# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d35f3972-2388-5681-814f-8f61c65f8fef
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-08
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Zivilabteilung 08.05.2024 Z1 2023 37
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_001_Z1-2023-37_2024-05-08.pdf

## Full Text

20240417_100236_ANOM.docx

I. Zivilabteilung Z1 2023 37

Oberrichter P. Huber, Abteilungspräsident
Oberrichter A. Staub
Ersatzrichter Th. Hubatka
Gerichtsschreiberin F. Wiget

Urteil vom 8. Mai 2024 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________,
vertreten durch Rechtsanwalt B.________,
Kläger und Berufungsbeklagter,

gegen

C.________ AG,
vertreten durch Rechtsanwalt D.________,
Beklagte und Berufungsklägerin,

betreffend

Forderung aus Arbeitsvertrag
(Berufung gegen den Entscheid des Kantonsgerichts Zug, Einzelrichter, vom 25. August 2023)

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Rechtsbegehren

Beklagte und Berufungsklägerin 

1. Es sei der Entscheid des Kantonsgerichts Zug vom 25. August 2023 vollumfänglich aufzuheben.

2. Es sei auf die Klage des Berufungsbeklagten nicht einzutreten.

3. Eventualiter zu 2: Es sei die Klage an die Vorinstanz zurückzuweisen, um den Sachverhalt zu ver-
vollständigen und insbesondere E.________ zu befragen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 7,7 % MWST) zu Lasten des Berufungsbeklagten.

Kläger und Berufungsbeklagter

1. Die Berufungsklage sei vollumfänglich abzuweisen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. Auslagen und Mehrwertsteuer zu Lasten der Beru-
fungsklägerin.

Sachverhalt

1.1 A.________ (nachfolgend: Kläger) als Arbeitnehmer und die C.________ AG mit Sitz in 
Cham (nachfolgend: Beklagte) als Arbeitgeberin schlossen am 27. Januar 2022 einen unbe-
fristeten Arbeitsvertrag ab. Gestützt auf diesen Vertrag war der Kläger ab 1. Februar 2022 in 
einem 100%-Pensum als Fachmann für digitales Marketing für die Beklagte tätig (act. 1/3). 
E.________ ist das einzige Mitglied des Verwaltungsrates der Beklagten.

1.2 Am 8. Juni 2022 kündigte die Beklagte das Arbeitsverhältnis mit dem Kläger fristlos. Der Klä-
ger bestätigte die Kenntnisnahme seiner fristlosen Entlassung durch handschriftliche Unter-
zeichnung des Kündigungsschreibens (act. 8/2). 

1.3 Nachdem die Beklagte in der Folge die Lohnzahlungen ausgesetzt hatte und ein Mahn-
schreiben des Klägers vom 19. Juli 2022 unbeantwortet geblieben war, kündigte der Kläger 
das Arbeitsverhältnis Anfang August 2022 seinerseits fristlos (act. 7/2+3).

 
2.1 Nach erfolglos durchgeführtem Schlichtungsverfahren (act. 1/4) reichte der Kläger am 18. Fe-

bruar 2023 beim Kantonsgericht Zug gegen die Beklagte eine unbegründete Klage auf Zahlung 
von CHF 28'000.00 ein (act. 1).

2.2 An der Hauptverhandlung vom 31. Mai 2023 begründete der Kläger seine Klage und modi-
fizierte sein Rechtsbegehren dahingehend, dass die Beklagte zur Bezahlung eines Betrags 
von CHF 30'000.00 sowie zur Ausstellung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses zu verurtei-
len sei. Zur Begründung führte der Kläger zusammengefasst aus, er habe das Arbeitsverhält-
nis mit der Beklagten infolge Zahlungsverzugs berechtigterweise fristlos gekündigt. Ausser-
dem sei die Beklagte auf der von ihr bereits zuvor ausgesprochenen fristlosen Kündigung zu 
behaften, für welche kein wichtiger Grund vorgelegen habe (act. 7 und 10).

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2.3 Die Beklagte stellte an der Hauptverhandlung vom 31. Mai 2023 im Wesentlichen Antrag auf 
kostenfällige Abweisung der Klage. Zur Begründung brachte sie zusammengefasst vor, dass 
die von ihr am 8. Juni 2022 ausgesprochene fristlose Kündigung aufgrund diverser Verfeh-
lungen des Klägers (auf ADHS zurückzuführendes Fehlverhalten am Arbeitsplatz sowie un-
genügende Arbeitsleistung, wiederholtes Schlafen am Arbeitsplatz und zweckwidrige Ver-
wendung der Geschäftskreditkarte) gerechtfertigt gewesen sei. Zudem machte sie geltend, 
dass man sich aufgrund des modifizierten Rechtsbegehrens des Klägers "eigentlich im fal-
schen Verfahren" befinde (act. 6 und act. 10 S. 3). Mit Eingabe vom 2. Juni 2023 präzisierte 
die damalige Rechtsvertreterin der Beklagten ihren Standpunkt und hielt fest, das angepass-
te Rechtsbegehren des Klägers stelle eine unzulässige Klageänderung dar, weshalb die ur-
sprüngliche Klage nach wie vor im vereinfachten Verfahren zu behandeln sei (act. 9). 

2.4 Auf der anderen Seite hatte der Kläger unmittelbar nach der Hauptverhandlung (d.h. noch 
am 31. Mai 2023) seinen Antrag auf Ausstellung eines Arbeitszeugnisses zurückgezogen 
(act. 8).

2.5 Mit Entscheid vom 7. August 2023 stellte der Einzelrichter fest, dass der Prozess weiterhin 
im vereinfachten Verfahren zu führen sei und keine Überweisung in das ordentliche Verfah-
ren erfolgen könne. Zudem stellte er den Parteien in Aussicht, dass in einem nächsten Schritt 
voraussichtlich der Endentscheid ergehen werde, da der Fall nach einer vorläufigen Beurtei-
lung als spruchreif erscheine (act. 11).

2.6 Mit Entscheid vom 25. August 2023 (Verfahren EV 2023 29; act. 14) verpflichtete der Einzel-
richter am Kantonsgericht die Beklagte, dem Kläger einen Nettobetrag von CHF 25'200.00 
[Nettolohn für vier Monate] sowie einen Betrag von CHF 4'800.00 [Strafzahlung im Sinne von 
Art. 337c Abs. 3 OR] zu bezahlen. Gerichtskosten wurden keine erhoben. Weiter wurde die 
Beklagte verpflichtet, dem Kläger für das erstinstanzliche Verfahren eine Parteientschädi-
gung von CHF 5'176.00 (inkl. MWST) zu bezahlen.

3. Gegen diesen Entscheid liess die Beklagte von ihrem neuen Rechtsvertreter mit Eingabe 
vom 26. September 2023 beim Obergericht des Kantons Zug innert Frist Berufung mit dem 
eingangs erwähnten Rechtsbegehren einreichen (act. 16). Dabei machte sie in erster Linie 
geltend, dass der Streitwert nach der vom Kläger vorgenommenen Klageänderung den Be-
trag von CHF 30'000.00 überstiegen habe. Der Prozess hätte daher nicht mehr im verein-
fachten Verfahren fortgeführt werden dürfen. Vielmehr wäre es richtig gewesen, die Haupt-
verhandlung vom 31. Mai 2023 abzubrechen und auf die Klage nicht einzutreten (act. 16 
Rz 19-28). Im Übrigen äusserte sich die Beklagte im Wesentlichen einzig noch zum Kündi-
gungsgrund der zweckwidrigen Verwendung der Geschäftskreditkarte (vgl. act. 16 Rz 11, 
13 und 30). In der Berufungsantwort vom 2. November 2023 schloss der Kläger auf kosten-
fällige Abweisung der Berufung (act. 18). Am 8. November 2023 reichte der Einzelrichter am 
Kantonsgericht eine schriftliche Stellungnahme ein, zu der ihn der Abteilungspräsident mit 
Verfügung vom 2. Oktober 2023 aufgefordert hatte (act. 17 und 19).

Es wurden kein zweiter Schriftenwechsel und keine Berufungsverhandlung durchgeführt.

Erwägungen

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1. Die örtliche und sachliche Zuständigkeit der angerufenen Gerichte ist (unbestrittenermassen) 
gegeben, weshalb diesbezüglich ohne Weiteres auf die zutreffenden Ausführungen in E. 1 des 
angefochtenen Entscheids (act. 14) verwiesen werden kann (zur Zulässigkeit eines solchen 
Verweises vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_88/2020 vom 11. Februar 2021 E. 3.4 m.w.H.). 
Uneinigkeit besteht hingegen hinsichtlich der anwendbaren Verfahrensart und damit einher-
gehend der funktionellen Zuständigkeit des erstinstanzlichen Einzelrichters (§ 28 Abs. 2 lit. a 
und b GOG; vgl. dazu sogleich E. 2).

2. Die Beklagte bestreitet die Anwendbarkeit des vereinfachten Verfahrens. Sie beantragt daher, 
der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und auf die Klage sei nicht einzutreten (Ziff. 1 
und 2 des Rechtsmittelbegehrens). 

2.1 Zur Begründung führt die Beklagte aus, die Vorinstanz habe das Verfahren fälschlicherweise 
weitergeführt, nachdem der Kläger an der Hauptverhandlung den geforderten Betrag von 
CHF 28'000.00 um CHF 2'000.00 auf CHF 30'000.00 erhöht und neu auch ein Arbeitszeugnis 
verlangt habe. Damit sei die Streitwertgrenze von CHF 30'000.00, die für das vereinfachte Ver-
fahren gelte, überschritten gewesen. Dem anwaltlich vertretenen Kläger sei bei Klageeinreichung 
bekannt gewesen, dass er nicht gleichzeitig CHF 28'000.00 und ein Arbeitszeugnis habe fordern 
können. Daher habe er den geforderten Betrag bewusst reduziert, um eine unbegründete Klage 
einreichen zu können und somit Gerichts- und Anwaltskosten zu sparen. Ihm sei jedoch bereits 
bei Klageeinreichung bewusst gewesen, dass er noch kein Arbeitszeugnis habe. Im Moment als 
das Rechtbegehren den zulässigen Streitwert von CHF 30'000.00 überstiegen habe, sei das ver-
einfachte Verfahren missbraucht worden. Die an der Hauptverhandlung gestellten neuen Begeh-
ren hätten als Einheit mit der Klage betrachtet werden müssen. Richtig wäre daher gewesen, die 
Hauptverhandlung abzubrechen und auf die Klage nicht einzutreten (act. 16 Rz 7 f., 16 und 24 
ff.).

2.2 Dem kann nicht gefolgt werden. Gemäss Art. 227 Abs. 1 ZPO ist eine Klageänderung zulässig, 
wenn der geänderte oder neue Anspruch nach der gleichen Verfahrensart zu beurteilen ist und 
mit dem bisherigen Anspruch in einem sachlichen Zusammenhang steht oder die Gegenpartei 
zustimmt. Wenn die Klage die Streitwertgrenze für das vereinfachte Verfahren nach der bean-
tragten Änderung übersteigt, ist die Klageänderung unzulässig und die ursprüngliche Klage im 
vereinfachten Verfahren zu behandeln (Willisegger, Basler Kommentar, 3. A. 2017 Art. 227 
ZPO N 38; Leuenberger, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. A. 2016, Art. 227 ZPO N 15; Pahud, in: Brun-
ner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. A. 2016, Art. 227 ZPO 
N 7). Ein Rückzug der ursprünglichen Klage aufgrund der Klageänderung lässt sich nur bei der 
Klageänderung im engeren Sinn, d.h. im Falle eines neuen Anspruchs, nicht aber bei einer 
nachträglichen Klagenhäufung oder Klageerweiterung annehmen (Willisegger, a.a.O., N 55). 

2.3 Beim vorliegenden Begehren auf Ausstellung eines Arbeitszeugnisses handelt es sich um 
einen eigenständigen Anspruch, welcher nachträglich im Rahmen einer objektiven Klagen-
häufung (vgl. Art. 90 ZPO) geltend gemacht wurde. Wie die Beklagte richtig feststellt, wurde 
damit die Streitwertgrenze für das vereinfachte Verfahren überschritten. Sie irrt indes über 
die Rechtsfolgen. Wie eben dargelegt, ist lediglich auf den neuen Anspruch nicht einzutreten 
und das Verfahren ist – wie die Vorinstanz im Entscheid vom 7. August 2023 und in der Stel-
lungnahme vom 8. November 2023 (act. 11) zutreffend festhielt – weiterhin im vereinfachten 

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Verfahren zu führen. Im Verfahren vor Kantonsgericht teilte die Beklagte im Übrigen diese 
Auffassung (act. 9). Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass die Vorinstanz 
hinsichtlich des neuen Antrags keinen Entscheid mehr zu fällen hatte, nachdem der Kläger 
sein Begehren mit Eingabe vom 31. Mai 2023 zurückgezogen hatte (act. 8). 

2.4 Für einen "Missbrauch des vereinfachten Verfahrens" – wie ihn die Beklagte weiter geltend 
macht – bestehen keine Anhaltspunkte. Der Sachverhalt im von der Beklagten angerufenen 
Urteil des Bundesgerichts 4A_307/2021 vom 23. Juni 2022 unterscheidet sich denn auch 
grundlegend vom vorliegenden Sachverhalt: Im dortigen Verfahren hatte die Klägerin kurz 
hintereinander drei Klagen mit einem Streitwert von je CHF 29'999.00 und eine mit einem 
Streitwert von CHF 8'587.00 eingereicht, wobei sie in den ersten beiden Klagen Entschädi-
gungen aus missbräuchlicher Kündigung zweier verschiedener Arbeitsverträge verlangte, in 
einer dritten Klage Lohnausstände aus den beiden Arbeitsverträgen forderte und in der vier-
ten Klage Ferienguthaben, Zeugnisse und Schlussrechnungen geltend machte. Abgesehen 
davon vereinigte das Arbeitsgericht Zürich die vier Teilklagen und überführte sie ins ordent-
liche Verfahren. Das Vorgehen der dortigen Klägerin führte mithin nicht zu einem Nichtein-
tretensentscheid, wie ihn die Beklagte vorliegend verlangt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
4A_307/2021 vom 23. Juni 2022 Sachverhalt Bst. B.a f.). Die Berufung erweist sich in diesem 
Punkt als unbegründet.  

3. Eventualiter beantragt die Beklagte, es sei die Klage an die Vorinstanz zurückzuweisen, um 
den Sachverhalt zu vervollständigen und insbesondere E.________ als Partei zu befragen. 

3.1 Die Vorinstanz begründete den Verzicht auf die Parteibefragung zum einen wie folgt:

3.1.1 Die Tatsachen, welche die Beklagte zu einer fristlosen Kündigung berechtigt haben sollten, 
seien nicht hinreichend substanziiert. Das Beweisverfahren diene nicht dazu, fehlende (sub-
stanziierte) Tatsachenbehauptungen zu ersetzen oder zu ergänzen, sondern setze solche 
vielmehr voraus (act. 14 E. 7.3). Die Beklagte schildere die dem Kläger vorgeworfene Verun-
treuung von Firmengeldern, die letztlich endgültig zur fristlosen Kündigung geführt haben sol-
le, in keiner Weise detailliert. Vielmehr beschränke sie sich auf das pauschale Vorbringen, 
der Kläger habe trotz mehrfacher Aufforderung nie in einem schriftlichen Bericht oder einer 
Tabelle aufgezeigt, wofür er die Gelder des Firmenkontos eingesetzt habe. Die Beklagte 
übersehe damit, dass es nicht am Kläger liege, eine sachgemässe Verwendung der Firmen-
gelder zu behaupten, zu substanziieren und zu beweisen. Die Verwendung der Firmenkredit-
karte für unsachgemässe Zwecke sei vielmehr von der Beklagten als kündigender Partei zu 
beweisen. Ihre pauschale Behauptung, der Kläger habe trotz wiederholter Aufforderungen – 
deren Zeitpunkte, Form und Inhalt wiederum offenblieben – keinen sachlichen Nachweis 
über die Verwendung der Gelder vorlegen können, genüge vor diesem Hintergrund nicht. 
Namentlich zeige die Beklagte nicht auf, mittels welcher vom Kläger konkret getätigter Trans-
aktionen eine sachfremde Verwendung von Firmengelder stattgefunden haben solle. Die Be-
klagte verweise zwar auf eine "PayPal"-Abrechnung, nenne aber keine einzige konkrete Bu-
chung, welche ihren Verdacht begründen würde. Selbst wenn daher die nicht erfüllte Rech-
nungslegung des Klägers einen berechtigten Anfangsverdacht für eine Verfehlung begründet 
haben sollte, habe die Beklagte nicht dargelegt, inwiefern sich dieser Verdacht erhärtet oder 
bestätigt habe. Daran ändere auch nichts, dass es dem Kläger als Arbeitnehmer von Geset-
zes wegen oblegen habe, über seine Spesen Buch zu führen, wie die Beklagte vorbringe. Sie 

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übersehe, dass vorliegend nicht die Auszahlung (oder Rückerstattung) von Spesengeldern 
als Entschädigung für getätigte Auslagen in Frage stehe, sondern zu beurteilen sei, ob der 
Kläger Firmengelder unrechtmässig zu seinem oder dem Nutzen eines Dritten verwendet ha-
be. Allein aus einer fehlenden Rechnungslegung lasse sich Letzteres noch nicht ableiten 
(act. 14 E. 7.2.3). 

3.1.2 Hinzu komme, dass die Beklagte nicht näher dargelegt habe, inwieweit sie die fristlose Kün-
digung umgehend nach Feststellung der vermeintlichen Veruntreuung ausgesprochen habe. 
Sie beschränke sich auf das pauschale Vorbringen, umgehend reagiert zu haben, als sie die 
"PayPal"-Abrechnungen gesehen habe. Zu welchem Zeitpunkt sie anhand der Abrechnungen 
eine sachfremde Verwendung von Firmengeldern festgestellt habe respektive wie viele Tage 
nach entsprechender Feststellung die fristlose Kündigung dann ausgesprochen worden sei, 
führe die Beklagte nicht aus. Somit werde nicht nur die dem Kläger vorgeworfene Veruntreu-
ung als solche, sondern auch die umgehende Reaktion, d.h. die Rechtzeitigkeit der fristlosen 
Kündigung, nicht ansatzweise substanziiert (act. 14 E. 7.2.3). Nach dem Gesagten bestehe 
kein Raum für eine Beweisabnahme. 

3.1.3 Sodann sei es auch unter der anwendbaren sozialen Untersuchungsmaxime nicht Aufgabe 
des Gerichts (gewesen), die Beklagte im Rahmen der gerichtlichen Fragepflicht auf die feh-
lende Substanziierung ihrer Behauptungen hinzuweisen. Die Beklagte sei anwaltlich vertre-
ten, womit der Fragepflicht vorliegend von vornherein eine nur sehr eingeschränkte Trag-
weite zukomme und sich das Gericht in gleicher Weise wie bei Geltung der Verhandlungs-
maxime zurückzuhalten habe. Mithin sei das Mass der gerichtlichen Mitwirkung bei anwalt-
licher Vertretung auf "krasse Fälle" beschränkt, wovon vorliegend – mangels besonders 
komplizierter Verhältnisse, eines offensichtlichen Versehens oder Irrtums der Beklagten – 
nicht ausgegangen werden könne. Hinzu komme, dass es sich bei der Beklagten als Arbeit-
geberin um die wirtschaftlich stärkere Partei handle, welcher aus sozialpolitischen Überle-
gungen kein besonderes Schutzbedürfnis zukomme. Folglich sei ihr gegenüber in grundsätz-
licher Weise eine (noch) grössere Zurückhaltung bei der Ausübung der Fragepflicht geboten 
gewesen. Zu berücksichtigen sei schliesslich, dass die richterliche Fragepflicht ohnehin nicht 
zur Anwendung gelange, wenn bereits die Gegenpartei auf eine mangelnde Substanziierung 
hingewiesen und die beweisbelastete Partei daher ihre Versäumnisse der eigenen prozes-
sualen Nachlässigkeit zuzuschreiben habe. Nachdem der Kläger bereits im Zuge seines 
zweiten Parteivortrags an der Hauptverhandlung ausdrücklich darauf hingewiesen habe, 
dass die allgemein gehaltenen Vorbringen der Beklagten nicht substanziiert und nicht mit 
konkreten Beispielen belegt seien, habe es dem Gericht folglich erst recht nicht mehr ob-
legen, die Beklagte zusätzlich auf die nicht hinreichende Substanziierung ihrer Behauptun-
gen hinzuweisen. Demnach habe sich die anwaltlich vertretene Beklagte die mangelnde 
Substanziierung als prozessuale Nachlässigkeit selbst zuzuschreiben und es habe keine 
Pflicht des Gerichts bestanden, diese Nachlässigkeit über die Fragepflicht auszugleichen 
(act. 14 E. 7.3).

3.2 Zum anderen wies die Vorinstanz darauf hin, dass die Beklagte die von ihr (unsubstanziiert) 
behaupteten Kündigungsgründe nahezu ausschliesslich durch eine Parteibefragung ihres 
Verwaltungsrats, E.________, beweisen wolle. Dies, obwohl es ihr – sollten die geltend ge-
machten Gründe für die Kündigung tatsächlich existieren – ein Leichtes gewesen wäre, auch 
entsprechende Urkundenbeweise ins Recht zu legen. Im Einzelnen habe die Beklagte jedoch 

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keinerlei Abmahnungen, Verwarnungen oder anderweitige (interne) Korrespondenz einge-
reicht, um damit die ungenügenden Arbeitsleistungen und angeblichen Verfehlungen des 
Klägers unmittelbar oder zumindest mittelbar zu belegen. Dass keine solchen Dokumente 
vorhanden seien, erscheine geradezu unwahrscheinlich, wenn die den Vorwürfen zugrunde 
liegenden Ereignisse tatsächlich in der Vielzahl und in der gravierenden Weise vorgefallen 
sein sollten, wie es die Beklagte mit ihren Ausführungen (unsubstanziiert) impliziere. Glei-
chermassen beschränke sich die Beklagte auch in Bezug auf den Vorwurf des Schlafens am 
Arbeitsplatz darauf, die Durchführung einer Parteibefragung zu beantragen, obwohl sie zu-
gleich ausgeführt habe, ihr Geschäftsleiter habe die Vorfälle nicht nur "beobachtet", sondern 
auch "festgehalten". Hinsichtlich des Vorwurfs der Zweckentfremdung von Firmengelder lege 
die Beklagte schliesslich keinerlei Abrechnungen der Firmenkreditkarte bzw. von "PayPal" 
ins Recht, obwohl diese ihr zugänglichen Belege im Detail Aufschluss über die einzelnen 
vom Kläger gemachten Transaktionen geben würden. Nachdem dem Beweismittel der Par-
teibefragung aufgrund der Selbstbefangenheit der Partei grundsätzlich ein geringer Beweis-
wert zukomme und sie in der Regel deshalb mit einem zusätzlichen Beweismittel zu unterle-
gen sei, sei davon auszugehen, dass die Beklagte die dargelegten Gründe für die Kündigung 
– auch bei deren hinreichender Substanziierung – nicht hätte beweisen können. Mithin sei 
der beantragten Parteibefragung für sich allein, d.h. ohne zusätzliche und bei behaupteter 
Sachlage zweifellos existenten Urkundenbeweisen, antizipierend die Tauglichkeit als Be-
weismittel abzusprechen. Es bestehe damit auch ungeachtet der mangelnden Substanziie-
rung kein Raum für eine Beweisabnahme (act. 14 E. 7.4).

3.3 Die Beklagte hält dem entgegen, sie habe im vorinstanzlichen Verfahren behauptet, dass der 
Kläger Paypal zweckwidrig verwendet habe. Ganz konkret habe sie moniert, dass der Kläger 
mit der Firmenkreditkarte via Paypal Auftragnehmer und Werbeaufträge bezahlt habe. Diver-
se Aufträge habe er gegenüber der Arbeitgeberin nicht erklären können. Der Kläger habe an 
der Hauptverhandlung nie bestritten, die Kreditkarte zweckwidrig verwendet zu haben. Man 
habe also davon ausgehen dürfen, dass die Behauptung der Beklagten stimme (act. 16 
Rz 30). Die Ausführungen in der Klageantwort seien differenziert genug gewesen, um 
E.________ zu befragen. Es sei anzunehmen, dass dieser zweckwidrige Buchungen auf der 
Kreditkarte bestätigt hätte. Ferner hätte er gesagt, dass der Kläger verschiedene Buchungen 
nicht habe erklären können (act. 16 Rz 32). In dem die Vorinstanz ohne vorgängige Parteibe-
fragung ein Urteil gefällt habe, habe sie die Beklagte um ihre Verfahrensrechte gebracht. Die 
Beklagte habe darauf vertrauen dürfen, dass zunächst die offerierten Beweise abgenommen 
würden und danach weitere Beweise offeriert werden könnten (z.B. E-Mails, Abmahnungen, 
Besprechungen und Kreditkartenabrechnungen). Selbst an der Befragung von E.________ 
hätten weitere Beweise offeriert werden können. Zudem hätte die Rechtsvertretung der Be-
klagten E.________ zu konkreten Punkten befragen können, wie z.B. zum Thema, ob die 
Kündigung umgehend nach der Feststellung der Veruntreuung ausgesprochen worden sei. 
Auch in einer anschliessenden Stellungnahme bzw. im Schlussplädoyer hätte die Beklagte 
weiter substanziieren können, nachdem das Gericht im vereinfachten Verfahren neue Tat-
sachen und Beweismittel bis zur Urteilsberatung zu berücksichtigen habe (act. 16 Rz 34 ff.).

Ausserdem sei es nicht zulässig gewesen, der Parteibefragung von vornherein die Tauglich-
keit als Beweismittel abzusprechen (act. 16 Rz 38). Die Vorinstanz habe auch nicht mit Hin-
weis auf die anwaltliche Vertretung der Beklagten auf die Befragung verzichten dürfen. Die 
Beklagte sei im vorinstanzlichen Verfahren ungenügend vertreten gewesen. Die damalige 

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Rechtsvertretung habe elementarste Regeln der Beweislastverteilung nicht berücksichtigt 
und nicht einmal nach jedem Absatz in der Rechtsschrift die Befragung von E.________ offe-
riert. Die Beklagte habe dies nicht erkennen können, das Gericht indessen schon (act. 16 
Rz 39 ff.).

3.4 Die Beklagte stellt im Rechtsmittelbegehren den Hauptantrag, der erstinstanzliche Entscheid 
sei aufzuheben (Ziff. 1) und auf die Klage sei nicht einzutreten (Ziff. 2). Diesem Antrag kann 
aus den bereits dargelegten Gründen nicht stattgegeben werden (vgl. vorne E. 2). Gemäss 
dem in Ziff. 3 gestellten Eventualantrag "zu 2" verlangt die Beklagte, es sei die Klage an die 
Vorinstanz zurückzuweisen, um den Sachverhalt zu vervollständigen und insbesondere 
E.________ zu befragen.

3.4.1 Aus dem Eventualbegehren und dessen Begründung ergibt sich, dass die Beklagte mit der 
Berufung einzig eine Rückweisung an die Vorinstanz bezweckt, damit diese ein Beweisver-
fahren durchführt. Einen materiellrechtlichen Antrag auf Abweisung der Klage stellt sie nicht. 
Dabei übersieht die Beklagte, dass die Berufung ein reformatorisches und vollständiges 
Rechtsmittel ist. Im Berufungsverfahren sind daher in aller Regel bestimmte Rechtsbegehren 
in der Sache zu stellen, und zwar so, dass diese Anträge zum Dispositiv des zweitinstanz-
lichen Urteils erhoben werden könnten. Auf Berufung hin bestätigt die Berufungsinstanz das 
angefochtene Urteil oder entscheidet neu; eine Rückweisung hat die Ausnahme zu bleiben.

Ein blosser Rückweisungsantrag vermag insbesondere auch dann nicht zu genügen, wenn 
ein fehlendes oder unzureichendes Beweisverfahren gerügt wird, denn es hängt vom Ermes-
sen der Berufungsinstanz ab, ob ein solcher Verfahrensmangel zur Rückweisung führt oder 
nicht. Nur ausnahmsweise, nämlich wenn ein Entscheid in der Sache von vornherein nicht 
möglich ist, vermag ein blosser Rückweisungsantrag zu genügen. Das kann zum einen dann 
der Fall sein, wenn die Vorinstanz einen wesentlichen Teil der Klage nicht behandelt hat 
(Art. 318 Abs. 1 lit. c Ziff. 1 ZPO [Hervorhebung hinzugefügt]), weil sie bspw. einen Nichtein-
tretensentscheid gefällt hat, ohne dass zuvor ein ordnungsgemässes Verfahren durchgeführt 
worden wäre. Zum anderen kann die Sache auch zurückgewiesen werden, wenn der Sach-
verhalt in wesentlichen Teilen zu vervollständigen ist (Art. 318 Abs. 1 lit.  c Ziff. 2 ZPO [Her-
vorhebung hinzugefügt]). Selbst bei fehlendem oder unvollständigem Beweisverfahren ist die 
Berufungsinstanz aber keineswegs verpflichtet, die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. 
Vielmehr kann sie ein Beweisverfahren gemäss Art. 316 Abs. 3 ZPO auch selber durchführen 
(Hervorhebung hinzugefügt). In jedem Fall ist aber zu beachten, dass das Berufungsgericht 
reformatorische Urteile nur bei gegebener Spruchreife fällen darf. Spruchreif ist das Verfah-
ren dann, wenn das Gericht über sämtliche Entscheidungsgrundlagen verfügt, um über die 
Begründetheit oder Unbegründetheit des geltend gemachten Anspruchs zu befinden oder ei-
nen Nichteintretensentscheid zu erlassen. Stellt die ein Rechtsmittel ergreifende Partei an-
stelle eines reformatorischen Begehrens ein kassatorisches Begehren, hat sie aufzuzeigen, 
aus welchen Gründen die Rechtsmittelinstanz im Fall einer Gutheissung nicht selber in der 
Sache entscheiden könnte (vgl. zum Ganzen Sutter-Somm/Seiler, in: Sutter-Somm/Seiler 
[Hrsg.], Handkommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2021, Art. 318 ZPO 
N 14 f. und Art. 316 ZPO N 12; Urteil des Bundesgerichts 5A_342/2022 vom 26. Oktober 
2022 E. 2.1.2 und 4.3.2; Urteil des Obergerichts Zürich NP180019 vom 18. Juli 2018 E. 2.c).

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3.4.2 Wie bereits erwähnt, hat die Beklagte im vorliegenden Fall keinen materiellrechtlichen Antrag 
gestellt. Sie rügt einzig, dass die Vorinstanz zu Unrecht keine Parteibefragung durchgeführt 
habe. Dabei versäumt sie es nicht nur, die erstinstanzlich gestellten Beweisanträge, denen 
im erstinstanzlichen Verfahren nicht entsprochen wurde, zu wiederholen (vgl. BGE 144 III 
394 E. 4.2). Vielmehr legt sie auch nicht dar, aus welchen Gründen die Rechtsmittelinstanz 
nicht in der Lage sein soll, die Spruchreife selber zu erstellen und im Fall einer Gutheissung 
selber in der Sache zu entscheiden (Urteil des Bundesgerichts 5A_342/2022 vom 26. Okto-
ber 2022 E. 2.1.2 und 4.3.2). Damit scheint fraglich, ob vorliegend auf den Eventualantrag im 
Rechtsmittelbegehren der Beklagten überhaupt eingetreten werden kann. 

3.5 Diese Frage kann indes offenbleiben, da die Berufung ohnehin abzuweisen ist. Wie nach-
folgend zu zeigen sein wird, hat die Vorinstanz zu Recht auf die Parteibefragung verzichtet. 
Auch diesbezüglich kann vorab auf die einlässlichen und zutreffenden erstinstanzlichen Er-
wägungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. vorne E. 1).

3.5.1 Wie die Vorinstanz richtig bemerkte, ist das Gericht im Rahmen der sozialen Untersuchungs-
maxime (Art. 247 Abs. 2 ZPO) bloss einer erhöhten Fragepflicht unterworfen. Wie unter der 
Verhandlungsmaxime (Art. 55 Abs. 1 ZPO) haben die Parteien selbst die Tatsachen darzu-
legen. Das Gericht kommt ihnen nur mit spezifischen Fragen zur Hilfe, damit die erforder-
lichen Behauptungen und die entsprechenden Beweismittel genau aufgezählt werden. Es 
ermittelt aber nicht aus eigenem Antrieb. Ist eine Partei anwaltlich vertreten, kann und muss 
sich das Gericht ihr gegenüber wie bei Geltung der Verhandlungsmaxime zurückhalten (Urteil 
des Bundesgerichts 4A_292/2021 vom 31. August 2021 E. 2.1.2 m.w.H.).

Dem Beweisverfahren vorgelagert ist die Obliegenheit zur hinreichenden Substanziierung der 
Tatsachenbehauptungen. Für diese spielt es keine Rolle, ob die Behauptung zutrifft oder 
nicht; diese Frage wird im Beweisverfahren geklärt. Eine Tatsachenbehauptung hat nicht alle 
Einzelheiten zu enthalten; es genügt, wenn die Tatsachen, die unter die das Begehren stüt-
zenden Normen zu subsumieren sind, in einer den Gewohnheiten des Lebens entsprechen-
den Weise in ihren wesentlichen Zügen oder Umrissen behauptet werden. Ein solchermas-
sen vollständiger Tatsachenvortrag wird als schlüssig bezeichnet, da er bei Unterstellung, 
er sei wahr, den Schluss auf die anbegehrte Rechtsfolge zulässt. Soweit der Prozessgegner 
den schlüssigen Tatsachenvortrag der behauptungsbelasteten Partei bestreitet, greift eine 
über die Behauptungslast hinausgehende Substanziierungslast. Die Vorbringen sind diesfalls 
nicht nur in den Grundzügen, sondern in Einzeltatsachen zergliedert so umfassend und klar 
darzulegen, dass darüber Beweis abgenommen oder dagegen der Gegenbeweis angetreten 
werden kann. Da sich der Gegenstand der Behauptungs- und Substanziierungslast nach der 
materiellrechtlichen Anspruchsgrundlage richtet, bestimmen für Rechtsverhältnisse des Bun-
desprivatrechts die anwendbaren Normen des Bundesrechts, welche Tatsachen zu behaup-
ten und zu substanziieren sind (Urteil des Bundesgerichts 4A_292/2021 vom 31. August 
2021 E. 2.1.3 m.w.H.).  

3.5.2 Die Vorinstanz verzichtete auf eine Parteibefragung, da die Beklagte keine hinreichend sub-
stanziierten Tatsachenbehauptungen aufgestellt hatte und mithin darüber kein Beweis abge-
nommen werden konnte. Der Kläger legte – entgegen den Ausführungen der Beklagten im 
Berufungsverfahren – im zweiten Parteivortrag an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung 
dar, wofür er die Firmenkreditkarte eingesetzt hatte, und bestritt somit, dass er die Mittel 

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zweckwidrig verwendet habe (act. 10 S. 8). Folglich hätte es an der Beklagten gelegen, sub-
stanziiert aufzuzeigen, bei welchen Transaktionen der Kläger konkret Mittel sachfremd ver-
wendet haben soll. Die Beklagte verkennt in der Berufungsschrift, dass die Obliegenheit zur 
hinreichenden Substanziierung der Tatsachenbehauptungen dem Beweisverfahren vor-
gelagert ist. Sie geht offenbar davon aus, dass das Beweisverfahren dazu dient, substan-
ziierte Behauptungen aufzustellen (vgl. act. 16 Rz 36), was gerade nicht der Fall ist (vgl. 
BGE 144 III 67 E. 2.1 m.w.H.). Weiter trifft es zwar zu, dass im Anwendungsbereich von 
Art. 247 Abs. 2 ZPO neue Tatsachen und Beweismittel bis zur Urteilsberatung zu berück-
sichtigen sind (Art. 229 Abs. 3 ZPO). Dies bedeutet indes nicht, dass die Parteien darauf ver-
trauen dürfen, zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt neue Tatsachenbehauptungen und 
Beweismittel ins Verfahren einbringen zu können. Spätestens nachdem der vorinstanzliche 
Einzelrichter den Parteien mit Verfügung vom 7. August 2023 mitgeteilt hatte, dass das Ver-
fahren spruchreif erscheine und in einem nächsten Schritt voraussichtlich der Endentscheid 
ergehen werde (act. 11), musste der Beklagten bewusst sein, dass keine Parteibefragung 
stattfinden wird. Abgesehen davon führt auch das offene Novenrecht nicht dazu, dass das 
Behauptungsverfahren dem Beweisverfahren nachgelagert wird.

3.5.3 Ferner macht die Beklagte im Berufungsverfahren zwar geltend, sie sei vor Kantonsgericht 
ungenügend vertreten gewesen, was das Gericht klar habe erkennen können. Aufgrund 
dessen hätte der vorinstanzliche Einzelrichter von der gerichtlichen Fragepflicht Gebrauch 
machen müssen. Für die Frage, ob die Beklagte genügend vertreten war, ist indes nicht ent-
scheidend, ob der Parteivortrag der damaligen Rechtsvertreterin der Beklagten objektiv 
vollständig war, sondern ob ernsthafte Zweifel an der Vollständigkeit aufkommen mussten 
(Urteil des Bundesgerichts 4A_676/2016 vom 20. April 2017 E. 2.3.1).

Die Rechtvertreterin der Beklagten listete in der Klageantwort vom 30. Mai 2023 die Gründe 
für die fristlose Entlassung auf, offerierte die Parteibefragung als Beweismittel und wies in den 
rechtlichen Ausführungen auch darauf hin, dass die Kündigung innerhalb einer angemessenen 
Frist nach Kenntnis des Kündigungsgrundes ausgesprochen werden müsse (vgl. act. 6). Im 
Weiteren wies der Rechtsvertreter des Klägers im Zuge seines zweiten Parteivortrags aus-
drücklich darauf hin, dass die allgemein gehaltenen Vorbringen der Beklagten nicht substan-
ziiert und nicht mit konkreten Beispielen belegt seien (vgl. act. 10 S. 7). Daher ist davon aus-
zugehen, dass die Rechtsvertreterin der Beklagten die materiellrechtlichen Anspruchsgrund-
lage sowie Substanziierungsanforderungen kannte und ihre Vorbringen als genügend substan-
ziiert erachtete beziehungsweise es ihr schlicht nicht möglich war, substanziierte Behauptun-
gen aufzustellen. Zudem erscheint es als unwahrscheinlich, dass E.________ an der Par-
teibefragung zu den einzelnen dem Kläger vorgeworfenen Verfehlungen substanziiert hätte 
Stellung beziehen können, wenn diese bereits in der (vorbereiteten) Rechtsschrift nicht detail-
liert wiedergegeben werden konnten. Ein "krasser Fall", welcher die gerichtliche Mitwirkung 
trotz anwaltlicher Vertretung rechtfertigen würde, liegt so oder so nicht vor. Damit ist nicht mehr 
zu prüfen, ob die Vorinstanz der Parteibefragung die Tauglichkeit als Beweismittel zu Recht in 
antizipierter Weise abgesprochen hat (vgl. dazu BGE 143 III 297 E. 9.3).

4. Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist, 
soweit darauf eingetreten werden kann.

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4.1 Bei diesem Ausgang hat die Beklagte die Prozesskosten des Berufungsverfahrens zu tragen 
(Art. 106 Abs. 1 ZPO). Gerichtskosten sind indessen nicht zu erheben (Art. 114 lit. c ZPO). Die 
Kostenlosigkeit betrifft jedoch ausschliesslich die Gerichtskosten, nicht aber die Parteientschä-
digung, die der obsiegenden Partei auf entsprechenden Antrag zuzusprechen ist (Rüegg/Rü-
egg, Basler Kommentar, 3. A. 2017, Art. 114 ZPO N 1 f.).

4.2 Da der Kläger anwaltlich vertreten ist, richtet sich die Höhe der Parteientschädigung nach der 
Verordnung des Obergerichts über den Anwaltstarif (AnwT). Beim Streitwert von 
CHF 30'000.00 beträgt das Grundhonorar der Rechtsanwälte CHF 5'000.00 (§ 3 Abs. 1 
AnwT). Angesichts des geringen Aufwands für die Berufungsantwort ist dieses Honorar im 
vorliegenden Fall auf die Hälfte, d.h. CHF 2'500.00, zu reduzieren (§ 8 Abs. 1 AnwT). Zum 
Grundhonorar hinzuzurechnen sind die geltend gemachten Auslagen in der Höhe von 
CHF 13.50 sowie die Mehrwertsteuer von 7,7 % (die zu vergütenden Leistungen der klägeri-
schen Rechtsvertretung wurden vor dem 1. Januar 2024 erbracht; § 25 und 25a KoV OG; 
vgl. auch Ziff. 2.1.1 der Weisung des Obergerichts des Kantons Zug über die Mehrwertsteuer 
in der Zivil- und Strafrechtspflege vom 29. Juni 2015), woraus eine Parteientschädigung von 
gerundet CHF 2'705.00 resultiert. 

Urteilsspruch

1. Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird, und der Entscheid des Kan-
tonsgerichts Zug, Einzelrichter, vom 25. August 2023 wird bestätigt.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Die Beklagte hat den Kläger für das Berufungsverfahren mit CHF 2'705.00 (inkl. MWST) zu 
entschädigen.

4. Gegen diesen Entscheid mit einem Streitwert von über CHF 15'000.00 ist die Beschwerde in 
Zivilsachen nach den Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerde-
gründe richten sich nach den Art. 95 ff. BGG. Eine allfällige Beschwerde ist innert 30 Tagen seit 
Zustellung des Entscheids schriftlich, begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Bei-
lage des Entscheids und der Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Die Beschwerde hat nach Art. 103 Abs. 1 BGG in der 
Regel keine aufschiebende Wirkung.

5. Mitteilung an:
- Parteien
- Kantonsgericht Zug, Einzelrichter (EV 2023 29)
- Schlichtungsbehörde Arbeitsrecht (im Doppel; zur Kenntnisnahme)
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

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Obergericht des Kantons Zug
I. Zivilabteilung

P. Huber F. Wiget
Abteilungspräsident Gerichtsschreiberin

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