# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 87892595-a064-595d-a101-a57f5142d03e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-24
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 24.06.2020 100 2018 1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2018-1_2020-06-24.pdf

## Full Text

100.2018.1U
STN/KIB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 24. Juni 2020

Verwaltungsrichter Stohner, präsidierendes Mitglied
a.o. Verwaltungsrichterin Baerfuss Klossner, Verwaltungsrichter Daum
Gerichtsschreiberin Straub

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführer

gegen

Kanton Bern
handelnd durch die Sicherheitsdirektion, Kramgasse 20, 3011 Bern
Beschwerdegegner 

betreffend Staatshaftung (Verfügung der Polizei- und Militärdirektion des 
Kantons Bern vom 5. Dezember 2017; 2016.POM.620)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.06.2020, Nr. 100.2018.1U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Das Regionalgericht Emmental-Oberaargau verurteilte A.________ am 22. 
Juni 2012 u.a. zu einer stationären Suchtbehandlung nach Art. 60 des 
Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0). Die Massnahme 
wurde am 5. Februar 2015 gerichtlich um ein Jahr bis zum 27. Februar 
2016 verlängert. A.________ wurde am 5. April 2016 aus der Haft ent-
lassen.   

B.

Mit Eingabe vom 7. November 2016 stellte A.________ bei der Polizei- und 
Militärdirektion des Kantons Bern (POM; heute: Sicherheitsdirektion des 
Kantons Bern [SID]) ein Staatshaftungsgesuch betreffend Haftent-
schädigung. Er beantragte, ihm seien infolge Inhaftierung ohne Rechtstitel 
vom 28. Februar 2016 bis 5. April 2016 Schadenersatz von Fr. 2'795.20 
und eine Genugtuung von Fr. 11'400.--, beides zuzüglich Zins von 5 % seit 
dem 28. Februar 2016, zu bezahlen. Am 18. Januar 2017 stellte 
A.________ zudem ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. Mit 
Verfügung vom 5. Dezember 2017 wies die POM das 
Staatshaftungsgesuch ab; das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
hiess sie gut und ordnete ihm seinen Rechtsvertreter amtlich bei. 

C.

Dagegen hat A.________ am 29. Dezember 2017 Verwaltungsgerichts-
beschwerde erhoben und beantragt, die Verfügung der POM vom 5. De-
zember 2017 sei aufzuheben, eventuell sei die Angelegenheit an die Vor-
instanz zurückzuweisen. In der Sache erneuerte er die im Staatshaftungs-
gesuch gestellten Anträge. Zugleich stellt er ein Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege unter Beiordnung seines Rechtsvertreters als amtlicher An-
walt für das verwaltungsgerichtliche Verfahren.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.06.2020, Nr. 100.2018.1U, Seite 3

Mit Blick auf das gegen Mitarbeitende der POM geführte Strafverfahren 
blieb das verwaltungsgerichtliche Verfahren bis zum 17. Juli 2019 sistiert. 
Am 27. Februar 2020 hat das Verwaltungsgericht dem Obergericht des 
Kantons Bern die Angelegenheit für einen Meinungsaustausch unterbreitet 
und vorläufig die Ansicht vertreten, für die Beurteilung der Streitigkeit seien 
die Strafgerichte zuständig. Dieser Beurteilung hat sich das Obergericht am 
13. Mai 2020 angeschlossen.

Erwägungen:

1.

1.1 Gemäss Art. 74 Abs. 1 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die 
Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) beurteilt das Verwaltungs-
gericht als letzte kantonale Instanz Beschwerden gegen Verfügungen und 
Entscheide, die sich auf öffentliches Recht stützen, soweit kein Aus-
schlussgrund gemäss Art. 75-77 VRPG gegeben ist. Der Beschwerdeführer 
stellte bei der POM ein Staatshaftungsbegehren gestützt auf Art. 100 des 
Personalgesetzes vom 16. September 2004 (PG; BSG 153.01). Die POM 
hat ihre Zuständigkeit bejaht und der Beschwerdeführer erhebt entspre-
chend der Rechtsmittelbelehrung in der angefochtenen Verfügung Verwal-
tungsgerichtsbeschwerde. Er führt aus, die angefochtene Verfügung stütze 
sich auf öffentliches Recht und es liege kein Ausschlussgrund gemäss 
Art. 75 ff. VRPG vor. Das Verwaltungsgericht prüft seine Zuständigkeit von 
Amtes wegen (Art. 3 Abs. 4 und Art. 20a VRPG; BVR 2013 S. 582 E. 1.2). 

