# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d83b1a85-46fb-5357-9ec2-4e16b873a548
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-03-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.03.2012 A-667/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-667-2010_2012-03-01.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 
 Abteilung I 

A-667/2010 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 .  M ä r z  2 0 1 2  

Besetzung 

 
Richter Christoph Bandli (Vorsitz), 

Richterin Marianne Ryter Sauvant, Richterin Kathrin Dietrich, 

Richter Lorenz Kneubühler, Richter André Moser,  

Gerichtsschreiberin Nina Dajcar. 
 

 
 

Parteien 

 
Ursula Balmer-Schafroth, Oberdorf 21, 3207 Wileroltigen, 

und Mitbeteiligte, 

Beschwerdeführende 1, 

 

sowie 

 

1. Caroline Gisiger, Wildermettweg 33, 3006 Bern, 

2. Stéphanie Penher, Tavelweg 6, 3006 Bern, 

3. Aline Froidevaux, Quai du Bas 78, 2502 Biel BE, 

4. Magdalena Fricker-Roidt, Lombachweg 38a, 3006 Bern, 

5. Hans-Ulrich Fricker, Lombachweg 38a, 3006 Bern, 

6. Erika Loser, Jolimontstrasse 14, 3006 Bern, 

Beschwerdeführende 2, 

 

beide vertreten durch Fürsprecher Rainer Weibel, Herren-

gasse 30, 3011 Bern,  

 
 

 
gegen 

 

 
BKW FMB Energie AG, Viktoriaplatz 2, 3000 Bern 25,  

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Walter Streit, LL.M., 

Gesellschaftsstrasse 27, Postfach 6858, 3001 Bern, 

Beschwerdegegnerin,  

 

 

 

und 

 

Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, 

Energie und Kommunikation (UVEK), Bundeshaus Nord, 

3003 Bern,  

Vorinstanz. 

 

 

 

Gegenstand 

 
Aufhebung der Befristung der Betriebsbewilligung für das 

Kernkraftwerk Mühleberg. 

 

 

A-667/2010 

Seite 3 

Sachverhalt: 

A.  

Der Bundesrat verlängerte am 28. Oktober 1998 die bereits bisher befris-

tete Betriebsbewilligung der BKW FMB Energie AG (Betreiberin) vom 

14. Dezember 1992 für das Kernkraftwerk (KKW) Mühleberg neu bis zum 

31. Dezember 2012. Die Betreiberin reichte am 25. Januar 2005 beim 

Bundesrat ein Gesuch um Aufhebung dieser Befristung ein, auf welches 

dieser am 10. Juni 2005 mangels Zuständigkeit nicht eintrat und es dem 

Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kom-

munikation (UVEK) zur weiteren Behandlung überwies. Am 13. Juni 2006 

wies das UVEK das Hauptbegehren der Betreiberin um Feststellung, 

dass sie mit Inkrafttreten des Kernenergiegesetzes vom 21. März 2003 

(KEG, SR 732.1) über eine unbefristete Betriebsbewilligung für das KKW 

Mühleberg verfüge, ab. Auf das Eventualbegehren um Aufhebung der Be-

fristung ohne Durchführung eines Verfahrens nach KEG trat es nicht ein.  

B.  

Die BKW FMB Energie AG erhob gegen diese Verfügung am 13. Juli 

2006 Beschwerde mit den inhaltlich gleichen Rechtsbegehren wie schon 

vor dem UVEK. Das Bundesverwaltungsgericht wies mit Urteil A-

2089/2006 vom 8. März 2007 (BVGE 2008/8) den Hauptantrag der Be-

treiberin ebenfalls ab. Hingegen wurde das Eventualbegehren insofern 

gutgeheissen, als die Sache an das UVEK zurückgewiesen wurde mit der 

Anweisung, das Gesuch der Betreiberin um Aufhebung der Befristung 

nach den Regeln der Wiedererwägung bzw. des Widerrufs zu behandeln. 

Das Bundesverwaltungsgericht führte dazu aus, die Betriebsbewilligung 

betreffe ein Dauerrechtsverhältnis und stelle eine formell rechtskräftige 

Verfügung dar. Die Betreiberin bringe einerseits vor, mit Inkrafttreten des 

KEG habe die Befristung, da sie lediglich politisch motiviert sei, jegliche 

Grundlage verloren. Andererseits würden gemäss ihr auch das Fehlen 

von sicherheitsrelevanten Fragen, der Umstand, dass das KKW Mühle-

berg in der Schweiz das einzige KKW sei, welches noch über eine Befris-

tung verfüge, das Bedürfnis nach Rechtssicherheit, da die Stromprodukti-

on des KKW Mühleberg für die Gewährung der Stromversorgung der 

Nordwestschweiz von eminenter Bedeutung sei und der Verstoss gegen 

das Verhältnismässigkeitsprinzip für die Aufhebung der Befristung spre-

chen. Alle diese Vorbringen hätte das UVEK als Vorinstanz im Rahmen 

eines Wiedererwägungs- bzw. Widerrufsverfahrens prüfen müssen.  

A-667/2010 

Seite 4 

C.  

Gegen dieses Urteil erhob das UVEK am 26. April 2007 Beschwerde 

beim Bundesgericht; im Wesentlichen mit dem Begehren, es sei im be-

treffenden Fall ein Verfahren nach Art. 61 KEG bzw. ein förmliches Bewil-

ligungsverfahren (nach Art. 65 KEG) durchzuführen. Das Bundesgericht 

wies die Beschwerde mit Urteil 2C_170/2007 vom 21. Januar 2008 ab 

und bestätigte den Standpunkt des Bundesverwaltungsgerichts, dass die 

BKW FMB Energie AG Anspruch auf Prüfung ihres Gesuchs nach den 

Regeln über die Wiedererwägung oder die Anpassung von Verfügungen 

habe. Das UVEK werde die Argumente der Betreiberin für die Aufhebung 

der Befristung ihrer Betriebsbewilligung zu prüfen und im Einzelnen über 

den Ablauf des Verfahrens zu befinden haben.  

D.  

In der Folge nahm das UVEK das entsprechende Gesuch der BKW FMB 

Energie AG an die Hand, publizierte es in den amtlichen Publikationsor-

ganen der betroffenen Kantone und Gemeinden sowie im Bundesblatt 

und legte die Gesuchsunterlagen vom 13. Juni bis zum 14. Juli 2008 öf-

fentlich auf. Letztere umfassten das Gesuch vom 25. Januar 2005, eine 

ergänzende Eingabe der Betreiberin vom 2. November 2005 und die be-

fristeten Betriebsbewilligungen für das KKW Mühleberg vom 14. Dezem-

ber 1992 sowie vom 28. Oktober 1998. Beim zuständigen Bundesamt für 

Energie (BFE) gingen während der Auflagefrist rund 1'900 Einsprachen 

ein, darunter mit Datum vom 14. Juli 2008 diejenige von Ursula Balmer-

Schafroth und zahlreichen Mitbeteiligten, alle vertreten durch Fürsprecher 

Rainer Weibel. Diese verlangten – wie die meisten Einsprechenden –, auf 

das Gesuch vom 25. Januar 2005 sei nicht einzutreten, eventualiter sei 

es abzuweisen, wobei zur Begründung in erster Linie sicherheitstechni-

sche Aspekte vorgebracht wurden.  

E.  

Ursula Balmer-Schafroth und die mitbeteiligten Einsprechenden hatten 

bereits mit Eingabe vom 16. Juni 2008 um Einsicht in verschiedene Ak-

tenstücke, darunter Sicherheitsunterlagen (vgl. dazu hinten Sachverhalt 

Bst. L), ersucht. Das UVEK hiess mit Verfügung vom 10. November 2008 

das Gesuch teilweise gut und wies es im Übrigen ab. Gegen diese Zwi-

schenverfügung erhoben die genannten Einsprechenden am 12. Dezem-

ber 2008 Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht und beantragten 

Einsicht in alle verlangten Unterlagen, da diese für den Entscheid über 

das Gesuch um Aufhebung der Befristung von Bedeutung seien und das 

UVEK sich zu Unrecht auf Geheimhaltungsgründe berufe. 

A-667/2010 

Seite 5 

Mit Urteil A-7975/2008 vom 22. Juni 2009 trat das Bundesverwaltungsge-

richt auf die Beschwerde nicht ein, weil der erforderliche nicht wieder gut-

zumachende Nachteil fehlte. Im Wesentlichen führte das Bundesverwal-

tungsgericht dazu aus (dortige E. 2.3.2), wenn nicht abschliessend ge-

klärt sei, ob und inwiefern die Sicherheit betreffende Akten für den Ent-

scheid über die Aufhebung der Befristung überhaupt rechtserheblich und 

damit geeignet seien, Grundlage für den Endentscheid zu bilden, so ma-

che es keinen Sinn, bereits zum jetzigen Zeitpunkt über die Herausgabe 

von Akten zu befinden, bezüglich denen sich Probleme der Geheimhal-

tung oder der Sicherung bzw. des Sabotageschutzes stellten. Zumindest 

aber spreche dies dagegen, im vorliegenden Fall eine Ausnahme von der 

Praxis zu machen, wonach eine Beschränkung der Akteneinsicht erst im 

Rahmen der Anfechtung des Endentscheids gerügt werden könne.  

F.  

Im Verfahren vor dem UVEK reichte das Eidgenössische Nuklearsicher-

heitsinspektorat (ENSI) – nach vorherigem Ersuchen des BFE um Prü-

fung der technischen Argumente der Einsprechenden – am 10. Februar 

2009 seine Stellungnahme ENSI 11/1245 (Stellungnahme zu den im Zu-

sammenhang mit der Sicherheit stehenden Einsprachen zum Gesuch der 

BKW FMB Energie AG um Aufhebung der Befristung der Betriebsbewilli-

gung) ein. Diese sowie die Stellungnahme der Betreiberin vom 13. Febru-

ar 2009 zu den Einsprachen konnten beim BFE vom 27. April bis 26. Mai 

2009 durch die Einsprechenden eingesehen werden, mit der Möglichkeit 

zur anschliessenden Stellungnahme. Rund 350 Einsprechende, darunter 

mit Eingabe vom 12. Juni 2009 Ursula Balmer-Schafroth und die Mitbetei-

ligten, machten davon Gebrauch. Das BFE stellte dem ENSI eine Zusam-

menstellung der neuen Stellungnahmen zu und ersuchte um Prüfung, ob 

in den entsprechenden Unterlagen neue Vorbringen sicherheitstechni-

scher Natur erwähnt seien, auf welche nicht bereits in der Stellungnahme 

ENSI 11/1245 vom 10. Februar 2009 eingegangen worden sei. Das ENSI 

reichte entsprechend mit Datum vom 24. Oktober 2009 die ergänzende 

Stellungnahme ENSI 11/1286 Rev. 1 (Kommentare des ENSI zu Stellung-

nahmen im Zusammenhang mit den Einsprachen zum Gesuch der BKW 

FMB Energie AG um Aufhebung der Befristung der Betriebsbewilligung) 

ein.  

G.  

Mit Entscheid vom 17. Dezember 2009 hob das UVEK in Gutheissung 

des Gesuchs der BKW FMB Energie AG vom 25. Januar 2005 die Befris-

tung der Betriebsbewilligung für das KKW Mühleberg vom 14. Dezember 

A-667/2010 

Seite 6 

1992 bzw. vom 28. Oktober 1998 auf und wies alle dagegen gerichteten 

Einsprachen ab. Im Dispositiv seines Entscheids verfügte das UVEK un-

ter anderem zusätzlich, den von Fürsprecher Weibel Vertretenen werde 

keine über die mit Verfügung vom 10. November 2008 hinausgehende 

Akteneinsicht gewährt und ihre Anträge vom 12. Juni 2009 um Beizug zu-

sätzlicher Akten sowie um Beauftragung eines unabhängigen unbefange-

nen Gutachters zur Beurteilung verschiedener Sachverhalte würden ab-

gewiesen.  

G.a Zur Begründung führt das UVEK in seinem Entscheid hauptsächlich 

Folgendes an: Die von Fürsprecher Weibel Vertretenen hätten nebst den 

schon früher verlangten Unterlagen in der Eingabe vom 12. Juni 2009 

den Beizug weiterer Akten hinsichtlich der Sicherheit des Kernmantels, 

namentlich Beweismittel und Berichte wie bspw. ein internationaler Ver-

gleich oder die Darlegung des Stands der Nachrüsttechnik, gefordert. Wie 

den nachfolgenden Ausführungen aber entnommen werden könne, sei 

die Aufhebung der Befristung der Betriebsbewilligung für das KKW Müh-

leberg nicht sicherheitsrelevant. Zudem brächten die Einsprechenden 

keine neuen Aspekte bezüglich der sicherheitstechnischen Beurteilung 

vor, die nicht bereits im Rahmen der laufenden Aufsicht berücksichtigt 

und bewertet würden. Eine weitergehende Akteneinsicht über das mit der 

Verfügung vom 10. November 2008 gewährte Mass hinaus respektive der 

Beizug weiterer Akten bezüglich der Sicherheit rechtfertige sich daher 

nicht.  

G.b Im materiellen Bereich kommt das UVEK betreffend "Relevanz der 

Sicherheit" wie angesprochen gestützt auf verschiedene Bestimmungen 

des KEG und der Kernenergieverordnung vom 10. Dezember 2004 (KEV, 

SR 732.11) zum Schluss, der sichere Betrieb einer Kernanlage werde im 

Rahmen der ständigen Kontrolle durch den Inhaber derselben sowie der 

laufenden Aufsicht durch das ENSI überprüft. Der sichere Betrieb sei un-

abhängig davon gewährleistet, ob die Bewilligung befristet sei oder nicht. 

Der Bundesrat habe bereits in seinem damaligen Entscheid vom 28. Ok-

tober 1998 zum Gesuch der BKW FMB Energie AG vom 8. Mai 1996 um 

Aufhebung der Befristung der Betriebsbewilligung für das KKW Mühle-

berg die Auffassung vertreten, dass ein solches Gesuch eine Änderung 

der bestehenden Betriebsbewilligung in einem nicht sicherheitsrelevanten 

Punkt darstelle.  

G.c Bei der Prüfung, ob für das Aufrechterhalten der Befristung aus heuti-

ger Sicht eine genügende Rechtsgrundlage besteht, folgert das UVEK 

A-667/2010 

Seite 7 

aus dem KEG, dass eine Befristung nur (noch) aus Gründen polizeirecht-

licher Natur erfolgen dürfe, während eine (energie)politisch motivierte Be-

fristung nicht mehr zulässig sei. Die seinerzeitige Befristung der Betriebs-

bewilligung durch den Bundesrat erweise sich heute somit als unzulässig 

und sei aufzuheben. Hingegen bleibe zu prüfen, ob nicht aus anderen 

Gründen eine erneute Befristung in Frage komme. Eine Betriebsbewilli-

gung könne insbesondere aus Gründen der Sicherheit befristet werden, 

wobei das ENSI keine Einwände gegen eine unbefristete Bewilligung ha-

be und gestützt auf dessen Feststellungen – auch im Vergleich zu den 

anderen KKW in der Schweiz – von einem hohen Sicherheitsstandard 

des KKW Mühleberg auszugehen sei. Es seien deshalb keine sachlichen 

Gründe ersichtlich, die eine Befristung der Betriebsbewilligung für das 

KKW Mühleberg und damit eine Ungleichbehandlung gegenüber den an-

deren KKW rechtfertigen würden. Es sei aber noch zu prüfen, ob die Ein-

sprechenden neue Aspekte bezüglich der sicherheitstechnischen Beurtei-

lung des KKW Mühleberg vorbrächten, die nicht bereits im Rahmen der 

laufenden Aufsicht berücksichtigt wurden. Grundsätzlich wären solche un-

berücksichtigten Aspekte zur Beurteilung im Rahmen der laufenden Auf-

sicht an das ENSI zu verweisen. Sollte sich aus der Prüfung der Argu-

mente der Einsprechenden aber ergeben, dass sicherheitsrelevante As-

pekte vom ENSI nicht erkannt wurden und die sich daraus ergebenden 

Problemstellungen nicht im Rahmen der laufenden Aufsicht bewältigt wer-

den können, so wäre in einem nächsten Schritt die Frage der Befristung 

unter Berücksichtigung solcher Aspekte zu prüfen. 

G.d Das UVEK nimmt in der Folge basierend auf den Stellungnahmen 

des ENSI 11/1245 vom 10. Februar 2009 und 11/1286 vom 24. Oktober 

2009 Stellung zu wesentlichen sicherheitstechnischen Einwänden (u.a. 

zu den Bereichen "Stand der [Nachrüstungs-] Technik", "Kernmantel", 

"Siedewasserreaktor", "Containment", "Notstromversorgung" und "Erdbe-

ben"). Daraus resultiert das folgende Endergebnis: Das ENSI komme in 

seiner Sicherheitstechnischen Stellungnahme HSK 11/1100, Stand No-

vember 2007, zum Schluss, dass im KKW Mühleberg ein hohes Mass an 

technischer und organisatorischer Sicherheitsvorsorge getroffen sei und 

die Voraussetzungen für einen sicheren Weiterbetrieb erfüllt seien. Im 

vorliegenden Verfahren habe das ENSI in seinen Stellungnahmen die von 

den Einsprechenden vorgebrachten Argumente hinsichtlich der Sicherheit 

des KKW Mühleberg umfassend geprüft, mit dem Resultat, dass keine 

neuen Aspekte bezüglich der sicherheitstechnischen Beurteilung vorlä-

gen. Eine erneute Befristung der Betriebsbewilligung erscheine daher we-

der erforderlich noch geeignet, um das Ziel eines sicheren Betriebs zu 

A-667/2010 

Seite 8 

gewährleisten und würde zusätzlich gegen den Grundsatz der Verhältnis-

mässigkeit und das Rechtsgleichheitsprinzip verstossen.  

H.  

Zwei durch Fürsprecher Weibel vertretene Gruppen von Einsprechenden, 

Ursula Balmer-Schafroth und Mitbeteiligte (Beschwerdeführende 1) sowie 

Caroline Gisiger und Mitbeteiligte (Beschwerdeführende 2), erheben mit 

Eingaben vom 1. bzw. 12. Februar 2010 gegen den Entscheid des UVEK 

(Vorinstanz) vom 17. Dezember 2009 (angefochtene Verfügung) Be-

schwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht. Die betreffenden Be-

schwerdeverfahren A-667/2010 und A-863/2010 sind vom Bundesverwal-

tungsgericht am 2. März 2010 unter der Geschäftsnummer des Ersteren 

vereinigt worden. Die identischen Rechtsbegehren der Beschwerdefüh-

renden 1 und 2 (Beschwerdeführende) lauten primär auf Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung und Rückweisung an die Vorinstanz zur Fest-

stellung der Einspracheberechtigung der Beschwerdeführenden sowie 

zur Gewährung der Akteneinsicht und Einräumung des Rechts zur Stel-

lungnahme mit Bezug auf aufgelistete – vom UVEK angeblich vorenthal-

tene – Aktenstücke. Eventuell seien diese Aktenstücke den Beschwerde-

führenden zur Stellungnahme und Ergänzung der Beschwerde zu eröff-

nen. Ein weiterer Eventualantrag lautet auf "Abweisung" der angefochte-

nen Verfügung. Gemäss Erläuterung in der Beschwerde vom 1. Februar 

2010 fechten die Beschwerdeführenden nebst dem Entscheid vom 

17. Dezember 2009 ebenfalls (erneut) die Zwischenverfügung des UVEK 

vom 10. November 2008 betreffend Akteneinsicht (dazu vorne Sachver-

halt Bst. E) an. 

H.a Ihre Beschwerden begründen die Beschwerdeführenden im Wesent-

lichen folgendermassen: Die blosse Feststellung des UVEK, dass zumin-

dest bezüglich einiger Einsprechender der Kollektiveinsprache nach bis-

heriger Bundesratspraxis von einer Legitimation auszugehen sei, genüge 

den Anforderungen an die Begründungspflicht gemäss Art. 35 des Ver-

waltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, 

SR 172.021), welche Teil des rechtlichen Gehörs gemäss Art. 29 der Bun-

desverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 

1999 (BV, SR 101) sei, nicht. Es gehöre zum Bestandteil des rechtlichen 

Gehörs, dass die Legitimation jeder einsprechenden natürlichen oder ju-

ristischen Person festzustellen oder andernfalls auf die Einsprache nicht 

einzutreten sei. Nur ein solcher Entscheid erlaube es den Einsprechen-

den, die formellen Chancen einer Beschwerde rechtsgenüglich zu prüfen. 

Zusätzlich sei – trotz fristwahrender Einreichung der Beschwerde – das 

A-667/2010 

Seite 9 

rechtliche Gehör von zahlreichen Einsprechenden durch eine nicht in ge-

setzmässiger Weise erfolgte Eröffnung der angefochtenen Verfügung ver-

letzt worden.  

H.b Die Beschwerdeführenden rügen weiter, dass ihnen einerseits bereits 

im Auflage- und Einspracheverfahren die Akteneinsicht in eine Vielzahl 

von aus ihrer Sicht rechtserheblichen Dokumenten verweigert worden sei 

(vgl. dazu vorne Sachverhalt Bst. E). Sie machen geltend, dass die Be-

gründung der angefochtenen Verfügung sowohl ausdrücklich als auch im-

plizit auf diese Dokumente abstelle, weshalb bezüglich aller Dokumente, 

für die sie formell Akteneinsicht verlangt hätten, eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs vorliege. Andererseits sei den Beschwerdeführenden 

die Einsicht in die folgenden Akten, deren Existenz und Beizug erst mit 

der Eröffnung des angefochtenen Entscheids bekannt geworden sei, ver-

weigert worden:  

1.  das Schreiben des BFE an das ENSI vom 15. Juli 2009, 

2.  die vorinstanzliche Zusammenstellung der Eingaben der Beschwer-

deführenden und weiterer im Entscheid erwähnter Eingaben zuhan-

den des ENSI, 

3.  die Einsprachen, die Gegenstand der vorerwähnten Zusammenstel-

lung und damit direkt oder indirekt der nacherwähnten Stellungnah-

me des ENSI vom 24. Oktober 2009 waren, 

4.  die Stellungnahme des ENSI vom 24. Oktober 2009 (ENSI 11/1286 

Rev. 1) und allenfalls eine frühere Version (ENSI 11/1286). 

Der Anspruch auf das rechtliche Gehör werde schon dadurch verletzt, 

dass der angefochtene Entscheid die Verweigerung der Akteneinsicht mit 

keinem Wort begründe. Da die Beschwerdeführenden von der Existenz 

der streitigen Aktenstücke keine Kenntnis gehabt hätten, könne ihnen 

nicht entgegengehalten werden, sie hätten diesbezüglich keine Aktenein-

sicht verlangt. Der vom UVEK hier begangene gravierende Verfahrens-

fehler könne nicht oberinstanzlich geheilt werden. Zwar könne das Ge-

richt die Edierung der vorenthaltenen Akten anordnen und den Beschwer-

deführenden die Möglichkeit zur Äusserung und Beschwerdeergänzung 

einräumen. Damit werde aber ihrem Rechtsschutzanspruch u.a. auch we-

gen dem Verlust einer Instanz nicht Genüge getan.  

H.c Die Beschwerdeführenden begründen zudem (aus ihrer Sicht rein 

vorsorglich und pauschal), weshalb der Nachweis des aktuellen und für 

A-667/2010 

Seite 10 

einen unbestimmten Zeitraum sichergestellten sicheren Betriebs für die 

wiedererwägungsweise Aufhebung der Befristung der Betriebsbewilligung 

für das KKW Mühleberg entgegen dem UVEK rechtsrelevant sei. Gegen-

stand des Verfahrens sei gerade, ob dem Anspruch der Betreiberin auf 

eine unbefristete Bewilligung polizeiliche Risiken oder ungenügende 

Schutzmassnahmen entgegenstünden. Der angefochtene Entscheid ge-

stehe ausdrücklich zu, dass insbesondere eine polizeiliche Befristung aus 

Sicherheitsgründen angezeigt sein könne, solange eine bestimmte Frage 

offen bleibe, die für den Betrieb zwar nicht von elementarer Bedeutung 

sei, aber dennoch zuerst abgeklärt werden müsse. Namentlich werde auf-

grund der vorenthaltenen Stellungnahme des ENSI zu prüfen sein, ob 

das KKW Mühleberg alle Voraussetzungen eines sicheren Betriebs erfül-

le, oder ob vielmehr die Aufhebung der Befristung verweigert werden 

müsse bzw. die Befristung allenfalls nur verlängert werden könne. An der 

rein polizeirechtlich zulässigen Aufhebung der Frist bestünden ernsthafte 

Zweifel, wie verschiedene Beispiele zeigten.  

I.  

Die Vorinstanz reichte am 28. April 2010 ihre Vernehmlassung zusammen 

mit den aus ihrer Sicht relevanten Vorakten ein und stellt den Antrag auf 

vollumfängliche Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten 

sei. Die Rüge der Beschwerdeführenden, sie hätten wegen fehlender Be-

gründung zu ihrer Legitimation bzw. Parteistellung keine Möglichkeit ge-

habt, ihre Prozesschancen einzuschätzen, könne nicht gehört werden. In 

diesem Punkt liege de facto eine Gutheissung ihres impliziten (prozes-

sualen) Antrags auf Teilnahme am Einspracheverfahren vor, weshalb auf 

eine Begründung habe verzichtet werden können. Es liege auch keine 

mangelhafte Eröffnung des angefochtenen Entscheids vor. Der von den 

Beschwerdeführenden eventualiter gestellte prozessuale Antrag auf Ak-

teneinsicht bezüglich spezifisch benannter Dokumente sei (grundsätzlich) 

gutzuheissen. Diese Akten – wie die ENSI-Stellungnahme vom 24. Okto-

ber 2009 – seien Teil der dem Gericht mit der Vernehmlassung einge-

reichten Dokumente. Sie seien den Beschwerdeführenden vor Eröffnung 

des angefochtenen Entscheids deshalb nicht mehr zur Kenntnis gebracht 

worden, weil sie keine neuen Aspekte in Bezug auf die bereits bestehen-

de sicherheitstechnische Beurteilung hervorgebracht hätten. Sollte das 

Gericht dieses Unterlassen als Gehörsverletzung werten, könne diese 

ohne Rückweisung vor der oberen Instanz geheilt werden. Hingegen hal-

te das UVEK an seiner Auffassung in der Verfügung vom 10. November 

2008 fest, dass es für eine weitergehende Akteneinsicht in die damals ge-

forderten zusätzlichen Sicherheitsunterlagen keinen Anlass gebe und 

A-667/2010 

Seite 11 

diesbezüglich das rechtliche Gehör nicht verletzt worden sei. In materiel-

ler Hinsicht sei zu betonen, dass das UVEK entgegen den Ausführungen 

der Beschwerdeführenden die Frage des dauerhaften sicheren Betriebs 

als rechtsrelevant erachte, ansonsten hätte es die vorgebrachten sicher-

heitstechnischen Argumente der Einsprechenden gar nicht geprüft. Wäre 

man bei der entsprechenden Prüfung zum Schluss gekommen, dass der 

Nachweis des sicheren Betriebs über einen unbestimmten Zeitraum trotz 

der stetigen Aufsicht und Kontrolle durch das ENSI nicht gewährleistet 

sei, hätte die Betriebsbewilligung allenfalls erneut befristet werden müs-

sen.  

J.  

Mit Beschwerdeantwort vom 30. April 2010 beantragt die BKW FMB 

Energie AG (Beschwerdegegnerin), die Beschwerden vom 1. und 12. Fe-

bruar 2010 seien abzuweisen, soweit auf sie eingetreten werden könne. 

Das UVEK habe im angefochtenen Entscheid sämtliche relevanten Sach-

verhalts- und Rechtsfragen geprüft und sich eingehend mit den vorwie-

gend sicherheitstechnischen Einspracherügen auseinandergesetzt. Diese 

Erwägungen seien in jeder Hinsicht überzeugend und es könne darauf – 

wie auch auf die früheren diesbezüglichen Eingaben der BKW FMB Ener-

gie AG – verwiesen werden. Die Beschwerdeführenden seien durch die 

Tatsache, dass sich das UVEK nur rudimentär zur Einsprachelegitimation 

geäussert habe, auf die Einsprachen jedoch generell eingetreten sei, gar 

nicht beschwert; auf diese Rüge sei nicht einzutreten. Auch könne der An-

sicht betreffend angeblich mangelhafter Eröffnung des Entscheids nicht 

gefolgt werden. Die gerügte Gehörsverletzung hinsichtlich der abschlies-

senden Stellungnahme des ENSI vom 24. Oktober 2009 würde – wenn 

überhaupt – höchstens einen sehr geringfügigen Verfahrensmangel dar-

stellen, da dort keine Sicherheitsaspekte thematisiert würden, die nicht 

bereits in den früheren Stellungnahmen behandelt worden seien. Die 

Existenz und der Inhalt dieser Stellungnahme sei zudem auch der Be-

schwerdegegnerin verborgen geblieben. Jedenfalls wären die Vorausset-

zungen für eine Heilung der Gehörsverletzung vorliegend erfüllt; eine 

Rückweisung käme einem formalistischen Leerlauf mit unnötigen Verzö-

gerungen gleich und würde das verfassungsrechtliche Beschleunigungs-

gebot von Art. 29 Abs. 1 BV verletzen. Die Betreiberin habe einen An-

spruch auf die Beurteilung ihres Gesuchs innert angemessener Frist.  

K.  

Das ENSI nahm mit Eingabe vom 26. April 2010 Stellung zu den erhobe-

nen Beschwerden, soweit sie aus seiner Sicht den Aufsichtsbereich des 

A-667/2010 

Seite 12 

ENSI betreffen. Die von den Beschwerdeführenden neu aufgebrachten 

Punkte beträfen insbesondere die Qualitätssicherung der ENSI-Doku-

mente, die Transparenz der Richtlinienerstellung und den Zustand der To-

rusringleitung. Als Fazit der Überprüfung der Argumente der Beschwerde-

führenden stellt das ENSI fest, dass sich keine neuen Gesichtspunkte bei 

der sicherheitstechnischen Beurteilung des KKW Mühleberg gezeigt hät-

ten. Die in der Sicherheitstechnischen Stellungnahme zur Periodischen 

Sicherheitsüberprüfung des KKW Mühleberg, Stand November 2007 

(HSK 11/1100) festgehaltene Bewertung, dass im KKW Mühleberg ein ho-

hes Mass an technischer und organisatorischer Sicherheitsvorsorge ge-

troffen sei, bleibe unverändert gültig.  

L.  

Mit Instruktionsverfügung vom 10. Juni 2010 hat das Bundesverwaltungs-

gericht festgehalten, das UVEK habe mit seiner Vernehmlassung die 

nachfolgenden Sicherheitsunterlagen – in welche die Beschwerdeführen-

den Einsicht verlangen – nicht eingereicht: 

1.  BKW FMB Energie AG, Periodische Sicherheitsüberprüfung 2005 für 

das Kernkraftwerk Mühleberg (PSÜ); 

2.  BKW FMB Energie AG, Probabilistische Sicherheitsanalyse für das 

Kernkraftwerk Mühleberg MUSA und SMUSA 2005 (PSA); 

3.  TÜVNORD EnSys GmbH, Gutachten zur Sicherheitsbewertung der 

Klammervorrichtung im Hinblick auf Kernmantel-Durchrisse, Hanno-

ver, Dezember 2006; 

4.  Structural Integrity Associates, Inc.: Core spray piping and sparger 

flaw evaluation handbook; 

5.  Analysen, Daten und Aktionslisten einzelner Pendenzen in der Liste 

der Geschäfte; 

6.  Detaillierung der auf der Website des ENSI abrufbaren Liste der Ge-

schäfte.  

Das Bundesverwaltungsgericht hat dazu festgestellt, diese Sicherheitsun-

terlagen seien vom UVEK soweit ersichtlich nicht formell aus den Akten 

gewiesen worden, sondern gehörten vielmehr zu den im vorliegenden 

Fall einzureichenden Verfahrensakten. Deswegen ist das UVEK verpflich-

tet worden, die Sicherheitsunterlagen dem Bundesverwaltungsgericht bis 

am 24. Juni 2010 vollständig einzureichen und sich gleichzeitig darüber 

auszusprechen, für welche dieser Akten in welchem Ausmass und aus 

A-667/2010 

Seite 13 

welchem Grund allenfalls Verweigerungsgründe im Sinne von Art. 27 

VwVG bestünden. Im Übrigen sind die Verfahrensakten A-7975/2008 des 

Bundesverwaltungsgerichts für das vorliegende Verfahren beigezogen 

worden.  

M.  

Das UVEK beantragte mit Eingabe vom 21. Juni 2010, die Verfügung 

vom 10. Juni 2010 sei in Wiedererwägung zu ziehen, mit der Begrün-

dung, die genannten Sicherheitsunterlagen seien entgegen der Vermu-

tung des Bundesverwaltungsgerichts nicht Teil der einzureichenden Ver-

fahrensakten. Mit Zwischenverfügung vom 30. Juni 2010 hat das Bundes-

verwaltungsgericht den Hauptantrag des UVEK auf Wiedererwägung der 

Verfügung vom 10. Juni 2010 abgewiesen. Mangels anderer Beweise 

könne nicht davon ausgegangen werden, die hier umstrittenen Sicher-

heitsunterlagen seien vom UVEK formell aus dem Verfahren gewiesen 

worden und der Befund sei zu bestätigen, dass sie zu den vom UVEK 

einzureichenden Verfahrensakten gehörten. In Gutheissung des Eventu-

alantrags des UVEK wurde die Frist zur Einreichung und Kennzeichnung 

dieser Akten auf den 31. August 2010 verlängert.  

N.  

Entsprechend dieser Zwischenverfügung haben das UVEK und das ENSI 

am 31. August 2010 die in 86 Bundesordnern abgelegten zusätzlichen 

Verfahrensakten dem Bundesverwaltungsgericht an seinem Sitz überge-

ben. Das ENSI hat zugleich ein 59 Seiten umfassendes Aktenverzeichnis 

vom 30. August 2010 mit dem vollständigen Inhalt der neu eingereichten 

Akten und einer Aufteilung zu den Verweigerungsgründen gemäss Art. 27 

VwVG sowie ein Schreiben vom 31. August 2010 mit Ausführungen zu 

diesen Verweigerungsgründen überreicht. Ebenfalls am 31. August 2010 

machte die Beschwerdegegnerin eine Eingabe, welche zu den Geheim-

haltungsinteressen für den Bereich Geschäftsgeheimnisse Stellung 

nimmt und verschiedene Anträge und Bemerkungen zu den klassifizierten 

und nicht klassifizierten Akten enthält.  

O.  

Die Beschwerdeführenden nahmen mit Eingabe vom 8. Oktober 2010 

(sog. "Akteneinsichtbezeichnungsgesuch") Stellung zur Akteneinsicht in 

die nachgereichten Sicherheitsunterlagen. Sie listeten im Rahmen mehre-

rer Anträge und gestützt auf das Aktenverzeichnis des ENSI vom 30. Au-

gust 2010 detailliert auf, in welche Teile dieser Unterlagen sie Einsicht 

verlangen. Daneben stellten sie einige prozessuale Begehren. Mit Stel-

A-667/2010 

Seite 14 

lungnahmen vom 8. November 2010 äusserten sich das UVEK, die Be-

schwerdegegnerin und das ENSI zur Eingabe der Beschwerdeführenden 

vom 8. Oktober 2010, wobei sie ihre bisherigen Anträge und Ausführun-

gen zur Akteneinsicht bestätigten. Zu diesen Stellungnahmen vom 8. No-

vember 2010 äusserten sich die Beschwerdeführenden mit einer weiteren 

Eingabe vom 22. November 2010.  

P.  

Mit Zwischenverfügung vom 8. Dezember 2010 hat das Bundesverwal-

tungsgericht über die Gesamtthematik der Akteneinsicht entschieden. 

Das Akteneinsichtsgesuch der Beschwerdeführenden gemäss Beschwer-

de vom 1. Februar 2010 ist dabei gutgeheissen worden betreffend die ge-

samten von der Vorinstanz ursprünglich eingereichten Verfahrensakten. 

Das Akteneinsichtsgesuch der Beschwerdeführenden vom 8. Oktober 

2010 ist gutgeheissen worden mit Bezug auf sämtliche Dokumente und 

Teile davon, welche gemäss Aktenverzeichnis des ENSI vom 30. August 

2010 durch die Gegenparteien zur Einsicht freigegeben sind. Dieses Ein-

sichtsgesuch ist weiter gutgeheissen worden mit Bezug auf das vollstän-

dige TÜVNORD-Gutachten vom Dezember 2006 gemäss Ziff. 3 (S. 36) 

des Aktenverzeichnisses des ENSI vom 30. August 2010. Die Genehmi-

gung hat dabei in Abweisung des Eventualantrags der Beschwerdegeg-

nerin die (übliche) Möglichkeit zur Erstellung von Kopien anlässlich der 

Einsichtnahme am Sitz des Bundesverwaltungsgerichts beinhaltet. Den 

Beschwerdeführenden, ihrem Anwalt und allen beigezogenen Expertin-

nen und Experten ist aber unter Strafandrohung, d.h. mit Busse bis 

CHF 10'000.--, ausdrücklich verboten worden, die aus der Akteneinsicht 

in das TÜVNORD-Gutachten gewonnenen Unterlagen und Informationen 

für Zwecke ausserhalb des vorliegenden Beschwerdeverfahrens zu ver-

wenden oder an Dritte weiterzugeben. Schliesslich ist das Akteneinsichts-

gesuch der Beschwerdeführenden vom 8. Oktober 2010 ebenfalls gutge-

heissen worden mit Bezug auf die drei vollständigen Dokumente AN-KL-

05/121, AN-KL-05/121 Rev. a und AN-KL-05/140 (Ziff. 1 S. 6 bzw. 8 des 

Aktenverzeichnisses des ENSI vom 30. August 2010). Die Möglichkeit zur 

Erstellung von Kopien ist hier in diesbezüglicher Gutheissung des Even-

tualantrags der Beschwerdegegnerin nicht gewährt worden. Den Be-

schwerdeführenden, ihrem Anwalt und allen beigezogenen Expertinnen 

und Experten ist wiederum unter Strafandrohung ausdrücklich verboten 

worden, die aus der Akteneinsicht in diese drei Dokumente gewonnenen 

Informationen für Zwecke ausserhalb des vorliegenden Beschwerdever-

fahrens zu verwenden oder an Dritte weiterzugeben. Darüber hinausge-

hend ist das Akteneinsichtsgesuch der Beschwerdeführenden vom 8. Ok-

A-667/2010 

Seite 15 

tober 2010 abgewiesen worden. Ebenso sind schliesslich sämtliche den 

dargelegten Anordnungen entgegenstehenden Anträge der Verfahrensbe-

teiligten zur Gesamtthematik der Akteneinsicht abgewiesen worden.  

Q.  

Im Rahmen der soeben geschilderten Modalitäten hat die Akteneinsicht-

nahme der Beschwerdeführenden vom 31. Januar bis am 2. Februar 

2011 am Sitz des Bundesverwaltungsgerichts in Bern in Anwesenheit von 

jeweils mindestens einer akten- bzw. fachkundigen Person der Beschwer-

degegnerin und des ENSI stattgefunden.  

R.  

Mit Eingabe vom 21. März 2011 reichten die Beschwerdeführenden beim 

Bundesverwaltungsgericht ein Gesuch um "Sistierung des Beschwerde-

verfahrens, event. Einräumung einer Nachfrist zur ergänzenden Aktenein-

sichtnahme und Beschwerdeergänzung" (Sistierungsgesuch) ein. Gleich-

zeitig gaben sie als Beilagen unter anderem ein an das UVEK gerichtetes 

Gesuch um Entzug der Betriebsbewilligung des KKW Mühleberg und 

subsidiäres Wiedererwägungsgesuch, enthaltend ein dringliches Gesuch 

um Anordnung einer vorsorglichen Ausserbetriebnahme, sowie eine 

"Kurzstellungnahme zur Akteneinsicht der Bürger in Sicherheitsunterla-

gen des Kernkraftwerks Mühleberg im Rahmen der Bundesverwaltungs-

gerichtsbeschwerde Ursula Balmer-Schafroth et al." des Öko-Instituts e.V. 

Freiburg, Darmstadt, Berlin (Kurzstellungnahme Öko-Institut) vom 

17. März 2011 zu den Akten.  

Die Beschwerdeführenden stellten mit ihrem Sistierungsgesuch unter an-

derem die Verfahrensanträge, das Beschwerdeverfahren sei zu sistieren, 

bis über das beiliegende Gesuch um Entzug der Betriebsbewilligung und 

vorsorgliche Ausserbetriebnahme des KKW Mühleberg rechtskräftig ent-

schieden sei. Eventuell sei die Zwischenverfügung des Bundesverwal-

tungsgerichts vom 8. Dezember 2010 wiedererwägungsweise abzuän-

dern und den Beschwerdeführenden Einsicht in die Akten des angefoch-

tenen Verfahrens und in die gemäss beiliegendem Gesuch vom 21. März 

2011 an das UVEK beantragten Akten einzuräumen. Schliesslich sei fest-

zustellen, dass die Beschwerdeführenden berechtigt seien, die Kurzstel-

lungnahme Öko-Institut vom 17. März 2011 zu veröffentlichen.  

S.  

Das Bundesverwaltungsgericht hat mit Instruktionsverfügung vom 

24. März 2011 die Eingabe der Beschwerdeführenden vom 21. März 2011 

A-667/2010 

Seite 16 

mitsamt allen Beilagen zu den Akten erkannt und die Beschwerdegegne-

rin, die Vorinstanz und das ENSI ersucht, bis am 8. April 2011 zu den 

hauptsächlichen Verfahrensanträgen eine Stellungnahme einzureichen.  

Die Beschwerdegegnerin habe sich dabei darüber zu äussern, inwieweit 

sie an den geltend gemachten Geschäftsgeheimnissen in Bezug auf das 

Gutachten zur Sicherheitsbewertung der Klammervorrichtung im Hinblick 

auf Kernmantel-Durchrisse der TÜVNORD EnSys GmbH (Hannover 2006 

[TÜVNORD-Gutachten]) und der weiteren Akten der Kategorie "Intern" 

festhalte und habe dies unter Einbezug der Vorkommnisse in Japan er-

neut zu begründen. Das ENSI werde aufgefordert, innert derselben Frist 

eine Zusammenstellung (Grobübersicht inkl. Zeitplanung) aller aufgrund 

der Ereignisse in Japan ausgelösten, laufenden oder bereits wieder abge-

schlossenen Abklärungen, Massnahmen und Anordnungen zu Sicher-

heitsfragen beim KKW Mühleberg (insbes. zur Erdbeben- und Überflu-

tungsgefahr) einzureichen.  

T.  

Mit undatierter Zwischenverfügung (Eingang beim Bundesverwaltungsge-

richt am 30. März 2011) hat das UVEK das von den Beschwerdeführen-

den bei ihm am 21. März 2011 eingereichte Gesuch um vorläufige Aus-

serbetriebnahme zuständigkeitshalber an das ENSI überwiesen und das 

ebenfalls bei ihm anhängig gemachte Verfahren betreffend Entzug der 

Betriebsbewilligung für das KKW Mühleberg zwischenzeitlich sistiert, vor-

aussichtlich bis das ENSI das Gesuch um sofortige Ausserbetriebnahme 

beurteilt habe.  

U.  

Die Beschwerdeführenden reichten mit Datum vom 31. März 2011 eine so 

genannte "Ergänzungseingabe" zum Sistierungsgesuch vom 21. März 

2011 ein, welche verschiedene zusätzliche Verfahrensanträge und insbe-

sondere ein Gesuch um Anordnung der einstweiligen Ausserbetriebnah-

me des KKW Mühleberg enthielt.  

Das Bundesverwaltungsgericht ist mit Zwischenverfügung vom 6. April 

2011 auf sämtliche Anträge dieser Ergänzungseingabe der Beschwerde-

führenden, mithin auch auf das Gesuch um Erlass einer vorsorglichen An-

ordnung der einstweiligen Ausserbetriebnahme des KKW Mühleberg, 

nicht eingetreten. Die Frist zur Stellungnahme gemäss der Verfügung 

vom 24. März 2011 ist zudem bis am 2. Mai 2011 verlängert worden.  

A-667/2010 

Seite 17 

V.  

Mit Eingabe vom 29. April 2011 nahm das ENSI Stellung zu den Verfah-

rensanträgen der Beschwerdeführenden vom 21. März 2011. Zu den An-

trägen betreffend Akteneinsicht und Veröffentlichung von Dokumenten 

verwies das ENSI auf seine diesbezüglichen Aussagen in den Eingaben 

vom 31. August und 8. November 2010 bezüglich Informationsschutz. 

