# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6fc8cad7-c630-5b6d-9448-a999a67683a6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.09.2011 E-4923/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4923-2011_2011-09-16.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­4923/2011

U r t e i l   v om   1 6 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichterin Regula Schenker Senn,
mit Zustimmung von Richterin Christa Luterbacher;  
Gerichtsschreiber Urs David.

Parteien A._______,
B._______,
Irak,  
beide vertreten durch Dieter Roth, Advokat,
(…), 
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin); 
Verfügung des BFM vom 30. August 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  die  Beschwerdeführerin,  eine  irakische  Staatsangehörige,  am 
30. August 2010 in der Schweiz ein erstes Asylgesuch stellte,

dass  sie  im  Rahmen  der  Kurzbefragung  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum  (EVZ)  C._______  nach  anfänglichem  Verschweigen 
einräumte, in Deutschland ein Asylverfahren durchlaufen zu haben, wobei 
das Gesuch vom Oktober 2009 abschlägig beurteilt worden und sie in der 
Folge  in  die  Schweiz  weitergereist  sei,  um  hier  dieselben  Asylgründe 
(Verfolgung durch Terroristen) geltend zu machen, 

dass die Beschwerdeführerin  im Rahmen des  ihr  gewährten  rechtlichen 
Gehörs  zu  einem  allfälligen  Nichteintretensentscheid  aufgrund  der 
mutmasslichen Verfahrenszuständigkeit Deutschlands in Anwendung der 
Schengen/Dublin­Vertragsgrundlagen  mit  Wegweisung  dorthin  erklärte, 
sie möchte bei  ihrem  in der Schweiz wohnhaften Verlobten (D._______; 
N […]; vorläufig aufgenommen seit 2007) bleiben,

dass das BFM mit Verfügung vom 17. November 2010 in Anwendung von 
Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG, 
SR 142.31)  auf  dieses  erste  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  nicht 
eintrat, deren Wegweisung nach Deutschland und den Vollzug anordnete,

dass  es  zur  Begründung  seiner  Verfügung  ausführte,  gestützt  auf  die 
einschlägigen  staatsvertraglichen  Bestimmungen  (unter  anderem: 
Abkommen  vom  26.  Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die 
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die 
Prüfung  eines  in  einem  Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten 
Asylantrags  [Dublin­Assoziierungsabkommen,  SR  0.142.392.68]; 
Verordnung  [EG]  Nr.  343/2003  des  Rates  vom  18.  Februar  2003  zur 
Festlegung  von  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  Asylantrags  zuständig  ist,  den 
ein Staatsangehöriger eines Drittlandes in einem Mitgliedstaat gestellt hat 
[Dublin­II­Verordnung]; Verordnung  [EG] Nr. 1560/2003 der Kommission 
vom  2.  September  2003  mit  Durchführungsbestimmungen  zur 
Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates [DVO Dublin]) sei Deutschland 
für  die  Durchführung  des  Asylverfahrens  zuständig,  woran  der Wunsch 
der Beschwerdeführerin hinsichtlich eines Verbleibes bei ihrem Verlobten 
praxisgemäss nichts zu ändern vermöge,

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dass  die  Verfügung  vom  17.  November  2010  unangefochten  in 
Rechtskraft erwuchs,

dass  die  Beschwerdeführerin  am  13.  Dezember  2010  beim  BFM  ein 
"Gesuch  um  Vollzugsstopp"  einreichte,  welches  sie  mit  ihrer 
zwischenzeitlich  in  der  Schweiz  erfolgten  Heirat  nach  Brauch,  der 
Einleitung eines zivilrechtlichen Ehevorbereitungsverfahrens und der per 
(…) 2011 erwarteten Geburt eines gemeinsamen Kindes begründete,

dass  das  BFM  dieses  Gesuch  als  Wiedererwägungsgesuch  betreffend 
die  Verfügung  vom  17.  November  2010  qualifizierte  und  es  mit – 
wiederum  unangefochten  gebliebener  –  Verfügung  vom  29.  Dezember 
2010 ablehnte,

dass  es  in  der  Begründung  unter  Bezugnahme  auf  die  in  Art.  8  der 
Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte 
und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  geschützte  Familieneinheit 
insbesondere  festhielt,  dass  keine  gefestigte  Beziehung  zwischen  den 
bloss  nach  Brauch  Verheirateten  bestehe,  das 
Ehevorbereitungsverfahren  in  Deutschland,  allenfalls  im  Heimatstaat, 
abgewartet  werden  könne,  der  Partner  nach  erfolgter  Heirat  die 
Möglichkeit zur Beantragung des Familiennachzuges habe und auch die 
geltend gemachte Schwangerschaft nicht vollzugshinderlich sei,

