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**Case Identifier:** 3625ab1b-833b-575b-b9da-c9c456479f3f
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-03-08
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 08.03.2021 CA.2020.15
**Docket/Reference:** CA.2020.15
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_CA-2020-15_2021-03-08

## Full Text

Kriminelle Organisation (Art. 260ter StGB), mehrfache Widerhandlung gegen Art. 2 Abs. 1 des Bundesgeset-zes über das Verbot der Gruppierungen «Al-Quaïda»/ «Islamischer Staat» sowie verwandter Organisationen, Gewaltdarstellungen (Art. 135 StGB)
Berufung (teilweise) vom 9. November 2020 gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2019.74 vom 7. Oktober 2020
;;Kriminelle Organisation (Art. 260ter StGB), mehrfache Widerhandlung gegen Art. 2 Abs. 1 des Bundesgeset-zes über das Verbot der Gruppierungen «Al-Quaïda»/ «Islamischer Staat» sowie verwandter Organisationen, Gewaltdarstellungen (Art. 135 StGB)
Berufung (teilweise) vom 9. November 2020 gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2019.74 vom 7. Oktober 2020
;;Kriminelle Organisation (Art. 260ter StGB), mehrfache Widerhandlung gegen Art. 2 Abs. 1 des Bundesgeset-zes über das Verbot der Gruppierungen «Al-Quaïda»/ «Islamischer Staat» sowie verwandter Organisationen, Gewaltdarstellungen (Art. 135 StGB)
Berufung (teilweise) vom 9. November 2020 gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2019.74 vom 7. Oktober 2020
;;Kriminelle Organisation (Art. 260ter StGB), mehrfache Widerhandlung gegen Art. 2 Abs. 1 des Bundesgeset-zes über das Verbot der Gruppierungen «Al-Quaïda»/ «Islamischer Staat» sowie verwandter Organisationen, Gewaltdarstellungen (Art. 135 StGB)
Berufung (teilweise) vom 9. November 2020 gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2019.74 vom 7. Oktober 2020

Urteil vom 8. März 2021 
Berufungskammer 

Besetzung  Richter Andrea Blum, Vorsitzende 
Barbara Loppacher und Olivier Thormann  
Gerichtsschreiber Franz Aschwanden  

Parteien  A., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Alex Gäggeler 
(bis 9. März 2021) bzw. Rechtsanwalt Dr. iur. Elias Hof-
stetter  

Berufungsführer / Beschuldigter  

 
gegen 

  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staatsanwältin 
des Bundes Juliette Noto 
  

Berufungsgegnerin / Anklagebehörde  

Gegenstand 
 

Kriminelle Organisation (Art. 260ter StGB), mehrfache 
Widerhandlung gegen Art. 2 Abs. 1 des Bundesgeset-
zes über das Verbot der Gruppierungen «Al-Quaïda»/ 
«Islamischer Staat» sowie verwandter Organisationen, 
Gewaltdarstellungen (Art. 135 StGB) 
 
Berufung (teilweise) vom 9. November 2020 gegen das Ur-
teil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2019.74 
vom 7. Oktober 2020 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: CA.2020.15 

- 2 - 

Sachverhalt: 

A. Prozessgeschichte und erstinstanzliches Urteil 

A.1 Nach Eingang einer anonymen Strafanzeige vom 30. Oktober 2015, wonach der 
Beschuldigte anlässlich seines Koranunterrichts minderjährigen Kindern brutale Vi-
deos über Exekutionen und Attentate vorgeführt habe (BA pag. 02-00-0010 f.), er-
öffnete die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern gegen den Beschuldigten am 27. 
Januar 2016 eine Strafuntersuchung wegen Verdachts auf Gewaltdarstellungen (BA 
pag. 02-00-0003). 

A.2 Im Nachgang zu einer Gerichtsstandsanfrage des Kantons Bern vom 17. Mai 2016 
(BA pag. 02-00-0001) eröffnete die Bundesanwaltschaft (nachfolgend: BA) am 31. 
Mai 2016 eine Strafuntersuchung gegen den Beschuldigten wegen Verdachts des 
Verstosses gegen Art. 2 des Bundesgesetzes vom 12. Dezember 2014 über das 
Verbot der Gruppierungen «Al-Quaïda» und «Islamischer Staat» sowie verwandter 
Organisationen (SR 122; nachfolgend: Al-Quaïda/IS-Gesetz) (BA pag 01-00-0001 f.). 
Mit Verfügung vom 1. Juni 2016 übernahm die BA das von der Staatsanwaltschaft 
des Kantons Bern geführte Verfahren (BA pag. 02-00-0050). Mit Verfügungen vom 
11. Juli 2016 und 7. Dezember 2016 dehnte die BA das Strafverfahren auf die Tat-
bestände der Gewaltdarstellungen (Art. 135 StGB) und der Unterstützung bzw. Be-
teiligung an einer kriminellen Organisation (Art. 260ter StGB) aus (BA pag. 01-00-
0004 f.). Mit Verfügung vom 28. Juni 2018 vereinigte die BA die Strafverfolgung 
gegen den Beschuldigten in der Hand der Bundesbehörden (Art. 26 Abs. 2 StPO) (BA 
pag. 02-00-0051 ff.). Mit Strafbefehl vom 26. August 2019 verurteilte die BA den Be-
schuldigten wegen mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 2 Abs. 1 des Al-Quaïda/IS-
Gesetzes, Art. 260ter StGB und Art. 135 Abs. 1 und Abs. 1bis StGB zu einer unbeding-
ten Freiheitsstrafe von sechs Monaten (BA pag. 03-00-0001 ff.; TPF 2019.74 pag. 
5.100.008 ff.). Dagegen erhob der Beschuldigte am 4. September 2019 fristgerecht 
Einsprache (TPF 2019.69 pag. 4.100.013 ff.; TPF 2019.74 pag. 5.100.17 f.). 

A.3 Die BA hielt am Strafbefehl fest (Art. 355 Abs. 3 lit. a StPO) und überwies diesen 
mitsamt ihren Anträgen am 8. November 2019 der Strafkammer des Bundesstrafge-
richts (nachfolgend: Strafkammer) als Anklageschrift zur Durchführung des Hauptver-
fahrens (Art. 356 Abs. 1 StPO) (TPF 2019.69 pag. 4.100.001 ff.). 

A.4 Mit Verfügung vom 21. November 2019 wies die Einzelrichterin der Strafkammer die 
Anklage zur Berichtigung zurück und übertrug gleichzeitig die Rechtshängigkeit an 
die BA (Art. 329 Abs. 2 und 3 StPO; TPF 2019.69 pag. 4.932.001 ff.). Hierauf reichte 
die BA den Strafbefehl unverändert nochmals ein und teilte mit Schreiben vom 29. 
November 2019 mit, sie halte daran fest (TPF 2019.74 pag. 5.100.001 ff.). 

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A.5 Das Bundesamt für Polizei (fedpol) verfügte am 11. Juli 2019 die Ausweisung des 
Beschuldigten, verbunden mit einem 20-jährigen Einreiseverbot (Art. 68 des Bun-
desgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration; AIG; 
SR 142.20). Die von ihm dagegen erhobene Beschwerde wurde vom EJPD abge-
wiesen, worauf der Beschuldigte an den Bundesrat gelangte. Das entsprechende 
Verfahren ist nach wie vor pendent. Zudem ist ein Verfahren zur Rückführung des 
Beschuldigten nach Somalia hängig (vgl. Auskunft SEM vom 20. April 2020, TPF 
2019.74 pag. 5.262.2.002 - 020; Telefonnotiz vom 5. Februar 2020, CAR pag. 
4.101.001). 

A.6 Die erstinstanzliche Hauptverhandlung vor der Einzelrichterin der Strafkammer 
fand am 25. August 2020 in Anwesenheit des Beschuldigten und seines Verteidi-
gers statt, während die BA zuvor auf die Teilnahme verzichtet hatte (TPF 2019.74 
pag. 5.720.001 - 015). 

A.7 Mit Urteil der Einzelrichterin der Strafkammer SK.2019.74 vom 7. Oktober 2020 
(dem Beschuldigten inkl. Rechtsvertreter gleichentags mündlich eröffnet [TPF 
2019.74 pag. 5.930.002], von der BA am 8. Oktober 2020 postalisch empfangen 
[TPF 2019.74 pag. 5.930.005]) wurde der Beschuldigte des Verstosses gegen 
Art. 2 Abs. 1 des Al-Quaïda/IS-Gesetzes (Zeitraum vom 1. Januar 2015 bis 8. Feb-
ruar 2016) sowie des Besitzes von Gewaltdarstellungen (Art. 135 Abs. 1bis StGB) 
schuldig gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe von 5 Monaten, bedingt vollzieh-
bar bei einer Probezeit von 2 Jahren, bestraft (TPF 2019.74 pag. 5.930.001 - 004). 

A.8 Gegen das Urteil meldete der Beschuldigte bei der Strafkammer am 16. Oktober 
2020 schriftlich Berufung an (TPF 2019.74 pag. 5.940.001). Das begründete Urteil 
wurde am 20. Oktober 2020 an die Parteien versandt und von diesen am 21. Okto-
ber 2020 in Empfang genommen (TPF 2019.74 pag. 5.930.006 - 041; CAR pag. 
1.100.006 - 051). 

B. Verfahren vor der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts 

B.1 Mit Berufungserklärung vom 9. November 2020 liess der Beschuldigte folgende 
Anträge stellen (CAR pag. 1.100.052 ff.): 

1. Das Strafverfahren gegen A. wegen mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 2 Abs. 1 
des Bundesgesetzes über das Verbot der Gruppierungen «Al-Quaïda» und «Islami-
scher Staat» sowie verwandter Organisationen, wegen krimineller Organisation (Art. 
260ter StGB) sowie wegen Gewaltdarstellungen (Art. 135 Abs. 1 StGB) sei unter Aus-
scheidung der entsprechenden (erstinstanzlichen) Verfahrenskosten im Umfang von 
mindestens 9/10 zulasten des Staats einzustellen. 

Eventualiter: A. sei unter Ausscheidung der entsprechenden (erstinstanzlichen) Verfah-
renskosten im Umfang von mindestens 9/10 zulasten des Staats freizusprechen von 

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den Vorwürfen der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 2 Abs. 1 des Bundesgeset-
zes über das Verbot der Gruppierungen «Al-Quaïda» und «Islamischer Staat» sowie 
verwandter Organisationen, wegen krimineller Organisation (Art. 260ter StGB) sowie 
wegen Gewaltdarstellungen (Art. 135 Abs. 1 StGB). 

2. A. sei aufgrund des unangefochtenen Schuldspruchs in Ziffer 1, zweites Lemma (Besitz 
von Gewaltdarstellungen gemäss Art. 135 Abs. 1bis StGB) in Anwendung der entspre-
chenden Gesetzesbestimmungen zu verurteilen 

2.1. zu einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu CHF 20.00 unter Anrechnung von 
einem Tag Polizeihaft. Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben unter An-
setzung einer Probezeit von zwei Jahren; 

2.2. zu den auf den Schuldspruch entfallenden anteilsmässigen erstinstanzlichen 
Verfahrenskosten im Umfang von höchstens 1/10. 

3. Die für das erstinstanzliche Verfahren festgesetzte Entschädigung für die amtliche Ver-
teidigung sei im gleichen Verhältnis wie die Verfahrenskostenausscheidung (mindes-
tens 9/10) nicht der Rückzahlungspflicht von A. zu unterwerfen. 

4. Es sei dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst nach Ablauf der gesetzlichen 
Frist die Zustimmung zur Löschung der von A. erhobenen biometrischen erkennungs-
dienstlichen Daten zu erteilen. 

 
 Zudem wurde folgender Beweisantrag gestellt: 

Es sei eine sachverständige Person (Übersetzer) beizuziehen, welche den Inhalt mindestens 
der in den Akten enthaltenen Datei «Dateipfad» (soweit ersichtlich enthalten auf dem USB-
Stick in pag. 10.01.0059) vollständig in die deutsche Sprache übersetzt. 

B.2 Seitens der BA wurde bezüglich der Berufung des Beschuldigten innert Frist 
(Art. 400 Abs. 3 StPO) weder Nichteintreten beantragt noch Anschlussberufung er-
hoben. 

B.3 Mit Beweisverfügung der Vorsitzenden vom 8. Januar 2021 wurde der Beweisantrag 
des Beschuldigten betreffend Übersetzung der in den Akten enthaltenen Datei «Da-
teipfad» durch eine sachverständige Person insofern gutgeheissen, als für die Be-
rufungsverhandlung eine Dolmetscherin (Somali / Deutsch) bestellt wurde, um die 
genannte Datei auszugsweise, sowie allenfalls weitere Dateien bzw. Passagen ge-
mäss Vorgaben der Vorsitzenden von Somali ins Deutsche zu übersetzen (CAR 
pag. 6.200.001 ff.). Zudem wurden bezüglich des Beschuldigten von Amtes wegen 
ein aktueller Betreibungs- und Strafregisterauszug sowie die aktuellen Steuerunter-
lagen (Steuererklärung / -veranlagungsverfügung) beigezogen (CAR pag. 
6.401.001 - 024). 

B.4 Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 3. März 2021, welche in Anwesenheit 
des Beschuldigten und seines Verteidigers (RA Alex Gäggeler) stattfand, wurden 
Passagen aus der in den Akten enthaltenen Audiodatei «Dateipfad» durch eine Dol-
metscherin übersetzt und der Beschuldigte einvernommen (CAR pag. 7.200.001 ff., 

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7.402.001 ff.). Der Beschuldigte / Berufungsführer stellte folgende Anträge (CAR 
pag. 7.200.009 f., 7.300.038 f.): 

 I. Einstellung des Verfahrens, evtl. Freispruch 

 1.  Das Strafverfahren gegen A. wegen mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 2 Abs. 1 
des Bundesgesetzes über das Verbot der Gruppierungen «Al-Qaïda» und 
«Islamischer Staat» sowie verwandter Organisationen, wegen krimineller 
Organisation (Art. 260ter StGB) sowie wegen Gewaltdarstellungen (Art. 135 Abs. 1 
StGB) sei unter Ausscheidung der entsprechenden erstinstanzlichen Verfahrens-
kosten im Umfang von mindestens 9/10 zulasten des Staats einzustellen. 

 2. Eventualiter: A. sei unter Ausscheidung der entsprechenden erstinstanzlichen 
Verfahrenskosten im Umfang von mindesten 9/10 zulasten des Staats freizusprechen 
von den Vorwürfen 

  2.1. der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 
das Verbot der Gruppierungen «Al-Qaïda» und «Islamischer Staat» sowie 
verwandter Organisationen; 

  2.2.  der kriminellen Organisation (Art. 260ter StGB); 

  2.3.  der Gewaltdarstellungen (Art. 135 Abs. 1 StGB). 

 Il.  Schuldspruch 

Hingegen sei A. schuldig zu sprechen wegen Gewaltdarstellungen (Art. 135 Abs. 1bis 
StGB) durch Besitz von 12 Videodateien und er sei unter Anwendung der 
massgebenden Gesetzesbestimmungen zu verurteilen: 

 1.  zu einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu CHF 10.00 unter Anrechnung von einem 
Tag Polizeihaft. Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung einer 
Probezeit von zwei Jahren; 

 2.  zu den auf den Schuldspruch entfallenden anteilsmässigen erstinstanzlichen Verfah-
renskosten im Umfang von höchstens 1/10. 

 III.  Verfahrenskosten für das Berufungsverfahren / weitere Verfügungen 

 1.  Die Verfahrenskosten des Berufungsverfahrens seien der Bundesanwaltschaft aufzu-
erlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

 2.  Die für das erstìnstanzliche Verfahren (in der Höhe rechtskräftig) festgesetzte Ent-
schädigung für die amtliche Verteidigung sei im gleichen Verhältnis wie die (erst-
instanzliche) Verfahrenskostenausscheidung (mindestens 9/10) nicht der Rück-
zahlungspflicht von A. zu unterwerfen. 

 3.  Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers für das Berufungsverfahren sei gemäss 
Kostennote vom 3. März 2021 festzusetzen, ohne Rückzahlungspflicht durch A.. 

 4.  Es sei dem für die Führung von AFIS zustandigen Dienst nach Ablauf der gesetzlichen 
Frist die Zustimmung zur Löschung der von A. erhobenen biometrischen 
erkennungsdienstlichen Daten zu erteilen. 

 5.  Herr Rechtsanwalt AIex Gäggeler sei im Nachgang an die mündliche Urteilseröffnung, 
spätestens jedoch per 9. März 2021 aus dem amtlichen Mandat zu entlassen und es 

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sei Herrn A. auf diesen Zeitpunkt hin resp. nahtlos Herr Rechtsanwalt Dr. Elias 
Hofstetter als neuer amtlicher Verteidiger beizuordnen. 

 6.  Weitere Verfügungen seien von Amtes wegen zu erlassen. 

Gemäss obigem Antrag III. Ziffer 5 wurde sodann die Entlassung von Rechtsanwalt 
Alex Gäggeler per Dienstag, 9. März 2021 aus dem Mandat der amtlichen Verteidi-
gung bzw. die Einsetzung von Rechtsanwalt Dr. Elias Hofstetter im Sinne von Art. 
133 i.V.m. Art. 132 StPO an seiner Stelle als neuer amtlicher Verteidiger des Be-
schuldigten verfügt (CAR pag. 7.200.015). 

B.5 Das Urteil wurde am 8. März 2021 mündlich eröffnet und summarisch begründet, 
wobei dies jeweils wiederum von einer Dolmetscherin in die Muttersprache des Be-
schuldigten übersetzt wurde. Dem anwesenden Beschuldigten und seinem Vertei-
diger wurde das Urteilsdispositiv ausgehändigt bzw. der abwesenden Partei (BA) 
postalisch zugestellt (vgl. CAR pag. 7.200.016 ff., 11.100.001 ff.). 

 
Die Berufungskammer erwägt: 

I.  Formelle Erwägungen 

1. Eintreten / Fristen 

1.1. Sowohl die Berufungsanmeldung des Beschuldigten von 16. Oktober 2020 als 
auch dessen Berufungserklärung vom 9. November 2020 erfolgten jeweils unter 
Fristenwahrung (vgl. Art. 399 Abs. 1 - 3 StPO). Die Berufung richtet sich gegen das 
Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2019.74 vom 7. Oktober 2020, 
mit dem das Verfahren ganz abgeschlossen wurde (Art. 398 Abs. 1 StPO). Mit 
diesem Urteil wurde der Beschuldigte schuldig gesprochen wegen Verstosses ge-
gen Art. 2 Abs. 1 des Al-Quaïda/IS-Gesetzes (Zeitraum vom 1. Januar 2015 bis 
8. Februar 2016) sowie Besitzes von Gewaltdarstellungen (Art. 135 Abs. 1bis 

StGB) und mit einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 5 Monaten (unter 
Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren) bestraft. 

1.2. Das angeklagte Delikt des Verstosses gegen Art. 2 Abs. 1 des Al-Quaïda/IS-Ge-
setzes fällt gemäss dessen Art. 2 Abs. 3 in die Bundesgerichtsbarkeit. Der Bun-
desgerichtsbarkeit untersteht auch der Anklagepunkt der kriminellen Organisa-
tion nach Art. 260ter StGB, soweit diese ihre Aktivitäten – wie vorliegend – zum 
überwiegenden Teil im Ausland entfaltet (vgl. Art. 24 Abs. 1 lit. a, Abs. 2 und 3 
StPO; Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2007.4 vom 21. Juni 
2007 E. 1.1.3). Aufgrund der Vereinigungsverfügung der BA vom 28. Juni 2018 
(BA pag. 02-00-0051 ff.) ist gemäss Art. 26 Abs. 2 StPO in Bezug auf das ange-

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klagte Delikt der Gewaltdarstellungen im Sinne von Art. 135 StGB die Bundesge-
richtsbarkeit ebenfalls gegeben. Der Beschuldigte ist im vorliegenden Strafver-
fahren durch die vorinstanzliche Verurteilung beschwert und hat ein rechtlich ge-
schütztes Interesse an deren Aufhebung / Änderung (Art. 104 Abs. 1 lit. b, Art. 
111 Abs. 1 und Art. 382 Abs. 1 StPO). Die Berufungskammer des Bundesstraf-
gerichts (nachfolgend: Berufungskammer) ist in der Besetzung mit drei Richter-
personen für die Beurteilung der vorliegenden Berufung örtlich und sachlich zu-
ständig (Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO; Art. 33 lit. c, Art. 38a und 38b des Bundesge-
setzes über die Organisation der Strafbehörden des Bundes [Strafbehördenor-
ganisationsgesetz, StBOG; SR. 173.71]). Sämtliche Voraussetzungen um auf die 
Berufung einzutreten sind erfüllt. Verfahrenshindernisse liegen keine vor. Auf die 
Berufung ist somit einzutreten. 

2. Verfahrensgegenstand und Kognition / Verbot der reformatio in peius 

2.1 Die vorliegende Berufung richtet sich gegen das Urteil der Strafkammer 
SK.2019.74 vom 7. Oktober 2020. Das Urteil wird teilweise, d.h. im Schuldpunkt 
bezüglich Verstosses gegen Art. 2 Abs. 1 des Al-Quaïda/IS-Gesetzes, im Straf-
punkt, betreffend Ausscheidung der Verfahrenskosten, bezüglich des Umfangs 
der Rückzahlungspflicht hinsichtlich der Entschädigung für den amtlichen Vertei-
diger sowie betreffend eine Nebenfolge (Löschung der biometrischen erken-
nungsdienstlichen Daten) angefochten (CAR pag. 1.100.052 ff.). 

2.2 Gemäss Art. 398 Abs. 2 StPO kann das Berufungsgericht das Urteil in allen an-
gefochtenen Punkten umfassend überprüfen. Bezüglich der Kognition ist zu be-
rücksichtigen, dass die BA weder Berufung noch Anschlussberufung erklärt hat 
bzw. am ursprünglichen Anklagevorwurf betreffend Art. 135 Abs. 1 StGB ([Ge-
waltdarstellungen, Tatvarianten: Herstellen, Einführen, Lagern, in Verkehr Brin-
gen, Anpreisen, Ausstellen, Anbieten, Zeigen, Überlassen oder zugänglich Ma-
chen], in Bezug auf den im erstinstanzlichen Verfahren kein Schuldspruch er-
folgte) nicht mehr festhält. Die genannte Tatbestandsvariante ist somit aufgrund 
des Verbots der reformatio in peius (Art. 391 Abs. 2 StPO) – welches nicht nur 
bezüglich des Strafmasses, sondern auch hinsichtlich der rechtlichen Qualifika-
tion zu beachten ist (BGE 139 IV 282 E. 2.3 ff.) – im Berufungsverfahren nicht 
mehr zu prüfen. 

2.3 Die Verurteilung wegen Besitzes von Gewaltdarstellungen i.S.v. Art. 135 Abs. 1bis 
StGB (Tatvariante des Besitzens) wiederum wird vom Beschuldigten nicht ange-
fochten, womit u.a. auch die Frage eines Verbotsirrtums (vgl. Urteil SK.2019.74 
E. 3.3.4) nicht mehr zu prüfen ist. Demnach ist der diesbezügliche Schuldspruch 
in Rechtskraft erwachsen; betreffend diese Tatbestandsvariante ist im Beru-
fungsverfahren nur noch die Strafzumessung zu prüfen. 

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3. Verletzung des Anklagegrundsatzes 

3.1 Bereits im erstinstanzlichen Verfahren hatte der Beschuldigte die Verletzung des 
Anklageprinzips gerügt (vgl. Urteil SK.2019.74 E. 1.3). Im Berufungsverfahren 
hielt er an den entsprechenden Rügen im Wesentlichen fest (vgl. CAR pag. 
7.300.001 ff.). 

3.2 Eine Straftat kann nur gerichtlich beurteilt werden, wenn die Staatsanwaltschaft 
gegen eine bestimmte Person wegen eines genau umschriebenen Sachverhalts 
beim zuständigen Gericht Anklage erhoben hat (Art. 9 Abs. 1 StPO). Gemäss dem 
in dieser Norm umschriebenen Anklagegrundsatz muss aus der Anklageschrift (vgl. 
Art. 325 ff.; Art. 356 Abs. 1 StPO) ersichtlich sein, inwiefern die inkriminierte Hand-
lung den objektiven und subjektiven Tatbestand der angerufenen strafrechtlichen 
Normen erfüllt (Urteil des BGer 6B_899/2010 vom 10. Januar 2011 E. 2.5). Für 
den Beschuldigten muss ersichtlich sein, was ihm vorgeworfen wird, damit er sich 
entsprechend verteidigen kann. Nicht Aufgabe der Anklage ist hingegen, die 
rechtliche Würdigung vorwegzunehmen (Urteil des BGer 6B_390/2009 vom 
14. Januar 2010 E. 1.8; BGE 126 119 E. 2a, je mit Hinweisen). 

3.3. Da die BA weder Berufung noch Anschlussberufung erklärt hat bzw. am ur-
sprünglichen Anklagevorwurf betreffend Art. 135 Abs. 1 StGB (Herstellen etc. von 
Gewaltdarstellungen, in Bezug auf den im erstinstanzlichen Verfahren kein 
Schuldspruch erfolgte) nicht mehr festhält, ist diese Tatbestandsvariante auf-
grund des Verbots der reformatio in peius (Art. 391 Abs. 2 StPO) im Berufungs-
verfahren nicht mehr zu prüfen (vgl. oben E. I. 2.2). Die Verurteilung bezüglich 
Besitzes von Gewaltdarstellungen i.S.v. Art. 135 Abs. 1bis StGB wiederum wird 
vom Beschuldigten nicht angefochten, womit der diesbezügliche Schuldspruch in 
Rechtskraft erwachsen ist; betreffend diese Tatbestandsvariante ist im Beru-
fungsverfahren nur noch die Strafzumessung zu prüfen (vgl. oben E. I. 2.3). Das 
Gesagte hat zur Folge, dass die Ausführungen des Beschuldigten anlässlich der 
Berufungsverhandlung zur Verletzung des Anklagegrundsatzes, soweit sie sich 
auf die Anklagepunkte betreffend Art. 135 Abs. 1 und 1bis StGB beziehen (vgl. 
CAR pag. 7.300.005 ff.), nicht relevant sind, bzw. eine Verletzung des Anklage-
grundsatzes insofern nicht gerügt werden kann. 

 Ergänzend ist insofern zu erwähnen, dass in Bezug auf den Anklagepunkt von 
Art. 135 Abs. 1bis StGB von den 13 sichergestellten Videodateien, die in der An-
klageschrift exemplarisch bezeichnet und umschrieben werden (vgl. Urteil 
SK.2019.74 E. 1.3.4), der Tatbestand nach Auffassung der Vorinstanz nur im 
Hinblick auf 12 dieser Videodateien erfüllt ist. Das letzte Video gemäss Auflistung 
in der Anklageschrift (S. 4) mit der Bezeichnung «Dateipfad» könne diesbezüg-
lich nämlich noch als nicht strafrechtlich relevante «neutrale Informationsverbrei-
tung» bezeichnet werden (vgl. TPF 2019.74 pag. 5.721.033 f.; Urteil SK.2019.74 

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E. 3.3.1). Dieser Umstand ist im Rahmen der Strafzumessung zu berücksichtigen 
(vgl. unten E. II. 2.4.2). 

3.4 Betreffend Art. 2 Abs. 1 des Al-Quaïda/IS-Gesetzes ist einzig der Vorwurf der 
Übertragung von drei Dateien auf B.s Computer zu beurteilen und zu würdigen 
(Verbot der reformatio in peius; vgl. Urteil SK.2019.74 E. 1.3.3). Unter welcher 
Rubrik die relevanten Dateien im Strafbefehl beschrieben werden (z.B. unter 
«Begründung») ist nicht massgebend, solange der Beschuldigte klar erkennen 
kann, was ihm vorgeworfen wird. Letzteres ist hier in Bezug auf die erwähnten 
drei Dateien der Fall (vgl. Urteil SK.2019.74 E. 1.3 - 1.3.3). Der Beschuldigte 
wusste im Sinne von Art. 325 Abs. 1 lit. f und g StPO, was ihm betreffend diese 
drei Dateien in objektiver und subjektiver Hinsicht (sowohl bezüglich Vorsatz wie 
auch Eventualvorsatz) konkret vorgeworfen wird, und konnte/kann sich dagegen 
entsprechend verteidigen. 

3.5 Zusammenfassend treffen die Ausführungen der Vorinstanz zu den erwähnten Rü-
gen des Beschuldigten im Wesentlichen zu. Eine Verletzung des Anklagegrund-
satzes über jene Aspekte hinaus, welche die Vorinstanz (in Übereinstimmung mit 
der Verteidigung; vgl. Urteil SK.2019.74 E. 1.3.3 f.; TPF 2019.74 pag. 5.721.007) 
bereits festgestellt und berücksichtigt hat, liegt nicht vor. Die Rügen des Beschul-
digten betreffend Verletzung des Anklagegrundsatzes hinsichtlich der Einvernah-
men des Beschuldigten werden unten (E. I. 4.2 - 4.2.7) geprüft. 

4. Verwertbarkeit der Einvernahmen  

4.1 Wahrung der Teilnahmerechte im Untersuchungsverfahren (Art. 147 StPO) 

 Die Einvernahmen mit der Auskunftsperson B. vom 21. Dezember 2016, der Zeu-
gin C. vom 20. August 2018 sowie der Auskunftsperson D. vom 20. August 2018, 
über die der Verteidiger gemäss dessen Vorbringen nicht informiert und bezüg-
lich deren somit das Konfrontationsrecht nicht gewährt wurde (vgl. Art. 147 Abs. 
1 StPO), werden (wie bereits vor der Vorinstanz) – soweit im Rahmen der Be-
weiswürdigung berücksichtigt – nicht zum Nachteil des Beschuldigten verwertet 
(Art. 147 Abs. 4 StPO; vgl. Urteil SK.2019.74 E. 1.4). Vollumfänglich verwertbar 
sind hingegen die Einvernahmen im Ermittlungsverfahren durch die Bundeskrimi-
nalpolizei (nachfolgend: BKP) mit folgenden Auskunftspersonen: Q. (vom 12. De-
zember 2016 [BA pag. 12-01-0003 ff.]), R. (vom 12. Dezember 2016 [BA pag. 12-
02-0001 ff.] und B. (vom 13. Juni 2017 [BA pag. 12-03-0009 ff.]). 

4.2 Belehrung über den Verfahrensgegenstand (Art. 143 und Art. 158 StPO) 

4.2.1 Die Verteidigung bringt (im Rahmen ihrer Ausführungen zur Verletzung des An-
klagegrundsatzes) zudem vor, sie habe anlässlich der Einvernahmen des Be-
schuldigten jeweils darauf hingewiesen, dass diesem bei der einleitenden 

- 10 - 

Rechtsbelehrung der Gegenstand des Strafverfahrens nur in Form von Vorhalten 
der relevanten Straftatbestände erläutert worden respektive der Gegenstand des 
Verfahrens nicht genügend umschrieben worden sei (mit Verweis auf BA pag. 
13-01-0012, 0043, 0048 und 0053). Diese Hinweise seien jedoch nie wirklich 
goutiert worden. Bekanntlich müsse bei der Belehrung der Vorwurf möglichst um-
fassend dargelegt werden, wobei der Vorwurf des Verstosses gegen eine Straf-
norm klarerweise nicht genüge (mit Verweis auf Urteil des BGer 6B_1021/2013 
vom 29. September 2014 E. 2.3.1) (CAR pag. 7.200.011 Ziffer 2 sowie pag. 
7.300.003 f.). 

