# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 93c488bf-fb20-5bbd-b293-8020fa91440f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.02.2015 200 2014 982
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-982_2015-02-27.pdf

## Full Text

200 14 982 UV
MAW/GET/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 27. Februar 2015

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Basler Versicherung AG
Aeschengraben 21, Postfach, 4002 Basel
vertreten durch Rechtsanwalt C.________
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 22. September 2014 (29/006948/13.5)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Feb. 2015, UV/14/982, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1969 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) arbeitete bei der D.________ und war dadurch bei der Basler 
Versicherung AG (nachfolgend Basler bzw. Beschwerdegegnerin) gegen 
die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten 
versichert (Akten der Basler [act. IIA] 56). 

Mit Schadenmeldung UVG vom 12. Februar 2013 liess die Versicherte der 
Basler mitteilen, dass sie am 29. Januar 2013 die Treppe hinuntergestürzt 
sei und sich dabei einen „Halswirbel“ verletzt habe (act. IIA 56). Der am 
1. Februar 2013 konsultierte E.________, Dr. der Chiropraktik, diagnosti-
zierte eine Zervikobrachialgie sowie eine Kontusion, attestierte eine 
100%ige Arbeitsunfähigkeit, veranlasste bildgebende Untersuchungen des 
linken Ellenbogens sowie der Halswirbelsäule (act. IIA 120 f.) und verord-
nete „Mobilisation“ (act. IIA 55). 

Am 22. Mai 2013 (act. IIA 113) wurde ein MRI der linken Schulter durchge-
führt. Der dabei erhobene Befund wurde als SLAP (superiores Labrum von 
anterior nach posterior)-Läsion Typ II beurteilt; am 25. Juli 2013 erfolgte 
eine Arthroskopie mit Tenodese der langen Bicepssehne und kranialer La-
brumfixation, wobei die Diagnose einer SLAP-Läsion II bestätigt und zu-
sätzlich ein Buford-Komplex links festgestellt wurde (act. IIA 98). 

In der Folge entwickelte sich postoperativ eine Frozen Shoulder, weshalb 
sich der Heilverlauf verzögerte (act. IIA 89; 86). Nachdem die Basler – wel-
che bis anhin die gesetzlichen Leistungen in Form von Heilungskosten und 
Taggeldern erbracht hatte (act. IIA 45 ff.; 39; 30 f.; 25) – die medizinischen 
Akten Dr. med. F.________, Fachärztin für physikalische Medizin und Re-
habilitation, zur Stellungnahme vorgelegt hatte, stellte sie mit Verfügung 
vom 26. Februar 2014 (act. IIA 15) die Leistungen mit der Begründung ein, 
die „Schultergelenksbeschwerden“ ständen nicht in natürlichem Kausalzu-
sammenhang zum Ereignis vom 29. Januar 2013. Gleichzeitig verzichtete 
sie auf eine Rückforderung der bisher erbrachten Leistungen. Während der 
zuständige Krankenversicherer auf eine Einsprache verzichtete (act. IIA 

http://de.wikipedia.org/wiki/Anatomische_Lage-_und_Richtungsbezeichnungen#Lage-_und_Richtungsbezeichnungen_am_Rumpf
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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Feb. 2015, UV/14/982, Seite 3

14), wies die Basler jene der Versicherten mit Entscheid vom 22. Septem-
ber 2014 (act. IIA 1) ab. 

B.

Gegen den Einspracheentscheid vom 22. September 2014 liess die Versi-
cherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, mit Eingabe vom 
17. Oktober 2014 Beschwerde erheben und folgendes Rechtsbegehren 
stellen: 

Der Einspracheentscheid vom 22. September 2014 sei aufzuheben und die 
Beschwerdegegnerin sei zu verurteilen, eine medizinische Expertise einzuho-
len.

 - unter Entschädigungsfolgen -

In der Begründung lässt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend 
machen, die behandelnden Ärzte würden die Kausalität der SLAP-Läsion 
zum Ereignis vom 29. Januar 2013 bejahen. Dr. med. F.________, welche 
die Kausalität verneine, sei nicht Fachärztin für Orthopädie oder für 
„Schulterprobleme“ und somit für die Beurteilung der Schulterproblematik 
nicht zwingend „prädestiniert“. Im Übrigen dürfte sie hauptsächlich gutach-
terlich oder beratend, nicht jedoch klinisch tätig sein, obwohl ein Gutachter 
über klinische Erfahrungen verfügen müsse. Zudem seien Dr. med. 
F.________ bei der Abfassung des Aktengutachtens sachverhaltliche Feh-
ler unterlaufen. Insgesamt beständen erhebliche Zweifel an der Zuverläs-
sigkeit ihrer Aktenbeurteilung, weshalb zwingend externe Abklärungen bei 
einem Schulterspezialisten zu veranlassen seien. Schliesslich sei auch das 
inzwischen aufgetretene CRPS (chronic regional pain syndrom) Grad I als 
unfallbedingt zu qualifizieren. 

Mit Schreiben vom 28. November 2014 liess die Beschwerdeführerin einen 
Bericht von Dr. med. G.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, samt diversen Fachar-
tikeln, einreichen (Akten der Beschwerdeführerin, [act. I], 6 ff.). Zudem be-
antragt sie die Übernahme der Berichtskosten von Fr. 300.-- durch die Be-
schwerdegegnerin und macht im Wesentlichen geltend, Dr. med. 

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G.________ gehe klar von einer unfallkausalen SLAP-Läsion aus, was er 
mit einschlägiger Fachliteratur untermauere. 

Mit Beschwerdeantwort vom 2. Februar 2015 beantragt die Beschwerde-
gegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt C.________, die Abweisung der 
Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. In der Begründung lässt sie im 
Wesentlichen vorbringen, entgegen der Auffassung der Beschwerdeführe-
rin sei das Aktengutachten von Dr. med. F.________ – für dessen Erstel-
lung sie über die erforderliche fachliche Kompetenz verfügt habe – beweis-
kräftig. Hieran änderten die Berichte der behandelnden Ärzte sowie jener 
von Dr. med. G.________ nichts. Mit Bezug auf das CRPS sei anzufügen, 
dass dieses nur dann unfallkausal sein könne, wenn auch die Beschwer-
den, welche die Operation bedingt hätten, selbst unfallkausal seien, was 
jedoch vorliegend nicht der Fall sei. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse (vgl. E. 1.2 nachfolgend) an dessen 
Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die 
örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestim-
mungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 
Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechts-

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pflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die 
Beschwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist der die Verfügung vom 26. Februar 2014 
(act. IIA 15) bestätigende Einspracheentscheid vom 22. September 2014 
(act. IIA 1). 

Die Beschwerdeführerin stellt als einziges Rechtsbegehren den Antrag auf 
Aufhebung des Einspracheentscheides und die Rückweisung an die Be-
schwerdegegnerin zur Durchführung einer medizinischen Expertise. Ob 
insoweit ein hinreichendes Rechtsschutzinteresse gegeben ist (Art. 59 
ATSG), ist fraglich. Aus der Beschwerde geht jedoch insgesamt hervor, 
dass die Beschwerdeführerin grundsätzlich die Auffassung vertritt, die ge-
klagten Schulterbeschwerden sowie das CRPS I seien ursächlich zum Er-
eignis vom 29. Januar 2013 (vgl. etwa S. 7, Ziffer 4 der Beschwerde), was 
– vorbehältlich im Übrigen erfüllter Leistungsvoraussetzungen – die Leis-
tungspflicht der Beschwerdegegnerin begründete. 

Streitig und zu prüfen ist somit der Anspruch auf Leistungen der Unfallver-
sicherung hinsichtlich der Schulterbeschwerden links. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen 
Unfallversicherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, 
eines Nichtberufsunfalles, einer Berufskrankheit oder einer unfallähnlichen 
Körperschädigung voraus (Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 
Unfallversicherung vom 20. März 1981 [UVG; SR 832.20]; Art. 9 Abs. 2 der 
Verordnung über die Unfallversicherung vom 20. Dezember 1982 [UVV; SR 
832.202]). Der Unfallversicherer haftet jedoch für einen 

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Gesundheitsschaden nur insoweit, als dieser in einem natürlichen sowie 
adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht (BGE 
129 V 177 E. 3 S. 181). 

2.2 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 S. 
337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). 

Für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt es, wenn 
der Unfall für eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache 
darstellt (BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125, 123 V 43 E. 2b S. 45; SVR 2009 
UV Nr. 3 S. 12 E. 8.3).

2.3 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitli-
chen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tat-
frage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im 
Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversi-
cherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für 
die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). 

3.

3.1 Zunächst ist unbestritten, dass der Treppensturz vom 29. Januar 
2013 einen Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG darstellt. Die Beschwerdegeg-
nerin hat für dieses ihr mit Schadenmeldung UVG vom 12. Februar 2013 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Feb. 2015, UV/14/982, Seite 7

(act. IIA 56) gemeldete Ereignis Versicherungsleistungen erbracht, diesel-
ben indes am 26. Februar 2014 (act. IIA 15) verfügungsweise mit der Be-
gründung eingestellt, die Schulterbeschwerden links respektive die doku-
mentierten Verletzungen seien nicht überwiegend wahrscheinlich auf das 
Unfallereignis vom 29. Januar 2013 zurückzuführen. Gleichzeitig verzichte-
te sie auf eine Rückforderung der bisher erbrachten Leistungen.

Demnach liegt eine Leistungseinstellung ex nunc et pro futuro vor, wozu 
die Beschwerdegegnerin grundsätzlich berechtigt ist, ohne dass sie sich 
hierzu auf einen Rückkommenstitel berufen müsste (vgl. BGE 130 V 380 
E. 2.3.1 S. 384). 

3.2 Zur Frage der gesundheitlichen Einschränkungen in der linken 
Schulter sowie des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Er-
eignis vom 29. Januar 2013 und den geklagten Beschwerden ergeben die 
medizinischen Akten im Wesentlichen das folgende Bild: 

3.2.1 In der Schadenmeldung UVG vom 12. Februar 2013 (act. IIA 56) 
wurde unter Ziffer 9 als betroffener Körperteil „Halswirbel“ und als Art der 
Schädigung „Nerven gezerrt“ angegeben. 

3.2.2 Die Erstbehandlung erfolgte am 1. Februar 2013 bei Dr. 
E.________ (Bericht vom 13. Februar 2013 [act. IIA 55]). Dieser befundete 
einen immobilen und massiv schmerzenden linken Ellenbogen links sowie 
zervikobrachiale Schmerzen und diagnostizierte eine Zervikobrachialgie 
sowie eine Kontusion. 

Die gleichentags auf Veranlassung von Dr. E.________ hin erfolgten bild-
gebenden Untersuchungen ergaben hinsichtlich des linken Ellenbogens 
keinen Frakturnachweis bzw. eine Tendinitis calcarea der Trizepssehne 
(act. IIA 121) und hinsichtlich der Halswirbelsäule keinen Nachweis einer 
Fraktur oder einer discoligamentären Verletzung (act. IIA 120).

3.2.3 Am 26. Februar 2013 schildete die Beschwerdeführerin das Ereignis 
vom 29. Januar 2013 auf einem Frageblatt dahingehend, sie sei von einer 
Stufe abgerutscht, mit hochgerissenem Arm auf den Rücken gefallen und 
die ganze Treppe weiter nach unten gerutscht (act. IIA 48). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Feb. 2015, UV/14/982, Seite 8

3.2.4 Dr. med. H.________, Facharzt für Neurologie FMH, diagnostizierte 
im Bericht vom 5. April 2013 (act. IIA 118 f.) ein cervicobrachiales 
Schmerzsyndrom. In befundmässiger Hinsicht hielt er fest, die Kopfrotation 
und -reklination führe zu lokalen Schmerzen cervikal, mit Ausstrahlung in 
Richtung linkes Schulterblatt. Die Schulterelevation gelinge, begleitet von 
Schmerzen im Bereich der Clavicula. Der linke Arm werde in einer Schon-
haltung vor dem Körper gehalten; Druck auf die distale Bizepssehne führe 
lokal zu heftigem Schmerz, die Epicondylen seien selber nicht direkt 
schmerzhaft. Die rohe Kraft sei intakt, im Vorhalteversuch bestehe kein 
Absinken (S. 1). Es handle sich nicht um eine radikulopathische oder neur-
opathische Erkrankung, sondern um Schmerzen des Bewegungsapparates 
(S. 2). 

3.2.5 Am 9. April 2013 konsultierte die Beschwerdeführerin Dr. med. 
I.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, welcher im We-
sentlichen den folgenden Befund erhob: Linker Arm in Schonhaltung flek-
tiert im Ellenbogen, keine Triggerpunkte im Bereich der Rotatorenman-
schette. Schmerz auslösbar bei forcierter Flektion und Extension des El-
lenbogens; Bewegungsumfänge voll möglich (Bericht vom 21. Mai 2013 
[act. IIA 108]). 

3.2.6 Am 25. April 2013 befragte die Beschwerdegegnerin die Beschwer-
deführerin u.a. zum Unfallhergang und zu den Beschwerden. Im entspre-
chenden Bericht vom 29. April 2013 (act. IIA 41 ff.) wurde festgehalten, die 
Beschwerdeführerin sei gemäss eigenen Angaben wohl bei der 3. Stufe 
über den Rand abgerutscht und anschliessend die ganze Treppe mit den 
Beinen voran hinuntergerutscht. Als sie den drohenden Sturz realisiert 
habe, habe sie wohl die Hände nach oben gerissen und sei im Anschluss 
mit dem Gesäss, dem Rücken und Schulterbereich an den mit Teppich 
überzogenen Stufen hart aufgeschlagen. Im Anschluss an den Sturz seien 
zwar leichtere Schmerzen an den vom Aufprall betroffenen Körperstellen 
verspürt worden; sie habe jedoch die Arbeiten an diesem Tag ausführen 
können. Lediglich eine gewisse Benommenheit habe sie an diesem Morgen 
und im Verlauf des Tages wahrgenommen. Äussere Verletzungen hätten 
keine festgestellt werden können. Es seien zwei weitere Arbeitstage 
gefolgt, ehe die Beschwerdeführerin aufgrund der akut verschlimmerten 

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Schmerzsituation im linksseitigen Nacken- und Schulterbereich und dem 
schmerzhaften linken Ellenbogen mit Gefühlsstörungen in den Fingern 
einen Arzt aufgesucht habe.

3.2.7 Mit Bericht vom 17. Mai 2013 (act. IIA 116) diagnostizierte Dr. 
E.________ eine Zervikobrachialgie, eine Lumboischialgie sowie einen 
Supraspinatusriss. Es beständen chronische vertebrale Schmerzen und 
Kniebeschwerden; neu dazu gekommen seien Schulter- und 
Armschmerzen. Die Abduktion und Rotation seien massiv eingeschränkt 
und schmerzhaft. 

Aufgrund dessen wies Dr. E.________ die Beschwerdeführerin dem in der 
gleichen Praxis tätigen Dr. med. J.________, Praktischer Arzt, zu. Dieser 
veranlasste am 22. Mai 2013 (act. IIA 113) ein Arthro-MRI, welches wie 
folgt beurteilt wurde: „SLAP Typ II. Keine Fraktur. Diskrete Läsion der ante-
rosuperioren Gelenkskapsel. Ansonsten normale MRI des Schultergelenks, 
keine Rotatorenmanschettenläsion, keine degenerativen oder posttrauma-
tischen AC-Gelenksveränderungen.“

3.2.8 Am 25. Juli 2013 erfolgte eine Schulterarthroskopie links mit Teno-
dese der langen Bizepssehne und kranialer Labrumrefixation. Im entspre-
chenden Bericht (act. IIA 98) hielt Dr. med. K.________, Facharzt für 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates 
FMH, fest, es handle sich um eine „bandlaxe Patientin“. Unter Diagnostik 
führte er Folgendes aus: „Intakte Knorpelbeläge glenohumeral […], intaktes 
dorso-kaudales Labrum […]. Typischer Buford-Komplex […], daran an-
grenzend instabile SLAP-Läsion II mit positivem Peel-back […]. Lange Bi-
cepssehne im Sulcus bland […], […], überwiegend intakte Unterfläche der 
Supraspinatussehne, intakter Subscapularis […]. Subacromial multiple 
Bursasegel bei intakter Oberfläche der Rotatorenmanschette […].“ 

3.2.9 Im Bericht des Spitals vom 17. Dezember 2013 (act. IIA 89 f.) wurde 
festgehalten, es habe sich postoperativ eine Frozen Shoulder bei CRPS 
des Nervus supraclavicularis entwickelt. Der Heilverlauf sei verzögert.

3.2.10 In der versicherungsmedizinischen Stellungnahme vom 17. Januar 
2014 (act. IIA 64 ff.) hielt Dr. med. F.________ fest, unter Berücksichtigung 
aller Gegebenheiten und Befunde sprächen gegen einen überwiegend 

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wahrscheinlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 
29. Januar 2013 und der zur Arthroskopie des linken Schultergelenkes mit 
„Tenodese der langen Bizepssehne und kranialer Labrumrefixation" 
führenden Schultergelenksbeschwerden das Fehlen einer pathologischen 
bzw. klinisch bedeutsamen Veränderung im Bereich des linken 
Schultergelenks, welche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das 
Sturzereignis zurückgeführt werden könne. Hingegen liessen sich als 
anatomische Normvarianten ein Buford-Komplex und eine atraumatische 
Schulterinstabilität (überwiegend wahrscheinlich bei angeborener, 
multidirektionaler Hyperlaxität der Gelenkkapsel) objektivieren. Weder 
bildgebend noch intraoperativ könnten zudem Hinweise auf sonstige 
traumatische Veränderungen im Bereich des Gelenks objektiviert werden. 
Für die Beurteilung der traumabedingten Entstehung einer SLAP-Läsion sei 
zudem von Bedeutung, ob unfallnah eine der Traumagenese entsprechende 
deutliche klinische Symptomatik aufgetreten sei. Dies sei bei der 
Beschwerdeführerin jedoch zu verneinen. So sei zur Anerkennung einer 
überwiegend wahrscheinlichen Unfallkausalität insbesondere unfallnah eine 
akute und deutliche funktionsbeeinträchtigende Schultersymptomatik zu 
fordern, welche bei der Beschwerdeführerin nicht vorgelegen habe. Auch 
deren Angabe, vor dem Sturzereignis unter keinen Beschwerden im Bereich 
des linken Schultergelenks gelitten zu haben, lasse nicht zwingend den 
Schluss auf eine Unfallkausalität der später angegebenen Beschwerden zu 
(S. 18 f.). 

3.2.11 Mit Bericht vom 13. März 2014 (act. IIA 60) hielt Dr. med. 
J.________ fest, die Beschwerdeführerin leide nach ihrem Unfall im Januar 
2013 an einer „Kausalität bedingten“ SLAP-Läsion der linken Schulter und 
zusätzlich an einem Labrumriss. Beides habe chirurgisch versorgt werden 
müssen. Die Beschwerdeführerin habe vorher nie irgendwelche 
Schulterbeschwerden gehabt und sei nie wegen Schulterbeschwerden in 
Behandlung oder deswegen arbeitsunfähig gewesen.

3.2.12 Dr. E.________ hielt im Bericht vom 14. März 2014 (act. IIA 59) 
fest, die Schulter sei noch nie schmerzhaft gewesen. Nach dem Unfall 
hätten die Schulterschmerzen begonnen. Diese würden durch die 
fehlgeschlagene Operation verschlimmert; hinzu komme eine 

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Sudeckerkrankung. Die „Kausalität Unfall Schulterschmerz“ sei zweifelsfrei 
gegeben.

3.2.13 Dr. med. K.________ hielt mit zu Handen des Rechtsvertreters 
erstelltem Bericht vom 2. Mai 2014 (act. IIA 58) fest, aufgrund der 
intraoperativen Befunde anlässlich der Schulteroperation links vom 25. Juli 
2013 sei die Unfallkausalität eindeutig gegeben. Die SLAP-Läsion, welche 
den Hauptbefund darstelle, sei unfallbedingt; es existiere ein adäquates 
Trauma; vor dem Unfall sei die Beschwerdeführerin beschwerdefrei 
gewesen. Die weiteren beschriebenen, von der begutachtenden Ärztin ins 
Feld geführten Befunde (Buford-Komplex, Bandlaxität) seien im Kontext 
wohl wichtig, änderten jedoch nichts an der oben genannten Feststellung.

3.2.14 Im Bericht vom 25. September 2014 (act. I 3) hielt Dr. med. 
H.________ anamnestisch fest, der Beschwerdeführerin habe es beim 
Treppensturz den linken Arm mit Kraft in eine Extensionsstellung gerissen. 
Sie habe dabei ein Zerreissungsgefühl in der Schulter verspürt. Der initiale 
Schmerz habe sich innerhalb von 3 Tagen derart gesteigert, dass sie ihre 
Arbeit als … habe unterbrechen müssen (S. 1). Es sei inakzeptabel, dass die 
Unfallversicherung unter Berufung auf den an der linken Schulter 
vorliegenden Buford-Komplex einen Zusammenhang mit dem Unfall 
verneine. Dies, weil der Chirurg zwar einen typischen Buford-Komplex be-
schreibe, jedoch daran anschliessend eine instabile SLAP-Läsion, womit es 
sich um zwei Diagnosen handle. Zudem sei eine SLAP-Läsion in dieser 
beschriebenen Art auch bei Vorliegen eines Buford-Komplexes eine 
unfallbedingte Verletzung. Schliesslich sei ein CRPS im Zusammenhang 
mit der Verletzung oder dem verletzungsbedingt notwendigen 
Schultereingriff zu sehen (S. 3).

3.2.15 Dr. med. G.________ hielt im Bericht vom 18. November 2014 (act. 
I 6) zuhanden des Rechtsvertreters fest, eine SLAP-Läsion sei schwierig zu 
diagnostizieren. Die Unfallanamnese und Biomechanik hätten keinen 
Stellenwert. Sicher habe die Beschwerdeführerin beim Sturz versucht, eine 
Abwehrhaltebewegung zu machen und dabei sei es mit grosser 
Wahrscheinlichkeit beim Hochreissen der Arme und dem wahrscheinlichen 
Versuch, sich am Geländer festzuhalten, zu einer forcierten Aussenrotation 
gekommen. Diese könne bereits zu einer Subluxation führen; durch diesen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Feb. 2015, UV/14/982, Seite 12

Mechanismus könne die SLAP-Läsion postuliert werden. Im Übrigen sei 
eine SLAP-Läsion immer traumatisch und nie – wie Dr. med. F.________ 
postuliere – auch degenerativ bedingt. Zusatzverletzungen seien bei 
gleichzeitigem Vorliegen einer gewissen Laxität nicht vorhanden. Im 
Übrigen komme es bei Vorliegen eines Buford-Komplexes häufiger 
gleichzeitig bei einem entsprechenden Trauma zu einer zusätzlichen 
SLAP-Läsion. Schliesslich handle es sich bei der Zervikobrachialgie, 
weswegen die Beschwerdeführerin behandelt worden sei, um einen 
Sammelbegriff für Schmerzen im Schulter-Arm-Bereich.

3.3

3.3.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Nach der Praxis sind Aktengutachten nicht zu beanstanden, wenn die Ak-
ten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Sta-
tus ergeben und diese Daten unbestritten sind. Der Untersuchungsbefund 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Feb. 2015, UV/14/982, Seite 13

muss lückenlos vorliegen. Der Experte muss sich aufgrund vorhandener 
Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen können (RKUV 2006 U 
578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b). 

3.3.3 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee S. 353 f.). Soll ein 
Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens 
entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 
Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der 
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 
Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 
V 465 E. 4.4 S. 469 f.).

3.4 Das Gutachten von Dr. med. F.________ vom 17. Januar 2014 (act. 
IIA 64 ff.) erfüllt die Voraussetzungen der Rechtsprechung an Expertisen 
(vgl. E. 3.3.2 vorne) und erbringt vollen Beweis. Dabei schadet nicht, dass 
es sich um ein Aktengutachten handelt, konnte Dr. med. F.________ ihre 
Beurteilung doch auf einen bildgebend sowie intraoperativ und damit lü-
ckenlos erhobenen Befund abstellen; zudem kann insbesondere (auch) die 
Kausalität im Rahmen eines Aktengutachtens erörtert werden (Entscheid 
des Bundesgerichts [BGer] vom 9. November 2011, 8C_383/2011, E. 4.2). 
Auch ergeben die Akten ein vollständiges Bild über die Anamnese sowie 
den Verlauf der linksseitigen Schulterbeschwerden. Ihre Schlussfolgerung, 
wonach die zu einer Tenodese der langen Bizepssehne und kranialer La-
brumfixation führenden Schultergelenksbeschwerden nicht überwiegend 
wahrscheinlich durch das Ereignis vom 29. Januar 2013 verursacht wur-
den, leuchtet ein und ist mit Blick auf das im Aktengutachten dargelegte 
Argumentarium (vgl. E. 3.2.10 vorne) ohne weiteres nachvollziehbar (vgl. 
E. 3.3.2 vorne). 

3.5 Was die Beschwerdeführerin gegen den Beweiswert des Aktengut-
achtens vorbringt, dringt nicht durch: 

3.5.1 Soweit zunächst geltend gemacht wird, Dr. med. F.________ sei 
aufgrund ihrer fachärztlichen Qualifikation „nicht zwingend für die Beurtei-

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Feb. 2015, UV/14/982, Seite 14

lung einer komplexen Schulterproblematik prädestiniert“, kann der Be-
schwerdeführerin nicht gefolgt werden. Unbestrittenermassen verfügt Dr. 
med. F.________ u.a. über den Facharzttitel (und ein entsprechendes 
Fortbildungsdiplom) für physikalische Medizin und Rehabilitation (vgl. 
www.doctorfmh.ch). Diese ist zuständig für die Prävention, die Diagnostik, 
die Behandlung und das Rehabilitationsmanagement von Menschen jeden 
Alters mit behindernden Gesundheitsschädigungen. Fachärzte für physika-
lische Medizin und Rehabilitation verfügen über eine umfassende Ausbil-
dung und beherrschen u.a. die Anatomie und Physiologie der Gelenk-, 
Wirbelsäulen- und Muskelfunktionen sowie die Biomechanik im Bereich des 
Bewegungsapparates (vgl. Weiterbildungsprogramm der FMH vom 1. Ja-
nuar 2008, letztmals revidiert am 7. März 2013, abrufbar unter 
www.fmh.ch/bildung-siwf/fachgebiete/facharzttitel-und -schwerpunkte/ phy-
sikalische-medizin-rehabili.html). Obwohl Dr. med. F.________ ihren Fach-
arzttitel offenbar nicht im Rahmen der schweizerischen FMH-Weiterbildung 
erworben hat, darf aufgrund der Anerkennung des entsprechenden Weiter-
bildungstitels im Jahr 2004 (http://www.medregom.admin.ch) sowie im Lich-
te ihres zwischenzeitlichen Erwerbs eines entsprechenden Fortbildungsdi-
ploms ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass sie die Bildungs-
standards ihrer Berufsfachgruppe erfüllt, zumal Gegenteiliges insoweit nicht 
vorgebracht wird. Damit schmälert der Umstand, wonach Dr. med. 
F.________ nicht zusätzlich den Facharzttitel für Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates trägt, den Beweiswert ihres 
Aktengutachtens nicht. Dies umso weniger, als sie über ein Zertifikat 
„Sportmedizin (GOTS)“ verfügt, welches – nebst einem abgeschlossenen 
Medizinstudium in Deutschland, Österreich oder der Schweiz – eine 
persönliche sportorthopädische Tätigkeit voraussetzt (vgl. 
www.gots.org/zertifikat-gots-sportarzt). Demnach braucht auf die 
Behauptung der Beschwerdeführerin, Dr. med. F.________ fehle die 
klinische Erfahrung für die Gutachtertätigkeit, nicht weiter eingegangen zu 
werden, zumal dies nicht weiter substanziiert wird und Dr. med. 
F.________ jedenfalls – wie auch die Beschwerdeführerin einräumt – über 
eine Berufsausübungsbewilligung (für den Kanton Zürich) verfügt. Somit ist 
entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin auch die Antwort des 
Bundesrats auf die Interpellation Heim (act. I 4) für die Beurteilung des 
vorliegenden Falls unbeachtlich. 

http://www.doctorfmh.ch/
http://www.fmh.ch/bildung-siwf/fachgebiete/facharzttitel-und%20-schwerpunkte/%20physikalische-medizin-rehabili.html
http://www.fmh.ch/bildung-siwf/fachgebiete/facharzttitel-und%20-schwerpunkte/%20physikalische-medizin-rehabili.html
http://www.medregom.admin.ch/
http://www.gots.org/zertifikat-gots-sportarzt

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Feb. 2015, UV/14/982, Seite 15

3.5.2 Was im Weiteren die inhaltliche Kritik am Aktengutachten und an 
den Schlussfolgerungen von Dr. med. F.________ angeht, so ist 
Folgendes festzuhalten: 

Soweit Dr. med. J.________ und Dr. E.________ in den Berichten vom 13. 
bzw. 14. März 2014 (act. IIA 60; 59) die Kausalität der 
Schulterbeschwerden zum Unfall vom 29. Januar 2013 im Wesentlichen 
damit begründen, die Beschwerdeführerin habe vor dem Treppensturz nie 
über Schulterschmerzen links gelitten, läuft dies auf eine für den Nachweis 
des natürlichen Kausalzusammenhangs unzureichende Argumentation 
„post hoc ergo propter hoc“ hinaus, weshalb die nämlichen Berichte den 
Beweiswert des Aktengutachtens vom 17. Januar 2014 nicht schmälern, 
zumal darin auch anderweitig keine Aspekte aufgezeigt werden, welche 
Zweifel an der Kausalitätsbeurteilung von Dr. med. F.________ zu wecken 
vermöchten.

Sodann weist Dr. med. F.________ darauf hin, dass SLAP-Läsionen 
traumatisch oder degenerativ entstehen können (act. IIA 78), wohingegen 
die behandelnden Ärzte und namentlich Dr. med. G.________ im Ergebnis 
aus der Diagnose einer SLAP-Läsion auf deren Kausalität zum 
inkriminierten Ereignis schliessen (vgl. act. IIA 58; act. I 3 S. 3; 6 S. 2). 
Letzterer postulierte im zuhanden des Rechtsvertreters der 
Beschwerdeführerin verfassten Bericht vom 18. November 2014 (act. I 6) 
explizit, eine SLAP-Läsion sei „immer traumatisch“. Indes ist mit dieser 
Feststellung mit Bezug auf den vorliegenden Fall nichts gewonnen, da der 
medizinische Traumabegriff nicht mit dem rechtlichen identisch ist (vgl. 
Entscheid des BGer vom 4. Februar 2013,8C_909/2012, E. 4.3). Davon 
abgesehen, belegt Dr. med. G.________ seine Aussage nicht näher, auch 
nicht anhand der von ihm beigelegten wissenschaftlichen Fachbeiträge. Im 
Gegenteil geht aus diesen hervor, dass eine SLAP-Läsion „as a 
consequence of direct trauma or overuse“, mithin auch durch 
Überbeanspruchung, resultieren kann und dass Personen, welche – wie 
die Beschwerdeführerin – an einem Buford-Komplex leiden, für eine SLAP-
Läsion prädisponiert sind (act. I 9, S. 1202; 11 S. 568), woraus zu 
schliessen ist, dass auch vorliegend die Diagnose allein nicht schon deren 
Kausalität zum Ereignis vom 29. Januar 2013 impliziert. Davon abgesehen, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Feb. 2015, UV/14/982, Seite 16

ist der Auffassung von Dr. med. G.________ entgegen zu halten, dass die 
höchstrichterliche Rechtsprechung – allerdings im Zusammenhang mit ei-
ner fraglichen Berufskrankheit – gestützt auf die medizinische Doktrin er-
klärt hat, dass eine SLAP-Läsion II multifaktoriellen Ursprungs sein könne 
und auch mit einem degenerativen Vorzustand zu assoziieren sei (vgl. Ent-
scheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] 
vom 19. Juni 2006, U 101/06, E. 4; vgl. auch CHRISTINA ROOS, SLAP-
Läsionen, Diss. Freiburg i.Br. 2009, S. 9 [abrufbar unter www. freidok. uni-
freiburg. de/volltexte/6449/pdf/ Diss_Christina_Roos_klein.pdf]). Somit ver-
fängt die entsprechende Kritik an der Beurteilung von Dr. med. F.________ 
nicht.

Im Weiteren führt Dr. med. F.________ gegen die Kausalität der 
Schulterbeschwerden ins Feld, unfallnah habe keine der Traumagenese 
entsprechende deutliche klinische Symptomatik vorgelegen, während die 
Beschwerdeführerin geltend macht, entgegen Dr. med. F.________ sei in 
den unmittelbar nach dem Treppensturz vom 29. Januar 2013 erstellten 
medizinischen Akten durchaus (auch) auf Schulterschmerzen links 
hingewiesen worden. Dem ist zu entgegnen, dass Dr. E.________ im 
Arztzeugnis UVG vom 13. Februar 2013 (act. IIA 49; 55) zwar 
cervicobrachiale Schmerzen – wenn auch ohne nähere Angaben zu deren 
Lokalisation – vermerkte, dies indes keine Untersuchungen der (linken) 
Schulter nach sich zog: Die Beschwerdeverführerin weist darauf hin, dass 
es sich bei einer SLAP-Läsion um eine „äusserst schmerzhafte Verletzung“ 
(Beschwerde, S. 6) handle, weshalb davon auszugehen ist, dass – wäre 
die linke Schulter beim Sturz primär betroffen worden – auch unmittelbar 
entsprechende (bildgebende) Abklärungen veranlasst worden wären. 
Stattdessen konzentrierten sich die Untersuchungen auf den linken 
Ellenbogen sowie die Halswirbelsäule (act. IIA 120 f.), was im Übrigen auch 
zu den Angaben der Beschwerdeführerin gegenüber der 
Beschwerdegegnerin passt, wonach sie im Anschluss an den Sturz zwar 
leichtere Schmerzen an den vom Aufprall betroffenen Körperstellen 
verspürt habe, die Arbeiten jedoch noch (zwei weitere Tage) habe 
ausführen können (act. IIA 42). Sodann weist Dr. med. F.________ zu 
Recht darauf hin, dass auch der über zwei Monate nach dem Sturzereignis 
konsultierte Neurologe, Dr. med. H.________, keine Einschränkungen der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Feb. 2015, UV/14/982, Seite 17

aktiven und passiven „Funktionsausmasse“ des linken Schultergelenks 
oder daselbst eine – aufgrund einer schmerzbedingten Schonung erfolgten 
– Muskelatrophie befundet hatte (act. IIA 118). Auch Dr. med. I.________ 
vermerkte nach der Konsultation vom 9. April 2013 „Bewegungsumfänge 
voll möglich“ (act. IIA 108). Erst im Bericht von Dr. E.________ vom 17. 
Mai 2013 (act. IIA 116) wird auf eine nunmehr massiv eingeschränkte und 
schmerzhafte Abduktion und Rotation hingewiesen. Im daraufhin erstellten 
MRT vom 22. Mai 2013 (act. IIA 112) wurde ein Unterflächenriss des 
superioren Labrums festgestellt, was als SLAP-Läsion beurteilt wurde. 
Indessen wird der Beweiswert eines Befundes relativiert, wenn dieser – wie 
hier – erst erhebliche Zeit nach dem inkriminierten Ereignis erhoben wird, 
da die festgestellte Schädigung allenfalls im Zusammenhang mit einem 
anderen Sachverhalt zu sehen ist. Daraus folgt, dass die Schlussfolgerung 
von Dr. med. F.________, wonach (u.a.) die nach dem Unfall (echtzeitlich) 
dokumentierte Symptomatik und die Befunde gegen einen Zusammenhang 
der Schulterbeschwerden mit dem Sturzereignis vom 29. Januar 2013 
sprechen, im Lichte der Aktenlage nicht zu beanstanden ist. 

Ferner legen die nach der leistungsablehnenden Verfügung vom 
26. Februar 2014 (act. IIA 15) im Auftrag der Beschwerdeführerin Stellung 
nehmenden und die Kausalität bejahenden Ärzte in ihren Berichten einen 
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellten 
Ereignishergang zugrunde: So hielt Dr. med. H.________ im Bericht vom 
25. September 2014 (act. I 3) fest, dass es der Beschwerdeführerin beim 
Treppensturz vom 29. Januar 2013 „den linken Arm mit Kraft in eine 
Extensionsstellung gerissen“ habe, begleitet von einem 
„Zerreissungsgefühl in der Schulter“. Dr. med. G.________ führte im 
Bericht vom 18. November 2014 (act. I 6 S. 2) aus, „sicher versuchte sie 
[die Beschwerdeführerin] eine Abwehrhaltebewegung zu machen und 
dabei ist es mit grosser Wahrscheinlichkeit beim Hochreissen der Arme 
und Versuch sich wahrscheinlich am Gelände[r] festzuhalten zu einer 
forcierten Aussenrotation gekommen.“ Gemäss Angaben der 
Beschwerdeführerin rutschte sie von der Stufe, fiel mit „hochgerissenem 
Arm“ auf den Rücken und rutschte die ganze Treppe (mit den Beinen 
voran) weiter nach unten (act. IIA 48; 41 S. 1). Von einem 
Zerreissungsgefühl in der Schulter oder davon, dass es der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Feb. 2015, UV/14/982, Seite 18

Beschwerdeführerin den Arm mit Kraft (passiv und über das blosse 
Hochreissen hinausgehend) in eine Extensionsstellung oder beim Versuch, 
sich am Geländer festzuhalten, gar in eine forcierte Aussenrotation 
gerissen hat, ist in den Schilderungen der Beschwerdeführerin zum 
Ereignishergang nicht die Rede, wobei nach allgemeiner Lebenserfahrung 
zu erwarten wäre, dass derlei signifikante Sachverhaltselemente erwähnt 
worden wären, hätten sie sich ereignet. Soweit Dr. med. G.________ 
deshalb aufgrund dieses von ihm vermuteten, dem Dargelegten zufolge 
jedoch nicht rechtsgenüglich erstellten Ereignishergangs auch eine 
Subluxation der Schulter und – mittelbar – die SLAP-Läsion begründet, 
erweist sich dies als spekulativ. Demnach vermögen die Berichte der Dres. 
med. H.________ und G.________ die Kausalitätsbeurteilung von Dr. med. 
F.________ nicht zu falsifizieren. 

Schliesslich bleibt anzufügen, dass entgegen Dr. med. G.________ Dr. 
med. F.________ nicht behauptet hat, durch das Vorliegen eines Buford-
Komplexes könne keine SLAP-Läsion vorliegen, sondern einzig darauf 
hinwies, dass arthroskopische Verwechslungen eines Buford-Komplexes 
mit traumatischer Abscherung des Labrums nicht selten seien (act. IIA 80). 

3.5.3 Demnach vermögen weder die von der Beschwerdeführerin ins 
Recht gelegten noch die übrigen medizinischen Berichte – auch nur 
geringe – Zweifel am Beweiswert des Aktengutachtens von Dr. med. 
F.________ zu begründen, weshalb der rechtserhebliche Sachverhalt als 
hinreichend abgeklärt zu beurteilen ist und es der von der 
Beschwerdeführerin beantragten Begutachtung nicht bedarf. 

3.6 Zusammenfassend ist überwiegend wahrscheinlich erstellt, dass die 
am 25. Juli 2013 operativ versorgten Schultergelenksbeschwerden links 
nicht überwiegend wahrscheinlich auf das Ereignis vom 29. Januar 2013 
zurückzuführen sind, weshalb die Beschwerdegegnerin ihre Leistungs-
pflicht insoweit zu Recht verneint hat. Da die Operation somit nicht der Be-
hebung von Unfallfolgen galt, ist auch mit Bezug auf das in der Folge dia-
gnostizierte CRPS I die Kausalität zu verneinen bzw. stellt Letzteres eine 
Krankheitsfolge dar. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Feb. 2015, UV/14/982, Seite 19

Der angefochtene Einspracheentscheid vom 22. September 2014 ist somit 
nicht zu beanstanden und die dagegen gerichtete Beschwerde ist abzuwei-
sen. 

4.

4.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht weder für die unterlie-
gende Beschwerdeführerin noch für die obsiegende Beschwerdegegnerin 
ein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG; BGE 126 V 143 E. 4a S. 150). Insbesondere besteht bei 
diesem Ergebnis kein Anspruch auf Übernahme der Kosten von Fr. 300.-- 
für den von der Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 28. November 2014 
zu den Akten gereichten Bericht von Dr. med. G.________ vom 18. No-
vember 2014. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Partei-
entschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Rechtsanwalt C.________ z.H. der Beschwerdegegnerin
- Bundesamt für Gesundheit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Feb. 2015, UV/14/982, Seite 20

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Feb. 2015, UV/14/982, Seite 21

fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.