# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 74a8a037-c5a3-529a-9320-bb43391f4892
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-07-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.07.2008 C-6703/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6703-2007_2008-07-14.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-6703/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 4 .  J u l i  2 0 0 8

Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 
Richterin Ruth Beutler, Richter Bernard Vaudan, 
Gerichtsschreiber Daniel Brand.

A._______,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung in Bezug auf 
B._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-6703/2007

Sachverhalt:

A.
Der aus dem Kosovo stammende B._______ (geb. 1981, nachfolgend: 
Gesuchsteller  bzw. Eingeladener)  beantragte  am  5.  Juli  2007  beim 
(damaligen)  Schweizerischen  Verbindungsbüro  in  Pristina  die  Ertei-
lung eines Einreisevisums für die Dauer von vier Wochen. Als Zweck 
der beabsichtigten Reise gab er an, seine im Kanton Bern wohnhafte 
Schwester  A._______  (nachfolgend:  Gastgeberin  bzw.  Beschwerde-
führerin)  besuchen zu wollen. Nach formloser Verweigerung übermit-
telte die Schweizerische Vertretung das Gesuch zur Prüfung und zum 
Entscheid an die Vorinstanz.

B.
In ihrer (negativen) Stellungnahme vom 29. August 2007 hielt die Mig-
rationsbehörde des Kantons Bern gegenüber der Vorinstanz unter an-
derem fest, beim Gesuchsteller handle es sich um einen ehemaligen 
Asylbewerber, der im September 2000 in seinen Heimatstaat zurück-
geführt worden sei.

C.
Mit Verfügung vom 6. September 2007 wies die Vorinstanz das Einrei-
segesuch mit der Begründung ab, der Gesuchsteller stamme aus einer 
Region, aus welcher der Zuwanderungsdruck als Folge der dort herr-
schenden wirtschaftlichen und soziokulturellen Verhältnisse bekannter-
weise nach wie vor stark anhalte. Viele seiner Landsleute versuchten – 
einmal in der Schweiz – ihren Aufenthalt durch Ausschöpfung sämtli-
cher  rechtlicher  Mittel  zu  verlängern,  um sich  so  in  Umgehung  der 
bundesrätlichen Begrenzungsmassnahmen eine vermeintlich bessere 
Zukunft aufzubauen. Dem Gesuchsteller oblägen im Heimatland weder 
zwingende gesellschaftliche Verpflichtungen noch familiäre Verantwort-
lichkeiten, die gegebenenfalls Gewähr für eine fristgerechte Rückkehr 
bieten könnten. 

D.
Mit Rechtsmitteleingabe vom 3. Oktober 2007 beantragt die Beschwer-
deführerin die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Er-
teilung des gewünschten Besuchervisums. Zur Begründung bringt sie 
sinngemäss vor, die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, die Wie-
derausreise ihres Bruders nach einem Besuchsaufenthalt  wäre nicht 
gesichert. Der Eingeladene, welcher mit seinem bereits sehr betagten 

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Grossvater zusammenlebe, arbeite seit Anfang 2006 in einer Boutique 
in Pristina als Verkäufer. Nach Ablauf seines auf zwei Jahre befristeten 
Arbeitsvertrages bestehe die Möglichkeit, das Arbeitsverhältnis zu ver-
längern. Ihre Eltern, mit denen sie in Hausgemeinschaft lebe und die 
von der Sozialhilfe unterstützt würden, könnten sich die Reise in den 
Kosovo nicht  leisten,  um Sohn und Grossvater  zu besuchen. Da sie 
(die Beschwerdeführerin) erwerbstätig sei, werde sie für alle Kosten im 
Zusammenhang mit dem vorgesehenen Besuchsaufenthalt ihres Bru-
ders aufkommen. 

Der Eingabe waren verschiedene Beweismittel  beigelegt  (Arbeitsver-
trag und Lohnabrechnung betreffend die  Gastgeberin,  Arbeitsvertrag 
des Eingeladenen, Familienstands-Bescheinigung, usw.).

E.
In ihrer Vernehmlassung vom 6. November 2007 spricht sich die Vorin-
stanz für die Abweisung der Beschwerde aus und hält nochmals fest, 
dass der Eingeladene im Heimatland über keine besonderen, über das 
übliche  Mass  hinausgehenden  beruflichen  und  familiären  Ver-
pflichtungen verfüge.

