# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0b3c7924-5243-5f3f-b889-e8497aba7f5c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-08-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.08.2009 C-4678/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4678-2007_2009-08-19.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-4678/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 9 .  A u g u s t  2 0 0 9

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), Richter Bernard Vaudan, 
Richter Antonio Imoberdorf, 
Gerichtsschreiber Daniel Brand.

U._______ sowie ihre Kinder G._______ und A._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Ausstellung von Identitätsausweisen mit Rückreisevisum 

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-4678/2007

Sachverhalt:

A.
Die aus dem Kosovo stammende U._______ (geb. 1968, nachfolgend: 
Beschwerdeführerin bzw. Rekurrentin) gelangte am 31. Oktober 1997 
unter  Umgehung der Grenzkontrolle  in die Schweiz,  wo sie um Asyl 
ersuchte. Am 26. Februar 1998 heiratete sie im Kanton Zürich ihren 
Verlobten und Landsmann M._______. Nachdem beide  erfolglos  ein 
Asylverfahren  durchlaufen  hatten,  verfügte  das  Bundesamt  für 
Flüchtlinge (BFF, heute BFM) am 16. Mai 2000 gestützt auf den Be-
schluss des Schweizerischen Bundesrates vom 1. März 2000 betref-
fend  "humanitäre  Aktion  2000"  die  vorläufige  Aufnahme.  Die  in  der 
Schweiz geborenen Kinder G._____ (geb. 1999) und A._______ (geb. 
2002)  wurden  in  die  vorläufige  Aufnahme  ihrer  Eltern  einbezogen. 
Seither hält sich die Familie im Kanton Zürich auf. 

B.
Am 15. Mai 2007 ersuchten U._______ und M._______ um Ausstel-
lung von Identitätsausweisen mit Rückreisevisa für sich und ihre Kin-
der, um die schwer erkrankte Mutter der Beschwerdeführerin in Pristi-
na besuchen zu können. Zur Begründung wurde ausgeführt, es sei ih-
nen nicht  möglich, gültige Reisepapiere zu beschaffen, da die serbi-
sche  Vertretung  keine  Reisepässe  ausstelle  und  Reisepässe  der 
UNMIK (United Nations Interim Administration Mission in Kosovo) nur 
im Kosovo selbst erhältlich seien.

C.
Mit Verfügung vom 6. Juni 2007 wies die Vorinstanz die Gesuche ab. 
Zur  Begründung  wurde  ausgeführt,  die  Gesuchsteller,  welche  die 
Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllten, seien im Rahmen der "humanitä-
ren Aktion  2000" vorläufig  aufgenommen worden. Unter  diesen Um-
ständen sei  es ihnen zumutbar,  sich an die serbische Vertretung zu 
wenden und dort  Reiseausweise ihres Heimatstaates zu beantragen. 
Die Aussage, wonach serbische Reisepässe nicht erhältlich seien, sei 
nicht näher erläutert worden. Auch fehlten entsprechende Nachweise, 
dass sich die Gesuchsteller erfolglos um heimatliche Reisepapiere be-
müht hätten. Sie seien daher nicht als schriftenlos im Sinne von Art. 7 
der Verordnung vom 27. Oktober 2004 über die Ausstellung von Reise-
dokumenten für ausländische Personen (RDV, SR 143.5) zu erachten. 
Das BFM hielt  abschliessend fest,  dass M._______ und seinen Kin-
dern  auch  dann  keine  Rückreisevisa  ausgestellt  werden  könnten, 

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wenn sie über heimatliche Reisepässe verfügten, sei doch der Besuch 
der  (kranken)  Schwiegermutter  bzw. Grossmutter  als  Reisegrund  im 
Sinne von Art. 5 Abs. 2 Bst. a i.V.m. Art. 5 Abs. 3 RDV nicht vorgese-
hen.

D.
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  9.  Juli  2007  beantragt  U._______  die 
Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung sowie die Ausstellung von 
Identitätsausweisen mit Rückreisevisum für sich und ihre beiden Kin-
der. Zur Begründung bringt sie im Wesentlichen vor, formell seien sie 
zwar serbische Staatsangehörige, verfügten aber nicht über serbische 
Reisepässe, da die Vertretung der Republik Serbien ihnen und weite-
ren Personen aus dem Kosovo keine Reisepapiere ausstellten. So sei-
en denn auch ihr und ihrem Ehemann die (ausgefüllten) Passantrags-
formulare  nach geraumer Zeit  von den serbischen Behörden retour-
niert worden. Um einen Pass der UNMIK zu erhalten, sei eine Reise in 
den Kosovo erforderlich, was ohne (Ersatzreise-)Papiere nicht möglich 
sei.  Die  Beschwerdeführerin  weist  im  Weitern  darauf  hin,  dass  ihre 
Mutter  an Bluthochdruck sowie Herzmuskelschwäche leide,  auf  dau-
ernde fremde Hilfe angewiesen sei und das Bett nicht mehr verlassen 
könne. Sie leide damit fraglos an einer schweren Krankheit im Sinne 
von Art. 5 Abs. 2 Bst. b (recte: Bst. a) RDV, weshalb ihr ein Identitäts-
ausweis mit Rückreisevisum auszustellen sei. Da ihre beiden achtein-
halb- bzw. fünfeinhalbjährigen Kinder aufgrund ihres Alters auf die Be-
treuung  durch  ihre  Mutter  angewiesen  seien,  seien  auch  ihnen  die 
fraglichen Dokumente auszustellen. 

Der Eingabe waren nebst Kopien verschiedener Unterlagen (Spitalrap-
port,  Ausländerausweise,  etc.)  auch sieben Passantragsformulare im 
Original beigelegt.

E.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 23. August 2007 
auf Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführerin sei es unbe-
strittenermassen zumutbar, sich zwecks Ausstellung von heimatlichen 
Reisepässen an das Generalkonsulat  der  Republik  Serbien zu wen-
den. Aus den Akten gehe denn auch hervor, dass sie dort bereits ent-
sprechende Gesuche eingereicht hätten. Unklar bleibe indessen, aus 
welchen Gründen ihnen, wie in der Beschwerde behauptet, die Pass-
antragsformulare zurückgeschickt worden seien. Gemäss den Erkennt-
nissen des BFM stellten die serbischen Behörden nämlich nach wie 

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vor auch Albanern aus dem Kosovo – auf deren Antrag hin – serbische 
Reisepässe aus. Wegen der teilweise zerstörten (Zivilstands-)Register 
im Kosovo müssten gegebenenfalls die Identität sowie die Staatsange-
hörigkeit der Antragsteller "rekonstruiert" werden, was längere Zeit in 
Anspruch nähme. Ein aufwändiges und langwieriges Ausstellungsver-
fahren,  technische Verzögerungen oder  allenfalls  eine  geringe Effizi-
enz der Behörden vermöchten jedoch keine Schriftenlosigkeit  zu be-
gründen. Die  Vorinstanz  weist  schliesslich  darauf  hin,  dass  sich  die 
Beschwerdeführerin und ihr Ehemann bereits mit Anordnung der vor-
läufigen Aufnahme – mithin seit dem Jahre 2000 – um die Ausstellung 
eines heimatlichen Ausweispapiers hätten bemühen müssen.

F.
Mit verfahrensleitender Anordnung vom 3. September 2007 wurde den 
Beschwerdeführern die Möglichkeit gewährt, zur Vernehmlassung der 
Vorinstanz Stellung zu nehmen. Die hierfür gesetzte Frist blieb unge-
nutzt.

G.
Am 15. Juni 2009 zog das Bundesverwaltungsgericht die kantonalen 
Akten bei.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht – un-
ter Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen – Beschwer-
den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer in Art. 33 
VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen u.a. Ver-
fügungen des BFM gestützt auf die Verordnung über die Ausstellung 
von Reisedokumenten für ausländische Personen.

1.2  Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das Ver-
waltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt. Das Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 
Bst. c Ziff. 6 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 
173.110]).

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1.3 Die  Beschwerdeführer  sind  als  Verfügungsadressaten  durch  die 
angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwür-
diges  Interesse  an  deren  Aufhebung. Auf  die  frist-  und  formgerecht 
eingereichte Beschwerde ist daher einzutreten (Art. 48 ff. VwVG).

1.4 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verlet-
zung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch 
des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen Sachverhaltes sowie, wenn nicht eine kantonale Be-
hörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat, die Unangemessenheit ge-
rügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im 
Beschwerdeverfahren  das  Bundesrecht  von Amtes wegen an. Es  ist 
gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht 
gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den gel-
tend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist 
grundsätzlich  die  Sach-  und  Rechtslage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

2.
2.1 Gemäss Art. 5 Abs. 1 RDV wird einer schutzbedürftigen, vorläufig 
aufgenommenen oder asylsuchenden Person für die Vorbereitung der 
Ausreise oder für die definitive Ausreise in einen Drittstaat ein Identi-
tätsausweis mit oder ohne Rückreisevisum ausgestellt, sofern die Ein-
reisevoraussetzungen des Zielstaates erfüllt sind.

