# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fe13658c-c47c-5da0-9352-2964b86ce5d2
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-05-06
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 06.05.2025 SST.2025.78
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2025-78_2025-05-06.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 2. Kammer 

 

SST.2025.78 
(ST.2024.125; STA.2023.2569) 

 

 

Urteil vom 6. Mai 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Plüss, Präsidentin  

Oberrichter Cotti      

Oberrichterin Möckli  

Gerichtsschreiber Gasser  

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm, 

Untere Grabenstrasse 32, Postfach, 4800 Zofingen  

 

 
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.1983, von Densbüren, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Daniel Kopp,  

[…]   

  

 
 

Gegenstand  Einziehung 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Das Bezirksgericht Zofingen verurteilte den Beschuldigten mit Urteil vom 

9. Januar 2025 wegen verschiedener Widerhandlungen gegen das Betäu-

bungsmittelgesetz (Anbau, Verkauf, Besitz und Konsum; Art. 19 Abs. 1 

lit. a, c, d BetmG, Art. 19a Ziff. 1 BetmG), Widerhandlung gegen das Waf-

fengesetz sowie Pornographie zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 

18 Monaten (Probezeit 2 Jahre) und einer bedingten Geldstrafe von 30 Ta-

gessätzen zu Fr. 60.00 (Probezeit 2 Jahre) sowie zu einer Busse von 

Fr. 2'200.00, ersatzweise 42 Tage Freiheitsstrafe. Ferner wurde ihm ein le-

benslängliches Tätigkeitsverbot (Art. 67 Abs. 3 lit. d Ziff. 2 StGB) auferlegt. 

Hinsichtlich der Einziehungen (Dispositivziffer 6) erkannte das Bezirksge-

richt Zofingen:  

 

6. 
6.1. 
Das Mobiltelefon Samsung S21 wird gestützt auf Art. 197 Abs. 6 StGB 
eingezogen. Die Anklägerin trifft die sachgemässen Verfügungen.  
 
6.2. 
Folgende Gegenstände werden dem Beschuldigten innert 30 Tagen nach 
Rechtskraft dieses Urteils zurückgegeben:  
- Diverse leere Minigrips und Verpackungsmaterial; 
- Notizbuch;  
- Betäubungsmittelwaagen. 
 
Bei unbenutztem Ablauf der Frist werden die Gegenstände vernichtet. Die 
Anklägerin trifft diesfalls die sachgemässen Verfügungen. 
 
6.3. 
Die Kantonspolizei Aarau (SIWAS) hat nach Art. 31 WG über die Wieder-
aushändigung der folgenden beschlagnahmten Gegenstände zu befinden:  
- Schlagring; 
- Baseballschläger. 

 

1.2. 

Gegen das dem Beschuldigten und der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm 

jeweils am 22. Januar 2025 im Dispositiv eröffnete Urteil wurde innert Frist 

keine Berufung angemeldet.  

 

1.3. 

Nachdem die Staatsanwaltschaft am 24. Februar 2025 der Vorinstanz mit-

geteilt hatte, dass im rechtskräftigen Urteil nicht über die beschlagnahmten 

Betäubungsmittel befunden worden sei, erkannte das Bezirksgericht Zofin-

gen mit (Ergänzungs-)Urteil vom 6. März 2025, dass Ziffer 6 des Urteilsdis-

positivs vom 9. Januar 2025 wie folgt ergänzt werde:  

 

 

 - 3 - 

 

 

6. 
6.1. 
Das Mobiltelefon Samsung S21 wird gestützt auf Art. 197 Abs. 6 StGB 
eingezogen. Die Anklägerin trifft die sachgemässen Verfügungen.  
 
6.2. 
Folgende Gegenstände werden dem Beschuldigten innert 30 Tagen nach 
Rechtskraft des Urteils zurückgegeben: 
- diverse leere Minigrips und Verpackungsmaterial;  
- Notizbuch;  
- Betäubungsmittel-Waagen. 
 
Bei unbenutztem Ablauf der Frist werden die Gegenstände vernichtet. Die 
Anklägerin trifft diesfalls die sachgemässen Verfügungen.  
 
6.3. 
Die Kantonspolizei Aargau (SIWAS) hat nach Art. 31 WG über die  
Wiederaushändigung der folgenden beschlagnahmten Gegenstände zu 
befinden: 
- Schlagring; 
- Baseballschläger. 
 
6.4. (ergänzt) 
Folgende Gegenstände werden dem Beschuldigten auf Verlangen 
zurückgegeben: 
- Militärmatte; 
- Easy Grow Alumatten;  
- Zelt inkl. Zeltstangen;  
- Material zum trocknen von Blüten;  
- Growzelt mit Stangen;  
- Luftfilter. 
 
Werden die Gegenstände nicht innert 30 Tagen seit Eintritt der Rechtskraft 
bei der Kantonspolizei Zofingen herausverlangt, trifft die Anklägerin die 
sachgemässen Verfügungen.  
 
6.5. (ergänzt)  
Folgende beschlagnahmten Betäubungsmittel werden gestützt auf Art. 69 

Abs. 1 und Abs. 2 StGB eingezogen und vernichtet:  
- Marihuana Pflanzenreste 66 Gramm;  
- Minigrip mit Marihuanablüten 22 Gramm;  
- Pflanzensamen aus Tabakdose; 
- Spritze mit ca. 11 ml Psilocybe Cubensis;  
- Minigrip leer & Minigrip mit brauner Masse;  
- 3 angerauchte Joints;  
- Sack mit Marihuana 49.8 Gramm;  
- 2 vakuumierte Säcke mit Marihuana 376.2 Gramm;  
- vakuumierter Sack mit Marihuana 458.3 Gramm.  

 

1.4. 

Das bereits begründete (Ergänzungs-)Urteil vom 6. März 2025 wurde den 

Parteien am 11. März 2025 zugestellt.  

 

 - 4 - 

 

 

2. 

2.1. 

Mit (begründeter) Berufungserklärung vom 13. März 2025 hat die Staats-

anwaltschaft Zofingen-Kulm das (Ergänzungs-)Urteil vom 6. März 2025 teil-

weise, namentlich betreffend die Dispositivziffer 6.4 angefochten und stellte 

diesbezüglich folgenden Antrag:  

 

6.4.  
Folgende beschlagnahmte Gegenstände werden gestützt auf Art. 69 
Abs. 1 und 2 StGB eingezogen und vernichtet:  
- Militärmatte; 
- Easy Grow Alumatten;  
- Zelt inkl. Zeltstangen;  
- Material zum trocknen von Blüten;  
- Growzelt mit Stangen;  
- Luftfilter. 

 

2.2. 

Mit Verfügung vom 25. März 2025 wurde das schriftliche Verfahren ange-

ordnet.  

 

2.3.  

Der Beschuldigte erstattete innert der angesetzten Frist keine Berufungs-

antwort.  

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Mit dem (Ergänzungs-)Urteil vom 6. März 2025 wurde das Urteil vom 9. Ja-

nuar 2025 um die Dispositivziffern 6.4 und 6.5 ergänzt. Im Rahmen des 

vorliegenden Berufungsverfahrens kann nur gegen diese Ergänzungen Be-

rufung geführt werden (vgl. SARARARD ARQUINT, in: Basler Kommentar, 

Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 19 zu Art. 83 StPO). 

Indem die Staatsanwaltschaft gegen die Dispositivziffer 6.4 Berufung erho-

ben hat, liegt ein zulässiger Anfechtungsgegenstand vor und auf die frist-

gerecht erhobene Berufung ist einzutreten.  

 

2. 

2.1. 

Die Vorinstanz erwog hinsichtlich der in Dispositivziffer 6.4 aufgeführten 

Gegenstände, dass es sich dabei um Alltagsgegenstände handle, die von 

jedem legal erworben werden könnten. Der blosse Umstand, dass ein Täter 

mit solchen Gegenständen erneut eine Tat begehen könnte, rechtfertige 

keine Einziehung. Entsprechend seien diese Gegenstände herauszugeben 

(Ergänzungsurteil E. 2.3).  

 

 - 5 - 

 

 

Die Staatsanwaltschaft bringt dagegen vor, der Beschuldigte habe über 

mehrere Jahre unerlaubt eine Hanfindooranlage betrieben und daraus 

Hanfpflanzen mit einem unerlaubten THC-Gehalt veräussert und teilweise 

selbst konsumiert. Die (im Streit liegenden) Gegenstände seien fraglos zur 

Aufzucht von verbotenen Hanfpflanzen und damit für Widerhandlungen ge-

gen das Betäubungsmittelgesetz verwendet worden (Deliktskonnex). Zu-

dem habe der arbeitslose und von Sozialhilfe lebende Beschuldigte, der 

diese Anlage einzig zum Zweck des illegalen Hanfanbaus beschafft und in 

der Folge professionell über Jahre betrieben habe, keine beruflichen Per-

spektiven, weshalb zu befürchten sei, dass er bei einer Rückgabe der Hanf-

indooranlage diese wieder für deliktische Zwecke verwende.  

 

2.2. 

2.2.1. 

Das Gericht verfügt ohne Rücksicht auf die Strafbarkeit einer bestimmten 

Person die Einziehung von Gegenständen, die zur Begehung einer Straftat 

gedient haben oder bestimmt waren oder die durch eine Straftat hervorge-

bracht worden sind, wenn diese Gegenstände die Sicherheit von Men-

schen, die Sittlichkeit oder die öffentliche Ordnung gefährden (sog. Siche-

rungseinziehung, Art. 69 Abs. 1 StGB). 

 

2.2.2. 

Die Sicherungseinziehung befasst sich mit der Einziehung von Gegenstän-

den, die einen Konnex zu einer Straftat aufweisen und angesichts ihrer Ge-

fährdung für öffentliche Rechtsgüter ihrem Inhaber entzogen werden sol-

len. Sie hat keinen Strafcharakter, sondern ist eine sachliche Massnahme 

zum Schutz der Allgemeinheit vor rechtsgutgefährdender Verwendung ge-

fährlicher Gegenstände. Mithin stellt sie ein Verfahren gegen Sachen oder 

Werte dar. Die einzuziehenden Gegenstände müssen einen Bezug zu einer 

Straftat (Anlasstat) aufweisen, indem sie zur Begehung dieser Tat gedient 

haben oder dazu bestimmt waren (Tatwerkzeuge, sog. instrumenta scele-

ris) oder durch die Straftat hervorgebracht worden sind (Tatprodukte, sog. 

producta sceleris). Neben dem Deliktskonnex wird zusätzlich eine konkrete 

künftige Gefährdung verlangt. Das Gericht hat im Sinne einer Gefährdungs-

prognose zu prüfen, ob es hinreichend wahrscheinlich ist, dass der Gegen-

stand in der Hand des Täters oder der Täterin in der Zukunft die Sicherheit 

von Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche Ordnung gefährdet 

(BGE 149 IV 307 E. 2.4.1 mit Hinweisen). An die Gefährdung sind keine 

überhöhten Anforderungen zu stellen; es genügt, wenn diese wahrschein-

lich ist, falls die Gegenstände nicht eingezogen werden (BGE 127 IV 203 

E. 7b; 124 IV 121 E. 2a; Urteil des Bundesgerichts 6B_1115/2023 vom 

10. Juni 2024 E. 2.2.2).   

 

2.2.3. 

Die Sicherungseinziehung stellt einen Eingriff in die Eigentumsgarantie 

nach Art. 26 BV dar und untersteht daher dem Grundsatz der 

 - 6 - 

 

 

Verhältnismässigkeit (Art. 36 Abs. 3 BV). Die Einziehung muss deshalb 

vorab zur Erreichung des Sicherungszwecks geeignet sein. Diese Zweck-

tauglichkeit kann insbesondere bei problemloser Wiederbeschaffungsmög-

lichkeit in Frage stehen. Gemäss dem Prinzip der Subsidiarität darf der Ein-

griff zudem nicht weiter reichen, als es der Sicherungszweck gebietet 

(BGE 137 IV 249 E. 4.5; 135 I 209 E. 3.3.1 mit Hinweisen). Soweit die Ver-

wertung des Gegenstands möglich ist, ist eine Vernichtung nicht erforder-

lich. Schliesslich muss die Einziehung verhältnismässig im engeren Sinne 

sein, d.h. zwischen dem anvisierten Ziel der Sicherung und dem Eingriff in 

das Eigentum des Betroffenen muss ein vernünftiges Verhältnis bestehen. 

Daran kann es fehlen, wenn der Gegenstand sehr wertvoll, die weiterbe-

stehende Gefährdung dagegen gering ist. Je grösser und wahrscheinlicher 

die Gefährdung, desto eher ist die Einziehung verhältnismässig (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1115/2023 vom 10. Juni 2024 E. 2.2.3 mit Hinweisen).   

 

2.3. 

2.3.1.  

Der Beschuldigte bestreitet nicht, dass die im (Ergänzungs-)Urteil vom 

6. März 2025 in Dispositivziffer 6.4 aufgeführten Gegenstände (Militär-

matte, Easy Grow Alumatten, Zelt inkl. Zeltstangen, Material zum Trocknen 

von Blüten, Growzelt mit Stangen, Luftfilter; vgl. Foto in: Untersuchungsak-

ten [UA] act. 66 ff.) zumindest auch zur Begehung von Betäubungsmittel-

delikten – insbesondere dem (Indoor-)Anbau von illegalen Hanfpflanzen – 

gedient oder bestimmt waren. Es kann etwa auf seine Aussage vom 5. Juni 

2023 verwiesen werden, wo er angab, er habe mit der beschlagnahmten 

Hanfindooranlage nicht nur Hanf angebaut. Dies sei vor allem für den Ei-

gengebrauch und auch etwas zu essen gewesen (UA act. 210 Ziff. 24). Ein 

Deliktskonnex ist somit ausgewiesen. 

 

2.3.2.  

Der Hinweis der Vorinstanz bei den beschlagnahmten Gegenständen ge-

mäss Dispositivziffer 6.4 handle es sich um Alltagsgegenstände, die von 

jedem legal erworben werden können, genügt nicht, um die Zweckmässig-

keit einer Einziehung zu verneinen (Urteil des Bundesgerichts 

6B_1115/2023 vom 10. Juni 2024 E. 2.3.3). Vielmehr ist dies anhand einer 

Gefährdungsprognose bezogen auf den Beschuldigten zu ermitteln. Die 

Vorinstanz gewährte dem Beschuldigten sowohl für die Freiheitsstrafe als 

auch die Geldstrafe den bedingten Strafvollzug unter Ansetzung der tiefst-

möglichen Probezeit von 2 Jahren. Sie hat es jedoch für notwendig erach-

tet, dem Beschuldigten eine Verbindungsbusse von Fr. 2'200.00 aufzuerle-

gen. Es kann somit festgehalten werden, dass beim Beschuldigten insge-

samt keine Schlechtprognose (Art. 42 Abs. 1 StGB) vorliegt. Gleichwohl 

gibt es einige Umstände, die dafürsprechen, dass der Beschuldigte auch in 

Zukunft (unter Zuhilfenahme der strittigen beschlagnahmten Gegenstände) 

wieder illegalen Hanf anbauen könnte. Der Strafregisterauszug legt nahe, 

dass der Beschuldigte schon seit längerem Drogen konsumiert 

 - 7 - 

 

 

(vgl. Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 5. Februar 

2013 u.a. mit Verurteilung wegen mehrfacher Übertretung des Betäubungs-

mittelgesetzes von März 2010 bis Mai 2012 gemäss Art. 19a BetmG). Wie 

die Aussagen des Beschuldigten zudem zeigen, versucht er damit seine 

von einer schweren Epilepsie stammenden Beschwerden zu lindern (Ge-

richtsakten [GA] act. 32). Der Beschuldigte präsentiert sodann schulmedi-

zinischen Medikamenten gegenüber eine gewisse Skepsis ("Ich will Che-

mie nicht probieren", GA act. 32 mit Hinweis). Vor diesem Hintergrund  

– auch wenn der Beschuldigte bei der vorinstanzlichen Verhandlung angab, 

er konsumiere nun CBD-Hanf, das lindere die Epilepsie gleich gut 

(GA act. 32 f., vgl. auch UA act. 235 Ziff. 98) – besteht eine gewisse Wahr-

scheinlichkeit, dass der Beschuldigte auch in Zukunft wieder illegalen Hanf 

anpflanzen könnte, zumal sich der Beschuldigte, der von einer IV-Rente 

und Ergänzungsleistungen lebt (GA act. 29) und verschuldet ist 

(GA act. 30) – den regelmässigen Kauf von (illegalem) Hanf nicht leisten 

kann. In diesem Sinn gab der Beschuldigte im Verlauf des Strafverfahrens 

mehrfach an, dass er den Hanf selbst angepflanzt habe, da es für ihn an-

sonsten zu teuer gewesen wäre (UA act. 210 Ziff. 24, UA act. 223 Ziff. 22). 

Es erscheint daher aufgrund der Gesamtumstände doch hinreichend wahr-

scheinlich, dass die Utensilien für den (Indoor-)Hanfanbau, der in Anbe-

tracht der Grösse der Hanfindooranlage nicht einzig auf die Produktion zum 

Eigenkonsum ausgerichtet scheint, in der Hand des Beschuldigten auch in 

der Zukunft wieder zur Begehung von Betäubungsmitteldelikten dienen 

könnten und damit die Sicherheit von Menschen und die öffentliche Ord-

nung gefährden.  

 

2.3.3. 

Eine staatliche Verwertung der (teilweise benutzten) Gegenstände mit 

(Netto-)Gewinn (nach Abzug der Verwertungskosten) erscheint zudem 

nicht realistisch, nachdem die Utensilien der Hanfindooranlage gemäss 

dem Beschuldigten (bloss) einen Neuwert von rund Fr. 7'000.00 bis 

Fr. 8'000.00 hatten (UA act. 211 Ziff. 41). Zudem ist auch der Grundsatz 

der Verhältnismässigkeit bei einer Vernichtung der Gegenstände gewahrt. 

Das Interesse an der Sicherheit von Menschen und der öffentlichen Ord-

nung überwiegen hier die Eigentumsinteressen des Beschuldigten, die 

nicht besonders hoch sind (Neuwert: Fr. 7'000.00 bis Fr. 8'000.00).  

 

2.4. 

Die Berufung der Staatsanwaltschaft ist somit gutzuheissen und die stritti-

gen beschlagnahmten Gegenstände (namentlich: Militärmatte, Easy Grow 

Alumatten, Zelt inkl. Zeltstangen, Material zum Trocknen von Blüten, 

Growzelt mit Stangen, Luftfilter) sind einzuziehen und zu vernichten.  

 

 - 8 - 

 

 

3. 

3.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Berufungsverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens bzw. Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei 

im Berufungsverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon 

ab, in welchem Ausmass ihre vor Obergericht gestellten Anträge gutgeheis-

sen worden sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1145/2022 vom 

13. Oktober 2023 E. 3.2.1). 

 

Die Berufung der Staatsanwaltschaft ist gutzuheissen. Da sich der Beschul-

digte im Berufungsverfahren jedoch nicht vernehmen lassen hat, erscheint 

es angemessen, die Gerichtskosten für die Abänderung des vorinstanzli-

chen Entscheids gleichwohl auf die Staatskasse zu nehmen. 

 

3.2. 

Es sind keine Parteientschädigungen zuzusprechen, hat sich der Beschul-

digte (bzw. dessen amtlicher Verteidiger) nicht vernehmen lassen, womit 

ihm kein entschädigungspflichter Aufwand entstanden ist.  

 

4. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selbst einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). Die vorinstanzliche Regelung der Kosten- und Entschädi-

gungsfolgen erweist sich nach wie vor als korrekt und bedarf keiner Kor-

rektur.  

 

5. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO; vgl. SARARARD ARQUINT, a.a.O., N. 18 zu Art. 83 StPO). 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte wird freigesprochen von der Anklage der mehrfachen 

Pornographie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB in 17 Fällen (Anklage-

ziffer 6).  

 

2. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte ist schuldig 

- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz ge-

mäss Art. 19 Abs. 1 lit. a BetmG (Anklageziffer 1 / Anbau); 

- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz ge-

mäss Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG (Anklageziffer 2 / Verkauf); 

 - 9 - 

 

 

- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz ge-

mäss Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG (Anklageziffer 3 / Besitz); 

- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz ge-

mäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG (Anklageziffer 4 / Konsum); 

- der Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 

lit. a i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. d WG (Anklageziffer 5);  

- der Pornographie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB (Anklageziffer 

6). 

 

3. [in Rechtskraft erwachsen] 

3.1. 

Der Beschuldigte wird in Anwendung von Art. 19 Abs. 1 lit. a, c und d 

BetmG und gestützt auf Art. 40, Art. 47, Art. 49 Abs. 1 StGB zu 18 Monaten 

Freiheitsstrafe verurteilt.  

 

3.2. 

Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 42 Abs. 1 StGB für die Freiheits-

strafe der bedingte Strafvollzug gewährt. Die Probezeit wird gestützt auf 

Art. 44 Abs. 1 StGB auf 2 Jahre festgesetzt.  

 

4. [in Rechtskraft erwachsen] 

4.1. 

Der Beschuldigte wird in Anwendung von Art. 33 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 4 

Abs. 1 lit. d WG und Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB und gestützt auf Art. 34, 

Art. 47, Art. 49 Abs. 1 StGB zu 30 Tagessätzen Geldstrafe verurteilt. Der 

Tagessatz wird auf Fr. 60.00 festgesetzt. Die Geldstrafe beläuft sich auf 

Fr. 1'800.00.  

 

4.2. 

Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 42 Abs. 1 StGB für die Geldstrafe 

der bedingte Strafvollzug gewährt. Die Probezeit wird gestützt auf Art. 44 

Abs. 1 StGB auf 2 Jahre festgesetzt.  

 

5. [in Rechtskraft erwachsen] 

5.1. 

Der Beschuldigte wird in Anwendung von Art. 19a Ziff. 1 BetmG und ge-

stützt auf Art. 106 StGB sowie Art. 42 Abs. 4 StGB zu einer teilweisen Ver-

bindungsbusse von Fr. 2'500.00 verurteilt. Der Anteil der Verbindungs-

busse beträgt Fr. 2'200.00. 

 

5.2. 

Wird die Busse schuldhaft nicht bezahlt, so wird eine Ersatzfreiheitsstrafe 

von 42 Tagen vollzogen. 

 

 - 10 - 

 

 

6.  

6.1. [in Rechtskraft erwachsen] 

Das Mobiltelefon Samsung S21 wird gestützt auf Art. 197 Abs. 6 StGB ein-

gezogen. Die Anklägerin trifft die sachgemässen Verfügungen.  

 

6.2. [in Rechtskraft erwachsen] 

Folgende Gegenstände werden dem Beschuldigten innert 30 Tagen nach 

Rechtskraft des Urteils zurückgegeben: 

- diverse leere Minigrips und Verpackungsmaterial;  

- Notizbuch;  

- Betäubungsmittel-Waagen. 

 

Bei unbenutztem Ablauf der Frist werden die Gegenstände vernichtet. Die 

Anklägerin trifft diesfalls die sachgemässen Verfügungen.  

 

6.3. [in Rechtskraft erwachsen] 

Die Kantonspolizei Aargau (SIWAS) hat nach Art. 31 WG über die  

Wiederaushändigung der folgenden beschlagnahmten Gegenstände zu 

befinden: 

- Schlagring; 

- Baseballschläger. 

 

6.4. 

Folgende beschlagnahmten Betäubungsmittel werden gestützt auf Art. 69 

Abs. 1 und Abs. 2 StGB eingezogen und vernichtet:  

- Militärmatte; 

- Easy Grow Alumatten;  

- Zelt inkl. Zeltstangen;  

- Material zum Trocknen von Blüten;  

- Growzelt mit Stangen;  

- Luftfilter. 

 

Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen. 

 

6.5. [in Rechtskraft erwachsen] 

Folgende beschlagnahmten Betäubungsmittel werden gestützt auf Art. 69 

Abs. 1 und Abs. 2 StGB eingezogen und vernichtet:  

- Marihuana Pflanzenreste 66 Gramm;  

- Minigrip mit Marihuanablüten 22 Gramm;  

- Pflanzensamen aus Tabakdose; 

- Spritze mit ca. 11 ml Psilocybe Cubensis;  

- Minigrip leer & Minigrip mit brauner Masse;  

- 3 angerauchte Joints;  

- Sack mit Marihuana 49.8 Gramm;  

- 2 vakuumierte Säcke mit Marihuana 376.2 Gramm;  

- vakuumierter Sack mit Marihuana 458.3 Gramm.  

 - 11 - 

 

 

 

7. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte wird in Anwendung von Art. 67 Abs. 3 lit. d Ziff. 2 StGB 

lebenslänglich jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche Tätig-

keit verboten, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst. 

 

8. [in Rechtskraft erwachsen] 

Von einer Ersatzforderung gemäss Art. 71 StGB wird abgesehen.  

 

9.  

9.1. 

Die Anklagegebühr wird auf Fr. 2'100.00 festgesetzt und dem Beschuldig-

ten zu 4/5, mithin mit Fr. 1'680.00 auferlegt.  

 

9.2. 

Die übrigen erstinstanzlichen Verfahrenskosten in der Höhe von 

Fr. 5'082.00 (exkl. Kosten der amtlichen Verteidigung) werden dem Be-

schuldigten zu 4/5, somit im Betrag von Fr. 4'065.60 auferlegt. 

 

9.3. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – sofern noch keine Auszahlung er-

folgt ist – angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten für 

das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung von Fr. 4'255.20 (inkl. 

Mehrwertsteuer) auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zu 4/5, mithin von 

Fr. 3'404.15 zurückgefordert, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 

erlauben. Die Restanz von Fr. 851.05 geht definitiv zu Lasten der Staats-

kasse.  

 

Allfällige weitere erstinstanzliche Parteikosten hat der Beschuldigte selbst 

zu tragen.  

 

10. 

10.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten werden auf die Staatskasse ge-

nommen. 

 

10.2.  

Für das obergerichtliche Verfahren werden keine Parteientschädigung zu-

gesprochen.  

 

 

  

 - 12 - 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

Mitteilung an: 

[…] 

 

Mitteilung nach Rechtskraft an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der voll-

ständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das Schweize-

rische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und 

Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerd-

elegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 6. Mai 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 2. Kammer 

Die Präsidentin:    Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Plüss     Gasser