# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 793a077f-894b-54ca-90cd-afa9205c2aa9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.09.2010 E-1468/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1468-2008_2010-09-08.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-1468/2008/
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Richter Kurt Gysi (Vorsitz), Richter Martin Zoller, 
Richter François Badoud, 
Gerichtsschreiber Nicholas Swain.

A._______, 
Iran,
vertreten durch Barbara Tschopp, (...)
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
30. Januar 2008 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-1468/2008

Sachverhalt:

A.
Die Beschwerdeführerin verliess nach eigenen Angaben ihren Heimat-
staat am 25. November 2005 und reiste am 24. Dezember 2005 illegal 
in  die  Schweiz  ein,  wo  sie  gleichentags  im  Empfangs-  und  Verfah-
renszentrum in Basel ein Asylgesuch stellte. Nach der Kurzbefragung 
vom 2. Januar 2006 wurde sie für die Dauer des Verfahrens dem Kan-
ton  B._______  zugeteilt.  Am 14.  Februar  2006  fand  eine  Anhörung 
durch  die  kantonale  Fremdenpolizeibehörde  statt.  Am  4.  Dezember 
2007 führte das BFM eine weitere direkte Anhörung durch. 

B.
Die Beschwerdeführerin brachte zur Begründung ihres Asylgesuchs in 
Wesentlichen  vor,  sie  sei  kurdischer  Ethnie  und  stamme  aus 
C._______. Sie  stamme aus einer  politisch sehr  aktiven Familie. Ihr 
Vater  sowie  zwei  Geschwister  seien  Peshmerga  gewesen  und  viele 
Angehörige  ihrer  Familie  seien  Sympathisanten  oder  Mitglieder  der 
Partei PDKI (Democratic Party of Iranian Kurdistan). Sie selber sei seit 
(...)  Sympathisantin  und  seit  (...)  Mitglied  der  PDKI.  Im  (...)  sei  sie 
zusammen mit (...) anderen Parteimitgliedern festgenommen und (...) 
später vom Gericht in D._______ wegen Tätigkeit  für eine verbotene 
Partei zu einer lebenslänglichen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Die 
Strafe sei  jedoch zunächst  reduziert  worden und schliesslich sei  sie 
am  (...)  aufgrund  einer  Amnestieregelung  gegen  Leistung  einer 
Kaution freigelassen worden. Jedoch sei ihr für (...) eine wöchentliche 
Meldepflicht  auferlegt  worden  und  es  sei  ihr  gesagt  worden,  die 
Freilassung  sei  nur  provisorisch  und  sie  könne  jederzeit  wieder 
festgenommen werden. Sie habe nach der Freilassung ihre politischen 
Aktivitäten  heimlich  wieder  aufgenommen.  Sie  habe  für  die  PDKI 
Propaganda gemacht, Flugblätter verteilt und an Demonstrationen teil-
genommen. Am (...) sei ihre Freundin und Parteikollegin L. anlässlich 
einer Kundgebung beim Grab eines Märtyrers festgenommen worden. 
Sie habe diese Festnahme beobachtet  und habe sich daraufhin aus 
Furcht,  L.  könnte  ihren  Namen  preisgeben,  bei  einer  Freundin  in 
D._______ versteckt. Etwa (...) Tage nach der Festnahme von L. hätten 
Angehörige  der  Pasdaran  ihr  Elternhaus  aufgesucht  und  nach  ihr 
gefragt.  Sie  habe  sich  in  der  Folge  zur  Ausreise  entschlossen. Die 
Sicherheitsbehörden  hätten  sich  ein  weiteres  Mal,  im (...),  bei  ihren 
Eltern nach ihrem Verbleib erkundigt und die Identitätskarten von ihr 
und ihrem Vater beschlagnahmt. Im Übrigen engagiere sie sich in der 

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Schweiz  weiterhin  für  die  PDKI.  Sie  sei  am  (...)  als  (...)  gewählt 
worden. Zur Stützung ihrer Vorbringen reichte die Beschwerdeführerin 
ihre  Identitätskarte  (Shenasnameh),  ein  Bestätigungsschreiben  des 
Bureau des Relations Internationales der PDKI in Paris vom 10. Feb-
ruar 2006, ein Schreiben des Komitees der PDKI in der Schweiz vom 
3. Januar 2007, inklusive Übersetzung, sowie mehrere Fotos von Ver-
anstaltungen der PDKI ein. 

C.
Mit  Verfügung vom 30. Januar 2008 - eröffnet am 1. Februar 2008 - 
stellte  das  BFM fest,  die  Beschwerdeführerin  erfülle  die  Flücht lings-
eigenschaft  nicht,  wies  ihr  Asylgesuch  ab  und  ordnete  die  Wegwei-
sung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Zur Begründung führte es 
aus,  dass ihre Vorbringen den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit 
gemäss  Art.  7  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG, 
SR 142.31) sowie an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG 
nicht standzuhalten vermöchten. Ausserdem sei der Vollzug der Weg-
weisung zulässig, zumutbar und möglich. Auf die detaillierte Begrün-
dung wird  – soweit entscheidwesentlich  – in den Erwägungen einge-
gangen. 

D.
Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 3. März 2008 erhob die Be-
schwerdeführerin Beschwerde gegen diese Verfügung und beantragte, 
diese sei aufzuheben und es sei ihr die Flüchtlingseigenschaft zuzuer-
kennen und das Asyl zu gewähren. In formeller Hinsicht ersuchte sie 
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und den Verzicht auf 
die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses. Auf  die  Begründung  wird  – 
soweit  entscheidwesentlich  – in  den  Erwägungen  eingegangen.  Zur 
Untermauerung  ihrer  Vorbringen  reichte  die  Beschwerdeführerin 
Unterstützungsschreiben einer in der Schweiz als Flüchtling anerkann-
ten Parteikollegin vom 10. Februar 2008, sowie des Bureau of Interna-
tional Relations der Kurdistan Democratic Party- Iran in London vom 
27. Februar  2009 und eine Bestätigung des Komitees der  Demokra-
tischen Partei Kurdistan in der Schweiz vom 12. Februar 2008, inklu-
sive Übersetzung, zu den Akten. 

E.
Mit Zwischenverfügung vom 11. März 2008 hiess der zuständige Ins-
truktionsrichter  das  Gesuch  um unentgeltliche  Rechtspflege  gemäss 
Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das 

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Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021)  unter Vorbehalt der Nach-
reichung einer Fürsorgebestätigung gut und forderte die Beschwerde-
führerin auf, innert Frist entweder einen Kostenvorschuss einzuzahlen 
oder die geltend gemachte Bedürftigkeit zu belegen. 

F.
Mit Eingabe vom 10. März 2008 reichte die Beschwerdeführerin frist-
gerecht  eine  Fürsorgebestätigung  der  Caritas  Luzern  vom  3.  März 
2008 sowie ein Unterstützungsschreiben einer Bekannten und Partei -
kollegin vom 4. März 2008 und eine Kostennote ihrer Rechtsvertreterin 
ein.

G.
In ihrer Vernehmlassung vom 1. April 2008 hielt die Vorinstanz an der 
angefochtenen  Verfügung  fest  und  beantragte  die  Abweisung  der 
Beschwerde.

H.
Mit  Eingabe vom 23. April  2008 machte die Beschwerdeführerin von 
dem ihr mit Zwischenverfügung vom 8. April 2008 eingeräumten Recht 
zur  Stellungnahme Gebrauch  und  reichte  ein  Bestätigungsschreiben 
des Komitees der PDKI in der Schweiz vom 23. April 2008 in Kopie ein. 

I.
Mit  Eingabe  vom  8.  Mai  2008  reichte  die  Beschwerdeführerin  das 
Original der Bestätigung der PDKI vom 23. April 2008 nach.

J.
Mit  Eingabe  vom  28.  Januar  2009  reichte  die  Beschwerdeführerin 
Fotos einer Veranstaltung der PDKI vom (...) sowie einen im Internet 
publizierten Artikel über diesen Anlass ein.

K.
Mit Eingabe vom 30. September 2009 reichte die Beschwerdeführerin 
Fotos einer Versammlung der PDKI vom 2. August 2009 ein.

L.
Mit Eingabe vom 5. Januar 2010 reichte die Beschwerdeführerin Fotos 
und  einen  im  Internet  publizierten  Artikel  bezüglich  einer  von  der 
PDKI organisierten Kundgebung vor der iranischen Botschaft in Bern 
vom  (...)  sowie  zwei  anlässlich  eines  Seminars  der  PDKI 
aufgenommene Fotos ein.

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M.
Mit  Eingabe vom 7. Juni 2010 reichte die Beschwerdeführerin Fotos 
eines Seminars der PDKI vom (...), sowie einer Kundgebung vom (...) 
und eine im Internet  publizierte Todesanzeige betreffend ihren Vater, 
inklusive Übersetzung, zu den Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 
den Behörden  nach  Art. 33  VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnah-
me im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungs-
gericht  ist  daher  zuständig  für  die Beurteilung der  vorliegenden Be-
schwerde  und  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig  (Art. 105 
AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht  (Art.  108 
Abs. 1 AsylG, Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG). Die Beschwerdefüh-
rerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 
angefochtene Verfügung besonders berührt  und hat  ein schutzwürdi-
ges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; sie ist 
daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 108  AsylG 
sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 
VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt  
wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu 

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einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei-
heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tra-
gen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

4.  
4.1 Das Bundesamt führte zur Begründung der angefochtenen Verfü-
gung aus, die Ausführungen der Beschwerdeführerin zu den Umstän-
den der Suche der Sicherheitsbehörden nach ihr und zum Schicksal 
ihrer  angeblich verhafteten Freundin  L. seien unsubstanziiert  ausge-
fallen. Falls sie tatsächlich befürchtet hätte, von den Behörden verfolgt 
zu werden, hätte sie sich darum bemüht, nähere Informationen über L. 
zu erlangen. Ihre Angabe, dass sie über keine Kontakte zu weiteren 
Parteimitgliedern verfügt habe, vermöge in Anbetracht ihrer langjähri-
gen Tätigkeit für die PDKI nicht zu überzeugen. Die geltend gemachte 
Verfolgung nach der  Verhaftung von L. sei  somit  als  unglaubhaft  zu 
qualifizieren.  Zudem  habe  die  Beschwerdeführerin  widersprüchliche 
Aussagen zum Ort, wo sich die Identitätskarte ihres Vaters befinde, zu 
den ihr von den Behörden auferlegten Auflagen nach ihrer Freilassung 
im Jahre (...)  und zu ihren Kontaktpersonen der  PDKI  gemacht. Die 
von  ihr  geschilderten  behördlichen  Massnahmen  in  den  Jahren  (...) 
und (...) hätten im Zeitpunkt ihrer Ausreise bereits (...) Jahre zurück-
gelegen,  weshalb  kein  zeitlicher  und  kausaler  Zusammenhang  mit 
ihrer  Ausreise  bestehe.  Im  Weiteren  sei  aufgrund  der  Angaben  der 
Beschwerdeführerin zu ihrem exilpolitischen Engagement nicht davon 
auszugehen, dass sie sich derart exponiert habe, dass sie das Inter-
esse der heimatlichen Behörden auf sich gezogen hätte. Daher habe 
sie bei ihrer Rückkehr keine Nachteile zu befürchten.

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4.2 Die  Beschwerdeführerin  stellte  sich  zur  Begründung  ihrer  Be-
schwerde zunächst auf den Standpunkt, sie habe hinreichend detail-
liert über die Suche der Sicherheitskräfte nach ihr berichtet. Sie habe  
sich in dieser Zeit andernorts versteckt und wisse davon nur, was ihre  
Familie  ihr  gesagt  habe. Ferner  habe  die  Vorinstanz  nicht  beachtet, 
dass sie mit ihrer Freundin L. vereinbart habe, sie solle das Land ver-
lassen, wenn sie von L. während mehr als einer Woche nichts gehört  
habe. L. hätte sie kontaktiert, falls sie freigelassen worden wäre. Nähe-
re Recherchen zum Schicksal von L. seien darum nicht nötig gewesen. 
Die Frage des Verbleibs der Identitätskarte ihres Vaters sei nicht ver-
fahrenswesentlich,  weshalb  die  ihr  vorgeworfenen  Widersprüche  in 
ihren diesbezüglichen Aussagen nicht  relevant  seien. Ihre  Aussagen 
hätten überdies sinngemäss übereingestimmt. Bezüglich der ihr nach 
der Freilassung im Jahre (...) auferlegten Meldepflicht sei es zu einem 
Missverständnis  gekommen,  welches  aber  geklärt  worden  sei.  Sie 
habe die zweite Freundin zunächst nicht erwähnt, weil sie mit dieser 
nicht  habe Kontakt  aufnehmen können, sei  diese doch schon vorher 
verschwunden.  Sie  habe  zu  ihrer  Verurteilung  im  Jahre  (...)  nie 
Dokumente erhalten, und das Verfahren sei immer noch hängig. Zwei 
in der Schweiz wohnhafte Freundinnen könnten ihre Geschichte bestä-
tigen.  Gemäss  Bestätigung  der  PDKI  London  wäre  sie  im  Falle  der 
Rückkehr ins Heimatland gefährdet. Es sei  zu berücksichtigen,  dass 
sie aus einer politisch sehr aktiven Familie stamme. Ihr Vater sowie ein 
Bruder seien als Peschmerga aktiv gewesen, wobei der Bruder umge-
kommen sei. Vier weitere Geschwister hätten wegen ihres politischen 
Engagements aus ihrem Heimatland flüchten müssen. Angesichts die-
ses familiären Hintergrunds sowie in Anbetracht ihrer kurdischen Her-
kunft und ihrer eigenen Aktivitäten im Heimatland seien die iranischen 
Behörden mit hoher Wahrscheinlichkeit über ihre politischen Aktivi tä-
ten im Exil  im Bilde. Der  Wegweisungsvollzug sei  unzulässig,  da ihr 
eine gemäss Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schut-
ze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verbo-
tene Bestrafung drohe.

5.
5.1 Bei  der  Beurteilung,  ob  die  Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft 
gemacht  ist,  geht  es  um eine  Gesamtwürdigung  aller  Sachverhalts-
elemente, die für oder gegen die asylsuchende Person sprechen (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-

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kommission [EMARK] 1996 Nr. 28 E. 3a S. 270). Für die Glaubhaftig-
keit  von  Fluchtvorbringen  sprechen  insbesondere:  Übereinstimmung 
(zwischen den verschiedenen Befragungen, mit den Beweismitteln und 
Indizien, mit der allgemeinen Lage im Heimatgebiet, Vereinbarkeit mit 
dem  dortigen  Verfolgungsmuster  etc.),  Kohärenz,  Substanziiertheit, 
Plausibilität,  Schlüssigkeit,  Korrektheit  und  Originalität  der  Angaben, 
persönliche Glaubwürdigkeit  und Offenheit  sowie  gegebenenfalls  die 
Weiterführung  der  im  Heimatland  begonnenen  politischen  Aktivität. 
Gegen die Glaubhaftigkeit  sprechen insbesondere Vorbringen, die in 
wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälsch-
te oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden sowie aufgeblähte 
Schilderungen  und  nachgeschobene  Vorbringen.  Glaubhaft  ist  eine 
Sachverhaltsschilderung dann, wenn die positiven Elemente überwie-
gen.  Die  blosse  Plausibilität  reicht  aber  nicht  aus,  wenn  gewichtige 
Umstände  gegen  die  Sachverhaltsdarstellung  sprechen  (vgl.  WALTER 
STÖCKLI, Asyl, in: Peter Uebersax/Beat Rudin/Thomas Hugi Yar/Thomas 
Geiser  {Hrsg.},  Ausländerrecht,  Handbücher  für  die  Anwaltspraxis, 
Band VIII,  Basel  u.a. 2009,  S. 568,  Rz. 11.149; EMARK 1996 Nr. 28 
E. 3a S. 270). An die Glaubhaftmachung dürfen nicht zu strenge Anfor-
derungen gestellt  werden  und die  Argumentation  der  Behörden darf 
sich  nicht  in  blossen  Gegenbehauptungen  oder  allgemeinen  Vermu-
tungen  erschöpfen.  Angesichts  des  reduzierten  Beweismasses  der 
Glaubhaftmachung besteht durchaus Raum für gewisse Einwände und 
Zweifel  an  den  Vorbringen des Gesuchstellers. Entscheidend  ist,  ob 
eine Gesamtwürdigung aller  Vorbringen ergibt,  dass die Gründe, die 
für  die  Richtigkeit  der  Sachverhaltsdarstellung  des  Gesuchstellers 
sprechen, überwiegen oder nicht (EMARK 2004 Nr. 1 E. 5 S. 4 ff., mit  
weiteren  Hinweisen,  EMARK  1993  Nr.  21  S.  134  ff.,  EMARK  1993 
Nr. 11 S. 67 ff.).

5.2 Zunächst kann die Einschätzung der Vorinstanz, die Ausführungen 
der  Beschwerdeführerin  zu  den gemäss ihren Angaben für  die  Aus-
reise  entscheidenden Ereignissen im November  (...)  seien zu wenig 
substanziiert, nicht geteilt werden. Ihre diesbezüglichen Schilderungen 
fielen in den drei durchgeführten Befragungen im Wesentlichen wider-
spruchsfrei  und  in  adäquater  Detailliertheit  und  Ausführlichkeit  aus. 
Zudem  werden  sie  durch  Berichte  über  die  Vorkommnisse  in 
E._______  zu dieser  Zeit  bestätigt  (vgl. Amnesty  International,  Iran: 
New government fails to address dire human rights situation, Februar 
2006, S. 12). Im Weiteren sind die Angaben der Beschwerdeführerin 

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zu Organisation und Zielen der PDKI gemäss den Erkenntnissen des 
Gerichts zutreffend. Dass sie auf weitere Abklärungen zum Schicksal 
ihrer Parteikollegin L. verzichtete, erscheint nachvollziehbar, da solche 
mit  erheblichen  Schwierigkeiten  verbunden  gewesen  wären  und  zu 
einer Gefährdung hätten führen können. Die PDKI ist nach Erkenntnis-
sen des Gerichts in Zellen mit 1-3 Mitgliedern strukturiert, weshalb  – 
entgegen der in der angefochtenen Verfügung vertretenen Auffassung 
–  nachvollziehbar erscheint, dass die Beschwerdeführerin über keine 
Kontakte zu weiteren Parteiangehörigen verfügte. Die vom BFM gerüg-
ten  Widersprüche  in  den  Schilderungen  der  Beschwerdeführerin 
(bezüglich Verbleib der ID des Vaters, Auflagen nach der Freilassung 
und weitere Kontaktpersonen der PDKI) betreffen keine wesentlichen 
Punkte  ihrer  Asylvorbringen  und  sind  daher  nicht  geeignet,  diese 
insgesamt als unglaubhaft erscheinen zu lassen. Im Weiteren vermag 
die  Beschwerdeführerin  zwar  nicht  nachvollziehbar  zu  begründen, 
weshalb  sie  nicht  in  der  Lage  ist,  Dokumente  betreffend  das  nach 
ihren Angaben gegen sie im Jahre (...) eingeleitete Gerichtsverfahren 
beizubringen, ist doch in Anbetracht der angeblich erfolgten Verur tei-
lung davon auszugehen, dass ihr ein schriftliches Urteil ausgehändigt 
wurde. Indessen sind ihre Ausführungen zu diesem Gerichtsverfahren 
im  Übrigen  durchwegs  widerspruchsfrei,  schlüssig  und  substanziiert 
ausgefallen, weshalb diese auch als überwiegend glaubhaft zu erach-
ten sind.

5.3 Insgesamt gelangt das Gericht nach dem Gesagten zum Schluss, 
dass  trotz  einiger  Zweifel  und  Ungereimtheiten  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  als glaubhaft zu erachten ist,  dass die Beschwer-
deführerin sich in ihrem Heimatland als Mitglied der PDKI aktiv enga-
giert hat, im Jahre (...) aufgrund dessen verurteilt wurde und am (...) 
ihre Parteikollegin L.,  mit  welcher sie zusammenarbeitete, anlässlich 
einer Kundgebung in E._______ verhaftet wurde .

6.
Im Folgenden ist die flüchtlingsrechtliche Relevanz der Vorbringen der 
Beschwerdeführerin zu prüfen: 

6.1 Begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 
Abs. 1 AsylG liegt vor, wenn konkreter Anlass besteht,  letztere hätte 
sich  – aus  der  Sicht  im  Zeitpunkt  der  Ausreise  – mit  beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit verwirklicht und werde sich 
– auch  aus  heutiger  Sicht  – mit  eben  solcher  Wahrscheinlichkeit  in 

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absehbarer  Zukunft  verwirklichen.  Eine  bloss  entfernte  Möglichkeit 
künftiger Verfolgung genügt nicht; es müssen konkrete Indizien vorlie-
gen,  welche  den  Eintritt  der  erwarteten  – und  aus  einem  der  vom 
Gesetz abschliessend aufgezählten Motive erfolgenden – Benachteili-
gung  als  wahrscheinlich  und dementsprechend die  Furcht  davor  als 
realistisch  und  nachvollziehbar  erscheinen  lassen  (vgl.  die  weiterhin 
zutreffende Rechtsprechung der ARK in EMARK 1993 Nr. 21 S. 138 
E. 3). Massgeblich kann indessen nicht allein sein, was ein vernünftig 
denkender und besonnener Mensch angesichts geschehener oder dro-
hender Verfolgungsmassnahmen zu Recht empfunden hätte. Vielmehr 
ist  diese rein objektive Betrachtungsweise zusätzlich durch das vom 
Betroffenen bereits Erlebte und das Wissen um Konsequenzen in ver-
gleichbaren Fällen zu ergänzen. Dabei hat derjenige, der bereits früher 
staatlicher Verfolgung ausgesetzt war, objektive Gründe für eine aus-
geprägtere Furcht als jemand, der erstmals in Kontakt mit staatlichen 
Sicherheitskräften kommt (vgl. EMARK 2004 Nr. 1 E. 6a, mit weiteren 
Hinweisen; Handbuch zum Asyl- und Wegweisungsverfahren, Schwei-
zerische  Flüchtlingshilfe  SFH  [Hrsg.],  Bern/Stuttgart/Wien  2009, 
S. 188 f. ).

6.2 Die  Beschwerdeführerin  hat  ausdrücklich  zu  Protokoll  gegeben, 
ausschlaggebend für ihre Ausreise sei die Befürchtung, ihre Freundin 
und Parteikollegin L. habe nach deren Verhaftung den Sicherheitsbe-
hörden ihren Namen verraten. Indessen ist festzustellen, dass es sich 
bei der Annahme, es bestehe ein Zusammenhang zwischen der Ver-
haftung von L. und der Erkundigung der Sicherheitsbehörden nach der 
Beschwerdeführerin,  lediglich  um  eine  Vermutung  handelt,  welche 
indessen nicht begründet erscheint. Vielmehr lässt das Vorgehen der 
Behörden nicht auf ein Verfolgungsinteresse an der Beschwerdeführe-
rin  wegen  des  Verdachts  oppositioneller  Aktivitäten  schliessen.  So 
haben sich Sicherheitsbeamte nach ihrer Darstellung lediglich (...) bei 
ihren Eltern nach ihrem Verbleib erkundigt. Dass ihre Angehörigen im 
Heimatstaat weiteren Repressalien ausgesetzt gewesen seien, ist eine 
blosse, auf keinen konkreten Hinweisen beruhende Mutmassung der 
Beschwerdeführerin.  Für  ein  fehlendes  relevantes  Verfolgungsinter-
esse der Behörden spricht auch der Umstand, dass diese dem Vater 
der Beschwerdeführerin deren beschlagnahmte Identitätskarte wieder 
aushändigten. Zusammenfassend liegen keine hinreichend konkreten 
Anhaltspunkte  dafür  vor,  dass  der  Suche  der  Behörden  nach  der 
Beschwerdeführerin  im  Zeitpunkt  ihrer  Ausreise  ein  asylrechtlich 
relevantes Motiv zugrunde lag. 

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6.3 Auch aus dem von der Beschwerdeführerin glaubhaft dargelegten 
politischen Engagement im Heimatstaat kann per se keine begründete 
Furcht  vor  Verfolgung  abgeleitet  werden. Zwar  lässt  die  Verurteilung 
der Beschwerdeführerin im Jahre (...) wegen Aktivitäten für eine ver-
botene  Partei  darauf  schliessen,  dass  den  Sicherheitsbehörden ihre 
damalige Mitgliedschaft bei der PDKI bekannt ist. Nachdem sie sich in  
der  Folge  nach  eigener  Darstellung  nur  im  Geheimen  und  nieder-
schwellig  engagiert  hat  und  sie  nach  der  Freilassung  im  Jahre  (...)  
während (...) Jahren keinerlei Repressalien seitens der Behörden erlit -
ten hat, ist aber davon auszugehen, dass diese keine Kenntnis davon 
haben,  dass  sie  ihr  politisches  Engagement  fortgesetzt  hat,  bezie-
hungsweise ihr politisches Profil kein Verfolgungsinteresse der Behör-
den zu begründen vermochte.

6.4 Im Übrigen ist bezüglich der Festnahme und Verurteilung im Jahre 
(...)  in Übereinstimmung mit  der Vorinstanz festzustellen,  dass diese 
Umstände im Zeitpunkt der Ausreise über (...) Jahre zurücklagen und 
somit  offensichtlich  kein  hinreichender  sachlicher  und  zeitlicher 
Kausalzusammenhang mit derselben gegeben war, zumal diese Ereig-
nisse von der Beschwerdeführerin selber ausdrücklich als  nicht  aus-
reiserelevant bezeichnet wurden. 

6.5 Eine andere Einschätzung vermögen auch die von der Beschwer-
deführerin  eingereichten  Unterstützungsschreiben  von  zwei  in  der 
Schweiz wohnhaften Landsfrauen sowie des Komitees der PDKI in der 
Schweiz vom 23. April 2008 nicht zu rechtfertigen, handelt es sich bei 
diesen doch offenbar um Gefälligkeitsschreiben, welche auf den Anga-
ben der Beschwerdeführerin selber beruhen. Zudem waren ihre beiden 
Bekannten im Zeitpunkt  der angeblich ausreiserelevanten Ereignisse 
bereits ausgereist. Die Bestätigungsschreiben der internationalen Ver-
tretungen der PDKI in Paris und London vom 10. Februar 2006 bezie-
hungsweise 27. Februar 2008 verweisen lediglich allgemein auf eine 
Gefährdung  der  Beschwerdeführerin,  ohne  diese  zu  konkretisieren, 
weshalb sie keinen erheblichen Beweiswert haben.

6.6 Schliesslich  kann  die  Beschwerdeführerin  auch  aus  dem  politi -
schen Engagement ihrer Familienangehörigen, insbesondere ihrer ins 
Ausland geflüchteten Geschwister,  nichts  zu ihren Gunsten ableiten, 
denn es ergeben sich aus den Akten keine Anhaltspunkte dafür, dass 
sie  vor  der  Ausreise  aus  diesem Grunde  irgendwelche  Verfolgungs-
massnahmen erlitten hätte. 

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6.7 Zusammenfassend ist als Zwischenergebnis festzuhalten, dass es 
der  Beschwerdeführerin  nicht  gelungen  ist,  eine  im  Zeitpunkt  ihrer 
Ausreise  aus  dem Iran  im  Jahre  2005  bestehende  oder  unmittelbar 
drohende asylrelevante Verfolgungsgefahr  nachzuweisen oder glaub-
haft  zu machen. Somit hat die Vorinstanz im Ergebnis zu Recht das 
Asylgesuch der Beschwerdeführerin abgewiesen.

7.
7.1 Im Folgenden ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin durch ihr 
Verhalten nach der Ausreise,  namentlich dem auf  Beschwerdeebene 
geltend gemachten exilpolitischen Engagement in der Schweiz, Grund 
für eine zukünftige Verfolgung durch die iranischen Behörden gesetzt 
hat und aus diesem Grund die Flüchtlingseigenschaft erfüllt. 

7.2 Subjektive  Nachfluchtgründe sind dann  anzunehmen,  wenn eine 
asylsuchende  Person  erst  durch  die  Flucht  aus  dem  Heimat-  oder 
Herkunftsstaat  oder  wegen  ihres  Verhaltens  nach  der  Ausreise  eine 
Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hat. Personen mit 
subjektiven  Nachfluchtgründen  erhalten  zwar  gemäss  Art.  54  AsylG 
kein Asyl, werden jedoch als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl.  
EMARK 2000 Nr. 16 E. 5a S. 141 f., mit weiteren Hinweisen). Massge-
bend ist, ob die heimatlichen Behörden das Verhalten des Asylsuchen-
den als staatsfeindlich einstufen und dieser deswegen bei einer Rück-
kehr  in  den Heimatstaat  eine Verfolgung im Sinne von Art. 3  AsylG 
befürchten muss. Es bleiben damit die Anforderungen an den Nach-
weis einer begründeten Furcht massgeblich (Art. 3 und 7 AsylG). Der  
Asylausschlussgrund von Art. 54 AsylG ist absolut zu verstehen und 
mithin  unabhängig  davon  anzuwenden,  ob  Nachfluchtgründe  miss-
bräuchlich gesetzt worden sind oder nicht (vgl. EMARK 1995 Nr. 7 E. 7 
S. 66 ff.; Botschaft zur Totalrevision des Asylgesetzes vom 4. Dezem-
ber 1995, BBl 1996 II  73). Es ist  daher nicht entscheidend, welchen 
mutmasslichen Zweck die  asylsuchende Person durch ihre  exilpoliti -
schen Tätigkeiten zu erreichen versucht hat. 

7.3 Mit Bezug auf den Iran ist in genereller Hinsicht festzuhalten, dass 
durch die Neufassung des iranischen Strafrechts vom 9. Juli 1996 die 
politische  Betätigung  für  staatsfeindliche  Organisationen  im  Ausland 
unter  Strafe  gestellt  wurde  (Art.  498-500).  Die  iranischen  Behörden 
überwachen  die  politischen  Aktivitäten  ihrer  Staatsangehörigen  im 
Ausland, wobei davon auszugehen ist, dass sie sich auf die Erfassung 
von  Personen  konzentrieren,  welche  über  die  massentypischen  und 

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niedrigprofilierten Erscheinungsformen exilpolitischer  Proteste hinaus 
Funktionen wahrnehmen und/oder Aktivitäten entwickeln, die sie aus 
der Masse der mit dem Regime Unzufriedenen herausheben und als 
ernsthafte und potentiell gefährliche Regimegegner erscheinen lassen. 
Nach Erkenntnis  des Bundesverwaltungsgerichts  unterliegen Mitglie-
der in Exilorganisationen von im Iran verbotenen oppositionellen Par-
teien,  Teilnehmer  an  Veranstaltungen  dieser  Organisationen,  Mitwir-
kende  an  regimekritischen  Demonstrationen,  welche  die  dabei  übli-
chen  Plakate  tragen  und  Parolen  rufen,  Teilnehmer  von  sonstigen 
regimekritischen  Veranstaltungen  sowie  Personen,  die  Büchertische 
betreuen  und  Informations-  und  Propagandamaterial  in  Fussgänger-
zonen verteilen, keiner allgemeinen Überwachungsgefahr durch irani-
sche Exilbehörden. Dass die iranischen Sicherheitsbehörden zwischen 
tatsächlich  politisch  engagierten  Regimekritikern  und  Exilaktivisten, 
die  mit  ihren  Aktionen  in  erster  Linie  die  Chancen  auf  ein  Aufent-
haltsrecht  zu  erhöhen  versuchen,  zu  unterscheiden  vermögen,  darf 
vorausgesetzt werden (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.4.3). 

7.4 Den Ausführungen der Beschwerdeführerin sowie den von ihr ein-
gereichten Beweismitteln ist zu entnehmen, dass sie am (...) als (...) 
gewählt  wurde.  Sie  hat  an  einer  Kundgebungen  der  PDKI  vor  dem 
iranischen Konsulat am (...) sowie an mehreren parteiinternen Anläs-
sen und an einer Kundgebung (...) teilgenommen. Über diese Anlässe 
wurden teilweise mit Fotos versehene Berichte im Internet publiziert. 

7.5 Aufgrund einer Gesamtwürdigung der vorerwähnten exilpolitischen 
Aktivitäten ist davon auszugehen, dass keine subjektiven Nachflucht-
gründe bestehen,  die bei  einer  Rückkehr  der  Beschwerdeführerin in 
den Iran zu einer für die Flüchtlingseigenschaft relevanten Verfolgung 
führen  würden.  Dieser  Einschätzung  liegt  die  Erkenntnis  zugrunde, 
dass nicht primär das Hervortreten im Sinne einer optischen Erkenn-
barkeit und Individualisierbarkeit, sondern eine derartige Exponierung 
in der Öffentlichkeit massgebend ist, welche aufgrund der Persönlich-
keit des Asylsuchenden, der äusseren Form seines Auftritts und nicht 
zuletzt  aufgrund  des  Inhaltes  der  in  der  Öffentlichkeit  abgegebenen 
Erklärungen den Eindruck erweckt, der Asylsuchende werde zu einer 
Gefahr für den Bestand des Mullah-Regimes. Ein dermassen erhöhter 
Exponierungsgrad  kann  der  Beschwerdeführerin  nicht  beigemessen 
werden. Zwar hat sie glaubhaft dargetan, dass sie bereits vor der Aus-
reise aus dem Iran politisch aktiv war und dass dieses Engagement 
den heimatlichen Behörden zumindest teilweise bekannt ist. Aus den 

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Akten ergeben sich indessen keine Hinweise darauf, dass ihre Position 
als (...) mit einer persönlichen und relevanten Exponierung verbunden 
wäre. Die Beschwerdeführerin hat ausdrücklich zu Protokoll gegeben, 
sie bekleide keine bestimmte Funktion in der Partei (A17, S. 14) und 
es  ergeben  sich  auch  aus  den  eingereichten  Dokumenten  keine 
Hinweise darauf, dass sie eine eigentliche, gegen aussen erkennbare 
Führungsposition wahrnimmt. Des Weiteren ist nicht ersichtlich, dass 
der  Beschwerdeführerin  bei  den  Kundgebungen,  an  welchen  sie 
teilnahm,  eine  zentrale  Rolle  zugekommen  wäre.  Auf  den 
eingereichten,  im Internet  publizierten Fotos ist  sie  lediglich als eine 
von vielen Demonstrationsteilnehmerinnen ohne führende Funktion zu 
erkennen.  Das  von  ihr  dargelegte  exilpolitische  Engagement  geht 
somit nicht signifikant über dasjenige hinaus, das zahlreiche nicht im 
Iran lebende Iraner (ob kurdischer oder persischer Ethnie) an den Tag 
legen. Auch die Tatsache, dass die Aktivitäten der Beschwerdeführerin 
zum  Teil  fotografisch  dokumentiert  und  im  Internet  publik  gemacht 
wurden,  kann  nicht  zur  Annahme  einer  relevanten  Gefährdung  der 
Beschwerdeführerin führen, da diese Medien nicht den Eindruck einer 
das Regime gefährdenden Politaktivistin zu vermitteln vermögen.

7.6 Unter  Berücksichtigung  der  gesamten  Umstände  folgt,  dass  die 
Beschwerdeführerin  die  Voraussetzungen  für  die  Anerkennung  von 
subjektiven Nachfluchtgründen im Sinne von Art. 54 AsylG nicht erfüllt.  
Das BFM hat demzufolge die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerde-
führerin zu Recht verneint.

8.
8.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet  den  Vollzug  an;  es  berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der 
Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

8.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrecht-
liche Aufenthaltsbewilligung noch über  einen Anspruch auf  Erteilung 
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

9.
9.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-

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desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und seiner 
Vorgängerorganisation  ARK der  gleiche  Beweisstandard wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148).

9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtung-
en der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers 
in  den  Heimat-,  Herkunfts-  oder  in  einen  Drittstaat  entgegenstehen 
(Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So  darf  keine Person  in  irgendeiner  Form zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie  
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  EMRK darf  niemand der 
Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behand-
lung unterworfen werden.

9.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der Beschwer-
deführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung 
nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  das  in  Art.  5  AsylG 
verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-Refoulements  im 
vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr  der 
Beschwerdeführerin  in  den  Heimatstaat/Herkunftsstaat  ist  demnach 
unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

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Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdefüh-
rerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall  
einer  Ausschaffung  in  den  Iran  dort  mit  beachtlicher  Wahrschein-
lichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder 
Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen 
Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-
Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Ge-
fahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall  
einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung drohen 
würde (vgl. EGMR, [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 
28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren 
Hinweisen).  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  im  Iran 
lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzu-
lässig  erscheinen. Nach  dem Gesagten ist  der  Vollzug  der  Wegwei-
sung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim-
mungen zulässig.

9.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

9.5 Unter  Berücksichtigung  der  allgemeinen  Sicherheitslage  im  Iran 
sind keine Hinweise dafür ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin bei 
einer Rückkehr in ihr Heimatland in konkreter Weise gefährdet wäre. 
Angesichts der heutigen Lage im Iran kann nicht von einer Situation 
allgemeiner Gewalt oder von kriegerischen oder bürgerkriegsähnlichen 
Verhältnissen  gesprochen  werden,  welche  für  sie  eine  konkrete 
Gefährdung darstellen würden. Sodann bestehen auch keine anderen 
Hinweise, dass sie bei einer Rückkehr in den Heimatstaat in eine kon-
krete,  ihre  Existenz  bedrohende  Situation  geraten  könnte.  Trotz  der 
relativ  langen  Aufenthaltsdauer  der  (...)-jährigen  Beschwerdeführerin 
in  der  Schweiz erachtet  das Bundesverwaltungsgericht  den Wegwei-
sungsvollzug in den Iran, wo  sie den grössten Teil ihres Lebens ver-
bracht hat,  als zumutbar. Namentlich ergibt sich aufgrund der Akten, 
dass sie im Iran über ein bestehendes Beziehungsnetz verfügt,  wel-
ches ihr bei einer Rückkehr und Reintegration zur Seite stehen kann 

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und  es  liegen  keine  Hinweise  für  das  Bestehen  gesundheitlicher 
Beschwerden vor.

Nach dem Gesagten erweist  sich  Vollzug der  Wegweisung auch  als 
zumutbar.

9.6 Schliesslich  obliegt  es  der  Beschwerdeführerin,  sich  bei  der 
zuständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr not -
wendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), wes-
halb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

10.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

11.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

12.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten desselben der 
Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  und  5  VwVG). Da 
indessen mit  Zwischenverfügung vom 11. März 2008 ihr  Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG unter dem 
Vorbehalt  der  Nachreichung einer  Fürsorgebestätigung gutgeheissen 
wurde,  die  verlangte  Bestätigung  mit  Eingabe  vom  10.  März  2008 
nachgereicht  wurde  und  keine  Anhaltspunkte  dafür  bestehen,  dass 
sich ihre finanzielle Lage seither massgeblich verändert hat, ist auf die  
Auferlegung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3.
Dieses Urteil  geht  an die  Rechtsvertreterin  der  Beschwerdeführerin, 
das BFM und die zuständige kantonale Behörde.  

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Kurt Gysi Nicholas Swain

Versand: 

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