# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 67ff025f-19e6-5bd2-9302-1c54e6901931
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-10-29
**Language:** de
**Title:** Zürich Steuerrekursgericht 29.10.2010 ST.2010.243
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Steuerrekurs/ZH_SRK_001_ST-2010-243_2010-10-29.pdf

## Full Text

STEUERREKURSKOMMISSION I 
 DES KANTONS ZÜRICH 
 
 

 
1 ST.2010.243 
1 DB.2010.180 
 
 
 

Entscheid 
 
 

29. Oktober 2010 
 
 
 
 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Anton Tobler und Sekretärin Barbara Müller 
 
 
 
 

In Sachen 
 
 
A,   
 

Rekurrent/ 
Beschwerdeführer,  

 
 
 

gegen 
 
 
 
1. Staa t  Z ür ich ,   
 Rekursgegner,  
2. Schw e ize r ische  E idgenossenscha f t ,   
 Beschwerdegegnerin,  
vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Nord,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

 
 
 
 

betreffend 

Einschätzung 2008 und Direkte Bundessteuer 2008 
 

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1 ST.2010.243 
1 DB.2010.180 

hat sich ergeben: 
 

 

 A. A (nachfolgend der Pflichtige) lebt seit Jahren mit seiner Partnerin und den 

gemeinsamen Kindern (B, geb. … 1992 und C, geb. … 1994) in einem Haushalt zu-

sammen. Nachdem ihm in den Vorjahren jeweils der Abzug für Kinder im eigenen 

Haushalt gewährt und er zum Verheiratetentarif besteuert worden war, wurde er mit 

Einschätzungsentscheid vom 22. Oktober 2009 für die Staats- und Gemeindesteuern 

2008 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 71'600.- und einem steuerbaren Ver-

mögen von Fr. 614'000.- eingeschätzt, unter Anwendung des Grundtarifs und Strei-

chung des Kinderabzugs sowie des erhöhten Abzugs für Versicherungsprämien, dafür 

unter Gewährung eines Abzugs von Unterhaltsbeiträgen für seine Kinder an die 

Kindsmutter. Mit Hinweis des gleichen Tages wurde ihm die analoge Veranlagung der 

direkten Bundessteuer 2008 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 72'400.- in 

Aussicht gestellt und mit Veranlagungsverfügung vom 6. November 2009 formell eröff-

net.  

 

 

 B. Am 18. November 2009 erhob der Pflichtige Einsprache gegen den Ein-

schätzungsentscheid betreffend Staats- und Gemeindesteuern 2008 sowie gegen die 

Veranlagung der direkten Bundessteuer 2008. Er beantragte, dass ihm – wie in der 

Vergangenheit – der Verheiratetentarif sowie die Kinderabzüge zu gewähren seien.  

 

 Mit Auflage vom 28. Mai 2010 forderte das kantonale Steueramt den Pflichtigen 

auf, den Nachweis der von ihm erbrachten Bar- und Naturalleistungen für den Unter-

halt der Kinder pro 2008 zu erbringen. Am 25. Juni 2010 antwortete der Pflichtige, dass 

es ihm nicht möglich sei, diesen Nachweis zu leisten. Zudem hielt er an seinem Antrag 

fest, dass ihm – als wirtschaftlich stärkerem Elternteil – der Verheiratetentarif zu ge-

währen sei.  

 

 Am 9. Juli 2010 mahnte das kantonale Steueramt die Auflage vom 28. Mai 

2010. Mit Schreiben vom 14. Juli 2010 erklärte der Pflichtige erneut, dass er den ge-

forderten Nachweis nicht erbringen könne.  

 

 Mit je separaten Einspracheentscheiden vom 6. August 2010 wies das kantona-

le Steueramt die Einsprachen ab.  

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 C. Gegen die Einspracheentscheide erhob der Pflichtige am 15./16. August 

2010 Rekurs bzw. Beschwerde. Nach wie vor beantragte er, dass ihm der Verheirate-

tentarif sowie die Kinderabzüge zuzugestehen seien. Das kantonale Steueramt schloss 

mit am 27. August 2010 auf kostenfällige Abweisung der Rechtsmittel.  

 

 

 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

 

 

 1. a) Nach Art. 213 Abs. 1 lit. a DBG (in der Fassung gemäss Verordnung 

über den Ausgleich der Folgen der kalten Progression für die natürlichen Personen bei 

der direkten Bundessteuer vom 4. März 1996/27. April 2005 [VO KP]) kann der Steuer-

pflichtige für jedes minderjährige Kind, für dessen Unterhalt er sorgt, Fr. 6'100.- vom 

Einkommen abziehen (Kinderabzug). Massgeblich für die Beurteilung der Abzugsfä-

higkeit sind die Verhältnisse am Ende der Steuerperiode oder der Steuerpflicht 

(Abs. 2). Direkt an diesen Kinderabzug gekoppelt sind sodann zusätzliche Versiche-

rungsprämienabzüge von Fr. 700.- je Kind, für welche ein entsprechender Abzug be-

ansprucht werden kann (Art. 33 Abs. 1 lit. g DBG, in der Fassung der VO KP). Die ent-

sprechenden Bestimmungen für die Staats- und Gemeindesteuern finden sich in § 34 

Abs. 1 lit. a und § 31 Abs. 1 lit. g StG (in der Fassung vom 25. April 2005 bzw. 25. Au-

gust 2003, je in Kraft seit 1. Januar 2006). Demnach werden zur Steuerberechnung 

vom Reineinkommen für minderjährige Kinder unter elterlicher Sorge oder Obhut des 

Steuerpflichtigen, deren Unterhalt er zur Hauptsache bestreitet, als Kinderabzug je 

Fr. 6'800.- abgezogen. Massgeblich für die Beurteilung der Abzugsfähigkeit sind auch 

hier die Verhältnisse am Ende der Steuerperiode oder der Steuerpflicht (§ 34 Abs. 2 

StG). Der an den Kinderabzug anknüpfende zusätzliche Versicherungsprämienabzug 

beträgt Fr. 1'200.- je Kind (§ 31 Abs. 1 lit. g Satz 3 StG, in der Fassung vom 25. August 

2003). Sodann können Alimentenzahlungen bzw. "Unterhaltsbeiträge" für Kinder laut 

Art. 33 Abs. 1 lit. c DBG und nach § 31 Abs. 1 lit. c StG (in der Fassung vom 

11. September 2000) von den steuerbaren Einkünften abgesetzt werden, sofern sie an 

den Elternteil fliessen, unter dessen elterlicher Sorge oder Obhut das Kind steht und 

wenn sie für Minderjährige bestimmt sind. Diesfalls ist ein entsprechender Sozialabzug 

beim Leistenden ausgeschlossen (vgl. Art. 213 Abs. 1 DBG und § 34 Abs. 1 StG). Die 

genannten Unterhaltszahlungen unterliegen anderseits beim empfangenden Elternteil 

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gemäss Art. 23 lit. f DBG und § 23 lit. f StG (in der Fassung vom 11. September 2000) 

der Einkommenssteuer. 

 

 b) Sind die Eltern eines Kindes nicht verheiratet, steht die elterliche Sorge der 

Mutter zu (Art. 298 Abs. 1 ZGB). Unter bestimmten Voraussetzungen kann die elterli-

che Sorge auf Antrag beider Eltern ihnen gemeinsam übertragen werden (Art. 298a 

ZGB). Liegt das elterliche Sorgerecht ausschliesslich bei der Mutter, steht der Kinder-

abzug ihr und nur ihr zu (BGr, 12. Januar 1999 = StE 1999 B 29.3 Nr. 15; StE 2008 B 

29.3 Nr. 35; Peter Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, 2001, Art. 35 N 23). Auf der 

anderen Seite hat sie die Kinderalimente zu versteuern, welche sie für den Unterhalt 

des Kindes zu verwenden hat. Insofern sorgt sie für das Kind und kommt zur Hauptsa-

che für dessen Unterhalt auf (Locher, Art. 35 N 27, auch zum Folgenden). All das gilt 

auch dort, wo die Eltern im Konkubinat leben. Das Verwaltungsgericht hat diesbezüg-

lich für die Staats- und Gemeindesteuern erkannt, dass der Umstand, dass derjenige 

Elternteil, welchem die elterliche Sorge nicht zusteht, die rein faktische Obhut über sein 

Kind allein oder zusammen mit dessen Mutter ausübt, unbeachtlich ist. Anders verhält 

es sich nur dort, wo das Gericht oder die Vormundschaftsbehörde das Obhutsrecht 

formell zugewiesen hat (RB 2006 Nr. 86 = StE 2007 B 29.3 Nr. 31). 

 

 Mit dieser Lösung decken sich die steueramtlichen Weisungen. So bestimmen 

das Merkblatt des kantonalen Steueramts über die Gewährung von Sozialabzügen und 

die Anwendung der Steuertarife bei Familien vom 25. Februar 2008 (Ziff. 2.1.1 [kurz: 

Merkblatt]; ZStB Nr. 20/010) wie auch die Weisung der Finanzdirektion über Sozialab-

züge und Steuertarife vom 18. Dezember 2009 (Rz 25; kurz: Weisung [ZStB 

Nr. 20/002]) und das Kreisschreiben Nr. 7 der Eidgenössischen Steuerverwaltung vom 

20. Januar 2000 zu Direkte Bundessteuer Steuerperiode 1999/2000 betreffend Famili-

enbesteuerung nach dem DBG (in ASA 68, 570), dass dort, wo bei unverheirateten 

Eltern die elterliche Sorge oder Obhut über ein minderjähriges Kind nur einem Elternteil 

zusteht, nur dieser den Kinderabzug beanspruchen kann. 

 

 c) Laut Art. 214 Abs. 1 DBG und §§ 35 Abs. 1 bzw. 47 Abs. 1 StG gilt für die 

Steuerpflichtigen ein allgemeiner Grundtarif (bzw. Alleinstehendentarif). Indes greift 

nach Abs. 2 dieser Normen für Ehegatten, die in rechtlich und tatsächlich ungetrennter 

Ehe leben, sowie für verwitwete, gerichtlich oder tatsächlich getrennt lebende, ge-

schiedene und ledige Steuerpflichtige, welche mit Kindern (oder unterstützungsbedürf-

tigen Personen) im gleichen Haushalt zusammenleben und deren Unterhalt zur Haupt-

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sache bestreiten, ein milderer Tarif (sog. Verheiratetentarif). Dabei verweisen die kan-

tonalen Normen ausdrücklich auf Kinder im Sinn des Kinderabzugs von § 34 Abs. 1 

lit. a StG. Mit diesen Sonderbestimmungen soll die entsprechende Gruppe von Steuer-

pflichtigen fiskalisch angemessen entlastet werden. Eine Beschränkung auf eheliche 

Gemeinschaften und Eineltern- bzw. Halbfamilien besteht insofern nicht. Das aber 

heisst, dass auch Konkubinatspaare in den Genuss einer solchen Entlastung kommen 

können. Leben die Eltern im Konkubinat und wohnt das Kind bei ihnen, kann dabei 

der – und nur der – Elternteil den Verheiratetentarif beanspruchen, welcher den Unter-

halt des Kindes zur Hauptsache bestreitet; und dies ist derjenige Elternteil, dem die 

elterliche Sorge zusteht, der für das Kind Unterhaltsbeiträge erhält und damit Anspruch 

auf den Kinderabzug hat (BGr, 26. Oktober 2005 = StE 2006 B 29.3 Nr. 28; Weisung 

Rz 58 ff.; Locher, Art. 36 N 19 f.; Ivo P. Baumgartner, in: Kommentar zum Schweizeri-

schen Steuerrecht, Band I/2a, 2.A., 2008, Art. 36 N 36a und 36b DBG). Wie die Dinge 

bei gemeinsamer elterlicher Sorge liegen, braucht hier nicht erwähnt zu werden. 

 

 

 2. Der Pflichtige brachte in der Einsprache vor, dass seine Kinder in einer Zeit 

zur Welt gekommen seien, wo unverheiratete Eltern noch keine gemeinsame elterliche 

Sorge hätten beantragen können. Dieser Umstand müsse berücksichtigt werden und er 

sei so zu behandeln, wie wenn er mit seiner Partnerin zusammen die gemeinsame 

elterliche Sorge über die Kinder hätte. In der Antwort auf die Auflage im Einsprachever-

fahren erklärte er sodann, dass er mit seinen Kinder und der Mutter der Kinder zu-

sammen eine ganz normale Familie bilde. Er lebe seit 25 Jahren in einer festen Bezie-

hung mit seiner Partnerin, sie hätten zwei gemeinsame Kinder und wollten diejenigen 

steuerlichen Erleichterungen in Anspruch nehmen, die die Steuergesetzgebung vorse-

he, nämlich die Besteuerung des wirtschaftlich stärkeren Teils zum Verheiratetentarif.  

 

 Mit dem Rekurs bzw. der Beschwerde erklärte der Pflichtige erneut, dass er 

mehrheitlich für die beiden Kinder aufkomme und seit deren Geburt mit ihnen zusam-

menlebe. Bis 2007 sei er zum Verheiratetentarif besteuert worden. Sodann wolle er 

ebenfalls die Kinderabzüge vornehmen können. Die Weisungen des kantonalen Steu-

eramts seien nach Inkrafttreten der Teilrevision des ZGB (u.a. betreffend gemeinsame 

elterliche Sorge) erlassen worden. Die Steuerbehörde könne nicht rückwirkend seine 

Verhältnisse neu beurteilen. Es sei unbestritten, dass er zur Hauptsache für die Kinder  

aufkomme. Sodann entspreche es dem Geist der Steuergesetzgebung, dass bei un-

verheirateten Steuerpflichtigen mit gemeinsamen Kinder, die im Konkubinat zusam-

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menlebten, ein Steuerpflichtiger vom günstigeren Tarif und den Kinderabzügen profitie-

ren könne und zwar derjenige, der das grössere Einkommen habe. Nur eine solche 

Regelung gereiche zum Wohl der Kinder. Im Übrigen stünden die Kinder seit diesem 

Frühling nunmehr unter gemeinsamer elterlicher Sorge. 

 

 

 3. a) Unbestrittenermassen stand am hier massgeblichen Stichtag des 

31. Dezember 2008 die elterliche Sorge allein der Mutter der Kinder und Partnerin des 

Pflichtigen zu. Die gemeinsame elterliche Sorge wurde gemäss den Angaben des 

Pflichtigen erst im Frühjahr 2010 erteilt. Auch lag bis zum 31. Dezember 2008 keine 

formelle Übertragung des Obhutsrechts auf den Pflichtigen vor und hat der Pflichtige 

an die Partnerin Unterhaltsbeiträge für die Kinder zu leisten. Damit steht der Kinderab-

zug im Sinn von Art. 213 Abs. 1 lit. a DBG bzw. § 34 Abs. 1 lit. a StG für die Steuerpe-

riode 2008 entsprechend dem Ausgeführten aber nicht ihm, sondern einzig seiner 

Partnerin zu. Die rein faktische Obhut des Pflichtigen über die Kinder ändert daran 

nichts.  

 

 Da es nach der aktuellen verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung zum Kin-

derabzug bei nicht verheirateten Eltern, auch wenn sie im Konkubinat zusammenleben, 

allein darauf ankommt, bei wem die elterliche Sorge über die Kinder liegt, zielte die 

Auflage mit der Aufforderung zum Nachweis der vom Pflichtigen geleisteten Bar- und 

Naturalleistungen an den Unterhalt der beiden Kinder einzig noch darauf ab, höhere 

effektive Leistungen als die in den Unterhaltsverträgen festgesetzte Beträge nachzu-

weisen (vgl. hierzu unten, Ziff. 4). Selbst wenn der Pflichtige hätte nachweisen können, 

dass er faktisch in überwiegendem Umfang an den Unterhalt der Kinder beiträgt – was 

ohne Weiteres glaubhaft scheint – so würde dies am Ergebnis nichts ändern, da es 

eben gerade in den Fällen, in denen der Pflichtige weder über die gemeinsame noch 

alleinige elterliche Sorge verfügt, von vornherein nicht (mehr) darauf ankommt und ihm 

der Kinderabzug – ohne elterliche Sorge oder formelle Obhutszuteilung über die Kinder 

– von vornherein verwehrt ist. Die Rechtsprechung geht nämlich in diesen Fällen da-

von aus, dass derjenige Elternteil den Unterhalt der Kinder zur Hauptsache bestreitet, 

dem die Unterhaltsbeiträge für die Kinder im Unterhaltsvertrag zugesprochen werden.  

 

 b) Steht dem Pflichtigen nach dem Gesagten kein Kinderabzug zu, so kann er 

auch den Verheiratetentarif nicht beanspruchen. In dessen Genuss kommt nach dem 

Gesagten eben nur derjenige Elternteil, dem der Kinderabzug zusteht, d.h. vorliegend 

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die Partnerin des Pflichtigen. Daran ändert wie gesehen der Umstand nichts, dass die 

Kinder mit dem Pflichtigen zusammenleben und er in erheblichem oder gar überwie-

gendem Umfang an deren Unterhalt beiträgt. 

