# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** df248a08-12d7-5e6d-b04c-3e1f8f14f7f7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 28.05.2021 SK2 2021 12
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2021-12_2021-05-28.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Verfügung vom 28. Mai 2021

Referenz SK2 21 12

Instanz II. Strafkammer 

Besetzung Nydegger, Vorsitzender

Parteien A._____, 
Beschwerdeführer

gegen

B._____
Beschwerdegegner

Gegenstand Diebstahl etc.

Anfechtungsobj. Nichtanhandnahmeverfügung Staatsanwaltschaft Graubünden 
vom 18.02.2021, mitgeteilt am 22.02.2021 (Proz. Nr. 
EK.2021.586)

Mitteilung 01. Juni 2021

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Sachverhalt

A. A._____ befindet sich derzeit in der Justizvollzugsanstalt C._____. Mit 
Schreiben vom 18. Januar 2021 reichte er gegen B._____ vom Amt für Justizvoll-
zug Graubünden (nachfolgend: AJV) eine Strafanzeige wegen "Diebstahls, Amts-
missbrauchs etc." ein. Er machte im Wesentlichen geltend, dass ihm am 4. Sep-
tember 2020 von seinem "Verdienstanteil illegalerweise die Verfahrenskosten der 
Verfügung des Amts für Justizvollzug vom 6.12.2019 in Höhe von CHF 130.00 
abgezogen" worden seien. Dies, obschon gemäss dem Urteil des Bundesgerichts 
1B_82/2019 Gefangene den gesamten Verdienst behalten dürften. Zudem verwies 
A._____ auf die Richtlinien der Ostschweizer Strafvollzugskommission. Darin ste-
he nichts darüber, dass Geld ab dem Freikonto für Verfahrenskosten verwendet 
werden dürfe. Sein Freikonto, auf welchem sich das Geld befunden habe, sei wie 
ein Bankkonto und dürfe ohne seine Einwilligung nicht angefasst werden.

B. In seiner Stellungnahme vom 12. Februar 2021 verwies B._____ auf ein 
Urlaubsgesuch von A._____. Dieses sei am 6. Dezember 2019 abgewiesen wor-
den; dabei seien die Verfahrenskosten von CHF 130.00 A._____ auferlegt worden 
und es sei verfügt worden, dass diese von seinem Verdienstanteil abzuziehen sei-
en. Die dagegen von A._____ eingereichte Beschwerde habe das Departement 
für Justiz, Sicherheit und Gesundheit am 2. Juni 2020 rechtskräftig abgewiesen. 
Damit sei auch die Anordnung, wonach die Verfahrenskosten vom Verdienstanteil 
abzuziehen seien, in Rechtskraft erwachsen. 

C. Mit Verfügung vom 18. Februar 2021, mitgeteilt am 22. Februar 2021, ent-
schied die Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Staatsanwaltschaft), 
dass in dieser Hinsicht kein Strafverfahren an die Hand genommen werde. Die 
Verfahrenskosten wurden auf die Staatskasse genommen.

D. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe 
vom 1. März 2021 (Poststempel 2. März 2021) Beschwerde beim Kantonsgericht 
von Graubünden und beantragte, was folgt:

- Das Strafverfahren wegen Diebstahls, Amtsmissbrauchs etc. gegen 
B._____ Graubünden ist an die Hand zu nehmen.

- Ich verlange die Rückerstattung der Verfahrenskosten der Verfügung vom 
AJV vom 6.12.2019 in der Höhe von CHF 130.00.

- Ich verlange unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 117 ZPO sowie Art. 
64 BGG.

- Eventualiter verlange ich die sofortige Haftentlassung in Sachen SK1 20 
12 (Proz. Nr. 515-2014-28).

- Ich verlange eine angemessene Entschädigung.

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E. Auf die Einholung von Stellungnahmen wurde verzichtet.

Erwägungen

1.1. Gemäss Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO in Verbindung mit Art. 310 Abs. 2 StPO 
und Art. 322 Abs. 2 StPO sowie Art. 22 des Einführungsgesetzes zur Schweizeri-
schen Strafprozessordnung (EGzStPO; BR 350.100) kann gegen Nichtanhand-
nahmeverfügungen der Staatsanwaltschaft beim Kantonsgericht von Graubünden 
Beschwerde geführt werden. Die Behandlung der Beschwerde fällt in die Zustän-
digkeit der II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden (Art. 10 Abs. 1 
der Kantonsgerichtsverordnung [KGV; BR 173.110]). Die Beschwerde ist innert 10 
Tagen schriftlich und begründet einzureichen (Art. 322 Abs. 2 StPO; Art. 396 Abs. 
1 StPO).

1.2. Die vom Beschwerdeführer erhobene Beschwerde richtet sich gegen die 
Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft vom 18. Februar 2021, mit-
geteilt am 22. Februar 2021, und damit gegen ein taugliches Anfechtungsobjekt. 
Die Beschwerde vom 1. März 2021 (Poststempel 2. März 2021) erweist sich als 
rechtzeitig.

1.3. Gemäss Art. 310 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO kann die Nicht-
anhandnahmeverfügung von den Parteien angefochten werden. Parteien sind im 
Haupt- und Rechtsmittelverfahren neben der Staatsanwaltschaft, der Beschuldigte 
sowie der Privatkläger (Art. 104 Abs. 1 StPO). Als Privatkläger gilt der Geschädig-
te, der ausdrücklich erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilkläger zu 
beteiligen (Art. 118 Abs. 1 StPO). Als geschädigte Person gilt die Person, die 
durch die Straftat in ihren Rechten unmittelbar verletzt worden ist (Art. 115 Abs. 1 
StPO). Die Legitimation zur Ergreifung eines Rechtsmittels gegen eine Nichtan-
handnahmeverfügung setzt im Regelfall eine Konstituierung vor dem Erlass der 
Verfügung voraus. Eine Ausnahme muss für den Fall gelten, in welchem sich der 
Geschädigte nicht rechtzeitig konstituieren konnte, beispielsweise weil er von der 
Staatsanwaltschaft nicht auf die Möglichkeit der Konstituierung im Sinne von Art. 
118 Abs. 4 StPO hingewiesen wurde oder wenn eine Nichtanhandnahmeverfü-
gung ganz zu Beginn des Vorverfahrens ergeht (vgl. BGer 1B_298/2012 v. 
27.8.2012 E. 2.1).

1.4. Der Beschwerdeführer ist aufgrund der von ihm angezeigten Vorgänge oh-
ne Weiteres als geschädigte Person im Sinne von Art. 115 StPO anzusehen. Zwar 
hat er sich nicht – jedenfalls nicht explizit – vor Erlass der angefochtenen Nichtan-
handnahmeverfügung als Privatklägerschaft konstituiert, doch schadet ihm dies 

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vorliegend insofern nicht, als ihm hierzu von der Staatsanwaltschaft noch gar kei-
ne Gelegenheit geboten wurde. Die Konstituierung kann unter diesen Umständen 
auch noch im Beschwerdeverfahren erfolgen und sie ist jedenfalls darin zu erbli-
cken, dass der Beschwerdeführer mit der Beschwerdeerhebung eindeutig zum 
Ausdruck gebracht hat, sich am Verfahren beteiligen zu wollen (BGer 6B_33/2019 
v. 22.5.2019 E. 3). Der Beschwerdeführer ist damit zur Beschwerdeerhebung legi-
timiert.

2.1. Nach Art. 396 Abs. 1 StPO ist die Beschwerde zu begründen. Der Be-
schwerdeführer hat dabei genau anzugeben, welche Punkte des Entscheides bzw. 
der Verfügung er anficht (Art. 385 Abs. 1 lit. a StPO), welche Gründe einen ande-
ren Entscheid nahelegen (Art. 385 Abs. 1 lit. b StPO) und welche Beweismittel er 
anruft (Art. 385 Abs. 1 lit. c StPO). Die Anforderungen an die Beschwerdebegrün-
dung dürfen nicht überspannt werden, doch hat sich die Begründung zumindest in 
minimaler Form mit der angefochtenen hoheitlichen Verfahrenshandlung ausein-
anderzusetzen (vgl. Patrick Guidon, Die Beschwerde gemäss Schweizerischer 
Strafprozessordnung, Zürich 2011, Rz. 392 mit Hinweis auf BGE 131 II 449 E. 
1.3). Auch ein Laie hat sich die Mühe zu nehmen, in der Beschwerde mindestens 
kurz anzugeben, was am angefochtenen Entscheid seiner Ansicht nach falsch ist 
(BGer 6B_872/2013 v. 17.10.2013 E. 3). Daran mangelt es, wenn die Richtigkeit 
der tatsächlichen oder rechtlichen Erwägungen der angefochtenen Handlung nur 
pauschal bestritten wird. Die Gründe, welche einen anderen Entscheid nahelegen, 
müssen sich grundsätzlich aus der Beschwerdeschrift selbst ergeben. Die Be-
schwerdeinstanz prüft somit nur hinreichend begründete Rügen.

2.2. Bei mehreren selbständigen Begründungen im angefochtenen Entscheid, 
die je für sich den Ausgang des Rechtsstreits besiegeln, hat sich die Beschwerde 
mit jeder einzelnen Begründung hinreichend auseinanderzusetzen, andernfalls auf 
die Beschwerde nicht einzutreten ist (vgl. BGE 133 IV 119 E. 6.3; Patrick Guidon, 
in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafpro-
zessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 9c zu Art. 396 StPO; Viktor Lieber, in: Do-
natsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Straf-
prozessordnung [StPO], 3. Aufl., Zürich 2020, N 2 zu Art. 385 StPO). Dabei hat 
vorgängig auch keine Nachfristansetzung gemäss Art. 385 Abs. 2 StPO zu erfol-
gen (Martin Ziegler/Stefan Keller, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler 
Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 4 zu 
Art. 385 StPO). Vielmehr kann davon ausgegangen werden, dass der Rechtsu-
chende die übrigen, nicht thematisierten Begründungen akzeptiert (Ziegler/Keller, 
a.a.O., N 4 zu Art. 385 StPO).

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2.3. Ob die vorstehend dargelegten Anforderungen an die Begründung der Be-
schwerde erfüllt sind, ist im entsprechenden Sachzusammenhang zu prüfen. Unter 
Vorbehalt rechtsgenüglicher Begründung ist auf die Beschwerde einzutreten.

3.1. Gemäss Art. 310 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Nichtan-
handnahme, sobald aufgrund der Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, 
dass die fraglichen Straftatbestände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig 
nicht erfüllt sind (lit. a), Verfahrenshindernisse bestehen (lit. b), oder aus den in 
Art. 8 StPO genannten Gründen auf eine Strafverfolgung zu verzichten ist (lit. c).

3.2. Der Beschwerdeführer spricht in seiner Strafanzeige von "Diebstahl". Die 
Staatsanwaltschaft führte hierzu aus, dieser sei schon deshalb nicht erfüllt, weil 
Tatobjekt eines solchen nur eine bewegliche Sache sein könne. Dies sei bei Gut-
haben auf einem Konto nicht der Fall (act. B.1, E. 4). Der Beschwerdeführer be-
gehrt zwar, gegen B._____ sei ein Strafverfahren unter anderem auch wegen 
Diebstahls an die Hand zu nehmen, setzt sich jedoch nicht mit der Begründung 
der Staatsanwaltschaft auseinander, wonach es bezüglich des Diebstahls an ei-
nem tauglichen Tatobjekt mangle. Die Beschwerde ist in diesem Punkt nicht hin-
reichend begründet, sodass darauf nicht weiter einzugehen braucht. Im Übrigen 
erweist sich die Feststellung der Staatsanwalt als zutreffend: Buchgeld kommt 
keine Sacheigenschaft im Sinne von Art. 139 StGB zu (vgl. hierzu Marcel Alexan-
der Niggli/Christof Riedo, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Straf-
recht II, 4. Aufl., Basel 2019, N 33 ff. vor Art. 137 StGB m.w.H.). Ein Diebstahl fällt 
daher von vornherein ausser Betracht.

3.3. Naheliegender erscheint indes, die in der Strafanzeige erhobenen Vorwürfe 
gegenüber B._____ unter dem Gesichtspunkt der Veruntreuung zu prüfen. 
Gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB macht sich wegen Veruntreuung strafbar, wer 
ihm anvertraute Vermögenswerte unrechtmässig in seinem oder eines anderen 
Nutzen verwendet. Unter den Vermögenswerten sind namentlich auch Forderun-
gen geschützt, insbesondere Bank- und Postguthaben (vgl. BGE 129 IV 259 E. 2; 
121 IV 23 E. 1). Die tatbestandsmässige Handlung besteht bei der Veruntreuung 
von Vermögenswerten in einem Verhalten, durch welches der Täter eindeutig sei-
nen Willen bekundet, den (obligatorischen) Anspruch des Treugebers zu vereiteln 
(BGE 133 IV 21 E. 6.1.1). Sie liegt regelmässig darin, dass der Täter das Empfan-
gene weisungswidrig verwendet, insbesondere es zu seinen Gunsten oder im In-
teresse eines Dritten verbraucht, veräussert oder verpfändet, ohne dem Treugeber 
aus anderen Mitteln jederzeit entsprechende Werte zur Verfügung zu halten (vgl. 
Andreas Donatsch, in: ders. [Hrsg.], StGB-Kommentar, 20. Aufl., Zürich 2018, N 
19 zu Art. 138 StGB). Der subjektive Tatbestand erfordert (auch bei der Tatvarian-

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te von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB) Vorsatz und ein Handeln in unrechtmässiger 
Bereicherungsabsicht. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts bereichert 
sich bei der Veruntreuung von Vermögenswerten unrechtmässig, wer die Vermö-
genswerte, die er dem Berechtigten jederzeit zur Verfügung zu halten hat, in sei-
nem Nutzen verwendet, ohne fähig und gewillt zu sein, sie jederzeit sofort zu er-
setzen (BGE 133 IV 21 E. 6.1.2). Eine entsprechende Ersatzbereitschaft kann 
aber in der Verrechnung mit eigenen Forderungen gegenüber dem Treugeber be-
stehen (vgl. Niggli/Riedo, a.a.O., N 133 zu Art. 138 StGB m.w.H.). Auf eine explizi-
te Verrechnungserklärung im Sinne bzw. analog Art. 124 Abs. 1 OR kommt es 
nicht an (BGE 105 IV 29 E. 3; Niggli/Riedo, a.a.O., N 133 zu Art. 138 StGB). Dies 
ist insofern folgerichtig, als die Unrechtmässigkeit der Bereicherung im Allgemei-
nen dann verneint wird, wenn der Täter sich etwas aneignet, worauf er Anspruch 
hat oder zu haben glaubt (vgl. BGE 98 IV 19 E. 1 und 2; Niggli/Riedo, a.a.O., N 86 
vor Art. 137 StGB).

3.3.1. Die Staatsanwaltschaft führte in diesem Zusammenhang zunächst aus, an-
gesichts des Betrages von unter CHF 300.00 handle es sich, sofern strafbare 
Handlungen gegen das Vermögen zur Diskussion stünden, um ein Antragsdelikt. 
Aufgrund des ihm übergebenen Kontoauszuges habe der Beschwerdeführer 
spätestens Ende September 2020 von der Belastung gewusst. Die am 18. Januar 
2021 eingereichte Strafanzeige sei daher als Antrag verspätet (act. B.1, E. 4). Mit 
dieser Begründung setzt sich der Beschwerdeführer nicht ansatzweise auseinan-
der, sodass bereits aus diesem Grund nicht näher auf die Thematik der Verun-
treuung einzugehen bräuchte. Da vom Beschwerdeführer unbestritten blieb, dass 
er Ende September 2020 von der Belastung Kenntnis erhalten hat, erweisen sich 
die Ausführungen der Staatsanwaltschaft im Übrigen auch als zutreffend (vgl. Art. 
31 StGB i.V.m. Art. 172ter StGB). Dies ist nicht nur in Bezug auf Art. 138 StGB, 
sondern – unter dem hier nicht einschlägigen Vorbehalt von Art. 172ter Abs. 2 
StGB – im Hinblick auf sämtliche Vermögensstraftatbestände entscheidend, womit 
namentlich auch kein Strafverfahren wegen Art. 158 StGB an die Hand zu nehmen 
ist.

3.3.2. Im Weiteren hielt die Staatsanwaltschaft fest, aus den Akten ergebe sich, 
dass dem Beschwerdeführer die Verfahrenskosten von CHF 130.00 auferlegt und 
rechtskräftig verfügt worden sei, dass diese Kosten vom Verdienstanteil abzuzie-
hen seien. Dieser Abzug sei am 4. September 2020 erfolgt, indem das Konto des 
Beschwerdeführers mit dem entsprechenden Betrag belastet worden sei. Dadurch 
sei jedoch niemand unrechtmässig bereichert worden. Damit sei nicht ersichtlich, 
inwiefern B._____ ein Vermögensdelikt begangen haben sollte (act. B.1, E. 4). 

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Auch mit dieser Begründung setzt sich der Beschwerdeführer nicht ansatzweise 
auseinander. Diese wäre denn auch nicht zu beanstanden. Mit Verfügung des AJV 
vom 6. Dezember 2019 wurde ein Urlaubsgesuch des Beschwerdeführers abge-
wiesen; dabei wurden ihm die Verfahrenskosten von CHF 130.00 auferlegt und es 
wurde verfügt, dass diese vom Verdienstanteil abzuziehen seien (StA act. 4). Die 
vom Beschwerdeführer dagegen erhobene Beschwerde wies das Departement für 
Justiz, Sicherheit und Gesundheit mit Verfügung vom 2. Juni 2020 ab (StA act. 4). 
Die Staatsanwaltschaft hielt hierzu in der angefochtenen Nichtanhandnahmever-
fügung fest, dass diese Verfügung in Rechtskraft erwachsen sei (act. B.1, E. 4). 
Der Beschwerdeführer bestreitet dies nicht; insbesondere macht er nicht geltend, 
er habe diese Verfügung angefochten. Damit ist davon auszugehen, dass dem 
AJV bzw. dem Kanton Graubünden gegenüber dem Beschwerdeführer eine 
rechtskräftige Forderung in Höhe von CHF 130.00 zustand. Dies schliesst – nach 
dem zuvor Dargelegten (vgl. oben Erwägung 3.3) – eine Absicht unrechtmässiger 
Bereicherung von B._____ von vornherein aus. Wie gezeigt, spielt dabei auch kei-
ne Rolle, ob die Verrechnung explizit erklärt wurde oder nicht.

3.4.1. Der Beschwerdeführer macht schliesslich Amtsmissbrauch gemäss Art. 312 
StGB geltend. Danach machen sich Mitglieder einer Behörde oder Beamte straf-
bar, die ihre Amtsgewalt missbrauchen, um sich oder einem andern einen un-
rechtmässigen Vorteil zu verschaffen oder einem andern einen Nachteil zuzufü-
gen. Amtsmissbrauch ist der zweckentfremdete Einsatz staatlicher Macht. Art. 312 
StGB schützt einerseits das Interesse des Staates an zuverlässigen Beamten, 
welche mit der ihnen anvertrauten Machtposition pflichtbewusst umgehen, und 
andererseits das Interesse der Bürger, nicht unkontrollierter und willkürlicher staat-
licher Machtentfaltung ausgesetzt zu werden. Der hinsichtlich der Tathandlung 
sehr allgemein umschriebene Straftatbestand ist nach der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung einschränkend so auszulegen, dass nur derjenige die Amtsge-
walt missbraucht, der die Machtbefugnisse, die ihm sein Amt verleiht, unrecht-
mässig anwendet, d.h. kraft seines Amtes verfügt oder Zwang ausübt, wo es nicht 
geschehen dürfte. Art. 312 StGB umfasst demnach nicht sämtliche pflichtwidrigen 
Handlungen, die ein mit Zwangsgewalt ausgestatteter Beamter bei Gelegenheit 
der Erfüllung seiner Pflichten ausführt; ihm sind vielmehr nur solche unzulässigen 
Verfügungen und Massnahmen unterstellt, die der Täter kraft seines Amtes, in 
Ausübung seiner hoheitlichen Gewalt trifft (BGE 127 IV 209 E. 1a/aa und E. 1b; 
BGer 6B_934/2015 v. 5.4.2016 E. 4.3 m.w.H.).

Art. 312 StGB erfasst somit nicht jede Amtspflichtverletzung, entgegen dem deut-
schen Randtitel nicht einmal jeden Missbrauch des Amtes (BGE 88 IV 69 E. 1; 

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BGer 6B_934/2015 v. 5.4.2016 E. 4.4). Tatbestandsmässig ist ausschliesslich der 
Missbrauch von Machtbefugnissen. Eine Verletzung allfälliger Amtspflichten fällt 
daher nicht unter Art. 312 StGB (dazu eingehend Stefan Heimgartner, in: Nigg-
li/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl., Basel 2019, N 6 ff. 
zu Art. 312 StGB m.w.H.). Zudem liegt ein Amtsmissbrauch nicht in jeder Verfü-
gung, bei der sich im Nachhinein (etwa im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens) 
herausstellt, dass die gesetzlichen Voraussetzungen nicht vorgelegen haben. 
Denn bei der Gesetzesauslegung und -anwendung besteht oft ein gewisser Beur-
teilungsspielraum, sodass erst bei einem eigentlichen Ermessensmissbrauch auch 
von einem Missbrauch der Amtsgewalt auszugehen ist (vgl. Tommaso Caprara, 
Strafrechtliche Verantwortlichkeit bei der Organisation und Durchführung von 
Grossveranstaltungen, in: ZStrR 2020, S. 198; Heimgartner, a.a.O., N 8 zu Art. 
312 StGB; Eva Wyler/Matthias Michlig, in: Graf [Hrsg.], Annotierter Kommentar 
StGB, Bern 2020, N 6 zu Art. 312 StGB; KGer GR SK2 14 61 v. 4.6.2015 E. 4c/bb; 
AppGer BS SB.2018.132 v. 2.11.2020 E. 2.5.4a; KG BL 470 19 115 v. 16.7.2019 
E. 4.1; GVP-SG 1989 Nr. 42 E. 4; OGer ZH TB170108 v. 6.9.2017 E. 3.1; ähnlich 
auch Bernhard Isenring, in: Donatsch [Hrsg.], StGB-Kommentar, 20. Aufl., Zürich 
2018, N 8a zu Art. 312 StGB). Mit anderen Worten stellt auch eine noch knapp 
vertretbare behördliche Entscheidung kein Amtsmissbrauch dar, wenngleich mit 
guten – allenfalls sogar besseren – Gründen anders hätte entschieden werden 
können. Die Verfügung muss qualifiziert falsch sein, wobei wiederum nicht erfor-
derlich ist, dass ein geradezu unerträglicher Missbrauch von Amtsgewalt vorliegt 
(BGer 6B_281/2018 v. 24.1.2019 E. 1.4; BGer 6B_76/2011 v. 31.5.2011 E. 5.1). 
Nach Auffassung des Bundesstrafgerichts ist es darüber hinaus mehr als fraglich, 
ob jeder abschliessende, nicht anfechtbare Verwaltungsakt als Handhabung von 
Amtsgewalt gelten muss. Jedenfalls könne ein erstinstanzlicher Verwaltungsakt 
nicht als hoheitlicher Zwang gelten, weil er die Rechtsposition des Betroffenen nur 
vorläufig verändere; denn ihm stünden die Rechtsmittel der Verwaltungsrechts-
pflege zur Verfügung. Es sei nicht Zweck des Gesetzes, in fast allen Fällen diesen 
verwaltungsrechtlichen Schutz durch einen strafrechtlichen zu überlagern, nämlich 
mit dem Verbrechenstatbestand von Art. 312 StGB (BStGer SK.2015.35 v. 
10.11.2015 E. 2.3.2). Vorgeschlagen wird in diesem Zusammenhang ein dreistufi-
ges Prüfprogramm (vgl. Marianne Hilf/Hans Vest, in: Keller/Zufferey/Fahrländer 
[Hrsg.], Kommentar NHG, 2. Aufl., Zürich 2019, N 16 vor Art. 24-24e NHG m.H. 
auf die bundesgerichtliche Praxis): Gibt es keine verwaltungsgerichtliche Kontrolle 
der Verfügung der Vollzugsbehörde, findet eine volle Überprüfung durch das 
Strafgericht statt – mit Ausnahme der Angemessenheit und der Ermessensausü-
bung. Wenn auf eine (an sich mögliche) verwaltungsgerichtliche Kontrolle verzich-
tet oder das verwaltungsrechtliche Verfahren noch nicht entschieden und abge-

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schlossen wurde, ist die Überprüfung durch das Strafgericht auf offensichtliche 
Gesetzesverstösse und einen offensichtlichen Ermessensmissbrauch beschränkt. 
Wenn schliesslich bereits eine Kontrolle durch das Verwaltungsgericht stattgefun-
den hat, ist dem Strafgericht eine (inhaltliche) Nachprüfung der Verfügung unter-
sagt (sog. Grundsatz der Wirksamkeit von Verwaltungsverfügungen). Fraglich er-
scheint indes, ob – unabhängig einer verwaltungsgerichtlichen Kontrolle – nicht 
jeder rechtskräftigen Verfügung eine gewisse Bindungswirkung zuerkannt werden 
sollte. Gegenteiliges wäre jedenfalls der Rechtssicherheit abträglich.

3.4.2. Der Beschwerdeführer macht eine unzulässige Verwendung seines Ver-
dienstanteils geltend. Seiner Ansicht nach dürfe der Verdienstanteil nicht für Ver-
fahrenskosten angefasst werden. Mit Blick auf das Urteil des Bundesgerichts 
1B_82/2019 sei dabei unerheblich, ob die Verfahrenskosten, die ihm von seinem 
Freikonto abgezogen wurden, aus einem Straf- oder einem Verwaltungsverfahren 
stammten oder ob es sich um sonst eine Forderung handle. Er allein – mithin we-
der das AJV noch B._____ – entscheide, welche Schulden abbezahlt würden und 
welche nicht. Sein Freikonto sei wie ein Bankkonto. Dieses dürfte ohne seine Ein-
willigung und Unterschrift nicht angefasst werden (act. A.1, S. 1 f.).

3.4.3. Die Verfahrenskosten in Höhe von CHF 130.00 wurden dem Freikonto des 
Beschwerdeführers belastet (StA act. 1). Die Verfügung des AJV vom 6. Dezem-
ber 2019, welche Entsprechendes anordnete (vgl. StA act. 4 [insb. E. 6]), stützt 
sich dabei auf Art. 90 der Verordnung über den Justizvollzug im Kanton Graubün-
den (JVV; BR 350.510). Art. 90 Abs. 1 JVV bestimmt, dass für Ansatz, Bemes-
sung, Verwendung und Auszahlung des Arbeitsentgelts die Richtlinien der Ost-
schweizerischen Strafvollzugskommission über das Arbeitsentgelt in Strafvoll-
zugsanstalten gelten. In Ausnahmefällen und bei besonderen Vorkommnissen 
kann das Minimum unterschritten werden, was dem Betroffenen zu eröffnen ist. 
Die Richtlinien der Ostschweizerischen Strafvollzugskommission über das Ar-
beitsentgelt in Strafvollzugsanstalten vom 7. April 2006 halten fest, dass das Frei-
konto zur Bezahlung der persönlichen Auslagen während des Vollzugs, insbeson-
dere für Wiedergutmachungsleistungen und für die Abzahlung von Schulden diene 
(Ziff. 4.3 lit. g). Daraus ergibt sich zwar nicht eindeutig, dass auch gegen den Wil-
len der eingewiesenen Person Bezüge für die Tilgung von Schulden getätigt wer-
den dürfen. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass die Verfügung, 
während des Freiheitsentzuges aus dem Verdienstanteil eine Auslage zu bezah-
len, einer entsprechenden gesetzlichen Vorschrift bedarf. Das Bundesgericht be-
schränkte diese Aussage indes auf Bezüge vom Sperrkonto (vgl. BGE 103 Ia 414; 
a.M. wohl Thomas Noll, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Straf-

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recht I, 4. Aufl., Basel 2019, N 20 zu Art. 83 StGB). Vorliegend geht es demge-
genüber um eine Belastung des Freikontos. Die Frage nach der Rechtmässigkeit 
der vom Beschwerdeführer gerügten Belastung braucht jedoch, wie nachfolgend 
ersichtlich wird, nicht abschliessend beurteilt zu werden, zumal die in Frage ste-
hende Verfügung des AJV sachlich vertretbar erscheint und daher jedenfalls kein 
Ermessensmissbrauch auszumachen ist. Im Übrigen wurde die Entscheidung 
durch das Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit überprüft und ge-
schützt. Dieser Entscheid wiederum blieb unangefochten, sodass auch die Anord-
nung des AJV in Rechtskraft erwuchs. Daran sind grundsätzlich auch die Straf-
behörden gebunden, zumal – wie dargelegt – die Verfügung des AJV nicht offen-
sichtlich fehlerhaft erscheint. Es ist grundsätzlich nicht Aufgabe der Strafbehörden, 
anfechtbare, aber in Rechtskraft erwachsene Verfügungen auf ihre Richtigkeit hin 
zu überprüfen, und sei dies auch bloss vorfrageweise, um einen allfälligen Amts-
missbrauch beurteilen zu können (sog. Grundsatz der Einmaligkeit des Rechts-
schutzes).

Anzumerken bleibt in diesem Zusammenhang, dass der Beschwerdeführer auch 
aus dem Urteil des Bundesgerichts 1B_82/2019 vom 30. Juli 2019 nichts zu sei-
nen Gunsten abzuleiten vermag. Wie die Staatsanwaltschaft zutreffend ausführte, 
ist dieser Entscheid vorliegend nicht einschlägig. Darauf kann verwiesen werden 
(vgl. act. B.1, E. 4). Der Beschwerdeführer setzt sich mit diesen Ausführungen 
denn auch nicht substantiiert auseinander, sondern hält lediglich an seiner bereits 
in der Strafanzeige vertretenen Auffassung fest, wonach sein Verdienstanteil unter 
keinen Umständen "angefasst" werden dürfe. Inwiefern sich die im erwähnten 
Entscheid getätigten Ausführungen im Zusammenhang mit einer Beschlagnahme 
gemäss Art. 263 Abs. 1 lit. b StPO auf den vorliegenden Fall übertragen liessen, 
legt der Beschwerdeführer nicht dar und wäre auch nicht ersichtlich. Dies umso 
weniger, als sich die Einzelheiten der Verwendung des Arbeitsentgelts nach kan-
tonalem Recht richten, Art. 83 Abs. 2 StGB mithin bloss eine Rahmenvorschrift 
enthält (BGer 6B_631/2016 v. 16.9.2016 E. 3.1).

3.4.4. Wie dargelegt (vgl. oben Erwägung 3.4.1), stellt nicht jede Verletzung amtli-
cher Pflichten ein von Art. 312 StGB erfasstes Verhalten dar, sondern nur der 
Missbrauch von Machtbefugnissen, mithin die unzulässige Ausübung hoheitlichen 
Zwangs. Eine solche ist etwa in der widerrechtlichen Anordnung von Zwangs-
massnahmen zu sehen (vgl. Heimgartner, a.a.O., N 8 zu Art. 312 StGB m.w.H.). 
Selbst wenn man in der Belastung des Freikontos des Beschwerdeführers eine 
Verletzung von Amtspflichten erblicken wollte, läge darin kein Missbrauch von 
Machtbefugnissen, wie er gemäss Art. 312 StGB vorausgesetzt ist. Das Vorgehen 

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von D._____ bzw. des AJV stellt offensichtlich keine Zwangsmassnahme dar und 
erreicht auch sonst nicht eine vergleichbare Eingriffsintensität. Der objektive Tat-
bestand von Art. 312 StGB kann damit von vornherein nicht erfüllt werden. Im 
Weiteren kann auch der subjektive Tatbestand ausgeschlossen werden. Dieser 
verlangt zunächst Vorsatz und in diesem Rahmen namentlich die Kenntnis, dass 
die Amtsgewalt missbräuchlich eingesetzt wird (vgl. Heimgartner, a.a.O., N 22 zu 
Art. 312 StGB). Mit Blick auf Art. 90 JVV unter der Tatsache, dass das Departe-
ment für Justiz, Sicherheit und Gesundheit die vom AJV getroffene Anordnung, 
wonach die Verfahrenskosten in Höhe von CHF 130.00 vom Verdienstanteil des 
Beschwerdeführers abzuziehen seien, geschützt hat, kann eine entsprechende 
Kenntnis bezüglich der Widerrechtlichkeit des Vorgehens ausgeschlossen werden, 
sofern objektiv betrachtet denn überhaupt Widerrechtlichkeit angenommen werden 
könnte. Hinzu kommt, dass der Amtsträger in der Absicht handeln muss, sich oder 
einem Dritten einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen (vgl. hierzu Heimgart-
ner, a.a.O., N 23 zu Art. 312 StGB). Diesbezüglich lassen sich dieselben Überle-
gungen anführen wie in Bezug auf die Absicht unrechtmässiger Bereicherung (vgl. 
oben Erwägung 3.3.2). Da das AJV bzw. der Kanton Graubünden über eine 
rechtskräftige Forderung gegenüber dem Beschwerdeführer in Höhe von CHF 
130.00 verfügte, resultierte aus der Belastung des beschwerdeführerischen Frei-
kontos jedenfalls kein unrechtmässiger Vorteil.

3.5. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Staatsanwaltschaft bezüglich des 
vom Beschwerdeführer mit Schreiben vom 18. Januar 2021 angezeigten Sachver-
halts infolge offensichtlicher Straflosigkeit im Sinne von Art. 310 Abs. 1 lit. c StPO 
zu Recht kein Strafverfahren an die Hand genommen hat. Die dagegen gerichtete 
Beschwerde ist folglich abzuweisen, sofern darauf überhaupt eingetreten werden 
kann. Damit braucht auch nicht weiter auf den Antrag des Beschwerdeführers um 
Rückerstattung des Betrages von CHF 130.00 eingegangen zu werden, zumal ein 
solches Begehren ohnehin nicht im vorliegenden Beschwerdeverfahren beurteilt 
werden könnte.

3.6. Da sich die Beschwerde – sofern darauf überhaupt eingetreten werden 
kann – als offensichtlich unbegründet erweist, entscheidet der Vorsitzende in ein-
zelrichterlicher Kompetenz (Art. 18 Abs. 3 des Gerichtsorganisationsgesetzes 
[GOG; BR 173.000]; Art. 11 Abs. 2 KGV).

4. Der Beschwerdeführer verlangt im Weiteren die sofortige Haftentlassung. 
Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahren kann indes lediglich sein, ob 
die Staatsanwaltschaft in den vorerwähnten Punkten zu Recht kein Strafverfahren 
an die Hand genommen hat. Wie dem Beschwerdeführer anlässlich der mündli-

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chen Urteilseröffnung im Berufungsverfahren SK1 12 20 erklärt wurde, befindet er 
sich derzeit im ordentlichen Vollzug des Abwesenheitsurteils des Regionalgerichts 
Plessur vom 19. Juli 2018. Ein Gesuch um Entlassung wäre daher als Gesuch um 
bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug an das Amt für Justizvollzug zu richten. 
Das im vorliegenden Beschwerdeverfahren gestellte Entlassungsgesuch wird 
deshalb in Anwendung von Art. 91 Abs. 4 Satz 2 StPO an das Amt für Justizvoll-
zug des Kantons Graubünden weitergeleitet. Die Weiterleitung erfolgt mittels se-
paratem Schreiben.

5. Der Beschwerdeführer verlangt "unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 
117 ZPO sowie Art. 64 BGG". Zur Begründung macht er geltend, dass er nicht 
über die erforderlichen Mittel verfüge (act. A.1, S. 3).

Entgegen dem, was der Beschwerdeführer anzunehmen scheint, ist ein allfälliger 
Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege nicht nach Art. 117 ZPO oder Art. 64 
BGG zu beurteilen, sondern ergibt sich für ihn – zumal er als Privatkläger anzuse-
hen ist (vgl. oben Erwägung 1.4) – nach Massgabe von Art. 136 StPO. Gemäss 
Art. 136 Abs. 1 StPO hat die Privatklägerschaft für die Durchsetzung ihrer Zivilan-
sprüche Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie nicht über die erfor-
derlichen Mittel verfügt (lit. a) und die Zivilklage nicht aussichtslos erscheint (lit. b). 
Ob diese Voraussetzungen hier erfüllt sind, braucht aus den nachfolgenden Grün-
den nicht geprüft zu werden. Denn allgemeine Voraussetzung für die Gewährung 
unentgeltlicher Rechtspflege in einem Beschwerdeverfahren ist nämlich, dass das 
Rechtsmittel nicht aussichtslos ist (vgl. BGer 1B_95/2016 v. 28. April 2016 E. 3.3). 
Wie zuvor festgehalten (vgl. oben Erwägung 3.6), erweist sich die Beschwerde – 
sofern darauf überhaupt eingetreten werden kann – als offensichtlich unbegründet, 
sodass sie auch als aussichtslos betrachtet werden muss. Dem Beschwerdeführer 
ist daher für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege nicht zu 
gewähren. Daran ändert auch das Urteil des Bundesgerichts 1B_666/2020 vom 
19. Januar 2021 – auf das er sich beruft (act. A.1, S. 3) – nichts. Selbst wenn ihm 
dort die unentgeltliche Rechtspflege gewährt worden sein sollte, lässt sich daraus 
für das vorliegende Beschwerdeverfahren nichts zu seinen Gunsten ableiten, zu-
mal die Frage der allfälligen Aussichtslosigkeit in jedem Verfahren gesondert zu 
prüfen ist.

6. Der Beschwerdeführer beantragt schliesslich "eine angemessene Entschä-
digung" (act. A.1, S. 1). Er legt jedoch nicht ansatzweise dar, inwiefern er für wel-
che Art von Schaden zu entschädigen wäre. Sofern damit eine Entschädigung für 
seine Aufwendungen im Beschwerdeverfahren gemeint ist, ist ihm diese infolge 
Unterliegens nicht zu gewähren. Sofern er seine Entschädigung im Zusammen-

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hang mit der seiner Meinung nach ungerechtfertigten Haft sieht, ist darüber von 
vornherein nicht im vorliegenden Beschwerdeverfahren zu entscheiden. Im Übri-
gen bleibt der Hinweis anzubringen, dass im Verfahren SK1 20 12 eine mündliche 
Berufungsverhandlung mittlerweile stattgefunden hat und ein Urteil gefällt und 
namentlich auch dem Beschwerdeführer (mündlich) eröffnet wurde. In diesem 
Rahmen war auch über Entschädigungsbegehren wegen allenfalls ungerechtfer-
tigter Haft zu entscheiden (vgl. Art. 431 StPO i.V.m. Art. 421 StPO; ferner KGer 
GR SK2 20 55 v. 9.12.2020 E. 6).

7. Die Kosten des vorliegenden Beschwerdeverfahrens werden in Anwendung 
von Art. 8 i.V.m. Art. 10 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in Strafverfah-
ren (VGS; BR 350.210) auf CHF 500.00 festgelegt und gehen zu Lasten des Be-
schwerdeführers. Da auf das Einholen von Stellungnahmen verzichtet wurde, sind 
keine ausseramtlichen Entschädigungen zuzusprechen.

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Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens in Höhe von CHF 500.00 gehen zu 
Lasten von A._____.

4. Es werden keine Entschädigungen gesprochen.

5. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

6. Mitteilung an: