# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a242c51e-3351-5b01-b5c9-7785f1bb5ade
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-07-06
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 06.07.2018 SK 2017 357
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2017-357_2018-07-06.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 17 357 + 358

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 6. Juli 2018 

Besetzung Oberrichter Aebi (Präsident i.V.), 
Obergerichtssuppleantin Schwendener, 
Oberrichter J. Bähler 
Gerichtsschreiberin Garo

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter 1 / Berufungsführer 1

C.________
a.v.d. Rechtsanwältin D.________

Beschuldigter 2 / Straf- und Zivilkläger / Berufungsführer 2

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern 

und

E.________ (AG), v.d. F.________

Zivilklägerin 1 / Anschlussberufungsführerin

und

G.________ (AG), v.d. H.________

Zivilklägerin 2

und

I.________ (AG), v.d. J.________

2

und

K.________
v.d. L.________ 

Strafkläger 

Gegenstand vorsätzliche Brandstiftung, fahrlässige Verursachung einer Explo-
sion etc. (A.________)

Anstiftung zur Brandstiftung, versuchter Betrug etc. (C.________)

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 25. November 2016 (PEN 16 479 - 481)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

1.1 Betreffend A.________

Mit Urteil vom 25. November 2016 (pag. 4943 ff.) stellte das Regionalgericht Bern-
Mittelland (Kollegialgericht in Fünferbesetzung; nachfolgend Vorinstanz), das Straf-
verfahren gegen den Beschuldigten 1 / Berufungsführer 1 A.________ (nachfol-
gend Beschuldigter 1) wegen Tätlichkeiten, angeblich begangen am 20. Okto-
ber 2013 in Bern z.N. des Beschuldigten 2 / Straf- und Zivilkläger / Berufungsführer 
2 C.________ (nachfolgend Beschuldigter 2 oder Straf- und Zivilkläger) wegen Ver-
jährung ein, ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten und ohne Ausrichtung einer 
Entschädigung (Lit. A. Ziff. I. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 4945). 

Weiter sprach die Vorinstanz den Beschuldigten 1 ohne Ausscheidung von Verfah-
renskosten und ohne Ausrichtung einer Entschädigung von den Anschuldigungen 
der Nötigung, angeblich begangen am 16. Oktober 2013 in Bern z.N. des Straf- 
und Zivilklägers, der Drohung, angeblich begangen am 23. Oktober 2016 in Ittigen 
z.N. des Straf- und Zivilklägers sowie der groben Verkehrsregelverletzung, angeb-
lich begangen am 12. Dezember 2013 auf der Autobahn A1 in Richtung Bern auf 
der Höhe von Niederbipp, frei (Lit. A. Ziff. II. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, 
pag. 4945). 

Hingegen erklärte die Vorinstanz den Beschuldigten 1 wie folgt schuldig (Lit. A. 
Ziff. III. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 4946): 
1. Der vorsätzlichen Brandstiftung, begangen am 1. Mai 2012 in BH.________ 

(Ort) z.N. der Zivilklägerin 1 / Anschlussberufungsführerin E.________ (AG) 
(nachfolgend Zivilklägerin 1) und der Zivilklägerin 3 I.________ (AG) (nachfol-
gend Zivilklägerin 3); 

2. der fahrlässigen Verursachung einer Explosion, begangen am 1. Mai 2012 in 
BH.________ (Ort) z.N. der Zivilklägerin 1 und der Zivilklägerin 3; 

3. der Gehilfenschaft zum versuchten Betrug, begangen am 1. Mai 2012 in 
BH.________ (Ort) z.N. der Zivilklägerin 2 G.________ (AG) (nachfolgend Zi-
vilklägerin 2); 

4. der falschen Anschuldigung, begangen am 14., 15. und 23. Mai 2013 in Bern 
z.N. von M.________; 

5. der Erpressung, begangen in der Zeit vom 2. April 2013 bis am 29. Juni 2013 
in Ittigen und evtl. anderswo z.N. des Strafklägers K.________ (nachfolgend 
Strafkläger); 

6. der Nötigung und des Versuchs dazu, mehrfach begangen
       6.1. am 12./13. Oktober 2013 in Ittigen und evtl. anderswo z.N. des Straf- 

und Zivilklägers; 
6.2. am 17. Oktober 2013 in Bern z.N. des Straf- und Zivilklägers (Versuch); 
6.3. am 18. Oktober 2013 in Bern z.N. des Straf- und Zivilklägers (Versuch); 

4

       6.4. am 10. Februar 2014 in Bern und evtl. anderswo z.N. des Straf- und Zi-
vilklägers (Versuch);

7. der Drohung, mehrfach begangen
7.1. ca. Mai, Juni und Juli 2013 in Ittigen und evtl. anderswo z.N. des Straf- 

und Zivilklägers; 
7.2. am 9. Oktober 2013 in Ittigen und evtl. anderswo z.N. des Straf- und Zi-

vilklägers; 
7.3. am 20. Oktober 2013 in Bern z.N. des Straf- und Zivilklägers;

8. der Beschimpfung, begangen am 10. Februar 2014 in Bern und evtl. anderswo 
z.N. des Straf- und Zivilklägers; 

9. des falschen Zeugnisses, begangen am 23. August 2012 in Bern. 

Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten 1 in Anwendung der einschlägigen 
Gesetzesbestimmungen (Lit. A. Ziff. III. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; 
pag. 4946 f.): 
1. Zu einer Freiheitsstrafe von 42 Monaten, unter vollumfänglicher Anrechnung 

der Untersuchungshaft von 23 Tagen. 
2. Zu einer Geldstrafe von 250 Tagessätzen zu CHF 80.00, ausmachend total 

CHF 20‘000.00, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil der Staatsanwaltschaft 
Bern-Mittelland vom 10. April 2013 sowie als Zusatzstrafe zum Urteil der 
Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 31. August 2015, wobei 70 Tagessät-
ze zu bezahlen sind und bei 180 Tagessätzen der Vollzug aufgeschoben und 
die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt wurde. 

3. Zu den auf ihn entfallenden Verfahrenskosten, bestimmt auf CHF 24‘155.60. 

Unter Ziff. A.V. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs verfügte die Vorinstanz so-
dann im Zivilpunkt (pag. 4949):
1. Die Verurteilung des Beschuldigten 1 zur Bezahlung von CHF 14‘000.00 

Schadenersatz an die Zivilklägerin 3, dies unter solidarischer Haftbarkeit mit 
N.________;

2. die Verweisung der Zivilklage der Zivilklägerin 1 auf den Zivilweg aufgrund von 
deren Unvollständigkeit (Art. 221 ZPO); 

3. die Abweisung der Zivilklage der Zivilklägerin 2;
4. den Verzicht auf Ausscheidung von Verfahrenskosten für die Beurteilung der 

Zivilklage.

Weiter legte die Vorinstanz die Entschädigung für die amtliche Verteidigung des 
Beschuldigten 1 durch Fürsprecher O.________ fest (Lit. A. Ziff. IV. des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 4948) und traf die den Beschuldigten 1 betref-
fenden notwendigen Verfügungen (Lit. A. Ziff. VI. des erstinstanzlichen Urteilsdis-
positivs, pag. 4949). 

1.2 Betreffend N.________

Betreffend N.________ ist das erstinstanzliche Urteilsdispositiv vollumfänglich in 
Rechtskraft erwachsen, mithin nicht mehr Gegenstand des vorliegenden Beru-

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fungsverfahrens. Für den Inhalt wird auf Lit. B. Ziff. I., II., III., IV. und V. des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositivs verwiesen (vgl. pag. 4950 ff.). 

1.3 Betreffend C.________

Die Vorinstanz erklärte den Beschuldigten 2 mit Urteil vom 25. November 2016 wie 
folgt schuldig (Lit. C. Ziff. I. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 4954): 
1. Der Anstiftung zur Brandstiftung, begangen am 1. Mai 2012 in BH.________ 

(Ort) z.N. der Zivilklägerin 1 und der Zivilklägerin 3; 
2. des versuchten Betrugs, begangen am 1. Mai 2012 in BH.________ (Ort) z.N. 

der Zivilklägerin 2; 
3. der Veruntreuung, begangen in der Zeit von ca. Spätsommer 2012 bis ca. En-

de Oktober 2012 in Bern und evtl. anderswo z.N. von K.________; 
4. der ungetreuen Geschäftsbesorgung, begangen in der Zeit von ca. Ende 

Mai 2012 bis ca. September 2012 in Bern und evtl. anderswo z.N. der 
P.________ (GmbH); 

5. der Anstiftung zu falschem Zeugnis, begangen in der Zeit von ca. Febru-
ar 2012 bis am 23. August 2012 in Bern und evtl. anderswo

und verurteilte ihn in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen 
(pag. 4954 f.): 
1. Zu einer Freiheitsstrafe von 72 Monaten. 
2. Zu den auf ihn entfallenden Verfahrenskosten, bestimmt auf CHF 32‘423.70.

Im Zivilpunkt verfügte die Vorinstanz (Ziff. III. des erstinstanzlichen Urteilsdisposi-
tivs, pag. 4956):
1. Der Beschuldigte 2 werde in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestim-

mungen zur Bezahlung von CHF 50‘000.00 an die Zivilklägerin 2 verurteilt; 
2. die Zivilklage der Zivilklägerin 1 werde aufgrund ihrer Unvollständigkeit auf den 

Zivilweg verwiesen;
3. für die Beurteilung der Zivilklage würden keine Kosten ausgeschieden. 

Schliesslich legte die Vorinstanz die Entschädigung für die amtliche Verteidigung 
des Beschuldigten 2 durch Rechtsanwalt Q.________ fest (Lit. C. Ziff. II. des erst-
instanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 4956) und traf die den Beschuldigten 2 betref-
fenden notwendigen Verfügungen (Lit. C. Ziff. IV. des erstinstanzlichen Urteilsdis-
positivs, pag. 4956 f.).

2. Berufungen

Gegen dieses Urteil meldeten sowohl der Beschuldigte 1 mit Eingabe vom 28. No-
vember 2016 (vgl. pag. 4971), als auch der Beschuldigte 2 mit Eingabe vom 29. 
November 2016 (vgl. pag. 4974 und pag. 4976) fristgerecht Berufung an. 

Mit form- und fristgerechter Berufungserklärung vom 25. September 2017 
(pag. 5203 ff.) beschränkte Fürsprecher O.________ die Berufung des Beschuldig-
ten 1 auf die Schuldsprüche wegen vorsätzlicher Brandstiftung, wegen fahrlässiger 
Verursachung einer Explosion und wegen Gehilfenschaft zum Betrug, angeblich 
begangen am 1. Mai 2012 in BH.________ (Ort), die Bemessung der Strafe, die 

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Höhe der auferlegten Verfahrenskosten sowie die Verurteilung zu Schadenersatz 
von CHF 14‘000.00 an die Zivilklägerin 3 (pag. 5203 f.). 

Rechtsanwältin D.________, welche inzwischen anstelle von Rechtsanwalt 
Q.________ als neue amtliche Verteidigerin des Beschuldigten 2 eingesetzt wor-
den war (vgl. Verfügung vom 9. Januar 2017, pag. 5037 ff.), teilte mit ebenfalls 
form- und fristgerecht eingereichter Berufungserklärung vom 29. September 2017 
(pag. 5207 ff.) mit, das erstinstanzliche Urteil werde vollumfänglich, d.h. in Bezug 
auf alle fünf Schuldsprüche betreffend den Beschuldigten 2, angefochten 
(pag. 5209). 

Die Generalstaatsanwaltschaft ihrerseits liess mit Eingabe vom 13. Oktober 2017 
(pag. 5245 ff.) verlauten, es werde weder Anschlussberufung erklärt, noch werde 
ein Nichteintreten auf die Berufungen der Beschuldigten 1 und 2 beantragt. Der 
Beschuldigte 1 hatte gemäss Schreiben vom 26. Oktober 2017 in formeller Hinsicht 
keine Bemerkungen zur Berufungserklärung des Beschuldigten 2 anzubringen 
(pag. 5303). Die Zivilklägerinnen 2 und 3 sowie der Beschuldigte 2 liessen sich in-
nert Frist nicht zu den Berufungen der Beschuldigten 1 und 2 bzw. zur Berufung 
des Beschuldigten 1 vernehmen (vgl. pag. 5306). 

3. Anschlussberufung

Die Zivilklägerin 1 erklärte ihrerseits mit Eingabe vom 20. Oktober 2017 Anschluss-
berufung (pag. 5248 ff.). Mit Stellungnahme vom 13. November 2017 
(pag. 5314 ff.) beantragte die Generalstaatsanwaltschaft, auf die Hauptanträge der 
Anschlussberufung der Zivilklägerin 1 (Ziff. II.1. und II.2.b.) sei nicht und auf den 
Antrag Ziff. II.2.d. sei teilweise (soweit N.________ betreffend) nicht einzutreten 
(pag. 5315). Rechtsanwältin D.________ stellte mit Eingabe vom 23. Novem-
ber 2017 den Antrag, auf Ziff. II.1. der Anschlussberufung der Zivilklägerin 1 sei 
nicht einzutreten (pag. 5317). Fürsprecher O.________ schliesslich beantragte mit 
Eingabe vom 29. November 2017 seinerseits, auf die Anschlussberufung der Zivil-
klägerin 1 sei, soweit den Beschuldigten 1 betreffend, nicht einzutreten 
(pag. 5319 f.). 

Mit begründetem Beschluss vom 26. Januar 2018 (pag. 5331 ff.) trat die Kammer 
auf die Anschlussberufung der Zivilklägeirn 1 insoweit nicht ein, als damit die 
Bestätigung der erstinstanzlichen Schuldsprüche verlangt wurde und sie den in 
Rechtskraft erwachsenen Teil des Urteils gegen N.________ betrifft. Auf die 
Anschlussberufung wurde dagegen insoweit eingetreten, als sie sich gegen die 
Verweisung der Zivilklage auf den Zivilweg richtet (pag. 5332). 

4. Wechsel amtliche Verteidigung

Nachdem bereits im Nachgang zum erstinstanzlichen Urteil in Bezug auf den 
Beschuldigten 2 ein Anwaltswechsel von Rechtsanwalt Q.________ zu 
Rechtsanwältin D.________ stattgefunden hatte (pag. 5037 ff.), beantragte 
Fürsprecher O.________ mit Schreiben vom 23. Januar 2018 zufolge Aufgabe 
seiner Geschäftstätigkeit als praktizierender Rechtsanwalt die Entlassung aus dem 
amtlichen Mandat als Verteidiger des Beschuldigten 1 (pag. 5326). Mit Beschluss 
vom 26. Januar 2018 (pag. 5331 ff.) wurde Fürsprecher O.________ per sofort aus 

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dem amtlichen Mandat entlassen und Rechtsanwalt B.________ mit Wirkung ab 
25. Januar 2018 als neuer amtlicher Verteidiger des Beschuldigten 1 eingesetzt 
(pag. 5333). 

5. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Rechtsanwältin D.________ beantragte namens und auftrags des Beschuldigten 2 
mit Berufungserklärung vom 29. September 2017 (pag. 5207 ff.) die Einvernahme 
des Beschuldigten 2 sowie die Einvernahme von R.________, S.________ und 
T.________ als Zeugen. Ausserdem stellte sie den Antrag, es sei ein gerichtlicher 
Augenschein an der U.________ (Adresse) in BH.________ (Ort) anzuordnen 
(pag. 5210). 

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte und begründete mit Stellungnahme vom 
13. Oktober 2017 die Abweisung der Beweisanträge des Beschuldigten 2 
(pag. 5246 f.). Die übrigen Parteien liessen sich zu den Beweisanträgen nicht 
vernehmen. 

Mit begründetem Beschluss vom 26. Januar 2018 (pag. 5331 ff.) wurde der vom 
Beschuldigten 2 gestellte Beweisantrag, er sei oberinstanzlich zu befragen, 
gutgeheissen, wobei unter Hinweis auf die neuste bundesgerichtliche 
Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts 6B_422/2017 vom 12. Dezem-
ber 2017, E. 4) festgestellt wurde, dass eine oberinstanzliche Befragung beider 
Beschuldigter nunmehr ohnehin von Amtes wegen zu erfolgen habe. Die weiteren 
Beweisanträge des Beschuldigten 2 wurden abgewiesen (pag. 5332). 

Von Amtes wegen wurden mit Blick auf die oberinstanzliche Verhandlung zudem 
aktuelle Leumundsberichte (pag. 5385 ff. und pag. 5387) sowie aktuelle 
Strafregisterauszüge (pag. 5378 ff. und pag. 5400 ff.) über die Beschuldigten 1 und 
2 eingeholt. Gestützt auf die aus den Strafregisterauszügen ersichtlichen 
Eintragungen wurden in der Folge zudem die Akten BM 17 32604 (Urteil der 
Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 2. November 2017 betreffend 
den Beschuldigten 1: versuchte Erpressung, begangen am 22. Juni 2017; 
60 Tagessätze Geldstrafe zu CHF 60.00) und BM 18 2252 (hängige 
Strafuntersuchung bei der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland gegen 
den Beschuldigten 1 wegen Vergehen gegen das Waffengesetz) sowie BM 17 
41229 (hängige Strafuntersuchung bei der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-
Mittelland gegen den Beschuldigten 2 wegen Betrugs) beigezogen. Den Parteien 
wurde in der oberinstanzlichen Verhandlung Gelegenheit zur Einsichtnahme in die 
edierten Akten gewährt. 

6. Anträge der Parteien

6.1 Beschuldigter 2

Rechtsanwältin D.________ stellte und begründete namens des Beschuldigten 2 in 
der oberinstanzlichen Verhandlung folgende Anträge (pag. 5449 bzw. pag. 5483): 

«I. 
C.________ sei freizusprechen von den Vorwürfen 

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- der Anstiftung zur Brandstiftung, angeblich begangen am 01. Mai 2012 in BH.________ (Ort), 
z. N. der E.________ (AG) und der I.________ (AG);

- des versuchten Betruges, angeblich begangen am 01. Mai 2012 in BH.________ (Ort), z. N. der 
G.________ (AG); 

- der Veruntreuung, angeblich begangen in der Zeit von ca. Spätsommer 2012 bis ca. 
September 2012 in Bern und evtl. anderswo, z. N. K.________

- der ungetreuen Geschäftsbesorgung, begangen in der Zeit von ca. Ende Mai 2012 bis ca. 
September 2012 in Bern und evtl. anderswo z. N. ‹P.________ (GmbH)›

- der Anstiftung zu falschem Zeugnis, begangen in der Zeit von ca. Februar 2012 bis am 23. Au-
gust 2012 in Bern und evtl. anderswo,

unter Auferlegung aller erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten an den Kanton Bern sowie unter 
Ausrichtung einer angemessenen Entschädigung für die erst- und oberinstanzlichen 
Verteidigungskosten an C.________. 

II.
Die Zivilklagen der G.________ (AG) und der E.________ (AG) seien abzuweisen, unter den sich 
daraus ergebenden Kostenfolgen. 

III.
Das Honorar der amtlichen Verteidigerin sei gerichtlich festzulegen.»

6.2 Beschuldigter 1

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete für den Beschuldigten 1 in der 
oberinstanzlichen Verhandlung die folgenden Anträge (pag. 5458 bzw. pag. 5484): 

«[…]
I. Feststellungen 

1. Es sei festzustellen, dass 
a. die Ziffer I. unter A. des erstinstanzlichen Urteils betreffend Einstellung des 

Strafverfahrens gegen A.________ wegen Tätlichkeiten, 
b. Ziffer II. unter A. des erstinstanzlichen Urteils betreffend Freisprüche der Vorwürfe der 

Nötigung, der Drohung, der groben Verkehrsregelverletzung, 
c. Ziffer Ill. unter A. des erstinstanzlichen Urteils betreffend der Schuldsprüche in den 

Ziffern 4 (falsche Anschuldigung), Ziffer 5 (Erpressung), Ziffer 6 (Nötigung und 
Versuchs dazu) mehrfach begangen gemäss Ziffer 6.1 bis und mit 6.4, Ziffer 7 
(Drohung), mehrfach begangen gemäss Ziffer 7.1 bis und mit 7.3, Ziffer 8 
(Beschimpfung) sowie Ziff. 9 (falschen Zeugnisses), 

d. Ziff. 3 unter Ziff. V. des erstinstanzlichen Urteils (Zivilklage der Privatklägerin 
G.________ (AG))

in Rechtskraft erwachsen sind. 

II. Schuldpunkt 
2. Die Ziffer III. unter A. des erstinstanzlichen Urteils sei beschränkt auf Ziffer 1, 2 und 3 

aufzuheben und es sei der Beschuldigte freizusprechen von der Anschuldigung 
a) der vorsätzlichen Brandstiftung, angeblich begangen am 1. Mai 2012 in 

BH.________ (Ort) z.N. der E.________ (AG) und der I.________ (AG);

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b) der fahrlässigen Verursachung einer Explosion, angeblich begangen am 
1. Mai 2012 in BH.________ (Ort) z.N. der E.________ (AG) und der I.________ 
(AG);

c) der Gehilfenschaft zum versuchten Betrug, angeblich begangen am 1. Mai 2012 in 
BH.________ (Ort), z.N. der G.________ (AG).

3. Die auf diese Freisprüche entfallenden erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien 
zulasten des Kantons Bern auszuscheiden, ohne Ausrichtung einer Entschädigung an den 
Beschuldigten.

4. Herr A.________ sei hingegen schuldig zu erklären 
a.) der Gehilfenschaft zur versuchten Brandstiftung, begangen am 1. Mai 2012 in 

BH.________ (Ort) z.N. der E.________ (AG) und der I.________ (AG).
5. Herr A.________ sei für sämtliche Schuldsprüche des Verfahrens zu verurteilen zu 

a. einer Freiheitsstrafe von höchstens 24 Monaten unter Gewährung des bedingten 
Strafvollzuges 

b. zu einer Geldstrafe von 250 Tagessätzen zu CHF 80.00, ausmachend total 
CHF 20'000.00, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil der Staatsanwaltschaft Bern-
Mittelland vom 10. April 2013 sowie als Zusatzstrafe zum Urteil der 
Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 31. August 2015, teilbedingt zu 70 
Tagessätze zu vollziehen und zu 180 Tagessätzen aufgeschoben mit einer Probezeit 
von 3 Jahren. 

c. Herr A.________ sei zur Tragung der auf die Schuldsprüche entfallenden 
Verfahrenskosten zu verurteilen und das amtliche Honorar des amtlichen Verteidigers 
sei gemäss eingereichter Honorar- und Kostennote zu bestimmen. 

d. Es sei davon Akt zu nehmen, dass der amtliche Verteidiger auf das 
Nachforderungsrecht gegenüber Herrn A.________ verzichtet. 

Ill. Zivilpunkt 
1. Die Ziffer 1 unter Ziff. V. des erstinstanzlichen Urteils sei aufzuheben und die Zivilklage der 

I.________ (AG) sei auf den Zivilweg zu verweisen. 
2. Die Anschlussberufung der E.________ (AG) sei abzuweisen und die Zivilklage der 

E.________ (AG) sei abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen. 
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Privatklägerschaft.» 

Was den Antrag auf Schuldspruch einzig wegen Gehilfenschaft zur versuchten 
Brandstiftung anbelangt entsprechen die in der oberinstanzlichen Verhandlung ge-
stellten Anträge den Anträgen in der Berufungserklärung vom 25. September 2017 
(pag. 5203 ff.). Hingegen weichen sie insofern davon ab, als in der oberinstanzli-
chen Verhandlung eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von höchstens 24 Mo-
naten beantragt wurde, während in der Berufungsklärung noch Antrag auf eine 
Verurteilung «für sämtliche Schuldsprüche des Verfahrens» [antragsgemäss ist es 
nur einer] zu einer bedingten Freiheitsstrafe von höchstens 12 Monaten gestellt 
wurde (vgl. pag. 5204). Massgebend ist der in der oberinstanzlichen Verhandlung 
gestellte, nicht über den mit Berufungserklärung vom 25. September 2017 gestell-
ten Antrag hinausgehende Antrag auf Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 
höchstens 24 Monaten. Die Schuldsprüche in allen anderen Punkten und die ent-
sprechende Verurteilung zu einer Geldstrafe sind nicht angefochten (pag. 5203). 

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Abweichend vom schriftlich eingereichten Antrag auf Verweis der Zivilklage der Zi-
vilklägerin 3 auf den Zivilweg (pag. 5459) führte Rechtsanwalt B.________ im 
Rahmen seines Parteivortrages in der oberinstanzlichen Verhandlung aus, die Zi-
vilklage der Zivilklägerin 3 gegen den Beschuldigten 1 sei abzuweisen (pag. 5462). 
Massgebend und für die Kammer bindend ist der im Rahmen des Parteivortrages 
mündlich begründete Antrag, weshalb davon ausgegangen wird, dass der Be-
schuldigte 1 im oberinstanzlichen Verfahren die Abweisung der Zivilklage der Zivil-
klägerin 3 beantragt.

6.3 Zivilklägerin 1

Die Zivilklägerin 1 verwies in der oberinstanzlichen Verhandlung auf die mit An-
schlussberufungserklärung vom 20. Oktober 2017 gestellten Anträge, soweit mit 
Beschluss vom 26. Januar 2018 darauf eingetreten worden sei (pag. 5462). Mit 
Anschlussberufungserklärung hatte die Zivilklägerin folgendes Rechtsbegehren ge-
stellt (pag. 5248 f.):

«Das erstinstanzliche Urteil wird nur in Teilen angefochten. Die E.________ (AG) (im Folgenden 
auch: E.________) beantragt eine Bestätigung der vom Regionalgericht Bern-Mittelland gemäss Urteil 
vom 25.11.2016 ausgesprochenen Schuldsprüchen gegen A.________ und gegen N.________ we-
gen vorsätzlicher Brandstiftung und fahrlässiger Verursachung einer Explosion je begangen am 
1. Mai 2012 in BH.________ (Ort) (Lit. A. Ziff. III. 1.+2. / Lit. B Ziff. I. 1.+2.) sowie gegen C.________ 
wegen Anstiftung zur Brandstiftung begangen am 1. Mai 2012 in BH.________ (Ort) (Lit. C. Ziff. I. 
1.+2.). Die vorliegende Anschlussberufung wendet sich gegen die Verweisung der Zivilklage auf den 
Zivilweg wegen Unvollständigkeit (Dispositiv Lit. A Ziff. V.2., Dispositiv Lit. B Ziff. IV.2., Dispositiv Lit. 
C Ziff. III.2.).» 

Wie bereits ausgeführt, wurde mit Beschluss vom 26. Januar 2018 auf die An-
schlussberufung der Zivilklägerin 1 insoweit nicht eingetreten, als damit die 
Bestätigung der erstinstanzlichen Schuldsprüche verlangt wurde und sie den in 
Rechtskraft erwachsenen Teil des Urteils gegen N.________ betraf. Auf die An-
schlussberufung wurde dagegen insoweit eingetreten, als sie sich gegen die Ver-
weisung der Zivilklage auf den Zivilweg richtete (pag. 5332). Im Rahmen ihrer Aus-
führungen zur Begründung der gestellten Anträge beantragte Rechtsanwältin 
F.________ in der oberinstanzlichen Hauptverhandlung zudem – und über die ge-
stellten Anträge und das erstinstanzliche Urteilsdispositiv hinausgehend – die Ver-
urteilung zur Bezahlung von Zins ab dem Zeitpunkt des Abschlusses des Scha-
densdossiers (vgl. pag. 5463). Die Zivilklägerin 1 kann jedoch oberinstanzlich nicht 
mehr verlangen, als sie erstinstanzlich beantragt hatte und mit Urteil vom 25. No-
vember 2016 beurteilt worden ist (vgl. dazu die im Vorfeld der erstinstanzlichen 
Verhandlung von der Zivilklägerin 1 eingereichten Anträge auf Bezahlung von ins-
gesamt CHF 92‘500.00 Schadenersatz, pag. 4633). Auf die Zivilklage der Zivilklä-
gerin 1 ist deshalb in diesem Umfang, d.h. soweit sie – über den Antrag auf Scha-
denersatz in der Höhe von CHF 92‘5000.00 hinaus – auch die Verurteilung zur Be-
zahlung von Zins beantragte, nicht einzutreten.

6.4 Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft ihrerseits beantragte und begründete in der oberin-
stanzlichen Verhandlung was folgt (pag. 5463 bzw. pag. 5488): 

11

«A. A.________
I.
«Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 25. November 2016 
insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als 
1. das Strafverfahren gegen A.________ wegen Tätlichkeiten, angeblich begangen am 20. Oktober 

2013 in Bern z. N. von C.________, wegen Verjährung eingestellt wurde, ohne Ausrichtung 
einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten. 

2. A.________ freigesprochen wurde von den Anschuldigungen 
2.1. der Nötigung, angeblich begangen am 16. Oktober 2013 in Bern z. N. von C.________; 
2.2. der Drohung, angeblich begangen am 23. Oktober 2016 in Ittigen z. N. von C.________; 
2.3. der groben Verkehrsregelverletzung, angeblich begangen am 12. Dezember 2013 auf der 

Autobahn A1 in Richtung Bern auf der Höhe von Niederbipp;
3. ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten. 
4. A.________ schuldig erklärt wurde 

3.1 der falschen Anschuldigung, begangen am 14., 15. sowie 23. Mai 2013 in Bern z. N. von 
M.________;

3.2 der Erpressung, begangen in der Zeit vom 2. April 2013 bis am 29. Juni 2013 in Ittigen und 
evtl. anderswo z. N. von K.________; 

3.3 der Nötigung und des Versuchs dazu, mehrfach begangen 
1.3.1 am 12./13. Oktober 2013 in Ittigen und evtl. anderswo z. N. von C.________; 
1.3.2 am 17. Oktober 2013 in Bern z. N. von C.________ (Versuch); 
1.3.3. am 18. Oktober 2013 in Bern z. N. von C.________ (Versuch); 
1.3.4 am 10. Februar 2014 in Bern und evtl. anderswo z. N. von C.________ (Versuch); 

3.4 der Drohung, mehrfach begangen 
3.4.1 ca. Mai, Juni und Juli 2013 in Ittigen und evtl. anderswo z. N. von C.________; 
3.4.2 am 9. Oktober 2013 in Ittigen und evtl. anderswo z. N. von C.________ 
3.4.3 am 20. Oktober 2013 in Bern z. N. von C.________; 

3.5 der Beschimpfung, begangen am 10. Februar 2014 in Bern und evtl. anderswo z. N. von 
C.________; 

3.6 des falschen Zeugnisses, begangen am 23. August 2012 in Bern; 
4. Verfügungen getroffen wurden gemäss Ziff. VI/1/2. 
5. die Entschädigung für die amtliche Verteidigung festgelegt wurde (Ziff. IV).

