# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e4a93abf-4f65-5a27-b1d9-49e371671311
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-10
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 10.04.2024 720 23 103/79
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-23-103-79_2024-04-10.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 10. April 2024 (720 23 103 / 79) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Prüfung des Rentenanspruchs eines Versicherten, der in somatischer Hinsicht an unfall-

bedingten gesundheitlichen Einschränkungen am Fuss und an der Schulter sowie an ei-

nem familiären Mittelmeerfieber leidet und eine schizoaffektive Störung im Raum steht. 

 

 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan-

tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Patrick Somm, Advo-
kat und Notar, Steinenvorstadt 73, Postfach, 4002 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 

A.1 Der 1976 geborene A.____ arbeitete zuletzt vom 1. Juni 2009 bis 30. April 2021 in einem 
85%-Teilzeitpensum bei der B.____ AG im Logistikbereich (vgl. Kündigung vom 7. Januar 2021). 
Am 30. April 2015 verunfallte er mit seinem Roller und zog sich dabei eine Distorsion des oberen 

 
 
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Sprunggelenks (OSG) links Grad III sowie eine Kontusion des Ellbogens und der rechten Schulter 
zu. Am 13. Mai 2016 erfolgte wegen ausgeprägten Vernarbungen des OSG sowie eines Knor-
pelschadens an der Talusschulter eine OSG-Arthroskopie links (vgl. Operationsbericht des Spi-
tals C.____ vom 24. Mai 2016). Am 7. September 2016 meldete sich der Versicherte erstmals bei 
der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Da er seine ange-
stammte Tätigkeit im Oktober 2016 wiederaufnehmen konnte (vgl. E-Mail der Arbeitgeberin vom 
24. November 2016), wies die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) das Leistungsbegehren mit 
Verfügung vom 6. Februar 2017 ab.  
 
A.2 Mit Gesuch vom 20. Mai 2019 erfolgte eine erneute IV-Anmeldung zum Leistungsbezug. 
Diese Anmeldung erfolgte im Rahmen eines Rückfalls zum Unfall vom 30. April 2015, nachdem 
der Versicherte am 4. April 2019 erneut am OSG operiert wurde. In der Folge sprach der zustän-
dige Unfallversicherer dem Versicherten mit Verfügung vom 17. Oktober 2019 eine Integritäts-
entschädigung von 5 % und mit Verfügung vom 27. Februar 2020 eine Invalidenrente von 13 % 
zu. Da seit der zweiten OSG-Operation eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestand, führte die IV-
Stelle keine Eingliederungsmassnahmen durch (vgl. Abschlussbericht der Eingliederungsmass-
nahme vom 18. Mai 2020 und Mitteilung vom 27. Mai 2020). Im Rahmen der Rentenprüfung 
beauftragte sie die medexperts ag mit einer polydisziplinären Begutachtung des Versicherten. 
Das Gutachten wurde am 24. August 2021 erstattet. Nach Prüfung des Gutachtens durch den 
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) holte die IV-Stelle beim psychiatrischen Gutachter der 
medexperts ag das Ergänzungsgutachten vom 6. Dezember 2021 ein. Mit Verfügung vom 
22. März 2023 sprach sie dem Versicherten eine vom 1. April 2020 bis 30. September 2021 be-
fristete ganze Rente zu. Für die Zeit ab 1. Oktober 2021 lehnte sie einen Rentenanspruch auf-
grund eines Invaliditätsgrades von 25 % ab. Dabei stützte sie sich mit Ausnahme des psychiatri-
schen Teilgutachtens auf das Gutachten der medexperts ag vom 24. August 2021. In psychiatri-
scher Hinsicht folgte sie der RAD-Einschätzung von pract. med. D.____, Facharzt für Psychiatrie 
und Psychotherapie (vgl. Stellungnahmen vom 29. September 2021, 31. Januar 2022 und 14. 
Februar 2022).   
 
B. Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch Advokat Dr. Patrick 
Somm, am 4. April 2023 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht 
(Kantonsgericht). Er beantragte, es sei in teilweiser Aufhebung der angefochtenen Verfügung die 
IV-Stelle zu verpflichten, ihm IV-Leistungen (Rente, evtl. berufliche Massnahmen) auch ab dem 
1. Oktober 2021 zu erbringen; unter o/e-Kostenfolge, wobei ihm die unentgeltliche Rechtspflege 
zu bewilligen sei. Im Wesentlichen beanstandete er die Beweistauglichkeit des orthopädischen 
Teilgutachtens sowie die psychiatrischen RAD-Beurteilungen.  
 
C. Mit Verfügung vom 13. April 2023 bewilligte das instruierende Präsidium die unentgeltli-
che Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung.  
 
D. Die IV-Stelle schloss in ihrer Vernehmlassung vom 24. Mai 2023 unter Verweis auf die 
Aktennotiz von Dr. med. E.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe-
gungsapparates, vom 20. April 2023 und die RAD-Stellungnahme von pract. med. D.____ vom 
17. April 2023 auf Abweisung der Beschwerde.  

 
 
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E. Der Versicherte reichte mit Replik vom 20. Juni 2023 den Bericht der G.____ vom 21. Juni 
2023 ein. Dabei hielt er an seinem Rechtsbegehren und seinen Ausführungen fest.  
 
F. Die IV-Stelle beantragte in der Duplik vom 29. August 2023 weiterhin die Abweisung der 
Beschwerde, wobei sie die RAD-Stellungnahme von Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psy-
chotherapie, vom 15. August 2023 beilegte.  
 
G. Anlässlich der Urteilsberatung vom 30. November 2023 stellte das Kantonsgericht fest, 
dass die von pract. med. D.____ vorgebrachten Zweifel am psychiatrischen Teilgutachten der 
medexperts ag bzw. am Ergänzungsgutachten vom 16. Dezember 2021 einleuchteten. Hingegen 
sei die Einschätzung des RAD-Arztes, wonach beim Versicherten keine psychischen Einschrän-
kungen beständen und deshalb ab Zeitpunkt der psychiatrischen Untersuchung, d.h. ab 1. Juli 
2021, eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe, aufgrund der echtzeitlichen Berichte der G.____ nicht 
überzeugend. Das Kantonsgericht zog deshalb in Erwägung, die Angelegenheit zur Vornahme 
weiterer Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen. Es stellte deshalb den Fall aus, um dem 
Versicherten Gelegenheit zu geben, zu einer möglichen Schlechterstellung (reformatio in peius) 
Stellung zu nehmen und seine Beschwerde allenfalls zurückziehen zu können. 
 
H. Mit Eingabe vom 19. Dezember 2023 teilte der Rechtsvertreter im Namen und Auftrag 
des Versicherten mit, dass er an seiner Beschwerde festhalte.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Dieses Urteil ergeht im Zirkulationsverfahren gemäss § 1 Abs. 4 des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993.   
 
2.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b VPO beurteilt das Kan-
tonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden 
gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vor-
liegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Be-
schwerde des Versicherten vom 4. April 2023 ist demnach einzutreten. 
 
2.2 Streitig und zu prüfen ist, ob der Versicherte Anspruch auf eine Invalidenrente über den 
30. September 2021 hinaus hat. Massgebend ist dabei der Sachverhalt, wie er sich bis zum Er-
lass der angefochtenen Verfügung vom 22. März 2023 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet 
rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 
V 4 E. 1.2 mit Hinweis). Arztberichte (und andere einschlägige Dokumente), die nach diesem 

 
 
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Datum erstellt wurden, werden deshalb grundsätzlich nicht berücksichtigt, es sei denn, sie erlau-
ben Rückschlüsse auf die im Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegebene 
Situation (BGE 121 V 362 E. 1; Urteile des Bundesgerichts vom 20. April 2017, 8C_71/2017, 
E. 8.3 und 30. August 2012, 9C_949/2011, E. 3.2.2). Die Berichte der G.____ vom 31. März 2023 
und 21. Juni 2023 ergingen erst nach Erlass der angefochtenen Verfügung. Da diese Berichte 
jedoch auch Aussagen zum Gesundheitszustand des Versicherten im Zeitpunkt der angefochte-
nen Verfügung machen, sind sie im vorliegenden Verfahren zu beachten. 
 
3.1 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Auf alle Rentenansprüche, die ab dem 1. Ja-
nuar 2022 entstehen, finden grundsätzlich die Bestimmungen des IVG und der Verordnung über 
die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie diejenigen des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in der Fas-
sung gültig ab 1. Januar 2022 Anwendung (Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der In-
validenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 9100). Erfolgt die Verfügung über die 
erstmalige Rentenzusprache nach dem 1. Januar 2022, begründet diese aber einen Rentenan-
spruch vor dem 1. Januar 2022, sind hingegen die Bestimmungen des IVG und der IVV sowie 
diejenigen des ATSG in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung massgebend 
(KSIR, Rz. 9101; vgl. auch Kreisschreiben zu den Übergangsbestimmungen zur Einführung des 
linearen Rentensystems [KS ÜB WE IV], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 1009). Vorliegend datiert 
die angefochtene Verfügung vom 22. März 2023. Zur Diskussion steht jedoch der Rentenan-
spruch des Versicherten ab dem 1. Oktober 2021. Somit ist die Angelegenheit in Anwendung der 
Bestimmungen des IVG und der IVV sowie derjenigen des ATSG in der bis zum 31. Dezember 
2021 gültig gewesenen Fassung zu beurteilen. Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version 
wiedergegeben, zitiert und angewendet. 
 
3.2 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG versicherte Personen, die ihre 
Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumut-
bare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeits-
unfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. 
c).  
 
3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abgestuft: 
Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf 
eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindes-
tens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
3.4 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bis-
herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird 
auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 
2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, 

 
 
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Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträch-
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutba-
rer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög-
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 
ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 
ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 
1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 
ist (Satz 2).  
 
3.5 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 
E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht 
ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine 
Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grund-
sätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entschei-
dend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der 
versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 
141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG). 
 
4.1 Für die Beurteilung der Frage des Gesundheitszustandes bzw. des Ausmasses der  
(Rest-)Arbeitsfähigkeit der versicherten Personen ist die rechtsanwendende Behörde regelmäs-
sig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen 
sind. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Per-
son arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können 
(BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat-
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess 
nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa-
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Be-
weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 
E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 

 
 
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4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdi-
gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt-
linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser 
Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren 
Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer 
Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs-
sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange 
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Stützt sich der angefochtene Entscheid hingegen ausschliess-
lich auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen, sind an die Beweiswürdigung strenge An-
forderungen zu stellen. In solchen Fällen sind bereits bei geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit 
und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen (Urteil 
des Bundesgerichts vom 27. Juli 2009, 8C_113/2009, E. 3.2 mit weiteren Hinweisen).  
 
5.1 In somatischer Hinsicht stellte die IV-Stelle vollumfänglich auf das Gutachten der medex-
perts ag vom 24. August 2021 ab und ging davon aus, dass lediglich in orthopädischer Hinsicht 
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe. Gemäss der Einschätzung des orthopädischen 
Gutachters bestehe in der angestammten Arbeit als Lagerist keine Arbeitsfähigkeit mehr und in 
einer leidensangepassten Tätigkeit ab April 2019 eine 80%ige Arbeitsfähigkeit.  
 
5.2.1 In internistischer Hinsicht konnte Dr. med. H.____, FMH Allgemeine Innere Medizin und 
FMH Rheumatologie, keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit feststellen. Seit 
15 Jahren leide der Versicherte an einem familiären Mittelmeerfieber(FMF)-Syndrom mit rezidi-
vierenden Fieberschüben während ein bis drei Tagen und Hautentzündungen (Serositiden). Mit 
einer seit Jahren laufenden Colchicin-Therapie in Kombination mit einem Interleukin-1-Antago-
nisten seien die periodischen Entzündungsschübe beim Versicherten seltener und schwächer 
geworden. Zudem sei der Versicherte an einem Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt, der aber mit 
einer oralen Antidiabetika befriedigend eingestellt sei. Aus internistischer Sicht beeinflussten 
diese Leiden die Arbeitsfähigkeit nicht.  
 
5.2.2 Dr. med. univ. I.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe-
gungsapparates, führte als orthopädische Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 
belastungsabhängige Schmerzen am linken Sprunggelenk bei degenerativen Veränderungen, 
chronische Kreuzschmerzen bei degenerativen Veränderungen an der Lendenwirbelsäule 
(LWS), belastungsabhängige Schulterschmerzen links bei Schulterengpasssyndrom links und 
Schmerzen am rechten Ellbogen mit degenerativen Veränderungen auf. In seiner Beurteilung 
hielt er fest, dass der Versicherte beim Unfall vom 30. April 2015 eine schwere OSG-Distorsion 
links erlitten habe. Die Röntgenbilder zeigten degenerative Veränderungen am linken OSG und 
beginnende degenerative Veränderungen am unteren Sprunggelenk. Bei der klinischen Untersu-
chung habe er jedoch keine Instabilität feststellen können. Im Bereich der unteren LWS zeigten 
sich klinisch deutlich schmerzhafte Myogelosen paravertebral ohne Hinweise auf akute neurolo-

 
 
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gische Ausfälle und bildgebend degenerative Veränderungen mit polysegmentalen Spondylar-
thropathien sowie eine skoliotische Fehlhaltung. Im aktuellen Röntgen sei neben beginnenden 
degenerativen Veränderungen auch ein leicht eingeengt imponierender Subacromialraum am 
rechten Schultereckgelenk erkennbar. Klinisch beständen keine Hinweise auf das Vorliegen einer 
schweren bzw. einer Totalruptur der Rotatorenmanschette. Beim rechten Ellbogengelenk be-
stehe ein Streckdefizit von 10°, aber keine Einschränkung in der Flexion. Bildgebend seien auch 
hier degenerative Veränderungen erkennbar. Aus orthopädischer Sicht bestehe eine Diskrepanz 
zwischen der Intensität der geklagten Beschwerden am Bewegungsapparat und dem Untersu-
chungsbefund sowie der aktuellen Röntgendiagnostik. Aufgrund der Beeinträchtigungen am lin-
ken Sprunggelenk, an der LWS, an der linken Schulter und am rechten Ellbogengelenk sei der 
Versicherte in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Er könne nur noch "fallweise" Lasten unter 
10 kg mit anschliessender, ausreichender Ruhezeit heben oder tragen. Zudem sei er nicht mehr 
in der Lage, in Zwangshaltungen mit vermehrter Belastung der LWS (z.B. repetitive Rotationsbe-
wegungen von mehr als 30° des Oberkörpers bei fixiertem Stand der Beine oder vorgebeugte 
Haltungen, ohne die Möglichkeit, sich abzustützen) zu arbeiten oder Tätigkeiten, die mit Bücken 
unter dem Tischkantenniveau verbunden seien, auszuführen. Desgleichen seien Arbeiten auf den 
Knien oder in Hockstellung und solche, welche, ausschliesslich im Stehen und Gehen durchge-
führt werden müssten, zu vermeiden. Auch Überkopfarbeiten und Tätigkeiten, bei welchen ein 
Niveauunterschied zu überwinden sei (z.B. Treppensteigen) oder solche, die auf Leitern oder 
Gerüsten ausgeübt würden, seien nicht mehr möglich. Aufgrund dieser qualitativen Einschrän-
kungen sei er in seiner angestammten Tätigkeit als Lagerist seit mindestens April 2019 nicht mehr 
arbeitsfähig. Ab diesem Zeitpunkt sei es ihm jedoch zumutbar, einer seinem Leiden angepassten 
leichten bis teilweise mittelschweren Tätigkeit im Umfang von 80 % nachzugehen. Die 20%ige 
Einschränkung sei mit den chronischen Schmerzen, den zunehmenden Beschwerden im Tages-
verlauf und dem dadurch bedingten erhöhten Pausenbedarf zu begründen. Der Gutachter wies 
darauf hin, dass es aufgrund der langen Erwerbslosigkeit zu einer Dekonditionierung gekommen 
sei. Im Rahmen einer Wiedereingliederung sei die Arbeitsfähigkeit deshalb stufenweise zu erhö-
hen.  
 
5.3 Das Gericht geht mit der IV-Stelle einig, dass dem internistischen und orthopädischen 
Teilgutachten der medexperts ag vom 24. August 2021 volle Beweiskraft beizumessen ist. Beide 
Fachgutachten beruhen auf allseitigen Untersuchungen und berücksichtigen die geklagten Be-
schwerden. Sowohl Dr. H.____ als auch Dr. I.____ sichteten die Akten und listeten sie im Gut-
achten auf. Die beiden Teilgutachten zeichnen sich durch eine umfassende und einleuchtende 
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation 
aus. Die gutachterliche Schlussfolgerung von Dr. H.____, wonach der Versicherte aus internisti-
scher Sicht nicht in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei, kann gut nachvollzogen werden. 
Das Gleiche gilt für die Ausführungen von Dr. I.____, der es dem Versicherten aufgrund seiner 
somatischen Beeinträchtigungen zumutet, ab April 2019 eine leidensangepasste leichte bis ge-
legentlich mittelschwere Tätigkeit im Umfang von 80 % auszuüben. 
 
5.4 An diesem Ergebnis vermögen die Einwände des Versicherten nichts zu ändern. Er 
macht geltend, dass der orthopädische Gutachter die angegebenen Beschwerden am linken 
Sprunggelenk, am Rücken, an der linken Schulter und am rechten Ellbogen nachvollziehen 

 
 
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könne, aber dennoch von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit 
ausgehe. Diese Einschätzung sei widersprüchlich und nicht hinreichend begründet. Ausserdem 
müsse die Tatsache, dass er nur noch einer leichten bis teilweise mittelschweren Erwerbstätigkeit 
nachgehen könne, mit einer zusätzlichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 %, d.h. ins-
gesamt 40 %, berücksichtigt werden. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Dr. I.____ 
anerkennt die vom Versicherten geklagten Schmerzen grundsätzlich, jedoch nicht im geltend ge-
machten Umfang. Zur Begründung verweist er auf die Diskrepanz zwischen der Intensität der 
geklagten Beschwerden und dem aktuellen Untersuchungsbefund. Weiter hält er fest, dass der 
Versicherte trotz angegebener massivster Beschwerden nur Schmerzmittel der WHO-Stufe 1 ein-
nehme, was auf eine gewisse Symptomverdeutlichung hindeute. Es ist daher nicht zu beanstan-
den, dass Dr. I.____ sein Zumutbarkeitsprofil allein aufgrund der klinischen und bildgebenden 
Befunde erstellt hat. Da diese Befunde nicht sehr ausgeprägt sind, überzeugt seine Einschät-
zung, wonach der Versicherte bei der Ausübung einer leidensangepassten Tätigkeit zu 20 % 
beeinträchtigt sei. Es liegen auch keine anderslautenden Beurteilungen der behandelnden Ärzte 
vor, welche Zweifel an der Einschätzung von Dr. I.____ erwecken könnten (vgl. hierzu auch die 
Aktennotiz von Dr. E.____ vom 20. April 2023). Entgegen der Ansicht des Versicherten rechtfer-
tigt die Tatsache, dass er nur noch leichte bis gelegentlich mittelschwere Arbeiten ausführen 
kann, nicht ohne weiteres eine zusätzliche Reduktion der Arbeitsfähigkeit im Umfang von 20 %. 
Da keine objektiven Anhaltspunkte für eine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 
mehr als 20 % bestehen und solche vom Versicherten auch nicht substantiiert dargelegt werden, 
bleibt es bei einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit. 
 
5.5 Der Versicherte bringt weiter vor, dass gemäss Bericht seiner behandelnden Ärztin der 
Klinik M.____, Dr. med. J.____, FMH Rheumatologie und FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 
2. August 2022 aufgrund des FMF eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Auch dieser Ein-
wand erweist sich als nicht stichhaltig. Mit Verweis auf die Vorakten stellte Dr. H.____ zutreffend 
fest, dass die periodischen Entzündungsschübe aufgrund der Kombination von Colchicin und ei-
nem Interleukin-1-Antagonisten seit 2020 nur alle paar Monate mit leichteren und kurzdauernden 
Episoden aufträten. Diese Ausführungen stimmen im Wesentlichen mit den Angaben des Versi-
cherten anlässlich der Untersuchung durch die medexperts ag im Juni 2021 überein. Dort gab er 
an, dass er derzeit unter Medikation ein- bis zweimal im Monat nur noch an leichteren Bauch-
schmerzepisoden für einen Tag oder etwas länger leide. Es leuchtet daher ein, dass Dr. H.____ 
zum Schluss kam, das FMF schränke die Arbeitsfähigkeit nicht dauerhaft ein. In diesem Zusam-
menhang ist zu beachten, dass nach der Begutachtung durch Dr. H.____ im Juni 2022 zweimal 
Fieberschübe mit Unterbauchschmerzen aufgetreten sind (vgl. Bericht von Dr. J.____ vom 2. 
August 2022). Dr. J.____ konnte wenige Wochen später anlässlich der Konsultation im August 
2022 lediglich eine Druckdolenz im linken Unterbauch mit gekreuzter Schmerzempfindung im 
rechten Unterbauch ohne Peritonismus (= symptomatischer Reizzustand des Bauchfells) fest-
stellen. Der Versicherte gab auch nur leichte Beschwerden an. Seit diesen beiden Vorfällen sind 
keine erneuten Fieberschübe mehr dokumentiert. Bei dieser Sachlage ist mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass diese Erkrankung keine invalidisierende Arbeitsun-
fähigkeit begründet. 
 

 
 
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5.6 Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass das Gutachten der medexperts ag vom 
24. August 2021 aus somatischer Sicht nicht zu bemängeln ist. Es ist demzufolge davon auszu-
gehen, dass es dem Versicherten in körperlicher Hinsicht zuzumuten ist, ab April 2019 einer 
leichten bis gelegentlich mittelschweren, seinem Leiden angepasste Tätigkeit im Umfang von 
80 % nachzugehen.  
 
6.1 In psychiatrischer Hinsicht wurde der Versicherte anlässlich der Begutachtung durch die 
medexperts ag von der diplomierten Fachpsychologin für Neuropsychologie K.____ und von med. 
prakt. L.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, untersucht. Die Neuropsychologin führte in 
ihrem Teilgutachten vom 30. Juni 2021 aus, dass sie dem Versicherten verschiedene Testver-
fahren unterbreitet hätten. Dabei habe er Leistungen gezeigt, welche weit unter der Erwartung 
lägen. Die schwachen Resultate seien mit dem niedrigen Bildungsniveau oder den mangelnden 
deutschen Sprachkenntnissen nicht erklärbar, habe er doch sehr schwache und inkonsistente 
Leistungen auch bei sprachfreien und sehr einfachen Aufgaben erbracht. Sie habe deshalb ein 
Beschwerdevalidierungsverfahren durchgeführt, welches hoch auffällige Ergebnisse ergeben 
habe. Sie seien unter dem Bereich der Zufallswahrscheinlichkeit, d.h. unter der Schwelle für rei-
nes Raten gewesen. Bei solchen Ergebnissen müsse von einer Aggravation oder Simulation von 
kognitiven Störungen ausgegangen werden. Es liege mit an Sicherheit grenzender Wahrschein-
lichkeit eine gezielte Antwortmanipulation vor. Aufgrund der verminderten Kooperationsbereit-
schaft des Versicherten habe kein gültiges Testprofil erstellt werden können. Die an der Untersu-
chung gezeigten Minderleistungen seien deshalb als nicht-authentische neuropsychologische 
Störungen zu qualifizieren. Aufgrund dieser Umstände könnten Art und Ausmass kognitiver De-
fizite nicht angegeben und die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht beurteilt werden.  
 
6.2.1 Med. prakt. L.____ hielt in seinem psychiatrischen Teilgutachten vom 1. Juli 2021 als 
Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit einen Verdacht auf eine schizoaffektive Stö-
rung, gegenwärtig depressiv (ICD-10 F25.2), fest. Die chronische Schmerzstörung mit somati-
schen und psychischen Faktoren beeinflusse dagegen die Arbeitsfähigkeit nicht. Der Versicherte 
habe bei der Untersuchung wiederkehrende Gedanken an Unfälle und Todesfälle von Kollegen 
erwähnt, welche in den Akten nicht beschrieben worden seien. Er habe zudem angegeben, dass 
er sich häufig vor Menschen fürchte. Im psychopathologischen Befund hielt der Gutachter fest, 
dass der Versicherte sich innerlich angespannt, unruhig, nervös, ungeduldig, verängstigt und psy-
chisch nicht belastbar gezeigt habe. Die Konzentration und die Aufmerksamkeit hätten sich im 
Laufe der Untersuchung zunehmend reduziert. Möglicherweise sei er vom Gespräch überfordert 
gewesen. Am Schluss sei er aber in der Lage gewesen, Fragen adäquat und genau zu beant-
worten. Weiter habe er Beeinträchtigungen im Antrieb und im Selbstbewusstsein feststellen kön-
nen. Ausserdem leide der Versicherte an Ein- und Durchschlafstörungen. Es liege auch ein ein-
geengtes Denken, eine Ideenflut, ein Gedankendrängen und manchmal ein Gedankenabreissen 
sowie ein zerfahrenes Denken vor. Aufgrund der beschriebenen Symptome erfülle der Versi-
cherte nur eines der drei diagnostischen Hauptkriterien einer depressiven Störung gemäss ICD-
10. Aus diesem Grund könne grundsätzlich keine depressive Störung diagnostiziert werden. Da 
beim Versicherten jedoch auch Symptome von vier Nebenkriterien gegeben seien, stelle er trotz-
dem die Diagnose einer depressiven Störung, jedoch – im Gegensatz zur behandelnden Ärzte-
schaft der G.____ – nur in leichtgradiger Ausprägung.  

 
 
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6.2.2 Weiter stellte der Gutachter fest, dass der Versicherte verschiedene psychotische Symp-
tome aufweise. So höre dieser Stimmen, die über ihn redeten. Dabei handle es sich jedoch ge-
mäss den Angaben des Versicherten nur um akustische, nicht aber um optische Halluzinationen. 
Auch habe er während der Untersuchung den Eindruck erhalten, dass der Versicherte manchmal 
Sachen sehe und höre, die nicht vorhanden seien. So sei der Versicherte einige Male aufgestan-
den und habe an Ort bewusst etwas angeschaut, wo aber nichts Besonderes zum Anschauen 
gewesen sei. Er habe das Gefühl, dass der Versicherte im Gespräch manchmal durch akustische 
oder optische Halluzinationen abgelenkt gewesen sei. Er gebe auch an, dass er sich beobachtet 
und verfolgt fühle und immer wieder Ängste und Panikattacken habe. Zudem habe er zerfahren 
gewirkt, habe gelegentlich Wortabbrüche gehabt und sei beim Reden blockiert gewesen. Weiter 
wies der Gutachter darauf hin, dass der Versicherte kalt, unnahbar, seltsam und bizarr wirke und 
ein angsteinflössendes Verhalten aufweise. Er könne sich vorstellen, dass der Versicherte relativ 
rasch aggressiv und impulsiv werden könne. Die behandelnde Ärzteschaft der G.____ hätte mit 
Bericht vom 7. Januar 2021 ebenfalls psychotische Symptome beschrieben. Auch die Neuropsy-
chologin K.____ habe solche Symptome feststellen können, wobei sie diese aber als untypisch 
qualifiziert habe. Der Gutachter stellte sich die Frage, ob der Versicherte sein Verhalten, welches 
er bei der Untersuchung gezeigt habe, vorspiele. Er kam zum Schluss, dass dieser nicht alles 
vormachen könne. So könne er beispielsweise das seltsame, kalte, unnahbare und bizarre Ver-
halten oder das eingeengte, inhärente und zerfahrene Denken, die Ideenflucht, das Gedanken-
drängen und das gelegentliche Gedankenabreissen nicht vortäuschen. Zudem könnten das miss-
trauische Verhalten, welches der Versicherte gegenüber ihm gezeigt habe, sowie die Reizüber-
flutungen und eine Überforderung im Gespräch nicht absichtlich vorgespielt werden. Vor diesem 
Hintergrund erstaune es ihn, dass die Neuropsychologin Hinweise für absichtlich falsche Antwor-
ten gefunden und eine Aggravation festgestellt habe. Ihre Einschätzung sei für ihn nicht nachvoll-
ziehbar. Selbst die behandelnde Ärzteschaft der G.____, welche den Versicherten seit 2009 be-
handelten, erwähne kein aggravierendes oder simulierendes Verhalten. Die psychotischen 
Symptome könnten einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis, vor allem einer Schi-
zophrenie, zugewiesen werden. Er gehe jedoch nicht davon aus, dass beim Versicherten eine 
paranoide Schizophrenie und eine depressive Störung zu diagnostizieren seien. Vielmehr denke 
er, dass die depressiven und psychotischen Symptome einer einzigen Erkrankung zuzuordnen 
seien. Aufgrund der aktuellen depressiven Symptomatik sei am ehesten eine schizoaffektive Stö-
rung zu diagnostizieren. Da diese Diagnose bis anhin noch nicht gestellt worden sei und frühes-
tens ein halbes Jahr nach Feststellen der entsprechenden Symptomatik als gesichert gelten 
könne, äussere er lediglich einen Verdacht auf eine schizoaffektive Störung. 
 
6.2.3 Bei der Erfassung der Funktionsfähigkeit des Versicherten orientierte sich med. prakt. 
L.____ am Mini-ICF-APP. Er stellte fest, dass der Versicherte an schwergradigen Einschränkun-
gen in der Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben leide, was auf die psychoti-
schen und depressiven Symptome zurückzuführen sei. Aufgrund der psychotischen Symptome 
allein beständen auch mittelgradige Einschränkungen in der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, 
in der Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, im Durchhaltevermögen, in der Gruppen- und Kon-
taktfähigkeit sowie in der Fähigkeit zu Spontanaktivitäten. In der Anwendung fachlicher Kompe-
tenzen bei bekannten Arbeitsabläufen sei der Versicherte mittelgradig eingeschränkt. Sobald er 

 
 
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sich aber Neues aneignen müsse, beständen starke Beeinträchtigungen, weil er aufgrund der 
psychotischen Symptome Schwierigkeiten habe, sich auf neue Sachen zu konzentrieren und 
diese zu erlernen. Lediglich leicht eingeschränkt sei die Selbstbehauptungsfähigkeit.  
 
6.2.4 Aufgrund der depressiven und psychotischen Symptome sei der Versicherte in der an-
gestammten Tätigkeit als Logistiker ab 7. Januar 2021 vollständig arbeitsunfähig. Desgleichen 
sei er in einer Verweistätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig, und zwar wegen der psychotischen 
Symptome. Die depressive Symptomatik allein würde ihn zu 20 % in der Ausübung einer erwerb-
lichen Arbeit beeinträchtigen. 
 
6.3 Die psychiatrische Beurteilung von med. prakt. L.____ überzeugte pract. med. D.____ 
nicht. Zur Begründung führte er in seiner Stellungnahme vom 29. September 2021 aus, dass es 
an einer Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der Neuropsychologin fehle. Mit Blick auf die 
von ihr festgestellte Aggravation bzw. Simulation sei die Auffassung des psychiatrischen Gutach-
ters, wonach die klinisch präsentierten Befunde valide seien, zu hinterfragen. Es sei nicht nach-
vollziehbar, dass er in Kenntnis der Feststellungen der Neuropsychologin die von ihm beschrie-
benen psychotischen Symptome als valide betrachte, zumal auch eine mangelnde medikamen-
töse Compliance des Versicherten bestehe. Die im psychopathologischen Befund genannten 
Symptome wie Nervosität und Anspannung könnten auch darauf zurückgeführt werden, dass sich 
der Versicherte der Bedeutung der psychiatrischen Untersuchungen für den Rentenentscheid bei 
langandauernder Arbeitslosigkeit und Sozialhilfebedürftigkeit bewusst gewesen sei und damit ein 
"externer" Grund für diese Symptome vorliege. Dafür spräche, dass wesentliche psychische 
Funktionen wie Antrieb und formales Denken intakt gewesen seien und die behandelnde Ärzte-
schaft der G.____ psychosoziale Faktoren für die Entwicklung der psychischen Störung als aus-
schlaggebend erachtet hätte. Die Verdachtsdiagnose einer schizoaffektiven Störung sei nicht 
überzeugend. So seien die vom psychiatrischen Gutachter beschriebenen psychotischen Symp-
tome vage und der Beschwerdevortrag eher diffus. Zudem seien die ICD-Kriterien einer schizoaf-
fektiven Störung nicht diskutiert worden; sie seien im Übrigen auch nicht erfüllt. Dazu komme, 
dass die behandelnden Fachpersonen nie einen Verdacht auf eine schizoaffektive Störung ge-
äussert hätten. Eine unbewiesene Verdachtsdiagnose bei gleichzeitiger nachgewiesener Ant-
wortmanipulation in der neuropsychologischen Testung könne keine vollständige Arbeitsunfähig-
keit begründen. Gegen das Vorliegen einer schweren psychischen Störung spreche auch das 
intakte familiäre System und die geringe ambulante monatliche Behandlungsfrequenz. Ausser-
dem habe bisher keine stationäre Behandlung stattgefunden. Die Diagnose einer depressiven 
Episode könne nicht gestellt werden, weil keines der drei Hauptkriterien erfüllt sei. Der RAD-Arzt 
empfahl deshalb die Einholung eines Ergänzungsgutachtens beim psychiatrischen Experten der 
medexperts ag.  
 
6.4 Med. prakt. L.____ führte in seinem ergänzenden Gutachten vom 16. Dezember 2021 
aus, dass er unter Ziffer 6.1 des Hauptgutachtens genau beschrieben habe, weshalb er die  
Diagnose eines Verdachts auf eine schizoaffektive Störung gestellt habe, obwohl die Symptom-
validierung in der neuropsychologischen Untersuchung auffällig gewesen sei. Die Ärzteschaft der 
G.____ habe Anfang 2021 aufgrund der Symptomatik einer ausgeprägten Angst bis hin zu Pani-

 
 
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kattacken mit dissoziativem Erleben eine schwere depressive Episode diagnostiziert. Im Zeit-
punkt der Untersuchung habe der Versicherte – bis auf die Tatsache, dass er nur leichtgradige 
depressive Symptome gezeigt habe – genügend Kriterien erfüllt, um die Diagnose einer schizoaf-
fektiven Störung zu stellen. So hätten Gedankeneingebung, Gedankenausbreitung, Kontroll- und 
Beeinflussungswahn, Stimmenhören sowie anhaltender, unangemessener, bizarrer, unrealisti-
scher Wahn bestanden. Weiter sei zu beachten, dass beim Versicherten gleichzeitig psychoti-
sche Symptome festzustellen gewesen seien. Es wäre daher sinnvoller, anstelle des Verdachts 
auf eine schizoaffektive Störung einen solchen auf eine paranoide Schizophrenie zu äussern. Er 
habe im Gutachten vom 24. August 2021 die Verdachts-diagnose einer schizoaffektiven Störung 
nur deshalb gestellt, weil der Versicherte nebst den psychotischen Symptomen auch depressive 
Symptome gezeigt habe. Richtigerweise hätte im Zeitpunkt der Begutachtung ein Verdacht auf 
eine paranoide Schizophrenie und eine leichtgradige depressive Störung diagnostiziert werden 
müssen. Um den Verdacht auf eine paranoide Schizophrenie oder eine schizoaffektive Störung 
zu bestätigen, müsste er den Versicherten während mindestens eines halben Jahres regelmässig 
sehen. Menschen mit einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis würden entspre-
chende Symptome aufgrund der krankheitsbedingten fehlenden Krankheitseinsicht oft nicht oder 
nur teilweise erkennen. Es sei daher nicht erstaunlich, dass der Versicherte nur Schmerzen, aber 
keine psychotischen Symptome beschreibe. Auch eine mangelnde medikamentöse Compliance 
und die unzuverlässige Terminwahrnehmung bei der behandelnden Fachperson gehörten zu den 
Erkrankungen aus diesem Formenkreis. Dazu passten auch eine geringe Behandlungsfrequenz 
und die fehlende stationäre Behandlung. Die neue Diagnosestellung ändere nichts an der Beur-
teilung der Arbeitsfähigkeit. Er halte deshalb daran fest, dass der Versicherte weder in der ange-
stammten noch in einer alternativen Tätigkeit arbeitsfähig sei.  
 
6.5 In seiner Stellungnahme vom 31. Januar 2022 führte pract. med. D.____ aus, dass mit 
dem Ergänzungsgutachten nach wie vor der Schweregrad der diagnoseinhärenten Befunde nicht 
ausgewiesen sei. Die Widersprüche könnten mit den ergänzenden Ausführungen des Gutachters 
nicht aufgelöst werden. So sei nicht nachvollziehbar, weshalb med. prakt. L.____ von einer ab-
nehmenden Konzentration während des Gesprächs berichte und von einer Reizüberflutung aus-
gehe, gleichzeitig aber schreibe, dass der Versicherte freundlich und zuvorkommend gewesen 
sei und die Fragen am Schluss adäquat und genau beantwortet habe. Ein weiterer Widerspruch 
sei zudem darin zu erblicken, dass der Gutachter die Verdachtsdiagnose einer paranoiden Schi-
zophrenie im Hauptgutachten noch verworfen habe, diese aber im Ergänzungsgutachten anstelle 
der ursprünglichen Verdachtsdiagnose einer schizoaffektiven Psychose nun als massgebend be-
zeichne. Es falle zudem auf, dass der Gutachter im Rahmen der Diskussion der diagnostischen 
Kriterien einer schizoaffektiven Störung plötzlich Symptome (wie z.B. Gedankeneinengung, Be-
einträchtigungen des inhaltlichen Denkens) aufführe, welche er im psychopathologischen Befund 
nicht erwähnt habe. Wesentliche psychopathologische Phänomene für eine Erkrankung aus dem 
schizophrenen Formenkreis wie Wahn oder spezifische akustische Halluzinationen würden nicht 
genannt werden. Damit sei auch nicht nachvollziehbar, weshalb die Kriterien einer paranoiden 
Schizophrenie erfüllt sein sollten. Die Nebenphänomene dieser Erkrankung wie mangelnde me-
dikamentöse Compliance und fehlende Krankheitseinsicht seien sicher nicht Krankheitsgründen, 
sondern eher psychosozialen Faktoren zuzuordnen. Zu diesen Faktoren habe der Gutachter im 
Übrigen nicht explizit Stellung genommen. Es zeichne sich das Bild ab, dass mit überwiegender 

 
 
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Wahrscheinlichkeit keine psychische Störung vorliege, dies insbesondere, wenn die Erkenntnisse 
der Neuropsychologin mitberücksichtigt würden. Die funktionellen Einschränkungen würden 
hauptsächlich mit psychotischen Symptomen begründet, welche aber – wie oben dargelegt – 
kritisch zu würdigen seien. Gegen ein krankhaftes bizarres Verhalten sprächen die intakten sozi-
alen Beziehungen zur Familie und zu vier bis fünf Kollegen. Ausserdem sei die biographische 
und berufliche Anamnese nicht durch interpersonelle Konflikte gekennzeichnet. Die psychische 
Störung habe sich vielmehr reaktiv im Rahmen des Arbeitsplatzkonfliktes entwickelt. Zudem lä-
gen neuropsychologische Hinweise auf Aggravation von Beschwerden und Simulation von kog-
nitiven Beeinträchtigungen vor. Zum Gutachtenszeitpunkt habe somit keine invaliditätsbegrün-
dende psychische Störung vorgelegen. Da der RAD-Arzt die übrigen Teilgutachten der medex-
perts ag als beweiskräftig betrachtete, ging er gemäss der orthopädischen Beurteilung von Dr. 
I.____ von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ab April 2019 
aus. In einer leidensangepassten Tätigkeit sei der Versicherte aus somatischer Sicht ab April 
2020 zu 80 % arbeitsfähig. Aufgrund der echtzeitlichen Berichte der G.____ sei der Versicherte 
aber für die Zeit von April 2020 bis zum Zeitpunkt der Begutachtung, d.h. bis zum 30 Juni 2021, 
vollständig arbeitsunfähig gewesen. Demgemäss gelte die somatisch bedingte 80%ige Arbeits-
fähigkeit ab 1. Juli 2021 (vgl. auch Stellungnahme vom 14. Februar 2022).  
 
6.6.1 Es liegen auch die Berichte der behandelnden Ärzte in den Akten. Danach steht fest, 
dass der Versicherte seit 2018 wegen Depressionen in psychiatrischer Behandlung steht. Im Be-
richt der G.____ vom 3. April 2020 wurde zur psychischen Symptomatik des Versicherten ausge-
führt, dass deutliche depressive Angstsymptome wie Freudlosigkeit, Antriebsmangel, sozialer 
Rückzug und Desinteresse beständen. Zudem fürchte er sich, in der Nacht alleine auf die Strasse 
zu gehen, weil er die Stimme seiner Tochter höre und das Gefühl habe, verfolgt zu werden. Oft 
höre er jemanden seinen Namen rufen, obwohl niemand da sei. Zudem habe er Angst vor ande-
ren Menschen, wenn er sich mit ihnen in einem dunklen Raum befinde. Manchmal glaube er, 
seine Ehefrau könnte ihm in der Nacht etwas antun. Die behandelnden Fachpersonen der G.____ 
ordneten die akustischen Sinnestäuschungen einer Erkrankung aus dem depressiven Formen-
kreis (ICD-10 F41.2) zu. Aktuell stehe eine ausgeprägte Schmerzsymptomatik (ICD-10 F45.4) im 
Vordergrund. Die Arbeitsfähigkeit wurde nicht beurteilt. Dem Bericht der G.____ vom 7. Januar 
2021 ist sodann zu entnehmen, dass der Versicherte mittlerweile an Symptomen einer schweren 
depressiven Episode mit ausgeprägten Angstkomponenten bis hin zu Panikattacken und disso-
ziativem Erleben (Akoasmen [= akustische Halluzination], Stimmen, die seinen Namen rufen) und 
an chronischen Schmerzen leide. Auslöser der Probleme seien der Rollerunfall im Jahr 2015 und 
eine unbefriedigende Arbeitssituation gewesen. Als im Jahr 2017 ein neuer Mitarbeiter mit einem 
Vollzeitpensum angestellt worden sei, sei der Versicherte sehr enttäuscht gewesen, weil er mehr-
mals den Wunsch geäussert habe, sein 85%-Pensum auf 100 % erhöhen zu dürfen. Durch diesen 
Vorfall habe er sich nicht genug wertgeschätzt gefühlt. Es sei wiederholt zu Konflikten mit seinen 
Vorgesetzten gekommen. Er habe am Arbeitsplatz oft genervt und manchmal laut reagiert. Der 
Versicherte zeige aktuell deutliche depressive Symptome und Angst, welche auf seine biographi-
sche Lebenserfahrung, fehlende Anerkennung am Arbeitsplatz, anhaltende finanzielle Sorgen 
und die chronische Schmerzproblematik zurückzuführen seien. Die ausgeprägte Schmerzsymp-
tomatik, durch welche sich der Versicherte stark eingeschränkt fühle, erhöhe die depressive 

 
 
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Symptomatik. Dazu lägen bei ihm eine strukturelle Schwäche im Sinne einer unreifen bzw. im-
pulsiven Persönlichkeitsstruktur, eine tiefe Frustrationstoleranzgrenze und eine Tendenz zur 
übermässigen Kränkung bei enttäuschenden Ereignissen vor. Ausserdem besitze er wenig ei-
gene Ressourcen, um sich wieder auffangen zu können. Weiter wurde darauf hingewiesen, dass 
eine Mitte Dezember 2020 geplante testpsychologische Untersuchung zur Erfassung von Per-
sönlichkeitsstörungen aufgrund einer übermässigen Angstreaktion des Versicherten nicht habe 
vollständig durchgeführt werden können. Dies weise auf eine nicht ausreichende psychische Sta-
bilität hin. Der behandelnde Arzt der G.____ bestätigte in seinem Bericht vom 17. Juni 2021, dass 
der Versicherte seit Behandlungsbeginn am 3. April 2020 vollständig arbeitsunfähig geschrieben 
sei.  
 
6.6.2 Nach der psychiatrischen Begutachtung durch die medexperts ag berichteten die behan-
delnden Ärzte der Klinik M.____ und der G.____ über den weiteren Krankheitsverlauf des Versi-
cherten. Dem Bericht der Klinik M._____ vom 1. April 2022 ist zu entnehmen, dass der Versi-
cherte gemäss Auskunft des behandelnden Arztes der G.____ aktuell an einer mittelgradigen 
depressiven Episode und an einer generalisierten Angststörung leide. Rund 6 Monate später 
wurde im Bericht der G.____ vom 26. Oktober 2022 festgehalten, dass die depressive Sympto-
matik weiterhin sehr ausgeprägt sei. Die Intensität der depressiven Episoden schwanke zwischen 
leicht, mittelschwer und schwer. Der Versicherte habe bisher keine nachhaltigen Copingstrate-
gien finden können. Er habe wenig Verständnis für sein psychisches Leiden und meine weiterhin, 
dass eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit nur möglich sei, wenn er wieder schmerzfrei leben 
könne. Funktionell sei die Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben eingeschränkt; 
es sei eine enge Aufsicht und Anleitung notwendig. Sein Verhalten und Denken könne er an 
wechselnden Situationen nur schwer anpassen. Zudem habe er sich während der Behandlung 
rigide gezeigt. Häufig sei es ihm nicht möglich gewesen, seine negativen emotionalen Reaktionen 
oder seine Reizbarkeit zu reflektieren. Er habe auch Schwierigkeiten, Entscheide zu fällen, da er 
sich durch innere Zustände bzw. äussere Bedingungen ablenken und treiben lasse. Seine Durch-
haltefähigkeit sei dadurch ebenfalls beeinträchtigt. Aufgrund des sozialen Rückzugs und der 
Sprachbarriere scheine er isoliert zu sein. Ausserdem wirke er oft abweisend im Gespräch. Für 
eine Eingliederung in den Arbeitsmarkt sei die Prognose nach wie vor ungünstig. Eine stationäre 
Behandlung wäre sinnvoll, sie sei jedoch wegen mangelnder Deutschkenntnisse erschwert.  
 
6.6.3  Pract. med. D.____ wies am 19. Dezember 2022 darauf hin, dass der behandelnde Psy-
chiater im Bericht vom 26. Oktober 2022 keine psychotische Symptomatik beschreibe. Die de-
pressive Symptomatik sei in der Ausprägung schwankend und über den zeitlichen Verlauf als 
mittelschwer einzuordnen. Damit liege keine durchgehende schwere depressive Symptomatik 
vor. Aufgrund der beschriebenen Symptome sei vielmehr von einer leichten bis mittelschweren 
depressiven Störung auszugehen, womit aber keine vollständige Arbeitsunfähigkeit begründet 
werden könne.  
 
6.7 Nach Erlass der angefochtenen Verfügung beantwortete der seit November 2022 für den 
Versicherten zuständige behandelnde Arzt der G.____ die Fragen des Rechtsvertreters des Ver-
sicherten. In seinem Schreiben vom 31. März 2023 führte er aus, dass er beim Versicherten 

 
 
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aktuell eine klare und ausgeprägte depressive Symptomatik von schwergradiger Ausprägung be-
obachte. Diagnostisch seien drei Haupt- und sechs von sieben Nebenkriterien erfüllt. Hinweise 
auf einen begründeten Verdacht auf eine schizoaffektive Störung könne er demgegenüber nicht 
feststellen. Aufgrund der derzeitigen Symptomatik sei der Versicherte zu 100 % arbeitsunfähig.  
 
6.8 Hierzu führte pract. med. D.____ am 17. April 2023 aus, dass die Diagnose einer schwe-
ren Depression anhand der objektiven psychopathologischen Befunde nicht nachvollzogen wer-
den könne. Darüber hinaus sei die Validität der Befunde aufgrund der neuropsychologisch nach-
gewiesenen Aggravation mit bewusster Antwortmanipulation als zumindest eingeschränkt anzu-
sehen. Er gehe nach wie vor davon aus, dass keine psychische Störung vorliege, welche die 
Arbeitsfähigkeit des Versicherten einschränken würde.  
 
6.9 Im Bericht vom 21. Juni 2023 betonte der behandelnde Arzt der G.____, dass beim Ver-
sicherten nach wie vor ein schwankendes Zustandsbild von leichter bis zumeist mittelschwerer 
bis schwerer depressiver Ausprägung bestehe. Die Stimmung sei abhängig von Frustrationser-
lebnissen. Sei der Versicherte frustriert, käme es zu deutlichen Stimmungseinbrüchen mit erhöh-
ter Anspannung, Unruhe und Reizbarkeit. Dies deute auf Emotionsregulationsschwierigkeiten im 
Sinne einer strukturellen Persönlichkeitsproblematik hin.  
 
6.10 Zu diesem Bericht äusserte sich der RAD-Arzt F.____, FMH Psychiatrie und Psychothe-
rapie, am 15. August 2023. Er stellte fest, dass gemäss dem Bericht der G.____ vom 21. Juni 
2023 die wesentlichen psychischen Funktionen trotz der niedergeschlagenen Stimmung und An-
spannung sowie Unruhe intakt seien. Inhaltliche Denkstörungen oder Halluzinationen lägen nicht 
vor. Die objektiven Befunde würden auf keine schwere psychiatrische Störung hinweisen, wes-
halb an den RAD-Einschätzungen von pract. med. D.____ festzuhalten sei.  
 
7.1 In Würdigung der vorliegenden psychiatrischen Beurteilungen ist festzustellen, dass ei-
nerseits ein psychiatrisches Teilgutachten der medexperts ag samt Ergänzungsgutachten vor-
liegt, welches eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit des Versicherten bescheinigt. Diese Einschätzung 
steht im Einklang mit den Beurteilungen der behandelnden Ärzteschaft der G.____. Andererseits 
gehen die RAD-Psychiater, pract. med. D._____ und Dr. F._____, in ihren Aktenbeurteilungen 
davon aus, dass der Versicherte an keiner psychischen Störung leide, welche die Arbeitsfähigkeit 
zu beeinträchtigen vermöge. In Bezug auf die Diagnostik fällt auf, dass der psychiatrische Gut-
achter der medexperts ag und die behandelnde Ärzteschaft der G.____ von unterschiedlichen 
Diagnosen ausgehen. Während med. prakt. L.____ einen Verdacht auf eine schizoaffektive Stö-
rung bzw. auf eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert, verneint die Ärzteschaft der G.____ 
das Vorliegen einer schizoaffektiven Störung und stellt stattdessen die  
Diagnose einer depressiven Störung von leicht- bis schwergradig schwankender Ausprägung. 
Demgegenüber geht der RAD hauptsächlich von einer höchstens leichten depressiven Störung 
ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aus. Welcher Auffassung zu folgen ist, vermag das Gericht 
aufgrund der vorliegenden Aktenlage aus folgenden Gründen nicht abschliessend zu beantwor-
ten. 
 

 
 
Seite 16   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

7.2.1 Auf die Diagnosestellung von med. prakt. L.____ kann nicht abgestellt werden. Zum ei-
nen stellt der psychiatrische Gutachter lediglich Verdachtsdiagnosen, die gegebenenfalls erst 
nach Ablauf von mindestens einem halben Jahr verifiziert werden könnten. Eine Verdachts-diag-
nose genügt jedoch mit Blick auf den im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht, um eine schizoaffektive Störung oder eine paranoide 
Schizophrenie als hinreichend erstellt zu betrachten (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Dezember 
2022, 8C_359/2022, E. 5.2.3). Zudem fällt auf, dass die behandelnde Ärzteschaft der G.____ die 
Diagnose einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis nie gestellt hat bzw. das Vor-
liegen einer schizoaffektiven Störung ausdrücklich verneint. Dazu kommt, dass med. prakt. 
L.____ in seinem Ergänzungsgutachten vom 16. Dezember 2021 seine im Hauptgutachten ge-
stellte Verdachtsdiagnose einer schizoaffektiven Störung geändert hat und nun von einem Ver-
dacht auf eine paranoide Schizophrenie ausgeht und zusätzlich eine leichtgradige depressive 
Störung diagnostiziert. Offensichtlich misst er in der Zwischenzeit den von ihm beim Versicherten 
festgstellten psychotischen Symptomen mehr Gewicht zu als den depressiven. Aufgrund der va-
gen Ausdrucksweise des Gutachters ("ich habe das Gefühl, dass…", "möglicherweise", "könnte" 
etc.) entsteht der Eindruck, dass er die psychotischen Symptome aber als nicht gesichert be-
trachtet, weshalb unklar ist, ob und in welchem Ausmass psychotische Symptome vorliegen. Aus-
serdem unterlässt es der Gutachter, sich mit der Aussage der Neuropsychologin, wonach die 
psychotischen Symptome untypisch seien, zu befassen. In Bezug auf die depressive Symptoma-
tik gesteht der Gutachter sodann ein, dass diagnostisch nur eines von drei Hauptkriterien erfüllt 
sei, weshalb eine depressive Störung gemäss ICD-10 grundsätzlich nicht diagnostiziert werden 
könne. Die Begründung, wonach er aufgrund vier erfüllter Nebenkriterien trotzdem die Diagnose 
einer depressiven Störung stelle, ist – wie der RAD-Arzt pract. med. D._____ in seiner Aktennotiz 
vom 29. September 2021 und in seiner Stellungnahme vom 31. Januar 2002 zutreffend bemerkt 
hat – nicht ICD-konform und auch nicht nachvollziehbar. Damit stellt sich die Frage, ob der Gut-
achter die depressive Symptomatik überhaupt korrekt erfasst hat.  
 
7.2.2 Das psychiatrische Teilgutachten überzeugt auch hinsichtlich der Auseinandersetzung 
mit der neuropsychologischen Einschätzung von K.____ mit ihrer klaren Aussage einer gezielten 
Antwortmanipulation nicht. Med. prakt. L.____ kommt trotz der klaren gegenteiligen Ergebnisse 
der Neuropsychologin zum Schluss, dass die von ihm beim Versicherten beobachteten kognitiven 
Beeinträchtigungen valide seien, weil der Versicherte diese nicht alle vorspielen könne. Diese 
Feststellung überzeugt mit Blick auf die von der Neuropsychologin festgehaltene Aggravation 
bzw. Simulation nicht ohne weiteres. Es fehlt eine verlässliche fachpsychiatrische Beurteilung 
und Einordnung der neuropsychologischen Ergebnisse. Dass die Ärzte der G.____ nie eine Ag-
gravation oder eine Simulation erwähnt haben, ändert nichts daran, haben diese bislang die vom 
Versicherten angegebenen Funktionsbeeinträchtigungen nie einem Beschwerdevalidierungstest 
unterziehen können. Weiter ist mit pract. med. D._____ einig zu gehen, dass die vom Gutachter 
beschriebenen Symptome zum Teil widersprüchlich sind. So besteht in der Tat ein Widerspruch 
zwischen der gutachterlichen Aussage, wonach eine Abnahme der Konzentration und der Auf-
merksamkeit im Laufe des Gesprächs festzustellen gewesen sei, und der Feststellung, dass der 
Versicherte am Schluss des Gesprächs Fragen adäquat und genau habe beantworten können. 
Ferner weist der RAD-Arzt richtig darauf hin, dass der Gutachter im Ergänzungsgutachten im 
Zusammenhang mit der Diskussion der diagnostischen Kriterien für eine schizoaffektive Störung 

 
 
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Symptome (wie z.B. Gedankeneingebung, Gedankenausbreitung, Wahnvorstellungen) be-
schreibe, welche im psychopathologischen Befund im Hauptgutachten nicht erwähnt worden 
seien. Weshalb diese Symptome nun vorliegen sollten, wird im Ergänzungsgutachten nicht er-
klärt. Da die vollständige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mit Verdachtsdiagnosen aus dem 
schizophrenen Formenkreis begründet wird und vorher die behandelnden Fachärzte nie eine sol-
che Erkrankung in Erwägung gezogen haben, bestehen erhebliche Zweifel an der gutachterlichen 
Einschätzung. Es kann deshalb nicht darauf abgestellt werden. 
 
7.3 Aufgrund dieser Ausführungen ergibt sich, dass pract. med. D._____ zu Recht Zweifel 
an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit des psychiatrischen Gutachtens der medexperts ag ge-
äussert hat. Gleichzeitig kann jedoch auch seiner eigenen Einschätzung, wonach beim Versi-
cherten keine psychischen und invalidisierenden Einschränkungen beständen, keine volle Be-
weiskraft zukommen. Seine Beurteilung beruht allein auf den Akten; der RAD-Arzt hat den Versi-
cherten nie persönlich untersucht. Des Weiteren enthalten seine Stellungnahmen Unklarheiten. 
So geht er in seiner Stellungnahme vom 14. Februar 2022 noch von  
einer leichtgradigen depressiven Störung aus. Am 19. Oktober 2022 spricht er vom Vorliegen 
einer leichten bis mittelgradigen depressiven Störung, welche keine vollständige Arbeitsunfähig-
keit begründen könne. Er lässt es jedoch offen, ob die Arbeitsfähigkeit teilweise eingeschränkt 
sei. In der Stellungnahme vom 17. April 2023 stellt er sich ohne Begründung auf den Standpunkt, 
dass keine psychische Erkrankung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestehe. Letztlich zieht er 
seine Schlüsse einzig mit Blick auf die von der neuropsychologischen Expertin der medexperts 
ag festgestellte Aggravation bzw. Simulation. Er hat es dabei jedoch unterlassen, eine überzeu-
gende Einordnung der Ergebnisse der neuropsychologischen Abklärung aus fachpsychiatrischer 
Sicht vorzunehmen. Daran ändert auch die Beurteilung von Dr. F._____ vom 15. August 2023 
nichts, nimmt doch dieser nur Stellung zum Gesundheitszustand des Versicherten, wie er im Be-
richt der G.____ vom 21. Juni 2023 beschrieben worden ist. Auch wenn nicht auf das Teilgutach-
ten von med. prakt. L.____ abgestellt werden kann, darf jedoch nicht ohne weiteres der Schluss 
gezogen werden, dass der Versicherte an keiner psychischen Störung mit Auswirkungen auf die 
Arbeitsfähigkeit leidet. Immerhin hat der Gutachter auffällige Verhaltensweisen des Versicherten 
festgestellt, welche nicht ohne weiteres vorgespielt werden können. Ob diese Auffälligkeiten pa-
thologisch sind und zu funktionellen Einschränkungen führen, kann aufgrund der vorliegenden 
medizinischen Berichte nicht zuverlässig beantwortet werden. Dazu kommt, dass auch die Ärz-
teschaft der G.____ erhebliche Beeinträchtigungen beim Versicherten festgestellt hat. Anders als 
med. prakt. L.____ führt sie diese Einschränkungen nicht auf eine Erkrankung aus dem schizo-
phrenen Formenkreis, sondern auf eine depressive Störung von schwankender Ausprägung zu-
rück. Sie gibt ihre Beurteilung jedoch ohne Kenntnis der Ergebnisse des neuropsychologischen 
Fachgutachtens der medexperts ag ab, weshalb sich ihre Berichte als nicht aussagekräftig genug 
erweisen, um eine zuverlässige Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit 
des Versicherten vornehmen zu können. Da keiner der vorliegenden psychiatrischen Berichte 
eine verlässliche Entscheidungsgrundlage bildet, erweisen sich die Abklärungsergebnisse aus 
dem Verwaltungsverfahren in psychischer Hinsicht nicht als beweiskräftig genug. Im Rahmen der 
Sachverhaltsabklärung von Amtes wegen sind deshalb weitere Abklärungen erforderlich.  
 

 
 
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8. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können die Sozialversicherungsgerichte 
nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Streitsache an die Verwaltung zurückweisen. Die Be-
schwerdeinstanz hat vielmehr im Regelfall selbst die nötigen Abklärungen vorzunehmen, wenn 
sie einen im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt überhaupt für gutachter-
lich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativexpertise in einem rechtserheblichen 
Punkt nicht beweiskräftig ist (BGE 139 V 99 E. 1.1 und 137 V 210 E. 4.4.1). Nachdem RAD-Arzt 
pract. med. D._____ die Untauglichkeit des psychiatrischen Fachgutachtens der medexperts ag 
festgestellt hat, hätte sich die IV-Stelle bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und des-
sen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten mit Blick auf die Berichte der behan-
delnden Ärzte der G.____ nicht mit der gegenteiligen verwaltungsinternen RAD-Beurteilung be-
gnügen dürfen; vielmehr wäre im Verwaltungsverfahren die Einholung einer erneuten verwal-
tungsunabhängigen Expertise zwingend gewesen. Da die IV-Stelle den medizinischen Sachver-
halt unvollständig abgeklärt hat, und es nicht die Aufgabe des kantonalen Gerichts ist, im Verwal-
tungsverfahren versäumte Abklärungen nachzuholen, steht einer Rückweisung an die IV-Stelle 
unter Berücksichtigung der zitierten Rechtsprechung des Bundesgerichts nichts entgegen. Dem-
zufolge ist die Angelegenheit zur Einholung eines neuen verwaltungsexternen Gutachtens an die 
Vorinstanz zurückzuweisen. Aufgrund der möglichen Wechselwirkungen zwischen den somati-
schen und psychischen Beeinträchtigungen ist mindestens eine bidisziplinäre Begutachtung mit 
den Disziplinen Orthopädie und Psychiatrie in Auftrag zu geben. Gestützt auf die Ergebnisse ihrer 
Aktenergänzung wird die IV-Stelle in der Folge über den Anspruch auf eine Invalidenrente des 
Versicherten erneut zu befinden haben. Die vorliegende Beschwerde ist in diesem Sinne gutzu-
heissen. 
 
9.1 Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu befinden. Beim Ent-
scheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grundsätzlich auf den Pro-
zessausgang abzustellen. Hebt das Kantonsgericht eine angefochtene Verfügung auf und weist 
es die Angelegenheit zur ergänzenden Abklärung und zur neuen Beurteilung an die Verwaltung 
zurück, gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende 
und die IV-Stelle als unterliegende Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1, 132 V 215 E. 6.2, jeweils mit 
Hinweisen). 
 
9.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-
Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO wer-
den die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt. Vorliegend ist die IV-
Stelle unterliegende Partei, weshalb ihr die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- aufzuer-
legen sind.  
 
9.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da der Versicherte obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteientschädi-
gung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Versicherten machte in sei-
ner Honorarnote vom 19. Dezember 2023 für das vorliegende Beschwerdeverfahren einen Zeit-
aufwand von 13,43 Stunden geltend. In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass die 
im Verwaltungsverfahren vor Erlass der angefochtenen Verfügung vom 22. März 2023 angefal-
lenen Bemühungen im Umfang von 4,76 Stunden nicht entgolten werden können. Der geltend 

 
 
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gemachte Zeitaufwand ist daher auf 8,67 Stunden zu kürzen. Nicht zu beanstanden sind die aus-
gewiesenen Auslagen von insgesamt Fr. 100.70, weshalb dem Versicherten eine Parteientschä-
digung in der Höhe von Fr. 2'442.85 (8,67 Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 100.70 + 7,7 % 
Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen ist. 
 
10.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind 
– mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren 
(vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) 
oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit 
einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen 
würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich 
bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und an-
schliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 E. 4.2). 
 
10.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraus-
setzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende 
Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
  

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene 
Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 22. März 2023 aufgeho-
ben und die Angelegenheit zu weiteren Abklärung im Sinne der Erwä-
gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz zu-
rückgewiesen wird. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. . 

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdeführer eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 2'442.85 (inkl. Auslagen und 7,7 % 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen.