# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3c2d878f-4d84-5526-ae8e-4b4c2ac8739c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 14.08.2017 UV 2016/42
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2016-42_2017-08-14.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2016/42

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 23.08.2019

Entscheiddatum: 14.08.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 14.08.2017
Art. 4 ATSG, Art. 9 Abs. 2 UVV (in der bis 31.12.2016 geltenden Fassung).Das 
Spüren eines stechenden Zwicks in der Schulter beim Versuch, einen 
schweren Kehrichtsack in den Kehrichtwagen zu befördern, serfüllt die 
Merkmale eines Unfalls mangels Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors 
nicht. Eine Listenverletzung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV wurde nicht 
diagnostiziert. Somit ist der Anspruch auf Versicherungsleistungen 
gegenüber dem Unfallversicherer zu verneinen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. August 2017, UV 
2016/42).

Entscheid vom 14. August 2017

 

Besetzung                                                                      

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider und 

Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Marilena Gnesa          

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2016/42          

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rony Kolb, Diepoldsauer-strasse 24, Postfach 

217, 9443 Widnau,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ ist seit 1. Oktober 2007 bei der B.___ AG als Chauffeur Allrounder angestellt 

und dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. 

Gemäss Schadenmeldung UVG der Arbeitgeberin vom 9. November 2015 (UV-act. 1) 

hatte der Versicherte am 2. September 2015 während der Arbeit beim Anheben eines 

schweren Kehrichtsackes einen stechenden Zwick in der rechten Schulter verspürt. Die 

Erstbehandlung war am 23. September 2015 bei Dr. med. C.___, Facharzt für 

Allgemeine Innere Medizin, erfolgt (Bericht vom 13. November 2015, UV-act. 7). Dieser 

hatte dabei festgehalten, der Patient klage über Schulterschmerzen rechts seit drei 

Wochen, die aufgetreten seien, nachdem er einen (mit Steinen gefüllten) Abfallsack in 

den Kehrichtwagen habe werfen wollen, dessen Gewicht er unterschätzt habe; er habe 

bei der Wurfbewegung einen heftigen Schmerz in der rechten Schulter verspürt. Initial, 

so Dr. C.___ weiter, habe sich das klinische Bild einer Supraspinatussehnenläsion 

gezeigt. Eine lokale Infiltration habe zu vorübergehender Beschwerdefreiheit geführt. 

Die Beschwerden seien erneut und stärker wieder aufgetreten und hätten zu 

Arbeitsunfähigkeit geführt. Die MRT-Abklärung vom 9. November 2015 (UV-act. 8) 

habe zu folgenden Befunden geführt: eine ventro-caudale Labrumläsion der rechten 

Schulter mit Einriss am chondro-labralen Übergang bei Status nach AC-

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Gelenkszerrung. Dr. C.___ attestierte dem Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von 100 

% vom 13. bis 16. Oktober 2015 und vom 7. bis 15. November 2015 (UV-act. 5 f.). Im 

Fragebogen der Suva (UV-act. 10) gab der Versicherte am 23. November 2015 an, er 

habe bei der Arbeit einen Abfallsack hochgehoben und habe ihn in den Lastwagen 

werfen wollen. Dieser sei unerwartet schwer (mit Sand gefüllt) gewesen. Beim 

Abwerfen sei ihm der Sack ausgerutscht und er habe das ganze (auf 60 kg geschätzte) 

Gewicht mit dem rechten Arm abgefangen; bei dieser Bewegung habe er plötzlich 

einen stechenden Schmerz in der Schulter gespürt. Im Arztzeugnis UVG vom 26. 

November 2015 (UV-act. 11) hielt Dr. C.___ fest, der Versicherte habe am 2. September 

2015 einen Abfallsack mit Schwung in den Laderaum des LKW's werfen wollen. 

Offenbar sei dieser mit Steinen gefüllt gewesen, wodurch der Patient bei dessen 

Anheben einen heftigen Schmerz in der rechten Schulter verspürt habe. Er habe den 

Versicherten wegen fehlendem Ansprechen auf konservative Therapiemassnahmen an 

Dr. med. D.___, Facharzt für Orthopädie, überwiesen.

A.b  Dr. D.___ diagnostizierte eine anterioinferiore Labrumläsion der rechten Schulter 

bei Status nach AC-Gelenkszerrung mit Knochenmarksödem und AC-Arthritis (vgl. 

Berichte vom 25. November 2015, UV-act. 9, und 22. Dezember 2015, UV-act. 18).

A.c  Am 11. Dezember 2015 verneinte der Kreisarzt der Suva, Dr. med. E.___, Facharzt 

für Chirurgie, das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung (UV-act. 12).

