# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 48272676-3c06-5df8-b861-af0e15134a2a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.11.2025 E-7502/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7502-2025_2025-11-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-7502/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  6 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Mathias Lanz (Vorsitz), 

Richter Thomas Segessenmann,   

Richter David R. Wenger, 

Gerichtsschreiber Lukas Rathgeber. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Äthiopien,   

vertreten durch Marinela Panzo Paka,  

Rechtsschutz für Asylsuchende,  

Bundesasylzentrum Region (…), 

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (beschleunigtes Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 18. September 2025 / N (…). 

 

 

 

E-7502/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin ersuchte am 15. Juli 2025 in der Schweiz um 

Asyl. Dabei gab sie an, am 30. Juli 2008 geboren und Staatsangehörige 

von Äthiopien zu sein. Sie reiste am 7. Juli 2025 legal mit einem Visum in 

die Schweiz ein. 

A.b Am 6. August 2025 fand in Anwesenheit der zugewiesenen Rechtsver-

tretung/Vertrauensperson die Erstbefragung für unbegleitete minderjährige 

Asylsuchende (EB UMA) statt. 

A.c Am 2. September 2025 erfolgte – ebenfalls in Anwesenheit der zuge-

wiesenen Rechtsvertretung – die Anhörung zu den Asylgründen. Zur Be-

gründung des Asylgesuchs führte die Beschwerdeführerin aus, sie sei äthi-

opische Staatsangehörige der Ethnie Tigray. Sie sei in B._______ geboren 

und im Alter von sieben Jahren mit ihrer Mutter und ihren Brüdern nach 

C._______ gezogen. Ihr Vater sei vor zwei Jahren aufgrund seiner Ethnie 

inhaftiert worden; ihre Mutter habe als Verkäuferin in einem Schreibwaren-

geschäft gearbeitet, könne dies jedoch aufgrund ihrer gesundheitlichen Si-

tuation nicht mehr ausüben. Bis zu ihrer Ausreise habe sie eine Privat-

schule («D._______») besucht und die elfte Klasse abgeschlossen.  

A.d Die Beschwerdeführerin führte weiter aus, dass sie wegen eines AI 

(Artificial Intelligence)-Robotik-Wettbewerbs in die Schweiz gekommen sei. 

Dieser habe in E._______ stattgefunden und die Internationale Fernmel-

deunion (ITU) habe sich um die Planung und Finanzierung der Reise ge-

kümmert. Der Wettbewerb habe bis zum 11. Juli 2025 gedauert, anschlies-

send sei sie nach Zürich gereist und habe dort am 15. Juli 2025 um Asyl 

ersucht. Ihre Mutter wolle sie in Äthiopien mit einem 45-jährigen Mann 

zwangsverheiraten. Nach ihrer Ankunft in der Schweiz habe ihre Mutter sie 

aufgefordert, möglichst schnell zurückzukehren, da die Hochzeit mit dem 

besagten Mann in zwei Monaten stattfinden solle. In der EB UMA machte 

sie zudem geltend, dass ihr Leben aus politischen Gründen in Gefahr sei, 

da sie aus der Tigray-Provinz stamme und vor Kriegsbeginn zu einem kul-

turellen Festival nach Tigray gereist sei. Einer ihrer Brüder habe sich den 

Tigray-Kämpfern angeschlossen und sei im Krieg gefallen. Lehrer und 

Schüler würden sie aufgrund ihrer Herkunft anders behandeln. 

A.e Die Beschwerdeführerin reichte einzig eine Kopie ihres Reisepasses 

als Beweismittel ein.  

E-7502/2025 

Seite 3 

B.  

Am 17. September 2025 nahm die zugewiesene Rechtsvertretung Stellung 

zum Entscheidentwurf des SEM.    

C.  

Mit Verfügung vom 18. September 2025 stellte das SEM fest, die Be-

schwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte ihr Asylge-

such ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug 

an. Der Kanton Zürich wurde mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragt 

und der Beschwerdeführerin wurden die editionspflichtigen Akten ausge-

händigt. 

Die Vorinstanz zweifelte dabei die von der Beschwerdeführerin geltend ge-

machte Minderjährigkeit nicht an. Ihre Asylvorbringen wurden jedoch ins-

gesamt als nicht glaubhaft, respektive als flüchtlingsrechtlich nicht relevant 

eingestuft. Der Vollzug der Wegweisung sei trotz ihrer Minderjährigkeit zu-

lässig, zumutbar und möglich. 

D.  

Dagegen erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe ihrer Rechtsvertre-

tung vom 29. September 2025 Beschwerde beim Bundesverwaltungsge-

richt und beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 18. September 

2025, die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft sowie die Asylgewäh-

rung, eventualiter die Feststellung der Unzumutbarkeit beziehungsweise 

der Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzuges und die Anordnung der vor-

läufigen Aufnahme; subeventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzu-

heben und die Sache zur vollständigen Feststellung des Sachverhalts an 

die Vorinstanz zurückzuweisen.  

In prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege (im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG) und 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.  

Mit der Beschwerdeschrift reichte sie ein von ihr verfasstes Schreiben in 

englischer Sprache vom 25. September 2025 ein.  

E.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

1. Oktober 2025 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 1 AsylG 

[SR 142.31]).  

E-7502/2025 

Seite 4 

F.  

Mit Schreiben vom 2. Oktober 2025 bestätigte das Bundesverwaltungsge-

richt den Eingang der Beschwerde.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Behandlung von 

Beschwerden gegen Asyl- und Wegweisungsverfügungen des SEM; dabei 

entscheidet das Gericht in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(vgl. Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich dabei nach dem VwVG, dem VGG, dem 

BGG und dem AsylG (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerdeführerin ist heute 17-jährig und damit unmündig. Ihre 

Prozessfähigkeit ist vorab als Sachurteilsvoraussetzung von Amtes wegen 

zu prüfen (vgl. zu den nachfolgenden Ausführungen die Urteile des BVGer 

E-3491/2019 vom 12. Oktober 2020 mit Verweis auf D-770/2014 vom 

17. Juni 2014 E. 2.1 und D-5595/2014 vom 23. März 2015 E. 1.3). 

1.3.1 Als verfahrensrechtliches Korrelat der Handlungsfähigkeit ist die Pro-

zessfähigkeit nach den einschlägigen zivilrechtlichen Vorschriften zu beur-

teilen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylre-

kurskommission [EMARK] 1996 Nr. 3 E. 2b). Sie setzt demnach Urteilsfä-

higkeit, Mündigkeit und das Fehlen von die Handlungsfähigkeit einschrän-

kenden Massnahmen des Erwachsenenschutzes voraus (Art. 13, 17 und 

19d ZGB). Urteilsfähig ist jeder, dem es nicht wegen seines Kindesalters 

oder infolge anderer Umstände an der Fähigkeit mangelt, vernunftgemäss 

zu handeln (Art. 16 ZGB). Urteilsfähige Unmündige können sich grundsätz-

lich nur mit der Zustimmung ihrer gesetzlichen Vertreter durch ihre Hand-

lungen verpflichten (Art. 19 Abs. 1 ZGB); ohne diese Zustimmung vermö-

gen sie nur Rechte auszuüben, welche ihnen um ihrer Persönlichkeit willen 

zustehen (Art. 19c ZGB). Nach Lehre und Praxis gelten sowohl die Einrei-

chung eines Asylgesuchs als auch die Ergreifung von in diesem Kontext 

stehenden Rechtsmitteln als solche «höchstpersönlichen» Rechte (vgl. 

BVGE 2011/39 E. 4.3.2). 

1.3.2 Den Akten sind keine Anhaltspunkte zu entnehmen, die zu Zweifeln 

an der Urteilsfähigkeit der Beschwerdeführerin in Bezug auf das Einreichen 

E-7502/2025 

Seite 5 

des Asylgesuches, das Vortragen ihrer Asylvorbringen oder auf die Er-

hebung der Beschwerde Anlass geben würden. Die Befragungsprotokolle 

vermitteln durchwegs den Eindruck, die Beschwerdeführerin sei sich über 

den Gehalt der an sie gerichteten Fragen im Klaren gewesen, habe sach-

bezogen geantwortet und sich bei der Darlegung der Asylgründe sowie 

ihrer persönlichen Verhältnisse jederzeit von vernünftigen Überlegungen 

leiten lassen. Es ist somit von der Urteilsfähigkeit und damit von der Pro-

zessfähigkeit der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Beschwerdeeinrei-

chung auszugehen. Zudem wurde die Beschwerdeführerin sowohl bei der 

summarischen EB UMA als auch bei der einlässlichen Anhörung von einer 

Rechtsvertretung begleitet. Auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren 

wird sie durch eine rechtskundige Person vertreten. 

1.4 Ferner ist die Beschwerde frist- und formgerecht eingereicht worden. 

Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist somit einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 In Bezug auf die Flüchtlingseigenschaft kam die Vorinstanz im ange-

fochtenen Entscheid zum Schluss, dass das Vorbringen der Beschwerde-

führerin zu einer drohenden Zwangsheirat in Äthiopien den Anforderungen 

an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht genüge. Es sei nicht nach-

vollziehbar, dass sie (die Beschwerdeführerin) in der EB UMA die drohende 

Zwangsheirat mit keinem Wort erwähnt habe, sondern nur eine Gefähr-

dung aufgrund ihrer Herkunft aus dem Tigray-Gebiet. Die Vorbringen be-

züglich einer drohenden Zwangsheirat seien deshalb als nachgeschoben 

zu werten. Ihre Aussagen seien zudem oberflächlich und substanzlos aus-

gefallen und enthielten nur wenige persönliche oder spezifische Details. 

