# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0512911c-a39b-5b71-ab8a-44b448456048
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-06-09
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 09.06.2015 SK.2014.55
**Docket/Reference:** SK.2014.55
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_SK-2014-55_2015-06-09

## Full Text

Mehrfache qualifizierte Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. Ziff. 2 StGB sowie Art. 29 lit. a, b und c StGB) sowie Gehilfenschaft dazu (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. Art. 25 und 26 StGB), mehrfache Misswirtschaft (Art. 165 Ziff. 1 i.V.m. Art. 29 lit. a, b und c StGB) sowie Gehilfenschaft dazu (Art. 165 Ziff. 1 i.V.m. Art. 25 und 26 StGB), Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 1 StGB), Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 Abs. 2 StGB), Lagern falschen Geldes (Art. 244 Abs. 1 und 2 i.V.m. Art....;;Mehrfache qualifizierte Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. Ziff. 2 StGB sowie Art. 29 lit. a, b und c StGB) sowie Gehilfenschaft dazu (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. Art. 25 und 26 StGB), mehrfache Misswirtschaft (Art. 165 Ziff. 1 i.V.m. Art. 29 lit. a, b und c StGB) sowie Gehilfenschaft dazu (Art. 165 Ziff. 1 i.V.m. Art. 25 und 26 StGB), Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 1 StGB), Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 Abs. 2 StGB), Lagern falschen Geldes (Art. 244 Abs. 1 und 2 i.V.m. Art....;;Mehrfache qualifizierte Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. Ziff. 2 StGB sowie Art. 29 lit. a, b und c StGB) sowie Gehilfenschaft dazu (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. Art. 25 und 26 StGB), mehrfache Misswirtschaft (Art. 165 Ziff. 1 i.V.m. Art. 29 lit. a, b und c StGB) sowie Gehilfenschaft dazu (Art. 165 Ziff. 1 i.V.m. Art. 25 und 26 StGB), Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 1 StGB), Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 Abs. 2 StGB), Lagern falschen Geldes (Art. 244 Abs. 1 und 2 i.V.m. Art....;;

Urteil vom 9. Juni 2015 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, 

Walter Wüthrich und Daniel Kipfer Fasciati,  

Gerichtsschreiber David Heeb  

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch 

Hansjörg Stadler, Staatsanwalt des Bundes, 

 

und 

 

als Privatklägerschaft: 

 

1. D., vertreten durch Rechtsanwalt Dominique Mül-

ler,  

 

2. E., vertreten durch Rechtsanwältin Lara Pozzoli,  

 

3. Erbengemeinschaft des †F., bestehend aus G. 

und H., vertreten durch Rechtsanwältin Lara Poz-

zoli,  

gegen 

 

1. A., erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt Alexan-

der R. Lecki,  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t  

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: SK.2014.55 

- 2 - 

 

 

2. B., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dominik 

Rothacher,  

 

3. C., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Ralph 

Wiedler Friedmann,  

 

 

Gegenstand  Mehrfache qualifizierte Veruntreuung sowie Gehilfen-

schaft dazu, Misswirtschaft sowie Gehilfenschaft da-

zu, mehrfache Geldwäscherei, Urkundenfälschung, 

Lagern falschen Geldes, Widerhandlungen gegen 

das Finanzmarktaufsichtsgesetz, Widerhandlungen 

gegen das Waffengesetz 

- 3 - 

 

Anträge der Bundesanwaltschaft: 

I. 

A. 

1. Der Beschuldigte A. sei schuldig zu sprechen: 

- der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 
i.V.m. Ziff. 2 StGB sowie Art. 29 lit. a und b StGB;  

- der mehrfachen Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 i.V.m. Art. 29 lit. a und 
b StGB;  

- der mehrfachen Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB;  

- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Finanzmarktaufsichtsgesetz im Sinne 
von Art. 45 Abs. 1 FINMAG;  

- der Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a 
i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. a und Art. 5 Abs. 1 lit. a WG. 

2. A. sei zu verurteilen zu einer Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren. 

3. Es sei der Kanton Zürich als Vollzugskanton zu bestimmen. 

4. A. seien an Kosten aufzuerlegen: 

- Fr. 12'500.00 Anteil Gebühr im Vorverfahren 

- Fr. 17'988.55 Anteil Auslagen im Vorverfahren 

- Fr. 1'000.00 als Anteil Gebühr Bundesanwaltschaft Hauptverhandlung 

- sowie die Gebühren des Gerichts in von diesem zu bestimmender Höhe. 

B. 

1. Der Beschuldigte B. sei schuldig zu sprechen: 

- der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 
i.V.m. Ziff. 2 sowie Art. 29 lit. a und c StGB;  

- der mehrfachen Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 i.V.m. Art. 29 lit. c 
StGB;  

- der mehrfachen Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB; 

- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Finanzmarktaufsichtsgesetz im Sinne 
von Art. 45 Abs. 1 FINMAG;  

- des Lagerns falschen Geldes im Sinne von Art. 244 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 und i.V.m. 
Art. 250 StGB. 

- 4 - 

 

2. B. sei zu verurteilen zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren. 

3. Es sei der Kanton Zürich als Vollzugskanton zu bestimmen. 

4. B. seien Fr. 12'000.00 an Verfahrenskosten aufzuerlegen, zuzüglich die Gebühren 
des Gerichts in von diesem zu bestimmender Höhe. 

5. Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt Dominik Rothacher, sei aus der Gerichts-
kasse für den noch ausstehenden Honorarbetrag zu entschädigen. Im Falle einer 
Verurteilung habe B., soweit im Stande, der Gerichtskasse in vollem Umfang Ersatz 
zu leisten.  

C. 

1. Der Beschuldigte C. sei schuldig zu sprechen: 

- der Gehilfenschaft zu mehrfacher qualifizierter Veruntreuung im Sinne von Art. 138 
Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. Ziff. 2 StGB und Art. 25 und 26 StGB; 

- der Gehilfenschaft zu mehrfacher Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB 
i.V.m. Art. 25 und 26 StGB; 

- der mehrfachen Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB; 

- des Lagerns falschen Geldes im Sinne von Art. 244 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 250 
StGB;  

- der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 Abs. 2 StGB. 

2. C. sei zu verurteilen zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren, davon seien ihm die ver-
büssten Tage in Sicherheitshaft anzurechnen. 

3. Es sei der Kanton Zürich als Vollzugskanton zu bestimmen. 

4. C. seien Fr. 12'000.00 an Verfahrenskosten aufzuerlegen, zuzüglich die Gebühren 
des Gerichts in von diesem zu bestimmender Höhe. 

5. C. sei bis zum Urteil in Sicherheitshaft zu belassen und er sei im Falle der Verurteilung 
zu einer unbedingten oder teilbedingten Strafe zur Sicherung des Strafvollzugs in der 
Schweiz in Anwendung von Art. 231 Abs. 1 lit. a StPO weiterhin in Sicherheitshaft zu 
behalten. 

6. Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt Ralph Wiedler Friedmann, sei aus der Ge-
richtskasse für den noch ausstehenden Honorarbetrag zu entschädigen. Im Falle ei-
ner Verurteilung habe C., soweit im Stande, der Gerichtskasse in vollem Umfang Er-
satz zu leisten. 

II. 

Das beschlagnahmte Falschgeld, die wertlosen ausländischen Noten und Waffen, aufge-
führt in Ziff. 4.1.1, 4.3.1, 4.3.3 und 4.4.2 der Anklageschrift, seien in Anwendung von 
Art. 69 StGB zur Vernichtung einzuziehen. 

 

- 5 - 

 

Anträge des Privatklägers D.: 

1. Die beschuldigten Personen A., B. und C. seien solidarisch zu verpflichten, dem Pri-
vatkläger D. EUR 1'218'590.21 zuzüglich folgender Zinsen zu bezahlen: 

- 5% auf EUR 1'500'000.00 vom 07.06.2007 bis 22.11.2007;  

- 5% auf EUR 1'470'000.00 vom 23.11.2007 bis 26.12.2007; 

- 5% auf EUR 1'450'000.00 vom 27.12.2007 bis 14.07.2008;  

- 5% auf EUR 1'417'225.00 vom 15.07.2008 bis 12.08.2008;  

- 5% auf EUR 1'387'225.00 vom 13.08.2008 bis 23.09.2008;  

- 5% auf EUR 1'357'225.00 vom 24.09.2008 bis 30.10.2008;  

- 5% auf EUR 1'327'225.00 vom 31.10.2008 bis 06.01.2009;  

- 5% auf EUR 1'267'225.00 vom 07.01.2009 bis 02.03.2009;  

- 5% auf EUR 1'237'225.00 vom 03.03.2009 bis 01.03.2015;  

- 5% auf EUR 1'218'590.21 ab 02.03.2015. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der beschuldigten Personen. 

 

Anträge des Privatklägers E.: 

1. Die beschuldigten Personen A., B. und C. seien solidarisch zu verpflichten, dem Pri-
vatkläger E. den Betrag von EUR 290'673.04 zuzüglich folgender Zinsen zu bezahlen: 

- 5% auf EUR 350'000.00 vom 16.11.2007 bis 06.01.2009; 

- 5% auf EUR 299'813.51 vom 08.01.2009 bis 01.03.2015; 

- 5% auf EUR 290'673.04 ab 02.03.2015. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der beschuldigten Personen A., 
B. und C.. 

 

Anträge der Privatklägerin Erbengemeinschaft des †F. 

1. Die beschuldigten Personen A., B. und C. seien solidarisch zu verpflichten, der Pri-
vatklägerin Erbengemeinschaft des †F., bestehend aus G. und H., den Betrag von 
EUR 301'845.77 zuzüglich folgender Zinsen zu bezahlen: 

- 5% auf EUR 310'000.00 vom 28.11.2007 bis 01.03.2015;  

- 5% auf EUR 301'845.77 ab 02.03.2015. 

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2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der beschuldigten Personen A., 
B. und C.. 

 

Anträge der Verteidigung von A.: 

1. Es sei der Beschuldigte vom Vorwurf der Veruntreuung nach Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 
i.V.m. Ziff. 2 StGB; dem Vorwurf der Misswirtschaft nach Art. 165 Ziff. 1 i.V.m. Art. 29 
lit. a bis c StGB; dem Vorwurf der Geldwäscherei nach Art. 305bis Ziff. 1 StGB und 
dem Vorwurf der Widerhandlung gegen das Finanzmarktaufsichtsgesetz nach Art. 45 
Abs. 1 FINMAG gesamthaft freizusprechen. 

2. Es sei der Beschuldigte wegen fahrlässiger Widerhandlung gegen das Waffengesetz 
nach Art. 33 Abs. 2 WG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. a und Art. 5 Abs. 1 lit. a WG schuldig 
zu sprechen und mit Busse zu bestrafen. 

3. Es seien die Zivilklagen der Geschädigten auf den Zivilweg zu verweisen, insoweit 
überhaupt darauf aus prozessualen Gründen eingetreten werden kann. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse. 

 

Anträge der Verteidigung von B.: 

1. Der Beschuldigte B. sei freizusprechen von den Vorwürfen 

- der Veruntreuung; 

- der Misswirtschaft; 

- der Geldwäscherei und  

- des Lagerns falschen Geldes. 

2. Der Beschuldigte B. sei schuldig zu sprechen 

- der Widerhandlung gegen das Finanzmarktaufsichtsgesetz, begangen am 23. Juni 
2010, 

und hierfür mit einer bedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen à Fr. 40.00 zu bestra-
fen. Die Probezeit sei auf 3 Jahre festzusetzen. 

Eventualiter sei B. im Falle einer Verurteilung in den übrigen Anklagepunkten der voll-
umfängliche bedingte Strafvollzug zu gewähren. 

3. Von einem Widerruf des Strafmandates des Bezirksstatthalteramtes Arlesheim vom 
23. Oktober 2006 sei abzusehen. 

4. Die beschlagnahmte externe Harddisk gemäss Ziff. 4.2.1 der Anklage sei an den Be-
schuldigten B. herauszugeben.  

5. Die Zivilklagen seien vollumfänglich abzuweisen. 

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Eventualiter seien die Zivilforderungen auf den Zivilweg zu verweisen. 

6. Die Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten lediglich teilweise aufzuerlegen, im 
Umfang wie sie durch den Verfahrensteil der Widerhandlung gegen das FINMAG ent-
standen sind. 

7. Rechtsanwalt Dominik Rothacher sei als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten B. 
ein Honorar gemäss eingereichter Kostennote zuzusprechen. 

 

Anträge der Verteidigung von C.: 

1. Der Beschuldigte sei in allen Anklagepunkten von Schuld und Strafe freizusprechen. 

2. Die Zivilforderungen der Privatklägerschaft seien abzuweisen. 

 Eventualiter seien die Zivilforderungen auf den Zivilweg zu verweisen.  

3. Gegen die beantragte Einziehung gemäss Ziff. 4.1.1 der Anklageschrift sei nichts ein-
zuwenden. 

4. Die Kosten des Verfahrens sowie der amtlichen Verteidigung seien ausgangsgemäss 
auf die Staatskasse zu nehmen. Dem Beschuldigten sei für seine Umtriebe eine Ent-
schädigung von Fr. 5'000.00 zuzusprechen.  

 

Prozessgeschichte: 

A. Am 20. Juli 2009 eröffnete die Bundesanwaltschaft nach Massgabe der damals 

geltenden Vorschriften von Art. 101 ff. des Bundesgesetzes über die Bundesstraf-

rechtspflege (BStP) unter dem Operationsnamen I. (Verfahrensnummer 

SV.09.0107) ein gerichtspolizeiliches Ermittlungsverfahren gegen C. sowie wei-

tere, teils unbekannte Personen wegen Falschgelddelikten sowie Betrugs (cl. 1 

pag. 01-00-0-0001). Im Laufe der Strafuntersuchungen traten zusehends Vermö-

gens- und Konkursdelikte in den Vordergrund. Das Verfahren wurde mehrfach 

sachlich und personell ausgedehnt, so unter anderem am 5. Oktober 2010 auf B. 

(cl. 1 pag. 01-00-00-0009). Im Rahmen der Ermittlungen entstand aufgrund der 

Aussagen von C. und der Auswertung von Bankdokumenten durch die Bundeskri-

minalpolizei (nachfolgend: BKP) der Verdacht, dass A. als Geschäftsführer und B. 

als Mitarbeiter mit selbstständigen Entscheidungsbefugnissen im Bereich der Ver-

mögensverwaltung und später als Mitglied der Geschäftsleitung von der auf Ver-

mögensverwaltung und sonstige Finanzdienstleistungen spezialisierten Firma J. 

Ltd. im Zusammenhang mit der treuhänderischen Annahme von Kundengeldern 

von D. sowie den Brüdern E. und †F. im Gesamtbetrag von über EUR 2 Mio, die 

Geldanlagen von 2007 bis 2009 entgegen den vertraglichen Abmachungen illegal 

- 8 - 

 

für sich und Dritte verwendet hätten. C. wurde verdächtigt, unterstützend mitge-

wirkt zu haben. Mit Verfügung der Bundesanwaltschaft vom 23. Mai 2011 wurde 

das Strafverfahren wegen des Verdachts des Betrugs und eventuell der Verun-

treuung im genannten Zusammenhang ausgedehnt (cl. 15 pag. AB-01-00-00-0001 

f.). Die Bundesanwaltschaft vereinigte gleichentags das Verfahren gegen die J. 

Ltd. – bzw. deren Organe A. und B. – und gegen C. in der Hand der Bundesbehör-

den (cl. 1 pag. 02-00-00-0013, …-0015). Sie dehnte das Verfahren am 24. Oktober 

2011 gegen A. auf den Tatbestand der Urkundenfälschung und am 2. November 

2011 auf den Tatbestand der Widerhandlungen gegen das Waffengesetz aus 

(cl. 15 pag. AB-01-00-00-0007, …-0010). 

B. Am 30. Januar 2013 erstattete die Bundesanwaltschaft beim Eidgenössischen Fi-

nanzdepartement, Generalsekretariat, (nachfolgend: EFD) Strafanzeige gegen A. 

und B. wegen Widerhandlungen gegen das Bundesgesetz über die Eidgenössi-

sche Finanzmarktaufsicht (FINMAG, SR 956.1) und ersuchte gleichzeitig um Ver-

fahrensvereinigung (cl. 15 pag. AB-01-00-00-0011, …-0013). Es bestand der drin-

gende Verdacht, dass A. und B. wiederholt und vorsätzlich falsche Auskünfte ge-

genüber der Selbstregulierungsorganisation SRO PolyReg (nachfolgend: SRO Po-

lyReg) erteilt hätten, bei welcher die J. Ltd. angeschlossen war. Am 6. Februar 

2013 eröffnete das EFD gegen A. und B. ein Verwaltungsstrafverfahren wegen 

Verdachts auf Widerhandlungen gegen Art. 45 FINMAG (cl. 15 pag. AB-01-00-00-

0016). Mit Verfügung vom 12. Februar 2013 überwies sie das Verfahren gestützt 

auf Art. 51 Abs. 1 FINMAG zwecks Vereinigung mit dem Verfahren I. an die Bun-

desanwaltschaft (cl. 15 pag. AB-01-00-00-0014 f.). 

C. Die Bundesanwaltschaft dehnte das Verfahren mehrfach sachlich weiter aus, so 

am 12. Februar 2013 gegen A. und B. auf den Tatbestand der Misswirtschaft und 

der Widerhandlung gegen das FINMAG (cl. 15 pag. AB-01-00-00-0017 f.), am 

24. Juli 2014 gegen C., B. und A. auf den Tatbestand der Geldwäscherei (cl. 15 

pag. AB-01-00-00-0021 f.), am 27. August 2014 gegen C. wegen Teilnahme am 

Tatbestand der Misswirtschaft (15 pag. AB-01-00-00-0023) und am 15. September 

2014 gegen C. auf den Tatbestand der Falschbeurkundung (cl. 15 pag. AB-01-00-

00-0024). Sie vereinigte am 11. Dezember 2014 das Verfahren in Bezug auf alle 

erwähnten Tatbestände in der Hand der Bundesbehörden (cl. 15 pag. AB-02-00-

00-0015, …-0017). 

D. Am 2. Oktober 2013 trennte die Bundesanwaltschaft wegen des grossen Umfangs 

der Untersuchung und mit Blick auf das Beschleunigungsgebot das gerichtspoli-

zeiliche Ermittlungsverfahren gegen die Beschuldigten A., B. und C. vom ursprüng-

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lichen Falschgeldverfahren I. ab und führte dieses separat unter dem Operations-

namen I. PLUS (Verfahrensnummer: SV.13.1251-SH) weiter (cl. 15 pag. AB-03-

00-00-0001, …-0003).  

E. Die Bundesanwaltschaft führte vom 15. April 2009 bis 15. Oktober 2009 eine rück-

wirkende Teilnehmeridentifikation (Telefonkontrolle) der Anschlüsse von C. durch 

(cl. 1 pag. 09-00-00-0139, …-0329). Am Geschäftsdomizil der J. Ltd., am Privat-

domizil von C., B. und A. sowie im Geschäftsbüro von A. wurden in der Zeit vom 

13. Januar 2010 bis am 8. März 2013 Hausdurchsuchungen durchgeführt und di-

verse Gegenstände sichergestellt, wobei die beweisrelevanten Gegenstände und 

Vermögenswerte sowie sämtliche elektronischen Daten von der Bundesanwalt-

schaft beschlagnahmt wurden (cl. 1 pag. 08-13-00-0004, ...-0022; pag. 08-14-00-

0007, …-0040; cl. 19 pag. 08-00-00-0001, …-0088). Sämtliche gesicherten Daten 

wurden zuhanden der Verfahrensakten zugänglich gemacht. Im Zeitraum 22. Juli 

2011 bis 18. Juli 2013 verlangte die Bundesanwaltschaft Bankunterlagen bezüg-

lich der J. Ltd. heraus (cl. 15 pag. AB-07-01-00-0001, …-300 [Bank K.]; cl. 16 pag. 

AB-07-02-00-0001, …-0400 [Bank L.]; cl. 17 pag. AB-07-03-00-0001, …-0142 

[Bank M. Zürich]; cl. 18 pag. AB-07-06-00-0001, …-0019 [Bank N.]; cl. 18 pag. AB-

07-08-00-0001, …-0080 [Bank O.]). Gestützt auf die Editionsverfügungen der Bun-

desanwaltschaft wurden durch die Bundeskriminalpolizei und das Kompetenzzent-

rum Wirtschaft und Finanzen (CCWF) weitere ergänzende Editionen veranlasst. 

Vom 30. Januar 2012 bis 9. September 2014 verlangte die Bundesanwaltschaft 

unter anderem von verschiedenen Institutionen und Gesellschaften Akten bezüg-

lich der Geschäftstätigkeit der J. Ltd. und sonstige strafrelevanten Akten heraus, 

welche in Zusammenhang mit den Kapitalanlagen von D. sowie den Brüdern E. 

und †F. standen (cl. 17 pag. AB-07-04-00-0001, …-0228 [P. Rechtsanwälte]; cl. 17 

pag. AB-07-05-00-0001, …-0125 [SRO PolyReg]; cl. 18 pag. AB-07-07-00-0001, 

…-0062 [Q. AG]; cl. 71 pag. AB-B36-10-00-0023 f. [Oberzolldirektion Bern]; cl. 34 

pag. AB-18-01-00-0014 f. [Konkursamt Zürich Altstadt]; cl. 34 pag. AB-02-00-0001 

f. [Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich]; cl. 34 pag. AB-18-03-00-0001 f. 

[Staatsanwaltschaft des Kantons Zug]; cl. 35 pag. AB-18-04-00-0001, …-0008 

[Rechtshilfeersuchen Italien]; cl. 35 pag. AB-18-05-00-0001 f. [Eidgenössische Fi-

nanzmarktaufsicht FINMA]; cl. 35 pag. AB-18.09-00-0001 [Handelsregisteramt 

Schwyz]). Vom 16. September 2011 bis 7. Juni 2012 gaben D., E. und weitere 

beteiligte Personen verfahrensrelevante Unterlagen zu den Einlegerakten der Bun-

desanwaltschaft (cl. 32 pag. AB-15-01-00-0001, …-0072; cl. 32 pag. AB-15-02-00-

0007, …-0018; cl. 24 pag. AB-12-10-00-0021, …0058; cl. 25 pag. 12-11-00-106, 

…-0134; cl. 19 pag. AB-01-00-00-0176, …-0193). 

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F. Die Bundesanwaltschaft erhob am 29. Dezember 2014 (Datum der Anklageschrift: 

22. Dezember 2014) beim Bundesstrafgericht Anklage gegen A. wegen Veruntreu-

ung (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. Ziff. 2 StGB), Misswirtschaft (Art. 165 Ziff. 1 

StGB), Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 1 StGB), Widerhandlung gegen das Finanz-

marktaufsichtsgesetz (Art. 45 Abs. 1 FINMAG) und Widerhandlung gegen das 

Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. a und Art. 5 Abs. 1 lit. a 

WG), gegen B. wegen Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. Ziff. 2 StGB), 

Misswirtschaft (Art. 165 Ziff. 1 StGB), Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 1 StGB), La-

gern falschen Geldes (Art. 244 Abs. 1 und 2 i.V.m. Art. 250 StGB) und Widerhand-

lung gegen das Finanzmarktaufsichtsgesetz (Art. 45 Abs. 1 FINMAG) und gegen 

C. wegen Gehilfenschaft zur Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. Art. 25 

und 26 StGB), Gehilfenschaft zur Misswirtschaft (Art. 165 Ziff. 1 i.V.m. Art. 25 und 

26 StGB), Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 1 StGB), Urkundenfälschung (Art. 251 

Ziff. 1 Abs. 2 StGB) und Lagern falschen Geldes (Art. 244 Abs. 1 i.V.m. Art. 250 

StGB).  

G. Mit Schreiben des Bundesstrafgerichts vom 5. Februar 2015 erhielt die Bundesan-

waltschaft Gelegenheit, die Anklageschrift im Zusammenhang mit den Tatvorwür-

fen der Veruntreuung und der Misswirtschaft zu verdeutlichen. Das Bundesstraf-

gericht behielt sich im Sinne von Art. 344 StPO vor, den Vorwurf der Misswirtschaft, 

soweit B. und Tatzeiten vor dem 22. September 2008 betreffend, auch unter dem 

Aspekt der Gehilfenschaft zu Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 i.V.m. Art. 26 

StGB zu würdigen (cl. 76 pag. 76-300-006 f.).  

H. Die Bundesanwaltschaft reichte am 19. Februar 2015 beim Bundesstrafgericht 

eine ergänzte Anklageschrift ein (cl. 76 pag. 76-110-001, …-049). In Bezug auf 

den Anklagevorwurf gegen A. und B. wegen Misswirtschaft (Art. 165 Ziff. 1 StGB) 

erhob sie neu Anklage in Verbindung mit der Verletzung von Vertretungsverhält-

nissen (Art. 29 lit. a–c StGB).  

I. Im Rahmen der Prozessvorbereitung holte das Gericht die erforderlichen Beweis-

mittel zu den persönlichen Verhältnissen und im Zusammenhang mit der J. Ltd. 

ein (cl. 76 pag. 76-221-001, …-291-119).  

J. Mit Schreiben vom 2. April 2015 teilte das Bundesamt für Justiz dem Bundesstraf-

gericht mit, dass C. am 1. April 2015 aufgrund eines Auslieferungsgesuches von 

Italien in Auslieferungshaft versetzt worden sei (cl. 76 pag. 76-661-001 f.). Es er-

suchte im Hinblick auf die Aufrechterhaltung der Auslieferungshaft um Mitteilung, 

ob C. im Wirtschaftsstrafverfahren vor dem Bundesstrafgericht für den gleichen 

Sachverhalt, wie im beigelegten italienischen Auslieferungsgesuch dargelegt, ver-

folgt würde, widrigenfalls die Auslieferung vollzogen würde.  

- 11 - 

 

K. Am 7. April 2015 teilte das Bundesstrafgericht dem Bundesamt für Justiz mit, dass 

vor dem Bundesstrafgericht ein anderer Sachverhalt zur Beurteilung stehe, als der 

im Auslieferungsgesuch von Italien zugrunde liegende (cl. 76 pag. 76-331-001). 

Das Bundesamt für Justiz wurde ersucht, dafür besorgt zu sein, dass auch eine 

vorherige Auslieferung kein Teilnahmehindernis für C. an der Hauptverhandlung 

darstellen würde. 

L. Mit Verfügungen vom 4. April 2015 und 13. Mai 2015 wies das Bundesstrafgericht 

die Dispensationsgesuche von A. für die Hauptverhandlung ab (cl. 76 pag. 76-300-

009 f.; cl. 76 pag. 75-300-011 f.).  

M. Vom 19. bis 21. Mai 2015 sowie 9. Juni 2015 fand die Hauptverhandlung am Sitz 

des Bundesstrafgerichts statt (cl. 76 pag. 76-920-001, …-017). 

N. Soweit das Urteil die Beschuldigten A. und B. betrifft, ist es von Amtes wegen 

schriftlich zu begründen. Mit Eingabe vom 15. Juni 2015 verzichtete der Verteidiger 

von C. auf eine schriftliche Begründung des Urteils (cl. 76 pag. 76-523-001). Die 

Privatklägerschaft verlangte keine schriftliche Begründung. Mit Eingabe vom 

17. Juni 2015 verlangte die Bundesanwaltschaft eine schriftliche Begründung des 

Urteils betreffend C. gemäss Art. 82 Abs. 2 lit. a StPO (cl. 76 pag. 76-510-004). 

O. Der Vorsitzende orientierte die amtlichen Verteidiger anlässlich der Urteilseröff-

nung summarisch über die Bemessung der ihnen zugesprochenen Honorare und 

wies auf die Möglichkeit hin, eine detaillierte Begründung vom Gericht verlangen 

zu können. Die Offizialverteidiger verzichteten am 11. Juni 2015 bzw. 15. Juni 2015 

auf eine schriftliche Begründung der ihnen zugesprochenen Honorare (cl. 76 

pag. 76-522-009 [B.]; cl. 76 pag. 76-523-001 [C.]). 

Auf weitere Sachverhaltsdarstellungen wird, soweit erforderlich, in den Erwägun-

gen Bezug genommen. 

 

Die Strafkammer erwägt: 

1. Prozessuales und Vorfragen  

1.1 Schriftliche Begründung 

Das vorliegende Urteil ist von Amtes wegen schriftlich zu begründen, soweit es die 

Beschuldigten A. und B. betrifft (Art. 82 Abs. 1 StPO), und im Übrigen nur, soweit 

es eine Partei verlangt (Art. 82 Abs. 2 StPO). Der Beschuldigte C. hat innert Frist 

- 12 - 

 

kein schriftlich begründetes Urteil verlangt, und die Privatklägerinnen haben sich 

nicht vernehmen lassen. Die Bundesanwaltschaft hat innert Frist in Bezug auf C. 

ein schriftlich begründetes Urteil verlangt. Demnach wird das Urteil im Folgenden 

– mit Ausnahme der Entschädigung für die Offizialverteidiger (vgl. lit. O) – vollstän-

dig begründet. 

1.2 Anwendbares Prozessrecht 

Die Schweizerische Strafprozessordnung (StPO) trat am 1. Januar 2011 in Kraft. 

Bis dahin wurde das Vorverfahren nach altem Prozessrecht (BStP) geführt. Ge-

mäss den geltenden Übergangsbestimmungen werden Verfahren, die am 1. Ja-

nuar 2011 hängig sind, grundsätzlich nach dem neuen Recht fortgeführt, wobei 

Verfahrenshandlungen, die bereits angeordnet oder durchgeführt worden sind, 

ihre Gültigkeit behalten (Art. 448 StPO). In concreto gelangt die StPO ohne Wei-

teres zur Anwendung. 

1.3 Zuständigkeit 

1.3.1 Nach Art. 22 StPO obliegt die Verfolgung und Beurteilung strafbarer Handlungen 

grundsätzlich den Kantonen, soweit sie nicht der Bundesgerichtsbarkeit unterste-

hen. Ist in einer Strafsache sowohl Bundes- als auch kantonale Zuständigkeit ge-

geben, kann der Staatsanwalt des Bundes die Vereinigung der Verfahren in der 

Hand der Bundesbehörden oder der kantonalen Behörden anordnen (Art. 26 

Abs. 2 StPO). Der Bundesgerichtsbarkeit unterstehen unter anderem Verbrechen 

und Vergehen des zehnten Titels des StGB betreffend Papiergeld und Banknoten 

(Art. 23 Abs. 1 lit. e StPO). Soweit in die kantonale Kompetenz fallende Tatbe-

stände (Veruntreuung, Misswirtschaft, Urkundenfälschung, Widerhandlung gegen 

das Waffengesetz) zur Anklage gelangen, ist die Verfolgung und Beurteilung von 

der Bundesanwaltschaft rechtsgültig in Bundeskompetenz überführt worden (cl. 1 

pag. 02-00-00-0013, …-0015; cl. 15 pag. AB-02-00-00-0015, …-0017). 

1.3.2 Gemäss Art. 50 Abs. 1 FINMAG ist das EFD verfolgende und urteilende Behörde 

bei Widerhandlungen gegen eine Strafbestimmung des FINMAG. Sind in einer 

Strafsache sowohl die Zuständigkeit des EFD als auch der Bundesgerichtsbarkeit 

oder der kantonalen Gerichtsbarkeit gegeben, so kann das EFD die Vereinigung 

der Strafverfolgung in der Hand der bereits mit der Sache befassten Strafverfol-

gungsbehörde anordnen, sofern ein enger Sachzusammenhang besteht, die Sa-

che noch nicht beim urteilenden Gericht hängig ist und die Vereinigung das lau-

fende Verfahren nicht in unvertretbarem Masse verzögert (Art. 51 Abs. 1 FIN-

MAG). Soweit der Tatbestand der Widerhandlung gegen das Finanzmarktauf-

sichtsgesetz zur Anklage gelangt, ist die Verfolgung und Beurteilung vom EFD mit 

- 13 - 

 

Verfügung vom 12. Februar 2013 gestützt auf Art. 51 Abs. 1 FINMAG rechtsgültig 

an die Bundesanwaltschaft überwiesen und von der Bundesanwaltschaft mit Ver-

einigungsverfügung vom 12. Februar 2013 in Bundeskompetenz überführt worden 

(cl. 15 pag. AB-01-00-00-0014 f; cl. 15 pag. AB-01-00-00-0017 f.). 

Die sachliche Zuständigkeit des Bundesstrafgerichts ist gegeben. 

1.4 Anklageprinzip 

1.4.1 Nach dem in Art. 9 Abs. 1 StPO festgeschriebenen Anklagegrundsatzes bestimmt 

die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunk-

tion). In der Anklageschrift sind (unter anderem) die der beschuldigten Person vor-

geworfenen Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tat-

ausführung möglichst kurz, aber genau zu bezeichnen (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO). 

Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den Schutz der Verteidigungsrechte der 

beschuldigten Person und garantiert den Anspruch auf rechtliches Gehör (Infor-

mationsfunktion; BGE 133 IV 235 E. 6.2 f.; BGE 126 I 19 E. 2a; je m.H.). Durch 

klare Umgrenzung des Prozessgegenstands und Vermittlung der für die Verteidi-

gung notwendigen Informationen soll dem Betroffenen ein faires Verfahren garan-

tiert werden. Entscheidend ist, dass der Beschuldigte genau weiss, was ihm kon-

kret vorgeworfen wird (Urteile des Bundesgerichts 6B_209/2010 vom 2. Dezember 

2010, E. 2.4; 6B_794/2007 vom 14. April 2008, E. 2.1, je m.w.H.). Gemäss Art. 350 

Abs. 1 StPO ist das Gericht an den in der Anklage umschriebenen Sachverhalt, 

nicht aber an dessen rechtliche Würdigung durch die Anklagebehörde gebunden. 

1.4.2 a) Die Verteidiger von A. und B. wandten im Plädoyer ein, die ergänzte Anklage-

schrift umschreibe das mittäterschaftliche Handeln von A. und B. in Bezug auf den 

Vorwurf der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung und der Misswirtschaft nicht 

genügend. In der Anklage würden die wesentlichen Fakten fehlen. Den Beschul-

digten werde so die Möglichkeit genommen, sich hinreichend zu verteidigen. 

b) Die Anklageschrift wirft den Beschuldigten A. und B. explizit Mittäterschaft vor. 

Diese umschreibt sie in Anklagepunkt 1.1.1 wie folgt "…gemeinsam, und im ar-

beitsteiligen, bewussten Zusammenwirken, wobei jeder mit den Tathandlungen 

des jeweils anderen einverstanden war …" (cl. 76 pag. 76-110-003). Die Anklage-

schrift weist mehrfach ausdrücklich darauf hin, dass A. und B. bei ihrem Vorgehen 

gemeinsam und koordiniert tätig waren. Das gemeinsame Vorgehen lässt keinen 

anderen Schluss zu, als dass es von einem gemeinsamen und koordinierten Wil-

lensentschluss getragen war. Ob letzteres tatsächlich der Fall ist, entscheidet sich 

auf Grund der Würdigung aller erhobenen Beweise, nicht exklusiv anhand der in 

- 14 - 

 

der Anklageschrift genannten subjektiven Indizien. Der äussere Ablauf des Ge-

schehens und die mittäterschaftliche Beteiligung der Beschuldigten ist mit der hin-

reichenden Klarheit geschildert, so namentlich in Bezug auf den Vertragsschluss 

mit D., wo A. und B. anwesend waren (cl. 76 pag. 76-110-004), die kollektive 

Bankunterschrift für die inkriminierten Gelder (cl. 76 pag. 76-110-006), das arbeits-

teilige Vorgehen bei den Kundenprofilen (cl. 76 pag. 76-110-008, …011), die ge-

meinsame Unterzeichnung zahlreicher Verträge (z.B. cl. 76 pag. 76-110-015) und 

die gemeinsamen Banküberweisungen per e-Banking von inkriminierten Geldern 

(z.B. cl. 76 pag. 76-110-019). Das bewusste mittäterschaftliche Zusammenwirken 

von A. und B. wird auch deutlich dadurch, dass diese bei ihrem Vorgehen, insbe-

sondere bei den Immobiliengeschäften in Italien, tatkräftig von C. unterstützt wur-

den. Die Umschreibung des Vorwurfs der Mittäterschaft von A. und B. ergibt sich 

damit in genügender Weise aus der Anklageschrift.  

1.4.3 a) Anlässlich des Parteivortrags rügte der Verteidiger von B. die Verletzung des 

Anklageprinzips in Bezug auf den Vorwurf der unrechtmässigen Verwendung der 

anvertrauten Vermögenswerte. Die Anklage beschränke sich im Rahmen der ein-

zelnen Tatvorwürfe stets und gleichlautend darauf zu behaupten, die Beschuldig-

ten hätten mit den jeweiligen Transaktionen den mit D. und den Gebrüdern E. und 

†F. abgeschlossenen Verträgen "zuwidergehandelt". Damit werde das angeblich 

strafbare Verhalten nicht genügend umschrieben. 

b) In objektiver Hinsicht wird A. und B. vorgeworfen, sie hätten die Kundengelder 

entgegen den vertraglichen Abmachungen (Kreditrating von mindestens "A or bet-

ter by Standard and Poor's or A2 or better by Moody's" / "middle risk to conserva-

tive") in risikobehaftete Finanzanlagen mit spekulativem Charakter investiert sowie 

leichtsinnig für Kredite in Form von Darlehen verwendet. Solche Investitionen las-

sen vernünftigerweise nur den Schluss auf eine Verletzung der vertraglichen An-

sprüche der Treugeber zu. Somit genügt die Sachverhaltsumschreibung in der An-

klageschrift in Bezug auf die vertragswidrige Verwendung der anvertrauten Kun-

dengelder den Erfordernissen des Akkusationsprinzips. 

1.4.4 a) Der Verteidiger von B. erhob im Rahmen des Parteivortrags den Vorwurf, die 

Anklageschrift sei in subjektiver Hinsicht in Bezug auf den Tatbestand der qualifi-

zierten Veruntreuung nicht hinreichend detailliert. Die Anklage hätte umschreiben 

sollen, weshalb die Beschuldigten den Vorsatz gehabt haben sollen, den obliga-

torischen Anspruch zu vereiteln. Schliesslich hätte die Anklage die subjektiven Un-

rechtselemente der Schädigungs- und Bereicherungsabsicht mit äusseren Tatsa-

chen belegen sollen. 

- 15 - 

 

b) Die Anklage wirft dem Beschuldigten A. und B. bei jedem einzelnen Anklage-

sachverhalt vor, sie hätten wissentlich und willentlich gehandelt sowie in der Ab-

sicht, die Geldgeber zu schädigen und die J. Ltd. zu bereichern. Ob dies der Fall 

ist, entscheidet sich auf Grund der Würdigung aller erhobenen Beweise, nicht ex-

klusiv anhand der in der Anklageschrift gegebenenfalls genannten subjektiven In-

dizien. Das gilt auch für weitergehende subjektive Erfordernisse wie etwa die Be-

reicherungsabsicht bei der Veruntreuung. Ein durch die Anklageschrift definierter 

numerus clausus von Indizien für die Bejahung des subjektiven Tatbestandes 

ergibt sich aus dem Anklagegrundsatz nicht. Vorliegend steht ausser Frage, dass 

die Anklage den Beschuldigten hinreichend klar vorwirft, sie hätten die Vermö-

gensdelikte vorsätzlich und mit Schädigungs- und Bereicherungsabsicht began-

gen.  

Die Rüge der Verletzung des Anklagegrundsatzes ist demnach unbegründet. 

1.5 Prinzip des fairen Verfahrens (fair trial) 

1.5.1 Der Begriff fair trial gibt dem Betroffenen den Anspruch, dass seine Sache in billi-

ger Weise öffentlich gehört wird. Der Grundsatz ist in Art. 6 Ziff. 1 EMRK verankert 

und hat innerstaatlich in Art. 29 Abs. 1 BV resp. Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO seinen 

Niederschlag gefunden (JOSITSCH, Grundriss des schweizerischen Strafprozess-

rechts, Zürich/St. Gallen 2013, 2. Aufl., § 6 N. 33).  

1.5.2 a) Der Verteidiger von A. rügte im Rahmen seines Plädoyers, die Bundesanwalt-

schaft habe nicht in gleichem Masse nach be- und entlastenden Tatsachen "ge-

forscht". Anhand einer enumerativen Aufzählung legte er dar, welche für seinen 

Mandanten entlastenden Beweismassnahmen die Anklagebehörde unterlassen 

("nicht geprüft") habe (z.B. nicht geprüft, wann welche Verträge mit welchem Inhalt 

zustande gekommen seien).  

b) Die Möglichkeit, Beweisanträge zu stellen, ist Ausfluss des rechtlichen Gehörs. 

Der Verteidiger von A. hätte bis zum Schluss des Beweisverfahrens an der Haupt-

verhandlung die Möglichkeit gehabt, entsprechende Beweisanträge zu stellen. Sol-

che erfolgten nicht. Im Übrigen ist eine Voreingenommenheit der Untersuchungs-

behörde zum Nachteil der Beschuldigten nicht ersichtlich. Die entsprechende 

Rüge geht daher fehl. 

2. A. und B. gemeinschaftlich 

2.1 Mehrfach gemeinschaftlich begangene qualifizierte Veruntreuung (AP 1.1.1) 

- 16 - 

 

2.1.1 Gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 und 3 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf 

Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer ihm anvertraute Vermögenswerte unrecht-

mässig in seinem oder eines anderen Nutzen verwendet. Die Rechtsprechung hat 

als ungeschriebenes, aber implizit vom Tatbestand im Element "unrechtmässig" 

notwendig vorausgesetztes zusätzliches Tatbestandsmerkmal den Eintritt eines 

Vermögensschadens angenommen (vgl. z.B. NIGGLI/RIEDO, in: Niggli/Wiprächti-

ger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Aufl., Basel 2013, Art. 138 StGB 

N. 103 ff. mit Hinw. auf Lehre und Praxis). Der Vermögensschaden liegt nach ge-

nereller strafrechtlicher Begrifflichkeit vor, wenn der obligatorische Anspruch des 

Treugebers auf Werterhaltung und/oder Rückerstattung der anvertrauten Vermö-

genswerte vereitelt ist. Die erhebliche Gefährdung eines Anspruchs kann als 

Schmälerung seines Werts für die Annahme eines Vermögensschadens genügen.  

Gemäss Art. 138 Ziff. 2 StGB geht die Strafdrohung bis zehn Jahre Freiheitsstrafe 

oder Geldstrafe für denjenigen, der die Tat als Mitglied einer Behörde, als Beam-

ter, als Vormund, Beistand, berufsmässiger Vermögensverwalter oder bei der Aus-

übung eines Berufes, Gewerbes oder Handelsgeschäfts, zu dem er durch eine 

Behörde ermächtigt ist, begeht.  

2.1.2 Die Bundesanwaltschaft wirft den Beschuldigten vor, zwischen Oktober 2007 und 

September 2009 als berufsmässige Vermögensverwalter gemeinsam die ihnen 

von ihren Kunden D. und den Brüdern E. und †F. zur Verwaltung anvertrauten 

Gelder im Umfang von insgesamt EUR 2.175 Mio. veruntreut zu haben, indem sie 

diese in eigenem Nutzen oder zum Nutzen Dritter verwendeten und ihre Anlage-

kunden im nämlichen Umfang schädigten. Der Vorwurf der Bundesanwaltschaft 

beruht im Wesentlichen auf dem Vorbringen, dass die inkriminierte Verwendung 

der Gelder den mit den Kunden geschlossenen Verträgen widersprochen hätte. 

Ihre ursprüngliche Annahme, wonach die Beschuldigten von Anfang an die Kun-

dengelder mittels Täuschung erhältlich gemacht und sie sich deshalb des Betrugs 

schuldig gemacht hätten, hat die Bundesanwaltschaft im Laufe des Verfahrens 

fallen gelassen. Sie geht damit wenigstens davon aus, dass sich eine anfängliche 

Absicht, die Gelder unrechtmässig zu verwenden, bzw. die anfängliche Bösgläu-

bigkeit der Beschuldigten nicht beweisen lasse. Zur Vorgeschichte der unter dem 

Titel der Veruntreuung inkriminierten Vorgänge ergibt sich in genereller Sicht für 

das Gericht aus den Akten und den verschiedenen Aussagen der diversen Betei-

ligten das Folgende. 

2.1.3 Im Frühjahr 2007 erwarb A. sämtliche Aktien der J. Ltd., deren Zweck Finanzge-

schäfte aller Art war, und er wurde bei dieser Gesellschaft als einzelzeichnungs-

berechtigter Geschäftsführer im Handelsregister eingetragen. Ebenfalls im Früh-

- 17 - 

 

jahr 2007 war der Vermögensberater R. auf der Suche nach Investitionsmöglich-

keiten für seinen Kunden D.. S. und C. überzeugten R. von der Möglichkeit, mit 

Geldanlagen bei der J. Ltd. in der Schweiz bei geringem Risiko mittels Handels 

mit Medium Term Notes (MTN) hohe Renditen zu erzielen. Für A. und seine neu 

übernommene Finanzfirma J. Ltd. ergab sich so im Frühjahr 2007 die Gelegenheit, 

mit D. in geschäftliche Beziehungen zu treten. D. war indirekt über R., S. und C. 

an B. gelangt, und dieser vermittelte ihn schliesslich an A.. Im Juni 2007 überwies 

D. das Investitionskapital von EUR 1.5 Mio. auf das J. Ltd.-Konto bei der Bank M.. 

Aufgrund seiner guten Kenntnisse des Finanzsektors, insbesondere aber auch 

durch die Informationen, welche ihm von B. und im Speziellen von C. zugetragen 

wurden, wusste A. um die Möglichkeit, im Geschäft mit MTN-Programmen hohe 

Gewinne zu erzielen. Allerdings beschränkten sich solche Geschäfte auf einen 

kleinen Kreis von Investoren, welche über mindestens ein Investitionskapital von 

EUR 10 Mio. verfügten. Es war insbesondere C., der in diesem Geschäft Potential 

sah, und der D. und dessen übrigen Beratern empfahl, solche Geschäfte mit A. 

und B. zu tätigen. Am 25. Mai 2007 unterzeichneten A., D. und C. als Zeuge eine 

Vereinbarung über die Investition von EUR 1.5 Mio. in ein Investitionsprogramm, 

wobei offenblieb, wie dieses Programm genau gestaltet sein sollte. Man beabsich-

tigte aber, die Gelder in ein MTN-Programm zu investieren, was sich auch aus der 

Vereinbarung ableiten lässt, insbesondere aufgrund der hohen Erträge und der 

kurzen Fälligkeiten von einem Monat. Vereinbart wurde ein fester Zins von 2% pro 

Monat und ein Risiko von höchstens S&P A oder Moody's A2. Vertragsparteien 

gemäss schriftlicher Vereinbarung waren einerseits A. als CEO der J. Ltd. und 

anderseits D.. A. eröffnete kurz darauf für das Investment von D. ein Konto bei der 

Bank M. im Namen der J. Ltd.. Im Juni 2007 überwies D. EUR 1.5 Mio. auf das 

Konto der Bank M.. Als wirtschaftlich an den Vermögenswerten Berechtigter und 

einziger Zeichnungsberechtigter wurde in den Kontoeröffnungsunterlagen A. an-

gegeben. In Bezug auf die wirtschaftliche Berechtigung gab sich A. zu Unrecht an. 