4.2.2 Nach Art. 143 Abs. 1 lit. b StPO wird die einzuvernehmende Person zu Beginn 
der Einvernahme in einer ihr verständlichen Sprache über den Gegenstand des 
Strafverfahrens und die Eigenschaft, in der sie einvernommen wird, informiert. 
Gemäss Art. 158 Abs. 1 lit. a StPO weisen Polizei oder Staatsanwaltschaft die 
beschuldigte Person zu Beginn der ersten Einvernahme in einer ihr verständli-
chen Sprache darauf hin, dass gegen sie ein Vorverfahren eingeleitet worden ist 
und welche Straftaten Gegenstand des Verfahrens bilden. Einvernahmen ohne 
diesen Hinweis sind nicht verwertbar (Art. 158 Abs. 2 StPO). Die Vorwürfe sind 
möglichst umfassend darzulegen. Demnach würde etwa der pauschale Vorwurf 
des Handels mit Betäubungsmitteln oder gar allgemein des Verstosses gegen 
das BetmG nicht genügen; vielmehr wären der beschuldigten Person nach Ort 
und Zeit bestimmte Handlungen vorzuhalten, die einen derartigen Verstoss be-
deuten. Vorzuhalten ist also – nach dem aktuellen Verfahrensstand – ein mög-
lichst präziser einzelner Lebenssachverhalt und der daran geknüpfte Deliktsvor-
wurf, nicht aber bereits die genaue rechtliche Würdigung (vgl. Botschaft vom 21. 
Dezember 2005 zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, BBl 2006 1192 f. 
Ziffer 2.4.2; SCHMID, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 2. Aufl. 
2013, S. 351 f. N. 860). Der Vorhalt muss so konkret sein, dass die beschuldigte 
Person den gegen sie gerichteten Vorwurf erfassen und sich entsprechend vertei-
digen kann (Urteil des BGer 6B_1021/2013 vom 29. September 2014 E. 2.3.1; vgl. 
dazu auch RUCKSTUHL, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 158 StPO N. 21 ff.) 

4.2.3 Die erwähnten Rügen der Verteidigung sind zutreffend. Aus den von ihr genannten 
Aktenstellen (i.V.m. BA pag. 13-01-0002 und 0023) geht insbesondere hervor, 
dass dem Beschuldigten anlässlich der Einvernahmen durch die BKP vom 14. Juni 
2017 (BA pag. 13-01-0001 ff.) sowie durch die BA vom 25. Januar 2019 (BA pag. 
13-01-0023 ff.) und 3. Oktober 2019 (BA pag. 13-01-0048 ff.) bei der einleitenden 
Rechtsbelehrung der Gegenstand des Strafverfahrens nur in Form von Vorhalten 
der relevanten Straftatbestände erläutert wurde. Dasselbe gilt zudem in Bezug auf 
die vorangehende Einvernahme durch die Kantons- bzw. Regionalpolizei Bern vom 
9. Februar 2016 (vgl. BA pag. 02-00-0018), die im Rahmen des Vorverfahrens we-
gen Gewaltdarstellungen (Art. 135 StGB) durchgeführt wurde. Dieses behördli-

- 11 - 

che Vorgehen ist gemäss den genannten Bestimmungen der Strafprozessord-
nung bzw. der erwähnten bundesgerichtlichen Rechtsprechung unzureichend 
respektive unzulässig. Es ist erstaunlich, dass trotz Hinweis durch RA Gäggeler 
bereits anlässlich der Einvernahme durch die BKP vom 14. Juni 2017 (BA pag. 
13-01-0012) die durch die BA durchgeführte Einvernahme erneut gerügt werden 
musste (BA pag. 13-01-0043); dennoch wurde der Mangel weder in der ersten 
noch in der zweiten Einvernahme durch die BA korrigiert (vgl. BA pag. 13-01-
0053). Dass im Rahmen der genannten durch die BKP bzw. BA durchgeführten 
Einvernahmen jeweils unzutreffend – und entgegen den Hinweisen der Vertei-
digung – in Form von «Protokollnotizen» vermerkt wurde, dass u.a. die Bestim-
mung von Art. 143 Abs. 1 lit. b StPO «eingehalten» worden sei (BA pag. 13-01-
0012, 0043, 0052 f.), ändert daran selbstredend nichts (vgl. RUCKSTUHL, a.a.O., 
Art. 158 StPO N. 18a). In diesem Zusammenhang ist ergänzend darauf hinzu-
weisen, dass auch die Eröffnungs- bzw. Ausdehnungsverfügungen sich mit der 
plakativen Nennung von Straftatbeständen begnügten (vgl. BA pag. 01-00-0001 f.; 
0004; 0005). 

4.2.4 Soweit erste Einvernahmen ohne die Hinweise (u.a.) gemäss Art. 158 Abs. 1 lit. a 
StPO erfolgen, sind die Einvernahmen nicht verwertbar (Art. 158 Abs. 2 StPO). 
Art. 141 StPO regelt (allgemein) die Verwertbarkeit rechtswidrig erlangter Be-
weise. Für Beweise, die durch verbotene Beweiserhebungsmethoden erlangt 
werden, sieht Art. 141 Abs. 1 Satz 1 StPO ein absolutes Beweisverwertungsverbot 
vor. Dasselbe gilt, wenn das Gesetz einen Beweis als unverwertbar bezeichnet 
(Art. 141 Abs. 1 Satz 2 StPO). Beweise, die Strafbehörden in strafbarer Weise oder 
unter Verletzung von Gültigkeitsvorschriften erhoben haben, dürfen nach Art. 141 
Abs. 2 StPO grundsätzlich nicht verwertet werden, es sei denn, ihre Verwertung 
sei zur Aufklärung schwerer Straftaten unerlässlich (Urteil des BGer 6B_1021/2013 
vom 29. September 2014 E. 2.3.1 und 2.3.2 Abs. 1). 

4.2.5 Sowohl bei der Einvernahme des Beschuldigten durch die Kantons- bzw. Regio-
nalpolizei Bern vom 9. Februar 2016 (vgl. BA pag. 02-00-0018), die im Rahmen 
des Vorverfahrens (ausschliesslich) wegen Gewaltdarstellungen (Art. 135 StGB) 
durchgeführt wurde, als auch bei der Einvernahme durch die BKP vom 14. Juni 
2017 (BA pag. 13-01-0001 ff.) wegen des Verdachts des Verstosses gegen Art. 2 
des Al-Quaïda/IS-Gesetzes, der Unterstützung bzw. Beteiligung an einer krimi-
nellen Organisation (Art. 260ter StGB) und der Gewaltdarstellungen (Art. 135 
StGB) handelte es sich in der Sache jeweils um «erste Einvernahmen» im Sinne 
von Art. 158 StGB (vgl. RUCKSTUHL, a.a.O., Art. 158 StPO N. 7 - 17). Diese beiden 
Einvernahmen sind somit gemäss Art. 158 Abs. 2 StPO nicht zum Nachteil des 
Beschuldigten verwertbar. 

4.2.6 Auch die darauf erfolgten beiden Einvernahmen des Beschuldigten durch die BA 
vom 25. Januar 2019 (BA pag. 13-01-0023 ff.) und 3. Oktober 2019 (BA pag. 13-01-

- 12 - 

0048 ff.) sind gemäss Art. 143 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 141 Abs. 2 StPO – da sie unter 
Verletzung von Gültigkeitsvorschriften erhoben wurden – nicht zum Nachteil des Be-
schuldigten verwertbar. Vorliegend ist es auch nicht nötig, diese Einvernahmen im 
Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO in fine zur Aufklärung schwerer Straftaten (trotz-
dem) zu verwerten, zumal zur Klärung des Sachverhalts sowohl Sachbeweise 
vorliegen als auch richterliche Einvernahmen mit dem Beschuldigten durchge-
führt wurden, die verwertbar sind (siehe zu Letzterem nachfolgend E. I. 4.2.7). 

4.2.7 Anlässlich der vorinstanzlichen Einvernahme vom 25. August 2020 zur Anklage 
und zur Sache wurde der Beschuldigte gemäss Art. 143 Abs. 1 lit. b StPO korrekt 
insbesondere über den Gegenstand des Strafverfahrens informiert (TPF 2019.74 
pag. 5.731.007 Rz. 2 - 9 und 25 - 29). Auch anlässlich der Einvernahme im Rah-
men der Berufungsverhandlung vom 3. März 2021 wurde der Beschuldigte ent-
sprechend korrekt informiert (CAR pag. 7.402.007 Rz. 37 - 42). Dazu kommt, 
dass dem Beschuldigten die Anklageschrift (bzw. der Strafbefehl) bereits im Vor-
feld dieser beiden Einvernahmen bekannt war. Diese beiden Einvernahmen des 
Beschuldigten sind somit – im Gegensatz zu den erwähnten vorangehend mit 
ihm durchgeführten Einvernahmen – im vorliegenden Berufungsverfahren voll-
umfänglich verwertbar. 

II. Materielle Erwägungen 

1. Verstoss gegen Art. 2 Abs. 1 des Al-Quaïda/IS-Gesetzes 

1.1 Anklagevorwurf / Standpunkte der Vorinstanz und des Beschuldigten 

1.1.1 Der Anklagevorwurf gegenüber dem Beschuldigten lautet im Wesentlichen wie 
folgt: Er habe im Zeitraum zwischen Anfang 2015 und Dezember 2016 drei Da-
teien, welche drei zusammengehörige Predigten der bekannten «Al-Shaabab»- 
(recte: «Al-Shabaab»-) Führungsperson Aadan Xaashi Ceyrow (nachfolgend: Cey-
row) enthalten, von seiner USB-Festplatte A6 auf den Computer von B. übertragen 
und damit verbreitet. Dadurch habe er den IS und verwandte Organisationen in 
deren verbrecherischen Machenschaften gefördert. Im Einzelnen wird dem Be-
schuldigten die Verbreitung folgender Dateien zur Last gelegt: 

 - Bezeichnung / Pfad: Dateipfad 
 Beschreibung: Der Sprecher sagt, dass er alle Mujaheddin begrüsse. Ein besonde-

rer Gruss gelte dabei Osama BIN LADEN. Was nun geschehe, sei ein Krieg gegen 
die Muslime. Amerika habe Soldaten aus Burundi, Äthiopien und Uganda nach Soma-
lia geschickt, um zu verhindern, dass die islamische Religion in Ostafrika die Ober-
hand gewinne. Er rufe alle Somalis zum Dschihad auf. 

 -   Bezeichnung / Pfad: Dateipfad 

- 13 - 

Beschreibung: Der Sprecher ruft die im Ausland Lebenden auf, nach Somalia zu 
kommen, um am Dschihad teilzunehmen. Sie sollen ihre Waffen, Schwerter, alles, 
was sie finden können, als Waffe gegen die Ungläubigen mitnehmen. Für die Muslime 
sei es egal, ob der Feind aus Amerika komme oder aus Uganda, Burundi oder Äthio-
pien. Es seien alles Kafr (Ungläubige). 

 - Bezeichnung / Pfad: Dateipfad 

Beschreibung: Zu Beginn erinnert der Sprecher daran, dass der Dschihad obligato-
risch sei. Es sei dasselbe wie fünf Mal am Tag zu beten und das Einhalten des Rama-
dan. Die Brüder sollen gegen die Ungläubigen kämpfen und kein Erbarmen zeigen. Sie 
sollen sie köpfen und in jede Ecke schauen, wo sie sich verstecken. Wenn sie sie töten, 
sollen sie «Allah Akbar» rufen. Sie sollen sie so grausam wie möglich töten, wie die Welt 
es noch nicht gesehen hat. Das Fleisch soll geschnitten werden während sie am Leben 
sind und es sollen alle Ungläubigen getötet werden. Er wolle die Zuhörer aufwecken, 
damit sie am Dschihad teilnehmen. (BA pag. 03-00-0002 f.) 

1.1.2 Die Vorinstanz kam zusammengefasst zum Schluss, es sei aufgrund der foren-
sischen Auswertung der technischen Daten ohne Weiteres erstellt, dass die in-
kriminierten Dateien zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt zwischen Anfang 
Januar 2015 und dem 8. Februar 2016 ab der (durch die BKP am 9. Februar 2016 
sichergestellten) USB-Festplatte Toshiba (A6) des Beschuldigten auf den PC von 
B. kopiert worden seien. Auch die deliktische Relevanz der drei inkriminierten 
audiovisuellen Dateien sei fraglos gegeben. Die Dateien stellten Propaganda für 
eine verbotene Gruppierung, namentlich die «Al-Shabaab»-Miliz, dar. Der objek-
tive und subjektive Tatbestand von Art. 2 Abs. 1 des Al-Qaïda/IS-Gesetzes sei 
erfüllt (vgl. Urteil SK.2019.74 E. 2.3 - 2.6). 

1.1.3 Unbestritten ist, dass die erwähnten drei Dateien, die auf dem Computer von B. 
gefunden bzw. wiederhergestellt werden konnten, von der USB-Festplatte Tos-
hiba (A6) des Beschuldigten stammen; der Beschuldigte räumt insofern ein, es 
sei möglich bzw. könne sein, dass die Dateien von ihm übertragen worden seien 
(vgl. TPF 2019.74 pag. 5.721.017 f., 021 ff.; 5.731.007 f.; Urteil SK.2019.74 E. 2.3.1 
Satz 2; CAR pag. 7.300.009 ff. und 7.402.012). Ebenso unbestritten ist der (ori-
ginale bzw. übersetzte) Inhalt dieser Dateien (vgl. oben E. II. 1.1.1 und unten E. 
II. 1.6).  

 Der Beschuldigte bestreitet jedoch den Anklagevorwurf, dass die Übertragung 
der drei erwähnten Dateien auf den Computer von B. ein Verbreiten darstelle 
(TPF 2019.74 pag. 5.721.021; Urteil SK.2019.74 E. 2.3.3) bzw. dass er bewusst 
und in der Absicht, entsprechende Gruppierungen zu unterstützen respektive zu 
fördern, Propagandamaterial kopiert habe (vgl. TPF 2019.74 pag. 5.721.020; 
024 ff.). Anlässlich der Berufungsverhandlung bezeichnete der Beschuldigte die 
Aussagenwürdigung der Vorinstanz im Rahmen des Plädoyers als nicht nach-
vollziehbar und offensichtlich rechtsfehlerhaft (CAR pag. 7.300.011 ff.). Bei kor-
rekter Beweis- respektive Aussagewürdigung sei festzustellen, dass er bereits im 

- 14 - 

Februar 2016 unmittelbar nach bzw. am Tag seiner Verhaftung und ohne damals 
anwaltlich vertreten gewesen zu sein, anlässlich seiner ersten Einvernahme Aus-
sagen gemacht habe, welche seine – nicht erst heute, sondern bereits damals 
vorhandene – Einstellung und das damit verbundene offene Islamverständnis ge-
zeigt habe (vgl. CAR pag. 7.300.012 - 014). Seine glaubhaften Aussagen würden 
ein äusserst offenes Verständnis bzw. eine Toleranz gegenüber anderen Religi-
onen zeigen und wiederum das Gegenteil von dem, was die BA da hineininter-
pretiert habe (CAR pag. 7.300.013). Er habe nie, insbesondere auch nicht in der 
fraglichen Zeit (2015/2016) irgendwelche gewaltextremistischen Ideologien von Al-
Shabaab, IS, Al-Quaïda usw. vertreten und diese vielmehr seit jeher als klar falsch 
empfunden. Bereits deshalb sei der Vorwurf der Förderung von Al-Shabaab durch 
das Kopieren von Daten auf einen fremden Computer geradezu absurd (vgl. CAR 
pag. 7.300.014 f.).  

 Ein Schuldspruch basierend auf eventualvorsätzlichem Handeln scheide ohnehin 
aus, da die Anklage ihm nichts Derartiges vorwerfe und Eventualvorsatz zudem 
ebenfalls nicht erwiesen wäre. Er habe nämlich glaubhaft angegeben, dass er die 
drei gemäss Anklageschrift relevanten Dateien nicht bewusst auf den PC von B. 
kopiert, sondern bloss ein (online-)Buch über die arabische Grammatik mit dem 
Titel «Nahwa (Ashrumi)» auf dessen Computer habe kopieren wollen bzw. kopiert 
habe. Erheblich entlastende Umstände seien von der Vorinstanz nicht berücksich-
tigt worden (vgl. CAR pag. 7.300.015 ff.). Ihm habe beim Kopieren bzw. Benutzen 
des harmlosen Unterrichtsmaterials schlicht ein Fehler unterlaufen sein müssen 
(vgl. CAR pag. 7.300.020 ff.). Schliesslich seien die drei in der Anklageschrift ge-
nannten Videodateien nicht verwendet worden. B. und seine Kinder hätten keine 
Kenntnis von diesen drei Dateien gehabt und diese Videos nie gesehen. Diese 
drei Dateien seien zum Zeitpunkt der polizeilichen Sicherstellung gelöscht gewe-
sen und hätten vom Beschuldigten gelöscht worden sein müssen (vgl. CAR pag. 
7.300.029 f.). 

1.2 Rechtliches 

 Nach Art. 2 Abs. 1 des Al-Quaïda/IS-Gesetzes macht sich strafbar, wer sich auf 
dem Gebiet der Schweiz an einer nach Art. 1 verbotenen Gruppierung oder Or-
ganisation beteiligt, sie personell oder materiell unterstützt, für sie oder ihre Ziele 
Propagandaaktionen organisiert, für sie anwirbt oder ihre Aktivitäten auf andere 
Weise fördert. Die Vorinstanz hat die Tatbestandsmerkmale von Art. 2 Abs. 1 des 
Al-Quaïda/IS-Gesetzes sorgfältig und korrekt dargelegt, unter ausführlicher Be-
rücksichtigung der entsprechenden Rechtsprechung und Lehre (vgl. Urteil 
SK.2019.74 E. 2 - 2.2.4). Diese einleitenden grundsätzlichen Ausführungen der 
Vorinstanz sind unbestritten. Auf sie kann im Sinne der Prozessökonomie im 
Wesentlichen verwiesen werden (vgl. Art. 82 Abs. 4 StPO). Ergänzend ist darauf 
hinzuweisen, dass dieser Tatbestand in subjektiver Hinsicht Vorsatz verlangt, 

- 15 - 

wobei Eventualvorsatz genügt (vgl. Urteil der Strafkammer des Bundesstrafge-
richts SK.2019.23 vom 15. Juli 2019 E. 3.2.3 mit Hinweisen). Vorsätzlich begeht 
ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt. Vor-
sätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält und in 
Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB). Nach ständiger Rechtsprechung ist Eventual-
vorsatz gegeben, wenn der Täter den Eintritt des Erfolgs bzw. die Tatbestands-
verwirklichung für möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für den 
Fall seines Eintritts in Kauf nimmt und sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch 
unerwünscht sein (vgl. Urteil des BGer 6B_1050/2017 vom 20. Dezember 2017 
E. 1.3.2 mit Hinweisen). 

1.3 Beweisgrundsätze / Beweisthema 

1.3.1 Das Rechtsmittelverfahren beruht auf den Beweisen, die im Vorverfahren und im 
erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind. Beweisabnahmen des 
erstinstanzlichen Gerichts werden nur wiederholt, wenn: a. Beweisvorschriften 
verletzt worden sind; b. die Beweiserhebungen unvollständig waren; c. die Akten 
über die Beweiserhebungen unzuverlässig erscheinen. Die Rechtsmittelinstanz 
erhebt von Amtes wegen oder auf Antrag einer Partei die erforderlichen zusätzli-
chen Beweise (Art. 389 StPO). Die Strafbehörden setzen zur Wahrheitsfindung 
alle nach dem Stand von Wissenschaft und Erfahrung geeigneten Beweismittel 
ein, die rechtlich zulässig sind. Über Tatsachen, die unerheblich, offenkundig, der 
Strafbehörde bekannt oder bereits rechtsgenügend erwiesen sind, wird nicht Be-
weis geführt (Art. 139 Abs. 1 und 2 StPO). Art. 139 Abs. 2 StPO schränkt die 
gerichtliche Pflicht zur förmlichen Beweisführung wieder in engen Grenzen ein. 
Bestimmte Tatsachen müssen nicht bewiesen werden oder dürfen bereits vor dem 
Verfahren als bewiesen gelten. Art. 139 Abs. 2 StPO erlaubt damit in gewissem 
Umfang auch eine antizipierte Beweiswürdigung vor allem aus prozessökonomi-
schen Gründen (GLEISS, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 139 StPO N. 31). 

1.3.2 Eine unmittelbare Beweisabnahme hat im mündlichen Berufungsverfahren u.a. 
zu erfolgen, wenn die unmittelbare Kenntnis des Beweismittels für die Urteilsfäl-
lung notwendig erscheint (vgl. BGE 143 IV 288 E. 1.4.1 f. mit Hinweisen), bzw. 
wenn sie im Sinne von Art. 405 Abs. 1 i.V.m. Art. 343 Abs. 3 StPO den Ausgang 
des Verfahrens beeinflussen kann. Dies ist namentlich der Fall, wenn die Kraft 
des Beweismittels in entscheidender Weise vom Eindruck abhängt, der bei seiner 
Präsentation entsteht, beispielsweise wenn es in besonderem Masse auf den 
unmittelbaren Eindruck einer Zeugenaussage ankommt, so wenn die Aussage 
das einzige direkte Beweismittel (Aussage gegen Aussage) darstellt. Das Gericht 
verfügt bei der Frage, ob eine erneute Beweisabnahme erforderlich ist, über ei-
nen Ermessensspielraum (vgl. BGE 140 IV 196 E. 4.4.2, mit Hinweisen). 

- 16 - 

1.3.3 Gemäss Art. 10 Abs. 3 StPO geht das Gericht von der für die beschuldigte Person 
günstigeren Sachlage aus, wenn unüberwindliche Zweifel daran bestehen, dass 
die tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat erfüllt sind. Diese Be-
stimmung konkretisiert den verfassungsmässigen Grundsatz der Unschuldsver-
mutung (in dubio pro reo; Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziffer 2 EMRK). Der Grund-
satz in dubio pro reo als Beweiswürdigungsregel besagt, dass sich der Strafrich-
ter nicht von einem für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhalt überzeugt 
erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der 
Sachverhalt so verwirklicht hat. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische 
Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewiss-
heit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unter-
drückende Zweifel handeln, d.h. um solche, die sich nach der objektiven Sach-
lage aufdrängen (Urteil des BGer 6B_781/2010 vom 13. Dezember 2010 E.3.2, 
mit Verweis auf BGE 124 IV 86 E. 2a; 120 Ia 31 E. 2c). 

1.3.4 Im Rechtsmittelverfahren kann das Gericht für die tatsächliche und die rechtliche 
Würdigung des angeklagten Sachverhalts auf die Begründung der Vorinstanz 
verweisen (Art. 82 Abs. 4 StPO). Diese Bestimmung dient der Prozessökonomie. 
Werden jedoch im Rechtsmittelverfahren erhebliche Einwände vorgebracht, wel-
che nicht Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens bildeten, entfällt die Mög-
lichkeit der Verweisung (vgl. STOHNER, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 82 
StPO N 9, mit Hinweisen). 

1.3.5 Die in Bezug auf den Anklagevorwurf unbestrittenen und bestrittenen Punkte sind 
im Wesentlichen aus den obigen Ausführungen (E. II. 1.1 - 1.1.3) ersichtlich, wo-
raus sich auch das Beweisthema ergibt. Zusammenfassend ist unbestritten und 
aufgrund der vorliegenden Beweismittel erstellt, dass die erwähnten drei Dateien, 
die auf dem Computer von B. gefunden bzw. wiederhergestellt werden konnten, 
von der USB-Festplatte Toshiba (A6) des Beschuldigten stammen. Ebenso un-
bestritten ist der Inhalt dieser Dateien. In verschiedener Hinsicht strittig ist hinge-
gen, in welchem konkreten (objektiven und vor allem subjektiven) Kontext diese 
Übertragung stattfand bzw. wie die Übertragung beweismässig zu würdigen ist. 
Der Beschuldigte bestreitet in objektiver Hinsicht insbesondere, dass die Übertra-
gung der Dateien auf den Computer von B. ein Verbreiten darstelle und dass er in 
subjektiver Hinsicht bewusst und in der Absicht, entsprechende Gruppierungen zu 
unterstützen respektive zu fördern, Propagandamaterial kopiert habe (vgl. oben E. 
II. 1.1.3). 

1.4 Beweisantrag des Beschuldigten 

 Betreffend den im Vorfeld der Berufungsverhandlung teilweise gutgeheissenen Be-
weisantrag des Beschuldigten (vgl. oben Sachverhalt lit. B.1 in fine) ist auf die Be-
weisverfügung vom 8. Januar 2021 zu verweisen (vgl. oben Sachverhalt lit. B.3; 

- 17 - 

CAR pag. 6.200.001 ff.) sowie auf die entsprechende (erneute) Übersetzung mit-
tels Dolmetscherin von Passagen aus der Audiodatei «Dateipfad» anlässlich der 
Berufungsverhandlung vom 3. März 2021 (CAR pag. 7.200.003 ff.). Weitere Beweis-
anträge wurden nicht gestellt (CAR pag. 7.200.009). 

1.5 Beweismittel 

 Zum Sachverhalt liegen folgende Beweismittel vor: 

1.5.1  Sachbeweise 

  In sachlicher Hinsicht liegen zu diesem Anklagepunkt folgende verwertbaren Be-
weismittel vor: Die sichergestellen drei Dateien, welche drei zusammengehörige 
Predigten der bekannten «Al-Shabaab»-Führungsperson Ceyrow enthalten sol-
len (vgl. oben E. II. 1.1.1), mit den in diesem Zusammenhang erstellten, nachfol-
gend aufgeführten Berichten, die sich (teilweise mit Übersetzungen) auch zu di-
versen weiteren sichergestellten Dateien äussern: 

    -  Bericht betreffend Auswertung von elektronischen Sicherstellungen vom 
29. August 2018 (vgl. BA pag. 10-01-0001 ff.) 

    - Bericht zur Sicherstellung / forensischen Sicherung elektronischer Geräte 
und Datenträger vom 10. September 2018 (BA pag. 10-01-0171 ff.) 

    - Bericht zur forensischen Auswertung elektronischer Daten vom 22. Oktober 
2018 (BA pag. 10-01-0177) 

    - Bericht Auswertung von elektronischen Sicherstellungen vom 26. Oktober 
2018 (BA pag. 10-01-0185 ff.) 

    - Bericht über die detaillierte Analyse relevanter Videos vom 3. Dezember 
2018 (BA pag. 10-01-0190 ff.) 

1.5.2 Personalbeweise 

 Die Verwertbarkeit von Aussagen des Beschuldigten und weiterer Personen, die 
während Einvernahmen gemacht wurden, wurde bereits oben geprüft, worauf 
verwiesen werden kann (E. I. 4. - 4.2.7; siehe dazu unten E. II. 1.7. - 1.7.1.5 und 
1.8 - 1.8.3). Zudem liegen in Form von Audio- bzw. Videodateien weitere, aus-
serhalb von Einvernahmen getätigte Äusserungen des Beschuldigten vor, die in 
den erwähnten Berichten (oben E. II. 1.5.1) thematisiert und unten (E. II. 1.7.2 - 
1.7.6) exemplarisch bzw. auszugsweise wiedergegeben werden. 

1.6 Drei Predigten von Ceyrow 

 Auf den drei inkriminierten audiovisuellen Dateien sind drei zusammenhängende 
Reden von Ceyrow zu hören, der ab 2006 als militärischer Führer der verbotenen 
Organisation «Al-Shabaab» gilt (Dateipfad). Bei «Al-Shabaab» handelt es sich um 
eine salafistisch geprägte Terrororganisation militärischen Zuschnitts in Somalia, 

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die 2012 der Al-Qaïda die Treue geschworen hat und seitdem als regionaler Al-
Qaïda-Ableger gilt. Wie die Al-Qaïda betreibt auch die «Al-Shabaab»-Miliz den 
bewaffneten Dschihad mit dem Ziel, am Horn von Afrika einen islamistischen 
Gottesstaat (Kalifat) mit strikter Auslegung des islamischen Rechts (Scharia) zu 
errichten. Sie ist nachgewiesenermassen verantwortlich für Verbrechen gegen 
die Menschlichkeit und zahlreiche Anschläge gegen die Zivilbevölkerung (vgl. TPF 
2019.74 pag. 5.262.2.011; Dateipfad, Dateipfad sowie Dateipfad). Beim Abspielen 
der drei Dateien ist zu Beginn jeweils eine schwarze Fahne mit arabischen 
Schriftzügen und einem weissen Logo zu sehen. Es ist notorisch, dass es sich 
dabei um die sogenannte IS-Flagge handelt (vgl. Dateipfad). Das islamische 
Glaubensbekenntnis (Arabisch: shahāda) in der speziellen Kombination mit dem 
Siegel des Propheten, wie es auf der IS-Flagge zu sehen ist, wird ausschliesslich 
vom IS, der Al-Qaïda und diesen zugewandten Gruppierungen, wie der «Al-
Shabaab»-Miliz, benutzt. Die «Al-Shabaab»-Miliz setzt damit ein zentrales Sym-
bol des Islams für ihre terroristischen Zwecke ein. Ceyrow ruft in den Reden die 
Somalis, auch die im Ausland lebenden, zum gewaltsamen Dschihad gegen alle 
Ungläubigen (Arabisch: Kafr) auf. Diese seien so grausam wie möglich zu töten. 
Der Inhalt bzw. die Übersetzung der drei Dateien ist unbestritten; insofern wurde 
keine neue Übersetzung verlangt (vgl. TPF 2019.74 pag. 5.731.008 Rz. 15 - 22). 

1.7 Aussagen / Äusserungen des Beschuldigten 

1.7.1 Erst- und zweitinstanzliche Einvernahmen des Beschuldigten 

1.7.1.1 Anlässlich der vorinstanzlichen Einvernahme hatte der Beschuldigte geäussert, 
dass er seine USB-Festplatte mit der Absicht in B.s PC gesteckt habe, um Unter-
richtsmaterial zu kopieren, nicht um diese drei Predigten dort zu übertragen. Den 
Speicher habe er an B.s PC einstecken müssen, um das Buch «Das arabische 
Buch ist in deinen Händen» auf diesen zu laden, damit B.s Kinder S. und T. es dort 
lesen und Arabisch lernen könnten (vgl. TPF 2019.74 pag. 5.731.008 Rz. 39 - 46). 
Es könne sein, dass es aus Unwissen übertragen worden sei, jedoch nicht be-
wusst. Diese drei Dateien habe er besessen, um davon zu lernen (im Sinne einer 
Vorsichtsmassnahme) und nicht um sie anderen bzw. B. zu zeigen (vgl. TPF 
2019.74 pag. 5.731.008 Rz. 2 - 37). Anlässlich der Berufungsverhandlung bestä-
tigte der Beschuldigte diese Angaben im Wesentlichen (vgl. CAR pag. 704.012 Rz. 
10 - 12; 31 f.; 39 - 41 und pag. 704.013 Rz. 15 - 23). Dass sich auf B.s PC plötzlich 
noch andere Dateien befunden hätten könne daher rühren, dass er möglicherweise 
den ganzen Ordner hineingetan habe – möglicherweise sogar noch mehr. Viel-
leicht hätten sich im gleichen Ordner wie das Arabisch-Buch auch diese Predigten 
befunden. Er sei ja nur ein Mensch, der auch Fehler machen könne (vgl. CAR pag. 
704.013 Rz. 25 - 28; 30 - 33; 35 - 39).  

https://de.wikipedia.org/wiki/Al-Shabaab_(Miliz)

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1.7.1.2  Auf Vorhalt des Inhalts der drei Reden bezeichnete der Beschuldigte diesen vor 
der Vorinstanz als «falsch». Darum habe er den Leuten klarmachen wollen, dass 
sie insofern aufzupassen müssten (vgl. TPF 2019.74 pag. 5.731.008 Rz. 15 - 22). 
Als Beispiel nannte er diesbezüglich anlässlich der Berufungsverhandlung die 
Gruppe «Takfir wal-Hijra», bei welcher seine Ehefrau Mitglied gewesen sei. Es 
gäbe viele Leute im Westen, die solche Dinge hören und deren Mitglieder wür-
den. Er habe nicht einer von denen werden, frei denken und nicht nach einer 
Ideologie leben wollen (vgl. CAR pag. 7.402.010 Rz. 33 ff.; pag. 7.402.011 Rz. 1 ff.; 
pag. 7.402.014 Rz. 1 ff., 11 f., 25 ff.). 

