# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e6a0da7b-b193-5d18-8acb-20bf5287bab9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.09.2010 A-8017/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-8017-2009_2010-09-02.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-8017/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Richter Daniel Riedo (Vorsitz), 
Richter Pascal Mollard, Richterin Charlotte Schoder
Gerichtsschreiberin Claudia Zulauf.

A._______ AG,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

MWST (1. Quartal 1999 - 2. Quartal 2004); 
Vorsteuerabzug.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-8017/2009

Sachverhalt:

A.
Die A._______ AG (nachfolgend auch Steuerpflichtige)  bezweckt  die 
Erbringung  von  Beratungsleistungen,  insbesondere  im  Bereich  der 
Treuhand-  und  Steuerberatung  sowie  des  Gesellschafts-  bzw. 
Handels- und Wirtschaftsrechts. Sie ist gestützt auf ihre Angaben seit 
dem 1. April  1998 im Register der Mehrwertsteuerpflichtigen bei der 
Eidgenössischen  Steuerverwaltung  (ESTV)  eingetragen.  Am  7. und 
8. September  2004  führte  die  ESTV  bei  der  Steuerpflichtigen  eine 
Kontrolle durch. Gestützt auf deren Ergebnis erhob die Verwaltung am 
8. September 2004 für die Zeit vom 1. Januar 1999 bis 31. Dezember 
2000 mit Ergänzungsabrechnung (EA) Nr. 275'869 eine Steuernachfor-
derung in Höhe von Fr. 2'985.--, zuzüglich Verzugszins, sowie für die 
Zeit vom 1. Januar 2001 bis 30. Juni 2004 mit EA Nr. 275'870 eine sol-
che Nachforderung im Betrag von Fr. 473.--, ebenfalls zuzüglich Ver-
zugszins. Es handelte sich dabei um Vorsteueraufrechnungen. 

B.
Die  ESTV  entschied  am  24.  September  2009,  die  Steuerpflichtige 
habe  die  Nachforderungen  gemäss  EA  Nr. 275'869  im  Umfang  von 
Fr. 512.--  vorbehaltlos  anerkannt  und  bezahlt;  sie  schulde  demnach 
noch den darauf entfallenden Verzugszins. Darüber hinaus schulde sie 
und habe der ESTV gemäss EA Nr. 275'869 noch Fr. 2'473.-- sowie 
gemäss EA Nr. 275'870 Fr. 473.--,  jeweils  zuzüglich Verzugszins,  zu 
bezahlen.  Mit  Eingabe  vom 26.  September  2009  erhob  die  Steuer-
pflichtige Einsprache und beantragte die Aufhebung des Entscheids. 
Ferner sei festzustellen, dass die EA Nr. 275'869 über die Vorsteuer-
aufrechnung im Betrag von Fr. 512.-- hinaus sowie die EA Nr. 275'870 
vollumfänglich materiell falsch und demzufolge aufzuheben seien. 

C.
Mit Einspracheentscheid vom 16. Dezember 2009 hielt die ESTV fest,  
Ziff. 1 und 2 des Entscheids vom 24. September 2009 seien mangels 
Anfechtung  in  Rechtskraft  erwachsen,  und  wies  die  Einsprache  ab, 
soweit sie darauf eintrat. Zur Begründung hielt die Verwaltung im We-
sentlichen dafür, die Berichtigungen seien zu Recht erfolgt; im einen 
Fall verfüge die Steuerpflichtige über keinen sie zum Vorsteuerabzug 
berechtigenden Beleg, in einem anderen sei die Rechnung von einem 
im Zeitpunkt der Rechnungsstellung nicht mehr im Mehrwertsteuerre-
gister  eingetragenen  Leistungserbringer  erstellt  worden. Die  übrigen 

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Vorsteuerkorrekturen hätten vorgenommen werden müssen, da es sich 
bei  den fraglichen Auslagen nicht  um geschäftlich  begründeten Auf-
wand gehandelt habe.

D.
Am  22.  Dezember  2009  reicht  die  A._______  AG  (Beschwerde-
führerin) beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein mit den An-
trägen, die ESTV sei anzuweisen, die geltend gemachten Vorsteuerbe-
träge im Umfang von Fr. 2'473.-- und Fr. 473.23 anzuerkennen und die 
Ergänzungsabrechnungen Nr. 275'869 und Nr. 275'870 entsprechend 
zu korrigieren. Eventualiter sei festzustellen, dass die EA Nr. 275'869 
im Betrag von Fr. 512.-- richtig und im Mehrbetrag materiell falsch und 
insoweit  aufzuheben  sei  und  die  EA  Nr.  275'870  gänzlich  materiell 
falsch  und  ebenfalls  aufzuheben  sei.  Der  Einspracheentscheid  vom 
16. Dezember 2009 sei entsprechend diesen Rechtsbegehren – unter 
Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der ESTV – aufzuheben. 
In ihrer innert verlängerter Frist am 15. März 2010 eingereichten Ver-
nehmlassung beantragt die ESTV die kostenfällige Abweisung der Be-
schwerde. 

Auf  die weiteren Vorbringen in  den Eingaben an das Bundesverwal-
tungsgericht  wird  –  soweit  entscheidwesentlich  –  im  Rahmen  der 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Einspracheentscheide der ESTV können gemäss Art. 31. i. V. m. 
Art. 33  Bst.  d  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 
(VGG, SR 173.32) beim Bundesverwaltungsgericht  angefochten wer-
den. Soweit  das  VGG nichts  anderes  bestimmt,  richtet  sich  gemäss 
dessen Art. 37 das Verfahren nach dem Bundesgesetz  vom 20. De-
zember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Die 
Beschwerdeführerin ist durch den angefochtenen Entscheid beschwert 
und zur Anfechtung berechtigt (Art. 48 VwVG). 

1.2 Gemäss Art. 25 Abs. 2 VwVG ist dem Begehren um Erlass einer 
Feststellungsverfügung zu entsprechen, wenn die Gesuchstellerin ein 
entsprechendes schutzwürdiges Interesse nachweist. Laut bundesge-

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richtlicher Rechtsprechung ist der Anspruch auf Erlass einer Feststel-
lungsverfügung subsidiär  gegenüber rechtsgestaltenden Verfügungen 
(BGE 119 V 13 E. 2a, BGE 114 V 203;  RENÉ RHINOW/BEAT KRÄHENMANN, 
Schweizerische  Verwaltungsrechtsprechung,  Ergänzungsband,  Basel 
1990,  Nr. 36,  S. 109 f.). Soweit  die  Beschwerdeführerin  ihre  Anträge 
formell als Feststellungsbegehren stellt, fehlt ihr folglich ein schutzwür-
diges Interesse an deren Behandlung, weil bereits das negative Leis-
tungsbegehren,  der  Antrag  auf  (teilweise)  Aufhebung  der  angefoch-
tenen Nachforderung (durch entsprechende Aufhebung des Einspra-
cheentscheids),  gestellt  worden  ist.  Damit  kann  anhand  eines  kon-
kreten Falls entschieden werden, ob die fragliche Vorsteuerabzugsbe-
rechtigung  besteht,  was  das  Feststellungsinteresse  hinfällig  werden 
lässt  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_726/2009  vom  20. Januar 
2010 E. 1.3; BVGE 2007/24 E. 1.3; Urteil  des Bundesverwaltungsge-
richts  A-1602/2006 vom 4. März 2010 E. 1.3). Mit  dieser  Einschrän-
kung  ist  auf  die  im  Übrigen  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Be-
schwerde einzutreten.

1.3 Am 1.  Januar  2010  ist  das  Mehrwertsteuergesetz  vom 12.  Juni 
2009 (MWSTG, SR 641.20) in Kraft getreten. Die bisherigen gesetz-
lichen Bestimmungen sowie die darauf gestützt erlassenen Vorschrif-
ten  bleiben  grundsätzlich  weiterhin  auf  alle  während ihrer  Geltungs-
dauer eingetretenen Tatsachen und entstandenen Rechtsverhältnisse 
anwendbar  (Art.  112  Abs.  1  MWSTG).  Soweit  der  Sachverhalt  vom 
1. Januar 2001 bis 30. Juni 2004 betroffen ist,  untersteht das vorlie-
gende  Verfahren  in  materieller  Hinsicht  deshalb  dem Bundesgesetz 
vom 2. September 1999 über die Mehrwertsteuer (aMWSTG, AS 2000 
1300)  sowie  der  zugehörigen  Verordnung  vom  29. März  2000 
(aMWSTGV,  AS  2000  1347).  Für  die  Zeit  vom  1.  Januar  1999  bis 
31. Dezember  2000  finden  die  Bestimmungen  der  Verordnung  vom 
22. Juni 1994 über die Mehrwertsteuer (aMWSTV, AS 1994 1464) An-
wendung (Art. 93 und 94 aMWSTG).

Demgegenüber ist  das neue mehrwertsteuerliche Verfahrensrecht  im 
Sinne  von Art.  113  Abs. 3  MWSTG auf  sämtliche  im  Zeitpunkt  des 
Inkrafttretens  hängige  Verfahren  anwendbar.  Allerdings  ist  Art.  113 
Abs. 3 MWSTG insofern restriktiv auszulegen, als gemäss höchstrich-
terlicher Rechtsprechung nur eigentliche Verfahrensnormen sofort auf 
hängige  Verfahren  anzuwenden  sind,  und  es  dabei  nicht  zu  einer 
Anwendung von neuem materiellen  Recht  auf  altrechtliche Sachver-

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halte kommen darf (ausführlich: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 
A-1113/2009 vom 23. Februar 2010 E. 1.3).

Kein  Verfahrensrecht  in  diesem engen  Sinn  stellen  im  vorliegenden 
Entscheid etwa die nachfolgend abgehandelten Themen wie die Auf-
bewahrungspflicht,  das  Selbstveranlagungsprinzip  oder  gar  der  Ver-
zugszins etc. dar, so dass vorliegend diesbezüglich noch altes Recht 
anwendbar  ist.  Keine  Anwendung  finden  deshalb  beispielsweise 
Art. 70, 71 oder 87 MWSTG, obwohl sie unter dem Titel "Verfahrens-
recht für die Inland- und die Bezugsteuer" stehen. 

2.

2.1 Verwendet eine steuerpflichtige Person Gegenstände oder Dienst-
leistungen  für  steuerbare  Ausgangsleistungen,  so  kann  sie  in  ihrer 
Steuerabrechnung  Vorsteuern  für  Lieferungen  und  Dienstleistungen 
gemäss  Art.  38  Abs. 1  und  2  aMWSTG bzw. Art.  29  Abs. 1  und  2 
aMWSTV abziehen.

2.2 Art. 38 Abs. 1 Bst. a aMWSTG und Art. 29 Abs. 1 Bst. a aMWSTV 
sehen vor, dass zum Abzug der von anderen steuerpflichtigen Perso-
nen in Rechnung gestellten Steuer nur berechtigt ist, wer die geltend 
gemachten Beträge mit Belegen nach Art. 37 Abs. 1 und 3 aMWSTG 
bzw. Art. 28 Abs. 1 und 3 aMWSTV nachweisen kann. Die Rechnung 
des Leistungserbringers (bzw. der eine Rechnung ersetzende Beleg) 
muss enthalten: seinen Namen und seine Adresse sowie seine Mehr-
wertsteuernummer;  Namen  und  Adresse  des  Leistungsempfängers; 
Datum oder Zeitraum der Leistung; Art, Gegenstand und Umfang der 
Leistung; das Entgelt; den Steuersatz und den geschuldeten Steuer-
betrag, wobei die Angabe des Steuersatzes genügt, wenn das Entgelt 
die Steuer einschliesst (Art. 37 Abs. 1 aMWSTG; 28 Abs. 1 aMWSTV).

Von der Rechtsprechung wurde anerkannt, dass diese Regelung (der 
aMWSTV) verfassungsmässig ist und die Verwaltung und die Gerichte 
im  Prinzip  durch  diesen  gesetzlichen  Formalismus  gebunden  sind. 
Wenn  die  Rechnungen  die  in  der  aMWSTV  bzw. im  aMWSTG auf-
gestellten  Voraussetzungen  für  die  Vornahme  des  Vorsteuerabzugs 
nicht kumulativ erfüllen, muss die ESTV den Abzug verweigern (Urteile 
des  Bundesverwaltungsgerichts  A-6555/2007  vom  30.  März  2010 
E. 2.1, A-1562/2006 vom 26. September 2008 E. 2.6.2, A-1476/2006 
vom 26. April 2007 E. 4.2.1 mit Hinweisen; Entscheide der Eidgenös-
sischen Steuerrekurskommission [SRK] vom 25. März 2002, veröffent-

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licht  in  Verwaltungspraxis  der  Bundesbehörden  [VPB]  66.97  E.  4b, 
4d/aa; vom 3. Dezember 2003, VPB 68.73 E. 3a mit Hinweisen). 

2.3 Im  Mehrwertsteuerrecht  wird  der  Rechnung  eine  zentrale  Be-
deutung beigemessen. Sie ist nicht ein reiner Buchungsbeleg, sondern 
stellt ein wichtiges Indiz dafür dar, dass der Aussteller auch Leistungs-
erbringer ist  und die mehrwertsteuerlich relevante Handlung tatsäch-
lich  erbracht  hat.  Gleichzeitig  erklärt  der  Rechnungssteller  dem 
-empfänger,  dass  er  die  ausgewiesene  Mehrwertsteuer  der  ESTV 
abgeliefert hat oder noch abliefern wird. So bildet die Rechnung dem 
Empfänger  Ausweis  dafür,  auf  der  Leistung  laste  die  angegebene 
Steuer und berechtige ihn (bei gegebenen weiteren Voraussetzungen) 
direkt  zum  entsprechenden  Vorsteuerabzug  (BGE  131  II  185  E.  5; 
Urteile des Bundesgerichts vom 14. Juli 2005, veröffentlicht in Archiv 
für  Schweizerisches  Abgaberecht  [ASA]  75  S.  497  ff.  E.  3.3,  4.2, 
2C_285/2008 vom 29. August 2008 E. 3.2; Urteile des Bundesverwal-
tungsgerichts A-6743/2009 vom 3. Mai 2010 E. 3.2, A-1612/2006 vom 
9. Juli 2009 E. 5.2).

2.4

2.4.1 Am 1. Juli  2006 sind die folgenden Bestimmungen in Kraft  ge-
treten (AS 2006 2353):

Nach Art. 15a aMWSTGV hat die ESTV auch Rechnungen und Rech-
nungen  ersetzende  Dokumente  anzuerkennen,  welche  die  Anforde-
rungen an die Angaben zu Namen und Adresse der steuerpflichtigen 
Person  und  zum  Empfänger  der  Lieferung  oder  der  Dienstleistung 
nach Art.  37  Abs. 1  Bst. a  und b  aMWSTG nicht  vollumfänglich  er-
füllen,  sofern  die tatsächlich vorhandenen Angaben die betreffenden 
Personen eindeutig identifizieren (vgl. auch Wegleitung 2008 zur Mehr-
wertsteuer, herausgegeben von der ESTV [Wegleitung 2008], Rz. 807, 
764a). 

Überdies wird allein aufgrund von Formmängeln keine Steuernachfor-
derung erhoben, wenn erkennbar ist oder die steuerpflichtige Person 
nachweist,  dass  durch  die  Nichteinhaltung  einer  Formvorschrift  des 
Gesetzes oder dieser Verordnung für  die Erstellung von Belegen für 
den Bund kein Steuerausfall entstanden ist (Art. 45a aMWSTGV).

Diese Bestimmungen wurden von den Gerichten als rechtmässig und 
zudem  rückwirkend  anwendbar  erachtet,  und  zwar  selbst  auf  den 

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zeitlichen  Anwendungsbereich  der  aMWSTV  (Urteil  des  Bundesge-
richts 2C_614/2007 vom 17. März 2008 E. 3.5; ausführlich: Urteile des 
Bundesverwaltungsgerichts A-1437/2006 + A-1438/2006 vom 11. Juni 
2007 E. 3.3, A-1476/2006 vom 26. April  2007 E. 4.2.3, A-1455/2006 
vom 25. April 2007 E. 5.4 ).

2.4.2 Art.  15a  und  45a  aMWSTGV  betreffen  einzig  Formmängel. 
Formvorschriften  in  Gesetz,  Verordnungen  und  Verwaltungspraxis 
sollen nicht überspitzt formalistisch, sondern pragmatisch angewendet 
werden. Es soll vermieden werden, dass das Nichteinhalten von Form-
vorschriften  zu  Steuernachbelastungen  führt.  Gesetzmässige  Vor-
schriften werden dadurch nicht aufgehoben. Sie bleiben vielmehr gültig 
und  sind  von  den  Steuerpflichtigen  zu  beachten.  Materiellrechtliche 
Vorschriften  oder  materiellrechtliche  Mängel  bleiben  vom revidierten 
Verordnungsrecht folglich unberührt (statt vieler: BVGE 2007/25 E. 6.1; 
Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1437/2006  +  A-1438/2006 
vom 11. Juni 2007 E. 3.3). So bleibt das Vorhandensein einer Rech-
nung (oder eines entsprechenden Belegs) eine unabdingbare,  mate-
riellrechtliche Voraussetzung für den Vorsteuerabzug. Fehlt die Rech-
nung, kann dieser Mangel nicht durch Art. 15a oder 45a aMWSTGV 
geheilt werden (Urteil  des Bundesgerichts 2C_263/2007 vom 24. Au-
gust 2007 E. 5.2; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-6048/2008 
vom  10. Dezember  2009  E.  3.3,  A-1515/2006  vom  25.  Juni  2008 
E. 2.5.1,  A-1389/2006  vom 21. Januar  2008  E. 4,  A-1438/2006  vom 
11. Juni 2007 E. 3.2 und 3.3). Die Rechnung hat ihre in mehrwertsteu-
erlicher  Praxis  und  Lehre  entwickelte  materiellrechtliche  Bedeutung 
mithin auch nach Inkrafttreten der Art. 15a und 45a MWSTGV nicht 
eingebüsst (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1562/2006 vom 
26. September 2008 E. 2.6.4, A-1515/2006 vom 25. Juni 2008 E. 2.5.1, 
A-1478/2006 vom 10. März 2008 E. 2.2.1). Hingegen können die ein-
zelnen formellen Anforderungen betreffend den Inhalt  der  Rechnung 
von Art. 15a und 45a aMWSTGV gegebenenfalls erfasst werden (Ur-
teile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1389/2006  vom  21.  Januar 
2008 E. 4.1, A-1476/2006 vom 26. April 2007 E. 5.2.2). 

2.5

2.5.1 Für einen Vorsteuerabzug ist  gemäss Art. 38 Abs. 1 aMWSTG 
bzw. Art.  29  Abs. 1  aMWSTV – in  Abweichung zur  Rechtsprechung 
des Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaften (EuGH) und etwa 
des  deutschen  Rechts  (sog.  "erfolgloser  Unternehmer")  –  u. a. 
erforderlich, dass die mit  der Vorsteuer belasteten Gegenstände und 

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Dienstleistungen  ("Input")  für  einen  geschäftlich  begründeten  Zweck 
gemäss  Abs.  2  der  Bestimmung  verwendet  werden,  namentlich  für 
steuerbare  Lieferungen  und  Dienstleistungen  ("Output";  statt  vie-
ler: BGE  132  II  353  E.  8.3,  10;  Urteile  des  Bundesverwaltungs-
gerichts A-1566/2006 vom 11. August 2008 E. 2.2, A-1538/2006 vom 
28.  Mai  2008  E.  2.2,  A-1351/2006  vom  29. Oktober  2007  E.  4.1). 
Verlangt  wird  gemäss  Rechtsprechung  ein  "objektiv  wirtschaftlicher 
Zusammenhang  zwischen  steuerbarer  Eingangs-  und  Ausgangs-
leistung"  (BGE  132  II  353  E.  8.2 f.,  10;  Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.650/2005  vom  16. August  2006  E. 3.4;  Urteile  des  Bun-
desverwaltungsgerichts  A-7522/2006  vom  15.  Dezember  2009 
E. 2.3.3, A-12/2007 vom 28. Januar 2009 E. 2.5.2, A-1418/2006 vom 
14. Mai 2008 E. 6.1.2).

2.5.2 Werden  bezogene  Leistungen  nicht  für  einen  geschäftlich 
begründeten Zweck bzw. nicht für einen steuerbaren Ausgangsumsatz 
verwendet,  liegt  Endverbrauch  beim  Steuerpflichtigen  vor,  welcher 
nicht  zum Vorsteuerabzug berechtigt  (BGE 132 II  353 E. 10; Urteile 
des Bundesverwaltungsgerichts A-1538/2006 vom 28. Mai 2008 E. 2.4, 
A-3069/2007 vom 29. Januar 2008 E. 2.3; DANIEL RIEDO, Vom Wesen der 
Mehrwertsteuer  als  allgemeine  Verbrauchsteuer  und  von  den  ent-
sprechenden  Wirkungen  auf  das  schweizerische  Recht,  Bern  1999, 
S. 254 f.,  260,  283).  Endverbrauch  ist  nicht  zwingend  privat.  Auch 
juristische Personen als  Steuerpflichtige können (wie natürliche Per-
sonen)  ein  Nebeneinander  von  unternehmerischer  und  nicht-
unternehmerischer Betätigung aufweisen und im Umfang, in dem sie 
die Eingangsleistungen nicht für steuerbare Zwecke verwenden, findet 
Endverbrauch statt (sog. "Endverbrauch in der Unternehmensspähre"; 
BGE  132  II  353  E. 8.2,  BGE  123  II  295  E.  7a;  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts A-6986/2008 vom 3. Juni 2010 E. 2.2.2.2, 
A-1575/2006 vom 5. Oktober 2009 E. 2.2.1, A-1595/2006 vom 2. April 
2009 E. 2.6.2, A-1479/2006 vom 10. September 2008 E. 2.2.3).

2.5.3 So berechtigen geschäftlich begründete Ausgaben, die nicht im 
Zusammenhang  mit  steuerbaren  Leistungen  stehen,  nicht  zum Vor-
steuerabzug  (BGE  123  II  295  E.  6a;  Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.273/2001 vom 13. Januar  2003 E. 5.2; Urteil  des  Bundesverwal-
tungsgerichts A-1479/2006 vom 10. September 2008 E. 2.2.1). Für die 
Umschreibung der zum Vorsteuerabzug berechtigenden Ausgaben mit 
"geschäftlichem Charakter"  kann laut  Bundesgericht  nicht  bedenken-
los auf das Recht der direkten Bundessteuer und den dort verwende-

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ten Begriff der "geschäftsmässig begründeten Aufwendungen" zurück-
gegriffen werden. Auch wenn sich die Begriffe teilweise überschneiden 
würden, liessen sich daraus keine Anhaltspunkte für die Bestimmung 
des Umfangs der zum Vorsteuerabzug berechtigenden Ausgaben ge-
winnen. Den beiden Steuern lägen unterschiedliche Besteuerungsziele 
zugrunde. Wegen der anders gearteten Steuersysteme liessen sich bei 
der  Mehrwertsteuer  die  "Ausgaben  mit  geschäftlichem  Charakter" 
daher  nicht  nach einkommenssteuerrechtlichen  Kriterien  bestimmen. 
Selbst  wenn bei der direkten Bundessteuer zwischen den Ausgaben 
für die Erzielung des Einkommens (im organischen Sinn) und der Ver-
wendung  des  Einkommens  unterschieden  werde,  entspreche  der 
Begriff  der Einkommensverwendung bei  der direkten Steuer nur teil-
weise  demjenigen  des  Endverbrauchs  im  mehrwertsteuerrechtlichen 
Sinn.  Gewisse  –  aus  der  Sicht  des  Einkommenssteuerrechts  –  ge-
schäftliche Ausgaben könnten für Tätigkeiten erfolgen, die ausserhalb 
des Unternehmenszwecks lägen, das heisse für die betriebliche Leis-
tungserstellung nicht unmittelbar notwendig seien. Dazu gehörten na-
mentlich  alle  Ausgaben,  die  durch die  geschäftliche  Tätigkeit  veran-
lasst seien, aber die Lebensführung der Begünstigten berühren wür-
den (BGE 123 II 295 E. 6b und 7a).

