# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d98067ff-6628-5cdf-af9e-f30dc324af91
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.06.2010 D-4291/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4291-2010_2010-06-21.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4291/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 1 .  J u n i  2 0 1 0

Einzelrichter Hans Schürch, 
mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli,
Gerichtsschreiberin Eva Zürcher.

Z._______, geboren _______, Nigeria,
_______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 2. Juni 2010 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4291/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  der  Beschwerdeführer,  ein  nigerianischer  Staatsangehöriger, 
eigenen Angaben zufolge seinen Heimatstaat im August 2008 verliess 
und auf ihm unbekanntem Weg am 14. Juli 2009 unter Umgehung der 
Grenzkontrollen  in  die  Schweiz  reiste,  wo  er  gleichentags  ein 
Asylgesuch einreichte, 

dass er anlässlich der Kurzbefragung im Empfangs- und Verfahrens-
zentrum  A._______  vom  17.  Juli  2009  sowie  der   direkten 
Bundesanhörung  vom  6.  August  2009  zur  Begründung  seines 
Asylgesuchs  im  Wesentlichen  geltend  machte,  er  stamme  aus 
B._______ in C._______ State, gehöre der Ethnie der Igbo an und sei 
christlichen Glaubens,

dass er Schüler  gewesen sei,  einen Schülerausweis,  eine Identitäts-
karte  und  einen Führerschein  besessen habe,  welche ihm indessen 
abhanden gekommen seien,

dass er über keine anderen Identitätsdokumente verfüge,

dass sein Vater im Jahr 2005 verstorben sei und ein Testament erstellt 
habe, gemäss welchem er seinen Kindern den ganzen Besitz – meh-
rere Häuser und Läden – hinterlassen habe,

dass  der  Beschwerdeführer  dieses  Testament  nicht  zu  Gesicht 
bekommen  habe,  indessen  sein  verstorbener  Bruder  habe  Einsicht 
nehmen können,

dass  seine  Mutter  ein  Jahr  nach  der  Beerdigung  des  Vaters  nach 
D._______, dem Heimatdorf des Vaters, wo dieser auch beerdigt sei, 
zurückgekehrt sei, um die Trauerkleidung feierlich ablegen zu können,

dass sie während ihres dortigen Aufenthaltes erkrankt und in ein Spital  
eingeliefert worden sei, worauf man den Beschwerdeführer und seine 
Geschwister sowie seinen Onkel gerufen habe,

dass ihr der behandelnde Arzt nicht habe helfen können und sie aus 
dem Spital  entlassen  habe,  worauf  die  Familie  die  Mutter  zu  einem 
Naturheiler  gebracht  habe,  der  sie  wieder  zum  Sprechen  gebracht 
habe,

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dass  die  Mutter  den  Kindern  mitgeteilt  habe,  sie  sollten  das 
Heimatdorf  ihres Vaters verlassen,  sollte  sie sterben,  weil  es für  sie 
gefährlich sei und sie umgebracht werden könnten,

dass  die  Mutter  im  Jahr  2006  verstorben  sei  und  der  Beschwerde-
führer  mit  seinen  Geschwistern  nach  ihrer  Beerdigung  nach 
B._______ zurückgekehrt sei, wo sie eines Tages einen Brief aus dem 
Heimatdorf  des  Vaters  erhalten  hätten,  gemäss  welchem  ihre 
Anwesenheit dort erwünscht sei,

dass der Onkel indessen zuerst habe herausfinden wollen, warum der 
Beschwerdeführer  und seine Geschwister  hätten ins  Heimatdorf  des 
Vaters gehen sollen, weshalb zuerst er sich dorthin begeben habe,

dass er jedoch nicht mehr zurückgekehrt sei, sondern – wie der ältere 
Bruder des Beschwerdeführers erfahren habe – gestorben sei, worauf 
dieser den Anwalt des Vaters aufgesucht habe,

dass  der  Anwalt  die  Dorfbewohner,  welche  in  der  Zwischenzeit  die 
Häuser  und  Geschäfte  des  verstorbenen  Vaters  besetzt  hätten,  vor 
Gericht gebracht habe, das Gericht indessen vertagt und die Parteien 
aufgefordert habe, Beweismittel nachzureichen,

dass der Anwalt während des Prozesses gestorben sei, weshalb der 
Prozess nicht mehr weitergeführt worden sei,

dass der Beschwerdeführer und seine Geschwister mangels vorhande-
ner  Finanzen  das  Elternhaus  hätten  vermieten  müssen  und  in  eine 
kleine Wohnung im Hinterhof gezogen seien, wo sie eines Tages von 
Männern in Zivil aufgesucht worden seien,

dass diese den Beschwerdeführer und seine Schwester aufgefordert 
hätten,  auf  dem  Boden  zu  liegen,  während  sie  ihren  Bruder  stark 
geschlagen hätten,

dass der  Beschwerdeführer  habe fliehen können,  worauf  er  sich  für 
eine Nacht bei einem Freund versteckt habe und am folgenden Tag an 
seinen  Wohnort  zurückgekehrt  sei,  wo  er  seinen  Bruder  tot 
aufgefunden habe,

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dass  er  in  der  Folge  mit  seiner  Schwester  in  den  E._______  des 
Landes geflohen  sei,  wo er  seine  Schwester  tagsüber,  wenn  er  zur 
Arbeit gegangen sei, in ein Zimmer eingesperrt habe,

dass er eines Abends bei  seiner Rückkehr das Verschwinden seiner 
Schwester  festgestellt  habe,  worauf  er  auch  geflohen  sei,  weil  er 
vermutet  habe,  dass  etwas  Schlimmes  passiert  sei  und  ihm 
ebensolches drohen könne,

dass  er  am  folgenden  Tag  zurückgekehrt  sei,  im  Zimmer  ein 
Durcheinander vorgefunden habe, das Geld und die Ausweise gepackt 
habe  und  sich  zur  Ausreise  aus  seinem  Heimatland  entschlossen 
habe, nachdem er seine Verfolger erneut erblickt habe,

dass der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Befragungen aufgefordert 
wurde, Identitätspapiere einzureichen, was er indessen unterliess,

dass  das  BFM  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  in 
Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 
1998 (AsylG, SR 142.31) mit Verfügung vom 18. Mai 2009 nicht eintrat 
und die Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug anordnete,

dass  das  BFM zur  Begründung  im Wesentlichen  anführte,  es  lägen 
keine  entschuldbaren  Gründe  vor,  die  es  dem  Beschwerdeführer 
verunmöglichten, Reise- oder Identitätspapiere einzureichen,

dass der Beschwerdeführer nicht habe angeben können, in welchem 
Land  ihm  seine  Ausweise  gestohlen  worden  seien,  was  mit  der 
allgemeinen Erfahrung nicht zu vereinbaren sei,

dass zudem seine Erklärungen über seine Reise in die Schweiz nicht  
nachvollziehbar, realitätsfremd und substanzlos ausgefallen seien und 
er  insbesondere  nicht  habe  überzeugend  darstellen  können,  wie  er 
ohne Papiere von seinem Heimatland in die Schweiz habe gelangen 
können,

dass  er  zudem  keine  Bemühungen  um  die  Beschaffung  von 
Ausweisdokumenten habe erkennen lassen, 

dass deshalb davon auszugehen sei, er verfüge über gültige Identitäts- 
und Reisepapiere und wolle diese den Asylbehörden vorenthalten, um 

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den  Vollzug  einer  möglichen  Wegweisung  in  seinen  Heimatstaat  zu 
erschweren oder zu verunmöglichen,

dass der Beschwerdeführer zudem die Flüchtlingseigenschaft gemäss 
Art.  3  und  7  AsylG  nicht  erfülle  und  aufgrund  der  Aktenlage  keine 
zusätzlichen Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft 
oder eines Wegweisungshindernisses erforderlich seien,

dass  seine  Angaben  in  zentralen  Punkten  vielmehr  insgesamt 
unsubstanziiert, realitätsfremd und widersprüchlich ausgefallen seien, 
weshalb die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen zu bezweifeln sei,

dass diesbezüglich – um unnötige Wiederholungen zu vermeiden – auf 
die Argumentation in der angefochtenen Verfügung zu verweisen ist,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe vom 11. Juni  2010  (Datum 
Poststempel:  12.  Juni  2010)  gegen  diesen  Entscheid  beim 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde erhob und dabei  sinngemäss 
beantragte,  auf  sein  Asylgesuch  sei  einzutreten,  es  sei  infolge  von 
Wegweisungshindernissen  vom  Vollzug  der  Wegweisung  abzusehen 
und  die  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen,  damit  er  sich  integrieren 
könne, es sei ihm eine Nachfrist  zur Beschaffung der Identitätskarte 
und  infolge  fehlender  Finanzen  die  unentgeltliche  Rechtspflege  zu 
gewähren,

dass zur Begründung auf die Beschwerde verwiesen wird,

dass die  vorinstanzlichen Akten am 15. Juni  2010  beim Bundesver-
waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  (Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezem-
ber 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des 
BFM  entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-33  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]),

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dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet,  soweit  das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 
Art. 6 AsylG),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders  berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters 
beziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art.  111 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine solche handelt,  weshalb der  Beschwerdeentscheid  nur  summa-
risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  das  BFM  den  angefochtenen  Nichteintretensentscheid  auf  der 
Grundlage von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG getroffen hat,

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide die  Beurtei-
lungszuständigkeit  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die 
Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf 
das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass bei  Begründetheit  der Beschwerde die angefochtene Verfügung 
aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen ist (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schwei-
zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2000 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 
f.),

dass gemäss der revidierten,  am 1. Januar 2007 in Kraft  getretenen 

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Bestimmung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf ein Asylgesuch nicht 
eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  den  Behörden  nicht  innerhalb 
von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitäts-
papiere abgeben,

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), oder wenn auf 
Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flücht-
lingseigenschaft  festgestellt  wird  (Art.  32  Abs. 3  Bst.  b  AsylG)  oder  
wenn sich auf Grund der Anhörung die Notwendigkeit zusätzlicher Ab-
klärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Weg-
weisungsvollzugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass mithin nach erfolgter Gesetzesrevision neu auch die Flüchtlings-
eigenschaft Prozessgegenstand des Beschwerdeverfahrens bildet, wo-
bei  im Rahmen der summarischen Prüfung das offenkundige Fehlen 
der  Flüchtlingseigenschaft,  sei  es,  weil  die  Vorbringen  offensichtlich 
unglaubhaft sind, oder sei es, weil sie offensichtlich keine flüchtlings-
rechtliche Relevanz nach Art. 3 AsylG aufweisen, und das offenkundi-
ge  Fehlen  von  Wegweisungsvollzugshindernissen  zu  beurteilen  sind 
(vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1),

dass  vorliegend  der  Beschwerdeführer  innerhalb  vom  48  Stunden 
nach Einreichung des Asylgesuchs keine Identitäts- oder Reisepapiere 
im Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG abgab,

dass  er  dazu  geltend  machte,  er  wisse  nicht,  was  er  unternehmen 
solle (Akte A1/12 S. 5 und Akte A8/20 S. 7),

dass  er  keinen  Reisepass  beantragt  habe,  da  nur  Leute,  die  ins 
Ausland gingen, einen solchen erhielten,  und er nicht  wisse, was er 
damit hätte machen sollen (Akte A1/12 S. 4),

dass  ihm  zudem seine  Ausweise  –  eine  Identitätskarte,  ein  Führer-
schein und ein Schülerausweis – unterwegs gestohlen worden seien, 
als er unter einer Brücke geschlafen habe (Akte A1/12 S. 4 und Akte 
A8/20 S. 7), wobei er nicht wisse, in welchem Land dies gewesen sei,

dass  indessen  diese  Aussagen  –  wie  die  Vorinstanz  zutreffend 
feststellte  –  nicht  geglaubt  werden  können,  da  es  dem des  Lesens 

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mächtigen Beschwerdeführer hätte möglich sein sollen, festzustellen, 
wann er sich in welchem Land befindet,

dass somit auch seine Angabe, er sei durch mehrere ihm unbekannte 
Länder gereist und könne nicht sagen, um welche es sich handle, in 
Übereinstimmung  mit  der  vorinstanzlichen  Argumentation  nicht  zu 
überzeugen vermögen,

dass darüber hinaus seine Angaben über die Umstände der Reise in 
die Schweiz substanzlos und realitätsfremd ausgefallen sind,

dass ihm – ungeachtet seiner Behauptung, keine Identitätspapiere zu 
besitzen – insbesondere nicht geglaubt werden kann, er sei ohne ein 
solches Papier von Nigeria in die Schweiz gereist und keiner (Grenz)-
Kontrolle  unterzogen  worden,  weil  dies  mit  der  Realität  nicht  zu 
vereinbaren ist,

dass zudem seine Gegenfrage anlässlich der Anhörung auf die Frage 
nach Grenzübertritten, nämlich woher er so etwas wissen solle (Akte 
A8/20 S. 8), mit seiner Angabe, er habe einen Mann getroffen, der ihn 
an der Hand genommen habe, wenn sie irgendwo hätten durchgehen 
müssen, und der ihm gesagt habe, er solle nicht herumschauen, da er 
sonst auffalle (Akte A8/20), nicht zu vereinbaren ist, zumal die zweite  
Aussage  deutlich  macht,  dass  er  sich  offensichtlich  während 
Grenzübergängen  unsicher  gefühlt  haben  muss  und  sie  somit 
wahrgenommen hat,

dass  ferner  die  Aussage,  er  sei  nie  bei  einem  Grenzübergang 
kontrolliert  worden (Akte  A1/12 S. 4),  jeglicher  Realität  entbehrt,  da 
sich  zwischen  Nigeria  und  der  Schweiz  zahlreiche  Grenzübergänge 
befinden, die streng kontrolliert werden,

dass überdies seine Aussage, er sei immer auf Buschwegen gelaufen 
(Akte A1/12 S. 8) nicht zu vereinbaren ist mit seiner Angabe, er sei auf 
Lastwagen oder Busse geklettert und mitgefahren (Akte A8/20 S. 6),

dass auch seine Aussage, er sei ohne Geld beziehungsweise nur mit  
7'000 Naira ausgereist, realitätsfremd ist, zumal Schlepperdienste ein 
Vielfaches  davon  kosten  und  der  Beschwerdeführer  darüber  hinaus 
während etwa einem Jahr unterwegs gewesen sein will, was er ohne 
genügend Geld gar nicht hätte bewerkstelligen können,

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dass  somit  aufgrund  zahlreicher  unglaubhafter  Angaben  des 
Beschwerdeführers über seine Aufenthaltsorte und deren Dauer sowie 
seine Reise in die Schweiz und seine Identitätspapiere nicht geglaubt 
werden kann, er besitze keine Identitäts- oder Reisepapiere,

dass der diesbezüglichen Argumentation der Vorinstanz vollumfänglich 
zuzustimmen ist, weshalb die Vorinstanz zu Recht zum Schluss kam, 
es  würden  keine  entschuldbaren  Gründe  vorliegen,  die  es  dem 
Beschwerdeführer verunmöglicht hätten, den Behörden innerhalb von 
48 Stunden nach Einreichung des Asylgesuchs Dokumente über seine 
Identität einzureichen,

dass die in der Beschwerde dargelegte Argumentation nicht zu einer 
andern Einschätzung zu führen vermag, zumal der Beschwerdeführer 
sich  zu  den  Vorhalten  der  Vorinstanz  hinsichtlich  der  fehlenden 
Einreichung von Reise- oder Identitätspapieren gar nicht äusserte,

dass der Beschwerdeführer ferner – wie sich nachfolgend zeigen wird 
– sein Heimatland ohne zwingenden Fluchtgrund verlassen hat und es 
ihm deshalb möglich und zumutbar gewesen wäre,  rechtsgenügliche 
Identitäts-  und  Reisepapiere  vor  dem  Antritt  seiner  Reise  in  die 
Schweiz legal zu beschaffen, 

dass  er  keinen  plausiblen  Grund  angab,  warum  dies  für  ihn  ein 
Problem  hätte  darstellen  sollen,  zumal  er  keine  behördliche  Suche 
nach seiner Person vorbrachte,

dass auch unter diesem Gesichtspunkt keine entschuldbaren Gründe 
für  die  Nichtabgabe  von  rechtsgenüglichen  Identitätspapieren  vorlie-
gen,

dass  unter  diesen  Umständen  das  Gesuch  um  Gewährung  einer 
Nachfrist zur Einreichung einer Identitätskarte abzuweisen ist, 

dass mithin zu prüfen bleibt, ob das BFM aufgrund der Befragungen zu 
Recht  weder  die  Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  noch  zusätzliche 
Abklärungen  zu  deren  Feststellung  beziehungsweise  derjenigen  von 
Wegweisungshindernissen als erforderlich erachtet hat,

dass  die  Vorinstanz  die  Asylvorbringen  des  Beschwerdeführers  zu 
Recht als widersprüchlich, substanzlos und realitätsfremd bezeichnete 
und infolgedessen vom Fehlen der Flüchtlingseigenschaft ausging,

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dass – um unnötige Wiederholungen zu vermeiden – auf  die zutref-
fenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen wird,

dass  in  Ergänzung  dazu  insbesondere  nicht  nachzuvollziehen  ist, 
warum der  erwachsene  Beschwerdeführer  weder  Kenntnis  über  den 
genauen Inhalt des Testaments seines Vaters noch über die genauen 
Umstände  dessen  Todes  oder  des  Todes  seines  Onkels  und  des 
Anwalts seines Vaters hatte,

dass ferner die Aussage, die Parteien hätten nicht  mehr vor Gericht 
erscheinen müssen, nachdem der Anwalt gestorben sei (Akte A8/20 S. 
13)  jeglicher  Realität  entbehrt,  zumal  mit  dem Tod des  Anwalts  die 
Streitsache  nicht  als  erledigt  gilt,  da  der  Anwalt  –  gestützt  auf  die 
Aktenlage  –  als  Vertreter  der  Familie  des  Beschwerdeführers  und 
nicht als eigene Partei zu sehen ist,

dass  auch  die  grosse  Unkenntnis  des  Beschwerdeführers  über  die 
Hintergründe  des  Streits  der  Dorfbewohner  beziehungsweise  seiner 
Verwandten  mit  seinem  Vater  und  über  dessen  Hinterlassenschaft 
Fragen aufwirft,  zumal  er  als  einer der Erben seines Vaters darüber 
hätte im Bild sein müssen,

dass sich die Substanzlosigkeit seiner Aussagen wie ein roter Faden 
durch die beiden Protokolle zieht, indem er immer dann, wenn es um 
konkrete Einzelheiten ging,  auswich oder  zu Protokoll  gab,  er  wisse 
nichts Näheres,

dass  er  ausserdem  weder  den  Tod  seines  Vaters  noch  denjenigen 
seiner Mutter, seines Bruders, seiner Schwester, seines Onkels oder 
des  Anwalts  belegen  konnte,  obwohl  er  zumindest  für  die  eigenen 
Familienmitglieder im Besitz von Totenscheinen sein müsste,

dass überdies das Verhalten des Beschwerdeführers, der seinen toten 
Bruder auf  dem Bett  liegen gelassen haben will,  ohne irgendwelche 
Schritte  für  dessen  Beerdigung  zu  unternehmen,  ebenso  wenig 
nachvollzogen  werden  kann  wie  seine  Aussage,  er  habe  keine 
Anstrengungen  unternommen,  um  herauszufinden,  wo  sich  die 
verschleppte Schwester befinden könne,

dass dem Beschwerdeführer ferner nicht geglaubt werden kann, er sei 
auch  im  Norden  seines  Heimatlandes  von  seinen  Verfolgern 
aufgesucht  worden,  da  diese  in  der  Zwischenzeit  gemäss  seinen 

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Aussagen alle Besitztümer seines Vaters besetzt hielten und somit ihr 
Ziel  erreicht  hätten,  womit  allfällige  weitere  Nachstellungen  keinen 
Sinn mehr ergeben hätten, 

dass somit  nicht  geglaubt  werden kann, der Beschwerdeführer wäre 
überall in seinem Heimatland von seinen Verwandten beziehungsweise 
von der Dorfbevölkerung verfolgt worden, 

dass sich der Beschwerdeführer zudem – entgegen seinen Äusserun-
gen – an die nigerianischen Polizeibehörden hätte wenden können, da 
diese als schutzwillig und schutzfähig zu betrachten sind und deshalb 
die  von  ihm  beschriebenen  Nachstellungen  durch  seine  Verwandt-
schaft  beziehungsweise  die  Dorfbevölkerung  als  kriminelle  Handlun-
gen im Rahmen ihrer Möglichkeiten ahnden und verfolgen würden,

dass  keine  überzeugenden  Anhaltspunkte  vorliegen,  gestützt  auf 
welche  davon  auszugehen  wäre,  es  würde  ihm  von  Seiten  der 
nigerianischen Behörden kein Schutz gewährt werden, weshalb seine 
Vorbringen auch deshalb als haltlos zu erachten sind,

dass  gestützt  auf  die  Aktenlage  und  die  vorstehenden  Erwägungen 
das Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 und 7 AsylG 
– und wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen zum Vollzug der 
Wegweisung ergibt – das Fehlen von Wegweisungshindernissen offen-
kundig erscheinen und sich aus den Akten keine Anhaltspunkte für die 
Annahme ergeben, das BFM habe eine mehr als bloss summarische 
materielle  Prüfung  vorgenommen  oder  zusätzliche  Abklärungen  ge-
troffen,

dass das BFM somit zu Recht keine weiteren Abklärungen vornahm 
und der Sachverhalt rechtsgenüglich festgestellt wurde, 

dass in der Beschwerdeschrift zudem keine neuen Erkenntnisse oder 
Tatsachen  vorgebracht  wurden,  welche  an  den  zutreffenden  vorin-
stanzlichen Erwägungen etwas zu ändern vermöchten,

dass das BFM somit zu Recht gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG 
auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist, 

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend 
der Beschwerdeführer weder eine Aufenthaltsbewilligung besitzt noch 

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einen Anspruch auf Erteilung einer solchen hat, weshalb die verfügte 
Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht 
und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass  zu  prüfen  bleibt,  ob  es  Gründe  gibt,  die  dem  Vollzug  der 
Wegweisung  entgegenstehen,  da  im  Fall  eines  unzulässigen,  unzu-
mutbaren oder unmöglichen Vollzugs das Anwesenheitsverhältnis des 
Beschwerdeführers  nach  den  Bestimmungen  des  Bundesgesetzes 
vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer 
(AuG, SR 142.20) über die vorläufige Aufnahme zu regeln ist (Art. 44 
Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG),

dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung der mass-
geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da 
der Beschwerdeführer keine Hinweise auf  eine Verfolgung oder  eine 
begründete Furcht vor Nachteilen darzulegen vermag, welche geeignet 
wäre, seine Flüchtlingseigenschaft zu begründen, und auch keine An-
haltspunkte  für  eine  andere  menschenrechtswidrige  Behandlung  er-
sichtlich  sind,  die  ihm  in  seinem Heimat-  oder  Herkunftsstaat  droht 
(vgl.  Art.  83  Abs.  3  AuG),  da  seine  Ausführungen  unglaubhaft  und 
flüchtlingsrechtlich unerheblich ausgefallen sind,

dass  zudem weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimatland  noch  indivi-
duelle Gründe gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs  des 
Beschwerdeführers sprechen,

dass der – gestützt auf die Aktenlage gesunde, junge und ungebunde-
ne – Beschwerdeführer darlegte, er habe vor der Ausreise die Schule 
besucht  und  Gelegenheitsarbeiten  verrichtet,  womit  er  sich  erste 
Grundlagen für  eine spätere  Möglichkeit,  seinen  Lebensunterhalt  zu 
verdienen, geschaffen hat,

dass  zwar  gemäss  seinen  Aussagen  seine  Eltern,  Geschwister  und 
sein Onkel gestorben seien,

dass  an  dieser  Darstellung  indessen  –  wie  bereits  ausgeführt  –  zu 
zweifeln ist,

dass  die  zahlreichen,  zuvor  bereits  erwähnten  Divergenzen  und 
Unvereinbarkeiten  zu  Zweifeln  am  fehlenden  Beziehungsnetz  des 
Beschwerdeführers  in  seinem  Heimatland  führen  und  vielmehr  den 
Schluss nahelegen, dass er dort über ein Beziehungsnetz verfügt,

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dass  somit  der  Vollzug  der  Wegweisung  nach  Nigeria  auch  als 
zumutbar zu erachten ist,

dass  der  Vollzug der  Wegweisung  des Beschwerdeführers in  seinen 
Herkunftsstaat schliesslich möglich ist (Art. 83 Abs. 2 AuG), da es ihm 
obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 
Abs. 4 AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist (Art. 83 Abs. 1-4 AuG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  
oder  unangemessen  ist  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, 

dass die Beschwerde aufgrund der voranstehenden Erwägungen als 
aussichtslos  zu  qualifizieren  und  deshalb  das  sinngemäss  gestellte 
Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege abzuweisen 
ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nachfolgende Seite)

Seite 13

D-4291/2010

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  ist 
abzuweisen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-- werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 

(per Kurier; in Kopie)
- _______ (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Eva Zürcher

Versand: 

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