# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 469f79cd-37fe-53cd-86cc-4272f80f0741
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-11-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 05.11.2025 SV1 2025 50
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SV1-2025-50_2025-11-05.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Graubünden
Dretgira superiura dal chantun Grischun
Tribunale d'appello del Cantone dei Grigioni

Urteil vom 5. November 2025
mitgeteilt am 19. November 2025

Referenz SV1 25 50

Instanz Erste sozialversicherungsrechtliche Kammer

Besetzung Pedretti, Vorsitz
von Salis und Bäder Federspiel
Jauch, Aktuarin

Parteien A.________
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. HSG Andrea Cantieni

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden
IV-Stelle, Ottostrasse 24, 7001 Chur
Beschwerdegegnerin

Gegenstand Invalidenrente

2 / 27

Sachverhalt

A. A.________, geb. 1966, arbeitete zuletzt als Empfangsmitarbeiterin in einem 
Pensum von 90 % bei der B.________ AG, bevor sie ab dem 29. Januar 2021 
krankgeschrieben worden war. 

B. Vom 4. März 2021 bis zum 28. April 2021 befand sich A.________ zur 
stationären Rehabilitationsbehandlung in der C.________. Anlässlich dieses 
stationären Aufenthaltes wurden als Hauptdiagnosen eine chronische 
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren sowie eine 
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, und als 
somatische Diagnosen chronische Schmerzen an der Schulter rechts mit/bei 
Omarthrose und fehlenden Rotatorenmanschettensehnen bei Status nach 
Geburtsgebrechen mit erheblicher Fehlstellung des rechten Arms und damit 
verbundener muskulärer Dysbalance sowie Cervicalgien bei Status nach 
Diskushernienoperation C5/6 2021 und chronischen Schmerzen am rechten 
Unterarm gestellt. 

C. In der Folge meldete sich A.________ im Mai 2021 unter Hinweis auf ein 
chronisches Schmerzsyndrom mit psychischen Auswirkungen bei der IV-Stelle des 
Kantons Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) zum Leistungsbezug an. Letztere 
tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen.

D. Am 5. Juli 2021 fand aufgrund einer Zuweisung des Hausarztes von 
A.________ eine neuropsychologische Abklärung bei den D.________ 
(D.________) statt. In dem am 5. August 2021 erstatteten Bericht der D.________ 
wurden insgesamt mittelschwere kognitive Funktionsminderungen ausgewiesen. 

E. Vom 9. August 2021 bis zum 24. September 2021 sowie vom 11. Oktober 
2021 bis zum 18. November 2021 erfolgten Arbeitsversuche bei einem Pensum von 
30 %. Ab dem 19. November 2021 wurde A.________ vollständig arbeitsunfähig 
geschrieben. 

F. Vom 20. Januar 2022 bis zum 10. März 2022 hielt sich A.________ in 
stationärer psychiatrischer Behandlung in der Klinik E.________ der D.________ 
auf, wo als Hauptdiagnosen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 
mittelgradige depressive Episode, sowie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung 
mit ängstlich vermeidenden und asthenischen Anteilen ausgewiesen wurden.  

G. Daraufhin erfolgte eine durch die Krankentaggeldversicherung angeordnete 
orthopädische und psychiatrische Begutachtung von A.________ durch die SMAB 

3 / 27

AG St. Gallen. In dem am 8. August 2022 erstatteten Gutachten (nachfolgend: 
SMAB-Gutachten) diagnostizierten die Gutachter eine unspezifische hirnorganische 
psychische Störung mit mittelschweren kognitiven Funktionsstörungen mit 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Während sie die Arbeitsfähigkeit in der 
angestammten Tätigkeit bei 60 % sahen, wiesen sie in einer leidensangepassten 
Tätigkeit eine solche von 100 % aus.

H. Mit Mitteilung vom 11. November 2022 wurden die 
Eingliederungsmassnahmen seitens der IV-Stelle vorerst abgeschlossen, da sich 
A.________ gesundheitlich nicht in der Lage fühle, einer Tätigkeit nachzugehen. 
Die IV-Stelle beschloss zunächst, den geplanten stationären Aufenthalt in der 
C.________ abzuwarten. 

I. Vom 6. Januar 2023 bis zum 2. März 2023 befand sich A.________ erneut 
zur stationären Rehabilitationsbehandlung in der C.________. Im entsprechenden 
Austrittsbericht wurden als Hauptdiagnosen wiederum eine rezidivierende 
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, sowie eine chronische 
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren ausgewiesen. Neu 
kam die Hauptdiagnose eines Zustandes nach Covid-19-Infekt hinzu. 

J. Mit Vorbescheid vom 21. Juli 2023 stellte die IV-Stelle A.________ die 
Zusprache einer befristeten Invalidenrente von 100 % ab dem 1. Januar 2022 bis 
zum 31. August 2022 in Aussicht. Zum Abklärungsergebnis hielt sie fest, seit dem 
29. Januar 2021 sei A.________ in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt. 
Nach Ablauf des Wartejahres habe A.________ sich in stationärer Behandlung 
befunden, weshalb eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit sowohl für die angestammte 
als auch für eine angepasste Tätigkeit vorgelegen habe. Seit spätestens dem 
8. August 2022 (Datum des SMAB-Gutachtens) bestehe für angepasste Tätigkeiten 
wieder eine volle Arbeitsfähigkeit. 

K. Nachdem A.________ dagegen Einwand erheben liess, liess die IV-Stelle 
sie in den Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin, Neuropsychologie, 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats sowie 
Psychiatrie und Psychotherapie begutachten, wobei der Auftrag im Dezember 2023 
nach dem Zufallsprinzip zunächst der Medas Lachen AG zugeteilt wurde. Nachdem 
das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) am 29. August 2024 die sofortige 
Beendigung der Zusammenarbeit mit dieser Gutachterstelle beschlossen hatte, 
stornierte die IV-Stelle den Auftrag per sofort. In der Folge wurde der Auftrag nach 
dem Zufallsprinzip neu der estimed AG zugeteilt. In der am 3. Februar 2025 
erstatteten Expertise (nachfolgend: estimed-Gutachten) diagnostizierten die 

4 / 27

Gutachterin und Gutachter eine mittelgradige depressive Episode, 
differenzialdiagnostisch eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 
mittelgradige depressive Episode, bzw. ein residualaffektives Störungsbild mit 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Aus interdisziplinärer Sicht sahen die 
Gutachterin und Gutachter in der angestammten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 
60 % und in einer Verweistätigkeit von 80 %.

L. Im Weiteren fand bei A.________ am 10. April 2024 eine 
Haushaltsabklärung vor Ort statt, wobei eine Einschränkung von 17.5 % festgestellt 
wurde.  

M. Mit Vorbescheid vom 23. April 2025, welcher denjenigen vom 21. Juli 2023 
ersetzte, stellte die IV-Stelle A.________ neu die Zusprache einer Invalidenrente 
von 25 % einer ganzen Rente ab dem 1. Januar 2024 in Aussicht. Zum 
Abklärungsergebnis hielt sie fest, seit dem 29. Januar 2021 sei A.________ in ihrer 
Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt. In einer leidensangepassten Tätigkeit 
bestehe seit Ende 2021 eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. Ohne gesundheitliche 
Einschränkungen könnte A.________ in der angestammten Tätigkeit als 
Empfangsmitarbeiterin ein Jahreseinkommen von CHF 71'432.40 erzielen. Das 
gestützt auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 
ermittelte Invalideneinkommen (LSE 2022, Kompetenzniveau 1, weiblich, 
Leistungsfähigkeit 80 %) betrage CHF 45'791.35 bzw. ab 1. Januar 2024 unter 
Berücksichtigung des Pauschalabzugs von 10 % CHF 41'212.20. Beim Besuch zu 
Hause am 10. April 2025 sei eine Einschränkung im Haushalt von 17.5 % 
festgestellt worden. In Anwendung der gemischten Methode bei einer Gewichtung 
des Erwerbs- und Aufgabenbereichs von 90 % zu 10 % resultiere bis Ende 2023 
ein Invaliditätsgrad von 34.1 %, womit kein Rentenanspruch entstehen könne, und 
ab dem 1. Januar 2024 ein Invaliditätsgrad von 39.8 % (gerundet 40 %), womit ab 
diesem Zeitpunkt ein Anspruch auf eine Invalidenrente von 25 % einer ganzen 
Rente bestehe. 

Dagegen liess A.________ wiederum Einwand erheben. Mit Verfügung vom 
4. August 2025 entschied die IV-Stelle wie vorbeschieden und sprach A.________ 
ab dem 1. Januar 2024 eine Invalidenrente von 25 % einer ganzen Rente zu. 

N. Dagegen liess A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 
11. September 2025 Beschwerde beim Obergericht des Kantons Graubünden 
erheben und in Aufhebung der angefochtenen Verfügung beantragen, die Sache 
sei an die IV-Stelle zurückzuweisen, um die Leistungsfähigkeit der 
Beschwerdeführerin durch eine berufliche Abklärungsstelle (BEFAS) eingehend 

5 / 27

abzuklären. Eventualiter sei die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen, um weitere 
medizinische Abklärungen hinsichtlich der erlittenen Borrelioseinfektion und der 
fortschreitenden dementiellen Erkrankung zu tätigen. Eventualiter sei die Sache an 
die IV-Stelle zurückzuweisen, um den Anspruch auf eine befristete Rente ab dem 
1. Januar 2022 zu berechnen. In der Begründung kritisierte die Beschwerdeführerin, 
dass bereits Ende 2021 von einer Arbeitsfähigkeit ausgegangen werde. Ebenso 
bemängelte sie die Höhe der angenommenen Arbeitsfähigkeit von 80 %. In diesem 
Zusammenhang rügte sie das estimed-Gutachten in materieller Hinsicht als 
mängelbehaftet und verlangte die Rückweisung an die IV-Stelle um die 
Arbeitsfähigkeit in einer geeigneten Abklärungsstelle zu untersuchen bzw. weitere 
medizinische Abklärungen vorzunehmen.

O. Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer 
Vernehmlassung vom 7. Oktober 2025 auf Abweisung der Beschwerde und nahm 
in ablehnender Weise zu den Vorbringen der Beschwerdeführerin Stellung.

P. Mit Eingabe vom 13. Oktober 2025 verzichtete die Beschwerdeführerin auf 
die Einreichung einer Replik.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, die angefochtene Verfügung 
sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden 
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen

1. Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen 
direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Die Verfügung 
der Beschwerdegegnerin vom 4. August 2025 stellt eine solche anfechtbare 
Verfügung der Invalidenversicherung und folglich ein taugliches Anfechtungsobjekt 
für ein Verfahren vor dem Obergericht des Kantons Graubünden dar. Die sachliche 
Zuständigkeit des Obergerichts ergibt sich aus Art. 57 ATSG (SR 830.1) i.V.m. 
Art. 49 Abs. 2 lit. a VRG (BR 370.100). Als Adressatin der strittigen Verfügung ist 
die Beschwerdeführerin davon berührt und sie weist ein schutzwürdiges Interesse 
an deren Aufhebung oder Änderung auf (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Die 
Beschwerde wurde zudem frist- und formgerecht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG 
i.V.m. Art. 60 Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 38 f. sowie Art. 61 lit. b ATSG). Darauf ist 
somit einzutreten.

2.1. Streitgegenstand bildet die Frage des Rentenanspruchs der 
Beschwerdeführerin ab dem 1. Januar 2022, insbesondere ob die 
Beschwerdegegnerin ab diesem Zeitpunkt bis zum 31. Dezember 2023 einen 

6 / 27

Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente zu Recht verneinte und ab dem 
1. Januar 2024 einen solchen auf eine Rente von 25 % einer ganzen Invalidenrente 
(bei einem Invaliditätsgrad von 40 %) zu Recht bejahte.

2.2. Uneins sind sich die Verfahrensbeteiligten hinsichtlich des Einkommens mit 
Invalidität und dabei insbesondere betreffend die Höhe der Arbeitsfähigkeit der 
Beschwerdeführerin in angepasster Tätigkeit. Ebenso ist strittig, ab wann eine 
solche Arbeitsfähigkeit gegeben ist. Unbestritten ist demgegenüber die Anwendung 
der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung bei einer Gewichtung des 
Erwerbsbereichs mit 90 % und des Aufgabenbereichs mit 10 % sowie das 
Valideneinkommen. 

3. In Bezug auf das anwendbare Recht ist festzuhalten, dass seit dem 1. Januar 
2022 die revidierten Bestimmungen des IVG (sowie des ATSG) und der IVV 
(SR 831.201) in Kraft sind (Weiterentwicklung der IV). Weil in zeitlicher Hinsicht – 
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich 
diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der Erfüllung des rechtlich zu 
ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (statt 
vieler: BGE 150 V 323 E. 4.1 f., 148 V 174 E. 4.1, 146 V 364 E. 7.1 und 144 V 210 
E. 4.3.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_516/2024 vom 25. Februar 2025 E. 2.1), die 
angefochtene Verfügung nach dem Inkrafttreten der Gesetzesänderungen vom 
19. Juni 2020 datiert und der hier umstrittene Rentenanspruch seine Begründung 
ab dem 1. Januar 2022 fände (vgl. Art. 29 Abs. 3 IVG), sind die ab dem 1. Januar 
2022 geltenden Normen anwendbar (vgl. Übergangsbestimmungen des IVG zur 
Änderung vom 19. Juni 2020 und Übergangsbestimmungen der IVV zur Änderung 
vom 3. November 2021; siehe ferner Rz. 9100 des Kreisschreibens über Invalidität 
und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022 [Stand: 
1. Januar 2025; <https://sozialversicherungen.admin.ch/de/d/18452>]).

4.1. Im Allgemeinen setzt der Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung 
unter anderem voraus, dass die versicherte Person invalid oder von Invalidität 
unmittelbar bedroht ist. Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich 
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (vgl. 
ferner Art. 4 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Art. 7 Abs. 2 Satz 1 ATSG).

7 / 27

4.2.1. Die Bemessung des Invaliditätsgrades wird in Art. 28a IVG geregelt. Bei 
Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird der Invaliditätsgrad für diesen 
Teil nach Artikel 16 ATSG festgelegt (vgl. Art. 28a Abs. 3 Satz 1 IVG). Der Bundesrat 
umschreibt dabei die zur Bemessung des Invaliditätsgrads massgebenden 
Erwerbseinkommen sowie die anwendbaren Korrekturfaktoren (Art. 28a Abs. 1 
Satz 2 IVG). Mithin ist ein Einkommensvergleich vorzunehmen. Dazu wird das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und 
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen bzw. Einkommen mit 
Invalidität), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, 
wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen bzw. Einkommen 
ohne Invalidität). Gemäss Art. 25 Abs. 2 IVV sind die massgebenden 
Erwerbseinkommen nach Art. 16 ATSG in Bezug auf den gleichen Zeitraum 
festzusetzen und richten sich nach dem Arbeitsmarkt in der Schweiz. Soweit für die 
Bestimmung der massgebenden Erwerbseinkommen statistische Werte 
herangezogen werden, sind die Zentralwerte der Lohnstrukturerhebung (LSE) des 
Bundesamts für Statistik massgebend. Andere statistische Werte können 
beigezogen werden, sofern das Einkommen im Einzelfall nicht in der LSE abgebildet 
ist. Es sind altersunabhängige und geschlechtsspezifische Werte zu verwenden 
(Art. 25 Abs. 3 IVV). Die statistischen Werte sind an die betriebsübliche Arbeitszeit 
nach Wirtschaftsabteilungen und an die Nominallohnentwicklung anzupassen 
(Art. 25 Abs. 4 IVV).

4.2.2. Nach Art. 26 Abs. 1 Satz 1 IVV bestimmt sich das Einkommen ohne 
Invalidität (sog. Valideneinkommen) anhand des zuletzt vor Eintritt der Invalidität 
tatsächlich erzielten Erwerbseinkommens. Hinsichtlich der Bestimmung des 
Einkommens mit Invalidität (sog. Invalideneinkommen) sieht Art. 26bis Abs. 1 IVV 
was folgt vor: Erzielt die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität ein 
Erwerbseinkommen, so wird ihr dieses als Einkommen mit Invalidität (Art. 16 ATSG) 
angerechnet, sofern sie damit ihre verbliebene funktionelle Leistungsfähigkeit in 
Bezug auf eine ihr zumutbare Erwerbstätigkeit bestmöglich verwertet. Liegt kein 
anrechenbares Erwerbseinkommen vor, so wird das Einkommen mit Invalidität nach 
statistischen Werten nach Art. 25 Abs. 3 IVV bestimmt (Art. 26bis Abs. 2 Satz 1 IVV). 
Kann die versicherte Person aufgrund ihrer Invalidität nur noch mit einer 
funktionellen Leistungsfähigkeit von 50 % oder weniger tätig sein, so werden vom 
statistisch bestimmten Wert 10 % für Teilzeitarbeit abgezogen (Art. 26bis Abs. 3 IVV 
mit Verweis auf Art. 49 Abs. 1bis IVV in der bis zum 31. Dezember 2023 gültig 
gewesenen Fassung). Gemäss dem am 1. Januar 2024 in Kraft getretenen Abs. 3 

8 / 27

von Art. 26bis IVV werden neben dem genannten Abzug für Teilzeitarbeit vom 
statistisch bestimmten Wert pauschal 10 % abgezogen (vgl. Satz 1).

4.2.3. Waren Versicherte zudem im Aufgabenbereich tätig, so wird der 
Invaliditätsgrad für diese Tätigkeit danach festgelegt, in welchem Masse sie unfähig 
sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (vgl. Art. 28a Abs. 3 Satz 2 i.V.m. Abs. 2 
IVG). Für die Berechnung des Invaliditätsgrades in Bezug auf die Betätigung im 
Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der 
Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte 
Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt (Art. 27bis Abs. 3 lit. a IVV). Dieser 
Anteil wird sodann anhand der Differenz zwischen dem Beschäftigungsgrad, den 
die Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, und einer 
Vollerwerbstätigkeit gewichtet (vgl. Art. 27bis Abs. 3 lit. b IVV). Für die Bestimmung 
des Invaliditätsgrades von Teilerwerbstätigen werden schliesslich der 
Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und jener in Bezug auf die 
Betätigung im Aufgabenbereich zusammengezählt (vgl. Art. 27bis Abs. 1 IVV).

