# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5a9beb96-ce9f-5e41-866d-d414c8e069ee
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-16
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 16.06.2023 BK 2023 10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2023-10_2023-06-16.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 23 10

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 16. Juni 2023

Besetzung Oberrichter Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid,
Oberrichterin Hubschmid
Gerichtsschreiberin Kurt 

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter 1/Straf- und Zivilkläger 1/Beschwerdeführer

C.________
a.v.d. Rechtsanwältin D.________

Beschuldigter 2/Straf- und Zivilkläger 2

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Gegenstand Implizite Verfahrenseinstellung

Strafverfahren wegen versuchter vorsätzlicher Tötung evtl. schwe-
rer Körperverletzung etc.

Beschwerde gegen die «implizite Teileinstellung» der Regionalen 
Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 30. Dezember 2022
(BM 21 1864)

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Erwägungen:

1. Die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland (nachfolgend: Staatsanwalt-
schaft) erhob am 30. Dezember 2022 beim Regionalgericht Bern-Mittelland Ankla-
ge gegen den Beschuldigten 2 u.a. wegen versuchter schwerer Körperverletzung, 
eventualiter schwerer Körperverletzung, eventualiter versuchten qualifizierten Rau-
bes. Gegen die nach Ansicht des Straf- und Zivilklägers 1 damit verbundene (impli-
zite) Teileinstellungsverfügung betreffend schwere Körperverletzung sowie ver-
suchte vorsätzliche Tötung reichte dieser (nachfolgend: Beschwerdeführer), amtlich 
vertreten durch Rechtsanwalt B.________, am 9. Januar 2023 Beschwerde ein. Er 
beantragte die Aufhebung der impliziten Teileinstellung sowie die Anweisung der 
Staatsanwaltschaft, die Strafuntersuchung weiterzuführen und die Anklageschrift 
vom 30. Dezember 2022 Bst. B Ziffer 1 zu vervollständigen bzw. den Beschuldigten 
2 (nachfolgend: Beschuldigter) betreffend die Auseinandersetzung vom 12. Januar 
2021 zusätzlich wegen schwerer Körperverletzung in Bezug auf seine Verletzung 
am linken Unterarm sowie wegen versuchter vorsätzlicher Tötung in Bezug auf die 
Schläge und Tritte des Beschuldigten gegen seinen Kopf anzuklagen. Eventualiter 
sei die implizite Teileinstellungsverfügung wegen versuchter vorsätzlicher Tötung 
sowie schwerer Körperverletzung aufzuheben und zur Begründung und Entschei-
dung an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolge. Der Beschuldigte, amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin D.________, 
sowie die Generalstaatsanwaltschaft beantragten in ihren Stellungnahmen vom 
27. Januar sowie 1. Februar 2023, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, even-
tualiter sei diese abzuweisen. Der Beschwerdeführer hielt in seiner Replik vom 
6. Februar 2023 an den gestellten Anträgen fest. 

2.

2.1 Die Beschwerde ist zulässig gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der 
Staatsanwaltschaft, aber auch gegen Unterlassungen, unter Einschluss der 
Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (Art. 393 Abs. 1 Bst. a und Art. 393 
Abs. 2 Bst. a der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]). Be-
schwerden gegen Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung sind an keine Frist 
gebunden (Art. 396 Abs. 2 StPO), demgegenüber müssen Beschwerden gegen 
Verfügungen und Verfahrenshandlungen innert 10 Tagen eingereicht werden 
(Art. 396 Abs. 1 StPO). Die Zuständigkeit der Beschwerdekammer in Strafsachen 
des Obergerichts des Kantons Bern ergibt sich aus Art. 13 Bst. c StPO i.V.m. 
Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) und Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements 
des Obergerichts (OrR OG; BSG 162.11). 

Vorab stellt sich die Frage nach dem Anfechtungsobjekt. Gegen die Anklageerhe-
bung ist kein Rechtsmittel möglich (Art. 324 Abs. 2 StPO). Folglich kann auch ge-
gen abgelehnte Anträge im Zusammenhang mit der Anklageschrift keine Be-
schwerde erhoben werden. Die Beschwerde richtet sich denn auch nicht gegen die 
Anklageerhebung, sondern die sich nach Ansicht des Beschwerdeführers daraus 
ergebende (implizite) Teileinstellung betreffend schwere Körperverletzung sowie 
versuchte vorsätzliche Tötung. Gegen implizite Teileinstellungen ist die Beschwer-

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de möglich (Art. 322 Abs. 2 i.V.m. Art. 393 ff. StPO, Art. 35 GSOG i.V.m. Art. 29 
Abs. 2 OrR OG; vgl. BGE 148 IV 124 E. 2.6.5, BGE 138 IV E. 2.6 sowie Beschluss 
des Obergerichts des Kantons Bern BK 22 267 vom 28. Oktober 2022 E. 5). So-
wohl die Generalstaatsanwaltschaft als auch der Beschuldigte vertreten mit jeweils 
unterschiedlicher Begründung aber die Auffassung, dass der Beschwerdeführer be-
reits gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 12. Dezember 2022 hätte 
Beschwerde erheben müssen, weshalb auf die vorliegende Beschwerde nicht 
(mehr) einzutreten sei. 

2.2 Mit Verfügung vom 12. Dezember 2022 wies die Staatsanwaltschaft den Antrag 
des Beschwerdeführers auf Ergänzung der Anklageschrift um den Vorwurf der ver-
suchten vorsätzlichen Tötung ab. Den Antrag auf Ergänzung der Anklageschrift mit 
dem Vorwurf der vollendeten schweren Körperverletzung hiess sie gut. Wie aus der 
Begründung der Verfügung vom 12. Dezember 2022 und der definitiven Anklage-
schrift vom 30. Dezember 2022 hervorgeht, legte die Staatsanwaltschaft der voll-
endet schweren Körperverletzung allerdings einen anderen Sachverhalt zugrunde. 
Während der Beschwerdeführer die schwere Körperverletzung aufgrund einer 1.5 
cm langen und 1 cm klaffenden, bis auf den Ellenknochen hinunterreichenden 
Stichverletzung annimmt, als deren Folge die Beweglichkeit von Hohlhandmuskeln, 
Ringfinger und Kleinfinger vermindert war und sich eine Krallenhand entwickelte 
(Muskelschwund in der linken Hand und eine damit einhergehende zumindest teil-
weise Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf), will die Staatsanwaltschaft die 
Durchtrennung der Beugesehne des Zeigfingers des Beschwerdeführers eventuali-
ter als schwere Körperverletzung anklagen. Damit hat die Staatsanwaltschaft zu-
mindest implizit auch den Antrag auf Ergänzung der Anklage um den Vorwurf der 
schweren Körperverletzung abgewiesen. Damit weigert sie sich (implizit), sowohl 
das Verfahren wegen versuchter vorsätzlicher Tötung als auch dasjenige wegen 
schwerer Körperverletzung aufgrund der Verletzung am Unterarm weiterzuführen. 

Während die Generalstaatsanwaltschaft geltend macht, es handle sich bei der Ver-
fügung vom 12. Dezember 2022 um eine anfechtbare Teileinstellung, welche be-
reits in Rechtskraft erwachsen sei, vertritt der Beschuldigte die Ansicht, eine Tei-
leinstellung könne gar nicht erfolgen, da es sich bei der Auseinandersetzung vom 
12. Januar 2021, welche Gegenstand der Anklage bilde, um einen einzigen Le-
bensvorgang handle. Die Rechte des Beschwerdeführers seien mit dem Erlass der 
Verfügung vom 12. Dezember 2022 hinreichend gewahrt worden, weshalb auch 
gar keine Teileinstellungsverfügung erfolgen müsse und stattdessen diese Verfü-
gung vom 12. Dezember 2022 hätte angefochten werden können. 

2.3 Sind am Verfahren auch Privatkläger beteiligt, kann eine explizite Teileinstellungs-
verfügung mit entsprechender Rechtsmittelbelehrung nach der Rechtsprechung im 
Zusammenhang mit der Anklage oder nach der Verweigerung der Anklageergän-
zung im gerichtlichen Verfahren (vgl. Art. 333 Abs. 1 StPO) zur Wahrung der Rech-
te der Privatklägerschaft erforderlich sein, da diese über die Beschwerde im Sinne 
von Art. 322 Abs. 2 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 Bst. b StPO die für den von ihr ange-
strebten Schuldspruch erforderliche Änderung oder Ergänzung der Anklage errei-
chen kann (vgl. BGE 138 IV 241 E. 2). Damit soll den Geschädigten und insbeson-
dere den Opfern im Sinne von Art. 116 Abs. 1 StPO und Art. 1 Abs. 1 des Opferhil-

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fegesetzes (OHG; SR 312.5) ermöglicht werden, ihre Rechte im Strafverfahren gel-
tend zu machen und einer ungenügenden Anklage mit impliziter Einstellung von 
rechtserheblichen Tatsachen entgegenzuwirken. Dies ist ohne Weiteres auch mit 
Art. 324 Abs. 2 StPO vereinbar, wonach die Anklageerhebung nicht anfechtbar ist, 
da sich allfällige Rechtsmittel der Privatkläger nicht gegen die Anklage, sondern 
gegen die implizite Einstellung, d.h. die unterlassene Anklage richten (BGE 148 IV 
124 E. 2.6.5). Entscheidend ist, dass die Teileinstellungsverfügung auf die gleich-
zeitig erhobene oder bereits hängige Anklage bzw. den gleichzeitig erlassenen 
Strafbefehl Bezug nimmt und folglich als solche deklariert wird. Aus der Teileinstel-
lungsverfügung muss hervorgehen, dass das Verfahren nicht als Ganzes, sondern 
lediglich bezüglich einzelner, nicht angeklagter, erschwerender Tatumstände be-
treffend etwa vom Opfer behauptete weitere Tathandlungen, zusätzliche Tatfolgen 
(z.B. zusätzliche Verletzungen) oder zusätzliche innere Tatsachen (z.B. ein über 
die verursachten Verletzungen hinausgehender Tötungswille des Täters) etc. ein-
gestellt wird. Solche Teileinstellungsverfügungen dienen folglich nicht der Einstel-
lung des gesamten Verfahrens, sondern der Fixierung des Gegenstands des ge-
richtlichen Verfahrens (BGE 148 IV 124 E. 2.6.6). Die Einstellung des Strafverfah-
rens muss durch eine beschwerdefähige, formelle Einstellungsverfügung erfolgen 
(BGE 138 IV 241 Regeste).

Die Verfügung vom 12. Dezember 2022 nimmt lediglich Bezug auf den Entwurf der 
Anklageschrift und noch nicht auf die definitive Anklage. Die Verfügung ist zudem 
weder als Teileinstellung deklariert noch enthält sie diesbezüglich eine Rechtsmit-
telbelehrung. Einzig in Bezug auf den abgelehnten Beweisantrag (welcher vom Be-
schuldigten gestellt wurde und in Ziffer 1 der Verfügung abgewiesen wurde) ist eine 
Rechtsmittelbelehrung angebracht. Auch wenn aus der Abweisung des Antrags 
des Beschwerdeführers auf Ergänzung der Anklage um den Vorwurf der versuch-
ten vorsätzlichen Tötung bzw. der Begründung im Zusammenhang mit dem Antrag 
auf Ergänzung der Anklage um den Vorwurf der schweren Körperverletzung implizit 
geschlossen werden kann, dass die Staatsanwaltschaft das Verfahren nicht im 
Sinne des Beschwerdeführers würdigen bzw. weiterführen will, handelt es sich da-
bei noch nicht um eine definitive Teileinstellung. Vielmehr wurden Anträge abge-
wiesen, welche innerhalb der Frist nach Art. 318 StPO gestellt wurden. Eine allfälli-
ge definitive Einstellung wäre damit die nächste logische Folge gewesen, nachdem 
mit der Verfügung vom 12. Dezember 2022 das rechtliche Gehör gewährt worden 
war. Eine explizite Einstellung ist in der Folge aber unterblieben und dem Be-
schwerdeführer darf aus dem Umstand, dass er die Verfügung vom 12. Dezember 
2022 nicht angefochten hat, kein Rechtsnachteil erwachsen (vgl. auch BGE 138 IV 
241 E. 2.7), zumal seine Anträge, welche im Zusammenhang mit der Anklageerhe-
bung erfolgt waren, mit Blick auf Art. 324 Abs. 2 StPO einer Beschwerde gar nicht 
zugänglich sind. Die Verfügung vom 12. Dezember 2022 stellt jedenfalls weder ei-
ne explizite noch implizite Einstellung dar.

Mit Blick auf die zitierte bundesgerichtliche Rechtsprechung ist zudem eine Teilein-
stellung grundsätzlich möglich. Eine solche muss, entgegen den Vorbringen des 
Beschuldigten, nicht zwingend den ganzen Lebensvorgang bzw. Lebenssachver-
halt betreffen (vgl. BGE 148 IV 124 E. 2.6.6). Zudem zeigen das vorliegende Be-
schwerdeverfahren bzw. die sich im Zusammenhang mit der Anklage stellenden 

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Fragen, dass es innerhalb der Auseinandersetzung vom 12. Januar 2021 durchaus 
mehrere Sachverhaltsfragen zu klären gilt. Dem Beschwerdeführer steht folglich 
der Beschwerdeweg gegen eine (implizite) Teileinstellung nach wie vor offen, so-
fern eine solche tatsächlich vorliegt.

2.4 Eine Verfahrenseinstellung - auch wenn sie (im Betreff) in der Regel einen gesetz-
lichen Straftatbestand erwähnt – erfolgt immer in Bezug auf einen bestimmten Tat-
vorwurf und nicht hinsichtlich eines bestimmten Straftatbestandes bzw. einer recht-
lichen Würdigung (vgl. Art. 319 StPO). Das Gericht prüft die rechtliche Würdigung 
frei (vgl. Art. 350 Abs. 1 StPO). Eine Teileinstellung einzig in Bezug auf eine recht-
liche Würdigung kann daher nicht erfolgen, andernfalls könnte aufgrund des 
Grundsatzes «ne bis in idem» gar keine Verurteilung mehr erfolgen. Eine Teilein-
stellung kommt (auch) mit Blick auf BGE 148 IV 124 nur in Betracht, wenn die mil-
dere rechtliche Würdigung auch mit einer günstigeren Einschätzung der Beweisla-
ge in der Anklage einhergeht und letztlich Sachverhaltselemente in der Anklage 
fehlen. Das wird aber vom Beschwerdeführer gar nicht behauptet. Zwar beruft er 
sich in der Beschwerde (Ziffer 10) bezugnehmend auf BGE 148 IV 124 E. 2.6.5 
darauf, es handle sich bei der beantragten Ergänzung mit dem Vorwurf der vorsätz-
lichen Tötung um einen einzelnen erschwerenden Tatvorwurf, welcher einer Tei-
leinstellung zugänglich sei, und nicht allein um eine andere rechtliche Würdigung. 
Dies steht aber im Widerspruch zu seinen vorherigen Eingaben und übrigen Vor-
bringen in der Beschwerde. So führte er bereits in seinem Antrag vom 16. Mai 2022 
auf Ergänzung der Anklageschrift vom 4. Mai 2022 aus, der Sachverhalt, welcher 
den Vorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung begründe, sei im Entwurf der An-
klageschrift vom 4. Mai 2022 bereits mit sämtlichen erforderlichen Tatbestands-
elementen beschrieben. Folglich bedürfe es betreffend Sachverhaltsschilderung 
keiner Ergänzung und es sei die Anklageschrift lediglich in Bezug auf die angeklag-
ten Straftatbestände entsprechend zu ergänzen (pag. 769 f. PEN 23 1). Darauf 
verweist der Beschwerdeführer auch in seinem Schreiben vom 7. November 2022 
(Anmerkungen zum Entwurf der Anklageschrift gemäss Mitteilung Art. 318 StPO 
vom 26. Oktober 2022). Er führt aus, dass im vorliegenden Entwurf der Anklage-
schrift wiederum (wie bereits beim Entwurf vom 4. Mai 2022) sämtliche erforderli-
chen Tatbestandselemente bereits umschrieben seien und einzig die Anklage-
schrift in Bezug auf den anzuklagenden Straftatbestand der versuchten vorsätzli-
chen Tötung zu ergänzen sei (pag. 790 PEN 23 1). Auch aus der Beschwerde geht 
hervor, dass dieser Sachverhalt (gemäss Anklageschrift vom 30. Dezember 2022) 
(auch) als versuchte vorsätzliche Tötung anzuklagen sei (vgl. Ziffer 8 i.V.m. Ziffer 9 
der Beschwerde). Der Beschwerdeführer vertritt damit offensichtlich selber die An-
sicht, der in der Anklage umschriebene objektive und subjektive Sachverhalt lasse 
eine rechtliche Würdigung unter dem Tatbestand der versuchten vorsätzlichen 
Tötung zu. Würde eine Teileinstellung dieses Sachverhalts betreffend den Tatbe-
stand der versuchten vorsätzlichen Tötung vorliegen, käme aufgrund des Grund-
satzes «ne bis in idem» auch keine Anklage mehr wegen Körperverletzung in Be-
tracht. Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers kann daher nicht davon 
ausgegangen werden, dass betreffend den Tatbestand der versuchten vorsätzli-
chen Tötung eine (implizite) Teileinstellung vorliegt, da es sich diesbezüglich einzig 
um die Weigerung der Staatsanwaltschaft handelt, den Sachverhalt anders recht-

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lich zu würdigen. Dem Beschwerdeführer gehen dadurch keine Rechte verloren, da 
er sowohl einen Freispruch als auch eine allenfalls zu milde rechtliche Würdigung 
mit Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil anfechten kann (vgl. BGE 148 IV 
124 E. 2.6.4; vgl. zudem auch nachfolgende E. 2.5). Eine Beschwerde scheidet bei 
dieser Ausgangslage aus (Art. 394 Bst. a StPO). Etwas Anderes kann der Be-
schwerdeführer auch nicht aus dem von ihm zitierten BGE 148 IV 124 E. 2.6.5 ab-
leiten.

3. Somit bleibt zu prüfen, ob in Bezug auf den Vorwurf der schweren Körperverlet-
zung eine (implizite) Teileinstellung vorliegt. Anders als im Zusammenhang mit 
dem Vorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung geht es hier nicht um eine ande-
re rechtliche Würdigung, sondern um einen anderen Tatvorwurf. Aus der Verfügung 
vom 12. Dezember 2022 geht hervor, dass die Staatsanwaltschaft die Durchtren-
nung der Beugesehne des Zeigfingers des Beschwerdeführers als vollendet 
schwere Körperverletzung anklagt. Entsprechend wurde der Entwurf der Anklage-
schrift vom 10. Oktober 2022 mit dem Tatbestand der (eventualiter) schweren Kör-
perverletzung ergänzt. Betreffend den Schnitt am Unterarm führte die Staatsan-
waltschaft in der Verfügung vom 12. Dezember 2022 aus, dass dem Beschuldigten 
nicht mehr vorgeworfen werde, dem Beschwerdeführer diesen Schnitt am Unter-
arm (eventual-)vorsätzlich zugefügt zu haben. Allerdings erscheint der Sachverhalt 
nach wie vor in der Anklageschrift vom 30. Dezember 2022, wobei aber unklar 
bleibt, ob überhaupt und unter welchem Tatbestand dieser Sachverhalt gewürdigt 
werden soll, da die Staatsanwaltschaft in ihrer Verfügung vom 12. Dezember 2022 
eine vorsätzliche Körperverletzung ausschloss und in der Anklage der Tatbestand 
der fahrlässigen Körperverletzung nicht aufgeführt ist. So oder anders ergibt sich 
aus der Anklageschrift, dass die Staatsanwaltschaft davon ausgeht, die Stichver-
letzung am Unterarm sei auf unbekannte Weise erfolgt, womit sie den Beschuldig-
ten in diesem Zusammenhang nicht wegen eines Vorsatzdeliktes und auch sonst 
wegen keines anderen Delikts anzuklagen scheint. Die Anklageschrift vom 30. De-
zember 2022 stellt damit bezüglich des Vorwurfs der Schnittverletzung am Unter-
arm eine implizite Teileinstellung dar, welche vom Beschwerdeführer angefochten 
werden kann. Der Beschwerdeführer ist als Straf- und Zivilkläger durch die implizite 
Einstellungsverfügung unmittelbar in seinen rechtlich geschützten Interessen be-
troffen und damit zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die 
form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist daher insofern einzutreten.

Aufgrund der äusserst knappen Ausführungen in der Anklageschrift vom 30. De-
zember 2022 (pag. 810 f. PEN 23 1) ist eine materielle Überprüfung dieser implizi-
ten Teileinstellung weder möglich noch angezeigt. Da eine solche aber ohnehin 
nicht innerhalb der Anklage erfolgen sollte, ist sie aufzuheben und das Verfahren 
insofern zur neuen Entscheidung an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen 
(Art. 397 Abs. 2). 

4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist der Beschwerdeführer mit seinen Anträgen 
teilweise durchgedrungen. Die Verfahrenskosten, bestimmt auf CHF 2'000.00, 
werden zur Hälfte, ausmachend CHF 1’000.00, dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt. Die verbleibenden CHF 1'000.00 werden vom Kanton Bern getragen 

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(Art. 428 Abs. 1 StPO). Kongruent dazu steht die Entschädigungsregelung von 
Art. 436 Abs. 3 StPO, wonach die Parteien im Falle einer (teilweisen) Kassation 
Anspruch auf eine angemessene (teilweise) Entschädigung für ihre Aufwendungen 
im Rechtsmittelverfahren haben. Diese Bestimmung verweist zwar einzig auf 
Art. 409 StPO (Kassation im Berufungsverfahren), muss aber nach einhelliger 
Lehrmeinung auch im Beschwerdeverfahren anwendbar sein, wenn eine Rückwei-
sung nach Art. 397 Abs. 2 StPO erfolgt (GRIESSER, in: Kommentar zur Schweizeri-
schen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 4 zu Art. 436 StPO; WEHREN-
BERG/FRANK, in: Basler Kommentar Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 
2014, N. 14 zu Art. 436 StPO mit weiteren Hinweisen sowie GUIDON, Die Be-
schwerde gemäss Schweizerischer Strafprozessordnung, 2011, N. 580). Anspruch 
auf eine Entschädigung gestützt auf Art. 436 Abs. 3 StPO hat nicht nur der Be-
schwerdeführer als obsiegender Straf- und Zivilkläger, sondern auch der Beschul-
digte. Die Entschädigung des amtlichen bzw. der amtlichen Anwältin des Be-
schwerdeführers bzw. des Beschuldigten wird am Ende des Verfahrens durch die 
Staatsanwaltschaft oder das urteilende Gericht festgesetzt. Es ist darauf hinzuwei-
sen, dass derjenige Teil der Entschädigung, welcher auf das Beschwerdeverfahren 
fällt, zur Hälfte von der Rück- und Nachzahlungspflicht gemäss Art. 138 Abs. 1 
i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO bzw. Art. 135 Abs. 4 StPO ausgenommen ist. Der Be-
schwerdeführer sowie der Beschuldigte haben diese Kosten weder dem Kanton 
zurückzubezahlen noch müssen sie dem amtlich bestellten Anwalt die Differenz 
zwischen dem amtlichen und dem vollen Honorar erstatten.

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die implizite Teileinstellung der Regio-
nalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 30. Dezember 2022 betreffend Stich-
verletzung am Unterarm wird aufgehoben und die Sache zur neuen Entscheidung an 
die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland zurückgewiesen.

Soweit weitergehend wird auf die Beschwerde nicht eingetreten. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 2'000.00, werden zur Hälf-
te, ausmachend CHF 1’000.00, dem Beschwerdeführer auferlegt. Die andere Hälfte 
der Verfahrenskosten trägt der Kanton Bern. 

3. Die Entschädigung des amtlichen Anwalts des Beschwerdeführers für das Beschwer-
deverfahren wird am Ende des Verfahrens durch die Staatsanwaltschaft 
oder das urteilende Gericht festgesetzt. Eine Rück- und Nachzahlungspflicht des Be-
schwerdeführers entfällt im Umfang der Hälfte.

4. Die Entschädigung der amtlichen Anwältin des Beschuldigten für das Beschwerdever-
fahren wird am Ende des Verfahrens durch die Staatsanwaltschaft oder das urteilende 
Gericht festgesetzt. Eine Rück- und Nachzahlungspflicht des Beschuldigten entfällt im 
Umfang der Hälfte.

5. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer, a.v.d. Rechtsanwalt 

B.________ (per Einschreiben)
- dem Beschuldigten/Straf- und Zivilkläger, a.v.d. Rechtsanwältin D.________

(per Einschreiben)
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland, Staatsanwalt Gilg (per Kurier)
- dem Regionalgericht Bern-Mittelland (mit den Akten – per Kurier)

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Bern, 16. Juni 2023 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter Bähler

Die Gerichtsschreiberin:

Kurt

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.