# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d1434617-d541-5b3a-9eeb-593ed7647f07
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 16.09.2014 R 2014 7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2014-7_2014-09-16.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

R 14 7

5. Kammer 

bestehend aus

Präsident Meisser als Vorsitzender, Verwaltungsrichter Audétat 

und Vizepräsident Priuli, Aktuar ad hoc Decurtins

URTEIL
vom 16. September 2014

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Jon Andri Moder, 

Beschwerdeführer

gegen 

Gemeinde X._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Schnyder, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Baugesuch

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1. Am 16. Juni 2011 reichte A._____ ein Gesuch für den Bau eines Wohn-

hauses auf Parzelle Nr. 968 in Y._____ ein (1. Projektausschreibung). 

Aufgrund einer Einsprache gegen das publizierte Baugesuch wurde die 

Baute um 2.5 m gegen Norden verschoben, wobei das Projektände-

rungsgesuch vom 6. Oktober 2011 ebenfalls ausgeschrieben und öffent-

lich aufgelegt wurde (2. Projektausschreibung resp. 1. Projektänderung). 

Am 28. November 2011 erteilte der Gemeindevorstand der Gemeinde 

X._____ (nachfolgend Gemeinde) A._____ aufgrund der eingereichten 

Pläne die Baubewilligung und hielt unter anderem fest, dass die Bauaus-

führungen genau nach den mit Genehmigungsvermerk versehenen Plä-

nen zu erfolgen hätten und jegliche Änderung erneut bewilligungspflichtig 

sei.

2. Mit Schreiben vom 20. August 2013 verfügte die Gemeinde für das fragli-

che Wohnhaus einen sofortigen Baustopp und forderte die Bauherrschaft 

auf, innerhalb von 14 Tagen zu den bereits ausgeführten Arbeiten Stel-

lung zu nehmen. Anlässlich einer gleichentags durchgeführten Baukon-

trolle sei nämlich festgestellt worden, dass das im Bau stehende Wohn-

haus insofern nicht den genehmigten Plänen entspreche, als es eine un-

zulässige Dachform aufweise und die in Art. 14 BG statuierte maximal 

zulässige Dachneigung von 30° überschreite.

3. Nachdem trotz reger Korrespondenz zwischen der Bauherrschaft und der 

Gemeinde keine Einigung erzielt werden konnte, forderte die Gemeinde 

A._____ dazu auf, ein Projektänderungsgesuch einzureichen. Dieser Auf-

forderung kam A._____ nach und reichte am 8. Oktober 2013 ein Gesuch 

um Bewilligung der ausgeführten Dachkonstruktion ein (3. Projektaus-

schreibung resp. 2. Projektänderung). Dabei führte er aus, dass man 

nach wie vor der Überzeugung sei, die ausgeführte Dachkonstruktion sei 

so bewilligt worden und entspreche der Baugesucheingabe (Anmerkung: 

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vom 6. Oktober 2011). Das Nachtragsgesuch werde nun nur deshalb ein-

gereicht, weil dies seitens der Gemeinde so verlangt worden sei und weil 

ein Mitglied der Baukommission aufgezeigt habe, dass es konstruktiv für 

das Dach gemäss den Plänen der damaligen Baueingabe eine weitere 

Lösung gebe als die gewählte, nämlich ein verdrehtes Dach mit konkaver 

Dachform.

4. Mit Baubescheid vom 25., mitgeteilt am 27. November 2013, wies der 

Gemeindevorstand das Projektänderungsgesuch ab. Das Dach weise 

keine gemäss Art. 14 BG zugelassene Dachform auf, denn gemäss Art. 

14 Abs. 1 BG sei bei der Dachgestaltung auf die ortsüblichen Formen, Fa-

rben und Materialien Bezug zu nehmen und gemäss Abs. 2 dieser Be-

stimmung seien nur Giebel- und Walmdächer zulässig. Anstelle des be-

willigten windschiefen Satteldaches sei in der Projektänderung nun über 

die Diagonale ein Grat eingezogen worden, was einen Dachbruch zur 

Folge habe und im Ergebnis weder einem Giebel- oder Walmdach noch 

einer ortsüblichen Dachform entspreche. Zudem werde die in Art. 14 BG 

statuierte maximale Dachneigung von 30° überschritten.

5. Gegen diesen Baubescheid vom 25. November 2013 erhob A._____ 

(nachfolgend Beschwerdeführer) am 14. Januar 2014 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und beantragte die kosten-

fällige Aufhebung des Baubescheids. Bezüglich der Frage, ob die ausge-

führte Baute den bewilligten Plänen entspreche, führte der Beschwerde-

führer aus, dass sich sowohl die Baubehörde wie auch die Bauherrschaft 

von Anfang an bewusst gewesen seien, dass das Abdrehen des Daches 

im Vergleich zum Gebäudegrundriss zu einer Verzerrung des Daches füh-

re. Die geplante und erstellte Dachkonstruktion hebe diese Verzerrung 

durch einen diagonal über die Dachfläche verlaufenden Knick auf, 

während sich die Baubehörde auf den Standpunkte stelle, sie sei bei der 

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Bewilligungserteilung davon ausgegangen, dass die Verzerrung nicht 