4.3. Ein rentenbegründender Invaliditätsgrad liegt gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG vor, 
wenn eine versicherte Person ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wiederherstellen, erhalten oder verbessern kann (lit. a), während mindestens eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen ist (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu 
mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) ist (lit. c). Nach Art. 28b Abs. 1 IVG wird die 
Höhe des Rentenanspruchs in prozentualen Anteilen an einer ganzen Rente 
festgelegt. Bei einem Invaliditätsgrad von 50 % bis 69 % entspricht der prozentuale 
Anteil dem Invaliditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 IVG). Bei einem Invaliditätsgrad ab 70 % 
besteht Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei einem 
Invaliditätsgrad unter 50 % gelten die folgenden prozentualen Anteile (Art. 28b 
Abs. 4 IVG):

Invaliditätsgrad Prozentualer Anteil
49 % 47.5 %
48 % 45 %
47 % 42.5 %
46 % 40 %
45 % 37.5 %
44 % 35 %
43 % 32.5 %

9 / 27

42 % 30 %
41 % 27.5 %
40 % 25 %

5.1. Vorliegend verneinte die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen 
Verfügung vom 4. August 2025 einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine 
Invalidenrente ab dem 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2023, da der 
Beschwerdeführerin seit Ende 2021 eine leidensangepasste Tätigkeit zu 80 % 
zumutbar sei. Ab dem 1. Januar 2024 bejahte sie einen solchen auf eine Rente von 
25 % einer ganzen Invalidenrente (bei einem Invaliditätsgrad von 40 %) aufgrund 
des seit dem 1. Januar 2024 bei der Bemessung des Invalideneinkommens zur 
Anwendung kommenden Pauschalabzugs von 10 %. Dabei stützte sie sich 
insbesondere auf das polydisziplinäre estimed-Gutachten vom 3. Februar 2025 ab 
(vgl. IV-act. 170).

5.2.1. Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung und im Beschwerdefall 
das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch 
andere Fachpersonen zur Verfügung stellen. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist 
es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im 
Laufe der Zeit zu beschreiben. Dies bedeutet in erster Linie, mit den Mitteln 
fachgerechter ärztlicher Untersuchungen unter Berücksichtigung der subjektiven 
Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. 
Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für 
die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine abschliessende 
Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit 
Stellung, das heisst sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so 
substanziell wie möglich begründet, bzw. sie nimmt dazu Stellung, in welchem 
Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig 
ist. Insoweit sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch 
zugemutet werden können (vgl. BGE 145 V 361 E. 3.2.1 f., 140 V 193 E. 3.1 f. und 
132 V 93 E. 4; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_569/2021 vom 2. Februar 2022 
E. 3.2.2, 8C_225/2021 vom 10. Juni 2021 E. 3.2, 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 
E. 2.4 und 8C_47/2021 vom 18. März 2021 E. 5.2.3).

5.2.2. Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den 
Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. 
Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an 
förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies 

10 / 27

bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig 
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden 
medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte 
Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und 
nicht auf die andere medizinische These abstellt (vgl. BGE 143 V 124 E. 2.2.2 und 
125 V 351 E. 3a). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach 
entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten 
begründet sind (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1 und 125 V 351 E. 3a; vgl. Urteile des 
Bundesgerichts 8C_458/2024 vom 2. Mai 2025 E. 2.3.2, 8C_380/2021 vom 
21. Dezember 2021 E. 3.2, 8C_173/2021 vom 25. Oktober 2021 E. 4.1, 
8C_101/2021 vom 25. Juni 2021 E. 5.1, 8C_225/2021 vom 10. Juni 2021 E. 3.2 und 
8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.4).

5.2.3. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 
E. 3a und 122 V 157 E. 1c). Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens (nach 
Art. 44 ATSG) eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund 
eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten 
Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 
gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange 
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 
137 V 210 E. 1.3.4, 135 V 465 E. 4.4 und 125 V 351 E. 3b/bb; siehe auch Urteile 
des Bundesgerichts 8C_458/2024 vom 2. Mai 2025 E. 2.3.2, 9C_290/2022 vom 
11. Januar 2023 E. 3, 8C_166/2022 vom 13. Oktober 2022 E. 4.1.1, 8C_213/2022 
vom 4. August 2022 E. 2.3, 8C_84/2022 vom 19. Mai 2022 E. 2.2 und 8C_33/2021 
vom 31. August 2021 E. 2.2.2). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf 
und soll der Richter auch der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass 
behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. 
BGE 135 V 465 E. 4.5 und 125 V 351 E. 3b/cc). Insbesondere lässt es die 
unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-
)Person einerseits und von Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten 

11 / 27

fachmedizinischen Experten (vgl. dazu BGE 124 I 170 E. 4) andererseits nicht zu, 
ein Administrativ‑ oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass 
für weitere Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen oder 
Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben 
immerhin die Fälle, in denen sich eine vom (amtlichen) Gutachten abweichende 
Beurteilung aufdrängt, weil die Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte 
wichtige – nicht rein der subjektiven Interpretation entspringende – Aspekte 
benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind 
(vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5 f.; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_317/2024 vom 
22. Januar 2025 E. 6.2, 8C_350/2023 vom 5. Juni 2024 E. 4, 8C_502/2022 vom 
17. April 2023 E. 5.1, 8C_80/2022 vom 4. Mai 2022 E. 4 und 8C_787/2021 vom 
23. März 2022 E. 11.2.2).

5.3. Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf 
das estimed-Gutachten vom 3. Februar 2025 abgestellt hat oder ob konkrete 
Indizien gegen dessen Zuverlässigkeit sprechen bzw. dieses von der übrigen 
medizinischen Aktenlage in Zweifel gezogen wird. Während die 
Beschwerdegegnerin das estimed-Gutachten im Ergebnis für beweiswertig erachtet 
(vgl. IV-act. 191 und act. A.2), ist die Beschwerdeführerin der Ansicht, aufgrund 
diverser Mängel seien weitere Abklärungen vonnöten.

6. Im Sozialversicherungsrecht gilt grundsätzlich der Untersuchungsgrundsatz, 
wobei die Auskunfts‑ und Mitwirkungspflicht der Leistungen beanspruchenden 
Person zu berücksichtigen ist. Die Behörde hat, wo notwendig, den 
rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die 
Anträge der Parteien gebunden zu sein (vgl. Art. 43 Abs. 1 und 3 ATSG; 
WIEDERKEHR, Kommentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts ATSG, 5. Aufl. 2024, Art. 43 N. 14 ff.). Die 
Untersuchungspflicht gilt sowohl im Verwaltungsverfahren wie auch grundsätzlich 
im kantonalen Gerichtsverfahren (vgl. Art. 61 lit. c ATSG). Die Untersuchungspflicht 
dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs 
erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Wenn der 
Versicherungsträger oder das kantonale Sozialversicherungsgericht im Rahmen 
einer umfassenden, sorgfältigen, objektiven und inhaltsbezogenen 
Beweiswürdigung zur Überzeugung gelangt, dass ein bestimmter Sachverhalt 
überwiegend wahrscheinlich sei, steht dies einer antizipierten Beweiswürdigung 
nicht entgegen. Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an der Vollständigkeit und/oder 
Richtigkeit der getroffenen Tatsachenfeststellungen bestehen, ist weiter zu 
ermitteln, soweit von zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche 

12 / 27

Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl. BGE 146 V 240 E. 8.1 f.; vgl. Urteile des 
Bundesgerichts 8C_594/2024 vom 20. Juni 2025 E. 4.1, 9C_138/2024 vom 3. Juli 
2024 E. 4.4 und 9C_484/2022 vom 11. Januar 2023 E. 4.2). Kommt die Verwaltung 
ihrer Abklärungspflicht nicht oder nicht genügend nach, kann die Sache aus diesem 
Grund an sie zurückgewiesen werden (vgl. BGE 132 V 368 E. 5).

7. Die Feststellung einer invalidisierenden Gesundheitsbeeinträchtigung erfolgt 
bei somatoformen Schmerzstörungen (BGE 141 V 281) wie auch bei sämtlichen 
psychischen Störungen (BGE 143 V 409 und 418) nach Vorliegen einer ärztlichen 
Diagnosestellung anhand eines strukturierten Beweisverfahrens anhand der 
sogenannten Standardindikatoren. Mit BGE 145 V 215 hat das Bundesgericht diese 
Rechtsprechung auf fachärztlich diagnostizierte primäre Abhängigkeitssyndrome 
ausgedehnt. Im strukturierten Beweisverfahren ist der Nachweis des funktionellen 
Schweregrades und der Konsistenz der Gesundheitsschädigung unter Verwendung 
sogenannter Indikatoren zu erbringen (vgl. KSIR, Stand 1. Januar 2025, Rz. 1105). 
Die Kategorie "funktioneller Schweregrad" umfasst den Komplex 
"Gesundheitsschädigung" (mit den Indikatoren "Ausprägung der 
diagnoserelevanten Befunde", "Behandlungserfolg oder -resistenz", 
"Eingliederungserfolg oder -resistenz" und "Komorbiditäten"), den Komplex 
"Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen) und den 
Komplex "Sozialer Kontext". Die Kategorie "Konsistenz" (Gesichtspunkte des 
Verhaltens) umfasst die Komplexe "Gleichmässige Einschränkung des 
Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen" und "Behandlungs- 
und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck" (vgl. BGE 141 V 
281 E. 4.1.3; KSIR, Rz. 1105 bzw. Anhang I [des KSIR]).

8.1. Mit Blick auf die allgemeinen Beweisanforderungen (vgl. Erwägungen 5.2.1 
ff. hiervor) ist festzustellen, dass das estimed-Gutachten vom 3. Februar 2025 in 
Kenntnis der Akten (vgl. IV-act. 170 S. 4 ff., S. 58, S. 87, S. 139 und S. 171) sowie 
der von der Beschwerdeführerin beklagten Beschwerden und dem 
Krankheitsverlauf ergangen ist (vgl. IV-act. 170 S. 32 f., S. 59 ff., S. 87 ff., S. 139 ff. 
und S. 171 ff.). Es basiert auf eigenen klinischen, testologischen und 
laborchemischen Untersuchungen (vgl. IV-act. 170 S. 66 ff., S. 92 ff., S. 148 ff. und 
S. 183 ff.). Die Gutachterin und Gutachter nahmen ferner zu den streitigen Belangen 
Stellung (vgl. IV-act. 170 S. 36 ff., S. 69 ff., S. 119 ff., S. 152 ff. und S. 186 ff.). Dabei 
wiesen sie in der interdisziplinären Gesamtbeurteilung als Diagnose mit 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode (ICD-
10 F32.1), differenzialdiagnostisch eine rezidivierende depressive Störung, 
gegenwärtig mittelgradige depressive Episode, differenzialdiagnostisch ein 

13 / 27

residualaffektives Störungsbild (ICD-10 F11.72), aus (vgl. IV-act. 170 S. 36). Als 
ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beurteilten sie namentlich folgende Diagnosen 
(IV-act. 170 S. 36):

 Status nach COVID-19-Infektion 01/2023 (ICD-10 U08.9)

 Präadipositas nach WHO 2000 (ICD-10 E66.99)

 Schilddrüsenknoten links, Erstdiagnose (ICD-10 E04.1): aktuell euthyreote Stoffwechsellage

 Omarthrose rechte Schulter (ICD-10 M24.11)

 Myalgie Schulterregion (ICD-10 M79.11)

 Erhebliche Fehlstellung des rechten Armes aufgrund eines Geburtsgebrechens und damit 
verbundener muskulärer Dysbalance, Cervicalgien (ICD-10 M21.22)

 Chronische Schulter-/Nackenschmerzen (ICD-10 M53.2) mit/bei Status nach Diskusher-
nienoperation C5/6 2012 mit ausstrahlenden Schmerzen in den rechten Unterarm (ICD-10 
Z98.8)

 Chronische lumbale Schmerzen mit radiologischen degenerativen Veränderungen der 
unteren LWS-Segmente und linkskonvexer Lumbalskoliose (ICD-10 M54.5)

 Verdacht auf schädlichen Gebrauch von Opioiden (ICD-10 F11.1)

 Verdacht auf kognitive Störung (ICD-10 F06.7) bei Depression und/oder schädlichem 
Gebrauch von Opioiden oder unbekannter Genese, Differenzialdiagnose nicht näher 
bezeichnete Demenz mit vorwiegend depressiven Symptomen (ICD-10 F03.3)

 (Leichte) Panikstörung (ICD-10 F41.0)

Im Zusammenhang mit den Diagnosen wiesen die Gutachterin und Gutachter 
darauf hin, dass im Rahmen der aktuellen Begutachtung keine 
Persönlichkeitsstörung habe diagnostiziert werden können und der 
neuropsychologische Gutachter angesichts der festgestellten Antwortverzerrung im 
Rahmen der Performanzvalidierung ausdrücklich auf die Stellung einer 
neuropsychologischen Diagnose verzichtet habe (vgl. IV-act. 170 S. 36 f.). Sodann 
führten sie aus, aus interdisziplinärer Sicht ergebe sich eine Arbeitsunfähigkeit in 
der angestammten Tätigkeit von 40 % und in einer Verweistätigkeit von 20 % (vgl. 
IV-act. 170 S. 38). Zu den funktionellen Auswirkungen der Diagnosen hielten sie 
fest, auf orthopädischem Fachgebiet liege die Funktionseinschränkung der 
Beschwerdeführerin nahezu ausschliesslich im Bereich der rechten Schulter und 
des rechten Ellenbogengelenkes, wobei die angestammte Tätigkeit bereits einer 
optimal leidensangepassten Tätigkeit zu entsprechen scheine. Die relevanten 

14 / 27

Einschränkungen ergäben sich aus dem psychiatrischen Fachgebiet und seien 
begründet durch Beeinträchtigungen bei der Fähigkeit zur Anpassung an Regeln 
und Routinen, der Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, der 
Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, der Kompetenz- und Wissensanwendung, der 
Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, der Proaktivität und den Spontanaktivitäten, 
der Widerstands- und Durchhaltefähigkeit, der Selbstbehauptungsfähigkeit, der 
Konversation und Kontaktfähigkeit zu Dritten, inkl. Gruppenfähigkeit, sowie der 
Fähigkeit zur Selbstpflege und Selbstversorgung (vgl. IV-act. 170 S. 36 f.). Eine 
optimal angepasste Tätigkeit umfasse aus psychiatrischer Sicht eine einfache 
Tätigkeit mit wenig Stress, vielen Pausenmöglichkeiten, Ruhe sowie der 
Möglichkeit, eine Arbeit nach der anderen zu erledigen. Auf allgemein-
internistischem, orthopädischem und neuropsychologischem Fachgebiet seien 
keine Anpassungen einer Tätigkeit notwendig (vgl. IV-act. 170 S. 41). Zum 
zeitlichen Verlauf der Entwicklung der Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, 
aus interdisziplinärer Sicht könne die attestierte Arbeitsunfähigkeit in der 
angestammten sowie in einer angepassten Tätigkeit durchgehend seit Ende 2021 
bestätigt werden (vgl. IV-act. 170 S. 41 f.). 

8.2.1. Die Beschwerdeführerin bringt zunächst vor, dass für den Beginn der 
relevanten Arbeitsunfähigkeit nicht auf das estimed-Gutachten abgestellt werden 
könne, da die Gutachter eine rückwirkende Beurteilung über vier Jahre abgegeben 
hätten. Dabei moniert sie insbesondere, dass die Gutachterin und Gutachter den 
Verlauf des psychischen Gesundheitszustandes nicht genügend berücksichtigt 
hätten und sie zwar eine mittelgradige depressive Episode, nicht aber das Rezidiv, 
attestierten, obwohl vermehrte depressive Episoden in den Akten beschrieben 
seien. 

8.2.2. Der psychiatrische Gutachter führte in seiner medizinischen Beurteilung zur 
gesundheitlichen Entwicklung aus, die Beschwerdeführerin berichte von einer 
ersten psychischen Krise nach der Geburt ihres ersten Kindes, die jedoch 
vorübergegangen sei. Eine weitere schwierige Phase sei nach einer 
Halswirbeloperation aufgetreten, als sie unter starken Schmerzen und vermutlich 
auch Depressionen gelitten habe. Seit sie krank sei, erlebe sie ein ständiges Auf 
und Ab ihrer Beschwerden. Sie könne jedoch nicht genau sagen, wann dies 
begonnen habe. Ihre Schmerzen würden Schultern, Arme, Hände (besonders 
rechts) sowie den Rücken betreffen. Die Schmerzen seien schon lange vorhanden 
und variierten in ihrer Intensität. Mit Schmerzmitteln seien sie auf ein erträgliches 
Niveau (sechs von zehn) reduzierbar, vollständig würden sie jedoch nie 
verschwinden. Die Gedächtnisprobleme bestünden ebenfalls schon lange, jedoch 

15 / 27

ohne klaren zeitlichen Bezug. Sie erlebe psychisch phasenweise ein starkes Auf 
und Ab, was sich alle paar Monate abwechseln könne. In schlechten Phasen seien 
die Schmerzen besonders intensiv, begleitet von Angst- und Panikzuständen. Dies 
äussere sich vor allem in belastenden Situationen in Nervosität, schnellem 
Herzschlag, Stress sowie Durchfall (vgl. IV-act. 170 S. 187). Zur Herleitung der von 
ihm gestellten Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.1) 
führte der psychiatrische Gutachter aus, die Beschwerdeführerin beschreibe sich 
selbst nicht als deutlich depressiv, depressive Phasen kämen aber immer wieder 
vor, aktuell gehe es ihr gut. Der Psychostatus zeichne dann aber ein klares Bild 
einer Depression, die als mittelgradig einzustufen sei. Der klinische Eindruck 
widerspreche dieser Einschätzung nicht, aber sie sei nicht schwer, eher mit 
Tendenz zu leichter Depression einzuordnen (vgl. IV-act. 170 S. 193). Diese 
Ausführungen sind vor dem Hintergrund des von ihm erhobenen Psychostatus mit 
autopsychisch, zeitlich und örtlich klarer Desorientierung, eingeschränktem 
Vitalgefühl, Ängsten, hoffnungsloser Affektivität, wechselndem Antrieb, innerlichem 
Stress, Anspannung und Unruhe, deutlich sozialem Rückzug sowie 
Erinnerungslücken (vgl. IV-act. 170 S. 183 ff.) nachvollziehbar. 

8.2.3. Soweit der psychiatrische Gutachter nach Auseinandersetzung mit den sich 
in den Akten befindlichen medizinischen Berichten in chronologischer Reihenfolge 
zum weiteren Schluss kam, dass eine rezidivierende Depression möglich, aber nicht 
belegt sei und die somatoformen Beschwerden nach ICD-10 nicht begründet 
würden, weshalb auch diese nur allenfalls möglich erschienen (vgl. IV-act. 170 
S. 190; vgl. auch IV-act. 170 S. 193), kann ihm nicht gefolgt werden. Abgesehen 
davon, dass er an anderer Stelle selbst festhielt, dass sich nach der Aktenlage 
körperliche Schädigungen feststellen liessen, welche jedoch nicht ausreichend für 
das angegebene Schmerzerleben seien (vgl. IV-act. 170 S. 193), wies Dr. med. 
F.________, Oberarzt Schmerztherapie am Spital G.________ (G.________), im 
Bericht vom 4. Juni 2021 als Diagnosen aus dem psychiatrischen Fachgebiet eine 
rezidivierende depressive Störung, mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), und eine 
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 
F45.41) aus. Er führte aus, bereits im Oktober 2020 hätten eine ausgeprägte 
Schmerzsymptomatik in der rechten Schulter sowie deutliche Anzeichen eines 
Erschöpfungszustandes mit Schlafstörungen, Gedankenkreisen und 
Gesundheitsängsten vorgelegen. Am Arbeitsplatz komme es sehr häufig zu 
Schmerzexazerbationen im Bereich der rechten Schulter, insbesondere bei 
Überforderungen. Aufgrund eines drohenden Erschöpfungszustandes im Rahmen 
der Depression und der chronischen Schmerzen sei die Zuweisung in die 
C.________ erfolgt (vgl. IV-act. 22 S. 2 f.). Der psychiatrische Gutachter ist der 

16 / 27

Ansicht, dass hier eine somatoforme Schmerzstörung (noch) nicht belegt sei, da im 
Bericht von Dr. med. F.________ Mechanismen beschrieben würden, die zwar die 
Folge von auch psychischer Belastung sein könnten, für sich jedoch somatisch 
nachvollziehbar seien. An Medikation würden 75 mg Venlafaxin, 10 Tropfen 
Trimipramin und 100 mg Pregabalin angegeben. Die depressive Störung werde 
nicht hergeleitet, weder der Schweregrad noch warum eine rezidivierende Variante 
vorliegen solle (vgl. IV-act. 170 S. 188). Diesbezüglich gilt es festzuhalten, dass 
dem psychiatrischen Gutachter offensichtlich der Austrittsbericht der C.________ 
vom 28. April 2021 betreffend die stationäre Rehabilitationsbehandlung vom 
4. März 2021 bis zum 28. April 2021 (vgl. act. B.2) nicht vorlag, was sich auch aus 
der fächerübergreifenden Aktenzusammenfassung im estimed-Gutachten ergibt 
(vgl. IV-act. 170 S. 4 ff.). Der besagte Austrittsbericht befindet sich denn auch nicht 
in den IV-Akten. Allerdings geht aus den Akten mehrfach hervor – so etwa aus dem 
Bericht von Dr. med. F.________ vom 4. Juni 2021 (IV-act. 22) – dass sich die 
Beschwerdeführerin beinahe zwei Monate in der C.________ aufgehalten hatte. Für 
eine sorgfältige Gutachtenserstellung wäre es am psychiatrischen Gutachter 
gelegen, diesen Bericht einzufordern. So diagnostizierte Dr. med. H.________, 
Oberärztin Psychosomatik der C.________, im genannten Austrittsbericht vom 
28. April 2021 nach entsprechender ausführlicher Anamneseerhebung und 
Testdiagnostik u.a. eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und 
psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) sowie eine rezidivierende depressive 
Störung, mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1). Dr. med. H.________ stellte nach 
erhobenem, auffälligem Psychostatus als Symptome eine Erschöpfung, Ängste inkl. 
Paniksymptome (Herzrasen, Herzdruck, Angst vor der Angst, Schweissausbrüche, 
Schwindel), eine depressive Stimmung (Traurigkeit, Motivationsprobleme, 
Freudlosigkeit), einen sozialen Rückzug und Schmerzen im rechten Arm fest, wobei 
letztere vor ca. einem Jahr begonnen hätten. Die Beschwerdeführerin habe Angst 
davor, den Arm bzw. die Schulter operieren zu lassen. Sie habe vor zehn Jahren 
nach der Halswirbelsäulenoperation schlechte Erfahrungen gemacht, da sie starke 
postoperative Schmerzen erlebt habe und damit allein gelassen worden sei, so dass 
sie auch suizidale Gedanken entwickelt habe (vgl. act. B.2 S. 1 f. und S. 5). Die 
Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS) ergab bei Eintritt einen 
Depressivitätswert von 14 Punkten, welcher auf eine starke psychische Belastung 
hindeutete. Sodann wies der Patient Health Questionnaire-15 (PHQ-15) bei Eintritt 
mit neun Punkten eine milde Symptomstärke/Somatisierung aus (vgl. act. B.2 S. 6). 
Ebenso geht aus dem Austrittsbericht hervor, weshalb eine rezidivierende Variante 
der depressiven Störung angenommen wurde. So habe bereits eine depressive 
Episode nach der Geburt des zweiten Sohnes der Beschwerdeführerin sowie nach 
der Halswirbelsäulenoperation bestanden (vgl. act. B.2 S. 2 und S. 4). Dies deckt 

17 / 27

sich auch mit den von der Beschwerdeführerin gegenüber dem psychiatrischen 
Gutachter gemachten Schilderungen, wonach sie eine Krise nach der Geburt ihres 
Kindes sowie eine weitere schwierige Phase nach einer Halswirbeloperation gehabt 
habe (vgl. IV-act. 170 S. 187). Dabei besteht kein Anlass, an diesen Ausführungen 
zu zweifeln, hielt doch auch der psychiatrische Gutachter bei fehlenden Hinweisen 
auf eine Aggravation oder Simulation dafür, dass die Angaben der 
Beschwerdeführerin plausibel wirkten und die Validität nicht beeinträchtigt sei (vgl. 
IV-act. 170 S. 191). Entgegen den Ausführungen des psychiatrischen Gutachters 
wurden somit bereits im Jahr 2021 sowohl die Diagnose einer chronischen 
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) wie 
auch diejenige einer rezidivierenden depressiven Störung, mittelgradige depressive 
Episode (ICD-10 F33.1), – wie dargelegt – belegt und hergleitet. 

8.2.4. Im Weiteren geht aus den Akten zwar hervor, dass der Aufenthalt in der 
C.________ positiv gewesen sei. Die Werte für Depression und Ängste hätten sich 
bei Klinikaustritt am 28. April 2021 reduziert und nicht mehr im Störungsbereich 
gelegen (vgl. Austrittsbericht vom 28. April 2021 [act. B.2 S. 7]). Auch Dr. med. 
F.________ berichtete rund einen Monat nach Klinikaustritt am 26. Mai 2021, dass 
sich die Schmerzsituation deutlich verbessert habe und der Klinikaufenthalt zu einer 
verbesserten Lebensqualität mit einer gesteigerten Lebensfreude geführt habe (vgl. 
IV-act. 22 S. 3; vgl. auch Bericht des Spitals G.________ vom 5. Juli 2021 [IV-
act. 26]). Allerdings relativierte Physiotherapeut I.________ im Bericht vom 7. Juli 
2021 die verbesserte Schmerzsymptomatik, indem er ausführte, die Tagesstruktur 
und das Pausenmanagement der Beschwerdeführerin seien so schlecht gewesen, 
dass ein Teil ihrer Schmerzen wieder zurückgekehrt sei (vgl. IV-act. 25). Aufgrund 
der verbesserten gesundheitlichen Verfassung nahm die Beschwerdeführerin ihre 
berufliche Tätigkeit im Umfang von 30 % ab August 2021 wieder auf, wobei sich ihr 
Zustand kurz darauf wieder verschlechterte und sie ab dem 19. November 2021 
erneut voll arbeitsunfähig geschrieben wurde (vgl. ärztliches Zeugnis Spital 
G.________ [IV-act. 53]; Schlussprotokoll der Krankentaggeldversicherung, 
Einträge vom 10. August 2021 und 17. November 2021, wonach der 
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin wieder so sei wie vor dem letzten 
Eintritt in die C.________ [IV-act. 87 S. 9 und S. 11 f.]). Daraufhin folgte vom 
20. Januar 2022 bis zum 10. März 2022 ein stationärer Aufenthalt in der Klinik 
E.________ der D.________, wobei durch diese eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 
vom 20. Januar 2022 bis zum 25. März 2022 bescheinigt wurde (vgl. IV-act. 82 
S. 3). Im Austrittsbericht vom 16. März 2022 wurden als Hauptdiagnosen eine 
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode 
(ICD-10 F33.1), sowie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich 

18 / 27

vermeidenden und asthenischen Anteilen (ICD-10 F61) und als Nebendiagnosen 
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-
10 F45.41) sowie chronische Schmerzen an der rechten Schulter ausgewiesen (vgl. 
IV-act. 82 S. 1). Es ist dem psychiatrischen Gutachter beizupflichten, dass die 
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich vermeidenden und asthenischen 
Anteilen nicht hergeleitet wird. Diese Diagnose taucht in den nachfolgenden 
Berichten der D.________ an die Krankentaggeldversicherung vom 28. März 2022 
(vgl. IV-act. 88 S. 10 ff.) und vom 31. März 2022 (IV-act. 88 S. 14 f.) auch nicht mehr 
auf. Demgegenüber überzeugen die anderweitig gestellten Diagnosen vor dem 
Hintergrund, dass sich das Beschwerdebild in etwa gleich präsentierte wie beim 
Eintritt in die C.________ im Jahr 2021. So habe sich die Beschwerdeführerin beim 
Klinikeintritt niedergeschlagen, nervös, müde und kraftlos präsentiert und von 
starken Schmerzen in der rechten Schulter, einer zunehmenden Freudlosigkeit, 
einer inneren Unruhe, einer Anspannung und von Zukunftsängsten berichtet. 
Zudem konnten leichte Auffassungs-, Aufmerksamkeits- und 
Konzentrationsstörungen sowie Störungen der Vitalgefühle und der Schlafqualität 
festgesellt werden (vgl. IV-act. 82 S. 1 f.; siehe ebenso IV-act. 77 S. 2). 

Während des Aufenthaltes konnte zwar eine Stabilisierung der psychischen und 
körperlichen Verfassung erreicht werden. So hielten Oberarzt J.________ und 
Psychologe K.________ im Austrittsbericht vom 16. März 2022 fest, die 
Beschwerdeführerin habe sich zum Zeitpunkt des Austritts in einer deutlich 
stabilisierten psychischen Verfassung bei verbessertem Antrieb und ausgeglichener 
Stimmung präsentiert. Leichte Auffassungs-, Aufmerksamkeits- und 
Konzentrationsstörungen sowie Zukunftsängste in Verbindung mit der 
gesundheitlichen Verfassung seien wie die anhaltenden Rücken- und 
Schulterschmerzen weiterhin vorhanden (vgl. IV-act. 82 S. 2 f.). Nach dem 25. März 
2022 erachteten Oberarzt J.________ und Psychologe K.________ eine teilweise 
Arbeitsfähigkeit von zunächst 50 % für denkbar (vgl. Berichte der D.________ vom 
28. März 2022 [IV-act. 88 S. 11] und vom 31. März 2022 [IV-act. 88 S. 14]). Soweit 
im SMAB-Gutachten vom 8. August 2022 eine frühere oder aktuelle (eindeutige) 
Diagnose aus dem depressiven Spektrum verneint wurde (vgl. IV-act. 88 S. 49), ist 
dies insoweit zu relativieren, als selbst der psychiatrische Gutachter der estimed AG 
festhielt, die früher gegebenen affektiven Probleme der Beschwerdeführerin seien 
darin einfach vom Tisch gewischt worden, ohne differenzierte Auseinandersetzung 
mit den Berichten (vgl. IV-act. 170 S. 189; siehe ferner auch Bericht von Dr. med. 
F.________ vom 14. November 2022 [act. B.5]). Bereits im Herbst 2022 erfolgte 
sodann wiederum eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes aufgrund 
vermehrter Erschöpfungssymptome (vgl. IV-act. 106 und IV-act. 114). Der 

19 / 27

behandelnde Chefarzt der D.________, welcher die Beschwerdeführerin seit gut 
einem Jahr ambulant-psychiatrisch betreute, berichtete am 14. November 2022 
über die Konsultation vom 18. Oktober 2022 und führte aus, die zunächst 
eingetretene Stimmungsstabilisierung hätte sich gegenwärtig seit ein paar Wochen 
wieder verschlechtert. Ebenso bestünde eine deutliche Verstärkung der 
Schmerzsituation. Die Beschwerdeführerin beschreibe eine starke 
Antriebslosigkeit, eine Schlafstörung durch ausgeprägtes Grübeln- und 
Gedankenkreisen, eine verminderte körperliche Belastbarkeit mit ausgeprägtem 
Müdigkeitsgefühl sowie einem deutlichen Stimmungstief. Er stellte erneut die 
Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung mit gegenwärtig mittelgradiger 
Episode (ICD-10 F33.1) und hielt fest, diese ziehe sich durch das vergangene Jahr 
mit zumindest kurzzeitigen jedoch nie länger als zwei bis drei Wochen andauernden 
stimmungsstabilen Phasen (vgl. act. B.5). In der Folge wurde die 
Beschwerdeführerin aufgrund einer Exazerbation der chronischen Schmerzstörung 
sowie eines ausgeprägten Depressionsrezidivs durch das Spital G.________ zur 
erneuten stationären Rehabilitationsbehandlung vom 6. Januar 2023 bis zum 
2. März 2023 der C.________ zugewiesen (vgl. IV-act. 114). Im Austrittsbericht 
vom 24. März 2023 wurden als Hauptdiagnosen wiederum eine rezidivierende 
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), sowie eine 
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 
F45.41) ausgewiesen. Neu kam die Hauptdiagnose eines Zustandes nach Covid-
19-Infekt hinzu. Der Leitende Arzt Dr. med. L.________ führte im besagten 
Austrittsbericht aus, hinsichtlich des depressiven Zustandsbildes beschreibe die 
Beschwerdeführerin seit der Verordnung von Brintellix im Vorfeld des 
Klinikaufenthaltes eine gebesserte emotionale Belastbarkeit mit Ausbleiben der 
zuvor bestehenden Panikzustände. Auf das weiterhin von einem stark reduzierten 
Antrieb und Vitalitätserleben und deprimierter Grundstimmung geprägten 
depressive Syndrom habe durch den Klinikaufenthalt im Sinne einer leichten 
Stimmungsaufhellung bzw. des Erlebens von Freude im Alltag Einfluss genommen 
werden können. Hingegen habe im Verlauf der Hospitalisation hinsichtlich der 
chronischen Schmerzproblematik trotz der vielfältigen rehabilitativen Ansätze leider 
keine grundlegende Linderung erreicht werden können. Es hätten sich permanente 
Schmerzen in schwankender Ausprägung in der rechten Schulter, im rechten 
Unterarm, im unteren Rücken mit Schmerzausstrahlung ins Gesäss, einerseits mit 
Schmerzzunahme bereits bei leichten bis mittelschweren Verrichtungen, 
andererseits auch ohne ersichtlichen äusseren Zusammenhang gezeigt. Die 
psychoedukative Information, dass auch ein unverarbeiteter seelischer Schmerz 
seinen Ausdruck in körperlichen Schmerzen suchen könne, sei bei der 
Beschwerdeführerin auf Resonanz gestossen, im Sinne, dass es viele sie 

20 / 27

verletzende Erlebnisse in ihrem Leben gegeben habe, über die sie noch nie 
gesprochen habe. Die Testdiagnostik zeigte einen HADS-Depressivitätswert von 14 
Punkten bei Klinikeintritt und 11 Punkten bei Klinikaustritt, was weiterhin auf eine 
übermässige psychische Belastung hinwies. Im PHQ-15 ergab sich bei Austritt mit 
16 Punkten eine stark ausgeprägte Somatisierung (vgl. IV-act. 114 S. 3 ff.). Der 
Leitende Arzt Dr. med. L.________ führte in seiner Beurteilung aus, es persistierten 
im Rahmen der Symptome und Hauptdiagnosen stark ausgeprägte und komplexe 
funktionelle Einschränkungen, insbesondere im Bereich der Widerstands- und 
Durchhaltefähigkeit, der Kompetenz- und Wissensanwendung, der Planung und 
Strukturierung von Aufgaben und der Mobilität. Der allgemeine gesundheitliche 
Zustand der Beschwerdeführerin sei weiterhin als desolat und ohne wesentliche 
Besserungsaussicht zu bezeichnen. Die Prognose für die berufliche Reintegration 
im ersten Arbeitsmarkt erachtete er auf längere Sicht als schlecht, weshalb er eine 
vollständige Invalidenberentung empfahl (vgl. IV-act. 144 S. 6). Mit dieser 
Beurteilung setzte sich der psychiatrische Gutachter wiederum mit dem pauschalen 
Verweis, wonach die Diagnosen nicht hergleitet worden seien, nicht auseinander. 

8.2.5. Soweit der psychiatrische Gutachter eine rezidivierende depressive Störung 
lediglich differenzialdiagnostisch auswies, überzeugt dies gestützt auf die oben 
aufgeführten, echtzeitlichen Berichte samt den darin enthaltenen Befundungen 
nicht. Ebenso erscheint der Ausschluss einer chronischen Schmerzstörung mit 
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) fraglich, nachdem sich das 
Beschwerdebild seit dem Aufenthalt in der C.________ im Jahr 2021 diesbezüglich 
nicht veränderte und im letzten Aufenthalt im Jahr 2023 die Testdiagnostik eine 
stark ausgeprägte Somatisierung ergab. Selbst die Beschwerdegegnerin stellte in 
der angefochtenen Verfügung fest, dass sich die Beschwerdeführerin vor allem in 
Behandlung bei Schmerzspezialisten und in psychiatrischer und nicht in 
orthopädischer Behandlung befunden habe und befinde, was ebenfalls darauf 
hindeutet, dass der Schmerzproblematik eine psychische Komponente zugrunde 
liegt (vgl. IV-act. 191 S. 4). Allerdings gilt auch zu berücksichtigen, dass der 
psychiatrische SMAB-Gutachter im Rahmen der Begutachtung vom 16. Juni 2022 
keine relevante psychische Komponente bei der Wahrnehmung der Schmerzen 
erfragen konnte (vgl. IV-act. 88 S. 52). Diesbezüglich bedarf es somit weiterer 
Abklärungen. 

8.2.6. Gleichermassen ist – bei detaillierter Betrachtung des Verlaufs des 
psychischen Gesundheitszustandes – die Schlussfolgerung des psychiatrischen 
Gutachters, wonach eine Arbeitsfähigkeit von 60 % in der bisherigen Tätigkeit bzw. 
von 80 % in einer adaptierten Tätigkeit ab Ende 2021 gegeben sei, nicht 

21 / 27

nachvollziehbar (vgl. IV-act. 170 S. 197 ff.). Gestützt auf die vorstehend genannten 
echtzeitlichen Berichte mit der entsprechenden Herleitung der Diagnosen und die 
Umstände, dass ab dem 19. November 2021 bis zum 25. März 2022 medizinisch 
eine volle Arbeitsunfähigkeit bescheinigt wurde, dass aufgrund des seit November 
2021 sowie Herbst 2022 verschlechterten Gesundheitszustandes jeweils ein 
erneuter Klinikaufenthalt notwendig wurde und dass der gesamte Haushalt 
grösstenteils vom Ehemann übernommen wurde (vgl. act. B.5), überzeugt die 
Annahme einer Arbeitsfähigkeit ab Ende 2021 nicht. So stellte denn auch die 
Beschwerdegegnerin gestützt auf die RAD-Beurteilung vom 28. März 2023 (IV-
act. 195 S. 13) mit Vorbescheid vom 21. Juli 2023 noch die Zusprache einer 
befristeten ganzen Invalidenrente ab dem 1. Januar 2022 bis zum 31. August 2022 
in Aussicht (vgl. IV-act. 120). Zudem unterliess es der psychiatrische Gutachter – 
wie rechtsprechungsgemäss gefordert – im Rahmen eines strukturierten 
Beweisverfahrens anhand eines Katalogs von (Standard-)Indikatoren das unter 
Berücksichtigung sowohl leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren als auch 
von Kompensationspotentialen (Ressourcen) tatsächlich erreichbare 
Leistungsvermögen einzuschätzen (vgl. BGE 141 V 281 E. 3.6; Urteile des 
Bundesgerichts 8C_728/2024 vom 28. August 2025 E. 2 und 8C_520/2024 vom 
27. März 2025 E. 3), sondern traf seine Folgenabschätzung aufgrund des 
durchgeführten Mini-ICF-APP-Ratings (vgl. IV-act. 170 S. 197), das praxisgemäss 
jedoch lediglich eine Ergänzung darstellen kann (vgl. BGE 148 V 49 E. 6.3; Urteile 
des Bundesgerichts 8C_664/2019 vom 8. April 2020 E. 4.3.1 und 9C_157/2019 
vom 28. Oktober 2019 E. 4.3). Ebenso wenig kann auf das SMAB-Gutachten vom 
8. August 2022 abgestellt werden, da die Ausführungen des damaligen 
psychiatrischen Gutachters, wonach die Anamnese nicht auf eine eindeutige 
Diagnose aus dem depressiven Spektrum weder aktuell noch in früheren Zeiten 
schliessen lasse (vgl. IV-act. 88 S. 49), ebenfalls nicht im Einklang mit den 
echtzeitlichen Berichten stehen (vgl. so auch IV-act. 170 S. 189 f.; siehe Erwägung 
8.2.4 hiervor). 

8.3.1. Im Weiteren bemängelt die Beschwerdeführerin, dass die estimed-
Gutachterin und Gutachter die kognitiven Einschränkungen nicht berücksichtigt 
hätten. Soweit sie in diesem Zusammenhang vorbringt, sogar der 
Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin seien die kognitiven Einschränkungen 
aufgefallen, so dass diese das selbständige Kochen der Beschwerdeführerin als 
nicht mehr möglich beurteile habe, ist dies insoweit zu relativieren, als dass es sich 
bei der Abklärungsperson um keine medizinische Fachperson handelt (vgl. 
Abklärungsbericht vom 16./17. April 2025 [IV-act. 177]). In Fällen psychisch 
bedingter Invalidität ist bei sich widersprechenden Erkenntnissen aus der Abklärung 

22 / 27

vor Ort und den fachmedizinischen Feststellungen rechtsprechungsgemäss in der 
Regel denn auch der ärztlichen Stellungnahme mehr Gewicht einzuräumen (vgl. 
Urteil des Bundesgerichts 8C_426/2024 vom 5. August 2025 E. 4.2).

8.3.2. Die estimed-Gutachterin und Gutachter wiesen als Diagnose ohne 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Verdacht auf kognitive Störung (ICD-10 
F06.7) bei Depression und/oder schädlichem Gebrauch von Opioiden oder 
unbekannter Genese, differenzialdiagnostisch nicht näher bezeichnete Demenz mit 
vorwiegend depressiven Symptomen (ICD-10 F03.3), aus (IV-act. 170 S. 36 und 
S. 192). Diesbezüglich ergibt sich aus dem estimed-Gutachten, dass die 
Beschwerdeführerin gegenüber dem neuropsychologischen Gutachter berichtet 
habe, unter einer ausgedehnten Vergesslichkeit bzw. 
Konzentrationsschwierigkeiten sowie Wortfindungsschwierigkeiten zu leiden (vgl. 
IV-act. 170 S. 95 f.). Der neuropsychologische Gutachter erachtete das Vorliegen 
einer negativen Antwortverzerrung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als erfüllt, 
weshalb aus den testologisch erzielten Daten nicht auf das tatsächliche Ausmass 
der neurokognitiven Funktionstüchtigkeit der Beschwerdeführerin geschlossen 
werden könne (vgl. IV-act. 170 S. 129). Angesichts der festgestellten 
Antwortverzerrung im Rahmen der Performanzvalidierung verzichtete dieser 
deshalb ausdrücklich auf die Stellung einer neuropsychologischen Diagnose (vgl. 
IV-act. 170 S. 126). Diesbezüglich gilt festzuhalten, dass die anderen Gutachter 
weder Inkonsistenzen noch eine Aggravation oder Simulation feststellen konnten, 
weshalb in der Konsensbeurteilung eine solche nicht beweiskräftig bestätigt werden 
konnte (vgl. IV-act. 170 S. 35, S. 70, S. 154 und S. 191 f.). Der psychiatrische 
Gutachter berücksichtigte die neuropsychologischen Ergebnisse lediglich insofern, 
als er in seinem Teilgutachten ausführte, der neuropsychologische Gutachter habe 
kognitive Probleme der Beschwerdeführerin festgestellt, im Rahmen der 
Beschwerdevalidierungen jedoch auch derart starke Auffälligkeiten, dass er damit 
keine kognitive Störung als Diagnose geben könne. Dennoch sei hier diskutiert, 
dass die Symptome, wie die Beschwerdeführerin sie beschreibe und wie sie auch 
in der Exploration wirke, auf eine dementielle Entwicklung hindeuten könnten. Dies 
auch aufgrund der festgestellten Probleme bei der neuropsychologischen Testung. 
Zudem könnten die kognitiven Störungen auch Nebenwirkungen des 
Opioidkonsums der Beschwerdeführerin darstellen (vgl. IV-act. 170 S. 193 f.). Trotz 
dieser Überlegungen unterliess es der psychiatrische Gutachter sodann aber, die 
neuropsychologischen Auffälligkeiten, welche Anlass zur Annahme einer negativen 
Antwortverzerrung boten, mit Blick auf plausible Alternativerklärungen im Sinne 
psychiatrischer oder entwicklungsbedingter Störungen in seiner Beurteilung 
tatsächlich zu würdigen und einzuordnen, wie dies rechtsprechungsgemäss 

23 / 27

gefordert wird (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_605/2019 vom 12. November 
2019 E. 3.2.2 und 8C_95/2019 vom 3. Juni 2019 E. 6.1). Dies drängte sich 
allerdings umso mehr auf, als der neuropsychologische Gutachter in seinem 
Teilgutachten nicht alle Kriterien zur Simulationsabklärung von Shermann et al. 
(2020) als erfüllt erachtete, mithin keine Implausibilitäten und Inkonsistenzen im 
Verhalten feststellen konnte (vgl. C-Kriterium [IV-act. 170 S. 129]), und sodann 
insbesondere darauf hinwies, dass er zur Frage möglicher psychiatrischer, 
neurologischer oder entwicklungsbedingter Faktoren, welche dieses Verhalten 
erklären würden, keine Stellung nehmen könne, sondern es Aufgabe geeigneter 
Fachärzte sei festzustellen, ob eine Krankheit vorliege, die das festgestellte 
Verhalten rechtfertige (vgl. D-Kriterium [IV-act. 170 S. 129]). Insofern greift es zu 
kurz, bei den selbst durch den psychiatrischen Gutachter festgestellten kognitiven 
Auffälligkeiten, namentlich Erinnerungslücken (vgl. IV-act. 170 S. 186), lediglich 
einen Verdacht auf eine kognitive Störung bei Depression und/oder schädlichem 
Gebrauch von Opioiden bzw. unbekannter Genese, differenzialdiagnostisch nicht 
näher bezeichnete Demenz mit vorwiegend depressiven Symptomen, ohne 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auszuweisen (vgl. IV-act. 170 S. 192).  

8.3.3. Eine solche Verdachtsdiagnose ist auch gestützt auf die übrigen 
medizinischen Akten nicht nachvollziehbar. Bereits am 5. Juli 2021 erfolgte eine 
neuropsychologische Untersuchung bei den D.________, wobei die dortigen 
Testergebnisse als valide eingestuft wurden (vgl. IV-act. 32 S. 3). 
Untersuchungsanlass war, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer 
Arbeitstätigkeit nicht mehr gewusst habe, wie Jahresüberträge und Rechnungen zu 
verbuchen seien. Beim klinischen Untersuch waren ebenfalls 
Gedächtnisschwierigkeiten auffallend (vgl. IV-act. 32 S. 1 ff.). Die Untersuchung 
ergab insgesamt mittelschwere kognitive Funktionsminderungen. Im Vordergrund 
stünden schwere kognitive Leistungsminderungen in Teilbereichen der 
Exekutivleistungen (Umstellfähigkeit, Planungsfertigkeit) sowie mittelschwere 
kognitive Auffälligkeiten im auditiv-verbalen Lernen und Gedächtnis. Weitere, 
leichtere Auffälligkeiten zeigten sich in attentiven Teilleistungen (sprachbasierte 
Verarbeitungsgeschwindigkeit) und im konzeptuellen Denken (Exekutivleistung). 
Weiter wurde im Bericht festgehalten, in Zusammenschau des fronto-temporal 
betonten Ausfallprofils mit Akzentuierung frontaler Defizite, des unauffälligen MRI-
Befundes vom August 2018, des auffälligen EEG-Befundes im Rahmen der 
neurologischen Untersuchung vom November 2018 und der unauffälligen 
Lumbalpunktion aus dem Jahr 2018 könne ein frühzeitiger neurodegenerativer 
Prozess nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund der fehlenden Progredienz der 
Gedächtnisdefizite und unauffälligen Lumbalpunktion aus dem Jahr 2018 sei eine 

24 / 27

Demenz vom Alzheimer-Typ unwahrscheinlich. Für eine abschliessende 
ätiologische Erklärung und bezüglich Diagnostik und Differenzialdiagnostik 
(Depressionssymptomatik DD FTLD) der neurokognitiven Defizite empfahlen die 
Fachpersonen eine weiterführende bildgebende Untersuchung im Sinne eines 
FDG-PET (vgl. IV-act. 32 S. 5). Die entsprechende FDG-PET Untersuchung vom 
8. September 2021 ergab zwar kein Hinweis auf einen kortikalen 
Hypometabolismus hinweisend auf eine dementielle Erkrankung (vgl. IV-act. 42), 
dennoch finden sich die kognitiven Funktionsstörungen auch im weiteren Verlauf 
der Akten, wobei der Ursprung unklar blieb. So hielten die Fachpersonen der 
D.________ in ihren Berichten vom 16. März 2022 (IV-act. 82 S. 1 ff.), vom 28. März 
2022 (IV-act. 88 S. 11) und vom 31. März 2022 (IV-act. 88 S. 14) 
Gedächtnisstörungen im Sinne von Störungen in der Konzentration, Merkfähigkeit 
und Aufmerksamkeit fest und wiesen diesen Einschränkungen – im Gegensatz zum 
estimed-Gutachten – Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu, indem sie 
ausführten, dass die Gedächtnisstörungen die Beschwerdeführerin an einer 
vollständigen Arbeitsfähigkeit hindern würde. Die SMAB-Gutachter stellten in ihrem 
Gutachten vom 8. August 2022 als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
sodann eine unspezifische hirnorganische psychische Störung mit mittelschweren 
kognitiven Störungen (ICD-10 F06.8). Auch der psychiatrische SMAB-Gutachter 
sah in den Befunden einer mittelschweren kognitiven Funktionsminderungen die 
aus psychiatrischer Sicht wesentlichen und für die Arbeitsfähigkeit relevanten 
Beeinträchtigungen. Zudem hielt er einen Zusammenhang mit der früheren 
Borrelieninfektion für möglich (vgl. IV-act. 88 S. 20, S. 49 und S. 52). Im 
Austrittsbericht der C.________ vom 24. März 2023 wird als Nebendiagnose eine 
mittelschwere kognitive Funktionsstörung (ED 8/2021) bisher unklarer Genese 
aufgeführt. Gemäss Angaben der Beschwerdeführerin habe sich die ausgeprägte 
Vergesslichkeit seit der Hospitalisation im Jahr 2021 nie gebessert. Der Leitende 
Arzt Dr. med. L.________ führte aus, die bereits im Vorfeld abgeklärten kognitiven 
Funktionsstörungen hätten sich in sämtlichen Therapiegesprächen als 
Erinnerungslücken sowohl zu weit zurückliegenden Ereignissen als auch betreffend 
Inhalten aus vorangehenden Sitzungen bemerkbar gemacht (vgl. IV-act. 114). 
Hinzu kommt, dass im Mai 2025 durch Dr. med. M.________, Fachärztin für 
Allgemeine Innere Medizin, ein Moca-Test durchgeführt wurde, welcher mit 18/30 
Punkten im Vergleich zum Jahr 2021 mit 24/30 Punkten deutlich schlechter 
ausgefallen und hinweisend auf eine Progression der Kognitionsstörung sei (vgl. 
act. B.7). Demnach bedarf es auch in Bezug auf die kognitiven Einschränkungen 
weiterer Abklärungen, nachdem solche in den Akten von allen Fachpersonen 
festgestellt wurden, diesen auch Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 
zugeschrieben wurden und eine Progression derselben im Raum steht. 

25 / 27

9.1. Insgesamt betrachtet stellt das estimed-Gutachten vom 3. Februar 2025 
(vgl. IV-act. 170) keine beweiswertige Beurteilung dar, mit welcher das Vorliegen 
einer Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer leidensangepassten Tätigkeit ab Ende 2021 
nachvollziehbar begründet worden wäre. Darauf kann somit nicht abgestellt werden. 
Erachtet das zuständige Sozialversicherungsgericht – wie hier – eine Sache in 
medizinischer Hinsicht als ungenügend abgeklärt und somit auch die seitens der 
Verwaltung vorgenommene Beweiswürdigung als unvollständig, verbleibt ihm auch 
nach der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung die Möglichkeit, die Sache an 
den zuständigen Versicherungsträger zurückzuweisen, anstatt ein gerichtliches 
Gutachten zur Klärung einer offenen Frage in Auftrag zu geben (vgl. BGE 139 V 
496 E. 4.4 und 137 V 210 E. 4.4.1.4 f.). 

9.2. Vorliegend ist die Beschwerdegegnerin ihrer Abklärungspflicht nicht 
rechtsgenüglich nachgekommen, zumal sich der rechtserhebliche Sachverhalt als 
unzureichend abgeklärt präsentiert und letztlich auf das estimed-Gutachten vom 
3. Februar 2025 abgestellt wurde, obwohl dieses keine schlüssige Beurteilung der 
medizinischen Zusammenhänge bzw. der Folgenabschätzung enthält, weshalb die 
massgebliche Frage des Umfangs der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin 
sowie die Frage, ab wann eine allfällige Arbeitsfähigkeit besteht, bisweilen immer 
noch offen ist und ergänzender fachärztlicher Klärung bedarf. Da sich das 
tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin auch nicht 
gestützt auf die übrige Aktenlage zuverlässig und umfassend einschätzen lässt, 
erweist sich ein reformatorischer Entscheid im Sinne einer Zusprache von 
Leistungen der Invalidenversicherung als verfrüht. Im Einklang mit BGE 137 V 210 
ist die Sache daher unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 4. August 
2025 an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese weitere 
sachverständige bzw. fachärztliche Abklärungen vornimmt. Gestützt auf die 
dannzumal vollständigen medizinischen Unterlagen wird die Beschwerdegegnerin 
zudem zu entscheiden haben, ob sich eine BEFAS-Abklärung aufdrängt.

10. Insgesamt ergibt sich, dass die Beschwerde gutzuheissen, die angefochtene 
Verfügung vom 4. August 2025 aufzuheben und die Angelegenheit zu weiteren 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu neuem Entscheid an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.

11.1. Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG ist das 
Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über Leistungen aus der 
Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. 
Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von CHF 200.00 bis CHF 1'000.00 festgelegt. Bei Fällen wie dem 

26 / 27

vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das 
Gericht die Kosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf 
CHF 700.00 fest. Gemäss ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung einer 
Sache zu weiteren Abklärungen und zu neuem Entscheid für die Frage der 
Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der Parteientschädigung als vollständiges 
Obsiegen (vgl. BGE 141 V 281 E. 11.1, 137 V 210 E. 7.1 und 132 V 215 E. 6.1). 
Infolge des Ausgangs des Beschwerdeverfahrens sind die Gerichtskosten somit der 
Beschwerdegegnerin zu überbinden (vgl. Art. 73 Abs. 1 VRG).

11.2. Die Beschwerdeführerin hat gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Die Bemessung der 
Entschädigung erfolgt ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der 
Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, wobei der zeitliche Aufwand 
der Rechtsvertretung regelmässig durch die Schwierigkeit des Prozesses 
mitbestimmt wird. Im Übrigen wird die Bemessung der Parteientschädigung gemäss 
Art. 61 Satz 1 ATSG nach dem kantonalen Recht bestimmt (vgl. Urteile des 
Bundesgerichts 9C_519/2020 vom 6. Mai 2021 E. 2.2, 9C_64/2019 vom 25. April 
2019 E. 4, 9C_714/2018 vom 18. Dezember 2018 E. 9.2 und 9C_321/2018 vom 
16. Oktober 2018 E. 6.1). Gemäss Art. 78 VRG i.V.m. Art. 2 HV 
(Honorarverordnung; BR 310.250) wird die Parteientschädigung nach Ermessen 
des Gerichts festgesetzt, wobei es grundsätzlich von dem in der Honorarnote 
geltend gemachten (und als angemessen zu betrachtenden) Aufwand sowie vom 
(üblichen) Stundenansatz ausgeht. Ausgangspunkt ist die durch den 
Rechtsvertreter eingereichte Honorarnote. 

11.3. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin reichte am 13. Oktober 2025 
eine Honorarnote ein (vgl. act. G.2). Das geltend gemachte Honorar beläuft sich auf 
insgesamt CHF 4'476.00 (bestehend aus einem Aufwand von 16.75 Stunden à 
CHF 240.00 [CHF 4'020.00] zzgl. Barauslagen von 3 % [CHF 120.60] und 8.1 % 
MWST [CHF 335.40]). Der veranschlagte Stundenansatz von CHF 240.00 ist 
üblich. Allerdings erscheint der geltend gemachte Aufwand angesichts des 
vorliegenden Aktenumfangs, des einfachen Schriftenwechsels, der Befassung 
bereits im Einwandverfahren sowie der Länge der Beschwerdeschrift als zu hoch 
und ist ermessensweise auf CHF 4'000.00 (pauschal, inkl. Barauslagen und MWST) 
zu reduzieren. In diesem Umfang hat die Beschwerdegegnerin die 
Beschwerdeführerin aussergerichtlich zu entschädigen.

27 / 27

Es wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Verfügung vom 
4. August 2025 aufgehoben und die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen 
im Sinne der Erwägungen und zu neuem Entscheid an die IV-Stelle des 
Kantons Graubünden zurückgewiesen.

2. Die Kosten von CHF 700.00 gehen zulasten der IV-Stelle des Kantons 
Graubünden.

3. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden hat A.________ mit CHF 4'000.00 
(inkl. Barauslagen und MWST) zu entschädigen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]