# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 84e9492a-cb03-5430-838f-3fd7235e5e7d
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-04-19
**Language:** de
**Title:** Einordnung einer ummantelten Mobilfunk-Antennenanlage in einer Kernzone in der Nähe von Schutzobjekten
**Docket/Reference:** BRGE III Nr. 0062/2023
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/auszug_brge_iii_nr._0062_2023_vom_19._april_2023.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

3. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE III Nr. 

R3.2022.00212 
0062/2023   

Entscheid vom 19. April 2023   

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Felix Müller, Baurichterin Marlen Patt, Baurichterin Sa-
bine Ziegler, Gerichtsschreiberin Andrea Schaeppi     

in Sachen 

Rekurrentin 

A GmbH, […] 

vertreten durch Rechtsanwalt […] 

gegen 

Rekursgegner 

1.  Gemeinderat X, […] 

Beigeladene 

2.  PW und DW, […] 
3.  TS, […] 
4.  PE und LE, […]X  
5.  JG, […] 
6.  AB, […] 
7.  MM, […] 
8.  CH, […] 
9.  CF, […] 
10.  CR und MR, […] 
11.  JK und SK, […] 
12.  DB, […] 
13.  VT, […] 
14.  PW, […] 
15.  TT und BS, […]  
16.  HS und AL, […] 
17.  BN und EW, […] 
18.  IK und KK, […] 
19.  AC, […] 
20.  LP, […]  

Nrn. 2 - 20 vertreten durch TS, […] 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
dieser vertreten durch Rechtsanwalt […] 

betreffend 

Beschluss  des  Gemeinderates  vom  18.  Oktober  2022;  Verweigerung  der 
Baubewilligung für Mobilfunk-Antennenanlage, […] 
_______________________________________________________ 

hat sich ergeben: 

A. 

Mit Beschluss vom 18. Oktober 2022 verweigerte der Gemeinderat X der A 

GmbH die baurechtliche Bewilligung für eine Mobilfunkantennenanlage auf 

dem Grundstück Kat.-Nr. 1 an der B-Strasse 74 in X. 

B. 

Dagegen erhob die A GmbH mit Eingabe vom 7. November 2022 fristgerecht 

Rekurs beim Baurekursgericht des Kantons Zürich und beantragte die Auf-

hebung  des  angefochtenen  Entscheides  sowie  die  Anweisung  der  Vo-

rinstanz zur Bewilligung des Baugesuches; alles unter Kosten- und Entschä-

digungsfolgen zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer zulasten der Vo-

rinstanz. 

C. 

Mit  Präsidialverfügung  vom  9. November  2022  wurde  der  Rekurseingang 

vorgemerkt, das Vernehmlassungsverfahren eröffnet und Dritten, welche ge-

mäss § 315 f. des Planungs- und Baugesetzes (PBG) rechtzeitig die Zustel-

lung  des  baurechtlichen  Entscheides  verlangt  haben,  eine  Frist  angesetzt, 

um ein Begehren um Teilnahme am Rekursverfahren zu stellen (Beiladungs-

gesuch). 

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Seite 2 

 
 
 
 
Mit Eingaben vom 15. November 2022, 16. November 2022, 19. November 

2022,  20. November  2022,  21.  November  2022,  22.  November  2022  und 

23. November 2022 stellten PW und DW, TS, PE und LE, JG, AB, CR und 

MR, CF, CH, JK und SK, MM, VT, PW, DB, AC, IK und KK, TT und BS, HS 

und  AL,  LP,  BN  und  EW  je  ein  Beiladungsgesuch.  Mit  Präsidialverfügung 

vom  7. Dezember  2022  wurde  den  Beiladungsgesuchen  entsprochen  und 

den Beigeladenen Frist zur Vernehmlassung angesetzt. 

D. 

In ihrer Vernehmlassung vom 7. Dezember 2022 beantragte die Vorinstanz 

die Abweisung des Rekurses, soweit darauf einzutreten sei; unter Kostenfol-

gen zulasten der Rekurrentin. 

Die Beigeladenen beantragten in ihrer gemeinsamen Vernehmlassung vom 

16. Dezember 2022 ebenfalls die Abweisung des Rekurses, unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekurrentin. 

E. 

Mit  Repliken  vom  16. Januar  2023  und  Dupliken  vom  27. Januar  2023, 

8. Februar 2023 und 29. März 2023 hielten die Parteien an ihren Anträgen 

fest. 

F. 

Am 1. Februar 2023 führte eine Delegation der 3. Abteilung des Baurekurs-

gerichts in Anwesenheit der Parteien einen Augenschein vor Ort durch. 

G. 

Mit  Eingabe  vom  21. Februar 2023  beantragte  die  Vorinstanz  die  Ausferti-

gung des Entscheides. 

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Es kommt in Betracht: 

1. 

Die  als  Beigeladene  im  Rubrum  aufgeführten  MA  und  TB  wurden  fälschli-

cherweise  ins  Rubrum  aufgenommen,  obwohl  sie  kein  Beiladungsgesuch 

gestellt haben. Dies ist im vorliegenden Endentscheid zu korrigieren. 

2. 

Die Rekurrentin ist als Adressatin des angefochtenen Beschlusses im Sinne 

von § 338a PBG ohne Weiteres zur Rekurserhebung legitimiert. Da auch die 

übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf den Rekurs einzutreten. 

3. 

§ 26b  Abs. 1  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes  (VRG)  sieht  vor,  dass 

den am vorinstanzlichen Verfahren Beteiligten Gelegenheit zur schriftlichen 

Vernehmlassung  gewährt  werden  muss.  Gemäss  Rechtsprechung  und 

Lehre kann jedoch bei offensichtlich unzulässigen oder offensichtlich unbe-

gründeten Rechtsmitteln auf das Vernehmlassungsverfahren verzichtet wer-

den.  In  derartigen  Fällen  überwiegt  das  Beschleunigungsgebot  gegenüber 

dem mit  §  26b Abs.  1  VRG  verfolgten  Ziel  der  Gehörswahrung,  würde  sie 

doch eine leere Formalität darstellen.  

Wird hingegen ein Vernehmlassungsverfahren durchgeführt, kann bzw. ge-

gebenenfalls  muss  die  Rekursinstanz  im  Anschluss  daran  einen  zweiten 

Schriftenwechsel anordnen. Zudem steht den Parteien auch unabhängig von 

einer derartigen gerichtlichen Anordnung das sog. Replikrecht zu, welches 

sich  aus  dem  verfassungsmässigen  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  bzw. 

aus dem konventionsrechtlichen Gebot des fair trial ableitet (vgl. Markus Lan-

ter, Formeller Charakter des Replikrechts – Herkunft und Folgen, Schweize-

risches Zentralblatt für Staats- und Verwaltungsrecht [ZBl] 2012 S. 167). Ent-

sprechende Eingaben sind in der Regel wiederum der Gegenseite zuzustel-

len. Jedoch kann auch diesfalls, gleich wie bei einem Verzicht auf das Ver-

nehmlassungsverfahren, nach Eingang der Stellungnahme der unterliegen-

den  Partei  in  Nachachtung  des  Beschleunigungsgebotes  auf  eine  erneute 

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Zustellung an die Gegenseite verzichtet werden und die Eingabe der obsie-

genden Partei mit dem Endentscheid zur Kenntnis gebracht werden.  

Dieses Vorgehen setzt dabei kein vollständiges Obsiegen voraus. Es ist viel-

mehr immer dann zulässig, wenn sich die Vorbringen in der Stellungnahme 

einer  Partei  auf  Punkte  beziehen,  in  welchen  diese  Partei  unterliegt.  Der 

(vollständig)  obsiegenden  Partei  gereicht  es  auch  hier  nicht  zum  Nachteil, 

wenn sie zur neuen Eingabe keine Stellungnahme einreichen kann (vgl. Lan-

ter, S. 181; VB.2019.00060 vom 30. April 2020, E. 3.2 bzgl. der Vermeidung 

eines sog. ewigen Schriftenwechsels).  

Wie  nachfolgend  aufzuzeigen  sein  wird,  obsiegt  die  Rekurrentin  –  da  der 

Ausgang  des Verfahrens  trotz  Rückweisung  an die  Vorinstanz  nicht  unge-

wiss ist, diese vielmehr einzuladen ist, die Bewilligung zu erteilen – vollstän-

dig. Das Replikrecht der Rekurrentin wird mithin nicht verletzt, wenn dieser 

keine  Möglichkeit  eingeräumt  wird,  sich  zur  Duplik  der  Beigeladenen  vom 

29. März 2023 zu äussern. Ihre Rechte sind mit der Zustellung jener Eingabe 

mit dem vorliegenden Entscheid vielmehr hinreichend gewahrt. 

4. 

Die Bauparzelle Kat.-Nr. 1 befindet sich in der Kernzone KB gemäss gelten-

der Bau- und Zonenordnung der Gemeinde X (BZO). Geplant ist die Erstel-

lung  einer  Mobilfunkantennenanlage  auf  dem  Dach  des  Gebäudes  B-

Strasse 74 (Vers.-Nr. 7). Die Vorinstanz hat das Bauvorhaben wegen unge-

nügender Einordnung verweigert. 

5.1. 
Die Vorinstanz führt im angefochtenen Beschluss aus, die vorliegende Mo-

bilfunkanlage könne den Anforderungen von § 238 Abs. 2 PBG und Art. 8 

BZO nicht genügen, weshalb eine Baubewilligung nicht in Aussicht gestellt 

werden könne. Diesbezüglich zitiert die Vorinstanz in ihrer Begründung die 

Stellungnahme der kommunalen Fachberaterin Ortsbildschutz vom 26. Au-

gust 2022, welche unter anderem Folgendes festhielt: Eine sichtbare, wenn 

auch ummantelte, technische Anlage wie eine Mobilfunkantenne könne sich 

in der Gestaltung kaum anpassen. Sie habe das Erscheinungsbild (Grösse, 

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Material, Konstruktion), welches sie für ihre Funktion brauche. In der Kern-

zone führe dies per se zu einem gestalterischen Konflikt. Den Belangen des 

Ortsbildschutzes vermöge sie folglich nur Rechnung zu tragen, wenn sie in 

den ortsbildprägenden Strassen und Plätzen sowie im Zusammenhang mit 

Schutzobjekten  nicht  wahrgenommen  werden  könnten.  Sobald  sie  im  Zu-

sammenhang mit dem Dorfbild sichtbar werde, könne sie die gute Gesamt-

wirkung nach Art. 8 Abs. 1 BZO per Definition nicht erreichen. Deshalb sei 

zu  beurteilen,  wie  stark  die  Mobilfunkantenne  im  Dorfbild  in  Erscheinung 

trete. Dies müsse aus Sicht des Fussgängers auf dem Strassenniveau beur-

teilt werden, wobei die Situation aus der Sicht der Anwohner in ihren Woh-

nungen natürlich nochmals ganz anders wahrgenommen werde. Die vorhan-

dene  Hanglage  verstärke  die  "Einsichtigkeit"  zusätzlich.  Die  aufmerksame 

Besichtigung vor Ort habe gezeigt, dass die Antenne von einigen Standorten 

aus  durchaus  markant  in  Erscheinung  trete  und  das  Dorfbild  massgeblich 

beeinträchtige.  Von  Norden  herkommend,  bei  der  Kreuzung  C-Strasse/B-

Strasse sei die Antenne nur dank den Laubbäumen erst sichtbar, wenn man 

in die C-Strasse einbiege. Im Winterhalbjahr jedoch werde die Sicht auf die 

Antenne  bereits  oberhalb  der  Kreuzung  frei  sein  und  entsprechend  noch 

markanter  das  Dorfbild  beeinflussen.  Die  kaschierte  Antenne  sei  auch  als 

