# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9d00607a-e216-5b11-beec-eb1ba7fb06e5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-26
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 26.06.2023 100 2023 96
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2023-96_2023-06-26.pdf

## Full Text

100.2023.96U
DAM/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 26. Juni 2023

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichter Daum
Gerichtsschreiberin Reichelt

A.________
p.A. B.________
Beschwerdeführer

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Verweigerung einer Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung 
(Entscheid der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern vom 13. Februar 
2023; 2022.SIDGS.379)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26.06.2023, Nr. 100.2023.96U, 
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Prozessgeschichte:

A.

Der kanadische Staatsangehörige A.________ (Jg. 1960) reiste am 11. Ok-
tober 2020 in die Schweiz ein. Am 22. Dezember 2020 ersuchte er um Be-
willigung des Aufenthalts mit dem Zweck «Visite» bzw. «stay with father». 
Sein Vater C.________ (Jg. 1932) ist hier niederlassungsberechtigt und lebt 
in der Einwohnergemeinde D.________. Nach verschiedenen Abklärungen 
verweigerte das Amt für Bevölkerungsdienste des Kantons Bern (ABEV), Mi-
grationsdienst (MIDI), mit Verfügung vom 9. Mai 2022 die nachgesuchte Be-
willigung und wies A.________ unter Ansetzung einer Ausreisefrist aus der 
Schweiz weg.

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 13. Juni 2022 Beschwerde 
bei der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern (SID). Mit Entscheid vom 
13. Februar 2023 wies die SID die Beschwerde ab, wies A.________ aus 
der Schweiz weg und setzte ihm eine neue Ausreisefrist auf den 8. April 
2023.

C.

Dagegen hat A.________ am 22. März bzw. nach zweimaliger Rückweisung 
verbessert am 4. April 2023 (Originalunterschrift; Eingang: 20.4.2023) Ver-
waltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Er beantragt, ihm sei unter Aufhe-
bung des angefochtenen Entscheids eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen; 
eventuell sei mit Blick auf die Erteilung einer Rentnerbewilligung festzustel-
len, dass er besondere persönliche Beziehungen zur Schweiz habe, und die 
Sache sei zur Prüfung, ob er über die notwendigen finanziellen Mittel ver-
füge, zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt 
A.________, er sei während der Dauer des Beschwerdeverfahrens zu 
dulden und der MIDI sei im Sinn einer «Sofortmassnahme» anzuweisen, für 

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die Dauer des Beschwerdeverfahrens von sämtlichen Vollzugshandlungen 
abzusehen.

Die SID schliesst mit Vernehmlassung vom 12. Mai 2023 auf Abweisung der 
Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Die Voraussetzungen für den Er-
lass von vorsorglichen Massnahmen seien zudem nicht erfüllt.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilge-
nommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 
Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten 
(Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG), wobei kein Anlass besteht, dem Be-
schwerdeführer Gelegenheit zu geben, seine Beschwerdeschrift zu ergän-
zen (vgl. Rechtsbegehren 5). Bei fristgebundenen Eingaben wie der Verwal-
tungsgerichtsbeschwerde müssen Antrag und Begründung innert der 
(Rechtsmittel-)Frist eingereicht sein (Art. 33 Abs. 3 VRPG). Abgesehen da-
von hat der Beschwerdeführer innert der angesetzten Frist keine Bemerkun-
gen zur Vernehmlassung der Vorinstanz eingereicht (act. 11). Auf die Be-
schwerde ist grundsätzlich einzutreten (vgl. aber E. 1.2 hiernach).

1.2 Der Beschwerdeführer stellt im Eventualstandpunkt ein Feststel-
lungsbegehren (vorne Bst. C). Er bezieht sich damit auf Begründungsele-
mente für die Erteilung einer sog. Rentnerbewilligung nach Art. 28 des Bun-
desgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Auslän-
der und über die Integration (Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG; 
SR 142.20). Insoweit fehlt es an einem aktuellen und praktischen Feststel-
lungsinteresse und ist auf die Beschwerde daher gemäss dem Antrag der 

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SID nicht einzutreten (vgl. dazu etwa BVR 2018 S. 310 E. 7.3; Markus 
Müller, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 
2020, Art. 49 N. 74).

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

2.1 Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, sein Aufenthalt sei 
gestützt auf Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention 
(EMRK; SR 0.101) zu bewilligen. Diese konventionsrechtliche Garantie 
deckt sich mit Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV; SR 101). Der 
Schutz des Familienlebens im Sinn der erwähnten Grundrechte bezieht sich 
in erster Linie auf die Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft der Eheleute mit 
ihren minderjährigen Kindern. Sind demgegenüber andere familiäre Bezie-
hungen betroffen wie diejenigen zwischen den Eltern und ihren volljährigen 
Kindern, muss ein Abhängigkeitsverhältnis dargetan werden, das über die 
normalen familiären Bindungen hinausgeht (BGE 147 I 268 E. 1.2.3; 
BVR 2020 S. 443 E. 4.2.1, je mit weiteren Hinweisen). Soweit der Beschwer-
deführer ein weiteres Verständnis von «Kernfamilie» hat (Beschwerde Ma-
terielles Bst. a), ist ihm nicht zu folgen.

2.2 Ein Abhängigkeitsverhältnis ist nicht leichthin anzunehmen und 
kommt etwa bei Betreuungs- und Pflegebedürfnissen zufolge schwerwiegen-
der Krankheiten oder körperlicher bzw. geistiger Behinderungen in Betracht, 
sofern eine Betreuung durch hier lebende Angehörige unabdingbar ist (vgl. 
BGE 144 II 1 E. 6.1; BGer 2C_1011/2022 vom 14.2.2023 E. 3.2; BVR 2019 
S. 314 E. 5.1.1). Wie der Beschwerdeführer an sich zutreffend bemerkt (Be-
schwerde Materielles Bst. a), kann die Abhängigkeit auch auf der Seite der 
in der Schweiz anwesenheitsberechtigten Person vorliegen; denkbar ist dies 
etwa bei einem schwerwiegend erkrankten Elternteil, bei welchem die Be-
treuung durch ein hier lebendes erwachsenes Kind als unabdingbar er-
scheint. Erforderlich ist in einem solchen Fall, dass die Unterstützung nur 
von den betreffenden, in der Schweiz anwesenheitsberechtigten Angehöri-

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gen geleistet werden kann (vgl. BGer 2C_283/2021 vom 30.9.2021 E. 4.1, 
2C_1048/2017 vom 13.8.2018 E. 4.4.2; BVR 2022 S. 93 [VGE 2020/246 
vom 25.11.2021] nicht publ. E. 3.1; VGE 2020/336 vom 23.7.2021 [bestätigt 
durch BGer 2C_642/2021 vom 3.9.2021] E. 3.2, je mit weiteren Hinweisen 
auf die Rechtsprechung). Die Beziehung zwischen Eltern und erwachsenen 
Kindern fällt nur unter den Schutz von Art. 8 Ziff. 1 EMRK, wenn sie aufgrund 
der bestehenden Abhängigkeit besonders eng ist (BGer 2C_396/2021 vom 
27.5.2021 E. 3.3 am Ende).

2.3 Der Vater des Beschwerdeführers leidet gemäss den aktenkundigen 
medizinischen und weiteren Unterlagen an einer ausgeprägten …-
Erkrankung, die körperliche und psychische Einschränkungen mit sich 
bringt. Mit Entscheid vom 9. April 2020 hat die Kindes- und Erwachsenen-
schutzbehörde (KESB) E.________ eine Vertretungsbeistandschaft mit 
Einkommens- und Vermögensverwaltung angeordnet. Damals war er grund-
sätzlich noch in der Lage, seinen Alltag weitgehend selbständig zu bewälti-
gen; eine Angestellte unterstützte ihn und stand jeden Tag rund um die Uhr 
zur Verfügung (vgl. Akten MIDI pag. 52 ff.). Anfang des Jahres 2022 hat sich 
der Gesundheitszustand des Vaters nach einer …-Erkrankung und 
verschiedenen Infekten offenbar erheblich verschlechtert, was zusätzliche 
Unterstützung erforderte (vgl. KESB-Entscheid vom 24.2.2022 [Auszug], Ak-
ten SID 9A1 Beilage 3). Wie die Pflege aktuell organisiert ist, ist nicht 
bekannt. Der Beschwerdeführer macht dazu in seiner Rechtsschrift an das 
Verwaltungsgericht keine näheren Angaben; jedenfalls bringt er nicht vor, er 
selber decke den pflegerischen Bedarf des Vaters hauptsächlich persönlich 
ab (vgl. zur weitgehenden Mitwirkungspflicht bei der Feststellung des Sach-
verhalts namentlich im ausländerrechtlichen Verfahren Art. 20 Abs. 3 VRPG 
i.V.m. Art. 90 AIG und dazu statt vieler Michel Daum, in Herzog/Daum 
[Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 20 N. 5 und 
13 mit Hinweisen).

2.4 Inwieweit der Vater des Beschwerdeführers auf Pflege angewiesen 
ist und wie diese aktuell sichergestellt wird, ist nach dem Gesagten unklar, 
kann letztlich aber offenbleiben. Entscheidend ist, dass sich der Beschwer-
deführer zwar faktisch seit Oktober 2020 in der Schweiz aufhält (vorne 
Bst. A). Indes ist nicht erstellt, dass er substanzielle Leistungen zur Pflege 

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seines Vaters erbringt. Nach eigener Darstellung hat er sich von seinem Va-
ter entschädigen lassen, weil er sich um ihn «kümmere» (vgl. Akten MIDI 
pag. 111). Später brachte er aber vor, die monatlichen Zahlungen dienten 
bloss seinem eigenen Unterhalt; er habe dafür keinen Beitrag an die Pflege 
des Vaters leisten müssen (Akten SID pag. 13 Ziff. 1.3.1). Die Akten enthal-
ten Hinweise darauf, dass das Verhältnis zwischen den beiden angespannt 
ist und der Beschwerdeführer nicht massgeblich für seinen Vater sorgt bzw. 
für ihn gesorgt hat; er wohnt auch nicht mehr bei ihm, wobei dies der Wille 
des Vaters war und es in diesem Zusammenhang zu einer Strafanzeige we-
gen Hausfriedensbruchs gekommen ist (Akten SID 9A pag. 109 ff.). Eine Ab-
hängigkeit des Vaters von seinem Sohn ist damit nicht nachgewiesen. Die 
Vorinstanz hat einen Aufenthaltsanspruch gestützt auf das Recht auf Fami-
lienleben gemäss Art. 8 Abs. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV zu Recht ver-
neint (angefochtener Entscheid E. 3).

3.

3.1 Umstritten ist weiter, ob die Vorinstanz dem Beschwerdeführer die 
Bewilligung des Aufenthalts als Rentner verweigern durfte. – Nach Art. 28 
AIG können Ausländerinnen und Ausländer, die nicht mehr erwerbstätig 
sind, zugelassen werden, wenn sie ein vom Bundesrat festgelegtes Mindest-
alter erreicht haben (Bst. a), besondere persönliche Beziehungen zur 
Schweiz besitzen (Bst. b) und über die notwendigen finanziellen Mittel ver-
fügen (Bst. c). Diese Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein. Selbst 
wenn dies der Fall ist, besteht kein Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung. 
Die Entscheidung ist vielmehr nach pflichtgemässem Ermessen zu treffen 
(BVR 2022 S. 93 E. 4.1 mit vielen Hinweisen). Näheres regelt Art. 25 der 
Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbs-
tätigkeit (VZAE; SR 142.201). Danach beträgt das Mindestalter für die Zu-
lassung von Rentnerinnen und Rentnern 55 Jahre (Abs. 1). Besondere per-
sönliche Beziehungen zur Schweiz (Abs. 2) liegen insbesondere vor, wenn 
längere frühere Aufenthalte in der Schweiz, namentlich Ferien, Ausbildung 
oder Erwerbstätigkeit, nachgewiesen werden (Bst. a), oder wenn enge Be-
ziehungen zu nahen Verwandten in der Schweiz bestehen (Eltern, Kinder, 
Enkelkinder oder Geschwister; Bst. b). Weiter darf die ersuchende Person 

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im In- oder Ausland mit Ausnahme der Verwaltung des eigenen Vermögens 
keine Erwerbstätigkeit ausüben (Abs. 3). Die notwendigen finanziellen Mittel 
liegen vor, wenn sie den Betrag übersteigen, der eine Schweizerin oder ei-
nen Schweizer und allenfalls ihre oder seine Familienangehörigen zum Be-
zug von Ergänzungsleistungen nach dem Bundesgesetz vom 6. Oktober 
2006 über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invaliden-
versicherung (ELG; SR 831.30) berechtigt (Abs. 4).

3.2 Die Vorinstanz hat erwogen, der nunmehr 63-jährige Beschwerdefüh-
rer habe sich weder aus dem aktiven Berufsleben zurückgezogen noch be-
absichtige er dies. Vielmehr habe er in der Schweiz gegen Entgelt verschie-
dene Erwerbstätigkeiten ausgeübt (insb. Tätigkeit für ein ...projekt in ..., ...). 
Er wolle nach eigenen Angaben auch in Zukunft erwerbstätig sein 
(angefochtener Entscheid E. 4.4). – In der Tat hat der Beschwerdeführer im 
vorinstanzlichen Verfahren ausgeführt, er plane «die Aufnahme einer 
Erwerbstätigkeit in der Schweiz», sobald er seinem Vater die Aktien im 
Zusammenhang mit dem erwähnten ...projekt abgekauft habe (Akten SID 
pag. 15 Ziff. 2.3). Vor Verwaltungsgericht bestreitet er eine Erwerbstätigkeit, 
führt aber gleichzeitig aus, weiterhin Projekte verwirklichen zu wollen, sei es 
von Kanada, sei es von der Schweiz aus (Beschwerde Materielles Bst. b). 
Als Beispiele nennt er Projekte in den Bereichen Tierschutz und Umwelt, die 
er finanzieren will (Beschwerde Materielles Bst. c mit act. 1C Beilage 5; 
Akten 9A1 Beilage 5). Dass es sich dabei ausschliesslich um Vorhaben 
handelt, die nicht (auch) mit einer Erwerbstätigkeit verbunden sind, ergibt 
sich aus den Ausführungen in der Beschwerdeschrift nicht. Gerade mit Blick 
auf die gegenteiligen Darlegungen im vorinstanzlichen Verfahren wäre zu 
erwarten gewesen, dass sich der Beschwerdeführer klar verpflichtet, weder 
in der Schweiz noch im Ausland einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, die 
über die Verwaltung des eigenen Vermögens hinausgeht (Art. 28 Abs. 1 AIG 
und Art. 25 Abs. 3 VZAE; Weisungen und Erläuterungen 
«Ausländerbereich» des Staatssekretariats für Migration vom Oktober 2013, 
Stand 1.3.2023 [einsehbar unter: <www.sem.admin.ch>], Ziff. 5.3 S. 92). 
Eine solche Bestätigung liegt bis heute nicht vor.

3.3 Der Bezug des Beschwerdeführers zur Schweiz beruht sodann nach 
Ansicht der Vorinstanz weitgehend in der Beziehung zu seinem hier leben-

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den Vater. Eine nähere Bindung zur Schweiz habe er nicht, weshalb es auch 
an der Voraussetzung von Art. 28 Bst. b AIG fehle (angefochtener Entscheid 
E. 4.5 ff.). – Diese Beurteilung ist nicht zu beanstanden. Zu Recht ist die SID 
davon ausgegangen, dass die Ausländerbehörden besondere persönliche 
Beziehungen zur Schweiz und nicht bloss enge Beziehungen in der Schweiz 
verlangen dürfen (grundlegend dazu BVR 2022 S. 93 E. 4.4). Zwar ist der 
Beschwerdeführer nach eigenen Angaben mehrere Jahre in der Schweiz zur 
Schule gegangen und hat hier die Skischule besucht, bevor er das Land ... 
ca. 1970 verlassen habe; auch habe er mehrfach den Sommer und die 
Weihnachtsfeiertage in der Schweiz verbracht und sei Mitglied im 
F.________ Club in ... (Beschwerde Materielles Bst. c). Er hat es jedoch 
unterlassen, namentlich den Schulbesuch mit sachdienlichen Beweismitteln 
zu belegen (vgl. dazu auch Art. 25 Abs. 2 Bst. a VZAE). Sachdienliche 
Unterlagen hat er zwar in Aussicht gestellt, jedoch nicht eingereicht, ohne zu 
erklären, weshalb ihm dies bisher nicht möglich gewesen sein soll (vgl. zur 
Mitwirkungspflicht bei der Feststellung des Sachverhalts bereits vorne 
E. 2.3). Ebenso wenig hat er die späteren Aufenthalte belegt; sie scheinen 
zudem viele Jahre zurückzuliegen (insb. 70er und 80er Jahre). Wohl mag 
zutreffen, dass sich der Beschwerdeführer mit einer gewissen 
Regelmässigkeit ferienhalber im ... aufhält. Aus den vorhandenen 
Unterlagen ergibt sich indes nicht, dass er ausserhalb seiner Familie 
eigenständige Beziehungen zur Schweiz aufgebaut hat. Vertiefte Kenntnisse 
der deutschen Sprache hat er offenbar nicht (vgl. act. 1C Beilage 4).

3.4 Die Voraussetzungen für die Erteilung einer Rentnerbewilligung sind 
somit nicht erfüllt, ohne dass das Erfordernis der notwendigen finanziellen 
Mittel näher geprüft werden muss (Art. 28 Bst. c AIG). Aufgrund der Akten 
kann jedenfalls nicht ohne weiteres auf genügende eigene finanzielle Mittel 
des Beschwerdeführers geschlossen werden angesichts dessen, dass sein 
Vater ihm das Leben in der Schweiz finanzierte (vorne E. 2.4) und er im Be-
willigungsverfahren selber angegeben hat, weder über weitere Einkünfte 
noch über nennenswertes Vermögen zu verfügen (Akten MIDI pag. 111). 
Der angefochtene Entscheid hält auch in diesem Punkt der Rechtskontrolle 
stand.

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4.

Der Beschwerdeführer ist schliesslich der Meinung, sein Aufenthalt sei ge-
stützt auf Art. 30 Abs. 1 AIG zu bewilligen. Die Voraussetzungen für einen 
schwerwiegenden persönlichen Härtefall nach Bst. b sind jedoch nicht erfüllt, 
wie die Vorinstanz überzeugend ausgeführt hat; darauf kann verwiesen wer-
den (angefochtener Entscheid E. 5 mit Hinweisen). Soweit der Beschwerde-
führer auf Bst. g dieser Bestimmung verweist (Beschwerde Materielles 
Bst. e), kann ihm nicht gefolgt werden: Dort geht es um die Bewilligung von 
Aufenthalten zur Erleichterung des internationalen wirtschaftlichen, wissen-
schaftlichen und kulturellen Austauschs sowie der beruflichen Aus- und 
Weiterbildung (vgl. auch Art. 38 ff. VZAE). Inwiefern der Beschwerdeführer 
zu den angesprochenen Personengruppen gehören könnte, begründet er 
nicht näher und ist auch nicht ersichtlich.

5.

5.1 Die Beschwerde erweist sich nach dem Gesagten in allen Teilen als 
offensichtlich unbegründet und ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist 
(Feststellungsbegehren; vorne E. 1.2). Das Verwaltungsgericht beurteilt sol-
che Fälle in Zweierbesetzung (Art. 56 Abs. 3 des Gesetzes vom 11. Juni 
2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwalt-
schaft [GSOG; BSG 161.1]). Da die von der Vorinstanz angesetzte Ausrei-
sefrist abgelaufen ist, ist praxisgemäss eine neue festzulegen (Art. 64d 
Abs. 1 AIG; vgl. BVR 2019 S. 314 E. 7).

5.2 Angesichts der neuen Ausreisefrist hat der Beschwerdeführer kein 
schutzwürdiges Interesse (mehr) an seinem Antrag, als vorsorgliche Mass-
nahme sei von Vollzugshandlungen abzusehen (vorne Bst. C). Es erübrigt 
sich deshalb, das noch nicht behandelte Gesuch um einstweiligen Rechts-
schutz zu beurteilen. Ein schutzwürdiges Interesse könnte der Beschwerde-
führer nur an der Bewilligung des prozeduralen Aufenthalts bis zu einer all-
fälligen Beschwerde an das Bundesgericht bzw. bis zum unbenutzten Ablauf 
der Beschwerdefrist haben (vgl. Art. 27 ff. VRPG und Art. 17 AIG; 
Daum/Rechsteiner, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen 

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VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 27 N. 24 sowie Art. 27 N. 21 und Art. 28 N. 9). Ei-
nen solchen Antrag hat er jedoch nicht gestellt, zumal sich die anbegehrte 
vorsorgliche Massnahme auf die «Dauer des Beschwerdeverfahrens» be-
schränkt. Einem weitergehenden Antrag könnte im Übrigen nicht entspro-
chen werden, setzt Art. 17 Abs. 2 AIG für die Bewilligung des prozeduralen 
Aufenthalts doch voraus, dass die Zulassungsvoraussetzungen offensicht-
lich erfüllt sind. Das ist nach dem vorstehend Gesagten nicht der Fall.

6.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer kosten-
pflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Ersatzfähige Parteikosten sind keine ange-
fallen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. Dem 
Beschwerdeführer wird eine neue Ausreisefrist gesetzt auf den 10. Au-
gust 2023.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 2'000.--, werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

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4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführer
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
- Staatssekretariat für Migration

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) oder, soweit es die Ermessensbewilligung betrifft, 
subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 39 ff. und 113 ff. BGG geführt wer-
den.