# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1d95fbfc-ae1e-5dd7-9e54-4b321ed2e593
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-25
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 25.11.2014 U 2014 79
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2014-79_2014-11-25.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

U 14 79

1. Kammer 

bestehend aus

Verwaltungsrichter Audétat als Vorsitzender, Vizepräsident Priuli 

und Verwaltungsrichter Stecher, Aktuar Gross

URTEIL
vom 25. November 2014

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ AG,

Beschwerdeführerin

gegen 

B._____ AG,

Beschwerdegegnerin 1

und

C._____ GmbH,

Beschwerdegegnerin 2

betreffend Submission

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1. Zur Vorgeschichte dieser Submission kann auf das Urteil des Verwal-

tungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] U 13 53 vom 27. August 

2013 verwiesen werden. Das Dispositiv [Ziffer 1] jenes Urteils lautete wie 

folgt: 

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der angefochtene Vergabeent-
scheid vom 17. Juni 2013 aufgehoben und die Angelegenheit an die 
Vorinstanz (B._____ AG) zur Neuausschreibung und zu neuer Auf-
tragsvergabe zurückgewiesen.  

2. Die B._____ AG schrieb in der Folge im kantonalen Amtsblatt erneut die 

Ersatzbeschaffung eines Rettungswagens „RTW, IVR Typ C mit Rück-

nahme «Dumeni 4» VWT4“ aus. Die Ausschreibung erfolgte im Rahmen 

des offenen Verfahrens laut kantonalem Submissionsgesetz. Als Zu-

schlagskriterien wurden die „Beschaffungskosten“ mit 50%, der „Erfül-

lungsgrad Pflichtenheft“ mit 40% und „Service und Wartung“ mit 10% an-

gegeben.

3. Insgesamt gingen innerhalb der Eingabefrist bis am 10. April 2014 vier 
Offerten ein. Nach Auswertung der Angebote ergab sich folgendes Bild:

C._____ GmbH und D._____         je 9.85 Punkte
A._____ AG Offerte nicht gemäss Ausschreibungsunterlagen, ungültig
E._____ Offerte nicht gemäss Ausschreibungsunterlagen, ungültig

Aufgrund der gleich hohen Punktezahl der Anbieter C._____ GmbH und 

D._____ war eine Entscheidung notwendig. Die mit der Auswertung der 

Angebote betrauten Personen der B._____ AG stellten den Antrag, sich 

für das Angebot der C._____ GmbH zu entscheiden; dies, obschon 

D._____ mit Fr. 286'999 das günstigere Angebot einreichte (Angebot 

C._____ GmbH: Fr. 293'581). Der Antrag wurde mit der höheren Erfüllung 

der Soll-Anforderungen und auch der Muss-Kriterien durch die berück-

sichtigte Anbieterin begründet. Die B._____ AG stimmte diesem Antrag 

zu und erteilte den Zuschlag der C._____ GmbH. 

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4. Mit Schreiben vom 24. September 2014 teilte die B._____ AG den Anbie-

tern ihren Vergabeentscheid mit. Der Ausschluss der Offerte der A._____ 

AG wurde nicht begründet. Ihr Angebot wäre mit Fr. 256‘000 preislich die 

günstigste Offerte aller Anbieter gewesen. Auf telefonische Nachfrage der 

A._____ AG innerhalb der Beschwerdefrist erklärte die B._____ AG, dass 

der Ausschluss erfolgt sei, weil die Gültigkeit der Offerte der A._____ AG 

nicht wie verlangt sechs Monate betragen hätte und die eingereichten 

Baupläne nicht dem anzubietenden Fahrzeug entsprochen hätten.

5. Die A._____ AG (Beschwerdeführerin) erhob darauf am 1. Oktober 2014 

Beschwerde gegen den Vergabeentscheid und verlangte sinngemäss die 

Aufhebung des angefochtenen Beschwerdeentscheids und Zurückwei-

sung der Sache an die Vergabebehörde zur neuen Entscheidung. In Be-

zug auf die Offertgültigkeit räumte die Beschwerdeführerin ein, dass ihr 

ein Flüchtigkeitsfehler unterlaufen sei, indem sie auf S. 12 ihrer Offerte 

deren Gültigkeit auf den 31. Juli 2014 befristete. Dieser Fehler hätte die 

Vergabebehörde allerdings einfach durch eine entsprechende Rückfrage 

ausräumen können. Zudem sei der Liefertermin, wie in den Ausschrei-

bungsunterlagen vorgesehen, unrealistisch gewesen. Bezüglich der Bau-

pläne räumt die Beschwerdeführerin ein, dass diese nur teilweise dem 

Pflichtenheft entsprächen, was von ihr aber auch von Beginn weg so 

kommuniziert worden sei. Es sei nämlich gar nicht möglich, genau dem 

Pflichtenheft entsprechende Baupläne einzureichen, da diverse Einbauor-

te, Masse (Höhe, Breite, Länge), Produktmarken und Typen, Art der Öff-

nungen etc. nicht klar bzw. nicht definiert seien. Schematische Darstel-

lungen, wie sonst bei derartigen Ausschreibungen üblich, suche man ver-

geblich. Die Beschwerdeführerin sei davon ausgegangen, dass wie in an-

deren Fällen üblich nach Auftragsvergabe eine Baubesprechung stattfin-

den würde, aufgrund derer dann die exakten Baupläne erstellt würden. 

Schliesslich vermutet die Beschwerdeführerin, dass die Vergabebehörde - 

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wie bereits im Verfahren U 13 53 - einfach ihren Favoriten durchgedrückt 

habe.

6. In ihrer Vernehmlassung vom 8. Oktober 2014 beantragte die Vergabe-

behörde die Abweisung der Beschwerde. Sie ist der Ansicht, dass die Be-

schwerdeführerin – obschon auf dem Angebot selber unterschriftlich 

bestätigt – zwei 'Annahmekriterien' nicht einhalte: (1) Anstatt der geforder-

ten Offertgültigkeit von sechs Monaten sei die Offerte nur bis 31. Juli 

2014, also nur rund 3.7 Monate gültig gewesen und es fehlten (2) Bau-

pläne mit Baumassen des offerierten Fahrzeuges und Aufbaus. Aufgrund 

der Nichterfüllung dieser beiden Bedingungen sei die Vergabebehörde 

zum Schluss gekommen, dass die Offerte nicht gemäss Ausschreibungs-

bedingungen eingereicht worden und deshalb ungültig sei. Bei diesem 

Entscheid hätte sie sich vom früheren Urteil VGU U 13 53 leiten lassen. 

7. Die Beschwerdeführerin beharrt in ihrer freiwilligen Stellungnahme (Re-

plik) vom 20. Oktober 2014 auf ihren Standpunkten. Hinsichtlich der Of-

fertgültigkeit sieht sie nicht verwertbare widersprüchliche Angaben. Was 

die Baumasse betrifft, so habe die Beschwerdeführerin ja das ‚technische 

Pflichtenheft’ unterzeichnet. Ein Rettungswagen sei ein individuell auf die 

Kundenbedürfnisse abgestimmtes Produkt, kein Fahrzeug sei gleich. Oft 

löse ein bestimmter Kundenwunsch eine Kettenreaktion aus, was das 

ganze Projekt beeinflusse. Mit den von der Vergabebehörde gemachten 

Angaben hätten keine ernsthaften Detailzeichnungen erstellt werden kön-

nen, es sei denn, man verfüge über Insiderwissen. Kein vernünftig agie-

render Anbieter würde bei derart unklaren Vorgaben Zeit und Geld inves-

tieren in Detailzeichnungen, bevor man den Auftrag habe, ausser man 

nutze genau diesen Umstand, um andere vom Verfahren auszuschlies-

sen. Weiter sieht die Beschwerdeführerin eine Ungleichbehandlung in der 

Bewertung ihrer Offerte und derjenigen der Anbieterin D._____: So sei in 

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der Auswertung bei D._____ P.19 „Baupläne mit Baumassen“ mit grün = 

erfüllt angegeben, obwohl die Baupläne nur die Fahrzeuglänge enthielten, 

während die Beschwerdeführerin in demselben Punkt mit rot = nicht erfüllt 

bewertet wurde. Schliesslich weist die Beschwerdeführerin auf den Sinn 

und Zweck der Submissionsgesetzgebung hin, der nicht mit überspitzten 

technischen Anforderungen und übertriebenem Formalismus ausgehebelt 

werden dürfe. 

8. Mit Schreiben (Duplik) vom 23. Oktober 2014 nimmt auch die B._____ AG 
nochmals kurz Stellung. Betreffend Offertgültigkeit weist sie darauf hin, 

dass die Gesamtvorgabe für die Erfüllung der Ausschreibung relevant sei, 

insbesondere Kapitel 19, wo unter ‚Einzureichende Unterlagen’ auch das 

‚Angebot des Unternehmers mit detaillierter Leistungsbeschreibung und 

Mengen- und Preisangaben’ eingefordert worden sei. Was die Baumasse 

betreffe, so hätten drei der vier Anbieter den Aufwand auf sich genom-

men, auftragsspezifische Baupläne anzufertigen. Die Behauptung der Be-

schwerdeführerin, wonach kein vernünftiger Anbieter vor dem Zuschlag 

Zeit und damit Geld in die Ausarbeitung von Projektplänen investieren 

würde, sei unhaltbar. Ebenfalls unhaltbar sei die Kritik an den Unterlagen 

der Firma D._____, welche mit insgesamt sieben Blättern den offerierten 

Rettungswagen dargestellt habe, womit auch eine Kontrolle der vorgege-

benen Abmessungen möglich war. Die von der Beschwerdeführerin ein-

gereichten Baupläne bildeten hingegen nur ein ‚ähnliches Referenzfahr-

zeug’ ab, welches aber die für die Vergabebehörde wichtigen Aussen-

masse in Höhe und Breite bedeutend überschreite. 

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien wird, soweit für die Streitent-

scheidung erforderlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen.

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist vorliegend der Vergabeentscheid vom 24. Septem-

ber 2014, worin die Vergabebehörde (Beschwerdegegnerin 1) den Auf-

tragszuschlag betreffend Ersatzbeschaffung eines Spitalrettungswagens 

an die Firma C._____ GmbH für Fr. 293‘581.-- (Beschwerdegegnerin 2 

bzw. Zuschlagsempfängerin) erteilte, mit der Begründung, diese Anbiete-

rin habe die Erfüllung der Soll-Anforderungen und Muss-Kriterien am bes-

ten (wirtschaftlich günstigsten) gemeistert, obschon die mit Fr. 286‘999.-- 

noch preiswertere Firma D._____ ebenfalls 9.85 Punkte erreicht habe. Mit 

dieser Vergabe konnte sich die A._____ AG (Beschwerdeführerin) nicht 

einverstanden erklären, weil sie mit Fr. 256‘000.-- das preisgünstigste 

Angebot gemacht habe und von der Beschwerdegegnerin 1 zu Unrecht 

vom Wettbewerb ausgeschlossen worden sei. Zu prüfen und zu klären gilt 

es hier demnach, ob die für die Ungültigkeit und den Ausschluss der Of-

ferte der Beschwerdeführerin angeführten Gründe rechtens und vertretbar 

waren oder ob eben doch die preisgünstigste Offerte der Beschwerdefüh-

rerin zu berücksichtigen gewesen wäre. Nicht Beschwerdethema ist vor-

liegend indessen, ob die Vorgehensweise der Beschwerdegegnerin 1 in 

Bezug auf die beiden punktgleichen Anbieterinnen (je 9.85 Punkte) kor-

rekt und schützenswert war. 

2. In formeller Hinsicht gilt es zunächst festzuhalten, dass nach Art. 50 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) zur Be-

schwerde legitimiert ist, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt 

ist und ein schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung 

hat oder wer durch besondere Vorschrift dazu ermächtigt ist. Gemäss Art. 

25 Abs. 2 lit. c SubG können Entscheide der Vergabebehörde selbständig 

mit Beschwerde beim Verwaltungsgericht angefochten werden, sofern sie 

den Zuschlag und den Ausschluss vom Wettbewerbsverfahren betreffen. 

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Nach Art. 26 Abs. 1 SubG sind Beschwerden schriftlich und begründet in-

nert zehn Tagen seit Eröffnung des Entscheids einzureichen. Damit gilt in 

Submissionsverfahren eine verkürzte Rügefrist gegenüber der sonst in 

Verwaltungsstreitigkeiten üblichen 30-tätigen Anfechtungsfrist laut Art. 52 

Abs. 1 VRG. Im konkreten Fall ist erstellt, dass die mit einer schriftlichen 

Begründung versehene Beschwerde vom 1. Oktober 2014 gegen den 

Vergabeentscheid vom 24. September 2014 innert der 10-tätigen Anfech-

tungsfrist bei der zuständigen Gerichtsinstanz (Verwaltungsgericht) erho-

ben wurde und die Beschwerdeführerin offenkundig durch die Ungültig-

keitserklärung und den Ausschluss ihres preisgünstigsten Angebots einen 

finanziellen Nachteil erleidet und somit hier auch zur Beschwerde legiti-

miert sein muss. Auf die frist-und formgerecht eingereichte Beschwerde 

tritt das Gericht folglich materiell ein, selbst wenn die Beschwerdeführerin 

bloss die Aufhebung des Zuschlagsentscheids und die Rückweisung der 

Streitsache an die Vergabebehörde zur neuen Entscheidung verlangte, 

ohne auch noch die Auftragsvergabe direkt an sich selber zu beantragen. 

Dieses förmliche Versäumnis beim gestellten Rechtsbegehren wiegt nach 

Ansicht des streitberufenen Gerichts aber noch nicht so schwer, als dass 

allein darum auf die Beschwerde nicht eingetreten werden könnte; zumal 

es sich um die Beschwerde eines juristischen Laien handelt und an sol-

che Eingaben keine allzu hohen Formerfordernisse gestellt werden dürfen 

(vgl. Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden A 04 108 

vom 15. Februar 2005 E.2b, U 09 17 vom 29. April 2009 E.1, A 06 43 vom 

28. November 2006 E.1; PVG 1985 Nr. 79, 1984 Nr. 89 und 1982 Nr. 85).

3. a) In materieller Hinsicht gilt es vorweg auf die massgeblichen Vorschriften 

des hier unbestritten zur Anwendung gelangenden Submissionsgesetzes 

für den Kanton Graubünden zu verweisen, wonach in Art. 22 lit. c SubG 

bestimmt wird: Ein Angebot wird von der Berücksichtigung insbesondere 

dann ausgeschlossen, wenn der Anbieter/die Anbieterin ein Angebot ein-

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reicht, das unvollständig ist oder den Anforderungen der Ausschreibung 

nicht entspricht. Nach gefestigter Rechtsprechung des Verwaltungsge-

richts wird dabei ein strenger Massstab an das Erfordernis der Überein-

stimmung zwischen den Grundlagen der Ausschreibung und den tatsäch-

lich dargebotenen Offerten gelegt. Erwähnte Bestimmung will namentlich 

sicherstellen, dass nur vollständige und den Ausschreibungsunterlagen 

genügende Angebote berücksichtigt werden (PVG 2005 Nr. 33, 1999 Nr. 

61 und 1997 Nr. 60). Komplett ist ein Angebot dann, wenn es alle wesent-

lichen, für eine unverfälschte Beurteilung notwendigen und geforderten 

Angaben enthält. Das Fehlen oder die Falschangabe auch nur einzelner 

Offertpositionen bewirkt im Grundsatz die Ungültigkeit und folgerichtig 

den Ausschluss des Angebots von der freien Konkurrenz. Einerseits soll 

dadurch gewährleistet werden, dass keiner der Wettbewerbsteilnehmer 

irgendwie bevorzugt wird bzw. alle mit „gleich langen Spiessen kämpfen“, 

während andererseits für die Vergabeinstanz damit eine klare, übersichtli-

che, zu keinen Diskussionen Anlass gebende Ausgangslage für die an-

schliessende Entscheidungsfindung geschaffen wird. Ausschliesslich 

durch die den Submissionsvorgaben genau entsprechenden Angebote 

wird der Vergabeinstanz nämlich ein aussagekräftiger und umfassender 

Überblick über das effektive Preis-/Leistungsverhältnis, die Werkqualität, 

die Ausführungstermine, die Wirtschaftlichkeit, die Arbeitszeiten, die Ent-

löhnung usw. verschafft und können die eingegangenen Offerten auf ei-

nen Nenner gebracht und rasch miteinander verglichen werden. Nur das 

Vorliegen ausschreibungskonformer Angebote ermöglicht es mit anderen 

Worten der entscheidenden Behörde, die einzelnen Positionen unterein-

ander zu vergleichen und sie einwandfrei innerhalb der Zuschlagskriterien 

gegeneinander abzuwägen und so letztlich transparent für alle Beteiligten 

zu bewerten. Diese strenge Ausschlusspraxis zur Ungültigkeit von Ange-

boten wurde unlängst dahingehend präzisiert, dass – um sich nicht dem 

Vorwurf eines überspitzten Formalismus auszusetzen – seitens der Ver-

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gabebehörde in Bezug auf die Ungültigkeitserklärung und den Ausschluss 

von Offerten namentlich dort eine gewisse Zurückhaltung geboten sei, wo 

die fehlenden oder unvollständigen Angaben ohne grossen Aufwand 

durch die Vergabebehörde selbst ergänzt werden könnten oder die Be-

wertung der Wirtschaftlichkeit eines Angebotes nicht im Entferntesten von 

diesen Angaben abhänge (so Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden U 10 85 vom 14. September 2010 E.1b mit weiteren Hinwei-

sen auf die modifizierte Rechtsprechung).

b) Vorliegend wurde in den Ausschreibungsunterlagen eine Gültigkeitsdauer 

für die offerierten Angebote von mindestens sechs Monaten verlangt. Die 

Eingabefrist für die Einreichung der am Wettbewerb teilnehmenden An-

bieter/-Innen lief aktenkundig bis am 10. April 2014, womit die verlangte 

Gültigkeitsdauer (6 Monate) der eingereichten vier Angebote also mindes-

tens bis zum 10. Oktober 2014 garantiert werden sollte. Die Beschwerde-

führerin hat in ihrer Angebotseingabe aber nachweislich nur eine Gültig-

keitsdauer bis zum 31. Juli 2014 angegeben und beruft sich nachträglich 

auf einen Flüchtigkeitsfehler; die Vergabebehörde hätte mit einem einfa-

chen Telefonanruf die Situation klären und somit ihr Preisangebot retten 

können. Einer solchen Betrachtungsweise steht nach Ansicht des Ge-

richts bereits entgegen, dass es sich bei der offensichtlich fehlerhaft aus-

gefüllten Ausschreibungsposition (korrekte Angabe der Gültigkeitsdauer; 

mindestens sechs Monate) nicht lediglich um einen Schreib- oder Flüch-

tigkeitsfehler, sondern viel eher um einen Erklärungsirrtum handelt: Wie 

das streitberufene Verwaltungsgericht dazu erst kürzlich im Verfahren 

U 14 64 (betreffend Abrechnungen im Zusammenhang mit Reinigungsar-

beiten) erneut bestätigte, kann die Vergabebehörde nur bei offensichtli-

chen und eindeutigen Rechnungsfehlern oder dergleichen tätig werden 

(vgl. PETER GALLI/ANDRÉ MOSER/ELISABETH LANG/MARC STEINER, Praxis 

des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. Aufl., Zürich 2013, N. 465 S. 207, 

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N. 713-714 S. 313-314 sowie N. 731 S. 321). Bei formell korrekt vorge-

nommenen Erklärungen in den eingereichten Angebotsunterlagen muss 

sich die Verfasserin aber grundsätzlich behaften lassen, auch wenn diese 

Selbstdeklaration (angeblich) nicht dem tatsächlichen Willen der betref-

fenden Anbieterin (hier Beschwerdeführerin) zum Zeitpunkt der Ausarbei-

tung der einzureichenden Devisunterlagen entsprochen haben sollte. Bei 

der Bejahung eines „Erklärungsirrtums“ ist der Ausschlussgrund nach Art. 

22 lit. c SubG aber bereits erfüllt worden und folglich auch die Ungültig-

keitserklärung des offenkundig mangelhaft ausgefüllten Gesamtangebots 

der Beschwerdeführerin durch die Vergabebehörde zu Recht erfolgt. Die 

„Falschangabe“ bei der Gültigkeitsdauer des eingereichten Angebots (nur 

3.7 statt 6 Monate) stellt eine Ausschreibungswidrigkeit dar, die bereits für 

sich alleine betrachtet zur Abweisung der Beschwerde und zur Bestäti-

gung des angefochtenen Vergabeentscheids führen muss. Selbst wenn 

man dazu aber noch anderer Meinung wäre und eine zusätzliche Ab-

klärungs- bzw. Rückfragepflicht der Vergabebehörde bejahen würde, er-

gäbe sich letztlich kein anderes Resultat, wie den nachfolgenden Erwä-

gungen entnommen werden kann.

c) Die nicht mehr tolerierbare Unvollständigkeit der von der Beschwerdefüh-

rerin eingereichten Angebotsunterlagen nach Art. 22 lit. c SubG bezieht 

sich nämlich nicht nur auf die selbstverschuldete Falschdeklaration betref-

fend Gültigkeitsdauer (zeitliche Verbindlichkeit der in den Devisunterlagen 

gemachten Preis- und Qualitätsangaben), sondern darüber hinaus auch 

noch auf die von der Beschwerdeführerin aktenkundig nur sehr rudi-

mentär eingereichten Baupläne mit (vollständig fehlenden) Baumassen 

bezüglich des zu liefernden Spitalrettungswagens. Die Beschwerdeführe-

rin behauptet dazu einzig, dass es nicht üblich sei, vor einem Auftragszu-

schlag konkrete, projektbezogene Pläne anzufertigen. Sie habe das tech-

nische Pflichtenheft unterzeichnet, was einer Verpflichtung gleichkomme, 

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sämtliche Vorgaben zu erfüllen; es sei deshalb völlig ausreichend, ledig-

lich die Pläne eines ähnlichen Referenzfahrzeuges einzureichen. Die 

Vergabebehörde teilt diese Auffassung keineswegs und verweist auf die 

drei anderen Anbieterinnen, die alle konkrete projektbezogene Baupläne 

ausgearbeitet und zur Illustration der von ihnen offerierten Fahrzeugbe-

standteile/ Baumasse eingereicht hätten. Das streitberufenen Verwal-

tungsgericht ist in Würdigung der geschilderten Verhältnisse zur Über-

zeugung gelangt, dass sich die Beschwerdeführerin vorliegend die ihr ge-

stellte Aufgabe in den Ausschreibungsunterlagen (Erstellung/Einreichung 

aussagekräftiger Baupläne) etwas zu einfach gemacht hat. Ihre un-

bekümmert geäusserte Absicht, die Pläne für ein ‚ähnliches Referenz-

fahrzeug‘ einreichen und dann die konkreten Baupläne erst nach dem Zu-

schlag und der darauf folgenden Bausitzung erstellen zu wollen, mutet 

seltsam und etwas weltfremd an und trifft bei der Vergabe von Bau-, 

Werk- und Dienstleistungsaufträgen auch keinesfalls zu (vgl. GAL-

LI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., N. 863 S. 389). Ein Architekt kann bei-

spielsweise auch nicht bei einer Ausschreibung des Baus eines Alters-

heimes Pläne irgendeines Altersheimes – das er früher einmal gebaut hat 

oder durch Dritte erstellen liess - unverändert einreichen und erst nach er-

folgtem Zuschlag aufgrund einer späteren Bausitzung das konkrete Pro-

jekt ausarbeiten wollen. Vielmehr haben alle Anbieter/-Innen in einem of-

fenen Submissionsverfahren den Aufwand für die Erstellung der geforder-

ten Unterlagen in Kauf zu nehmen; inklusive allfälliger nachfolgender Prä-

zisierungen oder Abänderungen im Rahmen des auszuführenden Ge-

samtprojekts. Auch der Bauunternehmer muss zum Teil und situativ mit 

viel Aufwand eine technische Lösung und ein umfangreiches Leistungs-

verzeichnis (Devis) ausarbeiten. Die Beschwerdegegnerin 1 hat das dies-

bezüglich ungenügende Projektangebot – in Anlehnung ans frühere Urteil 

U 13 52 E.3c in fine – daher zu Recht nach Art. 22 lit. c SubG vom Wett-

bewerb ausgeschlossen, was zwingend zur Konsequenz hat, dass die 

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Beschwerde auch unter diesem zweiten Aspekt (Fehlen aussagekräftiger 

Baupläne) abgewiesen werden muss. 

d) Der weiter von der Beschwerdeführerin erhobene Vorwurf der Ungleich-

behandlung zwischen ihrem Angebot und demjenigen der D._____ ist so-

dann einerseits inhaltlich falsch - worauf die Vergabeinstanz schon im an-

gefochtenen Entscheid zutreffend hinwies -, und erweist sich andererseits 

von Beginn weg als unbeachtlich, weil selbst der nachträgliche Aus-

schluss des Angebots dieser (lediglich zweitrangierten) Konkurrentin am 

Ergebnis der Vergabe an die Zuschlagsempfängerin (Beschwerdegegne-

rin 2) überhaupt nichts ändern würde. Auf diese Argumentation der Be-

schwerdeführerin kann das Gericht daher zum vornherein nicht eintreten.

e) Zusammengefasst ergibt sich, dass der angefochtene Vergabeentscheid 

vom 24. September 2014 in Bezug auf die hier allein zur Diskussion ste-

hende Ungültigkeitserklärung sowie den daran unerlässlich geknüpften 

Ausschluss des Angebots der Beschwerdeführerin laut Art. 22 lit. c SubG 

rechtmässig ist und somit geschützt werden kann, was zur Abweisung der 

Beschwerde vom 1. Oktober 2014 führt, soweit darauf einzutreten ist. 

4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. 

Eine aussergerichtliche Entschädigung steht der Vergabebehörde (Be-

schwerdegegnerin 1) nach Art. 78 Abs. 2 VRG nicht zu, da sie lediglich in 

ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegte. Eine Parteientschädigung an die 

Zuschlagsempfängerin (Beschwerdegegnerin 2) entfällt nach Art. 78 Abs. 

1 VRG ebenfalls, da diese sich am Verfahren gar nicht beteiligt hat.  

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Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 3'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 314.--

zusammen Fr. 3'314.--

gehen zulasten der A._____ AG und sind innert 30 Tagen seit Zustellung 

dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, 

Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]