Was die "neuen Akten" gemäss dem Gesuch der Beschwerdeführenden 

vom 21. März 2011 an das UVEK anbelange, gab das ENSI zu bedenken, 

dass der laufend neue Beizug von Akten geeignet sei, das Verfahren auf 

unbestimmte Zeit zu verzögern, weil im Rahmen der normalen Aufsicht 

täglich neue Dokumente anfallen würden. Schliesslich hat das ENSI im 

Sinne einer Zusammenstellung aufgezeigt, was der Inhalt seiner an alle 

KKW in der Schweiz gerichteten Verfügungen "Massnahmen aufgrund 

der Ereignisse in Fukushima" vom 18. März 2011 und "Vorgehensvorga-

ben zur Überprüfung der Auslegung bezüglich Erdbeben und Überflutung" 

vom 1. April 2011 für das KKW Mühleberg gewesen ist und insbesondere 

welche Fristen damit verhängt worden sind. Ebenfalls mit Stellungnahme 

vom 29. April 2011 beantragte das UVEK, das Begehren um Sistierung 

des Verfahrens sowie der Antrag auf Wiedererwägung der prozessleiten-

den Verfügung vom 8. Dezember 2010 und der Antrag auf Beizug und 

Einsicht in weitere Dokumente seien abzuweisen.  

Am 2. Mai 2011 reichte die Beschwerdegegnerin ihre Stellungnahme ein 

mit den folgenden Verfahrensanträgen:  

1.  Das Beschwerdeverfahren A-667/2010 sei nicht zu sistieren, son-

dern mit Beförderung fortzusetzen. 

2.  Unabhängig vom Entscheid über die Verfahrenssistierung seien den 

Verwaltungsgerichtsbeschwerden (…) vom 1. Februar sowie vom 

12. Februar 2010 für die Dauer des Verfahrens vor dem Bundesver-

waltungsgericht die aufschiebende Wirkung zu entziehen. 

3.  In Bezug auf die Akteneinsicht der Beschwerdeführenden sei an der 

Verfügung vom 8. Dezember 2010 festzuhalten, und die Veröffentli-

chung der Kurzstellungnahme des Öko-Instituts e.V. Darmstadt sei 

nicht zu bewillligen. 

W.  

Mit Zwischenverfügung vom 31. Mai 2011 hat das Bundesverwaltungsge-

richt den Sistierungsantrag der Beschwerdeführenden vom 21. März 2011 

wie auch den Antrag der Beschwerdegegnerin vom 2. Mai 2011 auf Ent-

zug der aufschiebenden Wirkung der Beschwerden abgewiesen. Die 

A-667/2010 

Seite 18 

Strafandrohung gemäss Ziff. 3.2 des Dispositivs der Zwischenverfügung 

vom 8. Dezember 2010 hat es ersatzlos aufgehoben. Soweit weiterge-

hend ist der Wiedererwägungsantrag der Beschwerdeführenden vom 

21. März 2011 zur Akteneinsicht abgewiesen worden. Der Feststellungs-

antrag der Beschwerdeführenden vom 21. März 2011 betreffend Veröf-

fentlichung der Kurzstellungnahme Öko-Institut vom 17. März 2011 ist 

vom Bundesverwaltungsgericht als gegenstandslos geworden erklärt wor-

den. Schliesslich ist den Beschwerdeführenden eine grundsätzlich nicht 

erstreckbare Nachfrist zur Einreichung einer Replik bis am 27. Juni 2011 

angesetzt worden.  

X.  

Mit ihrer Replik vom 27. Juni 2011 stellen die Beschwerdeführenden fol-

gende Rechtsbegehren: Es seien sämtliche von ihnen im Rahmen des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens gestellten Rechtsbegehren gutzu-

heissen, soweit sie weder bereits gutgeheissen noch rechtskräftig abge-

wiesen worden seien. Weiter wird verlangt, es seien bezüglich Kernman-

telrisse und Zugankerkonstruktion zahlreiche prozessuale Vorkehrungen 

zu treffen. Erstens seien beim ENSI und der Beschwerdegegnerin ver-

schiedene neue Akten zu edieren. Zweitens sei bei der TÜVNORD EnSys 

GmbH, eventuell bei einem anderen Gutachter, ein gerichtliches Gutach-

ten zu verschiedenen Fragen einzuholen. Drittens sei das gegebenenfalls 

vom ENSI für den weiteren Betrieb genehmigte Instandhaltungskonzept 

des rissebehafteten Kernmantels mit Stellungnahmemöglichkeit zu den 

Akten zu erkennen. Zusätzlich wird gefordert, dass viele beiliegende oder 

bloss angeführte Dokumente des ENSI im Zusammenhang mit den Vor-

fällen in Japan zu den Beschwerdeakten zu erkennen seien. Im Weiteren 

werden verkürzte Fristen für die Beschwerdegegnerin verlangt, um die 

vom ENSI eingeforderten technischen "Fukushima-Einzel-Nachweise so-

wie EU-Stresstest-Ergebnisse" zu den Akten zu bringen. Sodann sei bei 

der Eidgenössischen Kommission für die nukleare Sicherheit (KNS) oder 

eventuell anderswo ein gerichtliches Gutachten zu verschiedenen Punk-

ten einzuholen und schliesslich seien beim ENSI (erneut) einige zusätzli-

che Akten zu edieren.  

Y.  

Sowohl die Vorinstanz am 22. Juli 2011 als auch die Beschwerdegegnerin 

am 12. August 2011 bestätigen mit ihren Dupliken die bisherigen Abwei-

sungsanträge in der Sache und verlangen zudem, die von den Beschwer-

deführenden mit ihrer Replik neu gestellten prozessualen Anträge seien 

(allesamt) abzuweisen. Dabei wird insbesondere darauf hingewiesen, 

A-667/2010 

Seite 19 

dass eine umfassende materielle Sicherheitsprüfung des KKW Mühleberg 

nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens sei. Das EN-

SI äussert sich mit Stellungnahme vom 8. August 2011 ebenfalls kritisch 

in der Hinsicht, dass die Beschwerdeführenden versuchten, auf seine lau-

fende Aufsichtstätigkeit Einfluss zu nehmen. Sie verkennten, dass viele 

der in der Replik aufgelisteten Akten nicht den Verfahrensgegenstand be-

träfen, sondern grösstenteils im Rahmen der laufenden Aufsicht des ENSI 

nach Art. 70 ff. KEG eingingen bzw. erstellt würden und deshalb nicht zu 

edieren seien.  

Z.  

Die Beschwerdeführenden stellen mit Eingabe vom 16. August 2011 ins-

besondere die Anträge, es sei nach Abschluss des Beweisverfahrens und 

des Schriftenwechsels eine öffentliche Parteiverhandlung sowie im An-

schluss daran eine öffentliche Urteilsberatung durchzuführen. Mit Einga-

ben vom 2. September 2011 nehmen die Beschwerdegegnerin und das 

UVEK dazu Stellung und die Beschwerdeführenden reichen ihre Schluss-

bemerkungen ein.  

AA.  

Mit Verfügung vom 23. September 2011 ordnet das Bundesverwaltungs-

gericht eine öffentliche Parteiverhandlung auf den 13. Dezember 2011 an. 

Die Beschwerdeführenden bringen mit Schreiben vom 7. Oktober 2011 

vor, dass zudem eine Befragung von Experten sowie eine öffentliche Ur-

teilsberatung durchgeführt werden sollten. Die Beschwerdegegnerin äus-

sert sich am 20. Oktober 2011 unter anderem dahingehend, eine Exper-

tenanhörung sei nicht angebracht, da eine eigentliche materielle Prüfung 

der Sicherheitsfragen nicht zum Verfahrensgegenstand gehöre.  

BB.  

Die Beschwerdeführenden beantragen mit Eingabe vom 5. Dezember 

2011 unter anderem, sie seien näher über die Art der Durchführung der 

öffentlichen Parteiverhandlung zu informieren und reichen weitere Stu-

dien ein.  

Das Bundesverwaltungsgericht bringt die Eingabe samt Beilagen mit Ver-

fügung vom 7. Dezember 2011 den anderen Parteien zu Kenntnis, weist 

darauf hin, dass auf den 13. Dezember 2011 einzig eine öffentliche Par-

teiverhandlung angesetzt wurde und dass über die Durchführung einer öf-

fentlichen Urteilsberatung, die Einholung von Gutachten oder die Befra-

A-667/2010 

Seite 20 

gung von Sachverständigen zu einem späteren Zeitpunkt entschieden 

wird. 

CC.  

Am 13. Dezember 2011 findet die öffentliche Parteiverhandlung statt. 

DD.   

Mit Verfügung vom 15. Dezember 2011 stellt das Bundesverwaltungsge-

richt den Verfahrensbeteiligten je eine Kopie des unterzeichneten Proto-

kolls und die nachgereichten Plädoyernotizen der Beschwerdeführenden 

zu. Zudem weist es die Verfahrensbeteiligten darauf hin, dass sie die 

Möglichkeit haben, Honorarnoten für den Aufwand bis zur Parteiverhand-

lung einzureichen.  

EE.  

Auf die weiteren Ausführungen der Beteiligten wird, soweit erforderlich, in 

den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.  

 

  

A-667/2010 

Seite 21 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern keine Ausnahme nach 

Art. 32 VGG vorliegt und eine Vorinstanz gemäss Art. 33 oder 34 VGG 

entschieden hat. Eine Ausnahme, was das Sachgebiet angeht, ist hier 

nicht gegeben bzw. die auf dem Gebiet der Kernenergie bestehenden 

Ausschlussgründe treffen vorliegend nicht zu (vgl. Art. 32 Abs. 1 Bst. e 

VGG). Das UVEK ist eine Vorinstanz im Sinne von Art. 33 Bst. d VGG. 

Demnach ist das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der am 

1. bzw. 12. Februar 2010 erhobenen Beschwerden gegen die Verfügung 

des UVEK vom 17. Dezember 2009 zuständig. Das Verfahren richtet sich 

nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 

VGG).  

1.2. Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor der 

Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur 

Teilnahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung besonders be-

rührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Än-

derung hat. Die Beschwerdeführenden sind grundsätzlich legitimiert: Sie 

wohnen grösstenteils in den Notfallplanungszonen 1 und 2 um das KKW 

Mühleberg, haben am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, sind 

durch die Verfügung berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an 

deren Aufhebung. Gemäss der bundesgerichtlichen und der bundesver-

waltungsgerichtlichen Rechtsprechung genügt es, wenn mindestens eine 

der beschwerdeführenden Personen legitimiert ist (Urteil des Bundesge-

richts vom 7. September 1998 E. 2, publiziert in: Schweizerisches Zent-

ralblatt für Staats- und Verwaltungsrecht [ZBl] 101/2000 S. 83 ff.; Urteile 

des Bundesverwaltungsgerichts A-1936/2006 vom 10. Dezember 2009 

E. 3.5.1, A-7872/2011 vom 17. Oktober 2011 E. 2.2, A-1156/2011 vom 

22. Dezember 2011 E. 1.1 und A-3762/2010 vom 25. Januar 2012 E. 2.3). 

Allerdings fehlt es den Beschwerdeführenden an einem hinreichenden 

schutzwürdigen Interesse, soweit sie rügen, die Vorinstanz habe ihre Le-

gitimation nicht hinreichend geprüft (vgl. Sachverhalt Bst. H.a), da die 

Vorinstanz auf ihre Beschwerden eingetreten ist. Somit haben sie keinen 

Vorteil davon, wenn die vorinstanzliche Prüfung der Legitimation kontrol-

liert wird, und auf diese Rüge ist nicht einzutreten. 

A-667/2010 

Seite 22 

1.3. Die Beschwerde vom 1. Februar 2010 ist frist- und formgerecht erho-

ben worden (vgl. Art. 50 und Art. 52 VwVG). Da beide Beschwerden 

gleich lauten, kann offen bleiben, ob auch die Beschwerde vom 12. Fe-

bruar 2010 rechtzeitig erhoben wurde respektive ob die angefochtene 

Verfügung diesen Beschwerdeführenden mit der Publikation im Bundes-

blatt vom 22. Dezember 2009 (BBl 2009 8874) korrekt eröffnet wurde.  

1.4. Der Umfang des Streitgegenstands des vorliegenden Verfahrens ist 

umstritten, namentlich was den Einbezug sicherheitsrelevanter Fragen 

angeht (vgl. Sachverhalt Bst. G.b–c, H.c, I und Y). Streitgegenstand in der 

nachträglichen Verwaltungsrechtspflege ist das Rechtsverhältnis, das Ge-

genstand der angefochtenen Verfügung bildet, soweit es im Streit liegt. Er 

darf im Laufe des Beschwerdeverfahrens weder erweitert noch qualitativ 

verändert werden und kann sich höchstens verengen und um nicht mehr 

streitige Punkte reduzieren, nicht aber ausweiten. Fragen, über welche 

die erstinstanzlich verfügende Behörde nicht entschieden hat, darf die 

zweite Instanz nicht beurteilen, da andernfalls in die funktionelle Zustän-

digkeit der ersten Instanz eingegriffen würde (ANDRÉ MOSER/MICHAEL 

BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht, Basel 2008, Rz. 2.7 ff.; statt vieler Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts A-8457/2010 vom 14. Juni 2011 E. 1.2.1; vgl. auch BGE 

136 II 457 E. 4.2, 133 II 35 E. 2 und 131 V 164 E. 2.1).  

Die Vorinstanz prüfte, ob die bisherige Befristung aufzuheben sei, aber 

auch, ob eine neue Befristung aus polizeilichen Gründen angezeigt wäre, 

wobei sie in diesem Zusammenhang auch auf sicherheitsrelevante As-

pekte einging (vgl. Sachverhalt Bst. G). Diese Prüfung entsprach dem Be-

gehren seitens einiger Beschwerdeführenden, die bereits im vorinstanzli-

chen Verfahren beantragt hatten, die Betriebsbewilligung sei erneut zu 

befristen und dabei auch Sicherheitsmängel rügten. Der Streitgegenstand 

des vorliegenden Verfahrens wird deshalb durch die Begehren der Be-

schwerdeführenden nicht in unzulässiger Weise ausgeweitet, so wie auch 

die Vorinstanz den Streitgegenstand nicht zu weit gefasst hat: Im Zentrum 

steht die Frage, ob die Befristung der Betriebsbewilligung zu Recht aufge-

hoben wurde respektive ob sie anlässlich einer Anpassung an das KEG 

erneut zu befristen ist, wobei auch Sicherheitsaspekte von Bedeutung 

sein können. Welche Normen hierbei anwendbar und wie sie auszulegen 

sind, ist eine Frage der materiellen Prüfung und nicht des Streitgegen-

stands. Von einer unzulässigen Ausweitung könnte erst dann die Rede 

sein, wenn das Bundesverwaltungsgericht eine umfassende Prüfung der 

Sicherheitsfragen, der laufenden Aufsicht oder gar einer sofortigen Aus-

A-667/2010 

Seite 23 

serbetriebnahme vornehmen würde, ohne dass diese Fragen zuvor von 

der Vorinstanz entschieden worden wären.  

1.5. Auf die Beschwerden ist somit einzutreten, allerdings unter Vorbehalt 

der Rüge betreffend eine erneute Überprüfung der Legitimation im vorin-

stanzlichen Verfahren.  

1.6. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet grundsätzlich mit unein-

geschränkter Kognition. Es überprüft die angefochtene Verfügung respek-

tive das angefochtene Urteil auf Rechtsverletzungen – einschliesslich un-

richtiger oder unvollständiger Feststellung des rechtserheblichen Sach-

verhalts und Rechtsfehler bei der Ausübung des Ermessens – sowie auf 

Angemessenheit (Art. 49 VwVG). 

2.  

Zunächst ist auf verschiedene prozessuale Anträge einzugehen.  

