# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6105cd04-74e6-584a-ae93-240fb7b593d0
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-09-04
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 04.09.2019 RR.2019.149
**Docket/Reference:** RR.2019.149
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RR-2019-149_2019-09-04

## Full Text

Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die Vereinigten Staaten von Amerika. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die Vereinigten Staaten von Amerika. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die Vereinigten Staaten von Amerika. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die Vereinigten Staaten von Amerika. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).

Entscheid vom 4. September 2019 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Andreas J. Keller und Cornelia Cova,  

Gerichtsschreiber Martin Eckner  

   
 

Parteien 

  

1. A. SA, 

2. B. SA, 

3. C. SA, 

4. D. INC. (aufgelöst), und vertreten durch Rechts-

anwälte Malek Adjadj und Alexis Rochat,  

Beschwerdeführerinnen 

 

 gegen 

   

BUNDESAMT FÜR JUSTIZ, Zentralstelle USA,  

Beschwerdegegner 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die  

Vereinigten Staaten von Amerika 

 

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) 

 
 

 

 

 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummern: RR.2019.149–152 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Das Department of Justice der Vereinigten Staaten ersuchte die Schweiz am 

28. März 2018 und 29. Juni 2018 um Rechtshilfe. Die Ersuchen betreffen 

Bestechungszahlungen im Zusammenhang mit Beschaffungen der staatli-

chen venezolanischen Erdölgesellschaft E. SA. Ersucht wird um Heraus-

gabe von Bankunterlagen zu bestimmten Konten der A. SA, der B. SA, der 

C. SA sowie der D. Inc. bei der Bank F. AG und zwar ab dem 1. Januar 2011 

(act. 1.1, 1.2).  

 

 

B. Die Zentralstelle USA des Bundesamtes für Justiz (nachfolgend "BJ") trat am 

23. und 24. August 2018 auf die Ersuchen ein. Die Ausführung wurde darin 

der Bundesanwaltschaft übertragen und der Bank ein Mitteilungsverbot auf-

erlegt. Das BJ präzisierte am 25. September 2018, dass es sich nicht um 

Konten bei der Bank F. AG sondern bei der Bank G. SA handle. Das Mittei-

lungsverbot wurde am 31. Januar 2019 aufgehoben (act. 1.3–1.5). 

 

 

C. Das BJ erliess am 17. Mai 2019 die Schlussverfügung (act. 1.6). Es ent-

sprach darin dem Rechtshilfeersuchen vom 29. Juni 2018 und ordnete die 

Herausgabe sämtlicher Bankunterlagen zu den Konten der obgenannten 

Gesellschaften (vgl. litera A) ab 1. Januar 2011 an. Mangels Geschäftssitzen 

und Zustellungsdomizilen der betroffenen Gesellschaften in der Schweiz er-

öffnete das BJ die Schlussverfügung der Bank.  

 

 

D. Rechtsanwalt Alexis Rochat wandte sich mit E-Mail vom 12. Juni 2019 an 

das BJ und ersuchte um Akteneinsicht (act. 1.8). Das BJ machte ihn mit 

Schreiben vom 13. Juni 2019 darauf aufmerksam, dass die Vollmachtsun-

terlagen nicht vollständig seien. Angesichts der weit fortgeschrittenen Be-

schwerdefrist stellte ihm das BJ zugleich ohne Präjudiz die wesentlichen Ver-

fahrensakten (Rechtshilfeakten) auf einem USB-Stick zu (act. 1.9). Rechts-

anwalt Alexis Rochat übermittelte mit E-Mail vom 17. Juni 2019 weitere Voll-

machtsunterlagen und Erläuterungen (act. 1.10). Das BJ antwortete, es gehe 

mehrheitlich von einer genügenden Bevollmächtigung aus und bot eine Ter-

minvereinbarung zur Einsicht in die Bankunterlagen an. Das Amt erläuterte 

zudem die Praxis zur Legitimation bei einer aufgelösten juristischen Person 

(act. 1.11). Angesichts des Ablaufs der Beschwerdefrist liess Rechtsanwalt 

Alexis Rochat per E-Mail vom 20. Juni 2019 ausrichten, eine Akteneinsicht 

vor Ort sei vor Ablauf der Beschwerdefrist nicht möglich (act. 1.12).  

 

- 3 - 

 

 

E. Am 21. Juni 2019 reichten die Gesellschaften A. SA, B. SA, C. SA sowie die 

D. Inc. gegen die Schlussverfügung des BJ vom 17. Mai 2019 Beschwerde 

beim Bundesstrafgericht ein. Sie beantragen (act. 1 S. 15 f.): 
 

Préalablement 
1. Octroyer à A. SA D. Inc, B. SA et C. SA un délai raisonnable pour consulter et pren-

dre position sur les pièces de la procédure; 
2. Octroyer à A. SA D. Inc., B. SA et C. SA un délai raisonnable pour compléter le pré-

sent recours; 
3. Octroyer à A. SA D. Inc., B. SA et C. SA un délai supplémentaire pour fournir une 

procuration relative à la société dissoute D. Inc., dont le compte bancaire est clôturé 
depuis 2017; 

 
Principalement 
A la forme: 

4. Déclarer recevable le présent recours formé par A. SA contre la décision de clôture 
du 17 mai 2019; 

5. Déclarer recevable le présent recours formé par B. SA contre la décision de clôture 
du 17 mai 2019; 

6. Déclarer recevable le présent recours formé par C. SA contre la décision de clôture 
du 17 mai 2019; 

7. Déclarer recevable le présent recours formé par D. Inc. contre la décision de clôture 
du 17 mai 2019; 

 
Au fond: 

8. Annuler la décision de clôture rendue le 17 mai 2019 par l'Office fédéral de la justice 
avec suite de frais judiciaires et dépens; 

9. Refuser toute demande d'entraide en tant qu'elle concerne l'une et/ou l'autre des so-
ciétés A. SA, D. Inc., B. SA et C. SA; 

10. Interdire à l'Office fédéral de la justice et à toute autre autorité suisse de transmettre 
tout document, de quelque nature qu'il soit, relatif aux sociétés A. SA, D. Inc., B. SA 
et C. SA; 

11. Débouter tout opposant au présent recours de tout autre ou contraire conclusion; 
12. Allouer à A. SA, D. Inc., B. SA et C. SA une indemnité équitable à titre de dépens. 

 

 

Am 26. Juni 2019 setzte die Beschwerdekammer den Beschwerdeführerin-

nen Frist bis 8. Juli 2019, um dem Gericht unter anderem Dokumente einzu-

reichen, die die Existenz der Beschwerdeführerinnen zum Zeitpunkt der Ein-

reichung der Beschwerdeschrift nachweisen, ansonsten auf die Beschwerde 

nicht eingetreten werde (vgl. Art. 52 Abs. 2 und 3 VwVG; act. 3). Die Frist 

wurde am 3. Juli 2019 letztmals bis 22. Juli 2019 erstreckt (act. 4). Am 9. Juli 

2019 wurde Rechtsanwalt Malek Adjadj im Rahmen eines Telefonates er-

klärt, dass er am 22. Juli 2019 mit nicht mehr als einer Notfrist rechnen dürfe 

(act. 6). Mit Eingabe vom 22. Juli 2019 reichten die Beschwerdeführerinnen 

die gleichen Dokumente ein, welche sie bereits dem BJ einreichten (in 

act. 1.10). Ihnen wurde am 23. Juli 2019 unter Androhung des Nichteintre-

tens eine Notfrist bis 29. Juli 2019 gesetzt, um aktuelle Belege der Existenz 

der Beschwerdeführerinnen zum Zeitpunkt der Einreichung der Beschwer-

deschrift ins Recht zu legen (act. 8). Die Belege gingen mit Schreiben vom 

29. Juli 2019 ein (act. 9).  

 

 

- 4 - 

 

 

F. Das BJ liess sich am 6. August 2019 vernehmen (act. 11). Das Amt bean-

tragt, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Am 

8. August 2019 lud das Gericht die Beschwerdeführerinnen bis 19. August 

2019 zur Replik und Akteneinsicht ein (act. 12). Es ging dabei um die Einsicht 

in 33 Bundesorder mit edierten Bankunterlagen. Am 9. August 2019 wurde 

für die Einsicht am Sitz der Beschwerdekammer durch eine delegierte Per-

son der Anwaltskanzlei telefonisch der 14. August 2019 vereinbart, eventuell 

werde von den Beschwerdeführerinnen auch der 13. August 2019 bean-

sprucht (act. 14). Mit Fax vom 12. August 2019 (20.50 Uhr) teilten die Be-

schwerdeführerinnen mit, die vorgesehene Akteneinsicht sei so kurzfristig 

nicht möglich. Sie ersuchten um Erstreckung der Frist zur Replik und Akten-

einsicht um einen Monat (act. 15). Das Gericht erstreckte die Frist am 13. Au-

gust 2019 letztmalig bis 2. September 2019 (act. 16). Die Akteneinsicht fand, 

wie am 20. August 2019 telefonisch vereinbart (act. 17), am Nachmittag des 

22. August sowie am 23. August 2019 statt. Die Beschwerdeführerinnen 

scannten dabei 1204 Seiten (act. 18). Die Replik vom 2. September 2019 

hielt an den gestellten Anträgen fest (act. 19). 

 

 

G. Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men.  

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.   

1.1 Für die Rechtshilfe zwischen den USA und der Schweiz ist primär der Staats-

vertrag vom 25. Mai 1973 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft 

und den Vereinigten Staaten von Amerika über gegenseitige Rechtshilfe in 

Strafsachen massgebend (mit Briefwechseln; RVUS; SR 0.351.933.6; 

BGE 141 IV 108 E. 4.2; 137 IV 25 E. 4.2.2; Verhältnis zum IRSG: BGE 132 

II 178 E. 2.1; 124 II 127 E. 2a; ZIMMERMANN, La coopération judiciaire inter-

nationale en matière pénale, 5. Aufl. 2019, N. 60–62, 82 ff.). In Ausführung 

dieses Staatsvertrages wurde am 3. Oktober 1975 das Bundesgesetz zum 

Staatsvertrag mit den Vereinigten Staaten von Amerika über gegenseitige 

Rechtshilfe in Strafsachen erlassen (BG-RVUS; SR 351.93). Dieses enthält 

vor allem Zuständigkeits- und Vollzugsvorschriften (ZIMMERMANN, a.a.O., 

N. 168 ff.). 

 

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1.2 Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen weder ausdrücklich noch 

stillschweigend regeln, bzw. das schweizerische Landesrecht geringere An-

forderungen an die Rechtshilfe stellt (sog. Günstigkeitsprinzip; BGE 142 IV 

250 E. 3; 140 IV 123 E. 2; 136 IV 82 E. 3.1; 135 IV 212 E. 2.3; ZIMMERMANN, 

a.a.O., N. 229), sind das Bundesgesetz vom 20. März 1981 über internatio-

nale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; SR 351.1) und die dazugehörige Ver-

ordnung vom 24. Februar 1982 (IRSV; SR 351.11) anwendbar (Art. 1 

Abs. 1 IRSG; BGE 143 IV 91 E. 1.3; 136 IV 82 E. 3.2; 130 II 337 E. 1; vgl. 

auch Art. 54 StPO). Vorbehalten bleibt die Wahrung der Menschenrechte 

(BGE 139 II 65 E. 5.4 letzter Absatz; 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c; 

ZIMMERMANN, a.a.O., N. 211 ff., 223 ff., 681 ff.). 

 

Auf das vorliegende Beschwerdeverfahren sind zudem anwendbar die Be- 

stimmungen des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Ver-

waltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021; 

Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a des Bundesgesetzes vom 

19. März 2010 über die Organisation der Strafbehörden des Bundes [Straf-

behördenorganisationsgesetz, StBOG; SR 173.71]; BGE 139 II 404 E. 6/8.2; 

ZIMMERMANN, a.a.O., N. 273). 

 

2.  

2.1 Die Verfügung der Zentralstelle, mit der das Rechtshilfeverfahren abge-

schlossen wird, unterliegt zusammen mit den vorangehenden Zwischenver-

fügungen der ausführenden Behörde der Beschwerde an die Beschwerde-

kammer des Bundesstrafgerichts (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 BG-RVUS und 

Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 4 StBOG).  

 

Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer persönlich und direkt von einer 

Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse an 

deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 17a BG-RVUS). Als persönlich 

und direkt betroffen wird im Falle der Herausgabe von Kontoinformationen 

an den ersuchenden Staat der jeweilige Kontoinhaber angesehen (Art. 9a 

lit. a IRSV; Übersicht über die Rechtsprechung in BGE 137 IV 134 E. 5; 

TPF 2010 47 E. 2.1). 

 

Bloss wirtschaftlich an einem Konto oder an einer direkt betroffenen Gesell-

schaft Berechtigte sind nur in Ausnahmefällen selbständig beschwerdelegi-

timiert. Dies kann etwa der Fall sein, wenn eine juristische Person, über de-

ren Konto Auskunft verlangt wird, nicht mehr besteht (BGE 123 II 153 E. 2c 

bis d S. 157 f.). Die Beweislast für die wirtschaftliche Berechtigung und die 

Liquidation der Gesellschaft obliegt dem Rechtssuchenden. Die Auflösung 

der Gesellschaft darf nicht als nur vorgeschoben oder rechtsmissbräuchlich 

- 6 - 

 

 

erscheinen (BGE 137 IV 134 E. 5.2.1; 123 II 153 E. 2d S.157 f.). Darüber 

hinaus muss der wirtschaftlich Berechtigte im Auflösungsakt eindeutig als 

Begünstigter des Liquidationsgewinns bezeichnet sein (Urteile des Bundes-

gerichts 1C_183/2012 vom 12. April 2012 E. 1.5; 1C_161/2011 vom 11. April 

2011 E. 1.3; 1A.284/2003 vom 11. Februar 2004 E. 1; 1A.212/2001 vom 

21. März 2002 E. 1.3.2; 1A.84/1999 vom 31. Mai 1999 E. 2c; Entscheid des 

Bundesstrafgerichts RR.2009.151 vom 11. September 2009 E. 1.3.2). Der 

Beweis des Zuflusses des Liquidationserlöses der aufgelösten Gesellschaft 

an den wirtschaftlich Berechtigten kann auch anders als mit der Bescheini-

gung über die Auflösung erbracht werden (Urteil des Bundesgerichts 

1C_370/2012 vom 3. Oktober 2012 E. 2.7). 

 

2.2 Die Beschwerdeführerinnen 1–3 sind die jeweiligen Inhaberinnen der Kon-

ten, deren Unterlagen herausgegeben werden sollen. Die Beschwerdefüh-

rerin 4 ist dagegen aufgelöst und damit nicht mehr beschwerdefähig. Dies, 

und die Voraussetzungen, unter welchen stattdessen ein wirtschaftlich Be-

rechtigter Beschwerde führen könnte, legte das BJ ihr im Schreiben vom 

18. Juni 2019 ausführlich dar. Es liegen keine entsprechenden Nachweise in 

den Akten. Auf die auch frist- und formgerecht erhobene Beschwerde der 

Beschwerdeführerinnen 1–3 ist einzutreten; auf die Beschwerde der Be-

schwerdeführerin 4 ist nicht einzutreten.  

 

 

3.  

3.1 Die Beschwerdeführerinnen rügen, nicht über die Eröffnung des Rechtshil-

feverfahrens informiert worden zu sein. Weder hätten sie an der Triage der 

edierten Bankunterlagen teilnehmen, noch diese Unterlagen vor der Vo-

rinstanz überhaupt einsehen können. Dies verletze ihr rechtliches Gehör 

(act. 1 S. 11 f.; act. 19 S. 1 f.). 

3.2 Der in Art. 29 Abs. 2 BV grundrechtlich verankerte Anspruch auf rechtliches 

Gehör wird im schweizerischen Rechtshilfeverfahren durch Art. 80b IRSG 

und Art. 26 ff. VwVG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 IRSG konkretisiert (BGE 145 IV 99 

3.1; Urteil des Bundesgerichtes 1A.57/2007 vom 24. September 2007 E. 2.1; 

TPF 2010 142 E. 2.1; TPF 2008 91 E. 3.2; ZIMMERMANN, a.a.O., N. 472, 487). 

Art. 9 BG-RVUS und Art. 80b IRSG regeln gleichlautend die Teilnahme am 

Rechtshilfeverfahren und die Akteneinsicht (vgl. BGE 127 II 104 E. 3b). Die 

Berechtigten können am Verfahren teilnehmen und Einsicht in die Akten 

nehmen, soweit dies für die Wahrung ihrer Interessen notwendig ist (Art. 9 

Abs. 1 BG-RVUS). Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst namentlich 

das Recht der Parteien, sich vor Erlass eines Entscheids zur Sache zu äus-

sern (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3 S. 17; 140 I 99 E. 3.4 S. 102 f.; 135 II 286 

E. 5.1 S. 293). Voraussetzung des Äusserungsrechts sind genügende 

- 7 - 

 

 

Kenntnisse über den Verfahrensverlauf, was auf das Recht hinausläuft, in 

geeigneter Weise über die entscheidwesentlichen Vorgänge und Grundla-

gen vorweg orientiert zu werden (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3 S. 17; 140 I 99 

E. 3.4 S. 104). 

Die ausführende Behörde und die Rechtsmittelinstanz stellen ihre Verfügun-

gen zu (a.) dem in der Schweiz wohnhaften Berechtigten oder (b.) dem im 

Ausland ansässigen Berechtigten mit Zustellungsdomizil in der Schweiz 

(Art. 80m Abs.1 IRSG). Eine Partei oder ihr Rechtsbeistand, die im Ausland 

wohnen, müssen ein Zustellungsdomizil in der Schweiz bezeichnen. Unter-

lassen sie dies, kann die Zustellung unterbleiben (Art. 9 IRSV). Der Inhaber 

von Schriftstücken ist berechtigt, seinen Mandanten über das Vorliegen ei-

nes Ersuchens und alle in diesem Zusammenhang stehenden Tatsachen zu 

informieren, sofern die zuständige Behörde dies nicht ausnahmsweise unter 

Hinweis auf Artikel 292 des Strafgesetzbuches und dessen Strafandrohung 

ausdrücklich untersagt hat (Art. 80n Abs. 1 IRSG).  

3.3 Vorliegend trat die Zentralstelle USA des BJ am 23. August und 24. August 

2018 auf die Rechtshilfeersuchen ein. Die Ausführung wurde der Bundesan-

waltschaft übertragen und der Bank ein Mitteilungsverbot auferlegt (act. 1.4, 

1.5). Das Mitteilungsverbot wurde am 31. Januar 2019 aufgehoben (zuge-

stellt am 4. Februar 2019). Am 22. Mai 2019 erhielt die Bank auch die 

Schlussverfügung (act. 1.7). Das BJ stellte die Eintretens- und Schlussver-

fügungen der Bank zu, da die Beschwerdeführerinnen über kein Zustelldo-

mizil in der Schweiz verfügten. In diesem Fall obliegt es der Bank, ihre Kli-

entschaft über das Rechtshilfeverfahren zu orientieren, was den Beschwer-

deführerinnen vorliegend erlaubt hätte, die Parteirechte auszuüben (vgl. 

BGE 136 IV 16 E. 2.2; 130 II 505 E. 2.3). Dass sie am vorinstanzlichen Ver-

fahren nicht teilnahmen, können die Beschwerdeführerinnen nicht dem BJ 

vorwerfen. Die Rüge ist unbegründet. 

Ebenfalls unbegründet ist die Rüge, die Beschwerdeführerinnen hätten die 

Akten nicht einsehen können. Vielmehr kontaktierten sie das BJ erst bei fort-

geschrittener Beschwerdefrist und verzichteten in der Folge vor ihrem Ablauf 

auf eine Einsicht (vgl. obige Erwägung D). Dasselbe geschah im vorliegen-

den Beschwerdeverfahren vor Ablauf der ersten Frist zur Replik, wobei ein 

Einsichtstermin bereits vereinbart war. Die Beschwerdeführerinnen erhielten 

sodann eine weitere Gelegenheit, die herauszugebenden Bankunterlagen 

einzusehen und nahmen diese wahr (vgl. obige Erwägung F). Eine Verlet-

zung des rechtlichen Gehörs liegt damit nicht vor.  

 

 

- 8 - 

 

 

4.   

4.1 Die Beschwerdeführerinnen rügen weiter die Verhältnismässigkeit der vor-

gesehenen Rechtshilfe. Das Department of Justice (DOJ) benötige gemäss 

Ersuchen Bankunterlagen der Bank F. AG und nicht der Bank G. SA. Das 

DOJ begründe sodann das Ersuchen mit Transaktionen über USD 50'000.-- 

an fünf Daten zwischen November 2012 und April 2014 – ersuche dann aber 

um Herausgabe sämtlicher Bankunterlagen ab Januar 2011. Das BJ wiede-

rum habe diese Bankunterlagen gar nicht triagiert, sondern wolle sie gleich 

gesamthaft an die USA übermitteln (act. 1 S. 13 f.; act. 19 S. 2–4).  

 

4.2 Zusammengefasst ermitteln gemäss dem Sachverhalt des Rechtshilfeersu-

chens verschiedene Behörden in den Vereinigten Staaten seit dem Jahr 

2012 wegen Verstosses gegen den Foreign Corrupt Practices Act (FCPA). 

Untersucht werde, ob im Zusammenhang mit der Vergabe von Beschaf-

fungsverträgen für die staatlich kontrollierte Ölgesellschaft E. S.A. Beste-

chungsgelder geflossen seien. Gemäss Zeugenaussagen seien die Be-

schwerdeführerinnen von den in den USA Hauptbeschuldigten H. und I. be-

herrscht. Die Beschwerdeführerinnen würden zu den Lieferanten gehören, 

welche im Gegenzug für Bevorzugungen bei Beschaffungsgeschäften Be-

stechungsgelder an E.-SA-Amtsträger ausgerichtet hätten. Wie zwei koope-

rierende ehemalige E.-SA-Amtsträger eingestanden hätten, seien über 

Bankverbindungen der Beschwerdeführerinnen bei der Bank F. AG Beste-

chungsgelder geschleust worden. Die Vereinigten Staaten ersuchen um 

Bankunterlagen ab 1. Januar 2011 inkl. den Eröffnungsunterlagen.  

4.3 Rechtshilfemassnahmen müssen verhältnismässig, mit anderen Worten für 

ihren Zweck tauglich, erforderlich und massvoll sein, also nicht über das hin-

ausgehen, was zu dessen Erreichung notwendig ist (vgl. Art. 5 Abs. 2 BV, 

Art. 36 Abs. 3 BV; Art. 63 Abs. 1 IRSG). 

 

Die Frage, welche Beweise zur Erhärtung des Verdachts erforderlich sind, 

ist dabei grundsätzlich dem Ermessen des ersuchenden Staates überlassen. 

Der ersuchte Staat ist im Allgemeinen gar nicht in der Lage, dies beurteilen 

zu können. Den ausländischen Strafverfolgungsbehörden sind diejenigen 

Aktenstücke zu übermitteln, die sich möglicherweise auf den im Rechtshil-

feersuchen dargestellten Sachverhalt beziehen können; nicht zu übermitteln 

sind nur diejenigen Akten, die für das ausländische Strafverfahren mit Si-

cherheit nicht erheblich sind. Nicht zulässig wäre es, den ausländischen Be-

hörden nur diejenigen Unterlagen zu überlassen, die den im Rechtshilfeer-

suchen dargestellten Sachverhalt mit Sicherheit beweisen. Massgeblich ist 

somit die potentielle Erheblichkeit der beschlagnahmten Aktenstücke 

(BGE 142 II 161 E. 2.1.2; 139 II 404 E. 7.2.2 Abs. 2; 136 IV 82 E. 4.1/4.4; 

TPF 2009 130 E. 4.2). 

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Zielt das Rechtshilfeersuchen auf die Ermittlung ab, auf welchem Weg Geld-

mittel mit möglicherweise strafbarer Herkunft verschoben wurden, so sind 

die Behörden des ersuchenden Staates grundsätzlich über alle Transaktio-

nen zu informieren, die von Gesellschaften und über Konten getätigt wurden, 

welche in die Angelegenheit verwickelt sind. Es sind grundsätzlich alle sach-

lich und zeitlich konnexen sichergestellten Aktenstücke zu übermitteln 

(BGE 136 IV 82 E. 4.4; 129 II 462 E. 5.3/5.5; 121 II 241 E. 3c; Urteile des 

Bundesgerichts 1A.7/2007 vom 3. Juli 2007 E. 7.2, bestätigt in 1C_327/2018 

vom 6. Juli 2018 E. 1.2; 1C_625/2012 vom 17. Dezember 2012 E. 2.2; 

1A.79/2005 vom 27. April 2005 E. 4; TPF 2011 97 E. 5.1; TPF 2009 161 E. 5; 

ZIMMERMANN, a.a.O., N. 723).  

 

4.4 Die Rechtshilfeersuchen legen dar und zeigen auf, dass die Bankverbindun-

gen der Beschwerdeführerinnen Bestechungsgelder empfangen und weiter-

geleitet haben. Sie stehen damit offensichtlich in einem Zusammenhang zum 

ausländischen Strafverfahren. Dabei ist es unwesentlich, dass die im Ersu-

chen genannten IBAN-Nummern Konten nicht bei der Bank F. AG, sondern 

bei der Bank G. SA bezeichnen. Das kontoführende Institut (Bankleitzahl) 

bildet Teil der IBAN-Nummer und wird damit unzweideutig identifiziert. Eine 

falsche Bezeichnung der kontoführenden Bank im Ersuchen schadet nicht. 

Das BJ ordnete die Herausgabe der Bankunterlagen ab 2011 an. Es gibt 

damit die gemäss Ersuchen für die US-amerikanische Strafuntersuchung er-

forderlichen Unterlagen heraus. Eine Herausgabe nur eines Teils der Bank-

unterlagen, wie es die Beschwerdeführerinnen beantragen, erlaubte nicht, 

die Geldflüsse über die Konten nachzuvollziehen und einzuordnen.  

Die Beschwerdeführerinnen unterliessen es im Übrigen in der Replik darzu-

legen, Dokument für Dokument, welche einzelnen Aktenstücke (bzw. welche 

Passagen daraus) für die ausländische Strafuntersuchung offensichtlich ent-

behrlich seien. Dies ist insbesondere erforderlich bei einer komplexen Unter-

suchung mit zahlreichen Akten. Damit haben sie ihr Teilnahmerecht verwirkt. 

Die Beschwerdeinstanz forscht nicht von sich aus nach Aktenstücken, die im 

ausländischen Verfahren (mit Sicherheit) nicht erheblich sein könnten 

(BGE 130 II 14 E. 4.3/4.4; 126 II 258 E. 9b/aa; 122 II 367 E. 2c; Urteile des 

Bundesgerichts 1A.223/2006 vom 2. April 2007 E. 4.1; 1A.234/2005 vom 

31. Januar 2006 E. 3.2). 

4.5 Die vorgesehene Rechtshilfe ist somit verhältnismässig. Die dagegen erho-

benen Rügen gehen fehl.  

 

5. Insgesamt ist auf die Beschwerde der Beschwerdeführerin 4 nicht einzutre-

ten. Im Übrigen ist die Beschwerde unbegründet und abzuweisen. 

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6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten den Beschwer-

deführerinnen aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr 

ist auf insgesamt Fr. 6'000.-- festzusetzen, unter Anrechnung des geleiste-

ten Kostenvorschusses (vgl. act. 5) in gleicher Höhe (vgl. Art. 63 Abs. 5 

VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG sowie Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a des Reglements 

des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren 

und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]). 

 

 

 

- 11 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 6'000.-- wird den Beschwerdeführerinnen aufer-

legt, unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe. 

 

 

Bellinzona, 5. September 2019 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Vizepräsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwälte Malek Adjadj und Alexis Rochat 

- Bundesamt für Justiz, Zentralstelle USA 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde einge-
reicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG; SR 173.110). 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Be-
schwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Ge-
genständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbe-
reich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein 
besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass 
elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere 
Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).