II. 
A.________ sei schuldig zu sprechen: 
1. der vorsätzlichen Brandstiftung, begangen am 1. Mai 2012 in BH.________ (Ort) z. N. der 

E.________ (AG) und der I.________ (AG);
2. der fahrlässigen Verursachung einer Explosion, begangen am 1. Mai 2012 in BH.________ (Ort) 

z. N. der E.________ (AG) und der I.________ (AG);
3. der Gehilfenschaft zum versuchten Betrug, begangen am 1. Mai 2012 in BH.________ (Ort) z. 

N. der ‹G.________ (AG); 
und in Anwendung der einschlägigen Bestimmungen zu verurteilen zu: 
1. einer Freiheitsstrafe von 42 Monaten, unter Anrechnung der Untersuchungshaft von 23 Tagen. 
2. Zu einer Geldstrafe von 250 Tagessätzen zu Fr. 80.00, ausmachend total Fr. 20'000.00, 

teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 10. April 2013 
sowie als Zusatzstrafe zum Urteil der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 31. August 2015. 

12

Davon sind 70 Tagessätze zu bezahlen. Bei 180 Tagessätzen wird der Vollzug aufgeschoben 
und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. 

2. seinen anteilmässigen erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (zzgl. einer Gebühr von 
Fr. 1'200.00 gemäss Art. 21 Abs. 1 lit. a VKD). 

13

III.
Es seien die üblichen Verfügungen zu treffen. (Honorar amtliche Verteidigung etc.).

B. C.________
I.
C.________ sei
schuldig zu sprechen der:
1. der Anstiftung zur Brandstiftung, begangen am 1. Mai 2012 in BH.________ (Ort) z. N. der 

E.________ (AG) und der I.________ (AG);
2. des versuchten Betruges, begangen am 1. Mai 2012 in BH.________ (Ort) z. N. der 

G.________ (AG);
3. des Veruntreuung, begangen in der Zeit von ca. Spätsommer 2012 bis ca. Ende Oktober 2012 in 

Bern und evtl. anderswo z. N. K.________; 
4. der ungetreuen Geschäftsbesorgung, begangen in der Zeit von ca. Ende Mai 2012 bis ca. 

September 2012 in Bern und evtl. anderswo z. N. ‹P.________ (GmbH)›; 
5. der Anstiftung zu falschem Zeugnis, begangen in der Zeit von ca. Februar 2012 bis am 23. Au-

gust 2012 in Bern und evtl. anderswo 
und in Anwendung der einschlägigen Bestimmungen
zu verurteilen zu: 
1. Zu einer Freiheitsstrafe von 72 Monaten. 
2. seinen anteilmässigen erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (zzgl. einer Gebühr von 

Fr. 1'200.00 gemäss Art. 21 Abs. 1 lit. a VKD). 
Es seien die üblichen Verfügungen zu treffen. (DNA-Profil, Honorar amtliche Verteidigung etc.).» 

6.5 Zivilklägerin 2

Die Zivilklägerin 2 bestätigte mit schriftlicher Eingabe vom 13. Juni 2018 ihre Zivil-
forderung in der Höhe von CHF 50‘000.00 und verlangte die Bestätigung der sie 
betreffenden Lit. C Ziff. II. 1. des erstinstanzlichen Urteils (pag. 5388 ff.).

6.6 Zivilklägerin 3

Die Zivilklägerin 3 reichte im Vorfeld der oberinstanzlichen Verhandlung keine 
schriftlichen Anträge ein und erschien auch nicht zum Verhandlungstermin. Am 
4. Juli 2018 kontaktierte V.________ von der Zivilklägerin 3 die Kanzlei der Strafab-
teilung des Obergerichts des Kantons Bern und teilte mit, man könne die Vorladung 
bei der Zivilklägerin 3 intern keinem Dossier zuteilen. Sie wurde dahingehend in-
formiert, dass J.________ die Zivilklägerin 3 erstinstanzlich vertreten habe und 
dass im Berufungsverfahren nun bereits die Urteilsberatung statt finde. (vgl. 
pag. 5426). Seitens der Zivilklägerin 3 meldete sich daraufhin niemand mehr beim 
Obergericht des Kantons Bern. Es ist somit davon auszugehen, dass die Zivilkläge-
rin im Berufungsverfahren an ihrem im Vorverfahren und im erstinstanzlichen Ver-
fahren gestellten Antrag festhält. Mit Eingabe vom 17. September 2012 an die 
Staatsanwaltschaft hatte die Zivilklägerin 3 Folgendes beantragt (pag. 4151; 
bestätigt mit Schreiben vom 8. September 2016 an die Vorinstanz, pag. 4642): 

«Herr A.________, .________ (Adresse), und Herr N.________, .________ (Adresse), seien adhäsi-
onsweise zu verurteilen, den Betrag von CHF 14‘000.00 der I.________ (AG) zurückzuerstatten.»

14

6.7 Strafkläger

Rechtsanwalt L.________ beantragte mit schriftlicher Eingabe vom 9. Juni 2018 
die Abweisung der Berufungen der beiden Beschuldigten und verlangte damit im-
plizit eine Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils (pag. 5376).

7. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Vorab hält die Kammer erneut fest, dass das erstinstanzliche Urteil vom 25. No-
vember 2016, soweit N.________ betreffend (d.h. in Bezug auf B.I., II., III., IV. und 
V., vgl. pag. 4950 ff.), vollumfänglich in Rechtskraft erwachsen ist. 

Der Beschuldigte 1 focht den ihn betreffenden Teil des erstinstanzlichen Urteils nur 
teilweise an; er beschränkte seine Berufung mit Berufungserklärung vom 25. Sep-
tember 2017 (pag. 5203 ff.) auf die Schuldsprüche wegen vorsätzlicher Brandstif-
tung, fahrlässiger Verursachung einer Explosion und Gehilfenschaft zum Betrug 
(Lit. A. Ziff. III.1., 2. und 3. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) sowie auf die 
Bemessung der Strafe (Lit. A. Ziff. III.1. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; vgl. 
dazu auch die Ausführungen hiernach), die Höhe der auferlegten Verfahrenskosten 
(Lit. A. Ziff. III.3. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) und die Verurteilung zur 
Bezahlung von CHF 14‘000.00 Schadenersatz an die Zivilklägerin 3 (Lit. A. Ziff. 
V.1. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Die Anschlussberufung der Zivilkläge-
rin 1 erstreckt sich ihrerseits einzig auf den Zivilpunkt, konkret auf Lit. A. Ziff. V.2. 
(vgl. pag. 5249). 

Betreffend die Verurteilung des Beschuldigten 1 zu einer teilbedingten Geldstrafe 
(Lit. A. Ziff. III.2. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) hält die Kammer fest, dass 
der Beschuldigte 1 diesen Punkt zwar angefochten hat, in der Berufungsverhand-
lung jedoch diesbezüglich einen mit dem erstinstanzlichen Urteilsdispositiv iden-
tisch lautenden Antrag stellte (vgl. pag. 5459 sowie die Ausführungen unter I.6.2. 
Beschuldigter 1 hiervor). Aus den mündlichen Ausführungen von Rechtsanwalt 
B.________ zur Begründung des gestellten Antrags geht zudem hervor, dass der 
Beschuldigte 1 diesen Teil der auszusprechenden Sanktion für die Schuldsprüche 
gemäss Lit. A. Ziff. III.5., 6., 7., 8. und 9 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs be-
antragt, mithin für Schuldsprüche, welche bereits in Rechtskraft erwachsen sind 
(vgl. pag. 4946). Der Beschuldigte 2 ist damit, soweit er zur Bezahlung einer teilbe-
dingten Geldstrafe verurteilt wurde, durch das erstinstanzliche Urteilsdispositiv 
zwar objektiv beschwert, ihm fehlt jedoch ein Rechtsschutzinteresse an der erneu-
ten Beurteilung dieses Teils des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, wenn er im Be-
rufungsverfahren genau dasselbe erneut beantragt. Folglich tritt die Kammer inso-
weit nicht auf die Berufung des Beschuldigten 1 ein; die Verurteilung des Beschul-
digten 1 zur Bezahlung einer teilbedingten Geldstrafe (Lit. A. Ziff. III.2. des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositivs) ist bereits in Rechtskraft erwachsen. 

Damit sind die Lit. A. Ziff. I. (Einstellung), II. (Freisprüche), III.4., 5., 6., 7., 8. und 9 
(Schuldsprüche wegen falscher Anschuldigung, Erpressung, Nötigung und Ver-
suchs dazu [mehrfach begangen], Drohung [mehrfach begangen], Beschimpfung 
und falschem Zeugnis) inkl. die aus Lit. A. Ziff. III.5., 6., 7., 8. und 9. resultierende 
Verurteilung zu einer Geldstrafe (Sanktionspunkt 2 gemäss Lit. A. Ziff. III.2.), V.3. 
(Abweisung Zivilklage der Zivilklägerin 2) und 4. (Verzicht auf Ausscheidung von 

15

Kosten für die Beurteilung des Zivilpunkts) sowie VI.1. (Einziehung beschlagnahm-
ter Kleider) in Rechtskraft erwachsen. Demgegenüber sind Lit. A. Ziff. III.1., 2. und 
3. (Schuldsprüche wegen vorsätzlicher Brandstiftung, fahrlässiger Verursachung 
einer Explosion und Gehilfenschaft zu versuchtem Betrug) inkl. Sanktionspunkte 1 
(Verurteilung zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 42 Monaten) und 3 (Auferle-
gung der auf den Beschuldigten 1 entfallenden erstinstanzlichen Verfahrenskos-
ten), IV. (Amtliche Entschädigung; nicht der Rechtskraft zugänglich), V.1. und 2. 
(Verurteilung zur Bezahlung von Schadenersatz an die Zivilklägerin 3 sowie Ver-
weis der Zivilklage der Zivilklägerin 1 auf den Zivilweg) sowie VI.2. (DNA; nicht der 
Rechtskraft zugänglich) durch die Kammer neu zu beurteilen.

Der Beschuldigte 2 focht den ihn betreffenden Teil des erstinstanzlichen Urteils 
vollumfänglich an. Somit sind alle Punkte des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs – 
soweit den Beschuldigten 2 betreffend – durch die Kammer neu zu beurteilen 
(Lit. C. Ziff. I., II. [nicht der Rechtskraft zugänglich], III. und IV. [nicht der Rechts-
kraft zugänglich]). Die Anschlussberufung der Zivilklägerin 1 erstreckt sich auch in 
Bezug auf den Beschuldigten 2 einzig auf den Zivilpunkt, konkret auf Lit. C. 
Ziff. III.2. (vgl. pag. 5249).

Die Kammer verfügt über volle Kognition (Art. 398 Abs. 3 StPO). Zufolge An-
schlussberufung der Zivilklägerin 1 betreffend die Zivilpunkte, darf das erstinstanz-
liche Urteil in diesen Punkten auch zum Nachteil der Beschuldigten 1 und 2 abge-
ändert werden, das Verschlechterungsverbot gilt diesbezüglich nicht (Art. 391 
Abs. 2 StPO e contrario). Betreffend die übrigen Ziffern des erstinstanzlichen Ur-
teils – insbesondere hinsichtlich der Sanktion – ist das Verbot der reformatio in pei-
us hingegen zu beachten. 

8. Fehlende Verfahrenseröffnung?

Rechtsanwältin D.________ brachte in ihrem Parteivortrag in der oberinstanzlichen 
Verhandlung vor, gegen ihren Mandanten sei gar nie ein Verfahren wegen Verun-
treuung eröffnet worden. Am 17. Oktober 2013 sei das Verfahren gegen ihn zwar 
ausgedehnt worden, aber nur wegen Betrugs. Der Tatbestand der Veruntreuung 
hätte somit gar nicht Eingang in die Anklageschrift finden dürfen (vgl. pag. 5455). 

Die Staatsanwaltschaft eröffnet unter den Voraussetzungen von Art. 309 Abs. 1 
StPO eine Untersuchung. Gemäss Art. 309 Abs. 3 StPO ist die Untersuchung in ei-
ner Verfügung zu eröffnen; darin bezeichnet die Staatsanwaltschaft die beschuldig-
te Person und die Straftat, die ihr zur Last gelegt wird. Die Verfügung braucht nicht 
begründet und eröffnet zu werden und sie ist nicht anfechtbar. Die Staatsanwalt-
schaft kann die Untersuchung auf weitere Personen oder weitere Straftaten aus-
dehnen, wobei Art 309 Abs. 3 StPO anwendbar ist (Art. 311 Abs. 2 StPO). 

Vorliegend dehnte die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland das Strafver-
fahren gegen den Beschuldigten 1, gegen N.________ und gegen M.________ mit 
Verfügung vom 27. November 2012 gestützt auf Art. 311 Abs. 2 StPO auf den Be-
schuldigten 2 aus und vereinigte die Verfahren miteinander (pag. 3). In der Folge 
wurde das Strafverfahren gegen den Beschuldigten 2 am 17. Oktober 2013 in An-
wendung von Art. 311 Abs. 2 StPO auf den Tatbestand des Betrugs 
(Art. 146 StGB) ausgedehnt (pag. 6). In der Einvernahme vom 26. November 2013 

16

wurde der Beschuldigte 2 entsprechend belehrt und informiert (vgl. pag. 297). Ent-
sprechend war ihm zum massgeblichen Zeitpunkt bekannt, in Bezug auf welchen 
Lebenssachverhaltskomplex eine Strafuntersuchung gegen ihn geführt wurde und 
er konnte sich insbesondere entsprechend verteidigen – dass die Ausdehnungsver-
fügung vom 17. Oktober 2013 «nur» den Tatbestand des Betrugs, nicht aber auch 
denjenigen der Veruntreuung explizit nennt, schadet nicht, zumal diese Unter-
scheidung bloss die spätere rechtliche Würdigung betrifft. 

