# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1c7f467d-837b-5a42-9742-ba794807df77
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-01-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.01.2018 A-7615/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-7615-2016_2018-01-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-7615/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  J a n u a r  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richter Jürg Steiger (Vorsitz), 

Richterin Kathrin Dietrich, Richter Jérôme Candrian,    

Gerichtsschreiber Marc Lichtensteiger. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Datenänderung im Zentralen Migrationsinformationssystem 

ZEMIS. 

 

 

 

A-7615/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A._______ reiste am 26. Juni 2013 schriftenlos in die Schweiz ein und 

stellte gleichentags ein Asylgesuch. Anlässlich der am 4. Juli 2013 vom 

Bundesamt für Migration (BFM) durchgeführten Befragung zur Person 

(BzP) gab A._______ unter anderem an, in diesem Jahr 15 Jahre alt zu 

werden, ohne den genauen Tag und Monat zu kennen. Sein Geburtsdatum 

wurde daraufhin auf den 1. Januar 1998 festgelegt.  

B.  

Am 26. Juli 2013 reichte A._______ beim BFM eine Kopie seiner afghani-

schen Identitätskarte (Tazkara) ein, welche seine Aussage, im Jahr 2013 

15 Jahre alt zu werden, bestätigt. 

C.  

Aufgrund von Zweifeln an der Altersangabe wurde im Auftrag des BFM bei 

A._______ am 14. August 2013 eine Handknochenanalyse zur Altersbe-

stimmung nach Greulich/Pyle durchgeführt. Diese ergab, dass das Kno-

chenwachstum der Hand respektive des Handgelenkes abgeschlossen ist 

und aufgrund dieser Aufnahme das Alter bei 19 Jahren oder mehr liegt.  

D.  

Am 22. August 2013 wurde A._______ unter anderem das rechtliche Ge-

hör zum angegebenen Alter gewährt. Dabei sagte er aus, dass er gemäss 

seiner Tazkara 15 Jahre alt sei, sein genaues Geburtsdatum jedoch nicht 

kenne. Gemäss der Scharia würden die Knaben mit 15 Jahren als volljährig 

betrachtet und müssten fasten. Dieses Jahr habe er im Monat Ramadan 

zum ersten Mal gefastet. Das BFM teilte ihm daraufhin mit, dass er für voll-

jährig gehalten werde, weil er aufgrund von verschiedenen Anhaltspunkten 

– sehr schlechte Kopie der Tazkara, Unkenntnis des genauen Geburtsda-

tums, ungenaue Angaben zur Schulzeit und den familiären Verhältnissen – 

nicht habe glaubhaft machen können, dass er minderjährig sei und die 

durchgeführte Handknochenanalyse ergeben habe, dass er 19 Jahre oder 

älter sei. Aufgrund dessen wurde sein Geburtsdatum auf den 1. Januar 

1995 geändert.  

E.  

Anlässlich der Bundesanhörung vom 17. Juli 2014 teilte A._______ mit, 

dass er an der BzP vom 4. Juli 2013 falsche Angaben zu seiner Herkunft, 

seiner Familie und seinen Asylgründen gemacht habe. Entgegen seinen 

A-7615/2016 

Seite 3 

ersten Angaben habe er nie in Afghanistan gelebt und habe nie eine 

Tazkara besessen. Als sein Geburtsdatum gab er neu den (…) 1994 an.  

F.  

Mit Entscheid vom 12. Februar 2015 lehnte das Staatssekretariat für Mig-

ration (SEM) das Asylgesuch von A._______ ab und schob den Vollzug der 

Wegweisung wegen Unzumutbarkeit zugunsten einer vorläufigen Auf-

nahme auf. Gleichentags zog A._______ sein Asylgesuch zurück.   

G.  

Im (…) 2015 reiste A._______ nach Norwegen und reichte dort ein Asylge-

such ein. Am (…) 2015 kehrte er in die Schweiz zurück. 

H.  

Mit Schreiben vom 18. August 2016 reichte A._______ ein Original seiner 

Tazkara ein und machte geltend, dass daraus ersichtlich sei, dass er im 

Jahr 1998 geboren worden sei, weshalb er das SEM ersuche, sein Ge-

burtsdatum im Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) vom 

1. Januar 1995 auf den (…) 1998 zu ändern. Weiter wies er darauf hin, 

dass das vorliegende Originaldokument nicht mit der Kopie, die er bei der 

Erstbefragung eingereicht habe, übereinstimmen würde. Der Grund dafür 

liege darin, dass die Original Tazkara, aus der die Kopie angefertigt worden 

sei, verloren gegangen sei, weshalb sein Onkel bei der afghanischen Bot-

schaft im Iran eine neue Tazkara habe beantragen müssen.  

I.  

Das SEM teilte A._______ mit Schreiben vom 20. September 2016 mit, 

dass es erwäge, sein Gesuch um Berichtigung des Geburtsdatums abzu-

lehnen und gab ihm im Sinne der Gewährung des rechtlichen Gehörs Ge-

legenheit, bis zum 19. Oktober 2016 dazu Stellung zu nehmen. 

J.  

In seiner Stellungnahme vom 11. Oktober 2016 führte A._______ aus, 

dass er bei seiner Einreise jung gewesen sei und Angst gehabt habe. Des-

halb habe er nicht die ganze Wahrheit gesagt. In der Wohngemeinde habe 

man ihm dann mitgeteilt, dass er aufgrund seiner Volljährigkeit keine 

Sprachkurse besuchen dürfe. Deshalb habe er wegen der befürchteten 

Perspektivlosigkeit in der Schweiz bei der Bundesanhörung erneut gelo-

gen. Er habe gedacht, wenn er jetzt als volljährig gelte, könne er in einen 

anderen Staat gehen und dort erneut Asyl beantragen. Er sei sich bewusst, 

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dass er falsch gehandelt habe und würde sich für sein Verhalten entschul-

digen.  

K.  

Mit Verfügung vom 21. Oktober 2016 lehnte das SEM das Gesuch um Be-

richtigung der Personendaten vom 18. August 2016 ab und stellte fest, 

dass die Personendaten im ZEMIS wie bisher lauten würden und das Ge-

burtsdatum als bestritten gelte, weshalb diesbezüglich im ZEMIS ein Be-

streitungsvermerk angebracht werde. Es begründete seinen Entscheid na-

mentlich damit, dass die Glaubwürdigkeit von A._______ insgesamt er-

schüttert sei und die Tazkara zudem als nicht fälschungssicher und somit 

als Dokument mit geringem Beweiswert gelte. Im Übrigen habe A._______ 

bezüglich seiner Tazkara im Laufe des Asylverfahrens widersprüchliche 

Angaben gemacht. Schliesslich ergebe die Knochenaltersbestimmung 

nach Greulich/Pyle vom 14. August 2013 ein wahrscheinliches chronologi-

sches Alter von 19 Jahren und mehr, was zum von A._______ behaupteten 

Geburtsjahr (1998) eine Abweichung von mehr als vier Jahren ausmache. 

L.  

Am 8. November 2016 reichte A._______ beim SEM erneut seine Stellung-

nahme vom 11. Oktober 2016 mit angepasstem Datum ein. Auf Nachfrage 

hin bestätigte A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Schreiben 

vom 3. November 2016 (Poststempel: 18. November 2016) dem SEM, 

dass es sich bei seinem Schreiben vom 8. November 2016 um eine Be-

schwerde gegen die Verfügung vom 21. Oktober 2016 handeln würde.  

M.  

In Anwendung von Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 

1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) wurde die Be-

schwerde des Beschwerdeführers an das Bundesverwaltungsgericht wei-

tergeleitet. 

N.  

In ihrer Vernehmlassung vom 23. Dezember 2016 hält das SEM (nachfol-

gend: Vorinstanz) an ihrem Standpunkt fest und verweist zur Begründung 

auf die Erwägungen in ihrer Verfügung vom 21. Oktober 2016. 

O.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die sich bei den Akten be-

findlichen Dokumenten wird – soweit entscheidrelevant – in den nachfol-

genden Erwägungen eingegangen. 

A-7615/2016 

Seite 5 

 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Verfügung im 

Sinne von Art. 5 VwVG, welche von einer Vorinstanz gemäss Art. 33 Bst. d 

des Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsgericht vom 17. Juni 

2005 (VGG, SR 173.32) erlassen wurde. Da keine Ausnahme im Sinne von 

Art. 32 VGG vorliegt, ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der 

Beschwerde zuständig (Art. 31 VGG). 

Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem 

VwVG, sofern das VGG nichts anderes vorsieht (Art. 37 VGG). 

1.2 Der Beschwerdeführer hat sich am vorinstanzlichen Verfahren beteiligt 

und ist als Adressat der angefochtenen Verfügung, mit welcher sein Be-

richtigungsgesuch abgewiesen wurde, sowohl formell als auch materiell 

beschwert, weshalb er zur Beschwerde legitimiert ist (vgl. Art. 48 Abs. 1 

VwVG). 

1.3 Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 50 Abs. 1 

VwVG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist demnach einzutreten.  

2.  

2.1 Das Bundesverwaltungsgericht stellt den rechtserheblichen Sachver-

halt, unter Vorbehalt der Mitwirkungspflicht der Parteien (Art. 13 VwVG), 

von Amtes wegen fest (Art. 12 VwVG) und wendet das Recht grundsätzlich 

frei an, ohne an die Parteianträge oder die rechtlichen Begründungen der 

Parteien gebunden zu sein (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Von den Verfahrensbe-

teiligten nicht aufgeworfene Rechtsfragen werden indes nur geprüft, wenn 

hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten er-

gebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (vgl. zum Ganzen 

Urteil des BVGer A-4979/2014 vom 18. Februar 2015 E. 3.1 m.H.). 

2.2 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet grundsätzlich mit uneinge-

schränkter Kognition. Es überprüft die angefochtene Verfügung auf 

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Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Fest-

stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Er-

messensausübung – sowie auf Angemessenheit hin (Art. 49 VwVG). 

 

3.  

3.1 Die Vorinstanz führt zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben das 

ZEMIS, welches der Bearbeitung von Personendaten aus dem Ausländer- 

und dem Asylbereich dient (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 des Bundesgesetzes 

über das Informationssystem für den Ausländer- und den Asylbereich vom 

20. Juni 2003 [BGIAA, SR 142.51]) und in der Verordnung über das Zent-

rale Migrationsinformationssystem vom 12. April 2006 (ZEMIS-Verord-

nung, SR 142.513) näher geregelt ist. Nach Art. 19 Abs. 1 ZEMIS-Verord-

nung richten sich die Rechte der Betroffenen, insbesondere deren Aus-

kunfts-, Berichtigungs- und Löschungsrecht sowie das Recht auf Informa-

tionen über die Beschaffung besonders schützenswerter Personendaten, 

nach den Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Datenschutz vom 

19. Juni 1992 (DSG, SR 235.1) und des VwVG. 

3.2 Wer Personendaten bearbeitet, hat sich über deren Richtigkeit zu ver-

gewissern (Art. 5 Abs. 1 DSG). Werden Personendaten von Bundesorga-

nen bearbeitet, kann jede betroffene Person insbesondere verlangen, dass 

unrichtige Personendaten berichtigt werden (Art. 5 Abs. 2 i.V.m. Art. 25 

Abs. 3 Bst. a DSG). Auf die Berichtigung besteht in einem solchen Fall ein 

absoluter und uneingeschränkter Anspruch (statt vieler Urteil des BVGer 

E-2149/2017 vom 3. Mai 2017 E. 3.2). Die Vergewisserungspflicht bringt 

es mit sich, dass die Behörde auf ein substantiiertes Berichtigungsgesuch 

hin die Richtigkeit der von ihr bearbeiteten Personendaten von Amtes we-

gen überprüfen muss (Urteil des BVGer A-1987/2016 vom 6. September 

2016 E. 8.7.1. m.w.H.).  

3.3 Grundsätzlich hat die Bundesbehörde die Richtigkeit der bearbeiteten 

Daten zu beweisen, wenn diese von einer betroffenen Person bestritten 

wird. Demgegenüber obliegt der betroffenen Person, welche ein Gesuch 

um Berichtigung von Personendaten stellt, der Beweis der Richtigkeit der 

verlangten Änderung (Urteil des BGer 1C_11/2013 vom 21. Oktober 2013 

E. 4.2; BVGE 2013/30 E. 4.1). Nach den massgeblichen Beweisregeln des 

VwVG gilt eine Tatsache als bewiesen, wenn sie in Würdigung sämtlicher 

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Erkenntnisse so wahrscheinlich ist, dass keine vernünftigen Zweifel blei-

ben; unumstössliche Gewissheit ist dagegen nicht erforderlich. Die mit dem 

Berichtigungsbegehren konfrontierte Behörde hat zwar nach dem Untersu-

chungsgrundsatz den Sachverhalt grundsätzlich von Amtes wegen abzu-

klären (Art. 12 VwVG); die gesuchstellende Person ist jedoch gemäss 

Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG verpflichtet, an der Feststellung des Sachver-

halts im erstinstanzlichen Verwaltungs- sowie im Beschwerdeverfahren 

mitzuwirken (vgl. zum Ganzen statt vieler Urteil des BVGer E-2149/2017 

vom 3. Mai 2017 E. 3.3).  

3.4 Amtliche Dokumente ausländischer Staaten, deren Zweck es ist, die 

Identität ihres Inhabers nachzuweisen, gelten nicht als öffentliche Urkun-

den im Sinne von Art. 9 des Zivilgesetzbuches (ZGB, SR 210), weshalb 

ihnen nicht ohne Weiteres ein erhöhter Beweiswert zukommt und sie wie 

andere Urkunden einer freien Beweiswürdigung zu unterziehen sind (Ur-

teile des BVGer A-4256/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 3.3 und 

A-2291/2015 vom 17. August 2015 E. 7.1, je m.w.H.; vgl. ferner Urteile des 

BGer 6B_394/2009 vom 27. Juli 2009 E. 1.1 und 5A.3/2007 vom 27. Feb-

ruar 2007 E. 2). 

3.5 Kann bei einer verlangten bzw. von Amtes wegen beabsichtigten Be-

richtigung weder die Richtigkeit der bisherigen noch diejenige der neuen 

Personendaten bewiesen werden, dürfen grundsätzlich weder die einen 

noch die anderen Daten bearbeitet werden (vgl. Art. 5 Abs. 1 DSG). Dies 

ist jedoch nicht immer möglich, müssen doch bestimmte Personendaten 

zur Erfüllung wichtiger öffentlicher Aufgaben notwendigerweise bearbeitet 

werden, was namentlich auch für im ZEMIS erfasste Daten gilt. In solchen 

Fällen überwiegt das öffentliche Interesse an der Bearbeitung möglicher-

weise unzutreffender Daten das Interesse an deren Richtigkeit. Unter die-

sen Umständen sieht Art. 25 Abs. 2 DSG deshalb die Anbringung eines 

Vermerks vor, in dem darauf hingewiesen wird, dass die Richtigkeit der be-

arbeiteten Personendaten bestritten ist. Spricht dabei mehr für die Richtig-

keit der neuen Daten, sind die bisherigen Angaben zunächst zu berichtigen 

und die neuen Daten anschliessend mit einem derartigen Vermerk zu ver-

sehen. Ob die vormals eingetragenen Angaben weiterhin abrufbar bleiben 

sollen oder ganz zu löschen sind, bleibt grundsätzlich der Vorinstanz über-

lassen. Verhält es sich umgekehrt, erscheint also die Richtigkeit der bisher 

eingetragenen Daten als wahrscheinlicher oder zumindest nicht als un-

wahrscheinlicher, sind diese zu belassen und mit einem Bestreitungsver-

merk zu versehen. Über dessen Anbringung ist jeweils von Amtes wegen 

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Seite 8 

und unabhängig davon zu entscheiden, ob ein entsprechender Antrag ge-

stellt worden ist (vgl. zum Ganzen statt vieler Urteil des BVGer 

E-2149/2017 vom 3. Mai 2017 E. 3.5; vgl. ferner Urteil des BGer 

1C_240/2012 vom 13. August 2012 E. 3.2). 

 

 

4.  

4.1 Vorliegend obliegt es nach dem Gesagten grundsätzlich der Vorinstanz 

zu beweisen, dass das aktuell im ZEMIS eingetragene Geburtsdatum des 

Beschwerdeführers (1. Januar 1995) korrekt ist. Der Beschwerdeführer hat 

wiederum nachzuweisen, dass das von ihm geltend gemachte Geburtsda-

tum ([…] 1998) richtig bzw. zumindest wahrscheinlicher ist als die derzeit 

im ZEMIS erfasste Angabe, ihm mithin eine höhere Glaubwürdigkeit zu-

kommt als dem bisherigen Eintrag (Urteile des BVGer A-3080/2016 vom 

26. Januar 2017 E. 6.5, A-1987/2016 vom 6. September 2016 E. 7.6, 

A-7588/2015 vom 26. Februar 2016 E. 4.1). Gelingt keiner Partei der si-

chere Nachweis des Geburtsdatums, ist dasjenige im ZEMIS zu belassen 

oder einzutragen, dessen Richtigkeit wahrscheinlicher ist. 

4.2 Die Vorinstanz ordnete aufgrund von Zweifeln an der Altersangabe des 

Beschwerdeführers eine Handknochenanalyse an. Diese ergab am 14. Au-

gust 2013 ein Alter von 19 Jahren oder mehr, worauf die Vorinstanz das 

Geburtsjahr des Beschwerdeführers auf 1995 und dessen Geburtstag auf 

den 1. Januar festsetzte. Letzteres ist üblich in Fällen, in welchen das Ge-

burtsdatum einer im ZEMIS einzutragenden Person nicht exakt bestimmt 

werden kann (vgl. Ziff. 3.1 der Weisung des BFM vom 1. Juli 2012 zur Er-

fassung und Änderung von Personendaten ZEMIS; < https://www.sem.ad-

min.ch/dam/data/sem/rechtsgrundlagen/weisungen/auslaender/aufent-

halt/20120701-weis-daten-zemis-d.pdf >, abgerufen am 27.12.2017). 

4.3 Das Ergebnis einer radiologischen Knochenaltersbestimmung weist 

nach der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts nur einen beschränkten 

Beweiswert auf, wenn das von der betroffenen Person behauptete Alter im 

Vergleich zum festgestellten Knochenalter innerhalb der normalen Abwei-

chung (doppelte Standardabweichung) von bis zu drei Jahren liegt. In ei-

nem solchen Fall können aus der Handknochenanalyse zwar keine ver-

lässlichen Schlüsse auf das tatsächliche Alter der untersuchten Person ge-

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zogen werden; sie bildet jedoch immerhin ein im Rahmen der Beweiswür-

digung zu berücksichtigendes Indiz für deren Minder- bzw. Volljährigkeit 

(Urteile des BVGer A-7588/2015 vom 26. Februar 2016 E. 5.1, 

A-4313/2015 vom 14. Dezember 2015 E. 5.1; vgl. ferner Urteil des BGer 

1C_224/2014 vom 25. September 2014 E. 3.3). Beträgt der Unterschied 

zwischen dem angegebenen Alter und dem festgestellten Knochenalter 

hingegen mehr als drei Jahre, gilt die Handknochenanalyse als Beweismit-

tel mit erhöhtem Beweiswert (statt vieler Urteil des BVGer D-8111/2016 

vom 23. November 2017 E. 5.1.8).  

Vorliegend beträgt die Abweichung zwischen dem vom Beschwerdeführer 

geltend gemachten Geburtsdatum ([…] 1998) und dem durch die radiolo-

gische Knochenaltersbestimmung festgestellten (14. August 1994 oder äl-

ter) mehr als drei Jahre. Folglich kommt dem Resultat der Handkno-

chenanalyse im Rahmen der Beweiswürdigung ein erhöhter Beweiswert 

zu.  

4.4 Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerde geltend, dass er in 

Italien seine Fingerabdrücke habe abgeben müssen und er deshalb der 

Ansicht gewesen sei, er dürfe nicht in der Schweiz bleiben, weshalb er an 

der BzP nicht die ganze Wahrheit gesagt habe. Anschliessend habe es 

viele Missverständnisse mit seiner Wohngemeinde gegeben. Aus Angst 

vor Perspektivlosigkeit in der Schweiz habe er bezüglich seines Alters an-

lässlich der Bundesanhörung erneut gelogen. Er sei damals noch sehr jung 

gewesen und habe Angst gehabt. Er bitte deshalb, dies in der Beurteilung 

seines Anliegens zu berücksichtigen. Sodann beruft er sich auf die von ihm 

eingereichte Tazkara, woraus ersichtlich sei, dass er im Jahr 1998 zur Welt 

gekommen ist.  

4.5 Bei der afghanischen Tazkara handelt es sich zwar um ein Identitäts-

dokument mit Foto, doch hat dieses wie erwähnt (E. 3.4) nur einen gerin-

gen Beweiswert und ist leicht zu fälschen (BVGE 2013/30 E. 4.2.2). Abge-

sehen davon machte der Beschwerdeführer widersprüchliche Angaben zu 

seiner Identität. So hat er an der BzP vom 4. Juli 2013 ausgesagt, dass er 

15 Jahre alt sei und hierzu eine Kopie seiner Tazkara eingereicht, welche 

dies belegen soll. Anlässlich der Gewährung des rechtlichen Gehörs zum 

angegebenen Alter bestätigte der Beschwerdeführer, 15 Jahre alt zu sein, 

ohne jedoch das genaue Geburtsdatum zu kennen. Diese Angaben stehen 

im Widerspruch zu den Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich der 

Bundesanhörung vom 17. Juli 2014, wonach er am (…) 1994 geboren sei 

A-7615/2016 

Seite 10 

und an der BzP falsche Angaben zu seiner Herkunft, Familie und den Asyl-

gründen gemacht habe. So habe er gar nie eine Tazkara besessen, da er 

im Iran geboren und aufgewachsen sei und gar nie in Afghanistan gelebt 

habe. Am 18. August 2016 reichte er wiederum eine Tazkara im Original 

ein, auf welcher das Geburtsjahr 1998 vermerkt ist. Das Original stimmt 

jedoch nicht mit der an der BzP eingereichten Kopie überein, weil gemäss 

Angabe des Beschwerdeführers das Original, mit welcher die Kopie ange-

fertigt wurde, verloren gegangen sei, weshalb sein Onkel bei der afghani-

schen Botschaft eine neue habe beantragen müssen. Schliesslich macht 

er in seiner Beschwerde vom 8. November 2016 wie erwähnt geltend, dass 

er nicht nur an der BzP vom 4. Juli 2013, sondern auch anlässlich der Bun-

desanhörung vom 17. Juli 2014 gelogen habe. Es ist demzufolge nahelie-

gend, dass sich der Beschwerdeführer von den widersprüchlichen Aussa-

gen jeweils ihm nicht zustehende Vorteile erhoffte.  

4.6 Eine Würdigung der vorstehend genannten Umstände ergibt, dass we-

der die Vorinstanz noch der Beschwerdeführer einen sicheren Nachweis 

des jeweils behaupteten Geburtsdatums erbringen konnten. Dem Be-

schwerdeführer ist es überdies nicht gelungen, wenigstens glaubhaft zu 

machen, dass er noch minderjährig ist, während das Ergebnis der Hand-

knochenanalyse und die widersprüchlichen Aussagen auf seine Volljährig-

keit hindeuten. Wie bereits vorne erwähnt (E. 4.3) kommt dem Resultat der 

Handknochenanalyse im vorliegenden Fall ein erhöhter Beweiswert zu. 

Das bisher im ZEMIS eingetragene Geburtsdatum des Beschwerdeführers 

erscheint gestützt darauf zumindest nicht als unwahrscheinlicher als das 

von diesem behauptete. Aufgrund der Aktenlage ist daher mit der Vor- 

instanz von der Volljährigkeit des Beschwerdeführers auszugehen (vgl. Ur-

teil des BVGer A-7588/2015 vom 26. Februar 2016 E. 5.4; ferner Urteil des 

BGer 1C_224/2014 vom 25. September 2014 E. 3.3). 

4.7 Zusammenfassend ist weder die Richtigkeit des im ZEMIS eingetrage-

nen noch diejenige des vom Beschwerdeführer angegebenen Geburtsda-

tums bewiesen. Unter Berücksichtigung aller Beweismittel und Indizien 

(Aussageverhalten, Knochenaltersbestimmung durch Handknochenana-

lyse, Tazkara) ist jedoch der 1. Januar 1995 als klar wahrscheinlicheres 

Geburtsdatum anzusehen als der (…) 1998. Der mit einem Bestreitungs-

vermerk versehene ZEMIS-Eintrag ist daher unverändert zu belassen und 

die Beschwerde entsprechend abzuweisen. 

5.  

A-7615/2016 

Seite 11 

5.1 Nachdem die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen ist, gilt der Be-

schwerdeführer als unterliegend, weshalb ihm an sich die Kosten des Be-

schwerdeverfahrens aufzuerlegen wären. Ausnahmsweise können sie je-

doch erlassen werden (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Ein Erlass der Verfah-

renskosten ist namentlich denkbar, wenn sich die unterliegende Partei in 

einer finanziellen Notlage befindet. Gemäss Vorinstanz wird der Beschwer-

deführer als mittellos erachtet, weshalb sich vorliegend ein Erlass der Ver-

fahrenskosten rechtfertigt.  

5.2 Der unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] e contrario). Als 

Bundesbehörde hat auch die Vorinstanz keinen solchen Anspruch (Art. 7 

Abs. 3 VGKE). 

6.  

Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebiet des Daten-

schutzes sind gemäss Art. 35 Abs. 2 der Verordnung vom 14. Juni 1993 

zum Bundesgesetz über den Datenschutz (VDSG, SR 235.11) dem Eidge-

nössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) bekannt 

zu geben.  

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. N _______; Einschreiben) 

– das Generalsekretariat EJPD (Gerichtsurkunde) 

A-7615/2016 

Seite 12 

– den EDÖB z.K. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Jürg Steiger Marc Lichtensteiger 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechts-

schrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. 

Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Be-

schwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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