Abgesehen von dieser speziellen Konstellation wird dem gleichen Per-
sonenkreis ein Identitätsausweis mit Rückreisevisum unter den in Art. 
5  Abs.  2  RDV abschliessend  aufgezählten  Voraussetzungen  ausge-
stellt,  d.h. bei  schwerer Krankheit  oder Tod von Familienangehörigen 
(Bst. a), zur Erledigung von wichtigen und unaufschiebbaren höchst-
persönlichen  Angelegenheiten  (Bst.  b)  oder  zum  Zweck  von  grenz-
überschreitenden Schulausflügen (Bst. c). Als Familienangehörige im 
Sinne von Abs. 2 Bst. a gelten Eltern, Geschwister, Ehegatten und Kin-
der. Den Ehegatten gleichgestellt sind die eingetragenen Partnerinnen 
und  Partner  sowie  die  in  dauernder  eheähnlicher  Gemeinschaft  zu-
sammenlebenden Personen (Art. 5 Abs. 3 RDV). Besitzt eine vorläufig 
aufgenommene  Person  ein  Reisedokument  ihres  Heimat-  oder  Her-
kunftsstaates, so wird ihr  aus den in Abs. 2 genannten Gründen ein 
Rückreisevisum ausgestellt (Art. 5 Abs. 4 1. Satz RDV). Voraussetzung 

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für die Abgabe eines Ersatzreisepapiers ist jedoch immer, dass diese 
Personen schriftenlos sind. 

2.2 Als schriftenlos gilt  eine ausländische Person, die keine gültigen 
Reisedokumente ihres Heimat- oder Herkunftsstaates besitzt und von 
der nicht verlangt werden kann, dass sie sich bei den zuständigen Be-
hörden ihres Heimat- oder Herkunftsstaates um die Ausstellung oder 
Verlängerung  eines  Reisedokuments  bemüht  (Art.  7  Abs.  1  Bst.  a 
RDV), oder für welche die Beschaffung von Reisedokumenten unmög-
lich ist (Art. 7 Abs. 1 Bst. b RDV). Die Schriftenlosigkeit wird im Rah-
men der  Gesuchsprüfung  durch  das  BFM festgestellt  (Art.  7  Abs. 3 
RDV).

2.3 Die  restriktiven  Abgabevoraussetzungen  an  vorläufig  aufgenom-
mene Personen hängen mit dem provisorischen Charakter der vorläufi-
gen Aufnahme zusammen, die dem Grundsatz nach als Ersatzmass-
nahme für einen momentan nicht durchführbaren Wegweisungsvollzug 
ausgestaltet  ist. Zwar kann eine vorläufige Aufnahme faktisch zu ei-
nem Dauerzustand werden oder von Anfang an als ein darauf ausge-
richteter "Immigrationsentscheid" konzipiert sein. Solchen Konstellatio-
nen wurde jedoch in der RDV weder durch einen spezifischen Tatbe-
stand  noch  durch  entsprechend  weite,  unbestimmte  Rechtsbegriffe 
oder Ermessensspielräume Rechnung getragen (vgl. Urteile des Bun-
desverwaltungsgerichts  C-1094/2006  vom  14.  August  2007  E.  3.3, 
C-1098/2006  vom 14. Juni  2007  E. 2.3).  Ein  Identitätsausweis  bzw. 
Rückreisevisum darf daher auch dem Personenkreis der vorläufig Auf-
genommenen nur dann ausgestellt werden, wenn die Voraussetzungen 
von Art. 5 Abs. 2 RDV erfüllt sind.

3.
3.1 Es ist deshalb zu prüfen, ob die Vorinstanz bei der Beschwerde-
führerin und ihren Kindern zu Recht deren Schriftenlosigkeit verneint 
hat, indem sie die Möglichkeit und Zumutbarkeit zur Beschaffung eines 
heimatlichen Reisepasses als  gegeben erachtete. Die  Frage,  ob die 
Beschaffung von Reisedokumenten bei den Heimatbehörden von den 
betreffenden Personen verlangt werden kann (bzw. die Zumutbarkeit), 
ist dabei nicht nach subjektiven, sondern nach objektiven Massstäben 
zu  beurteilen  (vgl.  Urteile  des  Bundesgerichts  2A.335/2006  vom 
18. Oktober  2006  E.  2.1,  2A.12/2005  und  2A.13/2005  vom 25. April 
2005 E. 3.2, 2A.176/2004 vom 30. August 2004 E. 2.1, 2A.186/2000 
vom 28. Juli 2000 E. 2d).

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3.2 Aufgrund der Aktenlage ist davon auszugehen, dass die Rekurren-
tin und ihre Kinder zurzeit über keine gültigen heimatlichen Reisepäs-
se verfügen. Damit eine Rückkehr in den Heimatstaat jederzeit möglich 
bleibt,  müssen ausländische Personen während ihres Aufenthaltes in 
der Schweiz im Besitze eines gültigen, nach Art. 13 Abs. 1 des  Bun-
desgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer (AuG, SR 142.20) i.V.m. Art. 8 Abs. 1 der Verordnung vom 
24. Oktober  2007  über  Zulassung,  Aufenthalt  und  Erwerbstätigkeit 
(VZAE,  SR  142.201)  anerkannten  Ausweispapiers  sein  (PETER 
UEBERSAX,  Einreise  und  Anwesenheit,  in:  Peter  Uebersax/Beat  Ru-
din/Thomas  Hugi  Yar/Thomas  Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  Eine 
umfassende Darstellung der  Rechtsstellung von Ausländerinnen und 
Ausländern in der Schweiz – von A(syl) bis Z(ivilrecht), 2. Auflage, Ba-
sel 2009, Rz. 7.284 mit weiteren Hinweisen; Botschaft zum Bundesge-
setz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 
2002 3709 ff., 3819). Sie sind verpflichtet, Ausweispapiere zu beschaf-
fen oder bei deren Beschaffung durch die Behörden mitzuwirken (vgl. 
Art. 89 sowie Art. 90 Bst. c AuG). 

Diese Verpflichtung bestand im Übrigen bereits unter der altrechtlichen 
Regelung  (vgl.  Art. 3  des  Bundesgesetzes  vom 26. März  1931  über 
Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer [ANAG, BS 1 121], Art. 5 
der  Vollziehungsverordnung  vom  1. März  1949  zum  Bundesgesetz 
über  Aufenthalt  und  Niederlassung  der  Ausländer  [ANAV,  AS  1949 
228]).  Zu Recht  macht  die  Beschwerdeführerin,  deren Asylverfahren 
längst  abgeschlossen ist  und die  seit  16. Mai  2000 im Rahmen der 
"humanitären Aktion 2000" in der Schweiz vorläufig aufgenommen ist, 
denn auch nicht geltend, von ihr könne die Kontaktnahme mit den hei-
matlichen Behörden zwecks Ausstellung eines heimatlichen Reisepas-
ses nicht verlangt werden. Aus den Akten ergibt sich, dass eine (erste 
und offenbar einzige) Kontaktaufnahme mit den serbischen Behörden 
bereits vor Jahren stattgefunden hat (vgl. Passanträge vom 7. August 
2002).

3.3 Die  Beschwerdeführerin  erachtet  vielmehr  die  Ausstellung  eines 
heimatlichen Reisedokumentes als unmöglich und bringt in diesem Zu-
sammenhang vor, die (damals) zuständigen serbischen Behörden hät-
ten ihr und ihren Familienangehörigen die Passantragsformulare nach 
geraumer Zeit unerledigt wieder zurückgeschickt. Aus welchen Grün-
den dies geschehen ist, geht aus den vorliegenden Akten nicht hervor. 
Ebenso wenig ist klar, ob die Betroffenen ihre Anträge seinerzeit an-

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lässlich einer persönlichen Vorsprache bei der zuständigen Vertretung 
oder lediglich auf schriftlichem Wege eingereicht haben. Trotz gewähr-
tem Replikrecht unterliess es die Rekurrentin in der Folge, zu den in 
der Vernehmlassung aufgeworfenen Fragen Stellung zu nehmen und 
damit zur Klärung des rechtserheblichen Sachverhalts beizutragen so-
wie insbesondere schriftlich zu belegen, welche konkreten Schritte sie 
und ihr Ehemann seit 2002 zur Erlangung von heimatlichen Reisepäs-
sen  unternommen  haben.  Von  einer  offensichtlichen  Weigerung  der 
serbischen Behörden, der Rekurrentin und ihren Angehörigen die ver-
langten Dokumente auszustellen, kann unter diesen Umständen keine 
Rede sein (vgl. in diesem Zusammenhang auch die Antwort des Bun-
desrates auf die Interpellation Leuenberger/Genf vom 15. März 2004, 
NR  04.3070,  wonach  gemäss  Auskunft  der  Botschaft  von  Serbien 
grundsätzlich  alle  Staatsangehörigen,  einschliesslich  Personen  mit 
Herkunft aus dem Kosovo, unter Einhaltung der gesetzlich vorgesehe-
nen Abgabevoraussetzungen einen Reisepass erhalten können). 

3.4 Kommt hinzu, dass die seit 1999 unter UNMIK-Verwaltung stehen-
de ehemalige serbische Provinz Kosovo am 17. Februar 2008 ihre Un-
abhängigkeit erklärt  hat. Seit  Ende Juli  2008 sind auch kosovarische 
Pässe erhältlich, die bisher ausschliesslich in Pristina ausgestellt wur-
den, da der Kosovo im Ausland noch über keine diplomatischen Vertre-
tungen verfügte. Zeitgleich mit der Abgabe von kosovarischen Pässen 
stellte die UNMIK die Ausstellung ihrer eigenen Ersatzreisedokumente 
ein. In  der  Zwischenzeit  hat  die  Republik  Kosovo in  Bern  eine Bot-
schaft  eröffnet  und einen Geschäftsträger  ernannt,  bietet  jedoch zur 
Zeit noch keine konsularischen Dienste wie etwa die Ausstellung von 
Reisedokumenten an. Gemäss den Informationen der  kosovarischen 
Behörden soll dies jedoch in Kürze der Fall sein (Quelle: Republic of 
Kosovo Government, <http://www.rks-gov.net>,  diaspora  >  counselor 
services > Ministry of Foreign Affairs > consular informations > consu-
lar service, besucht im Juli  2009; vgl. auch Urteil  des Bundesverwal-
tungsgerichts  C-1217/2009  vom  12.  Juni  2009  E.  4.3.4).  An  dieser 
Stelle gilt es darauf hinzuweisen, dass technisch oder organisatorisch 
bedingte  Verzögerungen  bei  der  Passausstellung  regelmässig  nicht 
geeignet sind, die Unmöglichkeit im Sinne von Art. 7 Abs. 1 Bst. b RDV 
zu begründen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-2490/2007 
/ C-2491/2007 / C-2492/2007 vom 5. März 2009 E. 4.3, mit Hinweisen). 

3.5 Die Beschwerdeführerin  und ihre Kinder  können daher  nicht  als 
schriftenlos im Sinne von Artikel 7 RDV bezeichnet werden. Bei dieser 

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Sach- und Rechtslage erübrigt es sich, sich mit den weiteren Vorbrin-
gen auf  Beschwerdeebene,  insbesondere  den Ausführungen zu den 
Reisegründen, näher auseinander zu setzen. Einerseits liegt es klar an 
der  Rekurrentin,  sich  um  heimatliche  Reisedokumente  zu  bemühen 
oder aber zumindest den Nachweis zu erbringen, dass die heimatliche 
Vertretung  grundsätzlich  nicht  gewillt  ist,  ihr  und  ihren  Angehörigen 
entsprechende Reisepässe auszustellen. Andererseits ist gemäss der 
gesetzlichen Regelung (vgl. Art. 5 Abs. 2 RDV) die Schriftenlosigkeit 
unabdingbare Voraussetzung  (conditio sine qua non) für die Ausstel-
lung eines Identitätsausweises (mit Rückreisevisum) an vorläufig auf-
genommene Ausländer. Die  Vorinstanz  hat  demzufolge die  Gesuche 
zu Recht abgelehnt.

4.
Aus diesen Darlegungen folgt, dass die Verfügung der Vorinstanz vom 
6. Juni  2007  –  soweit  sie  nicht  bereits  rechtskräftig  geworden  ist  – 
nicht zu beanstanden ist (vgl. Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist dem-
zufolge abzuweisen. 

5.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend werden die unterliegen-
den  Beschwerdeführer  kostenpflichtig  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Die 
Verfahrenskosten  sind  auf  Fr. 700.-  festzusetzen  (Art.  1,  Art.  2  und 
Art. 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 
173.320.2]). 

Dispositiv Seite 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 700.-  werden  den  Beschwerdeführern 
auferlegt. Sie werden mit dem am 17. Juli 2007 geleisteten Kostenvor-
schuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: sieben Passantrags-
formulare im Original)

- die Vorinstanz (mit den Akten N [...])
- das Migrationsamt des Kantons Zürich (mit den kantonalen Akten)

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Ruth Beutler Daniel Brand

Versand: 

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