# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1189d08f-1d81-5b31-9e7a-c84c86d6ffbc
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-23
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 23.08.2021 SB200472
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB200472_2021-08-23.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB200472-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz, Präsident, lic. iur. C. Maira und 

Ersatzoberrichterin lic. iur. C. Brenn sowie der Gerichtsschreiber 

MLaw S. Solms 

 

 

Urteil vom 23. August 2021 

 

in Sachen 

 

Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich,  
vertreten durch Oberjugendanwalt Dr. iur. S. Zimmerlin,  

Anklägerin und Berufungsklägerin 

 

gegen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungsbeklagter sowie Anschlussberufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

betreffend Angriff etc.  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, Jugendgericht,  
vom 2. Juli 2020 (DJ200005) 
 
 
 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Jugendanwaltschaft Zürich-Stadt vom 15. April 2020 ist 

diesem (Urk. 50A) Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 94 S. 82 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

- des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB; 

- der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB; 

- der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 

StGB; 

- des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB; 

- der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 1 StGB; 

- des mehrfachen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 

Abs. 1 lit. d;  

- der Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19a Ziff. 1; 

sowie 

- der Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a in 

Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. c WG, Art. 7 Abs. 1 lit. b und c sowie Abs. 2 

Waffenverordnung. 

2. Der Beschuldigte A._____ ist nicht schuldig und wird freigesprochen vom Vorwurf 

- des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB zum Nachteil von B._____ und C._____; 

- der Erpressung im Sinne von Art. 156 StGB zum Nachteil von D._____; 

- der mehrfachen versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB 

in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB; sowie 

- der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB zum Nachteil von E._____, F._____ und 

G._____. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 16 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 33 Tage durch 

Untersuchungshaft erstanden sind, sowie mit einer Busse von CHF 100.–. 

-   3   - 

4. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. Die Busse ist zu bezahlen. 

5. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine 

Ersatzfreiheitsstrafe von 1 Tag. 

6. Es wird eine Unterbringung des Beschuldigten im Sinne von Art. 15 Abs. 1 JStG 

angeordnet. 

7. Es wird eine ambulante Behandlung im Sinne von Art. 14 Abs. 1 JStG angeordnet. 

8. Die nachfolgenden, sichergestellten bzw. mit Verfügung der Jugendanwaltschaft Zürich-

Stadt vom 2. März 2020 beschlagnahmten und bei der Stadtpolizei Zürich bzw. 

Kantonspolizei Zürich, Asservaten Triage, lagernden Gegenstände werden nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Entscheids dem Beschuldigten innert einer Frist von einem Monat auf 

erstes Verlangen hin herausgegeben, ansonsten sie der Lagerbehörde zur Vernichtung 

überlassen werden: 

- A012'663'239  1 Armbanduhr, silberfarben, Zifferblattaufdruck "Boss", 

hinten eingraviert: HB.... und ... 

- A013'418'503  Daunenjacke, schwarz (Marke: Fila) 

- A013'418'525  1 Wintermütze, schwarz 

- A013'418'558  1 Trainerhose, schwarz (Marke: Nike) 

9. Die nachfolgenden, mit Verfügung der Jugendanwaltschaft Zürich-Stadt vom 2. März 2020 

beschlagnahmten und bei der Stadtpolizei Zürich bzw. Kantonspolizei Zürich, Asservaten 

Triage, lagernden Gegenstände werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung 

überlassen: 

- A012'044'994  1 Messer (Marke: Baoying, Seriennummer ...) 

- A013'418'467  Kreuzschraubenzieher, schwarzer Griff 

- A013'419'119  1 Schmetterlingsmesser, schwarz  

- A013'418'821  1 Rucksack (Marke: The North Face) mit div. 

Räucherartikeln 

10. Die nachfolgenden, mit Verfügung der Jugendanwaltschaft Zürich-Stadt vom 2. März 2020 

beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich, Asservaten Triage, lagernden, 

Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien (Lagernummer B02967-2019 bzw. 

B00081-2020) werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen:  

- A013'082'810  97 Gramm Haschisch 

- A013'418'605  5 Portionen Haschisch in Cellophan-Folie   

(9.3 Gramm brutto) 

-   4   - 

- A013'418'809  1 Beutel mit Marihuana (512.4 Gramm brutto) 

- A013'418'810  2 Minigrip mit Marihuana (1.9 Gramm brutto) 

11. Der Privatkläger B._____ wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Weg des 

Zivilprozesses verwiesen. 

12. Der Privatkläger C._____ wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Weg des 

Zivilprozesses verwiesen. 

13. Das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der Privatklägerin H._____ wird 

abgewiesen. 

14. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz. Die weiteren Kosten betragen: 

CHF 1'000.00   Gebühr Anklagebehörde 

CHF 1'800.00   Gebühr Beschwerdeverfahren (G.Nr. UH190170-O) 

CHF 1'124.75   Auslagen Untersuchung 

CHF 17'028.00   Auslagen Gutachten 

CHF 22'346.50   amtliche Verteidigung 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.  

15. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen 

der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten im Umfang von CHF 300.– 

auferlegt, im Übrigen jedoch definitiv abgeschrieben. 

16. Die amtliche Verteidigung, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, wird mit CHF 22'346.50 

(inkl. MwSt.) entschädigt. Diese Kosten werden auf die Gerichtskasse genommen. Von 

einer Nachforderung gemäss Art. 25 Abs. 2 JStPO in Verbindung mit Art. 135 Abs. 4 StPO 

wird abgesehen. 

17. [Mitteilung] 

18. [Rechtsmittel] 

  

-   5   - 

Berufungsanträge: 

a) der Oberjugendanwaltschaft (Urk. 165 S. 1): 

 "1. Der Beschuldigte sei der versuchten schweren Körperverletzung zum 

Nachteil von I._____ schuldig zu sprechen (letzter Sach-

verhaltsabschnitt gemäss Anklage vom 15. April 2020, S. 6 f.). 

  2. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten zu be-

strafen. 

  3. Die Freiheitsstrafe sei im Umfang von 14 Monaten zu vollziehen. 

  4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei im Umfang von 14 Monaten auf-

zuschieben, und es sei eine Probezeit von 24 Monaten anzusetzen. 

  5. Der Beschuldigte sei gestützt auf Art. 66a StGB für fünf Jahre des 

Landes zu verweisen, und die Landesverweisung sei im Schengen-

Informationssystem (SIS) auszuschreiben. 

  Eventualiter sei der Beschuldigte gestützt auf Art. 66abis StGB für drei 

Jahre des Landes zu verweisen, und die Landesverweisung im 

Schengen-Informationssystem (SIS) auszuschreiben.  

  6. Die Anschlussberufung des Beschuldigten sei vollumfänglich abzu-

weisen. 

  7. Dem Beschuldigten seien sämtliche Kosten aufzuerlegen." 

b) der Verteidigung (Urk. 166 S. 1): 

 "1. Die Anträge der Berufungsklägerin seien abzuweisen und der 

Freispruch des Vorwurfs der versuchten schweren Körpverletzung 

gegenüber I._____ (Disp. 2 alinéa 3 des Urteils VI) sei zu bestätigen 

und es sei keine Landesverweisung anzuordnen sowie das Strafmass 

der Vorinstanz zu bestätigen. 

-   6   - 

  2. Es seien Disp.-Ziff. 4 und 6 des angefochtenen Urteils des Jugend-

gerichts Zürich vom 2. Juli 2020 aufzuheben. 

  3. Stattdessen sei der Vollzug der Freiheitsstrafe von 16 Monaten  

(Disp.-Ziff. 3 des Urteils VI) unter Ansetzung einer Probezeit von zwei 

Jahren aufzuschieben. 

  4. Sodann sei von der Anordnung einer Unterbringung im Sinne von 

Art. 15 Abs. 1 JStG abzusehen. 

  5. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien inklusive der Kosten der 

amtlichen Verteidigung auf die Staatskasse zu nehmen." 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang, Umfang der Berufung und Prozessuales 

1. Verfahrensgang 

1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Ver-

meidung unnötiger Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 94 S. 7 E. I.). 

1.2. Der Beschuldigte wurde mit Urteil der Vorinstanz vom 2. Juli 2020 gemäss 

dem eingangs wiedergegebenen Urteilsdispositiv schuldig gesprochen und 

bestraft. Dagegen meldete die Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich mit 

Eingabe vom 8. Juli 2020 fristgerecht Berufung an (Urk. 80). Nach Zustellung des 

begründeten Urteils erklärte die Oberjugendanwaltschaft innert Frist Berufung 

(Urk. 95; vgl. dazu Urk. 91/1). 

1.3. Mit Präsidialverfügung vom 30. November 2020 wurde die Berufungser-

klärung dem Beschuldigten und den Privatklägern zugestellt und diesen Frist 

angesetzt, um zu erklären, ob Anschlussberufung erhoben wird, oder um 

begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 98). Mit 

Eingabe vom 16. Dezember 2020 erklärte der Beschuldigte innert Frist 

Anschlussberufung (Urk. 100). Mit Präsidialverfügung vom 5. Januar 2021 wurde 

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der Oberjugendanwaltschaft sowie den Privatklägern je ein Doppel bzw. eine 

Kopie der Anschlussberufungserklärung des Beschuldigten zugestellt (Urk. 102). 

1.4. Mit Eingabe vom 17. März 2021 teilte die Oberjugendanwaltschaft des 

Kantons Zürich dem Gericht mit, dass der aus dem Massnahmenzentrum 

Kalchrain entwichene Beschuldigte aufgegriffen und zur Sicherung der 

Massnahme vorübergehend ins Gefängnis eingewiesen worden sei (Urk. 109 ff.; 

vgl. dazu auch Urk. 117/1-2). Mit Eingabe vom 25. März 2021 beantragte die 

Verteidigung die Massnahme der vorsorglichen Unterbringung für den 

Beschuldigten sei bis zum Tag der Berufungsverhandlung ersatzlos aufzuheben 

und der Beschuldigte sei aus dem Flughafengefängnis zu entlassen. Eventualiter 

sei er zu verpflichten, bis zur Berufungsverhandlung eine Fussfessel zu tragen 

(Urk. 115 S. 2). 

1.5. Mit Präsidialverfügung vom 26. März 2021 wurde das Gesuch des 

Beschuldigten betreffend Aussetzung der vorsorglichen Unterbringung bzw. 

Haftentlassung der Oberjugendanwaltschaft zugestellt und dieser Frist zur 

Stellungnahme angesetzt (Urk. 118). Mit Eingabe vom 1. April 2021 nahm die 

Oberjugendanwaltschaft dazu Stellung, wobei sie nicht dagegen opponierte, die 

vorsorgliche Unterbringung des Beschuldigten einstweilen bis zur 

Berufungsverhandlung auszusetzen (Urk. 123). Mit Eingabe vom 7. April 2021 

verzichtete die Verteidigung auf weitere Ausführungen dazu (Urk. 126). Mit 

Präsidialverfügung vom 8. April 2021 wurde das Gesuch des Beschuldigten um 

Aufhebung der vorsorglichen Unterbringung gutgeheissen und angeordnet, dass 

der Beschuldigte umgehend auf freien Fuss zu setzen sei. Gleichzeitig wurde 

davon Vormerk genommen, dass die vorinstanzliche Dispositiv-Ziffer 7 (betreffend 

ambulante Behandlung im Sinne von Art. 14 Abs. 1 JStG) von keiner Seite 

angefochten wurde (Urk. 128; vgl. dazu auch Urk. 130). 

1.6. Mit Präsidialverfügung vom 15. Juni 2021 wurde den Parteien wegen 

fraglicher Spruchreife des Verfahrens Frist angesetzt, um sich zur Frage einer 

allfälligen Rückweisung vernehmen zu lassen (Urk. 135). Mit Eingabe vom 23. 

Juni 2021 erklärte die Oberjugendanwaltschaft im Sinne eines Teilrückzuges den 

Rückzug folgender Teile der Berufung in Bezug auf die folgenden 

-   8   - 

vorinstanzlichen Freisprüche: Angriff zum Nachteil von B._____ und C._____ 

(Ziff. 2 alinea 1 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs), versuchte schwere 

Körperverletzung zum Nachteil von E._____ (Ziff. 2 alinea 3 des vorinstanzlichen 

Urteilsdispositivs) und Nötigung zum Nachteil von E._____, F._____ und G._____ 

(Ziff. 2 alinea 4 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs). Gleichzeitig präzisierte sie 

ihre Berufungsanträge entsprechend (Urk. 137 S. 1 f.). Der Beschuldigte liess sich 

ebenfalls vernehmen und beantragte, von einer Rückweisung abzusehen (Urk. 

139 S. 2). 

1.7. Am 23. August 2021 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher der 

Beschuldigte, dessen amtlicher Verteidiger Rechtsanwalt lic. iur. X._____ und der 

Oberjugendanwalt Dr. iur. S. Zimmerlin erschienen (Prot. II S. 8 ff.). 

2. Umfang der Berufung 

2.1 Von beiden Parteien unangefochten blieben – nach übereinstimmender 

Auffassung der Parteien – die Dispositiv-Ziffern 1 [alinea 1-4, alinea 6-8], 2 [alinea 

1, 2, 3 betreffend E._____ und 4] und 7-16 des vorinstanzlichen Entscheids 

(vgl. Prot. II S. 10). Die Verteidigung machte in ihrem Plädoyer an der 

Berufungsverhandlung, was den Vorwurf der Körperverletzung zum Nachteil des 

Geschädigten I._____ betrifft, Folgendes geltend: Die Oberjugendanwaltschaft 

habe den Schuldspruch wegen qualifizierter einfacher Körperverletzung nicht 

angefochten, womit dieser in Rechtskraft erwachsen sei und keine Bestrafung 

wegen versuchter schwerer Körperverletzung erfolgen könne, da ansonsten ein 

Verstoss gegen das Verbot von "ne bis in idem" vorliegen würde (Urk. 166 S. 2 f.). 

Der Oberjugendanwalt hielt dem entgegen, dass keine Problematik des "ne bis in 

idem" vorliege, denn es sei der Oberjugendanwaltschaft mit ihrer Berufung um 

den Freispruch von der versuchten schweren Körperverletzung gegangen (Prot. II 

S. 17 f.). 

2.2 Der in Art. 11 StPO geregelte Grundsatz "ne bis in idem" besagt, dass wer 

in der Schweiz rechtskräftig verurteilt oder freigesprochen worden ist, wegen der 

gleichen Straftat nicht erneut verfolgt werden. Tatidentität liegt vor, wenn dem 

ersten und dem zweiten Strafverfahren identische oder im Wesentlichen gleiche 

-   9   - 

Tatsachen zugrunde liegen. Auf die rechtliche Qualifikation dieser Tatsachen 

kommt es nicht an (BGE 144 IV 362 E. 1.3.2., mit Hinweisen). Aus der 

Berufungserklärung der Oberjugendanwaltschaft ergibt sich, dass diese 

betreffend den Vorfall mit dem Geschädigten I._____ mit der rechtlichen 

Würdigung gemäss Dispositiv-Ziffer 2 alinea 3 des vorinstanzlichen Entscheids 

nicht einverstanden ist. Die Auslegung der Anträge in der Berufungserklärung der 

Oberjugendanwaltschaft im Lichte der dazugehörigen Begründung (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 6B_126/2020 vom 3. Juli 2020 E. 1.) ergibt, dass auch der 

entsprechende Schuldspruch gemäss Dispositiv-Ziffer 1 alinea 5 mitangefochten 

wurde (vgl. Urk. 95 S. 1, Urk. 165 S. 2 ff.). Zu beachten ist in diesem 

Zusammenhang ferner, dass die formell korrekte Anfechtung des 

erstinstanzlichen Urteils durch den Fehler der Vorinstanz, die einen Freispruch für 

die gleiche Tat bei von der Anklageschrift (bloss) abweichender rechtlicher 

Würdigung vorgenommen hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_514/2020 vom 

16. Dezember 2020 E. 1.3.2.), erschwert worden ist. Angesichts der vorstehend 

dargelegten Auslegung der Berufung der Oberjugendanwaltschaft und des 

Fehlers seitens der Vorinstanz verbietet sich eine formalistische Betrachtung, die 

nur auf die Anträge abstellt. Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass Dispositiv-

Ziffer 1 alinea 5 des angefochtenen Urteils nicht in Rechtskraft erwachsen ist. 

2.3. Weiter ist anzumerken, dass die Oberjugendanwaltschaft ausdrücklich die 

ausgefällte Strafe anficht, weshalb auch die Dispositiv-Ziffern 4 und 5 [Vollzug] 

des vorinstanzlichen Entscheids als mitangefochten gelten. Vom Beschuldigten 

werden die Dispositiv-Ziffern 4 und 6 des vorinstanzlichen Entscheids 

angefochten. Mit Ausnahme der Dispositiv-Ziffern 1 [nur alinea 5], 2 [nur alinea 3 

betreffend I._____], 3, 4, 5 und 6 erwuchs der vorinstanzliche Entscheid damit in 

Rechtskraft, was mit Beschluss festzuhalten ist. Im Berufungsverfahren zur 

Disposition stehen somit die Dispositiv-Ziffern 1 [nur alinea 5], 2 [nur alinea 3 

betreffend I._____], 3, 4, 5 und 6 des vorinstanzlichen Entscheids. Sodann 

verlangt die Oberjugendanwaltschaft weiterhin die Anordnung einer 

Landesverweisung (Urk. 166 S. 1), wobei sich aus den Erwägungen – aber nicht 

aus dem Dispositiv – des angefochtenen Urteils ergibt, dass die Vorinstanz von 

einer solchen abgesehen hat (Urk. 94 S. 59 E. II.D.). 

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3. Prozessuales 

Soweit für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des eingeklagten Sachver-

haltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in 

Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit 

Erwähnung findet. Weiter ist an dieser Stelle festzuhalten, dass aus dem 

Anspruch auf rechtliches Gehör die Pflicht des Gerichts folgt, seinen Entscheid zu 

begründen. Die Begründung muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, 

von denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid 

stützt. Es darf sich aber auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken und 

muss sich nicht ausdrücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem 

rechtlichen Einwand auseinandersetzen und diese widerlegen. Es kann sich 

mithin auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Ein 

unverhältnismässiger Motivationsaufwand kann nicht eingefordert werden. 

Ebenso wenig lässt sich Art. 6 Ziff. 1 EMRK in der Weise auslegen, dass eine 

detaillierte Antwort auf jedes Argument gefordert würde (vgl. dazu statt Weiterer 

Urteil des Bundesgerichtes 6B_689/2019 vom 25. Oktober 2019 E. 1.5.2., mit 

Hinweisen). 

II. Sachverhalt und rechtliche Würdigung 

1. Anklagevorwurf 

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe sich zusammen mit J._____ am 

15. Januar 2020 um ca. 18.20 Uhr an den Bahnhof K._____ begeben und sich 

dort, unter dem Vorwand 500 Gramm Marihuana zum Preis von Fr. 3'200.-- zu 

kaufen, mit den nachmaligen Geschädigten I._____, F._____ und G._____ 

getroffen. Zusammen hätten sich der Beschuldigte und sein Begleiter sowie die 

nachmaligen Geschädigten etwas abseits vom Bahnhof an die L._____-strasse … 

in K._____ begeben. Nach einigen Diskussionen über die Abwicklung des 

Betäubungsmittelhandels und nachdem der Beschuldigte einen Joint vom 

Marihuana habe probieren dürfen, habe er plötzlich ein schwarzes 

Schmetterlingsmesser (Marke: unbekannt; Klingenlänge: ca. 8 cm; vgl. dazu 

Urk. 94 S. 9 E. I.C.2., letzter Absatz) ausgepackt. In der Folge habe er I._____ – 

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der inzwischen den Rucksack mit den Betäubungsmitteln einseitig über seiner 

linken Schulter getragen habe – das Messer mit einem Abstand von ca. 7-9 cm 

gegen die Kehle gehalten, wobei die Messerklinge die Haut von I._____ nicht 

berührt habe, und habe ihn mit der anderen Hand am Kragen gepackt. In dieser 

Situation habe er zu I._____ gesagt: "Ez gisch mer das Züg". G._____ und 

F._____ hätten das Geschehen aus einigen Metern Entfernung beobachtet und 

Angst bekommen. I._____ habe sodann begonnen, sich gegen den Beschuldigten 

zu wehren, indem er diesen geschubst und möglicherweise auch geschlagen 

habe. Folglich sei es zu einer nicht mehr rekonstruierbaren Rangelei zwischen 

dem Beschuldigten, der noch immer das Schmetterlingsmesser in seiner rechten 

Hand gehalten habe, und I._____ gekommen, im Zuge derer I._____ vom 

Beschuldigten mit dem Schmetterlingsmesser am linken Ellenbogen gestochen 

worden sei. Mindestens I._____, mutmasslich aber auch der Beschuldigte, seien 

im Zuge der Rangelei zu Boden gegangen. Dem Beschuldigten sei es daraufhin 

gelungen, I._____ den Rucksack mit den Betäubungsmitteln zu entreissen und zu 

Fuss Richtung Bahnhof K._____ zu flüchten. I._____ habe aufgrund des 

Handelns des Beschuldigten eine Messerstichverletzung am linken Ellenbogen 

erlitten, die mit fünf Rückstichnähten habe genäht werden müssen (Urk. 50A 

S. 6 f.). 

2. Ausgangslage 

Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten wegen eventualvorsätzlich begangener 

einfacher Körperverletzung zum Nachteil des Geschädigten I._____ im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 2 StGB schuldig und in gleicher Sache mangels 

eventualvorsätzlichen Handelns vom Vorwurf der versuchten schweren 

Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 

StGB frei (vgl. dazu im Einzelnen Urk. 94 S. 40 ff. E. II.G.). Demgegenüber 

verlangt die Oberjugendanwaltschaft in diesem Punkt eine Verurteilung wegen 

versuchter schwerer Körperverletzung (Urk. 137 S. 2, Urk. 165 S. 2 ff.). Der 

Beschuldigte opponiert nicht gegen den vorinstanzlichen Schuldspruch (Urk. 100 

S. 2, Urk. 166 S. 3). Was den Standpunkt des Beschuldigten bzw. den unstrittigen 

und den zu erstellenden Sachverhalt betrifft, kann auf die zutreffenden 

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vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden (Urk. 94 S. 40 f. E. II.G.1.). 

Demnach anerkennt der Beschuldigte den äusseren Sachverhalt bzw. ist dieser 

aufgrund der übrigen Untersuchungsergebnisse als erstellt zu betrachten. Nicht 

geständig zeigte sich der Beschuldigte hingegen in Bezug auf den subjektiven 

Tatbestand. Diesbezüglich machte er sowohl in der Untersuchung als auch vor 

Erst- und Zweitinstanz geltend, I._____ nicht absichtlich mit dem Messer 

gestochen zu haben. Vielmehr sei die Stichverletzung im Zuge der Rangelei 

passiert (Urk. 14/14 S. 2 und 4 f., Urk. 164 S. 20 ff.; Prot. I S. 20 f.). 

3. Würdigung 

3.1. Allgemeines zur Sachverhaltserstellung und Beweiswürdigung 

Die Vorinstanz hat die massgeblichen Grundsätze der Sachverhaltserstellung und 

der Beweiswürdigung zutreffend wiedergegeben (Urk. 94 S. 13 f. E. II.B.1.2.), 

worauf zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen werden kann. Ergänzend 

ist dazu festzuhalten, dass der (Eventual-)Vorsatz als innerer Vorgang einem 

direkten Beweis nicht zugänglich ist. Was der Täter wusste, wollte und in Kauf 

nahm, betrifft sogenannte innere Tatsachen. Mithin geht es dabei um einen 

inneren Vorgang, auf den nur anhand der Würdigung des äusseren Verhaltens 

des Täters sowie allenfalls weiterer Umstände geschlossen werden kann. Mit der 

Vorinstanz ist vorliegend die Frage, was der Beschuldigte wusste und 

insbesondere was er wollte, im Rahmen der rechtlichen Würdigung abzuhandeln. 

3.2. Objektive Tatbestandsmässigkeit 

3.2.1. Nach Art. 122 StGB wird wegen schwerer Körperverletzung bestraft, wer 

vorsätzlich einen Menschen lebensgefährlich verletzt (Abs. 1), wer vorsätzlich den 

Körper, ein wichtiges Organ oder Glied eines Menschen verstümmelt oder ein 

wichtiges Organ oder Glied unbrauchbar macht, einen Menschen bleibend 

arbeitsunfähig, gebrechlich oder geisteskrank macht, das Gesicht eines 

Menschen arg und bleibend entstellt (Abs. 2) oder wer vorsätzlich eine andere 

schwere Schädigung des Körpers oder der körperlichen oder geistigen 

Gesundheit eines Menschen verursacht (Abs. 3). 

-   13   - 

3.2.2. Gemäss ärztlichem Befund des Spitals Uster vom 22. Mai 2020 erlitt der 

Geschädigte I._____ eine Stichverletzung am linken Ellbogen. Dazu wird 

ausgeführt, im Bereich der Wunde gebe es Muskeln, Sehnen, Blutgefässe und 

Nerven, bei denen eine Durchtrennung zu bleibenden Bewegungseinschränk-

ungen, Durchblutungsstörungen oder Funktionseinschränkungen wie Gefühls-

störungen oder Lähmungen führen könnten. Der Geschädigte habe eine sensible 

Läsion eines für Unterarm und Hand wichtigen Nervs mit persierenden Gefühls-

störungen sowie eine Durchtrennung einer Sehne eines Oberarmbeugers erlitten, 

wobei eine operative Revision wegen nicht vorhandenem Leidensdruck nicht 

gewünscht worden sei. Lebenswichtige Strukturen seien nicht verletzt worden. Zu 

keinem Zeitpunkt habe eine unmittelbare Lebensgefahr bestanden. Auch ohne 

eine ärztliche Versorgung wäre keine unmittelbare Lebensgefahr zu erwarten 

gewesen. Eine Verschlechterung des Befundes sei nicht zu erwarten (Urk. 61/2 S. 

1 f.). 

3.2.3. Das Verletzungsbild des Geschädigten erfüllt den objektiven Tatbestand 

der schweren Körperverletzung nicht, sondern entspricht einer einfachen 

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 StGB. Allerdings war die 

Tathandlung des Beschuldigten in objektiver Hinsicht grundsätzlich geeignet, 

beim Geschädigten Verletzungen in der von Art. 122 StGB geforderten Intensität 

herbeizuführen. Es ist deshalb eine versuchte Tatbegehung im Sinne dieser 

Bestimmung zu prüfen. 

3.3. Subjektive Tatbestandsmässigkeit  

3.3.1. Hat der Täter sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt und seine 

Tatentschlossenheit manifestiert, ohne dass alle objektiven Tatbestandsmerkmale 

verwirklicht sind, liegt ein Versuch vor (BGE 140 IV 150 E. 3.4., mit Hinweisen). 

Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und 

Willen ausführt. Vorsätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat für 

möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB). Eventualvorsatz ist 

gegeben, wenn der Täter die Tatbestandsverwirklichung für möglich hält, aber 

dennoch handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt, 

-   14   - 

sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein. Ob der Täter die 

Tatbestandsverwirklichung im Sinne des Eventualvorsatzes in Kauf genommen 

hat, muss das Gericht bei Fehlen eines Geständnisses aufgrund der Umstände 

entscheiden. Dazu gehören die Grösse des dem Täter bekannten Risikos, die 

Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung, die Beweggründe und die Art der 

Tathandlung. Je grösser die Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung ist 

und je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, desto näher liegt die 

Schlussfolgerung, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf 

genommen. Das Gericht darf vom Wissen des Täters auf den Willen schliessen, 

wenn sich dem Täter der Eintritt des Erfolgs als so wahrscheinlich aufdrängte, 

dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als 

Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3., mit 

Hinweis; vgl. zum Ganzen statt Vieler Urteil des Bundesgerichts 6B_873/2018 

vom 15. Februar 2019 E. 1.1.2.). Anzumerken bleibt in diesem Zusammenhang, 

dass es sich nach ständiger Rechtsprechung beim Risiko der 

Tatbestandsverwirklichung nicht um ein rein abstraktes handeln darf, sondern 

dieses im konkreten Fall als wahrscheinlich erscheinen muss (vgl. dazu statt 

Vieler Urteil des Bundesgerichts 6B_161/2016 vom 12. Oktober 2016 E. 1.4.2.). 

3.3.2. Vorwegzunehmen ist, dass keine Anhaltspunkte für eine direktvorsätzliche 

Tatbegehung vorliegen und daher lediglich eine eventualvorsätzliche 

Tatbegehung zu prüfen ist. 

3.3.3. Es fragt sich vorab, ob der Beschuldigte im Tatzeitpunkt um die Möglichkeit 

der Tatbestandsverwirklichung, mithin die Möglichkeit des Risikos der Ver-

ursachung einer schweren Körperverletzung, wusste. Dazu sagte er aus, die 

Situation sei für den Geschädigten gefährlich gewesen, weil er ein Messer in der 

Hand gehabt habe (Urk. 14/14 S. 5; vgl. auch Urk. 164 S. 22) und im 

Zusammenhang mit einem anderen Vorwurf, er glaube schon, dass Stich- und 

Schnittverletzungen an den Beinen schwere Verletzungen mit sich bringen 

könnten, wenn sie einen Nerv oder so träfen, es könne auch tödlich sein (Urk. 

15/1 S. 10). Vor diesem Hintergrund kann damit ohne Weiteres davon 

-   15   - 

ausgegangen werden, dass der Beschuldigte um das Risiko der Verursachung 

einer schweren Körperverletzung wusste.  

3.3.4. Wie ausgeführt, darf vom Wissen um die Möglichkeit des Risikos der Ver-

ursachung einer schweren Körperverletzung indes nicht automatisch auf deren 

Inkaufnahme und damit Eventualvorsatz geschlossen werden. Vielmehr müssen 

weitere Umstände (Grösse des dem Täter bekannten Risikos, Schwere der 

Sorgfaltspflichtverletzung, Beweggründe und Art der Tathandlung) hinzukommen, 

von denen auf die innere Einstellung des Täters, namentlich das Wollen bzw. die 

Inkaufnahme des Taterfolgs geschlossen werden kann, und darf das Gericht vom 

Wissen des Täters auf sein Wollen nur schliessen, wenn sich ihm der Eintritt des 

Erfolgs als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge 

hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt 

werden kann (vgl. in diesem Sinne bereits vorne unter E. II.3.3.1.). Zur 

Beantwortung dieser Frage ist deshalb nachfolgend auf die näheren Tatumstände 

einzugehen. 

3.3.5. Was das konkrete Risiko der Tatbestandsverwirklichung betrifft, ist 

festzuhalten, dass der Geschädigte eine Verletzung am linken Ellbogen erlitt, die 

Stichverletzung also an einer Stelle erfolgte, an der in aller Regel keine schweren 

oder gar lebensbedrohlichen Verletzungen drohen. Der Geschädigte befand sich 

denn auch nie in unmittelbarer Lebensgefahr und eine solche wäre auch ohne 

ärztliche Versorgung nicht zu erwarten gewesen (vgl. dazu vorne unter E. 

II.3.2.2.). Allein vor dem Hintergrund der konkreten Verletzungsfolgen erscheint 

damit das Risiko der Tatbestandsverwirklichung doch sehr gering. 

3.3.6. Zur Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung ist zu sagen, dass bereits der 

Einsatz des Messers (zur versuchten Nötigung) als schwere 

Sorgfaltspflichtverletzung zu qualifizieren ist. Zudem behielt der Beschuldigte das 

Messer auch während der nach der gescheiterten Nötigung entstandenen und 

von ihm nur beschränkt kontrollierbaren Rangelei in der Hand, obschon er es 

hätte fallen lassen und damit die Gefährlichkeit der Situation massiv hätte 

-   16   - 

entschärfen können. Damit schuf er ein erhebliches 

Tatbestandsverwirklichungsrisiko. 

3.3.7. Zu den Beweggründen des Beschuldigten ist festzuhalten, dass es ihm 

nicht darum ging, den Geschädigten zu verletzen, sondern er in den Besitz der im 

Rucksack des Geschädigten enthaltenen Betäubungsmittel gelangen wollte, ohne 

für diese bezahlen zu müssen. Bei der Darstellung des Beschuldigten, er habe 

den Geschädigten nicht abstechen wollen, handelt es sich – entgegen der 

Oberjugendanwaltschaft (Urk. 165 S. 6) – nicht um eine evidente 

Schutzbehauptung, zumal ihm das Gegenteil nicht nachgewiesen werden kann. 

Anzumerken ist, dass es sich bei den von der Oberjugendanwaltschaft (Urk. 165 

S. 7 f.) erwähnten Aussagen von F._____ um blosse Mutmassungen handelt, die 

keinen relevanten Gehalt zur Eruierung des Willens des Beschuldigten aufweisen 

(Urk. 14/11 S. 5, 10), worauf die Verteidigung zutreffend hingewiesen hat (Prot. II 

S. 15). Auch der von der Oberjugendanwaltschaft (Urk. 165 S. 8) erwähnte Dritte 

M._____ war beim Vorfall nicht unmittelbar anwesend und gab bloss vom 

Hörensagen her etwas zu Protokoll (vgl. Urk. 14/10 S. 8 f.), wobei die Aussage 

von M._____ wegen Verletzung des Konfrontationsrechts (siehe auch Urk. 94 S. 

17 f. E. II.B. 1.4.3., Urk. 94 S. 40 f. E. II.G.1.) gar nicht verwertbar wäre, weshalb 

daraus nichts zulasten des Beschuldigten gefolgert werden kann. Die schliesslich 

verursachte Körperverletzung des Geschädigten ist vielmehr eine Folge der 

gescheiterten Nötigung: Hätte sich der Geschädigte dem Willen des 

Beschuldigten gebeugt und ihm nach der erfolgten Messerdrohung den Rucksack 

mit den Betäubungsmitteln überlassen, wäre es nicht zur Verletzung gekommen. 

Damit soll nicht gesagt werden, es treffe den Geschädigten eine Mitschuld bzw. 

Mitverantwortung. Es liegt hier einfach eine Konstellation vor, in der das Verhalten 

des Opfers zumindest teilweise einen Einfluss auf Art und Umfang der Tatfolgen 

hatte.  

3.3.8. Betreffend die Art der Tathandlung ist schliesslich zu sagen, dass die 

Messerstichverletzung erst im Zuge der nicht mehr rekonstruierbaren Rangelei 

erfolgte. Der genaue Tathergang lässt sich nicht mehr erstellen. Zwar handelte es 

sich um ein dynamisches Geschehen, das der Beschuldigte nur beschränkt unter 

-   17   - 

Kontrolle hatte, weshalb er auch die Folgen der Körperverletzung nur beschränkt 

beeinflussen konnte. Letztlich fällt aber vor allem zu seinen Gunsten ins Gewicht, 

dass ihm weder ein bewusstes noch ein willentliches Zustechen nachgewiesen 

werden kann und ihm im Übrigen in der Anklage auch gar nicht vorgeworfen wird. 

Festzuhalten ist aber nochmals, dass der Beschuldigte insbesondere dadurch, 

dass er das Messer weiterhin in der Hand hielt, nachdem der Geschädigte 

I._____ begonnen hatte, sich zu wehren, ein ernsthaftes Risiko schuf, den 

Geschädigten mit diesem zu verletzen, und dass er sich mit der letztlich 

eingetretenen Verletzung abfand (siehe dazu auch hinten E. II.4.). 

3.3.9. An den Umstand der fehlenden Umschreibung eines willentlichen 

Zustechens in der Anklageschrift anknüpfend, ist zu bemerken, dass das 

Anklageprinzip (vgl. Art. 9 und 325 StPO) einer Verurteilung des Beschuldigten 

wegen versuchter schwerer Körperverletzung ohnehin entgegenstehen würde. 

Die für einen Schuldspruch wegen versuchter schwerer Körperverletzung 

notwendigen objektiven und subjektiven Sachverhaltselemente werden in der 

Anklageschrift nicht hinreichend dargetan, denn es erhellt aus der Anklage nicht, 

dass der Beschuldigte durch die Art und Weise seines Vorgehens dem 

Geschädigten I._____ eine schwere Körperverletzung mit hinreichender 

Wahrscheinlichkeit zuführen konnte und eine solche auch (mindestens) in Kauf 

nahm. Der Oberjugendanwalt hat zwar an der Berufungsverhandlung seine 

Auffassung davon, wie sich die Tat zum Nachteil des Geschädigten I._____ 

abgespielt haben soll und von welchem Willen die Tat des Beschuldigten 

getragen worden sein soll, mit diversen Aktenverweisen begründet (vgl. dazu Urk. 

165 S. 5 ff.). Diese Ausführungen sind indes angesichts der insoweit mit Blick auf 

das Anklageprinzip ungenügenden Anklageschrift im Ergebnis ohne Bedeutung. 

Zweck des Anklageprinzips ist namentlich gerade, dass der Beschuldigte an der 

Verhandlung nicht mit neuen Anschuldigungen konfrontiert wird (vgl. BGE 143 IV 

63 E. 2.2.). Wegen der insoweit ungenügenden Anklage erweist sich auch der 

Hinweis auf ein Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, mit dem die 

Oberjugendanwaltschaft ihre Auffassung begründet, es liege eine versuchte 

schwere Körperverletzung vor (Urk. 165 S. 4), als unbehelflich. 

-   18   - 

3.3.10. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass trotz des gefährlichen 

Vorgehens des Beschuldigten das Risiko der Tatbestandsverwirklichung 

insgesamt doch noch als eher gering einzustufen ist und unter den gegebenen 

Umständen nicht davon ausgegangen werden kann, dass sich dem Beschuldigten 

das Risiko der Tatbestandsverwirklichung als derart wahrscheinlich aufdrängen 

musste, dass sein Verhalten als Inkaufnahme desselben gewertet werden 

müsste, wobei ein solcher Schluss mangels entsprechender Darstellungen in der 

Anklageschrift ohnehin nicht zulässig wäre. 

4. Ergebnis 

Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass sich der Beschuldigte mangels 

eventualvorsätzlichen Handelns nicht der versuchten schweren Körperverletzung 

im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, jedoch der 

eventualvorsätzlich begangenen einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 2 Abs. 1 StGB zum Nachteil von I._____ schuldig gemacht hat. Was 

diesen Schuldspruch betrifft, kann in Bezug auf die rechtliche Würdigung 

ergänzungslos auf die zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen verweisen 

werden (Urk. 94 S. 48 f. E. II.G.2.4.). 

III. Massnahmen 

1. Allgemeines 

Die Vorinstanz hat zutreffende Ausführungen zum anwendbaren Recht sowie zu 

den Grundvoraussetzungen zur Anordnung von jugendstrafrechtlichen Schutz-

massnahmen gemacht (Urk. 94 S. 50 E. III.A.1. und S. 52 f. E. III.A.4.), darauf 

kann verwiesen werden. 

2. Ausgangslage 

Die Vorinstanz ordnete eine Unterbringung im Sinne von Art. 15 Abs. 1 JStG 

sowie eine ambulante Behandlung im Sinne von Art. 14 Abs. 1 JStG an. Von der 

Anordnung einer Landesverweisung sah sie ab (Urk. 94 S. 82 ff. sowie dazu im 

Einzelnen a.a.O., S. 50 ff. E. III. sowie vorne unter E. I.2.). Die Anordnung der 

-   19   - 

ambulanten Behandlung wurde von keiner Partei angefochten und erwuchs in 

Rechtskraft (vgl. in diesem Sinne bereits vorne unter E. I.2.). Der Beschuldigte 

opponiert gegen eine Unterbringung sowie die Anordnung einer 

Landesverweisung (vgl. dazu Urk. 94 S. 50 E. III.A.2. sowie vorne unter E. I.2.). 

Die Oberjugendanwaltschaft verlangt weiterhin die Anordnung einer 

Landesverweisung, beantragt aber nicht mehr die Anordnung einer Unterbringung 

(Urk. 165 S. 1).  

3. Bisheriger Massnahmenverlauf 

Zum Massnahmenverlauf bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks 

Vermeidung von Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 94 S. 50-52 E. 

III. A.3.). Was den seitherigen Verlauf betrifft, kann sodann auf die vorne unter 

E. I.1.4. f. gemachten Ausführungen verwiesen werden. Zusammengefasst 

konnte die vorinstanzlich angeordnete Unterbringung namentlich wegen fehlender 

Massnahmenwilligkeit bzw. diverser Entweichungen des Beschuldigten nicht 

zielführend umgesetzt werden, weshalb sich dieser zur Zeit wieder auf freiem 

Fuss befindet (vgl. dazu im Einzelnen Urk. 109, Urk. 111/1 = 117/1, Urk. 117/2, 

Urk. 122/3, Urk. 123 und Urk. 125). 

4. Unterbringung 

4.1. Die Vorinstanz hat sorgfältige und zutreffende Ausführungen zu den recht-

lichen Grundlagen für eine Unterbringung im Sinne von Art. 15 Abs. 1 JStG und 

unter Bezugnahme auf das vorliegende überzeugende psychologische Gutachten 

von lic. phil. N._____ und lic. phil. O._____ vom 30. Oktober 2019 (Urk. 30/6) zur 

Frage der Massnahmenbedürftigkeit, Massnahmenfähigkeit und 

Massnahmenwilligkeit des Beschuldigten sowie zur Frage der 

Verhältnismässigkeit gemacht (Urk. 94 S. 53-57 E. III.B.), darauf kann vorab 

vollumfänglich verwiesen werden. 

4.2. Ergänzend zu den vorinstanzlichen Ausführungen ist zunächst 

festzuhalten, dass sich auch aus dem Überprüfungsbericht der 

-   20   - 

Jugendanwaltschaft vom 14. Dezember 2020 (Urk. 125) und dem 

Abschlussbericht des Massnahmenzentrums Kalchrain vom 7. März 2021 (Urk. 

122/3) keine neuen Schlussfolgerungen in Bezug auf die bereits von der 

Vorinstanz festgestellte Massnahmenbedürftigkeit und -fähigkeit ergeben. Als 

problematisch erweist sich die fehlende Massnahmenwilligkeit des Beschuldigten, 

jedenfalls im stationären Setting (vgl. dazu sogleich nachfolgend).  

4.3. Zur Frage der Massnahmenwilligkeit führte die 

Oberjugendstaatsanwaltschaft im Vorfeld der Berufungsverhandlung in ihrer 

Eingabe vom 1. April 2021 aus, den Ausführungen des Beschuldigten liesse sich 

nichts entnehmen, was Rückschlüsse auf eine markante positive Veränderung 

seines Verhalten zulassen würde. Weshalb er inzwischen keiner Erziehung und 

Behandlung im Sinne von Art. 15 Abs. 1 JStG mehr bedürfte, wie er geltend 

mache, werde nicht näher ausgeführt. Ein konkretes Lehrstellenangebot werde 

ebenfalls nicht vorgelegt und bereits frühere Möglichkeiten im Rahmen des 

Aufenthaltes im Kalchrain, sich zum Coiffeur ausbilden zu lassen, seien ungenutzt 

geblieben; hätte er auf mehr Öffnungen im Kalchrain hingearbeitet, ohne die 

wiederholten Entweichungen, wäre mit einem Coiffeur Salon in … [Ortschaft] 

nach einer Lösung gesucht worden. Die pauschalen Versprechungen, nicht mehr 

straffällig zu werden und einen Beruf als Coiffeur ausüben zu wollen, seien für 

sich allein nicht geeignet darzulegen, dass der Beschuldigte inzwischen keiner 

Massnahme im Sinne einer Unterbringung mehr bedürfte. Vielmehr werde im 

psychologischen Gutachten vom 30. Oktober 2019 auf das Rückfallrisiko für 

Delikte hingewiesen, wie sie Anlass für das Gutachten gebildet hätten. Die vom 

Beschuldigten begangenen Delikte stünden in Zusammenhang mit seinen 

psychischen Beeinträchtigungen, so das Gutachten. Eine ambulante Betreuung 

reiche zwar für die Psychotherapie, nicht aber für die Pädagogik aus (Urk. 123 S. 

2 f.). Problematisch sei die fehlende Massnahmenwilligkeit des Beschuldigten. 

Aktuell sei eine Fortführung der Unterbringung in der offenen Abteilung des 

Massnahmenzentrums Kalchrain aufgrund wiederholter Entweichungen des 

Beschuldigten nicht mehr zielführend. Das Massnahmensetting sei daher zu 

überprüfen und die Rahmenbedingungen der Unterbringung seien neu 

festzulegen. Die Motivation und Kooperationsbereitschaft des Beschuldigten 

-   21   - 

seien aktuell als sehr gering einzustufen. An die Massnahmenwilligkeit seien 

jedoch keine allzu strengen Anforderungen zu stellen, da die fehlende Motivation 

regelmässig zum Krankheitsbild gehöre und die Therapiemotivation und 

Kooperation oft erst im Rahmen der Behandlung erarbeitet werde, weshalb nur 

ein Mindestmass an Kooperation oder eine gewisse Motivierbarkeit 

vorauszusetzen sei. Die Oberjugendanwaltschaft ist nach wie vor der Auffassung, 

dass eine Massnahmenfähigkeit und -bedürftigkeit bestehe und dass ein 

Mindestmass an Motivierbarkeit vorliege. So sei auch dem Abschlussbericht des 

Massnahmenzentrums Kalchrain zu entnehmen, dass es trotz der vielen 

Entweichungen dazwischen Phasen gegeben habe, in denen sich der 

Beschuldigte "einfügte, stellenweise Verantwortung übernahm und sich 

reflektierte". In diesen Phasen habe er die Akzeptanz von Normen und eine 

kulturelle Akklimatisation üben können und durchaus von der Massnahme 

profitiert (a.a.O., S. 3). Im Überprüfungsbericht der Jugendanwaltschaft vom 14. 

Dezember 2020 sei festgehalten worden, das Rückfallrisiko bezüglich 

Gewaltdelikten sei hoch, der Beschuldigte benötige eine kontinuierliche 

therapeutische und sozialpädagogische Auseinandersetzung mit seinen Risiko-

faktoren, seinen Vermeidungsstrategien sowie mit alternativen Strategien im 

Umgang mit emotionalen Belastungen. Positiv sei ihm attestiert worden, dass 

während der letzten Entweichungen keine neuen Delikte begangen bzw. bekannt 

geworden seien. Im Abschlussbericht des Massnahmenzentrums Kalchrain vom 

7. März 2021 werde sodann anstelle einer stationären Massnahme eher eine 

ambulante Massnahme mit begleitender Psychotherapie empfohlen, wobei der 

Beschuldigte "sich sicher kooperativer verhalten würde" (a.a.O., S. 3). 

4.4. Dem von der Jugendanwaltschaft Zürich-Stadt unterm 27. Juli 2021 

erstellten Zusatzbericht für das Gericht betreffend den Verlauf der vorsorglichen 

Schutzmassnahme seit der letzten Überprüfung ist zu entnehmen, dass es dem 

Beschuldigten nicht gelungen sei, sich auf die Massnahme im offenen Setting des 

Massnahmenzentrums Kalchrain einzulassen. Gemäss Abschlussbericht der 

Institution sei es ihm dennoch möglich gewesen, sein Verhalten über einen 

beschränkten Zeitraum hin an die Gegebenheiten anzupassen und dabei kleinere 

Entwicklungsschritte zu erreichen. Immer wieder habe er jedoch die Flucht aus 

-   22   - 

dem Massnahmenzentrum ergriffen. Während des "Kurvengangs" des 

Beschuldigten seien die Eltern aus Sorge um seine Zukunft regelmässig mit der 

Jugendanwaltschaft in Kontakt getreten. Ihrerseits sei betont worden, dass eine 

Unterbringung für den Beschuldigten psychisch nicht auszuhalten sei. Der 

Beschuldigte sei im März 2021 aufgegriffen und im Flughafengefängnis Zürich 

inhaftiert worden. Beim Besuch durch die Sozialarbeiterin der Jugendanwaltschaft 

habe sich der Beschuldigte im Gegensatz zur Vergangenheit äusserst bedürftig 

gezeigt und sich auf ein offenes Gespräch eingelassen. Er habe mehrmals betont, 

dass es für ihn unmöglich sei, sich auf eine Kooperation einzulassen, solange er 

nicht bei seiner Familie leben könne. Die Notwendigkeit einer forensischen 

Psychotherapie habe er eigens erwähnt und darum gebeten, diese ambulant 

wahrnehmen zu können. Seit der Sistierung der stationären Unterbringung nach 

Art. 15 JStG nehme der Beschuldigte regelmässig die ambulante Therapie bei 

Frau P._____, Q._____ [Zentrum], wahr. Er werde in der therapeutischen 

Zusammenarbeit als zuverlässig, offen und bedürftig wahrgenommen. Er lasse 

sich auf die Therapieinhalte ein und starte erste Versuche sich bezüglich der 

begangenen Delikte zu reflektieren. In der Zusammenarbeit mit Herrn R._____, 

Sozialberatung S._____, zeige sich der Beschuldigte bislang ebenfalls kooperativ. 

Seitens der S._____ sei er an die Fachstelle Stiftung T._____ vermittelt worden, 

die sich der beruflichen Integration von Flüchtlingen annehme. Auch dort nehme 

der Beschuldigte seine Termine pflichtbewusst wahr. Derzeit absolviere er 

Schnuppereinsätze, um ein Praktikum als Coiffeur zu erhalten. Er kümmere sich 

zudem um eine prosoziale Freizeitaktivität. So habe er zwei Probetrainings in 

einem Zürcher Fussballverein absolviert und warte derzeit auf den Bescheid, ob 

er im Club aufgenommen werde. Allgemein zeige er sich seit der Aussetzung der 

Unterbringung der Zusammenarbeit mit der Jugendanwaltschaft kooperativ, 

anständig und absprachefähig. Seit Mitte Januar 2020 seien zwar von neuem 

Strafanzeigen gegen ihn bei der Staatsanwaltschaft eingegangen, allerdings 

keine einschlägigen (Urk. 148/1 S. 2 f.). Der Beschuldigte stehe nach eineinhalb 

Jahren stationärer Unterbringung nach wie vor am Anfang seiner prosozialen 

Persönlichkeitsentwicklung. Die wiederkehrenden Entweichungen hätten jegliche 

Auseinandersetzung mit sich selbst und den begangenen Delikten verunmöglicht. 

-   23   - 

Das Setting einer stationären Unterbringung scheine den Beschuldigten auf eine 

Weise zu belasten, die eine kooperative Zusammenarbeit verunmögliche. Seit der 

Sistierung der stationären Unterbringung zeige er sich erstmals kooperativ und 

zugänglich. Die Rückmeldungen aus den Themenbereichen Therapie und 

Berufsintegration seien bislang positiv. Das Deliktrisiko sei nach wie vor als hoch 

einzuschätzen, da sich der Beschuldigte bislang wenig mit den begangenen 

Straftaten auseinandersetze. Dennoch sei anzumerken, dass seit Januar 2020 

zumindest keine einschlägigen Delikte (Gewalt, Betäubungsmittel) mehr 

angezeigt worden seien. Es sei angezeigt die ambulante Behandlung im Sinne 

von Art. 14 JStG weiterhin aufrechtzuerhalten und die stationäre Unterbringung 

nach Art. 15 JStG aufzuheben (a.a.O., S. 3). Im Rahmen der ambulanten 

Therapie hätten in den letzten Wochen erste Fortschritte erzielt werden können. 

Die Entwicklung einer prosozialen Identität sowie der Aufbau eines 

Risikomanagements und damit die Verringerung des Deliktrisikos benötigten noch 

weitere Zeit, weshalb eine Fortführung der ambulanten Behandlung bei Frau 

P._____ im Q._____ weiterhin angezeigt sei. Die stationäre Unterbringung sei 

aufgrund der psychischen Belastung für den Beschuldigten und seiner 

mangelnden Kooperation indes gänzlich aufzuheben (a.a.O., S. 4). 

