# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 62d9be2e-bd1a-5c66-9565-d06c3c60bc8a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-06-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.06.2014 D-3000/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3000-2014_2014-06-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-3000/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  11 .  J u n i  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichter Thomas Wespi, 

mit Zustimmung von Richterin Nina Spälti Giannakitsas;   

Gerichtsschreiberin Regula Frey. 

 

   Parteien 
 

A._______, geboren B._______, 

Bangladesch,   

vertreten durch lic. iur. Susanne Sadri, LL.M., 

Asylhilfe Bern, C._______, 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

 

  
Bundesamt für Migration (BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

 

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des BFM vom 19. Mai 2014 / N _______. 

 

 

D-3000/2014 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 7. Februar 2014 in der Schweiz um Asyl 

nachsuchte, 

dass das BFM mit Verfügung vom 19. Mai 2014 – eröffnet am 27. Mai 

2014 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b des Asylgesetzes vom 

26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat, die 

Wegweisung aus der Schweiz nach Italien anordnete und den Be-

schwerdeführer aufforderte, die Schweiz am Tag nach Ablauf der Be-

schwerdefrist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den 

Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändi-

gung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den 

Beschwerdeführer verfügte, 

dass das BFM zur Begründung seines Nichteintretensentscheids anführ-

te, gemäss eigenen Angaben sei der Beschwerdeführer am 5. Februar 

2014 von D._______ herkommend illegal nach Italien gelangt,  

dass die italienischen Behörden innert der festgelegten Frist zum Über-

nahmeersuchen des BFM nicht Stellung genommen hätten, womit die 

Zuständigkeit gestützt auf das Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwi-

schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen 

Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zu-

ständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in der 

Schweiz gestellten Asylantrags (Dublin-Assoziierungsabkommen [DAA, 

SR 0.142.392.68]) und unter Anwendung von Art. 22 Abs. 7 der Verord-

nung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates 

vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-

stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten 

Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (Dublin-III-VO), am 

18. Mai 2014 an Italien übergegangen sei, 

dass dem Beschwerdeführer am 21. Februar 2014 das rechtliche Gehör 

gewährt worden sei, wobei er geltend gemacht habe, dass er in der 

Schweiz bleiben und hier Asyl erhalten möchte, 

dass der geäusserte Wunsch nach einem weiteren Verbleib in der 

Schweiz keinen Einfluss auf die Zuständigkeit für das Asyl- und Wegwei-

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Seite 3 

sungsverfahren habe, da es grundsätzlich nicht Sache der asylsuchen-

den Person sei, den für ihr Asylverfahren zuständigen Staat selber zu 

bestimmen, sondern die Bestimmung des für sie zuständigen Staates al-

leine den beteiligten Dublin-Vertragsstaaten obliege,  

dass Italien sowohl Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) als auch der der 

Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte 

und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) sei und keine konkreten Anhalts-

punkte dafür vorlägen, dass sich Italien nicht an seine völkerrechtlichen 

Verpflichtungen halten und das Asyl- und Wegweisungsverfahren nicht 

korrekt durchführen würde, 

dass die Überstellung an Italien – vorbehältlich einer allfälligen Unterbre-

chung oder Verlängerung (Art. 29 Dublin-III-VO) – bis spätestens am 

18. November 2014 zu erfolgen habe, 

dass der Wegweisungsvollzug nach Italien sowohl zumutbar als auch 

technisch möglich und praktisch durchführbar sei, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 2. Juni 2014 gegen diesen 

Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei 

die Aufhebung der angefochtenen Verfügung beantragte, 

dass mit superprovisorischer und provisorischer Verfügung die aufschie-

bende Wirkung der vorliegenden Beschwerde wieder herzustellen und die 

Kantonspolizei E._______ anzuweisen sei, die Vollzugsbemühungen so-

fort einzustellen, 

dass das BFM sodann anzuweisen sei, die Behandlung des Asylgesuchs 

des Beschwerdeführers fortzusetzen, 

dass dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezem-

ber 1968 (VwVG, SR 172.021) zu gewähren und auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses zu verzichten sei, 

dass gleichzeitig eine Fürsorgebestätigung der ors service ag (datiert 

vom 30. Mai 2014) zu den Akten gereicht wurde, 

dass auf die Begründung der Rechtsbegehren, soweit für den Entscheid 

wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird, 

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Seite 4 

dass die vorinstanzlichen Akten am 4. Juni 2014 beim Bundesverwal-

tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der 

Regel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfü-

gungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. 

