# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ffc87021-772c-5745-ab39-d4850052fd7b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 17.11.2015 SK2 2015 30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2015-30_2015-11-17.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 17. November 2015 Schriftlich mitgeteilt am:
SK2 15 30 18. November 2015

Beschluss 
II. Strafkammer

Vorsitz Hubert
RichterInnen Pritzi und Schnyder
Aktuarin Thöny

In der strafrechtlichen Beschwerde

des X._____, Beschwerdeführer, 

gegen

die Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 23. September 2015, mit-
geteilt am 23. September 2015, in Sachen gegen den Beschwerdeführer,

betreffend Weiterführung der ambulanten Behandlung 
gemäss Art. 14 JStG,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Mit Urteil des Jugendgerichts des Bezirks Hinterrhein vom 1. Juni 2011 
wurde X._____ des Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung, des Haus-
friedensbruchs, der Störung des öffentlichen Verkehrs, der Störung des Eisen-
bahnverkehrs, der mehrfachen Verletzung von Verkehrsregeln sowie der mehrfa-
chen Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig gesprochen. Es 
wurde eine Unterbringung im Sinne von Art. 15 Abs. 1 JStG sowie eine ambulante 
psychotherapeutische Behandlung im Sinne von Art. 14 Abs. 1 JStG angeordnet. 

B. Der Vollzug der angeordneten Unterbringung erfolgte anfänglich bei einer 
Pflegefamilie und ab dem 23. Mai 2011 im Jugendheim O.1_____. X._____ wurde 
im gleichen Zeitraum im Sinne einer ambulanten psychotherapeutischen Behand-
lung vom heiminternen psychologischen Dienst des Jugendheims O.1_____ be-
treut. Anlässlich der Abschluss-Standortbestimmung vom 24. Juni 2015 wurde 
festgestellt, dass X._____ die Lehrabschlussprüfung als Maler bestanden hatte 
und Aussicht auf einen temporären Arbeitseinsatz habe, welcher sodann bewilligt 
wurde. Weiter wurde entschieden, dass eine Aufhebung der Unterbringung erst in 
Frage komme, wenn X._____ über ein geregeltes Arbeitsverhältnis mit entspre-
chenden Tagesstrukturen verfüge.

C. Am 6. Juli 2015 konnte X._____ eine Arbeitsstelle im Malergeschäft 
A._____ in O.2_____ antreten. Seit einem Verkehrsunfall am 9. August 2015 ist er 
vorübergehend arbeitsunfähig. Er ist seit Antritt der Arbeitsstelle bei seiner Mutter 
in O.3_____ wohnhaft.

D. Nach Durchführung einer weiteren Standortbestimmung verfügte die Ju-
gendstaatsanwaltschaft Graubünden mit Verfügung vom 23. September 2015 wie 
folgt:

"1. Die gegenüber X._____ angeordnete Unterbringung gemäss Art. 15 
Abs. 1 JStG wird per 31. August 2015 aufgehoben.

2. Gestützt auf Art. 13 JStG wird eine persönliche Betreuung angeordnet. 
Mit der persönlichen Betreuung wird B._____, Amt für Justizvollzug 
Graubünden, beauftragt.

3. Die gegenüber X._____ angeordnete ambulante Behandlung gemäss 
Art. 14 JStG wird weitergeführt.

4. Das mit Verfügung vom 28. November 2012 angeordnete und mit 
Schreiben vom 16. Juli 2013 reduzierte Rayonverbot wird aufgehoben.

5. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

6. (Rechtsmittelbelehrung).

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7. (Mitteilung)."

