# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ea8b9063-2c92-59b3-9e7f-ff734233673b
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-29
**Language:** de
**Title:** Bezügerin einer überobligatorischen Teilinvalidenrente hat vorliegend nach Wechsel der Vorsorgeeinrichtung bei Eintritt des AHV-Alters keinen Anspruch auf Kapitalauszahlung mehr
**Docket/Reference:** BV.2022.00064
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/BV.2022.00064.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
BV.2022.00064
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichterin Fankhauser
Gerichtsschreiber Kreyenbühl
Urteil
vom
29. Juni 2023
in Sac
hen
X.___
Klägerin
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Kreso
Glavas
Advokatur Glavas AG
Markusstrasse 10, 8006 Zürich
gegen
Swissstaffing BVG-LLP Stiftung
2.
Säule
Churerstrasse
135, 8808 Pfäffikon SZ
Beklagte
Zustelladresse: Swissstaffing BVG-LPP
c/o Aon Suisse SA
Avenue Edouard-Dubois 20, 2000 Neuchâtel
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren
am
9.
Mai
1959, war bei der
Y.___
AG
angestellt und dadurch bei der
BVG-Sammelstiftung
Swiss Lif
e
(nachfolgend: Swiss Life)
berufsvorsorgeversichert.
Im Jahr 2010 erkrankte die Versicherte
.
Nach
ihrem
Austritt
aus
der
Y.___
AG erstellte die Swiss Life
per 1
9.
August 2012
die
Freizügigkeitspolice
und richtete der
Versicherten
bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 30
%
eine Invaliden
rente
aus
(
Urk.
1 S. 2 und
Urk.
2/3).
Per
1.
Januar 2020 wechselte die
Y.___
AG
die Vorsorgeeinrichtung und schloss sich
der
Swiss
staffing BVG-LLP Stiftung
2.
Säule
(nachfolgend: S
wi
ssstaffing
)
an (
Urk.
11/1
).
Im Hinblick
auf den Eintritt ins
ordentliche
AHV-Rentenalter
verlangte
die Ver
sicherte von der Swissstaffing die
Ausrichtung
einer Kapitala
bfindung
. Mit Schreiben vom 1
9.
April
2022 verneinte die Swissstaffing einen entsprechenden Anspruch (
Urk.
2/1).
2.
Mit Eingabe vom
1
0.
August 2022
(Poststempel: 2
2.
August 2022)
erhob die Versicherte beim Sozialversicherungsgericht Klage gegen
die Swissstaffing
und beantragte,
es sei die Beklagte zu verpflichten,
ihr per Eintritt ins AHV-Alter
die
Freizügigkeitsleistung respektive d
ie
Altersrente in Kapitalform auszurichten, zuzüglich 5
%
Zins ab Beginn
des
AHV-
Alters
der Klägerin
. In prozessualer Hin
sicht ersuchte die Klägerin um Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels
(
Urk.
1
)
.
Die Beklagte beantragte mit Klageantwort vom
2.
Dezember 2022 die Abweisung der Klage
(
Urk.
10
).
In der Replik vom 1
2.
Dezember 2022 (
Urk.
14) und der Duplik vom 1
3.
März 2023 (
Urk.
19) hielten die Parteien je an ihren Anträgen fest. Die Duplik wurde der Klägerin am
5.
April 2023 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
24).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1
.1
Die Vorsorgeeinrichtung muss das Alterskonto eines Invaliden, dem sie eine Rente ausrichtet, für den Fall eines Wiedereintrittes in das Erwerbsleben bis zum Rentenalter weiterführen (
Art.
14
Abs.
1 der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge, BVV 2).
Wird der versicherten Person eine Teil-Invalidenrente zugesprochen, so teilt die Vorsorgeeinrichtung dessen Altersguthaben in einen dem prozentualen Anteil der Rentenberechtigung entsprechenden und in einen aktiven Teil auf
(
Art.
15
Abs.
1 BVV 2).
Nach
Art.
15
Abs.
2
BVV 2 ist das
auf die Teilinvalidität entfallende Altersgut
haben nach Artikel 14 zu behandeln
.
Das auf die weitergeführte Erwerbstätigkeit entfallende Altersguthaben ist dem Altersguthaben eines voll erwerbstätigen Ver
sicherten gleichgestellt und wird bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses nach den Artikeln 3–5
des Bundesgesetzes über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (
FZG
)
behandel
t.
1.2
Nach Art. 11 Abs. 3
bis
Satz 1 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) erfolgt
die Auflösung eines bestehen
den Anschlusses an eine Vorsorgeeinrichtung und der Wiederanschluss an eine neue Vorsorgeeinrichtung durch den Arbeitgeber im Einverständnis mit dem Per
sonal oder der allfälligen Arbeitnehmervertretung.
1
.
3
1.
3
.1
Der Versicherte kann verlangen, dass ihm ein Viertel seines Altersguthabens, das für die Berechnung der tatsächlich bezogenen Altersleistungen (Art. 13
und Art.
13a
) massgebend ist, als einmalige Kapitalabfindung ausgerichtet wird (Art.
37
Abs.
2 BVG).
1.
3
.2
Der Anspruch gemäss
Art.
37
Abs.
2 BVG betrifft nicht das ganze, das heisst das reglementarische Altersguthaben
, sondern nur das obligatorische (SVR 2018 BVG Nr. 34 [Urteil des Bundesgerichts 9C_86/2017 vom
1
8.
Juli 2017 E. 3.1 mit Hin
weis
]).
Im BVG-Obligatorium wird di
e Invalidenrente (grundsätzlich) lebenslang ausgerichtet (
Art.
26
Abs.
3 BVG). Es besteht folglich kein Anspruch auf Alters
-
leis
tungen bei vollständiger Invalidität vor Erreichen des (gesetzlichen oder regle
mentarischen) Rücktrittsalters
. Diese Regelung bezweckt insbesondere zu vermei
den, dass gesundheitlich wesentlich beeinträchtigte Versicherte das Vor
-
sorgeka
pital aus der Vorsorgeeinrichtung nehmen können. In solchen Situationen fällt ein Anspruch auf Kapitalabfindung gestützt auf
Art.
37
Abs.
2 BVG, der aus
schliesslich Altersleistungen betrifft, ausser Betracht
(BGE 141 V 355 E. 3.4.1).
Eine
reglementarische
Vorgabe
, wonach die Invalidenrente (zu gegebener Zeit) in eine Altersrente umgewandelt wird,
bezweckt in erster Linie, dass die Vorsor
geeinrichtung im weitergehenden Bereich die bisherige Invaliden- durch eine
tiefere Altersrente ablösen kann
.
Zwar tritt mit der Umwandlung der Invaliden- in eine Altersrente der neue Vorsorgefall
«
Alter
»
ein. Dennoch bleibt es dabei, dass entsprechende Leistungen stets
auf der Grundlage des Reglements erbracht werden,
sofern damit mindestens die gesetzlichen Ansprüche gewahrt werden (Anrechnungsprinzip). Daher lässt sich in der hier interessierenden Konstellation
(Bezug einer ganzen Invalidenrente)
der Anspruch auf Kapitalabfindung für eine reglementarische
Altersrente nicht auf
Art.
37
Abs.
2 BVG
stützen
.
Ein solcher besteht demnach nur, wenn er sich direkt auf das Reglement stützen lässt
(BGE 141 V 355 E. 3.4.2).
1.
3
.3
Auch wenn ein Anspruch auf Kapitalabfindung während längerer Zeit bestanden hat (in
casu
19 Jahre), kann nicht von einem wohlerworbenen Recht
ausge
-
gangen
werden. Die Abänderung der Statuten verletzt das Willkürverbot nicht (SZS 1997, 51 E. 3; Stauffer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zur beruflichen Vor
sorge,
4.
Auflage, 2019, S. 162).
1
.
4
1.
4
.1
Nach
Art.
32
des Vorsorgereglements
Swiss Life Business
Protect
, welches am 1.
Januar 2019 in Kraft trat,
kann die versicherte Person
anstelle einer Altersrente
die Auszahlung des vorhandenen Altersguthabens oder eines Teils davon in einem Betrag verlangen (
Abs.
1). Eine invalide versicherte Person hat die Erklä
rung für einen Kapitalbezug spätestens einen Monat vor dem ordentlichen Pen
sionierungsalter abzugeben (
Abs.
3
;
Urk.
2/4
)
.
1
.
4
.2
Gemäss
Art.
11
Abs.
1
Satz 1 der Allgemeinen Bedingungen
Fix Intern
der Beklagten, in Kraft seit dem
1.
April 2022, kann der aktive Versicherte die teil
weise oder vollständige Kapitalauszahlung seines Altersguthabens verlangen, sofern d
as
Vorsorgereglement
es
nicht untersagt
(
Urk.
11/3).
Nach
Art.
26
Abs.
1 Satz 1 des Vorsorgereglements Festangestellte Mitarbeiter der Beklagten kann der aktive Versicherte unter Vorbehalt von
Art.
14
Abs.
8 die teilweise oder vollständige Kapitalauszahlung seines Altersguthabens verlangen
(
Urk.
2/5).
1.
4
.3
Nach
Art.
26
Abs.
1 des Vorsorgereglements der Beklagten beginnt der Anspruch auf eine befristete Invalidenrente der Stiftung mit dem Anspruch auf eine Rente der IV und erlischt, unter Vorbehalt von
Art.
33 (Höhe der Ehegattenrente), mit dem Ende des Anspruchs auf eine Rente der IV, spätestens jedoch im ordentlichen Rücktrittsalter; ab diesem Zeitpunkt hat der Versicherte Anspruch auf eine Altersrente
(
Urk.
11/4).
1
.
4
.
4
Nach ständiger Rechtsprechung hat die Auslegung der Vorsorgeverträge nach dem Vertrauensprinzip zu erfolgen. Es ist darauf abzustellen, wie die zur Streitigkeit Anlass gebende Willenserklärung vom Empfänger in guten Treuen verstanden werden durfte und musste. Dabei ist nicht auf den inneren Willen des Erklärenden abzustellen, sondern auf den objektiven Sinn seines Erklärungsver
haltens. Der Erklärende hat gegen sich gelten zu lassen, was ein vernünftiger und korrekter Mensch unter der Erklärung verstehen durfte. Weiter sind die besonde
ren Auslegungsregeln bei Allgemeinen Geschäfts- oder Versicherungsbedingun
gen zu beachten, insbesondere die Unklarheits- und die Ungewöhnlichkeitsregel (BGE 132 V 149 E. 5 mit Hinweisen). Bei der Auslegung und Anwendung von statutarischen und reglementarischen Bestimmungen im weitergehenden Vorsor
gebereich ist zudem zu berücksichtigen, dass die Vorsorgeeinrichtungen in der Ausgestaltung der Leistungen und in deren Finanzierung sowie in ihrer Organi
sation grundsätzlich autonom sind (Art. 49 BVG). Dabei haben sie jedoch das Gebot der Rechtsgleichheit, das Willkürverbot und das Verhältnismässigkeits
prinzip zu beachten (BGE 134 V 223 E. 3.1, 132 V 149 E. 5.2.4; 129 V 145 E. 4 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Klägerin brachte zur Begründung ihrer Klage vor, dass
die
Y.___
AG
die Vorsorgeeinrichtung
ohne Kenntnis
der Klägerin
gewech
selt habe.
Gemäss Reglement der Swiss Life hätte
die Klägerin
beim Eintritt in
s
AHV-Alter die zu jenem Zeitpunkt existierende Freizügigkeitsleistung statt als Rente als Kapital beziehen können. Dies habe sie auch stets im Auge behalten. Umso grösser sei ihre Überraschung gewesen, als die Beklagte dieses Ansinnen mit dem Hinweis auf ihre Statuten verweigert habe. Indem die Beklagte sich wei
gere, die Kapitalabfindung auszurichten, verletze sie
Art.
3
7
Abs.
2 BVG. Ebenso verletze
die Beklagte
die
Be
standes
garantie
, da die Klägerin
im obligatorischen Bereich über einen Anspruch
auf Kapitalauszahlung
verfüge
. Dieses wohler
worbene Recht könne durch den
Versichererwechsel
nicht untergehen
,
zumal sie
das Mitwirkungsrecht
nicht (rechtzeitig)
habe ausüben können.
Im Weiteren habe die
Beklagte keinen ausdrücklichen und eindeutigen Ausschluss der Kapital
zahlung
beim Eintritt ins AHV-Alter
stipuliert. In
Art.
26 ihrer Statuten
werde
die Kapitalauszahlung
nur für die aktiv Versicherten geregelt. Über
die
Teilrente
und deren Bezüger
existiere in den Statuten keine Regelung.
Gestützt auf
Art.
33 des Bundesgesetzes über
den Versicherungsvertrag
(VVG) respektive nach der Unklarheit
s
regel könne sich die Beklagte
damit
nicht auf den Ausschluss der
Kapitalauszahlung berufen. Die Beklagte sei verpflichtet,
die Leistungen
gemäss den (ursprünglichen) Statuten in Kapitalform auszurichten (
Urk.
1 und
Urk.
14
).
2.2
Die Beklagte machte demgegenüber geltend, dass
sie die aktiv Versicherten und die invaliden Rentnerinnen und Rentner der
Y.___
AG
per
1.
Januar 2020
von der Swiss Life
übernommen habe.
Deren Ansprüche würden sich daher neu nach dem Reglement der Beklagten richten.
Bei einem Wechsel der Vorsorgeeinrichtung seien lediglich die effektiv erworbenen Rechts
ansprüche gesetzlich geschützt,
nicht
jedoch
die anwartschaftlichen Leistungen
.
Am
3.
September 2021
sei der Klägerin
der
Versicherungsausweis per
1.
Januar 2020 zugestellt
worden. Darin sei vermerkt worden, dass für eine
Versicherte,
welche
eine Invalidenrente bezieh
e
, die Kapitalauszahlung der Altersleistungen ausgeschlossen
sei
. Gemäss
Art.
11 der
Allgemeinen Bedingungen
der Beklagten
sei die Kapitaloption aktiv Versicherten vorbehalten.
Überdies sei darauf hinzu
weisen, dass d
ie Klägerin
eine
Invalidenrente
bei einem Invaliditätsgrad von
30
%
beziehe. Hierbei handle es sich um eine
Leistung der weitergehenden Vor
sorge. Entgegen ihrer Auffassung gelang
e
Art.
37
Abs.
2
BVG somit nicht zur Anwendung
.
Art.
32
Abs.
3 der Basisbestimmungen
der Swiss Life
sehe
bei Erreichen des Rücktrittsalters
für Invalidenrentner
zwar
die Möglichkeit des Kapitalbezugs vor
. Diese
Bestimmung
könne
durch den Stiftungsrat
aber jederzeit
abgeändert werden
.
Es lieg
e
damit kein wohlerworbenes Recht der Klägerin vor, das an die Beklagte übertragen w
orden wäre.
Zudem habe die
Klägerin auch
nich
t
geltend
gemacht,
dass ihr gegenüber eine
individuelle Zusicherung
gemacht wor
den wäre
(
Urk.
10
und Urk.
19
).
3.
3.1
Vorab ist darauf hinzuweisen,
dass es sich bei der
der
Klägerin
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 30
%
ausgerichteten Invalidenrente
der beruflichen Vor
sorge
um eine überobligatorische
Leistung
handelt
,
da gemäss
Art.
24
Abs.
1 lit.
d BVG (in der bis zum 3
1.
Dezember 2021 gültigen Fassung) bzw.
gemäss
Art.
24a
Abs.
4 BVG (in der
seit
dem
1.
Januar 2022 gültigen Fassung
)
erst ab einem Invaliditätsgrad von 40
%
ein gesetzlicher
Anspruch auf eine
Teil-
Invali
denrente
besteht.
3.2
Gemäss Anschlussvereinbarung vom
2
7.
November 2019
verpflichtete sich die Beklagte,
die festangestellten Mitarbeiter der
Y.___
AG ab dem
1.
Januar 2020 für die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invaliden
vorsorge
zu versichern
(
Art.
1
Abs.
1). Weiter wurde
vereinbart
, dass die Beklagte
den bei der bisherigen Vorsorgeeinrichtung versicherten Bestand der Rentenbe
züger
des Arbeitgebers
mit Ausnahme der invaliden
Versicherten
nicht über
nehme
(
Art.
1
Abs.
3;
Urk.
11/1).
Anhaltspunkte dafür, dass das Personal oder die Arbeitnehmervertretung der
Y.___
AG
de
r Auflösung der Anschlussvereinbarung mit der
früheren Vorsorgeeinrichtung
Swiss Life
nicht
zugestimmt
haben könnten, sind nicht gegeben.
Rentenbezügerinnen wie die Klägerin gehören nicht zum Personal im Sinne von
Art.
11
Abs.
3
bis
BVG
, weshalb von ihr
beim Wechsel der Vorsorgeeinrichtung keine Einverständniserklärung eingeholt werden
musste
(ob das in
Art.
11 BVG statuierte Mitwirkungsrecht im Bereich der erweiterten Vor
sorge überhaupt Geltung hat, ist im Übrigen fraglich; vgl. Wyler, in: Schneider/Geiser/Gächter, BVG und FZG, 2. Auflage, Bern 2019,
Rz. 19 und
Rz.
22 f. zu
Art.
11).
Um die Lage der Rentenbezüger zu sichern, wurde
Art.
53e
Abs.
4
bis
BVG
eingeführt
.
Art.
53e
Abs.
4
bis
BVG sieht vor, dass
der Arbeitgeber den
Anschlussvertrag
erst auflösen kann, wenn die neue Vorsorgeeinrichtung schriftlich bestätigt hat, dass sie di
e Rentenbezüger
zu den gleichen Bedingungen übernimmt
.
Vorliegend
wurden der Klägerin
die
laufenden Invaliden-Rentenleis
tungen nach dem Wechsel
der Vorsorgeeinrichtung
von der Swiss Life
zur Beklagten
offenbar unverändert aus
gerichtet
.
Art. 53e Abs. 4
bis
BVG wurde folg
lich eingehalten.
Bei der geltend gemachten Kapitalabfindung, auf welche die Klägerin
mit Erreichen des ordentlichen AHV-Alters am
9.
Mai
2023
Anspruch
haben könnte
, handelt es sich um eine anwartschaftliche Leistung.
Ein
allfälliger Anspruch darauf war im Zeitpunkt des Wechsels der Vorsorgeeinrichtung per 1.
Januar 2020 noch nicht entstanden. Solche anwartschaftlichen Leistungen werden durch Art. 53e Abs. 4
bis
BVG nicht garantiert. Der
Informationspflicht gegenüber der Klägerin (vgl.
Art.
49
Abs.
2
Ziff.
26 in Verbindung mit
Art.
86b BVG
)
kam die Beklagte
mit der Ausstellung des Versicherungsausweises per 1.
Januar 2020
sodann nach
(vgl.
Urk.
11/2)
.
Demgemäss kann davon ausge
gangen werden, dass die Anschlussvereinbarung zwischen der Beklagten und der
Y.___
AG
vom 27.
November 2019
gültig zustande gekommen ist.
Die
teilinvalide
Klägerin ist daher
seit dem
1.
Januar 2020
nicht mehr bei der Swiss Life, sondern
bei
der Beklagten versichert.
Ein Wechsel der Vorsorgeeinrichtung hat zwangsläufig ein anderes Reglement zur Folge, weshalb die Ansprüche der Klägerin
grundsätzlich
nach dem Reglement der Beklagten zu beurteilen sind (vgl.
Urteil des Bundesgerichts B 71/05 vom 20. Dezember 2005 E. 2.3.2).
3
.3
Aus
Art.
11
Abs.
1
der Allgemeinen Bedingungen
Fix Intern und
Art.
26
Abs.
1 des Vorsorgereglements
F
estangestellte Mitarbeiter der Beklagten
geht hervor
, dass aktiv Versicherte die Kapitalauszahlung des Altersguthabens verlangen können
(vgl. E. 1.3.2)
.
Daraus
ergibt
sich
ohne Weiteres
, dass die
Bezüger von Invalidenrenten
, die in diese
n
Bestimmung
en
nicht
genannt
werden,
demgegenüber
keinen entsprechen
den Anspruch
haben. Die Unklarheit
s
regel findet
vorliegend
keine Anwendung.
Mangels
Beeinträchtigung
des
reglementarischen Rechts
f
ällt ein
Verstoss gegen die Besitzstandsgarantie
ferner
ausser Betracht
.
Wohlerworbene Rechte sind rechtsprechungsgemäss (nur) im Umfang der gesetzlich zwingenden Bestim
mungen möglich, während im Bereich der weitergehenden Vorsorge Regle
-
mentsänderungen
auch zum Nachteil der Destinatäre in den allgemeinen
Schranken (Rechtsgleichheit, Willkürverbot) zulässig sind
(
Urteil
des Bundesgerichts
9C_855/2013 vom
3.
Juli 2014
E.
6
mit Hinweisen
)
.
Nachdem eine
derartige
Reglementsänderung
zulässig
ist
, muss dies auch
für die Anwendbarkeit
einer nachteiligen Bestimmung im
Reglement
einer n
euen
Vorsorgeeinrichtung gelten.
Die Klägerin kann sich somit weder auf die Besitzstandsgarantie noch auf ein wohlerworbenes Recht berufen.
3.4
Der
Freizügigkeitspolice der Swiss Life per 1
9.
August 2012
ist zu entnehmen
, dass das damalige Altersguthaben der Klägerin Fr.
167'519.10 betrug
.
Gemäss
dem
persönliche
n
Vorsorgeausweis der Swiss Life belief sich das Altersguthaben
(«passiver Teil»)
am
1.
Januar 2019 auf
Fr.
89'098.
--
und gemäss
Versicherungsausweis der Beklagten per
1.
Januar 2020
auf
Fr.
91'594.70 (
Urk.
2/3 und
Urk.
11/2).
Au
fgrund
der Höhe dieser Altersguthaben
ergibt sich, dass die Swiss Life
ab dem 2
0.
August 2012
und die Beklagte
ab dem
1.
Januar 2020
lediglich
noch den
dem prozentualen Anteil der Rentenberechtigung entsprechenden
Teil des Altersgut
habens der Klägerin, das heisst den passiven Teil,
weitergeführt haben
(vgl. E.
1.1)
.
Der aktive Teil des Altersguthabens wurde
offenbar
von einer Freizügig
keitsstiftung oder
von
einer anderen Vorsorgeeinrichtung weitergeführt.
Die Klä
gerin blieb
nur
im Umfang der anerkannten 30%igen Invalidität bei der Swiss Life bzw. der Beklagten versichert.
Nach
Art.
26
Abs.
1 des Vorsorgereglements der Beklagten wird die reglementarische Invalidenrente
der Klägerin
im Zeitpunkt des Eintritts des ordentlichen Rücktrittsalters
sodann
in eine reglementarische Altersrente umgewandelt (vgl. E. 1.4.3). Ein allfälliger
Anspruch auf eine Kapi
talabfindung
lässt sich damit
–
wie in
der Konstellation in
BGE 141 V 355 (vgl. E. 1
.3.2)
– nicht auf
Art.
37
Abs.
2 BVG stützen.
Ein Anspruch auf eine Kapital
auszahlung
bestünde einzig dann
, wenn das Vorsorgereglement der Beklagten dies
vorsäh
e. Dies ist
vorliegend
indes
nicht der Fall
.
4.
Dass die Beklagte einen Anspruch der Klägerin auf Kapitala
bfindung per Eintritt
ins
AHV-
Rentenalter
verneint hat, erweist sich damit als rechtens. Die Klage ist deshalb abzuweisen.
Der von der Klägerin beantragte Beizug der IV-Akten (
Urk.
1 S. 2) ist im Übrigen nicht erforderlich.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Klage
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt
Dr.
Kreso
Glavas
-
Swissstaffing BVG-LPP
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstKreyenbühl