# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eed9f957-b34a-51a6-947b-cef9d7236c4c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 19.06.2014 ZK1 2014 53
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2014-53_2014-06-19.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 19. Juni 2014 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 14 53 23. Juni 2014

Urteil
I. Zivilkammer

Vorsitz Michael Dürst
Richter Brunner und Schlenker
Aktuar ad hoc Decurtins

In der zivilrechtlichen Berufung

der X._____, Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Ladina 
Sturzenegger, Via Tinus 3, 7500 St. Moritz, 

gegen

den Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Inn vom 11. April 2014, mitge-
teilt am 16. April 2014, in Sachen der Berufungsklägerin gegen Y._____, Beru-
fungsbeklagter, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas Schütt, Obergasse 
19, 8402 Winterthur,

betreffend Erlass vorsorglicher Massnahmen im Ehescheidungsverfahren,

hat sich ergeben:

Seite  2 — 18

I. Sachverhalt

A. X._____, geboren am _____1979 in O.1_____, und Y._____, geboren am 
_____1977 in L.1_____, haben am 4. April 2003 in O.2_____ geheiratet. Aus die-
ser Ehe sind die Kinder A._____ (geboren am _____2003) und B._____ (geboren 
am _____2005) hervorgegangen. Bis zur Trennung im Frühjahr 2011 lebte die 
Familie in O.3_____, wo die Ehegatten gemeinsam das Hotel C._____ führten. 

B. Am 5. April 2011 reichte X._____ beim Einzelrichter am Bezirksgericht Inn 
ein Gesuch um Erlass eheschutzrichterlicher Massnahmen ein und beantragte im 
Hinblick auf den von Y._____ beabsichtigten Umzug nach O.4_____ die super-
provisorische Unterstellung der Kinder A._____ und B._____ unter ihre Obhut und 
alleinige elterliche Sorge. Diesem Begehren wurde mit Entscheid vom 6. April 
2011 insoweit entsprochen, als die beiden Töchter bis zur definitiven Entschei-
dung unter die Obhut der Mutter gestellt wurden. In der Folge wurde die Kinder- 
und Jugendpsychiatrie Graubünden (kjp) mit der Erstellung eines Gutachtens zur 
Frage der Obhutszuteilung und der Regelung des persönlichen Verkehrs beauf-
tragt. Dieses ging beim Gericht am 20. Januar 2012 ein, worauf der Einzelrichter 
am Bezirksgericht Inn mit Entscheid vom 8. Mai 2012 die elterliche Obhut für bei-
de Töchter für die Dauer des Getrenntlebens auf X._____ übertrug und Y._____ 
das Recht einräumte, seine Kinder jedes Jahr für insgesamt die Hälfte der gesam-
ten Schulferien zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen.

C. Am 11. April 2013 reichte X._____ beim Bezirksgericht Inn die Scheidungs-
klage ein. Anlässlich einer Einigungsverhandlung vor dem Bezirksgerichtspräsi-
denten am 4. Juli 2013 unterzeichneten die Parteien eine Vereinbarung betreffend 
das Besuchsrecht, wonach Y._____ die Töchter eine Woche im Herbst, zwei Wo-
chen im Mai, drei Wochen im Sommer sowie eine Woche über Weihnachten be-
suchen oder zu sich auf Besuch nehmen darf (vgl. im Wortlaut nachfolgend Sach-
verhalt I). In ihrer Begründung der Ehescheidungsklage vom 30. September 2013 
beantragte X._____ die gerichtliche Genehmigung dieser Teilkonvention.

D. Am 16. Dezember 2013 reichte Y._____ gleichzeitig mit seiner Klageant-
wort ein Gesuch um superprovisorische Anordnung des vorerwähnten Besuchs-
rechts für die Dauer des Scheidungsverfahrens ein. Zudem seien im Hinblick auf 
die anstehenden Weihnachtsferien die exakten Tage zu bestimmen, an welchen 
er die Kinder A._____ und B._____ in O.1_____ abzuholen und wieder zurückzu-
bringen habe. Zur Begründung seines Antrages auf superprovisorische Regelung 
des Besuchsrechts verwies Y._____ auf ein E-Mail der gegnerischen Rechtsver-

Seite  3 — 18

treterin vom 28. November 2013, in welchem diese mitteilte, dass A._____ an den 
bevorstehenden Weihnachtsfeiertagen nicht nach O.4_____ fahren werde, was 
das Mädchen dem Vater auch so mitgeteilt habe.

E. Mit superprovisorischer Verfügung vom 20. Dezember 2013 hiess der Be-
zirksgerichtspräsident dieses Gesuch gut und ordnete das auf der gerichtlichen 
Vereinbarung vom 4. Juli 2013 basierende Besuchsrecht bis zum definitiven Ent-
scheid in der Angelegenheit an.

F. In ihrer Stellungnahme zu diesem superprovisorischen Entscheid vom 
14. Januar 2014 beantragte X._____ die kostenfällige Abweisung des Gesuchs. In 
verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie die Einholung eines kinderpsychiatri-
schen oder kinderpsychologischen Gutachtens, die adäquate Anhörung der bei-
den Kinder sowie die Anordnung von geeigneten Kindesschutzmassnahmen. Zu-
dem sei davon Vormerk zu nehmen, dass sie mit dem am 4. Juli 2013 vereinbar-
ten Besuchs- und Ferienrecht nicht mehr einverstanden sei und dass diesem bis 
zum Vorliegen eines Gutachtens aus kindesschutzrechtlichen Gründen nicht Folge 
zu leisten sei.

G. In seiner Replik vom 17. Februar 2014 beantragte Y._____ die Bestätigung 
der superprovisorischen Verfügung vom 20. Dezember 2013. Er befürwortete ein-
zig den Antrag von X._____ auf Einholung eines Gutachtens und beantragte die 
Einsetzung eines L.1_____ischsprachigen Gutachters, während die restlichen An-
träge abzuweisen seien.

H. In ihrer Duplik vom 25. März 2014 hielt X._____ an ihren Anträgen vom 14. 
Januar 2014 fest und beantragte zusätzlich die Einsetzung eines schweizerischen 
Gutachters.

I. Mit Entscheid vom 11. April 2014, mitgeteilt am 16. April 2014, entschied 
der Einzelrichter am Bezirksgericht Inn was folgt:

"1. Die superprovisorische Verfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Inn 
vom 20. Dezember 2013 wird bestätigt und demzufolge wird das Ge-
such um Anordnung des auf die gerichtliche Vereinbarung vom 4. Juli 
2013 basierenden Besuchsrechts bis zum definitiven Entscheid in der 
Angelegenheit wie folgt bestätigt:

Das Gesuch um superprovisorische Anordnung des auf die gerichtli-
che Vereinbarung vom 4. Juli 2013 basierenden Besuchsrechts wird 
bis zum definitiven Entscheid in der Angelegenheit gutgeheissen. 
Demzufolge gilt bis zum definitiven Entscheid in der Angelegenheit fol-
gendes:

Seite  4 — 18

"Y._____ ist berechtigt, die Kinder A._____, geboren am _____2003, 
und B._____, geboren am _____2005 jeweils eine Woche im Herbst 
(Oktoberferien) im D._____ zu besuchen und, wenn im Hotel E._____ 
ein Zimmer verfügbar ist, dort unentgeltlich zu übernachten und zu es-
sen. Weiter ist der Vater berechtigt, die Kinder im Mai (Maiferien) je-
weils zwei Wochen in O.4_____, im Sommer (Sommerferien) jeweils 3 
Wochen in O.4_____ und an Weihnachten oder Neujahr jeweils eine 
Woche in O.4_____ auf eigene Kosten zu sich oder mit sich in die Fe-
rien zu nehmen. Jährlich alternierend ist der Vater berechtigt, die Kin-
der jeweils zwei Wochen im Herbst (Oktoberferien) in O.4_____ auf 
eigene Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen, und je-
weils eine Woche Ferien im Mai (Maiferien) im D._____ zu besuchen 
und, wenn im Hotel E._____ ein Zimmer verfügbar ist, dort unentgelt-
lich zu übernachten und zu essen. In den Osterferien ist der Vater be-
rechtigt, die Kinder dort zu besuchen, wo diese gerade weilen.

Der Vater teilt seine gewünschten Feriendaten der Mutter jeweils min-
destens ein Monat im Voraus mit. Weiter darf er die letzte Woche der 
Sommerferien nicht in Anspruch nehmen.

Weitergehende oder abweichende Wochenend-, Feiertags- oder Feri-
enkontakte nach gegenseitiger Absprache bleiben vorbehalten.

Im Übrigen beabsichtigen die Parteien eine flexible Handhabung des 
Besuchsrechts unter Wahrung der berechtigten Interessen aller Betei-
ligten."

2. Frau Dr. F._____ wird beauftragt, ein Gutachten betreffend die Zutei-
lung der elterlichen Sorge über die Kinder sowie über ein angemesse-
nes Besuchs- und Ferienrecht zu erstellen.

3. Das Gericht wird der sachverständigen Person folgende Fragen zur 
Beantwortung unterbreiten:

a) Der Gutachter wird beauftragt, die persönliche Geeignetheit und 
Erziehungsfähigkeit der beiden Eheleute je separat mit Blick auf 
die Zuteilung der elterlichen Obhut und die gemeinsame elterliche 
Sorge über die Töchter A._____ und B._____ zu beurteilen und 
detailliert zu begründen.

b) Der Gutachter wird beauftragt, die Bindungsqualität zwischen der 
Tochter A._____ und der Mutter einerseits und dem Vater ande-
rerseits zu untersuchen; sowie zwischen der Tochter B._____ und 
der Mutter einerseits und dem Vater andererseits zu untersuchen.

c) Der Gutachter wird beauftragt, zu untersuchen, welche Regelung 
des persönlichen Verkehrs mit dem Kindeswohl vereinbar ist.

d) Der Gutachter wird beauftragt, sich darüber zu äussern, ob ir-
gendwelche Massnahmen wie z.B. eine Erziehungs- oder Be-
suchsbeistandschaft angebracht sind.

e) Der Gutachter ist gehalten, offenzulegen, welche Testmethoden er 
angewendet hat.

4. Die Parteien erhalten Gelegenheit bis zum 28. April 2014, um zum 
Vorschlag schriftlich und begründet Stellung zu nehmen (Art. 183 
Abs. 1 ZPO) und sich zur Fragestellung zu äussern und Änderungs- 

Seite  5 — 18

oder Ergänzungsanträge zu stellen (Art. 185 Abs. 2 ZPO). Säumnis gilt 
als Verzicht auf Stellungnahme und Anträge.

5. Im Übrigen werden die Anträge vollumfänglich abgewiesen.

6. (Gerichtskosten in Höhe von CHF 2'580.00 zu Lasten von X._____, in-
folge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege jedoch zu Lasten 
des Kantons Graubünden).

7. (Verpflichtung von X._____ zu vollumfänglicher aussergerichtlicher 
Entschädigung von Y._____ / Entschädigung der unentgeltlichen 
Rechtsbeistände gemäss Kostenentscheiden zu Lasten des Kantons 
Graubünden).

8. (Rechtsmittel).

9. Mitteilung)."

J. Gegen diesen Entscheid erhob X._____ (nachfolgend Berufungsklägerin) 
beim Kantonsgericht von Graubünden am 28. April 2014 Berufung und stellte fol-
gende Rechtsbegehren:

"1. Es seien Ziff. 1, Ziff. 2, Ziff. 6 und Ziff. 7 des angefochtenen Entscheids 
vom 11./16.04.2014 des Bezirksgerichts Inn aufzuheben und

- es sei das Besuchsrecht bis zur Erstattung des Gutachtens zu sis-
tieren, subsidiär die Modalitäten anzupassen

- es seien geeignete Kindesschutzmassnahmen zu erlassen

- es sei ein Gutachter aus der Schweiz zu bestellen mit 
O.4_____anischkenntnissen und Erfahrung mit dem Verfassen von 
Kindergutachten

- es seien die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens neu zu vertei-
len gemäss Ausgang dieses Verfahrens

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Gegenpartei.

K. In seiner Berufungsantwort vom 9. Mai 2014 stellte Y._____ (nachfolgend 
Berufungsbeklagter) folgende Anträge:

"1.a) Die Sache sei an den Einzelrichter des Bezirksgerichts Inn zurückzu-
weisen mit der Weisung, nach Gewährung des rechtlichen Gehörs 
zur Person der durch das Bezirksgericht Inn vorgeschlagenen Gut-
achterin und nach Gewährung des rechtlichen Gehörs zu den durch 
das Bezirksgericht Inn vorgeschlagenen Fragen an die Gutachterin 
erneut über die Einsetzung eines Gutachters oder einer Gutachterin 
und den Fragenkatalog zu entscheiden.

b) Der Einzelrichter des Bezirksgerichts Inn sei anzuweisen, vor der 
Gewährung des rechtlichen Gehörs die Resultate seiner Abklärungen 
über die Qualifikationen der vorgeschlagenen Gutachterperson offen-
zulegen (insbesondere Ausbildung bzw. Fachkenntnisse, Erfahrun-
gen, Tätigkeitsbereiche, Arbeitgeber und Sprachkenntnisse).

Seite  6 — 18

c) Im Rückweisungsentscheid sei festzuhalten, dass die Einsetzung ei-
nes Gutachters oder einer Gutachterin aus dem grenznahen Ausland 
nicht per se ausgeschlossen ist.

2. Der Einzelrichter des Bezirksgerichts Inn sei anzuweisen, die Kinder 
A._____ und B._____ durch eine Fachperson anhören zu lassen und 
bis eine Woche vor den Sommerferien, d.h. bis zum 20.06.2014, neu 
über den Umfang und die Modalitäten des persönlichen Verkehrs zu 
entscheiden für die Dauer, bis das Gutachten vorliegt (eventualiter für 
die Dauer des gesamten Scheidungsverfahrens).

3. Im Übrigen sei die Berufung abzuweisen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Berufungs-
klägerin und des Staates.

L. Beide Parteien stellten gleichzeitig mit der Einreichung ihrer Rechtsschriften 
ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das Berufungsverfahren (vgl. ERZ 
14 144 resp. ERZ 14 162). Mittels Verfügungen vom 5. Juni 2014 gewährte die 
Vorsitzende der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden den Parteien 
die unentgeltliche Rechtspflege und ernannte Rechtsanwältin lic. iur. Ladina Stur-
zenegger zur Rechtsvertreterin der Berufungsklägerin und Rechtsanwalt Dr. iur. 
Thomas Schütt zum Rechtsvertreter des Berufungsbeklagten.

M. Auf die weitergehenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid sowie 
in den Rechtschriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen.

II. Erwägungen

1.a) Gegen den Entscheid des Bezirksgerichts Inn vom 11. April 2014 hat die 
Berufungsklägerin entsprechend der Rechtsmittelbelehrung in Ziffer 8 des ent-
sprechenden Dispositivs fristgerecht Berufung gemäss Art. 308 ff. ZPO beim Kan-
tonsgericht von Graubünden erhoben (Art. 311 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 314 
Abs. 1 der Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272]; Art. 7 Abs. 1 des 
Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [EGzZPO; BR 
320.100]). Innerhalb des Kantonsgerichts liegt die Zuständigkeit für zivilrechtliche 
Berufungen auf dem Rechtsgebiet des Zivilgesetzbuches bei der I. Zivilkammer 
(Art. 6 der Kantonsgerichtsverordnung [KGV; BR 173.100]). Gemäss Art. 308 
Abs. 1 lit. b ZPO sind erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Massnahmen 
mit Berufung anfechtbar. Soweit von der Berufungsklägerin die Aufhebung von 
Dispositiv-Ziffer 1 des angefochtenen Entscheids verlangt und die Sistierung des 
Besuchsrechts bis zur Erstattung des Gutachtens, eventuell die Anpassung der 

Seite  7 — 18

Besuchsrechtsmodalitäten und der Erlass geeigneter Kindesschutzmassnahmen 
beantragt wird, ist die Berufungsfähigkeit somit gegeben. Insoweit zielt die Beru-
fung nämlich auf eine Änderung der verfügten vorsorglichen Regelung und es liegt 
das klassische Anfechtungsobjekt nach Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO, nämlich ein 
erstinstanzlicher Entscheid über vorsorgliche Massnahmen vor, wobei aufgrund 
der nicht vermögensrechtlichen Natur der Streitigkeit das Streitwerterfordernis von 
Art. 308 Abs. 2 ZPO entfällt. Anzumerken bleibt, dass entgegen dem Wortlaut des 
Berufungsbegehrens offenbar auch Dispositiv-Ziffer 5 des angefochtenen Ent-
scheids aufgehoben werden soll, soweit damit die schon vor Vorinstanz beantrag-
ten Kindesschutzmassnahmen abgelehnt wurden. In Verbindung mit der Anfech-
tung von Ziffer 1 und 5 ist sodann auch der Kostenpunkt (Ziffer 6 und 7) beru-
fungsfähig, der vorliegend allerdings nicht mit einer selbständigen Begründung 
angefochten wird. Beantragt wird lediglich die Neuverlegung der vorinstanzlichen 
Kosten entsprechend dem Ausgang des Berufungsverfahrens. Insoweit ist auf die 
vorliegende Berufung, welche den an sie gestellten Frist- und Formerfordernissen 
entspricht, einzutreten.

b) Soweit mit der Berufung dagegen die Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 2 des 
angefochtenen Entscheids und die Einsetzung eines schweizerischen Gutachters 
mit O.4_____anischkenntnissen und einschlägiger Erfahrung mit Kindergutachten 
beantragt wird, geht es um die Änderung einer Beweisverfügung, welche mit Blick 
auf die im Hauptverfahren umstrittenen Fragen der elterlichen Sorge und der Aus-
gestaltung des Besuchsrechts ergangen ist. Dabei handelt es sich um eine pro-
zessleitende Verfügung, gegen welche gemäss Art. 319 lit. b ZPO mit Beschwerde 
vorzugehen wäre. Zwar bestünde praxisgemäss die Möglichkeit einer Konversion, 
sodass das Rechtsmittel in diesem Punkt als Beschwerde entgegengenommen 
werden könnte (vgl. Urteil der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubün-
den ZK1 12 12 vom 2. Juli 2012 E. 1.b mit weiteren Hinweisen). Abgesehen da-
von, dass damit eine engere Kognition der Rechtsmittelinstanz einherginge, erfor-
dert eine Beschwerde gegen eine prozessleitende Verfügung gemäss Art. 319 lit. 
b Ziff. 2 ZPO jedoch das Vorliegen eines nicht leicht wiedergutzumachenden 
Nachteils, der in der Beschwerdeschrift substantiiert darzulegen ist (vgl. dazu Ent-
scheid der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden ZK1 13 116 vom 
8. Januar 2014 E. 2.b). Ein derartiger Nachteil rechtlicher oder tatsächlicher Natur 
wird vorliegend weder geltend gemacht noch ist ein solcher ersichtlich. Beweisan-
ordnungen wie vorliegendenfalls die Bezeichnung eines Gutachters sind regel-
mässig erst im Rahmen der Anfechtung des Endentscheids zu überprüfen (vgl. 
Botschaft zur Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 28. Juni 2006 BBl 2006 

Seite  8 — 18

7221, S. 7377), wobei auch Mängel bei der Begutachtung gerügt werden können 
(vgl. Urteil ZKBES.2012.110 des Obergerichts des Kantons Solothurn vom 28. 
Juni 2012 = CAN online 2012 Nr. 47 E. 2.b). Zudem verkennt die Berufungskläge-
rin, dass der Vorderrichter noch gar nicht definitiv über die Person des Gutachters 
entschieden hat: In Dispositiv-Ziffer 4 des angefochtenen Entscheids wurde den 
Parteien vielmehr explizit eine Frist für die Einreichung einer Stellungnahme zur 
vorgesehenen Gutachterin und zur Fragestellung eingeräumt, von der beide Par-
teien auch Gebrauch gemacht haben (vgl. Proz. Nr. 115-2013-4 [Rechtsschriften] 
act. 7 und 8). Insofern hat die angefochtene Ziffer 2 – wie auch in den diesbezügli-
chen Erwägungen (S. 13) zum Ausdruck kommt – lediglich die Bedeutung eines 
Vorschlags und steht unter dem Vorbehalt der Wiedererwägung nach Eingang der 
Meinungsäusserungen der Parteien. Damit liegt auch keine Verletzung des recht-
lichen Gehörs vor, derentwegen mit der Berufungsantwort die Rückweisung an 
den Vorderrichter beantragt wird (vgl. act. A.2 Antrag 1.a). Letzterer wird nach 
Prüfung der Vorbringen der Parteien wie vorgesehen (nochmals) über die Bestel-
lung des Gutachters zu entscheiden haben, weshalb sich derzeit entsprechende 
Anweisungen der Rechtsmittelinstanz erübrigen. Insbesondere bestehen keine 
Anhaltspunkte dafür, dass der Vorderrichter in seiner Meinungsbildung voreinge-
nommen und damit nicht bereit ist, die seitens der Parteien angeführten Einwände 
gegen die vorgeschlagene Gutachterin ernsthaft zu prüfen und deren Qualifikatio-
nen offenzulegen. Soweit mit der Berufung die Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 2 
beantragt wird, ist auf diese folglich nicht einzutreten.

2.a) In Kinderbelangen, wie sie auch vorliegend strittig sind, gilt unabhängig von 
der Art des Verfahrens der Untersuchungs- und Offizialgrundsatz: Das Gericht 
erforscht den Sachverhalt von Amtes wegen und entscheidet ohne Bindung an die 
Parteianträge (Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO). Die Untersuchungsmaxime verpflichtet 
den Richter, von sich aus alle entscheidungsrelevanten Elemente in Betracht zu 
ziehen und unabhängig von den Anträgen der Parteien Beweise zu erheben. Die-
se Pflicht ist indes nicht ohne Grenzen und entbindet die Parteien nicht von einer 
aktiven Mitwirkung im Verfahren, indem sie Hinweise zum Sachverhalt machen 
oder Beweise bezeichnen (so bereits BGE 128 III 441 E. 3.2.1 und 3.2.2 zu 
Art. 145 aZGB, welcher durch Art. 296 ZPO abgelöst wurde). Im Einklang mit der 
bisherigen Lehre und Rechtsprechung findet Art. 296 ZPO analog auch im 
Rechtsmittelverfahren Anwendung (Beatrice van de Graaf, in: Kurzkommentar 
ZPO, 2. Auflage, Basel 2014, N 1 zu Art. 296 ZPO; BGE 137 III 617 E. 4.5.2 [hin-
sichtlich der Offizialmaxime] sowie Urteile des Bundesgerichts 5A_807/2012 vom 
6. Februar 2013 E. 4.2.3 und 5A_152/2013 vom 16. Oktober 2013 E. 3.2.1 [auch 

Seite  9 — 18

mit Bezug auf die Untersuchungsmaxime]). Kontrovers ist indessen, welche Aus-
wirkungen die genannten Verfahrensmaximen auf die in Art. 317 ZPO statuierte 
Beschränkung des Novenrechts im Berufungsverfahren entfalten. Mit Bezug auf 
die Verfahren gemäss Art. 243 Abs. 2 ZPO, welche der sog. sozialen (einge-
schränkten) Untersuchungsmaxime unterstehen, hat sich das Bundesgericht in 
BGE 138 III 625 E. 2.1 (= Pra 2013 Nr. 26) für eine Geltung dieser Novenbe-
schränkung ausgesprochen. In der Folge schloss sich die I. Zivilkammer des Kan-
tonsgerichts von Graubünden, welche bis dahin gestützt auf die Mehrheit der 
deutschsprachigen Kommentatoren Art. 317 ZPO in von der Untersuchungsmaxi-
me beherrschten Verfahren als nicht anwendbar betrachtet und namentlich in Ver-
fahren nach Art. 276 ZPO sowohl echte als auch unechte Noven bis zur Urteilsbe-
ratung zugelassen hatte, grundsätzlich der aktuellen bundesgerichtlichen Recht-
sprechung an. Ausdrücklich offengelassen wurde indessen die Frage einer analo-
gen Anwendbarkeit von Art. 229 Abs. 3 ZPO in Verfahren betreffend Kinderbelan-
ge (vgl. Urteil ZK1 12 18 vom 8. Mai 2013 E. 2.3 sowie zuletzt Urteil ZK1 14 28/29 
vom 20. Mai 2014 E. 4 mit weiteren Hinweisen). Diese braucht auch vorliegend 
nicht abschliessend beantwortet zu werden. Jedenfalls zulässig ist nämlich die 
Vorlage neuer Beweismittel in Verbindung mit der Rüge der Verletzung der Unter-
suchungsmaxime resp. der ungenügenden Sachverhaltsfeststellung (vgl. Urteil 
ZK1 14 28/29 vom 20. Mai 2014 E. 4 mit Hinweis auf Martin Sterchi, in: Haus-
heer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 
Band II, Bern 2012, N 15 zu Art. 310 ZPO sowie Urteil ZK1 13 28 vom 3. Februar 
2014 E. 2).

b) Um den behaupteten tätlichen Übergriff des Vaters zu beweisen, legt die 
Berufungsklägerin mit ihrer Berufungsschrift einen Arztbericht betreffend den Blut-
erguss an B._____ Wange ins Recht (vgl. act. B.2). Dieses Beweismittel hatte sie 
bereits vor Vorinstanz offeriert (vgl. Proz. Nr. 115-2013-4 [Rechtsschriften] act. 4 
S. 4). Die Vorinstanz erachtete eine Gefährdung des Wohls der Kinder als nicht 
glaubhaft gemacht, ohne auf den offerierten Arztbericht näher einzugehen (vgl. 
angefochtener Entscheid S. 10 f.). Dies wird in der Berufung denn auch explizit als 
Verletzung der Untersuchungspflicht in Kinderbelangen gerügt (act. A.1 S. 5). Un-
ter den gegebenen Umständen ist die Einlage dieses Arztberichts zuzulassen. 
Auch wenn damit kein positiver Beweis für Gewaltanwendungen seitens des Va-
ters erbracht werden kann − gemäss dem Bericht könnte das Hämatom auf der 
Wange auch von einem anderen Gegenstande wie beispielsweise einer Türklinke 
herrühren −, bestätigt dieser Bericht immerhin die Arztkonsultation vom 7. Januar 
2014 sowie die Schilderungen der Mutter gegenüber dem Arzt. Insofern ist er als 

Seite  10 — 18

Indiz für die Glaubwürdigkeit der Darstellungen der Berufungsklägerin, welche 
nach eigenen Angaben auf Aussagen der Kinder beruhen, zu werten.

3.a) Die vorliegende Berufung richtet sich insbesondere gegen die Anordnung 
des auf der Vereinbarung vom 4. Juli 2013 beruhenden Besuchs- bzw. Ferien-
rechts für die Dauer des Scheidungsverfahrens. Gemäss der Berufungsklägerin 
habe es die Vorinstanz zu Unrecht abgelehnt, das Besuchsrecht bis zum Vorlie-
gen eines Gutachtens zu sistieren oder zumindest flankierende Kindesschutz-
massnahmen anzuordnen. Dabei bestreitet die Berufungsklägerin einerseits, dass 
bis zum Vorliegen des Gutachtens − mit welchem spätestens im Herbst 2014 zu 
rechnen sei − eine Kindesentfremdung und damit ein nicht wiedergutzumachender 
Nachteil drohe. Andererseits sei − angesichts der Fotos des Blutergusses an 
B._____ Wange, der schriftlichen Aussage der Tochter A._____ in einem Schul-
aufsatz sowie den sich aus den Tagebuchaufzeichnungen ergebenden Aussagen 
der Mutter − zu Unrecht festgestellt worden, dass eine Gefährdung der Kinder 
nicht glaubhaft dargetan sei. Indem das Gericht trotz klarer Anzeichen einer Kin-
deswohlgefährdung auf die Anordnung von Kindesschutzmassnahmen verzichtet 
und die Besuchsrechtsregelung unverändert vorzeitig in Kraft gesetzt habe, habe 
es seine Untersuchungspflicht in Kinderbelangen verletzt. Im Kern wird damit 
gerügt, dass die erwähnte Vereinbarung der Parteien über das Besuchsrecht nicht 
im Sinne einer vorsorglichen Massnahme für die weitere Dauer des Scheidungs-
verfahrens hätte genehmigt werden dürfen und dass vor dem Entscheid über die 
vorsorgliche Regelung des Besuchsrechts zwingend das Ergebnis der im Haupt-
verfahren angeordneten Begutachtung hätte abgewartet werden müssen.

b) Die rechtliche Grundlage für den Erlass vorsorglicher Massnahmen 
während der Dauer eines Scheidungsverfahrens findet sich in Art. 276 ZPO, wel-
che als Sondernorm den allgemeinen Bestimmungen über vorsorgliche Mass-
nahmen (Art. 261 ff. ZPO) vorgeht. Letztere sind nur subsidiär und dem besonde-
ren eherechtlichen Kontext entsprechend eingeschränkt anwendbar. So ist im 
Rahmen von vorsorglichen Massnahmen im Scheidungsprozess ein Verfügungs-
grund im Sinne von Art. 261 ZPO nicht a priori erforderlich; die Bedingungen, wel-
che für eine bestimmte vorsorgliche Anordnung erfüllt sein müssen, richten sich 
vielmehr nach den Bestimmungen des materiellen Rechts, auf die Bezug genom-
men wird (vgl. dazu Annette Spycher, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kom-
mentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Band II, Bern 2012, N 13 zu Art. 
276 ZPO sowie Ivo Schwander, in: Gehri/Kramer [Hrsg.], ZPO-Kommentar, Zürich 
2010, N 14 zu Art. 276 ZPO). Dem in Art. 261 Abs. 1 lit. b ZPO statuierten Kriteri-
um des "nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteils" kommt daher im Schei-

Seite  11 — 18

dungsverfahren eine geringe Bedeutung zu; vielmehr muss eine vorsorgliche 
Massnahme "nötig" sein, was nebst der Verhältnismässigkeit auch ein Rechts-
schutzinteresse voraussetzt, welches bei einer bestehenden eheschutzrichterli-
chen Regelung gegebenenfalls zu verneinen ist (vgl. Schwander, a.a.O., N 2 zu 
Art. 276 ZPO sowie Marcel Leuenberger, in: Schwenzer [Hrsg.], FamKommentar 
Scheidung, Band II: Anhänge, 2. Auflage, Bern 2011, N 4 zu Art. 276 ZPO). Im 
vorliegenden Fall beschränkte sich die im Rahmen des Eheschutzentscheids des 
Bezirksgerichts Inn vom 8. Mai 2012 getroffene Regelung auf die Einräumung ei-
nes Ferienrechts während der Hälfte der Schulferien, so dass bei fehlender Eini-
gung über die Modalitäten dieses Ferienrechts (Zeitpunkt und Ort der Ausübung) 
Konkretisierungsbedarf bestand. Insoweit ist die Vorinstanz somit zu Recht auf 
das Gesuch des Berufungsbeklagten um Regelung des Besuchsrechts für die 
Dauer des Scheidungsverfahrens eingetreten.

c) In materieller Hinsicht erklärt Art. 276 ZPO die Bestimmungen über den 
Schutz der ehelichen Gemeinschaft für sinngemäss anwendbar. Für die Kinderbe-
lange wird damit auf Art. 176 Abs. 3 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches 
(ZGB; SR 210) verwiesen, der seinerseits auf die Bestimmungen des Kindes-
rechts verweist. Anordnungen über den persönlichen Verkehr zwischen Eltern und 
ihren Kindern richten sich nach Art. 273 ff. ZGB. Demzufolge besteht ein Anspruch 
auf angemessenen persönlichen Verkehr, soweit das Kindeswohl nicht eine Be-
schränkung oder Verweigerung gebietet. Die Regelung des persönlichen Verkehrs 
erfolgt im vorsorglichen Massnahmenverfahren mithin nach den gleichen Kriterien 
wie im Hauptverfahren, wenn auch − aufgrund der summarischen Natur − mit ei-
nem reduzierten Beweismass. Je nach Art der geltend gemachten Gefährdung 
sind an die Glaubhaftmachung geringere Anforderungen zu stellen, wie beispiels-
weise bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch oder in Fällen von häuslicher Ge-
walt. Der Schutz der Kinder vor möglicherweise schwerwiegenden Beeinträchti-
gungen ihres körperlichen, sittlichen oder geistigen Wohls kann eine vorüberge-
hende Aussetzung oder Beschränkung des Besuchsrechts rechtfertigen, auch 
wenn sofort greifbare Beweise fehlen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 
5P.266/2001 vom 1. November 2001 E. 4a mit weiteren Hinweisen sowie Ingeborg 
Schwenzer, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivilgesetz-
buch I, 4. Auflage, Basel 2010, N 5 ff. zu Art. 274 ZGB). Wie die anderen Kinder-
belange untersteht auch die Regelung des persönlichen Verkehrs der Bestimmung 
von Art. 296 Abs. 3 ZPO, wonach das Gericht ohne Bindung an die Parteianträge 
entscheidet. Daraus folgt, dass das Gericht an eine allfällige Vereinbarung über 
das Besuchsrecht nicht gebunden ist und einer solchen lediglich die Bedeutung 

Seite  12 — 18

eines gemeinsamen Antrages der Parteien zukommt (vgl. Spycher, a.a.O., N 7 zu 
Art. 279 ZPO sowie Thomas Sutter-Somm/Nicolas Gut, in: Sutter-Somm/Hasen-
böhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessord-
nung, 2. Auflage, Zürich 2013, N 7 zu Art. 279 ZPO). Erst mit der richterlichen Ge-
nehmigung, welche nach vorgängiger Prüfung ihrer Übereinstimmung mit den 
Kindesinteressen erfolgt, entfaltet eine solche Vereinbarung Rechtswirkung. Bis 
dahin kann mit der Begründung, dass die Vereinbarung nicht im Interesse des 
Kindeswohls liege und die Genehmigungsvoraussetzungen damit nicht erfüllt sei-
en, deren Nichtgenehmigung beantragt werden (vgl. zu dieser selbst ausserhalb 
der Kinderbelange bestehenden Möglichkeit Urteil des Bundesgerichts 
5A_721/2012 vom 17. Januar 2013 E. 3.2 sowie Spycher, a.a.O., N 36 zu Art. 279 
ZPO). Erst recht kann ein Antrag auf Nichtgenehmigung gestellt werden, wenn er 
mit neuen Tatsachen begründet wird, welche zu einer Klageänderung im Sinne 
von Art. 230 ZPO berechtigen würden. Wenn strittig ist, ob eine Vereinbarung 
(noch) mit dem Kindeswohl vereinbar ist und diesbezüglich unterschiedliche An-
träge vorliegen, sind vor deren – allenfalls auch erst vorläufigen – Genehmigung 
die erforderlichen Abklärungen von Amtes wegen zu veranlassen. Die vorerwähn-
te Untersuchungs- und Offizialmaxime gemäss Art. 296 ZPO (vgl. vorstehend Er-
wägung 2.a) gilt nämlich in allen Verfahrensstadien und damit auch beim Erlass 
vorsorglicher Massnahmen (vgl. Jonas Schweighauser, in: Schwenzer [Hrsg.], 
FamKommentar Scheidung, Band II: Anhänge, 2. Auflage, Bern 2011, N 3 zu Art. 
296 ZPO). Sofern ausreichende Anhaltspunkte für eine Gefährdung des Kindes-
wohls vorliegen, kann sich bereits im Rahmen einer vorsorglichen Regelung die 
Einholung eines Gutachtens aufdrängen. Aufgrund des auch für Massnahmenver-
fahren geltenden Art. 298 ZPO (vgl. Spycher, a.a.O., N 5 zu Art. 298 ZPO) muss 
in einem solchen Fall aber mindestens eine Anhörung der betroffenen Kinder 
durch das Gericht oder eine beauftragte Drittperson erfolgen, soweit nicht das Al-
ter oder andere wichtige Gründe dagegen sprechen (vgl. auch Schweighauser, 
a.a.O., N 26 zu Art. 298 ZPO). Das Anhörungsrecht des Kindes erfüllt insofern 
eine begrüssenswerte Doppelfunktion, als es dem Kind die Wahrnehmung seiner 
höchstpersönlichen Rechte ermöglicht und zugleich ein Mittel zur Sachverhaltsab-
klärung resp. zur Feststellung aller im Kindesinteresse liegender tatsächlicher 
Umstände darstellt (vgl. dazu Schwander, a.a.O., N 3 zu Art. 298 ZPO sowie 
Schweighauser, a.a.O., N 11 ff. zu Art. 298 ZPO).

d) Vorliegend hat der Vorderrichter das Begehren des Berufungsklägers um 
vorsorgliche Anordnung des vereinbarten Besuchsrechts einzig unter den Ge-
sichtspunkten von Art. 261 ZPO geprüft. Aus der anlässlich der Einigungsverhand-

Seite  13 — 18

lung getroffenen Vereinbarung – deren gerichtliche Genehmigung im damaligen 
Zeitpunkt noch ausstehend war − hat er auf das Bestehen eines Anspruchs ge-
schlossen, welcher − angesichts der möglichen Entfremdung der Töchter von ih-
rem Vater, welche er als drohenden, nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteil 
betrachtete − eines vorsorglichen Rechtsschutzes bedürfe. Demgegenüber qualifi-
zierte er die von der Berufungsklägerin geltend gemachte Verletzung des Kindes-
wohls im Falle der Aufrechterhaltung der provisorisch angeordneten Besuchs-
rechtsregelung als nicht glaubhaft gemacht und sprach der gemeinsam unter-
zeichneten Vereinbarung vom 4. Juli 2013 weiterhin Gültigkeit zu. Mit dieser Ar-
gumentation hat der Vorderrichter verkannt, dass für vorsorgliche Massnahmen im 
Scheidungsverfahren wie vorstehend ausgeführt Sonderregelungen bestehen, 
welche hinsichtlich der Kinderbelange unter anderem eine Mitwirkung der Kinder 
vorsehen. Ebenfalls verkannt hat er die Bedeutung der von den Parteien ge-
schlossenen Vereinbarung, welche bis zur richterlichen Genehmigung keine Gül-
tigkeit entfaltet und vor ihrer Anordnung für die Dauer des Scheidungsverfahrens 
von Amtes wegen auf ihre Vereinbarkeit mit den Kindesinteressen hätte überprüft 
werden müssen. Eine solche Überprüfung drängte sich vorliegend umso mehr auf, 
als die Berufungsklägerin explizit die (vorläufige) Nichtgenehmigung beantragt 
hatte. Entgegen der Auffassung des Vorderrichters kann die Zulässigkeit eines 
derartigen Antrags nämlich nicht vom Vorliegen einer Gefährdungsmeldung bei 
der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) abhängig gemacht werden 
(vgl. angefochtener Entscheid S. 11 f.). Letztere wäre zwar wohl zuständig, in ei-
ner akuten Gefährdungssituation ein gerichtlich festgelegtes Besuchsrecht auszu-
setzen (vgl. Art. 315a Abs. 3 Ziff. 2 ZGB). Die erstmalige Regelung oder auch die 
Konkretisierung eines bestehenden Besuchsrechts wie auch der Erlass der damit 
zusammenhängenden Kindesschutzmassnahmen fallen bei einem hängigen 
Scheidungsverfahren dagegen in die Zuständigkeit des Gerichts (Art. 275 Abs. 2 
und Art. 315a Abs. 1 ZGB). Dieses hat einer Vereinbarung nicht bloss bei einer 
akuten Gefährdungslage die Genehmigung zu versagen, sondern generell für eine 
den Kindesinteressen gerecht werdende Regelung zu sorgen.

e) Das Gesagte ändert freilich nichts daran, dass die Frage, ob die unter-
zeichnete Besuchsrechtsregelung für die Dauer des Scheidungsverfahrens in 
Kraft zu setzen ist oder nicht, letztlich davon abhängt, ob diese mit dem Kindes-
wohl vereinbar ist resp. ob aus deren Aufrechterhaltung eine Gefährdung der Kin-
der resultieren würde. Eine Gefährdung der Kinder hat der Vorderrichter in Würdi-
gung der vorhandenen Beweismittel und des prozessualen Verhaltens der Mutter 
als nicht glaubhaft erachtet. Dabei hat er sich insbesondere mit dem Vorwurf der 

Seite  14 — 18

physischen Gewaltanwendung seitens des Vaters befasst und erwogen, dass die 
von der Berufungsklägerin eingelegten Fotos zwar einen Bluterguss auf B._____ 
Wange zeigen, jedoch für sich allein nicht beweisen würden, dass der Vater ihr 
diesen Bluterguss zugefügt habe. Diese Feststellung des Vorderrichters ist zwar 
zutreffend. Genau so wenig kann dann aber aus den vom Berufungsbeklagten ins 
Recht gelegten Fotos auf ein völlig ungetrübtes Verhältnis zwischen dem Vater 
und den Töchtern geschlossen werden, zumal es sich dabei lediglich um Momen-
taufnahmen handelt, welche nicht ausschliessen, dass die Mädchen zu anderen 
Zeitpunkten körperlichen Züchtigungen oder Drohungen ausgesetzt gewesen sein 
könnten und ihr Verhältnis zum Vater deswegen möglicherweise zeitweilig von 
Ängsten belastet ist. Dass der Bluterguss vom Vater stamme, haben gemäss in-
soweit glaubwürdiger Darstellung der Mutter die Mädchen selber erzählt. Qualifi-
ziert man deren Aussagen als unglaubhaft, stellt sich unweigerlich die Frage, 
weshalb die Mädchen ihren Vater zu Unrecht beschuldigen sollten. Ein solches 
Verhalten liesse seinerseits Zweifel an der Vater-Kind-Beziehung aufkommen. 
Kommt hinzu, dass die Berufungsklägerin die Erziehungsmethoden des Beru-
fungsbeklagten (Schläge, "ohne Nachtessen ins Bett" etc.) bereits in ihrer Klage-
schrift beanstandet hat. Ebenso finden sich auch im anlässlich des Eheschutzver-
fahrens erstellten Gutachten (vgl. Proz. Nr. 135-2011-83 act. 57) wiederholte Hin-
weise auf Schläge/Ohrfeigen seitens des Vaters (so namentlich die Aussagen von 
A._____ bei den beiden Befragungen, vgl. S. 15 und 16). Auch wenn diese Äusse-
rungen damals ohne Auswirkungen auf die Empfehlungen des Gutachters hin-
sichtlich der Ausgestaltung des Ferienrechts geblieben waren und sich die Beru-
fungsklägerin an der Einigungsverhandlung mit einem ausgedehnten Ferienrecht 
einverstanden erklärt hatte, bilden sie dennoch ein Indiz für die Glaubhaftigkeit der 
aktuellen Vorwürfe. Unzutreffend ist sodann, dass die Berufungsklägerin nicht wei-
ter dargelegt habe, weshalb sich die Einstellung der Kinder (oder zumindest von 
A._____) zu den Ferien beim Vater seit Herbst 2013 verändert haben soll. Gerade 
die auf die zitierte Passage folgenden Tagebuchaufzeichnungen schildern einen 
wenig einfühlsamen Umgang des Vaters mit A._____, welche deren zwiespältigen 
Gefühle und Ängste wie auch deren Wunsch, die Weihnachtsferien im D._____ zu 
verbringen, erklären. Untermauert wird dieser Eindruck durch den Schulaufsatz 
von A._____, der sich zwar nicht in allen Details, aber doch im Kern mit den Auf-
zeichnungen der Mutter deckt. Auch wenn der Realitätsbezug dieses Aufsatzes 
vom Berufungsbeklagten in Zweifel gezogen wird, erscheint es in Anbetracht der 
früheren Aussagen von A._____ gegenüber dem Gutachter als unwahrscheinlich, 
dass es sich beim Aufsatz um ein blosses Phantasieprodukt handelt. Allein schon 
die Tatsache, dass die Angst vor dem Vater zum Thema eines Schulaufsatzes 

Seite  15 — 18

gemacht wurde, ist ernst zu nehmen. Zwar mag es zutreffen, dass viele Kinder 
gelegentlich Angst vor ihren Eltern beziehungsweise vor unangenehmen Konse-
quenzen der Nichteinhaltung von erzieherischen Vorgaben empfinden. Gewisse 
Konfliktsituationen, in denen Kinder Gefühle der Enttäuschung, Frustration und 
auch Furcht durchleben, gehören zweifellos zum familiären Alltag. Ob sich 
A._____ Angst aber noch in der Bandbreite des Normalen bewegt und die positi-
ven Anteile in der Eltern-Kind-Beziehung tatsächlich überwiegen, kann ohne wei-
tere Abklärungen nicht beurteilt werden.

f) Zusammenfassend ist festzustellen, dass durchaus gewisse Indizien für die 
von der Berufungsklägerin geltend gemachten körperlichen Übergriffe vorliegen. 
Die Ängste der Tochter A._____ erscheinen jedenfalls derart glaubhaft, dass sich 
weitere Abklärungen aufdrängen. Im Vordergrund steht dabei eine Befragung der 
Kinder, welche entweder mittels Anhörung durch das Gericht selber oder im Rah-
men einer Begutachtung erfolgen kann. Dass der angefochtene Entscheid ohne 
jeden Einbezug der Kinder gefällt wurde, verletzt sowohl Art. 296 als auch Art. 298 
ZPO, auch wenn die Einholung eines Gutachtens resp. die Anhörung der Kinder in 
geeigneter Form formell erst für das Hauptverfahren beantragt wurde. In ihrer Stel-
lungnahme vom 14. Januar 2014 zum superprovisorischen Entscheid hinsichtlich 
des persönlichen Verkehrs (vgl. Proz. Nr. 115-2013-4 act. 4 S. 6) brachte die Be-
rufungsklägerin klar zum Ausdruck, dass bereits vor der vorsorglichen Regelung 
des persönlichen Verkehrs weitere Abklärungen und namentlich eine Befragung 
von A._____ vorgenommen werden sollten. Soweit Vorwürfe im Raum stehen, die 
− sollten sie denn zutreffen − eine Kindeswohlgefährdung bewirken können (wo-
von die Vorinstanz im Zusammenhang mit der im Hauptverfahren angeordneten 
Begutachtung selber ausgeht, vgl. angefochtener Entscheid S. 12), verbietet sich 
eine vorsorgliche Inkraftsetzung des Besuchsrechts wegen fehlender Glaubhaft-
machung, solange nicht wenigstens eine Befragung der Kinder stattgefunden hat. 
Jedenfalls kann nicht willkürfrei angenommen werden, dass deren Aussagen ohne 
Einfluss auf das Beweisergebnis wären. Der Unterlassung einer Kindesanhörung 
in antizipierter Beweiswürdigung steht zudem der persönlichkeitsrechtliche Cha-
rakter des Anhörungsrechts entgegen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 
5A_50/2010 vom 6. Juli 2010 E. 2.4 und 5A_405/2007 vom 6. Dezember 2007 
E. 3.2). Damit basiert der angefochtene Entscheid auf einer unzureichenden Ent-
scheidungsgrundlage, weshalb er aufzuheben und zwecks Befragung der Kinder 
und neuer Entscheidung − auch im Kostenpunkt − an den Vorderrichter zurückzu-
weisen ist. Dabei bleibt es diesem überlassen, ob die Befragung durch den im 
Hauptverfahren einzusetzenden Gutachter oder eine andere Fachperson (allen-

Seite  16 — 18

falls auch der KESB) erfolgen soll oder ob er die Anhörung zwecks Beschleuni-
gung des Verfahrens selbst vornehmen will. Gemäss bundesgerichtlicher Praxis 
besteht bei Kindern im Alter von 8 und 10 Jahren jedenfalls keine Pflicht, mit der 
Anhörung eine Fachperson zu betrauen (vgl. dazu etwa BGE 133 III 553 E. 4). Ob 
noch vor den Sommerferien neu entschieden werden kann, hängt massgeblich 
vom Ergebnis der Befragung ab. Sollten danach weitere Abklärungen wie nament-
lich eine gutachterliche Einschätzung erforderlich sein, wäre als vorläufige Rege-
lung die nochmalige Ausübung des Ferienrechts am Wohnort der Kinder in Be-
tracht zu ziehen, welche im Mai zu keinen Beanstandungen Anlass gegeben zu 
haben scheint.

4.a) Die Kosten des vorliegenden Berufungsverfahrens werden gestützt auf 
Art. 9 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in Zivilverfahren (VZG; BR 
320.210) auf CHF 2'000.-- festgesetzt und sind nach den Grundsätzen von 
Art. 106 ff. ZPO zu verlegen. Gemäss Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO können die Pro-
zesskosten in familienrechtlichen Verfahren nach Ermessen verteilt werden. Im 
vorliegenden Berufungsverfahren ging es ausschliesslich um Kinderbelange, wo-
bei davon ausgegangen werden kann, dass beide Parteien ihre Anträge in guten 
Treuen und aus ihrer Sicht zum Wohle der Kinder gestellt haben. Auch wenn auf 
die Berufung hinsichtlich der Gutachterfrage nicht eingetreten wurde und die Beru-
fungsklägerin mit der anbegehrten reformatorischen Entscheidung − sie beantrag-
te die Sistierung des Besuchsrechts und die Anordnung von Kindesschutzmass-
nahmen durch die Berufungsinstanz − nicht durchdringt, erzielt sie insofern einen 
Teilerfolg, als der angefochtene Entscheid teilweise aufgehoben und zur neuen 
Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen wird. Der Berufungsbeklagte sei-
nerseits unterliegt, soweit er sich gegen die Aufhebung des angefochtenen Ent-
scheids zur Wehr gesetzt hat. Immerhin hat aber auch er die Anhörung der Kinder 
und einen noch vor den Sommerferien ergehenden neuen Entscheid über die Mo-
dalitäten des persönlichen Verkehrs beantragt und damit zum Ausdruck gebracht, 
dass auch er im Interesse der Kinder weitere Abklärungen für notwendig erachtet. 
Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich, den Parteien die Kosten des Beru-
fungsverfahrens je zur Hälfte aufzuerlegen und die Parteikosten wettzuschlagen.

b) Die Vorsitzende der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
hat mit Verfügungen vom 5. Juni 2014 beiden Parteien die ersuchte unentgeltliche 
Rechtspflege für das Berufungsverfahren gewährt und Rechtsanwältin lic. iur. La-
dina Sturzenegger für die Berufungsklägerin resp. Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas 
Schütt als unentgeltliche Rechtsvertreter ernannt (vgl. ERZ 14 144 und ERZ 14 
162). Die den Parteien auferlegten amtlichen Kosten des Berufungsverfahrens wie 

Seite  17 — 18

auch die in diesem Verfahrensabschnitt entstandenen Kosten der Rechtsvertre-
tung sind somit unter Vorbehalt der Rückforderung (Art. 123 ZPO) dem Kanton 
Graubünden in Rechnung zu stellen.

c) Mit Honorarnote vom 16. Juni 2014 macht Rechtsanwältin lic. iur. Ladina 
Sturzenegger einen Aufwand von 9.75 Stunden geltend, was bei einem Stunden-
ansatz von CHF 200.-- einem Honorar nach Zeitaufwand von CHF 1'950.-- ent-
spricht. Bei eingehender Betrachtung der Honorarnote fällt auf, dass für die Vorbe-
reitung und Erstellung des UP-Gesuchs ein Aufwand von 2.25 Stunden geltend 
gemacht wird. Da die wirtschaftliche Situation der Berufungsklägerin aus dem 
früheren UP-Gesuch im vorinstanzlichen Verfahren bereits bekannt war und dies-
bezüglich lediglich eine kurze Aktualisierung vonnöten war, wird der Aufwand für 
die Ausarbeitung des lediglich anderthalb Seiten umfassenden Gesuchs auf 1.25 
Stunden gekürzt. Auch der für die Ausarbeitung der Berufung geltend gemachte 
Aufwand von 6 Stunden erscheint als überhöht und ist um 2 Stunden zu kürzen, 
da für die rund sechsseitige Rechtsschrift mehrheitlich auf frühere Ausführungen 
zurückgegriffen werden konnte und vieles aus den Akten zitiert wurde. Nach die-
sen Korrekturen resultiert somit ein Aufwand 6.75 Stunden, was bei einem Stun-
denansatz von CHF 200.-- ein Honorar nach Zeitaufwand von CHF 1'350.-- ergibt. 
Hinzu kommen die geltend gemachten Barauslagen von CHF 89.--, woraus ein 
Honoraranspruch von CHF 1'439.-- resultiert.

d) Auch das von Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas Schütt in seiner Honorarnote 
vom 16. Juni 2014 geltend gemachte Honorar nach Zeitaufwand von CHF 2'640.-- 
(13.2 Stunden à CHF 200.--) erscheint als überhöht und ist entsprechend zu korri-
gieren. Zwar ist ihm zufolge der Fremdsprachigkeit seines Mandanten ein gewis-
ser Mehraufwand zuzugestehen. Ein Grossteil seiner Ausführungen in der Beru-
fungsantwort bezieht sich jedoch auf die Frage des ausländischen Gutachters und 
ist identisch mit seiner Stellungnahme vor der Vorinstanz, weshalb der diesbezüg-
liche Aufwand in jenem Verfahren geltend zu machen ist. Auch die weiteren Aus-
führungen konnten über weite Strecken aus den vorinstanzlichen Rechtsschriften 
übernommen werden. Für die Arbeiten an der Berufungsantwort vom 3. Mai 2014 
ist dementsprechend ein Aufwand von rund 5 Stunden anzuerkennen. Folglich ist 
insgesamt ein Aufwand von 10 Stunden à CHF 200.-- zu entschädigen, was zu-
züglich 3% Spesenpauschale und 8% Mehrwertsteuer einen Honoraranspruch von 
CHF 2'224.80 ergibt.

Seite  18 — 18

III. Demnach wird erkannt:

1. Soweit mit der Berufung eine Änderung von Ziffer 2 des Dispositivs des an-
gefochtenen Entscheids beantragt wird, wird darauf nicht eingetreten.

2. Im Übrigen wird die Berufung dahin teilweise gutgeheissen, dass die Ziffern 
1, 5, 6 und 7 des Dispositivs des angefochtenen Entscheids aufgehoben 
werden und die Sache zur Ergänzung des Verfahrens und zur neuen Ent-
scheidung an das Bezirksgericht Inn zurückgewiesen wird.

3.a) Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 2'000.-- gehen je zur Hälfte 
zu Lasten von X._____ und Y._____. Die ausseramtlichen Entschädigun-
gen werden wettgeschlagen.

   b) Die X._____ auferlegten Gerichtskosten von CHF 1'000.-- und die Kosten 
ihrer Rechtsvertretung von CHF 1'439.-- (inkl. Barauslagen) gehen unter 
Vorbehalt der Rückforderung gemäss Art. 123 ZPO gestützt auf die ent-
sprechende Verfügung der Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 5. Juni 
2014 zu Lasten des Kantons Graubünden und werden aus der Gerichts-
kasse bezahlt.

   c) Die Y._____ auferlegten Gerichtskosten von CHF 1'000.-- und die Kosten 
seiner Rechtsvertretung von CHF 2'224.80 (inkl. Barauslagen und MwSt.) 
gehen unter Vorbehalt der Rückforderung gemäss Art. 123 ZPO gestützt 
auf die entsprechende Verfügung der Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 
5. Juni 2014 zu Lasten des Kantons Graubünden und werden aus der Ge-
richtskasse bezahlt.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 
173.110) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht 
schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der 
Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzu-
reichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Vor-
aussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 
ff. und Art. 90 ff. BGG.

5. Mitteilung an: