# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d3842258-c5d5-50b3-aec7-48a4f972411d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-06
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 06.09.2021 IV 2020/130
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2020-130_2021-09-06.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/130

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 22.04.2022

Entscheiddatum: 06.09.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 06.09.2021
Art. 28 IVG: Gestützt auf das beweiskräftige Gutachten von Dr. N.___ sowie 
den Gesamteindruck der übrigen Akten ist davon auszugehen, dass eine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit - zumindest in optimal angepassten 
Tätigkeiten - nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen ist 
und diesbezüglich von weiteren Abklärungen vor dem Hintergrund der 
erhobenen Aggravationstendenzen keine besseren Erkenntnisse zu 
erwarten sind, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte 
Beweiswürdigung; vgl. BGE 136 I 236 ff. E. 5.3 und 5.5 mit weiteren 
Hinweisen). Die Folgen der Beweislosigkeit hat der Beschwerdeführer zu 
tragen. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 6. September 2021, IV 2020/130). Bestätigt durch 
Urteil des Bundesgerichts 8C_689/2021.

Entscheid vom 6. September 2021

Besetzung

Präsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

IV 2020/130

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

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vertreten durch Rechtsanwältin Melina Tzikas, MLaw, schadenanwaelte AG, 

Totentanz 5, Postfach 2039, 4001 Basel,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich erstmals am 14. Februar 2012 bei 

der IV-Stelle des Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) für berufliche Massnahmen 

und Rentenleistungen an (IV-act. 3). In einem Telefonat vom 15. Februar 2012 erklärte 

der Versicherte der IV-Stelle, dass er am 8. Oktober 2010 (richtig: 28. August 2010; vgl. 

Fremdakten, act. 1.84 f.) einen Autounfall erlitten habe und seither Rücken-, Fuss- und 

Bandscheibenschmerzen habe. Nach dem Unfall habe er nicht mehr gearbeitet (vgl. IV-

act. 6). Vor dem Unfall hatte er zuletzt bei der Firma B.___ als P.___ bzw. Allrounder in 

einem befristeten Anstellungsverhältnis, das Ende 2010 geendet hatte, gearbeitet (vgl. 

IV-act. 17). Vom 15. November bis 16. Dezember 2010 hatte er sich stationär in der 

Rehaklinik C.___ aufgehalten. Im Austrittsbericht waren als Diagnosen eine HWS-

Distorsion QTF II sowie myofasziale Restbeschwerden im Schulter- und Nackenbereich 

genannt worden. Weiter war festgehalten worden, es sei eine erhebliche 

Symptomausweitung beobachtet worden. Es sei davon auszugehen, dass bei gutem 

Effort eine bessere Leistung hätte erbracht werden können, als bei den Leistungstests 

und im Behandlungsprogramm gezeigt worden sei. Infolge Selbstlimitierung hätten die 

zu erwartenden Verbesserungen bezüglich Funktion und Belastbarkeit nicht erreicht 

werden können. Die Resultate der physischen Leistungstests seien deshalb für die 

Beurteilung der zumutbaren körperlichen Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. Das 

A.a. 

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Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den 

objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung, der 

bildgebenden Abklärung sowie den Diagnosen nur ungenügend erklären. Die 

Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich wesentlich auf medizinisch-theoretische 

Überlegungen unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei den Leistungstests und 

im Behandlungsprogramm. Aus unfallkausaler Sicht könne der Versicherte ab dem 20. 

Dezember 2010 die Tätigkeit als Mitarbeiter in der Q.___ wieder zu 50 % und ab dem 

17. Januar 2011 zu 75 % aufnehmen, wobei zum Einstieg eine etwas leichtere Tätigkeit 

empfohlen werde. In anderen leichten bis mittelschweren Tätigkeiten sei eine 

ganztägige Arbeitstätigkeit möglich. Es liege keine psychische Störung vor, welche 

eine arbeitsrelevante Leistungsminderung begründen würde (IV-act. 12-3 ff.). In einem 

Bericht vom 9. Juli 2012 attestierte Dr. med. D.___, Facharzt für Allgemeinmedizin, 

E.___ AG, dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer körperlich 

angepassten Tätigkeit (vgl. IV-act. 25-3). Vom 7. bis 31. August 2012 wurde der 

Versicherte in der Tagesklinik F.___, Psychiatrie G.___, behandelt, wobei die 

behandelnde Ärztin aufgrund der lediglich drei Wochen dauernden Behandlung die 

Arbeitsfähigkeit nicht einschätzen konnte. Als Diagnosen nannte sie in einem Bericht an 

die IV-Stelle vom 23. Oktober 2012 eine mittelgradige depressive Episode mit 

somatischem Syndrom sowie einen Status nach HWS-Distorsion am 28. August 2010 

im Rahmen einer Auffahrkollision (vgl. IV-act. 33). Dr. med. H.___, FMH Psychiatrie und 

Psychotherapie, teilte am 17. Dezember 2012 mit, den Versicherten in den drei 

Monaten zuvor nur einmal gesehen zu haben (vgl. IV-act. 37). Nach der Einholung einer 

Beurteilung des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD), in welcher die 

Eingliederungsfähigkeit des Versicherten im Umfang von mindestens 50 % steigerbar 

eingeschätzt worden war (vgl. IV-act. 40), sowie der Durchführung eines 

Assessmentgesprächs (vgl. IV-act. 43) wies die IV-Stelle mit Mitteilung vom 29. April 

2013 den Anspruch auf berufliche Massnahmen ab, da sich der Versicherte nicht in der 

Lage fühle, an Eingliederungsmassnahmen mitzuwirken (vgl. IV-act. 45).

Mit Vorbescheid vom 18. September 2013 stellte die IV-Stelle dem Versicherten 

die Abweisung des Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 0 % in Aussicht, 

da die bei ihm diagnostizierte mittelgradige depressive Episode in der Regel keine von 

depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im 

A.b. 

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B.  

Sinne eines verselbständigten Gesundheitsschadens darstelle. Leichte bis höchstens 

mittelschwere psychische Störungen würden grundsätzlich als therapeutisch angehbar 

gelten. Es lägen keine Hinweise für eine dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

vor (vgl. IV-act. 51). Am 4. November 2013 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des 

Rentenbegehrens im Sinne des Vorbescheids (vgl. IV-act. 52).

Am 30. August 2016 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum 

Leistungsbezug an (IV-act. 58). Zur Glaubhaftmachung einer Veränderung des 

Gesundheitszustandes (vgl. IV-act. 59) wurden ein Operationsbericht über eine im 

Oktober 2014 durchgeführte arthroskopische suprapectorale Bicepssehnentenodese 

sowie eine subacromiale und eine ACG-Dekompression Schulter rechts (IV-act. 67), ein 

Operationsbericht über eine im Mai 2016 durchgeführte Schulterarthroskopie links mit 

Intervallresektion, Mobilisation in Narkose, Acromioplastik und AC-Gelenksresektion 

sowie subacromiale postoperative Infiltration mit Kenacort (IV-act. 64), der 

Austrittsbericht zur Hospitalisation im Mai 2016 (IV-act. 63), ein Sprechstundenbericht 

vom August 2016 (IV-act. 62) sowie ärztliche Bescheinigungen für eine vom 19. Mai bis 

14. August 2016 bestehende Arbeitsunfähigkeit eingereicht (IV-act. 65). In einem bei 

der IV-Stelle am 6. Februar 2017 eingegangenen Bericht erklärte Dr. med. I.___, 

Facharzt Allgemein-, Sportmedizin und Psychotherapie (D), dass der Versicherte im 

Jahr 2013 zu ihm gewechselt habe. Damals habe er sich schon in psychiatrischer 

Therapie bei Dr. H.___ befunden und der IV-Antrag sei schon ausgefüllt und 

abgeschickt gewesen. Er, Dr. I.___, habe die somatische Behandlung zurückgestellt 

und primär die psychiatrische favorisiert. Es bestünden noch körperliche 

Restbeschwerden, die auch mit schmerzadaptierter Arbeit behandelt werden könnten. 

Weiterhin sei eine Depression in Behandlung. Die Einnahme von Antidepressivum und 

eine schmerzadaptierte Arbeit müssten möglich sein (IV-act. 85 i.V.m. 80). Am 7. 

Februar 2017 berichtete ein behandelnder Arzt der psychiatrischen Tagesklinik R.___, 

dass sich der Versicherte aktuell dort in Behandlung befinde. Im Behandlungsverlauf 

sei es zuletzt vor dem Hintergrund mehrerer psychosozialer Belastungsfaktoren zu 

einer deutlichen Labilisierung des Zustandsbildes gekommen mit einer Zunahme der 

depressiven Symptomatik und damit verbundenen Suizidideen. Trotz der aktuellen 

Krise sei der Behandlungsverlauf als positiv zu werten, und im Verlauf des Monats 

B.a. 

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Februar 2017 sollte der Versicherte in der Lage sein, einer leidensangepassten Tätigkeit 

in einem Pensum von 30 % nachzugehen (IV-act. 79-1; vgl. ferner IV-act. 91-3 f. und 

79-2 f.). Am 15. Februar 2017 empfahl RAD-Ärztin Dr. med. J.___, praktische Ärztin, 

zertifizierte medizinische Gutachterin (SIM), ein halbtägiges Einsatzprogramm in einer 

adaptierten Tätigkeit zur Umsetzung der vorerst 30%igen Arbeitsfähigkeit aus 

psychiatrischer Sicht. Eine zügige Steigerung auf mindestens 50 % sei sicher möglich. 

Das Vermeidungsverhalten des Versicherten sollte dringend durchbrochen werden (IV-

act. 87).

Mit Mitteilung vom 9. Mai 2017 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für ein vom 

8. Mai bis 23. Juli 2017 dauerndes Aufbautraining in der Durchführungsstelle K.___ (IV-

act. 97; zum unterzeichneten Eingliederungsplan vgl. IV-act. 95). In einer 

Schlussbeurteilung vom 28. August 2017 hielt der IV-Eingliederungsverantwortliche 

fest, dass dem Versicherten eine Integrationsmassnahme zugesprochen worden sei 

und er diese im Rahmen des Belastungstrainings absolviert habe. Die gewünschte 

Stabilität und zeitliche Anwesenheit habe nicht erreicht werden können. Der Versicherte 

habe von Beginn weg einfach die Rente bzw. eine finanzielle Unterstützung der IV-

Stelle gewünscht, damit er vom Sozialamt losgelöst sei. Die Ziele hätten nicht erreicht 

werden können, die Motivation sei beim Versicherten nicht gegeben und er fordere 

lediglich. Er verhalte sich nicht konstruktiv, sei ungehalten und stelle das 

schweizerische System in Frage. Die Rentenbegehrlichkeit stehe im Vordergrund (IV-

act. 114-6; zum Schlussbericht des Aufbautrainings vgl. IV-act. 117).

B.b. 

In einem Bericht vom 2. November 2017 nannte Dr. H.___ als Diagnosen eine 

rezidivierende depressive Störung (gegenwärtig mittelgradige Episode), chronische 

Schmerzen mit somatischen und psychischen Faktoren, eine Persönlichkeitsstörung 

mit emotional instabilen, aggressiven und unreifen Zügen sowie einen Status nach 

einer Schulteroperation im Januar 2016. Sodann hielt sie fest, dass der Versicherte aus 

psychiatrischer Sicht in der Lage sei, für ca. vier bis fünf Stunden pro Tag eine Arbeit 

auszuführen, jedoch müssten diesbezüglich noch die somatischen Kollegen befragt 

werden, da der Schwerpunkt der Arbeitsunfähigkeit beim Versicherten auf 

somatischem Gebiet liege. Da es sich um eine komplexe Problematik mit somatischen 

und psychischen Faktoren handle, sei es von ihrer Seite aus schwierig, eine 

B.c. 

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Arbeitsfähigkeit festzulegen. Eine multidisziplinäre Begutachtung, durch welche die 

Frage der Arbeitsfähigkeit überprüft werden könne, sei indiziert (IV-act. 121).

Am 7. Mai 2018 erstattete das Zentrum für Medizinische Begutachtung (ZMB) ein 

polydisziplinäres (internistisches, orthopädisches und psychiatrisches) Gutachten (vgl. 

IV-act. 139). Aus polydisziplinärer Sicht nannten die Sachverständigen folgende 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: ein chronisches Schultersyndrom 

beidseits mit leichter schmerzhafter Bewegungseinschränkung, eine soziale Phobie 

sowie eine chronifizierte depressive Episode (Ausmass nicht sicher beurteilbar bei 

Verdacht auf Beschwerdeverdeutlichung; DD Aggravation; IV-act. 139-44). Sodann 

kamen die Gutachter zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit in der angestammten 

Tätigkeit aus somatischer Sicht vom jeweiligen Arbeitsprofil abhängig sei. Tätigkeiten 

mit schwerer körperlicher Belastung könne der Versicherte aufgrund der 

Schulterproblematik nicht durchführen. Alle anderen Tätigkeiten in einer Q.___ seien 

aus somatischer Sicht vollschichtig möglich. Aus psychiatrischer Sicht ergebe sich eine 

50%ige Arbeitsfähigkeit, sofern ein verständnisvolles und wohlwollendes Umfeld 

vorliege. Bezüglich der retrospektiven Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei festzuhalten, 

dass anlässlich des vom Mai bis Juli 2017 durchgeführten Aufbautrainings eine 

mindestens 30%ige Arbeitsfähigkeit vorgelegen habe. Aus formellen Gründen werde 

die aktuelle Arbeitsfähigkeit von 50 % ab dem Datum der Erstellung des Gutachtens 

angegeben. In adaptierten Tätigkeiten sei aus somatischer Sicht eine volle 

Arbeitsfähigkeit gegeben und auch schon immer gegeben gewesen. Aus 

psychiatrischer Sicht gelte für leidensangepasste Tätigkeiten dieselbe Einschätzung 

der Arbeitsfähigkeit wie für die angestammte Tätigkeit (vgl. IV-act. 139-48 f.). Sodann 

gaben die Gutachter eine offene Prognose ab. Sie merkten an, dass durchaus von 

einer Besserung der Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Es handle sich nicht um eine 

Erkrankung, die nicht besserungsfähig wäre. Es lägen auch IV-fremde bzw. 

krankheitsfremde Aspekte vor wie eine schlechte kulturelle Integration, fehlende 

Kenntnisse der Landessprache sowie eine schwierige psychosoziale Situation. Alle 

diese Faktoren würden die berufliche Reintegration erschweren (IV-act. 139-51). 

Schliesslich fügten die Sachverständigen als Schlussbemerkung an, dass sich 

aufgrund des Verdachts auf Beschwerdeverdeutlichung und Aggravation eine gewisse 

Schwierigkeit ergeben habe, die Arbeitsfähigkeit zu definieren. Bei der Beurteilung der 

B.d. 

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Arbeitsfähigkeit seien sie davon ausgegangen, dass die im psychiatrischen Gutachten 

genannten Diagnosen bestehen würden. Wenn sich aber der Verdacht auf 

Beschwerdeverdeutlichung und Aggravation bestätigen sollte, würde 

versicherungsmedizinisch durchaus eine weit höhere Arbeitsfähigkeit für adaptierte 

Tätigkeiten resultieren. Es liege an der IV-Stelle, die entsprechende Vermutung zu 

verifizieren, allenfalls im Rahmen einer Beobachtung mit anschliessender erneuter 

gutachterlicher Evaluation (vgl. IV-act. 139-52).

Mit Mitteilung vom 12. Juni 2018 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren um 

weitere berufliche Massnahmen ab, da sich der Versicherte infolge seiner 

gesundheitlichen Situation nicht in der Lage fühle, an Eingliederungsmassnahmen 

mitzuwirken (IV-act. 143).

B.e. 

In einer Stellungnahme vom 24. September 2018 führte RAD-Ärztin L.___, 

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, aus, dass nach Durchsicht des 

psychiatrischen Teilgutachtens aus fachpsychiatrischer Sicht mehrere Inkonsistenzen 

festzustellen seien. Die psychiatrische ZMB-Gutachterin habe die Diagnose einer 

chronifizierten depressiven Episode gestellt, ohne sich auf den Schweregrad der 

Ausprägung festzulegen, dies mit dem Hinweis auf eine Beschwerdeverdeutlichung 

bzw. Aggravation. Der Versicherte habe offensichtlich auch keinen Leidensdruck. Er 

nehme die Medikamente nicht ein und habe in den Jahren 2014 bis 2016 keine 

psychiatrische Behandlung benötigt trotz eines anamnestisch erneuten Autounfalls. 

Erst im August 2016 habe er sich wieder bei Dr. H.___ vorgestellt. Schliesslich könne 

auch die Diagnose einer sozialen Phobie nicht nachvollzogen werden. Diese stütze sich 

auf die subjektiven Angaben des Versicherten. Gemäss der Aktenlage sei der 

Versicherte bereits als Sozialgeldbetrüger infolge Schwarzarbeit bekannt. Sowohl im 

psychiatrischen als auch im somatischen Teil des ZMB-Gutachtens seien eine 

Beschwerdeverdeutlichung und Aggravation dokumentiert worden. Aufgrund der 

durchgehend beschriebenen Inkonsistenzen und nicht ausgewiesenen 

Gesundheitsschäden sei die aus psychiatrischer Sicht attestierte 50%ige 

Arbeitsunfähigkeit nicht plausibel nachvollziehbar. RAD-Ärztin L.___ schlug eine 

Rückfrage beim ZMB vor (IV-act. 152-3 f.). Am 25. September 2018 bat die IV-Stelle 

das ZMB um eine ausführliche Begründung der Diagnose einer sozialen Phobie (IV-act. 

144). Am 5. Dezember 2018 nahm die psychiatrische ZMB-Gutachterin zur Rückfrage 

B.f. 

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der IV-Stelle Stellung (vgl. IV-act. 151). In einer ergänzenden Beurteilung vom 15. 

Januar 2019 kam RAD-Ärztin L.___ zum Schluss, dass auch nach der Beantwortung 

der Rückfrage nicht auf das psychiatrische Teilgutachten abgestellt werden könne. Aus 

versicherungsmedizinisch-psychiatrischer Sicht sei kein relevanter 

Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit glaubhaft gemacht 

worden. Vielmehr bestehe sowohl in angestammten als auch in adaptierten Tätigkeiten 

eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 152-4). Aufgrund zwischenzeitlich eingetroffener 

somatischer Berichte vom Juli und August 2018 (vgl. IV-act. 147 ff.) erfolgte am 16. 

Januar 2019 eine Stellungnahme durch RAD-Ärztin J.___. Diese kam zum Schluss, 

dass die aktuellen Abklärungen als einzigen pathologischen Befund eine Partialruptur 

der Supraspinatussehne gezeigt hätten. Der Musculucs supraspinatus helfe beim 

Abspreizen des Oberarmes. Eine Sehnenläsion könne konservativ oder operativ 

behandelt werden und führe teils zu schmerzhaften Einschränkungen beim Heben und 

Tragen von Lasten sowie bei Tätigkeiten mit weit ausholenden Armbewegungen oder 

Überkopfarbeiten. Da die eingeschränkte Schulterfunktion bereits bei der 

gutachterlichen Beurteilung berücksichtigt worden sei und durch den neuen Befund 

keine wesentliche Änderung des Funktionsniveaus aufgetreten sei, könne aus 

somatischer Sicht an der bisherigen Beurteilung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit unter 

schulteradaptierten Konditionen festgehalten werden (vgl. IV-act. 152-5).

Mit Vorbescheid vom 29. Januar 2019 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Abweisung seines Rentenbegehrens in Aussicht. Zur Begründung wurde ausgeführt, 

dass aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht auf das psychiatrische ZMB-

Teilgutachten abgestellt werden könne. Aus rechtlicher und medizinischer Sicht liege 

kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor, weshalb das Gesuch um 

Rentenleistungen abgewiesen werden müsse (vgl. IV-act. 155).

B.g. 

Aufgrund des vom Versicherten gegen den Vorbescheid erhobenen Einwandes 

vom 11. Februar 2019 (vgl. IV-act. 158) aktualisierte die IV-Stelle ihre medizinische 

Aktenlage (vgl. IV-act. 165 ff.). In einer Beurteilung vom 28. August 2019 kam RAD-

Ärztin Dr. med. M.___, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, zertifizierte 

medizinische Gutachterin (SIM), zum Schluss, dass sich im Hinblick auf die 

chronischen Schulter- und Armschmerzen rechts seit der gutachterlichen 

Untersuchung im Januar 2018 und der somatischen RAD-Stellungahme vom 16. 

B.h. 

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Januar 2019 keine neuen Befunde ergeben hätten, welche die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit relevant verändern könnten (vgl. IV-act. 189-2 f.). Mit Mitteilung vom 

17. September 2019 zeigte die IV-Stelle dem Versicherten die Durchführung einer 

psychiatrischen und neuropsychologischen Begutachtung bei Dr. med. N.___, Facharzt 

FMH für Psychiatrie und Psychotherapie und bei Dr. phil. O.___, Diplompsychologe, 

Klin. Neuropsychologe (GNP), Fachpsychologe für Neuropsychologie (FSP), an (vgl. IV-

act. 191; ferner IV-act. 164-2).

Am 19. November 2019 erfolgte die psychiatrische Exploration des Versicherten 

durch Dr. N.___ (vgl. IV-act. 198-1). Am 20. Dezember 2019 fand eine 

neuropsychologische Abklärung bei Dr. O.___ statt (vgl. IV-act. 198-76). Unter 

Berücksichtigung auch der neuropsychologischen Abklärung erstattete Dr. N.___ am 6. 

Januar 2020 sein Gutachten. Er kam zum Schluss, dass sich in den Akten, der 

psychiatrischen Untersuchung, in der neuropsychologischen Abklärung sowie auch in 

der psychiatrischen Voruntersuchung viele Hinweise für Diskrepanzen, Widersprüche, 

eingeschränkte Mitwirkung und Aggravation fänden. In dieser Situation könne keine 

psychiatrische Diagnose gestellt und zur Leistungsfähigkeit, respektive zu den 

Einschränkungen, nicht Stellung genommen werden (vgl. IV-act. 198-69). Weder die 

geklagten Symptome noch die geltend gemachten Funktionseinbussen seien 

konsistent oder plausibel. Die Untersuchungsergebnisse seien daher nicht valide (vgl. 

IV-act. 198-72).

B.i. 

Am 14. Januar 2020 beurteilte RAD-Ärztin L.___ das psychiatrische Gutachten von 

Dr. N.___ (inklusive des neuropsychologischen Gutachtens von Dr. O.___) als 

umfassend, widerspruchsfrei, nachvollziehbar und schlüssig, sodass darauf abgestellt 

werden könne. Das Gutachten setze sich mit den anamnestischen Angaben und mit 

dem Verhalten des Versicherten auseinander. In der Beurteilung seien die 

medizinischen Vorbefunde, die Beschwerden und eigenen Untersuchungsergebnisse 

berücksichtigt und ausführlich diskutiert worden. Zum Vorgutachten werde ausführlich 

Stellung genommen. Die Beurteilung des Gesundheitsschadens und der 

Arbeitsfähigkeit sei auf dem psychiatrischen Fachgebiet infolge einer erheblichen 

Einschränkung der Mitwirkungspflichten nicht möglich (vgl. IV-act. 199).

B.j. 

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C.  

Im Rahmen einer zweiten Anhörung (vgl. IV-act. 201) liess der Versicherte, 

vertreten durch Rechtsanwältin M. Tzikas, Basel, am 6. März 2020 einwenden, eine 

Aggravation sei nicht leichthin anzunehmen. Es werde beantragt, dass auf die 

psychiatrische Einschätzung des ZMB-Gutachtens abgestellt, eventualiter die 

Einholung eines Obergutachtens angeordnet werde. Zudem liess er der IV-Stelle 

mitteilen, sich aufgrund einer neu aufgetretenen Augen- und Ohrenproblematik aktuell 

im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) in Behandlung zu befinden (vgl. IV-act. 204). Auf 

eine entsprechende Nachfrage der IV-Stelle (vgl. IV-act. 205) reichte der Versicherte 

Berichte der Augenklinik und HNO-Klinik des KSSG ein (vgl. IV-act. 207 ff.). Anlässlich 

einer Besprechung vom 12. Mai 2020 hielt der RAD fest, dass die neu eingereichten 

Berichte aus medizinischer Sicht nur die qualitativen, nicht jedoch die quantitativen 

Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit änderten. Aufgrund des aus den eingereichten 

Berichten ersichtlichen ophthalmologischen Befundes seien aus 

versicherungsmedizinischer Sicht zum Schutz des Auges Tätigkeiten mit 

aussergewöhnlicher Belastung durch Staub, Zugluft und Trockenheit nicht geeignet. 

Unter Einhaltung der Adaptationskriterien bestehe aus somatischer Sicht eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit (IV-act. 212-2).

B.k. 

Mit Verfügung vom 15. Mai 2020 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des 

Versicherten ab (IV-act. 213).

B.l. 

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) 

am 15. Juni 2020 Beschwerde. Er beantragte, die Verfügung vom 15. Mai 2020 sei 

aufzuheben und ihm seien die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Insbesondere sei 

ihm eine ganze Invalidenrente, eventualiter eine Dreiviertelsrente, subeventualiter eine 

halbe Rente zuzusprechen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der IV-

Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin). Weiter stellte der Beschwerdeführer ein 

Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung und Prozessführung (act. G 1 und 4). 

Gemeinsam mit seiner Beschwerde reichte er eine Stellungnahme von Dr. H.___ vom 4. 

Juni 2020 ein (vgl. act. G 1.3).

C.a. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 30. Juli 2020 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 5).

C.b. 

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Erwägungen

1.

Vorliegend strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.

2.  

Am 4. August 2020 wurde dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung) für das Verfahren vor Versicherungsgericht entsprochen (act. G 

6).

C.c. 

Mit Schreiben vom 14. August 2020 teilte der Beschwerdeführer dem 

Versicherungsgericht mit, dass er am 4. September 2020 aufgrund einer gerissenen 

Sehne am rechten Arm operiert werde (vgl. act. G 8 und 8.1).

C.d. 

In seiner Replik vom 17. August 2020 (Postaufgabe am 18. August 2020) erneuerte 

der Beschwerdeführer seine in der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren (vgl. act. G 

9).

C.e. 

Mit Schreiben vom 7. September 2020 hielt die Beschwerdegegnerin an dem in 

der Beschwerdeantwort gestellten Antrag vollumfänglich fest und verzichtete auf die 

Erstattung einer ausführlichen Duplik (vgl. act. G 11).

C.f. 

Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 

830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird in Art. 7 Abs. 1 ATSG als der durch eine 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

2.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/21

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Arbeitsmarkt definiert. Die Invalidität ist grundsätzlich durch einen 

Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen kann, in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Art. 16 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 50 % besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

Um den Arbeitsfähigkeitsgrad bestimmen zu können, ist die Verwaltung - und im 

Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts 

eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 

Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).

2.2. 

In beweisrechtlicher Hinsicht gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. 

Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an 

förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen (BGE 125 V 

352 E. 3a). Der im Sozialversicherungsrecht geltende Untersuchungsgrundsatz 

schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im 

Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur 

insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei 

ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. 

Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im 

Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen 

Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der 

Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen und 138 V 221 f. E. 6 

mit Hinweisen). Die Verwaltung resp. das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als 

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/21

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3.  

bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im 

Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht 

etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen (BGE 126 V 360 E. 5b mit Hinweisen).

Bei psychischen Erkrankungen, wie beispielsweise einer anhaltenden 

somatoformen Schmerzstörung, einem damit vergleichbaren psychosomatischen 

Leiden (vgl. BGE 140 V 13 f. E. 2.2.1.3) oder depressiven Störungen leicht- bis 

mittelgradiger Natur, sind im Rahmen der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

systematisierte Indikatoren zu beachten, die - unter Berücksichtigung 

leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von 

Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits - eine Einschätzung über das 

tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen erlauben können (BGE 143 V 409 und 418 

sowie 141 V 285 ff. E. 2 ff.). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist jedoch 

regelmässig dann kein versicherter Gesundheitsschaden gegeben, wenn die 

Leistungseinschränkung zentral auf Aggravation oder einer ähnlichen Konstellation 

beruht (BGE 141 V 287 E. 2.2.1; zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 30. April 

2019, 8C_52/2019, E. 2.2). Hier ist zu präzisieren, dass eine Aggravation jedenfalls 

dann Leistungsansprüche negativ beeinflussen kann, wenn durch sie die objektive 

Erhebung der Auswirkungen eines Gesundheitsschadens erschwert oder gar 

verunmöglicht wird.

2.4. 

Die Beschwerdegegnerin hat in medizinischer Hinsicht für die Rentenablehnung in 

erster Linie auf das psychiatrische Gutachten von Dr. N.___ sowie zur Beurteilung der 

somatischen Leiden auf das ZMB-Gutachten und zahlreiche RAD-Beurteilungen 

abgestellt. Ausserdem hat sie - namentlich gestützt auf die Beurteilung von Dr. N.___ - 

erwogen, dass eine Aggravation ausgewiesen sei, wodurch eine versicherte 

Gesundheitsschädigung ausser Betracht falle und ein Rentenanspruch ausgeschlossen 

sei (vgl. act. G 1.2; vgl. ferner act. G 5).

3.1. 

Demgegenüber bestreitet der Beschwerdeführer den Beweiswert des 

psychiatrischen Gutachtens von Dr. N.___. Er macht geltend, dass es der 

psychiatrischen ZMB-Gutachterin durchaus möglich gewesen sei, psychiatrische 

Diagnosen zu stellen, die sich negativ auf seine Arbeitsfähigkeit auswirken würden. Es 

stelle sich folglich die Frage, weshalb Dr. N.___ nicht in der Lage gewesen sein solle, 

solche Diagnosen zu stellen. Dr. N.___ habe eine ganze Reihe von Passagen aus 

früheren ärztlichen Berichten herausgepickt und aus dem Gesamtkontext gerissen, um 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/21

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auf diese Weise auf eine vermeintliche Aggravation hinzudeuten. Es liege die 

Vermutung nahe, dass Dr. N.___ bei der Begutachtung bereits voreingenommen 

gewesen sei. So habe auch Dr. H.___ in ihrer Stellungnahme vom 4. Juni 2020 zu 

seiner (des Beschwerdeführers) Verteidigung vorgebracht, bei der Durchsicht des 

Gutachtens von Dr. N.___ würde der Eindruck entstehen, dass der Blick während der 

Begutachtung vorwiegend auf allfällige Aggravations- und Simulationszeichen gerichtet 

gewesen sei, wodurch Dr. N.___ nicht ausreichend auf die Beschwerden eingegangen 

sei. Dr. H.___ habe darauf hingewiesen, dass das Gutachten von Dr. N.___ 

unvollständig sei, da namentlich ihre Berichte aus den Jahren 2017 und 2019 nicht 

berücksichtigt worden seien. In zwei Berichten habe sie die Diagnosen einer 

Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen, aggressiven und unreifen Zügen sowie 

chronische Schmerzen mit somatischen und psychischen Faktoren gestellt, welche von 

Dr. N.___ nicht erwähnt worden seien. Auch habe Dr. H.___ darauf aufmerksam 

gemacht, dass Dr. N.___ zwar Symptome einer Depression aufgezählt habe, jedoch 

ohne dazu Stellung zu nehmen und ohne eine entsprechende Diagnose zu stellen. 

Überdies bestünden konkrete Anhaltspunkte für die Annahme, dass das von ihm, dem 

Beschwerdeführer, während der Exploration gezeigte Verhalten (gemäss Dr. N.___ 

habe er teilweise Auskünfte verweigert und stattdessen lediglich auf die Angaben in 

den Akten verwiesen) einen krankhaften Hintergrund habe, sodass daraus ohnehin 

nicht auf eine Aggravation geschlossen werden dürfe. Die psychiatrische ZMB-

Gutachterin habe in ihrem Gutachten ausgeführt, dass er während der Untersuchung in 

eine starke Anspannung geraten sei und nur durch eine ausführliche Erläuterung der 

Situation wieder in eine kooperative Position habe gebracht werden können. 

Hintergrund dieser Problematik seien in der Regel ein niedriges Selbstwertgefühl und 

eine Furcht vor Kritik, was sich bei ihm in körperlichen Symptomen wie dem Zittern der 

Hände bemerkbar gemacht habe. Er sei also, wie von der ZMB-Gutachterin 

beschrieben, während der Exploration in eine starke Überforderung geraten. Entgegen 

der Ansicht der RAD-Ärztin L.___ seien nicht bereits im psychiatrischen ZMB-

Gutachten eine Beschwerdeverdeutlichung und eine Aggravation dokumentiert 

worden. Vielmehr habe die psychiatrische ZMB-Gutachterin lediglich von einem 

Verdacht auf Beschwerdeverdeutlichung gesprochen. Im Übrigen befinde er sich 

bereits seit acht Jahren bei Dr. H.___ in Behandlung. Ohne Leidensdruck würde er wohl 

kaum während derart langer Zeit eine psychiatrische Behandlung in Anspruch nehmen. 

Dr. H.___, die seine medizinische Situation bestens beurteilen könne, gehe nicht von 

einer Aggravation aus, sondern sei anhand der langjährigen Beobachtungen durchaus 

in der Lage, psychiatrische Diagnosen zu stellen. Gestützt auf die vorliegenden Akten 

sei eine Aggravation nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt, weshalb dieser 

Ausschlussgrund nicht angenommen werden dürfe. Folglich sei entgegen der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/21

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Behauptung der Beschwerdegegnerin nicht erwiesen, dass kein invalidisierender 

Gesundheitsschaden vorliege. Die rechtsanwendende Behörde könne sich nicht 

aussuchen, auf welche Abklärung sie ihren Entscheid stütze. Vielmehr habe sie die 

gesamte Aktenlage zu berücksichtigen. Das ZMB-Gutachten sei beweiskräftig, 

weshalb darauf abzustellen sei (vgl. act. G1; vgl. ferner act. G 9).

Dass der RAD und die Beschwerdegegnerin (vgl. IV-act. 152 ff. und 164 f.) an der 

Einschätzung der psychiatrischen ZMB-Gutachterin, wonach in leidensangepassten 

Tätigkeiten eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe, Zweifel gehegt haben, ist aufgrund 

der im Gutachten enthaltenen zahlreichen Hinweise auf eine mögliche 

Beschwerdeverdeutlichung bzw. Aggravation gut nachvollziehbar. Im interdisziplinären 

Konsens haben die ZMB-Sachverständigen zum Punkt Konsistenz beispielsweise 

ausgeführt, dass das Ausmass, die Intensität und die vom Beschwerdeführer 

angegebene Limitierung mit den somatischen Befunden allein nicht erklärt werden 

könnten. Aus psychiatrischer Sicht ist angeführt worden, dass während der Exploration 

zunächst ein dysphorisch gereizter Zustand bestanden habe, der aber durch eine 

entsprechende thematische Führung praktisch komplett habe aufgehoben werden 

können. Auch nehme der Beschwerdeführer offenbar trotz angeblichen Leidensdrucks 

sein Antidepressivum nicht ein. Das Schmerzmittel Paracetamol sei zudem im Serum 

nicht nachweisbar gewesen, obschon andauernde Schmerzen geltend gemacht 

würden. Entsprechend sei auch das psychiatrische Bild nur eingeschränkt konsistent 

und es bestehe der Verdacht auf Beschwerdeverdeutlichung bzw. Aggravation (vgl. IV-

act. 139-47 f.). Bei der als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

angegebenen chronifizierten depressiven Episode haben die ZMB-Sachverständigen 

sodann angemerkt, dass das Ausmass nicht sicher beurteilbar sei beim Verdacht auf 

Beschwerdeverdeutlichung. Als Differentialdiagnose haben sie eine Aggravation 

erwähnt (vgl. IV-act. 139-44). Schliesslich haben die ZMB-Gutachter und die 

Gutachterin am Ende ihres Gutachtens die Anmerkung gemacht, dass sich aufgrund 

des Verdachts auf eine Beschwerdeverdeutlichung und Aggravation eine gewisse 

Schwierigkeit ergebe, die Arbeitsfähigkeit zu definieren. Bei der im Gutachten 

angegebenen Arbeitsfähigkeit sei davon ausgegangen worden, dass die von 

psychiatrischer Seite gestellten Diagnosen tatsächlich bestünden. Wenn sich aber der 

Verdacht auf Beschwerdeverdeutlichung und Aggravation bestätigen sollte, würde 

versicherungsmedizinisch eine weit höhere Arbeitsfähigkeit resultieren. Es liege an der 

Beschwerdegegnerin, diese Vermutung allenfalls im Rahmen einer Beobachtung zu 

verifizieren (vgl. IV-act. 139-52). Namentlich durch diese abschliessende Bemerkung 

haben die ZMB-Sachverständigen ihre Unsicherheiten hinsichtlich der 

Diagnosestellung auf psychiatrischem Fachgebiet und der aus psychiatrischer Sicht 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/21

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attestierten Arbeitsunfähigkeit offengelegt. Entgegen der Darstellung des 

Beschwerdeführers kann also nicht davon ausgegangen werden, dass es der 

psychiatrischen ZMB-Gutachterin möglich gewesen ist, mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit Diagnosen zu stellen und die Arbeitsfähigkeit 

einzuschätzen. Vielmehr haben die ZMB-Sachverständigen weitere durch die 

Beschwerdegegnerin vorzunehmende Abklärungen zur Verifizierung der 

Verdeutlichungstendenzen bzw. der Aggravation für nötig befunden (vgl. IV-act. 

139-52). Folglich ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin eine 

erneute psychiatrische Begutachtung bei Dr. N.___ in die Wege geleitet hat, dies 

insbesondere auch vor dem Hintergrund der seitens des RAD nachvollziehbar 

dargestellten Ungereimtheiten im psychiatrischen Gutachten. Überdies haben die 

ZMB-Gutachter unabhängig vom Verdacht auf Aggravation die Arbeitsfähigkeit als 

besserungsfähig eingestuft, zumal auch IV-fremde Aspekte vorlägen, welche die 

Reintegration erschwerten (vgl. IV-act. 139-51).

Dr. N.___ hat den Beschwerdeführer am 19. November 2019 (vgl. IV-act. 198-1) 

eingehend exploriert. Er hat ihn ausführlich zu seinen Leiden, zu seinem schulischen 

und beruflichen Werdegang, zu seinem Tagesablauf und zu seiner sozialen Situation 

befragt (vgl. IV-act. 198-47 ff.). Auch hat er in seinem Gutachten den Psychostatus des 

Beschwerdeführers bzw. die Untersuchungsbefunde ausführlich dargelegt (vgl. IV-act. 

198-60 ff.). Dabei sind Dr. N.___ widersprüchliche Aussagen des Beschwerdeführers 

aufgefallen. Beispielsweise habe dieser ausgesagt, wenig Appetit zu haben, gleichzeitig 

habe er nach seinen eigenen Angaben aber zugenommen (vgl. IV-act. 198-63). Weiter 

habe er über einen sozialen Rückzug berichtet. Er hätte mit niemandem Kontakt und 

würde den ganzen Tag zu Hause verbringen. Dies habe er später relativiert, indem er 

über einen einzigen Kollegen berichtet habe. Nochmals später habe er über einen 

weiteren Kollegen erzählt, der eine Werkstatt habe und den er vor allem früher 

aufgesucht habe, dies aktuell jedoch weniger tue, da andere Leute dort ein- und 

ausgehen würden. Auch habe der Beschwerdeführer eine Depression beschrieben, 

damit jedoch in erster Linie seine Wut und Gereiztheit sowie seine psychosoziale 

Situation gemeint (vgl. IV-act. 198-62). Ausserdem hat sich gemäss Dr. N.___ anlässlich 

der Laboruntersuchung gezeigt, dass beim Beschwerdeführer, wie bereits im Rahmen 

der Vorbegutachtung, die Schmerzmittel, die er nach eigenen Angaben regelmässig 

und in hoher Dosis einnehme, im Blut nicht nachweisbar gewesen sind. Nachweisbar 

seien einzig das Duloxetin und im Urin die Benzodiazepine gewesen (vgl. IV-act. 

198-67). Überdies hat Dr. N.___ auf die Ergebnisse der durch Dr. O.___ durchgeführten 

neuropsychologischen Untersuchung hingewiesen (vgl. IV-act. 198-68 f.). Dieser hatte 

in seiner neuropsychologischen Beurteilung festgehalten, dass sich verschiedene 

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/21

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Auffälligkeiten ergeben hätten, die auf suboptimales Leistungsverhalten hindeuten 

würden. Die erbrachten Leistungen stimmten überwiegend wahrscheinlich nicht mit 

dem eigentlichen Leistungspotential überein. Hinweise auf ein suboptimales 

Leistungsverhalten hätten sich insbesondere aus den Resultaten in den durchgeführten 

Beschwerdevalidierungsverfahren und den Diskrepanzen zwischen den Testleistungen 

und den bekannten Mustern von Hirnleistungen und Hirnleistungsstörungen ergeben. 

In den drei eingesetzten Beschwerdevalidierungstests hätten sich durchgängig 

auffällige Resultate gezeigt (IV-act. 198-81). Beispielsweise sei innerhalb einer Aufgabe 

die Leistung des Beschwerdeführers beim Abruf mit Abrufhinweisen geringer 

ausgefallen als beim freien Abruf ohne Abrufhinweise. Bei einer authentischen Störung 

wäre üblicherweise ein umgekehrtes Muster zu erwarten (vgl. IV-act. 198-82). Sodann 

seien bei einer einfachen Reaktionszeitaufgabe erheblich schlechtere Reaktionszeiten 

als bei einer komplexen Reaktionszeitaufgabe erbracht worden. In der 

neuropsychologischen Untersuchung seien durchgängig unterdurchschnittliche 

Leistungen erzielt worden. Aufgrund der Kofundierung von Begabung und Anstrengung 

sowie des suboptimalen Leistungsverhaltens sei eine zuverlässige Interpretation der 

erbrachten Resultate nicht möglich. Das Ausmass der tatsächlich vorhandenen 

Leistungseinschränkungen sei nicht beurteilbar (vgl. IV-act. 198-83). Unter 

Berücksichtigung dieser Testergebnisse, der eigenen Feststellungen im Rahmen der 

psychiatrischen Exploration sowie der Vorakten (vgl. IV-act. 198-64 ff.) ist Dr. N.___ in 

seinem psychiatrischen Gutachten nachvollziehbar zum Schluss gelangt, dass sich 

viele Hinweise für Diskrepanzen, Widersprüche, eingeschränkte Mitwirkung und 

Aggravation fänden und es ihm in dieser Situation nicht möglich sei, eine 

psychiatrische Diagnose zu stellen oder zur Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers 

Stellung zu nehmen (vgl. IV-act. 198-69). Er hat diesbezüglich einleuchtend erklärt, 

dass man bei einer psychiatrischen Begutachtung auf die subjektiven Angaben des 

Beschwerdeführers angewiesen sei. Bei fehlender Konsistenz der Angaben bleibe die 

Einschätzung der Leistungsfähigkeit mehr oder weniger zufällig (vgl. IV-act. 198-67).

Anhaltspunkte dafür, dass Dr. N.___, wie vom Beschwerdeführer behauptet, 

voreingenommen gewesen sein könnte, liegen nicht vor. Im Übrigen ist dem 

Beschwerdeführer die Begutachtung bei Dr. N.___ gehörig angezeigt worden, ohne 

dass er diesen Gutachter im Vorfeld der Begutachtung abgelehnt hätte (vgl. IV-act. 191 

ff.). Aus dem Umstand, dass sich das Gutachten ausführlich mit den Inkonsistenzen im 

Verhalten des Beschwerdeführers und den Verdeutlichungstendenzen 

auseinandersetzt, ergeben sich vorliegend keine Anhaltspunkte für eine 

Voreingenommenheit des Gutachters. Vielmehr ist diese Gewichtung im Gutachten der 

Tatsache geschuldet, dass die gesamte Aktenlage zahlreiche Hinweise auf 

3.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/21

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Inkonsistenzen und Verdeutlichungstendenzen enthält und die ausführliche 

Auseinandersetzung mit dieser Aktenlage der Nachvollziehbarkeit der gutachterlichen 

Schlussfolgerung gedient hat. Hinweise auf amotivationale Faktoren haben sich denn 

auch nicht nur im Rahmen der ärztlichen Abklärungen, sondern auch im 

Eingliederungsprozess gezeigt, worauf Dr. N.___ ebenfalls zutreffend hingewiesen hat 

(vgl. IV-act. 198-65). Auffallend ist beispielsweise, dass im Protokoll zum Gespräch mit 

dem IV-Eingliederungsverantwortlichen vom 8. März 2017 festgehalten worden ist, der 

Beschwerdeführer habe angegeben, weg vom Sozialamt zu wollen. Da dieses immer 

Druck mache, werde er sofort nervös und falle in Depressionen. Er brauche finanzielle 

Unterstützung und es sei besser das Geld von der IV-Stelle als vom Sozialamt zu 

erhalten, da er dann weniger Druck habe. Wenn die IV ihm Geld bezahlen würde, wäre 

auch die Depression weg und er könnte gut davon leben (vgl. IV-act. 114-3). Dazu 

passend lässt sich in den Akten eine E-Mail an Dr. H.___ vom 10. Juli 2017 finden, in 

welchem diese über eine von einer Gruppenleiterin gemachte Beobachtung im Rahmen 

der beruflichen Eingliederung des Beschwerdeführers informiert worden ist. Die 

Gruppenleiterin habe angemerkt, dass der Beschwerdeführer ein Rätsel für sie sei. An 

der von ihm erledigten Arbeit gebe es grundsätzlich nichts auszusetzen, jedoch zweifle 

sie eher etwas an seiner Glaubwürdigkeit. Sie habe das Gefühl, dass er oft simuliere. Er 

wolle IV-Bezüger werden und sich ein gutes Leben einrichten. Er belächle das System 

und denke, er sei etwas Besseres und er habe es verdient, das Leben nun etwas 

ruhiger zu nehmen. So verhalte er sich auch gegenüber den anderen Mitarbeitenden 

eher etwas belustigend (vgl. IV-act. 108-2 f.). Schliesslich ist der IV-

Eingliederungsverantwortliche am 28. August 2017 zum Schluss gelangt, dass seines 

Erachtens eine reine Rentenbegehrlichkeit vorliege. Die Ziele des Belastungstrainings 

hätten nicht erreicht werden können. Die Motivation sei nicht gegeben. Der 

Beschwerdeführer fordere lediglich und habe die Integrationsmassnahme nur noch 

besuchen wollen, wenn seine Forderungen erfüllt seien. Erst nach Interventionen von 

Dr. H.___ und der Einsatzstelle sei er wieder bereit gewesen, die Massnahme 

fortzuführen. Der Beschwerdeführer verhalte sich nicht konstruktiv, sei sehr fordernd 

und stelle das schweizerische System in Frage (vgl. IV-act. 114-6).

Vor dem Hintergrund der zahlreichen Hinweise auf Verdeutlichungstendenzen und 

Aggravation ist der Beschwerdegegnerin darin zuzustimmen (vgl. act. G 5 S. 5), dass 

die wenig vertiefte Auseinandersetzung mit den von Dr. H.___ gestellten Diagnosen 

bzw. den von ihr in der Stellungnahme vom 4. Juni 2020 (vgl. act. G 1.3) 

angesprochenen Berichten den Beweiswert der Expertise von Dr. N.___ nicht in Frage 

stellt. Da es Dr. N.___ aufgrund der Aggravationstendenzen nicht möglich gewesen ist, 

eigene Diagnosen zu stellen, hat er sich nämlich auch nur schwer zu den im Raum 

3.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/21

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stehenden Diagnosen äussern können bzw. wäre von einer eingehenderen 

Auseinandersetzung damit im konkreten Fall kaum ein Mehrwert zu erwarten gewesen 

(vgl. act. G 5 S. 5). Im Übrigen kommt es zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ohnehin 

nicht in erster Linie auf die Diagnosen, sondern vielmehr auf die sich daraus 

ergebenden Einschränkungen an. Dr. H.___ hat es in ihrem Bericht vom 2. November 

2017 selber als schwierig eingestuft, beim Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht 

eine Arbeitsfähigkeit festzulegen, weshalb sie zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit eine 

polydisziplinäre Abklärung vorgeschlagen hat. Zudem hat sie den Schwerpunkt für die 

Arbeitsunfähigkeit damals auf der somatischen Seite gesehen (vgl. IV-act. 121). Soweit 

der Beschwerdeführer in der Beschwerde vom 15. Juni 2020 geltend macht, bereits 

seit Januar 2012 und damit seit acht Jahren bei Dr. H.___ in Behandlung zu stehen, 

was für einen grossen Leidensdruck spreche (vgl. act. G 1 S. 23), kann ihm ebenfalls 

nicht gefolgt werden. Aus dem Bericht von Dr. H.___ vom 2. November 2017 geht 

nämlich hervor, dass er zwar von 2012 bis 2014 in ihre Praxis gekommen sei, sie ihn 

danach aber zwei Jahre lang nicht mehr gesehen habe. Erst im August 2016 habe er 

sich wieder bei ihr gemeldet (vgl. IV-act. 121-2). Entgegen der Behauptung des 

Beschwerdeführers gibt es auch keine Anhaltspunkte dafür, dass das von den 

Gutachtern als Verdeutlichungstendenz bzw. als Aggravation eingestufte Verhalten 

durch eine psychiatrische Erkrankung zu erklären wäre. Dr. O.___ hat in seiner 

neuropsychologischen Beurteilung denn auch explizit festgehalten, dass sich in der 

Untersuchung keine Hinweise auf Beschwerden ergeben hätten, welche die 

beschriebenen Auffälligkeiten erklären könnten (vgl. IV-act. 198-83), und Dr. N.___ hat 

gerade keine psychiatrischen Diagnosen stellen können (vgl. IV-act. 198-69).

Zur Beurteilung der somatischen Leiden hat die Beschwerdegegnerin im 

Wesentlichen auf die Einschätzung der ZMB-Gutachter (vgl. IV-act. 139-48) sowie auf 

die zahlreichen RAD-Beurteilungen (vgl. IV-act. 140-1, 152-5, 189-2 f. und 212-2) 

abgestellt, wonach aus somatischer Sicht in leidensangepassten Tätigkeiten eine 

100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe (vgl. IV-act. 213). Diese Einschätzung ist aufgrund 

der Aktenlage grundsätzlich nachvollziehbar und ist vom Beschwerdeführer, soweit 

ersichtlich, im Beschwerdeverfahren auch nicht bemängelt worden (vgl. act. G 1 und 9). 

Soweit sich aufgrund der für den 9. September 2020 und somit mehrere Monate nach 

Erlass der angefochtenen Verfügung geplanten Operation eine Veränderung ergeben 

hätte, wäre diese im vorliegenden Verfahren grundsätzlich unbeachtlich (vgl. act. G 8 

und 8.1; vgl. dazu BGE 143 V 411 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts vom 6. Oktober 

2020, 8C_505/2020, E. 5.1).

3.7. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/21

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4.  

Zusammenfassend ist gestützt auf das beweiskräftige Gutachten von Dr. N.___ 

sowie den Gesamteindruck der übrigen Akten davon auszugehen, dass eine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit - zumindest in optimal angepassten Tätigkeiten - 

nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen ist und diesbezüglich von 

weiteren Abklärungen aufgrund der Aggravationstendenzen keine besseren 

Erkenntnisse mehr zu erwarten sind, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte 

Beweiswürdigung; vgl. BGE 136 I 236 ff. E. 5.3 und 5.5 mit weiteren Hinweisen). Die 

Folgen der Beweislosigkeit hat der Beschwerdeführer zu tragen (vgl. E. 2.3). Aufgrund 

der beruflichen Laufbahn des Beschwerdeführers bzw. seiner in der Vergangenheit 

erzielten stets unterdurchschnittlichen Erwerbseinkommen (vgl. IV-act. 9 und 61) 

resultiert im Rahmen eines Einkommensvergleichs, bei welchem für das hypothetische 

Invalideneinkommen auf LSE-Tabellenlöhne des Bundesamtes für Statistik für 

Hilfsarbeiter abgestellt werden kann (vgl. Anhang 2 der Gesetzesausgabe der 

Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2019), ungeachtet eines allfälligen Abzugs vom 

Tabellenlohn offensichtlich kein rentenbegründender Invaliditätsgrad. Die 

Beschwerdegegnerin hat das Rentengesuch des Beschwerdeführers folglich zu Recht 

abgelehnt.

3.8. 

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen die Verfügung 

vom 15. Mai 2020 abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die 

Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden 

Angelegenheit als angemessen. Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind die 

Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher 

Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu befreien.

4.1. 

bis

Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (vgl. 

Art. 61 lit. g ATSG). In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit 

Blick auf vergleichbare Fälle eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- als 

angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes 

[AnwG; sGS 963.70]). Somit hat der Staat die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers 

pauschal mit Fr. 3'200.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/21

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Der Beschwerdeführer wird von der Bezahlung der Gerichtsgebühr in der Höhe 

von Fr. 600.-- zufolge unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

3. Der Staat entschädigt die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 3'200.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt worden ist, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

4.3. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 06.09.2021
	Art. 28 IVG: Gestützt auf das beweiskräftige Gutachten von Dr. N.___ sowie den Gesamteindruck der übrigen Akten ist davon auszugehen, dass eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit - zumindest in optimal angepassten Tätigkeiten - nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen ist und diesbezüglich von weiteren Abklärungen vor dem Hintergrund der erhobenen Aggravationstendenzen keine besseren Erkenntnisse zu erwarten sind, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 136 I 236 ff. E. 5.3 und 5.5 mit weiteren Hinweisen). Die Folgen der Beweislosigkeit hat der Beschwerdeführer zu tragen. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. September 2021, IV 2020/130). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_689/2021.

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