# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eeec2690-479c-5db6-b96e-fdd0ea3973e2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.05.2020 200 2019 832
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-832_2020-05-06.pdf

## Full Text

200 19 832 IV
ACT/SCM/MAJ/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 6. Mai 2020

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 27. September 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2020, IV/19/832, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1983 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 30. Juni 2016 unter Hinweis auf ein psychisches Leiden 
bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbe-
zug an (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 1). Nachdem das Verwaltungs-
gericht des Kantons Bern mit Entscheid vom 15. Mai 2018 
(VGE IV/2017/1004, AB 67) eine erste leistungsablehnende Verfügung 
(AB 58) aufgehoben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen an 
die IVB zurückgewiesen hatte, tätigte die IVB erneut medizinische und er-
werbliche Abklärungen, anlässlich welcher sie ein polydisziplinäres Gutach-
ten erstellen liess (vom 12. März 2019 [AB 102.1 ff.]). Nach Durchführung 
des Vorbescheidverfahrens (AB 106 f.) wies die IVB mit Verfügung vom 
27. September 2019 (AB 109) den Anspruch auf Leistungen der IV man-
gels eines Gesundheitsschadens mit invalidisierender Wirkung erneut ab.

B.

Hiergegen liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, am 29. Oktober 2019 Beschwerde mit den folgenden Rechts-
begehren erheben: 

• Die Verfügung vom 27. September 2019 sei aufzuheben.

• Die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, den rechtserheblichen Sachver-
halt rechtsgenüglich abklären zu lassen und auf dieser Basis das Leis-
tungsbegehren der Beschwerdeführerin erneut zu prüfen.

Mit Beschwerdeantwort vom 2. Dezember 2019 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2020, IV/19/832, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung vom 27. September 
2019 (AB 109). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der 
IV und in diesem Zusammenhang insbesondere die Frage, ob der medizi-
nische Sachverhalt genügend abgeklärt worden ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2020, IV/19/832, Seite 4

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheits-
beeinträchtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist 
(BGE 145 V 215 E. 5.1 S. 221).

Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG 
Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrachtungs-
weise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Person auszuge-
hen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295). Die Sachverständigen sollen die 
Diagnose so begründen, dass die Rechtsanwender nachvollziehen können, 
ob die klassifikatorischen Vorgaben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 
V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterli-
cher Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheits-
schaden eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken vermag, schliess-
lich anhand eines strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 
418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychi-
schen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2020, IV/19/832, Seite 5

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es zunächst, den Gesundheits-
zustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit 
zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung 
unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erhe-
ben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sach-
verständige seine genuine Aufgabe, wofür Verwaltung und Gerichte nicht 
kompetent sind. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitli-
chen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson 
hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr 
nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. sie gibt eine 
Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2020, IV/19/832, Seite 6

gründet. Schliesslich sind die ärztlichen Angaben eine wichtige Grundlage 
für die juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Per-
son noch zugemutet werden können. Nötigenfalls sind, in Ergänzung der 
medizinischen Unterlagen, für die Ermittlung des erwerblich nutzbaren 
Leistungsvermögens die Fachpersonen der beruflichen Integration und 
Berufsberatung einzuschalten (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195; SVR 2017 IV 
Nr. 75 S. 231 E. 4.1.1).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht im Wesentlichen gestützt auf die polydis-
ziplinäre MEDAS-Begutachtung (AB 102.1) in den Fachdisziplinen Allge-
meine Innere Medizin (AB 102.2), Neurologie (AB 102.3), Psychiatrie 
(AB 102.4) und Neuropsychologie (AB 102.5) erliess die Beschwerdegeg-
nerin am 27. September 2019 die angefochtene Verfügung, wobei sie hin-
sichtlich Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vom gutachterlichen Zumutbar-
keitsprofil abwich (AB 109/2). Zu prüfen ist vorab, ob sich die rechtsrele-
vanten Fragen gestützt auf die bisherigen medizinischen Sachverhaltser-
hebungen, insbesondere das MEDAS-Gutachten vom 12. März 2019 
(AB 102.1 ff.), zuverlässig beantworten lassen.

3.2

3.2.1 Der internistische Teilgutachter diagnostizierte einen Verdacht auf 
eine leichtgradige Hypertonie. Die Explorandin beklage vornehmlich eine 
rasche Ermüdbarkeit, Schlafstörungen, Stressintoleranz und eine erhöhte 
Vergesslichkeit. Internistische Beschwerden im engeren Sinne würden 
nicht angegeben. In der Untersuchung sei lediglich ein leicht erhöhter Blut-
druck aufgefallen, welcher ambulant kontrolliert und gegebenenfalls thera-
piert werden sollte. Für die erhöhte Müdigkeit habe sich keine internistisch 
plausible Erklärung finden lassen. Zusammengefasst bestünden aus inter-
nistischer Sicht keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit (AB 102.2/27 f. 
Ziff. 6).

3.2.2 Der neurologische Teilgutachter diagnostizierte eine Migräne ohne 
Aura. Für eine neurologische Ursache der berichteten kognitiven Störungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2020, IV/19/832, Seite 7

ergäbe sich angesichts des unauffälligen klinisch-neurologischen Befunds 
und des Normalbefunds im aktuellen Schädel-MRI kein Anhalt. Migräne-
kopfschmerzen seien in der Regel einfach und effektiv behandelbar; eine 
Migräneprophylaxe sei angesichts der berichteten (eher seltenen) Kopf-
schmerzhäufigkeit von einmal pro Monat und einer Kopfschmerzdauer von 
in der Regel maximal 24 Stunden nicht erforderlich. Die Migräne begründe 
keine Minderung der Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten oder jedwe-
der anderen beruflichen Tätigkeit (AB 102.3/30 f. Ziff. 6).

3.2.3 Gemäss dem psychiatrischen Teilgutachten liege eine rezidivieren-
de affektive Störung, wahrscheinlich Mischzustand bei bipolarer affektiver 
Störung (ICD-10 F31.6), vor (AB 102.4/28 Ziff. 6). Die Beschwerdeführerin 
berichte vorrangig von Schlafstörungen, einer verminderten psychophysi-
schen Belastbarkeit, konzentrativen und mnestischen Einschränkungen 
sowie einer affektiven Irritabilität. In der vertiefenden Exploration seien ein 
Insuffizienzerleben, Übernachhaltigkeit mit Grübelneigung, Zustände inne-
rer Unruhe, Anspannung, Ruhelosigkeit und ein dysphorischer Affekt fest-
gestellt worden. Ausweislich des AMDP-konform erhobenen psychiatri-
schen Befundes bestünden einerseits eine Antriebssteigerung mit auch 
psychomotorischer Unruhe, formalgedanklichen Auffälligkeiten im Sinne 
einer Beschleunigung des formalen Denkens und ein unterschwellig dys-
phorisch reizbarer Affekt bei gleichzeitigem Vorliegen einer leichtgradigen 
depressiven Verstimmung, einer Antriebshemmung, Insuffizienzerleben 
und einer Grübelneigung, sodass anhand des vorliegenden psychopatho-
logischen Querschnittbefunds am ehesten eine gemischte affektive Störung 
mit dem gleichzeitigen Vorliegen von depressiven und hypomanischen 
Symptomen zu attestieren sei. Anamnestisch sei eine als in der Jugend 
beginnende rezidivierende affektive Störung mit abgrenzbaren Episoden in 
der Jugend, Mitte und Ende 2000er-Jahre und aktuell durchgängig seit dem 
Jahr 2014 mit schwankendem Verlauf herauszuarbeiten. Eindeutige mani-
sche oder hypomanische Episoden seien anamnestisch nicht herauszuar-
beiten. Weiter beschrieben sei die Unwirksamkeit von zuvor verordneten 
Antidepressiva sowie jetzt die partielle Wirksamkeit des verordneten atypi-
schen Neuroleptikums Quetiapin. Eine darüber hinausgehende psychiatri-
sche Erkrankung bestehe aus Sicht des Gutachters nicht. Gegen das Vor-
liegen einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2020, IV/19/832, Seite 8

