# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e3a32281-9b24-5ba4-9feb-1548da4bde9f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-08-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.08.2017 D-3728/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3728-2017_2017-08-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3728/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  A u g u s t  2 0 1 7  

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richterin Barbara Balmelli;   

Gerichtsschreiber Daniel Widmer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug); 

Verfügung des SEM vom 31. Mai 2017 / N (…). 

 

 

 

D-3728/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die aus Eritrea stammende Beschwerdeführerin verliess ihren Heimatstaat 

eigenen Angaben zufolge im (…) 2014 mithilfe eines Schleppers auf dem 

Landweg in Richtung B._______. Nach einem (…) Aufenthalt in C._______ 

setzte sie ihr Reise in ein ihr unbekanntes Land fort, von wo sie im (…) 

2015 die (…)reise nach D._______ antrat. Am Tag ihrer dortigen Ankunft 

(9. März 2015) reiste sie in die Schweiz weiter und suchte im Empfangs- 

und Verfahrenszentrum (EVZ) E._______ um Asyl nach. 

B.  

Am 26. März 2015 fand die Befragung zur Person (BzP) statt. Am 23. Juni 

2015 teilte das SEM der Beschwerdeführerin die Beendigung des von ihm 

angehobenen Dublin-Verfahren mit. Am 2. März 2016 wurde die Beschwer-

deführerin einlässlich zu ihren Asylgründen angehört. Am 3. April 2017 

wurde eine ergänzende Anhörung durchgeführt. Da sie dabei geltend 

machte, dass sie sich in ärztlicher Behandlung befinde, wurde ihr vom SEM 

gleichentags Frist bis zum 23. April 2017 zur Einreichung eines ärztlichen 

Berichts angesetzt. Dieser datiert vom 4. April 2017 und wurde von der von 

der Beschwerdeführerin zwischenzeitlich mandatierten damaligen Rechts-

vertreterin am 11. April 2017 eingereicht. 

C.  

Die Beschwerdeführerin führte zur Begründung ihres Asylgesuches aus, 

sie sei (…) Ethnie und in F._______ geboren, wo sie die Schule bis zur (…) 

Klasse besucht habe. Aufgrund der (…) Verfassung ihrer Mutter habe sie 

den Schulbesuch abgebrochen und als (…) gearbeitet. Dabei sei sie im 

Jahr 1999 im Rahmen einer Razzia aufgegriffen und nach G._______ ge-

bracht worden. Nachdem sie dort die militärische Ausbildung absolviert 

habe, sei sie nach H._______ beordert worden, wo sie in (…) gearbeitet 

habe. Im Jahr 2005 sei sie nach I._______ transferiert worden. Bereits vor-

her habe sie um Entlassung aus dem Militärdienst ersucht. Im Hinblick auf 

dieses Ziel habe sie von den Problemen ihrer Mutter berichtet und schliess-

lich ihre Tochter zur Welt gebracht. Da sie jedoch nie aus dem Dienst ent-

lassen worden sei, habe sie sich zur Ausreise entschieden. 

Zum Nachweis ihrer Identität und zur Stützung ihrer Vorbringen reichte die 

Beschwerdeführerin ihre Identitätskarte im Original, (…) Fotos aus der Mi-

litärdienstzeit und den Taufschein ihrer Tochter in Kopie ein. 

D-3728/2017 

Seite 3 

D.  

Mit Verfügung vom 31. Mai 2017 – eröffnet am 2. Juni 2017 – stellte das 

SEM fest, dass die Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft nicht er-

fülle, lehnte ihr Asylgesuch ab und wies sie aus der Schweiz weg. Der Voll-

zug der Wegweisung wurde jedoch zugunsten einer vorläufigen Aufnahme 

wegen Unzumutbarkeit aufgeschoben. 

E.  

Mit Schreiben vom 14. Juni 2017 teilte ein neuer Rechtsvertreter dem SEM 

unter Beilage einer Vollmacht mit, dass er die Beschwerdeführerin ab so-

fort vertrete und ersuchte um Akteneinsicht. Diese wurde ihm am 16. Juni 

2017 gewährt. Am 27. Juni 2017 teilte der Rechtsvertreter dem SEM die 

Mandatsbeendigung mit. 

F.  

Mit handschriftlich ergänzter vorgedruckter Formulareingabe vom 3. Juli 

2017 an das Bundesverwaltungsgericht beantragte die Beschwerdeführe-

rin die Aufhebung der Verfügung des SEM, die Anerkennung der Flücht-

lingseigenschaft und die Gewährung von Asyl, (eventualiter) die Feststel-

lung, dass der Vollzug der Wegweisung unzulässig, unzumutbar und un-

möglich sei, und die Anordnung der vorläufigen Aufnahme. In prozessualer 

Hinsicht wurden die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung, die 

Beiordnung einer amtlichen Rechtsvertretung und der Verzicht auf die Er-

hebung eines Kostenvorschusses beantragt. Zudem sei eventualiter die 

aufschiebende Wirkung wiederherzustellen. 

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 10. Juli 2017 trat der Instruktionsrichter auf 

den Antrag auf Feststellung der Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Un-

möglichkeit des Wegweisungsvollzugs mangels Rechtsschutzinteresses 

nicht ein, setzte der Beschwerdeführerin eine siebentägige Frist zur Einrei-

chung einer Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung und teilte ihr mit, dass erst 

nach Fristablauf über die Gesuche um Verzicht auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses sowie um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege und unentgeltlichen Rechtsverbeiständung befunden werde. 

H.  

Am 12. Juli 2017 liess die Beschwerdeführerin eine Fürsorgebestätigung 

einreichen. 

 

D-3728/2017 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinn von 

Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu-

ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet 

auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Ausliefe-

rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinn von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, 

weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer-

deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG und 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden 

(Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich hier 

um eine Beschwerde, die aufgrund eines Koordinationsentscheids des 

Bundesverwaltungsgerichts offensichtlich unbegründet ist, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf einen Schriften-

wechsel verzichtet. 

4.  

Der Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung nicht entzogen. Der 

entsprechende Eventualantrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden 

Wirkung ist daher gegenstandslos. 

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Seite 5 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

6.  

6.1 Das SEM gab zur Begründung der ablehnenden Verfügung an, die Vor-

bringen der Beschwerdeführerin hielten den Anforderungen an die Glaub-

haftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand, so dass deren Asylrelevanz 

nicht geprüft werden müsse. So habe sie anlässlich der BzP erklärt, dass 

sie nach Brauch verheiratet sei und während rund (…) Jahre mit ihrem 

Ehemann zusammengelebt habe. Demgegenüber habe sie sich sowohl bei 

der Bundesanhörung als auch anlässlich deren Ergänzung dahingehend 

geäussert, dass sie mit dem Kindsvater nicht verheiratet sei und ihr Zu-

sammenleben mit diesem nur zirka (…) Monate gedauert habe, bevor er 

dann ausgereist sei. Da sie bei der BzP sogar das Quartier in I._______ 

genannt habe, in welchem sie geheiratet hätten, sei nicht erklärbar, wes-

halb sie bei den späteren Anhörungen gesagt habe, nicht verheiratet zu 

sein. Abgesehen davon unterschieden sich ihre Aussagen bezüglich der 

Dauer des Zusammenlebens markant. Zudem habe sie widersprüchliche 

Aussagen betreffend den Militärdienst gemacht. So habe sie anlässlich der 

Anhörung vorgebracht, bereits im Jahr 2003 vom Militärdienst desertiert zu 

sein, wobei die (…) Verfassung ihrer Mutter sie dazu veranlasst habe, den 

Dienst unerlaubt zu verlassen, sie aber nach rund drei Monaten von ihrer 

Einheit zuhause aufgegriffen worden sei. Anschliessend sei sie während 

eines Monats zur Strafe in G._______ inhaftiert worden. Diese Aussage 

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Seite 6 

erstaune, weil die Beschwerdeführerin anlässlich der BzP noch erklärt 

habe, dass sie nie verhaftet worden sei und es während ihrer Zeit im Mili-

tärdienst keine Vorkommnisse gegeben habe. Dadurch werde auch der 

vorgebrachte Aufgriff im Rahmen einer Razzia, woraufhin sie später die 

militärische Ausbildung absolviert habe, in Frage gestellt. Darauf angespro-

chen, habe sie sich dahingehend geäussert, zum Zeitpunkt der BzP in ärzt-

licher Behandlung gewesen zu sein und deshalb möglicherweise Dinge 

vergessen zu haben. Dem Protokoll der BzP sei jedoch zu entnehmen, 

dass sie damals gesund gewesen sei. Anlässlich der ergänzenden Anhö-

rung habe sie zudem gesagt, dass sie am Anfang keine Krankheit gehabt 

habe und die Diagnose (…) erst einige Monate vor dieser Anhörung gestellt 

worden sei. Somit wäre es nachvollziehbar gewesen, dass sie aufgrund 

ihrer Beschäftigung mit der gesundheitlichen Situation eher in den letzten 

Anhörungen vergessen hätte, über gewisse Dinge zu sprechen, nicht je-

doch bei der BzP, wo sie gesagt habe, gesund zu sein. Zudem habe sie 

anlässlich der ergänzenden Anhörung die Desertion nicht von sich aus er-

wähnt, obwohl sie in diese Richtung befragt worden sei. Darauf angespro-

chen, habe sie gesagt, die Frage nicht verstanden zu haben. Da ihr die 

Frage jedoch mehrmals gestellt worden sei, wäre von ihr zu erwarten ge-

wesen, dass sie nachfragen würde. Überdies habe sie bei der Bundesan-

hörung erklärt, sich wiederholt krank gemeldet zu haben, um sich um ihre 

Mutter zu kümmern, aber jeweils wieder zur Arbeit zurückgekehrt zu sein. 

Mithin könnten ihre widersprüchlichen Aussagen bezüglich ihrer geltend 

gemachten Desertion nicht erklärt werden. Des Weiteren hätten sich einige 

Unstimmigkeiten in Bezug auf ihre Tochter ergeben: Einerseits falle auf, 

dass sie deren Geburtsdatum nicht zu nennen vermögen habe. Anderer-

seits sei der Zeitpunkt der Schwangerschaft unklar geblieben. So habe sie 

anlässlich der BzP erklärt, sich nicht an dieses Datum erinnern zu können, 

obwohl sie damals einen Taufschein der Tochter bei sich gehabt habe. 

Zwar habe sie bei der Bundesanhörung ein ungefähres Datum genannt. 

Dieses stimme aber nicht mit demjenigen im Taufschein überein. Auch da-

rauf angesprochen habe sie diese unterschiedlichen Aussagen nicht zu er-

klären vermocht. Da die Geburt eines Kindes ein einschneidendes Ereignis 

darstelle, müsste man sich – wenn schon nicht an das Datum – dann doch 

an die Umstände der Schwangerschaft beziehungsweise Geburt erinnern. 

Diesbezüglich habe sie anlässlich der BzP ausgeführt, bereits vor ihrer Ver-

setzung nach I._______ schwanger geworden zu sein. Dagegen habe sie 

bei der Bundesanhörung erklärt, ihre Tochter erst einige Jahre nach der 

Versetzung in I._______ geboren zu haben. Ausserdem habe sie sich wi-

dersprüchlich zu ihrer Desertion geäussert, welche kurz vor ihrer Ausreise 

erfolgt sei. Namentlich habe sie anlässlich der Bundesanhörung erklärt, 

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Seite 7 

dass sie in dem (…) Betrieb, dem sie in I._______ zugeteilt gewesen sei, 

jeweils nur einmal pro Woche habe arbeiten und ansonsten sich lediglich 

„einchecken“ müssen. Dagegen habe sie bei der ergänzenden Anhörung 

erklärt, dass sie jeweils nur (…) frei gehabt und Schicht gearbeitet habe. 

Auf diesen Widerspruch angesprochen, habe sie erklärt, dass Fehler 

menschlich seien. Da sie angegeben habe, mehrere Jahre in diesem Be-

trieb gearbeitet zu haben, sei nicht nachvollziehbar, weshalb ihre Aussagen 

bezüglich der Arbeitszeiten in einem nicht unbeachtlichen Ausmass vonei-

nander abwichen. Zudem mute etwas seltsam an, dass sie während der 

Tage vor ihrer Ausreise angeblich „nichts“ gemacht habe. Schliesslich habe 

sie anlässlich der ergänzenden Anhörung gesagt, dass sie aus dem Mili-

tärdienst entlassen worden sei. Am Ende dieser Anhörung darauf ange-

sprochen, habe sie erklärt, sich diesbezüglich versprochen zu haben. Dies 

sei zwar durchaus möglich. Interessant sei jedoch, dass sie danach gefragt 

worden sei, wie sie ihre Tochter kontaktiere. Da die erwähnte Aussage 

nichts mit dieser Frage zu tun gehabt habe, liege die Vermutung nahe, dass 

ihr diese Information „herausgerutscht“ sei. Aufgrund dieser Unglaubhaftig-

keitsmerkmale könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Beschwer-

deführerin nicht doch aus dem Militärdienst entlassen worden sei. 