F.
Mit verfahrensleitender Anordnung vom 15. November 2007 wurde der 
Beschwerdeführerin die Möglichkeit gewährt, zur Vernehmlassung der 
Vorinstanz Stellung zu nehmen. Die hierfür gesetzte Frist blieb unge-
nutzt. 

G.
In einer Eingabe vom 2. April 2008 weist die Beschwerdeführerin da-
rauf hin, ihr Bruder B._______ sei Vater einer am 30. Juni 2006 ge-
borenen Tochter und seit  März 2008 mit der Kindsmutter verheiratet. 
Ausserdem macht sie neu geltend, aufgrund eines erlittenen Unfalles 
habe ihre Mutter seit August 2007 grosse gesundheitliche Probleme, 
weswegen  sie  eine  Reise  in  den  Kosovo  in  absehbarer  Zeit  nicht 
antreten könne. Sie leide sehr unter der Trennung von ihrem ältesten 
Sohn. 

Zur  Bekräftigung  der  Vorbringen  wurden  eine  ärztliche  Bestätigung, 
eine Heiratsurkunde sowie ein Geburtsschein ins Recht gelegt.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der Einreisebewil-
ligung unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht 
(Art. 31, Art. 32 sowie Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).

1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das Ver-
waltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt. Das Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 
Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 
173.110]).

1.3 Die Beschwerdeführerin ist gemäss Art. 48 VwVG zur Beschwerde 
legitimiert; auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 49 ff. VwVG).

2.  
Am 1. Januar 2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie 
die dazugehörigen Ausführungsverordnungen in Kraft (u.a. die Verord-
nung vom 24. Oktober  2007 über  das Einreise-  und Visumverfahren 
[VEV, SR 142.204]). Gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt auf Gesuche, 
die vor dem Inkrafttreten des AuG eingereicht worden sind, das bishe-
rige Recht anwendbar. Die (materielle) Beurteilung erfolgt somit noch 
nach  dem  alten  Recht.  Einschlägig  sind  das  Bundesgesetz  vom 
26. März  1931  über  Aufenthalt  und  Niederlassung  der  Ausländer 
(aANAG, BS 1 121, zum vollständigen Quellennachweis vgl. Ziff. I des 
Anhangs zum AuG) und die Verordnung vom 14. Januar 1998 über die 
Einreise und Anmeldung von Ausländerinnen und Ausländern (aVEA, 
AS 1998 194,  zum vollständigen Quellennachweis vgl. Art. 39 VEV). 
Das  Verfahren  hingegen  richtet  sich  nach  dem  neuen  Recht  (vgl. 
Art. 126 Abs. 2 AuG).

3.
3.1 Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen 
Anspruch  auf  Bewilligung  der  Einreise. Der  Entscheid  darüber  ist  – 
vorbehältlich nachfolgend zu erörternder Hinderungsgründe – von der 
Bewilligungsbehörde in pflichtgemässer Ausübung ihres Ermessens zu 

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fällen (Art. 4  und Art. 16 Abs. 1 aANAG, Art. 9  Abs. 1 aVEA,  PETER 
UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: PETER UEBERSAX / PETER MÜNCH / 
THOMAS GEISER / MARTIN ARNOLD (Hrsg.), Ausländerrecht, Ausländerinnen 
und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht und So-
zialrecht  der  Schweiz,  Basel/Genf/München  2002,  S. 143;  URS BOLZ, 
Rechtsschutz im Ausländer- und Asylrecht,  Basel und Frankfurt  a.M. 
1990, S. 29 mit weiteren Hinweisen;  PHILIP GRANT, La protection de la 
vie  familiale  et  de  la  vie  privée  en  droit  des  étrangers,  Basel  usw. 
2000, S. 24).

3.2 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz einen Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund beson-
derer Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (Art. 1 bis 
5 aVEA). Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und Aus-
länder die in Artikel 1 Absatz 2 aVEA aufgeführten Voraussetzungen 
erfüllen. Sie haben unter anderem Gewähr für eine fristgerechte Wie-
derausreise zu bieten (Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA). 

4.
4.1 Der Gesuchsteller bedarf aufgrund seiner Nationalität zur Einreise 
in die Schweiz nebst dem Pass eines Visums. Die Vorinstanz verwei-
gerte die Erteilung eines solchen Visums mit der Begründung, die an-
standslose und fristgerechte Wiederausreise erscheine nicht als hinrei-
chend gesichert.

