# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f10c3abd-23d7-58cb-b546-3f7aeda4901e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.06.2021 IV 2020/146
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2020-146_2021-06-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/146

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 22.12.2021

Entscheiddatum: 28.06.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 28.06.2021
Art. 15 ff. IVG und Art. 28 IVG. Anspruch auf berufliche Massnahmen und 
Rente. Beweiswürdigung eines psychiatrischen Administrativgutachtens. 
Beweiskraft des Gutachtens und Unvoreingenommenheit des Experten 
bejaht. Mangels eines die berufliche Eingliederung behindernden 
Gesundheitsschadens und einer Arbeitsunfähigkeit besteht weder ein 
Anspruch auf berufliche Massnahmen noch auf eine Rente (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. Juni 2021, IV 
2020/146).

Entscheid vom 28. Juni 2021

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz), Miriam Lendfers und 

Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Geschäftsnr.

IV 2020/146

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Nadeshna Ley, Blumenbergplatz 1, Postfach 

1126, 9001 St. Gallen,

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St.Galler Gerichte

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

IV-Leistungen

Sachverhalt

A.  

Am 5. Juli 2016 wurde A.___ von seinen Eltern bei der IV-Stelle des Kantons 

St. Gallen zum Bezug von Leistungen für Minderjährige angemeldet (IV-act. 1). Die 

behandelnde Dr. med. B.___, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -

psychotherapie, Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienste St. Gallen, diagnostizierte 

eine Adoleszentenkrise (ICD-10: F93.8) bei mangelnder Identitätsentwicklung, 

verflachter Mimik, Antriebs- und Interessenlosigkeit, Freudlosigkeit, Leere-Gefühl, 

Reizbarkeit mit aggressivem Verhalten, Konzentrationsmangel (medikamentöse 

Therapie mit Methylphenidat von ca. 11 bis 14-jährig durch den Kinderarzt), 

Schulleistungsproblemen trotz hohem IQ, fehlender Tagesstruktur mit Tag/Nacht-

Umkehr, Cannabiskonsum. Der Versicherte habe anfangs Februar 2016 die KV-Lehre 

abgebrochen. Es bestehe keine kinder- und jugendpsychiatrisch attestierte 

Arbeitsunfähigkeit. Jedoch seien aufgrund der vorgenannten Angaben zum 

Gesundheitsschaden sowie mangelnder Zielvorstellungen und Motivation 

Schwierigkeiten bei der Berufseingliederung zu erwarten. Eine Ausbildung im 

geschützten Rahmen und bei «interner Wohnsituation» sei empfehlenswert und werde 

vom Versicherten selbst gewünscht (Bericht vom 24. August 2016, IV-act. 10). Dr. med. 

C.___, Oberärztin bei den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Diensten St. Gallen, 

berichtete am 15. März 2017, die Behandlung des Versicherten sei ab dem 4. Januar 

2017 pausiert worden. Dieser lehne die Fortführung der jugendpsychiatrischen 

Behandlung mit Wiederansetzen der Medikation (z. B. Atomoxetin) aktuell ab. Ab sofort 

A.a. 

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könne mit der Wiederaufnahme einer Tätigkeit in einem 100%igen Umfang gerechnet 

werden (IV-act. 18). Die RAD-Ärztin med. pract.  G.___, Fachärztin für Kinder- und 

Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, vertrat in der Stellungnahme vom 27. April 

2017 die Ansicht, der Lehrabbruch des Versicherten sei krankheitsbedingt erfolgt. Es 

liege ein psychischer Gesundheitsschaden vor, der die Ausbildungsfähigkeit generell 

beeinträchtige (IV-act. 20-2). Gleichentags gewährte die IV-Stelle dem Versicherten 

eine Berufsberatung (Mitteilung vom 27. April 2017, IV-act. 22), die aufgrund einer 

Verschlechterung des Gesundheitszustands des Versicherten in Absprache mit dessen 

Eltern sistiert wurde (Schlussbericht Berufsberatung vom 30. Mai 2018, IV-act. 30).

Auf Zuweisung des ambulant behandelnden Dr. med. D.___, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, nahm der Versicherte vom 24. Mai bis 13. Juni 2018 

an einem stationären THC-Entzug in der E.___ AG, Privatklinik für Psychiatrie und 

Psychotherapie, teil. Die dort behandelnden medizinischen Fachpersonen 

diagnostizierten eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) sowie 

psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide: Schädlicher Gebrauch 

(ICD-10: F12.1). «Bei Austritt bestand psychopathologisch noch ein fast remittierter 

depressiver Affekt, jedoch keine Anhaltspunkte für akute Selbst- oder 

Fremdgefährdung ohne Zeichen der Aggravation oder Dissimulation». Für die Dauer 

des stationären Aufenthalts wurde dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 

bescheinigt (Austrittsbericht vom 19. Juni 2018, IV-act. 36). Aufgrund von beruflichen 

Schwierigkeiten mit sozialem Rückzug bei mittelschwerem depressivem Zustandsbild 

mit Perspektivlosigkeit und starken Selbstzweifeln wurde der Versicherte von Dr. D.___ 

der E.___ AG erneut zur stationären Behandlung zugewiesen. Diese dauerte vom 

17. Juli bis 28. August 2018. Die medizinischen Fachpersonen der E.___ AG 

berichteten, dass der Versicherte seit Juni 2018 keinen Cannabiskonsum mehr 

betreibe. Die während des Aufenthalts erfolgten Drogenurinbefunde seien für alle 

getesteten Substanzen negativ gewesen. Zum Zeitpunkt des Austritts hätten 

psychopathologisch nach wie vor Vermeidungstendenzen vor dem Hintergrund 

ausgeprägter Insuffizienzgefühle bestanden. Bis zum 18. September 2018 bestehe eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit (Austrittsbericht vom 10. September 2018, IV-act. 35-2 ff.). 

Am 18. September 2018 begann der Versicherte, wiederum auf Zuweisung von 

Dr. D.___, einen dritten stationären Aufenthalt in der E.___ AG. Zum Zuweisungsgrund 

A.b. 

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führten die dort behandelnden medizinischen Fachpersonen aus, der Versicherte trete 

aufgrund der Komplexität des Störungsbilds und psychosozialer Beeinträchtigung zur 

weiteren Stabilisierung, vertieften diagnostischen Abklärung und zur Fortführung der 

stationären Therapie im Rahmen des Schematherapieprogramms ein. Diagnostisch 

gingen sie von einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit ängstlichen 

(vermeidenden), impulsiven und narzisstischen Zügen aus. Den Cannabis-Konsum 

bewerteten sie als dysfunktionale Strategie zur Emotionsregulation und somit eindeutig 

als sekundär vor dem Hintergrund der Persönlichkeitsstörung. Dem Versicherten sei es 

gelungen, die THC-Abstinenz sowohl im stationären Setting als auch während der 

Belastungsaufenthalte an den Wochenenden aufrechtzuerhalten. Eine 

Aufmerksamkeitsstörung habe im Rahmen einer neuropsychologischen Abklärung 

nicht objektiviert werden können (IV-act. 38; zum neuropsychologischen Bericht vom 

21. November 2018 [Datum Posteingang IV-Stelle] über die Untersuchungen vom 

24. September und 2. Oktober 2018 siehe IV-act. 40).

Am 4. Dezember 2018 meldete sich der Versicherte zum Bezug von IV-Leistungen 

für Erwachsene (berufliche Integration/Rente) bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen 

an (IV-act. 43). Der behandelnde Dr. D.___ diagnostizierte eine Persönlichkeitsstörung 

mit ängstlich-vermeidenden, narzisstischen und impulsiven Zügen (ICD-10: F61.0), eine 

rezidivierende Depression, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), und 

einen schädlichen Gebrauch von Cannabinoiden (ICD-10: F12.1). Möglicherweise habe 

der Versicherte nach längerer Abstinenz (seit Ende Mai 2018) wieder Cannabis zu 

konsumieren begonnen. Gegenwärtig seien dem Versicherten weder eine berufliche 

Eingliederung noch eine geregelte Arbeit möglich (Bericht vom 28. Januar 2019, IV-

act. 49).

A.c. 

Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte am 9. April 2019 durch Dr. med. 

F.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, begutachtet. Dieser diagnostizierte 

eine Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung, Mischtypus (ICD-10: F90.0), 

leicht bis mittelgradig, und einen schädlichen Gebrauch von Cannabis (ICD-10: F12.1; 

zum positiven Ergebnis einer am 21. Februar 2019 durchgeführten Urinprobe siehe IV-

act. 55-28), wobei der Schaden im amotivationalen Syndrom liege. Zudem bestünden 

noch akzentuierte Persönlichkeitszüge mit narzisstischen und dissozialen Anteilen 

(ICD-10: Z73.1), die jedoch nicht das Ausmass einer Persönlichkeitsstörung annehmen 

A.d. 

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würden. Beim Versicherten liege eine hohe Intelligenz vor, er habe eine kräftige Statur 

und eine gute Leistungsfähigkeit, wenn er denn motiviert und nicht mit Cannabis 

betäubt sei. Ungünstig seien seine narzisstisch-dissozialen Persönlichkeitszüge, sein 

Hang zur Bequemlichkeit, was ihn zum Cannabiskonsum geführt habe «und alles 

zusammen ihn sehr träge werden liess». «Wenn man das ADHS nicht behandelt und er 

weiterhin Cannabis konsumiert, wird er im ersten Arbeitsmarkt nicht arbeitsfähig sein 

und eine Ausbildung macht auch keinen Sinn, allerdings selbstverschuldet. Wenn man 

[das] ADHS hingegen behandelt, er die Medikamente wie verordnet einnimmt, und 

wenn er komplett auf Cannabis verzichtet, womit das amotivationale Syndrom sich 

legt, ist […] bei seiner Persönlichkeit zu erwarten, dass er im ersten Arbeitsmarkt Erfolg 

haben wird. Er muss dazu aber auch seine Haltung ändern, was zumutbar ist». Der 

Versicherte sei besserwisserisch (narzisstisch) und reagiere regredierend auf die 

wohlwollenden und entlastenden Therapien in E.___. Die Strukturierungsversuche mit 

der Tagesklinik seien als kontraproduktiv zu werten, insbesondere da man seinen 

Cannabiskonsum weiterhin ohne Konsequenzen zur Kenntnis nehme. Die angeblich 

vorliegende mittelgradige depressive Episode sei anhand der Berichte nicht 

nachvollziehbar und nicht korrekt, bzw. das Motivationsproblem sei viel besser durch 

die Cannabiswirkung (amotivationales Syndrom), die Enttäuschung und Kränkung nach 

Entlassung erklärbar. Bezogen auf eine Tätigkeit als Hilfsarbeiter bescheinigte Dr. F.___ 

dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (Gutachten vom 9. Mai 2019, IV-

act. 55). Die RAD-Ärztin med. pract. G.___ bewertete die gutachterliche Beurteilung als 

formal und inhaltlich korrekt. Das Gutachten sei plausibel und nachvollziehbar. Der 

Versicherte könne ab sofort zu 100% als Hilfsarbeiter erwerbstätig sein. Bei 

Behandlung des ADHS und einer Cannabisabstinenz liege eine Ausbildungsfähigkeit im 

ersten Arbeitsmarkt vor (Stellungnahme vom 14. Mai 2019, IV-act. 57).

Mit Vorbescheid vom 21. Mai 2019 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Ab­

weisung des Gesuchs um berufliche Massnahmen und Rentenleistungen in Aussicht 

(IV-act. 59). Dagegen erhob der Versicherte am 21. Juni 2019 Einwand, worin er 

berufliche Massnahmen beantragte. Über einen allfälligen Rentenanspruch sei nach 

Abschluss der beruflichen Massnahmen anhand der dannzumaligen Gegebenheiten zu 

entscheiden. Das Gutachten von Dr. F.___ hielt er aus verschiedenen Gründen für 

mangelhaft. Des Weiteren stellte er die Fähigkeit von Dr. F.___ als Gutachter und 

A.e. 

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dessen Unvoreingenommenheit infrage (IV-act. 66). Zudem reichte er einen 

«Abklärungsbericht Aufmerksamkeits- / Hyperaktivitätsstörung» von Dr. phil. H.___, 

Psychotherapeut FSP, vom 12. Juni 2019 ein. Dieser war zur Auffassung gelangt, dass 

eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10: F90) vorliege. Bei 

Compliance könne eine multimodale Intervention etabliert werden. Eine Massnahme 

durch die Invalidenversicherung für die berufliche Integration sei notwendig (IV-

act. 66-17 ff.).

Die IV-Stelle legte den Einwand des Versicherten mit Schreiben vom 

19. September 2019 Dr. F.___ zur Stellungnahme vor (IV-act. 72). Dieser äusserte sich 

hierzu am 22. Oktober 2019. Aus seiner Sicht lägen keine neuen medizinischen 

Erkenntnisse vor, weshalb er an seinen Schlussfolgerungen in seinem Gutachten 

festhalte. Eine berufliche Massnahme sei weder mit Cannabiskonsum noch mit der 

ADHS-Behandlung zu begründen. Sie wäre im Fall des Versicherten wegen 

Verlängerung und Tolerierung seines ungünstigen Verhaltens kontraproduktiv. Es sei 

wichtig, dass man unterscheide, wer eine «invalidisierende/relevante» Krankheit habe 

und wer nicht. Wenn die «falsche Person» eine berufliche Massnahme erhalte, werde 

unnötig ein Platz besetzt und die Unterforderung schädige auch diese Person (IV-

act. 74).

A.f. 

Der Versicherte meldete sich am 18. November 2019 bei der kantonalen Arbeits­

losenkasse als arbeitslos. Diese gab der IV-Stelle am 7. Februar 2020 zur Auskunft, 

dass der Versicherte eine Arbeitsstelle mit einem 100%igen Beschäftigungsgrad bei 

einer 100%igen Vermittlungsfähigkeit suche. Arztzeugnisse betreffend eine allfällige 

Arbeitsunfähigkeit lägen nicht vor. Der Versicherte beziehe seit dem 18. November 

2019 Taggeldleistungen (IV-act. 80).

A.g. 

Die RAD-Ärztin med. pract. G.___ empfahl in der Stellungnahme vom 9. März 

2020, Dr. F.___ um Beantwortung verschiedener Fragen zu ersuchen (IV-act. 82-3). 

Hierzu kam es in der Folge jedoch nicht.

A.h. 

Die im Psychiatrie-Zentrum I.___ behandelnden medizinischen Fachpersonen 

berichteten am 22. März 2020, psychopathologisch im Vordergrund stünden 

Versagensängste mit deutlichem Vermeidungsverhalten, Antriebs- und 

A.i. 

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Motivationslosigkeit, leichte Ablenkbarkeit, innere Unruhe, Stimmungsschwankungen 

sowie geringe Frustrationstoleranz, die sich auf die berufliche Ausbildung auswirken 

würden. Die Einschränkungen bestünden anamnestisch seit Abschluss der 

Sekundarschule. Bereits zu Beginn der Einzeltherapie seien ein Vermeidungsverhalten 

und fehlende Verbindlichkeit deutlich geworden, was die Überprüfung der in 

Vergangenheit gestellten Diagnosen einerseits, andererseits die Erstellung eines 

Behandlungsplans deutlich erschwert bis verunmöglicht habe. Der Versicherte betreibe 

ein selbstschädigendes Verhalten (Cannabisabusus). Ein Behandlungsplan mit Fokus 

auf die AD(H)S-Symptomatik, Optimierung bzw. Umstellung der 

psychopharmakologischen Medikation, Festigung der in der E.___ AG als auch in der 

Tagesklinik erlernten «Strategien», sei angedacht gewesen. Der Versicherte sei 

allerdings nur zu drei Folgegesprächen erschienen (IV-act. 83-1 ff.).

Der RAD-Arzt med. pract. J.___, Facharzt für Arbeitsmedizin, gelangte gestützt auf 

die gutachterliche Beurteilung, dass der Versicherte bei Cannabisabstinenz – die ihm 

uneingeschränkt zumutbar sei – als Hilfsarbeiter auf dem 1. Arbeitsmarkt sofort 

arbeitsfähig wäre, zur Auffassung, dass eine Psychotherapie nicht als eine von der 

Invalidenversicherung zu erbringende medizinische Massnahme anerkannt werden 

könne (Stellungnahme vom 6. April 2020, IV-act. 84-2). Daraufhin zeigte die IV-Stelle 

dem Versicherten mit Vorbescheid vom 17. April 2020 an, dass sie das Gesuch um 

Kostengutsprache für medizinische Massnahmen (Psychotherapie) ablehne (IV-act. 87).

A.j. 

In der Eingabe vom 22. April 2020 machte der Versicherte weitere Ausführungen 

zu der von ihm geltend gemachten Voreingenommenheit von Dr. F.___ (IV-act. 88).

A.k. 

Die RAD-Ärztin med. pract. G.___ hielt in der Stellungnahme vom 27. April 2020 

fest, dass sich aus medizinischer Sicht nichts geändert habe, und verwies auf die 

früheren RAD-Stellungnahmen (IV-act. 90).

A.l. 

Am 30. April 2020 versandte die IV-Stelle einen neuerlichen Vorbescheid, worin 

sie dem Versicherten die Abweisung der Gesuche um berufliche Massnahmen und 

Rentenleistungen in Aussicht stellte. Mit diesem ersetzte sie den Vorbescheid vom 

21. Mai 2019. Zur Begründung führte sie aus, bei einer adäquaten Behandlung des 

ADHS sowie einer Cannabisabstinenz bestehe eine volle Ausbildungs- bzw. 

A.m. 

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B.  

Arbeitsfähigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt. Die bisherigen Einschränkungen stünden 

hauptsächlich im Zusammenhang mit dem schädlichen Gebrauch von Cannabis und 

nicht mit der ADHS-Erkrankung (IV-act. 92). Dagegen erhob der Versicherte am 2. Juni 

2020 Einwand und ersuchte darin u.a., den Entscheid über den Rentenanspruch 

einstweilen auszusetzen. Er reichte eine Anweisung des Regionalen 

Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) Rapperswil-Jona zur Teilnahme an einem 

Motivationssemester vom 13. Januar 2020 und einen Lehrvertrag vom 3. April 2020 

betreffend die Ausbildung zum Logistiker EFZ ein (Beginn am 1. August 2020, IV-

act. 98).

Mit Verfügung vom 4. Juni 2020 wies die IV-Stelle die Gesuche um berufliche 

Massnahmen und eine Rente ab (IV-act. 101).

A.n. 

Am 3. Juli 2020 verfügte die IV-Stelle, dass das Gesuch um Kostengutsprache für 

medizinische Massnahmen (Psychotherapie) abgewiesen werde (IV-act. 102).

A.o. 

Gegen die Verfügung vom 4. Juni 2020 richtet sich die vorliegende Beschwerde 

vom 6. Juli 2020. Der Beschwerdeführer beantragt darin deren Aufhebung und die 

Gewährung der notwendigen beruflichen Massnahmen einschliesslich Taggeld. Über 

einen allfälligen Rentenanspruch sei nach Abschluss der beruflichen Massnahmen 

aufgrund der dannzumaligen Gegebenheiten zu entscheiden; unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge. Zudem ersucht er um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege. Zur Begründung bringt der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, das 

Gutachten von Dr. F.___ sei nicht beweiskräftig. Vielmehr sei gestützt auf die 

Einschätzung der behandelnden medizinischen Fachpersonen davon auszugehen, 

dass er krankheitsbedingt nicht in der Lage sei, im Arbeitsmarkt und in der Ausbildung 

zu bestehen (act. G 1).

B.a. 

Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 

16. September 2020 die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich im Wesentlichen 

auf den Standpunkt, dass die gutachterliche Beurteilung von Dr. F.___ beweiskräftig 

sei. In einer Gesamtbetrachtung der medizinischen Aktenlage sei eine 

ressourcenhemmende Wirkung des nicht adäquat behandelten ADHS und 

B.b. 

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Erwägungen

1.

Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet 

ausschliesslich die Verfügung vom 4. Juni 2020 betreffend berufliche Massnahmen und 

Rente (act. G 1). Die Verfügung vom 3. Juli 2020 betreffend medizinische Massnahmen 

(IV-act. 102) blieb unangefochten.

Cannabiskonsums nicht ausgewiesen. Aufgrund des Fehlens eines invalidisierenden 

Gesundheitsschadens sei somit weder ein Anspruch auf eine erstmalige berufliche 

Ausbildung noch ein Rentenanspruch gegeben (act. G 3).

Innert mehrfach erstreckter Frist (act. G 7, act. G 9 und act. G 10) reicht der 

Beschwerdeführer am 10. März 2021 die Replik ein. Darin zeigt er sich mit der 

formlosen Abweisung seines Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege (siehe hierzu das Schreiben des Versicherungsgerichts vom 22. Oktober 

2020, act. G 4) einverstanden. Ansonsten hält er unverändert an den gestellten 

Anträgen fest (act. G 11).

B.c. 

Die Beschwerdegegnerin teilt am 25. März 2021 den Verzicht auf eine Duplik mit 

(act. G 14).

B.d. 

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 

Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, 

wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.1. 

Um einen Gesundheitsschaden und eine allenfalls daraus resultierende Invalidität 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

1.2. 

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2.

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist zunächst die Frage, 

ob der Sachverhalt spruchreif abgeklärt worden ist. Die Beschwerdegegnerin stützt 

sich in der angefochtenen Verfügung im Wesentlichen auf die gutachterliche 

Einschätzung von Dr. F.___ vom 9. Mai 2019 (IV-act. 55). Der Beschwerdeführer hält 

diese aus verschiedenen Gründen für mangelhaft (act. G 1 und act. G 11).

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der medizinischen Fachperson ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 

261 E. 4). Im Weiteren sind die medizinischen Auskünfte eine wichtige Grundlage für 

die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch 

zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte 

Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der 

freien Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und die 

Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines medizinischen Berichts ist entscheidend, ob er für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen 

Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Auf ein im Verfahren 

nach Art. 44 ATSG eingeholtes Gutachten ist rechtsprechungsgemäss abzustellen, 

wenn nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 

137 V 227 E. 1.3.4; BGE 135 V 469 f. E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts vom 15. Juli 

2020, 8C_335/2020, E. 4.1).

Soweit die Vorbringen des Beschwerdeführers auf die Person von Dr. F.___ und 

seine Fähigkeit zur psychiatrischen Begutachtung abzielen (act. G 1, IV. Rz 11 ff., und 

act. G 11, Rz 6 ff.), ist vorab zu bemerken, dass der Beschwerdeführer triftige 

Einwendungen bereits vor der Begutachtung hätte geltend machen können. Überdies 

kann auf die eingehenden Ausführungen des Versicherungsgerichts im Entscheid vom 

24. Januar 2020, IV 2017/299, verwiesen werden, die ebenfalls Dr. F.___, den vom 

Beschwerdeführer erwähnten Zeitschriftenartikel und das dort besprochene 

Strafverfahren betrafen (siehe act. G 1, IV. Rz 12). Das Versicherungsgericht legte u.a. 

2.1. 

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dar, dass weder der Inhalt des Zeitungsartikels noch das damalige Strafverfahren in 

irgendeinem Zusammenhang mit der von ihm (dem Versicherungsgericht) zu 

beurteilenden Sache gestanden habe und deshalb hierfür irrelevant seien sowie vor 

dem Hintergrund der dem Gericht obliegenden Objektivität und Neutralität nicht 

berücksichtigt werden dürften (E. 2.2 des Entscheids). Dasselbe gilt auch für den 

vorliegenden Fall.

Der Beschwerdeführer legt auch nicht plausibel dar und es ist nicht ersichtlich, 

dass die moralische Haltung von Dr. F.___ zum Drogenkonsum von Häftlingen sowie 

die Verurteilung wegen Körperverletzung in irgendeinem relevanten Zusammenhang 

mit dem andersgearteten Fall des Beschwerdeführers steht (zur Kritik des 

Beschwerdeführers siehe act. G 11, IV. Rz 3). Die Beschwerdegegnerin weist ferner 

zutreffend auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts hin, dass sogar ausfällige 

Äusserungen eines medizinischen Sachverständigen in einem anderen Verfahren 

keinen Ausstandsgrund darstellen (Urteil des Bundesgerichts vom 12. August 2014, 

9C_718/2013, E. 3.1). Nichts anderes gilt hinsichtlich der von Dr. F.___ auf seiner 

Geschäftswebseite wiedergegebenen Sinnsprüche (act. G 11, IV. Rz 4). Insbesondere 

bleibt unklar, weshalb die Wiedergabe nicht defizit-, sondern 

eigenressourcenorientierter Aphorismen geeignet sein könnte, Dr. F.___ als Person 

oder psychiatrischer Sachverständiger generell zu disqualifizieren. Zu erwähnen ist 

ausserdem, dass Dr. F.___ sowohl als Amtsarzt als auch ärztlicher Fachrichter tätig ist.

2.1.1. 

Soweit sich Dr. F.___ kritisch zu den Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen 

behandelnder medizinischer Fachpersonen äusserte (siehe hierzu die Kritik des 

Beschwerdeführers, act. G 1, IV. Rz 15), kann ebenfalls auf den bereits erwähnten 

Entscheid des Versicherungsgerichts vom 24. Januar 2020, IV 2017/299, E. 2.2, 

verwiesen werden, worin dieses eine Voreingenommenheit verneinte und hierzu das 

Folgende ausführte: Es sei davon auszugehen, «dass er sich damit auf die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach bekannt ist, dass behandelnde Ärztinnen 

und Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im 

Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5 mit 

Hinweisen), bezogen hat».

2.1.2. 

Konkrete Indizien für eine Voreingenommenheit von Dr. F.___ ergeben sich auch 

nicht aus der gutachterlichen Beurteilung. Anzufügen bleibt, dass auch die vom 

Beschwerdeführer kritisierten, teilweise unzweideutigen gutachterlichen 

Einschätzungen (etwa «Hang zur Bequemlichkeit», «sich nicht aufraffen mag» und 

«selbstverschuldet», act. G 11, IV. Rz 7) nicht per se gegen die Objektivität des 

2.1.3. 

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Gutachters sprechen (Entscheid des Versicherungsgerichts vom 24. Januar 2020, 

IV 2017/299, E. 2.3). Vielmehr beschreibt Dr. F.___ – entsprechend seiner 

gutachterlichen Aufgabe – in einem durchaus sachlichen, jedoch sehr direkten Tonfall 

motivationale und selbstverschuldete Aspekte. Solche werden auch von anderen 

medizinischen Fachpersonen beschrieben («mangelnde Zielvorstellungen und 

Motivation», IV-act. 10-2; «Mühe die Verantwortung für eigene Fehler zu übernehmen, 

Opferhaltung», IV-act. 11-2 oben; «antisoziale Tendenz», IV-act. 11-2 und IV-act. 11-3 

je unten; «Pokerface», IV-act. 41-5 Mitte; «selbstdestruktives Verhalten», IV-act. 41-6; 

«Motivationslosigkeit», IV-act. 83-2 oben; nur bei «ausreichender Eigenmotivation» sei 

eine Therapie zielführend, IV-act. 83-2 Mitte; «Vermeidungsverhalten und fehlende 

Verbindlichkeit», die u.a. einen Behandlungsplan deutlich erschweren bis 

verunmöglichen würden, IV-act. 83-3 oben). Hinzu kommt, dass sich in seinem 

Gutachten auch aufrichtig anerkennende Worte für den Beschwerdeführer finden, was 

ebenfalls gegen eine konkrete Voreingenommenheit spricht (etwa «kooperativ», «offen 

und ehrlich wirkend», IV-act. 55-26 oben; «anständig», IV-act. 55-30 oben; «ein derart 

intelligenter und kräftiger Mann», IV-act. 55-33; «Es ist schade, wenn man sieht[,] 

welche Ressourcen der Versicherte ungenutzt lässt», IV-act. 55-35 f.).

Des Weiteren rügt der Beschwerdeführer, die gutachterliche Beurteilung stehe den 

Einschätzungen sämtlicher behandelnder Medizinalpersonen entgegen und beruhe 

nicht auf einer vollständigen Akten- oder wenigstens Informationslage (act. G 1, 

IV. Rz 6 ff.).

2.2. 

Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend darlegt und worauf verwiesen werden 

kann (act. G 3, III. Rz 3), beinhaltet das Gutachten von Dr. F.___ eine ausführliche 

Zusammenstellung der Vorakten (IV-act. 55-7 ff.). Hinzu kommt, dass sich Dr. F.___ mit 

den Einschätzungen der behandelnden medizinischen Fachpersonen 

auseinandersetzte und seine davon abweichende Sichtweise plausibel begründete (IV-

act. 55-34). Das von ihm im Gegensatz zu den medizinischen Fachpersonen der E.___ 

AG bejahte Vorliegen eines ADHS (IV-act. 55-34 Mitte, IV-act. 55-35 und IV-act. 55-39) 

wurde denn auch von Dr. H.___ bestätigt (IV-act. 66-19). Vor diesem Hintergrund 

erscheinen auch die gestützt auf die ADHS-Diagnose getätigten kritischen 

Bemerkungen von Dr. F.___ zu früheren Behandlungen und dem Cannabiskonsum 

nachvollziehbar (IV-act. 55-34 Mitte).

2.2.1. 

Dass die Eigenressourcen betonende Sichtweise von Dr. F.___, das von ihm 

festgestellte amotivationale Syndrom (siehe auch IV-act. 55-39 unten) sowie seine 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen nicht abwegig, sondern vielmehr überwiegend 

2.2.2. 

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3.  

wahrscheinlich als zutreffend erscheinen, ergibt sich zudem aus dem nach der 

gutachterlichen Beurteilung eingetretenen Sachverhalt. Nachdem der 

Beschwerdeführer die Therapie im Psychiatrie-Zentrum I.___, die sich am in der E.___ 

erarbeiteten Behandlungskonzept orientierte, im Juli 2019 abgebrochen hatte (IV-

act. 83-4), meldete er sich am 18. November 2019 mit einer 100%igen 

Vermittlungsfähigkeit bei der kantonalen Arbeitslosenkasse an und sah sich in der 

Lage, eine vollzeitliche Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt zu suchen und 

gegebenenfalls anzunehmen. Darüber hinaus bestätigte die kantonale 

Arbeitslosenkasse, dass ihr keine Arztzeugnisse betreffend eine allfällige 

Arbeitsunfähigkeit vorliegen würden (Stellungnahme vom 7. Februar 2020, IV-act. 80). 

Auch im weiteren Verfahren gab der Beschwerdeführer nicht an, dass sich an seiner 

gegenüber der kantonalen Arbeitslosenkasse geltend gemachten vollständigen Arbeits- 

und Vermittlungsfähigkeit etwas geändert hatte. Der rechtskundig vertretene 

Beschwerdeführer brachte auch nicht vor, es seien im Rahmen des vom RAV 

Rapperswil-Jona vom 13. Januar bis 12. Juli 2020 angeordneten Einsatzprogramms 

relevante krankheitsbedingte Probleme aufgetreten (IV-act. 99-8 f.). Vielmehr 

vermochte der Beschwerdeführer noch während des Einsatzprogramms am 

3. / 16. April 2020 einen Lehrvertrag betreffend die Ausbildung zum .___ 

abzuschliessen (IV-act. 99-10 f.). Der Vollständigkeit halber bleibt diesbezüglich zu 

ergänzen, dass der Beschwerdeführer während des Beschwerdeverfahrens keine 

konkreten krankheitsbedingten Probleme für die Zeit nach dem Antritt der Lehre 

(1. August 2020, IV-act. 99-10) ins Feld führte (vgl. Replik vom 10. März 2021). Diese 

Umstände liegen zeitlich zwar nach dem Verfügungszeitpunkt, bekräftigen jedoch die 

Einschätzung von Dr. F.___, dass der Beschwerdeführer weder in seiner 

Erwerbsfähigkeit noch in der Fähigkeit zur Stellensuche wegen eines 

Gesundheitsschadens in relevanter Weise dauerhaft beeinträchtigt war. Der 

Beschwerdeführer legte denn auch gar nicht konkret dar, welcher von ihm als «recht 

dringlich» nottuenden begleitenden Massnahmen er aus invaliditätsbedingten Gründen 

noch bedurft hätte (act. G 1, IV. Rz 18). Solche sind auch nicht erkennbar.

Dass die gutachterliche Beurteilung von Dr. F.___ die Voraussetzungen an eine 

beweiskräftige versicherungsmedizinische Einschätzung erfüllt, hat bereits die 

Beschwerdegegnerin ausführlich dargelegt (act. G 3, III. Rz 3 f. und RAD-

Stellungnahme vom 14. Mai 2019, IV-act. 57), worauf verwiesen wird.

2.2.3. 

Gemäss vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.3.1. 

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Der Beschwerdeführer hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

von ihm geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihm daran angerechnet.

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Der Beschwerdeführer hat ausgangsgemäss die gesamte 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der von ihm geleistete Kostenvorschuss 

von Fr. 600.-- ist ihm daran anzurechnen.

3.2. 

bis

Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG).

3.3. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 28.06.2021
	Art. 15 ff. IVG und Art. 28 IVG. Anspruch auf berufliche Massnahmen und Rente. Beweiswürdigung eines psychiatrischen Administrativgutachtens. Beweiskraft des Gutachtens und Unvoreingenommenheit des Experten bejaht. Mangels eines die berufliche Eingliederung behindernden Gesundheitsschadens und einer Arbeitsunfähigkeit besteht weder ein Anspruch auf berufliche Massnahmen noch auf eine Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. Juni 2021, IV 2020/146).

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