# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e123fa9e-68ce-568e-93e6-76e5521058f2
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 17.11.2015 U 2014 48
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2014-48_2015-11-17.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 14 48

5. Kammer 

Vorsitz Audétat
RichterIn Meisser, Moser Stecher und Racioppi, 

Aktuarin ad hoc Allemann

URTEIL

vom 17. November 2015

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ und B._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Remo Cavegn, 

Beschwerdeführer

gegen 

Regierung des Kantons Graubünden, 

vertreten durch das Bau-, Verkehrs- und Forstdepartement Graubünden, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Strassenrecht / Kantonsstrasse

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1. Die C._____-strasse ist Teil der Ost-/Westachse des schweizerischen 

Hauptstrassennetzes. Als Durchgangsstrasse dient sie unter anderem der 

Erschliessung der D._____. Bei der Gemeinde O.1._____ entspricht sie 

den heutigen Anforderungen nicht mehr. So ist der Innerortsbereich stel-

lenweise sehr eng und unübersichtlich, dass ein Kreuzen von Postautos 

oder Lastwagen mit Personenwagen nur erschwert möglich ist. In einem 

schlechten Zustand sind die E.____-brücke und die Unterführung "Haus 

F._____". Schliesslich kommt hinzu, dass die Einfahrt in die C._____-

strasse beim Anschluss O.2._____ in Richtung O.3._____ heute nur unter 

Benutzung der Gegenfahrbahn möglich ist.

2. Die geplante Strassenkorrektion sieht daher in der Gemeinde zwischen 

Kilometer 18.50 und Kilometer 18.70 eine leicht angepasste Linien-

führung, eine Verbreiterung der Strasse sowie ein talseitiger Gehweg von 

der dortigen Postautohaltestelle bis hin zum Projektende vor. Die 

E._____-brücke und die Unterführung "Haus F._____" werden ersetzt und 

der Anschluss O.2._____ neu gestaltet. Dessen neue Geometrie soll ins-

besondere für die Verkehrsteilnehmenden in Richtung O.3._____ eine 

deutliche Verbesserung bringen. Der Umbau des Anschlusses O.2._____ 

bedingt eine Anpassung der kantonalen Verbindungsstrasse Via G._____ 

(O.2._____erstrasse) auf einer Strecke von rund 40 m sowie der im Ei-

gentum der Gemeinde stehenden Via H._____ auf einer Strecke von rund 

50 m.

3. Das Strassenprojekt lag vom 18. März bis zum 18. April 2013 in der Ge-

meinde öffentlich zur Einsicht auf. Gleichzeitig wurde das Projekt am 

14. März 2013 im Kantonsamtsblatt Graubünden publiziert und durch die 

Gemeinde im "fegl ufficial D._____", auf der eigenen Homepage und im 

kommunalen Anschlagkasten bekannt gegeben. Weiter wurden die Unter-

lagen des Projekts den kantonalen Amtsstellen und interessierten Kreisen 

zur Stellungnahme zugestellt. Innert Frist gingen zahlreiche Vernehmlas-

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sungen und Einsprachen ein, darunter zwei von A._____ und B._____ 

vom 16. bzw. 18. April 2014.

4. Mit Entscheid vom 20. Mai 2014, mitgeteilt am 3. Juni 2014, hiess die 

Regierung des Kantons Graubünden das Auflageprojekt für die Korrektion 

der C._____-strasse, O.1._____ innerorts, Kilometer 18.50 bis Kilometer 

18.70 unter Auflagen und spezialrechtlichen Bewilligungen gut. Gleichzei-

tig hiess die Regierung die Einwendungen in der früheren Einsprache von 

A._____ und B._____ vom 16. April 2014 hinsichtlich Lärmschutz und 

Einfriedung des Vorgartens gut, trat auf die beantragten Verkehrsberuhi-

gungsmassnahmen nicht ein und überwies die Einsprache hinsichtlich der 

geforderten Entschädigung für Erträge, Umtriebe und Landabtretung so-

wie der geforderten Gartenumgestaltung an das Tiefbauamt Graubünden, 

Sektion Landerwerb. Die übrigen Einwände wurden abgewiesen. Die Ein-

sprache vom 18. April 2014 wurde hinsichtlich Entschädigung für die mit 

dem Projekt einhergehende Landabtretung an das Tiefbauamt, Sektion 

Landerwerb, überwiesen; nicht eingetreten wurde auf die Vorbringen bez. 

Richtplan und Gestaltungsplan; die übrigen Anträge wurden abgewiesen.

5. Dagegen erhoben A._____ und B._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) 

am 30. Juni 2014 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden. Sie beantragten die Aufhebung des angefochtenen Regie-

rungsbeschlusses und die Verweigerung der Genehmigung des Auflage-

projekts für die Korrektion der C._____-strasse, O.1._____ innerorts, Ki-

lometer 18.50 bis Kilometer 18.70, dargestellt in den Plänen Nr. 

19.4670.001 bis und mit 19.4670.010, soweit davon die Parzellen Nr. 841 

und 150 der Beschwerdeführer betroffen seien. Die Korrektion der 

C._____-strasse sei innerorts so zu redimensionieren, dass die Parzelle 

Nr. 841 inklusive Vorgarten sowie die Parzelle Nr. 150 durch das Projekt 

nicht tangiert würden und der historische Strassenverlauf gewahrt werde. 

Die Beschwerdeführer beantragten im Weiteren die Durchführung eines 

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Augenscheins. Die Rechtsbegehren wurden im Wesentlichen damit be-

gründet, dass das Strassenprojekt hinsichtlich der geplanten Beanspru-

chung der Parzellen Nr. 841 und 150 zu Unrecht genehmigt worden sei. 

Die Regierung habe die sich gegenüberstehenden öffentlichen und priva-

ten Interessen unvollständig und rechtsfehlerhaft zu Gunsten des Projekts 

abgewogen. Weil es ohne Weiteres möglich wäre, ein Projekt auszuarbei-

ten, welches die Parzellen Nr. 841 und 150 mehr schonen würde, seien 

die Eingriffe insbesondere hinsichtlich der Zufahrt von der Via G._____ 

auf den Vorplatz unverhältnismässig. 

6. Die Regierung beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 12./14. August 

2014 die Abweisung der Beschwerde. Das umstrittene Strassenprojekt er-

fülle sämtliche Voraussetzungen für die geplante Enteignung der im Ei-

gentum der Beschwerdeführer stehenden Parzellen. Die Beschränkung 

der durch die Eigentumsgarantie geschützten Rechte halte vor der Eigen-

tumsgarantie stand und sei verfassungskonform. Auch sei eine angemes-

sene Rücksichtnahme der Interessen am Erhalt des bisherigen Zustandes 

erfolgt. Was das in der Beschwerde angesprochene Projekt "Umfahrung 

O.1._____" betreffe, so habe die Regierung das Kantonale Tiefbauamt 

lediglich beauftragt, eine Machbarkeitsstudie vorzunehmen; ein im lau-

fenden Strassenbauprogramm aufgenommenes Projekt liege nicht vor; 

ein allfälliger Baubeginn liege somit in weiter Ferne.

7. In der Replik vom 5. September 2014 vertieften die Beschwerdeführer 

ihren Standpunkt und beantragten die Einholung einer schriftlichen Aus-

kunft der Denkmalpflege Graubünden sowie des ASTRA zur Situation vor 

der Liegenschaft Nr. 48 der Beschwerdeführer. Am 8. September 2014 

reichten die Beschwerdeführer Ausschnitte aus historischen Karten ein, 

woraus sich der historische Verlauf der Via G._____ und das Vorhanden-

sein von Substanz auf der ganzen Länge ergebe, insbesondere von der 

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Brücke zum Engnis zwischen den Häusern 48 und 49 und weiter bis zur 

Kirche.

8. Am 29. Oktober 2014 reichte die Regierung ihre Duplik ein, in welcher sie 

auf die Argumentation in der Replik antwortete und ihren eigenen Stand-

punkt vertiefte.

9. Am 16. November 2015 führte das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden im Beisein der Parteien und ihrer Rechtsvertreter vor Ort ei-

nen Augenschein durch. Allen Anwesenden wurde dabei an verschiede-

nen Standorten im Bereich der im Auflageprojekt vorgesehenen Linien-

führung die Gelegenheit geboten, sich auch noch mündlich zu den auf-

geworfenen Fragen zu äussern. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie 

auf den angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nach-

stehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Anfechtungsobjekt ist der Projektgenehmigungsbeschluss vom 

20. Mai/3. Juni 2014 (RB Nr. 542), mit welchem die Regierung des Kan-

tons Graubünden das Auflageprojekt für die Strassenkorrektion der 

C._____-strasse, O.1._____ innerorts, Kilometer 18.50 bis Kilometer 

18.70, mit Auflagen und spezialgesetzlichen Bewilligungen genehmigt 

und gleichzeitig die dagegen von den Beschwerdeführern eingereichte 

Einsprachen teilweise guthiess, soweit darauf einzutreten sei. 

b) Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. d des Gesetzes über die Verwaltungsrechts-

pflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht des Kantons 

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Graubünden Beschwerde gegen Entscheide der Regierung über öffent-

lichrechtliche Streitigkeiten, soweit diese nicht nach kantonalem oder eid-

genössischem Recht endgültig sind. Der vorliegend angefochtene Ent-

scheid ist weder endgültig noch kann er bei einer anderen Instanz ange-

fochten werden, weshalb er ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Ver-

fahren vor dem Verwaltungsgericht darstellt. Die Beschwerdeführer sind 

als Adressaten des angefochtenen Entscheids besonders berührt und 

deshalb zur Beschwerde legitimiert (Art. 50 VRG). Auf die im Übrigen 

frist- und formgereicht eingereichte Beschwerde ist daher einzutreten.

c) Bezüglich der beantragten schriftlichen Auskunft der Denkmalpflege 

Graubünden und des Bundesamtes für Strasse (ASTRA) ist festzuhalten, 

dass sich beide bereits im Einspracheverfahren geäussert haben. Die 

einzigen neuen Elemente im vorliegenden Verfahren sind die historischen 

Kartenausschnitte, welche historische Bausubstanz insbesondere von der 

Brücke zum Engnis zwischen den Häusern 48 und 49 und weiter bis zur 

Kirche aufzeigen. Was von der Strassenkorrektion aus gesehen nach 

dem Engnis ist, in diesem Verfahren nicht von Bedeutung. Relevant sind 

lediglich der Verlauf und die Substanz vor dem Engnis. Dazu haben die 

beiden Amtsstellen bereits ausführlich Stellung bezogen. Das ASTRA hat 

dabei ausdrücklich auf die "Inventarkarte des Bundesinventars" verwie-

sen, welches diese ersten 30 m der Via G._____ als Teil mit vorhandener 

Substanz bezeichne. Das ASTRA erwog dann aber was folgt:
"Sowohl die Geländekarte als auch die Situation vor Ort weisen für den betroffenen Ab-

schnitt jedoch keine vorhandene besondere Wegsubstanz mehr nach. Die Klassierung 

"historischer Verlauf mit Substanz" des Bundesinventars rührt von der noch ansatzweise 

ablesbaren ehemaligen Linienführung zwischen I._____-strasse und den beiden Gebäu-

den beim Gasthaus Post her. Ein weiteres Substanzelement findet sich in Form eines 

Mauerstücks östlich des Gebäudes Nr. 48".

Das ASTRA kommt letztlich zum Schluss, dass die ehemalige Linien-

führung der C._____-strasse durch die sukzessive Aufweitung der Ver-

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zweigung Kantonsstrasse/Via G._____ im Laufe der Zeit bereits über-

prägt und nur noch schwach ablesbar sei; zudem würden erhaltenswerte 

bauliche Substanzelemente fehlen. Vor diesem Hintergrund ist nicht er-

sichtlich, was die beantragte schriftliche Auskunft noch für zusätzliche Er-

kenntnisse bringen könnte. 

2. Gegenstand der vorliegenden Beschwerde ist nicht die geplante Korrekti-

on der C._____-strasse als Ganzes, sondern nur insoweit, als durch die 

Anpassung der Via G._____ die Parzellen Nr. 841 und 150 betroffen sind. 

Die Beschwerdeführer beantragen, das Projekt so zu redimensionieren, 

dass die Parzelle Nr. 841 inklusive Vorgarten sowie die Parzelle Nr. 150 

durch das Projekt nicht tangiert werden und der historische Strassenver-

lauf gewahrt wird. Die Beschwerdeführer rügen, dass sich die Regierung 

durch die Inanspruchnahme von 118 m2 Land, welches in ihrem Eigentum 

steht, rechtswidrig verhält und neben Art. 26 der Bundesverfassung der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) auch die Art. 15 und 

43 des Strassengesetzes des Kantons Graubünden (StrG; BR 807.100) 

verletzte.

3. Gemäss Art. 15 Abs. 1 StrG sind Kantonsstrassen nach den jeweiligen 

Erkenntnissen der Bau- und Verkehrstechnik und unter Beachtung der zu 

erwartenden Nutzung, mit guter Einordnung in die bauliche und land-

schaftliche Umgebung, möglichst umweltschonend sowie wirtschaftlich zu 

projektieren und zu bauen. Nach Art. 43 Abs. 2 StrG ist bei der Projektie-

rung sowie beim Bau und Unterhalt der Kantonsstrassen namentlich für 

die Erschliessung auf die Interessen der anstossenden Grundstücke an-

gemessen Rücksicht zu nehmen. Sowohl der geltend gemachte Eingriff in 

die Eigentumsgarantie nach Art. 26 BV als auch die Anwendung von 

Art. 15 und 43 StrG erfordern eine Interessenabwägung. Es erscheint 

deshalb gerechtfertigt – anstelle einer separaten Abwägung – Art. 15 und 

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43 StrG in die Güterabwägung betreffend Eigentumsgarantie miteinzube-

ziehen. 

4. Ein staatlicher Eingriff, der zur Beschränkung von durch die Eigentumsga-

rantie oder durch eine andere gesetzliche Bestimmung geschützte Rechte 

führt, ist mit der Bestandesgarantie vereinbar, wenn die unter Art. 36 

Abs. 1 bis 3 BV formulierten Voraussetzungen kumulativ erfüllt sind. Er-

forderlich sind eine genügende gesetzliche Grundlage, ein überwiegen-

des öffentliches Interesse sowie die Wahrung des Grundsatzes der Ver-

hältnismässigkeit. Das Vorhandensein einer genügenden gesetzlichen 

Grundlage ist vorliegend unbestritten. Folglich bleibt zu prüfen, ob die 

Einschränkung der Bestandesgarantie durch ein öffentliches Interesse ge-

rechtfertigt und verhältnismässig ist. 

5. a) Die Beschwerdeführer sind der Ansicht, die Regierung habe sich im ange-

fochtenen Entscheid einzig am öffentlichen Interesse an der Verkehrssi-

cherheit orientiert, nicht aber die gewichtigen Interessen am Heimat- und 

Ortsbildschutz berücksichtigt. Im Übrigen bestehe kein öffentliches Inter-

esse an der Verbreiterung der Via G._____ im Bereich der 100 m2 der Pa-

rzelle Nr. 841. 

Die Regierung macht hauptsächlich das öffentliche Interesse an der Ver-

kehrssicherheit geltend, welches eine Verbesserung des Anschlusses der 

Via G._____ an die Kantonsstrasse gebiete. Das öffentliche Interesse an 

der Notwendigkeit eines neuen Anschlusses werde von den Beschwerde-

führern auch nicht in Frage gestellt, sondern einzig die Eignung der kon-

kret gewählten Massnahme. Mit den öffentlichen Interessen in Bezug auf 

den Heimat- und Ortsbildschutz habe sich die Regierung im angefochte-

nen Entscheid bereits eingehend befasst. 

b) Unter den Prüfpunkt "Öffentliches Interesse" fallen insbesondere polizeili-

che und planerische Interessen (vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemei-

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nes Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 544 ff.). Zum 

einen besteht ein öffentliches Interesse an der Verbesserung der Ver-

kehrssicherheit. Der heutige Anschluss weist in Bezug auf die Verkehrssi-

cherheit Defizite auf, was auch von den Beschwerdeführern nicht bestrit-

ten wird. Zum anderen fallen auch planerische Interessen ins Gewicht, 

sodass insgesamt gesagt werden kann, dass die geplanten staatlichen 

Eingriffe gegenüber den Beschwerdeführern grundsätzlich im öffentlichen 

Interesse liegen. Wenn die Beschwerdeführer das öffentliche Interesse an 

der Verbreiterung der Via G._____ verneinen, stellen sie eher die Ver-

hältnismässigkeit der gewählten Massnahme in Frage. Auch die Berück-

sichtigung der von den Beschwerdeführern ebenfalls geltend gemachten 

weiteren öffentlichen Interessen des Heimat- und Ortsbildschutzes sind 

unter dem Prüfpunkt "Verhältnismässigkeit" zu berücksichtigen, und zwar 

dort unter dem Aspekt der Erforderlichkeit, allenfalls auch unter dem As-

pekt der Eignung. 

6. Im Folgenden ist zu prüfen, ob das vorliegend strittige Projekt "Strassen-

korrektion O.1._____ innerorts" verhältnismässig ist. Der Grundsatz der 

Verhältnismässigkeit umfasst gemäss Lehre und Rechtsprechung die drei 

Elemente Eignung, Erforderlichkeit und Zumutbarkeit. Diese müssen ku-

mulativ gegeben sein. 

7. a) Die Beschwerdeführer stellen die Eignung der geplanten Strassenkorrek-

tion im Bereich der Einmündung der Via G._____ in die Kantonsstrasse 

insofern in Frage, als durch den Landerwerb gar keine verbesserte Über-

sicht auf der Via G._____ geschaffen werde; vielmehr entstehe vor den 

Häusern Nr. 48 und 49 eine Doppelkurve, welche den Verkehrsteilneh-

mern die heute vorhandene Sicht beim Nadelöhr nehme. 

Die Regierung hält dem entgegen, dass die neue Geometrie des An-

schlusses die Übersicht für den von der Via G._____ in die Hauptstrasse 

einmündenden Verkehr verbessere, insbesondere für Verkehrsteilneh-

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mer, welche in Richtung O.3._____ fahren würden. Diese müssten für das 

Einbiegen künftig nicht mehr die Gegenfahrbahn in Anspruch nehmen. 

Was die Doppelkurve betreffe, führe dies bei den beiden Häusern ledig-

lich zu einer geringfügigen Reduktion der Sichtweite. Es führe aber nicht 

zu einer Verringerung der Verkehrssicherheit, da die neue Strassengeo-

metrie auch den Verkehrsfluss verlangsame. Demgegenüber verleite die 

heutige Verkehrslage die Kurve zu schneiden und fast ungebremst auf 

den Engpass zu fahren. 

b) Beim Kriterium der Eignung ist danach zu fragen, ob eine konkrete Mass-

nahme zur Erreichung des angestrebten Ziels tauglich ist. Ungeeignet er-

scheint eine Massnahme erst dann, wenn diese am Ziel geradezu vor-

beischiesst bzw. sie keinerlei Wirkungen im Hinblick auf den angestrebten 

Zweck entfaltet (WIEDERKEHR/RICHLI, Praxis des allgemeinen Verwal-

tungsrechts, Band I, Bern 2012, Rz.1778). Mit der Frage nach der Eig-

nung einer Massnahme soll lediglich sichergestellt werden, dass eine 

zweckkonforme Wirkung erzielt wird, mithin die Massnahme nicht gänz-

lich wirkungslos oder im Ergebnis gar kontraproduktiv ist. Praxisgemäss 

genügt dabei eine Teileignung (vgl. MÜLLER, Verhältnismässigkeit − Ge-

danken zu einem Zauberwürfel, Bern 2013, S. 29).

c) Die Umgestaltung des Anschlusses der Via G._____ an die Kantons-

strasse ist zweifellos geeignet, das angestrebte Ziel der Erhöhung der 

Verkehrssicherheit zu erreichen. So liegt es auf der Hand, dass ein 

rechtwinkliger Anschluss mit vollständiger Sicht auf beide Strassenrich-

tungen bezüglich Übersicht und damit auch bezüglich Sicherheit der heu-

tigen spitzwinkligen Einfahrt deutlich überlegen ist. In etwas abge-

schwächter Form gilt dasselbe für die Doppelkurve vor dem Engnis der 

Häuser Nr. 48 und 49: Auch hier wird – entsprechend den Ausführungen 

der Regierung – keine Verschlechterung der Verkehrssicherheit verur-

sacht; vielmehr werden als Folge der Verlangsamung des Verkehrsflus-

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ses die Verkehrsteilnehmer zu grösserer Aufmerksamkeit gezwungen. 

Gefährliche Fahrmanöver unter Inanspruchnahme der Gegenfahrbahn 

zwecks besserer Sicht durch das Engnis werden damit unterbunden. 

Folglich ist die Eignung der geplanten Massnahme in Bezug auf die Ein-

mündung der Via G._____ in die Kantonsstrasse gegeben.

8. a) Die Beschwerdeführer bringen vor, dass das Projekt der Umgestaltung 

der Einmündung von der Via G._____ in die C._____-strasse gar nicht er-

forderlich sei. Es sei keine Unfallhäufigkeit festgestellt worden. Ausser-

dem sei der Verkehr auf der Via G._____ nicht derart stark, dass die ge-

plante Trompetenartige Einmündung erforderlich wäre. Die meisten Ver-

kehrsteilnehmer welche von O.2._____ in Richtung O.3._____ und umge-

kehrt fahren, würden ohnehin die Via da O.3._____ befahren und nicht 

die Via G._____. Der Ausbau der Strasse führe sogar zu Mehrverkehr. 

Ausserdem habe sich die Regierung gemäss Pressemitteilung grundsätz-

lich bereit erklärt, für die Umfahrung der Gemeinde ein Auflageprojekt 

auszuarbeiten, welches eventuell in das Strassenbauprogramm 2017-

2020 aufgenommen werden könnte; damit wäre dann der geplante Ein-

griff an der Via G._____ nicht mehr erforderlich. Im Übrigen könne die 

Verkehrssicherheit auch mit anderen, weniger einschneidenden Mass-

nahmen erreicht werden, z.B. mit Geschwindigkeits-Signaltafeln, Ampeln 

oder Blechpolizisten. Wenn die Brücke in die Gestaltung des Anschlusses 

einbezogen würde, könnte die geplante Doppelkurve entfallen. Die Regie-

rung habe diese mildere Massnahme gar nicht in Betracht gezogen. 

Die Regierung hält den Vorwürfen der Beschwerdeführer entgegen, dass 

die angestrebte Verbesserung der Verkehrssicherheit nur durch die Ver-

grösserung des Kurvenradius der Via G._____ bei der Einmündung in die 

Kantonsstrasse zu Lasten der Parzelle Nr. 841 erreicht werden könne. 

Eine Reduktion der zulässigen Höchstgeschwindigkeit (heute: 50 km/h) 

sei aufgrund der örtlichen Gegebenheiten bzw. der gesetzlichen Anforde-

rungen nicht möglich, zumal eine technische Lösung machbar sei. Die Si-

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cherheitsdefizite des Anschlusses würden zudem dadurch nicht behoben. 

Dasselbe gelte für die stärkere Überwachung des Verkehrs mittels Radar-

Anlagen. Ein Lichtsignal komme nicht in Frage, weil damit der Verkehrs-

fluss auf der stark befahrenen Hauptstrasse zu stark beeinträchtigt würde 

und es auf dem ganzen Kantonsgebiet keine mit Lichtsignal gesteuerte 

Einmündungen von Nebenstrassen in Hauptstrassen gebe bei derart un-

terschiedlichem Verkehrsaufkommen. Eine Verbreiterung der E._____-

brücke würde für die in Richtung O.3._____ einbiegenden Fahrzeuge kei-

nerlei Nutzen bringen; vielmehr müsste eine Verschiebung bzw. eine Ver-

breiterung der Hauptstrasse auf mehreren Metern entlang der Parzelle. 

Nr. 69, 825, 820 und 819 erfolgen, was zu einer Beeinträchtigung der Un-

terführung, von Gebäuden, Parkplätzen und der Postautohaltestelle 

führen würde. In Bezug auf die fehlende Unfallhäufigkeit und der befürch-

teten Verkehrszunahme verweist die Regierung auf den angefochtenen 

Entscheid. Dort wird festgehalten, dass aus einer geringen Unfallhäufig-

keit (zwei Unfälle in fünf Jahren) nicht darauf geschlossen werden könne, 

es handle sich nicht um eine Gefahrenstelle. Die Tatsache alleine, dass 

die Einfahrt von der Via G._____ auf die Kantonsstrasse in Richtung 

O.3._____ nur unter Inanspruchnahme der Gegenfahrbahn möglich sei, 

belege deren Gefährlichkeit. Zudem habe sich einer der beiden erfassten 

Unfälle zwischen den Liegenschaften Nr. 48 und Nr. 49 ereignet, mithin in 

einem Bereich, welcher durch die Neugestaltung des Anschlusses mitbe-

troffen sei. Mit Mehrverkehr nach Umgestaltung des Anschlusses sei 

deshalb nicht zu rechnen, weil keine neuen Gebiete erschlossen würden. 

In Bezug auf eine mögliche Umfahrung der Gemeinde präzisiert die Re-

gierung, dass derzeit deren Machbarkeit im Rahmen einer Studie geprüft 

werde; je nach Ausgang dieser Studie werde die Regierung das Tiefbau-

amt beauftragen, ein Auflageprojekt auszuarbeiten, allerdings frühestens 

im Rahmen des bis zum Jahr 2020 geltenden Strassenbauprogrammes. 

Bis zu einer allfälligen Eröffnung einer Umfahrungsstrecke dürften damit 

noch viele Jahre vergehen.

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b) Die Erforderlichkeit einer Massnahme ist gegeben, wenn mit keiner glei-

chermassen geeigneten aber milderen Massnahme der angestrebte Er-

folg ebenso herbeigeführt werden könnte. Die Massnahme darf folglich in 

sachlicher, räumlicher, zeitlicher und personeller Hinsicht nicht über das 

Notwendige hinausgehen (vgl. WIEDERKEHR/RICHLI, a.a.O., Rz. 1793).

c) Die von den Beschwerdeführern aufgeführten milderen Massnahmen, wie 

Geschwindigkeitsreduktion, Aufstellen von Radar-Anlagen oder Lichtsi-

gnal, kommen vorliegend nicht in Frage. Das eigentliche Problem – die 

notwendige Beanspruchung der Gegenfahrbahn und die schlechten 

Sichtverhältnisse infolge ungenügender Geometrie – würde durch eine 

Geschwindigkeitsreduktion oder die Radar-Anlagen nicht behoben. Auch 

das Lichtsignal würde aufgrund des unterschiedlich starken Verkehrsflus-

ses zu nicht gerechtfertigten Nachteilen (vermehrte Wartezeiten) im Ver-

kehrsfluss auf der Kantonsstrasse führen. Anlässlich des Augenscheins 

vom 16. November 2015 hat sich zudem gezeigt, dass die E._____-

brücke nicht ohne Weiteres, wie von den Beschwerdeführer vorgebracht, 

weiter hangaufwärts gebaut werden kann: Aufgrund des Gefälles müsste 

nämlich das Strassenniveau entsprechend angehoben werden, damit das 

Brückenprofil nicht verkleinert würde. Eine Verkleinerung würde nämlich, 

wie sich am Augenschein zeigte, die bereits heute eher knappe Hoch-

wassersicherheit der Brücke zusätzlich einschränken und ist deshalb zu 

vermeiden. Im Übrigen müsste man dadurch die C._____-strasse in die-

sem Bereich neu verlegen, was einerseits zu Mehrkosten und anderer-

seits zu Enteignungen bei anderen Eigentümern führen würde. Zudem 

würde mit der beantragten Verlegung der Platz fehlen für die Postautohal-

testelle westlich der Brücke. Die Verschiebung der E._____-brücke stellt 

daher keineswegs eine mildere Massnahme dar. 

Eine weitere Massnahme, die weder von den Beschwerdeführern vorge-

bracht noch von der Beschwerdegegnerin geprüft wurde, ist ein Rechts-

abbiegeverbot aus der Via G._____ in Richtung O.3._____. Aufgrund der 

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Gegebenheiten kommt das Gericht aber zum Schluss, dass ein solches 

Verbot nicht geeignet wäre um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Um in 

Richtung O.3._____ zu gelangen, müsste man über die Gemeindestrasse 

nordöstlich der Kirche in die Hauptstrasse einbiegen. Die Geschwindig-

keitsbegrenzung der Hauptstrasse bei dieser Einfahrt beträgt 80 km/h, 

was der Verkehrssicherheit nicht förderlich ist. Die Strasse ist überdies 

schmal und für LKW nicht geeignet. Würde man bei der Via G._____ ein 

Rechtsabbiegeverbot vorsehen, wäre eine Verbreiterung dieser Strasse 

wohl unumgänglich, was wiederum mit Enteignungen verbunden wäre. 