4.5. Im Bericht des Q._____s der Universitätsklinik Zürich vom 6. August 2021 

wird zusammenfassend festgehalten, dass trotz der Unzuverlässigkeit des 

Beschuldigten und dessen belastender Lebenssituation mit der 

psychotherapeutischen Behandlung habe begonnen werden können. Er habe im 

Behandlungszeitraum damit angefangen, mehr Verantwortung für die Einhaltung 

der Termine und Gesprächsinhalte zu übernehmen. Eine Therapiebedürftigkeit 

bestehe weiterhin. Eine Weiterführung der Therapie im wöchentlichen Rhythmus 

sei weiterhin indiziert, um am Aufbau einer intrinsischen Motivation zur 

Deliktsfreiheit und einer prosozialen Perspektive zu arbeiten. Auch müsse eine 

Auseinandersetzung mit den deliktsbegünstigenden Persönlichkeitsanteilen im 

therapeutischen Rahmen stattfinden. Um positive und Selbstwert stabilisierende 

Erlebnisse auf prosoziale Weise realisieren zu können, müsste der Beschuldigte 

beispielsweise eine Arbeitstätigkeit haben. Bis anhin sei seine Suche nach einer 

Praktikumsstelle allerdings erfolglos geblieben. In dem kurzen 

-   24   - 

Behandlungszeitraum habe nicht abschliessend geklärt werden können, wie stabil 

die verhaltensrelevanten Fortschritte tatsächlich seien oder ob sich der 

Beschuldigte, sofern keine engen juristischen Auflagen bestünden, wieder 

vermehrt in Risikosituationen begeben und in alte Verhaltensmuster zurückfalle 

(Urk. 157 S. 6). 

4.6. Der Beschuldigte opponiert gegen eine Unterbringung und bringt dazu 

zusammengefasst vor, die Unterbringung sei nicht erfolgreich gewesen bzw. sie 

sei nicht geeignet gewesen, um den Beschuldigten auf einen zukunftsgerichteten 

Lebensweg zu bringen. Demgegenüber seien im Rahmen der ambulanten 

Massnahme Fortschritte erzielt worden (Urk. 166 S. 8). Die 

Oberjugendanwaltschaft, die nunmehr auch einen Verzicht auf die Unterbringung 

beantragt, begründet ihren Standpunkt im Wesentlichen unter Hinweis auf den 

vorstehend wiedergegebenen Zusatzbericht vom 27. Juli 2021 (Urk. 165 S. 10).  

5. Ergebnis 

Insbesondere vor dem Hintergrund der schlüssigen Ausführungen im von der 

Jugendanwaltschaft Zürich-Stadt unterm 27. Juli 2021 erstellten Zusatzbericht für 

das Gericht betreffend den Verlauf der vorsorglichen Schutzmassnahme seit der 

letzten Überprüfung ist eine stationäre Unterbringung offensichtlich nicht geeignet, 

um beim Beschuldigten Verhaltensänderungen zu bewirken. Der Beschuldigte 

befand sich im Rahmen der Unterbringung mehrfach für längere Zeit auf 

Kurvengängen. Es ist zu konstatieren, dass in den letzten rund zwei Jahren im 

Rahmen stationärer Settings keinerlei nachhaltige positive Entwicklungen in Gang 

gesetzt werden konnten. Demgegenüber zeigt die ambulante Behandlung erste 

bescheidene Erfolge und erscheint jedenfalls klar zielführender. In 

Übereinstimmung mit den nunmehr gleichlautenden Anträgen der Parteien ist 

deshalb von der Anordnung einer Unterbringung abzusehen.  

6. Landesverweisung 

6.1. Gemäss der Vorinstanz mangelt es aufgrund des Freispruchs des 

Beschuldigten vom Vorwurf der versuchten schweren Körperverletzung an einer 

-   25   - 

Katalogtat im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB (Urk. 94 S. 59 E. III.D.). Zwar 

wurde der Beschuldigte wegen eines Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB 

(rechtskräftig) verurteilt, womit – entgegen der Ansicht der Vorinstanz – eine 

Katalogtat im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB vorliegt. Diese Tat beging der 

Beschuldigte indes noch vor Vollendung des 18. Altersjahrs. Die nach Vollendung 

des 18. Altersjahrs begangene Straftat zum Nachteil des Geschädigten I._____ ist 

als qualifizierte einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 1 

StGB zu würdigen (vgl. vorstehend E. II.4.). Dabei handelt es sich nicht um eine 

Katalogtat im Sinne von Art. 66a StGB. Zu beachten ist, dass die 

Oberjugendanwaltschaft für den (nun eingetretenen) Fall einer Verurteilung 

wegen qualifizierter einfacher Körperverletzung eine nicht obligatorische 

Landesverweisung beantragt (Urk. 165 S. 13 ff.; vgl. auch die eingangs 

erwähnten Anträge). 

6.2. Zu prüfen ist im Folgenden, ob der Beschuldigte für die als Jugendlicher 

begangene Katalogtat des Angriffs gestützt auf Art. 66a StGB des Landes 

verwiesen werden kann bzw. ob der Beschuldigte für seine im Erwachsenenalter 

begangene Straftat der qualifizierten einfachen Körperverletzung, die keine 

Katalogtat im Sinne von Art. 66a StGB darstellt, gestützt auf Art. 66abis StGB des 

Landes verwiesen werden kann. Das Obergericht des Kantons Bern hat sich in 

einem jüngeren Urteil ausführlich mit den beiden Fragen auseinandergesetzt, ob 

eine Landesverweisung bei Jugendlichen bzw. bei sogenannten Übergangstätern 

– Personen, die vor und nach Erreichen der Volljährigkeit delinquiert haben – 

ausgesprochen werden darf (Urteil des Obergerichts des Kantons Bern SK 20 

292 vom 12. März 2021; abrufbar in der Swisslex-Datenbank 

[<www.swisslex.ch>]). Es hat dabei die in der Lehre geäusserten Auffassungen 

als auch die in den Materialien enthaltenen Hinweise auf den Willen des 

Gesetzgebers eingehend analysiert und kam zum Schluss, dass die 

strafrechtliche Landesverweisung weder bei jugendlichen Tätern noch bei 

Übergangstätern angeordnet werden darf. Diese Auffassung erweist sich als 

zutreffend und verdient Zustimmung. 

-   26   - 

6.3. Vorauszuschicken ist, dass es sich bei der Landesverweisung primär um 

eine sichernde Massnahme handelt (zum Ganzen: Urteil des Obergerichts des 

Kantons Bern SK 20 292 vom 12. März 2021 E. 13.2.1., mit Hinweisen; s.a. 

BGE 146 IV 311 E. 3.7.) 

6.4. Zur Frage der Anwendung der Bestimmungen über die Landesverweisung 

bei Jugendstraftätern ist zu bemerken, dass gemäss Lehre und Materialien die 

Bestimmungen über die Landesverweisung bei jugendlichen Straftätern nicht zur 

Anwendung gelangen. Begründet wird dies namenlich damit, dass das 

Jugendstrafrecht nicht als Tatstrafrecht, sondern als Täterstrafrecht konzipiert ist. 

Im Vordergrund steht jeweils die Resozialisierung, Erziehung, Förderung und 

Integration des jugendlichen Delinquenten. Die Landesverweisung, die sich 

grundsätzlich einzig am Delikt orientiert, steht daher dem Grundgedanken des 

Jugendstrafrechts entgegen. Weiter ist zu beachten, dass die Aufzählung der 

sinngemäss anwendbaren Bestimmungen des StGB in Art. 1 Abs. 2 JStG 

abschliessend ist. Dies hat zur Folge, dass die darin nicht aufgeführten 

Bestimmungen des StGB im Jugendstrafrecht keine Anwendung finden dürfen. 

Die Bestimmungen über die Landesverweisung sind in Art. 1 Abs. 2 JStG nicht 

erwähnt. Auf (ausländische) jugendliche Straftäter, d.h. auf Personen, welche die 

ihnen vorgeworfenen Straftaten bzw. Katalogtaten allesamt vor Vollendung des 

18. Altersjahres begangen haben, finden die Bestimmungen über die 

Landesverweisung folglich keine Anwendung (zum Ganzen: Urteil des 

Obergerichts des Kantons Bern SK 20 292 vom 12. März 2021 E. 13.2.2., mit 

Hinweisen). 

6.5. Zur Frage der Anwendung der Bestimmungen über die Landesverweisung 

bei Übergangstätern ist einleitend zu bemerken, dass das Jugendstrafverfahren 

anwendbar bleibt, sofern es vor Vollendung des 18. Altersjahrs des Beschuldigten 

eingeleitet wurde, auch wenn später neue, nach dem 18. Altersjahr begangene 

Straftaten hinzukommen. Bei Jugendlichen, die vor und nach dem vollendeten 

18. Altersjahr Straftaten begangen haben, ist im Weiteren Art. 3 Abs. 2 JStG zu 

beachten. Art. 3 Abs. 2 JStG hält unter anderem fest, dass betreffend Strafen bei 

Übergangstätern ausschliesslich das StGB anwendbar ist. Bedarf der Täter 

-   27   - 

hingegen einer Massnahme, so ist diejenige Massnahme nach dem JStG oder 

StGB anzuordnen, welche nach den Umständen erforderlich ist. In Bezug auf 

Übergangstäter sprechen sich freilich ZURBRÜGG und HRUSCHKA explizit für eine 

Anwendung der Bestimmungen über die Landesverweisung aus, sofern eine nach 

Vollendung des 18. Altersjahres begangene Anlasstat vorliegt. Sie argumentieren, 

Art. 3 Abs. 2 JStG sehe zwar vor, dass bei Übergangstätern sowohl Massnahmen 

nach JStG als auch nach StGB angeordnet werden dürften, gemeint seien damit 

aber erzieherische bzw. bessernde Schutzmassnahmen im Sinne von Art. 12 ff. 

JStG respektive therapeutische Massnahmen nach Art. 59 ff. StGB. Die 

Landesverweisung als "andere Massnahme" werde von dieser Verweisung nicht 

erfasst (ZURBRÜGG/HRUSCHKA, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Strafrecht – 

Strafgesetzbuch/Jugendstrafrecht, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Vor Art. 66a-

66d StGB N 66). Bei genauerer Betrachtung vermag diese Lehrmeinung indes 

nicht zu überzeugen: Hätte der Gesetzgeber die Anwendbarkeit der 

Bestimmungen über die Landesverweisung bei Übergangstätern vorsehen wollen, 

so wäre zu erwarten, dass eine explizite Regelung oder zumindest ein 

einschlägiger Verweis (etwa analog Art. 1 Abs. 2 JStG) in das Jugendstrafgesetz 

Eingang gefunden hätte. Bei der Umsetzung der Ausschaffungsinitiative wurde 

allerdings darauf verzichtet, das Jugendstrafgesetz zu revidieren. Auffallend ist, 

dass – im Gegensatz zum Jugenstrafgesetz – das Militärstrafgesetz revidiert und 

entsprechende Bestimmungen zur Landesverweisung eingeführt wurden (Art. 49a 

ff. MStG [AS 2016 2329 ff., 2334 ff.]; Botschaft vom 26. Juni 2013 zur Änderung 

des Strafgesetzbuchs und des Militärstrafgesetzes [BBI 2013 5975 ff.], 6013 f.). 

Dies ist ein Indiz dafür ist, dass der Gesetzgeber das Jugendstrafrecht bewusst 

nicht anpasste. Zu beachten ist – auch hier –, dass die Bestimmungen zur 

Landesverweisung in der abschliessenden Aufzählung von Art. 1 Abs. 2 JStG 

nicht aufgeführt sind. Hinzu kommt, dass Art. 3 Abs. 2 JStG – welche 

Bestimmung explizit auf Übergangstäter Bezug nimmt – lediglich hinsichtlich der 

Strafen für nach Vollendung des 18. Altersjahrs begangene Taten auf das StGB 

verweist. Um eine Strafe im Rechtssinne handelt es sich bei der 

Landesverweisung aber nicht, obschon die Landesverweisung von den 

betroffenen Straftätern regelmässig als Strafe empfunden wird. Im Weiteren ist zu 

-   28   - 

beachten, dass gemäss Art. 3 Abs. 2 JStG bei einem Übergangstäter jene 

Massnahme aus dem StGB oder dem JStG anzuordnen ist, die nach den 

Umständen "erforderlich" ist. Bezweckt werden soll, dass jeweils diejenige 

Massnahme zur Anwendung kommt, welche die beste erzieherische bzw. 

bessernde Wirkung verspricht, das heisst in Bezug auf den konkreten Täter eben 

erforderlich ist. Eine Landesverweisung, die primär eine Sicherungsmassnahme 

darstellt, der kein Resozialisierungsgedanke zugrunde liegt, kann keine solche 

Wirkung entfalten, womit sie auch nicht im Sinne des Gesetzeswortlauts 

erforderlich sein kann. Ob eine Landesverweisung erforderlich ist, wird in erster 

Linie aus Sicht der öffentlichen Ordnung und Sicherheit beurteilt, was aber dem 

Sinn und Zweck des täterorientierten Jugendstrafrechts bzw. Art. 3 Abs. 2 JStG 

widerspricht. Auch wenn für Übergangstäter nicht nur das Jugendstrafrecht 

anwendbar ist, so zeigt diese Bestimmung auf, dass eine differenzierte 

Behandlung von Übergangstätern und Erwachsenen angezeigt und 

gesetzgeberisch gewollt ist. Es mangelt letztlich an einer genügenden 

gesetzlichen Grundlage, welche die Anwendung der Bestimmungen zur 

Landesverweisung bei Übergangstätern zulassen würde. Dieses 

Auslegungsresultat führt zum unbilligen Ergebnis, dass ein Straftäter, der im Alter 

von über 18 Jahren ein Katalogdelikt bzw. eine Anlasstat begeht, hinsichtlich 

einer drohenden Landesverweisung bevorzugt behandelt wird, wenn er bereits 

früher als Jugendlicher strafrechtlich in Erscheinung trat und ein 

Jugendstrafverfahren gegen ihn eingeleitet wurde, bevor die Erwachsenendelikte 

bekannt wurden. Es obliegt dem Gesetzgeber diesen Umstand (gegebenenfalls) 

zu korrigieren (zum Ganzen: Urteil des Obergerichts des Kantons Bern SK 20 292 

vom 12. März 2021 E. 13.2.3., mit Hinweisen). 

6.6. Aus dem vorstehend Ausgeführten ergibt sich, dass im vorliegenden Fall 

die Bestimmungen über die Landesverweisung nicht anwendbar sind. Die von der 

Staatsanwaltschaft beantragte Anordnung der Landesverweisung – ob gestützt 

auf Art. 66a StGB oder auf Art. 66abis StGB – ist mangels gesetzlicher Grundlage 

gar nicht möglich. Damit erübrigt sich auch die Prüfung einer allfälligen 

Ausschreibung im SIS. 

-   29   - 

IV. Strafe 

1. Strafrahmen und allgemeine Strafzumessungskriterien 

Die Vorinstanz hat sich zunächst zutreffend mit der sich vorliegend stellenden 

Problematik der Übergangstäterschaft im Sinne von Art. 3 Abs. 2 JStG 

auseinandergesetzt, auf die entsprechenden Ausführungen kann verwiesen 

werden (Urk. 94 S. 60 E. IV.A.). Sodann hat sie die allgemeinen 

Strafzumessungskriterien zutreffend dargelegt (a.a.O., S. 60-62 E. IV. B. [ohne 

zweiter Abschnitt auf S. 61] und C.1.), auf diese Ausführungen kann ebenfalls 

verwiesen werden. 

2. Konkrete Strafzumessung 

2.1. Die Vorinstanz hat übersehen, dass die Strafrahmen der qualifizierten ein-

fachen Körperverletzung und (versuchten) Nötigung identisch sind. Der Straf-

rahmen dieser beiden Straftatbestände erstreckt sich jeweils auf Freiheitsstrafe 

von bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Vorliegend erweist sich angesichts des 

Verschuldens die versuchte Nötigung zum Nachteil des Geschädigen I._____ als 

schwerste Tat, womit die Vorinstanz im Ergebnis zu Recht ausgeführt hat, es sei 

zunächst eine Einsatzstrafe für die versuchte Nötigung zum Nachteil des 

Geschädigten I._____ festzusetzen (Urk. 94 S. 62 E. IV.B.). 

2.2. Was die objektive Tatschwere der versuchten Nötigung zum Nachteil des 

Geschädigten I._____ betrifft, so ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte in 

"Mafiamanier" ein Schmetterlingsmesser mit einer Klingenlänge von ca. 8 cm zur 

Nötigung eingesetzt hat, das er dem Geschädigten I._____ präsentiert und ohne 

Skrupel nahe an den Körper gehalten hat. Der Beschuldigte verwendete mit 

anderen Worten eine verbotene Waffe und der von ihm in Aussicht gestellte 

Nachteil betraf Leib und Leben, d.h. das höchste von der Rechtsordnung 

geschützte Rechtsgut. Die Nötigungshandlung ist als massiv zu bezeichnen. Hält 

man sich das ganze Spektrum von Nötigungen vor Augen, so ist von einem mitt-

leren Tatverschulden auszugehen. Was die subjektive Tatschwere betrifft, so ist 

zu bemerken, dass der Beschuldigte direktvorsätzlich gehandelt hat. Er hat seine 

-   30   - 

Tat geplant und bewusst das erwähnte Messer an den Tatort mitgenommen, um 

es als Nötigungsmittel einzusetzen. Der Beschuldigte bezweckte, das aus seiner 

Sicht wertvolle Marihuana mit einem Gassenwert von mehreren Tausend 

Franken, für dessen (illegalen) Erwerb ihm die finanziellen Mittel fehlten, ohne 

Bezahlung zu erlangen. Er handelte aus verwerflichen Beweggründen. Es ist eine 

erhebliche kriminelle Energie auszumachen. Indes ist gestützt auf das Gutachten 

der Psychiatrischen Universitätsklink Zürich vom 30. Oktober 2019 von einer im 

Tatzeitpunkt leicht eingeschränkten Steuerungsfähigkeit infolge des 

Marihuanakonsums und von einem Reifedefizit auszugehen (Urk. 30/6 S. 36), 

was zugunsten des Beschuldigten zu berücksichtigen ist. Es liegen – entgegen 

der Vorinstanz (Urk. 94 S. 63 E. IV.C.2.1.1.) – keine Gründe vor, das jugendliche 

Alter des Beschuldigten (zusätzlich zum Reifedefizit) zu berücksichtigen (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 6B_210/2017 vom 25. September 2017 E. 1.4.). 

Insgesamt vermag die subjektive Tatschwere die objektive nicht zu relativieren. 

Es ist von einem mittleren Tatverschulden auszugehen. Gestützt auf die objektive 

und subjektive Tatschwere ist bei einem Strafrahmen von bis zu drei Jahren 

Freiheitsstrafe eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten angemessen. Diese 

Einsatzstrafe erweist sich im Übrigen auch deshalb als adäquat, weil die 

Handlung des Beschuldigten eine gewisse Ähnlichkeit mit einem bewaffneten 

Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 2 StGB aufweist, für welchen Straftatbestand 

eine Mindeststrafe von einem Jahr Freiheitsentzug im Gesetz vorgesehen ist, 

worauf die Oberjugendanwaltschaft an der Berufungsverhandlung zutreffend 

hingewiesen hat (Urk. 165 S. 12). Betreffend die Täterkomponenten ist zunächst 

zu bemerken, dass sich den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten nichts 

entnehmen lässt, was für die Strafzumessung relevant wäre. Im Tatzeitpunkt war 

der Beschuldigte nicht vorbestraft, welcher Umstand strafzumessungsneutral zu 

würdigen ist. Der Beschuldigte zeigte sich, was den äusseren Sachverhalt betrifft, 

im Verlaufe der Untersuchung zwar geständig; dies jedoch erst, als die Beweislast 

erdrückend war und nachdem er den Vorwurf anfänglich abgestritten hatte (vgl. 

Urk. 14/4 S. 3 ff., Urk. 14/5 S. 6 ff., Urk. 14/14 S. 2 ff.), weshalb das Geständnis 

bloss leicht zu seinen Gunsten zu berücksichtigen ist. Er hat zu keinem Zeitpunkt 

auf glaubhafte Weise Reue oder Einsicht an den Tag gelegt (vgl. Urk. 14/14 S. 2 

-   31   - 

ff., Urk. 164 S. 20 ff.; Prot. I S. 20 f.). Der Beschuldigte beging die Nötigung in 

Kenntnis der schon laufenden Strafuntersuchung (anstelle vieler: Urk. 12/1, 

Urk. 29/1), und er hat während des hängigen Gerichtsverfahrens drei neue 

Verurteilungen erwirkt, die zwar nicht einschlägig sind und keine gravierenden 

Delikte betreffen (Urk. 145, 150, 153 und 161), sich aber dennoch deutlich straf-

erhöhend auswirken. Die gestützt auf das Verschulden festgesetzte Einsatzstrafe 

von 14 Monaten Freiheitsstrafe ist angesichts der Täterkomponenten auf 

16 Monate Freiheitsstrafe zu erhöhen. Zu berücksichtigen ist noch, dass die Tat 

sich im Versuch erschöpfte, was indes einzig auf den hartnäckigen, stark 

überdurchschnittlichen Widerstand des Geschädigten zurückzuführen ist. Vor 

diesem Hintergrund ist die Strafe um einen Monat zu reduzieren. Für die 

versuchte Nötigung zum Nachteil von I._____ ist nach dem Gesagten eine 

Einsatzstrafe von 15 Monaten Freiheitsstrafe angemessen. 

2.3. Im Rahmen der Festsetzung der Einsatzstrafe für die qualifizierte einfache 

Körperverletzung zum Nachteil von I._____ ist mit Blick auf die objektive 

Tatschwere zu bedenken, dass der Beschuldigte ein Schmetterlingsmesser 

verwendet hat. Bei der Strafzumessung darf wegen des sogenannten Doppel-

verwertungsverbots nicht unbesehen auf diesen Umstand abgestellt werden, da 

der Straftatbestand der qualifizierten einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 2 Abs. 1 StGB ohnehin den Einsatz von Gift, einer Waffe oder eines 

gefährlichen Gegenstands voraussetzt (vgl. BGE 142 IV 14 E. 5.4., mit 

Hinweisen). Festzuhalten ist aber, dass ein Schmetterlingsmesser nicht das am 

wenigsten gefährliche Tatmittel nach diesem Straftatbestand ist. Die Verletzungen 

des Geschädigten I._____ sind – auch in der Bandbreite der denkbaren einfachen 

Körperverletzungen – als geringfügig zu bezeichnen. Die objektive Tatschwere ist 

als leicht einzustufen. Hinsichtlich der subjektiven Tatschwere ist zu bemerken, 

dass der Beschuldigte eventualvorsätzlich gehandelt hat. Er handelte aus 

verwerflichen Gründen. Es wäre ihm ohne Weiteres zuzumuten gewesen, dass 

von ihm bewusst an den Tatort mitgebrachte Messer fallen zu lassen, als sich der 

Geschädigte I._____ zu wehren begann. Auch hier ist zu berücksichtigen, dass 

zugunsten des Beschuldigten von einer im Tatzeitpunkt leicht verminderten 

Steuerungsfähigkeit und von einem Reifedefizit auszugehen ist (siehe dazu vorne 

-   32   - 

E. IV.2.2.). Die subjektive Tatschwere vermag die objektive nicht zu relativieren. 

Das Verschulden ist insgesamt als leicht zu qualifizieren. Angesichts des 

Strafrahmens, der sich auf bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe erstreckt, ist eine 

Einsatzstrafe von sechs Monaten Freiheitsstrafe angezeigt. Hinsichtlich der 

Täterkomponenten kann auf die entsprechenden bereits gemachten 

Ausführungen (siehe dazu vorne E. IV.2.2.) verwiesen werden. Die gestützt auf 

das Verschulden festgesetzte Einsatzstrafe von sechs Monaten ist um zwei 

Monate auf acht Monate zu erhöhen. Die so ermittelte Einsatzstrafe von acht 

Monaten Freiheitsstrafe ist im Rahmen der Asperation im Umfang von fünf 

Monaten zu berücksichtigen (vgl. dazu auch den nächsten Abschnitt).  

2.4. Was die Würdigung der übrigen, bereits rechtskräftigen Schuldsprüche 

unter dem Blickwinkel der Strafzumessung (Festsetzung der Einsatzstrafen, 

Berücksichtigung der Einsatzstrafen bei der Asperation) anbelangt, so erweist 

sich die Abhandlung der Vorinstanz als zutreffend und angemessen, weshalb auf 

die diesbezüglichen Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 94 S. 67 ff. 

E. IV.C.2.3. ff.) verwiesen werden kann. Die Gesamtstrafe für den 

Anklagesachverhalt 6 ist in Anwendung des Asperationsprinzips wie folgt zu 

ermitteln: Einsatzstrafe von 15 Monaten für die versuchte Nötigung, Erhöhung um 

5 Monate für die qualifizierte Körperverletzung zum Nachteil von I._____, 

Erhöhung um 10 Tage für die Widerhandlung gegen das Waffengesetz und 

Erhöhung um 20 Tage für das Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz, was 

eine Freiheitsstrafe von 21 Monaten ergibt. Diese Freiheitsstrafe ist gestützt auf 

die weiteren Einsatzstrafen – insoweit mit der Vorinstanz (vgl. dazu Urk. 94 S. 75 

f. E. IV.C.5.) – in Anwendung des Asperationsprinzips um vier Monate (120 Tage) 

zu erhöhen. Daraus ergibt sich eine Gesamtfreiheitsstrafe von 25 Monaten. Für 

die Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes ist – wie die Vorinstanz richtig 

ausgeführt hat (Urk. 94 S. 68 f. E. IV.C.2.5.) – zusätzlich eine Busse von Fr. 100.-

- auszusprechen. 

3. Auszufällende Strafe sowie Anrechnung von Haft und Unterbringung 

-   33   - 

3.1 In Würdigung aller relevanten Strafzumessungsgründe ist der Beschuldigte 

mit einer Freiheitsstrafe von 25 Monaten und einer Busse von Fr. 100.-- zu be-

strafen.  

3.2 Mit heutigem Urteil wird auf die Anordnung einer Unterbringung verzichtet. 

Aus diesem Grund sind die vom Beschuldigten in der vorsorglichen Unterbringung 

und in Haft verbrachten Tage auf die Freiheitsstrafe anzurechnen (vgl. Art. 32 

JStG; BGE 137 IV 7 E. 1.6.2.). Die Oberjugendanwaltschaft vertritt den 

Standpunkt, es seien dem Beschuldigten die in vorsorglicher Unterbringung 

verbrachten 666 Tage – unter Abzug der 214 Tage, an denen der Beschuldigten 

entwichen war – vollumfänglich auf die Freiheitstrafe anzurechnen. Gemäss 

Berechnung der Oberjugendanwaltschaft sind dem Beschuldigten insgesamt 485 

Tage (452 Tage Unterbringung und 33 Tage Haft) anzurechnen, welcher 

Berechnung sich die Verteidigung angeschlossen hat (Prot. II S. 16), Da die 

Berechnung der Oberjugendanwaltschaft sich mit dem aus den Akten ergebenden 

Bild deckt, sind Unterbringung und Haft unter Abzug der Entweichungen (vgl. 

BGE 142 IV 359 [Pra 2017 Nr. 75] E. 2.5.) gemäss dem gleichlautenden 

Standpunkt der Parteien anzurechnen. Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte 

mit einer Freiheitsstrafe von 25 Monaten, wovon 452 Tage durch Unterbringung 

und 33 Tage Untersuchungshaft erstanden wurden, sowie mit einer Busse von 

Fr. 500.-- zu bestrafen. 

V. Vollzug 

Was den Vollzug der auszufällenden Strafe betrifft, kann ebenfalls auf die 

zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 94 S. 76 f. E. 

V.). Zu ergänzen ist, was folgt: Eine Verurteilung zu einer bedingten Strafe nach 

Art. 42 StGB oder zu einer teilbedingten Strafe nach Art. 43 StGB verlangt das 

Fehlen einer ungünstigen Prognose. Wird eine stationäre oder ambulante 

Massnahme angeordnet, ist diese Voraussetzung im Vornherein nicht gegeben. 

Die Anordnung einer Massnahme bedeutet zugleich eine ungünstige Prognose 

und schliesst demnach den bedingten oder teilbedingten Aufschub einer Strafe 

aus (BGE 135 IV 180 [Pra 2010 Nr. 44] E. 2.3.; Urteil des Bundesgerichts 

-   34   - 

6B_223/2016 vom 8. September 2016 E. 3.3, mit Hinweisen). Vorliegend ist die 

Anordnung der Massnahme bereits rechtskräftig geworden, womit die Gewährung 

des (teil-)bedingten Vollzugs ausser Betracht fällt. Ergänzend dazu ist 

festzuhalten, dass der Beschuldige nach Fällung des vorinstanzlichen Urteils 

erneut drei Mal straffällig wurde (Urk. 145, 150, 153 und 161). Diese Straftaten 

sind – wie erwähnt – nicht als gravierend zu bezeichnen. Die wiederholte 

Delinquenz zeigt aber, dass der Beschuldigte nicht gewillt ist, sich an die 

Rechtsordnung zu halten, Im Übrigen förderte die Befragung des Beschuldigten 

an der Berufungsverhandlung nichts zu Tage, was auf eine günstige Prognose 

schliessen lassen würde. Der Beschuldigte beabsichtigt zwar, ein Praktikum als 

Coiffeur zu machen; einen schriftlichen Vertrag hat er aber bislang nicht 

unterzeichnet (Urk. 164 S. 6; s.a. Urk. 148/1 S. 3, Urk. 157 S. 2). Das Bild der 

Antworten des Beschuldigten an der Befragung zeigt ferner, dass er Sinn und 

Nutzen einer Lehre nicht erkennt (Urk. 164 S. 7). Aufgrund des Vorstehenden ist 

vorliegend – entgegen dem eingangs erwähnten Antrag der 

Oberjugendanwaltschaft – der unbedingte Vollzug der Freiheitsstrafe anzuordnen. 

Es liegen keine Anhaltspunkte für einen Fall vor, wo es sich rechtfertigen würde, 

in Anwendung von Art. 32 Abs. 4 JStG den Vollzug der Freiheitsstrafe zugunsten 

der ambulanten Behandlung aufzuschieben. Die ambulante Behandlung kann 

ohne Weiteres vollzugsbegleitend erfolgen. Abschliessend ist zu bemerken, dass 

dem Beschuldigten – sollte er dereinst tatsächlich eine Lehr- oder 

Praktikumsstelle als Coiffeur antreten können – nicht im Vornherein die berufliche 

Perspektive verbaut ist (vgl. Art. 77a StGB). 

VI. Kosten 

1. Vorinstanzliches Verfahren 

Die im angefochtenen Entscheid getroffene Kosten- und Entschädigungsregelung 

blieb unangefochten (vgl. dazu vorne E. I.2.). 

-   35   - 

2. Berufungsverfahren 

2.1 Die Gerichtsgebühr ist praxisgemäss auf Fr. 3'000.-- festzusetzen (vgl. 

Art. 44 Abs. 2 JStPO i.V.m. Art. 424 Abs. 1 StPO i.V.m. § 16 Abs. 1 und § 14 der 

Gebührenverordnung des Obergerichts). Die Kosten im Rechtsmittelverfahren 

tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 44 

Abs. 2 JStPO i.V.m. Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei im 

Rechtsmittelverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon ab, in 

welchem Ausmass ihre vor Beschwerdeinstanz bzw. Berufungsgericht gestellten 

Anträge gutgeheissen wurden (DOMEISEN, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], 

Strafprozessordnung/ Jugendstrafprozessordnung, Basler Kommentar, 2. Aufl. 

2014, Art. 428 N 6). 

2.2 Die Oberjugendanwaltschaft richtete sich mit ihrer Berufung anfänglich unter 

anderem gegen diverse vorinstanzliche Freisprüche, wobei sie später hinsichtlich 

mehrerer Freisprüche ihre Berufung zurückzog und – was die Schuldpunkte 

betrifft – nur noch eine andere rechtliche Würdigung der Körperverletzung zum 

Nachteil des Geschädigten I._____ verlangte. Zudem beantragte sie durchwegs 

eine strengere Bestrafung des Beschuldigten, die Anordnung des teilbedingten 

Vollzugs und die Anordnung einer Landesverweisung. Der Beschuldigte richtete 

sich mit seiner Anschlussberufung gegen den von der Vorinstanz angeordneten 

Vollzug der Freiheitsstrafe und die von der Vorinstanz angeordnete Unterbringung 

(vgl. dazu schon vorne E. I.1.6. und E. I.2. sowie E. III.4.6.). Angesichts des 

heutigen Verfahrensausgangs obsiegt die Oberjugendanwaltschaft nur im 

Zusammenhang mit der Sanktion des Beschuldigten (klar) überwiegend. Vor 

diesem Hintergrund rechtfertigt es sich, die Kosten des Berufungsverfahrens zu 

1/5 dem Beschuldigten aufzuerlegen und im Übrigen auf die Gerichtskasse zu 

nehmen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das Berufungsverfahren 

(zur Höhe der Entschädigung, siehe nächster Abschnitt) sind auf die 

Gerichtskasse zu nehmen, wobei eine Rückerstattungspflicht gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO (i.V.m. Art. 25 Abs. 2 JStPO) im Umfang von 1/5 vorbehalten zu 

bleiben hat.  

-   36   - 

2.3 Der seitens der amtlichen Verteidigung geltend gemachte Aufwand von 

Fr. 7'108.65 (inkl. Barauslagen und MwSt.) ist grundsätzlich ausgewiesen und 

erscheint angemessen. Da die Berufungsverhandlung kürzer ausfiel, als die 

Verteidigung in ihrer Honorarnote als Schätzung zugrunde gelegt hatte 

(vgl. Urk. 160 S. 2; Prot. II S. 8 und 20), ist die Entschädigung pauschal auf 

Fr. 6'800.-- festzusetzen. Demgemäss ist Rechtsanwalt lic. iur. X._____ für seine 

Aufwendungen im Berufungsverfahren pauschal und gesamthaft mit Fr. 6'800.-- 

(inkl. Barauslagen und MwSt.) zu entschädigen. 

  

-   37   - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Jugendgerichts Zürich vom 2. Juli 

2020 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"Es wird erkannt: 

 1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

 - des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB; 

 - der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB; 

 - der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB; 

 - des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB; 

  - […]; 

 - des mehrfachen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von 

Art. 19 Abs. 1 lit. d;  

 - der Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19a 

Ziff. 1; sowie 

 - der Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a 

in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. c WG, Art. 7 Abs. 1 lit. b und c sowie Abs. 2 

Waffenverordnung. 

 2. Der Beschuldigte A._____ ist nicht schuldig und wird freigesprochen vom Vorwurf 

 - des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB zum Nachteil von B._____ und 

C._____; 

 - der Erpressung im Sinne von Art. 156 StGB zum Nachteil von D._____; 

 - der […] versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB [zum Nachteil von E._____]; sowie 

 - der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB zum Nachteil von E._____, F._____ 

und G._____. 

3.-6. […] 

7. Es wird eine ambulante Behandlung im Sinne von Art. 14 Abs. 1 JStG angeordnet. 

-   38   - 

8. Die nachfolgenden, sichergestellten bzw. mit Verfügung der Jugendanwaltschaft 

Zürich-Stadt vom 2. März 2020 beschlagnahmten und bei der Stadtpolizei Zürich 

bzw. Kantonspolizei Zürich, Asservaten Triage, lagernden Gegenstände werden nach 

Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids dem Beschuldigten innert einer Frist von 

einem Monat auf erstes Verlangen hin herausgegeben, ansonsten sie der Lager-

behörde zur Vernichtung überlassen werden: 

 - A012'663'239 1 Armbanduhr, silberfarben, Zifferblattaufdruck "Boss",  

hinten eingraviert: HB.... und ... 

 - A013'418'503 Daunenjacke, schwarz (Marke: Fila) 

 - A013'418'525 1 Wintermütze, schwarz 

 - A013'418'558 1 Trainerhose, schwarz (Marke: Nike) 

9. Die nachfolgenden, mit Verfügung der Jugendanwaltschaft Zürich-Stadt vom 2. März 

2020 beschlagnahmten und bei der Stadtpolizei Zürich bzw. Kantonspolizei Zürich, 

Asservaten Triage, lagernden Gegenstände werden eingezogen und der 

Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen: 

 - A012'044'994 1 Messer (Marke: Baoying, Seriennummer ...) 

 - A013'418'467 Kreuzschraubenzieher, schwarzer Griff 

 - A013'419'119 1 Schmetterlingsmesser, schwarz  

 - A013'418'821 1 Rucksack (Marke: The North Face) mit div. 

Räucherartikeln 

10. Die nachfolgenden, mit Verfügung der Jugendanwaltschaft Zürich-Stadt vom 2. März 

2020 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich, Asservaten Triage, 

lagernden, Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien (Lagernummer B02967-

2019 bzw. B00081-2020) werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung 

überlassen:  

 - A013'082'810 97 Gramm Haschisch 

 - A013'418'605 5 Portionen Haschisch in Cellophan-Folie   

(9.3 Gramm brutto) 

 - A013'418'809 1 Beutel mit Marihuana (512.4 Gramm brutto) 

 - A013'418'810 2 Minigrip mit Marihuana (1.9 Gramm brutto) 

11. Der Privatkläger B._____ wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Weg des 

Zivilprozesses verwiesen. 

12. Der Privatkläger C._____ wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Weg des 

Zivilprozesses verwiesen. 

-   39   - 

13. Das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der Privatklägerin H._____ wird 

abgewiesen. 

14. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz. Die weiteren Kosten betragen: 

CHF 1'000.00   Gebühr Anklagebehörde 

CHF 1'800.00   Gebühr Beschwerdeverfahren (G.Nr. UH190170-O) 

CHF 1'124.75   Auslagen Untersuchung 

CHF 17'028.00   Auslagen Gutachten 

CHF 22'346.50   amtliche Verteidigung 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.  

15. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen 

diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten im Umfang von 

CHF 300.– auferlegt, im Übrigen jedoch definitiv abgeschrieben. 

16. Die amtliche Verteidigung, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, wird mit CHF 22'346.50 

(inkl. MwSt.) entschädigt. Diese Kosten werden auf die Gerichtskasse genommen. 

Von einer Nachforderung gemäss Art. 25 Abs. 2 JStPO in Verbindung mit Art. 135 

Abs. 4 StPO wird abgesehen. 

17. [Mitteilung] 

 18. [Rechtsmittel]" 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil sowie an die 

Privatklägerschaft im Dispositiv-Auszug. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist zudem schuldig der einfachen Körperverletzung im 

Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 1 StGB zum Nachteil von I._____. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 25 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 33 

Tage durch Untersuchungshaft und 452 Tage durch vorsorgliche 

Unterbringung erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 100.--. 

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3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der 

Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine 

Ersatzfreiheitsstrafe von einem Tag. 

4. Es wird keine Unterbringung im Sinne von Art. 15 Abs. 1 JStG angeordnet. 

5. Es wird keine Landesverweisung angeordnet. 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.-- ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 6'800.--   amtliche Verteidigung 

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden zu 1/5 dem Beschuldigten auferlegt und zu 

4/5 auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen 

Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die 

Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO 

im Umfang von 1/5 vorbehalten. 

8. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (versandt) 

− die Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich (versandt) 
− das Bundesamt für Polizei, Zentralstelle Waffen 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten  

− die Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz mit dem Ersuchen um Vornahme der notwendigen 
Mitteilungen gemäss den erstinstanzlichen Dispositivziffern 8, 9 und 10 

− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 

-   41   - 

− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular "Löschung des 
DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung 
der Vernichtungs- und Löschungsdaten  

− die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich 
− den Justizvollzug und Wiedereingliederung, Bewährungs- und 

Vollzugsdienste, 
− die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a 

Abs. 1 PolG) 

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Zürich, 23. August 2021 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 
 

lic. iur. Ch. Prinz 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

 
MLaw S. Solms 

 

 

	Urteil vom 23. August 2021
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 94 S. 82 ff.)
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I. Verfahrensgang, Umfang der Berufung und Prozessuales
	1. Verfahrensgang
	1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Vermeidung unnötiger Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 94 S. 7 E. I.).
	1.2. Der Beschuldigte wurde mit Urteil der Vorinstanz vom 2. Juli 2020 gemäss dem eingangs wiedergegebenen Urteilsdispositiv schuldig gesprochen und bestraft. Dagegen meldete die Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich mit Eingabe vom 8. Juli 2020 f...
	1.3. Mit Präsidialverfügung vom 30. November 2020 wurde die Berufungserklärung dem Beschuldigten und den Privatklägern zugestellt und diesen Frist angesetzt, um zu erklären, ob Anschlussberufung erhoben wird, oder um begründet ein Nichteintreten auf ...
	1.4. Mit Eingabe vom 17. März 2021 teilte die Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich dem Gericht mit, dass der aus dem Massnahmenzentrum Kalchrain entwichene Beschuldigte aufgegriffen und zur Sicherung der Massnahme vorübergehend ins Gefängnis eing...
	1.5. Mit Präsidialverfügung vom 26. März 2021 wurde das Gesuch des Beschuldigten betreffend Aussetzung der vorsorglichen Unterbringung bzw. Haftentlassung der Oberjugendanwaltschaft zugestellt und dieser Frist zur Stellungnahme angesetzt (Urk. 118). M...
	1.6. Mit Präsidialverfügung vom 15. Juni 2021 wurde den Parteien wegen fraglicher Spruchreife des Verfahrens Frist angesetzt, um sich zur Frage einer allfälligen Rückweisung vernehmen zu lassen (Urk. 135). Mit Eingabe vom 23. Juni 2021 erklärte die Ob...
	1.7. Am 23. August 2021 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher der Beschuldigte, dessen amtlicher Verteidiger Rechtsanwalt lic. iur. X._____ und der Oberjugendanwalt Dr. iur. S. Zimmerlin erschienen (Prot. II S. 8 ff.).

	2. Umfang der Berufung
	3. Prozessuales
	II. Sachverhalt und rechtliche Würdigung
	1. Anklagevorwurf
	2. Ausgangslage
	Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten wegen eventualvorsätzlich begangener einfacher Körperverletzung zum Nachteil des Geschädigten I._____ im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 StGB schuldig und in gleicher Sache mangels eventualvorsätzlichen Handelns vom ...

	3. Würdigung
	3.1. Allgemeines zur Sachverhaltserstellung und Beweiswürdigung
	3.2. Objektive Tatbestandsmässigkeit
	3.2.1. Nach Art. 122 StGB wird wegen schwerer Körperverletzung bestraft, wer vorsätzlich einen Menschen lebensgefährlich verletzt (Abs. 1), wer vorsätzlich den Körper, ein wichtiges Organ oder Glied eines Menschen verstümmelt oder ein wichtiges Organ ...
	3.2.2. Gemäss ärztlichem Befund des Spitals Uster vom 22. Mai 2020 erlitt der Geschädigte I._____ eine Stichverletzung am linken Ellbogen. Dazu wird ausgeführt, im Bereich der Wunde gebe es Muskeln, Sehnen, Blutgefässe und Nerven, bei denen eine Durch...
	3.2.3. Das Verletzungsbild des Geschädigten erfüllt den objektiven Tatbestand der schweren Körperverletzung nicht, sondern entspricht einer einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 StGB. Allerdings war die Tathandlung des Beschuldigte...
	3.3. Subjektive Tatbestandsmässigkeit
	3.3.1. Hat der Täter sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt und seine Tatentschlossenheit manifestiert, ohne dass alle objektiven Tatbestandsmerkmale verwirklicht sind, liegt ein Versuch vor (BGE 140 IV 150 E. 3.4., mit Hinweisen). Vorsätzl...
	3.3.2. Vorwegzunehmen ist, dass keine Anhaltspunkte für eine direktvorsätzliche Tatbegehung vorliegen und daher lediglich eine eventualvorsätzliche Tatbegehung zu prüfen ist.
	3.3.3. Es fragt sich vorab, ob der Beschuldigte im Tatzeitpunkt um die Möglichkeit der Tatbestandsverwirklichung, mithin die Möglichkeit des Risikos der Verursachung einer schweren Körperverletzung, wusste. Dazu sagte er aus, die Situation sei für de...
	3.3.4. Wie ausgeführt, darf vom Wissen um die Möglichkeit des Risikos der Verursachung einer schweren Körperverletzung indes nicht automatisch auf deren Inkaufnahme und damit Eventualvorsatz geschlossen werden. Vielmehr müssen weitere Umstände (Gröss...
	3.3.5. Was das konkrete Risiko der Tatbestandsverwirklichung betrifft, ist festzuhalten, dass der Geschädigte eine Verletzung am linken Ellbogen erlitt, die Stichverletzung also an einer Stelle erfolgte, an der in aller Regel keine schweren oder gar l...
	3.3.6. Zur Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung ist zu sagen, dass bereits der Einsatz des Messers (zur versuchten Nötigung) als schwere Sorgfaltspflichtverletzung zu qualifizieren ist. Zudem behielt der Beschuldigte das Messer auch während der nach...
	3.3.7. Zu den Beweggründen des Beschuldigten ist festzuhalten, dass es ihm nicht darum ging, den Geschädigten zu verletzen, sondern er in den Besitz der im Rucksack des Geschädigten enthaltenen Betäubungsmittel gelangen wollte, ohne für diese bezahlen...
	3.3.8. Betreffend die Art der Tathandlung ist schliesslich zu sagen, dass die Messerstichverletzung erst im Zuge der nicht mehr rekonstruierbaren Rangelei erfolgte. Der genaue Tathergang lässt sich nicht mehr erstellen. Zwar handelte es sich um ein dy...
	3.3.9. An den Umstand der fehlenden Umschreibung eines willentlichen Zustechens in der Anklageschrift anknüpfend, ist zu bemerken, dass das Anklageprinzip (vgl. Art. 9 und 325 StPO) einer Verurteilung des Beschuldigten wegen versuchter schwerer Körper...
	3.3.10. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass trotz des gefährlichen Vorgehens des Beschuldigten das Risiko der Tatbestandsverwirklichung insgesamt doch noch als eher gering einzustufen ist und unter den gegebenen Umständen nicht davon ausgegangen we...
	4. Ergebnis
	Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass sich der Beschuldigte mangels eventualvorsätzlichen Handelns nicht der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, jedoch der eventualvorsätzlich ...
	III. Massnahmen
	1. Allgemeines
	2. Ausgangslage
	3. Bisheriger Massnahmenverlauf
	4. Unterbringung
	4.1. Die Vorinstanz hat sorgfältige und zutreffende Ausführungen zu den rechtlichen Grundlagen für eine Unterbringung im Sinne von Art. 15 Abs. 1 JStG und unter Bezugnahme auf das vorliegende überzeugende psychologische Gutachten von lic. phil. N.___...
	4.2. Ergänzend zu den vorinstanzlichen Ausführungen ist zunächst festzuhalten, dass sich auch aus dem Überprüfungsbericht der Jugendanwaltschaft vom 14. Dezember 2020 (Urk. 125) und dem Abschlussbericht des Massnahmenzentrums Kalchrain vom 7. März 20...
	4.3. Zur Frage der Massnahmenwilligkeit führte die Oberjugendstaatsanwaltschaft im Vorfeld der Berufungsverhandlung in ihrer Eingabe vom 1. April 2021 aus, den Ausführungen des Beschuldigten liesse sich nichts entnehmen, was Rückschlüsse auf eine mark...
	4.4. Dem von der Jugendanwaltschaft Zürich-Stadt unterm 27. Juli 2021 erstellten Zusatzbericht für das Gericht betreffend den Verlauf der vorsorglichen Schutzmassnahme seit der letzten Überprüfung ist zu entnehmen, dass es dem Beschuldigten nicht gelu...
	4.5. Im Bericht des Q._____s der Universitätsklinik Zürich vom 6. August 2021 wird zusammenfassend festgehalten, dass trotz der Unzuverlässigkeit des Beschuldigten und dessen belastender Lebenssituation mit der psychotherapeutischen Behandlung habe b...
	4.6. Der Beschuldigte opponiert gegen eine Unterbringung und bringt dazu zusammengefasst vor, die Unterbringung sei nicht erfolgreich gewesen bzw. sie sei nicht geeignet gewesen, um den Beschuldigten auf einen zukunftsgerichteten Lebensweg zu bringen....

	5. Ergebnis
	6. Landesverweisung
	6.1. Gemäss der Vorinstanz mangelt es aufgrund des Freispruchs des Beschuldigten vom Vorwurf der versuchten schweren Körperverletzung an einer Katalogtat im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB (Urk. 94 S. 59 E. III.D.). Zwar wurde der Beschuldigte w...
	6.2. Zu prüfen ist im Folgenden, ob der Beschuldigte für die als Jugendlicher begangene Katalogtat des Angriffs gestützt auf Art. 66a StGB des Landes verwiesen werden kann bzw. ob der Beschuldigte für seine im Erwachsenenalter begangene Straftat der q...
	6.3. Vorauszuschicken ist, dass es sich bei der Landesverweisung primär um eine sichernde Massnahme handelt (zum Ganzen: Urteil des Obergerichts des Kantons Bern SK 20 292 vom 12. März 2021 E. 13.2.1., mit Hinweisen; s.a. BGE 146 IV 311 E. 3.7.)
	6.4. Zur Frage der Anwendung der Bestimmungen über die Landesverweisung bei Jugendstraftätern ist zu bemerken, dass gemäss Lehre und Materialien die Bestimmungen über die Landesverweisung bei jugendlichen Straftätern nicht zur Anwendung gelangen. Begr...
	6.5. Zur Frage der Anwendung der Bestimmungen über die Landesverweisung bei Übergangstätern ist einleitend zu bemerken, dass das Jugendstrafverfahren anwendbar bleibt, sofern es vor Vollendung des 18. Altersjahrs des Beschuldigten eingeleitet wurde, a...
	6.6. Aus dem vorstehend Ausgeführten ergibt sich, dass im vorliegenden Fall die Bestimmungen über die Landesverweisung nicht anwendbar sind. Die von der Staatsanwaltschaft beantragte Anordnung der Landesverweisung – ob gestützt auf Art. 66a StGB oder ...
	IV. Strafe
	V. Vollzug
	VI. Kosten
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Jugendgerichts Zürich vom 2. Juli 2020 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil sowie an die Privatklägerschaft im Dispositiv-Auszug.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist zudem schuldig der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 1 StGB zum Nachteil von I._____.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 25 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 33 Tage durch Untersuchungshaft und 452 Tage durch vorsorgliche Unterbringung erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 100.--.
	3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von einem Tag.
	4. Es wird keine Unterbringung im Sinne von Art. 15 Abs. 1 JStG angeordnet.
	5. Es wird keine Landesverweisung angeordnet.
	6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden zu 1/5 dem Beschuldigten auferlegt und zu 4/5 auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtska...
	8. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (versandt)
	 die Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich (versandt)
	 das Bundesamt für Polizei, Zentralstelle Waffen
	sowie in vollständiger Ausfertigung an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich
	 die Vorinstanz mit dem Ersuchen um Vornahme der notwendigen Mitteilungen gemäss den erstinstanzlichen Dispositivziffern 8, 9 und 10
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten
	 die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 den Justizvollzug und Wiedereingliederung, Bewährungs- und Vollzugsdienste,
	 die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a Abs. 1 PolG)

	9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.