6.2 Bezüglich der Vorfluchtgründe beschränkt sich die Rechtsmittelein-

gabe auf eine sinngemässe Wiederholung der bisherigen Vorbringen. So 

sei die Beschwerdeführerin in G._______ gewesen und habe den Militär-

dienst absolviert. Ihre Mutter habe massive (…) Probleme. Die Beschwer-

deführerin habe eine Tochter und sei trotz all ihrer Probleme nicht aus dem 

Militärdienst entlassen worden. Einmal habe sie den Dienst unerlaubt ver-

lassen und sei daraufhin inhaftiert worden. In der Folge habe sie sich krank 

gemeldet und Eritrea illegal verlassen. Sie sei desertiert und liefe bei einer 

Rückkehr Gefahr, verhaftet zu werden. Sie sei den Behörden bekannt. Sie 

habe anlässlich der Befragung und der Anhörungen im erstinstanzlichen 

Verfahren alles erzählt. Gesundheitlich gehe es ihr schlecht. Sie leide an 

(…) und sei deswegen oft unkonzentriert. Bei der Befragung beziehungs-

weise den Anhörungen sei ihr oft schwindlig gewesen. Aus medizinischen 

Gründen und wegen des ganzen Stresses sei sie oft unkonzentriert gewe-

sen. 

6.3 Die Überprüfung der Akten ergibt, dass die Glaubhaftigkeit der geltend 

gemachten Vorfluchtgründe von der Vorinstanz mit zutreffender Begrün-

dung verneint wurde. Die Ausführungen in der Beschwerde sind nicht ge-

eignet, diese Einschätzung entscheidend zu relativieren. Gemäss dem 

ärztlichen Bericht vom 4. April 2017 (vgl. […]) datiert die Diagnose (…) vom 

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Seite 8 

22. November 2016. Die Beschwerdeführerin machte denn auch erstmals 

zu Beginn der ergänzenden Anhörung vom 3. April 2017 geltend, dass sie 

an dieser Krankheit leide (vgl. […]). Daraufhin wurde diesem Vorbringen in 

gebührender Weise Rechnung getragen, indem die Befragerin nach einer 

Stunde eine Pause vorschlug, damit sich die Beschwerdeführerin die ein-

zelnen Ereignisse des von ihr geschilderten Sachverhalts besser ins Ge-

dächtnis rufen könne (vgl. a.a.O., […]). Bevor die Befragerin die Anhörung 

nach der 20-minütigen Pause fortsetzte, hatte sie der Beschwerdeführerin 

mitgeteilt, es sei wichtig, dass sie sich dabei wohlfühle, und sie ihr sagen 

könne, ob sie sich zur Fortsetzung der Anhörung imstande fühle oder diese 

auf einen andern Termin verschieben wolle. Daraufhin ersuchte die Be-

schwerdeführerin um Weiterführung und wurde von der Befragerin gefragt, 

ob sie noch etwas essen oder trinken wolle, damit sie sich besser fühle. 

Die Beschwerdeführerin nahm eine Tablette ein, bevor sie sich mit der Fort-

setzung der Anhörung einverstanden erklärte, wobei sie von der Befragerin 

gebeten wurde, sich zu melden, falls es ihr schlechter gehe, damit die An-

hörung abgebrochen und zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden 

könne (vgl. a.a.O., […]). 40 Minuten später erfolgte eine weitere Pause von 

15 Minuten, nach deren Abschluss die Befragerin die Beschwerdeführerin 

nach ihrem Befinden fragte. Diese antwortete, sie habe leichte Kopf-

schmerzen, woraufhin die Befragerin sie bat ihr mitzuteilen, wenn sie ein 

Pause brauche (vgl. a.a.O., […]). Zudem wäre in Übereinstimmung mit den 

vorinstanzlichen Erwägungen nachvollziehbarer gewesen, wenn die Be-

schwerdeführerin aufgrund ihrer Beschäftigung mit ihrer gesundheitlichen 

Situation eher in der Bundesanhörung vom 3. März 2016 und der ergän-

zenden Anhörung vom 3. April 2017 vergessen hätte, über gewisse Dinge 

zu sprechen, nicht jedoch in der BzP vom 26. März 2015, als sie sich als 

gesund bezeichnete. Im Übrigen ist zwecks Vermeidung von Wiederholun-

gen auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung zu verweisen 

(vgl. vorstehend E. 6.1).  

 

7.  

7.1 Es bleibt somit zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin wegen der von 

ihr geltend gemachten illegalen Ausreise aus Eritrea bei einer Rückkehr 

dorthin – mithin wegen subjektiver Nachfluchtgründe – befürchten müsste, 

ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu werden. 

7.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich in seinem als Referenzurteil 

publizierten Urteil D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 mit der Frage be-

fasst, ob Eritreer und Eritreerinnen, die ihr Land illegal verlassen haben, 

bei einer Rückkehr allein deswegen Verfolgung zu befürchten hätten und 

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Seite 9 

kam zum Schluss, es sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit da-

von auszugehen, dass einer Person einzig aufgrund ihrer illegalen Aus-

reise aus Eritrea eine asylrelevante Verfolgung drohe. Damit erscheine die 

geltend gemachte Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 

AsylG allein aufgrund einer illegalen Ausreise nicht als objektiv begründet 

(vgl. a.a.O., E. 5.1). Somit ergebe sich, dass im Kontext von Eritrea die 

illegale Ausreise allein zur Begründung der Flüchtlingseigenschaft nicht 

ausreiche. Vielmehr bedürfe es hierzu zusätzlicher Anknüpfungspunkte, 

welche zu einer Schärfung des Profils und dadurch zu einer flüchtlings-

rechtlich relevanten Verfolgungsgefahr führen könnten (vgl. ebenda, 

E. 5.2). 

7.3 Es sind aus den vorliegende Verfahrensakten keine solchen zusätzli-

chen Faktoren ersichtlich, die zu einer flüchtlingsrechtlich relevanten Ver-

folgungsgefahr führten könnten. Diesbezüglich ist vorweg auf die entspre-

chenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung zu verweisen (vgl. 

vorstehend E. 6.1). Auch die Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe sind 

nicht geeignet, zu einer anderen Einschätzung zu führen, zumal in lediglich 

pauschaler Weise eingewendet wird, die Beschwerdeführerin werde bei ei-

ner Rückkehr nach Eritrea durch das Militär gesucht und verklagt, ihr Leben 

sei in Gefahr. Das SEM hat demnach zu Recht festgestellt, die Vorbringen 

der Beschwerdeführerin würden keine flüchtlingsrelevanten Verfolgungs-

massnahmen hervorrufen. 

7.4 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist das Bestehen von flücht-

lingsrechtlich relevanten subjektiven Nachfluchtgründe bezüglich der Be-

schwerdeführerin zu verneinen. 

8.  

8.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

8.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

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Seite 10 

8.3 Nachdem das SEM in seiner Verfügung vom 31. Mai 2017 die vorläu-

fige Aufnahme der Beschwerdeführerin in der Schweiz angeordnet hat, er-

übrigen sich praxisgemäss weitere Ausführungen zum Vollzug der Weg-

weisung. Die vorläufige Aufnahme tritt mit dem vorliegenden Entscheid for-

mell in Kraft. 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt hat und den rechtserheblichen Sachverhalt rich-

tig sowie vollständig festgestellt hat (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be-

schwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Mit vorliegendem Urteil ist das Beschwerdeverfahren abgeschlossen, 

weshalb sich der Antrag auf Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschus-

ses als gegenstandslos erweist. Das mit der Beschwerde gestellte Gesuch 

um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist abzuweisen, da die 

Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aus-

sichtslos zu bezeichnen waren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 

Abs. 1 VwVG nicht erfüllt sind. Folglich ist auch der Antrag auf Gewährung 

der amtlichen Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 110a Abs. 1 AsylG 

abzuweisen. 

10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwer-

deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und amt-

lichen Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Simon Thurnheer Daniel Widmer 

 

 

Versand: