 3 BZO-E verstossen, wonach die Wohnfläche in 

anrechenbaren  Untergeschossen  höchstens  60 %  der  entsprechende  Flä-

che in den Vollgeschossen betragen dürfe, die sich bei gleichmässiger Auf-

teilung  der  zulässigen  Ausnützung  auf  die  erlaubte  Anzahl  Vollgeschosse 

ergebe.  Die  in  den  Vollgeschossen  maximal  zulässige  Nutzfläche  sei  voll-

umfänglich  projektiert,  so  dass  für  einen  Nutzungstransfer  ins  Unterge-

schoss  keine  Reserve  bestehe.  Darüber  hinaus  würden  die  massiven  Ab-

grabungen gegen Art. 10 Abs. 2 BZO-E verstossen. Demgemäss seien nur 

geringfügige Abgrabungen erlaubt. Durch die mit den Abgrabungen erziel-

baren grossen Fensterflächen im Erd- und im Untergeschoss werde zusätz-

licher Wohnraum geschaffen, der nicht in das natürliche Hang-Terrain pas-

se.  

6.2. 

Die  Vorinstanz  entgegnet,  Nutzflächen,  die  das  von  der  Anrechenbarkeit 

befreite Mass von 60 % (Art. 13 Abs. 3 BZO-E) übersteigen würden, seien 

praxisgemäss  den  Nutzflächen  in  den  Vollgeschossen  anzurechnen.  Vor-

liegend betrage die Reserve in den Vollgeschossen auf Basis der  zulässi-
gen  Ausnützungsziffer  30,8  m2,  so  dass  im  Untergeschoss  (geplante  Flä-
che 195,3 m2) noch ein Überschuss von 10,3 m2 verbleibe. Eine nachteilige 
Beeinflussung  des  künftigen  Rechts  sei  bei  dieser  geringfügigen  Abwei-

chung ausgeschlossen, zumal sich mit der revidierten BZO am zulässigen 

Gebäudevolumen nichts ändern werde. 

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Die  Abgrabungsvorschrift  von Art.  10  Abs. 2  BZO-E  ziele  auf  das  gemäss 

Art. 13  Abs. 3  BZO-E  zulässige  anrechenbare  Untergeschoss.  Das  vorlie-

gend  geplante  Untergeschoss  befinde  sich  mehrheitlich  unter  dem  ge-

wachsenen Boden und die Gebäudehöhe ab dem gestalteten Terrain wer-

de  eingehalten.  Das  Untergeschoss  trete  nicht  als  zusätzliches  Geschoss 

in Erscheinung, sondern füge sich gut ins Terrain ein. Es seien nur mass-

volle  Abgrabungen  geplant.  Das  Erdgeschoss  stelle  rechtlich  ein  Vollge-

schoss  dar,  weshalb  die  Abgrabungsvorschrift  von  Art.  10  Abs. 2  BZO-E 
− insbesondere  da  das  Gebäude nicht überhöht  erscheine –  nicht  mit der-
selben  Strenge  anzuwenden  sei.  Der  natürliche  Terrainverlauf  sei  gut  er-

kennbar und das Gebäude inklusive Umschwung füge sich gut in die bauli-

che  und  landschaftliche  Umgebung  ein.  Damit  stehe  das  Bauvorhaben 

nicht  im Widerspruch  zum  Ziel von  Art.  10  Abs. 2 BZO-E,  wonach  Bauten 

möglichst harmonisch in die natürliche Topografie und in die bauliche Um-

gebung eingepasst werden sollen.  

Sollte dennoch von einem Verstoss gegen die Teilrevision der BZO auszu-

gehen sein, stelle sich die Frage der intertemporalen Anwendung von § 234 

PBG.  Nur  weil  das  Baugesuch  aufgrund  der  Schutzabklärungen  und  der 

Unterschutzstellung  der  Blutbuche  zwischenzeitlich  sistiert  worden  sei, 

komme  es  zur  Voranwendung  der  BZO-Teilrevision.  Die  Berücksichtigung 

der durch laufende Planungsverfahren geänderten Sachlage hänge von ei-

ner Interessenabwägung ab. Vorliegend gebühre dem Vertrauen des Bau-

gesuchstellers in die Beständigkeit der noch geltenden planungsrechtlichen 

Grundlagen  der  Vorzug  gegenüber  dem  Schutz  der  neuen  Planung.  Die 

Verstösse gegen die beantragten künftigen Bestimmungen seien geringfü-

gig. Es stünden daher keine besonderen öffentlichen Anliegen infrage und 

eine Voranwendung wäre unverhältnismässig. 

6.3. 

Die  private  Rekursgegnerin  hält  fest,  die  Abgrabungen  seien  im  Bereich 

des  Untergeschosses  geringfügig  und  das  Untergeschoss  bleibe  mehr  als 

zur  Hälfte  unter  dem  gewachsenen  Terrain.  Die  weiteren  Abgrabungen 

würden  ein  baurechtliches  Untergeschoss  betreffen,  welches  ein  Vollge-

schoss  ersetze.  Das  Gebäude  trete  darum  nicht  übergeschossig  in  Er-

scheinung. Mit den revidierten BZO-Bestimmungen soll der Anreiz vermin-

dert  werden,  anrechenbare  Untergeschosse  durch  Abgrabungen  faktisch 
zu Vollgeschossen zu machen. Dieses Ziel werde vorliegend erreicht. 

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Zur  Voranwendung  des  BZO-Entwurfes  führt  die  private  Rekursgegnerin 

aus, das Baugesuch stelle auf die Pläne vom 6. März 2013 ab und sei am 

5. April 2013 publiziert worden. In der Folge sei das Schutzabklärungsver-

fahren für die Blutbuche eingeleitet und am 7. Mai 2013 sei eine vorsorgli-

che  Massnahme  verfügt  worden.  Am  27.  November  2013  sei  der  Unter-

schutzstellungsvertrag öffentlich beurkundet worden. Nach Treu und Glau-

ben sei für das Baugesuch nicht auf den Zeitpunkt der Bewilligung, sondern 

auf den Zeitpunkt der beinahe ein halbes Jahr zuvor erfolgten Einreichung 

des Baugesuchs, eventuell auf den Zeitpunkt der ordentlich zu erwartenden 

Baubewilligung  (im  September  2013)  abzustellen  und  dementsprechend 

der BZO-Entwurf, der vom 24. Oktober 2013 bis 24. Dezember 2013 öffent-

lich aufgelegen sei, nicht zur Voranwendung zu bringen. 

6.4.1. 

Gemäss § 234 PBG gilt ein Grundstück als baureif, wenn es erschlossen ist 

und wenn durch die bauliche Massnahme keine noch fehlende oder durch 

die Gemeindeexekutive beantragte planungsrechtliche Festlegung nachtei-

lig beeinflusst wird. Diese Bestimmung bezweckt somit den Schutz fehlen-

der oder in Änderung stehender planungsrechtlicher Festlegungen. Das Er-

fordernis  der  planungsrechtlichen  Baureife  löst  eine  befristete  Bausperre 

aus, wenn eine noch ausstehende Planung oder eine Planänderung durch 

ein  Bauvorhaben  negativ  präjudiziert  würde.  Künftige  Planfestsetzungen 

entfalten auf diese Weise eine negative Vorwirkung. Dabei sind für die An-

nahme einer nachteiligen Beeinflussung künftigen Rechts nicht in erster Li-

nie  die  Auswirkungen  des  betreffenden  Vorhabens  an  sich  massgebend; 

vielmehr  kommt  es  auf  dessen  präjudizielle  Bedeutung  an.  Zu  fragen  ist 

demnach  nach  den  Folgen  einer  Vielzahl  gleichartiger  Projekte  (RB 1995 

Nr. 78). 

Die Bestimmung von § 234 PBG dient indes nicht allgemein der Voranwen-

dung  künftigen  Rechts,  sondern  ausschliesslich  der  Plansicherung 

(BGE 116  Ia  449 ff., E. 4a;  RB  1984  Nr.  96).  Geschützt  werden  sollen  mit 

andern Worten planungsrechtliche Festlegungen, d.h. all jene Normen, die 

einen planerischen Gehalt aufweisen. Dazu  gehören etwa die Bestimmun-

gen über die Nutzweise, die Ausnützung, die erlaubte Überbauungsart oder 

die Geschosszahl, nicht aber blosse Messvorschriften oder etwa Vorschrif-
ten,  die  überwiegend  feuerpolizeilichen  Zwecken  dienen.  Auch  eine  kom-
munale Bestimmung, die das Freilegen von anrechenbaren Untergeschos-

sen  einschränkt,  ist  eine  planungsrechtliche  Festlegung,  wenn  damit  die 

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Möglichkeit  der  Realisierung  einer  nutzbaren  (anrechenbaren)  Unterge-

schoss-Fläche eingeschränkt werden soll oder wenn die zulässige Ausnüt-

zung  mittels  der  Baumassenziffer  geregelt  ist  und  nicht  gleichzeitig  Ge-

schosszahlvorschriften bestehen. Andernfalls handelt es sich um eine reine 

Ästhetiknorm (s. RB 1996 Nr. 76). 

6.4.2. 

Die  vorliegend  in  Frage  stehende  Vorschrift  über die  Ausnützung  von  Un-

tergeschossen  (Art.  13  Abs. 3  BZO-E)  ist  nach  dem  Gesagten  von  pla-

nungsrechtlicher Bedeutung und in Anwendung von § 234 PBG zu beach-

ten. Demgegenüber kommt der im Vergleich zur geltenden Abgrabungsvor-

schrift  verschärften  Bestimmung  von  Art.  10  Abs. 2  BZO-E  nunmehr  ein 

rein  ästhetischer  Zweck  zu,  weil  die  Nutzungsmöglichkeiten  in  Unterge-

schossen  bereits  mit  der  Vorschrift  von  Art.  13  Abs. 3  BZO-E  eng  um-

schrieben  werden  und  das  in  den  Wohnzonen  zulässige  Nutzungsmass 

mittels einer Ausnützungsziffer geregelt ist (Art. 13 Abs. 1 BZO; s. dazu die 

nachfolgenden  Ausführungen  unter  Ziff.  6.4.4.).  Die  gestalterische  Zweck-

bestimmung  gilt  namentlich  auch  in  Bezug  auf  die  Freilegung  solcher  Un-
tergeschosse,  die  – wie  im  vorliegenden  Fall  das  Erdgeschoss –  an  die 
Stelle von Vollgeschossen treten. Daraus ergibt sich, dass die künftige Ab-

grabungsvorschrift von Art. 10 Abs. 2 BZO-E keine Vorwirkung entfaltet.  

Selbst wenn bei der Bestimmung von Art. 10 Abs. 2 BZO-E von einem pla-

nerischen  Teilgehalt  ausgegangen  würde,  stünde  dies  dem  Bauvorhaben 

nicht  entgegen,  sollten  die  Abgrabungen  das  unbestimmte  Mass  der  Ge-

ringfügigkeit  übersteigen: Wie  die  Rekursgegnerschaft  zutreffend  ausführt, 

resultiert im hier zu beurteilenden Fall keine unbefriedigende Terraingestal-

tung  und  das  geplante  Gebäude  wirkt  nicht  übergeschossig.  Im  Gegenteil 

wird  mit  dem  Ersatz  eines  Vollgeschosses  durch  ein  Untergeschoss,  was 

gewisse Abgrabungen voraussetzt, eine gute Einbettung des Gebäudes in 

den Hang und ein zurückhaltendes Erscheinungsbild erzielt. Das gestaltete 

Terrain  entlang  der  Nordwest-  und  Südostfassade  folgt  dem  natürlichen 

Gefälle  des  Hanges  und  mit  den  Abgrabungen  vor  der  Südwestfassade 

wird die bestehende, künstlich geschaffene Erhebung im Bereich des heu-

tigen Schwimmbades abgetragen. Das eigentliche Untergeschoss mit dem 

Wellnessbereich  wirkt  sehr  unscheinbar,  da  es  ganz  überwiegend  im  ge-
wachsenen  bzw.  gestalteten  Boden  bleibt  und  die  darüber  liegenden  Ge-
schosse über dieses hinaus auskragen. Die Abgrabungen haben nicht jene 

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unerwünschten Folgen, welche die revidierten BZO-Vorschriften verhindern 

wollen, weshalb sie die künftige Bauordnung nicht präjudizieren. 

6.4.3. 

Grundsätzlich  muss  jeder  Bauwillige  damit  rechnen,  dass  künftiges  Recht 

während des Baubewilligungsverfahrens im Sinne von § 234 PBG negativ 

voranwendbar wird, indem es öffentlich aufgelegt wird (§ 7 PBG) und damit 

als vom  Gemeinderat beantragt  gilt  (BRKE  IV  Nr.  0166/1993  in  BEZ 1994 

Nr. 3).  Einschränkungen  der  negativen  Voranwendung  können  sich  erge-

ben  bei  übermässigen  Verfahrensverzögerungen,  für  die  der  Bauwillige 

keine Verantwortung trägt, oder bei Rechts- bzw. Planänderungen, die nur 

auf  das  konkrete  Gesuch  zugeschnitten  sind  und  somit  auch  dem  Gebot 

der  Rechtsgleichheit  nach  Art.  8  Abs.  1  BV  widersprechen  (vgl. 

VB.2010.00108 vom 4. Mai 2011, E. 5.3).  

Vorliegend kann der Baubehörde keine ungebührliche Verfahrensverzöge-

rung  vorgeworfen  werden,  denn  weder  hat  sie  den  Bauentscheid  absicht-

lich bis zur Publikation und öffentlichen Auflage des BZO-Entwurfs, dessen 

Entstehung  in  keinem  konkreten  Bezug  zum  streitbetroffenen  Vorhaben 

steht,  hinausgeschoben,  noch  haben  die  Schutzabklärung  und  der  Ab-

schluss  des  Schutzvertrages,  während  der  das  Baubewilligungsverfahren 

zwecks Koordination der Entscheide zu sistieren war, übermässig viel Zeit 

in Anspruch genommen.  

6.4.4. 

Nach  geltender  Bauordnung  sind  die  dem  Wohnen,  Arbeiten  oder  sonst 

dem dauernden Aufenthalt dienenden Flächen in Untergeschossen nicht an 

die Ausnützungsziffer anzurechnen, soweit sie die Fläche nicht überschrei-

ten,  die  sich  bei  gleichmässiger  Aufteilung  der  gesamten  zulässigen  Aus-

nützung auf die zulässige Vollgeschosszahl ergäbe (s. § 255 Abs. 1 und 2 

PBG und Art. 13 Abs. 1 BZO). Neu sollen in der Stadt Zürich die nicht an-

rechenbaren  Untergeschossflächen  in  den  Wohnzonen  auf  60 %  der  Flä-

che beschränkt werden, die sich bei gleichmässiger Aufteilung der gesam-

ten  zulässigen  Ausnützung  (§  254  Abs. 1  PBG)  auf  die  zulässige  Vollge-

schosszahl  ergäbe  (Art. 13  Abs. 3  BZO-E).  Zudem  wird  verlangt,  dass  ein 

anrechenbares  Untergeschoss  mehrheitlich  (und  nicht  bloss  teilweise,  s. 
§ 275  Abs. 3  PBG)  unter  dem  gewachsenen  Boden  liegt.  Sodann  sollen 
neu nur noch geringfügige Abgrabungen zulässig sein (Art. 10 Abs. 2 BZO-

E),  während  nach  der  geltenden  Abgrabungsbestimmung  (Art. 10  Abs. 2 

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BZO)  Abgrabungen  gestattet  sind,  sofern  bei  Erreichen  der  zonengemäs-

sen Vollgeschosszahl kein Untergeschoss mehrheitlich über dem gestalte-

ten Boden liegt. 

Die revidierten Vorschriften sollen eine städtebaulich und topografisch bes-

sere Einordnung der Gebäude bezwecken, indem Untergeschosse als sol-

che  in  Erscheinung  treten  und  es  an  Hanglagen  nicht  mehr  zu  unverhält-

nismässigen  Terrainveränderungen  kommt,  bei  denen  der  natürliche  Ter-

rainverlauf  nicht  oder  nur  noch  schlecht  erkennbar  ist.  Die  heutige  Rege-

lung  erlaubt  Abgrabungen  in  grossem  Umfang,  solange  gleichzeitig  durch 

Aufschüttungen  das  Untergeschoss  immer  noch  mehrheitlich  unter  den 

gestalteten Boden zu liegen kommt. Um zusätzlich den Nutzungsdruck auf 

das  anrechenbare  Untergeschoss  etwas  zu  mildern,  dürfen  höchstens 

60 Prozent  seiner  Fläche  für  Wohnen,  Schlafen,  Arbeiten  oder  sonstige 

dauernde Aufenthalte genutzt werden (s. Erläuterungsbericht zur Teilrevisi-

on  BZO,  S.  40  u.  50,  sowie  die  synoptische  Darstellung  der  Teilrevision, 

S. 13. und 17, und den Stadtratsbeschluss vom 18. September 2013, S. 2; 

act. 12.4 bzw. www.stadt-zuerich.ch). 

6.4.5. 

Nach der künftigen Regelung von Art. 13 Abs. 3 BZO-E kann das nach der 

Bestimmung von § 255 Abs. 2 PBG in Untergeschossen zulässige Mass für 

nicht anrechenbare Wohn- und Arbeitsflächen nicht mehr voll ausgeschöpft 

werden.  Es  sind  im  Untergeschoss  Flächen  nicht  mehr  erlaubt,  die  nach 

§ 255  Abs. 2  PBG  gestattet  wären.  Mit  andern  Worten  soll  das  kantonale 

Recht  zusätzlich  eingeschränkt  werden.  Aus  diesem  Zweck  der  fraglichen 

Vorschrift  ergibt  sich  ohne  Weiteres,  dass  in  Vollgeschossen  vorhandene 

Ausnützungsreserven  nicht  transferweise  im  Untergeschoss  konsumiert 

werden dürfen, andernfalls die Umgehung der Regelung von Art. 13 Abs. 3 

BZO-E ein Leichtes wäre.  

Vorliegend sind nach dieser Vorschrift im fraglichen Untergeschoss Wohn- 
und  Arbeitsräume  mit  einer  Fläche  von  154,2 m2  erlaubt.  Somit  wird  mit 
dem  Projekt  das  zulässige  Mass  um  41,1 m2  oder  26,6 %  überschritten, 
was  erheblich  ist.  Mit  dem  Verbot  der  negativen  Präjudizierung  künftigen 

Rechts  ist  diese  Übernutzung  des  Untergeschosses  nicht  mehr  zu  verein-

baren. Hieran ändert auch der von der Baubehörde zugelassene, wie dar-

getan der Umgehung dienende Ausnützungstransfer nichts. 

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Besagter  Mangel  kann  indes  ohne  besondere  Schwierigkeiten  behoben 

werden (§ 321 Abs. 1 PBG) und führt darum nicht zur Aufhebung der Bau-

bewilligung. Vielmehr ist der Bauentscheid mit einer Nebenbestimmung zu 

ergänzen,  wonach  die  Fläche  der dem  Wohnen,  Arbeiten  oder  sonst  dem 

dauernden  Aufenthalt  dienenden  oder  hierfür  verwendbaren  Räume  auf 

das gemäss Art. 13 Abs. 3 BZO-E zulässige Mass zu reduzieren ist.  

Anzumerken  bleibt,  dass  die  Legitimation  der  Rekurrierenden  in  diesem 

Punkt  gegeben  ist:  Da  die  Rekurrierenden  als  unmittelbare  Anstösser  im 

Falle der Verletzung von nachbarschützenden Ausnützungsvorschriften als 

Betroffene gelten, sind entsprechende Auflagen für sie nicht bedeutungslos 

(vgl.  VB.2004.00426,  E.  4,  in  BEZ  2004  Nr.  69  =  RB  2004  Nr.  5,  sowie 

RB 1982 Nr. 19).  

7. 

Zusammengefasst ist der Rekurs teilweise gutzuheissen.  

Demgemäss ist der Beschluss der Bausektion der Stadt Zürich vom 4. Feb-

ruar  2014  mit  folgender  Auflage  zu  ergänzen:  "Im  Untergeschoss  ist  die 

Fläche  der  für  Wohnen,  Arbeiten  oder  sonst  dem  dauernden  Aufenthalt 

dienenden  oder  hierfür  verwendbaren  Räume  nach  Massgabe  von  Art. 13 
Abs. 3 BZO-E auf 154,2 m2 zu beschränken. Die Bauherrschaft bzw. verfü-
gungsberechtigte  Grundeigentümerschaft  hat  vor  Baubeginn  dem  Amt  für 

Baubewilligung entsprechend abgeänderte  Pläne einzureichen und bewilli-

gen zu lassen." 

Im Übrigen wird der Rekurs abgewiesen. 

[….] 

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