# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9b03dcd8-dc42-56c4-b714-4f8714b5ec37
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-10-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 11.10.2016 R 2015 37
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2015-37_2016-10-11.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 15 37

5. Kammer 

Vorsitz Audétat
RichterIn Moser, Racioppi 

Aktuar Paganini

URTEIL

vom 11. Oktober 2016

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

Eheleute A._____,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Georg S. Mattli,

Beschwerdeführer
gegen 

Gemeinde X._____,
Beschwerdegegnerin

und

B._____,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Patrik Wagner,

Beschwerdegegner

betreffend Baueinsprache

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1. Am 24. Juni 2014 reichte B._____ ein Baugesuch für die Erstellung eines 

Mehrfamilienhauses auf Parzelle Nr. 4637, in X._____ ein. Dagegen er-

hoben die Eheleute A._____ Einsprache. Sie bemängelten die Nichtein-

haltung des Strassenabstandes, die Baurechtswidrigkeit der Gebäu-

dehöhe und der Geschosszahl sowie das Fehlen eines Giebeldaches. 

Schliesslich waren sie der Ansicht, dass die Baute im Quartier als moder-

ner Fremdkörper erscheinen würde. 

2. Die Gemeinde X._____ erteilte der Bauherrschaft am 10. März (mitgeteilt 

am 13. März) 2015 die Baubewilligung mit Auflagen unter Abweisung 

sämtlicher Rügen der Einsprecher und Kostenauflage an die Einsprecher 

für das Einspracheverfahren.

3. Dagegen erhoben die Eheleute A._____ (nachfolgend: Beschwerdefüh-

rer) am 14. April 2015 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden. Sie beantragten die Aufhebung des Baubewilligungs- und 

Einspracheentscheides vom 10./13. März 2014 und die Verweigerung der 

nachgesuchten Baubewilligung; weiter sei Ziff. 2 des angefochtenen Ent-

scheids aufzuheben und die gesamten Kosten des Einspracheverfahrens 

der Bauherrschaft aufzuerlegen, alles unter Kosten- und Entschädigungs-

folge zu Lasten der Beschwerdegegner. Schliesslich wurde die Erteilung 

der aufschiebenden Wirkung beantragt, die mit Verfügung des Instrukti-

onsrichters vom 19. Juni 2015 erteilt wurde. Ihre Beschwerde begründen 

die Beschwerdeführer im Wesentlichen damit, dass vorliegend die Vor-

aussetzungen für eine Ausnahmebewilligung zur Unterschreitung des 

Strassenabstandes nicht gegeben seien. Unter Verweis auf eine private 

Expertise sei zudem erstellt, dass das Dach nicht bewilligungsfähig sei. 

Das Bauprojekt sei abweichend von der Meinung der Vorinstanz kein in 

der Höhe gestaffelter Baukörper, sondern ein einziger Baukörper, wes-

halb das Bauprojekt überzählige, nicht bewilligungsfähige Geschosse 

aufweise. Das Bauprojekt nehme schliesslich keinerlei Bezug auf die 

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Nachbarbauten und sei für das Berggebiet völlig untypisch, was ein Ver-

stoss gegen die kantonalen und kommunalen Ästhetikvorschriften darstel-

le.

4. Die Gemeinde X._____ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte 

in ihrer Vernehmlassung vom 15. Juni 2016 die Abweisung der Be-

schwerde unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführer. Gegen die 

Unterschreitung des Strassenabstandes würden keinerlei öffentliche In-

teressen sprechen. Das Bauprojekt sehe ein Dach vor, welches ohne 

Schwierigkeiten unter die Definition "Giebeldach" subsumiert werden 

könne und somit bewilligungsfähig sei. Zudem handle es sich beim Bau-

projekt um einen in die Höhe gestaffelten Baukörper; des Weiteren liege 

ein ausbaufähiger und nicht als zusätzliches Geschoss zu berücksichti-

gender Dachraum vor. Das Bauprojekt nehme schliesslich ausreichend 

Rücksicht auf das Orts- und Landschaftsbild sowie auf die gestalterischen 

Anforderungen an eine gute Gesamtwirkung mit der Landschaft und der 

Umgebung.

5. B._____ (nachfolgend: Beschwerdegegner) beantragte gleichentags die 

Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur 

Begründung brachte er im Wesentlichen die gleichen Argumente wie die 

Beschwerdegegnerin vor. 

6. Mit Schreiben vom 17. August 2015 verzichteten die Beschwerdeführer 

auf eine Replik. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt bildet hier der Bau- und Einspracheentscheid vom 10. 

März 2015, womit die Beschwerdegegnerin die Einsprache der Be-

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schwerdeführer abwies und für den durch den Beschwerdegegner nach-

gesuchten Neubau des Mehrfamilienhauses die Baubewilligung erteilte. 

Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

2. a) Vorab wir auf die Rüge über die Unterschreitung des Strassenabstandes 

eingegangen. 

Die Beschwerdegegnerin bestreitet im Einspracheentscheid nicht, dass 

das Bauprojekt (Einfahrt, Teile der Einstellhalle) in den Strassenabstand 

hineinrage. Allerdings seien die Voraussetzungen für die Gewährung ei-

ner Ausnahmebewilligung gegeben, sodass es letztlich nicht mehr darauf 

ankomme, ob die betroffenen Bauteile als ober- oder unterirdisch zu gel-

ten hätten. So gebe es an der C._____-strasse bereits zahlreiche Bauten 

innerhalb des Strassenabstandes, sodass ein durchgehender Ausbau der 

Strasse – die ratio legis des Strassenabstandes – ohnehin nicht mehr rea-

lisiert werden können. Im Bereich der Bauparzelle liege zudem ein ge-

schützter Findling, weshalb ein Ausbau der Strasse auch daran scheitern 

würde. Ausserdem handle es sich beim betreffenden Haus um das zweit-

letzte der Strasse, welche in einer Sackgasse ende und sich auf der 

Grenze der Bauzone befinde. Schliesslich würde die Einhaltung des 

Strassenabstandes gerade bei talseitigen Grundstücken an steiler Hang-

lage unerwünscht komplizierte Lösungen bedingen, abgesehen davon, 

dass eine Einfahrt zu ermöglichen sei, was naturgemäss mit baulichen 

Eingriffen verbunden sei.

Die Beschwerdeführer sind in ihrer Beschwerde wie schon im Einspra-

cheverfahren der Ansicht, dass der Strassenabstand sowohl für ober- al-

so auch für unterirdische Bauteile gelte; er entspreche in seiner Wirkung 

einer Baulinie, welche sich ebenfalls auf alle Bauten inkl. Tiefbauten und 

unterirdische Bauteile erstrecke. Neu bringen sie im vorliegenden Verfah-

ren vor, das der Strassenabstand zusätzlich auch siedlungsgestalterische 

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Aspekte umfasse und etwa Gefährdungen der Strassenbenützer durch 

Bauten und Bäume auf anstossenden Grundstücken verhindern solle so-

wie Beschädigungen der Strassen durch Wurzeln und solche der Wurzeln 

durch Strassenarbeit ausschalten solle. Bei Wohnbauten mindere er Im-

missionen durch die Benutzung der Strasse und bei Gebäuden biete er 

Gewähr für angemessene Abstände gegenüber Bauten auf der anderen 

Strassenseite. Die Voraussetzungen für die Erteilung einer Ausnahme-

bewilligung lägen nicht vor; zudem würde die Einhaltung des Strassenab-

standes für die Bauherrschaft keine unverhältnismässige Härte bedeuten. 

Dieser sei es zuzumuten, die Baute weiter talwärts zu verschieben, so-

dass man die Ausnahmebewilligung auf die Einfahrt beschränken könnte 

und nicht auch grosse Teile der Autoeinstellhalle, der Aussenparkplätze 

und der Terrainaufschüttungen umfassen müsste.

Die Beschwerdegegnerin vermisst bei den neuen Argumenten der Be-

schwerdeführer den Bezug zum Bauvorhaben. So sei unverständlich, in-

wiefern das Bauvorhaben die Verkehrssicherheit beeinträchtigen sollte; 

weshalb die C._____-strasse im Bereich des Bauprojekts einmal erweitert 

werden sollte; worin eine Gefährdung der Strassenbenutzer bestehe und 

was das Bauvorhaben mit Wurzelschäden zu tun haben könnte. Der an-

geführte Immissionsschutz ziele auch ins Leere, weil im Strassenabstand 

ja keine Wohnräume geplant seien. Schliesslich würden die Gebäudeab-

stände nicht über Strassenabstände ermittelt. Es sprächen nach wie vor 

keine öffentlichen Interessen gegen die Unterschreitung des Strassenab-

standes.

Der Beschwerdegegner weist zudem auf Art. 103 Abs. 3 BauG hin, wo-

nach unter natürlichem Terrain liegende Bauten oder Bauteile an die 

Grenze gestellt werden dürften, wenn die Grenzmauer in ihrer gesamten 

Länge unter Terrain liege; dies sei vorliegend der Fall. Für die C._____-

strasse existiere keine Baulinie. Eine talseitige Verschiebung des Gebäu-

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des habe einschneidende negative Konsequenzen und stehe in keinem 

Verhältnis zur Forderung der Einhaltung des Strassenabstandes.

b) Die Strassenabstände dienen ganz allgemein sicherheits-, gesundheits- 

und feuerpolizeilichen Zwecken, wobei planerische Überlegungen auch 

mitspielen, nämlich hinsichtlich künftiger Strassenerweiterungen oder 

dem Bau von Nebenanlagen (vgl. PETER HÄNNI, Planungs-, Bau- und be-

sonders Umweltschutzrecht, 6. Aufl., Bern 2016, S. 320 f. m.w.H.).

Die Frage, ob der Strassenabstand nur für oberirdische Bauten, nicht 

aber für unterirdische gelten soll, kann hier offen gelassen werden, denn 

wenn eine Ausnahmebewilligung zulässigerweise erteilt sein sollte, würde 

diese selbstverständlich ober- und unterirdisch gelten. 

c) Liegen ausserordentliche Verhältnisse vor und bedeutet die Einhaltung 

der gesetzlichen Bestimmungen eine unverhältnismässige Härte, so kann 

die Baubehörde Ausnahmen von einzelnen Vorschriften gewähren, wenn 

dadurch keine öffentlichen Interessen verletzt werden (Art. 21 des kom-

munalen Baugesetzes [BauG]). 

d) Vorliegend vermögen die angeführten Argumente für die Erteilung einer 

Ausnahmebewilligung hinsichtlich des Strassenabstandes zu überzeugen. 

Nach dem zu überbauenden Grundstück endet die Strasse in einer Sack-

gasse, d.h. es werden nachfolgend noch zwei Gebäude erschlossen. 

Weitere Erschliessungen sind sehr unwahrscheinlich, weil mit der Strasse 

auch die Bauzone endet. Unter diesen Umständen ist das öffentliche In-

teresse an der Wahrung der Möglichkeit zum Ausbau der Strasse (was 

der ratio legis des Strassenabstandes entspricht) gering. Dies umso 

mehr, als unbestrittenermassen vielerorts an der C._____-strasse in den 

Strassenabstand hineingebaut worden ist, wie der Fotodokumentation der 

Beschwerdegegnerin (Beilage Nr. D1) deutlich zu entnehmen ist und wie 

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das Gericht bereits aus eigener Anschauung während des in einem ande-

ren Verfahren am 24. Juni 2015 durchgeführten Augenscheines (vgl. Ver-

fahren R 14 95) selbst zur Kenntnis genommen hat. Hinzu kommt, dass 

sich ein Strassenausbau im Bereich der Parzelle Nr. 4637 angesichts des 

an die C._____-strasse grenzenden, geschützten Findlings nicht durch-

führen lässt. Aufgrund gerichtsnotorischer Kenntnisse und der Fotodoku-

mentation erübrigt sich auch die Durchführung des von der Beschwerde-

gegnerin beantragten Augenscheins. Hingegen wirken die neuen Argu-

mente der Beschwerdeführer bezüglich der Beeinträchtigung der Ver-

kehrssicherheit durch Bauvorhaben, der Erweiterung der C._____-

strasse, der Gefährdung der Strassenbenutzer und der Wurzelschäden 

konstruiert und bleiben – wie die Beschwerdegegnerin zu Recht ausführt 

– ohne jeden Bezug zum vorliegenden Bauvorhaben. Die Rüge ist somit 

abzuweisen. 

3. a) Im Folgenden ist die weitere Rüge hinsichtlich der Dachform zu behan-

deln. 

Im Einspracheentscheid stellt die Gemeine fest, dass sich die strittige 

Baute ausserhalb des im GGP ausgewiesenen Flachdachgebietes befin-

de, weshalb das Wohnhaus ein Giebeldach i.S.v. Art. 27 BauG aufzuwei-

sen habe. Die gesetzlichen Vorgaben seien trotz eigenwilliger Form des 

Daches erfüllt.

Die Beschwerdeführer legen eine Beurteilung eines beigezogenen Bau-

experten ins Recht, welcher das Dach als Mischung zwischen Pult-, 

Sched- und Flachdach bezeichnet. Mit einem Verhältnis der Dachflächen 

von 1 (Fläche mit 72 Grad Neigung) : 10 (Fläche mit 18 Grad Neigung) 

könne es kein Sattel- oder Giebeldach, sondern nur ein Pult- oder Sched-

dach sein. Entsprechend sei das Bauvorhaben nicht bewilligungsfähig.

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Gemäss der Beschwerdegegnerin braucht es für das Vorliegen eines 

Giebeldaches i.S. von Art. 27 BauG ein vom Giebel begrenztes Dach mit 

einer Neigung der Dachflächen von mindestens 18 Grad. Vorschriften zu 

maximalen Neigungswinkeln und zum Verhältnis der Dachflächen suche 

man vergeblich. Das projektierte Dach sei deshalb zulässig. 

Der Beschwerdegegner ist nicht der Ansicht, dass das Dach eine eigen-

willige Form aufweist. Es bewege sich innerhalb der baugesetzlichen De-

finition eines Giebeldaches. Er weist zudem darauf hin, dass die Dach-

form ausdrücklich und ausführlich auch vom Bauberater der Beschwerde-

gegnerin im Rahmen der Vorprüfung des Bauprojektes begutachtet und 

abgesegnet worden sei.

b) Gemäss Art. 27 BauG sind innerhalb des im Generellen Gestaltungsplan 

abgegrenzten Gebietes grundsätzlich nur Flachdächer zulässig. Ausser-

halb dieses Gebietes sind grundsätzlich nur Giebeldächer mit einer Nei-

gung von mindestens 18 Grad zulässig. Bei An- und Nebenbauten kann 

die Baubehörde Abweichungen gestatten.

c) Die von den Beschwerdeführern ins Recht gelegte Expertise krankt dar-

an, dass sie den Liftschacht als fixes Dachelement und mithin als Flach-

dach miteinbezieht. Der Liftschacht ist allerdings auf die gesamte Dach-

fläche gesehen kein wesentliches Element und schon gar nicht ein domi-

nantes. Es liegt deshalb ein Giebeldach mit den Neigungen 18 Grad und 

72 Grad im Sinne von Art. 27 BauG vor, obschon diese Dachform gewiss 

aus dem üblichen Rahmen fällt. Auch diese Rüge ist somit abzuweisen.

4. a) Weiter sind die Rügen hinsichtlich Geschosszahl und Gebäudehöhe zu 

werten. 

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Die Beschwerdegegnerin erblickt im Bauprojekt einen in der Höhe gestaf-

felten Bau, bestehend aus einem Gebäudetrakt mit Zimmer 1 einerseits 

und andererseits dem Hauptgebäude aus Unter-, Erd-, Ober- und Dach-

geschoss. Mit der verfügten Auflage, im Obergeschoss der in den Dach-

raum offenen Dusch-/WC-Bereich durch Einzug einer Decke vom Dach-

geschoss abzutrennen, seien die gesetzlichen Vorgaben zur zulässigen 

Geschosszahl und davon abgeleitet der Gebäudehöhe eingehalten.

Die Beschwerdeführer verneinen das Vorliegen eines gestaffelten 

Baukörpers. Das fragliche Zimmer 1 im 1. Untergeschoss rage lediglich 

rund 3 m über die einheitliche Hauptfassade hinaus; es bilde damit Be-

standteil des Gesamtgebäudes und nicht einen separaten Gebäudetrakt, 

wie es etwa bei Treppenhäusern der Fall sei. Weil das Zimmer 1 zudem 

mehr als 2.5 m aus dem gewachsenen Terrain rage, sei es als erstes Ge-

schoss zu zählen. Das Erdgeschoss habe als zweites Geschoss zu gel-

ten, sodass Ober- und Dachgeschoss überzählig seien bzw. nicht bewil-

ligt werden könnten. Selbst bei einer Nichtberücksichtigung des Unterge-

schosses als erstes Geschoss wäre das projektierte Gebäude dreige-

schossig und somit nicht bewilligungsfähig, weil das Dachgeschoss kein 

ausgebauter Dachraum sei, sondern als zusätzliches Geschoss zu zählen 

sei.

Die Beschwerdegegnerin führt aus, dass das Bauprojekt aus dem eigent-

lichen Hauptgebäude mit seiner kompakten und klar umrissenen Kubatur 

bestehe und einem baulich abgetrennten und separaten Zimmer 1 im Un-

tergeschoss. Insbesondere bei Bauten in steiler Hanglage seien gestaffel-

te Baukörper verbreitet. Was das Dachgeschoss betrifft, so sei nach Art. 

101 Abs. 4 BauG bei Giebeldächern die Dachebene nicht als Geschoss 

zu zählen, wenn die lichte Höhe wie im vorliegenden Fall mit 3.95 m unter 

4.00 m liege. 

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Auch der Beschwerdegegner sieht sein Bauprojekt als gestaffelte Baute. 

Es bestehe einerseits aus dem terrassierten Gebäude mit zwei Wohnun-

gen und andererseits dem Wohnhaus, welches auf die Terrassierung 

leicht verschoben aufgesetzt sei. Weil die Bemessungslinie beim Gebäu-

detrakt mit Zimmer 1 um nur 2 m überschritten werde, sei das UG nicht 

als Geschoss zu betrachten. Die Behauptung der Beschwerdeführer, das 

Zimmer 1 liege mehr als 2.5 m unter dem gewachsenen Terrain, fände in 

den Planunterlagen keine Stütze. Auch beim Wohnhaus rage das Unter-

geschoss nicht mehr als 2.5 m über das gewachsene Terrain, weshalb 

die Gebäudehöhe unbestrittenermassen eingehalten sei. Der Dachraum 

des Giebeldaches habe die Beschwerdegegnerin korrekterweise nicht als 

Geschoss gezählt.

b) In der hier (unbestritten) massgebenden Ortsrandzone II sind gemäss 

Art. 93 BauG zwei Geschosse zulässig. Bei Vorliegen gestaffelter 

Baukörper wird die Geschosszahl für jeden der versetzten Gebäudetrakte 

separat gezählt, wobei die Gesamthöhe des Gebäudes die zonengen-

gemässe Geschosszahl höchstens um zwei Geschosse überschreiten 

darf (Art. 101 Abs. 5 BauG). Als Bemessungslinie gilt die Waagrechte 

durch den tiefsten sichtbaren Punkt der Fassade in den gewachsenen 

Boden (Art. 100 BauG). An Hanglagen mit mehr als 35 % Neigung wer-

den Geschosse, die mehr als 2.5 m über der Bemessungslinie liegen, 

mitgezählt (Art. 101 Abs. 2 BauG). Übersteigt die lichte Stockwerkhöhe im 

Erdgeschoss 4.5 m und in den Obergeschossen 3 m, werden die Mehr-

höhen als weiteres Geschoss angerechnet (Art. 101 Abs. 3 Satz 1 BauG). 

Bei Giebeldächern gilt der Dachraum als Geschoss, wenn die lichte Gie-

belhöhe einschliesslich des Kniestocks 4 m übersteigt.

c) Strittig ist vorab, ob das vorliegende Bauprojekt gestaffelte Baukörper 

aufweist oder nicht. Die Beschwerdeführer weisen auf den Schnitt B-B in 

den Bauplänen hin, aus welchem ersichtlich sei, dass das Zimmer 1 im 

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Untergeschoss lediglich rund 3 m über die einheitliche Hauptfassade hin-

ausrage und damit Bestandteil des Gesamtgebäudes sei. Die Beschwer-

degegnerin erkennt hingegen aus den Plänen das gegenüber der kom-

pakten und klar umrissenen Kubatur des Hauptgebäudes baulich abge-

trennte und separate Zimmer 1 im Untergeschoss. Wiederum anders be-

urteilt der Beschwerdegegner die Situation, indem er das Gebäude um-

schreibt als einerseits aus dem terrassierten Gebäude mit zwei Wohnun-

gen bestehend und andererseits aus dem Wohnhaus, welches auf die 

Terrassierung leicht verschoben aufgesetzt sei. Das Gericht kommt zum 

Schluss, dass die Ansicht Fassade Ost aussagekräftiger ist als der von 

den Beschwerdeführern angeführte Schnitt B-B: Mit dieser Ansicht lässt 

sich unter Berücksichtigung des der Beschwerdegegnerin zustehenden 

Ermessensspielraumes durchaus das Vorliegen eines gestaffelten 

Baukörpers sachlich begründen. Die Einschätzung des Beschwerdegeg-

ners  dürfte auf dem Schnitt A-A beruhen, wirkt aber weniger überzeu-

gend. Folglich ist die Einschätzung der Beschwerdegegnerin – auch ge-

stützt auf deren Hinweis, wonach bei Bauten an steiler Hanglage gestaf-

felte Baukörper verbreitet seien – zu schützen. Damit ergeben sich im 

vorliegenden Fall keine Probleme mit der maximalen Geschosszahl. Der 

Vollständigkeit halber sei noch darauf hingewiesen, dass der Sockel, auf 

welchem das Zimmer 1 besteht, nicht als Geschoss zu zählen ist, weil 

dieser bloss 2 m über das gewachsene Terrain hinausragt. Letztlich 

kommt es darauf aber auch nicht an, weil das Dachgeschoss mit einer 

lichten Höhe von weniger als 4 m unter dem Giebeldach nicht als Ge-

schoss anzurechnen ist. Die einzige heikle Stelle (offener Dachraum im 

Dusche/WC Obergeschoss, vgl. Schnitt A-A) wurde seitens der Be-

schwerdegegnerin durch die im Baubewilligungs- und Einspracheent-

scheid angeordnete Auflage entschärft. Auch diese Rüge ist folglich ab-

zuweisen.

5. a) Schliesslich bleibt noch die Frage zur Ästhetik zu klären. 

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Im Einspracheentscheid vermag die Beschwerdegegnerin keinen einheit-

lichen Baustil an der C._____-strasse zu erkennen. Der von den Einspre-

chern angerufene Art. 116 BauG sei aber ohnehin nicht einschlägig. Die 

Beschwerdegegnerin verfüge bei der Beurteilung der gestalterischen Ein-

ordnung einer Baute in das Orts- und Landschaftsbild über einen weiten 

Ermessensspielraum, welche sie vorliegend gesetzeskonform genutzt 

habe.

Die Beschwerdeführer halten das Bauprojekt für einen absoluten Fremd-

körper in einer Umgebung bzw. einem Quartier, in welchem vorwiegend 

alpine Landhäuser mit Giebeldach stehen. Das Neubauprojekt nehme 

keinerlei Bezug auf die Nachbarbauten und sei für das Berggebiet völlig 

untypisch. Die Beschwerdegegnerin teilt die Meinung der Beschwerdefüh-

rer nicht und spricht von einer idealisierten Darstellung der Verhältnisse; 

vielmehr werde im exklusiven C._____--Quartier regelmässig der bau-

rechtliche Spielraum bis aufs Letzte ausgereizt.

Der Beschwerdegegner weist auf den Umstand hin, dass auf der benach-

barten Bauparzelle derselbe Architekt drei Häuser in ähnlichem Stil erstel-

le. An der C._____-strasse gebe es zudem zahlreiche Beispiele anderer 

Baustile als des alpinen Landhausstils, z.B. das Haus D._____ an der 

C._____-strasse 8A, welches zudem im Gegensatz zu seinem Haus vom 

Talboden aus sehr gut einsehbar sei.

b) Die Beschwerdeführer und die Beschwerdegegnerin beantragen in die-

sem Zusammenhang einen Augenschein. Von einem solchen kann aber – 

wie oben bereits erwähnt – abgesehen werden, kennt doch das Gericht 

das C._____-Quartier bereits von früheren Augenscheinen her (z.B. vom 

Verfahren R 14 95, Augenschein vom 24. Juni 2015) und ist die Situation 

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durch eine Fotodokumentation der Beschwerdegegnerin (Beilage Nr. D2) 

in genügendem Masse illustriert.

c) Siedlungen, Bauten und Anlagen sind nach den Regeln der Baukunst so 

zu gestalten und einzuordnen, dass mit der Umgebung und der Land-

schaft eine gute Gesamtwirkung entsteht (Art. 73 Abs. 1 Raumplanungs-

gesetz für den Kanton Graubünden [KRG; BR 801.100]). Gemäss Art. 24 

Abs. 1 sind Bauten und Anlagen architektonisch so zu gestalten, dass sie 

auf ihre Umgebung Bezug nehmen und sich in das Orts- und Land-

schaftsbild einordnen. Art. 116 BauG bestimmt zudem, dass schutzwürdi-

ge Ortsbilder dürfen durch Bauten, Anlagen und Terrainveränderung nicht 

beeinträchtigt werden dürfen (Abs. 1). Lage, Stellung, Grösse und Gestalt 

von Bauten und Anlagen haben diesem Ziel zu entsprechen. Die Sied-

lungsstruktur und die Typologie der Bauten sind zu erhalten, die Grösse 

der Neubauten ist derjenigen der bestehenden Bauten anzugleichen 

(Abs. 2).

d) Diese Bestimmungen betreffend gestalterische Einordnung einer Baute 

ins Orts- und Landschaftsbild erlauben naturgemäss einen erheblichen 

Ermessensspielraum der Bewilligungsbehörde. Zudem hat Art. 116 BauG 

(Ortsbildschutz) nicht zum Ziel, die Siedlungsstruktur und die Typologie 

der Bauten zwingend zu erhalten, sondern soll schutzwürdige Bauten er-

halten. Andernfalls wäre die Weiterentwicklung der Architektur gefährdet. 

Wie die Fotodokumentation und die eigenen Eindrücke des Gerichts von 

früheren Augenscheinen bestätigen, sind im Gebiet C._____- neben dem 

alpinen Landhausstil verschiedene weitere Baustile vertreten, darunter 

auch sehr moderne. Unter Berücksichtigung des erheblichen Ermessens-

spielraums der Beschwerdegegnerin in Gestaltungs- und Ästhetikfragen 

ist am angefochtenen Entscheid demnach nichts auszusetzen. Ein Er-

messensmissbrauch oder eine Ermessensüberschreitung liegt auf jeden 

Fall nicht vor.

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6. Zum Antrag in Ziff. 3 der Beschwerde, die gesamten Kosten des Einspra-

cheverfahrens der Bauherrschaft aufzuerlegen, ist noch zu bemerken, 

dass die Beschwerdeführer auch im Einspracheverfahren im Hauptpunkt 

nicht durchgedrungen sind und nur hinsichtlich des Punktes Überhöhe 

des Dusche/WC-Raums obsiegt haben. Dieses geringfügige Obsiegen 

rechtfertigt jedoch noch keine Kostenaufteilung, weshalb die Beschwerde-

führer sämtliche vorinstanzliche Verfahrenskosten zu tragen haben.  

7. Die Beschwerdeführer drängen mit ihren Rügen nicht durch, weshalb sich 

der angefochtene Bau- und Einspracheentscheid als rechtens erweist und 

die Beschwerde abzuweisen ist.

 8. a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten gestützt 

auf Art. 73 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

BR 370.100) je hälftig und unter solidarischer Haftung für den Gesamtbe-

trag zu Lasten der Beschwerdeführer. 

b) Die Beschwerdeführer haben zudem den anwaltlich vertretenen Be-

schwerdegegner zu entschädigen (Art. 78 Abs. 1 VRG), wobei eine Par-

teientschädigung von Fr. 2'000.-- angemessen erscheint. Der in ihrem 

amtlichen Wirkungskreis obsiegenden Beschwerdegegnerin steht keine 

Parteientschädigung zu (Art. 78 Abs. 2 VRG). 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2'500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 333.--

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zusammen Fr. 2'833.--

gehen je hälftig und unter solidarischer Haftung für den Gesamtbetrag zu-

lasten von den Eheleuten A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustel-

lung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubün-

den, Chur, zu bezahlen.

3. Die Eheleute A._____ haben B._____ je hälftig und unter solidarischer 

Haftung für den Gesamtbetrag mit pauschal Fr. 2'000.-- zu entschädigen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]