# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 81d560e1-6602-52ef-9e6b-16cd0b676d0b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-12-18
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 18.12.2018 S 2017 162
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2017-162_2018-12-18.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 17 162

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis
Richter Audétat, Racioppi

Aktuar Ott

URTEIL

vom 18. Dezember 2018

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Vincent Augustin,

Beschwerdeführerin

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

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1. A._____ reiste 1991 in die Schweiz ein, ist verheiratet und hat zwei Kinder 

(Jahrgänge: 1993 und 1998). Vom Dezember 1997 bis Februar 2016 ar-

beitete sie in unterschiedlichen Arbeitspensen als Verkäuferin in den fabrik-

eigenen Verkaufsläden bei der B._____ AG. Ab Mitte 2014 wurde das seit 

Ende 2010 ausgeübte Arbeitspensum von 40 % auf 80 % erhöht. Das Ar-

beitsverhältnis wurde schliesslich per 29. Februar 2016 infolge gesundheit-

licher Probleme aufgelöst.

2. Am 24. Juni 2013 erfolgte eine erstmalige Anmeldung für berufliche Inte-

gration/Rente bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend IV-

Stelle). Dies unter Hinweis auf seit Dezember 2012 bestehende gesund-

heitliche Probleme, insbesondere Diskushernie und Morbus Bechterew. Mit 

der unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom 5. März 

2015 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch.

3. Am 30. September 2015 erfolgte eine erneute Anmeldung bei der IV-Stelle 

für berufliche Integration/Rente unter Hinweis auf dieselben gesundheitli-

chen Probleme. Die IV-Stelle tätigte verschiedene Abklärungen. Insbeson-

dere wurden der Bericht über die Evaluation der funktionellen Leistungs-

fähigkeit (EFL) in der Klinik C._____ vom 12. September 2016, das rheu-

matologische Gutachten von Dr. med. D._____ vom 9. Dezember 2016 

(Posteingang) und das neuropsychologische Gutachten der psychiatri-

schen Dienste Graubünden (PDGR) von Dr. phil. E._____ sowie Dr. med. 

F._____ vom 18. Mai 2017 eingeholt. Schliesslich wurde von der IV-Stelle 

auch noch das psychiatrische Gutachten von Med. pract. G._____ vom 

13. Juli 2017 in Auftrag gegeben und es erfolgte am 6. September 2017 

eine RAD-Abschlussbeurteilung der eingeholten medizinischen Unterlagen 

durch RAD-Arzt H._____. Zwischenzeitlich gewährte die IV-Stelle A._____ 

mit Mitteilung vom 21. April 2016 eine Frühinterventionsmassnahme in der 

Form eines Aufbautrainings, welches aber mit Mitteilung vom 14. Juni 2016 

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aufgrund der von A._____ geschilderten gesundheitlichen Situation bzw. 

der geschilderten subjektiven Eingliederungsfähigkeit beendet wurde.

4. Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens äusserte sich A._____ bzw. ihr 

Rechtsvertreter mit Schreiben vom 25. September 2017 und 26. Oktober 

2017 zum Vorbescheid vom 11. September 2017. Mit Verfügung vom 

2. November 2017 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf eine Invali-

denrente. Aufgrund der getätigten medizinischen Abklärungen erkannte die 

IV-Stelle auf eine 70%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit. 

Daraus resultiere nach der gemischten Methode ein rentenausschliessen-

der Invaliditätsgrad von 22 %.

5. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin), vertreten 

durch Rechtsanwalt Dr. iur. Vincent Augustin, am 4. Dezember 2017 Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit folgen-

den Anträgen:

" 1. Die angefochtene Verfügung der SVA Graubünden (IV-Stelle 
Graubünden) vom 02.11.2017 sei aufzuheben und die Rechtssache 
der Vorinstanz zu neuer Entscheidung im Sinne der verwaltungsge-
richtlichen Erwägungen zurück zu weisen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen gemäss Gesetz."

In der Beschwerde wurde insbesondere eine unvollständige und unrichtige 

Feststellung des Sachverhaltes durch die IV-Stelle (nachfolgend Be-

schwerdegegnerin) geltend gemacht. So habe die Beschwerdegegnerin ei-

nen Bericht der behandelnden Psychiaterin Dr. med. I._____ vom 31. Ok-

tober 2017 nicht berücksichtigt und keine Haushaltsabklärung durchge-

führt. Die von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen Abklärungen 

entsprächen nicht den Anforderungen an ein strukturiertes Beweisverfah-

ren gemäss BGE 141 V 281 und seien nicht konsistent. Ferner missachte 

die Beschwerdegegnerin die Schlussfolgerungen, welche aus dem Urteil 

Di Trizio des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte bezüglich 

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der Ausgestaltung der gemischten Methode zu ziehen seien und lasse 

Wechselwirkungen zwischen dem Erwerbs- und Haushaltsbereich ausser 

Acht.

6. In der Vernehmlassung vom 20. Dezember 2017 beantragte die Beschwer-

degegnerin die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Die Beschwer-

degegnerin wies darauf hin, dass sie die Invaliditätsbemessung korrekter-

weise nach der bis zum 31. Dezember 2017 gültigen gemischten Methode 

vorgenommen habe und vorliegend auch keine "Di Trizio ähnliche Aus-

gangslage" zu beurteilen war. Der Bericht von Dr. med. I._____ vom 

31. Oktober 2017 sei nicht rechtzeitig bei der Beschwerdegegnerin einge-

gangen und im Übrigen vermöge dieser Bericht das psychiatrische Gutach-

ten von Med. pract. G._____ vom 13. Juli 2017 nicht derart zu erschüttern, 

dass vom psychiatrischen Gutachten von Med. pract. G._____ abzuwei-

chen wäre. Von einer Haushaltsabklärung durfte abgesehen werden, weil 

selbst bei einer unrealistisch hohen Einschränkung im Haushalt kein ren-

tenbegründender Invaliditätsgrad resultierte, woran auch die geltend ge-

machten Wechselwirkungen nichts ändern könnten. Die Beschwerdegeg-

nerin stellte schliesslich in Abrede, dass die von ihr in Auftrag gegebenen 

rheumatologischen und psychiatrischen Gutachten nicht den Anforderun-

gen gemäss BGE 141 V 281 entsprächen.

7. In der (freigestellten) Replik vom 11. Januar 2018 hielt die Beschwerdefüh-

rerin an den Ausführungen gemäss Beschwerde fest. Ergänzend wies die 

Beschwerdeführerin auf die neuere bundesgerichtliche Rechtsprechung 

gemäss BGE 143 V 409 und 143 V 418 hin, wonach grundsätzlich alle psy-

chischen Leiden (inkl. depressiver Störungen leicht- bis mittelgradiger Na-

tur) dem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterzie-

hen seien. Schliesslich wurde noch die bundesgerichtliche Rechtspre-

chung bezüglich der Teilnahmerechte von Dritten bei der Begutachtung 

von versicherten Personen kritisiert und zumindest eine Bild- und Tonauf-

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zeichnung der Untersuchungen und Gespräche des Gutachters mit der ver-

sicherten Person gefordert.

8. In der Duplik vom 17. Januar 2018 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren 

Anträgen fest und bekräftigte, dass das psychiatrische Gutachten durchaus 

die Indikatoren gemäss BGE 141 V 281 berücksichtigt habe.

9. Mit Schlussstellungnahme vom 22. Januar 2018 stellte sich die Beschwer-

deführerin wiederum auf den Standpunkt, dass das psychiatrische Gutach-

ten den Anforderungen an ein strukturiertes Beweisverfahren gemäss BGE 

141 V 281 nicht genüge und keine ergebnisoffene symmetrische Beurtei-

lung darstelle. Die Bezugnahme auf die Indikatoren gemäss BGE 141 V 

281 erfolge nur pro forma, indem auf S. 32 bis 36 des psychiatrischen Gut-

achtens bloss auf entsprechende Äusserungen im Gutachten verwiesen 

werde.

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in den Rechtsschriften, die ange-

fochtene Verfügung vom 2. November 2017 sowie die vorliegenden Akten, 

wird, sofern erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-Stelle 

des Kantons Graubünden vom 2. November 2017, in welcher ein Invaliden-

rentenanspruch der Beschwerdeführerin verneint wurde. Eine solche An-

ordnung, die laut Bundesrecht der Beschwerde an das Versicherungsge-

richt am Ort der verfügenden IV-Stelle unterliegt, kann beim Verwaltungs-

gericht des Kantons Graubünden als örtlich und sachlich zuständigem Ver-

sicherungsgericht angefochten werden (vgl. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Geset-

zes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100] i.V.m. Art. 69 

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Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; 

SR 831.20] sowie Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Als formelle und mate-

rielle Verfügungsadressatin ist die Beschwerdeführerin von der angefoch-

tenen Verfügung überdies unmittelbar betroffen und hat ein schutzwürdiges 

Interesse an deren Aufhebung oder Änderung. Sie ist daher zur Beschwer-

deerhebung legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Die Be-

schwerde wurde zudem frist- und formgerecht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 

IVG i.V.m. Art. 60 Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 39 Abs. 1 ATSG sowie Art. 61 

lit. b ATSG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.

2. Vorgängig ist auf einige Rügen der Beschwerdeführerin am vorinstanzli-

chen Verfahren sowie solche grundsätzlicher Art einzugehen. Dabei ist zu 

beachten, dass ein Invalidenrentenanspruch ab dem 1. März 2016 strittig 

und zu prüfen ist. Dabei ist der Sachverhalt massgebend, wie er sich bis 

zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 2. November 2017 verwirk-

lichte (vgl. BGE 144 I 28 E.2.3, 132 V 215 E.3.1.1, 129 V 1 E.1.2). Nach 

allgemein gültigen intertemporalrechtlichen Grundsätzen sind zur Beurtei-

lung der Rechtsfolgen eines Ereignisses grundsätzlich diejenigen 

Rechtssätze massgebend, welche zum Zeitpunkt der Erfüllung des zu 

Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (siehe BGE 138 V 

475 E.3.1, 132 V 215 E.3.1.1.).

2.1. Die Nichtberücksichtigung des Berichtes der behandelnden Psychiaterin, 

Dr. med. I._____, vom 31. Oktober 2017 durch die Beschwerdegegnerin, 

taxiert die Beschwerdeführerin als rechtsverweigerndes Verhalten. Wie die 

Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung vom 20. Dezember 2017 

hingegen zutreffend ausführt, erweist sich diese Rüge als unbegründet. 

Denn nach Zustellung des Vorbescheides vom 11. September 2017 (be-

schwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 129) an die damals noch nicht an-

waltlich vertretene Beschwerdeführerin, wogegen gemäss Art. 73ter der 

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Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) innert 

30 Tagen Einwände vorgebracht werden können, erhob die Beschwerde-

führerin am 25. September 2017 (vorsorglich) Einwand (Bg-act. 132) und 

ersuchte um eine sehr grosszügige Fristerstreckung bis Mitte November 

2017, um medizinische Gutachten ihrer behandelnden Ärzte vorzulegen, 

welche ihr am 26. September 2017 gewährt wurde (Bg-act. 133). Dies 

nachdem die Beschwerdeführerin am 15. September 2017 bereits telefo-

nisch Akteneinsicht verlangt hatte und ihr diese gleichentags ebenfalls ge-

währt wurde (Bg-act. 131). Am 17. Oktober 2017 wandte sich der am 

16. Oktober 2017 mandatierte Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin an 

die Beschwerdegegnerin und verlangte noch (medizinische) Unterlagen in 

Papierform (Bg-act. 134 f.). Dabei stellte er in Aussicht, sich bis spätestens 

bis zum Ende der erstreckten Einwandfrist vernehmen zu lassen. Der be-

gründete Einwand ging am 27. Oktober 2017 bei der Beschwerdegegnerin 

ein (Bg-act. 137). Darin wurden weder neue, eigene medizinische Berichte 

erwähnt, noch ein Vorbehalt bezüglich der Nachreichung von solchen Be-

richten angebracht. Der fragliche Bericht von Dr. med. I._____ ging am 

3. November 2017 bei der Beschwerdegegnerin ein. Die angefochtene 

Verfügung vom 2. November 2017 wurde aber bereits gleichentags zur Zu-

stellung an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin der Post überge-

ben (beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 1 S. 9). Mangels entsprechen-

der Anhaltspunkte im begründeten Einwand vom 26. Oktober 2017 sowie 

der Ankündigung im Schreiben vom 17. Oktober 2017, wonach sich der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin nach Erhalt der in Papierform an-

geforderten Unterlagen zum Vorbescheid vernehmen lassen werde, ist 

vorliegend nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin, unter 

Berücksichtigung der Stellungnahme des Rechtsdienstes vom 1. Novem-

ber 2017 zu den Einwänden der Beschwerdeführerin, das Verwaltungsver-

fahren am 2. November 2017 mit Verfügung abschloss. Vor diesem Hin-

tergrund kann weder von einer Rechtsverweigerung noch der Verletzung 

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des rechtlichen Gehörs durch die Beschwerdegegnerin gesprochen wer-

den.

2.2. Im vorliegenden Fall geht es um die erstmalige Rentenzusprache an eine 

versicherte Person, deren Kinder bereits 1993 und 1998 geboren wurden 

und somit im Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns bzw. dem 

angefochtenen Entscheid 22 und 17 Jahre bzw. 24 und 18 Jahre alt waren. 

Bereits vor dem Zeitpunkt der Neuanmeldung vom 30. September 2015 

war die Beschwerdeführerin in einem 80 %-Pensum tätig, welches per 

Mitte 2014 von ursprünglich 40 % auf 80 % erhöht wurde (vgl. Bg-act. 36 

S. 1, 39 S. 4, 50 S. 3). Eine "Di Trizio"-ähnliche Ausgangslage liegt aber 

nur vor, soweit bei einer Rentenrevision oder einer erstmaligen Rentenzu-

sprache mit gleichzeitiger Abstufung oder Befristung der Rente kumulativ 

ein familiär bedingter Grund wie die (neue) Betreuungspflicht gegenüber 

minderjährigen Kindern zur Reduktion des Arbeitspensums bzw. der Ar-

beitszeit führt (vgl. FLEISCHANDERL, Anwendung der sog. gemischten Inva-

liditätsbemessungsmethode nach dem Urteil des Europäischen Gerichts-

hofs für Menschenrechte [EGMR] Nr. 7186/09 vom 2. Februar 2016 in Sa-

chen Di Trizio gegen die Schweiz, in: SZS 62/2018, S. 513 f.; IV-Rund-

schreiben Nr. 355 des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] vom 

31. Oktober 2016, aktualisiert per 26. Mai 2017, aufgehoben durch IV-

Rundschreiben Nr. 372 vom 9. Januar 2018 per 1. Januar 2018, S. 2; siehe 

auch BGE 143 I 50 E.4.1 ff. und Urteil des Bundesgerichts 9C_525/2016 

vom 15. März 2017 E.4.2.1 f.). Insofern betrifft es also Konstellationen wie 

einen (rein) familiär bedingten Statuswechsel von vollerwerbstätig zu teiler-

werbstätig (mit Aufgabenbereich) oder von nichterwerbstätig zu teiler-

werbstätig (mit Aufgabenbereich), der zu einem Verlust oder der Herabset-

zung der unter dem vormaligen Status zugesprochenen bzw. zuzuspre-

chenden Rente führt (vgl. BGE 143 I 50 E. 4.1 f., 143 I 60 E. 3.4 ff.; Urteil 

des Bundesgerichts 9C_752/2016 vom 6. September 2017 E.4.3 ff.). Nicht 

in den Anwendungsbereich dieser spezifischen Rechtsprechung fallen hin-

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gegen insbesondere erstmalige Rentenzusprachen an eine während des 

ganzen massgebenden Beurteilungszeitraumes als teilzeiterwerbstätig mit 

Aufgabenbereich zu qualifizierende versicherte Person (BGE 143 I 50 

E.4.4 m.H.a. Urteil des Bundesgerichts 8C_633/2016 vom 12. Februar 

2016 E.4.3; siehe auch Urteil des Bundesgerichts 8C_145/2018 vom 8. Au-

gust 2018 E.6.1). Insofern ist nicht ersichtlich, inwiefern die Beschwerde-

gegnerin zu Unrecht die gemischte Methode (gemäss der bis zum 31. De-

zember 2017 gültigen Praxis) mit einer Gewichtung der Erwerbstätigkeit 

von 80 % angewandt haben soll (vgl. dazu auch nachstehende Erwägung 

2.3).

2.3. Soweit die Beschwerdeführerin unter Anrufung der Schlussfolgerungen 

des Urteils Di Trizio des Europäischen Gerichtshofes für Menschrechte 

(EGMR) vom 2. Februar 2016 (Verfahren 7186/09) sinngemäss vorbringt, 

dass die Beschwerdegegnerin für die Berechnung des Invaliditätsgrades 

auf das Berechnungsmodell gemäss dem revidierten Art. 27bis IVV abzu-

stellen hätte, verfängt dies nicht. Art. 27bis Abs. 2 - 4 IVV wurde per 1. Ja-

nuar 2018 revidiert und sieht nun, in Anlehnung an die Regelung in der 

obligatorischen Unfallversicherung, für die Invaliditätsbemessung bezüg-

lich des Anteils der Erwerbstätigkeit vor, dass das Valideneinkommen be-

zogen auf eine hypothetische Vollzeitstelle berechnet wird. Diese Berech-

nungsmethode steuert der vom EGMR bemängelten, überproportionalen 

Berücksichtigung der Teilzeitarbeit im Erwerbsbereich entgegen (vgl. den 

erläuternden Bericht zur Änderung der Verordnung vom 7. Januar 1961 

über die Invalidenversicherung, Invaliditätsbemessung für teilerwerbstätige 

Versicherte [gemischte Methode]; abrufbar unter: https://www.newsd.ad-

min.ch/newsd/message/attachments/50607.pdf, zuletzt besucht am: 4. Fe-

bruar 2019). Die angefochtene Verfügung wurde aber vor Inkrafttreten der 

Änderung von Art. 27bis IVV am 1. Januar 2018 erlassen und auch die für 

einen allfälligen Rentenanspruch wesentlichen Umstände verwirklichten 

sich vor diesem Zeitpunkt. Dementsprechend käme infolge der bereits vor-

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stehend dargelegten intertemporalrechtlichen Grundsätze die Anwendung 

der neuen Invaliditätsbemessungsmethode nach Art. 27bis IVV bei Teilzeit-

arbeit ([neue] gemischte Methode) einer unzulässigen positiven Vorwir-

kung von noch nicht in Kraft stehendem Recht gleich (siehe Urteile des 

Bundesgerichts 8C_197/2018 vom 25. September 2018 E.5.2, 

8C_145/2018 vom 8. August 2018 E.6.2, 9C_219/2018 vom 8. August 

2018 E.2 in fine, 8C_21/2018 vom 25. Juni 2018 E.6). Ebenso fällt die An-

wendung einer im Sinne des EGMR-Entscheides "Di Trizio" modifizierte 

Form der gemischten Methode für die Invaliditätsbemessung bei Teilzeit-

beschäftigung vor Inkrafttreten des geänderten Art. 27bis IVV ausser Be-

tracht, soweit keine vom Bundesgericht anerkannte "Di Trizio"-ähnliche 

Konstellation vorliegt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_553/2017 vom 

18. Dezember 2017 E.4 ff.). Damit wandte die Beschwerdegegnerin die zu-

treffende Methode zur Bestimmung des Invaliditätsgrades der Beschwer-

deführerin an. 

2.4. Die Beschwerdeführerin bemängelt in ihrer Eingabe vom 11. Januar 2018 

die Abklärungen der Beschwerdegegnerin dahingehend, dass die Untersu-

chung und Befragung der Beschwerdeführerin alleine durch Med. pract. 

G._____ erfolgt sei. Zugleich legt sie aber auch die bundesgerichtliche 

Rechtsprechung dar, wonach bei medizinischen Untersuchungen kein An-

spruch auf eine Verbeiständung bestehe. Die Beschwerdeführerin kritisiert 

diese Rechtsprechung, weil die Explorandin dem medizinischen Gutachter 

vollständig ausgeliefert sei, wobei die von der Beschwerdegegnerin bezahl-

ten Gutachter im Übrigen auch nicht hinreichend objektiv seien. Daraus lei-

tet die Beschwerdeführerin für die Gewährleistung eines rechtsstaatlichen 

Grundsätzen genügenden Verfahrens ab, dass die Untersuchungen und 

Gespräche des medizinischen Gutachters mit der Explorandin zumindest 

vollständig auf Bild und Ton festzuhalten sind. Damit könnte auch eine dis-

kriminierende Behandlung von juristisch nicht versierten Exploranden, wel-

che nicht erkennen könnten, dass eine spezifische medizinische Untersu-

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chung nicht nach objektiven Kriterien erfolge, vermieden werden. Solche 

Vorkehrungen entsprächen auch der neueren, faireren Praxis betreffend 

eines strukturierten Beweisverfahrens.

Wie die Beschwerdeführerin selber erkannt hat, besteht im Interesse einer 

objektiven, unbeeinflussten Untersuchung durch den medizinischen Exper-

ten kein Anspruch auf Verbeiständung (BGE 132 V 443 E.3 ff.). Für psych-

iatrische Begutachtungen hat des Bundesgericht im Übrigen auch ent-

schieden, dass der Beizug von Familienangehörigen zur Übersetzung des 

Gespräches mit dem Sachverständigen unzulässig sei (BGE 140 V 260 

E.3.3.1). Dies bedeutet aber im Übrigen nicht, dass die Anwesenheit von 

Begleitpersonen anlässlich einer solchen Untersuchung im Einverständnis 

mit dem Gutachter in gewissen Situationen nicht möglich erscheint (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 9C_881/2015 vom 12. Januar 2015 E.2.1; siehe 

auch BGE 140 V 260 E.3.2.3 sowie Qualitätsleitlinien für versicherungs-

psychiatrische Gutachten der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie 

und Psychotherapie, 3. Aufl., abrufbar unter: www.psychiatrie.ch/sgpp > 

Fachleute und Kommissionen > Leitlinien, zuletzt besucht am: 4. Februar 

2019). Der Hintergrund dieser Ausführungen der Beschwerdeführerin er-

schliesst sich dem Gericht nicht ganz. Sofern damit ein formeller Mangel 

bei der Beweiserhebung durch die Beschwerdegegnerin gerügt werden 

soll, erscheint dieser unberechtigt. Die einschlägigen gesetzlichen Bestim-

mungen des ATSG, der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozia-

lversicherungsrechts (ATSV; SR 830.11), des IVG oder der IVV schreiben 

keine Bild- und Tonaufnahme oder Anwesenheit von Drittpersonen bei ei-

ner psychiatrischen Untersuchung im Hinblick auf ein Administrativgutach-

ten vor. Entsprechendes lässt sich auch nicht zwingend aus der Pflicht zur 

Aktenführung gemäss Art. 46 ATSG ableiten (vgl. zum Umfang der Akten-

führungspflicht: KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich 2015, Art. 46 

Rz. 12 ff.) und im Übrigen sieht auch das Kreisschreiben des Bundesamtes 

für Sozialversicherungen über das Verfahren der Invalidenversicherung 

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(KSVI) keine entsprechende Verfahrenspflicht für die Beschwerdegegnerin 

vor, auch wenn eine Tonaufzeichnung mit Einwilligung der Exploranden an-

scheinend durch gewisse Gutachter vorgenommen wird (vgl. dazu auch Ur-

teil des Bundesgerichts 9C_88/2018 vom 30. Mai 2018 E.4). Schliesslich 

behauptet die Beschwerdeführerin auch nicht substantiiert, dass 

Med. pract. G._____ nicht geäusserte Aussagen der Beschwerdeführerin 

im psychiatrischen Gutachten vom 13. Juli 2017 festgehalten habe oder 

gemachte Ausführungen der Beschwerdeführerin sich nicht im Gutachten 

widerspiegelten. Die geforderten Bild- und Tonaufnahmen könnten nämlich 

in erster Linie der nachträglichen, formellen (Qualitäts-)Prüfung einer sol-

chen medizinischen Untersuchung dienen. Mangels entsprechender Ver-

fahrenspflicht in den massgeblichen gesetzlichen Bestimmungen, Weisun-

gen und anerkannten Begutachtungsstandards sowie auch unter Berück-

sichtigung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum Anspruch auf Be-

gleitung bzw. Verbeiständung bei einer medizinischen Begutachtung 

führen die von der Beschwerdeführerin gezogenen Schlussfolgerungen 

nicht zu einem erheblichen Formfehler, welcher zur Aufhebung und Rück-

weisung des angefochtenen Entscheides führt (vgl. auch Urteil des Bun-

desgerichts 8C_126/2016 vom 8. August 2016 E.5.5, wo es die Edition ei-

ner [durch den Gutachter erstellten] Tonbandaufnahme eines Begutach-

tungstermins als nicht entscheiderheblich qualifizierte, weil nicht hinrei-

chend dargelegt wurde, welchen Beweis diese Aufzeichnung liefern 

könnte).

3. Strittig sind ferner das Vorliegen gesundheitlicher Beeinträchtigungen und 

deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Inso-

fern ist nachfolgend zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht von 

einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad ausgegangen ist. 

3.1. Anspruch auf eine Invalidenrente hat, wer im Sinne des Gesetzes invalid 

ist. Bei erwerbstätigen Versicherten gilt als Invalidität die durch einen kör-

perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden verursachte, 

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voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit 

(Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 ATSG), welche die Folge 

von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG). 

Die Erwerbsunfähigkeit wiederum ist der durch Beeinträchtigung der kör-

perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 

zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-

weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Zur Beurteilung der Erwerbsunfähigkeit 

sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 

berücksichtigen, wobei eine Erwerbsunfähigkeit zudem nur vorliegt, wenn 

sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Keine 

Beeinträchtigungen der Gesundheit stellen soziokulturelle Schwierigkeiten 

mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sowie psychosoziale Faktoren 

dar. Invaliditätsfremde Gründe sind darüber hinaus auch Aggravation und 

Simulation (vgl. zum Ganzen KIESER, a.a.O., Art. 7 Rz. 20 ff.; siehe bezüg-

lich Aggravation und ähnlicher Erscheinungen auch BGE 141 V 281 E.2.2.1 

f. und BGE 140 V 193 E.3.3).

Bei Teilzeiterwerbstätigen wird für den Erwerbsteil die Invalidität gemäss 

Art. 16 ATSG bestimmt. War die Person daneben auch noch im Aufgaben-

bereich tätig, so wird die Invalidität für diesen Teil hingegen nach Art. 28a 

Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 

und die Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad 

in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG, Art. 27bis IVV in der 

bis zum 31. Dezember 2017 gültigen Fassung; gemischte Methode; siehe 

dazu BGE 142 V 290 E.4 ff., 141 V 15 E.3 ff., 137 V 334 E.3 ff., 133 V 504 

E.3 ff., 131 V 51 E.5, 130 V 393 E.3.1 ff., 125 V 146 E.2 ff. sowie auch die 

vorstehende Erwägung 2.3). Ein rentenbegründender Invaliditätsgrad liegt 

vor, wenn eine versicherte Person ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumut-

bare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbes-

sern kann, während mindestens eines Jahres ohne wesentlichen Unter-

- 14 -

bruch durchschnittlich zu mindestens 40 % im bisherigen Beruf oder Auf-

gabenbereich eingeschränkt gewesen ist und nach Ablauf dieses Jahres 

zu mindestens 40 % invalid ist (Art. 28 Abs. 1 IVG).

3.2. Um beurteilen zu können, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig-

keiten einem Versicherten noch eine Erwerbstätigkeit zugemutet werden 

kann bzw. ob sich der Gesundheitszustand eines Versicherten in an-

spruchserheblicher Weise geändert hat, sind die Verwaltung und das im 

Beschwerdefall angerufene Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztli-

che und gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung stellen. Dabei be-

steht die Aufgabe des Arztes darin, den Gesundheitszustand zu beurteilen 

und – wenn nötig – seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, 

d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berück-

sichtigung der subjektiven Beschwerden Befunde zu erheben und gestützt 

darauf eine Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Arzt seine originäre Auf-

gabe, wofür die Verwaltung und im Streitfall das Gericht nicht kompetent 

sind. Bei der Folgeabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beein-

trächtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt dem Arzt keine abschlies-

sende Beurteilungskompetenz zu. Er gibt aber eine Einschätzung zur Ar-

beitsfähigkeit ab, welche er aus seiner Sicht so substanziell wie möglich 

begründet. Die ärztlichen Auskünfte sind sodann eine wichtige Grundlage 

für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen dem Versicherten 

konkret noch zugemutet werden können (vgl. BGE 140 V 193 E.3.2, 132 V 

93 E.4 und 125 V 256 E.4). 

3.3. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu wür-

digen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbe-

schwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach 

haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise 

grundsätzlich frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie um-

fassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren be-

- 15 -

deutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von 

wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 

die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widerspre-

chenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das 

gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum 

es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 

(BGE 125 V 351 E.3a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes 

ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Be-

urteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolge-

rungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 

E.3a). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder 

die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten 

oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten 

(siehe BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c mit Hinweisen). Dennoch hat 

es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als 

vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 

und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 

V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b, 112 V 30 E.1a mit Hinweisen). Bestehen auch 

nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versiche-

rungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen 

vorzunehmen (vgl. BGE 139 V 225 E.5.2, 135 V 465 E.4.3.2 und 4.4; Ur-

teile des Bundesgerichtes 9C_415/2017 vom 21. September 2017 E.3.2, 

8C_452/2016 vom 27. September 2016 E.4.2.2 f., 8C_245/2011 vom 

25. August 2011 E.5.3).

Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von 

externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und 

- 16 -

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei 

der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei 

der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht kon-

krete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 

V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb). In Bezug auf Berichte von behandeln-

den Ärzten darf und soll der Richter auch der Erfahrungstatsache Rech-

nung tragen, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftrags-

rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pati-

enten aussagen (BGE 135 V 465 E.4.5, 125 V 351 E.3b/cc). Sodann 

kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte Be-

weiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begrün-

det sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zu-

verlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem 

Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 

mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf viel-

mehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit 

der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf 

die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversiche-

rungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings 

ein strenger Massstab anzulegen (vgl. zum Ganzen BGE 125 V 351 

E.3b/ee, 122 V 157 E.1c).

4.1. Die Beschwerdeführerin rügt in der Beschwerde vom 4. Dezember 2017 

hinsichtlich der von der Beschwerdegegnerin bei ihr festgestellten gesund-

heitlichen Beeinträchtigungen, dass gestützt auf den Bericht von Dr. med. 

I._____ vom 31. Oktober 2017 die von der Beschwerdegegnerin eingehol-

ten rheumatologischen und psychiatrischen Gutachten vom 9. Dezember 

2016 (Posteingang) bzw. 13. Juli 2017, entgegen der Ansicht der Be-

schwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid, sehr wohl in begründeter 

Weise in Frage gestellt würden. Vor dem Hintergrund, dass dem Verwal-

tungsgericht keine Kompetenz zukomme die Beurteilung von Dr. med. 

- 17 -

I._____ in Zweifel zu ziehen, müsse der angefochtene Entscheid aufgeho-

ben und zur neuen Beurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückgewie-

sen werden oder das Gericht hätte (mindestens) eine fachärztliche Erörte-

rung zum Bericht von Dr. med. I._____ vom 31. Oktober 2017 einzuholen. 

Ferner sei auch keine zwingend notwendige Haushaltsabklärung erfolgt, 

obschon die Beschwerdeführerin nicht voll erwerbstätig sei. Die Beschwer-

degegnerin schliesse zu Unrecht aus dem rheumatologischen und psych-

iatrischen Gutachten, dass keine Einschränkung in der Haushaltsführung 

vorliege. Auch deswegen müsse der angefochtene Entscheid aufgehoben 

und an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen werden oder das Verwal-

tungsgericht gebe selbst eine Haushaltsabklärung bei einer Fachperson in 

Auftrag. Zudem schliesse die Beschwerdegegnerin auch zu Unrecht auf 

einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad, wenn man von einer 

100%igen Arbeitsunfähigkeit im Teilbereich Haushalt ausginge. Denn die 

Beschwerdegegnerin lasse ausser Betracht, dass ein Gesundheitsschaden 

immer auch mit einer Verminderung der zeitlichen Belastbarkeit einher-

gehe. Die Tätigkeit in zwei Bereichen habe Auswirkungen auf den jeweils 

anderen Bereich, weil die Arbeitsfähigkeit in einem Bereich nicht nur vom 

Gesundheitszustand, sondern auch von der Belastung im anderen Bereich 

beeinflusst werde. Schliesslich seien die von der Beschwerdegegnerin in 

Auftrag gegebenen Gutachten auch in sich nicht konsistent, was sich schon 

aus der zeitlichen Differenz zwischen der rheumatologischen Begutach-

tung im November 2016 und der psychiatrischen Begutachtung im Juli 

2017 ergebe. Zusätzlich seien auch die verwendeten Begrifflichkeiten wie 

Diagnosen nicht restlos konsistent. Weiter kritisierte die Beschwerdeführe-

rin die Verwendung unterschiedlicher Begriffe wie "Ausweitung" oder "Ver-

deutlichung" (von Beschwerden), wobei das Bundesgericht festgehalten 

habe, dass Verdeutlichungstendenzen einen normalen Vorgang darstell-

ten. Im Widerspruch zu den vorstehend erwähnten Begriffen, spreche das 

neuropsychologische Gutachten von "Verzerrung", was Med. pract. 

G._____ als deutliche Hinweise auf Aggravation interpretiere. Den psych-

- 18 -

iatrisch beschriebenen Symptomen der diagnostizierten chronischen 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren fehle ein Be-

zug zum Schweregrad. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

müsse aber hinsichtlich einer allfälligen Invalidität dem diagnose-inhären-

ten Schweregrad der somatoformen Schmerzstörung vermehrt Rechnung 

getragen werden. Entsprechende Abklärungen habe die Beschwerdegeg-

nerin aber unterlassen und die abklärenden, sachverständigen medizini-

schen Personen seien auch kaum den Hinweisen aus dem Alltag der Be-

schwerdeführerin, insbesondere bezüglich des ausserberuflichen Berei-

ches, nachgegangen. Im Ergebnis missachtete nach Ansicht der Be-

schwerdeführerin die Beschwerdegegnerin die Vorgaben der bundesge-

richtlichen Rechtsprechung hinsichtlich einer indikatorenbasierten Ab-

klärung im Sinne von BGE 141 V 281. Daraus folge, dass eine ergänzende, 

gesamt- und einheitliche Gesamtbegutachtung, welche den Anforderungen 

gemäss BGE 141 V 281 genüge, durch die Beschwerdegegnerin hätte in 

Auftrag gegeben werden müssen, was zur Aufhebung des angefochtenen 

Entscheides und Rückweisung zu neuem Entscheid an die Beschwerde-

gegnerin führe.

4.2. Die Beschwerdegegnerin stellte sich in ihrer Vernehmlassung vom 20. De-

zember 2017 zutreffenderweise auf den Standpunkt, dass sie mangels 

Kenntnis des Berichtes von Dr. med. I._____ vom 31. Oktober 2017 (Bf-

act. 1, Bg-act. 142) im Zeitpunkt des Verfügungserlasses gar keine Mög-

lichkeit zur Berücksichtigung desselben hatte (vgl. bereits vorstehende Er-

wägung 2.1). Trotzdem würdigte die Beschwerdegegnerin in ihrer Ver-

nehmlassung den fraglichen Bericht vom 31. Oktober 2017 dahingehend, 

ob diese fachärztliche Stellungnahme das psychiatrische Gutachten von 

Med. pract. G._____ vom 13. Juli 2017 (Bg-act. 126) derart zu erschüttern 

vermöge, dass vom Administrativgutachten abzuweichen wäre. Die Be-

schwerdegegnerin verneinte dies. Zum einen fänden sich im Bericht vom 

31. Oktober 2017 von Dr. med. I._____ keine Hinweise auf eine zwischen-

- 19 -

zeitliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes, womit diesbezüg-

lich kein Grund für weitere psychiatrische Abklärungen bestehe. Somit 

handle es sich bei der Einschätzung von Dr. med. I._____ vom 31. Oktober 

2017 lediglich um eine andere Beurteilung des bereits am 12. Juni 2017, 

also im Zeitpunkt der Exploration hinsichtlich des psychiatrischen Adminis-

trativgutachtens, vorliegenden Gesundheitszustandes. Die Ausführungen 

von Dr. med. I._____ vermögen gemäss der Beschwerdegegnerin die Be-

urteilung von Med. pract. G._____ nicht derart zu erschüttern, dass nicht 

mehr auf das psychiatrische Administrativgutachten vom 13. Juli 2017 ab-

zustellen wäre. Die Diskrepanzen zwischen der Beurteilung der Arbeits-

fähigkeit der behandelnden Psychiaterin Dr. med. I._____ sowie derjenigen 

der Administrativgutachterin Med. pract. G._____, seien nicht ausserge-

wöhnlich, wobei zu berücksichtigen sei, dass Med. pract. G._____ als zer-

tifizierte Gutachterin SIM darauf spezialisiert sei, den Gesundheitszustand 

der Beschwerdeführerin und die IV-rechtliche Arbeitsfähigkeit objektiv und 

rechtsgleich zu beurteilen. Aus den von Med. pract. G._____ erhobenen 

Befunden, den gestellten bzw. verneinten Diagnosen sowie der vorgenom-

menen Prüfung der Indikatoren gemäss BGE 141 V 281 zur Beurteilung 

der Arbeitsfähigkeit ergebe sich nachvollziehbar, dass bei der Beschwer-

deführerin keine länger andauernde Arbeitsunfähigkeit aus psychischen 

Gründen vorliege oder vorgelegen habe. Schliesslich wies die Beschwer-

degegnerin auch noch darauf hin, dass Dr. med. I._____ somatische und 

somit fachfremde Gründe für die von ihr attestierte Arbeitsunfähigkeit an-

führe. Sowohl Dr. med. D._____ in seinem Gutachten vom 9. Dezember 

2016 (Posteingang), als auch Med. pract. G._____ in ihrem Gutachten vom 

13. Juli 2017 hätten sich zu Ausprägung und Schwere des Befundes 

geäussert. Insbesondere Med. pract. G._____ habe sich in ihrem psychia-

trischen Gutachten vom 13. Juli 2017 mit den für die Beurteilung der Ar-

beitsfähigkeit relevanten Indikatoren gemäss BGE 141 V 281 auseinander-

gesetzt und auf die entsprechenden Ausführungen im Gutachten verwie-

sen. Die Beschwerdegegnerin schloss im Ergebnis auf eine 70%ige Ar-

- 20 -

beitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer behinderungsgeeigneten 

Tätigkeit im relevanten Zeitraum ab dem 1. März 2016.

4.3. Für die Bemessung des Invaliditätsgrades der Beschwerdeführerin stützte 

sich die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid in medizini-

scher Hinsicht insbesondere auf das rheumatologische Gutachten von 

Dr. med. D._____, Facharzt Rheumatologie und Innere Medizin FMH so-

wie zertifizierter medizinischer Gutachter SIM vom 9. Dezember 2016 

(Posteingang; siehe Bg-act. 101), das psychiatrische Gutachten von 

Med. pract. G._____, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie FMH so-

wie zertifizierte medizinische Gutachterin SIM vom 13. Juli 2017 (Bg-

act. 126), das neuropsychologische Gutachten der psychiatrischen Dienste 

Graubünden (PDGR) von Dr. phil. E._____, Fachpsychologe FSP und 

Neuropsychologe SVNP sowie Dr. med. F._____, Fachärztin Psychiatrie 

und Psychotherapie FMH sowie zertifizierte Gutachterin SIM vom 18. Mai 

2017 (Bg-act. 122), die Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit 

(EFL) der Klinik C._____ von Dr. med. K._____, Leitende Ärztin Rheuma-

tologie und D. L._____, Therapeut Ergonomie vom 12. September 2016 

(Bg-act. 99) sowie die RAD-Beurteilungen vom 6. September 2017 (Bg-

act. 140 S. 19 ff.). Seitens der Beschwerdeführerin ging nach Erlass der 

angefochtenen Verfügung noch ein Bericht von Dr. med. I._____ vom 

31. Oktober 2017 bei der Beschwerdegegnerin ein (Bg-act. 142; vgl. auch 

vorstehende Erwägung 2.1), welcher gemäss Beschwerdeführerin insbe-

sondere das psychiatrische Gutachten von Med. pract. G._____ in Zweifel 

ziehe. Nachfolgend ist also der Beweiswert der von der Beschwerdegeg-

nerin herangezogenen medizinischen Abklärungen zu prüfen.

5.1. Dr. med. D._____ stellt im rheumatologischen Gutachten vom 9. Dezember 

2016 (Posteingang) folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeits-

fähigkeit:
- Fibromyalgie
- Chronisches lumbospondylogenes Syndrom links

- 21 -

Persistierende Foraminalstenose L5/S1 links bei Status nach Dekompression 
am 25.06.2015

Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien folgende Diagnosen:
- Seronegative Spondylarthrose, HLA-B27 positiv

Aktuell klinisch und labormässig keine Aktivität
- Osteoporose lumbal

Dr. med. D._____ beurteilt die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus 

rheumatologischer Sicht in der angestammten Tätigkeit infolge der vorwie-

gend stehenden Tätigkeit sowie dem offenbar wiederholten Heben von 

schweren Lasten, auch unter Berücksichtigung von Gewichtslimiten (repe-

titiv: 5 kg; Einzellasten körpernah: 15 kg) mit 40 % bis maximal 50 % eines 

Vollzeitpensums. In einer dem Wirbelsäulenleiden angepassten, körperlich 

leichten und wechselbelastenden Tätigkeit ohne Überschreitung der ge-

nannten Gewichtslimiten sei aus rheumatologischer Sicht eine Arbeits-

fähigkeit von 70 % (eines Vollzeitpensums) medizinisch-theoretisch zumut-

bar. Aus rheumatologischer Sicht sei infolge der objektivierbaren struktu-

rellen Befunde mit Osteochondrose und Spondylarthrosen L5/S1 eine ver-

minderte Belastbarkeit der Wirbelsäule gegeben. Aufgrund der chroni-

schen, fixierten Schmerzerkrankung (Fibromyalgie) mit deutlicher Dekon-

ditionierung infolge lang anhaltenden Schonverhaltens sei eine allgemein 

verminderte körperliche Leistungsfähigkeit von 30 % gegeben. Qualitative 

Einschränkungen aufgrund der Wirbelsäulenerkrankung bestünden hin-

sichtlich rein sitzenden oder rein stehenden Tätigkeiten. Insbesondere 

auch kurzfristiges vornüber geneigtes Stehen sei nur sehr eingeschränkt 

zumutbar. Das repetitive Heben von Lasten solle Lasten von 5 kg, für kör-

pernahe Einzellasten 15 kg nicht überschreiten. Diese Einschätzungen be-

zögen sich auf klinisch und radiologisch objektivierbare Befunde, denn die 

Ergebnisse der kürzlich durchgeführten EFL könnten aufgrund der dabei 

beschriebenen, massiven Symptomausweitung und Selbstlimitierung nicht 

zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit herangezogen werden. Eine über 30 % 

hinausgehende Arbeitsunfähigkeit könne aufgrund der objektiven Befunde 

zumindest aus (isoliert) somatischer Sicht nicht nachvollzogen werden. Al-

- 22 -

lerdings empfahl Dr. med. D._____, das Vorliegen einer zusätzlichen psy-

chischen Erkrankung zu prüfen, welche in Kombination mit der chronischen 

Schmerzerkrankung die Arbeitsfähigkeit allenfalls zusätzlich einschränken 

könnte (vgl. zum Ganzen Bg-act. 101 S. 12 ff.).

5.2. Im psychiatrischen Gutachten vom 13. Juli 2017 stellte Med. pract. 

G._____ keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Als 

Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hielt sie fest:
Dysthymia (ICD-10: F 34.1)
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F 45.4)

Med. pract. G._____ gelangte zum Schluss, dass die über viele Jahre als 

angelernte Verkäuferin tätige Beschwerdeführerin in dieser angestammten 

Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht zu 100 % arbeitsfähig sei. Aus gutach-

terlich-psychiatrischer Sicht habe bei der Beschwerdeführerin eine länger 

andauernde Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen nie vorgelegen. 

Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in anderen (adaptierten) Tätigkeiten sei die 

Beschwerdeführerin ebenfalls 100%ig arbeitsfähig in angelernten Tätigkei-

ten des freien Arbeitsmarktes. Als ideal angepasste (adaptierte) Tätigkeiten 

kämen aus psychiatrischer Sicht alle Tätigkeiten in Frage, welche den 

Frauen im Alter der Beschwerdeführerin zugemutet werden könnten. Eine 

Tätigkeit in der freien Wirtschaft sei grundsätzlich möglich, eine Tätigkeit in 

einem geschützten Rahmen sicher nicht erforderlich. Med. pract. G._____ 

erkannte weiter, dass eine berufliche Wiedereingliederung ab sofort mög-

lich und zumutbar sei, wobei allerdings die Motivation der Beschwerdefüh-

rerin kritisch zu prüfen sei. Die Prognose für die berufliche Wiedereinglie-

derung sei unter Berücksichtigung des Längsschnittverlaufs als günstig 

einzuschätzen. Med. pract. G._____ erachtete die tiefe Selbsteinschätzung 

der eigenen Arbeitsfähigkeit durch die Beschwerdeführerin aus gutachter-

lich-psychiatrischer Sicht als nicht nachvollziehbar und die von der Be-

schwerdeführerin geltend gemachten psychischen Einschränkungen könn-

ten aus psychiatrischer Sicht nicht verifiziert werden. Neben Verdeutli-

- 23 -

chungstendenzen der Beschwerden liessen sich auch Aggravationsten-

denzen bei der Beschwerdeführerin feststellen. Zudem erkannte 

Med. pract. G._____ bei der Beschwerdeführerin auch ein unangepasstes 

Krankheits-, Schon- und Vermeidungsverhalten bei einem eigenwilligen, 

somatisch geprägten Krankheitskonzept. Vor diesem Hintergrund lasse 

sich ein hoher sekundärer Krankheitsgewinn feststellen bei mehreren psy-

chosozialen Belastungsfaktoren wie Migrationshintergrund, Fehlen eines 

erlernten Berufes und Ausübung einer angelernten Tätigkeit bei ursprüng-

lichem Wunsch nach einem (universitären) Studium, Konflikte am Arbeits-

platz, Wunsch nach finanzieller Entschädigung nach einem – aus subjekti-

ver Sicht der Beschwerdeführerin – "Arbeitsunfall" im Dezember 2012, zwi-

schenzeitliche Dekonditionierung nach langer Phase ohne berufliche Tätig-

keit sowie erschwerte Bedingungen auf dem freien Arbeitsmarkt infolge des 

fortgeschrittenen Alters, welche aber als IV-fremd zu betrachten seien. Zu 

den früheren, aktenkundigen (fachärztlichen) Einschätzungen führte 

Med. pract. G._____ aus, dass sich die beiden fachärztlichen Berichte in 

der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit diametral unterscheiden würden. 

Während Dr. med. M._____ in seinem psychiatrischen Bericht vom Januar 

2016 (siehe Bg-act. 59 und 61) bei der Beschwerdeführerin keine psychia-

trischen Diagnosen mit Krankheitswert bzw. solche mit Auswirkungen auf 

die Arbeitsfähigkeit habe stellen können und von einer vollständigen Ar-

beitsfähigkeit ausgegangen sei, berichtete die ambulant behandelnde 

Psychiaterin Dr. med. I._____ im Dezember 2016 von einer Verschlechte-

rung des psychischen Zustandes der Beschwerdeführerin im Frühjahr 

2016, namentlich infolge einer schweren depressiven Episode, welche zu 

einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ab Mai 2016 geführt habe. Weder die 

diagnostische Einschätzung noch die attestierte, vollständige Arbeitsun-

fähigkeit konnte Med. pract. G._____ aus gutachterlich-psychiatrischer 

Sicht nachvollziehen und dies habe sich auch anhand der eigenen Unter-

suchungsergebnisse nicht bestätigen lassen. Es müsse angenommen wer-

den, dass die ambulant behandelnde Psychiaterin Dr. med. I._____ über-

- 24 -

wiegend auf die subjektiven Beschwerden abgestellt habe und auch die 

von Dr. med. I._____ angenommenen körperlichen Einschränkungen bei 

vorbekannten somatischen Diagnosen miteinbezogen habe, was aber als 

fachfremde Einschätzung zu werten sei. Aus aktueller gutachterlich-psych-

iatrischer Sicht sei anzumerken, dass die von der Beschwerdeführerin gel-

tend gemachten körperlichen und kognitiven Einschränkungen sich nicht 

hätten verifizieren und plausibilisieren lassen und verwies dazu auf den 

EFL-Bericht vom 12. September 2016 (Bg-act. 99) sowie das neuropsy-

chologische Gutachten vom 18. Mai 2017 (Bg-act. 122). Med. pract. 

G._____ stellte auch bei der eigenen Untersuchung vom 12. Juni 2017 Ver-

deutlichungstendenzen der Beschwerden und Aggravationstendenzen fest 

(vgl. zum Ganzen Bg-act. 126 S. 30 ff.)

5.3. Bezüglich der allgemeinen Beweisanforderungen ist festzustellen, dass so-

wohl das rheumatologische Gutachten vom 9. Dezember 2016 (Postein-

gang) als auch das psychiatrische Gutachten vom 13. Juli 2017 in Kenntnis 

der umfangreichen Vorakten verfasst wurde (siehe Bg-act. 101 S. 2 - 7; Bg-

act. 126 S. 4 - 12). Ferner basierten die beiden Gutachten auf eigenen Er-

hebungen der jeweiligen Gutachter vom 16. November 2016 und 12. Juni 

2017 (siehe Bg-act. 101 S. 1; 126 S. 1), sind jeweils bezüglich des entspre-

chenden Fachgebietes im Hinblick auf die strittigen Fragen als umfassend 

anzusehen und geben auch die von der Beschwerdeführerin geschilderten 

Einschränkungen und Beschwerden wieder. Die Schlussfolgerungen der 

beiden Gutachter Dr. med. D._____ und Med. pract. G._____ erscheinen 

zudem nachvollziehbar begründet und setzen sich mit anders lautenden 

Diagnosen und Arbeitsfähigkeitseinschätzungen auseinander. Somit erfül-

len beide Administrativgutachten die grundlegenden beweisrechtlichen 

Vorgaben an medizinische Gutachten (vgl. dazu BGE 134 V 231 E.5.1, 125 

V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c mit Hinweisen; siehe auch BGE 144 V 50 

E.4.3). Auch die weiteren medizinischen Abklärungen der Beschwerdegeg-

nerin, wie insbesondere der EFL-Bericht vom 12. September 2016 und 

- 25 -

auch das neuropsychologische Gutachten vom 18. Mai 2017 sind als be-

weiskräftig zu betrachten. Denn auch die weiteren erwähnten Abklärungen 

basierten auf eigenen Erhebungen der jeweiligen Fachpersonen vom 

3./4. August 2016 bzw. 21. April, 5. Mai und 12. Mai 2017 (siehe Bg-act. 99 

S. 4; Bg-act. 122 S. 1), sind in Kenntnis der Anamnese abgegeben worden 

und erfüllten auch die weiteren, relevanten Beweiskriterien für medizini-

sche Berichte und Gutachten.

6. Nachfolgend ist das psychiatrische Gutachten vom 13. Juli 2017 von 

Med. pract. G._____ dahingehend zu prüfen, ob es auch hinsichtlich den 

funktionellen Auswirkungen der psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung 

nachvollziehbar und schlüssig erscheint bzw. eine (psychische) gesund-

heitliche Beeinträchtigung von erheblichem Schweregrad sowie deren 

funktionelle Auswirkungen objektiv, kohärent und widerspruchsfrei unter 

Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen und der massge-

benden Indikatoren (vgl. dazu nachfolgende Erwägung 6.1) zu Recht über-

wiegend wahrscheinlich verneint.

6.1. Eine lege artis gestellte Diagnose gilt als Voraussetzung und Ausgangs-

punkt für die Frage der invalidisierenden Auswirkung einer Beeinträchti-

gung der Gesundheit, ist für sich alleine aber nicht ausreichend (vgl. 

BGE 142 V 106 E.4.4, 141 V 281 E.2.1 sowie 130 V 396 E. 6.2 ff.). Ent-

scheidend für die invalidisierende Wirkung einer gesundheitlichen Beein-

trächtigung sind ihre Einflüsse auf die Erwerbsfähigkeit, also die objekti-

vierten funktionellen Folgen der Gesundheitsschädigung (siehe BGE 142 

V 106 E.4.4, 139 V 547 E.5.1). 

Im Leitentscheid BGE 141 V 281 formulierte das Bundesgericht einen aus 

zwei Hauptkategorien, nämlich "Funktioneller Schweregrad" und "Konsis-

tenz" bestehenden Indikatorenkatalog zur Prüfung, ob die funktionellen 

Auswirkungen von medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs-

- 26 -

grundlagen im Einzelfall anhand dieser Standardindikatoren einen renten-

begründenen Invaliditätsgrad schlüssig und widerspruchsfrei mit zumindest 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen. Dieser Indikatorenkatalog 

gliedert sich wie folgt (vgl. dazu BGE 141 V 281 E.4.1.3 ff.):
• Kategorie "Funktioneller Schweregrad"

o Komplex "Gesundheitsschädigung"

▪ Indikator "Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde"

▪ Indikator "Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resis-
tenz"

▪ Indikator "Komorbiditäten"

o Komplex "Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res-
sourcen)

o Komplex "Sozialer Kontext" (Abgrenzung psychosozialer und sozio-
kultureller Faktoren; Eruierung der Ressourcen anhand des sozialen 
Umfeldes)

• Kategorie "Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)

o Indikator "Gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in al-
len vergleichbaren Lebensbereichen"

o Indikator "Behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewie-
sener Leidensdruck"

Der Anwendungsbereich dieser neuen Rechtsprechung betraf zuerst die 

pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebilder ohne 

nachweisbare organische Grundlage (PÄUSBONOG; vgl. dazu GÄCH-

TER/MEIER, Schmerzrechtsprechung 2.0, in: Jusletter vom 29. Juni 2015, 

S. 18 m.H.a. BGE 141 V 281 E.4.2 und dem entsprechenden Verweis auf 

BGE 140 V 8 E.2.2.1.3). 

In BGE 142 V 106 führte das Bundesgericht aus, dass eine bei der Invali-

denversicherung versicherte Person grundsätzlich als gesund anzusehen 

sei und sie einer Erwerbstätigkeit nachgehen könne bzw. als valid zu be-

trachten sei (BGE 142 V 106 E.4.3 m.H.a. BGE 141 V 281 E.3.7.2, siehe 

auch BGE 144 V 50 E.3.7.2; vgl. dazu auch die [medizinische] Kritik von 

JÖRG JEGER im Jusletter-Beitrag: JEGER, "Der Mensch ist gesund.", in: Jus-

letter vom 8. Oktober 2018). Ferner sei eine Berentung die Ausnahme, weil 

die meisten Krankheiten keine dauernde Arbeitsunfähigkeit zur Folge hät-

- 27 -

ten (BGE 142 V 106 E.4.3). Der Anspruch auf eine Invalidenrente setze 

mithin eine Beeinträchtigung der Gesundheit, einen Gesundheitsschaden 

voraus. Die blosse Diagnose eines Gesundheitsschadens sage aber noch 

nichts über einen invalidisierenden Charakter aus. Gemäss klarem Geset-

zeswortlaut hänge dies vom Einfluss des Gesundheitsschadens auf die Ar-

beits- bzw. Erwerbsfähigkeit ab (BGE 142 V 106 E.4.4). Entscheidend sei, 

ob es der versicherten Person wegen dem geklagten Leiden nicht mehr 

zumutbar sei, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gelte eine objekti-

vierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichtigung von 

Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung, wobei von der grundsätzli-

chen Validität auszugehen sei und die materielle Beweislast für Invalidität 

bei der versicherten Person liege. Fehle es bei der gestellten psychiatri-

schen Diagnose bereits an einem Bezug zum Schweregrad, müsse die 

ärztliche Feststellung, welche per se von einem umfassenden Krankheits-

begriff ausgehe, anhand der rechtserheblichen Indikatoren gemäss 

BGE 141 V 281 im Sinne einer Überprüfung der schmerzbedingten Beein-

trächtigung im Alltag beurteilt werden (vgl. zum Ganzen BGE 142 V 106 

E.4.2 ff., 141 V 281 E.2.1.2 und E.6). In diesem Zusammenhang kann auch 

auf BGE 144 V 50 verwiesen werden, wonach ein Gutachten dahingehend 

zu prüfen ist, ob sich die Ärzte bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit an 

die normativen Rahmenbedingungen gehalten haben (BGE 144 V 50 

E.4.3). 

Mit BGE 142 V 342 dehnte das Bundesgericht die Rechtsprechung von 

BGE 141 V 281 auf posttraumatische Belastungsstörungen aus und 

schliesslich mit BGE 143 V 418 grundsätzlich auf alle psychischen Erkran-

kungen (vgl. auch noch BGE 143 V 409). Schliesslich ist für die Frage, ob 

überhaupt ein versicherter, invalidisierender Gesundheitsschaden und ein 

Leistungsanspruch vorliegt, das Vorhandensein bzw. die Absenz von Aus-

schlussgründen wie Simulation oder Aggravation von entscheidender Be-

deutung (vgl. BGE 141 V 281 E.2.2.1 f. sowie BGE 140 V 193 E.3.3; siehe 

- 28 -

auch MEIER, Ein Jahr neue Schmerzrechtsprechung, in: Jusletter vom 

11. Juli 2015, S. 8 ff.). Ärztliche Arbeitsfähigkeitseinschätzungen sind somit 

im Hinblick auf die Bestimmung einer versicherungsleistungsrelevanten Ar-

beitsunfähigkeit dahingehend zu überprüfen, ob sich die ärztliche Einschät-

zung der Arbeitsfähigkeit an die normativen Rahmenbedingungen gehalten 

hat sowie ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand 

der rechtserheblichen Indikatoren auf eine versicherungsleistungsrele-

vante Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (BGE 144 V 50 E.4.3; siehe 

auch Urteil des Bundesgerichts 9C_126/2018 vom 6. Juli 2018 E.2.2.2). 

Dazu gehört insbesondere, ob nur funktionelle Ausfälle bei der medizini-

schen Beurteilung berücksichtigt wurden sowie ob die Zumutbarkeit an-

hand von objektiven Grundlagen beurteilt wurde. Diese soll aber nicht zu 

einer Parallelüberprüfung in einem eigenen strukturierten Beweisverfahren 

durch den Rechtsanwender führen, sondern es ist im Rahmen der Beweis-

würdigung zu prüfen, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch an-

hand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden 

und somit den normativen Vorgaben Rechnung getragen wurde (BGE 144 

V 50 E.4.3).

6.2. In den folgenden Erwägungen ist das psychiatrische Gutachten vom 

13. Juli 2017 auf die in der vorstehenden Erwägung 6.1 erläuterten Indika-

toren gemäss BGE 141 V 281 sowie die gutachterlich hergeleiteten 

Diagnosen zu untersuchen. Soweit die Beschwerdeführerin kritisiert, dass 

diese Indikatorenprüfung nur pro forma am Schluss des Gutachtens mit 

Verweisen auf andere Stellen im Gutachten G._____ durchgeführt worden 

sei, kann sie daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. Entscheidend ist 

nämlich nur, dass sich die psychiatrische Gutachterin mit den relevanten 

Indikatoren auseinandergesetzt und im Hinblick auf die funktionellen Aus-

wirkungen eines allfällig diagnostizierten Gesundheitsschadens bewertet 

hat. Ob nun auf bereits gemachte Ausführungen im Gutachten verwiesen 

- 29 -

wird, ist nur eine Frage der Lesbarkeit des Gutachtens und kann auch der 

Vermeidung von Wiederholungen dienen.

6.2.1. Zu den gestellten Diagnosen hielt Med. pract. G._____ fest, dass die Be-

schwerdeführerin insgesamt betrachtet die Kriterien einer anhaltenden so-

matoformen Schmerzstörung (ICD-10 F 45.4) erfülle, wobei die Schmerz-

problematik gemäss eigenen Angaben der Beschwerdeführerin das Haupt-

problem sei und war. Dies ist gemäss Med. pract. G._____ aus gutachter-

lich-psychiatrischer Sicht gut nachvollziehbar, zumal die Inanspruchnahme 

von expliziten medizinischen Massnahmen (bezüglich somatischen Be-

schwerden) einschliesslich einer medikamentösen Schmerzbehandlung 

recht beträchtlich sei. Andererseits bestehe eine deutliche Diskrepanz zwi-

schen dem Leidensdruck und der Inanspruchnahme von therapeutischen 

Optionen durch die Beschwerdeführerin in Bezug auf die geschilderten kör-

perlichen Beschwerden sowie der bisher geringen Inanspruchnahme von 

explizit psychiatrisch-psychotherapeutischen Massnahmen. Erst ab Mitte 

Mai 2016 sei erstmalig eine ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische 

Behandlung erfolgt. Nach Darstellung der Beschwerdeführerin finde die 

derzeitige Behandlung etwa alle zwei Wochen statt und auch die psycho-

pharmakologische Medikation sei minim, was gemäss Med. pract. G._____ 

nicht mit der im Bericht von Dr. med. I._____ vom 30. Dezember 2016 (Bg-

act. 104) diagnostizierten rezidivierenden depressiven Störung, dazumal 

schwere Episode, vereinbar sei (siehe Bg-act. 126 S. 27 f.). Med. pract. 

G._____ stellte im Zusammenhang mit der anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung auch emotionale Konflikte und psychosoziale Belastun-

gen fest und erachtete die insbesondere von Dr. med. D._____ im rheuma-

tologischen Gutachten vom 9. Dezember 2016 (Posteingang; siehe Bg-

act. 101) erwähnte Fibromyalgie am ehesten als mit der Diagnose einer 

anhaltenden somatoformen Schmerzstörung vereinbar. Ferner attestierte 

Med. pract. G._____ der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Exploration 

eine sehr leichte depressive Symptomatik mit einer etwas verminderten 

- 30 -

Stimmungslage, ohne aber weitere depressive Symptome im Bereich des 

Antriebs, des Denkens, der Kognition oder des Selbsterlebens feststellen 

zu können (siehe Bg-act. 126 S. 26 f.). Die depressiv anmutende Sympto-

matik sei bei Betrachtung des Längsschnittverlaufes seit 2015 sowie dem 

Aggravationseindruck am ehesten mit einer Dysthymia (ICD-10 F 34.1) mit 

sehr leichten bis leichten depressiven Beschwerden und Symptomen zu 

beschreiben und es sei von einer gewissen Chronifizierungstendenz aus-

zugehen. Die Diagnose einer Dysthymia sei auch gut mit der seit längerer 

Zeit zu eruierenden neurotischen Problematik zu vereinbaren. Die Dia-

gnose einer rezidivierenden depressiven Störung nach ICD-10 schloss 

Med. pract. G._____ aus, denn es liessen sich im Längsschnittverlauf 

keine klar abgrenzbaren depressiven Episoden eruieren. Die seit ca. ein 

bis zwei Jahren zu eruierende depressive Symptomatik sei unter Berück-

sichtigung der Anamnese, der Aktenklage und in einer Gesamtschau als 

sehr leicht bis leicht ausgeprägt einzustufen. Weitere psychiatrische Er-

krankungen schloss Med. pract. G._____ aus (siehe Bg-act. 126 S. 26 ff.). 

Auffallend sei ferner, dass der Beginn der gesundheitlichen Beeinträchti-

gung von der Beschwerdeführerin auf ein Schmerzereignis am Arbeitsplatz 

im Dezember 2012 zurückgeführt werde, bei dem es sich gemäss Be-

schwerdeführerin um einen Arbeitsunfall gehandelt habe, welcher aber 

nicht entsprechend gewürdigt bzw. entschädigt worden sei (Bg-act. 126 

S. 26). 

6.2.2. Zum Indikator "Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde" des Komple-

xes "Gesundheitsschädigung" in der ersten Kategorie "Funktioneller 

Schweregrad" lässt sich dem Gutachten G._____ entnehmen, dass keine 

psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest-

gestellt werden konnten (Bg-act. 126 S. 33). Insofern verneinte sie auch 

entsprechende funktionelle Auswirkungen der medizinisch festgestellten 

Anspruchsgrundlagen. Im Gutachten G._____ wird anlässlich der Untersu-

chung vom 12. Juni 2017 ein unauffälliger Psychostatus beschrieben (Bg-

- 31 -

act. 126 S. 22 f.). Die von der Beschwerdeführerin beschriebenen explizi-

ten psychischen Probleme wie insbesondere Konzentrationsschwierigkei-

ten, Vergesslichkeit, massive Schlafstörungen und sozialer Rückzug 

konnte Med. pract. G._____ anlässlich der Exploration nicht verifizieren. 

Auf der Symptomebene konnte Med. pract. G._____ lediglich eine leicht 

herabgesetzte Stimmungslage feststellen und erkannte weit über Verdeut-

lichungstendenzen der Beschwerden hinausgehende Aggravationstenden-

zen bei hohem sekundären Krankheitsgewinn (Bg-act. 126 S. 23). Die von 

der Beschwerdeführerin geltend gemachten, psychisch bedingten Ein-

schränkungen in der Lebensführung konnte Med. pract. G._____ im Rah-

men der sozialen Anamnese ebenfalls nicht nachvollziehen, zumal diese 

einerseits inkonsistent und nicht spontan präsentiert worden seien sowie 

mit dem erhobenen Psychostatus nicht vereinbar seien (siehe Bg-act. 126 

S. 21 und 24 f.). Die von der Beschwerdeführerin geschilderte Müdigkeit 

infolge von Schlafstörungen und schlechtes Konzentrations- und Erinne-

rungsvermögen konnte Med. pract. G._____ anlässlich der Untersuchung 

vom 12. Juni 2017 nicht feststellen. Med. pract. G._____ erlebte die Be-

schwerdeführerin während der dreistündigen Exploration weder müde noch 

schläfrig, sondern munter, aktiv und initiativ. Ebenso wenig erschien sie 

hilflos, sondern im Gegenteil recht ansprüchlich. Entgegen der geltend ge-

machten Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeit sei die Beschwer-

deführerin während der Exploration gut konzentriert gewesen und die um-

fangreichen und präzisen Angaben zur somatischen Krankheitsanamnese 

sowie zur sozialen Anamnese wiesen auf gute mnestische Funktionen hin 

(siehe Bg-act. 126 S. 22).

Bezüglich Verdeutlichungs- und Aggravationstendenzen wurde insbeson-

dere auch auf die Erkenntnis des EFL-Berichtes vom 12. September 2016 

sowie die im neuropsychologischen Gutachten vom 18. Mai 2017 festge-

stellten Antwortverzerrungen hingewiesen. Bezüglich der von Dr. phil. 

E._____ im neuropsychologischen Gutachten beschriebenen Methode zur 

- 32 -

Prüfung der Plausibilität stellte Med. pract. G._____ fest, dass diese Me-

thode auch bei der psychiatrischen Begutachtung zur Beurteilung von Ag-

gravation und bewusstseinsnaher Verfälschungstendenzen angewendet 

werde. Med. pract. G._____ kam zum Schluss, dass sämtliche Kriterien (A 

- D) erfüllt seien, was aus gutachterlich-psychiatrischer Sicht auf deutliche 

Aggravation bei der Beschwerdeführerin schliessen lasse (Bg-act. 126 

S. 28 f.). Anzumerken ist noch, dass im neuropsychologischen Gutachten 

vom 18. Mai 2017 die Kriterien A bis C durch Dr. phil. E._____ als erfüllt 

betrachtet wurden und die Erfüllung des Kriteriums D durch einen Facharzt 

der Psychiatrie bzw. Neurologie zu bewerten sei (siehe dazu Bg-act. 122 

S. 24 ff.).

6.2.3. Hinsichtlich des Indikators "Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder 

-resistenz", ebenfalls aus dem Komplex "Gesundheitsschädigung", wies 

Med. pract. G._____ auf eine bloss rudimentäre psychiatrisch-psychothe-

rapeutische Behandlung seit Mitte 2016 hin, welche nicht mit der von 

Dr. med. I._____ attestierten, schwerwiegenderen psychiatrischen Dia-

gnose in Einklang stehe. Infolge der schwierigen pharmakologischen Ein-

stellung der Beschwerdeführerin hätte gemäss Med. pract. G._____ auch 

dringend eine stationäre psychiatrische Behandlung erwogen werden müs-

sen. Der psychisch bedingte Leidensdruck der Beschwerdeführerin war für 

Med. pract. G._____ zweifelhaft (siehe Bg-act. 126 S. 27 f.). Therapeuti-

sche Optionen in psychiatrisch-psychotherapeutischer Hinsicht seien aktu-

ell aus gutachterlich-psychiatrischer Sicht bei den festgestellten leichten 

psychischen Beschwerden nur optional zu empfehlen (siehe Bg-act. 126 

S. 31).

6.2.4. Zum Indikator "Komorbiditäten" aus dem Komplex "Gesundheitsschädi-

gung" lässt sich dem Gutachten G._____ entnehmen, dass neben der an-

haltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F 45.4), infolge der de-

pressiv anmutenden Symptomatik eine Dysthymia (ICD-10 F 34.1) mit sehr 

- 33 -

leichten bis leichten depressiven Beschwerden und Symptomen diagnosti-

ziert wurde. Bei der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung liessen 

sich unter Berücksichtigung der EFL und der vorliegenden sehr leichten 

psychiatrischen Komorbidität keine psychisch bedingten Einschränkungen 

der Arbeitsfähigkeit feststellen (siehe Bg-act. 126 S. 26 und 29 f.). Ferner 

würdigte Med. pract. G._____ auch die insbesondere im rheumatologi-

schen Gutachten vom 9. Dezember 2016 (Posteingang) festgehaltene Dia-

gnose Fibromyalgie und schloss daraus am ehesten auf eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung. Med. pract. G._____ standen für ihr psych-

iatrisches Gutachten auch umfangreiche medizinische Unterlagen bezüg-

lich der somatischen bzw. insbesondere rheumatischen Beschwerden zur 

Verfügung und die Schmerzproblematik bildete auch Thema der Befunder-

hebung vom 12. Juni 2017 (siehe Bg-act. 126 S. 4 ff., 21, 23, 25, und 27). 

Nicht ausser Acht zu lassen ist auch die Einschätzung von Dr. med. 

D._____ im rheumatologischen Gutachten vom 9. Dezember 2016 (Post-

eingang), wonach er insbesondere eine fachpsychiatrische Begutachtung 

für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin für ange-

zeigt hielt (siehe Bg-act. 101 S. 16). Diesem Hinweis folgte die Beschwer-

degegnerin, indem sie auch zur Prüfung allfälliger Komorbiditäten das Gut-

achten G._____ einholte.

6.2.5. Der Komplex "Persönlichkeit" aus der ersten Kategorie "Funktioneller 

Schweregrad" bezieht sich auf Persönlichkeitsentwicklung und -struktur 

bzw. auf grundlegende psychische Funktionen (BGE 141 V 281 E.4.3.2. 

m.H.a. MARELLI, Nicht können oder nicht wollen?, in: SZS 2007, S. 332 ff.). 

Med. pract. G._____ beschrieb aufgrund der Angaben der Beschwerdefüh-

rerin unauffällige Kinder- und Jugendjahre ohne Verlusterlebnis, schmerz-

liche oder traumatische Ereignisse. In der Herkunftsfamilie liessen sich 

keine psychischen Krankheiten eruieren. Ab Mitte der 90er Jahre habe die 

Beschwerdeführerin hingegen von mehreren schmerzlichen Erfahrungen 

hinsichtlich Verlusten im näheren Familienumfeld berichtet (siehe Bg-

- 34 -

act. 126 S. 23 f.). Ferner eruierte Med. pract. G._____ emotionale Konflikte 

bei der Beschwerdeführerin, insbesondere einen inneren Konflikt um An-

passung vs. Kontrolle und um Versorgung vs. Autarkie. Die Beschwerde-

führerin verfüge über gute Ressourcen im Form von guten kognitiven 

Fähigkeiten einschliesslich guter Konzentration, Aufmerksamkeit und Auf-

fassung, eine gute Gedächtnisleistung, eine gute Lernfähigkeit, eine gute 

Anpassungs- und Umstellungsfähigkeit, kreative Fähigkeiten sowie auch 

eine gute Ausdauer und ein gutes Durchhaltevermögen. Das Vorliegen ei-

ner persönlichkeitsstrukturellen Vulnerabilität verneinte Med. pract. 

G._____ (siehe Bg-act. 126 S. 23, 26 und 30).

6.2.6. Hinsichtlich dem Komplex "Sozialer Kontext", ebenfalls aus der ersten Ka-

tegorie "Funktioneller Schweregrad" lässt sich dem Gutachten G._____ 

entnehmen, dass die Beschwerdeführerin zwar von einem sozialen Rück-

zug berichtete, aber über nicht wenige soziale Kontakte verfüge (siehe Bg-

act. 126 S. 22, 24 und 25 f.). So erwähnte die Beschwerdeführerin neben 

einer intakten Familienstruktur auch weitere soziale Kontakte (siehe Bg-

act. 126 S. 15). Zudem erkannte Med. pract. G._____ auch invaliditäts-

fremde bzw. psychosoziale und soziokulturelle Faktoren. Insbesondere ei-

nen Migrationshintergrund, das Fehlen eines erlernten Berufes und Ausü-

bung einer angelernten Tätigkeit bei ursprünglichem Wunsch nach einem 

(universitären) Studium, Konflikte am Arbeitsplatz, den Wunsch nach einer 

Entschädigung nach einem – aus subjektiver Sicht der Beschwerdeführerin 

– "Arbeitsunfall" im Dezember 2012, die zwischenzeitliche Dekonditionie-

rung nach langer Phase ohne berufliche Tätigkeit sowie erschwerte Bedin-

gungen auf dem freien Arbeitsmarkt infolge des fortgeschrittenen Alters 

(siehe Bg-act. 126 S. 32).

6.2.7. Bezüglich der beweisrechtlich wichtigen Kategorie "Konsistenz" wird im 

Gutachten G._____ bezüglich des Indikators "Gleichmässige Einschrän-

kung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen" 

- 35 -

ebenfalls auf die Diskrepanzen hinsichtlich des von der Beschwerdeführe-

rin geschilderten sozialen Rückzuges hingewiesen, weil anlässlich der Ex-

ploration vom 12. Juni 2017 nicht wenige soziale Kontakte genannt wur-

den. Neben denjenigen zur Familie wurde auch über Besuche von einem 

(erweiterten) Freundeskreis berichtet. Den im Jahre 2014 erworbenen Füh-

rerschein hat die Beschwerdeführerin gemäss eigenen Angaben nur einige 

Male genutzt und das Autofahren inzwischen wegen eines Zitterns in einem 

Bein beim Fahren wieder aufgegeben (siehe Bg-act. 126 S. 15, 22, 24 und 

25 f.). Nach den Angaben der Beschwerdeführerin habe sie bisherige Frei-

zeitaktivitäten infolge der Schmerzen zumindest teilweise aufgeben müs-

sen und gehe jeweils noch, insbesondere auf äussere Motivation hin, etwa 

eine halbe Stunde spazieren (siehe Bg-act. 126 S. 15 und 17).

6.2.8. Zum Indikator "Behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewie-

sener Leidensdruck" der Kategorie "Konsistenz" wies Med. pract. G._____ 

im Gutachten vom 13. Juli 2017 insbesondere auf deutliche Diskrepanzen 

zwischen dem Leidensdruck der Explorandin in Bezug auf die körperlichen 

Beschwerden und der daraus resultierenden umfangreichen Inanspruch-

nahme von explizit medizinischen Massnahmen einerseits und anderer-

seits der bisher geringen Inanspruchnahme von explizit psychiatrisch-psy-

chotherapeutischen Massnahmen hin (Bg-act. 126 S. 27; vgl. dazu auch 

BGE 141 V 281 E.4.4.2). Und dies trotz der subjektiv als erheblich geschil-

derten psychischen Beschwerden. Zweifel an einem ausgewiesenen psy-

chischen Leidensdruck erweckte bei Med. pract. G._____ auch der Um-

stand, dass die Beschwerdeführerin vom Absetzen verschiedener Psycho-

pharmaka infolge Nebenwirkungen berichtete, wohingegen Nebenwirkun-

gen von Schmerzpräparaten gemäss eigenen Angaben der Beschwerde-

führerin in Kauf genommen wurden (siehe Bg-act. 126 S. 27). Die im Zeit-

punkt des Gutachtens durch Dr. med. I._____ gewährleistete ambulante 

psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung entspreche, betreffend 

des Therapieintervalls und der Medikation, nicht den einschlägigen Richtli-

- 36 -

nien der Fachgesellschaften für die von Dr. med. I._____ noch im Bericht 

vom 30. Dezember 2016 diagnostizierte rezidivierende depressive 

Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome 

(ICD-10 F 33.2). In einem solchen Falle wäre eine hochfrequente ambu-

lante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung und eine intensive 

psychopharmakologische Behandlung notwendig, wobei – insbesondere 

im Fall von Schwierigkeiten bei der psychopharmakologischen Einstellung 

– eine stationäre psychiatrische Behandlung dringend erwogen werden 

müsste. Dies bewertete Med. pract. G._____ in dem Sinne, als dass die 

von der behandelnden Psychiaterin bei der Beschwerdeführerin beschrie-

bene depressive Symptomatik doch nicht als so schwerwiegend betrach-

tete wurde, um eine entsprechende Behandlung einzuleiten (siehe Bg-

act. 126 S. 28). 

6.3. Aufgrund der Ausführungen in den vorstehenden Erwägungen 6.2 – 6.2.8 

verfängt der Einwand der Beschwerdeführerin nicht, wonach die Ab-

klärungsergebnisse der Beschwerdegegnerin nicht in Übereinstimmung mit 

dem Indikatorenkatalog gemäss BGE 141 V 281 hinsichtlich der funktionel-

len Auswirkungen der gesundheitlichen Probleme erfolgt seien. Insbeson-

dere wurde von Med. pract. G._____ schlüssig, nachvollziehbar und wider-

spruchsfrei auf vielfältige Verdeutlichungs- und Aggravationstendenzen 

hingewiesen. Diese finden ihre Stütze neben den eigenen Explorationser-

gebnissen von Med. pract. G._____ auch im EFL-Bericht vom 12. Septem-

ber 2016 sowie dem neuropsychologischen Gutachten vom 18. Mai 2017. 

Insofern trifft auch der beschwerdeführerische Einwand nicht zu, dass im 

psychiatrischen und rheumatologischen Gutachten nur Hinweise auf die im 

EFL-Bericht vom 12. September 2016 behaupteten und (dort) wiedergege-

benen (Symptom-)Ausweitungen gemacht worden seien. Im Gegenteilt 

stellte Med. pract. G._____ anlässlich ihrer Exploration vom 12. Juni 2017 

Inkonsistenzen bzw. unplausibles Verhalten auch selbst fest (siehe Bg-

act. 126 21 f.). Ausserdem kam auch Dr. phil. E._____ anlässlich der neu-

- 37 -

ropsychologischen Testungen vom 21. April 2017, 5. Mai 2017 und 12. Mai 

2017 zum Schluss, dass infolge einer Antwortverzerrung nicht auf die tes-

tologisch erhobenen Daten abgestützt werden könne, um auf das tatsäch-

liche Mass der neurokognitiven Funktionstüchtigkeit zu schliessen. Infolge 

der Indizien auf eine Antwortverzerrung wurde auf eine Diskussion der er-

zielten neuropsychologischen Ergebnisse hinsichtlich der Beurteilung und 

Einordnung der Beschwerden und Befunde verzichtet (siehe Bg-act. 122 

S. 26). Wenn die Beschwerdeführerin die Uneinheitlichkeit der verwende-

ten Begrifflichkeiten kritisiert und somit die von Med. pract. G._____ zur 

Stützung ihrer Einschätzung bezüglich Aggravationstendenzen herangezo-

genen, vorstehend erwähnten medizinischen Abklärungsergebnisse hin-

sichtlich deren Aussagen zu Verdeutlichungs- und Aggravationstendenzen 

gemäss bundesgerichtlicher Terminologie in Frage stellen will, ist darauf 

hinzuweisen, dass trotz unterschiedlicher Begrifflichkeiten in der psychia-

trischen Begutachtung, der EFL sowie der neuropsychologischen Testun-

gen im Ergebnis immer auf Inkonsistenzen bzw. mangelhafte Plausibilität 

beim gezeigten Verhalten bei der Beschwerdeführerin hingewiesen werden 

sollte. Dies ergibt sich ohne Zweifel in einer Gesamtsicht des Gutachtens 

G._____, dem EFL-Bericht vom 12. September 2016 sowie dem neuropsy-

chologischen Gutachten vom 18. Mai 2017 (vgl. dazu Bg-act. 99 S. 5, 12 

ff. und 19; 122 S. 9, 14, 24 und 26; 126 S. 23 und 28 f.). Zudem ist der im 

neuropsychologischen Gutachten vom 18. Mai 2017 verwendete Begriff 

der Antwortverzerrung in der Neuropsychologie durchaus üblich (vgl. 

KOOL/MEICHTRY/SCHAFFERT/ RÜESCH, Der Einsatz von Beschwerdevalidie-

rungstests in der IV-Abklärung, in: Schriftenreihe des BSV "Beiträge zur 

Sozialen Sicherheit", Bern 2008, S. 22 ff.). Nichts anderes gilt für den Be-

griff der Symptomausweitung im Rahmen einer EFL (vgl. dazu etwa die 

Leitlinien für die rheumatologische Begutachtung der Schweizerischen Ge-

sellschaft für Rheumatologie vom Juli 2016, abrufbar unter: 

https://www.rheuma-net.ch/images/pdf/DEUTSCH/Leitlinien-fr-die-rheu-

matologische-Begutachtung-12-2016.pdf oder die Leitlinien für die orthopä-

- 38 -

dische Begutachtung von swiss orthopaedics, abrufbar unter: 

http://www.swissorthopaedics.ch/images/content/Empfehlungen/Begut-

achtung_2_2017/D-LeitlinienGutachten-2.2017.pdf, beide zuletzt besucht: 

am 4. Februar 2019). Inwiefern sich aus dem Umstand, dass die rheuma-

tologische Untersuchung am 16. November 2016 und die psychiatrische 

Untersuchung am 12. Juni 2017 eine mangelhafte Konsistenz der entspre-

chenden Gutachten ergeben soll, ist nicht ersichtlich. Denn aus den akten-

kundigen medizinischen Berichten lassen sich keine Hinweise auf eine bis 

zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung eingetretene gesundheitliche 

Verschlechterung entnehmen. Ferner ist unzutreffend, dass sich insbeson-

dere das psychiatrische Gutachten nicht mit dem Schweregrad der dia-

gnostizierten anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) 

auseinandergesetzt habe. Vielmehr hat Med. pract. G._____ im Rahmen 

der in den vorstehenden Erwägungen 6.2 ff. dargestellten Indikatorenprü-

fung die Schwere der funktionellen Auswirkungen der diagnostizierten psy-

chischen Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit detailliert bewertet. 

Ebenfalls unzutreffend ist, dass der Alltag der Beschwerdeführerin zu we-

nig berücksichtigt wurde. Sowohl Med. pract. G._____ als auch Dr. med. 

D._____ erhoben die berufliche und soziale Anamnese (vgl. Bg-act. 101 

S. 9 f.; Bg-act. 126 S. 15 f.). Hinsichtlich der ebenfalls gerügten, unterlas-

senen Haushaltsabklärung ist auf die nachfolgenden Erwägungen 7 ff. zu 

verweisen.

6.4. Im Ergebnis ist somit festzuhalten, dass sowohl das rheumatologische Gut-

achten vom 9. Dezember 2016 (Posteingang) als auch das psychiatrische 

Gutachten vom 13. Juli 2017 als voll beweiskräftig zu betrachten sind. Die 

von Dr. med. D._____ gestellten Diagnosen sowie die Beurteilung der Ar-

beitsfähigkeit in einer angepassten, körperlich leichten und wechselbelas-

tenden Tätigkeit im Umfang von 70 % eines Vollpensums sind aufgrund der 

vorliegenden Akten sowie der Ausführungen von Dr. med. D._____, welche 

auf Basis einer umfassenden Erhebung erfolgten, schlüssig und nachvoll-

- 39 -

ziehbar begründet. Andere fachärztliche Einschätzungen, welche eine ab-

weichende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht 

nahelegen würden, liegen nicht vor. Die vollständige Arbeitsunfähigkeit 

wurde denn auch im Dezember 2016 durch Dr. med. I._____ überwiegend 

mit psychischen Beschwerden begründet (siehe Bg-act. 116 S. 1 f.; vgl. 

auch Bg-act. 104 S. 3 f.). 

Das psychiatrische Gutachten vom 13. Juli 2017 erfüllt ebenfalls die allge-

meinen beweisrechtlichen Anforderungen an ein medizinisches Gutachten 

(vgl. bereits vorstehende Erwägung 5.3). Zudem berücksichtigt Med. pract. 

G._____ auch die für die Bewertung der funktionalen Auswirkungen einer 

psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung massgebenden Indikatoren 

gemäss BGE 141 V 281 (vgl. vorstehende Erwägungen 6.2 ff.). Das Gericht 

kommt im Rahmen seiner Beweiswürdigung somit zum Schluss, dass das 

Gutachten G._____ die funktionalen Auswirkungen der diagnostizierten 

psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen anhand der normativen Vor-

gaben schlüssig und widerspruchsfrei bewertet und begründet hat, soweit 

sie bei der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht keine Auswirkun-

gen der Dysthymia (ICD-10 F 34.1) und der anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung (ICD-10 F 45.4) auf die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen 

und einer adaptierten Tätigkeit feststellen konnte (siehe Bg-act. 126 S. 30 

f.). Insbesondere ist dabei auf die von Med. pract. G._____ festgestellten, 

weit über ausgeprägte Verdeutlichungstendenzen hinausgehenden Aggra-

vationstendenzen zu verweisen, welche gemäss BGE 141 V 281 E.2.2.1 f. 

m.H.a. BGE  140 V 193 E.3.3 bei hinreichender Ausprägung sogar einen 

Ausschlussgrund darstellen würden, zumindest aber in der Beurteilung der 

funktionellen Auswirkungen zu berücksichtigen sind (vgl. BGE 144 V 50 

E.5.2.1; siehe auch BGE 143 V 418 E.8.1 f. bezüglich der Vornahme einer 

Prüfung der funktionellen Auswirkungen anhand der einschlägigen Stan-

dardindikatoren bei ärztlich festgestellten Aggravationstendenzen). So 

wies Med. pract. G._____ neben den eher allgemein und vage geschilder-

- 40 -

ten psychischen Beschwerden auch auf fehlende Anzeichen bezüglich der 

geltend gemachten andauernden Müdigkeit und Konzentrationsstörungen 

während der Exploration hin (siehe Bg-act. 126 S. 21 f.). Ferner stellte die 

psychiatrische Gutachterin auch gute Ressourcen bei der Beschwerdefüh-

rerin fest, welche vom neuropsychologischen Gutachten vom 18. Mai 2017 

infolge der mittels eines Plausbilitätstestungsverfahrens festgestellten Ant-

wortverzerrungen nicht widerlegt werden (siehe Bg-act. 126 S. 29 f.). Fer-

ner wies Med. pract. G._____ neben (weiter-)bestehenden, nicht unerheb-

lichen sozialen Kontakten auch auf Zweifel hinsichtlich dem psychisch be-

dingten Leidensdruck infolge der nur auf sehr tiefem Niveau in Anspruch 

genommenen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlungen hin, 

auch wenn von der Beschwerdeführerin mehrfach Nebenwirkungen der 

bisher verordneten psychopharmakologischen Behandlung vorgebracht 

wurden (siehe Bg-act. 126 S. 27 f.). 

6.5. An dieser Einschätzung vermag auch der erst nach Erlass der Verfügung 

der Beschwerdegegnerin zur Kenntnis gelangte Bericht vom 31. Oktober 

2017 der behandelnden Psychiaterin Dr. med. I._____ nichts zu ändern. 

Inwiefern für die Würdigung dieses (weiteren) medizinischen Berichtes, 

nach Darstellung der Beschwerdeführerin, zwingend eine fachärztliche 

Erörterung durch das Gericht einzuholen wäre, weil dem Verwaltungsge-

richt keine medizinische Expertise zukomme, kann nicht nachvollzogen 

werden. Denn wie auch die weiteren aktenkundigen Berichte, wie insbe-

sondere das psychiatrische und das rheumatologische Administrativgut-

achten vom 13. Juli 2017 bzw. 9. Dezember 2016 (Posteingang), der EFL-

Bericht vom 12. September 2016 oder das neuropsychologische Gutach-

ten vom 18. Mai 2017, wäre der fachärztliche Bericht vom 31. Oktober 2017 

ebenfalls unter den üblichen Gesichtspunkten zur Beurteilung des Beweis-

wertes eines ärztlichen Berichts im Kontext der weiteren, aktenkundigen 

medizinischen Unterlagen durch den Rechtsanwender zu prüfen. Die Be-

schwerdegegnerin nahm in ihrer Vernehmlassung vom 20. Dezember 2017 

- 41 -

zum erwähnten Bericht vom Dr. med. I._____ Stellung (vgl. auch bereits 

vorstehende Erwägung 2.1). Die Beschwerdegegnerin führte aus, dass 

sich aus dem Bericht vom 31. Oktober 2017 keine Hinweise auf eine (zwi-

schenzeitliche) Verschlechterung des (psychischen) Gesundheitszustan-

des der Beschwerdeführerin ergäben. Es handle sich bei dieser Einschät-

zung von Dr. med. I._____ um eine andere Beurteilung des bereits am 

12. Juni 2017 (Datum der Exploration bei Med. pract. G._____) bestehen-

den Gesundheitszustandes, welcher das psychiatrische Gutachten von 

Med. pract. G._____ vom 13. Juli 2017 nicht derart zu erschüttern ver-

möge, dass vom Administrativgutachten vom 13. Juli 2017 abzuweichen 

wäre. Die Beschwerdegegnerin hob die unterschiedlichen Betrachtungs-

winkel der behandelnden Psychiaterin Dr. med. I._____ sowie der Admi-

nistrativgutachterin Med. pract. G._____ hervor und stellte die Notwendig-

keit des Ausschlusses von IV-fremden Gegebenheiten bei der Beurteilung 

der Arbeitsfähigkeit fest. Ferner wies die Beschwerdegegnerin zutreffend 

darauf hin, dass Dr. med. I._____ eine Auseinandersetzung mit den Stan-

dardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 unterlassen habe und anschei-

nend zur Begründung der von ihr attestierten vollständigen Arbeitsunfähig-

keit auch fachfremde Diagnosen miteinbeziehe (siehe dazu Bg-act. 142 

S. 3 mit Hinweis auf Bg-act. 104). Med. pract. G._____ habe sich hingegen 

aus versicherungsmedizinischer und funktioneller Sicht zur verbleibenden 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zutreffend dahingehend geäus-

sert, dass bei der Beschwerdeführerin aus psychischen Gründen noch nie 

eine länger andauernde Arbeitsunfähigkeit bzw. überhaupt je psychiatri-

sche Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vorlagen (siehe 

dazu Bg-act. 126 S. 30 f.). Im Ergebnis vermöge der Bericht vom 31. Okto-

ber 2017 das psychiatrische Gutachten vom 13. Juli 2017, welches nota-

bene auch mit dem (psychiatrischen) Bericht von Dr. med. M._____ vom 

8. Januar 2016 in Einklang stehe (siehe Bg-act. 59 und 61), nicht in Frage 

zu stellen. Die von der Beschwerdeführerin angeführten Einwände über-

zeugen hinsichtlich der Auseinandersetzung von Med. pract. G._____ in 

- 42 -

ihrem Gutachten vom 13. Juli 2017 mit den damals aktenkundigen medizi-

nischen Berichten nicht. Med. pract. G._____ äusserte sich umfassend 

zum Umstand, warum sie entgegen der Einschätzung von Dr. med. I._____ 

eine rezidivierende depressive Störung nach ICD-10 F 33.2 ausschliesse. 

So wurden insbesondere die von Dr. med. I._____ erwähnten und nicht 

näher belegten Hinweise in den Akten auf vorgängige, schwere depressive 

Episoden nachvollziehbar widerlegt und Dr. med. I._____ scheint für den 

Beginn der depressiven Episoden auf die Angaben der Beschwerdeführe-

rin abzustellen (Bg-act. 142 S. 2), was aber insbesondere im psychiatri-

schen Bericht von Dr. med. M._____ keine hinreichende Stütze findet 

(siehe Bg-act. 59 und 61). Auch die mit Schwierigkeiten verbundene, vor-

gängige psychopharmakologische Behandlung und bereits früher akten-

kundig festgehaltene Anzeichen für eine depressive Symptomatik behan-

delte Med. pract. G._____ in ihrem Gutachten ausführlich (siehe Bg-

act. 126 S. 26 ff.). Insbesondere würdigte Med. pract. G._____ auch den 

Bericht vom 30. Dezember 2016 von Dr. med. I._____, welcher hinsichtlich 

des zeitlichen Verlaufs der geltend gemachten depressiven Symptomatik 

weitgehend mit dem Bericht vom 31. Oktober 2017 übereinstimmt. 

Med. pract. G._____ ordnete im Übrigen die im Zeitpunkt der Exploration 

festgestellten sehr leichten bis leichten depressiven Beschwerden einer 

Dysthymia (ICD-10 F 34.1) zu, womit eine depressive Symptomatik nicht 

unbeachtet gelassen wurde (siehe Bg-act. 126 S. 29). Schliesslich kann 

noch darauf hingewiesen werden, dass auch Dr. med. I._____ von erheb-

lichen sozialen Ressourcen bei der Beschwerdeführerin ausgeht und auch 

selbst festhält, dass die Beschwerdeführerin eine stationäre Behandlung 

hinsichtlich der depressiven Symptomatik abgelehnt habe, ohne dass 

Dr. med. I._____ diesen Umstand mit einem psychiatrischen Krankheitsbild 

begründet hätte (siehe Bg-act. 142 S. 3). 

6.6. Das Gericht kommt aufgrund der Würdigung der vorliegenden ärztlichen 

Berichte und unter Mitberücksichtigung der RAD-Abschlussbeurteilung von 

- 43 -

RAD-Arzt H._____ vom 6. September 2017 (siehe Bg-act. 140 S. 19 f.) 

zum Schluss, dass sowohl auf die Arbeitsfähigkeitseinschätzung von 

Dr. med. D._____ aus rheumatologischer Sicht als auch auf jene von 

Med. pract. G._____ aus psychiatrischer Sicht abzustellen ist und die be-

schwerdeführerischen Einwände sowie auch die weiteren aktenkundigen 

medizinischen Berichte die Schlüssigkeit und Nachvollziehbarkeit der bei-

den Administrativgutachten nicht hinreichend zu erschüttern vermögen. 

Damit ist von einer Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer adap-

tierten Tätigkeit im Umfang von 70 % eines Vollzeitpensums auszugehen. 

Qualitative Einschränkungen bestehen aus somatischer Sicht hinsichtlich 

rein sitzenden und rein stehenden Tätigkeiten, insbesondere auch vornü-

bergebeugtem Arbeiten und es bestehen Gewichtsbeschränkungen für das 

repetitive (5 kg) und einzelfallweise (15 kg) Heben von Lasten (Bg-act. 101 

S. 15 f.). Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit aus psychischer Sicht be-

stehen nicht (Bg-act. 126 S. 30 f.)

7. Soweit die Beschwerdeführerin weiter vorbringt, dass im vorliegenden Fall 

zwingend eine Haushaltsabklärung hätte erfolgen müssen, ändert dies, wie 

nachstehend noch zu zeigen sein wird, nichts am Ergebnis, wonach bei der 

Beschwerdeführerin kein rentenbegründender Invaliditätsgrad besteht. 

Dies auch wenn der Beschwerdeführerin grundsätzlich zuzustimmen ist, 

dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung die für die Bestimmung 

des Invaliditätsgrades zu eruierende Einschränkung in einem anerkannten 

Aufgabenbereich im Sinne von Art. 7 Abs. 2 IVG bzw. die konkreten Aus-

wirkungen eines Gesundheitsschadens im nichterwerblichen Bereich 

grundsätzlich durch eine Abklärung vor Ort gemäss Art. 69 Abs. 2 Satz 2 

IVV festzustellen sind. Auf die Durchführung kann aber ausnahmsweise 

verzichtet werden. Auch wenn vorliegend grundsätzlich die konkreten Aus-

wirkungen eines Gesundheitsschadens im nichterwerblichen Bereich für 

die (gleichzeitige) Bestimmung der gesundheitsbedingten Beeinträchti-

gung im Haushalt massgebend sind und prinzipiell nicht einfach auf die me-

- 44 -

dizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit abgestellt werden kann, konnte die 

Beschwerdegegnerin unter Berücksichtigung des Erfordernisses einer un-

realistisch hohen Einschränkung im zu 20 % gewichteten Haushaltsbereich 

davon absehen (vgl. nachstehende Erwägung 8.2). Zudem ist aufgrund der 

beweiskräftigen Administrativgutachten nur von somatisch bedingten Ein-

schränkungen im quantitativen Umfang von 30 % für körperlich leichte, 

wechselbelastende Tätigkeiten ohne repetitives Heben von Lasten über 

5 kg bzw. Einzellasten körpernah von über 15 kg auszugehen. Für die an-

gestammte Tätigkeit mit überwiegend stehender Tätigkeit und unter Beach-

tung der genannten Gewichtslimiten schätzte Dr. med. D._____ die Ar-

beitsfähigkeit noch auf 40 % bis maximal 50 %. Dabei fällt noch ins Ge-

wicht, dass die Beschwerdeführerin mit ihrer Familie zusammenlebt (siehe 

Bg-act. 126 S. 15) und von diesen im Sinne einer Schadenminderungs-

pflicht eine Mithilfe im Haushalt einzufordern ist, wobei die beiden Kinder 

der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung bereits 

volljährig waren und im Haushaltsbereich grössere Freiheiten in der zeitli-

chen Gestaltung bestehen. Insofern erscheint unwahrscheinlich, dass im 

Haushalt eine höhere als im Ausmass von 60 % somatisch bedingte Ein-

schränkung besteht (vgl. zum Ganzen Urteile des Bundesgerichts 

9C_295/2018 vom 26. Juli 2018 E.4.1 und 8C_827/2011 vom 3. Februar 

2012 E.4.2; BGE 133 V 504 E.4.2 m.H.a. BGE 130 V 97 E.3.3.3; BGE 134 

V 9 E.7.2 und 7.3.1; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

[EVG] I 12/05 vom 18. Mai 2005 E.2.4). 

8.1. Die Beschwerdeführerin äussert keine Kritik an der Gewichtung des Er-

werbs (80 %) und des Haushalts (20 %). Aufgrund der vorliegenden Akten 

ist diese Gewichtung durch die Beschwerdegegnerin auch nicht zu bean-

standen, insbesondere da die Betreuungsleistungen hinsichtlich den bei-

den, zwischenzeitlich erwachsenen Kindern immer mehr reduziert werden 

konnte (vgl. Bg-act. 126 S. 16). Die Beschwerdeführerin rügt hingegen, 

dass die Beschwerdegegnerin potenzielle Wechselwirkungen zwischen der 

- 45 -

als zumutbar erachteten (Rest-)Arbeitsfähigkeit im Erwerbsbereich sowie 

den Einschränkungen im Haushaltsbereich nicht berücksichtigt habe. 

Gemäss BGE 134 V 9 ist bezüglich der in den beiden Tätigkeitsbereichen 

Erwerb und Haushalt vorhandenen Belastungen deren unterschiedlichen 

Gegebenheiten Rechnung zu tragen. Die versicherte Person sei im Rah-

men ihrer Schadensminderungspflicht gehalten, im Umfang ihrer noch vor-

handenen Leistungsfähigkeit eine dem Leiden angepasste erwerbliche 

Tätigkeit auszuüben. Es ist also eine erwerbliche Tätigkeit zu wählen, in 

welcher sich die gesundheitliche Beschränkung minimal auswirke. Bezüg-

lich der häuslichen Verrichtungen sei die Wahl des Tätigkeitsgebietes hin-

gegen eingeschränkter. Andererseits bestünden in diesem Bereich grös-

sere Freiheiten in der zeitlichen Gestaltung und Familienangehörigen sei 

eine gewisse Mithilfe zuzumuten. Eine gegenseitige Beeinflussung er-

scheine umso geringer, je komplementärer die Anforderungsprofile der bei-

den Tätigkeitsgebiete ausgestaltet seien. Die sich durch eine schlechte 

Vereinbarkeit der beiden Tätigkeitsbereiche ergebenden negativen ge-

sundheitlichen Auswirkungen müssten offenkundig und unvermeidbar sein. 

Von einer vermeidbaren Wechselwirkung sei demgegenüber auszugehen, 

wenn durch eine zumutbare Wahl einer anderen Erwerbstätigkeit solche 

Wechselwirkungen ausgeschlossen werden können. Schliesslich seien 

Wechselwirkungen nur dann zu berücksichtigen, wenn sich aus den Akten 

ergebe, dass die Arzt- und (Haushalts-) Abklärungsberichte nicht bereits in 

Kenntnis der im jeweils anderen Aufgabenbereich vorhandenen Belas-

tungssituation erstellt worden seien (siehe zum Ganzen BGE 134 V 9 E.7.2 

und 7.3.1 f.). Solche Wechselwirkungen in der Ausprägung von gesund-

heitlichen Auswirkungen vom Erwerbs- in den Haushaltsbereich können 

gemäss Bundesgericht nur angenommen werden, wenn die verbleibende 

Restarbeitsfähigkeit im erwerblichen Tätigkeitsgebiet voll ausgenützt wird. 

Zudem kann ein allfällig reduziertes Leistungsvermögen im erwerblichen 

Bereich infolge einer Beanspruchung im Haushalt nur für den Fall berück-

sichtigt werden, wo Betreuungspflichten, insbesondere gegenüber Kindern, 

- 46 -

bestehen (BGE 134 V 9 E.7.3.3 f.). Allfällige Wechselwirkungen sind stets 

vom anteilsmässig bedeutenderen zum weniger bedeutenderen Bereich zu 

berücksichtigen und der ungewichtete Maximalsatz für eine solche Berück-

sichtigung von Wechselwirkungen legte das Bundesgericht auf 15 % fest 

(BGE 134 V 9 E.7.3.5 f.).

8.2. Vorliegend ging Dr. med. D._____ im rheumatologischen Gutachten vom 

9. Dezember 2016 (Posteingang) selbst in der angestammten Tätigkeit und 

unter Berücksichtigung von gewissen Gewichtslimiten für repetitives Heben 

bzw. Heben von Einzellasten (vgl. bereits vorstehende Erwägungen 5.1 

und 7) von einer Arbeitsfähigkeit von 40 % bis maximal 50 % aus. In einer 

adaptierten Tätigkeit bemass er die Arbeitsfähigkeit auf 70 %. Für die Inva-

liditätsbemessung ging die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Ver-

fügung vom 2. November 2017 von einem Valideneinkommen für das Jahr 

2017 von Fr. 48'138.50 aus, welches sie auf Basis des zuletzt verdienten 

Monatslohnes (80 % Pensum), angepasst an die (geschätzte) Nominalloh-

nentwicklung von 2015 bis 2017, ermittelte (vgl. Bg-act. 50 S. 2 f. und Bg-

act. 130 S. 1). Das Invalideneinkommen ermittelte sie auf Basis der 

Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik für 

das Jahr 2014 (LSE 2014), Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Total, weib-

lich, angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 h/Woche sowie 

die (geschätzte) Nominallohnentwicklung von 2014 bis 2017 bezüglich der 

verwertbaren Restarbeitsfähigkeit von 70 % in einer adaptierten Tätigkeit 

gemäss rheumatologischem Gutachten von Dr. med. D._____ vom 9. De-

zember 2016 (Posteingang). Daraus resultierte ein Invalideneinkommen 

von Fr. 38'553.10 und somit ein Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich von 

20 % bzw. gewichtet im Verhältnis 80/20 % (Erwerb/Haushalt) von 16 %. 

Im Haushaltsbereich ging die Beschwerdegegnerin auf Basis der Ein-

schränkung im Erwerbsbereich in einer adaptierten Tätigkeit ebenfalls von 

einer Einschränkung von 30 %, gewichtet 6 %, aus. Daraus resultierte, in 

Anwendung der dazumal gültigen Berechnungsweise für die gemischte 

- 47 -

Methode (vgl. dazu vorstehende Erwägung 2.3), ein rentenausschliessen-

der Gesamtinvaliditätsgrad von 22 %. Die Beschwerdeführerin kritisiert die 

dieser Berechnung zugrunde gelegten Validen- und Invalideneinkommen 

nicht und entsprechende Mängel sind auch nicht ersichtlich. Einzig das Ab-

stellen auf das Jahr 2017 für die Invaliditätsbemessung erschliesst sich 

dem Gericht mit Blick auf BGE 129 V 222 nicht ganz, weil die Beschwerde-

gegnerin von einer verwertbaren (adaptierten) Arbeitsfähigkeit von 70 % ab 

März 2016 ausgeht (siehe Bg-act. 139 S. 5) und im Jahre 2016 sowohl das 

Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b und c IVG abgelaufen war als auch 

Art. 29 Abs. 1 IVG eingehalten war (siehe Bg-act. 140 S. 23). Infolge der 

von der Beschwerdegegnerin berücksichtigten, gleichen Nominallohnent-

wicklung 2016 bis 2017 beim Validen- und Invalideneinkommen (siehe Bg-

act. 139 S. 2 und Bg-act. 130 S. 1), änderte sich aber auch beim Abstellen 

auf das Jahr 2016 nichts an dem nachfolgend dargelegten Ergebnis. Wenn 

sich die Beschwerdegegnerin also auf den Standpunkt stellt, dass sie für 

die Einschränkung im Haushalt ebenfalls auf die Beurteilung von Dr. med. 

D._____ hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ab-

stelle, weil sich auch bei einer höheren Einschränkung im Haushaltsbereich 

keine rentenrelevante Veränderung des Invaliditätsgrades ergeben könne, 

ist dies, wie die nachfolgende Berechnung zeigt, nicht zu beanstanden. 

Dazu ist noch anzumerken, dass sich bei einer hypothetischen Annahme 

einer 100%igen Einschränkung im Haushaltsbereich keine Wechselwir-

kung im Umfang von bis zu 15 % infolge der (ebenfalls) als zumutbar er-

achteten Erwerbstätigkeit im Umfang von 70 % (Gewichtung von 80 %) auf 

die anteilsmässig kleinere Haushaltstätigkeit ergeben könnte, weil bereits 

eine vollständige Einschränkung im Haushaltsbereich bestünde. Der zu-

letzt verdiente Jahreslohn, angepasst an die (tatsächliche) Nominalloh-

nentwicklung zwischen 2015 und 2017 von 0.7 und 0.4 %, ergibt ein Vali-

deneinkommen für das Jahr 2017 von Fr. 47'710.40 (80 % Pensum). Unter 

Zugrundelegung derselben Parameter wie die Beschwerdegegnerin für die 

Berechnung des Invalideneinkommens im Jahre 2017 resultiert für die als 

- 48 -

zumutbar erachtete Restarbeitsfähigkeit von 70 % in einer adaptierten 

Tätigkeit ein Invalideneinkommen von Fr. 38'222.65 (LSE 2014, Kompe-

tenzniveau 1, weiblich, angepasst an die betriebsübliche Wochenarbeits-

zeit von 41.7 h/Woche und die Nominallohnentwicklung für den Zeitraum 

von 2014 bis 2017 [0.4 %, 0.7 %, 0.4 %]). Daraus resultiert wiederum eine 

Einschränkung im Erwerbsbereich von 20 % und gewichtet von 16 %. Für 

einen rentenbegründenden Gesamtinvaliditätsgrad von mindestens 40 % 

(siehe Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG) müsste der Invaliditätsgrad im Haushaltsbe-

reich mindestens 24 % betragen, was aber bei einer Gewichtung von 20 % 

eine über 100%ige Einschränkung im Haushaltsbereich erfordern würde, 

was rein hypothetisch ist und bleibt. Selbst bei Berücksichtigung der maxi-

mal möglichen Einschränkung von 100 % im Haushaltsbereich würde ein 

maximaler Gesamtinvaliditätsgrad von 36 % resultieren, welcher aber nicht 

zum Bezug einer Invalidenrente berechtigt. Insofern ändert sich vorliegen-

denfalls trotz Verzichts auf eine Haushaltsabklärung nichts am Ergebnis.

9.1. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen kann somit festgehalten werden, 

dass die Beschwerdegegnerin zu Recht den Anspruch der Beschwerdefüh-

rerin auf eine Invalidenrente verneint hat und die Beschwerde sich somit 

als unbegründet erweist, womit sie abzuweisen ist.

9.2. Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung 

von Art. 61 Abs. 1 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantona-

len Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 

Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Aufgrund des Ausganges des vorlie-

genden Verfahrens ge