# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ba56317d-85e0-55a8-bb22-693faf1d2e37
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-31
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 31.08.2017 725 17 181 / 236
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-17-181---236_2017-08-31.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 31. August 2017 (725 17 181 / 236) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

„Aussage der ersten Stunde“; die Unfallkausalität der nachträglich geltend gemachten 

Schulterbeschwerden ist beweisrechtlich nicht erstellt. 

 

 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Yves Thommen, Kan-

tonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 Basler Versicherung AG, Aeschengraben 21, Postfach, 4002 Basel, 
Beschwerdegegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, 
Güterstrasse 106, Postfach 109, 4018 Basel 
 

  
  
Betreff Leistungen 
 
 
 
A.1 Die 1968 geborene A.____ ist als Verwalterin bei der B.____AG angestellt und in dieser 
Eigenschaft bei der Basler Versicherung AG (nachfolgend: Basler) obligatorisch gegen die Fol-
gen von Unfällen versichert. Am 26. Oktober 2015 meldete A.____ bei der Basler, dass sie am 
24. Oktober 2015 beim Waldspaziergang mit dem rechten Fuss eingeknickt sei und diesen ge-
prellt respektive verstaucht habe. Auf Rückfrage der Basler führte A.____ am 29. Oktober 2015 

 

 
 
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präzisierend aus, dass sie auf einem Waldspaziergang mit dem rechten Fuss eingeknickt und 
gestürzt sei und sich den Fuss verstaucht bzw. geprellt habe. Sie habe vor dem Ereignis keiner-
lei Beschwerden am betroffenen Körperteil gehabt.  
 
A.2 Im Dezember 2015 begab sich A.____ wegen Kopf- und Schulterschmerzen in medizini-
sche Behandlung. Mit Verfügung vom 12. Dezember 2016 lehnte die Basler ihre Leistungs-
pflicht diesbezüglich ab, da es am Kausalzusammenhang zwischen dem gemeldeten Ereignis 
und den geklagten Schulterbeschwerden fehle. Die dagegen von der Versicherten, vertreten 
durch ihre Rechtsschutzversicherung, erhobene Einsprache wurde mit Entscheid vom 12. Mai 
2017 abgewiesen. 
 
B. Hiergegen erhob A.____ am 7./8. Juni 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abtei-
lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, in Gutheissung der Beschwer-
de sei der Einspracheentscheid vom 12. Mai 2017 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei 
zu verpflichten, über den 13. Januar 2016 hinaus die gesetzlichen Leistungen im Zusammen-
hang mit dem Unfall vom 24. Oktober 2015 und der traumatisch bedingten SLAP-Läsion an der 
linken Schulter zu erbringen sowie daraus entstehende Spätfolgen zu übernehmen. Zur Be-
gründung führte sie im Wesentlichen aus, dass es sie beim Sturz am 24. Oktober 2015 über-
schlagen habe, was von ihrem Ehemann bezeugt werden könne. Sie habe sofort Schmerzen in 
der Schulter verspürt, dies jedoch erst später und bloss telefonisch bei der Beschwerdegegne-
rin gemeldet. Die Schmerzen seien schwer lokalisierbar gewesen, was bei der erlittenen Verlet-
zung absolut normal sei. Erst die Einholung einer ärztlichen Zweitmeinung habe die Diagnose 
einer SLAP-Läsion ergeben. Die folgende Operation am 18. Oktober 2016 habe klar eine trau-
matisch bedingte Läsion gezeigt. Die Beschwerdegegnerin habe denn auch bis zum 13. Januar 
2016 die Leistungen im Zusammengang mit der Schulter erbracht. Sie habe vor dem Unfall nie 
an Schulterbeschwerden gelitten und sei sechs Monate nach der Operation auch wieder be-
schwerdefrei. 
 
C. Die Beschwerdegegnerin, vertreten durch Advokat Andrea Tarnutzer-Münch, schloss in 
ihrer Vernehmlassung vom 3. August 2017 auf Abweisung der Beschwerde. Gemäss den Aus-
sagen der Beschwerdeführerin der ersten Stunde sei davon auszugehen, dass anlässlich des 
Unfalls vom 24. Oktober 2015 lediglich der Fuss verletzt worden sei. Die Unfallkausalität der 
Schulterbeschwerden sei nicht erstellt. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kan-
tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor-

 

 
 
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liegend befindet sich dieser in X.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts 
Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- 
und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht 
als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein-
spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich 
zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formge-
recht erhobene Beschwerde vom 7./8. Juni 2017 ist demnach einzutreten. 
 
2. Vorliegend ist einzig umstritten und zu prüfen, ob die Schulterbeschwerden links mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 24. Oktober 2015 zurückzuführen sind. 
 
3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-
lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat 
sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsun-
fähigkeit 80% des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entspre-
chend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am drit-
ten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, 
mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG 
gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfal-
les zu mindestens 10% invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten 
Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenver-
sicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die 
Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall 
eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, 
so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung. 
Diese wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der 
Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 
 
3.2 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem versicher-
ten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integri-
tätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursa-
chen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vor-
handensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise 
bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschrei-
bung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass 
das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige 
Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht 
weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
(BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer 

 

 
 
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gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, wo-
rüber die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – im Rah-
men der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit ei-
nes Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht 
(BGE 129 V 181 E. 3.1). Es ist vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die von allen 
möglichen Geschehensabläufen als die Wahrscheinlichste gewürdigt wird (BGE 126 V 360 
E. 5b). 
 
4. Vorweg ist abzuklären, von welchem Sachverhalt im vorliegenden Verfahren auszuge-
hen ist. 
 
4.1 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen 
eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. 
Im Sozialversicherungsrecht gilt, soweit das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, der 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b). Bei sich widerspre-
chenden Angaben der versicherten Person über den Unfallhergang ist auf die Beweismaxime 
hinzuweisen, wonach die sogenannten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel 
unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst 
von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein 
können. Wenn die versicherte Person ihre Darstellung im Laufe der Zeit wechselt, kommt den 
Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, meistens grösseres Gewicht zu als jenen 
nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Versicherers (BGE 121 V 45 E. 2a mit Hinwei-
sen). Der Grundsatz, wonach die ersten Aussagen nach einem schädigenden Ereignis in der 
Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, stellt eine im Rahmen 
der freien Beweiswürdigung zu berücksichtigende Entscheidungshilfe dar. Sie kann nur zur An-
wendung gelangen, wenn von zusätzlichen Abklärungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten 
sind (RKUV 2004 Nr. U 524 S. 546 f., U 236/03 E. 3.3.4; Urteil 8C_637/2016 vom 13. Dezem-
ber 2016 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.2.1 Aufgrund der vorliegenden Unterlagen stellt sich der rechtserhebliche Sachverhalt wie 
folgt dar: In der Schadensmeldung vom 26. Oktober 2015 hielt die Beschwerdeführerin fest, 
dass sie am 24. Oktober 2015 beim Spazieren mit dem rechten Fuss eingeknickt sei und diesen 
geprellt bzw. verstaucht habe. Auf Rückfrage der Unfallversicherung führte sie am 29. Oktober 
2015 präzisierend aus, dass sie mit dem rechten Fuss eingeknickt und gestürzt sei und sich 
den Fuss verstaucht bzw. geprellt habe. Später sagte sie gegenüber den behandelnden Ärzten 
aus, dass sie beim Sturz auf die linke Schulter gefallen sei (vgl. E. 6 hiernach). Beschwerde-
weise machte sie schliesslich geltend, dass es sie beim Sturz am 24. Oktober 2015 überschla-
gen habe und sie sofort Schmerzen in der Schulter verspürt habe. 
 
4.2.2 Die zuletzt genannten Schilderungen des Unfalls der Versicherten gegenüber den be-
handelnden Ärzten resp. in der Beschwerde vom 7./8. Juni 2017, welche von den zeitnahen 
Schilderungen abweichen bzw. diese mit dem Hinweis ergänzen, dass es sie beim Sturz über-
schlagen habe und sie sofort Schmerzen in der Schulter verspürt habe, sind mit Zurückhaltung 

 

 
 
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zu würdigen. Sie könnten bewusst oder unbewusst von nachträglichen versicherungsrechtli-
chen Überlegungen beeinflusst bzw. geprägt sein. Da es sich um derart augenfällige Umstände 
handelt, ist davon auszugehen, dass sie von der Versicherten mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit bereits in der Unfallmeldung vom 26. Oktober 2015 erwähnt worden wären, hätten sie 
tatsächlich eine Rolle gespielt. Gestützt auf die dargelegte Rechtsprechung zu den "Aussagen 
der ersten Stunde" ist somit auf die Schilderung des Ereignisses vom 24. Oktober 2015 in der 
Unfallmeldung vom 26. Oktober 2015 resp. in der ergänzenden Unfallbeschreibung vom 
29. Oktober 2015 abzustellen. Demnach hat sich die Versicherte am 24. Oktober 2015 (einzig) 
den rechten Fuss verletzt. Diese Angaben haben vorliegend umso mehr Gewicht, als sie von 
der Versicherten selbst unterzeichnet wurden, so dass Missverständnisse bei der Formulierung 
auszuschliessen sind. Der erst im Nachhinein deutlich dramatischer und letztlich abweichend 
geschilderte Unfallhergang steht auch in Kontrast zum Umstand, dass die Versicherte erst über 
einen Monat nach dem Ereignis erstmals wegen Schulterbeschwerden einen Arzt aufsuchte. 
Nach dem Gesagten ist der in der Unfallmeldung vom 26. Oktober 2015 resp. in der ergänzen-
den Unfallbeschreibung vom 29. Oktober 2015 dargelegte Unfallhergang massgebend. Vor die-
sem Hintergrund kann in antizipierender Beweiswürdigung (BGE 137 V 64 E. 5.2; 136 I 229 
E. 5.3) darauf verzichtet werden, den Ehemann der Versicherten als Zeugen zum Ereignis vom 
24. Oktober 2015 persönlich zu befragen. 
 
5.1 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es verlässli-
cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (BGE 134 V 23 1 E. 5.1). Das Gericht hat diese 
nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
(vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi-
alversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen 
und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung 
des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechen-
den medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial 
zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medi-
zinische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberich-
tes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen-
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolge-
rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a 
mit Hinweis). 
 
5.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispielsweise Berichten und Gutachten versi-
cherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach 
Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgut-

 

 
 
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achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver-
sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen 
auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen 
ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 
E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, 
E. 5.3). 
 
6. Im vorliegenden Verfahren sind im Wesentlichen folgende Arztberichte zu berücksich-
tigen: 
 
6.1 Bei Verdacht auf ein AC-Gelenktrauma wurde die Versicherte zur bildgebenden Diag-
nostik in der Abklärungsstelle C.____, untersucht. Im Bericht vom 13. Januar 2016 hielt PD 
Dr. med. D.____, FMH Radiologie, fest, dass die MR-Arthrographie des Schultergelenks links 
einen unauffälligen Befund zeige. Namentlich bestünde ein intakter labroligamentärer Komplex 
und ein regelrechter Verlauf der langen Bizepssehne mit intakter labraler Insertion; Tendinose-
zeichen lägen nicht vor. 
 
6.2 Im Operationsbericht vom 18. Oktober 2016 diagnostizierte Dr. med. E.____, FMH 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, eine Verletzung des 
Bizeps longus-Sehnenansatzes im Sinne einer SLAP-Läsion an der linken Schulter. Anamnes-
tisch habe die Versicherte seit knapp einem Jahr Beschwerden in der linken Schulter. Sie sei 
damals auf die linke Schulter gefallen. Intraoperativ bestünde eine intakte lange Bizepssehne. 
Sie sei aber proximal ausgewalzt und entzündlich verändert. Weiter zeige sich eine Läsion des 
kranialen Labrums an der Bizepsinsertion (SLAP Grad II). Deshalb sei eine Tenodese mit Mini-
open und Mitekranker im Sulcus bicepitalis durchgeführt worden. Der Knorpelüberzug an 
Glenoid und Humerus sei bis auf eine zentrale Chrondropathie Grad II-III unauffällig. Das vorde-
re Labrum und die Supraspinatussehne seien intakt und die Subscapularissehne sei fest veran-
kert. 
 
6.3 Im Austrittsbericht der F.____AG vom 21. Oktober 2016 bestätigte Dr. E.____ die be-
kannten Diagnosen. Weiter führte er aus, dass eine deutliche Einschränkung in der Abduktion 
und in der Aussenrotation bestünde. Die Versicherte verspüre die Schmerzen immer im Bereich 
des Sulcus bicipitalis zentral vorne und zum Teil ins Gelenk hineinziehend. Teilweise seien die 
Beschwerden auch ausstrahlend in den Oberarm nach distal vorhanden. 
 
6.4 Die versicherungsmedizinisch beratende Ärztin Dr. med. G.____, FMH Physikalische 
Medizin und Rehabilitation, führte in ihrer Stellungnahme an die Beschwerdegegnerin vom 
6. Dezember 2016 aus, dass in der Arthro-MRT des linken Schultergelenks vom 13. Januar 
2016 kein konstruktives Organkorrelat einer unfallbedingten Läsion zu objektivieren sei und die 
intra-operativ beschriebene SLAP II Läsion nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das 
postulierte Ereignis zurückzuführen sei. Zudem werde in der Schadenmeldung vom 26. Oktober 
2015 keine allfällige Verletzung des linken Schultergelenks erwähnt, sondern lediglich eine 
„Verstauchung/Prellung“ des rechten Fusses. Der erst im Verlauf angegebene Sturz auf die 
linke Schulter mit dem Mechanismus einer Schulterprellung/Direktanprall sei nicht geeignet, 

 

 
 
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eine SLAP-Läsion zu verursachen. Unter der theoretischen Annahme, dass sich die Versicherte 
anlässlich des Ereignisses vom 24. Oktober 2015 tatsächlich eine linksseitige Schulterkontusion 
zugezogen hätte, wäre der diesbezügliche Status quo sine vel ante spätestens fünf Wochen 
nach dem Ereignis erreicht. 
 
6.5 Am 23. Dezember 2016 diagnostizierte Dr. E.____ einen Status nach Arthroskopie und 
Débridement des Labrums der linken Schulter und eine Mini open-Bizepstendinose mittels Mit-
ek-Anker bei traumatisch bedingter Verletzung des Bizeps longus-Sehnenansatzes im Sinne 
einer SLAP-Läsion. Der SLAP-Riss sei beim Sturz am 24. Oktober 2015 entstanden. Arthro-
skopisch zeige sich eine klar traumatisch bedingte Rissbildung im Bereich des Ankers der Bi-
zepssehne. Seines Erachtens seien die Bilder, welche im Januar 2016 durchgeführt worden 
seien, bereits mit einer klaren Situation im Sinne einer SLAP-Läsion gekennzeichnet. Dass die-
se durch den Radiologen nicht als solche beschrieben worden seien, sei erstaunlich. 
 
6.6 Am 9. Mai 2017 betonte Dr. E.____, dass es sich um eine reine SLAP-Läsion handle, 
die durch den Unfall bedingt sei. Die zeitliche Symptomatik zeige ebenfalls die Kausalität zum 
Unfall. 
 
7.1 Aus dem Sachverhalt, von welchem aufgrund der Beweiswürdigung auszugehen ist 
(vgl. Ziff. 4.2.2 hiervor), ergibt sich, dass beim Sturz am 24. Oktober 2015 keine Traumatisie-
rung der linken Schulter stattgefunden hat. Damit ist die Schlussfolgerung von Dr. G.____, wo-
nach ein Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 24. Oktober 2015 und den 
erst später geltend gemachten Schulterbeschwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit erstellt sei, einleuchtend und nachvollziehbar. Daran ändert auch nichts, dass es sich bei 
Dr. G.____ um eine Vertrauensärztin der Beschwerdegegnerin handelt. Die Berichte versiche-
rungsinterner Ärzte sind soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Rich-
tigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (vgl. Ziff. 5.2 hiervor). Solche Zweifel liegen nicht vor 
und werden auch von der Beschwerdeführerin nicht substantiiert geltend gemacht. Vielmehr 
stimmt ihre Beurteilung mit der zeitnah zum Unfallereignis durchgeführten bildgebenden Unter-
suchung vom 13. Januar 2016 insofern überein, als die MR-Arthrographie des Schultergelenks 
links einen unauffälligen Schulterbefund links zeigte. Insgesamt entspricht die Beurteilung der 
beratenden Ärztin Dr. G.____ den Anforderungen der Rechtsprechung (vgl. E. 5.2 hiervor), 
weshalb darauf abgestellt werden kann.  
 
7.2 Daran ändern auch die Ausführungen in der Beschwerde nichts. Entgegen der Ansicht 
der Beschwerdeführerin kann der Beurteilung des behandelnden Arztes Dr. E.____ in Bezug 
auf die Kausalität der Schulterbeschwerden schon deshalb nicht gefolgt werden, weil er von 
einem nicht massgeblichen Sachverhalt (Sturz auf die linke Schulter; vgl. E. 6.2 hiervor) aus-
ging. Selbst wenn die Beschwerdegegnerin – wie die Beschwerdeführerin geltend macht – bis 
zum 13. Januar 2016 Leistungen im Zusammenhang mit den Schulterbeschwerden erbracht 
haben sollte, ändert dies nichts an der Tatsache, dass die Unfallkausalität der nachträglich gel-
tend gemachten Schulterbeschwerden beweisrechtlich nicht erstellt ist.  
 

 

 
 
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7.3 Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leis-
tungspflicht für die ab Dezember 2015 geklagten Schulterbeschwerden links abgelehnt hat. Die 
gegen den betreffenden Einspracheentscheid vom 12. Mai 2017 erhobene Beschwerde erweist 
sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 
 
8. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Par-
teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu er-
heben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla-
gen (Art. 61 lit. g ATSG). 
 
 
 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. 
 
 
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