# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1eef98ed-ed51-5d8a-ba85-ea10d3c638ec
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.11.2016 200 2016 331
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-331_2016-11-09.pdf

## Full Text

200 16 331 IV
SCJ/ZID/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 9. November 2016

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Matti, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwältin Dr. iur. C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 2. März 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2016, IV/16/331, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1965 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich erstmals im Juli 1995 unter Hinweis auf Rü-
ckenprobleme bei der IV-Stelle Bern (nachfolgend: IVB bzw. Beschwerde-
gegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der IVB [act. II] 1.1/64 ff.). Die 
IVB klärte die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab (act. II 
1.1/44 ff.) und sprach berufliche Massnahmen zu (act. II 1.1/6 ff.). Unter 
Verweis auf die Aufnahme einer angepassten Tätigkeit zog der Versicherte 
das Leistungsbegehren am 1. Februar 1997 zurück (act. II 1.1/3).

Aufgrund weiterhin bestehender Rückenschmerzen und neu hinzugetrete-
ner Schmerzen an den Händen meldete sich der Versicherte im Februar 
2011 erneut bei der IVB an (act. II 9; vgl. act. II 15). Nach Abklärungen 
(act. II 14 ff.) und einer Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes 
(RAD; act. II 27) schloss die IVB (nach Durchführung des Vorbescheidver-
fahrens; act. II 34) mit Verfügung vom 25. Juni 2012 die Arbeitsvermittlung 
ab, da trotz ihrer Unterstützung seit 28. September 2011 eine Eingliede-
rung in die freie Wirtschaft nicht habe realisiert werden können (act. II 35). 

B.

Im Oktober 2014 meldete sich der Versicherte erneut bei der IVB an und 
wies dabei auf Polyarthritis und Diabetes mellitus als zusätzliche Diagno-
sen hin (act. II 39). Die IVB holte aktuelle erwerbliche und medizinische 
Unterlagen (act. II 40 ff.), eine RAD-ärztliche Beurteilung (act. II 54) sowie 
einen Abklärungsbericht für Selbstständigerwerbende (act. II 56) ein. Mit 
Vorbescheid vom 19. November 2015 (act. II 57) stellte die IVB in Aussicht, 
das Rentenbegehren bei einem Invaliditätsgrad von 22 % abzuweisen. Am 
2. März 2016 verfügte die IVB entsprechend (act. II 63).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2016, IV/16/331, Seite 3

C.

Hiergegen liess der Versicherte, zunächst vertreten durch den Sozialdienst 
D.________, am 22. März 2016 unter Beilage diverser Arztberichte (Akten 
des Beschwerdeführers vom 22. März 2016 [act. I] 2 ff.) Beschwerde erhe-
ben und beantragen, es sei von einem bedeutend höheren Invaliditätsgrad 
auszugehen.

Mit Beschwerdeantwort vom 7. April 2016 beantragte die IVB unter Verweis 
auf eine Stellungnahme des RAD vom 1. April 2016 (in den Gerichtsakten) 
die Abweisung der Beschwerde.

Mit Eingabe vom 7. April 2016 ersuchte der Beschwerdeführer, nunmehr 
vertreten durch den B.________, Dr. iur. C.________, um unentgeltliche 
Prozessführung (beschränkt auf die Verfahrenskosten) und er präzisierte 
sein Rechtsbegehren dahingehend, dass die angefochtene Verfügung vom 
2. März 2016 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten sei, 
zur Abklärung des medizinischen Sachverhalts ein polydisziplinäres Gut-
achten (Innere Medizin, Handchirurgie, Rheumatologie, Orthopädie, Neuro-
logie, Neuropsychologie und Psychiatrie) anzuordnen, eventualiter sei die 
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine ganze 
Rente zuzusprechen, unter Entschädigungsfolge. Mit Eingabe vom 8. April 
2016 liess der Beschwerdeführer eine ärztliche Stellungnahme des behan-
delnden Arztes vom 5. April 2016 (nachträglich eingereichte Akten des Be-
schwerdeführers [act. IA] 5) nachreichen.

Mit ergänzender Beschwerdeantwort vom 9. Mai 2016 nahm die Be-
schwerdegegnerin zur Beschwerdeergänzung des Beschwerdeführers Stel-
lung.

Mit Replik vom 9. Juni 2016 bzw. Duplik vom 13. Juli 2016 hielten die Par-
teien an ihren Anträgen fest.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2016, IV/16/331, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 2. März 2016 
(act. II 63). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2016, IV/16/331, Seite 5

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geisti-
gen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Be-
handlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

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3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin schloss mit Verfügung vom 25. Juni 2012 
(act. II 35) die Arbeitsvermittlung ab, da trotz ihrer Unterstützung seit 
28. September 2011 eine Eingliederung in die freie Wirtschaft nicht habe 
realisiert werden können. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in 
Rechtskraft. Im Oktober 2014 meldete sich der Versicherte erneut zum 
Leistungsbezug an (act. II 39).

3.1.1 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 
17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]). Erheblich ist eine Sachverhaltsände-
rung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine Invaliden-
rente (oder deren Erhöhung) sei begründet, falls sich die geltend gemach-
ten Umstände als richtig erweisen sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2). 
Dies gilt auch für Revisionsgesuche im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG 
(BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351) sowie analog, wenn die versicherte Per-
son nach vorausgegangener rechtskräftiger Ablehnung erneut eine Einglie-
derungsmassnahme beantragt (BGE 113 V 22 E. 3b S. 27; ZAK 1991 
S. 262 E. 1a). Diese Eintretensvoraussetzung soll verhindern, dass sich die 
Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründe-
ten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Rentengesu-
chen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 S. 112). Diese Regeln zur 
Behandlung von Neuanmeldungen beziehen sich nur auf gleichlautende 
Leistungsgesuche (SVR 1999 IV Nr. 21 S. 64).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch-
lich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi-
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 
E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren 
rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das 
neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die fest-

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gestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende Inva-
lidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

3.1.2 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung von Oktober 
2014 (act. II 39) eingetreten, weshalb die Eintretensfrage hier nicht zu beur-
teilen ist (BGE 109 V 108 E. 2b. S. 114). Aktenkundig sind in der Zwi-
schenzeit mit der Polyarthritis sowie dem Diabetes mellitus neue Diagno-
sen gestellt worden (vgl. act. II 39), welche sich auf das Zumutbarkeitsprofil 
auswirken und damit eine für den Leistungsanspruch wesentliche Ände-
rung des Invaliditätsgrades zumindest glaubhaft machen. Die Beschwerde-
gegnerin hat den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente 
zu Recht in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht einer umfassenden Prü-
fung unterzogen. Letztendlich kann indessen offen bleiben, ob die Regeln 
zur Behandlung einer Neuanmeldung nach Erlass einer rechtskräftigen 
leistungsablehnenden Verfügung vorliegend überhaupt zur Anwendung 
gelangen, handelt es sich doch um ein neuerliches, vom Gegenstand der 
Verfügung vom 25. Juni 2012 (act. II 35) nicht erfasstes Leistungsbegehren 
(SVR 1999 IV Nr. 21 S. 64). In beiden Fällen ist der Rentenanspruch frei zu 
prüfen.

3.2 Zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers lässt 
sich den Akten im Wesentlichen Folgendes entnehmen:

3.2.1 Im Rahmen der erstmaligen IV-Anmeldung im Juli 1995 diagnosti-
zierte der damals behandelnde Dr. med. E.________, Facharzt für Allge-
meine Innere Medizin FMH, eine Antelisthesis LWK5/S1 bei Spondylolyse 
mit neurologischer Beeinträchtigung (act. II 1.1/68 Ziff. 6.2). Seinem Bericht 
vom 24. August 1995 zufolge seien das Heben schwerer Lasten und Arbei-
ten in belastenden Positionen nicht mehr zumutbar; bei leichterer Arbeit sei 
der Beschwerdeführer voll arbeitsfähig (act. II 1.1/57).

3.2.2 Anlässlich der zweiten Anmeldung im Februar 2011 (act. II 9) dia-
gnostizierte der RAD-Arzt Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine 
Innere Medizin FMH, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation 
FMH und Facharzt für Tropen- und Reisemedizin FMH, im Bericht 25. Au-

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gust 2011 (act. II 27/3 f.) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einerseits 
ein Lumbovertebralsyndrom bei Spondylolisthesis und andererseits Dupuy-
tren beider Hände, links mehr als rechts. Die Belastbarkeit des Rückens sei 
reduziert, die Greiffunktion der Hände möglicherweise beeinträchtigt. Die 
angelernte Tätigkeit als Maurer sei nicht mehr zumutbar, vor allem wegen 
der verminderten Belastbarkeit des Rückens. Angepasste, körperlich leich-
te bis mittelschwere Arbeiten seien ganztags zumutbar. Die Position sollte 
vorzugsweise wechselbelastend oder sitzend sein. Gewichte könnten bis 
15 kg gehoben und getragen werden, repetitiv aber nur bis 10 kg. Arbeiten 
in längerer gebückter Stellung sollten vermieden werden. Eine Leistungs-
einschränkung sei nicht zu erwarten. Die Beeinträchtigung durch die Du-
puytren-Kontraktur an den Fingern könne nicht als andauernder Gesund-
heitsschaden betrachtet werden, da mit einer Operation mit grosser Wahr-
scheinlichkeit wieder eine annähernd normale Finger- und Handfunktion 
hergestellt werden könne.

3.2.3 Im Austrittsbericht des Spitals G.________ vom 19. September 
2014 wurden folgende Diagnosen gestellt (act. IA 7):

• Polyarthritis, am ehesten im Rahmen einer seronegativen rheu-
matoiden Polyarthritis

• Vitamin D-Mangel
• Diabetes mellitus Typ 2
• Arterielle Hypertonie
• chronisches rezidivierendes lumbovertebrales Schmerzsyndrom

 degenerative Veränderungen
 Anterolisthesis L5/S1
 Persistierende Fussheberparese links

• Morbus Dupuytren der Hände beidseits linksbetont
• Radiopalmares Handgelenksganglion links

Es habe sich ein hypertoner, tachykarder, afebriler und aufgrund der Ge-
lenkschmerzen sehr bewegungseingeschränkter Patient präsentiert. Labo-
ranalytisch hätten sich erhöhte Entzündungsparamter gezeigt. Anamnesti-
schen Ausführungen des Beschwerdeführers zufolge habe er seit nun rund 
zwei Monaten massive Gelenksschmerzen. Abwechselnd seien die Hand-
gelenke, die Schultern und die Knie von starken Schmerzen betroffen. Am 
schlimmsten seien die Schmerzen jeweils morgens bis er angelaufen sei.

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3.2.4 Dr. med. H.________, Facharzt für Rheumatologie FMH und Fach-
arzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, übernahm im Bericht vom 
24. September 2014 (act. II 45/2) die bereits gestellten Diagnosen (vgl. 
E. 3.2.3 hiervor). Er habe den Patienten bereits im Jahr 2012 wegen Rü-
ckenbeschwerden gesehen; neu seien Gelenkschmerzen aufgetreten im 
Bereich der Schulter, Finger, Handgelenke und der Knie.

3.2.5 Unter Hinweis auf den eben erwähnten Bericht von Dr. med. 
H.________ (vgl. E. 3.2.4 hiervor) stellte der nunmehr den Beschwerdefüh-
rer behandelnde Dr. med. I.________, Facharzt für Allgemeine Innere Me-
dizin FMH, im undatierten, am 22. Oktober 2014 der Beschwerdegegnerin 
zugegangenen Bericht (act. II 40) eine deutliche Bewegungseinschränkung 
beider Schultern, ein Faustschlussdefizit, Viererzeichen beider Hüfte sowie 
eine Schwellung im rechten Knie und OSG rechts fest. Aufgrund dessen 
bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit seit 1. September 2014 mindestens 
bis Ende November 2014 (alsdann weitere Beurteilung). Die bisherige 
Tätigkeit sei eventuell ab Januar 2015 wieder zumutbar (zu ca. 20 %, doch 
müsse dies erst noch beurteilt werden). Aufgrund der Schmerzen und Be-
wegungseinschränkung bestehe indessen eine verminderte Leistungs-
fähigkeit.

3.2.6 Anlässlich einer Verlaufskontrolle vom 9. Dezember 2014 stellte Dr. 
med. H.________ im Bericht vom 12. Dezember 2014 (act. II 47/4 ff.) eine 
deutliche Besserung der rheumatoiden Arthritis fest. Es bestünden jedoch 
immer noch namhafte Schulterschmerzen beidseits und Beschwerden in 
den Handgelenken und Fingern (ähnlich auch der Verlaufsbericht vom 
17. April 2015; act. II 51/5 ff.).

3.2.7 Der behandelnde Arzt seinerseits ging mit Bericht vom 16. Januar 
2015 (act. II 47/1 ff.) von einem stationären Gesundheitszustand mit 
Schmerzen und Steifigkeit in den Gelenken (insbesondere Schultern beid-
seits, Fingergelenke beidseits und Handgelenke) aus. Von 1. Januar bis 
1. April 2015 attestierte er eine gesundheitlich begründete Arbeitsunfähig-
keit als … von 50 % (danach Weiterbeurteilung).

Mit Verlaufsbericht vom 18. Mai 2015 bestätigte der behandelnde Arzt eine 
(leichte) Besserung des Gesundheitszustandes und wies gleichzeitig dar-

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auf hin, dass die Tätigkeit als selbstständiger … aber kaum mehr möglich 
sei. Der Beschwerdeführer versuche sich zwar wieder in dieser Arbeit, je-
doch würden ihm die Gelenkbeschwerden (insbesondere der Finger) Pro-
bleme machen. Er verspüre Mühe und Einschränkungen bei Drehbewe-
gungen in den Handgelenken. Zudem leide er an Schultergelenksschmer-
zen bei Kraftanstrengung (z.B. Aufstützen) und an Morgensteifigkeit. Las-
ten tragen könne er für kurze Zeit. Prognostisch sei allenfalls noch eine 
Verbesserung zu erwarten, eventuell auch aufgrund beruflicher Hilfsmittel 
(act. II 51/2 ff.).

3.2.8 Der RAD-Arzt erwähnte im Bericht vom 5. August 2015 (act. II 54) 
zusätzlich zu den vorbestehenden Einschränkungen aufgrund des Lumbo-
vertebralsyndroms und der Dupuytren-Kontakturen (vgl. E. 3.2.2 hiervor) 
eine seit anfangs 2014 aufgetretene Polyarthritis, welche mit Erfolg behan-
delt werde. Es gäbe zusätzliche Einschränkungen bezüglich der Schultern 
und Handgelenke. Es könnten nach wie vor leichte Tätigkeiten wechselbe-
lastend oder sitzend ganztägig zugemutet werden; Gewichte bis 10 kg 
könnten nur bis Bauchhöhe gehoben und Überkopfarbeiten sollten vermie-
den werden. Tätigkeiten, welche die Handgelenke und Fingergelenke 
überdurchschnittlich belasten, könnten nicht zugemutet werden. Somit sei-
en … nicht mehr zumutbar. Auch die Arbeit als … sei zu 50 % einge-
schränkt, da diese Tätigkeit einer guten Feinmotorik und eines intakten 
Handgelenks bedürfe. In allen anderen angepassten Tätigkeiten sei bei 
vollem Pensum von einer Leistungseinschränkung von höchstens 10 % 
auszugehen.

3.2.9 Gemäss Bericht der Klinik J.________ des Spitals K.________ vom 
30. Mai 2015 (act. I 2) sei der Beschwerdeführer bei ungenügend einge-
stelltem Diabetes zugewiesen worden. Dem Verlaufsbericht vom 9. De-
zember 2015 (act. I 3) zufolge hätten sich alsdann nach zwischenzeitlich 
etablierter Insulintherapie nur noch sehr selten Blutzuckerwerte im zweistel-
ligen Bereich gezeigt. Es sei in den letzten Monaten keine dokumentierte 
Hypoglykämie zu verzeichnen. Neben dem Beginn mit einer Insulintherapie 
habe sicher die Umsetzung der Vorschläge der Ernährungs- und Diabetes-
beratung zu einer deutlich verbesserten Blutzuckereinstellung beigetragen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2016, IV/16/331, Seite 11

Nach etablierter Insulintherapie seien keine Folgekonsultationen mehr ver-
einbart worden.

3.2.10 Der Rheumatologe Dr. med. H.________ bezeichnete im Bericht 
vom 29. Januar 2016 (act. I 7) das lumbovertebrale Schmerzsyndrom zu-
zeit als asymptomatisch. Von Seiten der undifferenzierten Polyarthritis bzw. 
rheumatoiden Arthritis ging er von einem guten Verlauf aus. Von Seiten der 
degenerativ bedingten Beschwerden, vor allem der Schultern beidseits, 
bestehe noch eine Bewegungseinschränkung/frozen shoulder, möglicher-
weise auch im Zusammenhang mit dem Diabetes mellitus, doch sei die 
Physiotherapie bisher noch nicht durchgeführt worden.

3.2.11 Gemäss RAD-ärztlicher Stellungnahme vom 1. April 2016 (in den 
Gerichtsakten) seien die in den Berichten erwähnten objektiven Einschrän-
kungen (vgl. E. 3.2.9 f. hiervor) bereits in der RAD-Beurteilung vom 5. Au-
gust 2015 (act. II 54; vgl. E. 3.2.8 hiervor) berücksichtigt worden. Die Schul-
terbeschwerden bei Impingement und leichter AC-Arthrose seien behan-
delbar (Physiotherapie, Infiltration, allenfalls arthroskopische Operation) 
und seien bei Berücksichtigung einer angepassten Tätigkeit nicht vermehrt 
einschränkend (Gewichtslimitierung, Heben von Lasten körpernah bis 
Bauchhöhe, keine Überkopfarbeiten). Die Handgelenksbeschwerden seien 
bei einer die Hände nicht überdurchschnittlich belastenden Tätigkeit (Ge-
wichtslimite, keine repetitiven Drehbewegungen) vereinbar mit einer ange-
passten ganztägigen Arbeit. Die Gelenksbeschwerden seien nach Behand-
lung mit Methotrexat nicht mehr vorhanden (keine Synovitis, keine Schwel-
lung mehr). Die Rückenbeschwerden seien wenig symptomatisch. Ein Fra-
gezeichen bestehe in der Motivation zur Gesundheitserhaltung (wiederholte 
Anmahnungen bezüglich Alkohol und Nikotin; lange Zeit keine ophthalmo-
logische Untersuchung, obwohl diese empfohlen worden sei; kein Durch-
führen von Physiotherapie trotz subjektiv betonten Schulterproblemen). Am 
Zumutbarkeitsprofil gemäss Bericht vom 5. August 2015 (act. II 54; vgl. 
E. 3.2.8 hiervor) sei festzuhalten.

3.2.12 Auf entsprechende Fragen der Rechtsvertreterin des Beschwerde-
führers hin bezeichnete der behandelnde Arzt im Schreiben vom 5. April 
2016 (act. IA 5) das Zumutbarkeitsprofil des RAD (vgl. E. 3.2.11 bzw. 3.2.8 
hiervor) als nicht ganz zutreffend. Er sei eigentlich davon ausgegangen, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2016, IV/16/331, Seite 12

dass der Beschwerdeführer aufgrund der komplexen Krankheitsgeschichte 
als nicht arbeitsfähig beurteilt werde. Zugegebenermassen könnten die in 
diversen Berichten beschriebenen Verbesserungen unter der bestehenden 
Therapie dazu verleiten, dass die Arbeitsfähigkeit überschätzt werde. Auch 
die Tätigkeit als … könne (realistisch betrachtet) höchstens stark einge-
schränkt ausgeübt werden. Es sei mehr als nur fraglich, ob eine angepass-
te Tätigkeit für den Beschwerdeführer gefunden werden könne, zumal bei 
ihm Einschränkungen das ganze Skelett betreffend bestünden. Es seien 
sowohl leichtere wechselbelastende als auch feinmotorische Tätigkeiten 
eingeschränkt. 

3.3

3.3.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3.2 Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärzt-
liches Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hinsichtlich 
der erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen vergleichba-
ren Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 
E. 3.3.2). Soll allerdings ein Versicherungsfall ohne Einholung eines exter-
nen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung 
strenge Anforderungen zu stellen. Insbesondere sind die von der versicher-
ten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte 
mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versi-
cherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht 
eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale 
Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2016, IV/16/331, Seite 13

S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht 
entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versi-
cherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 
44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 
S. 469).

3.3.3 Nach der Praxis sind Aktengutachten nicht zu beanstanden, wenn 
die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärti-
gen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind. Der Untersu-
chungsbefund muss lückenlos vorliegen. Der Experte muss sich aufgrund 
vorhandener Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen können 
(RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b).

3.3.4 Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeu-
tisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amt-
lich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits lässt es nicht zu, ein 
medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stel-
len und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behan-
delnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten 
bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil 
die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher In-
terpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Be-
gutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 2008 IV 
Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1).

In Bezug auf Atteste von Hausärzten darf und soll jedoch das Gericht der 
Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick 
auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu-
gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 
2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3). Dies gilt nicht nur für den allgemein prakti-
zierenden Hausarzt, sondern ebenso für den behandelnden Spezialarzt 
und erst recht für den schmerztherapeutisch tätigen Arzt mit seinem be-
sonderen Vertrauensverhältnis und dem Erfordernis, den geklagten 
Schmerz zunächst bedingungslos zu akzeptieren (Entscheid des EVG vom 
20. März 2006, I 655/05, E. 5.4).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2016, IV/16/331, Seite 14

3.4 In medizinischer Hinsicht stützte sich die angefochtene Verfügung 
vom 2. März 2016 (act. II 63) im Wesentlichen auf die Aktenbeurteilungen 
des RAD-Arztes Dr. med. F.________ vom 5. August 2015 (act. II 54) so-
wie 1. April 2016 (act. II 68). Die von ihm berücksichtigten Diagnosen ste-
hen in Übereinstimmung mit sämtlichen übrigen in den Akten liegenden 
ärztlichen Unterlagen, insbesondere auch mit dem mit der Replik einge-
reichten Austrittsbericht des Spitals G.________ vom 19. September 2014 
(act. IA 7; vgl. E. 3.2.3 hiervor).

Zur Zumutbarkeit äusserte sich nebst dem RAD-Arzt explizit nur noch der 
behandelnde Arzt Dr. med. I.________ (act. II 40, 47/1 ff., 51/2 ff. sowie 
act. IA 5). Gestützt auf die (unbestrittenen) Diagnosen erachtet der RAD-
Arzt eine angepasste (leichte, wechselbelastend oder sitzend ausgeführte) 
Tätigkeit (mit Heben von Gewichten bis 10 kg und nur bis Bauchhöhe so-
wie bei Vermeidung von Überkopfarbeiten und überdurchschnittlicher Be-
lastung der Hand- und Fingergelenke) in einem vollen Pensum mit einer 
Leistungseinschränkung von höchstens 10 % als zumutbar (act. II 54/2). 
Der behandelnde Arzt seinerseits attestierte ab 1. September 2014 eine 
Arbeitsunfähigkeit von 100 % (act. II 40/3 Ziff. 1.6) und ab 1. Januar 2015 
eine solche von 50 % (act. II 47/1 Ziff. 5). Rückschlüsse auf die Arbeits-
fähigkeit lässt ansatzweise auch der Austrittsbericht des Spitals 
G.________ vom 19. September 2014 (act. IA 7) zu, wo der Beschwerde-
führer als sehr bewegungseingeschränkt bezeichnet wurde (act. IA 7). An-
gesichts der IV-Anmeldung vom Oktober 2014 (act. II 39) entsteht vorlie-
gend gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG ein Rentenanspruch frühestens ab April 
2015, weshalb den erwähnten Berichten des Spitals G.________ sowie 
des behandelnden Arztes keine entscheidende Bedeutung (mehr) zu-
kommt. Zwischenzeitlich ist denn auch eine Verbesserung des Gesund-
heitszustandes eingetreten, die der behandelnde Arzt nur zaghaft anzuer-
kennen schien. Obschon der Rheumatologe schon mit Bericht vom 12. 
Dezember 2014 (act. II 47/5 unten) von einer "deutlichen Besserung der 
rheumatoiden Arthritis" sprach und auch aktuell von einem "guten Verlauf" 
spricht und das lumbovertebrale Schmerzsyndrom als asymptomatisch 
bezeichnet (act. I 7), ging der behandelnde Arzt noch mit Bericht vom 16. 
Januar 2015 von einem stationären Gesundheitszustand aus (act. II 47/1 
Ziff. 1) und stellte erst im Bericht vom 18. Mai 2015 eine leichte Besserung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2016, IV/16/331, Seite 15

fest (act. II 51/2 Ziff. 1). Trotzdem attestierte er bereits ab 1. Januar 2015 
eine Arbeitsfähigkeit von immerhin 50 % (act. II 47/1 Ziff. 5; statt wie ur-
sprünglich ins Auge gefasst von 20 % [vgl. act. II 40/4 Ziff. 1.9]). Auch in 
dem im Rahmen des vorliegenden Verfahrens verfassten Schreiben vom 5. 
April 2016 (act. IA 5) anerkennt er zwar "die in diversen Berichten be-
schriebenen Verbesserungen unter der bestehenden Therapie". Soweit er 
dann aber doch "aufgrund der komplexen Krankheitsgeschichte", aber oh-
ne neue Diagnosen bzw. ohne geltend gemachte Verschlechterung des 
Gesundheitszustands die Arbeitsfähigkeit gänzlich in Abrede stellt, erweist 
sich das als widersprüchlich und nicht nachvollziehbar.

In Bezug auf die Polyarthritis hat sich der RAD-Arzt am 1. April 2016 (vgl. 
E. 3.2.11 hiervor) mit den im Beschwerdeverfahren (erneut bzw. erstmals) 
eingereichten Berichten des Rheumatologen Dr. med. H.________ ausein-
andergesetzt und schlüssig ausgeführt, dass diese an dem von ihm vor-
gängig erstellten Zumutbarkeitsprofil (act. II 54; vgl. E. 3.2.8 hiervor) nichts 
zu ändern vermöchten. Darauf kann abgestellt werden, zumal den Berich-
ten des Rheumatologen nichts entnommen werden kann, was vom RAD-
Arzt nicht gewürdigt worden wäre. Auch hinsichtlich des Diabetes mellitus 
weist der RAD-Arzt zu Recht darauf hin, dass gemäss Bericht der Fachkli-
nik vom 9. Dezember 2015 (act. I 3; vgl. E. 3.2.9 hiervor) mittlerweile von 
einer guten Einstellung auszugehen sei. Die Schulterschmerzen beidseits 
werden im Zumutbarkeitsprofil angemessen berücksichtigt und hinsichtlich 
des lumbovertebralen Schmerzsyndroms ist darauf hinzuweisen, dass die-
ses im neusten Bericht des Rheumatologen Dr. med. H.________ vom 
29. Januar 2016 (act. I 7; vgl. E. 3.2.10 hiervor) als "zurzeit asymptoma-
tisch" beschrieben wird.

3.5 Nach dem Dargelegten erfüllen die vorliegenden RAD-Berichte 
(act. II 54 und 68) die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den 
Beweiswert einer Expertise gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.3.1 hiervor), 
womit ihnen voller Beweiswert zuzuerkennen ist und darauf abgestellt wer-
den kann. Es ist unbestritten, dass dem Beschwerdeführer eine Tätigkeit 
auf dem … nicht mehr und die zuletzt ausgeübte Tätigkeit im eigenen … 
nur noch beschränkt möglich ist. Dagegen reichen die im Verlaufe des Be-
schwerdeverfahrens eingereichten ärztlichen Berichte bzw. die Ausführun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2016, IV/16/331, Seite 16

gen seiner Rechtsvertreterin nicht aus, um an der vom RAD-Arzt für eine 
angepasste Tätigkeit formulierten praktisch uneingeschränkten Leistungs-
fähigkeit des Beschwerdeführers Zweifel aufkommen zu lassen bzw. Be-
darf für eine zusätzliche medizinische Abklärung zu wecken (antizipierte 
Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157 E. 1d S. 162). Der Beschwerdefüh-
rer war wohl im Zusammenhang mit der 2014 neu diagnostizierten Polyar-
thritis für gewisse Zeit erheblich eingeschränkt; aufgrund der erfolgreichen 
Medikation mit Methotrexat hat diese Einschränkung jedoch kein rentenbe-
gründendes Ausmass angenommen (vgl. nachfolgend).

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nöti-
genfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepass-
ten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 4.1 
S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne ge-
sundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend 
genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss Tabel-
lenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemes-
sung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall 
gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abge-
stellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid EVG vom 30. Okto-
ber 2002, I 517/02, E. 1.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2016, IV/16/331, Seite 17

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 
S. 133 E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; 
SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1). Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass 
gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbei-
tertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und ent-
sprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und 
deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen 
müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rech-
nung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 
Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 
S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

4.1.3 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222). Da für 
das Jahr 2015 noch nicht alle statistischen Daten verfügbar sind, ist auf die 
Zahlen des Jahres 2014 abzustellen.

4.2

4.2.1 Ein Blick in das individuelle Konto (IK; act. II 41) zeigt, dass der Be-
schwerdeführer fast nie einen marktüblichen Lohn erwirtschaftet hat. Da er 
eine Anlehre als … gemacht hat (vgl. act. II 39/4 Ziff. 5.3), ist im Gesund-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2016, IV/16/331, Seite 18

heitsfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass er 
in diesem Bereich tätig wäre. Es ist deshalb entsprechend der Beschwer-
degegnerin (vgl. act. II 56/4) auf Tabelle TA1 der LSE 2012, Niveau 1 (ein-
fache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art), Männer, Zeilen 41 
- 43 (…), abzustellen. Aufgerechnet auf die allgemeine wöchentliche Ar-
beitszeit im Jahr 2014 von 41.5 Stunden und angepasst an die Lohnent-
wicklung (Nominallohnindex Männer, Tabelle T1.1.10, Zeilen 41 - 43 […], 
Index Jahr 2012: 101.7 Punkte, Index Jahr 2014: 102.8 Punkte [abrufbar 
unter www.bfs.admin.ch]) resultiert pro 2014 ein Einkommen von 
Fr. 68'334.70. Ein Einkommen annähernd in dieser Grössenordnung hatte 
der Beschwerdeführer immerhin in den Jahren 2000 und 2001 erzielt (vgl. 
act. II 41). Ob der Beschwerdeführer als Frühinvalider zu betrachten ist 
(wie in der Eingabe vom 7. April 2016, S. 4, geltend gemacht), ist ange-
sichts der absolvierten Anlehre und der gemäss IK-Auszug in den Jahren 
1999 bis 2002 erzielten Einkommen wohl eher zu verneinen. Diese Frage 
kann indessen offen bleiben. Selbst wenn gestützt auf Art. 26 IVV von ei-
nem Valideneinkommen von Fr. 82'500.-- auszugehen wäre, würde der 
Invaliditätsgrad maximal 35 % erreichen, womit sich die angefochtene Ver-
fügung auch unter diesem Aspekt als rechtmässig erweisen würde (vgl. 
E. 4.2.2 f. nachfolgend).

4.2.2 Da der Beschwerdeführer die Arbeitsfähigkeit nicht verwertet, ist 
das Invalideneinkommen ebenfalls aufgrund von Tabellenlöhnen zu be-
stimmen (vgl. E. 4.1.2 hiervor). Gemäss LSE 2012, TA1, Männer, Niveau 1, 
beträgt der Totalwert monatlich Fr. 5'210.--. Arbeitszeitbereinigt (41.7 Stun-
den) und aufindexiert auf das Jahr 2014 (Nominallohnindex Männer, Tabel-
le T1.1.10, Total, Index Jahr 2012: 101.7 Punkte, Index Jahr 2014: 103.2 
Punkte [abrufbar unter www.bfs.admin.ch]) resultiert ein Einkommen von 
Fr. 66'138.40. Unter zusätzlicher Berücksichtigung der RAD-ärztlich attes-
tierten Leistungseinschränkung von 10 % in einer angepassten Tätigkeit 
(act. II 54; vgl. E. 3.2.8 hiervor) sowie alsdann eines behinderungsbeding-
ten Abzuges (vgl. E. 4.1.2 hiervor) von 10 % (vgl. act. II 56/4), welcher ins-
besondere aufgrund des eingeschränkten Zumutbarkeitsprofils nicht zu 
beanstanden ist, ergibt dies ein Invalideneinkommen von Fr. 53'572.10. 
Soweit der Beschwerdeführer dieses Einkommen mangels in Frage kom-
mender Tätigkeiten als unrealistisch erachtet (vgl. Beschwerdeergänzung, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2016, IV/16/331, Seite 19

S. 6), ist darauf hinzuweisen, dass hierbei, wie soeben erwähnt, die ver-
minderte Leistungsfähigkeit sowie das eingeschränkte Zumutbarkeitsprofil 
bereits gebührend berücksichtigt worden sind. Es ist von einem Lohn im 
Niveau 1 für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art aus-
gegangen worden. Nicht zumutbar sind dem Beschwerdeführer erst die 
Hand- und Fingergelenke überdurchschnittlich belastende Tätigkeiten, 
weshalb denn auch die Arbeit als … nur mehr eingeschränkt möglich ist. 
Alle anderen (leichten) Tätigkeiten sind weiterhin zumutbar.

4.2.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 68'334.70 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 53'572.10 beträgt die Erwerbseinbusse 
Fr. 14'762.60. Dies entspricht einem rentenausschliessenden Invaliditäts-
grad von aufgerundet 22 % (zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 f. S. 123).

4.3 Die angefochtene Verfügung vom 2. März 2016 (act. II 63) erweist 
sich nach dem Gesagten als rechtens. Die Beschwerde ist unbegründet 
und abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Bei diesem Ausgang des 
Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdeführerin die Verfahrenskos-
ten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG); 
unter Vorbehalt der unentgeltlichen Rechtspflege.

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).

5.3 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2016, IV/16/331, Seite 20

gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Die Prozessarmut ist aufgrund der sozialhilferechtlichen Unterstützung 
ausgewiesen. Zudem kann das Verfahren nicht als von vornherein aus-
sichtslos bezeichnet werden. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
(beschränkt auf die Verfahrenskosten) ist demnach gutzuheissen. Somit ist 
die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss 
Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 
(Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272) – von der Zahlungspflicht betreffend 
die Verfahrenskosten zu befreien.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege, beschränkt auf die Ver-
fahrenskosten, wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2016, IV/16/331, Seite 21

5. Zu eröffnen (R):
-  B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.