# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b02afdf7-136d-5823-93ae-a530ff2dc241
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-12-20
**Language:** de
**Title:** Lärmschutz. Baubewilligung für freistehenden Kirchturm mit teilverglaster Glockenstube.
**Docket/Reference:** BRGE IV Nrn. 0208-0209/2018
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_iv_nrn._0208-2009_vom_20._dezember_2018.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

4. Abteilung 

G.-Nrn. 
BRGE IV Nrn. 

R4.2018.00079 und R4.2018.00082 
0208/2018 und 0209/2018 

Entscheid vom 20. Dezember 2018 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Reto Philipp, Baurichter Urs Hany, Baurichter Andreas 
Madianos, Gerichtsschreiber Daniel Schweikert 

in Sachen 

Rekurrierende 

R4.2018.00079  
1. S.G., [….] 
2. G.S., [….] 
3. A. und S.R., [….] 

alle vertreten durch [….] 

R4.2018.00082 
R.M., [….] 

vertreten durch [….] 

gegen 

Rekursgegnerinnen 

1.  Baubehörde X, [….] 

vertreten durch [….] 

2.  Kirchgemeinde Y, [….] 

vertreten durch [….]  

betreffend 

Baubehördenbeschluss  vom  18.  April  2018;  Baubewilligung  für  Neubau 
freistehender Kirchturm mit teilverglaster Glockenstube, [….] 
______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit  Beschluss  vom  18.  April  2018  erteilte  die  Baubehörde  X  der  Kirchge-

meinde  Y  die  baurechtliche  Bewilligung  für  den  Neubau  eines  freistehen-

den Kirchturms [….]. 

B. 

Hiergegen  erhoben  mit  gemeinsamer  Eingabe  vom  25.  Mai  2018  S.G., 

G.S., sowie A. und S.R. (nachfolgend: Rekurrierende 1) Rekurs mit den fol-

genden Anträgen: 

"1.  Der  Bauentscheid  der  Baubehörde  X  vom  18.  April  2018  in  Sachen 
Kirchgemeinde  Y,  betreffend  Baugesuch-Nr.  2018-0001,  sei  aufzuhe-
ben und die baurechtliche Bewilligung zu verweigern. 

2.  Es sei ein Augenschein durchzuführen. 

3.  Den Rekurrierenden sei eine angemessene Prozessentschädigung zu-

zusprechen. 

4.  Die Kosten des Rekursverfahrens seien den Rekursgegnern aufzuerle-

gen. 

5.  Es sei dem Rekurs die aufschiebende Wirkung zu erteilen." 

Vom Rekurseingang wurde mit Präsidialverfügung vom 28. Mai 2018 (Dos-

sier  G.-Nr.  R4.2018.00079)  Vormerk  genommen  und  das  Vernehmlas-

sungsverfahren eröffnet. 

Die Vorinstanz und die private Rekursgegnerin nahmen mit Eingaben vom 
27.  bzw.  29.  Juni  2018  Stellung  und  schlossen  darin  auf  Abweisung  des 

Rekurses soweit darauf eingetreten werden könne, unter Kosten- und Ent-

schädigungsfolgen zu Lasten der Rekurrierenden.  

Die Rekurrierenden replizierten mit Eingabe vom 20. Juli 2018 und ergänz-

ten ihren ersten Antrag wie folgt: 

"Eventuell sei nur Dispositiv Ziffer 1 des Bauentscheids der Baubehörde X 
vom 18. April 2018 in Sachen Kirchgemeinde Y, betreffend Baugesuch Nr. 
2018-0001, aufzuheben und seien der Rekursgegnerin gar keine Läutezei-

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Seite 2 

 
 
ten zu bewilligen und der Rekursgegnerin das Läuten der Glocken zu  un-
tersagen." 

Die  Duplik  der  privaten  Rekursgegnerin  erfolgte  am  13.  August  2018.  Die 

Vorinstanz verzichtete stillschweigend auf das Einreichen einer solchen.  

C. 

Mit Eingabe vom 25. Mai 2018 erhob R.M. (hernach: Rekurrent 2) ebenfalls 

Rekurs und stellte die folgenden Anträge: 

"1.  Der angefochtene Entscheid sei aufzuheben; 

2.  Eventualiter  sei  der  angefochtene  Entscheid  so  abzuändern,  dass  auf 
das  werktägliche  Geläut  um  07:00  Uhr,  11:00  Uhr  und  19:00  Uhr  zu 
verzichten und dieses zu verbieten sei, und die Beleuchtung des Kirch-
turms mittels Ansetzung von Betriebszeiten auf die Zeit zwischen 06:00 
Uhr und 22:00 Uhr beschränkt sowie auf eine angemessene Helligkeit 
gedimmt wird; 

3.  Es sei ein Abteilungsaugenschein durchzuführen. 

4.  Unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  zuzüglich  MwSt.  zugunsten 

des Rekurrenten." 

Am  29.  Mai  2018  wurde  vom  Rekurseingang  unter  der  G.-

Nr. R4.2018.00082  Vormerk  genommen  und  das  Vernehmlassungsverfah-

ren eröffnet.  

Die Vorinstanz nahm mit Eingabe vom 27. Juni 2018 zum Rekurs Stellung 

und  schloss  darin  auf  Abweisung  des  Rekurses  soweit  darauf  einzutreten 

sei,  unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  zulasten  des  Rekurrenten. 

Ebenfalls  auf  Abweisung  unter  den  nämlichen  Kosten-  und  Entschädi-

gungsfolgen  schloss  die  Bauherrin  in  ihrer  Stellungnahme  vom  29.  Juni 

2018. 

Die  Replik  erfolgte  am  25.  Juli  2018.  Die  Vorinstanz  und  die  private  Re-

kursgegnerin duplizierten mit Eingaben vom 31. Juli 2018 bzw. 17. August 

2018. 

D. 
Am 3. Oktober 2018 führte eine Delegation des Baurekursgerichts im Bei-

sein der Parteien einen Augenschein auf dem Lokal durch.  

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Im  Anschluss  daran  wurde  das  Verfahren  zwecks  Führung  von  Parteige-

sprächen bis 8. November 2018 sistiert. 

E. 

Mit  Eingabe  vom  9.  November 2018 teilte  die  private  Rekursgegnerin  den 

Verzicht  auf  das  morgendliche  Geläut  (07:00  Uhr)  von  Montag  bis  Freitag 

mit. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Da sich beide Rekurse gegen das nämliche Bauvorhaben richten und darin 

weitgehend die gleichen Rechtsfragen aufgeworfen werfen, sind die Rekur-

se aus verfahrensökonomischen Gründen zu vereinigen.  

2. 

Die private Rekursgegnerin plant den Bau eines Glockenturms. Dieser soll 

nahe der nördlichen Grundstücksgrenze zu stehen kommen, einen Grund-

riss von 3,60 m x 3,60 m und eine Höhe von insgesamt 18,02 m aufweisen, 

wobei sich  der Glockenstuhl ab  einer Höhe  von  12  m  befindet.  Er soll  mit 

insgesamt vier Glocken bestückt werden. Die Bauparzelle liegt in der Zone 

für öffentliche Bauten (Oe), ist der Lärmempfindlichkeitsstufe (ES) II zuge-

schieden und befindet sich im Kreuzungsbereich der T- und der Q-Strasse. 

Sie ist mit der römisch-katholischen Kirche und dem dazugehörigen Kirch-

gemeindehaus  überstellt.  Im  Weiteren  ist  die  Parzelle  von  zur  Wohnzone 

(ES  II)  gehörenden,  überbauten  Grundstücken  umgeben.  Unweit  nördlich 

bzw.  südlich des  Grundstücks  befindet  sich eine  grossflächige,  zur Reser-

vezone gehörende Wiese sowie ein Schulhaus. In rund 225 m Luftlinie süd-

lich des geplanten Turms liegt sodann ein Pflegeheim.  

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Seite 4 

 
 
3. 

Die  Vorinstanz  bringt  sinngemäss  vor,  die  Rekurrentin  S.R.  sei  nicht  zum 

Rekurs zuzulassen, da lediglich ihr Ehemann das Gesuch nach § 315 des 

Planungs- und Baugesetzes (PBG) gestellt habe.  

Gemäss  §  315  Abs.  1  PBG  hat,  wer  Ansprüche  aus  dem  Planungs-  und 

Baugesetz wahrnehmen will, innert 20 Tagen seit der Publikation des Bau-

vorhabens,  d.h.  während  der öffentlichen  Auflage  des  Baugesuchs  (§  314 

Abs.  4  PBG),  bei  der  örtlichen  Baubehörde  schriftlich  die  Zustellung  des 

baurechtlichen Entscheids zu verlangen. Wer den Entscheid nicht rechtzei-

tig verlangt, hat sein Rekursrecht verwirkt.  

Ratio  legis  von  §  315  PBG  besteht  in  der  Verfahrensbeschleunigung  und 

der  Rechtssicherheit.  Mit  der möglichst  frühen  Kenntnis allfällig  drohender 

Rekurse  soll  dem  Bauherrn  Gelegenheit  gegeben  werden,  einen  Rechts-

mittelstreit  durch  entsprechende  Vorkehrungen  wie  Einigungsverhandlun-

gen oder Projektänderungen zu verhindern. Dies ist aber nur dann möglich, 

wenn  der  Kreis  potentieller  Rekurrenten  nach  Abschluss  des  Auflagever-

fahrens  namentlich  bekannt  ist.  Deshalb  muss  auch  ein  allfälliges  Vertre-

tungsverhältnis  bereits  im  schriftlichen  Zustellbegehren  zum  Ausdruck 

kommen.  Ausgenommen  davon  sind  gesetzliche  Vertretungen  unter  Ehe-

leuten  (Art.  166  des  Schweizerischen  Zivilgesetzbuches  [ZGB]) oder einer 

eingetragenen  Partnerin  bzw.  eines  eingetragenen  Partners  (Art. 15  Bun-

desgesetz über die eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paa-

re [PartG]) sowie jene unmündiger Kinder durch ihre Eltern (Art. 304 ZGB, 

vgl.  hierzu  RB  1993  Nr.  53,  Martin  Bertschi  in:  Kommentar  VRG,  3. Aufl., 

Zürich/Basel/Genf 2014, Vorbem zu §§ 21 – 21a Rz. 11). Dass lediglich ihr 

Ehemann das Begehren gestellt hat, kann daher der Rekurrentin S.R. nicht 

zum Nachteil gereichen.  

Aufgrund der nachbarlichen Beziehung der Rekurrierenden und der vorge-

brachten Rügen (zu erwartende übermässige Lärmimmissionen) ist die Re-

kurslegitimation aller Rekurrierenden im Sinne von § 338a PBG zu bejahen.  

Da auch die weiteren Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist grundsätzlich 

auf  die  Rekurse  einzutreten.  Soweit  dies  auf  einzelne  Begehren  nicht  zu-

treffen sollte, wird dies bei der Behandlung der dazugehörigen Rügen dar-

zulegen sein.  

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Seite 5 

 
 
4. 

Der  Rekurrent 2  beantragt  die  Durchführung  eines  Abteilungsaugen-

scheins.  

Gemäss  §  17  der  Organisationsverordnung  des  Baurekursgerichts  (OV 

BRG)  kann  der  Spruchkörper  die  Durchführung  von  Augenscheinen  dem 

Referenten bzw. der Referentin übertragen. Dies bedeutet, dass prinzipiell 

das Baurekursgericht entscheidet, ob ein Referenten- oder ein Abteilungs-

augenschein  durchgeführt  werden  soll  (anders  §  12  Abs.  2  altVerordnung 

über  die  Organisation  und  den  Geschäftsgang  der  Baurekurskommissio-

nen). Die neue Regelung deckt sich mit der im Zivilprozess geltenden Be-

stimmung, wonach das Gericht die Beweisabnahme an eines oder mehrere 

seiner  Mitglieder  delegieren  kann  (Art.  155  Abs.  1  Zivilprozessordnung 

[ZPO]). 

Aus Zeit- und Kostengründen ist beim Baurekursgericht der Referentenau-

genschein  die  Regel.  Die  tatsächlichen  Feststellungen  werden  dabei  foto-

grafisch und durch Protokolleinträge zuhanden der weiteren Mitglieder des 

Spruchkörpers dokumentiert.  Das Verwaltungsgericht  stellt  bekanntlich  bei 

seinen  Entscheiden  ebenso  regelmässig  auf  die  Fotos  des  Baurekursge-

richts ab und verzichtet auf einen eigenen Augenschein. 

Anlässlich des Lokaltermins ging es lediglich darum, die Lärmvorbelastung 

im Quartier zu eruieren. Es war mithin u.a. festzustellen, wie sich das Quar-

tier  präsentiert,  wie  hoch  das  Verkehrsaufkommen  im  Quartier  ist  und  ob 

das  Geläut  der  reformierten  Kirche  hörbar  ist.  Hierbei  handelt  es  sich  um 

Feststellungen, die sich zuhanden der fachkundigen Abteilung gut in Worte 

fassen  bzw.  anhand  von  Fotos  dokumentieren  lassen.  Ein  Abteilungsau-

genschein  war  daher  nicht  notwendig.  Besondere  Gründe  im  Sinne  von 

Art. 155  Abs.  2  ZPO,  die  eine  Beweisabnahme  durch  die  gesamte  Abtei-

lung  erheischt  hätten,  wurden  vom  Rekurrenten  2  nicht  substanziiert  gel-

tend gemacht. Auf die Durchführung eines Abteilungsaugenscheins konnte 

damit verzichtet werden.  

5. 

Die  Rekurrentin  beabsichtigte  zunächst  folgende  Läutezeiten,  wofür  sie 
auch vor Baugesuchseinreichung ein Lärmgutachten erstellen liess. 

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Seite 6 

 
 
Werktage: 
- 
- 
- 

07:00 Uhr   3 Minuten 
3 Minuten 
11:00 Uhr 
3 Minuten 
19:00 Uhr 

Wochenende: 
10 Minuten 
-  Samstag 17:50 Uhr 
-  Sonntag  08:55 Uhr 
  5 Minuten 
-  Sonntag  09:50 Uhr  10 Minuten 
15 Minuten 
-  Sonntag  19:00  

Das  am  14.  März  2018  bei  der  Vorinstanz  eingereichte  Gesuch  umfasste 

alsdann  die  folgende  Läuteordnung,  welche  auch  unverändert  Eingang  in 

den angefochtenen Beschluss fand (wiedergegeben ist das Dispositiv): 

"1.1. An Werktagen (Montag bis Freitag): Dreimal während jeweils drei Mi-
nuten,  beginnend  frühestens  um  07.00  Uhr  und  endend  spätestens 
um 19.05 Uhr.  

1.2. Am  Samstag:  Einmal  während  zehn  Minuten,  beginnend  frühestens 

um 08.05 Uhr und endend spätestens um 19.00 Uhr. 

1.3. Am Sonntag: Einmal während fünf Minuten, einmal während zehn Mi-
nuten  und  einmal  während  15  Minuten,  beginnend  frühestens  um 
08.55 Uhr und endend spätestens um 19.15 Uhr. 

1.4. Zusätzlich  liturgisches  Geläut  tagsüber  (zwischen  08.00  Uhr  und 
19.00 Uhr) während höchstens 15 Minuten pro Anlass bei Festgottes-
diensten  (maximal  zweimal  pro  Jahr),  bei  Hochzeiten  (maximal  fünf-
mal pro Jahr) und bei Beerdigungen (maximal 25-mal pro Jahr). 

1.5. Zusätzlich  liturgisches  Geläut  bei  Festtagen  während  höchstens 
15 Minuten  pro  Anlass,  wie  Gründonnerstag  um  20.00  Uhr,  Oster-
nacht um 21.00 Uhr, Weihnachten (24.12.) um 23.00 Uhr. 

1.6. Silvesternacht um 23.40 Uhr während 17 Minuten und um 00.01 Uhr 

während 20 Minuten. 

1.7. Allfällige  Änderungen  und  Erweiterungen  der  Läutzeiten  sind  bewilli-

gungspflichtig." 

Im  angefochtenen  Beschluss  wurden  alsdann  u.a.  noch  folgende  Anord-

nungen verfügt (Dispositiv-Ziffern 2 und 6): 

"2.  Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, die in Aussicht gestellte moderne 

Glockentechnik (siehe Erwägung g) zum Einsatz zu bringen." 

"6.  Gemäss Erwägung g) ist die Glockenstube (Seitenwände und Decke) 
zusätzlich  zu  dämmen.  Die  entsprechenden Detailpläne  sind  (3-fach) 
zur Bewilligung einzureichen." 

R4.2018.00079 

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Die  Parteien  sind  sich  darüber einig,  dass mit  Ziff.  1.1.  das  sog. Morgen-, 

Mittag- und Abendläuten bewilligt wurde.  

6. 

Die  private  Rekursgegnerin  erklärte  ihren  Verzicht  auf  das  morgendliche 

Geläut  von  Montag  bis  Freitag.  Davon  ist  im  Sinne  eines  Bauverzichts 

Vormerk  zu  nehmen.  Die  Rekursverfahren  sind  diesbezüglich  als  gegen-

standslos geworden abzuschreiben. 

7.1. 

Im angefochtenen Beschluss wird auf das von der privaten Rekursgegnerin 

in  Auftrag  gegebene  und  bei  den  Baugesuchsakten  liegende  Gutachten 

verwiesen  und  erwogen,  dass  eine  Beurteilung  strikte  nach  der  vom  Bun-

desamt  für  Umwelt  BAFU  im  Jahre  2014  herausgegebenen  Vollzugshilfe 

zur Beurteilung von Alltagslärm (nachfolgend: Vollzugshilfe) zu streng aus-

falle.  Vielmehr  sei  davon  auszugehen,  dass  sich  die  Störwirkung  der  Glo-

cken in Grenzen halte. Im Nachgang zum Gutachten habe die private Re-

kursgegnerin das Gesuch um zusätzliches liturgisches Geläut gestellt, wel-

ches  auch  teilweise  in  den  Nachtstunden  anfallen  werde.  Als  Nachtphase 

wird  im  angefochtenen  Beschluss  gestützt  auf  die  kommunale  Polizeiver-

ordnung  von  der  Zeit  zwischen  22:00  Uhr und  6:00  Uhr  ausgegangen.  Im 

Rahmen  der  Interessenabwägung  wird  ausgeführt,  die  drei  beantragten 

Läutezeiten  in  der  Nachtphase  (24.  Dezember  und  in  der  Neujahrsnacht) 

seien  bewilligungsfähig,  da  dieses  Geläut  den  örtlichen  Gepflogenheiten 

entspreche und sich auf zwei Nächte beschränke. Das Gutachten habe das 

liturgische Geläut nicht untersucht. Dennoch seien die Schlussfolgerungen 

im  Gutachten  auch  auf  dieses  übertragbar.  Das  liturgische  Geläute  be-

schränke sich nämlich auf 37 Ereignisse pro Jahr. Zudem stehe dieses Ge-

läut  unter  dem  Schutz  der  Kultus-  und  Religionsfreiheit.  Gestützt  auf  das 

Vorsorgeprinzip sei jedoch zu verlangen, dass der Glockenstuhl zusätzlich 

gedämmt werde.  

7.2. 

Die  Rekurrierenden  1  bringen  zusammengefasst  vor,  die  Bauherrin  sei 

zwar verpflichtet worden, eine moderne Glockentechnik anzubringen, doch 
sei  diese  Anordnung  nicht  hinreichend  definiert  worden.  Ebenso  sei  nicht 

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festgelegt  worden,  wie  hoch  die  zusätzliche  Dämmung  auszufallen  habe. 

Es sei auch nicht nachvollziehbar, weshalb die Gemeinde nicht einen ma-

ximal  zulässigen  Schallpegel  statuiert  habe.  Auch  der  Einbau  moderner 

Glockentechnik  könne  nicht  sicherstellen,  dass  eine  bestimmte  Lautstärke 

nicht überschritten werde, da über die Steuerung auch ein starker Anschlag 

programmiert  werden  könne.  Die  röm.-kath.  Kirchgemeinde  komme  nun 

seit  50  Jahren  ohne  Glockengeläut  aus.  Für  die  hier  massgebliche  Kirch-

gemeinde  sei  mithin  das  Glockengeläut  nicht  von  grosser  Bedeutung.  Es 

liege  keine  entsprechende  örtliche  Tradition  vor.  Auch  komme  der  Kirch-

turm in einem besonders ruhigen Quartier zu stehen, welches weit ruhiger 

sei  als  andere  Quartiere  der  ES  II.  So  weise  die  Q-Strasse  kaum  Durch-

gangsverkehr auf und seien im Quartier auch keine Geschäfte, Restaurants 

oder ähnliches vorhanden. Die Glocken der in der gleichen Gemeinde situ-

ierten  reformierten  Kirche  seien  hier  kaum  zu  hören.  Lediglich  das  Glo-

ckengeläut  der  Z-Kirche  sei  je  nach  Wetterlage  sehr  leise  wahrnehmbar. 

Weiter sei zu berücksichtigen, dass einzig 75 Mitglieder der 6'647 stimmbe-

rechtigen  Kirchgemeindemitglieder der Kirchgemeindeversammlung  beige-

wohnt hätten, an welcher der Bau des Turmes beschlossen worden sei. Ein 

sehr  geringer  Anteil  der  Bevölkerung  habe  folglich  ein  Interesse  am  Glo-

ckengeläut.  Des  Weiteren  erachten  sie  die  im  Gutachten  getroffenen  An-

nahmen  als  fehlerhaft  (vgl.  hierzu  E.  8.2.2).  Bei  der  Interessenabwägung 

sei  sodann  zu  berücksichtigen,  dass  lediglich  das  liturgische  Geläut  dem 

Schutz  der Glaubens-  und  Gewissensfreiheit  unterliege.  Das  vorgesehene 

bürgerliche  Geläute  lasse  sich  daher  in  keiner  Weise  rechtfertigen.  Aber 

auch  ersteres  sei  nur  unter  sehr  strengen  Auflagen  (modernste  Glocken-

technik, Begrenzung des maximalen Schallpegels) bewilligungsfähig.  

7.3. 

Der  Rekurrent  2  führt  zunächst  aus,  dass  sich  die  Erwägungen  lit.  g  des 

angefochtenen  Entscheids  nicht  mit  den  bewilligten  Läutezeiten  decken 

würden.  So  sei namentlich  samstags  ein deutlich früher einsetzendes  Ge-

läut bewilligt worden als in den Erwägungen genannt werde. Dasselbe tref-

fe  auch  auf  die  im  Gutachten  gemachten  Annahmen  zu.  Weiter  sei  das 

Gutachten  insoweit  unzutreffend,  als  darin  davon  ausgegangen  werde, 

dass es sich um einen schönen Klang handle. Dies sei aber eine rein sub-

jektive  Einschätzung.  Auch  werde  im  Gutachten  die  Umgebung  willkürlich 

in fünf Gebiete aufgeteilt und gelange der Gutachter alsdann zum Schluss, 
dass "nur" in zwei dieser Gebiete störende Belastungen zu erwarten seien. 

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Seite 9 

 
 
Es liege jedoch in der Natur der Sache, dass sich die störenden Immissio-

nen auf wenige Punkte beschränkten und nicht das gesamte Gemeindege-

biet  davon betroffen  sei.  Des Weiteren müsse  in  der nächsten  Umgebung 

des  streitbetroffenen  Turms  und  mithin  bei  der  rekurrentischen  Parzelle 

nicht  nur  mit  Immissionen  zwischen  den  Planungs-  und  Immissionsgrenz-

werten,  sondern mit  solchen  zwischen  Immissions-  und  Alarmgrenzwerten 

oder gar mit Werten über letzteren gerechnet werden. Wenn das Gutachten 

bei der rekurrentischen Liegenschaft mit lediglich einer störenden Lärmbe-

lastung rechne, so sei dies falsch. Dies sei darauf zurückzuführen, dass im 

Berechnungsmodell des Gutachtens die Wahrnehmbarkeit der Störung so-

wie der Ausgangspunkt des Lärms auf einer Höhe von 4,5 m angenommen 

worden sei. Da das Glockengeläut die Immissionsgrenzwerte überschreite, 

müssten  besondere  Gründe  für  Erleichterungen  vorliegen  (Art.  25  Abs.  2 

LSV).  Der  angefochtene  Beschluss  setze  sich  damit  aber  nicht  auseinan-

der. Im Übrigen werde im Gutachten ausgeführt, dass die Abschirmung des 

Glockenturms Richtwirkungen aufweisen könne, die nicht modellierbar sei-

en. Auch sei der Gutachter der Auffassung, weitere Lärmminderungsmass-

nahmen  seien  nicht  möglich.  Die  Erwägung  im  angefochtenen  Beschluss, 

die Immissionen liessen sich mit weiteren Lärmschutzmassnahmen um 5  - 

10 dB(A) herabsetzen, seien daher falsch. Des Weiteren bringt der Rekur-

rent 2 vor, dass keine überwiegenden Interessen für das bürgerliche Läuten 

vorlägen, bestehe doch etwa auch keine dahingehende Tradition.  

7.4. 

Die Vorinstanz hält den Ausführungen der Rekurrierenden 1 entgegen, aus 

Erwägung lit. g gehe klar hervor, welche Massnahmen bezüglich Glocken-

technik zu treffen seien. Zudem handle es sich vorliegend um eine Toner-

zeugung  mittels  Klöppel  (Glockengeläut),  weshalb  nicht  auf  die  Glocken 

geschlagen  werde.  Wie  stark  sich  eine  zusätzliche  Dämmung  auswirke, 

könne  kaum  im  Voraus  berechnet  werden.  Es  sei  der  Bauherrin  überlas-

sen, wie sie die Massnahmen umsetzen wolle. Die Baubehörde habe aber 

die  Einreichung  entsprechender  Detailpläne  vor  Baufreigabe  verlangt.  Mit 

den  bewilligten  Läutezeiten  werde  es  maximal  zu  einem  viermaligen,  kur-

zen  Läuten  pro  Tag  kommen.  Die  Betriebszeiten  seien  daher  stark  einge-

schränkt worden. Das Gutachten sei in Übereinstimmung mit der Vollzugs-

hilfe des BAFU und dem dazugehörigen Excel-Tool ausgearbeitet worden. 

Auch  handle  es  sich  vorliegend  nicht  um  ein  besonders  ruhiges  Quartier. 
Vielmehr verkehre auf der T-Strasse morgens und abends viermal stündlich 

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der Bus und befinde sich in unmittelbarer Nähe das Schulhaus Q. Das litur-

gische und bürgerliche Geläut sei im Kanton Zürich verbreitetes Allgemein-

gut.  Auch  in  der  hier  massgeblichen  Gemeinde  habe  es  Tradition.  Es  sei 

sodann fraglich,  ob  das  Morgen-,  Mittags-  und  Abendgeläut entgegen  bis-

heriger  Rechtsprechung  nicht  auch  unter  dem  Schutz  der  Glaubens-  und 

Religionsfreiheit  stehen  müsse.  Es  sei  zudem  eine  hinreichende  Interes-

senabwägung  vorgenommen  worden.  Da  das  Glockengeläut  nach  einem 

festen Zeitplan erfolgen werde, sei es voraussehbar und überdies von einer 

konstanten Intensität.  

Hinsichtlich der Vorbringen des Rekurrenten 2 führt die Vorinstanz im We-

sentlichen  vernehmlassungsweise  aus,  im  angefochtenen  Beschluss  habe 

sie sich sehr wohl mit dem Umstand auseinandergesetzt, dass sich die im 

Gutachten  untersuchten  Läutezeiten  mit  den  schlussendlich  beantragten 

nicht vollständig decken würden. Auch sei die Lärmbelastung korrekt beur-

teilt worden.  

7.5. 

Die  private  Rekursgegnerin  bringt  vernehmlassungsweise  ergänzend  zur 

Baubehörde  vor,  das  Kirchengeläut  habe  sich  ins  Bewusstsein  der  Men-

schen  eingeprägt  und  sei  für  viele  ein Wohlklang.  Für  weite  Teile  der  Be-

völkerung  gehöre  das  Glockengeläut  zum  festen  Tagesablauf.  Bis  anhin 

hätten  die  Glocken  der  reformierten  Kirche  das  Glockengeläut  für  liturgi-

sche  Anlässe  in  der  katholischen  Kirche  übernommen.  Ob  eine  Tradition 

bestehe, dürfe nicht auf das streitbetroffene Quartier beschränkt untersucht 

werden. Vielmehr sei das gesamte Gemeindegebiet zu betrachten. Würde 

anders entschieden, könnten nirgends neue Kirchen mit Glockentürmen er-

stellt  werden.  Das  Glockengeläut  deshalb  zu  verbieten,  weil  die  Bevölke-

rung  hinsichtlich  Lärm  sensibilisiert  sei  und  eine  bestimmte  Anzahl  Perso-

nen kein oder kein enges Verhältnis zur Kirche pflege, sei eine unzulässige 

Anwendung  des  Umweltschutzgesetzes.  Zudem  seien  bereits  mehrere 

Massnahmen  zur  Lärmminderung  vorgesehen  (Reduktion  der  Anschlagin-

tensität,  Reduktion  des  Schallpegels  an  der  Glocke,  spezielle  Klöppelform 

und  sog.  Fallklöppeltechnik).  Sodann  komme  auch  noch  eine  Schwin-

gungsisolation in Frage. Des Weiteren führten die massiven seitlichen Be-

tonwände  sowie  das  Verbundsicherheitsglas  zu  einer  weiteren  Reduktion 

der  Lärmimmissionen.  Der  von  den  Betonwänden  ausgehenden  lärmmin-
dernden  Wirkung  sei  im  Gutachten  im  Übrigen  nicht  Rechnung  getragen 

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Seite 11 

 
 
worden.  Es  gehe  vielmehr  davon  aus,  dass  die  Quelle  in  alle  Richtung 

gleich stark abstrahle. Das Quartier sei auch nicht besonders ruhig, liege es 

doch etwa im Einzugsgebiet des Flughafens Zürich. Auch könnten nicht die 

im Anhang der LSV enthaltenen Grenzwerte für die lärmrechtliche Beurtei-

lung  des  Glockengeläuts  herangezogen  werden,  da  diese  auf  Mittelungs-

pegel beruhten, beim Glockengeläut aber auf Maximalpegel abgestellt wer-

de.  Im  Übrigen  definiere  die  Vollzugshilfe  keine  allgemein  gültigen  Grenz-

werte, sondern diene als Beurteilungshilfe.  

7.6. 

Replizierend  bringen  die  Rekurrierenden  1  u.a.  vor,  dass  die  Glocken 

fünf bis fünfzehn Minuten läuten würden. Der Dauer des Geläuts müsse bei 

deren Lärmbeurteilung ebenfalls Rechnung getragen werden.  

Der Rekurrent 2 führt in seiner Replik aus, mit den bewilligten Läutezeiten 

werde  es  der  privaten  Rekursgegnerin  ermöglicht,  den  Zeitpunkt  des  Glo-

ckengeläuts  fast  frei  zu  bestimmen.  Wenn  schon  eine  Tradition  geltend 

gemacht  werde,  so müsse  sich  das  Glockengeläut auch  auf  die  angeblich 

tradierten Läutezeiten beschränken. Die verfügten schalldämmenden Mas-

snahmen  seien  zudem  ungenügend,  da  die  Auswirkungen  der  verfügten 

Massnahmen nicht bekannt seien. Die tabellarische Darstellung im Gutach-

ten  zeige  sodann,  dass  in  drei  der  fünf  Gebiete  störende  Immissionen  zu 

erwarten  seien.  Wenn  im  Gutachten  zusammenfassend  festgehalten  wer-

de,  lediglich  in  zwei  Gebieten  würden  diese  Immissionen  auftreten,  so  sei 

dies  falsch.  Im  Gutachten  werde  sodann  selbst  ausgeführt,  dass  die  Aus-

wirkungen  der  Betonwände  nicht  modellierbar  seien.  Sie  könnten  daher 

auch für das rekurrentische Grundstück zu störenden Schallreflexionen füh-

ren. Das Argument der Tradition könne hier nicht verfangen, weil ein neuer 

Kirchturm  zur  Diskussion  stehe.  Die  Vorinstanz  verkenne,  dass  das  Um-

weltschutzgesetz an neue Anlagen erhöhte Anforderungen stelle.  

7.7. 

Die private Rekursgegnerin bringt duplizierend vor, im Rahmen der Prüfung 

der noch einzureichenden Detailpläne könne die Baubehörde ihre Kontroll-

funktion  wahrnehmen  und  allfällige  weitere  Massnahmen  konkretisieren 

oder verlangen. Die Festlegung eines maximal zulässigen Grenzwertes sei 

schon  deshalb  nicht  möglich,  weil  die  Lärmschutzverordnung  für  das  Glo-
ckengeläut  keine  Grenzwerte  kenne.  Schon  gar  nicht  könne  von  einem  in 

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Seite 12 

 
 
der ES II allgemein geltenden Planungswert von 55 dB(A) gesprochen wer-

den. Würden die untersuchten Läuteereignisse auf die gesamte Tagesperi-

ode  verdünnt,  wie  dies  in  der  LSV  etwa  für  Strassenlärm  vorgesehen  sei, 

würden die Beurteilungspegel deutlich tiefer ausfallen als im Gutachten an-

genommen.  Hinsichtlich  der  Akzeptanz  des  Glockengeläuts  sei  zu  bemer-

ken, dass lediglich fünf Personen gegen das geplante Bauvorhaben rekur-

riert hätten. Der übrige Teil der Bevölkerung sei mithin keineswegs negativ 

eingestellt. Des Weiteren gelte es zu beachten, dass das Morgen-, Mittags- 

und  Abendgeläut  einen  kultisch,  religiösen  Hintergrund  habe,  sei  damit 

doch die Bevölkerung einst zum Gebet gerufen worden.  

7.8. 

Anlässlich  des  Lokaltermins  hielten  die  Parteien  an  ihren  im  Rahmen  des 

Schriftenwechsels gemachten Ausführungen fest. Seitens der privaten Re-

kursgegnerin wurde anhand von Tonaufnahmen der klangliche Unterschied 

von alten und modernen, den neuesten Technologien entsprechenden Glo-

cken aufgezeigt.  

8.1. 

Das Glockenspiel der römisch-katholischen Kirche ist eine mit einer Baute 

dauerhaft verbundene ortsfeste Einrichtung und damit eine Anlage im Sin-

ne  von  Art. 7  Abs.  7  des  Umweltschutzgesetzes  (USG)  und  Art.  2  Abs.  1 

der Lärmschutzverordnung (LSV). Da das Läutewerk neu installiert werden 

soll,  gilt  es  als  neue  Anlage  im  Sinne  der  Lärmschutzverordnung  und  hat 

deshalb die Planungswerte (Art. 25 Abs. 1 USG) einzuhalten. Erleichterun-

gen können dann gewährt werden, wenn überwiegende öffentliche Interes-

sen an der Anlage bestehen und die Einhaltung der Planungswerte zu einer 

unverhältnismässigen  Belastung  für  das  Projekt  führen  würde  (Art  25 

Abs. 2 USG). Weiter sind die Vorschriften der Art. 11 Abs. 2 und 3 USG zu 

beachten. Diesen zufolge sind Emissionen im Rahmen der Vorsorge unab-

hängig  von  der  bestehenden  Umweltbelastung  so  weit  zu  begrenzen,  als 

dies  technisch  und  betrieblich  möglich  und  wirtschaftlich  tragbar  ist 

(Abs. 2). Wenn feststeht oder zu erwarten ist, dass die Einwirkungen unter 

Berücksichtigung  der  bestehenden  Umweltbelastung  schädlich  oder  lästig 

werden,  sind  die  Emissionsbegrenzungen  zu  verschärfen  (Abs. 3).  Solche 

Begrenzungen  werden  gemäss  Art.  12  Abs.  2  USG  durch  Verordnungen 
oder,  soweit  diese  nichts  vorsehen,  durch  unmittelbar  auf  das  Umwelt-

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Seite 13 

 
 
schutzgesetz  abgestützte  Verfügungen  vorgeschrieben.  Schutzmassnah-

men  nach  Art.  12  Abs.  2  USG  sind  nicht  erst  zu  ergreifen,  wenn  die  Um-

weltbelastung  schädlich  oder  lästig  wird,  sondern  es  müssen  gestützt  auf 

das Vorsorgeprinzip schon sämtliche unnötige Emissionen vermieden wer-

den. Dies ist allerdings nicht so zu verstehen, dass jeder im strengen Sinne 

nicht nötige Lärm völlig untersagt werden müsste. Es gibt keinen absoluten 

Anspruch auf Ruhe; vielmehr sind geringfügige, nicht erhebliche Störungen 

hinzunehmen (Art. 15 USG).  

Die  Lärmimmissionen  ortsfester  Anlagen  sind  grundsätzlich  anhand  der 

vom Bundesrat festgelegten Belastungsgrenzwerte (Anhänge 3 - 8 LSV) zu 

beurteilen (Art. 40 Abs. 1 LSV). Für die Lärmbelastung durch Glockenspiele 

hat  der  Bundesrat  keine  Grenzwerte  festgelegt.  Fehlen  solche  Werte,  so 

müssen  die  Lärmimmissionen  im  Einzelfall  nach  den  Kriterien  der  Art. 15, 

19 und 23 USG bewertet werden (Art. 40 Abs. 3 LSV). Im Rahmen dieser 

Einzelfallbeurteilung  sind  der  Charakter  des  Lärms,  Zeitpunkt  und  Häufig-

keit  seines  Auftretens  sowie  die  Lärmempfindlichkeit  bzw.  Lärmvorbelas-

tung zu berücksichtigen. Dabei ist nicht auf das subjektive Lärmempfinden 

einzelner  Personen  abzustellen,  sondern  es  ist  eine  objektivierte  Betrach-

tung  unter  Berücksichtigung  von  Personen  mit  erhöhter  Empfindlichkeit 

(Art. 13  Abs. 2  USG)  vorzunehmen.  Dabei  gilt  es  zu  beachten,  dass  die 

Lärmschutzvorschriften  des  Umweltschutzgesetzes  in  erster  Linie  auf  Ge-

räusche  zugeschnitten  sind,  die  als  unerwünschte  Nebenwirkungen  einer 

bestimmten  Tätigkeit  auftreten.  Grundsätzlich 

lassen  sich  solche 

Lärmemissionen  mit  geeigneten  Massnahmen  an  der  Quelle  reduzieren, 

ohne dass dadurch die entsprechenden Tätigkeiten als solche in Frage ge-

stellt würden. Geräusche, welche den eigentlichen Zweck einer bestimmten 

Aktivität  ausmachen,  wie  beispielsweise  das  Läuten  von  Kirchen-  oder 

Kuhglocken sowie das Musizieren können indessen nicht völlig  vermieden 

oder in der Lautstärke wesentlich reduziert werden, ohne dass zugleich der 

Zweck  der  sie  verursachenden  Tätigkeit  vereitelt  würde.  Derartige 

Lärmemissionen  als  unnötig  und  unzulässig  zu  qualifizieren,  würde  nichts 

anderes  heissen,  als  gleichzeitig  die  betreffenden  Aktivitäten  generell  als 

unnötig  zu  betrachten.  In  der  Rechtsprechung  werden  solche  Emissionen 

zwar aufgrund des Umweltschutzgesetzes beurteilt, aber zugleich unter Be-

rücksichtigung des Interesses an der den fraglichen Lärm verursachenden 

Tätigkeit nicht vollständig untersagt, sondern bloss einschränkenden Mass-
nahmen  unterworfen  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  vom  2. März  1998  in 

R4.2018.00079 

Seite 14 

 
 
Pra 1998  Nr. 170  S.  904;  BGE  126  II  366  E.2d  S.369).  Solche  Massnah-

men  bestehen  in  der Regel  in  einer  Einschränkung  der  Betriebszeiten,  da 

eine Reduktion der Schallintensität zumeist den mit der betreffenden Tätig-

keit  verfolgten  Zweck  vereiteln  würde.  Dabei  ist  eine  Interessenabwägung 

zwischen  dem  Ruhebedürfnis  der  Bevölkerung  und  dem  Interesse  an  der 

lärmverursachenden  Tätigkeit  vorzunehmen.  Den  örtlichen  Behörden  ist 

sodann  ein  gewisser  Beurteilungsspielraum  zuzugestehen,  soweit  es  sich 

um Anlässe mit lokaler Ausprägung oder Tradition handelt (vgl. zu alledem 

mit weiteren Hinweisen BGr 1C_297/2009).  

8.2.1. 

Für  die  Einzelfallbeurteilung  können  unter  Umständen  fachlich  genügend 

abgestützte  private  Richtlinien  herangezogen  werden  (vgl.  BGE 137  II  30, 

E. 3,  mit  weiteren  Hinweisen).  Auf  die  in  den  Anhängen  zur  Lärmverord-

nung enthaltenen Grenzwerte kann hingegen nicht zurückgegriffen werden, 

da  die  im  jeweiligen  Anhang  enthaltenen  Belastungsgrenzwerte  bzw.  die 

darin  vorgeschriebenen  Mess-  und  Beurteilungsverfahren  auf  bestimmte 

Lärmarten zugeschnitten sind und sich daher auf andersartige Lärmemissi-
onen nicht ohne weiteres übertragen lassen.  

Naheliegend  scheint  das  Heranziehen  der  vom  BAFU  herausgegebenen 

Vollzugshilfe,  soll  damit  doch  eine  einheitliche  Vollzugspraxis  erreicht  und 

sollen  mit  ihr  unbestimmte  Rechtsbegriffe  konkretisiert  werden.  Die  darin 

zur Anwendung gelangende Beurteilungsmethode befindet sich noch in der 

Testphase  (Vollzugshilfe,  Anh.  1,  S.  54).  Die  Störung  von  Kirchenglocken 

wird in der Vollzugshilfe für den Tag und die Nacht anhand von mehreren 

Kriterien  und  den  dazugehörigen  Gewichtungsfaktoren  separat  ermittelt 

und einer der vier Störungskategorien (0-3) zugeteilt.  

0 = Höchstens geringfügig störend (unter PW)  

1 = Störend (zwischen dem Planungswert [PW] und IGW)  

2 = Erheblich störend (zwischen Immissionsgrenzwert [IGW] und AW)  

3 = Sehr stark störend (über dem Anlagewert [AW])  

Für den Tag wird die Störung aus vier Quellen- und drei Empfängercharak-

teristiken bestimmt. Die Berechnungsformel dazu lautet: 

R4.2018.00079 

Seite 15 

 
 
Störung(Tag)  =  Quelle  +  Empfänger  =  (Qw  +  Qh  +  Qc  +  Qs)  /  3  +  ES  + 

SP + ÖG 

Der Faktor Qw gibt dabei die Wahrnehmbarkeit, Qh die Häufigkeit und Qc 

den  Charakter  des  Lärms  wieder.  Mit  Qs  wird  der  Zeitpunkt  der  Lärmim-

mission (sensible bzw. nicht sensible Tageszeiten) berücksichtigt. Die Emp-

findlichkeitsstufe  (ES)  schlägt  mit  einem  Gewichtungsfaktor  von  +1  bis  -2 

zu  Buche.  Den  speziellen  Personengruppen  (SP)  sowie  den  örtlichen  Ge-

gebenheiten  werden Gewichtungsfaktoren  von  jeweils 0  oder +1  zugeteilt. 

Anhand  der  vom  BAFU  zur  Verfügung  gestellten  Excel-Tabelle  lässt  sich 

die 

jeweilige  Störungskategorie  ablesen 

(vgl.  www.bafu.admin.ch/-

publikationen). 

8.2.2. 

Die  private  Rekursgegnerin  liess  vor  Baueingabe  durch  die  Grolimund  + 

Partner AG ein Lärmgutachten ausarbeiten, welches sich auf die Vollzugs-

hilfe  stützt.  Dem  Gutachter  waren  dabei  lediglich  die  oben  genannten,  ur-

sprünglich  von  der  privaten  Rekursgegnerin  ersuchten  Läutezeiten  unter-

breitet  worden.  Das  liturgische  Geläut  wurde  mithin  vom  Gutachter  nicht 

untersucht. 

Im Gutachten wird von einem auf zwei Seiten mit Betonwänden abgeschot-

teten und in Schwungrichtung der Glocken mit Verbundsicherheitsglas ab-

geschlossenen Kirchturm ausgegangen. Weiter wurde ein Schalldruckpegel 

LAFmax  in  1  m  Distanz  für  vier  Glocken  von  110  dB(A),  für  die  Dämpfung 

durch  die  Verglasung  eine  Reduktion  um  10  dB(A)  und  eine  Punktquelle 

ohne  Richtwirkung  präsumiert.  Gestützt  auf  diese  Annahmen  wurde  die 

Schallausbreitung  des  Glockengeläuts  im  Gutachten  grafisch  dargestellt 

und die so bestimmte Wahrnehmbarkeit in fünf Kategorien unterteilt: 

- 
- 
- 
- 

sehr laut > 80 dB(A) 
laut ≤ 75 dB(A) 
mittel ≤ 65 dB(A) 
gering ≤ 55 dB(A) 

Anhand  der  Quellencharakteristik  (Störzeit,  Wahrnehmbarkeit,  Häufigkeit 
und Charakter des Lärms) sowie der Empfängercharakteristik (ES, sensible 

Personen und Umgebungslärm) wurde der Störungsgrad für die folgenden 
fünf Zonen berechnet: 

R4.2018.00079 

Seite 16 

 
 
- 

- 

- 

- 

- 

 Wohnzone, Distanz < 65 m (Wahrnehmbarkeit: laut, ES II):  
1,33  (störend,  zwischen  Planungswert  [PW]  und  Immissionsgrenzwert 
[IGW]) 

 Wohnzone, Distanz < 150 m (Wahrnehmbarkeit: mittel; ES II):  
1,00 (störend, zwischen PW und IGW) 

 Wohnzone, Distanz > 150 m (Wahrnehmbarkeit: gering; ES II):  
0,67 (höchstens geringfügig störend, PW eingehalten) 

 Pflegezentrum P >150 (Wahrnehmbarkeit: gering, ES II):  
1,67 (störend, zwischen PW und IGW) 

 Dorfzone, Distanz > 150 m (Wahrnehmbarkeit: gering; ES III): 
0,00 (höchstens geringfügig störend, PW eingehalten). 

Bei  der  Berechnung  des  Störungsgrades  wurde  für  die  Störzeit  durchge-

hend der Gewichtungsfaktor von +1 eingesetzt, da das Geläut auch in der 

sensiblen  Tageszeit  ertönen  werde  (morgen,  mittags,  abends  und  an Wo-

chenenden). Für die Wahrnehmbarkeit  war ausschlaggebend,  welcher der 

oben  genannten  fünf  Kategorien  (gering  bis  sehr  laut)  die  Zone  angehört. 

Die Häufigkeit des Geläuts wurde mit "selten" umschrieben. Der Charakter 

des Lärms wurde als impuls- und tonhaltig bezeichnet und damit mit einem 

Gewichtungsfaktor  von  +1  einberechnet.  Auf  der  Empfängercharakteristik 

wurde die ES II mit dem Wert 0 und die ES III mit dem Gewichtungsfaktor -

1  berücksichtigt.  Sensible  Personen,  welche  mit  einem  Faktor  von  +1  zu 

Buche  schlagen,  wurden  einzig  hinsichtlich  des  Pflegezentrums  P  berück-

sichtigt. Der Umgebungslärm wurde jeweils mit 0 beziffert, da er dem in der 

jeweiligen  Empfindlichkeitsstufe  zu  erwartenden  Umgebungslärm  entspre-

che.   

Weiter  wird  im  Gutachten  ausgeführt,  die  Läutezeiten  seien  bereits  stark 

eingeschränkt,  auch  werde  modernste  Glockentechnik  eingesetzt  werden. 

Einzig mittels dämmenden Massnahmen am Glockenstuhl selbst könne ei-

ne  weitere  Lärmminderung  um  5  dB(A)  bis  10  dB(A)  erzielt  werden.  Die 

Lärmbelastung  sei  je  nach  Lage  als  "höchstens  geringfügig  störend"  bis 

"störend"  zu  beurteilen.  Da  das  Geläut  nur  während  wenigen  Minuten  am 

Tag stattfinde und von einem Teil der Bevölkerung auch nicht als Lärm im 

eigentlichen  Sinne,  sondern  als  wohlklingender  Klang  empfunden  werde, 

erscheine  die  Beurteilung  nach  der  Vollzugshilfe  im  vorliegenden  Fall  als 

streng.  Durch  die  Einhausung  seien  bereits  wirksame  Lärmminderungs-
massnahmen  geplant.  Die  Vollzugsbehörde  habe  eine  Interessenabwä-
gung vorzunehmen.   

R4.2018.00079 

Seite 17 

 
 
8.3.1. 

Die Vorinstanz stützte sich wie dargelegt bei ihrer Bewilligungserteilung auf 

das  Gutachten.  Die  Rekurrierenden  bemängeln  das  Gutachten  in  mehrfa-

cher Hinsicht. Sie erachten das Gutachten sowohl hinsichtlich der Quellen- 

als auch hinsichtlich der Empfängerseite als mangelhaft. Es ist daher nach-

folgend zu prüfen, ob das Gutachten korrekt ist.  

8.3.2. 

Der  Rekurrent  2  bringt  vor,  das  Gutachten  sei  deshalb  schon  fehlerhaft, 

weil  der  Lärmausgangspunkt  mit  4,5  m  über  Boden  angenommen  worden 

sei,  der  Glockenstuhl aber deutlich  höher  hänge.  Diese  Vorbringen  gehen 
fehl.  Aus  Seite  8  des  Gutachtens  geht  hervor,  dass  die  Lärmbelastung, 
nicht aber die Lärmquelle bei einer Höhe von 4,5 m über Boden angenom-

men worden ist.  

Sodann moniert er weiter, das Gutachten sei deshalb unzureichend, weil im 

Gutachten  selbst  festgehalten  worden  sei,  der  Glockenturm  weise  eine 

Richtwirkung auf, die nicht modelliert werden könne. Es ist dem Rekurren-

ten 2 dahingehend zuzustimmen, dass im Lärmgutachten ausgeführt wird, 

der  Glockenturm  weise  wegen  der teilweisen  Abschirmung  mit  Bodenplat-

ten und Glasscheiben eine nicht modellierbare Richtwirkung auf. Es ist je-

doch  gerichtsnotorisch,  dass  Lärmgutachten  hinsichtlich  noch  nicht  betrie-

bener  Anlagen  stets  auf  Annahmen  basieren.  So  ist  es  im  Rahmen  eines 

solchen Gutachtens niemals möglich, allen beim Betrieb der Anlage eintre-

tenden Reflexionen Rechnung zu tragen. Alleine aus diesem Grunde kann 

jedoch  ein  Gutachten  nicht  als  unvollständig  oder  falsch  bezeichnet  wer-

den. Nicht anders verhält es sich hier.   

Der Rekurrent 2 bemängelt sodann, dass im Gutachten willkürlich eine Auf-

teilung der Umgebung in fünf Gebiete erfolgt sei. Diesem Vorbringen kann 

ebenfalls nicht gefolgt werden. Im Gutachten wurden die in der Umgebung 

zu  erwartenden  Immissionen  berechnet  und  bildlich  wiedergegeben:  Jene 

Gebiete,  in  denen  sich  der  zu  erwartende  LAFmax  innerhalb  einer  Spann-

breite von 5 dB(A) bewegt, wurden jeweils zu einer Zone zusammengefasst 

und  gleich  koloriert.  Daraus  ergeben  sich  in  der  näheren  Umgebung  des 

geplanten  Glockenstuhls  fünf  Zonen,  welche  im  Gutachten  farblich  darge-

stellt sind (act. 14.1. Abbildung 3, S. 9, im Dossier G.-Nr. R4.2018.00082). 

R4.2018.00079 

Seite 18 

 
 
Diese  Zonen  wurden  alsdann  den  vier  oben  wiedergegebenen  Kategorien 

für die Wahrnehmbarkeit zugeteilt ("gering" bis "sehr laut"). 

Soweit der Rekurrent 2 sodann vorbringt, der Entscheid sei deshalb fehler-

haft, weil damit samstags ein zehnminütiges Geläut zwischen 8:50 Uhr und 

19:00 Uhr bewilligt worden sei, das Gutachten aber ein später, nämlich um 

17:50  Uhr,  einsetzendes  geprüft  habe  und  mithin  die  Immissionen  früher 

als im Gutachten angenommen einsetzen würden, ist Folgendes festzuhal-

ten.  Der gesamte  Samstag  gilt  gemäss  der Vollzugshilfe als sensible  Uhr-

zeit.  Die  im  angefochtenen  Beschluss  bewilligten  Läutezeiten  für  den 

Samstag führen mithin bei Anwendung der Vollzugshilfe nicht zu einer an-

deren lärmrechtlichen Beurteilung als im Gutachten vorgenommen. 

8.3.3. 

Die Rekurrierenden 1 sind sodann der Auffassung, der tatsächliche Schall-

pegel  liege  über  den  angenommenen  110  dB(A)  und  auch  die  angenom-

mene  Dämmung  um  10  dB(A)  sei  nicht  nachvollziehbar.  Die  Rekurrieren-

den 1 verweisen dabei auf ein Gutachten der Empa, das Geläut der refor-

mierten  Kirche  Gemeinde  V.  betreffend  (act.  5.10).  Das  durch  die  private 

Rekursgegnerin  eingereichte  Lärmgutachten  weise  im  Vergleich  zum  Em-

pa-Gutachten, selbst wenn die angenommene Lärmdämmung um 10 dB(A) 

berücksichtigt werde, um 15 dB(A) tiefere LAFmax aus. Die Vorinstanz hin-

gegen erachtet die Lärmmessung in der Gemeinde V nicht mit dem vorlie-

gend strittigen Geläut vergleichbar, da hier nur vier Glocken geplant seien, 

in Gemeinde V aber deren fünf ertönten.  

Den  Rekurrierenden  ist  insoweit  zuzustimmen,  als  im  genannten  Empa-

Bericht bei einem 30 m vom Kirchturm entfernt gelegenen Empfangspunkt 

ein  LAFmax  von  79,8  dB(A)  bis  80,6  dB(A)  für  die  Zeitansage  (Viertelstun-

den-,  Halbstunden-,  und  Dreiviertelstundenschlag  sowie  Stundenschlag) 

und  ein  solcher  von  92  dB(A)  bzw.  95  dB(A)  für  das  Frühläuten  bzw.  das 

sonn- und samstägliche 18 Uhr-Läuten gemessen wurde. Das Zeitschlagen 

erfolgte mit der Glocke 3 bzw. 1 und das 18-Uhr-Läuten mit allen fünf Glo-

cken (vgl. act. 5.10. im Dossier G.-Nr. R4.2018.00079). Beim Gebäude Q-

Stasse 14, welches A. und S.R. gehört und in etwa den gleichen Abstand 

zum  geplanten  Kirchturm  wie  der  besagte  Empfangspunkt  im  Empa-

Gutachten  aufweisen  wird,  wird  hingegen  im  vorliegenden  Lärmgutachten 
von  einem  LAFmax  zwischen  70  dB(A)  und  75  dB(A)  ausgegangen  (act. 

R4.2018.00079 

Seite 19 

 
 
10.1.10.,  S. 9,  Abbildung  3,  im  Dossier G.-Nr. R4.2018.00079). Würde  die 

in dieser Berechnung vorgenommene Reduktion um 10 dB(A) (präsumierte 

Schalldämmung  durch  Verglasung  des  Glockenstuhls)  dazugerechnet, 

würde sich ein Wert zwischen 80 dB(A) und 85 dB(A) ergeben. Einzig das 

von  der  Empa  gemessene  Früh-  und  18-Uhr-Geläut  schlägt  über  diesen 

Wert hinaus. Im Unterschied zum vorliegend strittigen Glockenturm erklan-

gen beim 18-Uhr-Geläut jedoch fünf Glocken, während der streitbetroffene 

Glockenstuhl mit vier Glocken bestückt werden soll. Bei der in Gemeinde V 

für  das  Frühgeläut  eingesetzten  Glocke  scheint  es  sich  sodann  um  eine 

besonders laute gehandelt zu haben, liegen die LAFmax der Stundenschlä-

ge doch ansonsten durchgehend tiefer. Sodann zeigt auch ein Blick in den 

Bericht "Lärm von Kirchenglocken" von Mark Brink, Mathias Basner, Sarah 

Omlin  und  Reto  Pieren,  dass  der  angenommene  Schallpegel  von  110 

dB(A)  durchaus  plausibel 

ist  (act.  10.7,  S. 34, 

im  Dossier  G.-Nr. 

R4.2018.00079).  Der  im  Gutachten  angenommene  Schalldruckpegel  LAF-

max in 1 m Distanz in der Höhe von 110 dB(A) ist daher nicht zu beanstan-

den.  Die  infolge  der  Verglasung  angenommene  Schalldämmung  erscheint 

plausibel. 

8.3.4. 

Die Rekurrierenden 1 monieren sodann, die Lärmbelastung für das Wohn-

haus  der  Rekurrierenden  A.  und  S.R.,  welches  sich  lediglich  30 m  vom 

streitbetroffenen  Kirchturm  entfernt  befinde,  sei  zu  Unrecht  nicht  separat 

ausgewiesen worden.  

Die  besagte  Liegenschaft  liegt  in  jenem  Bereich,  in  welchem  die  Wahr-

nehmbarkeit durch den Gutachter als "laut" beschrieben wurde. Für weitere 

Liegenschaften, welche sich im Umkreis von 65 m befinden, ist durch den 

Gutachter die gleiche Wahrnehmbarkeit prognostiziert worden. Es ist daher 

nicht  zu  beanstanden,  dass die besagte Liegenschaft  nicht  separat aufge-

führt wurde, sondern vielmehr in der Gruppe "Distanz < 65 m" mitenthalten 

ist.  

8.3.5. 

Weiter  erachten  die  nämlichen  Rekurrierenden  das  Läuteereignis  ange-

sichts der bewilligten Läutezeiten nicht mehr als seltenes Ereignis im Sinne 

der Vollzugshilfe. Es trifft zu, dass trotz erklärtem Verzicht auf das Frühge-
läut  mehr  Läuteereignisse  geplant  und  bewilligt  wurden,  als  noch  im  Zeit-

R4.2018.00079 

Seite 20 

 
 
punkt des Gutachtens angenommen worden war. Es ist daher zu prüfen, ob 

weiterhin ein seltenes Ereignis vorliegt.  

Wann  das  Läuteereignis  als  selten  im  Sinne  der  Vollzugshilfe  zu  bezeich-

nen ist, ergibt sich aus dem vom BAFU zur Verfügung gestellten Excel-Tool 

zur Beurteilung von Alltagslärm. Diesem zufolge ist dann von einem selte-

nen  Ereignis  auszugehen,  wenn  die  Kirchenglocken  ein  paar  Mal pro  Tag 

läuten. Ein häufiges Geläut liegt hingegen bei einem regelmässigen, 20 mal 

pro  Tag  ertönenden  Glockenschlag  vor  (vgl.  www.bafu.admin.ch/bafu/de/-

home/themen/laerm/publikationen-studien/publikationen/beurteilungalltags-

laerm.html).  Gemäss  dem  angefochtenen  Beschluss  ist  an  Sonntagen  mit 

maximal drei Läuteereignissen zu rechnen. An Werktagen sind infolge des 

Verzichts auf das Frühgeläut deren zwei geplant. Samstags ist ein einmali-

ges  Geläut  vorgesehen.  Hinzu  kommt  das  Geläut  für  Festgottesdienste, 

Hochzeiten und Beerdigungen, das insgesamt maximal 34 mal pro Jahr er-

tönen darf. Das zulässige liturgische Geläut für Festtage ist im angefochte-

nen  Beschluss  zwar  nicht  zahlenmässig  beschränkt  worden,  doch  erhellt 

die  beispielhafte  Aufzählung  (Gründonnerstag,  Osternacht  und Weihnach-

ten), dass es sich hierbei um hohe Feste handeln muss, welche nur verein-

zelt  anfallen.  Zweifelsohne  werden  die  streitbetroffenen  Immissionen  eine 

gewisse  Regelmässigkeit  aufweisen.  Die  Mehrheit  der  Ereignisse  werden 

jedoch  von  kurzer  Dauer  sein,  weshalb  es  vertretbar  ist,  wenn  auch  unter 

Berücksichtigung  des  neuen  Läuteregimes  von  seltenen  Ereignissen  aus-

gegangen wird.  

8.3.6. 

Die  Rekurrierenden  1 beanstanden  sodann, dass  zu  Unrecht  lediglich  von 

einem impuls- und tonhaltigen Charakter des Lärms ausgegangen worden 

sei. Vielmehr sei von einer starken Impuls- und Tonhaltigkeit auszugehen.  

Impulse sind Schalle von kurzer Dauer, deren Pegel nach dem subjektiven 

Eindruck  schnell  und  kurzzeitig  ansteigen  (vgl.  hierzu  Gerhard  Mül-

ler/Michael  Möser,  Taschenbuch  der  Technischen  Akustik,  3.  erweiterte 

und  überarbeitete  Auflage,  Band  I,  Berlin  Heidelberg  2004,  S.  107).  Ge-

mäss  dem  vorgenannten  Excel-Tool  ist  denn  auch  bei  Schlägen  und 

Schüssen eine starke Impulshaltigkeit anzunehmen. Das vorliegend zu be-

urteilende  Glockengeläut  kann  mit  diesen  beiden  Beispielen  nicht  vergli-
chen  werden,  zumal  es  im  Gegensatz  etwa  zu  einem  Schuss  nicht  derart 

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Seite 21 

 
 
kurzzeitig  ansteigt.  Tonhaltigkeit  liegt  dann  vor,  wenn  innerhalb  des  Ge-

räuschs  Einzeltöne  zu  hören  sind  (Gerhard  Müller/Michael  Möser,  S.  107; 

Bundesamt für Energie, Bericht über die Beurteilungshilfe zur Bestimmung 

der  Tonhaltigkeit  von  Wärmepumpen  nach  Anhang  6  der  Lärmschutz-

Verordnung,  April  2004  S.  1  -  2,  www.aue.bs.ch/dam/jcr:41cc43e8-75bb-
4c12-8037.../Bericht_Tonhaltigkeit_BfE.pdf).  Wenn  der  Gutachter  ange-
sichts  des  von  den  Kirchenglocken  produzierten  Klangteppichs  lediglich 

von  einem  tonhaltigen  und  nicht  stark  tonhaltigen  Geräusch  ausgegangen 

ist,  so  ist  dies  nachvollziehbar.  Die  Rekurrierenden  vermögen  denn  auch 

nicht darzulegen, weshalb das Geläut als stark tonhaltig qualifiziert werden 

müsste.  

8.3.7. 

Die Rekurrierenden 1 führen weiter ins Feld, im Gutachten sei fälschlicher-

weise den Personen mit erhöhter Empfindlichkeit keine Rechnung getragen 

worden. Wie bereits vorstehend ausgeführt wurde, basiert die einzelfallwei-

se  lärmrechtliche  Beurteilung  im  Sinne  von  Art.  40  Abs.  3  LSV  nicht  auf 

subjektiven Empfindlichkeiten, sondern es ist eine objektivierte Betrachtung 

unter  Berücksichtigung  von  Personen  mit  erhöhter  Empfindlichkeit  vorzu-

nehmen.  Die  lärmrechtliche  Beurteilung  hat von  einer gewissen  Dauerhaf-

tigkeit zu sein und hat daher losgelöst von subjektiven Situationen zu erfol-

gen.  Die  Nachbarschaft  der  lärmverursachenden  Anlage  zu  einzelnen 

Kranken  kann  mithin  nicht  zu  einer  Änderung  der  lärmrechtlichen  Beurtei-

lung  führen.  Zu  berücksichtigende  sensible  Personen  im  Sinne  der  Voll-

zugshilfe liegen vielmehr dann vor, wenn Krankenhäuser oder ähnliche In-

stitute von den Lärmimmissionen betroffen sind. Im Gutachten wurde daher 

zu Recht einzig beim Pflegezentrum in der Spalte "sensible Personen" ein 

Gewichtungsfaktor von +1 einberechnet. 

8.3.8. 

Hinsichtlich der Empfängercharakteristik bringen die Rekurrierenden 1 wei-

ter vor, das Quartier sei besonders ruhig, was mit einem Gewichtungsfaktor 

von +1 berücksichtigt werden müsse.  

Es trifft zu, dass der auf der T-Strasse verkehrende Bus lediglich werktags 

und  auch  an  diesen  Tagen  pro  Fahrtrichtung  einzig  12 bzw.  13  Mal  ver-

kehrt. Auch ist die bauliche Umgebung gemäss dem Lärmkataster des ge-
ografischen Informationssystems des Kantons Zürich (www.gis.zh.ch) nicht 

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Seite 22 

 
 
besonders stark dem Strassenverkehrslärm ausgesetzt. Diese Eigenschaf-

ten treffen aber auf unzählige im Kanton anzutreffende Wohnzonen der ES 

II zu. Ebenso ist es geradezu typisch für eine reine Wohnzone, dass weder 

Geschäfte  noch  Restaurants  darin  domiziliert  sind.  Auch  hat  es  sich  mitt-

lerweile  durchgesetzt,  dass  in  Wohnzonen  Tempo  30  gilt.  Anlässlich  des 

Lokaltermins  liess  sich  jedoch  feststellen,  dass  das  Gebiet  in  der  Südab-

flugschneise  des  Flughafens  Zürich  liegt  und  teilweise  mit  erheblichem 

Fluglärm  belastet  ist.  Die  von  der  Piste  16  startenden  Flugzeuge  fliegen 

noch relativ tief über das hier massgebliche Quartier und drehen über die-

sem  nach  Osten  ab.  Infolge  der  davon  ausgehenden  starken  Fluglärmim-

missionen mussten die Augenscheinteilnehmer ihre Ausführungen im Zeit-

punkt  solcher  Überflüge  jeweils  gar  kurz  unterbrechen.  Gesamthaft  be-

trachtet  ist  es  daher  keinesfalls  zu  beanstanden,  dass  der  Gutachten  von 

einem  der  Empfindlichkeitsstufe  entsprechenden  Hintergrundpegel  und 

nicht von einem besonders ruhigen Quartier ausgegangen ist.  

8.3.9. 

Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  den  rekurrentischen  Vorbringen, 

soweit  sie  das  Gutachten  inhaltlich  anfechten,  nicht  gefolgt  werden  kann. 

Die  im  Gutachten  vorgenommene  Berechnung  der  Störung  ist  mithin  kor-

rekt.  Es  ist  folglich  davon  auszugehen,  dass  in  einem  Umkreis  von  bis  zu 

150 m des Kirchturms während der Tagphase mit Immissionen zu rechnen 

ist,  die  zwischen  den  Planungs-  und  den  Immissionsgrenzwerten  liegen. 

Das Gleiche gilt – wegen der besonderen Empfängercharakteristik (sensib-

le Personen) – hinsichtlich des rund 250 m vom Kirchturm entfernt gelege-

nen Pflegezentrums.  

Wie  im  Gutachten  selbst  ausgeführt  wird,  kann  mittels  zusätzlicher  Däm-

mungen im Glockenstuhl die Lärmbelastung um 5 dB(A) bis 10 dB(A) redu-

ziert  werden.  Selbst  wenn  die  maximale  Lärmminderung  erreicht  würde, 

würden  in  einer Distanz  von  näher als 65 m  zum Kirchturm  die Planungs-

werte  dennoch  nicht  eingehalten.  Es  ist  daher  nachfolgend  zu  prüfen,  ob 

Erleichterungen im Sinne von Art. 25 Abs. 2 USG gewährt werden können. 

8.4.1. 

Art.  25  Abs.  2  USG  zufolge  können,  sofern  ein  öffentliches  Interesse  be-

steht und die Einhaltung der Planungswerte zu einer unverhältnismässigen 
Belastung  für  das  Projekt  führen  würde,  Erleichterungen  gewährt  werden. 

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Seite 23 

 
 
Gefragt  wird  mithin  nach  der  Verhältnismässigkeit  von  lärmmindernden 

Massnahmen, was einer umfassenden Interessenabwägung bedarf. Das in 

der besagten Norm vorausgesetzte öffentliche Interesse kann unterschied-

lichsten Zielsetzungen entsprechen. Zu berücksichtigen sind sodann eben-

falls der lärmverursachenden Anlage entgegenstehende öffentliche Interes-

sen. Das Interesse an der Erstellung der Anlage muss zudem das ebenfalls 

öffentlichen  Interesse  am  Einhalten  der  zulässigen  Belastungsgrenzwerte 

überwiegen. Auf Lärmschutzseite ist dabei dem Ausmass der Planungswer-

tüberschreitung,  der  absoluten  Höhe  der  Lärmbelastung  sowie  dem  Um-

fang  des  betroffenen  Personenkreises  Rechnung  zu  tragen.  Der  weitere 

Teilaspekt der vorzunehmenden Interessenabwägung beschlägt die Belas-

tung für das Projekt, müsste es die Planungswerte einhalten. Es geht auch 

hier wie bei der vorsorglichen Emissionsbegrenzung gemäss Art. 11 Abs. 2 

USG um technische und betriebliche Einschränkungen sowie die wirtschaft-

liche Tragbarkeit. Der Massstab bei Art. 25 Abs. 2 USG ist jedoch strenger. 

Es gilt hierbei zu berücksichtigen, dass sich mit betrieblichen Massnahmen 

praktisch  immer  die  Planungswerte  einhalten  lassen.  Zu  fragen  ist  in  die-

sem  Zusammenhang  jedoch,  ob  derartige  Massnahmen  verhältnismässig 

sind  und  damit  das  öffentliche  Interesse  an  der  Anlage  noch  gewahrt  ist. 

Sind  nach  vorgenommener  Interessenabwägung  Erleichterungen  zu  ge-

währen, sind sie auf jenes Mass zu beschränken, welches nach Massgabe 

der Verhältnismässigkeit im konkreten Fall legitim ist. Mit anderen Worten, 

selbst  wenn  die  Voraussetzungen  von  Art.  25  Abs.  2  USG  erfüllt  sind,  ist 

die Verursachung vermeidbaren Lärms nicht zulässig (vgl. zu alledem Ro-

bert  Wolf,  Kommentar  zum  Umweltschutzgesetz,  2.  Aufl.,  Hrsg.  Vereini-

gung für Umweltrecht/Helen Keller, Zürich 1998 ff., Art. 25 Rz. 67 ff.).  

Die Vorinstanz hat im angefochtenen Beschluss eine Interessenabwägung 

vorgenommen. Diese erfolgte, da sie von der Einhaltung der Planungswer-

te ausging, im Lichte von Art. 11 Abs. 2 USG. Wie vorstehend ausgeführt, 

bedarf  es  auch  bei  der  Anwendung  des  hier  einschlägigen  Art.  25  Abs.  2 

USG  einer  solchen.  Da  sich  die  gemäss  den  beiden  Normen  vorzuneh-

menden  Interessenabwägungen  sehr  ähnlich  sind,  ist  es  nicht  angezeigt, 

die  Sache  zwecks  Vornahme  einer  Interessenabwägung  im  Sinne  der 

zweitgenannten Norm an die Vorinstanz zurückzuweisen. Es bestehen kei-

ne Anhaltspunkte dafür, dass ihre Interessenabwägung anders ausgefallen 

wäre,  wäre sie von über den Planungswerten liegenden Immissionen aus-
gegangen. Vielmehr ist daher – unter Einbezug der vorinstanzlichen Argu-

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Seite 24 

 
 
mentation  –  zu  prüfen,  ob  Gründe  für  eine  Erleichterung  im  Sinne  von 

Art. 25 Abs. 2 USG gegeben sind.  

8.4.2. 

Wie die Parteien selbst ausführen, ist das geplante Geläut teils bürgerlicher 

und  teils  liturgischer  Natur.  Unter  ersteres  fallen  gemäss  ständiger  Recht-

sprechung das Zeitschlagen (das hier nicht vorgesehen ist) sowie das Mor-

gen-,  Mittag-  und  Abendläuten.  Zwar  mag  es  zutreffen,  dass  einst  dieses 

Geläut  die  Bevölkerung  zum  Beten  anhalten  sollte,  wie  dies  die  Rekurs-

gegnerschaft  ausführt.  Indes  hat  es  heutzutage  diese  Bedeutung  gänzlich 

verloren, weshalb es anders als das Geläut nach bzw. vor Gottesdiensten, 

Beerdigungen,  Hochzeiten  oder  anderen  kirchlichen  Handlungen  nicht 

mehr dem kirchlichen Kultus zugerechnet werden kann. Es ist zunächst zu 

prüfen, ob das bürgerliche Geläut im bewilligten Ausmass zulässig ist. 

8.4.3. 

Soweit ersichtlich hatte das Bundesgericht bis anhin stets über Lärmimmis-

sionen  von  bereits  bestehenden,  altrechtlichen  Anlagen  zu  befinden.  Bei 

der  Zulässigkeit  derselben  wurde  dabei  stets  auch  den  örtlichen  Gepflo-

genheiten Rechnung getragen. Geprüft wurde dabei, ob in der betreffenden 

Gemeinde das Geläut althergebracht und auf eine grosse Akzeptanz in der 

Gemeinde  traf  (vgl.  hierzu  BGr  1C_383/2016  vom  13.  Dezember  2017, 

E. 5.2.  mit  weiteren  Hinweisen).  Als  öffentliches  Interesse  im  Sinne  von 

Art. 25  Abs.  2  USG  für  das  bürgerliche  Geläut  lässt  sich  zweifelsohne  die 

Tradition ins Feld führen, womit sich vorliegend die Frage stellt, ob eine da-

hingehende Tradition vorliegt.  

Die  Vorinstanz  führt  hierzu  aus,  auf  dem  betreffenden  Gemeindegebiet 

herrsche hinsichtlich des nachgesuchten bürgerlichen Geläuts eine Traditi-

on,  da  auch  die  in  der  gleichen  Gemeinde  niedergelassene  evangelisch-

reformierte  Kirche  morgens-,  mittags-  und  abends  läute.  Ebenso  könne 

zeitweise das Glockengeläut aus der Gemeinde W vernommen werden.  

Wie anlässlich des Lokaltermins festgestellt werden konnte, ist das Geläut 

der  evangelisch-reformierten  Kirche  im  Quartier  der  Rekurrierenden  gut 

hörbar.  Dass  jene  Kirche  ähnliche  Läutezeiten  wie  die  nachgesuchten 

kennt, lässt auf eine im fraglichen Gemeindegebiet vorherrschende Traditi-
on  schliessen. Auch  ist  gerichtsnotorisch,  dass  das  Mittag-  und  Abendläu-

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Seite 25 

 
 
ten – auf das Morgengeläut montags bis freitags wurde wie dargelegt mitt-

lerweile verzichtet – auf eine jahrhundertealte Tradition zurückblicken kann 

und  in  unzähligen  Gemeinden  gelebt  wird.  Es  kann  mithin  allgemein  von 

einer  starken  Verankerung  des  besagten  Geläuts  in  der  Gesellschaft  aus-

gegangen werden. Soweit mit dem angefochtenen Beschluss dieses Geläut 

bewilligt  worden  ist,  lässt  sich  dies  auf  das  hierzulande  herrschende 

Brauchtum stützen und ist ein dahingehendes öffentliches Interesse folglich 

zu bejahen. Dasselbe trifft auf das abendliche samstägliche Ein- bzw. das 

sonntägliche Ausläuten zu, welches in vielen Gemeinden praktiziert wird.  

Anders verhält es sich indes mit den beiden weiteren sonntäglichen Läutee-

reignissen am Morgen und um die Mittagszeit. Wie schon ein Blick auf die 

von  der  Vorinstanz  eingereichten  Läuteordnungen  anderer  Gemeinden 

zeigt,  ist  ein  eigentliches  Morgen-  und  Mittagläuten,  wie  es  montags  bis 

freitags jeweils stattfindet, sonntags in der Regel nicht bekannt. Das sonn-

tägliche  Geläut  erfolgt  vielmehr  jeweils  im  Zusammenhang  mit  den  mor-

gens  stattfindenden  Gottesdiensten  und  läutet  damit  die  Messe  ein  bzw. 

aus. Diesem Zweck soll das hier nachgesuchte sonntägliche Morgen- bzw. 

Mittagläuten  aber  gerade  nicht  dienen,  sind  doch  die  liturgischen  Läuteer-

eignisse  im  angefochtenen  Beschluss  separat  aufgeführt.  Hinsichtlich  die-

ser beiden nachgesuchten Läuteereignisse liegt folglich kein schützenswer-

tes öffentliches Interesse vor. Auf diese ist daher zu verzichten.  

Die  Immissionen  können  sodann  angesichts  der  baulichen  Situation  und 

der  in  der  näheren  baulichen  Umgebung  geltenden  Empfindlichkeitsstufe 

nicht  so  weit  reduziert  werden,  dass  damit  in  der  Nachbarschaft  die  Pla-

nungswerte  nicht  mehr  überschritten  würden.  Hierfür  bedürfte  es  eine  er-

hebliche  Herabsetzung  der  Emissionen,  womit  der  eigentliche  Zweck  des 

Geläuts vereitelt würde.  

Unzweifelhaft  lässt  sich  aber  der  Glockenstuhl  weiter  dämmen.  Die  ent-

sprechende Auflage (Dispositiv-Ziffer 6) wurde denn auch von der privaten 

Rekursgegnerin  akzeptiert.  Gemäss  dem  Gutachten  sollte  eine  Dämmung 

von 5 dB(A) bis 10 dB(A) möglich sein. Die Vorinstanz verzichtete auf das 

Festlegen  eines  bestimmten  Dämmmasses.  Sie  verfügte  einzig,  die  Glo-

ckenstube  sei  seitlich und  an der Decke  weiter zu  dämmen  sowie die  De-

tailpläne  seien  zur  Bewilligung  einzureichen.  Angesichts  dessen,  dass  im 
Gutachten selbst davon ausgegangen wird, dass eine Dämmung von min-

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Seite 26 

 
 
destens  5  dB(A)  möglich  sein  soll  und  diese  Einschätzung  auch  unwider-

sprochen  geblieben  ist,  ist  es  geboten,  die  zu  erreichende  zusätzliche 

Dämmung  auf  mindestens  5  dB(A)  festzulegen.  Die  besagte  Auflage  ist 

entsprechend zu ergänzen.  

Ebenso lassen sich mittels moderner Glockentechnik (beispielsweise Klöp-

peldimensionierung,  Aufhängung)  die  Immissionen  mindern  und,  wie  an-

lässlich  des  Lokaltermins  demonstriert  wurde,  ein  angenehmer  Klangtep-

pich  erzeugen.  Im  Gegensatz  zu  in  alter  Bauart  betriebenen  Glocken  las-

sen  sich  bei modernen  Glocken  die  störenden  Nachhall-  und  Anschlagge-

räusche  vermeiden.  Die  Vorinstanz  verfügte  im  angefochtenen  Beschluss 

denn  auch,  es  sei  die  in  Aussicht  gestellte  moderne  Glockentechnik  zum 

Einsatz  zu  bringen  (Dispositiv-Ziffer  2).  Aus  den  Baugesuchsunterlagen 

geht jedoch einzig hervor, dass bei der Beschaffung dem Klöppel, der Auf-

hängungsart,  der  Glockenjochkonstruktion  sowie  den  Läutmotoren  Beach-

tung  geschenkt  werde.  Genauere  Indikationen  liegen  nicht  bei  den  Akten. 

Die Aufforderung, die private Rekursgegnerin habe moderne Glockentech-

nik  anzuwenden,  ist  daher  zu  unbestimmt.  Sie  ist  vielmehr  aufzufordern, 

entsprechende  Unterlagen  vor  Baubeginn  zur  Bewilligung  einzureichen. 

Dispositiv-Ziffer 2 ist entsprechend zu fassen.  

Des  Weiteren  ist  –  wie  die  von  der  Vorinstanz  eingereichten  und  weitere 

publizierte  (vgl.  etwa  www.kirche-thalwil.ch,  www.kirchebruetten.ch) Läute-

ordnungen  zeigen  –  allgemein  üblich,  dass  einzig  das  samstäglich  Ein- 

bzw.  sonntägliche  Ausläuten  mit  allen  Glocken  geläutet,  das  tägliche  Mit-

tag-  und  Abendgeläut  hingegen  regelmässig  nur  mit  einer  Glocke  erfolgt. 

Es ist nicht ersichtlich, weshalb hier entgegen der in weiten Teilen des Kan-

tons  gelebten  Tradition  das  Montag  bis  Freitag  ertönende  Mittag-  und 

Abendgeläut mit allen vier Glocken erfolgen soll. Im Sinne einer Lärmreduk-

tion  ist  es  daher geboten  anzuordnen,  dass das  Montag  bis Freitag  anfal-

lende Mittag- und Abendläuten maximal mit zwei Glocken geläutet wird.  

Sodann  bringen  die  Rekurrierenden  zu  Recht  vor,  dass  der  Zeitpunkt  des 

Geläuts  im  angefochtenen  Beschluss  zu  offen  formuliert  ist.  Gestützt  auf 

die ursprünglich von der privaten Rekursgegnerin beantragten Läutezeiten 

und  den  soeben  gemachten  Ausführungen  sind  die  Läutezeiten  wie  folgt 

festzulegen:  Montags  bis  freitags  11:00  Uhr  und  19:00  Uhr,  samstags 
17:50 Uhr und sonntags 19:00 Uhr.  

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Seite 27 

 
 
Wird der angefochtene Beschluss entsprechend den vorstehenden Ausfüh-

rungen  ergänzt  bzw.  neu  gefasst,  rechtfertigt  es  sich,  Erleichterungen  im 

Sinne  von  Art.  25  Abs.  2  USG  zu  gewähren.  Die  Glockenschläge  werden 

zu  genau  definierten  Zeiten  erfolgen  und  damit  für  die  Nachbarn  vorher-

sehbar sein.  Des Weiteren  wird  das  bürgerliche  Läuten  maximal zwei Mal 

pro Tag anfallen und mit Ausnahme des am Wochenende erfolgenden Glo-

ckengeläuts insgesamt sechs Minuten andauern und damit von sehr kurzer 

Dauer  sein.  Hinzu  kommt,  dass  mit  Statuierung  der  oben  genannten  Ne-

benbestimmungen  die  Immissionen  erheblich  beschränkt  werden.  Ange-

sichts  des mit  dem  Geläut  verfolgten  öffentlichen  Interesses  ist die  Beein-

trächtigung  der  nachbarlichen  Interessen  in  diesem  Ausmass  als  verhält-

nismässig zu erachten und das bürgerliche Geläut im entsprechenden Um-

fange  zuzulassen.  Weitere  lärmmindernde  Massnahmen  sind  daher  nicht 

angezeigt. 

8.4.4. 

Ist wie dargelegt das bürgerliche Geläut unter Statuierung der dargelegten 

Nebenbestimmungen  zulässig,  trifft  dies  umso  mehr  auf  das  sporadisch 

auftretende  liturgische  Geläut  zu  (Dispositiv-Ziffern  1.4  und  1.5  des  ange-

fochtenen  Beschlusses).  Dieses  unterliegt  gemäss  ständiger  Rechtspre-

chung dem Schutz der Glaubens- und Gewissensfreiheit (Art. 15 der Bun-

desverfassung  [BV]).  Im  Rahmen  der  Verhältnismässigkeitsprüfung  sind 

daher die Glaubens- und Gewissensfreiheit und die durch Eigentumsgaran-

tie (Art. 26 BV) geschützten Befugnisse zur Nutzung der umliegenden Lie-

genschaften  gegeneinander  abzuwägen  (vgl.  hierzu  VB.2015.00127  vom 

17. Dezember 2015, www.vgr.zh.ch).  

Das  liturgische  Geläut  fällt  im  Durchschnitt  nicht  mehr  als  einmal pro Wo-

che  an.  Die  Beeinträchtigung  der  nachbarlichen  Interessen  dadurch  sind 

daher als relativ gering zu bezeichnen. Hingegen ist es für die private Re-

kursgegnerin von grossem Interesse, ihre Gläubigen auf Gottesdiente oder 

andere religiöse Ereignisse aufmerksam zu machen. Ein Verbot des liturgi-

schen Geläuts im beantragten Rahmen wäre daher als unverhältnismässig 

zu erachten. Hinzu kommt, dass die vorstehend aufgezeigten, zu verfügen-

den  Massnahmen  (moderne  Glockentechnik  und  Dämmung  des  Glocken-

stuhls) sich auch hier auf das Immissionsmass auswirken werden. 

R4.2018.00079 

Seite 28 

 
 
8.4.5. 

Hinsichtlich  der  tagsüber  noch  strittigen  Läuteereignisse  ist  daher  zusam-

menfassend  festzuhalten,  dass  diese  grundsätzlich  –  mit  Ausnahme  des 

sonntäglichen  Morgen-  und  Mittagläuten  –  unter  Statuierung  der  vorste-

hend dargelegten Nebenbestimmungen zulässig sind. 

9. 

Drei  Läuteereignisse  (Weihnachten  23:00  Uhr,  Silvesternacht  23:40  Uhr 

und  00:01  Uhr)  fallen  in  die  Nachtphase.  Im  Gutachten  wurden  diese,  da 

sie dem Gutachter nicht bekannt waren, nicht berücksichtigt. Die Vorinstanz 

geht jedoch im angefochtenen Beschluss davon aus, dass damit das zuläs-

sige Immissionsniveau nicht überschritten werde. Dem ist zuzustimmen.  

Es gilt zu berücksichtigen, dass an Weihnachten und Silvester die Bevölke-

rung in der Regel länger aufbleibt und damit die Nachtruhe später einkehrt, 

weshalb das Glockengeläut nicht störend in Erscheinung tritt. Diese dreimal 

pro Jahr auftretenden Läuteereignisse sind daher hinzunehmen. Dies umso 

mehr, als die gemäss den obigen Ausführungen zu treffenden Lärmminde-

rungsmassnahmen  (Dämmung  Glockenstuhl,  moderne  Glockentechnik) 

auch hier ihre Wirkung entfalten werden.  

10.1. 

Der Rekurrent 2 bringt weiter vor, die geplante Beleuchtung des Kirchturms 

sei unzulässig. Soweit mit dem angefochtenen Beschluss diese noch nicht 

bewilligt  worden  sein  sollte,  liege  ein  unzulässiges  Splittingverbot  vor.  Er 

werde sich zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr dazu äussern können. 

Die Lichtimmissionen seien daher zu beschränken und Betriebszeiten fest-

zulegen. 

10.2. 

Die  Einhaltung  grundlegender  Baurechtsnormen,  deren  Verletzung  eine 

Bauverweigerung  rechtfertigt,  muss  nach  dem  Grundsatz  der  Einheit  des 

baurechtlichen  Entscheides  in  einem  einzigen  Baubewilligungsverfahren 

geprüft werden. Der baurechtliche Entscheid muss sich somit zu sämtlichen 

Punkten aussprechen, die für die Bewilligungsfähigkeit eines Projektes von 
ausschlaggebender Bedeutung sind. 

R4.2018.00079 

Seite 29 

 
 
Daraus folgt,  dass eine  Baueingabe,  in  der wesentliche  Teile  des Bauvor-

habens  fehlen,  sei  es  ungewollt,  sei  es,  weil  sie  erst  in  einem  späteren 

Baubewilligungsverfahren  beurteilt  werden  sollen,  unvollständig  ist.  Die 

Baubehörde  hat  solche  Baueingaben  zur  Verbesserung  an  die  Bauherr-

schaft zurückzuweisen (§ 313 Abs. 1 PBG). Bleibt es bei der Unvollständig-

keit der Baueingabe, ist hierin in der Regel ein wesentlicher, zur Aufhebung 

der Baubewilligung führender Verfahrensmangel zu erkennen. 

Kein  solcher  Mangel  liegt  vor,  wenn  es  um  Aspekte  des  Bauvorhabens 

geht,  die  dem  üblichen  Bauverlauf  entsprechend  am  besten  einem  späte-

ren  Bewilligungsverfahren  vorbehalten  bleiben.  Demgegenüber  dürfen 

grundlegende  Aspekte  eines  Projektes  nie  vom  baurechtlichen  Hauptver-

fahren  abgespaltet  werden.  Die  Aufteilung  des  Bewilligungsverfahrens 

muss zudem stets auf nachvollziehbaren Gründen beruhen. Überdies muss 

gewährleistet  sein,  dass  der  gesetzmässige  Zustand  bezüglich  der  in  ein 

nachgeordnetes  Verfahren  verwiesenen  Detailaspekte  ohne  weiteres  er-

reicht  werden  kann  (VB.1999.00298,  VB.1999.00299  und  VB.1999.00304 

in RB 2000 Nr. 95). 

10.3. 

Die Vorinstanz erwog im angefochtenen Beschluss, in den kreuzförmig an-

geordneten  Nuten  der  Betonmauerscheiben  sei  der  Einbau  von  LED-

Profilen vorgesehen. Weder Lichtfarbe noch Intensität der Beleuchtung sei-

en  jedoch  bekannt.  Vor  Baufreigabe  sei die  Lichtanlage  zu  definieren  und 

zur Bewilligung einzureichen. Entsprechend wurde Dispositiv-Ziffer 7 abge-

fasst. 

Bei der geplanten Lichtanlage handelt es sich nicht um einen für das Bau-

vorhaben wesentlichen Teil. Der Turm lässt sich auch ohne die Anlage rea-

lisieren,  weshalb  diese  nicht  zwingend  mit  dem  angefochtenen  Beschluss 

geprüft werden musste. Diese kann vielmehr einem späteren Bewilligungs-

verfahren vorbehalten werden. 

Wenn  der  Rekurrent  2  deshalb  ein  unzulässiges  Splittingverbot  annimmt, 

weil es ihm nicht möglich sein soll, später gegen eine allfällige Bewilligung 

für  die  Lichtanlage  vorzugehen,  kann  ihm  nicht  gefolgt  werden.  Eine  ent-

sprechende  Bewilligung  wird  ihm  eröffnet  werden  müssen  (§  316  PBG). 
Hiergegen stehen ihm die üblichen Rechtsmittel zur Verfügung.  

R4.2018.00079 

Seite 30 

 
 
Den  diesbezüglichen  rekurrentischen  Auffassungen  kann  damit  nicht  ge-

folgt  werden.  Soweit  der  Rekurrent  bereits  zum  jetzigen  Zeitpunkt  Anord-

nungen zur Anlage getroffen haben möchte, sind seine Ausführungen ver-

früht und ist auf seinen Rekurs diesbezüglich nicht einzutreten.  

11. 

Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  die  Rekurse  teilweise  gutzuheis-

sen sind. Demgemäss sind die Dispositiv-Ziffern 1.1. bis 1.3. sowie die Dis-

positiv-Ziffern 2 und 6 gemäss den vorstehenden Erwägungen neu zu fas-

sen  bzw.  zu  ergänzen.  Aufgrund  des  Verzichts  auf  das  morgendliche  Ge-

läut  von  Montag  bis  Freitag  drängt  sich  aus  Gründen  der  Transparenz 

ebenfalls  eine  Anpassung  des  Dispositivs  auf.  Diesbezüglich  sind  die  Re-

kurse  als  gegenstandslos  geworden  abzuschreiben.  Im  Übrigen  sind  die 

Rekurse abzuweisen, der Rekurs im Verfahren G.-Nr. R4.2018.00082, so-

weit darauf einzutreten ist. 

12.1. 

Ausgangsgemäss  sind  die  Verfahrenskosten  den  Rekurrierenden  1  und 

dem Rekurrenten 2 je zu 3/8 aufzuerlegen, wobei die Rekurrierenden 1 für 

den  auf  sie  entfallenden  Kostenanteil  solidarisch  haften.  Der  Vorinstanz 

und  der  privaten  Rekursgegnerin  sind  die  Verfahrenskosten  je  zu  1/8  zu 

überbinden (§ 13 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG]). 

Nach  §  338  Abs.  1  PBG  bzw.  §  2  der  Gebührenverordnung  des  Verwal-

tungsgerichts  (GebV  VGr)  legt  das  Baurekursgericht  die  Gerichtsgebühr 

nach seinem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem 

bestimmbaren  Streitwert  oder  dem  tatsächlichen  Streitinteresse  fest.  Liegt 

wie  hier  ein  Verfahren  ohne  bestimmbaren  Streitwert  vor,  beträgt  die  Ge-

richtsgebühr in der Regel Fr. 1'000.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; 

§ 3  Abs.  3  GebV  VGr).  Bei  der  Bemessung  der  Gebührenhöhe  steht  der 

Rekursinstanz  ein  grosser  Ermessensspielraum  zu  (Kaspar  Plüss,  in: 

Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.). 

Im Lichte des vorliegend gegebenen tatsächlichen Streitinteresses, des ge-

tätigten  Verfahrensaufwandes  (zweiter  Schriftenwechsel,  Referentenau-
genschein),  des  Umfangs  des  vorliegenden  Urteils  und  der  Vereinigung 

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Seite 31 

 
 
mehrerer Rekursverfahren ist die Gerichtsgebühr auf Fr. 8'000.-- festzuset-

zen (BGr 1C_566/2015 vom 18. Februar 2016, E. 2; BGr 1C_244/2013 vom 

4.  Juli  2013,  E.  4;  BRGE  II  Nrn.  0162  und  0163/2012  vom  23.  Oktober 

2012,  E.  16,  in  BEZ  2014  Nr.  36;  Entscheid  bestätigt  mit  VB.2012.00774 

vom  22.  August  2013,  dieser bestätigt  mit  BGr  1C_810/2013  vom  14.  Juli 

2014; www.baurekursgericht-zh.ch). 

12.2. 

Die Parteien beantragen die Zusprechung einer Umtriebsentschädigung. 

Gemäss § 17 Abs. 2 lit. a VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu ei-

ner  angemessenen  Entschädigung  für  die  Umtriebe  der  Gegenpartei  ver-

pflichtet werden, wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sach-

verhalte  und  schwieriger  Rechtsfragen  besonderen  Aufwand  erforderte  o-

der  den  Beizug  eines  Rechtsbeistandes  rechtfertigte.  Die  Bemessung  der 

Umtriebsentschädigung richtet sich nach § 8 GebV VGr. 

Der Beizug eines Rechtsbeistandes ist in aller Regel als Grund für die Zu-

sprechung  einer  Umtriebsentschädigung  einzustufen  (VB.2003.00093  vom 

16.  Oktober  2003,  E.  3.1.).  Demnach  ist  vorliegend  der  privaten  Rekurs-

gegnerin  zulasten  der Rekurrierenden  1  und  des  Rekurrenten  2  eine  dem 

Verfahrensausgang entsprechend reduzierte Umtriebsentschädigung zuzu-

sprechen. Angemessen erscheint ein Betrag von insgesamt Fr. 1'500.--. Da 

die  Umtriebsentschädigung  pauschal  festgelegt  wird,  entfällt  die  Zuspre-

chung  eines  Mehrwertsteuerzusatzes  von  vornherein  (BRKE  II  Nrn.  0247 

und 0248/2007 in BEZ 2007 Nr. 56; www.baurekursgericht-zh.ch). Den Re-

kurrierenden steht hingegen keine Umtriebsentschädigung zu. 

Die  Vorinstanz  beantragt  die  Zusprechung  einer  Umtriebsentschädigung 

(§ 17  Abs.  2  VRG).  Stehen  sich  im  Verfahren  private  Parteien  mit  gegen-

sätzlichen Begehren gegenüber, so wird die Gemeinde im Falle des Unter-

liegens in der Regel nicht entschädigungspflichtig (§ 17 Abs. 3 VRG). Um-

gekehrt entfällt im Falle des Obsiegens auch ein entsprechender Entschä-

digungsanspruch. Gründe, von dieser Regel abzuweichen, sind vorliegend 

nicht  gegeben.  Demnach  ist  der  Vorinstanz  keine  Umtriebsentschädigung 

zuzusprechen. 

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[….] 

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