Zur Begründung wurde ausgeführt, dass X._____ die Auflage eines geregelten 
Arbeitsverhältnisses mit einer geregelten Wohnstruktur erfülle. Zwar sei er zurzeit 
nach einem Unfall nicht arbeitsfähig, werde aber die Arbeitstätigkeit nach seiner 
Genesung im Malerbetrieb A._____ weiterführen können. Auch werde er weiterhin 
bei seiner Mutter wohnhaft sein. Er habe eine derart positive Entwicklung gezeigt, 
dass die Schutzmassnahme der Unterbringung ihren Zweck erreicht habe und 
aufgehoben werden könne. Es scheine jedoch angezeigt, ihn weiterhin in seinen 
Bemühungen um ein geregeltes und strukturiertes Arbeits- und Privatleben zu un-
terstützen, weshalb anstelle der Unterbringung eine persönliche Betreuung 
gemäss Art. 13 JStG angeordnet werde. Da die Therapiebedürftigkeit von X._____ 
weiterhin hoch sei, werde die mit Urteil des Jugendgerichts des Bezirksgerichts 
Hinterrhein vom 1. Juni 2011 angeordnete ambulante Massnahme weitergeführt. 

E. Gegen diese Verfügung erhob X._____ mit Eingabe vom 30. September 
2015 (Poststempel) beim Kantonsgericht von Graubünden Beschwerde, wobei 
sich diese ausdrücklich nur gegen die Weiterführung der ambulanten Behandlung 
richtet. Er habe aus seinen Fehlern gelernt und sei daran, sich eine Existenz auf-
zubauen. Er sei dankbar für seine Arbeitsstelle und arbeite mit Spass und Gewis-
senhaftigkeit. Nach 4 ½ Jahren mit wöchentlich einer Therapie sei er therapiemü-
de. Die Gespräche gäben ihm das Gefühl, nicht normal und nicht frei zu sein. Er 
werde ja schon von B._____ persönlich betreut, weshalb er vorschlage, die ambu-
lante Behandlung vorerst auszusetzen. Dies würde ihm das Gefühlt geben, frei 
und gesund zu sein, was eine wichtige Triebfeder für den Aufbau eines recht-
schaffenen Lebens sei. Er sei gerne bereit, einmal pro Semester ein Standortge-
spräch mit seiner bisherigen Therapeutin zu führen. Auch sei er damit einverstan-
den, dass B._____ die Möglichkeit habe, bei Bedarf einzugreifen und ihn trotzdem 
zur Therapie zu schicken, falls er nicht reüssiere. 

F. Mit Stellungnahme vom 9. Oktober 2015 verwies das Jugendheim 
O.1_____ auf die Einschätzung der Leiterin des internen therapeutischen Diens-
tes, Monica Imhof. Danach sei X._____ therapiebedürftig und benötige eine enge 
Begleitung mit regelmässigen (wöchentlichen) Gesprächen. Diese Gespräche sei-
en als Strukturierungsmöglichkeit zu nutzen, um so ein Überborden zu vermeiden. 
Jedoch zeige sich X._____ inhaltlich bis anhin fast durchgehend beratungsresis-
tent. Eine Weiterführung der ambulanten Massnahme im Sinn der Therapie mache 
wenig Sinn, wenn genau dieser Bereich im Verlaufe der stationären Massnahme 
kaum in einen kontinuierlichen Prozess habe geführt werden können. Die Idee mit 

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der Betreuung durch B._____ in den alltagspraktischen Bereichen scheine unter-
stützungswürdig, wobei diese Gespräche möglicherweise noch intensiviert werden 
sollten. Die halbjährige Standortbestimmung bei der bisherigen Therapeutin werde 
demgegenüber als wenig zielführend erachtet. 

