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**Case Identifier:** 5022e295-92b2-5775-b5e1-00fae77a08bf
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-11-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.11.2010 UV 2009/119
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2009-119_2010-11-25.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2009/119

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 08.04.2020

Entscheiddatum: 25.11.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 25.11.2010
Art. 6 UVG: Unfallkausalität von psychischen Beschwerden des Opfers einer 
Straftat. Schreckereignis verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 25. November 2010, UV 2009/119).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 25. November 2010

in Sachen

I.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Christoph Spahr, Postfach 41, 9320 Arbon,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Bachmann, Schwanenplatz 4, 6004 Luzern,

betreffend

Versicherungsleistungen

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Sachverhalt:

A.       

I.___ war bei der A.___ als Maschinist angestellt und dadurch bei der Suva 

unfallversichert, als er am 29. Mai 2008 im Verlauf einer tätlichen Auseinandersetzung 

mit einer Gruppe von Personen von einem Beteiligten mit einer Eisenstange am Kopf 

(Auge und Kiefer) verletzt wurde (UV-act. 1). Im Bericht des Kantonsspitals St. Gallen 

vom 4. Juni 2008 wurden eine komplexe mittlere Gesichtsfraktur rechts sowie eine 

schwere contusio bulbi bestätigt (UV-act. 2). Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht, 

wobei sie hinsichtlich der psychotherapeutischen Behandlung wegen der noch zu 

prüfenden Kausalitätsfrage einen entsprechenden Vorbehalt anbrachte (UV-act. 20). 

Nach Durchführung von ärztlichen Behandlungen und Abklärungen eröffnete sie dem 

Versicherten mit Verfügung vom 18. Juni 2009, aufgrund der Unterlagen bestehe 

derzeit wegen psychischen Beschwerden seit Februar 2009 eine volle 

Arbeitsunfähigkeit. Die psychogenen Störungen stünden nicht in einem 

adäquatkausalen Zusammenhang mit dem erlittenen Ereignis, weshalb diesbezüglich 

Leistungen entfallen würden. Was die Unfallfolgen anbelange, könne davon 

ausgegangen werden, dass aufgrund der Augenverletzung ab dem 14. Juli 2008 wieder 

eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe. Das Taggeld bis 13. Juli 2008 sei bereits 

abgerechnet worden. Weitergehende Taggeldleistungen seien nicht geschuldet. 

Entsprechend könne die erneute Arbeitsunfähigkeit ab Februar 2009 als Folge der 

psychischen Beeinträchtigung von der Suva nicht übernommen werden. Von Seiten 

der Unfallfolgen werde mit Ausnahme von jährlichen Kontrollen beim Augenarzt von 

einem Behandlungsabschluss ausgegangen (UV-act. 26). Die gegen diese Verfügung 

von Rechtsanwalt lic. iur. Ch. Spahr, Arbon, erhobene Einsprache (UV-act. 28) wies die 

Suva mit Einspracheentscheid vom 4. November 2009 ab. Der Krankenversicherer des 

Versicherten zog die von ihm erhobene Einsprache nach Einsichtnahme in die Akten 

wieder zurück (UV-act. 30, 37).

B.       

B.a   Gegen den Einspracheentscheid vom 4. November 2009 erhob Rechtsanwalt 

Spahr für den Versicherten am 4. Dezember 2009 Beschwerde mit den Anträgen, der 

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Entscheid (und mit ihm die Verfügung vom 18. Juni 2009) sei aufzuheben und dem 

Beschwerdeführer seien für die Zeit vom 14. Juli 2008 bis und mit 15. August 2009 die 

gesetzlichen Versicherungsleistungen auszurichten. Eventualiter sei die Angelegenheit 

zu neuer Entscheidung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung 

führte der Rechtsvertreter unter anderem aus, der Sachverhalt, wie er im 

angefochtenen Entscheid dargelegt werde, sei unvollständig, verkürzt und verdrehe die 

Tatsachen in wesentlichen Punkten. Insbesondere könne nicht einfach auf den Rapport 

der Kantonspolizei St. Gallen abgestellt werden. Die Strafermittlungen seien noch nicht 

abgeschlossen, und der Beschwerdeführer werde sich gegen jede strafrechtliche 

Verurteilung mit den gebotenen rechtlichen Mitteln zur Wehr setzen. Seit der 

Wiederaufnahme der Psychotherapie am 20. Februar 2009 sei er bei Dr. B.___, 

Psychotherapeut SPV/VOPT, in ständiger Behandlung. Die Beschwerdegegnerin gehe 

mit keinem Wort auf die Arztberichte von Dr. B.___ vom 18. März und 13. Juli 2009 ein. 

Sie erwähne diese nicht einmal im Sachverhalt. Darin liege eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs, weswegen der Einspracheentscheid aufzuheben sei. Auch der 

Beweisantrag auf fachärztliche Begutachtung sei einfach übergangen worden. 

Aufgrund der ärztlichen Berichte könne nicht ernsthaft bestritten werden, dass ein 

natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Gewaltereignis und den psychischen 

Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers bestehe. Das Ereignis sei als besonderes 

dramatisch und eindrücklich zu qualifizieren. Es könne nicht ernsthaft bestritten 

werden, dass ein solchermassen brutaler Überfall geeignet sei, beim Überfallenen 

psychische Störungen mit Krankheitswert zu verursachen. Auch der Suva-Arzt gehe 

unausgesprochen von einem direkten Zusammenhang zwischen dem 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und dem Gewaltakt aus. Seit er aus 

ärztlicher Sicht ab 16. August 2009 wieder arbeitsfähig sei, bemühe er sich intensiv um 

eine Arbeitsstelle. Die Beschwerdegegnerin habe überhaupt nicht geprüft, ob ein 

Schreckereignis vorgelegen habe. Auch aufgrund des Vorliegens eines 

Schreckereignisses sei die Adäquanz zwischen der Gewaltattacke und den 

psychischen Traumafolgen zu bejahen.

B.b   In der Beschwerdeantwort vom 11. Januar 2010 beantragte Rechtsanwalt lic. iur. 

Reto Bachmann, Luzern, für die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde und 

Bestätigung des angefochtenen Einspracheentscheids. Zur Begründung verweist der 

Rechtsvertreter auf die Darlegungen im angefochtenen Entscheid und führt unter 

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anderem aus, der Polizeibericht gebe die "Aussagen der ersten Stunde" wieder, 

weshalb grundsätzlich darauf abgestellt werden dürfe (BGE 121 V 45 Erw. 2a). Aus 

dem Entscheid des Präsidenten der Anklagekammer vom 4. September 2009 könne 

mitnichten abgeleitet werden, dass der Beschwerdeführer ausschliesslich Opfer der 

Auseinandersetzung gewesen sei. Es seien keine somatischen Unfallfolgen mit 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und keine unfallkausalen psychisch bedingten 

Einschränkungen ausgewiesen. Der Beschwerdeführer könne sich auf keine 

fachärztliche Beurteilung stützen, die eine natürliche Kausalität zwischen den geklagten 

psychisch bedingten Beschwerden und dem Ereignis vom 30. Mai 2008 (29. Mai 2008; 

UV-act. 1) bestätige. Dr. B.___ sei kein Facharzt für psychische Erkrankungen. Auch die 

Adäquanz sei zu verneinen. Der Beschwerdeführer habe ein Verhalten gezeigt, das 

objektiv gesehen bereits das Risiko eingeschlossen habe, verletzt zu werden. Das 

Ereignis sei als banales Unfallgeschehen zu qualifizieren. Es sei nicht geeignet, einen 

invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden zu verursachen. Ein 

Schreckereignis im Sinn der Rechtsprechung habe der Beschwerdeführer nicht erlitten. 

Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liege nicht vor.

B.c   Mit Eingabe vom 27. Januar 2010 stellte der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers unter anderem den Antrag, das Beschwerdeverfahren sei bis zum 

rechtskräftigen Abschluss des von der Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen 

gegen den Beschwerdeführer geführten Strafverfahrens zu sistieren. Der 

Beschwerdeführer werde im Rahmen des Strafverfahrens beweisen, Opfer eines 

tätlichen Angriffs durch eine grosse Überzahl von Personen geworden zu sein (act. G 

5). Der Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin stimmte dem Antrag auf 

Verfahrenssistierung nicht zu. Der Beschwerdeführer bestreite weder das Fehlen 

somatischer Unfallfolgen mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit noch das Vorliegen 

unfallkausaler psychisch bedingter Einschränkungen (act. G 7). Mit Schreiben vom 11. 

Februar 2010 lehnte der Präsident des Versicherungsgerichts eine Verfahrenssistierung 

unter anderem mit dem Hinweis ab, dass insbesondere die Adäquanz der psychischen 

Beschwerden des Beschwerdeführers zu prüfen sei (act. G 8).

B.d   Mit Replik vom 1. März 2010 (act. G 9, einschliesslich weiterer Strafakten [act. 

G 9.1/Beilage 12f]) und Duplik vom 5. März 2010 (act. G 11) bestätigten die Parteien 

ihre Anträge und Ausführungen.

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Erwägungen:

1.        

1.1    Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers rügt, dass im angefochtenen 

Entscheid und in der ihm zugrunde liegenden Verfügung auf die Arztberichte von Dr. 

