# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9670ee6c-ac19-5ac3-a9ca-be761f8f914f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-04-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.04.2010 D-1716/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1716-2010_2010-04-14.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-1716/2010
law/mah/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 4 .  A p r i l  2 0 1 0

Einzelrichter Walter Lang, 
mit Zustimmung von Richter Pietro Angeli-Busi;
Gerichtsschreiberin Sarah Mathys.

A.__________, geboren (...),
Irak,
vertreten durch lic. iur. Serif Altunakar, Rechtsberatung, 
(...)
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin); 
Verfügung des BFM vom 8. März 2010/ N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-1716/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass das BFM mit  Verfügung vom 8. März 2010  auf  das  Asylgesuch 
der  Beschwerdeführerin  vom  31. August  2009  in  Anwendung  von 
Art. 34  Abs. 2  Bst. d  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG, 
SR 142.31)  nicht eintrat, die Wegweisung nach Deutschland verfügte, 
die  Beschwerdeführerin  –  unter  Androhung  von  Zwangsmitteln  im 
Unterlassungsfall – aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach 
Ablauf  der Beschwerdefrist  zu verlassen,  den Kanton B.__________ 
verpflichtete, die Wegweisungsverfügung zu vollziehen, feststellte, eine 
allfällige  Beschwerde  gegen  die  vorliegende  Verfügung  habe  keine 
aufschiebende  Wirkung,  und  der  Beschwerdeführerin  die  editions-
pflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte,

dass  das  BFM  zur  Begründung  seiner  Verfügung  anführte,  die  Be-
schwerdeführerin  sei  Ende  2004  von  Griechenland  aus  mit  einem 
gefälschten Reisepass per Flugzeug nach Deutschland gereist, habe 
dort  um  Asyl  ersucht,  jedoch  keinen  Entscheid  bekommen,  bis  sie 
etwa im Februar  2007 –  erneut  mit  einem gefälschten Pass – nach 
Griechenland zurückgekehrt  sei,  um ihr  Kind zu suchen, das sie bei  
ihrem ersten  Aufenthalt  in  diesem Land  zur  Welt  gebracht  und  dort 
zurückgelassen habe,

dass sie ohne ihr Kind gefunden zu haben, schliesslich Ende August  
2009 im Laderaum eine LKW's von Griechenland aus durch ihr unbe-
kannte Länder in die Schweiz gelangt sei,

dass  der  in  Zusammenhang mit  der  Einreichung  eines  Asylgesuchs 
erzielte  Eurodac-Treffer  vom  14. Dezember  2004  in  C.__________, 
Deutschland, sich mit  den Aussagen der Beschwerdeführerin verein-
baren lasse,

dass Deutschland gestützt auf das Abkommen vom 26. Oktober 2004 
zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Euro-
päischen Gemeinschaft  über die Kriterien und Verfahren zur Bestim-
mung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitglied-
staat  oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin-Assoziie-
rungsabkommen  [DAA,  SR 0.142.392.68]) und  auf  das  Überein-
kommen vom 17. Dezember 2004 zwischen der Schweizerischen Eid-
genossenschaft,  der  Republik  Island  und  dem Königreich  Norwegen 
über die Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des Schengen-Be-

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sitzstands und über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des 
zuständigen Staates für  die Prüfung eines in  der Schweiz,  in  Island 
oder  in  Norwegen  gestellten  Asylantrags  (Übereinkommen  vom 
17. Dezember 2004, SR 0.362.32) für die Durchführung des Asylver-
fahrens zuständig sei  und am 21. Dezember 2009 einer Übernahme 
der Gesuchstellerin zugestimmt habe,

dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung 
(Art.  19  Abs.  3  Verordnung  [EG]  Nr.  343/2003  des  Rates  vom 
18. Februar 2003 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-
stimmung des  Mitgliedstaates,  der  für  die  Prüfung  eines  von einem 
Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags 
zuständig ist [Dublin-II-VO]) oder Verlängerung (Art. 19 Abs. 4 Dublin-
II-VO) – bis spätestens zum 20. Juni 2010 zu erfolgen habe,

dass  der  Beschwerdeführerin  am 9. September  2009  [recte:  7. Sep-
tember 2009] das rechtliche Gehör gewährt worden sei, 

dass  sie  dabei  geltend  gemacht  habe,  es  sei  ihr  in  Deutschland 
psychisch  sehr  schlecht  gegangen,  sie  sei  dort  sehr  einsam  und 
immer allein gewesen, in der Schweiz habe sie eine Schwester, neben 
welcher sie gern leben möchte, und sie diese brauche,

dass  die  Dublin-II-VO  unter  Art. 2  Bst. i  den  Begriff  Familienange-
hörige  auf  die  Kernfamilie  einschränke,  wozu  lediglich  Ehegatten, 
Lebenspartner sowie -innen, minderjährige Kinder und bei unverheira-
teten  minderjährigen  asylsuchenden  Personen  der  Vater,  die  Mutter 
oder der Vormund gehöre,

dass  im Schweizerischen  Asylgesetz  der  Begriff  der  Familie  in  per-
soneller  Hinsicht  den  Ehepartner,  den  Konkubinatspartner  und  die 
minderjährigen  Kinder  (Art. 1a  Asylverordnung  1  [AsylV1, 
SR 142.311])  umfasse,  und  gemäss  bundesgerichtlicher  Recht-
sprechung eine Beziehung, welche über die schützenswerte verwandt-
schaftliche  Beziehung  der  eigentlichen  Kernfamilie  hinausgehe,  vor-
aussetze, dass besondere Umstände vorliegen, die ein Verhältnis von 
Hilfsbedürftigkeit und Abhängigkeit bewirken würden,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  in  seinem  Leitentscheid 
1020/2007  festgehalten  habe,  gemäss  Art. 8  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grund-
freiheiten (EMRK, SR 0.101) auch über die Kernfamilie hinausgehende 

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verwandtschaftliche Bande – namentlich auch diejenigen Beziehungen 
zwischen Grosseltern und ihren Enkeln,  Onkeln bzw. Tanten – unter 
den Schutz der Einheit der Familie falle, sofern eine nahe, echte und 
tatsächliche  gelebte  Beziehung  bestehe  und  ein  darüber  hinaus-
gehendes besonderes Abhängigkeitsverhältnis gegeben sei,

dass  sich  vorliegend  aus  den  Akten  keinerlei  Hinweise  ergeben 
würden,  welche eine  Erweiterung der  Kernfamilie  auf  die  Schwester 
gemäss den oben erwähnten Kriterien zu rechtfertigen vermöchten,

dass  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  somit  weder  die  Zu-
ständigkeit  Deutschlands noch die Zulässigkeit und die Zumutbarkeit 
der Rückkehr in dieses Land in Frage zu stellen vermöchten,

dass auf das Asylgesuch somit nicht einzutreten sei,

dass die Zulässigkeit,  Zumutbarkeit  und Möglichkeit  des Vollzugs zu 
bejahen seien,

dass die Beschwerdeführerin mit  Eingabe vom 18. März 2010 gegen 
diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  handelnd  durch 
ihren  Rechtsvertreter  Beschwerde  einreichen  und  beantragen  liess, 
die Verfügung des BFM sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin 
sei Asyl zu gewähren, eventualiter sei die Unzulässigkeit, allenfalls die 
Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  festzustellen  und  der  Be-
schwerdeführerin die vorläufige Aufnahme zu gewähren,

dass sie in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragen liess, es sei der 
vorliegenden Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen, ihr 
für die Dauer des Asylverfahrens der Aufenthalt in der Schweiz zu ge-
statten, die Vollzugsbehörde mittels vorsorglicher Massnahmen anzu-
halten, von allfälligen Vollzugshandlungen abzusehen, und auf die Er-
hebung eines Kostenvorschusses zu verzichten, 

dass  der  Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  mit  Ver-
fügung vom 19. März 2010 (per Telefax) den Vollzug der Wegweisung 
gestützt  auf  Art. 56  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021)  vorsorglich aus-
setzte,

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und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM 
entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichts-
gesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), 

dass  die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und 
Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde – 
unter Vorbehalt nachfolgender Erwägungen – einzutreten ist (Art. 108 
Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG),

dass  die  Verfügung  als  Anfechtungsgegenstand  in  der  Bundesver-
waltungsrechtspflege den äusseren Rahmen bildet, innerhalb welchem 
die Parteien der Rechtsmittelinstanz ein Rechtsverhältnis zur Beurtei-
lung unterbreiten können,

dass der  durch  die  Parteibegehren definierte  Streitgegenstand nicht 
über  den  Anfechtungsgegenstand  hinaus  reichen  darf,  Gegenstand 
des  Beschwerdeverfahrens  somit  grundsätzlich  nur  sein  kann,  was 
Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens war oder nach richtiger 
Gesetzesauslegung  hätte  sein  sollen  (vgl.  ANDRÉ MOSER,  in: 
Auer/Müller/Schindler  (Hrsg.),  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über 
das  Verwaltungsverfahren  (VwVG),  Zürich  2008,  Rz. 3 zu  Art. 52, 
CHRISTOPH AUER,  Streitgegenstand und Rügeprinzip im Spannungsfeld 
der verwaltungsrechtlichen Prozessmaximen, Bern 1997, S. 63; ALFRED 
KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege 
des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 149),

dass  die angefochtene Verfügung vom 8. März 2010 keine Regelung 
betreffend Flüchtlingseigenschaft und Gewährung von Asyl enthält,

dass  mit  den Begehren,  es  sei  der  Beschwerdeführerin  Asyl  zu  ge-
währen  und  die  Flüchtlingseigenschaft  anzuerkennen  (vgl.  Be-
schwerde S. 3), der Streitgegenstand in unzulässiger Weise über den 
in  der  angefochtenen  Verfügung  geregelten  Anfechtungsgegenstand 

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hinaus erweitert  wird (vgl.  AUER,  a.a.O., S. 63; BGE 110 V 51 E. 3c), 
weshalb auf diese Begehren nicht einzutreten ist, 

dass im vorliegenden Beschwerdeverfahren mithin einzig zu prüfen ist, 
ob  das BFM gestützt  auf  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  AsylG auf  das  Asyl-
gesuch der Beschwerdeführerin zu Recht nicht eingetreten ist,

dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters respektive 
einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG), und 
es sich, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb 
der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 
Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel 
verzichtet wurde,

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl -
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass  in  der  Beschwerde  geltend  gemacht  wird,  der  Vater  der  Be-
schwerdeführerin,  sei  als  sie  14 Jahre  alt  gewesen  sei,  ermordet 
worden, daraufhin sei sie mit ihrer Mutter und ihrer Schwester über die 
Türkei  nach  Griechenland  geflüchtet,  wo  sie  von  einem  Pakistaner 
vergewaltigt  worden  sei,  von  ihm  ein  Kind  geboren  und  dieses  im 
Spital zurückgelassen habe, 

dass ihre Mutter zwei Monate nach der Geburt verstorben sei, sie im 
Jahre  2004  nach  Deutschland  geflogen  sei  und  den  Kontakt  zur 
Schwester verloren habe, 

dass sie im Februar 2007 nach Griechenland zurückgekehrt  sei,  um 
ihr Kind zu suchen, wegen finanzieller Schwierigkeiten oft in Parks und 
in Kirchen geschlafen habe, ihr Kind jedoch nicht gefunden habe,  in-
zwischen aber von ihrer Schwester erfahren habe, dass diese in der 
Schweiz lebe, weshalb sie in die Schweiz gereist sei,

dass die Beschwerdeführerin infolge der Vergewaltigung immer noch 
traumatisiert  sei,  als  Minderjährige viel  Schlimmes erlebt  habe,  ihre 
Schwester  als  vorläufig  aufgenommener  Flüchtling  in  der  Schweiz 

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lebe, sie ausser dieser Schwester keine Person mehr habe, an die sie 
sich wenden könne und diese für sie die Rolle der Mutter spiele,

dass ferner geltend gemacht wird, gemäss Art. 34 Abs. 3 Bst. a AsylG 
finde Absatz 2 desselben Artikels  keine Anwendung, wenn die asyl -
suchende Person enge Beziehungen hat, oder nahe Angehörige in der 
Schweiz  leben,  und  weiter  ausgeführt  wird,  die  Beschwerdeführerin 
habe im Ausland einzig zu ihrer in der Schweiz lebenden Schwester 
eine enge Beziehung, die sie brauche und sie dringend auf ihre Hilfe in 
jeder Hinsicht angewiesen sei,

dass  sie  aus  humanitären  Gründen  nicht  nach  Deutschland  auszu-
schaffen  sei,  zudem die  Gefahr  bestehe,  dass  sie  von  Deutschland 
irgendwann in den Irak ausgeschafft werde,

dass eine durch das BFM durchgeführte Abfrage der Eurodac-Daten-
bank ergab, dass die Beschwerdeführerin am 14. Dezember 2004 in 
Deutschland daktyloskopiert  worden ist und dort  ein Asylgesuch ein-
gereicht hat,

dass diese Sachumstände in der Beschwerde nicht bestritten werden,

dass die deutschen Behörden am 21. Dezember  2009 entgegen der 
diesbezüglichen  Feststellung  des  BFM  in  der  angefochtenen  Ver-
fügung  nicht  der  Übernahme,  sondern  gestützt  auf  Art. 16  Abs. 1 
Bst. e  Dublin-II-Verordnung in  Beantwortung  einer  Anfrage des BFM 
vom 16. Dezember 2009 der Wiederaufnahme der Beschwerdeführerin 
zustimmten,

dass  angesichts  des  zuvor  festgestellten  Sachverhalts  und  der  ein-
schlägigen  Staatsverträge  (vgl.  DAA;  Dublin-II-VO;  Verordnung  [EG] 
Nr. 1560/2003  der  Kommission  vom 2.  September  2003  mit  Durch-
führungsbestimmungen zur Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates 
[Dublin-DVO]) Deutschland als zuständig zu erachten ist,

dass  keine  Anhaltspunkte  bestehen,  die  darauf  hindeuten,  Deutsch-
land habe sich der Beschwerdeführerin gegenüber nicht an seine sich 
aus der  des Abkommens vom 28. Juli  1951 über  die Rechtsstellung 
der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30)  und  der  EMRK  ergebenden  Ver-
pflichtungen gehalten oder gedenke, diese ihr gegenüber künftig nicht 
einzuhalten, 

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dass insofern  kein Anlass  zur  Ausübung des Selbsteintrittsrechts  im 
Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO Anlass besteht,

dass das BFM zu Recht festhielt, die in der Schweiz lebende und am 
22. Februar  2010  als  Flüchtling  vorläufig  aufgenommene  Schwester 
D._________, geboren (...)  (N (...)),  gehöre nicht zum in Art. 2 Bst. i 
der  Dublin-II-VO  als  "Familienangehörige"  bezeichneten 
Personenkreis,  weshalb  sich  eine  Zuständigkeit  der  Schweiz  zur 
Durchführung des Asylverfahrens auch nicht aus  Art. 7 der Dublin-II-
VO ableiten lässt,

dass ausserdem in der Beschwerde selbst festgehalten wird, die Be-
schwerdeführerin  habe den Kontakt  zu  ihrer  Schwester,  den sie  vor 
langer Zeit verloren habe, erst wieder erlangt, als sie sich zum zweiten 
Mal in Griechenland aufgehalten habe, sie zudem als Minderjährige in 
Deutschland rund zwei Jahre ohne ihre Schwester gelebt hat, weshalb 
nicht  davon  auszugehen  ist,  es  bestehe  eine  nahe,  echte  und  tat-
sächliche  gelebte  Beziehung  und  ein  darüber  hinausgehendes  be-
sonderes Abhängigkeitsverhältnis zwischen den beiden Schwestern,

dass  die  Bestimmung  von  Art. 34  Abs. 3  AsylG,  wonach  Abs. 2 
Bstn. a, b, c und e dieses Artikels keine Anwendung finden, wenn die 
asylsuchende Person enge Beziehungen hat, oder nahe Angehörige in 
der Schweiz leben, bei einem Nichteintretensentscheid gemäss Art.  34 
Abs. 2 Bst. d AsylG nicht anwendbar ist, 

dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von  Art. 34 Abs. 2 
Bst. d AsylG  auf  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  nicht  ein-
getreten ist,

dass  das  Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch  in  der  Regel  die  Weg-
weisung aus der  Schweiz zur  Folge hat  (Art. 44 Abs. 1 AsylG),  vor-
liegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem 
kein  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  Entschei -
dungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 
[EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang 
mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundes-
amt zu Recht angeordnet wurde,

dass im Rahmen des Dublin-Verfahrens, bei dem es sich um ein Über-
stellungsverfahren  in  den für  die  Prüfung des  Asylgesuches  zustän-
digen Staat handelt, systembedingt kein Raum bleibt für Ersatzmass-

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nahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.v.m. Art. 83 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass eine entsprechende Prüfung soweit  notwendig vielmehr  bereits 
im Rahmen des Nichteintretensentscheides stattfinden muss,

dass  in  diesem  Sinne  die  Vorinstanz  den  Vollzug  der  Wegweisung 
nach Deutschland zu Recht  als  zulässig,  zumutbar  und möglich be-
zeichnet hat,

dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, soweit auf diese einzutreten ist,

dass die Anträge, der vorliegenden Beschwerde sei die aufschiebende 
Wirkung zu erteilen  und auf  die Erhebung eines Kostenvorschusses 
sei zu verzichten, aufgrund des direkten Entscheids in der Hauptsache 
gegenstandslos werden,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  sind  (Art.  63 
Abs. 1 und 5 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin  (Einschreiben;  Bei-
lage: Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 
Kurier; in Kopie)

- (zuständige kantonale Behörde) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Lang Sarah Mathys

Versand: 

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