# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6ead4002-43f5-5b96-98b2-ca6b5a25ecc5
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-12-31
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 31.12.2006 PVG 2006 32
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2006-32_2006-12-31.pdf

## Full Text

Verfahren 13
Procedura

Anspruch auf aussergerichtliche Entschädigung.
– Anspruch des obsiegenden Beschwerdeführers auf eine 

ausseramtliche Entschädigung bei einem Beschwerde- 
verfahren gegen die Gefahrenzonenfestsetzung.

Diritto alle ripetibili.
– Diritto alle ripetibili della parte che vince la causa in una 

procedura di ricorso contro la determinazione della 
zona di pericolo.

Erwägungen:
2. a) Gemäss Art. 41 VVG kann der obsiegenden Partei auf

Begehren eine Entschädigung für ihre Kosten und Auslagen zuge- 
sprochen werden. Nach der Praxis des Verwaltungsgerichtes ver- 
mittelt diese Bestimmung, obwohl es sich dabei nach ihrem Wort- 
laut um eine «Kann-Vorschrift» handelt, für die obsiegende Partei 
einen eigentlichen Rechtsanspruch auf eine ausseramtliche Ent- 
schädigung, die nach dem Verursacherprinzip zuzuteilen ist (PVG 
1996 Nr. 112).

b) Die Regierung und die Gemeinde sind der Auffassung, 
dass angesichts des Umstandes, dass den Gemeinden bei der 
Übernahme der von den Gefahrenkommissionen vorgeschlage- 
nen Gefahrenzonen in die Nutzungspläne kaum Spielräume zu- 
stünden, von der Zusprechung einer Parteientschädigung an den 
obsiegenden Rekurrenten habe abgesehen werden dürfen. Damit 
verkennen aber die Rekursgegner, dass die im Verfahren zum Er- 
lass von Gefahrenzonen vorgesehene Kompetenzordnung nicht 
zum Verlust des Anspruches des obsiegenden Rechtsuchenden auf 
eine Parteientschädigung führen kann. Aus der Sicht der Betroffe- 
nen ist einzig massgebend, welche Behörde in welchem Verfahren 
die Zuweisung einer Parzelle zu einer Gefahrenzone förmlich 
anordnet. Diese Instanz erlangt in Rechtsmittelverfahren Partei- 
stellung mit allen Konsequenzen auch in Bezug auf die Parteient- 
schädigungen. Die Gefahrenzonen werden förmlich von den Ge- 
meinden im Rahmen der Ortsplanung erlassen, weshalb ihnen 
diesbezüglich auch die Parteistellung zukommt. Das hat zur Folge,

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dass sie im Falle des Obsiegens des Beschwerdeführers im 
Rechtsmittelverfahren für die Parteientschädigung aufzukommen 
haben. Ob allenfalls im internen Verhältnis zwischen den beteilig- 
ten Behörden eine andere Zuteilung erfolgen kann oder muss, ist 
zwischen diesen Instanzen zu klären. Gegen aussen kommt es al- 
lein darauf an, welche Behörde die förmliche Parteistellung in- 
nehat. Abgesehen davon ist die Stellung der Gemeinden beim Er- 
lass von Gefahrenzonen keineswegs so bescheiden, wie die 
Rekursgegner ausführen. Zwar werden nach Art. 24 Abs. 2 KWaG 
die Gefahrenzonen durch den Forstdienst ausgeschieden. Der Er- 
lass von Gefahrenzonenplänen erfolgt indessen gemäss Abs. 3 
derselben Bestimmung im Nutzungsplanverfahren gemäss kanto- 
nalem Raumplanungsgesetz. Art. 9 der regierungsrätlichen Richt- 
linien für die Gefahrenzonenplanung verweist ebenfalls auf das 
Ortsplanungsverfahren und hält in Abs. 2 fest, dass die Behand- 
lung von schriftlich begründeten Anträgen und Wünschen im Rah- 
men des Auflageverfahrens dem Gemeindevorstand obliege. Die 
Gefahrenkommission ist lediglich beratend beizuziehen. Die Ge- 
fahrenzonen werden nach Art. 10 der Richtlinien als integrierter 
Bestandteil oder ausnahmsweise als separater Bestandteil des Zo- 
nenplanes durch die Gemeindeversammlung verabschiedet und 
unterliegen wie alle anderen Pläne der Beschwerde an die Regie- 
rung. Den Gemeinden steht daher durchaus ein erheblicher Er- 
messenspielraum zu, um von den vom Forstdienst bzw. den Ge- 
fahrenzonenkommissionen empfohlenen Zuweisungen abzu- 
weichen. Insbesondere steht es ihnen im Rechtsmittelverfahren 
zu, die gestellten Anträge zu anerkennen. Schliesslich sind gemäss 
Art. 16 Abs. 1 der Richtlinien die Kosten der Gefahrenzonenaus- 
scheidung von den Gemeinden zu tragen. Dazu zählen auch die 
Kosten von Rechtsmittelverfahren inklusive allfälliger Parteient- 
schädigungen. Der Rekurs ist nach dem Gesagten gutzuheissen.  
Da es nicht Sache des Verwaltungsgerichtes ist, die Höhe der Par- 
teientschädigung erstinstanzlich festzulegen, ist die Angelegen- 
heit zur Bemessung der ausseramtlichen Entschädigung an die 
Vorinstanz zurückzuweisen.
R 06 21 Urteil vom 4. September 2006

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