Auch unter Berücksichtigung ihres Alters und ihrer individuellen Fähigkei-

ten fehle es an Realkennzeichen. Die Erzählungen liessen keine persönli-

chen Nuancen erkennen und seien vielmehr reduziert auf eine chronologi-

sche Aneinanderreihung unterschiedlicher Vorkommnisse. Die Ausführun-

E-7502/2025 

Seite 6 

gen zur geplanten Hochzeit und zum Gespräch mit ihrer Mutter, als diese 

sie über die Hochzeit informiert habe, seien ebenfalls sehr knapp und un-

substantiiert ausgefallen. Es hätte weiter erwartet werden dürfen, dass die 

Beschwerdeführerin eine innerliche Auseinandersetzung mit ihrer angebli-

chen Zwangslage schildern könne, was ihr jedoch nicht möglich gewesen 

sei. 

Die Ausführungen der Beschwerdeführerin seien zudem nicht nachvoll-

ziehbar und widersprüchlich. So habe sie angegeben, nicht mit der Absicht 

in die Schweiz gekommen zu sein, hier zu bleiben, obwohl sie bereits vor 

der Ausreise von der anstehenden Heirat erfahren haben soll. Die plötzli-

che Dringlichkeit der Aufforderung ihrer Mutter, möglichst schnell zurück-

zukehren, sei überdies nicht nachvollziehbar. Ausserdem stelle sich die 

Frage, weshalb die Mutter in Anbetracht der bevorstehenden Hochzeit die 

Ausreise in die Schweiz erlaubt habe. 

In Bezug auf die geltend gemachte drohende Verfolgung aufgrund ihrer 

Zugehörigkeit zur tigrinischen Bevölkerungsgruppe stellte das SEM fest, 

dass diese Vorbringen nicht geeignet seien, die Flüchtlingseigenschaft zu 

begründen. Sie besitze kein politisches Profil und habe keine flüchtlings-

rechtlich relevanten Nachteile geltend gemacht. Zudem sei nicht davon 

auszugehen, dass für sämtliche Angehörige der tigrinischen Bevölkerung 

mit erheblicher Wahrscheinlichkeit eine objektiv begründete Furcht vor-

liege.  

3.2 Zum Wegweisungsvollzug hielt das SEM fest, dass dieser bei einer 

minderjährigen Person nur dann unzulässig sei, wenn er auf einer Bestim-

mung des schweizerischen Rechts oder auf einer Behördenpraxis beruhe, 

die mit den allgemeinen Richtlinien des Übereinkommens vom 20. Novem-

ber 1989 über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107), namentlich Art. 22 

KRK, nicht vereinbar sei. Die im nationalen Recht (ZGB) festgehaltenen 

Schutzbestimmungen für ausländische Minderjährige während deren Auf-

enthaltes in der Schweiz würden den internationalen Verpflichtungen der 

Schweiz genügen. Der Wegweisungsvollzug sei daher zulässig.  

Weder die im Heimatland herrschende politische Situation noch andere 

Gründe würden gegen die Zumutbarkeit der Rückführung in den Heimat-

staat sprechen. Trotz der weiterhin herrschenden ethnischen Spannungen 

und Protestbewegungen liege jedoch in Äthiopien keine Situation allgemei-

ner Gewalt vor, aufgrund derer die Zivilbevölkerung generell als konkret 

gefährdet bezeichnet werden müsste.  

E-7502/2025 

Seite 7 

Die Beschwerdeführerin sei minderjährig, weshalb die Zumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzuges im Lichte des Grundsatzes des Kindeswohles 

nach Art. 3 KRK zu beurteilen sei. Gemäss der Rechtsprechung des Bun-

desverwaltungsgerichts sei das SEM im Hinblick auf die Prüfung der Zu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzuges bei Minderjährigen verpflichtet, 

konkret abzuklären, ob das betreffende Kind in sein familiäres Umfeld zu-

rückgeführt oder ob es anderweitig untergebracht werden könne. Aus den 

Akten würden sich keine Hinweise ergeben, dass die Beschwerdeführerin 

bei einer Rückkehr nicht wieder bei ihrer Familie wohnen könnte. Weiter 

gehe aus den Akten klar hervor, dass sie mit ihrer Mutter in Kontakt stehe. 

Es könne auch davon ausgegangen werden, dass sie weiterhin auf ihre 

Privatschule gehen und ihre Stipendien wahrnehmen könne. Die Angaben 

zur geltend gemachten schlechten finanziellen Lage ihrer Familie seien un-

ter Berücksichtigung der Ausführungen zur Glaubhaftigkeit der Asylvorbrin-

gen in Zweifel zu ziehen. Immerhin sei es ihr möglich gewesen, eine re-

nommierte Privatschule zu besuchen und die finanziellen Voraussetzun-

gen für ein Visum in der Schweiz zu erfüllen. Mit Blick auf ihre Stipendien 

stehe ihrer weiteren persönlichen Entwicklung und dem Aufbau einer wirt-

schaftlichen Lebensgrundlage nichts im Wege. Sie sei jung und gesund. 