2.5.4 Gemäss  Verwaltungspraxis  sind  geschäftlich  nicht  begründete 
Aufwendungen insbesondere bezogene resp. konsumierte Leistungen, 
die  vorwiegend  der  Freude  oder  dem Amusement  dienen. Darunter 
fallen namentlich gewisse Leistungen im Zusammenhang mit der Kun-
denbetreuung  oder  der  Förderung  des  Betriebsklimas. Als  Beispiele 
werden  u.a. Bezüge von Leistungen  wie  Sportwagen  und Luxusauf-
wendungen, die in der Regel nicht für geschäftliche Zwecke verwendet 
oder  genutzt  werden  (z. B.  Sportwagen  der  Luxusklasse  in  einem 
Unternehmen für  Haustechnik,  schweres Motorrad beim Treuhänder, 
Orientteppiche im Coiffeursalon, Kunstwerke wie Bilder und Skulpturen 
im Büro des Unternehmensberaters; vgl. Wegleitung 2001 zur  Mehr-
wertsteuer,  herausgegeben von der  ESTV [Wegleitung 2001],  sowie 
Wegleitung  2008,  jeweils  Rz.  844).  Unter  der  aMWSTV  waren  vom 
Vorsteuerabzugsrecht gänzlich ausgeschlossen alle Steuerbeträge auf 
Ausgaben für Vergnügen (Art. 30 Abs. 1 Bst. a aMWSTV). In der Weg-
leitung  1997  für  Mehrwertsteuerpflichtige,  herausgegeben  von  der 
ESTV  (Wegleitung  1997),  wird  diesbezüglich  ausgeführt,  dass  da-
runter Aufwendungen im Rahmen eines Unternehmens fallen, welche 
nicht  in einem unmittelbaren Zusammenhang mit der Geschäftstätig-
keit  stehen  und  überwiegend  der  Kundenbetreuung,  der  Förderung 

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des Betriebsklimas oder der hauptsächlich privaten Interessen dienen 
(Rz. 817).

2.6 Wer nicht im Register der Mehrwertsteuerpflichtigen eingetragen 
ist,  darf  in  Rechnungen etc. nicht  auf  die Mehrwertsteuer  hinweisen 
(Art.  37  Abs. 4  aMWSTG bzw. Art.  28  Abs. 4  aMWSTV). Weiss  die 
steuerpflichtige Person oder hätte sie bei sorgfältiger Prüfung wissen 
können,  dass derjenige,  der  ihr  eine Rechnung nach Art. 37 Abs. 1 
aMWSTG bzw. Art. 28 Abs. 1 aMWSTV ausgestellt hat, nicht als steu-
erpflichtige Person eingetragen ist, so berechtigt sie diese Rechnung 
nicht zum Vorsteuerabzug (Art. 39 Abs. 1 aMWSTG bzw. Art. 29 Abs. 5 
aMWSTV).

2.7 An der  Anwendbarkeit  von Art.  38  Abs. 1  Bst. a  i.  V. m. Art.  37 
Abs. 1 und 3  aMWSTG bzw. Art. 29 Abs. 1  Bst. a  aMWSTV i. V. m. 
Art. 28  Abs. 1  und 3  aMWSTV, Art.  15a  und 45a aMWSTGV sowie 
Art. 39  Abs.  1  aMWSTG  bzw.  Art.  29  Abs.  5  aMWSTV  vermögen 
Art. 113 Abs. 3 und Art. 81 MWSTG (wonach es insbesondere unzu-
lässig  ist,  Nachweise  ausschliesslich  vom Vorliegen  bestimmter  Be-
weismittel  abhängig  zu  machen)  nichts  zu  ändern:  Wie  gesehen  ist 
Art. 113 Abs. 3 MWSTG restriktiv  anwenden,  bezieht  sich einzig auf 
eigentliches  Verfahrensrecht  und  darf  nicht  zur  rückwirkenden  An-
wendung von materiellem Recht führen (vgl. E. 1.3 hievor). Das Be-
stehen  einer  Rechnung  ist  nach  dem  bisherigen  Recht  eigentliche, 
materielle  Voraussetzung  für  den  Vorsteuerabzug,  wie  die  Gerichte 
etwa  auch  im  Zusammenhang  mit  der  Anwendbarkeit  von  Art.  45a 
aMWSTGV erkannt  haben (vgl. E. 2.4.2  hievor). Auch die  einzelnen 
Formvorschriften in Art. 37 aMWSTG bzw. Art. 28 aMWSTV sind mit  
bisherigem materiellem Recht  eng  verbunden  und  können  nicht  als 
blosse Verfahrensbestimmungen im Sinn von Art. 113 Abs. 3 MWSTG 
qualifiziert  werden,  womit  sie  –  zusammen  mit  der  zugehörigen 
Rechtsprechung und der als zulässig erkannten Praxis – auf altrechtli-
che  Sachverhalte  anwendbar  bleiben.  Erst  recht  vermag  Art.  81 
MWSTG, der keine intertemporalrechtliche Regel enthält,  an der An-
wendbarkeit von altem Recht auf altrechtliche Sachverhalte etwas zu 
ändern. Das Gleiche gilt für Art. 28 Abs. 4 MWSTG und die Tatsache, 
dass nach revidiertem Mehrwertsteuerrecht die Rechnung nun gerade 
keine materielle Voraussetzung für den Vorsteuerabzug mehr darstellt, 
oder für Art. 59 Abs. 2 der Mehrwertsteuerverordnung vom 27. Novem-
ber  2009  (MWSTV,  SR 641.201),  wonach  der  Vorsteuerabzug  nach 
dem Wortlaut  nurmehr  ausgeschlossen ist,  wenn der  Leistungsemp-

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fänger weiss, dass die Person, welche die Mehrwertsteuer überwälzt 
hat, nicht als steuerpflichtige Person eingetragen ist (vgl. auch Urteile 
des  Bundesverwaltungsgerichts  A-6555/2007  vom  30. März  2010 
E. 3.7  mit  weiteren  Hinweisen,  A-1113/2009  vom 23.  Februar  2010 
E. 3.4.3). 

2.8 Die  Beweiswürdigung  endet  mit  dem  richterlichen  Entscheid 
darüber, ob eine rechtserhebliche Tatsache als erwiesen zu gelten hat 
oder nicht. Der Beweis ist geleistet, wenn das Gericht gestützt auf die 
freie  Beweiswürdigung  zur  Überzeugung  gelangt  ist,  dass  sich  der 
rechtserhebliche  Sachumstand  verwirklicht  hat  (BGE  130  III  321 
E. 3.2; Urteil  des Bundesgerichts 2A.110/2000 vom 26. Januar 2001 
E. 3c; FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, Bern 1983, S. 279 f.; 
MARTIN ZWEIFEL, Die Sachverhaltsermittlung im Steuerveranlagungsver-
fahren, Zürich 1989, S. 109 f.). Gelangt das Gericht nicht zu diesem 
Ergebnis, so fragt sich, ob zum Nachteil der Steuerbehörde oder des 
Steuerpflichtigen zu entscheiden ist, wer also die Folgen der Beweis-
losigkeit zu tragen hat. Nach der objektiven Beweislastregel ist bei Be-
weislosigkeit zu Ungunsten desjenigen zu urteilen, der die Beweislast  
trägt (statt vieler: Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1479/2006 
vom 10. September 2008 E. 1.3, A-1469/2006 vom 7. Mai 2008 E. 1.4, 
je  mit  weiteren  Hinweisen;  GYGI, a.a.O.,  S.  279  f.;  ZWEIFEL,  a.a.O., 
S. 109 f.). Die Steuerbehörde trägt die Beweislast für Tatsachen, wel-
che die Steuerpflicht als solche begründen oder die Steuerforderung 
erhöhen, das heisst für die steuerbegründenden und -erhöhenden Tat-
sachen.  Demgegenüber  ist  der  Steuerpflichtige  für  die  steueraufhe-
benden und -mindernden Tatsachen beweisbelastet, das heisst für sol-
che Tatsachen, welche Steuerbefreiung oder Steuerbegünstigung be-
wirken (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juli 2005, ver-
öffentlicht in ASA 75 S. 495 ff. E. 5.4; Urteile des Bundesverwaltungs-
gerichts  A-1418/2006  vom  14.  Mai  2008  E. 5.1,  A-1373/2006  vom 
16. November 2007 E. 2.1, je mit zahlreichen Hinweisen). 

3.
Im  vorliegenden  Fall  sind  sich  die  Verfahrensbeteiligten  über  die 
Vorsteuerabzugsberechtigung  im  Zusammenhang  mit  den  folgenden 
Rechnungen uneinig:

3.1 Rechnung  der  B._______ AG  vom  31.  März  1999  über  
Fr. 14'576.35;  Vorsteuerbetrag:  Fr.  889.65;  Abzug  vorgenommen  im  
2. Quartal 1999.

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3.1.1 Die ESTV verweigerte den geltend gemachten Vorsteuerabzug, 
da  die  fragliche  Rechnung  an  die  C._______ AG  (bzw.  seit  ... 
"D._______ AG")  adressiert  war  und  die  Beschwerdeführerin  diese 
Adresse mit einer auf sie lautenden Adressetikette überklebt hat. Die 
Beschwerdeführerin macht in diesem Zusammenhang geltend, sie ha-
be diesen redaktionellen Fehler nach Ausstellung der Faktura festge-
stellt und mit der B._______ AG vereinbart, die falsche Adressbezeich-
nung  mit  korrekter  Adressetikette  zu  überkleben.  Bei  der 
C._______ AG handle es sich um eine Schwestergesellschaft, welche 
dieselben Räume wie sie selber benutze. Im Nachgang zur Revision 
im  September  2004  sei  zusätzlich  eine  Erklärung  erstellt  worden, 
woraus klar  hervorgehe, dass sie,  die Beschwerdeführerin,  und kein 
Drittunternehmen  Leistungsempfängerin  gewesen  sei.  Nach  dem 
"Faktizitätsprinzip"  sei  ohnehin  nicht  entscheidend,  was  formuliert 
worden sei,  sondern  was den tatsächlichen Gegebenheiten entspre-
che. 

3.1.2 Die von der Beschwerdeführerin erwähnte Erklärung datiert vom 
23. September 2004, wurde auf dem Geschäftspapier der Beschwer-
deführerin erstellt und ist an die B._______ AG adressiert. Das eben-
falls am 23. September 2004 verfasste Begleitschreiben der Beschwer-
deführerin  hält  in  diesem  Zusammenhang  Folgendes  fest:  "...  Wir 
haben damals die Rechnungsanschrift  mit  einer Etikette (lautend auf 
A._______ AG) überklebt. ... Vor wenigen Wochen hatten wir nun eine 
Mehrwertsteuerrevision  der  Geschäftsjahre  1998  –  2004.  Dabei  hat 
der ... Revisor diese Rechnung mit der überklebten Anschrift gefunden 
und  uns  den  Vorsteuerabzug  ...  wieder  aufgerechnet.  Grund:  man 
könne nicht ohne Wissen und Zustimmung des Lieferanten einfach die 
Adresse  überkleben...  Mit  heutigem  Schreiben  wollen  wir  diesen 
"bürokratischen  Mangel"  beheben  und  ersuchen  Sie  höflich  um fol-
gende  Schritte:  (1)  Überkleben  Sie  auf  der  Rechnungskopie  vom 
31. März  1999  die  Anschrift  C._______ AG  mit  der  beiliegenden 
Adressetikette  ...  (2)  Senden  Sie  uns  das  beiliegende  Schreiben 
unterzeichnet  und  mit  Stempel  versehen  zurück.  Selbstverständlich 
können  Sie  auch  eine  sinngemässe  Erklärung  auf  Ihrem  eigenen 
Briefpapier erstellen, sofern Ihnen dies passender erscheint. ... Gerne 
hoffen wir, dass Sie uns diesen Dienst erweisen ...".  

In Anbetracht der Ausführungen im Begleitschreiben erachtet das Bun-
desverwaltungsgericht  die  Behauptung  der  Beschwerdeführerin,  sie 
habe  nach  Erhalt  der  Rechnung  vom  31.  März  1999  mit  der 

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B._______ AG  vereinbart,  die  falsche  Adressbezeichnung  mit 
korrekter Adressetikette zu überkleben, nicht als glaubhaft,  falls dies 
überhaupt  zulässig  wäre  und  zum  Vorsteuerabzug  berechtigte. 
Vielmehr  muss  davon  ausgegangen  werden,  dass  sie  die  an  die 
C._______ AG adressierte  und  gerichtete  Rechnung  einseitig,  ohne 
Kenntnis  der  B._______ AG, umgeschrieben und jene erst  nach der 
Beanstandung  durch  den  Revisor  anlässlich  der  Kontrolle  darüber 
orientiert  hat. Nicht  nachvollziehbar ist  dabei  allerdings,  weshalb die 
Beschwerdeführerin,  wäre  sie  tatsächlich  Empfängerin  der  von  der 
B._______ AG erbrachten  Leistungen  gewesen,  die  Rechnung  nach 
Erhalt  nicht  vorschriftsgemäss  als  mangelhaft  zurückgewiesen  und 
eine  neue,  korrekte  –  mit  den  erforderlichen  Angaben  nach  Art.  37 
Abs. 1 aMWSTG bzw. Art. 28 Abs. 1 aMWSTV (vgl. E. 2.2 hievor) – 
verlangt  hat.  Gerade  weil  die  C._______ AG an  derselben  Adresse 
domiziliert ist, sollte die Beschwerdeführerin aus handels- und steuer-
rechtlichen Gründen jedes Interesse daran haben, Klarheit  bezüglich 
ihrer Person als Empfängerin einer bestimmten Leistung zu schaffen. 
Dies gilt vorliegend im besonderen Masse, ist die Beschwerdeführerin 
doch auf dem Gebiet der Treuhand- und Steuerberatung, namentlich 
im Bereich des Handels- und Wirtschaftsrechts, tätig. 

3.1.3 Nach dem Gesagten erscheint mehr als fragwürdig, ob die Be-
schwerdeführerin tatsächlich Empfängerin der von der B._______ AG 
erbrachten  Leistungen  gewesen  ist.  Die  ESTV  hat  mithin  zu  Recht 
daran gezweifelt. Zu berücksichtigen ist dabei insbesondere auch die 
Tatsache,  dass  die  Beschwerdeführerin  ihre  Behauptung  weder  mit 
einer  schriftlichen  Auftragsbestätigung  noch  mit  einem Vertrag  oder 
sonstigen  zuverlässigen  Belegen  nachzuweisen  vermag.  Ob  sie  die 
Rechnung bezahlt hat,  ist  dabei – entgegen ihrer Auffassung – nicht 
massgeblich. Wie bereits die Vorinstanz ausgeführt  hat, ist  es einem 
Dritten unbenommen, Rechnungen, die auf eine andere Person lauten, 
zu bezahlen. Dies gilt auch für das Mehrwertsteuerrecht. Art. 33 Abs. 2 
aMWSTG  bzw.  Art.  26  Abs.  2  aMWSTV  halten  gerade  deswegen 
explizit  fest,  dass  zum  Entgelt  –  als  Bemessungsgrundlage  für  die 
Mehrwertsteuer  –  alles  gehört,  was  der  Empfänger  oder  an  seiner 
Stelle ein Dritter als Gegenleistung für die Lieferung oder die Dienst-
leistung aufwendet. Wer Empfänger dieser Lieferung oder Dienstleis-
tung ist,  wird dadurch nicht ersichtlich. Nicht entscheidend ist  ferner, 
ob die B._______ AG den erzielten Umsatz korrekt deklariert hat; dies 
vermag ebenso wenig Aufschluss darüber zu geben, wer die al lenfalls 
zum  Vorsteuerabzug  berechtigte  Leistungsempfängerin  ist  (sofern 

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auch die übrigen Voraussetzungen gegeben sind). Aus dem Verweis 
auf  das  "Faktizitätsprinzip",  wie  es  von  der  Beschwerdeführerin 
verstanden wird (vgl. E. 3.1.1 hievor), kann sie folglich gerade nichts 
zu ihren Gunsten ableiten. 

3.1.4 Es ergibt  sich  demnach,  dass  die  Beschwerdeführerin  die  be-
rechtigten  Zweifel  der  ESTV nicht  zu  widerlegen  vermochte,  ob  sie 
Empfängerin  der  von  der  B._______ AG  erbrachten  Leistungen 
gewesen ist. Sie hat  daher die Folgen der Beweislosigkeit  zu tragen 
(vgl.  E.  2.8.  hievor):  Die  ESTV  hat  die  Geltendmachung  des  Vor-
steuerabzugs  zu  Recht  verweigert.  Dabei  handelt  es  sich  um  eine 
materielle  Frage,  nämlich  ob  die  gesetzlichen  Voraussetzungen  des 
Vorsteuerabzugs erfüllt waren oder nicht. Für die Anwendung der Be-
stimmungen von Art. 15a bzw. 45a aMWSTG bleibt folglich – entgegen 
der Annahme der Beschwerdeführerin – kein Raum (vgl. E. 2.4.2 hie-
vor). 

3.2 Rechnung  der  E._______ GmbH  vom  4.  Februar  1999  über  
Fr. 5'000;  Vorsteuerbetrag:  Fr.  348.84;  Abzug  vorgenommen  im  
2. Quartal 1999.

3.2.1 Die E._______ GmbH wurde per 31. Dezember 1998 aus dem 
Register  der  Mehrwertsteuerpflichtigen  gelöscht.  Im  Zeitpunkt  der 
Rechnungstellung hätte sie demnach gar nicht (mehr) auf die Steuer 
hinweisen dürfen. Es stellt  sich folglich die Frage, ob der Beschwer-
deführerin  dies  –  wie  die  ESTV  dafürhält  –  bekannt  war  oder  (zu-
mindest) bei pflichtgemässer Sorgfalt hätte bekannt sein können, was 
zum Ausschluss des Vorsteuerabzugs führen würde (vgl. E. 2.6 hievor). 

3.2.2 Die  Beschwerdeführerin  selbst  meldete  die  E._______ GmbH 
am 17. April  1997 als  Mehrwertsteuerpflichtige an; zudem ist  sie im 
entsprechenden Fragebogen als Buchhaltungs-/Treuhandstelle aufge-
führt.  Mit  Schreiben  vom  10.  Juli  1997  bestätigte  die  Beschwerde-
führerin ferner, dass sie "für eine korrekte, einwandfreie Erfüllung der 
formaltechnischen  Steuerformalitäten  für  die  E._______ GmbH  Ge-
währ  bieten  könne".  Der  Brief  ist  von  Z._______,  der  bei  der  Be-
schwerdeführerin  tätig  ist  und  seit  dem  25.  Juni  2009  auch  als 
Delegierter des Verwaltungsrats fungiert, unterzeichnet worden. In den 
Akten befindet sich des Weitern ein Schreiben vom 11. August 1998, 
mit  welchem die  Abrechnung 1. Quartal  1998 der  E._______ GmbH 
eingereicht  wurde.  Der  Briefkopf  gibt  zwar  als  Absenderin  die 
E._______ GmbH  an,  doch  stimmt  die  handschriftliche  Signatur  am 

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Ende  des  Schreibens  exakt  mit  derjenigen  von  Z._______  überein. 
Eine computerschriftliche Namensangabe ist – bezeichnenderweise – 
nicht  vorhanden.  Auch  die  Abrechnung  selbst  trägt  dieselbe 
Unterschrift. Nach unwidersprochen gebliebener Darstellung der ESTV 
hat  die  Beschwerdeführerin  darüber  hinaus  im  Zusammenhang  mit 
einer  Busse  die  Einsprache  vom  3. März  1999  für  die 
E._______ GmbH verfasst. Für das Bundesverwaltungsgericht ist kein 
Grund ersichtlich, weshalb sie die Aussage der Vorinstanz anzweifeln 
sollte. Dass die Beschwerdeführerin, wie sie behauptet, während der 
hier  massgeblichen  Zeit  nicht  "in  offizieller  Funktion"  Treuhänderin 
oder  Vertreterin  der  E._______ GmbH  gewesen  sei,  erscheint  nach 
dem Erwähnten wenig überzeugend. Dem von der Beschwerdeführerin 
eingereichten  "Personenkonto-Auszug  Debitoren"  kann  denn  auch 
entnommen werden,  dass  sie  der  E._______ GmbH zumindest  vom 
1. Juli  1998 bis  1. April  1999 monatlich den Betrag von Fr. 350.--  in 
Rechnung  gestellt  hat  (Beschwerdebeilagen  2  und  3).  Eine 
Mandatierung erscheint unter den gegebenen Umständen wahrschein-
licher,  insbesondere  auch  in  Anbetracht  des  Gesellschaftszwecks, 
welchen die Beschwerdeführerin verfolgt (vgl. auch Sachverhalt A. und 
E. 3.1.2 hievor). Ob die E._______ GmbH die Rechnungen bezahlt hat 
oder nicht, spielt dabei keine Rolle. 

Des Weitern waren die Beschwerdeführerin und die E._______ GmbH 
–  wie  den  Online-Handelsregisterauszügen  des  Kantons  St.  Gallen 
entnommen werden kann – bis ... (bis die Beschwerdeführerin ihren 
Firmensitz  an  die  S._______strasse 1  in  M._______  verlegte)  an 
derselben  Adresse  an  der  T._______strasse 2  in  M._______ 
domiziliert. Die fragliche Rechnung der  E._______ GmbH führt  zwar 
als  Adresse  die  U._______strasse  3  in  N._______  an.  Aus  dem 
Online-Handelsregisterauszug  des  Kantons  Thurgau  geht  indes 
zweifelsfrei hervor, dass sich an dieser Adresse der Sitz der Einzelun-
ternehmung  F._______  von  Y._______  befand,  welcher  gleichzeitig 
auch – bis zur Auflösung durch Konkurs am ... – Geschäftsführer der 
E._______ GmbH  war.  Schliesslich  sei  auf  Folgendes  hingewiesen: 
Die während der fraglichen Zeit  bei  der Beschwerdeführerin als Ver-
waltungsratspräsident  und  Delegierter  des  Verwaltungsrats 
fungierenden  X._______  und  W._______  (heutiger 
Verwaltungsratspräsident  der  Beschwerdeführerin)  waren  darüber 
hinaus  auch  Inhaber  (Gesellschafter)  der  G._______ GmbH.  Mit 
Statuten  vom  ...  wurde  der  Firmenname  in  H._______ GmbH 
geändert,  X._______ und W._______ schieden aus der Gesellschaft 

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aus  und  neu  wurde  Y._______,  der  bisherige  Geschäftsführer  der 
E._______ GmbH, deren Geschäftsführer. 

Nach dem Geschilderten  hat  die  ESTV zu Recht  die  Gutgläubigkeit 
der  Beschwerdeführerin  verneint:  Bei  Erhalt  der  Rechnung  vom 
4. Februar 1999 bzw. im Zeitpunkt der Geltendmachung des Vorsteuer-
abzugs im 2. Quartal  1999 wusste bzw. hätte diese wissen können, 
dass die E._______ GmbH nicht (mehr) im Register der Mehrwertsteu-
erpflichtigen geführt  wurde. Wenn sie nicht direkt mandatiert  war, so 
bestanden zumindest nahe Verbindungen zwischen den beiden Unter-
nehmen bzw. den verantwortlichen Personen. Die Voraussetzungen für 
die Inanspruchnahme des Vorsteuerabzugs sind daher nicht gegeben. 

3.3 Drei  Rechnungen  der  I._______ AG  über  Fr.  4'300.--(Vor-
steuerbetrag:  Fr.  300.--),  Abzug  vorgenommen  im  4.  Quartal  1999;  
über Fr. 13'400.-- (Vorsteuerbetrag: Fr. 934.88), Abzug vorgenommen  
im  2.  Quartal  2000,  sowie  über  Fr.  6'700.--  (Vorsteuerbetrag:  
Fr. 473.23), Abzug vorgenommen im 4. Quartal 2003.

3.3.1 Die ESTV hat  den Vorsteuerabzug verweigert  mit  der  Begrün-
dung,  es  handle  sich  beim Einkauf  der  fraglichen  (Orient-)Teppiche 
nicht um geschäftlich begründeten Aufwand. Die Beschwerdeführerin 
hält dagegen, die Steuer- und Wirtschaftsberatungstätigkeit setze ein 
hohes Mass an Diskretion, einen guten Ruf sowie eine ansprechende 
Ausstrahlung  des  Betriebs  voraus.  Sie  wolle  ihrer  Klientschaft  (und 
letztlich auch ihren Mitarbeitern) eine würdige, klassisch harmonische 
Arbeitsumgebung in einer atmosphärisch stimmigen Umgebung anbie-
ten. Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass darin jedoch nichts anderes 
als ein End- bzw. Privatverbrauch zu sehen ist, wie ihn die bundesge-
richtliche Rechtsprechung definiert  hat. Wie bereits gesehen, können 
danach gewisse – aus der Sicht  des Einkommenssteuerrechts – ge-
schäftliche Ausgaben für Tätigkeiten erfolgen, die ausserhalb des Un-
ternehmenszwecks liegen, das heisst für die betriebliche Leistungser-
stellung  nicht  unmittelbar  notwendig  sind. Dazu  gehören  namentlich 
alle  Ausgaben,  die  durch die  geschäftliche Tätigkeit  veranlasst  sind, 
aber  die  Lebensführung  der  Begünstigten  berühren.  ...  Verbrauch 
durch eine Unternehmung kann daher auch vorliegen, wenn sie Güter 
oder Dienstleistungen in einer Art verwendet, wie das im Rahmen des 
Privatverbrauchs der Fall sein kann (BGE 123 II 295 E. 6b und 7a; vgl. 
auch E. 2.5.2 und 2.5.3 hievor). 

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Der Revisor hat anlässlich der Kontrolle festgestellt, dass die Umsätze 
aus Beratungsleistungen im kontrollierten Zeitraum von 1999 bis Ende 
Juni 2004 gemäss Buchhaltung mit jährlich weniger als 20 Privatkun-
den und 20 "kommerziellen" Kunden erzielt wurden. Nach den eben-
falls unwidersprochen gebliebenen weiteren Darstellungen der ESTV, 
welche durch die Akten gestützt  werden, handelt  es sich bei diesen 
Kunden mehrheitlich um personell (aktuell  oder vormals) eng mit der 
Beschwerdeführerin  selber  verflochtene  Gesellschaften,  die  zudem 
teilweise auch noch ihre Geschäfts- bzw. Postadresse bei ihr aufwei-
sen bzw. aufwiesen. Auch diese Tatsachen, d. h. die geringe Anzahl an 
Kunden sowie die enge personelle Verflechtung,  bestätigen,  dass es 
den teuren Teppichen im Zusammenhang mit der angeblichen Kunden-
betreuung an der  geschäftlichen Begründetheit  bzw. dem geschäftli-
chen Charakter mangelt. Soweit die Beschwerdeführerin ferner (impli-
zit)  dafürhält,  die  Teppiche würden gleichsam das Betriebsklima för-
dern, hat dies gleichermassen zu gelten. Vielmehr dient in der vor lie-
genden Konstellation die Ausstattung der Räume mit den genannten 
Teppichen  primär  dem  persönlichen  Wohlergehen  der  darin  anwe-
senden Personen, also dem persönlichen und privaten Nutzen dieser 
Personen, d. h. sie "berührt die Lebensführung der Begünstigten" (vgl. 
E. 2.5.3 hievor). 

3.3.2 Die geltend gemachte Notwendigkeit der teuren Teppiche zur Er-
zielung der Umsätze ist nach dem Geschilderten nicht ersichtlich. Die 
ESTV hat den Vorsteuerabzug in diesem Zusammenhang ebenfalls zu 
Recht  abgelehnt. Daran vermag der  geltend gemachte Vergleich mit 
der direkten Bundessteuer nichts zu ändern. Wie gesehen lassen sich 
nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei der Mehrwertsteuer 
die "Ausgaben mit geschäftlichem Charakter" nicht nach einkommens-
steuerrechtlichen Kriterien bestimmen (vgl. E. 2.5.3 hievor). Im Übrigen 
lässt sich den Akten in keiner Weise entnehmen und wird von der Be-
schwerdeführerin denn auch gar nicht geltend gemacht, dass weitere 
Vorsteuerabzüge  im  Zusammenhang  mit  Investitionen  für  die  Büro-
einrichtung von der ESTV aufgerechnet worden wären. 

3.3.3 Was die Beschwerdeführerin darüber hinaus vorbringt,  vermag 
ebenfalls nicht durchzudringen: 

Zum einen  ist  nicht  ersichtlich,  inwieweit  die  Verweigerung des Vor-
steuerabzugs  in  casu  ein  Verstoss  gegen  die  Wirtschaftsfreiheit  ge-
mäss Art.  27  der  Bundesverfassung der  Schweizerischen Eidgenos-

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senschaft  vom 18. April  1999  (BV, SR 101)  darstellen  sollte. Da  es 
ohnehin an jeglicher Begründung dieses Vorwurfs in der Beschwerde 
mangelt,  ist  darauf  nicht  näher  einzugehen. Zum andern  ist  ebenso 
wenig ein Verstoss gegen das Rechtsgleichheitsgebot von Art. 8 BV zu 
erkennen. Ob Ausgaben geschäftlich begründet sind oder nicht, lässt 
sich  mitunter  nicht  allgemein  festlegen,  sondern  ist  im  Besonderen 
auch von den konkreten Gegebenheiten abhängig. Die Beschwerde-
führerin  vermag auf  jeden Fall  kein  Beispiel  zu  nennen,  in  dem die 
ESTV einem vergleichbaren Unternehmen bzw. Steuerpflichtigen den 
Vorsteuerabzug  im  Zusammenhang  mit  Anschaffungen  von  ähnlich 
teuren Teppichen gewährt hätte. 

4.
Die Beschwerdeführerin rügt schliesslich, das Verfahren vor der ESTV 
habe stossend lange gedauert. Damit nehme die Verwaltung billigend 
in Kauf, dass die notwendige materielle Sachnähe unnötig beeinträch-
tigt werde, gehe es doch um Vorgänge, die teilweise bis ins Jahr 1999 
zurückreichen würden. 

4.1 Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge-
nossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101)  gewährleistet als Min-
destanforderung an ein rechtsstaatliches Verfahren den Erlass eines 
Entscheids innerhalb einer angemessenen Frist. Für die Frage, ob die 
Dauer des Verfahrens einem ordentlichen Geschäftsablauf entspricht, 
ist sinngemäss auf die zur Rechtsverzögerungsbeschwerde entwickel-
ten Kriterien abzustellen (vgl. Urteil  des Bundesgerichts  12T_1/2007 
vom 29. Mai  2007 E. 3). Die  Angemessenheit  der  Dauer  eines  Ver-
fahrens bestimmt sich nicht  absolut,  sondern unter Berücksichtigung 
der gesamten Umstände des Einzelfalls (etwa die Natur, der Umfang 
und die Komplexität der Angelegenheit, das Verhalten der betroffenen 
Privaten und der Behörden, die Bedeutung für die Betroffenen oder die 
für die Sache spezifischen Entscheidungsabläufe etc.; vgl. BGE 130 I 
312 E. 5.1 f.; Urteile des Bundesgerichts 2C_872/2008 + 2C_873/2008 
vom  7.  Dezember  2009  E.  4.1.1,  2C_642/2008  vom  12.  Dezember 
2008 E. 4.1, 2C_170/2008 vom 30. Juli  2008 E. 3; ferner ausführlich 
zum  Beschleunigungsgebot  bzw.  zur  Rechtsverzögerung:  BVGE 
2009/42 E. 2.2; Urteile  des Bundesverwaltungsgerichts  A-1247/2010 
vom 20. April 2010 E. 3, A-6150/2007 vom 26. Februar 2009 E. 4.1). 

4.2 Vorliegend wurden die beiden Ergänzungsabrechnungen – anläss-
lich der Kontrolle – am 8. September 2004 ausgestellt. Mit Schreiben 

Seite 18

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vom  8.  Oktober  2004  (Posteingang  bei  der  ESTV  am  11.  Oktober 
2004) bestritt die Beschwerdeführerin die Steuernachforderungen teil -
weise. Die ESTV traf am 24. September 2009 den anbegehrten Ent-
scheid und erliess schliesslich  am 16. Dezember  2009 den Einspra-
cheentscheid. Das Verfahren vor der ESTV – beginnend mit der teil-
weisen  Bestreitung  der  Nachforderung  –  dauerte  somit  insgesamt 
etwas mehr  als  fünf  Jahre,  wobei  das  Einspracheverfahren  lediglich 
gut  drei  Monate  in  Anspruch  nahm. Im  Rahmen  des  Entscheidver-
fahrens  ersuchte  die  ESTV die  Beschwerdeführerin  am 7. Juli  2005 
um  Erteilung  von  Auskünften  zu  Rechtsverfahren,  welche  die  Be-
schwerdeführerin direkt oder indirekt tangieren würden. Diese hat mit 
Schreiben vom 1. Oktober 2005 innert verlängerter Frist zu den Fragen 
Stellung  genommen.  Ferner  hat  die  Verwaltung  betreffend  die  Be-
schwerdeführerin  am  13.  Januar  2006  bei  der  Sozialversicherungs-
anstalt  St. Gallen  ein  Gesuch um Rechtsauskunft  eingereicht. Diese 
antwortete mit Schreiben vom 17. Januar 2006.  

4.3 Das Bundesgericht hat im Urteil 2C_657/2008 vom 28. November 
2008 in E. 4 erwogen,  ein gegen drei  Jahre dauerndes Einsprache-
verfahren könne unabhängig von einer allenfalls hohen Geschäftsbe-
lastung der Steuerbehörde und der mangelhaften Mitwirkung des Be-
schwerdeführers  nicht  mehr  als  "angemessen"  im  Sinn  von  Art.  29 
Abs.  1  BV  bezeichnet  werden.  Im  Urteil  2C_170/2008  vom 30.  Juli 
2008 E. 3 hat  es ferner  lediglich,  aber  immerhin,  festgehalten,  dass 
sich eine Dauer von knapp drei Jahren für ein steuerrechtliches Ein -
spracheverfahren in der Tat als lang erweise, wobei in casu auf der an-
deren Seite auch zu berücksichtigen sei, dass die (dortige) Beschwer-
deführerin ihrerseits nichts unternommen habe, um jenes Verfahren zu 
beschleunigen,  indem sie weder die ESTV um einen sofortigen Ent-
scheid  ersucht  noch  eine  Rechtsverzögerungsbeschwerde  erhoben 
habe. Das Bundesverwaltungsgericht  hat  im Urteil  A-1802/2008 vom 
19. Mai 2010 in E. 7.2 ein Entscheidverfahren von rund zwei Jahren 
und  das  anschliessende  Einsprachverfahren  von  rund  zweieinhalb 
Jahren  –  insbesondere  unter  Berücksichtigung  der  eher  umfangrei-
chen Aktenlage, der zahlreichen zu untersuchenden Geschäftsbetrie-
be und der ausführlichen Rechtsschrift  –  gerade noch als vertretbar 
erachtet. Demgegenüber ist  es im Urteil  A-4072/2007 vom 11. März 
2009  in  E. 6.2  zum Schluss  gekommen,  dass  eine  Verfahrensdauer 
von sieben Jahren (jeweils rund dreieinhalb Jahre für das Entscheid- 
sowie  das  Einspracheverfahren)  nicht  mehr  als  "angemessen"  im 
Sinne von Art. 29 Abs. 1 BV bezeichnet werden könne.

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4.4 Vorliegend handelt  es  sich  um das Entscheidverfahren,  welches 
beinahe fünf Jahre dauerte. Nach dem Vorerwähnten scheint selbst für 
den  Fall,  dass  die  ESTV  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  infolge 
mangelnder  Mitwirkung  der  Beschwerdeführerin  selber  abklären 
musste, fraglich, inwieweit die Dauer noch als "angemessen" im Sinne 
von Art. 29 Abs. 1 BV bezeichnet werden kann. Soweit die ESTV die 
weiteren pendenten Verfahren erwähnt, welche die Beschwerdeführe-
rin direkt oder indirekt betreffen würden, ist darauf hinzuweisen, dass 
zumindest  sechs davon –  nach Kenntnis  des Bundesverwaltungsge-
richts – im April bzw. Mai 2006 mit Einspracheentscheid bei der ESTV 
abgeschlossen wurden. Wohl wurden diese Einspracheentscheide mit 
Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  angefochten.  Es  ist  je-
doch  nicht  erkennbar,  weshalb  ein  Zuwarten  bis  zum Vorliegen  von 
rechtskräftigen  Urteilen  in  diesen  Angelegenheiten  hätte  angezeigt 
gewesen sein  können (A-1601/2006 bis  A-1606/2006, Urteile  ergan-
gen am 4. März 2010). Darüber hinaus ist festzuhalten, dass die ESTV 
–  soweit  aus  den  eingereichten  Akten  ersichtlich  –  vom 13. Januar 
2006 bis  zum Erlass  des Entscheids  am 24. September  2009 keine 
weiteren Sachverhaltsabklärungen vorgenommen hat,  welche in  den 
Entscheid eingeflossen wären. 

Bei dieser Sachlage vermag die Dauer für das Entscheidverfahren in 
der  Tat  als  eher  unangemessen  lang  zu  erscheinen.  Daran  ändert 
schliesslich  auch  der  Umstand,  dass  die  Beschwerdeführerin  lange 
Zeit  nichts  unternommen  hat,  um  das  Verfahren  zu  beschleunigen, 
sondern erst am 22. September 2009 – wie im Schreiben vom 9. Sep-
tember 2009 an die ESTV angekündigt – eine Rechtsverweigerungs- 
bzw. Rechtsverzögerungsbeschwerde beim Bundesverwaltungsgericht 
eingereicht  und  sich  gleichentags  schrift lich  bei  Bundesrat  Rudolf 
Merz über die Verfahrensdauer beschwert hat, nichts. Allerdings kann 
die Beschwerdeführerin aus diesem Ergebnis nichts zu ihrem Vorteil  
ableiten. Was die prozessualen Folgen einer  überlangen Verfahrens-
dauer anbelangt,  muss es mit der Feststellung, dass eine Verletzung 
von Art. 29 Abs.1 BV wegen übermässiger Verfahrensdauer gegeben 
ist,  sein Bewenden haben. Namentlich kann eine Verletzung des Be-
schleunigungsgebots  in  Steuerangelegenheiten  nicht  dazu  führen, 
dass die geschuldete Steuer nicht bezahlt werden müsste (Urteil des 
Bundesgerichts  2A.455/2006  vom 1. März  2007  E.  3.3.2;  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts A-4072/2007 vom 11. März 2009 E. 6.2). 
Soweit  die  Beschwerdeführerin  geltend  macht,  durch  das  stossend 
lange Verfahren vor der ESTV nehme diese billigend in Kauf, dass die 

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notwendige materielle Sachnähe unnötig beeinträchtigt werde, ist sie 
jedenfalls  daran  zu  erinnern,  dass  sie  aufgrund  des  Selbstveranla-
gungsprinzips  gemäss  Art.  46 f.  aMWSTG  bzw.  Art. 37 f.  aMWSTV 
selber  verantwortlich  ist  für  die korrekte Abrechnung und Bezahlung 
der  geschuldeten  Mehrwertsteuer  (vgl.  hiezu  Urteile  des  Bundesge-
richts 2C_356/2008 vom 21. November 2008 E. 3.2, 2A.109/2005 vom 
10. März  2006  E. 2.1;  statt  vieler:  Urteile des  Bundesverwaltungsge-
richts A-6612/2007 vom 11. Dezember 2009 E. 2.5, A-6150/2007 vom 
26. Februar 2009 E. 2.4; GERHARD SCHAFROTH/DOMINIK ROMANG, mwst.com, 
Kommentar zum Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer, Basel 2000, 
N. 4 ff., 8 ff. zu Art. 56). Ausserdem ist sie von Gesetzes wegen dazu 
verpflichtet,  ihre  Geschäftsbücher,  Belege,  Geschäftspapiere  und 
sonstigen  Aufzeichnungen  während  zehn  bzw. 20  Jahren  ordnungs-
gemäss aufzubewahren (Art. 58 Abs. 2 aMWSTG bzw. Art. 47 Abs. 2 
aMWSTV). Eine  Verjährung  der  Steuerforderung  ist  ferner  nicht  ge-
geben  und  wird  auch  nicht  behauptet.  Die  ausstehende  Steuer  ist 
demnach nach wie vor geschuldet. Im Übrigen macht die Beschwer-
deführerin zu Recht nicht geltend, dass ihr aus der ihres Erachtens zu 
langen Verfahrensdauer namentlich ein finanzieller Nachteil erwachsen 
sei, zumal der Lauf des Verzugszinses durch Bezahlung des nachge-
forderten Steuerbetrags unter Vorbehalt hätte gestoppt werden können 
(vgl.  Art.  48  Abs.  2  2.  Satz  aMWSTG  bzw. Art.  39  Abs.  4  2.  Satz 
aMWSTV).

5.
Ausgangsgemäss ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf ein-
getreten werden  kann. Die  Kosten für  das  Beschwerdeverfahren vor 
dem Bundesverwaltungsgericht, welche auf Fr. 800.-- festgesetzt wer-
den,  sind  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  (vgl.  Art.  63  Abs. 1 
VwVG) und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu 
verrechnen. Eine Parteientschädigung an die  Beschwerdeführerin  ist 
nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 800.--  werden  der  Beschwerdeführerin 

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auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 800.-- verrechnet. 

3.
Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel Riedo Claudia Zulauf

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli -
chen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizu-
legen (vgl. Art. 42 BGG).

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