# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a692ec0b-01c7-5b1d-9541-72a1dcace06e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-05-29
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 29.05.2013 UE120247
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE120247_2013-05-29.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: UE120247-O/U/PFE 

 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Präsident, Dr. P. Martin und Dr. D. 

Schwander sowie die Gerichtsschreiberin MLaw D. Senn 

 

Beschluss vom 29. Mai 2013 
 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführerin 

 

vertreten durch Inhaberin der elterlichen Sorge B._____  

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____  

 

gegen 

 

1. C._____  
2. Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
Beschwerdegegner 

 

1 verteidigt durch Rechtsanwältin Dr. iur. Y._____  

 

betreffend Einstellung der Untersuchung  
 
Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft IV des 
Kantons Zürich vom 21. September 2012, C-2/2012/689 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (Beschwerdegegnerin 2; 

nachfolgend: Staatsanwaltschaft) führte eine Strafuntersuchung gegen C._____ 

(nachfolgend: Beschwerdegegner 1) wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung 

und sexuellen Handlungen mit Kindern, nachdem A._____ am 9. August 2012 

Strafanzeige gegen den Beschwerdegegner 1 erstattet hatte (vgl. Urk. 9/1). Mit 

Strafbefehl vom 21. September 2012 sprach die Staatsanwaltschaft den 

Beschwerdegegner 1 des Tatbestands der sexuellen Handlungen mit Kindern 

schuldig (Urk. 3/4). Das Strafverfahren wegen Vergewaltigung und sexueller 

Nötigung stellte sie mit Verfügung vom 27. September 2012 ein (Urk. 3/3). 

Gegen die Einstellungsverfügung vom 27. September 2012 (Urk. 3/3 = Urk. 5) 

liess A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin), unter Einreichung von fünf 

Beilagen (Urk. 3/1-5), mit Eingabe vom 8. Oktober 2012 fristgerecht Beschwerde 

bei der III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich erheben mit 

folgenden Anträgen (Urk. 2): 

"1. Die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons 
Zürich vom 21.09.2012 sei aufzuheben. 

2. Das Strafverfahren gegen C._____ betreffend Vergewaltigung 
und sexuelle Nötigung sei wieder aufzunehmen.  

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen." 

2. Mit Präsidialverfügung vom 16. Oktober 2012 wurde die Beschwerdeschrift, 

inklusive zweier Beilagen (Urk. 3/2 und Urk. 3/5), in Kopie dem 

Beschwerdegegner 1 zur freigestellten Stellungnahme sowie der 

Staatsanwaltschaft zur Stellungnahme und Einreichung der Akten, je innert Frist 

von zehn Tagen, übermittelt (Urk. 6). 

3. Die Staatsanwaltschaft nahm mit Eingabe vom 18. Oktober 2012, unter 

Einreichung der Akten (Urk. 9), Stellung zur Beschwerde und beantragte deren 

Abweisung unter Kostenauflage zu Lasten der Beschwerdeführerin (Urk. 8).  

- 3 - 

4. Der Beschwerdegegner 1 nahm am 29. Oktober 2012 Stellung zur 

Beschwerde und stellte den Antrag auf deren vollumfängliche Abweisung unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der 

Beschwerdeführerin (Urk. 10).  

5. Die Beschwerdeführerin replizierte zu den Ausführungen der 

Staatsanwaltschaft und des Beschwerdegegners 1 nach gewährter 

Fristerstreckung am 21. Dezember 2012, nachdem ihr die Vernehmlassung der 

Staatsanwaltschaft und Stellungnahme des Beschwerdegegners 1 mit Verfügung 

vom 22. November 2012 übermittelt und ihr eine Frist von zehn Tagen zur Replik 

eingeräumt worden ist (Urk. 13 und Urk. 15).  

6. Die Replik der Beschwerdeführerin wurde der Staatsanwaltschaft und dem 

Beschwerdegegner 1 mit Verfügung vom 14. Januar 2013 zur freigestellten Duplik 

übermittelt. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Beschwerdegegner 1 

verzichteten am 16. Januar 2013 auf eine Stellungnahme zur Replik (Urk. 18 und 

Urk. 20).  

7. Aufgrund der neuen Konstituierung der III. Strafkammer des Obergerichts 

des Kantons Zürich per 1. Januar 2013 ergeht der vorliegende Beschluss nicht in 

der den Parteien mit Verfügung vom 16. Oktober 2012 (Urk. 6) angekündigten 

Besetzung. 

II. 

1. Die Staatsanwaltschaft gibt in ihrer Einstellungsverfügung vom 21. 

September 2012 einleitend die wesentlichen Aussagen sowohl der 

Beschwerdeführerin als auch des Beschwerdegegners 1 wieder, insbesondere 

die Ausführungen beider Beteiligten zu den zwischen ihnen stattgefundenen 

sexuellen Handlungen mit anschliessendem Geschlechtsverkehr. Die Verfügung 

hält alsdann zunächst fest, dass die Beschwerdeführerin zumindest mit dem 

sexuellen Vorspiel einverstanden gewesen sei und dagegen auch nicht erkennbar 

opponiert habe. Immerhin habe sie das Glied des Beschwerdegegners 1 während 

längerer Zeit frottiert, welche Handlung sie zwar als 'grusig' empfunden, jedoch 

- 4 - 

freiwillig vorgenommen habe. Was den weiteren Verlauf der Tathandlungen 

betreffe, insbesondere den Geschlechtsverkehr, sei festzuhalten, dass der 

Beschwerdegegner 1 gemäss Aussagen der Beschwerdeführerin keine Gewalt 

angewendet und auch keine Drohungen ausgesprochen habe. Aus den Aussagen 

der Beschwerdeführerin gehe sodann nicht hervor, dass sie dem 

Beschwerdegegner klare und unmissverständliche Signale zukommen gelassen 

habe, um diesem verständlich klar zu machen, dass sie mit dem 

Geschlechtsverkehr nicht einverstanden sei. Die von ihr geltend gemacht 'Angst' 

sei nach aussen hin weder erkennbar noch nachvollziehbar gewesen. Auch gehe 

aus den Aussagen der Beteiligten nicht hervor, dass der Beschwerdegegner 1 bei 

ablehnender Haltung der Beschwerdeführerin den Geschlechtsverkehr erst recht 

und mit Gewalt angestrebt hätte. Das Zurückziehen der Hand aus der Hose des 

Beschwerdegegners 1 könne jedenfalls nicht als klares Signal angesehen 

werden, anhand welchem der Beschwerdegegner 1 hätte erkennen müssen, dass 

die Beschwerdeführerin mit dem Geschlechtsverkehr nicht einverstanden 

gewesen sei. Der Beschwerdeführerin sei es damit in psychischer und physischer 

Hinsicht jederzeit möglich und zumutbar gewesen, sich gegen die sexuellen 

Handlungen zu wehren und offenkundig Widerstand zu leisten, was sie jedoch 

nicht getan habe. 

Abschliessend kommt die Staatsanwaltschaft in ihrer Einstellungsverfügung zum 

Schluss, dass der Beschwerdegegner 1 keine der im Tatbestand der 

Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 StGB aufgeführten Nötigungsmittel 

angewandt habe, als er mit der Beschwerdeführerin den Beischlaf vollzogen 

hatte. Angesichts des Umstandes, dass die Beschwerdeführerin mit den 

sexuellen Handlungen bis zum Einführen des Fingers in die Vagina und 

anschliessendem Geschlechtsverkehr gemäss eigenen Aussagen einverstanden 

gewesen sei, habe sich der Beschwerdegegner 1 während des 'Vorspiels' auch 

nicht der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB schuldig 

gemacht. 

2. Die Beschwerdeführerin wehrt sich in ihrer Beschwerdeschrift im 

Wesentlichen gegen die seitens der Staatsanwaltschaft getroffene Annahme, ihr 

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sei es sowohl in psychischer als auch in physischer Hinsicht möglich und 

zumutbar gewesen, sich gegen die sexuellen Handlungen des 

Beschwerdegegners 1 zu wehren als auch gegen die Feststellung, die von ihr 

geltend gemachte Angst sei nach aussen hin weder erkennbar noch 

nachvollziehbar gewesen.  

Die Beschwerdeführerin schliesst sich den Ausführungen der Staatsanwaltschaft 

insoweit an, als sie die Anwendung von körperlicher Gewalt und das Aussprechen 

von expliziten Drohungen ebenfalls verneint. Indessen sei sie vom 

Beschwerdegegner 1 unter psychischen Druck im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB 

und Art. 190 Abs. 1 StGB gesetzt worden, welcher ihr verunmöglicht habe, sich 

gegen die sexuellen Handlungen zur Wehr zu setzen. 

Die Beschwerdeführerin führt aus, dass von einem unerfahrenen Kind nicht 

dasselbe Mass an Widerstand erwartet werden dürfe, da ein Kind im Alter von 15 

Jahren auch aufgrund seiner kognitiven Unterlegenheit und emotionaler sowie 

sozialer Abhängigkeit unter psychischen Druck gesetzt werden könne. Bei 

sexuellen Handlungen unter Ausnützung des Erwachsenen-Kind-Gefälles seien 

geringere Anforderungen an die Intensität des Nötigungsmittels zu stellen. Die 

Tatbestandsvariante des 'Unter-psychischen-Druck-Setzens' könne sich auch aus 

der Ausweglosigkeit der Situation ergeben, ohne dass der Täter eigentliche 

Gewalt anwende, so dass dem Oper eine Widersetzung unter den gegebenen 

Umständen nicht zuzumuten sei. 

Die Beschwerdeführerin macht in Bezug auf den konkreten Vorfall alsdann 

geltend, sie sei von den sexuellen Handlungen des Beschwerdegegners 1 

überrumpelt worden. Als dieser seine Hand in ihre Bikinihose gesteckt habe, habe 

sie diese immer und immer wieder zurückgezogen, bis sie ihren Widerstand 

schliesslich aus Ohnmacht aufgegeben habe. Als der Beschwerdegegner 1 ihr 

versichert habe, nur 'spielen' zu wollen, habe sie dem Drängen in der Hoffnung 

nachgegeben, durch ein 'Mitspielen' Schlimmeres verhindern zu können. Schreien 

oder Weglaufen sei in der gegebenen Situation, wie sie sofort erkannt habe, von 

Anfang an aussichtslos gewesen. Eine andere Variante als sich verbal zu wehren 

und die Berührungen als das kleinere Übel zuzulassen, habe sie nicht gesehen. 

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Dem Beschwerdegegner 1 habe sie überdies klar verständlich gemacht, dass sie 

keinen Geschlechtsverkehr wolle. Dies sei für ihn auch ohne Weiteres erkennbar 

gewesen. Insbesondere habe sie ihn nie freiwillig angefasst, sondern ihm klare 

Signale zukommen lassen, indem sie seine Hand immer wieder aus ihrer Hose 

gezogen und verbal geäussert habe, dass sie nach Hause wolle.  

Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, dass die Aussagen des 

Beschwerdegegners 1 wenig glaubwürdig seien, vor allem nachdem er sexuellen 

Handlungen mit der Beschwerdeführerin zunächst in Abrede gestellt habe. 

Aufgrund der Widersprüchlichkeit seines Aussageverhaltens und der zusätzlich 

fehlenden Detailtreue erscheine der Beschwerdegegner 1 insgesamt weit weniger 

glaubwürdig als sie selbst. Im Übrigen sei sie gegenwärtig auch zu einer 

Videoaufnahme und nochmaligen Befragung bereit. 

3. Die Staatsanwaltschaft verweist in ihrer Vernehmlassung vom 18. Oktober 

2012 (Urk. 8) einleitend auf ihre Ausführungen in der angefochtenen Verfügung. 

Gegen die Darstellung der Beschwerdeführerin wendet sie im Wesentlichen ein, 

es bestünden vorliegend keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass die 

Beschwerdeführerin unter psychischen Druck gesetzt worden sei. Im Gegenteil 

habe sie den Beschwerdegegner 1 zwischen Vorspiel und Geschlechtsverkehr 

offenbar freiwillig und ohne Druck befriedigt und war bis zum diesem Zeitpunkt 

gemäss eigenen Aussagen auch noch einverstanden. Vor diesem Hintergrund sei 

nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdeführerin anschliessend derart 

unter Druck gekommen sein sollte, dass eine Gegenwehr nicht mehr zumutbar 

gewesen sei. Weder sei seitens des Beschwerdegegners 1 irgendwelche Gewalt 

angewendet oder die Beschwerdeführerin bedroht worden, noch sei diese in 

einem Abhängigkeitsverhältnis zum Beschwerdegegner 1 gestanden, welchen 

Umstand Letzterer ausgenutzt und die Beschwerdeführerin in ihrer 

Abwehrfähigkeit eingeschränkt habe. Die Beschwerdeführerin sei damit jederzeit 

in der Lage gewesen, den sexuellen Handlungen auszuweichen oder dagegen zu 

opponieren. Dafür spreche auch, dass der Beschwerdeführerin nie verboten 

worden sei, die Wohnung, welche angeblich unverschlossen gewesen sei, zu 

verlassen. Ferner sei darauf hinzuweisen, dass sich die Beschwerdeführerin nach 

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erfolgter "Vergewaltigung" freiwillig vom Beschwerdegegner 1 habe nach Hause 

chauffieren lassen. Dem Beschwerdeführer habe sie während dem 

Geschlechtsakt überdies ins Ohr geflüstert, "…, du hast keine Verhütung (an)", 

woraufhin er ihr zur Antwort gegeben habe "Sollte ich einen anziehen?". 

Insgesamt sei nicht davon auszugehen, dass sich die Beschwerdeführerin in einer 

ausweglosen Situation befunden habe, in welcher es ihr nicht mehr zumutbar 

gewesen sei, sich dem Vorhaben des Beschwerdegegners 1 zu widersetzen. 

Vielmehr habe sie sich gemäss eigenen Aussagen mit der Frage beschäftigt, wie 

sie zu Hause erzählen soll, nicht mehr jungfräulich zu sein.  

Ergänzend hält die Staatsanwaltschaft fest, dass auch die nachträglichen 

Kommentare der Beschwerdeführerin zu den Aussagen des Beschwerdegegners 

1 an der Sachlage nichts zu ändern vermöchten. Auch erscheine eine erneute 

Befragung nicht angezeigt, nachdem der Beschwerdeführerin das rechtliche 

Gehör ohne Weiteres ausreichend gewährt worden sei.  

4. Der Beschwerdegegner 1 stellt sich in seiner Stellungnahme vom 29. 

Oktober 2012 (Urk. 10) ebenfalls auf den Standpunkt, dass vorliegend von seiner 

Seite keine erhebliche Einwirkung auf die Beschwerdeführerin und folglich keine 

für sie ausweglose Situation auszumachen sei. Dies umso weniger, als er selbst 

zierlich gebaut sei und sehr jugendlich aussehe, wie die Beschwerdeführerin 

selbst geltend mache. Über weite Strecken seien die sexuellen Handlungen in 

gegenseitigem Einverständnis vorgenommen worden. Dass es der 

Beschwerdeführerin nicht möglich gewesen sei, sich zu wehren respektive 

einfach aufzustehen und zu gehen, sei nicht einmal ansatzweise erkennbar. 

Zumindest wäre es ihr zumutbar gewesen, sich verbal zur Wehr zu setzen. Von 

kognitiver Unterlegenheit oder Abhängigkeit sei gerade nicht auszugehen. Auch 

sei es zu keiner Zeit zu aggressivem Verhalten oder Äusserungen seitens des 

Beschwerdegegners 1 gekommen. Dessen Aussagen seien zudem glaubhaft und 

wiesen keine Strukturbrüche auf. 

Der Beschwerdegegner 1 weist weiter auf unstabile Familienverhältnisse auf 

Seiten der Beschwerdeführerin hin, welche sich seiner Ansicht nach in einer 

Bipolarität bemerkbar machten mit der Folge, dass sie dem Beschwerdegegner 1 

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nicht klar machen konnte, dass sie keinen Geschlechtsverkehr gewollt habe. 

Unklar sei zudem, inwiefern sie hinterher ihre Meinung geändert habe. Eine quasi 

'Mental-Reservation' könne dem Beschwerdegegner 1 indessen nicht entgegen 

gehalten werden. Letztlich mache die Beschwerdeführerin selbst geltend, sich 

einfach nur nicht 'getraut' zu haben, etwas zu sagen, was indessen nicht auf 

irgendeinem dem Beschwerdegegner 1 anzulastenden Verhalten oder Umstand, 

sondern vielmehr in der Persönlichkeit der Beschwerdeführerin fusse.  

Ergänzend macht der Beschwerdegegner 1 geltend, dass der psychische Druck 

im Sinne der Art. 189 und 190 StGB gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

von besonderer Intensität sein müsse, insbesondere das Ausnützen allgemeiner 

Abhängigkeits- oder Freundschaftsverhältnisse für strukturelle (psychische) 

Gewalt nicht genüge. Insgesamt fehle es an irgendwelchen Ansatzpunkten für ein 

nötigendes Verhalten, welche weitere Ermittlungen oder gar eine Verurteilung 

wegen Vergewaltigung rechtfertigten. 

5.  Die Beschwerdeführerin bestreitet in ihrer Replik vom 21. Dezember 2012 

(Urk. 15), dass sie nicht unter tatbestandsmässigem Druck gestanden habe. 

Erneut weist sie darauf hin, dass es sich bei ihr um ein 15-jähriges und sexuell 

unerfahrenes Kind handelte, welchem keine Gegenwehr zuzumuten gewesen sei. 

Insbesondere hätte es ihr nichts genutzt, wenn sie geschrien oder versucht hätte 

wegzulaufen. Zusammenfassend sei für den Beschwerdegegner 1 erkennbar 

gewesen, dass sie mit sexuellen Handlungen nicht einverstanden gewesen sei 

und hätte von ihr unter den gegebenen Umständen und in Anbetracht ihrer 

persönlichen Verhältnisse kein weitergehender Widerstand erwartet werden 

können. Die Vorwürfe, sie habe aufgrund von 'dysfunktionalen 

Familienverhältnissen' widersprüchlich ausgesagt, wies die Beschwerdeführerin 

zurück und wendet ein, dass sie schon aufgrund ihres Alters noch nicht über eine 

ausgereifte Persönlichkeit verfügen könne. 

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III. 

1. Gemäss Art. 308 Abs. 1 StPO besteht der Zweck der Untersuchung darin, 

den Sachverhalt in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht so weit abzuklären, dass 

das Vorverfahren abgeschlossen werden kann. Bei der Verfolgung dieses Zwecks 

steht der Staatsanwaltschaft ein gewisser Ermessensspielraum zu. Insbesondere 

hat sie diejenigen Vorkehrungen zu treffen, die zur Klärung des Falles 

Wesentliches beizutragen vermögen. Sie ist aber nicht verpflichtet, alle 

erdenklichen Ermittlungshandlungen vorzunehmen. Nach Beendigung des 

Untersuchungsverfahrens entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob ein Strafbefehl 

zu erlassen, Anklage zu erheben oder das Verfahren einzustellen sei (Art. 318 

StPO). Eine vollständige oder teilweise Einstellung erfolgt nach Art. 319 Abs. 1 

lit. a StPO, wenn sich ein Tatverdacht nicht in einem Mass erhärten lässt, das 

eine Anklage rechtfertigt. Eine Anklage ist in der Regel nur dann zu erheben, 

wenn genügend Anhaltspunkte vorliegen, welche es rechtfertigen, das Verfahren 

weiterzuführen, und die Staatsanwaltschaft die Tatbeteiligung sowie eine Strafe 

bzw. Massnahme im Zeitpunkt der Anklageerhebung für wahrscheinlich hält. 

Keine Anklage ist zu erheben, wenn mit Sicherheit oder grosser 

Wahrscheinlichkeit mit einem Freispruch zu rechnen ist. Des Weiteren hat eine 

Einstellung nach Art. 319 Abs. 1 StPO zu ergehen, wenn kein Straftatbestand 

erfüllt ist (lit. b), Rechtfertigungsgründe bzw. Schuldausschlussgründe einen 

Straftatbestand unanwendbar machen (lit. c), Prozessvoraussetzungen definitiv 

nicht erfüllt werden können bzw. Prozesshindernisse aufgetreten sind (lit. d) oder 

nach gesetzlicher Vorschrift auf eine Strafverfolgung oder Bestrafung verzichtet 

werden kann (lit. e). Sinn und Zweck des Art. 319 StPO ist es, die beschuldigte 

Person vor Anklagen zu schützen, die mit einiger Sicherheit zu Freisprüchen 

führen müssten. Da die Staatsanwaltschaft nicht dazu berufen ist, über Recht und 

Unrecht zu richten, darf sie jedoch nicht allzu rasch, gestützt auf eigene 

Bedenken, zu einer Einstellung schreiten. In Zweifelsfällen beweismässiger oder 

rechtlicher Natur soll tendenziell Anklage erhoben werden. Der Grundsatz "in 

dubio pro reo" nach Art. 10 Abs. 3 StPO spielt hier nicht (vgl. zum Ganzen: 

Niklaus Schmid, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, Zürich/St. 

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Gallen 2009, N 1247 ff.; Niklaus Schmid, StPO Praxiskommentar, Zürich/St. 

Gallen 2009, Art. 319 N 1 ff., insbesondere N 5; Nathan Landshut, in: 

Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur StPO, Zürich 2010, Art. 308 N 1 f., 

Art. 319 N 1 ff., insbesondere N 15). 

2. Der Vergewaltigung nach Art. 190 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer eine 

Person weiblichen Geschlechts zur Duldung des Beischlafs nötigt, namentlich 

indem er sie bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt oder 

zum Widerstand unfähig macht. Sexuelle Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 

StGB begeht, wer eine Person gleichermassen zur Duldung einer 

beischlafsähnlichen oder einer anderen sexuellen Handlung nötigt. 

 Bei sämtlichen Nötigungsmitteln ist immer eine erhebliche Einwirkung auf 

die Freiheit der sexuellen Selbstbestimmung erforderlich, welche aufgrund einer 

individualisierten Würdigung der relevanten konkreten Umstände zu prüfen ist. 

Dabei ist eine sexuelle Nötigung als umso wirksamer zu qualifizieren, je 

empfindlicher, wehr- und hilfloser insbesondere abhängige, verletzliche oder 

traumatisierte Opfer, namentlich auch im Hinblick auf ihr Alter, einem solchen 

sexuellen Angriff ausgesetzt sind (vgl. Weder in: 

Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, Kommentar zum Schweizerischen 

Strafgesetzbuch, Zürich 2010, 18. Aufl., N 9 zu Art. 189; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_267/2007 vom 3. Dezember 2007 E. 6.3 sowie 6B_298/2008 

vom 1. Juli 2008 E. 5). Unter psychischen Druck setzen erfordert angesichts der 

gewaltdeliktischen Natur eine gewisse, besondere Intensität, welche einer 

erheblichen Einwirkung auf die Freiheit der sexuellen Selbstbestimmung 

gleichkommen muss (Weder in: Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, a.a.O., N 12 

zu Art. 189; BGE 128 IV 97 E. 2b). Diese Tatbestandsvariante ist insbesondere 

unter dem Titel zumutbarer Selbstschutzmassnahmen des Opfers zu prüfen. 

Geschützt werden soll das Opfer, das in eine ausweglose Situation gerät, in 

welcher es ihm nicht zuzumuten ist, sich dem Vorhaben des Täters zu 

widersetzen (BGE 131 IV 167 E. 3). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

kann gerade ein Kind oder Jugendlicher ohne eigentliche Gewalt aufgrund 

physischer Dominanz des Täters, kognitiver Unterlegenheit sowie emotionaler 

- 11 - 

und sozialer Abhängigkeit unter psychischen Druck gesetzt werden. Bei sexuellen 

Handlungen unter Ausnützung des Erwachsenen-Kind-Gefälles sind also 

geringere Anforderungen an die Intensität bzw. Erheblichkeit der Nötigungsmittel 

zu stellen. Die von einem Kind gegenüber jedem Erwachsenen bestehende 

Unterlegenheit wie auch das Ausnützen allgemeiner Abhängigkeits- oder 

Freundschaftsverhältnisse stellen je für sich allein betrachtet indessen noch keine 

tatbeständliche psychische Drucksituation dar. Das Vorliegen einer solchen 

Situation beurteilt sich immer anhand aller konkreten Umstände, namentlich unter 

Mitberücksichtigung des Beziehungsgeflechts zwischen Täter und Opfer und 

dabei vor allem der Abhängigkeiten des Letzteren vom Täter in körperlicher, 

sozialer oder psychisch-seelischer Hinsicht. Die (zumutbaren) 

Selbstschutzmöglichkeiten des Opfers bildet dabei ein massgebliches 

Auslegungskriterium (vgl. dazu Weder in: Donatsch/Flachsmann/Hug/We-der, 

a.a.O., N 16 zu Art. 189; Trechsel/Bertossa, Schweizerisches Strafgesetzbuch, 

Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2013, 2. Aufl., N 6 zu Art. 189; Urteil des 

Bundesgerichts 6S.143/2002 vom 11. Juni 2002 E. 1a; BGE 128 IV 97 E. 2b; 

BGE 131 IV 107 E. 2.2) 

3.1. Vorliegend ist unstreitig, dass es zwischen der Beschwerdeführerin und dem 

Beschwerdegegner 1 zu sexuellen Handlungen und anschliessendem 

Geschlechtsverkehr gekommen ist. Einigkeit besteht zudem darüber, dass dabei 

von Seiten des Beschwerdegegners 1 weder Gewalt angewandt worden ist noch 

Drohungen ausgesprochen worden sind und diese beiden Tatvarianten folglich 

ausscheiden. Zu prüfen bleibt damit einzig, ob der Beschwerdegegner 1 die 

Beschwerdeführerin derart unter psychischen Druck gesetzt hatte, dass ihr nicht 

zugemutet werden konnte, sich dagegen zur Wehr zu setzen.  

3.2. Der Beschwerdeführerin ist beizupflichten, dass sie hinsichtlich sexueller 

Erfahrung nicht mit dem Beschwerdegegner 1 mithalten kann und sie ihm 

angesichts ihres noch jugendlichen Alters insgesamt in Sachen Lebenserfahrung 

tatsächlich noch etwas nachstand. Gleichwohl ist das Verhältnis zwischen der 

Beschwerdeführerin und dem Beschwerdegegner 1 als rein freundschaftlich und 

kollegial zu charakterisieren, ohne dass irgendwelche Abhängigkeiten auf Seiten 

- 12 - 

der Beschwerdeführerin auszumachen wären. Dass die Beschwerdeführerin dem 

Beschwerdegegner 1 auf Augenhöhe begegnete und sie ihn als ebenbürtigen 

Kollegen wahrgenommen hatte, geht klarerweise aus der polizeilichen 

Einvernahme vom 9. August 2012 hervor, worin die Beschwerdeführerin 

schilderte wie sie mit einer Freundin, dem Beschwerdegegner 1 und weiteren 

Kollegen ihre Freizeit verbracht hatte. Indem sie darüber hinaus erwähnte, sich 

über das jugendliche Aussehen des Beschwerdegegners 1 lustig gemacht zu 

haben, da er aussehe, als ob er 16 Jahre alt wäre, unterstreicht sie noch 

zusätzlich, dass sie ihm nicht etwa unterlegen gegenüber getreten ist. Trotz des 

Umstands, dass die Beschwerdeführerin um das damalige Alter des 

Beschwerdegegners 1 von 21 Jahren gewusst hatte, wäre es entgegen den 

Ausführungen der Beschwerdeführerin folglich verfehlt, von einem Erwachsenen-

Kind-Gefälle zu sprechen. Eine psychische Drucksituation lässt sich einzig 

anhand des Beziehungsgeflechts nicht begründen, womit auch keine geringere 

Anforderungen an die Intensität bzw. Erheblichkeit der Nötigungsmittel zu stellen 

sind, mithin eine erhebliche, besondere Intensität vorliegen muss, damit vom 

Vorhandensein einer tatbeständlichen Drucksituation ausgegangen werden kann. 

3.3 Der Beschwerdeführerin ist weiter Glauben zu schenken, dass sie zu Beginn 

zwar weder beabsichtigt noch initiiert haben mag, sexuelle Handlungen mit dem 

Beschwerdegegner 1 vorzunehmen, insbesondere Geschlechtsverkehr mit ihm zu 

vollziehen. Aus ihrer klaren Aussage, es sei für sie im ersten Moment okay 

gewesen mit dem Beschwerdegegner 1 herumzumachen, geht indessen hervor, 

dass sie sodann zumindest damit einverstanden war, sich auf den 

Beschwerdeführer in gewisser Weise auch sexuell einzulassen. Ihren 

Ausführungen zufolge war sie, nachdem ihr der Beschwerdegegner 1 zu 

verstehen gegeben hatte, dass es nur beim 'Spielen' bleiben würde, offensichtlich 

bereit, den Beschwerdegegner 1 nicht nur zu küssen, sondern auch sein Glied zu 

frottieren (Urk. 9/3/1, S. 4, Frage 22). Welche Bedeutung insbesondere die 

Beschwerdeführerin dem Begriff 'Spielen' genau beigemessen hatte, ist zwar 

fraglich, kann an dieser Stelle jedoch dahingestellt bleiben. Der 

Beschwerdeführerin hätte es denn ohnehin offen gestanden, bei Überschreitung 

der Grenze des 'Spielens', zu opponieren und dem Beschwerdegegner 1 

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unmissverständlich zu verstehen zu geben, dass sie mit weiteren sexuellen 

Handlungen nicht einverstanden sei. Ein klares Signal ist im Zurückziehen der 

Hand aus ihrer Bikinihose jedenfalls nicht zu sehen, zumal dies allenfalls zum 

'Spiel' hätte gehören können oder sie mit diesen Gesten auch lediglich ihre Angst 

vor dem 'ersten Mal' hätte ausdrücken können. Indem die Beschwerdeführerin 

dem Beschwerdegegner 1 in die Ohren geflüstert hatte "…, du hast keine 

Verhütung an", drückte sie zudem lediglich ihre Angst vor ungeschütztem 

Geschlechtsverkehr aus, signalisierte indessen, wenn vielleicht auch unfreiwillig, 

ihre grundsätzliche Bereitschaft, mit dem Beschwerdegegner 1 geschützten 

Geschlechtsverkehr zu vollziehen. Auch die Äusserung der Beschwerdeführerin, 

dass sie Angst habe, ist nicht hinreichend klar. Aus der Antwort des 

Beschwerdegegners 1 "wenn ich alles richtig mache, dann passiert nichts", geht 

denn auch hervor, dass ihre Angst seines Erachtens in der fehlenden Verhütung 

begründet lag (vgl. Urk. 9/3/1, S. 6, Frage 42).  

3.4. Ungeachtet der Frage, ob die körperlichen Gesten der Beschwerdeführerin 

ihrem Willen tatsächlich mittelbar Ausdruck verliehen hatten, ist weiter nicht 

einzusehen, weshalb sie ihren Willen nicht eindeutig und unmissverständlich 

kundgetan hatte. Diese Möglichkeit wäre ihr, selbst wenn der Beschwerdegegner 

1 seine Hand wiederholt in ihre Bikinihose geführt, die Beschwerdeführerin diese 

stets von Neuem herausgezogen und sie dies als 'Drängen' wahrgenommen 

haben sollte, ohne Weiteres offen gestanden. Dass der Beschwerdegegner 1 

nach einer entschiedenen verbalen Äusserung oder einem entschlossenen 

körperlichen Zurückweichen nicht von der Beschwerdeführerin abgelassen hätte, 

ist weder dargetan noch offenkundig. Ihre Angst, er könnte sie festhalten oder 

weitermachen, lässt sich nicht begründen. Gleichermassen ist auch ihr 

Vorbringen, Schreien oder Weglaufen sei von Beginn weg aussichtslos gewesen, 

wie sie sofort erkannt habe, nicht nachzuvollziehen. Nicht nur, dass sie anlässlich 

der polizeilichen Befragung weitaus zögerlicher befand, sie hätte sich 'eher nicht' 

wehren können (Urk. 9/3/1, S. 15, Frage 113), sondern der Beschwerdegegner 1 

darüber hinaus, nachdem sie den Wunsch geäussert hatte, nach Hause gehen zu 

wollen, gemäss ihren Schilderungen umgehend von ihr abgelassen hatte und es 

ebenfalls als besser empfand, sie nach Hause zu bringen (Urk. 9/3/1, S. 6 und S. 

- 14 - 

15). Damit lässt sich nicht darauf schliessen, dass das Aussenden von klaren und 

unmissverständlichen Signalen keinen Geschlechtsverkehr zu wünschen, 

insbesondere verbal, wirkungslos geblieben wäre. Mit der Staatsanwaltschaft ist 

folglich nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdegegner 1 den 

Geschlechtsverkehr bei ablehnender Haltung der Beschwerdeführerin erst recht 

und mit Gewalt angestrebt hätte. Für eine solche Annahme finden sich schlicht 

keine Anhaltspunkte. Der Beschwerdeführerin kann überdies auch nicht gefolgt 

werden, soweit sie ausführt, ihren Widerstand geradezu ohnmächtig aufgegeben 

zu haben, zumal sie gleichwohl in der Lage gewesen ist, den Beschwerdegegner 

1 auf das Thema Verhütung anzusprechen. 

3.5. Zusammenfassend ergibt sich, dass es der Beschwerdeführerin damit unter 

Berücksichtigung der Selbstschutzmöglichkeiten ohne Weiteres zumutbar 

gewesen sein muss, Gegenwehr zu leisten. Auf eine ausweglose Situation kann 

nicht geschlossen werden. Ein 'Nachgeben' unter den konkreten Umständen 

erscheint vielmehr weitgehend unverständlich, nachdem auch keine offenkundige 

Dominanz des Beschwerdegegners 1 auszumachen ist, welche geringere 

Anforderungen an eine etwaige Drucksituation stellen würde. 

3.6. Aus dem Aussageverhalten des Beschwerdegegners 1 kann die 

Beschwerdeführerin weiter nichts zu ihren Gunsten ableiten. Zwar trifft es zu, 

dass er zu Beginn in Abrede gestellt hatte, dass es zu sexuellem Kontakt 

zwischen ihm und der Beschwerdeführerin gekommen ist. Zu berücksichtigen ist 

indessen, dass sich der Beschwerdegegner 1 aufgrund des Altersunterschieds 

zur Beschwerdeführerin bereits mit der Tatsache, dass überhaupt sexuelle 

Handlungen stattgefunden haben, strafbar gemacht hat. Aus dem Umstand, dass 

er sexuelle Handlungen bestritten hatte, kann folglich nicht ohne Weiteres auf 

sexuelle Nötigung oder gar eine Vergewaltigung geschlossen werden. Selbst 

wenn man der Beschwerdeführerin im Übrigen zubilligen wollte, sie habe sich 

subjektiv unter Druck gefühlt, wäre hier nicht zu beweisen, dass dies vom 

Beschwerdegegner 1 erkannt und entsprechend ausgenützt wurde. 

3.7. Inwiefern eine Videobefragung der Beschwerdeführerin zu einem anderen 

Ergebnis führen sollte, legt die Beschwerdeführerin nicht dar und ist auch nicht 

- 15 - 

ersichtlich. Die Beschwerdeführerin konnte sich denn umfassend äussern und es 

wurde denn auch weitgehend einzig auf ihre Aussagen abgestellt. Insofern geht 

auch der Einwand fehl, die Aussagen des Beschwerdegegners 1 seien wenig 

glaubwürdig. Dass eine erneute Befragung neue, relevante Erkenntnisse bringen 

würde, auf welche abgestellt werden könnte, ist nicht zu erwarten. Vor diesem 

Hintergrund besteht kein Anlass, eine erneute Befragung durchzuführen. Die 

handschriftlichen Bemerkungen der Beschwerdeführerin zu den Aussagen des 

Beschwerdegegners 1, welche im Wesentlichen ihren bereits gemachten 

Aussagen entsprechen, vermögen am Ergebnis ebenfalls nichts zu ändern. 

4. Insgesamt hat die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren zu Recht 

eingestellt. Die Beschwerdeführerin vermag nicht hinreichend darzulegen, dass 

sie zu sexuellen Handlungen und anschliessendem Geschlechtsverkehr im Sinne 

der Art. 189 Abs. 1 StGB und Art. 190 Abs. 1 StGB genötigt worden ist. Nach dem 

Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist abzuweisen. 

IV. 

1. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen im Rechtsmittelverfahren die Parteien 

die Kosten nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Demgemäss sind 

die Kosten des Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Die 

Gerichtsgebühr ist gestützt auf Art. 422 StPO und § 17 Abs. 1 der 

Gebührenverordnung des Obergerichts (GebV OG) auf Fr. 1'000.00 festzusetzen. 

2. Der anwaltlich vertretene Beschwerdegegner 1 hat sich zur Beschwerde 

vernehmen und deren Abweisung beantragen lassen (Urk. 10). Er hat daher 

gestützt auf Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO Anspruch auf eine Entschädigung seiner 

Aufwendungen für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte. 

Verursacht hat diese Aufwendungen die Beschwerdeführerin, indem sie gegen 

die angefochtene Verfügung erfolglos Beschwerde erhob. In analoger Anwendung 

von Art. 432 Abs. 1 i.V.m Art. 436 Abs. 1 StPO ist die Beschwerdeführerin daher 

zu verpflichten, den Beschwerdegegner 1 für seine Aufwendungen im 

Beschwerdeverfahren zu entschädigen. Die Höhe dieser Entschädigung richtet 

sich grundsätzlich nach dem Anwaltstarif gemäss § 19 der Verordnung des 

- 16 - 

Obergerichts des Kantons Zürich über die Anwaltsgebühren vom 8. September 

2010 (LS ZH 215.3). Im Beschwerdeverfahren beträgt die Gebühr für die 

Entschädigung zwischen Fr. 300.- und Fr. 12'000.- (vgl. § 19 Abs. 1 AnwGebV). 

Unter Berücksichtigung des angemessenen Zeitaufwandes der Rechtsvertreterin 

des Beschwerdegegners 1 ist die Entschädigung auf Fr. 1'000.- zuzüglich 8% 

MwSt., insgesamt auf Fr. 1'080.-, festzusetzen.  

 

 

Es wird beschlossen: 
 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 1'000.00 festgesetzt und der 

Beschwerdeführerin auferlegt. 

3. Die Beschwerdeführerin wird verpflichtet, dem Beschwerdegegner 1 eine 

Prozessentschädigung von Fr. 1'080.- zu bezahlen. 

4. Schriftliche Mitteilung an: 

die Vertreterin der Beschwerdeführerin, im Doppel für sich und 
zuhanden der Beschwerdeführerin (gegen Gerichtsurkunde) 

die Verteidigerin des Beschwerdegegners 1, im Doppel für sich und 
zuhanden des Beschwerdegegners 1 (gegen Gerichtsurkunde) 

die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich  
(gegen Empfangsbestätigung)  

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 
Rechtsmittel an:  
- die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, unter Rücksendung 

der beigezogenen Akten (C-2/2012/689, Urk. 9) 
(gegen Empfangsbestätigung) 

5. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben 
werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 

- 17 - 

Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der 

in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich 

einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des 

Bundesgerichtsgesetzes. 

 
Zürich, 29. Mai 2013 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. Th. Meyer 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw D. Senn 
 
 
 

	Beschluss vom 29. Mai 2013
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.
	IV.

	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 1'000.00 festgesetzt und der Beschwerdeführerin auferlegt.
	3. Die Beschwerdeführerin wird verpflichtet, dem Beschwerdegegner 1 eine Prozessentschädigung von Fr. 1'080.- zu bezahlen.
	4. Schriftliche Mitteilung an:
	5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bunde...