Ausserdem befindet sich die Strasse im Eigentum der Gemeinde, sodass 

der Kanton die Strasse vorgängig auch noch erwerben müsste. Hinzu 

kommt, dass der Zugang zu dieser Strasse schon im Dorf für Fahrzeuge, 

welche aus Richtung O.2._____ herkommen, bereits für normale Perso-

nenwagen aufgrund des engen Kurvenradius beim Einbiegen in die er-

wähnte Gemeindestrasse ein Problem darstellt. Grössere Fahrzeuge 

könnten das Abbiegemanöver nicht bewältigen und eine Verbreiterung 

der Strassenkreuzung wäre aufgrund der vorhandenen historischen Bau-

ten ausgeschlossen. Vor diesem Hintergrund erscheint ein solches 

Rechtsabbiegeverbot aus der Via G._____ nicht eine geeignetere Mass-

nahme zu sein. Nicht nachvollziehbar ist zudem das Argument der Be-

schwerdeführer, dass die Neugestaltung des Anschlusses zu Mehrver-

kehr führen würde. Umgekehrt gilt es zu berücksichtigen, dass bei der 

absehbaren Sperrung oder Teilsperrung der Via da O.3._____, welche 

sich – wovon das Verwaltungsgericht im Anschluss an den Augenschein 

selber überzeugt hat – in einem sanierungsbedürftigen Zustand befindet, 

für eine gewisse Zeit zu einem nicht unerheblichen Mehrverkehr über die 

Via G._____ führen wird, mit zahlreichen zusätzlichen Fahrten in Rich-

tung O.3._____; die Neugestaltung der umstrittenen Einmündung wird 

somit auch für diese Phase zur Verkehrssicherheit beitragen. Zusammen-

fassend lässt sich festhalten, dass vorliegend keine gleichermassen ge-

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eignete aber mildere Massnahme zur Erhöhung der Verssicherheit führt. 

Die Erforderlichkeit ist daher zu bejahen. 

9. a) Betreffend Zumutbarkeit machen die Beschwerdeführer geltend, dass die 

an der Via G._____ geplante Strassenkorrektion das historische Ortsbild 

– also ein öffentliches Interesse – beeinträchtige. Gerügt wird, dass die 

Vorinstanz keine gesamthafte Würdigung, wie sie Art. 15 StrG vorschrei-

be, vorgenommen habe. Ebenso wenig sei das private Interesse der Be-

schwerdeführer am uneingeschränkten Erhalt ihres Eigentums berück-

sichtigt worden, namentlich in Bezug auf den heute für sich und die Miet-

wohnung zur Verfügung stehenden Vorplatz mit der Einfahrt. Eine ge-

samthafte Güterabwägung hätte dazu führen müssen, dass die öffentli-

chen Interessen an den historischen Verkehrswegen, am Orts- und Hei-

matschutz sowie das private Interesse der Beschwerdeführer am Erhalt 

auch des Vorplatzes bzw. des Vorgartens auf Parzelle Nr. 841 weit höher 

zu gewichten seien als das öffentliche Interesse an der angestrebten ver-

besserten Übersicht der Verbindungsstrasse. In Bezug auf den Vorplatz 

rügen die Beschwerdeführer noch, dass in E.8.6.2 des angefochtenen 

Entscheides vom 20. Mai/3. Juni 2014 lediglich das Nichtvorliegen einer 

Bewilligung für die Abstellfläche festgestellt wurde, woraus dann der 

Schluss gezogen wurde, es seien somit gar keine Rechte des Beschwer-

deführer betroffen. 

Die Regierung ist der Ansicht, dass sie sämtliche in den Einspracheschrif-

ten geltend gemachten Interessen umfassend gewürdigt habe. Wenn die-

se Interessen je einzeln betrachtet im Vergleich zum öffentlichen Interes-

se an einer verkehrssicheren Strasse untergeordnet seien, führe das in 

einer Gesamtwürdigung nicht zu einem anderen Ergebnis. Der angestreb-

te Zweck stehe immer noch in einem vernünftigen Verhältnis zu den Be-

lastungen, die den Privaten auferlegt würden. Ein öffentliches Interesse 

am historischen Verkehrsweg sei äusserst gering und werde von den Be-

schwerdeführern auch nicht näher begründet. Die Regierung könne sich 

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für diese Einschätzung auf die Aussage des zuständigen Fachverantwort-

lichen Historische Verkehrswege des ASTRA berufen, welcher festhielt, 

dass die ehemalige Linienführung der alten C._____-strasse durch die 

sukzessive Aufweitung der Verzweigung Kantonsstrasse/Via G._____ be-

reits überprägt und nur noch ansatzweise ablesbar sei. Auch in Bezug auf 

das öffentliche Interesse am Orts- und Heimatschutz, welches hier rele-

vant ist aufgrund der Tatsache, dass das Gasthaus zur Post (Haus 

Nr. 48) aufgeführt ist, sei die Regierung korrekterweise zum Schluss ge-

kommen, dass die geplante Strassenkorrektion weder das erhaltenswerte 

Gebäude noch seine pfortenartige Wirkung mit der Nachbarliegenschaft 

beeinträchtige. Nachdem die kantonale Denkmalpflege bezüglich des ge-

planten Eingriffs am Vorgarten keine Einwände vorbrachte, habe man 

korrekterweise das Interesse der Beschwerdeführer am vollständigen Er-

halt des Vorgartens geringer gewichtet als das öffentliche Interesse an ei-

nem verkehrssicheren Einmündungsbereich. Die von den Beschwerde-

führern geltend gemachte Beeinträchtigung des Vorplatzes bestehe nur 

während der Bauphase. Die temporäre Beanspruchung von anstossen-

den Grundstücken sei bei Strassenausbauten i.d.R. unausweichlich; dafür 

könne im Landerwerbsverfahren eine Entschädigung verlangt werden. 

