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**Case Identifier:** da7f8257-8d96-5664-89c4-65021505e0a5
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-04-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 24.04.2012 IV 2010/81
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2010-81_2012-04-24.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2010/81

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 03.06.2020

Entscheiddatum: 24.04.2012

Entscheid Versicherungsgericht, 24.04.2012
Art. 28 Abs. 2 IVG: Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente. 
Würdigung der medizinischen Aktenlage (Entscheid des 
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vom 24. April 2012, IV 2010/81).

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus, a.o. Ver-

sicherungsrichter Christian Zingg; a.o. Gerichtsschreiber Martin Horni

Entscheid vom 24. April 2012

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Bruno Bauer, LL.M., SwissLegal asg.advocati, 

Kreuzackerstrasse 9, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

berufliche Massnahmen und Rente

Sachverhalt:

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A.     

A.a   A.___ meldete sich am 8. Juni 2006 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (act. G 8.1/1). Mit Schreiben vom 10. Juli 2006 überwies die 

IV-Stelle des Kantons St. Gallen (IV-Stelle) das Verfahren zur Erstprüfung an die 

liechtensteinische Invalidenversicherung, weil die Versicherte im Fürstentum 

Liechtenstein Beiträge abgerechnet habe (act. G 8.1/12).

A.b   Gemäss eingereichtem Bericht über die CT-Untersuchung des Schädels und MR-

Untersuchung der Halswirbelsäule hatten die behandelnden Ärzte des Spitals Grabs 

am 18. April und 2. Mai 2005 festgestellt, dass nach einem Arbeitsunfall vom 16. März 

2005 (Metallgegenstand gegen Kopf) weder intracranielle Traumafolgen, noch 

Frakturnachweise erkennbar seien. Es lägen ein medialer und links mediolateraler 

Bandscheibenvorfall HWK5/6 sowie geringfügige Retrospondylosen beiderseits in 

diesem Fach mit minimaler knöcherner Einengung der Neuroforamina vor (act G 

8.1/32-17 f.). Dr. med. B.___, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie FMH, 

diagnostizierte mit Bericht vom 28. Juli 2005 ein posttraumatisches 

Atlantooccipitalsyndrom mit cervicogenem Kopfschmerz und Schwindelsymptomatik 

sowie eine leichtgradige Commotio cerebri (act. G 8.1/38-8 f.).

A.c   Anlässlich einer ambulanten Untersuchung vom 10. Januar 2006 im Kantonsspital 

St. Gallen klagte die Versicherte über seit dem Arbeitsunfall im Mai 2005 bestehende, 

linkseitige Kopfschmerzen. Damit verbunden seien Übelkeit, Schwindel und 

Augensehstörungen (act. 8.1/32-12 f.). Gemäss Bericht der interdisziplinären 

arbeitsspezifischen Abklärung vom 27. April 2006 in der Klinik Valens diagnostizierte 

Dr. med. C.___, Facharzt FMH Innere Medizin und Rheumatologie, ein zervikophales 

und zervikobrachiales Syndrom links (ICD-10 M53.0, M53.1), ein lumbospondylogenes 

Syndrom links (ICD-10 M54.4) und einen Verdacht auf einen atypischen 

Gesichtsschmerz links (ICD-10 G50.1). Als Ursache der Beschwerden seien 

hauptsächlich myofasziale Befunde bei allgemeiner schonungsbedingter 

Dekonditionierung anzusehen. Ein gewisses organisches Korrelat könne aufgrund der 

degenerativen Diskopathien der unteren Halswirbelsäule nicht ganz von der Hand 

gewiesen werden. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit sei die allgemeine verminderte 

Belastbarkeit des Gesamtorganismus auffällig, die am ehesten durch die allgemeine 

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schonungsbedingte Dekonditionierung zu erklären sei. Die Leistungsfähigkeit in der 

zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Fabrikmitarbeiterin liege bei 60 bis 65%. Für eine 

leichte und wechselbelastende Arbeit, mit seltenen Gewichtsbelastungen von 12,5 kg 

bestehe eine leicht verminderte Arbeitsfähigkeit. Aufgrund der notwendigen 

zusätzlichen Pausen sei von einer 25%igen Einschränkung auszugehen. Aufgrund der 

vorgeschlagenen Therapien sollte sich die arbeitsbezogene Belastbarkeit so 

verbessern, dass künftig keine zusätzlichen Pausen mehr nötig seien (act. G 8.1/31).

A.d   Die D.___ AG löste das Arbeitsverhältnis, das seit dem 7. Januar 1992 bestanden 

hatte, per 31. August 2006 wegen der gesundheitlichen Probleme der Versicherten auf 

(act. G 8.1/30). Nach stationärem Aufenthalt in der Klinik Valens vom 13. Juli bis 1. 

August 2006 bestand gemäss Austrittsbericht vom 7. August 2006 für eine leichte, 

wechselbelastende Tätigkeit unverändert eine Arbeitsfähigkeit von sicher 50%. Aus 

psychiatrischer Sicht könne keine eigentliche Diagnose gestellt werden, ausser dass 

sich psychologische und Verhaltensfaktoren pathomorph auswirkten (act. G 8.1/31-5 

f.). Dr. med. E.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, gab im Bericht vom 

23. August 2006 an, die bisherige Tätigkeit sei der Versicherten wegen verminderter 

Belastbarkeit, subjektiver Schmerzbeeinträchtigung sowie vegetativer Labilität nicht 

zumutbar. Leichte und wechselbelastende Tätigkeiten mit seltenen 

Gewichtsbelastungen von bis zu 12,5 kg seien ihr in einem mindestens 50% Pensum 

zumutbar (act. G 8.1/31-1 ff.).

A.e   Nachdem die Versicherte vom 4. Dezember 2006 bis am 2. Februar 2007 an 

einem IIZ-Verzahnungsprogramm in der Klinik St. Pirminsberg, mit dem Ziel der 

beruflichen Abklärung, teilgenommen hatte, wurde ihre zumutbare Leistungsfähigkeit 

auf 50% geschätzt (act. G 8.1/35-4). Dr. med. F.___, Facharzt für Arbeitsmedizin FMH, 

vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) Ostschweiz, hatte der Projektleitung des 

Verzahnungsprogramms am 7. Dezember 2006 mitgeteilt, er könne sich der 

Beurteilung der Klinik Valens vom 27. April 2006, die eine vollständige Arbeitsfähigkeit 

mit anfänglich noch erhöhtem 25%igen Pausenbedarf als zumutbar erachtete, 

anschliessen (act. G 8.1/35-2 f.). Im Bericht vom 2. Mai 2007 erklärte Dr. G.___, 

Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsautomats 

FMH, des ärztlichen Diensts der liechtensteinischen Invalidenversicherung, es sei auf 

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den Bericht der Klinik Valens vom 27. April 2006 abzustellen. Die medizinische 

Sachlage sei genügend abgeklärt worden (act. G 8.1/41).

A.f    Auf Vorstellung des Rechtsvertreters der Versicherten hin ordnete die 

liechtensteinische IV-Stelle weitere Abklärungen an (vgl. act. G 8.2/8). Im Gutachten 

vom 31. Januar 2008 diagnostizierte Dr. med. H.___, Facharzt für Innere Medizin und 

Rheumatologie, Krankenhaus Dornbirn, folgende chronische regionale 

Schmerzsyndrome: 1.  Cervicocephal und cervikobrachial links bei mediolinkslateraler 

Diskusprotrusion C5/6, Hypermobilität C3/4 und C4/5, Fehlhaltung der HWS; 

2. Lumbospondy-logenes Syndrom links bei Fehlform und Fehlhaltung der Wirbelsäule 

sowie muskulärer Dysbalance; 3. Anhaltender idiopathischer Gesichtsschmerz links; 

4. Zustand nach craniocervikalem Contusionstrauma im März 2005. Die Tätigkeit als 

Fabrikmitarbeiterin sei der Versicherten nur unter gewissen Auflagen für 4 bis 5 

Stunden pro Tag möglich. In einer adaptierten, d. h. leichten bis höchstens 

mittelschweren Tätigkeit, mit Gewichtsbelastungen bis maximal 12,5 kg, sei eine 

Leistungsfähigkeit von 75% vorhanden, wobei Überkopf- und haltungsmonotone 

Arbeiten sowie Arbeiten unter strengem Zeitdruck zu vermeiden seien. Die Verhältnisse 

hätten sich seit April 2006 nicht grundlegend verändert. Dr. H.___ regte eine 

neurologisch-psychiatrische Abklärung an (act. G 8.2/8-79 ff.).

A.g   In der Folge erstellte Dr. med. I.___, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, am 

28. Juli 2008 ein fachärztliches Gutachten und zusammenfassendes Obergutachten. 

Dabei führte er aus, nachdem der Versicherten am 16. März 2005 bei 

Reinigungsarbeiten ein Schlauch mit Metallkappe rechtsseitig auf den Kopf gefallen 

(nur gestreift) sei, seien am Tag darauf Beschwerden wie Schwindel und Übelkeit 

aufgetreten. Die Versicherte habe zunehmend an Schmerzen im Nacken-Kopf-Bereich 

gelitten. Dr. I.___ hielt unter anderem einen Zustand nach craniocervikalem 

Kontusionstrauma mit posttraumatischen Kopfschmerzen und Schwindel fest, wobei 

die Symptomatik möglicherweise durch eine leichte Commotio cerebri bedingt 

gewesen sein dürfte. Es würden auch neuralgieforme Beschwerden vom Nacken aus 

über den Hinterkopf und über die Schultern auftreten. Die Versicherte weite die 

körperliche Beschwerdesymptomatik vermutlich im Sinn einer psychogenen 

Verdeutlichung (Somatisierung) aus. Auch bestehe der Verdacht auf eine mittlerweile 

anhaltende somatoforme Schmerzstörung bezüglich des atypischen 

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Gesichtsschmerzes. Neurologische Ausfallerscheinungen seien zu verneinen. Ein 

Fibromyalgiesyndrom liege sicherlich nicht vor. Die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten 

Tätigkeit liege bei 75% seit zumindest August 2006. Die gemäss Bericht der Klinik 

Valens vom April 2006 erwartete Verbesserung der arbeitsbezogenen Belastbarkeit sei 

nicht eingetreten und könne auch kaum mehr erwartet werden. Die psychischen 

Auswirkungen seien bereits in der Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. H.___ 

berücksichtigt beziehungsweise gingen darin auf. Die Verhältnisse hätten sich seit dem 

Bericht der Klinik Valens nicht grundlegend geändert. Das Einholen eines weiteren 

Gutachtens sei nicht erforderlich (act. G 8.2/8-25 ff.).

A.h   Mit Verfügung vom 2. Juli 2009 wies die liechtensteinische Invalidenversicherung 

den Antrag auf eine Umschulung ab (act. G 8.1/52). Am 1. Oktober 2009 teilte die IV-

Stelle der Versicherten mit, dass bei einem Invaliditätsgrad von 29% die Abweisung 

des Rentengesuchs vorgesehen sei (act. G 8.1/59). Mit Vorbescheid vom 2. Oktober 

2010 stellte die IV-Stelle der Versicherten in Aussicht, den Anspruch auf berufliche 

Massnahmen zu verneinen (act. G 8.1/61).

A.i     Gegen diese Vorbescheide erhob der Rechtsvertreter der Versicherten am 2. 

November 2009 Einwände (Ergänzung der Einwände am 4. Dezember 2009). Es seien 

die gesetzlichen Leistungen, insbesondere beruflichen Massnahmen, zu erbringen. 

Eventualiter sei der Versicherten eine Invalidenrente zuzusprechen. Es sei zu prüfen, ob 

eine zumindest teilweise Eingliederung möglich wäre. Zudem sei die Versicherte von 

einem Schleudertraumaspezialisten zu untersuchen (act. G 8.1/66 und 69). Auf Anfrage 

der IV-Stelle gab Dr. E.___ im Verlaufsbericht vom 13. Januar 2010 an, die bisherige 

Tätigkeit sei aufgrund der verminderten Belastbarkeit des Nackens resp. des Armes 

links nicht mehr zumutbar. Leichte wechselbelastende Tätigkeiten mit Heben von 

maximal 10 kg seien der Versicherten im Rahmen von 4 bis 5 Stunden pro Tag 

zumutbar. Seit der Abklärung der Klinik Valens vom 27. April 2006 habe sich der 

Gesundheitszustand nicht verändert (act. G 8.1/72). Gemäss Stellungnahme des RAD-

Arztes Dr. J.___, Facharzt für physikalische Medizin und Rehabilitation, Rheumatologie 

und Allgemeine Innere Medizin FMH, vom 25. Januar 2010 sei die von Dr. E.___ 

geschätzte Arbeitsfähigkeit eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhalts (act. G 

8.1/73).

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A.j     Mit Verfügung vom 26. Januar 2010 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren 

betreffend berufliche Massnahmen ab. Durch berufliche Massnahmen lasse sich die 

Erwerbsfähigkeit nicht verbessern. Da die Versicherte keinen Beruf erlernt habe, be­

stehe kein Anspruch auf eine Umschulung (act. G 8.1/74). Am 27. Januar 2010 erliess 

die IV-Stelle eine abweisende Rentenverfügung. Der Invaliditätsgrad liege bei 29% (act. 

G 8.1/75).

B.     

B.a   Gegen die Verfügungen vom 26. und 27. Januar 2010 richtet sich die vom 

Rechtsvertreter der Versicherten erhobene Beschwerde vom 26. Februar 2010 mit dem 

Antrag, die Verfügungen seien aufzuheben und der Beschwerdeführerin die 

gesetzlichen Leistungen auszurichten; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Es 

werde eine Untersuchung durch einen Traumaspezialisten beantragt. Da die Leiden der 

Beschwerdeführererin auf eine "Kontusion" zurückzuführen seien, liege eine dem 

Schleudertrauma ähnliche Situation vor. Ausserdem habe sich der Gesundheitszustand 

der Beschwerdeführerin verschlechtert (act. G 1).

B.b   Mit Beschwerdeantwort vom 21. Juni 2010 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Der medizinische Sachverhalt sei umfassend 

abgeklärt worden (act. G 8). Die Beschwerdegegnerin stützt sich dabei auf eine 

Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. J.___ vom 9. Juni 2010. Dieser führt darin aus, dass 

die Gutachten von Dr. H.___ und Dr. I.___ umfassend, kohärent und widerspruchsfrei 

seien. Dr. I.___ habe eine somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert, ohne jedoch 

Hinweise auf weitere Umstände anzugeben, die eine Überwindung der 

Schmerzsymptomatik durch Willensanstrengung verunmöglichen würden (act. G 

8.2/10).

B.c   In der Replik vom 15. September 2010 hält der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin an den Ausführungen in der Beschwerde fest (act. G 12).

B.d   Mit Schreiben vom 29. September 2010 verzichtet die Beschwerdegegnerin auf 

eine Duplik (act. G 14).

Erwägungen:

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1.      

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Rente und auf 

berufliche Massnahmen der Invalidenversicherung hat.

2.      

2.1    Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen 

des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung 

über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. Der 

zu beurteilende Sachverhalt beschlägt teilweise den Zeitraum vor Inkrafttreten der 

5. IV-Revision. Da sich die Definition der Invalidität und die damit zusammenhängenden 

Begriffe mit dieser Revision nicht geändert haben, werden nachfolgend die seit dem 

1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen wiedergegeben.

2.2    Unter Invalidität wird bei als Gesunden voll erwerbstätigen Personen die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der 

durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch 

massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen 

Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person 

nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und 

zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen 

könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, 

das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von 

mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente. Für die Bestimmung des 

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Invaliditätsgrads wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 

könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

2.3    Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von 

Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel 

eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich 

des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).

3.      

Vorliegend ist zunächst die medizinische Aktenlage zu würdigen.

3.1    Aufgrund der medizinischen Unterlagen ist erstellt, dass sich die gesundheitlichen 

Beschwerden einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin 

auswirken. Gemäss interdisziplinärer arbeitsspezifischer Abklärung vom 27. April 2006 

kann sie ihrer früheren Tätigkeit als Fabrikmitarbeiterin nur noch zu 60 bis 65% 

nachgehen. In einer adaptierten Tätigkeit wurde von einer Restarbeitsfähigkeit von 

vorerst 75% ausgegangen (act. G 8.1/31-11 ff.). Dieser Beurteilung schlossen sich 

auch die Gutachter Dres. I.___ und H.___ grundsätzlich an. Sie verwiesen darauf, dass 

aufgrund der eingetretenen Chronifizierung der Beschwerden keine Verbesserung der 

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Restarbeitsfähigkeit mehr zu erwarten sei. Die Gutachten vom 31. Januar und 28. Juli 

2008 erscheinen schlüssig und nachvollziehbar begründet; sie setzen sich ausreichend 

mit der Schmerzproblematik der Beschwerdeführerin als auch mit den Vorakten 

auseinander (act. 8.2/8-79 ff. und 24 ff.). Weder der Austrittsbericht über den 

stationären Aufenthalt in der Klinik Valens vom 7. August 2006 noch der Bericht von Dr. 

E.___ vom 23. August 2006 noch der Abklärungsbericht des Verzahnungsprogramms 

der Klinik St. Pirminsberg vom 2. Februar 2007 lassen Zweifel an der gutachterlich 

festgestellten Arbeitsfähigkeit von 75% in einer adaptierten Tätigkeit aufkommen. Im 

Austrittsbericht vom 7. August 2006 wurde eine Arbeitsfähigkeit "von sicher 50%" in 

einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit angenommen. Damit ist ein höherer 

Arbeitsfähigkeitsgrad nicht ausgeschlossen (act. G 8.1/31-5 f.). Dr. E.___ geht in einer 

adaptierten Tätigkeit von einer mindestens 50%igen Arbeitsfähigkeit aus und verweist 

auf den Austrittsbericht vom 7. August 2006 (act. G 8.1/31-3). Dr. E.___ hat sich 

demnach an der Arbeitsfähigkeitsschätzung gemäss Bericht der Klinik Valens orientiert. 

Wie aufgezeigt, widerspricht dieser nicht der gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeit, 

sondern lässt den Schluss auf eine höhere Arbeitsfähigkeit offen. Der 

Abklärungsbericht des Verzahnungsprogramms vom 2. Februar 2007 erachtet eine 

medizinische Leistungsfähigkeit von 50% als zumutbar (act. G 8.1/35-4). Dagegen 

wurde im Bericht des RAD-Arztes Dr. F.___ nachvollziehbar aufgezeigt, dass aufgrund 

der vorhandenen Arztberichte von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Bei 

der Beschwerdeführerin stehe eine Selbstlimitierung und fragliche 

Leistungsbereitschaft sowie Dekonditionierung im Vordergrund (act. G 8.1/17; vgl. 

auch Gutachten Dr. I.___ S. 45, act. G 8.2/8-68). Andere konkrete Indizien, aufgrund 

derer die Zuverlässigkeit der Arbeitsfähigkeitsschätzung von 75% anzuzweifeln wäre, 

lassen sich den medizinischen Akten nicht entnehmen. Schliesslich erklärt Dr. E.___ im 

Verlaufsbericht vom 13. Januar 2010, dass sich der Gesundheitszustand seit der 

arbeitsspezifischen Abklärung vom 27. April 2006 nicht verändert habe (act. G 8.1/72). 

Dass er annimmt, die Beschwerdeführerin könne in einer adaptierten Tätigkeit lediglich 

4 bis 5 Stunden pro Tag arbeiten, vermag die übereinstimmenden Einschätzungen der 

oben erwähnten Berichte und Gutachten nicht in Zweifel zu ziehen.

3.2    Der Sachverhalt ist als ausreichend abgeklärt zu betrachten. Entgegen der 

Ansicht des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin ist aufgrund der medizinischen 

Akten die Notwendigkeit einer Untersuchung durch einen Schleudertraumaspezialisten 

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nicht ersichtlich, zumal Dr. I.___ im Gutachten vom 28. Juli 2008, in Kenntnis des 

Antrags der Beschwerdeführerin auf eine Untersuchung durch einen 

Traumaspezialisten, ein weiteres Gutachten nicht für erforderlich betrachtet (act. G 

8.2/8-59 und 8-74). Eine verlässlichere Arbeitsfähigkeitsschätzung wäre somit auch 

von weiteren medizinischen Abklärungen nicht zu erwarten, weshalb darauf zu 

verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157 E. 1d).

3.3    Folglich ist gesamthaft davon auszugehen, dass es der Beschwerdeführerin 

zumutbar ist, in einer angepassten Tätigkeit eine Leistung von 75% zu erbringen.

4.      

4.1    Gestützt auf die ermittelte Arbeitsfähigkeit von 75% sind nachfolgend die 

erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu bestimmen.

4.2    Die Beschwerdegegnerin hat dem Einkommensvergleich ein Valideneinkommen 

2006 von Fr. 52'813.-- und ein Invalideneinkommen von Fr. 37'709.-- zugrunde gelegt. 

Beim Valideneinkommen stützte sie sich auf die Angaben gemäss IK-Auszug des 

Jahres 2004 und rechnete dieses Einkommen auf das Jahr 2006 hoch (act. G 8.1/76). 

Das ist nicht zu beanstanden. Für die Berechnung des Invalideneinkommens ging sie 

von einem Einkommen gemäss LSE 2006 TA 1, Anforderungsniveau 4 von Fr. 48'228.-- 

(12 x Fr. 4'019.--) aus. Unter Berücksichtigung einer wöchentlichen Arbeitszeit von 

betriebsüblichen 41.7 Stunden und einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 75% 

resultierte ein Wert von Fr. 37'709.--. Auch diese Berechnung ist nicht zu beanstanden 

und wird von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht bemängelt.

4.3    Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt 

werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer 

gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht 

erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem 

allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg zu 

verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen 

behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung 

hängen die Fragen, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 

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von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen, insbesondere auch von 

invaliditätsfremden Faktoren des konkreten Einzelfalls ab (etwa leidensbedingte 

Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und 

Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen 

sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine schematische 

Vornahme des Leidensabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt etwa in AHI 

2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).

Die Beschwerdegegnerin hat bei der Berechnung des Invalideneinkommens keinen 

Leidensabzug gewährt. Angesichts des Umstands, dass die Beschwerdeführerin nur 

noch leichte bis maximal mittelschwere Tätigkeiten verrichten kann, mit 

Gewichtsbelastungen bis maximal 12,5 kg, und zudem Überkopf- und 

haltungsmonotone Arbeiten sowie Arbeiten unter strengem Zeitdruck vermeiden sollte 

(vgl. act. G 8.2/8-79 ff.), erscheint ein Leidensabzug von 5 bis 10% als angemessen. 

Dieser würde indessen keinen Rentenanspruch begründen, wie sich aus der 

nachfolgenden Erwägung ergibt, weshalb die genaue Festlegung des Leidensabzugs 

offen gelassen werden kann.

4.4    Dem Valideneinkommen von Fr. 52'813.-- steht ein Invalideneinkommen von 

Fr. 37'709.-- gegenüber, woraus sich ein Invaliditätsgrad von 29% ergibt. Bei einem 

Leidensabzug von höchstens 10% würde der Invaliditätsgrad bei 36% liegen. Da erst 

ab 40% ein Rentenanspruch besteht (Art. 28 Abs. 2 IVG), hat die Beschwerdegegnerin 

das Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin zu Recht abgewiesen.

5.      

Angefochten ist auch die Verfügung vom 26. Januar 2010, mit der ein Anspruch auf 

berufliche Massnahmen verneint wurde.

5.1    Invalide oder von Invalidität bedrohte Versicherte haben Anspruch auf 

Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder 

herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern und die Voraussetzungen für den 

Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (Art. 8 Abs. 1 IVG). Die 

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Eingliederungsmassnahmen umfassen unter anderem Massnahmen beruflicher Art 

(Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung 

und Kapitalhilfe [Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG]). Anspruch auf Umschulung haben Versicherte, 

wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die 

Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Art. 17 Abs. 1 

IVG), wobei die leistungsspezifische Invalidität rechtsprechungsgemäss dann als 

eingetreten gilt, wenn eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von 

etwa 20% vorliegt (vgl. SVR 2006 IV Nr. 15 S. 53 E. 2 mit zahlreichen Hinweisen).

5.2    Die Beschwerdeführerin ist vom 7. Januar 1992 bis 31. August 2006 bei der D.___ 

AG als Mitarbeiterin in der Produktion mit einem Bruttolohn gemäss eigenen Angaben 

in der Höhe von Fr. 3'550.-- tätig gewesen (vgl. act. G 8.1/1 S. 5). Vorliegend gibt es 

keine Hinweise darauf, dass die Beschwerdeführerin im Lauf ihrer Tätigkeit jene 

Berufskenntnisse erworben hätte, die sie de facto zur Berufsfrau mit abgeschlossener 

Berufsausbildung in der Lebensmittelbranche machen würden. Die Beschwerdeführerin 

ist also bis zum letzten Arbeitstag als Hilfsarbeiterin in der Produktion tätig gewesen. 

Es steht ihr eine qualitativ und lohnmässig gleichwertige Invalidenkarriere offen, denn 

sie kann grundsätzlich jederzeit eine leidensangepasste Hilfsarbeit antreten. 

Hilfsarbeiten erfordern nämlich definitionsgemäss keine über eine kurze Einarbeitung 

hinausgehende Ausbildung. Ein Wechsel in eine neue, leidensangepasste Hilfsarbeit ist 

ihr somit zumutbar, obwohl sie lange Zeit in der Lebensmittelbranche und sogar lange 

Zeit am selben Arbeitsplatz als Hilfsarbeiterin in der Produktion tätig gewesen ist. Die 

Möglichkeit des sofortigen Wechsels in eine neue, leidensangepasste Hilfsarbeit lässt 

vorliegend also keinen Umschulungsbedarf entstehen.

5.3    Die Beschwerdegegnerin hat demnach den Anspruch auf berufliche Massnahmen 

zu Recht verneint. Immerhin steht es der Beschwerdeführerin offen, bei der 

Beschwerdegegnerin ein Gesuch um Arbeitsvermittlung zu stellen.

6.      

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das 

Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/13

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1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der von ihr geleistete Kostenvorschuss von 

Fr. 600.-- ist daran anzurechnen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Die Beschwerdeführerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der von ihr 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird daran angerechnet.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 24.04.2012
	Art. 28 Abs. 2 IVG: Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente. Würdigung der medizinischen Aktenlage (Entscheid des Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vom 24. April 2012, IV 2010/81).

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		2025-07-19T11:43:48+0200
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