G. In ihrer Vernehmlassung vom 14. Oktober 2015 beantragte die Staatsan-
waltschaft Graubünden die Abweisung der Beschwerde. Die vergangenen Wo-
chen hätten aufgezeigt, dass die Anordnung sowohl der persönlichen Betreuung 
wie auch die Weiterführung der ambulanten Behandlung angezeigt und dringend 
notwendig seien. Der positive oder negative Verlauf der Unterbringung von 
X._____ sei in den vergangenen Jahren unter anderem erheblich von der Inten-
sität seines Marihuanakonsums abhängig gewesen. Den Akten sei zu entnehmen, 
dass er wieder vermehrt Marihuana konsumiere, wobei die Auswirkungen bereits 
in seiner derzeitigen Lebensgestaltung beobachtet werden könnten. Er sei in ein 
weiteres Strafverfahren verwickelt, seine Zuverlässigkeit in der Wahrnehmung von 
Terminen mit dem Amt für Justizvollzug nehme ab, er nehme die mit ihm verein-
barten Aufgaben nicht in Angriff und auferlege sich keinen strukturierten Tagesab-
lauf. Gestützt darauf sowie aufgrund der festgestellten Persönlichkeitsstörung so-
wie des gemäss Therapeutin beschriebenen Persönlichkeitsprofils seien Ge-
spräche mit einer psychologisch geschulten Fachperson weiterhin unabdingbar. 

Auf die weitergehenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung sowie in 
der Rechtschrift und den Stellungnahmen wird, soweit erforderlich, in den nachfol-
genden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Änderungen und Beendigungen von Schutzmassnahmen im Sinne der Art. 
12 ff. des Jugendstrafgesetzes (JStG; SR 311.1) können gemäss Art. 43 der Ju-
gendstrafprozessordnung (JStPO; SR 312.1) mittels Beschwerde angefochten 
werden. Beschwerdeinstanz ist das Kantonsgericht von Graubünden (Art. 22 des 
Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung [EGzStPO; BR 
350.100]). Die Zuständigkeit der II. Strafkammer des Kantonsgerichts von 
Graubünden als Beschwerdeinstanz ergibt sich aus Art. 10 Abs. 2 der Kantonsge-
richtsverordnung (KGV; BR 173.110). Die Zulässigkeit der Beschwerde und die 
Beschwerdegründe richten sich gestützt auf Art. 39 JStPO nach Art. 393 StPO. 
Die Beschwerde ist innert 10 Tagen schriftlich und begründet bei der Beschwer-
deinstanz einzureichen (Art. 396 Abs. 1 StPO). Nachdem die angefochtene Verfü-

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gung der Jugendstaatsanwaltschaft am 23. September 2015 mitgeteilt wurde und 
die dagegen erhobene Beschwerde am 30. September 2015 (Poststempel) schrift-
lich und begründet zuhanden der Beschwerdeinstanz eingereicht wurde, erfolgte 
diese form- und fristgerecht, weshalb darauf einzutreten ist. 

2. Das Beschwerdeverfahren ist unter Vorbehalt von Art. 390 Abs. 5 StPO ein 
schriftliches und nicht öffentliches Verfahren (Art. 397 Abs. 1 StPO). Mit der Be-
schwerde können alle Mängel der angefochtenen Verfügung oder Verfahrens-
handlung geltend gemacht werden (Art. 393 Abs. 2 StPO). Insbesondere lässt die 
Beschwerde die Rüge der Sachverhaltsermittlung, der Rechtsanwendung wie 
auch der Ermessensausübung zu. Demnach können Rechtsverletzungen, einsch-
liesslich Ermessensmissbrauch oder -überschreitung, Rechtsverweigerung und -
verzögerung wie auch die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sach-
verhalts gerügt werden. Damit sind auch neue Tatsachenbehauptungen und Be-
weise zulässig (vgl. Jositsch et al., Kommentar Schweizerische Jugendstrafpro-
zessordnung, Zürich/St. Gallen 2010, N. 3 zu Art. 39). Die Rechtsmittelinstanz ver-
fügt über eine volle Kognition und ist befugt und verpflichtet, die ihr unterbreitete 
Sache frei und umfassend zu prüfen. 

3. Die vorliegende Beschwerde richtet sich einzig gegen die Anordnung der 
ambulanten Behandlung gemäss Art. 14 JStG (Ziff. 3 des Dispositivs). Nicht ange-
fochten wurden demgegenüber die Aufhebung der Unterbringung (Ziff. 1) und des 
Rayonsverbots (Ziff. 4) sowie die Anordnung der persönlichen Betreuung gestützt 
auf Art. 13 JStG (Ziff. 2). Diese letztgenannten Punkte sind damit in Rechtskraft 
erwachsen.