Die Grösse des Vorplatzes bleibe nach Abschluss der Bauarbeiten un-

verändert. Es sei deshalb nur zu prüfen, ob die vorübergehende Bean-

spruchung des Vorplatzes verhältnismässig sei. Dem von den Beschwer-

deführern geltend gemachten wohlerworbenen Recht an der Nutzung des 

Vorplatzes als Parkplatz und der Zufahrt dazu stehe Art. 48 Abs. 2 StrG 

entgegen, wonach eine Anpassung und Beseitigung von unter altem 

Recht erstellten Anlagen verlangt werden könne, sofern die Verkehrssi-

cherheit dies erfordere. Die Beschwerdeführer könnten also aus einem 

lange bestehenden, geduldeten Zustand keinen Rechtsanspruch ableiten. 

Selbst aber wenn die Eigentumsgarantie angerufen werden dürfte, könnte 

diese gegebenenfalls eingeschränkt werden. Der Vorplatz der Beschwer-

deführer sei nicht bewilligt und angesichts der geringen Übersicht für aus-

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fahrende Fahrzeuge auch nicht ohne weiteres bewilligungsfähig. Das pri-

vate Interesse der Beschwerdeführer am Erhalt und der uneingeschränk-

ten Nutzung des Vorplatzes sei klar geringer zu gewichten als das Inter-

esse der Öffentlichkeit an einem verkehrssicheren Anschluss O.2._____. 

Die vorübergehende Beanspruchung sei auf jeden Fall verhältnismässig. 

Schliesslich sei auch das von den Beschwerdeführern erwähnte aber 

nicht näher begründete private Interesse am vollständigen Erhalt des 

Vorgartens auf Parzelle Nr. 841 umfassend gewürdigt worden.

b) Eine Massnahme ist zumutbar, wenn sie ein vernünftiges Verhältnis zwi-

schen dem angestrebten Ziel und dem Eingriff wahrt, den sie für den be-

troffenen Privaten bewirkt. Es ist deshalb eine wertende Abwägung vor-

zunehmen, welche im konkreten Fall das öffentliche Interesse an der 

Massnahme und die durch ihre Wirkungen beeinträchtigten privaten In-

teressen der Betroffenen miteinander vergleicht. Die Massnahme muss 

durch ein das private Interesse überwiegendes öffentliches Interesse ge-

rechtfertigt sein. Nur in diesem Fall ist sie den Privaten zumutbar (HÄFE-

LIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 614 f.). 

c) Entgegen der Behauptungen der Beschwerdeführer hat die Regierung die 

Interessenabwägung sorgfältig vorgenommen und auch ausführlich be-

gründet. Der Argumentation der Regierung ist beizupflichten. Die Be-

schränkung der durch die Eigentumsgarantie geschützten Rechte ist im 

vorliegenden Fall zumutbar. Insbesondere ist nicht ersichtlich, wie man 

bei einer stärkeren Gewichtung aller untersuchten öffentlichen Interessen 

bei einer Gesamtabwägung zu einer gegenteiligen Gewichtung kommen 

könnte. Wenn bei sämtlichen geltend gemachten Interessenabwägungen 

das private Interesse unterliegt, so unterliegt es eben auch in der Ge-

samtbetrachtung. Vor diesem Hintergrund ist es zwar korrekt, dass die 

Regierung nicht explizit eine Gesamtbetrachtung vorgenommen hat, doch 

vermag diese Tatsache am Endergebnis nichts zu ändern. 

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10. a) Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass ein ausreichendes 

öffentliches Interesse an der Strassenkorrektion O.1._____ innerorts be-

steht. Im Weiteren ist die Strassenkorrektion geeignet und erforderlich um 

das angestrebte Ziel zu erreichen. Auch sind die damit einhergehenden 

Einschränkungen den Beschwerdeführern zumutbar, weshalb der ange-

fochtene Genehmigungsbeschluss zu schützen ist. Die dagegen erhobe-

ne Beschwerde erweist sich dementsprechend als unbegründet und ist 

daher abzuweisen. 

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten gestützt 

auf Art. 73 Abs. 1 VRG unter solidarischer Haftung zu Lasten der Be-

schwerdeführer. Eine Staatsgebühr in der Höhe von Fr. 3'000.-- erscheint 

aufgrund der zahlreichen Vorbringen der Parteien und der Durchführung 

eines Augenscheins als angemessen. Eine aussergerichtliche Entschädi-

gung steht der Beschwerdegegnerin gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG nicht zu, 

da sie lediglich in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegte. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 3'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 374.--

zusammen Fr. 3'374.--

gehen unter solidarischer Haftung zulasten von A._____ F._____ und 

B._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an 

die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

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3. [Rechtsmittelbelehrung] 

4. [Mitteilungen]

Die an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 28. Juli 

2016 abgewiesen (1C_71/2016).