9. Verletzung Anklagegrundsatz

Art. 9 Abs. 1 StPO formuliert den Anklagegrundsatz; danach soll eine Straftat nur 
dann gerichtlich beurteilt werden, wenn die Staatsanwaltschaft gegen eine be-
stimmte Person wegen eines genau umschriebenen Sachverhalts beim zuständi-
gen Gericht Anklage erhoben hat (sog. Umgrenzungsfunktion); die Anklageschrift 
bzw. deren Inhalt bestimmen also den Prozessgegenstand. Gemäss Art. 325 
Abs. 1 Bst. a StPO der zitierten Bestimmung muss die Anklageschrift insbesondere 
auch den Ort und das Datum bezeichnen. Die sog. Fixierungsfunktion umschreibt 
aus einem anderen Blickwinkel dieselbe Zielsetzung wie die Umgrenzungsfunktion; 
sie bestimmt, dass innerhalb des angeklagten Sachverhalts keine Änderungen 
durch den Richter vorgenommen werden dürfen (Art. 350 Abs. 1 StPO). Weil sie 
das Verfahrens- und Urteilsthema bestimmt, muss die einmal erhobene Anklage 
grundsätzlich für die Dauer des Verfahrens unverändert bleiben (sog. Immutabi-
lität). Das Prozessthema wird also in der Anklage in sachlicher und personeller 
Hinsicht abschliessend definiert. Die beschuldigte Person soll genau wissen, wel-
cher Sachverhalt ihr vorgeworfen wird. (sog. Informationsfunktion; vgl. BSK StPO-
NIGGLI/HEIMGARTNER, N 36, 39 und 40 zu Art. 9; SCHMID, Praxiskommentar StPO, 
N 2 und 32 zu Art. 9). Das Anklageprinzip bezweckt damit zugleich den Schutz der 
Verteidigungsrechte des Angeklagten und dient dem Anspruch auf rechtliches 
Gehör (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_225/2008 vom 7. Oktober 2008, E. 1.1; 
BGE 126 I 19, E. 2a; BGE 120 IV 348, E. 2c; vgl. JOSI CHRISTIAN, «kurz und klar, 
träf und wahr» - die Ausgestaltung des Anklageprinzips in der Schweizerischen 
Strafprozessordnung, ZStrR 127/2009 S. 74 f.). Entscheidend ist, dass der Betrof-
fene genau weiss, welcher konkreten Handlung er beschuldigt und wie sein Verhal-
ten rechtlich qualifiziert wird, damit er sich in seiner Verteidigung richtig vorbereiten 
kann. Er darf nicht Gefahr laufen, erst an der Gerichtsverhandlung mit neuen An-
schuldigungen konfrontiert zu werden (Urteile des Bundesgerichts 6B_344/2011 
vom 16. September 2011, E. 3, und 6B_315/2015 vom 7. September 2015, E. 1.2). 
Ungenauigkeiten, insbesondere in den Zeitangaben, sind solange nicht von ent-
scheidender Bedeutung, als für die beschuldigte Person keine Zweifel darüber be-
stehen können, welches Verhalten ihr vorgeworfen wird (Urteile des Bundesge-
richts 6B_373/2015 vom 3. Dezember 2015, E. 2.2 sowie 6B_103/2017 vom 
21. Juli 2017, E. 1.5.2. mit weiteren Hinweisen). 

Dem Beschuldigten 2 wird mit Lit. C. Ziff. 3. der Anklageschrift vom 9. Juni 2016 
vorgeworfen, er habe sich des Betrugs, evtl. der Veruntreuung, begangen am 
22. Juni 2012, am 8. Oktober 2012 und am 24. Oktober 2012, evtl. in der Zeit von 
ca. Spätsommer 2012 bis ca. Ende Oktober 2012 schuldig gemacht, indem er dem 
Strafkläger durch die Angabe von möglichen attraktiven Absatzkanälen und frühe-

17

ren erfolgreichen Geschäften vorgetäuscht habe, dass er gemeinsam mit ihm die 
neu gegründete P.________ (GmbH) zwecks eines Kleiderhandels betreiben wolle, 
ihn dadurch zwecks Übernahme von Stammanteilen an der Gesellschaft zur Zah-
lung von insgesamt CHF 56‘000.00 zur angeblichen Beschaffung von Firmenver-
mögen (Kleider etc.) verleitet und das Geld des Strafklägers in seiner Funktion als 
alleiniger Geschäftsführer für eigene (private) Zwecke benutzt habe. Dies, ohne ei-
ne produktive Geschäftstätigkeit der P.________ (GmbH) aufzunehmen und ohne 
Erbringung einer anderen Gegenleistung an den Strafkläger, wodurch dieser im 
Betrag von CHF 56‘000.00 zu Schaden gekommen sei. Über die P.________ 
(GmbH) sei am 17. September 2014 der Konkurs eröffnet worden (pag. 4293/8 f.). 

Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten 2 mit Urteil vom 25. November 2016 
wegen Veruntreuung, begangen in der Zeit von ca. Spätsommer 2012 bis ca. Ende 
Oktober 2012 in Bern und evtl. anderswo, z.N. des Strafklägers (Lit. C. Ziff. I.3. des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 4954). 

Unbestrittenermassen vereinbarten der Beschuldigte 2 und der Strafkläger mit 
Kaufvertrag vom 2. November 2012 die Abtretung von neun Stammanteilen der 
P.________ (GmbH) vom Beschuldigten 2 an den Strafkläger zum Kaufpreis von 
CHF 100‘000.00, wobei abgemacht wurde, davon seien CHF 60‘000.00 durch 
Überweisung und CHF 40‘000.00 durch Unterzeichnung eines Darlehensvertrages 
mit Rückzahlungsverpflichtung bis 30. Juni 2013 zu tilgen (pag. 1164). Gemäss 
den übereinstimmenden Aussagen des Beschuldigten 2 und des Strafklägers ist 
ebenfalls unbestritten, dass der Strafkläger in die P.________ (GmbH) investieren 
wollte (vgl. die Aussagen des Strafklägers: Auf Frage, wofür die Gelder hätten die-
nen sollen [pag. 1037 Z. 160 f.]: «Für die Investition von Kleider.», auf Frage, ob 
der Beschuldigte 2 auch Geld in die Firma investiert habe [pag. 1038 Z. 179 f.]: «Er 
hat es gesagt. Aber ob er investiert hat, weiss ich nicht.». Vgl. auch die Angaben 
des Beschuldigten 2 in der oberinstanzlichen Verhandlung, wonach er einen Teil 
des Geldes genommen habe, um Kleider zu kaufen [pag. 5445 Z. 1 f.]) und dass 
der Beschuldigte 2 und der Strafläger über die P.________ (GmbH) gemeinsam 
ein Modelabel aufziehen wollten (vgl. pag. 1036 Z. 111, Z. 116 ff.: «Wir wollten Mo-
de betreiben. T-Shirts vom Ausland bestellen und hier verkaufen. Aber ich habe nur 
Geld investiert. […]», pag. 1036 Z. 121 f., Z. 124 ff., pag. 1037 Z. 148 ff., pag. 1041 
Z. 303 ff.). Ebenso ist erstellt, dass der Strafkläger den durch Überweisung zu til-
genden Kaufpreis in der Höhe von CHF 56‘000.00 direkt auf das Konto der 
P.________ (GmbH) überwies (vgl. pag. 1038 Z. 198 f.). Die Kammer erachtet es 
vor diesem Hintergrund als erstellt, dass die den Wert der abgetretenen neun 
Stammanteile (ca. CHF 9‘000.00) bei Weitem übersteigende, durch den Strafkläger 
gesamthaft auf das Konto der P.________ (GmbH) einbezahlte Summe von 
CHF 56‘000.00 einerseits im ungefähren Umfang von CHF 9‘000.00 als Kauferlös 
für den Beschuldigten 2 bestimmt bzw. privater Kapitalertrag des Beschuldigten 2 
war (vgl. dazu auch die Ausführungen von Rechtsanwältin D.________ in der obe-
rinstanzlichen Verhandlung, pag. 5455), darüber hinaus – im ungefähren Umfang 
von CHF 47‘000.00 – aber auch ein Investment des Strafklägers in die P.________ 
(GmbH) darstellte; gemäss den übereinstimmenden Aussagen war die Idee hinter 
der Überweisung durch den Strafkläger auf das Konto der GmbH, dass der Be-
schuldigte 2 mit diesem Geld Kleider kaufen bzw. die Herstellung von Kleidern hät-

18

te finanzieren sollen, der Strafkläger wollte also nebst der Begleichung des Kauf-
preises der P.________ (GmbH) Geld zuwenden. In diesem Umfang floss der 
überwiesene Betrag zivilrechtlich ins Geschäftsvermögen der Gesellschaft und war 
dem Beschuldigten 2 als alleinigem Geschäftsführer und damit Organ der 
P.________ (GmbH) anvertraut. Insofern wäre zu prüfen, ob der Beschuldigte 2, 
indem er die überwiesene, ihm anvertraute Summe gesamthaft für seine private 
Zwecke verwendete, wie ihm dies die Anklageschrift in Ziff. C.3. vorwirft, die 
P.________ (GmbH) am Vermögen schädigte und damit eine Veruntreuung i.S.v. 
Art. 138 Ziff. 1 StGB beging. Ein Vermögensschaden bei der P.________ (GmbH) 
ist jedoch in der Anklageschrift nicht umschrieben, vielmehr nennt diese einzig den 
Strafkläger als Geschädigten. Letzterer kann jedoch bereits deshalb nicht Geschä-
digter sein, weil er die CHF 56‘000.00 nicht im Sinne eines Darlehens an den Be-
schuldigten 2 zahlte, sondern vielmehr in der Hoffnung, eines Tages mit dem gut 
laufenden Geschäft Profit machen bzw. von der GmbH Dividenden beziehen zu 
können, in die P.________ (GmbH) investierte. 

Im Übrigen sind in der Anklageschrift weder das Tatbestandsmerkmal der arglisti-
gen Täuschung (Betrug gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB), noch dasjenige des Anver-
trautseins (Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 StGB) umschrieben (vgl. 
pag. 4293/8 f.). Vorliegend wäre nach Auffassung der Kammer die Erhebung einer 
Alternativanklage i.S.v. Art. 325 Abs. 2 StPO, mit Umschreibung der beiden unter-
schiedlichen Tatbestände in zwei separaten Absätzen angezeigt gewesen. Indem 
die Staatsanwaltschaft beide Tatbestände in bloss einem Absatz zu umschreiben 
versuchte, wurde sie keinem gerecht. Damit verletzt die Anklageschrift den Ankla-
gegrundsatz gemäss Art. 9 Abs. 1 StPO. Das Strafverfahren gegen den Beschul-
digten 2 wegen Betrug, evtl. Veruntreuung, angeblich begangen in der Zeit von ca. 
Spätsommer 2012 bis ca. Ende Oktober 2012 in Bern und evtl. anderswo, ist folg-
lich einzustellen. 

Weil die durch den Strafkläger überwiesenen und vom Beschuldigten 2 nicht be-
stimmungsgemäss für die P.________ (GmbH) verwendeten Gelder im Zusam-
menhang mit dem Vorwurf wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung ein Thema blei-
ben (vgl. Lit. C.4. der Anklageschrift vom 9. Juni 2016, pag. 4293/9), rechtfertigt 
sich weder eine Ausscheidung von Verfahrenskosten, noch die Ausrichtung einer 
Entschädigung.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

10. Allgemeine Grundlagen der Beweiswürdigung

Betreffend die allgemeinen Grundlagen der Beweiswürdigung verweist die Kammer 
auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz, insbesondere auf diejenigen betref-
fend den Indizienbeweis (vgl. pag. 5087 f., S. 29 f. Urteilsbegründung). 

19

11. Brandvorfall und damit zusammenhängende Anklagepunkte

11.1 Sachverhalt

11.1.1 Vorwürfe gemäss Anklageschrift

Es wird auf Ziff. I.A.1. - 3. und I.C.1. - 2. der Anklageschrift vom 9. Juni 2016 
(pag. 4293/2 f. und pag. 4293/8) und Ziff. 1. und 3. der Anklageergänzung bzw. 
Anklageänderung vom 22. November 2015 [recte: 2016] (pag. 4915 ff.) sowie auf 
die durch die Vorinstanz vorgenommenen Würdigungsvorbehalte gemäss 
Art. 344 StPO (pag. 4841) verwiesen. 

11.1.2 Unbestrittener Sachverhalt

Unbestritten ist, dass es am Dienstag, 1. Mai 2012, um ca. 21.00 Uhr im Industrie-
baukomplex U.________ (Adresse) in BH.________ (Ort) zu einer Explosion kam 
und ein Vollbrand ausbrach, wodurch die Lagerhalle samt Inhalt – insbesondere 
auch samt des Lagerguts der W.________ (GmbH) und desjenigen von 
X.________ – gänzlich zerstört wurde. Weiter ist unbestritten, dass der Beschuldig-
te 1 und N.________ kurz nach Ausbruch des Brandes, um ca. 21.13 Uhr, an der 
Ecke ________ (Strasse/Strasse) in BH.________ (Ort) angehalten werden konn-
ten, wobei sie mittelschwere Brandverletzungen am Kopf und im Gesicht sowie fri-
sche Sturzverletzungen (N.________) bzw. leichte Verbrennungen im Gesicht (Be-
schuldigter 1) aufwiesen (pag. 12). Weiter ist unbestritten und erstellt, dass 
N.________ mit einem der beiden in unmittelbarer Nähe des Brandortes aufgefun-
denen Baseball-Caps in Berührung gekommen sein muss (pag. 76 ff., pag. 157 
und pag. 176). Unbestritten ist auch, dass die Tür zum Lager an der U.________ 
(Adresse) am Abend des 1. Mai 2012 nicht verschlossen war. Von den Parteien 
werden schliesslich die Feststellungen der Kantonspolizei Bern, Dezernat Brände 
und Explosionen (BEX), betreffend die vorsätzliche Auslösung des Schadenfalles 
durch Ausgiessen eines Brandbeschleunigers (vgl. pag. 138 ff.) nicht bestritten. 
Durch den Beschuldigten 2 wird schliesslich nicht bestritten, dass er der Zivilkläge-
rin 2 das Brandereignis am 2. Mai 2012 telefonisch sowie am 25. Mai 2012 schrift-
lich als Schadenfall (pag. 3547 f.) meldete. 

11.1.3 Bestrittener Sachverhalt und Beweisfragen

Der Beschuldigte 1 bestreitet, den Brand gelegt zu haben. Er macht geltend, er ha-
be N.________ und den Beschuldigten 2 am Nachmittag des 1. Mai 2012 an die 
U.________ (Adresse) in BH.________ (Ort) fahren müssen, wo diese im Innern 
des Lagers des Beschuldigten 2 das Benzin ausgegossen hätten, während er sel-
ber im Auto gewartet habe. Am Abend des gleichen Tags sei er dann gemeinsam 
mit N.________ zum Tatort zurückgekehrt, um zu lüften. Dabei habe er sich jedoch 
nicht in die unmittelbare Nähe des Lagerschuppens begeben. N.________ habe 
sich allein dem Lager genähert und dabei eine Zigarette angezündet, was zu der 
von ihnen beiden nicht gewollten Explosion geführt habe. 

Der Beschuldigte 2 seinerseits bestreitet, den Auftrag zur Brandstiftung gegeben zu 
haben. Er zweifelt weiter an, dass sich das Explosionszentrum (ausschliesslich) im 
Lager des Beschuldigten 2 befand. 

20

Im Rahmen der Beweiswürdigung ist somit zu klären, ob bewiesen werden kann, 
dass der Beschuldigte 2 dem Beschuldigten 1 und N.________ den Auftrag zur 
Brandlegung am 1. Mai 2012 erteilte und ob der Beschuldigte 1 diesen Auftrag in 
der Folge gemeinsam mit N.________ ausführte. Mit Blick auf die rechtliche Wür-
digung sind sodann die Beweisfragen zu klären, in welcher Reihenfolge und zeitli-
chem Abstand sich Explosion und Brand entwickelten, sowie, ob durch einen allfäl-
ligen Trümmersturz Gefahr für die beiden Brandstifter sowie in der Nähe befindli-
che Personen und umliegende Häuser bestand. 

11.2 Beweiswürdigung

11.2.1 Beweismittel

Die Vorinstanz hat die vorhandenen Beweismittel unter dem Titel «Sachverhalt» 
vollständig aufgelistet und deren Inhalt korrekt wiedergegeben, es kann darauf 
verwiesen werden (pag. 5076 ff., S. 18 ff. Urteilsbegründung). 

11.2.2 Vorinstanzliches Beweisergebnis

Die Vorinstanz kam unter dem Titel «Bestrittener Sachverhalt» (pag. 5074 ff., 
S. 16 ff. Urteilsbegründung) nach umfassender Würdigung zahlreicher Indizien zu-
sammengefasst zum Schluss, die angeklagten Sachverhalte seien bei allen drei 
Beschuldigten (d.h. inkl. N.________) beweismässig erstellt (pag. 5103, S. 45 Ur-
teilsbegründung). Angesichts der sehr extensiven Umschreibung der möglichen 
Tathandlungen ist zu präzisieren, dass die Vorinstanz damit die Anklage gemäss 
Anklageschrift vom 9. Juni 2016 (vgl. pag. 4293/1 ff.) meint. Demnach war der Be-
schuldigte 2 der Auftraggeber für die Brandstiftung und der Beschuldigte 1 führte 
seinerseits den Auftrag zusammen mit N.________ aus, wobei die Legung des 
Brandes unbeabsichtigt eine Explosion verursachte. Betreffend die Meldung des 
Ereignisses an die Zivilklägerin 2 geht die Anklageschrift davon aus, dass der Be-
schuldigte 2 der Ausführende war, während der Beschuldigte 1 zusammen mit 
N.________ mit der Brandlegung die nötige «Vorleistung» bzw. die Herbeiführung 
des Schadenfalls erbrachte. 

11.2.3 Würdigung durch die Kammer
11.2.3.1. Ausgangslage – Objektivierte Eckpunkte

Die Kammer kann sich der vorinstanzlichen Beweiswürdigung, wie nachfolgend 
aufgezeigt werden wird, im Ergebnis anschliessen. Dabei ist wichtig zu betonen, 
dass vorliegend den Aussagen der Beteiligten beweiswürdigend keine vorrangige 
Bedeutung zukommt bzw. diese erst im Zusammenhang mit den weiteren Indizien 
ein gefestigtes und deutliches Beweisbild ergeben. Weiter hält die Kammer fest, 
dass nicht ausschliesslich Indizien zu würdigen sind, sondern vielmehr mehrere 
Eckpunkte und Fakten objektiviert sind. So hat insbesondere der im oberinstanzli-
chen Verfahren unbestrittene Sachverhalt – Explosion und Vollbrand am 
1. Mai 2012 um ca. 21.00 Uhr, vorsätzliches Auslösen durch Ausgiessen eines 
Brandbeschleunigers, Anhaltung des leicht verletzten Beschuldigten 1 und des mit-
telschwer verletzten N.________ in der Nähe des Brandortes, aufgefundenes Ba-
seball-Cap von N.________ in unmittelbarer Nähe des Brandortes – aufgrund der 
Feststellungen in den Berichten des BEX (pag. 138 ff.), des Kriminaltechnischen 

21

Dienstes (nachfolgend KTD; pag. 174 ff.) sowie des Instituts für Rechtsmedizin der 
Universität Bern (nachfolgend IRM; pag. 191 ff. und pag. 195 ff.), als erstellt zu gel-
ten. Wie unter II.11.1.3. Bestrittener Sachverhalt und Beweisfragen hiervor ausge-
führt, ist insbesondere die Täterschaft der Beschuldigten 1 und 2 bestritten. Dies-
bezüglich sind in der Folge die vorhandenen indirekten Beweise vor dem Hinter-
grund des bereits erstellen Sachverhalts zu würdigen. 

11.2.3.2. Ausschluss eines zweiphasigen Geschehens

Zunächst hält die Kammer fest, dass die Beschuldigten 1 und 2 sowie auch 
N.________ über weite Strecken des Verfahrens hinweg sehr widersprüchliche 
und wenig glaubhafte Aussagen machten. Allein gestützt auf diese Aussagen er-
gibt sich jedenfalls auch für die Kammer ein ziemlich diffuses Bild hinsichtlich des 
Ablaufs der Brandlegung und insbesondere auch betreffend die Rolle des Beschul-
digten 2.

N.________ sagte in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung aus, er sei an der 
vom Beschuldigten 2 initiierten Brandlegung beteiligt gewesen (vgl. pag. 4834 
Z. 28 ff., Z. 32 ff., pag. 4835 Z. 6 ff.). Die entsprechenden erstinstanzlich ausgefäll-
ten Schuldsprüche gegen N.________ wegen vorsätzlicher Brandstiftung und fahr-
lässiger Verursachung einer Explosion (Ziff. B.I.1. und 2. des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs, pag. 4950) sind nunmehr rechtskräftig. Auch der Beschuldigte 1, 
welcher in der Untersuchung noch ausgesagt hatte, er sei zwar von M.________ 
betreffend eine Brandstiftung an der U.________ (Adresse) in BH.________ (Ort) 
angefragt worden und am Tattag zusammen mit N.________ vor Ort gewesen, mit 
dem eigentlichen Brandausbruch habe er aber nichts zu tun gehabt, schwenkte in 
der erstinstanzlichen Hauptverhandlung um und bezeichnete den Beschuldigten 2 
fortan klar als Auftraggeber für die Brandstiftung (vgl. pag. 4810 Z. 22 ff., Z. 28 ff; 
bestätigt in der oberinstanzlichen Verhandlung, pag. 5433 Z. 13 ff.). 

Grossmehrheitlich übereinstimmend mit N.________ schilderte der Beschuldigte 1 
in der Folge einen zweistufigen Ablauf der Brandstiftung; demnach habe man in ei-
ner ersten Phase am Nachmittag des 1. Mai 2012 zu dritt bzw. zusammen mit dem 
Beschuldigten 2 das Benzin besorgt und dann im Lager ausgeleert (vgl. pag. 4811 
Z. 27 ff., pag. 4812 Z. 5 ff., pag. 4819 Z. 18 ff.; bestätigt in der oberinstanzlichen 
Verhandlung, pag. 5434 Z. 15 ff., Z. 22 ff., Z. 36 ff.). Abends sei er, der Beschuldig-
te 1, zusammen mit N.________ zum Lager zurückgekehrt, sie hätten lüften gehen 
wollen. Dabei sei es wegen einer Unachtsamkeit von N.________ bzw. einer an-
gezündeten Zigarette zur ungewollten Explosion gekommen (vgl. pag. 4812 Z. 20 
ff., Z. 34 ff., pag. 4815 Z. 16 ff., Z. 30 ff.; bestätigt in der oberinstanzlichen Ver-
handlung, pag. 5435 Z. 16 ff., Z. 30 ff., pag. 5436 Z. 1 ff.). Die eigene Beteiligung 
an der Brandlegung versuchte der Beschuldigte 1 so gut wie möglich herunterzu-
spielen, indem er beispielsweise angab, nur der Fahrer gewesen zu sein, während 
der Vorbereitungen am Nachmittag im Auto gewartet und sich auch abends nicht in 
die unmittelbare Nähe des Lagers begeben zu haben (vgl. pag. 4811 Z. 32 f., 
Z. 36 f., pag. 4813 Z. 1 ff., pag. 4815 Z. 7 f., Z. 13 f., pag. 4820 Z. 13 ff.; bestätigt in 
der oberinstanzlichen Verhandlung, pag. 5433 Z. 28 ff., pag. 5434 Z.8 ff., Z. 12 f., 
Z. 15 ff., Z. 39, Z. 41 ff., pag. 5435 Z. 1 ff., Z. 21, Z. 31, Z. 40, Z. 43 f.). Überhaupt 
sei er, der Beschuldigte 1, gegen das Vorhaben gewesen und habe dem Beschul-

22

digten 2 auch nicht helfen wollen, dessen Versicherung zu betrügen (pag. 4820 
Z. 1 ff., Z. 13 ff., Z. 21 ff, Z. 27 ff.; auch bestätigt in der oberinstanzlichen Verhand-
lung, pag. 5433 Z. 38 ff., pag. 5434 Z. 6 f.). 

Es ist offensichtlich, dass der Beschuldigte 1 und N.________ in der erstinstanzli-
chen Hauptverhandlung reinen Tisch machen wollten, was den Auftraggeber der 
Brandstiftung anbelangt (vgl. dazu auch die Ausführungen von Rechtsanwalt 
B.________ in der oberinstanzlichen Verhandlung, pag. 5460). Dass es aber in 
Bezug auf den Ablauf so, wie es die beiden schilderten, also quasi zweistufig, nicht 
gewesen sein kann, hat die Vorinstanz in ihrer Urteilsbegründung überzeugend 
dargelegt (pag. 5090 f., S. 32 f. Urteilsbegründung). Die Kammer pflichtet den vor-
instanzlichen Erwägungen insofern bei, als dass auch sie die Einschätzung teilt, 
dass das Risiko entdeckt zu werden, massiv gewesen wäre, hätten sich der Be-
schuldigte 1 und N.________ zusammen mit dem Beschuldigten 2 bereits am 
späteren Nachmittag an die U.________ (Adresse) begeben, um das Benzin aus-
zuleeren. Dies deshalb, weil der starke Benzingeruch Passanten und/oder 
M.________ oder dessen Mitarbeiter hätte auffallen können. Auch hätten sich 
M.________ und seine Mitarbeiter nachmittags noch in der Lagerhalle aufhalten 
können. Darauf, dass dies tatsächlich der Fall gewesen sein könnte, deutet zumin-
dest die Tatsache hin, dass das Firmen-Handy der W.________ (GmbH) mit der 
Nummer ________ am 1. Mai 2012 von 16.54 Uhr bis 17.00 Uhr am Antennen-
standort «________ (Strasse), BH.________ (Ort)» – mithin an einem Standort, 
der knapp 400 Meter von der U.________ (Adresse) entfernt liegt – eingeloggt war 
(vgl. dazu pag. 698). Ausserdem bestätigte M.________, er selber sei am 1. Mai 
2012, kurz vor 17.00 Uhr, noch schnell an der U.________ (Adresse) gewesen und 
zu dieser Zeit seien auch seine Angestellten von einem grösseren Auftrag zurück 
gekommen (pag. 319 Z. 151 ff.; vgl. bestätigend auch pag. 324 Z. 31 und pag. 343 
Z. 264 ff., pag. 344 Z. 270 ff.; vgl. zum Ganzen auch die Ausführungen unter 
II.11.2.3.7. Schliessverhältnisse Brandobjekt und Ablauf am Tattag hiernach). 

Die Vorinstanz schlussfolgerte weiter zurecht, dass auch der Umstand, dass so-
wohl die anlässlich der Anhaltung sichergestellten Kleider des Beschuldigten 1, als 
auch diejenigen von N.________ mit Benzin kontaminiert waren, gegen ein Auslee-
ren des Benzins bereits am Nachmittag spricht. Dies weil höchst unwahrscheinlich 
ist, dass der Beschuldigten 1 und N.________ die offensichtlich beim Ausleeren 
des Benzins verschmutzten und stark nach Benzin riechenden Kleider noch über 
Stunden und insbesondere während des Besuchs bei den Eltern des Beschuldig-
ten 1 getragen haben. Auch die diesbezüglichen Erklärungsversuche des Beschul-
digten 1 sind unbehelflich. So machte dieser geltend, er habe seinen nach der Ex-
plosion am Boden bzw. weit unter einem Lieferwagen liegenden Cousin retten bzw. 
vom Feuer wegziehen wollen, dafür habe er niederknien bzw. sich auf den Bauch 
legen müssen, dabei sei er in Kontakt mit einer Benzinlache auf dem Boden des 
Vorplatzes des Lagers gekommen (pag. 240 Z. 96 ff., pag. 4813 Z. 10 ff., 
pag. 4814 Z. 13  ff., pag. 5437 Z. 3 ff.). Diese Darstellung ist als nicht glaubhafter, 
nachgeschobener Erklärungsversuch, mithin als reine Schutzbehauptung des Be-
schuldigten 1 zu werten, zumal N.________ selber keine dahingehenden Aussa-
gen machte. Dafür, dass N.________ durch die Explosion aus dem Lager hinaus 
und weit unter den davorstehenden Lieferwagen geschleudert worden wäre, liegen 

23

auch sonst keine Anhaltspunkte vor und es ist schlicht nicht vorstellbar, wie genau 
dies hätte geschehen sein sollen. Rechtsanwalt B.________ machte zudem in der 
oberinstanzlichen Verhandlung geltend, es hätte auch beim Auffüllen der Kanister 
zu den Rückständen an der Kleidung des Beschuldigten 1 gekommen sein können 
(vgl. pag. 5460). Es ist jedoch klar, dass ein kontrolliertes Abfüllen von Benzin in 
einen Kanister – abgesehen von allenfalls vereinzelten Spritzern – in aller Regel 
keine oder zumindest keine wesentlichen Verschmutzungen der Kleidung verur-
sacht, das unkontrollierte, dynamische, zwecks Vorbereitung einer Brandstiftung 
wohl auch etwas hektische Benetzen des Innern eines Lagers mit Benzin, hinge-
gen schon. 

Der Verteidigung ist zwar insofern beizupflichten, als dass der Beschuldigte 1 und 
N.________ die Kanister mit dem Benzin wohl kaum mit den Fahrrädern an den 
Brandort transportierten (vgl. die Ausführungen von Rechtsanwältin D.________ 
und Rechtsanwalt B.________ in der oberinstanzlichen Verhandlung, pag. 5453 
bzw. pag. 5460). Plausibel ist jedoch, dass die Kanister bereits vorgängig beim 
bzw. im Lager deponiert wurden. Ebenso wenig ist der Ausschluss eines Trans-
ports der Benzinkanister per Velo ein Beweis dafür, dass es sich um ein wie vom 
Beschuldigten 1 und von N.________ geschildertes zweiphasiges Geschehen ge-
handelt haben muss; möglich und naheliegend ist vielmehr, dass der Beschuldig-
te 1 und N.________ das vorgängig im bzw. beim Lager deponierte Benzin am 
Abend des 1. Mai 2012 ausschütteten und in der Folge auch gleich anzündeten. 
Schliesslich verfängt auch das in der oberinstanzlichen Verhandlung vorgebrachte 
Argument der Verteidigung, wonach zwischen dem Ausschütten des Brandbe-
schleunigers und dem Anzünden ein erheblicher Zeitraum habe liegen müssen, 
ansonsten es gar nicht zu einer derart krassen Explosion gekommen wäre, zumal 
Benzin Zeit brauche, um zu verdampfen (vgl. pag. 5460), nicht. Benzindämpfe 
entwickeln sich entgegen den Ausführungen der Verteidigung bekanntermassen 
relativ rasch. Ausserdem dauerte bereits das Ausschütten des Benzins bzw. das 
Benetzen der zu entzündenden Gegenstände an sich eine ganze Weile – Zeit, wel-
che vollkommen ausreicht, dass sich die explosiven Dämpfe entwickeln konnten. 

Nach Auffassung der Kammer muss weiter auch davon ausgegangen werden, 
dass gerade ein Auftraggeber kaum so unvorsichtig ist und sich noch am Nachmit-
tag des Tattages, wenige Stunden vor der geplanten Brandlegung sowie notabene 
zusammen mit den die Tat ausführenden Personen in die Nähe des vorgesehenen 
Brandobjektes begibt. Ein Auftraggeber wird sich im Gegenteil erfahrungsgemäss 
im Hintergrund halten und derartige Risikosituationen vermeiden. Auch der Be-
schuldigte 2 hätte sich kaum derart exponiert und sich und seinen Plan damit dem 
Risiko, entdeckt zu werden, ausgesetzt – erst recht nicht zu der vom Beschuldig-
ten 1 und von N.________ behaupteten Tageszeit. Der Beschuldigte 1 konnte 
denn auch in der oberinstanzlichen Verhandlung keine überzeugende Erklärung 
dafür vorbringen, weshalb der Beschuldigte 2 am Tattag noch in die Nähe des Tat-
ortes hätte gehen sollen (vgl. pag. 5434 Z. 28 ff., Z. 33 f., Z. 36 ff.). Für die Kammer 
drängt sich in Bezug auf die Tatsache, dass der Beschuldigte 1 und N.________ 
übereinstimmend ein zweiphasiges Geschehen schilderten, bei welchem der Be-
schuldigte 2 in der ersten Phase aktiv an der Vorbereitung der Brandlegung betei-
ligt gewesen sein soll und welches so nicht stattgefunden haben kann, folgende 

24

Erklärung auf: Der Beschuldigte 1 und N.________ passten ihre Aussagen insofern 
einander an, als sie dachten, sie müssten dem Beschuldigten 2 diesen aktiven 
Tatbeitrag andichten, um sicher gehen zu können, dass nicht bloss sie beide zur 
Verantwortung gezogen würden, sondern auch der Beschuldigte 2 für die durch ihn 
in Auftrag gegebene Brandstiftung haftbar gemacht würde. Wie bereits ausgeführt, 
ist entgegen den Schilderungen des Beschuldigten 1 und denjenigen von 
N.________ jedoch viel logischer und plausibler, dass der Beschuldigte 1 und 
N.________ erst am Abend des 1. Mai 2012 zum Lager fuhren, dort das vorgängig 
deponierte Benzin über die Schallplatten gossen und diese dann anschliessend 
«geordnet» in Brand setzten. 

Es kann zudem bereits an dieser Stelle festgehalten werden, dass es nach Auffas-
sung der Kammer weder Hinweise dafür gibt, dass der Beschuldigte 1 und 
N.________ mit ihren Aussagen einen unbekannten Dritten zu decken versucht 
hätten, noch dass sie dem Beschuldigten 2 einfach eins auswischen wollten, noch 
dass sie vollkommen eigenständig, quasi als Pyromanen ohne finanzielle Eigenin-
teressen, gehandelt hätten. Vielmehr besteht für die Kammer – wie nachfolgend 
aufgezeigt wird – kein Zweifel daran, dass der Beschuldigte 2 den Auftrag zur 
Brandstiftung erteilte. Die nachfolgend einzeln abgehandelten Indizien (vgl. dazu 
die Erwägungen unter II.11.2.3.3., II.11.2.3.4., II.11.2.3.5., II.11.2.3.6, II.11.2.3.7, 
II.11.2.3.8 sowie II.11.2.3.9 hiernach) belasten die Beschuldigten, insbesondere 
den Beschuldigten 2 als Auftraggeber, bzw. lassen in ihrer Gesamtheit keine Zwei-
fel offen, dass sich der angeklagte Sachverhalt im Ergebnis so präsentiert, wie be-
reits von der Vorinstanz dargelegt.

11.2.3.3. Auslösen des Brandes und Verursachen der Explosion

Wie es schliesslich zur explosionsmässigen Auslösung des Brandes kam, kann, 
wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat, offen bleiben (vgl. dazu pag. 5091, 
S. 33 Urteilsbegründung). Für die Kammer ist jedenfalls bereits angesichts der 
durch den Beschuldigten 1 und durch N.________ erlittenen Verletzungen erstellt, 
dass die Auslösung der Explosion unbeabsichtigt war, zumal sich die beiden 
Brandstifter wohl kaum derart selber gefährden wollten. Gemäss dem Rapport des 
KTD vom 18. Juni 2012 (pag. 174 ff.), welcher auf die beiden Gutachten des Insti-
tuts für Rechtsmedizin der Universität Bern (nachfolgend IRM) zur körperlichen Un-
tersuchung des Beschuldigten 1 (pag. 191 ff.) und von N.________ (pag. 195 ff.) 
verweist, wurden bei den Brandstiftern folgende Verletzungen festgestellt: 
N.________ erlitt an beiden Händen und im Gesicht massive Verbrennungen, die 
Kopf-, Bart- und Schnurrbarthaare wie auch die Augenbrauen waren versengt. 
Ausserdem hatte N.________ zwei Zähne herausgeschlagen (vgl. pag. 175 sowie 
die Fotodokumentation auf pag. 183 ff.). Der Beschuldigte 1 seinerseits wies leichte 
Verbrennungen im Gesicht auf (vgl. pag. 175 sowie die Fotodokumentation auf 
pag. 188 ff.).

Die Tatsache, dass der Beschuldigte 1 leichtere Verletzungen davon trug als 
N.________, ist entgegen den Ausführungen von Rechtsanwalt B.________ in der 
oberinstanzlichen Verhandlung (vgl. pag. 5460 und pag. 5461) kein Beweis dafür, 
dass der Beschuldigte 1 die Sache abblasen wollte, in sicherer Entfernung zur La-
gerhalle auf N.________ wartete, sich mithin nicht an der Brandlegung beteiligte, 

25

sondern nur Schmiere stand. Dass nicht nur N.________, sondern auch der Be-
schuldigte 1 im Innern des Lagers war, ist vielmehr aufgrund der detaillierten, 
stimmigen und nachvollziehbaren Schilderungen des Augenzeugen Y.________ 
erstellt. Dieser konnte beobachten, wie ein Mann nach der Explosion rückwärts lau-
fend aus dem Gebäude heraus kam. Der Mann sei zuerst alleine aus dem Gebäu-
de gekommen, habe dieses allerdings sofort wieder betreten. Dann habe er einen 
weiteren Mann rückwärts auf dem Boden aus dem Gebäude herausgeschleift (vgl. 
pag. 379 Z. 43 ff.). Der Mann, welcher seinen Kollegen aus dem Gebäude gezogen 
habe, sei hell gekleidet und aus Sicht von Y.________ nicht verletzt gewesen, er 
habe sich jedenfalls normal bewegen können. Der Mann sei etwas breiter resp. gut 
gebaut gewesen, habe etwas Kurzärmliges getragen und eine Glatze, resp. ganz 
kurze Haare gehabt (pag. 379 Z. 51 ff.). Diese Beschreibung passt genau zum Be-
schuldigten 1, welcher von kräftiger Statur ist und anlässlich der polizeilichen An-
haltung kurz nach dem Brandereignis ein weisses T-Shirt trug, kurze Haare hatte 
und abgesehen von leichten Verbrennungen im Gesicht unverletzt war (vgl. dazu 
insbes. die Fotografie auf pag. 13). Der andere Mann, welcher vom ersten Mann 
am Boden liegend herausgezogen worden sei, habe, so Y.________, im oberen 
Bereich des Körpers Verletzungen gehabt und dunkle Kleidung getragen (pag. 379 
Z. 57 f.). Auch diese Beschreibung stimmt zum einen mit den bei N.________ at-
testierten Verletzungen und zum anderen mit den Fotografien überein, welche an-
lässlich der polizeilichen Anhaltung kurze Zeit nach dem Brandereignis erstellt wur-
den und auf welchen ersichtlich ist, dass N.________ ein schwarzes T-Shirt trug 
(pag. 48 f.). Die Verletzungen von N.________– insbesondere diejenigen an den 
Händen (vgl. auch pag. 48 f.) – deuten darauf hin, dass es N.________ war, wel-
cher die Zündung mit einem Streichholz oder einem Feuerzeug auslöste. Dies wür-
de auch erklären, weshalb das Gesicht des Beschuldigten 1 weniger Verbrennun-
gen aufweist, als dasjenige von N.________, welcher näher an der Zündquelle 
stand und welchen die Wucht der unerwarteten Explosion unvermittelter traf (vgl. 
dazu auch die Ausführungen im Berichtsrapport des BEX vom 2. August 2012, wo-
nach N.________ sich offensichtlich im Zentrum der ablaufenden Verpuffung des 
Dampf-/Luftgemisches befunden und sich in der Folge vorwiegend an den nicht 
bekleideten Körperstellen schwere Verbrennungen zugezogen habe, während 
Trümmersturz und verschleuderte Gegenstände die offenen Wunden an seinem 
Kopf und den Zahnverlust herbeigeführt haben dürften, pag. 143). 

Was die Art und Weise der Zündung anbelangt, so ist diese gemäss dem Berichts-
rapport des BEX vom 2. August 2012 spurenmässig nicht belegbar (pag. 143). Die 
Kammer schliesst jedenfalls aus, dass die Zündung dadurch erfolgte, dass sich 
N.________ im Lager (in welches er sich nota bene nur begeben haben will, um zu 
lüften) eine Zigarette angezündet hatte, wie dies der Beschuldigte 1 auch in der 
oberinstanzlichen Verhandlung noch behauptete (vgl. pag. 5435 Z. 31 ff.; vgl. auch 
die Ausführungen von Rechtsanwalt B.________ in der oberinstanzlichen Verhand-
lung, pag. 5461). Selbst eine Person, welche gestresst ist und/oder kurz davor ei-
nen heftigen Streit ausgetragen hat, würde sich in dieser Situation keine Zigarette 
anzünden. Wer sich zum Lager begibt, um dort zu lüften, setzt sich wohl kaum der 
Gefahr (explosives Dampf-/Luftgemisch), die er angeblich beseitigen will, aus. Die 
diesbezüglichen Behauptungen des Beschuldigten 1 sind schlicht lebensfremd (vgl. 

26

dazu auch die zutreffenden Ausführungen der Generalstaatsanwaltschaft in der 
oberinstanzlichen Verhandlung, pag. 5465) und als reine Schutzbehauptung zu 
qualifizieren. Ganz offensichtlich versprach sich der Beschuldigte 1 von dieser sei-
nen eigenen Tatbeitrag bagatellisierenden Tatversion, dass sie ihn entlasten und 
sowohl Explosion als auch Brand als Unfall erscheinen lassen würde, wobei dann 
auch die unbeabsichtigte Zündung nicht durch ihn, sondern durch seinen Cousin 
erfolgt wäre (vgl. dazu ebenfalls die Ausführungen der Generalstaatsanwaltschaft 
in der oberinstanzlichen Verhandlung, pag. 5466). 

Betreffend die Abfolge von Zündung, Explosion und Vollbrand hält der Bericht des 
BEX fest, dass die flächige Inbrandsetzung unter Zuhilfenahme von Brandbe-
schleuniger zum sofortigen Vollbrand führte (pag. 143). Dies stimmt mit den Beob-
achtungen des Augenzeugen Y.________ überein, welcher zu Protokoll gab (pag. 
379 Z. 20 f.): «Nach der Explosion sah ich die Flammen sofort. Quasi von null auf 
hundert brannte das Gebäude.». Im Sinne eines Zwischenfazits hält die Kammer 
somit fest, dass es als Folge der wie auch immer gearteten Zündung im selben 
Moment zur Explosion des zündfähigen Dampf-/Luftgemisches und zum Vollbrand 
der Lagerhalle kam.

11.2.3.4. Brandobjekt und Brandausgangspunkt

Die Kammer erachtet aufgrund der Berichte des BEX vom 2. August 2012 
(pag. 138 ff.) und vom 16. Januar 2013 (pag. 169 ff.), des KTD-Rapports vom 
18. Juni 2012 (pag. 174 ff.) sowie des Berichts des IRM vom 5. Juli 2012 zur foren-
sisch-chemischen Untersuchung der sichergestellten Asservate (pag. 208 ff.) wei-
ter als erstellt, dass als Brandausgangspunkt das Schallplattenlager des Beschul-
digten 2 ausgemacht werden konnte. Weiter ist damit auch nachgewiesen, dass 
der Brand vorsätzlich ausgelöst wurde, indem die Täterschaft im Schallplattenlager 
des Beschuldigten 2 eine unbekannte Menge Motorenbenzin ausgoss und in der 
Folge anzündete. Dabei ist gemäss dem Rapport des BEX vom 16. Januar 2013 
und entgegen der Ausführungen von Rechtsanwältin D.________ in der oberin-
stanzlichen Verhandlung (vgl. pag. 5451) erstellt, dass einzig das Lager des Be-
schuldigten 2 Brandausgangspunkt war (vgl. pag. 172 f.: «Bezüglich der Ermittlun-
gen zur Brandursache und Brandauslösung kann jedoch erwähnt werden, dass 
spurenmässig belegt werden kann, dass lediglich die eingelagerten Gegenstände 
von C.________, dem Arbeitgeber von A.________, mit Brandbeschleuniger über-
gossen wurden.»). Und schliesslich gilt als erstellt, dass durch das Ausgiessen die-
ses Brandbeschleunigers die Voraussetzungen für die nicht beabsichtigte Rau-
mexplosion geschaffen wurden (vgl. dazu insbesondere pag. 143 f.). Das in diesem 
Zusammenhang vorgetragene Argument der Verteidigung des Beschuldigten 2, 
wonach jedes Kind wisse, dass Brandmittel nachträglich detektiert werden könnten, 
weshalb ein solches Vorgehen (Auftragserteilung durch den Beschuldigten 2 und 
Ausschütten des Brandbeschleunigers mitten in dessen Lager) viel zu plump ge-
wesen wäre (vgl. pag. 5451), vermag den Beschuldigten 2 nicht zu entlasten. Allein 
die Tatsache, dass ein illegales Verhalten aufgedeckt werden kann, hält Täter er-
fahrungsgemäss nicht zwangsläufig von der Deliktsbegehung ab. Nichts anderes 
gilt in Bezug auf das von Rechtsanwältin D.________ weiter vorgebrachte Argu-
ment, der Brandherd im Lager des Beschuldigten 2 spreche sogar gegen eine Auf-

27

tragserteilung durch ihren Klienten und passe gerade zur Hypothese, dass jemand 
anderes den Auftrag zur Brandlegung erteilt habe und vereinbart worden sei, den 
Beschuldigten 2 fälschlicherweise als Auftraggeber zu bezichtigen (vgl. pag. 5451). 
Die Kammer ist der Auffassung, dass die den Brand legenden Täter im Gegenteil 
davon ausgehen mussten, dass die versicherten Schallplatten nur dann verbren-
nen würden, wenn das Feuer an der entsprechenden Stelle des Lagers des Be-
schuldigten 2 gelegt würde. Wer sonst ausser dem Beschuldigten 2 einen finanziel-
len Vorteil aus der Zerstörung der Schallplatten hätte ziehen können, ist nicht er-
sichtlich. 

Durch den Brand im garageähnlichen Teil des Industriebaukomplexes U.________ 
(Adresse) in BH.________ (Ort) wurden zwar mehrere natürliche und juristische 
Personen geschädigt. Aus dem Kreis der Geschädigten gibt es jedoch ausser der 
W.________ (GmbH) als Mieterin und dem Beschuldigten 2 als Untermieter der 
Lagerhalle an der U.________ (Adresse) niemanden, der einerseits in einem ver-
gleichbaren finanziellen Umfang von einem Brand hätte profitieren können und der 
andererseits einen Bezug zum beim Brand verletzten Beschuldigten 1 aufweist. 
Dieser Bezug ist sodann beim Beschuldigten 2 deutlich enger als bei M.________, 
dem Inhaber der W.________ (GmbH): Der Beschuldigte 1 war im und ab dem 
Zeitpunkt des Brandes vom 1. Mai 2012 Angestellter des Beschuldigten 2. Demge-
genüber kannten sich M.________ und der Beschuldigte 1 gemäss den glaubhaf-
ten Angaben von M.________ nur flüchtig und auch das erst seit der «Züglete» der 
Schallplatten des Beschuldigten 2 ins Lager an der U.________ (Adresse), bzw. 
über den Beschuldigten 2 (vgl. pag. 325 Z. 112 ff., pag. 326 Z. 123 ff., Z. 130 f. und 
Z. 133 ff.: «Diese Person habe ich bereits gesehen. Herr C.________ kam einmal 
mit diesem Herrn zum Lager. Dies war ca. 2 Wochen vor dem Brandfall. Ansonsten 
habe ich diese Person nie gesehen.»; pag. 341 Z. 167 f. und Z. 170 f., pag. 346 
Z. 346 ff.). 

Nachdem der Beschuldigte 1 den erstinstanzlichen Schuldspruch wegen falscher 
Anschuldigung z.N. von M.________ akzeptiert hat (Ziff. A.III.4. des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs, pag. 4946), sind ausserdem die entsprechenden direkten 
Belastungen des letzteren Makulatur: Der Beschuldigte 1 hat schlicht gelogen, 
wenn er gegenüber der Polizei und der Staatsanwaltschaft jeweils M.________ als 
seinen Auftraggeber bezeichnete (vgl. pag. 225 Z. 34 ff., Z. 53 ff. pag. 228 Z. 22 ff., 
Z. 37 ff., pag. 229 Z. 90 ff., pag. 230 Z. 93 ff., pag. 237 ff., pag. 237 Z. 10 ff., 
pag. 238 Z. 23 ff., Z. 27 ff.). Dies gab er denn in der erstinstanzlichen Hauptver-
handlung auch explizit zu (vgl. pag. 4813 Z. 30 ff.; bestätigt auch in der oberin-
stanzlichen Verhandlung, vgl. pag. 5433 Z. 13 ff.). 

Betreffend eine aus Sicht der Verteidigung (und trotz der Aussagen des Beschul-
digten 1) nach wie vor nicht auszuschliessende Auftragserteilung durch 
M.________ (vgl. dazu die Ausführungen von Rechtsanwältin D.________ in der 
oberinstanzlichen Verhandlung, pag. 5452 ff.), verweist die Kammer sodann auf die 
überzeugenden, fundierten Ausführungen in der in Rechtskraft erwachsenen Ein-
stellungsverfügung vom 11. März 2016 (vgl. pag. 4281 ff.); danach hätte 
M.________ gar kein Motiv für die Brandstiftung, zumal er die W.________ 
(GmbH) erfolgreich führte (vgl. pag. 1590) und sowohl die finanziellen Verhältnisse 

28

von M.________ als auch diejenigen der W.________ (GmbH) im fraglichen Zeit-
raum gut waren (vgl. pag. 1593 ff.; vgl. auch die durch M.________ eingereichte 
Vermögensübersicht auf pag. 335). Insbesondere wiesen in der Zeit von Januar 
2010 bis Ende Mai 2012 weder M.________ privat noch die Firma W.________ 
(GmbH) Betreibungen oder Verlustscheine aus (vgl. dazu die Betreibungsregister-
auszüge vom 24. Mai 2012, pag. 3909 und pag. 3911). Mit anderen Worten war 
auch kein Bedarf an sofortigen flüssigen Mitteln vorhanden, was ein allfälliges Mo-
tiv von M.________ hätte darstellen können. Für sich selber als Privatperson 
machte M.________ den Versicherungen gegenüber aus dem Brandereignis gar 
keinen Schaden geltend (pag. 345 Z. 321 ff.). Und er pochte auch nicht etwa auf 
die Auszahlung der in seinem Fall ohnehin nicht sonderlich hohen Versicherungs-
gelder für die W.________ (GmbH). Für die beiden durch den Brand zerstörten 
Fahrzeuge erhielt M.________ von der Z.________ (AG) einen Betrag von 
CHF 26‘472.55 (vgl. pag. 342 Z. 218 ff., pag. 3725 i.V.m. pag. 3707 f. sowie 
pag. 3777) und für das diverse verbrannte Mobiliar und die Gerätschaften der 
W.________ (GmbH) von der Zivilklägerin 1 einen solchen von CHF 66‘500.00 
ausbezahlt (vgl. pag. 4090 ff.). Zudem lagen, abgesehen von den damaligen belas-
tenden Aussagen des Beschuldigten 1 sowie denjenigen von N.________, keine 
weiteren Beweise vor, welche den anfänglichen Tatverdacht gegen M.________ zu 
erhärten vermocht hätten. 

Ergänzend hält die Kammer fest, dass auch das Verhalten von M.________ nicht 
dem eines Brandstifters entspricht; insbesondere führte er seine GmbH nach dem 
Brandereignis zu Fortführungswerten weiter wie zuvor. Das von den Versicherun-
gen ausbezahlte Geld wurde gemäss den glaubhaften Angaben von M.________ 
(vgl. pag. 1579 Z. 326 ff.) und den Unterlagen der Zivilklägerin 1 (vgl. insbesondere 
pag. 4092) bzw. der Z.________ (AG) (vgl. pag. 3707 f., pag. 3725 und pag. 3777) 
in die Firma reinvestiert, womit ein Status quo erreicht wurde. Damit läuft auch die 
Argumentation der Verteidigung, wonach M.________ angesichts der ausgezahl-
ten Versicherungssumme der einzige gewesen sei, der aus dem Brand tatsächlich 
einen finanziellen Vorteil gezogen habe (vgl. pag. 5452 ff.), ins Leere, zumal eben 
gerade keine Umwandlung von gebundenem Kapital in flüssige Mittel erfolgte. Dies 
ganz im Gegensatz zu den Versicherungsgeldern in der Höhe von 
CHF 200‘000.00, welche der Beschuldigte 2 im Falle einer Auszahlung von der Zi-
vilklägerin 2 erhalten hätte, kann doch die verbrannte Plattensammlung (rund 
12‘5000 - 13‘000 Schallplatten) gemäss den eigenen Angaben des Beschuldigten 2 
nicht ersetzt werden (vgl. pag. 268 Z. 44 ff.). Dass M.________ das Unternehmen 
Ende 2014 schliesslich verkaufte (vgl. den Auszug aus dem Schweizerischen Han-
delsamtsblatt vom 27. November 2014, pag. 5478), lässt sich damit erklären, dass 
er seine Auswanderungspläne im Frühjahr 2015 – mithin erst drei Jahre nach dem 
Brandereignis – in die Tat umsetzte und gemeinsam mit seiner Frau nach Thailand 
auswanderte (vgl. dazu pag. 4016). Dafür, dass die Auswanderung ohne das 
Brandereignis und damit die Auszahlung von Versicherungsgeldern nicht möglich 
gewesen wäre, liegen keine Anhaltspunkte vor. Im Gegenteil, M.________ hatte 
das von den Versicherungen ausbezahlte Geld ja eben, wie bereits ausgeführt, 
wieder in die W.________ (GmbH) investiert. 

29

Sodann gibt es entgegen der seitens der Verteidigung in der oberinstanzlichen 
Verhandlung erwähnten Vermutung (vgl. pag. 5452) auch keinerlei Hinweise dar-
auf, dass der Beschuldigte 1 sich von M.________ hätte motivieren lassen, den 
Brand zu legen. Es stellt sich ohnehin die Frage, weshalb der Beschuldigte 1 sei-
nem Arbeitgeber und Freund, dem Beschuldigten 2, hätte schaden sollen. Der Be-
schuldigte 2 konnte diese Frage in der oberinstanzlichen Verhandlung auch auf 
mehrfache Nachfrage hin nicht nachvollziehbar beantworten (vgl. pag. 5447 Z. 5 ff., 
Z. 12 ff., Z. 18 ff., Z. 23 ff., Z. 28 ff., Z. 34 ff. und Z. 38 ff.). Es geht aus den glaub-
haften Schilderungen des Beschuldigten 1 hervor, dass er den Beschuldigten 2 
bewunderte, ihm gegenüber loyal war, weiterhin bei diesem bleiben, für ihn arbei-
ten und von dessen Dasein als grossem Star profitieren bzw. dank diesem «ein gu-
tes Leben» haben wollte (vgl. dazu pag. 4816 Z. 21 ff., Z. 30 ff., pag. 4817 Z. 28 ff., 
pag. 4818 Z. 14 ff., Z. 22 ff., Z. 28 ff., pag. 5433 Z. 19 f.). Entsprechend hätte er si-
cher nicht gegen den Willen bzw. ohne einen entsprechenden Auftrag des Be-
schuldigten 2 die Plattensammlung angezündet und damit die berufliche Existenz 
seines Arbeitgebers gefährdet. Plausibel ist vielmehr, dass er den Brand im Auftrag 
des Beschuldigten 2 und zugleich mit der Absicht legte, dass der Beschuldigte 2 
dafür eine hohe Versicherungssumme kassieren würde. Aus den gleichen Gründen 
besteht auch kein Anlass, anzunehmen, der Beschuldigte 1 habe sich am Beschul-
digten 2 rächen wollen oder der Beschuldigte 1 sei auf den Beschuldigten 2 und 
dessen Geld neidisch gewesen und habe auch so viel Geld haben wollen wie die-
ser (vgl. die Ausführungen von Rechtsanwältin D.________ in der oberinstanzli-
chen Verhandlung, pag. 5452 f.). Das Arbeitsverhältnis zwischen dem Beschuldig-
ten 1 und dem Beschuldigten 2 dauerte denn auch nach dem Brandereignis noch 
einige Monate, die freundschaftlich-kollegiale Beziehung sogar bis Herbst 2013, 
mithin für die Dauer von noch eineinhalb Jahren, an (vgl. die diesbezüglich über-
einstimmenden Aussagen des Beschuldigten 1 [pag. 4824 Z. 25 ff.] und des Be-
schuldigten 2 [pag. 302 Z. 173 f., pag. 4805 Z. 21, pag. 4845 Z. 30 ff., pag. 4850 
Z. 5 ff., pag. 5447 Z. 14 ff.]). Insbesondere leistete der Beschuldigte 2 im Februar 
2013 gemäss seinen eigenen Angaben noch die Anzahlung für das Leasing eines 
Porsche Cayenne und half die Leasingraten zu bezahlen (vgl. pag. 304 Z. 231 f., 
Z. 237 ff., Z. 250 ff., pag. 839 Z. 58 f., pag. 850 Z. 141 f. pag. 4804 Z. 22, Z. 26), 
wobei der Leasingvertrag auf den Namen des Beschuldigten 1 lief (pag. 304 
Z. 251, pag. 4804 Z. 11 ff., Z. 15 ff.) und dieser den Porsche auch hauptsächlich 
bzw. zumindest gleich oft wie der Beschuldigte 2 fuhr (pag. 304 Z. 265 f., pag. 305 
Z. 290 ff.). Die Tatsache, dass der Beschuldigte 2 dem Beschuldigten 1 faktisch ei-
nen Porsche Cayenne kaufte, verstärkt den Verdacht, dass der Beschuldigte 2 
dem Beschuldigten 1 etwas schuldig war und dass die Finanzierung des Leasings 
eine Entschädigung für die Legung des Brandes am 1. Mai 2012 darstellte. Erst 
nach dem Bruch der beiden im Sommer/Herbst 2013 stellte der Beschuldigte 2 
seine Zahlungen ein. 

Die Argumentation der Verteidigung, wonach M.________ den Beschuldigten 2 bei 
der Zivilklägerin 2 angeschwärzt habe (vgl. pag. 5454), vermag sodann weder 
M.________ zu be-, noch den Beschuldigten 2 zu entlasten. Zwar findet sich auf 
pag. 3539 f. tatsächlich ein Protokoll einer Besprechung vom 24. August 2012 zwi-
schen M.________ und Vertretern der Zivilklägerin 2. Aus der Aktennotiz der Zivil-

30

klägerin 2 vom 25. September 2012 geht zudem hervor, dass M.________ von sich 
aus mit der Zivilklägerin 2 Kontakt aufnahm und um ein Gespräch bat (vgl. 
pag. 624). Dieses Verhalten lässt sich aber ohne Weiteres erklären: M.________, 
welcher selber zu Unrecht der Anstiftung zur Brandstiftung bezichtigt wurde und 
sich aufgrund dessen einem Strafverfahren stellen musste, hatte selber ein offen-
kundiges Interesse daran, herauszufinden, was wirklich geschehen war und der 
Versicherung (welche sich im Strafverfahren als Straf- und Zivilklägerin gegen ihn 
hätte stellen können), den wahren Auftraggeber zu nennen. 

Was sodann die Anschuldigungen seitens von BC.________ anbelangt, wonach 
M.________ ihn zu Einbrüchen angestiftet und dafür bezahlt habe (vgl. dazu 
pag. 1612 ff., insbesondere pag. 1614 Z. 63 ff.), so lässt sich daraus bereits des-
halb nichts ableiten, weil BC.________ im Anschluss an diese Angaben eine Per-
sonenverwechslung einräumte (pag. 1616 Z. 147 ff.). In Bezug auf den Vorwurf der 
Schwarzarbeit (vgl. die Aussagen von BC.________, pag. 1617 Z. 178 ff.) hält die 
Kammer fest, dass selbst wenn bei M.________ tatsächlich schwarz gearbeitet 
worden wäre, dies selbstredend nicht eine wie auch immer geartete Verwicklung 
von M.________ in das vorliegend zu beurteilende Brandereignis vom 1. Mai 2012 
nachweisen würde. 

Schliesslich gilt es in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen, dass das Verfah-
ren gegen M.________ bereits am 11. März 2016 – also noch bevor der Beschul-
digte 1 seine Belastungen zurücknahm – mit überzeugender Begründung (u.a. kei-
ne objektivierbaren Hinweise auf M.________ als Täter, unglaubhafte Aussagen 
des Beschuldigten 1 etc.) rechtskräftig eingestellt wurde (vgl. pag. 4281 ff.). Damit 
steht betreffend den Brand vom 1. Mai 2012 allein der Beschuldigte 2 als Brandstif-
ter im Fokus. 

11.2.3.5. Umzug Schallplatten und Versicherungsabschluss

Vorab hält die Kammer fest, dass die Schallplattensammlung des Beschuldigten 2 
am 19. Januar 2012, also erst rund dreieinhalb Monate vor dem Brand, vom 
BD.________ (Adresse) in BE.________ (Ort) an die U.________ (Adresse) in 
BH.________ (Ort) gezügelt und im Lager der W.________ (GmbH) eingelagert 
wurde (pag. 3550). Dabei fällt auf, dass es sich beim neuen Lagerort um einen 
äusserst spartanisch eingerichteten Schuppen handelte (vgl. Foto Zivilklägerin 2, 
pag. 3554; Fotos BEX, pag. 165 ff.) und es drängt sich die Frage auf, ob das Lager 
tatsächlich einen geeigneten Aufbewahrungsort für eine angeblich wertvolle Plat-
tensammlung darstellte. Der Beschuldigte 2 begründete den Entscheid, die Samm-
lung dort einzulagern in der oberinstanzlichen Verhandlung wenig überzeugend 
damit, dass M.________ ihm versichert habe, es sei dort alles sicher und es sei 
noch nie etwas passiert (vgl. pag. 5442 Z. 15 ff.). Der Entscheid, die Sammlung in 
der Lagerhalle in BH.________ (Ort) unterzubringen, erstaunt denn auch umso 
mehr, als der Beschuldigte 2 ja gemäss eigenen Angaben zur gleichen Zeit von 
S.________ ein Angebot erhielt; dieser hätte die Plattensammlung bei sich zu 
Hause aufbewahren und auch digitalisieren wollen (vgl. pag. 269 Z. 73 ff., pag. 281 
Z. 76 ff., pag. 4848 Z. 9 ff.), womit insbesondere auch die sich gemäss Angaben 
des Beschuldigten 2 unter den Platten befindlichen Raritäten gesichert gewesen 
wären. Auch der diesbezüglich in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung auf ent-

31

sprechende Frage hin vorgebrachte Erklärungsversuch des Beschuldigten 2, wo-
nach er sich trotzdem für die Lagerung in BH.________ (Ort) entschieden habe, 
weil eine Digitalisierung sehr lange dauere, er aber damals extrem viel unterwegs 
gewesen sei und nicht immer nach BG.________ (Ort) habe gehen können 
(pag. 4849 Z. 1 ff.), vermag nicht zu überzeugen. Der angegebene Wert der 
Schallplatten und auch die Tatsache, dass der Beschuldigte 2 selber seine Samm-
lung als sein Lebenswerk bezeichnet (pag. 268 Z. 35 ff., pag. 274 Z. 266, vgl. auch 
pag. 4851 Z. 2 ff.), hätten den relativ kurzen Weg von BE.________ (Ort) nach 
BG.________ (Ort) (15 bis 30 Minuten mit dem Auto) doch allemal gerechtfertigt. 
Ausserdem stehen diese Aussagen des Beschuldigten 2 auch im Widerspruch zu 
seinen eigenen Angaben, wonach er ohnehin bloss «zwischendurch» im Lager an 
der U.________ (Adresse) gewesen sei und er nicht regelmässig Zugriff auf die 
eingelagerten Schallplatten benötigt habe, da er mit CD’s arbeite (pag. 270 Z. 89 f. 
und Z. 105 f.). Letzteres stimmt im Übrigen mit den Angaben von M.________ übe-
rein, wonach der Beschuldigte 2 nur sehr selten Zugang zum Lager haben musste 
und erst im April 2012 vermehrt ins Lager gekommen sei, um Sachen zu sortieren 
(pag. 340 Z. 158 ff.).

Im Nachgang zum Umzug der Schallplatten kam es nachgewiesenermassen zur 
Änderung der bestehenden Versicherung der Schallplatten – für welche der Be-
schuldigte 2 bislang nur die Prämien für das Jahr 2010 bezahlt hatte (vgl. dazu die 
Ausführungen hiernach) – bzw. zum Abschluss einer neuen Fahrhabeversicherung 
bei der Zivilklägerin 2 (Police-Nr. ________). In diesem Zusammenhang gilt es 
festzuhalten, dass bereits vor der Einlagerung der Sammlung in BH.________ 
(Ort), als der Beschuldigte 2 die Schallplatten noch bei seinem Bekannten 
AA.________ am AB.________ (Adresse) im BD.________ (Adresse) 
BE.________ (Ort) eingelagert hatte (vgl. pag. 269 Z. 60 ff., pag. 281 Z. 49 ff.), ein 
Versicherungsvertrag zwischen dem Beschuldigten 2 und der Zivilklägerin 2 be-
stand (vgl. die zutreffenden Ausführungen von Rechtsanwältin D.________ in der 
oberinstanzlichen Verhandlung, pag. 5451). Dies abweichend von den Erwägungen 
der Vorinstanz (pag. 5098 f., S. 40 f. Urteilsbegründung) und entgegen den äus-
serst widersprüchlichen eigenen Angaben des Beschuldigten 2 (vgl. pag. 269 Z. 58 
ff., pag. 4847 Z. 26 f., wonach die Sammlung versichert gewesen sei, vgl. jedoch 
auch pag. 281 Z. 70 ff. und pag. 4846 Z. 34 ff., wonach die Sammlung nicht versi-
chert gewesen sei, sowie pag. 4853 Z. 1 ff. wonach die Sammlung über 
AA.________ versichert gewesen sei, bzw. pag. 282 Z. 87 ff., wonach die Versi-
cherung sistiert gewesen sei, er aber trotzdem dafür habe bezahlen müssen). 

Aus der von der Zivilklägerin 2 eingereichten, von H.________ (Leiter der Abteilung 
Bekämpfung Versicherungsmissbrauch) verfassten Aktennotiz vom 25. Septem-
ber 2012 (vgl. pag. 623 f. bzw. pag. 3522 f.) sowie den weiteren, bei der Zivilkläge-
rin 2 edierten Unterlagen (pag. 3524 ff.), geht sodann ein Ablauf hervor, welcher 
aufhorchen lässt und den Beschuldigten 2 zusätzlich belastet: 

Zunächst ist aus dem Dokument «Informationen zur Police-Nr. ________», da-
tierend vom 27. September 2012 (pag. 3560 ff.), ersichtlich, dass der Beschul-
digte 2 von der Zivilklägerin 2 seit dem Abschluss der ursprünglichen Versiche-
rung im Frühjahr 2010 betreffend die ausstehende Prämienzahlung für das erste 

32

Versicherungsjahr mehrmals gemahnt, bezüglich die Prämie für das Folgejahr 
2011 gemahnt und dann sogar betrieben werden musste (pag. 3561). Am 
15. Februar 2012 nahm der Beschuldigte 2 mit dem Kundenberater, 
AC.________, Kontakt auf, um diesem den neuen Lagerort für seine am 19. Ja-
nuar 2012 durch M.________ von Bern nach BH.________ (Ort) transportierte 
Schallplattensammlung zu zeigen. In der Folge wurde der bestehende Versiche-
rungsvertrag angepasst (vgl. pag. 3565). Den Antrag für die neue Police der 
Fahrhabeversicherung liess die Zivilklägerin 2 dem Beschuldigten 2 mit Schrei-
ben vom 29. März 2012 zugehen (pag. 3564 f.), am 11. April 2012 wurde der 
Antrag vom Beschuldigten 2 gegengezeichnet (pag. 3560 und pag. 632 bzw. 
pag. 3569). Aus der Aktennotiz der Zivilklägerin 2 (pag. 3522) geht hervor, dass 
der Beschuldigte zu wissen wünschte, ob die neuversicherten Schallplatten nun 
gedeckt seien, worauf er die Antwort erhalten habe, dass keine Deckung gege-
ben sei, solange die offenen Prämien nicht bezahlt seien. Dass es sich bei der 
am 28. März 2012 bezahlten Prämie (pag. 3522) um die ausstehende Prämie in 
der Höhe von CHF 881.30 für das Jahr 2011 handeln muss, geht aus der von 
der Zivilklägerin 2 eingereichten Übersicht zum Zahlungs-Stand und zum Mahn-
verfahren hervor (vgl. pag. 3560 f.); die ursprüngliche Prämie von CHF 861.30 
erhöhte sich mit Versand der 2. Mahnung auf CHF 881.30, was exakt dem Be-
trag entspricht, welchen der Beschuldigte am 28. März 2012 überwies. Der ent-
sprechende Zahlungseingang wurde am 30. März 2012 bei der Zivilklägerin 2 
verbucht (pag. 3561). Am 20. April 2012 wurde dann ab dem Konto von 
R.________ bzw. der AD.________ (Firma) – und nota bene mit Geld aus dem 
Pensionskassenbezug von R.________ – die Prämie für das Jahr 2012 in der 
Höhe von CHF 882.80 an die Zivilklägerin 2 überwiesen (vgl. pag. 1213; vgl. 
dazu auch die entsprechenden Ausführungen hiernach). Am 23. April  2012 ging 
die entsprechende Zahlung bei der Zivilklägerin 2 ein (pag. 3561; vgl. für die 
Prämienhöhe auch pag. 3571), worauf gleichentags die maschinell ausgefertig-
te Deckungszusage erfolgte und das Mahnverfahren eingestellt wurde 
(pag. 3522 und pag. 3561). Am 1. Mai 2012 erkundigte sich der Beschuldigte 
gemäss Aktennotiz nochmals beim Kundenberater, ob die Deckung gegeben 
sei, was ihm dieser bestätigte (pag. 623 bzw. pag. 3522). Am Abend des glei-
chen Tages verbrannte dann die gesamte Plattensammlung im Lager an der 
U.________ (Adresse). 

Die Verteidigung brachte in der oberinstanzlichen Verhandlung zunächst vor, 
aus den Akten würden keinerlei Anhaltspunkte dafür hervorgehen, dass der Be-
schuldigte 2 auf den Versicherungsabschluss gedrängt hätte (vgl. pag. 5451). 
Dem ist entgegen zu halten, dass sich aus dem geschilderten Sachverhalt zu-
mindest ergibt, dass die Versicherungsänderung bloss rund dreieinhalb Monate 
vor dem Brandereignis auf Initiative des Beschuldigten 2 hin erfolgte. Ausser-
dem ist aufgrund der Aktennotiz vom 25. September 2012, an deren Richtigkeit 
keine Zweifel bestehen (vgl. dazu auch die entsprechenden Ausführungen hier-
nach), erstellt, dass sich der Beschuldigte 2 unmittelbar nach dem Versiche-
rungsabschluss vom 11. April 2012 bei der Versichererin erkundigte, ob die De-
ckung nun gegeben sei (vgl. pag. 3522), und er nach Verneinung dieser Frage 
durch die Zivilklägerin 2 relativ zeitnah, konkret am 20. April 2012, die noch 

33

ausstehende Prämie für das Jahr 2012 überwies, um die Deckung sicherzustel-
len. Dabei ist zu betonen, dass der Beschuldigte 2 die ebenfalls noch ausste-
hende Prämie für das Jahr 2011 auch erst am 28. März 2012, mithin bloss zwei 
Wochen vor der Gegenzeichnung der Versicherungsvertragsofferte, beglichen 
hatte. Schliesslich erkundigte sich der Beschuldigte 2 gemäss Aktennotiz vom 
25. September 2012 am 1. Mai 2012 – nota bene am Tag des Brandereignisses 
– erneut nach der Versicherungsdeckung (vgl. dazu auch die zutreffenden Aus-
führungen der Vorinstanz, pag. 5099). Aus diesen Umständen geht entgegen 
den Ausführungen der Verteidigung zumindest hervor, dass es dem Beschuldig-
ten 2 im Frühjahr 2012 offenbar plötzlich sehr wichtig war, die bereits seit dem 
Jahr 2010 ausstehenden Versicherungsprämien zu bezahlen, um fortan eine 
Versicherungsdeckung zu haben. Weshalb dem Beschuldigten 2 die Deckung 
plötzlich derart wichtig war, nachdem er die Prämien jahrelang nicht bezahlt hatte, 
konnte er denn auch nicht nachvollziehbar erklären; in der erstinstanzlichen Ver-
handlung führte er in diesem Zusammenhang lediglich aus, sein Versicherungsbe-
rater habe ihm nahe gelegt, die Schallplatten an der U.________ (Adresse) zu ver-
sichern, es sei diesem ein «zu heisser» gewesen (vgl. pag. 4847 Z. 29 f.). Nach 
Auffassung der Kammer stellen die eben erörterten Umstände ein weiteres ge-
wichtiges Indiz für die Täterschaft des Beschuldigten 2 dar. 

Dies umso mehr, als die Plattensammlung zu einem noch früheren Zeitpunkt, 
als sie noch im damaligen Wohnhaus des Beschuldigten 2 in BG.________ 
(Ort) eingelagert war (vgl. pag. 281 Z. 54 f.), gemäss den eigenen Angaben des 
Beschuldigten 2 nicht einmal separat versichert, sondern lediglich in der Haus-
ratversicherung der Familie C.________ miteingeschlossen war (vgl. pag. 281 
Z. 58 f. und Z. 62 ff., pag. 5442 Z. 25 ff.). Der Hausrat war damals gemäss der 
Versicherungspolice (pag. 3662) im Brandfall für bloss CHF 220‘000.00 versi-
chert, womit die Hausratversicherung – für den Fall, dass die Plattensammlung 
tatsächlich einen Wert von CHF 200‘000.00 hat – bei Eintritt eines Totalscha-
dens niemals ausgereicht hätte, um den Schaden zu decken (vgl. auch die Aus-
sagen des Beschuldigten 2 in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung, 
pag. 4847 Z. 8 ff.). Auch die in der oberinstanzlichen Verhandlung seitens der Ver-
teidigung vorgebrachte Argumentation, wonach kein Mensch so dumm wäre, auf 
einen Versicherungsabschluss zu drängen und sieben Tage nach der Deckungs-
zusage die Plattensammlung abzufackeln, nicht ohne sich noch gleichentags die 
Versicherungsdeckung bestätigen zu lassen (vgl. pag. 5451), vermag die erstellten 
Erkenntnisse nicht in Zweifel zu ziehen. 

Der Beschuldigte 2 bezweifelt die Richtigkeit der erwähnten Aktennotiz vom 
25. September 2012 bzw. deren Inhalt (vgl. seine Aussagen in der oberinstanz-
lichen Verhandlung, pag. 5443, Z. 29, Z. 31 ff. und Z. 36 ff., pag. 5448 Z. 34 ff.). 
Entgegen den Ausführungen von Rechtsanwältin D.________ in der oberin-
stanzlichen Verhandlung (vgl. pag. 5452) ergibt sich die Richtigkeit des Inhalts 
der Aktennotiz jedoch bereits aus der eben wiedergegebenen Vorgeschichte; es 
handelt sich bei der Aktennotiz vom 25. September 2012 nämlich nicht um eine 
isolierte Feststellung den 1. Mai 2012 betreffend, sondern vielmehr um eine Auf-
listung sämtlicher Geschehnisse und Kontakte zwischen dem Beschuldigten 2 
als Versicherungsnehmer und der Zivilklägerin 2 als Versichererin. Dass die 

34

Geschehnisse und Kontakte zudem mit den übrigen Unterlagen, insbesondere 
den maschinell generierten Übersichten der Zivilklägerin 2 zur Police des Be-
schuldigten 2, übereinstimmen und damit objektiviert sind, wurde aufgezeigt. 
Weshalb vor diesem Hintergrund ausgerechnet der Eintrag betreffend die De-
ckungsanfrage am 1. Mai 2012 nicht stimmen sollte, erschliesst sich der Kam-
mer nicht. Ebenso wenig sieht die Kammer, welches Interesse die Zivilkläge-
rin 2 an einer falschen Eintragung gehabt haben sollte (vgl. dazu auch die Aus-
führungen des stv. Generalstaatsanwalts in der oberinstanzlichen Verhandlung, 
pag. 5466). Auch sind keinerlei Hinweise dafür erkennbar, dass am 1. Mai 2012 
zwar jemand bei der Zivilklägerin 2 angerufen und sich nach der Versiche-
rungsdeckung erkundigt haben könnte, dieser Anrufer aber nicht der Beschul-
digte 2 gewesen sein sollte (vgl. die in diesem Zusammenhang gemachten Aus-
führungen von Rechtsanwältin D.________, pag. 5452). Vielmehr drängt sich 
der Schluss, dass der Beschuldigte 2 auf Nummer sicher gehen wollte und vor-
gängig zur Brandlegung bezüglich Versicherungsdeckung noch einmal nach-
fragte, geradezu auf. 

Zusammenfassend hält die Kammer fest, dass die relativ kurze Zeit vor dem Brand 
erfolgte Änderung der bereits bestehenden Versicherung für die ebenfalls kurz vor 
dem Brandereignis gezügelte Schallplattensammlung sowie die plötzliche Bezah-
lung der bereits seit Jahren ausstehenden Versicherungsprämien unter den gege-
benen Umständen ein starkes Indiz für