# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3abd2595-e081-5573-bb3f-2f79a6908f77
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-10-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.10.2021 D-3285/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3285-2021_2021-10-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3285/2021 

law/rep 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  O k t o b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richter Walter Lang (Vorsitz), 

Richter Daniele Cattaneo, 

Richterin Nina Spälti Giannakitsas, 

Gerichtsschreiber Philipp Reimann. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka, 

vertreten durch MLaw Cora Dubach, 

Beschwerdeführer, 

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 16. Juni 2021 / N (…). 

 

 

 

D-3285/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer 

Ethnie – verliess seine Heimat eigenen Angaben zufolge am 6. November 

2019 legal via den Flughafen von Colombo in Richtung Iran und gelangte 

am 2. März 2021 in die Schweiz, wo er am selben Tag um Asyl nachsuchte. 

In der Folge wurde er dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region (…) zu-

gewiesen, worauf ihm am 5. März 2021 von Gesetzes wegen (vgl. 

Art. 102 f ff. des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]) eine 

Rechtsvertretung bestellt wurde. Am 8. März 2021 erhob das SEM im BAZ 

seine Personalien (Protokoll der Personalienaufnahme [PA]). Am 7. Juni 

2021 hörte ihn das SEM gestützt auf Art. 29 AsylG eingehend zu seinen 

Asylgründen an. 

Hinsichtlich seiner persönlichen Verhältnisse führte der Beschwerdeführer 

aus, er sei mit seinen Eltern sowie zwei jüngeren Geschwistern im Dorf 

B._______, Distrikt Jaffna, Nordprovinz aufgewachsen. Er habe die Schule 

elf Jahre lang besucht und mit O-Level abgeschlossen. Danach habe er 

seit dem Jahr 2008 als (…), (…) und in weiteren Tätigkeiten gearbeitet. 

In Bezug auf seine Ausreisegründe machte der Beschwerdeführer geltend, 

im Jahr 2015 sei eine junge Frau namens C._______ vergewaltigt und an-

schliessend getötet worden. In diesem Zusammenhang habe es Demonst-

rationen an verschiedenen Orten gegeben. In der Folge seien viele junge 

Männer festgenommen worden. Auch er sei damals eine Nacht lang inhaf-

tiert und am folgenden Tag wieder freigelassen worden. Da er weitere be-

hördliche Probleme befürchtet habe, sei er im Jahr 2016 nach D._______ 

gereist, um im Januar 2018 in seine Heimat zurückzukehren, wo er wieder 

mit seinen Eltern und seinen beiden jüngeren Schwestern im Heimatdorf 

B._______ zusammengelebt habe. 

Am 17. Juni 2018 habe er beabsichtigt, in einer Kirche in E._______ (Dis-

trikt F._______) Ostern zu feiern. Als er gemeinsam mit einem Cousin müt-

terlicherseits und anderen Leuten vor der Kirche gestanden sei, sei es in 

der Nähe zu einer Streiterei gekommen. Plötzlich seien zwei Polizisten mit 

einem Motorrad auf sie zugefahren und hätten zu schiessen begonnen. 

Dabei sei sein Cousin getroffen worden. Er selbst sei nach den Schüssen 

in die Kirche gerannt. Später sei sein Cousin in ein Spital gebracht worden, 

wo er seinen Verletzungen erlegen sei. Im Anschluss an diesen Vorfall sei 

es zu Protesten gekommen, an denen sich ungefähr tausend Personen 

beteiligt hätten. Dabei sei die Festnahme der beiden Polizisten gefordert 

D-3285/2021 

Seite 3 

worden. Wenig später hätten sein Onkel sowie seine Tante eine Be-

schwerde eingereicht, worauf ein Verfahren gegen die beiden Polizisten 

eröffnet worden sei. Das Verfahren sei später indessen eingestellt worden, 

weil sein Onkel und seine Tante nach einem Gerichtstermin keine weiteren 

Gerichtstermine hätten wahrnehmen wollen beziehungsweise die Be-

schwerde zurückgezogen hätten. Im Anschluss an die Protestaktionen 

seien viele Teilnehmer verhaftet worden. Aus Angst, ebenfalls festgenom-

men zu werden, sei er deswegen etwa eine Woche nach dem Vorfall zu 

seiner in G._______ wohnhaften Tante gereist. Bereits kurz nach seiner 

Ankunft in G._______ hätten die heimatlichen Behörden bei seinen Eltern 

nach ihm gesucht. Schliesslich habe er sich im Januar 2019 von 

G._______ in sein Heimatdorf B._______ zurückbegeben, weil er seine 

Familie habe wiedersehen wollen. Dabei habe er aus Vorsicht meistens bei 

einer ebenfalls in B._______ wohnhaften Tante übernachtet. 

Im März 2019 sei er abermals in seinem Elternhaus in B._______ gesucht 

worden. Da er dort nicht anzutreffen gewesen sei, hätten die sri-lankischen 

Behörden an seiner Stelle seinen Vater mitgenommen. Daraufhin habe er 

sich in Begleitung seiner Mutter auf den Polizeiposten begeben, worauf er 

festgenommen worden sei. Man habe ihm eröffnet, er werde in Bälde durch 

einen Offizier befragt. Diese Befragung habe jedoch nicht stattgefunden. 

Stattdessen sei er geschlagen worden, nachdem er seine Mutter aufgefor-

dert habe, sich in vorliegender Angelegenheit an eine Menschenrechtsor-

ganisation zu wenden. Schliesslich sei es seinem Onkel durch Bezahlung 

einer grossen Geldsumme gelungen, ihn und seinen Vater am selben Tag 

aus der Haft freizubekommen. Der involvierte Polizist habe ihm geraten, 

seine Heimat baldmöglichst zu verlassen, da er andernfalls Konsequenzen 

zu gewärtigen habe. Nach seiner Freilassung im März 2019 habe er bis 

November 2019 weiterhin zusammen mit seinen Eltern und Geschwistern 

im Heimatdorf gelebt. Schliesslich sei er am 6. November 2019 mit Hilfe 

eines Schleppers mit seinem eigenen Reisepass via den Flughafen Co-

lombo ausgereist. Vom Iran aus sei er auf dem Landweg in die Türkei wei-

tergereist, wo er sich ungefähr ein Jahr lang aufgehalten habe. Anschlies-

send sei er von der Türkei aus per Schiff nach Italien gereist. Vor der Küste 

Siziliens sei es am 1. September 2020 an Bord zu einer Explosion gekom-

men, wobei ungefähr neun Menschen ums Leben gekommen seien. Er 

selbst sei damals trotz starker Brandverletzungen ins Meer gesprungen 

und habe sich in ein italienisches Polizeiboot retten können. Anschliessend 

sei er ohnmächtig geworden und via Helikopter in ein Spital in H._______ 

geflogen worden, wo er am 22. Oktober 2020 aus dem Koma erwacht sei. 

Nach einem mehrmonatigen Aufenthalt in italienischen Flüchtlingscamps 

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Seite 4 

sei er schliesslich anfangs März 2021 illegal in die Schweiz gelangt. In der 

Schweiz würden seine Verbrennungen mit verschiedenen Salben behan-

delt. Zudem leide er seit dem Unfall vom 1. September 2020 unter Kopf-

schmerzen und sei traumatisiert. 

Der Beschwerdeführer reichte im Verlaufe des erstinstanzlichen Verfah-

rens eine Kopie seiner sri-lankischen Geburtsurkunde inklusive deutsch-

sprachiger Übersetzung, diverse Fotos hinsichtlich der Beerdigung seines 

Cousins sowie mehrere diesbezügliche Videos zu den Akten. Seinen Rei-

sepass sowie seine Identitätskarte habe er als Folge des Schiffsunglücks 

vom 1. September 2020 verloren. 

B.  

Am 14. Juni 2021 unterbreitete das SEM dem Beschwerdeführer bezie-

hungsweise dessen damaliger Rechtsvertreterin den Entwurf des ableh-

nenden Asylentscheides zur Stellungnahme. In ihrer Stellungnahme vom 

15. Juni 2021 hielt die frühere Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers 

fest, die Einschätzung des SEM, wonach seine Asylvorbringen nicht glaub-

haft seien, könne nicht nachvollzogen werden. So habe er anlässlich seiner 

Anhörung alle Fragen spontan, sachlich und widerspruchsfrei beantwortet 

und die wesentlichen Aspekte seiner Erlebnisse zuzüglich einiger Details 

erzählt. Sein persönlicher Erzählstil sei sachlich, was mit seiner tamilischen 

Kultur einhergehe, in der Gefühle nicht unaufgefordert wiedergegeben wür-

den. Er sei in der Anhörung nach Fakten und nicht nach seinen Gefühlen 

gefragt worden. Demnach spreche das fehlende Wiedergeben seiner Ge-

fühle nicht für die Unglaubhaftigkeit seiner Aussagen. Darüber hinaus habe 

er in seiner Erzählung durchaus einige persönliche Gefühle wiedergege-

ben (vgl. Anhörung F139 und F142 f.). Im Weiteren sei seine generelle 

Angst vor dem Militär und der Polizei vor dem Hintergrund der früheren 

Probleme seiner Familienangehörigen aufgrund ihrer LTTE-Vergangenheit 

nachvollziehbar. 

C.  

Mit – am selben Tag eröffneter – Verfügung vom 16. Juni 2021 stellte das 

SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte sein Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und 

ordnete deren Vollzug an. 

D.  

Mit Schreiben vom 17. Juni 2021 legte die Rechtsvertretung des Be-

schwerdeführers im BAZ der Region (…) ihr Mandat nieder. 

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Seite 5 

E.  

Mit Eingabe vom 16. Juli 2021 erhob der Beschwerdeführer gegen diesen 

Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. In dieser wird be-

antragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihm Asyl zu ge-

währen. Eventualiter sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung 

unzulässig, unzumutbar und unmöglich sei und die vorläufige Aufnahme 

anzuordnen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wird beantragt, es sei dem 

Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und ihm ein amtlicher 

Rechtsbeistand zu benennen. 

F.  

Mit Schreiben vom 19. Juli 2021 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht 

den Eingang der vorliegenden Beschwerde. 

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 20. Juli 2021 wies das SEM den Beschwerde-

führer für die Dauer des weiteren Verfahrens dem Kanton I._______ zu. 

H.  

Mit Verfügung vom 22. Juli 2021 hiess der zuständige Instruktionsrichter 

des Bundesverwaltungsgerichts die Gesuche um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung unter Vorbehalt ei-

ner nachträglichen Veränderung der finanziellen Verhältnisse des Be-

schwerdeführers gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses. Gleichzeitig forderte er den Beschwerdeführer auf, bis zum 

6. August 2021 eine amtliche Rechtsbeiständin oder einen amtlichen 

Rechtsbeistand zu benennen, ansonsten das Gericht von einem entspre-

chenden Verzicht ausgehe. 

I.  

Mit Eingabe vom 3. August 2021 ersuchte die jetzige Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers das Gericht unter Beilegung einer entsprechenden 

Vollmacht um Einsetzung als amtliche Rechtsvertretung. 

 

J.  

Mit Instruktionsverfügung vom 6. August 2021 ordnete das Gericht dem 

Beschwerdeführer seine jetzige Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbei-

ständin bei und lud die Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehmlassung 

innert sieben Arbeitstagen ein. 

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Seite 6 

K.  

Am 16. August 2021 reichte das SEM eine Vernehmlassung ein. 

L.  

Am 19. August 2021 stellte das Bundesverwaltungsgericht dem Beschwer-

deführer die Vernehmlassung des SEM zu und räumte ihm die Gelegenheit 

ein, innerhalb von sieben Arbeitstagen ab Erhalt der Instruktionsverfügung 

eine Replik einzureichen. 

M.  

Mit Eingabe vom 31. August 2021 machte der Beschwerdeführer mittels 

seiner Rechtsvertreterin von seinem Replikrecht Gebrauch. Letztere fügte 

ihrer Eingabe eine Kostennote bei. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden (Art. 108 

Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 10 der Covid-19-Verordnung Asyl [SR 142.318]; 

Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. 

Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

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Seite 7 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine Person anerkannt, wenn sie in ihrem 

Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Re-

ligion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe  

oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen aus-

gesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu 

werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von 

Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen 

psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlings-

eigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vor-

bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wi-

dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf 

gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

3.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-

haftmachen der Vorbringen gemäss Art. 7 AsylG in verschiedenen Ent-

scheiden dargelegt und präzisiert. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. 

BVGE 2015/3 E. 6.5.1; Urteil des BVGer D-5779/2013 vom 23. Februar 

2015 E. 5.6.1 [als Referenzurteil publiziert] m.w.H.). 

4.  

4.1 Das SEM begründet die Ablehnung des Asylgesuchs des Beschwerde-

führers im Wesentlichen damit, die Aussagen des Beschwerdeführers im 

Zusammenhang mit der Tötung seines Cousins anlässlich des Osterfestes 

vom 17. Juni 2018, seiner Teilnahme an den anschliessenden Protesten 

sowie seiner Festnahme im März 2019 seien derart allgemein, einsilbig, 

oberflächlich beziehungsweise unsubstantiiert und ohne Anzeichen per-

sönlicher Anteilnahme oder Betroffenheit ausgefallen, dass nicht davon 

auszugehen sei, dass er die entsprechenden Ereignisse persönlich erlebt 

habe. Demnach seien seine diesbezüglichen Vorbringen als unglaubhaft 

einzustufen. Entsprechend sei nicht davon auszugehen, dass er im Zeit-

punkt seiner Ausreise aus Sri Lanka im November 2019 behördlich verfolgt 

gewesen sei. Diese Einschätzung werde im Ergebnis auch durch den Um-

stand bekräftigt, dass er seine Heimat eigenen Angaben zufolge legal mit 

seinem persönlichen Reisepass (auf dem Luftweg) verlassen habe, ohne 

irgendwelche behördlichen Anstände gehabt zu haben. Die von ihm im 

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Seite 8 

Rahmen des erstinstanzlichen Verfahrens eingereichten Videos und Fotos 

bezüglich der Beerdigung seines Cousins seien ein Hinweis auf dessen 

Tod, der nicht in Abrede gestellt werde. Die genannten Beweismittel seien 

indessen nicht geeignet, die Umstände seines Todes zu erhellen ge-

schweige denn die von ihm geltend gemachte Verfolgungssituation zu un-

termauern. Auch die von ihm eingereichte Geburtsurkunde belege allen-

falls seine Identität, nicht aber seine Asylvorbringen (vgl. zum Ganzen Ver-

fügung des SEM vom 16. Juni 2021 S. 3 bis 6, II/1 [Akten SEM {…}-39/15]). 

Hinsichtlich der geltend gemachten kurzzeitigen Festnahme nach der Teil-

nahme an Protesten wegen der Vergewaltigung und Ermordung einer jun-

gen Frau namens C._______ im Jahr 2015 sei festzuhalten, dass dieses 

Vorkommnis zeitlich in keinem hinreichenden Kausalzusammenhang mit 

der Ausreise des Beschwerdeführers aus der Heimat im November 2019 

stehe, weshalb es die Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft im 

Sinne von Art. 3 AsylG nicht zu erfüllen vermöge (vgl. im Einzelnen auch 

angefochtene Verfügung S. 6 f., II/2/a). 

4.2 In der Beschwerde wird demgegenüber geltend gemacht, aus der An-

hörung gehe hervor, dass der Beschwerdeführer traumatisiert sei und 

starke Kopfschmerzen gehabt habe. Er habe die Frage, wie es ihm am Tag 

der Anhörung gesundheitlich gehe, zwar mit "Okay, gut" beantwortet, was 

indessen eine reine Floskel gewesen sei. Ausserdem hätten sowohl die 

Vorkommnisse rund um den 17. Juni 2018 als auch die Anhörung vom 

7. Juni 2021 extreme Stresssituationen für ihn dargestellt, was verständlich 

erscheinen lasse, dass er sich nicht mehr an jedes Detail erinnern könne. 

Gerade traumatisierten Personen falle es schwer, ausführlich, chronolo-

gisch, zusammenhängend und in zeitlichem und räumlichem Rahmen über 

ihre Erlebnisse zu berichten, was durch eine als belastend empfundene 

Befragungssituation noch verstärkt werden könne. Darüber hinaus habe er 

seine Erlebnisse in den Jahren 2018 und 2019 in der Beschwerde nun 

nochmals so detailliert wie möglich beschrieben, weshalb sich nunmehr – 

im Verbund mit seinen Ausführungen bei der Anhörung – ein plausibles und 

nachvollziehbares Bild der Geschehnisse ergeben haben sollte. So habe 

er beispielsweise Uhrzeiten nennen, das Wetter beschreiben und ausfüh-

ren können, dass er gerade Kerzen angezündet habe, als der Vorfall pas-

siert sei. Weiter habe er anzugeben vermocht, wie viele Schüsse die Poli-

zisten abgegeben hätten und wo diese eingeschlagen seien. Weiter habe 

er ausgeführt, wie alle Anwesenden die Tötung seines Cousins als willkür-

lich empfunden hätten und er persönlich damals sehr traurig und wütend 

gewesen sei und nicht habe glauben können, was mit seinem Cousin, der 

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für ihn wie ein älterer Bruder gewesen sei, passiert sei. Aus den vorge-

nannten Gründen müssten seine Asylvorbringen als glaubhaft eingestuft 

werden. Dass er seine Heimat mit seinem persönlichen Pass verlassen 

habe, spreche nicht gegen die Glaubhaftigkeit seiner Verfolgungsvorbrin-

gen, habe doch ein Schlepper die Beamten bei der Grenzkontrolle besto-

chen. 

Selbst wenn seine Vorbringen bezüglich der Jahre 2018 und 2019 als un-

glaubhaft eingestuft würden, erfülle er die Flüchtlingseigenschaft zufolge 

seiner Inhaftierung im Jahr 2015. Die Vorinstanz habe diesbezüglich zwar 

erwogen, er hätte nach seiner Rückkehr nach Sri Lanka (im Juni 2018) in 

diesem Zusammenhang keinerlei Nachteile erlitten, weshalb auch kein hin-

reichender zeitlicher Konnex zwischen diesem Vorkommnis und seiner 

Ausreise Ende des Jahres 2019 ersichtlich sei. Mit diesen Ausführungen 

lasse die Vorinstanz ausser Acht, dass sich die Situation für Tamilen seit 

der Präsidentenwahl im Jahr 2019 verschlechtert habe, weshalb er bei ei-

ner Rückkehr nach Sri Lanka auch aufgrund der Inhaftierung im Jahr 2015 

erneut ins Visier der sri-lankischen Behörden geraten würde. 

4.3 Das SEM hält in seiner Vernehmlassung vom 16. August 2021 fest, 

weder den Akten noch dem Anhörungsprotokoll seien irgendwelche Hin-

weise dafür zu entnehmen, dass es dem Beschwerdeführer während des 

erstinstanzlichen Verfahrens gesundheitlich derart schlecht gegangen 

wäre, dass er seine Erlebnisse nicht ausführlich hätte schildern können. 

Entsprechend habe dieser am Schluss der Anhörung angegeben, er habe 

alles sagen können, was er für sein Asylgesuch als wesentlich erachte. 

Trotz wiederholtem Hinweis des Befragers, seine Schilderungen seien 

nach wie vor knapp und nicht nachvollziehbar, habe er selbst nie geltend 

gemacht, es falle ihm aufgrund einer allfälligen Traumatisierung schwer, 

detaillierter zu berichten. Ausserdem habe er zu Beginn der Anhörung aus-

gesagt, dass es ihm (gesundheitlich) gut gehe. Ferner sei er im Laufe des 

Verfahrens explizit auf seine Mitwirkungspflicht hingewiesen worden. 

Schliesslich sei er seit Beginn des Verfahrens rechtlich vertreten gewesen, 

weshalb es ihm möglich und zuzumuten gewesen wäre, zumindest seiner 

Rechtsvertretung gegenüber darzulegen, dass es ihm zufolge seiner Trau-

matisierung nicht möglich sei, in gehöriger Form über seine Fluchtgründe 

zu sprechen. Seine Rechtsvertretung hätte dies wohl zum Anlass genom-

men, bei der Anhörung auf diesen Umstand hinzuweisen, was indes nicht 

geschehen sei. Angesichts des Gesagten müsse davon ausgegangen wer-

den, dass der Beschwerdeführer hätte in der Lage sein müssen, im Rah-

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Seite 10 

men des erstinstanzlichen Verfahrens angemessen über seine Flucht-

gründe zu berichten. Seine diesbezüglichen Schilderungen in der Be-

schwerde seien deutlich detaillierter und eingehender ausgefallen und ent-

hielten etliche Realkennzeichen, die für tatsächlich Erlebtes sprechen wür-

den. Angesichts der unplausibel bleibenden fehlenden Erzähldichte wäh-

rend der Anhörung müssten die detaillierten Ausführungen in der Be-

schwerde indessen als nachgeschoben qualifiziert werden und könnten an 

der bisherigen Gesamteinschätzung der Asylvorbringen des Beschwerde-

führers in der angefochtenen Verfügung nichts ändern. 

4.4 In der Replik wird ausgeführt, aus dem Anhörungsprotokoll gehe ent-

gegen der Auffassung der Vorinstanz gerade hervor, dass es dem Be-

schwerdeführer damals gesundheitlich nicht gut gegangen sei, habe dieser 

doch darauf hingewiesen, seit dem Unfall (vom 1. September 2020) starke 

Kopfschmerzen zu haben und traumatisiert zu sein. Ausserdem habe er 

festgehalten, es gehe ihm auch deshalb nicht gut, weil er im Koma gelegen 

habe. Diese Aussagen seien höher zu gewichten als seine Aussage zu Be-

ginn der Anhörung, es gehe ihm gut. Entsprechend wäre die Vorinstanz 

aufgrund der Untersuchungsmaxime verpflichtet gewesen, den Gesund-

heitszustand des Beschwerdeführers abzuklären, nachdem dieser auf 

seine Traumatisierung hingewiesen habe. Weiter sei dem Anhörungspro-

tokoll zu entnehmen, dass er Mühe bekundet habe, der Befragung zu fol-

gen, wobei er mehrmals die Fragen nicht verstanden habe, was – ebenso 

wie sein damaliges Unvermögen, seine Vorbringen detaillierter zu schil-

dern – auf seine Traumatisierung zurückzuführen sei. Trotzdem habe der 

Befrager seinen Befragungsstil nicht angepasst. Demgegenüber sei es ihm 

auf Beschwerdeebene schriftlich und in Ruhe gelungen, seine Asylvorbrin-

gen detailliert und mit Realkennzeichen zu schildern. Entgegen der Ein-

schätzung der Vorinstanz seien seine diesbezüglichen Ausführungen auch 

nicht als nachgeschoben, sondern als glaubhaft zu bewerten, da ihm eine 

adäquate Schilderung seiner Verfolgungsvorbringen bei der Anhörung zu-

folge seiner Traumatisierung nicht möglich gewesen sei. Zwischenzeitlich 

habe er sich wegen seiner Traumatisierung auch in psychologische Be-

handlung begeben. Da sich die leitende Ärztin zurzeit in den Ferien befinde 

und ihn voraussichtlich erst anfangs Oktober 2021 zu einem Gespräch 

empfangen könne, sehe er sich aktuell noch nicht in der Lage, einen ent-

sprechenden ärztlichen Bericht einzureichen. 

 

 

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Seite 11 

5.  

5.1  

5.1.1 Einleitend ist die Frage zu prüfen, ob das Unvermögen des Be-

schwerdeführers, seine Fluchtgründe bei der Anhörung anschaulich bezie-

hungsweise lebensnah zu schildern, auf seine angebliche Traumatisierung 

zufolge des Bootsunglücks vom 1. September 2020 vor den Küsten Italiens 

zurückgeführt werden kann. 

Diesbezüglich ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer zu Beginn der 

Anhörung die Fragen, wie es ihm heute (gesundheitlich) gehe, zwei Male 

mit "Okay. Gut." beantwortet hat (vgl. Akten SEM […]-32/22 F 4 f.). Zwar 

erwähnte er später, nach dem Bootsunglück in Italien anderthalb Monate 

lang im Koma gelegen zu haben, weshalb es ihm nicht gut gehe, er an 

starken Kopfschmerzen und unter Schlafstörungen leide und er traumati-

siert sei (vgl. Akten SEM […]-32/22 F6 f., F14 und F67). Er machte jedoch, 

obwohl durch einen Rechtsbeistand vertreten, auch auf wiederholten Vor-

halt, seine Schilderungen der Ausreisevorbringen liessen nach wie vor die 

nötige Anschaulichkeit vermissen, nicht prononciert geltend, sein diesbe-

zügliches Unvermögen sei auf die traumatisierenden Geschehnisse an-

lässlich des Bootsunfalls in Italien zurückzuführen. Vielmehr hielt er bei-

spielhaft, dazu aufgefordert, weitere Details in Bezug auf die am 17. Juni 

2018 angeblich erfolgten Schüsse der Polizei auf ihn und seinen Cousin 

anzugeben, lediglich fest, sich nicht an weitere Details erinnern zu können, 

da die fraglichen Ereignisse schon einige Jahre zurückliegen würden (vgl. 

Akten SEM […]-32/22 F81). Angesichts der Prägnanz der entsprechenden 

Geschehnisse vermag dieser Einwand mit Blick auf die geringe Erzähl-

dichte bei der Anhörung nicht zu überzeugen. Darüber hinaus fällt auf, dass 

der Beschwerdeführer in seinen Schilderungen rund um die Tötung seines 

Cousins durch Polizisten keinerlei Anzeichen persönlicher Betroffenheit 

bezüglich dessen Todes erkennen lässt. Seine Verlautbarung im Zusam-

menhang mit dem Bootsunglück vom 1. September 2020, immer noch un-

ter Schuldgefühlen zu leiden, weil er anderen Schiffbrüchigen nicht habe 

helfen können (vgl. Akten SEM […]-32/22 F64), zeigt demgegenüber auf, 

dass er – notabene sogar in Bezug auf das traumatisierende Ereignis – 

durchaus in der Lage ist, emotionale Betroffenheit bezüglich des Schick-

sals anderer Menschen zu zeigen. Auch dieser Umstand weist im Ergebnis 

darauf hin, dass die Verfolgungsvorbringen des Beschwerdeführers in Be-

zug auf seinen Heimatstaat nicht auf selbst Erlebtem beruhen. 

5.1.2 Weiter ist festzuhalten, dass die Vorinstanz die vom Beschwerdefüh-

rer während der Anhörung geltend gemachten gesundheitlichen Probleme 

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Seite 12 

entgegen den Ausführungen in der Replik nicht ignoriert hat, hielt sie doch 

im Rahmen der Vernehmlassung fest, dem Anhörungsprotokoll seien keine 

Hinweise zu entnehmen, "dass es ihm während des erstinstanzlichen Ver-

fahrens derart schlecht ergangen sei, dass er nicht ausführlich hätte schil-

dern können". Das SEM interpretierte die vom Beschwerdeführer eingangs 

der Anhörung gemachte Aussage, sein aktueller Gesundheitszustand sei 

"okay" beziehungsweise "gut", indes zutreffend dahingehend, dass es ihm 

trotz der am 1. September 2020 erlittenen gesundheitlichen Einbussen im 

Zeitpunkt der (neun Monate später erfolgten) Anhörung durch die Schwei-

zer Asylbehörden hinreichend gut gegangen sei, um ein adäquates Aussa-

geverhalten von ihm erwarten zu dürfen. Das Gericht teilt demnach die 

Einschätzung in der Beschwerde nicht, wonach die gesundheitliche Zu-

standsbeschreibung des Beschwerdeführers zu Beginn des Anhörungs-

protokolls mit "okay" beziehungsweise "gut" sei eine reine Höflichkeitsflos-

kel gewesen. 

5.1.3 Vor diesem Hintergrund ist vorweg festzuhalten, dass die insgesamt 

oberflächlichen und vagen Verfolgungsvorbringen des Beschwerdeführers 

im Rahmen seiner Anhörung nicht auf seine (möglicherweise bestehende) 

Traumatisierung zufolge des Bootsunglücks zurückgeführt werden können, 

weshalb diese als unglaubhaft zu erachten sind. Hieraus ergibt sich gleich-

zeitig, dass die in der Beschwerde vorgetragenen Präzisierungen und Ver-

dichtungen seiner angeblichen Verfolgungsvorbringen a priori und überein-

stimmend mit dem SEM als nachgeschoben beziehungsweise unglaubhaft 

zu erachten sind. Damit ist mit dem SEM der Schluss zu ziehen, dass der 

Beschwerdeführer bezogen auf den Zeitpunkt seiner Ausreise aus Sri 

Lanka keine asylrelevante Verfolgung glaubhaft zu machen vermochte. 

5.2  

5.2.1 Das SEM stellte weiter fest, es gelte zu prüfen, ob er im Falle der 

Rückkehr dennoch begründete Furcht vor künftigen Verfolgungsmassnah-

men im Sinne von Art. 3 AsylG habe. Diese Prüfung sei gemäss dem Re-

ferenzurteil des Bundesverwaltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 

2016 anhand von Risikofaktoren vorzunehmen. 

Rückkehrer, die illegal ausgereist seien, über keine gültigen Identitätsdo-

kumente verfügten, im Ausland ein Asylverfahren durchlaufen hätten oder 

behördlich gesucht würden, würden am Flughafen zu ihrem Hintergrund 

befragt. Diese Befragung allein und das allfällige Eröffnen eines Strafver-

fahrens wegen illegaler Ausreise stellten keine flüchtlingsrechtlich rele-

vante Verfolgungsmassnahme dar. Regelmässig würden Rückkehrer auch 

D-3285/2021 

Seite 13 

am Herkunftsort zwecks Registrierung, Erfassung der Identität, bis hin zur 

Überwachung der Aktivitäten der Person befragt. Diese Kontrollmassnah-

men nähmen grundsätzlich kein asylrelevantes Ausmass an. Der Be-

schwerdeführer habe nicht glaubhaft gemacht, vor der Ausreise asylrele-

vanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt gewesen zu sein. Allfällige, 

im Zeitpunkt der Ausreise bestehende Risikofaktoren hätten folglich kein 

Verfolgungsinteresse der sri-lankischen Behörden auszulösen vermocht. 

Auf Nachfrage habe er angegeben, dass sein Vater zwischen 1983 und 

1985 und viele seiner Cousins bei den LTTE (Liberation Tigers of Tamil 

Eelam) tätig gewesen seien. Weder aus seinen Aussagen noch aus den 

Akten gingen indessen Hinweise hervor, dass die sri-lankischen Behörden 

vor seiner Ausreise ein Interesse an seiner Person gehabt hätten. Auch 

gingen aus den Akten keine Hinweise hervor, dass das Verteilen von Flug-

blättern im Jahr 2014 oder seine Teilnahme am Märtyrergedenktag im Jahr 

2015 das Interesse der heimatlichen Behörden an ihm geweckt hätten. Auf-

grund der Aktenlage sei nicht ersichtlich, weshalb er bei einer Rückkehr 

nach Sri Lanka nunmehr in flüchtlingsrechtlich relevanter Weise verfolgt 

werden sollte. 

Auch die am 16. November 2019 erfolgte Präsidentschaftswahl könne 

diese Einschätzung nicht umstossen. Mit der Wahl von Gotabaya Rajapa-

ksa zum Präsidenten und der Einsetzung sogenannter Presidential Task 

Forces, die zu guten Teilen mit Personen militärischen Hintergrunds be-

setzt worden seien, gingen Befürchtungen von mehr Einschüchterungen 

von Minderheiten einerseits und von Menschenrechtsaktivisten, Journalis-

ten, Oppositionellen und weiteren regierungskritischen Personen anderer-

seits einher. Tatsächlich habe die Überwachung der Zivilbevölkerung seit 

den dschihadistisch motivierten Terroranschlägen an Ostern 2019 und 

nochmals nach der Präsidentschaftswahl zugenommen. Dennoch bestehe 

aktuell kein Anlass zur Annahme, ganze Volks- oder Berufsgruppen seien 

unter Präsident Gotabaya Rajapaksa kollektiv einer Verfolgungsgefahr 

ausgesetzt. Voraussetzung für die Annahme einer Verfolgungsgefahr auf-

grund der Präsidentschaftswahl vom 16. November 2019 sei ein persönli-

cher Bezug der asylsuchenden Person zu diesem Ereignis respektive des-

sen Folgen. Weder habe er die Präsidentschaftswahl respektive deren Fol-

gen als Gefährdungselement vorgebracht, noch seien den Akten Hinweise 

auf eine Verschärfung seiner persönlichen Situation aufgrund dieses Er-

eignisses zu entnehmen. Die Anforderungen für die Annahme einer be-

gründeten Verfolgungsfurcht seien damit nicht gegeben. 

D-3285/2021 

Seite 14 

Seine Asylvorbringen hielten somit weder den Anforderungen an die 

Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG noch denjenigen an die Glaub-

haftigkeit gemäss Art. 7 AsylG stand. Er erfülle somit die Flüchtlingseigen-

schaft nicht, weshalb sein Asylgesuch abzulehnen sei. 

5.2.2 In der Beschwerde wird in diesem Zusammenhang geltend gemacht, 

die Umstände in Sri Lanka hätten sich seit der Präsidentenwahl im Jahr 

2019 für die tamilische Bevölkerung verschlechtert. Deswegen würde er 

mittlerweile auch aufgrund der Inhaftierung im Jahr 2015 ins Visier der Be-

hörden geraten. Zudem sei er ein Tamile aus dem Norden, weshalb er au-

tomatisch ins Visier der sri-lankischen Sicherheitsbehörden gerate. Auf-

grund seiner Herkunft und seines Alters bestehe überdies ein Anfangsver-

dacht, dass er den LTTE nahestehe. Ausserdem besitze er keinen Reise-

pass und habe Narben im Gesicht und an den Armen. Somit erfülle er meh-

rere Risikofaktoren, weshalb er die Flüchtlingseigenschaft erfülle. 

5.2.3 Das SEM hält in seiner Vernehmlassung fest, es habe bereits in sei-

ner Verfügung vom 16. Juni 2021 aufgrund der zur Verfügung stehenden 

Angaben des Beschwerdeführers eine eingehende Prüfung seines Risi-

koprofils vorgenommen. Somit sei betreffend die fehlenden gültigen Iden-

titätsdokumente, den Vorfall im Jahr 2015, die allgemeine Lage in Sri Lanka 

wie auch seine Herkunft aus dem Norden Sri Lankas auf die erstinstanzli-

che Verfügung zu verweisen, an welcher vollumfänglich festgehalten 

werde, zumal auch in der Beschwerde nicht konkret ausgeführt werde, 

weshalb gerade der Beschwerdeführer ins Visier der sri-lankischen Behör-

den geraten sollte. Es würden lediglich Vermutungen aufgeführt, ohne jene 

mit konkreten Anhaltspunkten zu untermauern. Betreffend die Narben des 

Beschwerdeführers sei anzufügen, dass diese – im Hinblick auf fehlende 

stark risikobegründende Faktoren – dessen Risikoprofil nicht derart zu 

schärfen vermöchten, dass von einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfol-

gung bei einer Rückkehr nach Sri Lanka ausgegangen werden müsste, zu-

mal die Narben von einem Unfall auf der Flucht im September 2020 her-

rührten. 

5.2.4 In der Replik wird entgegnet, den Ausführungen des SEM könne nicht 

gefolgt werden. Nach dem von ihm in Sri Lanka Erlebten im Verbund mit 

seinem Risikoprofil sei naheliegend, dass er bei einer Rückkehr erneut ins 

Visier der Behörden geraten werde. So seien die Narben im Gesicht und 

auch am restlichen Körper sehr gut sichtbar und würden bei einer Kontrolle 

zweifelsohne auffallen und sein Risikoprofil zusammen mit den anderen 

D-3285/2021 

Seite 15 

risikobegründenden Faktoren verschärfen. Dabei spiele es keine Rolle, 

woher die Narben tatsächlich stammen würden. 

5.3 In Bezug auf ein allfälliges asylbeachtliches Risikoprofil des Beschwer-

deführers im Sinne des Referenzurteils des Bundesverwaltungsgerichts  

E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 8 ist zunächst festzuhalten, dass dieser 

nicht glaubhaft machen konnte, dass er vor seiner Ausreise aus Sri Lanka 

wegen seiner Teilnahme an Protestkundgebungen nach der Tötung seines 

Cousins durch zwei Polizisten am 17. Juni 2018 behördlich gesucht wor-

den ist. 

Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, sein Vater und zahlreiche 

Cousins hätten sich früher für die LTTE engagiert (vgl. Akten SEM […]-

32/22 F202 bis F204 und F209), hat das SEM zu Recht festgestellt, aus 

den Akten ergäben sich keine Hinweise dafür, dass die sri-lankischen Be-

hörden in diesem Zusammenhang irgendein Interesse an seiner Person 

gehabt hätten (vgl. Akten SEM […]-32/22 F210). Darüber hinaus liegen 

diese Geschehnisse – so soll sich sein Vater zwischen 1983 und 1985 für 

die Belange der LTTE eingesetzt haben (vgl. Akten SEM […]-32/22 F202 

bis F204) – mittlerweile zeitlich derart weit zurück, dass nicht ersichtlich ist, 

weshalb dieser Umstand im Falle seiner Rückkehr nach Sri Lanka Rele-

vanz in Bezug auf seine eigene Person entfalten könnte, zumal der Be-

schwerdeführer im fraglichen Zeitpunkt noch nicht einmal geboren war. 

Zu den Entwicklungen der allgemeinen politischen Lage in Sri Lanka ist 

festzustellen, dass nicht erkennbar ist, wie sich diese zum heutigen Zeit-

punkt auf den Beschwerdeführer auswirken könnten. Diesbezüglich kann 

auf die zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwie-

sen werden. 

Hinsichtlich des Hinweises auf die sichtbaren Narben des Beschwerdefüh-

rers teilt das Gericht die Einschätzung der Vorinstanz in ihrer Vernehmlas-

sung, dass es sich hierbei lediglich um einen schwach risikobegründenden 

Faktor handelt, welcher auch in Verbindung mit der Papierlosigkeit, der ta-

milischen Ethnie und seiner Herkunft aus dem Norden Sri Lankas kein hin-

reichendes Risikoprofil erkennen lässt, um daraus seine Flüchtlingseigen-

schaft herleiten zu können. Hinzu tritt der Umstand, dass der Beschwerde-

führer seiner Brandverletzungen wegen in der Schweiz bereits seit Anfang 

März 2021 medizinisch betreut wird (vgl. die vier bei den Akten befindlichen 

medizinischen Datenblätter der Ors Service AG [Akten SEM {…}-16/1, {…}-

21/1, {…}-31/1 und {…}-36/1]). Den Datenblättern ist dabei unter anderem 

D-3285/2021 

Seite 16 

auch zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer sich seine Brandverlet-

zungen erst vor kurzem auf seinem Reiseweg in die Schweiz zugezogen 

hat. Es dürfte demnach ohne Weiteres möglich sein, dass ihm auch nach-

träglich in einem separaten Schreiben medizinisch bestätigt werden kann, 

dass seine Narben jüngeren Datums sind, womit auch der Nachweis er-

bracht werden könnte, dass diese nicht im Zusammenhang mit dem Ende 

Mai 2009 zu Ende gegangenen Bürgerkrieg in Sri Lanka entstanden sind. 

5.4 Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer nichts vorgebracht, was 

geeignet wäre, seine Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest 

glaubhaft zu machen. Nach dem Gesagten hat das SEM zu Recht die 

Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint und sein Asylge-

such abgelehnt. 

6.  

6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

D-3285/2021 

Seite 17 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).  

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

7.3 Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-

sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-

schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri 

Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer 

nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung aus-

gesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka 

lässt den Wegweisungsvollzug nicht als unzulässig erscheinen (vgl. Refe-

renzurteil des BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 12.2 sowie statt 

vieler Urteil des BVGer E-895/2020 vom 15. April 2020 E. 9.2). Es ergeben 

sich aus den Akten auch keine konkreten Hinweise darauf, dass der Be-

schwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen so genann-

ten "Background Check" (Befragung und Überprüfung von Tätigkeiten im 

In- und Ausland) hinausgehen würden, oder dass er persönlich gefährdet 

D-3285/2021 

Seite 18 

wäre. Daran vermögen der Regierungswechsel vom November 2019 so-

wie die seither veränderte Lage in Sri Lanka nichts zu ändern. Der Weg-

weisungsvollzug erweist sich somit als zulässig. 

7.4  

7.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren.  

7.4.2 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und 

den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen, und es herrscht weder Krieg 

noch eine Situation allgemeiner Gewalt (vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2.1). Ge-

mäss Rechtsprechung ist der Wegweisungsvollzug in die Nord- und Ost-

provinz zumutbar, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskri-

terien bejaht werden kann (vgl. Referenzurteil des BVGer E-1866/2015 

vom 15. Juli 2016 E. 13.2). An dieser Einschätzung vermögen die Gewalt-

vorfälle in Sri Lanka vom 21. April 2019, der gleichentags von der sri-lanki-

schen Regierung verhängte und am 28. August 2019 aufgehobene Aus-

nahmezustand sowie die mit den Wahlen im November 2019 zusammen-

hängenden gewalttätigen Ausschreitungen nichts zu ändern (vgl. dazu statt 

vieler Urteil BVGer E-895/2020 vom 15. April 2020 E. 9.3). 

7.4.3 In individueller Hinsicht macht der Beschwerdeführer psychische 

Probleme geltend, die der Zumutbarkeit des Vollzugs entgegenstehen wür-

den. Auf Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs aus medizinischen 

Gründen ist nach Lehre und konstanter Praxis dann zu schliessen, wenn 

eine notwendige medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur Verfü-

gung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden 

Beeinträchtigung des Gesundheitszustands der betroffenen Person führen 

würde (vgl. etwa BVGE 2011/50 E. 8.3 und 2009/2 E. 9.3.1 je m.w.H.). 

Demgegenüber liegt eine Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs noch 

nicht vor, wenn eine nicht dem schweizerischen Standard entsprechende 

medizinische Behandlung im Heimatland möglich ist (vgl. BVGE 2011/50 

E. 8.3 und BVGE 2009/2 E. 9.3.2). 

7.4.4 In der Replik wird geltend gemacht, der Beschwerdeführer habe sich 

im Verlaufe des August 2021 in psychologische Behandlung begeben. Da 

sein Fall indessen zunächst noch von der leitenden Ärztin der Praxis, Frau 

D-3285/2021 

Seite 19 

J._______, welche sich derzeit in den Ferien befinde, beurteilt werden 

müsse, werde ein entsprechendes Gespräch zwischen ihr und dem Be-

schwerdeführer erst anfangs Oktober 2021 möglich sein. Diesbezüglich ist 

festzuhalten, dass der Beschwerdeführer seine angebliche Traumatisie-

rung auf ein Geschehnis zurückführt, welches sich während seines Reise-

wegs von Sri Lanka in die Schweiz ereignet haben soll. Es steht somit nicht 

im Zusammenhang mit seinen Asylvorbringen, welche sich im Übrigen, wie 

vorstehend ausgeführt, als unglaubhaft erwiesen haben. So besehen ist 

auch die Gefahr, im Falle einer Rückkehr in seiner Heimat retraumatisiert 

zu werden, zu verneinen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die psychi-

schen Probleme des Beschwerdeführers nicht derart sind, dass von einer 

medizinischen Notlage im Sinne der vorstehend dargelegten Rechtspre-

chung auszugehen ist. Ausserdem sind in Sri Lanka bei psychischen Er-

krankungen sowohl stationäre als auch ambulante Betreuungsmöglichkei-

ten verfügbar (vgl. Urteil BVGer E-7137/2018 vom 23. Januar 2019 E. 12.3 

m.w.H.). Es liegen demnach keine medizinischen Wegweisungshinder-

nisse vor. Schliesslich steht es dem Beschwerdeführer offen, medizinische 

Rückkehrhilfe – sowohl hinsichtlich einer allfälligen weiteren Versorgung 

seiner Brandverletzungen als auch einer psychologischen Betreuung – in 

Anspruch zu nehmen (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG i.V.m. Art. 75 der 

Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 [AsylV 2, SR 142.312]). 

7.4.5 Auch sonst liegen keine Gründe vor, die gegen die Zumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs sprechen. Der Beschwerdeführer stammt aus dem 

Dorf B._______, Distrikt Jaffna in der Nordprovinz, wohin der Vollzug der 

Wegweisung grundsätzlich als zumutbar zu erachten ist. Im Weiteren ver-

fügt der Beschwerdeführer in Sri Lanka über ein familiäres Umfeld. So 

habe er in seiner Heimat bis zur Ausreise gemeinsam mit seinen Eltern 

sowie zwei Geschwistern in einem Haushalt gelebt (vgl. Akten SEM […]-

32/22 F23 bis F27 und F34), mit denen er nach wie vor Kontakt unterhalte 

(vgl. Akten SEM […]-32/22 F51 f.). Darüber hinaus habe er selbst elf Jahre 

lang die Schule besucht, diese mit O-Level beendet und anschliessend 

zehn Jahre lang als (…) und (…) gearbeitet (vgl. Akten SEM […]-32/22 F37 

bis F40). Es ist somit nicht davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr 

nach Sri Lanka in eine existentielle Notlage geraten wird. Der Vollzug der 

Wegweisung erweist sich demnach nicht als unzumutbar. 

7.5 Der Beschwerdeführer verfügt derzeit über keine gültigen Identitäts- 

beziehungsweise Reisepapiere. Es obliegt ihm indessen, sich bei der zu-

ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendi-

gen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu 

D-3285/2021 

Seite 20 

auch BVGE 2008/34 E. 12). Dem Vollzug der Wegweisung steht auch die 

Corona-Pandemie nicht entgegen. Bei dieser handelt es sich – wenn über-

haupt – um ein temporäres Vollzugshindernis, welchem im Rahmen der 

Vollzugsmodalitäten durch die kantonalen Behörden Rechnung zu tragen 

ist, indem etwa der Zeitpunkt des Vollzugs der Wegweisung der Situation 

in Sri Lanka angepasst wird (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 

Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1995 Nr. 14 E. 8d und e 

sowie statt vieler Urteil des BVGer D-4796/2019 vom 27. April 2020 E. 8.9). 

Der Vollzug der Wegweisung ist daher auch als möglich zu bezeichnen 

(Art. 83 Abs. 2 AIG). 

7.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihm jedoch mit 

Zwischenverfügung vom 22. Juli 2021 die unentgeltliche Prozessführung 

sowie – unter Vorbehalt der rechtzeitigen Benennung – die amtliche 

Rechtsverbeiständung gewährt wurde und sich an den Voraussetzungen 

dazu nichts geändert hat, sind ihm keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

10.  

Der mit Verfügung vom 6. August 2021 für das Beschwerdeverfahren amt-

lich beigeordneten Rechtsvertreterin ist ein Honorar auszurichten (vgl. für 

die Grundsätze der Bemessung der Parteientschädigung Art. 7 ff. des Reg-

lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die am 31. Au-

gust 2021 eingereichte Gesamtkostennote weist für das vorliegende Ver-

fahren einen totalen Zeitaufwand von 7 Stunden und 20 Minuten, Dolmet-

scherkosten von Fr. 26.40, Auslagen in Höhe von Fr. 4. – sowie eine Dos-

siereröffnungspauschale von Fr. 50. – auf. Der Aufwand erscheint in zeitli-

cher Hinsicht als knapp angemessen. Generelle Pauschalen werden in-

dessen praxisgemäss nicht vergütet, sondern nur effektiv ausgewiesene 

D-3285/2021 

Seite 21 

Kosten entschädigt. Für das Beschwerdeverfahren ist der amtlich beige-

ordneten Rechtsvertreterin somit zulasten des Gerichts ein amtliches Ho-

norar in Höhe von Fr. 1'130.– (gerundet) zuzusprechen. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-3285/2021 

Seite 22 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Das Bundesverwaltungsgericht entrichtet der als amtlicher Rechtsbeistän-

din eingesetzten Rechtsvertreterin ein Honorar in der Höhe von insgesamt 

von Fr. 1'130.–. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Walter Lang Philipp Reimann 

 

 

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