sprächen die fehlende Wirksamkeit der verordneten Stimulanzien sowie 
das Fehlen einer eindeutigen Symptomatik in der Kindheit und Jugend. 
Aktenkundig sei mehrfach (zuletzt Dr. med. E.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, 22. Mai 2018; AB 111/31) ebenfalls eine 
rezidivierende affektive Störung berichtet, diese jedoch als rezidivierende 
depressive Störung klassifiziert worden. Die aus Sicht des Gutachters der 
hypomanischen Symptomatik zuzuordnenden Phänomene seien dort als 
ADHS bzw. als emotional-instabile Persönlichkeitszüge gedeutet worden. 
Im Gutachten des Krankentaggeldversicherers (Dr. med. C.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 22. März 2017; 
AB 44.2/5 f. Ziff. 4) sei die Symptomatik einer emotional-instabilen Persön-
lichkeitsstörung, einer mittelgradigen agitierten depressiven Episode und 
einem ADHS zugeordnet worden. Psychopathologisch beschrieben und 
aus Sicht des Gutachters wegweisend seien dort die ebenfalls beschriebe-
ne depressive Verstimmung, affektive Irritabilität mit gleichzeitigem agitier-
ten und stark gespannten Eindruck inklusive formalgedanklicher Auffällig-
keiten, sodass sich hier ebenfalls Hinweise für eine gemischte affektive 
Episode fänden (AB 102.4/28 ff. Ziff. 6).

In der bisherigen Tätigkeit als ... des D.________ einer ... sowie in der der-
zeit ausgeübten Beschäftigung als einfache ..., welche bereits als optimal 
angepasst anzusehen sei, bestehe durchgängig seit März 2016 eine Ar-
beitsfähigkeit von 50 %. Zurückliegend seien passagere Phasen höhergra-
dig eingeschränkter Arbeitsfähigkeit denkbar, jedoch nicht mit der gebote-
nen Wahrscheinlichkeit zeitlich eingrenzbar (AB 102.4/32 f. Ziff. 8.1 f.). 

3.2.4 Im neuropsychologischen Teilgutachten wird festgehalten, dass kein 
ausreichender Anhalt für eine kognitive Störung bestehe. Die testpsycholo-
gische Untersuchung habe durchschnittliche bis überdurchschnittliche Leis-
tungen (verbales Lernen) in allen getesteten Bereichen erbracht. Die zwei 
Selbstbeurteilungsfragebögen bezüglich einer ADHS-Symptomatik (im Alter 
zwischen sechs und zehn Jahren und aktuell) hätten ein auffälliges Ergeb-
nis in der Kindheit und ein unauffälliges Ergebnis im Erwachsenenalter er-
geben. Das Beschwerdenvalidierungsverfahren habe keinen Hinweis auf 
ein verzerrendes Antwortverhalten ergeben (AB 102.5/33 f. Ziff. 6). Es sei 
auch rückblickend keine eigenständige neuropsychologische Störung zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2020, IV/19/832, Seite 9

erkennen und von einer 100%igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit auszu-
gehen (AB 102.5/36 Ziff. 8.1).

3.3 In der interdisziplinären Konsensbeurteilung vom 12. März 2019 
(AB 102.1/3 ff.) wurde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidi-
vierende affektive Störung, wahrscheinlich Mischzustand bei bipolarer af-
fektiver Störung (ICD-10 F31.6), aufgeführt. Als Diagnosen ohne Auswir-
kungen auf die Arbeitsfähigkeit wurden ein Verdacht auf eine leichtgradige 
Hypertonie sowie eine Migräne ohne Aura angegeben (AB 102.1/8 
Ziff. 4.2). Die Gutachter gaben an, dass die bipolare affektive Erkrankung 
mit assoziierter und vegetativer Störung eine derzeit noch reduzierte Be-
lastbarkeit bedinge (AB 102.1/8 Ziff. 4.3). Zur Arbeitsfähigkeit in der bishe-
rigen Tätigkeit wie auch in einer leidensangepassten Tätigkeit hielten die 
Gutachter fest, es liege sowohl aus psychiatrischer Sicht als auch gesamt-
haft eine verminderte Arbeitsfähigkeit von 50 % vor. Zu empfehlen sei die 
vorsichtige Dosissteigerung des verordneten atypischen Neuroleptikums, 
gegebenenfalls auch die Einstellung der Explorandin auf eine phasenstabi-
lisierende Medikation. Daneben sei die Fortführung einer psychotherapeu-
tischen Behandlung mit psychoedukativem Fokus zu empfehlen. Mit dem 
Wiedererlangen einer vollen Arbeitsfähigkeit sei dabei spätestens per Ende 
August 2019 zu rechnen (AB 102.1/8 f. Ziff. 4.7).

3.4

3.4.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2020, IV/19/832, Seite 10

nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4.3 Die Frage, ob ein Gutachten beweiskräftig ist oder nicht, beurteilt 
sich im konkreten Einzelfall danach, ob sich gestützt auf die Expertise die 
rechtsrelevanten Fragen beantworten lassen oder nicht. Mit anderen Wor-
ten verletzt das Abstellen auf ein polydisziplinäres Gutachten Art. 43 
Abs. 1 ATSG nicht allein schon deshalb, weil einem Teilgutachten der Be-
weiswert abgesprochen wird. Dies hat auch umgekehrt zu gelten, wenn 
sich die Schlussfolgerungen im Hauptgutachten, das nicht in einer interdis-
ziplinären Konsensbesprechung der beteiligten Fachärzte entstand, nicht 
nachvollziehen und sich nicht mit den Teilgutachten vereinbaren lassen, die 
Beurteilungen in allen Teilgutachten jedoch als schlüssig zu bezeichnen 
sind. Eine Beweiswürdigung, welche überzeugenden Teilkonsilien vollen 
Beweiswert zuerkennt, kann somit nicht allein deshalb als bundesrechts-
widrig bezeichnet werden, weil einem weiteren Teil des Gutachtens die 
Beweiskraft fehlt (BGE 143 V 124 E. 2.2.4 S. 128; SVR 2018 IV Nr. 27 
S. 87 E. 4.2.2).

3.5 In somatischer Hinsicht erfüllen das MEDAS-Gutachten vom 
12. März 2019 (AB 102.1) sowie die entsprechenden Teilgutachten 
(AB 102.2, 102.3 und 102.5) die Voraussetzungen der Rechtsprechung an 
Expertisen (vgl. E. 3.4.2 hiervor) und erbringen vollen Beweis 
(vgl. BGE 125 V 351 E. 3b bb S. 353). Die Fachärzte haben sich in ihren 
Beurteilungen sorgfältig mit den gesundheitlichen Einschränkungen aus-
einandergesetzt sowie ihre Schlussfolgerungen und Einschätzungen ge-
stützt auf ihre Untersuchungen sowie die Akten in schlüssiger und nach-
vollziehbarer Weise dargelegt. Die Ausführungen in den Beurteilungen der 
medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen 
Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand überzeugend begründet. In 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2020, IV/19/832, Seite 11

der Folge ist kein invalidisierender somatischer Gesundheitsschaden er-
stellt (vgl. AB 102.2/28 ff., 102.3/33 ff., 102.5/36 f.). Entsprechendes wird 
von der Beschwerdeführerin denn auch nicht geltend gemacht.

3.6 Dagegen vermag das psychiatrische Teilgutachten vom 12. März 
2019 (AB 102.4) nicht zu überzeugen. Es lässt im Hinblick auf die von der 
Rechtsprechung geforderte Prüfung der Indikatoren (vgl. E. 2.2 hiervor) 
wesentliche Fragen offen. Das Ausmass der durch den psychischen Ge-
sundheitsschaden bedingten funktionellen Einschränkungen lässt sich dem 
Gutachten nur ansatzweise entnehmen, insofern nämlich, als in der Kon-
sensbeurteilung festgehalten wird, die bipolare affektive Erkrankung mit 
assoziierter und vegetativer Störung bedinge eine derzeit noch reduzierte 
Belastbarkeit (vgl. E. 3.3 hiervor; AB 102.1/8 Ziff. 4.3). Eine Aussage, wie 
sich die aufgeführten Einschränkungen konkret in der bisherigen und einer 
angepassten Tätigkeit auswirken, tätigt der psychiatrische Gutachter nicht. 
Es fehlt insbesondere auch eine Begründung, weshalb ein Arbeitspensum 
nur in einem reduzierten Umfang von 50 % zumutbar sein soll. Diese An-
nahme widerspricht denn auch der Einschätzung des behandelnden Psych-
iaters Dr. med. E.________, der im Bericht vom 18. September 2018 von 
einer Arbeitsfähigkeit von maximal 80 % seit dem 1. Mai 2018 ausgegan-
gen ist (AB 89/3), sowie der Annahme im Schlussbericht des Kompetenz-
zentrums Arbeit (KA) vom 7. März 2018, wonach die Arbeitsfähigkeit nur 
leicht eingeschränkt sei (AB 74/7). Ebenso erachtete sich die Beschwerde-
führerin selber im ... als 80 % arbeitsfähig (undatierter Fragebogen zur Be-
gutachtung; AB 102.7/2).

Weiter ist die Einschätzung des zeitlichen Verlaufs nicht überzeugend, in-
dem der psychiatrische Gutachter ab März 2016 von einer durchgehenden 
Restarbeitsfähigkeit von 50 % ausgeht und eine höhergradige Einschrän-
kung als "denkbar", aber nicht mit der "gebotenen Wahrscheinlichkeit zeit-
lich eingrenzbar" erachtet (vgl. E. 3.2.3 hiervor; AB 102.4/33 f. Ziff. 8.2). Ein 
solcher zeitlicher Verlauf widerspricht denn auch mehreren Arztberichten. 
So attestierte Dr. med. E.________ im ärztlichen Bericht vom 12. Novem-
ber 2016 eine bis auf weiteres vollständige Arbeitsunfähigkeit seit dem 
17. Februar 2016 (AB 25/3 Ziff. 1.6). Diese Ansicht wird sodann durch die 
erfolgte anderthalbmonatige Hospitalisation in der Klinik F.________ im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2020, IV/19/832, Seite 12

Sommer und Herbst 2016 bestätigt (AB 30), wobei eine vom 29. August 
2016 bis zum 31. Oktober 2016 dauernde 100%ige Arbeitsunfähigkeit at-
testiert wurde (AB 30/3). Auch Dr. med. C.________ ging im zuhanden der 
Krankentaggeldversicherung erstatteten Gutachten vom 22. März 2017 ab 
dem 1. April 2017 von einer ca. 20 bis 30%igen Arbeitsfähigkeit aus und 
hielt fest, dass die Explorandin bis zum Untersuchungsdatum (17. März 
2017 [AB 46.2/1]) vermutlich hochgradig in ihrer ausserhäuslichen Er-
werbsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei (AB 46.2/7 f. Ziff. 6). Zudem 
deutet die von der Beschwerdeführerin anlässlich der im Rahmen der AMM 
Ermittlung der Arbeitsmarktfähigkeit (EAF) gezeigte Leistung auf einen an-
deren zeitlichen Verlauf hin, konnte die Beschwerdeführerin ihr Pensum im 
Verlaufe des Programms doch von anfangs 40 % bis zu 80 % steigern 
(AB 74/7).

3.7 Da sowohl die im Verfügungszeitpunkt bestehende Arbeitsunfähig-
keit als auch der Verlauf (dessen Einschätzung wiederum Auswirkungen 
auf die richterliche Würdigung der aktuellen Annahmen des Gutachters hat) 
unklar sind, ist der Sachverhalt nicht liquid. Wegen des unklaren Verlaufs 
kann aktuell keine abschliessende Indikatorenprüfung (vgl. E. 2.2 hiervor) 
durchgeführt werden. In der Folge geht die Sache in Gutheissung der ge-
gen die angefochtene Verfügung vom 27. September 2019 (AB 109) erho-
benen Beschwerde antragsgemäss (Beschwerde, S. 2) zurück an die Be-
schwerdegegnerin, damit sie eine psychiatrische Begutachtung veranlasse 
und anschliessend neu verfüge.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2020, IV/19/832, Seite 13

schuss von Fr. 800.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG)

Rechtsanwältin B.________ macht mit Kostennote vom 17. Dezember 
2019 ein Honorar von Fr. 1'707.50 (6.83 Std. à Fr. 250.--) zuzüglich Mehr-
wertsteuer von Fr. 131.50 (7.7 % von Fr. 1'707.50), total Fr. 1'839.--, gel-
tend, was nicht zu beanstanden ist. Die Parteientschädigung wird demnach 
für das vorliegende Verfahren auf Fr. 1'839.-- (inkl. MWSt.) festgesetzt; 
diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu 
ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 27. September 2019 aufgehoben und die Sache an 
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme 
der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – über die Leistungsan-
sprüche neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihr nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1'839.-- (inkl. MWSt.), zu ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2020, IV/19/832, Seite 14

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.