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**Case Identifier:** 0f5e3c45-7b59-5708-b47d-ce6b1571f2b3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.12.2008 A-1523/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1523-2006_2008-12-10.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1523/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Richter Thomas Stadelmann (Vorsitz), Pascal Mollard, 
Daniel Riedo, 
Gerichtsschreiber Keita Mutombo.

A._______, ...,
Beschwerdeführer,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV),
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Mehrwertsteuer (1. Quartal 2001 bis 4. Quartal 2002); 
Meldeverfahren, Eigenverbrauch, Ermessenseinschät-
zung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-1523/2006

Sachverhalt:

A.
A._______, einst allgemein praktizierender Arzt mit eigener Praxis bis 
Ende 2002, war vom 1. Januar 1995 bis zum 31. Dezember 2002 ge-
mäss Art. 17 Abs. 1 der Verordnung vom 22. Juni 1994 über die Mehr-
wertsteuer  (MWSTV,  AS  1994  1464)  sowie  Art. 21  des  Mehr-
wertsteuergesetzes vom 2. September 1999 (MWSTG, SR 641.20) im 
Register der Mehrwertsteuerpflichtigen bei der Eidgenössischen Steu-
erverwaltung (ESTV) eingetragen. Infolge Geschäftsaufgabe übertrug 
er  seine Praxis  (Einrichtung und Warenlager)  per 1. Januar 2003 an 
seinen  ebenfalls  steuerpflichtigen  Nachfolger.  Dies  ergibt  sich  auch 
aus dem durch A._______ und dessen Nachfolger am 29. Januar 2003 
datierten  und  unterzeichneten  "Formular  [Nr. 764]  zur  Meldung  [der 
Übertragung eines Gesamt- oder Teilvermögens] nach Art. 47 Abs. 3 
MWSTG" (zweiseitige Beilage zu act. 8).

B.
Am 16. und 22. April 2004 führte die ESTV sowohl bei A._______ wie 
auch  bei  dessen  Nachfolger  eine  Kontrolle  der  Steuerperioden 
1. Quartal  2001  bis  4. Quartal  2002  (Zeit  vom  1. Januar  2001  bis 
31. Dezember  2002)  durch.  Anlässlich  dieser  Kontrolle  stellte  die 
ESTV  laut  eigenen  Angaben  fest,  dass  bei  A._______  (gemäss 
dessen  Schlussbilanz)  per  31. Dezember  2002  Waren  im  Wert  von 
Fr. 80'000.-- vorhanden gewesen seien. Dieser habe seinem Nachfol-
ger jedoch (lediglich) Waren im Wert von Fr. 35'874.-- übertragen, was 
sich  auch aus der  Buchhaltung des übernehmenden Arztes  ergebe. 
Aufgrund dieser  Feststellung  kam es  zu  einer  Nachforderung in  der 
Höhe von Fr. 6'911.-- Mehrwertsteuern zuzüglich 5% Verzugszins seit 
31. August 2001 (mittlerer Verfall), welche die ESTV mit Ergänzungs-
abrechnung (EA) Nr. ... vom 28. April 2004 geltend machte.

C.
Mit  Schreiben  vom 2. Juli  2004  bestritt  A._______  die  besagte  EA, 
weshalb die ESTV mit formellem Entscheid vom 6. Januar 2005 ihre 
Rechtsauffassung  und  die  im  Rahmen  der  EA  geltend  gemachte 
Steuernachforderung bestätigte.

D.
Gegen diesen Entscheid wehrte sich A._______ mit Einsprache vom 
12. Januar  2005.  Mit  Einspracheentscheid  vom  1. Dezember  2005 

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hiess die ESTV die Einsprache von A._______ (nur) insoweit teilweise 
gut, als neu von einem mittleren Verfall seit 15. April 2002 auszugehen 
war;  im  Übrigen  wurde  die  Einsprache  abgewiesen  und  am 
nachgeforderten Steuerbetrag von Fr. 6'911.-- festgehalten.

