# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 89356ef6-ba04-5ac4-babf-d99f32ef05ec
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-27
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 27.07.2021 B 2021/15
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_VGN_001_B-2021-15_2021-07-27.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2021/15

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 16.08.2021

Entscheiddatum: 27.07.2021

Präsidialentscheid Verwaltungsgericht, 27.07.2021
Anordnung der Ersatzvornahme. Art. 105 Abs. 1 VRP (sGS 951.1). Streitig war 
die Anordnung einer Ersatzvornahme (Beseitigung der rechtswidrigen 
Bauten und Anlagen auf Grundstück Nr. 0000__, Verpflichtung zur Duldung 
der Ersatzvornahme und deren Modalitäten sowie die Gebührenerhebung) 
als solche sowie deren Verhältnismässigkeit. Abweisung der Beschwerde 
gegen den die Rechtmässigkeit der Ersatzvornahmeverfügung 
bestätigenden Rekursentscheid (Präsidialentscheid Verwaltungsgericht, 
B 2021/15). Die gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde ans 
Bundesgericht wurde mit Urteil vom 9. Februar 2022 abgewiesen (Verfahren 
1C_488/2021).

Entscheid vom 27. Juli 2021

Besetzung

Abteilungspräsident Eugster

Verfahrensbeteiligte

A.__,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Werner Ritter, Ritter Advokatur, 

Bahnhofstrasse 24, Postfach 142, 9443 Widnau,

gegen

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 2/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Baudepartement des Kantons St. Gallen, Lämmlisbrunnenstrasse 54, 9001 St. 

Gallen,

Vorinstanz,

und

Politische Gemeinde X.__,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Anordnung der Ersatzvornahme

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.  

Das Grundstück Nr. 0000__, Grundbuch X.__, liegt gemäss aktuellem Zonenplan in der 

Landwirtschafts- bzw. der Grünzone Naturschutz. Der nordöstliche, in der Grünzone 

liegende Grundstücksteil ist ein geschützter Trockenstandort; er wird von einer 

Pufferzone umrandet (kommunale Schutzverordnung vom 10. Dezember 1999). 

Gemäss kantonalem Richtplan (Teil V 31 - Vorranggebiete Natur und Landschaft) ist 

das Grundstück zudem Teil des Schongebiets "Zwischengebiet Verbindung Y.__ - 

Z.__" (Lebensraum bedrohter Arten; zum Ganzen vgl. www.geoportal.ch). Auf der 

Parzelle befand sich ein älterer, teilweise in Strickbauweise erstellter Weidstall (Vers.-

Nr. 0001__). Nebst dem eigentlichen Stall bestand das Erdgeschoss aus einem Raum 

mit einfacher Sitzgelegenheit und Holzherd (Nordostecke; als "Hirtenzimmer" 

bezeichnet) und einem berg- bzw. westseitigen Lagerraum. A.__ seit 2010 Pächter des 

im Eigentum von M.__ stehenden Grundstücks, reichte am 13. Oktober 2014 ein mit 

"Unterhalt und Sanierung" bezeichnetes Baugesuch betreffend die Scheune ein. Mit 

raumplanungsrechtlicher Teilverfügung vom 9. Mai 2015 verweigerte das Amt für 

Raumentwicklung und Geoinformation (AREG) die Zustimmung zum Baugesuch. Es 

A.a. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 3/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

hielt fest, die Scheune geniesse keine erweiterte Besitzstandsgarantie nach Art. 24c 

des Bundesgesetzes über die Raumplanung (SR 700, RPG), weil sie auch nach dem 

1. Juli 1972 noch landwirtschaftlich genutzt worden sei. Selbst wenn man die 

Anwendbarkeit von Art. 24c RPG bejahen würde, würden die baulichen 

Veränderungen, deren genauer Zweck unbekannt sei, eine unerlaubte, wesentlich 

veränderte Nutzung der Baute ermöglichen (vgl. Art. 42 Abs. 3 lit. c der 

Raumplanungsverordnung, SR 700.1, RPV). Diese Verfügung blieb unangefochten.

Am 11. Juni 2015 reichte A.__ für M.__ ein Baugesuch betreffend Umnutzung des 

Weidstalls in ein Bienenhaus mit Schleuder-, Bearbeitungs- und Lagerraum ein. Mit 

raumplanungsrechtlicher Teilverfügung vom 13. August 2015 stimmte das AREG dem 

Baugesuch zu und erteilte eine ordentliche Bewilligung nach Art. 16a Abs. 1 und Art. 22 

Abs. 1 bis 3 RPG. Es hielt fest, die Bienenhaltung sei in der Landwirtschaftszone 

zonenkonform und könne ideal in den bestehenden Stall integriert werden. Die 

Gemeinde X.__ wurde verpflichtet, im Grundbuch ein Zweckänderungsverbot und 

einen Widerrufsvorbehalt anmerken zu lassen. Mit Schreiben vom 25. Februar 2016 

ersuchte A.__ um Bewilligung diverser Projektänderungen, die im Wesentlichen einer 

Ausdehnung des bewilligten Bauvorhabens auf den Inhalt des ursprünglichen, nicht 

bewilligten Gesuchs gleichkamen. Am 4. Juli 2016 stellte das AREG an einem 

Augenschein Abweichungen von den am 13. August 2015 bewilligten Plänen fest. A.__ 

hatte insbesondere tragende Strickwände entfernt und durch Neukonstruktionen 

ersetzt. Entlang der Scheune wurde eine Steinmauer errichtet, das Gelände war 

abgegraben und ein Zufahrtsweg mit Parkplatz erstellt worden. Auf dem Grundstück 

fand sich ferner ein befestigter Sitzplatz mitsamt Grillstelle und Holzunderstand. Mit 

Verfügung vom 20. September 2016 verweigerte das AREG dem nachträglichen 

Baugesuch die Zustimmung und erwog, es sei Sache der zuständigen 

Gemeindebehörde, über die Wiederherstellung zu befinden. Die vorgesehenen und 

zum Teil bereits ausgeführten Arbeiten überstiegen das für die Haltung von Bienen 

Erforderliche. Die von der im Jahr 2015 erteilten Bewilligung nicht gedeckten baulichen 

Massnahmen entsprächen nicht mehr dem Zweck der Nutzungszone und seien 

zonenfremd. Sie würden darauf schliessen lassen, dass das Gebäude zu 

Aufenthaltszwecken genutzt werden solle (act. G 8/5/67C). Das Amt für Natur, Jagd 

und Fischerei (ANJF) verfügte mit Blick auf den nicht bewilligten Parkplatz, der Eingriff 

in die geschützte Trockenwiese und die Pufferfläche werde nicht bewilligt, und der 

ursprüngliche Zustand sei - begleitet durch eine ökologisch geschulte Fachperson - bis 

Ende März 2017 möglichst weitgehend wiederherzustellen. Der Gemeinderat X.__ 

eröffnete A.__ diese Verfügungen und verweigerte die Bewilligung für die 

Projektänderungen mit Beschluss vom 3. Oktober 2016. Er hielt fest, die ursprünglich 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 4/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erteilte Baubewilligung vom 31. August 2015 für die Nutzung der Scheune als 

Bienenhaus mit Lager- und Bearbeitungsraum seien weiterhin gültig und die 

Bauarbeiten seien nach diesen genehmigten Plänen auszuführen (act. G 8/5/2F). 

Den gegen den Beschluss vom 3. Oktober 2016 erhobenen Rekurs wies das 

Baudepartement des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 23. August 2017 ab, soweit 

es darauf eintrat. In Bezug auf den Abstellplatz und die Feuerstelle trat es auf den 

Rekurs nicht ein. Hinsichtlich Wiederherstellung des Weidstalls hob das 

Baudepartement Ziff. 4 des Gemeinderatsbeschlusses vom 3. Oktober 2016 auf und 

verfügte stattdessen: "Der rechtmässige Zustand ist wiederherzustellen, das heisst, die 

Scheune (Vers.-Nr. 0001__) und die Steinmauer westlich davon sind vollständig 

abzubrechen bzw. zurückzubauen." Für den Rückbau wurde eine Frist von drei 

Monaten ab Rechtskraft des Entscheids angesetzt. Die dagegen erhobene 

Beschwerde wies das Verwaltungsgericht mit Entscheid B 2017/189 vom 28. Februar 

2019 ab, soweit es darauf eintrat. Das Bundesgericht bestätigte diesen Entscheid in 

BGer 1C_204/2019 vom 8. April 2020 und stellte fest, dass die fragliche Scheune als im 

massgeblichen Zeitpunkt nicht mehr bestimmungsgemäss nutzbar zu beurteilen sei. 

Eine Bewilligung für die Steinmauer sei unabhängig davon zu verweigern, ob sie als 

zonenkonform oder als zonenwidrig betrachtet werde. Der vollständige Rückbau des 

Weidstalls und der Steinmauer sei verhältnismässig (BGer 1C_204/2019 a.a.O.). 

Am 3. Januar 2020 ersuchte A.__ den Gemeinderat X.__ um Erteilung einer 

nachträglichen Baubewilligung für die auf Grundstück Nr. 0000__ erstellten Rebbau- 

und Beerenanlagen. Im Beschluss vom 25. Mai 2020 verweigerte der Gemeinderat 

gestützt auf die raumplanungsrechtliche Teilverfügung des AREG vom 13. Mai 2020 die 

nachträgliche Baubewilligung, verfügte den Rückbau und die Renaturierung der 

Rebbauanlagen und Beerenkisten bis 31. August 2020 und drohte die Ersatzvornahme 

an. Der Beschluss vom 25. Mai 2020 erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Mit 

Beschluss vom 31. August 2020 drohte der Gemeinderat X.__ mit Hinweis auf BGer 

1C_204/2019 a.a.O (Rückbau Weidstall und Steinmauer) sowie die ungenutzt 

verstrichene Frist bezüglich Rückbau der Rebbbauanlagen und der Beerenkisten die 

Ersatzvornahme hinsichtlich sämtlicher Bauten und Anlagen auf Grundstück Nr. 0000__ 

sowie Straffolgen nach Art. 292 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (SR 311.0, 

StGB) an. Erneut wurde eine Frist zur selbständigen Beseitigung der illegal erstellten 

Bauten und Anlagen sowie Renaturierung bis 18. September 2020 angesetzt (act. G 

8/5/21F). Dieser Beschluss erwuchs in Rechtskraft. Mit Schreiben vom 18. September 

2020 reichte A.__, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Werner Ritter, Widnau, ein 

A.b. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 5/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.  

weiteres Baugesuch betreffend Instandstellung Weidstall mit Hirtenstube, Anpassung 

Tierschutz, Dach, Photovoltaik, Wasserspeicher und Abwassertank, Bienenstand mit 

Lager- und Bearbeitungsraum auf Grundstück Nr. 0000__ ein (Eingang bei der 

Gemeinde am 21. September 2020). Gleichentags ordnete der Gemeinderat X.__ mit 

Beschluss vom 21. September 2020 die Ersatzvornahme zur Beseitigung der 

rechtswidrigen Bauten und Anlagen auf Grundstück Nr. 0000__ durch die Q.__ AG an, 

sofern der Abbruch und die Renaturierung bis 9. Oktober 2020 nicht vorgenommen 

würden. Für den Fall der Zuwiderhandlung wurden Straffolgen nach Art. 292 StGB 

angedroht. Das am letzten Tag der Frist eingereichte neue Baugesuch werde in einem 

separaten Verfahren behandelt und tangiere das vorliegende Vollstreckungsverfahren 

nicht (act. G 8/5/25F).

Den gegen diesen Beschluss von Rechtsanwalt Ritter für A.__ erhobenen Rekurs (act. 

G 8/1, 8/3) hiess das Baudepartement mit Entscheid vom 12. Januar 2021, soweit es 

darauf eintrat, in dem Sinn teilweise gut, als Ziffer 14 des Beschlusses vom 

21. September 2020 (Gebühr CHF 3'030 zulasten A.__) wie folgt geändert wurde: "Die 

Gebühr dieser Verfügung beträgt CHF 1'826.50 und wird dem Grundeigentümer A.__ 

belastet (Art. 100 Abs. 1 VRP i.V.m. GebT)". Entscheid CHF 1'200, Abbruchkontrolle 

CHF 100, Umsetzungskontrolle CHF 100, Offertwesen CHF 300, Mahngebühr 

CHF 100, Aktenkopie CHF 26.50 (Ziffer 1). Als vorsorgliche Massnahme ordnete das 

Baudepartement an, dass die Nutzung des Weidstalls auf Grundstück Nr. 0000__ bis 

zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens bzw. bis zum Abbruch des Weidstalls 

untersagt werde. Für den Fall der Nichtbefolgung des Nutzungsverbots drohte sie eine 

Bestrafung nach Art. 292 StGB an (Ziffer 2). Einer allfälligen Beschwerde wurde in 

Bezug auf das Nutzungsverbot die aufschiebende Wirkung entzogen (Ziffer 3; act. G 2).

Gegen diesen Rekursentscheid erhob Rechtsanwalt Ritter für A.__ mit Eingabe vom 

18. Januar 2021 Beschwerde mit den materiellrechtlichen Anträgen, der 

Rekursentscheid sei betreffend Anordnung der Ersatzvornahme aufzuheben (Ziffer I.1); 

von einem Abbruch der rechtswidrigen Bauten und Anlagen auf Grundstück Nr. 0000__ 

sowie von allen weiteren dem Beschwerdeführer im angefochtenen Entscheid 

auferlegten Massnahmen (Ziffer I.2 und I.3) und von einer Kostenauflage an den 

Beschwerdeführer sei abzusehen (Ziffer I.4); eventualiter seien die auferlegten Kosten 

auf das gesetzliche Mass zu reduzieren (Ziffer I.5). Es sei vorerst das Baugesuch 

betreffend Instandstellung Weidstall, Anpassung Tierschutz, Dach, Photovoltaik, 

B.a. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 6/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

 

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1.

Der Entscheid über die Beschwerde gegen den vorinstanzlichen Rekursentscheid 

Wasserspeicher und Abwassertank, Einbau Bienenstand mit Lager- und 

Bearbeitungsraum (vom 18. September 2020) zu bearbeiten (Ziffer I.6). Subeventualiter 

sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz oder die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (Ziffer I.7). Unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zuzüglich Barauslagen und Mehrwertsteuer zulasten des 

Kantons St. Gallen oder der Beschwerdegegnerin (Ziffer I.8). Im Weiteren wurde die 

Durchführung eines Beschwerdeaugenscheins vor Ort sowie einer mündlichen und 

öffentlichen Verhandlung beantragt (act. G 1). In der Beschwerdeergänzung vom 

8. Februar 2021 bestätigte und begründete der Rechtsvertreter die gestellten Anträge, 

wobei Antrag Ziffer I.5 nicht mehr enthalten war (act. G 5).

In der Vernehmlassung vom 19. Februar 2021 beantragte die Vorinstanz Abweisung der 

Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Zur Begründung verwies sie auf den 

angefochtenen Entscheid (act. G 7). Die Beschwerdegegnerin beantragte in der 

Vernehmlassung vom 26. Februar 2021 ebenfalls Abweisung der Beschwerde, soweit 

darauf einzutreten sei. Das Baugesuch (vom 18. September 2020) sei durch den 

Gemeinderat sowie die kantonalen Fachstellen im Beschluss vom 22. Februar 2021 

abgelehnt worden; sodann sei ein Nutzungsverbot verfügt worden (act. G 10 f.).

B.b. 

Mit Stellungnahme vom 19. April 2021 bestätigte der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers seine Anträge und Ausführungen (act. G 15). Am 30. April 2021 

bestätigte die Vorinstanz ihren bisherigen Standpunkt und reichte eine 

raumplanungsrechtliche Teilverfügung des AREG vom 11. Dezember 2020 betreffend 

das Baugesuch vom 18. September 2020 ein mit dem Hinweis, dass der 

Beschwerdeführer gegen den Gesamtentscheid (Beschluss der Beschwerdegegnerin) 

vom 22. Februar 2021 (act. G 11) über das Baugesuch vom 18. September 2020 

Rekurs erhoben habe (act. G 18 f.).

B.c. 

Auf die Vorbringen in den Eingaben des vorliegenden Verfahrens wird, soweit für den 

Entscheid erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.  

B.d. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 7/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

betreffend Anordnung der Ersatzvornahme im Sinne von Art. 105 Abs. 1 des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1; VRP) fällt in die Zuständigkeit des 

Abteilungspräsidenten (vgl. Art. 64 i. V. m. Art. 44 Abs. 1 und 2 VRP, Art. 60 Ingress 

und lit. a VRP in Verbindung mit Art. 4 Abs. 3 des Reglements über die Organisation 

und den Geschäftsgang des Verwaltungsgerichts; sGS 941.22, Reglement). Die 

Beschwerdeeingabe vom 8. Januar 2021 (act. 1) erfolgte rechtzeitig (Art. 64 in 

Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 VRP). Der Beschwerdeführer ist zur 

Beschwerdeerhebung legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Damit 

erfüllt die Beschwerde zusammen mit der Beschwerdeergänzung vom 8. Februar 2021 

(act. G 5) formal und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung 

mit Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist somit grundsätzlich einzutreten.

In BGer 1C_204/2019 a.a.O. entschied das Bundesgericht rechtskräftig über die 

Wiederherstellung und damit den Abbruch des Weidstalls (Vers.-Nr. 0001__) sowie der 

Steinmauer neben dem Weidstall. Im Weiteren erwuchs auch die Verweigerung der 

nachträglichen Baubewilligung mit Wiederherstellungsverfügung bezüglich der 

Rebbau- und Beerenanlagen sowie die Androhung der Ersatzvornahme (Beschluss 

vom 25. Mai 2020) in Rechtskraft. Die Rechtmässigkeit (insbesondere 

Verhältnismässigkeit) der erwähnten Wiederherstellungsanordnungen waren somit im 

vorinstanzlichen Rekursverfahren, wie im angefochtenen Entscheid (act. G 2 S. 8) 

festgestellt, nicht mehr zu überprüfen; der diesbezügliche vorinstanzliche 

Nichteintretensentscheid erging mithin zu Recht. Der Gegenstand des 

Beschwerdeverfahrens ist durch den Gegenstand des vorinstanzlichen Verfahrens, d.h. 

die Ersatzvornahmeverfügung vom 21. September 2020 (Beseitigung der 

rechtswidrigen Bauten und Anlagen auf Grundstück Nr. 0000__, Verpflichtung zur 

Duldung der Ersatzvornahme und deren Modalitäten sowie die Gebührenerhebung) 

sowie deren Verhältnismässigkeit begrenzt. Streitig und zu prüfen ist vorab die 

Rechtmässigkeit der Ersatzvornahme als solche. Soweit der Beschwerdeführer 

Ausführungen zum Umfang des Rückbaus (vollständiger oder teilweiser Abbruch; vgl. 

15 S. 3 C.1 f.) macht, kann darauf im vorliegenden Verfahren nicht eingetreten werden.

2.

​2.1.
​Der Beschwerdeführer stellt die Beweisanträge, es seien ein Augenschein und eine 
mündliche und öffentliche Verhandlung durchzuführen, er sei als Partei zu befragen, 

K.__ sei als Zeugin zu befragen, es sei eine schriftliche Auskunft des 

Landwirtschaftsamtes einzuholen und es seien die Akten des 

Baubewilligungsverfahrens beizuziehen (act. G 5 S. 4-6). Gestützt auf Art. 29 Abs. 2 der 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 8/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV) und Art. 64 in 

Verbindung mit Art. 55 Abs. 1 VRP ordnet das Verwaltungsgericht eine mündliche 

Verhandlung an, wenn sie zur Wahrung der Parteirechte notwendig ist oder 

zweckmässig erscheint. Nach Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Konvention zum Schutze 

der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) besteht ein Anspruch des 

Einzelnen, seine Argumente dem Gericht mündlich in einer öffentlichen Sitzung 

vorzutragen, insbesondere in Streitigkeiten in Bezug auf zivilrechtliche Ansprüche und 

Verpflichtungen (vgl. dazu BGer 1C_581/2018 vom 23. Juli 2019 E. 2, 

BGer 2C_608/2017 vom 24. August 2018 E. 4.2, VerwGE B 2019/41 vom 

16. Dezember 2019 E. 3.1, VerwGE B 2019/6 vom 1. Juli 2019 E. 2.1, VerwGE 

B 2014/182 vom 27. April 2016/25. Mai 2016 E. 3.1 je mit Hinweisen), soweit der 

Verwaltungsakt der hoheitlich handelnden Behörde massgeblich in Rechte und 

Pflichten privatrechtlicher Natur eingreift (vgl. VerwGE B 2018/73 vom 26. Februar 2019 

E. 2.4, VerwGE B 2018/99 vom 13. Januar 2019 E. 2, je mit Hinweisen). Insoweit die 

EMRK zur Anwendung gelangt, gilt die Verpflichtung zur Durchführung einer 

öffentlichen und mündlichen Verhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK nicht absolut. Die 

Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte und des 

Bundesgerichts lässt ein Absehen von einer öffentlichen und mündlichen Verhandlung 

zu, wenn die Beurteilung eines umstrittenen Sachverhalts nicht vom persönlichen 

Eindruck der Partei, sondern in erster Linie von den Akten abhängt. Auf die 

Durchführung einer öffentlichen und mündlichen Verhandlung kann unter Umständen 

verzichtet werden, wenn eine Verhandlung nichts zur Klärung der Angelegenheit 

beiträgt - namentlich wenn keine Tatfragen, sondern reine Rechts- oder 

Zulässigkeitsfragen umstritten sind - und die Angelegenheit adäquat aufgrund der 

Akten sowie der schriftlichen Parteivorbringen gelöst werden kann (vgl. 

BGer 2C_89/2019 und 2C_90/2019 je vom 22. August 2019 je E. 4.2 mit Hinweisen).

Es ist nicht ersichtlich, inwiefern die Beantwortung der hier zu beurteilenden 

Rechtsfragen eines persönlichen Eindrucks des Beschwerdeführers bedarf. Vielmehr 

ist der Sachverhalt umfassend der schriftlichen Darstellung zugänglich (vgl. dazu 

BGer 2C_410/2020 vom 10. November 2020 E. 3.5.1 mit Hinweisen, zur Publikation 

vorgesehen). Ebenso wenig ist mit Blick auf die nachstehend zu schildernden 

Gegebenheiten erkennbar und wird vom Beschwerdeführer auch nicht weiter 

substantiiert, welche neuen entscheidrelevanten Erkenntnisse, die sich nicht bereits 

aus den Akten und dem Geoportal (www.geoportal.ch) ergeben, durch die beantragte 

mündliche Parteibefragung und durch Beweisaussagen von K.__ gewonnen werden 

könnten. Die Notwendigkeit der Durchführung einer öffentlichen, mündlichen 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 9/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Verhandlung ist deshalb nicht dargetan. Der entsprechende Antrag des 

Beschwerdeführers ist ebenso abzuweisen wie seine Begehren um persönliche 

Anhörung, um Befragung von K.__ sowie um Einholung einer schriftlichen Auskunft des 

Landwirtschaftsamtes. Überdies kann auf die weiteren beantragten prozessualen 

Vorkehren, insbesondere auf die Durchführung eines Augenscheins im Sinne von 

Art. 12 Abs. 1 VRP, in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden, da davon 

ebenfalls keine entscheidrelevanten neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl. dazu 

BGer 1C_577/2019 vom 4. November 2020 E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 144 II 427 

E. 3.1.3 und BGer 1C_13/2018 vom 13. März 2019 E. 3 mit Hinweisen). Zudem ist dem 

Verwaltungsgericht und dem zuständigen Abteilungspräsidenten die Situation vor Ort 

bekannt aufgrund des im Verfahren B 2017/189 am 28. Februar 2019 vorgenommenen 

Augenscheins.

2.2.

Grundsätzlich gilt das Prinzip des einmaligen Rechtsschutzes. Eine Rüge gegen die 

Sachentscheidung selbst ist im Vollstreckungsverfahren nur dann noch möglich, wenn 

die betroffene Sachverfügung von Anfang an nichtig gewesen ist oder eine Verletzung 

von unverjährbaren und unverzichtbaren Grundrechten beinhaltet. Die Rügegründe 

gegen Vollstreckungsmassnahmen beschränken sich deswegen vor allem auf das 

Fehlen einer vollstreckbaren Sachentscheidung (Art. 101 VRP), auf mangelhafte 

Eröffnung der Sachentscheidung, auf die Nichtübereinstimmung der Festsetzung der 

Vollstreckungsmassnahme mit der Sachentscheidung, auf mangelnde Zuständigkeit 

der vollstreckenden Behörde, auf die Unangemessenheit der Frist für die 

Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands oder auf die Verletzung des 

Grundsatzes der Verhältnismässigkeit bei den Vollstreckungsmodalitäten. Ein 

Wiedererwägungsgesuch steht der Vollstreckbarkeit einer Sachverfügung nur dann 

entgegen, wenn ausnahmsweise ein Anspruch auf Prüfung des Gesuchs besteht (vgl. 

VerwGE B 2020/209 vom 21. Mai 2021 E. 3.3 mit vielen Hinweisen).

Der direkt anwendbare (vgl. Kreisschreiben "Übergangsrechtliche Bestimmungen im 

PBG" vom 8. März 2017) Art. 159 Abs. 1 lit. c PBG ermöglicht es einer Bauherrschaft, 

welche Bauten und Anlagen ohne Bewilligung (urteilsähnliche Verfügung) errichtet hat, 

vor der Anordnung der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands 

(Dauerverfügung) ein nachträgliches Baugesuch einzureichen. Ein solch nachträgliches 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 10/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Baugesuch kommt allerdings nur dann in Frage, wenn das neue Projekt ernsthafte 

Aussichten auf eine Bewilligung hätte. Bloss auf Zeitgewinn ausgerichtete, materiell 

aussichtslose Eingaben vermögen einer Vollstreckung von 

Wiederherstellungsmassnahmen nicht entgegenzustehen. Ausgeschlossen ist ein 

nachträgliches Baugesuch, wenn über das Bauvorhaben bzw. die massgebende Frage 

bereits rechtskräftig entschieden worden ist. Dieser Ausschluss setzt indes Identität 

des entschiedenen Punktes mit dem nachträglichen Begehren voraus, wobei rechtlich 

unmassgebliche Abweichungen nicht in Betracht fallen. Keine Identität besteht und ein 

nachträgliches Baugesuch ist zuzulassen, wenn das neue Projekt Änderungen 

aufweist, mit welchem die im vorangegangenen Verfahren festgestellte 

Baurechtswidrigkeit behoben werden soll. Ebenso, wenn der Gesuchsteller sich auf 

einen bisher nicht geltend gemachten Ausnahmegrund beruft; oder wenn sich die 

massgeblichen tatsächlichen oder rechtlichen Verhältnisse seit dem Bauentscheid 

geändert haben. Im letzten Fall läuft das nachträgliche Baugesuch im Grunde 

genommen darauf hinaus, gestützt auf Art. 29 BV und Art. 27 VRP eine 

Wiedererwägung einer in formelle Rechtskraft erwachsenen Bewilligungsverweigerung 

(hier: mitsamt Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands) zu erwirken (VerwGE B 

2020/102 vom 10. Dezember 2020 E. 5.1 m.H.). Gemäss Art. 27 VRP sind 

Wiedererwägungsgesuche zulässig, begründen aber keinen Anspruch auf eine 

Stellungnahme der Behörde in der Sache und hemmen den Fristenlauf nicht. Ein 

Anspruch auf materielle Wiedererwägung besteht, wenn sich die Verhältnisse (Sach- 

oder Rechtslage) seit dem Erlass der ursprünglichen Verfügung erheblich geändert 

haben oder wenn vom Gesuchsteller wichtige Tatsachen oder Beweise geltend 

gemacht werden, die ihm zur Zeit der ersten Entscheidung nicht bekannt waren oder 

von ihm nicht geltend gemacht werden konnten. Ausnahmsweise kann unrichtige 

Rechtsanwendung ein Rückkommen auf urteilsähnliche Verfügungen rechtfertigen, 

sofern der Verfügung schwerwiegende materielle Fehler anhaften und die unveränderte 

Weitergeltung der Verfügung zu einem stossenden und dem Gerechtigkeitsgefühl 

zuwiderlaufenden Ergebnis führen würde (VerwGE B 2018/228 vom 10. Mai 2019 E. 2.1 

m.H.).

2.3.

Die Vorinstanz legte im angefochtenen Entscheid dar, der Beschwerdeführer habe den 

Weidstall und die weiteren Anlagen allesamt ohne Baubewilligung - mehrheitlich 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 11/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

während laufender Rechtsmittelverfahren - über die letzten Jahre erstellt. Die 

nachträglich eingereichten Baugesuche seien verweigert und die Wiederherstellung 

angeordnet worden. Das Verwaltungsgericht und das Bundesgericht hätten die 

Verhältnismässigkeit des vollständigen Abbruchs des Weidstalls bestätigt. Inwiefern die 

Bewirtschaftung des Grundstücks durch den Abbruch gefährdet sein solle, erschliesse 

sich nicht. Hinzu komme, dass die unrechtmässig im Naturschutzgebiet erstellten 

Anlagen (Abstellplätze, Sitzplatz, Grillstelle, Holzunterstand) nicht zurückgebaut worden 

seien. Die rechtskräftigen Wiederherstellungsentscheide seien zu vollziehen. Dem 

Beschwerdeführer sei zwar darin zuzustimmen, dass insbesondere der Abbruch des 

Weidstalls unverhältnismässig wäre, wenn dieser für eine zonenkonforme Nutzung 

bewilligt werden könnte. Indes sei die Idee, die Weidscheune und die übrigen Anlagen 

zonenkonform zu nutzen, erst aufgekeimt, als der Abbruch der unrechtmässigen 

Bauten und Anlagen auf Grundstück Nr. 0000__ verhindert werden sollte. Die 

Geltendmachung einer zonenkonformen Bewirtschaftung durch eine Pächterin am 

letzten Tag der Frist für den freiwilligen Rückbau erscheine mit Blick auf die 

Vorgeschichte als vorgeschoben und unglaubwürdig. Das in weiten Teilen praktisch 

identische Baugesuch zeige, dass es sich dabei um einen weiteren Versuch handle, 

den seit Anfang geplanten Ausbau der Scheune zu verwirklichen, obwohl 

letztinstanzlich entschieden worden sei, dass dies unzulässig sei. Auch bei den 

unrechtmässig erstellten Rebbau- und Beerenanlagen handle es sich um ein 

zonenfremdes Vorhaben, welches durch das "Vorschieben" der Pächterin nachträglich 

legalisiert werden solle. Gemäss Pachtvertrag befinde sich der landwirtschaftliche 

Nebenerwerbsbetrieb der Pächterin in rund 11.5 km Entfernung in W.__, was ebenfalls 

Zweifel an der Ernsthaftigkeit einer dauerhaften Bewirtschaftung wecke. Das 

Baugesuch sei von der Pächterin zudem nicht unterzeichnet worden. Es sei daher 

absehbar, dass die hauptsächliche Nutzung des Grundstücks Nr. 0000__ weiterhin 

durch den nicht landwirtschaftlich tätigen Beschwerdeführer erfolgen werde. Das 

"Nachschieben landwirtschaftlicher Betriebsnotwendigkeit" scheine aufgrund der 

derzeit gehäuften Fälle auch dem Verwaltungsgericht aufgefallen zu sein (VerwGE B 

2019/158 vom 20. März 2020 E. 3.3.2 m.H. auf VerwGE B 2018/189 vom 28. Februar 

2019). Das in letzter Minute eingereichte Baugesuch erscheine als untaugliches Mittel, 

den Vollzug der rechtskräftigen Wiederherstellungsverfügung zu verhindern bzw. zu 

verzögern. Ein Anspruch auf Widererwägung bestehe folglich nicht. Das Abwarten der 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Behandlung des Baugesuchs erübrige sich. Im Übrigen wäre das Baugesuch, selbst 

wenn die Pächterin keine Freizeitlandwirtschaft betreiben würde, auch zonenkonform 

nicht bewilligungsfähig. Eine Notwendigkeit für einen Weidstall an diesem Standort und 

in diesen Dimensionen bestehe für die Sömmerung von einigen Schafen sowie die 

Wald- und Wiesenbewirtschaftung nicht. Zudem erscheine es wirtschaftlich 

unverhältnismässig, dafür nochmals rund CHF 50'000 in den bereits eigenmächtig für 

mehrere zehntausend Franken ausgebauten Weidstall zu investieren (Verweis auf 

VerwGE B 2019/158 a.a.O. E. 3.3). Hinzu komme, dass dem Weidstall mangels 

bestimmungsgemässer Nutzbarkeit keine Bestandesgarantie mehr zukomme, weshalb 

er im Rahmen eines Bewilligungsverfahrens als Neu- und nicht als Wiederaufbau zu 

betrachten wäre. Der Vollständigkeit halber sei zu erwähnen, dass ein Grossteil der 

Anlagen im Waldabstand sowie im Naturschutzgebiet liege und deshalb mangels 

Ausnahmesituation und überwiegender entgegenstehender öffentlicher Interessen nicht 

bewilligt werden könnte (Verfügung des Amtes für Natur, Jagd und Fischerei vom 12. 

September 2016 [act. G 8/5 1F]). Eine nachträgliche Baubewilligung sei damit nicht 

möglich (act. G 2 S. 11-13).

2.4.

Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe seinen Rekurs auch mit Bezug auf die 

Abbruchverfügung insofern begründet, als ein verfassungsmässiger Anspruch auf 

Wiedererwägung der Abbruchverfügung bestehe. Aufgrund der Entscheide VerwGE B 

2017/189 a.a.O. und BGer 1C_204/2019 a.a.O. habe er sich entschlossen, das 

Grundstück Nr. 0000__ mit Scheune an K.__ zu verpachten, welche einen 

landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieb mit Schafhaltung führe. Die Scheune solle 

als Stall für die Schafe und als Lagerraum sowie als Bienenstand dienen. Aufgrund des 

Baugesuchs vom 18. September 2020 habe sich der Sachverhalt für eine 

zonenkonforme Nutzung der von der Ersatzvornahme betroffenen Bauten und Anlagen 

erheblich geändert, weshalb ein Anspruch auf Wiedererwägung der Abbruch- und 

Wiederherstellungsverfügungen bestehe. Die bis anhin widerrechtlichen Bauten und 

Anlagen seien nunmehr zonenkonform. Die Pächterin benötige die Scheune, die 

Wasserversorgung und die übrigen Bauten und Anlagen für die landwirtschaftliche 

Nutzung des Grundstücks Nr. 0000__. Weil wegen wesentlich geänderter Verhältnisse 

ein Anspruch auf Wiedererwägung der Abbruchverfügung bestehe, könnten sich die 

Vorinstanzen nicht auf die Rechtskraft der Abbruchverfügungen berufen. Die Bauten 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

und Anlagen würden einem landwirtschaftlichen Verwendungszweck sowie einer 

bodenabhängigen Bewirtschaftung dienen. Ebenso seien sie für die Beweidung des 

Grundstücks Nr. 0000__ mit Schafen und für die übrigen landwirtschaftlichen 

Tätigkeiten notwendig. Bei der Schafhaltung der Pächterin handle es sich um einen 

landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieb und nicht um Freizeitlandwirtschaft. Die 

böswillige Mutmassung der Vorinstanz, wonach die vom Beschwerdeführer geltend 

gemachte zonenkonforme Bewirtschaftung nur vorgeschoben sei, seien unwahr. 

Wegen der Lage des Grundstücks unterhalb der C.__ Alpen sei auch die Distanz 

zwischen dem Hauptbetrieb der Pächterin und dem Pachtgrundstück nicht weiter 

erstaunlich. Das Landwirtschaftsamt gehe im Übrigen auch bei grösseren Distanzen 

davon aus, dass das betreffende Grundstück sich noch im ortsüblichen 

Bewirtschaftungsbereich befinde. Eine üble und durch nichts bewiesene Unterstellung 

stelle die Behauptung der Vorinstanz dar, dass eine künftige hauptsächliche Nutzung 

des Grundstücks durch den nicht landwirtschaftlich tätigen Beschwerdeführer 

absehbar sei. Eine böswillige Mutmassung sei auch die Unterstellung, der 

Beschwerdeführer habe landwirtschaftliche Betriebsnotwendigkeiten nur 

nachgeschoben. Ob ein Anspruch auf Wiedererwägung bestehe, sei durch Prüfung des 

Baugesuchs des Beschwerdeführers und nicht durch Spekulationen zu beurteilen. Der 

Weidstall sei für die Unterbringung der Schafe und der für die Bewirtschaftung 

notwendigen Gerätschaften keinesfalls zu gross. Die Bauten und Anlagen befänden 

sich auch nicht im Bereich des Naturschutzgebiets oder des Waldabstands. Wegen 

des hängigen Baubewilligungsverfahrens wäre es unverhältnismässig, den Abbruch der 

inzwischen aufgrund der geänderten Sachlage zonenkonformen Bauten und Anlagen 

zu vollstrecken (act. G 5 S. 7-12; G 15).

3.

3.1.

In der Landwirtschaftszone zonenkonform sind Bauten und Anlagen, die zur 

landwirtschaftlichen Bewirtschaftung oder für den produzierenden Gartenbau nötig 

sind (Art. 16a Abs. 1 Satz 1 RPG). Diese Anforderungen präzisiert Art. 34 Abs. 1 der 

Raumplanungsverordnung (RPV, SR 700.1). Danach sind insbesondere Bauten 

zonenkonform, die der bodenabhängigen Bewirtschaftung dienen, namentlich der 

Produktion verwertbarer Erzeugnisse aus Pflanzenbau und Nutztierhaltung (lit. a). 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Voraussetzung für die Erteilung der Baubewilligung ist nach Art. 34 Abs. 4 RPV auf 

jeden Fall, dass die Baute oder Anlage für die in Frage stehende Bewirtschaftung nötig 

ist (lit. a), der Baute oder Anlage am vorgesehenen Standort keine überwiegenden 

Interessen entgegenstehen (lit. b) und der Betrieb voraussichtlich längerfristig bestehen 

kann (lit. c). Nach Art. 34 Abs. 5 RPV gelten Bauten und Anlagen für die 

Freizeitlandwirtschaft nicht als zonenkonform.

3.2.

Wie ausgeführt (vorstehende E. 2.3) anerkannte die Vorinstanz zwar, dass ein Abbruch 

des Weidstalls unverhältnismässig wäre, wenn dieser für eine zonenkonforme Nutzung 

bewilligt werden könnte. Sie verneinte indes einen diesbezüglichen 

Wiedererwägungsgrund unter anderem damit, dass sie die Geltendmachung einer 

zonenkonformen Bewirtschaftung durch eine Pächterin am letzten Tag der Frist für den 

freiwilligen Rückbau als unglaubwürdig bzw. vorgeschoben einstufte und von 

Freizeitlandwirtschaft im Sinn von Art. 34 Abs. 5 RPV ausging. Die 

Beschwerdegegnerin warf dem Beschwerdeführer überdies das Vorspiegeln 

mutmasslich falscher Tatsachen, rechtsmissbräuchliches Vorgehen und nahezu 

querulatorische Beschäftigung von Amtsstellen bzw. einen "niederen Zweck" der 

vorliegenden Beschwerde vor (act. G 10). Die Frage, ob diese Einwände/Vorbringen 

zutreffen oder nicht, braucht insofern nicht näher untersucht zu werden, als das AREG 

in der raumplanungsrechtlichen Teilverfügung vom 11. Dezember 2020 seine 

Zustimmung zum Projekt nicht erteilte. Zur Begründung hielt das Amt 

zusammenfassend fest, dass das Bauvorhaben weder betriebsnotwendig noch 

angemessen dimensioniert sei. Es entspreche nicht dem Zweck der Nutzungszone. Der 

Bedarf für den Neubau des Stalles auf dem Grundstück Nr. 0000__ am vorgesehenen 

Standort könne nicht nachgewiesen werden. Den bereits ausgeführten baulichen 

Massnahmen, die teilweise innerhalb eines Naturschutzgebietes sowie des 

gesetzlichen Waldabstandes erfolgt seien, stünden überwiegende öffentliche 

Interessen entgegen (act. G 19). Aufgrund dieser einlässlich begründeten 

Feststellungen fehlt es dem Gesuch vom 18. September 2020 an ernsthaften 

Aussichten auf Bewilligung (vgl. auch BGer 1C_247/2020 vom 12. Mai 2021 E. 5-7 zu 

VerwGE B 2019/158 vom 20. März 2020). Hieran vermag auch der Hinweis des 

Beschwerdeführers, wonach in der Gemeinde der Beschwerdegegnerin 

Baubewilligungen ausserhalb der Bauzone rechtsungleich gehandhabt würden (act. G 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

15 S. 5 Ziffer 7), nichts zu ändern. Nach dem Gesagten steht das Baugesuch vom 18. 

September 2020 der Vollstreckbarkeit des Ersatzvornahmebeschlusses vom 21. 

September 2020 nicht entgegen.

3.3.

Überdies erhebt der Beschwerdeführer keine weiteren im vorliegenden Verfahren noch 

zulässigen Rügen gegen die mit Beschluss der Beschwerdegegnerin vom 21. 

September 2020 angeordnete Ersatzvornahme. Die im vorinstanzlichen Entscheid 

korrigierte Gebührenerhebung (act. G 2 S. 13 f. und Dispositivziffer 1b des 

Rekursentscheids) sowie das darin als vorsorgliche Massnahme angeordnete 

Nutzungsverbot bis zum rechtskräftigen Abschluss dieses Verfahrens bzw. bis zum 

Abbruch des Weidstalls (Dispositivziffer 2 des Rekursentscheids) und die bezüglich 

Nutzungsverbot entzogene aufschiebende Wirkung einer Beschwerde (Dispositivziffer 3 

des Rekursentscheids) wurden vom Beschwerdeführer zwar generell angefochten (vgl. 

Rechtsbegehren A.I.3: "Von allen weiteren dem Beschwerdeführer im angefochtenen 

Rekursentscheid auferlegten Verpflichtungen und angedrohten Massnahmen sei 

abzusehen."), jedoch innert der für die Beschwerdeergänzung angesetzten Frist nicht 

begründet beanstandet. Auf seine Beschwerde ist deshalb insoweit nicht einzutreten, 

als sie sich sinngemäss gegen die Dispositiv-Ziffern 2-4 des Rekursentscheids richtet.

4.

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf 

einzutreten ist. Bei diesem Verfahrensausgang sind die amtlichen Kosten des 

Beschwerdeverfahrens dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 

Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 1'500 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 212 der 

Gerichtskostenverordnung; sGS 941.12, GKV). Sie ist mit dem von ihm geleisteten 

Kostenvorschuss von CHF 3'000 zu verrechnen; CHF 1'500 sind ihm 

zurückzuerstatten. Ein Anspruch des Beschwerdeführers auf ausseramtliche 

Entschädigung entfällt (Art.98  VRP). Die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin 

haben ebenfalls keinen Anspruch auf ausseramtliche Entschädigung (Linder, in: Rizvi/

Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, 

Zürich/St. Gallen 2020, N 20 zu Art. 98  VRP); beide stellten auch keinen Antrag.

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht:

bis

bis

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.

Die amtlichen Kosten von CHF 1'500 bezahlt der Beschwerdeführer unter Verrechnung 

mit seinem Kostenvorschuss von CHF 3'000. CHF 1'500 werden ihm zurückerstattet.

3.

Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Präsidialentscheid Verwaltungsgericht, 27.07.2021
	Anordnung der Ersatzvornahme. Art. 105 Abs. 1 VRP (sGS 951.1). Streitig war die Anordnung einer Ersatzvornahme (Beseitigung der rechtswidrigen Bauten und Anlagen auf Grundstück Nr. 0000__, Verpflichtung zur Duldung der Ersatzvornahme und deren Modalitäten sowie die Gebührenerhebung) als solche sowie deren Verhältnismässigkeit. Abweisung der Beschwerde gegen den die Rechtmässigkeit der Ersatzvornahmeverfügung bestätigenden Rekursentscheid (Präsidialentscheid Verwaltungsgericht, B 2021/15). Die gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde ans Bundesgericht wurde mit Urteil vom 9. Februar 2022 abgewiesen (Verfahren 1C_488/2021).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2024-05-26T22:39:22+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen