# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 10daf529-f797-5bc4-a5ab-3f7f6e0515c9
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-29
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 29.07.2020 PC200011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PC200011_2020-07-29.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: PC200011-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Vorsitzende, Oberrichter Dr. M. Kriech 

und Ersatzoberrichter Dr. M. Nietlispach sowie Gerichtsschreiber 

MLaw H. Schinz 

Beschluss vom 29. Juli 2020 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Kläger und Beschwerdeführer 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Beklagte und Beschwerdegegnerin 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ 

 

sowie 

 

C._____,  
Verfahrensbeteiligter 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Z._____ 

 

betreffend Abänderung Scheidungsurteil (Gutachten) 
 

- 2 - 

Beschwerde gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen  
Verfahren am Bezirksgericht Uster vom 5. März 2020 (FP190029-I) 
 

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Erwägungen: 

1. Prozessgeschichte 

1.1 Der Kläger und Beschwerdeführer (nachfolgend: Kläger) ersuchte mit seiner 

Abänderungsklage vom 25. Juni 2019 bei der Vorinstanz um Abänderung des 

Scheidungsurteils des Bezirksgerichts Zurzach vom 5. Dezember 2017 (Urk. 8/1). 

Nachdem der anlässlich der Einigungsverhandlung bzw. der Verhandlung über 

vorsorgliche Massnahmen vom 16. Juli 2019 abgeschlossene Vergleich (Prot. VI 

S. 36) von der Beklagten und Beschwerdegegnerin (nachfolgend: Beklagte) mit 

Eingabe vom 18. Juli 2019 widerrufen worden war (Urk. 8/24), beliess die Vo-

rinstanz mit Verfügung vom 30. Juli 2019 die Obhut über den gemeinsamen Sohn 

C._____ einstweilen für die weitere Dauer des Verfahrens bei beiden Parteien, 

legte seinen Wohnsitz beim Kläger fest und räumte der Beklagten ein ausgedehn-

tes Besuchs- und Ferienrecht ein (Urk. 8/28). Beide Parteien nahmen in der Folge 

innert der ihnen angesetzten Frist zur Prozessverbeiständung von C._____ Stel-

lung (Urk. 8/31; Urk. 8/33 und Urk. 8/40), woraufhin für C._____ mit Verfügung 

vom 17. September 2019 Rechtsanwältin lic. iur. Z._____ als Prozessbeiständin 

(nachfolgend: Kindesvertreterin) bestellt wurde (Urk. 8/42).  

1.2 Mit Eingabe vom 6. Dezember 2019 stellte die Kindesvertreterin einen An-

trag auf Einholung eines Gutachtens über die Erziehungsfähigkeit der Parteien 

(Urk. 8/55). Die Beklagte unterstützte diesen Antrag in ihren Stellungnahmen vom 

18. Dezember 2019 (Urk. 8/64) und 23. Januar 2020 (Urk. 8/74), wogegen der 

Kläger in seiner Eingabe vom 13. Januar 2020 die kostenpflichtige Abweisung 

beantragte (Urk. 8/66). Mit Verfügung vom 5. März 2020 traf die Vorinstanz nach-

folgende Anordnungen (Urk. 8/81 = Urk. 2): 

1. Es wird ein kinderpsychologisches Gutachten unter der Berücksichtigung des As-

pekts der Erziehungsfähigkeit der Eltern angeordnet. 

2. Den Parteien sowie der Kindsvertreterin wird je eine einmalige, nicht erstreckbare 

Frist von 10 Tagen ab Zustellung dieser Verfügung angesetzt, um schriftlich und be-

gründet Einwendungen gegen die Ernennung von Dipl.-Psych. D._____, Psychiatri-

sche Universitätsklinik Zürich, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psycho-

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therapie (KJPP), Fachstelle …, … [Adresse], als Sachverständige (mit Erlaubnis zum 

Beizug von unter ihrer Verantwortung stehenden Hilfspersonen) zu erheben.  

Bei Säumnis wird Verzicht auf das Erheben von Einwendungen angenommen. 

3. Weiter wird den Parteien sowie der Kindsvertreterin je eine einmalige, nicht erstreck-

bare Frist von 10 Tagen angesetzt, um sich zum Fragenkatalog gemäss den Erwä-

gungen zu äussern und begründete Änderungs- oder Ergänzungsanträge zu stellen, 

ansonsten Verzicht angenommen wird. 

4. Die Instruktion und Auftragserteilung an die Sachverständige erfolgen mit separatem 

Auftrag nach Fristablauf gemäss Dispositivziffern 2 und 3. 

5. Dem Kläger wird eine einmalige Frist von 10 Tagen gegeben, um zum Antrag der Be-

klagten auf Herausgabe seiner Telefonnummer Stellung zu nehmen, ansonsten wird 

ein Verzicht auf Stellungnahme angenommen. 

6. (Schriftliche Mitteilung). 

1.3 Hiergegen erhob der Kläger Beschwerde mit den folgenden Anträgen (Urk. 1 

S. 2): 

 "1. Es seien Dispositivziffern 1 bis 4 der Verfügung des Bezirskgerichts Uster vom 5. März 
2020 (Geschäfts-Nr.: FP190029-I) aufzuheben und es sei von der Anordnung eines 
kinderpsychologischen Gutachtens abzusehen. 

  2. Eventualiter seien Dispositivziffern 1 bis 4 der Verfügung des Bezirksgerichts Uster 
vom 5. März 2020 (Geschäfts-Nr.: FP190029-I) aufzuheben und die Sache zur Neube-
urteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.  

  3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. 7.7% MwSt. zulasten der Beschwerde-
gegnerin." 

1.4 Zugleich ersuchte der Kläger um superprovisorische Erteilung der aufschie-

benden Wirkung (Urk. 1 S. 3). Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen 

(Urk. 8/1-84) und der Beschwerde mit Verfügung vom 26. März 2020 superprovi-

sorisch die aufschiebende Wirkung erteilt (Urk. 7). In der Folge wurde nach frist-

gerechtem Eingang des Kostenvorschusses und der Stellungnahmen der Beklag-

ten und des Verfahrensbeteiligten (Urk. 7; Urk. 9-10 und Urk. 12) das Gesuch um 

Erteilung der aufschiebenden Wirkung mit Verfügung vom 11. Mai 2020 abgewie-

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sen (Urk. 16). Nachdem die Beklagte und der Verfahrensbeteiligte die Beschwer-

de innert der mit vorerwähnter Verfügung angesetzten Frist beantwortet hatten 

(Urk. 16-18) und diese Eingaben genauso wie die daraufhin erfolgten Stellung-

nahmen (Urk. 22 und Urk. 26) sämtlichen Beteiligten zur Kenntnis gebracht wur-

den (vgl. Urk. 21, Urk. 25/1-2 und Urk. 29/1-2), erweist sich das Verfahren nun-

mehr als spruchreif (vgl. Prot. S. 9 f.). 

2. Prozessuales 

2.1 Aufgrund der prozessleitenden Natur der angefochtenen Verfügung gilt es 

vorab unter Hinweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung (BGer 

5A_87/2019 vom 26. März 2019, E. 1.2; BGer 5A_940/2014 vom 30. März 2015, 

E. 1; BGer 5A_211/2014 vom 14. Juli 2014, E. 1 und 3) festzuhalten, dass mit der 

Erstellung eines psychiatrischen Gutachtens unwiderruflich in die persönliche 

Freiheit (Art. 10 Abs. 2 BV) der betroffenen Personen eingegriffen wird und folg-

lich dadurch ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil im Sinne von Art. 

319 lit. b Ziff. 2 ZPO droht. 

2.2 Mit der Beschwerde kann die unrichtige Rechtsanwendung und die offen-

sichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden 

(Art. 320 ZPO). Die Beschwerde führende Partei hat im Einzelnen darzulegen, an 

welchen Mängeln der angefochtene Entscheid ihrer Ansicht nach leidet, und des-

sen Fehlerhaftigkeit konkret aufzuzeigen. Was nicht beanstandet wird, braucht 

grundsätzlich nicht geprüft zu werden und hat entsprechend Bestand (zum Gan-

zen: BK ZPO-Sterchi, Art.  321 N 17 ff.). 

2.3 Neue Anträge, neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel sind 

im Beschwerdeverfahren ausgeschlossen (Art. 326 Abs. 1 ZPO). Was im erstin-

stanzlichen Verfahren nicht behauptet oder eingereicht wurde, kann im Be-

schwerdeverfahren nicht mehr nachgeholt werden. Es herrscht grundsätzlich ein 

umfassendes Novenverbot sowohl für echte als auch für unechte Noven 

(BGer 5A_872/2012 vom 22. Februar 2013, E. 3; Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter-

Somm/Hasen-böhler/Leuenberger, ZPO Komm., Art. 326 N 4). Dies gilt auch im 

Geltungsbereich der uneingeschränkten Untersuchungs- und Offizialmaxime 

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(BGer 5A_405/2011 vom 27. September 2011, E. 4.5.3), welche davon abgese-

hen in den entsprechenden Verfahren weiterhin zur Anwendung gelangen. In die-

sem Sinne ist bereits an dieser Stelle festzuhalten, dass sämtliche von der Be-

klagten erstmals behauptete Vorkommnisse (schulisches Standortgespräch und 

die darin thematisierte Spieltherapie, pandemiebedingte Veränderungen, Einsicht 

in die Krankengeschichte etc.; Urk. 12 S. 11 f. und S. 14 ff. und Urk. 18 S. 5 ff. 

sowie Urk. 26 S. 4 ff.) und entsprechende Reaktionen des Klägers (Urk. 22 S. 4 

ff.) bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde unbeachtlich zu bleiben ha-

ben.   

3. Der Kläger führt in seiner Beschwerdeschrift aus, bei der Erstellung des an-

geordneten Gutachtens würde unwiderruflich in das Grundrecht der persönlichen 

Freiheit eingegriffen, weshalb ihm aufgrund der angefochtenen Verfügung ein 

nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil drohe. Weiter würden das Verfahren 

aufgrund des Gutachtens massgeblich verzögert und durch dessen Ausarbeitung 

hohe Kosten verursacht. Die Anordnung eines Gutachtens sei zudem nicht ver-

hältnismässig. Indem sich die Vorinstanz nicht mit der Begründung seines Abwei-

sungsantrags auseinandergesetzt habe, sei sein Anspruch auf rechtliches Gehör 

verletzt worden. Auf die Verhältnismässigkeit der angeordneten Massnahme sei 

die Vorinstanz im Übrigen auch nicht eingegangen und diese ergebe sich auch 

nicht ohne weiteres aus den Akten. Einzig die Beklagte stelle seine Erziehungsfä-

higkeit in Frage. Dies sei offensichtlich prozesstaktisch motiviert, was sich na-

mentlich daran zeige, dass entsprechende Vorbringen erst nach Erlass der vor-

sorglichen Massnahmen vorgebracht worden seien und C._____ zuvor bedenken-

los dem Kläger zur Hauptbetreuung überlassen worden sei. Zur Begründung ihres 

Antrags auf Erstellung eines Gutachtens berufe sich die Kindesvertreterin auf die 

von den Parteien gegenseitig erhobenen Vorwürfe, ohne weitergehende Abklä-

rungen getätigt zu haben. Es gebe sodann auch keine Hinweise betreffend eine 

beeinträchtigte Erziehungsfähigkeit, wobei der von ihm stets gewünschten alter-

nierenden Obhut der von der Beklagten gewählte Wohnsitz entgegenstehe. Ge-

stützt auf das Verhältnismässigkeitsprinzip wären vor der Anordnung eines Gut-

achtens ohnehin anderweitige Abklärungen (Auskunft beim Kinderarzt und im 

Kindergarten) nötig gewesen. Schliesslich weist der Kläger darauf hin, dass von 

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einer strittigen Obhut betroffene Kinder oftmals Loyalitätskonflikten ausgesetzt 

seien. Zur Feststellung eines Loyalitätskonflikts bei C._____ sei folglich kein Gut-

achten nötig, sondern vielmehr würden entsprechende Umstände eine rasche Lö-

sung erfordern. Abschliessend betont der Kläger, der Beklagten nie mangelnde 

Erziehungsfähigkeit, sondern lediglich instabile Lebensverhältnisse vorgeworfen 

zu haben (Urk. 1 S. 4 ff. und Urk. 22 S. 6 ff.). 

4. Verletzung des rechtlichen Gehörs 

4.1 Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs verpflichtet das Gericht, die Vorbrin-

gen der Parteien tatsächlich zu hören, sorgfältig und ernsthaft zu prüfen und in 

seinem Entscheid entsprechend zu berücksichtigen. Dabei darf es sich allerdings 

auf die wesentlichen Gesichtspunkte und Leitlinien beschränken und braucht sich 

nicht mit jedem sachverhaltlichen oder rechtlichen Einwand auseinanderzusetzen 

(BGE 135 III 670 E. 3.3.1 mit weiteren Hinweisen; BGer 5A_514/2018 vom 

20. Februar 2019, E. 3). Die grundsätzlich für sämtliche Entscheide geltende Be-

gründungspflicht von Art. 238 lit. g ZPO verlangt indes eine Auseinandersetzung 

mit den Parteivorbringen, soweit diese nicht völlig ausserhalb der Argumentati-

onslinie liegen (BK ZPO-Killias, Art. 238 N 33 f.). Erforderlich ist insoweit, dass auf 