technische  Baute  für  das  1964  gebaute  Mehrfamilienhaus  ein  störendes 

Fremdobjekt, weil sie als Dachaufbaute den üblichen Massstab sprenge und 

dominant  als  Fremdobjekt  in  Erscheinung  trete.  Auch  von  Süden  herkom-

mend werde die Antenne präsent sein. Diese Sicht auf den Dorfkern sei aber 

in Bezug auf die historischen Bauten von Y weniger sensibel. Es präge von 

Süden eine im Baustil eher heterogene Bebauung das Dorfbild. Auf dem Ab-

schnitt der B-Strasse, der zwischen den beiden starken Kurven liege, und wo 

die Sicht auf die inventarisierten Flarzgebäude frei werde, werde die Antenne 

nicht sichtbar sein. Die Antenne werde aber durch die Hanglage in den Gär-

ten der Flarzgebäude bereits wieder wahrgenommen werden. Neben der ar-
chitektonischen Qualität der historischen und zum Teil inventarisierten Ge-

bäude des Dorfkerns Y gelte es auch dessen räumliche Qualitäten zu erhal-

ten, welche sich im Wesentlichen durch das Zusammenspiel von Verortung, 

Volumetrie und architektonischem Ausdruck der Gebäude auszeichne. Die 

geplante  Mobilfunkantenne  störe  das  historische  Dorfbild  besonders  von 

Norden herkommend stark. Von Süden trete sie auch in Erscheinung, hier 

sei  aber  die  Kernzone  eher  durch  die  neuzeitlicheren  Bauten  geprägt  und 

der historische Kern von Y sei mit Ausnahme des inventarisierten Wohnhau-

ses,  Vers.-Nr.  6  noch  nicht  sichtbar.  Im  direkten  Zusammenhang  mit  den 

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Schutzobjekten B-Strasse 77 und 75 sowie C-Strasse 3 und 5 sei die An-

tenne vom Strassenniveau aus kaum wahrnehmbar, in den Gärten der Häu-

ser aber wiederum schon. Von der das Dorfbild Y prägenden und prägnanten 

Kreuzung C-Strasse/B-Strasse werde die Mobilfunkantenne mindestens die 

Hälfte  des  Jahres  dominant  in  Erscheinung  treten  und  eine  massgebliche 

Störung  des  Ortsbildes  bewirken.  Diese  Störung  sei  mit  den  Schutzzielen 

des Dorfbildes als solches nicht zu vereinbaren. Aufgrund der Topographie 

und  Stellung  der  Gebäude  würde  die  Antenne  auf  der  nordöstlichen  Seite 

des  Flachdachs  der  B-Strasse  76  das  Dorfbild  weniger  stören.  Die  Vo-

rinstanz schloss sich der Meinung der Fachberaterin an. 

5.2.1. 

Die Rekurrentin hielt diesen Ausführungen in ihrer Vernehmlassung entge-

gen, dass bereits die Argumente der Fachberaterin Ortsbildschutz zeigten, 

dass  mit  diesen  eine  vertiefte  Auseinandersetzung  notwendig  gewesen 

wäre, da ein gewichtiger Teil der Argumente für die Erteilung der Baubewilli-

gung spreche. Wie die Vorinstanz die Argumente gewichtet habe, sei nicht 

ersichtlich, weshalb schon deshalb davon auszugehen sei, dass sie das Er-

messen nicht rechtskonform ausgeübt habe. Soweit sich die Vorinstanz die 

Argumentation  der  Fachberaterin  eins  zu  eins  zu  eigen  gemacht  haben 

sollte, liege auch insofern eine Ermessensüberschreitung vor. Einerseits sei 

bei  der  Beurteilung  der  Einordnung  der  sich auf  Bauten  beziehende  Art. 8 

BZO nicht auf die Mobilfunkanlage anwendbar, da die BZO sowohl nach ei-

ner grammatikalischen als auch systematischen Auslegung zwischen Bau-

ten  und  Anlagen  unterscheide.  Die  Ausführungen  der  Fachberaterin  Orts-

bildschutz zeigten ausserdem selbst, dass ihr zentrales Argument, wonach 

die Antenne von Norden herkommend störend in Erscheinung trete, von we-

nig Gewicht sei. Damit habe sich die Vorinstanz nicht auseinandergesetzt, 

obwohl  sie dies hätte tun müssen,  um  ihr  Ermessen pflichtgemäss  auszu-
üben.  Im  Ergebnis  zeigten  die  Ausführungen  der  Fachberaterin  Ortsbild-

schutz sodann, dass von Süden herkommend die Antenne nicht als störend 

in Erscheinung trete, da der historische Dorfkern von Süden her nicht sicht-

bar sei, das Dorf neuzeitlich geprägt sei und die Antenne nicht störe. Abge-

sehen davon, dass die Mobilfunkantenne nur wenig sichtbar sei, bleibe zu-

dem zu berücksichtigen, dass § 238 Abs. 2 PBG nicht bezwecke, dass zwi-

schen den Schutzobjekten und neuen Anlagen keine Sichtdistanz bestehen 

dürfe. Massgebend sei, ob zwischen den Schutzobjekten und neuen Anla-

gen  ein  optischer  Bezug  vorliege.  Indem  die  Fachberaterin  Ortsbildschutz 

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festgehalten habe, dass die Antenne keine gute Gesamtwirkung erziele, so-

bald sie im Zusammenhang mit dem Dorfbild sichtbar sei, habe sie auf die 

blosse Sichtbarkeit abgestellt und nicht geprüft, inwiefern von einer (hier ge-

ringen) Sichtbarkeit auf eine Störung zu schliessen sei. Damit hätte sich die 

Vorinstanz  bei  pflichtgemässer  Ermessensausübung  auseinandersetzen 

müssen, was sie nicht getan habe. In Erwägung zu ziehen sei ferner, dass 

an  Mobilfunkantennenanlagen  nicht  dieselben  Anforderungen  gestellt  wer-

den  dürften,  wie  an  übrige  Bauten,  da  es  sich  um  Infrastrukturanlagen 

handle. Ausserdem sei darauf hinzuweisen, dass die Rekurrentin den Stand-

ort  ihrer  Mobilfunkantennenanlagen  nicht  frei  wählen  könne.  Ein  solcher 

müsse sich immer im Bereich der zu schliessenden Netzlücke befinden und 

es müssten die umweltrechtlichen Vorschriften sowie technische und stati-

sche Parameter beachtet werden. Nur ein eingeschränkter Kreis an Grund-

eigentümern  sei  zudem bereit,  ihre  Grundstücke  zur  Verfügung  zu  stellen. 

Eine  völlig  harmonische  Einordnung  von  Mobilfunkantennen  sei  demnach 

bereits aufgrund der technischen Gegebenheiten nur sehr beschränkt mög-

lich. Alleine aus diesem Grund dürfe gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre-

chung eine Antenne nicht verweigert werden. Die Rekurrentin habe die Mo-

bilfunkantennenanlage optimal südöstlich auf dem Dach platziert. Die Anlage 

sei auf das absolut technisch Notwendige reduziert und sowohl ihre Höhe als 

auch Leistungsfähigkeit deutlich unterdurchschnittlich. Damit werde die Um-

gebung bestmöglich geschont. Die Vorinstanz habe es zudem unterlassen, 

die zwingend notwendige Interessenabwägung vorzunehmen. Das öffentli-

che Interesse an der Mobilfunkantennenanlage am besagten Standort über-

wiege klar. 

5.2.2. 

In ihrer Vernehmlassung macht die Vorinstanz geltend, dass sie für den Ent-

scheid über die Frage der Ortsbildverträglichkeit die Meinung einer ausge-
wiesenen Fachperson eingeholt habe, deren Einschätzung sorgfältig geprüft 

habe, um dann zum Schluss zu kommen, dass dieser Einschätzung gefolgt 

werden müsse. Darin sei keine Verletzung des Ermessens zu erblicken. Eine 

detaillierte  Auseinandersetzung  mit einer  gutachterlichen Einschätzung  sei 

einzig  dann  zwingend  angezeigt,  wenn  die  Behörde  den  Schlüssen  der 

Fachperson eben gerade nicht zustimme. Art. 8 BZO sei sodann aus meh-

reren Gründen auf die geplante Mobilfunkantennenanlage anwendbar. Be-

treffend Einordnung sei zu ergänzen, dass mit der Wahl des Standortes in-

nerhalb der Kernzone die Rekurrentin den Abstand zwischen Schutzobjekten 

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und der Mobilfunkanlage aufs Minimale reduziert habe, sodass zwischen der 

Mobilfunkantenne und den Schutzobjekten im Nordwesten ein Abstand von 

gerade einmal zwischen 30 m und 40 m bestehen würde. Es bestehe vorlie-

gend nicht bloss ein entfernter Sichtbezug – vielmehr sei die Antenne in un-

mittelbarer  Nachbarschaft  mehrerer  Schutzobjekte  geplant.  Entsprechend 

den  Anforderungen  an  eine  besondere  Rücksichtnahme  genüge  es  nicht, 

wenn die Antenne bloss "nicht störend ins Auge" steche. Vielmehr sei der 

Standort einer neuen Antenne so zu planen, dass auf die vorhandenen In-

ventar- und Schutzobjekte möglichst gut Rücksicht genommen werde. Hin-

sichtlich der konkreten Einordnung sei klarzustellen, dass die Antenne von 

mehreren Blickwinkeln deutlich in Erscheinung trete und das Dorfbild insbe-

sondere von Norden her massgeblich beeinträchtige. Der wichtige Hinweis 

der Fachberaterin, wonach die Hanglage die "Einsichtigkeit" zusätzlich ver-

stärke, dürfe ebenfalls nicht unterschlagen werden. Des Weiteren sei darauf 

hinzuweisen, dass die Fachberaterin sich auf die Sicht des Fussgängers auf 

dem  Strassenniveau  konzentriert  habe.  Dies  sei  der  wohl  wichtigste  Aus-

gangspunkt,  jedoch dürfe auch  die  Sicht aus  den  Gärten  und Wohnungen 

selbst mitberücksichtigt werden. Von dieser Perspektive werde die Antenne 

natürlich  –  wie  bereits  die  Fachberaterin  in  ihrer  Stellungnahme  erwähnt 

habe – viel präsenter und von zahlreichen Blickwinkeln aus wahrgenommen. 

Auch dieser Aspekt sei bei der Beurteilung der Einordnung zulasten des ge-

wählten Standorts zu berücksichtigen. Die Gemeinde X stelle sich auf den 

Standpunkt, dass es zumutbar und verhältnismässig sei, für den Neubau der 

Mobilfunkantenne  einen  Standort  ausserhalb  des  Einflussbereichs  der 

Schutzobjekte zu finden. Die Einwendungen der Rekurrentin, wonach diese 

in der Standortwahl eingeschränkt sei, beschränkten sich sodann vorliegend 

auf allgemeine Hinweise und nähmen nicht Bezug auf das konkrete Bauvor-

haben bzw. allfällige konkrete Versorgungslücken. Dass die Anlage generell 

in Sichtweite erstellt werden dürfe, werde nicht bestritten. Jedoch sei vorlie-
gend der Schutz des Ortsbildes und von Schutzobjekten höher zu qualifizie-

ren  als  das  Interesse der  Rekurrentin,  den Standort der  Funkanlage  allein 

aufgrund ihrer eigenen Interessen zu bestimmen. 

5.2.3. 

Die Beigeladenen machen zusammengefasst geltend, es stünden Kulturgü-

ter  in  der  Kernzone  von  Y,  welche  gemäss  der  Haager  Konvention  zum 

Schutz  von  Kulturgut  bei  bewaffneten  Konflikten,  dem  Bundesgesetz  vom 

20. Juni 2014 über den Schutz der Kulturgüter sowie der Verordnung vom 

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29. Oktober 2014 über den Schutz der Kulturgüter unter Schutz stünden. Im 

Dorfteil Y habe es zahlreiche historisch wertvolle Bauten, welche teilweise 

unter  Denkmalschutz  stünden.  Gewisse  Bauten  lägen  keine  30 m  entfernt 

von der geplanten Antenne. Dass sich eine Mobilfunkantenne direkt gegen-

über historisch bedeutsamen Bauten baulich nicht einordnen lasse, liege auf 

der  Hand.  Das  Fachgutachten  sei  schlüssig  und  nachvollziehbar.  Gerade 

vom kleinen Dorfplatz mit Brunnen, der die Seele von Y bilde, wäre die An-

tenne störend wahrnehmbar und passe wie die Faust aufs Auge. Aber auch 

von Süden (recte: Westen) herkommend würde sie sich als störend erwei-

sen,  da  Y  an  erhöhter  Hanglage  liege.  Das  Gutachten  der  Fachberaterin 

Ortsbildschutz sei klar, gehörig begründet und widerspruchsfrei, weshalb die 

Gemeinde vollumfänglich darauf abstellen durfte. Triftige Gründe für eine Ab-

weichung  vom  Gutachten  hätten  nicht  vorgelegen.  Im  Jahr  2021  habe  die 

Z AG ebenfalls in der Kernzone eine Mobilfunkantenne bauen wollen. Dieses 

Vorhaben sei ebenfalls verweigert worden. Viele Anwohner, die in Sichtweite 

der neuen Antenne ihr neues Zuhause mit Aussicht auf den Zürichsee und 

die Alpen gefunden und gekauft hätten, seien geschockt und stellten sich die 

Frage, wie man so ein Bauprojekt überhaupt bewilligen könne. So eine An-

tenne in Form eines Kühlturms sei ein absoluter Albtraum. Die schöne Aus-

sicht gäbe es nicht mehr und der Blick vom Dorfplatz würde stark in Mitlei-

denschaft gezogen. Die Eigentümer müssten zudem mit enormen finanziel-

len Verlusten rechnen. Die Anwohner von Y wollten keinen Kühlturm, keine 

Strahlungen,  keine Wertverminderung  ihrer  Liegenschaft,  keine  Verschan-

delung des historischen Ortsbilds Y, keine Antenne neben dem E-Tobel mit 

einem Wald mit intaktem Vogelparadies und Brutstätte zahlreicher Vögel – 

das würde auch der Natur- und Heimatschutz von X nicht gutheissen. Y sei 

kein dicht besiedeltes Gebiet, habe keine Industrie, keine Dienstleistungsun-

ternehmen,  weshalb  keine  Notwendigkeit  für  eine  Mobilfunkantenne  be-

stehe. Dies beweise die Rekurrentin mittels ihrer eigenen Netzabdeckungs-
messungen auf ihrer eigenen Webseite selbst: Demzufolge habe es an der 

B-Strasse 74 in X-Y einen Kundendatenempfang von 4G+, d.h. superschnel-

les mobiles Internet. Die störende Mobilfunkantenne sei überflüssig. 

5.2.4. 

Replizierend hält die Rekurrentin insbesondere fest, dass abstrakte Überle-

gungen  betreffend  Distanz  zwischen  Schutzobjekten  und  geplanter  Mobil-

funkantennenanlage nicht dazu geeignet seien, Aussagen über die gute Ein-

ordnung zu treffen. Von Norden her werde die geplante Anlage so gut wie 

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Seite 10 

 
 
nicht zusammen mit den Schutzobjekten gesehen, weshalb ein optischer Be-

zug nicht bestehe und die Fachberaterin Ortsbildschutz unzutreffend nur auf 

die Sichtbarkeit abgestellt habe. Es treffe nicht zu, dass das Gutachten klar, 

gehörig  begründet  und  widerspruchsfrei  sei.  Zudem  sei  das  Gutachten  zu 

den tatsächlichen Fragen von der rechtlichen Würdigung zu unterscheiden. 

Die rechtliche Würdigung der tatsächlichen Gegebenheiten führe eindeutig 

zum Ergebnis, dass keine Ortsbildbeeinträchtigung resultiere.  

5.2.5. 

In ihrer Duplik stellt sich die Vorinstanz auf den Standpunkt, dass ein opti-

scher Bezug gegeben sei. Die Antenne sei in unmittelbarer Nähe (teilweise 

weniger als 40 m) zu mehreren inventarisierten bzw. geschützten Bauten ge-

plant. Bereits vom öffentlichen Raum aus betrachtet stünden sowohl die An-

tenne als auch inventarisierte bzw. geschützte Bauten im Blickfeld (unter an-

derem vom Fussweg Kat.-Nr. 2 aus). Die Antenne liege direkt angrenzend 

an den noch erhaltenen Dorfkern von Y mit zahlreichen schutzwürdigen Bau-

ten, einem historischen Verkehrsweg von regionaler und lokaler Bedeutung 

und dem Platz an der Kreuzung C-Strasse/B-Strasse, der eine hohe räumli-

che Qualität aufweise. Der Bezug könne auch nicht wegdiskutiert werden mit 

dem  Umstand,  dass  ein  einzelner  Baum  auf  Privatgrund  die  Sicht  auf  die 

Antenne  im  Sommer  teilweise  kaschiere.  Erstens  bleibe  die  Antenne  vom 

Laubfall im Herbst an bis in den Frühling hinein auch hinter dem Baum gut 

sichtbar.  Zweitens  sei  der  Baum  nicht  geschützt  oder  inventarisiert  und 

könnte  jederzeit  gefällt  werden  oder  zugrunde  gehen.  Drittens  sei  die  An-

tenne  auch  neben  dem  laubtragenden  Baum  noch  vom  Dorfkern  aus  klar 

sichtbar. Die Gemeinde habe sich ausführlich mit der mangelnden Gestal-

tung des Bauvorhabens auseinandergesetzt und die Verweigerung der Be-

willigung deshalb als gerechtfertigt bzw. angezeigt erachtet. Mit der beson-

deren Gewichtung der gestalterischen Aspekte habe die Gemeinde auch – 
zumindest implizit – zum Ausdruck gebracht, dass entgegenstehende öffent-

liche Interessen und auch private wirtschaftliche Interessen der Rekurrentin 

zu keinem anderen Schluss führen. 

5.2.6. 

Die Beigeladenen führen in ihrer Duplik vom 27. Januar 2023 aus, die Vor-

instanz sei ihrer Begründungspflicht spätestens mit ihrer umfangreichen Re-

kursantwort  nachgekommen.  Sie  könne  sich  daher  auf  ihren  Ermessens-

spielraum  berufen.  Diesen  habe  sie  zudem  nicht  überschritten.  Bezüglich 

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Seite 11 

 
 
Einordnung  sei  zu  berücksichtigen,  dass  mit  Blick  vom  Trottoir  an  der  B-

Strasse das Haus B-Strasse 79 die geschützte Häuserzeile nicht verdecke; 

vielmehr bestehe ein direkter Sichtkontakt zwischen B-Strasse 74 und 77. In 

F habe die Gemeinde ebenfalls den Bau einer Mobilfunkantenne auf einem 

Grundstück verweigert, das an die Kernzone mit Schutzobjekten angegrenzt 

habe. Das Verwaltungsgericht habe die Auffassung der Baubehörde, welche 

die  Antenne  im  Zusammenhang  mit  den  Schutzobjekten  als  störenden 

Fremdkörper gewürdigt habe, geschützt. Vorliegend soll das Bauprojekt di-

rekt innerhalb der Kernzone verwirklicht werden, weshalb sich die Verweige-

rung der Antenne erst recht rechtfertige – zumal es sich nicht um ein einziges 

Schutzobjekt in der Nähe handle, sondern eine ganze Häuserzeile. Eine Ver-

sorgungslücke  in  der  Kernzone  von  Y  sei  zudem  nicht  erkennbar.  In  ihrer 

Duplik vom 29. März 2023 machen die Beigeladenen sodann geltend, dass 

neben Art. 8 Abs. 1 BZO, welcher § 238 Abs. 2 PBG konkretisiere, primär 

die spezifischen Gestaltungsanforderungen der kommunalen Kernzonenbe-

stimmungen zu beachten seien. Diese betonten erstens die Wichtigkeit der 

Dachgestaltung  (Art. 8  Abs. 2-5  BZO)  und  erlaubten  Dachaufbauten  zwei-

tens nur in bestimmten Ausgestaltungen und nur im ersten Dachgeschoss. 

Das Standortgebäude weise anstelle eines Dachgeschosses ein drittes Voll-

geschoss auf. Die als massiver Baukörper ausgestaltete, mehr als eine Ge-

schosshöhe  aufweisende  Antennenanlage  reiche  damit  im  Sinn  von  Art. 8 

Abs. 3 BZO ins zweite Dachgeschoss und sei nicht zulässig. Dies gelte umso 

mehr, als zusätzlich noch der Technikschrank und die dort geplanten weite-

ren  Aufbauten  negativ  ins  Gewicht  fielen.  Der  Technikschrank  sei  zudem 

nicht auf einen Standort auf dem Dach angewiesen. Ausserdem sei sowohl 

die  Ansicht  von  Norden  als  auch  die  Ansicht  von  Süden  massgebend,  da 

sowohl  die  Wirkung  relevant  sei,  die  sich  einem  Betrachter  biete,  welcher 

sich innerhalb der Kernzone bewege, als auch jene auf den Betrachter, der 

sich von aussen der Kernzone nähere. Der Augenschein habe gezeigt, dass 
die Anlage für den Betrachter innerhalb der Kernzone im Ortsbild ein Fremd-

körper darstelle. Der Bestand von Laubbäumen, die sich noch dazu nicht auf 

dem Baugrundstück befänden und deren Bestand weder rechtlich noch tat-

sächlich gesichert sei, könne nicht dazu führen, dass geringere Anforderun-

gen an die Einordnung gestellt werden könnten. Im Übrigen werde die Weide 

künftig  jährlich  zurückgeschnitten. Von  Süden  sei die Kernzone  als  Objekt 

des  Ortsbildes  selbst  nicht  verdeckt  und  das  Schutzobjekt  Vers.-Nr. 6 

(Kat.-Nr. 3) sei immer sichtbar. Auch sei nicht nur die Sicht vom öffentlichen 

Strassenraum relevant. Da es bei § 238 Abs. 2 PBG um die Gesamtwirkung 

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Seite 12 

 
 
gehe,  müssten  auch  erhöhte  Standorte  berücksichtigt  werden.  Die  Vo-

rinstanz  durfte  daher  auch  die  Sicht  von  umliegenden  Liegenschaften  be-

rücksichtigen. 

6.1. 

Gemäss § 238 Abs. 1 PBG sind Bauten, Anlagen und Umschwung für sich 

und in ihrem Zusammenhang mit der baulichen und landschaftlichen Umge-

bung  im  Ganzen  und  in  ihren  einzelnen  Teilen  so  zu  gestalten,  dass  eine 

befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird; diese Anforderung gilt auch für 

Materialien und Farben. 

Diese Vorschrift enthält eine Grundanforderung an Bauten, Anlagen und Um-

schwung. Verlangt wird sowohl eine gewisse Qualität der Gestaltung in sich 

als auch der Einordnung in die bauliche und landschaftliche Umgebung. Da-

bei erfasst die Norm über den Wortlaut ihres Randtitels ("Gestaltung") hinaus 

nicht  nur  die  Gestaltungselemente  wie  beispielsweise  die  Dach-  oder  die 

Fassadengestaltung, sondern auch ortsbauliche Aspekte wie etwa die Stel-

lung der Baukörper, soweit jene nicht durch speziellere Bauvorschriften ge-

regelt sind. Die Frage, ob eine befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird, 

ist gestützt auf objektive, nachvollziehbare Kriterien zu beantworten. Blosses 

Empfinden rechtfertigt keinen Eingriff in das Eigentum. 

Nach § 238 Abs. 2 PBG ist auf Objekte des Natur- und Heimatschutzes be-

sondere  Rücksicht  zu  nehmen.  In  der  Nachbarschaft  von  Schutzobjekten 

bzw. bei Änderungen an solchen ist demnach mehr als eine bloss befriedi-

gende Gesamtwirkung zu verlangen. Der Schutz greift allerdings nur soweit 

ein,  als  es  der  Charakter  der  Umgebung  bzw.  des  Schutzobjekts  gebietet 

(VB.2013.00629 vom 20. März 2014, E. 6.1 mit Hinweisen). Massgeblich ist 
wie  bei  § 238  Abs. 1  PBG  die  Gesamtwirkung.  Bei  einem  Baudenkmal  ist 

nicht entscheidend, ob und wie das Schutzobjekt von der geplanten Baute 

aus  wahrgenommen  wird  (BGr 1.P.280/2002  vom  28. Oktober 2002, 

E. 3.5.1). Ebenso wenig kommt es darauf an, welchen Eindruck die geplante 

Baute  auf  den  beim  Schutzobjekt  stehenden  Betrachter  hinterlässt 

(VB.2009.00163 vom 5. August 2009, E. 5.4). Vielmehr geht es in solchen 

Fällen darum, dass die Wahrnehmung des Schutzobjekts von Drittstandorten 

aus  durch  neu  zu  erstellende  Bauten  nicht  beeinträchtigt  werden  darf 

(VB.2020.00561 vom 13. Januar 2022, E. 5.1; VB.2013.00629 vom 20. März 

R3.2022.00212 

Seite 13 

 
 
2014, E. 6.1 mit Hinweisen). Damit die erhöhten ästhetischen Anforderungen 

zum Tragen kommen, muss jedenfalls aus der Sicht eines aussenstehenden 

neutralen Beobachters ein optischer Bezug zwischen der projektierten Baute 

und dem Schutzobjekt bestehen, müssen also die beiden Objekte in Zusam-

menhang  gesehen  werden  (VB.2019.00548  vom  19. März  2020,  E. 4.2; 

BGr 1P.280/2002  vom  28. Oktober  2002,  E. 3.5.1;  VB.2013.00629  vom 

20. März 2014, E. 6.1 mit Hinweisen). Was als Objekt des Natur- und Hei-

matschutzes zu betrachten ist, ergibt sich aus der Aufzählung in § 203 Abs. 1 

PBG. Eine förmliche Unterschutzstellung wird für die Anwendung von § 238 

Abs. 2 PBG nicht vorausgesetzt. Vielmehr genügt es, dass sich die Schutz-

würdigkeit  aus  der  Aufnahme  des  Objektes  in  ein  Inventar  im  Sinne  von 

§ 203 Abs. 2 PBG ergibt. 

Nach der Rechtsprechung gelten in Kernzonen die erhöhten Gestaltungsan-

forderungen von § 238 Abs. 2 PBG. Das bedeutet jedoch nicht, dass damit 

die Kernzone selber zum Schutzobjekt wird und eine besondere Rücksicht-

nahme  beanspruchen  kann.  Vielmehr  gilt  die  besondere  Rücksichtnahme 

den  Objekten,  welche  mit  der  Kernzone  geschützt  werden  sollen,  nämlich 

inventarisierten  Ortsbildern  oder  Bauten  (VB.2008.00285  vom  1. Oktober 

2008, E. 4.2; VB.2008.00286-287 vom 29. Oktober 2008, E. 6.3.2). 

Art. 8 Abs. 1 BZO sieht vor, dass bei Neu- und Umbauten sowie bei Aussen-

renovationen bei der Gestaltung der Bauten und ihrer Umgebung eine gute 

Gesamtwirkung  zu  erreichen  ist,  insbesondere  bezüglich  Proportionen, 

Länge,  Einordnung,  Materialien,  Farben  und  Details.  Den  Belangen  des 

Ortsbildschutzes ist Rechnung zu tragen. Die Typologie und Charakteristik 

der bestehenden Bauten sind bei deren Ersatz und Umbau zu übernehmen.  

Grundsätzlich haben unabhängig vom Verwendungszweck alle Bauten und 
Anlagen den Gestaltungsanforderungen von § 238 Abs. 1 und 2 PBG zu ge-

nügen.  Dies  gilt  insbesondere  auch  für  Ausrüstungen  und  Ausstattungen, 

also etwa für technische Anlagen wie Sonnenkollektoren, Aussenantennen 

etc., unabhängig davon, ob sie freistehen, an oder auf einem Gebäude an-

gebracht sind. Die diesbezügliche Prüfung ist jedoch stets unter Berücksich-

tigung der technisch-funktionellen Notwendigkeit der betreffenden Elemente 

und der diese Elemente gegebenenfalls gebietenden beziehungsweise nä-

her umschreibenden Vorschriften vorzunehmen. Dimensionierung und kon-

krete Installationsorte von notwendigen Anlagen dürfen nicht aus Gründen 

R3.2022.00212 

Seite 14 

 
 
der Einordnung verweigert werden, wenn gestalterisch womöglich bessere 

Lösungen  aus  technisch-funktionellen  beziehungsweise  rechtlichen  Grün-

den  nicht  –  oder  zumindest  nicht  mit  vernünftigem  Aufwand  –  realisierbar 

sind. Diesfalls kann nur verlangt werden, die bezüglich Ort, Dimensionierung 

und  Beschaffenheit  feststehende  Anlage  in  gestalterischen  Details  (insbe-

sondere in Bezug auf Farbgebung und eine mögliche Kaschierung) so weit 

wie  möglich  zu  optimieren  (Christoph  Fritzsche/Peter  Bösch/Thomas 

Wipf/Daniel  Kunz,  Zürcher  Planungs-  und  Baurecht,  6. Aufl.,  Wädenswil 

2019, Bd. 2, S. 844 f.).  

6.2. 

Soweit den Gemeinden bei der Anwendung von Bestimmungen des kanto-

nalen Rechts, namentlich von § 238 PBG, als Ausfluss der Gemeindeauto-

nomie  eine  besondere  Entscheidungs-  und  Ermessensfreiheit  zukommt, 

überprüft  das  Baurekursgericht  entsprechende  Entscheide  mit  Zurückhal-

tung. Beruht der kommunale Entscheid auf einer vertretbaren Würdigung der 

massgebenden Umstände, so hat ihn die Rekursinstanz zu respektieren. Die 

Rekursinstanz  darf  nur  dann einschreiten,  wenn die  Baubehörde  ihren  Er-

messensspielraum  überschreitet,  indem  sie  sich  von  unsachlichen,  dem 

Zweck der in Frage stehenden Regelung fremden Erwägungen leiten lässt 

oder  allgemeine  Rechtsprinzipien,  wie  das  Verbot  von  Willkür  oder  den 

Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit,  verletzt.  Dabei  darf  sich  die  Rekurs-

instanz jedoch nicht auf eine blosse Willkürprüfung beschränken, vielmehr 

muss die Eingriffsschwelle tiefer gesetzt werden (vgl. BGE 145 I 52, E. 3.6., 

mit Hinweisen). 

Gemäss verwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung kann sich die Gemeinde 

nur auf den ihr zustehenden Ermessensspielraum berufen, wenn sie ihren 

Standpunkt spätestens in der Vernehmlassung nachvollziehbar begründet, 
ansonsten das Baurekursgericht berechtigt und verpflichtet ist, den Sachver-

halt uneingeschränkt zu prüfen (vgl. VB.2013.00219 vom 4. Oktober 2013, 

E. 4.5;  VB.2012.00365  vom  21. November 2012,  E. 3.1;  BEZ 2006  Nr. 55, 

E. 3.1; Kaspar Plüss, in: Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Ba-sel/Genf 2014, 

§ 10 Rz. 36).  

Im  Rahmen  des  der  kommunalen  Behörde  bei  der  Anwendung  von  § 238 

PBG  zustehenden  Beurteilungsspielraums  kommt  einem  eingeholten  Gut-

achten oder der Stellungnahme einer Fachkommission erhöhte Bedeutung 

R3.2022.00212 

Seite 15 

 
 
zu (VB.2016.00012 vom 11. August 2016, E. 2.3; VB.2014.00445 vom 3. No-

vember 2014, E. 6.2; BGE 136 II 539, E. 3.2). Weicht die Rekursinstanz in 

Fachfragen von der Auffassung einer solchen Stellungnahme ab, so hat sie 

hierfür triftige Gründe anzuführen. Als solche gelten namentlich Irrtümer, Lü-

cken oder Widersprüche im Gutachten. Abweichungen sind aber auch etwa 

dann gerechtfertigt, wenn die Schlüssigkeit des Gutachtens in wesentlichen 

Punkten zweifelhaft erscheint, wenn die Erkenntnisse des Gutachtens nicht 

oder nur unzureichend begründet oder wenn gestellte Fragen ungenügend 

oder  überhaupt  nicht  beantwortet  wurden  (vgl.  Plüss,  § 7  Rz. 66  ff.  und 

136 ff.).  Eine  von  einem  von  einer  kommunalen  Behörde  ihrem  Entscheid 

zugrundeliegenden  Gutachten  oder  Fachbericht  abweichende  Beurteilung 

durch  das  Baukursgericht  erfordert  in  einem  solchen  Fall  eine  besonders 

sorgfältige und ausführliche Auseinandersetzung mit den Entscheidgründen 

(vgl. VB.2014.00268 vom 7. Mai 2015, E. 6.1). 

7.1. 

Strittig ist zunächst, ob die Vorinstanz rechtlich von zutreffenden Vorausset-

zungen ausgegangen ist, indem sie hinsichtlich der Einordnung und Gestal-

tung des Bauvorhabens zusätzlich zur gemäss § 238 Abs. 2 PBG geforder-

ten  Rücksichtnahme  auf  die  Schutzobjekte  aufgrund  des  kommunalen 

Rechts  (Art. 8  Abs. 1  BZO)  eine  gute  Gesamtwirkung  verlangt  hat.  Diese 

Frage  kann  vorliegend  offengelassen  werden,  da  die  kommunale  Bestim-

mung, indem sie eine gute Gesamtwirkung verlangt, nicht über § 238 Abs. 2 

PBG hinausgeht (vgl. z.B. VB.2022.00148 vom 27. Oktober 2022, E. 7). 

Vorweg ist festzuhalten, dass die Vorinstanz – entgegen der rekurrentischen 

Ausführungen  –  spätestens  in  ihrer  Vernehmlassung  ausführlich dargelegt 

hat,  weshalb  sie  sich  den  Ausführungen  der  Fachberaterin  Ortsbildschutz 
anschliesse.  Sie  ist  daher  ihrer  Begründungspflicht  nachgekommen  und 

kann sich grundsätzlich auf den ihr zustehenden Ermessenspielraum beru-

fen.  Hingegen  gilt  ebenfalls  festzuhalten,  dass  die  von  der  Fachberaterin 

Ortsbildschutz  ausgearbeitete  Stellungnahme,  welcher  die  Vorinstanz  bei-

pflichtet, wie von der Rekurrentin zutreffend ausgeführt, bezüglich der darin 

getroffenen Schlussfolgerungen in einem wesentlichen Punkt mangelhaft ist. 

Die Fachberaterin Ortsbildschutz und auch die sich auf ihre Stellungnahme 

beziehende Vorinstanz gehen davon aus, dass die geplante Mobilfunkanten-

R3.2022.00212 

Seite 16 

 
 
nenanlage den Belangen des Ortsbildschutzes nur Rechnung zu tragen ver-

möge,  wenn  sie  in  den  ortsbildprägenden  Strassen  und  Plätzen  sowie  im 

Zusammenhang  mit  Schutzobjekten  nicht  wahrgenommen  werden  könne. 

Sobald sie im Zusammenhang mit dem Dorfbild sichtbar werde, könne sie 

die gute Gesamtwirkung nach Art. 8 Abs. 1 BZO per Definition nicht errei-

chen. Dieses Abstellen auf die blosse Sichtbarkeit der Antennenanlage wi-

derspricht dem Sinn und Zweck der einzelfallweise unter Berücksichtigung 

sämtlicher  konkreter  Umstände  vorzunehmenden  Prüfung  im  Sinne  von 

§ 238 Abs. 2 PBG und der oben dazu dargelegten Rechtsprechung. In die-

sem Kontext ist zu erwähnen, dass es der Gemeinde X freistünde, wenn sie 

sichtbare  Mobilfunkantennen  in  Kernzonen  per  Definition  ausschliessen 

wollte, dies in der BZO entsprechend festzulegen (vgl. dazu VB.2010.00456 

vom 24. Januar 2013, E. 5.1 und E. 7). Nach dem Gesagten stützt sich die 

vorinstanzliche Argumentation auf – zumindest teilweise – unzweckmässige 

Erwägungen.  Es  rechtfertigt  sich  damit  ein  Eingreifen  der  Rekursinstanz. 

Nachfolgend ist daher sorgfältig zu prüfen, ob die Ansicht der Vorinstanz ge-

stützt auf die Stellungnahme der Fachberaterin Ortsbildschutz im Ergebnis 

dennoch vertretbar und von ihrem Beurteilungsspielraum gedeckt erscheint. 

7.2. 

Die geplante Mobilfunkantennenanlage soll in einem lichtgrauen Kunststoff-

gehäuse auf dem Flachdach im südöstlichen Bereich des bestehenden Ge-

bäudes B-Strasse 74 errichtet  werden.  Diese  ummantelte  Mobilfunkanlage 

soll eine Höhe von 3,5 m und einen Durchmesser von 1,7 m aufweisen.  

Die unmittelbare Umgebung der Bauparzelle ist einerseits geprägt durch his-

torische  Kernzonengebäude,  andererseits  Bauten  moderneren  Alters.  Auf 

dem Baugrundstück selber befinden sich zwei optisch nicht besonders an-

sprechende funktionale Mehrfamilienhäuser mit Flachdächern aus den 60er-
Jahren. Im Süden grenzt die Bauparzelle an eine unüberbaute Reservezone, 

im Osten an den G-Bach, Wald und Gebäude der Wohnzone W2/1.6. Nörd-

lich stösst das Baugrundstück an eine Wohn- und Gewerbezone WG3/2.4, 

welche mit drei modernen Flachdachgebäuden mit Baujahr 2017 überbaut 

ist. Nordwestlich der Bauparzelle befindet sich auf der gegenüberliegenden 

Seite der B-Strasse die Kernzonengebäude B-Strasse 75 und 77 sowie C-

Strasse 3 und 5, welche in geschlossener Bauweise aneinandergereiht sind. 

Bei den beiden Gebäuden B-Strasse 75 und 77 handelt es sich um kommu-

nal inventarisierte Denkmalschutzobjekte. Die beiden Gebäude C-Strasse 3 

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Seite 17 

 
 
und 5 sind im GIS der Gemeinde X als schützenswerte Bauten gekennzeich-

net  (https://web.giszh.ch;  Karte  Schützenswerte  Gebäude).  Westlich  der 

Bauparzelle liegen die Kernzonenparzellen Kat.-Nrn. 4 und 5 (B-Strasse 66 

und  72),  wobei  die  Parzelle  Kat.-Nr.  4  mit  einem  Gebäude  aus  den  90er-

Jahren überstellt ist und auf der Parzelle Kat.-Nr. 5 aktuell ein Neubau erstellt 

wird. Westlich dieses Neubaus befindet sich das gemäss GIS der Gemeinde 

X schützenswerte Gebäude B-Strasse 68 (Vers.-Nr. 6). 

7.3.1. 

Was die Wirkung von Norden anbelangt, konnte anlässlich des Lokaltermins 

festgestellt werden, dass von der Kreuzung C-Strasse/B-Strasse/D-Weg die 

auf  dem  bestehenden  Mehrfamilienhaus  B-Strasse 74  geplante  Mobilfunk-

antennenanlage – wie auch von der Fachberaterin selbst eingeräumt – kaum 

sichtbar sein wird. Dies liegt einerseits daran, dass sie in der südwestlichen 

Ecke des Flachdachs geplant wird, weshalb sie vom Strassenniveau im Nor-

den her gesehen grossmehrheitlich durch das Dach verdeckt sein wird. Aus-

serdem kaschiert das Geäst des im Vordergrund des Gebäudes sichtbaren 

Baumes – auch ohne Blätter – die Baute zusätzlich. Die inventarisierten bzw. 

schützenswerten  Flarzgebäude  sind  von  der  Kreuzung  C-Strasse/B-

Strasse/D-Weg mit Blick in Richtung Mobilfunkanlage nicht einsehbar, wes-

halb deren Wahrnehmung durch die Anlage auch nicht beeinträchtigt werden 

kann  (Protokoll  S. 8 ff.,  Fotos 1-3, 6). Vom Vorplatz  B-Strasse 79 wird  die 

geplante Antennenanlage im Vergleich zur oben erwähnten Kreuzung zwar 

eher  sichtbar  sein;  hingegen  ist  es  einem  neutralen  Beobachter  auch  von 

hier aus nicht möglich, das Gebäude B-Strasse 74 mit den inventarisierten 

bzw.  schützenswerten  Flarzgebäuden  zusammen  zu  betrachten  (Protokoll 

S. 9,  Foto 4).  Vom  Parkplatz  zwischen  dem  Haus  B-Strasse 79  und 77  ist 

der Blick auf die Anlage, soweit nicht durch das Dach des Standortgebäudes 

verdeckt, mehr oder weniger frei bzw. nicht durch Geäst des Baumes ver-
deckt. Dies ändert jedoch nichts daran, dass – obwohl das Schutzobjekt B-

Strasse 77 von hier aus sichtbar ist – keinerlei visuelle Schmälerung der Wir-

kung des Schutzobjekts durch die geplante Anlage besteht, da ein neutraler 

Beobachter seinen Blick entweder in Richtung Schutzobjekt oder in Richtung 

B-Strasse 74 richten wird und die beiden Gebäude nicht in Zusammenhang 

gesehen werden. Ausserdem wird die Anlage – welche zwar eine Höhe von 

3,5 m aufweisen wird – durch die geschickte Platzierung auf der dem histo-

rischen  Ortskern  abgewandten  Seite  des  Dachs  von  diesem  Standort  aus 

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Seite 18 

 
 
nur um rund eine halbe Fensterhöhe des sich darunter befindlichen Gebäu-

dekörpers über den Dachrand hinausragen (Protokoll S. 12, Foto 9). Noch 

deutlicher gelten diese Überlegungen mit Blick vom Trottoir auf der gegen-

überliegenden Strassenseite (Protokoll S. 12, Foto 10 f.). Von der C-Strasse 

her  richtet  sich  der  Blick  in  Richtung  Kreuzung  C-Strasse/B-Strasse  –  am 

historischen Dorfkern vorbei – auf eines der bereits zuvor erwähnten Flach-

dachgebäude in der Wohnzone WG3/2.4. Der Blick in Richtung der geplan-

ten  Anlage  wird  von  diesem  Standort  aus  gänzlich  durch  die  Häuser  C-

Strasse  1,  B-Strasse  77  sowie  die  inventarisierten  bzw.  schützenswerten 

Flarzgebäude  verdeckt;  die  Schutzobjekte  sind  demnach  nicht  zusammen 

mit der geplanten Mobilfunkbasisstation wahrnehmbar (Protokoll S. 11, Foto 

7 und 8). Da die B-Strasse die moderneren und den Neubauvorschriften der 

Kernzone widersprechenden Flachdachgebäude des Baugrundstücks sowie 

der Wohnzone WG3/2.4 vom historisch geprägten Ortskern mit kernzonen-

typischen und teilweise inventarisierten und schützenswerten Gebäuden klar 

abgrenzt, schadet die geplante Mobilfunkanlage von diesen Standorten aus 

auch dem die schutzwürdigen Bauten umfassenden Ortsbild der Kernzone 

nicht. Sofern eine Störung des historischen gewachsenen Ortsbilds auszu-

machen wäre, liesse sich diese auf die erwähnten Gebäude neueren Zeital-

ters – unter anderem insbesondere auch auf die ästhetisch wenig anspre-

chenden Sichtschütze an den Balkonen des Hauses B-Strasse 74 – zurück-

führen und nicht auf die geplante Antenne.  

Nach dem Gesagten lässt sich von den erwähnten Standorten in Norden aus 

betrachtet der Schluss der Fachberaterin und der Vorinstanz, dass die Mo-

bilfunkantennenanlage  dominant  in  Erscheinung  trete  und eine massgebli-

che  Störung  des  Ortsbildes  bewirke,  welche  mit  den  Schutzzielen  des 

Dorfbildes als solches nicht zu vereinbaren sei, nicht nachvollziehen. Die um-

mantelte  und  in  schlichtem  grau  geplante  Mobilfunkanlage  fügt  sich  sogar 
optimal in das durch das Standort- und sein Nachbargebäude sowie die ober-

halb liegenden Flachdachgebäude geprägte, modernere Umfeld östlich der 

B-Strasse  ein;  dies  gälte  selbst  dann  noch, wenn  der  die  Mobilfunkanlage 

teilweise kaschierende Baum einst nicht mehr vorhanden sein sollte. Inwie-

fern die Anlage auf  dem  Flachdach des  eine  rechteckige  Grundfläche  von 

ca. 330 m² (ca. 19 m x 17,5 m) aufweisenden dreigeschossigen massiven 

Standortgebäudes  als  störendes  Fremdobjekt  erscheinen  soll,  ist  ebenso 

wenig  einleuchtend.  So  weist  die  Mobilfunkanlage  durch  ihre  geplante 

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Seite 19 

 
 
Grösse (Höhe: 3,5 m; Durchmesser: 1,7 m) im Vergleich zum Gebäudevolu-

men eine Proportionalität auf, die sie keinesfalls als übermässig erscheinen 

lässt.  Sodann  konnte  anlässlich  des  Augenscheins  von  den  erwähnten 

Standorten  aus  keine  Beeinträchtigung  der  Schutzobjekte  oder  des  diese 

umfassenden Ortsbildes ausgemacht werden. Insbesondere wird der durch 

die  Flachdachgebäude  vorbestehende  Kontrast  zum  historischem  Ortsbild 

durch die geplante Anlage nicht in einer ästhetisch ungünstigen Weise ver-

ändert.  

7.3.2. 

In  Bezug  auf  die  Ansicht  von Westen  bestätigte  sich  am  Augenschein  die 

tatsächlichen Feststellungen der Fachberaterin Ortsbildschutz bezüglich der 

Sichtbarkeit  der  Anlage  vom Weg  Kat.-Nr. 2  mit  Blick  über  die  Gärten  der 

Flarzgebäude. Allerdings ist nicht ersichtlich, inwiefern die Flarzgebäude mit 

ihren Gärten durch die geplante Anlage in ihrer Schutzwürdigkeit bzw. ihren 

räumlichen  Qualitäten  beeinträchtigt  sein  sollten.  Insbesondere  schafft  die 

B-Strasse auch von hier aus betrachtet eine deutliche Abgrenzung zwischen 

historischem  Ortskern  auf  der  einen  Strassenseite  (inventarisierte  bzw. 

schutzwürdige  Flarzgebäude)  und  neueren  Gebäuden  auf  der  anderen 

Strassenseite (B-Strasse 72 [im Bau] und B-Strasse 74 und 76). Das schutz-

würdige  Gebäude  B-Strasse  68  befindet  sich  ausserhalb  des  Blickfeldes. 

Ausserdem  wird  die  geplante  Antennenanlage  von  hier  aus  ebenfalls  nur 

marginal, d.h. ca. um die Dimension eines Fensters des Standortgebäudes, 

über den Dachrand hinausragen. Zudem ist zu beachten, dass die Anlage 

nur im Hintergrund der Gärten sichtbar sein wird und nur schon deshalb – 

wenn überhaupt – bloss in unterschwelliger Weise ein optischer Bezug aus-

zumachen ist. Eine Konkurrenzierung oder Schmälerung der Wahrnehmung 

der Schutzobjekte durch die geplante Anlage ist deshalb eindeutig nicht er-

sichtlich (Protokoll S. 13 f., Foto 12-14).  

Was einerseits der Verweis der Vorinstanz und Beigeladenen auf die Hang-

lage  anbelangt,  welche  die  Einsehbarkeit  verstärke,  ist  zu  beachten,  dass 

die Mobilfunkantenne von diesem Standort überhaupt erst wegen der Hang-

lage wahrnehmbar ist und die vorliegende Beurteilung gestützt auf die kon-

kreten örtlichen Verhältnisse unter Berücksichtigung der Hanglage erfolgt ist, 

weshalb sich allein daraus nichts ableiten lässt. Was andererseits den Ein-

wand  der  Beigeladenen  anbelangt,  der  Wert  ihrer  Liegenschaften  vermin-

dere  sich durch  die  geplante  Mobilfunkantenne  im  Sichtfeld  wesentlich,  ist 

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Seite 20 

 
 
Folgendes zu bemerken: Solche Überlegungen sind für die Beurteilung der 

Einordnung nicht massgebend. Insbesondere kommt es bei der Beurteilung 

der Einordnung nicht darauf an, welchen Eindruck die geplante Anlage auf 

den  beim  Schutzobjekt  stehenden  Betrachter  hinterlässt  (VB.2009.00163 

vom  5. August  2009,  E. 5.4).  Massgebend  ist,  ob  und  inwiefern  das 

Schutzobjekt von einem Drittstandort aus einen optischen Bezug zur geplan-

ten  Anlage  aufweist  und  mit  dieser  so  in  einem  Zusammenhang  gesehen 

wird, dass die Wahrnehmung des Schutzobjektes gemäss seinem Charakter 

beeinträchtigt  erscheint.  Dies  ist  wie  oben  aufgezeigt  vorliegend  nicht  der 

Fall. Im Übrigen hat die Einordnungsbestimmung von § 238 PBG nicht zum 

Zweck, die bisherige, von Nachbargebäuden aus bestehende Aussicht wei-

terhin freizuhalten (vgl. VB.2000.00222, E. 3d, in BEZ 2000 Nr. 51). 

Nach dem Ausgeführten ist auch von Westen her keine Beeinträchtigung der 

Schutzobjekte ersichtlich.  

7.3.3. 

Betreffend die Ansicht von Süden stellt die Fachberaterin Ortsbildschutz fest, 

die Anlage trete in Erscheinung, die Kernzone sei jedoch eher durch neuzeit-

liche Bauten geprägt und der historische Ortskern – mit Ausnahme des in-

ventarisierten Wohnhauses Vers.-Nr. 6 – noch nicht sichtbar. Standorte im 

Süden der Kernzone wurden anlässlich des Augenscheins nicht besichtigt. 

Ein Blick in Google Street View zeigt jedoch auf, dass die Kernzone und die 

geplante Mobilfunkantennenanlage zwar von Süden zusammen wahrnehm-

bar sein werden. Hingegen sind einerseits die geschützten bzw. schützens-

werten Flarzgebäude und der historische Ortskern der Kernzone nicht sicht-

bar; andererseits handelt es sich bei den sichtbaren Kernzonengebäuden – 

wie von der Fachberaterin zutreffend festgehalten – um Bauten neueren Zeit-

alters, deren ortsbildliche Wirkung durch die (moderne) Anlage nicht beein-
trächtigt  wird.  Was  das  Denkmalschutzobjekt  B-Strasse 68  (Vers.-Nr. 6; 

Kat.-Nr. 3) anbelangt, weist dieses keinen rechtserheblichen optischen Be-

zug zur geplanten Mobilfunkanlage auf, da es sich einerseits in einer erheb-

lichen Distanz zu dieser befindet (ca. 70 m) und andererseits zwei Gebäude 

–  der  Neubau  B-Strasse 72  (Kat.-Nr. 5)  und  das  Gebäude  B-Strasse 66 

(Kat.-Nr. 4) – dazwischenliegen. Eine Beeinträchtigung der geschützten Ge-

bäude oder des durch sie geprägten Ortsbilds kann nicht ausgemacht wer-

den. Eine gute Einordnung ist insofern ohne Weiteres gegeben.  

R3.2022.00212 

Seite 21 

 
 
7.4. 

Zusammenfassend ergibt sich, dass von den massgeblichen Standorten aus 

keine  Beeinträchtigung  der Wahrnehmung  der  Schutzobjekte  oder  des  sie 

umfassenden  historischen  Ortsbilds  auszumachen  ist.  Die  Rekurrentin  hat 

sodann mit der Wahl des Standorts auf der dem historischen Ortskern abge-

wandten Seite des Flachdachs des wenig ansprechenden sowie den Neu-

bauvorschriften der Kernzone widersprechenden und im Vergleich zu umlie-

genden Häusern grossvolumigen Gebäudes das ihr bezüglich Standort mög-

lichste zur guten Einordnung beigetragen. Insbesondere wird die Sichtbarkeit 

der Antennenanlage auf dem Baugrundstück so von Drittstandorten aus auf 

das Minimum beschränkt. Auch bezüglich Dimensionierung kann der Mobil-

funkanlage mit  ihrer  vergleichsweise  geringen  Höhe  eine  gute  Einordnung 

nicht abgesprochen werden, insbesondere da sie – wie bereits oben ausge-

führt – im Vergleich zum darunterliegenden dreigeschossigen Gebäude kei-

neswegs übermässig erscheint. Durch die Ummantelung und die schlichte 

lichtgraue Farbe fügt sich die Mobilfunkantennenanlage visuell einwandfrei 

auf dem Dach des Mehrfamilienhauses ein und erreicht so – vor dem Hinter-

grund der eingeschränkten Gestaltungsmöglichkeiten solcher standardisie-

ren technischen Anlagen, welche zweckbedingt umliegende Gebäude über-

ragen müssen – eine optimale und somit eindeutig gute Gesamtwirkung, und 

zwar  auch  in  Bezug  auf  die  übrige  Umgebung.  An  diesem  Ergebnis  der 

rechtsgenügenden  Einordnung  ändert  sodann  auch  die  Ansicht  aus  den 

Wohnungen von Anwohnern nichts. Es besteht weder ein Anspruch auf Aus-

sichtsschutz  noch  ist  anzunehmen,  dass  von  Standorten  innerhalb  von 

Nachbargebäuden aus betrachtet eine Beeinträchtigung der Wirkung der ge-

schützten  bzw.  schutzwürdigen  Gebäude  oder  des  Ortsbilds  droht,  selbst 

wenn  die  Mobilfunkantennenanlage  von  gewissen  Standorten  aus  in  ihrer 

gesamten Dimension wahrnehmbar sein wird. Insbesondere ändert sich an 

den oben dargelegten örtlichen Gegebenheiten, die zu einer rechtsgenügen-
den Einordnung führen, mit Blick von oben her nichts. 

An dieser Stelle sei noch zu bemerken, dass – anders als von den Beigela-

denen und  der  Vorinstanz  implizit  verlangt  –  von  Bundesrechts  wegen  bei 

der  Errichtung  von  Mobilfunkantennen  innerhalb  der  Bauzone  keine  Ver-

pflichtung zur Standortkoordination oder zur Prüfung von Alternativstandor-

ten besteht. Die Bauherrschaft hat auch keinen Bedürfnisnachweis zu erbrin-

gen. Ebenso wenig ist eine grundsätzliche Interessenabwägung erforderlich, 

R3.2022.00212 

Seite 22 

 
 
wenn das Bauvorhaben die massgebenden Vorschriften – insbesondere vor-

liegend die Anforderungen an die Einordnung – einhält (s. BGr 1C_193/2011 

vom  24. August 2011,  E. 5;  BGr 1C_642/2013  vom  7. April 2014,  E. 4.1; 

BGr 1C_245/2013 vom 10. Dezember 2013, E. 2.3; BGr 1C_403/2010 vom 

31. Januar 2011, E. 4.3). Potentielle Wertverminderungen, das Interesse an 

einer ausreichenden Versorgung mit Mobilfunk sowie andere öffentliche und 

private bzw. wirtschaftliche Interessen sind daher vorliegend nicht gegenei-

nander  abzuwägen.  Ebenso  wenig  ist  massgebend,  ob  und  weshalb  ein 

ebenfalls in der Kernzone geplantes Bauvorhaben der Z AG verweigert wor-

den ist. Für die Beurteilung der Einordnung der vorliegend geplanten Mobil-

funkantennenanlage  ist  eine  Einzelfallbeurteilung  aufgrund  der  konkreten 

Umgebung dieses Standorts vorzunehmen. Aus allfälligen anderen Bauver-

weigerungen lässt sich für den vorliegenden Fall nichts ableiten. 

Zuletzt ist darauf hinzuweisen, dass die durch Art. 8 Abs. 2-5 BZO gestellten 

Anforderungen vorliegend entweder erfüllt oder nicht anwendbar sind (siehe 

dazu Erwägung 7 nachfolgend.) 

7.5. 

Nach dem Gesagten und erweist sich die Schlussfolgerung der Vorinstanz, 

wonach die geplante Mobilfunkantennenanlage infolge Sichtbezugs und Wir-

kung sich nicht gut einordne und nur ungenügend auf die Schutzobjekte so-

wie das Ortsbild Rücksicht nehme, als nicht vertretbar und liegt nicht mehr 

innerhalb ihres Beurteilungsspielraums.  

Die Rüge der Rekurrentin erweist sich damit als begründet. 

8.1. 
Die Beigeladenen rügen in ihrer Duplik vom 29. März 2023 eine unterblie-

bene Anwendung von § 357 Abs. 1 PBG. Das Gebäude B-Strasse 74 sei in 

verschiedener  Hinsicht  baurechtswidrig.  Es  weise  drei  Vollgeschosse  auf, 

wobei nur zwei erlaubt seien (Art. 3 Abs. 3 BZO). Das Gebäude weise selbst 

auf  der  höher  gelegenen  Nordseite  eine  Gebäudehöhe  von  deutlich  über 

8,2 m auf, womit die zulässige Gebäudehöhe von 7,5 m (Art. 3 Abs. 3 BZO) 

deutlich überschritten werde. Auch die Dachgestaltung (Flachdach) entspre-

che  nicht den Kernzonenbestimmungen  (Art.  8  Abs.  2 und 3  BZO).  Ange-

sichts des beträchtlichen Ausmasses der streitbetroffenen Anlage und ihrer 

R3.2022.00212 

Seite 23 

 
 
massiven Erscheinung auf einem bereits übergeschossigen und deutlich zu 

hohen Gebäude liege jedenfalls in Bezug auf die Gebäudehöhe offenkundig 

eine weiter gehende Abweichung von Vorschriften i.S.v. § 357 Abs. 1 PBG 

vor. Sodann würde die Mobilfunkanlage zu einer neuen Verletzung von Art. 8 

Abs.  3  BZO  führen.  Selbst  wenn  keine  neue  oder  weitergehende  Abwei-

chung von Vorschriften vorläge, stünden der Anlage überwiegende öffentli-

che und nachbarliche Interessen entgegen. Insbesondere sprächen das von 

der  Vorinstanz  zu  Recht  stark  gewichtete  öffentliche  Interesse  am  Schutz 

des Ortsbilds von Y sowie die besondere Rücksichtnahme auf die diversen 

umliegenden Schutzobjekte  gegen die projektierte  Anlage  auf  dem  bereits 

überhohen  Gebäude.  Ausserdem  würde  die  Anlage  die  Aus-,  Fern-  und 

Seesicht diverser Anwohner massiv beeinträchtigen. Dies sei den betroffe-

nen Nachbarn umso weniger zumutbar, als die Sicht schon durch das über-

geschossige  und  überhohe  Standortgebäude  selber  beeinträchtigt  werde. 

Hinzu kämen ideelle Immissionen. Mobilfunkanlagen in Wohngebieten wür-

den  von  Teilen  der  Bevölkerung  als  Bedrohung  bzw.  als  Beeinträchtigung 

der Wohnqualität empfunden, was sich in einer grossen Zahl von Einspra-

chen, Petitionen und Initiativen manifestiere. Es bestehe ein öffentliches In-

teresse daran, die Bevölkerung vor solchen ideellen Immissionen zu schüt-

zen. Dies komme dadurch zum Ausdruck, dass die mit solchen Anlagen ver-

bundenen  ideellen  Immissionen  durch  planungs-  und  baurechtliche  Vor-

schriften eingeschränkt werden könnten. 

8.2. 

Gemäss  §. 357  Abs. 1  PBG  dürfen  bestehende  Bauten  und  Anlagen,  die 

Bauvorschriften widersprechen, umgebaut, erweitert und anderen Nutzungs-

arten  zugeführt  werden,  sofern  sie  sich  für  eine  zonengemässe  Nutzung 

nicht eignen, wenn keine überwiegenden öffentlichen oder nachbarlichen In-

teressen entgegenstehen. Für neue oder weiter gehende Abweichungen von 
Vorschriften bleiben die erforderlichen Ausnahmebewilligungen vorbehalten.  

Nach  Art.  3  Abs.  1  BZO  dürfen  in  Kernzonen  bestehende  Gebäude  unter 

Beibehaltung des heutigen Gebäudeprofils – mit Ausnahme von zulässigen 

Dachaufbauten  –,  des  herkömmlichen  Erscheinungsbildes  und  unter  dem 

Vorbehalt  von  Unterschutzstellungen  ohne  Berücksichtigung  von  Ausnüt-

zungsbeschränkungen gemäss Art. 3 Abs. 3 BZO umgebaut oder wiederauf-

gebaut werden. Für Neubauten in der Kernzone KB sieht Art. 3 Abs. 3 BZO 

besondere  Bestimmungen  bezüglich  Baumassenziffer  (max.  3,5 m³/m²), 

R3.2022.00212 

Seite 24 

 
 
Vollgeschosszahl (max. 2), Dachgeschoss (max. 1), Grundabstand (mind. 7 

m bzw. 4 m), Gebäudehöhe (max. 7,5 m) und Firsthöhe (max. 7 m) vor.  

8.3. 

Bei  der  Bestandesbaute  (Standortgebäude)  handelt  es  sich  um  ein  Flach-

dachgebäude aus den 1960er-Jahren, welches kein kernzonentypisches und 

traditionelles  Erscheinungsbild  aufweist.  Es  stellt  sich  daher  die  Frage,  ob 

das Standortgebäude unter die Bestimmung von Art. 3 Abs. 1 BZO fällt, wel-

che bei bestehenden Gebäude Umbauten insbesondere unter Beibehaltung 

des  heutigen  Gebäudeprofils  und  des  herkömmlichen  Erscheinungsbildes 

sowie  ohne  Berücksichtigung  von  Ausnützungsbeschränkungen  gemäss 

Art. 3 Abs. 3 BZO für zulässig erklärt. Wäre dies der Fall, würde dies dazu 

führen, dass das Standortgebäude nicht als nachträglich vorschriftswidrig im 

Sinne von § 357 Abs. 1 PBG zu betrachten wäre, zumal in diesem Fall das 

Standortgebäude  wie  gesagt  nicht  von  den  Neubauvorschriften  gemäss 

Art. 3 Abs. 3 BZO erfasst wäre und nach dem Willen des kommunalen Ge-

setzgebers  deshalb  als  baurechtskonform  gelten  würde  (vgl.  hierzu 

VB.2014.00011 vom 8. Mai 2014, E. 4.2).Freilich macht diese Regelung nur 

für Bauten mit "herkömmliche[m]" Erscheinungsbild Sinn, zumal mit der Be-

stimmung von Art. 3 Abs. 1 BZO die im Entstehungszeitpunkt der entspre-

chenden Kernzone  vorherrschenden Bauten  anvisiert  sind  bzw.  das  durch 

diese Bauten gebildete zu bewahrende Ortsbild. Wäre die Bestandesbaute 

hingegen nicht von dieser Bestimmung erfasst – was angesichts der Erschei-

nungsbildes  der  bestehenden  Baute,  welches  nicht  als  "herkömmlich"  be-

zeichnet werden kann, naheliegen würde –, widerspräche sie den für Neu-

bauten  (d.h.  Bauten  ohne  "herkömmliche[m]"  Erscheinungsbild)  geltenden 

Vorschriften von Art. 3 Abs. 3 BZO in mehrerlei Hinsicht, da sie insbesondere 

nicht  den  Anforderungen  hinsichtlich  der  erlaubten  Vollgeschosszahl  und 

Gebäudehöhe  entspricht.  Die  Frage  nach  der  Anwendbarkeit  von  Art.  3 
Abs. 1  BZO  auf  das  Standortgebäude  kann  vorliegend  indes  offenbleiben, 

da sich die geplante Anlage auch unter Annahme der Vorschriftswidrigkeit 

des  Standortgebäudes  und  dementsprechender  Anwendbarkeit  von  § 357 

Abs. 1 PBG als rechtmässig erweist.  

8.4. 

Mobilfunkbasisstationen der üblichen Art weisen keinen Gebäudecharakter 

im Sinne von § 2 Abs. 1 der Allgemeinen Bauverordnung (ABV) auf und un-

terliegen nicht den Vorschriften über die Gebäudehöhe, sofern sie nicht die 

R3.2022.00212 

Seite 25 

 
 
tatsächliche oder bei Flachdachgebäuden die hypothetische Schrägdachflä-

che, die mit einem Winkel von 45° maximal einen Meter über der Schnittlinie 

des Flachdaches mit der Fassade anzusetzen ist, durchstossen (BRGE IV 

Nr. 0029/2017, E. 3.2.2, in BEZ 2017 Nr. 30 und BRGE I Nr. 0172/2017 vom 

17. November 2017, E. 6.3, auch zum Folgenden). Werden letztere Kriterien 

wie im vorliegenden Fall nicht erfüllt, gelten sie grundsätzlich als Dachauf-

bauten und haben somit der Vorschrift von § 292 PBG zu genügen. Gemäss 

der in X anwendbaren Fassung dieser kantonalen Bestimmung dürfen Dach-

aufbauten – ausgenommen Kamine, Anlagen zur Nutzung von Sonnenener-

gie und kleinere technisch bedingte Aufbauten – wo nichts anderes bestimmt 

ist,  insgesamt  nicht  breiter  als  ein  Drittel  der  betreffenden  Fassadenlänge 

sein (vgl. die Übergangsbestimmungen zur PBG-Änderung vom 14. Septem-

ber  2015).  Art. 8 Abs. 3 BZO erklärt  Dachaufbauten  insbesondere  in  Form 

von Giebellukarnen, Ochsenaugen und Schleppgauben als zulässig. Zusätz-

lich  statuiert die  Bestimmung, dass  Dachaufbauten  nur  im  ersten Dachge-

schoss  zulässig  sind  und  unter  Vorbehalt  kantonaler  Festlegungen  insge-

samt nicht breiter sein dürfen als ein Drittel der betreffenden Fassadenlänge. 

Schleppgauben dürfen nicht höher als 1,2 m und nicht breiter als 1,6 m sein. 

Als kleinere technisch bedingte Aufbauten im Sinne von § 292 PBG gelten 

nach der Rechtspraxis u.a. durchschnittlich dimensionierte Mobilfunkanten-

nen  (BRGE I  Nrn.  0125  und 0126/2014  vom  9.  September  2014, E. 6.3.2; 

bestätigt mit VB.2014.00581 und VB.2014.00591 vom 7. Mai 2015). Was in 

diesem  Sinne  noch  als  durchschnittlich  zu  qualifizieren  ist,  wird  gesetzlich 

nirgends  festgehalten,  sondern  in  der  Praxis  einzelfallweise  definiert.  So 

wurde  etwa  gemäss  den  soeben  genannten  Rechtsmittelentscheiden  ein 

5 m hoher Antennenmast noch als durchschnittlich qualifiziert, nicht hinge-

gen ein solcher von 7,55 m Länge (VB.2014.00516 und VB.2014.00517 vom 

10. November 2015). Beide hatten, bedingt durch die vorgesehenen Anten-
nenelemente  und  Richtfunkantennen,  jeweils  eine  horizontale  Ausladung 

von rund 1,4 m.  

Das  Bundesgericht  hielt  denn  auch  in  seinem  Urteil  1C_169/2013  vom 

29. Juli 2013 unmissverständlich fest, dass es die kantonalzürcherische Pra-

xis zu § 292 PBG, wonach üblich dimensionierte Antennen von Mobilfunkan-

lagen als kleinere technisch bedingte Aufbauten gälten, bis anhin geschützt 
habe.  Das  Bundesgericht  verwies  dabei  auf  seine  früheren  Urteile 

1C_198/2007 vom 21. Dezember 2007 (Masthöhe 4,8 m) und 1C_244/2007 

R3.2022.00212 

Seite 26 

 
 
vom 10. April 2008 (Masthöhe 3 m). Es bestehe nun kein Anlass, im vorlie-

genden  Fall  (in  welchem  es  um  eine  Masthöhe  von  4,8 m  ging)  auf  diese 

Rechtsprechung zurückzukommen. Die diesbezügliche Auslegung und An-

wendung von § 292 PBG durch die kantonalzürcherischen Rechtsmittelbe-

hörden  sei  vielmehr  rechtskonform  und  deshalb  nicht  zu  beanstanden 

(E. 3.3.2). 

Gemäss  Rechtsprechung  des  Verwaltungsgerichts  sind  dagegen  Technik-

schränke, die zu einer Mobilfunkanlage gehören, grundsätzlich nicht als klei-

nere technisch bedingte Aufbauten im Sinne von § 292 PBG zu qualifizieren 

(VB.2010.00469, E. 3.3.3, in BEZ 2011 Nr. 11 [Abmessungen: 2,08 m x 1,3 

m  x  0,93  m];  VB.2012.00247  vom  26. September  2012,  E.  5.4  [1,3 m  x 

0,93 m  x  2,08 m]),  es  sei  denn,  sie  weisen  bescheidene  Dimensionen  auf 

(vgl. VB.2014.00581 vom 7. Mai 2015, E. 5.4 [1 m x 0,9 m x 1,95 m]).  

8.5. 

Bei der vorliegend geplanten Anlage handelte es sich um eine durchschnitt-

lich dimensionierte Mobilfunkantennenanlage. Sie erfüllt die von der Recht-

sprechung hierfür entwickelten Kriterien. Die geplante Antennenanlage weist 

einerseits eine untergeordnete Höhenentwicklung auf (3,5 m) und kann an-

dererseits  im  Verhältnis  zum  grossdimensionierten  Standortgebäude  trotz 

der horizontalen Ausdehnung der Antennenanlage von 1,7 m nicht als über-

proportioniert eingestuft werden. Auch die zur Mobilfunkanlage zugehörigen 

zwei unmittelbar nebeneinander geplanten Technikschränke weisen eine be-

scheidene  Dimension  auf  (insgesamt  1,3 m  x  0,6 m  x  1,25 m).  Dergestalt 

führen weder die Mobilfunkantennenanlage noch die Technikschränke in Be-

zug  auf  die  Gebäudehöhe  oder  die  Geschossigkeit  unter  Zugrundelegung 

der  zwingend  gebotenen  materiellen  Sichtweise  zu  einer  weiter  gehenden 

Abweichung von Vorschriften gemäss § 357 Abs. 1 PBG. Zu erwähnen ist 
sodann, dass mangels relevanter Veränderungen am Dach von den Vorga-

ben zur Dachgestaltung gemäss Art. 8 Abs. 2 BZO (Neigungen, Dachform 

und Dachmaterialien) – sofern diese durch das Standortgebäude überhaupt 

verletzt sind – ebenfalls nicht weitergehend abgewichen wird. 

Was die Anwendbarkeit von Art. 8 Abs. 3 BZO anbelangt, ist darauf hinzu-

weisen,  dass  die  Vorinstanz  im  angefochtenen  Beschluss  zur  Erkenntnis 

kam, dass die geplante Anlage als technischer Aufbau nicht an die Gebäu-

R3.2022.00212 

Seite 27 

 
 
dehöhe und Dachaufbauten nach § 292 PBG anzurechnen sei (S. 5 des an-

gefochtenen  Beschlusses).  Damit  bringt  die  Vorinstanz  implizit  zum  Aus-

druck, dass auch Art. 8 Abs. 3 BZO, der § 292 PBG ergänzt, auf technisch 

bedingte  Dachaufbauten  –  welche  die  Voraussetzungen  von  § 292  PBG 

nicht einzuhalten haben – nicht anwendbar ist. Die weiteren von den Beige-

ladenen zur Dachgestaltung erwähnten Bestimmungen (Art. 8 Abs. 4 und 5 

BZO)  betreffen  Dachfenster  und  Dacheinschnitte,  weshalb  sie  vorliegend 

nicht relevant sind. Es liegt demnach keine neue Abweichung von Vorschrif-

ten im Sinne von § 357 Abs. 1 PBG vor. 

8.6. 

Sind keine neuen oder weiter gehenden Abweichungen von Bauvorschriften 

festzustellen, bedarf die geplante Mobilfunkantennenanlage keiner Ausnah-

mebewilligung. Zu prüfen bleibt deshalb, ob der Anlage überwiegende öffent-

liche  oder  nachbarliche  Interessen  entgegenstehen  (§ 357  Abs. 1  Satz 1 

PBG). Ob dies zutrifft, ist auf Grund einer einzelfallbezogenen Interessenab-

wägung zu beurteilen, mit welcher die Interessen der Bauherrschaft gegen 

die entgegenstehenden  privaten  und/oder  öffentlichen Interessen abgewo-

gen werden. Zur Ermittlung des Gewichts der nachbarlichen Interessen sind 

die Auswirkungen der geplanten baulichen Veränderung im Kontext mit der 

bestehenden  Baurechtswidrigkeit  den  Auswirkungen  einer  neuen,  bau-

rechtskonformen Baute auf das Nachbargrundstück entgegenzustellen. 

Gestützt auf die Baugesuchsunterlagen sowie den am Augenschein gewon-

nen Eindruck kann die strittige Mobilfunkantennenanlage im Lichte der ge-

botenen  Objektivität  zu  keiner  nennenswerten  Beeinträchtigung  nachbarli-

cher Interessen führen. Insbesondere bewirkt die durchschnittlich dimensio-

nierte Antennenanlage auf der talseitigen und südlichen Seite des grossflä-

chigen Flachdachs keinen relevanten zusätzlichen Schattenwurf auf die um-
liegenden Gebäude und Freiflächen. Die Belichtungs- und Besonnungsver-

hältnisse für die Nachbarn werden mit Blick auf die geringen Dimensionen 

der  geplanten  Anlage  –  insbesondere  auch  im  Vergleich  zur  Grösse  des 

Standortgebäudes –, die grosszügigen Abstände zwischen den Gebäuden 

und nicht zuletzt aufgrund der Südhanglage nicht beeinträchtigt. Die Aussicht 

aus  den  umliegenden  Wohngebäuden  auf  das  Orts-  und  Landschaftsbild 

wird – wenn überhaupt – nicht aufgrund des Umstandes tangiert, dass die 

Anlage  auf  einem  baurechtswidrigen  Gebäude  erstellt  wird.  Die  Sachlage 

R3.2022.00212 

Seite 28 

 
 
wäre in dieser Hinsicht kaum anders, wenn das Standortgebäude baurechts-

konform wäre. Dasselbe gilt für allfällige Wertverluste benachbarter Liegen-

schaften. Allfällige Wertverluste wären auch bei der Erstellung der Mobilfunk-

antennenanlage auf einer baurechtskonformen Baute unvermeidbar und von 

der  Nachbarschaft  aus  öffentlich-rechtlicher  Sicht  deshalb  hinzunehmen. 

Nichts anderes kann für die von den Beigeladenen vorgebrachten ideellen 

Immissionen gelten. 

Öffentliche Interessen, wie etwa solche des Natur- und Heimatschutzes, wer-

den  –  wie  vorstehend  eingehend  dargelegt  wurde  –  nicht  beeinträchtigt. 

Nicht in die Interessenabwägung mitberücksichtigt werden darf die von der 

Basisstation  emittierte  elektromagnetische  Strahlung,  da  die  immissions-

rechtlichen Aspekte abschliessend durch die Verordnung über den Schutz 

vor nichtionisierender Strahlung (NISV) geregelt werden und die Strahlung 

auch  bei  einer  auf  einem  baurechtskonformen  Standortgebäude  erstellten 

Mobilfunkantennenanlage gleichermassen auftreten würde. Das Streitobjekt 

ist, wie sich aus den im vorliegenden Verfahren nicht in Frage gestellten Er-

wägungen im angefochtenen Beschluss (S. 5) ergibt, diesbezüglich geset-

zeskonform. Damit können die sich innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte 

bewegenden  elektromagnetischen  Immissionen  nicht  als  nachbarliche  Be-

einträchtigung in die Waagschale geworfen werden; ebenso wenig subjek-

tive  Gründe,  wie  etwa  die  Angst  der  Anwohner  vor  elektromagnetischer 

Strahlung.  

Im Rahmen der Interessenabwägung ist nicht unerheblich, dass sich die Su-

che der Mobilfunkgesellschaften nach geeigneten Standorten für Mobilfunk-

antennenanlagen in der Regel nicht leicht gestaltet. Einerseits können solche 

Anlagen aufgrund der gebotenen Netzplanung nicht irgendwo stehen. Ande-

rerseits scheitern übertragungstechnisch gute Standorte oft am Widerstand 
der Eigentümerschaft potentieller Standortgebäude. Insgesamt fällt die Inte-

ressenabwägung im Sinne von § 357 Abs. 1 Satz 1 PBG klar zugunsten der 

Bauherrschaft  aus,  womit  die  streitbetroffene  Anlage  auch  insoweit  bau-

rechtskonform ist. 

8.7. 

Zusammenfassend ergibt sich, dass die geplante Mobilfunkantennenanlage, 

selbst  wenn  von  einem  baurechtswidrigen  Standortgebäude  auszugehen 

wäre, den Anforderungen von § 357 Abs. 1 PBG zu genügen vermöchte. 

R3.2022.00212 

Seite 29 

 
 
Die Rüge der Beigeladenen erweist sich damit als unbegründet.  

9. 

Es  ergibt  sich,  dass  der  Rekurs  gutzuheissen  ist.  Der  vorinstanzliche  Ent-

scheid ist aufzuheben. Da die Vorinstanz das Bauvorhaben bereits umfas-

send geprüft hat, ist sie einzuladen, die nachgesuchte Baubewilligung zu er-

teilen. 

10. 

Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten zu 1/2 der Vorinstanz und zu je 

1/38 den Beigeladenen aufzuerlegen, letzteren unter solidarischer Haftung 

für die Hälfte der gesamten Kosten (§ 13 VRG). 

Nach § 338 Abs. 1 PBG bzw. § 2 der Gebührenverordnung des Verwaltungs-

gerichts (GebV VGr) legt das Baurekursgericht die Gerichtsgebühr nach sei-

nem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem bestimm-

baren  Streitwert  oder dem  tatsächlichen  Streitinteresse fest.  Liegt  wie  hier 

ein Verfahren ohne bestimmbaren Streitwert vor, beträgt die Gerichtsgebühr 

in der Regel Fr. 500.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 Abs. 2 GebV 

VGr).  Bei  der  Bemessung  der  Gebührenhöhe  steht  der  Rekursinstanz  ein 

grosser Ermessensspielraum zu (Plüss, § 13 Rz. 25 ff.). 

Im  Lichte  des  getätigten  Verfahrensaufwandes  (zweiter  Schriftenwechsel, 

Augenschein) und des Umfangs des vorliegenden Urteils ist die Gerichtsge-

bühr auf Fr. 6'000.-- festzusetzen (BGr 1C_566/2015 vom 18. Februar 2016, 

E.  2;  BGr  1C_244/2013  vom  4.  Juli  2013,  E.  4;  BRGE  II  Nrn.  0162  und 

in  BEZ 2014  Nr. 36;  Entscheid  bestätigt  mit 
0163/2012,  E. 16, 
VB.2012.00774 vom 22. August 2013, dieser bestätigt mit BGr 1C_810/2013 

vom 14. Juli 2014). 

11. 

Die privaten Parteien beantragen die Zusprechung einer Umtriebsentschädi-

gung. 

R3.2022.00212 

Seite 30 

 
 
Gemäss § 17 Abs. 2 lit. a VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu ei-

ner  angemessenen  Entschädigung  für  die  Umtriebe  der  Gegenpartei  ver-

pflichtet werden, wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sach-

verhalte und schwieriger Rechtsfragen besonderen Aufwand erforderte  oder 

den Beizug eines Rechtsbeistandes rechtfertigte. Die Bemessung der Um-

triebsentschädigung richtet sich nach § 8 GebV VGr. 

Der Beizug eines Rechtsbeistandes ist in aller Regel als Grund für die Zu-

sprechung  einer  Umtriebsentschädigung  einzustufen  (VB.2003.00093  vom 

16. Oktober 2003, E. 3.1.). Demnach ist vorliegend der Rekurrentin zulasten 

der Vorinstanz und der solidarisch haftenden Beigeladenen nach Massgabe 

des Verfahrenskostenverteilers eine Umtriebsentschädigung zuzusprechen. 

Angemessen erscheint ein Betrag von Fr. 2'280.--. Da die Umtriebsentschä-

digung  pauschal  festgelegt  wird,  entfällt  die  Zusprechung  eines  Mehrwert-

steuerzusatzes  von  vornherein  (BRKE II  Nrn.  0247  und  0248/2007 in  BEZ 

2007 Nr. 56). 

R3.2022.00212 

Seite 31