durch einen Knick, sondern durch eine Wölbung des Daches aufgefangen 

werde. Eine Wölbung sei für die Bauherrschaft indes nie zur Diskussion 

gestanden, da man beabsichtigt habe, handelsübliche ebene, nicht ge-

wölbte Photovoltaikelemente zu verwenden. Darüber hinaus sei der Da-

chknick auch in architektonischer Hinsicht naheliegend. Im Unterschied 

zu den nun eingereichten Plänen sei der Dachknick in den beiden ur-

sprünglich bewilligten Fassadenplänen zwar nicht schattiert angedeutet 

worden. Es bestünden aber zahlreiche Hinweise, die auf eine ebene und 

nicht eine gewölbte Dachfläche schliessen liessen. So deute die Schraffur 

der Dachfläche auf den bewilligten Plänen keine Wölbung an und die 

Schnittlinie der beiden Kaminsäulen mit der Dachhaut sei gerade und 

nicht gewölbt gezeichnet. Demgegenüber bestünden keine Indizien, die 

den Schluss auf eine gewölbte Dachfläche zuliessen. Zudem sei Herr 

B._____, Mitglied der Baukommission, noch im Planungsstadium als Un-

ternehmer mit Architektenplänen bedient worden, aus denen der Dach-

knick eindeutig hervorgegangen sei. Dies zeuge davon, dass man sich 

seitens der Bauherrschaft sicher gewesen sei, nichts Bewilligungswidri-

ges zu erstellen. Die Meinungsdifferenzen bezüglich der Dachform wür-

den wohl auf einem Missverständnis beruhen, da die spezielle Dachform 

in den üblichen zweidimensionalen Baugesuchplänen nicht einfach dar-

stellbar sei. Das von ihm angebotene 3D-Modell habe die Gemeinde je-

doch abgelehnt.

In Bezug auf die Verweigerung der nachträglichen Baubewilligung hielt 

der Beschwerdeführer zunächst fest, dass dies – angesichts der Tatsa-

che, dass das umstrittene Dach genauso wie am 28. November 2011 be-

willigt gebaut worden sei – materiell einem Widerruf einer formell rechts-

kräftigen Baubewilligung gleichkomme, was vorliegend nicht zulässig sei. 

Die vorliegende Dachform könne sowohl als Satteldach (was ein Syn-

onym für ein Giebeldach darstelle) wie auch als Walmdach qualifiziert 

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werden; dem Baugesetz seien für die beiden erlaubten Dachformen je-

denfalls keine Definitionen zu entnehmen. Für die Einordnung der Dach-

form sei es überdies nicht erheblich, ob die Dachfläche plan oder wind-

schief sei. Durch den abgedrehten Dachgiebel, der mit Entscheid vom 28. 

November 2011 rechtskräftig bewilligt worden sei, entspreche das Dach 

in der Tat nicht den „üblichen“ Dachformen. Dass das Dach seine Ortsüb-

lichkeit verliere, wenn die Dachfläche nicht windschief (gebogen), sondern 

geknickt ausgeführt werde, sei jedoch nicht nachvollziehbar; wenn ein 

verdrehtes Dach mit windschiefen Dachflächen bewilligt werde, so müsse 

auch ein Dach mit einer diagonalen geknickten Dachfläche bewilligt wer-

den.

Bezüglich der Berechnung der Dachneigung machte der Beschwerdefüh-

rer schliesslich geltend, dass das Baugesetz diesbezüglich ebenfalls kei-

ne Definition enthalte. In aller Regel werde die Dachneigung in einem 90°-

Winkel zum Dachgiebel gemessen. Dieser Berechnungsmethode folgend 

würde das vorliegende Dach die maximal zulässige Dachneigung von 30° 

in keinem Punkt überschreiten. Eine Überschreitung ergebe sich nur 

dann, wenn der Schnittwinkel der Dachfläche mit einer Fassade gemes-

sen werde, was aufgrund des verdrehten Daches im vorliegenden Fall in-

des nicht angezeigt sei.

Obwohl die sich allenfalls stellende Frage der Wiederherstellung des 

rechtmässigen Zustands nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahren 

bilde, kündigte der Beschwerdeführer an, bei der Gemeinde in den nächs-

ten Tagen ein Gesuch um Erlass einer Duldungsverfügung zu stellen, 

damit ein allfälliges dagegen gerichtetes Beschwerdeverfahren mit dem 

vorliegenden Verfahren vereint werden könne. Ein solches Gesuch würde 

indes keinerlei Anerkennung eines unrechtmässigen Handelns bedeuten.

6. In ihrer Replik vom 24. Februar 2014 beantragte die Gemeinde (nachfol-

gend Beschwerdegegnerin) die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. 

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Dabei bestritt sie zu nächst die Behauptung des Beschwerdeführers, wo-

nach ihm mit der Baubewilligung vom 28. November 2011 die Bewilligung 

zur Erstellung eines abgeknickten Daches erteilt worden sei. Weder die 

ursprünglichen noch die im Rahmen der 1. Projektänderung (Abdrehen 

der Firstlage) eingereichten Baupläne hätten Hinweise enthalten, wonach 

nicht ein windschiefes, sondern ein abgeknicktes Dach hätte erstellt wer-

den sollen. Von einem Dachknick sei denn auch nie die Rede gewesen. 

Da der Knick in den Dachfassaden nicht dargestellt werde und auch kein 

Schnitt vorliege, der den Knick figürlich dargestellt und auf eine Änderung 

der Dachneigung hingedeutet hätte, fehle in den Plänen ein ganz wesent-

liches Konstruktionsmerkmal. Ein 3D-Modell sei lediglich im Rahmen der 

ursprünglichen Baueingabe (1. Projektausschreibung mit geradem Dach-

first) zur Debatte gestanden und damals angesichts der konventionellen 

Dachform als nicht notwendig erachtet worden. Dem Beschwerdeführer 

sei es selbstverständlich zu jedem Zeitpunkt unbenommen gewesen, 

dennoch ein solches einzureichen. Das am 8. Oktober 2013 eingereichte 

nachträgliche Baugesuch weiche in zwei wesentlichen Punkten von den 

ursprünglich bewilligten Plänen ab. Zum einen sei auf den Plänen der 

Ost- und der Westfassade der Dachknick auf beiden Dachseiten neu 

durch eine unterschiedliche Farbgebung gekennzeichnet, während die ur-

sprünglichen Pläne ausschliesslich eine durchgehend ungeknickte Dach-

fläche ausweisen würden. Zum anderen könne die konstruktive Art des 

Daches erst den nachträglich eingereichten Werkplänen entnommen 

werden. Der Architekt habe die Problematik der unterlassenen planmäs-

sigen Offenlegung der Dachform erkannt und der Beschwerdegegnerin 

gegenüber in einer E-Mail vom 9. September 2013 eingeräumt, dass er 

hinsichtlich der Dachform einen grossen Fehler begangen habe.

Hinsichtlich der Bewilligungsfähigkeit des Knickdachs im Rahmen des 

Projektänderungsgesuchs (3. Projektausschreibung resp. 2. Projektände-

rung) hielt die Beschwerdegegnerin fest, dass es sich dabei um eine Fra-

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ge der Ästhetik handle, bei welcher den kommunalen Baubehörden ein 

sehr weitgehender Ermessensspielraum zustehe. Ihr Bauberater sei der 

Meinung, dass es sich vorliegend weder um ein Giebel- noch um ein 

Walmdach, sondern eher um ein Pyramiden- oder Zeltdach handle und 

die Dachform damit Art. 14 Abs. 2 BG widerspreche. Ein Knickdach wie 

das vorliegende sei nicht ortsüblich; etwas Vergleichbares existiere in der 

Gemeinde nicht. Zudem habe eine genaue Messung ergeben, dass die 

Dachneigung im unteren abgeknickten Teil – bei einer maximal zulässi-

gen Dachschräge von 32° (recte wohl: 30°) – 32.25° betrage und damit 

klar rechtswidrig sei. Die Berechnungsmethode des Beschwerdeführers 

sei nicht nachvollziehbar.

7. Am 7. April 2014 hielt der Beschwerdeführer replicando an seinen Anträ-

gen fest. Die Dachform mit der abgedrehten Firstlage sei von Anfang an 

vorgesehen gewesen. Die Forderung nach einem windschiefen resp. ge-

wölbten Dach sei jedoch zu keinem Zeitpunkt gestellt worden. Wenn ein 

solches geplant gewesen wäre, hätte sich dieses im Schnitt der gewölb-

ten Dachfläche mit der Fassade oder mit den Kaminen abzeichnen müs-

sen, was jedoch nicht zutreffe. Das erstellte Dach entspreche genau den 

genehmigten Plänen; die Beschwerdegegnerin habe bis heute keinen 

konkreten Verstoss gegen die bewilligten Pläne benennen können. Die im 

Zusammenhang mit dem abgelehnten Baugesuch vom 8. Oktober 2013 

eingereichten Pläne würden – abgesehen von der Schattierung der Dach-

flächen – nicht von den ursprünglich bewilligten Plänen abweichen. Eben-

so wenig die nachträglich eingereichten Werkpläne, welche aber auch gar 

nicht Bestandteil des Baugesuchs gewesen seien, da diese wie üblich 

erst nach Erteilung der Baubewilligung ausgefertigt worden seien. Über-

dies würden diese mit den ursprünglich eingereichten Grundriss- und An-

sichtsplänen übereinstimmen.

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Die Qualifizierung der Dachform durch den Bauberater der Beschwerde-

gegnerin als Zelt- oder Pyramidendach sei falsch. Vielmehr handle es 

sich vorliegend um ein Satteldach mit gedrehtem First und/oder eine 

Sonderform des Walmdachs, was beides mit dem kommunalen Bauge-

setz vereinbar sei. Bezüglich der Dachneigung präzisierte der Beschwer-

deführer die seiner Ansicht nach anzuwendende Messweise der Dach-

neigung, welche gemäss gebräuchlicher Sprachregelung dem Gefälle ei-

ner Dachfläche entspreche und sich gemäss Wikipedia aus der Dachhöhe 

(= senkrechte Entfernung vom Dachfirst zur Dachtraufe) und dem 

Grundmass des Dachfirstes (= waagerechte Entfernung vom Dachfirst zur 

Dachtraufe) ergebe. So gemessen würden die flacheren Dachteile eine 

Neigung von 20.3° und die steileren eine Neigung von 28.5° aufweisen. 

Insgesamt betrachtet sei das geknickte Dach weder steiler noch flacher 

als das gewölbte. Der Architekt habe nicht im Zusammenhang mit der 

Dachform von einem schrecklichen Fehler gesprochen, sondern in Bezug 

auf den Umstand, dass er mit der Baukommission nicht das Gespräch 

gesucht habe, nachdem die Ausführungspläne fertig gewesen seien. Ob 

der abgedrehte First als ortsüblich bezeichnet werden könne, sei nicht 

Gegenstand des vorliegenden Verfahrens, da dieser rechtskräftig bewilligt 

worden sei. Es könne lediglich noch darum gehen, ob eine flache (ge-

knickte) Dachfläche weniger ortsüblich sei als eine gewölbte, wobei es für 

die Bejahung dieser Frage keine sachlich vertretbaren Argumente gäbe.

Mittlerweile habe er bei der Gemeinde – ohne Anerkennung des Vorwurfs 

der Rechtswidrigkeit der ausgeführten Baute – wie angekündigt ein Ge-

such um Erlass einer Duldungsverfügung eingereicht. Sollte das Gericht 

die Beschwerde wider Erwarten abweisen, wäre zur Vermeidung eines 

weiteren Rechtsstreits eine Grundsatzüberlegung des Gerichts zu diesem 

Thema allenfalls hilfreich.

Mit seiner Replik reichte der Beschwerdeführer zur Veranschaulichung 

der beiden zur Diskussion stehenden Dachformen zwei handgefertigte 

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Modelle ein. Anhand dieser Modelle werde klar, dass sich die windschiefe 

und die realisierte geknickte Dachform nur leicht voneinander unterschei-

den würden und dass der Charakter des Daches nicht durch die Form der 

Dachflächen, sondern durch den abgedrehten Giebel entstehe.

8. In ihrer Duplik vom 30. Mai 2014 hielt auch die Beschwerdegegnerin an 

ihren Anträgen fest. Der Dachknick gehe nicht aus den genehmigten Plä-

nen hervor und sei deshalb am 28. November 2011 auch nicht bewilligt 

worden. Wenn der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin hätte 

kommunizieren wollen, dass ein Knickdach vorgesehen sei, so hätte er 

dies etwa durch Einlage von korrekten Plänen – wie im Projektände-

rungsgesuch vom 8. Oktober 2013 schliesslich vorgenommen – oder mit-

tels explizitem Vermerk „abgeknickte Dachfläche“ tun können. Der Archi-

tekt habe es verpasst, den Umstand, dass ein abgeknicktes Dach vorge-

sehen sei, den zuständigen Stellen der Beschwerdegegnerin zu melden. 

Aus seiner E-Mail vom 9. September 2013 ergebe sich, dass er sich sei-

nes Fehlers bewusst gewesen sei. Wenig plausibel sei aber, dass er das 

Knickdachproblem erst nach der Baueingabe beim Erstellen der Aus-

führungspläne erkannt haben wolle. Wenn dies zutreffend wäre, müsste 

davon ausgegangen werden, dass zum Zeitpunkt der Bewilligung vom 

28. November 2011 nicht nur die Beschwerdegegnerin, sondern auch der 

Beschwerdeführer einen Dachknick noch gar nicht in Betracht gezogen 

habe.

Bezüglich Qualifizierung der Dachform bemerkte die Beschwerdegegne-

rin, dass die genaue Bezeichnung letztlich irrelevant sei. Es sei nämlich 

klar, dass die vorliegende Dachform weder „auf die ortsüblichen Formen“ 

Bezug nehme (Art. 14 Abs. 1 BG) noch als „Giebel- oder Walmdach“ (Art. 

14 Abs. 2 BG) bezeichnet werden könne. Die Neigung einer Fläche wer-

de immer im Verhältnis zu einer waagrechten Ebene bestimmt und sei 

nicht von verschiedenen Messverfahren abhängig. Der Winkel ergebe 

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sich räumlich durch den Schnitt der Dach- und Horizontalebene mit einer 

auf der Schnittgeraden senkrechten Ebene. Dabei müsse die Dachnei-

gung für jede Dachfläche separat festgelegt werden, da diese sowohl ge-

stalterisch wie auch im Hinblick auf den Wasser- oder Schneeabfluss 

massgeblich sei. Die Messmethode des Beschwerdeführers funktioniere 

hingegen nur bei simplen Giebeldächern, wo der Giebel in der gleichen 

Ebene wie die Dachtraufe und parallel zu dieser stehe, da die Steilheit 

dort auf der ganzen Dachfläche die gleiche sei. Dies sei aber vorliegend 

nicht der Fall und es bestünden pro Dachseite zwei Dachneigungen. 

Schliesslich merkte die Beschwerdegegnerin an, dass die Ausführungen 

des Beschwerdeführers zur Frage der Wiederherstellung des rechtmäs-

sigen Zustands vorliegend nicht relevant seien.

9. Am 15. September 2014 führte das Verwaltungsgericht (V. Kammer) ei-

nen Augenschein durch, an welchem auf Seiten des Beschwerdeführers 

der Beschwerdeführer selbst, dessen Anwalt (RA lic. iur. Jon Andri Mo-

der), der Architekt und ein Bauherrenberater sowie dessen Praktikant an-

wesend waren. Die Beschwerdegegnerin wurde durch deren Rechtsver-

treterin (RA lic. iur. Rita Marugg) sowie zwei Mitglieder der Baukommissi-

on vertreten. Den Anwesenden wurde dabei anlässlich eines Rundgangs 

um das fragliche Gebäude Gelegenheit geboten, sich an Ort und Stelle 

auch noch mündlich zu den aufgeworfenen Fragen zu äussern. Seitens 

des Gerichts wurden aus verschiedenen Perspektiven fünf Farbfotos des 

Gebäudes erstellt und dem Augenscheinprotokoll angefügt.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und 

im angefochtenen Baubescheid sowie auf die im Recht liegenden Be-

weismittel und das Ergebnis des Augenscheins wird, soweit erforderlich, 

in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der 

angefochtene Baubescheid der Beschwerdegegnerin vom 25. November 

2013, mit welchem diese das Projektänderungsgesuch des Beschwerde-

führers vom 8. Oktober 2013 abgelehnt hat. Auf die frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde ist einzutreten. Streitig und zu prüfen ist 

zunächst, ob das realisierte Dach der ursprünglichen Baubewilligung vom 

28. November 2011 entspricht. Wenn dies nicht der Fall sein sollte, stellt 

sich die Frage, ob die Beschwerdegegnerin das nachträgliche Projektän-

derungsgesuch des Beschwerdeführers bezüglich des bereits erstellten 

Daches mangels Bewilligungsfähigkeit zu Recht abgelehnt hat.

2. a) Am 20. August 2013 erliess die Beschwerdegegnerin für das fragliche 

Wohnhaus einen sofortigen Baustopp (vgl. beschwerdeführerische Akten 

[Bf-act.] 2), da sie anlässlich einer Baukontrolle festgestellt hatte, dass 

das im Bau stehende Wohnhaus nicht den mit Genehmigungsvermerk 

versehenen Plänen entsprach. Auch wenn diese Verfügung vom Be-

schwerdeführer nicht angefochten wurde und damit nicht Gegenstand des 

vorliegenden Verfahrens bildet, ist die Vereinbarkeit der erstellten Baute 

mit den am 28. November 2011 bewilligten Plänen gleichwohl zu prüfen. 

Würde das erstellte Dach nämlich den bewilligten Plänen entsprechen, so 

würde die vorliegend zu beurteilende Ablehnung des Projektänderungs-

gesuchs einem Widerruf einer formell rechtskräftigen Baubewilligung 

gleichkommen. Was dies in Bezug auf das vorliegende Verfahren für 

Konsequenzen hätte, kann angesichts der nachfolgenden Erwägungen 

indes offen bleiben.

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b) Folglich ist zunächst zu prüfen, ob die erstellte Baute resp. die entspre-

chenden Pläne des abgewiesenen Projektänderungsgesuchs vom 8. Ok-

tober 2013 (3. Projektausschreibung) mit den im Rahmen der Baubewilli-

gung vom 28. November 2011 (2. Projektausschreibung) genehmigten 

Plänen übereinstimmen. Da es somit nicht um den Vergleich der Pläne 

der 1. und der 2. Ausschreibung geht, ist es nicht von Belang, dass die 

Beschwerdegegnerin zu Unrecht behauptet, das Projekt gemäss der 1. 

Ausschreibung habe noch ein konventionelles Dach vorgesehen (vgl. die 

Ausführungen des Beschwerdeführers in seiner Replik S. 1 sowie Bf-act. 

5a/b). Zudem ist festzuhalten, dass am 28. November 2011 nicht ein dia-

gonaler, sondern ein abgedrehter First bewilligt worden ist. Ein diagonaler 

First würde zwei diagonal gegenüberliegende Dachecken miteinander 

verbinden, was vorliegend offensichtlich nicht der Fall ist (vgl. die bewillig-

ten Grundrisspläne in beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 7). Richtig 

ist indes die Behauptung des Beschwerdeführers, dass das Abdrehen des 

Firsts angesichts der rechtskräftigen Baubewilligung vom 28. November 

2011 im vorliegenden Verfahren nicht mehr in Frage gestellt werden 

kann. Dies tut die Beschwerdegegnerin aber auch gar nicht – sie bean-

standet vielmehr, dass das Dach entgegen den bewilligten Plänen auf 

beiden Seiten mit diagonal verlaufenden Knicken erstellt worden ist.

c) Der Beschwerdeführer behauptet, dass zwischen den am 8. Oktober 

2013 eingereichten Plänen, welche die tatsächlich realisierte Dachform 

wiedergeben, und den ursprünglich bewilligten Plänen bis auf die Schat-

tierung der Dachflächen keine Unterschiede bestehen würden. Diese Be-

hauptung ist indes klar aktenwidrig. Am einfachsten lässt sich dies nach-

vollziehen, wenn man den Schnittplan B-B der bewilligten Pläne (vgl. Bg-

act. 5) mit dem Schnitt B „Werkplan 1:30“ des Projektänderungsgesuchs 

vom 8. Oktober 2013 vergleicht. Während der bewilligte Schnittplan B-B 

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zwei ebene, plane Dachhälften zeigt, ergibt sich aus dem Werkplan der 

Knick in beiden Dachhälften.

d) Auch wenn der Beschwerdeführer selbst einräumt, dass der Dachknick in 

den Fassadenplänen des ursprünglichen Baugesuchs nicht schattiert 

dargestellt worden sei, behauptet er, dass er das umstrittene Dach genau 

so gebaut habe, wie es am 28. November 2011 bewilligt worden sei. Er 

sei nämlich der Überzeugung, dass ein diagonal geknicktes Dach bewilligt 

worden sei. So gäbe es zahlreiche Hinweise, die auf eine ebene und nicht 

auf eine gewölbte Dachfläche schliessen liessen (Schraffur der Dach-

fläche deute keine Wölbung an, Schnittlinie der beiden Kaminsäulen mit 

der Dachhaut sei gerade gezeichnet, Verwendung von herkömmlichen 

ebenen Photovoltaikelementen würde ein planes Dach bedingen), 

während keine Indizien bestünden, die den Schluss auf eine gewölbte 

Dachfläche zulassen würden (vgl. Beschwerde S. 6 f.). Zudem bestreitet 

der Beschwerdeführer, dass im Rahmen der Projektausschreibung sei-

tens der Gemeinde von einem windschiefen Dach gesprochen worden 

sei. So würden sich weder in den Korrespondenzen vor der Bewilligungs-

erteilung noch in der Bewilligung selbst entsprechende Hinweise finden 

lassen. Demgegenüber stellt sich die Beschwerdegegnerin auf den 

Standpunkt, sie sei stets von einem windschiefen Dach ausgegangen. 

Aus den eingereichten Plänen seien weder ein Dachknick noch Hinweise 

auf eine entsprechende Absicht des Beschwerdeführers hervorgegangen, 

weshalb in den Plänen ein ganz wesentliches Konstruktionsmerkmal feh-

le. Überdies sei im Vorfeld der Bewilligung nie von einem Dachknick die 

Rede gewesen.

e) Offenbar sind sich beide Parteien schon im Vorfeld der Bewilligungsertei-

lung durchaus bewusst gewesen, dass sie es beim vorliegenden Baupro-

jekt aufgrund des abgedrehten Firsts mit einer speziellen Dachkonstrukti-

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on zu tun haben. Während sich der Beschwerdeführer von Beginn weg 

ein geknicktes Dach vorgestellt hat, ist die Beschwerdegegnerin offenbar 

von einem windschiefen Dach mit – geometrisch bedingt – leicht konkav 

gewölbten Dachflächen ausgegangen. Da keine der Parteien nachzuwei-

sen vermag, dass im Laufe des Bewilligungsverfahrens von der einen 

oder von der anderen Dachform die Rede gewesen ist, kann aus den di-

vergierenden Vorstellungen resp. Absichten der Parteien nichts abgeleitet 

werden. Klar ist, dass aus den mit der Baubewilligung vom 28. November 

2011 genehmigten Plänen kein Dachknick hervorgeht. Wie die Be-

schwerdegegnerin unter Verweis auf Art. 42 Abs. 1 KRG (recte: KRVO 

[Raumplanungsverordnung für den Kanton Graubünden; BR 801.110]) zu 

Recht bemerkt, müssen aus einem Baugesuch resp. den entsprechenden 

Unterlagen alle wesentlichen Konstruktionsmerkmale hervorgehen, damit 

sich die Baubehörde ein umfassendes und vollständiges Bild der projek-

tierten Baute machen kann. Der realisierte Dachknick geht aus den bewil-

ligten Plänen – weder direkt noch in Form von irgendwelchen Hinweisen – 

nicht hervor, weshalb ein wesentliches Konstruktionsmerkmal fehlt. Damit 

stellt sich die Beschwerdegegnerin zu Recht auf den Standpunkt, dass 

das realisierte Dach mit den diagonalen Knicken nie bewilligt worden ist. 

Es ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin gestützt auf 

diese Pläne und unter Beizug eines Beraters von einem windschiefen 

Dach mit einer leicht konkaven Wölbung ausgegangen ist. Mangels ent-

sprechender Kennzeichnungen in den Plänen musste sie weder von ei-

nem abgeknickten Dach ausgehen noch war es ihre Aufgabe, trotz den 

klaren Plänen nach allfälligen anderweitigen Absichten des Beschwerde-

führers zu forschen. Vielmehr wäre es Sache des Beschwerdeführers 

gewesen, seine Vorstellungen in Bezug auf das abgeknickte Dach auf 

den Plänen klar zum Ausdruck zu bringen. Dies umso mehr, als er sich 

bewusst gewesen ist, dass das Dach seit der 1. Projektausschreibung zu 

einigen Diskussionen Anlass gegeben hat und dass dessen spezielle 

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Form anhand der üblichen zweidimensionalen Baugesuchsplänen nicht 

einfach vorstellbar ist. Wie sich aus seinen im Rahmen des Projektände-

rungsgesuchs vom 8. Oktober 2013 eingereichten Plänen ergibt, wäre es 

sehr wohl möglich gewesen, den Dachknick in den Plänen unmissver-

ständlich darzustellen.

f) In Bezug auf die fehlende Darstellung des Dachknicks in den Plänen wirft 

der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin vor, diese habe es in 

Verletzung von Art. 44 Abs. 2 KRG (recte: KRVO) unterlassen, das Bau-

gesuch umgehend nach dessen Eingang auf Vollständigkeit zu überprü-

fen und gegebenenfalls eine Vervollständigung oder Verbesserung zu 

verlangen. Aus diesem Grund habe er davon ausgehen dürfen, dass das 

Baugesuch vollständig sei. Dazu ist festzuhalten, dass das Baugesuch 

vom 6. Oktober 2011 vor dem Hintergrund von Art. 73 des Baugesetzes 

der Gemeinde X._____ vom 16. Juni 2006 (BG) nicht unvollständig ge-

wesen ist, sondern schlicht eine andere als die nun realisierte Dachform 

beinhaltet hat. Dass es der Beschwerdeführer unterlassen hat, den (von 

ihm offenbar von Beginn weg) beabsichtigen Dachknick in den im Rah-

men des Bewilligungsverfahrens eingereichten Plänen darzustellen, ist 

einzig und allein ihm selbst zuzuschreiben. Er vermag auch aus den Tat-

sachen, dass die Erstellung eines 3D-Modells seitens der Beschwerde-

gegnerin offenbar abgelehnt und dass Baukommissionsmitglied B._____ 

im Planungsstadium mit Architektenplänen bedient worden ist, nichts zu 

seinen Gunsten abzuleiten. Entgegen seiner Auffassung geht es nicht 

darum, dass die Beschwerdegegnerin die Verantwortung für die Missver-

ständnisse und die damit zusammenhängenden Unannehmlichkeiten auf 

ihn abzuwälzen versucht. Von Beginn weg hat es nämlich in seiner Ver-

antwortung als Bauherr gelegen, positiv und unmissverständlich darzule-

gen, welche Dachkonstruktion er beabsichtigt und von der Beschwerde-

gegnerin bewilligt haben möchte. Wie sich aus den im Rahmen des Pro-

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jektänderungsgesuchs eingereichten Plänen ergibt, wäre dies durchaus 

möglich gewesen. In diese Richtung ist auch die E-Mail des Architekten 

an die Beschwerdegegnerin vom 9. September 2013, in welchem sich 

dieser in Bezug auf die Dachform in aller Form für einen grossen Fehler 

seinerseits entschuldigt, zu verstehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die-

ser das Problem mit dem Knickdach – wie in der erwähnten E-Mail ange-

deutet – erst beim Erstellen der Ausführungspläne erkannt hat oder nicht. 

Fakt ist, dass die diagonal über beide Dachhälften verlaufenden Knicke 

aus den am 28. November 2011 genehmigten Plänen nicht hervorgehen 

und damit auch nicht bewilligt worden sind. Damit ist klar, dass das vor-

liegend zu beurteilende Dach nicht wie am 28. November 2011 bewilligt 

realisiert worden ist.

3. a) Um zu beurteilen, ob die Beschwerdegegnerin die Projektänderung des 

Beschwerdeführers mit dem angefochtenen Baubescheid vom 25. No-

vember 2013 zu Recht abgelehnt hat, ist die Bewilligungsfähigkeit der re-

alisierten Dachkonstruktion mit den über beide Dachhälften diagonal ver-

laufenden Knicken zu prüfen. Dabei ist insbesondere Art. 14 des kommu-

nalen Baugesetzes (BG) heranzuziehen, gemäss welchem bei der Dach-

gestaltung auf die ortsüblichen Formen, Farben und Materialien Bezug zu 

nehmen ist (Abs. 1) und nur Giebel- und Walmdächer mit einer Neigung 

von 25 % (14°) bis 58 % (30°) zulässig sind (Abs. 2).

b) Die Beschwerdegegnerin hat die Projektänderung unter anderem deshalb 

abgelehnt, weil die zu beurteilende Dachkonstruktion nicht einem ortsübli-

chen Dach entspreche. Insofern ist Art. 14 Abs. 1 BG im Zusammenhang 

mit der positiven Ästhetikklausel von Art. 73 Abs. 1 des Raumplanungs-

gesetzes für den Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100) zu lesen. Diese 

verlangt, dass Siedlungen, Bauten und Anlagen so zu gestalten und ein-

zuordnen sind, dass mit der Umgebung und der Landschaft eine gute Ge-

- 17 -

samtwirkung entsteht. Die Gemeinden haben das durch Art. 73 Abs. 1 

KRG eingeräumte Ermessen pflichtgemäss auszuüben und neben dem 

Rechtsgleichheitsgebot, dem Verhältnismässigkeitsprinzip und der Pflicht 

zur Wahrung des öffentlichen Interesses insbesondere auch den Sinn und 

Zweck der gesetzlichen Ordnung – nämlich eine gute Gesamtwirkung und 

keine Anbiederung ans Alte – zu beachten. Dennoch kommt den Ge-

meinden nach konstanter Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts bei 

der Auslegung von Ästhetikfragen resp. bei der Prüfung der Frage der 

Eingliederung von Bauten in eine bestehende Umgebung ein geschützter 

Beurteilungs- und Ermessensspielraum zu, in welchen das Gericht nur 

eingreift, wenn die Gemeinde diesen Spielraum missbraucht oder über-

schritten hat (vgl. statt vieler Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden [VGU] R 14 1 vom 20. Mai 2014 E.3a; R 13 192 vom 27. 

März 2014 E.3b; R 12 104 vom 19. März 2013 E.2a; R 12 22 vom 10. Juli 

2012 E.2c; R 11 109 vom 27. März 2012 E.1; R 11 68/70 vom 13. März 

2012 E.5; R 07 114 vom 29. Januar 2008 E.1).

c) Während gemäss Art. 14 Abs. 1 BG bei der Dachgestaltung auf die orts-

üblichen Formen, Farben und Materialien Bezug zu nehmen ist, sind Bau-

ten gemäss Art. 73 Abs. 1 KRG nach den Regeln der Baukunst so zu ge-

stalten und einzuordnen, dass mit der Umgebung und der Landschaft ei-

ne gute Gesamtwirkung entsteht. Die beiden Bestimmungen sind folglich 

miteinander vergleichbar und es kann nicht gesagt werden, dass die 

kommunale Vorschrift im Verhältnis zur kantonalen strenger i.S.v. Art. 107 

Abs. 2 KRG sei. Damit kommt der kommunalen Vorschrift keine selbstän-

dige Bedeutung zu und Art. 73 Abs. 1 KRG ist gestützt auf Art. 107 Abs. 2 

Ziff. 5 KRG unmittelbar anwendbar.

d) Die bestehenden Gebäude in der Gemeinde zeichnen sich durch simple 

Dachstrukturen sowie durch eine generell einfache Bauweise aus. Auch 

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wenn bei manchen Dächern infolge zeitlich gestaffelter Bautätigkeit am 

gleichen Objekt gewisse „Verschachtelungen“ zu beobachten sind, so be-

steht stets eine Unterteilung der Dächer in klar getrennte Ebenen. Inso-

fern mutet das vorliegend zu beurteilende Dach mit dem diagonalen Knick 

und den verschiedenen Dachebenen im Verhältnis zu seiner Umgebung 

nahezu futuristisch an. Der Beschwerdeführer merkt zu Recht an, dass 

das Abdrehen des Dachfirsts für die fehlende Ortsüblichkeit der Dachform 

nicht relevant sein kann, da dies rechtskräftig bewilligt worden ist. Wie die 

Beschwerdegegnerin anlässlich des Augenscheins zum Ausdruck ge-

bracht hat, entspricht das vom Beschwerdeführer ins Recht gelegte „Mo-

dell windschiefe Dachform“ nicht ihren Vorstellungen. So stellt das Modell 

eine stark ausgeprägte konvexe Wölbung dar, während die Beschwerde-

gegnerin gestützt auf die bewilligten Pläne von einem windschiefen Dach 

mit einer geometrisch bedingten, leicht konkaven Wölbung ausgegangen 

ist. Es ist damit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ei-

nen über beide Dachhälften diagonal verlaufenden Knick bezüglich der 

Ortsüblichkeit anders beurteilt als eine mit einem windschiefen Dach ein-

hergehende und kaum wahrnehmbare leicht konkave Wölbung. Jeden-

falls kann – insbesondere aufgrund der aus dem Augenschein vom 

15. September 2014 gewonnenen Erkenntnissen des Gerichts – nicht ge-

sagt werden, dass die Beschwerdegegnerin im Lichte der Art. 73 Abs. 1 

KRG und Art. 14 Abs. 1 BG bei der Ablehnung des Projektänderungsge-

suchs den ihr zustehenden Ermessensspielraum überschritten hätte. 

Folglich ist das zu beurteilende Dach schon mangels Ortsüblichkeit der 

Form als nicht bewilligungsfähig zu qualifizieren.