entscheidrelevante und prozessual korrekt eingebrachte Angriffs- und Verteidi-

gungsmittel eingegangen wird, wobei die Anforderungen an die Begründungsdich-

te bei zufolge Ermessens und unbestimmter Rechtsbegriffe erweitertem Spiel-

raum gesteigert sind (BGer 5A_179/2018 vom 31. Januar 2019, E. 5.3.1).  

4.2 In der angefochtenen Verfügung wird unter Hinweis auf entsprechende An-

träge der Parteien die Anordnung eines Gutachtens als sinnvoll erachtet. Eine 

weitergehende Begründung findet sich nicht. Die Vorinstanz unterlässt mithin 

nicht nur jegliche Auseinandersetzung mit den Argumenten der Parteien, sondern 

verzichtet gänzlich auf eine Begründung ihrer Anordnung. Dadurch ist sie ihrer 

Begründungspflicht nicht nachgekommen. Zu Recht moniert der Kläger folglich 

eine Verletzung seines rechtlichen Gehörs. Eine nachträgliche Heilung fällt vorlie-

gend aufgrund der eingeschränkten Kognition der Beschwerdeinstanz ausser Be-

tracht. Ebenso stehen die zahlreich vorgebrachten, aber im Beschwerdeverfahren 

ausgeschlossenen Noven (Art. 326 Abs. 1 ZPO) einer Heilung der Gehörsverlet-

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zung entgegen. Offensichtlich gilt es bei der zu treffenden Entscheidung neuerli-

che Sachverhaltsentwicklungen zu berücksichtigen, weshalb ein Rückweisungs-

entscheid vorliegend nicht zu einem prozessualen Leerlauf führt. Die Verfügung 

ist deshalb aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen (Art. 327 Abs. 3 lit. a ZPO).  

5. Bei ihrem neuen Entscheid wird die Vorinstanz namentlich zu bedenken ha-

ben, dass es sich bei der Anordnung eines Gutachtens um einen Eingriff in das 

Grundrecht der persönlichen Freiheit (Art. 10 Abs. 2 BV) handelt, welcher dem 

Verhältnismässigkeitsprinzip zu genügen hat (BGer 5A_211/2014 vom 14. Juli 

2014, E. 3), und dass auf das Hilfsmittel des Gutachtens in der Regel nur bei 

schwerwiegenden Problemfällen zurückzugreifen ist (BSK ZPO-Mazan/Steck, 

Art. 296 N 18). Im Lichte dessen erscheint Folgendes als bemerkenswert: 

5.1 Der Umstand, dass sich die Parteien über die Zuteilung der Obhut uneinig 

sind, lässt nicht ohne weiteres gutachterliche Abklärungen als angezeigt erschei-

nen. Die Klärung der von der Kindesvertreterin aufgeworfenen Frage, ob die der-

zeit gelebte Obhutsregelung dem Kindeswohl entspreche und im Einklang mit der 

Bindungsentwicklung des Kindes stehe (Urk. 17 S. 3; vgl. auch Urk. 8/55), ist ei-

nem auf die Umteilung der Obhut gerichteten Verfahren immanent. Diese Unklar-

heit vermag folglich für sich genommen die Erstellung eines Gutachtens nicht zu 

rechtfertigen.  

5.2 Ob die von der Kindesvertreterin aufgenommenen Vorwürfe der Beklagten 

als genügend substantiiert zu erachten sind, sodass eine Abklärung der Erzie-

hungsfähigkeit als notwendig erscheint, gilt es sorgsam abzuwägen. Um lediglich 

die gegenseitig erhobenen Vorwürfe zu entkräften (vgl. Urk. 8/69), erscheint die 

Anordnung eines Gutachtens indes nicht angezeigt. Eine geteilte Obhut stellt die 

Eltern oftmals vor organisatorische Herausforderungen mit beträchtlichem Kon-

fliktpotential. Soweit daraus folgende Auseinandersetzungen nicht ein übermässi-

ges Ausmass annehmen, sind sie als üblich zu bezeichnen und nicht Ausdruck 

mangelnder Erziehungsfähigkeit. Gleiches gilt für unterschiedliche Ansichten über 

Erziehungsfragen und die Alltagsgestaltung (vgl. u.a. Urk. 8/37/1 S. 18, S. 21 und 

S. 24; Urk. 12 S. 13 f. und Urk. 18 S. 5).  

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5.3 Es trifft dem Grundsatz nach zu, dass die Erziehungsfähigkeit jeweils auch 

Bindungstoleranz bedingt (vgl. Urk. 12 S. 11). Dies ist namentlich vor dem Hinter-

grund zu sehen, dass eine Entfremdung des Kindes gegenüber einem Elternteil 

dem Kindeswohl widersprechen würde. Von einer akut drohenden Entfremdung 

von C._____ gegenüber einem Elternteil ist gegenwärtig nicht auszugehen. Die 

Beurteilung, ob gestützt auf die von der Beklagten ins Feld geführten Vorkomm-

nisse (Urk. 8/37/1 S. 9; Urk. 12 S. 11 und Urk. 18 S. 8 ff.) dennoch auf eine ein-

geschränkte Bindungstoleranz des Klägers zu schliessen ist, welche sich auf-

grund deren Ausprägung und der konkreten Verhältnisse auf die Erziehungsfä-

higkeit auswirkt, bleibt der Vorinstanz vorbehalten. Nur zurückhaltend wird indes 

gestützt auf singuläre Verhaltensweisen der Schluss zu ziehen sein, ein Elternteil 

beabsichtige, den Kontakt des Kindes zum anderen Elternteil zu hintertreiben.  

5.4 Hinsichtlich des von der Kindsvertreterin erwähnten psychischen Problems 

des Klägers (Urk. 17 S. 3 f.) gilt es schliesslich anzumerken, dass es bis auf den 

entsprechenden Vorwurf der Beklagten hierfür keinerlei Anhaltspunkte gibt. Be-

merkenswert ist sodann, dass die Beklagte im gleichen Atemzug sowohl beim 

Kläger als auch bei ihrer Mutter und ihrer Schwester eine narzisstische Persön-

lichkeitsstörung diagnostiziert (Urk. 8/37/1 S. 12 f.). Es erscheint zumindest frag-

lich, ob einzig gestützt auf diese Behauptungen psychische Probleme des Klägers 

als substantiiert erachtet werden können.  

5.5 Zusammenfassend gilt es nach dem Gesagten festzuhalten, dass nicht ohne 

weiteres davon ausgegangen werden kann, die Interessen an der Erstellung ei-

nes Gutachtens würden die auf den Schutz der Grundrechte des Klägers und auf 

ein möglichst rasches Verfahren gerichteten Interessen aufwiegen. 

6. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

6.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens rechtfertigt es sich, lediglich die Ent-

scheidgebühr für das Beschwerdeverfahren in Anwendung von § 9 Abs. 1 in Ver-

bindung mit § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG auf Fr. 1'000.– festzusetzen und die Re-

gelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen der Vorinstanz zu überlassen, d.h. 

vom definitiven Ausgang des Verfahrens abhängig zu machen (Art. 104 Abs. 4 

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ZPO; KUKO ZPO-Schmid Art. 104 N 7). Zudem ist vorzumerken, dass der Kläger 

einen Kostenvorschuss von Fr. 1'500.– geleistet hat.  

6.2 Die Beklagte legt in ihrem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und 

Rechtsverbeiständung für das Beschwerdeverfahren (Urk. 12 S. 3 und S. 23 ff. 

sowie Urk. 18 S. 3 und S. 14) glaubhaft dar, dass einem monatlichen Nettoein-

kommen von unter Fr. 2'789.75 (Fr. 2'915.– [Bruttomonatslohn bei einem Arbeits-

pensum von 55 %; Urk. 15/10] - Fr. 339.85 [Sozialversicherungsabzüge; 

Urk. 15/11] + Fr. 214.60 [13. Monatslohn; (Fr. 2'915.– - Fr. 339.85) / 12]) ein zivil-

prozessualer Notbedarf von zumindest Fr. 2'986.50 (Fr. 1'100.– [Grundbetrag] + 

Fr. 275.– [Zuschlag auf den Grundbetrag von 25%; vgl. BGer 4D_30/2015 vom 

26. Mai 2015, E. 3.1; BGer 4A_432/2016 vom 21. Dezember 2016, E. 6] + 

Fr. 925.– [hälftige Wohnkosten; Urk. 15/18] + Fr. 36.– [hälftige Heizkosten; 

Urk. 15/20] + Fr. 284.75 [Krankenkasse; Urk. 15/22] + Fr. 60.– [hälftige gerichts-

übliche Kommunikationskosten] + Fr. 15.– [hälftige Serafe-Gebühr] + Fr. 10.75 

[hälftige Kosten Hausrat- und Haftpflichtversicherung; Urk. 15/24] + Fr. 280.– 

[Kosten öffentlicher Verkehr; Urk. 12 S. 28 f. und Urk. 15/29]) gegenüber steht. Da 

ihre Anträge nicht als aussichtslos bezeichnet werden können und sie zur Bewäl-

tigung des Prozesses auf die Unterstützung einer Rechtsvertreterin angewiesen 

war, ist ihr für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu ge-

währen und Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ als unentgeltliche Rechtsbeiständin 

zu bestellen. Die Beklagte ist auf das Nachforderungsrecht des Staats gemäss 

Art. 123 ZPO hinzuweisen. 

Es wird beschlossen: 

1. Der Beklagten wird für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechts-

pflege gewährt und in der Person von Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ eine 

unentgeltliche Rechtsbeiständin bestellt. 

2. Die Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksge-

richt Uster vom 5. März 2020 wird aufgehoben und die Sache zu neuer Ent-

scheidung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

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3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'000.– festgesetzt. 

4. Der Entscheid über eine allfällige Parteientschädigung im Beschwerdever-

fahren und die Verteilung der Prozesskosten des Beschwerdeverfahrens 

wird dem Entscheid der Vorinstanz vorbehalten. 

5. Es wird vorgemerkt, dass der Kläger für die Gerichtskosten des Beschwer-

deverfahrens einen Kostenvorschuss von Fr. 1'500.– geleistet hat. 

6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an die Vorinstanz, je gegen 

Empfangsschein. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. Es handelt sich um eine 
nicht vermögensrechtliche Angelegenheit. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat 
keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

 
Zürich, 29. Juli 2020 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
Der Gerichtsschreiber: 

 
 
 

MLaw H. Schinz 
 
 
versandt am: 
mc 

	Beschluss vom 29. Juli 2020
	Erwägungen:
	1. Es wird ein kinderpsychologisches Gutachten unter der Berücksichtigung des Aspekts der Erziehungsfähigkeit der Eltern angeordnet.
	2. Den Parteien sowie der Kindsvertreterin wird je eine einmalige, nicht erstreckbare Frist von 10 Tagen ab Zustellung dieser Verfügung angesetzt, um schriftlich und begründet Einwendungen gegen die Ernennung von Dipl.-Psych. D._____, Psychiatrische U...
	Bei Säumnis wird Verzicht auf das Erheben von Einwendungen angenommen.
	3. Weiter wird den Parteien sowie der Kindsvertreterin je eine einmalige, nicht erstreckbare Frist von 10 Tagen angesetzt, um sich zum Fragenkatalog gemäss den Erwägungen zu äussern und begründete Änderungs- oder Ergänzungsanträge zu stellen, ansonste...
	4. Die Instruktion und Auftragserteilung an die Sachverständige erfolgen mit separatem Auftrag nach Fristablauf gemäss Dispositivziffern 2 und 3.
	5. Dem Kläger wird eine einmalige Frist von 10 Tagen gegeben, um zum Antrag der Beklagten auf Herausgabe seiner Telefonnummer Stellung zu nehmen, ansonsten wird ein Verzicht auf Stellungnahme angenommen.
	6. (Schriftliche Mitteilung).
	2.2 Mit der Beschwerde kann die unrichtige Rechtsanwendung und die offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO). Die Beschwerde führende Partei hat im Einzelnen darzulegen, an welchen Mängeln der angefo...

	Es wird beschlossen:
	1. Der Beklagten wird für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege gewährt und in der Person von Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ eine unentgeltliche Rechtsbeiständin bestellt.
	2. Die Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Uster vom 5. März 2020 wird aufgehoben und die Sache zu neuer Entscheidung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen.
	3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'000.– festgesetzt.
	4. Der Entscheid über eine allfällige Parteientschädigung im Beschwerdeverfahren und die Verteilung der Prozesskosten des Beschwerdeverfahrens wird dem Entscheid der Vorinstanz vorbehalten.
	5. Es wird vorgemerkt, dass der Kläger für die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens einen Kostenvorschuss von Fr. 1'500.– geleistet hat.
	6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...