4.a) Art. 10 Abs. 1 JStG regelt, dass die urteilende Behörde die nach den Um-
ständen erforderlichen Schutzmassnahmen anordnet, wenn der Jugendliche eine 
mit Strafe bedrohte Tat begangen hat und die Abklärung ergibt, dass er einer be-
sonderen erzieherischen Betreuung oder therapeutischen Behandlung bedarf, un-
abhängig davon, ob er schuldhaft gehandelt hat. Im Einzelfall gilt die allgemeine 
Voraussetzung jeder Schutzmassnahme, dass sie geeignet sein muss, die not-
wendige erzieherische Betreuung oder therapeutische Behandlung sicherzustel-
len. Ferner muss sie erforderlich sein und auch ausreichend, um der Gefährdung 
begegnen zu können (vgl. Gürber/Hug/Schläfli in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Bas-
ler Kommentar Strafrecht I, 3. Auflage, Basel 2013, N. 3 ff. zu Art. 10 JStG). Im 
Unterschied zu den anderen Schutzmassnahmen, bei denen in erster Linie der 
Erziehungsgedanke im Vordergrund steht, verlangt das Gesetz als Voraussetzung 
für die Anordnung einer ambulanten Behandlung nach Art. 14 JStG, dass der Ju-

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gendliche unter bestimmten (pathologischen) Störungen oder Defiziten leidet. Es 
muss sich um eine psychische Störung handeln, um eine Beeinträchtigung seiner 
Persönlichkeitsentwicklung oder eine Abhängigkeit von Suchtstoffen oder Medi-
kamenten. Nicht erforderlich ist, dass die begangene Straftat im Zusammenhang 
mit diesen Störungen steht. Aus dem Gesetzestext von Art. 9 Abs. 3 JStG ergibt 
sich, dass eine medizinische oder psychologische Begutachtung für die Anord-
nung einer ambulanten Behandlung nicht zwingend ist (vgl. zum Ganzen Gür-
ber/Hug/Schläfli, a.a.O., N. 3 ff. zu Art. 14 JStG; Marcel Riesen-Kupper in: Do-
natsch et al. [Hrsg.], Kommentar StGB, 19. Auflage, Zürich 2013, N. 3 zu Art. 9 
und N. 2 ff. zu Art. 14). 

b) X._____ wurde mit Urteil des Jugendgerichts des Bezirks Hinterrhein vom 
1. Juni 2011 wegen Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung, Hausfriedens-
bruchs, Störung des öffentlichen Verkehrs und Störung des Eisenbahnverkehrs, 
mehrfacher Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz etc. rechtskräftig ver-
urteilt (Strafakten act. 1.62). Bereits im damaligen Strafverfahren wurde anlässlich 
einer psychiatrischen Begutachtung festgestellt, dass beim Beschwerdeführer eine 
beeinträchtigte Persönlichkeitsentwicklung und eine erzieherische Fehlentwicklung 
sowie eine Störung des Sozialverhaltens und eine Tabakabhängigkeit bestanden. 
Aus diesem Grund wurde eine Unterbringung im Sinne von Art. 15 Abs. 1 JStG 
angeordnet. Um die dissozialen Einstellungen von X._____ zu hinterfragen und zu 
verändern, wurde mit der Unterbringung auch eine ambulante Behandlung im Sin-
ne von Art. 14 Abs. 1 JStG verbunden. Die Voraussetzungen hierfür waren nach 
der vorstehend beschriebenen Diagnose zweifellos erfüllt. Die ambulante psycho-
therapeutische Behandlung wurde in der Folge durch das Jugendheim O.1_____ 
intern durchgeführt. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren stellt sich nun die Fra-
ge, ob die Voraussetzungen für die Weiterführung dieser Schutzmassnahme auch 
im jetzigen Zeitpunkt, nach Aufhebung der Unterbringung, nach wie vor gegeben 
sind, insbesondere ob diese aktuell noch immer geeignet, erforderlich und verhält-
nismässig ist. 

5. Die Notwendigkeit der Weiterführung der ambulanten Massnahme wurde in 
der angefochtenen Verfügung zum einen mit dem heiklen Umgang mit Betäu-
bungsmitteln von X._____ begründet. Dieses Problem besteht seit Anbeginn der 
Unterbringung und hat sich, wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen, in den 
letzten Monaten weiter verstärkt.

a) Am 7. August 2014 konnte X._____ von der Bewährungsgruppe C._____ 
(BWG) im Jugendheim O.1_____ in die Aussenwohngruppe (AWG) des Jugend-

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heims übertreten (vgl. act. 32). Die Heimleitung erhoffte sich, dass ein Wechsel 
des pädagogischen Rahmens im Sinne einer paradoxen Intervention die Motivati-
on von X._____ steigern würde. Dies insbesondere auch hinsichtlich des immer 
wiederkehrenden Betäubungsmittelkonsums, welcher X._____ damit begründete, 
dass er sich im Jugendlichenmilieu der Wohngruppe diesbezüglich nicht abgren-
zen könne (vgl. act. 33). Dennoch wurde er bereits eine Woche nach Übertritt mit 
ca. 8 Gramm Marihuana erwischt. In der Folge gab er mehrfach positive Urinpro-
ben auf THC ab, welche zunächst zu einem schriftlichen Verweis (vgl. act. 34), zu 
einer Einschliessung und schliesslich sogar zu einer vorübergehenden Rückver-
setzung in die BWG C._____ führten (vgl. act. 35). Anlässlich der Standortbe-
stimmung vom 16. Dezember 2014 gab er an, bestenfalls noch am Wochenende 
THC zu konsumieren respektive ganz mit dem Konsum aufgehört zu haben (vgl. 
act. 35). Trotz dieser Beteuerung kam es bereits am 1. Februar 2015 zu einer er-
neuten Einschliessung aufgrund einer unerlaubten Übernachtung auf der Wohn-
gruppe mit anschliessendem Cannabiskonsum (vgl. act. 36). Aufgrund diverser 
Verwarnungen wurde er schliesslich wiederum in die BGW C._____ zurückver-
setzt, woraufhin sämtliche nachfolgenden Drogentests positiv auf THC ausfielen. 
Aufgrund der daraus resultierenden Konsequenzen begab sich X._____ am 20. 
Februar 2015 auf die Flucht und kehrte erst am 2. März 2015 wieder ins Jugend-
heim O.1_____ zurück (vgl. act. 43). Bis zur Standortbestimmung vom 24. Juni 
2015 waren in jedem Monat des zurückliegenden Quartals ein bis zwei Ergebnisse 
des Drogentests positiv auf THC (vgl. act. 45). Dabei wurde vermutet, dass die 
Konsumhäufigkeit noch höher sei, zumal aufgrund von Verweigerung, Fluchten 
und anderen Abwesenheiten nicht wöchentlich Kontrollen durchgeführt werden 
konnten. Zwischenzeitlich wurde er sogar von der Berufsschule suspendiert, weil 
er beim letzten Berufsschulbesuch unter Cannabiseinfluss stand (vgl. act. 53). Im 
Zusammenhang mit einem Verkehrsunfall wurde X._____ sodann am 28. Sep-
tember 2015 von der Kantonspolizei Graubünden einvernommen (act. E.4). Dabei 
wurde ihm vorgehalten, in seinem Helm, welcher an der Unfallstelle aufgefunden 
worden war, einen Minigrip mit Marihuana versteckt zu haben. X._____ gab zu 
Protokoll, dass dieser nicht ihm gehöre. Ausserdem wurde ihm mitgeteilt, dass 
aufgrund des quantitativen und qualitativen THC-Nachweises die Voraussetzun-
gen für die Fahrunfähigkeit im Sinne des Gesetzes gegeben seien. Daraufhin gab 
er zu, zwar die Vortage gekifft zu haben, nicht aber am Unfalltag. Der THC-
Nachweis sei wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass er am Vortrag zu viel 
Marihuana konsumiert habe. Auf die Frage hin, ob er Betäubungsmittel konsumie-
re, führte X._____ lediglich aus, dass er Marihuana und Kokain ein bis zwei Mal 
probiert habe. Er konsumiere seit mehr als fünf Jahren Cannabis. Kokain habe er 

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das erste Mal mit 18 Jahren konsumiert und ein weiteres Mal am Freitag, den 7. 
August 2015 auf der Toilette eines Restaurants in O.3_____. Cannabis habe er 
letztmals am 25. September 2015 konsumiert. Er habe den Umgang mit Cannabis 
ziemlich unter Kontrolle. Er könne am Wochenende kiffen, dann aber auch für ein 
paar Wochen nicht mehr. Er konsumiere weder regelmässig noch unregelmässig. 
Durchschnittlich rauche er zwei bis drei Joints pro Woche. Aber wenn er konsu-
miere, dann richtig. Das Marihuana rauche er, auf eine andere Art konsumiere er 
es nicht. 

b) Im Schlussbericht des Jugendheims O.1_____ (vgl. act. 53) wurde darauf 
hingewiesen, dass X._____ trotz zeitweiliger Kontrolle seines Konsums starke An-
zeichen von Abhängigkeit zeige. Zum Ende des Aufenthalts im Jugendheim habe 
er seinen Konsum kaum noch kontrollieren können. Bis zu seinem Austritt am 31. 
August 2015 sei eine negative Entwicklung zu beobachten gewesen, da sein Kon-
sum insbesondere im letzten Aufenthaltsjahr deutlich zugenommen habe. Sein 
Cannabiskonsum sei ein Risikofaktor, der nicht ausser Acht gelassen werden soll-
te. Übermässiger Konsum schränke ihn stark in seiner Leistungsfähigkeit und in 
seiner Verantwortlichkeit ein. Regelmässige Drogentests wären geeignet, um dem 
entgegenzuwirken. Diese Einschätzung hat sich, wie sich anhand der Akten nach-
vollziehen lässt, bestätigt. Der vermehrte Betäubungsmittelkonsum hat dazu ge-
führt, dass X._____ erneut in ein Strafverfahren verwickelt ist. Auch nahm seine 
Zuverlässigkeit in der Wahrnehmung von Terminen mit dem Amt für Justizvollzug 
gemäss Stellungnahme der Staatsanwaltschaft (act. A.3) ab. Er nehme die mit ihm 
vereinbarten Aufgaben nicht in Angriff und auferlege sich keine strukturierten Ta-
gesabläufe. Seine Beteuerungen, den Konsum im Griff zu haben oder gar damit 
aufzuhören, erwiesen sich als leere Versprechen. Bereits aus diesen Gründen 
erscheint eine persönliche Betreuung für sich allein, wie X._____ vorschlägt, nicht 
ausreichend. Vielmehr zeigen gerade die Nachlässigkeiten der letzten Wochen, 
dass eine regelmässige Behandlung durch eine Fachperson unumgänglich ist. In 
Bezug auf den Betäubungsmittelkonsum hat sich X._____ seit dem Austritt aus 
dem Jugendheim O.1_____ offenkundig noch nicht bewährt, weshalb die Aufhe-
bung der Schutzmassnahme als verfrüht erscheint. 

6. Ein weiterer Grund für die Anordnung und Weiterführung der ambulanten 
Behandlung war die gutachterlich festgestellte Beeinträchtigung der Persönlich-
keitsentwicklung sowie die Störung des Sozialverhaltens, welche regelmässige 
therapeutische Betreuung erforderlich machten. Auch hinsichtlich dieses Punktes 
haben sich die Verhältnisse in den letzten Wochen nicht derart stabilisiert, als 
dass eine Aufhebung der Schutzmassnahme in Betracht gezogen werden könnte.