e) Art. 14 Abs. 2 BG hält ausdrücklich fest, dass in der fraglichen Wohnzone 

nur Giebel- und Walmdächer zulässig sind. Bezüglich der Qualifizierung 

der realisierten Dachform sind sich die Parteien nicht einig. Während der 

Beschwerdeführer die Auffassung vertritt, dass das Dach trotz des diago-

- 19 -

nal verlaufenden Knicks als Giebel- oder Walmdach (resp. als entspre-

chende Sonderform) zu qualifizieren sei, betrachtet die Beschwerdegeg-

nerin die vorliegende Dachform als weder der einen noch der anderen Art 

zugehörig. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass sich 

die vom kantonalen Recht eingeräumte Gemeindeautonomie (vgl. dazu 

vorstehend Erwägung 3b) nicht nur auf die Rechtssetzung, sondern auch 

auf die Rechtsanwendung und -auslegung bezieht, wenn die anwendbare 

Bestimmung dem selbständigen Gemeinderecht angehört. Das Verwal-

tungsgericht hat sich dann bei der Anwendung und Auslegung solcher 

Normen Zurückhaltung aufzuerlegen, wenn ein Zweifelsfall vorliegt, die 

Auslegung schwierig ist oder in besonderem Masse örtliche Verhältnisse 

zu würdigen sind. Die Kognition des Verwaltungsgerichtes beschränkt 

sich damit praktisch auf Willkür, d.h. es kann nur dann eingreifen, wenn 

sich der gestützt auf autonomes Gemeinderecht erlassene Entscheid als 

sachlich unvertretbar erweist oder gegen allgemeine Rechtsgrundsätze 

verstösst. Das Gericht hat insbesondere dann keinen Anlass einzugreifen, 

wenn sich die Gemeinde bei der Anwendung und Auslegung ihres auto-

nomen Rechts an den klaren Wortlaut einer Bestimmung hält (vgl. statt 

vieler VGU R 13 187 vom 4. Februar 2014 E.4c; R 10 80 vom 15. Februar 

2011 E.2b; R 10 50 vom 6. Juli 2010 E.1; R 09 14 vom 23. Juni 2009 

E.1). Die vor dem Hintergrund von Art. 14 Abs. 2 BG (als selbständig an-

wendbare Norm des Gemeinderechts) vorzunehmende Qualifizierung der 

vorliegenden Dachform fällt in den Bereich der Gemeindeautonomie und 

liegt im Ermessen der Beschwerdegegnerin. Da die Auslegung in Erman-

gelung einer gesetzlichen Definition schwierig ist und in Anbetracht der 

speziellen Dachkonstruktion und der allgemeingebräuchlichen Definitio-

nen ohne weiteres von einem Zweifelsfall gesprochen werden kann, hat 

sich das Verwaltungsgericht bei der Überprüfung des Ermessensent-

scheids, wie soeben dargelegt, in Zurückhaltung zu üben. Die Auffassung 

der Beschwerdegegnerin, wonach die zu beurteilende Dachkonstruktion 

- 20 -

weder der einen noch der anderen zulässigen Dachform entspricht, ist 

sachlich vertretbar und vor dem Hintergrund der vorstehenden Aus-

führungen nicht zu beanstanden. Dies umso mehr, als mit Art. 14 Abs. 2 

BG eine gewisse Einheitlichkeit der Dachformen bezweckt werden soll. 

Damit ist die realisierte Dachform auch deshalb nicht bewilligungsfähig, 

weil das Dach keine gemäss Art. 14 Abs. 2 BG zugelassene Dachform 

aufweist.

f) Unmissverständlich und nicht auslegungsbedürftig ist Art. 14 Abs. 2 BG 

indes in Bezug auf die maximal zulässige Dachneigung. Die Behauptung 

des Beschwerdeführers, wonach die Dachneigung überall unter den er-

laubten 30° liege, ist nicht nachvollziehbar. Es trifft zwar zu, dass die 

Messweise für die Dachneigung im kommunalen Baugesetz nicht um-

schrieben wird und dass die vom Beschwerdeführer propagierte Berech-

nungsmethode (vgl. dazu Replik S. 7 sowie Replik Bf-act. 9 und 10) bei 

simplen Giebeldächern, wo die Steilheit auf der ganzen Dachfläche die 

gleiche ist, funktionieren mag. In seiner Argumentation verkennt der Be-

schwerdeführer jedoch, dass der abgedrehte Giebel beim vorliegend zu 

beurteilenden Dach nicht in der gleichen Ebene wie die Traufe und nicht 

parallel zu dieser liegt und dass es infolge des Knicks pro Dachseite zwei 

Dachneigungen gibt. Sowohl aus gestalterischen Gründen als auch im 

Hinblick auf den Wasser- oder Schneeabfluss erscheint es als Selbstver-

ständlichkeit, dass die Dachneigung für jede Dachfläche separat festzule-

gen ist. Folglich ist die maximal zulässige Dachneigung von 30° in jedem 

Teil des Daches einzuhalten. Wie sich aus den Akten ergibt, beträgt die 

Dachneigung im jeweils unteren, steileren Teil des geknickten Daches 

32,25° (vgl. Mail samt Anhang des Architekten vom 19. September 2013 

u.a. an die Gemeinde in den beschwerdegegnerischen Akten). Da damit 

die maximal zulässige Dachneigung gemäss Art. 14 Abs. 2 BG überschrit-

- 21 -

ten wird, ist das realisierte Dach auch aus diesem Grunde nicht bewilli-

gungsfähig.

4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das realisierte Dach der Bau-

bewilligung vom 28. November 2011 nicht entspricht. Da es der Be-

schwerdeführer im Rahmen der Gesuchseinreichung versäumt hat, die 

auf beiden Dachseiten diagonal verlaufenden Knicke auf den entspre-

chenden Plänen zu vermerken oder der Beschwerdegegnerin anderweitig 

anzuzeigen, können diese damals auch nicht bewilligt worden sein. Zu-

dem ist die realisierte Dachkonstruktion mangels Vereinbarkeit mit den 

kantonalen und kommunalen Bauvorschriften nicht bewilligungsfähig, da 

sie weder einer zulässigen noch einer ortsüblichen Dachform entspricht 

und die maximal zulässige Dachneigung überschreitet. Damit hat die Be-

schwerdegegnerin das Projektänderungsgesuch vom 8. Oktober 2013 mit 

dem angefochtenen Baubescheid vom 25. November 2013 zu Recht ab-

gelehnt, weshalb die vorliegende Beschwerde abzuweisen ist.

5. Entgegen dem Begehren des Beschwerdeführers (vgl. Beschwerde S. 9 

sowie Replik S. 8) erachtet es das Gericht als nicht opportun, sich schon 

im Rahmen des vorliegenden Entscheids zu einer allfälligen Wiederher-

stellung des rechtmässigen Zustands im Sinne von Art. 94 KRG zu äus-

sern, da diesbezüglich weder ein vorinstanzlicher Entscheid noch eine 

Beschwerde vorliegt.

6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten des vorliegenden 

Beschwerdeverfahrens gemäss Art. 73 Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) zu Lasten des unterliegen-

den Beschwerdeführers. Da die Beschwerdegegnerin lediglich in ihrem 

amtlichen Wirkungskreis obsiegt hat, wird ihr gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG 

keine Parteientschädigung zugesprochen.

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Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 3‘000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 428.--

zusammen Fr. 3'428.--

gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung die-

ses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, 

zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]