Der Betrag von EUR 1.5 Mio. wurde in einem Festgeld kurzfristig angelegt und der 

Zins betrug 4% pro Jahr. Es war offensichtlich, dass mit diesem Ertrag die Zins-

vereinbarung mit D. (2% pro Monat) nicht eingehalten werden konnte. Die J. Ltd. 

legte die Vermögenswerte zunächst, wie mit D. vereinbart, konservativ bei ver-

schiedenen Banken an, ohne aber auch nur annähernd die mit D. vereinbarten 

Erträge erzielen zu können. Den Akten lässt sich wenig dazu entnehmen, was in 

den folgenden Monaten bezüglich der Investitionsvereinbarung im Einzelnen ge-

schah. Jedenfalls ergibt sich daraus nicht, dass die Beschuldigten damals die Ab-

sicht gehabt hätten, sich das Geld selbst anzueignen oder es absprachewidrig und 

unrechtmässig ohne hinreichende Sicherheiten an Dritte weiterzugeben, diese da-

mit zu bereichern und die Kunden der J. Ltd. zu schädigen. Es gibt Aussagen, 

wonach D. mehr Geld hätte bringen sollen, um die Investition auf EUR 10 Mio. zu 

- 18 - 

 

ergänzen. Aus den Akten ergibt sich aber auch, dass A., B. und C. weitere Inves-

toren suchten, wohl um baldmöglichst den Kapitalumfang zu erreichen, welcher 

die Investition in ein MTN-Programm erlaubt hätte. Es wurden Möglichkeiten für 

die Investition in ein MTN-Programm gesucht. Die J. Ltd. war unter Druck, da D. 

auf seinem vertraglich vereinbarten Anspruch beharrte, monatlich seine Zinser-

träge von EUR 30'000.00 (2% von 1.5. Mio.) zu erhalten. Die J. Ltd. war entweder 

nicht in der Lage und bzw. oder nicht willens, die Zinszahlungen aus eigenen Mit-

teln zu leisten. Bis Ende September 2007, also vier Monate nach Abschluss der 

Vereinbarung, war keine Beteiligung an einem MTN-Programm erfolgt, und es gab 

damit auch nicht annähernd Erträge in einem Umfang, welche es erlaubt hätten, 

monatlich EUR 30'000.00 an D. zu zahlen. Da ein MTN-Programm nicht zustande 

kam und D. keine Zinsen bekam, hatte er bereits Ende September 2007 zum drit-

ten Mal bei der J. Ltd. sein Kapital zurückgefordert und kündigte das Agreement. 

Den Akten lässt sich dazu entnehmen, dass D. im September/Oktober 2007 im 

Glauben war, es beginne jetzt ein MTN-Programm, wie es vereinbart worden war. 

In diesem Glauben hielt er an der vorgängig ausgesprochenen Kündigung nicht 

fest, und in diesem Glauben wurde er vor allem dadurch bestärkt, dass er nun 

seitens der J. Ltd. Zahlungen erhielt, welche die J. Ltd. als Zinserträge aus den 

MTN-Geschäften deklarierte, obwohl sie keine solchen Geschäfte hat abschlies-

sen können und mit dem Kapital bisher keine Erträge erwirtschaftet hatte. Zur 

Überzeugung von D. muss auch beigetragen haben, dass R., der zwischen D. und 

A./B. instrumentale Geschäftsvermittler, ebenfalls in diesem Glauben war, seiner-

seits bestärkt durch gleichzeitige, fragwürdige, D. gegenüber nicht offengelegte 

Provisionszahlungen der J. Ltd. an ihn aus dem Investitionskapital der Kunden. 

Die J. Ltd. konnte somit ihre ursprüngliche Anlagestrategie wegen ungenügendem 

Kapital nicht umsetzen. D. wurde darüber aber im Ungewissen gelassen. Die Kün-

digung der MTN-Vereinbarung vom 25. Mai 2007 wurde von den Parteien nicht 

vollzogen, weil dies eine Rückzahlung des von D. investierten Kapitals beinhaltet 

hätte. Die Kündigung wurde gleichsam sistiert und die Vereinbarung behielt ihre 

Wirkungen für das investierte Kapital bis zur viel späteren Auflösung im Rahmen 

des Konkurses der J. Ltd.. Die J. Ltd. hatte sich damit bis im Herbst 2007 in eine 

unmögliche Situation gebracht: Sie hatte sich zu Zahlungen von Zinsen auf Kun-

denanlagen verpflichtet, für deren Erwirtschaftung sie über keine Geschäfte ver-

fügte. Sie liess die Kunden darüber im Unklaren. Anfangs Oktober 2007 wechselte 

die J. Ltd. ihre Strategie, indem A. namens der J. Ltd. ein Konto bei der Bank K. 

eröffnete, und zwar durch Vermittlung der Firma T. AG. Bei diesem Konto wurde 

als wirtschaftlich Berechtigter D. angegeben. A. und B. wurden als gemeinsam 

zeichnungsberechtigte Kontobevollmächtigte eingetragen. Bezüglich der Verfü-

gung über die Vermögenswerte auf dem Konto waren beide Beschuldigten damit 

gleichberechtigt, woraus sich ergibt, dass die zunächst untergeordnete Rolle von 

B. zumindest für dieses Konto nicht weiter bestand. B. und A. wurden, als in der 

- 19 - 

 

Folge das e-Banking eingeführt wurde, die Zugangscodes beider kollektiv Zeich-

nungsberechtigter zugänglich gemacht, womit beide auf diesem Konto Zahlungen 

auch ohne die direkte Mitwirkung des anderen auslösen konnten. Am 9. Oktober 

2007 erstellte B. einen Zahlungsauftrag, um den Betrag von EUR 1.5. Mio. vom 

Konto bei der Bank M. auf das Konto bei der Bank K. zu überweisen. A. unter-

zeichnete den Auftrag gleichentags, und am 11. Oktober 2007 ging der Betrag auf 

dem Konto bei der Bank K. ein. Ab diesem Tag waren A. und B. bezüglich der 

Verfügung über die D.-Gelder gleichberechtigt und -ermächtigt. Ab diesem Zeit-

punkt handelte B. gesellschaftsrechtlich als faktisches Organ der J. Ltd.. Seine 

Verantwortlichkeit für die nachfolgenden Zahlungen der J. Ltd. aus den Vermö-

genswerten von D. und den E. und †F. wird deshalb nicht durch die Tatsache be-

einflusst, dass er erst am 21. September 2008 in das Handelsregister eingetragen 

wurde.  

2.1.4 Die Beschuldigten hatten bis dahin die Absicht, die übernommenen Kundengelder 

ertragsbringend und mit einer bestimmten hohen Sicherheit anzulegen. Sie schei-

nen ursprünglich davon ausgegangen zu sein, die erforderlichen Erträge mit den 

genannten Geschäften erwirtschaften zu können. Als sich diese Möglichkeit zer-

schlug, begannen sie unkoordiniert in allerlei Ungesichertes zu investieren, und 

zwar mit Geld der Kunden in Geschäfte, in welche sie ihr eigenes Geld nicht ein-

gesetzt hätten. Das ergibt sich unter anderem daraus, dass für Zahlungen, welche 

eigentlich die J. Ltd. schuldete, zum Beispiel die angeblich vereinbarten Provisio-

nen für die Vermittler, ab initio Kundengelder des Kontos bei der Bank K. einge-

setzt wurden, nicht eigene der J. Ltd.. Der Zeitpunkt der Eröffnung des Kontos bei 

der Bank K. war der Zeitpunkt, ab welchem sich die Beschuldigten entschlossen 

haben, die Gelder nicht mehr vertragsgemäss zu verwenden, indem sie nun be-

gannen, die freien Mittel in Gold- und Immobiliengeschäfte zu investieren und als 

ungesicherte Darlehen an verschiedene Dritte weiterzugeben oder auch sich 

selbst anzueignen. Sie begannen, bei der Verwendung der Kundengelder die in 

den vertraglichen Grundlagen definierten Risikobeschränkungen zu missachten. 

Den Kunden gegenüber hielten sie diesen Umstand verborgen. In strafrechtlicher 

Hinsicht ist ihnen, soweit überhaupt, erst ab dem Zeitpunkt ein Vorwurf zu machen, 

als sich die ursprüngliche Anlagestrategie wegen ungenügenden Kapitals nicht 

umsetzen liess und gleichzeitig die Verpflichtungen der Investoren weiterliefen (ab 

Anklageschrift Ziff. 1.1.1.4 ff.). Dem entspricht, dass das Geld der Brüder E. und 

†F. schliesslich ganz einfach auf das gleiche Konto, auf welchem das Geld von D. 

lag, einbezahlt und mit diesem vermischt wurde. 

2.1.5 Ohne an dieser Stelle auf die Rollen der Beschuldigten und deren Wissen und 

Wollen im Einzelnen separat und ohne auf die inkriminierten einzelnen Bezüge 

und Überweisungen einzugehen, steht auf Grund der Akten das Folgende fest 

- 20 - 

 

(insbesondere auf Grund der Verträge [cl. 59 pag. AB-B24-08-00-085 ff.; cl. 59 

pag. AB-B24-08-00-0258 ff. und …276 ff.], der erstellten Kundenprofile [pag. ebd. 

…211 f., …253 f., …271 f.] und der Dokumente zur internen Zuständigkeit für die 

Kundenanlagen [Stammblätter, pag. ebd. …170, …241, …266]): In den äusseren 

Grundzügen sind die Vorgänge, insbesondere auch die Transaktionen, von den 

Beteiligten nicht bestritten; umstritten sind die Beteiligungsrollen und das Subjek-

tive, das Wissen und Wollen der Beschuldigten.  

Die Firma J. Ltd. hat im Sommer und Herbst 2007 durch ihre Verantwortlichen von 

D. und den Brüdern E. und †F. Gelder in Empfang genommen mit der vertraglich 

eingegangenen Verpflichtung, diese Gelder zu verwalten, anzulegen und dafür 

den Kunden einen bestimmten Ertrag (Zins) auszubezahlen. So haben darauf D. 

der J. Ltd. EUR 1.5 Mio., E. EUR 350'000.00 und †F. EUR 300'000.00 überwiesen. 

Die Firma J. Ltd. poolte diese Gelder schliesslich auf einem Konto bei der Bank 

K., an welchem die J. Ltd. berechtigt war und über welches A. und B. gemeinsam 

verfügen konnten. Hinsichtlich der Anforderungen an Ertrag und Sicherheit der 

Anlagen sowie weiterer Kautelen unterschied sich der Vertrag mit D. (Agreement 

Investment Management Program, cl. 59 pag. AB-B24-08-00-085 ff., übers. ebd. 

…098a.ff) von den beiden Verträgen mit den Brüdern E. und †F. (Fiduciary Agree-

ment, cl. 59 pag. AB-B24-08-00-0258 ff., ebd. …076ff). Aus diesen Unterlagen 

ergibt sich das Folgende:  

a) Vertragsverhältnis mit D.: Aufgrund der genannten Dokumente ist erstellt und 

im Übrigen auch nicht bestritten, dass A. als Manager (Verwalter) das Agreement 

mit D. als Investor unterschrieben hat. Demgemäss ist A. als alleiniger Administ-

rator der Geschäfts- und Verwaltungstätigkeit für D. eingesetzt. Er ist alleiniger 

Verwahrer des Anlagevermögens von EUR 1.5 Mio. des Kunden und von dessen 

Erträgen. Sodann ist er zuständig für die Sicherheit des Anlagevermögens. Er ist 

befugt, die Verwaltungs- und Anlagetätigkeit zu delegieren, bleibt aber verantwort-

lich für die Tätigkeiten der beauftragten Dritten. Das Investitionskapital ist mit mo-

natlich 2% zu verzinsen, unabhängig davon, ob die J. Ltd. mit dem Geld tatsächlich 

einen Ertrag in dieser Höhe erwirtschaftet. Und schliesslich bedürfen alle Ände-

rungen des Agreements der Schriftform und der beidseitigen Unterschrift. Aus 

dem Vertrag ergibt sich sodann, dass das Geld in den Handel mit frei handelbaren 

Finanzinstrumenten mit einem Rating von A oder besser investiert werden soll. 

Aus dem Kundenprofil ergibt sich, dass D. für diese Geschäfte kein Risiko 

wünschte (ebd. …211). Und schliesslich weist das von A. unterschriebene Stamm-

blatt des von B. eröffneten Dossiers des Kunden D. A. als verantwortliche Person 

aus; ein Stellvertreter für A. ist im Stammblatt nicht vorgesehen (ebd. …170).  

- 21 - 

 

b) Das Vertragsverhältnis mit E. beruht demgegenüber auf einer Treuhandverein-

barung (Fiduciary Agreement; ebd. …258 f., nachfolgend Fiduciary I, auf Papier 

der J. Ltd.). Sie ist von B. als Trustee für die J. Ltd. und von E. als Grantor unter-

schrieben (wobei die beiden Unterschriften je auf der falschen Seite angebracht 

worden sind). Die Vereinbarung nennt das Kundenprofil als integrierenden Be-

standteil des Vertragsverhältnisses; das Kundenprofil ist ebenfalls von B. und E. 

unterschrieben; auch A. hat ein Visum angebracht. Inhaltlich geht aus den beiden 

Dokumenten hervor, dass der Verwaltungsauftrag für die J. Ltd. Kauf und Verkauf 

von Obligationen, Aktien, Bezugsrechten, Trustanteilen, Edelmetallen und Fest-

geldern umfasst. Der Treugeber schuldet dem Treuhänder 0.5% der durchschnitt-

lichen Anlagesumme oder mindestens EUR 5'000.00 pro Jahr als Kommission. 

Der Beauftragte bzw. Treuhänder wird verpflichtet, das anvertraute Vermögen ge-

trennt von seinen eigenen Vermögenswerten aufzubewahren; der Treuhänder ver-

pflichtet sich, das Treugut samt Erträgen jederzeit auf einfachen Aufruf hin dem 

Treugeber herauszugeben. Aus dem Kundenprofil ergibt sich, dass der Treugeber 

für dieses Geschäft nicht über konservatives bzw. mittleres Risiko hinausgehen 

will. Das investierte Kapital wird mit monatlich 1.5% bzw. jährlich 18% vom Treu-

händer verzinst (Addendum, ebd. …252). Auch für dieses Kundendossier ist ein 

Stammblatt erstellt worden, welches A. als einzige verantwortliche Person ohne 

Vertreter ausweist und welches von A. selbst unterzeichnet ist (ebd. …241). 

c) Das Vertragsverhältnis mit †F. beruht auf denselben Vorgaben wie dasjenige 

mit seinem Bruder, auf der Treuhandvereinbarung (Fiduciary Agreement; ebd. 

…276 f., nachfolgend Fiduciary II, auf Papier der J. Ltd.). Sie ist von B. als Trustee 

für die J. Ltd. und von F. als Grantor unterschrieben. Auch A. hat das Dokument 

visiert. Die Vereinbarung nennt das Kundenprofil als integrierenden Bestandteil 

des Vertragsverhältnisses; das Kundenprofil ist ebenfalls von B. und F. unter-

schrieben, auch dieses Dokument hat A. visiert. Inhaltlich geht aus den beiden 

Dokumenten hervor, dass der Verwaltungsauftrag für die J. Ltd. Kauf und Verkauf 

von Obligationen, Aktien, Bezugsrechten, Trustanteilen, Edelmetallen und Fest-

geldern umfasst. Der Treugeber schuldet dem Treuhänder 0.5% der durchschnitt-

lichen Anlagesumme oder mindestens EUR 5'000.00 pro Jahr als Kommission. 

Der Beauftragte bzw. Treuhänder wird verpflichtet, das anvertraute Vermögen ge-

trennt von seinen eigenen Vermögenswerten aufzubewahren; der Treuhänder ver-

pflichtet sich, das Treugut samt Erträgen jederzeit auf einfachen Aufruf hin dem 

Treugeber herauszugeben. Aus dem Kundenprofil ergibt sich, dass der Treugeber 

für dieses Geschäft nicht über konservatives bzw. mittleres Risiko hinausgehen 

will. Das investierte Kapital wird mit monatlich 1.5% bzw. jährlich 18% vom Treu-

händer verzinst (Addendum, ebd. …252). Auch für dieses Kundendossier ist ein 

Stammblatt erstellt worden, welches A. als einzige verantwortliche Person ohne 

Vertreter ausweist und welches von A. selbst unterzeichnet ist (ebd. …266).  

- 22 - 

 

d) Gestützt auf diese vertraglichen Grundlagen übergaben D. der J. Ltd. EUR 1,5 

Mio. und die Brüder E. und †F. EUR 350'000.00 bzw. EUR 300'000.00. A. und B. 

überwiesen diese Gelder – teilweise nach einer Zwischenstation in einem Fest-

geldgeschäft bei der Bank M. – schliesslich auf ein bei der Bank K. speziell dafür 

auf den Namen der J. Ltd. eröffnetes Konto, über welches A. und B. gemeinsam 

verfügen konnten (Kollektivunterschrift für die Kundenbeziehung Nr. 1 bei der 

Bank K.).  

e) Vermögenswerte im Sinne des Tatbestandes sind alle geldwerten Positionen, 

die wirtschaftlich zum Vermögen eines anderen gehören (BGE 70 IV 71, 72). Das 

ist vorliegend für alle Einlagen der Fall. Wirtschaftlich gesehen fremd sind Vermö-

genswerte, wenn der Täter verpflichtet ist, sie ständig zur Verfügung des Treuge-

bers zu halten oder in dessen Sinne zu verwenden – insbesondere anzulegen – 

beziehungsweise wenn die in das Eigentum des Treunehmers übergegangenen 

Werte letztlich wieder an den Treugeber zurückfliessen sollen (vgl. BGE 133 IV 

21, 28 E. 6.2). Vorliegend handelt es sich um fremde Vermögenswerte, die zwar 

ins Eigentum der J. Ltd. übergegangen sind, an denen wirtschaftlich aber die Kun-

den der J. Ltd. berechtigt waren und blieben.  

f) Die drei Anlagekunden hatten damit die Verfügungsgewalt über ihre Vermö-

genswerte zugunsten der J. Ltd., bzw. A.s und B.s aufgegeben. Sie hatten für die 

wirtschaftlich ihnen gehörenden Vermögenswerte lediglich noch obligatorische 

Ansprüche gegenüber der J. Ltd.. Ihre Gelder waren damit der J. Ltd. bzw. A. und 

B. anvertraut (zum Anvertrauen an A. und B. und zur Arbeits- und Kompetenztei-

lung zwischen A. und B. vgl. unten E. 2.1.8 b–l). 

2.1.6 Auszahlungen ab und Barbezüge vom Konto bei der Bank K.. Die Anklage wirft 

den Beschuldigten unter den Ziffern 1.1.1.4, …6, …7 und …9 bis …29 mit Aus-

zahlungen ab bzw. Barbezügen vom Konto bei der Bank K. unter verschiedenen 

Titeln vor, die Anlagegelder der Kunden D. und der Brüder E. und †F. veruntreut 

zu haben. In rechtlicher Hinsicht beruht der Vorwurf auf dem Vorbringen, dass die 

Transaktionen von den Verträgen mit D. (Agreement) bzw. den Brüdern E. und 

†F. (Fiduciary I und II) hinsichtlich der Verwendung der Gelder in risikoarme Anla-

gegeschäfte nicht gedeckt gewesen seien. Die inkriminierten Transaktionen seien 

zum Nutzen der Beschuldigten bzw. Dritter gewesen, überdies riskanter als von 

den vertraglichen Grundlagen vorgesehen und schliesslich zum Schaden der drei 

Anlagekunden.  

a) Die inkriminierten Transaktionen sind als solche dokumentiert und im Übrigen 

auch nicht bestritten. Sie können objektiv als im Sinne der Anklage erstellt gelten.  

- 23 - 

 

b) Im Einzelnen handelt es sich um Kommissionskosten bzw. Management Fee 

(AP 1.1.1.4, …10), Provisionen für Vermittler der drei Kunden (AP 1.1.1.6, …9, 

…18, …23), Darlehen an Dritte (AP 1.1.1.7, …12, …20, …24, …25), Aktienkäufe 

(AP 1.1.1.11), Auslagen für Immobiliengeschäfte C.s (AP 1.1.1.16), Gründung ei-

ner Offshorefirma (AP 1.1.11.22), Auslagen für ein Goldgeschäft (AP 1.1.1.28) und 

persönliche Bezüge der Beschuldigten bzw. der J. Ltd. selbst (AP 1.1.1.13, …26, 

…27, …29). Ohne an dieser Stelle auf Details der einzelnen Transaktionen einzu-

gehen, kann festgehalten werden, dass die Gelder nicht im Sinne der vertraglichen 

Grundlagen verwendet wurden, nämlich als Investition in handelbare und risiko-

arme Anlagen. A. und B. haben die investierten Gelder nicht für sichere Anlagen 

verwendet, sondern für risikoreiche und teilweise ungesicherte Darlehen. Die Gel-

der sind schliesslich verloren gegangen. Soweit sie dabei auch zum Nutzen der 

Beschuldigten selbst oder Dritter verwendet und absprachewidrig hohen und in 

der Folge sich verwirklichenden Risiken ausgesetzt wurden, wären die Transakti-

onen als unrechtmässig und damit als grundsätzlich objektiv tatbestandsmässig 

zu qualifizieren.  

c) Die Anklage fokussiert indessen auf das Konto der Bank K. mit den Kunden-

geldern von D. und den Brüdern E. und †F. und nicht auf das Ganze der Vermö-

genslage der J. Ltd.. Die unrechtmässige Verwendung von im Sinne des Tatbe-

standes veruntreuten Vermögenswerten im Besitz des Treuhänders zielt auf die 

"Vereitelung des obligatorischen Anspruchs des Treugebers" (vgl. BGE 121 IV 

25). Vereitelt ist ein obligatorischer Anspruch insbesondere, wenn der Berechtigte 

davon gar nicht Kenntnis erhält (z.B. weil deren Eingang verschleiert wird; vgl. 

a.a.O.). Vereitelt ist der Anspruch aber auch, wenn dessen Realisierung mangels 

anderweitig vorhandener Vermögenswerte erheblich gefährdet oder gar verun-

möglicht ist; und ebenso, wenn der Treunehmer gar nicht willens ist, ihn in der 

Folge zu erfüllen, etwa indem er anvertraute Vermögenswerte verbraucht und 

nicht die Bereitschaft hat, sie zu ersetzen, auch wenn er dazu in der Lage wäre. 

d) In casu wären die obligatorischen Ansprüche der Anlagekunden und Treugeber 

vereitelt, wenn für die von den Beschuldigten ab dem Konto bei der Bank K. wei-

tergegebenen oder für sich selbst bezogenen Werte keine anderen Werte der J. 

Ltd. jederzeit zur Deckung zur Verfügung standen oder wenn sie durch ihr Verhal-

ten zeigten, dass sie für die allfällige Rückerstattung aus eigenen Geldern nicht 

bereit gewesen wären. Die Anklage wirft den Beschuldigten in Ziff. 1.1.1.30 der 

erweiterten Anklageschrift für alle inkriminierten Transaktionen und damit ab Mitte 

Oktober 2007 vor, sie hätten nicht über die finanziellen Mittel verfügt, um den For-

derungen aus den mit den Kunden der J. Ltd. geschlossenen Verträgen fristge-

recht entsprechen zu können und sie hätten dafür auch die Bereitschaft nicht ge-

- 24 - 

 

habt. Es habe ihnen mithin an der Ersatzfähigkeit und, soweit diese gegeben ge-

wesen sein sollte, jedenfalls an der Ersatzbereitschaft gefehlt. Die Prüfung dieser 

Faktoren erfolgt weiter unten (E. 2.1.13 d).  

2.1.7 Im Folgenden ist im Zusammenhang mit der Verwendung der Kundengelder ein-

zeln zu prüfen, ob die Gelder – soweit zwar gepoolt auf dem Konto bei der Bank 

K., aber als Summe der von den drei Kunden zur Anlage durch die J. Ltd. übertra-

genen Vermögenswerte individualisiert – im Sinne der vertraglichen Abmachun-

gen oder aber zum Schaden der Treugeber und zum Nutzen Dritter und damit 

unrechtmässig im Sinne des Tatbestandes verwendet wurden. 

a) Vorab ist der Umstand zu würdigen, dass die Gelder der drei Kunden auf dem 

Konto bei der Bank K. zusammengelegt und damit vermischt wurden. Daraus 

ergibt sich, dass die einzelnen Transaktionen den Bedingungen aller Verträge ku-

mulativ entsprechen mussten, um nicht als absprachewidrig qualifiziert zu werden. 

Oder mit anderen Worten: Da die Gelder der drei Kunden ununterscheidbar ver-

mischt waren, wäre es unbehelflich, darauf hinzuweisen, eine Transaktion genüge 

zwar dem einen Vertrag nicht, entspreche aber einem anderen und sei deshalb 

absprachekonform. Es kommt hinzu, dass die Verträge mit den Brüdern E. und 

†F. explizit vorsahen, dass die Gelder getrennt von anderen aufzubewahren bzw. 

zu verwalten seien. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Kategorien:  

b) Kommissionskosten bzw. Management Fee (AP 1.1.1.4, …10) 

AP 1.1.1.4: Die J. Ltd. hat mit Auftrag vom 22. Oktober 2007 die Bank K. beauf-

tragt, ein Akkreditiv im Zusammenhang mit dem geplanten Goldhandelsgeschäft 

zu eröffnen. Die Kommissionskosten von Fr. 12'100.00 zahlte sie vom Anlageka-

pital von D.. Die Investition in Gold war nicht geratet und entsprach daher nicht 

dem Agreement. Die Kosten für grundsätzlich im Goldhandel sinnvolle Einrichtung 

eines Akkreditivkontos wären als Betriebskosten von der J. Ltd. zu bezahlen ge-

wesen, nicht aus den Kundengeldern.  

AP 1.1.1.10: Es handelt sich um die Zahlung einer Management Fee von 

EUR 5'580.27 zu Gunsten der T. AG als externe Vermögensverwalterin. Die Be-

zahlung einer Verwaltungsgebühr zu Gunsten der T. AG als firmenexterner Dritter 

wird vom Agreement und den Fiduciary nicht erfasst. A. und B. zahlten die Gebühr 

gleichwohl aus dem Anlagesubstrat von D. und den Brüdern E. und †F.. 

Die Verträge sehen nicht vor, dass die Anlagegelder verwendet werden, um Dritt-

kosten der Verwaltung zu decken. Vielmehr wäre es die J. Ltd. selbst, welche die 

Kosten zu tragen gehabt hätte, zumal die Verträge nichts anderes vorsehen. Im 

- 25 - 

 

Übrigen handelte es sich dabei nicht um Investitionen, sondern um Zahlung von 

Kosten à fonds perdu. Die entsprechende Verwendung der Kundengelder ist damit 

absprachewidrig. Sie sind demnach unrechtmässig zum Nutzen eines Dritten 

bzw. der Täter selbst verwendet worden.  

c) Provisionen für Vermittler der drei Kunden (AP 1.1.1.6, …9, …18, …23).  

Dasselbe gilt für die Provisionszahlungen von insgesamt EUR 59'262.08 an die 

Vermittler der drei Anlagekunden. Die Verträge sehen nicht vor, dass die Kunden 

selbst für ihre Vermittlung an die J. Ltd. Provisionen an die Vermittler zu zahlen 

hätten; vielmehr war es die J. Ltd. selbst, welche, wenn überhaupt solche Provisi-

onen gültig vereinbart waren, für deren Leistung hätte aufkommen müssen. Im 

Übrigen handelte es sich dabei nicht um Investitionen, sondern um Zahlung von 

Kosten à fonds perdu. Die entsprechende Verwendung der Kundengelder ist damit 

absprachewidrig. Die anvertrauten Gelder sind demnach insofern unrechtmässig 

zum Nutzen Dritter bzw., sofern sich die Täter selbst bzw. die J. Ltd. damit entlas-

teten, zu Gunsten der Täter verwendet worden. 

d) Darlehen (AP 1.1.1.7, …12, …20, …21, …24, …25) 

Darlehen könnten grundsätzlich Investitionen im Sinne der Verträge mit den drei 

Kunden sein; vorausgesetzt wäre allerdings, dass die vereinbarte Sicherheit der 

Anlage im Darlehen gewährleistet ist und die Anlage in etwa den vereinbarten Er-

trag ergibt. Die Anklage wirft den Beschuldigten vor, die Darlehen ohne Sicherheit 

vergeben zu haben und auch deren Verzinsung und Rückzahlung nicht eingefor-

dert zu haben. Im Einzelnen ergibt sich:  

AP 1.1.1.7: Darlehen über Fr. 20'000.00 an C.. Das Darlehen wurde gemäss dem 

von A. und B. unterschriebenen Vertrag vom 22. November 2007 (cl. 47 pag. AB-

B12-18-00-0003) ohne Sicherheit ausbezahlt; die Verzinsung von 5.5% für drei 

Monate entspräche zwar ungefähr der versprochenen Rendite, nur wurden weder 

das Darlehen selbst noch die Zinsen je (zurück-)gefordert und in der Folge auch 

nicht zurückbezahlt. Damit wurde das Geld absprachewidrig eingesetzt, zum Nut-

zen eines Dritten, in casu C.s, der für das Darlehen keine Sicherheit stellen 

musste, den geschuldeten Zins nicht bezahlte und die Darlehenssumme bei Fäl-

ligkeit auch nicht zurückerstattete. Sodann hatte C. bereits im damaligen Zeitpunkt 

finanzielle Probleme und kein Einkommen, was die Rückleistung des Darlehens 

von vornherein ausschloss (cl. 76 pag. 76-930-021; cl. 33 pag. AB-17-02-00-0008). 

Das anvertraute Geld ist insoweit zum Nutzen eines anderen verwendet worden.  

AP 1.1.1.12: Darlehen über EUR 200'000.00 an AA.. Das Darlehen wurde gemäss 

dem von A. und B. unterschriebenen Vertrag vom 3. März 2008 (cl. 64 pag. AB-

- 26 - 

 

B29-08-00-0007) und Zusatzvertrag vom selben Tag (cl. 64 pag. AB-B29-08-

0006) gewährt bis längstens Ende 2008 zu einem monatlichen Zins von 2,5%; als 

Sicherheit dienten die persönliche Haftung des Darlehensnehmers und 20 Aktien 

der BB. AG. AA. wurden nur EUR 150'000.00 ausbezahlt, EUR 50'000.00 blieben 

als Sicherheit für den Zins bei den Darlehensgebern. Die EUR 50'000.00 wurden 

deklariert als "Zinsertrag aus dem Darlehensvertrag BB. AG" und wurden vom 

Konto bei der Bank K. auf das operative Geschäftskonto der Bank L. überwiesen 

(cl. 37 pag. AB-B2-00-0162). Dadurch haben A. und B. die EUR 50'000.00 vom 

Vermögenssubstrat der Anleger unrechtmässig entzogen und sich bereichert. In 

Bezug auf die restlichen EUR 150'000.00 an AA. steht fest, dass diese Geld-

vergabe nicht geratet war und auch nicht dem Risikoprofil der Fiduciary entsprach. 

Die Geldvergabe war nicht hinreichend sicher im Sinne der Verträge. Auch die 

Beschuldigten gingen nicht ernsthaft davon aus, dass sie das Geld von AA. wieder 

erhältlich machen könnten. Die Sicherheit der Anlage im Kredit an AA. hängt vom 

Wert der Aktien ab und davon, was die Beschuldigten darüber wussten. Hätten die 

Beschuldigten die Verpflichtung der Verträge ernst genommen, hätten sie auch 

den Wert der hinterlegten Aktienzertifikate abklären müssen. Auch hatten A. und 

B. Ende 2008 nicht mehr über hinreichende andere Mittel in diesem Umfang ver-

fügt, was den Verzicht auf Rückforderung als noch gravierender erscheinen lässt. 

Die Zinszahlung, die als solche zwar den vertraglichen Renditeabsprachen ge-

nügte, wurde zu diesem Zeitpunkt aber nicht den Kunden ausbezahlt, sondern 

blieb bei den Beschuldigten. Dies spricht dafür, dass die Investoren über die "In-

vestition" in das Projekt BB. AG kaum informiert gewesen sein dürften. In der Folge 

wurde das Darlehen per Ende 2008 nicht zurückverlangt und es wurde auch nicht 

versucht, die Sicherheit (Aktien) zu verwerten. Das Darlehen wurde von AA. nicht 

zurückbezahlt.  

AP 1.1.1.20: Kurzdarlehen an CC. AG über USD 100'000.00. Die Anklage wirft 

den Beschuldigten vor, am 9. Dezember 2008 absprachewidrig zu Lasten ihrer 

Anlagekunden USD 100'000.00 an die CC. AG überwiesen zu haben als "Kurz-

darlehen zum Ankauf einer weiteren Tranche Gold". Die Überweisung erfolgte per 

e-Banking und trägt das Visum von A. und B.. In den Akten findet sich die Belas-

tungsanzeige sowie der Zahlungsauftrag per e-Banking, autorisiert von B. und A., 

mit dem zitierten Vermerk (cl. 15 pag. AB-07-01-00-0114 f.). Für das Geschäft ist 

nicht das für den Goldhandel eröffnete Akkreditiv-Konto (vgl. AS Ziff. 1.1.1.4) ver-

wendet worden; die Überweisung erfolgte auf ein Kontokorrent der CC. AG bei der 

Bank K.. Eine Sicherheit für das Darlehen ist damit nicht gestellt worden; ob dafür 

Gold gekauft wurde, ist ebenso unbekannt wie die Sicherheit, die daran für die 

Kunden der J. Ltd. oder die J. Ltd. selbst geschaffen worden wäre (jedenfalls nicht 

mittels Verwendung eines Akkreditivs). Einen schriftlichen Vertrag scheint es nicht 

zu geben. Ebenso ist nicht bekannt, ob die CC. AG mit der J. Ltd. dafür einen Zins 

vereinbarte und ob ggf. ein Zins bezahlt wurde. Die J. Ltd. erhielt lediglich Ende 

- 27 - 

 

2008 eine bescheidene Gutschrift über EUR 7'500.00 von der CC. AG mit dem 

Betreff "Profit 4.2 kg AU Guinea" (cl. 15 pag. AB-07-01.00-0117). Das Geschäft 

könnte, sofern es mit den nötigen Sicherheiten ausgestattet und ertragreich gewe-

sen wäre, den Anlageverträgen grundsätzlich entsprechen. Die konkrete Abwick-

lung, soweit bekannt, widerspricht aber den Verträgen zumindest insoweit, als eine 

Sicherheit nicht gestellt und auch ein weiterer Ertrag nicht wahrscheinlich war. Das 

Anlagegeschäft ist weder geratet noch entspricht es insofern dem Anlageprofil der 

Fiduciary. Die Gelder sind demnach nicht zum Nutzen der Kunden, sondern zum 

Nutzen Dritter, in casu der CC. AG, übertragen worden.  

AP 1.1.1.21: Darlehen an A. über Fr. 246'683.30 und Auszahlung an DD. & Part-

ner. Die Anklage wirft den Beschuldigten vor, am 29. Dezember 2008 A. ein Dar-

lehen in genannter Höhe gewährt zu haben und die Darlehenssumme der DD. & 

Partner mit dem Vermerk "A." überwiesen zu haben. Der Vorgang ist in den Akten 

dokumentiert: Es liegen ein von A. als Kreditnehmer und B. als Vertreter der J. Ltd. 

unterschriebener Darlehensvertrag (cl. 44 pag. AB-B9-18-00-0326) und die Belas-

tungsanzeige zu Lasten des Kontos bei der Bank K. (cl. 44 pag. AB-B9-18-00-

0327) vor. Die Überweisung erfolgte mittels Zahlungsauftrag per e-Banking mit 

dem Visum von A. und B. (cl. 37 pag. AB-B2-07-00-0043). Aufgrund des Bezugs 

der Gelder vom Kundenkonto bei der Bank K. ist erwiesen, dass das Darlehen von 

den Vermögenswerten von D. und den Brüdern E. und †F. bezahlt wurde. Über 

die Bank K. wurden bekanntlich nur Geldtransfers mit den Vermögenswerten von 

D. und den Brüdern E. und †F. getätigt. A. bestreitet, den Vertrag unterschrieben 

zu haben. Das sei kein Darlehen gewesen. Vielmehr sei er bzw. die J. Ltd. DD. 

noch einen Bonus schuldig gewesen. Um das Geld nicht aus der Pensionskasse 

nehmen zu müssen, habe sich B. bereit erklärt, es so zu machen (cl. 26 pag. AB-

13-01-00-0058 f.). B. habe ihm gesagt, das Geld sei aus dem Profit aus seinen 

Geschäften (cl. 26 pag. AB-13-01-00-0058). Dass diese Aussage nicht zutreffen 

kann, ergibt sich aus dem Monitoring Report Nr. 2 der J. Ltd.. Dem Monitoring 

Report der J. Ltd. von EE. (Funktionär der Bank K.) ist zu entnehmen: "Gemäss 

Absprache und Info durch A. an mich, er ist VR Präsident und Aktionär der J. Ltd., 

Darlehen der J. Ltd. an A., sie können uns jederzeit dokumentieren." (cl. 15 pag. 

AB-07-01.00-0235). Der Report belegt, dass das Geld von der J. Ltd. bzw. dem 

Kundenkonto bei der Bank K. bzw. dem Vermögenssubtrat von D. und den Brü-

dern E. und †F. stammte und nicht von B.. An der Schlusseinvernahme gab A. zu, 

dass er das Darlehen der J. Ltd. nie zurückbezahlt habe (cl. 27 pag. AB-13-01-00-

0467). Unter strafrechtlichem Gesichtspunkt kann offen bleiben, ob es sich um ein 

Darlehen an A. handelte oder nicht. Das Geld wurde verwendet, um Ansprüche 

DD.s zu befriedigen, die dieser gegenüber A. oder der J. Ltd. hatte. Es wurde di-

rekt an DD. überwiesen. Einen Nutzen für die Anlagekunden der J. Ltd. hatte es 

nicht, weshalb es zu Gunsten eines Dritten bzw. der Beschuldigten selbst verwen-

det worden ist. Zwar geht aus dem Darlehensvertrag eine Laufzeit für Darlehen 

- 28 - 

 

hervor; der Beschuldigte A. war aber offenbar nie bereit, das Geld zurückzuerstat-

ten, zumal er davon ausging, es handle sich um eine Verbindlichkeit der J. Ltd., 

die so erledigt worden wäre. Damit fehlte es bereits an der Bereitschaft, das Geld 

zurückzuerstatten. Überdies gesteht A. selbst zu, über andere Mittel gar nicht ver-

fügt zu haben zum Zeitpunkt der Zahlung an DD., da er das Geld andernfalls aus 

der Pensionskasse hätte nehmen müssen (cl. 26 pag. AB-13-01-00-0058 f.). Dar-

aus geht hervor, dass die J. Ltd. nicht über die erforderlichen Mittel verfügte. Ein 

gewinnbringendes Anlagegeschäft mit Sicherheit im Sinne der mit den Anlagekun-

den geschlossenen Verträge konnte diese Transaktion nie sein. Der Tatbestand 

ist mithin erfüllt.  

AP 1.1.1.24: Darlehen an FF. über Fr. 125'000.00 und Zahlung zu Gunsten GG. 

AG. Der Darlehensvertrag mit FF. bzw. GG. AG ist seitens der J. Ltd. von B. alleine 

unterschrieben (cl. 65 pag. AB-B30-08-00-0011). Die Fr. 125'000.00 wurden am 

22. Januar 2009 vom Konto bei der Bank K. an die GG. AG überwiesen. Das Geld 

von der Bank K. stammte somit aus dem Vermögenssubstrat von D. und den Brü-

dern E. und †F.. Die Überweisung per e-Banking wurde von B. und A. visiert. A. 

will trotz allem damit nichts zu tun gehabt haben (cl. 26 pag. AB-13-01-00-0060 f.). 

B. dagegen gibt an, die Sache sei mit A. abgesprochen gewesen. Er bestreitet das 

Darlehen und die Zahlung nicht. Das Geld sei FF. kurzfristig zur Verfügung gestellt 

worden, um ein Spirituosengeschäft mit HH. abzuschliessen und zu finanzieren. 

Auf Vorhalt gibt er zu, dass Dritte dieses Geschäft mit HH. abgeschlossen hätten 

und weder er selbst noch die GG. AG Vertragspartei gewesen seien. Der Darle-

hensvertrag enthält keine Sicherheiten und B. gesteht zu, dass er FF. einfach ver-

traut habe (zu allem vgl. cl. 30 pag. AB-13-03-00-0464 ff.). B. selbst versteht das 

Geschäft als Investition für seine Anlagekunden, die auch telefonisch darüber ins 

Bild gesetzt worden seien (ebd.). Weder der anteilsmässige Zins von 5.5% p.a. 

noch das Darlehen selbst sind von der J. Ltd. trotz Fälligkeit je heraus- bzw. zu-

rückverlangt worden. A. und B. haben sich nicht ansatzweise um die Rückforde-

rung des Betrages bemüht. Aus den gesamten Umständen ergibt sich, dass die 

Gelder zum Nutzen Dritter, hier von FF., ausgegeben wurden. Eine den Verträgen 

mit den Anlagekunden entsprechende Sicherheit gab es nicht. Ersatzfähig waren 

die Beschuldigten zu diesem Zeitpunkt (Ende 2008, anfangs 2009) nicht mehr. Ein 

Mittelrückfluss von Fr. 125'000.00 zum Vermögen von D. und den Gebrüdern E. 

und †F. fand nie statt. Der Tatbestand ist mithin auch hier erfüllt.  

AP 1.1.1.25: Zweites Darlehen an AA., diesmal über EUR 250'000.00 als Investi-

tion im Zusammenhang mit dem Projekt II.. Fast ein Jahr nach dem ersten Darle-

hen der J. Ltd. an AA. von EUR 200'000.00 gewährte sie ihm ein weiteres, obwohl 

die Laufzeit des ersten Darlehens beendet war und AA. weder den Darlehensbe-

trag noch die Zinsen zurückbezahlt hatte. Das zeigt klar, wie leichtfertig das Ge-

spann A. und B. mit den Vermögenswerten von D. und den Brüdern E. und †F. 

- 29 - 

 

umgingen. Es wurde kein schriftlicher Darlehensvertrag abgeschlossen, jedoch 

diesmal eine Laufzeit von neun Monaten vereinbart. Aus den Geschäftsunterlagen 

ergibt sich, dass offenbar auch für dieses Darlehen eine Verzinsung von 2,5% pro 

Monat vorgesehen war (cl. 63 AB-B25-08-00-0128 ff.; cl. 64 pag. AB-B29-08-00-

0003). Über die beim vorherigen Darlehen mit AA. hinausgehenden Sicherheiten 

(vgl. oben) scheinen keine gestellt worden zu sein. Am 27. Januar 2009 erhielt AA. 

von der J. Ltd. ab dem Konto bei der Bank K. EUR 200'000.00 überwiesen. (cl. 37 

pag. AB-B2-07-00-0206). Wiederum wurde AA. nicht die ganze Darlehenssumme 

ausbezahlt, sondern nur 80%. EUR 50'000.00 blieben als Sicherheit für den Zins 

bzw. als Vorauszahlung desselben bei den Darlehensgebern. Analog zum letzten 

Darlehen an AA. wurden EUR 50'000.00 vom Konto der J. Ltd. bei der Bank K. auf 

das operative Geschäftskonto der J. Ltd. der Bank L. überwiesen mit dem Vermerk 

"Ertrag Projekt II." (cl. 37 pag. AB-B2-07-00-0204 f.). Sowohl die Überweisung an 

AA. wie auch die Überweisung an die Bank L. erfolgten per e-Banking mit dem 

Visum von A. und B. und stammten aus dem Vermögenssubstrat von D. und den 

Brüdern E. und †F.. Die Zinszahlung, die als solche den vertraglichen Renditeab-

sprachen genügte, wurde zu diesem Zeitpunkt nicht den Kunden ausbezahlt, son-

dern von den Beschuldigten vereinnahmt. Davon gingen später EUR 30'000.00 als 

Zinsertrag an D. (cl.16 pag. AB-07-02-00-0388 f.). Damit sind unter dieser Ziffer 

EUR 220'000.00 als Deliktsumme anzunehmen. Die Sicherheit der Anlage im Kre-

dit an AA. hängt vom Wert der Aktien ab und davon, was die Beschuldigten darüber 

wussten. Auf den ersten Blick könnte es sich bei diesem Geschäft um eine Inves-

tition im Sinne der drei Kunden handeln. In der Folge wurde das Darlehen jedoch 

nicht zurückverlangt und es wurde auch nicht versucht, die Sicherheit in Aktien zu 

verwerten. Nicht ernsthaft zu bezweifeln ist, dass die Anlage zum vornherein nicht 

sicher im Sinne der Verträge war und die Beschuldigten selbst anscheinend nicht 

davon ausgegangen sind, dass das Geld bei AA. erhältlich gemacht werden kann. 

Wer nach Ablauf der Laufzeit des ersten Darlehens, das samt Zinsen nicht zurück-

bezahlt wurde, ein weiteres gewährt, nimmt leichtfertig den Gesamtverlust beider 

Darlehen in Kauf. Mit eigenem Geld hätten A. und B. die risikoreiche Darlehens-

vergabe an AA. nicht getätigt. Die Beschuldigten haben durch ihr Verhalten klar 

zum Ausdruck gebracht, die Ansprüche der Kunden zum vornherein zu vereiteln, 

zumal den Anspruch auf sichere Anlage. Einen anderen Schluss lässt ihr Vorge-

hen nicht zu. Hätten die Beschuldigten die Verpflichtung der Verträge ernst ge-

nommen, hätten sie auch die Werte der hinterlegten Aktienzertifikate abklären 

müssen – soweit diese überhaupt als Sicherheit für diesen, den zweiten Darle-

hensvertrag, hätten herangezogen werden können. Auch verfügten die Beschul-

digten anfangs 2009 nicht mehr über hinreichende andere Mittel – C. hatte bereits 

damals grosse finanzielle Probleme und A. musste sich bereits Ende 2007 ein pri-

- 30 - 

 

vates Darlehen vom Vermögenssubstrat von D. und den Brüdern E. und †F. aus-

zahlen lassen (AP 1.1.1.21) –, was den Verzicht auf Rückforderung als noch gra-

vierender erscheinen lässt.  

e) Aktienkauf  

AP 1.1.1.11: Im Februar 2008 kaufte die J. Ltd. auf Vorschlag der T. AG 25'000 

Aktien der JJ. AG für einen Betrag von USD 37'500.00 zu Lasten des Kontos bei 

der Bank K. mit den Kundengeldern und deponierte die Aktien bei der Bank K.. 

Der Zahlungsauftrag wurde am 29. Februar/3. März 2008 per e-Banking ausgelöst 

und von A. und B. visiert (cl. 15 pag. AB-07-01-00-0099). Beim Verkauf der Aktien 

im Dezember 2008 bei einem Marktwert von USD 57'500.00 erhielt die J. Ltd. 

USD 15'000.00 als Anzahlung, die Restforderung konnte nicht realisiert werden. 

Die Bundesanwaltschaft wirft den Beschuldigten vor, die USD 37'500.00 verun-

treut zu haben, weil eine entsprechende Investition in nicht börsenkotierte Aktien 

in den Anlageverträgen mit den Kunden nicht vorgesehen gewesen sei und weil 

die Kunden über das Geschäft auch nicht ins Bild gesetzt worden seien. Das Ge-

schäft als solches, als Anlage im Sinne der Kunden gemeint, war zwar mit den 

Aktien abgesichert; dass schliesslich auch hier ein Verlust resultierte, lag, auch 

gemäss Anklage, an der Abwicklung des Verkaufsgeschäfts, wobei in der Anklage 

selbst nichts über den Verbleib der Aktien gesagt wird. Soweit es bei den 

USD 15'000.00 um eine Anzahlung ging, hätten die Aktien eigentlich noch vorhan-

den sein müssen. Dass die Beschuldigten bei der Abwicklung des Kaufgeschäfts 

jegliche Vorsicht missen liessen, steht ausser Frage. So sagte etwa KK. als Insider 

von der T. AG auf Frage, welche Rendite mit den Aktien erwartet worden sei, aus: 

"Das ist ein Risikoinvestment. Es wurde nichts erwartet." (cl. 24 pag. AB-12-08-

00-0018). Es handelte sich somit beim Aktienkauf offenkundig um ein Risikoge-

schäft, welches von den Verträgen nicht abgedeckt war. Die Beschuldigten haben 

daher die anvertrauten Gelder unrechtmässig und zugunsten Dritter verwendet.  

f) Darlehen bzw. Investition in Immobiliengeschäfte 

AP 1.1.1.16: Am 8. Juli 2008 schlossen B. für die J. Ltd. mit C. für die LL. AG einen 

Darlehensvertrag über EUR 1'500'000.00 mit einer Laufzeit von mindestens sechs 

Monaten und einer Verzinsung von 4,5% monatlich. Vorgesehen war, dass die 

Darlehenssumme in italienische Immobilienprojekte der LL. AG investiert werde; 

als Sicherheit hinterlegte die LL. AG 100% ihrer Aktien bei der J. Ltd..  

Gestützt auf diesen Vertrag bezogen B. und C. Geld vom Kundenkonto in bar (rund 

EUR 100'000.00) und überwiesen weitere Summen (insgesamt EUR 570'000.00) 

an Empfänger in Italien. 

- 31 - 

 

Soweit B. am 10. Juli 2008 Fr. 96'270.00 und EUR 40'000.00 zu Lasten der anver-

trauten Kundengelder in bar abhob, die Bargelder C. weitergab und er selbst als 

auch C. in der Folge die Gelder für private eigene Zwecke verwendeten, insbe-

sondere für eine Reise nach Kuba, ist der Tatbestand erfüllt.   

Fest steht, dass auch A. über das Immobilienprojekt informiert war. So sagte er 

aus, dass B. sicher detaillierter als er über das Immobilienprojekt informiert gewe-

sen sei (cl. 27 pag. AB-13-01-00-0354). B. und C. waren aber letztlich die Organi-

satoren und Begünstigten. Auf Anweisung C.s überwiesen die Beschuldigten B. 

und A. zwischen Juli und November 2008 im Rahmen dieses Darlehensvertrags 

und als Investition in die italienischen Immobiliengeschäfte von C. bzw. der LL. AG 

in sechs Tranchen EUR 660'000.00, allesamt zu Lasten des Kontos bei der Bank 

K. mit den hinterlegten Geldern der Anlagekunden (cl. 30 pag. AB-13-03-00-0320 

Z. 23). Indem A. und B. für jede einzelne Transaktion per e-Banking ihr Visum 

geben mussten, wussten sie genau, dass die Gelder vom Vermögenssubstrat von 

D. und den Gebrüdern E. und †F. stammte. Das war auch beabsichtigt. Die Trans-

fers erfolgten mittels Zahlungsanweisungen vom 9. Juli 2008 (Valuta 14. Juli 2008) 

im Betrag von EUR 200'000.00, 2 Zahlungsanweisungen vom 10. Juli 2008 (Va-

luta 15. Juli 2008) im Betrag von EUR 200'000.00 und EUR 20'000.00, Zahlungs-

anweisung vom 4. September 2008 (Valuta 9. September 2008) im Betrag von 

EUR 150'000.00, Zahlungsanweisung vom 4. September 2008 (Valuta 9. Septem-

ber 2008) im Betrag von EUR 50'000.00 und Zahlungsanweisung vom 18. Novem-

ber 2008 (Valuta 21. November 2008) im Betrag von EUR 40'000.00. Diese Über-

weisungen entsprechen dem von B. erstellten Dokument "Payment Streams LL. 

AG" (cl. 59 pag. AB-B24-08-00-0307). Die Kunden wurden über die Geldtransfers 

nicht orientiert, ansonsten dies aus dem sichergestellten E-Mail Verkehr zwischen 

den Beschuldigten und den Kunden zu entnehmen gewesen wäre.  

Die Anklage bringt vor, diese Gelder seien insgesamt veruntreut, weil deren Ver-

wendung nicht den Verträgen mit den Kunden entspreche. Darlehen als Investition 

in Immobilienprojekte könnten den Verträgen dann entsprechen, wenn sie kurz-

fristig im Sinne der Verträge mit den Anklagekunden kündbar wären, hinreichende 

Sicherheiten vorhanden wären oder andere Gelder der J. Ltd. für eine Rückzah-

lung jederzeit zur Verfügung ständen. Mit einer Verpflichtung von mindestens 

sechs Monaten Laufzeit entsprechen die Investitionen den vertraglichen Abma-

chungen mit den Anlagekunden nicht; die hinterlegten Aktien wären innert Frist 

auch nicht handelbar gewesen, zumal sie nicht kotiert sind. Im Übrigen haben sich 

die Beschuldigten um die Werthaltigkeit der Sicherheit allem Anschein nach nicht 

gekümmert. Und sie haben schliesslich weder die Darlehen noch die Zinsen zu-

rückverlangt. Die der LL. AG am 4. Juli 2008 und am 18. November 2008 über-

- 32 - 

 

wiesenen Geldbeträge von EUR 50'000.00 und EUR 40'000.00 haben sie an-

schliessend mit Bargeldbezügen für private Zwecke, Bezahlung von Rechnungen 

(u.a. Bussen), Darlehen an Drittpersonen sowie Geschäftsaufwendungen der LL. 

AG und der J. Ltd. verwendet (cl. 58 pag. AB-B23-08-00-0002, …-0136, cl. 15 

pag. AB-07-01-00-0149, …-0167). C. und B. konnten einzeln über die Konten der 

LL. AG bei der Bank K. verfügen und daher nach Belieben Geld für private Bedürf-

nisse beziehen. Ein Mittelrückfluss fand nie statt. Zusammenfassend ergibt sich, 

dass die Gelder nicht absprachegemäss verwendet worden sind. Andere Gelder 

der J. Ltd. in erforderlichem Umfang zur Deckung der Ansprüche der Anlagekun-

den waren nicht vorhanden. Die Anlagekunden wurden in der Folge auch in die-

sem Umfang tatsächlich geschädigt. Der Tatbestand der Veruntreuung ist erfüllt.  

g) Gründung einer Offshore-Gesellschaft 

AP 1.1.1.22: Es betrifft eine bezahlte Rechnung an die MM. AG. B. sagte aus, 

dass die Zahlung der Rechnung in keinem Zusammenhang mit der Verwaltung 

der Vermögenswerte von D. und den Brüdern E. und †F. stehe (cl. 30 pag. AB-13-

03-00-0539). Die Zahlungsaufträge wurden per e-Banking von A. und B. elektro-

nisch visiert (cl. 15 pag. AB-07-01-00-0122). Die Zahlung entsprach somit nicht 

den vertraglichen Vereinbarungen mit D. und den Brüdern E. und †F.. Die anver-

trauten Vermögenswerte wurden somit unrechtmässig verwendet. Selbst wenn die 

Gesellschaft ein Vehikel für ein Anlagegeschäft im Sinne der Kundenverträge ge-

wesen wäre, gilt dasselbe, was oben zu Kosten und Auslagen im Zusammenhang 

mit den Anlagegeschäften der Kunden gesagt wurde (Kommissionen, Gebühren 

etc.): Sie wäre mit eigenen Geldern der J. Ltd. zu finanzieren gewesen, nicht mit 

den zur Anlage bestimmten Kundengeldern. Die diesbezügliche Verwendung der 

Kundengelder hat daher als tatbestandsmässige Veruntreuung zu gelten. Das Ge-

schäft wurde Ende 2008, anfangs 2009 abgewickelt. A. und B. verfügten in dieser 

Zeit nicht mehr über genügend eigene finanzielle Mittel.  

h) Auslagen für Goldgeschäfte (AP 1.1.1.14, …19, …28) 

AP 1.1.1.14: Im Rahmen des Goldhandelsgeschäfts mit CC. AG bzw. NN. unter-

zeichneten B. und A. den Auszahlungsauftrag "BAR" über USD 30'000.00. B. be-

zog USD 30'000.00 in bar vom Konto bei der Bank K. und übergab das Geld NN. 

(cl. 15 pag. AB-07-00-0100). Das Geld stammte somit aus dem Vermögenssub-

strat von D. und den Brüdern E. und †F.. Ein Mittelrückfluss der USD 30'000.00 

fand nie statt. Das für das Goldhandelsgeschäft eröffnete Akkreditivkonto (vgl. An-

klageschrift Ziff. 1.1.1.4) wurde nicht verwendet. Der Ankauf von bzw. Geschäfte 

mit Gold sind zwar in den Verträgen mit den Brüdern E. und †F. vorgesehen, nicht 

jedoch im Vertrag mit D.. Sicherheiten gab es aber keine; insbesondere konnte so 

- 33 - 

 

nicht sichergestellt werden, dass die Gelder tatsächlich in den Ankauf von Gold 

investiert würden und die Beschuldigten darauf auch Zugriff gehabt hätten. Damit 

sind die gepoolten Gelder insoweit absprachewidrig eingesetzt worden. Sie wären 

dies aber auch, wenn in allen Verträgen Goldhandelsgeschäfte vorgesehen wä-

ren, zumal die Beschuldigten die unter dieser Ziffer inkriminierte Transaktion ohne 

hinreichende Sicherheit vollzogen.  

AP 1.1.1.19: Es geht um weitere Zahlungen in Goldgeschäfte. Dasselbe wie zu 

AP 1.1.1.14 gesagt, gilt für die unter dieser Ziffer inkriminierte Transaktion über 

USD 300'000.00, welche auf ein auf NN. lautendes Konto in Freetown, Sierra Le-

one, zu Gunsten der CC. AG flossen. Es fehlt wenigstens an den notwendigen 

Sicherheiten, welche gewährleisten würden, dass ein Gegenwert in Gold für das 

Geld jederzeit zur Verfügung gestanden hätte. Es bleibt festzuhalten, dass die De-

liktssumme bzw. der Schaden zufolge Teilzahlung um EUR 5'500.00 tiefer liegt als 

die USD 300'000.00. 

AP 1.1.1.28: Aus den bisher getätigten Investitionen in Gold flossen keine nen-

nenswerten Erträge zurück. Es resultierten nur Verluste. D. und R. beschwerten 

sich daher im April/Mai 2009 erneut über ausstehende Zinszahlungen (cl. 72 pag. 

AB-B37-10-00-0303 ff.). D. monierte, dass die Zinszahlungen ausgefallen seien 

und er sein Konto nicht aufrechterhalten wolle (cl. 72 pag. AB-B37-10-00-0303). 

Am 26. Mai 2009 überwies die J. Ltd. trotzdem entgegen jeglicher Vernunft per  

e-Banking Fr. 290'000.– auf das Konto der Bank OO. in Zürich mit dem Betreff CC. 

AG. Der volle Betrag stammte aber nicht vom Vermögenssubstrat von D. und den 

Brüdern E. und †F., da dieses zum damaligen Zeitpunkt mehrheitlich aufgebraucht 

war. Laut Ermittlungen der BKP stammten zwischen Fr. 172'749.00 und 

Fr. 202'749.00 vom Kapital D. und den Brüdern E. und †F. Am 10. Juli 2009 über-

wies NN. nach Vereinbarung mit A. und B. (cl. 25 pag. AB-12-11-00-0018) einen 

vermeintlichen Gewinn von Fr. 10'947.– auf das Konto der J. Ltd. bei der Bank O. 

(cl. 18 pag. AB-07-08-00-0040; …0078 ff.). A. und B. hätten indessen diesen Be-

trag auf das Investorenkonto der Bank K. überweisen müssen. Insofern haben sie 

sogar den kleinen "Gewinn" unrechtmässig verwendet. Dieser Betrag wurde an-

schliessend vertragswidrig verwendet, um Rechnungen der J. Ltd. zu begleichen, 

welche in keinem Zusammenhang mit dem Goldhandelsgeschäft standen (cl. 18 

pag. AB-07-08-00-0040 ff.). Auf jeden Fall ist der vermeintliche Gewinn abspra-

chewidrig nicht den Investoren zugeführt worden, was aber auf die desolate finan-

zielle Situation der J. Ltd. zurückzuführen ist. Die Verwendung der Vermögen ist 

absprachewidrig, weil das Agreement Goldhandelsgeschäfte per se nicht vorsieht, 

und die Fiduciary I und II keine risikoreichen. A. und B. war im Übrigen klar, dass 

die bisherigen Goldhandelsgeschäfte höchst unrentabel waren. Gleichwohl inves-

tierten sie ohne vernünftigen Grund ein drittes Mal in ein solches Risikogeschäft. 

- 34 - 

 

Nicht ernsthaft zu bezweifeln ist, dass solche Goldhandelsgeschäfte in den Ver-

trägen, auch mit den Gebrüdern E. und †F., nicht vorgesehen und also auszulas-

sen waren: Die Investition in Edelmetalle im Sinne der Verträge setzt voraus, dass 

man diese im Umfang der Investition auch erhält. Das Vorgehen von A. und B. 

lässt keinen anderen Schluss zu, als dass sie die anvertrauten Gelder unrecht-

mässig und zugunsten Dritter verwendeten.  

i) Persönliche Bezüge der Beschuldigten bzw. der J. Ltd. selbst (AP 1.1.1.13, 

…15, …17, …26, …27, …29).  

AP 1.1.1.13: Transaktion zu Lasten des Kundenkontos bei der Bank K. und zu 

Gunsten der J. Ltd. im Umfang von Fr. 14'540.90. Die J. Ltd. hat sich zweifelsohne 

im Umfang dieses Betrages unrechtmässig bereichert. Die Tatbestandsmässigkeit 

ist ohne Weiteres gegeben.  

AP 1.1.1.15: Barbezug B.s über USD 1'850.00 zu Lasten des Kundenkontos bei 

der Bank K. und Verwendung für sich selbst. B. hat in diesem Umfang die anver-

trauten Gelder unrechtmässig verwendet. 

AP 1.1.1.17: Die Bundesanwaltschaft wirft B. und A. vor, sie hätten per e-Banking 

vom EUR-Konto der J. Ltd. bei der Bank K. in mehreren Malen gesamthaft 

EUR 152'775.00 (am 10.07.2008 EUR 70'275.00; am 08.08.2008 EUR 7'500.00; 

am 22.09.2008 EUR 37'500.00; am 29.10.2008 EUR 37'500.00) mit dem täu-

schenden Zahlungsgrund "Ertrag LL. AG/Teilzahlung" auf das operative Ge-

schäftskonto der J. Ltd. bei der Bank L. in Zug überwiesen. Sie hätten diese Be-

träge von den der J. Ltd. von den Privatklägern anvertrauten Vermögenswerten 

ohne deren Wissen entnommen. Mit der Verwendung hätten sie den zwischen der 

J. Ltd. und D. bzw. den Gebrüdern E. und †F. vertraglichen Vereinbarungen (Ag-

reement/Fiduciary I und II) zuwidergehandelt, welche solche Zahlungen nicht vor-

sahen. A. und B. hätten von den auf das Geschäftskonto der J. Ltd. überwiesenen 

Beträgen per e-Banking die Überweisung von gesamthaft EUR 122'775.00 an D. 

als "Zinsertrag" auf dessen Konto bei der Bank PP. in Zürich und die restlichen 

EUR 30'000.00 auf das Konto von R. in Rom veranlasst. A. und B. hätten dadurch 

die Privatkläger im Umfang von EUR 30'000.00 geschädigt und die J. Ltd. im glei-

chen Umfang bereichert. Sie hätten wissentlich und willentlich gehandelt sowie in 

der Absicht, die Kunden D. und die Gebrüder E. und †F. im Umfang zu schädigen 

sowie die J. Ltd. im gleichen Umfang zu bereichern. 

Beweismässig ist aufgrund der sichergestellten Bankauszüge der Bank K. erwie-

sen, dass vom 10. Juli 2008 bis 29. Oktober 2008 vier Mal insgesamt EUR 

152'775.00 mit dem Zahlungsgrund "Ertrag Anlage LL. AG/Teilzahlung" von der 

- 35 - 

 

Bank K. auf das operative Geschäftskonto der J. Ltd. bei der Bank L. überwiesen 

wurden (cl. 37 pag. AB-B2-07-00-0148 f., …0171 f., …0177 f., …0180 f.). Ein Er-

trag im Projekt LL. AG wurde nie erwirtschaftet, weshalb es sich um einen unwah-

ren Zahlungsgrund handelte. Mit den vier Überweisungen auf das operative Ge-

schäftskonto der Bank L. wurde vertragswidrig und mit einem irreführenden Ver-

merk das Geld vom Vermögenssubstrat der J. Ltd.-Kunden D. und den Gebrüdern 

E. und †F. entzogen. Die vier Überweisungen erfolgten alle mittels e-Banking. Die 

Zahlungsaufträge haben allesamt unbestrittenermassen die elektronische Signa-

tur von A. und B. (cl. 37 pag. cl. 37 pag. AB-B2-07-00-0149., …0172, …0178., 

…0181). Der Tatbestand der Veruntreuung ist mit der Überweisung der Gelder auf 

das operative Geschäftskonto der J. Ltd. bei der Bank L. erfüllt. Mit den überwie-

senen Beträgen veranlassten A. und B. in der Folge Zinszahlungen an D. und 

Provisionszahlungen an R.. In Bezug auf die Überweisung von EUR 30'000.00 

vom operativen Geschäftskonto der J. Ltd. bei der Bank L. auf das Konto von R. 

bei der Bank QQ. in Rom kann auf E. 2.4 (Geldwäscherei) verwiesen werden. In 

diesem Umfang haben sie die anvertrauten Gelder unrechtmässig verwendet und 

D. und die Gebrüder E. und †F. absichtlich geschädigt.  

AP 1.1.1.26: Transaktion zu Lasten des Kundenkontos bei der Bank K. über 

Fr. 35'000.00 zu Gunsten eines Privatkontos von A.. Die Verwendung der anver-

trauten Gelder ist ohne Weiteres als tatbestandsmässig zu qualifizieren. Es liegt 

eine unrechtmässig Verwendung der anvertrauten Gelder vor. 

AP 1.1.1.27: Barbezug B.s zu Lasten Kundenkonto Bank K. von Fr. 10'000.00 für 

sich selbst. B. hat in diesem Umfang die anvertrauten Gelder unrechtmässig ver-

wendet.  

AP 1.1.1.29: Bezug des Restsaldos des Kontos der J. Ltd. bei der Bank M. im 

Umfang von EUR 15'000.00 zu Gunsten des operativen Geschäftskontos der J. 

Ltd. bei der Bank L.. Die bezogene Summe entsprach dem Zinsertrag des Kontos 

bei der Bank M., welcher durch die vorübergehende Anlage der Gelder von D. im 

Sommer 2007 entstanden war. Es handelt sich hier also nicht um das Kapital 

selbst, sondern um den Ertrag desselben. Der Zins wurde mit dem Vermögen von 

D. erwirtschaftet und gehörte daher ihm. Der Betrag gehörte wirtschaftlich zum 

Vermögen von D.. A. musste dies als Revisor und ehemaliger Banker auch ge-

wusst haben. Selbst wenn die Beschuldigten nicht diesen Ertrag geschuldet haben 

sollten, ist festzuhalten, was folgt: Der inkriminierte Bezug erfolgte 2009, also zu 

einem Zeitpunkt, in dem bereits klar war, dass die Beschuldigten die Kundengelder 

nicht vollumfänglich würden zurückerstatten können und auch die weitergehenden 

Ansprüche der Kunden auf Anlageerträge bzw. auf die vertragliche Verzinsung 

- 36 - 

 

nicht geleistet werden könnten. Die Beschuldigten haben daher die EUR 

15'000.00 unrechtmässig verwendet. 

j) Nach dem Gesagten steht fest, dass sämtliche in E. 2.1 7 b-i aufgeführten Trans-

aktionen die vertraglichen Vorgaben hinsichtlich Verwendung, Risiko und Ertrag 

verletzten. A. und B. hätten solche Geldanlagen und -vergaben aus eigenen finan-

ziellen Mitteln nicht getätigt. Die Vermögenswerte der Investoren wurden somit 

unrechtmässig verwendet. 

2.1.8 Beteiligungsrollen; Mittäterschaft. Die Anklage lautet auf mittäterschaftliche Bege-

hung der Veruntreuung für alle einzelnen inkriminierten Transaktionen. 

a) Soweit die Verteidigung vorbringt, die Anklage genüge dem Anklagegrundsatz 

insoweit nicht, als sie Mittäterschaft behaupte, kann auf E. 1.4.2 oben verwiesen 

werden, wonach die Umschreibung des inkriminierten Verhaltens mit Blick auf die 

Mittäterschaft hinreichend konkret ist und demnach dem Anklagegrundsatz ge-

nügt. 

b)  Die Anklage wirft den Beschuldigten vor, als Mittäter gemeinschaftlich gehan-

delt zu haben. Als Täter kommt in Frage derjenige, dem die fremden Vermögens-

werte anvertraut sind. Anvertraut sind Vermögenswerte dann, wenn dem Täter die 

Verfügungsmacht über die Vermögenswerte mit der Massgabe übergeben wurde, 

sie ständig zur Verfügung des Treugebers zu halten oder für diesen in einem be-

stimmten Sinn zu verwenden (vgl. BGE 124 IV 9, 10 ff.). Vorliegend übergaben die 

drei Kunden ihre Gelder der J. Ltd. bzw. deren Vertreter mit der Auflage, sie sicher 

und ertragsbringend anzulegen und sie, zumindest was die Gebrüder E. und †F. 

betraf, jederzeit auf Abruf hin zurückzuerstatten. Auch gegenüber D. war sinnge-

mäss klar – Investition in börslich handelbare Anlagen –, dass die Investitionen 

jederzeit liquidierbar sein müssten und erstattet werden können. Überdies hat sich 

die J. Ltd. verpflichtet, die Gelder gewinnbringend und sicher anzulegen. Es be-

steht kein Zweifel, dass beide Beschuldigten die Bedingungen des Geschäfts 

kannten. Die Gelder waren formell der J. Ltd. anvertraut.  

c) Mittäterschaftlich begangene Veruntreuung setzt in rechtlicher Hinsicht – zu-

nächst unabhängig von konkretem Verhalten und Tatherrschaft – mindestens vor-

aus, dass die Gelder beiden Beschuldigten gemeinsam anvertraut sind. Derjenige, 

dem sie nicht anvertraut sind, kommt als Täter mangels Sondereigenschaft nicht 

in Frage, sondern gegebenenfalls nur als Teilnehmer, als Gehilfe oder Anstifter 

also.  

- 37 - 

 

Formell haben die Kunden ihre Vermögenswerte der J. Ltd. als juristischer Person 

übergeben; und damit denjenigen Personen anvertraut, welche rechtlich befugt 

und faktisch in der Lage waren, insoweit für die J. Ltd. zu handeln und über die 

Vermögenswerte zu verfügen.  

Ohne Frage sind die Gelder A. anvertraut; er geht aus sämtlichen oben angeführ-

ten Geschäftsdokumenten (Verträge mit den Kunden, Kundenprofile und Stamm-

blätter) verbindlich als seitens der J. Ltd. für die Kundenanlagen verantwortliche 

Person hervor; A. war bei den Vertragsschlüssen und Erstellung der genannten 

Dokumente entweder zugegen oder er hat die Dokumente zumindest visiert und 

dabei auch zur Kenntnis genommen. Im Übrigen war er für die ganze Anklagepe-

riode als Geschäftsführer und/oder Verwaltungsrat mindestens mitverantwortliche 

Person der J. Ltd., welcher die Kunden ihre Gelder übergaben. Indem die Kunden 

ihre Gelder der J. Ltd. übergaben, vertrauten sie diese A. als Vertragspartner und 

für die Firma (mit-)verantwortliche Person an. Gemäss interner Regelung war A. 

im Übrigen berechtigt, gemeinsam mit B. über die auf dem Konto bei der Bank K. 

hinterlegten Vermögenswerte der Kunden zu verfügen. Soweit die übrigen Voraus-

setzungen erfüllt sind, kommt A. als Treunehmer hinsichtlich der inkriminierten 

Gelder bzw. Vorgänge in Frage. Daran änderte grundsätzlich dadurch nichts, dass 

sich A., wie er vorbringt, selbst um konkrete Anlagegeschäfte nicht oder zuneh-

mend nicht mehr kümmerte und das diesbezügliche operative Geschäft B. über-

lassen haben will oder tatsächlich überliess.  

Weniger eindeutig sind Sachverhalt und Rechtslage im Hinblick auf B.. Dieser trat 

zunächst bei den Vertragsschlüssen, auch nach Einschätzung der Kunden, insbe-

sondere von D., mehr als Hilfs-, denn als verantwortliche Person der J. Ltd. auf. 

Dass B. von den Kunden bei den Vertragsabschlüssen als Hintergrundfigur wahr-

genommen wurde, dürfte wohl daran gelegen haben, dass er kein Italienisch und 

kaum Englisch spricht. B. war aber immer aktiv beim Vertragsschluss beteiligt. So 

versandte etwa C. am 23. Mai 2007 das bereinigte Agreement an B. und nicht an 

A. (cl. 71 pag. AB-B36-10-00-0171). Am 24. Mai 2007 erhielt A. von B. per E-Mail 

den Entwurf des Agreements betreffend D. mit dem Hinweis, dass er für Fragen 

und Anregungen jederzeit zur Verfügung stehe (cl. 71 pag. AB-B36-10-00-0190). 

All dies zeigt deutlich, dass B. bei den Vertragsverhandlungen mit D. eine nicht 

bloss untergeordnete Rolle spielte. Dagegen betrachteten die Gebrüder E. und 

†F. B. als diejenige Person der J. Ltd., die sich mit ihren Anlagen befassen würde 

(statt vieler: cl. 22 pag. AB-12-01-00-0013 [Kontaktperson in der J. Ltd. sei B. ge-

wesen]). Das Vertragsverhältnis wurde von allen drei Kunden mit der J. Ltd. ge-

schlossen, das Geld war in der Folge der J. Ltd. anvertraut; als formeller Treuneh-

mer innerhalb der J. Ltd. erschien A.. B. erschien jedoch wenigstens für die Brüder 

E. und †F. als verantwortlicher Sachbearbeiter, welcher kompetent sein sollte, die 

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ins Auge gefassten Anlagegeschäfte zu tätigen. B. durfte und konnte faktisch zu-

sammen mit A. über die Vermögenswerte verfügen, jedenfalls ab dem Moment, 

als die Kundengelder auf das Konto bei der Bank K. einbezahlt und dort vermischt 

waren. B. war bei allen Anlagen und Zahlungen vom Konto bei der Bank K. aus 

dem Vermögenssubstrat von D. und den Brüdern E. und †F. in der einen oder 

anderen Weise beteiligt. Ab einem späteren Zeitpunkt war B. denn auch Organ 

und insoweit natürliche Person, durch welche die J. Ltd., der das Geld formell an-

vertraut war, hinsichtlich der Gelder handelte. Alle angeklagten Einzelhandlungen 

fallen in denjenigen Zeitraum, in welchem die Gelder aller drei Anlagekunden auf 

dem Konto bei der Bank K. lagen und dort vermischt waren. B. hatte die Berechti-

gung und die faktische Möglichkeit, zusammen mit A. über das Konto zu verfügen, 

bereits bevor er Organ der J. Ltd. wurde. Damit steht fest, dass die Vermögens-

werte der drei Kunden ab Anfang der Anklageperiode B. und A. gemeinsam an-

vertraut waren.  

d) Die Anklage lautet auf mittäterschaftliche Begehung der Veruntreuung für alle 

einzelnen inkriminierten Transaktionen. Im Grundsatz ist unbestritten – zwischen 

den Beschuldigten und zwischen diesen und den Geschädigten –, dass die Betei-

ligung der Beschuldigten an den einzelnen Transaktionen variierte und dass sich 

die Rollen B.s und A.s im Laufe der rund zwei Jahre dauernden Anklageperiode 

zunächst faktisch, dann aber auch rechtlich veränderten. So begann B. in der An-

klageperiode als externe Hilfsperson und später faktisch Angestellter; schliesslich 

fungierte er ab dem 16. September 2008 als eigentlicher Geschäftsführer der J. 

Ltd. mit Unterschriftsberechtigung. A., von Beginn weg Alleinaktionär, VR-Präsi-

dent und zunächst auch Geschäftsführer, g