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**Case Identifier:** c94a7f6c-e0b7-5b11-bd25-777b52e90fdb
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 21.10.2025 AHV 2025/2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_AHV-2025-2_2025-10-21.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: AHV 2025/2

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: AHV - Alters- und Hinterlassenenversicherung

Publikationsdatum: 14.11.2025

Entscheiddatum: 21.10.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 21.10.2025
Art. 52 Abs. 2 AHVG. Schadenersatz. Organhaftung. Als einziger 
Gesellschafter und Geschäftsführer einer GmbH (Gastronomiebetrieb) ist der 
Beschwerdeführer verpflichtet, für die ordnungsgemässe Lohnabrechnung 
und -verabgabung zu sorgen. Spätestens ab Herbst 2020, als der Bund die 
Coronamassnahmen verschärft hatte, wäre er verpflichtet gewesen, nur 
noch so viele Löhne auszurichten, als Beiträge darauf bezahlt werden 
können. Die Beschwerdegegnerin hat zu Recht nur jene Betreffnisse als 
Schaden geltend gemacht, die Zeiträume betrafen, als der 
Beschwerdeführer eine formelle Organstellung innehatte (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. Oktober 2025, AHV 
2025/2).

«Entscheid als PDF»

 

Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/13 

 

 
 
Versicherungsgericht 
Abteilung I 

 

 

 
 
 
 

 Entscheid vom 21. Oktober 2025 

Besetzung  Versicherungsrichterin Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz), 
Versicherungsrichterinnen Mirjam Angehrn und Marie Löhrer; 
Gerichtsschreiber Jürg Schutzbach  

   

Geschäftsnr.   AHV 2025/2 

   

Parteien 
 

 A.___,  
Beschwerdeführer,  

vertreten durch Jeannette Al-Godari, Nasdim Treuhand GmbH, 
 Thalerstrasse 4, 9424 Rheineck,  
 
 

  gegen 

  S o z i a l v e r s i c h e r u n g s a n s t a l t  d e s  K a n t o n s  
S t .  G a l l e n ,  Ausgleichskasse, Brauerstrasse 54, Postfach, 
9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  
 
 

 
  

Gegenstand  Schadenersatzforderung (B.___ GmbH) 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

AHV 2025/2 
 

 

2/13 

Sachverhalt 
A.  

A.a Die C.___ GmbH wurde am 9. März 2015 gegründet und am 16. Juli 2020 durch eine 
Statutenänderung in die B.___ GmbH mit neuem Sitz in D.___ umgewandelt. Als Gesellschafter und 

Geschäftsführer mit Einzelunterschrift wurde neu ab 16. Juli 2020 A.___, wohnhaft in E.___, 

eingetragen (online-Handelsregisterauszug, abgerufen am 3. Juli 2025). Die Gesellschaft ist bei der 

Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen (nachfolgend: Ausgleichskasse) angeschlossen. Ab der 

Übernahme der Stammanteile durch A.___ musste die Gesellschaft regelmässig gemahnt und 
betrieben werden. Ebenso mussten die Lohndeklarationen gemahnt werden. Am 11. März 2022 erhielt 

die Ausgleichskasse mehrere definitive Pfändungsverlustscheine in Höhe von insgesamt Fr. 6'095.40 

(act. G 7.2/93 ff.).  

A.b Die Ausgleichskasse teilte A.___ mit Schreiben vom 8. April 2024 mit, dass ihr durch 
nichtbezahlte Sozialversicherungsbeiträge ein Schaden von CHF 2'805.65 entstanden sei. Sie sei 

verpflichtet, den ihr entstandenen Schaden bei den Organen der B.___ GmbH geltend zu machen. 

A.___ sei ab dem 16. Juli 2020 bis 2. Juni 2021 als Gesellschafter und Geschäftsführer im 

Handelsregister eingetragen und deshalb in der Lage und verpflichtet gewesen, für die korrekte 

Ablieferung der Beiträge zu sorgen. Er unterstehe der Schadenersatzhaftung. Die Ausgleichskasse 

räumte ihm eine Frist für eine schriftliche Stellungnahme bis zum 3. Mai 2024 ein (act. G 7.1/29). 

A.c Mit Eingabe vom 24. April 2024 machte A.___ geltend, dass er kein Verschulden im 
Zusammenhang mit dem entstandenen Schaden habe. Dieser sei nicht auf Fahrlässigkeit 

zurückzuführen, sondern auf externe Umstände, die ausserhalb seiner Kontrolle gelegen hätten (act. G 

7.1/23). Des Weiteren erhielt die Ausgleichskasse am 30. April 2024 ihr Schreiben retourniert mit der 
handschriftlich aufgeführten Bemerkung, es liege kein Selbstverschulden vor und die Beweislast liege 

bei der Ausgleichskasse (act. G 7.1/24). 

A.d Mit Verfügung vom 22. Juli 2024 forderte die Ausgleichskasse von A.___ Schadenersatz für 
entgangene Beiträge in der Höhe von Fr. 2'805.65. Dabei handle es sich um die Akontoabrechnung für 

das 1. Quartal 2021 sowie die Schlussabrechnung 2020. Er habe als Gesellschafter und 

Geschäftsführer die Pflicht gehabt, dafür zu sorgen, dass die der Gesellschaft als Arbeitgeberin 

übertragene öffentlich-rechtliche Aufgabe korrekt erfüllt werde. Dies habe er offensichtlich unterlassen 

(act. G 7.1/22).  

B.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

AHV 2025/2 
 

 

3/13 

B.a Gegen diese Verfügung erhob A.___ am 8. August 2024 Einsprache und beantragte sinngemäss, 
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und von einer Schadenersatzforderung sei abzusehen. Er 

machte geltend, dass ihn kein Verschulden an der Situation treffe. Im Übrigen sei die Arbeitgeberin, 

eine juristische Person, weiterhin aktiv und sei damit als primäre Ansprechpartnerin für etwaige 

Forderungen heranzuziehen (act. G 7.1/17).  

B.b Mit Entscheid vom 9. Dezember 2024 wies die Ausgleichskasse die Einsprache ab, da die 
Voraussetzungen für die Inanspruchnahme von A.___ als schadenersatzpflichtiges Organ erfüllt seien. 

Er sei zu Recht verpflichtet worden, Schadenersatz für entgangene bundes- und kantonsrechtliche 

Beiträge in der Höhe von CHF 2'805.65 zu bezahlen (act. G 7.1/15). 

C.   

C.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 20. Dezember 2024 
(Datum Postaufgabe an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen [SVA]). A.___ 

(nachfolgend: Beschwerdeführer) macht geltend, dass ihn kein Verschulden im Zusammenhang mit 

dem entstandenen Schaden treffe. Der entstandene Schaden sei auf externe Umstände, die ausserhalb 

seiner Kontrolle gelegen hätten, zurückzuführen. Das Unternehmen sei bereits zum Zeitpunkt der 

Übernahme überschuldet gewesen. Zudem hätten auf Grund der COVID-19-Pandemie und den damit 

verbundenen Lockdowns keine Umsätze generiert werden können. Er sei nicht in der Lage gewesen, 

die Sozialversicherungsbeiträge zu bezahlen. Des Weiteren habe er Anspruch auf Kindergeld für seine 
Tochter von insgesamt Fr. 5'520.--, welche auf Grund der unzureichenden Buchhaltungsführung nicht 

geltend gemacht worden seien. Er bitte um Verrechnung der Kindergeldansprüche mit der 

Schadenersatzforderung. Des Weiteren beantrage er die Stornierung der Schadenersatzforderung, da 

die Nichtbezahlung der Sozialversicherungsbeiträge nicht allein ihm zuzuschreiben sei. Die finanziellen 

und wirtschaftlichen Schwierigkeiten während der Pandemie hätten eine erhebliche Härte dargestellt 

(act. G 1.1). Die SVA überwies die Beschwerde am 6. Januar 2025 zuständigkeitshalber an das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen (act. G 1). Der Beschwerdeführer leistet am 25. Januar 

2025 den Kostenvorschuss für das Beschwerdeverfahren. 

C.b Die Ausgleichskasse (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragt mit Beschwerdeantwort vom 
7. Februar 2025 die Abweisung der Beschwerde und verweist zur Begründung auf die Ausführungen 

im angefochtenen Einspracheentscheid (act. G 4). 

Erwägungen 
1.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

AHV 2025/2 
 

 

4/13 

In formeller Hinsicht ist zu beachten, dass im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren 

grundsätzlich lediglich Rechtsverhältnisse zu überprüfen bzw. zu beurteilen sind, zu denen die 

zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung bzw. eines 

Einspracheentscheids – Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt der Entscheid der 

Beschwerdegegnerin den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand (BGE 131 V 164 
E. 2.1). Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der Einspracheentscheid vom 9. 

Dezember 2024 betreffend Schadenersatzforderung für entgangene Beiträge. Folglich ist im 

vorliegenden Verfahren einzig die Schadenersatzforderung zu überprüfen und zu beurteilen. Soweit der 

Beschwerdeführer zusätzlich die Auszahlung resp. die Verrechnung von Kinderzulagen fordert (vgl. Ziff. 

3 der Beschwerde, act. G 1.1), ist darauf nicht einzutreten.  

2.  

2.1 Fügt eine Arbeitgeberin der Versicherung durch absichtliche oder grobfahrlässige Missachtung 
von Vorschriften einen Schaden zu, so hat sie diesen zu ersetzen. Handelt es sich bei der Arbeitgeberin 

um eine juristische Person, so haften subsidiär die Mitglieder der Verwaltung und alle mit der 

Geschäftsführung oder Liquidation befassten Personen. Sind mehrere Personen für den gleichen 

Schaden verantwortlich, so haften sie für den ganzen Schaden solidarisch (Art. 52 Abs. 1 und 2 des 

Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVG; SR 831.10]). Die 

Arbeitgebenden sind verpflichtet, von dem von ihnen ausgerichteten Einkommen aus unselbstständiger 
Erwerbstätigkeit die Arbeitnehmerbeiträge in Abzug zu bringen, mit der Ausgleichskasse abzurechnen 

sowie die erforderlichen Angaben zu machen und die Beiträge zusammen mit dem Arbeitgeberbeitrag 

periodisch der Ausgleichskasse zu entrichten (Art. 14 Abs. 1 und Art. 51 AHVG, Art. 34 und Art. 36 der 

Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVV; SR 831.101]).  

2.2 Die Missachtung dieser Pflichten verletzt Vorschriften der Versicherung im Sinne von Art. 52 
AHVG. Art. 52 Abs. 1 AHVG sieht eine Verschuldenshaftung nach öffentlichem Recht vor. Damit eine 

Schadenersatzpflicht entstehen kann, müssen alle Haftungsvoraussetzungen gegeben sein, d.h. es 

muss ein Schaden eingetreten sein, der auf ein widerrechtliches und schuldhaftes Verhalten des 

verantwortlichen Organs zurückzuführen ist. Zudem muss zwischen dem Verhalten der belangten 

Person und dem Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen. Diese Haftungsordnung gilt 

sinngemäss auch für Beitragsforderungen der Invalidenversicherung (Art. 66 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]), der Erwerbsersatzordnung (Art. 21 Abs. 2 des 

Bundesgesetzes über den Erwerbsersatz (EOG; SR 834.1]), der Arbeitslosenversicherung (Art. 6 des 

Bundesgesetzes über die Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0]) 
und der Familienausgleichskasse (Art. 25 lit. c des Bundesgesetzes über die Familienzulagen [FamZG; 

SR 836.2]).  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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5/13 

2.3 Gemäss der seit dem 1. Januar 2020 geltenden, vorliegend anwendbaren Fassung von Art. 52 
Abs. 3 AHVG verjährt der Schadenersatzanspruch nach den Bestimmungen des Obligationenrechts 

über die unerlaubten Handlungen. Art. 60 Abs. 1 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des 

Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht [OR; SR 220]) sieht eine relative 

Verjährungsfrist von drei Jahren ab Kenntnis vom Schaden und von der Person des Ersatzpflichtigen 
vor. Die Verjährung tritt in jedem Fall mit Ablauf von zehn Jahren ein, gerechnet ab dem Tag, an 

welchem das schädigende Verhalten erfolgte oder aufhörte.  

3.    

Vorliegend bestreitet der Beschwerdeführer ein Verschulden seinerseits sowie das Bestehen eines 

adäquaten Kausalzusammenhangs, wobei er eigentlich auch hier das Verschulden meint. Wie es sich 

damit verhält, ist nachfolgend zu prüfen.  

4.  

4.1 Vorab ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer als Haftpflichtiger für die vorliegend zu beurteilende 
Schadenersatzforderung in Frage kommt. 

4.2 Handelt es sich beim gemäss Art. 52 AHVG haftpflichtigen Arbeitgebenden um eine juristische 
Person, so haben subsidiär dessen Organe einzustehen. Die Subsidiarität der Haftung der Organe 

bedeutet, dass sich die Ausgleichskasse zuerst an die Arbeitgebenden zu halten hat, bevor ihre Organe 

belangt werden dürfen. Im Falle der Zahlungsunfähigkeit der Arbeitgebenden können die Organe auch 
dann direkt belangt werden, wenn die juristischen Personen weiterbestehen. Die Schadenersatzpflicht 

erstreckt sich auf alle Personen mit Entscheidungsbefugnissen, welche ihnen von Gesetzes wegen 

(formelle Organe) oder auf Grund der tatsächlichen Verhältnisse zukommen (faktische Organe). 

Formelle Organe sind Entscheidungs- und Kontrollorgane, die nach den jeweiligen 

organisationsrechtlichen Vorschriften der einzelnen Rechtsformen vom obersten Organ der juristischen 

Person formell ernannt worden sind und deren Kompetenzen sich unmittelbar aus dem Gesetz ergeben 

(MARCO REICHMUTH, Die Haftung des Arbeitgebers und seiner Organe nach Art. 52 AHVG, 2008, 

Rz. 201 und 203). Die formellen Organe haften wegen der gesetzlichen Definition ihrer Pflichten 

unabhängig von ihrer tatsächlichen Funktion und Einflussnahme auf die Willensbildung der 

Gesellschaft, unabhängig auch von der Zeichnungsberechtigung und dem Grund der 

Mandatsübernahme (REICHMUTH, a.a.O., Rz. 212). Dazu zählen unter anderem die Mitglieder der 

formell obersten Ebene der Unternehmensführung, d.h. die Geschäftsführenden einer Gesellschaft mit 

beschränkter Haftung (Art. 809 ff. OR).  

4.3 Wie sich aus dem Handelsregister ergibt, war der Beschwerdeführer vom 16. Juli 2020 bis 2. Juni 
2021 als Gesellschafter und Geschäftsführer mit Einzelunterschrift der B.___ GmbH eingetragen 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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6/13 

(online-Handelsregisterauszug, abgerufen am 3. Juli 2025). Damit hatte er eine formelle Organstellung 

inne, sodass er grundsätzlich der Haftungsordnung des Art. 52 Abs. 2 AHVG untersteht.  

5.  

5.1 Nachdem die formelle Organstellung und damit eine grundsätzliche Haftpflicht des 
Beschwerdeführers feststehen, ist im Folgenden zu prüfen, ob die einzelnen Voraussetzungen der 
Organhaftpflicht erfüllt sind. 

5.2 Die Schadenersatzpflicht des Arbeitgebers bzw. des verantwortlichen Organs setzt zunächst den 
Eintritt eines Schadens bei der Ausgleichskasse voraus. Nach der Rechtsprechung gilt der 

Schadeneintritt als erfolgt, sobald die Beiträge wegen Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers nicht mehr 

im ordentlichen Verfahren erhoben werden können, beispielsweise bei Erhalt von definitiven 

Pfändungsverlustscheinen (Art. 115 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs 

[SR 281.1; abgekürzt: SchKG] in Verbindung mit Art. 149 SchKG) oder bei Konkurseröffnung über eine 

juristische Person (BGE 136 V 268 E. 2.6). Der Schaden kann unbezahlt gebliebene paritätische 

AHV/IV/EO- und ALV-Beiträge, Verwaltungskostenbeiträge, Mahngebühren, Veranlagungs- und 

Betreibungskosten sowie Verzugszinsen für rückständige Beiträge umfassen (THOMAS NUSSBAUMER, 

Das Schadenersatzverfahren nach Art. 52 AHVG, in Schaffhauser/Kieser [Hrsg.], Aktuelle Fragen aus 

dem Beitragsrecht der AHV, St. Gallen 1998, S. 100). Die schadenersatzpflichtige Person hat auf Grund 

ihrer Mitwirkungspflichten den Schadensbetrag substantiiert zu bestreiten, soweit die Forderung nicht 
auf rechtskräftigen Verfügungen beruht (ZAK 1991 S. 125, AHI-Praxis 1993 S. 172, SVR 2001 AHV 

S. 51 Nr. 15). 

5.3 Die Beschwerdegegnerin macht offene Forderungen für entgangene 
Sozialversicherungsbeiträge (AHV/IV/EO/ALV/FAK) samt Nebenkosten von Fr. 2'805.65 geltend (act. 

G 7.1/22). Dabei handelt es sich um die offen gebliebene Akontorechnung für das 4. Quartal 2020 vom 

2. Dezember 2020 (Fr. 1'268.10 [act. G 7.2/168]), die korrigierte Schlussabrechnung vom 20. August 

2021 betreffend das Jahr 2020 (Fr. 251.15 [act. G 7.2/135]; inkl. Verwaltungs- und Nebenkosten, 

abzügl. eine Zahlung von Fr. 840.--, total Fr. 1'529.80 [vgl. Schadensaufstellung in act. G 7.1/21]) sowie 
um die Akontobeiträge für das 1. Quartal 2021 vom 3. März 2021 (Fr. 1'272.55 [act. G 7.2/160]; inkl. 

Verwaltungs- und Nebenkosten, zuzüglich Mahngebühr Fr. 25.--, Betreibungskosten Fr. 184.90, 

Verzugszins Fr. 60.05, abzüglich eine Gutschrift aus anderen Posten von Fr. 266.65, total Fr. 1'275.85 
[act. G 7.1/20]; vgl. Schadensaufstellung in act. G 7.1/20; vgl. auch Abschreibungsbescheide vom 

26. April 2022 und vom 17. Januar 2023 [act. G 7.2/24 und 80]). In den Akten liegen sodann definitive 

Pfändungsverlustscheine vom 11. März 2022 (Fr. 368.30, Fr. 535.10 und Fr. 575.95, total Fr. 1'479.35) 
betreffend das Jahr 2020 und von Fr. 1'542.50 betreffend das erste Quartal 2021 (act. G 7.2/94 - 96, 

98). Für 2020 ist der geltend gemachte Schaden von Fr. 1'529.80 somit zumindest im bescheinigten 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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7/13 

Umfang von Fr. 1'479.35 gemäss den vorerwähnten drei Verlustscheinen, mithin in einem um Fr. 50.45 
geringeren Umfang als im Einspracheentscheid bestätigt, ausgewiesen. Für das 1. Quartal 2021 ist der 

Schaden im geltend gemachten Umfang von Fr. 1'275.85 (= Fr. 1'542.50 - Fr. 266.65), total somit von 
Fr. 2'755.20, ausgewiesen. Diese Beträge werden vom Beschwerdeführer nicht substantiiert bestritten 
und es sind auch keine Einwände ersichtlich. Nachdem entsprechende definitive 
Pfändungsverlustscheine im Sinn von Art. 149 SchKG vorliegen, ist der Schaden eingetreten und der 

Beschwerdeführer kann vorbehältlich der übrigen Voraussetzungen (vgl. nachfolgende Erwägungen) 

dafür belangt werden, auch wenn die Arbeitgeberin noch bis zur Löschung im Handelsregister am 

9. April 2025 weiterbestanden hat (vgl. online-Handelsregisterauszug, abgerufen am 3. Juli 2025).  

6.  

6.1 Weitere Haftungsvoraussetzung für die Schadenersatzforderung ist die Widerrechtlichkeit. Art. 
14 Abs. 1 AHVG in Verbindung mit Art. 34 ff. AHVV schreibt vor, dass die Arbeitgebenden bei jeder 

Lohnzahlung die Arbeitnehmerbeiträge in Abzug zu bringen und zusammen mit den 

Arbeitgeberbeiträgen der Ausgleichskasse zu entrichten haben. Bei einer jährlichen Lohnsumme bis Fr. 

200'000.-- haben die Arbeitgebenden die Beiträge vierteljährlich zu zahlen; bei einer höheren 

Lohnsumme sind die Beiträge monatlich zu entrichten (Art. 34 Abs. 1 lit. a AHVV). Im laufenden Jahr 

haben die Arbeitgebenden periodisch Akontobeiträge zu entrichten, welche die Ausgleichskasse 

basierend auf der voraussichtlichen Lohnsumme festsetzt (Art. 35 Abs. 1 AHVV). Die Beitragszahlungs- 
und Abrechnungspflicht der Arbeitgebenden ist eine gesetzlich vorgeschriebene öffentlich-rechtliche 

Aufgabe. Dazu hat das Bundesgericht wiederholt erklärt, dass deren Nichterfüllung eine Missachtung 

von Vorschriften im Sinne von Art. 52 Abs. 1 AHVG bedeute und grundsätzlich die volle 

Schadensdeckung nach sich ziehe (vgl. unter vielen Urteil des Bundesgerichts vom 29. März 2023, 

9C_321/2022, E. 4.1; BGE 118 V 195 E. 2a). 

6.2 Die B.___ GmbH hatte die Sozialversicherungsbeiträge ab der Eintragung ins Handelsregister im 
März 2015 (damals noch C.___ GmbH) quartalsweise zu bezahlen. Nachdem bereits die erste 

Quartalsrechnung gemahnt und betrieben werden musste (act. G 7.2/269 und 275), funktionierte die 

Beitragsabrechnung und -verabgabung unter dem Vorgänger des Beschwerdeführers in der Folge 

ordentlich. Nach der Übernahme der Gesellschaftsanteile durch den Beschwerdeführer per 16. Juli 

2020 musste für die erste Quartalsabrechnung vom 7. September 2020 (inkl. Rückforderung von 

Kinderzulagen) ein Zahlungsplan erstellt werden, wovon offenbar nur die erste Rate fristgerecht bezahlt 

wurde und der Rest betrieben werden musste (act. G 7.2/167, 171 - 175). Ab der zweiten 

Quartalsrechnung vom 2. Dezember 2020 musste die Gesellschaft für jede Quartalsrechnung und die 
auszugleichenden Löhne gemahnt und betrieben werden, teilweise mussten Zahlungsaufschübe 

gewährt werden. Zudem mussten die Lohndeklarationen jeweils ebenfalls gemahnt, teilweise Bussen 

verfügt werden. Die Situation besserte sich auch nicht, nachdem die Gesellschaftsanteile per 2. Juni 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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8/13 

2021 von F.___ übernommen worden waren und dieser als neuer Gesellschafter und Geschäftsführer 

mit Einzelunterschrift ins Handelsregister eingetragen wurde (online-Handelsregisterauszug, abgerufen 

am 3. Juli 2025). Es mussten weiterhin alle Quartalsrechnungen (bis 2. Quartal 2022) gemahnt und 

betrieben werden. Ab Anfang Oktober 2022 war F.___ nicht mehr auffindbar (act. G 7.2/42). Gemäss 

telefonischer Rücksprache der Beschwerdegegnerin mit dem Beschwerdeführer vom 5. Dezember 
2022 habe die Gesellschaft nur bis zum 30. Juni 2021 Arbeitnehmende beschäftigt und danach den 

Betrieb eingestellt (act. G 7.2/33 - 35). Die Lohndeklarationen 2021 und 2022 mussten in der Folge von 

der Beschwerdegegnerin erstellt werden. Aus den Schlussabrechnungen für 2021 und 2022 

(Rückforderung Kinderzulagen aus der Zeit von Januar und Februar 2020 [act. G 7.2/47 und 55.4]) 

resultierten nur deshalb keine weiteren Ausstände, weil die Akontorechnungen bereits in Betreibung 

gesetzt worden waren (act. G 7.2/30 f.). Für 2020 resultierten schliesslich Abschreibungen von 

Lohnbeiträgen und Nebenkosten von Fr. 1'529.80 und für 2021 solche von Fr. 5'914.30 (act. G 7.2/24 

und 80). Aus diesen Ausführungen erhellt ohne Weiteres, dass die Gesellschaft während eines 

Zeitraums von knapp einem Jahr (Juli 2020 bis Juni 2021) ihrer Beitragsablieferungspflicht nicht 

nachkam. Sie kam überdies auch weiterhin ihrer Beitragsabrechnungspflicht und ihrer Meldepflicht nicht 

nach, indem sie die Lohndeklarationen 2021 und 2022 nicht mehr eingereicht und die Ausgleichskasse 

weder über die Geschäftsaufgabe (angeblich per 30. Juni 2021) noch über den Wegzug des neuen 

Inhabers F.___ informiert hatte. Die Gesellschaft verletzte damit zweifellos Vorschriften der 
Beitragsabrechnung und des Beitragsbezugs im Sinn von Art. 14 Abs. 1 AHVG und Art. 34 ff. AHVV. 

Rechtfertigungsgründe sind nicht ersichtlich.  

7.  

7.1 Im Weiteren ist zu prüfen, ob die Vorschriften absichtlich oder grobfahrlässig missachtet wurden. 
Dabei ist zu berücksichtigen, dass sowohl ein Verschulden der Arbeitgebenden wie des 

verantwortlichen Organs vorliegen muss. Nach der Rechtsprechung ist nicht jede Verletzung der 

öffentlich-rechtlichen Aufgaben durch die Arbeitgebenden ohne Weiteres einem qualifizierten 

Verschulden ihrer Organe gleichzusetzen. Vorausgesetzt ist vielmehr ein Normverstoss von einer 

gewissen Schwere. Eine Nichtabrechnung oder Nichtbezahlung der Beiträge genügt noch nicht, um ein 

qualifiziertes Verschulden anzunehmen. Vielmehr sind die gesamten Umstände zu würdigen. Die Frage 

der Dauer des Normverstosses ist dabei ein Beurteilungskriterium, das im Rahmen der 

Gesamtwürdigung zu berücksichtigen ist und im Sinne der Rechtsprechung zu den Entlastungsgründen 

zur Verneinung der Schadenersatzpflicht führen kann (BGE 121 V 244 E. 4b mit Hinweisen). Von einem 

qualifizierten Verschulden ist in der Regel auszugehen, wenn etwa Arbeitgebende über längere Zeit 
ihre Abrechnungs- und/oder Ablieferungspflichten nur schleppend oder bloss teilweise erfüllen. Gegen 

ein qualifiziertes Verschulden kann beispielsweise eine relativ kurze Dauer des Beitragsausstands 

sprechen oder der Umstand, dass Arbeitgebende bei ungenügender Liquidität zunächst für das 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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9/13 

Überleben des Unternehmens wesentliche andere Forderungen (insbesondere solche der 

Arbeitnehmer und Lieferanten) befriedigen, sofern sie auf Grund der objektiven Umstände und einer 

seriösen Beurteilung der Lage annehmen dürfen, sie würden die geschuldeten Beiträge innert nützlicher 

Frist nachzahlen können. Eine relativ kurze Dauer des Beitragsausstandes schliesst zwar ein grobes 

Verschulden nicht zwingend aus, kann aber für sich allein – in Abwesenheit anderer Umstände – nicht 
als grobfahrlässig gewertet werden (BGE 121 V 244 E. 4b mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 

18. Januar 2011, 9C_330/2010, E. 3.4). Eine kurze Dauer bzw. "nützliche Frist" in diesem Sinne ist z. B. 

überschritten, wenn die Beitragszahlungspflicht über ein Jahr lang verletzt wird, zumal wenn dabei kein 

gezieltes, auch in zeitlicher Hinsicht konkretes Sanierungskonzept vorliegt, oder wenn eine Sanierung 

erst nach einem jahrelang defizitären Geschäftsgang erwartet werden kann. Nicht entschuldbar ist die 

Beitragsrückbehaltung, wenn eine Sanierung überhaupt nicht ernsthaft erwartet werden kann (Urteil 

9C_436/2016 vom 26. Juni 2017 E. 8.2 mit Hinweisen). 

7.2 Wie in vorstehender Erwägung 6.2 ausgeführt, kam die B.___ GmbH ab Juli 2020 ihrer 
gesetzlichen Beitragsabrechnungs- und Ablieferungspflicht nicht mehr korrekt nach. Sie verstiess damit 

fortlaufend gegen Gesetzesvorschriften. Als Entschuldigungsgrund bringt der Beschwerdeführer vor, 

das Unternehmen sei bereits im Zeitpunkt der Übernahme durch ihn im Juli 2020 überschuldet 

gewesen. Infolge der COVID-19-Pandemie und der damit verbundenen Lockdowns sei es nicht möglich 

gewesen, Umsätze zu generieren. Darüber hinaus habe es an ausreichender Liquidität gefehlt, um den 
gesetzlichen Beitragspflichten nachzukommen. Dem hält die Beschwerdegegnerin entgegen, dass der 

Beschwerdeführer hätte erkennen müssen, dass die Pandemie noch mehrere Monate andauern und in 

dieser Zeit die Geschäftstätigkeit stark erschweren würde. Zudem sei es mit Hilfe von finanziellen 

Unterstützungen der öffentlichen Hand (Härtefallhilfen) insbesondere Gastronomiebetrieben möglich 

gewesen, die Coronapandemie finanziell zu überstehen. Zunächst ist festzustellen, dass grundsätzlich 

nur so viele Löhne ausbezahlt werden dürfen, als Beiträge darauf entrichtet werden können. Dies hat 

die Arbeitgeberin offensichtlich nicht beachtet. Immerhin reduzierte sie die Lohnsumme von jährlich 

rund Fr. 90'000.-- in den Vorcoronajahren 2016 bis 2019 auf rund Fr. 35'000.-- im ersten Coronajahr 

2020 sowie auf rund Fr. 31'000.-- im zweiten Coronajahr 2021 und stellte den Betrieb nach unbestritten 

gebliebener Darstellung des Beschwerdeführers per Ende Juni 2021 ganz ein (act. G 7.2/35, 189, 210, 

222 und 238.3). Weiter ist zu berücksichtigen, dass sie die Akontorechnungen vom 4. März 2020 und 

vom 3. Juni 2020 für das erste und zweite Quartal 2020 (teilweise durch Verrechnung mit 

Kinderzulagen) bezahlt hatte (act. G 7.2/183 und 187), obwohl gemäss Lohndeklaration 2020 vom 

3. Februar 2021 erst ab Juni 2020 unter dem neuen Inhaber (Beschwerdeführer) wieder Personal 
beschäftigt wurde (act. G 7.2/138.2). Dieser Umstand trug dazu bei, dass die auszugleichenden 

Beiträge 2020 relativ geringfügig ausfielen und auch der vorliegend zu beurteilende Schaden betreffend 

das Jahr 2020 entsprechend klein blieb (betreffend dieses Jahr liegen Pfändungsverlustscheine vom 

11. März 2022 in Höhe von insgesamt Fr. 1'479.35 bei den Akten [act. G 7.2/95 f. und 98]). Angesichts 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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der Tatsache, dass die Gesellschaft nach eigenen Angaben des Beschwerdeführers bereits im Juli 

2020 überschuldet war, hätte sich wohl bereits damals die Frage nach der Wirtschaftlichkeit der 

Fortführung des Betriebs gestellt. Eventuell wäre bereits damals das Konkursgericht zu benachrichtigen 

gewesen (Art. 820 i.V.m. Art. 725b Abs. 3 OR). Spätestens aber ab Oktober 2020, als die 

Coronamassnahmen des Bundes verschärft worden waren (Sitzpflicht bei der Konsumation von 
Speisen und Getränken in Restaurations-, Bar- und Clubbetrieben [in Kraft ab dem 19. Oktober 2020], 

Schliessung des Betriebs zwischen 23.00 und 6.00 Uhr, Beschränkung auf vier Personen pro Tisch [in 

Kraft ab dem 29. Oktober 2020], Abstand oder Abschrankungen zwischen den Tischen, Erhebung von 

Kontaktdaten [in Kraft ab dem 9. Dezember 2020], weitere Verschärfung der Schliessungszeiten auf 

19.00 - 6.00 Uhr [in Kraft vom 12. Dezember 2020 bis zum 22. Januar 2021], Verbot des Betriebs von 

Restaurations-, Bar- und Clubbetrieben, ausser Takeaway und Lieferdienste [in Kraft vom 

22. Dezember 2020 bis zum 30. Mai 2021]; Art. 5a Abs. 1 [und 2] der Verordnung über Massnahmen 

in der besonderen Lage zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie [Covid-19-Verordnung besondere 

Lage], SR 818.101.26, in der jeweils anwendbaren Fassung), konnte die Gesellschaft nicht mehr darauf 

vertrauen, dass die pandemiebedingten Schwierigkeiten nur kurzfristiger Natur sind, die Schulden innert 

nützlicher Frist abgebaut und die Sozialversicherungsbeiträge bezahlt werden können, zumal 

vorliegend keine Angaben zur Visibilität des Geschäftsgangs oder zu vorgesehenen Massnahmen zur 

Verbesserung der Situation gemacht werden. Spätestens ab diesem Zeitpunkt hätten demnach nur 
noch Löhne ausgerichtet werden dürfen, soweit die darauf anfallenden Sozialversicherungsbeiträge 

bezahlt werden konnten. Gegebenenfalls wäre der Betrieb früher ganz einzustellen gewesen. 

Stattdessen beschäftigte sie nach eigenen Angaben in der Lohndeklaration 2020 ab November 2020 

einen zusätzlichen Mitarbeiter (G.___ [act. G 7.2/138.2]). Nachdem die Gesellschaft nach eigenen 

Angaben gegenüber der Beschwerdegegnerin (vgl. act. G 7.2/35) bis Juni 2021 noch ein weiteres 

halbes Jahr lang Löhne ausgerichtet hatte, obwohl sie nicht in der Lage war, die quartalsweisen 

Akontorechnungen zu begleichen und auch die Schlussabrechnung 2021 vom 15. Dezember 2022 (act. 

G 7.2/30) bzw. die damals bestehenden Betreibungen unbezahlt liess, und schliesslich ein Teil des 

Jahresbetreffnisses 2020 sowie das ganze Jahresbetreffnis 2021 offenblieb (vgl. act. G 7.2/24 und 80), 

kann nicht mehr von einem geringen Verschulden ausgegangen werden. Vielmehr ist davon 

auszugehen, dass sie den Betrieb während eines knappen Jahres (Juli 2020 bis Juni 2021) unter 

anderem auf Kosten der AHV führte, was zur Annahme eines groben Verschuldens der Arbeitgeberin 

führt. 

7.3 Bei feststehender Widerrechtlichkeit gilt zudem die Vermutung eines absichtlichen oder 
grobfahrlässigen Verhaltens des Arbeitgebers resp. seiner Organe. Dies bedeutet eine gesteigerte 

Mitwirkungspflicht der ins Recht gefassten Person bei der Abklärung resp. Feststellung des für die 

Beurteilung des Verschuldens rechtserheblichen Sachverhalts von Amtes wegen durch die 

Ausgleichskasse und das kantonale Versicherungsgericht (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Es 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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obliegt grundsätzlich dem Arbeitgeber oder seinen Organen, Gründe, welche ein Verschulden im Sinne 

von Absicht oder Grobfahrlässigkeit ausschliessen, zu behaupten, diesbezüglich Beweise zu liefern 

oder zu beantragen. Werden solche entlastenden Umstände nicht geltend gemacht oder nicht 

hinreichend substanziiert, sind solche nicht ohne weiteres ersichtlich oder führen die Abklärungen zu 

keinem schlüssigen Ergebnis, hat die ins Recht gefasste Person die Folgen der Beweislosigkeit zu 
tragen (Art. 8 ZGB; MARCO REICHMUTH, Die Haftung des Arbeitgebers und seiner Organe nach Art. 52 

AHVG, 2008, S. 177 ff.). Diese Regelung gilt auch in Bezug auf allfällige Rechtfertigungs- und 

Exkulpationsgründe (Urteil 9C_325/2010 vom 10. Dezember 2010 E. 4.1, mit Hinweisen). Nach dem 

vorstehend Gesagten misslingt dem Beschwerdeführer dieser Entlastungsbeweis, sodass es beim 

festgestellten Verschulden der Arbeitgeberin sein Bewenden hat.  

7.4 Der Beschwerdeführer hatte bei der B.___ GmbH (vormals C.___ GmbH) seit der Übernahme 
sämtlicher Stammanteile per 16. Juli 2020 bis zu deren Veräusserung an F.___ am 2. Juni 2021 als 

Gesellschafter und Geschäftsführer mit Einzelunterschrift unbestrittenermassen eine formelle 

Organstellung inne, womit er grundsätzlich die damit verbundenen Pflichten wahrzunehmen hat und 

zum Kreis der potenziell haftpflichtigen Personen gehört. Zu diesen Pflichten gehören unter anderem 

die Festlegung der Organisation der Gesellschaft im Rahmen von Gesetz und Statuten, die 

Ausgestaltung des Rechnungswesens und der Finanzkontrolle sowie die Aufsicht über die Personen, 

denen Teile der Geschäftsführung übertragen sind, namentlich im Hinblick auf die Befolgung der 
Gesetze, Statuten, Reglemente und Weisungen (Art. 810 Abs. 2 Ziff. 1 - 4 OR). Es gehörte somit 

unzweifelhaft zu den Aufgaben des Beschwerdeführers, für die Abrechnung und Ablieferung der 

Sozialversicherungsbeiträge besorgt zu sein und darauf zu achten, dass keine diesbezüglichen 

Schulden bestehen.  

7.5 Die betreffend Arbeitgeberin gemachten Ausführungen zum Verschulden (vgl. vorstehende Erw. 
7.2) gelten grundsätzlich auch für den Beschwerdeführer als - im Zeitraum vom 16. Juli 2020 bis zum 

2. Juni 2021 - einzigem verantwortlichem Organ, sodass er sich deren Verhalten anrechnen zu lassen 

hat mit der Folge, dass auch bei ihm von einem groben Verschulden auszugehen ist. Da er jedoch nicht 

während der gesamten Zeit des Bestehens der Arbeitgeberin eine formelle Organstellung innehatte, ist 

seine Haftbarkeit entsprechend zeitlich zu befristen. Die Beschwerdegegnerin macht Schadenersatz 

für die Jahresabrechnung 2020 sowie für die erste Quartalszahlung 2021 geltend. Die Arbeitgeberin 

wurde am 18. November 2020 aufgefordert, die Lohndeklaration 2020 bis 30. Januar 2021 einzureichen 

(act. G 7.2/169). Nach "Erinnerung" vom 8. Februar 2021 wurde sie am 8. März 2021 gebührenpflichtig 

gemahnt und es wurde ihr eine erneute Frist bis 22. März 2021 gesetzt (act. G 7.2/159 und 162). 
Nachdem die Arbeitgeberin auch diese Frist ungenutzt verstreichen liess, musste am 11. Mai 2021 eine 

Busse verhängt werden, verbunden mit einer weiteren Frist bis 10. Juni 2021 (act. G 7.2/155). Die 

Lohndeklaration 2020 - obwohl auf den 3. Februar 2021 datiert - traf schliesslich am 16. August 2021 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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bei der Beschwerdegegnerin ein (act. G 7.2/138.2). Nachdem der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt, als 

die Lohndeklaration 2020 hätte eingereicht und die auszugleichenden Beiträge hätten bezahlt werden 

müssen, Geschäftsführer der Arbeitgeberin war, ist er für die Fristsäumnis verantwortlich. Er hat es 

zudem selbst zu vertreten, dass die Schlussabrechnung 2020 am 20. August 2021, mithin erst nach 

seinem Ausscheiden aus der B.___ GmbH am 2. Juni 2021, erfolgen konnte. Die Akontorechnung für 
das erste Quartal 2021 vom 3. März 2021 war sodann am 10. April 2021 fällig (act. G 7.2/160). Zu 

diesem Zeitpunkt war der Beschwerdeführer ebenfalls noch Geschäftsführer und damit verpflichtet, für 

deren Bezahlung zu sorgen. Dies tat er nicht. Vielmehr musste auch diese Rechnung am 7. Mai 2021 

gemahnt und am 10. Juni 2021 in Betreibung gesetzt werden (act. G 7.2/153 und 157). Auch dafür trägt 

er die Verantwortung. Zusammenfassend ist auf Grund des geschilderten Geschehensablaufs davon 

auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer während längerer Zeit nicht mit der erforderlichen 

Dringlichkeit um die Beitragsabrechnung und -ablieferung gekümmert hat, ohne dass ein 

Exkulpationsgrund vorgelegen hätte. Dies führt zur Annahme eines groben Verschuldens auch auf 

Seiten des Beschwerdeführers als zuständigem Organ. 

8.   

8.1 Sodann muss zwischen der schuldhaften Verletzung von Vorschriften und dem Eintritt des 
Schadens ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen. Ein Ereignis hat dann als adäquate Ursache 

eines Schadens zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach allgemeiner 
Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg in der Art des eingetretenen herbeizuführen, der 

Eintritt des Erfolgs durch das Ereignis also allgemein als begünstigt erscheint (BGE 125 V 461 E. 5a 

und 119 V 406 E. 4a, je mit Hinweisen). 

8.2 Vorliegend ist ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den Unterlassungen des 
Beschwerdeführers und dem eingetretenen Schaden gegeben. Hätte er rechtzeitig dafür gesorgt, dass 

die Gesellschaft ihrer Beitragsabrechnungs- und -ablieferungspflicht nachkommt, wäre kein Schaden 

in der aufgeführten Höhe entstanden.  

9.   

Schliesslich ist zu Recht unbestritten, dass die Schadenersatzverfügung vom 22. Juli 2024 rechtzeitig 

ergangen ist, nachdem die Beschwerdegegnerin mit den definitiven Pfändungsverlustscheinen vom 11. 

März 2022 (act. G 7.2/94 ff.) Kenntnis des Schadens erlangt hatte und das schädigende Verhalten 

bereits mit der unvollständigen Ratenzahlung der ersten Quartalsrechnung (Fälligkeit der 2. Rate am 

2. November 2021 [act. G 7.2/171]) begann und frühestens mit der Ausstellung der 

Pfändungsverlustscheine vom 11. März 2022 aufhörte. 

10.   

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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10.1 Zusammenfassend sind die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme des Beschwerdeführers 
als schadenersatzpflichtiges Organ erfüllt. Der zu leistende Schadenersatz für entgangene bundes- und 

kantonalrechtliche Beiträge (inkl. Nebenkosten) ist jedoch unter Aufhebung des angefochtenen 

Einspracheentscheids geringfügig auf Fr. 2'755.20 zu reduzieren, was formal einer teilweisen 
Gutheissung der Beschwerde entspricht.  

10.2 Vorliegendes Verfahren betrifft keine Leistungsstreitigkeit (vgl. Art. 61 lit. fbis ATSG), weshalb es 
kostenpflichtig ist (vgl. dazu Botschaft zur Änderung des ATSG vom 2. März 2018, BBl 2018 1624 ff.). 

Bei diesem Verfahrensausgang mit nur minimaler Reduktion des Schadenersatzes hat gemäss Art. 95 

Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1; abgekürzt: VRP) der 

Beschwerdeführer als weitestgehend unterliegende Partei die Verfahrenskosten zu tragen. Diese 

betragen für einen Endentscheid einer Abteilung des Versicherungsgerichtes Fr. 500.-- bis Fr. 15'000.-

- (Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung [sGS 941.12]). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- 

erscheint vorliegend als angemessen. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von 

Fr. 500.-- ist daran anzurechnen.  

Entscheid 
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen.  

2.  
Unter Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids wird der Beschwerdeführer verpflichtet, der 

Beschwerdegegnerin Schadenersatz für entgangene bundes- und kantonalrechtliche Beiträge (inkl. 

Nebenkosten) in Höhe von Fr. 2'755.20 zu bezahlen. 

3.  
Die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 1'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Der von diesem 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 500.-- wird daran angerechnet. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 21.10.2025
	Art. 52 Abs. 2 AHVG. Schadenersatz. Organhaftung. Als einziger Gesellschafter und Geschäftsführer einer GmbH (Gastronomiebetrieb) ist der Beschwerdeführer verpflichtet, für die ordnungsgemässe Lohnabrechnung und -verabgabung zu sorgen. Spätestens ab Herbst 2020, als der Bund die Coronamassnahmen verschärft hatte, wäre er verpflichtet gewesen, nur noch so viele Löhne auszurichten, als Beiträge darauf bezahlt werden können. Die Beschwerdegegnerin hat zu Recht nur jene Betreffnisse als Schaden geltend gemacht, die Zeiträume betrafen, als der Beschwerdeführer eine formelle Organstellung innehatte (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. Oktober 2025, AHV 2025/2).

		2026-01-28T04:05:05+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen