# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4fb8b8dd-9f83-5718-b4e5-7036ee591a64
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-22
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 22.02.2022 SST.2021.233
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2021-233_2022-02-22.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 2. Kammer 

 

 

SST.2021.233 

(ST.2021.6; StA.2019.1961) 

 

 

Urteil vom 22. Februar 2022 
 
 

Besetzung  Oberrichterin Plüss, Präsidentin  

Oberrichter Fedier  

Oberrichter Egloff  

Gerichtsschreiberin Zahnd        

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg, 

Riburgerstrasse 4, 4310 Rheinfelden  

 

    
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.1982, von Reinach BL, 

[…] 

verteidigt durch Advokat Christof Enderle,  

[…]   

 

  

 
 

Gegenstand  Pornografie, grobe Verletzung der Verkehrsregeln durch ungenügenden 

Abstand beim Hintereinanderfahren 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg erhob am 28. Januar 2021 

gegen den Beschuldigten Anklage wegen mehrfacher Pornografie gemäss 

Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB und qualifizierter Verletzung der Verkehrs-

regeln durch ungenügenden Abstand beim Hintereinanderfahren gemäss 

Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV. Sie 

beantragte, der Beschuldigte sei zu einer bedingten Geldstrafe von 

180 Tagessätzen zu je Fr. 140.00 bei einer Probezeit von 3 Jahren und 

einer Busse von Fr. 5'000.00, Ersatzfreiheitsstrafe 36 Tage, zu verurteilen 

und es sei gegen ihn in Anwendung von Art. 67 Abs. 3 lit. b und lit. d Ziff. 2 

StGB lebenslänglich jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche 

Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt mit Minderjährigen umfasse, zu 

verbieten. Zudem seien die beschlagnahmten Gegenstände einzuziehen.  

 

2. 

2.1. 

Am 26. Juli 2021 fand vor der Präsidentin des Bezirksgerichts Rheinfelden 

die Hauptverhandlung statt. Die Gerichtspräsidentin erkannte gleichentags: 

 

1. 
Der Beschuldigte ist schuldig  
- des mehrfachen Beschaffens und Besitzes von harter Pornografie zum Eigenkonsum 

gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 1 und 2 StGB 
- der groben Verletzung der Verkehrsregeln durch ungenügenden Abstand beim 

Hintereinanderfahren gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 34 Abs. 4 SVG, Art. 12 
Abs. 1 VRV. 

 
2. 
Der Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziff. 1 erwähnten Bestimmungen und gestützt 
auf Art. 34, 47 und 49 Abs. 1 StGB zu 180 Tagessätzen Geldstrafe verurteilt. Der Tagessatz 
wird auf Fr. 130.00 festgesetzt. Die Geldstrafe beläuft sich auf Fr. 23'400.00. 
 
3. 
Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 42 Abs. 1 StGB für die Geldstrafe der bedingte 
Strafvollzug gewährt. Die Probezeit wird gestützt auf Art. 44 Abs. 1 StGB auf 3 Jahre 
festgesetzt. 
 
Der Beschuldigte wird entsprechend der Vorschrift von Art. 44 Abs. 3 StGB über die 
Bedeutung und die Folgen der bedingten Strafe aufgeklärt: Wenn er sich bis zum Ablauf 
der Probezeit bewährt, d.h. keine Verbrechen und Vergehen mehr begeht, wird gemäss 
Art. 45 StGB die aufgeschobene Strafe nicht mehr vollzogen. Begeht er aber während der 
Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere 
Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht die bedingte Strafe (Art. 46 Abs. 1 StGB).  
 
4. 
Der Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziff. 1 erwähnten Bestimmungen und gestützt 
auf Art. 42 Abs. 4 und 106 StGB zu einer Busse von Fr. 5'000.00 verurteilt.  
 
 
 

 - 3 - 

 

 

 

5. 
Wird die Busse schuldhaft nicht bezahlt, so wird eine Ersatzfreiheitsstrafe von 38 Tagen 
vollzogen. 
 
6. 
Dem Beschuldigten wird im Sinne von Art. 67 Abs. 3 lit. c aStGB für zehn Jahre jede 
berufliche und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen 
Kontakt zu Minderjährigen umfasst, verboten. 
 
7. 
Gestützt auf Art. 197 Abs. 6 StGB werden folgende Gegenstände eingezogen und 
vernichtet: 
 
- Harddisk 2.5" Seagate 1000GB 
- Harddisk 2.5" Seagate 250GB 
- M.2 Speicher Intel 512GB 
- Harddisk 2.5" WD 1000GB 
 
8. 
Die Verfahrenskosten bestehen aus: 

a) der Gebühr von Fr. 1'000.00 

b) der Anklagegebühr Fr. 1'350.00 

c) den Kosten für die amtliche Verteidigung von Fr.  0.00 

d) den Kosten für die unentgeltl. Verbeiständung von Fr.  0.00 

e) den Kosten für Übersetzungen von Fr.  0.00 

f) den Kosten für Gutachten von Fr.  0.00 

g) den Kosten der Mitwirkung anderer Behörden von Fr.  1'471.90 

h) den Spesen von Fr.  60.00 

i) andere Auslagen Fr.  0.00 

Total Fr.  3'881.90 

 
Dem Beschuldigten werden die Gebühren und die Kosten gemäss lit. a, b g und h im 
Gesamtbetrag von Fr. 3'881.90 auferlegt. 
 
9. 
Der Beschuldigte trägt seine Kosten selber. 

 

2.2. 

Gegen dieses, ihr am 17. August 2021 im Dispositiv zugestellte Urteil 

meldete die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg am 18. August 

2021 Berufung an. Das begründete Urteil wurde ihr am 23. September 

2021 zugestellt.  

 

3. 

3.1. 

Am 28. September 2021 reichte die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-

Laufenburg die Berufungserklärung mit folgenden Anträgen ein: 

 

1. 
Ziffern 5 und 6 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs seien aufzuheben und wie folgt neu 
zu fassen: 
 

 - 4 - 

 

 

 

5. 
Wird die Busse schuldhaft nicht bezahlt, so wird eine Ersatzfreiheitsstrafe von 
39 Tagen vollzogen.  
 
6. 
Dem Beschuldigten wird im Sinne von Art. 67 Abs. 3 lit. d Ziff. 2 StGB lebenslang jede 
berufliche Tätigkeit und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen regel-
mässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, verboten.  

 
2. 
Unter Kostenfolgen.  

 

3.2. 

Am 12. Oktober 2021 reichte die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufen-

burg die Berufungsbegründung ein.  

 

3.3. 

Der Beschuldigte erklärte mit Eingabe vom 10. November 2021, mit den 

Anträgen der Staatsanwaltschaft einverstanden zu sein und aus diesem 

Grund auf eine Berufungsantwort zu verzichten.  

 

3.4. 

Die Parteien erklärten sich mit der Durchführung des schriftlichen 

Berufungsverfahrens einverstanden.  

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Berufung der Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg bezieht sich 

auf die Bemessung der Ersatzfreiheitsstrafe sowie auf die Dauer des 

ausgesprochenen Tätigkeitsverbots. In den übrigen Punkten ist das Urteil 

unangefochten geblieben. Diese sind somit nicht erneut zu überprüfen und 

entsprechend in Rechtskraft erwachsen (Art. 404 Abs. 1 StPO).  

 

2. 

2.1. 

2.1.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten wegen mehrfacher Pornografie 

gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 1 und Satz 2 StGB und wegen qualifizierter 

Verkehrsregelverletzung durch ungenügenden Abstand beim Hinterei-

nanderfahren gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 34 Abs. 4 SVG und 

Art. 12 Abs. 1 VRV zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 

je Fr. 130.00 und einer Busse von Fr. 5'000.00 verurteilt. Die 

Ersatzfreiheitsstrafe hat sie auf 38 Tage festgesetzt.  

 

Die Staatsanwaltschaft beantragt, dass die Ersatzfreiheitsstrafe auf 

39 Tage zu erhöhen sei.  

 - 5 - 

 

 

 

 

2.1.2. 

Das Gericht hat für den Fall, dass die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von mindestens einem Tag und höchstens drei 

Monaten auszusprechen (Art. 106 Abs. 2 StGB). Das Gericht bemisst 

Busse und Ersatzfreiheitsstrafe je nach den Verhältnissen des Täters so, 

dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist. 

Die Bestimmung stellt klar, dass die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des 

Täters auch für die Bemessung der Busse eine zentrale Rolle spielt. Dem 

Gericht steht bei der Bemessung der Ersatzfreiheitsstrafe ein weiter 

Ermessensspielraum zu. Hat es bei der Bemessung der Geldstrafe die 

wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Täters jedoch bereits ermittelt, ist 

gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung die Tagessatzhöhe als 

Umrechnungsschlüssel zu verwenden, indem der Betrag der Verbindungs-

busse durch jene dividiert wird. Dabei muss in jedem Fall auf mindestens 

einen Tag Ersatzfreiheitsstrafe erkannt werden (Art. 106 Abs. 2 StGB) also 

auch, wenn die Höhe des Tagessatzes den Bussenbetrag übersteigt 

(BGE 134 IV 60 E. 7.3.3.). 

 

2.1.3. 

Die ausgesprochene Busse von Fr. 5'000.00 muss im Sinne der 

dargelegten Rechtsprechung durch die Ersatzfreiheitsstrafe vollständig 

abgegolten werden. Die Staatsanwaltschaft macht demnach zu Recht 

geltend, dass die Ersatzfreiheitsstrafe jeweils aufzurunden und im 

vorliegenden Fall eine Ersatzfreiheitsstrafe von 39 Tagen auszusprechen 

ist. Auch der Beschuldigte zeigt sich damit einverstanden. Die Berufung der 

Staatsanwaltschaft ist in diesem Punkt somit gutzuheissen.  

 

2.2. 

2.2.1. 

Die Staatsanwaltschaft beantragt im Weiteren, dass gegen den 

Beschuldigten ein lebenslanges Tätigkeitsverbot gemäss Art. 67 Abs. 3 

lit. d Ziff. 2 StGB auszusprechen sei.  

 

Die Vorinstanz hat gestützt auf den Umstand, dass der Beschuldigte einen 

Teil der Delikte im Sinne von Art. 197 Abs. 5 StGB vor dem 1. Januar 2019 

und damit vor Inkrafttreten der aktuellen gesetzlichen Fassung von Art. 67 

StGB begangen hat, Art. 67 Abs. 3 lit. c StGB in der bis 31. Dezember 2018 

geltenden Fassung angewendet und lediglich ein Tätigkeitsverbot von 

10 Jahren ausgesprochen. Die Staatsanwaltschaft moniert zu Recht, dass 

dieses Vorgehen nicht zulässig ist.  

 

2.2.2. 

Wird jemand wegen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 4 oder Abs. 5 StGB 

verurteilt und gründet diese Verurteilung auf Gegenstände oder 

 - 6 - 

 

 

 

Vorführungen, die sexuelle Handlungen von Minderjährigen zum Gegen-

stand haben, so sieht Art. 67 Abs. 3 lit. d Ziff. 2 StGB in der ab 1. Januar 

2019 geltenden Fassung des StGB vor, dass das Gericht dieser Person 

lebenslänglich jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche 

Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen zum Inhalt 

hat, zu verbieten hat. Das bis zum 31. Dezember 2018 geltende Recht hatte 

in Art. 67 Abs. 3 lit. c StGB demgegenüber in diesem Falle lediglich ein 

Tätigkeitsverbot von 10 Jahren vorgesehen, sofern der Täter zu einer 

Freiheitsstrafe von über 6 Monaten oder einer Massnahme nach den Art. 

59-61 oder 64 StGB verurteilt wurde.  

 

2.2.3. 

Im vorliegenden Fall hat der Beschuldigte während des Zeitraums von ca. 

29. Oktober 2018 bis 27. Juni 2019 diverse Bild- und Videodateien mit 

kinderpornografischem Inhalt aus dem Internet heruntergeladen und sich 

so nach Art. 197 Abs. 5 StGB strafbar gemacht. Es kann in diesem 

Zusammenhang auf das vorinstanzliche Urteil verwiesen werden, welches 

in diesem Punkt in Rechtskraft erwachsen ist (Art. 82 Abs. 4 StPO; 

vorinstanzliches Urteil, E. 2).  

 

Auch wenn der Beschuldigte die betreffenden Daten im erwähnten 

Zeitraum regelmässig von einem sog. Peer-to-Peer-Netzwerk bezogen hat 

und insofern ein enger sachlicher, zeitlicher und örtlicher Zusammenhang 

besteht, handelt es sich dabei nicht um ein Dauerdelikt, sondern liegen 

jeweils Einzeltaten vor. Mit Blick auf das anwendbare Recht können die 

vom Beschuldigten begangenen Taten mithin nicht in ihrer Gesamtheit 

beurteilt werden, sondern ist für jede einzelne Tat gesondert zu prüfen, 

welches Recht darauf Anwendung findet (BGE 134 IV 82 E. 6.2.3). Ein Teil 

der Taten wurde vom Beschuldigten nach dem 1. Januar 2019 begangen. 

Entsprechend findet auf diese Taten der ab diesem Zeitpunkt geltende 

Art. 67 StGB Anwendung.  

 

2.2.4. 

Für die Anwendung von Art. 2 Abs. 2 StGB besteht vorliegend kein Raum. 

Gemäss Art. 2 Abs. 1 StGB wird eine Person nach dem geltenden Gesetz 

verurteilt, sofern sie nach dessen Inkrafttreten ein Vergehen oder 

Verbrechen begangen hat. Hat sie indessen ein Verbrechen oder Vergehen 

vor Inkrafttreten des geltenden Gesetzes begangen, erfolgt die Beurteilung 

aber erst nachher, so ist das geltende Gesetz nur anzuwenden, wenn es 

für sie das mildere ist (Art. 2 Abs. 2 StGB). Es besteht nach dem Gesagten 

keine gesetzliche Grundlage dafür, für Taten, welche nach Inkrafttreten 

einer Gesetzesänderung begangen worden sind, das alte, mildere Recht 

anzuwenden. Vielmehr findet in diesem Fall zwingend das im Tatzeitpunkt 

geltende Recht Anwendung, auch wenn dieses strenger ist.  

 

 - 7 - 

 

 

 

2.3. 

2.3.1. 

Gemäss Art. 67 Abs. 3 lit. d Ziff. 2 StGB ist damit grundsätzlich ein 

lebenslanges Tätigkeitsverbot auszusprechen. Das Gericht kann in 

Anwendung von Art. 67 Abs. 4bis StGB einzig ausnahmsweise in besonders 

leichten Fällen davon absehen, wenn ein solches Verbot nicht notwendig 

erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Straftaten abzuhalten, 

wie sie Anlass für das Verbot sind. Nach dem Wortlaut der Bestimmung ist 

damit von zwei kumulativen Voraussetzungen auszugehen. Neben einer 

guten Legalprognose muss ein besonders leichter Fall einer Anlasstat 

vorliegen. Damit soll verdeutlicht werden, dass nur Fälle in den 

Anwendungsbereich der Ausnahmebestimmung fallen können, die in 

objektiver und subjektiver Hinsicht eigentlichen Bagatellcharakter 

aufweisen. Es ist ein strenger Massstab anzulegen. Die Formulierung 

«ausnahmsweise» macht deutlich, dass das zwingende lebenslängliche 

Tätigkeitsverbot die Regel sein soll. In der Botschaft werden als Beispiele 

für das Vorliegen eines besonders leichten Falles die Tatbestände der 

sexuellen Belästigung oder des Exhibitionismus genannt oder, wenn das 

Gericht das Verschulden des Täters als besonders gering einstufe und 

deshalb eine milde Strafe, beispielsweise eine Geldstrafe von wenigen 

Tagessätzen, ausspreche (BBl 2016 6146, 6160 f.).  

 

Der Beschuldigte hat sich im vorliegenden Fall grundsätzlich geständig 

sowie einsichtig und reuig gezeigt. Er ist zudem nicht vorbestraft. Insofern 

ist ihm grundsätzlich eine positive Legalprognose zu stellen. Unabhängig 

von diesem Umstand kann vorliegend aber nicht auf die Aussprechung 

eines Tätigkeitsverbots verzichtet werden, da kein besonders leichter Fall 

vorliegt. Der Beschuldigte hat gesamthaft 138 Videos und 378 Bilder und 

damit eine nicht mehr geringe Anzahl Dateien mit kinderpornografischem 

Inhalt heruntergeladen, wovon er einen nicht unwesentlichen Teil nach dem 

1. Januar 2019 beschafft hat. Die Bilder zeigen teilweise auch sehr junge 

Mädchen beim Vaginal- oder Analverkehr sowie in einem Fall ein Mädchen 

unter 16 Jahren beim Geschlechtsverkehr mit einem Hund (Unter-

suchungsakten [UA] act. 45, 74). Der Beschuldigte hat damit auch 

Materialien beschafft und konsumiert, die die schwersten Formen von 

kinderpornografischen Handlungen zeigen und die sexuelle Integrität der 

betroffenen minderjährigen Mädchen in schwerem Masse verletzt haben. 

Die von der Vorinstanz für die Widerhandlungen nach Art. 197 Abs. 5 StGB 

festgesetzte Einsatzstrafe von 140 Tagessätzen ist zudem nicht gering 

ausgefallen. Es kann mithin vorliegend nicht von einem besonders leichten 

Fall gesprochen werden, weshalb Art. 67 Abs. 4bis StGB nicht zur 

Anwendung gelangt.  

 

 - 8 - 

 

 

 

2.3.2. 

Die Berufung der Staatsanwaltschaft ist mithin auch in diesem Punkt 

gutzuheissen und gegen den Beschuldigten ein lebenslanges Tätigkeits-

verbot im Sinne von Art. 67 Abs. 3 lit. d Ziff. 2 StGB auszusprechen. Der 

Beschuldigte hat sich auch mit diesem Antrag der Staatsanwaltschaft 

einverstanden erklärt.  

 

3. 

3.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Berufungsverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens bzw. Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Berufung 

der Staatsanwaltschaft ist vollumfänglich gutzuheissen. Dem unter-

liegenden Beschuldigten sind dementsprechend die Kosten des 

vorliegenden Berufungsverfahrens aufzuerlegen. Die Gerichtsgebühr ist 

gemäss Art. 18 Abs. 1 VKD auf Fr. 1'200.00 festzusetzen. 

 

3.2. 

Aufgrund seines Unterliegens hat der Beschuldigte seine Parteikosten für 

das Berufungsverfahren selber zu tragen (Art. 436 Abs. 2 StPO e contra-

rio).  

 

4. 

An der vorinstanzlichen Kostenverlegung sind keine Änderungen 

vorzunehmen. Der Beschuldigte wird vollumfänglich schuldig gesprochen 

und hat damit die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens zu tragen (Art. 

428 Abs. 3 i.V.m. Art. 426 Abs. 1 StPO). Er hat deshalb auch keinen 

Anspruch auf Ausrichtung einer Parteientschädigung für das erstinstanz-

liche Verfahren (Art. 429 Abs. 1 StPO e contrario).  

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte ist schuldig 

- der mehrfachen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 1und 2 StGB, 

- der groben Verletzung der Verkehrsregeln durch ungenügenden 

Abstand beim Hintereinanderfahren gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. 

Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV. 

 

2. 

Der Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziffer 1 erwähnten 

Bestimmungen und von Art. 47 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 34 StGB, 

Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 42 Abs. 4 StGB und Art. 106 

StGB zu einer  

 

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bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je Fr. 130.00, gesamthaft 

somit Fr. 23'400.00, bei einer Probezeit von 3 Jahren, und  

 

einer Busse von Fr. 5'000.00, Ersatzfreiheitsstrafe 39 Tage, verurteilt.  

 

3. 

Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. d Ziff. 2 StGB 

lebenslänglich jede berufliche und jede ausserberufliche Tätigkeit, die 

einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, verboten.  

 

4. [in Rechtskraft erwachsen] 

Gestützt auf Art. 197 Abs. 6 StGB werden folgende Gegenstände 

eingezogen und vernichtet: 

 

- Harddisk 2.5" Seagate 1000GB 

- Harddisk 2.5" Seagate 250GB 

- M.2 Speicher Intel 512GB 

- Harddisk 2.5" WD 1000GB 

 

Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen.  

 

5. 

5.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 1'282.00, bestehend aus 

der Gerichtsgebühr von Fr. 1'200.00 und den Auslagen von Fr. 82.00, 

werden dem Beschuldigten auferlegt.  

 

5.2. 

Der Beschuldigte trägt seine Parteikosten für das obergerichtliche 

Verfahren selber.  

 

6. 

6.1. 

Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von Fr. 3'881.90, bestehend 

aus der Anklagegebühr von Fr. 1'350.00, der Gerichtsgebühr von 

Fr. 1'000.00, den Kosten für Gutachten von Fr. 1'471.90 und den Auslagen 

von Fr. 60.00, werden dem Beschuldigten auferlegt.  

 

6.2. 

Der Beschuldigte trägt seine Parteikosten für das erstinstanzliche 

Verfahren selber.  

  

 - 10 - 

 

 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
   

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe  

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ausgefällten bedingten Geld- oder Freiheitsstrafe wird der Vollzug aufgeschoben. 

Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. Hat 

sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene Strafe 

nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht bezahlen 

bzw. die Freiheitsstrafe nicht anzutreten ist. Begeht der Verurteilte während der Probezeit 

aber ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten 

verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46 Abs. 1 

StGB). 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 
   

Aarau, 22. Februar 2022 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 2. Kammer 

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Plüss Zahnd