# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cc807a78-9cb3-5f7b-a4b4-7ccb87fe8a21
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-06
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 06.09.2016 A 2016 22
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2016-22_2016-09-06.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

A 16 22

4. Kammer

Einzelrichter Racioppi und Simmen als Aktuar

URTEIL

vom 6. September 2016

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

Eheleute A._____,

Beschwerdeführer

gegen 

Steuerverwaltung des Kantons Graubünden, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2014

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1. Die in O.1._____ wohnhaften Eheleute A._____ sind Eigentümer zweier 

in O.2._____ bzw. O.3._____ gelegenen Liegenschaften im Kanton 

Graubünden.

2. Am 2. Dezember 2015 reichten die Eheleute A._____ der Steuerverwal-

tung des Kantons Graubünden eine Kopie ihrer Steuererklärung der 

Steuerperiode 2014 des Kantons O.1._____ ein. Darin wurde für die bei-

den Liegenschaften in O.2._____ und O.3._____ jeweils der Pauschalab-

zug für Liegenschaftsunterhaltskosten von 20 % des Bruttomietertrags 

bzw. Eigenmietwerts für mehr als zehn Jahre alte Gebäude geltend ge-

macht. Bezüglich der Liegenschaft in O.2._____ resultierte bei Mieterträ-

gen von Fr. 128'964.-- und einem um 30 % reduzierten Eigenmietwert von 

Fr. 15'792.-- (Fr. 22'560.-- abzüglich Fr. 6'768.--) auf der selbstgenutzten 

Wohnung ein Liegenschaftsunterhaltskostenabzug von Fr. 28'951.-- 

(20 % von Fr. 144'756.--). 

3. Mit Schreiben vom 15. Dezember 2015 forderte die kantonale Steuerver-

waltung die Eheleute A._____ unter anderem auf, die effektiven Unter-

haltskosten der Liegenschaft in O.2._____ nachzuweisen. Sie wurden 

darauf aufmerksam gemacht, dass bei Erträgen von über Fr. 145'000.-- 

nur die effektiven Unterhaltskosten abgezogen werden könnten. 

4. Mit E-Mail vom 8. Januar 2016 reichten die Eheleute A._____ eine Zu-

sammenstellung der Unterhaltskosten der Liegenschaft in O.2._____ in 

der Höhe von gesamthaft Fr. 3'342.90 ein. Gleichzeitig führten sie aus, 

dass es extrem ungerecht sei, dass bei knapp über der massgeblichen 

Limite liegenden Erträgen nur effektiv abgerechnet werden könne, 

während bei knapp darunter liegenden Erträgen der Pauschalabzug zur 

Anwendung komme. 

5. Am 11. Januar 2016 erliess die kantonale Steuerverwaltung die definitive 

Veranlagungsverfügung für die Kantons- und Gemeindesteuern 2014. 

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Dabei wurden bezüglich der Liegenschaft in O.2._____ lediglich die effek-

tiv nachgewiesenen Unterhaltskosten von Fr. 3'343.-- zum Abzug zuge-

lassen. 

6. Gegen diese Veranlagung erhoben die Eheleute am 25. Januar 2016 

Einsprache und beantragten, es sei der Pauschalabzug von 20 % von 

Fr. 145'000.--, ausmachend Fr. 29'000.--, zum Abzug zuzulassen. 

7. Mit Einspracheentscheid betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2014 

vom 19. April 2016 wies die kantonale Steuerverwaltung die Einsprache 

ab. Begründend wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass der Pauschal-

abzug gemäss der klaren gesetzlichen Grundlage ab einem Bruttoertrag 

von mehr als Fr. 145'000.-- nicht mehr zulässig sei. 

8. Dagegen erhoben die Eheleute A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) 

am 18. Mai 2016 (Poststempel) Beschwerde an das Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden mit den Anträgen auf Aufhebung des angefoch-

tenen Einspracheentscheids und Gewährung eines Abzugs für die Lie-

genschaftsunterhaltskosten in der Höhe von Fr. 29'000.--. Begründend 

führten sie aus, dass bis zu einem Mietertrag von Fr. 145'000.-- ein Pau-

schalabzug der Liegenschaftskosten von 20 % gewährt werde, maximal 

also Fr. 29'000.--. Ab einem Mietertrag von Fr. 145'000.-- werde keine 

Pauschale mehr gewährt, auch nicht der maximal mögliche Abzug von 

Fr. 29'000.--. Mithin könnten ab einem Mietertrag von Fr. 145'001.-- nur 

noch die effektiven Kosten in Abzug gebracht werden, obwohl die Kosten 

effektiv gleich hoch seien. Im Sinne der Steuergerechtigkeit sei ab einem 

Mietertrag von Fr. 145'000.-- der maximale Pauschalabzug von 

Fr. 29'000.-- weiter zu gewähren. 

9. Die Steuerverwaltung des Kantons Graubünden (nachfolgend Beschwer-

degegnerin) schloss in ihrer Vernehmlassung vom 22. Juni 2016 auf Ab-

weisung der Beschwerde. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen 

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vor, dass eine gewisse Schematisierung und Pauschalierung des Abga-

berechts unausweichlich und zulässig sei. Selbst wenn sich daraus im 

Einzelfall eine Benachteiligung gewisser Steuerpflichtiger gegenüber an-

deren Steuerpflichtigen in vergleichbaren Verhältnissen ergeben könnte, 

führe dies nicht zur Verfassungswidrigkeit dieser Regelung. Für die Rege-

lung von Art. 35 Abs. 3 StG bestünden sachliche Gründe. Der pauschale 

Abzug der Unterhaltskosten dürfe nicht dazu führen, dass der Grundsatz 

der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit verletzt 

werde. Dies wäre bei der Gewährung des Pauschalabzugs von 

Fr. 29'000.-- der Fall, zumal die effektiven Auslagen für den Liegen-

schaftsunterhalt in der Steuerperiode 2014 lediglich Fr. 3'343.-- betragen 

hätten. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften so-

wie im angefochtenen Einspracheentscheid vom 19. April 2016 wird, so-

weit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 43 Abs. 3 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechts-

pflege (VRG; BR 370.100) entscheidet das Verwaltungsgericht in einzel-

richterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert Fr. 5'000.-- nicht überschrei-

tet und keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist. Das vorliegende ver-

waltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren betrifft die Steuerperiode 

2014, für welche die Beschwerdeführer mit Veranlagungsverfügung vom 

11. Januar 2016 zur Zahlung Fr. 14'220.-- an Kantonssteuern und 

Fr. 16'797.-- an Gemeindesteuern, insgesamt somit Fr. 31'017.--, ver-

pflichtet wurden. Würde der vorliegend geltend gemachte pauschale Ab-

zug für Liegenschaftsunterhaltskosten von Fr. 29'000.-- anerkannt, 

läge der zu bezahlende Steuerbetrag gesamthaft bei Fr. 26'036.-- 

(Fr. 11'748.-- an Kantonssteuern, Fr. 14'288.-- an Gemeindesteuern). Aus 

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der Differenz der genannten Steuerbeträge resultiert ein Streitwert von 

Fr. 4'981.--. Da dieser unter Fr. 5'000.-- liegt und die vorliegende Streitsa-

che nicht in Fünferbesetzung zu entscheiden ist, ist die Zuständigkeit des 

Einzelrichters gegeben.

2. Anfechtungsobjekt des vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Beschwer-

deverfahrens bildet der Einspracheentscheid vom 19. April 2016 betref-

fend Kantons- und Gemeindesteuern 2014, mit welchem die Beschwer-

degegnerin die Einsprache der heutigen Beschwerdeführer vom 25. Ja-

nuar 2016 abgewiesen und gleichzeitig bloss die Abzugsfähigkeit der ef-

fektiv nachgewiesenen Unterhaltskosten von Fr. 3'343.-- bestätigt hat. Ein 

solcher Entscheid kann mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht wei-

tergezogen werden (vgl. Art. 50 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden [StHG; 

SR 642.14] i.V.m. Art. 139 Abs. 1 des Steuergesetzes für den Kanton 

Graubünden [StG; BR 720.00] und Art. 29 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Gemeinde- und Kirchensteuern [GKStG; BR 720.200]). Die sachliche Zu-

ständigkeit des Verwaltungsgerichtes ergibt sich aus Art. 49 Abs. 1 lit. b 

VRG, wonach das Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide 

von Dienststellen der kantonalen Verwaltung und von unselbständigen 

Anstalten des kantonalen Rechts beurteilt, soweit das kantonale Recht 

den direkten Weiterzug vorsieht, was hier − wie gesehen (vgl. Art. 139 

Abs. 1 StG) − der Fall ist. Demzufolge fällt die Beurteilung der vorliegen-

den Beschwerde in die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes des Kan-

tons Graubünden. Als formelle und materielle Adressaten des angefoch-

tenen Einspracheentscheids sind die Beschwerdeführer berührt und wei-

sen ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung auf (vgl. Art. 50 

VRG). Auf die zudem frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

demnach einzutreten.

3. Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob die Beschwerdegegnerin ange-

sichts der Fr. 145'000.-- übersteigenden Bruttoerträge aus der Liegen-

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schaft in O.2._____ zu Recht bloss die effektiven Unterhaltskosten von 

Fr. 3'343.-- anstelle des von den Beschwerdeführern deklarierten Pau-

schalabzugs von Fr. 28'951.-- zum Abzug zugelassen hat. 

a) Erträge aus unbeweglichem Vermögen, insbesondere Einkünfte aus 

Vermietung, Verpachtung, Nutzniessung oder sonstiger Nutzung (lit. a) 

sowie der Mietwert von Gebäuden oder Gebäudeteilen, die sich der Steu-

erpflichtige kraft Eigentums oder eines Nutzungsrechts für den Eigenge-

brauch zur Verfügung hält (lit. b), sind gemäss Art. 22 Abs. 1 StG steuer-

bar. Art. 35 Abs. 1 lit. b StG sieht vor, dass der Steuerpflichtige bei 

Grundstücken die Kosten des Unterhalts, die Kosten der Instandstellung 

von neu erworbenen Liegenschaften, die Versicherungsprämien, die Kos-

ten der Verwaltung durch Dritte und die Baurechtszinsen in Abzug brin-

gen kann. Anstelle der tatsächlichen Verwaltungs- und Unterhaltskosten 

kann der Steuerpflichtige gemäss Art. 35 Abs. 2 StG i.V.m. Art. 16 Abs. 1 

der Ausführungsbestimmungen zur Steuergesetzgebung (ABzStG; BR 

720.015) einen Pauschalabzug von 10 % des Bruttomietertrags bzw. Ei-

genmietwerts, wenn das Gebäude bis zehn Jahre alt ist, bzw. von 20 % 

des Bruttomietertrags bzw. Eigenmietwerts für ältere Gebäude, bean-

spruchen. Für Geschäfts- und Bürogebäude sowie für Grundstücke mit 

einem Bruttoertrag von mehr als Fr. 145'000.-- ist der Pauschalabzug 

nicht zulässig (vgl. Art. 35 Abs. 3 StG in der für die Steuerperiode 2014 

geltenden Fassung). In diesen Fällen können nur die tatsächlichen Unter-

halts- und Verwaltungskosten in Abzug gebracht werden. 

b) Gemäss der Steuererklärung des Kantons O.1._____ für die Steuerperi-

ode 2014 betragen die Erträge aus der Liegenschaft in O.2._____ für die 

Steuerperiode 2014 gesamthaft Fr. 151'524.-- (Ertrag aus Vermietung von 

Fr. 128'964.-- zuzüglich des Eigenmietswerts für die selbstgenutzte Lie-

genschaft von Fr. 22'560.--). Da die Liegenschaftserträge somit grösser 

sind als der in Art. 35 Abs. 3 StG festgelegte Grenzbetrag von 

Fr. 145'000.--, hat die Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 35 Abs. 1 

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lit. b i.V.m. Art. 35 Abs. 3 StG grundsätzlich zu Recht nur die effektiv 

nachgewiesenen Unterhaltskosten von Fr. 3'343.-- zum Abzug zugelas-

sen. Die Beschwerdeführer anerkennen grundsätzlich denn auch, dass 

die Liegenschaftserträge aus der Liegenschaft in O.2._____ im Jahr 2014 

den in Art. 35 Abs. 3 StG für die Steuerperiode 2014 festgelegten Grenz-

betrag von Fr. 145'000.-- übersteigen und der Pauschalabzug dement-

sprechend grundsätzlich nicht anwendbar ist. Sie stellen sich indes auf 

den Standpunkt, dass sich aus der Anwendung von Art. 35 Abs. 3 StG ei-

ne Ungleichbehandlung gegenüber Steuerpflichtigen mit Mieterträgen von 

Fr. 145'000.-- bzw. knapp darunter ergebe, weshalb ihnen der Maximal-

abzug von Fr. 29'000.-- (= 20 % von Fr. 145'000.--) im Sinne der Steuer-

gerechtigkeit zu gewähren sei. Dieser Auffassung kann − wie nachfolgend 

dargestellt − nicht gefolgt werden. 

4. Zunächst gilt es festzuhalten, dass es von Seiten des Gesetzgebers zwar 

grundsätzlich möglich gewesen wäre, bezüglich Liegenschaftsunterhalts-

kosten die von den Beschwerdeführern vorgeschlagene Lösung zu statu-

ieren, wonach der Pauschalabzug bei mehr als zehnjährigen Liegenschaf-

ten bei Bruttoliegenschaftserträgen von Fr. 145'000.-- und darunter 20 % 

bzw. bei Bruttoliegenschaftserträgen von mehr als Fr. 145'000.-- maximal 

Fr. 29'000.-- (= 20 % von Fr. 145'000.--) betragen solle. Der Gesetzgeber 

hat sich indes für eine andere Lösung entschieden, wonach bei Liegen-

schaften mit einem Bruttoertrag von mehr als Fr. 145'000.-- nur die effek-

tiven Unterhaltskosten abgezogen werden können (vgl. Art. 35 Abs. 3 StG 

in der für die Steuerperiode 2014 geltenden Fassung). Dass dies eine 

bewusste Entscheidung des Gesetzgebers war, zeigt bereits die Bot-

schaft der Regierung an den Grossen Rat zur Teilrevision des Steuerge-

setzes vom 8. August 2006, wo Art. 35 Abs. 3 StG wie folgt kommentiert 

wird (vgl. Heft Nr. 10/2006-2007 S. 1188 f.):

"[…] Der Pauschalabzug für den Liegenschaftenunterhalt soll bei sehr hohen 
Mieterträgen nicht gewährt werden. Die Unterhaltspauschale lässt sich mit admi-
nistrativen Vereinfachungen und mit Praktikabilitätsüberlegungen begründen. Sie 

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darf aber nicht dazu führen, dass der Grundsatz der Besteuerung nach der wirt-
schaftlichen Leistungsfähigkeit verletzt wird. Bei sehr hohen Mieterträgen müssen 
die Praktikabilitätsüberlegungen hinter die Steuergerechtigkeit zurücktreten, wes-
halb die Unterhaltspauschale nicht mehr gewährt werden kann."

Vor diesem Hintergrund besteht vorliegend weder Anlass noch die Mög-

lichkeit, vom Wortlaut von Art. 35 Abs. 3 StG abzuweichen, wonach der 
Pauschalabzug für Grundstücke mit einem Bruttoertrag von mehr als 

Fr. 145'000.-- eben nicht zulässig ist. Vom Wortlaut einer Norm darf der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung zufolge nämlich bloss dann abgewi-

chen, wenn triftige Gründe für die Annahme bestehen, dass dieser nicht 

den wahren Sinn der Regelung wiedergibt (vgl. BGE 142 V 20 E.3, 

141 V 221 E.5.2.1, 138 II 440 E.13). Davon kann vorliegend nach dem 

vorstehend Gesagten aber keine Rede sein. 

5. Zu prüfen bleibt, ob die gesetzliche Regelung von Art. 35 Abs. 3 StG vor 

dem Rechtsgleichheitsgebot standhält. 

a) Eine Verletzung des Rechtsgleichheitsgebots gemäss Art. 8 Abs. 1 der 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) 

liegt vor, wenn ein Rechtssatz Unterscheidungen trifft, für die ein vernünf-

tiger Grund in den zu regelnden Verhältnissen nicht ersichtlich ist, oder 

wenn er Unterscheidungen unterlässt, die sich aufgrund der Verhältnisse 

aufdrängen, wenn also im wesentlichen Gleiches nicht nach Massgabe 

seiner Gleichheit gleich und Ungleiches nicht nach Massgabe seiner Un-

gleichheit ungleich behandelt wird. Eine Verletzung der Rechtsgleichheit 

liegt einmal in der ungleichen Behandlung nämlicher Sachverhalte oder 

im Unterlassen von Differenzierungen, die sich aufgrund der Verhältnisse 

aufgedrängt hätten. In Bezug auf Steuern wird das Gebot der Rechts-

gleichheit konkretisiert durch die Grundsätze der Allgemeinheit und 

Gleichmässigkeit der Besteuerung sowie durch den Grundsatz der Ver-

hältnismässigkeit der Steuerbelastung nach der wirtschaftlichen Leis-

tungsfähigkeit (vgl. Art. 127 Abs. 2 BV). Der Grundsatz der Allgemeinheit 

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der Besteuerung verlangt, dass alle Personen oder Personengruppen 

nach denselben gesetzlichen Regeln erfasst werden; Ausnahmen, für die 

kein sachlicher Grund besteht, sind unzulässig. Anderseits verbietet der 

Grundsatz der Allgemeinheit, einer kleinen Gruppe von Steuerpflichtigen 

im Verhältnis zu ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit erheblich grösse-

re Lasten aufzuerlegen. Nach dem Grundsatz der Gleichmässigkeit der 

Besteuerung sind Personen, die sich in gleichen Verhältnissen befinden, 

in derselben Weise mit Steuern zu belasten und müssen wesentliche Un-

gleichheiten in den tatsächlichen Verhältnissen zu entsprechend unter-

schiedlichen Steuerbelastungen führen. Schliesslich besagt das Prinzip 

der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, dass die 

Steuerpflichtigen entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit an die Steuerlas-

ten beizutragen haben. Das schliesst auch aus, dass Steuerpflichtige für 

kantonsübergreifende Sachverhalte ungleich oder mehrfach belastet wer-

den (sog. Doppelbesteuerung; vgl. Art. 127 Abs. 3 BV; BLUMEN-

STEIN/LOCHER, System des schweizerischen Steuerrechts, 7. Aufl., 

Zürich/Basel/Genf 2016, § 10 S. 191 f.; BGE 137 I 145 E.2.1, 133 I 206 

E.6.1). 

b) Indes ist im Abgaberecht der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zufol-

ge eine gewisse Schematisierung und Pauschalisierung unausweichlich 

und deshalb auch zulässig. Eine mathematisch exakte Gleichbehandlung 

jedes einzelnen Steuerpflichtigen ist aus praktischen Gründen nie völlig 

erreichbar. Dementsprechend kann eine generelle Regelung nicht allein 

schon deswegen verfassungswidrig sein, weil sie dazu führt, dass in be-

stimmen Einzelfällen jemand anders belastet wird als andere Steuerpflich-

tige in vergleichbaren Verhältnissen, wäre doch sonst praktisch überhaupt 

kein verfassungskonformes Steuergesetz denkbar. Eine Verfassungswid-

rigkeit kann nur darin liegen, dass die Anwendung eines Erlasses 

zwangsläufig in einer erheblichen Zahl von Fällen zu einer verfassungs-

widrigen Ungleichbehandlung bestimmter Steuerpflichtiger führt oder sys-

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tematisch bestimmte Gruppen in verfassungswidriger Weise benachteiligt 

(BGE 131 I 291 E.3.2.1, 128 I 240 E.2.3, 126 I 76 E.2a, 125 I 65 E.3c). 

c) Selbst wenn sich aus der in Art. 35 Abs. 3 StG vorgesehenen Schemati-

sierung, wonach der pauschale Abzug für Unterhaltskosten für Grundstü-

cke mit einem Bruttoertrag von mehr als Fr. 145'000.-- nicht zulässig ist, 

im Einzelfall eine Benachteiligung einzelner Steuerpflichtiger gegenüber 

anderen Steuerpflichtigen in vergleichbaren Verhältnissen ergeben kann, 

führt dies nach dem vorstehend Gesagten noch nicht zu einer Verfas-

sungswidrigkeit von Art. 35 Abs. 3 StG. Denn die erwähnte Bestimmung 

führt weder zu einer systematischen Benachteiligung einzelner Steuer-

pflichtiger in einer erheblichen Zahl von Fällen noch zu einer systemati-

schen Diskriminierung von bestimmten Gruppen von Steuerpflichtigen. 

Zudem bestehen für die Regelung von Art. 35 Abs. 3 StG sachliche 

Gründe, wie dies bereits die Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlas-

sung vom 22. Juni 2016 zu Recht ausgeführt hat. Mit der betragsmässig 

begrenzten Möglichkeit der Beanspruchung des Pauschalabzugs wird 

nämlich dem Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leis-

tungsfähigkeit als Konkretisierung des aus Art. 8 Abs. 1 BV fliessenden 

Gleichbehandlungsgebots nachgelebt. Das Prinzip der Besteuerung nach 

der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit besagt − wie gesehen (vgl. vorste-

hend E.5a) − dass die Steuerpflichtigen entsprechend ihrer Leistungs-

fähigkeit an die Steuerlast beizutragen haben. Dieses Prinzip würde zu-

mindest arg strapaziert, wenn die Beschwerdeführer bei effektiven Unter-

haltskosten von Fr. 3'343.-- einen Pauschalabzug in der Höhe von 

Fr. 29'000.-- tätigen könnten. Daran vermag die Tatsache, dass bei 

Grundstücken mit einem Bruttoertrag von bis zu Fr. 145'000.-- der Pau-

schalabzug ohne Nachweis der effektiven Liegenschaftsunterhaltskosten 

beansprucht werden kann, nichts zu ändern. Wie gesehen sind im Abga-

berecht gewisse Schematisierungen und Pauschalierungen nämlich un-

ausweichlich und deshalb auch zulässig, auch wenn sie im Einzelfall eine 

Benachteiligung einzelner Steuerpflichtiger gegenüber anderen Steuer-

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pflichtigen in vergleichbaren Verhältnissen bewirken. Nach dem Gesagten 

vermag Art. 35 Abs. 3 StG vor dem Rechtsgleichheitsgebot von Art. 8 

Abs. 1 BV denn auch ohne Weiteres standzuhalten. 

6. a) Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Beschwerdegegnerin 

für die Veranlagung der Steuerperiode 2014 angesichts der Fr. 145'000.-- 

übersteigenden Bruttoerträge aus der Liegenschaft in O.2._____ zu Recht 

bloss die effektiven Unterhaltskosten von Fr. 3'343.-- anstelle des Pau-

schalabzugs zum Abzug zugelassen hat. Der angefochtene Einspra-

cheentscheid vom 19. April 2016 erweist sich somit als rechtens, was zur 

vollumfänglichen Bestätigung desselben und zur Abweisung der dagegen 

erhobenen Beschwerde führt. 

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten gestützt 

auf Art. 73 Abs. 1 VRG unter solidarischer Haftung zulasten der Be-

schwerdeführer. Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-

rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen wird gemäss Art. 78 

Abs. 2 VRG in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn 

sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen be-

steht vorliegend kein Anlass.

Demnach erkennt der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 800.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 248.--

zusammen Fr. 1'048.--

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gehen unter solidarischer Haftung zulasten von den Eheleuten A._____ 

und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Fi-

nanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]