# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7f8cdf8a-a13a-5940-9b44-4f3f48451c3a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-02-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.02.2015 E-1028/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1028-2015_2015-02-25.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-1028/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 5 .  F e b r u a r  2 0 1 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Walter Stöckli, 

mit Zustimmung von Richterin Nina Spälti Giannakitsas;  

Gerichtsschreiberin Sarah Straub. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren (…) seine Ehefrau 

B._______, geboren (…), und ihr Sohn 

C._______, geboren (…), Bosnien und Herzegowina,  

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 9. Februar 2015 / N (…). 

 

 

 

E-1028/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführenden, ethnische Roma (Beschwerdeführer) be-

ziehungsweise Bosniaken (Beschwerdeführerin) mit letztem Wohnsitz in 

D._______, verliessen ihren Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am (…) 

und gelangten per Bus über Kroatien, Slowenien und Österreich am 

29. Dezember 2014 in die Schweiz, wo sie gleichentags um Asyl nachsuch-

ten. Am 9. Januar 2015 wurden sie zur Person befragt, am 26. Januar 2015 

erfolgten die Anhörungen zu den Asylgründen. 

Zur Begründung ihrer Gesuche brachten sie vor, der Beschwerdeführer 

habe Probleme mit der Familie der Beschwerdeführerin gehabt, welche ihn 

nicht möge, weil er Rom sei. Der Bruder der Beschwerdeführerin sei (…) 

ums Leben gekommen. Der Beschwerdeführer sei verdächtigt worden, 

(…); aufgrund der Ermittlungsergebnisse sei er jedoch nicht angeklagt wor-

den. Die Familie der Beschwerdeführerin halte ihn dennoch für schuldig 

und habe versucht, (…). Dabei sei der Sohn erfasst worden und habe da-

rauf eineinhalb Monaten im Spital verbracht. Der Sohn habe zudem in der 

Schule Probleme gehabt und sei als Rom beschimpft und angegriffen wor-

den. Weiter führte der Beschwerdeführer aus, er habe im Vorjahr die Lei-

che eines (…) gefunden im Gebiet, in welchem er (…) gearbeitet habe, und 

habe dies den Behörden gemeldet. Da man dies vermutet habe, sei er be-

droht worden. Die Leibwächter von drei Personen, welche die Stadt 

D._______ regieren – es handle sich dabei um (…), welche in D._______ 

uneingeschränkte Macht hätten – seien bei ihm vorbeigekommen. Die drei 

seien im Zusammenhang mit dem Leichenfund verhaftet, aber wieder ent-

lassen worden. Sie hätten ihm gedroht, ihn und seine Familie umzubringen, 

falls tatsächlich er die Leiche gemeldet habe. Bisher wisse dies jedoch nie-

mand. 

Die Beschwerdeführenden reichten ihre Reisepässe ein. 

A.b Mit Verfügung vom 9. Februar 2015 – eröffnet am 12. Februar 2015 – 

stellte das SEM fest, die Beschwerdeführenden würden die Flüchtlingsei-

genschaft nicht erfüllen, lehnte ihre Asylgesuche ab, verfügte ihre Wegwei-

sung aus der Schweiz, ordnete den Vollzug an und händigte ihnen die edi-

tionspflichtigen Akten aus. Gleichzeitig teilte es den Beschwerdeführenden 

mit, sie würden zur Sicherstellung des Vollzugs während höchstens 30 Ta-

gen in Ausschaffungshaft genommen, und beauftragte den Kanton 

E._______ mit dem Vollzug der Haft. 

E-1028/2015 

Seite 3 

B.  

Gegen diese Verfügung erhoben die Beschwerdeführenden mit Eingabe 

vom 13. Februar 2015 (gleichentags beim F._______ abgegeben; Eingang 

beim Bundesverwaltungsgericht am 19. Februar 2015) Beschwerde und 

beantragten, sie sei aufzuheben, das SEM sei anzuweisen, das Verfahren 

wieder aufzunehmen und ihre Flüchtlingseigenschaft zu prüfen, eventuell 

sei die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und das 

SEM anzuweisen, ihren weiteren Aufenthalt in der Schweiz nach den Best-

immungen über die vorläufige Aufnahme zu regeln. In prozessualer Hin-

sicht ersuchten sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

und Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel und so auch vorliegend endgül-

tig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer-

deführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und 108 Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

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Seite 4 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend 

aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb das Urteil 

nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Frauenspezifischen Flucht-

gründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Das SEM erwog zur Begründung seines angefochtenen Entscheides, 

bei den geltend gemachten Drohungen und Angriffen seitens der Familie 

der Beschwerdeführerin handle es sich ausschliesslich um Übergriffe Drit-

ter. Die dargelegten Vorfälle stellten auch in Bosnien und Herzegowina 

Straftatbestände dar, welche strafrechtlich verfolgt würden. Der bosnisch-

herzegowinische Staat verfüge sowohl über funktionierende Polizeiorgane 

als auch über ein Rechts- und Justizsystem. Dies werde durch die Aussa-

gen der Beschwerdeführenden bestätigt, aufgrund derer davon auszuge-

hen sei, dass die Behörden stets korrekt gehandelt hätten. Lediglich der 

persönliche Wunsch nach einem bestimmten Strafmass sei für die Ein-

schätzung der polizeilichen Arbeit nicht ausschlaggebend. Vielmehr habe 

die Polizei ihren Schutzwillen unter Beweis gestellt, indem sie aufgrund der 

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Hinweise der Beschwerdeführenden Ermittlungen aufgenommen habe. 

Dass die von ihnen verdächtigte Person wegen unklarer Beweislage frei-

gelassen worden sei, tue dem keinen Abbruch. Auch bezüglich der weite-

ren Drohungen dürfe angenommen werden, dass die Polizei ihre Anliegen 

ernst genommen habe und im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv geworden 

sei. Es wäre den Beschwerdeführenden offen gestanden, sich allenfalls an 

eine höhere Instanz zu wenden. Dass die Behörden in ihrem Handeln an 

den gesetzlichen Rahmen gebunden seien, verstehe sich von selbst und 

spreche nicht gegen den Schutzwillen und die Schutzfähigkeit der Polizei. 

Es sei demnach vom Vorhandensein eines adäquaten Schutzes durch den 

Heimatstaat auszugehen. Im Übrigen bestünden am Wahrheitsgehalt der 

Vorbringen aufgrund von Widersprüchen und fehlender Substanz ernst-

hafte Zweifel. 

Die verbalen Übergriffe gegen den Sohn und die Schlägereien unter Schul-

kameraden würden nicht über allgemeine Belästigungen im Alltag hinaus-

gehen. Es handle sich nicht um ernsthafte Nachteile im Sinne des Asylge-

setzes. Zwar könnten Schikanen gegenüber einem Roma-Kind von Seiten 

einer Schulbehörde nicht ganz ausgeschlossen werden, dies würde jedoch 

eine einklagbare Einschränkung des Rechts auf Schulbildung darstellen. 

Es wäre den Beschwerdeführenden offen gestanden, sich bei einer höhe-

ren Schulbehörde zur Wehr zu setzten. Diesbezüglich seien sie sich jedoch 

nicht einig gewesen, ob sie diesen Weg gegangen seien oder nicht (vgl. 

SEM-Akten A7 S. 9 und A8 S. 8). Lediglich die Erfahrung, dass diese Stelle 

einmal gesagt habe, sie könne nichts tun, begründe jedenfalls keinen 

Schulabbruch. 

Bezüglich des angeblichen Leichenfundes führte das SEM aus, der Bericht 

des Beschwerdeführers sei ausgesprochen oberflächlich und statisch ge-

blieben, Detailreichtum und persönliche Eindrücke hätten durchgehend ge-

fehlt. Zudem habe er zentrale Elemente auch auf Nachfrage nicht präzisie-

ren können. Beispielsweise habe er die Namen der Verfolger nicht gekannt, 

obwohl es sich um bekannte und wichtige Persönlichkeiten gehandelt habe 

und über deren Verhaftung in den Medien berichtet worden sei (A4 S. 8, 

A7 S. 12), und sei nicht in der Lage gewesen, deren Verbindung zum ge-

töteten (…) zu konkretisieren (A7 S. 11 und 13). Des Weiteren sei nicht 

nachvollziehbar, wie der Verdacht, die Leiche gefunden zu haben, auf ihn 

gefallen sein solle. Er habe zwar angegeben, in jenem Gebiet der einzige 

(…) gewesen zu sein, jedoch sei D._______ (…) nicht mehr überschaubar, 

und es hätten exaktere Angaben dazu erwartet werden können, wie er 

identifiziert worden sei. Es frage sich auch, weshalb die Leiche eines (…) 

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Seite 6 

in einem Gebiet deponiert würde, welches von verschiedenen Personen 

frequentiert werde. Schliesslich spreche gegen eine Verfolgung, dass er im 

(…) zweimal nach Bosnien und Herzegowina zurückgekehrt sei, hätte er 

sich doch damit bewusst der Gefahr durch seine Gegner ausgesetzt. Es 

könne deshalb nicht geglaubt werden, dass er die Heimat aus den vorge-

brachten Gründen verlassen habe. 

5.2 In der Beschwerde wiederholten die Beschwerdeführenden, sie hätten 

die Leiche des (...) gefunden und würden von den Tätern verfolgt, weil sie 

dies der Polizei angezeigt hätten. Da sie Roma seien, seien sie bei solchen 

Geschichten der Willkür mächtiger Personen ausgesetzt. 

5.3 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten in 

Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass die Vorbringen der 

Beschwerdeführenden den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft 

nicht standhalten beziehungsweise (hinsichtlich der angeblichen Verfol-

gung nach einem Leichenfund) nicht geglaubt werden können. 

Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, handelt es sich bei den geschil-

derten Vorfällen gegebenenfalls um private Übergriffe. Der Bundesrat hat 

Bosnien-Herzegowina als sicheren Heimatstaat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 

Bst. a AsylG bezeichnet, was bedeutet, dass grundsätzlich Sicherheit vor 

Verfolgung besteht und die bosnisch-herzegowinischen Behörden sind so-

wohl grundsätzlich als auch im vorliegenden Fall als schutzbereit und 

schutzfähig zu bezeichnen.  

Bezüglich des angeblichen Leichenfundes und der darauf folgenden Dro-

hungen durch Leibwächter der drei mächtigsten Männer der Stadt 

D._______, deren Namen der Beschwerdeführer allerdings nicht kenne, 

stellt das Bundesverwaltungsgericht fest, dass die entsprechenden Aus-

führungen oberflächlich und allgemein blieben, sich in stereotypen Wieder-

holungen erschöpften und keinerlei Realkennzeichen wie persönliche 

Wahrnehmungen oder Emotionen erkennbar waren. Zudem scheint es ge-

radezu abwegig, dass er wegen der blossen Tatsache, dass er einen Lei-

chenfund meldete, von den Tätern verfolgt würde. 

In der Beschwerde erfolgt keine Auseinandersetzung mit den vorinstanzli-

chen Erwägungen und es werden weder Sachverhaltselemente konkreti-

siert noch Beweismittel eingereicht. Es kann deshalb ohne Weiterungen 

auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden, welche vollum-

fänglich zu stützen sind. 

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Seite 7 

5.4 Nach dem Gesagten hat das SEM zu Recht die Flüchtlingseigenschaft 

verneint und die Asylgesuche abgelehnt. 

6.  

6.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

6.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrechtli-

che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht 

möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Bei der Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-

weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.1 Der Vollzug ist unzulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der 

Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Hei-

mat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur 

Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; 

Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung 

der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des 

Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-

same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, 

SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder 

unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen 

werden. 

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Seite 8 

Da es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich er-

hebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der 

in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegen-

den Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der 

Beschwerdeführenden nach Bosnien und Herzegowina ist demnach unter 

dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführenden 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus-

schaffung nach Bosnien und Herzegowina dort mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit ("real risk"; vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 

28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124 ff. m.w.H.) einer nach 

Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausge-

setzt wären. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Bosnien und 

Herzegowina lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klar-

erweise nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Voll-

zug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtli-

chen Bestimmungen zulässig. 

7.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

Eine Rückkehr nach Bosnien und Herzegowina erweist sich unter Berück-

sichtigung der politischen Lage, der Menschenrechtssituation und der all-

gemeinen Lebensumstände – es besteht keine Situation von Krieg, Bür-

gerkrieg oder allgemeiner Gewalt, welche eine konkrete Gefährdung der 

Beschwerdeführenden bewirken würde – als zumutbar. 

Weiter ist davon auszugehen, dass die gemäss den Akten gesunden Be-

schwerdeführenden nach der Rückkehr in ihr gewohntes Umfeld zurück-

kehren und ihren Lebensunterhalt wie bisher bestreiten können. Damit lie-

gen keine konkreten Anhaltspunkte dafür vor, dass sie bei einer Rückkehr 

nach Bosnien und Herzegowina in eine ihre Existenz bedrohende Situation 

geraten würden, die als konkrete Gefährdung im Sinne der zu beachtenden 

Bestimmungen zu werten wäre (Art. 83 Abs. 4 AuG). Aufgrund des kurzen 

Aufenthaltes in der Schweiz erübrigt sich die Frage nach einer allfälligen 

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Integration oder Verwurzelung des (…) Sohnes. Nach dem Gesagten er-

weist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 

7.3 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, sich bei der zustän-

digen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen 

Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

7.4 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

9.  

9.1 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde als aus-

sichtslos zu qualifizieren. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist daher ungeachtet 

der allfälligen Bedürftigkeit der Beschwerdeführenden abzuweisen. Das 

Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wird mit 

vorliegendem Direktentscheid gegenstandslos. 

9.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwer-

deführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Walter Stöckli Sarah Straub 

 

 

 

Versand: