# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4b297ac5-93e9-5a0f-82d7-510b17463754
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-03
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 03.02.2025 SBK.2025.14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2025-14_2025-02-03.pdf

## Full Text

Obergericht 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

 

SBK.2025.14  
(HA.2024.660; STA.2024.5090)  

Art. 39 

 

 

Entscheid vom 3. Februar 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Richli, Präsident  

Oberrichterin Massari  

Oberrichterin Schär  

Gerichtsschreiberin Kabus 

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____,  

[…] 

z.Zt.: Zentralgefängnis Lenzburg, Wilstrasse 51, 5600 Lenzburg  

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Patrick Loeb,  

[…]   

 

  
    

Beschwerde-

gegnerin  

 Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach,  

Wildischachenstrasse 14, 5200 Brugg AG  

 

 
   

Anfechtungs-

gegenstand 

 Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Aargau vom 

2. Januar 2025 betreffend Anordnung von Untersuchungshaft 

 

in der Strafsache gegen A._____ 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach führt gegen A._____ (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) ein Strafverfahren wegen mehrfacher Drohung. Der 

Beschwerdeführer wurde am 29. Dezember 2024 festgenommen. 

 

2. 

2.1. 

Am 31. Dezember 2024 beantragte die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach 

dem Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau die Anordnung von 

Untersuchungshaft für die vorläufige Dauer von drei Monaten, d.h. bis zum 

28. März 2025. 

 

2.2. 

Anlässlich der Haftverhandlung vom 2. Januar 2025 beantragte der Be-

schwerdeführer Folgendes: 

 

" 1. 
Der Haftantrag der Antragstellerin sei abzuweisen. 
 
2. 
Eventualiter sei ein Kontaktverbot zu erlassen. 
 
3. 
Subeventualiter sei das Kontaktverbot mit einem Rayonverbot zu ergän-
zen." 

 

2.3. 

Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau verfügte am 2. Ja-

nuar 2025 wie folgt: 

 

" 1. 
Der Beschuldigte wird einstweilen für drei Monate, mithin bis am 28. März 
2025, in Untersuchungshaft versetzt. 
 
2. 
Der Beschuldigte wird darauf hingewiesen, dass er gemäss Art. 226 Abs. 3 
StPO berechtigt ist, jederzeit bei der Staatsanwaltschaft ein Haftentlas-
sungsgesuch zu stellen." 

 

3. 

3.1. 

Der Beschwerdeführer erhob gegen diese ihm am 6. Januar 2025 in be-

gründeter Form zugestellte Verfügung am 15. Januar 2025 bei der Be-

schwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau 

Beschwerde und beantragte Folgendes: 

 

 

 - 3 - 

 

 

" 1. 
Es sei der Entscheid der Vorinstanz aufzuheben. 
 
2. 
Es sei die Dauer der Untersuchungshaft auf längstens zwei Monate zu be-
schränken. 
 
3. 
Dem Beschwerdeführer sei die ungeteilte, unentgeltliche Rechtspflege mit 
dem Unterzeichneten zu gewähren. 
 
4. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates." 

 

3.2. 

Mit Beschwerdeantwort vom 21. Januar 2025 beantragte die Staatsanwalt-

schaft Brugg-Zurzach die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. 

 

 
   

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der Beschwerdeführer kann als inhaftierte Person die haftanordnende Ver-

fügung des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Aargau vom 2. Ja-

nuar 2025 mit Beschwerde anfechten (Art. 222 StPO; Art. 393 Abs. 1 lit. c 

StPO). Nachdem vorliegend keine Beschwerdeausschlussgründe gemäss 

Art. 394 StPO bestehen, ist die Beschwerde zulässig. Die Eintretensvo-

raussetzungen sind erfüllt und geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf 

die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde (vgl. Art. 396 Abs. 1 i.V.m. 

Art. 385 Abs. 1 StPO) ist einzutreten.  

 

2. 

Grundsätzlich bleibt eine beschuldigte Person in Freiheit. Sie darf nur im 

Rahmen der Bestimmungen der StPO freiheitsentziehenden Zwangsmass-

nahmen unterworfen werden (Art. 212 Abs. 1 StPO). Die Untersuchungs-

haft – als eine der vom Gesetz vorgesehenen freiheitsentziehenden 

Zwangsmassnahmen (Art. 197 Abs. 1 lit. a StPO) – ist gemäss Art. 221 

Abs. 1 StPO nur zulässig und darf lediglich dann angeordnet oder aufrecht-

erhalten werden, wenn die beschuldigte Person eines Verbrechens oder 

Vergehens dringend verdächtigt wird (allgemeiner Haftgrund des dringen-

den Tatverdachts) und zusätzlich ein besonderer Haftgrund vorliegt, also 

ernsthaft zu befürchten ist, dass die beschuldigte Person sich durch Flucht 

dem Strafverfahren oder der zu erwartenden Sanktion entzieht (Fluchtge-

fahr; lit. a), Personen beeinflusst oder auf Beweismittel einwirkt, um so die 

Wahrheitsfindung zu beeinträchtigen (Kollusionsgefahr; lit. b), oder durch 

Verbrechen oder schwere Vergehen die Sicherheit anderer unmittelbar er-

heblich gefährdet, nachdem sie bereits früher gleichartige Straftaten verübt 

hat (sog. "einfache" Wiederholungsgefahr; lit. c).  

 - 4 - 

 

 

Haft ist auch zulässig, wenn die ernsthafte und unmittelbare Gefahr be-

steht, eine Person werde ihre Drohung, ein schweres Verbrechen auszu-

führen, wahrmachen (Ausführungsgefahr; Art. 221 Abs. 2 StPO). 

 

Freiheitsentziehende Zwangsmassnahmen sind aufzuheben, sobald ihre 

Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sind (Art. 212 Abs. 2 lit. a StPO), die 

von der StPO vorgesehene oder von einem Gericht bewilligte Dauer abge-

laufen ist (Art. 212 Abs. 2 lit. b StPO) oder Ersatzmassnahmen zum glei-

chen Ziel führen (Art. 212 Abs. 2 lit. c und Art. 237 ff. StPO). 

 

3. 

3.1. 

Die Vorinstanz hielt betreffend den dringenden Tatverdacht fest, die Ehe-

frau des Beschwerdeführers habe am 29. und 30. Dezember 2024 ausge-

sagt, dass sie seit Mai 2024 getrennt lebten. Seither sei es zu mehrfachen 

Telefonaten gekommen; teilweise habe er sie bis zu zwanzig Mal am Tag 

angerufen. Der Beschwerdeführer habe ihr am 6. oder 8. Oktober 2024 te-

lefonisch ein Massaker angedroht. Zudem habe er zur gemeinsamen Toch-

ter gesagt, er werde eine Grube bauen und alle hineinfallen lassen. Der 

Beschwerdeführer könne sich nicht mehr kontrollieren, wenn er wütend sei. 

Aktuell sei er sehr wütend und sie bezweifle, dass er seine Medikamente 

nehme. Sie habe Angst, dass er ihnen etwas antun könnte. Bei Wutanfällen 

sei seine Gewaltbereitschaft "sehr sehr hoch". Bereits in der Vergangenheit 

sei er – u.a. ihr gegenüber – gewalttätig geworden. Sie habe Angst, dass 

er das Gesagte umsetzen könnte. Der Beschwerdeführer bestreite die ihm 

vorgeworfenen Drohungen nicht per se. Er führe jedoch aus, dass diese 

nicht so gemeint seien. Die Ehefrau gebe zu, dass die Beleidigungen und 

Beschimpfungen des Beschwerdeführers nach vielen Ehejahren an ihr ab-

prallten. Allerdings steigere sich die Wut des Beschwerdeführers, insbe-

sondere seit zwei Wochen erheblich, weshalb sie Angst habe, dass er 

seine Worte in die Tat umsetzen könnte. Durch eine solche Wutsteigerung 

und die massiven Drohungen sei es ohne Weiteres möglich, dass die Ehe-

frau selbst nach zahlreichen Ehejahren in Angst und Schrecken versetzt 

werde. Die Aussagen der Ehefrau seien sehr ausführlich und glaubhaft. Der 

Beschwerdeführer leide gemäss eigenen Ausführungen an psychischen 

Erkrankungen. Deshalb sei er in seinem Handeln schwer einschätzbar. Der 

dringenden Tatverdacht hinsichtlich Drohungen sei zu bejahen. Diese rich-

teten sich gegen Leib und Leben, ein gewichtiges Rechtsgut. 

 

Die Vorinstanz bejahte sodann den besondere Haftgrund der Kollusions-

gefahr. Die Ehefrau des Beschwerdeführers, ihre beiden Freundinnen so-

wie allenfalls seine Kinder seien parteiöffentlich zu ihren Feststellungen 

und den Kontaktaufnahmen des Beschwerdeführers zu befragen. Die par-

teiöffentlichen Einvernahmen seien vor einer Beeinflussung durch ihn zu 

schützen. Der Beschwerdeführer sei offenbar nicht in der Lage, den Kon-

takt zur Ehefrau zu unterlassen, er rufe diese teilweise bis zu zwanzig Mal 

 - 5 - 

 

 

am Tag an. Wenn er sie nicht erreiche, versuche er die Tochter zu kontak-

tieren. Bei seiner Freilassung bestehe die ernstliche Gefahr, dass der Be-

schwerdeführer auf Untersuchungshandlungen in seinem Sinne Einfluss 

nehmen werde.  

 

Überdies bejahte die Vorinstanz auch eine akute Ausführungsgefahr. Der 

Beschwerdeführer habe insbesondere gegenüber seiner Ehefrau mehrfach 

Drohungen gegen Leib und Leben ausgesprochen. Laut dieser sei er ihr 

gegenüber bereits mehrfach gewalttätig geworden. Der Beschwerdeführer 

sei ausserdem am 1. Oktober 2024 wegen Tätlichkeiten zum Nachteil sei-

nes Sohnes und der Ehefrau rechtskräftig verurteilt worden. Der Beschwer-

deführer scheine seine unbändige Wut nicht im Griff zu haben. Ferner habe 

sich seine Verhaltensweise und Aggressivität anlässlich der Festnahmeer-

öffnung gezeigt. Der Beschwerdeführer habe mehrere psychische Leiden 

und es sei nicht einschätzbar, wie er reagiere, wenn er in Freiheit entlassen 

werde.  

 

3.2. 

Die vorstehenden Ausführungen der Vorinstanz werden vom Beschwerde-

führer nicht bestritten, weshalb sich diesbezügliche Ausführungen erübri-

gen. 

 

4. 

4.1. 

Der Beschwerdeführer bringt in formeller Hinsicht sinngemäss vor, die 

Vorinstanz habe seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Anlässlich 

der Haftverhandlung habe er ausgeführt, dass der besondere Haftgrund 

der Ausführungsgefahr eine Untersuchungshaft von längstens zwei Mona-

ten zuliesse. Seine diesbezüglichen Ausführungen hätten keinen Eingang 

in die Begründung der Vorinstanz gefunden.  

 

4.2. 

Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV und 

Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO folgt die Pflicht der Behörden, ihren Entscheid zu 

begründen. Das Gericht muss in seiner Begründung wenigstens kurz die 

wesentlichen Überlegungen nennen, von denen es sich hat leiten lassen 

und auf die es seinen Entscheid stützt. Es darf sich auf die massgebenden 

Gesichtspunkte beschränken und muss sich nicht ausdrücklich mit jeder 

tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinanderset-

zen und diese widerlegen (vgl. BGE 147 IV 409 E. 5.3.4). 

  
Dem Beschwerdeführer ist dahingehend zu folgen, dass er anlässlich der 

Haftverhandlung vom 2. Januar 2025 ausgeführt hat, dass laut Bundesge-

richt die Haft wegen Ausführungsgefahr auf längstens 2 Monate zu be-

schränken sei und dass schleierhaft sei, weshalb die Staatsanwaltschaft 

Brugg-Zurzach 3 Monate Untersuchungshaft beantragt habe (act. 29). 

 - 6 - 

 

 

Entgegen seinen Darlegungen hat die Vorinstanz sich zur beantragten 

Haftdauer geäussert und diese im Vergleich zur drohenden Strafe als ver-

hältnismässig erachtet (angefochtene Verfügung E. 3). Der Beschwerde-

führer verkennt, dass die Haft nicht nur mit der Ausführungsgefahr, sondern 

auch mit der Kollusionsgefahr und den diversen anstehenden Einvernah-

men begründet wurde (angefochtene Verfügung E. 2.2 und 2.3). Damit wur-

den die Argumente des Beschwerdeführers in der Entscheidfindung genü-

gend berücksichtigt. Die Vorinstanz hat wenigstens kurz die Überlegungen 

genannt, von denen sie sich leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid 

stützt. Gesamthaft ist ihre Begründung so abgefasst, dass sich der Be-

schwerdeführer über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben 

und ihn in voller Kenntnis der Sache an die Beschwerdekammer in Straf-

sachen des Obergerichts des Kantons Aargau weiterziehen konnte. Eine 

Gehörsverletzung ist nicht auszumachen. 

 

5. 

5.1. 

5.1.1. 

Die Vorinstanz hielt zur Verhältnismässigkeit der Untersuchungshaft fest, 

dem Beschwerdeführer würden mehrfache Drohungen gegenüber seiner 

Ehefrau vorgeworfen. Die beantragte Haftdauer sei im Vergleich zur dro-

henden Strafe – auch unter Berücksichtigung eines drohenden Widerrufs 

der bedingt ausgesprochenen Geldstrafe – verhältnismässig. 

 

5.1.2. 

Der Beschwerdeführer rügt die verfügte Dauer der Untersuchungshaft von 

drei Monaten und macht geltend, diese sei auf höchstens zwei Monate zu 

beschränken. Das Bundesgericht habe in BGE 125 I 361 und im Urteil 

1B_300/2007 vom 15.  Januar 2008 in diesem Zusammenhang ausgeführt, 

dass eine rund zwei Monate dauernde Untersuchungshaft angesichts mas-

siver ernstzunehmender Tötungsandrohungen nicht unverhältnismässig 

erscheine. Basierend darauf sei gemäss herrschender Lehre die Maximal-

dauer der Untersuchungshaft wegen Ausführungsgefahr auf zwei Monate 

zu beschränken, soweit kein Deliktskonnex bestehe. Nach Ablauf dieser 

Frist müssten andere Massnahmen zum Zuge kommen. Demzufolge sei 

eine Untersuchungshaft von maximal zwei Monaten verhältnismässig. Dies 

gelte insbesondere auch im Hinblick auf die Strafbefehlsempfehlung und 

Weisungen der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau, die bei einer 

Drohung eine Mindeststrafe von 30 Tagessätzen vorsähen. Die vorliegen-

den Vorwürfe seien nicht besonders schwerwiegend. Es sei kaum denkbar, 

dass eine Strafe von über 90 Tagessätzen ausgesprochen werde. Ange-

sichts der im Raum stehenden Drohungen sollte die Untersuchungshaft 

nicht mehr als zwei Drittel dieser potenziellen Strafe betragen. Die Anord-

nung einer stationären Massnahme nach Art. 59 ff. StGB erscheine vorlie-

gend unverhältnismässig und falle ausser Betracht. 

 

 - 7 - 

 

 

5.1.3. 

Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach hält in ihrer Beschwerdeantwort 

fest, die verfügte Haftdauer sei im Vergleich zur drohenden Strafe, insbe-

sondere unter Berücksichtigung eines allfälligen Widerrufs, verhältnismäs-

sig. Der Beschwerdeführer solle unter diversen psychischen Erkrankungen 

leiden, weshalb nur eine psychiatrische Fachperson die konkrete Ausfüh-

rungsgefahr einschätzen könne. Demzufolge sei ein forensisch-psychiatri-

sches Gutachten in Auftrag gegeben worden. Das Gefährlichkeitsgutach-

ten werde schnellstmöglich – spätestens bis zum 14. März 2025 – erstellt. 

 

5.2. 

5.2.1. 

Gemäss Art. 31 Abs. 3 BV und Art. 5 Ziff. 3 EMRK hat eine in strafpro-

zessualer Haft gehaltene Person Anspruch darauf, innerhalb einer ange-

messenen Frist richterlich abgeurteilt oder während des Strafverfahrens 

aus der Haft entlassen zu werden. Eine übermässige Haftdauer stellt eine 

unverhältnismässige Beschränkung dieses Grundrechts dar. Nach Art. 212 

Abs. 3 StPO dürfen deshalb Untersuchungs- und Sicherheitshaft nicht län-

ger dauern als die zu erwartende Freiheitsstrafe. Dabei ist nach ständiger 

Praxis bereits zu vermeiden, dass die Haftdauer in grosse Nähe zur zu er-

wartenden Freiheitsstrafe rückt. Diese Grenze ist insbesondere deshalb 

bedeutsam, weil das erkennende Gericht dazu neigen könnte, die Dauer 

der erstandenen Haft bei der Strafzumessung mitzuberücksichtigen (Urteil 

des Bundesgerichts 7B_997/2023 vom 4. Januar 2024 E. 4.2).  

 

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes bedarf die Frage der Ver-

hältnismässigkeit der Haftdauer im Falle von Ausführungsgefahr einer spe-

zifischen Beurteilung, indem nicht primär (wie bei den übrigen Haftgründen) 

auf die mutmassliche Strafe für allenfalls bereits verübte Delikte abzustel-

len, sondern eine Abwägung vorzunehmen ist zwischen den Rechtsgütern, 

die vom Beschwerdeführer bedroht werden und dem von ihm erlittenen Ein-

griff in die persönliche Freiheit (Urteil des Bundesgerichts 1P.22/2002 vom 

29. Januar 2002 E. 5.1). 

 

5.2.2. 

Dem Beschwerdeführer ist dahingehend zu folgen, dass das Bundesgericht 

im von ihm zitierten BGE 125 I 361 ausgeführt hat, eine rund zwei Monate 

dauernde Haft wegen Ausführungsgefahr erscheine angesichts von Todes-

drohungen nicht unverhältnismässig (BGE 125 I 361 E. 6). Allerdings wurde 

im Urteil BGE 125 I 361 die Haft lediglich für knapp mehr als zwei Monate 

angeordnet (ebenda, Sachverhalt) und wie vorliegend stand eine psychiat-

rische Begutachtung an (ebenda, E. 6). Eine längere Haftdauer war dem-

nach nicht zu beurteilen. Zudem hat das Bundesgericht diverse Male ent-

schieden, dass eine Haft wegen Ausführungsgefahr länger als zwei Monate 

dauern darf (neun Monate: Urteil des Bundesgerichts 1B_281/2016 vom 

5. September 2016 E. 5.2; über drei Monate: Urteil des Bundesgerichts 

 - 8 - 

 

 

1B_631/2021 vom 15. Dezember 2021 Sachverhalt und E. 4.3). Im Übrigen 

wurde auch im vom Beschwerdeführer zitierten Urteil 1B_300/2007 vom 

15.  Januar 2008 eine Haftdauer von über vier Monaten als zulässig erach-

tet (ebenda, E. 3.5). Ein Abweichen von der bundesgerichtlichen Recht-

sprechung gestützt auf die Lehrmeinungen, welche die Maximaldauer der 

Untersuchungshaft wegen Ausführungsgefahr auf zwei Monate festlegen 

wollen, soweit kein Deliktskonnex besteht (MIRJAM FREI /SIMONE ZUBER-

BÜHLER ELSÄSSER, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 

3. Aufl. 2020, N. 45 f. zu Art. 221 StPO; DANIEL JOSITSCH/NIKLAUS SCHMID, 

Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2023, 

N. 8 zu Art. 226 StPO), rechtfertigt sich vorliegend bereits deshalb nicht, 

weil die Vorinstanz die Haft auch aufgrund von Kollusionsgefahr anordnete. 

Diesbezüglich behauptet der Beschwerdeführer zu Recht nicht, dass eine 

Maximaldauer von zwei Monaten vorgesehen sei.  

 

Vorliegend steht eine psychiatrische Begutachtung des Beschwerdeführers 

an, welche nähere Aufschlüsse über dessen Gefährlichkeit und Gesund-

heitszustand bzw. über die zu treffenden Massnahmen fürsorgerischer 

oder strafprozessualer Natur erwarten lässt. Am 16. Januar 2025 erteilte 

die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach Dr. med. B._____ den Auftrag. Zu-

nächst soll bis spätestens zum 14. März 2025 ein Kurzgutachten betreffend 

die Gefährlichkeit des Beschwerdeführers erstattet werde. Alsdann soll ein 

Vollgutachten ausgefertigt werden (Beilage 1 zur Beschwerdeantwort der 

Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach). Weil bei Ausführungsgefahr an sich 

kein dringender Tatverdacht erforderlich ist, spielt das Verbot der Überhaft 

(Art. 212 Abs. 3 StPO) höchstens eine untergeordnete Rolle. Entscheidend 

ist, dass die Schwere der konkret zu befürchtenden Straftaten eine fach-

ärztliche Abklärung der Gefährlichkeit des Beschwerdeführers rechtfertigt 

und dass deshalb zumindest bis zum Vorliegen des am 16. Januar 2025 in 

Auftrag gegebenen Kurzgutachtens die Aufrechterhaltung der Haft verhält-

nismässig erscheint. Die Dauer der (einstweilen bis 28. März 2025) ange-

ordneten Haft ist deshalb allein durch das bereits in Auftrag gegebene und 

erforderliche Kurzgutachten gerechtfertigt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

1B_522/2022 vom 31. Oktober 2022 E. 4.5). Ob dieses tatsächlich bereits 

bis zum 14. März 2025 erstattet wird, ist unklar. 

 

Die Vorinstanz ordnete die Haft auch wegen Kollusionsgefahr an. Die 

Strafuntersuchung steht ganz am Anfang und es sind diverse Befragungen 

notwendig. So sind die beiden Freundinnen der Ehefrau parteiöffentlich zu 

befragen und stehen parteiöffentliche Einvernahmen der Kinder des Be-

schwerdeführers und dessen Ehefrau aus. Die Aussagen sind vor einer 

Einflussnahme des Beschwerdeführers zu schützen. Die Haft präsentiert 

sich vor dem Hintergrund der ausstehenden diversen Untersuchungshand-

lungen keineswegs als übermässig, insbesondere unter Berücksichtigung 

der Schwere der untersuchten Straftaten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

1B_120/2023 vom 21. März 2023 E. 4.1 m.H.). 

 - 9 - 

 

 

Wie bereits dargelegt, spielt das Verbot der Überhaft höchstens eine unter-

geordnete Rolle, dennoch rechtfertigt sich der Hinweis, dass vorliegend 

keine solche droht. Der Tatbestand der Drohung von Art. 180 Abs. 1 StGB 

sieht als Sanktion eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren vor. Der Be-

schwerdeführer wurde mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden vom 

1. Oktober 2024 bereits wegen Drohung zum Nachteil seines Sohnes sowie 

Tätlichkeiten zu dessen Nachteil sowie demjenigen der Ehefrau des Be-

schwerdeführers rechtskräftig verurteilt. Die bedingt ausgesprochene Geld-

strafe von 30 Tagessätzen (act. 91 f.) wird unter Umständen zu vollziehen 

sein, da der Beschwerdeführer während der Probezeit erneut delinquiert 

hat. Dies wird bei einer allfälligen Strafzumessung zu berücksichtigen sein. 

Die Todesdrohungen gegen mehrere Personen sind derart schwerwie-

gend, dass entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers nicht nur 

eine Geldstrafe von mehr als 90 Tagessätzen (schon deshalb, weil der Wi-

derruf der bedingten Geldstrafe möglich erscheint), sondern auch eine Frei-

heitsstrafe ausgesprochen werden könnte.  

 

Auch die Anordnung einer stationären Massnahme nach Art. 59 ff. StGB, 

deren Dauer in der Regel bis höchstens 5 Jahre beträgt (Art. 59 Abs. 4 

StGB) erscheint entgegen den Darlegungen des Beschwerdeführers als 

möglich. Er selbst hat ausgesagt, dass er unter diversen psychischen Er-

krankungen (z.B. Posttraumatische Belastungsstörung, Angststörung, Pa-

nikattacken, [act. 54, Frage 5], Depressionen [act. 56, Frage 20]) leidet und 

es wurde eine diesbezügliche Begutachtung bereits in die Wege geleitet. 

 

Die Dauer der erstandenen und bis am 28. März 2025 angeordneten Un-

tersuchungshaft erscheint angesichts der akuten Ausführungsgefahr, der 

ihm zur Last gelegten Delikte, der drohenden Freiheitsstrafe und der noch 

durchzuführenden Einvernahmen in zeitlicher Hinsicht verhältnismässig.  

 

6. 

Zusammenfassend sind die Voraussetzungen für die Anordnung der Un-

tersuchungshaft für drei Monate erfüllt, womit die Beschwerde abzuweisen 

ist. 

 

7. 

7.1. 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind ausgangsgemäss dem mit sei-

ner Beschwerde unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 428 

Abs. 1 StPO). 

 

7.2. 

Der Beschwerdeführer beantragt, es sei ihm für das Beschwerdeverfahren 

die ungeteilte unentgeltliche Rechtspflege mit seinem Rechtsanwalt zu ge-

währen. 

 

 - 10 - 

 

 

Mit Verfügung der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau vom 6. Ja-

nuar 2025 wurde mit Wirkung ab 31. Dezember 2024 Rechtsanwalt Patrick 

Loeb als amtlicher Verteidiger des Beschwerdeführers eingesetzt. Nach 

der Praxis der Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des 

Kantons Aargau dauert die amtliche Verteidigung bis zum Widerruf und gilt 

somit auch für das vorliegende Beschwerdeverfahren. Auf das vom Be-

schwerdeführer gestellte sinngemässe Gesuch um Bewilligung der amtli-

chen Verteidigung für das Beschwerdeverfahren ist deshalb mangels 

Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten (vgl. Entscheide der Beschwer-

dekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau 

SBK.2024.172 vom 6. August 2024 E. 5.2, SBK.2022.182 vom 23. Juni 

2022 E. 7.3). 

 

Die dem amtlichen Verteidiger des Beschwerdeführers auszurichtende 

Entschädigung wird am Ende des Hauptverfahrens durch die zuständige 

Instanz festzulegen sein (Art. 135 Abs. 2 StPO). 

 

7.3. 

Die StPO sieht die unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von Verfahrens-

kosten und von Vorschuss- und Sicherheitsleistungen) nur zugunsten der 

Privatklägerschaft zur Durchsetzung von konnexen Zivilansprüchen und 

zugunsten des Opfers zur Durchsetzung seiner Strafklage vor (Art. 136 

StPO) und auch Art. 29 Abs. 3 BV verleiht keinen Anspruch auf eine Kos-

tenbefreiung (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 1B_31/2018 vom 

19. Februar 2018 E. 3). Soweit der Antrag des Beschwerdeführers auf un-

entgeltliche Rechtspflege über die Gewährung der amtlichen Verteidigung 

hinausgeht, ist er damit abzuweisen. 

 

 
   

Die Beschwerdekammer entscheidet: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abge-

wiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

 

3.  

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsge-

bühr von Fr. 1'000.00 und den Auslagen von Fr. 62.00, zusammen 

Fr. 1'062.00, werden dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

 

  

 - 11 - 

 

 

   

Zustellung an: 

[…] 

 

Mitteilung n.Rkr. an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde 

kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn 

diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-

sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-

den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 

(Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde- 

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 3. Februar 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Richli Kabus 

(i.V. Massari)