# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1ef0fe2b-bb9d-5056-b6b2-91a89230d1c2
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-27
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 27.02.2025 VG.2024.00046 (VG.2025.1440)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2024-00046_2025-02-27.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 27. Februar 2025

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  Besetzung:
  Gerichtspräsident MLaw Colin Braun, Verwaltungsrichter Samuel Bisig,
  Verwaltungsrichterin Olivia Lattmann und Gerichtsschreiber i.V. MLaw Siro
  Rhyner

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2024.00046

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch lic.
    iur. Sebastian Lorentz, Rechtsanwalt

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Schweizerische
    Unfallversicherungsanstalt (Suva)

    	
    Beschwerdegegnerin

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch lic.
    iur. Reto Bachmann, Rechtsanwalt

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  UVG-Leistungen

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung:

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  A.______,
  geboren am […], war aufgrund seiner Anstellung bei der B.______AG bei der
  Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von
  Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 15. August 2020 kam es in
  der Nähe des Bahnhofs […] zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen
  ihm und zwei weiteren Personen. Infolge dieses Vorfalls musste er mit der
  Rega ins Spital C.______ geflogen werden, wo insbesondere ein
  Schädelhirntrauma mit undislozierter Schädelkalottenfraktur rechts parietal
  und frontal festgestellt wurde. Die Suva erbrachte die gesetzlichen
  Leistungen für die Folgen dieses Ereignisses.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Nach
  verschiedenen medizinischen Abklärungen teilte die Suva A.______ am
  24. März 2023 mit, dass sie die Versicherungsleistungen per sofort
  einstelle und mangels Vorliegens adäquater Unfallfolgen kein Anspruch auf
  weitere Versicherungsleistungen ihrerseits bestehe. Die am 13. April
  2023 bzw. am 17. Mai 2023 von ihm dagegen erhobene Einsprache wies die
  Suva am 15. Mai 2024 ab.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  A.______
  gelangte mit Beschwerde vom 14. Juni 2024 ans Verwaltungsgericht und
  beantragte die Aufhebung des Einspracheentscheids der Suva vom 15. Mai
  2024 sowie die Zusprache der gesetzlichen Leistungen; alles unter Kosten- und
  Entschädigungsfolgen zu Lasten der Suva. Die Suva beantragte am
  19. August 2024 die Abweisung der Beschwerde. A.______ erneuerte mit Replik
  vom 17. Oktober 2024 sein Rechtsbegehren. Die Suva liess sich in der
  Folge nicht mehr vernehmen.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  Das
  Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
  die Unfallversicherung vom 20. März 1981 (UVG) i.V.m.
  Art. 56 ff. des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
  Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) i.V.m. Art. 1
  des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über die Unfallversicherung vom 3. Mai 2009 (EG UVG) zur Behandlung der vorliegenden
  Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt
  sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Der Beschwerdeführer bringt vor,
  die Beschwerdegegnerin habe sich zu Unrecht auf die versicherungsinterne
  medizinische Beurteilung von Dr. med. D.______, Facharzt für
  Neurologie sowie Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, abgestützt.
  Dessen Einschätzung liege keine eigene Untersuchung zu Grunde. Darüber hinaus
  äussere er sich einzig zu den Kopfschmerzen, bleibe eine Antwort auf die
  Kernfrage, namentlich ob aufgrund des erlittenen Schädel-Hirn-Traumas eine
  bleibende neuropsychologische Störung und eine posttraumatische Epilepsie
  davongetragen worden sei, jedoch schuldig. Entsprechend seien berechtigte
  Zweifel an seiner Einschätzung angebracht, nicht zuletzt, weil zwei
  Fachpsychologinnen, namentlich M. Sc. E.______ und lic. phil. F.______,
  zu anderen Ergebnissen gekommen seien. Letztere hätten unfallkausale
  neuropsychologische Störungen attestiert. Diesen schlüssigen Einschätzungen
  könne sich die Beschwerdegegnerin nicht mit dem floskelhaften Argument
  "post hoc, ergo propter hoc" entledigen. Auch der Hinweis auf eine
  antizipierte Beweiswürdigung sei lediglich ein misslungener Versuch, um ihrer
  Untersuchungspflicht nicht nachkommen zu müssen. Hinzu komme, dass hinsichtlich
  eines derart schweren Schädelhirntraumas wie dem vorliegenden stets von einer
  residuellen Hirnschädigung sowie einer daraus resultierenden
  neuropsychologischen Störung auszugehen sei. Sodann würden auch die
  Austrittsberichte der Rehaklinik […] jeglicher Begründung entbehren und seien
  weder schlüssig noch nachvollziehbar. Während die gezeigten Symptome von
  M. Sc E.______ und lic. phil. F.______ abgehandelt und
  als neuropsychologische Störung gewertet worden seien, habe sich die
  Rehaklinik […] darauf beschränkt, das Vorliegen einer neuropsychologischen
  Beeinträchtigung ohne Begründung zu verneinen. Die Beschwerdegegnerin habe
  dies denn auch in keiner Weise hinterfragt. Des Weiteren habe sie den von
  Dr. med. G.______, Leitender Arzt Neurologie, geäusserten
  hochgradigen Verdacht einer symptomatischen Epilepsie vollständig
  vernachlässigt, wobei es überdies angezeigt sei, das bestehende
  Kopfschmerzsyndrom gehörig abzuklären. Insgesamt sei damit von einer
  ungenügenden Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts auszugehen, weshalb
  weitergehende Abklärungen im Sinne einer polydisziplinären externen
  Begutachtung unabdingbar seien. Ferner habe die Beschwerdegegnerin zur
  Beurteilung der Adäquanz hinsichtlich der neuropsychologischen Störung
  fälschlicherweise auf die "Psycho-Praxis" zurückgegriffen und dabei
  verkannt, dass sich die adäquate Kausalität bei organischen Unfallfolgen
  weitgehend mit der natürlichen Kausalität decke. Dass neuropsychologische
  Störungen auch ohne bildgebende bzw. apparative Befunde eintreten würden, sei
  in der medizinischen Literatur darüber hinaus beschrieben und anerkannt. Es
  handle sich hierbei entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin um eine
  organische Störung. Schliesslich sei der Fallabschluss verfrüht erfolgt. So
  hätten unter fachärztlicher Begleitung noch immer namhafte Verbesserungen
  eintreten können. Darüber hinaus seien die Eingliederungsmassnahmen der
  Invalidenversicherung (IV) noch nicht abgeschlossen gewesen. Er habe sich vom
  1. Juni 2024 bis zum 31. August 2024 in einem Arbeitstraining im
  Zentrum für berufliche Abklärung für Menschen mit einer Hirnverletzung (ZBA)
  befunden. Vor dem Hintergrund, dass die diesbezügliche Mitteilung zur
  Durchführung lediglich zwölf Tage nach Erlass des Einspracheentscheids
  erfolgt sei, hätten der Beschwerdegegnerin diese Massnahmen bekannt sein
  müssen. Die Beschwerdegegnerin könne sich nicht darauf berufen, dass alles
  nach dem Einspracheentscheid nicht mehr massgebend sei.

  
	
   

  
	
  2.2 Die Beschwerdegegnerin stellt sich
  auf den Standpunkt, dass sie den Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt habe,
  wobei denn auch kein formeller Anspruch auf eine Begutachtung bestehe. Der
  Beschwerdeführer sei mehrfach bildgebend untersucht worden, wobei
  Dr. D.______ hierauf rechtsgenüglich Bezug nehme. Letzterer diskutiere
  die medizinischen Unterlagen und formuliere gestützt darauf gut
  nachvollziehbare Schlüsse. Dabei würden die medizinischen Akten belegen, dass
  eine vollständige Normalisierung des intrakraniellen Status ohne
  Residualbefund bestanden habe. Soweit der Beschwerdeführer aus den
  aktenkundigen Befunden konstruiere, dass diese auf unfallbedingte
  hirnorganische Defizite zurückzuführen seien, so sei dies unzulässig, da die
  Regel "post hoc, ergo propter hoc" zu beachten sei und
  neuropsychologische Defizite überdies ungeeignet seien, eine unfallbedingte
  hirnorganische Funktionsstörung nachzuweisen. Soweit er sodann auf eine
  epileptische Symptomatik hinweise, sei festzuhalten, dass lediglich die
  Möglichkeit eines Zusammenhangs für eine Leistungspflicht nicht ausreichend
  sei. Symptome stellten denn auch keine objektiv nachweisbaren organischen
  Unfallfolgen dar und der "Status nach" belege eine Unfallkausalität
  nicht hinreichend. Ferner nehme Dr. G.______ keinen Bezug auf die
  medizinischen Vorakten, weshalb sein Bericht für die Beantwortung der sich
  stellenden Fragen ungeeignet sei. Des Weiteren seien die Ressourcen im
  Zeitpunkt des Einspracheentscheids entscheidend für die Leistungsprüfung,
  wobei im vorliegenden Fall die Bildgebung keine strukturellen Läsionen gezeigt
  habe. Schliesslich könne von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen
  erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen bzw.
  bildgebenden Abklärungen bestätigt worden und die angewendeten
  Untersuchungsmethoden wissenschaftlich auf breiter Basis anerkannt seien. Da
  dies auch für neuropsychologische Defizite gelte, sei die Adäquanzprüfung
  korrekt erfolgt. Im Übrigen sei ein gesamthafter Fallabschluss vorzunehmen
  und bei psychischen Folgen der Fall, wenn auf die somatisch nachweisbaren
  Unfallfolgen gerichteten Behandlungen keine namhafte Besserung mehr
  erreichten, was vorliegend der Fall sei. Hieran änderten auch die
  IV-Eingliederungsmassnahmen nichts. So könnten Massnahmen zur Vorbereitung
  auf die berufliche Eingliederung den IV-Grad nicht beeinflussen und bildeten
  dementsprechend keinen Grund, der gegen einen Fallabschluss spreche. Nicht
  beachtlich seien überdies Massnahmen, welche erst nach dem
  Einspracheentscheid erfolgt seien, was auf das vom Beschwerdeführer erwähnte
  Arbeitstraining zutreffe.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Der Versicherte hat gemäss
  Art. 10 Abs. 1 UVG Anspruch auf die zweckmässige Behandlung seiner
  Unfallfolgen. Ist er infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig
  (Art. 6 ATSG), so hat er gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch
  auf ein Taggeld. Der Anspruch auf ein Taggeld entsteht am dritten Tag nach
  dem Unfalltag. Er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen
  Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod des
  Versicherten (Art. 16 Abs. 2 UVG).

  
	
   

  
	
  3.2

  
	
  3.2.1 Die Leistungspflicht des
  Unfallversicherers setzt gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG voraus, dass
  zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher
  Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen
  Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der
  eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen
  Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann.
  Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen
  Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige und
  unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störung ist; es genügt, dass das
  schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder
  geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall
  mit anderen Worten nicht hinweggedacht werden kann, ohne dass auch die
  eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem schädigenden
  Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang
  besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das
  Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im
  Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
  Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines
  Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht
  (BGE 129 V 177 E. 3.1, 117 V 359 E. 4a).
  Es ist daher unerlässlich, dass die geklagten Beschwerden nicht leichthin den
  von der versicherten Person subjektiv umschriebenen Leiden entsprechen,
  sondern medizinisch einer fassbaren gesundheitlichen Beeinträchtigung
  zugeschrieben werden können und diese Gesundheitsschädigung mit überwiegender
  Wahrscheinlichkeit in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem versicherten
  Unfallereignis steht (BGE 119 V 335 E. 2b f.).
  Entscheidend ist dabei die Würdigung der in den Akten liegenden medizinischen
  Berichte, wobei das Gericht bei der Beurteilung des natürlichen
  Kausalzusammenhangs nicht ohne zwingenden Grund von der Einschätzung der
  medizinischen Experten abweicht (BGE 118 V 286 E. 1b).

  
	
   

  
	
  3.2.2 Die Leistungspflicht der
  Unfallversicherung setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfall und der
  Gesundheitsschädigung ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ein Ereignis
  hat dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem
  gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich
  geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der
  Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis allgemein als begünstigt
  erscheint (BGE 142 III 433 E. 4.5, 129 V 177
  E. 3.2, je mit Hinweisen). Die Adäquanz spielt im Bereich organisch
  objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die
  adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (Alexandra
  Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
  Sozialversicherungsrecht, UVG, 4. A., Zürich/Basel/Genf 2012,
  S. 58 f.). Als objektivierbar gelten Untersuchungsergebnisse, die
  reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des
  Patienten unabhängig sind. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts
  kann von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen erst dann gesprochen
  werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen
  bestätigt werden (vgl. etwa BGE 138 V 248 E. 5.1).

  
	
   

  
	
  3.2.3 Liegen organisch nicht objektiv
  ausgewiesene Beschwerden vor, wird die Adäquanz nach der Psychopraxis
  (BGE 115 V 133) geprüft, sofern nicht die Rechtsprechung zum
  Schleudertrauma (BGE 134 V 109) Anwendung findet (Irene Hofer,
  in Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Basler Kommentar,
  Unfallversicherungsgesetz, Basel 2019, Art. 6 N. 82). Ein adäquater Kausalzusammenhang
  ist demgemäss dann zu bejahen, wenn dem Unfall eine massgebende Bedeutung für
  die Entstehung der Beschwerden zukommt. In objektiver Betrachtungsweise
  werden die Unfälle nach ihrer erfahrungsgemässen Eignung, psychische
  Beschwerden zu bewirken, eingeteilt in banale und leichte Unfälle einerseits,
  schwere Unfälle andererseits sowie in dazwischen liegende mittelschwere
  Unfälle (BGE 115 V 133 E. 6). Letztere werden darüber
  hinaus weiter unterteilt in mittelschwer im Bereich zu leicht, mittelschwer
  im engeren Sinne sowie mittelschwer im Bereich zu schwer (vgl.
  BGE 140 V 356 E. 5.1). Bei banalen Unfällen und bei
  leichten Unfällen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und
  psychischer Gesundheitsstörung in der Regel ohne Weiteres verneint werden.
  Bei schweren Unfällen ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen einem
  Unfall und der psychischen Beeinträchtigung in der Regel zu bejahen
  (BGE 115 V 133 E. 6a). Die mittelschweren Unfälle
  umfassen jene Ereignisse, welche weder den banalen noch den schweren Unfällen
  zugeordnet werden können.

  
	
   

  
	
  3.2.4 Die Frage, ob zwischen einem
  Unfall und der psychischen Beeinträchtigung ein adäquater Kausalzusammenhang
  besteht, lässt sich nicht aufgrund des Unfalls allein schlüssig beantworten.
  Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit
  dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folge
  davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Solche Umstände
  können als Beurteilungskriterien dienen, weil sie ihrerseits nach dem
  gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet
  sind, in Verbindung mit dem Unfall zu einer psychisch bedingten
  Beeinträchtigung zu führen oder diese zu verstärken. Als wichtigste Kriterien
  sind besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit
  des Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen,
  insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen
  auszulösen; fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
  erhebliche Beschwerden; eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die
  Unfallfolgen erheblich verschlimmert; ein schwieriger Heilungsverlauf; sowie
  erhebliche Komplikationen und erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz
  ausgewiesener Anstrengung zu nennen (BGE 115 V 133
  E. 6c/aa, 134 V 109 E. 10.2 ff.). Die
  Adäquanzkriterien nach BGE 115 V 133 werde nur aufgrund der
  organischen Unfallfolgen, unter Ausschluss psychischer Aspekte oder als
  körperlich imponierend, organisch jedoch nicht hinreichend erklärbarer
  Beschwerden geprüft (Hofer,
  Art. 6 N. 90). Soweit ein mittelschwerer Unfall im Bereich zu einem
  leichten vorliegt, müssen entweder mindestens vier der vorstehend erwähnten
  Kriterien erfüllt sein oder es muss eines der Kriterien in besonders
  ausgeprägter Form vorliegen, um die Adäquanz zwischen dem Unfall und der
  psychischen Erkrankung zu bejahen. Bei mittelschweren Unfällen im engeren
  Sinne müssen entweder drei der massgeblichen Kriterien oder es muss eines der
  Kriterien ausgeprägt erfüllt sein (BGer-Urteil 8C_899/2013 vom 15. Mai
  2014 E. 5.1, mit Hinweisen). Bei mittelschweren im Bereich zu den
  schweren Unfällen liegt ein adäquater Kausalzusammenhang dann vor, wenn ein
  einzelnes Kriterium erfüllt ist (BGE 115 V 133 E. 6c/bb).
  Massgebend für die Beurteilung der Unfallschwere ist der augenfällige Geschehensablauf
  mit den sich dabei entwickelnden Kräften, nicht jedoch die Folgen des Unfalls
  oder Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden
  können (BGE 148 V 301 E. 4.3.1, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Der
  Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von
  Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein (Art. 43
  Abs. 1 ATSG). Im Rahmen der Verfahrensleitung kommt ihm ein grosser
  Ermessensspielraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von
  medizinischen Erhebungen zu. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der
  jeweiligen Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Beweisgrad ist der
  Sachverhalt so weit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest
  mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden
  kann (BGer-Urteil 8C_815/2012 vom 21. Oktober 2013 E. 3.2.1).

  
	
   

  
	
  4.2 Zur
  Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Beurteilung des Gesundheitszustands
  sowie der Feststellung des natürlichen Kausalzusammenhangs im Bereich der
  Medizin – ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewiesen,
  die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind
  (BGE 122 V 157 E. 1b, mit Hinweisen). Nach dem für das gesamte
  Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren geltenden Grundsatz
  der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und
  Sozialversicherungsrichter die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an
  förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für
  das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass der Richter alle Beweismittel,
  unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu
  entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung
  des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander
  widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne
  das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf
  die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich
  des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob der Bericht
  für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
  beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten
  (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
  Zusammenhänge und Situation des Patienten einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
  begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder
  die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder
  in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten
  (BGE 125 V 351 E. 3a).

  
	
   

  
	
  4.3 Weil
  die Beschwerdegegnerin in beweisrechtlicher Hinsicht ein zur Objektivität verpflichtetes
  gesetzesvollziehendes Organ ist, kann auch den Berichten und Gutachten
  versicherungsinterner Ärzte Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen,
  nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine
  Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Funktion versicherungsinterner
  ärztlicher Feststellungen besteht darin, aus medizinischer Sicht –
  gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung
  und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden
  haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu
  namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine
  Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere
  Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei
  (BGer-Urteil 9C_589/2010 vom 8. September 2010 E. 2, 8C_756/2008
  vom 4. Juni 2009 E. 4.4). Die Tatsache allein, dass der befragte
  Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt
  nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es
  bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die
  Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im
  Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht
  zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger
  Massstab anzulegen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit
  und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so
  sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen
  (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351
  E. 3b/ee, 122 V 157 E. 1c). Auch reine Aktengutachten können
  beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im
  Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden
  medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit
  der versicherten Person in den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich
  auch in Bezug auf Berichte und Stellungnahmen versicherungsinterner Ärzte
  (BGer-Urteil 9C_462/2014 vom 16. September 2014 E. 3.2.2, mit
  Hinweisen).

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1

  
	
  5.1.1 Die erstbehandelnden Ärzte des Spitals
  C.______ hielten im Verlegungsbericht vom 20. August 2020 die Diagnosen
  eines Polytraumas (ISS 17 Punkte), den Verdacht auf eine Novalgin-Allergie,
  den Verdacht auf Diabetes insipidus sowie ein hyperaktives Delir fest. Bei
  Eintreffen der Rega sei der Beschwerdeführer bei einem Glasgow Coma Score
  (GCS) 3 gewesen und habe deshalb umgehend intubiert werden müssen. Im Rahmen
  der Versorgung bzw. nach der Extubation am 18. August 2020 habe er sich
  mit einem GCS zwischen 14 und 15 Punkten präsentiert. Er sei teilweise
  desorientiert. Am 20. August 2020 habe er in stabilem Allgemeinzustand
  auf die neurochirurgische Bettenstation verlegt werden können.

  
	
   

  
	
  5.1.2 Dr. med. H.______, Facharzt
  für Allgemeine Innere Medizin, führte am 9. Oktober 2020 aus, der
  Beschwerdeführer habe sich gegen den ärztlichen Rat selbständig aus dem
  Spital C.______ entlassen. Er leide infolge des schweren Schädelhirntraumas nach
  wie vor an Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, Schwindel, leichten
  Kopfschmerzen und Koordinationsstörungen. Seit Austritt sei eine leichte
  Besserung zu verzeichnen. Eine Abheilung dürfte jedoch noch mehrere Wochen
  dauern. Es sei ambulante Physiotherapie sowie eine stationäre Reha zu
  empfehlen. Eine psychomotorische Verlangsamung habe bereits vor dem Unfall
  bestanden.

  
	
   

  
	
  5.2

  
	
  5.2.1 Im neurochirurgischen Konsil vom
  12. Januar 2021 hielt Dr. med. I.______, Oberarzt im Spital
  C.______, nach einer MRT-Untersuchung des Neurocraniums fest, dass sich eine vollständige Normalisierung des intrakraniellen
  Status ohne Residualbefund zeige. Aus neurochirurgischer Sicht bestehe kein
  Interventionsbedarf. Bei subjektiven kognitiven Defiziten sowie teilweise
  Desorientiertheit und Kopfschmerzen sei eine neuropsychologische Beurteilung
  bzw. Behandlung zu empfehlen.

  
	
   

  
	
  5.2.2 Am 2. März 2021 kam M.
  Sc. E.______ zum Schluss, es seien mittelschwere
  kognitive Störungen objektivierbar. Im Vordergrund stehe eine schwere
  Verlangsamung in der visuell-räumlichen Aufmerksamkeitsausrichtung nach links
  und in den Exekutivfunktionen. Zudem bestünden Hinweise auf eine leichte
  depressive Entwicklung und auf eine leichte Angstsymptomatik. Es sei davon
  auszugehen, dass diese Beschwerden im privaten sowie beruflichen Alltag zu
  leichten Einschränkungen führten. Aus rein neuropsychologischer Sicht könne
  bei einer leicht- bis mittelgradigen neuropsychologischen Störung theoretisch
  von einer arbeitsbezogenen Leistungsreduktion von 30 bis 50 % ausgegangen
  werden. Die Ergebnisse seien aus rein neuropsychologischer Sicht mit einer
  beschriebenen Hirnverletzung vereinbar. Allerdings erkläre diese die
  berichteten schweren retrograden amnestischen Störungen nicht. Wichtig sei
  eine aktive und geregelte Tagesstruktur mit von aussen getakteten
  körperlichen, geistigen und sozialen Aktivitäten. Therapeutisch sei ein
  Aufbau dieser geregelten Tagesstruktur anzustreben. Dies zur Verbesserung der
  Aufmerksamkeit, insbesondere der visuell-räumlichen Aufmerksamkeitsausrichtung,
  aber auch zum Erlernen, Einüben und regelmässigen Anwenden von geeigneten
  Gedächtnishilfen. Es sei eine hochfrequente neuropsychologische Therapie
  indiziert. Zudem sei die Teilnahme an einem strukturierten
  Gruppeninterventionsprogramm zu empfehlen.

  
	
   

  
	
  5.2.3 Am 21. April 2021 beurteilte Prof.
  Dr. med. J.______, Oberärztin im Spital K.______, den
  Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und kam zum Schluss, dass weder
  Blutungsresiduen, regressive Veränderungen noch eine Raumforderung
  ersichtlich seien.

  
	
   

  
	
  5.2.4 Am 29. April 2021 führten die behandelnden Ärzte der
  Rehaklinik […] aus, dass bereits im Vorfeld der Zuweisung des
  Beschwerdeführers eine zerebrale MRT keine Residuen der Hirnverletzung mehr
  gezeigt habe. Es sei deshalb vor allem eine Steigerung der Belastbarkeit und
  Kondition sowie eine Vorbereitung auf einen beruflichen Wiedereinstieg
  verfolgt worden. Die erneute MRT-Schädel-Verlaufskontrolle habe erneut keine
  zerebralen Läsionen gezeigt. Im Alltag könne der Beschwerdeführer neue
  Informationen gut lernen und weiterhin von der berufsorientierten Therapie
  sowie der intensiven Physiotherapie profitieren.

  
	
   

  
	
  5.2.5 Im neurologischen Bericht vom 11. Mai 2021
  berichtete Dr. med. L.______, Fachärztin für Neurologie, die
  elektrophysiologisch erhobenen Befunde im Bereich des linken Arms bzw. der
  Hand seien normal.

  
	
   

  
	
  5.2.6 Im psychosomatischen Konsil vom 31. Mai 2021
  kam Dr. med. M.______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
  FMH, zum Schluss, es bestehe kein medizinischer Erklärungsansatz für die
  Amnesie, die nach Angaben des Beschwerdeführers progressiv über drei bis vier
  Wochen nach dem Trauma eingetreten sei. Über die Hintergründe dieser
  Situation könne lediglich spekuliert werden.

  
	
   

  
	
  5.2.7 Vom
  29. März 2021 bis zum 1. Juni 2021 befand sich der Beschwerdeführer erneut in
  stationärer Rehabilitation in der Rehaklinik […]. Im Austrittsbericht vom
  25. Juni 2021 hielten die Ärzte fest, beim Beschwerdeführer bestehe durch das Ereignis vom August 2020 keine Minderung
  der Arbeitsfähigkeit. Auch wenn unfallbedingte neurologische und
  psychiatrische Befunde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fehlten, sei
  von psychischen Gründen auszugehen, welche eine Arbeitsunfähigkeit begründen
  würden. Die Ursache der aktuellen Arbeitsunfähigkeit sei aber nicht in einer
  unfallbedingten neurologisch-psychiatrischen Funktionsstörung zu sehen.

  
	
   

  
	
  5.2.8 Im psychosomatischen Konsil der Rehaklinik […] vom
  12. Juli 2021 wurde vom Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung (ICD-10
  F60) berichtet. Während der Rehabilitation habe der Beschwerdeführer vor
  allem durch ein Verhalten imponiert, welches misstrauisch und anklagend
  gewirkt habe. Es habe eine Diskrepanz zwischen der Selbsteinschätzung und dem
  Fremdeindruck bestanden.

  
	
   

  
	
  5.2.9 In
  der neurologischen Beurteilung vom 14. September 2021 führte
  Dr. D.______ aus, ein nach Angaben des Beschwerdeführers vorbestehendes
  rezidivierendes Kopfweh-Leiden in Form eines Cluster-Kopfschmerzes habe
  während der Rehabilitation sehr gut gebessert werden können. Es sei
  diesbezüglich keine weiterführende Abklärung und/oder Behandlung zulasten der
  Unfallversicherung indiziert. Behandlungsvorschläge des Kopfwehzentrums […]
  müssten durch die Krankenversicherung übernommen werden. Es sei auf
  neurologischem und neuropsychologischem Gebiet keine derartig ausgeprägte
  Gesundheitsstörung als Folge des Unfalls vom August des Jahres 2020
  entstanden, damit die Schätzung eines Integritätsschadens gerechtfertigt sei.
  Aus neurologischer Perspektive sei zu bestätigen, dass spätestens seit den
  Abklärungen und Behandlungen in der Rehaklinik […] keine Minderung der
  Arbeitsfähigkeit durch den Unfall vom August 2020 begründet werden könne.

  
	
   

  
	
  5.3

  
	
  5.3.1 Am
  7. Juli 2022 berichtete Dr. med. N.______, Leitende Ärztin der
  Augenklinik des Spitals C.______, von einer deutlichen Besserung.
  Ophthalmologisch bestehe keine Therapienotwendigkeit und der Beschwerdeführer
  trage weiter die Brillen, solange er einen diesbezüglichen Vorteil verspüre.

  
	
   

  
	
  5.3.2 Am
  29. Juli 2022 erneuerte Dr. D.______ seine Einschätzung vom
  14. September 2021. Es seien keine wesentlichen neuen medizinischen
  Fakten aktenkundig und auf neurologischem (einschliesslich
  neuropsychologischem) Gebiet seien nach wie vor keine weiteren Behandlungen
  zulasten der Unfallversicherung indiziert. Dr. med. O.______, Facharzt
  für Ophthalmologie und Ophthalmochirurgie, ergänzte aus augenärztlicher
  Sicht, dass zurzeit keine unfallkausalen Behandlungen geplant oder notwendig
  seien. Es bestehe diesbezüglich keine Einschränkung der Belastbarkeit und es
  sei kein unfallbedingter Integritätsschaden ersichtlich.

  
	
   

  
	
  5.4

  
	
  5.4.1 Dr.
  med. P.______, Assistenzärztin des Kopfwehzentrums […], beurteilte am
  16. Februar 2023 die MRT-Bildgebung des Gehirns vom 21. April 2021
  und gab an, bei Status nach Schädelhirntrauma im Jahr 2020 bestünden keine
  Blutungsresiduen, keine regressiven Veränderungen und keine Raumforderung. Es
  seien tägliche Spannungskopfschmerzen sowie ein episodischer
  Clusterkopfschmerz bekannt, wobei der Beschwerdeführer diesbezüglich aktuell
  schmerzfrei sei. Es sei eine Sauerstofftherapie beantragt worden.

  
	
   

  
	
  5.4.2 Dr. G.______ äusserte am 11. April 2023 den
  hochgradigen Verdacht einer symptomatischen Epilepsie bei Status nach einem
  Schädel-Hirn-Trauma.

  
	
   

  
	
  5.5

  
	
  5.5.1 Dr.
  med. Q.______, Oberärztin des Neurozentrums des Spitals R.______,
  berichtete am 15. Februar 2024, dass nach dem Schädelhirntrauma noch eine
  deutliche Kraftminderung der linken Körperhälfte bestanden habe. Nach einem
  intensiven Fitnessprogramm habe sich die Kraft des Beschwerdeführers aber
  deutlich verbessert. Wegen der epileptischen Anfälle habe er mit dem
  Fitnesstraining aufgehört. Seitdem spüre er wieder eine linksseitige
  Schwäche, wobei dort gelegentlich Schmerzen auftreten würden. Diese stellten
  aber keine grosse Einschränkung im Alltag dar. Seine Psyche sei stabil und er
  erkenne sich in den Akten, in denen eine psychomotorische Verlangsamung oder
  eine Depression beschrieben werde, nicht wieder. Die ganze Situation mit dem
  Schädel-Hirn-Trauma habe zu Spannungen geführt, was aber eine eher normale
  Reaktion auf das Ereignis sei. Er habe das Gefühl, dass er die Ereignisse
  inzwischen gut verarbeitet habe. Derzeit bestünden keine Therapien. Aus rein
  medizinischer Sicht seien die wichtigsten Einschränkungen im Berufsalltag
  durch die Epilepsie bedingt. Auf Tätigkeiten mit motorisierten
  Maschinen/Fahrzeugen und Arbeiten auf Leitern/Gerüsten solle dementsprechend
  verzichtet werden. Um das Risiko eines epileptischen Anfallrezidivs zu
  vermindern, seien Schichtarbeit und unregelmässige Arbeitszeiten zu
  vermeiden.

  
	
   

  
	
  5.5.2 Am
  7. März 2024 hielt lic. phil. F.______ fest, es bestünden leicht- bis
  mittelgradige Einschränkung beim Lernen und Speichern von verbalen
  Informationen bei ansonsten altersentsprechenden normgerechten kognitiven
  Leistungen. Eigen- und fremdanamnestisch liege eine zeitlich reduzierte
  mentale Belastbarkeit vor. Im Vergleich zur letzten neuropsychologischen
  Untersuchung im Februar 2021 im Spital C.______ zeigten sich deutliche
  Verbesserungen. Mit Ausnahme der verbal-mnestischen Dysfunktionen liessen sich
  durchwegs alters- und ausbildungsentsprechende kognitive Leistungen
  objektivieren. Aus rein neuropsychologischer Sicht bestehe sowohl in einer
  Ausbildung als auch bei der Einarbeitung in eine neue Tätigkeit eine leicht-
  bis mittelgradige Einschränkung in leistungsmässiger Hinsicht. Der
  Beschwerdeführer brauche einen erhöhten Energie- und Zeitaufwand, um neue
  sprachliche Informationen zu lernen und zu speichern. Wenn er eine Ausbildung
  absolviert habe bzw. in einem Arbeitsbereich tätig sei, bei dem er wenig
  neue sprachliche Informationen lernen müsse, sei leistungsmässig von einer
  leichtgradigen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen.

  
	
   

  
	
  5.5.3 Dr.
  G.______ diagnostizierte am 4. September 2024 eine strukturelle
  posttraumatische Epilepsie. Im Vergleich zum EEG im November 2023 sei eine
  leichte Verschlechterung festzustellen. Es bestehe der Verdacht, dass keine
  vollständige Anfallsfreiheit vorhanden sei. Die antikonvulsive Behandlung sei
  zu intensivieren.

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  6.1 Es
  ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer am 15. August 2020 ein
  schweres Schädelhirntrauma erlitt. Fraglich und zu prüfen ist jedoch, welche
  Beschwerden noch bestehen und ob diese kausal zum Unfallereignis sind.
  Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers kann dabei auf die kreisärztliche
  Einschätzung von Dr. D.______ abgestellt werden. Zwar vermag sich dieser
  nicht auf eigene Untersuchungsergebnisse zu stützen. Indessen setzte er sich
  insbesondere in seinem Bericht vom 14. September 2021 eingehend mit den
  in den Akten vorhandenen Berichten der behandelnden Ärzte sowie mit den
  entsprechenden Bildgebungen auseinander. Dabei nimmt er entgegen der Ansicht
  des Beschwerdeführers nicht nur zu den geklagten Kopfschmerzen Stellung,
  sondern bezieht sich auf sämtliche vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden.
  Darüber hinaus beantwortet er die Fragen der Beschwerdegegnerin bzw. die
  vorliegend interessierenden Belange schlüssig. So erscheint mit Blick auf die
  Berichte der Rehaklinik […], welche Dr. D.______ vollumfänglich in seine
  Einschätzung miteibezieht, insbesondere plausibel, dass eine erneute
  neuropsychologische Untersuchung wegen fehlenden namhaften
  Hirnparenchym-Schädigungen nicht indiziert sei und im Rahmen der
  neuropsychologischen Untersuchung vom 22. Februar 2021 nicht
  authentische Einbussen präsentiert worden seien. Entsprechend stützte sich
  die Beschwerdegegnerin entgegen der Meinung des Beschwerdeführers denn auch
  nicht einzig auf die Einschätzung von Dr. D.______. Vielmehr
  berücksichtigte sie auch die nachvollziehbaren, schlüssigen und umfassenden
  Untersuchungsergebnisse der Rehaklinik […], an welchen keine berechtigten
  Zweifel bestehen. So erweisen sich deren Berichte und diejenigen von
  Dr. D.______ als in sich stimmig und vermögen auch gegenüber den
  Meinungen von lic. phil. F.______ und M. Sc. E.______
  zu überzeugen. So berücksichtigten sowohl Dr. D.______ als auch die
  Rehaklinik […] die neuropsychologischen Beschwerden. Anders als
  lic. phil. F.______ und M. Sc. E.______ kamen sie
  aufgrund der Bildgebungen und der Berichterstattung aber zum Schluss, dass spätestens seit den Abklärungen und Behandlungen in
  der Rehaklinik […] keine Minderung der Arbeitsfähigkeit durch den Unfall vom
  August 2020 begründet werden könne. Damit liegt im Ergebnis aber lediglich
  eine andere Beurteilung des im wesentlich selben medizinischen Sachverhalts
  vor und die Meinung des Beschwerdeführers, wonach die Rehaklinik […] ohne
  Begründung eine neuropsychologische Störung verneint habe, zielt ins Leere.
  Nicht zuletzt weist Letztere nämlich darauf hin, dass es Gründe für eine
  Arbeitsunfähigkeit gebe. Diese seien indessen als nicht unfallbedingt
  anzusehen. Schliesslich gilt zu beachten, dass die Beschwerdegegnerin die von
  M. Sc. E.______ aufgeführten neuropsychologischen Auffälligkeiten offensichtlich
  berücksichtigte, indem sie eine diesbezügliche Adäquanzprüfung vornahm (vgl. hierzu auch E. 3.1 im
  angefochtenen Einspracheentscheid). Schliesslich überzeugt Dr. D.______,
  soweit er gestützt auf die detaillierte Bildgebung des Gehirns lediglich auf
  minimale Hirnparenchym-Schädigungen hinwies. So berichtete bereits das Spital
  C.______ am 12. Januar 2021 davon, dass die MRT eine vollständige
  Normalisierung des intrakraniellen Status ohne Residualbefund gezeigt habe.
  Auch das Spital K.______ wies am 21. April 2021 weder auf Blutungsresiduen
  oder regressive Veränderungen noch auf eine Raumforderung hin. Dieser Ansicht
  schloss sich darüber hinaus auch das Kopfwehzentrum […] am 16. Februar
  2023 an.

  
	
   

  
	
  6.2 Als Zwischenfazit ist
  festzuhalten, dass die Darlegungen der medizinischen Zusammenhänge schlüssig
  sind und die Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet. Die
  kreisärztliche Beurteilung ist zusammen mit der Beurteilung der Rehaklinik
  […] widerspruchsfrei und es bestehen keine Indizien, welche gegen ihre
  Zuverlässigkeit sprechen. Folglich erfüllt die Einschätzung von
  Dr. D.______ die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine
  beweistaugliche ärztliche Entscheidgrundlage. Im Übrigen steht die Auffassung
  von Dr. D.______ in Einklang mit sämtlichen ärztlichen Berichten. Soweit
  der Beschwerdeführer die fehlende Auseinandersetzung mit einer allfälligen
  Epilepsie rügt, so ist schliesslich darauf hinzuweisen, dass erst im Bericht
  des Spitals S.______ vom 11. April 2023 ein diesbezüglicher Verdacht
  geäussert wurde, wobei einzig die Möglichkeit eines unfallbedingten
  Zusammenhangs nicht für eine Leistungspflicht genügt
  (BGE 142 V 435 E. 1). Überdies setzt sich das Spital
  S.______ diesbezüglich nicht mit den Vorakten auseinander, womit dem Bericht
  denn auch kein erhöhter Beweiswert zukommt. Entsprechend konnte die
  Beschwerdegegnerin ohne Recht zu verletzen von weiteren Abklärungen absehen,
  zumal es sich bei der Epilepsie überwiegend wahrscheinlich um eine Spätfolge
  handeln dürfte, was einen besonderen revisionsrechtlichen Tatbestand darstellt
  (vgl. hierzu nachstehende E. II/8). Insgesamt erscheint der
  medizinisch relevante Sachverhalt damit hinreichend abgeklärt, wobei bei formell einwandfreien und materiell schlüssigen
  (beweistauglichen und beweiskräftigen) medizinischen Entscheidungsgrundlagen
  der Beschwerdegegnerin kein Anspruch auf eine gerichtliche Expertise besteht
  (BGE 135 V 465 E. 4). Da von weiteren Beweisvorkehren
  zudem kein entscheidrelevanter neuer Aufschluss betreffend Unfallkausalität
  zu erwarten ist, ist darauf im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung zu
  verzichten (vgl. BGE 124 I 208 E. 4a).

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  7.1 Aus den im Recht liegenden Akten
  folgt sodann, dass über den Zeitpunkt des Fallabschlusses vom 24. März
  2023 hinaus keine organisch hinreichend nachweisbaren Beschwerden bestanden
  haben. So weist die Beschwerdegegnerin richtigerweise auf die konstante
  höchstrichterliche Rechtsprechung hin, wonach neuropsychologische
  Erkenntnisse (namentlich jene von lic. phil. F.______, M. Sc. E.______,
  der Rehaklinik […] und
  Dr. D.______) nicht geeignet sind, eine unfallbedingte hirnorganische
  Funktionsstörung nachzuweisen (BGer-Urteil 8C_636/2018 vom 28. November
  2018 E. 4.2, 8C_181/2010 vom 20. Mai 2010 E. 3.4.3,
  U 273/06 vom 9. August 2006 E. 3.3). Damit steht fest, dass
  zum Zeitpunkt des Fallabschlusses keine objektiv nachweisbaren organischen
  Unfallfolgen aktenkundig sind, da von solchen erst gesprochen werden darf,
  wenn sie mittels apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden und
  die angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich auf breiter Basis
  anerkannt sind, was auch auf neuropsychologische Defizite zutrifft
  (BGE 134 V 231 E. 5.1). Dies ist vorliegend nicht der
  Fall.

  
	
   

  
	
  7.2 Soweit die Beschwerdegegnerin den
  adäquaten Kausalzusammenhang der noch bestehenden und in den Akten
  wiedergegebenen neuropsychologischen Beschwerden anhand der Psycho-Praxis
  (BGE 115 V 133) beurteilt hat, so ist dies ebenfalls nicht zu
  beanstanden. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ergeben sich aus den
  im Recht liegenden medizinischen Berichten keine organischen Unfallfolgen,
  welche ein Abweichen von der Psycho-Praxis rechtfertigen würden. Alsdann
  handelt es sich beim vorliegend zu beurteilenden Ereignis vom 15. August
  2020 zwar um einen sogenannten gemischten Vorfall, bei welchem Elemente eines
  Schreckereignisses (Überfall, Bedrohung) und einer den Unfallbegriff
  erfüllenden physischen Einwirkung (Schläge, Zufügen von Verletzungen)
  kombiniert vorkommen (vgl. BGer-Urteil 8C_893/2012 vom 14. März
  2013 E. 2). Indessen erfüllt das streitbetroffene Schreckereignis nicht
  die Kriterien eines Unfalls. Des Weiteren genügen bereits geringe körperliche
  Verletzungen, damit eine Prüfung nach BGE 115 V 133 zu
  erfolgen hat, was vom Beschwerdeführer denn auch zu Recht nicht in Abrede
  gestellt. Entsprechend nahm die Beschwerdegegnerin die Adäquanzprüfung in der
  Folge korrekt vor, wobei die Einteilung des Ereignisses als mittelschwerer
  Unfall (höchstens im Grenzbereich zu den schweren Unfällen) und die
  darauffolgende Beurteilung der Kriterien weder als fehlerhaft zu
  qualifizieren ist noch vom Beschwerdeführer substantiiert bestritten wird.
  Vielmehr erachtete die Beschwerdegegnerin unter Ausklammerung der
  unfallfremden Beschwerden die massgeblichen Kriterien im Sinne der
  Psycho-Praxis für eine Bejahung der Adäquanz als ungenügend erfüllt. Mangels
  anderweitiger Hinweise hat es an dieser Stelle mit der Feststellung, dass der
  adäquate Kausalzusammenhang in Bezug auf die nicht objektivierbaren
  Beschwerden zu verneinen ist, sein Bewenden, wobei darauf hinzuweisen ist,
  dass dies selbst bei Anwendung der für den Beschwerdeführer in der Regel
  günstigeren Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109) der Fall
  wäre.

  
	
   

  
	
  8.

  
	
  Schliesslich
  bleibt zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin den Fall zu Recht per
  24. März 2023 abschloss.

  
	
   

  
	
  8.1 Kann von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung
  keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands erwartet werden und laufen
  keine Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung, hat der Versicherer
  den Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen abzuschliessen und
  den Anspruch auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung zu
  prüfen (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 137 V 199
  E. 2.1). Bei der
  Anwendung der Adäquanzkriterien nach BGE 115 V 133
  (Psycho-Praxis) hat der Behandlungsabschluss dann zu erfolgen, wenn von der
  Fortsetzung der auf die somatischen Leiden gerichteten ärztlichen Behandlung
  keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr erwartet werden kann
  (BGE 134 V 109 E. 6.1, mit Hinweisen), wobei der
  Fallabschluss gesamthaft vorzunehmen ist (BGer-Urteil 8C_210/2018 vom 17. Juli 2018 E. 3.2.3.1). Daraus folgt, dass die
  psychischen Beschwerden bei der Prüfung der Rechtzeitigkeit des
  Fallabschlusses abermals ausser Acht zu lassen sind.

  
	
   

  
	
  8.2 Zur Zeit des Fallabschlusses am
  24. März 2023 lag keine Behandlungsbedürftigkeit der somatischen Unfallfolgen
  des Beschwerdeführers mehr vor, was von den behandelnden Ärzten der
  Rehaklinik […], Dr. D.______, der Augenklinik des Spitals C.______ sowie
  Dr. O.______ nachvollziehbar dargelegt wurde. Soweit das Kopfwehzentrum
  […] eine Sauerstofftherapie beantragte, ändert dies hieran nichts, da dadurch
  zumindest keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands ausgewiesen
  wird und für die hierfür zugrundeliegenden Cluster- und Spannungskopfschmerzen
  keine hinreichenden organischen Korrelate ersichtlich sind. Darüber hinaus
  ist festzuhalten, dass weder eine psychiatrisch-psychopharmakologische noch
  sonstige medikamentöse oder physiotherapeutische Behandlungen einem
  Fallabschluss entgegenstehen (vgl. BGer-Urteil 8C_295/2013 vom
  25. September 2013 E. 3, 8C_402/2007 vom 23. April 2002
  E. 5.2.3). Entsprechend konnte im streitbetroffenen Zeitpunkt durch eine
  fortgeführte ärztliche Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands
  des Beschwerdeführers mehr erreicht werden, weshalb der Fallabschuss nicht zu
  beanstanden ist. Daran ändert auch der am 11. April 2023 geäusserte und
  am 15. Februar 2024 erhärtete Verdacht auf eine epileptische Problematik
  nichts. Zwar begründet nicht nur eine unbehandelte posttraumatische
  Epilepsie, sondern auch eine, welche unter antikonvulsiver Therapie
  anfallsfrei ist, einen Anspruch auf Integritätsentschädigung basierend auf
  einer Integritätseinbusse von 30 % (BGer-Urteil 8C_90/2012 vom
  12. Dezember 2012 E. 4.2). Indessen ergingen sämtliche Berichte,
  welche eine solche Problematik beinhalten, nach Fallabschluss, weshalb sie
  für die diesbezügliche Beurteilung der Rechtmässigkeit irrelevant sind
  (BGer-Urteil 8C_299/2022 vom 5. September 2022 E. 5.1). Immerhin stellt
  die epileptische Problematik möglicherweise eine Spätfolge des Ereignisses
  vom 15. August 2020 dar, womit sie in diesem Rahmen als besonderer
  revisionsrechtlicher Tatbestand und im Rahmen der Zusprache einer
  Integritätsentschädigung zu berücksichtigen wäre (vgl. auch
  BGE 144 V 245 E. 6.2). Insgesamt kann von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung aber
  keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr erwartet werden.

  
	
   

  
	
  8.3 Soweit der Beschwerdeführer schliesslich geltend macht, dem
  Fallabschluss stünden Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung
  entgegen, so kann ihm ebenfalls nicht gefolgt werden. So waren weder im
  Zeitpunkt des Fallabschlusses noch in demjenigen der Verfügung bzw. des
  Einspracheentscheids berufliche Massnahmen der Invalidenversicherung pendent,
  die sich auf Vorkehren, welche geeignet sind, den der Invalidenrente der
  Unfallversicherung zu Grunde zu legenden Invaliditätsgrad zu beeinflussen,
  bezogen haben (BGer-Urteil 8C_423/2008 vom 10. Juli 2009 E. 5.3).
  Dabei vermögen Massnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung
  den IV-Grad nicht zu beeinflussen und bilden keinen Grund der gegen einen
  Fallabschluss spricht (vgl. BGer-Urteil 8C_350/2018 vom 20. August
  2018 E. 7). Im Übrigen weist die Beschwerdegegnerin zu Recht darauf hin,
  dass die Massnahmen, insbesondere das in den Akten wiedergegebene
  Arbeitstraining, erst nach dem Einspracheentscheid erfolgt sind und
  hinsichtlich des Fallabschlusses unberücksichtigt zu bleiben haben, zumal die
  zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis der Erlass des
  Einspracheentscheids ist (BGer-Urteil 8C_424/2023 vom 21. Februar 2024
  E. 5.3). Insgesamt ist der Fallabschluss der Beschwerdegegnerin damit zu
  Recht erfolgt.

  
	
   

  
	
  9.

  
	
  Zusammenfassend
  durfte sich die Beschwerdegegnerin entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
  auf die nachvollziehbaren und schlüssigen versicherungsmedizinischen
  Einschätzungen abstützen und gestützt darauf den Fall per 24. März 2023
  abschliessen. Dabei ging sie zu Recht davon aus, dass von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine
  namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr erwartet werden kann.
  Überdies musste sie beim Fallabschluss keine laufenden Eingliederungsmassnahmen
  der Invalidenversicherung berücksichtigen. Sodann hat sie den adäquaten Kausalzusammenhang
  zwischen den vom Beschwerdeführer noch beklagten Beschwerden und dem Ereignis
  vom 15. August 2020 richtigerweise verneint, wobei die erst nach dem
  Fallabschluss diagnostizierte epileptische Problematik zu Recht unberücksichtigt
  geblieben ist.

  
	
   

  
	
  Dies
  führt zur Abweisung der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  Die
  Gerichtskosten sind von Gesetzes wegen auf die Staatskasse zu nehmen
  (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG e contrario). Da der Beschwerdeführer unterliegt,
  steht ihm keine Parteientschädigung zu (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61
  lit. g ATSG e contrario).

  
	
  Die Kammer erkennt:

  
	
  	
    1.

    	
    Die Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die Gerichtskosten werden auf die
    Staatskasse genommen.

    
	
    3.

    	
    Eine Parteientschädigung wird
    nicht zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]