# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b99c223b-0b45-59b5-8d8a-3c750a5de62e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-17
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 17.10.2022 IV 2022/51
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2022-51_2022-10-17.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2022/51

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 12.01.2023

Entscheiddatum: 17.10.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 17.10.2022
Art. 28 IVG, Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 28a IVG. Beweiskraft des 
Administrativgutachtens bejaht. Die nachgereichten medizinischen 
Unterlagen vermögen keine ernsthaften Zweifel am Gutachten zu erwecken. 
Ist der medizinische Sachverhalt eindeutig, kann in Ausnahmefällen auf eine 
Haushaltsabklärung verzichtet werden (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. Oktober 2022, IV 
2022/51).

Entscheid vom 17. Oktober 2022

Besetzung

Versicherungsrichterin Corinne Schambeck (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Karin 

Huber-Studerus und Michaela Machleidt Lehmann; a.o. Gerichtsschreiber Marco 

Schmid

Geschäftsnr.

IV 2022/51

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich am 22. Juni 2020 bei der IV-Stelle 

des Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) zum Leistungsbezug an. Sie gab dabei 

an, sie leide seit Januar 2020 an wiederkehrenden Depressionen, Schlafstörungen und 

habe Schwierigkeiten, allein zu sein. Sie verfüge über keine Ausbildung und sei schon 

immer als Hausfrau tätig gewesen (act. G 5.1/1).

A.a. 

Mit Mitteilung vom 1. Juli 2020 eröffnete die IV-Stelle der Versicherten, dass keine 

beruflichen Eingliederungsmassnahmen angezeigt seien, da sie nach eigenen Angaben 

ausschliesslich als Hausfrau tätig sei (act. G 5.1/8).

A.b. 

Im ärztlichen Bericht vom 26. August 2020 diagnostizierte der behandelnde 

Psychiater Dr. B.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, eine schwere 

depressive Episode (ICD-10: F32.2). Aufgrund ihrer Erkrankung sei der Versicherten 

seit ca. 10 Jahren keine Erwerbstätigkeit mehr möglich (act. G 5.1/12).

A.c. 

Am 12. Januar 2021 reichte die Versicherte den teilweise ausgefüllten Fragebogen 

zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit / Haushalt bei der IV-Stelle ein. Sie 

machte geltend, aufgrund von Schwindelanfällen und psychischer Belastung sei sie im 

Haushalt schwer eingeschränkt. Schwindelanfälle träten insbesondere auf, wenn sie 

sich bücken oder in die Höhe schauen müsse. Einzig Kochen und Bügeln sei ihr ohne 

Hilfe möglich. Bei allen übrigen Tätigkeiten im Haushalt sei sie auf die Unterstützung 

ihres Ehemanns angewiesen (act. G 5.1/23).

A.d. 

Die IV-Stelle forderte die Versicherte mit Schreiben vom 15. Januar 2021 auf, die 

fehlenden Abschnitte des Fragebogens zu ergänzen (act. G 5.1/24). Die Versicherte 

reichte die ergänzten Unterlagen am 22. Januar 2021 der IV-Stelle ein. Erläuternd 

A.e. 

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brachte sie insbesondere vor, ihr Mann sei Scheren- und Messerschleifer. Sie begleite 

ihn jeweils, um nicht allein zu Hause bleiben zu müssen (act. G 5.1/26).

Der Hausarzt Dr. C.___ gab im Arztbericht vom 11. Februar 2021 an, die 

Versicherte leide an einer Dyselektrolytämie bei profuser Emesis, Neuritis vestibularis 

links, einem erstmaligen tonischen epileptischen Anfall am 3. Juli 2020, 

gastroösophagealer Refluxkrankheit sowie an einer mittelgradigen depressiven Störung 

mit Verdacht auf eine Angststörung. Im Haushalt sei sie nicht wesentlich eingeschränkt 

(act. G 5.1/31-9). Dr. B.___ beschrieb die Versicherte als leichtgradig depressiv 

herabgestimmt. Sie sei affektiv gut auslenkbar und schwingungsfähig. Seit 9. August 

2019 bestehe eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F 32.1). Ihr sei 4-5 

Stunden pro Tag eine Tätigkeit zumutbar (Arztbericht vom 11. März 2021; 

act. G 5.1/34-4 f.).

A.f. 

Die IV-Stelle gab zur Klärung der medizinischen Diagnosen und deren Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit ein polydisziplinäres Gutachten beim Begutachtungszentrum 

Basel-Land (BEGAZ), Binningen, in Auftrag (allgemeininternistisches Gutachten, Dr. 

med. D.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin; psychiatrisches Gutachten, Dr. 

med. E.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie; neurologisches Gutachten, 

Dr. med. F.___, Facharzt für Neurologie; Schreiben vom 21. April und 17. Mai 2021, 

act. G 5.1/36 und 42). Die Gutachter stellten bei der Versicherten als Diagnosen mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen erstmaligen unprovozierten tonischen 

epileptischen Anfall unklarer Ätiologie (ICD-10: G40.6), eine leichte Gangataxie mit 

Unsicherheit im Blindstrichgang (ICD-10: R26.0) sowie eine depressive Störung 

leichtgradigen Ausmasses (ICD-10: F32.0); als Differentialdiagnose wurde eine 

dysthyme Störung diagnostiziert (ICD-10: F34.1). Im Konsens wurde festgehalten, es 

liege eine vollständige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit vor. Aufgrund der 

Gangtaxie mit Unsicherheiten im Blindstrichgang und des epileptischen Anfalls seien 

jedoch Arbeiten auf Leitern und Gerüsten sowie Arbeiten mit erhöhter Verletzungs- und 

Absturzgefahr sowie an gefährlichen Maschinen zu vermeiden. Ansonsten seien jedoch 

körperliche, administrative und organisatorische Arbeiten in einer adaptierten Tätigkeit 

ganztags möglich. Haushaltstätigkeiten könnten ebenfalls vollumfänglich verrichtet 

werden (Gutachten vom 19. September 2021; act. G 5.1/58-8 ff.).

A.g. 

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Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) nahm am 8. Oktober 2021 Stellung zum 

Gutachten. Er hielt fest, das Gutachten des BEGAZ entspreche im Wesentlichen den 

geltenden versicherungsmedizinischen Kriterien und könne für die Beurteilung des 

Sachverhalts herangezogen werden. Die vollumfängliche Arbeitsfähigkeit in einer 

adaptierten Tätigkeit sei aus seiner Sicht plausibel und nachvollziehbar (act. G 5.1/62).

A.h. 

Mit Vorbescheid vom 20. Oktober 2021 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht. Sie führte aus, dass die Versicherte auch 

ohne gesundheitliche Einschränkungen keiner Erwerbstätigkeit nachgehen würde und 

sich vollumfänglich dem Aufgabenbereich Haushalt widmen würde. Gestützt auf das 

Gutachten bestehe bei adaptierter Tätigkeit (keine Arbeit auf Leitern oder Gerüsten 

sowie an gefährlichen Maschinen) im Haushaltsbereich keine Einschränkung 

(act. G 5.1/65).

A.i. 

Die Versicherte erhob am 5. November 2021 Einwand gegen den Vorbescheid vom 

20. Oktober 2021. Sie reichte ein Attest ihres behandelnden Psychiaters Dr. B.___ ein, 

welcher ihr im Zeitraum vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2021 eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit bescheinigte (act. G 5.1/68). Dr. C.___ reichte am 25. November 

2021 einen Bericht ein, in welchem er eine Dyselektrolytämie bei profunder Emesis 

sowie eine Neuritis vestibularis links diagnostizierte. Die Beschwerden seien eine 

rezidivierende Übelkeit sowie persistierender Schwindel, wodurch eine deutlich 

reduzierte Leistungsfähigkeit bestehe. Initial sei es wiederholt zu Hospitalisationen 

gekommen. Der Gesundheitszustand habe sich jedoch mittlerweile einigermassen 

stabilisiert (act. G 5.1/70). Dr. B.___ hielt im Schreiben vom 3. Dezember 2021 fest, der 

Gesundheitszustand der Versicherten habe sich verschlechtert. Aufgrund von 

Panikattacken (ICD 10: F41.0) und einer schwergradig chronifizierten rezidivierenden 

depressiven Störung (ICD 10: F33.2) sei sie schwerstgradig eingeschränkt. Jegliche 

Arbeit sei der Versicherten unmöglich, da sie bereits bei einfachen Haushaltsarbeiten 

unterstützt werden müsse (act. G 5.1/73).

A.j. 

Der RAD nahm am 15. Februar 2022 Stellung zu den eingereichten Akten. Er hielt 

fest, durch die eingereichten Arztberichte seien keine neuen medizinischen 

Sachverhalte oder Diagnosen vorgebracht worden, welche nicht bereits im Gutachten 

A.k. 

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B.  

erwähnt bzw. diskutiert worden seien, weshalb an der Beurteilung im polydisziplinären 

Gutachten festgehalten werden könne (act. G 5.1/90).

Mit Verfügung vom 11. März 2022 lehnte die IV-Stelle das Gesuch um 

Invalidenrente ab. Zur Begründung verwies die IV-Stelle auf die Stellungnahme des 

RAD. Es würden keine neuen medizinischen Sachverhalte vorgebracht, welche nicht 

bereits im Gutachten erwähnt bzw. diskutiert worden seien. In der Haushaltsführung 

bestünden lediglich qualitative Einschränkungen, welche sich nur sporadisch auf die 

Alltagstätigkeit auswirken würden (z.B. beim Fenster putzen). Im Haushalt resultiere 

deshalb keine wesentliche anrechenbare Einschränkung und somit ein 

rentenausschliessender Invaliditätsgrad (act. G 5.1/91).

A.l. 

Am 29. März 2022 legte die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 

Beschwerde gegen die Verfügung vom 11. März 2022 ein. Sie beantragt sinngemäss, 

die Verfügung sei aufzuheben und ihr sei eine IV-Rente zuzusprechen. Sie bemängelt, 

dass die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) davon ausgehe, dass bei ihr 

keine Einschränkungen im Haushaltsbereich vorliegen würden. Dies sei jedoch gar nie 

erstellt worden, da keine Haushaltsabklärung durchgeführt worden sei. Die Tätigkeit im 

Haushalt sei falsch beurteilt worden. Aufgrund von Schwindelanfällen, welche mit der 

diagnostizierten Epilepsie in Verbindung stünden, sei es ihr nicht möglich, den Haushalt 

selbständig zu führen. Ausserdem werde vorgebracht, dass sie die medizinischen 

Therapiemassnahmen nicht ausschöpfe. Aufgrund ihrer früheren 

Betäubungsmittelabhängigkeit sei ihr jedoch die Einnahme von Antidepressiva 

aufgrund des Rückfallrisikos nicht zumutbar, was eine Therapie verunmögliche 

(act. G 1).

B.a. 

Die IV-Stelle hiess das Gesuch um Akteneinsicht vom 30. März 2022 

(act. G 5.1/95) gut und stellte der Beschwerdeführerin die Akten in elektronischer Form 

mit Schreiben vom 12. April 2022 zu (act. G 5.1/99).

B.b. 

Mit Beschwerdeantwort vom 9. Juni 2022 beantragte die Beschwerdegegnerin, 

die Beschwerde sei abzuweisen. Sie verwies auf die Akten, gemäss welchen erstellt 

sei, dass die Beschwerdeführerin im Haushalt tätig sei und auch ohne gesundheitlichen 

B.c. 

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Erwägungen

1.  

Einschränkungen keiner Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Das polydisziplinäre 

BEGAZ-Gutachten entspreche den Anforderungen der Rechtsprechung. Auch auf die 

abweichenden Einschätzungen durch die behandelnden Ärzte sei im Gutachten 

eingegangen worden. Die im Einwandverfahren nachgereichten Unterlagen des 

behandelnden Psychiaters Dr. B.___ vermöchten keine Zweifel an der Schlüssigkeit der 

gutachterlichen Einschätzung zu erwecken. Dem Gutachten komme deshalb voller 

Beweiswert zu. Es sei zutreffend, dass keine Abklärung bei der Beschwerdeführerin 

Zuhause durchgeführt worden sei. Aus dem Gutachten gehe jedoch klar hervor, dass 

die Beschwerdeführerin in ihrer Tätigkeit im Haushalt nur geringfügig eingeschränkt sei. 

Ein Rentenanspruch könne deshalb auch ohne Haushaltsabklärung mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit verneint werden (act. G 5).

Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt 

der übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.

B.d. 

Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung vom 11. März 2022 

einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bei einem Invaliditätsgrad von 0 % 

verneint. Strittig ist somit, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Invalidenrente 

hat.

1.1. 

Am 1. Januar 2022 sind mit der Revision zur Weiterentwicklung der 

Invalidenversicherung verschiedene Änderungen des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) und der dazugehörigen Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in Kraft getreten. Die vorliegend angefochtene 

Verfügung datiert vom 11. März 2022. In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich 

diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 

oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben (BGE 144 V 210 E. 4.3.1). 

Demnach sind die Bestimmungen in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung 

anwendbar, da die angefochtene Verfügung einen noch unter Geltung des alten Rechts 

entstandenen Rentenanspruch zum Gegenstand hat (vgl. auch Kreisschreiben über 

Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], Rz 9101).

1.2. 

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Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 IVG). Invalidität ist die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Volljährige, die vor der Beeinträchtigung ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen 

Gesundheit nicht erwerbstätig waren und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet 

werden kann, gelten als invalid, wenn eine Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen 

Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 8 Abs. 1 und 3 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).

1.3. 

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Bei einem Invaliditätsgrad unter 

40 % besteht kein Anspruch auf eine Rente.

1.4. 

Gemäss Art. 28a IVG erfolgt die Invaliditätsbemessung nach drei verschiedenen 

Methoden, nämlich nach der allgemeinen Methode des reinen Einkommensvergleichs 

für erwerbstätige versicherte Personen (Art. 16 ATSG), nach der spezifischen Methode 

(dem reinen Betätigungsvergleich) für nicht erwerbstätige Personen und nach der 

gemischten Methode für versicherte Personen, die zum Teil erwerbstätig und zum Teil 

im Aufgabenbereich tätig sind.

1.5. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der 

medizinischen Fachpersonen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines medizinischen Berichts ist entscheidend, ob er für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind 

(BGE 125 V 351 E. 3a). Sämtliche psychischen Erkrankungen sind nach der 

1.6. 

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2.  

bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1 f.) grundsätzlich (bei 

Ausnahmen nach dem jeweiligen Beweisbedarf) einem strukturierten Beweisverfahren 

nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. Die funktionellen Folgen der 

Gesundheitsschädigung sind danach qualitativ zu erfassen und quantitativ 

einzuschätzen. Für die Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens sind in der 

Regel diverse Standardindikatoren beachtlich, die in zwei Kategorien systematisiert 

werden, nämlich einerseits in der Kategorie des funktionellen Schweregrads und 

anderseits in jener der Konsistenz.

Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz 

nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b und BGE 125 V 193 E. 2, je mit 

Hinweisen).

1.7. 

Es ist zu prüfen, ob der medizinische Sachverhalt spruchreif erstellt ist. Die 

Beschwerdegegnerin stützt sich in der angefochtenen Verfügung auf das 

polydisziplinäre BEGAZ-Gutachten, gemäss welchem keine Einschränkung in der 

Arbeitsfähigkeit bzw. im Haushalt besteht. Hingegen macht die Beschwerdeführerin 

geltend, dass sie aufgrund ihrer Schwindelanfälle nicht in der Lage sei, den Haushalt zu 

erledigen.

2.1. 

Vorweg ist festzuhalten, dass rechtsprechungsgemäss den im Rahmen des 

Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten und -

ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie 

nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu 

schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen ist, solange nicht 

konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 15. Juli 2020, 8C_335/2020, E. 4.1). Ebenfalls ist bei der 

Würdigung der medizinischen Aktenlage der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, 

dass behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in 

Zweifelsfällen mitunter eher zugunsten ihrer Patienten aussagen. Dies gilt für Hausärzte 

wie auch für spezialärztliche behandelnde Medizinalpersonen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 3. Mai 2021, 8C_164/2021, E. 3.2.1). Die unterschiedliche Natur 

von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und 

Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits 

lässt es nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen 

und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu 

2.2. 

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anderslautenden Einschätzungen gelangen. Anders verhält es sich nur, wenn objektiv 

feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht werden, die im Rahmen der Begutachtung 

unerkannt geblieben waren und die geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu 

führen (vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts vom 17. Februar 2021, 

8C_783/2020, E. 5.2 und vom 25. August 2021, 8C_277/2021., E. 3).

Im Einzelnen hielt der Facharzt für allgemeine Medizin fest, die Beschwerdeführerin 

habe angegeben, sie leide seit dem epileptischen Anfall im Juni (richtig: Juli) 2020 unter 

Schwindel. Die Ursachen für den epileptischen Anfall seien bis jetzt unklar. Der 

Sachverständige leitete aus der Untersuchung keine Diagnose mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit ab (vgl. act. G 5.1/59-10).

2.3. 

Gegenüber dem psychiatrische Fachgutachter erklärte die Beschwerdeführerin, sie 

habe sich eigentlich wegen psychischen Probleme bei der IV gemeldet. Sie habe 

insbesondere Mühe mit dem Alleinsein. Tageweise fehle ihr die Kraft und Energie etwas 

zu tun, dann gehe es ihr wieder besser. Manchmal sei sie nicht in der Lage, Freude zu 

empfinden, aber auch dies gehe wieder vorüber. Sie leide zudem unter 

Schlafstörungen und könne deshalb nicht richtig durchschlafen. Deswegen habe sie 

auch Rückenprobleme (act. G 5.1/60-3 f.). An Befunden hielt der Gutachter unter 

anderem fest, die Explorandin habe während der Begutachtung bewusstseinsklar und 

allseits orientiert gewirkt, es hätten sich im Gespräch keine Hinweise auf kognitive 

Schwierigkeiten finden lassen (act. G 5.1/60-8). Zusammenfassend könne festgehalten 

werden, dass die Beschwerdeführerin seit dem Tod ihres ersten Ehemannes unter 

affektiv wechselnden Zuständen leide. Es könne lediglich eine leichtgradig depressive 

Störung festgestellt werden. Eine dauerhafte gedrückte Stimmung bzw. eine 

dauerhafte Beeinträchtigung der Freude oder ausgesprochener Interessensverlust 

bestehe nicht, weshalb eine schwergradige depressive Störung, wie sie durch 

Dr. B.___ diagnostiziert worden sei (vgl. act. G 5.1/12), ausgeschlossen werden könne. 

Die Schwindelgefühle seien zudem teilweise durch den psychischen Zustand im 

Rahmen einer Somatisierungstendenz überlagert (act. G 5.1/60-9 f.). Der psychiatrische 

Gutachter kam unter Berücksichtigung der Standardindikatoren zum Schluss, dass die 

Beschwerdeführerin die Tätigkeit als Hausfrau vollumfänglich verrichten könne. Auch in 

einer Erwerbstätigkeit lasse sich keine relevante Leistungseinschränkung begründen. 

Eine klar strukturierte Tätigkeit ohne Übernahme von Verantwortung und ohne 

Zeitdruck sei ihr möglich.

2.4. 

Der Gutachter der Neurologie legte dar, die Beschwerdeführerin habe am 4. Juli 

(richtig: 3. Juli) 2020 einen epileptischen Anfall angegeben. Seit dem Anfall leide sie an 

einem Trümmelgefühl, welches dauerhaft vorhanden sei; es nehme zu, wenn sie sich 

2.5. 

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zu schnell mit dem Kopf nach oben oder unten bewege. Sie habe deshalb Mühe beim 

Treppenauf- oder abgehen. Die Fenster könne sie ebenfalls nicht mehr reinigen. Der 

Gutachter hielt fest, dass keine Anzeichen für einen pathologischen Nystagmus 

vorlägen. Er diagnostizierte eine leichte Gangataxie mit Unsicherheit im Blindstrichgang 

sowie einen erstmalig unprovozierten epileptischen Anfall unklarer Ätiologie am 4. Juli 

(richtig: 3. Juli) 2020. Seit diesem Anfall seien keine weiteren epileptischen Anfälle mehr 

verzeichnet worden. Aufgrund der Gangataxie und des epileptischen Anfalls seien 

Arbeiten auf Leitern und Gerüsten bzw. Arbeiten mit Absturzgefahr und an gefährlichen 

Maschinen zu vermeiden. Sonstige körperliche, administrative und organisatorische 

Tätigkeiten seien jedoch ganztags möglich (act. G 5.1/61-21).

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das BEGAZ-Gutachten in Kenntnis der 

Vorakten erstellt wurde. Die Gutachter untersuchten die Beschwerdeführerin persönlich 

und berücksichtigten nebst den klinischen Befunden die geklagten Beschwerden. So 

prüfte der neurologische Gutachter mittels verschiedener Tests die von der 

Beschwerdeführerin angegebenen Schwindelanfälle (Hörtest, Frenzelbrille, Dix-Hallpike 

Lagerungsprobe etc.; act. G 5.1/61-15). Entgegen ihrer Angaben konnte der Schwindel 

aber nicht objektiviert werden. Die Gutachten sind somit umfassend und die 

medizinische Beurteilung inklusive die Ausführungen zu den Standardindikatoren 

einleuchtend; namentlich ist die Arbeitsfähigkeitsschätzung sowohl im Erwerb als auch 

im Haushalt nachvollziehbar begründet.

2.6. 

Auch der Einwand der Beschwerdeführerin, die im Gutachten vorgebrachten 

Therapiemöglichkeiten seien falsch eingeschätzt worden, da sie infolge ihrer früheren 

Benziodiazepinabhängigkeit keine Medikamente und somit auch keine Antidepressiva 

einnehmen könne (vgl. act. G 1), vermag nichts an der Schlüssigkeit des Gutachtens zu 

ändern. Der psychiatrische Gutachter wies lediglich darauf hin, dass die ambulante 

psychiatrische Therapie in grosszügig bemessenen Abständen durchgeführt werde. Er 

empfahl, eine konsequente antidepressive Therapie durchzuführen. Dabei handelt es 

sich um eine blosse Therapieempfehlung, welche die Beschwerdeführerin mit ihrem 

Behandler besprechen kann. So schlug die RAD-Ärztin auch vor, diese Empfehlungen 

dem psychiatrischen Behandler zur Kenntnis zu bringen (act. G 5.1/62-2 und 67). 

Folglich steht es der Beschwerdeführerin unter Rücksprache mit ihrem Behandler frei, 

wie sie sich therapieren lassen will. Des Weiteren haben die vom psychiatrischen 

Gutachter abgegebenen Therapieempfehlungen keinen Einfluss auf die Einschätzung 

der Arbeitsfähigkeit.

2.7. 

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3.  

Dr. C.___ und Dr. B.___ reichten nach der Erstellung des Gutachtens weitere 

Arztberichte sowie zusätzliche medizinische Unterlagen ein. Es ist deshalb zu prüfen, 

ob am Gutachten festgehalten werden kann oder ob allenfalls bis Verfügungserlass 

noch eine Verschlechterung des Gesundheitszustands eingetreten ist.

3.1. 

Dr. C.___ diagnostiziert mit Arztbericht vom 25. November 2021 bei der 

Beschwerdeführerin eine persistierende Dyselektrolytämie, welche eine hochdosierte 

Substituierung und regelmässige Laborkontrollen erfordere. Die Folge dieser 

Erkrankung sei eine rezidivierende Übelkeit und ein persistierender Schwindel. 

Insgesamt bestehe eine deutlich reduzierte Leistungsfähigkeit. Der 

Gesundheitszustand habe sich jedoch einigermassen stabilisiert (act. G 5.1/70).

3.2. 

Der Arztbericht sowie die eingereichten Unterlagen beruhen auf denselben 

medizinischen Grundlagen, die den Gutachtern bereits vorgelegen haben. Die 

Diagnose einer Dyselektrolytämie (i.c. Hypokaliämie und Magnesiummangel) wurde 

bereits durch das Kantonsspital St. Gallen und das Spital G.___ gestellt (vgl. 

act. G 5.1/10 und 13) und war den Gutachtern damit bekannt (vgl. act. G 5.1/55). Neue 

oder abweichende Diagnosen und damit einhergehende funktionelle Einschränkungen 

mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ergeben sich durch die neu eingereichten Akten 

nicht (vgl. act. G 5.1/82, 83, 84, 87, 89 f.).

3.3. 

Dr. B.___ hat mit Schreiben vom 3. Dezember 2021 ebenfalls einen weiteren 

Arztbericht eingereicht. Darin macht er eine Verschlechterung des 

Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin seit Januar 2019 geltend. Seit 2019 

leide die Beschwerdeführerin unter einer mittlerweile schweren rezidivierenden 

depressiven Störung, welche sich im Laufe der Zeit verschlechtert und chronifiziert 

habe. Zudem leide sie an schwersten Ein- und Durchschlafstörungen. Er stellte deshalb 

die Diagnose einer schwergradig chronifizierten rezividierenden depressiven Störung 

(ICD-10: F33.2) sowie von Panikattacken (ICD-10: F41.0). Aus psychiatrischer Sicht sei 

von keiner Erwerbsfähigkeit auszugehen. Bereits in ihrem Alltag sei die 

Beschwerdeführerin schwerstgradig eingeschränkt und müsse selbst bei einfachen 

Haushaltsarbeiten unterstützt werden. Auch in einer angepassten Tätigkeit sei nicht 

von einer Erwerbsfähigkeit auszugehen (act. G 5.1/73).

3.4. 

Bezüglich der Einschätzung von Dr. B.___ ist festzuhalten, dass er eine 

Verschlechterung des Gesundheitszustands bereits seit Januar 2019 – somit vor 

Erstellung des Gutachtens vom 19. September 2021 – annimmt und neu eine 

schwergradige Depression diagnostiziert. Im ersten ärztlichen Bericht vom 26. August 

3.5. 

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4.

Im Weiteren ist zu prüfen, ob die Versicherte als ausschliesslich im Haushalt tätig 

qualifiziert werden kann und ob sie in dieser Tätigkeit eingeschränkt ist.

2020 ging Dr. B.___ dazumal ebenfalls von einer schweren depressiven Episode aus 

(vgl. act. G 5.1/12). Allerdings hielt er im Arztbericht vom 11. März 2021 wiederum fest, 

dass die Beschwerdeführerin an einer mittelgradigen depressiven Episode leide 

(act. G 5.1/34). Diese Diagnose sei im August 2019 gestellt worden. Die Befunde 

beschrieb er gar als leichtgradig. Die von Dr. B.___ beschriebenen Befunde 

entsprechen mehrheitlich den kurze Zeit später erhobenen Befunden beim Untersuch 

vom 8. Oktober 2020 im Psychiatrie-Zentrum H.___ (act. G 5.1/83). Dabei ging die 

Oberärztin davon aus, dass die rezidivierende depressive Störung gegenwärtig unter 

Medikation remittiert sei. Zu den Arztberichten von Dr. B.___ nahm auch der 

psychiatrische Gutachter Stellung und wies auf die Unstimmigkeit zwischen Befunden 

und Diagnose in Dr. B.___s Bericht hin (act. G 5.1/60-9). Der Gutachter erläuterte, dass 

bei einer schweren Depression intensive Therapiemassnahmen nötig gewesen wären, 

eventuell eine Hospitalisation. Zu einer solchen kam es allerdings nie. Weiter bemerkt 

der Gutachter, dass im Arztbericht vom 11. März 2021 zwar eine mittelgradig 

depressive Episode angegeben werde, die beschriebenen Befunde der 

Beschwerdeführerin jedoch höchstens einer leichten depressiven Episode entsprechen 

würden (act. G.5.1/60-9). Hervorzuheben ist, dass der Bericht von Dr. B.___ vom 

31. Dezember 2021 keine erkennbare objektive Konsistenz- und Ressourcenprüfung 

enthält. Er geht gar davon aus, dass die Beschwerdeführerin im Alltag schwerstgradig 

eingeschränkt ist. Dies entspricht nicht den Angaben der Beschwerdeführerin im 

Gutachten, wonach sie durchaus Haushaltsarbeiten verrichten und kochen könne (vgl. 

act. G 5.1/59-8, 60-4 sowie 61-13). Die Beschwerdeführerin macht zudem geltend, die 

Einschränkungen im Haushalt seien primär auf die Schwindelanfälle zurückzuführen 

(vgl. act. G 5.1/23-6).

Somit kann der RAD-Ärztin gefolgt werden, dass die nachträglich eingegangenen 

medizinischen Berichte des Hausarztes und des behandelnden Psychiaters keine 

wesentlichen Aspekte aufzeigen würden, welche von den Gutachtern nicht 

berücksichtigt worden wären. Daher vermögen sie keine ernsthaften Zweifel an den 

Ergebnissen der Begutachtung zu wecken. Dem polydisziplinären Gutachten kommt 

somit voller Beweiswert zu.

3.6. 

Wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort zu Recht ausführt, dürfte 

die Beschwerdeführerin die Frage nach der Erwerbstätigkeit ohne gesundheitliche 

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/15

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Einschränkung im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/

Haushalt nicht richtig verstanden haben (vgl. act. G 5.1/23). Ihre Angabe, dass sie 

wegen Krankheit keiner Erwerbstätigkeit nachgehen würde, ist somit nicht verbindlich. 

Aus dem IK-Auszug und auch ihren eigenen Angaben (vgl. act. G 5.1/5 und 59-7) geht 

hervor, dass sie seit dem Jahr 1982 keine Berufstätigkeit mehr ausübte. Allerdings 

erscheint auch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht ausgeschlossen. Denn 

entscheidend für die Frage nach der hypothetischen Erwerbstätigkeit einer versicherten 

Person im Gesundheitsfall bzw. die Methodenwahl ist die gesamte persönliche, 

familiäre, berufliche und soziale Situation (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28. Juni 

2019, 9C_161/2019, E. 5.2). Die Beschwerdeführerin hat keine Betreuungspflichten und 

verfügt über keine Ausbildung, weshalb sie lediglich Hilfsarbeiten erledigen könnte und 

somit für die selbständige Finanzierung des Lebensbedarfs auf ein Vollpensum 

angewiesen wäre. Zudem sind die finanziellen Verhältnisse bescheiden (IV-Rente 

Ehegatte, Ergänzungsleistungsbezug, Schulden). Indessen spielt die Methodenwahl 

(Voll-/Teilerwerb, nur Aufgabenbereich bzw. Haushalt) keine Rolle, wie sich aus den 

nachfolgenden Erwägungen ergibt. Denn gutachterlich ist erstellt, dass bei der 

Beschwerdeführerin bis auf die Adaptionskriterien weder im Erwerb noch im Haushalt 

eine relevante Einschränkung besteht.

So ergäbe sich auch aus dem Einkommensvergleich kein rentenbegründender 

(40%) Invaliditätsgrad. Denn aufgrund der langjährigen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt 

und der fehlenden Ausbildung der Beschwerdeführerin wäre beim Valideneinkommen 

der Tabellenlohn (Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für 

Statistik (BFS), Kompetenzniveau 1, Frauen) massgebend. Derselbe Tabellenlohn ist für 

das Invalideneinkommen heranzuziehen, da die Beschwerdeführerin zurzeit nicht 

erwerbstätig ist. Somit könnte ein sogenannter Prozentvergleich vorgenommen werden 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. Mai 2019, 9C_851/2018, E. 5.1). Dabei 

entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit, allenfalls unter 

Berücksichtigung eines Abzugs vom Tabellenlohn (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

10. April 2017, 9C_804/2016, E. 2.2 mit Hinweis; zum Tabellenlohnabzug vgl. 

BGE 126 V 75). Da bei der Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit eine volle 

Arbeitsfähigkeit besteht und auch kein Grund für einen Tabellenlohnabzug ersichtlich 

ist, würde die Beschwerdeführerin keine Erwerbseinbusse erleiden.

4.2. 

Auch im Haushalt ist die Beschwerdeführerin nicht massgeblich eingeschränkt. 

Der psychiatrische Gutachter hielt diese Tätigkeit aufgrund des psychischen Zustandes 

für vollumfänglich zumutbar. Zum selben Schluss gelangte der neurologische 

Gutachter. Er hielt fest, dass bis auf das Vermeiden von Arbeiten auf Leitern und 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/15

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5.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass bei der Beschwerdeführerin 

unabhängig von der Methodenwahl sowohl in einer Betätigung im Haushalt wie auch 

im Erwerb eine volle Arbeitsfähigkeit besteht und somit keine rentenbegründende 

Einschränkung vorliegt. Die angefochtene Verfügung erweist sich somit als korrekt.

Gerüsten bzw. Arbeiten mit Absturzgefahr die Beschwerdeführerin sämtliche 

Haushaltstätigkeiten ausüben könne (vgl. E. 2.4 und 2.5). Entgegen den Vorbringen der 

Beschwerdeführerin musste auch keine Haushaltsabklärung vor Ort durchgeführt 

werden. Denn gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann auf eine 

Haushaltsabklärung verzichtet werden, wenn die medizinische Aktenlage eindeutig ist 

(Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG), 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, N 174 zu Art. 28a 

mit Verweis auf Urteil des Bundesgerichts vom 2. September 2010, 9C_103/2010), was 

vorliegend der Fall ist. Den Gutachtern stand der Fragebogen zur Rentenabklärung 

betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt, aus welchem sich die Wohnverhältnisse (Anzahl 

Zimmer, Anzahl Personen im Haushalt, technische Hilfsmittel usw.) ergaben, zur 

Verfügung (vgl. act. G 5.1/55). Auch im Begutachtungsprozess wurde die 

Beschwerdeführerin nochmals zu ihren Wohnverhältnissen und ihrem Tagesablauf 

befragt (vgl. act. G 5.1/59-8 und act. G 5.1/60-4). Die Gutachter nahmen abschliessend 

bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit spezifisch zur Einschränkung im 

Haushaltsbereich Stellung und erachteten die Beschwerdeführerin für nicht 

eingeschränkt. Sie mussten sich in Hinblick auf das klare medizinische 

Zumutbarkeitsprofil der Beschwerdeführerin nicht zu jedem Tätigkeitsbereich im 

Haushalt gesondert äussern (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 2. September 2010, 

9C_103/2010, E. 2.2), denn die Sachverständigen konnten den Tätigkeitsbereich 

aufgrund der Unterlagen der Beschwerdeführerin realistisch einschätzen und in ihrer 

Beurteilung miteinziehen. Eine zusätzliche Haushaltsabklärung hätte mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit auch nicht zu neuen Erkenntnissen geführt. Aus dem Fragebogen 

geht zwar hervor, dass die Beschwerdeführerin sich im Haushaltsbereich als sehr 

eingeschränkt wahrnimmt. Sie gibt an, die einzigen Tätigkeiten, welche sie ohne die 

Hilfe ihres Ehemanns erledigen könne, seien Kochen und Bügeln. Es ist jedoch 

aufgrund der medizinischen Akten nicht davon auszugehen, dass die für die 

Haushaltsabklärung zuständige Fachperson diese Angaben unkritisch übernommen 

hätte. Im Übrigen müsste eine versicherte Person, die wegen ihrer Behinderung 

gewisse Haushaltsarbeiten nur noch mühsam und mit höherem Zeitaufwand erledigen 

können, in erster Linie ihre Arbeit einteilen (BGE 133 V 504, E. 4.2).

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/15

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6.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- bezahlen; der in gleicher 

Höhe geleistete Kostenvorschuss wird angerechnet.

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.6.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der 

unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten vollumfänglich 

aufzuerlegen. Die Gerichtsgebühr ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss zu 

verrechnen.

6.2. 

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 17.10.2022
	Art. 28 IVG, Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 28a IVG. Beweiskraft des Administrativgutachtens bejaht. Die nachgereichten medizinischen Unterlagen vermögen keine ernsthaften Zweifel am Gutachten zu erwecken. Ist der medizinische Sachverhalt eindeutig, kann in Ausnahmefällen auf eine Haushaltsabklärung verzichtet werden (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. Oktober 2022, IV 2022/51).

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