 

 c) Nichts vermag der Pflichtige für sich sodann aus dem Umstand herzuleiten, 

dass das Steueramt ihm während Jahren bis und mit Steuerperiode 2007 den Kinder-

abzug sowie den Verheiratetentarif gewährt hat. Denn die rechtliche Beurteilung be-

zieht sich jeweils einzig auf die entsprechende Steuerperiode, für welche die Einschät-

zung vorgenommen wird. Dass die Steuerbehörde in früheren Jahren einen Abzug 

toleriert hat, verschafft dem Pflichtigen keinen Anspruch auf einen erneuten Abzug, 

falls sich zeigt, dass das geltende Recht einen solchen nicht zulässt. Die Steuerbehör-

den dürfen solche Abzüge in jeder Periode einer Neuüberprüfung unterziehen (BGr, 

9. April 2008, 2C_589/2007, www.bger.ch). 

 

 

 4. a) Wie erwähnt, kann der Kindsvater, dem kein Kinderabzug zusteht, nach 

Art. 33 Abs. 1 lit. c DBG und § 31 Abs. 1 lit. c StG Unterhaltsleistungen ("Unterhaltsbei-

träge") an die Kindsmutter für das unter deren elterlicher Sorge stehende Kind von den 

steuerbaren Einkünften abziehen. Leben die Eltern zusammen mit ihrem gemeinsamen 

unmündigen Kind im Konkubinat, so kann derjenige Elternteil, welchem das Sorgerecht 

nicht zusteht, Leistungen, welche er gestützt auf einen Unterhaltsvertrag leistet, in Ab-

zug bringen.  

 

 Nach Art. 276 ZGB haben die Eltern für den Unterhalt des Kindes aufzukom-

men (Abs. 1). Dieser wird durch Pflege und Erziehung oder, wenn das Kind nicht unter 

der Obhut der Eltern steht, durch Geldzahlung geleistet (Abs. 2). Sind die Eltern nicht 

verheiratet, wird der Umfang der Unterhaltsbeiträge desjenigen Elternteils, welchem 

die elterliche Sorge nicht zusteht, vorzugsweise mittels Unterhaltsvertrag einvernehm-

lich festgesetzt (Peter Breitschmid, in: Basler Kommentar, 3. A., 2006, Art. 287 N 1 

ZGB). Ein solcher wird gemäss Art. 287 Abs. 1 ZGB erst mit der Genehmigung durch 

die Vormundschaftsbehörde verbindlich. Dabei geht es vorab um finanzielle Leistun-

gen, nämlich die Höhe des Unterhaltsbeitrags, dessen Dauer sowie allfällige Abstufun-

gen, Indexierung und Abänderung. Wenn die Eltern - wie hier – in eheähnlichen Ver-

hältnissen zusammenleben kann, die Erfüllung der Unterhaltspflicht auch in 

Naturalform erfolgen. Es liegt nahe, den steuerrechtlichen Begriff des "Unterhaltsbei-

trags" (Art. 35 Abs. 1 lit. c DBG und § 31 Abs. 1 lit. c StG) mit dem zivilrechtlichen 

http://www.bger.ch/

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gleichzusetzen. Dies umso mehr, als in beiden Gesetzen übereinstimmend von "Bei-

trägen" und nicht von "Zahlungen" die Rede ist. Können die vertraglich festgelegten 

Unterhaltsbeiträge im Sinn des Zivilrechts (siehe Art. 287 Abs. 1 und 2 ZGB) nicht al-

lein Geldzahlungen umfassen, sind folgerichtig steuerlich auch Naturalleistungen be-

achtlich (Zigerlig/Jud, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2a, 2. 

A., 2008, N 18a DBG). Dabei sind Naturalleistungen, wie das Zivilrecht zeigt, begrifflich 

umfassend zu verstehen (Breitschmid, Art. 276 N 20 f.). Entsprechend ist jedenfalls 

dort, wo ein vormundschaftlich genehmigter Unterhaltsvertrag vorliegt, fiskalisch ein 

umfassender Abzug statthaft (in diesem Sinn möglicherweise RB 2006 Nr. 86 = 

StE 2007 B 29.3 Nr. 31 E. 6).  

 

 b) Der Pflichtige lebt mit seinen Kindern und seiner Partnerin in einem Haus-

halt zusammen. Er bezahlt keine separaten Unterhaltsbeiträge an die Kindsmutter, 

sondern trägt selber direkt zum Unterhalt der Kinder bei. Er macht geltend, dass er den 

Umfang der von ihm geleisteten Naturalleistungen nicht nachweisen könne. Mangels 

anderweitigen Nachweises ist deshalb zur Quantifizierung des vom Pflichtigen bestrit-

tenen Kinderunterhalts auf die Unterhaltsverträge abzustellen.  

 

 In den von der Vormundschaftsbehörde genehmigten Unterhaltsverträgen hat 

sich der Pflichtige verpflichtet, für seinen Sohn B, geb. … 1992 (in der Steuerperiode 

2008 15 bzw. 16 Jahre alt), monatlich Fr. 760.- zu bezahlen. Die Unterhaltsbeiträge 

sind gemäss Unterhaltsvertrag indexiert, wobei der Pflichtige beweisen könnte, dass er 

selber den Teuerungsausgleich nicht erhalten hat. Diesbezüglich liegen keine Anhalts-

punkte vor, weshalb vermutungsweise zugunsten des Pflichtigen davon auszugehen 

ist, dass er einen solchen erhalten hat. Damit ist der Betrag auf das Kalenderjahr 2008 

zu indexieren. Dies ergibt einen monatlichen Betrag für das Jahr 2008 von Fr. 894.- 

(Indexstand im Nov. 2007: 158.3, Basis Oktober 1992 = 134,5 Punkte). Insgesamt er-

gibt dies für den Sohn B Unterhaltsbeiträge in der Steuerperiode 2008 von Fr. 10'728.-. 

 

 Für die Tochter C, geb. … 1994 wurden dieselben Unterhaltsbeiträge verein-

bart. Sie war in der Steuerperiode 2008 14 bzw. 15 Jahr alt. Die Unterhaltsbeiträge 

wären monatlich im Voraus zu bezahlen. Damit galt für sie im Kalenderjahr 2008 wäh-

rend 5 Monaten der Betrag von Fr. 680.- und während der restlichen 7 Monate der Be-

trag von Fr. 760.-. Indexiert auf das Jahr 2008 ergibt dies bei ihr monatliche Beträge 

von Fr. 770.- bzw. Fr. 860.- (Indexstand im Nov. 2007: 114.3, Basis April 1994 = 101 

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Punkte). Insgesamt ergibt dies für die Tochter C Unterhaltsbeiträge in der Steuerperio-

de 2008 von Fr. 9'870.- (Fr. 3'850.- + Fr. 6'020.-). 

 

 Total kann der Pflichtige damit in der Steuerperiode 2008 Unterhaltsbeiträge 

an seine Kinder in der Höhe von Fr. 20'598.- zum Abzug bringen. Dass er von seinem 

Arbeitgeber Kinderzulagen erhalten hätte, ist aus seinem Lohnausweis nicht ersicht-

lich. Das kantonale Steueramt errechnete im Einschätzungs- bzw. Veranlagungsent-

scheid unter Einrechnung von Kinderzulagen, aber ohne Indexierung der Unterhalts-

beiträge einen (leicht höheren) Gesamtbetrag von Fr. 22'520.-, den es dem Pflichtigen 

als Abzug zugestand. Nachdem die Unterhaltverträge nur als Anhaltspunkt für die Be-

messung der (tatsächlichen) Unterhaltsleistungen des Pflichtigen bzw. zur Bestimmung 

des Abzugs dienen, ist indessen vorliegend von einer Korrektur abzusehen.   

 

 Richtigerweise hat das kantonale Steueramt den (deklarierten) Versiche-

rungsprämienabzug von Fr. 700.- bzw. Fr. 1'200.- pro Kind gestrichen, nachdem sich 

dieser ebenfalls nach der Berechtigung zum Kinderabzug richtet (siehe oben, E. 1.a). 

Hiergegen wehrt sich der Pflichtige allerdings nicht.  

 

 Insgesamt hat es deshalb beim Betrag von Fr. 22'520.- als Abzug von Beiträ-

gen an den Unterhalt seiner Kinder sein Bewenden zu haben.  

 

 

 5. Nach alledem erweist sich die Einschätzung bzw. Veranlagung des kanto-

nalen Steueramts als rechtsbeständig, weshalb der Rekurs und die Beschwerde abzu-

weisen sind. Ausgangsgemäss sind die Kosten des vorliegenden Verfahrens dem 

Pflichtigen aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG; § 151 Abs. 1 StG).  

 

 

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

 

 

1. Der Rekurs wird abgewiesen. 

 

2. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

 
[…]