# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 48d91459-f820-5b9b-bcb1-2ea5953ebf8b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-09-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 07.09.2004 ZF 2004 19
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2004-19_2004-09-07.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 07. September 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 04 19

(Eine gegen diese Entscheidung erhobene staatsrechtliche Beschwerde 
wurde vom Bundesgericht mit Urteil vom 09. Mai 2005 (4P.67/2005) abgewie-
sen.)

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Lazzarini, Rehli, Sutter-Ambühl und Riesen-Bienz 
Aktuar Engler

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In der zivilrechtlichen Berufung

der Z., Klägerin und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Wer-
ner Jörger, Alexanderstrasse 1/Bahnhofstrasse 11, 7001 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtes H i n t e r r h e i n  vom 1. Oktober 2003, mitgeteilt 
am 17. Februar 2004, in Sachen der Klägerin und Berufungsklägerin gegen die 
Y . , Beklagte und Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Marc 
E. Wieser, Dimvih, 7524 Zuoz,

betreffend Vorkaufsrecht (Kosten),

2

hat sich ergeben:

3

A. 1. In den Jahren 1994 und 1995 verstarben die Eltern von Z., A. und B. 
X.. Ihr Nachlass bestand aus einem Darlehen an die W. AG, V., über Fr. 
260'000.00 und aus 100 Namenaktien der W. AG à Fr. 1000.00 nom., deren Wert 
am 31. Dezember 1998 Fr. 640'000.00 betrug. Mit schriftlichem Erbteilungsvertrag 
vom 10. Mai 1999 einigten sich die Erben der Eheleute X. (U., Z., T., S., R., Q., 
P., O. und N.) über die Aufteilung des Nettovermögens ihrer Eltern von Fr. 
900'000.00. Sie vereinbarten dabei, dass E., Q., P. und N. das Darlehen gegenü-
ber der W. AG sowie die Aktien dieser Gesellschaft zu einem Anrechnungswert 
von pauschal Fr. 900'000.00 übernehmen würden (Ziffer 1). Die Anteile der fünf 
übrigen Erben von je Fr. 100'000.00 sollten wie folgt ausbezahlt werden: je Fr. 
70'000.00 Zug um Zug mit Unterzeichnung des Erbteilungsvertrages und die rest-
lichen je Fr. 30'000.00 per 31. Dezember 1999 (Ziffer 2).

2. Während die Ziffer 3 des Erbvertrages den Zeitpunkt des Besitzes-
antritts regelt, wurden in den Ziffern 4 und 5 ein Gewinnbeteiligungsrecht und ein 
preislich limitiertes Vorkaufsrecht vorgesehen. Diese beiden Bestimmungen lau-
ten wie folgt:

„4. Bei einem Verkauf der Aktien der W. AG oder Liegenschaften ausser 
zur Betriebssicherung durch die heutigen Übernehmenden innerhalb 
von 15 Jahren, d. h. bis zum 31. Dezember 2014 an Dritte steht den 
Miterben ein Vorkaufsrecht und ein Gewinnbeteiligungsrecht an den 
heute erworbenen Aktien zu. Das Vorkaufsrecht und das Gewinnbe-
teiligungsrecht gelten nicht bei einem Kaufgeschäft unter den Ge-
schwistern und Miterben.

 5. Die Erben räumen sich gegenseitig ein preislich limitiertes Vorkaufs-
recht an den Aktien der W. AG, V., ein. Der Vorkaufsfall tritt dann ein, 
wenn einer/eine der vorkaufsbelasteten Aktionäre alle oder einen Teil 
seiner/ihrer heute übernommenen Aktien verkaufen will und einer/eine 
oder mehrere Vorkaufsberechtigte vom Vorkaufsrecht Gebrauch ma-
chen wollen. Das Vorkaufsrecht kann zum im vorliegenden Erbtei-
lungsvertrag vereinbarten Anrechnungswert von CHF 6400 zuzüglich 
fünf Prozent Zins pro Jahr (linear, ohne Zinseszins) ausgeübt werden. 
Wollen mehrere Vorkaufsberechtigte vom Vorkaufsrecht Gebrauch 
machen, so steht das Vorkaufsrecht jedem/jeder zu gleichen Teilen 
zu.

Der Vorkaufsbelastete hat die Vorkaufsberechtigten über Abschluss 
und Inhalt eines Kaufvertrages unverzüglich schriftlich in Kenntnis zu 
setzen. Binnen 15 Tagen seit Kenntnisnahme vom Vorkaufsfall haben 
die Vorkaufsberechtigten ihre Ausübungserklärung schriftlich dem Ei-
gentümer der Aktien zur Kenntnis zu bringen.“

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Die Ziffer 6 des Erbteilungsvertrages handelt von dem für die Bemessung 
der Gewinnbeteiligung massgebenden Übernahmewert der Aktien der W. AG, 
während die Ziffer 7 den Mehrwertausgleich für den Fall regelt, dass die Liegen-
schaften oder die Aktien zu einem Preis von über 2,5 Millionen Franken veräussert 
werden. Weitere Abmachungen finden sich schliesslich noch in den Ziffern 8-10.

3. Im Verlaufe der Jahre 2000 und 2001 bemühten sich die Beteiligten 
um den Verkauf der Aktien der W. AG. Anfangs 2002 wurden zwischen dem 
Treuhänder Dr. M., den vier Aktionären der W. AG und C. und D. L. als Vertreter 
der Y. Verkaufsverhandlungen geführt. Schliesslich wurde am 27. März 2002 ein 
Vertrag zwischen der W. AG und der Y. über den Verkauf aller im Eigentum der 
W. AG stehenden Liegenschaften zu einem Preis von pauschal Fr. 2'585'000.00 
unterzeichnet. Darüber wurden die Erben gleichentags schriftlich unterrichtet. Am 
1. Juli 2002 wurde der Vertrag zum grundbuchlichen Vollzug angemeldet.

Am 27. Juni 2002 liess Z. der Verwaltungsratspräsidentin der W. AG, deren 
Rechtsvertreter und Dr. M. schriftlich mitteilen, dass sie bezüglich des Kaufvertra-
ges zwischen der W. AG und der Y. vom Vorkaufsrecht zu den mit der Käuferin 
ausgehandelten Bedingungen Gebrauch mache.

Das Grundbuchinspektorat Graubünden wies das Gesuch der Klägerin um 
Feststellung der Nichtbewilligungspflicht respektive um Erteilung der Erwerbsbe-
willigung für die an die Y. verkauften Grundstücke gestützt auf Art. 62 bzw. Art. 64 
BGBB mit Verfügung vom 19. Juni 2002 ab. Diesen Entscheid bestätigte die kan-
tonale Landwirtschaftskommission mit Entscheid vom 12. Dezember 2002, mitge-
teilt am 8. Januar 2003. Der hiergegen durch Z. erhobene Rekurs wurde vom Ver-
waltungsgericht des Kantons Graubünden mit Urteil vom 21. August 2003, mitge-
teilt am 23. September 2003, ebenfalls abgewiesen.

B. Am 19. Juli 2002 liess Z. beim Kreispräsidenten Thusis als Vermittler 
gegen die Y. Klage einreichen. Laut dem Leitschein vom 1. Oktober 2002 hatte 
sie an der Sühneverhandlung vom 30. September 2002 die folgenden Anträge 
gestellt:

„1. Es sei festzustellen, dass die Klägerin durch Ausübung des ihr zuste-
henden Vorkaufsrechts an die Stelle der Beklagten in den zwischen 
ihr und der W. AG, V., am 27. März 2002 auf dem Grundbuchamt Thu-
sis abgeschlossenen Grundstückkaufvertrag betreffend in der Ge-

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meinde V. Parz. Hauptbuchblatt Nr. 203 Grundbuchpläne 10 und 11 
sowie Parz. Hauptbuchblatt Nr. 234 Grundbuchplan Nr. 12 und Parz. 
Hauptbuchblatt Nr. 195 Grundbuchplan Nr. 12 sowie in der Gemeinde 
K. Parz. Hauptbuchblatt Nr. 163 Grundbuchplan Nr. 5 eingetreten ist.

 2. Das Grundbuchamt Thusis sei anzuweisen, den Eintrag der Beklagten 
als Eigentümerin der vorerwähnten Parzellen im Grundbuch zu lö-
schen und an ihrer Stelle die Klägerin einzutragen, nachdem sie sich 
darüber ausgewiesen hat, dass sie

a) den Kaufpreis von Fr. 2'585'000.00 sichergestellt oder bezahlt hat,
b) die Bewilligung bezüglich Erwerb landwirtschaftlicher Parzellen

besitzt.

 3. Unter vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kos-
ten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten.“

C. Mit Prozesseingabe vom 22. Oktober 2002 unterbreitete Z. die Streit-
sache dem Bezirksgericht Hinterrhein, wobei sie an ihren Rechtsbegehren 
gemäss Leitschein festhielt.

In ihrer Prozessantwort vom 16. Dezember 2002 liess die Y. demgegenüber 
beantragen:

„1. Die Klage sei abzuweisen.

 2. Unter vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kos-
ten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7.6 % Mwst zulasten der Klä-
gerin.“

Ein zweiter Schriftenwechsel wurde nicht durchgeführt.

D. Mit Urteil vom 1. Oktober 2003, mitgeteilt am 17. Februar 2004, er-
kannte das Bezirksgericht Hinterrhein:

„1. Die Klage wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Kreisamtes Thusis in der Höhe von Fr. 146.00 sowie 
die Gerichtskosten des Bezirksgerichtes Hinterrhein, bestehend aus 
Gerichtsgebühren (inkl. Streitwertzuschlag) von Fr. 31'700.00, 
Schreibgebühren von Fr. 610.00 und Barauslagen von Fr. 220.00, to-
tal Fr. 32'530.00, gehen zu Lasten der Klägerin, welche die Beklagte 
ausseramtlich mit Fr. 73'561.50 zu entschädigen hat.

3. Mitteilung an: ...“

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E. Hiergegen liess Z. am 8. März 2004 Berufung an die Zivilkammer 
des Kantonsgerichtes erklären mit dem Begehren:

„1. Ziffer 2 des angefochtenen Urteils sei aufzuheben.

 2. Die Kosten des Kreisamtes Thusis in der Höhe von Fr. 146.00 sowie 
die Gerichtskosten des Bezirksgerichts Hinterrhein, bestehend aus 
Gerichtsgebühren von Fr. 5850.00, Schreibgebühren von Fr. 610.00 
und Barauslagen von Fr. 220.00, total Fr. 6680.00, seien der Klägerin 
aufzuerlegen.
Die Klägerin habe die Beklagte ausseramtlich mit Fr. 21'861.50 zu ent-
schädigen.

 3. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten 
für das Berufungsverfahren.“

Diese Anträge wurden von Z. in ihrer schriftlichen Berufungsbegründung 
vom 18. Mai 2004 ausdrücklich bestätigt.

F. In ihrer Berufungsantwort vom 28. Juni 2004 liess die Y. demgegenü-
ber das Begehren stellen:

„Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen, soweit überhaupt darauf ein-
getreten werden kann.“

G. Auf die näheren Ausführungen im angefochtenen Urteil sowie in den 
Eingaben der beiden Parteivertreter wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen 
eingegangen.

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Die Zivilkammer zieht in Erwägung:

1. Z. fand sich offenkundig damit ab, dass ihre Klage durch das Be-
zirksgericht Hinterrhein abgewiesen wurde, liess sie doch die Ziffer 1 des vorin-
stanzlichen Urteilsdispositivs unangefochten. In Bezug auf den in dessen Ziffer 2 
enthaltenen Kostenentscheid, der grundsätzlich mit dem gleichen Rechtsmittel wie 
die Hauptsache weiterziehbar ist (PKG 1996-21-97) – in Fällen wie dem vorliegen-
den also mit Berufung (Art. 19 Ziff. 1 ZPO i. V. m. Art. 218 Abs. 1 ZPO) –, erkannte 
die Klägerin überdies ausdrücklich an, dass die zulässigen Verfahrenskosten des 
Bezirksgerichtes Hinterrhein ausschliesslich ihr zu überbinden seien und dass sie 
entsprechend verpflichtet werden dürfe, der Y. für ihre Umtriebe vor erster Instanz 
eine angemessene, an sich ungeschmälerte ausseramtliche Entschädigung zu 
entrichten.

Von Z. beanstandet wird hingegen, dass die Vorinstanz bei der Bemessung 
der abzuwälzenden Verfahrenskosten eine übersetzte Gerichtsgebühr eingesetzt 
habe und dass die Gegenpartei in den Genuss einer unangemessen hohen Um-
triebsentschädigung komme. Während auf Letzteres nach dem eben genannten 
Grundsatz eingetreten werden kann, ist dies bei Ersterem, wie gleich zu zeigen 
sein wird, nicht der Fall.

2. Vom Grundsatz, wonach der Bestandteil des Urteils bildende Kos-
tenentscheid den gleichen Weiterzugsmöglichkeiten unterliegt wie die Hauptsa-
che, sieht Art. 13 der Verordnung über die Verfahrenskosten und Entschädigun-
gen im Zivilverfahren (BR 320.070) bezüglich der Kostenhöhe eine Ausnahme vor. 
Der Betroffene, der gestützt auf Art. 12 Abs. 2 dieser Verordnung bei dem mit der 
Streitsache befassten Gerichtspräsidenten eine begründete Kostenabrechnung 
erwirkt hat und hiermit nicht einverstanden ist, muss sich in der Folge insoweit, als 
er eine Missachtung des Kostentarifs (BR 320.075) rügen will, gegen den Kosten-
entscheid in analoger Anwendung der Art. 232 ff. ZPO mittels Beschwerde beim 
Kantonsgerichtsausschuss zur Wehr setzen (PKG 1996-21-97, 1988-5-36). Das 
innert 20 Tagen seit Zugang der präsidialen Auskunft zu ergreifende Rechtsmittel 
(Art. 13 der Kostenverordnung) ist schriftlich einzureichen; es hat einen Antrag zu 
enthalten und ist kurz zu begründen (Art. 233 Abs. 1 und 2 ZPO).

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Nach den Akten hat Z. nichts dergleichen vorgekehrt. Ihrer rechtzeitig er-
hobenen Berufungserklärung vom 8. März 2004, welche an sich auch die Be-
schwerdefrist wahren würde, kann zwar entnommen werden, dass die Klägerin 
bei den von ihr zu übernehmenden Kosten des bezirksgerichtlichen Verfahrens 
eine Herabsetzung der Gerichtsgebühr inklusive Streitwertzuschlag von Fr. 
31'700.00 gemäss angefochtenem Urteil auf für sie genehme Fr. 5850.00 errei-
chen will (Streichung des Streitwertzuschlages von Fr. 25'850.00), was zusammen 
mit der unbestritten gebliebenen Schreibgebühr von Fr. 610.00 und den ebenso 
anerkannten Barauslagen von Fr. 220.00 eine Belastung von Fr. 6680.00 ergäbe. 
Da für diesen Antrag indessen jede Begründung fehlt, verbietet es sich, die Ein-
gabe vom 8. März 2004 in Bezug auf die Kostenberechnung als Beschwerde ent-
gegenzunehmen.

Insoweit kann also auf die Berufung nicht eingetreten werden.

3. Zu behandeln bleiben damit einzig die Rügen von Z. hinsichtlich der 
Höhe der Umtriebsentschädigung, welche sie der Y. gemäss angefochtenem Ur-
teil für das Verfahren vor Bezirksgericht Hinterrhein bezahlen soll. Verlangt und 
zugesprochen erhalten hat die Beklagte unter diesem Titel einen Betrag von Fr. 
73'561.70, nämlich ein nach Zeitaufwand ermitteltes Honorar von Fr. 15'500.00, 
ein Entgelt für Barauslagen von Fr. 1265.70, einen Interessenwertzuschlag von 
Fr. 51'600.00 (2 % auf Fr. 2'580'000.00) sowie Fr. 5195.80 für die Abgeltung der 
Mehrwertsteuer (7.6 % auf dem Zwischentotal von Fr. 68'365.70). Hiervon lässt 
die Berufungsklägerin die ersten beiden Positionen (Honorar Zeitaufwand, Bar-
auslagen) wiederum unbeanstandet; hingegen erachtet sie den von der Vorin-
stanz geschützten Interessenwertzuschlag als weit übersetzt.

Nach der Rechtsprechung des Kantonsgerichtes zu Art. 122 Abs. 2 ZPO ist 
die Prozessentschädigung, welche die unterliegende Partei (hier die Klägerin) der 
durch einen patentierten Rechtsanwalt vertretenen obsiegenden Partei (hier der 
Beklagten) zu entrichten hat, sowohl hinsichtlich des Arbeitsaufwandes wie des 
Interessenwertzuschlages aufgrund der Honorarordnung (nunmehr der Honora-
ransätze) des bündnerischen Anwaltsverbandes (BAV) festzulegen (PKG 1995-
20-91, 1989-11-72, 1986-11-61). Art. 5 Abs. 1 dieses Regelwerkes erlaubt es dem 
Anwalt oder der Anwältin, zu dem nach Zeitaufwand errechneten Honorar einen 
Zuschlag zu erheben, der nach dem jeweiligen Interessenwert abzustufen ist. 
Beläuft sich der Interessenwert, der analog zu den Bestimmungen der ZPO über 

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die Feststellung des Streitwertes ermittelt wird, auf einen über einer Million Fran-
ken liegenden Betrag, ist grundsätzlich ein Zuschlag von zwei Prozent hiervon 
geschuldet (Art. 5 Abs. 2 der Honoraransätze). Um allerdings zu verhindern, dass 
durch diese Vorgehensweise insbesondere bei wenig anspruchsvollen und nur ei-
nen bescheidenen Aufwand verursachenden Fällen oder bei aussergewöhnlich 
grossen Streitsummen unbillig hohe Interessenwertzuschläge in Rechnung ge-
stellt werden, haben die Honoraransätze in Art. 5 Abs. 3 Sicherungsvorkehren ein-
gebaut. Danach darf der Interessenwertzuschlag nicht höher als hundert Prozent 
des Honorars nach Zeitaufwand sein, wenn sich dieses auf Fr. 3000.00 oder auf 
einen tieferen Betrag beläuft. Zusätzlich wird vorgeschrieben, dass der Interes-
senwertzuschlag in einem angemessenen Verhältnis zum Honorar nach Zeitauf-
wand stehen müsse.

Nach Meinung der Klägerin und Berufungsklägerin drängt sich eine Herab-
setzung des der Gegenpartei zugesprochenen Zuschlags zum Honorar nach 
Zeitaufwand schon deshalb auf, weil das Bezirksgericht Hinterrhein von einem un-
richtigen (zu hohen) Interessenwert ausgegangen sei. Dem ist nicht zuzustimmen. 
Mit ihrer in die Form einer Feststellungsklage gekleideten Leistungs- bzw. Gestal-
tungsklage wollte Z. erreichen, dass ihr gegen Entrichtung eines Betrages von Fr. 
2'585'000.00 gestützt auf ihre Erklärung, ein ihr (angeblich) zustehendes Kauf-
recht ausüben zu wollen, das Eigentum an bestimmten Grundstücken verschafft 
werde, welche die W. AG zum genannten Preis der Y. veräussert hatte. In solchen 
Fällen entspricht der Streit- bzw. Interessenwert der Höhe des vereinbarten Kauf-
preises, und dem wäre selbst dann so, wenn die Klage lediglich auf Anerkennung 
des behaupteten Vorkaufsrechts oder eine ähnliche Feststellung gelautet hätte 
(vgl. FRANK/STRÄULI/MESSMER, Kommentar zur zürcherischen Zivilprozessord-
nung, 3. Aufl., Zürich 1997, § 18 N. 12; Max GULDENER, Schweizerisches Zivilpro-
zessrecht, 3. Aufl., Zürich 1979, S. 110 Anm. 16 und S. 111 oben). Dass Z. mit 
ihren Anträgen nicht durchzudringen vermochte, weil nach den Ausführungen im 
angefochtenen Urteil lediglich in Bezug auf die Aktien der W. AG, nicht aber hin-
sichtlich derer Liegenschaften ein Vorkaufsrecht gültig vereinbart wurde, ändert 
am Streitgegenstand nichts und kann somit nicht dazu führen, dass deswegen 
statt des Grundstückkaufpreises der Wert der Aktien für die Bestimmung des In-
teressenwertzuschlages massgeblich wird.

Beläuft sich der Interessenwert im vorliegenden Fall nach dem Gesagten 
auf rund 2,58 Millionen Franken, ist es grundsätzlich nicht zu beanstanden, dass 

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die Vorinstanz der Beklagten 2 % hiervon (die von ihr verlangten Fr. 51'600.00) 
als Zuschlag zum Honorar nach Zeitaufwand zuerkannt hat, entspricht dies doch 
den Vorgaben der Honoraransätze des BAV. Wie ebenfalls bereits dargelegt 
wurde, bestände Grund zum Eingreifen freilich dann, wenn der an sich korrekt 
berechnete Interessenwertzuschlag in einem Missverhältnis zum Honorar nach 
Zeitaufwand stehen würde. Wann dieser Punkt erreicht ist, muss im Einzelfall nach 
den konkreten Umständen und nicht nach starren Regeln entschieden werden; 
solche finden sich denn auch weder in den Honoraransätzen des BAV noch in der 
einschlägigen Gerichtspraxis. Immerhin kann aus der bereits zitierten Vorschrift, 
wonach der Interessenwertzuschlag nicht höher als hundert Prozent des Honorars 
nach Zeitaufwand sein darf, wenn sich dieses auf Fr. 3000.00 oder auf einen tie-
feren Betrag beläuft, ohne weiteres abgeleitet werden, dass diese Grenze bei Ver-
fahren, die für die obsiegende Partei mit grösseren Umtrieben verbunden waren, 
regelmässig überschritten werden darf. Auf der anderen Seite dürften Zuschläge, 
die mehr als das Fünffache des Honorars nach Zeitaufwand ausmachen, kaum je 
gerechtfertigt sein. Entsprechend wurde denn auch in dem in PKG 1988-5-28 pu-
blizierten Entscheid ein Interessenwertzuschlag in der Höhe des Sechsfachen des 
entschädigungsberechtigten Aufwandes auf das Fünffache herabgesetzt (S. 36 
f.). Im hier interessierenden Fall ist nun vor allem von Belang, dass sich Parteien 
und Vorinstanz entgegen den Andeutungen der Klägerin in ihrer schriftlichen Be-
rufungsbegründung mit einer durchaus anspruchsvollen Streitsache zu befassen 
hatten. Ausserdem zeigt das der Beklagten zugesprochene, völlig unbestritten ge-
bliebene Honorar nach Zeitaufwand (Fr. 15'500.00), dass die Bewältigung der An-
gelegenheit einen beträchtlichen Einsatz erforderte. Dann aber erscheint ein In-
teressenwertzuschlag von etwas mehr als dreihundert Prozent keineswegs über-
setzt. Zum Vergleich kann etwa aus jüngerer Zeit ein Urteil des Kantonsgerichts-
ausschusses vom 16. März 2004 (ZB 04 7) herangezogen werden, in welchem die 
Kürzung eines krass übersetzten Streitwertzuschlages vom Elffachen auf das 
Zwei- bis Dreifache des Honorars nach Zeitaufwand geschützt worden war. Da 
jenes Verfahren indessen noch vor der Vorbereitung zur Hauptverhandlung durch 
Klagerückzug erledigt worden war und deutlich geringere Umtriebe verursacht 
hatte – das Honorar nach Zeitaufwand belief sich auf Fr. 8000.00 –, erscheint es 
durchaus vertretbar, dass hier durch das Bezirksgericht Hinterrhein ein etwas 
höherer Zuschlag gebilligt wurde. Es kann also beim angefochtenen Urteil sein 
Bewenden haben. Was die Berufungsklägerin hiergegen sonst noch vorbringt, 
vermag am Ergebnis nichts zu ändern. Sollte Z. tatsächlich aus rein ideellen Mo-
tiven geklagt haben und nur über bescheidene wirtschaftliche Mittel verfügen, was 

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freilich nicht näher belegt ist, entband dies sie angesichts des hohen Streitwertes 
und des damit verbundenen beträchtlichen Kostenrisikos nicht von der Pflicht, die 
Prozessaussichten kritisch zu prüfen.

4. Da Z. mit ihrem Rechtsmittel keinen Erfolg zu erzielen vermochte, 
gehen die Kosten des Berufungsverfahrens, bestehend aus einer auf Fr. 4000.00 
festzusetzenden Gerichtsgebühr und einer Schreibgebühr von Fr. 165.00, vollum-
fänglich zu ihren Lasten. Überdies hat sie der Y. für deren Umtriebe im Verfahren 
vor der Zivilkammer eine angemessene aussergerichtliche Entschädigung zu be-
zahlen. Sie ist dem mutmasslichen notwendigen Aufwand entsprechend auf Fr. 
2000.00 festzulegen.

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Demnach erkennt die Zivilkammer:

1. Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 4165.00 (Gerichtsgebühr Fr. 
4000.00, Schreibgebühr Fr. 165.00) gehen zu Lasten von Z., welche über-
dies verpflichtet wird, der Y. für deren Umtriebe im Verfahren vor der Zivil-
kammer eine aussergerichtliche Entschädigung von Fr. 2000.00 zu bezah-
len.

3. Mitteilung an:

__________

Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident Der Aktuar