dass  die  Beschwerdeführerin  am  3.  Februar  2011  nach  Deutschland 
zurückgeführt wurde,

dass D._______ mit Eingabe vom 10. Februar 2011 und Ergänzung vom 
11. April 2011 beim BFM ein Gesuch um Familienzusammenführung und 
Einreisebewilligung  zugunsten  der  sich  damals  in  Deutschland 
aufhaltenden Beschwerdeführerin stellte,

dass die  zwischenzeitlich  (gemäss eigenen Angaben am 20. Mai  2011) 
wieder  in die Schweiz eingereiste Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 
23. Mai 2011 (und Ergänzung vom 27. Mai 2011) ein schriftliches zweites 
Asylgesuch  stellte  und  um  Zuweisung  in  den  Wohnsitzkanton  ihres 
Verlobten  ersuchte,  wobei  sie  insbesondere  auf  ihre  fortgeschrittene 
Schwangerschaft hinwies, 

dass  die Beschwerdeführerin  anlässlich  der  Kurzbefragung  vom 6.  Juni 
2011  im EVZ C._______ auf  ihre bisher geltend gemachten Asylgründe 
verwies  und  erklärte,  Deutschland  trotz  einer  dort  erhaltenen  Duldung 

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wegen  der  beabsichtigten  Eheschliessung  und  bevorstehenden 
Niederkunft in Richtung Schweiz verlassen zu haben, um bei ihrem Mann 
sein zu können,

dass  die Beschwerdeführerin  anlässlich  des  ihr  gleichentags  gewährten 
rechtlichen Gehörs zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid aufgrund 
der mutmasslichen Verfahrenszuständigkeit Deutschlands in Anwendung 
der  Schengen/Dublin­Vertragsgrundlagen  mit  Wegweisung  dorthin 
erklärte,  für  sie  selber  spiele  die  Verfahrenszuständigkeit  der  Schweiz 
oder Deutschlands, wenngleich sie dort nicht zu ihrem Recht gekommen 
sei,  an  sich  keine  Rolle,  denn  sie  möchte  einfach  mit  ihrem  Mann 
zusammen sein,

dass am (…) 2011 der Beschwerdeführer geboren wurde, wobei gemäss 
der  zivilstandsamtlichen  Geburtsmitteilung  die  Beschwerdeführerin  als 
Mutter erwähnt, jedoch kein Vater vermerkt ist,

dass  die  Beschwerdeführerin  das  BFM mit  Eingabe  vom  15.  Juli  2011 
erneut  um  Vornahme  der  Zuteilung  in  den  Wohnsitzkanton  von 
D._______ ersuchte,

dass das BFM die Beschwerdeführenden mit Entscheid vom 19. Juli 2011 
antragsgemäss dem Kanton E._______ zuwies,

dass das BFM am 26. Juli 2011 und ergänzend am 22. August 2011 ein 
auf  Art.  16  Abs.  1  Bst.  e  Dublin­II­Verordnung  gestütztes 
Übernahmeersuchen  an  Deutschland  richtete,  welchem  die  zuständige 
deutsche  Migrationsbehörde  am  8.  August  2011  (betreffend  die 
Beschwerdeführerin,  gestützt  auf  Art.  16  Abs.  1  Bst.  e  Dublin­II­
Verordnung)  beziehungsweise  am  23.  August  2011  (betreffend  den 
Beschwerdeführer,  gestützt  auf  Art.  4  Abs.  3  Dublin­II­Verordnung) 
ausdrücklich zustimmte,

dass  das  BFM mit  Verfügung  vom  30.  August  2011  –  eröffnet  am  31. 
August  2011  –  in  Anwendung  von  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  auf  die 
Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht eintrat, deren Wegweisung 
nach Deutschland und den Vollzug anordnete und ferner feststellte, einer 
allfälligen  Beschwerde  gegen  diese  Verfügung  komme  keine 
aufschiebende Wirkung zu,

dass  es  zur Begründung  seiner Verfügung ausführte,  gemäss Eurodac­
Treffer  habe  die  Beschwerdeführerin  in  Deutschland  am  (…)  Oktober 

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2009  ein  Asylgesuch  eingereicht  und  gestützt  auf  die  einschlägigen 
staatsvertraglichen  Bestimmungen  (unter  anderem:  Dublin­
Assoziierungsabkommen; Dublin­II­Verordnung,  insb. deren Art. 16 Abs. 
1  Bst.  e;  DVO  Dublin)  sei  Deutschland  für  die  Durchführung  des 
Asylverfahrens zuständig, zumal die deutschen Behörden dem Ersuchen 
um Rückübernahme  der  Beschwerdeführenden  denn  auch  ausdrücklich 
zugestimmt hätten,

dass die Aussagen der Beschwerdeführerin anlässlich des ihr gewährten 
rechtlichen Gehörs keinen Selbsteintrittsgrund nach Art. 3 Abs. 2 Dublin­
II­Verordnung  beziehungsweise  Art.  29a  der  Asylverordnung 1  vom 
11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) darstellten 
und  keine  relevanten  Hindernisse  für  die  Verfahrenszuständigkeit 
Deutschlands und den Vollzug der Wegweisung dorthin begründeten, 

dass  nämlich  der  negative  Ausgang  des  dortigen  Asylverfahrens  nicht 
gegen  die  Zuständigkeit  Deutschlands  spreche,  zivilrechtlich  die 
Beschwerdeführerin unverheiratet und der Vater des Beschwerdeführers 
unbekannt  sei  und  –  wie  bereits  in  früheren  Verfügungen  festgestellt – 
keine  gefestigte  Beziehung  zwischen  der  Beschwerdeführerin  und 
D._______ bestehe, weshalb die drei keine Familieneinheit im Sinne von 
Art.  2  Bst.  i  Dublin­II­Verordnung  beziehungsweise  Art.  1a  AsylV 1 
bildeten und mithin Art. 8 EMRK nicht verletzt sei,

dass  die Überstellung  nach Deutschland  –  vorbehältlich  einer  allfälligen 
Unterbrechung oder Verlängerung – bis spätestens am 8. Februar 2012 
zu erfolgen habe,

dass  die  Wegweisung  die  Regelfolge  des  Nichteintretensentscheides 
darstelle  und  der  Vollzug  der  Wegweisung  nach  Deutschland  mangels 
zureichender gegenteiliger Anhaltspunkte zulässig, zumutbar und möglich 
sei  und  insbesondere  weder  dem  Non­Refoulement­Gebot  noch  Art.  3 
EMRK widerspreche,

dass gemäss Art. 107a AsylG einer allfälligen Beschwerde gegen diese 
Verfügung keine aufschiebende Wirkung zukomme,

dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  7.  September  2011 
gegen  diese  Verfügung  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde 
erhoben  und  dabei  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung,  die 
Anweisung  an  die  Vorinstanz  zur  materiellen  Prüfung  des  Asylgesuchs 
sowie  in  prozessualer  Hinsicht  die  Gewährung  der  unentgeltlichen 

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Rechtspflege  nach  Art.  65  Abs.  1  und  2  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) 
inklusive  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  und  die 
Anordnung  einer  vollzugshemmenden  vorsorglichen  Massnahme 
beziehungsweise die Erteilung der aufschiebenden Wirkung beantragen,

dass  sie  in  der  Begründung  zunächst  eine  insoweit  krass  unrichtige 
Sachverhaltsfeststellung  durch  das  BFM  rügen,  als  dieses  den 
Eheschluss  nach  Brauch,  die  Bemühungen  um  einen  zivilrechtlichen 
Eheschluss,  die  Geburt  des  gemeinsamen  Sohnes  und  das 
Zusammenleben der Familie  an der  gleichen Adresse  ignoriere,  obwohl 
diese  Sachverhaltselemente  aus  den  Akten  und  nunmehr  vorlegbaren 
Beweismitteln  (schriftliche  Erklärung  von  D._______,  N­  bzw.  F­
Ausweise,  Buchungsbestätigung  für  Hochzeit  nach  Brauch, 
Gesuchsformular  betr.  Vorbereitung  zur  Eheschliessung,  zwei 
Korrespondenzen  des  rubrizierten  Rechtsvertreters  mit  dem  BFM) 
hervorgingen,

dass  eine  zivilrechtliche  Heirat  beziehungsweise  bereits  das 
Vorbereitungsverfahren  sowie  eine  Kindsanerkennung  bislang  einzig 
wegen  der  ungerechtfertigten  und  mit  dem  Fehlen  gültiger  Reisepässe 
begründeten  Weigerungshaltung  des  Zivilstandsamtes  nicht  habe 
erfolgen  können  und  diese  Tatsache  ebenfalls  aus  den  Akten  und  den 
genannten Beweismitteln hervorgehe beziehungsweise von Amtes wegen 
beim zuständigen Zivilstandsamt zu erkundigen sei,

dass  somit  klar  von  einer  gefestigten  Beziehung  zwischen  der 
Beschwerdeführerin  und  D._______  auszugehen  sei  und  sich  beide 
Beschwerdeführenden  dementsprechend  auf  das  in  Art.  8  EMRK 
verbriefte Recht auf Familienleben berufen könnten, 

dass  das  BFM  in  Anbetracht  der  Umstände,  dass  D._______  in  der 
Schweiz vorläufig aufgenommen und ein eheliches Zusammenleben nur 
in  der  Schweiz  möglich  sei,  daher  in  Anwendung  der  humanitären 
Selbsteintrittsklausel  von  Art.  15  Dublin­II­Verordnung  zur  materiellen 
Prüfung der Asylgesuche verpflichtet sei, welche schlussendlich in einen 
Einbezug  der  Beschwerdeführenden  in  die  vorläufige  Aufnahme  des 
Partners und Kindsvaters münden müsse,

dass eine Wegweisung nach Deutschland zudem klar unverhältnismässig 
erscheinen  würde,  da  die  Beschwerdeführenden  auf  die  Unterstützung 

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durch  D._______  angewiesen  seien,  dieser  erwerbstätig  und  mithin 
unterstützungsfähig  sei  und  ihnen  im  Übrigen  die  Ausschaffung  von 
Deutschland nach dem Irak drohen könnte,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  9.  September  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom  8. 
September 2011 den Vollzug der Wegweisung gestützt auf Art. 56 VwVG 
antragsgemäss vorsorglich aussetzte,

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

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dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht 
diesbezüglich  grundsätzlich  volle  Kognition  zukommt,  wobei  sich  diese 
Fragen  –  namentlich  diejenigen  hinsichtlich  des  Bestehens  von 
Vollzugshindernissen  (Durchführbarkeit  der  Überstellung  an  den 
zuständigen  Staat)  –  in  den  Dublin­Verfahren  bereits  vor  Erlass  des 
Nichteintretensentscheides stellen (vgl. BVGE 2010/45 E. 10.2),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die 
Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich 
zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass  die  deutschen  Behörden  dem  Ersuchen  des  BFM  um 
Rückübernahme der Beschwerdeführenden gestützt auf Art. 16 Abs. 1 
Bst. e beziehungsweise Art. 4 Abs. 3 Dublin­II­Verordnung zugestimmt 
haben  und  Deutschland  für  die  Durchführung  der  Asyl­  und 
Wegweisungsverfahren der Beschwerdeführenden zuständig ist,

dass  die  erwähnten  gesetzlichen  Grundlagen  der  Zuständigkeit  vom 
BFM  zutreffend  erkannt  (und  von  Deutschland  auch  akzeptiert) 
wurden, 

dass  diesbezüglich  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die 
Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann,

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dass  diese  Erkenntnisse  auf  einer  zutreffenden  und  vollständigen 
Sachverhaltsgrundlage  gewonnen  wurden  und  insbesondere  der 
Eheschluss  nach  Brauch,  die  Bemühungen  um  einen  zivilrechtlichen 
Eheschluss,  die Geburt  des Beschwerdeführers  und  die  gemeinsame 
Wohnadresse  in  der  angefochtenen  Verfügung  und/oder  in  den 
vorangegangenen  Asyl­  und  Wiedererwägungsentscheiden,  auf 
welche  wiederum  in  der  angefochtenen  Verfügung  verwiesen  wird, 
erwähnt  sind,  weshalb  entgegen  der  in  der  Beschwerde  vertretenen 
Ansicht  offensichtlich  nicht  von  einer  unvollständigen  oder  sonstwie 
fehlerhaften Sachverhaltsfeststellung gesprochen werden kann, 

dass  denn  auch  weder  seitens  der  Vorinstanz  noch  seitens  der 
Beschwerdeführenden  bestritten  wird,  dass  bislang  weder  ein 
zivilrechtlicher  Eheschluss  erfolgt  ist  (oder  unmittelbar  bevorsteht) 
noch  ein  Kindsanerkennungsverfahren  durchgeführt  wurde  und  im 
Geburtsschein des Beschwerdeführers auch kein Vater registriert ist,

dass  für  das  Bundesverwaltungsgericht  weder  Kompetenz  noch 
Zuständigkeit  noch  anderweitiger  Anlass  besteht,  Feststellungen  der 
zivilstandsamtlichen  Fachbehörde  zu  hinterfragen  und  zu  überprüfen, 
sondern  es  den  Beschwerdeführenden  unbenommen  ist,  angebliche 
Fehlerhaftigkeiten  in  der  Amtsführung  oder  Rechtsanwendung  der 
Zivilstandsbehörde  bei  den  hierfür  zuständigen  Aufsichts­ 
beziehungsweise Rechtsmittelbehörden zu beanstanden,

dass  demgegenüber  die  Rechtswirkung  der  asyl­  und 
wegweisungsrelevanten Sachverhaltselemente  (z.B. die Frage, ob ein 
Zusammenleben im konkreten Fall als gefestigt unter dem Aspekt von 
Art.  8  EMRK  zu  betrachten  sei),  die  Sachverhaltswürdigung  (statt 
–feststellung) beschlägt,

dass  diese  Sachverhaltswürdigung  vorliegend  seitens  des  BFM 
durchaus rechtskonform erfolgt ist,

dass  mangels  eines  ausgewiesenen  zivilrechtlichen  Ehe­  oder 
Kindsverhältnisses  keine  familiäre Beziehung der Beschwerdeführenden 
zu D._______ besteht, sondern einzig ein Kindsverhältnis zwischen den 
Beschwerdeführenden selber,

dass  daneben  offensichtlich  auch  keine  genügend  gefestigte, 
familienähnliche und dauerhafte Beziehung der Beschwerdeführenden zu 
D._______ auszumachen ist, 

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dass gemäss Art. 2 Bst.  i Dublin­II­VO der nicht verheiratete Partner der 
asylsuchenden  Person  dann  ein  Familienangehöriger  im  Sinne  des 
Dublin­Abkommens ist, wenn eine dauerhafte Beziehung geführt wird,

dass  zwar  aktuell  eine  gemeinsame  Wohnadresse  besteht,  aber  das 
Zusammenleben  erst  seit  einigen  Monaten  und  auch  nur  phasenweise 
besteht, wobei die offizielle Zuweisung der Beschwerdeführenden in den 
Wohnsitzkanton von D._______ gar erst vor zwei Monaten erfolgte,

dass  ferner  gemäss  ständiger  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  sich 
jemand nur dann auf den Schutz des Familienlebens nach Art. 8 EMRK 
berufen  kann,  wenn  er  sich  auf  eine  Beziehung  zu  einer  Person  mit 
gefestigtem Anwesenheitsrecht  (Bürgerrecht, Niederlassungsbewilligung, 
Aufenthaltsbewilligung mit  gefestigtem Rechtsanspruch)  beruft  (vgl. statt 
vieler BGE 130 II 281, 135 I 143, je mit weiteren Hinweisen),

dass eine blosse vorläufige Aufnahme jedenfalls nicht dazu gehört,

dass im Übrigen die humanitäre Klausel gemäss Art. 15 Abs. 1 Dublin­II­
Verordnung  ausschliesslich  als  Rechtsgrundlage  dient,  andere 
Mitgliedstaaten zu ersuchen, den Asylantrag einer asylsuchenden Person 
zu  überprüfen  (vgl.  CHRISTIAN  FILZWIESER/ANDREA  SPRUNG,  Dublin­II­
Verordnung, 3. überarb. Aufl., Wien/Graz 2010, K2 und 4 zu Art. 15) und 
die Klausel folglich bedingt, dass sich die betroffene Person nicht in dem 
Staat  aufhält,  der  sich  aus  humanitären  Gründen  auf  Anfrage  eines 
anderen Mitgliedstaates für zuständig erklären könnte,

dass sich die Beschwerdeführerin  indessen  in der Schweiz und somit  in 
einem  für  das  Asylverfahren  nicht  zuständigen  Staat  aufhält,  weshalb 
Art. 15 Abs. 1 Dublin­II­VO im vorliegenden Fall keine Anwendung finden 
kann,

dass  somit  kein  Anlass  zur  Anwendung  der  humanitären 
Selbsteintrittsklausel  von  Art.  15  oder  von  Art.  3  Abs.  2  Dublin­II­
Verordnung besteht,

dass  –  unbesehen  eines  allfälligen  Kindsverhältnisses  zwischen  dem 
Beschwerdeführer und seinem angeblichen Vater – zudem erneut auf 
Art. 4 Abs. 3 Dublin­II­Verordnung aufmerksam zu machen ist, gemäss 
welcher Bestimmung der mit dem Elternteil einreisende minderjährige 
Familienangehörige  die  für  den  Elternteil  geltende 
Zuständigkeitsordnung  teilt,  auch  wenn  das  Kind  erst  in  einem 

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Mitgliedstaat des Dublin­Raumes geboren wurde,

dass  somit  der  Beschwerdeführer  vorliegend  untrennbar  mit  dem 
Zuständigkeitsschicksal seiner Mutter (Deutschland) verbunden ist,

dass  im Übrigen gemäss Ziffer  6  der  einleitenden Bestimmungen der 
Dublin­II­Verordnung  die  Einheit  der  Familie  nur  insoweit  gewahrt 
werden  soll,  soweit  dies  mit  den  sonstigen  Zielen  –  vorliegend  die 
Zuständigkeitsordnung gemäss Art. 16 Abs. 1 Bst. e i.V.m. Art. 4 Abs. 
3  Dublin­II­Verordnung  –  vereinbar  ist,  die  mit  der  Festlegung  von 
Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  für  die  Prüfung  eines 
Asylantrages zuständigen Mitgliedstaates angestrebt werden,

dass  keine  Anhaltspunkte  substanziell  geltend  gemacht  werden  oder 
anderweitig  erkennbar  sind,  Deutschland  missachte  das  Non­
Refoulement­Gebot  oder  die einschlägigen Normen  insbesondere der 
EMRK, des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der 
Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30)  oder  des  Übereinkommens  vom 
10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame, 
unmenschliche  oder  erniedrigende Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 
0.105), 

dass  bei  dieser  Sachlage  für  die  schweizerischen  Asylbehörden 
insgesamt  keine  Veranlassung  besteht,  in  Abweichung  von  der 
festgestellten  Zuständigkeitsordnung  vom Selbsteintritt  gemäss Art.  3 
Abs. 2 Dublin­II­Verordnung  i.V.m. Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Gebrauch 
zu machen, das BFM die Überstellung der Beschwerdeführenden nach 
Deutschland  in  diesem  Sinne  zu  Recht  als  zulässig,  zumutbar  und 
möglich  erachtet  hat  und  die  vom  Bundesamt  verfügte  Wegweisung 
samt ihrem Vollzug zu bestätigen ist, 

dass  das BFM demzufolge  zu Recht  in  Anwendung  von Art.  34 Abs.  2 
Bst.  d  AsylG  auf  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführenden  nicht 
eingetreten ist,

dass  die  Beschwerdeführenden  den  Ausgang  des  offenbar  noch 
hängigen  Verfahrens  betreffend  das  Gesuch  von  D._______  vom  10. 
Februar 2011 um Familienzusammenführung in Deutschland abzuwarten 
haben,

dass  das  Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch  in  der  Regel  die 
Wegweisung aus der Schweiz zu Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG) und 

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vorliegend keine Ausnahme von diesem Grundsatz ersichtlich  ist  (vgl. 
BVGE 2008/34 E. 9.2), weshalb diese zu Recht angeordnet wurde,

dass  –  wie  bereits  angeführt  –  die  Frage  der  Zulässigkeit, 
Zumutbarkeit  und Möglichkeit  des Wegweisungsvollzugs  in Verfahren 
nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG bereits Voraussetzung (und nicht erst 
Regelfolge)  des  Nichteintretensentscheides  ist  (vgl.  BVGE  2010/45 
E. 10.2), weshalb allfällige Vollzugshindernisse bereits im Rahmen der 
eventuellen Anwendung der sogenannten Souveränitätsklausel  (Art. 3 
Abs. 2 Dublin­II­Verordnung) geprüft wurden, 

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist  und  es  sich  erübrigt,  auf  deren  Inhalt  und  die  eingereichten 
Beweismittel näher einzugehen,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.­­ 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG),

dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG ungeachtet der (bloss) behaupteten 
Bedürftigkeit  der  Beschwerdeführenden  abzuweisen  ist,  da  die 
Beschwerdebegehren  nach  dem  Gesagten  als  aussichtslos  zu 
bezeichnen sind,

dass  mit  dem  instruktionslosen  Direktentscheid  in  der  Hauptsache  die 
Gesuche um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und um 
Erteilung der aufschiebenden Wirkung hinfällig geworden sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  nach 
Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­­  werden  den  Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde. 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Regula Schenker Senn Urs David

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