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**Case Identifier:** 6744dc6d-a2f2-5624-98da-79439a723f18
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-31
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 31.03.2022 200 2020 692
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-692_2022-03-31.pdf

## Full Text

200 20 692 IV
WIS/RUM/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 31. März 2022

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Rüfenacht

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
substituiert durch Rechtsanwältin C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 3. August 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2022, IV/20/692, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1967 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) er-
suchte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) mit 
Anmeldungen vom 11. Mai und 22. September 2010 unter Angabe eines 
Restless legs-Syndroms, Schlaflosigkeit, Tagesmüdigkeit, Erschöpfung, 
einer Depression, einer posttraumatischen Belastungsstörung und einer 
Diskushernienoperation um IV-Leistungen (Antwortbeilagen [AB] 7, 26). 
Nachdem die Versicherte ab 1. Mai 2011 wieder eine Teilzeitanstellung im 
angestammten Beruf angetreten hatte (AB 53), schloss die IV die 
Arbeitsvermittlung nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren mit 
Verfügung vom 20. Juni 2011 ab (AB 55, 56).

B.

Am 26. April 2016 (Poststempel) meldete sich die Versicherte unter 
Angabe eines bifokalen Mammakarzinoms erneut zum Bezug von IV-
Leistungen an (AB 63). Die IVB holte erwerbliche und medizinische 
Unterlagen ein und gewährte der Versicherten, nachdem ihr am 
22. November 2017 das Arbeitsverhältnis per Ende Januar 2018 gekündigt 
worden war (AB 117/3), mit Mitteilung vom 30. Januar 2018 Unterstützung 
bei der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle (AB 123). In der Folge 
veranlasste die IVB eine polydisziplinäre Begutachtung durch die MEDAS 
(Gutachten vom 3. Januar 2019 inkl. Teilgutachten [AB 154.1-154.5]). 
Gestützt darauf teilte sie der Versicherten am 22. Januar 2019 den 
Abschluss der beruflichen Massnahmen mit (AB 160) und holte einen 
Abklärungsbericht Haushalt ein (AB 166). Am 25. September 2019 
erstattete der Regionale Ärztliche Dienst der IVB (RAD) einen Aktenbericht 
mit einer eigenen Einschätzung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit sowie 
einem Zumutbarkeitsprofil (AB 189/3-6). Daraufhin wurde der 
Abklärungsbericht Haushalt vom 3. April 2019 (AB 166) mit erneutem 
Bericht vom 21. Oktober 2019 ersetzt (AB 190). Nach Durchführung des 
Vorbescheidverfahrens (AB 191, 198) und Einholung von Stellungnahmen 

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des RAD vom 7. April 2020 und 23. Juni 2020 (AB 208/2-6, 212/2-4) sowie 
des Bereichs Abklärungen der IVB vom 30. Juni 2020 (AB 213/2-3) sprach 
die IVB der Versicherten mit Verfügung vom 3. August 2020 rückwirkend 
vom 1. Januar 2017 befristet bis 31. Mai 2017 sowie vom 1. Dezember 
2017 befristet bis 31. Mai 2018 je eine ganze Rente zu. Ab 1. Juni 2018 
wurde ein Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 32 % verneint.

C.

Mit Eingabe vom 11. September 2020 liess die Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, substituiert durch Rechtsanwältin C.________, 
Beschwerde erheben und beantragen, in Aufhebung der Verfügung vom 
3. August 2020 sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwer-
deführerin über den 31. Mai 2018 hinaus eine ganze Invalidenrente 
auszurichten. Eventualiter sei die Verfügung vom 3. August 2020 be-
treffend den Rentenanspruch nach dem 31. Mai 2018 aufzuheben und die 
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin ab 1. Juni 
2018 eine Viertelsrente und ab 1. August 2019 eine Dreiviertelsrente 
auszurichten.

In der Beschwerdeantwort vom 13. Oktober 2020 schloss die 
Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

D.

Am 2. März 2022 fand eine nichtöffentliche Urteilsberatung gemäss Art. 56 
Abs. 5 bzw. 6 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die 
Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; 
BSG 161.1) i.V.m. Art. 37 Abs. 1 lit. b des kantonalen Gesetzes vom 
23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) statt.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von 
Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des 
Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a 
GSOG Beschwerden gegen solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist 
im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, 
durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges 
Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist 
(Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a 
des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung 
[IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) 
sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG) 
eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 3. August 2020 (AB 220), mit 
welcher der Beschwerdeführerin rückwirkend vom 1. Januar 2017 bis 
31. Mai 2017 und vom 1. Dezember 2017 bis 31. Mai 2018 je eine ganze 
Rente zugesprochen wurde. Dies wird von der Beschwerdeführerin nicht 
beanstandet. Sie macht jedoch geltend, über den 31. Mai 2018 hinaus 
Anspruch auf eine Rente zu haben. In anfechtungs- und 
streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein Rechtsverhältnis vor, wenn 
rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete IV-Rente zugesprochen 
wird. Ist nur die Befristung angefochten, wird die richterliche 
Überprüfungsbefugnis nicht in dem Sinn eingeschränkt, dass die 
unbestritten gebliebenen Rentenbezugszeiten von der richterlichen Prüfung 
ausgenommen blieben (BGE 131 V 164 E. 2.2 S. 165, 125 V 413). Streitig 
und zu prüfen ist im vorliegenden Fall somit der Anspruch auf eine IV-
Rente während der ganzen in Frage kommenden Zeit.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher 
Hinsicht – vorbehältlich der besonderen übergangsrechtlichen 
Bestimmungen, welche hier jedoch nicht erfüllt sind (vgl. 
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG) – 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der Er-
füllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbe-
stands Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 
213) und die angefochtene Verfügung vor dem Inkrafttreten der IVG-Än-
derung vom 19. Juni 2020 datiert (AB 220), ist der Rentenanspruch nach 
den bis 31. Dezember 2021 geltenden Normen (fortan aArt.) zu prüfen.

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). 
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden 
können auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 
i.V.m. Art. 7 ATSG). 

2.3.1 Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG 
sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische 
Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur 
dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer 
Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert 
worden ist (BGE 145 V 215 E. 5.1 S. 221).