4.2 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Re-
gel  keine gesicherten Feststellungen,  sondern  lediglich Voraussagen 
machen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu 
würdigen.

4.3 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  fristgerechten Wiederausreise 
können sich aus der allgemeinen Situation im Herkunftsland der Besu-
cherin oder des Besuchers ergeben. Einreisegesuche von Bürgerinnen 
und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit politisch oder wirtschaft-
lich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen können darauf hindeu-
ten,  dass  die persönliche Interessenlage in  solchen Fällen nicht  mit 
dem Ziel  und  Zweck  einer  zeitlich  befristeten  Einreisebewilligung  in 
Einklang steht.

4.4 Der Gesuchsteller lebt im inzwischen unabhängigen und von der 
Schweiz als Staat anerkannten Kosovo. Die Sicherheitslage in dieser 

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Region konnte zwar im Verlaufe der letzten Jahre weitgehend stabili-
siert werden und der Wiederaufbau von Administration und Infrastruk-
tur ist unter Beteiligung internationaler Organisationen und Staatenge-
meinschaften  in  Gang  gekommen.  Aus  wirtschaftlicher  Sicht  ist  es 
aber trotz grosser internationaler Unterstützung bisher nicht gelungen, 
eine Wachstumsdynamik im Kosovo einzuleiten; es herrscht wirtschaft-
liche  Stagnation  und  die  Arbeitslosigkeit  bleibt  hartnäckig  hoch.  So 
sind  mehr  als  die  Hälfte  der  Erwerbsfähigen  ohne  oder  zumindest 
ohne regelmässiges Einkommen. Gemäss World Bank Brief lag der Ar-
mutsanteil der Bevölkerung im Kosovo im Jahr 2005 bereits bei 37 % 
(Tendenz  steigend).  Der  Zuwanderungsdruck  aus  dieser  Region  ist 
dementsprechend hoch, was sich auch in der schweizerischen Asyl-
statistik widerspiegelt. So stammten im Jahre 2007 9.2 % der Asylsu-
chenden aus Serbien (inklusive Kosovo) und diese Region steht damit 
in der Statistik der Asylgesuche nach Nationen an zweiter Stelle.

4.5 In Anbetracht der seit längerem schwierigen Lage und unter Be-
rücksichtigung,  dass  die  Bereitschaft,  das  Heimatland  zu  verlassen, 
erfahrungsgemäss  dort  begünstigt  wird,  wo  bereits  Verwandte  oder 
Bekannte im Ausland leben, ist die Beurteilung der Vorinstanz, die das 
Risiko einer nicht  fristgerechten Wiederausreise als relativ hoch ein-
schätzte, nicht zu beanstanden. Es wäre jedoch zu schematisch und 
nicht  haltbar,  generell  und  ohne  spezifische  Anhaltspunkte  aus-
schliesslich aufgrund der allgemeinen Lage in der Herkunftsregion auf 
eine  nicht  hinreichend gesicherte  Wiederausreise  zu  schliessen. Die 
eben genannten Umstände entbinden die Vorinstanz daher nicht von 
einer einzelfallbezogenen Beurteilung. Namentlich können berufliche, 
gesellschaftliche oder familiäre Verpflichtungen die Prognose einer an-
standslosen Wiederausreise begünstigen.

5.
5.1 Beim Eingeladenen handelt es sich um einen 27-jährigen und seit 
März 2008 verheirateten Familienvater, welcher laut Angaben der Be-
teiligten seit Anfang 2006 als Verkäufer in einer Herren-Boutique arbei-
tete. Gemäss  den  eingereichten  Beweismitteln  soll  er  über  eine  bis 
Ende  2007  befristete  Arbeitsstelle  verfügt  und  ein  monatliches  Ein-
kommen von 480 Euro erzielt haben (vgl. Arbeitsvertrag vom 1. Januar 
2006). Dass er sich mit dieser Tätigkeit bereits eine gefestigte Existenz 
hat  aufbauen können,  erscheint  angesichts  der  relativ  kurzen Dauer 
der Erwerbstätigkeit  sowie in Anbetracht der wirtschaftlichen Verhält-
nisse im Kosovo als  wenig wahrscheinlich. Zudem ergeben sich aus 

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den Akten keinerlei  Hinweise, wonach der fragliche Arbeitsvertrag in 
der Zwischenzeit verlängert worden wäre. Zweifel sind auch hinsicht-
lich der angegebenen Lohnsumme angebracht, übersteigt diese doch 
den  dortigen  durchschnittlichen  Monatslohn  beträchtlich.  Von  einer 
starken beruflichen Verwurzelung im Heimatland kann jedenfalls zum 
heutigen Zeitpunkt (noch) nicht ausgegangen werden; dies umso weni-
ger,  als  der  Eingeladene  offenbar  problemlos  und  jederzeit  einen 
mehrwöchigen Auslandurlaub beziehen kann.

5.2 Die Beschwerdeführerin verweist ebenfalls auf das intakte familiä-
re Umfeld des Eingeladenen und bringt in diesem Zusammenhang vor, 
ihr  Bruder habe im Heimatland familiäre Verpflichtungen wahrzuneh-
men. So sei er nicht nur Vater einer (inzwischen) zweijährigen Tochter, 
sondern  habe sich  auch um seinen 96-jährigen Grossvater  zu küm-
mern, welchen er nie alleine lassen würde. Dieses Argument vermag 
nach Ansicht des Bundesverwaltungsgerichts schon deshalb nicht zu 
überzeugen, weil der Umstand, dass gleich eine mehrwöchige Landes-
abwesenheit  geplant ist,  nicht ohne weiteres darauf schliessen lässt, 
die Präsenz des Gesuchstellers sei für die Belange seiner Familie un-
verzichtbar;  aufgrund der  Aktenlage ist  vielmehr  davon auszugehen, 
die Pflege und Betreuung seiner Familienangehörigen könne durchaus 
für längere Zeit auch auf andere Weise sichergestellt  werden; so hat 
denn auch die Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren da-
rauf hingewiesen, während der Abwesenheit des Enkels sorge ein On-
kel  für  den  Grossvater  im  Kosovo. Insofern  darf  bezweifelt  werden, 
dass dem Eingeladenen im Heimatland besondere Verpflichtungen ob-
liegen, die ihn ernsthaft von einer Emigration abzuhalten vermöchten, 
zumal er mit seinen Eltern sowie seinen Geschwistern, die offenbar al-
lesamt in der Schweiz leben, hierzulande bereits über ein enges, per-
sönliches Beziehungsnetz verfügt.

5.3 Berücksichtigt  man  zudem  die  oben  erwähnte  allgemeine  wirt-
schaftliche  Lage  im  Kosovo,  dürften  die  mittelfristigen  Zukunftsaus-
sichten des Gesuchstellers zumindest als schwierig einzustufen sein. 
In Anbetracht feststellbarer Differenzen betreffend Lebensqualität, so-
ziale  Absicherung  und  Lohnniveau  könnte  nämlich  selbst  eine  feste 
Arbeitsstelle im Heimatland für sich alleine nicht verlässlich vom Ent-
schluss abhalten, aus dem Land zu emigrieren, ebenso wenig zurück-
bleibende Familienangehörige. Vielmehr könnte die Absicht auszuwan-
dern gar von der Hoffnung getragen sein, die im Kosovo lebenden An-
gehörigen aus dem Ausland wirtschaftlich besser unterstützen und al-

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lenfalls später nachziehen zu können. Vor diesem Hintergrund müssen 
die Vorbringen auf Beschwerdeebene, wonach genügend Garantien für 
eine  fristgerechte  Wiederausreise  vorhanden  seien,  als  nicht  aus-
schlaggebend bezeichnet werden. Im Übrigen hegte auch die Schwei-
zerische Vertretung in  Pristina,  welche mit  den sozialen,  wirtschaftli-
chen und politischen Verhältnissen im Herkunftsstaat des Gesuchstel-
lers gut vertraut ist und sich somit durchaus ein Bild des Einreisewilli-
gen  machen  kann,  grosse  Bedenken  bezüglich  der  anstandslosen 
Wiederausreise und verweigerte formlos die Einreisebewilligung.

5.4 Unter den gegebenen Umständen durfte die Vorinstanz aus dama-
liger Sicht – wie bereits in ihrer Verfügung vom 2. Februar 2004, bei 
der ein gleichlautendes Begehren desselben Gesuchstellers abgewie-
sen worden war – zu Recht davon ausgehen, die Wiederausreise des 
Eingeladenen  sei  im  Sinne  der  massgeblichen  Bestimmungen  nicht 
gesichert. Daran vermag auch die in  der  Zwischenzeit  erfolgte  Ehe-
schliessung des Gesuchstellers  nichts  zu ändern,  ebenso wenig  die 
Tatsache, dass die Beschwerdeführerin die rechtzeitige Rückkehr des 
eingeladenen Bruders zugesichert  hat; denn eine solche Garantie ist 
trotz bester und ehrlicher Absichten nicht möglich bzw. rechtlich nicht 
durchsetzbar. Gastgeber können zwar für gewisse finanzielle Risiken 
im Zusammenhang mit dem Besuchsaufenthalt, nicht aber für ein be-
stimmtes Verhalten ihrer Gäste garantieren (vgl. anstelle vieler: Urteil 
des  Bundesverwaltungsgerichts  C-2341/2006  vom  7.  August  2007 
E. 6). 

5.5 Darüber hinaus bestehen auch keine Hinweise dafür, dass die Ein-
reiseverweigerung  in  den  Schutzbereich  des  Privat-  und  Familienle-
bens eingreifen würde (Art. 13 der Bundesverfassung der Schweizeri-
schen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101] und Art. 8 
der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
vom 4. November 1950 [EMRK, SR 0.101]), verleiht doch keine dieser 
Bestimmungen  einen Anspruch auf  Einreise  oder  auf  Verwirklichung 
des  Familienlebens  an  einem bestimmten  Ort  (vgl.  BGE 130  II  281 
E. 3.1  [mit  Hinweisen]; ferner  STEPHAN BREITENMOSER,  in: Bernhard  Eh-
renzeller/Philippe Mastronardi/Rainer J. Schweizer/Klaus A. Vallender, 
Die schweizerische Bundesverfassung, Zürich 2002, N. 25 zu Art. 13; 
ARTHUR HAEFLIGER/FRANK SCHÜRMANN,  Die  Europäische  Menschenrechts-
konvention  und  die  Schweiz,  Die  Bedeutung  der  Konvention  für  die 
schweizerische Rechtspraxis, 2. Aufl., Bern 1999, S. 261). Von einem 
rechtfertigungsbedürftigen  Grundrechtseingriff  könnte  –  wenn  über-

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haupt – allenfalls dann ausgegangen werden, wenn die Wahrnehmung 
familiärer Kontakte in zumutbarer Weise nur durch Besuche des Ge-
suchstellers in der Schweiz zu verwirklichen wäre, was in casu nicht 
zutrifft.

Sowohl der Beschwerdeführerin, wie auch den übrigen, in der Schweiz 
lebenden Familienangehörigen steht nämlich weiterhin die Möglichkeit 
offen, ihren Bruder bzw. Sohn – gegebenenfalls zeitlich gestaffelt – im 
Kosovo  zu  besuchen.  Aus  den  Akten  ergeben  sich  jedenfalls  keine 
Hinweise, wonach ihnen dies in Zukunft aus rechtserheblichen Grün-
den  verwehrt  sein  sollte.  Das  von  der  Beschwerdeführerin  nachge-
reichte Arztzeugnis vom 26. März 2008 spricht  denn auch von einer 
vorläufigen, mithin bloss vorübergehenden Reiseunfähigkeit, die es ih-
rer Mutter zurzeit verunmögliche, die Familienangehörigen im Heimat-
land zu besuchen. 

6.
Aus den dargelegten Gründen ist  somit  nicht  zu  beanstanden,  dass 
die Vorinstanz das öffentliche Interesse sowie die Beachtung der gel-
tenden Bestimmungen entsprechend gewichtete und dem Gesuchstel-
ler die Einreise verweigerte. Die angefochtene Verfügung verletzt kein 
Bundesrecht. Der rechtserhebliche Sachverhalt wurde im Endergebnis 
richtig und vollständig festgestellt,  und die Vorinstanz hat das ihr zu-
stehende Ermessen pflichtgemäss und zutreffend gehandhabt (Art. 49 
VwVG). Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen.

7.
Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  wird  die  unterliegende 
Beschwerdeführerin  kostenpflichtig  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Die  Ver-
fahrenskosten sind auf Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 
Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

Dispositiv Seite 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Sie werden mit dem am 22. Oktober 2007 geleisteten Kos-
tenvorschuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführerin  (Einschreiben;  Beilagen:  Heiratsurkunde 
und Geburtsschein, je im Original)

- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] retour)
- den Migrationsdienst des Kantons Bern

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Antonio Imoberdorf Daniel Brand

Versand: 

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