1.7.1.3 Vor der Vorinstanz erklärte der Beschuldigte, mit «ich weiss viel» (über «Al-
Shabaab») habe er gemeint, dass er wisse, dass sie Somalier seien und ihn daher 
nicht irreführen könnten. «Al-Shabaab» seien «Falsche», Terroristen und auf der 
ganzen Welt verboten. Er sei nie Mitglied gewesen, möchte ein freier Mensch sein 
und dass ihm niemand eine Ideologie bringe (vgl. TPF 2019.74 pag. 5.731.009 
Rz. 1 - 14, 16 - 18, 20 - 22). Anlässlich der Berufungsverhandlung bestätigte er, 
dass die «Al-Shabaab»-Miliz falsch läge, wenn sie Nicht-Mitglieder als «Verräter» 
oder «Ungläubige» bezeichne. Deren falscher Islam sei nicht kompatibel mit sei-
nem eigenen. Ihn könne man nicht irreführen bzw. auf den falschen Weg bringen, 
da er wisse, «was sie seien» (vgl. CAR pag. 7.402.014 Rz. 40 - pag. 7.402.015 
Rz. 8; 14 - 44). 

1.7.1.4 Seine Auffassung des Begriffs «Dschihad» definierte der Beschuldigte vor der 
Vorinstanz dahingehend, dass der Aufruf zur Tötung von Ungläubigen für ihn kei-
nen Dschihad darstelle. Dschihad bezeichne vielmehr, wie er seine Kinder er-
ziehe und sein Leben führe; man müsse etwas leisten für die Mitmenschen, nicht 
Menschen töten (vgl. TPF 2019.74 pag. 5.731.009 Rz. 31 - 38). Auf die Frage, 
ob die Tötung von Menschen ein falsch verstandener Dschihad sei, antwortete 
er dahingehend, dass er nicht wolle, dass wenn er (Anmerkung des Gerichts: aus 
der Verhandlung) rauskomme, es heissen würde, dass er ungläubig geworden 
sei. Er sei ja kein islamischer Gelehrter. Er wolle nicht sagen, es sei so, wenn 
geglaubt werde, es sei das (vgl. TPF 2019.74 pag. 5.731.009 Rz. 40 - 46). Auf 
seine früheren Aussagen zum Thema Apostasie, wonach er nicht der Meinung 
sei, dass man jemanden töten müsse, der sich vom Islam abwende, dies jedoch 
vom muslimischen Glauben so vorgesehen sei, er jedoch nicht derjenige sei, der 
die Tötung vornehmen müsse, stellte er klar, dass man nicht «an einen Vers nicht 
glauben dürfe», ansonsten man ungläubig werde. Er selber sei ja nicht derjenige, 
der die Person verurteilen müsse oder solle. Man solle den Glauben nicht mit 
Fragen löchern, da man sonst unsicher werde (vgl. TPF 2019.74 pag. 5.731.010 
Rz. 5 - 23). Gemäss Islam sei ein Abtrünniger zu töten (vgl. TPF 2019.74 pag. 
5.731.009 Rz. 41 f.; pag. 5.731.011 Rz. 1 - 4). Auf die Frage, ob eine andere 
Person nicht legitimiert sei zu töten, auch wenn der Prophet das sage, antwortete 
er insofern ausweichend, dass dies von einem Gericht in einem islamischen Staat 

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entschieden werden müsse, nicht aber wie da, wo jeder machen könne, was er 
wolle. Scharia sei jedoch mehr als das, es bedeute auch zu beten und zu fasten 
(vgl. TPF 2019.74 pag. 5.731.011 Rz. 14 - 16; 18). 

  Gegenüber dem Berufungsgericht erklärte der Beschuldigte, dass «Dschihad» bei-
spielsweise auch «sich bemühen» bedeuten könne - alles was mit gut zu tun habe, 
wie seine Kinder zu unterstützen oder zu arbeiten (vgl. CAR pag. 7.402.015 Rz. 46 
- pag. 7.402.016 Rz. 3). Seine vorherigen Aussagen zum Thema Apostasie, ins-
besondere bezüglich einer Hadithe, gemäss welcher Abtrünnige nach Einräumung 
einer Bedenkzeit ohne Aussprechen des Glaubensbekenntnisses (Shahada) zu 
töten seien, bzw. der vom Beschuldigten geäusserten Ansicht, dass die Tötung 
eines Abtrünnigen, sofern durch ein Scharia-Gericht legitimiert, in Ordnung sei, 
kommentierte der Beschuldigte insofern, als man den Koran nicht nur teilweise, 
sondern als Gesamtes glauben solle (vgl. CAR pag. 7.402.016 Rz. 17 - 28). Seine 
Aussage bezüglich der Legitimation von gerichtlich angeordneten Tötungen Ab-
trünniger relativierte er insofern, als dies «etwas Falsches» sei. Er hätte nur gesagt, 
dass dies gewisse Menschen tun würden und es falsch sei. Selbst wenn dies die 
Worte des Propheten seien, so könne man sich für solche Taten nicht jedes Mal 
darauf berufen, da es sonst Unruhen gäbe, Ordnung und Respekt verloren gingen 
und jeder das Gefühl habe, machen zu können was er wolle (vgl. CAR pag. 
7.402.016 Rz. 30 - 32; pag. 7.402.017 Rz. 5 - 16; 18 - 21; pag. 7.402.018 Rz. 9 - 30).  

1.7.1.5 Zum Thema «Scharia» erklärte der Beschuldigte gegenüber der Vorinstanz, dass 
er erst nach Somalia zurückkehren würde, wenn es dort die richtige Scharia 
gäbe. Bisher würden nirgends die richtige Scharia oder der richtige Islam ange-
wendet (vgl. TPF 2019.74 pag. 5.731.014 Rz. 5 ff.). Die schweizerischen Gesetze 
würde er jedoch akzeptieren (vgl. TPF 2019.74 pag. 5.731.014 Rz. 9 f.). Gegen-
über dem Berufungsgericht definierte er die «richtige Scharia» als die «Zeit, als 
der Prophet gelebt habe, als alle friedlich zusammengelebt hätten, die Juden, 
Christen und Muslime». Jetzt sei aber eine andere Zeit. Er lebe in der Schweiz 
seinen Glauben, ohne dass ihn jemand zwinge oder nötige, etwas zu machen, 
was er nicht wolle. Er könne beten, nach Mekka gehen, reisen, frei entscheiden. 
Die Schweizer Gesetzgebung (insbesondere das Strafrecht) sei etwas Gutes 
(vgl. CAR pag. 7.402.018 Rz. 32 - pag. 7.402.019 Rz. 17). 

1.7.2  Audiodatei «Dateipfad» (vgl. USB-Stick BA pag. 10-01-0059 / (Dateipfad); 
oben E. II. 1.4; CAR pag. 7.200.003 ff., insbesondere 005 - 007): Der Beschul-
digte machte zu Recht geltend, dass Passagen aus dieser Audiodatei falsch 
übersetzt worden seien (vgl. CAR pag. 1.100.054 f.; oben Sachverhalt lit. B.1 in 
fine), weshalb die entsprechenden Passagen anlässlich der Berufungsverhand-
lung durch die anwesende Dolmetscherin neu übersetzt wurden (vgl. oben Sach-
verhalt lit. B.3; CAR pag. 6.200.001 ff.; 7.200.003 ff.). Die Berufungskammer 
stützt sich, sofern für die Beweiswürdigung relevant, auf diese neue Übersetzung 

- 21 - 

ab (dies im Gegensatz zur Vorinstanz, die sich auf die alte Übersetzung ab-
stützte; vgl. Urteil SK.2019.74 E. 2.3.4 S. 18, Passage «ab Minute 00:48:59»; BA 
pag. 10-01-0144). 

1.7.3  Videosequenzen betreffend das «Haus der Religionen» in Bern (Asservat 
A4, Pfade: «Dateipfade» [Speicherzeitpunkte: Je 1. Mai 2015]): Gemäss Bericht 
der BKP vom 29. August 2016 wurde der Beschuldigte bei diesen beim «Haus 
der Religionen» in Bern gedrehten Videosequenzen anhand seiner Stimme iden-
tifiziert (BA pag. 10-01-0021). Die erste Videosequenz enthält gemäss Überset-
zung folgende Aussagen des Beschuldigten: Hier werde in ein Millionen-Dollar-
Bauprojekt investiert. Neun Weltreligionen würde unter ein Dach gebracht. Wie 
wollten sie sich überhaupt verständigen? Juden, Moslems, Christen und dann 
kämen andere, die was Anderes glaubten. Allah habe gesagt, dass nur der Islam 
die einzige richtige Religion sei. Wer was Anderes glaube, werde in der Hölle 
schmoren. Und in die ewige Verdammnis gehen (BA pag. 10-01-0034). Die 
zweite Videosequenz enthält gemäss Übersetzung folgende Aussagen des Be-
schuldigten: Er spreche über ein ein Millionen-Dollar-Projekt, das Haus der Reli-
gionen, und lese eine Sure aus dem Koran. Er sehe einen Mann mit Bierdose in 
der Hand und schreie «a-uzhu-billah minal Shaidhani rajim» (Bedeutung bzw. 
Übersetzung: «Ich nehme Zuflucht zu Allah von Satan, der Verworfenen»). Am 
Ende sage er, es sei unmöglich, mehrere Religionen unter ein Dach zu bringen. Er 
frage sich, was Religionsfreiheit bedeute. Der Prophet Mohammed habe gesagt, 
alle, die eine andere Konfession annähmen, oder die Religion verliessen, sollten 
getötet werden. Die Abtrünnigen sollten zum Tode verurteilt werden (vgl. BA pag. 
10-01-0035; vgl. auch BA pag. 10-01-0021 sowie 0146 f.). 

1.7.4  «Sprachmemo002» («Dateipfad» bzw. Excel-Datei Nachtragsbericht Rubrik 25; 
USB-Stick BA-10-01-0245 [Speicherzeitpunkt: 1. Mai 2015]): Im Rahmen eines Te-
lefongesprächs mit einer (nicht näher bezeichneten) «Mutter» äusserte sich der 
Beschuldigte gemäss Übersetzung insbesondere wie folgt: Ihre Tochter sei sehr 
krank. In ihr spreche ein Dschinn, der «Madaxyare» heisse und erzählt habe, wer 
ihn geschickt habe. Dieser Mann lebe in Jowar, er habe mehrere Dschinn in seiner 
Macht. Sie müsse ihm (dem Beschuldigten) dessen Telefonnummer, Namen, Ad-
resse und Nachnamen sagen. Sie würden ihn telefonisch kontaktieren und bitten, 
damit aufzuhören. Wenn er das nicht mache, müsse er mit Konsequenzen rechnen. 
Es gebe Al Shabaab, man könne diese beauftragen, diesen Mann zu mahnen oder 
einzuschüchtern. Al Shabaab seien junge religiöse gute Leute, die helfen würden 
(BA pag. 10-01-0209; 0210). 

1.7.5  «Sprachmemo010» («Dateipfad» bzw. Excel-Datei Nachtragsbericht Rubrik 
23; USB-Stick BA-10-01-0245 [Speicherzeitpunkt: 19. Februar 2015]): Im Rah-
men eines Telefongesprächs mit dem Bruder von AA. äusserte sich der Beschul-
digte gemäss Übersetzung insbesondere wie folgt: Er (der Bruder von AA.) 

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dürfe nicht in ein Kafir-Land reisen (auswandern), das verbiete die Religion. Er 
dürfe nur unter drei Umständen in ein Kafir-Land gehen: 1. Gesundheitliche 
Gründe (mangelnde medizinische Versorgung), 2. Geschäftliche Gründe, 3. Mis-
sionierung für den Islam (vgl. BA pag. 10-01-0207). 

1.7.6  «Sprachmemo013» («Dateipfad» bzw. Excel-Datei Nachtragsbericht Rubrik 12; 
USB-Stick BA-10-01-0245 [Speicherzeitpunkt: 1. Mai 2015]): Gemäss Überset-
zung fragte eine Frau namens «BB.» (vgl. hierzu auch «Sprachmemo011», BA 
pag. 10-01-0201) während eines Gesprächs den Beschuldigten, ob er ihren Ex-
Mann und einen Mann aus Afrika töten könne. Diese würden sie immer verhexen. 
Der Beschuldigte habe darauf verneint, einen Mann in Europa und Vater von zwei 
Kindern töten zu können. Aber beim anderen könne man jemanden beauftragen, 
damit dieser bei einem Bombenanschlag ums Leben komme. Das könne und 
müsse man machen, der habe den Tod verdient (vgl. BA pag. 10-01-0202). 

1.8 Aussagen von Auskunftspersonen 

1.8.1 Q. sagte am 12. Dezember 2016 gegenüber der BKP aus, dass er von seinem 
Sohn nie gehört habe, dass der Beschuldigte ihm Videos gezeigt habe. Er ver-
neinte auch, dass Beschuldigte sich gegenüber ihm (Q.) jemals über Dschihadis-
ten / den Dschihad geäusssert habe (vgl. BA pag. 12-01-0008 Rz. 12 - 16; pag. 
12-01-0009 Rz. 14 - 16). 

1.8.2 R. (Ehefrau des Beschuldigten) erklärte am 12. Dezember 2016 gegenüber der 
BKP, dass der Beschuldigte ein guter Mann sei, der ihren Kindern das arabische 
Alphabet beibringen würde (vgl. BA pag. 12-02-0004 Rz. 6 f.; pag. 12-02-0009 
Rz. 10 f.). Ob er mit Al-Shabaab etwas zu tun habe, wisse sie nicht – sie glaube 
aber nicht. Für ihn seien alle (auch Andersdenkende) gleich. Sie und ihr Mann 
lebten hier und seien zufrieden (vgl. BA pag. 12-02-0012 Rz. 7 f., 22 ff.). In der 
Schweiz sei alles freiwillig und ab 18 Jahren könne jeder machen was er wolle. 
Sie schaue nicht was ihr Mann mache – sie sei die meiste Zeit mit ihren Kindern 
und deren Betreuung beschäftigt. Es stimme nicht, dass ihr Mann Al-Shabaab 
unterstütze oder Andersgläubige als Ungläubige bezeichne (vgl. BA pag. 12-02-
0013 Rz. 1 ff., 14 - 20). 

1.8.3  B. verneinte gegenüber der BKP am 21. Dezember 2016, dass der Beschuldigte 
seinen Computer für den Unterricht benutzt habe, da dieser nur Papier und Hefte 
benutze. Er habe sich ihm gegenüber nie über Dschihadisten, den Dschihad oder 
islamische/extremistische Organisationen geäussert (vgl. BA pag. 12-03-0005 Rz. 
7 f.; pag. 12-03-0006 Rz. 23 - pag. 12-03-0007 Rz. 1; zur Verwertbarkeit dieser 
Einvernahme zu Gunsten des Beschuldigten vgl. oben E. I. 4.1). Von der BKP 
am 13. Juni 2017 erneut einvernommen, erklärte er, dass der Beschuldigte «nie 
etwas angeschlossen habe». Er könne sich an keine aufgenommenen Videos auf 
seinen Geräten erinnern. Seine (B.s) Frau benutze (auf seinem PC) manchmal 

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YouTube. Er wisse nicht, wo sich diese (ihm vorgehaltenen) Filme befänden, wer 
sie heruntergeladen und angesehen habe. Er habe diesen PC seit mehr als 10 
Jahren und er sei möglicherweise auch von Besuchern benutzt worden (vgl. BA pag. 
12-03-0011 Rz. 2 - 14, 21 - 33). Sofern sich auf dem Computer Filme befinden wür-
den, so müsse wohl etwas an diesem angeschlossen worden sein, beispielsweise 
vom Beschuldigten, möglicherweise im Rahmen des Koranunterrichts. Geschaut 
hätten diese Videos wohl seine Besucher (Erwachsene oder Jugendliche) oder der 
Beschuldigte selber (vgl. BA pag. 12-03-0012 Rz. 7 - 14, 22 - 29). Der Beschul-
digte sei nicht jemand, den man immer habe beobachten müssen (vgl. BA pag. 
12-03-0013 Rz. 7 - 9). 

1.9 Beweiswürdigung / Beweisergebnisse 

1.9.1 Erstellt ist gemäss den vorliegenden Beweismitteln (insbesondere der durchge-
führten forensisch-technischen Analyse), dass die Audiodateien mit den Predig-
ten von Ceyrow, die auf dem Computer von B. gefunden bzw. wiederhergestellt 
werden konnten, von der USB-Festplatte Toshiba (A6) des Beschuldigten stam-
men und dass diese Dateien vom Beschuldigten übertragen worden sind. Für 
eine andere Täterschaft als jene des Beschuldigten liegen keinerlei stichhaltige 
Hinweise vor. 

1.9.2  

1.9.2.1 Soweit der Beschuldigte sinngemäss vorbringt, dass er stets ein äusserst offenes 
Islamverständnis bzw. eine Toleranz gegenüber anderen Religionen gezeigt 
habe (vgl. oben E. II. 1.1.3), so erscheint dies – insbesondere auch unter der vom 
Beschuldigten geforderten Berücksichtigung der Grundsätze der Aussagenana-
lyse (vgl. CAR pag. 7.300.011 ff.) – als stark beschönigend und unzutreffend. Die 
Selbsteinschätzung des Beschuldigten beruht offenbar auf einer sehr einseitigen 
bzw. selektiven Berücksichtigung der vorliegenden Beweismittel und steht in kla-
rem Widerspruch zu diversen anderslautenden Äusserungen seinerseits. Zu er-
wähnen ist insbesondere, dass er explizit und ohne irgendwelche Relativierun-
gen geltend machte, Allah habe gesagt, dass nur der Islam die einzige richtige 
Religion sei; wer etwas Anderes glaube, werde in der Hölle schmoren und in die 
ewige Verdammnis gehen. Der Prophet Mohamed habe gesagt, dass alle, die 
eine andere Konfession annähmen oder die Religion verliessen (Abtrünnige), 
zum Tode verurteilt bzw. getötet werden sollten (vgl. oben E. II. 1.7.3). 

1.9.2.2 Auch seine Äusserung gegenüber einer telefonischen Gesprächspartnerin, wo-
nach es Al Shabaab gäbe und man diese beauftragen könne, den im Telefonge-
spräch erwähnten Mann zu mahnen oder einzuschüchtern – denn Al Shabaab 
seien junge religiöse gute Leute, die helfen würden (vgl. oben E. II. 1.7.4) – wi-
derspricht diametral der Behauptung des Beschuldigten, dass er gewaltextremis-
tische bzw. Ideologien von Al-Shabaab, IS, Al-Quaïda usw. seit jeher als klar 

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falsch empfunden habe. Die erwähnte Äusserung widerspricht auch seinen an-
lässlich der erst- und zweitinstanzlichen Einvernahmen getätigten Aussagen, Al-
Shabaab seien «falsche» bzw. die lägen eben «falsch» (vgl. oben E. II. 1.7.1.3). 

1.9.2.3 In die gleiche Richtung deutet auch die Äusserung des Beschuldigten, wonach 
man in Bezug auf einen (im entsprechenden Gespräch konkret thematisierten) 
Mann jemanden damit beauftragen könne, diesen bei einem Bombenanschlag 
ums Leben kommen zu lassen und man dies machen könne und müsse, da er 
den Tod verdient habe (vgl. oben E. II. 1.7.6). 

1.9.2.4 Sein Rat an einen Bekannten, wonach dieser nicht in ein Kafir-Land reisen (aus-
wandern) dürfe, weil das die Religion verbiete, bzw. dies nur aus drei Gründen 
erlaubt sei (gesundheitliche Gründe bzw. mangelnde medizinische Versorgung, 
geschäftliche Gründe oder Missionierung für den Islam [vgl. oben E. II. 1.7.5]) deu-
tet ebenfalls keineswegs auf das vom Beschuldigten sich selbst zugeschriebene 
«äusserst offene Islamverständnis» hin – das Gegenteil ist der Fall. 

1.9.2.5 Zusätzlich lassen auch diverse Aussagen des Beschuldigten anlässlich der erst- 
und zweitinstanzlichen Einvernahmen erkennen, dass er sich von einem funda-
mentalistischen bzw. dschihadistischen Islamverständnis nie wirklich distanziert 
hat. Illustrativ ist dazu etwa seine ausweichende Reaktion auf die Frage, ob Men-
schen töten für ihn nicht Dschihad sei bzw. ob dies ein falsch verstandener 
Dschihad sei. Diesbezüglich betonte er, dass er nicht möchte, dass es heisse, er 
sei ungläubig geworden, wenn er (aus der Gerichtsverhandlung) rauskomme (vgl. 
oben E. II. 1.7.1.4 Abs. 1). 

1.9.2.6 Anlässlich der Einvernahme im Rahmen der Berufungsverhandlung war der Be-
schuldigte sichtlich und wiederholt bemüht, seine bisherigen Aussagen betref-
fend Dschihad sowie Scharia zu relativieren bzw. in einem besseren Licht er-
scheinen zu lassen. Dies z.B. indem er geltend machte, dass die Tötung von 
Menschen nichts mit «seinem» Islam zu tun habe (vgl. oben E. II. 1.7.1.4 Abs. 
2; CAR pag. 7.402.016 Rz. 12 - 15). Auf jeweiliges Nachfragen, z.B. auf Vorhalt 
seiner früheren Aussagen zum Thema Apostasie (Befürwortung der Tötung von 
Abtrünnigen, sofern durch ein Scharia-Gericht legitimiert), antwortete er auswei-
chend, dass man den Koran nur als Ganzes (nicht teilweise) glauben solle (vgl. 
oben E. II. 1.7.1.4 Abs. 2; CAR pag. 7.402.016 Rz. 17 - 28). Auf Nachfrage sagte 
er zwar aus, dass «das mit der Tötung» «etwas Falsches» sei, respektive er ver-
neinte, dass er einen Abtrünnigen, sofern vom Scharia-Gericht so entschieden 
und ihm befohlen, töten würde (vgl. oben E. II. 1.7.1.4 Abs. 2; CAR pag. 
7.402.016 Rz. 30 - 32; pag. 7.402.017 Rz. 5 - 16). Auf den Hinweis, dass dies 
jedoch die Worte des Propheten seien, antwortete er aber erneut ausweichend 
und verharmlosend, dass man nicht jedes Mal sagen könne, dass der Prophet 
dies und das gesagt habe und dies dann auch machen könne, weil es zu Unruhe 

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und Unordnung (Mangel an Respekt) führe (vgl. oben E. II. 1.7.1.4; CAR pag. 
7.402.017 Rz. 18 - 21 und pag. 7.402.018 Rz. 9 - 30). Auf diese Weise vermied 
er einmal mehr eine klare Distanzierung und versuchte vom eigentlichen Kern 
des Problems abzulenken – der fundamentalistisch-dschihadistischen Ideologie 
und ihren Konsequenzen für das menschliche Zusammenleben (Missachtung 
elementarer Menschenrechte wie der Glaubens- und Gewissensfreiheit, des 
Rechts auf Leben, etc.). Die erwähnten Relativierungen anlässlich der erst- und 
zweitinstanzlichen Einvernahmen erscheinen somit gesamthaft betrachtet nicht 
glaubwürdig. Der Beschuldigte distanzierte sich höchstens oberflächlich, aber – 
wie insbesondere aus seinen Antworten auf Nachfragen und Vorhalte ersichtlich 
wird – nicht grundlegend von Aussagen, die auf seine ideologische Nähe zum Ge-
dankengut von Al-Shabaab schliessen lassen. Soweit er geltend macht, er habe 
stets ein äusserst offenes Islamverständnis bzw. eine Toleranz gegenüber ande-
ren Religionen gezeigt, handelt es sich um offensichtliche Schutzbehauptungen. 

1.9.2.7 Bereits vor diesem aufgezeigten Hintergrund erscheint der Vorwurf, dass der Be-
schuldigte mit dem Kopieren der drei Dateien auf einen fremden Computer die 
«Al-Shabaab» (bzw. den IS und verwandte Organisationen) in ihren verbrecheri-
schen Machenschaften habe fördern wollen bzw. er eine solche Förderung zu-
mindest in Kauf genommen habe – entgegen der Auffassung des Beschuldigten 
(vgl. CAR pag. 7.300.014 f.) – keineswegs als «absurd». Daran ändert sich im 
Übrigen auch nichts, wenn man Aussagen des Beschuldigten berücksichtigt, die 
er anlässlich von Einvernahmen gemacht hat, die beweismässig nur zu seinen 
Gunsten berücksichtigt werden dürfen (vgl. oben E. I. 4.2 - 4.2.6; CAR pag. 
7.300.012). Die entsprechenden Aussagen (die er sinngemäss anlässlich den 
erst- und zweitinstanzlichen Einvernahmen wiederholte) vermögen weder seine 
völlig anderslautenden eigenen Äusserungen (vgl. oben E. II. 1.7.3 - 1.7.6; 1.9.2 
- 1.9.2.4) noch den Inhalt der drei Predigten Ceyrows zu entkräften und ändern 
auch nichts an seiner mangelnden Distanzierung von der fundamentalistisch-
dschihadistischen Ideologie (vgl. oben E. II. 1.9.2.5 f.). Auch der Umstand, dass 
die anlässlich der Berufungsverhandlung neu übersetzten Äusserungen des Be-
schuldigten aus der Audiodatei «Dateipfad» (vgl. oben E. II. 1.7.2; CAR pag. 
7.200.005 ff.) ihn nicht belasten (im Gegensatz zur Annahme der Vorinstanz, die 
sich auf die alte Übersetzung abstützte; vgl. Urteil SK.2019.74 E. 2.3.4 S. 18, Pas-
sage «ab Minute 00:48:59»; BA pag. 10-01-0144), vermag an der erwähnten Ein-
schätzung (oben E. II. 1.9.2.7 erster Satz) gesamthaft betrachtet nichts zu ändern. 

1.9.3  

1.9.3.1 Die drei inkriminierten Dateien waren nachweislich auf der USB-Festplatte (A6) 
des Beschuldigten in einer Verzeichnisstruktur mit dem Namen «Muxaadarooyin 
Muuqaal ah» (zu Deutsch: «Veranstaltungen / bewegte Bilder») in einem eigens 
erstellten Verzeichnis «Macalim Adam Xaashi Cerow» (zu Deutsch: Lehrer Adam 

- 26 - 

Xaashi Cerow) abgespeichert. Die erwähnten Dateien waren demnach mit dem 
Namen «Cerow» eigens bezeichnet. Ein versehentliches Übertragen auf den 
Computer von B. erscheint schon aus diesen Gründen unwahrscheinlich. Zu be-
rücksichtigen ist zudem, dass die meisten der übrigen Verzeichnisse in erwähnter 
Verzeichnisstruktur die Bezeichnung «sh.Xasaan» tragen (vgl. BA pag. 10-01-
0183). Bei Xassaan Xusseen (alternative Schreibweise: Xasaan Xuseen) handelt 
es sich um den am 19. April 1979 in Kenia geborenen und dort wohnhaften Predi-
ger Hassan Mahat Omar (alias Hassan Husseyn Adam Abu Salman und andere 
Aliasnamen), der die Leitung einer religiösen Institution (inkl. Moschee) in Nairobi 
innehat, die als Rekrutierungs- und Propagandastätte für die «AI-Shabaab»-Miliz 
bekannt ist. Spätestens seit 2008 fungiert Hassan Mahat Omar als ideologischer 
Führer von «AI-Shabaab» und gibt deren terroristischen Aktivitäten eine Scharia-
rechtliche Legitimation. Er soll im März 2015 seine Loyalität zum IS und dessen 
Führer Abu Bakr Al-Baghdadi verkündet und die Milizen von «AI-Shabaab» eben-
falls zur Loyalität gegenüber dem IS aufgerufen haben. 2011 wurde er zusammen 
mit anderen «Al-Shabaab»-Führungspersonen vom UN-Sicherheitsrat in dessen 
Sanktionsliste aufgenommen und figuriert auch auf einer Sanktionsliste des SECO 
(vgl. BA pag. 10-10-142). Der Beschuldigte wusste auch unter diesem Gesichts-
punkt, dass sich in dieser Sammlung Dateien mit problematischem Inhalt befanden. 

1.9.3.2 In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass auf der Festplatte Toshiba (A6) 
des Beschuldigten und auf B.s PC neben den drei erwähnten Predigten von Cey-
row, die je identisch enthalten sind bzw. wiederhergestellt werden konnten, u.a. je 
auch 33 Videos des erwähnten Xassaan Xusseen sowie 11 Videos von «DD.» 
enthalten sind. Bei Letzterem handelt es sich gemäss Schlussbericht der BKP um 
einen salafistischen US-Amerikaner, welcher gestützt auf öffentlich zugängliche 
Informationen in einem US-Strafverfahren mit Terrorismusbezug verurteilt worden 
sein soll (BA pag. 10-01-0135, inkl. Fn. 11). Diese Umstände bestärken den Ein-
druck, dass der Beschuldigte genau wusste, dass es auf dieser Festplatte Dateien 
mit problematischem Inhalt hatte (vgl. oben E. II. 1.9.3.1). 

1.9.3.3 Des Weiteren sind die drei erwähnten Predigten von Ceyrow nicht die einzigen 
diesen betreffenden Dateien, die auf den sichergestellten Festplatten des Be-
schuldigten enthalten sind. Auf den Asservaten A3, A4, A5, A6 und E10 fanden 
sich vielmehr ca. 67 Video-Dateien, die den Dateinamen «(Dateipfad)» tragen 
(BA pag. 10-01-0179); diese sind auf den BA pag. 10-01-0213 - 0217 detailliert 
aufgelistet. Auch aus diesem Grund muss angenommen werden, dass dem Be-
schuldigten sehr wohl bewusst war, was der (ideologische) Inhalt der zahlreichen 
von ihm auf seinen diversen Festplatten abgespeicherten Predigten von Ceyrow 
war, insbesondere auch der Inhalt der besagten drei auf B.s PC übertragenen 
Predigten Ceyrows. 

- 27 - 

1.9.3.4 Die erwähnte Verzeichnisstruktur (oben E. II. 1.9.3.1) wurde integral auf B.s PC 
kopiert. Der jeweilige Inhalt der Dateien ist bzw. war anhand der einzelnen Ver-
zeichnisnamen erkennbar. Der Beschuldigte hatte die bei ihm sichergestellten 
Dateien sehr genau nach Thema und Titel geordnet (BA pag. 10-01-0140; vgl. 
auch die Excel-Liste zum USB-Stick in BA pag. 10-01-0059), was von seiner Ab-
sicht zeugt, die einzelnen Dateien problemlos wiederfinden zu können. Dies be-
stätigte er denn auch anlässlich der erstinstanzlichen Einvernahme (vgl. TPF 
2019.74 pag. 5.731.017 Rz. 22 f. / 27 ff.). Gemäss diesen Umständen bestehen 
für das Gericht keine Zweifel, dass es dem Beschuldigten nicht um das blosse 
Kopieren eines Arabischbuches ging, sondern primär um die Verbreitung des 
Gedankenguts von «Al-Shabaab». 

1.9.3.5 Dass die Auskunftspersonen B. und Q. jeweils verneinten, dass sich der Beschul-
digte gegenüber ihnen jemals über Dschihadisten, den Dschihad bzw. islamisti-
sche / extremistische Organisationen geäussert hätte (vgl. oben E. II. 1.8.1; BA 
pag. 12-01-0009 Rz. 14 - 16; E. II. 1.8.3; BA pag. 12-03-0006 Rz. 23 - pag. 12-
03-0007 Rz. 1), ändert an der erwähnten Einschätzung gesamthaft betrachtet 
nichts. Auch die Aussagen der Ehefrau des Beschuldigten, wonach dieser ihres 
Wissens mit Al-Shabaab nichts zu tun habe und alle Menschen (inkl. Andersgläu-
bige) als gleichwertig betrachte (vgl. oben E. II. 1.8.2; BA pag. 12-02-0012 Rz. 7 
f. und 22 ff.), ändern an der obigen Einschätzung nichts Grundlegendes. Letztere 
Behauptung betreffend die Gleichwertigkeit aller Menschen steht zudem in kla-
rem Widerspruch zu abwertenden Äusserungen des Beschuldigten gegenüber 
Ungläubigen («Kafir»; vgl. insbesondere oben E. II. 1.7.3, 1.7.5, 1.9.2.1, 1.9.2.3). 
Abgesehen davon sind die Aussagen der Ehefrau des Beschuldigten (aufgrund 
deren Zusammenlebens, des damit verbundenen Abhängigkeitsverhältnisses, 
sowie wegen des potenziellen Einflusses der Aussagen der Ehefrau auf eine all-
fällige Ausweisung des Beschuldigten aus der Schweiz [vgl. oben Sachverhalt lit. 
A.5]) ohnehin mit gebotener Zurückhaltung zu würdigen. 

1.9.3.6 Zusammenfassend erweist sich die Behauptung des Beschuldigten, wonach ihm 
beim Kopieren bzw. Benutzen des harmlosen Unterrichtsmaterials schlicht ein 
Fehler unterlaufen sein müsse (vgl. CAR pag. 7.300.020 ff.), als reine Schutzbe-
hauptung. 

1.9.4  

1.9.4.1 Der Beschuldigte gab anlässlich der erstinstanzlichen Einvernahme betreffend die 
bei ihm sichergestellten Dateien generell an, dass er diese heruntergeladen habe, 
weil er habe wissen wollen, was die Leute machen bzw. glauben würden, was auf 
der ganzen Welt passiere und warum das passiere, damit er nicht in die gleiche 
Falle gerate wie seine Exfrau. Er habe verstehen, sich ein Bild des IS oder der Al-
Quaïda machen und vorsichtig sein wollen (vgl. TPF 2019.74 pag. 5.731.008 Rz. 

- 28 - 

33 f.; pag. 5.731.013 Rz. 36 ff.; vgl. oben E. II. 1.7.1.2). Hierzu ist Folgendes 
festzuhalten: 

1.9.4.2 Die «Al-Shabaab» gilt als somalischer Ableger der Al-Qaïda, was aufgrund brei-
ter Medienberichterstattung sowie der Propagandatätigkeit dieser Gruppierung 
allgemein bekannt ist. Dem Beschuldigten als Somalier war zweifellos bekannt, 
dass es sich bei der «Al-Shabaab»-Miliz um eine dschihadistisch motivierte Ter-
rororganisation handelt. Er gab selber an, viel über die «Al-Shabaab» zu wissen 
(vgl. oben E. II. 1.7.1.3). 

1.9.4.3 Auf einer sichergestellten Toshiba-Festplatte des Beschuldigten befindet sich 
eine Audionachricht vom 18. Februar 2015 (Dateipfad) bzw. Excel-Datei Nach-
tragsbericht Rubrik 27; USB-Stick BA-10-01-0245), worin er gegenüber einem 
Gesprächspartner angibt, eines Tages nach Somalia zurückkehren zu wollen, 
wenn es dort die Scharia gebe (BA pag. 10-01-209). Anlässlich der erstinstanzli-
chen Hauptverhandlung bestätigte er diese Aussage und präzisierte, dass es 
aber bisher weltweit noch keinen Ort gäbe, wo die richtige Scharia angewendet 
werde (TPF 2019.74 pag. 5.731.014 Z. 5 ff.). Dies spricht – wie bereits die Vor-
instanz zutreffend festgestellt hat (Urteil SK.2019.74 E. 2.4.3 Abs. 2) – für seine 
Hoffnung auf einen Sieg der «Al-Shabaab» in Somalia. Anlässlich der Berufungs-
verhandlung erklärte er, dass er unter der «richtigen Scharia» bzw. dem «richti-
gen Islam» Zustände verstehe wie damals zu Zeiten des Propheten, als alle fried-
lich zusammengelebt hätten, die Juden, Christen und Muslime (vgl. CAR pag. 
7.402.018 Rz. 32 - pag. 7.402.019 Rz. 8). Seine Antworten machten demgemäss 
einen ausweichenden, beschönigenden und wenig glaubwürdigen Eindruck. So 
trifft es etwa keineswegs zu, dass zu Zeiten des Propheten (Mohammed) «alle» 
(d.h. Juden, Christen und Muslime) tatsächlich friedlich zusammenlebten. Es ent-
spricht aber bekanntermassen einem strikte rückwärtsgewandten, fundamenta-
listisch-dschihadistischen Islamverständnis (wie es Organisationen wie Al-
Shabaab propagieren), genau jenen Zustand («Kalifat») wiederherstellen zu wol-
len, der zur Zeit des Propheten Mohammed geherrscht haben soll, und – wie der 
Beschuldigte es tut – ausschliesslich dies als den «wahren Islam» bzw. die «rich-
tige Scharia» zu bezeichnen. 

1.9.4.4 Die Aussage, wonach es dem Beschuldigten bei der Übertragung von Dateien 
auf B.s PC nur um die Sprache bzw. den Sprachunterricht gegangen sei (vgl. 
oben E. II. 1.7.1.1), ist angesichts obiger Feststellungen unglaubwürdig und als 
Schutzbehauptung zu werten. Ebenfalls als Schutzbehauptung einzuschätzen ist 
sein Vorbringen, dass er bloss habe wissen wollen, was auf der Welt laufe, was 
Gruppierungen wie der IS glauben würden. Hierzu wäre das Herunterladen und 
dauerhafte Abspeichern von Hunderten von Dateien – so die effektive Zahl straf-
rechtlich relevanter Dateien auf seinen Datenträgern laut seiner Angabe (vgl. TPF 

- 29 - 

2019.74 pag. 5.731.017 Rz. 10 sowie CAR pag. 7.300.007 f.) – und die Aufbe-
wahrung unter akribischer Ordnung nicht erforderlich gewesen, setzt doch die 
inhaltliche Sortierung der Dateien naturgemäss voraus, dass der Inhalt der Da-
teien bzw. die darin vermittelten Informationen zur Kenntnis genommen und ent-
sprechend eingeordnet wurde. 

1.9.4.5 Der Beschuldigte führte zudem nicht konkret und nachvollziehbar aus, welche 
zusätzlichen Informationen über die ohnehin notorischen Tätigkeiten und Werte-
vorstellungen der erwähnten verbotenen Gruppierungen er durch diese Dateien 
hätte erhalten wollen. 

1.9.4.6 Die erwähnten Umstände unterstützen zusätzlich die obige (E. II. 1.9.2 - 1.9.3.6) 
Beweiswürdigung bzw. die entsprechenden Beweisergebnisse. Auf weitere As-
pekte der Beweiswürdigung/-ergebnisse ist – soweit erforderlich und um Wieder-
holungen zu vermeiden – nachfolgend direkt bei der Subsumtion des objektiven 
bzw. subjektiven Tatbestands einzugehen (E. II. 1.10 respektive 1.11). 

1.10 Subsumtion des objektiven Tatbestands 

1.10.1 Nach Art. 2 Abs. 1 des Al-Quaïda/IS-Gesetzes macht sich strafbar, wer sich auf 
dem Gebiet der Schweiz an einer nach Artikel 1 verbotenen Gruppierung oder 
Organisation beteiligt, sie personell oder materiell unterstützt, für sie oder ihre 
Ziele Propagandaaktionen organisiert, für sie anwirbt oder ihre Aktivitäten auf an-
dere Weise fördert (vgl. oben E. II. 1.2). 

1.10.2  Verbotene Gruppierung bzw. Organisation 

  Dieses Tatbestandsmerkmal gemäss Art. 1 lit. c (i.V.m. Art. 2 Abs. 1) des Al-
Quaïda/IS-Gesetzes ist vorliegend betreffend die somalische «Al-Shabaab»-Mi-
liz unbestrittenermassen erfüllt (vgl. Urteil SK.2019.74 E. 2.2.1 Abs. 1 i.V.m. 
E. 2.3.2; erstinstanzliche Plädoyernotizen der Verteidigung S. 1 - 26 [TPF 
SK.2019.74 pag. 5.721.006 - 031]; zweitinstanzliche Plädoyernotizen der Ver-
teidigung S. 9 - 30 [CAR pag. 7.300.009 - 030]). 

1.10.3  Auf dem Gebiet der Schweiz 

  Dass sich das zu beurteilende Verhalten des Beschuldigten im Tatzeitraum ge-
mäss Art. 2 Abs. 1 des Al-Quaïda/IS-Gesetzes «auf dem Gebiet der Schweiz» 
abgespielt hat, ist ebenfalls unbestritten (vgl. Urteil SK.2019.74 E. 2.2.1 Abs. 1 
i.V.m. E. 2.3.1 und 2.3.4; erstinstanzliche Plädoyernotizen der Verteidigung S. 1 
- 26 [TPF SK.2019.74 pag. 5.721.006 - 031]; zweitinstanzliche Plädoyernotizen 
der Verteidigung S. 9 - 30 [CAR pag. 7.300.009 - 030]). 

 

 

- 30 - 

1.10.4  Propagandacharakter / deliktische Relevanz der drei inkriminierten Dateien 

  Unbestritten und zweifelsohne erfüllt ist auch die deliktische Relevanz bzw. der 
Propagandacharakter (für die somalische «Al-Shabaab»-Miliz) der drei inkrimi-
nierten Dateien im Sinne von Art. 2 Abs. 1 des Al-Quaïda/IS-Gesetzes. Insofern 
kann gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO ebenfalls auf die ausführlichen und zutref-
fenden vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden (Urteil SK.2019.74 
E. 2.2.1 i.V.m. E. 2.3.2; vgl. erstinstanzliche Plädoyernotizen der Verteidigung 
S. 1 - 26 [TPF SK.2019.74 pag. 5.721.006 - 031]; zweitinstanzliche Plädoyer-
notizen der Verteidigung S. 9 - 30 [CAR pag. 7.300.009 - 030]). 

1.10.5 Verbreiten von Propaganda (als Förderungshandlung) 

1.10.5.1 Der Beschuldigte bestreitet, dass die Übertragung der Dateien durch ihn auf B.s 
PC (vgl. oben E. II. 1.9.1) ein Verbreiten darstelle (TPF 2019.74 pag. 5.721.021; 
CAR pag. 7.300.009 ff.). Seiner Argumentation kann nicht gefolgt werden. Indem 
er Ceyrows Propagandareden auf B.s PC übertrug, erhöhte er die Wahrschein-
lichkeit, dass Ceyrows für die «Al-Shabaab» getätigte(n) Propaganda(aktionen) 
weitere Beachtung fanden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass B.s PC von ver-
schiedenen weiteren Personen benutzt wurde, wie etwa von dessen Ehefrau E. 
sowie verschiedenen Besuchern (vgl. BA pag. 12-03-0011 Rz. 22 f. / 32 f.; pag. 
12-03-0012 Rz. 23 f.). Bereits durch dieses Vorgehen förderte der Beschuldigte 
somit Ceyrows Propaganda(aktionen). 

1.10.5.2 Durch das Übertragen bzw. Kopieren der Dateien auf B.s PC verliessen diese 
zudem den Herrschaftsbereich des Beschuldigten. Dadurch hatte er keinen Ein-
fluss mehr auf deren weitere Verwendung bzw. konnte dies nicht mehr kontrol-
lieren. Indem er die inkriminierten Dateien B. und einer unbestimmten Anzahl 
weiterer Benutzer von dessen Computer zugänglich machte, ermöglichte er de-
ren Beeinflussung im Sinne des Propagandabegriffs. 

1.10.5.3  Ob die inkriminierten drei Dateien tatsächlich verwendet wurden oder nicht, bzw. 
ob/dass sie in der Folge wieder gelöscht wurden, spielt entgegen den Vorbringen 
des Beschuldigten (vgl. TPF 2019.74 pag. 5.721.022 f.; CAR pag. 7.300.018 und 
021) bei der Prüfung des objektiven (und subjektiven) Tatbestands keine Rolle. 
Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass die These, wonach die drei übertrage-
nen Dateien auf B.s PC vom Beschuldigten gelöscht worden sein müssten (vgl. 
CAR pag. 7.300.030 und 7.200.014 Ziffer 34), erst anlässlich der Berufungsver-
handlung (seitens der Verteidigung im Rahmen des Plädoyers) vorgebracht 
wurde (vgl. dazu TPF 2019.74 pag.5.721.022 ff.). Der Beschuldigte selbst hatte 
etwas Derartiges im Rahmen sämtlicher mit ihm durchgeführten Einvernahmen 
nie geltend gemacht. Dies obwohl er wiederholt zum genauen Vorgang der Über-
tragung der drei inkriminierten Dateien befragt wurde. Anlässlich der Einver-
nahme im Rahmen Berufungsverhandlung wurde dem Beschuldigten seitens der 

- 31 - 

Verteidigung denn auch keine entsprechende Ergänzungsfrage gestellt. Doch 
selbst wenn man (wie von der Verteidigung geltend gemacht) in dubio pro reo 
davon ausginge, dass der Beschuldigte die drei zuvor auf B.s PC übertragenen 
Dateien (zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt) gelöscht hätte – auch wenn 
er sich daran eben heute ja auch nicht mehr erinnern könne (CAR pag. 7.200.014 
Ziffer 34) – ändert sich im Ergebnis nichts daran, dass der objektive Tatbestand 
erfüllt ist. Eine solche angebliche Löschungshandlung seitens des Beschuldigten 
würde im Gegenteil erst recht bestätigen, dass bei ihm bezüglich des Inhalts und 
dessen strafrechtlicher Relevanz sehr wohl ein Bewusstsein vorhanden war und 
die Übertragung dieser Dateien demnach nicht aus Versehen, sondern bewusst 
stattfand (vgl. oben E. II. 1.9.2 - 1.9.4.6 bzw. unten 1.11.2 ff.). 

  In diesem Zusammenhang ist zudem zu berücksichtigen, dass der objektive Tat-
bestand bereits durch weniger intensive Propagandahandlungen, wie z.B. durch 
ein Verstecken verbotener Propaganda, erfüllt würde (vgl. Urteil der Strafkammer 
des Bundesstrafgerichts SK.2013.39 vom 2. Mai 2014 [inkl. Berichtigung vom 
22. Juli 2014] E. lit. B Ziffer 1.4.5; ENGLER, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, 
Art. 260ter StGB N. 32). 

1.10.6 Zusammenfassend hat der Beschuldigte durch die Übertragung der drei Reden 
von Ceyrow auf dem Gebiet der Schweiz die Aktivitäten von einer nach Artikel 1 
verbotenen Gruppierung oder Organisation auf andere Weise gefördert (vgl. zur 
tatbestandsmässigen Einordnung Urteil des BGer 6B_948/2016 vom 22. Februar 
2017 E. 4.2.2; Urteil SK.2019.74 E. 2.2.2.4 Abs. 2). Sämtliche dieser vorliegend 
relevanten objektiven Tatbestandsmerkmale gemäss Art. 2 Abs. 1 des Al-
Quaïda/IS-Gesetzes sind somit erfüllt. 

1.11  Subsumtion des subjektiven Tatbestands 

1.11.1 Die Tatsache, dass der Beschuldigte die propagandistischen Reden Ceyrows 
auf B.s Computer übertrug und somit aus der Hand gab, spricht klar dafür, dass 
er mit Wissen und Willen handelte bzw. zumindest in Kauf nahm, dass Dritte 
diese Reden sichten respektive ihrerseits weiterverbreiten würden (vgl. oben 
E. II. 1.10.5.1). Der Beschuldigte wusste dabei zweifellos um den gewaltextre-
mistischen, die Ideologie der somalischen «Al-Shabaab»-Miliz propagierenden 
Inhalt der drei übertragenen Dateien. Unter Berücksichtigung weiterer Indizien 
(u.a. Einbettung der übertragenen Dateien in eine spezifische Verzeichnisstruktur 
und daraus resultierende Erkennbarkeit des Inhalts der Dateien; Art der Bezeich-
nung der meisten Dateien in dieser Verzeichnisstruktur [«sh.Xasaan»]; problema-
tischer Inhalt von zahlreichen Dateien in der Verzeichnisstruktur bzw. auf der Fest-
platte Toshiba [A6] des Beschuldigten; Vorhandensein vieler Dateien mit dem 
Dateinamen «Dateipfad» auf den sichergestellten Festplatten des Beschuldigten) 
bestehen deshalb keine Zweifel, dass es dem Beschuldigten nicht um das blosse 

- 32 - 

Kopieren eines Arabisch-Lernbuches ging, sondern primär um die Verbreitung des 
Gedankenguts von «Al-Shabaab» (vgl. oben E. II. 1.9.3 - 1.9.3.4). Die Aussage 
des Beschuldigten, wonach es ihm nur um die Sprache bzw. den Sprachunterricht 
gegangen sei, ist unglaubwürdig und als Schutzbehauptung zu werten, ebenso 
wie sein Vorbringen, er habe (in Bezug auf die bei ihm sichergestellten Dateien) 
bloss wissen wollen, was auf der Welt laufe, was Gruppierungen wie der IS glau-
ben würden (vgl. oben E. II 1.9.4 - 1.9.4.5). Die Aussagen bzw. Äusserungen des 
Beschuldigten, der Inhalt der von ihm kopierten Reden Ceyrows sowie der erläu-
terte Kontext deuten insgesamt klar darauf hin, dass der Beschuldigte mit dem 
Übertragen der Dateien zumindest in Kauf nahm, der Ideologie des gewaltsamen 
Islamismus’ der «Al-Shabaab»-Miliz erhöhte Aufmerksamkeit zu verschaffen und 
deren gewaltextremistisches Gedankengut Dritten gegenüber bekanntzumachen 
bzw. Anhänger in ihrer Überzeugung zu stärken (vgl. oben E. II. 1.9.2 - 1.9.4.6). 

1.11.2 Soweit der Beschuldigte vorbringt, ihm habe beim Kopieren bzw. Benutzen des 
harmlosen Unterrichtsmaterials schlicht ein Fehler unterlaufen sein müssen (vgl. 
CAR pag. 7.300.020 ff.), handelt es sich vor diesem Hintergrund ebenfalls um 
eine Schutzbehauptung (vgl. oben E. II. 1.9.3.6 und 1.9.4.6). Ergänzend ist in 
diesem Zusammenhang auf die anonyme Strafanzeige gegen den Beschuldigten 
(BA pag. 02-00-0010) hinzuweisen, welche denselben modus operandi wie beim 
Übertragen der drei Predigten Ceyrows auf B.s PC beschreibt. Dies zeigt einer-
seits auf, dass die Vorgehensweise des Beschuldigten System hatte und ande-
rerseits, dass er diesen Vorgang genügend beherrschte. Des Weiteren ist bereits 
an dieser Stelle zu erwähnen, dass der Beschuldigte gemäss Bericht des Nach-
richtendienstes des Bundes (nachfolgend: NDB) vom 27. September 2017 (BA 
pag. 10-02-0002 f.) während dem laufenden Strafverfahren in einer WhatsApp-
Gruppe des Fussballvereins seines Sohnes ein Video mit radikaler Propaganda 
(vgl. BA pag. 10-02-0004) verbreitete. Seine Aussage, wonach er das nicht be-
wusst getan bzw. sich vertippt habe (vgl. CAR pag. 7.402.020 Rz. 33 - 37) zeigt 
ein Muster auf, dass er offenbar immer dann, wenn ein entsprechendes Verhal-
ten aufgedeckt wird, vorbringt, dass es sich um ein Versehen gehandelt habe 
(vgl. unten E. II. 2.5.3.3 mit Ausführungen). Eine bloss fahrlässige (und damit 
straflose) Tatbegehung fällt demnach ausser Betracht. 

1.11.3 Der Beschuldigte hat gemäss diesen Ausführungen im Bewusstsein gehandelt, 
dass seine Propagandahandlung (Verbreiten von Propaganda im Sinne einer 
Förderungshandlung nach Art. 2 Abs. 1 des Al-Quaïda/IS-Gesetzes) für die «Al-
Shabaab»-Miliz tatsächlich wahrgenommen werden konnte. Er hielt die Verwirk-
lichung seiner Tat für möglich, handelte aber dennoch; er nahm bei der Übertra-
gung der besagten drei Dateien (zumindest) in Kauf, auf die Mitmenschen einzu-
wirken, um sie für die geäusserten Gedanken bzw. Ideologien von Al-Shabaab 
zu gewinnen, oder, falls sie ihnen bereits zugetan wären, sie in ihrer Überzeu-
gung zu stärken. Der Beschuldigte nahm in diesem Sinne den Eintritt des als 

- 33 - 

möglich erkannten tatbestandsmässigen Erfolgs ernst, rechnete mit ihm und fand 
sich zumindest mit ihm ab (vgl. Art. 12 Abs. 2 Satz 2 StGB). 

 Soweit der Beschuldigte geltend macht, er habe stets ein äusserst offenes Islam-
verständnis bzw. eine Toleranz gegenüber anderen Religionen gezeigt, handelt 
es sich um offensichtliche Schutzbehauptungen (vgl. oben E. II. 1.9.2 - 1.9.2.6). 
Entsprechend trifft auch nicht zu, dass gestützt auf dieses von ihm behauptete 
Islamverständnis bzw. diese vermeintliche Toleranz der Vorwurf «absurd» sei, 
dass eine bewusste Förderungshandlung gemäss Art. 2 Abs. 1 des Al-Quaïda/IS-
Gesetzes vorliege (vgl. oben E. II. 1.9.2.7). Damit kann offenbleiben, ob der Be-
schuldigte aufgrund seiner Gesinnung direktvorsätzlich gehandelt hat; jedenfalls 
liegen auch in Bezug auf die erwähnten Äusserungen aktenwidrige Schutzbe-
hauptungen vor. 

1.11.4 Im Sinne dieser Ausführungen hat der Beschuldigte zusammenfassend im Sinne 
des Eventualvorsatzes (Art. 12 Abs. 2 Satz 2 StGB) zumindest in Kauf genom-
men, durch sein Vorgehen gemäss Art. 2 Abs. 1 des Al-Quaïda/IS-Gesetzes auf 
dem Gebiet der Schweiz die Aktivitäten von einer nach Artikel 1 verbotenen Grup-
pierung oder Organisation auf andere Weise zu fördern (vgl. oben E. II. 1.10.6). Der 
subjektive Tatbestand ist somit ebenfalls erfüllt. 

1.11.5 Damit sind sämtliche objektiven und subjektiven Tatbestandsmerkmale von Art. 2 
Abs. 1 des Al-Quaïda/IS-Gesetzes in der oben (E. II. 1.10.6 und 1.11.4) erwähn-
ten Form erfüllt. Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe liegen nicht vor 
und werden auch nicht geltend gemacht. 

1.11.6 Bei mehreren Förderungshandlungen zugunsten einer kriminellen Organisation 
durch einen Täter wird der Tatbestand von Art. 2 Abs. 1 des Al-Qaïda/IS-Geset-
zes nur einmal, nicht mehrfach erfüllt (vgl. Urteil der Strafkammer des Bundes-
strafgerichts SK.2019.63 vom 18. Dezember 2019 E. 2.7). Der Beschuldigte hat 
mit den drei Propagandabeiträgen eine verbotene Gruppierung, namentlich die 
«Al-Shabaab»-Miliz, in deren Aktivitäten gefördert; im Übrigen hat er die entspre-
chenden drei Dateien in einem Zug auf B.s PC übertragen. Demnach liegt eine 
Tateinheit vor. 

1.11.7 Im Ergebnis ist der Beschuldigte des Verstosses gegen Art. 2 Abs. 1 des Al-
Qaïda/IS-Gesetzes, begangen zwischen dem 1. Januar 2015 und dem 8. Feb-
ruar 2016 in Form der Weiterverbreitung von drei Reden Ceyrows (betreffend die 
entsprechenden Pfade der Dateien siehe oben E. II. 1.1.1) schuldig zu sprechen. 

1.12  Konkurrenz 

 Da dem Beschuldigten gemäss Anklageschrift einzig Taten zur Last gelegt wer-
den, die er nach Inkrafttreten des Al-Qaïda/IS-Gesetzes am 1. Januar 2015 beging, 

- 34 - 

geht dieses jüngere Spezialgesetz dem Tatbestand der kriminellen Organisation 
gemäss Art. 260ter StGB vor. Soweit eine Handlung sowohl Art. 260ter StGB als 
auch Art. 2 Abs. 1 des Al-Qaïda/IS-Gesetzes erfüllt, gelangt einzig der jüngere 
Spezialtatbestand zur Anwendung (Urteil der Strafkammer des Bundesstrafge-
richts SK.2016.9 vom 15. Juli 2016 E. 1.15; ENGLER, a.a.O., Art. 260ter StGB N. 30). 
Der Tatbestand von Art. 260ter StGB ist demgemäss aufgrund des erstinstanzli-
chen Urteils, und weil die Berufungskammer diesbezüglich nie den Vorbehalt ei-
ner anderen Würdigung angebracht hat, nicht zu prüfen. 

2.  Strafzumessung 

2.1  Rechtliches 

2.1.1  Anwendbares Recht 

2.1.1.1 Nach dem Schweizerischen Strafgesetzbuch wird beurteilt, wer nach dessen In-
krafttreten ein Verbrechen oder Vergehen begeht (vgl. Art. 1 Abs. 1 StGB). Hat 
der Täter ein Verbrechen oder Vergehen vor Inkrafttreten dieses Gesetzes be-
gangen, erfolgt die Beurteilung aber erst nachher, so ist dieses Gesetz anzuwen-
den, wenn es für ihn das mildere ist (Art. 2 Abs. 2 StGB). Beim Vergleich der 
Schwere der Strafnormen ist nach der «konkreten Methode» eine umfassende Be-
urteilung des Sachverhalts nach altem und neuem Recht vorzunehmen. Es kommt 
darauf an, nach welchem der beiden Rechte der Täter für die gerade zu beurtei-
lende Tat besser wegkommt. Grundsätzlich ist nur ein Gesetz anzuwenden – 
Kombinationen sind unzulässig (vgl. TRECHSEL/VEST, Schweizerisches Strafge-
setzbuch, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2017, Art. 2 StGB N. 11, mit Hinweisen). 

2.1.1.2  Per 1. Januar 2018 trat das neue Sanktionenrecht in Kraft (AS 2016 1249), wes-
halb sich die Frage stellt, ob dieses ausnahmsweise als das mildere zur Anwen-
dung gelangt. Vorliegend darf das Berufungsgericht aufgrund des Verbots der 
reformatio in peius (Art. 391 Abs. 2 StPO; vgl. oben E. I. 2.2) keine höhere bzw. 
schärfere Strafe als die von der Vorinstanz verhängte (Freiheitsstrafe von 5 Mo-
naten, bedingt vollziehbar, bei einer Probezeit von 2 Jahren, unter Anrechnung 
von 1 Tag ausgestandener Haft auf die Strafe) aussprechen. 

2.1.1.3  In der vorliegenden Konstellation kommt (insbesondere unter Berücksichtigung 
des Verschuldens und der Vorstrafenlosigkeit des Beschuldigten sowie des Ver-
bots der reformatio in peius) gestützt auf das gesetzlich vorgesehene Sanktio-
nensystem mit seinem Fokus auf die Geldstrafe als primäre, mildere Strafform, 
sowie unter Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. 
dazu z.B. BGE 134 IV 60 E. 4.3) nur eine bedingte Geldstrafe in Betracht. Für 
eine Ausnahme vom Prinzip, dass als Sanktion grundsätzlich eine (bedingte) 
Geldstrafe zu verhängen ist, liegen keine stichhaltigen Gründe vor. 

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2.1.1.4 Nach altem Recht betrug die Geldstrafe höchstens 360 Tagessätze, nach 
neuem Recht beträgt sie mindestens drei und höchstens 180 Tagessätze. Letz-
tere Bestimmung stellt abstrakt betrachtet eine Verschärfung dar (aufgrund der 
vorgenannten Strafenhierarchie folgt aus dieser Begrenzung der Geldstrafe der 
neu eingeführte Automatismus für Freiheitsstrafen ab 181 Tagessätzen). Vorlie-
gend ist dies in praktischer Hinsicht jedoch bedeutungslos, weil gemäss dem 
Verbot der reformatio in peius ohnehin nur eine Geldstrafe von weniger als 180 
Tagessätzen (konkret: höchstens 150 Tagessätze) in Betracht kommt. Auch in 
Bezug auf die Höhe des Tagessatzes gibt es gewisse Unterschiede zwischen 
altem und neuem Recht: Ein expliziter Mindesttagessatz fehlte im alten Recht, im 
neuen Recht beträgt dieser jedoch 30 Franken, wobei er ausnahmsweise auf 
10 Franken gesenkt werden kann. Doch auch dieser Unterschied ist vorliegend 
nicht wirklich von praktischer Bedeutung, weil vorliegend auf einen Tagessatz 
von Fr. 30.-- erkannt wird (vgl. unten E. II.2.7.3). Ergänzend ist zu erwähnen, dass 
sich das Bundesgericht bereits gemäss altem Recht für die Anwendbarkeit eines 
Mindesttagessatzes von 10 Franken ausgesprochen hatte (vgl. BGE 135 IV 180, 
184 f. E. 1.4; DOLGE, Basler Kommentar, 3. Aufl. 2013, Art. 34 StGB N. 44). 
Schliesslich gibt es noch bestimmte Unterschiede in der Regelung von bedingten 
Strafen (Art. 42 StGB) nach altem und neuem Recht, die im vorliegenden Fall 
jedoch ebenfalls nicht praktisch relevant sind, weshalb auf sie nicht näher einzu-
gehen ist. Zusammenfassend und gesamthaft betrachtet bestehen keine stich-
haltigen Gründe, weshalb das neue Recht für den Beschuldigten in concreto als 
milder zu betrachten wäre. Demgemäss ist das alte (bis 31. Dezember 2017 gel-
tende) Recht anwendbar. 

2.1.2  Grundsätze der Strafzumessung 

2.1.2.1  Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es berück-
sichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der 
Strafe auf das Leben des Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird 
nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, 
nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Tä-
ters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren 
Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden 
(Art. 47 Abs. 2 StGB). 

2.1.2.2  Der für die Strafzumessung zentrale Begriff des Verschuldens im Sinne von 
Art. 47 StGB bezieht sich auf den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der kon-
kreten Straftat. Dabei unterscheidet das Bundesgericht in konstanter Rechtspre-
chung zwischen der Tat- und der Täterkomponente. Die Tatkomponente umfasst 
das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Art und Weise der Herbeiführung 
dieses Erfolges, die Willensrichtung, mit der der Täter gehandelt hat und seine 
Beweggründe. Die Täterkomponente umfasst das Vorleben, die persönlichen 

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Verhältnisse sowie das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren, wie z.B. 
Reue, Einsicht und Strafempfindlichkeit (BGE 134 IV 17 E. 2.1 S. 19 f.; BGE 129 
IV 6 E. 6.1 S. 20 f.; BGE 101 IV E. 2 S. 103 ff.). 

2.1.2.3 Gemäss Art. 50 StGB hält das Gericht, sofern es ein Urteil zu begründen hat, die 
für die Zumessung der Strafe erheblichen Umstände und deren Gewichtung fest. 
Für die Beurteilung der Schwere des Verschuldens ist eine Gesamtwürdigung 
der den Beschuldigten belastenden und der ihn entlastenden Umstände erforder-
lich (BGE 136 IV 55 E. 5.5 S. 59 f.). Be