A.d  Mit Schreiben vom 15. Dezember 2015 teilte die Suva dem Versicherten mit, nach 

bestehenden Unterlagen habe sich kein Unfallereignis im Sinne des Gesetzes 

zugetragen; im Weiteren seien die Voraussetzungen zur Übernahme des Schadenfalles 

als unfallähnliche Körperschädigung bzw. Berufskrankheit nicht erfüllt; sie empfahl, den 

Fall der Krankenversicherung zu melden (UV-act. 13). In einer telefonischen 

Stellungnahme vom 18. Dezember 2015 hielt der Versicherte fest, er nehme die 

Ausführungen der Suva zur Kenntnis, sei aber mit der Ablehnung nicht einverstanden, 

er habe doch die Schulter während der Arbeit ausgekugelt, als er den schweren Sack 

auf den LKW habe werfen wollen (UV-act. 14). Mit Schreiben vom 18. Dezember 2015 

ersuchte er sodann um Erlass einer anfechtbaren Verfügung (UV-act. 16).

A.e  Am 22. Dezember 2015 (UV-act. 19) ersuchte Dr. D.___ den Kreisarzt Dr. E.___ um 

erneute Beurteilung, da seiner Ansicht nach ein Unfallereignis vorliege.

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A.f  Dr. E.___ verneinte in seiner Stellungnahme vom 28./30. Dezember 2015 das 

Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung (UV-act. 21). Der Wurf des 

Kehrichtsackes habe zu einem schmerzhaften Ereignis an der rechten Schulter geführt. 

Eine unfallähnliche Körperschädigung sei medizinisch nicht gesichert. Es bestehe kein 

Knochenbruch, eine Verrenkung von Gelenken sei nicht nachgewiesen. Die 

beschriebenen Veränderungen im Bereich der AC-Gelenkskapsel entsprächen einem 

Reizzustand und würden auch vom Radiologen und Orthopäden als solche 

interpretiert. Eine Luxation als Verrenkung von Gelenken liege nicht vor. Die 

beschriebene Labrumläsion entspreche nicht einem Meniskusriss, auch nicht einem 

Muskelriss oder einer Muskelzerrung. Ein Sehnenriss oder eine Bandläsion lägen 

ebenfalls nicht vor.

A.g  Mit Verfügung vom 4. Januar 2016 verneinte die Suva das Vorliegen eines Unfalls, 

einer unfallähnlichen Körperschädigung sowie einer Berufskrankheit und lehnte eine 

Leistungspflicht ab (UV-act. 17).

B.   

B.a  Mit Eingabe vom 4. Februar 2016 erhob der Versicherte Einsprache gegen die 

Verfügung der Suva vom 4. Januar 2016 (UV-act. 23). Er bestritt den Befund gemäss 

Stellungnahme des Kreisarztes, wonach keine unfallähnliche Körperschädigung 

vorliege. Für diese Stellungnahme liefere der Kreisarzt keine nachvollziehbare 

Begründung; damit sei die Begründungspflicht verletzt. Mit dem ärztlichen Bericht der 

Orthopädie F.___ vom 25. November 2015 sowie dem radiologischen Bericht vom 10. 

Dezember 2015 sei davon auszugehen, dass die in unmittelbarer zeitlicher Abfolge des 

Unfallereignisses aufgetretenen Schäden und Schmerzen eindeutig auf das 

Schadenereignis zurückzuführen seien. Damit bestehe ein Rechtsanspruch auf 

Kostenübernahme durch die Suva. Eine erneute und einlässliche Abklärung dränge 

sich auf.

B.b  Mit Einspracheentscheid vom 20. Mai 2016 wies die Suva die Einsprache ab. Eine 

Wurfbewegung stelle nichts Ungewöhnliches dar. Dies gelte gemäss Rechtsprechung, 

die sehr strenge Voraussetzungen an einen ausserordentlichen Kraftaufwand stelle, 

auch bei einem Gewicht von ca. 60 kg und selbst wenn das gesamte Gewicht im 

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Zeitpunkt des Abwerfens auf dem rechten Arm gelegen sei. Eine sinnfällige 

Überanstrengung sei zu verneinen. Ein ungewöhnlicher äusserer Faktor resp. ein Unfall 

im rechtlichen Sinne sei folglich nicht gegeben. Im Übrigen sei der Unfallbegriff 

rechtlicher Natur; darüber könne nicht im Rahmen einer medizinischen Begutachtung 

entschieden werden; es sei Sache der Verwaltung oder im Streitfall des Richters, 

darüber zu entscheiden. Im Weiteren liege keine unfallähnliche Körperschädigung vor. 

Somit bestehe auch von daher kein Leistungsanspruch (UV-act. 26).

C.  

C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 20. Mai 2016 richtet sich die vorliegende 

Beschwerde vom 24. Juni 2016 (act. G 1). Der Beschwerdeführer, vertreten durch 

Rechtsanwalt lic. iur. R. Kolb, Widnau, beantragt - unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin - die Aufhebung der 

Verfügung vom 4. Januar 2016 sowie des Einspracheentscheids vom 20. Mai 2016. 

Eventualiter sei das Verfahren bis zum Erreichen des medizinischen Endzustands nach 

der im Herbst 2016 anstehenden Operation zu sistieren. Subeventualiter sei der 

Beschwerdeführer einer unabhängigen fachärztlichen Untersuchung zur Feststellung 

der anlässlich des Unfallereignisses vom 23. September 2015 (richtig: 2. September 

2015) erlittenen Schädigungen abzuklären und zu untersuchen und die 

Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die gesetzlichen Versicherungsleistungen zu 

erbringen. Beim eingetretenen Ereignis handle es sich eindeutig um einen Berufsunfall. 

Die erlittene Verletzung sei in Ausübung der beruflichen Tätigkeit als Chauffeur/

Allrounder eingetreten; es handle sich dabei um einen Unfall im Sinne des Gesetzes. 

Die Aussergewöhnlichkeit sei gegeben, weil sich der fragliche Abfallsack einerseits 

wider Erwarten als ausserordentlich schwer erwiesen habe, andererseits habe der 

Beschwerdeführer den Sack am Ende der Einwurfbewegung nicht rechtzeitig loslassen 

können, weil er mit der Hand am Sack hängen geblieben sei. Aus diesem Grund hätten 

ausserordentlich grosse Hebelkräfte auf die Schulter des Beschwerdeführers gewirkt, 

und er habe dadurch die zur Debatte stehenden Verletzungen erlitten. Eine krankhafte 

Veränderung oder konstitutionelle Prädisposition müssten in Anbetracht der vor dem 

Unfall bestehenden vorzüglichen Konstitution und des perfekten Gesundheitszustands 

des Beschwerdeführers verneint werden. Das Einwerfen eines Abfallsacks in das 

Kehrichtfahrzeug stelle an sich nichts Ungewöhnliches dar. Aber das Werfen eines 

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etwa 60 kg schweren Abfallsackes berge durchaus erhebliche Risiken in sich, 

insbesondere wenn dieser nicht rechtzeitig losgelassen werden könne und überdies 

der Oberarm auf der Laderampe des Kehrichtfahrzeuges aufliege. In diesem Fall seien 

nach dem Werfen des Sackes unerwartet grosse und untragbare Kräfte zu verzeichnen, 

die auf das Schultergelenk des Beschwerdeführers eingewirkt hätten. Damit sei der 

ungewöhnliche äussere Faktor gegeben, weil der Beschwerdeführer den sich in der 

Fallbewegung befindlichen Sack nicht habe loslassen können, weil er sich im 

Polyethylen des Sacks mit seinen Handschuhen verfangen habe. Falls dies bestritten 

werde, beantrage er eine Rekonstruktion mit Augenschein und Expertise am 

verwendeten Fahrzeug, damit das Gericht über die Rechtsfrage des Unfallbegriffs 

befinden könne. Somit seien die eingetretenen Verletzungen auf das Unfallereignis 

zurückzuführen und eine Erkrankung oder Degeneration oder konstitutionelle 

Prädisposition könnten ausgeschlossen werden. Das Vorliegen einer Krankheit müsse 

in Anbetracht der bereits absolvierten Operationen sowie der unmittelbar anstehenden 

und weiter erforderlichen Operation als nicht nachvollziehbar angesehen werden.

C.b Mit Beschwerdeantwort vom 23. August 2016 (act. G 5) beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde sowie des Sistierungsantrags 

und verweist zu Sachverhalt und Begründung auf den Einspracheentscheid vom 20. 

Mai 2016 (UV-act. 26). Für die Frage, ob ein Unfall oder eine unfallähnliche 

Körperschädigung vorliege, sei vom aktenkundigen Sachverhalt auszugehen. Davon 

abweichende Behauptungen in der Beschwerdeschrift seien irrelevant. Es sei bisher 

keine Rede davon gewesen, dass der Beschwerdeführer mit der Hand am 

Kehrichtsack hängengeblieben oder der Oberarm auf der Laderampe aufgelegen sei. 

Ein ungewöhnlicher äusserer Faktor sei nicht auszumachen. Das Anheben und Werfen 

schwerer Lasten gehöre zur Tätigkeit eines Beladers. Der Rahmen des Alltäglichen und 

Üblichen werde damit nicht überschritten. Eine sinnfällige Überanstrengung liege bei 

einem angeblichen Gewicht von 60 kg nicht vor, selbst wenn sich die gesamte Last auf 

den rechten Arm ausgewirkt hätte. Somit sei ein Unfall auszuschliessen. Die beim 

Ereignis vom 2. September 2015 aufgetretene Labrumläsion an der rechten Schulter 

könne degenerativen Ursprungs sein und erfahrungsgemäss innerhalb eines normalen 

Geschehensablaufs auftreten. In solchen Fällen könne ein Unfall nur unter besonders 

sinnfälligen Umständen angenommen werden. Es bedürfe nebst den üblichen auf den 

Körper einwirkenden Kräften eines zusätzlichen schadensspezifischen Ereignisses, das 

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vorliegend fehle. Das vom Beschwerdeführer beschriebene Ausrutschen des Sackes 

bewirke keine über den Rahmen des Üblichen hinausgehende Einwirkung auf seinen 

Körper. Eine unfallähnliche Körperschädigung sei ausgeschlossen, weil keine hierfür 

qualifizierende Verletzung vorliege. Nachdem weder ein Unfall noch eine unfallähnliche 

Körperschädigung gegeben sei, entfalle die unfallversicherungsrechtliche 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin. Dies gelte auch für die vom 

Beschwerdeführer unter dem Titel vorsorglicher Massnahmen gestellten Anträge, die 

auch deshalb ausgeschlossen seien, weil der Beschwerdeführer kein entsprechendes 

schützenswertes Interesse dargetan habe. Die beantragte medizinische Begutachtung 

sei obsolet, da ausschliesslich Rechtsfragen zu beurteilen seien. Auf Grund der 

fehlenden Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin mache eine Sistierung des 

Prozesses keinen Sinn.

C.c Mit Schreiben vom 26. August 2016 lehnte die Verfahrensleitung das 

Eventualbegehren des Beschwerdeführers um Sistierung des Prozesses formlos ab. 

Das Begehren, die Beschwerdegegnerin sei im Sinne einer vorsorglichen Massnahme 

zur Tragung sämtlicher Operations- und Heilungskosten im Zusammenhang mit der 

anstehenden Operation zu verpflichten, lehnte die Verfahrensleitung unter Verweis auf 

die gesetzliche Regelung, die bei Unklarheit über die Leistungspflicht zwischen Unfall- 

und Krankenversicherung eine Vorleistungspflicht der zuletzt genannten vorsehe, 

ebenfalls formlos ab. Der Beschwerdeführer verzichtete auf einen förmlichen 

Zwischenentscheid (act. G 6).

C.d Der Beschwerdeführer hält in seiner Replik vom 26. September 2016 (act. G 8) am 

Antrag auf Aufhebung der Verfügung vom 4. Januar 2016 sowie des 

Einspracheentscheids vom 20. Mai 2016 fest. Im Weiteren beantragt er, die 

Beschwerdegegnerin sei zur Tragung sämtlicher Kosten und Leistungen und zur 

künftigen Erbringung aller erforderlichen unfallversicherungsrechtlichen Leistungen zu 

verpflichten, die dem Einsprecher (richtig: Beschwerdeführer) oder dessen 

Krankenkasse aus dem Unfall vom 2. September 2015 entstanden seien. Mit der Replik 

hat der Beschwerdeführer den Bericht der Orthopädie F.___ über die Operation vom 

24. August 2016 und den Austrittsbericht vom 29. August 2016 zu den Akten gelegt 

(act. G 8.1).

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C.e Mit Duplik vom 31. Oktober 2016 hält die Beschwerdegegnerin an ihrem 

Abweisungsantrag fest. Auch die mit der Replik neu eingereichten medizinischen 

Unterlagen (act. G 8.1) bestätigten keine unfallähnliche Körperschädigung (act. G 10).

Erwägungen

1.   

1.1  Streitig und in der Folge zu prüfen ist die Frage, ob das Ereignis vom 2. September 

2015 einem Unfall oder einer unfallähnlichen Körperschädigung entspricht und somit 

dem Beschwerdeführer ein Anspruch auf Versicherungsleistungen gegenüber der 

Beschwerdegegnerin zusteht.

1.2  Am 1. Januar 2017 ist die Änderung vom 25. September 2015 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) in Kraft getreten. Durch 

diese Gesetzesänderung ist die abschliessende Aufzählung der unfallähnlichen 

Körperschädigungen aus Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung 

(UVV; SR 832.202) in der bis 31. Dezember 2016 geltenden Fassung gestrichen und in 

Art. 6 Abs. 2 UVG integriert worden. Die Änderung ist aber vorliegend ohnehin nicht 

relevant, denn gemäss den Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. 

September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 

Inkrafttreten dieser Gesetzesänderung ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die 

vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Somit sind 

für die Beurteilung des vorliegenden Falles, wo sich das fragliche Ereignis am 2. 

September 2015 zugetragen hat, das UVG und die UVV in der bis 31. Dezember 2016 

geltenden Fassung massgebend.

1.3  Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. Als Unfall gilt nach Art. 4 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 

830.1) die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den 

Tod zur Folge hat.

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1.4  Art. 9 Abs. 2 UVV listet sodann in abschliessender Weise die Körperschädigungen 

auf, die auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung Unfällen gleichgestellt sind, 

sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen 

sind. Es handelt sich dabei um Knochenbrüche (lit. a), Verrenkungen von Gelenken (lit. 

b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), 

Bandläsionen (lit. g) sowie Trommelfellverletzungen (lit. h).

2.   

Zu prüfen ist zunächst das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung im Sinne 

von Art. 9 Abs. 2 UVV.

2.1  Das Arthro-MRT der rechten Schulter vom 10. November 2015 (UV-act. 8) zeigte 

einen Status nach AC-Gelenkszerrung mit auch residuellem Knochenmarksödem 

vorwiegend im Bereich der lateralen Klavikula, eine ventro-kaudale Labrumläsion mit 

Einriss am chondro-labralen Übergang, eine perifokale Periostverdickung, einen 

Verdacht auf eine 0.4 cm grosse paralabrale Zyste bei ca. 3-5 Uhr und eine maximal 

3.8 cm längliche paralabrale Ganglionformation vom oberen vorderen Labrum 

ausgehend und kaudal des Korakoids gelegen bei im Übrigen normalem Arthro-MRI. 

Gestützt darauf stellte Dr. D.___ am 25. November 2015 eine anterioinferiore 

Labrumläsion der rechten Schulter bei Status nach AC-Gelenkszerrung mit 

Knochenmarksödem und AC-Arthritis (UV-act. 9 und 18; vgl. die ebenfalls auf dem 

Arthro-MRI basierenden Berichte von Dr. C.___, UV-act. 7 und 11). Der Kreisarzt Dr. 

E.___ legt überzeugend und schlüssig dar, dass eine unfallähnliche Körperschädigung 

nicht gesichert sei. Es bestehe kein Knochenbruch, eine Verrenkung von Gelenken sei 

nicht nachgewiesen. Die Veränderungen im Bereich der AC-Gelenks-kapsel 

entsprächen einem Reizzustand und würden auch vom Radiologen und vom 

behandelnden Orthopäden als solche interpretiert. Eine Luxation (Verrenkung von 

Gelenken) liege nicht vor. Die beschriebene Labrumläsion entspreche nicht einem 

Meniskusriss, auch keinem Muskelriss und keiner Muskelzerrung. Ein Sehnenriss liege 

gemäss MRT ebenfalls nicht vor. Eine Bandläsion sei zu verneinen, da es sich bei der 

Gelenkszerrung nicht um Bänder handle, sondern um Kapselanteile und die Bänder 

nicht als lädiert beschrieben würden. Somit liege keine medizinische Diagnose einer 

unfallähnlichen Körperschädigung vor (ärztliche Beurteilung vom 28./30. Dezember 

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2015, UV-act. 21). Die mit der Replik ins Recht gelegten medizinischen Berichte (act. G 

8.1) stellen dieses Ergebnis nicht in Frage, entspricht doch die darin gestellte Diagnose 

(Impingement-Symptomatik bei AC-Gelenksarthrose rechts) keiner Listenverletzung im 

Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV. Eine solche ergibt sich auch nicht aus den im 

Operationsbericht vom 29. August 2016 gewonnenen Erkenntnissen (in teilweiser 

Abweichung zu den bereits aktenkundigen medizinischen Berichten wurden 

intraoperativ im Wesentlichen ein intaktes Labrum, keine SLAP-Läsion, eine intakte 

Pulley-Region mit unauffälliger Bizepssehne sowie eine unauffällige 

Rotatorenmanchette in allen Anteilen festgestellt).

2.2  Liegt keine Listenverletzung nach Art. 9 Abs. 2 UVV vor, entfällt eine 

Leistungspflicht des Unfallversicherers für eine unfallähnliche Körperschädigung von 

vornherein, und auf die Prüfung diesbezüglicher weiterer Voraussetzungen ist zu 

verzichten. Dies scheint auch der Beschwerdeführer nicht mehr anders zu sehen, greift 

er doch das Thema der unfallähnlichen Körperschädigung in seiner Replik gar nicht 

mehr auf, sondern beschränkt sich in erster Linie auf die Diskussion der Ursache der 

Gesundheitsschäden, die er als tatsachenmässig in einem Unfall sieht.

3.   

Es stellt sich somit die Frage, ob das Ereignis vom 2. September 2015 - wie vom 

Beschwerdeführer geltend gemacht - als Unfall zu qualifizieren sei. Die Parteien sind 

sich insbesondere darüber uneinig, ob im Sinne der Legaldefinition des Unfalls gemäss 

Art. 4 ATSG von einem ungewöhnlichen äusseren Faktor gesprochen werden kann.

3.1  Der äussere Faktor ist gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts 

ungewöhnlich, wenn er - nach einem objektiven Massstab - nicht mehr im Rahmen 

dessen liegt, was für den jeweiligen Lebensbereich alltäglich und üblich ist. Nach Lehre 

und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors in einer 

unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, 

dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der 

Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung 

gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat. Bei Schädigungen, die sich auf das 

Körperinnere beschränken, unterliegt der Nachweis eines Unfalls indessen insofern 

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strengen Anforderungen, als die unmittelbare Ursache der Schädigung unter 

besonders sinnfälligen Umständen gesetzt werden muss. Denn ein Unfallereignis 

manifestiert sich in der Regel in einer äusserlich wahrnehmbaren Schädigung, während 

bei deren Fehlen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit rein krankheitsbedingter Ursachen 

besteht. Der äussere Faktor ist zentrales Begriffscharakteristikum eines jeden 

Unfallereignisses; er ist Gegenstück zur - den Krankheitsbegriff konstituierenden - 

inneren Ursache. Die Bezeichnung der massgebenden Genese wird aber erst durch die 

weiter erforderliche Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors ermöglicht. Das Merkmal 

des Ungewöhnlichen macht den alltäglichen Vorgang zum einmaligen Vorfall. 

Einwirkungen, die aus alltäglichen Vorgängen resultieren, taugen in aller Regel nicht als 

Ursache einer Gesundheitsschädigung. Liegt der Grund allein im Innern des Körpers, 

ist Krankheit gegeben. Daran ändert die blosse Auslösung des Gesundheitsschadens 

durch einen äusseren Faktor nichts. Unfall setzt vielmehr begrifflich voraus, dass das 

exogene Element so ungewöhnlich ist, dass eine endogene Verursachung ausser 

Betracht fällt. Das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit bezieht sich nicht auf die 

Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die 

Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist insoweit, dass der äussere Faktor allenfalls 

schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Ausschlaggebend ist also, dass 

sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den 

menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine 

Ungewöhnlichkeit (Urteile des Bundesgerichts 8C_835/2013 vom 28. Januar 2014 E 

5.1; 8C_718/2009 vom 30. November 2009 E. 6.1, beide mit weiteren Hinweisen). Die 

Tatsache, dass sich die betroffene Person einem oder mehreren operativen Eingriffen 

unterziehen musste, spricht nach der erwähnten Rechtsprechung entgegen der vom 

Beschwerdeführer implizit geäusserten Ansicht für sich allein nicht für das Vorliegen 

eines ungewöhnlichen äusseren Faktors bzw. eines Unfalles.

3.2  Die Ungewöhnlichkeit ist weiter zu bejahen, wenn beim Heben oder Verschieben 

einer Last ein ganz ausserordentlicher Kraftaufwand erfolgt und zu einer Schädigung 

führt. Es ist jedoch von Fall zu Fall zu prüfen, ob die Anstrengung im Hinblick auf 

Konstitution und berufliche oder ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden Person 

ausserordentlicher Art war (vgl. A. RUMO-JUNGO/A. P. HOLZER, Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, 4. Aufl., Zürich 2012, S. 42 f.). So wurde etwa das Vorliegen eines 

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Unfalls im Fall eines Hilfspflegers verneint, der beim Umlagern eines noch 

benommenen 100-120 kg schweren Patienten vom Operationstisch in ein Bett, indem 

er die Unterlage, auf welcher der Patient lag, auf das Bett ziehen musste, einen 

Schmerz im Rücken verspürte (BGE 116 V 136 E. 3c). Der Versuch, in gebeugter, 

ausgedrehter Stellung und mit grösster Kraftanstrengung die blockierten Beine eines 

Operationstisches zu verstellen, stellt genauso wenig einen Unfall dar (nicht publiziertes 

Urteil vom 13. November 1991, zit. in RKUV 1994 Nr. U 185 S. 80 E. 2b). Bei einer 

39jährigen und 62 kg schweren Krankenschwester, die unversehens das Gewicht einer 

66 kg schweren Patientin beim Umbetten auffangen musste, um deren Sturz zu 

verhindern, wurde ein Unfallereignis ebenfalls verneint (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgericht [EVG; heute: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] U 

421/01 vom 15. Januar 2003), ebenso bei einer versicherten Person, die zusammen mit 

einer Praktikantin eine ca. 90 kg schwere, kollabierende Patientin auffing (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_444/2009 vom 11. Januar 2010 E. 4.3), beim Anheben eines 

Schachtdeckels mit einem Gewicht von 336 kg durch einen Bauhilfsarbeiter (Urteil des 

EVG U 365/01), oder im Fall eines Bauarbeiters, der ein 200 kg schweres Fass 

umfassen und umkippen wollte und dabei Schmerzen im Rücken verspürte (Urteil des 

EVG U 499/00 vom 12. September 2001). Hingegen wurde ein Unfall bei einer 

35jährigen, 57 kg schweren Physiotherapeutin bejaht, die einen 84 kg schweren 

Patienten, der das Gleichgewicht verloren hatte, auffing (Urteil des EVG U 166/04 vom 

18. April 2005) und bei einer 49jährigen Krankenschwester, die zusammen mit einer 

Kollegin eine Patientin vom Bett auf einen Stuhl verlagern wollte, wobei die Kollegin ins 

Leere griff und unvermittelt das gesamte Gewicht der Patientin auf der Versicherten 

lastete (Urteil des EVG U 9/04 vom 15. Oktober 2004). Ein ungewöhnlicher äusserer 

Faktor lag ferner beim Heben eines Gewichts von 150 kg vor, das selbst unter 

Berücksichtigung der Gewöhnung eines Bauhandlagers nicht mehr als üblich 

angesehen wurde, zumal die Last in stark gebückter Haltung sowie in Zeitnot 

angehoben werden musste (RKUV 1994 Nr. U 180 S. 39 f. E. 3b und c).

3.3  Hinsichtlich des Hergangs des Ereignisses vom 2. September 2015 lässt sich den 

Akten Folgendes entnehmen: In der Schadenmeldung UVG vom 9. November 2015 

gab die Arbeitgeberin des Beschwerdeführers an, beim Anheben eines schweren 

Kehrichtsackes habe es einen stechenden Zwick in der Schulter gegeben (UV-act. 1). 

Gemäss Bericht von Dr. C.___ vom 13. November 2015 klagte der Beschwerdeführer 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

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anlässlich der Erstbehandlung am 23. September 2015 über seit drei Wochen 

bestehende Schulterschmerzen rechts. Die Schmerzen seien aufgetreten, nachdem er 

einen Abfallsack in den Kehrichtwagen habe werfen wollen. Er habe das Gewicht des 

(mit Steinen gefüllten) Kehrichtsackes unterschätzt und habe bei der Wurfbewegung 

einen heftigen Schmerz in der rechten Schulter verspürt (UV-act. 7). Im Formular der 

Beschwerdegegnerin zur Klärung des Ereignisses gab der Beschwerdeführer am 23. 

November 2015 an, bei der Arbeit habe er einen Abfallsack hochgehoben und habe ihn 

in den Lastwagen werfen wollen. Dieser Sack sei unerwartet schwer (mit Sand gefüllt) 

gewesen. Beim Abwerfen sei ihm der Sack ausgerutscht, bei dieser Bewegung habe er 

plötzlich einen stechenden Schmerz in der Schulter gespürt. Sein Arbeitskollege habe 

den Lastwagen geführt und habe ihn nicht gesehen, habe aber seinen Schmerzschrei 

gehört. Die Frage, ob sich etwas Besonderes (Ausgleiten, Sturz, Anschlagen, usw.) 

ereignet habe, beantwortete der Beschwerdeführer dahingehend, der Sack sei ihm 

ausgerutscht und er habe das ganze Gewicht mit dem rechten Arm abgefangen. Der 

Sack sei geschätzt 60 kg schwer gewesen (UV-act. 10).

3.4  Der Beschwerdeführer gab an, der Abfallsack sei ihm beim Versuch, ihn in den 

Laderaum des Kehrichtfahrzeugs zu werfen, ausgerutscht und er habe das ganze 

Gewicht mit dem rechten Arm abgefangen. Davon ist vorliegend auszugehen. Die 

Darstellung in der Beschwerdeschrift, wonach er sich durch "die kombinierte Wurf- und 

Drehbewegung und wegen des grossen Gewichts des behändigten Abfallsackes" 

verletzt habe und "unverzüglich verletzungsbedingt" einen stechenden Schmerz in der 

Schulter verspürt habe (act. G 1 S. 3), bzw. wonach er mit der Hand am Sack hängen 

geblieben sei (act. G 1 S. 4) und denselben bei der Wurfbewegung nicht rechtzeitig 

habe loslassen können, weil er sich im Polyethylen des Sacks mit seinen Handschuhen 

verfangen habe und überdies der Oberarm auf der Laderampe des Kehrichtfahrzeuges 

aufgelegen sei (act. G 1 S 5), hat als unbeachtlich zu gelten. Denn die 

Beschwerdegegnerin hat vor Erlass der Verfügung vom 4. Januar 2016 die 

tatsächlichen Verhältnisse mittels Fragebogens detailliert erhoben und ist somit ihrer 

Abklärungspflicht nachgekommen. In der in vorstehender Erwägung 3.3 erwähnten 

Beschreibung des Ereignisses vom 2. September 2015 kommt ein Hängenbleiben mit 

der Hand am Sack bzw. ein Sich-Verfangen oder ein Aufliegen des Oberarms auf der 

Laderampe des Fahrzeugs nicht vor. Es wäre nach der ausdrücklichen Frage der 

Beschwerdegegnerin nach dem Hergang des Ereignisses im Fragebogen vom 2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

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September 2015 nicht einzusehen, weshalb der Beschwerdeführer ein Hängenbleiben 

am Abfallsack bzw. ein Aufliegen des Oberarms auf der Laderampe unerwähnt hätte 

lassen sollen. Es macht den Anschein, als seien diese zusätzlichen Angaben nicht frei 

von versicherungsrechtlichen Überlegungen gemacht worden, nachdem die 

Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht verneint hatte. Sie sind deswegen gestützt 

auf die Beweismaxime der besseren Zuverlässigkeit der Aussage der ersten Stunde 

(vgl. BGE 121 V 45 E. 2a) nicht beachtlich.

3.5  Das Anheben und Einwerfen von (auch schweren) Säcken in das Kehrichtfahrzeug 

gehört zur gewöhnlichen Bandbreite der Bewegungsmuster eines Beladers und stellt 

an sich nichts Ungewöhnliches dar, wie der Beschwerdeführer selbst einräumt (act. G 

1 S. 5). Auch das Gewicht des Sackes von geschätzt 60 kg deutet entgegen der 

Ansicht des Beschwerdeführers nicht auf eine sinnfällige Überanstrengung hin. Wenn 

der Beschwerdeführer einen Schmerz in der Schulter verspürte, als er einen Abfallsack 

in den Lastwagen werfen wollte und dieser ihm ausrutschte, so ist darin keine für den 

Unfallbegriff letztlich entscheidende Programmwidrigkeit zu sehen, welche den 

Rahmen des Normalen und Üblichen bei der Arbeit des Beschwerdeführers sprengen 

würde. Dies insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass das geschätzte Gewicht 

äusserst grosszügig bemessen scheint, sind doch selbst die grössten Abfallsäcke - 

110 Liter - lediglich für eine Last von maximal 25 kg ausgelegt, sodass fraglich ist, ob 

sie einer Beladung mit 60 kg überhaupt standhalten vermöchten. Der Unfallbegriff ist 

damit nicht erfüllt und es besteht daher keine Leistungspflicht des obligatorischen 

Unfallversicherers aus Art. 6 Abs. 1 UVG. Die Einschätzung von Dr. D.___, wonach 

sowohl das vom Patienten geschilderte Unfallereignis als auch die 

kernspintomographischen und klinischen Befunde die Beurteilung als unfallbedingt 

rechtfertigten (UV-act. 19), vermag die Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors nicht 

nachzuweisen. Es handelt sich dabei um eine rechtliche und keine medizinische 

Beurteilung, worauf die Beschwerdegegnerin zu Recht hinweist.

4.   

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen erweist sich die Beschwerde als unbegründet 

und ist deshalb abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

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Der unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.   

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 14.08.2017
	Art. 4 ATSG, Art. 9 Abs. 2 UVV (in der bis 31.12.2016 geltenden Fassung).Das Spüren eines stechenden Zwicks in der Schulter beim Versuch, einen schweren Kehrichtsack in den Kehrichtwagen zu befördern, serfüllt die Merkmale eines Unfalls mangels Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors nicht. Eine Listenverletzung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV wurde nicht diagnostiziert. Somit ist der Anspruch auf Versicherungsleistungen gegenüber dem Unfallversicherer zu verneinen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. August 2017, UV 2016/42).

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