Der Wegweisungsvollzug sei daher zumutbar. 

4.  

4.1 In der Beschwerde wird unter Verweis auf das neu eingereichte und 

selbstverfasste Schreiben der Beschwerdeführerin vorgetragen, sie sei seit 

ihrer Kindheit wiederholt körperlicher und psychischer Gewalt durch ihre 

Mutter ausgesetzt gewesen. Emotionale Zurückhaltung und Misstrauen 

gegenüber autoritären Bezugspersonen hätten ihr Leben sowie ihr Verhal-

ten im Asylverfahren geprägt. In der EB UMA habe sie die Zwangsheirat 

nicht erwähnt, da sie nicht genau verstanden habe, um was es ging, und 

es sei ihr schwer gefallen, über dieses Thema zu sprechen. Sie habe ge-

dacht, es gehe vor allem um Fragen bezüglich ihrer Herkunft. Aufgrund des 

Hinweises, dass eine weitere vertiefte Befragung erfolge, sei sie davon 

ausgegangen, dass sie dieses schwere und belastende Thema erst in der 

Anhörung erzählen könne. Angesichts der traumatischen Vorerfahrungen 

und der emotionalen Hemmschwelle sei es nachvollziehbar, dass sie die 

Zwangsheirat erst in der Anhörung erwähnt habe. 

 

Im Weiteren wird in der Beschwerdeschrift in Bezug auf die Asylgründe auf 

die Glaubhaftigkeit der Vorbringen verwiesen. Es sei der Beschwerdefüh-

rerin grundsätzlich schwergefallen, über die Thematik der drohenden 

Zwangsheirat zu reden. Seit sie 13 Jahre alt geworden sei, habe ihre Mut-

E-7502/2025 

Seite 8 

ter sie verheiraten wollen, dabei jedoch gezielt einen Mann mit den nötigen 

finanziellen Voraussetzungen gesucht. Mit Hilfe eines Priesters sei es der 

Beschwerdeführerin möglich gewesen, ihre Mutter von einer Zwangsheirat 

abzuhalten. Aufgrund ihres Verhältnisses zur Mutter sei es nicht verwun-

derlich, dass sie (die Beschwerdeführerin) keine tiefgreifenden, detaillier-

ten Gespräche mit ihrer Mutter über die anstehende Heirat geführt habe. 

Es sei zudem gängige Praxis in Äthiopien, dass die Mädchen nicht oder 

nur oberflächlich über eine geplante Heirat informiert würden. Es könne ihr 

nicht zum Nachteil ausgelegt werden, dass sie nichts über die Hochzeit 

wisse. Den Mann habe sie nur einmal flüchtig gesehen und sie habe nie 

mit ihm gesprochen. Zudem habe sie sich sehr wohl intensiv mit ihrer per-

sönlichen Zwangslage auseinandergesetzt und diese entsprechend ge-

schildert. Ihre Mutter habe in der Teilnahme an dem Wettbewerb in 

E._______ keine Hindernisse für die Heirat gesehen. Die Motivation ihrer 

Mutter für die Zwangsheirat sei vor dem kulturellen Kontext nicht wider-

sprüchlich. Insgesamt seien zahlreiche positive Glaubhaftigkeitselemente 

vorhanden, die von der Vorinstanz nicht genügend berücksichtigt worden 

seien.  

 

4.2 In Bezug auf den Wegweisungsvollzug habe das SEM den Sachverhalt 

unvollständig erhoben. Das SEM sei bei der Prüfung des Wegweisungs-

vollzuges bei unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden von Amtes we-

gen verpflichtet, spezifische Abklärungen der persönlichen Situation unter 

dem Blickwinkel des Kindeswohls vorzunehmen, da ansonsten der Sach-

verhalt als nicht korrekt und vollständig festgestellt gelte. Angesichts ihrer 

unbestrittenen Minderjährigkeit und der sonstigen Aktenlage wäre es an-

gezeigt gewesen, entsprechende Abklärungen zur Zumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzuges durchzuführen. Im Asylentscheid vom 18. September 

2025 äussere sich das SEM nur auf sehr knappe, standardisierte Weise 

zur Abklärungspflicht und stelle auf Mutmassungen ab. Beispielsweise 

werde nicht aufgezeigt, wie sie faktisch ihrer Mutter übergeben werden 

solle. Aus ihrer Sicht seien die Voraussetzungen für einen zumutbaren Voll-

zug der Wegweisung klar nicht gegeben. Eine Rückkehr sei nicht verant-

wortbar, weder aus völkerrechtlicher noch aus verfassungsrechtlicher 

Sicht.  

 

5.  

5.1 In der Beschwerde werden formelle Rügen erhoben, die vorab zu prü-

fen sind. Namentlich wird geltend gemacht, das SEM habe entgegen sei-

ner Pflicht keine spezifischen Abklärungen zur persönlichen Situation der 

Beschwerdeführerin im Hinblick auf das übergeordnete Kindesinteresse 

E-7502/2025 

Seite 9 

vorgenommen. Zudem habe das SEM bei der Zumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzuges auf blosse Mutmassungen abgestellt.   

 

5.2 Im Asyl- und Wegweisungsverfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz 

(Art.12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Die Verfahrenspflichten der Behörde 

korrelieren mit den Mitwirkungspflichten der gesuchstellenden Person (vgl. 

Art. 13 VwVG und Art. 8 AsylG).  

5.2.1 Es trifft zwar zu, dass  das SEM nach gefestigter Praxis des Bundes-

verwaltungsgerichts beim Entscheid über den Vollzug der Wegweisung un-

begleiteter Minderjähriger (Asylsuchender) von Amtes wegen verpflichtet 

ist, spezifische Abklärungen der persönlichen Situation unter dem Blickwin-

kel des Kindeswohls vorzunehmen, widrigenfalls der Sachverhalt nicht als 

korrekt und vollständig festgestellt gilt im Hinblick auf den Entscheid über 

die Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs (vgl. Urteil des BVGer  

E-3491/2019 vom 12. Oktober 2020 E. 9.8 mit weiteren Verweisen auf 

BVGE 2015/30 E. 7.3, EMARK 2006 Nr. 24 E. 6 und 1998 Nr. 13 E. 5e). 

Ferner hat die zuständige Behörde gemäss Art. 69 Abs. 4 AIG (SR 142.20) 

bei einer Ausschaffung von unbegleiteten minderjährigen Personen sicher-

zustellen, dass diese im Rückkehrstaat einem Familienmitglied, einem Vor-

mund oder einer Aufnahmeeinrichtung übergeben werden, welche den 

Schutz des Kindes gewährleistet (BVGE 2021 VI/3 E. 11.5.2, S. 29). 

5.2.2 Die Beschwerdeführerin war zur Zeit ihrer Ausreise aus Äthiopien im 

Juli 2025 16 Jahre und 11 Monate alt; bei der EB UMA vom 6. August 2025 

und bei der rund einen Monat später durchgeführten vertieften Anhörung 

zu den Asylgründen war sie 17-jährig. Ihr Aussageverhalten schätzt das 

Gericht als altersentsprechend ein; aus den Akten gehen keine Hinweise 

hervor, dass die Beschwerdeführerin ausserstande gewesen wäre, die ihr 

gestellten Fragen zu verstehen und sachgerecht zu beantworten (vgl. 

hierzu auch oben E. 1.3). Zudem war die jugendliche Beschwerdeführerin 

sowohl bei der EB UMA als auch bei der Anhörung in Begleitung ihrer 

Rechtsvertretung. Für die Feststellung des Sachverhaltes konnte und 

durfte das SEM deshalb auf die Aussagen der Beschwerdeführerin abstel-

len. 

5.2.3 Die Ausreise der Beschwerdeführerin aus ihrem Heimatstaat Äthio-

pien ist Anfang Juli 2025 erfolgt. Beide Befragungen der Beschwerdefüh-

rerin wurden kurz (EB UMA: sechs Wochen; Anhörung: 16 Tage) vor dem 

Asylentscheid vom 18. September 2025 durchgeführt. Die von der Be-

schwerdeführerin jeweils zu Protokoll gegebenen Angaben zu ihrem 

E-7502/2025 

Seite 10 

familiären Umfeld sind deshalb als aktuell einzustufen. Die bei den Inter-

views anwesende Rechtsvertretung hat an keiner Stelle eingewendet, dass 

es zu Änderungen im familiären Umfeld, insbesondere beim Aufenthaltsort 

und bei den Lebensumständen der Mutter der Beschwerdeführerin gekom-

men wäre. 

5.2.4 Nach dem Gesagten und entgegen den anderslautenden Ausführun-

gen in der Beschwerde bestand für das SEM kein Anlass, vor Erlass des 

Asylentscheides am 18. September 2025, die 16 Tage zuvor von der Be-

schwerdeführerin gemachten Angaben infrage zu stellen oder weitere Ab-

klärungen vor Ort, beispielsweise durch die Botschaft, tätigen zu lassen. 

Die Vorinstanz durfte davon ausgehen, dass die am 2. September 2025 

angegebenen Familienumstände am 18. September 2025 noch in gleicher 

Weise vorlagen. Damit ist das SEM seiner oben skizzierten Abklärungs-

pflicht genügend nachgekommen. Eine besonders erhöhte Abklärungs-

pflicht (wie sie beispielsweise dem Sachverhalt in BVGE 2015/30 zugrunde 

lag) ist im vorliegenden Fall nicht erkennbar. Zusätzliche Abklärungen 

durch das SEM waren nicht erforderlich, nachdem der aktuelle Aufenthalt 

der Mutter aus den Akten ersichtlich ist und das SEM von dieser Tatsache 

aus den Akten ausgehen durfte (vgl. BVGE 2021 VI/3 E. 11.5.2, S. 31 

oben).  

5.2.5 Auf Beschwerdeebene wird mittels eines selbstverfassten Schrei-

bens der Beschwerdeführerin vom 25. September 2025 das schwierige 

Verhältnis zu ihrer Mutter und physische sowie psychische Misshandlun-

gen geltend gemacht. Es ist jedoch nicht nachvollziehbar, weshalb dies erst 

auf Beschwerdeebene explizit vorgetragen wird. Beiden Anhörungsproto-

kollen lassen sich keine Äusserungen zu physischen oder psychischen Ge-

waltanwendungen durch die Mutter entnehmen. 

Diese Ausführungen müssen somit als nachgeschoben qualifiziert werden. 

Da die Asylvorbringen zur geltend gemachten drohenden Zwangsheirat – 

wie nachfolgend aufgezeigt – als unglaubhaft einzustufen sind, ergibt sich 

aus den Akten keine Begründung dafür, dass die Beschwerdeführerin nicht 

selbständig den Rückflug nach Äthiopien antreten und zu ihrer Mutter zu-

rückkehren könnte. Es bestehen auch sonst aufgrund der aktuellen Akten-

lage keine Hinweise dafür, dass die Mutter der Beschwerdeführerin nicht 

mehr am Leben wäre, sie nicht mehr in C._______ leben würde, oder dass 

sich am familiären Beziehungsnetz massgeblich etwas verändert hätte. 

Der in der Rechtsmitteleingabe erhobene Einwand des unvollständig fest-

gestellten Sachverhalts erweist sich daher als unbegründet (vgl. im 

E-7502/2025 

Seite 11 

Übrigen unten E. 7.5, letzter Absatz). Das subeventualiter gestellte Rück-

weisungsbegehren ist somit abzuweisen. 

6.  

6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder ihrer politi-

schen Anschauungen wegen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

6.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlings-

eigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vor-

bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wi-

dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf 

gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

6.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-

haftmachen der Vorbringen gemäss Art. 7 AsylG in verschiedenen Ent-

scheiden dargelegt und präzisiert. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. 

BVGE 2015/3 E. 6.5.1; Urteil des BVGer D-5779/2013 vom 23. Februar 

2015 E. 5.6.1 [als Referenzurteil publiziert] m.w.H.). 

6.4 Die Vorinstanz qualifizierte die Vorbringen der Beschwerdeführerin mit 

ausführlicher und überzeugender Begründung als unglaubhaft. Diesbezüg-

lich kann vorab auf die zutreffende Argumentation in der angefochtenen 

Verfügung verwiesen werden (vgl. oben E. 3.1; angefochtene Verfügung 

Ziff. II/1.). In Ergänzung und Präzisierung dazu ist Folgendes festzustellen: 

6.4.1 Übereinstimmend mit der Vorinstanz ist es nicht nachvollziehbar, 

dass die Beschwerdeführerin in der EB UMA nichts von einer drohenden 

Zwangsheirat erwähnt hat. Die Argumentation in der Beschwerdeschrift, 

sie habe nicht verstanden um was es ginge, vermag nicht zu überzeugen, 

da die Beschwerdeführerin als unbegleitete Minderjährige vor der EB UMA 

von ihrer Rechtsvertretung auf das Gespräch und die Inhalte vorbereitet 

worden sein dürfte und sie politische Fluchtgründe aufgrund ihrer Ethnie 

E-7502/2025 

Seite 12 

geltend machte. Dies lässt darauf schliessen, dass sie sehr wohl verstan-

den hat, dass es in der EB UMA auch um die Gründe ging, weshalb sie 

nicht nach Äthiopien zurückkehren kann. Es wäre insbesondere zu erwar-

ten gewesen, dass sie die drohende Zwangsheirat von Anfang an als 

Fluchtgrund geltend macht, da die Mutter sie gemäss ihren Vorbringen be-

reits seit mehreren Jahren versuche zu verheiraten. Die Feststellung der 

Vorinstanz, dass es sich um nachgeschobene Fluchtgründe handle, ist so-

mit zu stützen. Bezeichnend hierfür ist auch, dass das Verhältnis zur Mutter 

erst auf Beschwerdeebene als sehr schwierig dargestellt wird und insge-

samt von einem konstruierten Sachverhalt ausgegangen werden muss.  

6.4.2 Die Vorinstanz hat im Weiteren eine ausführliche Glaubhaftigkeits-

prüfung und entsprechend der geltenden Rechtsprechung und Lehre eine 

Gesamtwürdigung vorgenommen, wobei sie die Kompetenzen sowie die 

Fähigkeiten der Beschwerdeführerin berücksichtigt hat. Das Gericht 

schliesst sich der Argumentation der Vorinstanz weiter an, soweit sie fest-

stellt, dass keine beziehungsweise nicht genügend Realkennzeichen vor-

handen sind. Es wäre von der Beschwerdeführerin insbesondere zu erwar-

ten gewesen, innere Beweggründe, Gedankengänge und Prozesse zur 

geltend gemachten Zwangsheirat aufzuzeigen (vgl. Anhörungsprotokoll 

vom 2. September 2025 F134 f.; F144 ff.; F151 ff.; F162 ff.; F178). 

6.4.3 Insbesondere fällt im Rahmen eines Strukturvergleichs auf, dass die 

Vorbringen in Bezug auf einen anderen, flüchtlingsrechtlich nicht relevan-

ten Vorfall, in dem zwei Männer versucht hätten, sie zu missbrauchen, we-

sentlich detaillierter ausfallen und grundsätzlich eine andere Struktur auf-

weisen, als die Vorbringen zur Zwangsheirat (vgl. Anhörungsprotokoll vom 

2. September 2025 F156). Dies zeigt auf, dass die Beschwerdeführerin 

dazu im Stande ist, Vorfälle aus der Vergangenheit glaubhaft vorzutragen.  

6.4.4 Sodann vermag die Beschwerdeschrift die von der Vorinstanz aufge-

zeigten widersprüchlichen Angaben nicht zu entkräften. Es stellt sich bei-

spielsweise in der Tat die Frage, weshalb die Beschwerdeführerin bereits 

vor der Ausreise von der geplanten Hochzeit erfahren hat, ihre Mutter sie 

dennoch nach E._______ reisen lässt und plötzlich unmittelbar nach der 

Ankunft die Beschwerdeführerin zu einer Rückkehr drängt. Vor diesem Hin-

tergrund leuchtet es nicht ein, weshalb die Beschwerdeführerin in der EB 

UMA nichts davon erwähnte. Die Asylvorbringen der Beschwerdeführerin 

halten den Anforderungen an Art. 7 AsylG daher nicht Stand. 

E-7502/2025 

Seite 13 

6.5 Schliesslich ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz festzustellen, 

dass die geltend gemachten Nachteile in Bezug auf die Ethnie der Be-

schwerdeführerin flüchtlingsrechtlich nicht relevant sind. Zur Vermeidung 

von Wiederholungen ist auch diesbezüglich auf die Ausführungen in der 

angefochtenen Verfügung zu verweisen (vgl. a.a.O., Ziff. II/2.; Urteile des 

BVGer D-6219/2023 vom 14. April 2025 E. 7.2; D-2838/2022 vom 14. Feb-

ruar 2024 E. 6). Die Beschwerdeschrift enthält hierzu keine weiteren Aus-

führungen.  

6.6 Zusammenfassend ist festzustellen, dass es der Beschwerdeführerin 

nicht gelungen ist, ihre Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumin-

dest glaubhaft zu machen. Es kann darauf verzichtet werden, auf die 

weiteren Vorbringen in der Beschwerde einzugehen, da sie an der Würdi-

gung des vorliegenden Sachverhalts nichts zu ändern vermögen. Das SEM 

hat zu Recht die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin verneint 

und ihr Asylgesuch abgelehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. 

BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.3 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.4 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

E-7502/2025 

Seite 14 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

7.4.1 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 

Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

Nachdem die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin, wie oben 

ausgeführt, zu Recht verneint wurde, findet der Grundsatz des flüchtlings-

rechtlichen Non-Refoulement keine Anwendung. Es bestehen auch keine 

Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführerin für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss ständiger Praxis müsste die Beschwerdeführe-

rin eine konkrete Gefahr («real risk») nachweisen oder glaubhaft machen, 

dass ihr im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behand-

lung drohen würde. Dies ist ihr nach dem oben Gesagten nicht gelungen. 

Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Äthiopien lässt den Weg-

weisungsvollzug nicht als unzulässig erscheinen. Soweit in der Be-

schwerde ausgeführt wird, dass der Beschwerdeführerin eine Zwangshei-

rat drohe, ist auf die vorherigen Erwägungen zur Glaubhaftigkeit der Asyl-

vorbringen zu verweisen.   

7.4.2 Als zutreffend erweisen sich im Übrigen auch die Ausführungen der  

Vorinstanz betreffend die Verpflichtungen aus der KRK. Die Bestimmungen 

der KRK sind nicht self-executing. Es ist nach Aktenlage nicht ersichtlich, 

dass das SEM durch sein auf die nationalen Bestimmungen abgestütztes 

Vorgehen die völkerrechtlichen Verpflichtungen der Schweiz zum Schutz 

von Kindern im Fall des Beschwerdeführers verletzt haben sollte. Der Voll-

zug der Wegweisung ist auch unter diesem Aspekt zulässig. Der Minder-

jährigkeit ist im Rahmen der Prüfung der Zumutbarkeit des Wegweisungs-

vollzugs Rechnung zu tragen.    

E-7502/2025 

Seite 15 

7.4.3 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

7.5  

7.5.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

7.5.2 In Äthiopien herrscht zurzeit weder Krieg oder Bürgerkrieg noch eine 

Situation allgemeiner Gewalt. Der Vollzug der Wegweisung ist daher nicht 

als generell unzumutbar zu erachten (vgl. dazu die Urteile des BVGer  

D-6351/2025 vom 4. September 2025; E-5068/2025 vom 29. Juli 2025 

E. 9.3.2 m.w.H.; E-4813/2019 vom 1. Februar 2022 E. 10.3.1 sowie  

E-3897/2019 vom 5. August 2021 E. 10.3.1).  

7.5.3 Wie bereits festgehalten, ist das SEM vorliegend seiner oben skiz-

zierten Abklärungspflicht bei unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden 

genügend nachgekommen. Die Beschwerdeführerin wird nach C._______ 

zu ihrer Familie zurückkehren können. Gemäss eigenen Angaben hat sie 

vor ihrer Ausreise bei ihrer Mutter gelebt, die Privatschule «Seattle 

Academy» besuchen können und sich auf AI-Robotik spezialisiert. Den Ak-

ten respektive ihren protokollierten Angaben zufolge ist die Mutter der Be-

schwerdeführerin nach wie vor in C._______ wohnhaft und der Besuch der 

Privatschule sei trotz der geltend gemachten Krankheit der Mutter weiter-

hin möglich gewesen. Aus ihren Aussagen in den Anhörungen und den üb-

rigen Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte, weshalb ihre Familie sie 

nicht auch in Empfang nehmen sollte, wenn sie nach Äthiopien zurück-

kehrt. Zu erwähnen ist ergänzend, dass es der Mutter möglich gewesen 

ist, die erforderlichen Kriterien für die Ausstellung eines Schengen-Visums 

zu erfüllen. Die Beschwerdeführerin verfügt im Heimatstaat über ein trag-

fähiges familiäres Netz und hat offenbar nach wie vor Kontakt zur Mutter, 

weshalb im vorliegenden Fall zusätzliche Abklärungen nicht erforderlich 

sind. Das Bundesverwaltungsgericht geht in Übereinstimmung mit dem 

SEM davon aus, dass die Mutter bei einer Rückkehr der Beschwerdefüh-

rerin diese gleichermassen unterstützen wird, wie sie dies bereits vor der 

Ausreise der Beschwerdeführerin vermochte. Die im erstinstanzlichen Ver-

fahren geltend gemachte drohende Zwangsheirat sowie die erst auf Be-

schwerdeebene angeführten psychischen und physischen Misshandlun-

E-7502/2025 

Seite 16 

gen durch die Mutter, sind nicht glaubhaft und stehen insoweit einem künf-

tigen Zusammenleben mit der Mutter nicht entgegen (siehe oben E. 6.4). 

An dieser Stelle ist der Vollständigkeit halber darauf hinzuweisen, dass es 

den zuständigen Vollzugsbehörden obliegen wird, bei der Bestimmung der 

konkreten Modalitäten des Wegweisungsvollzugs den Bedürfnissen der bis 

zum Juli 2026 noch minderjährigen Beschwerdeführerin Rechnung zu tra-

gen. Die Vollzugsbehörden haben vor einer allfälligen Ausschaffung der 

unbegleiteten minderjährigen Beschwerdeführerin sicherzustellen, dass 

diese in Äthiopien ihrer Mutter respektive einem sonstigen Familienmitglied 

übergeben wird, welches den Schutz des Kindes gewährleistet (vgl. Art. 69 

Abs. 4 AIG; BVGE 2021 VI/3 E. 11.5.2, S. 29; siehe auch Urteil des BVGer 

E-1195/2024 E 7.3.3). Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der 

Wegweisung als zumutbar. 

7.6 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 47 Abs. 1 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

7.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Zusammenfassend ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes-

recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie voll-

ständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich über-

prüfbar – angemessen ist. Gründe für eine Rückweisung der Sache an die 

Vorinstanz sind nicht ersichtlich. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

9.1 Das Gesuch um Verzicht auf die Kostenvorschusserhebung ist mit dem 

vorliegenden Entscheid gegenstandslos geworden. 

 

9.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Beschwer-

deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG); aufgrund deren Minderjäh-

rigkeit wird gestützt auf Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

(VGKE, SR 173.320.2) auf die Erhebung von Verfahrenskosten jedoch 

E-7502/2025 

Seite 17 

verzichtet. Damit ist auch das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung gegenstandslos geworden. 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-7502/2025 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Mathias Lanz Lukas Rathgeber 

 

 

Versand: