# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 44297108-e51a-5a66-af88-6db04c75ece1
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-10
**Language:** de
**Title:** Bei voller AF, kleinem Bewegungsdefizit am Ellbogen und minimalen Beschwerden am Handgelenk Fallabschluss und Verneinung des Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung bestätigt.
**Docket/Reference:** UV.2023.00102
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2023.00102.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2023.00102
V. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Philipp, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Kübler
Ersatzrichterin Curiger
Gerichtsschreiberin Bonetti
Urteil
vom
10. April 2024
in Sac
hen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin Stéphanie Baur
Baur
Imkamp
& Partner, Rechtsanwälte
Bahnhofstrasse 55, 8600 Dübendorf
gegen
Unfallversicherung Stadt Zürich
Stadelhoferstrasse
33, Postfach, 8022 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1975, ist als Prozessmanager für das
Spital Y.___
tätig. Über dieses Arbeitsverhältnis ist er bei der Unfallversicherung der Stadt Zürich (nachfolgend: UVZ) obligatorisch gegen die Folgen von Unfall versichert
(Urk. 8/G001)
.
1.2
Mit Unfallmeldung vom 28. Mai 2020 wurde der UVZ mitgeteilt, der Versicherte sei am 20. Mai 2020 nach einer Vollbremsung wegen eines entgegenkommenden Fahrzeugs vom Velo gestürzt und habe sich an Handgelenk, Ellbogen und Thorax verletzt (Urk. 8/G001). Die Ärzte diagnostizierten betreffend das linke Handgelenk eine dorsal verkippte, distale, intraartikuläre Radiusfraktur und betreffend den rechten Ellbogen eine mässig dislozierte
Radiusköpfchenmeisselfraktur
(Typ Mason III) sowie ein grosses
chondrales
Flake am Oberarmköpfchen (bei einem Zustand nach distaler Bizepstenodese im Jahr 2019, Urk. 8/M003 und 8/M024), welche Verletzungen am 21. Mai 2020 operativ versorgt wurden. Ferner erwähnt wurde eine Kontusion des linken Ellbogens (vgl. Urk. 8/M006 und 8/M003). Ab dem 6. Juli 2020 war der Versicherten wieder voll arbeitsfähig (vgl. Urk. 8/M005 und 8/T003). Am 22. September 2021 wurde das Osteosynthesematerial am linken Handgelenk entfernt (vgl. Urk. 8/M013 und 8/M014) und am 30. Mai 2022 eine Revisionsoperation am rechten Ellbogen (
Teilsynovektomie
, Entfernung freier Gelenkskörper und überstehender Schrauben, Knorpelglättung, Straffung des Seitenbands) durchgeführt (vgl. Urk. 8/M024). Bei einem weiteren Velounfall am 14. Dezember 2022 erlitt der Versicherte eine nichtdislozierte, leichtgradig
eingestauchte
Radiuskopffraktur am linken Ellbogen (vgl. Urk. 8/M038).
1.3
Die UVZ erbrachte für das Ereignis vom 20. Mai 2020 die vorübergehenden Leistungen, wobei sie aber mit Verfügung vom 3. Januar 2023 eine Leistungs
pflicht für Schädigungen im linken Ellbogen mangels natürlicher Kausalität ablehnte (Urk. 8/G066). Gestützt auf die versicherungsinterne Aktenbeurteilung von Dr. med.
Z.___
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates vom 10. März 2023 (Urk. 8/M042), schloss sie den Fall betreffend das Ereignis vom 20. Mai 2020 schliesslich mit Verfügung vom 16. März 2023 ab und verneinte dabei eine über den 30. November 2022 hinausgehende Leistungspflicht, insbesondere den Anspruch auf eine Integritäts
entschädigung. Explizit ohne Präjudiz übernahm sie noch die Kosten der im Februar 2023 verordneten neun Physiotherapiesitzungen (Urk. 8/G070). Die vom Versicherten gegen diese Verfügung erhobene Einsprache (Urk. 8/J001) wies die UVZ mit Entscheid vom 10. Mai 2023 ab (Urk. 2).
2.
Gegen diesen Entscheid liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Baur, mit Eingabe vom 14. Juni 2023 Beschwerde erheben (Urk. 1; Beilagen Urk.
3/
4-7). Darin beantragt er, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die UVZ sei zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen zu erbringen, insbe
sondere weiterhin die Heilkosten zu übernehmen. Ferner sei diese zu verpflichten, ihm nach Einstellung der Heilbehandlung drei Serien Physiotherapie pro Jahr und eine Integritätsentschädigung in Höhe von 10 % zu bezahlen; unter Entschä
digungsfolgen zu Lasten der UVZ (Urk. 1). Diese schloss in der Beschwerde
antwort vom 28. Juni 2023 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7).
Mit Verfügung vom 7. Juli 2023 ordnete das Gericht einen zweiten Schriften
wechsel an (Urk. 9). In der Replik vom 13. November 2023 (Urk. 13; Beilagen Urk.
14/1-4) und der Duplik vom 27. November 2023 (Urk. 18), unter Beilage einer ergänzenden Stellungnahme von Dr.
Z.___
(Beilage Urk. 19), hielten die Parteien an ihren jeweiligen Anträgen fest. In der Folge reichte der Versicherte mit Eingaben vom 16. Februar 2024 (Urk. 24; Beilage Urk. 25) und 5. März 2024 (Urk. 27; Beilagen Urk. 28/1-2) weitere Stellungnahmen ein, die der UVZ mit Verfügungen vom 22. Februar 2024 (Urk. 26) und 7. März 2024 (Urk. 29) zur Kenntnis gebracht wurden.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
Nach Art. 10 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art.
16
Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des
ordentlichen Rentenalters
ereignet hat (Art.
18
Abs. 1 UVG)
.
Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invaliden
versicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehand
lung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog, die Empfehlung der Behandler zur weiteren Physiotherapie weise noch keine namhafte Besserungsmöglichkeit nach und habe zudem den linken Ellbogen betroffen. Mit Blick auf die Folgen des Unfalls vom 20. Mai 2020 sei der Fallabschluss rechtens gewesen, zumal keine Schmerzen, nur noch ein leichtes Extensionsdefizit sowie längst eine volle Arbeitsfähigkeit bestanden hätten und die Behandlung abgeschlossen gewesen sei. Die wieder
erlangte Arbeitsfähigkeit in der angestammten Bürotätigkeit sei hierfür ange
sichts der Verletzungen an den oberen Extremitäten durchaus entscheidend. Ein
e
reine Erhaltungstherapie genüge nicht für einen Fallaufschub. Hinsichtlich der Integritätsentschädigung sei zu beachten, dass Behandler erfahrungsgemäss zugunsten ihrer Patienten aussagen würden. Eine
radiohumeral
betonte Arthrose weise aber auch gemäss Behandler nur wenig Symptome auf; es bestünden denn auch nur leichte Einschränkungen im Alltag. Die
Erheblichkeitsgrenze
zur mässigen Arthrose für Ellbogen und Handgelenk, einschliesslich der vorausseh
baren Verschlimmerung, werde nicht überschritten. Bei nur leichter Arthrose ohne Schmerzen/Funktionseinschränkungen und nur geringfügigem Extensions
defizit bestehe kein Anspruch. Zweifel an der Beurteilung oder Glaubwürdigkeit von Dr.
Z.___
, der sich umfassend mit dem Fall befasst und sich auch zu den im Prozess eingereichten Arztberichten geäussert habe, bestünden nicht (vgl. Urk. 2 S. 5 f.; Urk. 7
lit
. f-p; Urk. 18).
2.2
Dem hielt der Beschwerdeführer entgegen, gemäss den Behandlungspersonen benötige er weiterhin Physiotherapie und andere Behandlungen (Infiltration Ellbo
gengelenk, Arthroskopie TFCC-Problematik). Damit könnten seine Beschwer
den verbessert und hernach die posttraumatische Arthrose behandelt werden. Bis Mai 2023 sei die Physiotherapie für den linken Ellbogen sowieso fortgeführt worden (vgl. Urk. 1 S. 4 f.: Urk. 13 S. 3; Urk. 24 S. 3). Bei Schreibtischarbeit sei die Arbeitsfähigkeit praktisch nie beeinträchtigt und daher die Behandlungsbedürftigkeit massgebend (vgl. Urk. 13 S. 2; Urk. 24 S. 2 f.). Aufgrund der eingeschränkten Beweglichkeit und schweren posttraumatischen Arthrose des rechten Ellbogens sei gemäss den Behandlern eine Integritäts
entschädigung von 10 % geschuldet. Zur Arthrose habe sich Dr.
Z.___
gar nicht geäussert und selbst auch keine anderslautenden Befunde erhoben (vgl.
Urk. 1 S. 6; Urk. 13 S. 3; Urk. 24 S. 3). Ungeklärt seien Fallabschluss und Integrationsentschädigung mit Bezug auf das Handgelenk, wo sich vermehrt Flüssigkeit finde und
sich
offenbar ein Ganglion gebildet habe (vgl. Urk. 1 S. 7).
3.
3.1
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung
– welche vorliegend nie zur Diskussion standen –
abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG;
BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hinweisen;
Urteil
des Bundesgerichts
8C_
527/2020
vom 2.
November 2020 E. 4.1 mit Hinweisen
).
3.2
Mit
dem Fallabschluss fallen die vorübergehenden Leistungen in Form von Heilbehandlung und Taggeld
somit
dahin. Nach Festsetzung der Rente werden dem Bezüger gemäss Art. 21 Abs. 1 UVG die Pflegeleistungen und Kosten
vergütungen (Art. 10-13) nur unter besonderen Voraussetzungen gewährt. Im dazwischen liegenden Bereich, wenn einerseits von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung im Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG mehr erwartet werden kann und andererseits die Voraussetzungen von Art.
21 Abs. 1 UVG nicht erfüllt sind, hat der Unfallversicherer keine Heilbehandlung mehr zu übernehmen; an seine Stelle tritt der obligatorische Krankenpflegeversicherer (
vgl.
BGE 144 V 418
E. 2.2)
.
3.3
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Mög
lichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der ver
sicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellun
gen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_
64/2021
vom
14. April 2021 E. 3.2
mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3).
Grundlage für die Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose erfasst werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_640/2022 vom 9. August 2023 E. 4.1.2 und 8C_299/2022 vom 5. September 2022 E. 2.3, je mit Hinweisen).
3.4
Da die Heilbehandlung
gemäss
Art. 10 UVG eine unfallbedingte Behandlungs
bedürftigkeit, nicht aber eine Arbeitsunfähigkeit voraussetzt, vermag die trotz des Unfalles uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit allein ein Dahinfallen des Anspruchs auf Heilbehandlung nicht zu begründen (Urteil des Bundesgerichts 8C_354/2014 vom 10. Juli 2014 E. 3.2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_620/2020 vom 3. Februar 2021 E. 2.4 mit Hinweisen). Dabei fehlt es an einem sachlichen Grund, der es rechtfertigen würde, mit der Beschwerdegegnerin danach zu unterscheiden, ob die versicherte Person trotz Unfall weiterhin voll arbeitsfähig oder aber zunächst unfallbedingt (teilweise) arbeitsunfähig war. Die volle Arbeitsfähigkeit – unabhängig davon, ob diese von Anfang an bestand oder erst mit der Zeit erreicht wurde –
schliesst
nicht per se aus, dass die versicherte Person unfall
bedingt im Alltag dennoch
massgeblich
eingeschränkt und damit behandlungs
bedürftig im Sinne von Art. 10 UVG ist.
4.
4.1
Im hier zu beurteilenden Fall gestaltet sich die Ausgangslage wie folgt:
Der Unfallversicherer kann die vorübergehenden Leistungen ohne Berufung auf einen Wiedererwägungs- oder Revisionsgrund mit Wirkung für die Zukunft (
«
ex
nunc
et pro
futuro
»
)
einstellen. Eine Einstellung ist auch rückwirkend möglich,
sofern
der Unfallversicherer keine Leistungen zurückfordern will (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_62/2023
vom 16. August 2023
E. 2.2). Vorliegend erfolgte der Fallabschluss per 30. November 2022 mit Verfügung vom 16. März 2023 und unter
unpräjudiziellem
Vorbehalt einer damals bereits angeordneten Serie Physio
therapie
(Urk. 8/G070).
Zuvor erbrachte Leistungen wurde seitens der Beschwerdegegnerin keine zurückgefordert.
4.2
Es ist alsdann unbestritten und belegt,
dass der Beschwerdeführer nur in den ersten Monaten nach dem Unfall und später noch während der kurzen Rekon
valeszenz nach den Operationen vom 2
2
. September 2021 und 30. Mai 2022 in seiner Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit eingeschränkt war. Ende November 2022 übte er seine angestammte Bürotätigkeit längstens wieder vollzeitig aus (vgl. Sachverhalt E. 1; Urk. 8/T011 und 8/T013). Ein Aufschub des Fallabschlusses unter dem Aspekt einer noch möglichen Steigerung der Arbeits
fähigkeit ab Ende November 2022 fällt daher von vornherein ausser Betracht. Ebenfalls auszuschliessen ist, dass bis zum Erlass des angefochtenen Entscheids ein Rentenanspruch entstanden ist. Ein solcher würde nämlich eine unfall
bedingte Arbeitsunfähigkeit voraussetzen, die zu einer Erwerbseinbusse ent
sprechend einem Invaliditätsgrad von mindestens 10 % führt (vgl. E. 1).
4.3
Im Übrigen sind sich die Parteien auch darin einig, dass der angefochtene Entscheid einzig die Folgen des Unfalls vom 20. Mai 2020 zum Gegenstand hat und jenes Ereignis nicht in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit all
fälligen, anspruchsrelevanten Beschwerden am linken Ellbogen steht (vgl. Urk. 1 S. 7; Urk. 7
lit
. d). Die entsprechende Verfügung vom 3. Januar 2023 blieb denn auch unangefochten (vgl. Urk. 8/G066).
4.4
Für die weitere Heilbehandlungen des Beschwerdeführers trifft die Beschwerde
gegnerin also nur dann eine Leistungspflicht aus dem Unfall vom 20. Mai 2020, wenn am 30. November 2022 hinsichtlich der durch das genannte Ereignis bedingten Beschwerden am linken Handgelenk und rechten Ellbogen noch eine Behandlungsbedürftigkeit bestand und es Therapieoptionen gab, die künftig eine (objektiv) ins Gewicht fallende Beschwerdebesserung erwarten liessen, so dass sich ein Aufschub des Fallabschlusses rechtfertigte.
Für die nach einem rechtmässig erfolgten Fallabschluss anfallenden Heilkosten wird sich der Anspruch des Beschwerdeführers bis auf Weiteres nach dem B
undesgesetz über die Krankenversicherung (KVG)
gegen den Krankenversicherer richten. So erfüllt der voll arbeitsfähige Beschwerdeführer die Voraussetzungen für den Bezug einer Rente nicht, während der Unfallversicherer die Heilbe
handlung gestützt auf Art. 21 Abs. 1 UVG nach dem Fallabschluss nur für die «Bezüger» einer Rente zu übernehmen hat (und auch für diese nur, soweit eine der in der Bestimmung genannten besonderen Voraussetzungen erfüllt ist).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich beim Fallabschluss per 30. November 2022 auf die versicherungsinterne Aktenbeurteilungen von Dr.
Z.___
. Er hielt am 10. März 2023 fest, der Endzustand betreffend den Schaden aus dem Jahr 2020 sei am 30. November 2022 erreicht gewesen, d.h. sechs Monate nach der Operation am rechten Ellbogen (vgl. Urk. 8/M042/4 f.).
In der im laufenden Prozess verfassten Stellungnahme vom 27. November 2023 erklärte er nach Einsicht in die seither aufgelegten Arztberichte, an der Beurteilung vom 10. März 2023 festzuhalten. Das bestmögliche Ergebnis durch Anpassung und Angewöhnung sei erreicht, und es könne davon ausgegangen werden, dass die natürliche Reparation und das
Remodelling
abgeschlossen seien. Eine mögliche Besserung durch die weitere Heilbehandlung falle nicht ins Gewicht. Übungen zum Erhalt der Beweglichkeit seien mehr als drei Jahre nach dem Ereignis hinlänglich bekannt und leicht in eigener Regie ausführbar. Der Endzustand sei erreicht. Die intraartikulären Injektionen mit Hyaluron oder
körpereigenen Stammzellen in das Ellbogengelenk würden dem Erhalt der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit die
n
en (vgl. Urk. 19).
5.2
Den Beurteilungen von versicherungsinternen (wie auch den Versicherer beraten
den Ärzten bzw. seinen Vertrauensärzten) w
ird nach der Rechtsprechung Beweiswert zugemessen, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begrün
det sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
mit Hinweis). Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung
allerdings
strenge Anforderungen zu stellen
:
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4).
Auf Aktenberichte kann abgestellt werden, wenn ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich fest
stehenden medizinischen Sachverhalts geht (
zum Ganzen: Urteil des Bundes
gerichts 8C_646/2019 vom 6. März 2020 E. 4.3 mit weiteren Hinweisen).
5.3
Wie den Akten zu entnehmen ist, erachtete
Dr. med.
A.___
, Facharzt für Chirurgie, im
Zentrum B.___
,
bereits im Rahmen der Jahreskontrolle
keine weiteren Massnahmen
für
indiziert.
Dazu erörterte er im Bericht vom 20. Juli 2021, i
m Alltag bestünden keine schweren Einschränkungen
(z.B. Fahrradfahren möglich)
. Bei guter Handbeweglichkeit und noch leicht ziehenden Schmerzen dorsal bei forcierter Palmar Flexion sei die Handgelenksverletzung gut verheilt. Die Hyposensibilität sei auf eine Verletzung des
Musuclus
cutaneus
antebrachii
nach der Bizepssehnen-
Reinsertion
vor zwei Jahren zurückzuführen.
Im Bereich des rechten Ellbogens bestehe ein leichtes Extensionsdefizit
(aktiv 10°, passiv 5 °)
.
Axiale Belastungen in Streckstellung seien nach wie vor schmerzhaft, so dass
der Beschwerdeführer
das Krafttraining nicht im gewünschten Mass habe aufnehmen können. In Beugung könne aber besser belastet flektiert werden.
Im Bereich des Ellbogens bestünden noch Restbeschwerden, die gut vereinbar seien mit dem Knorpelschaden und einer leichten posttraumatischen Arthrose. Es sei anzunehmen, dass in Streckstellung eine verminderte axiale Belastbarkeit bestehen bleibe (vgl. Urk.
8/
M011)
.
5.4
5.
4
.1
Mit Bezug auf das linke Handgelenk wurde am 22. September 2021
allein
auf
Wunsch des Beschwerdeführers
noch
das Osteosynthesematerial entfernt (vgl.
Urk. 8/M013). Postoperativ zeigten sich keinerlei Probleme (vgl. Urk. 8/M014)
. Eine Veränderung der
B
eschwerden
in diesem
Kontext
ist nicht dokumentiert.
5.
4
.2
Im Januar 2022 klagte der Beschwerdeführer
als Nebenbefund
zu
nicht auf den Unfall vom 20. Mai 2020 zurückgeführten Gefühlsstörungen am Klein- und Ringfinger ein gelegentliches Knacken im Bereich des
triangulären
fibro
kartilaginären
Komplexes
(TFCC), mit aber nur wenig Schmerzen. Im
klinischen
Untersuch liess sich ein leichtes Knacken bei
Umwendbewegungen
des
linken
Handgelenks bestätigen; auf ein
Arthro
-MRI wurde bei nicht so grossem Leidensdruck und fehlenden Konsequenzen verzichtet (vgl. Urk. 8/M015).
5.
4
.3
Eine Bildgebung wurde erst
am 28. Oktober 2022
durchgeführt
. Die Beurteilung lautete:
zentrale Kontinuitätsunterbrechung des TFCC, Erguss und leichtgradige
Synovitis
im distalen
Radioulnargelenk
(DRUG), signalalterierte und lokal verdickte
extensor
carpi
-Sehne (ECU)
mit
vermehrte
r
Flüssigkeit in der Sehnen
scheide wie auch im 4. Strecksehnenfach (differentialdiagnostisch Tendovaginitis ev. mit leichter Partialruptur) und ein Handgelenksganglion zwischen Os
lunatum
und Os capitatum (vgl. Urk. 8/M034).
5.4.4
Dr. med.
C.___
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, definierte im Bericht der
D.___
vom 16. November 2022 die Schädigung der
artikulären
Struktur von Os
lunatum
und Os capitatum
,
die Läsion des TFCC
sowie
die
begleitende Aktivierung der
Extensorensehne
mit erkennbarer Teilläsion als Unfallfolge
n; letztere sei allenfalls
als sekundäre Aktivierung im Rahmen des
unfallgeschädigten
Handgelenks
zu begründen
.
Behandlungsmöglichkeiten seien Physiotherapie, Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)
,
extrazelluläre Matrix (ECM)/Mikronährstoffe
sowie
optional interventionelle Massnahmen. Als Option mit guter Aussicht auf
die
Wiederherstellung der Gewebefunktion
/
strukturelle Wiederherstellung empfehle er eine orthobiologische Massnahme. Für die ein
malig vorgesehene Behandlung mit
Platelet
Rich Plasma (PRP/PRGF) und Hyaluronsäure in interventioneller Applikation falle ein Betrag von Fr. 800.-- an, den
der
Versiche
rer
nicht übernehme. Um die Anwendung einmalig zu limitieren, empfehle er gleichzeitig fünf Anwendungen
der
PhotoBioModulation
(PBM/
LLLT)/
PainLaser
(NIR 815
nm
, IR 660nm; vgl. Urk. 8/M035).
Im Verlaufsbericht vom
8. Februar 2023
(vgl. Urk. 8/M039, ferner Urk. 3/4 mit nicht erläuterter Korrektur auf das rechte Ellbogen- und das rechte Handgelenk)
betonte
Dr.
C.___
wie zuvor Dr.
A.___
,
dass
die Dorsal- und
Palmarflexion
nicht alltagsrelevant limitiert
sei
,
auch wenn sie
gegenüber der Gegenseite um etwa 5 bis 10 ° reduziert
sei
.
So ergebe sich daraus seines
Erachtens k
e
ine funktionelle Einschränkung.
Als reproduzierbar und sicherlich relevant für den Beschwerdeführer beurteilte Dr.
C.___
die
Beschwerdesymptomatik
ulnarseits
(Kapselreiz
)
.
Die Behandlung bestand
allerdings einzig
im Erlernen von Eigen
übungen zur Kapselmobilisation, die fortzuführen seien; unterstützt werden
könne eine weitere Steigerung der Beweglichkeit mit einem warmen Linsenbad.
Eine deutlich
e
Beschwerdebesserung während der Behandlung wurde im Bericht nicht dargetan. Gleichzeitig
finden sich in den Akten keine Hinweise darauf, dass
damals
weitere Therapien versucht
worden
oder geplant
gewesen wären
.
Trotz der
ausführlichen Besprechung therapeutischer Optionen
im November 202
2 (
einschliesslich
NS
A
R
und interventionelle
r
Massnahmen
) lassen
die
Berichte
also nicht auf Schmerzen und funktionelle Einschränkungen von einem
solchen
Ausmass schliessen,
dass eine
erfolgreiche Behandlung
derselben
eine ins Gewicht fallende gesundheitliche Besserung
begründen würde
.
Um den Fallab
schluss hinauszuzögern, genügt es praxisgemäss
denn auch
nicht, dass der Beschwerdeführer von weiterer Physiotherapie hätte profitieren können, wie das Bundesgericht jüngst erneut bestätigte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_496/2023 vom 22. Februar 2024 E. 5.2).
5.4
.5
Erst n
ach
der Beschwerdeerhebung
suchte der Beschwerdeführer
Dr. med.
E.___
, Facharzt für Handchirurgie und Allgemeinchirurgie, in der Chirurgie
F.___
, auf.
Dieser
beschrieb
weder
neue
noch
veränderte,
auf das Ereignis vom 20. Mai 2020 zurückzuführende Befunde
bzw.
Beschwerden.
Im Bericht vom
4.
Juli 2023
(vgl. Urk. 14/1) hielt er vielmehr fest,
nach
der Metallentfernung
hätten
ulno
-karpale Handgelenksschmerzen persistiert, was MR-tomographisch bereits als TFCC-Läsion zentral diagnostiziert worden sei.
Es
bestünden eine
Druckdolenz
und ein positiver
stylotriquetraler
Impingement
-Test bei
[aber]
noch stabilem DRUG und
[auch]
nur mässig instabiler ECU.
In den
Vordergrund der Untersuchung
rückte
ein deutliches
Tinnel
-Phänomen entlang des
Nervus
ulnaris
und eine leichte Sensibilitätsminderung in dessen Versorgungsgebiet
(
ohne motorische Schädigung
):
E
s sei eine elektrophysiologisch-neurologische Beurtei
lung der Stammnerven durchzuführen, um eine mögliche
Ulnaris
-Komponente zu demaskieren
; a
nsonsten sei eine Handgelenks-Arthroskopie (Debridement,
Synovektomie
, allenfalls mit
Refixation
ulnarseitig
) zu indizieren
.
Mit
Verlaufsbericht vom 16.
Januar 2024
ersuchte Dr.
E.___
den Hausarzt
, eine konservative Methode für den linken Arm zu besprechen
, da bei
momentan
bestehender
Oligosymptomatik der weitere Verlauf abgewartet
werde
.
Dazu erörterte er
, es bestehe eine
traumabedingte
TFCC-Problematik mit
ulno
-karpalen Schmerzen links bei Maximalrotation. Nach der Infiltration mit
Ostenil
[wobei eine solche nur für den rechten Arm dokumentiert ist, vgl. Urk.
14/3]
zeige sich eine mässige Problematik mit leicht reduziertem Leidensdruck.
Höchstwahr
scheinlich müsse d
as TFCC
revidiert werden. Krankheitsbedingt anstehend seien
Retinakulum
-Spaltungen beidseits; die Messwerte am Karpaltunnel seien eindeu
tig und bedürften eines operativen Vorgehens. Bezüglich der Stammnerven-
Kompression
der
Nerv
i
ulnaris
und medianus beidseits bestehe ein mehr oder weniger stabiler Verlauf und mit Nach
t
lagerungs-Schienen Beschwerdearmut. Krankheitsbedingt stehe wahrscheinlich
auch
eine Dekompression des
Nervus
ulnaris
im
Sulcus
-Bereich links an
(vgl. Urk. 28/1).
Der Fokus der Behandlung ab Juli 2023 lag somit auf einem krankhaften Geschehen. Eine aktuelle Indikation zur Operation wurde einzig hinsichtlich des Karpaltunnelsyndroms beidseits gestellt
, die gesamte Symptomatik letztlich jedoch als zu geringfügig für eine fachärztliche Weiterbehandlung eingestuft.
5.4.6
Gemäss Bericht des Hausarztes vom 16. Februar 202
4
nahm der Beschwerdeführer i
n der Folge vier Akkupunkturbehandlungen wegen immer wieder störenden Schmerzen im Handgelenk
, aber auch
im Alltag störenden Dysästhesien im Bereich
Hypothenar
bis Fingerspitzen
Dig
. IV-V wahr. Bei Verbesserung der Beschwerden sei die Therapie gestoppt worden. Es bestünden noch Dysästhesien, die abhängig vom Spontanheilungsverlauf erneut behandelt werden könnten (vgl. Urk. 28/2).
Auch daraus lässt sich keine – wenn schon nicht mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeit, so zumindest mit Bezug auf den Alltag – relevante funk
tionelle Einschränkung ableiten, so dass eine massgeblich
e
gesundheitliche Besserung von vorherein nicht möglich ist.
5.5
5.5.1
Zusammenfassend ist
mit
den zitierten Berichten
weder
prognostisch
noch retrospektiv
eine über
den 30.
November 2022 hinaus bestehende
Behand
lungsbedürftigkeit
der Beschwerden am
linken Handgelenk ausgewiesen,
die einen weiteren
Aufschub des Fallabschluss
rechtfertigen
würde
.
Die Schmerzen wurden stets als
nur
g
elegentlich
auftretend
(
nämlich in Maximalrotation
)
und
bloss leicht
beschrieben, der leicht eingeschränkten Beweglichkeit wurde keine funktionelle Bedeutung beigemessen und die Beschwerden insgesamt weder in Beruf noch Alltag als relevant
bezeichnet.
D
er
entsprechend
geringe Leidensdruck
schlug
sich auch behandlungsanamnestisch
–
mit verzögerter Bildgebung
und
niederschwellig
er
Therapie
–
nieder.
Das
den umschriebenen
geringfügigen Beschwerden immanente
kleine
Potential für eine Verbesserung des Gesund
heitszustand
s war somit
von vorherein nicht
geeignet, um
eine namhafte gesundheitliche Besserung im Sinne von Art. 19 UVG
zu begründen, selbst wenn sie erfolgreich behandelt werden könnten.
5.5.2
Daran ändert
auch
die
wohlwollende
Stellungnahme von
Dr.
Z.___
vom 27. November 2022
nichts
. Damals führte er aus, eine
namhafte Besserung des Gesundheitszustandes
sei
noch mit Bezug auf das linke Handgelenk zu erwarten
. Aufgrund der
erst kurz zuvor diagnostizierten
TFCC-Läsion
befürwortete
er
entgegenkommend
«
Physio
, Condrosulf 800 1x1 und NSAR für drei Monate»
und empfahl
alternativ
gar
die Kosten
für eine an sich nicht leistungspflichtige
(und damit auch keine Behandlungsbedürftigkeit
im Sinne des UVG
begründende)
PRP-Behandlung
zu übernehmen
.
Keine Evidenz sah er f
ür eine Laser-Therapie (vgl. Urk. 8/M037).
Ohnehin wurde
keiner dieser
Therapieansätze
während der Behandlung durch Dr.
C.___
konsequent verfolgt und in diesem Sinne für nötig befunden
.
D
er
von Dr.
Z.___
als
relevant
angenommene Behandlungserfolg
konnte sich somit voraussehbar
gar
nicht einstellen
und der Endzustand
wurde
deshalb zutreffend per Ende November 202
2
angenommen.
Darüber hinaus übernahm die Beschwerdegegnerin
sowieso
auch die Kosten der im Februar 2023 verordnete
n
Physiotherapie, wenn auch explizit
unpräjudiziell
.
5.
6
5.
6
.1
Bezüglich des
rechten Ellbogen
gelenks
zeigte sich gemäss Bericht der Univer
sitätsklinik
G.___
vom 10. März 2022
ein zufriedenstellender Verlauf.
Der
Beschwerdeführer
habe
keine Schmerzen und lediglich ein Extensionsdefizit von 5°. Störend sei ein deutliches Knirschen und Knacksen, das ihn vor allem bei sportlichen Tätigkeiten einschränke. Erfreulicherweise bestünden bei fortgeschrit
tener posttraumatischer Ellbogenarthrose weder Schmerzen noch Bewegungsein
schränkungen
.
Als Optionen genannt wurden:
d
ie Situation
akzeptieren
, die
konservativen Massnahmen
ausschöpfen
(z.B. Infiltration, Eigenblut- oder Physio
therapie) oder
operieren
(Entfernung der [ins Gelenk ragenden] Schrauben, Abtragung der Osteophyten).
A
bgeraten wurde
von einer Resektion des Radius
köpfchen
mit der Begründung, m
an
erwarte dabei
eine Verschlechterung der Gelenkskinematik
bzw. der
Stabilität (vgl. Urk.
8/M016)
.
Gemäss Bericht der
Klinik H.___
vom 11. April 2022 stellte sich der Beschwerdeführer dort für eine Zwei
t
meinung vor
. Diese lautete, m
an sehe ebenso einen Schraubenüberstand als mögliche Ursache für eine Reizung des
Kubital
gelenks
; dennoch liege eine ubiquitäre Schmerzsymptomatik vor, die gegebenen
falls auch auf die Sekundärarthrose zurückzuführen sei. Vor einem Eingriff sei deshalb eine Infiltration durchzuführen (vgl. Urk. 8/M017).
Dieses Vorgehen befürwortete
am 15. April 2022
auch Dr.
Z.___
(vgl. Urk. 8/M018).
Gleich eingeschätzt wurde
d
ie
Situation von
Dr. med.
I.___
, Facharzt für Chirurgie
sowie
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates, i
m Bericht der Klinik
J.___
vom 28. April 2022
. D
er Beschwerdeführer komme mit dem rechten Ellbogen im Alltag soweit zurecht, merke jedoch bei Mehrbelastung Schmerzen und Geräusche, die ihn zunehmend stören würden. Dementsprechend sei ihm eine konservative Therapie (Infiltration, Physiotherapie) vorgeschlagen
worden. Operativ sei eine offene Revision (Entfer
nung der überlangen Schrauben, Entfernung von Narbengewebe, Knorpel
glättung und allenfalls Knorpeltherapie [Knorpelchips, Eigenblut,
Mikrofrak
turierung
]) vorgeschlagen worden
(vgl. Urk. 8/M019).
Dr.
A.___
merkte
am 2. Mai 2022 a
n
, er sei nicht sicher, ob die überstehende Schraube wirklich symptomatisch sei, da an der
Ulna
gegenseitig keinerlei Reaktion zu sehen sei, so dass die Schraubenspitze wohl von Knorpel überdeckt sei. Er verstehe aber das Bedürfnis zu versuchen, ein gesundes Gelenk zu erhalten
;
in diesem Sinne
unterstütze er
eine Knorpeltherapie (vgl. Urk. 8/M020).
5.6.2
Da der Beschwerdeführer der
Auffassung
war
, eine Infiltration löse das Problem nicht, entschied
er
sich für ein
e Operation
(vgl. Urk. 8/M019).
Der Eingriff erfolgte am 30. Mai 2022. Gemäss Dr.
I.___
waren nach Entfernen der
beiden
Schrauben und eines losen Knorpelstücks sowohl das Knirschen als auch das Extensionsdefizit weg.
Auf eine Knorpeltherapie habe man verzichtet, da
keine Blutgewinnung möglich
gewesen sei
(vgl. Urk. 8/M024). Der postoperative Verlauf gestaltete sich komplikationslos (vgl. Urk. 8/M025). Am 17.
November 2022
schloss Dr.
I.___
die Behandlung ab
: Es gehe dem
Beschwerdeführer deutlich besser
.
Dieser sei nochmals darauf hingewiesen worden, dass er einen erheblichen Knorpelschaden am rechten Ellbogen habe
, entsprechend könnten
im weiteren Verlauf
S
chmerzen wegen Arthrose zunehmen
(vgl. Urk. 8/M036).
5.6.3
Nichts anderes
ergibt
sich
aus den
nachfolgenden, bis zum Erlass des ange
foch
tenen Entscheids verfassten medizinischen Berichten
. Gemäss
Bericht der
Klinik H.___
vom 3. Januar 2023 wurde das rechte Ellbogengelenk auf Wunsch des Beschwerdeführers [zusätzlich zum linken] auch radiologisch abge
klärt und festgehalten, man sehe keine Möglichkeit, die Situation zu verbessern. Man könne nur empfehlen, keine belastenden Aktivitäten durchzuführen. Es sei sicherlich mit einer möglichen Progression einer
radiohumeral
betonten Arthrose zu rechnen, wobei diese in der Regel sehr oligosymptomatisch sei (vgl. Urk. M038).
Dr.
C.___
postulierte a
m 8. Februar 2023 eine noch relevante Limitation der Gelenksbeweglichkeit am rechten Ellbogengelenk (Extension/Flexion 15-0-130° rechts führend gegenüber 5-0-145° links), aktuell allerdings mit ausreichender ADL (
activities
of
daily
living
)
-
Funktion. «
I
mmer wieder» eine Kontrolle in der Physiotherapie und
unterstützend
e Massnahmen (
Kapselrelease/
Manualmedizin
)
seien zu empfehlen und
[explizit]
für den
Erhalt
d
er Armfunktion
von Bedeutung
.
Bei Entwicklung eine
r
posttraumatische
n
Arthrose mit Knorpeldefekt sei auch
die Frage der ergänzenden Mikronährstoffe und
Vi
sko
-S
upplementation besprochen worden (vgl. Urk.
8/M039
bzw. Urk. 3/4 mit fraglichen Korrekturen
).
Im Bericht zur [
damit
zusammenhängenden] Physiotherapie vom 22. Februar 202
3
wurde ein stabiler ADL-Zustand ohne Schmerzen bestätigt. Einzig für schwere Aktivitäten (Hobbies/Sport, schwerere und High-velocity-ADL-Aktivitä
ten) wurde die Belastbarkeit physiotherapeutisch als «noch nicht» ausreichend beurteilt und auch auf einen merklichen Rückgang des Range
of
M
otion (ROM) bei längerer Therapiepause hingewiesen (vgl. Urk. 8/M040).
In seiner
Stellungahme zur Integritätsentschädigung
vom 19. April 2023
bestä
tigte Dr.
I.___
im Einklang mit diesen Beurteilungen nochmals
eine
entschädigungspflichtige
[und damit dauerhafte]
leichte Einschränkung der Beweg
lichkeit am Ellbogen rechts
.
Es sei
klar,
dass der Beschwerdeführer weiter knorpel
unterstützende Medikamente nehmen müsse, um die Abnutzung zu verlang
samen,
dass er
das Gelenk schonen
und keine schweren Belastungen durchführen sollte
und
gelegentlich
noch Physiotherapie genutzt werden könne (vgl. Urk. 8/M045
).
Er
empfahl
also
die gleichen
(unbefristeten)
Massnahmen wie
die
anderen
Ärzte
,
die d
en
ge
ge
nwärtigen Zustand des Gelenks möglichst lange
erhalten sollten
. Eine künftig merklich bessere Beweglichkeit oder höhere Belastbarkeit
des rechten Ellbogengelenks durch weitere Therapiemassnahmen war
en
weder für ihn noch die anderen
seit
Abschluss
d
er Behandlung im November 2022 konsultierten Ärzte ein Thema.
5.6.4
Nach Erlass des angefochtenen Entscheids stellte sich der Beschwerdeführer im Juni 2023 im
K.___
vor.
Klinisch wurde
bezüglich des rechten Ellbogens
neben einer leichten
Druckdolenz
eine
– etwas eingeschränktere –
Flexion/Extension von 125/10/0° festgestellt.
Hier
zu ist anzumerken, dass b
ei längeren Therapiepausen bereits früher physio
therapeutisch eine Verschlechterung beobachtet worden
war
(vgl. E. 5.6.3).
Im Röntgen
bild
fand sich
die bekannte
posttraumatische Arthrose, vor allem
humeroradial
.
Wie
schon die
zuvor konsultierten Ärzte schlussfolgerten d
ie Fachärzte für Orthopädie und Traumatologie
des
K.___
in
d
er Beurteilung vom
3. Juli 2023,
es könnten Infiltrationen mit Hyaluronsäure oder Eigenblut angeboten werden, wofür sich der Beschwerdeführer bei Bedarf
melde. Zu empfehlen sei die Einnahme
chondroprotektiver
Medikamente.
P
hysiothera
peutisch
könne
[
bloss
]
«
versucht
»
werden, dass Bewegungsdefizit weiter zu verbessern und einen Aufbau der umgebenden Muskulatur durchzuführen.
Sollten
die konservativen Massn
ahmen
nicht befrie
digend verlaufen
,
sei der Knorpelschaden
nochmals
mittels MRI zu evaluieren. Da die Arthrose vor
allem
humeroradial
bestehe, käme
dann
all
enfalls
die Implantation einer Radius
köpfchenprothese in Frage (vgl. Urk.
14/4).
Gemäss
V
erlaufsbericht vom 5. September 2023
nahm
der Beschwerdeführer
hierauf
orale
Biologika
ein
und besucht
e
wieder
-
in relativ weiten Abständen
–
eine Physiotherapie
. Dadurch konnte die
Situation verbessert, abe
r
[
weiterhin
]
nicht normalisi
ert werden.
Deshalb
hatte er sich entschieden
, a
uch eine intra
artikuläre
Visko
-Supplementation (
Ostenil
) durchführen zu lassen. In vier Wochen werde
entschieden
, ob eine zwei
te
Infiltration nötig sei (vgl. Urk. 14/3).
Nach dem bereits in E. 5.4.4 Ausgeführten kann es für einen Fallaufschub indessen nicht genügen, dass der Beschwerdeführer nach der Therapiepause von der Physiotherapie wieder etwas profitieren konnte.
Wie erwähnt suchte der Beschwerdeführer
im Juni 2023 auch
Dr. med.
E.___
auf.
Dieser
berichtete am 4. Juli 2023
,
dass
bezüglich
des rechten Ellbogens
aufgrund einer früh-posttraumatischen Arthrose bei schwerer Knorpelschädigung Beschwerde
n
am radio-humeralen Gelenk persistieren
würden
. Bisher seien Infiltrationsbehandlungen (Hyaluronsäure) und andere konservativ interventio
nelle Massnahmen durchgeführt worden, was die Beschwerden einigermassen stabil halte, aber die Belastbarkeit des rechten Ellbogens sei deutlich einge
schränkt. Klinisch fänden sich Krepitationen bei Pro- und
Supinations
bewegun
gen
sowie eine inkomplette Streckung des rechten Ellbogens. Es könne sicher mit den interventionellen Massnahmen fortgefahren werden; im weiteren Verlauf empfehle er aber eine definitive Sanierung der frühposttraumatischen Arthrose im Sinne einer Hemi-Arthroplastik mit einer Radiusköpfchenprothese (vgl. Urk. 14/1).
Damit bestätigte Dr.
E.___
, dass die konservativen Mass
nahmen nicht
zu einer
gesundheitlichen Besserung
geführt hatte
n
und auch nicht führen würden, derzeit aber die angemessene Therapie
darstell
t
en
.
Daran ändert nichts, dass er –
als einziger
der Fachärzte
–
bereits heute
die
Implantation einer Radiusköpfchenprothese
in der (nicht näher definierten) Zukunft
klar befür
wortet
e.
5.7
Zusammenfassend
wurde
die Behandlung nach der letzten Operation
am rechten Ellbogen
Ende November 20
22
abgeschlossen. Die ärztlichen Beurteilungen können
hernach
als einhellig bezeichnet werden. Keiner der
Fachärzte
stellte dem Beschwerdeführer seit November 20
22
in Aussicht, dass sich die Beweglichkeit und Belastbarkeit
noch über das damals bereits
erreichte
Mass
hinaus
deutlich verbessern oder gar
normalisieren würde. Alle
befürworteten
zwar
konservative Massnahmen
und das Vermeiden schwerer Aktivitäten
aber
einzig mit dem Ziel
,
den gegenwärtigen
Zustand des rechten Ellbogengelenks
bzw. die ausreichende ADL-Funktion stabil z
u halten
und das Fortschreiten der Arthrose zu verzögern.
Therapiepausen führten
denn auch
aktenkundig zu einer Abnahme des Bewe
gungs
umfangs. Eine klare medizinische Indikation, das Radiusköpfchen durch eine Prothese zu ersetzen,
wurde bis heute nicht gestellt.
Dass
die Beschwer
den/Einschränkung
inzwischen
tatsächlich
gebessert hätten,
wurde
selbst
vom
Beschwerdeführer
nicht behauptet.
Anhand der Akten bestehen somit keine Zweifel daran, dass der Endzustand am 30. November 2022
prognostisch
wie
retrospektiv
betrachtet erreicht
war.
5.8
Was der Beschwerdeführer
im Zusammenhang mit den
Berichte
n
seiner Behand
ler vorbrachte, vermag somit nicht die geringsten Zweifel an der versiche
rungsinternen Beurteilung von Dr.
Z.___
zu wecken.
Der Fallabschluss per 30.
November 2022 erweist sich somit als rechtens.
6.
6.1
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde, erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Deren Bemessung richtet sich laut Art. 25 Abs. 1 UVG nach der Schwere des Integritätsschadens, die sich wiederum nach dem medizinischen Befund beurteilt. Bei gleichem medizinische
m
Befund ist der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen.
Es kann also von vorherein
nicht berücksichtigt werden, dass der Beschwerdeführer die einge
schränkte Sportfähigkeit etwa beim Krafttraining im Vergleich zu anderen Versicherten allenfalls besonders einschneidend erlebt.
Die von der Suva in Weiterentwicklung der
bundesrätlichen
Skala gemäss Anhang 3 zur
Verordnung über die Unfallversicherung (UVV)
erarbeiteten Feinraster in tabellarischer Form enthalten Richtwerte, mit denen die Gleichbehandlung der Versicherten gewährleistet werden soll
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_658/2020 vom 14. Januar 2021 E. 2.2 mit Hinweisen; ferner
Urteil des Bundesgerichts 8C_316/2022, 8C_330/2022 vom 31. Januar 2023 E. 6.1.1).
6.2
Gemäss Art. 36 Abs. 4 UVV müssen voraussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens angemessen berücksichtigt werden (Satz 1). Revisionen sind nur in Ausnahmefällen möglich, wenn die Verschlimmerung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war (Satz 2). Eine voraussehbare Ver
schlimmerung liegt vor, wenn im Zeitpunkt der Festsetzung der Integritätsent
schädigung eine Verschlimmerung als wahrscheinlich prognostiziert und damit auch geschätzt werden kann. Nicht voraussehbare Verschlechterungen können naturgemäss nicht im Voraus berücksichtigt werden. Entwickelt sich der Gesund
heitsschaden
also
im Rahmen der ursprünglichen Prognose, ist die Revision einer einmal zugesprochenen Integritätsentschädigung ausgeschlossen. Hingegen kann die
se
neu festgelegt werden, wenn sich der Integritätsschaden später bedeutend stärker als prognostiziert verschlimmert (
vgl.
Urteile des Bundesgerichts
8C_360/2023 vom 6. Februar 2024 E. 2.2 und 8C_746/2022 vom 18. Oktober 2023 E. 2.2, je mit Hinweisen).
6.3
Die
S
uva
-Tabelle 1, welche den
«
Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten
»
auflistet,
sieht
einen Wert von 10 % vor, wenn der Ellbogen
in folgendem Umfang
beweglich ist: 0-30-90° oder 0-90-135°. Die Aufhebung der Supination oder Pronation des Vorderarm
s
entspricht ebenfalls diesem Wert.
Bezüglich der Hand werden nur im Falle der Versteifung oder Arthrodese Entschädigungen befürwortet.
Der
«
Integritätsschaden bei Arthrosen
»
ist in Suva-Tabelle 5 aufgelistet. Für die Ellbogen-Arthrose ist ein
Integritätsschaden von 5-10
%
für eine mässige
und
von 10-25
%
für eine schwere Arthrose
sowie von 25 % für eine Gelenk
rese
ktion/Arthrodese
vorgesehen.
Beim Radiusköpfchen betragen die Ansätze 5
% für eine
mässige Arthrose
, 1
0
% für
eine
schwere Arthrose
und
7.5
% für
eine Resektion
/
Arthrodese
.
Bezüglich der
Handgelenk-Arthrose
sind
5–10 %
für eine mässige und
10–25 %
für eine schwere Arthrose vorgesehen. Der Wert für eine Arthrodese beträgt
15 %
.
Leichte Arthrosen begründen
–
wie übrigens auch leichte Gelenkinstabilitäten gemäss Suva-Tabelle 6
–
generell
keine Entschädi
gungs
pflicht. Bei Endoprothesen ist auf den unkorrigierten Zustand abzustellen, d.h. auf den Schweregrad der Arthrose vor Prothesenimplantation.
Nicht
massgebend
ist das (subjektive) Schmerzempfinden. Die Suva-Tabellen 1 und 5 weisen keine diesbezügliche Abstufung aus, wie das etwa bei der Suva-Tabelle 7 «Integritätsschaden bei Wirbelsäulenaffektionen» der Fall ist. Die mit dem Schweregrad der Arthrose zunehmenden Schmerzen sind mit dem dafür vorgesehenen Prozentsatz bereits abgegolten (vgl. dazu die Überlegungen des Bundesgerichts zu den Schmerzen, welche mit Funktionsstörungen der Schulter verbundenen sind im Urteil 8C_756/2019 vom 11. Februar 2020 E. 4.3)
. Gleiches gilt im Übrigen für ein störendes Knirschen, Knacksen bzw. Krepitationen
, die nicht als entschädigungspflichtig gelten.
7.
7.1
Dr.
Z.___
führte
in seiner Beurteilung vom 10. März 2023 aus, der Status quo
[
ante
]
könne
nicht mehr
erreicht werden. Aktuell und in vorhersehbarer Zeit werde die
Erheblichkeitsgrenze
zur mässigen Ellbogengelenksarthrose rechts oder Handgelenksarthrose links nicht überschritten
(vgl. Urk. 8/M042).
In seiner Stellungnahme vom
27.
November 2023 fügte er an, dass eine leichte Bewegungseinschränkung
zudem
keinen Integritätsschaden nach der Suva-
Tabelle 1
zu begründen vermöge:
Beim Beschwerdeführer
liege
weder eine Versteifung im Gelenk vor, noch habe ein Streckdefizit von mindestens 30
°
oder
gar 90
°
bestanden. Ein solches sei in vorhersehbarer Zeit auch nicht zu erwar
ten. So würde dies dem Zustand einer schwersten Ellbogenarthrose entsprechen, d
ie
aufgrund der stattgehabten Radiusköpfchenfraktur erfreulicherweise nicht zu erwarten sei (
vgl.
Urk.
19
S. 3
).
Noch am 4. September 2023 habe am rechten Ellbogen bildgebend objektivierbar eine beginnende leichte Arthrose mit einer leichten Bewegungseinschränkung bestanden. Die
Erheblichkeitsgrenzen
der Suva-Tabellen 1 und 5 w
ürden
somit nicht überschritten (vgl. Urk. 19 S. 4).
7.2
Dem Beschwerdeführer ist zwar beizupflichten,
dass
d
ie Erfahrungstatsache, wonach behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens
stellung im Zweifelsfall mitunter eher zugunsten ihrer Patienten
aussagen,
nicht dahingehend missverstanden werden
darf
, dass Berichten von behandelnden Ärzten in jedem Fall zu misstrauen ist und ihnen von vornherein ohne nähere Begründung jegliche Glaubwürdigkeit abzusprechen wäre
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_549/2021 vom 7. Januar 2022  E. 7.2)
. Indessen vermag vorliegend keiner der
behandelnden Ärzte anhand
des medizinischen Befunds und
der Suva-Tabellen überzeugend einen
entschädigungspflichtigen Integritäts
schaden
darzutun.
7.3
Im CT des rechten Ellbogens vom 9. März 2022 war von einer «beginnenden» posttraumatischen Arthrose im
humeroradialen
Gelenk und «mässigen» Dege
n
e
rationen
humeroulnar
die Rede. Dass die Ärzte der Universitätsklinik
G.___
gestützt hierauf am Folgetag berichteten, radiologisch bestehe eine «fortge
schrittene» posttraumatische Ellbogenarthrose ohne Schmerzen und ohne Bewegungseinschränkungen (vgl. Urk. 3/6), lässt entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers keineswegs auf eine schwere Arthrose schliessen.
Die Fachärzte des
K.___
hielten
in der vom Beschwerdeführer aufgelegten Stellungnahme vom
3. Juli 2023 fest, dass aufgrund des bestehenden Bewegungsdefizits ein Integritätsschaden von 10 % bestehe, wobei sie die Flexion/Extension des rechten Ellbogens mit 125/10/0°
angaben
und gleichzeitig erklärten, dass sich eine solche Entschädigung auch im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung rechtfertige (vgl. Urk. 14/4). Der
effektiv
am Ellbogen verbliebe
ne
Bewegungsradius war somit drei Jahre nach dem Unfall nicht ansatzweise so
stark eingeschränkt
, wie er gemäss Suva-Tabelle 1 sein müsste, um eine Entschädigungspflicht zu begründen. Wie vorstehend
dargelegt,
erwies sich die Situation unter konservativen Massnahmen zudem
bis anhin
als stabil
. Es fällt daher vielmehr auf, dass
man sich in diesem Bericht
zwar
nicht
explizit
zum S
chweregrad der posttraumatischen Arthrose äusser
te,
hierfür aber keine
Entschädigung
vorsah
und bei
humeroradial
betonter
Arthrose
noch
keinen Anlass
für eine
Radiusköpfchenprothese
sah
(vgl. Urk. 14/4).
Dr.
I.___
bezweifelte
in seiner Stellungnahme vom 19. April 2023
vorab
selbst
seine Qualifikation für die Beurteilung des Integritätsschadens.
Unter Hinweis auf die Tabellen der Suva
schätzte er den
Integritätsschaden durch die Funktionsstörung an den oberen Extremitäten im Sinne einer «leicht einge
schränkten Beweglichkeit» des Ellbogens
dennoch
a
uf
10 % und jenen durch die Arthrose am Ellbogen
auf
5 bis 10 %
(Urk. 3/5)
– ohne anzugeben, auf welchen konkreten Befunde er sich dabei stützt
e
.
Es gilt
somit
das
soeben
zum
Bericht des
K.___
Ausgeführte.
Aus
den übrigen, zeitnah zum Fallabschluss erstellten Berichte
ergeben sich keine anderslautenden Befunde
. Im Bericht der
Klinik H.___
vom 3.
Januar 2023 wurde eine «beginnende»
radiohumeral
betonte Arthrose diagnostiziert (vgl. Urk. 78/M038).
Dr.
C.___
fand gemäss B
ericht vom
8. April 2023
keine Limitation f
ür die
Pro- und Supination
. D
ie Extension/Flexion des rechten Ellbogens
mass er
mit 5-0-145°
und
verneinte explizit
eine funktionelle Einschränkung bezüglich des linken Handgelenks
(
bei um 5 bis 10° reduzierter Dorsalextension/
Palmar
flexion
)
.
Zudem beschrieb er
ein
[bloss]
«erkennbares»
,
degenerative
s
posttrauma
tische
s
Geschehen am Radius mit Osteophyten
-
Ausbildung (vgl. Urk.
3/4).
Dr.
E.___
berichtete
am 4. Juli 2023
über
eine
«
früh-posttraumatische
»
Arthrose des rechten Ellbogens bei
[
lediglich
]
deutlich sichtbaren Strukturver
ände
rungen in der dynamischen Durchleuchtung, o
hne die Ausprägung der erkennbaren Befunde
– wie von Dr.
Z.___
dargetan (vgl. Urk. 19 S. 3) –
zu beurteilen.
Bezüglich des linken Handgelenks bezeichnete er die Bildbefunde als gut
. Insbesondere hielt er fest, es
bestehe ein stabiles DRUG ohne wesentliche posttraumatische Veränderungen (vgl. Urk. 14/1).
7.
4
Zusammenfassend
gibt die
eindeutige
Befundlage somit keinen Anlass für weitere Abklärungen. Dr
ei Jahre nach dem Unfall
bestehen
noch
keine Anhaltspunkte für eine
bereits
vorhandene
erhebliche
Bewegungs
einschränkung
oder
eine i
nsge
samt mehr als
leichte
Arthrose am rechten Ellbogen
(trotz der unfallbedingten Knorpelschäden)
bzw.
am
linken Handgelenk. Der Zustand
der
beiden Gelenke
ist
relativ stabil
, massgebliche Instabilitäten werden nicht beschrieben
und
das Voranschreiten der Arthrose
wird
mitunter
von der Compliance des Beschwer
deführers
– etwa der
Einnahme
chondroprotektiver
Medikamente
und
Vermei
dung schwerer Lasten
–
abhängen
.
Dass Dr.
Z.___
noch keinen
entschädi
gungspflichtige
n
Integritätsschaden
annahm und das Erreichen eines
entschädi
gungspflichtigen
Ausmasses
als noch nicht
vorhersehbar beurteilte,
ist als medizinischer Ermessensentscheid
somit
nachvollziehbar
. So hiess es auch im
Bericht der
Klinik H.___
vom 3. Januar 2023, dass
[zwar] «sicherlich»
mit einer
[aber eben nur] «
möglichen
»
Progression der Arthrose gerechnet werden müsse
(vgl. 8/M038)
.
Ebenso hatte Dr.
I.___
am 17. November 2022
prognostiziert, dass Schmerzen wegen Arthrose im weiteren Verlauf zunehmen «können» (vgl. Urk. 8/M036).
Eine zuverlässige Beurteilung des in absehbarer Zeit erreichten Stadiums der Arthrose
ist
aktuell
also
noch
nicht möglich.
Gleichzeitig
erweist sich die von den
behandelnden Arztpersonen ohne hinrei
chende Begründung
postulierte Integritätsentschädigung von 10 %
einerseits
für
ein
Bewegungsdefizit,
da
s
nicht ansatzweise
mit den in der Suva-Tabelle genannten kleinen Bewegungsradien vergleichbar  ist
,
und andererseits
für
die
erst sichtbar gewordenen
, mit Bezug auf die einzelnen Gelenke insgesamt nie als
mässig
beurteilten
posttraumatischen Veränderungen
als klar
zu wohlwollend.
Insbesondere
hielt d
as
Bundesgericht
im
Urteil 8C_620/2009 vom 26. Oktober 2009 E.
5.2 (mit Bezug auf
vergleichbar
ge
wertete
Femorotibialarthrose
)
sinngemäss
fest
,
dass
[selbst]
bei einer leichten bis
mässigen
Arthrose noch kein zu entschädigender Schweregrad der
Einbusse
vorliege, wobei mit dem an der unteren Grenze angesiedelten Integritätsschaden von 5 %
[diesfalls]
die voraus
sehbare Verschlimmerung des Beschwerdebildes in Richtung einer
mässigen
Arthrose
bereits
angemessen berücksichtigt
w
ü
rde
. Nur wenn bei der erstmaligen Beurteilung bereits eine
mässige
Arthrose mit wahrscheinlich verschlechternder Tendenz festgestellt werde, ohne dass die Schwere bereits voraussehbar bzw. eine Bezifferung möglich wäre, komme eine Entschädigung im mittleren Bereich von 10 % zur Anwendung
.
8
.
Nach dem Ausgeführten
bestehen keine Zweifel an der versicherungsinternen Beurteilung von Dr.
Z.___
. D
ie Beschwerdegegnerin
hat
den Fall betreffend das Unfallereignis vom 20. Mai 2020
daher
zu Recht per 30. November 2022 abgeschlossen und dabei einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung verneint. Der angefochtene Entscheid ist demnach nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Stéphanie Baur
-
Unfallversicherung Stadt Zürich
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit dem 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift
der
beschwerdeführenden
Partei oder ihrer Rechtsvertretung
zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
PhilippBonetti