# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e1a778b5-ec93-52b8-a2b9-5c96a9d43aed
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-01-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 22.01.2013 UV 2012/49
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2012-49_2013-01-22.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2012/49

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 06.09.2019

Entscheiddatum: 22.01.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 22.01.2013
Art. 6 UVG. Art. 11 UVV. Prüfung der Unfallkausalität von gesundheitlichen 
Beschwerden aufgrund eines Rückfalls. Die Rückfallmeldung war erfolgt, 
nachdem eine ursprüngliche Leistungseinstellung in Rechtskraft erwachsen 
war und diverse Wiedererwägungsgesuche von der Suva abschlägig 
beantwortet worden waren (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 22. Januar 2013, UV 2012/49).

Präsident Martin Rutishauser, a.o. Versicherungsrichterin Gertrud Condamin-Voney, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 22. Januar 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen (Rückfall)

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Sachverhalt:

A. 

A.a A.___ war bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch 

gegen Unfälle versichert, als er am 17. August 1990 auf dem Heimweg von der Arbeit 

ausglitt und ca. 20-30 Meter einen Abhang hinunterrutschte (UV-act. 2, 3). Dabei zog er 

sich eine Riss-Quetschwunde okzipital sowie Prellungen beider Oberarme und des 

Sakralbereichs zu (UV-act. 3). Die Suva erbrachte die entsprechenden Leistungen und 

stellte diese mit Verfügung vom 2. November 1990 aufgrund der Ergebnisse der 

kreisärztlichen Untersuchung ein (UV-act. 18). Nach Ablauf der Einsprachefrist liess der 

Versicherte mehrere Gesuche um ein Zurückkommen auf die Verfügung vom 2. 

November 1990 stellen, welche von der Suva abgelehnt wurden (vgl. UV-act. 26-28, 

31, 35, 45, 47, 48). Mit Verfügung vom 15. Februar 1995 trat die Suva nach Rück­

sprache mit dem Kreisarzt auf ein Gesuch um Wiedererwägung der Verfügung vom 

2. November 1990 (Geltendmachung einer Verschlimmerung des gesundheitlichen 

Zustands) nicht ein (UV-act. 55, 57).

A.b Auf die Verfügung vom 15. Februar 1995 folgte keine Einsprache. Jedoch gingen 

später weitere Wiedererwägungsgesuche des Versicherten ein, die von der Suva 

abgelehnt wurden (vgl. UV-act. 58, 60, 61, 63, 66-79). Mit Verfügung vom 4. Januar 

2011 trat die Suva auf das erneute Wiedererwägungsgesuch vom 22. Dezember 2010 

nicht ein (UV-act. 80, 81). Gegen die Verfügung vom 4. Januar 2011 erhob der 

Versicherte mit Eingabe vom 15. Januar 2011 Einsprache (UV-act. 82). Darauf trat die 

Suva mit Einspracheentscheid vom 28. Januar 2011 nicht ein (UV-act. 83). Hiergegen 

liess der Versicherte Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Glarus 

erheben (UV-act. 90), welche zuständigkeitshalber dem Versicherungsgericht des 

Kantons St. Gallen überwiesen wurde (UV-act. 95). Mit Präsidialentscheid vom 5. 

August 2011 (UV 2011/24) trat das Versicherungsgericht auf die Beschwerde nicht ein 

(UV-act. 103). Auf Verwaltungsgerichtsbeschwerde hin (UV-act. 104) trat das 

Bundesgericht mit Urteil vom 12. Oktober 2011 darauf nicht ein (UV-act. 106).

A.c Nachdem der Versicherte am 23. Februar 2012 einen Rückfall hatte melden lassen 

(UV-act. 108), verneinte die Suva mit Verfügung vom 19. März 2012 einen Anspruch auf 

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Versicherungsleistungen, da kein wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwischen 

dem Unfall vom 17. August 1990 und den gemeldeten Rückenbeschwerden bestehe 

(UV-act. 111). Die hiergegen erhobene Einsprache (UV-act. 112) wies sie nach 

Einholung einer Beurteilung von Suva-Arzt Dr. med. B.___, Facharzt FMH für 

Orthopädische Chirurgie (UV-act. 115), mit Einspracheentscheid vom 4. Mai 2012 ab.

B.   