Art. 31‒33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, 

SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Ju-

ni 2005 [BGG, SR 173.110]), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist 

(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 

sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb 

der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 

Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-

wechsel verzichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist 

(Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG), 

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Seite 5 

dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem ein-

zigen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird, wobei die 

einzelnen Bestimmungskriterien in der Reihenfolge ihrer Auflistung im 

Kapitel III Anwendung finden (Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-

keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in 

den eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentli-

che Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Auf-

nahmebedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 der Charta der Grund-

rechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000, nachfol-

gend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Regeln der 

Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt werden 

kann, 

dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist, 

einen Antragsteller, der in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag ge-

stellt hat, nach Massgabe der Art. 21, 22 und 29 aufzunehmen (Art. 18 

Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO),  

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann, 

einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen ge-

stellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach 

den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zu-

ständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht), 

dass der Beschwerdeführer anlässlich der Befragung zur Person (BzP) 

vom 21. Februar 2014 im Empfangs- und Verfahrenszentrum F._______ 

aussagte, am 5. Februar 2014 sei er auf dem Seeweg von D._______ 

herkommend illegal nach Italien gelangt,  

dass er die Nacht an einem ihm unbekannten Ort in Italien verbracht ha-

be, am darauffolgenden Tag nach G._______ weitergereist sei, seine 

Reise am 7. Februar fortgesetzt habe und gleichentags illegal in die 

Schweiz gelangt sei (vgl. A 3/14, S. 6), 

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Seite 6 

dass somit der vorgängige Aufenthalt des Beschwerdeführers in Italien 

von diesem unbestritten ist,  

dass das BFM die italienischen Behörden am 17. März 2014 – somit in-

nerhalb der in Art. 21 Dublin-III-VO festgelegten Frist – um Aufnahme des 

Beschwerdeführers ersuchte, 

dass die italienischen Behörden das Übernahmeersuchen innert der in 

Art. 22 Abs. 1 [und 6] Dublin-III-VO vorgesehenen Frist von zwei Monaten 

unbeantwortet liessen, womit sie die Zuständigkeit Italiens implizit aner-

kannten (Art. 22 Abs. 7 Dublin-III-VO),  

dass der Beschwerdeführer in seiner Eingabe im Wesentlichen anführt, 

Italien sei nicht zuständig für die Durchführung des Aslyverfahrens, da er 

in Italien nicht registriert worden sei, sich lediglich vom 5. bis 7. Februar 

2014 im vorgenannten Staat aufgehalten habe und das BFM erst einein-

halb Monate nach dem Asylantrag ein Übernahmegesuch an Italien ge-

stellt habe, 

dass sodann die Argumentation der Vorinstanz, wonach die ablehnende 

Antwort der italienischen Behörden vom 19. Mai 2014 nicht innerhalb der 

vorgegebenen Frist eingegangen und deshalb nicht berücksichtigt werde, 

unplausibel und rechtswidrig sei,  

dass der Nichteintretensentscheid viel zu spät getroffen worden sei, was 

die Aufhebung der angefochtenen Verfügung ebenfalls rechtfertige, auch 

wenn die in Art. 37 Abs. 1 AsylG festgelegte Frist von zehn Arbeitstagen 

nicht absolut gelte, 

dass die Situation der Flüchtlinge in Italien katastrophal und menschen-

unwürdig sei, die Medien über die prekäre Situation der Asylbewerber in 

Italien immer wieder berichten würden und der Beschwerdeführer in sei-

nem Heimatland viel Ungerechtigkeit sowie Unannehmlichkeiten während 

der Flucht habe erdulden müssen,  

dass vorab festzuhalten ist, dass die Vorinstanz korrekt erkannte, der Be-

schwerdeführer könne den zuständigen Mitgliedstaat, in welchem er das 

Asylverfahren durchlaufen möchte, nicht selber wählen,  

dass sodann der Beschwerdeführer seinen Aufenthalt in Italien explizit 

bestätigte, weshalb in Übereinstimmung mit den anzuwendenden Nor-

men die Anfrage an Italien zur Übernahme korrekt erfolgte, 

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Seite 7 

dass das negative Antwortschreiben der italienischen Behörden vom 

19. Mai 2014 datiert, die in Art. 22 Abs. 1 Dublin-III-VO festgelegte Ant-

wortfrist indessen bereits am 18. Mai 2014 – auch wenn es sich bei die-

sem Datum um einen Sonntag handelt – ablief (zur Berechnung des Fris-

tenlaufs vgl. Art. 42 Dublin-III-VO), weshalb – entgegen der anderslau-

tenden Meinung des Beschwerdeführers – die grundsätzliche Zuständig-

keit von Italien feststeht, 

dass somit das vom 19. Mai 2014 datierende Schreiben der italienischen 

Behörden, wonach der Beschwerdeführer nicht übernommen werden 

könne, weil er in Italien unbekannt und ein Grenzübertritt nicht nachge-

wiesen sei, nicht weiter zu berücksichtigen ist, 

dass die angefochtene Verfügung am 19. Mai 2014 und somit – ausge-

hend von der Verfristung am gleichen Tag – innert der in Art. 37 Abs. 1 

AsylG festgelegten Regelfrist von fünf Arbeitstagen seit Zustimmung des 

ersuchten Dublin-Staates getroffen wurde, 

dass die gegenteilige Auffassung des Beschwerdeführers auf einer nicht 

mehr aktuellen Fassung von Art. 37 Abs. 1 AsylG beruht und somit nicht 

entscheidrelevant ist, 

dass die schweizerischen Behörden zwar dafür sorgen müssen, dass der 

Beschwerdeführer im Falle einer Überstellung nach Italien nicht einer 

dem internationalen Recht und insbesondere Art. 3 EMRK widerspre-

chenden Behandlung ausgesetzt ist,  

dass Italien indessen Vertragspartei der FK, der EMRK und des Überein-

kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, 

unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, 

SR 0.105) ist,  

dass gemäss einem Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) 

vom Oktober 2013 alleinstehende Männer in Italien nicht als verletzliche 

Personen gelten, 

dass der Beschwerdeführer jedoch beweisen oder glaubhaft machen 

muss, dass seine Behandlung in Italien durch die dortigen Behörden re-

spektive die Lebensumstände gegen Art. 3 EMRK verstossen, 

dass es angesichts der Vermutung, wonach jener Staat, der für die Prü-

fung des Asylgesuchs zuständig ist, die völkerrechtlichen Verpflichtungen 

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einhalte, dem Beschwerdeführer obliegt, diese Vermutung umzustossen, 

wobei er ernsthafte Anhaltspunkte vorzubringen hat, dass die Behörden 

des in Frage stehenden Staates in seinem konkreten Fall das Völkerrecht 

verletzen und ihm nicht den notwendigen Schutz gewähren oder ihn men-

schenunwürdigen Lebensumständen aussetzen würden (vgl. Europäi-

scher Gerichtshof für Menschenrechte [EGMR], M.S.S. gegen Belgien 

und Griechenland [Appl. No. 30696/09], Urteil vom 21. Januar 2011, 

§ 84 f. und 250; ebenso Urteil des Gerichtshofes der Europäischen Union 

[EuGH] vom 21. Dezember 2011 in der Rechtssache C-411/10 und  

C-493),  

dass dieser Nachweis mit den allgemeinen Ausführungen zur Lage in Ita-

lien sowie dem Hinweis, dass er auf dem Fluchtweg viel Unannehmlich-

keiten habe erdulden müssen, nicht erbracht wurde und er auch nicht gel-

tend machte, dass es in Italien keine öffentlichen Institutionen gebe, die 

auf Gesuch der Asylsuchenden hin auf deren Bedürfnisse eingehen kön-

nen,  

dass davon ausgegangen werden kann, dass Italien grundsätzlich als si-

cher im Sinne der FK erachtet werden kann und das Gebot des Non-

Refoulement beachtet (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.3–7.7 S. 637 ff.),  

dass insbesondere nicht erstellt ist, dass Italien gegen die Bestimmungen 

der Richtlinie 2003/9/EG des Rates vom 27. Januar 2003 zur Festlegung 

von Mindestnormen für die Aufnahme von Asylbewerbern in den Mitglied-

staaten ("Aufnahmerichtlinie") systematisch verstösst, 

dass diese Ansicht durch den EGMR bestätigt wird, indem dieser in sei-

ner bisherigen Rechtsprechung festhält, dass in Italien kein systemati-

scher Mangel an Unterstützung und Einrichtungen für Asylsuchende be-

stehe, obwohl die allgemeine Situation und insbesondere die Lebensum-

stände von Asylsuchenden, anerkannten Flüchtlingen und Personen mit 

einem subsidiären Schutzstatus in Italien gewisse Mängel aufweisen 

würden (vgl. EGMR: Entscheidung Mohammed Hussein und andere vs. 

Niederlande und Italien [Beschwerde Nr. 27725/10] vom 2. April 2013, 

§ 78), 

dass gemäss den im erwähnten Urteil zitierten Berichten in Italien insbe-

sondere für besonders verletzliche Personen, darunter auch für Dublin-

Rückkehrende, in den Aufnahmezentren Plätze reserviert sind und ge-

mäss Stellungnahme des italienischen Staates zudem die notwendigen 

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medizinischen Vorkehrungen für diese Personen getroffen würden, sofern 

der überstellende Staat eine Person als solche bezeichne (vgl. a.a.O., 

§ 43 und 45),  

dass der Beschwerdeführer nach dem Gesagten offensichtlich nicht be-

weisen oder glaubhaft machen konnte, dass ein konkretes und ernsthaf-

tes Risiko bestehe, seine Überstellung nach Italien würde gegen Art. 3 

EMRK oder gegen eine andere völkerrechtliche Verpflichtung der 

Schweiz verstossen, 

dass demzufolge die Vermutung, gemäss welcher Italien seine völker-

rechtlichen Verpflichtungen einhalte, mangels ausreichender Anhalts-

punkte nicht umgestossen wurde, 

dass unter diesen Umständen keinerlei Hindernisse, insbesondere auch 

keine humanitären Gründe im Sinne von Art. 29a Abs. 3 der Asylverord-

nung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311), eine Überstellung 

des Beschwerdeführers als unzulässig erscheinen lassen,  

dass es demnach entgegen der Beschwerde keinen Grund für die An-

wendung der Souveränitätsklausel (Art. 3 Abs. 2 erster Satz Dublin-III-

VO) gibt,  

dass Italien somit für die Prüfung des Asylgesuchs des Beschwerdefüh-

rers gemäss der Dublin-III-VO zuständig und entsprechend verpflichtet 

ist, ihn aufzunehmen,  

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG 

zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist 

und, da der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- 

oder Niederlassungsbewilligung ist, ebenfalls zu Recht in Anwendung von 

Art. 44 AsylG die Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a 

AsylV 1),  

dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss 

Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG nicht mehr zu prüfen sind, da das Fehlen von 

Wegweisungsvollzugshindernissen bereits Voraussetzung des Nichtein-

tretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 

2010/45 E. 10 S. 645),  

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist und die Verfü-

gung des BFM zu bestätigen ist,  

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dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen 

ist, weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung 

sowie das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses als gegenstandslos erweisen, 

dass sodann das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozess-

führung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist, da die Begeh-

ren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos 

zu bezeichnen waren, weshalb die gesetzlichen Voraussetzungen nicht 

erfüllt sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– 

(Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 

VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sin-

ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Thomas Wespi Regula Frey 

 

 

Versand: