# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f7458b38-3f11-5242-b000-befdea3483f0
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-06-27
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2009 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2009
**Docket/Reference:** DB.2013.86
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2013_86_mq.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2013.86 
1 ST.2013.88 

Entscheid 

27. Juni 2013 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Anton Tobler, Steuerrichter Walter Balsiger, Steuerrichter Michael 
Ochsner und Gerichtsschreiber Stefan Eichenberger 

1.  A,    
2.  B,    

Nr. 1 vertreten durch C  

Nr. 2 vertreten durch Nr. 1,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Stadt Zürich,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2009 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2009 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. 1. A (nachfolgend der Pflichtige) ist Fondsmanager bei der in den USA (D) 

domizilierten und in E über ihren Hauptstandort verfügenden F. Er ist an dieser Gesell-

schaft  als  Partner  beteiligt.  Am  …  …  2008  liess  er  beim  kantonalen  Steueramt  eine 

Rulinganfrage einreichen. Darin bekundete er die Absicht, im Jahr 2008 mit seiner Fa-

milie in der Schweiz Wohnsitz nehmen und vorgängig seine zukünftige Steuersituation 

abklären zu wollen. Er werde seine Tätigkeit für die F teilweise in den USA und in der 

Schweiz ausüben und beantrage, dass die F hier gleich wie in den USA steuerlich als 

Personengesellschaft behandelt werde sowie die Steuerausscheidung für ihn als Teil-

haber an dieser Gesellschaft nach den diesbezüglichen Regeln erfolge. Er ersuche um 

Bestätigung,  dass  sein  in  der  Schweiz  steuerbarer  Anteil  an  den  Einkünften  aus  der 

Gesellschaft bzw. aus selbstständiger Erwerbstätigkeit auf 20% festgelegt und die üb-

rigen  Einkünfte  von  der  schweizerischen  Steuerpflicht  (unter  Progressionsvorbehalt) 

ausgenommen würden. Am … … 2008 stimmte dem das kantonale Steueramt unter-

schriftlich  zu.  Der  Pflichtige  übersiedelte  darauf  am  …  … 2008  mit  seiner  Familie  in 

den Kanton Zürich (G). 

Die  Veranlagung/Einschätzung  des  Pflichtigen  und  seiner  Ehefrau  (nachfol-

gend zusammen die Pflichtigen) für die Steuerperiode 2008 (… ….-31.12.) wurde ent-

sprechend dem Ruling vorgenommen. 

2. In der Steuererklärung 2009 deklarierte der Pflichtige Einkünfte aus selbst-

ständiger Erwerbstätigkeit von Fr. 173'385.-, entsprechend 20% der Zuflüsse von der F 

von (umgerechnet) Fr. 866'923.-. Mit Auflage und Mahnung in der Steuerperiode 2009 

vom  26.  Juli  bzw.  2.  Dezember  2011  verlangte  die  Steuerkommissärin  u.a.  den  sub-

stanziierten Nachweis über die Anzahl der vom Pflichtigen geleisteten Arbeitstage pro 

Land  anhand  von  Kalender,  Flugtickets,  Hotelbelegen,  Restaurantbesuchen  etc.  Die 

Pflichtigen  liessen auf  das Ruling  verweisen  und am  25. Januar  2012  eine  kalendari-

sche Aufstellung über die pro Land geleisteten Arbeitstage pro 2009 und 2010 einrei-

chen. 

Mit  Veranlagungs-/Einschätzungsentscheid  vom  20.  März  2012  setzte  das 

kantonale Steueramt  den  Anteil  des  Pflichtigen an  den Einkünften  der  F  nach  pflicht-

gemässem  Ermessen  auf  Fr.  470'305.-  fest.  Es  führte  zur  Begründung  an,  dass  es 

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nicht mehr an das Ruling gebunden sei, da der Pflichtige nach dem Ruling mit seinen 

Partnern  bei  der  F  eine  Vereinbarung  abgeschlossen  habe,  wonach  er  mindestens 

50% seiner Arbeitszeit ausserhalb der USA verbringen werde. Gestützt darauf habe es 

Auflage  und  Mahnung  über  die  pro  Land  geleisteten  Arbeitstage  erlassen.  Mit  dem 

eingereichten Kalender weise der Pflichtige eine wesentlich höhere Anzahl Arbeitstage 

in der Schweiz aus als im Ruling angegeben und belege diese Tage zudem nicht. Die 

Verteilung der Einkünfte zwischen den USA und der Schweiz werde der Vereinbarung 

mit  den  Geschäftspartnern  entsprechend  auf  je  50%  geschätzt.  Das  steuerbare  Ein-

kommen  2009  ergab  sich  dergestalt  für  die  direkte  Bundessteuer  mit  Fr.  414'700.- 

(satzbestimmend  Fr.  840'000.-)  sowie  für  die  Staats-  und  Gemeindesteuern  mit  

Fr. 412'000.- (satzbestimmend Fr. 838'600.-). Das steuerbare Vermögen lautete auf Fr. 

636'000.-  (satzbestimmend  Fr.  666'000.-),  wobei  die  Beteiligung  des  Pflichtigen  an  

der  F  von  Fr.  223'891.-  ebenfalls  nach  pflichtgemässem  Ermessen  je  hälftig  auf  die 

Schweiz und das Ausland verlegt wurde. 

B.  Hiergegen  liessen  die  Pflichtigen  am  19.  April  2012  Einsprache  erheben 

und beantragen, die Einkünfte des Pflichtigen von der F samt den objektmässigen Ab-

zügen  wie AHV/IV  etc.  gemäss  abgeschlossenem  Ruling  zu  verlegen.  Das kantonale 

Steueramt  wies  die  Einsprache  am  1.  März  2013  ab  und  auferlegte  den  Pflichtigen 

hinsichtlich der Staats- und Gemeindesteuern die Verfahrenskosten von Fr. 650.-. 

C. Mit Beschwerde bzw. Rekurs vom 9./10. April 2013 liessen die Pflichtigen 

den Einspracheantrag erneuern. Das steuerbare Vermögen blieb unbestritten.  Zudem 

sei  von  der  Auflage  der  Einsprachekosten  abzusehen.  Das  kantonale  Steueramt 

schloss am 2. Mai 2013 auf Abweisung der Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuer-

verwaltung liess sich nicht vernehmen. 

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Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) Die Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) statuiert den Grundsatz 

von Treu und Glauben in Art. 5 Abs. 3 einerseits als Regel für das Verhalten von Staat 

und  Privaten  sowie  andererseits  in  Art. 9  als  grundrechtlichen  Anspruch  des  Privaten 

gegenüber dem Staat auf Schutz des berechtigten Vertrauens in behördliche Zusiche-

rungen  oder  sonstiges,  bestimmte  Erwartung  begründendes  Verhalten  der  Behörden 

(BGE 126 II 387 mit Hinweisen).  

b)  Zwar  verlangt  das  Gesetzmässigkeitsprinzip,  dass  die  Verwaltungsbehör-

den nach Massgabe des Gesetzes und nicht nach Massgabe der vom Gesetz abwei-

chenden  Auskunft  entscheiden.  Indessen  kann  eine  unrichtige  behördliche  Auskunft 

unter  gewissen  Umständen  eine  Vertrauensgrundlage  bilden.  Dies  gilt  auch  für  das 

Steuerrecht  (BGr,  1. November  2000,  2A.46/2000).  Voraussetzung  dafür  bildet,  dass 

sich die Auskunft der Behörde auf eine konkrete, den betreffenden Bürger berührende 

Angelegenheit bezieht, dass die Amtsstelle, welche die Auskunft gegeben hat,  hierfür 

zuständig war oder der Bürger sie aus zureichenden Gründen als zuständig betrachten 

durfte  (BGE  127  I  36  mit  Hinweisen),  dass  der  Bürger  die  Unrichtigkeit  der  Auskunft 

nicht  ohne  weiteres  hat  erkennen  können,  dass  er  im  Vertrauen  hierauf  nicht  ohne 

Nachteil rückgängig zu machende Dispositionen getroffen hat und dass die Rechtslage 

zur Zeit der Verwirklichung des Tatbestands noch die gleiche ist wie im Zeitpunkt der 

Auskunftserteilung (BGE 121 II 479 mit Hinweisen). Das kantonale Steueramt hat die-

se Praxis in einem Merkblatt festgehalten und führt übereinstimmend damit aus, wenn 

diese Voraussetzungen kumulativ erfüllt seien, werde die mit dem Vorentscheid festge-

legte  steuerliche  Beurteilung  im  Einschätzungsverfahren  nicht  mehr  in  Wiedererwä-

gung gezogen, auch wenn sich die Auskunft im Nachhinein als unrichtig herausstellen 

sollte (Ziff. C. IV. Abs. 2 des Merkblatts des kantonalen Steueramts betreffend Begeh-

ren  um  amtliche  Auskünfte  und  Vorentscheide  vom  13. Oktober  2008,  ZStB I 

Nr. 30/500).  Eine  Auskunft  bzw.  ein  diesbezüglicher  Vorentscheid  entfaltet  seine Wir-

kung  erst  im  nachfolgenden  Veranlagungsverfahren.  Er  erlangt  Rechtswirkungen, 

wenn und soweit dies durch den Grundsatz von Treu und Glauben geboten ist. 

c)  Der  Sachverhalt,  auf den sich  die (vorbehaltslose)  Auskunft  der  Steuerbe-

hörde – auch Steuerruling bzw. Verständigung zwischen Steuerpflichtigen und Steuer-

behörden  genannt – bezieht,  muss  konkret,  korrekt  und  vollständig  dargelegt  werden 

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(Behnisch/Cadosch, Die Bedeutung von vorgängigen Auskünften von Steuerbehörden 

im Recht der direkten Bundessteuer, Jusletter vom 23. April 2001, Rz 1 f.; Peter Eisen-

ring,  Vorgängige  Auskünfte  von  Steuerbehörden  in  der  Schweiz  in:  ASA  68,  115  f.). 

Alles,  was  auf  die  Beurteilung  Einfluss hat,  muss  offen gelegt  werden,  d.h.  es dürfen 

keine  gezielten  Unterlassungen  erfolgen.  Sachverhaltslücken,  die  für  die  Beurteilung 

von Rulinganträgen nicht relevant sind, sind dagegen nicht schädlich. Bei schriftlichen 

Rulinganfragen  obliegt  es  aber  auch  der  Steuerbehörde,  zu  beurteilen,  ob  der  Sach-

verhalt ausreichend geschildert ist, um die Anträge zu behandeln. Denn mit der Unter-

zeichnung  des  Rulings  bekräftigen  die  Steuerbehörden  grundsätzlich  nicht  nur,  dass 

sie  mit  der  steuerlichen  Qualifikation  und  den  Anträgen  einverstanden  sind,  sondern 

auch,  dass  der  geschilderte  Sachverhalt  für  die  Beurteilung  der  Anträge  ausreichend 

war.  Folglich  können  die  Steuerbehörden  bei  ausführlichen,  schriftlichen  Rulinganfra-

gen  in  der  Regel  nicht  im  Nachhinein  argumentieren,  dass  der  Sachverhalt  zu  wenig 

ausführlich  war  (Morf/Müller/Amstutz,  Schweizer  Steuerruling  -  Erfolgsmodell  und 

Werthaltigkeit, in: ST 2008, 813 ff.).  

d)  Eine  behördliche  Auskunft  kann  nur  für  den  vorgelegten  Sachverhalt  ver-

bindlich sein.  Bei  massgeblichen Sachverhaltsänderungen  ist  die Behörde nicht mehr 

an ihre Auskunft gebunden. Das Ruling verliert seine Wirkung mit der Folge, dass die 

Veranlagung/Einschätzung  aufgrund  des  tatsächlich  geschaffenen  bzw.  vorliegenden 

Sachverhalts vorzunehmen ist. Die Abweichung vom Sachverhalt, wie er mit der Rulin-

ganfrage  der  Steuerbehörde  präsentiert  worden  ist,  muss  allerdings  eine  wesentliche 

sein, d.h. den Kerngehalt betreffen. Allerdings vermögen auch mehrere Abweichungen 

in Nebenpunkten zusammen den Sachverhalt derart zu verändern, dass er im Wesen 

anders erscheint als ursprünglich dargelegt und eine andere rechtliche Würdigung er-

heischt. 

e)  Selbst  wenn  all  diese  Voraussetzungen  einer  vorgängigen  Auskunftsertei-

lung  erfüllt  sind, müssen  gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  noch das  Inte-

resse an der richtigen Durchsetzung des objektiven Rechts und dasjenige des Vertrau-

ensschutzes  gegeneinander  abgewogen  werden.  Überwiegt  das  öffentliche  Interesse 

an  der  Anwendung  des  positiven  Rechts,  muss  sich  der  Bürger  diesem  unterziehen 

(vgl. zum Ganzen Häfelin/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. A., 2006, N 696 mit 

Hinweisen). 

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2. a) Vorliegend hat der Pflichtige beim kantonalen Steueramt nach vorgängi-

ger Besprechung am … … 2008 eine Rulinganfrage stellen lassen. Er ersuchte damit 

u.a.  um  Bestätigung,  dass  er  an  der  F  beteiligt  sei,  welche  Gesellschaft  ihren  Ge-

schäftsbetrieb  in  den  USA  unterhalte  und  bei  ihm  in  der  Schweiz  eine  Betriebsstätte 

begründen  wolle.  Sein  in  der  Schweiz  steuerbarer  Anteil  an  den  Einkünften  der  F  sei 

auf 20% festzulegen, während die übrigen Einkünfte von der schweizerischen Steuer-

pflicht  (mit  Progressionsvorbehalt)  auszunehmen  seien.  Das  kantonale  Steueramt 

stimmte dieser Anfrage am … … 2008 unterschriftlich zu. 

Zur Begründung liess der Pflichtige in der Rulinganfrage ausführen, die Auftei-

lung seiner Erwerbseinkünfte aus der F zwischen der Schweiz und dem Ausland solle 

anhand der Arbeitstage erfolgen. Bei 220 Arbeitstagen pro Jahr und 40 Arbeitstagen in 

der Schweiz mache die hiesige Beschäftigung 18% aus. Aufgrund einer gewissen Un-

sicherheit  betreffend  die  "tatsächlichen"  Arbeitstage  in  der  Schweiz  werde  beantragt, 

dass  der  für  die  internationale  Steuerausscheidung  massgebende  Anteil  der  Schweiz 

pauschal auf 20% festgesetzt werde. Dies bedeute, dass die steuerbaren Einkünfte der 

schweizerischen Betriebsstätte 20% des Anteils des Pflichtigen an den Einkünften der 

F betrage. 

Daraus  ergibt  sich,  dass  mit  dem  Ruling  die  Aufteilung  der  Einkünfte  des 

Pflichtigen von der F auf die Schweiz ausdrücklich anhand der tatsächlichen Arbeitsta-

ge  vereinbart  wurde.  Auf  eine  Aufteilung  nach  dem  so  genannten  Wirkungsortprinzip 

wurde somit verzichtet, d.h. es kommt nicht darauf an, wo bzw. in welchem Land sich 

die  hier  geleistete  Arbeit  des  Pflichtigen  auswirkt  und  zu  entsprechenden  Einkünften 

führt.  Massgebend für  die  internationale  Steuerausscheidung  im  Sinn  von  vereinfach-

ten Hilfsfaktoren sind gemäss Ruling damit allein die hier vom Pflichtigen für die F ge-

leisteten  bzw.  verbrachten  Arbeitstage.  Dergestalt  ergibt  der  prozentuale  Anteil  der 

Arbeitstage in der Schweiz den entsprechenden Anteil an den Erwerbseinkünften von 

der F. 

Der Pflichtige macht in Beschwerde und Rekurs geltend, mit "Arbeitstagen" im 

Ruling seien die gemäss Wirkungsortprinzip gemeinten Tage gemeint. Dem ist jedoch 

nicht zu folgen, spricht er in der Rulinganfrage im Zusammenhang mit der Frage der für 

die  Verteilung  des  Arbeitseinkommens  massgeblichen  Arbeitstage  doch  stets  selber 

von seinen geschäftlichen "Aufenthalten" in den USA, Deutschland, der Schweiz und in 

Drittländern bzw. von "tatsächlichen" Arbeitstagen. Zudem führt er aus, die "Geschäfts- 

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und  Privataufenthalte"  in  der  Vergangenheit  lückenlos  aufgeschrieben  zu  haben  und 

diese  "Aufenthalte"  auch  zukünftig  lückenlos  zu  dokumentieren.  Demnach  ist  bei  den 

im Ruling zwecks Steuerausscheidung genannten Arbeitstagen von  den tatsächlich in 

den  jeweiligen  Ländern  verbrachten  Arbeitstagen  und  nicht  von  den  auch  nach  Mei-

nung des Pflichtigen ohnehin schwierig zu ermittelnden Arbeitstagen im Sinn des Wir-

kungsortprinzips  auszugehen.  Damit  übereinstimmend  spricht  der  Pflichtige  in  Be-

schwerde  und  Rekurs  denn  auch  selber  davon,  dass  das  Wirkungsortprinzip  den 

vereinbarten Steuerausscheidungsprozess nur verkompliziert hätte.  

b) Der Pflichtige schloss sodann mit seinen andern drei Partnern bei der F am 

… … 2008 ein "Geographic Work Allocation Agreement" ab. In Ziff. 1.1 dieser Verein-

barung wurde festgehalten, dass der Pflichtige in die Schweiz übersiedelt sei und min-

destens  50%  seiner  Arbeitszeit  pro  Jahr,  2008  eingeschlossen,  ausserhalb  der  USA 

verbringen  werde.  Dies  diene  der  Stärkung  der  Position  der  F  durch  Förderung  und 

Abschluss von attraktiven Geschäften in Europa und Asien.  

Diese  Vereinbarung  konnte  seinem  Abschlussdatum  entsprechend  im  Zeit-

punkt  der  Rulinganfrage  am  …  …  2008  bzw.  der  Zustimmung  durch  das  kantonale 

Steueramt am … … 2008 noch nicht vorgelegen haben. Dementsprechend reichte sie 

der Pflichtige aktenkundig auch erst am 5. August 2010 ein, und zwar im Rahmen des 

Veranlagungs-/Einschätzungsverfahrens  für  die  Steuerperiode  2008  zwecks  Unter-

mauerung  seines  Standpunkts,  dass  die  Wohnsitznahme  in  der  Schweiz  nicht  im 

Rahmen  eines  befristeten  Entsendungsvertrags  –  wie  vom  Steuerkommissär  in  der 

vorgängigen Auflage vom 21. Juli 2010 unterstellt –, sondern einer auf Dauer angeleg-

ten Zusammenarbeit mit den Partnern der F erfolgt sei. Ein früherer Einreichungszeit-

punkt  der  Vereinbarung  ist  nicht  nachgewiesen  und  wird  vom  Pflichtigen  denn  auch 

nicht (substanziiert) behauptet. 

c)  aa)  Das  kantonale  Steueramt  nahm  die  Vereinbarung  zum  Anlass,  um  in 

der Steuerperiode 2009 die Anzahl der vom Pflichtigen für die F pro Land geleisteten 

Arbeitstage zu untersuchen. 

bb) Die Vereinbarung wird in der Rulinganfrage des Pflichtigen nicht erwähnt. 

Auch macht Letzterer nicht geltend, das kantonale Steueramt bei Einreichung der An-

frage anderweitig auf den allenfalls bereits beabsichtigten Abschluss der Vereinbarung 

hingewiesen zu haben, sodass dieses Amt bei Zustimmung zum Ruling am … … 2008 

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von ihr nichts wissen konnte. Bei ihrem späteren Auftauchen am 5. August 2010 stellte 

sich  für  das  kantonale  Steueramt  daher  die  Frage,  ob  sich  der  in  der  Rulinganfrage 

geschilderte Sachverhalt über die Anzahl der Arbeitstage in der Schweiz bzw. den An-

teil  an  den  Erwerbseinkünften  von  20%  tatsächlich  entsprechend  verwirklicht  hatte. 

Denn in der Anfrage hatte der Pflichtige noch ausgeführt, seine geschäftlichen Aufent-

halte in den USA von bisher 160 - 180 Tagen und in Deutschland von 10 - 20 Tagen 

sollten  sich  nicht  wesentlich  verändern,  während  die  Aufenthalte  in  Drittländern  zu-

gunsten  der  Schweiz  deutlich  abnehmen  würden.  Da  es  sich  dabei  ausdrücklich  um 

Arbeitstage handelte  und  in  der  Rulinganfrage  von  220  Arbeitstagen  pro  Jahr  ausge-

gangen wurde, liegt dieser Anfrage ein in den USA geleistetes Arbeitspensum von 77% 

zugrunde.  Damit  übereinstimmend führte  der  Pflichtige an  anderer  Stelle der  Anfrage 

aus,  er  werde  auch  nach  Begründung  des Wohnsitzes  in  der  Schweiz  vorwiegend  in 

den USA für die F tätig sein und dort 160 - 180 Arbeitstage pro Jahr verbringen. Diese 

77% stellen eine erhebliche Diskrepanz zu dem im späteren Partnerabkommen festge-

haltenen Arbeitszeitpensum in den USA von nicht mehr als 50% dar. Es leuchtet daher 

ein,  dass  diese  Diskrepanz  den  Verdacht  hat  aufkommen  lassen,  auch  die  in  der 

Schweiz geleisteten Arbeitstage könnten von der Veränderung betroffen sein.  

Das kantonale Steueramt  war  demnach  aufgrund  der  erst  im  Nachhinein be-

kannt  gewordenen  fraglichen  Partnervereinbarung  und  der  daraus  hervorgehenden 

massgeblichen Abweichung gegenüber dem Ruling durchaus befugt, eine Überprüfung 

der  in  Letzterem  für  die  Zukunft  in  Aussicht  gestellten  Anzahl  Arbeitstage  in  der 

Schweiz durchzuführen. Eine Verletzung des Rulings bzw. des Grundsatzes von Treu 

und Glauben durch das kantonale Steueramt liegt damit nicht vor, wurde der Grund der 

Untersuchung  mit  dem  Einreichen  des  nachträglichen  Partnerabkommens  doch  vom 

Pflichtigen selber geschaffen. Zudem sicherte dieser im Ruling zu, auch künftig seine 

Geschäfts-  und  Privataufenthalte  weltweit  zu  dokumentieren,  was  nur  so  verstanden 

werden  kann,  dass  damit  die  Überprüfung  bzw.  Einhaltung  des  Rulings  ermöglicht 

werden sollte. Dies gesteht auch der Pflichtige ein. 

cc) Nichts daran zu ändern vermag der Einwand des Pflichtigen, er habe die 

Vereinbarung mit den Partnern nur deshalb abgeschlossen, um die Aufenthaltstage in 

den  USA  unter  50%  zu  drücken  und  dadurch  die  unbeschränkte  Steuerpflicht  in  den 

USA  aufheben  zu  können  sowie  für  Schweizer  Sozialversicherungszwecke  als 

"ANOBAG"  (=  Arbeitnehmer  ohne  beitragspflichtigen  Arbeitgeber)  zu  gelten.  Diese 

Begründung  vermag  nicht  zu  überzeugen,  legte  der  Pflichtige  die  Vereinbarung  dem 

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kantonalen  Steueramt  im  Veranlagungs-/Einschätzungsverfahren  2008  doch  vor,  um 

damit  die  Zusammenarbeit  unter  den  Partnern  der  F  als  dauerhaft  zu  dokumentieren 

und ihr dergestalt sehr wohl eine rechtsgeschäftliche Bedeutung zukommen zu lassen. 

Von einer Erstellung bloss zu steuerlichen Zwecken kann damit keine Rede sein, ganz 

abgesehen  davon,  dass  der  Pflichtige  diesen  auf  eine  Simulation  hinaus  laufenden 

Einwand  erst  mit  der  Einsprache  vom  19.  April  2012  gegen  die  Veranlagung/ 

Einschätzung  2009  erhob,  d.h.  als  er  inzwischen  gewahr  worden  war,  dass  er  die  in 

Aussicht  gestellten  Arbeitstage  in  der  Schweiz  von  20%  massgeblich  überschritten 

hatte. 

d)  aa)  Die  Steuerkommissärin  verlangte  mit  Auflage  und  Mahnung  vom 

26. Juli  bzw.  2.  Dezember  2011  den  substanziierten  Nachweis  über  die  Anzahl  der 

vom  Pflichtigen  geleisteten  Arbeitstage  pro  Land  anhand  von  Kalender,  Flugtickets, 

Hotelbelegen,  Restaurantbesuchen  etc.  Hierzu  war  sie  aufgrund  des  Rulings  –  wie 

erwähnt – berechtigt. 

Unter  der  entsprechenden  Dokumentation  für  den  Nachweis  gemäss  Ruling 

war  dabei  wohl  vorab  das  Führen  eines  diesbezüglichen  Kalenders  gemeint,  da  der 

Pflichtige entsprechende Aufzeichnungen unstreitig schon der Rulinganfrage für seine 

Aufenthalte  der  Jahre  2005  -  2007  beigelegt  hatte.  Aber  auch  die  Einforderung  von 

Flugtickets war zulässig, in Anlehnung an die weiteren Ausführungen des Pflichtigen in 

der  Rulinganfrage,  dass  er "nachweislich (mittels  Flugtickets) regelmässig  in die USA 

fliegen und (…) dort rund 160 - 180 Tage verbringen" werde. 

bb) Der Pflichtige reichte auf Mahnung hin am 25. Januar 2012 eine kalende-

rarische Aufstellung über seine im Jahr 2009 geleisteten Arbeitstage in den USA, der 

Schweiz und in andern Ländern ein. Daraus ging hervor, dass in diesem Jahr gemäss 

seinen  eigenen  Angaben  auf  die  USA  112  Arbeitstage  (=  49,8%),  die  Schweiz  74  

(=  32,9%)  und andere Länder  39  (=  17,3%)  entfielen.  Der  verlangte Nachweis  seiner 

Angaben  fehlte  jedoch  vollständig,  indem  der  Pflichtige  nicht  einmal  die  in  der  Rulin-

ganfrage selber erwähnten Flugtickets vorlegte. 

Damit  trat  nach  durchgeführter  Untersuchung  schon  aufgrund  der  eigenen, 

nicht  belegten  Angaben  des  Pflichtigen  eine  massgebliche  Abweichung  der  in  der 

Schweiz geleisteten Arbeitstage – 32,9% statt 20% – von dessen Prognose in der Ru-

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linganfrage  zutage.  Dementsprechend  verhielt  es  sich  mit  dem  Umfang  der  auf  die 

Schweiz entfallenden Erwerbseinkünfte.  

Die  Abweichung  vom  Ruling  war  insofern  erheblich,  als  die  32,9%  der  Ar-

beitstage  in  der  Schweiz  pro  2009  einer  Steigerung  gegenüber  dem  Rulingwert  von 

65% entsprach. Zudem musste mangels Nachweis der Angaben des Pflichtigen damit 

gerechnet  werden,  dass  dieser  Wert  noch  höher  lag.  Das  kantonale  Steueramt  war 

daher  nach  durchgeführter  Untersuchung  zur  Annahme  berechtigt,  das  Ruling  sei  im 

Jahr 2009 hinsichtlich der Anzahl der in der Schweiz geleisteten Arbeitstage und damit 

der  auf  die  Schweiz  entfallenden  Erwerbseinkünfte  in  erheblichem  Mass  nicht  ein-

gehalten  worden.  Es  durfte  demnach  zur  Bestimmung  der  auf  die  Schweiz  zu  verle-

genden Erwerbseinkünfte davon abrücken. 

3.  a)  Hat  ein  Steuerpflichtiger  trotz  Mahnung  seine  Verfahrenspflichten  nicht 

erfüllt  oder  können  die  Steuerfaktoren  mangels  zuverlässiger  Unterlagen  nicht  ein-

wandfrei ermittelt werden, so nimmt die Steuerbehörde gemäss Art. 130 Abs. 2 Satz 1 

des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom  14.  Dezember  1990  (DBG) 

bzw. § 139 Abs. 2 Satz 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) die Veranlagung 

nach pflichtgemässem  Ermessen  vor.  Diese  Bestimmung  setzt  einen  Untersuchungs-

notstand voraus. Dieser ist im Regelfall dadurch verursacht, dass der Steuerpflichtige 

trotz  formgültiger  Mahnung  seinen  Mitwirkungspflichten  mit  Bezug  auf  die  Ermittlung 

der für die Einschätzung massgeblichen Tatsachen nicht oder nur unvollständig nach-

gekommen ist. Ein Verschulden des Steuerpflichtigen ist nicht vorausgesetzt.  

Der  Steuerpflichtige  muss  gemäss  Art.  126  Abs.  1  und  2  DBG  bzw.  §  135  

Abs.  1  und  2  StG  alles  tun,  um  eine  vollständige  und  richtige  Veranlagung/ 

Einschätzung  zu  ermöglichen.  Er  muss  auf  Verlangen  insbesondere  mündlich  oder 

schriftlich  Auskunft  erteilen  und  Geschäftsbücher,  Belege  und  weitere  Bescheinigun-

gen sowie Urkunden über den Geschäftsverkehr vorlegen. Kommt er dieser Verpflich-

tung  nicht  nach,  liegt  eine  Verfahrenspflichtverletzung  gemäss  Art.  130  Abs.  2  DBG 

bzw. § 139 Abs. 2 StG vor. 

b) aa) Der Pflichtige ist Mitglied der in den USA domizilierten Personengesell-

schaft F. Damit gilt er nach schweizerischem Recht unstreitig als Selbstständigerwer-

bender gemäss Art. 18 DBG bzw. § 18 StG, da die F ein nach kaufmännischer Art ge-

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führtes  Gewerbe  der  Finanzbranche  (Fondsmanagement)  betreibt  (Cagianut/Höhn, 

Unternehmungssteuerrecht,  3. A.,  1993,  § 1  N 19  und  §  2  N  25;  Peter  Locher,  Kom-

mentar  zum  DBG,  I.  Teil,  2001,  Art. 18  N 19).  Die  Gesellschaft  ist  als  solche  nicht 

steuerpflichtig, da ihr Einkommen und Vermögen dem Pflichtigen und den andern drei 

Teilhabern anteilsmässig zugerechnet wird (Art. 10 Abs. 1 DBG, § 8 Abs. 1 StG). Die 

Anteile der Gesellschafter bestimmen sich dabei nach Massgabe des Zivilrechts, mithin 

bei  Personengemeinschaften  nach  den  vertraglichen  Abmachungen  oder,  soweit  sol-

che fehlen, nach den gesetzlichen Bestimmungen (Greminger/Bärtschi, in: Kommentar 

zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2a, 2. A., 2008, Art. 10 N 2 DBG).  

Es ist nicht streitig, dass die Beteiligung des Pflichtigen an der F 25% beträgt. 

Gemäss der Steuererklärung beigelegter Aufstellung sind ihm im Jahr 2009 als Beteili-

gungsertrag USD 838'633.03 zugeflossen. Diesen Betrag rechnete  der Pflichtige zum 

Kurs  von  1.033734  um,  was  Fr.  866'923.48  ergab. 

Im  Veranlagungs-

/Einschätzungsentscheid  2009  vom  20.  März  2012  ging  die  Steuerkommissärin  dem-

gegenüber irrtümlich von diesem bereits umgerechneten Betrag von Fr. 866'923.- aus 

und rechnete ihn (zum Kurs von 1.085) nochmals um, sodass ein zu hohes Betreffnis 

von  Fr.  940'611.-  resultierte.  Richtig  gewesen  wären  bei  einmaliger  Umrechnung  Er-

werbseinkünfte von insgesamt lediglich Fr. 909'917.-. 

bb)  Die  F  hat  ihren  Sitz  bzw.  Hauptstandort  in  den  USA  und  unterhält  in 

Deutschland  sowie  am  Wohnsitz  des  Pflichtigen  in  der  Schweiz  eine  Betriebsstätte. 

Gemäss  Art.  6  DBG  bzw.  §  5  StG  erstreckt  sich  daher  die  hiesige  Steuerpflicht  des 

Pflichtigen nicht auf diese im Ausland gelegenen Geschäftsorte (je Abs. 1).  

Die  erforderliche  Steuerausscheidung  im  Verhältnis  zum  Ausland  hat  nach 

den  Grundsätzen  des  Bundesrechts  über  das  Verbot  der  interkantonalen  Doppelbe-

steuerung zu erfolgen (je Abs. 3).  Bei Unternehmen ist dabei der so genannten Quo-

tenzuteilungsmethode  der  Vorzug  zu  geben,  bei  der  jedes  Gemeinwesen  eine  be-

stimmte  Quote  des  Gesamteinkommens  und  Gesamtvermögens  zur  Besteuerung 

zugeteilt  erhält  und  die  Quote  direkt  nach  dem  Buchhaltungsergebnis  oder  indirekt 

nach  Erwerbsfaktoren  wie  Kapital,  Arbeit  etc.  ausgeschieden  wird.  Ziel  ist,  unter  Be-

rücksichtigung der Verhältnisse des Einzelfalls einen Massstab zu finden, welcher die 

Bedeutung der Betriebsstätten im Rahmen des Gesamtunternehmens, d.h. ihren Anteil 

an  der  Erzielung  der  Gesamtertrags  am  zuverlässigsten  zum  Ausdruck  bringt  (Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar  zum  DBG,  2.  A.,  2009,  Art.  6  N  34  DBG 

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und Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 5 N 33 StG je mit Verwei-

sungen).  International  bzw.  abkommensrechtlich  ist  in  der  Regel  gleich  vorzugehen 

(Kurt Alig, Personengesellschaften im interkantonalen und internationalen Steuerrecht, 

1980, S. 266 ff.). 

cc) Mit dem Ruling wurde diesen Grundsätzen nachgelebt, indem der auf die 

Schweiz  als  Hauptsteuerdomizil  auszuscheidende  Anteil  des  Pflichtigen  an  den  Er-

werbseinkünften  von  der  F  nach  der  Quotenzuteilungsmethode  vereinbart  und  dabei 

mangels  separater  Buchhaltung  für  die  hiesige  Betriebsstätte  (indirekt)  auf  den  Er-

werbsfaktor "Arbeit" abgestellt wurde. Das Ruling erweist sich insofern als gesetzmäs-

sig. Ihm ist daher diesbezüglich zu folgen. 

Hinsichtlich der Frage, wie der Erwerbsfaktor "Arbeit" zu bestimmen ist, kann 

grundsätzlich  ebenfalls  dem  Ruling  gefolgt  werden.  Denn  das  Abstellen  auf  die  tat-

sächlich geleisteten bzw. verbrachten Arbeitstage in einem Land verstösst nicht offen-

sichtlich gegen gesetztes Recht  und wäre  daher  –  wenn  überhaupt  –  vom  Pflichtigen 

nicht leichthin als solchen Verstoss zu erkennen gewesen. Die von den Rulingparteien 

getroffene  Regelung  erweist  sich  zudem  als  wesentlich  praktikabler  als  das  von  den 

Pflichtigen ins Spiel gebrachte Wirkungsortprinzip der Arbeit. 

Demnach beschränkt sich die Abweichung vom Ruling – wie vom kantonalen 

Steueramt im Veranlagungs-/Einschätzungsverfahren umgesetzt – zu Recht allein auf 

den Umfang der vom Pflichtigen tatsächlich geleisteten Arbeitstage pro Land und damit 

auf seine hier steuerbaren Erwerbseinkünfte. 

c)  Die  Pflichtigen  sind  der  nach  dem  Gesagten  formell  und  materiell  zulässi-

gen  Auflage  und  Mahnung  zur  Leistung  des  Nachweises  der  Arbeitstage  pro  Land 

nicht nachgekommen. Zwar haben sie mit dem eingereichten Kalender eine diesbezüg-

lich substanziierte Sachdarstellung geliefert, jedoch deren Nachweis nicht einmal ange-

treten. Damit haben sie eine Verfahrenspflichtverletzung begangen. In der Folge blieb 

dem  kantonalen  Steueramt  nichts  anderes  übrig,  als  die  Ungewissheit  bezüglich  der 

Anzahl Arbeitstage und darauf basierend des in der Schweiz steuerbaren Anteils des 

Pflichtigen  an  den  Erwerbseinkünften  von  der  F  nach  pflichtgemässem  Ermessen  zu 

schätzen. 

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Die  Pflichtigen  bezweifeln  die  Zulässigkeit  einer  Ermessensveranlagung/-

einschätzung mit dem Hinweis, dass sich die Gesamtsteuerfaktoren einwandfrei hätten 

ermitteln lassen und es nur noch um die Frage der internationalen Steuerausscheidung 

bei den Erwerbseinkünften gegangen sei. Sie übersehen jedoch, dass die Steueraus-

scheidung  erforderlich  ist,  um  die  hier  steuerbaren  Erwerbseinkünfte  des  Pflichtigen 

bzw.  das  steuerbare  Geschäftsvermögen  und  damit  letztlich  das  steuerbare  Einkom-

men und Vermögen, d.h. die Steuerfaktoren selber, festzusetzen. Mangels zuverlässi-

ger  Unterlagen  konnten  diese  Werte  nicht  einwandfrei  ermittelt  werden,  sodass  sich 

deren Festsetzung auf dem Weg der ermessensweisen Schätzung aufdrängte. 

4.  a)  Eine  zu  Recht  ergangene  Ermessenseinschätzung  kann  der  Steuer-

pflichtige laut Art. 132 Abs. 3 DBG bzw. § 140 Abs. 2 StG einzig wegen offensichtlicher 

Unrichtigkeit anfechten. Diese Norm beinhaltet eine Kognitionsbeschränkung der Prü-

fungsinstanzen. Letztere können eine zu Recht getroffene Ermessenseinschätzung nur 

aufheben, wenn sie sich als offensichtlich falsch erweist (so im Ergebnis Martin Zwei-

fel, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2b, 2. A., 2008, Art. 130 

N 33  DBG).  Den  entsprechenden  Nachweis  kann  der  Steuerpflichtige  auf  zwei  Arten 

erbringen (Martin Zweifel, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/1, 

2. A., 2002, Art. 48 N 46 ff. StHG, auch zum Folgenden): Vorab kann er den tatsächli-

chen  Sachverhalt  dartun  und  den  entsprechenden  Nachweis  leisten,  mit  der  Folge, 

dass die im Streit stehende Ermessenseinschätzung durch eine ordentliche Einschät-

zung ersetzt wird und die Steuerfaktoren nach den für "gewöhnliche" Einschätzungen 

geltenden  Regeln  ermittelt  werden.  Ist  die  Ermessenseinschätzung  Folge  einer  ver-

säumten Mitwirkungspflicht, so muss der Steuerpflichtige dabei insbesondere die ver-

säumten Handlungen innerhalb der Rechtsmittelfrist nachholen (RB 1999 Nr. 150). 

b) Ist dieser Nachweis nicht möglich oder misslingt er, kann der Steuerpflichti-

ge  sodann  noch  darlegen  und  nachweisen,  dass  die  angefochtene  Einschätzung  of-

fensichtlich  unrichtig  (namentlich  zu  hoch)  ist.  Als  offensichtlich  unrichtig  erweist  sich 

eine Schätzung dann, wenn sie sachlich nicht begründbar (z.B. erkennbar pönal oder 

fiskalisch begründet) ist, sich auf sachwidrige Schätzungsgrundlagen, -methoden oder  

-hilfsmittel  stützt  oder  sonst  wie  mit  den  konkreten  aktenkundigen  Verhältnissen  auf-

grund der Lebenserfahrung vernünftigerweise nicht vereinbar ist (Zweifel, Art. 48 N 59 

StHG  mit  Hinweisen).  Ist  dieser  Nachweis  geleistet,  bleibt  es  zwar  bei  einer  Ermes-

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senseinschätzung,  doch  wird  die  angefochtene  durch  eine  neue  (tiefere)  Schätzung 

der Rechtsmittelinstanz ersetzt. 

c)  Im  Beschwerde-/Rekursverfahren  betreffend  eine  Ermessenseinschätzung 

sind  dem  Steuerrekursgericht  weitere  Untersuchungen  verwehrt.  Es  hat  vielmehr  bei 

seiner eingeschränkten Überprüfung des angefochtenen Entscheids auf offensichtliche 

Unrichtigkeit hin nur jene im Zeitpunkt der Entscheidfällung vorhandenen Schriftstücke 

zu berücksichtigen, welche den behaupteten Sachverhalt sofort beweisen oder zumin-

dest  als  sehr  wahrscheinlich  erscheinen  lassen  (VGr,  27. Mai  1986,  SB 10/1986  und 

11. September 1986, SB 38/1986; Martin Zweifel, Die Sachverhaltsermittlung im Steu-

erveranlagungsverfahren, 1989, S. 144). 

5.  a)  aa)  Die  Pflichtigen  haben mit  der  Einsprache  den  verlangten  Nachweis 

der  pro  Land  geleisteten  Arbeitstage  des  Pflichtigen  nicht  erbracht.  Zwar  haben  sie 

"weitere Reise- und Geschäftsunterlagen" zur jederzeitigen Edition angeboten, jedoch 

genügte  dies für  die Nachholung  der  versäumten Handlung  nicht,  da  sie die entspre-

chenden Unterlagen nicht einmal näher bezeichnet und auch nicht wie erforderlich ein-

gereicht hatten. Es war nicht Sache der Einsprachebehörde, sie hierzu anzuhalten. 

bb) Nicht anders verhält es sich im vorliegenden Verfahren, beschränken sich 

die  Pflichtigen  in  Beschwerde  und  Rekurs  doch  auf  die  unbehelfliche  Rüge,  dass  die 

Vorinstanz sie nicht zur Einreichung der angebotenen Unterlagen aufgefordert habe.  

Ohne näheren Kommentar legten sie den Rechtsmitteln sodann eine Zusam-

menstellung  "Miles  &  More"  über  vom  Pflichtigen  im  Jahr  2009  durchgeführte  Flüge 

zwischen Zürich und den USA, innerhalb der USA sowie nach bzw. von andern Desti-

nationen  in  Deutschland  und  Israel  bzw.  über  dabei  gutgeschriebene  Flugmeilen  bei. 

Bei  einer  Vielzahl  von  Positionen  ist  jedoch  die  geflogene  Strecke  nicht  aufgeführt, 

sondern  nur  "M&M  Credit  Card"  oder  andere  Bemerkungen  wie  "Award  Ticket"  und 

decken sich diese Positionen nicht mit entsprechenden Eintragungen von Reisen in der 

kalendarischen Aufstellung pro 2009. Klarheit hätten hier die im Ruling in Aussicht ge-

stellten  Flugtickets  gebracht.  Ein  Vergleich  mit  der  Kalenderaufstellung  zeigt  sodann, 

dass bei insgesamt 32 Reisen von der Schweiz ins Ausland und umgekehrt nur gerade 

ein  Reisetag  als  Arbeitstag  der  Schweiz  zugewiesen  wurde,  dem  Ausland  dagegen 

deren 30. Eine Grundangabe hierfür fehlt. Sodann lässt sich acht Arbeitstagen in den 

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USA  gemäss  Kalenderaufstellung  kein  Flug  der  Auflistung  zuordnen,  ebenso  32  Ar-

beitstagen im übrigen Ausland. Schliesslich bringt das kantonale Steueramt in der Be-

schwerde-/Rekursantwort unwidersprochen vor, dass die Flüge der Auflistung teilweise 

auch von anderen Personen durchgeführt worden sein könnten, da dies aufgrund des 

vermerkten  Status  des  Pflichtigen  als  "Hon  Circle"  möglich  gewesen  wäre.  Demnach 

ist diese Auflistung nicht beweisbildend für die in den jeweiligen Ländern verbrachten 

Arbeitstage. 

Die Pflichtigen legten Beschwerde und Rekurs sodann wiederum ohne nähere 

Erläuterung eine Aufstellung über getätigte Barauslagen des Pflichtigen im Jahr 2009 

bei der F bei ("Report Only Out-Of-Pocket Expenses Below"). Abgesehen davon, dass 

diese  Aufstellung  nur  sehr  schwer  lesbar  ist,  enthält  sie Ausgaben  sowohl  an  Tagen, 

an  denen  in  der  Kalenderübersicht  gar  keine  Auslandreisen  vermerkt  sind,  als  auch 

umgekehrt für Orte im Ausland (z.B. London, Paris), die in der Kalenderübersicht nicht 

als Reiseziel aufgeführt sind. Zuweilen fehlt auch überhaupt jede Ortsangabe. Die Auf-

stellung taugt daher erneut nicht als Beweismittel für die in den jeweiligen Ländern ge-

leisteten Arbeitstage. 

cc)  Wurde  damit  die  versäumte  Handlung  nicht  spätestens  im  Beschwerde-/ 

Rekursverfahren  nachgeholt,  hat  es  bei  der  ermessensweisen  Festsetzung  der  hier 

steuerbaren Erwerbseinkünfte bzw. des entsprechenden Geschäftsvermögens definitiv 

zu bleiben und ist die Schätzung nur noch im Quantitativen auf offensichtliche Unrich-

tigkeit hin zu überprüfen. 

b)  Das  kantonale  Steueramt  schätzte  die  hier  steuerbaren  Erwerbseinkünfte 

des Pflichtigen gestützt auf das Partnerabkommen auf die Hälfte der von der  F zuge-

flossenen  Betreffnisse  und  verlegte  die  andere  Hälfte  auf  die  USA  sowie  die  übrigen 

Länder, darunter Deutschland mit der dortigen Betriebsstätte.  

Die  Anzahl  der  effektiven  Arbeitstage  in  der  Schweiz  ist  mangels  Nachweis 

zwar nicht bekannt. Indessen wird die Sachdarstellung im Ruling, wonach der Pflichtige 

in der Schweiz nur administrative Aufgaben erledigen und keine Investitionsentscheide 

oder  andere  wichtige  Geschäftsentscheide  treffen  werde,  vom  kantonalen  Steueramt 

für das Jahr 2009 nicht in Frage gestellt. Auch sind keine Anhaltspunkte für ein diesbe-

zügliches  Abweichen  vom  Ruling  ersichtlich.  Nicht  streitig  ist  weiter,  dass  die  F  ihren 

Hauptstandort  in  E  hat,  in  Deutschland  noch  über  eine  weitere  Betriebsstätte  verfügt 

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und der  Pflichtige  im  Jahr  2009  auch  dort  eine gewisse Anzahl  Arbeitstage verbracht 

hat  (gemäss  Ruling  10  -  20  Tage).  Damit  erweist  sich  die  Schätzung  der  auf  die 

Schweiz  entfallenden  Arbeitstage  mit  der  Hälfte  des  Gesamtpensums  aber  als  offen-

sichtlich  zu  hoch.  Die  Schätzung  ist  daher  aufzuheben.  Das  Steuerrekursgericht  trifft 

eine eigene Schätzung und setzt die hierorts geleisteten Arbeitstage des Pflichtigen auf 

40%  der  gesamten  Arbeitstage  fest.  Dies  entspricht  immer  noch  dem  Doppelten  des 

Rulingwerts. Damit bemisst sich der Anteil des Pflichtigen an den Einkünften von der F 

in der Schweiz ebenfalls mit 40%. 

Diese Quote ist sodann vom richtig, d.h. nur einmal umgerechneten Gesamt-

betreffnis  der  Erwerbseinkünfte  von  Fr.  909'917.-  zu  ermitteln,  sodass  sich  die  hier 

steuerbaren  Erwerbseinkünfte  des  Pflichtigen  auf  Fr.  363'967.-  statt  Fr.  470'305.-  be-

laufen. 

Als  Folge  ist  die  objektmässige  Verlegung  der  Beiträge  an  die  AHV/IV  von  

Fr. 23'909.- und die 2. Säule von Fr. 41'993.- der geänderten Steuerausscheidung an-

zupassen (vgl. abgeänderte Veranlagung/Einschätzung). 

c)  Die  Beteiligung  des  Pflichtigen  an  der  F  von  Fr.  223'891.-  ist  sodann  der 

geänderten Steuerausscheidung entsprechend ebenfalls nicht hälftig, sondern zu 40% 

bzw. 60% auf die Schweiz und das Ausland zu verlegen.  

6.  Diese  Erwägungen  führen  zur  teilweisen  Gutheissung  der  Rechtsmittel. 

Ausgangsgemäss  sind  die  Kosten  des  vorliegenden  Verfahrens  den  Parteien  anteils-

mässig aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG, § 151 Abs. 1 StG).  Die Zusprechung von 

Parteientschädigungen  an  die  Pflichtigen  entfällt,  da  sie  mehrheitlich  unterliegen  

(Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungs-

verfahren  vom  20.  Dezember  1968;  §  152  StG  i.V.m.  § 17  Abs. 2  des  Verwaltungs-

rechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997). 

Die Kostenauflage im Einspracheverfahren ist zu bestätigen, da die Pflichtigen 

zu  Recht  nach  pflichtgemässem  Ermessen  eingeschätzt  worden  sind  und  auch  die 

Kostenhöhe  von  Fr.  650.-  angemessen  ist  (§ 142  Abs. 2  Satz  2  StG  i.V.m.  § 18  der 

Verordnung zum Steuergesetz vom 1. April 1998 [VO StG] bzw. Ziffer 2.1. des Proto-

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kolls  der  Fachkommission  für  Steuerrecht  des  kantonalen  Steueramts  vom  18.  Janu-

ar 2007). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Beschwerdeführer werden für die 

direkte Bundessteuer wie folgt veranlagt (Tarif gemäss Art. 214 Abs. 2 DBG; Ver-

heiratetentarif): 

Steuerperiode 

2009 

steuerbar 

satzbestimmend 

Einkommen 

Fr. 

317'200.- 

809'300.-. 

2.  Der  Rekurs  wird  teilweise  gutgeheissen.  Die  Rekurrenten  werden  für  die  Staats- 

und Gemeindesteuern wie folgt eingeschätzt (Tarif gemäss § 35 Abs. 2 bzw. § 47 

Abs. 2 StG; Verheiratetentarif): 

Steuerperiode 

Einkommen 

Vermögen 

2009 

steuerbar 

satzbestimmend 

Fr. 

314'400.- 

807'900.- 

Fr. 

630'000.- 

666'000.-. 

[…] 

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