B.___ nicht eingegangen worden sei. Dadurch sei das rechtliche Gehör verletzt worden 

(act. G 1). Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht 

voll entsprechen (Art. 49 Abs. 3 ATSG). Dies gilt auch für Einspracheentscheide (Art. 52 

Abs. 2 ATSG). Die grundsätzliche Pflicht einer Behörde, ihren Entscheid zu begründen, 

folgt aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör. Dabei sind die Anforderungen an die 

Begründungsdichte unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls sowie der 

Interessen der Betroffenen festzulegen. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass 

der Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. In diesem 

Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die 

Behörde leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Je grösser der Spielraum 

der Behörde (unter anderem infolge Ermessen) und je stärker der Entscheid in die 

individuellen Rechte eingreift, desto höhere Anforderungen sind an dessen Begründung 

zu stellen (BGE 112 Ia 107 Erw. 2b mit Hinweisen; BGE 118 V 58). Die Verwaltung darf 

sich nicht damit begnügen, die von der betroffenen Person vorgebrachten 

Einwendungen zur Kenntnis zu nehmen und zu prüfen; sie hat ihre Überlegungen der 

betroffenen Person gegenüber auch namhaft zu machen und sich dabei ausdrücklich 

mit den Einwendungen auseinander zu setzen oder zumindest die Gründe anzugeben, 

weshalb sie gewisse Gesichtspunkte nicht berücksichtigen kann (BGE 124 V 180 Erw. 

2b). Ein Mangel in der Verfügungsbegründung kann unter bestimmten 

Voraussetzungen im Beschwerdeverfahren geheilt werden (LVGE 1994, 219 Erw. 2b; 

ZAK 1990, 396 Erw. 2). Eine - nicht besonders schwerwiegende - Verletzung des 

rechtlichen Gehörs kann dann als geheilt gelten, wenn der Betroffene die Möglichkeit 

erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie 

die Rechtslage frei überprüfen kann. Diese Voraussetzung ist im Fall des 

Versicherungsgerichts erfüllt (vgl. Art. 46 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege, VRP [sGS 951.1]).

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1.2    Die Beschwerdegegnerin erwähnte die Arztberichte von Dr. B.___ in der 

Verfügung vom 18. Juni 2009 (UV-act. 26) und im angefochtenen Entscheid nicht. Sie 

begründete ihren ablehnenden Entscheid im Wesentlichen mit dem Hinweis auf den 

aus ihrer Sicht nicht gegebenen adäquaten Kausalzusammenhang zwischen Unfall und 

psychischen Beschwerden. Indem sie die Frage der natürlichen Kausalität der 

psychischen Beschwerden offenliess bzw. nicht in Frage stellte (UV-act. 38 S. 4) und 

die Adäquanz verneinte, waren nähere Ausführungen zu den in den Berichten von Dr. 

B.___ dargelegten psychischen Hintergründen und Diagnosen nicht zwingend 

erforderlich. Mit den Ausführungen im angefochtenen Entscheid zeigte die 

Beschwerdegegnerin die Überlegungen, von denen sie sich leiten liess, in zureichender 

Weise auf und setzte sich mit den wesentlichen Gesichtspunkten auseinander. Eine 

Verpflichtung, sich mit jeder tatbeständlichen Behauptung oder jedem rechtlichen 

Einwand zu befassen, besteht nicht (vgl. BGE 124 V 180 Erw. 1a). Ein 

Begründungsmangel ist mithin nicht ersichtlich. Aber selbst wenn von einer Verletzung 

der Begründungspflicht auszugehen wäre, könnte der Mangel im vorliegenden 

Verfahren als geheilt gelten.

2.        

2.1    Streitig ist in materieller Hinsicht, ob die beim Beschwerdeführer vorliegenden 

gesundheitlichen Beschwerden in adäquat-kausalem Zusammenhang zum Unfall vom 

29. Mai 2008 stehen. Die Beschwerdegegnerin legte die rechtlichen Voraussetzungen 

des Bestehens eines adäquaten Zusammenhangs zwischen Gesundheitsbeschwerden 

und Unfall im angefochtenen Entscheid (Erw. 1) zutreffend dar; darauf ist zu verweisen.

2.2    Im Bericht des Kantonsspitals vom 16. Juli 2008 wurde mit Hinweis auf die 

komplexe Gesichtsfraktur rechts und die contusio bulbi eine volle Arbeitsunfähigkeit 

vom 30. Mai bis 14. Juni 2008 bescheinigt (UV-act. 7). Der Psychotherapeut Dr. B.___ 

berichtete am 3. September 2008, der Beschwerdeführer stehe bei ihm seit 14. Juni 

2008 in Behandlung. Damals hätten massive Konzentrations- und Schlafstörungen, 

Ängste, Alpträume und Flashbacks bestanden. Diese psychischen Symptome der 

posttraumatischen Belastungsstörung stünden in direktem Zusammenhang mit der 

Gewalttat. Trotz der guten Behandlungsresultate und der raschen Remission einiger 

typischer Symptome (Ängste, Rückzug) müsse die Behandlung fortgesetzt werden. 

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Nach wie vor seien dysfunktionale Kognitionen (Rachegedanken, Selbstvorwürfe etc.) 

vorhanden. Ebenso spiele das Vermeidungsverhalten eine grosse Rolle (Abbruch der 

langjährigen Beziehung zur Freundin), was direkt auf das Psychotrauma zurückgeführt 

werden könne (Libidoverlust, Gereiztheit). Die Arbeitsfähigkeit habe dank der sofortigen 

psychotherapeutischen Behandlungsaufnahme und nach der Genesung vom 

Kieferbruch erstaunlich schnell wieder hergestellt werden können. Der 

Beschwerdeführer arbeite jetzt wieder 100 %, wobei das Arbeitsumfeld ungünstig sei, 

weil er als einziger Kurde in einer fast ausschliesslich albanischen Arbeitsgruppe 

eingeteilt sei, zu deren Nationalität auch die Täterschaft gehöre. Es sei 

unwahrscheinlich, dass aufgrund des erlittenen Psychotraumas bleibende Nachteile zu 

erwarten seien, wenn die Behandlung vollständig abgeschlossen werden könne. Die 

Prognose sei günstig (UV-act. 11). Die Arbeitgeberin bescheinigte am 28. Oktober 

2008, dass der Beschwerdeführer seit Juli 2008 wieder zu 100 % arbeite (UV-act. 13). 

Im Bericht der Augenklinik des Kantonsspitals St. Gallen vom 20. Januar 2009 wurde 

festgehalten, das rechte Auge habe sich bei initialem Augendruck-Anstieg gut erholt. 

Die Behandlung sei am 11. November 2008 abgeschlossen worden (UV-act. 15). Dr. 

B.___ diagnostizierte im Bericht vom 18. März 2009 eine posttraumatische 

Belastungsstörung, eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome 

sowie Angst und depressive Störung, gemischt. Durch die Gewalttat sei eine erhöhte 

Lichtempfindlichkeit auf dem rechten Auge geblieben. Die Genesung des Kieferbruchs 

sei abgeschlossen. Nach der (psychotherapeutischen) Behandlung vom 28. August 

2008 habe sich der Beschwerdeführer nach einem langen Unterbruch erst am 20. 

Februar 2009 wieder gemeldet, nachdem er von der Arbeit weggelaufen sei. Der Anlass 

dazu seien als kränkend empfundene Äusserungen eines Arbeitskollegen über seinen 

psychischen Zustand gewesen. Der Zustand habe sich seit dem 28. August 2008 

massiv verschlechtert. Wie es für ein schweres posttraumatisches Belastungssyndrom 

typisch sei, habe er sich sukzessive von jeglichen sozialen Kontakten zurückgezogen. 

Er sei hochgradig suizidgefährdet. Ein Klinikaufenthalt sei für den Beschwerdeführer 

unumgänglich. Eine Arbeitsfähigkeit sei nicht mehr gegeben. Der Arbeitgeber habe 

Verständnis für den Beschwerdeführer und wolle ihn erst wieder zur Arbeit aufnehmen, 

wenn sein Zustand stabil sei (UV-act. 18).

2.3    In der ärztlichen Beurteilung vom 22. April 2009 kam Suva-Arzt Dr. med. C.___, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, unter anderem zum Schluss, wenngleich 

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die Verantwortung für die Art und Gestaltung der Behandlung des Beschwerdeführers 

bei den aktuell zuständigen Behandlern liege, so sehe er in diesem Fall, vorausgesetzt, 

dass sich am Zustand nichts Gravierendes verändert habe, durchaus die 

Notwendigkeit einer fachärztlich psychiatrisch-psychotherapeutischen 

(Mit-)Behandlung, sowohl wegen der ausgesprochenen Suizidalität, wie auch, um zu 

einer umfänglichen Diagnostik zu kommen. Diagnostisch bleibe die Frage offen, ob 

nicht zum aktuellen Zeitpunkt ein depressives Bild im Vordergrund stehe, und ob 

Gedanken und Emotionen des Beschwerdeführers, die sich auf die Gewalttat beziehen 

würden, nicht besser als ein depressives Syndrom interpretiert werden könnten, als ein 

Symptom einer posttraumatischen Belastungsstörung. Zusammenfassend sei zu 

sagen, dass die ambulante Behandlung weiter stattfinden sollte, allenfalls intensiviert, 

dass eine Rehabilitation in der Rehaklinik Bellikon dem Zustand des 

Beschwerdeführers nicht gerecht werde, und dass von den Behandlern bei der 

Verschlechterung des Zustands mit Suizidalität auch zu erwägen sei, kurzfristig 

fachärztlich-psychiatrische Behandlung einzubeziehen (UV-act. 22). Dr. Dr. med. D.___, 

Facharzt FMH für Kiefer- und Gesichtschirurgie, hielt im Bericht vom 5. Mai 2009 fest, 

anlässlich der aktuellen Nachkontrolle sei der Patient praktisch beschwerdefrei 

gewesen. Es sei davon auszugehen, dass durch den Unfall keine Okklusionsstörung 

verursacht worden sei (UV-act. 23). Im Bericht der Augenklinik des Kantonsspitals vom 

15. Juni 2009 wurde unter anderem festgehalten, allgemein bestehe bei einer contusio 

bulbi im weiteren Verlauf die Gefahr einer möglichen posttraumatischen 

Augendruckerhöhung oder ein erhöhtes Risiko für eine Netzhautrissbildung mit 

allenfalls Netzhautablösung, weshalb in einem Jahr eine nächste Augenkontrolle 

stattfinden sollte (UV-act. 1.1/10).

2.4    Dr. B.___ betonte im Bericht vom 13. Juli 2009, dass die beim Beschwerdeführer 

vorliegenden typischen Symptome der posttraumatischen Belastungsstörung in 

direktem Zusammenhang mit der Gewalttat des letzten Jahres stehen würden. Obwohl 

der Beschwerdeführer die Therapie zwischen Oktober 2008 und Januar 2009 bei ihm 

ausgesetzt habe, habe sich sein psychischer Zustand damals überhaupt nicht 

gebessert; im Gegenteil: durch den Rückzug und die soziale Isolation habe sich seine 

Situation verschlechtert. Der aggressive Ausbruch an seinem Arbeitsort im Januar 

2009, der dazu geführt habe, dass der Beschwerdeführer wieder von sich aus Kontakt 

mit ihm (dem Psychotherapeuten) aufgenommen habe, sei ein Beispiel für die 

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psychische Übererregung im Rahmen einer posttraumatischen Belastungsstörung. 

Diese stehe in direkter Linie mit der erlittenen Gewalttat. Seit der Wiederaufnahme der 

Therapie im Februar 2009 mache der Beschwerdeführer langsame Fortschritte. 

Allerdings sei er nicht mehr in der Lage gewesen, regelmässig einer Arbeit 

nachzugehen. Er sei motiviert, die Therapie fortzusetzen (UV-act. 28 Beilage 3). Dr. 

B.___ berichtete in der Folge am 13. November 2009, seit dem 16. August 2009 sei der 

Beschwerdeführer wieder voll erwerbsfähig. Leider sei ihm von der bisherigen 

Arbeitgeberin auf diesen Zeitpunkt hin gekündigt worden, so dass er seither arbeitslos 

sei. Trotz dieser neuen Belastungssituation hätten sich die klassischen Symptome der 

posttraumatischen Belastungsstörung zurückgebildet. Vor allem träten 

Konzentrationsstörungen, Alpträume und Schlafstörungen jetzt nicht mehr in 

belastender Weise auf. Auch träfen die Diagnosen einer schweren depressiven Episode 

ohne psychotische Symptome sowie Angst und depressive Störung nicht mehr zu. Als 

erhebliche Bedrohung würden nach wie vor alle Erinnerungen an die Täter erlebt. Auch 

bei Sichtkontakt mit den Tätern steige der Stressspiegel immer noch markant an. Aus 

therapeutischer Sicht könne jedoch davon ausgegangen werden, dass die 

Stabilisierungsphase abgeschlossen sei. Nun stehe die direkte Konfrontation mit dem 

Trauma im Zentrum der Behandlung. Der Beschwerdeführer sei sehr motiviert für die 

Psychotherapie, weshalb er dieselbe aus dem eigenen Sack bezahlt habe, nachdem 

die Beschwerdegegnerin die Kostenübernahme verweigert habe (act. G 1.1/9).     

3.        

3.1    Nachdem von Seiten der Augen- und Kieferverletzung - abgesehen von der 

Notwendigkeit periodischer Augenkontrollen (vgl. act. G 1.1/10) - keine somatischen 

Unfallfolgen (mit Behandlungsnotwendigkeit und/oder Arbeitsunfähigkeit) 

zurückblieben, ist die Frage der Adäquanz der psychischen Beschwerden, welche 

gemäss Bescheinigung von Dr. B.___ bis 16. August 2009 zu einer Arbeitsunfähigkeit 

führten, zu beantworten. Die natürliche Unfallkausalität der psychischen Befunde 

wurde von Dr. B.___ ausdrücklich bestätigt und von Suva-Arzt Dr. C.___ (UV-act. 22) 

jedenfalls nicht in Abrede gestellt. Die Einholung eines entsprechenden fachärztlichen 

Gutachtens (act. G 1 S. 5) erübrigt sich damit. Vorab ist das Vorliegen eines Schreck­

ereignisses zu prüfen. Rechtsprechung und Lehre haben schreckbedingte plötzliche 

Einflüsse auf die Psyche seit jeher als Einwirkung auf den menschlichen Körper (im 

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Sinn des geltenden Unfallbegriffs) anerkannt und für ihre unfallversicherungsrechtliche 

Behandlung besondere Regeln entwickelt. Danach setzt die Annahme eines Unfalls 

voraus, dass es sich um ein aussergewöhnliches Schreckereignis, verbunden mit 

einem entsprechenden psychischen Schock, handelt; die seelische Einwirkung muss 

durch einen gewaltsamen, in der unmittelbaren Gegenwart des Versicherten sich 

abspielenden Vorfall ausgelöst werden und in ihrer überraschenden Heftigkeit geeignet 

sein, auch bei einem gesunden Menschen durch Störung des seelischen 

Gleichgewichts typische Angst- und Schreckwirkungen (wie Lähmungen, Herzschlag 

etc.) hervorzurufen. In jüngerer Zeit wurde diese Rechtsprechung bestätigt und 

dahingehend präzisiert, dass auch bei Schreckereignissen nicht nur die Reaktion eines 

(psychisch) gesunden Menschen als Vergleichsgrösse dienen kann, sondern auch in 

diesem Zusammenhang ebenfalls auf eine "weite Bandbreite" von Versicherten 

abzustellen ist (BGE 129 V 177 Erw. 2.1; SVR 2008 UV Nr. 7 S. 22 Erw. 2.2). Die 

Beurteilung der Adäquanz zwischen Schreckereignissen, bei welchen die versicherte 

Person zwar (auch) körperliche Beeinträchtigungen davonträgt, diese indessen nicht 

entscheidend ins Gewicht fallen, und psychischen Schäden hat nach der allgemeinen 

Adäquanzformel (gewöhnlicher Lauf der Dinge und allgemeine Lebenserfahrung) zu 

erfolgen (SVR 2008 UV Nr. 7 S. 22 Erw. 2.4 mit Hinweisen). An den adäquaten 

Kausalzusammenhang zwischen Schreckereignissen und nachfolgenden psychischen 

Beschwerden werden hohe Anforderungen gestellt. Andererseits ist der 

Versicherungsschutz wie erwähnt einer weiten Bandbreite von Versicherten zu 

gewähren (BGE 129 V 177 Erw. 3.3 mit Hinweisen). Damit sind die strengen 

Anforderungen insbesondere an den Beweis der Tatsachen, die das Schreckereignis 

ausgelöst haben, und an die Aussergewöhnlichkeit dieses Ereignisses sowie den 

entsprechenden psychischen Schock zu stellen. Nach der Rechtsprechung besteht die 

übliche und einigermassen typische Reaktion auf solche Ereignisse erfahrungsgemäss 

darin, dass zwar eine Traumatisierung stattfindet, diese aber vom Opfer in aller Regel 

innert einiger Wochen oder Monate überwunden wird (BGE 129 V 177, SVR 2008 UV 

Nr. 7 S. 22 E. 2.5, je mit Hinweisen).

3.2    Im Rapport der Kantonspolizei St. Gallen vom 17. Juli 2008 über das Ereignis 

vom 29. Mai 2008 wurde festgehalten, dass es zuerst zwischen den beiden 

Fahrzeuglenkern (Beschwerdeführer und N.B.) zu gegenseitigen Behinderungen 

gekommen sei, wobei sich die Aussagen widersprechen würden und jeder den anderen 

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beschuldige. Anschliessend hätten sie am Strassenrand angehalten. Dort sei es zu 

einer ersten tätlichen Auseinandersetzung zwischen den beiden Fahrzeuglenkern 

gekommen. Anschliessend seien sie auf den Parkplatz des Seerestaurants gefahren. 

N.B. habe, noch bevor er auf den Parkplatz gefahren sei, seinen Bruder verständigt. 

Der Beschwerdeführer habe vom Parkplatz aus seinen Vater angerufen. In der Folge 

seien die Beteiligten, teilweise angeblich zufällig, zum Parkplatz des Seerestaurants 

gekommen. Nach einem verbalen Schlagabtausch sei es zur tätlichen 

Auseinandersetzung gekommen, in deren Verlauf N.B. dem Beschwerdeführer eine 

Eisenstange an den Kopf geschlagen habe. Gemäss mehreren übereinstimmenden 

Aussagen habe der Vater des Beschwerdeführers (I.B.), bevor N.B. mit der Eisenstange 

zugeschlagen habe, seine Gegner mit einem Messer bedroht, worauf die Situation erst 

richtig eskaliert sei (UV-act. 21). N.B. wurde unter anderem wegen einfacher 

Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand und Verkehrsregelübertretungen 

zu einer Geldstrafe und einer Busse (act. G 1.1/4), ein weiterer Beteiligter (K.Z.) wegen 

Raufhandels und Drohung zu einer Busse verurteilt (act. G 1.1/5). Das Strafverfahren 

gegen den Beschwerdeführer wegen Raufhandels stellte das Untersuchungsamt 

wegen schwerer Betroffenheit des Täters durch seine Tat ein (act. G 1.1/3). Der 

Präsident der Anklagekammer hob diese Einstellungsverfügung auf Begehren des 

Beschwerdeführers mit Entscheid vom 4. September 2009 auf. Zur Begründung wurde 

unter anderem ausgeführt, die Tatsachen, dass das Verfahren offenbar abgeschlossen 

und die Mitangeschuldigten im gleichen Verfahrenszeitpunkt wegen des Tatbestandes 

des Raufhandels verurteilt worden seien, wie auch der Wortlaut der Strafbescheide, 

wonach die Mitangeschuldigten sich eine wechselseitige tätliche Auseinandersetzung 

mit dem Beschwerdeführer geliefert hätten, würden den Schluss zulassen, dass auch 

beim Beschwerdeführer von einer aktiven Beteiligung und damit von einer Tatschuld 

ausgegangen werden könne. Dieser Eindruck einer aktiven wechselseitigen Beteiligung 

des Beschwerdeführers an der Auseinandersetzung werde auch durch den Wortlaut 

der Vernehmlassung des Staatsanwalts gestützt, wonach sich der Beschwerdeführer 

nach der ersten tätlichen Auseinandersetzung auch einer zweiten Auseinandersetzung 

bewusst gestellt und insgesamt bei dieser Situation keine Rede davon sein könne, 

dass er bei der Auseinandersetzung nur Opfer gewesen wäre (act. G 1.1/6). Er sei 

deshalb durch die Einstellungsverfügung beschwert und habe praxisgemäss Anspruch 

auf materielle Beurteilung der ihm vorgeworfenen Straftatbestände, die er bestreite.

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3.3    In den Berichten des erstbehandelnden Kantonsspitals und von Dr. D.___ wurden 

weder ein psychischer Schock noch andere psychische Auffälligkeiten oder typische 

Angst- und Schreckwirkungen beschrieben (UV-act. 2, 3, 9, 10). Der Hinweis auf 

psychische Beschwerden mit entsprechender Behandlung ab 14. Juni 2008 findet sich 

erstmals im Bericht von Dr. B.___ vom 3. September 2008. Der Psychotherapeut 

vermerkte in jenem Bericht, dass der Beschwerdeführer vorerst massive Konzentra­

tions- und Schlafstörungen, Ängste, Alpträume und Flashbacks gezeigt, sich in der 

Folge jedoch die rasche Remission einiger Symptome (Ängste, Rückzug) ergeben 

habe. Dysfunktionale Kognitionen (Rachegedanken, Selbstvorwürfe etc.) und ein 

Vermeidungsverhalten seien geblieben. Der Beschwerdeführer arbeite zu 100 %, wobei 

das Arbeitsumfeld ungünstig sei (UV-act. 11). Aufgrund dieser Darlegungen ist nicht 

von einem Schreckereignis mit den qualifizierten Merkmalen eines Unfalls im 

dargelegten Sinn auszugehen. Ein eigentliches Schreckereignis erscheint insbesondere 

auch dadurch in Frage gestellt, dass der Beschwerdeführer - ausgehend von seinen 

eigenen Angaben und ohne ihm eine eigentliche Tatbeteiligung im strafrechtlichen Sinn 

(Raufhandel) zu unterstellen - teilweise durch sein Verhalten aktiv dazu beigetragen hat, 

dass es zum (erneuten) Angriff mit der Eisenstange und zum Schlag ins Gesicht kam 

(vgl. dazu UV-act. 21 S. 7f). Der eine Angreifer hatte gemäss Darstellung des 

Beschwerdeführers die Eisenstange zuvor schon längere Zeit in der Hand gehalten und 

gegen den Beschwerdeführer zu verwenden versucht. Nachdem ihm der 

Beschwerdeführer ihn hierauf mit der Hand geschlagen hatte, erhielt er vom Angreifer 

mit der Eisenstange einen Schlag auf den Rücken. Trotzdem fuhr der 

Beschwerdeführer in der Folge auf den Parkplatz, wo er mit den Angreifern "sprechen" 

wollte (UV-act. 21 S. 8), anstatt diesen Ort - wenn nötig zu Fuss und in welche 

Richtung auch immer - zu verlassen, wozu nach Lage der Akten die Möglichkeit 

bestanden hätte (vgl. UV-act. 21 S. 6; act. G 9.1/Beilage 12 S. 3f; act. G 9.1/Beilage 13 

S. 7). Indem er sich selbst in diese Situation begab, musste er mit einem weiteren 

Angriff rechnen, so dass dieser für ihn nicht überraschend kommen konnte. So kamen 

denn auch erst jetzt die vom Angreifer herbeigerufenen weiteren Beteiligten dazu, 

worauf es zum Schlag ins Gesicht des Beschwerdeführers mit der Eisenstange kam 

(vgl. Angaben des Beschwerdeführers in UV-act. 21 S. 8). Unter diesen Umständen 

würden sich bei Abstellen auf die eigenen Angaben des Beschwerdeführers durch 

einen Beizug der Strafakten (act. G 1 S. 6 unten) überwiegend wahrscheinlich keine 

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neuen, zu seinen Gunsten sprechende Erkenntnisse ergeben, so dass ein solcher 

unterbleiben kann.

Selbst wenn - entgegen der vorstehenden Ausführungen - ein Schreckereignis im 

Rechtssinn angenommen würde, wäre der adäquate Kausalzusammenhang zwischen 

psychischen Beschwerden und Schreckereignissen (vgl. auch SVR 2008 UV Nr. 7, 22) 

zu verneinen. Zwar kann dem Geschehen eine gewisse Eindrücklichkeit nicht 

abgesprochen werden und es ist auch nachvollziehbar, dass es vom Beschwerdeführer 

als sehr bedrohlich wahrgenommen wurde. Dennoch erscheint es nach der 

allgemeinen Lebenserfahrung - auch unter Berücksichtigung einer "weiten Bandbreite" 

von Versicherten - nicht geeignet, psychische Störungen mit mehrmonatiger und 

überdies erst lange nach dem Ereignis (im Jahr 2009) aufgetretener Arbeitsunfähigkeit 

auszulösen.

4.        

4.1    Zu prüfen ist somit die Adäquanz gemäss Rechtsprechung zu den psychischen 

Unfallfolgen (BGE 115 V 133). Zunächst ist festzuhalten, dass der in Frage stehende 

Unfall vom 29. Mai 2008 aufgrund des Geschehensablaufs und der Verletzungen (vgl. 

UV-act. 7) nicht als ausserordentlich schweres, lebensbedrohliches Geschehen im Sinn 

der Praxis (dargestellt in RKUV 1995, 91) eingestuft werden kann (vgl. auch Urteile des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 20. Juli 2005 [U 338/04] und vom 13. Juni 

2005 [276/04] Erw. 2.3]. Die Unterscheidung zwischen mittelschweren Unfällen im 

Grenzbereich zu den schweren Unfällen und solchen im mittleren Bereich ist insofern 

von Bedeutung, als bei Unfällen im mittelschweren Bereich nach der Praxis mehrere 

Zusatzkriterien erfüllt sein müssen, um die Adäquanz bejahen zu können, wobei die 

Zahl um so geringer sein kann, je näher das Ereignis bei den schweren Unfällen liegt 

(vgl. dazu BGE 115 V 133 Erw. 6c/bb). Es scheint konkret gerechtfertigt, von einem 

mittelschweren Unfall auszugehen, allerdings nicht im Grenzbereich zu den schweren 

Ereignissen.

4.2    Der Beschwerdeführer lässt geltend machen, er habe Todesängste gehabt, weil 

der Haupttäter ihm immer wieder angedroht habe, er werde ihm die Eisenstange über 

den Schädel schlagen (act. G 1 S. 6). Wie auch immer sich die Angelegenheit im 

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Einzelnen zugetragen hat, kann dem Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit und Dramatik 

nicht abgesprochen werden, wobei der Beschwerdeführer allerdings wie dargelegt 

teilweise selber zum Verlauf beigetragen hat. Hingegen waren die erlittenen 

Verletzungen im Vergleich zu anderen Sachverhalten (vgl. z.B. Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts i. S. R. vom 15. März 2005 [U 214/04]) nicht 

besonders schwer oder von der Art, die erfahrungsgemäss geeignet sind, psychische 

Fehlentwicklungen auszulösen. Zwar war die potentielle Verletzungsmöglichkeit an sich 

gross. Die tatsächlich zugefügten Verletzungen verheilten jedoch im Wesentlichen ohne 

bleibende Folgen. Von einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung 

kann bezüglich der somatischen Verletzungen nicht gesprochen werden. Die 

Augenbehandlung wurde am 11. November 2008 abgeschlossen (UV-act. 15), und Dr. 

D.___ bestätigte am 5. Mai 2009 von Seiten der Gesichtsverletzung praktische 

Beschwerdefreiheit (UV-act. 23). Eine ärztliche Fehlbehandlung und ein schwieriger 

(somatischer) Heilverlauf sind nicht auszumachen. Von Seiten der somatischen 

Verletzungen war der Beschwerdeführer nach dem Unfall ab Juli 2008 wieder voll 

arbeitsfähig (UV-act. 7, 13). Die uneingeschränkte Wiederaufnahme der Arbeit wurde 

am 3. September 2008 auch von Dr. B.___ bestätigt, wobei er auf ein ungünstiges 

Arbeitsumfeld verwies (UV-act. 11). Die vom Psychotherapeuten nach Wiederaufnahme 

der Behandlung im Februar 2009 bescheinigte Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 28 Beilage 3) 

hat vorliegend, da nicht somatisch bedingt, ausser Acht zu bleiben. Körperliche 

Dauerschmerzen können ebenfalls nicht bejaht werden. Unter diesen Umständen muss 

der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den psychischen 

Beschwerden verneint werden (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts vom 2. Juni 

2009 i/S M. [8C_704/2008] Erw. 4.2).

5.        

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 4. November 2009 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine 

zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

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entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 25.11.2010
	Art. 6 UVG: Unfallkausalität von psychischen Beschwerden des Opfers einer Straftat. Schreckereignis verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. November 2010, UV 2009/119).

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