# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f5c8f4b3-f74f-5be7-a296-98fa4d3b34f7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-05-31
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 31.05.2013 SB120454
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB120454_2013-05-31.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    

 
 

Geschäfts-Nr.: SB120454-O/U/rc 
 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. Janssen, Vorsitzende, Oberrichter lic. iur. Stiefel 

und Ersatzoberrichterin lic. iur. Bertschi sowie der Gerichtsschreiber 

lic. iur. Höfliger 

 

Urteil vom 31. Mai 2013 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Fürsprecher X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend versuchte Vergewaltigung etc.   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 18. Juli 2012 
(DG120023) 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 25. 

April 2012 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 22). 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

- der versuchten Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, 

- des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB 

sowie 

- des mehrfachen geringfügigen Diebstahls im Sinne von 

Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB.  

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 

27 Monaten, wovon 253 Tage (gerechnet bis 18. Juli 2012) durch 

Untersuchungs- sowie Sicherheitshaft erstanden sind, sowie mit einer 

Busse von Fr. 1'000.–. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben. 

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse 

schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 

10 Tagen. 

5. a) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1, B._____, 

− Schadenersatz in der Höhe von Fr. 730.– sowie 

− eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 5'000.– zuzüglich Zins 

zu 5 % seit dem 22. April 2011 

-   3   - 

zu entrichten. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren 

abgewiesen. 

 b) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2, C._____, 

Schadenersatz im Betrag von Fr. 150.– zu bezahlen. 

 c) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 4, D._____ 

GmbH, Schadenersatz im Betrag von Fr. 200.– zu bezahlen.  

6. a) Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft 

Winterthur/Unterland vom 4. April 2012 beschlagnahmten 

Gegenstände, werden dem Beschuldigten auf erstes Verlangen nach 

Eintritt der Rechtskraft herausgegeben: 

− Schuhe von A._____, gelagert bei der Kantonspolizei Zürich, 
FOR-KED/Winterthur (ehemals RWU-KTD) 

− Herrenhose von A._____, gelagert bei der Kantonspolizei Zürich, 
FOR-KED/Winterthur (ehemals RWU-KTD) 

− Herrenunterwäsche von A._____, gelagert bei der Kantonspolizei 
Zürich, FOR-KED/Winterthur (ehemals RWU-KTD) 

− Herrenhemd von A._____, gelagert bei der Kantonspolizei Zürich, 
FOR-KED/Winterthur (ehemals RWU-KTD) 

  Werden die vorgenannten Gegenstände nicht innert 3 Monaten nach 

Eintritt der Rechtskraft herausverlangt, werden sie vernichtet. 

 b) Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft 

Winterthur/Unterland vom 4. April 2012 beschlagnahmten 

Gegenstände, werden eingezogen und der Kantonspolizei Zürich nach 

Eintritt der Rechtskraft zur Vernichtung überlassen: 

− Leggings von B._____, Marke H&M, Grösse L, schwarz, Material: 
Viskose 50 %, Baumwolle 46 %, Elastan 4 %, (von A._____ bei 
Verhaftung getragen) gelagert bei der Kantonspolizei Zürich, 
FOR-KED/Winterthur (ehemals RWU-KTD) 

− Jeans-Rock von B._____, gelagert bei der Kantonspolizei Zürich, 
FOR-KED/Winterthur (ehemals RWU-KTD) 

− Oberteil von B._____, schwarz, Marke Zebra, gelagert bei der 
Kantonspolizei Zürich, FOR-KED/Winterthur (ehemals RWU-KTD) 

-   4   - 

− Büstenhalter von B._____, gelagert bei der Kantonspolizei Zürich, 
FOR-KED/Winterthur (ehemals RWU-KTD) 

− Unterhose von B._____, gelagert bei der Kantonspolizei Zürich, 
FOR-KED/Winterthur (ehemals RWU-KTD) 

− Leibgurt von B._____, gelagert bei der Kantonspolizei Zürich, 
FOR-KED/Winterthur (ehemals RWU-KTD) 

− 1 Paar Stöckelschuhe von B._____, schwarz, Marke Cube, 
Grösse 40, gelagert bei der Kantonspolizei Zürich, FOR-
KED/Winterthur (ehemals RWU-KTD) 

− Stoffjacke von B._____, schwarz, Marke H&M Divided, Grösse 
42, gelagert bei der Kantonspolizei Zürich, FOR-KED/Winterthur 
(ehemals RWU-KTD) 

− Decke, gelagert bei der Kantonspolizei Zürich, FOR-
KED/Winterthur (ehemals RWU-KTD) 

− Zigarettenschachtel, leer, Marke Parisienne gelb, gelagert bei der 
Kantonspolizei Zürich, FOR-KED/Winterthur (ehemals RWU-KTD) 

− 2 Zigaretten-Kippen, Marke Parisienne gelb, gelagert bei der 
Kantonspolizei Zürich, DNA-Asservatenlagerraum Zürich 

− 1 Zigaretten-Kippe, Marke Philip Morris, gelagert bei der 
Kantonspolizei Zürich, DNA-Asservatenlagerraum Zürich 

7. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:  

Fr. 4'800.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 3'670.95   Auslagen Vorverfahren (gemäss RIS) 

Fr. 7'130.00   Kosten der Kantonspolizei (DNA-Auswertungskosten) 

Fr. 4'500.00   Gebühr Strafuntersuchung (§ 4 GebV StrV) 

Fr.    Kosten der unentgeltlichen Geschädigtenvertretung (ausstehend) 
Fr.    Kosten der amtlichen Verteidigung (ausstehend) 

Fr.         Total 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens 

(inklusive Kosten der unentgeltlichen Geschädigtenvertretung und 

derjenigen der amtlichen Verteidigung) werden dem Beschuldigten 

auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden indessen 

-   5   - 

einstweilen auf die Gerichtskasse genommen; eine Nachforderung 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten:  

(Urk. HD 68 S. 2 f.) 

1. Es sei der Beschuldigte vom Vorwurf der Vergewaltigung bzw. der 

versuchten Vergewaltigung freizusprechen. 

2. Der Beschuldigte sei des mehrfachen Hausfriedensbruchs und des 

mehrfachen geringfügigen Diebstahls schuldig zu sprechen und mit 

einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 10.– sowie einer Busse 

von Fr. 100.– zu bestrafen, wobei festzustellen sei, dass die Strafe 

durch die erstandenen Haft bereits vollumfänglich verbüsst sei.  

3. Für die im übrigen Umfang zu Unrecht erstandene Untersuchungs- und 

Sicherheitshaft sei der Beschuldigte mit einer Genugtuung von 

Fr. 200.– pro Hafttag zu entschädigen. 

4. Die Zivilansprüche der Geschädigten B._____ seien abzuweisen bzw. 

mangels Ausgewiesenheit auf den Zivilweg zu verweisen. 

5. Die Kosten der Untersuchung sowie des vorliegenden 

Gerichtsverfahrens (inkl. amtliche Verteidigung) seien im vollen 

Umfang auf die Staatskasse zu nehmen. 

b) Der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland:  

(Urk. HD 61, schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

-   6   - 

c) Der Vertreterin der Privatklägerin 1: 

(Urk. HD 70 S. 1) 

1. Das Urteil der Vorinstanz sei vollumfänglich zu bestätigen. 

2. Die Kosten des Verfahrens und der unentgeltlichen 

Geschädigtenvertretung seien dem Beklagten aufzuerlegen, jedoch 

einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

___________________________________________ 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte 

Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichtes 

Winterthur vom 18. Juli 2012 meldete der Verteidiger des Beschuldigten mit 

Eingabe vom 19. Juli 2012 rechtzeitig die Berufung an (Urk. HD 46). Das 

begründete Urteil wurde von ihm am 18. Oktober 2012 entgegen genommen (Urk. 

HD 52). Mit Eingabe vom 25. Oktober 2012 wurde die Berufungserklärung im 

Sinne von Art. 399 Abs. 3 StPO eingereicht und gleichzeitig beantragt, es sei in 

der ehemaligen Wohnung des Zeugen E._____ am F._____ 1 in G._____ zu 

Nachtzeit bzw. bei Dunkelheit ein Augenschein durchzuführen (Urk. HD 57). 

Anschlussberufungen wurden keine erhoben (Urk. HD 61 und 62). Die 

Staatsanwaltschaft stellte vielmehr mit Eingabe vom 9. November 2012 

ausdrücklich den Antrag auf Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. HD 

61). Die Privatklägerin 1 beantragte mit Eingabe vom 16. November 2012, dass 

dem urteilenden Gericht eine Person gleichen Geschlechts angehöre und dass 

sie im Fall einer Befragung von einer Person gleichen Geschlechts 

einvernommen werde (Urk. HD 62). Der genannte Beweisantrag des 

Beschuldigten wurde mit Präsidialverfügung vom 2. Mai 2013 abgewiesen (Urk. 

HD 65). 

-   7   - 

 

II. Prozessuales 

1. Gemäss Art. 402 i.V.m. Art. 437 StPO wird die Rechtskraft des angefochtenen 

Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Der Beschuldigte liess 

Dispositivziffer 1 alinea 2 und 3 (Schuldsprüche betreffend mehrfachen 

Hausfriedensbruch und mehrfachen geringfügigen Diebstahl), Dispositivziffer 5 lit. 

b und c (Schadenersatzansprüche der Privatklägerinnen 2 und 4) sowie 

Dispositivziffer 6 (Einziehungen) des vorinstanzlichen Urteils nicht anfechten (Urk. 

HD 57 S. 2). Es ist somit vorab festzustellen, dass das vorinstanzliche Urteil in 

diesem Umfang in Rechtskraft erwachsen ist. 

2.1. Der Beschuldigte liess, wie schon in seiner Berufungserklärung, anlässlich 

der Berufungsverhandlung den Beweistrag stellen, es sei in der ehemaligen 

Wohnung des Zeugen E._____ ein Augenschein durchzuführen (Prot. II S. 15; 

Urk. HD 68 S. 3). 

2.2. Der Antrag auf Beweisergänzung ist abzuweisen, da nicht ersichtlich ist, dass 

sich aus einem Augenschein in der ehemaligen Wohnung des Zeugen E._____ 

neue Erkenntnisse ergeben könnten, die auf den Ausgang des vorliegenden 

Verfahrens einen Einfluss haben könnten. Wie im Rahmen der 

Sachverhaltserstellung darzulegen sein wird (nachstehend Ziff. III.5.2.2), muss 

davon ausgegangen werden, dass der Zeuge E._____ jedenfalls eine so gute 

Sicht auf den Hinterhof des Clubs "H._____" und des Restaurants "I._____" 

(nachfolgend Club H._____ genannt) am F._____ 2 in G._____ hatte, dass er in 

der Lage war, gewisse Wahrnehmungen zu machen. Anders kann nicht erklärt 

werden, weshalb er eine zwar nicht sehr genaue, aber zutreffende Beschreibung 

des Beschuldigten abgeben konnte. Hinzu kommt, dass der Zeuge den 

Beschuldigten und die Privatklägerin nicht nur optisch, sondern die Privatklägerin 

auch akustisch wahrgenommen hatte. 

2.3. Der Auffassung der Verteidigung (Urk. HD 68 S. 6), dass die Vorinstanz mit 

ihrer (sinngemässen) Bemerkung – der Beschuldigte habe über mehrere Minuten 

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mit der Privatklägerin gegen deren Willen sexuelle Handlungen vorgenommen 

(Urk. HD 55 S. 26) – das Anklageprinzip verletzt habe, kann nicht gefolgt werden. 

Auch wenn dieser Satz vielleicht etwas unglücklich formuliert ist, lässt sich daraus 

jedenfalls nicht herauslesen, dass der Beschuldigte implizit wegen sexueller 

Nötigung verurteilt worden sei.  

III. Sachverhalt 

1. Dem Beschuldigten wird zusammengefasst zur Last gelegt, die Privatklägerin 1 

in der Nacht vom 21. auf den 22. April 2011 in einem Hinterhof des Clubs 

H._____ in der Absicht, mit ihr den Geschlechtsverkehr zu vollziehen, rücklings zu 

Boden gedrückt und sie am Boden mit einer Hand an deren Handgelenken über 

dem Kopf festgehalten zu haben. Trotz Gegenwehr der Privatklägerin 1 habe er 

mit der anderen Hand die Leggins und Unterhose der Privatklägerin 1 nach unten 

und ihren Rock nach oben sowie die eigene Hose nach unten geschoben und an 

der schreienden Privatklägerin 1 den vaginalen Geschlechtsverkehr vollzogen. 

2.1. Vor der Berufungsinstanz hielt der Beschuldigte weiterhin daran fest, dass es 

zwischen der Privatklägerin 1 und ihm einzig zu einvernehmlichen sexuellen 

Handlungen gekommen sei und sie keinen Geschlechtsverkehr gehabt hätten. 

Nachdem sie am fraglichen Abend in der Bar „J._____“ in einer sehr exponierten 

Form, Körper an Körper, gemeinsam getanzt hätten, sei es auf dem Weg in ein 

anderes Lokal zu einem Austausch von Küssen und Umarmungen und 

schliesslich zu gegenseitigen Berührungen im Intimbereich gekommen. Plötzlich 

habe die Privatklägerin 1 sich dazu entschlossen, diese intimen Momente zu 

unterbrechen. Sie sei aufgebracht gewesen und habe geschrien, allerdings nicht 

aufgrund irgendeiner Gewaltanwendung von ihm. Er habe von ihr gelassen, als 

sie habe aufhören wollen (Prot. II S. 11; Urk. HD 68 S. 4 f.).  

2.2. Der Beschuldigte bestreitet somit, dass er die Privatklägerin 1 im fraglichen 

Hinterhof in der Absicht, dort gegen ihren durch Schreie und Abwehrhandlungen 

konkludent geäusserten Willen den Geschlechtsverkehr mit ihr zu vollziehen, 

rücklings zu Boden gedrückt, sie am Boden sodann mit einer Hand an ihren 

Handgelenken über dem Kopf festgehalten, trotz Gegenwehr ihre Leggins und 

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Unterhose nach unten gerissen, ihre Beine auseinandergedrückt und sich mit 

seinem Körper auf sie gelegt habe, mit seinem Penis vaginal in die vollends zum 

Widerstand unfähig gemachte Privatklägerin 1 eingedrungen sei und den 

Geschlechtsverkehr mit ihr vollzogen habe. 

Demnach ist nachfolgend zu prüfen, ob sich der im Berufungsverfahren zu 

beurteilende Anklagesachverhalt, soweit er vom Beschuldigten bestritten wird, 

anhand der vorhandenen Beweismittel erstellen lässt. 

3.1. Bestreitet ein Beschuldigter die ihm vorgeworfenen Taten, ist der Sachverhalt 

aufgrund der Untersuchungsakten und der vor Gericht vorgebrachten Argumente 

nach den allgemein gültigen Beweisregeln zu erstellen. Gemäss der aus Art. 8 

und 32 Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime "in 

dubio pro reo" ist bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu vermuten, 

dass der einer strafbaren Handlung Beschuldigte unschuldig ist (Urteile des 

Bundesgerichts 1P_587/2003 vom 29. Januar 2004, E. 7.2., und 1P_437/2004 

vom 1. Dezember 2004, E. 4.2.; Pra 2002 S. 4 f. Nr. 2 und S. 957 f. Nr. 180; BGE 

127 I 40, 120 Ia 31. E. 2b). Als Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime, dass 

sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Beschuldigten 

ungünstigen Sachverhaltes überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver 

Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (Urteile 

des Bundesgerichtes 6B_795/2008 vom 27. November 2008, E. 2.4., und 

6B_438/2007 vom 26. Februar 2008, E. 2.1.). Die Überzeugung des Richters 

muss auf einem verstandesgemäss einleuchtenden Schluss beruhen und für den 

unbefangenen Beobachter nachvollziehbar sein (Hauser/Schweri/Hartmann, 

Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. A., Basel 2006, § 54 Rz 11 ff.). Wenn 

erhebliche oder nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der 

Sachverhalt so abgespielt hat, wie er eingeklagt ist, ist der Beschuldigte nach 

dem Grundsatz "in dubio pro reo" freizusprechen (Bernard Corboz, "in dubio pro 

reo", in ZBJV 1993, N 419 f.). Soweit ein direkter Beweis nicht möglich ist, ist der 

Nachweis der Tat mit Indizien zu führen, wobei die Gesamtheit der einzelnen 

Indizien, deren "Mosaik" zu würdigen ist (vgl. dazu auch Pra 2004 Nr. 51 S. 256, 

Ziff. 1.4.; Pra 2002 Nr. 180 S. 962 f., Ziff. 3.4.). 

-   10   - 

3.2. Aufgabe des Richters ist es demzufolge, seinem Gewissen verpflichtet, in 

objektiver Würdigung des gesamten Beweisergebnisses zu prüfen, ob er von 

einem bestimmten Sachverhalt überzeugt ist und an sich mögliche Zweifel an 

dessen Richtigkeit zu überwinden vermag (Art. 10 Abs. 2 StPO; ZR 72 Nr. 80; 

Max Guldener, Beweiswürdigung und Beweislast, S. 7; Pra 2004 Nr. 51 S. 256 

Ziff. 1.4.; BGE 124 IV 88, 120 1A 31 E. 2c). Es liegt in der Natur der Sache, dass 

mit menschlichen Erkenntnismitteln keine absolute Sicherheit in der 

Beweisführung erreicht werden kann. Daher muss es genügen, dass das 

Beweisergebnis über jeden vernünftigen Zweifel erhaben ist (vgl. 

Kassationsgerichtsentscheid vom 26. Juni 2003, Nr. 2002/387S, E. 2.2.1. mit 

Hinweisen). Bloss abstrakte oder theoretische Zweifel dürfen dabei nicht 

massgebend sein, weil solche immer möglich sind (Hauser/Schweri/Hartmann, 

a.a.O., § 54 N 12, Urteile des Bundesgerichtes 6B_297/2007 vom 4. September 

2007, E. 3.4., und 1 P_587/2003 vom 29. Januar 2004, E. 7.2.). Es genügt also, 

wenn vernünftige Zweifel an der Schuld ausgeschlossen werden können. 

Hingegen darf ein Schuldspruch nie auf blosser Wahrscheinlichkeit beruhen. 

3.3. Wie bereits angesprochen können auch indirekte, mittelbare Beweise, 

sogenannte Anzeichen oder Indizien, einen für die Beweisführung bedeutsamen 

Schluss erlauben. Indizien sind Tatsachen, die einen Schluss auf eine andere, 

unmittelbar erhebliche Tatsache zulassen. Beim Indizienbeweis wird somit 

vermutet, dass eine nicht bewiesene Tatsache gegeben ist, weil sich diese 

Schlussfolgerung aus bewiesenen Tatsachen (Indizien) nach der 

Lebenserfahrung aufdrängt. Der Indizienbeweis ist dem direkten Beweis 

gleichwertig (Hauser/Schweri/Hartmann, a.a.O., § 59 N 14). Da ein Indiz immer 

nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat 

hinweist, lässt es, einzeln betrachtet, die Möglichkeit des Andersseins offen, 

enthält daher auch den Zweifel (Hans Walder, Der Indizienbeweis im 

Strafprozess, ZStrR 108/1991, S. 309; Derselbe, Die Beweisführung in 

Strafsachen, insbesondere der Indizienbeweis, Zürich 1974/75, S. 49). Es ist 

jedoch zulässig, aus der Gesamtheit der verschiedenen Indizien, welche je für 

sich allein betrachtet nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine 

bestimmte Tatsache oder Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offen 

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lassen, auf den vollen rechtsgenügenden Beweis von Tat oder Täter zu 

schliessen (Entscheide des Bundesgerichtes 6B_365/2009 vom 12. November 

2009, E. 1.4., 6B_332/2009 vom 4. August 2009, E. 2.3. mit Hinweisen, und 

6B_297/2007 vom 4. September 2007, E. 3.4.; Hauser/Schweri/Hartmann, a.a.O., 

§ 59 N 15). 

3.4. Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Beteiligten, so sind diese 

frei zu würdigen. Es ist anhand sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten und 

den Verhandlungen ergeben, zu untersuchen, welche Sachdarstellung 

überzeugend ist, wobei es vorwiegend auf den inneren Gehalt der Aussagen 

ankommt, verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben erfolgten. Bei der 

Würdigung von Aussagen darf nicht einfach auf die Persönlichkeit oder 

allgemeine Glaubwürdigkeit von Aussagenden abgestellt werden. Massgebend ist 

vielmehr die Glaubhaftigkeit der konkreten, im Prozess relevanten Aussagen. 

Diese sind einer kritischen Würdigung zu unterziehen, wobei auf das 

Vorhandensein von sogenannten Realitätskriterien grosses Gewicht zu legen ist 

(vgl. Rolf Bender, Die häufigsten Fehler bei der Beurteilung von Zeugenaussagen, 

in SJZ 81 [1985] S. 53 ff.; Bender/Nack/Treuer, Tatsachenfeststellungen vor 

Gericht, Glaubwürdigkeits- und Beweislehre, Vernehmungslehre, 3. Auflage, 

München 2007, N 310 ff. und N 350 ff.). Die wichtigsten Realitätskriterien sind 

dabei die "innere Geschlossenheit" und "Folgerichtigkeit in der Darstellung des 

Geschehensablaufs", "konkrete und anschauliche Wiedergabe des Erlebnisses" 

sowie die "Schilderung des Vorfalles in so charakteristischer Weise, wie sie nur 

von demjenigen zu erwarten ist, der den Vorfall selber miterlebt hat", 

"Kenntlichmachung der psychischen Situation von Täter und Zeuge bzw. unter 

Mittätern", "Selbstbelastung oder unvorteilhafte Darstellung der eigenen Rolle", 

"Entlastungsbemerkungen zugunsten des Beschuldigten" und "Konstanz der 

Aussage bei verschiedenen Befragungen, wobei sich aber sowohl 

Formulierungen als auch die Angaben über Nebenumstände verändern können" 

(Robert Hauser, Der Zeugenbeweis im Strafprozessrecht mit Berücksichtigung 

des Zivilprozesses, Zürich 1974, S. 316). Andererseits sind auch allfällige 

Phantasiesignale zu berücksichtigen. Als Indizien für falsche Aussagen gelten 

"Unstimmigkeiten oder grobe Widersprüche in den eigenen Aussagen", 

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"Zurücknahme oder erhebliche Abschwächungen in den ursprünglichen 

Anschuldigungen", "Übersteigerungen in den Beschuldigungen im Verlaufe von 

mehreren Einvernahmen", "unklare, verschwommene oder ausweichende 

Antworten" sowie "gleichförmig, eingeübt und stereotyp wirkende Aussagen". Als 

generelle Phantasiesignale nennen Bender/Nack/Treuer die "Schwarz-Weiss-

Malerei", die "Verarmung der Aussage", das "Flucht- und Begründungssignal" und 

die "behauptete Akzeptanz gegenüber bezweifelbaren Rechtsverkürzungen", 

wobei weiter festgehalten wird, den "Phantasiebegabten" falle es ganz allgemein 

leichter, von eigenen Aussagen und Aktivitäten zu berichten, als die Antworten 

und Reaktionen der Gegenseite zu erfinden. Wenn das eine oder andere 

Phantasiesignal auftritt, braucht die Aussage nicht verworfen zu werden. Es ist 

dann aber eine ausreichende Zahl von erstklassigen Realitätskriterien zu fordern. 

Bei häufigem Auftreten von Phantasiesignalen sollten an die Zahl und Qualität der 

Realitätskriterien strenge Anforderungen gestellt werden, damit eine Aussage als 

zuverlässig eingestuft werden kann (Bender/Nack/Treuer, a.a.O., N 429 ff.). 

3.5. Damit kommt der allgemeinen Glaubwürdigkeit des Aussagenden nach 

neueren Erkenntnissen kaum mehr Bedeutung zu. Weitaus bedeutender für die 

Wahrheitsfindung als die allgemeine Glaubwürdigkeit ist die Glaubhaftigkeit der 

konkreten Aussagen.  

3.6. Angesichts der Unschuldsvermutung besteht Beweisbedürftigkeit, d.h. der 

verfolgende Staat hat dem Beschuldigten alle objektiven und subjektiven 

Tatbestandselemente nachzuweisen (vgl. dazu Niklaus Schmid, 

Strafprozessrecht, 4. Auflage, Zürich 2004, N 599) und nicht der Beschuldigte 

seine Unschuld (BGE 127 I 40 und Urteile des Bundesgerichtes 1P_437/2004 

vom 1. Dezember 2004, E. 4.3., sowie 6S_154/2004 vom 30. November 2005, E. 

4.). 

3.7. Der Grundsatz "in dubio pro reo" findet als Beweislastregel keine 

Anwendung, wenn der Beschuldigte eine ihn entlastende Behauptung aufstellt, 

ohne dass er diese in einem Mindestmass glaubhaft machen kann. Es tritt 

nämlich insoweit eine Beweislastumkehr ein, als nicht jede aus der Luft gegriffene 

Schutzbehauptung von der Anklagebehörde durch hieb- und stichfesten Beweis 

-   13   - 

widerlegt werden muss. Ein solcher Beweis ist nur dann zu verlangen, wenn 

gewisse Anhaltspunkte wie konkrete Indizien oder eine natürliche Vermutung für 

die Richtigkeit der Behauptung sprechen bzw. diese zumindest als zweifelhaft 

erscheinen lassen, oder wenn der Beschuldigte sie sonstwie glaubhaft macht (vgl. 

Kassationsgerichtsentscheid vom 2. November 2004, Nr. AC040082, E. 3.5, 

Stefan Trechsel, SJZ 1981 S. 320). 

4.1. An relevanten Beweismitteln liegen neben den Aussagen des Beschuldigten 

(Urk. HD 4/1-8, 4/10, 41/1 und Prot. II S. 7 ff.) und der Privatklägerin 1 (Urk. HD 

5/1-2) solche von K._____ (HD Urk. 6/1-3), E._____ (Urk. HD 6/4-5), L._____ 

(Urk. HD 6/6) und M._____ (Urk. HD 6/7-8) vor. Ferner liegen bei den 

Prozessakten die Fotodokumentationen und Unterlagen betreffend den Tatort 

(Urk. HD 3/2), DNA-Analysen (Urk. HD 7/1 und 7/4), Fotoaufnahmen von den 

Kleidern der Privatklägerin 1 (Urk. HD 7/3), Unterlagen des Kantonsspitals 

G._____ über die medizinische Untersuchung der Privatklägerin 1 (Urk. HD 8/4) 

sowie zwei chemisch-toxologische Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der 

Universität Zürich (Urk. HD 9/8 und 10/4). Die Aussagen von L._____ sind für die 

Erstellung des Sachverhaltes grundsätzlich nicht relevant (vgl. nachstehend Ziff. 

5.8 in fine); weshalb die Frage, ob sie zu Lasten des Beschuldigten verwertbar 

wären, offen bleiben kann. Was die übrigen Beweismittel angeht ist die Vorinstanz 

zu Recht zum Schluss gelangt, dass deren Verwertbarkeit nichts entgegen steht 

(Urk. HD 55 S. 9). 

4.2. Hinsichtlich der Glaubwürdigkeit des Beschuldigten ist festzuhalten, dass er 

als Beschuldigter einvernommen und somit nicht unter der Strafandrohung von 

Art. 307 StGB zu wahrheitsgemässen Aussagen verpflichtet wurde. Zudem hat er, 

wie auch die Vorinstanz festgehalten hat (Urk. HD 55 S. 20), als direkt vom 

Verfahren Betroffener ein durchaus nachvollziehbares Interesse daran, die 

Geschehnisse in einem für ihn günstigen Licht darzustellen, zumal ihm eine 

mehrjährige Freiheitsstrafe droht. Seine Aussagen sind unter diesem 

Gesichtspunkt mit Vorsicht zu würdigen. 

4.3. Die Privatklägerin 1 deponierte ihre Aussagen unter der strengen 

Strafandrohung der Art. 303-305 StGB. Sie hat aber, da sie Zivilansprüche 

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geltend macht, ein finanzielles Interesse am Ausgang dieses Verfahrens. Diese 

Umstände rechtfertigen es, ihre Aussagen mit einer gewissen Vorsicht zu 

würdigen. 

4.4. Bei der Zeugin M._____ handelt es sich um eine enge Freundin der 

Privatklägerin 1. Obwohl sie unter der strengen Strafandrohung von Art. 307 StGB 

einvernommen wurde, ist dies bei der Würdigung ihrer Aussagen zu 

berücksichtigen. Mit Bezug auf die allgemeine Glaubwürdigkeit der übrigen 

Zeugen ist darauf hinzuweisen, dass sie bis auf L._____, unter der strengen 

Strafandrohung gemäss Art. 307 StGB aussagten und weder zum Beschuldigten 

noch zur Privatklägerin 1 in einer persönlichen Beziehung stehen. Zudem haben 

sie, wie die Vorinstanz zu Recht angemerkt hat, keinerlei Interessen am 

Verfahrensausgang (Urk. HD 55 S. 24). 

5.1. Die Vorinstanz hat die Aussagen der Befragten detailliert und korrekt 

wiedergegeben (Urk. HD 55 S. 10 ff.). Es kann daher zwecks Vermeidung von 

Wiederholungen grundsätzlich darauf verwiesen und nachfolgend im Rahmen der 

Beweiswürdigung auf die einzelnen relevanten Aussagen eingegangen werden. 

Ferner hat sie den wesentlichen Inhalt der beiden Chemisch-toxologischen 

Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin, des Identifizierungsberichts des 

Forensischen Instituts Zürich sowie des ärztlichen Befundes des Kantonsspitals 

G._____ korrekt zusammengefasst (Urk. HD 55 S. 9 f.), weshalb auch darauf 

vorliegend verzichtet werden kann. 

5.2.1. Von besonderer Bedeutung sind bei der Würdigung der vorhandenen 

Beweismittel die Aussagen der beiden Augenzeugen K._____ und E._____, die 

unabhängig voneinander Angaben zu den fraglichen Geschehnissen im Hinterhof 

machten. Die Vorinstanz hat zu Recht festgehalten, dass diese beiden Zeugen 

die Ereignisse zusammenhängend und plausibel schilderten und ihre Aussagen 

sowohl bezüglich des von beiden angegebenen verzweifelten und andauernden 

Schreiens der Privatklägerin 1 als auch bezüglich der Einschätzung, das 

Zusammensein sei seitens der Privatklägerin 1 nicht freiwillig gewesen, 

lebensnah sind und übereinstimmen (Urk. HD 55 S. 24 f.).  

-   15   - 

5.2.2. Es liegen keinerlei Anzeichen dafür vor, dass die Zeugen K._____ und 

E._____ nicht wahrheitsgemäss ausgesagt hätten. Insbesondere kann nicht 

davon ausgegangen werden, dass der Zeuge E._____ auch Umstände schilderte, 

die er aufgrund der Lichtverhältnisse im Hinterhof gar nicht genau gesehen haben 

konnte, wie dies die Verteidigung geltend macht (Urk. HD 41/4 S. 14; Urk. HD 68 

S. 16 f.). Zwar ist richtig, dass im Nachtragsrapport der Kantonspolizei Zürich vom 

2. Mai 2011 festgehalten wurde, der Hinterhof des Clubs H._____ sei zur Tatzeit 

unbeleuchtet gewesen (Urk. HD 2/1 S. 8). Der Zeuge E._____ gab aber 

anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 19. Januar 2012 auf die 

Frage, wie die Lichtverhältnisse im Hinterhof gewesen seien, an, es sei dunkel 

gewesen, aber man habe sehen können (Urk. HD 6/5 S. 10). Dass es dunkel 

gewesen sei, hatte er schon anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme am 22. 

April 2011, unmittelbar nach den fraglichen Ereignissen, zu Protokoll gegeben 

(Urk. HD 6/4 S. 3). Dennoch gab er anlässlich jener Einvernahme insofern eine 

Beschreibung des von ihm beobachteten, auf einer Frau liegenden Mannes ab, 

als er erklärte, dieser sei schwarzhäutig gewesen und habe eine Glatze gehabt 

(Urk. HD 6/4 S. 2). Geht man davon aus, dass eine Hautfarbe bei schlechten 

Lichtverhältnissen dunkler wirkt als er tatsächlich ist, trifft diese Beschreibung auf 

den Beschuldigten zu, von dem nur schon aufgrund seiner eigenen Angaben 

feststeht, dass er es war, der sich zu jenem Zeitpunkt mit der Privatklägerin 1 im 

Hinterhof des Clubs H._____ aufhielt. Der Beschuldigte trug seine Haare in der 

fraglichen Nacht so kurz, dass es aus einigen Metern Distanz in der Dunkelheit so 

ausgesehen haben muss, als hätte er eine Glatze gehabt (vgl. Urk. HD 6/2, letzte 

Seite), weshalb er denn auch vom Zeugen K._____ ebenfalls als glatzköpfig 

beschrieben wurde (Urk. HD 6/1 S. 3). Hinzu kommt, dass der Zeuge E._____ 

zurückhaltend aussagte und er auch angab, was er nicht gesehen habe, nämlich 

z.B. welche Kleider der Mann im Hinterhof trug, ob er irgendwelche besonderen 

Merkmale besass, dass er die Frau, die unter dem Mann gelegen sei, nicht ganz 

habe sehen können und auch nicht habe sehen können, ob sie sich habe wehren 

wollen (Urk. HD 6/4 S. 2). Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 

vom 19. Januar 2012 gab er darüber hinaus zu Protokoll, den anwesenden 

Beschuldigten nicht zu kennen; dieser komme ihm nicht bekannt vor (Urk. HD 6/5 

-   16   - 

S. 3). Sodann ist darauf hinzuweisen, dass der Zeuge E._____ nicht nur darlegte, 

was er beobachtet, sondern auch, was er gehört habe, nämlich die verzweifelten 

Schreie der Privatklägerin 1 (Urk. HD 6/4 S. 2). Seine Aussagen zu den optischen 

und akustischen Wahrnehmungen ergeben ein in sich geschlossenes, 

lebensnahes Bild, das sich zudem in den wesentlichen Punkten mit den Angaben 

des Zeugen K._____ deckt. Dass der Zeuge E._____ anlässlich seiner 

Einvernahme vom 19. Januar 2012 deutlich zurückhaltender aussagte als 

anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 22. April 2011, spricht nicht gegen 

die Glaubhaftigkeit seiner Angaben. Die Einvernahme vom 22. April 2011 erfolgte 

wenige Stunden nach den fraglichen Ereignissen, als der Zeuge alles in 

unmittelbarer Erinnerung hatte. Demgegenüber lagen die Vorfälle im Zeitpunkt 

der Einvernahme vom 19. Januar 2012 fast neun Monate zurück, weshalb 

nachvollziehbar ist, dass der Zeuge nicht mehr ganz genaue Erinnerungen an die 

fragliche Nacht hatte. Soweit er anlässlich der staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahme geradezu auffallend zurückhaltend aussagte, kann dies auch damit 

zusammenhängen, dass er sich den Vorwurf gefallen lassen muss, von seinem 

sicheren Standort am Fenster im zweiten Stock der benachbarten Liegenschaft 

aus nicht alles unternommen zu haben, um das mutmassliche Verbrechen, das 

sich gemäss seinen Wahrnehmungen vor seinen Augen ereignete, zu 

unterbrechen und das potentielle Opfer vor Schlimmerem zu bewahren.  

5.2.3. Hinzu kommt, dass die Schilderungen der beiden Zeugen E._____ und 

K._____ mit den ärztlichen Befunden des Kantonsspitals G._____, in dem die 

Privatklägerin 1 noch in der fraglichen Nacht untersucht wurde, im Einklang 

stehen. Gemäss dem Bericht über die durchgeführte medizinische Untersuchung 

wies die Privatklägerin 1 Schürfwunden und diskrete Suffusionen an der 

Innenseite des Oberarms links sowie an der Innenseite des Unterarms links, 

medial am Rücken, an beiden Gesässbacken, am Oberschenkel aussen rechts, 

an beiden Unterschenkeln hinten, am Knöchel rechts und an der Innenseite 

beider Oberschenkel auf und wurden im Genitalbereich eine dezente Rötung 

lateral von der kleinen rechten Schamlippe sowie Schürfungen und Kratzspuren 

beim Übergang perianal zu beiden Oberschenkeln festgestellt. Aus dem 

anlässlich der fraglichen Untersuchung erstellten Fragebogen und der 

-   17   - 

Fotoaufnahme der Innenseite des linken Unterarms ergibt sich präzisierend, dass 

sich diskrete Verletzungen am linken Unterarm auch an der linken Innenseite des 

Pulses befanden (Urk. HD 8/5 S. 6; Urk. HD 8/6). Es wurde festgehalten, dass 

eine Selbstbeibringung aufgrund des Verletzungsmusters eher unwahrscheinlich 

sei, die Verletzungen hingegen durch heftiges Wehren seitens der Patientin 

erklärbar seien (Urk. HD 8/4 S. 1). Entgegen den Ausführungen der Verteidigung 

(Urk. HD 68 S. 7 und S. 14) sind somit auch Verletzungen an den Handgelenken 

– bzw. am linken Handgelenk – der Privatklägerin 1 ausgewiesen. Diese sind auf 

den Fotos zwar kaum sichtbar (Urk. HD 8/6 Blatt 4 und 5), aber auf der 

entsprechenden Schemazeichnung des Fragebogens eingezeichnet (Urk. HD 8/4 

S. 6). Im Übrigen deckt sich dieses Verletzungsbild mit den Aussagen der Zeugin 

N._____ (Urk. HD 6/8 S. 13; vgl. nachstehend Ziff. 5.6.). 

5.2.4. Der Vorinstanz ist daher darin zu folgen, dass vorbehaltslos auf die 

Aussagen der Zeugen E._____ und K._____ abgestellt werden kann. 

5.3.1. Bei den Aussagen der Privatklägerin 1 ist, wie schon von der Vorinstanz 

dargelegt wurde (Urk. HD 55 S. 14), zu berücksichtigen, dass diese, wie sich aus 

dem chemisch-toxologischen Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin ergibt, im 

Zeitpunkt des fraglichen Geschehens einen Blutalkoholgehalt zwischen 1,90 und 

2,86 Gewichtspromille aufwies und sie demzufolge jedenfalls nahe an einem 

Rausch war, der sich durch deutliche Gang- und Sprachstörungen kennzeichnet 

und bei dem später häufig eine Amnesie eintritt (Urk. HD 10/4 S. 2 f.). Dass sich 

die Privatklägerin 1 bei den Einvernahmen nicht mehr an viel erinnern konnte, 

was sie auch deklarierte (Urk. HD 5/1 S. 2 und S. 6; Urk. HD 5/2 S. 5 ff.), und die 

Angaben, die sie machte, teilweise von denjenigen der genannten Zeugen 

abweichen, erstaunt unter diesen Umständen nicht weiter. Zudem muss davon 

ausgegangen werden, dass die Privatklägerin 1 bei ihrer polizeilichen 

Einvernahme vom 22. April 2011, die um 3.46 Uhr begann (Urk. HD 5/1 S. 1), 

noch stark alkoholisiert war. Im Zeitpunkt der Blutentnahme, am 22. April 2011 um 

06.00 Uhr, wies sie nämlich immer noch einen Blutalkoholgehalt von 1,50 bis 1,58 

Gewichtspromille auf (Urk. HD 10/4 S. 2). Ihre Aussagen anlässlich dieser 

-   18   - 

Einvernahme sind daher auch aus diesem Grund mit der gebotenen Vorsicht zu 

würdigen. 

5.3.2. Anzeichen dafür, dass die Privatklägerin 1 bewusst Falschaussagen 

gemacht hätte, sind indessen, wie auch die Verteidigung anzunehmen schien 

(Urk. HD 41/4 S. 9 sowie Urk. HD 68 S. 10; vgl. demgegenüber Urk. HD 41/4 S. 

11), nicht ersichtlich. Ferner lässt sich entgegen der Ansicht der Verteidigung 

(Urk. HD 41/4 S. 15 f.; Urk. HD 68 S. 17 f.) nichts daraus ableiten, dass ihre Jacke 

nicht unmittelbar am Ort des Geschehens aufgefunden wurde. Einerseits kann sie 

diese unterwegs verloren haben. Weitaus wahrscheinlicher ist aber, dass der 

Beschuldigte sie nach den Geschehnissen an sich nahm, wie er dies auch mit 

ihren Leggins tat, sie dann aber später liegen liess. Ein Indiz dafür, dass er sich 

auch am Ort, an dem die Jacke aufgefunden wurde, aufhielt, ist darin zu 

erblicken, dass auf einer Bank neben der Jacke eine leere Zigarettenpackung der 

Marke Parisienne gefunden wurde (Urk. HD 3/1; Urk. HD 3/2 S. 1), der Marke, die 

der Beschuldigte im Zeitraum der fraglichen Ereignisse rauchte (Urk. HD 7/4). 

Entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. HD 41/4 S. 12) ist darüber hinaus 

durchaus glaubhaft, dass im Rahmen der am 22. April 2011 bei der Privatklägerin 

1 vorgenommenen Untersuchung eine Hepatitis festgestellt wurde. Im von der 

Verteidigung angesprochenen Arztbericht vom 27. Januar 2012 wurde, wie sich 

aus den Antworten auf verschiedene Fragen ergibt, offensichtlich nur auf die 

anlässlich der eigentlichen Untersuchung erhobenen Befunde abgestellt, weshalb 

darin unter Ziffer 12 festgehalten wurde, gewisse Infektionen könnten 

möglicherweise erst später nachgewiesen werden (Urk. HD 8/4 S. 2). Zudem ist 

nicht davon auszugehen, dass die Privatklägerin 1 die Hepatitis-Infektion 

anführte, um den Beschuldigten zu belasten, erklärte sie doch zugleich, dass dies 

nicht schlimm gewesen sei, weil sie dagegen geimpft gewesen sei, und gab sie 

doch ausserdem an, dass die Hepatitis nicht ausgebrochen sei. Sie erklärte 

sogar, nicht zu wissen, ob die Ansteckung beim Vorfall erfolgt sei (Urk. HD 5/2 S. 

24). 

5.3.3. Es liegen deutliche Anhaltspunkte dafür vor, dass die Privatklägerin 1 bei 

ihren Einvernahmen Personen und einzelne Sequenzen des fraglichen Abends, 

-   19   - 

an die sie sich zu erinnern vermochte, durcheinander brachte, andere falsch 

einordnete und es auch zu Verwechslungen kam, was die vielen von der 

Verteidigung zu Recht angeführten (Urk. HD 41/4 S. 9 ff.; Urk. HD 68 S. 11 ff.) 

und auch von der Vorinstanz angesprochenen (Urk. HD 55 S. 22 f.) 

Widersprüchlichkeiten in ihren Aussagen erklärt. So ging die Privatklägerin 1 

anlässlich der ersten Einvernahme, die, wie erwähnt, noch in der fraglichen Nacht 

stattfand, davon aus, dass es sich um zwei Täter gehandelt habe, von denen 

sicher einer schwarzhäutig gewesen sei und einer ein wenig … [Sprache des 

Staates O._____] gekonnt habe (Urk. HD 5/1 S. 5 f.), wobei diese Merkmale auf 

den Beschuldigten insofern zutreffen, als dieser dunkler Hautfarbe und … 

Muttersprache [des Staates O._____] ist. Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahme erklärte sie, dass sie auch …[Sprache des Staates O._____] 

gesprochen habe (Urk. HD 5/2 S. 8), was angesichts dessen, dass der 

Beschuldigte damals gemäss seinen glaubhaften Angaben kaum Deutsch sprach 

(Urk. HD 4/2 S. 10), zutreffen dürfte, auch wenn dieser anlässlich der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung zu verstehen gab, sie hätten englisch 

gesprochen (Urk. HD 41/1 S. 12). Irgendwie muss der Beschuldigte aber zu 

seiner Einschätzung gelangt sein, dass die Privatklägerin 1 sehr schlecht … 

[Sprache des Staates O._____] verstehe. Ferner erklärte sie, dass sie sich 

damals (gemeint: direkt nach den Geschehnissen) an zwei dunkelhäutige 

Personen habe erinnern können, dies aber nun nicht mehr der Fall sei (Urk. HD 

5/2 S. 8). Demgegenüber ging sie im Verlauf dieser Befragung plötzlich davon 

aus, dass an den Geschehnissen drei Personen beteiligt gewesen seien, von 

denen zwei sie festgehalten hätten und der Dritte „es gemacht“ habe (Urk. HD 5/2 

S. 13). In diesem Zusammenhang gab sie an, dass zwei Personen wirklich 

schwarz gewesen seien und die dritte Person, die über ihr gelegen sei, nicht so 

dunkel gewesen sei. Ferner hätten die wirklich schwarzen Personen, die dort 

gewesen seien, nicht … [Sprache des Staates O._____] gesprochen, sie wisse 

aber, dass sie mit jemandem … [Sprache des Staates O._____] gesprochen habe 

(Urk. HD 5/2 S. 19). Die Aussagen der Privatklägerin 1 zur Beteiligung von zwei 

oder drei Personen stimmen nicht mit den – wie dargelegt – glaubhaften Angaben 

der Zeugen E._____ und K._____ überein, die übereinstimmend aussagten, es 

-   20   - 

sei nur ein Mann vor Ort gewesen. Zudem sind auch die Angaben des 

Beschuldigten dahingehend zu verstehen, dass er der einzige Mann vor Ort 

gewesen war. Da der Zeuge K._____, der die Privatklägerin 1 nach den 

Geschehnissen im Hinterhof für eine kurze Zeit betreute, … Staatsangehöriger 

[des Staates P._____] ist (Urk. HD 1/2 S. 3), weshalb er möglicherweise einen 

deutlich dunkleren Teint hat als ein Westeuropäer, ist indessen in Betracht zu 

ziehen, dass die Privatklägerin 1 diesen fälschlicherweise für einen Täter hielt, 

weil sie die Personen und Abläufe, mit denen sie am Abend des 21. und in der 

frühen Nacht des 22. April 2011 konfrontiert war, aufgrund der Folgen ihrer 

hochgradigen Alkoholisierung im Nachhinein nicht mehr in jedem Fall richtig 

einordnen konnte. Dass sie dem von ihr wahrgenommenen zweiten Täter keine 

aktive Rolle zuschrieb, sondern davon ausging, dieser sei Zuschauer gewesen 

(Urk. HD 5/1 S. 10), würde in dieses Bild passen. Auch die von der Verteidigung 

angesprochene Aussage der Privatklägerin 1, die unbekannten Männer hätten 

einen Schlüssel zum Öffnen eines Raums gehabt (Urk. 5/1 S. 10; Urk. HD 41/4 S. 

11), liesse sich mit dieser These vereinbaren. Der Zeuge K._____ sagte nämlich 

aus, er habe die Privatklägerin 1 nach den Ereignissen im Hinterhof mit in den 

Club H._____ genommen und dabei die Hintertür des Lokals mit seinem 

Schlüssel auf- und hinter sich wieder abgeschlossen (Urk. HD 6/1 S. 2; Urk. HD 

6/2 S. 2 und S. 4; Urk. HD 6/3 S. 4). Es ist ferner naheliegend, dass die von der 

Privatklägerin 1 gemachte Aussage, sie wisse nur, dass sie irgendwo rein 

gegangen sei und „die“ abgeschlossen hätten (Urk. HD 5/1 S. 7), ebenfalls diesen 

Vorgang betraf, dieser aber von der Privatklägerin 1 aufgrund ihrer starken 

Alkoholisierung nachträglich falsch eingeordnet wurde. Dafür spricht 

insbesondere, dass sie anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 

16. Dezember 2011 angab, dass sie durch einen Hintereingang gegangen sei und 

mit diesen Personen, mit welchen sie … [Sprache des Staates O._____] 

gesprochen habe, im Raum gewesen sei (Urk. HD 5/2 S. 14), obwohl in jenem 

Moment nur der Zeuge K._____, der mit einem allfälligen sexuellen Übergriff 

zweifelsohne nichts zu tun hatte, sondern der Privatklägerin 1 im Gegenteil zu 

Hilfe geeilt war, bei ihr war. Das Gleiche gilt für die anlässlich der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 16. Dezember 2011 deponierte 

-   21   - 

Aussage, sie wisse noch, dass sie einmal in einem Raum gewesen sei, wo die 

Stühle verkehrt auf den Tischen gestanden seien (Urk. HD 5/2 S. 8), sagte doch 

der Zeuge K._____ aus, er sei dabei gewesen, die Tische im geschlossenen 

Lokal zu reinigen (Urk. HD 6/1 S. 2; Urk. HD 6/3 S. 4). Die Privatklägerin 1 nahm 

denn auch im Laufe ihrer zweiten Befragung ebenfalls an, dass ihre 

diesbezüglichen Wahrnehmungen den Club H._____ betrafen (Urk. HD 5/2 S. 8). 

Dass sich die Privatklägerin 1 an Stühle erinnerte (Urk. HD 5/1 S. 6), lässt sich mit 

den Bildaufnahmen vom Hinterhof vereinbaren, denn gemäss diesen befanden 

sich darin aufeinandergestapelte Gartenstühle (Urk. HD 3/2 S. 1). Nicht einordnen 

lässt sich hingegen ihre Aussage, sie sei auf einem Holzboden gelegen und es 

habe hellgrüne Stühle um sie herum gehabt (Urk. HD 5/1 S. 9), denn diejenigen 

im Hinterhof waren blau und hellbraun, und der Boden war mit Steinen gepflastert 

(Urk. HD 3/2 S. 1). Dagegen passen die Kieselsteinchen, welche die 

Privatklägerin 1 anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 16. 

Dezember 2011 erwähnte, resp. ihre Beschreibung der zur Bodenbeschaffenheit 

als „etwas, das sehr rau war“ (Urk. HD 5/2 S. 8 und S. 16), zum mutmasslichen 

Tatort (Urk. HD 3/2 S. 1). Nicht erklären lässt sich schliesslich, weshalb die 

Privatklägerin 1 angab, sie habe Barhocker neben ihrem Kopf gehabt (Urk. HD 

5/1 S. 10), und sie sich an einen grünen Boden erinnerte (Urk. HD 5/2 S. 8). 

Denkbar ist aber, dass auch solche Angaben auf Wahrnehmungen beruhten, 

welche die Privatklägerin 1 im Laufe des Abends machte, und es sich nicht um 

Halluzinationen bzw. Einbildungen handelte, wie die Verteidigung annahm (Urk. 

HD 41/4 S. 9; Urk. HD 68 S. 10). 

5.4.1. Was die Aussagen des Beschuldigten angeht, ist zunächst darauf 

hinzuweisen, dass er im Zeitpunkt der fraglichen Ereignisse einen 

Blutalkoholgehalt von 2,51 bis 3,92 Gewichtspromille aufwies (Urk. HD 9/8). 

Anders als bei der Privatklägerin 1 ist bei ihm aber davon auszugehen, dass er 

die Ereignisse durchaus in Erinnerung hat. Anders lassen sich seine doch 

detaillierten Aussagen dazu, wie der fragliche Abend aus seiner Sicht ablief, nicht 

erklären. Gemäss dem Aktengutachten des Instituts für Rechtsmedizin der 

Universität Zürich vom 26. März 2012 weist der Beschuldigte denn auch mit 

-   22   - 

Bezug auf Trinkalkohol eine erhebliche Toleranzentwicklung auf (Urk. HD 11/11 

S. 8).  

5.4.2. Mit Bezug auf das Aussageverhalten des Beschuldigten sticht, wie auch die 

Vorinstanz festgehalten hat (Urk. HD 55 S. 20), sofort ins Auge, dass dieser seine 

Aussagen fortlaufend dem jeweiligen Stand der Ermittlungen anpasste. Gab er in 

der ersten und zunächst auch noch in der zweiten Befragung an, die 

Privatklägerin 1 gar nicht zu kennen, demzufolge auch keine sexuellen Kontakte 

mit ihr gehabt zu haben und noch nie am mutmasslichen Tatort gewesen zu sein 

(Urk. HD 4/1 S. 5 ff.; Urk. HD 4/2 S. 7 ff.), folgte erst, nachdem ihm klar geworden 

sein dürfte, dass die ihm vorgehaltenen, ihn belastenden Aussagen des Zeugen 

K._____ und die Sicherstellung seiner DNA an am mutmasslichen Tatort 

aufgefundenen Zigarettenstummeln sowie an der Unterhose der Privatklägerin 1 

(Urk. HD 7/4), nicht wegzudiskutieren sein würden, eine erste zaghafte Zugabe, 

dass am fraglichen Abend etwas mit einem betrunkenen Mädchen gewesen sei 

(Urk. HD 4/2 S. 15 f.). Auch in der delegierten Einvernahme vom 6. Dezember 

2011 versuchte der Beschuldigte offensichtlich, die Geschehnisse 

herunterzuspielen, indem er von sich aus lediglich erklärte, es sei gegenseitig zu 

Küssen und Umarmungen gekommen (Urk. HD 4/4 S. 2), und es präziser 

Nachfrage bedurfte, bis er zugab, die Privatklägerin 1 auch im Intimbereich sowie 

wahrscheinlich an den Brüsten gestreichelt zu haben. Dass er dabei widerwillig 

und genervt Auskunft gab und jede Kooperation vermissen liess, spricht jedenfalls 

nicht für ihn (Urk. HD 4/4 S. 3 ff.). In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 

vom 16. Dezember 2011 bestätigte er die Richtigkeit seiner bisherigen Aussagen 

(Urk. HD 4/5 S. 2), und in derjenigen vom 22. Februar 2012 blieb er ebenfalls 

dabei (Urk. HD 4/8 S. 2), wobei er nunmehr die Berührungen an den Brüsten der 

Privatklägerin 1 zugab, ohne irgendwelche Zweifel zu äussern (Urk. HD 4/8 S. 5). 

Die zugegebenen sexuellen Handlungen abzustreiten wäre indessen wenig 

sinnvoll gewesen, denn es ist nicht ersichtlich, aus welchem anderen Grund der 

Beschuldigte im Zeitpunkt, in dem der Zeuge K._____ den Hinterhof betrat, keine 

Hose trug und die Privatklägerin 1 ihre Leggins nicht mehr anhatte. Aus dem 

Aussageverhalten des Beschuldigten lässt sich nichts ableiten, was für die 

-   23   - 

Glaubhaftigkeit seiner Aussagen zum von ihm bestrittenen Teil des eingeklagten 

Sachverhalts sprechen würde. 

5.5. Dass die Privatklägerin 1, wie sie angab, auf dem Rücken auf dem Boden lag 

und der Täter sich auf ihr befand (Urk. HD 5/1 S. 8; Urk. HD 5/2 S. 14 ff.), wurde 

vom Zeugen E._____ zwar anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme vom 

22. April 2011 bestätigt (Urk. HD 6/4 S. 2), hingegen nicht mehr im Laufe seiner 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 19. Januar 2012 (Urk. HD 6/5 S. 8). 

Die Schilderung der Privatklägerin 1 steht aber insofern auch in Einklang mit den 

glaubhaften Aussagen des Zeugen K._____, als dieser angab, bei seinem 

Eintreffen am Ort des Geschehens sei die Frau am Boden gelegen (Urk. HD 6/1 

S. 2; Urk. HD 6/2 S. 3; Urk. HD 6/3 S. 5). Dass der Zeuge K._____ 

demgegenüber erklärte, der Mann sei, mit einer Unterhose bekleidet, neben ihr 

gestanden (Urk. HD 6/1 S. 2 f.) resp. er habe links neben ihr am Boden gekauert 

oder sei gesessen (Urk. HD 6/2 S. 3; Urk. HD 6/3 S. 4 ff.), lässt sich damit 

erklären, dass dieser Zeuge in einem Zeitpunkt an den Ort des Geschehens kam, 

als das Kerngeschehen bereits sein Ende gefunden hatte, seine optischen 

Wahrnehmungen somit in einem späteren Zeitpunkt einsetzten als diejenigen des 

Zeugen E._____. Dafür, dass die Privatklägerin 1 am Boden lag, sprechen 

schliesslich auch ihre Verletzungen am Rücken (Urk. HD 8/6 S. 1 und 2), die sich 

nicht damit erklären lassen, dass die Zeugin M._____ die Privatklägerin 1 später 

am Abend gewaltsam aus dem J._____ zog (vgl. Urk. HD 6/8 S. 6 f.) und auch 

nicht auf einvernehmliche sexuelle Handlungen zurückgeführt werden können, 

wie die Verteidigung argumentierte (Urk. HD 41/4 S. 6; Urk. HD 68 S. 8), da der 

Beschuldigte, wie die Vorinstanz zu Recht anmerkte (Urk. HD 55 S. 26), angab, 

man sei zärtlich miteinander umgegangen. Auch die These der Verteidigung, 

wenn die Verletzungen durch das Liegen am Boden entstanden wären, hätte das 

von der Privatklägerin 1 getragene Oberteil entsprechende Beschädigungen 

aufweisen müssen (Urk. HD 41/4 S. 5; Urk. HD 68 S. 7 f.), ist nicht stichhaltig. 

Zum einen ist notorisch, dass Verletzungen dieser Art auch entstehen können, 

während die Bekleidung darüber intakt bleibt. Zum andern ist denkbar, dass das 

von der Privatklägerin 1 getragene Oberteil nach oben rutschte und sie mit 

nacktem Rücken auf dem Steinboden lag. Damit sind die Ausführungen des 

-   24   - 

Beschuldigten anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 22. 

Februar 2012, die Privatklägerin 1 und er seien sich zuerst gegenüber gestanden 

und dann gegenüber gesessen, jedoch nie auf dem Boden gelegen (Urk. HD 4/8 

S. 7 f.), die er später selber relativierte (Urk. HD 4/8 S. 16), widerlegt. Daran, dass 

die Privatklägerin 1 auf dem Rücken und der Beschuldigte auf ihr lag, können 

keine Zweifel bestehen. Es liegt nahe, dass der Beschuldigte das Liegen am 

Boden abzustreiten versuchte, weil dies für eine Vergewaltigung, wie sie ihm in 

der Anklage vorgeworfen wird, typisch wäre. 

5.6. Die Schilderung der Privatklägerin 1, sie sei gewaltsam zu Boden gedrückt 

worden (Urk. HD 5/1 S. 6, Urk. HD 5/2 S. 14), wurde gut drei Stunden nach den 

Ereignissen vom Zeugen E._____ bestätigt, der angab, dass er gesehen habe, 

wie der von ihm wahrgenommene Mann die Frau mit Gewalt am Boden habe 

festhalten wollen (Urk. HD 6/4 S. 2). Dass er dies anlässlich der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 19. Januar 2012 nicht mehr 

bestätigen konnte oder wollte (Urk. HD 6/5 S. 8), ändert nichts daran, dass auch 

seine weiteren zu Protokoll gegebenen Wahrnehmungen auf ein gewaltsames 

Vorgehen des Beschuldigten hindeuten. So gab der Zeuge E._____ an, dass er 

beim Anblick der Geschehnisse im Hinterhof geschockt gewesen sei und gar nicht 

habe glauben können, was er gesehen habe. Er habe gar nicht zuschauen wollen 

und sich gefragt, was er machen solle. Er habe sich gefragt, was „die dort unten“ 

tun (Urk. HD 6/5 S. 4). Auch seine Aussage, er habe am Fenster gerüttelt, um 

Lärm zu machen und gehofft, dass die beiden Personen ihn dadurch hören und 

weggehen würden (Urk. HD 6/5 S. 5 und S. 9), deutet auf eine gewisse Dramatik 

des Wahrgenommenen hin. Bestätigt wird das von ihm skizzierte Bild dadurch, 

dass sowohl er als auch der Zeuge K._____ klar der Meinung waren, dass sich 

die Privatklägerin 1 nicht freiwillig in der von ihnen wahrgenommenen Situation 

befand (Urk. HD 6/5 S. 7; Urk. HD 6/3 S. 8). Dass die Privatklägerin 1 gewaltsam 

zu Boden gedrückt wurde, ist daher erstellt. Ferner können keine Zweifel daran 

bestehen, dass die Privatklägerin 1 gewaltsam und gegen ihren Willen an den 

Händen festgehalten wurde. Dabei ist nebensächlich, dass der diesbezügliche 

Vorwurf stimmig ins Bild passt, das der Zeuge E._____ von den Geschehnissen 

im Hinterhof zeichnete. Weitaus bedeutungsvoller ist, dass dieser Vorwurf in 

-   25   - 

Einklang steht mit dem Verletzungsbild am linken Unterarm der Privatklägerin 1 

(Urk. HD 8/5 S. 6), welches nach den Geschehnissen auf dem Heimweg ihren 

glaubhaften Angaben zufolge auch von der Zeugin M._____ wahrgenommen 

wurde (Urk. HD 6/8 S. 7 und S. 13). Diese erklärte, dass sie blaue Flecken um 

das Handgelenk der Privatklägerin 1 gesehen habe; es habe danach 

ausgesehen, als hätte sie jemand dort festgehalten. Diese Verletzungen habe sie 

erstmals auf dem Polizeiposten wahrgenommen; sie seien im Zeitpunkt, als sie 

von zuhause weggegangen seien, noch nicht da gewesen (Urk. HD 6/8 S. 13). 

Die Aussage der Privatklägerin 1, dass sie sich auch mit den Händen gewehrt 

habe, steht im Übrigen keineswegs in Widerspruch zu ihrer Schilderung, wonach 

sie während des Geschehens an den Händen festgehalten worden sei (Urk. HD 

5/1 S. 10) resp. dies annehme (Urk. HD 5/2 S. 15). Sie erklärte nämlich auch, der 

Täter habe mit einer Hand ihre Beine festgehalten und mit der anderen Hand die 

Leggins ausgezogen, während sie am Boden gelegen sei (Urk. HD 5/1 S. 11), 

was darauf schliessen lässt, dass sie selber nicht davon ausging, während der 

ganzen Zeit an den Händen festgehalten worden zu sein. Wenn es tatsächlich 

nicht möglich wäre, das Opfer einer Vergewaltigung mit einer Hand festzuhalten 

und mit der anderen Hand deren Kleider herunterzuziehen, wie der Beschuldigte 

anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung argumentierte (Urk. HD 41/1 S. 

13), gäbe es kaum Vergewaltigungen durch Einzeltäter, was nicht der Fall ist. Der 

Beschuldigte lässt ausser Acht, dass ihm in der Anklage auch vorgeworfen wird, 

den Körper der Privatklägerin 1 mit seinem eigenen Körper am Boden fixiert zu 

haben. 

5.7. Die Angabe der Privatklägerin 1, sie habe sich gegen das gewaltsame 

Festhalten mit Tritten gewehrt (Urk. 5/1 S. 6, 8 und 10; Urk. HD 5/2 S. 15 und S. 

19 ff.), steht in Einklang mit den Beobachtungen des Zeugen K._____, der angab, 

als er an den Ort des Geschehens gekommen sei, habe die Frau den Mann mit 

den Füssen gestossen resp. mit den Beinen von sich weggestossen (Urk. HD 6/1 

S. 3; Urk. HD 6/2 S. 3; Urk. HD 6/3 S. 4 ff.). Nicht stichhaltig ist die Argumentation 

der Verteidigung, dass unter ihren Fingernägeln keine DNA des Beschuldigten 

gefunden worden sei, spreche gegen Abwehrhandlungen der Privatklägerin 1 

(Urk. HD 41/4 S. 18; Urk. HD 68 S. 20). Diese sagte zwar aus, dass sie sich mit 

-   26   - 

den Händen gewehrt habe (Urk. HD 5/1 S. 6 und S. 8), aber nie, sie habe den 

Beschuldigten gekratzt. Ein direkter Beweis dafür, dass die Privatklägerin 1, wie in 

der Anklageschrift behauptet, versuchte, ihre Hände, die vom Beschuldigten 

festgehalten wurden, zu befreien, liegt zwar nicht vor. Es gibt aber keinen Grund, 

der Anklage in diesem Punkt nicht zu folgen. Davon auszugehen, dass die 

Privatklägerin 1 zwar versuchte, den Beschuldigten mit Fusstritten von sich 

wegzustossen, nicht aber bestrebt war, ihre Hände aus der Umklammerung zu 

befreien, wäre lebensfremd. Dass die Privatklägerin 1 schrie, wird vom 

Beschuldigten resp. seiner Verteidigung nicht bestritten und ist durch die 

glaubhaften Aussagen der Zeugen K._____ und E._____ erstellt, die beide wegen 

der Schreie der Privatklägerin 1 auf die Geschehnisse im Hinterhof aufmerksam 

wurden. Dass diese Schreie über längere Zeit anhielten, ergibt sich aus den 

Aussagen des Zeugen E._____, der auf entsprechende Frage hin erklärte, vom 

ersten Schrei bis zum Zeitpunkt, in dem er den Beschuldigten gesehen habe, 

seien vielleicht zwei bis drei Minuten vergangen (Urk. HD 6/5 S. 11). Im Zeitpunkt, 

in dem der Zeuge E._____ den Beschuldigten sah, befand sich dieser gemäss 

den glaubhaften Aussagen des Zeugen auf der Privatklägerin 1. Damit steht fest, 

dass sich die Privatklägerin 1 anklagegemäss gegen den Beschuldigten wehrte 

und schrie, und ist die Aussage des Beschuldigten, er habe unverzüglich von der 

Privatklägerin 1 abgelassen, nachdem diese zu schreien begonnen hatte, 

widerlegt. 

5.8. Die Verletzungen der Privatklägerin 1 an Rücken, Beinen und Armen (Urk. 

HD 8/6) sprechen klar gegen die Behauptung des Beschuldigten, es habe einzig 

ein einvernehmlicher Austausch von Intimitäten stattgefunden und die 

Privatklägerin 1 sei mit seinen Berührungen in ihrem Intimbereich einverstanden 

gewesen. Insbesondere die Verletzungen an der Innenseite des rechten 

Oberschenkels der Privatklägerin 1 (Urk. HD 8/6 S. 12 ff.) lassen darauf 

schliessen, dass der Beschuldigte gewaltsam versuchte, zu ihrem Intimbereich 

vorzudringen. Diese können nämlich, wie die Verletzungen am Rücken und an 

den Armen, weder damit erklärt werden, dass die Zeugin M._____ die 

Privatklägerin 1 später am Abend gewaltsam aus dem J._____ zog (vgl. Urk. HD 

6/8 S. 6 f.), noch mit Stürzen oder kratzender resp. zu enger Bekleidung, wie dies 

-   27   - 

von Seiten des Beschuldigten resp. seiner Verteidigung geltend macht wird (Urk. 

HD 4/8 S. 15; Urk. HD 41/4 S. 5 f.; Urk. HD 68 S. 8 f.), und, wie bereits dargelegt 

wurde (vorne unter Ziff. 5.5), auch nicht durch einvernehmliche sexuelle 

Handlungen. Im ärztlichen Befund des Kantonsspitals G._____ wurde denn auch 

festgehalten, dass die Verletzungen der Privatklägerin durch heftige Gegenwehr 

erklärbar seien (Urk. HD 8/4). Die Verletzungen an den beiden 

Oberschenkelinnenseiten der Klägerin 1 bestätigen im Übrigen die Aussage der 

Privatklägerin 1, dass der Beschuldigte ihre Beine auseinanderdrückte (Urk. HD 

5/2 S. 20 und 21). Dass der Beschuldigte die Leggins und die Unterhose der 

Privatklägerin 1 nach unten riss, ist unter den gegebenen Umständen nicht 

anders denkbar. Da die Privatklägerin sich gegen das gewaltsame Festhalten am 

Boden und eine potentielle Vergewaltigung wehrte, wäre die Annahme eines 

anderen Ablaufs abwegig. Dass dies entgegen der Argumentation des 

Beschuldigten anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung (Urk. HD 41/1 S. 

13) in der gegebenen Situation sehr wohl möglich war, weil der Beschuldigte den 

Körper der Privatklägerin 1 mit seinem eigenen Körper am Boden fixierte, wurde 

bereits vorne unter Ziff. 5.6 aufgezeigt. Dass die Unterwäsche und die Leggins 

der Privatklägerin 1 keine Beschädigungen aufwiesen, steht dem entgegen der 

Ansicht der Verteidigung (Urk. HD 41/4 S. 17; Urk. HD 68 S. 19) nicht entgegen. 

Solche Kleidungsstücke werden aus dehnbaren Materialien gefertigt, weshalb sie, 

wenn daran gerissen wird, nicht ohne Weiteres zerreissen, erst recht nicht, wenn 

sie nach unten, also in eine für derartige Kleidungsstücke übliche Richtung, 

gezogen werden. Es muss indessen davon ausgegangen werden, dass der 

Beschuldigte die Leggins der Privatklägerin 1 ganz auszog, da sonst nicht 

nachvollziehbar ist, weshalb sie später von ihm getragen wurden. Die 

Privatklägerin 1 und der Beschuldigte hatten nämlich offensichtlich ab dem 

Zeitpunkt, in dem der Zeuge K._____ an den Ort des Geschehens kam und 

dieser die Privatklägerin 1 mit in den Club H._____ nahm, keinen Kontakt mehr 

und somit auch keine Möglichkeit mehr zur Übergabe dieses Kleidungsstücks. Die 

Privatklägerin 1 gab denn auch durchgehend an, dass ihr die Leggins und die 

Unterhose ausgezogen worden seien resp. sie dies hinsichtlich der Unterhose 

annehme (Urk. HD 5/1 S. 8 f.; Urk. HD 5/2 S. 15; Urk. HD 5/2 S. 17). Die 

-   28   - 

Sachverhaltsschilderung in der Anklageschrift lässt aber auch diese Version zu. 

Allerdings spricht der Umstand, dass die Leggins und allenfalls auch die 

Unterhose ausgezogen waren, stark für Vorbereitungen im Hinblick auf den 

Vollzug des Geschlechtsverkehrs. Die Aussage des Zeugen K._____, die 

Privatklägerin sei bei seinem Eintreffen im Hinterhof bekleidet gewesen (Urk. HD 

6/3 S. 5) steht entgegen dem Vorbringen der Verteidigung (Urk. HD 68 S. 15) 

dazu nicht in Widerspruch, bezog sich K._____ dabei doch ausschliesslich auf 

den Rock sowie das Oberteil und gab er ausdrücklich an, dass die Privatklägerin 

unter dem Rock keine Leggins getragen habe (Urk. HD 6/3 S. 7). Zuzustimmen ist 

der Verteidigung hingegen darin, dass die doch eher diskrete Beschädigung am 

Oberteil, das die Privatklägerin 1 am fraglichen Abend trug, ohne Weiteres auch 

anderen Ursprungs sein kann (vgl. Urk. HD 41/4 S. 17; Urk. HD 68 S. 19). Dies 

widerlegt die Angaben der Privatklägerin 1 aber ebenfalls nicht. Schliesslich kann 

auch aus dem Umstand, dass der Beschuldigte gemäss den Beobachtungen des 

Zeugen K._____ keine Hose mehr trug, neben der Privatklägerin 1 sass und sie 

zu beruhigen versuchte und nicht wegrannte, entgegen der Ansicht der 

Verteidigung (Urk. HD 41/4 S. 18; Urk. HD 68 S. 15 und S. 20) nichts zu dessen 

Gunsten abgeleitet werden. Angesichts dessen, dass der Hinterhof relativ stark 

gefangen war (Urk. HD 3/2 ), hätte er damit rechnen müssen, von Augenzeugen 

aufgehalten zu werden, wenn er ohne Hosen und während die Privatklägerin 1 im 

Hinterhof schrie, davongerannt wäre. Es kann daher ohne Weiteres Taktik 

gewesen sein, so zu tun, als sei nichts Uneinvernehmliches geschehen. Die Hose 

kann der Beschuldigte auch ausgezogen haben, weil er in jenem Moment nicht 

daran dachte, dass dies bei einer möglichen Flucht hinderlich sein könnte. Im 

Ergebnis kann kein Zweifel daran bestehen, dass der Beschuldigte versuchte, 

gegen den Willen der Privatklägerin 1 den Geschlechtsverkehr zu vollziehen und 

dass er zu diesem Zweck deren Leggins und Unterhose nach unten riss. 

Dass die Privatklägerin 1 nach dem Vorfall in die Bar "J._____" zurückging und 

dort gemäss den Aussagen von L._____ getanzt und gelacht habe, vermag 

dieses Beweisergebnis entgegen der Argumentation der Verteidigung (Urk. HD 68 

S. 13 und S. 17) nicht in Frage zu stellen, muss doch davon ausgegangen 

werden, dass die Privatklägerin 1 aufgrund ihrer massiven Alokoholisierung erst 

-   29   - 

nach und nach wieder vollständig zu sich kam. Damit lässt sich auch erklären, 

dass die Privatklägerin das Angebot des Zeugen K._____, die Polizei zu rufen, 

nicht annahm (vgl. die entsprechende Argumentation der Verteidigung in Urk. HD 

68 S. 15). 

5.9.1. Nicht erstellt werden kann dagegen, dass es zwischen dem Beschuldigten 

und der Privatklägerin 1 zu Geschlechtsverkehr kam.  

5.9.2. Die Privatklägerin 1 gab diesbezüglich an, es könne schon sein, dass der 

Beschuldigte und sie sich geküsst hätten und sie da noch mitgemacht habe, aber 

weiter habe sie dann sicher nicht mitgemacht (Urk. HD 5/2 S. 26). Sie wisse 

einfach, dass ihr zwischen den Beinen alles weh getan habe, konnte aber 

anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 16. Dezember 2011 

nicht mehr sagen, ob der Täter in sie eindrang oder nicht. So wie sie alles 

geschmerzt habe, gehe sie schon davon aus, dass es so gewesen sei (Urk. HD 

5/2 S. 28). Gemäss den glaubhaften Aussagen des Zeugen K._____ traf er den 

Beschuldigten links neben der Privatklägerin 1 kauernd oder sitzend resp. 

(gemeint wohl: anschliessend) stehend und mit einer Unterhose bekleidet an, 

während die Privatklägerin 1 am Boden lag, den Beschuldigten mit den Füssen 

trat und stark weinte; ihre ganze Kosmetik sei verlaufen gewesen (Urk. HD 6/1 S. 

2 ff.; HD 6/2 S. 3; Urk. HD 6/3 S. 6). Auf die Geschehnisse aufmerksam geworden 

war er gemäss seinen glaubhaften Angaben, wie bereits dargelegt wurde, weil er 

die Privatklägerin 1, während er im Lokal die Tische am Reinigen war, schreien 

gehört habe und es sich so angehört habe, als habe eine Frau Probleme (Urk. HD 

6/1 S. 2 und S. 4; Urk. HD 6/3 S. 5). Auf die Frage, ob er denke, dass es zu 

Geschlechtsverkehr gekommen sei, antwortete er, dass er das nicht glaube, er 

habe nichts in diese Richtung gesehen (Urk. HD 6/2 S. 4; Urk. HD 6/3 S. 9). Der 

Zeuge E._____, der bekanntlich ebenfalls wegen der Schreie der Privatklägerin 1 

auf die Geschehnisse im Hinterhof aufmerksam geworden war, sagte 

diesbezüglich aus, für ihn habe es ausgesehen, als wäre es der Anfang einer 

Vergewaltigung bzw. von Sex; die Bewegungen hätten dafür gesprochen (Urk. 

HD 6/4 S. 2). Schon diese Aussagen lassen erhebliche Zweifel daran 

aufkommen, dass der Geschlechtsverkehr tatsächlich vollzogen wurde. Hinzu 

-   30   - 

kommt, dass sich, wie auch die Vorinstanz dargelegt hat (Urk. HD 55 S. 10), aus 

dem Arztbericht des Kantonsspitals G._____ (Urk. HD 8/4) keine eindeutigen 

Schlüsse darüber ziehen lassen, ob der Beschuldigte in die Privatklägerin 1 

eindrang oder nicht. Klar gegen den Vollzug des Geschlechtsverkehrs spricht 

aber, dass in den Abstrichen aus dem Vaginal- und Analbereich der Privatklägerin 

1 (Abstriche Vulva, Vagina, Zervixkanal, anal und Rectum) keine DNA und weder 

an diesen Abstrichen noch an der Unterhose der Privatklägerin 1 Spermien des 

Beschuldigten nachgewiesen werden konnten (Urk. HD 7/4). 

6. Aufgrund dieser Erwägungen ist der eingeklagte Sachverhalt bis auf die 

Schilderung, wonach der Beschuldigte mit seinem Penis vaginal in die 

Privatklägerin 1 eingedrungen sei und den Geschlechtsverkehr mit dieser 

ungeachtet ihrer gleichzeitigen Schreie vollzogen habe, erstellt. Unter den 

gegebenen Umständen kann offen bleiben, ob der Beschuldigte, wie dies die 

Verteidigung anlässlich der Hauptverhandlung vor Vorinstanz geltend machte 

(Urk. HD 41/4 S. 3 und S. 16), angesichts seiner Alkoholisierung überhaupt noch 

in der Lage war, Geschlechtsverkehr zu haben. 

 

IV. Rechtliche Würdigung 

1. Die Vorinstanz hat die rechtliche Würdigung korrekt vorgenommen und 

detailliert begründet, weshalb zur Vermeidung von Wiederholungen darauf 

verwiesen werden kann (Urk. HD 55 S. 28 ff.). Da der Beschuldigte die 

Privatklägerin an deren Handgelenken festhielt, ihren Körper mit seinem Körper 

am Boden fixierte und sie insbesondere an der Innenseite des rechten 

Oberschenkels verletzte, kann entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 68 HD 

S. 21) kein Zweifel daran bestehen, dass der Beschuldigte die Schwelle zum 

Versuch überschritt. Ergänzend ist festzuhalten, dass entgegen der 

Argumentation der Verteidigung (Urk. HD 68 S. 22) nichts dafür spricht, dass der 

Beschuldigte die strafbare Tätigkeit aus eigenem Antrieb nicht zu Ende führte. 

Aufgrund der Umstände ist vielmehr davon auszugehen, dass der Beschuldigte 

deshalb von der Privatklägerin abliess, weil er damit rechnen musste, dass die 

-   31   - 

Schreie der Privatklägerin gehört würden und ihr jemand zu Hilfe eilen könnte, 

was schliesslich ja auch geschah. Für die Annahme eines Rücktritts im Sinne von 

Art. 23 StGB bleibt deshalb kein Raum. Zudem ist damit die von der Verteidigung 

aufgeworfene Frage, weshalb der Beschuldigte, hätte er tatsächlich den 

Geschlechtsverkehr angestrebt, von der Privatklägerin hätte ablassen sollen (Urk. 

HD 68 S. 21), beantwortet. 

2. Es liegen weder Schuldausschluss- noch Rechtfertigungsgründe vor. Somit hat 

sich der Beschuldigte ferner der versuchten Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 

Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB strafbar gemacht.  

 

 

-   32   - 

V. Sanktion 

1. Strafrahmen 

1.1. Bei der Bemessung der Strafe ist vom gesetzlichen Strafrahmen 

auszugehen. Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die 

Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das 

Gericht zur Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf 

jedoch das Höchstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte 

erhöhen. Dabei ist es an das gesetzliche Höchstmass der Strafe gebunden (Art. 

49 Abs. 1 StGB).  

1.2. Die Vorinstanz ist zu Recht davon ausgegangen, dass die schwerste vom 

Beschuldigten begangene Straftat die nicht über das Versuchsstadium hinaus 

ausgeführte Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 StGB ist (Urk. HD 55 S. 32), 

die mit Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren bestraft wird, wobei, weil die 

Tat nicht vollendet wurde, der Strafmilderungsgrund von Art. 22 Abs. 1 StGB 

vorliegt. Zudem hat die Vorinstanz zu Recht die teilweise verminderte 

Schuldfähigkeit des Beschuldigten infolge Alkoholkonsums im Sinne von Art. 19 

Abs. 2 StGB als Strafmilderungsgrund angeführt. Strafschärfend sind gemäss 

Art. 49 Abs. 1 StGB die Deliktsmehrheit sowie die teilweise mehrfache 

Tatbegehung zu berücksichtigen, weshalb der erweiterte Strafrahmen sich auf 

Freiheitsstrafe bis 15 Jahren erstreckt. Dieser ist aber nur in Ausnahmefällen 

anwendbar; in der Regel sind Strafschärfungs- und Strafmilderungsgründe 

innerhalb des ordentlichen Strafrahmens, dies dann aber zwingend, 

straferhöhend resp. strafmindernd zu berücksichtigen 

(Schwarzenegger/Hug/Jositsch, Strafrecht II, Strafen und Massnahmen, 8. 

Auflage, Zürich 2007, S. 74; BGE 136 IV 55 E. 5.8). 

 

2. Strafzumessung 

2.1. Strafzumessungsregeln 

-   33   - 

Die Strafe ist nach dem Verschulden des Täters zu bemessen, wobei das 

Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das 

Leben des Täters zu berücksichtigen sind (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Verschulden 

wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen 

Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und 

Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren 

und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu 

vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB).  

Der Begriff des Verschuldens muss sich auf den gesamten Unrechts- und 

Schuldgehalt der konkreten Straftat beziehen. Zu unterscheiden ist zwischen der 

Tat- und der Täterkomponente. Bei der Tatkomponente sind das Ausmass des 

verschuldeten Erfolgs, die Art und Weise der Herbeiführung des Erfolgs, die 

Willensrichtung, mit der der Täter gehandelt hat, und dessen Beweggründe zu 

beachten. Sodann sind für das Verschulden auch das "Mass an 

Entscheidungsfreiheit" beim Täter sowie die sogenannte Intensität des 

deliktischen Willens bedeutsam. Die Täterkomponente umfasst das Vorleben, die 

persönlichen Verhältnisse sowie das Verhalten nach der Tat oder im 

Strafverfahren, allenfalls Reue und Einsicht sowie die Strafempfindlichkeit 

(Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, Schweizerisches Strafgesetzbuch, 17. 

Auflage, Zürich 2006, S. 117 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch 

Schwarzenegger/Hug/Jositsch, a.a.O., S. 90; BSK StGB I-Wiprächtiger, Art. 47 N 

65). Je leichter es für den Täter gewesen wäre, die Norm zu respektieren, desto 

schwerer wiegt die Entscheidung gegen sie (Urteile des Bundesgerichts 

6S.43/2001 vom 19. Juni 2001 E. 2. und 6S.333/2004 vom 23. Dezember 2004 E. 

1.1.; BGE 122 IV 2141 und Pra 2001 S. 832 lit. a; Stratenwerth, Schweizerisches 

Strafrecht AT II, 2. Auflage, Bern 2006, § 6 N 13). Das Gericht hat in seinem Urteil 

die Überlegungen, die es bei der Bemessung der Strafe angestellt hat, in den 

Grundzügen darzustellen. Dabei muss es in der Regel die wesentlichen 

schuldrelevanten Tat- und Täterkomponenten so erörtern, dass festgestellt 

werden kann, ob alle rechtlich massgeblichen Gesichtspunkte Berücksichtigung 

fanden und wie sie gewichtet wurden. Insgesamt müssen seine Erwägungen die 

ausgefällte Strafe rechtfertigen, d.h. das Strafmass muss als plausibel erscheinen 

-   34   - 

(BGE 127 IV 101 E. 2.; Urteil des Bundesgerichts 6S.83/2006 vom 5. Februar 

2007 E. 3.1.; Art. 50 StGB). 

 

2.2. Tatkomponente 

2.2.1. Objektive Tatschwere 

Indem der Beschuldigte gegen den Willen der stark alkoholisierten und dadurch 

von vornherein nur bedingt zu Widerstand fähigen, sich aber dennoch wehrenden 

Privatklägerin 1 mit Gewalt den Geschlechtsverkehr zu erzwingen versuchte und 

auch dann noch nicht von ihr abliess, als die Privatklägerin 1 verzweifelt zu 

schreien begonnen hatte, setzte er sich in rücksichtsloser Weise über deren 

Selbstbestimmungsrecht und sexuelle Integrität hinweg. Dass er dabei nicht 

schwerste Gewalt anwendete und der ganze Vorgang nicht allzu lange gedauert 

haben dürfte, vermag sein Verschulden nur bedingt zu relativieren. Zu Recht hat 

die Vorinstanz darauf hingewiesen, dass der Beschuldigte eine Traumatisierung 

der Privatklägerin 1 in Kauf nahm, aber auch darauf, dass die Tat ungeplant 

erscheint. Ferner ist der Vorinstanz darin zu folgen, dass die Privatklägerin 1 noch 

während Monaten mit den gesundheitlichen Folgen der Tat zu kämpfen hatte. 

Das objektive Tatverschulden des Beschuldigten wiegt auch unter dem 

Gesichtspunkt, dass die Tat nicht vollendet wurde, weil nicht davon ausgegangen 

werden kann, dass der vom Beschuldigten beabsichtigte Geschlechtsverkehr 

vollzogen wurde, erheblich. 

 

2.2.2. Subjektive Tatschwere 

Subjektiv ist von einem nicht mehr leichten Verschulden des Beschuldigten 

auszugehen. Dieser handelte mit direktem Vorsatz, skrupellos und einzig zur 

Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse, demnach aus rein egoistischen 

Motiven. Zudem ging die Vorinstanz zu Recht davon aus, dass der Umstand der 

Inkaufnahme einer schweren Traumatisierung der Privatklägerin 1 auch bei der 

Bemessung der subjektiven Tatschwere zu berücksichtigen ist (Urk. HD 55 S. 34). 

Diese ist jedoch dadurch zu relativieren, dass der Beschuldigte im Tatzeitpunkt 

-   35   - 

einen Blutalkoholgehalt von 2,51 bis 3,92 Gewichtspromille aufwies (Urk. HD 9/9). 

Die Erwägungen der Vorinstanz, wonach entgegen der eventualiter für den Fall 

eines Schuldspruchs geäusserten Ansicht der Verteidigung (Urk. HD 41/4 S. 19 f.; 

Urk. HD 68 23 f.) trotz der enormen Alkoholisierung des Beschuldigten im 

vorliegenden Fall nicht von einer vollen, sondern von einer mittelgradigen 

Beeinträchtigung der Schuldfähigkeit auszugehen ist und dies zu einer 

entsprechenden Reduktion der Strafe zu führen hat (Urk. HD 55 S. 34), sind nicht 

zu beanstanden. Insbesondere ist darauf hinzuweisen, dass die ärztliche 

Untersuchung des Beschuldigten um 10.05 Uhr morgens nach der Tatnacht 

hinsichtlich der Augen sowie hinsichtlich der Tests zur geteilten Aufmerksamkeit 

(Romberg-Test, Innere Uhr und Finger-Nase-Versuch) einen unauffälligen Befund 

ergab und der Beschuldigte im Verhalten lediglich als leicht müde und insgesamt 

bloss als merkbar beeinträchtigt eingeschätzt wurde (Urk. HD 9/4), obwohl bei 

ihm um 03.10 Uhr mit einem Atemlufttest ein Alkoholgehalt von 3,27 

Gewichtspromille gemessen worden war (Urk. HD 1/1 S. 2). Mit diesem Bild 

korrelieren die zielgerichteten Tathandlungen. Unter diesen Umständen besteht 

kein Anlass, an den Ergebnissen des Aktengutachtens zu zweifeln, weshalb die 

entsprechende Argumentation des Verteidigers (Urk. HD 68 S. 23 f.) ins Leere 

geht.   

 

2.3. Täterkomponente 

2.3.1. Persönliche Verhältnisse und Vorleben 

Was das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten angeht, 

kann primär auf die korrekten Angaben im vorinstanzlichen Urteil verwiesen 

werden (Urk. HD 55 S. 36 f.). Zu ergänzen ist, dass der Beschuldigte in O._____ 

aufwuchs und nach seiner Heirat mit einer Schweizerin, die er in O._____ 

kennengelernt hatte, im Alter von ca. 19 Jahren in die Schweiz kam. Er hat einen 

Bruder, der in … wohnt, und eine Schwester, die, wie seine Eltern, in O._____ 

lebt (Urk. HD 18/1 S. 1 ff.; Urk. HD 41/1 S. 2; Prot. II S. 7). Seinen Angaben 

zufolge ist er ausgebildeter Koch und arbeitete er nach seiner Übersiedlung in die 

Schweiz zunächst in diesem Beruf, bevor er während mehreren Jahren in 

-   36   - 

unterschiedlichen handwerklichen Berufen tätig war (Urk. HD 18/1 S. 3; Urk. HD 

41/1 S. 3; Prot. II S. 7 ff.). Entgegen anderslautender Angaben in den Akten hat 

der Beschuldigte keine Kinder (Prot. II S. 7 f.). 

Aus den persönlichen Verhältnissen und dem Vorleben lassen sich weder 

Straferhöhungs- noch Strafminderungsgründe ableiten. 

 

2.3.2. Vorstrafen 

Da die Vorstrafe des Ministero pubblico del cantone Ticino Belinzona vom 

25. November 2002 dem Beschuldigten heute nicht mehr entgegengehalten 

werden kann (Art. 369 StGB), liegen acht für die Strafzumessung relevante 

Vorstrafen vor (Urk. HD 18/3; Urk. HD 38). Auch wenn diese mit Bezug auf die 

versuchte Vergewaltigung nicht einschlägig sind, sind diese vielen Vorstrafen 

erheblich straferhöhend zu gewichten.  

 

2.3.3. Nachtatverhalten 

Da der Beschuldigte hinsichtlich der versuchten Vergewaltigung während des 

gesamten Verfahrens in den entscheidenden Punkten ungeständig war, lässt sich 

aus seinem Nachtatverhalten nichts zu seinen Gunsten herleiten.  

 

2.4. Hypothetische Einsatzstrafe 

In Würdigung der genannten Kriterien, insbesondere der erheblich ins Gewicht 

fallenden Strafreduktion aufgrund der mittelgradig verminderten Schuldfähigkeit 

des Beschuldigten, erweist sich eine hypothetische Einsatzstrafe von 21 Monaten 

Freiheitsstrafe als angemessen. 

 

2.5. Gesamtstrafe 

-   37   - 

2.5.1. Die für die schwerste Tat eingesetzte Strafe ist gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB 

in Anwendung des Asperationsprinzips unter Einbezug der weiteren Delikte 

angemessen zu erhöhen.  

2.5.2. Was das objektive und subjektive Verschulden des Beschuldigten 

hinsichtlich des mehrfachen Hausfriedensbruchs angeht, ist entgegen den 

Erwägungen der Vorinstanz (Urk. HD 55 S. 35) von einem nicht mehr leichten 

Verschulden auszugehen. Negativ fällt insbesondere ins Gewicht, dass der 

Beschuldigte von der Privatklägerin 2 vor dem 5. August 2011 nicht weniger als 

sechs Mal ein Hausverbot erteilt erhalten hatte (Urk. ND 1/5/2-7), was ihm 

bekannt war (Urk. HD 4/9 S. 3), ihn aber offensichtlich nicht im Geringsten 

kümmerte. Die Räumlichkeiten waren nur für andere frei zugänglich, für den 

Beschuldigten stellten die Hausverbote in beiden Fällen eine faktische Schranke 

dar, die er unverfroren missachtete. Erheblich straferhöhend sind einerseits die 

vielen, teilweise einschlägigen Vorstrafen zu berücksichtigen (Urk. HD 18/3; Urk. 

HD 38) und ist andererseits zu gewichten, dass der Beschuldigte in beiden Fällen 

während eines laufenden Strafverfahrens delinquierte. Nur leicht strafmildernd 

wirkt sich das Geständnis, das der Beschuldigte mit Bezug auf diese Taten 

ablegte (Urk. HD 4/9 S. 2 ff.; Urk. HD 41/1 S. 6), aus, wurde er doch in flagranti 

ertappt, weshalb ein Abstreiten wenig erfolgversprechend gewesen wäre. 

Hinsichtlich der persönlichen Verhältnisse und des Vorlebens kann auf die 

Ausführungen vorne unter 2.3.1. verwiesen werden, die auch hier Geltung haben. 

2.5.3. In Würdigung der obengenannten Kriterien erweist sich für die versuchte 

Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB und den mehrfachen Hausfriedensbruch im Sinne von Art. 186 StGB 

die von der Vorinstanz ausgesprochene Strafe als etwas zu hoch bzw. eine 

Freiheitsstrafe von 2 Jahren als angemessen. 

 

2.6. Mehrfacher geringfügiger Diebstahl 

2.6.1. Die Vorinstanz hat den mehrfachen geringfügigen Diebstahl im Sinne von 

Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB zu Recht isoliert 

-   38   - 

betrachtet, da es sich dabei um Übertretungen handelt, für die eine Busse, und 

demnach nicht eine gleichartige Strafe im Sinne von Art. 49 StGB, auszusprechen 

ist. 

2.6.2. Das objektive und subjektive Verschulden hinsichtlich dieser Delikte wiegt 

nicht mehr leicht. Stark straferhöhend fällt auch bei diesen Delikten ins Gewicht, 

dass der Beschuldigte eine ganze Reihe von einschlägigen Vorstrafen aufweist 

(Urk. HD 18/3; Urk. HD 38) und während eines laufenden Strafverfahrens 

delinquierte. Nicht stichhaltig ist die Argumentation der Verteidigung, der 

Beschuldigte habe aus Armut gehandelt (Urk. HD 41/4 S. 20; Urk. HD 68 S. 24). 

Zwar ist, wie sich aus dem Aktengutachten des Instituts für Rechtsmedizin der 

Universität Zürich vom 26. März 2012 ergibt, davon auszugehen, dass der 

Beschuldigte mit Bezug auf Trinkalkohol eine erhebliche Toleranzentwicklung 

aufweist (Urk. HD 11/11 S. 8). Zudem gab er an, anfangs 2011 wegen 

Alkoholproblemen in Behandlung gewesen zu sein (Urk. HD 4/1 S. 2), was er in 

einer späteren Einvernahme allerdings abstritt (Urk. HD 4/6 S. 5), resp. viel 

Alkohol getrunken zu haben (Urk. HD 4/2 S. 4). Anhaltspunkte für eine ernsthafte 

Alkoholsucht liegen aber für den Deliktszeitraum nicht vor, und zudem spricht die 

Menge des behändigten Biers (19 Dosen Feldschlösschen Bier am 5. August 

2011 und 5 Dosen Feldschlösschen Bier am 11. August 2011) gegen ein Handeln 

in einer suchtbedingten Engpasssituation. Leicht strafmindernd kann auch hier 

das vollumfängliche Geständnis gewichtet werden (dazu oben unter Ziff. 2.5.2). 

Hinsichtlich der persönlichen Verhältnisse und des Vorlebens kann wiederum auf 

die Ausführungen vorne unter 2.3.1. verwiesen werden, die auch hier Geltung 

haben. 

2.6.3. Was die Bussenhöhe angeht, kann vorab den Erwägungen der Vorinstanz 

(Urk. HD 55 S. 37) gefolgt werden, dass aufgrund der Haft und seines 

Aufenthaltsstatus nicht davon ausgegangen werden kann, dass der Beschuldigte 

in absehbarer Zeit ein eigenes Einkommen generieren wird. Präzisierend ist 

festzuhalten, dass unklar erscheint, ob der Beschuldigte überhaupt je einer 

legalen Arbeitstätigkeit in der Schweiz wird nachgehen können. Vor diesem 

Hintergrund erscheint die erstinstanzlich festgelegte Busse etwas hoch, weshalb 

-   39   - 

der Beschuldigte mit einer, dem Verschulden noch immer angemessenen Busse 

von Fr. 700.– zu bestrafen ist. Die Ersatzfreiheitsstrafe ist auf 7 Tage 

festzusetzen. 

-   40   - 

2.7. Zusammenfassung 

Unter Berücksichtigung aller massgeblichen Zumessungsgründe erweist sich die 

Bestrafung des Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und einer 

Busse von Fr. 700.– als angemessen. Anzurechnen sind gestützt auf Art. 51 

StGB 253 Tage, die durch Untersuchungshaft erstanden sind. Die 

Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse ist auf 7 Tage festzulegen. 

 

VI. Vollzug 

Da eine Freiheitsstrafe von 2 Jahren auszusprechen ist, sind die objektiven 

Voraussetzungen für die Anordnung eines bedingten Vollzugs im Sinne von Art. 

42 StGB oder eines teilbedingten Vollzugs im Sinne von Art. 43 StGB zwar 

gegeben. Angesichts dessen, dass der Beschuldigte trotz der Verbüssung einer 

ganzen Reihe von Freiheitsstrafen mehrfach erneut delinquierte, sind jedoch 

keine Umstände ersichtlich, die für einen bedingten oder teilbedingten Aufschub 

der anzuordnenden Freiheitsstrafe sprechen würden. Dem Beschuldigten ist 

vielmehr eine schlechte Legalprognose zu stellen. Die Freiheitsstrafe ist deshalb 

zu vollziehen. 

 

VII. Zivilansprüche 

1.1. Die Privatklägerin 1 beantragte anlässlich der heutigen 

Berufungsverhandlung wie schon anlässlich der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung Schadenersatz in Höhe von Fr. 730.– (Urk. HD 70 S. 1; Urk. 

HD 41/3 S. 1). Einen Betrag von Fr. 580.– verlangt sie als Ersatz für eine erlittene 

Lohneinbusse. Sie sei aufgrund der Tat während zehn Tagen arbeitsunfähig 

gewesen und habe während dieser Zeit nur das Unfalltaggeld in Höhe von 80 % 

ihres Lohnes erhalten, was zu einem Schaden im genannten Betrag geführt habe. 

Den Restbetrag von Fr. 150.– möchte sie vom Beschuldigten erstattet erhalten, 

weil die Kleider, die sie im Zeitpunkt der Tat getragen habe, teilweise zerrissen 

seien und der Beschuldigte ihre Leggins im Zeitpunkt seiner Verhaftung sogar 

-   41   - 

selber getragen habe. Da diese Kleidungsstücke sie immer wieder an die Tat 

erinnert hätten, hatte sie diese nicht aus der Beschlagnahme zurückverlangt (Urk. 

HD 41/3 S. 15; Urk. HD 70 S. 7). 

1.2. Die Verteidigung beantragte wie schon vor der Vorinstanz, dass die 

Zivilansprüche der Privatklägerin 1 abzuweisen bzw. mangels Ausgewiesenheit 

auf den Zivilweg zu verweisen seien (Urk. HD 68 S. 3 und 22). 

1.3. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten mit zutreffender Begründung 

verpflichtet, der Privatklägerin 1 den vollen adhäsionsweise geltend gemachten 

Betrag zu erstatten. Auf die vorinstanzlichen Erwägungen kann verwiesen werden 

(Urk. HD 55 S. 39). Ergänzt werden kann, dass es der Privatklägerin 1 

selbstredend nicht zuzumuten ist, die Kleider, die sie in der Tatnacht trug, 

zurückzunehmen. Dass die Privatklägerin 1 "erst ab dem 26. April 2011 

arbeitsunfähig war bzw. nicht mehr arbeiten gegangen ist" (Urk. HD 68 S. 22) 

spricht sodann entgegen der vor Berufungsgericht vorgebrachten Argumentation 

der Verteidigung nicht gegen den Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis 

vom 21./22. April 2011 und dem geltend gemachten Erwerbsausfall. Dieser 

Umstand ist vielmehr auf die Osterfeiertage zurückzuführen, welche am 22. April 

2011 mit dem Karfreitag anfingen und am 25. April 2011 mit dem Ostermontag 

endeten. 

2.1. Im Weiteren verlangte die Privatklägerin 1 anlässlich der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung, es sei der Beschuldigte zu verpflichten, ihr eine Genugtuung 

in Höhe von Fr. 10‘000.– zu bezahlen (Urk. HD 41/3 S. 1 und 15 ff.). Die 

Vorinstanz hiess dieses Begehren im Umfang von Fr. 5‘000.– zuzüglich 5 % Zins 

seit 22. April 2011 gut und wies es im übrigen Umfang ab. 

2.2. Die Vorinstanz hat die allgemeinen Voraussetzungen für die Zusprechung 

einer Genugtuung korrekt dargelegt, weshalb darauf verwiesen werden kann (Urk. 

HD 55 S. 39). Ferner kann den Ausführungen, mit denen sie begründete, weshalb 

der Privatklägerin 1 eine Genugtuung zuzusprechen sei (Urk. HD 55 S. 39 f.), 

vollumfänglich gefolgt werden. Die von der Vorinstanz zugesprochene Summe 

erscheint jedenfalls nicht überhöht, weshalb sie zu bestätigen ist. Ferner 

-   42   - 

entspricht der von der Vorinstanz zugesprochene Zins den gesetzlichen 

Vorgaben. Der Beschuldigte ist demzufolge zu verpflichten, der Privatklägerin 1 

eine Genugtuung in Höhe von Fr. 5‘000.– zuzüglich 5 % Zins seit 22. April 2011 

zu bezahlen. 

 

VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Beim vorliegenden Ausgang des Verfahrens ist das erstinstanzliche Kosten- 

und Entschädigungsdispositiv zu bestätigen. 

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 

Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte obsiegt im 

Berufungsverfahren einzig dahingehend, dass die von der Vorinstanz 

ausgesprochene Freiheitsstrafe leicht zu reduzieren ist. Unter diesen Umständen 

rechtfertigt es sich, die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich 

derjenigen der unentgeltlichen Verbeiständung der Privatklägerin, jedoch mit 

Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, dem Beschuldigten zu 7/8 

aufzuerlegen und im Übrigen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung für das Berufungsverfahren sind auf die Gerichtskasse zu 

nehmen, unter Vorbehalt einer Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO im 

Umfang von 7/8. 

 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 

18. Juli 2012 bezüglich Dispositivziffer 1 alinea 2 und 3 (Schuldsprüche 

betreffend mehrfachen Hausfriedensbruch und mehrfachen geringfügigen 

Diebstahl), Dispositivziffer 5 lit. b und c (Schadenersatzansprüche der 

Privatklägerinnen 2 und 4) sowie Dispositivziffer 6 (Einziehungen) in 

Rechtskraft erwachsen ist. 

-   43   - 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist ferner schuldig der versuchten Vergewaltigung 

im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 2 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 253 Tage 

durch Untersuchungshaft erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 700.–. 

3. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 7 Tagen. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 Schadenersatz in der 

Höhe von Fr. 730.– sowie eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 5'000.–, 

diese nebst 5 % Zins seit 22. April 2011, zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird 

das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 1 abgewiesen. 

6. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 7 und 8) 

wird bestätigt. 

7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'500.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 7'251.65   amtliche Verteidigung 

Fr.     unentgeltliche Verbeiständung (ausstehend) 

 
8. Die Kosten des Berufungsverfahrens einschliesslich derjenigen der 

unentgeltlichen Verbeiständung der Privatklägerin, mit Ausnahme der 

Kosten der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten zu 7/8 

auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der 

-   44   - 

amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse 

genommen. Die Rückzahlungspflicht bleibt vorbehalten. 

9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Angeklagten(übergeben); 

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland;  
− die unentgeltliche Verbeiständung der Privatklägerin 1, Rechtsanwältin 

lic. iur. Y._____, … [Adresse], im Doppel für sich und zuhanden der 
Privatklägerin.  

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten; 

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland; 
− die unentgeltliche Verbeiständung der Privatklägerin 1, im Doppel für 

sich und zuhanden der Privatklägerin; 
− das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- 

und Vollzugsdienste; 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz; 
− das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- 

und Vollzugsdienste (im Doppel und mit Vermerk der Rechtskraft); 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A; 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich, Berninastrasse 45, Postfach, 

8090 Zürich;. 

10. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des 

Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

-   45   - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des 

Bundesgerichtsgesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 31. Mai 2013 
 
 

Die Präsidentin: 
 
 
 

Oberrichterin Dr. Janssen 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. Höfliger 
 

 

	Urteil vom 31. Mai 2013
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	- der versuchten Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB,
	- des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB sowie
	- des mehrfachen geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 27 Monaten, wovon 253 Tage (gerechnet bis 18. Juli 2012) durch Untersuchungs- sowie Sicherheitshaft erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 1'000.–.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.
	4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen.
	5. a) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1, B._____,
	 Schadenersatz in der Höhe von Fr. 730.– sowie
	 eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 5'000.– zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 22. April 2011
	zu entrichten. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.

	b) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2, C._____, Schadenersatz im Betrag von Fr. 150.– zu bezahlen.
	c) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 4, D._____ GmbH, Schadenersatz im Betrag von Fr. 200.– zu bezahlen.
	6. a) Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 4. April 2012 beschlagnahmten Gegenstände, werden dem Beschuldigten auf erstes Verlangen nach Eintritt der Rechtskraft herausgegeben:
	 Schuhe von A._____, gelagert bei der Kantonspolizei Zürich, FOR-KED/Winterthur (ehemals RWU-KTD)
	 Herrenhose von A._____, gelagert bei der Kantonspolizei Zürich, FOR-KED/Winterthur (ehemals RWU-KTD)
	 Herrenunterwäsche von A._____, gelagert bei der Kantonspolizei Zürich, FOR-KED/Winterthur (ehemals RWU-KTD)
	 Herrenhemd von A._____, gelagert bei der Kantonspolizei Zürich, FOR-KED/Winterthur (ehemals RWU-KTD)

	Werden die vorgenannten Gegenstände nicht innert 3 Monaten nach Eintritt der Rechtskraft herausverlangt, werden sie vernichtet.
	b) Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 4. April 2012 beschlagnahmten Gegenstände, werden eingezogen und der Kantonspolizei Zürich nach Eintritt der Rechtskraft zur Vernichtung überlassen:
	 Leggings von B._____, Marke H&M, Grösse L, schwarz, Material: Viskose 50 %, Baumwolle 46 %, Elastan 4 %, (von A._____ bei Verhaftung getragen) gelagert bei der Kantonspolizei Zürich, FOR-KED/Winterthur (ehemals RWU-KTD)
	 Jeans-Rock von B._____, gelagert bei der Kantonspolizei Zürich, FOR-KED/Winterthur (ehemals RWU-KTD)
	 Oberteil von B._____, schwarz, Marke Zebra, gelagert bei der Kantonspolizei Zürich, FOR-KED/Winterthur (ehemals RWU-KTD)
	 Büstenhalter von B._____, gelagert bei der Kantonspolizei Zürich, FOR-KED/Winterthur (ehemals RWU-KTD)
	 Unterhose von B._____, gelagert bei der Kantonspolizei Zürich, FOR-KED/Winterthur (ehemals RWU-KTD)
	 Leibgurt von B._____, gelagert bei der Kantonspolizei Zürich, FOR-KED/Winterthur (ehemals RWU-KTD)
	 1 Paar Stöckelschuhe von B._____, schwarz, Marke Cube, Grösse 40, gelagert bei der Kantonspolizei Zürich, FOR-KED/Winterthur (ehemals RWU-KTD)
	 Stoffjacke von B._____, schwarz, Marke H&M Divided, Grösse 42, gelagert bei der Kantonspolizei Zürich, FOR-KED/Winterthur (ehemals RWU-KTD)
	 Decke, gelagert bei der Kantonspolizei Zürich, FOR-KED/Winterthur (ehemals RWU-KTD)
	 Zigarettenschachtel, leer, Marke Parisienne gelb, gelagert bei der Kantonspolizei Zürich, FOR-KED/Winterthur (ehemals RWU-KTD)
	 2 Zigaretten-Kippen, Marke Parisienne gelb, gelagert bei der Kantonspolizei Zürich, DNA-Asservatenlagerraum Zürich
	 1 Zigaretten-Kippe, Marke Philip Morris, gelagert bei der Kantonspolizei Zürich, DNA-Asservatenlagerraum Zürich

	7. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens (inklusive Kosten der unentgeltlichen Geschädigtenvertretung und derjenigen der amtlichen Verteidigung) werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden in...
	Berufungsanträge:
	1. Es sei der Beschuldigte vom Vorwurf der Vergewaltigung bzw. der versuchten Vergewaltigung freizusprechen.
	2. Der Beschuldigte sei des mehrfachen Hausfriedensbruchs und des mehrfachen geringfügigen Diebstahls schuldig zu sprechen und mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 10.– sowie einer Busse von Fr. 100.– zu bestrafen, wobei festzustellen sei, d...
	3. Für die im übrigen Umfang zu Unrecht erstandene Untersuchungs- und Sicherheitshaft sei der Beschuldigte mit einer Genugtuung von Fr. 200.– pro Hafttag zu entschädigen.
	4. Die Zivilansprüche der Geschädigten B._____ seien abzuweisen bzw. mangels Ausgewiesenheit auf den Zivilweg zu verweisen.
	5. Die Kosten der Untersuchung sowie des vorliegenden Gerichtsverfahrens (inkl. amtliche Verteidigung) seien im vollen Umfang auf die Staatskasse zu nehmen.
	Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
	1. Das Urteil der Vorinstanz sei vollumfänglich zu bestätigen.
	2. Die Kosten des Verfahrens und der unentgeltlichen Geschädigtenvertretung seien dem Beklagten aufzuerlegen, jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
	Erwägungen:
	I. Prozessgeschichte
	1. Strafrahmen

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 18. Juli 2012 bezüglich Dispositivziffer 1 alinea 2 und 3 (Schuldsprüche betreffend mehrfachen Hausfriedensbruch und mehrfachen geringfügigen Diebstahl), Dispositivziffer 5 li...
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist ferner schuldig der versuchten Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 2 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 253 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 700.–.
	3. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 7 Tagen.
	4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.
	5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 Schadenersatz in der Höhe von Fr. 730.– sowie eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 5'000.–, diese nebst 5 % Zins seit 22. April 2011, zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren de...
	6. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 7 und 8) wird bestätigt.
	7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	8. Die Kosten des Berufungsverfahrens einschliesslich derjenigen der unentgeltlichen Verbeiständung der Privatklägerin, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten zu 7/8 auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse ...
	9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten(übergeben);
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland;
	 die unentgeltliche Verbeiständung der Privatklägerin 1, Rechtsanwältin lic. iur. Y._____, … [Adresse], im Doppel für sich und zuhanden der Privatklägerin.
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten;
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland;
	 die unentgeltliche Verbeiständung der Privatklägerin 1, im Doppel für sich und zuhanden der Privatklägerin;
	 das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste;
	 die Vorinstanz;
	 das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste (im Doppel und mit Vermerk der Rechtskraft);
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A;
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich, Berninastrasse 45, Postfach, 8090 Zürich;.

	10. Rechtsmittel:
	Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.