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a) Aus dem Schlussbericht des Jugendheims O.1_____ (vgl. act. 53) geht 
hervor, dass im Verlaufe des 4. Quartals 2014 mangelnde Transparenz und Ver-
bindlichkeit seitens von X._____ immer mehr in den Vordergrund rückten, weshalb 
die Termine aufgrund ungenügender Therapiemotivation ausgesetzt wurden. Er 
neige zu Bagatellisierungen und auch dazu, Geschichten zu seinen Gunsten zu 
drehen. Seine eigenen Anteile sehe er nur am Rande und auch nur eher kognitiv 
und nicht emotional verwurzelt. Er externalisiere gerne und finde Ausflüchte für 
sein Verhalten. Die Therapiebedürftigkeit sei hoch. Die mögliche Delinquenz wer-
de aufgrund seines Persönlichkeitsprofils im Bereich von Betrügereien gesehen, 
vor allem was "ausgeprägtes Instrumentalisieren, Manipulieren anderer Men-
schen, mangelnde Transparenz und Offenheit sowie die Neigung, Grenzen nicht 
zu respektieren, Skrupellosigkeit, sensation seeking, mangelnde Empathiefähig-
keit, ausgeprägte Intelligenz" anbelange. Auch sehe er wenig Sinn, sich von Leu-
ten zu distanzieren, die eine delinquenzfördernde Ansicht und den demenspre-
chenden Lebensstil pflegten. Dementsprechend werde empfohlen, eine Form von 
enger Begleitung mit regelmässigen Gesprächen fortzusetzen. Auch in der Stel-
lungnahme des Jugendheims O.1_____ vom 9. Oktober 2015 (act. A.2) wurde die 
Therapiebedürftigkeit von X._____ grundsätzlich bejaht, wobei darauf hingewiesen 
wurde, dass sich dieser oft nur widerstrebend auf die Therapie eingelassen und 
weniger als die Hälfte der angebotenen Termine schlussendlich auch wahrge-
nommen habe. Er sei entgegen seiner eigenen Ausführungen vielmehr therapie-
unwillig denn therapiemüde. Aus diesem Grund wurde die Weiterführung der am-
bulanten Therapie als wenig sinnvoll erachtet. Diesbezüglich ist jedoch anzumer-
ken, dass diese Einschätzung gestützt auf die Erfahrungen aus der Zeit der Un-
terbringung und nicht aus der Beurteilung der aktuellen Situation erfolgte. 

b) Aufgrund der Entwicklungen in jüngster Zeit muss davon ausgegangen 
werden, dass sich X._____ noch nicht soweit stabilisiert hat, als dass auf eine the-
rapeutische Betreuung verzichtet werden könnte. Gerade nach dem unfallbeding-
ten Unterbruch der Erwerbstätigkeit, welche ihn dazu verleitete, in alte Muster zu 
verfallen und vermehrt Betäubungsmittel zu konsumieren, ist es wichtig, unter 
fachlicher Mithilfe wieder einen geordneten Tagesablauf anzustreben und weitere 
Fortschritte im Hinblick auf ein geregeltes und deliktfreies Leben zu erzielen. Dies 
fällt ihm, wie die Vergangenheit gezeigt hat, aufgrund der diagnostizierten Störun-
gen schwer. Es bestehen gewichtige Anzeichen dafür, dass er zum aktuellen Zeit-
punkt noch nicht in der Lage ist, dieses Ziel alleine und ohne engmaschige Be-
treuung durch eine Fachperson zu erreichen. Die wertvolle Betreuung durch 
B._____, welcher insbesondere in alltagspraktischen Belangen behilflich ist, ver-

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mag alleine nicht zu genügen. Wie die Staatsanwaltschaft in ihrer Stellungnahme 
vom 14. Oktober 2015 nachvollziehbar darlegt, soll X._____ in der jetzigen Phase 
mit allen fachlichen Mitteln im weiteren Erlernen der laut Gutachter angestrebten 
Veränderung der Persönlichkeitsstrukturen sowie gesellschaftlichen Integration 
unterstützt werden. Seine Entwicklungen und seine entsprechenden Fähigkeiten 
sind noch nicht derart fortgeschritten, dass der Zweck der angeordneten ambulan-
ten Behandlung gemäss Art. 14 JStG erreicht wäre. 

7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sowohl aufgrund der Beeinträchti-
gung der Persönlichkeitsentwicklung, insbesondere aber auch wegen des ange-
stiegenen Betäubungsmittelkonsums im jetzigen Zeitpunkt die angeordnete ambu-
lante Behandlung im Sinne von Art. 14 JStG noch nicht aufgehoben werden kann. 
Die Voraussetzungen hierfür sind nach wie vor gegeben und die Weiterführung 
erscheint unter Berücksichtigung der aktuellen Umstände als geeignet, erforderlich 
und verhältnismässig. Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen. Zwar ist der 
Wunsch von X._____, frei zu sein, durchaus nachvollziehbar. Mit der Aufhebung 
der Unterbringung wurde der erste Schritt hierfür gemacht. Jetzt liegt es an 
X._____ zu beweisen, dass er mit der dadurch gewonnenen Freiheit umgehen 
und die Vergangenheit hinter sich lassen kann. Seinen Bedenken, er habe auf-
grund seiner Arbeitsstelle keine Zeit für Therapiesitzungen, kann dadurch Rech-
nung getragen werden, dass die Termine für die Therapiegespräche jeweils unter 
Berücksichtigung seiner Arbeitsverpflichtungen vereinbart werden. In diesem Zu-
sammenhang erscheint auch der Hinweis der Staatsanwaltschaft (act. A.3) als 
wichtig, wonach regelmässig Standortbestimmungen durchgeführt und die 
Zweckmässigkeit und der Erfolg einer Massnahme überprüft würden. Die Häufig-
keit von Therapiegesprächen werde von der Entwicklung von X._____ sowie der 
Dringlichkeit und der Aktualität von zu behandelnden Themen angepasst. Er steu-
re somit die Häufigkeit und Dauer der Therapiegespräche mit dem Verlauf seiner 
weiteren Entwicklung zu einem grossen Teil selber. X._____ kann nur nochmals 
eindringlich nahegelegt werden, sich inskünftig an Abmachungen mit den ihn be-
treuenden Personen zu halten und aktiv an einer positiven Entwicklung mitzuwir-
ken, damit in absehbarer Zukunft auch die ambulante Behandlung nicht mehr er-
forderlich sein wird. 

8. Gemäss Art. 427 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelver-
fahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Der Gebührenrah-
men für gerichtliche Verfahren wird durch das Kantonsgericht geregelt (Art. 37 
Abs. 4 lit. b EGzStPO). Die Gebühren im konkreten Einzelfall bemessen sich nach 
dem Aufwand und den wirtschaftlichen Verhältnissen der kostenpflichtigen Person 

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(Art. 37 Abs. 2 EGzStPO). Im vorliegenden Fall ist X._____ mit seiner Beschwerde 
vollumfänglich unterlegen, weshalb er kostenpflichtig wird. Der Gebührenrahmen 
für Entscheide im Beschwerdeverfahren beträgt gemäss Art. 8 der Verordnung 
über die Gerichtsgebühren im Strafverfahren (VGS; BR 350.210) Fr. 1'000.-- bis 
Fr. 5'000.--, wobei in Strafverfahren gemäss JStPO der für den Erwachsenenstraf-
prozess geltende Gebührenrahmen um die Hälfte zu reduzieren ist (Art. 11 VGS). 
In Anbetracht des Aufwands und den wirtschaftlichen Verhältnissen von X._____ 
wird eine Gerichtsgebühr am untersten Ende des Gebührenrahmens, damit in 
Höhe von Fr. 500.--, erhoben und diese dem unterliegenden Beschwerdeführer 
auferlegt. 

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 500.-- gehen zu Lasten des 
Beschwerdeführers.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

4. Mitteilung an: