# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 97678454-cba1-5e84-8f44-2c0967a11c19
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-09
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 09.09.2020 I 2020 29
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2020-29_2020-09-09.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2020 29

Entscheid vom 9. September 2020 

Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
Dr.med. Urs Gössi, Richter
Dr.med. Pierre Lichtenhahn, Richter
MLaw Joëlle Sigrist, Gerichtsschreiberin

Parteien A.________,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr.iur. B.________,

gegen

Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern,
Vorinstanz,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr.iur. E.________,

Gegenstand Unfallversicherung (Unfallkausalität; Listendiagnose Art. 6 Abs. 2 
UVG)

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Sachverhalt:

A. A.________ (Jg. 1969) ist bei der C.________ AG, angestellt und dadurch 
bei der Suva gegen Unfallfolgen obligatorisch versichert. Mit Schadenmeldung 
vom 16. September 2019 informierte die Arbeitgeberin die Suva, A.________ sei 
am 22. Juli 2019 in D.________ im Meer wegen einer Welle gestürzt und habe 
sich mit dem gestreckten rechten Arm abgestützt; dabei sei plötzlicher Schmerz 
in der Schulter aufgetreten (Vi-act. 1). Mit Schreiben vom 3. Oktober 2019 teilte 
die Suva der Arbeitgeberin mit, sie übernehme für die Folgen des Nichtberufsun-
falls vom 22. Juli 2019 von A.________ die Versicherungsleistungen (Vi-act. 7).

B. Am 8. Oktober 2019 erkundigte sich die Arbeitgeberin bei der Suva über 
die Versicherungsleistungen, da A.________ voraussichtlich in der P.________ 
Klinik operiert werde (Vi-act. 9). Am 9. Oktober 2019 ersuchte die P.________ 
Klinik um Kostengutsprache für eine Operation bei Diagnose Rotatorenman-
schettenruptur/Supraspinatussehnenruptur Schulter rechts, dominant (Vi-act. 18, 
20). Nach Beizug medizinischer Berichte und Beurteilung durch die Kreisärztin 
teilte die Suva A.________ am 11. Oktober 2019 mit, die Kostengutsprache wer-
de nicht erteilt, der Fall per 19. September 2019 terminiert (Vi-act. 29). Auf Ersu-
chen von A.________ verfügte die Suva gleichentags den Fallabschluss per 19. 
September 2019 und die Ablehnung des Anspruchs auf weitere Versicherungs-
leistungen darüber hinaus (Vi-act. 30).

C. Gegen die Verfügung vom 11. Oktober 2019 reichte A.________ am 7. No-
vember 2019 vorsorglich und am 21. November 2019 begründete Einsprache ein 
(Vi-act. 42, 44). Mit Entscheid vom 4. März 2020 wurde die Einsprache abgewie-
sen (Vi-act. 60; Bf-act. 1). 

D. A.________ lässt am 7. April 2020 gegen den Einspracheentscheid vom 4. 
März 2020 beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz fristgerecht Beschwer-
de erheben mit den Anträgen:

1. Der Einspracheentscheid vom 4. März 2020 sei aufzuheben, und es seien dem 
Beschwerdeführer nach dem 19. September 2019 die gesetzlichen Leistungen, 
insbesondere Heilbehandlung und Taggelder, auszurichten.

2. Unter Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt.) zu Lasten der Beschwerdegegnerin.

E. Mit Vernehmlassung vom 29. Mai 2020 beantragt die Suva die Beschwer-
deabweisung. Am 14. Juli 2020 nimmt der Beschwerdeführer hierzu Stellung. Die 
Suva verzichtet mit Eingabe vom 17. Juli 2020 auf eine Duplik. 

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Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Es ist zwischen den Parteien unstrittig, dass der Beschwerdeführer am 22. 
Juli 2019 einen Unfall erlitt, für welchen die Suva leistungspflichtig wurde, und sie 
dies auch anerkannte (vgl. Ingress Bst. A). 

Für die Suva steht jedoch fest, dass ihre Leistungspflicht am 19. September 2019 
endete, da in diesem Zeitpunkt der Zustand, wie er sich auch ohne den Unfall 
vom 22. Juli 2019 eingestellt hätte, erreicht worden sei (Vi-act. 30 i.V.m. 28). Die 
Suva hält insbesondere dafür, dass die OP-Diagnose (traumatische Rotatoren-
manschettenruptur rechts mit ventro-distaler Supraspinatussehnen-Ruptur nach 
Sturz vom 22.7.2019; Vi-act. 54) nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
durch das Unfallereignis vom 22. Juli 2019 verursacht wurde. 

Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, die Supraspinatussehnen-
ruptur sei mit Sicherheit traumatisch verursacht, weshalb die Suva über den 19. 
September 2019 hinaus Leistungen zu erbringen habe, namentlich für Heilbe-
handlung (OP vom 17.10.2019) und Taggelder (Arbeitsunfähigkeit vom 
17.10.2019 bis 8.1.2020). 

Strittig und nachfolgend zu prüfen ist somit, ob die Suva den Fall zu Recht per 
19. September 2019 abgeschlossen und darüber hinaus eine Leistungspflicht 
abgelehnt hat. 

2. Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 
(UVG; SR 832.20) vom 20. März 1981 werden Leistungen der Unfallversicherung 
bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit 
das Gesetz nichts Anderes bestimmt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundes-
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 
830.1) die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines unge-
wöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträch-
tigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. 

Zudem erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch bei Knochenbrüchen, Ver-
renkungen von Gelenken, Meniskusrissen, Muskelrissen, Muskelzerrungen, 
Sehnenrissen, Bandläsionen sowie Trommelfellverletzungen, sofern diese nicht 
vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Listenverlet-
zungen / Listendiagnosen; Art. 6 Abs. 2 UVG) und ausserdem für Schädigungen, 
die dem Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Art. 6 Abs. 3 
UVG).

Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat der Versicherte Anspruch auf die zweckmässige 
Behandlung der Unfallfolgen. Ist der Versicherte infolge des Unfalles voll oder 

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teilweise arbeitsunfähig, so hat er Anspruch auf ein Taggeld (vgl. Art. 16 Abs. 1 
UVG). 

3.1 Vorliegend stellt sich als erstes die Frage, gestützt auf welchen Titel eine 
Leistungspflicht der Suva bestehen soll. 

Die Suva anerkannte das Unfallereignis vom 22. Juli 2019 und darauf basierend 
ihre Leistungspflicht. Sie macht aber geltend, der Zustand, wie er sich auch ohne 
den Unfall eingestellt hätte, sei spätestens am 19. September 2019 erreicht. Ins-
besondere ist laut Suva die - nicht bestrittene - Ruptur der Supraspinatussehne 
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch das Unfallereignis verursacht. 
Sie verneint damit die natürliche Kausalität zwischen dem Unfall vom 22. Juli 
2019 und der Supraspinatussehnenruptur. 

Demgegenüber macht der Beschwerdeführer (in der Stellungnahme vom 
14.7.2020 ausdrücklich) geltend, die Suva gehe von falschen Voraussetzungen 
aus. Mit der Supraspinatussehnenruptur liege eine Listendiagnose gemäss Art. 6 
Abs. 2 lit. f UVG vor. Folglich genüge der Nachweis dieser Sehnenruptur, um die 
Leistungspflicht der Suva auszulösen. Nicht er müsse die überwiegend wahr-
scheinliche Unfallkausalität beweisen, sondern die Suva müsse den Entlas-
tungsbeweis erbringen, dass der Schaden vorwiegend auf Abnützung/Krankheit 
zurückzuführen sei. Dieser Beweis gelinge nicht mit dem Argument, man könne 
die traumatische Genese nicht beweisen. 

3.2 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers für die Folgen eines Unfalls 
gemäss Art. 4 ATSG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem 
eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) mit dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 138 V 218 Erw. 6) ein natürlicher und 
adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 134 V 109 Erw. 2.1; BGE 129 V 
177 Erw. 3.1 f.), wobei die versicherte Person den Nachweis zu erbringen hat, 
dass zwischen dem Beschwerdebild und dem Unfall ein natürlicher Kausalzu-
sammenhang besteht, bzw. die Folge der Beweislosigkeit trägt (Urteil BGer 
8C_59/2020 vom 14.4.2020 Erw. 4). 

Hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht einmal anerkannt, entfällt diese 
erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache des Ge-
sundheitsschadens darstellt, der Gesundheitsschaden mit anderen Worten nur 
noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Ebenso wie der 
leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen 
jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheits-
schadens mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachge-
wiesen sein. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, 

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liegt die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungs-
begründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht beim Versi-
cherten, sondern beim Unfallversicherer. 

3.3 Ist kein Unfallereignis nach Art. 4 ATSG anerkannt, so wird der Unfallversi-
cherer nach Art. 6 Abs. 2 UVG bei Vorliegen einer diagnostizierten Listenverlet-
zung grundsätzlich dennoch leistungspflichtig, solange er nicht den Nachweis 
dafür erbringt, dass die fragliche Listenverletzung vorwiegend auf Abnützung 
oder Erkrankung zurückzuführen ist (Urteil BGer 8C_671/2019 vom 11.3.2020 
Erw. 2.4).

3.3.1 Der Gegenbeweis des Unfallversicherers ist erbracht, wenn die Listendia-
gnose zu mehr als 50% auf "Abnützung oder Erkrankung" beruht (BGE 146 V 51 
Erw. 8.2.2.1). Die blosse Möglichkeit einer degenerativen oder krankhaften 
Schädigung genügt den Beweisanforderungen nicht. Die verschiedenen Indizien, 
die für oder gegen Abnützung oder Erkrankung sprechen, müssen aus medizini-
scher Sicht gewichtet werden. Damit der Entlastungsbeweis gelingt, hat der Un-
fallversicherer gestützt auf beweiskräftige ärztliche Einschätzungen - mit dem 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit - nachzuweisen, dass die 
fragliche Listenverletzung im gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50%, auf 
Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (vgl. BGE 146 V 51 Erw. 8.6).

3.3.2 Aus der Logik der in Art. 6 Abs. 2 UVG vorgesehenen Möglichkeit des Ent-
lastungsbeweises für den Unfallversicherer folgt, dass es sich bei dem Begriffs-
paar Abnützung und Erkrankung um das ergänzende Gegenstück ("Pendant") zu 
einem spezifischen Ereignis handeln muss (BGE 146 V 51 Erw. 8.2.3). Für die 
Anwendung von Art. 6 Abs. 2 UVG ist zwar kein äusserer Faktor und damit kein 
unfallähnliches sinnfälliges Ereignis oder eine allgemein gesteigerte Gefahrenla-
ge im Sinne der Rechtsprechung zu aArt. 9 Abs. 2 UVV (vgl. BGE 146 V 51 Erw. 
7.5) mehr vorausgesetzt. Insoweit führt grundsätzlich bereits die Tatsache, dass 
eine in Art. 6 Abs. 2 lit. a-h UVG genannte Körperschädigung vorliegt, zur Vermu-
tung, es handle sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung, die vom 
Unfallversicherer übernommen werden muss. Indessen ergibt sich aus der in Art. 
6 Abs. 2 UVG vorgesehenen Möglichkeit des Gegenbeweises weiterhin die Not-
wendigkeit der Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu übernehmenden un-
fallähnlichen Körperschädigung von der abnützungs- und erkrankungsbedingten 
Ursache einer Listenverletzung und damit letztlich zur Leistungspflicht des Kran-
kenversicherers. Insoweit ist die Frage nach einem initialen erinnerlichen und 
benennbaren Ereignis auch nach der UVG-Revision relevant (Urteil BGer 
8C_819/2019 vom 26.2.2020 Erw. 5.1). 

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3.4.1 Liegt eine Meldung einer Listenverletzung vor, so hat der Unfallversicherer 
die genauen Begleitumstände abzuklären. Ist die Listenverletzung auf ein Unfal-
lereignis im Sinne von Art. 4 ATSG zurückzuführen, so ist der Unfallversicherer 
solange leistungspflichtig, bis der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate 
Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also nur noch und ausschliesslich auf 
unfallfremden Ursachen beruht. Sind hingegen nicht sämtliche Kriterien des Un-
fallbegriffs nach Art. 4 ATSG erfüllt, so wird der Unfallversicherer für eine Listen-
verletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG grundsätzlich leistungspflichtig, sofern er den 
Entlastungsbeweis wie beschrieben nicht zu erbringen vermag (BGE 146 V 51 
Erw. 9.1). 

3.4.2 Liegt ein anerkanntes Unfallereignis vor, ergeben die medizinischen Beur-
teilungen aber, dass die gemeldete und diagnostizierte Listenverletzung nicht auf 
dieses anerkannte Ereignis zurück zu führen ist, so ist der Nachweis erbracht, 
dass das anerkannte Unfallereignis keine auch nur geringe Teilursache der Lis-
tenverletzung bildet. Damit ist aber gleichzeitig auch erstellt, dass diese Listen-
verletzung vorwiegend, d.h. zu mehr als 50 %, auf Abnützung oder Erkrankung 
zurückzuführen ist, soweit kein Hinweis auf ein nach dem anerkannten Unfall 
eingetretenes initiales Ereignis besteht, das Anlass zu Weiterungen geben könn-
te. Die Vermutung der Leistungspflicht gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG ist diesfalls 
umgestossen und der Unfallversicherer von seiner Pflicht befreit. Mithin erübrigt 
sich bei fehlendem natürlichem Kausalzusammenhang zwischen einem aner-
kannten Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG und einer Listenverletzung eine 
Prüfung der Leistungspflicht nach Art. 6 Abs. 2 UVG, wenn kein anderes erinner-
liches initiales Ereignis als Verletzungsursache in Frage kommt (BGE 146 V 51 
Erw. 9.2; vgl. auch Urteil BGer 8C_59/2020 vom 14.4.2020 Erw. 6). 

3.5 Im strittigen Fall liegt ein anerkanntes Unfallereignis vor. Nach der Scha-
denmeldung UVG vom 16. September 2019 und der ausführlichen Schilderung 
des Vorfalles durch den Beschwerdeführer vom 25. September 2019 (Vi-act. 1 
und 6) informierte die Suva am 3. Oktober 2019, für die Folgen des Nichtberufs-
unfalls vom 22. Juli 2019 die Versicherungsleistungen zu erbringen (Vi-act. 7). 
Ein anderes, späteres und gesundheitliche Beschwerden auslösendes Ereignis 
ist weder aktenkundig, noch wird ein solches geltend gemacht. Liegt aber ein an-
erkanntes Unfallereignis vor, gilt es zu prüfen, ob zwischen diesem und den gel-
tend gemachten gesundheitlichen Verletzungen (überwiegend wahrscheinlich) 
ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Auch wenn es sich bei dieser Ver-
letzung - wie vorliegend (vgl. betreffend Rotatorenmanschettenrisse Urteil BGer 
8C_819/2019 vom 26.2.2020 Erw. 5.2) - um eine Listenverletzung nach Art. 6 

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Abs. 2 UVG handelt, besteht nicht grundsätzlich eine Leistungspflicht aus un-
fallähnlicher Körperschädigung. 

4. Damit aber steht fest, dass die Leistungspflicht der Suva vorliegend - ent-
gegen der Darstellung des Beschwerdeführers - nicht davon abhängt, ob der Su-
va der Entlastungsbeweis nach Art. 6 Abs. 2 UVG gelingt oder nicht. Vielmehr 
kommt Art. 6 Abs. 1 UVG zur Anwendung und setzt die Leistungspflicht voraus, 
dass zwischen dem anerkannten Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden 
(Supraspinatussehnenruptur) mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit (BGE 138 V 218 Erw. 6) ein natürlicher und adäquater Kausalzu-
sammenhang besteht (BGE 134 V 109 Erw. 2.1; BGE 129 V 177 Erw. 3.1 f.).

4.1.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um-
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten 
oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten ge-
dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des 
natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleini-
ge oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass 
das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche 
oder geistige Integrität des Versicherten beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern 
Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge-
sundheitliche Störung entfiele; m.a.W. wenn der Unfall überwiegend wahrschein-
lich zumindest eine indirekte Teilursache der gesundheitlichen Beschwerden ist 
(BGE 142 V 435 Erw. 1; BGE 134 V 109 Erw. 2.1; Urteil BGer 8C_689/2019 vom 
9.3.2020 Erw. 5.3 je mit Hinweisen). 

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung 
ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die 
Verwaltung (im Beschwerdefall der Richter) im Rahmen der ihr obliegenden Be-
weiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat (BGE 138 V 218 Erw. 6; BGE 
126 V 360 Erw. 5b mit Hinweisen). Die blosse Möglichkeit eines Zusammen-
hangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 
177 Erw. 3.1; BGE 119 V 338 Erw. 1, BGE 118 V 289 Erw. 1b).

4.1.2 Als adäquate Ursache eines Erfolges hat nach der Rechtsprechung ein Er-
eignis dann zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach 
der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art 
des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Er-
eignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 Erw. 3.2; BGE 125 V 
461 Erw. 5a, je mit Hinweisen). Die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der 

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sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Un-
fallversicherers spielt bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen prak-
tisch keine Rolle, da sich hier die adäquate und natürliche Kausalität weitgehend 
decken (BGE 134 V 109 Erw. 2). Dies ist vorliegend mit der unbestritten bestätig-
ten Supraspinatussehnenruptur der Fall.

4.2 Hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht einmal anerkannt, entfällt 
diese erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache des 
Gesundheitsschadens darstellt, der Gesundheitsschaden mit anderen Worten 
nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann 
zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor 
dem Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er 
sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch 
ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist (vgl. 
Urteil BGer 8C_331/2015 Erw. 2.1.1; SVR 2011 UV Nr. 4 S. 12 Erw. 3.2 mit Hin-
weisen [8C_901/2009]; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 Erw. 3b). 

4.3 Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang 
muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen 
eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üb-
lichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. 
Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen 
des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tat-
frage handelt, liegt die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob 
ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht 
beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer. Der Beweis des Wegfalls des 
Kausalzusammenhangs muss nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen 
erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den nega-
tiven Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder 
die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei. Entscheidend ist allein, ob 
unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung ver-
loren haben, also dahingefallen sind (Urteile BGer 8C_523/2018 vom 5.11.2018 
Erw. 3.2; BGer 8C_847/2008 vom 29.1.2009 Erw. 2; 8C_126/2008 vom 11. No-
vember 2008 Erw. 2.3 und U 143/02 vom 25. Oktober 2002 Erw. 3.2).

4.4 Gemäss dem in Art. 43 Abs. 1 ATSG normierten Untersuchungsgrundsatz 
hat der Versicherungsträger die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen 
vorzunehmen. Diese Untersuchungspflicht gilt grundsätzlich auch im Gerichtsver-
fahren (Kieser, ATSG-Kommentar, 3.A., Art. 43 Rz. 28). Was notwendig ist, er-
gibt sich zum einen daraus, in welchem Umfang Abklärungen vorzunehmen sind, 

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und zum anderen daraus, in welcher Tiefe dies der Fall ist. Zunächst sind die für 
die zu entscheidende Frage massgebenden Bereiche abzustecken und in der 
Folge ist der Sachverhalt abzuklären. Die Verwaltung als verfügende Instanz und 
im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen an-
nehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungs-
recht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abwei-
chendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Be-
weisanforderungen nicht. Der Richter und die Richterin haben vielmehr jener 
Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen möglichen Geschehensab-
läufen als die wahrscheinlichste würdigen (BGE 138 V 218 Erw. 6; BGE 126 V 
353 Erw. 5b; BGE 125 V 193 Erw. 2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die 
Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache 
des Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für 
die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversiche-
rungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur inso-
fern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei 
ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten woll-
te. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich er-
weist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdi-
gung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für 
sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 Erw. 3b; Urteil BGer 
8C_663/2009 vom 27.4.2010 Erw. 2.2). Auf ein beantragtes Beweismittel kann 
ohne Verletzung des Gehörsanspruches des Versicherten verzichtet werden, 
wenn die Verwaltung oder der Richter bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur 
Überzeugung gelangt, der Sachverhalt, den eine Partei beweisen will, sei nicht 
rechtserheblich oder der angebotene Beweis vermöge keine Abklärungen her-
beizuführen. In der damit verbundenen antizipierten Beweiswürdigung kann kein 
Verstoss gegen das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV erblickt werden 
(BGE 122 V 157 Erw. 1.d mit Hinweis auf BGE 104 V 209 Erw. a und BGE 119 V 
335 Erw. 3c je mit Hinweisen).

4.5 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 43 und 61 ATSG). Danach haben 
die beurteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Be-
weismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und da-
nach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurtei-
lung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

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4.6.1 Zur Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medi-
zin ist die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall der Richter wesensgemäss auf 
Angaben ärztlicher Fachkräfte angewiesen. Hinsichtlich des Beweiswerts eines 
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas-
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben 
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Be-
urteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 
der Fachperson begründet sind (BGE 134 V 231 Erw. 5.1). Ausschlaggebend für 
den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft 
eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag ge-
gebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 Erw. 3a; 
BGE 122 V 157 f. Erw. 1c mit Hinweisen). 

4.6.2 Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte kann rechtsprechungs-
gemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, 
nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien 
gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311). Ein Anstel-
lungsverhältnis dieser Person zum Versicherungsträger alleine lässt nicht schon 
auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr be-
sonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurtei-
lung objektiv als begründet erscheinen lassen. Soll ein Versicherungsfall jedoch 
ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die 
Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe 
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztli-
chen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 
V 225 Erw. 5.2; BGE 135 V 465 Erw. 4.4 mit Hinweisen). 

4.6.3 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll der Richter 
der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass die Ärzte mitunter im Hinblick auf 
ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer 
Patienten aussagen, weshalb den (unabhängigen) Fachärzten mehr Gewicht zu-
kommt (vgl. Urteil des BGer 8C_871/2008 vom 24.3.2009 Erw. 3.2 mit Hinwei-
sen; BGE 135 V 465 Erw. 4.5; BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc). Dies gilt grundsätz-
lich nicht nur für Hausärzte (BGE 135 V 465 Erw. 4.5), sondern auch für spezia-
lärztlich behandelnde Medizinalpersonen (Urteile BGer 8C_609/2017 vom 
27.3.2018 Erw. 4.3.3; 8C_180/2017 vom 21.6.2017 Erw. 4.4.2). Mit Blick auf die 
Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag kann daher im 
Streitfall regelmässig nicht auf die Sicht des behandelnden (Fach-)Arztes abge-

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stellt werden (vgl. statt vieler: Urteil des BGer I 701/05 vom 5.1.2007 Erw. 2 mit 
Hinweisen). 

4.6.4 Eine ärztliche Beurteilung aufgrund der Akten ist nicht an sich unzuverläs-
sig. Für die Beweistauglichkeit entscheidend ist, dass genügend Unterlagen von 
persönlichen Untersuchungen vorliegen (RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371 Erw. 5b). 
Dem reinen Aktengutachten kann voller Beweiswert zukommen, sofern ein lü-
ckenloser Befund vorliegt, und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurtei-
lung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht. Aktengut-
achten sind insbesondere dann von Belang, wenn die relevanten Befunde mehr-
fach und ohne wesentlichen Widerspruch bereits erhoben worden sind, aber die 
Zuordnung zu einer Diagnose oder der Kausalzusammenhang und das Ausmass 
der Behinderung verschieden bewertet werden. In diesen Fällen kann in einem 
Aktengutachten das Für und Wider der verschiedenen Meinungen erwogen und 
die überwiegende Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Beurteilung deutlich 
gemacht werden (BGE 125 V 352 Erw. 3b/ee; Urteile BGer 8C_46/2019 vom 
10.5.2019 Erw. 3.2.1; 8C_523/2018 vom 5.11.2018 Erw. 5.2).

5. Aus den Akten ergibt sich betreffend Unfallereignis vom 22. Juli 2019 und 
dem Gesundheitsverlauf des Beschwerdeführers was folgt:

5.1 Nachdem die Arbeitgeberin mit Schadenmeldung UVG vom 16. September 
2019 der Suva einen Unfall ("Übriger Sport: Im Meer durch Welle gestürzt und 
mit dem gestreckten rechten Arm abgestützt. Dabei plötzlicher Schmerz in der 
Schulter"; Vi-act. 1) meldete, führte der Beschwerdeführer zum Vorfall im Frage-
bogen am 25. September 2019 aus (Vi-act. 6):

Beim Hineingehen in das Meer in etwa Knie tiefem Wasser von Welle erfasst, 
Gleichgewicht verloren, da rutschiger felsiger Untergrund. Dabei mit gestrecktem 
rechten Arm Sturz abgefangen, dadurch ruckartige Bewegung der Schulter nach 
oben. Sofort Schmerzen.

Die Beschwerden seien sofort aufgetreten. Er sei unmittelbar danach durch seine 
Ehefrau, eine Ärztin, untersucht worden. Am 9. September 2019 habe er Dr.med. 
F.________ (FMH Allgemeine Medizin) wegen persistierender Schmerzen auf-
gesucht. 

5.2 Gemäss Arztzeugnis UVG des Hausarztes Dr.med. F.________ vom 9. 
Oktober 2019 erfolgte die Erstbehandlung am 9. September 2019. Der Be-
schwerdeführer beklage seit dem Sturz am 22. Juli 2019 auf die rechte Schulter 
mit gestrecktem Arm Schmerzen und eine Bewegungseinschränkung. Die Er-
steinschätzung sei durch die Ehefrau (Ärztin) erfolgt. Als objektiven Befund nennt 
er einen Painfull arc in Abduktion und Elevation mit Release ab 110°, Aussenro-

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tation und Palm up schmerzhaft, Jobe fraglich. Als Röntgenbefund nennt er eine 
Transparenzerhöhung periakromial. Die Diagnose lautet auf komplette Ruptur 
der Supraspinatussehne rechts, die unfallbedingt sei (Vi-act. 24). 

5.3 Am 19. September 2019 erfolgte bei Fragestellung "Hinweis auf RM-
Läsion?" ein durch den Hausarzt veranlasstes MRI Schulter Arthro rechts. Prof. 
Dr.med. G.________ (Facharzt Radiologie) gelangte zur Beurteilung einer kom-
pletten Ruptur der Supraspinatussehne mit deutlicher fettiger Degeneration des 
Musculus supraspinatus und kleinen Partialläsionen im Bereich der Infraspina-
tussehne (Vi-act. 19).

5.4 Nach Überweisung durch den Hausarzt an die P.________ Klinik nennen 
Q.________ (Assistenzärztin Orthopädie) und Dr.med. H.________ (FMH Or-
thopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, FMH Chirurgie; Leiten-
der Arzt Orthopädie) im Bericht zur Sprechstunde vom 8. Oktober 2019 als 
Hauptdiagnose (Vi-act. 18):

Traumatische Ruptur der Supraspinatussehne Schulter rechts (dominant)
- bei St.n. Sturz am 22.07.2019
- Partialläsion Infraspinatus.

Nach einem Sturz im Wasser auf den ausgestreckten rechten Arm beschreibe 
der Beschwerdeführer stärkste Schmerzen und eine Bewegungseinschränkung, 
die sich im Verlauf etwas regredient gezeigt habe. Auch die hausärztlich verord-
nete analgetische Therapie (Ibuprofen) habe zu einem Rückgang der Schmerzen 
geführt. Das MRI habe eine Supraspinatussehnenruptur gezeigt. Aktuell berichte 
der Beschwerdeführer von dezenten Schmerzen vor allem bei Bewegung und ei-
ne schmerzreaktive Einschränkung des Bewegungsumfangs. Die Untersuchung 
der Schulter rechts zeigte einen leichten Schulterhochstand auf der linken Seite, 
sonst ein symmetrisches Schulterrelief ohne Atrophie der Muskulatur. Keine 
Druckdolenzen auslösbar, weder über dem AC-Gelenk noch im Bereich des Sul-
cus bicipitalis. Aktiver Bewegungsumfang bezüglich Flexion frei und uneinge-
schränkt im Vergleich zur Gegenseite. Abduktion bei 90°. Aussenrotation bei 60° 
leicht eingeschränkt zur Gegenseite. Innenrotation bei Th12. Lift-off Test kräftig. 
Aussenrotation gegen Widerstand kräftig. Positives Impingementzeichen nach 
Hawkins. Jobe-Test positiv. Full-can Test positiv. O'Brian-Test dezent schmerz-
haft jedoch mit guter Kraft. PDMS intakt. 

Aufgrund der klinischen, radiologischen und MRT-Befunde sahen die Ärzte der 
P.________ Klinik die Indikation zur operativen Therapie als gegeben, weshalb 
sie dem Beschwerdeführer die arthroskopische Rotatorenmanschettenrekon-
struktion empfahlen.

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5.5 Am 11. Oktober 2019 beantwortete die Kreisärztin Dr.med. I.________ 
(Fachärztin für Chirurgie) die Frage, ob der Unfall mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit zu zusätzlichen strukturellen Läsionen, die objektivierbar sind, ge-
führt habe, mit nein (Vi-act. 28). Der bildmorphologische Befund zeige keine aku-
te frische Supraspinatussehnenruptur. Die Atrophie sowie die fettigen Infiltratio-
nen seien Zeichen, dass das Erfolgsorgan des Muskels, die Sehne, seit längerer 
Zeit/Monate geschädigt seien. Auch entspreche der beschriebene Unfallmecha-
nismus keinem, der zu einer Rotatorenmanschettenruptur führen könne. Gegen 
eine frische traumatische Ruptur spreche ebenso der klinische Verlauf, da im 
Vordergrund eine schwere Kraftlosigkeit bei bestimmten selbständigen Armbe-
wegungen, eine Pseudoparalyse, vorliegen müsste. Dies werde vorliegend nicht 
beschrieben. 

Beim Sturz könne es zu einer Schulterprellung gekommen sein, die zu einer 
Schmerzauslösung geführt habe, eine frische traumatische strukturelle, auf das 
Unfallereignis zurückführbare Läsion sei indes nicht nachweisbar, sondern aus-
schliesslich degenerative Veränderungen. Prellungen ohne nachweisbare frische 
traumatische strukturelle Läsionen heilten in der Regel innerhalb von ein paar 
Tagen/Wochen folgenlos ab. Bei hier vorbestehender degenerativer Verände-
rung könne es zu einem etwas protrahierten Verlauf kommen, sie sei aber im 
Zeitpunkt der Arthro-MRI-Untersuchung folgenlos abgeheilt. 

5.6 Nachdem die Suva den Fallabschluss per 19. September 2019 und damit 
die Ablehnung der Kostengutsprache für die Operation verfügt hat, teilte die be-
handelnde Ärztin Q.________ der Suva am 15. Oktober 2019 mit, es handle sich 
um einen Fehlentscheid. Die Sehnenruptur sei traumatisch. Entgegen dem Be-
fund des Radiologen (vgl. oben Erw. 5.3) sei im MRI vom 19. September 2019 
keine Degeneration der Muskulatur erkennbar (Vi-act. 36).

5.7 Am 17. Oktober 2019 erfolgte in der P.________ Klinik die diagnostisch-
therapeutische Schulterarthroskopie rechts mit Bursektomie, Acromioplastik, Re-
sektion eines kleinen Os praeacromiale und arthroskopischer Rotatorenman-
schetten-Rekonstruktion in Suturebridge-Technik mit gleichzeitig Tenotomie und 
subpectoraler Tenodese der langen Bicepssehne (Vi-act. 54). Der Beschwerde-
führer habe sich die Verletzung einer Rotatorenmanschettenruptur rechts mit 
ventro-distalen Supraspinatussehnen-Ruptur am 22. Juli 2019 bei einem Stolper-
sturz zugezogen. Vor diesem Ereignis sei er absolut beschwerdefrei gewesen. In 
Anbetracht der MRT-Befunde und gestützt auf die intraoperativen Befunde hand-
le es sich mit Sicherheit um eine traumatische Ruptur, es zeige sich keine Dege-
neration der Sehne, die Ruptur sei U-förmig und kaum retrahiert.

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Des Weitern führt Dr.med. H.________ im Operationsbericht vom 18. Oktober 
2019 aus:

Befund intraartikulär: lntraartikulär zeigen sich glattberandete Knorpelüberzüge 
glenohumeral, die Ruptur bestätigt sich intraoperativ U-förmig, die Sehne zeigt 
überhaupt keine degenerativen Veränderungen, es handelt sich um einen Abriss 
am Footprint. Gestützt auf die intraoperativ erhobenen Befunde kann ich ganz klar 
eine traumatische Ruptur dokumentieren. 

5.8 Gemäss Sprechstundenbericht zur Verlaufskontrolle drei Wochen postope-
rativ vom 5. November 2019 zeigte sich sowohl objektiv wie auch subjektiv ein 
komplikationsloser Verlauf (Vi-act. 43). 

5.9 Nach erfolgter Einsprache nahm am 18. Dezember 2019 Kreisarzt Dr.med. 
K.________ (Facharzt für Radiologie) eine Beurteilung der MR-Arthrogramme 
Schulter rechts vom 19. September 2019 bezüglich Ursache der nachgewiese-
nen Veränderungen vor (Vi-act. 56). Bei der Läsion der Supraspinatussehne 
handelt es sich gemäss seiner Beurteilung um eine Ablösung vom Ansatz, somit 
nicht um einen eigentlichen Riss, was schon für eine degenerative Genese spre-
che. Der Sehnenstumpf sei bereits deutlich retrahiert (Stadium 2 nach Patte) so-
wie rundlich und glatt begrenzt. Dies spreche dafür, dass die Ablösung bereits 
seit relativ langer Zeit bestehe. Da die Untersuchung fast sieben Wochen nach 
dem angegebenen Unfall durchgeführt worden sei, seien diese Befunde zu rela-
tivieren. Wesentlicher ist nach Ansicht von Dr.med. K.________ die Atrophie des 
Musculus supraspinatus. Das Tangentenzeichen sei positiv und die sog. occupa-
tion ratio deutlich vermindert. Diese liege nämlich bei etwa 42%. Sobald sie unter 
60% liege, könne man von einer deutlichen Atrophie sprechen. Diese Atrophie 
deute darauf hin, dass die Problematik mit dem Musculus supraspinatus bereits 
seit geraumer Zeit, sicher mehr als 7 Wochen bestehe. In den (von ihm zitierten) 
Artikeln von Melis et al. gehe es zwar um die Verfettung des Muskels; die hier 
vorliegende Atrophie könne aber auch als Verfettung betrachtet werden, da der 
Volumenverlust des atrophierten Muskelgewebes durch Fettgewebe ersetzt wor-
den sei. In den genannten Publikationen werde gezeigt, dass selbst bei ausge-
dehnten transmuralen Läsionen des Tendo musculi supraspinati eine leichte 
Atrophie des Musculus supraspinatus bei traumatischer Genese der Läsion erst 
etwa 1 ½ Jahre nach Trauma, bei degenerativer Genese erst etwa 2 ½ Jahre 
nach Auftreten der Symptome erkennbar werde. Daher muss gemäss Dr.med. 
K.________ eine traumatisch bedingte Läsion sehr weit in der Vergangenheit lie-
gen. Weiter sollte in diesem Fall s.E. berücksichtigt werden, dass ein sehr un-
günstig gelegenes (im Bericht zum MRI vom 19.9.2019 nicht beschriebenes) Os 
acromiale vom präakromialen Typ vorliege und dass der Acromion-lndex - ge-
messen auf einer rekonstruierten Pseudoprojektion, da die Einstellung der kon-

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ventionellen Röntgenaufnahmen katastrophal sei - mit 0.77 deutlich zu hoch sei. 
Es handle sich dabei um klare Prädiktoren für das Auftreten von degenerativ be-
dingten Rupturen des Tendo musculi supraspinati. Und der akromiohumerale 
Abstand sei mit 6 mm - auch in liegender Position - eindeutig zu klein. Dieser Be-
fund könne aber sekundär zur Ruptur sein und die Tatsache, dass auch eine Lä-
sion des kranialen Anteiles des Tendo musculi infraspinati vorliege, spreche auch 
klar dafür, dass ein subakromiales Impingement zu vermuten sei. Insgesamt lies-
sen sich mehrere Befunde erkennen, die für eine degenerative, auf ein subakro-
miales Impingement zurückzuführende Problematik sprechen würden, aber kein 
einziger Befund, der auf eine traumatische Genese der Läsionen deuten würde.

5.10 In der Folge betonte Kreisärztin Dr.med. I.________ am 9. Januar 2020, 
die neuen Unterlagen (OP-Bericht sowie intraoperative Bilder) würden keine Än-
derung der bisherigen Beurteilung bewirken. Die Radiologie zeige klar degenera-
tive Veränderungen, in den OP-Videoprints drei Monate nach Unfallereignis sei 
die Veränderung von Seiten des makroskopischen Bildes zwischen degenerativ 
und traumatisch nicht zu unterscheiden (Vi-act. 57). 

5.11 Gemäss Sprechstundenbericht vom 8. Januar 2020 stellte Dr.med. 
H.________ drei Monate postoperativ einen zeitgerechten Heilungsverlauf fest. 
Ab dem 9. Januar 2020 bestehe keine Arbeitsunfähigkeit mehr (Vi-act. 58). Nach 
einer Telefonkonsultation vom 1. April 2020 hielt Dr.med. H.________ fest, 
gemäss Angaben des Beschwerdeführers habe er bezüglich Beweglichkeit seit 
der letzten Konsultation gewonnen; gewisse Resteinschränkungen würden aber 
immer noch angegeben, eigentliche Schmerzen würden verneint (Vi-act. 64). 

5.12 Die dem Beschwerdeführer von den behandelnden Ärzten attestierten Ar-
beitsunfähigkeiten betrugen vom 17. Oktober 2019 (Operationstag) bis 1. De-
zember 2019 100% und vom 2. Dezember 2019 bis 8. Januar 2020 50% (Vi-act. 
49, 54). 

6.1 Vor Verwaltungsgericht betont der Beschwerdeführer, die Suva stütze ihren 
Entscheid einzig auf Beurteilungen von Suva-Ärzten ab. Auf anstaltsinterne Ab-
klärungen könne indes nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel 
an der Zuverlässigkeit bestünden. Vorliegend würden mehr als nur geringe Zwei-
fel bestehen, die kreisärztlichen Beurteilungen seien in jeder Hinsicht falsch. 
Dr.med. H.________ widerlege sämtliche Argumente der Suva. Seine Beurtei-
lung könne nicht mit Hinweis auf die Rechtsprechung betr. behandelnde Ärzte 
beiseitegeschoben werden. Er sei Leiter orthopädische Chirurgie obere Extre-
mitäten der P.________ Klinik und damit fachlich weit kompetenter als die an-
staltsinternen Ärzte. Er habe viel mehr gerissene Rotatorenmanschetten gese-

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hen und operiert. Auch die vorliegende Ruptur habe er selbst in Augenschein 
nehmen und beurteilen können. Seine Sachverhaltskenntnisse seien weit besser 
als jene der Suva-Ärzte. Sodann begründe er ausführlich und detailliert, dass und 
warum die Ansicht der Suva-Ärzte falsch sei. Seine detaillierten Argumente seien 
eingehend zu würdigen, auch wenn er behandelnder Arzt sei. 

Mit Verweis auf die Beurteilung von Dr.med. H.________ vom 20. März 2020 (Bf-
act. 2) macht der Beschwerdeführer geltend:

- Gemäss Suva seien vier Unfallmechanismen geeignet, eine Rotatorenman-
schettenruptur zu verursachen. Sie stütze sich dabei auf veraltete Literatur ab. 
Zudem stimme der konkrete Unfallablauf durchaus mit Variante 1 (passiv for-
cierte Aussen- oder Innenrotation beim anliegenden oder abgespreizten Arm, 
z.B. Sturz von Gerüst mit dem Versuch, am Geländer festzuhalten) zusam-
men. Gemäss Dr.med. H.________ sei die häufigste Ursache die axiale Stau-
chung des Oberarmkopfes beim Aufprall auf die Hand oder den Ellbogen. 
Diese Meinung teile die Schweizer Expertengruppe, resp. die aktuelle Litera-
tur. Mithin sei der vom Beschwerdeführer erlittene Unfall (vgl. oben Erw. 5.1) 
die häufigste Ursache, die zu einem Riss der Supraspinatussehne führe.

- Gemäss Suva sei der M. supraspinatus verfettet; sie verweise hierzu auf den 
MRI-Befund von Prof. Dr.med. G.________ (vgl. oben Erw. 5.3). Dr.med. 
H.________ habe dies widerlegt; er habe keine bis eine geringe Verfettung 
feststellen können und lege einen Verfettungsgrad 0-I fest. Auch Dr.med. 
K.________ (oben Erw. 5.9) behaupte nicht, man sehe eine deutliche Verfet-
tung, er quantifiziere auch nicht nach Graden, sondern argumentiere, man 
könne die Atrophie als Verfettung betrachten. Er rede um den heissen Brei 
herum, woraus ersichtlich werde, dass er nicht den tatsächlichen Sachverhalt 
erhellen, sondern einzig die Leistungsablehnung begründen wolle. Damit sei 
erstellt, dass keine Verfettung vorliege. Die fehlende Verfettung sei ebenso 
eindeutiges Indiz für eine traumatische Ruptur wie auch die Tatsache, dass 
keine Fischgräte-Zeichen sichtbar seien.

- Weiter argumentiere die Suva mit der Atrophie des Muskels. Gemäss Dr.med. 
H.________ sei diese mässig, Grad II. Zudem sei die Masse des Muskels weit 
weniger von Bedeutung als die Verfettung; mithin sei das Kriterium irrelevant.

- Auch das vorgetragene Kriterium der Ablösung am Ansatz sei gemäss 
Dr.med. H.________ nur von mässiger Aussagekraft. 

- Auch aus der Retraktion des Sehnenstumpfes könne nicht abgeleitet werden, 
dass es sich um eine degenerative Schädigung handle, was die Suva selbst 
zugebe. Gemäss Schweizer Expertengruppe könne eine Retraktion Grad II 

17

innert weniger Wochen nach Trauma auftreten. Vorliegend sei die Bildgebung 
sieben Wochen nach Ereignis erfolgt; eine Interpretation sei daher nicht mög-
lich.

- Das von der Suva hervorgehobene os präacromiale stehe nicht in kausalem 
Zusammenhang mit einer Rotatorenmanschettenruptur. Dr.med. H.________ 
stütze sich bei dieser Beurteilung auf die Schweizer Expertengruppe, mithin 
weiche die Suva vom aktuellen Stand der Wissenschaft ab. 

- Gemäss Suva betrage der Abstand zwischen Acromion und Humerus lediglich 
6mm; gemäss Nachmessung durch Dr.med. H.________ betrage er 10mm. 
Ausserdem lasse dieser Abstand keine Aussage zu, ob ein Supraspinatus-
sehnendefekt vorhanden sei. Der vorinstanzlich erwähnte Acromion-Index 
nach Nyffeler weise in den verschiedenen Studien eine zu weite Streubreite 
auf, als dass hierin ein verwertbares Zeichen für eine degenerative Verursa-
chung der Ruptur zu erkennen sei.

- Die Suva lasse völlig ausser Acht, dass die Ruptur glatt sei und die Sehne 
keinerlei Auffaserung oder Delamination aufweise. Dies spreche eindeutig ge-
gen eine degenerative Genese während längerer Zeit durch viele kleine Be-
lastungen.

Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens unterbreitete der Beschwerdeführer die 
Bilder des Arthro-MRT vom 19. September 2020 R.________ (FMH Radiologie) 
zur Nachbefundung. In seinem Bericht vom 10. Juli 2020 gelangt dieser zur Be-
urteilung: 

Regelrechte Artikulationsstellung im AC-Gelenk sowie im Glenohumeralgelenk. 
Unauffälliges Fettmarksignal der abgebildeten Skelettanteile ohne Nachweis ossä-
rer Läsionen. Die Supraspinatussehne ist komplett rupturiert und um 2.2cm retra-
hiert. Am Tuberculum majus lassen sich Sehnenstumpf-Anteile nachweisen, so 
dass es sich um eine akute/subakute Ruptur handeln muss. Eine fettige Muskel-
atrophie des Musculus supraspinatus liegt nicht vor. Die lnfraspinatussehne zeigt 
im ventralen Abschnitt angedeutete Konturunregelmässigkeiten, bildmorphologisch 
einer Partialruptur entsprechend. Auch hier kein Nachweis einer fettigen Muskel-
atrophie. Die Subscapularissehne ist intakt. Die Sehne des Caput longum muscu-
lus bizeps ist intakt. Das Labrum glenoidale ist intakt.

Beurteilung:
1. Ruptur der Supraspinatussehne mit Sehnenretraktion. Kein Nachweis einer fet-
tigen Muskelatrophie.
2.Partialruptur der lnfraspinatussehne im ventralen Abschnitt.

Damit liegen gemäss Beschwerdeführer insgesamt keine Hinweise für eine de-
generative Verursachung der Schädigung vor. Keine Verfettung, keine Auffran-
sung oder Delamination der Sehne, genügend grosser humero-acromialer Ab-
stand. Auch übe der Beschwerdeführer keine die Sehne dauernd belastende 

18

Tätigkeit aus. Mithin könne die Suva auch nicht erklären, dass und wie die Su-
praspinatussehne degeneriert sei. Sie könne keinen Beweis beibringen, dass die 
Ruptur bereits vor dem Unfall bestanden habe; folglich könne sie den Beweis 
nicht erbringen, dass die Sehne vorwiegend durch krankhafte Ursachen geschä-
digt worden sei.

6.2 Der Kritik an den versicherungsinternen Ärzten begegnet die Suva ver-
nehmlassend mit dem Hinweis, die Erfahrung von Dr.med. H.________ auf dem 
Gebiet der Schulter- und Ellbogenchirurgie werde nicht in Abrede gestellt. Es ge-
he vorliegend indes nicht um fachliche Fähigkeiten für operative Eingriffe, son-
dern um die Beurteilung der Unfallkausalität. Gerade dies sei das Kerngebiet der 
Suva-Ärzte und hierin würden sie bedeutend mehr Erfahrung als ein Operateur 
aufweisen, da sich letztere im Normalfall mit dieser Frage gar nicht auseinander-
setzen müssten. Das habe einleitend auch Dr.med. H.________ selbst festgehal-
ten. Bei der strittigen Frage gehe es mithin genau um eine Fachfrage, in welcher 
die Suva-Ärzte grosse Fachkenntnisse aufweisen würden.

Die Unterlagen inkl. Beurteilung Dr.med. H.________ vom 20. März 2020 legte 
die Suva für eine chirurgische Beurteilung dem Kompetenzzentrum Versiche-
rungsmedizin, med.pract. L.________ (Facharzt Chirurgie, Facharzt Unfallchirur-
gie, Facharzt Viszeralchirurgie) vor. In seiner Beurteilung vom 27. April 2020 ge-
langte er zur Schlussfolgerung, die Argumentation von Dr.med. H.________ 
vermöge nicht davon zu überzeugen, dass die Veränderungen der rechten 
Schulter des Beschwerdeführers Folge des Unfalls vom 22. Juli 2019 seien. Dies 
aus folgenden Gründen:

- Bezüglich Unfallhergang (vgl. oben Erw. 5.1) werde ein indirektes Trauma in 
Bezug auf die rechte Schulter beschrieben. Die schädigende Gewalt werde 
über die rechte Hand geleitet. Bei Sturz in knietiefem Wasser und Abstützen 
mit Hand auf felsigem Untergrund wäre zu erwarten gewesen, dass Verlet-
zungen der Hand eintreten, wenn dabei Kräfte einwirken sollen, welche eine 
kräftige Sehne der Schulter zum Zerreissen bringen sollen. Derlei sei nicht 
dokumentiert, nicht einmal Schmerzen in dieser Region.

- Hinweise zur Armstellung würden fehlen. Grundsätzlich gelte ein Sturz auf 
den ausgestreckten Arm als geeignet, eine Verletzung der Rotatorenman-
schette zu verursachen. Gemäss Literatur sei jedoch typischerweise die Seh-
ne des M. subscapularis und nicht des M. Supraspinatus betroffen. Die Sub-
scapularissehne werde jedoch als vollständig intakt beschrieben.

- Weiter sei in der Literatur beschrieben, dass wenn ein Sturz auf den seitlich 
abgewinkelten (abduzierten) Arm eine traumatische Zerreissung der Supra-

19

spinatussehne bewirken solle, der in der gleichen Zugrichtung wirkende M. 
deltoideus gleichfalls eine Verletzung aufweisen müsse. Traumatische Zer-
reissungen der Supraspinatussehne gingen immer mit Begleitverletzungen 
einher. Vorliegend seien keine Verletzungen begleitender Strukturen doku-
mentiert, insbesondere nicht des M. deltoideus. 

- Der beschriebene Unfallhergang weise möglicherweise das Potential für eine 
Verletzung der Supraspinatussehne auf; der beschriebene Hergang weise je-
doch nicht mit dem Mass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf eine Un-
fallkausalität hin.

- Eine akute traumatische Zerreissung der Rotatorenmanschette gehe mit akut 
einsetzenden starken Schmerzen und einer erheblichen Funktionseinschrän-
kung (Pseudoparalyse / drop-arm) einher. Vorliegend hätten sofort Schmerzen 
eingesetzt, jedoch keine einer Pseudoparalyse entsprechende Symptomatik. 
Auch die Indikation zur MR-Arthrographie nenne keine Funktionseinschrän-
kung (vgl. Klinische Angaben zu MR vom 19.9.2019 entsprechen dem vom 
erstbehandelnden Arzt erhobenen Befund, oben Erw. 5.2). Erst im Sprech-
stundenbericht vom 8. Oktober 2019 werde eine Bewegungseinschränkung 
erwähnt. Zu erwarten wäre, dass eine doch eindrückliche und die Aktivitäten 
einschränkende Funktionseinschränkung erwähnt werde.

- Im Röntgenbild vom 9. September 2019 werde ein grosses knochendichtes, 
nach medial abgerundetes, nach lateral spitz auslaufendes Gewebestück ge-
zeigt; der Hausarzt nenne es 'Transparenzerhöhung periakromial'; der Radio-
loge erwähne keinen vergleichbaren Befund; im Sprechstundenbericht vom 8. 
Oktober 2019 werde der Befund nicht erwähnt, gesprochen werde von einem 
'Outlet Impingement', womit unklar bleibe, auf welche anatomische Verände-
rung sie sich bezögen. Im Operationsbericht dokumentiere Dr.med. 
H.________ die Resektion eines 'kleinen Os präacromiale', wobei unklar blei-
be, ob damit das radiologisch dargestellte grosse Ossikel gemeint sei, nur die 
Grösse anders beschrieben werde; es sei kaum vorstellbar, dass ein so gros-
ses knöchernes Gewebestück nicht zu sehen gewesen sei. Die Grösse lasse 
an der Beurteilung Dr.med. H.________ zweifeln, wonach die Präsenz eines 
Os acromiale nicht in kausalem Zusammenhang mit einer Rotatorenman-
schettenläsion stehe, zumal es sich nicht um den klassischen Befund eines 
Os acromiale handle. Zumindest sei wahrscheinlich, dass das zumindest par-
tiell subacromial lokalisierte Ossikel einer chronischen Schädigung der suba-
cromial verlaufenden Supraspinatussehne Vorschub geleistet habe.

- med.pract L.________ listet sechs Zeichen auf, die im Rahmen einer MRI-
Diagnostik auf eine traumatische Verletzung der Rotatorenmanschette hinwei-

20

sen (Schlängelung des proximalen Sehnenstumpfes/Kinking; Verbleiben eines 
Sehnenstumpfs am Tuberkulum majus; Ödem des Übergangs der Sehne zum 
Muskel; Knochenödem, im Mittel nach 4 bis 8 Monaten nicht mehr nachweis-
bar; blutiger Gelenkserguss, nur relativ kurze Zeit nach Ereignis nachweisbar; 
periartikuläre Einblutung). Keines werde vorliegend dokumentiert. Anhand der 
Bildgebung sei daher eine überwiegend wahrscheinliche Kausalität des Un-
falls für den bildgebend dokumentierten Defekt der Supraspinatussehne nicht 
zu belegen. Dr.med. H.________ nenne keinen bildgebend erhobenen Be-
fund, der eine Unfallkausalität überwiegend wahrscheinlich belegen würde. 
Genau dies sei indes versicherungsmedizinisch essentiell. 

- Entgegen der Beurteilung von Dr.med. H.________ liege eine deutlich ausge-
prägte und nicht nur mässige Atrophie vor. Es sei nicht überwiegend wahr-
scheinlich, dass diese ausgeprägte Atrophie innert 7 Wochen nach dem Unfall 
entstanden sei. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit handle es sich bei der 
Atrophie des M. supraspinatus um einen Vorzustand zu dem Ereignis vom 22. 
Juli 2019.

- Bestätigt wird Dr.med. H.________ in der Beurteilung, das Mass der fettigen 
Infiltration sei für die erfolgreiche Refixation der Sehne entscheidender als die 
Atrophie. Die fettige Infiltration des M. supraspinatus werte Dr.med. 
H.________ mit einem Grad 0-I nach Goutallier, was med.pract. L.________ 
bestätigt. Normalbefund sei, wenn keine Verfettung nachgewiesen sei, Grad 
0. Eine beginnende Verfettung, Grad 0-I, spreche dafür, dass bereits eine 
Veränderung des Muskels eingetreten sei. Dr.med. H.________ selbst weise 
darauf hin, dass das Auftreten einer fettigen Infiltration darauf hindeute, dass 
die Ursache hierzu länger als 6 Monate zurückliege. Die vorliegend objekti-
vierte leichte fettige Infiltration spreche somit nicht überzeugend dafür, dass 
der Defekt der Supraspinatussehne bei dem Ereignis vom 22. Juli 2019 ent-
standen sei, sondern mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dafür, dass der 
Defekt der Sehne schon länger als 7 Wochen bestehe. 

- Dr.med. H.________ nenne keine Publikation, die seine Annahme bestätige, 
dass eine Ablösung der Sehne an ihrem Ansatz am Tuberkulum majus nicht 
für eine degenerative Genese spreche, und er erkläre dies auch nicht. Die 
Begründung seiner Einschätzung, die Aussagekraft der ansatznahen Ablö-
sung sei 'mässig', bleibe aufgrund der Literatur unklar, zumal auch Lädermann 
et al. (Degenerative oder traumatische Läsionen der Rotatorenmanschette; 
SMF 2019 19: 260-267) darauf hinweisen würden: "Der ansatznahe Teil der 
Supraspinatussehne ist besonders anfällig auf Degenerationen". 

21

- Der Verweis auf die absolute Beschwerdefreiheit vor dem Unfall vermöge 
nicht zu überzeugen, sondern entspreche einer unzulässigen post hoc ergo 
propter hoc Argumentation.

- Soweit Dr.med. H.________ mit der Prävalenz argumentiere, so verweise er 
auf eine nicht mehr aktuelle und nicht repräsentative Studie. Seinerseits ver-
weist med.pract. L.________ auf eine Review von 2019, die als Ergebnis fest-
halte, dass ein Lebensalter von >50 in hohem Mass mit einer Tendinopathie 
und damit auch mit Schäden an der Rotatorenmanschette assoziiert sei. Eine 
andere Studie von 2014 bestätige dies. Ungeachtet davon würden Prävalenz-
daten als epidemiologische Daten im Einzelfall nicht von einer Unfallkausalität 
zu überzeugen vermögen. 

- med.pract. L.________ stimmt zu, dass die Evidenz von Studien zu radiologi-
schen Veränderungen gering und auf dem Level von Expertenmeinungen sei. 
Er verweist dennoch auf einen Review 2019 (Andrade et al., Is bony morpho-
logy and morphometry associated with degenerative full-thickness rotator cuff 
tears? A systematic review and meta-analysis; Arthroscopy 2019 35: 3304-
3315). Danach gebe es eine moderate Evidenz, dass ein critical shoulder an-
gle (nach Moor) und auch ein hoher Acromion Index (nach Nyffeler) mit dege-
nerativen transmuralen Läsionen der Rotatorenmanschette assoziiert sei. Der 
von Dr.med. H.________ gezogene Umkehrschluss, aufgrund der erheblichen 
Streubreite sei der Acromion Index ein schwaches Indiz gegen den Unfallzu-
sammenhang sei nicht ausreichend begründet, da in den Studien nicht nach 
einem Beleg für eine Unfallkausalität, sondern nach einem Indiz für das Vor-
liegen degenerativer Defekte gesucht worden sei.

- Dr.med. H.________ habe im Bericht vom 8. Oktober 2019 ein 'outlet im-
pingement' beschrieben und er scheine auch davon auszugehen, dass beim 
Beschwerdeführer ein subacromiales Impingement und damit eine Enge des 
subacromialen Raums vorliege, habe er doch in der Operation vom 17. Okto-
ber 2019 eine Acromioplastik durchgeführt und damit nicht nur ein Symptom, 
sondern eine manifeste Pathologie beseitigt.

Zusammenfassend hält med.pract. L.________ fest:

Unbestritten verursacht eine Schulterdistorsion, wie sie im vorliegenden Fall an-
hand der Hergangsschilderung anzunehmen ist, Schmerzen. Defekte der Supra-
spinatussehne sind häufig asymptomatisch und ohne wesentliche funktionelle Be-
einträchtigungen vorhanden. Der bildgebende Nachweis eines solchen Defekts 
nach einer Schulterdistorsion ist - ohne weitere Indizien - nicht ausreichend um ei-
ne Unfallkausalität mit dem Mass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu bele-
gen.

22

Im vorliegenden Fall ist es nicht mit dem Mass der überwiegenden Wahrschein-
lichkeit zu belegen, dass der Defekt der Supraspinatussehne folge des Ereignisses 
vom 22.07.2019 ist.

Die Atrophie des Muskulus supraspinatus sowie die beginnende fettige Infiltration 
dieses Muskels, wie sie auch Herr Dr.med. H.________ beschreibt, sprechen mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit dafür, dass das Ereignis vom 22.07.2019 einen 
Vorzustand an der rechten Schulter des Versicherten betrifft. Unfallkausale struktu-
relle Veränderungen sind zufolge des Unfalls nicht mit dem Mass der überwiegen-
den Wahrscheinlichkeit objektiviert. Eine richtunggebende Verschlimmerung des 
Vorzustandes an der rechten Schulter ist durch den Unfall vom 22.07.2019 nicht 
mit dem Mass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eingetreten. Eine vorüber-
gehende Verschlimmerung des wohl zuvor asymptomatischen Vorzustandes ist 
möglich.

7.1 Wie bereits zuvor dargelegt, geht der Beschwerdeführer fehl in der Annah-
me, die Suva sei aufgrund der Ruptur der Supraspinatussehne (Art. 6 Abs. 2 lit. f 
UVG) grundsätzlich leistungspflichtig, soweit ihr nicht der Entlastungsbeweis ge-
linge, dass die Schädigung vorwiegend (zu mehr als 50%) durch Abnützung / Er-
krankung verursacht sei, weshalb die Suva den Beweis für eine (überwiegend) 
degenerative Genese erbringen müsse (vgl. oben Erw. 3). Wie zuvor ausgeführt, 
besteht die Leistungspflicht der Suva vorliegend vielmehr nur dann, wenn die 
Verletzung der Supraspinatussehnenruptur überwiegend wahrscheinlich eine 
Folge des anerkannten Unfalles vom 22. Juli 2019 ist. Gemäss den Beurteilun-
gen der Suva-internen Ärzte ist die vom Beschwerdeführer behauptete Unfallfol-
ge nicht überwiegend wahrscheinlich, sondern höchstens möglich. Aus einer 
möglichen Unfallfolge folgt keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Zu 
klären gilt es somit, ob die Beurteilung von Dr.med. H.________, auf welche sich 
der Beschwerdeführer stützt, hieran zumindest geringe Zweifel zu erwecken 
vermag.

7.2 Mit den Berichten von Dr.med. H.________ (und R.________) einerseits 
sowie der Suva-Ärzte anderseits liegen grundsätzlich widersprechende Beurtei-
lungen der Frage der Unfallkausalität vor. Dabei ist der Einwand des Beschwer-
deführers nicht von der Hand zu weisen, dass die Begründung der Suva im Ver-
laufe änderte. Die Kreisärztin Dr.med. I.________ schloss die Kausalität noch 
aufgrund des Unfallmechanismus aus sowie aufgrund einer deutlich fettigen De-
generation des M. supraspinatus. Dr.med. K.________ bestätigte die deutliche 
Verfettung nicht; seines Erachtens liegt aber eine deutliche Atrophie vor, was ei-
ner Verfettung gleichkomme. Zudem spreche auch ein deutlich zu hoher Acromi-
on-Index für eine degenerative Genese. Med.pract. L.________ bezeichnete 
dann - anders als Dr.med. I.________ - den Unfallmechanismus als grundsätz-
lich mögliche Ursache. Zudem bestätigte er, dass keine deutliche Verfettung vor-

23

liege. Seinerseits verweist er auf ein radiologisch dargestelltes knochendichtes 
Gewebestück und hält fest, dass das zumindest partiell subacromial lokalisierte 
Ossikel einer chronischen Schädigung der subacromial verlaufenden Supraspi-
natussehne Vorschub geleistet habe. Zudem betont er, im Rahmen der MRI-
Diagnostik seien keine Zeichen dokumentiert, die auf eine traumatische Verlet-
zung der Rotatorenmanschette hinweisen würden. Dem hält Dr.med. 
H.________ die Feststellung entgegen, er habe intraoperativ keinerlei Anzeichen 
für degenerative Begleitläsionen gesehen, keine Delamination der Sehne, keine 
Degeneration im Sinne einer Auffaserung der Sehnentextur. Übereinstimmung 
besteht darin, dass die festgestellte Retraktion kein sicherer Hinweis weder für 
eine degenerative noch eine traumatische Genese ist. Wo die Suva-Ärzte auf die 
ansatznahe Ablösung als Zeichen für eine degenerative Läsion hinweisen, betont 
Dr.med. H.________ das Vorliegen eines Kinking, eine Schlängelung des proxi-
malen Sehnenstumpfes als klares Zeichen für eine akute traumatische Ruptur. 
Dr.med. H.________ und med.pract. L.________ nennen beide eine fettige Infil-
tration nach Goutallier Grad 0 bis I. Für Dr.med. H.________ zeigt sich damit 
keine relevante fettige Infiltration, sondern mehr Muskelmasse als Verfettung. Da 
eine fettige Infiltration erst nach über sechs Monaten erkennbar sei, müsse die 
Ruptur traumatisch sein. Für med.pract. L.________ hingegen ist eine Verfettung 
nach Goutallier Grad 0 bis I nicht keine Verfettung, weshalb sie sicher älter als 
sieben Wochen sein müsse. R.________ wiederum verneint das Vorliegen einer 
fettigen Muskelatrophie gänzlich. Soweit Dr.med. H.________ betont, es lägen 
keine Fischgrätezeichen als Anzeichen für eine chronische Läsion vor, so äus-
sern sich die Suva-Ärzte hierzu gar nicht. Uneinheitlich ist die Beurteilung der 
Bedeutung des acromiohumeralen Abstandes für eine degenerative oder trauma-
tische Supraspinatussehnenläsion; vor allem aber wird der konkrete Abstand un-
terschiedlich gemessen. Richtig ist - wie die Suva feststellte - dass nach dem Un-
fall keine Pseudoparalyse dokumentiert ist. Anderseits hat bereits der erstbehan-
delnde Arzt Bewegungseinschränkungen dokumentiert und er hat insgesamt ei-
nen Befund erhoben, der ihn zu einem Arthro-MRT veranlasste mit der Fragestel-
lung "Hinweis auf RM-Läsion?". Mithin trifft die Feststellung von med.pract. 
L.________ nicht zu, erst der Sprechstundenbericht vom 8. Oktober 2020 spre-
che von Bewegungseinschränkungen. Zutreffend ist die Feststellung der Suva, 
der beschwerdeführerische Hinweis auf die Beschwerdefreiheit vor dem Unfall 
entspreche einer unzulässigen post hoc ergo propter hoc Argumentation. Ander-
seits ist der Hinweis des Beschwerdeführers auf sein nicht hohes Alter (Jg. 1969) 
sowie seine die Schulter nicht belastende berufliche Tätigkeit, was beides gegen 
eine degenerative Genese spreche, nachvollziehbar. 

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7.3 Mit Blick auf die dargestellten diametral von einander abweichenden medi-
zinischen Beurteilungen bestehen mehr als erhebliche Zweifel an der Zuverläs-
sigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen. Es 
sind daher ergänzende Abklärungen vorzunehmen, indem durch die Suva hierzu 
ein klärendes externes Gutachten einzuholen ist. 

Dieses Gutachten wird sich neben der zu klärenden Frage der Unfallkausalität 
der Supraspinatussehnenruptur rechts zusätzlich auch mit folgender, bislang 
durch die Suva nicht geklärten Fragestellung zu beschäftigen haben: Sollte die 
Sehnenruptur nicht traumatischer Genese sein, so stellte med.pract. L.________ 
fest, der Unfall habe möglicherweise zu einer vorübergehenden Verschlimme-
rung des wohl zuvor asymptomatischen Vorzustandes geführt. Treten im An-
schluss an einen Unfall Beschwerden auf (die zuvor nicht bestanden) und ist 
aber davon auszugehen, dass durch den Unfall lediglich ein (zuvor stummer) de-
generativer Vorzustand aktiviert, nicht aber verursacht worden ist, so hat der Un-
fallversicherer bis zum Erreichen des Status quo sine vel ante Leistungen für das 
unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu er-
bringen (SVR 2010 UV Nr. 31 S. 125, 8C_816/2009 Erw. 4.3), und zwar selbst 
dann, wenn sich die Gesundheitsschädigung bei einer Gewichtung der konkurrie-
renden Ursachen zum stark überwiegenden Teil als Krankheitsfolge darstellt. 
Dies bedeutet unter Umständen, dass die versicherte Person Anspruch auf ope-
rative Eingriffe mit einschliessender zweckmässiger Behandlung hat, wenn diese 
im Gesamtkontext gesehen letztlich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der 
(vorzeitigen) Beseitigung der vom Unfall zumindest mitverursachten Schmerzen 
diente und nicht gesagt werden kann, die Operation sei auch ohne den durch 
den Unfall bewirkten Beschwerdeschub überwiegend wahrscheinlich im selben 
Zeitpunkt notwendig geworden (Urteil BGer 8C_326/2008 vom 24.6.2008). 

Was den Zeitpunkt des Erreichens des Status quo sine anbelangt, so gilt es zu 
beachten, dass der konkrete Zeitpunkt, an dem der Status quo sine erreicht wur-
de, von der Natur der Sache her nicht auf den Tag genau feststellen lässt, son-
dern lediglich mehr oder minder präzise geschätzt werden kann (Urteile BGer 
8C_506/2016 vom 4.11.2016 Erw. 3.2.1; 8C_341/2009 vom 24.7.2009 Erw. 4.2). 
Vorliegend wurde der Zeitpunkt durch Dr.med. I.________ auf den 19. Septem-
ber 2019 festgelegt mit der Begründung, bei der Schulterprellung könne es wohl 
zu einer Schmerzauslösung gekommen sein; mangels unfallkausaler struktureller 
Veränderungen sei dies im Zeitpunkt der Arthro-MRI-Untersuchung indes folgen-
los abgeheilt. Vorliegend steht fest, dass es nicht zu einer Schulterprellung kam 
und dass entgegen der Beurteilung von Dr.med. I.________ der Unfallhergang 
grundsätzlich ursächlich sein kann für eine Rotatorenmanschettenläsion. Zudem 
zeigte sich nach der Operation ein zeitgerechter Heilungsverlauf mit Erreichen 

25

der vollen Arbeitsfähigkeit am 9. Januar 2020. Durch das externe Gutachten gilt 
es daher auch zu klären, ob das Unfallereignis nicht im Sinne eines Zufallsereig-
nisses einen zuvor stummen degenerativen Vorzustand aktiviert hat und ob der 
operative Eingriff im Gesamtkontext gesehen letztlich mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit der (vorzeitigen) Beseitigung der vom Unfall zumindest mitverur-
sachten Schmerzen diente. 

8. Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde insoweit als begründet, als 
der Einspracheentscheid vom 4. März 2020 aufgehoben und die Sache zur wei-
teren Abklärung und neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückgewiesen wird. 
Sie wird zur Frage der Unfallkausalität sowie zur Leistungspflicht für mit dem Un-
fall im Zusammenhang stehenden Schmerzsyndrom unter Einschluss eines die-
ses behandelnden operativen Eingriffs ein externes Gutachten in Auftrag zu ge-
ben haben.  

9.1 Es werden keine Kosten erhoben (Art. 61 lit. a ATSG).

9.2 Die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur erneuten Abklärung und 
neuem Entscheid (mit noch offenem Ausgang) gilt nach ständiger Praxis für die 
Frage der Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der Zusprechung einer Par-
teientschädigung als Obsiegen der beschwerdeführenden Partei, unabhängig 
davon, ob die Rückweisung überhaupt beantragt, oder ob das entsprechende 
Begehren im Haupt- oder Eventualantrag gestellt wird (vgl. BGE 137 V 210 Erw. 
7.1; VGE I 2019 75 vom 16.3.2020 Erw. 6.2, je mit Hinweisen).

Nachdem der beanwaltete Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren obsiegt, 
ist ihm zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 61 
lit. g ATSG). Die Parteientschädigung ist in Beachtung des kantonalen Ge-
bührentarifs für Rechtsanwälte (GebTRA; SRSZ 280.411) vom 27. Januar 1975, 
welcher für das Honorar im Verfahren vor Verwaltungsgericht in § 14 einen 
Rahmen von Fr. 300.-- bis Fr. 8'400.-- vorsieht, und unter Beachtung der in § 2 
des Gebührentarifs enthaltenen Kriterien sowie in Ausübung des pflichtgemäs-
sen Ermessens auf insgesamt Fr. 2'500.-- (inkl. Barauslagen und MwSt) festzu-
setzen.

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 4. März 
2020 aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen zur weiteren 
Sachverhaltsabklärung und neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückge-
wiesen. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Die Vorinstanz hat dem beanwalteten Beschwerdeführer eine Parteien-
tschädigung von Fr. 2'500.-- (inkl. Barauslagen und MwSt) zu leisten.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht 
zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe-
schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten 
gerügt werden (Art. 113ff. BGG).

5. Zustellung an:
- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (2/R; unter Beilage des Du-

plik-Verzichtes vom 17.7.2020)
- den Rechtsvertreter der Vorinstanz (2/R)
- und das Bundesamt für Gesundheit, BAG, 3003 Bern (A). 

Schwyz, 9. September 2020

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Die Gerichtsschreiberin:

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*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 18. September 2020