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Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht gesagt, dass 
dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, beurteilt sich 
gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den der 
Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. 
Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens 
nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine 
objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher 
Berücksichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 
142 V 106 E. 4.4 S. 110). Nicht als Folgen eines psychischen 
Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als 
relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die 
versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende 
Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des 
Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 
1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

2.3.2 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen 
Vorgaben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 
141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung 
erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine 
rentenbegründende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand 
eines strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 
427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen 
Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf ei-
ne Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 
können (lit. a) und die zusätzlich während eines Jahres ohne wesentlichen 
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) 
gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid 
(Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG in der bis 
31. Dezember 2021 gültig gewesenen, hier anwendbaren Fassung besteht 
der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person 

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mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 
mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 
50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 
haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und 
bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im 
Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 
zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 
99; SVR 2021 IV Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht ist den Akten im Wesentlichen 
Folgendes zu entnehmen:

3.1.1 Gemäss dem Bericht der prätherapeutischen Tumorkonferenz im 
Spital D.________ vom 25. Januar 2016 diagnostizierten die Ärzte bei der 
Beschwerdeführerin ein bifokales Mammakarzinom rechts (AB 89/26). Am 
2. Februar 2016 wurde eine neoadjuvante Chemotherapie gestartet 
(Bericht …, Spital D.________, vom 2. Februar 2016 [AB 89/23]). Es 
folgten eine Sentinel-Lymphadenektomie rechts und die beidseitige 
Brustentfernung mit prothetischer Rekonstruktion im Rahmen eines 
stationären Aufenthalts vom 2. bis 8. Juni 2016 im Spital D.________ 
(Bericht von Dr. med. E.________, Fachärztin für Gynäkologie und 
Geburtshilfe, vom 23. Juni 2016 [AB 86/2], Operationsbericht des 
F.________, vom 6. Juni 2016 [89/18]) sowie ein onkologischer 
Rehabilitationsaufenthalt vom 13. bis 26. Juli 2016 in der Klinik 
G.________ (Austrittsbericht vom 18. August 2016 [AB 89/12]). Ein am 
22. August 2016 am angestammten Arbeitsplatz gestarteter Arbeitsversuch 
mit reduziertem Pensum von vier Stunden pro Woche wurde am 

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25. September 2016 abgebrochen (Bericht der Hausärztin, Dr. med. 
H.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, vom 21. November 
2016 [AB 89/7 Ziff. 1.6]). Am 4. November 2016 fand wegen einer 
Seromansammlung mit Kapselbildung ein operativer Prothesenwechsel 
rechts mit Kapsulektomie statt (Operationsbericht des F.________ vom 
8. November 2016 [AB 89/10]). Im Rahmen einer weiteren Hospitalisation 
vom 10. bis 12. Januar 2017 erfolgte im Spital D.________ die laparosko-
pische Adnexektomie beidseits (Bericht von Dr. med. I.________, 
Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, vom 27. Januar 2017 
[AB 154.6/26 f.]). Nach Angaben der Hausärztin, Dr. med. H.________, in 
den Berichten vom 21. November 2016 und 28. Februar 2017 bestand 
während der Zeit der Krebsbehandlung ab Anfang Februar 2016, ausser 
während des rund einmonatigen Arbeitsversuchs im September 2016, eine 
Arbeitsunfähigkeit von 100 % (AB 89/7 Ziff. 1.6, 97/5 Ziff. 11). Im Bericht 
vom 8. März 2017 (betreffend eine Nachkontrolle vom 22. Februar 2017) 
hielt der behandelnde Arzt, Dr. med. J.________, Facharzt für Allgemeine 
Innere Medizin und Facharzt für Medizinische Onkologie, einen guten 
Gesundheitszustand ohne klinische oder laboranalytische Hinweise auf ein 
Krankheitsrezidiv fest. Die Beschwerdeführerin habe sich von der letzten 
Operation gut erholt und sei wieder ziemlich fit (AB 154.6/25).

3.1.2 In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung des MEDAS-Gutach-
tens vom 3. Januar 2019 (AB 154.1) wurden folgende Diagnosen 
aufgeführt (AB 154.1/8):

Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit)

1. Andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-
10: F62.0)

2. Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige 
Episode (ICD-10: F33.1)

3. Nicht-organische Schlafstörung (ICD-10: F51)
4. Chorea Huntington, gegenwärtig weitgehend asymptomatisch
5. Restless legs-Syndrom
6. Bifokales Mammakarzinom rechts, Erstdiagnose im Januar 2016, 

bei BRCA1-Genmutation, Sofortrekonstruktion mit 
Implantateinlage, Status nach Prothesenwechsel, Status nach 
Ovarektomie und Adnexektomie beidseits, gegenwärtig kein Anhalt 
für Rezidiv oder Metastasen, gegenwärtig Cancer related Fatigue-
Syndrom

7. Obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom, Erstdiagnose im März 2019

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Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit

1. Chronisch rezidivierendes Zervikovertebralsyndrom, Status nach 
Nukleotomie, Foraminotomie und 
Bandscheibenprothesenimplantation im Oktober 2007 mit 
zufriedenstellender Funktion

2 Lisfrancarthrose rechts (TMT II-Gelenk) und Arthrose des Grossze-
hengrundgelenks rechts im Status nach Lisfrancarthrodese und 
Arthrodese des Grosszehengrundgelenks vom 2. Juli 2018 mit 
noch fortbestehender Metatarsalgie

Aus psychiatrischer Sicht könne festgehalten werden, dass bei der 
Beschwerdeführerin ein komplexes psychiatrisches Störungsbild vorliege, 
das seine Ursache in erster Linie in einer Vulnerabilität habe, die sich auf 
eine frühkindlich beginnende und sich bis zur Volljährigkeit fortsetzende 
Missbrauchsproblematik zurückführen lasse. In diese Vulnerabilität falle in 
der Folge zunächst die schwerwiegende neurologische Diagnose einer 
Chorea Huntington und es sei davon auszugehen, dass sich diese 
neurologische Diagnose aus psychiatrischer Sicht auf die Arbeitsfähigkeit 
auswirke. Die Erkrankung sei zwar gegenwärtig weitgehend 
asymptomatisch. Es handle sich aber um eine neurodegenerative 
Erkrankung, die mit Sicherheit fortschreiten werde und im Durchschnitt 15 
Jahre nach den ersten Symptomen zum Tode führen könne. Die Chorea 
Huntington werde daher unter den Erkrankungen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit subsumiert. Im Verlauf sei noch eine schwerwiegende 
onkologische Erkrankung hinzugekommen, was zu einer Aufzehrung der 
Kompensationsmechanismen der Beschwerdeführerin geführt habe. Diese 
könne ihren angestammten Beruf dadurch nicht mehr ausüben, auch in 
angepasster Tätigkeit sei die Arbeitsfähigkeit aufgehoben. Denkbar sei 
lediglich eine Tätigkeit in einem geringen Pensum an einem geschützten 
Arbeitsplatz. Die Prognose sei insgesamt ungünstig. Aus internistischer 
Sicht liege bei der Beschwerdeführerin ein ausgeprägtes Fatigue-Syndrom 
vor. Die Ätiologie sei multifaktoriell, ein wesentlicher kausaler Faktor sei 
aber das durchgemachte Mammakarzinom. Dieses werde daher unter den 
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit subsumiert. Auch das 
obstruktive Schlaf-Apnoe-Syndrom trage wahrscheinlich zur Fatigue bei. Es 
sei aufgrund des Fatigue-Syndroms von einer generell um 50 % 
eingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen (AB 154.1/9). Die 
Arbeitsfähigkeit gesamthaft in der bisherigen und in leidensangepasster 
Tätigkeit betrage null Prozent. Die Aufhebung der Arbeitsfähigkeit bestehe 

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aufgrund der psychiatrischen Erkrankung, die Einschränkungen bestünden 
seit der Krankschreibung vom 16. August 2017. Davor habe bereits eine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % aufgrund der internistischen 
Erkrankungen bestanden, dies seit der Diagnose des Mammakarzinoms im 
Jahr 2016 (AB 154.1/11).

3.1.3 Im Bericht vom 16. Mai 2019 kam die RAD-Ärztin, Dr. med. 
K.________, Fachärztin für Neurologie und Fachärztin für Psychiatrie und 
Psychotherapie, zum Schluss, die in den Berichten über die stationären 
Aufenthalte im Spital L.________, in der Klinik M.________ und in der 
Klinik N.________ dokumentierten objektivierbaren psychischen 
Normalbefunde würden das Vorliegen einer leistungsrelevanten 
psychischen Störung eindeutig ausschliessen. Es bestehe somit eine 
Diskrepanz zwischen den attestierten psychischen Diagnosen einerseits 
sowie den objektivierten psychischen Normalbefunden und dem normalen 
kognitiven Leistungsprofil der Beschwerdeführerin andererseits. Die Dauer 
und Höhe der seit Januar 2016 fortlaufend attestierten Arbeitsunfähigkeiten 
würden nicht mit den seit März 2018 aktenkundigen psychischen, 
neurologischen und testpsychometrischen Normalbefunden und der 
erhaltenden Mobilität, Autonomie, Selbst- und Fremdfürsorge der 
Beschwerdeführerin korrelieren (AB 176/4).

3.1.4 Im Bericht vom 2. Juli 2019 der Klinik M.________ wurden als 
Diagnosen eine organische bipolare Störung (ICD-10 F06.3) bei Chorea 
Huntington sowie anamnestisch eine posttraumatische Belastungsstörung 
(PTBS; ICD-10 F43.1) und eine emotional-instabile Persönlichkeitsstörung 
vom Borderline-Typus (ICD-10 F60.31) aufgeführt. Die von der Patientin 
geschilderte Symptomatik in Bezug auf die Affektivität sei einerseits klar 
abgrenzbar depressiv und andererseits klar abgrenzbar hypoman 
darzustellen. Dazwischen gebe es auch Phasen mit ausgeglichener 
Stimmung. Die Symptomatik entspreche jedoch nicht der klassischen 
Symptomatik einer Bipolar-II-Störung, sondern werde eher im 
Zusammenhang mit der Chorea Huntington gesehen. Hätte die 
Beschwerdeführerin keine Chorea Huntington, würde wahrscheinlich eine 
normale Bipolar-II-Störung vorliegen. Möglicherweise werde nun durch die 
Chorea Huntington die Symptomatik der bipolar-affektiven Störungen 

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soweit moduliert, dass es zu diesen häufigen Phasenwechseln komme (AB 
196/3 ff.).

3.1.5 Im Bericht vom 25. September 2019 hielt die RAD-Ärztin, Dr. med. 
K.________, fest, seit der IV-Anmeldung vom 27. April 2016 bis aktuell 
lägen keine Befunde vor, die eine quantitative und/oder qualitative 
Leistungseinschränkung im neurologischen Fachgebiet objektiv zu 
begründen vermöchten. Der im MEDAS-Gutachten dokumentierte 
Tagesablauf einschliesslich der angegebenen Arbeitszeiten sprächen 
dafür, dass der Beschwerdeführerin eine berufliche Tätigkeit von 
mindestens fünf Stunden täglich mit den betriebsüblichen Pausen an fünf 
Tagen pro Woche auf dem ersten Arbeitsmarkt möglich sei. In 
ganzheitlicher Betrachtung und unter Berücksichtigung einer möglichen, 
geringgradig eingeschränkten psychophysischen Dauerbelastbarkeit 
infolge einer leichten Anämie sowie der Symptomfreiheit nach beidseitiger 
Brustentfernung und Operation wegen eines Mammakarzinoms, bei 
fortbestehender Rezidivfreiheit und bei abgeschlossenem beidseitigem 
Brustaufbau werde die Beschwerdeführerin noch für fähig erachtet, 
körperlich leichte und mittelschwere Tätigkeiten, ohne längerdauernde 
Überkopfarbeit oder Armvorhalt und mit der Möglichkeit zum Haltungs- und 
Lagerungswechsel, in Früh- und Spätschicht, ohne regelmässige 
Nachtschicht (zur Aufrechterhaltung eines geregelten Tag-Nacht-Rhyth-
mus), entsprechend ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten, mit den 
betriebsüblichen Pausen, mindestens fünf Stunden täglich an fünf Tagen 
pro Woche, zu verrichten, so auch ihre zuletzt ausgeübte Tätigkeit einer … 
… (…). Es bestehe keine Einschränkung ihrer Mobilität (AB 189/5 f.).

3.1.6 Im (undatierten) Bericht über eine Konsultation vom 4. Oktober 
2019 hielt PD Dr. med. O.________, Facharzt für Neurologie, als 
Diagnosen eine Huntington-Krankheit, aktenanamnestisch eine PTBS, 
einen Status nach Mamakarzinom rechts und ein mittelschweres 
obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom fest. Aus motorischer Sicht bleibe die 
Beschwerdeführerin für ihre Huntington Krankheit weitgehend 
präsymptomatisch. Da Restless legs schon vor über 10 Jahren beklagt 
worden seien und die Beschwerdeführerin Medikamente einnehme, welche 
die Restless legs-Symptome begünstigen könnten (Antidepressiva) und 

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Restless legs in der Allgemeinbevölkerung sehr häufig seien, sei es nicht 
möglich, die Restless legs-Problematik affirmativ als Frühsymptome der 
Huntington-Krankheit oder als davon unabhängig zu beurteilen. Die 
geklagte Angespanntheit, innere Unruhe und Rastlosigkeit habe aber auf 
den Beginn einer Medikation mit Tiapridal eindeutig angesprochen. Da sich 
damit eine Verbesserung des Unruhegefühls ergeben habe, werde diese 
innere Rastlosigkeit mit hoher Wahrscheinlichkeit für ein Frühsymptom der 
Huntington-Krankheit gehalten. Hinsichtlich der motorischen Funktionen 
bestehe keine Einschränkung für eine allfällige Arbeitstätigkeit. Aufgrund 
der psychiatrischen Problematik sei die Beschwerdeführerin aber sicher in 
ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt. Die affektive Störung sei mit 
hoher Wahrscheinlichkeit eine psychomentale Manifestation der 
Huntington-Krankheit. Im direkten Gespräch ergäben sich keine 
Anhaltspunkte für alltagsrelevante neurokognitive Defizite. Eine Test-
Diagnostik diesbezüglich wäre aber für eine schlüssige quantitative 
Beurteilung erforderlich. Mit Gewissheit sei von einer verminderten 
Belastbarkeit wegen der anhaltenden inneren Unruhe und Angespanntheit 
auszugehen, insbesondere für eine Tätigkeit als …, bei der Belastbarkeit 
und Stresstoleranz unabdingbar seien (AB 210/6-9).

3.1.7 Im Bericht vom 5. November 2019 hielt Dr. med. P.________, 
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, fest, die 
Beschwerdeführerin leide bekanntermassen an einer Huntington-
Erkrankung, die sich psychiatrisch in einer organisch bedingten bipolaren 
Störung sowie in einer zunehmend ausgeprägten Stressintoleranz zeige. 
Dass die Berichterstattungen der beiden Hospitalisationen in der Klinik 
M.________ und der Klinik N.________ von Ende 2017 und Anfang 2018 
ein derart buntes Diagnosebild zeigten, sei erfahrungsgemäss bei 
Huntington-Erkrankungen typisch, da die Symptomatik in der 
Anfangsphase häufig nicht in ein gängig psychiatrisches Bild passe und der 
Huntington-Erkrankung aufgrund fehlender äusserer grobmotorischer 
Zeichen nicht Rechnung getragen werde. Die organische bipolare Störung 
sei rasch wechselnd mit ausgeprägt antriebsblockierten, denkgehemmten 
und schlafgestörten depressiven Phasen mit drängender Suizidalität, 
gegen die die Beschwerdeführerin ihrer Kinder wegen anzukämpfen 
versuche. Begleitet werde diese von einer inneren Unruhe, welche unter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2022, IV/20/692, Seite 13

Tiapridal besser sei, aber um den Preis einer sedativen Wirkung tagsüber. 
Nach wenigen Wochen (erfahrungsgemäss 2-8 Wochen) ändere sich die 
Symptomatik schalterartig und es folge eine meist viel kürzere Phase von 
über das gesunde Mass hinaus gesteigertem Antrieb und euphorischer 
Stimmung. Der Psychostatus bei Austritt aus der Klinik M.________ sei 
nicht normal gewesen, sondern habe ein depressives Zustandsbild gezeigt, 
vereinbar mit oben erwähnter Diagnose, die aber nicht als solche erkannt 
worden sei. Die Stressintoleranz sei typisch für die Huntington-Erkrankung 
und zeige sich oft lange bevor auffällige äussere Zeichen sichtbar seien, 
sei aber für die Leistungsfähigkeit hochgradig relevant. Entsprechend sei 
eine Tätigkeit als … in einer … … von der Hektik her, vom verlangten 
Tempo des raschen Reagierens, von der Multitaskfunktion, welche diese 
Tätigkeit abverlange, nicht mehr möglich. Aus psychiatrischer Sicht sei ein 
langsamer Wiedereinstieg in angepasster Tätigkeit (ruhige Arbeitsatmos-
phäre, kein Multitask, wenig Leistungsdruck) mit einem halben Tag 
wöchentlich, bei gutem Verlauf schrittweise erweiternd auf maximal vier 
Halbtage pro Woche, wahrscheinlich realistisch, sofern die positive 
Wirkung von Lamotrigin anhalte, was vorerst abzuwarten sei (AB 196/1 f.).

3.1.8 Im Bericht vom 1. April 2020 hielt der Neurologe PD Dr. med. 
O.________ fest, die motorische Situation bleibe hinsichtlich der genetisch-
gesicherten Huntington-Trägerschaft erfreulicherweise unauffällig. Die 
Beschwerdeführerin habe keine Bewegungsstörung, insbesondere keine 
Chorea. Inwiefern die Restless legs als subklinische Chorea einem 
motorischen Frühzeichen der Huntington Krankheit entspreche, bleibe 
weiterhin unklar. Die Zuordnung der Restlessness und inneren 
Angespanntheit und Unruhe entweder zu einem Restless legs-Syndrom im 
engeren Sinne oder zu einem primären nicht-motorischen Symptom der 
Huntington-Krankheit sei unsicher, es könne auch beides vorliegen. Die 
Differenzierung zwischen den beiden möglichen Ursachen könne durch 
Erhöhen oder Pausieren von Tiapridal getestet werden. Tiapridal würde ein 
Restless legs-Syndrom exazerbieren und im Gegenteil dazu eine als 
inneres Unruhegefühl subklinisch manifeste Chorea verbessern. Aufgrund 
der eindeutigen Verbesserung der inneren Unruhe der Patientin nach 
Beginn mit Tiapridal werde diesbezüglich aber eher nicht von einem 
Restless legs-Syndrom im engeren Sinne, sondern von einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2022, IV/20/692, Seite 14

unterschwelligen Chorea ausgegangen. Wegen motorischer Symptome der 
Huntington-Krankheit könne keine Arbeitsfähigkeit (recte: 
Arbeitsunfähigkeit) geltend gemacht werden. Die psychiatrische Proble-
matik sei aber mit hoher Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit der po-
sitiven Huntington-Genetik zu interpretieren und habe einen erheblich ein-
schränkenden Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Als Nachtrag vom 3. April 
2020 hielt PD Dr. med. O.________ fest, dass ein Pausieren von Tiapridal 
während vier Tagen zu keiner Verbesserung der inneren Unruhe und 
Angespanntheit geführt habe. Daraus sei zu schliessen, dass ein Restless 
legs-Syndrom oder eine Akathisie nicht die Ursache der inneren Unruhe 
seien. Vielmehr sei von einer direkt durch die Huntington-Krankheit 
bedingten Rastlosigkeit auszugehen (AB 210/4-5).

3.1.9 In der im Vorbescheidverfahren eingeholten Stellungnahme vom 
7. April 2020 hielt die RAD-Ärztin, Dr. med. K.________, fest, der 
anlässlich der Untersuchung vom Juni 2019 in der Klinik M.________ 
attestierte Befund spreche weder für das Vorliegen einer PTBS, noch sei 
das für eine Borderline-Persönlichkeit typische Verhalten beobachtet 
worden. Gegen das Vorliegen einer organischen affektiven Störung im 
Zusammenhang mit der Chorea Huntington spreche zum einen das Fehlen 
kognitiver Störungen, insbesondere das Fehlen von frontalexekutiven, trotz 
Medikation progredienter Störungen. Ferner spreche der bisher fehlende 
klinische Nachweis einer anhaltenden bzw. progredienten 
Impulskontrollstörung bzw. Angststörung und/oder Depressivität gegen das 
Vorliegen einer organischen affektiven Störung. Auch sei bisher keine 
Gewichtsabnahme (bei Hypermetabolismus), wie sie im Rahmen einer 
klinisch manifesten Huntington-Krankheit auftrete, nachgewiesen worden. 
Die neurologische Symptomatik bestehe bisher aus allenfalls leicht 
einschiessenden Bewegungen. Der im Juni 2019 erhobene Psychostatus 
dokumentiere keine krankheitswertigen Befunde. Auch die zum Einwand 
vorgelegte Stellungnahme der behandelnden Psychiaterin vom November 
2019 enthalte keine Befunde. Den Ausführungen sei nicht zu entnehmen, 
ob es sich ausschliesslich um anamnestische Angaben der 
Beschwerdeführerin oder um ergänzende klinische Feststellungen 
handelte. Insgesamt ergäben sich aus den zum Einwand vorgebrachten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2022, IV/20/692, Seite 15

Stellungnahmen bisher keine neuen objektiven Befundtatsachen (AB 
208/5 f.).

3.1.10 In einer weiteren Stellungnahme vom 23. Juni 2020 hielt Dr. med. 
K.________ mit Bezug auf die Berichte von PD Dr. med. O.________ vom 
Oktober 2019 und April 2020 fest, auch die damit vorgelegten 
Verlaufsbefunde dokumentierten, dass bei der Beschwerdeführerin keine 
leistungsrelevanten funktionellen Einschränkungen im neurologischen 
Fachgebiet vorlägen. Die rückblickende Längsschnittbetrachtung 
dokumentiere, dass die Beschwerdeführerin zwar als Trägerin des 
spezifischen Huntington Gens identifiziert worden sei, dass bei ihr aber 
bisher keine fortschreitenden Bewegungsstörungen, keine kognitiven 
Störungen (Denkstörungen) und keine (fortschreitenden) psychiatrischen 
Symptome aufgetreten seien, die für die klinische und leistungsrelevante 
Manifestation der charakteristischerweise unaufhaltsam fortschreitenden 
Huntington Krankheit sprechen könnten (AB 212/3).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2022, IV/20/692, Seite 16

dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3 Vorab zu prüfen sind die befristeten Rentenzusprachen vom 1. Ja-
nuar bis 31. Mai 2017 und vom 1. Dezember 2017 bis 31. Mai 2018.

Aufgrund der in den Akten liegenden echtzeitlichen Arztberichte ist ab dem 
Zeitpunkt der Erstdiagnose des bifokalen Mammakarzinoms im Januar 
2016 während der gesamten Behandlung bis und mit der notwendigen 
Rekonvaleszenzzeit nach der Adnexektomie, d.h. bis Ende Februar 2017, 
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit erstellt (AB 89/26, 89/23 ff., 89/18 f., 
86/2 f., 89/12 ff., 89/10, 89/7 Ziff. 1.6, 154.6/26 f., 97/5 Ziff. 11, 154.6/24 f., 
103/8 Ziff. 11). Ferner ist eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für den gesam-
ten Zeitraum der Hospitalisationen im Spital L.________ sowie in den 
Kliniken M.________ und N.________ vom 28. September 2017 bis 
13. Februar 2018 ausgewiesen (AB 115/2 ff., 131, 128).

Soweit die Beschwerdegegnerin gestützt darauf und in Anwendung der Be-
stimmungen über den Rentenanspruch, den Rentenbeginn (aArt. 28 IVG in 
der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen, hier anwendbaren [vgl. 
E. 2.1 hiervor] Fassung und Art. 29 IVG) und die zu berücksichtigenden 
Dreimonatsfristen bei anspruchsbeeinflussenden Änderungen (Art. 88a der 
Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; 
SR 831.201]) vom 1. Januar bis 31. Mai 2017 sowie vom 1. Dezember 
2017 bis 31. Mai 2018 je eine befristete ganze Rente der 
Invalidenversicherung zugesprochen hat, ist die angefochtene Verfügung 
nicht zu beanstanden.

3.4 Umstritten und im Folgenden (E. 3.5 ff.) zu prüfen ist ein allfälliger 
über die Befristung per 31. Mai 2018 hinausgehender Rentenanspruch.

3.5 Die Einschätzungen im polydisziplinären MEDAS-Gutachten vom 
3. Januar 2019 (inkl. Teilgutachten [AB 154.1-154.5]) basieren allesamt auf 
Untersuchungen vom Oktober 2018 (AB 154.1/3 Ziff. 2). Das 
Sozialversicherungsgericht beurteilt die Gesetzmässigkeit der 
angefochtenen Verfügung indes nach dem Sachverhalt bis zum Zeitpunkt 
ihres Erlasses – im vorliegenden Fall mithin bis 3. August 2020 (AB 220/1; 
BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 140). Damit stellt sich – 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2022, IV/20/692, Seite 17

namentlich mit Blick auf die im Vorbescheidverfahren eingereichten 
Arztberichte (AB 196, 210) – die Frage, ob die auf Untersuchungen vom 
Oktober 2018 basierenden Schlussfolgerungen der MEDAS auch bei 
Verfügungserlass am 3. August 2020 noch Gültigkeit hatten.

Im Einzelnen ist dazu Folgendes festzuhalten:

3.5.1 In somatischer Hinsicht gingen die Gutachter im 
Gutachtenszeitpunkt vom Vorliegen einer ausgeprägten, die 
Arbeitsfähigkeit um 50 % einschränkenden multifaktoriellen, im 
Wesentlichen auf die Krebserkrankung zurückzuführenden Fatigue aus (AB 
154.1/9 Ziff. 4.3). Dabei wies der internistische Gutachter explizit darauf 
hin, dass im Lauf der Zeit mit einer Besserung der Symptomatik zu rechnen 
ist (AB 154.2/20). Wie es sich damit im Verfügungszeitpunkt verhielt und ob 
bzw. in welchem Umfang eine allfällige Verbesserung Auswirkungen auf 
die Arbeits- und Leistungsfähigkeit hatte, kann mangels entsprechender 
Abklärungen im Nachgang zum Gutachten nicht beurteilt werden.

3.5.2 Betreffend die Huntington-Krankheit hielten die Gutachter in 
neurologischer Hinsicht, übereinstimmend mit dem vorbehandelnden Arzt, 
Prof. Dr. med. Q.________, Facharzt für Neurologie, eine noch nicht bzw. 
nur wenig symptomatische, vorab die Feinmotorik betreffende Chorea 
Huntington sowie eine ebenfalls seit Jahren bestehende Restless legs-
Symptomatik fest (AB 154.4/10; vgl. AB 132/3). Ob es sich bei der Restless 
legs-Symptomatik gegebenenfalls um ein Frühsymptom der Chorea Hun-
tington handelt, vermochten die Gutachter nicht sicher zu beurteilen 
(AB 154.1/7, 154.4/8 Ziff. 6).

Aus den Berichten von PD Dr. med. O.________ vom 4. Oktober 2019 und 
vom April 2020 (AB 210) sowie der Klinik M.________ vom Juli 2019 und 
von Dr. med. P.________ vom 11. November 2019 (AB 196) ergeben sich 
nun Hinweise auf eine mögliche Progredienz. Gemäss den Ausführungen 
von PD Dr. med. O.________ liegt es im Bereich des Möglichen, dass 
zwischenzeitlich erste Symptome der Huntington-Krankheit aufgetreten 
sind. So hat er namentlich aufgrund der Ergebnisse einer gezielt 
veränderten Medikation mit Tiapridal zur Behandlung der inneren Unruhe 
und Angespanntheit nachvollziehbar aufgezeigt, dass diese Beschwerden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2022, IV/20/692, Seite 18

mit hoher Wahrscheinlichkeit Frühsymptome der Huntington-Krankheit sind 
(AB 210/5, 210/8).

Psychiatrischerseits wurden die depressiven Episoden bereits in der Klinik 
N.________ im März 2018 im Rahmen einer Bipolar-II-Störung diskutiert 
(AB 128/1). Im Rahmen einer weiteren Untersuchung in der Klinik 
M.________ im Juni 2019 (Bericht vom 2. Juli 2019) wurde dann aufgrund 
der Entwicklung des bipolar-affektiven Geschehens mit immer häufigeren 
Phasenwechseln zwischen hypomanen und depressiven Episoden sowie 
vor dem Hintergrund der Huntington-Krankheit eine in diesem 
Zusammenhang stehende organische bipolare Störung festgehalten (AB 
196/3, 196/5). Diese Einschätzung wird von den behandelnden Ärzten, PD 
Dr. med. O.________ und Dr. med. P.________, geteilt; auch sie gehen 
davon aus, dass die bipolaraffektive Störung mit hoher Wahrscheinlichkeit 
eine psychomentale Manifestation der Huntington-Krankheit ist und sich die 
Huntington-Krankheit zunehmend auf den psychischen 
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin auswirkt bzw. diesen 
überlagert (AB 198/2, 210/9). Anhaltspunkte für alltagsrelevante 
neurokognitive Defizite vermochte PD Dr. med. O.________ anlässlich der 
Konsultation im Oktober 2019 zwar nicht festzustellen. Für eine 
diesbezüglich schlüssige quantitative Beurteilung hielt er eine Test-
Diagnostik für erforderlich (AB 210 /9).

3.5.3 Entgegen der prognostischen Einschätzung des MEDAS-Psychia-
ters (AB 154.1/11, 154.3/12) ging bereits der behandelnde Dr. med. 
R.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, im Bericht vom 
29. August 2017 davon aus, dass die aus psychiatrischer Sicht postulierte 
vollständige Arbeitsunfähigkeit im weiteren Verlauf wird reduziert werden 
können (AB 103/12). Auch die nachbehandelnde Psychiaterin, Dr. med. 
P.________, hielt im Bericht vom 3. November 2019 – trotz wahrscheinlich 
progredienter Huntington-Krankheit mit nun auch zunehmenden Auswirkun-
gen in psychiatrischer Hinsicht (vgl. E. 3.5.2 hiervor) – einen langsamen 
Wiedereinstieg in eine angepasste Tätigkeit mit einer Steigerung auf vier 
halbe Tage pro Woche für realistisch, sofern die positive Wirkung der im 
September 2019 gestarteten Medikation mit Lamotrigin (Antiepileptikum, 
das auch vorbeugend gegen bipolare depressive Episoden eingesetzt wird 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2022, IV/20/692, Seite 19

[vgl. compendium.ch]), anhalte (AB 196/2). Der weitere (therapeutische) 
Verlauf ist jedoch nicht dokumentiert.

3.5.4 Vor diesem Hintergrund ist aufgrund der Aktenlage eine rechtsge-
nügliche Beurteilung des Krankheitsverlaufs und der Arbeitsunfähigkeit 
nicht möglich. Vielmehr liegen verschiedene Anhaltspunkte vor, dass das 
MEDAS-Gutachten zufolge möglicher gesundheitlicher Entwicklungen bis 
zum Verfügungserlass im August 2020 massgebend an Aktualität 
eingebüsst hat. Weitere – mit Blick auf das Krankheitsbild polydisziplinär zu 
erfolgende (vgl. AB 133/3) – Abklärungen wären deshalb bereits im 
Verwaltungsverfahren unabdingbar gewesen (vgl. BGE 134 IV 246 E. 4.3 
S. 254; SVR 2018 IV Nr. 36 S. 116 E. 3.2). Daran ändern insbesondere die 
Berichte der RAD-Ärztin, Dr. med. K.________, samt der von ihr im 
Vorbescheidverfahren verfassten Stellungnahmen nichts (vgl. AB 176/3-4, 
189/3-6, 208/5-6, 212/3 bzw. E. 3.1.2, 3.1.4, 3.1.8 f. hiervor), liegen doch 
mit den Ausführungen von PD Dr. med. O.________ und Dr. med. 
P.________ Indizien gegen die Zuverlässigkeit der RAD-Einschätzung vor 
(vgl. BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 353). Deshalb, aber auch mit Blick auf die 
von der RAD-Ärztin in ihren Berichten erhobene grundsätzliche Kritik am 
MEDAS-Gutachten hätte die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen 
Verfügung mangels aktueller, lückenloser und zuverlässiger medizinischer 
Grundlagen nicht auf die reinen RAD-Aktenbeurteilungen abstellen dürfen 
(vgl. SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3).

3.6 Dem von der Beschwerdegegnerin 2018 zur Beurteilung des medi-
zinischen Sachverhalts eingeholte polydisziplinäre MEDAS-Gutachten 
fehlte es im Verfügungszeitpunkt – wie soeben dargelegt – nicht nur an 
hinreichender Aktualität. Vielmehr vermag es insbesondere auch in 
psychiatrischer Hinsicht nicht zu überzeugen. 

3.6.1 Nach der Rechtsprechung haben die Sachverständigen die 
(psychiatrischen) Diagnosen so begründen, dass die Rechtsanwender 
nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben tatsächlich 
eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 
285). Dies ist im Fall der Beschwerdeführerin mangels entsprechender 
Ausführungen im Gutachten nicht möglich. Der psychiatrische Gutachter 
hat zwar Ausführungen zur Ätiologie bzw. zur Pathogenese des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2022, IV/20/692, Seite 20

postulierten "komplexen psychiatrischen Störungsbildes" gemacht. Seine 
diagnostische Einschätzung hat er jedoch bloss festgestellt und nicht 
begründet (AB 154.3/10 Ziff. 6, 154.3/13 unten). Insbesondere ist dem 
Gutachten nicht zu entnehmen, inwiefern die klassifikatorischen Vorgaben 
bzw. diagnostischen Leitlinien der einzelnen aufgeführten Diagnosen (AB 
154.3/11 oben) konkret erfüllt sind. So hat der psychiatrische Gutachter 
etwa hinsichtlich der andauernden Persönlichkeitsänderung nach 
Extrembelastung (ICD-10: F62.0) auf eine frühere posttraumatische 
Belastungsstörung (PTBS) im Zusammenhang mit einem sexuellen 
Missbrauch in der Kindheit und Jugendzeit verwiesen. Gleichzeitig hielt er 
aber fest, dass diese frühere PTBS erfolgreich behandelt worden und nur 
eine Vulnerabilität verblieben sei (AB 154.3/10 Ziff. 6). Gemäss den 
Leitlinien muss jedoch die Belastung, welche zur 
Persönlichkeitsveränderung führt, so extrem sein, dass allein die 
Vulnerabilität der betreffenden Person als Erklärung für die tiefgreifende 
Auswirkung auf die Persönlichkeit nicht ausreicht 
(DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation 
psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische 
Leitlinien, 10. Aufl. 2015, S. 286). Inwiefern die Diagnose im Fall der 
Beschwerdeführerin dennoch begründet sein soll, ist dem Gutachten nicht 
zu entnehmen. Ebenso wenig finden sich nähere Ausführungen zur 
diagnostizierten mittelgradigen depressiven Störung. Betreffend die nicht-
organische Schlafstörung (ICD-10: F51) bleibt sodann unklar, inwiefern 
diese psychiatrische Diagnose von der in somatischer Hinsicht postulierten, 
die Arbeitsfähigkeit einschränkenden Fatigue (AB 154.2/20) abzugrenzen 
ist (AB 154.3/10 f.).

3.6.2 Der psychiatrische Gutachter schliesst von der postulierten psychi-
schen Vulnerabilität, welche durch die Krebserkrankung und die Diagnose 
der Huntington-Krankheit "getriggert" worden sei (AB 154.3/10) und zu 
einer Aufzehrung der Kompensationsmechanismen geführt habe, direkt auf 
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit und erachtet nur noch eine Tätigkeit im 
geschützten Rahmen als möglich (AB 154.3/10, 154.3/13). Eine medizini-
sche Begründung für diese Einschätzung fehlt jedoch. So bleibt 
insbesondere unklar, wie sich die erwähnte vollständige Aufzehrung der 
Kompensationsmechanismen konkret auf das funktionelle 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2022, IV/20/692, Seite 21

Leistungsvermögen auswirkt, und inwieweit medizinisch-theoretisch in der 
Folge auf eine Arbeitsunfähigkeit zu schliessen ist. Dies steht im Übrigen 
auch im Kontrast zu der Vielzahl an Aktivitäten der Beschwerdeführerin 
(u.a. Auslandferien, Ferienhund betreuen, Fahrrad fahren, schwimmen, Ski 
fahren, Besuche der Schwester am … mit dem Auto, Online-Spanischkurs; 
vgl. AB 190/3, 190/8).

Eine entsprechende Diskussion wäre umso wichtiger, als sich aus weiteren 
Akten aus der Zeit vor und nach der Begutachtung durchaus Hinweise er-
geben, dass die Beschwerdeführerin – anders als vom Gutachter 
angenommen – nicht zum Vornherein und bis auf weiteres vollständig 
arbeitsunfähig war bzw. ist. So geht aus dem Austrittsbericht der Klinik 
N.________ vom 5. März 2018 hervor, dass die therapeutischen 
Massnahmen sehr geholfen haben und sich der psychische 
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Verlauf des Aufenthaltes 
wesentlich verbessert hat. Entsprechend wurde dort eine (vollständige) 
Arbeitsunfähigkeit nur noch für zwei Wochen über den Aufenthalt hinaus 
bestätigt (AB 128/5). Dass sich der psychische Gesundheitszustand im 
Verlauf erneut massgeblich verschlechtert hätte, ist dem späteren Bericht 
der Klinik M.________ vom 2. Juli 2019 nicht zu entnehmen (AB 196/3 ff.). 
Die behandelnde Psychiaterin, Dr. med. P.________, hielt schliesslich 
einen schrittweisen Wiedereinstieg in eine angepasste Erwerbstätigkeit 
explizit für möglich (AB 196/2). Vor diesem Hintergrund überzeugt die im 
MEDAS-Gutachten postulierte, aber nicht begründete Annahme einer 
vollständigen Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen nicht.

3.6.3 Schliesslich ist festzuhalten, dass die RAD-Ärztin, Dr. med. 
K.________, im Bericht vom 16. Mai 2019 gewichtige Einwände gegen das 
psychiatrische Teilgutachten erhoben hat. Dabei hat sie namentlich auf die 
Diskrepanzen zwischen den gutachterlichen Ausführungen und den 
Berichten über die (vorangehenden) stationären Aufenthalte in den Kliniken 
M.________ und N.________ hingewiesen (AB 176/4 oben), wohingegen 
der psychiatrische Gutachter – trotz auch aus dessen Sicht unterschiedlich 
eingeordneter Störungsbilder – kein "echter Widerspruch zur Aktenlage" er-
kennen konnte und sich dementsprechend auch nicht weiter damit 
auseinandergesetzt hat (AB 154.3/13).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2022, IV/20/692, Seite 22

3.7 Nach dem Dargelegten kommt dem psychiatrischen Teilgutachten 
kein (genügender) Beweiswert zu. Damit kann, da aufgrund der Krankheits-
geschichte und namentlich wegen der (zumindest genetisch) festgestellten 
Huntington-Krankheit mit potentiell somatischen und psychischen 
Manifestationen eine polydisziplinäre Einschätzung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit unverzichtbar ist (vgl. AB 133/3), insgesamt nicht auf 
das MEDAS-Gutachten abgestellt werden. Gleiches gilt betreffend die 
Aktenbeurteilung samt eigens formuliertem Zumutbarkeitsprofil der RAD-
Ärztin, Dr. med. K.________ (AB 189/6). Zudem bedarf es für die 
abschliessende Beurteilung des Krankheitsverlaufs sowie der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit ab dem Explorationsdatum vom Oktober 2018 bis zum 
Zeitpunkt des Verfügungserlasses – also für eine Zeit, welche noch nicht 
gutachterlich beurteilt worden ist – ohnehin weiterer Abklärungen durch die 
Beschwerdegegnerin (vgl. E. 3.5.4 hiervor). Diese wird deshalb zur 
rechtsgenüglichen Abklärung des medizinischen Sachverhalts im Hinblick 
auf die Beurteilung des Rentenanspruchs ab 1. Juni 2018 bei einer noch 
nicht vorbefassten Gutachterstelle ein neues, auf Zufall basiertes 
polydisziplinäres Gutachten einzuholen haben, welches mindestens die 
Fachbereiche Neurologie, Allgemeine Innere Medizin und Psychiatrie 
umfasst. Gestützt darauf sowie gegebenenfalls nach erneuten Abklärungen 
zu Haushalt und Erwerb wird sie im Rahmen einer neuen Verfügung über 
den Invaliditätsgrad und den Rentenanspruch ab 1. Juni 2018 neu zu 
befinden haben.

Demnach ist in Gutheissung der Beschwerde die angefochtene Verfügung 
vom 3. August 2020 soweit den Rentenanspruch ab dem 1. Juni 2018 
betreffend aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen, damit sie – nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der 
Erwägungen – neu verfüge.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2022, IV/20/692, Seite 23

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- 
festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 800.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der 
Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten.

4.2 Die obsiegende Beschwerdeführerin hat Anspruch auf Ersatz der 
Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und 
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und 
nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG).

Der von Rechtsanwältin C.________ mit Kostennote vom 23. Oktober 2020 
für das vorliegende Verfahren geltend gemachte Aufwand von total Fr. 
3'115.35 (inkl. Auslagen und MWST) ist mit Blick auf die hiervor 
aufgeführten Grundsätze nicht zu beanstanden. Diesen Betrag hat die 
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 3. August 2020 soweit den Rentenanspruch ab 
dem 1. Juni 2018 betreffend aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihr nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2022, IV/20/692, Seite 24

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3'115.35 (inkl. Auslagen und MWST), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin C.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2022, IV/20/692, Seite 25

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen 
Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.