E.
Gegen  diesen  Einspracheentscheid  reichte  A._______  (Be-
schwerdeführer)  am 12. Dezember  2005 Beschwerde bei  der  Eidge-
nössischen Steuerrekurskommission (SRK) ein und stellte diesbezüg-
lich ein "Wiedererwägungsgesuch". Seiner Eingabe lässt sich sinnge-
mäss entnehmen, dass er sich nach wie vor "gegen eine falsche An-
wendung  [seiner]  Zahlen  zur  Berechnung  der  geschuldeten  Nach-
steuer auf der Differenz des Warenlagers und der an den Ueberneh-
mer  übertragenen  Medikamente  zu  wehren  [versucht]",  weshalb  die 
Steuernachforderung (wohl) entsprechend zu reduzieren sei.

In ihrer Vernehmlassung vom 14. Februar 2006 beantragte die ESTV 
die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. 

F.
Mit  Schreiben vom 5. Februar 2007 teilte das Bundesverwaltungsge-
richt  den  Parteien  mit,  dass  es  das  hängige  Beschwerdeverfahren 
übernommen habe.

Auf die Begründungen in den Eingaben der Parteien wird – soweit ent-
scheidwesentlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge-
gangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Bis  zum  31. Dezember  2006  unterlagen  Einspracheentscheide  der 
ESTV  der  Beschwerde  an  die  SRK.  Das  Bundesverwaltungsgericht 
übernimmt, sofern es zuständig ist, die Ende 2006 bei der SRK hängi-
gen Rechtsmittel. Die Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht 
(Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desverwaltungsgericht [Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32]). 
Soweit das VGG nichts anderes bestimmt, richtet sich gemäss Art. 37 
VGG das Verfahren nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das Bundesver-

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waltungsgericht ist zur Behandlung der Beschwerde sachlich wie funk-
tionell zuständig (Art. 31 und 33 Bst. d VGG).

2.
2.1 Der Mehrwertsteuer unterliegen u.a. die von steuerpflichtigen Per-
sonen  im  Inland  gegen  Entgelt  erbrachten  Lieferungen  von  Gegen-
ständen und Dienstleistungen sowie der Eigenverbrauch (Art. 5 Bst. a 
bis c MWSTG).

2.1.1 Die Eigenverbrauchssteuer ist bei Wegfall  der Steuerpflicht ge-
schuldet,  wenn  die  steuerpflichtige  Person  aus  ihrem  Unternehmen 
Gegenstände dauernd oder vorübergehend entnimmt, die oder deren 
Bestandteile sie zum vollen oder teilweisen Vorsteuerabzug berechtigt 
haben,  und  die  sich  zu  diesem Zeitpunkt  noch  in  ihrer  Verfügungs-
macht befinden (Art. 9 Abs. 1 Bst. d MWSTG). Das Ziel des Eigenver-
brauchstatbestands  ist,  unbesteuerten  Endverbrauch  zu  verhindern, 
und zwar dort, wo der Steuerpflichtige steuerentlastete Leistungsbezü-
ge  und  eigene  Leistungen  nicht  der  entgeltlichen  Fremdversorgung, 
sondern  der  unentgeltlichen Selbstversorgung zuführt. Die Eigenver-
brauchssteuer soll  die durch den Vorsteuerabzug beim Steuerpflichti-
gen  eintretende  Steuerentlastung  rückgängig  machen  (Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-1641/2006  vom  22. September  2008 
E. 2.2,  A-572/2008  vom  23. Juli  2008  E. 2.1.2;  DANIEL RIEDO,  in: 
mwst.com,  Kommentar  zum Bundesgesetz  über  die  Mehrwertsteuer, 
Basel/Genf/München 2000, Rz. 5 und 8 zu Art. 9).

2.1.2 Die  Eigenverbrauchssteuer  infolge  Wegfalls  der  Steuerpflicht 
stellt einen Spezialtatbestand der Entnahme für unternehmensfremde 
Zwecke dar. Es genügt nach Art. 9 Abs. 1 Bst. d MWSTG, dass sich 
die Gegenstände bei Wegfall der Steuerpflicht noch in der Verfügungs-
macht des Unternehmers befinden (vgl. IVO GUT, in: mwst.com, a.a.O., 
Rz. 16 zu Art. 9 Abs. 1), ohne dass sie auch tatsächlich für unterneh-
mensfremde Zwecke verwendet werden. Ebenso wenig setzt das Ge-
setz für eine Besteuerung voraus, dass der Steuerpflichtige seinerzeit 
die auf dem Bezug der Gegenstände lastende Steuer tatsächlich als 
Vorsteuer geltend machte. Ausreichend ist,  dass er hierzu berechtigt 
war  (s.  Bericht  vom 28. August  1996  der  Kommission für  Wirtschaft 
und Abgaben des Nationalrats [WAK-N] zur parlamentarischen Initiati-
ve [Parlamentarische Initiative Dettling, 93.461] über den Erlass eines 
Bundesgesetzes über die Mehrwertsteuer,  ad Art. 9 Abs. 1). Als Ge-
genstände kommen bei diesem Eigenverbrauchstatbestand typischer-

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weise jene in Frage, die im Warenlager verbleiben, oder die noch vor-
handenen  Anlagegüter  bzw.  Betriebsmittel  inklusive  der  Betriebslie-
genschaft (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1556 vom 8. Okto-
ber 2007 E. 2.2; Entscheid der SRK vom 25. Oktober 2004, veröffent-
licht in  Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 69.37 E. 4c/aa; 
ALOIS CAMENZIND/NIKLAUS HONAUER/KLAUS A. VALLENDER,  Handbuch  zum 
Mehrwertsteuergesetz [MWSTG], Bern 2003, 2. Aufl., Rz. 394). 

2.2 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Einspra-
cheentscheid  grundsätzlich  in  vollem  Umfang  überprüfen.  Der  Be-
schwerdeführer kann neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 
Bst. a  VwVG)  und  der  unrichtigen  oder  unvollständigen  Feststellung 
des  rechtserheblichen  Sachverhalts  (Art. 49  Bst. b  VwVG)  auch  die 
Rüge der Unangemessenheit erheben (Art. 49 Bst. c VwVG; vgl. ANDRÉ 
MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bun-
desverwaltungsgericht,  Basel  2008,  Rz. 2.149;  ULRICH HÄFELIN/GEORG 
MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  Zürich  2006, 
5. Aufl., Rz. 1758 ff.). Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt sich al-
lerdings  bei  der  Überprüfung  von  zulässigerweise  erfolgten  Ermes-
sensveranlagungen eine gewisse Zurückhaltung und führt  so die ge-
festigte diesbezügliche Rechtsprechung der SRK weiter. Diese Praxis 
wurde  am 22. November  2007  höchstrichterlich  bestätigt  (Urteil  des 
Bundesgerichts 2C_426/2007 vom 22. November 2007 E. 4.3). Ob in-
dessen die Voraussetzungen für die Vornahme einer Ermessensveran-
lagung gegeben sind, überprüft das Bundesverwaltungsgericht unein-
geschränkt  (statt  vieler:  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-1475/2006  vom  20. November  2008  E. 2.1,  A-1635/2006  vom 
27. August  2008  E. 3.3;  Entscheide der  SRK 2004-023 vom 10. Mai 
2005  E. 1b,  vom  24. Oktober  2005,  veröffentlicht  in  VPB  70.41 
E. 2d/cc, je mit weiteren Hinweisen;  vgl.  PASCAL MOLLARD, TVA et taxa-
tion par estimation, in: Archiv für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 
69 S. 557).

2.3 Die Veranlagung und Entrichtung der Mehrwertsteuer erfolgt nach 
dem Selbstveranlagungsprinzip (Art. 46 f. MWSTG; vgl. ERNST BLUMEN-
STEIN/PETER LOCHER, System des schweizerischen Steuerrechts, 6. Aufl., 
Zürich  2002,  S. 421 ff.).  Dies  bedeutet,  dass  der  Steuerpflichtige 
selbst  und unaufgefordert  in  der  vorgeschriebenen Form über  seine 
Umsätze  und  Vorsteuern  abzurechnen  und  innerhalb  von  60  Tagen 
nach  Ablauf  der  Abrechnungsperiode  den  geschuldeten  Mehrwert-
steuerbetrag (Steuer vom Umsatz abzüglich Vorsteuern) an die ESTV 

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abzuliefern hat. Bei verspäteter Zahlung wird ohne Mahnung ein Ver-
zugszins geschuldet (Art. 47 Abs. 2 MWSTG). Die Verwaltung ermittelt 
die Höhe des geschuldeten Mehrwertsteuerbetrages nur dann an Stel-
le  des Mehrwertsteuerpflichtigen,  wenn dieser  seinen Pflichten nicht 
nachkommt (Art. 60 MWSTG, Ermessenseinschätzung; vgl. CAMENZIND/
HONAUER/VALLENDER,  a.a.O., S. 569 ff.). Ein Verstoss des Mehrwertsteu-
erpflichtigen gegen diesen Grundsatz ist als schwerwiegend anzuse-
hen, da er durch die Nichtbeachtung die ordnungsgemässe Erhebung 
der Mehrwertsteuer gefährdet (vgl. statt vieler: Urteile des Bundesver-
waltungsgerichts A-572/2008 vom 23. Juli 2008 E. 2.1.1, A-1546/2006 
vom 30. April 2008 E. 2.5.1, A-1531/2006 vom 10. Januar 2008 E. 2.2, 
je  mit  weiteren  Hinweisen;  ferner  Entscheid  der  SRK  vom  19. Mai 
2004, veröffentlicht in VPB 68.131 E. 2b).

Bei der entgeltlichen oder der unentgeltlichen Übertragung eines Ge-
samt- oder Teilvermögens von einer steuerpflichtigen Person auf eine 
andere im Rahmen einer Gründung, einer Liquidation oder einer Um-
strukturierung  hat  die  steuerpflichtige  Person  ihre  Steuerpflicht  ge-
stützt auf Art. 47 Abs. 3 MWSTG durch Meldung der steuerbaren Lie-
ferung und Dienstleistung zu erfüllen.

2.3.1 Gemäss Art. 58 Abs. 1 MWSTG hat der Mehrwertsteuerpflichti-
ge seine Geschäftsbücher ordnungsgemäss zu führen und so einzu-
richten, dass sich aus ihnen die für die Feststellung der Mehrwertsteu-
erpflicht  sowie  für  die  Berechnung  der  Steuer  und  der  abziehbaren 
Vorsteuern massgebenden Tatsachen leicht und zuverlässig ermitteln 
lassen. Die ESTV kann hierüber nähere Bestimmungen aufstellen. Von 
dieser Befugnis hat sie in der "Wegleitung 2001 zur Mehrwertsteuer" 
vom  Sommer  2000  (Wegleitung  2001),  die  vom 1. Januar  2001  bis 
Ende 2007 gültig war, Gebrauch gemacht. In der Wegleitung 2001 sind 
genauere Angaben enthalten, wie eine Buchhaltung auszugestalten ist 
(Rz. 878 ff.). So etwa haben sich alle Eintragungen (in den Geschäfts-
büchern) auf entsprechende Belege zu stützen, so dass die einzelnen 
Geschäftsvorfälle von der Eintragung in die Hilfs- und Grundbücher bis 
zur Steuerabrechnung und bis zum Jahresabschluss sowie umgekehrt 
leicht und genau verfolgt werden können ("Prüfspur"; vgl. Rz. 890 der 
Wegleitung 2001). Infolgedessen hat  ein Steuerpflichtiger grundsätz-
lich auf Ende jedes Geschäftsjähres namentlich ein detailliertes Inven-
tar der Warenvorräte oder detaillierte Verzeichnisse der Debitoren und 
Kreditoren zu erstellen (vgl. Rz. 891 der Wegleitung 2001).

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2.3.2 Nach  Art. 60  MWSTG  nimmt  die  ESTV  eine  Schätzung  nach 
pflichtgemässem Ermessen vor,  wenn keine oder  nur  unvollständige 
Aufzeichnungen  vorliegen  oder  die  ausgewiesenen  Ergebnisse  mit 
dem wirklichen Sachverhalt  offensichtlich nicht übereinstimmen (aus-
führlich zu den Voraussetzungen einer  Ermessenseinschätzung statt 
vieler: Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1578/2006 vom 2. Ok-
tober  2008  E. 3,  A-1635/2006  vom  27. August  2008  E. 2  und  3, 
A-1532/2006 vom 10. Januar 2008 E. 2).

2.3.3 Sind die Voraussetzungen für  die Vornahme einer  Ermessens-
einschätzung gegeben, so hat  die Verwaltung diejenige Schätzungs-
methode zu wählen, die den individuellen Verhältnissen im Betrieb des 
Steuerpflichtigen  soweit  als  möglich  Rechnung  trägt,  auf  plausiblen 
Angaben beruht und deren Ergebnis der wirklichen Situation möglichst 
nahe  kommt  (Urteile  des  Bundesgerichts  2C_426/2007 vom 22. No-
vember  2007  E. 3.2,  2A.552/2006  vom  1. Februar  2007  E. 3.3, 
2A.253/2005 vom 3. Februar 2006 E. 4.1; Urteile des Bundesverwal-
tungsgerichts A-1578/2006 vom 2. Oktober 2008 E. 4.2, A-1641/2006 
vom  22. September  2008  E. 5.1,  A-1549/2006  vom  16. Mai  2008 
E. 4.1, je mit weiteren Hinweisen; CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER, S. 570 
Rz. 1682).  Die  Ermessensveranlagung  hat  somit  zum  Ziel,  den  tat-
sächlichen Gegebenheiten möglichst gerecht zu werden. Es haftet ihr 
deshalb  eine  gewisse  Unsicherheit  an,  die  der  Steuerpflichtige  auf-
grund seiner Pflichtverletzung selber zu vertreten hat (Urteil des Bun-
desgerichts 2A.437/2005 vom 3. Mai 2006 E. 3.2; Urteile des Bundes-
verwaltungsgerichts A-1526/2006 vom 28. Januar 2008 E. 3.3 und 3.4 
mit Hinweisen, A-1532/2006 vom 10. Januar 2008 E. 2.5.1; vgl. ferner 
MOLLARD, a.a.O., in: ASA 69 S. 519).

2.3.4 Im Beschwerdeverfahren kann der Mehrwertsteuerpflichtige die 
vorgenommene Schätzung der Ausgangsumsatzsteuer als solche be-
streiten und er hat die Möglichkeit, die erforderlichen Beweismittel ein-
zureichen, um die Unrichtigkeit der durch die Verwaltung vorgenomme-
nen Schätzung nachzuweisen. Sind die Voraussetzungen einer Ermes-
senstaxation  erfüllt,  obliegt  es ihm,  den Beweis  für  die  Unrichtigkeit 
der Schätzung zu erbringen (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 
2C_171/2008 vom 30. Juli 2008 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteile des Bun-
desverwaltungsgerichts  A-1578/2006  vom  2. Oktober  2008  E. 5.3, 
A-1641/2006  vom  22. September  2008  E. 5.3;  Entscheide  der  SRK 
vom 28. Mai  2003,  veröffentlicht  in  VPB 67.128 E. 4d,  vom 30. Sep-
tember 2002, veröffentlicht in VPB 67.54 E. 1b/aa, je mit weiteren Hin-

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weisen). Dabei ist eine ausführliche Begründung unter Hinweis auf Be-
weismittel  erforderlich,  inwiefern  die  Mehrwertsteuerforderung  tiefer 
sein soll, als von der ESTV geschätzt. Erst wenn der Mehrwertsteuer-
pflichtige  den  Nachweis  dafür  erbringt,  dass  der  Vorinstanz  bei  der 
Schätzung erhebliche und offensichtliche Ermessensfehler unterlaufen 
sind, setzt das Bundesverwaltungsgericht sein eigenes Ermessen an 
die Stelle jenes der Vorinstanz (vgl. statt  vieler: Urteile des Bundes-
verwaltungsgerichts  A-1578/2006  vom  2. Oktober  2008  E. 5.2, 
A-1572/2006 vom 21. August 2008 E. 2.5.4, A-1550/2006 vom 16. Mai 
2008 E. 5.2; Entscheid der SRK vom 24. Oktober 2005, veröffentlicht 
in VPB 70.41 E. 2d/bb mit Hinweisen).

3.
Im vorliegenden Fall ist zunächst zu untersuchen, ob die ESTV – aus-
gehend  von  einem  Eigenverbrauchstatbestand  –  zu  Recht  den  ge-
schuldeten Nachforderungsbetrag durch Schätzung ermittelt  hat. Nur 
wenn dies der  Fall  ist,  ist  zu überprüfen,  ob  dem Beschwerdeführer 
der ihm obliegende Nachweis der Unrichtigkeit der Schätzung gelingt, 
und sich infolgedessen eine Reduktion des nachgeforderten Steuerbe-
trags rechtfertigt.

3.1
3.1.1 Die  ESTV  macht  geltend,  dass  die  durch  das  Selbstveranla-
gungsprinzip  erforderlichen  Aufzeichnungen  des  Beschwerdeführers 
anlässlich  der  Kontrolle  nur  unvollständig  gewesen  seien.  Überdies 
hätten die ausgewiesenen Ergebnisse (gestützt auf die Meldung des 
Beschwerdeführers an die ESTV vom 29. Januar 2003 betreffend den 
Übertrag von Waren im Wert von Fr. 35'874.-- an seinen Praxisnachfol-
ger; vgl. oben Bst. A) mit dem wirklichen Sachverhalt, wonach gemäss 
Schlussbilanz des Beschwerdeführers per 31. Dezember 2002 Waren 
in der Höhe von Fr. 80'000.-- vorhanden gewesen waren, offensichtlich 
nicht übereingestimmt. Im Rahmen der (hier bestrittenen) Nachbelas-
tung des Eigenverbrauchs (diese entspricht dem Steuerbetrag auf dem 
Differenzwert zwischen Fr. 80'000.-- und Fr. 35'874.-- [= Fr. 44'126.--]) 
habe das Verhältnis zwischen Medikamenten (zum reduzierten Steuer-
satz steuerbar) und Hilfsmaterial (zum Normalsatz steuerbar) ermittelt 
werden  müssen.  Dies  erfolgte  im  Ergebnis  unter  Vornahme  einer 
Schätzung, zumal der Beschwerdeführer laut ESTV weder anlässlich 
der Kontrolle noch bis heute ein Inventar vorzulegen vermochte, das 
ein anderes Verhältnis dargelegt hätte.

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3.1.2 Mit der ESTV ist zunächst festzuhalten, dass der Beschwerde-
führer in seiner Eingabe die Nachbelastung (der Eigenverbrauchssteu-
er) gemäss Ziffer 2 der in Frage stehenden EA dem Grundsatze nach 
nicht  bestreitet. Insbesondere bleibt die Feststellung der ESTV, dass 
beim Beschwerdeführer  per  31. Dezember  2002 Waren im Wert  von 
Fr. 80'000.-- vorhanden waren, unwidersprochen, weshalb im Folgen-
den – nicht zuletzt auch mangels anderslautendem Inventar – davon 
auszugehen ist. Den Akten zufolge hat der Beschwerdeführer seinem 
Praxisnachfolger hingegen (lediglich) Waren im Wert von Fr. 35'874.-- 
übertragen. Aktenkundig ist überdies, dass der Beschwerdeführer auf 
dem  besagten  Meldeformular  in  der  letzten  Rubrik  Nr. 07  keinerlei 
zurückbehaltene Gegenstände deklariert hat, die "ganz oder teilweise 
nicht mehr für einen steuerbaren Zweck verwendet" wurden (s. Beilage 
zu act. 8, S. 2). Damit aber ist die ESTV zu Recht von einem Eigenver-
brauchstatbestand ausgegangen. Dasselbe gilt für die Annahme einer 
offensichtlichen  Nichtübereinstimmung  zwischen  deklariertem  und 
wirklichem Sachverhalt,  was  sie  (grundsätzlich)  zur  Vornahme  einer 
Ermessenstaxation berechtigte (vgl. oben E. 2.3.2).

3.2 Für die Ermittlung der nachgeforderten Eigenverbrauchssteuer hat 
die ESTV ausgehend von einem Betrag von Fr. 44'126.--  (entspricht 
der Differenz zwischen Fr. 80'000.-- und Fr. 35'874.--) den geschulde-
ten Steuerbetrag geschätzt. Dies unter Berücksichtigung des Verhält-
nisses zwischen Medikamenten (die zum reduzierten Steuersatz von 
2,4%  zu  versteuern  sind)  und  Hilfsmitteln  (die  demgegenüber  zum 
Normalsatz von 7,6% steuerbar sind). Dabei habe sie – so die ESTV 
weiter – dasselbe Verhältnis angewandt, das der vom Beschwerdefüh-
rer  eingereichten  "Liste  der  übertragenen  Vermögenswerte"  vom 
29. Januar  2003  (act. 8)  in  Bezug  auf  "Medikamentenlager"  (rund 
82%) einerseits und "Verbrauchsmaterial" (rund 18%) andererseits zu 
entnehmen sei.

3.3 Sind wie im vorliegenden Fall die Voraussetzungen einer Ermes-
senstaxation  erfüllt  (E. 3.1.2),  obliegt  es  dem Mehrwertsteuerpflichti-
gen, den Beweis für die Unrichtigkeit der Schätzung zu erbringen. Er 
hat  sich mit  den Elementen der vorgenommenen Ermessenstaxation 
im Einzelnen zu befassen und aufzuzeigen, dass die Schätzung offen-
sichtliche  Fehler  aufweist  (vgl.  oben  E. 2.3.4).  Das  Bundesverwal-
tungsgericht auferlegt sich – wie bereits ausgeführt (E. 2.2) – bei der 
Überprüfung  von  Ermessensveranlagungen  eine  gewisse  Zurückhal-
tung, soweit die Zweckmässigkeit der Entscheidung in Frage steht.

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3.3.1 Gegen  die  Umsatzberechnung  bringt  der  Beschwerdeführer  – 
unter Verweis auf seine Einsprache vom 12. Januar 2005 sowie sein 
Schreiben vom 2. Juli  2004 – sinngemäss vor,  dass  für  die  Berech-
nung  des  geschuldeten  Steuerbetrags  vom  entsprechenden  (Um-
satz-)Verhältnis  Medikamente zu medizinischen Hilfsmitteln des Jah-
res 2002 auszugehen sei. 

3.3.2 Unwidersprochenerweise  war  der  Beschwerdeführer  anlässlich 
der Kontrolle nicht in der Lage, ein Inventar vorzulegen, aus welchem 
der Warenlagerbestand für das Jahr 2002 und namentlich das von ihm 
behauptete  günstigere  Verhältnis  zwischen Medikamenten  und Hilfs-
mitteln ersichtlich wäre (vgl. oben E. 3.1.1). Dazu aber hätte der Be-
schwerdeführer nach Ansicht des Bundesverwaltungsgerichts spätes-
tens  im  Rahmen  des  vorliegenden  Verfahrens  allen  Anlass  gehabt. 
Denn mit der ESTV ist dem Beschwerdeführer entgegenzuhalten, dass 
das prozentuale Verhältnis (zwischen Medikamenten und Hilfsmitteln) 
des  Warenlagers  in  der  Tat nicht  jenem des normalen Geschäftsab-
laufs (z.B. des Jahres 2002) entsprechen muss. Im Übrigen geht der 
Beschwerdeführer  fehl  in  der Annahme, die ESTV verlange von ihm 
die Aufschlüsselung des Verbrauchsmaterials  von Fr. 6'476.--,  "damit 
man zwischen den Mehrwertsteuersätzen von 2,4 resp. 7,6% das rich-
tige Verhältnis ermitteln könne". Vielmehr hat die ESTV im angefochte-
nen Entscheid mehrmals explizit darauf hingewiesen, dass es dem Be-
schwerdeführer obliege, ein entsprechendes Inventar vorzulegen, um 
bezüglich  der  Nachbelastung  des Eigenverbrauchs ein  anderes  Ver-
hältnis  zwischen  Medikamenten  und  Hilfsmaterial  darzulegen  und 
nachzuweisen.  Dieser  Obliegenheit  ist  der  Beschwerdeführer  –  na-
mentlich  auch  mit  der  Einreichung  von  (undatierten)  "Fotokopien 
(...seiner) handschriftlichen Listen der (angeblich) übergebenen Hilfs-
mittel (...)" im Beschwerdeverfahren – nicht nachgekommen. Abgese-
hen davon, dass die besagten Listen teilweise unleserlich sind, vermö-
gen sie namentlich das vom Beschwerdeführer behauptete günstigere 
(prozentuale)  Verhältnis  zwischen  Medikamenten  und  Hilfsmitteln  im 
Warenlager des Jahres 2002 nicht nachzuweisen, zumal sie sich nach 
eigenen Angaben ohnehin nur auf  (angeblich)  abgegebene "Hilfsmit-
tel" beziehen. Infolgedessen ist es dem Beschwerdeführer vorliegend 
nicht gelungen aufzuzeigen und zu belegen, inwiefern die Schätzung 
der ESTV falsch ist bzw. den von ihm behaupteten tatsächlichen Ver-
hältnissen nicht entspricht (vgl. oben E. 2.3.4, 3.3). Die von der ESTV 
geschätzte  Eigenverbrauchssteuer  auf  Grundlage  der  Liste  des  Be-
schwerdeführers betreffend die seinem Nachfolger übertragenen Ver-

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mögenswerte vom 29. Januar 2003 (vgl. oben E. 3.2) ist deshalb nicht 
zu beanstanden, und die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen.

4.
Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer nach Art. 63 
Abs. 1 VwVG sämtliche Verfahrenskosten für  das Beschwerdeverfah-
ren vor der SRK bzw. dem Bundesverwaltungsgericht zu tragen. Diese 
werden nach Art. 4 des  Reglements vom 21. Februar  2008 über  die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
(VGKE, SR 173.320.2) auf Fr. 500.-- angesetzt und mit dem geleiste-
ten Kostenvorschuss in derselben Höhe verrechnet.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 500.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 500.-- verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Stadelmann Keita Mutombo

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizu-
legen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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