1.2 Bei Kompetenzkonflikten nach Art. 8 VRPG urteilt das Verwal-
tungsgericht in Fünferbesetzung (Art. 56 Abs. 2 Bst. b des Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]). Diese Regelung gilt jedoch nicht im Fall 
von Weiterleitungen nach Art. 4 VRPG (BVR 2013 S. 582 E. 1.4). Da der 
Streitwert unter Fr. 20'000.-- liegt, fällt der Entscheid grundsätzlich in die 
einzelrichterliche Zuständigkeit (Art. 57 Abs. 1 GSOG). Die rechtlichen 

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Verhältnisse rechtfertigen indes eine Beurteilung in Dreierbesetzung (vgl. 
Art. 57 Abs. 6 i.V.m. Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

2.

Das Verwaltungsgericht hat die Zuständigkeit der Strafgerichte im Mei-
nungsaustausch mit dem Obergericht im Wesentlichen wie folgt begründet:

2.1 Das Regionalgericht Emmental-Oberaargau verurteilte den Be-
schwerdeführer am 22. Juni 2012 u.a. zu einer stationären Suchtbehand-
lung nach Art. 60 StGB. Die Massnahme wurde am 5. Februar 2015 um ein 
Jahr bis zum 27. Februar 2016 verlängert. Am 4. Februar 2016 stellte die 
Abteilung Straf- und Massnahmenvollzug (ASMV; heute: Bewährungs- und 
Vollzugsdienste [BVD]) des Amtes für Freiheitsentzug und Betreuung (heu-
te: Amt für Justizvollzug [AJV]) der POM beim Regionalgericht Emmental-
Oberaargau gestützt auf Art. 62c Abs. 6 StGB Antrag auf Aufhebung der 
stationären Suchtbehandlung nach Art. 60 StGB und Anordnung einer sta-
tionären therapeutischen Massnahme nach Art. 59 StGB (Akten ASMV 
pag. 1355 ff.). Das Regionalgericht Emmental-Oberaargau teilte der ASMV 
mit Schreiben vom 26. Februar 2016 mit, es sehe keinen Rechtstitel, unter 
dem es den Betroffenen nach dem 27. Februar 2016 in Haft belassen kön-
ne (Akten ASMV pag. 1400 f.). Am 29. Februar 2016 stellte der Beschwer-
deführer bei der ASMV ein Haftentlassungsgesuch, das diese am 1. März 
2016 dem Regionalgericht Emmental-Oberaargau weiterleitete (Akten 
ASMV pag. 1408). Dieses verneinte (erneut) seine Zuständigkeit zur Be-
handlung des Haftentlassungsgesuchs (Akten ASMV pag. 1424). Am 
31. März 2016 wies das Obergericht – auf aufsichtsrechtliche Anzeige der 
ASMV hin – das Regionalgericht Emmental-Oberaargau an, das Haftent-
lassungsgesuch des Beschwerdeführers vom 29. Februar 2016 analog 
Art. 230 der Schweizerischen Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 
(Strafprozessordnung, StPO; SR 312.0) unverzüglich einem anfechtbaren 
materiellen Entscheid zuzuführen (Akten ASMV pag. 1494 f.). Mit Ent-
scheid im nachträglichen Verfahren gemäss Art. 363 ff. StPO vom 1. April 
2016 trat das Regionalgericht Emmental-Oberaargau auf das Gesuch der 
ASMV vom 4. Februar 2016 nicht ein (Akten ASMV pag. 1497 ff.). Dieser 

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Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Am 5. April 2016 verfüg-
te das Regionalgericht Emmental-Oberaargau die sofortige Haftentlassung 
des Beschwerdeführers (Akten ASMV pag. 1513 f.). 

2.2 Im Staatshaftungsrecht gelten folgende Zuständigkeiten: Begehren 
gegen den Kanton auf Schadenersatz oder Genugtuung sind bei der Direk-
tion einzureichen, in deren Aufgabenbereich sich der anspruchsbegrün-
dende Sachverhalt ereignet hat. Die betroffene Direktion erlässt über die 
streitigen Ansprüche eine Verfügung (vgl. Art. 104 Abs. 1 und 2 PG), wel-
che der Beschwerde an das Verwaltungsgericht unterliegt (Art. 104 Abs. 3 
PG i.V.m. Art. 74 ff. VRPG). Indes gehen Entschädigungsansprüche nach 
der StPO als lex specialis denjenigen nach Staatshaftungsrecht – welches 
nur subsidiär zur Anwendung gelangen kann – vor. Gemäss Art. 416 StPO 
gelten die Bestimmungen des 10. Titels (Verfahrenskosten, Entschädigung 
und Genugtuung; Art. 416-436 StPO) für alle Verfahren gemäss StPO, mit-
hin auch in den Verfahren bei selbständigen nachträglichen Entscheiden 
des Gerichts nach Art. 363 ff. StPO. Die Möglichkeiten der Kostenauflage 
und die Ansprüche auf Entschädigung und Genugtuung im Zusammenhang 
mit Strafverfahren sind in der StPO abschliessend geregelt. Solche An-
sprüche der Verfahrensbeteiligten können weder gegen den Bund oder die 
Kantone noch gegen die handelnden Staatsangestellten oder Magistrats-
personen nach weiteren Haftungsnormen des privaten oder öffentlichen 
Rechts des Bundes oder der Kantone geltend gemacht werden (Grundsatz 
der Ausschliesslichkeit bzw. der Exklusivwirkung der strafprozessualen 
Kosten- und Entschädigungsregeln). Werden solche Ansprüche nicht im 
Strafverfahren geltend gemacht, sind sie verwirkt; die Verwirkung tritt aller-
dings nur ein, wenn die betroffene verfahrensbeteiligte Person Gelegenheit 
hatte, ihre Ansprüche anzumelden. Art. 5 Ziff. 5 der Europäischen Men-
schenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) räumt keine über Art. 429 ff. 
StPO hinausgehenden Ansprüche ein und eröffnet keine Wege der Gel-
tendmachung von Entschädigungsansprüchen ausserhalb der StPO 
(BGE 142 IV 245 E. 4.2 [Pra 106/2017 Nr. 14]; Thomas Domeisen, in 
Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Schweizerische Strafprozessordnung, 
2. Aufl. 2014, vor Art. 416-436 N. 8 ff. und Art. 416 N. 3; Schmid/Jositsch, 
Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 3. Aufl. 2017, 
S. 785 ff.; Yvonna Griesser, in Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kom-

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mentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, Art. 416 
N. 2; Niklaus Oberholzer, Grundzüge des Strafprozessrechts, 3. Aufl. 2012, 
N. 1687; vgl. auch Wehrenberg/Frank, in Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], 
Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, Art. 431 N. 3d; siehe 
ferner bereits Reto Feller, Das Prinzip der Einmaligkeit des Rechtsschutzes 
im Staatshaftungsrecht, Diss. Bern 2006, S. 150, wonach sich darin die 
prozessökonomisch sinnvolle Tendenz manifestiert, das Verfahren um Aus-
richtung einer Entschädigung für unrechtmässigen und ungerechtfertigten 
Freiheitsentzug in der Hand des Strafgerichts zu vereinigen). 

2.3 Es ist erstellt und unbestritten, dass die Vollzugsbehörde, d.h. die 
ASMV, am 4. Februar 2016 beim Regionalgericht Emmental-Oberaargau in 
Anwendung von Art. 62c Abs. 6 StGB einen Antrag auf Aufhebung der 
Massnahme nach Art. 60 StGB und Anordnung einer stationären therapeu-
tischen Massnahme nach Art. 59 StGB gestellt hat. Über diesen Antrag 
hatte das Regionalgericht Emmental-Oberaargau mit selbständigem nach-
träglichen Entscheid im Verfahren nach Art. 363 ff. StPO zu befinden. Das 
Regionalgericht Emmental-Oberaargau hat seine Zuständigkeit insoweit 
denn auch ausdrücklich anerkannt und am 1. April 2016 unter ausdrückli-
chem Verweis auf Art. 363 StPO entschieden. Die Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen hat es in Anwendung von Art. 422 ff. StPO geregelt, ohne sich 
indes zu allfälligen Schadenersatz- und Genugtuungsansprüchen des Be-
schwerdeführers wegen unrechtmässigem oder ungerechtfertigtem Frei-
heitsentzug zu äussern (Akten ASMV pag. 1497 ff., insb. pag. 1501). Die-
ser Entscheid ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Auf das Verfah-
ren nach Art. 363 ff. StPO finden nach dem Gesagten die Art. 417-436 
StPO Anwendung (vgl. Art. 416 StPO); einschlägig sind mithin insbesonde-
re Art. 429 ff. StPO. Für die Beurteilung allfälliger Schadenersatz- und Ge-
nugtuungsansprüche sind damit die Strafbehörden zuständig (vgl. 
BGer 1B_351/2012 vom 20.9.2012, in Pra 101/2012 Nr. 134 E. 2.3.2, 
1B_270/2017 vom 28.7.2017 E. 7; jüngst ferner BGE 1B_111/2020 vom 
31.3.2020 E. 1 mit weiteren Hinweisen), d.h. im vorliegenden Fall das Re-
gionalgericht Emmental-Oberaargau. Für eine subsidiäre Anwendung des 
Staatshaftungsrechts besteht hingegen kein Raum. Ob die vom Beschwer-
deführer geltend gemachten Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.06.2020, Nr. 100.2018.1U, Seite 7

verwirkt sind, ist eine materielle Frage, die von der zuständigen Strafbehör-
de zu beurteilen ist.

3.

3.1 Zusammenfassend ist die Zuständigkeit der Verwaltungs(justiz)-
behörden zur Beurteilung des strittigen Haftungsbegehrens zu verneinen 
und diejenige der Strafgerichte zu bejahen. Das Staatshaftungsgesuch ist 
in Anwendung von Art. 4 Abs. 3 i.V.m. Abs. 1 VRPG an das Re-
gionalgericht Emmental-Oberaargau weiterzuleiten. Ein formloses (einfa-
ches) Weiterleiten scheidet hier freilich aus, weil der anwaltlich vertretene 
Beschwerdeführer mit seinem Staatshaftungsbegehren nach Art. 100 PG 
und der Beschwerdebegründung zu erkennen gegeben hat, dass er die 
Angelegenheit durch das angerufene Gericht behandelt haben will (vgl. 
vorne E. 1.1). Es liegt damit ein Kompetenzkonflikt zwischen der Partei und 
der Behörde vor, weshalb die Weiterleitung der Sache mit der förmlichen 
Feststellung der Unzuständigkeit der Verwaltungs(justiz)behörden zu ver-
binden ist (vgl. BVR 2013 S. 582 E. 2.5; Merkli/Aeschlimann/Herzog, 
Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 4 N. 6). Die Verfügung der 
POM vom 5. Februar 2017 ist (samt Kostenschluss) wegen offensichtlicher 
Unzuständigkeit gemäss Art. 40 Abs. 2 VRPG von Amtes wegen zu kassie-
ren (vgl. auch BVR 2019 S. 400 E. 3.2 und 5.1).

3.2 Der Beschwerdeführer unterliegt im Kompetenzkonfliktverfahren 
zwischen Partei und Behörde und wird deshalb an sich kostenpflichtig 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; vgl. Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 107 
N. 7). Zufolge besonderer Umstände sind indes keine Verfahrenskosten zu 
erheben (Art. 108 Abs. 1 VRPG; vgl. insoweit auch BVR 2013 S. 536 
E. 3.5). Dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer steht kein Partei-
kostenersatz zu, da er unterliegt und im Übrigen auch den zur Aufhebung 
des Verfahrens führenden Mangel nicht gerügt hat (Art. 108 Abs. 3 VRPG; 
vgl. BVR 2004 S. 37 E. 3). Sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für 
das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht ist wegen Aussichtslosigkeit 
abzuweisen (Art. 111 Abs. 1 Bst. b VRPG), soweit es nicht gegenstandslos 
geworden ist (Verzicht auf das Erheben von Verfahrenskosten; Art. 39 

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Abs. 1 VRPG). Die Verwaltungs(justiz)behörden sind offensichtlich unzu-
ständig. Mit der Kassation ist auch die Verfahrens- und Parteikostenver-
legung der Vorinstanz aufgehoben. Für das Verwaltungsverfahren vor der 
POM sind ebenfalls keine Verfahrenskosten zu erheben und keine Partei-
kosten zu sprechen (Art. 107 VRPG). Das vom Beschwerdeführer im Zu-
sammenhang mit seinem Staatshaftungsbegehren gestellte Gesuch um un-
entgeltliche Rechtspflege ist an das Regionalgericht Emmental-Oberaargau 
weiterzuleiten. 

4.

Das vorliegende Urteil regelt die Zuständigkeit endgültig, weil weder das 
Obergericht noch das Regionalgericht Emmental-Oberaargau im Verfahren 
nach Art. 4 Abs. 3 VRPG zusätzlich einen Entscheid über die Zuständigkeit 
zu fällen haben. Das Urteil stellt daher, wiewohl es das Verfahren insge-
samt nicht abschliesst, einen kantonal letztinstanzlichen Zwischenent-
scheid über die Zuständigkeit im Sinn von Art. 92 des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; 
SR 173.110) dar (vgl. BGE 136 I 80 E. 1.2). Es wird daher mit einer 
Rechtsmittelbelehrung versehen (zum Ganzen BVR 2013 S. 582 E. 4). 
Zutreffendes Rechtsmittel dürfte die Beschwerde in Strafsachen nach 
Art. 78 ff. BGG sein, da der Rechtsweg jenem der Hauptsache folgt (vgl. 
BGE 133 III 645 E. 2.2; Felix Uhlmann, in Basler Kommentar, 3. Aufl. 2018, 
Art. 92 BGG N. 12); dies dürfte auch für die Regelung der Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen gelten. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.06.2020, Nr. 100.2018.1U, Seite 9

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Zuständigkeit der Verwaltungs(justiz)behörden wird verneint, die-
jenige der Strafgerichte wird bejaht.

2. Das Staatshaftungsgesuch vom 7. November 2016 und das Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege vom 18. Januar 2017 (je mit Beilagen) 
werden zur weiteren Behandlung an das Regionalgericht Emmental-
Oberaargau weitergeleitet.

3. Die Verfügung der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern vom 
5. Dezember 2017 wird von Amtes wegen aufgehoben.

4. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das Verfahren vor Ver-
waltungsgericht wird abgewiesen, soweit es nicht gegenstandslos ge-
worden ist.

5. Für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht und für das vorinstanzli-
che Verfahren werden weder Verfahrenskosten erhoben noch Parteikos-
ten gesprochen.

6. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführer
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
- Regionalgericht Emmental-Oberaargau (mit Beilagen gemäss

Ziff. 2 [Originale])

und mitzuteilen:
- Obergericht des Kantons Bern (ad Verfahren GL 20 67)

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.06.2020, Nr. 100.2018.1U, 
Seite 10

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Zwischenentscheid kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bun-
desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 
78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht 
(BGG; SR 173.110) geführt werden.