B.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte am 16. Mai 2012 

Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben, und es sei ihm für die 

Folgen des Unfalls vom 17. August 1990 eine Rente zuzusprechen. Zur Begründung 

legte er unter anderem dar, er sei von der Beschwerdegegnerin nicht persönlich 

begutachtet worden. Die Beurteilung von Dr. B.___ betreffend fehlende Rückfall-

Kausalität sei unzutreffend. Aus der von ihm eingereichten ärztlichen Beurteilung vom 

13. Februar 2012 (UV-act. 108) gehe klar hervor, dass es um einen unfallbedingten 

Rückfall gehe. Es sei eine Begutachtung mit persönlicher Untersuchung anzuordnen. 

Erst nach der Begutachtung durch eine Medas könne zu den Unfallfolgen Stellung 

genommen werden. Er sei auch mit einer Abklärung durch das Gericht einverstanden. 

Auch sei eine Begutachtung in Mazedonien möglich (act. G 1). In einer weiteren, mit 

der Beschwerde im Wesentlichen identischen Eingabe vom 13. Juni 2012 reichte der 

Beschwerdeführer einen Arztbericht in mazedonischer Sprache mit lateinischer 

Diagnose vom 11. Juni 2012 nach (act. G 3).

B.b In der Beschwerdeantwort vom 19. Juni 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des angefochtenen Entscheids. Zur 

Begründung verwies sie auf die Darlegungen im angefochtenen Entscheid und führte 

unter anderem aus, die kreisärztlichen Ausführungen seien schlüssig und 

nachvollziehbar begründet. Indizien, welche gegen ihre Zuverlässigkeit sprechen 

würden, lägen nicht vor. Beweismässige Weiterungen würden sich erübrigen. Aus dem 

radiologischen Bericht vom 13. Februar 2012 könne der Beschwerdeführer nichts zu 

seinen Gunsten ableiten, sei doch dort zur Rückenproblematik mit keinem Wort eine 

Kausalitätsbeurteilung abgegeben worden.

Erwägungen:

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1.

Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Kausalzusammenhang 

zwischen dem Unfall vom 17. August 1990 und den vom Beschwerdeführer im Januar 

2011 (vgl. UV-act. 90) bzw. Februar 2012 (UV-act. 108) als Rückfall gemeldeten 

Beschwerden verneinte oder nicht. Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen 

Einspracheentscheid (E. 1 und 2) die rechtlichen Voraussetzungen des Vorliegens eines 

natürlichen und adäquaten Unfallkausalzusammenhangs, die 

Leistungsvoraussetzungen bei Rückfallen und Spätfolgen sowie die 

Beweisanforderungen zutreffend dar; darauf ist zu verweisen. 

2.  

2.1  Der erstbehandelnde Arzt Dr. med. C.___, bestätigte im Bericht vom 13. 

September 1990 das Vorliegen einer Rissquetschwunde am Kopf sowie eine Prellung 

beider Oberarme und des Sakralbereichs. Er verneinte einen Anhalt für ossäre 

Läsionen oder Frakturen (UV-act. 3). Internistische Untersuchungen einschliesslich 

neurologischer Abklärungen im Kantonalen Spital H.___ vom September 1990 ergaben 

keine pathologischen Befunde (UV-act. 4, 5, 22/1). Die Neurologin Dr. med. D.___ ging 

im Bericht vom 18. Oktober 1990 von einem Status nach Commotio cerebri aus, wobei 

sie neurologische Ausfälle verneinte (UV-act. 10). Dr. med. E.___ bescheinigte am 24. 

Oktober 1990, dass ihn der Beschwerdeführer wegen persistierenden Beschwerden im 

HWS- und Kopfbereich aufgesucht habe (UV-act. 12). Der Kreisarzt Dr. med. F.___ 

berichtete am 25. Oktober 1990, eine eigentliche Amnesie oder Bewusstlosigkeit 

ergebe sich aus den Akten nicht, weshalb keine sichere Aussage über eine allfällig 

durchgemachte Commotio cerebri gemacht werden könne. Eine Röntgenkontrolle der 

HWS habe keine Unfallfolgen gezeigt. Ab 29. Oktober 1990 sei wieder von einer vollen 

Arbeitsfähigkeit auszugehen (UV-act. 13). In einem Bericht des Medizinischen 

Zentrums in G.___ vom 25. November 1991 wurde eine Wirbelsäulenverletzung auf 

Höhe C7 (Querfraktur) sowie eine Diskontinuität der Halslinie bestätigt. Das 

Röntgenbild zeige eine thorakale Kyphosis, welche Beschwerden hervorrufe. Ebenfalls 

grosse Schmerzen würden im Lumbalbereich auftreten mit manifester Lumbago (UV-

act. 42). In einer ärztlichen Beurteilung vom 5. März 1992 legte Dr. F.___ dar, aufgrund 

der Röntgenaufnahmen der HWS würden sich keine posttraumatischen Veränderungen 

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nachweisen lassen. Ein wesentliches Schädel-Hirntrauma habe der Beschwerdeführer 

offensichtlich nicht durchgemacht. Leichte Kopfprellungen könnten erfahrungsgemäss 

über längere Zeit Kopfschmerzen zurücklassen. Die angegebenen 

Nackenbeschwerden seien in ihrer Ursache nicht geklärt. Eine Verletzung durch das 

Ereignis vom August 1990 sei nicht nachgewiesen. Die Nackenbeschwerden würden 

nicht auf einer unfallbedingten Schädigung beruhen (UV-act. 43). Ein Bericht des 

Medizinischen Zentrums in G.___ bestätigte am 25. August 1993, dass der 

Beschwerdeführer über ständige Kopfschmerzen, Schmerzen im Hals und 

Schwindelanfälle klage. Es sei deshalb eine Analgetikatherapie verordnet worden (UV-

act. 49). Spätere ärztliche Berichte aus den Jahren 1994 hielten jeweils dieselben 

Befunde fest (UV-act. 50, 51, 52). Kreisarzt Dr. F.___ bestätigte am 13. Februar 1995 

seine bisherige Beurteilung mit dem Hinweis, dass entgegen den ärztlichen Berichten 

aus Mazedonien keine Frakturen im HWS-Bereich vorliegen würden. Aus den 

eingereichten Unterlagen ergäben sich keine neuen medizinischen Erkenntnisse (UV-

act. 56).

2.2  Eine in G.___ durchgeführte radiologische Abklärung vom 13. Februar 2012 (UV-

act. 108/3) ergab gemäss Berichtsübersetzung vom 12. März 2012 einen "Zustand 

nach Fraktur der Nackenscheiben C4, C5, C6 und C7". Auf den Bandscheiben seien 

posttraumatische spondylose Veränderungen der Bandscheibenkörperchen 

festzustellen. Eine spondylose Veränderung zeige sich auch auf der thorakalen und 

lumbalen Wirbelsäule (Diskopathie lumbalis L4-L5). Eine Computertomographie des 

Gehirns habe eine ordentliche Darstellung desselben ergeben (UV-act. 109). Suva-Arzt 

Dr. med. B.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH, kam im Bericht vom 23. 

April 2012 zum Schluss, offenbar gehe es aktuell um Nackenbeschwerden, die auf eine 

alte Halswirbelsäulenverletzung zurückgeführt würden. Anlässlich der Erstbehandlung 

habe der Beschwerdeführer keine Probleme im Bereich des Nackens beklagt. Die 

neurologischen Untersuchungen hätten nie pathologische Befunde gezeigt. Sowohl im 

Jahr 1990 wie auch 1991 sei die HWS radiologisch abgeklärt und durch verschiedene 

Ärzte beurteilt worden. Posttraumatische Veränderungen hätten sich nicht nachweisen 

lassen. Allfällige jetzt nachgewiesene degenerative Veränderungen im Bereich der HWS 

könnten somit nicht auf das Unfallereignis vom 17. August 1990 zurückgeführt werden. 

Die Rückfallkausalität sei demzufolge nicht gegeben (UV-act. 115).

3.  

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3.1 

Den nach dem Unfall vom 18. August 1990 erstellten Akten lassen sich keine 

Beschwerdeangaben bezogen auf die Halswirbelsäule entnehmen (vgl. UV-act. 3-7, 

10). Erst Anfang Oktober 1990 gab der Beschwerdeführer gegenüber Dr. E.___ HWS-

Beschwerden an (UV-act. 12). In einem Bericht vom 25. November 1991 wurde sodann 

eine Wirbelsäulenverletzung auf Höhe C7 (Querfraktur) sowie eine Diskontinuität der 

Halslinie vermerkt (UV-act. 42), und im Bericht vom 13. Februar 2012 bzw. der 

Übersetzung vom 12. März 2012 sowie in demjenigen vom 11. Juni 2012 ein "Zustand 

nach Fraktur der Nackenscheiben C4, C5, C6 und C7" bestätigt (UV-act. 109; act. G 3 

Beilage). Die erwähnten HWS-Beschwerden und Frakturen - soweit überhaupt vom 

Vorliegen der letzteren auszugehen ist - können zum vornherein nicht Folge des 

Ereignisses vom 18. August 1990 sein, zumal der Beschwerdeführer nach dem Unfall 

umfassend untersucht wurde und Frakturen im Schädel-, Becken- und 

Wirbelsäulenbereich sowie traumatische Komplikationen verneint wurden (UV-act. 5, 9, 

13, 43). Eine Rückfallprüfung kann sich bei diesem Sachverhalt nicht auf allfällige 

Folgen solcher Frakturen und auf HWS-Beschwerden beziehen. Aber selbst wenn 

diese umfassend in die Rückfallprüfung einbezogen würden, wäre die Beschwerde - 

wie nachstehend zu zeigen ist - mangels Unfallkausalität abzuweisen.

3.2   

3.2.1 Eine Unfallkausalität von HWS-Beschwerden erscheint schon aufgrund des um 

gut einen Monat verzögerten Auftretens derselben nicht (überwiegend) wahrscheinlich. 

Dieselbe Schlussfolgerung ergibt sich auch aus der Würdigung des weiteren 

Sachverhalts: Nachdem wie dargelegt in einem Bericht vom 25. November 1991 noch 

eine Wirbelsäulenverletzung auf Höhe C7 (Querfraktur) sowie eine Diskontinuität der 

Halslinie vermerkt worden war (UV-act. 42), findet sich im Bericht vom 13. Februar 

2012 bzw. der Übersetzung vom 12. März 2012 sowie in demjenigen vom 11. Juni 

2012 bereits ein "Zustand nach Fraktur der Nackenscheiben C4, C5, C6 und C7" 

bestätigt, wobei zur Ursache (Kausalität) keine Stellung genommen wurde (UV-act. 

109; act. G 3 Beilage). Diese Frakturen wären als Folge des Ereignisses vom 18. 

August 1990 nicht erklärbar, zumal die nach dem Unfall vorgenommenen 

Untersuchungen wie erwähnt keinerlei Frakturen zeigten (UV-act. 5, 9, 13, 43). Zu 

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beachten ist auch, dass der Beschwerdeführer unmittelbar nach dem Unfall, d.h. vom 

18. August bis 4. September 1990, offenbar in der Lage war, ins damalige Jugoslawien 

zu reisen (UV-act. 5), was eine durch jenes Ereignis bedingte Fraktur im 

Wirbelsäulenbereich als unwahrscheinlich erscheinen lässt.

3.2.2 Angesichts dieses Hergangs und gestützt auf den Bericht von Dr. B.___, welcher 

mit Verweis auf die echtzeitlichen, nach dem Unfall erstellten medizinischen Akten 

posttraumatische Veränderungen mit nachvollziehbarer Begründung verneinte, können 

organisch-strukturelle (orthopädische und neurologische) Folgen des Unfalls vom 

17. August 1990 nicht überwiegend wahrscheinlich als belegt gelten. Eine 

morphologisch fassbare Schädigung des Gehirns ergibt sich weder aus den Akten 

noch wird eine solche geltend gemacht. Dr. B.___ stand sodann auch der radiologische 

Bericht vom 13. Februar 2012 (UV-act. 108, 109) zur Verfügung. Dieser fand Eingang in 

die Suva-ärztliche Beurteilung (vgl. UV-act. 115 S. 2 und 3). Da die Akten ein 

vollständiges Bild über Anamnese und Verlauf ergeben und Dr. B.___ aufgrund der 

vorhandenen Unterlagen sich ein lückenloses Bild verschaffen konnte, kommt seinem 

Aktenbericht Beweistauglichkeit zu (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 15. Mai 2008, 

8C_210/2007, E. 8.4). Weitere medizinische Abklärungen vermöchten am erwähnten 

Ergebnis überwiegend wahrscheinlich nichts zu ändern. Es besteht im Übrigen auch 

kein formeller Anspruch auf Einholung eines versicherungsexternen medizinischen 

Gutachtens (BGE 122 V 157). Wenn der Beschwerdeführer unter Verweis auf den von 

ihm eingereichten Arztbericht vom 11. Juni 2012 geltend macht, dass er eine Schanz-

Kravatte (bzw. Halskragen) tragen müsse (act. G 3), so kann dies nicht mit dem 22 

Jahre zurückliegenden Unfall im Zusammenhang stehen, zumal von einem zu langen 

(mehrmonatigen) Tragen von Halskragen nach Unfällen mit HWS-Beteiligung aus 

medizinischer Sicht in aller Regel abgeraten wird. Im Übrigen kommen Schanz'sche 

Kravatten insbesondere auch als Therapie bei degenerativen (d.h. abnützungs- bzw. 

krankheitsbedingten) Halswirbelsäulenleiden (Spondylosen, Diskushernien) zum Einsatz 

(vgl. A.M. Debrunner, Orthopädische Chirurgie, 4. A., 802).

3.3 

3.3.1 In den nach dem Unfall erstellten ärztlichen Berichten wurde ein Status nach 

Commotio cerebri von Seiten des Kantonalen Spitals H.___ sowohl als 

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Verdachtsdiagnose (UV-act. 4) als auch als eigentliche Diagnose vermerkt (UV-act. 5). 

Das Vorliegen eines Schädel-Hirntraumas, worunter sämtliche Hirnfunktionsstörungen 

mit oder ohne morphologisch fassbare Schädigung des Gehirns subsumiert werden, 

rechtfertigt die analoge Anwendung der Schleudertrauma-Praxis nur, wenn die erlittene 

Hirnerschütterung mindestens im Grenzbereich zwischen Commotio und Contusio 

cerebri liegt. Leichte Hirnerschütterungen hingegen reichen hierfür nicht aus (vgl. 

Urteile des Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006: Eidgenössisches 

Versicherungsgericht, EVG] vom 6. Mai 2003, U 6/03, und vom 13. Juni 2005, U 

276/04, E. 2.2.1). Als Kriterien für das Vorliegen einer leichten traumatischen 

Hirnverletzung (MTBI) werden das Bestehen eines Bewusstseinsverlusts von maximal 

30 Minuten Dauer, eines Glasgow Coma Score (GCS) von nicht unter 13 bei 

Einlieferung ins Krankenhaus und eines Gedächtnisverlusts von maximal 60 Minuten 

(sog. posttraumatische Amnesie) bzw. einer Gedächtnisstörung von maximal 30 

Minuten genannt. Seltene, aber typische Komplikationen nach MTBI sind z.B. 

intrakranielle Blutungen; hierbei kann es sich um intrazerebrale Blutungen oder um 

subdurale oder epidurale Blutungen handeln. Die Kombination von Beschwerden, 

welche nach einer MTBI auftreten können (Kopfschmerz, Benommenheit, Schwindel, 

Erbrechen, Koordinationsstörung der Beine, kognitive Beeinträchtigungen, 

Schlafstörungen), kann als "organisches Psychosyndrom nach 

Schädelhirntrauma" (F07.2) bezeichnet werden. Kopfschmerzen werden dabei als 

posttraumatisch angesehen, wenn sie innerhalb von sieben Tagen nach einer MTBI 

erstmalig aufgetreten sind. Hierbei entwickeln Patienten nicht selten im Rahmen einer 

Analgetikatherapie der ursprünglich posttraumatischen Kopfschmerzen zusätzlich 

einen Kopfschmerz, der auf Analgetika-Übergebrauch zurückzuführen ist (vgl. S. 

Johannes/R. Schaumann-von Stosch, Grundlegende Aspekte der leichten 

traumatischen Hirnverletzung, Medizinische Mitteilungen der SUVA Nr. 78 [2007], 

74-77).

3.3.2 Im Bericht des erstbehandelnden Arztes nach dem Unfall vom 17. August 1990, 

(Unfallzeitpunkt 17 Uhr; Erstbehandlung um 18 Uhr) findet sich kein Hinweis auf einen 

Bewusstseinsverlust bzw. eine Bewusstseinsbeeinträchtigung. Vielmehr vermerkte der 

Arzt als Befund eine örtlich und zeitlich gute Orientierung des Beschwerdeführers, 

wobei er auf ein theatralisches und unangemessenes Verhalten hinwies, das sich nach 

einiger Zeit habe beruhigen lassen (UV-act. 3). Von Seiten des Kantonalen Spitals 

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H.___ wurde am 21. September 1990 ein Spitaleintritt am 15. September 1990 

bestätigt und ein anlässlich der Behandlung aufgetretener hysteriformer Anfall im Bett 

bei besonders ängstlicher und problembeladener Persönlichkeit sowie ein Verdacht auf 

Commotio cerebri vermerkt (UV-act. 4). Im späteren Spitalbericht vom 25. September 

1990 wurde festgehalten, dass der Beschwerdeführer vom 18. August bis 4. 

September 1990 krank geschrieben gewesen sei und während dieser Zeit ins damalige 

Jugoslawien gereist sei. Sodann führten die Ärzte lediglich einen im Nachhinein, d.h. 

nach dem 14. September 1990 aufgetretenen angeblichen Bewusstseinsverlust auf, in 

dessen Folge der Beschwerdeführer am 15. September 1990 notfallmässig  ins Spital 

eingewiesen wurde (UV-act. 5). Ein Bewusstseinsverlust als Folge des Unfalls vom 17. 

August 1990 lässt sich jedoch dem Bericht des erstbehandelnden Arztes wie erwähnt 

nicht entnehmen. Eine Bewusstlosigkeit als Unfallfolge gab der Beschwerdeführer 

erstmals Mitte Oktober 1990 gegenüber Dr. D.___ an (UV-act. 10). Eine unfallbedingte 

Bewusstseinsbeeinträchtigung kann bei dieser Aktenlage nicht als überwiegend 

wahrscheinlich gelten.

3.3.3 Ein durch das Ereignis vom 18. August 1990 bewirktes leichtes 

Schädelhirntrauma (MTBI) erscheint damit nicht überwiegend wahrscheinlich und die 

analoge Anwendung der Schleudertrauma-Rechtsprechung dementsprechend nicht 

gerechtfertigt. Aber selbst wenn von einer MTBI auszugehen wäre, könnten -  bei 

Annahme eines mittelschweren Unfalls im eigentlichen Sinn - die Adäquanzkriterien 

nicht in der erforderlichen Häufigkeit als erfüllt gelten (nachfolgende E. 3.2.4). 

Anhaltspunkte dafür, dass der mittelschwere Unfall im Grenzbereich zu den schweren 

Ereignissen anzusiedeln wäre (vgl. dazu etwa Urteil des Bundesgerichts vom 15. März 

2005, U 214/04, E. 2.2 mit Hinweisen), sind nicht ersichtlich.

3.3.4 Eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls oder dramatische Begleitumstände 

sind nicht belegt, zumal das objektive Unfallgeschehen und nicht das subjektive 

Erleben massgebend ist. Bei den erlittenen Verletzungen (Rissquetschwunde am 

Hinterkopf sowie Prellungen beider Oberarme und des Sakralbereichs) handelt es sich 

nicht um eine solche, die durch ihre Schwere oder besondere Art charakterisiert sind 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 17. August 2007, 8C_101/2007, E. 5.2 und 5.3, 

und vom 21. Dezember 2007, U 558/06, E. 4.2.2, sowie Urteil des EVG vom 9. August 

2004, U 116/04). Was die Kriterien der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen 

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Behandlung (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.3) und der erheblichen Arbeitsunfähigkeit 

betrifft (BGE 134 V 109 E. 10.2.7), ist festzuhalten, dass belastende ärztliche 

Behandlungen oder erhebliche Arbeitsunfähigkeiten für die Zeit nach Erlass der 

Verfügung vom 2. November 1990 (UV-act. 18) nicht aktenkundig sind; solche werden 

auch nicht behauptet. Auch wenn das weitere Kriterium der ohne wesentlichen 

Unterbruch bestehenden erhebliche Beschwerden als erfüllt erachtet würde, käme dem 

Unfall keine adäquanzrechtlich massgebende Bedeutung für die rückfallweise 

gemeldeten gesundheitlichen Beschwerden zu. Im Übrigen ist festzuhalten, dass die 

vom Beschwerdeführer geklagten gesundheitlichen Beschwerden bereits Gegenstand 

der unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom 15. Februar 1995 

bildeten. Bei fehlendem adäquatem Unfallkausalzusammenhang ist auch der Anspruch 

auf eine Rente nicht weiter zu prüfen.

4.  

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 4. Mai 2012 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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