2.1. Die Beschwerdeführenden beantragen eine öffentliche Urteilsbera-

tung. Gemäss Art. 41 Abs. 2 VGG berät das Bundesverwaltungsgericht 

einen Entscheid mündlich, wenn die Abteilungspräsidentin dies anordnet 

respektive ein Richter bwz. eine Richterin dies verlangt (Bst. a) oder 

wenn eine Abteilung in Fünferbesetzung entscheidet und sich keine Ein-

stimmigkeit ergibt (Bst. b). Art. 41 Abs. 3 VGG bestimmt, dass Fälle ge-

mäss Art. 41 Abs. 2 Bst. b öffentlich beraten werden, wenn die Abteilungs-

präsidentin dies anordnet oder ein Richter bzw. eine Richterin es verlangt. 

Da im vorliegenden Fall diese Voraussetzungen nicht erfüllt sind, ist auf 

das Gesuch nicht weiter einzugehen. 

2.2. Die Beschwerdeführenden beantragen die Befragung von Sachver-

ständigen und die Einholung eines unabhängigen Gutachtens (vgl. Sach-

verhalt Bst. X und AA). Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den 

Sachverhalt von Amtes wegen fest und bedient sich nötigenfalls verschie-

dener Beweismittel wie z.B. Gutachten. Die Behörde nimmt die ihr ange-

botenen Beweise ab, wenn diese zur Abklärung des Sachverhaltes taug-

lich erscheinen (Art. 33 Abs. 1 VwVG). Wie die nachfolgenden Ausführun-

gen in Erwägung 5 zeigen, ist für den vorliegenden Entscheid ein Exper-

tengutachten nicht erforderlich. Ob zur Beurteilung des Instandhaltungs-

konzepts (vgl. hierzu nachfolgend Erwägung 5.3.3) ein unabhängiges 

Gutachten erforderlich sein wird, hat das UVEK zur gegebenen Zeit zu 

beurteilen und ist nicht jetzt vom Bundesverwaltungsgericht zu entschei-

den.  

A-667/2010 

Seite 24 

2.3. Aufzugreifen ist sodann das Thema der Akteneinsicht. Zu klären ist 

zunächst, ob diesbezüglich noch Punkte offen und wie solche allenfalls zu 

beurteilen sind.  

2.3.1. Wie in Sachverhalt Bst. E dargelegt, hiess die Vorinstanz mit Ent-

scheid vom 10. November 2008 ein Akteneinsichtsgesuch der Beschwer-

deführenden teilweise gut. Sie wies aber das Gesuch um Einsicht in die 

in Sachverhalt Bst. L aufgelisteten Akten ab. Diesen Akteneinsichtsent-

scheid bestätigte die Vorinstanz in ihrem Endentscheid vom 17. Dezem-

ber 2009. Im vorliegenden Verfahren fechten die Beschwerdeführenden 

auch den Akteneinsichtsentscheid vom 10. November 2008 an (vgl. 

Sachverhalt Bst. H). Sodann machen sie geltend, dass sie von der Exis-

tenz einzelner Akten erst mit Eröffnung dieses Entscheids erfahren hätten 

(vgl. für die Auflistung dieser Akten Sachverhalt Bst. H.b), wodurch ihr An-

spruch auf Wahrung des rechtlichen Gehörs verletzt worden sei. Mit Zwi-

schenverfügung vom 8. Dezember 2010 wurde der vorinstanzliche Akten-

einsichtsentscheid vom 10. November 2008 sinngemäss überprüft und 

die bis zu diesem Zeitpunkt erhobenen Akteneinsichtsgesuche teilweise 

gutgeheissen (vgl. für eine Zusammenfassung Sachverhalt Bst. P).  

2.3.2. Sodann stellten die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 

21. März 2011 ein weiteres Akteneinsichtsgesuch respektive ein Wieder-

erwägungsgesuch bezüglich des Zwischenentscheids vom 8. Dezember 

2010 (vgl. Sachverhalt Bst. R). Mit Zwischenverfügung vom 31. Mai 2011 

wurde der Wiedererwägungsantrag zum Akteneinsichtszwischenent-

scheid weitgehend abgewiesen, wobei die Strafandrohung gemäss 

Ziff. 3.2 des Dispositivs der Zwischenverfügung vom 8. Dezember 2010 

aufgehoben wurde (vgl. für eine Zusammenfassung Sachverhalt Bst. W).  

2.3.3. Anschliessend verlangten die Beschwerdeführenden mit ihrer Rep-

lik vom 27. Juni 2011 erneut Aktenedition (vgl. Sachverhalt Bst. X und Y). 

Aufgrund der in der nachfolgenden Erwägung 5 begründeten teilweisen 

Gutheissung der Beschwerde, die sich auf den Beschwerdeführenden be-

reits bekannte Akten stützt, erübrigt sich hier ein Entscheid über die noch 

offene Akteneinsicht. Die Vorinstanz ist aber gehalten, die Akteneinsicht 

bei der Wiederaufnahme des Verfahrens nach den in der Zwischenverfü-

gung vom 8. Dezember 2010 dargelegten Grundsätzen auszugestalten, 

damit das rechtliche Gehör der Beschwerdeführenden gewahrt wird. 

3.  

Zur Klärung der materiellen Beurteilung der Befristung erfolgt zunächst 

A-667/2010 

Seite 25 

ein Überblick über das frühere Atom- und das heute geltende Kernener-

gierecht. 

3.1. Der Bundesrat bewilligte das 1972 in Betrieb genommene KKW Müh-

leberg gestützt auf das damals geltende Bundesgesetz über die friedliche 

Verwendung der Atomenergie und den Strahlenschutz vom 23. Dezember 

1959 (AtG; AS 1960 541, für spätere Änderungen AS 1983 1886 Art. 36 

Ziff. 2, AS 1987 544, AS 1993 901 Anhang Ziff. 9, AS 1994 1933 Art. 48 

Ziff. 1, AS 1995 4954, AS 2002 3673 Art. 17 Ziff. 3 und AS 2004 3503 An-

hang Ziff. 4). Das AtG regelte die Bewilligung von KKW in Art. 4 ff. Dem-

nach war eine (Polizei-)bewilligung zu verweigern oder von der Erfüllung 

geeigneter Bedingungen oder Auflagen abhängig zu machen, wenn dies 

u.a. der Schutz von Menschen oder von wichtigen Rechtsgütern erforder-

te (Art. 5 Abs. 1 AtG). Es nannte die Möglichkeit der Befristung – sei dies 

aus energiepolitischen oder polizeilichen Gründen – oder einer Bestim-

mung der Lebensdauer von KKW aber nicht. Der Bundesrat beurteilte 

das Gesuch (Art. 6 AtG). Die Prüfung der Sicherheit erfolgte durch ein 

Gutachten (Art. 7 AtG) und die Atomanlagen standen unter Aufsicht des 

Bundes (Art. 8 AtG). Die Bewilligung konnte gemäss Art. 9 Abs. 2 AtG wi-

derrufen werden, wenn deren Voraussetzungen nicht mehr erfüllt waren 

(eingehend zum Bewilligungsverfahren nach dem AtG HERIBERT RAUSCH, 

Schweizerisches Atomenergierecht, Zürich 1980, v.a. S. 45 ff.). Konkrete 

technische Anforderungen an KKW wurden nicht formuliert (RAUSCH, 

a.a.O., S. 49 f.). 

3.2. Der auf den 1. Juli 1979 in Kraft gesetzte Bundesbeschluss zum 

Atomgesetz vom 6. Oktober 1978 (BB AtG, AS 1979 816) ergänzte das 

AtG und galt ebenfalls bis zum Inkrafttreten des KEG am 1. Februar 2005 

(vgl. AS 2001 283 für die letztmalige Verlängerung des BB AtG). Mit dem 

BB AtG wurde die Rahmenbewilligung als grundlegendste Bewilligung 

eingeführt (Art. 1); die Praxis hatte schon zuvor eine sogenannte Stand-

ortbewilligung als erste Bewilligung erteilt (RAUSCH, a.a.O., S. 66). Art. 2 

BB AtG bestimmte, dass die Rahmenbewilligung befristet wird. Gemäss 

Art. 3 Abs. 1 Bst. b BB AtG durfte eine Rahmenbewilligung nur erteilt wer-

den, soweit ein Bedarf für zusätzliche Energie bestand; dabei war mögli-

chen Energiesparmassnahmen, dem Ersatz von Erdöl und der Entwick-

lung anderer Energieformen Rechnung zu tragen (eingehend dazu 

RAUSCH, a.a.O., S. 71 ff.). Die Übergangsbestimmung des BB AtG hielt 

fest, dass Atomanlagen, die im Betrieb stehen oder für die eine Baubewil-

ligung nach dem Atomgesetz erteilt worden ist, keiner Rahmenbewilligung 

mehr bedürfen (Art. 12 Abs. 1 BB AtG; vgl. RAUSCH, a.a.O., S. 79, 81 f.).  

A-667/2010 

Seite 26 

3.3. Das heute geltende KEG ersetzte das AtG und den BB AtG per 

1. Februar 2005.  

3.3.1. Gemäss KEG ist für die Errichtung eines KKW zunächst eine Rah-

menbewilligung erforderlich, in der die Grundzüge des Projekts, wie z.B. 

der Standort, bewilligt werden (Art. 14 KEG). Es besteht kein Rechtsan-

spruch auf die Erteilung (Art. 12 Abs. 2 KEG). Das Verfahren ist in 

Art. 42 ff. KEG geregelt; der Bundesrat entscheidet über das Gesuch so-

wie über die Einwendungen und Einsprachen und unterbreitet den Ent-

scheid der Bundesversammlung zur Genehmigung. Deren Beschluss un-

tersteht dem fakultativen Referendum (Art. 48 KEG). Es handelt sich so-

mit bei der Rahmenbewilligung auch um einen politischen Entscheid (RIC-

CARDO JAGMETTI, Energierecht, in: Koller/Müller/Rhinow/Zimmerli [Hrsg.], 

Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Bd. VII, Basel 2005, Rz. 5413, 

5421 ff.; SILVAN SCHMID, Die Errichtung von Kernkraftwerken nach dem 

neuen Kernenergiegesetz, in: Umweltrecht in der Praxis 2006, S. 755 ff., 

S. 766). Gemäss der Übergangsbestimmung von Art. 106 Abs. 1 KEG 

dürfen in Betrieb stehende, nach dem KEG rahmenbewilligungspflichtige 

Kernanlagen grundsätzlich ohne entsprechende Bewilligung weiter betrie-

ben werden (vgl. Botschaft zu den Volksinitiativen "Moratorium Plus – Für 

die Verlängerung des Atomkraftwerk-Baustopps und die Begrenzung des 

Atomrisikos [MoratiorumPlus]" und "Strom ohne Atom – Für eine Energie-

wende und die schrittweise Stilllegung der Atomkraftwerke [Strom ohne 

Atom]" sowie zu einem Kernenergiegesetz vom 28. Februar 2001, BBl 

2001 S. 2665 ff.; nachfolgend "Botschaft KEG", S. 2801). 

3.3.2. Nach der Erteilung einer Rahmenbewilligung sind eine Baubewilli-

gung (Art. 15 ff. KEG) und eine Betriebsbewilligung (Art. 19 ff. KEG) erfor-

derlich, die erteilt werden, wenn die entsprechenden Voraussetzungen er-

füllt sind (JAGMETTI, a.a.O., Rz. 5414 ff., 5429 ff.). Die Betriebsbewilligung 

wird vom UVEK, dem zuständigen Departement, erteilt (Art. 19 und 57 

KEG; vgl. JAGMETTI, a.a.O., Rz. 5436 ff.; SCHMID, a.a.O., S. 776 f.). Ihre 

Voraussetzungen sind in Art. 20 KEG geregelt. So ist z.B. erforderlich, 

dass der Schutz von Mensch und Umwelt gewährleistet wird (Art. 20 

Abs. 1 Bst. c KEG) sowie dass die Anlage und der vorgesehene Betrieb 

den Anforderungen der nuklearen Sicherheit und Sicherung entsprechen 

(Art. 20 Abs. 1 Bst. d KEG). Sie legt u.a. die Sicherheits-, Sicherungs- 

und Notfallschutzmassnahmen fest, die der Bewilligungsinhaber während 

des Betriebs zu treffen hat (Art. 21 Abs. 1 KEG), und kann gemäss Art. 21 

Abs. 2 KEG befristet werden. Das KEG regelt nicht explizit, aus welchen 

Gründen eine Befristung zulässig oder geboten ist. Die Möglichkeit der 

A-667/2010 

Seite 27 

Befristung aus polizeilichen Gründen war im Parlament inhaltlich – abge-

sehen von einer Minderheit, die darüber hinaus eine grundsätzliche Be-

fristung der Betriebsbewilligung beantragte – nicht umstritten. Das Parla-

ment diskutierte die Formulierung (vgl. Amtliches Bulletin der Bundesver-

sammlung 2001 S 1019 ff. und 2002 N 1110 f.) und folgte schliesslich 

dem Vorschlag des Bundesrats, der sich zur Befristung aus polizeilichen 

Gründen in der entsprechenden Botschaft wie folgt äusserte (Botschaft 

KEG S. 2770): 

"Nach Absatz 2 kann die Betriebsbewilligung entsprechend einem verwal-

tungsrechtlichen Grundsatz befristet werden. Eine solche Befristung ist keine 

gesetzliche Befristung im Sinne der Festlegung der Lebensdauer eines Kern-

kraftwerks, wie sie der Bundesrat abgelehnt hat (…). Die Befristung nach Ar-

tikel 21 Absatz 2 ist vielmehr eine polizeirechtliche Befristung. Sie kann ins-

besondere aus Sicherheitsgründen angezeigt sein, solange eine bestimmte 

Frage offen geblieben ist, die für den Betrieb zwar nicht von elementarer Be-

deutung ist, aber dennoch abgeklärt werden muss. In diesem Fall wäre die 

Nichterteilung der Betriebsbewilligung oder, falls diese bereits erteilt wurde, 

deren Entzug unverhältnismässig. Eine Befristung würde für den Zweck, die 

vollumfängliche Einhaltung der Voraussetzungen für die Erteilung der Be-

triebsbewilligung zu erwirken, genügen."  

Im Wortlaut hat der Gesetzgeber seine Absicht nicht ausdrücklich ausfor-

muliert. Sie ergibt sich aber in der systematischen Platzierung des Absat-

zes im Betriebsbewilligungsverfahren, in dem die Sicherheit des Betriebs 

geprüft wird. Aufgrund seiner systematischen Einordnung ist davon aus-

zugehen, dass Art. 21 Abs. 2 KEG keinen anderen Zweck hat, als eine 

Befristung aus polizeilichen Gründen vorzusehen. Solche liegen vor, 

wenn Schutzgüter wie öffentliche Ordnung und Sicherheit, die öffentliche 

Gesundheit oder Treu und Glauben im Geschäftsverkehr betroffen sind 

(HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 2433 ff.; TSCHANNEN/ZIMMER-

LI/MÜLLER, a.a.O., § 54 Rz. 14 ff.). Im vorliegenden Fall steht die Sicher-

heit, namentlich der Schutz der Allgemeinheit vor radioaktiver Strahlung, 

im Vordergrund. 

3.3.3. Der Bewilligungsinhaber ist für die Sicherheit der Anlage und des 

Betriebs verantwortlich (Art. 22 Abs. 1 KEG). So muss er z.B. Massnah-

men treffen, um die Anlage in einem guten Zustand zu erhalten (Art. 22 

Abs. 2 Bst. c KEG) und die Anlage soweit nachrüsten, als dies nach der 

Erfahrung und dem Stand der Nachrüstungstechnik notwendig ist, und 

darüber hinaus, soweit dies zu einer weiteren Verminderung der Gefähr-

dung beiträgt und angemessen ist (Art. 22 Abs. 2 Bst. g KEG). 

A-667/2010 

Seite 28 

3.3.4. Der Sicherheit messen das KEG und seine Ausführungserlasse 

grosse Bedeutung zu; Art. 4 KEG weist insbesondere auf das Vorsorge-

prinzip hin (JAGMETTI, a.a.O., Rz. 5408; SCHMID, a.a.O., S. 765). Die 

Schutzmassnahmen sind nach international anerkannten Grundsätzen zu 

treffen (Art. 5 Abs. 1 KEG). In Art. 7 ff. KEV legt der Bundesrat detaillierte-

re Vorgaben fest. Ein KKW ist sodann gemäss dem sich auf Art. 22 Abs. 3 

KEG stützenden Art. 44 Abs. 1 KEV vorläufig ausser Betrieb zu nehmen 

und nachzurüsten, wenn Ereignisse oder Befunde zeigen, dass die Kern-

kühlung bei Störfällen nach Art. 8 KEV, die Integrität des Primärkreislau-

fes oder des Containments nicht mehr gewährleistet sind. Das UVEK hat 

gestützt auf Art. 44 Abs. 2 KEV die Verordnung über die Methodik und die 

Randbedingungen zur Überprüfung der Kriterien für die vorläufige Aus-

serbetriebnahme von Kernkraftwerken vom 16. April 2008 (SR 732.114.5) 

erlassen.  

Die Sicherheit von KKW wird regelmässig überprüft. Hierzu dient die per-

iodische Sicherheitsüberprüfung (PSÜ; Art. 22 Abs. 2 Bst. e KEG, Art. 34 

Abs. 1 KEV). Daneben wird eine probabilistische Sicherheitsanalyse 

(PSA) verlangt, die dazu dient, das Risiko von KKW zu quantifizieren, in-

dem ermittelt wird, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein auslösendes Ereig-

nis eintritt und mit welcher Zuverlässigkeit es sich beherrschen lässt. Die 

deterministische Störfallanalyse schliesslich dient dem Nachweis, dass 

ein abdeckendes Spektrum von Auslegungsstörfällen durch die Schutz-

massnahmen wirksam und zuverlässig beherrscht wird (vgl. für letztere 

beiden Art. 4 Abs. 3 Bst. a KEG [Vorsorgeprinzip], Art. 34 Abs. 2 KEV). 

3.3.5. Die Stilllegung von KKW ist in Art. 22 Abs. 2 Bst. k und Art. 26 ff. 

KEG sowie Art. 45 ff. KEV geregelt. Der Eigentümer eines KKW muss sei-

ne Anlage entweder stilllegen, wenn er sie endgültig ausser Betrieb ge-

nommen hat, oder wenn die Betriebsbewilligung nicht erteilt respektive 

entzogen wurde oder nach Art. 68 Abs. 1 Bst. a oder b KEG erloschen ist 

und das UVEK die Stilllegung anordnet (Art. 26 Abs. 1 KEG; vgl. auch 

Botschaft KEG S. 2773). Die Aufsichtsbehörde setzt dem Eigentümer ei-

ne Frist für die Vorlegung eines Stilllegungsprojekts (Art. 27 Abs. 1 KEG). 

In diesem Projekt sind z.B. die Phasen und der Zeitplan darzulegen 

(Art. 27 Abs. 2 Bst. a KEG). Das UVEK erlässt schliesslich die Stillle-

gungsverfügung und legt darin fest, welche Arbeiten einer Freigabe durch 

die Aufsichtsbehörden bedürfen (Art. 28 KEG). Zur finanziellen Sicherung 

der Stilllegung sieht das KEG in Art. 77 ff. einen Finanzierungsfonds vor. 

Dieser sollte gemäss den Vorstellungen des Bundesrats nach 40 Jahren 

Betrieb die erforderlichen Mittel enthalten (Botschaft KEG, S. 2686). 

A-667/2010 

Seite 29 

3.3.6. Art. 72 KEG regelt die Aufgaben und Befugnisse der Aufsichtsbe-

hörden. Die Aufsicht bezüglich der nuklearen Sicherheit und Sicherung 

obliegt gemäss Art. 70 Abs. 1 KEG i.V.m. Art. 6 KEV dem vom UVEK un-

abhängigen ENSI. Dieses prüft eingereichte Projekte und wacht darüber, 

dass die Inhaber von Bewilligungen und von nuklearen Gütern ihre Pflich-

ten gemäss KEG einhalten. Insbesondere gehört die Anordnung aller zur 

Einhaltung der nuklearen Sicherheit und Sicherung notwendigen und ver-

hältnismässigen Massnahmen zur Aufsicht (Art. 72 Abs. 2 KEG). Wenn 

unmittelbare Gefahr droht, kann es umgehend Massnahmen anordnen, 

die von der erteilten Bewilligung oder Verfügung abweichen (Art. 72 

Abs. 3 KEG; vgl. zum Ganzen YVONNE SCHEIWILLER, Nukleare Aufsicht in 

der Schweiz – Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat [ENSI] 

ist seit dem 1.1.2009 die Aufsichtsbehörde über die Sicherheit und Siche-

rung der Kernanlagen der Schweiz, in: Sicherheit & Recht 2/2009 

S. 125 ff.).  

3.4. Weil die bisherige Betriebsbewilligung des KKW Mühleberg erteilt 

wurde, als das KEG noch nicht in Kraft war, ist auf das Übergangsrecht 

einzugehen.  

Das Bundesgericht entschied, die Anpassung der Betriebsbewilligung sei 

nach den Regeln der Wiedererwägung oder der Anpassung von Verfü-

gungen vorzunehmen. Dabei sei nicht zwingend ein vollständiges Be-

triebsbewilligungsverfahren durchzuführen. Es geht ohne weitere Ausfüh-

rungen davon aus, das KEG sei anwendbar (Urteil des Bundesgerichts 

2C_170/2007 vom 21. Januar 2008 E. 2 und 3, vgl. auch Sachverhalt 

Bst. C). Darüber hinaus enthält das KEG mit Art. 106 eine Übergangsbe-

stimmung, woraus sich ergibt, dass ein in Betrieb stehendes KKW unter 

gewissen Voraussetzungen ohne Rahmenbewilligung weiter betrieben 

werden darf (vgl. Erwägung 3.3.1). Im Übrigen enthält die Norm oder das 

KEG als Ganzes keinen Hinweis darauf, dass bestehende KKW nicht so-

weit als möglich den heute geltenden Anforderungen angepasst werden 

und etwa Art. 20 ff. KEG bei einer Anpassung einer Betriebsbewilligung 

nicht anwendbar sein sollten. Im Gegenteil, Art. 82 KEV weist ausdrück-

lich darauf hin, dass bei der Festlegung des Umfangs von Nachrüstungen 

die Anforderungen und Grundsätze nach den Art. 7 bis 12 KEV nach 

Massgabe von Art. 22 Abs. 2 Bst. g KEG zu erfüllen sind. Die in Erwä-

gung 3.3.3 und 3.3.4 dargelegten Regelungen zur Gewährleistung der Si-

cherheit zeigen denn auch auf, dass es dem Ziel des KEG und dem öf-

fentlichen Interesse an einem möglichst sicheren Betrieb entspricht, das 

neue Recht anzuwenden (vgl. zur Anwendbarkeit von neuem Recht auch 

A-667/2010 

Seite 30 

ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwal-

tungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 322 ff.; PIERRE TSCHAN-

NEN/ULRICH ZIMMERLI/MARKUS MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 

3. Aufl., Bern 2009, § 24 Rz. 15 ff. sowie BGE 127 II 306 E. 7a). Wie in 

Erwägung 3.1 dargelegt, kannte zudem auch das heute nicht mehr gel-

tende AtG die Möglichkeit, eine Bewilligung unter Auflagen zu erteilen. 

Schliesslich ist festzuhalten, dass die Anwendung des KEG auch dem In-

teresse der Beschwerdegegnerin entspricht, zumal sie die Aufhebung der 

altrechtlichen Befristung fordert. 

Diese Gründe sprechen klar für die Anwendbarkeit von Art. 21 KEG im 

vorliegenden Verfahren. Dem Vorbringen der Beschwerdegegnerin, auf-

grund des genannten Urteils des Bundesgerichts sei eine Anwendung 

von Art. 20 f. KEG unter Einbezug sicherheitstechnischer Aspekte ausge-

schlossen, ist deshalb nicht zu folgen. Die Vorinstanz ging denn auch im-

plizit davon aus, dass das neue KEG im Anpassungsverfahren anwend-

bar sei; jedenfalls prüfte sie zu Recht, ob die Voraussetzungen von 

Art. 21 Abs. 2 KEG erfüllt sind. 

4.  

Es ist zunächst zu prüfen, ob die Aufhebung der bisherigen Befristung 

nach altem Recht zulässig war. Dies bestreitet grundsätzlich keine der 

Parteien. Wie vorne im Sachverhalt (Bst. G.c) erwähnt, hob die Vorin-

stanz die Befristung auf, da das KEG eine (energie-)politisch motivierte 

Befristung nicht mehr zulasse (zur altrechtlichen Möglichkeit einer Befris-

tung vgl. Erwägung 3.1). Zu Recht, denn aus den Materialien geht hervor, 

dass mit Art. 21 Abs. 2 KEG im neuen Kernenergierecht eine Befristung 

nur noch gestützt auf polizeiliche Gründe möglich sein soll (vgl. Erwä-

gung 3.3.2). Die Vorinstanz hob somit die bisherige Befristung zu Recht 

auf. 

5.  

Zu prüfen bleibt, ob die Vorinstanz zu Recht auch keine neue Befristung 

der Betriebsbewilligung gestützt auf Art. 21 Abs. 2 KEG aussprach. 

5.1. Die Vorinstanz argumentiert in ihrem Entscheid mit folgenden verfas-

sungsrechtlichen Argumenten gegen eine erneute Befristung (s.a. Sach-

verhalt Bst. G.c–d):  

5.1.1. Die Gewährleistung einer rechtsgleichen Behandlung aller KKW-

Betreiber spräche gegen eine Befristung der Betriebsbewilligung, weil alle 

A-667/2010 

Seite 31 

anderen KKW-Betreiber über eine unbefristete Betriebsbewilligung ver-

fügten.  

Art. 8 Abs. 1 BV statuiert ein allgemeines Rechtsgleichheitsgebot, was 

namentlich bedeutet, dass das Recht auf gleichgelagerte Fälle in gleicher 

Weise anzuwenden ist (statt vieler GIOVANNI BIAGGINI, BV Kommentar, 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Zürich 2007, 

Art. 8 Rz. 9 ff. mit Hinweisen). Aus dem Rechtsgleichheitsgebot lässt sich 

nicht folgern, dass nur noch unbefristete Betriebsbewilligungen ausge-

sprochen werden dürfen, weil alle KKW ausser Mühleberg über eine un-

befristete Betriebsbewilligung verfügen. Vielmehr gebietet Art. 8 Abs. 1 

BV, alle KKW bezüglich der Anwendung von Art. 21 Abs. 2 KEG gleich zu 

behandeln, wobei diese Norm bislang nicht zur Anwendung kam. Aus 

dem Rechtsgleichheitsgebot lässt sich somit nicht ableiten, dass eine Be-

fristung unzulässig wäre.  

5.1.2. Sodann hält die Vorinstanz fest, die (bisherige) Befristung stelle ei-

nen Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit dar. Durch die Aufhebung der Befris-

tung liesse sich dies rückgängig machen.  

Art. 27 BV schützt die Wirtschaftsfreiheit, d.h. die privatwirtschaftliche Er-

werbstätigkeit; hierzu gehört, dass staatliche Massnahmen wettbewerbs-

neutral sein müssen (statt vieler BIAGGINI, a.a.O., Art. 27 Rz. 4 ff. mit Hin-

weisen auf die Praxis und auf Art. 94 BV). Einschränkungen der Wirt-

schaftsfreiheit müssen gemäss Art. 36 BV auf einer gesetzlichen Grundla-

ge beruhen, im öffentlichen Interesse liegen und verhältnismässig sein. 

Im vorliegenden Fall ist mit Art. 21 Abs. 2 KEG eine hinreichende gesetzli-

che Grundlage für eine Befristung der Betriebsbewilligung gegeben (vgl. 

zu dieser Norm die Ausführungen vorne in Erwägung 3.3.2). Es liegt im 

öffentlichen Interesse, eine Bewilligung aus polizeilichen Gründen zu be-

fristen, wenn nicht sämtliche Aspekte – wie z.B. die Sicherheit des Kern-

mantels – geklärt sind, aber die Verweigerung oder der Entzug der Bewil-

ligung unverhältnismässig wäre. Bezüglich der Gleichbehandlung der 

Konkurrenten kann auf das in Erwägung 5.1.1 zur Rechtsgleichheit Ge-

sagte verwiesen werden. Somit handelt es sich bei der Festsetzung einer 

Befristung nicht um einen unzulässigen Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit. 

5.1.3. Des Weiteren hätten die Einsprechenden gemäss Vorinstanz nicht 

darauf vertrauen dürfen, dass das KKW Mühleberg mit Ablauf der Befris-

tung stillgelegt würde, sondern sie hätten damit rechnen müssen, dass 

die Frage des Weiterbetriebs geprüft werde. Dieses Argument, das auf 

A-667/2010 

Seite 32 

den Vertrauensschutz (Art. 5 Abs. 3 BV) abzielt, vermag keinen Verzicht 

auf eine erneute Befristung zu begründen, da der sachliche Zusammen-

hang zur Anwendung von Art. 21 Abs. 2 KEG fehlt. 

5.1.4. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass eine erneute 

Befristung mit dem Rechtsgleichheitsgebot, der Wirtschaftsfreiheit und 

dem Vertrauensschutz grundsätzlich vereinbar sein kann, die vom UVEK 

angeführten Argumente mithin nicht gegen diese Massnahme ins Feld 

geführt werden können. 

5.2. Wie vorne in Sachverhalt Bst. G.a–d dargelegt, begründet die Vorin-

stanz ihren Entscheid, die Betriebsbewilligung nicht erneut zu befristen 

hauptsächlich damit, die Sicherheit werde durch die laufende Aufsicht 

durch das ENSI hinreichend gewährleistet. Eine Befristung sei deshalb 

nicht erforderlich oder geeignet, um das Ziel eines sicheren Betriebs zu 

erreichen. Fraglich ist vorderhand, ob sich damit der Verzicht auf eine Be-

fristung begründen lässt, oder ob dies nicht zu Unrecht die Anwendung 

von Art. 21 Abs. 2 KEG grundsätzlich ausschliesst. Deshalb ist zunächst 

zu prüfen, wie das Verhältnis zwischen der laufenden Aufsicht durch das 

ENSI und der Möglichkeit einer Befristung im Sinne von Art. 21 Abs. 2 

KEG durch das UVEK ausgestaltet ist. 

5.2.1. Das KEG sieht zum einen die Bewilligung des KKW-Betriebs durch 

das UVEK (Art. 19 ff. KEG, vgl. Erwägung 3.3.2) und zum andern die lau-

fende Aufsicht der KKW durch das ENSI vor (Art. 70 und 72 KEG, vgl. Er-

wägung 3.3.6). Eine klare Abgrenzung fehlt, weshalb das Verhältnis von 

Bewilligung durch das UVEK und laufender Aufsicht durch das ENSI mit-

tels Auslegung zu ermitteln ist. Ausgangspunkt jeder Auslegung ist der 

Wortlaut einer Gesetzesbestimmung. Ist dieser nicht klar, so ist auf die 

übrigen Auslegungselemente zurückzugreifen; abzustellen ist insbeson-

dere auf die Entstehungsgeschichte einer Rechtsnorm, ihren Sinn und 

Zweck sowie die Bedeutung, die ihr im Kontext mit anderen Normen zu-

kommt (vgl. statt vieler BGE 137 V 167 E. 3.1 und 131 II 697 E. 4.1; Urteil 

des Bundesverwaltungsgerichts A-6086/2010 vom 16. Juni 2011 E. 4; 

TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, a.a.O., § 25 Rz. 3 f.; ULRICH HÄFELIN/WAL-

TER HALLER/HELEN KELLER, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 7. Aufl., 

Zürich u. a. 2008, Rz. 80 ff.). 

5.2.2. Der Wortlaut der einschlägigen Bestimmungen klärt vorliegend das 

Verhältnis zwischen Bewilligungserteilung und Aufsicht nicht. Ebenso we-

nig lässt es sich aus der Entstehungsgeschichte des KEG ableiten. Von 

A-667/2010 

Seite 33 

ihrem Sinn und Zweck her dienen sowohl die Bewilligung durch das 

UVEK wie auch die laufende Aufsicht dazu, die Sicherheit der KKW best-

möglich zu gewährleisten.  

In der Systematik des KEG widerspiegelt sich das im Verwaltungsrecht 

typische Verhältnis zwischen Bewilligungserteilung und Aufsicht: Das 

KEG geht in Art. 19 ff. davon aus, dass bei neuen KKW zunächst das 

UVEK die Bewilligung erteilt und somit zum Bewilligungszeitpunkt die 

Verantwortung für die Einhaltung der Anforderungen gemäss Art. 20 und 

21, also auch für die Festsetzung einer allfälligen Befristung aus polizeili-

chen Gründen gemäss Art. 21 Abs. 2 KEG, trägt. Erst in der darauf fol-

genden Betriebsphase gewährleistet das ENSI durch seine laufende Auf-

sicht, dass neue Erkenntnisse, neu auftretende Schwierigkeiten im Be-

trieb oder neu entdeckte Sicherheitsmängel erfasst und die erforderlichen 

Massnahmen getätigt werden (Art. 70 und 72 KEG). Diese laufende Auf-

sicht ist für die Gewährleistung der Sicherheit von grosser Bedeutung. Sie 

darf aber nicht dazu führen, dass das UVEK seine Aufgabe als Bewilli-

gungsbehörde weniger umfassend wahrnimmt, als dies das KEG vor-

sieht. Diesen Grundsatz gilt es auch dann zu beachten, wenn – wie vor-

liegend – eine Anpassung der Bewilligung an das neue Recht erfolgt. 

Art. 20 und 21 KEG sind massgebend. Auch wenn kein vollumfängliches 

Bewilligungsverfahren durchzuführen ist, so sind doch die zum Zeitpunkt 

der Anpassung bekannten offenen Aspekte zu berücksichtigen. Es würde 

dem System der Aufgabenteilung zwischen Bewilligungsbehörde und lau-

fender Aufsicht widersprechen, wenn mit Hinweis auf die laufende Auf-

sicht durch das ENSI auf eine Befristung verzichtet würde, obwohl eine 

solche aus polizeilichen Gründen angezeigt wäre.  

Dies ergibt sich auch aus der von Art. 29a BV geschützten Rechtswegga-

rantie: Normalfall im Verwaltungsrecht ist, dass die Verwaltung mittels an-

fechtbarer Verfügung entscheidet, wodurch der Rechtsschutz gewährleis-

tet wird. Die Aufsicht der KKW durch das ENSI ist ein laufender Prozess, 

in dem Einzelfragen im Zentrum stehen, und die nicht nur durch den Er-

lass von anfechtbaren Verfügungen, sondern auch mittels Inspektionen, 

Gesprächen, Anordnungen, Empfehlungen etc. erfolgt. Bei den letztge-

nannten Handlungsformen ist es für Dritte umständlich, auf prozessrecht-

lichem Weg auf die Handhabung von Sicherheitsfragen einzuwirken, da 

sie z.B. nicht über die nötigen Informationen verfügen oder zunächst eine 

anfechtbare Verfügung verlangen müssten. Demgegenüber ist dies im 

Verfahren zur Anpassung der Betriebsbewilligung in einem formalisierten 

Prozess mit den dabei gewährleisteten Mitwirkungsrechten möglich. Die-

A-667/2010 

Seite 34 

se Aspekte sprechen ebenfalls dafür, im Zeitpunkt der Anpassung der Be-

triebsbewilligung bekannte offene Sicherheitsfragen unter Anwendung 

von Art. 21 Abs. 2 KEG zu prüfen, statt auf die laufende Aufsicht zu ver-

weisen.  

5.2.3. Zwar hat das UVEK Sicherheitsaspekte aufgegriffen. Es hat aber 

nicht im Einzelnen geprüft, ob die Voraussetzungen für eine Befristung 

aus Sicherheitsgründen gemäss Art. 21 Abs. 2 KEG erfüllt sind, sondern 

bezüglich der offenen Sicherheitsfragen auf die laufende Kontrolle durch 

das ENSI verwiesen. Wie die Ausführungen in Erwägung 5.2.2. zeigen, 

genügt aber ein Verweis auf die laufende Kontrolle durch das ENSI nicht, 

sondern das UVEK hätte die erneute Befristung selbständig prüfen müs-

sen. Zwar darf es sich auf die Aufbereitung von sich stellenden Fragen 

durch eine Fachbehörde, respektive hier durch die Aufsichtsbehörde, 

stützen. Jedoch kommt das UVEK, das mit dem Bundesamt für Energie 

ebenfalls über eine Fachbehörde mit technischem Spezialwissen verfügt, 

nicht umhin, sich kritisch und eigenständig mit den aufgeworfenen Fragen 

auseinanderzusetzen. Es genügt nicht, lediglich auf die Aussagen des 

ENSI und die laufende Aufsicht zu verweisen, weshalb sich die Be-

schwerden insofern als begründet erweisen und dementsprechend gutzu-

heissen sind.  

5.3. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet diesfalls in der Sache 

selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen Weisungen an 

die Vorinstanz zurück (Art. 61 Abs. 1 VwVG). Im vorliegenden Fall liegt 

kein Grund für eine Rückweisung vor, da eine weitere Sachverhaltsabklä-

rung für die Beantwortung der sich hier stellenden Rechtsfrage nicht er-

forderlich ist. Es ist also im Folgenden zu prüfen, ob die Betriebsbewilli-

gung gemäss Art. 21 Abs. 2 KEG aus Sicherheitsgründen zu befristen ist 

(vgl. zu den polizeilichen Gründen Erwägung 3.3.2).  

5.3.1. Sowohl die Vorinstanz wie auch das ENSI gingen zum Zeitpunkt 

des vorinstanzlichen Entscheids und gehen auch im vorliegenden Verfah-

ren davon aus, dass das KKW Mühleberg für den aktuellen Betrieb hinrei-

chend sicher sei. Die Beschwerdegegnerin verweist auf die Einschätzung 

des ENSI respektive der Vorinstanz und bestreitet die sicherheitstechni-

schen Einwände der Beschwerdeführenden grundsätzlich. Demgegen-

über vertreten diese die Ansicht, der vorinstanzliche Entscheid sei auf-

grund bedeutsamer offener Sicherheitsfragen "abzuweisen" (vgl. zu den 

Standpunkten den Sachverhalt, v.a. Bst. G, H, J und K).  

A-667/2010 

Seite 35 

Die aktuellste periodische Sicherheitsprüfung des KKW Mühleberg 

stammt aus dem Jahr 2005 (vgl. dazu die sicherheitstechnische Stellung-

nahme der Vorgängerorganisation des ENSI "Hauptabteilung für die Si-

cherheit der Kernanlagen" [HSK] zur Periodischen Sicherheitsüberprü-

fung des Kernkraftwerks Mühleberg, Zusammenfassung, Ergebnisse und 

Bewertung, HSK 11/1100 von November 2007). Die HSK verlangt in die-

sem Bericht verschiedene Verbesserungsmassnahmen, wobei diese ge-

mäss HSK den sicheren Betrieb nicht in Frage stellten und überwiegend 

die Vervollständigung von Nachweisen betreffen würden (vgl. HSK 

11/1100 Ziff. 11.2.6 und 11.3). Seit dem vorinstanzlichen Entscheid sind 

weitere Verbesserungsmassnahmen verlangt worden (vgl. insb. ENSI, 

Verfügung "Massnahmen aufgrund der Ereignisse in Fukushima" vom 

1. April 2011, zusammengefasst in der Eingabe des ENSI an das Bundes-

verwaltungsgericht vom 29. April 2011). Unbestritten ist, dass es zum 

Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids erhebliche offene sicherheits-

relevante Fragen gab respektive im vorliegenden Verfahren immer noch 

gibt (vgl. namentlich HSK 11/1100 v.a. Kapitel 11.3; des weiteren HSK, 

Liste der Geschäfte Stand 25. Juni 2008 sowie die in Sachverhalt Bst. F 

genannten Stellungnahmen ENSI 11/1245 und ENSI 111286 Rev. 1 und 

die ENSI-Verfügung "Massnahmen aufgrund der Ereignisse in Fukushi-

ma" vom 1. April 2011, zusammengefasst in der Eingabe des ENSI an 

das Bundesverwaltungsgericht vom 29. April 2011). 

Im Wesentlichen sind drei Hauptprobleme auszumachen:  

5.3.1.1 Zu nennen ist zunächst der Kernmantel. Dieser weist Risse auf, 

die mit Zugankern gesichert wurden.  

Die Beschwerdeführenden bemerken, bereits 1996 habe die Aufsichtsbe-

hörde festgehalten, die Reparatur der Risse mit Zugankern gelte nicht als 

definitive Reparatur für den Langzeitbetrieb. Das vom ENSI geforderte In-

standhaltungskonzept sei schon zweimal zurückgewiesen und die Frist 

bis Ende 2011 verlängert worden, die Genehmigung stehe (im Dezember 

2011) noch aus. Für den Kernmantel würde der Beherrschungsnachweis 

verschiedener Risiken gemäss Gefahrenannahmeverordnung nicht vorlie-

gen, namentlich was die Beherrschung von Auslegungsstörfällen bei Erd-

beben, von Rohrbrüchen in den Notkühlsystemen und im Reaktorwasser-

Umwälzsystem, des Flugzeugabsturzes, der Risse in Vertikalnähten und 

des Versagens von Zugankern betreffe. 

A-667/2010 

Seite 36 

Das ENSI ist der Ansicht, der Zustand des Kernmantels stelle bis auf wei-

teres kein Risiko dar, genüge aber den Sicherheitsanforderungen für den 

Langzeitbetrieb nicht. Die Beschwerdegegnerin hat dem ENSI für den 

Langzeitbetrieb zusätzliche Nachweise in Form eines neuen Sicherheits-

konzepts einzureichen, und zwar für den Fall, dass die Gesamtrisslänge 

oder Einzelrisse so lang würden, dass die Zugankerkonstruktion für den 

Erhalt der Sicherheitsfunktionen notwendig wird (HSK 11/1100 Ziff. 10 

und 11.2.2; ENSI 11/1245 vom 10. Februar 2009 Ziff. 3.2.3; ENSI 11/1286 

Rev. 1 vom 24. Oktober 2009 Ziff. 2.2.3; ENSI AN-7236 vom 26. April 

2010 Ziff. 8.2, vgl. auch die Mitteilung auf der Homepage des ENSI vom 

26. September 2011, http://www.ensi.ch unter Dossiers/Kernmantel Müh-

leberg, besucht am 9. Februar 2012).  

Ein im Auftrag der HSK (also der Vorgängerorganisation des ENSI) er-

stelltes Gutachten zur Sicherheit des Kernmantels respektive zu dessen 

Sicherung mittels Klammervorrichtung kommt zusammengefasst zu fol-

genden Ergebnissen (Gutachten der TÜVNORD EnSys GmbH, Gutach-

ten zur Sicherheitsbewertung der Klammervorrichtung im Hinblick auf 

Kernmantel-Durchrisse, Hannover, Dezember 2006, Zusammenfassung 

in Kapitel 8 S. 57 ff.): 

– Der Kernmantel erfüllt Sicherheitsfunktionen. Diese werden in einem 

der untersuchten Szenarien von der Kernmantel-Zugankerfunktion 

übernommen, weil der Kernmantel diese Funktion nicht mehr über-

nehmen kann. Die Zugankerkonstruktion muss deshalb bestimmte 

Anforderungen an Konstruktion, Auslegung, Werkstoffe, Prüfbarkeit, 

Betriebsbewährung und betrieblicher Überwachung erfüllen.  

– Das Gutachten kommt bezüglich der Konstruktionsbewertung der 

Zugankerkonstruktion zum Schluss, der Erhalt der Integrität der Zug-

ankerkonstruktion im Betrieb und bei Störfällen könne nicht uneinge-

schränkt vorausgesetzt werden und das Versagen eines oder mehre-

rer Zuganker sei nicht auszuschliessen. Dies liege u.a. an der kom-

plexen Konstruktion, den verwendeten Materialien, den bei ungünsti-

gen geometrischen Verhältnissen allenfalls auftretenden Spannungs-

spitzen, die zu weiteren Rissen führen könnten, an der eingeschränk-

ten Überprüfbarkeit des Zustandes und am fehlenden System zur 

rechtzeitigen Feststellung von Schäden (eingehend dazu Kapitel 4 

des Gutachtens). 

A-667/2010 

Seite 37 

Es ist offensichtlich und ergibt sich eindeutig aus diesem Gutachten, dass 

erhebliche Zweifel an der Sicherheit des heutigen Zustandes des Kern-

mantels respektive dessen Sicherung bestehen und dass sich diese Män-

gel nicht ohne grösseren Aufwand beheben lassen.  

5.3.1.2 Bedeutsam ist sodann die Erdbebensicherheit, und zwar nicht nur 

wegen der direkten Gefährdung des KKW Mühleberg, sondern auch we-

gen des Risikos eines Bruchs des Wohlenseedamms, der etwas oberhalb 

der Anlage liegt, und einer dadurch ausgelösten Flutwelle.  

Die Beschwerdeführenden weisen darauf hin, der Aufsichtsbehörde seien 

schon 2007 Schwachstellen bekannt gewesen und es fehle eine gesamt-

heitliche Beurteilung der Erdbebensicherheit. Sie reichten dem Bundes-

verwaltungsgericht zur Untermauerung ihrer Bedenken einen Bericht zur 

Erdbebensicherheit des Wohlenseedamms ein, der von der Beschwerde-

gegnerin in Auftrag gegeben worden sei (YUSOF GHANAAT/PHILOP S. HA-

SHIMOT/OLIVIER ZUCHUAT/ROBERT P. KENNEDY, seismic fragility of Mühle-

berg dam using nonlinear analysis with latin hypercube simulation, publi-

ziert im Rahmen einer Konferenz der U.S. Society on Dams, 21st Century 

Dam Design – Advances and Adaptations, 31st Annual USSD Conferen-

ce, San Diego, California, April 11–15, 2011). Die Beschwerdeführenden 

führen dazu an, aus dieser Untersuchung ergäbe sich zwar eine höhere 

Dammstabilität als erwartet, dennoch halte der Damm einem anzuneh-

menden 10'000-jährlichen Erdbeben nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 

1 zu 15 Stand. Sodann habe sich gezeigt, dass das Maschinenhaus der 

grösste Schwachpunkt der Staumauer sei. 

Hinsichtlich der Erdbebensicherheit forderte die Aufsichtsbehörde in der 

Stellungnahme HSK 11/1100 eine Überarbeitung der probabilistischen Si-

cherheitsanalyse unter Berücksichtigung neuester erdwissenschaftlicher 

Erkenntnisse (vgl. Ziff. 6.1 der Stellungnahme HSK 11/1100). Namentlich 

die Ereignisse in Fukushima führten dazu, dass das Thema Erdbebensi-

cherheit auch seit dem vorinstanzlichen Entscheid wieder an Bedeutung 

gewann; das ENSI forderte die Beschwerdegegnerin dazu auf, verschie-

dene Nachweise zur Erdbebensicherheit einzureichen, wobei es je nach 

zu erbringendem Nachweis Fristen im Zeitraum von 30. Juni 2011 bis 

31. März 2012 ansetzte (vgl. Verfügung "Massnahmen aufgrund der Er-

eignisse in Fukushima" vom 1. April 2011, zusammengefasst in der Ein-

gabe des ENSI an das Bundesverwaltungsgericht vom 29. April 2011). 

Das ENSI teilte auf seiner Homepage am 1. Februar 2012 mit, die Be-

schwerdegegnerin habe die geforderten Nachweise, dass entweder das 

A-667/2010 

Seite 38 

Stauwehr im Einzugsgebiet im Falle eines 10‘000-jährlichen Erdbebens 

nicht breche oder das Kernkraftwerk trotz Flutwelle sicher bleibe, einge-

reicht. Es werde dazu bis Mitte 2012 Stellung nehmen (http://www.ensi.ch 

unter "news", besucht am 9. Februar 2012).  

Aus diesen Darlegungen ergibt sich, dass auch bedeutsame sicherheits-

relevante Fragen bezüglich der Erdbebensicherheit noch offen sind und 

diese bereits zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids bekannt wa-

ren. In welchem Umfang allenfalls erforderliche Nachrüstungen nötig sein 

werden, ist zurzeit offenbar nicht bekannt.  

5.3.1.3 Weiter ist die Kühlung eines KKW für dessen sicheren Betrieb von 

elementarer Bedeutung, da ohne Kühlung die Gefahr einer Überhitzung 

droht.  

Die Beschwerdeführenden bringen vor, es sei schon seit 1990/1991 be-

kannt, dass keine alternative Kühlmöglichkeit bestehe, falls die Kühlung 

durch die Aare versage. Anlässlich der öffentlichen Parteiverhandlung 

führten sie aus, das ENSI habe die Beschwerdegegnerin erst nach den 

Störfällen in Fukushima zur Nachrüstung einer diversitären Wärmesenke 

aufgefordert. Diese habe die Erstellung eines Kompaktkühlturms vorge-

schlagen, wobei die Frist zur Einreichung des Konzepts noch bis Ende 

Juni 2012 laufe.  

Weder die Vorinstanz noch das ENSI oder die Beschwerdegegnerin äus-

serten sich an der öffentlichen Parteiverhandlung zu diesen Vorbringen. 

Die auf der Homepage des ENSI publizierte "Stellungnahme des ENSI zu 

den vom KKM eingereichten Verbesserungsmassnahmen zur Erfüllung 

der Forderungen aus der Verfügung vom 5. Mai 2011", ENSI 11/1502 vom 

15. November 2011 bestätigt die Ausführungen der Beschwerdeführen-

den (http://www.ensi.ch unter Dokumente/Verfügungen, besucht am 

10. Februar 2012): Das ENSI beanstandete nach den Ereignissen in Fu-

kushima bezüglich der Kühlung des KKW Mühleberg, die Kühlmittelver-

sorgung für das Notstandsystem weise keine Alternative zur Kühlwasser-

entnahme aus der Aare auf und die Brennelementbeckenkühlung sei 

nicht genügend vor Erdbeben und Überflutung geschützt. Ausserdem sei-

en die Notfallmassnahmen zur Wiederherstellung der Kühlung nach Erd-

beben oder Überflutung unvollständig. Es habe auf der Basis der Berichte 

am 5. Mai 2011 alle Kernkraftwerke aufgefordert, bis zum 31. August 

2011 Massnahmen vorzuschlagen, wie die genannten Schwachstellen 

behoben werden sollen. Es erachte einen Kompaktkühlturm als grund-

A-667/2010 

Seite 39 

sätzlich geeignet, benötige aber zur abschliessenden Beurteilung ergän-

zende Angaben. Die Beschwerdegegnerin rechne damit, nach Freigabe 

des Konzepts 36 Monate für dessen Realisierung zu benötigen. 

Diese Ausführungen zeigen, dass die Kühlung des KKW Mühleberg zur-

zeit ungenügend abgesichert ist, also auch diesbezüglich ungeklärte si-

cherheitsrelevante Aspekte vorliegen.  

5.3.2. Aus den vorangehenden Ausführungen geht hervor, dass bedeut-

same Sicherheitsaspekte nicht geklärt sind und einen Weiterbetrieb des 

KKW Mühleberg in Frage stellen. Nach Ansicht der Vorinstanz und des 

ENSI ist der vorläufige Weiterbetrieb des KKW Mühleberg hinreichend si-

cher und eine sofortige Ausserbetriebnahme wäre unverhältnismässig. 

Die hier umschriebenen offenen Sicherheitsaspekte sind aber zu gewich-

tig, als dass ihre Behebung bloss durch die übliche laufende Aufsicht ge-

sichert werden kann. Vielmehr stellen sie polizeiliche Gründe für eine Be-

fristung gemäss Art. 21 Abs. 2 KEG dar. 

5.3.3. Die Beschwerdegegnerin ist als Betreiberin des KKW Mühleberg 

für die Sicherheit ihrer Anlage verantwortlich (Art. 22 KEG, siehe dazu die 

Ausführungen vorne in Erwägung 3.3.3). Das KEG sieht, wie in Erwägung 

3.3.5 dargelegt, keine bestimmte Lebensdauer von KKW vor, sondern 

überlässt den Entscheid zur Ausserbetriebnahme grundsätzlich deren Ei-

gentümern. Der Bundesrat wollte aber einen Rahmen für das Vorgehen 

bestimmen, weshalb das KEG Normen zum Stilllegungsverfahren enthält 

(Botschaft KEG, S. 2740, 2773 f.). Es regelt nicht, wann mit der Planung 

der Stilllegung begonnen werden soll, unabhängig davon, ob die Stillle-

gung vom Eigentümer angestrebt wird oder ob eine befristete Bewilligung 

abläuft. Unbestritten ist, dass KKW mit der Alterung an Sicherheit verlie-

ren. Zum einen liegt das an den normalen Alterungsprozessen, zum an-

dern an den steigenden Erwartungen an die Sicherheit, die bei älteren 

KKW nicht immer vollumfänglich umgesetzt werden können, wodurch äl-

tere Anlagen im Vergleich zu neuen Anlagen unsicherer sind. Auch zeigt 

sich, dass die Gefahren in der Vergangenheit unterschätzt wurden und 

nach heutigem Kenntnisstand anders zu beurteilen sind. Das KKW Müh-

leberg ist nach 40 Betriebsjahren sicher eher am Ende seiner Lebensdau-

er, auch wenn ein Weiterbetrieb unter der Voraussetzung, dass die Si-

cherheit hinreichend gewährleistet werden kann und die heute bekannten 

Mängel behoben werden, nicht völlig ausgeschlossen ist.  

A-667/2010 

Seite 40 

Ob die Mängel überhaupt behoben werden können und ob dies möglich 

wäre, ohne dass dies faktisch zum Neubau eines KKW am gleichen Ort 

führt (wofür ein vollumfängliches Bewilligungsverfahren erforderlich wä-

re), kann an dieser Stelle offen bleiben. Es kann jedenfalls davon ausge-

gangen werden, dass für die Behebung der genannten Mängel grosse In-

vestitionen erforderlich sind, die nur bei einer erheblichen Verlängerung 

der Laufzeit des KKW wirtschaftlich sein dürften. Im Interesse der Rechts- 

und Investitionssicherheit sowie um eine gesamthafte Beurteilung der Si-

tuation überhaupt erst zu ermöglichen, ist ein umfassendes Instandhal-

tungskonzept erforderlich, das eine gesamthafte Beurteilung zulässt. Es 

geht nicht an, ein KKW, das bereits so lange in Betrieb ist, auf Zusehen 

weiter zu betreiben und hierbei allein auf die laufende Aufsicht zu vertrau-

en. Die bisherige schrittweise Nachrüstung der Anlage ohne Gesamtkon-

zept ist weder bezüglich der Rechtssicherheit noch der Wirtschaftlichkeit 

noch der Gewährleistung der Sicherheit befriedigend. 

Die heute bekannten offenen bedeutsamen sicherheitsrelevanten Aspekte 

– namentlich der Zustand des Kernmantels, die offenen Fragen im Zu-

sammenhang mit der Erdbebensicherheit und die fehlende von der Aare 

unabhängige Kühlmöglichkeit – rechtfertigen eine erneute Befristung der 

Betriebsbewilligung gestützt auf Art. 21 Abs. 2 KEG bis zum 28. Juni 

2013. Wenn die Beschwerdegegnerin das KKW Mühleberg über diesen 

Zeitpunkt hinaus betreiben möchte, so müsste sie dem UVEK frühzeitig 

ein Verlängerungsgesuch für die Betriebsbewilligung einreichen, welches 

ein umfassendes Instandhaltungskonzept enthält. Darin hätte sie darzule-

gen, welche Massnahmen sie in welchem Zeitraum ergreifen möchte, da-

mit die heute bekannten und allenfalls neu auftretende Mängel behoben 

werden und der Betrieb auch längerfristig den Sicherheitsanforderungen 

genügt, welche Kosten damit verbunden wären und für welchen Zeitraum 

sie den Weiterbetrieb des KKW Mühleberg beantragt. Sollte die Be-

schwerdegegnerin kein Verlängerungsgesuch mit einem umfassenden In-

standhaltungskonzept einreichen, erlischt die Betriebsbewilligung am 

28. Juni 2013. Falls sie ein Instandhaltungskonzept einreicht, wird das 

UVEK als verantwortliche Behörde dieses zu prüfen und mittels anfecht-

barer Verfügung über die Frage zu befinden haben, ob für das KKW Müh-

leberg eine unbefristete oder erneut eine befristete Betriebsbewilligung 

erteilt werden kann oder ob es stillzulegen ist. 

5.4. Zusammenfassend kann somit Folgendes festgehalten werden: We-

der die Rechtsgleichheit noch die Wirtschaftsfreiheit oder der Vertrauens-

schutz stehen einer erneuten Befristung im Weg. Die Vorinstanz hätte 

A-667/2010 

Seite 41 

nicht auf die laufende Aufsicht durch das ENSI verweisen dürfen, sondern 

hätte im Einzelnen prüfen müssen, ob die Voraussetzungen für die Befris-

tung gemäss Art. 21 Abs. 2 KEG erfüllt sind. Da der Sachverhalt dafür 

hinreichend erstellt ist, nimmt das Bundesverwaltungsgericht diese Prü-

fung selber vor. Aufgrund der erheblichen offenen sicherheitsrelevanten 

Fragen sind die Voraussetzungen für eine erneute Befristung bis zum 

28. Juni 2013 erfüllt. Soweit die Beschwerdegegnerin das KKW Mühle-

berg weiter betreiben möchte, hätte sie in ihrem Gesuch an das UVEK 

um Verlängerung der Betriebsbewilligung in einem umfassenden Instand-

haltungskonzept darzulegen, welche Massnahmen sie zur Behebung der 

Mängel ergreifen wird, welche Kosten damit verbunden sind und wie lan-

ge sie das KKW Mühleberg noch betreiben möchte. Eine solche Gesamt-

schau ist erforderlich, damit zum einen die Rechts- und Investitionssicher-

heit, zum andern aber auch die Sicherheitsaspekte bestmöglich gewähr-

leistet werden. Das UVEK als verantwortliche Behörde wird darüber zu 

befinden haben, ob die Bewilligung befristet oder unbefristet verlängert 

werden kann oder ob das KKW Mühleberg stillzulegen ist. Wenn kein Ver-

längerungsgesuch mit Instandhaltungskonzept eingereicht wird, endet die 

Betriebsbewilligung des KKW Mühleberg am 28. Juni 2013.  

6.  

Abschliessend ist über die Verfahrens- und Parteikosten zu befinden. 

6.1. Die Verfahrenskosten sind in der Regel von der unterliegenden Par-

tei zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Obsiegen und Unterliegen im Pro-

zess ist grundsätzlich nach den Rechtsbegehren der Beschwerde führen-

den Partei, gemessen am Ergebnis der Anfechtung des vorinstanzlichen 

Entscheides, zu beurteilen (BGE 123 V 156 E. 3c; MOSER/BEUSCH/KNEU-

BÜHLER, a.a.O., Rz. 4.43). Im vorliegenden Fall ist es gerechtfertigt, die 

Beschwerdeführenden als weitgehend obsiegend zu betrachten, da eine 

teilweise Gutheissung bezüglich der Befristung erfolgt, sie namentlich 

was die Akteneinsicht anbelangt grösstenteils obsiegen und nur in einigen 

Anträgen, wie denjenigen bezüglich der Aufhebung der altrechtlichen Be-

fristung sowie der Sistierung, unterliegen. Die Auferlegung der Kosten er-

folgt deshalb im Verhältnis vier (Beschwerdegegnerin) zu eins (Beschwer-

deführende).  

Die Verfahrenskosten richten sich nach Umfang und Schwierigkeit der 

Streitsache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien. Im 

vorliegenden Fall lässt sich der Streitwert nicht genau beziffern, da nicht 

eindeutig ist, welche finanziellen Auswirkungen mit einer Gutheissung 

A-667/2010 

Seite 42 

oder Abweisung der Beschwerde verbunden wären (vgl. zur Definition 

von vermögensrechtlichen Streitigkeiten BGE 135 II 172 E. 3.1 mit Hin-

weisen; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1936/2006 vom 10. De-

zember 2009 E. 59.2, C-4308/2007 vom 13. Januar 2010 E. 8, A-

7162/2008 vom 1. Februar 2010 E. 16, A-1682/2010 vom 4. Mai 2011 

E. 15.1; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 4.19). Es liegt deshalb 

ke