# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6f6a92f8-a5d0-59e2-a452-74753ce7917b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.02.2012 D-963/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-963-2012_2012-02-28.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­963/2012/sed

U r t e i l   v om   2 8 .   F e b r u a r   2 0 1 2  

Besetzung Einzelrichter Hans Schürch,
mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer;  
Gerichtsschreiber Christoph Basler.

Parteien A._______, geboren am (…),
Türkei,  
vertreten durch lic. iur. Bernhard Jüsi, Rechtsanwalt, 
Advokatur Kanonengasse,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 17. Januar 2012 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer, ein ethnischer Kurde mit letztem Wohnsitz in 
der Provinz B._______, die Türkei eigenen Angaben zufolge am 18. Mai 
2001 verliess und am 29. Mai 2001  in der Schweiz zum ersten Mal um 
Asyl nachsuchte,

dass das BFM das erste Asylgesuch mit Verfügung vom 10. August 2001 
ablehnte und die Wegweisung sowie den Vollzug verfügte,

dass die damalige Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) auf eine 
gegen diese Verfügung gerichtete Beschwerde vom 10. September 2001 
mit Urteil vom 15. Oktober 2001 nicht eintrat,

dass  der  Beschwerdeführer  gemäss  einer  Mitteilung  der  kantonalen 
Behörde vom 7. Dezember 2001 am 1. November 2001 "verschwunden" 
sei,

dass  er  am  16.  Januar  2003  eine  in  der  Schweiz  niedergelassene 
türkische  Staatsangehörige  heiratete,  weshalb  ihm  vorerst  eine 
Jahresaufenthalts­  und  im  Jahr  2008  eine  Niederlassungsbewilligung 
erteilt wurden,

dass  der  Beschwerdeführer  vom  C._______  mit  Urteil  vom  31.  August 
2010 wegen schwerer Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 
zu einer siebenjährigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde und sich zurzeit im 
Strafvollzug befindet,

dass die Ehe am 7. März 2011 geschieden und das Sorgerecht für das im 
Jahr  2003  geborene  Kind  des  Beschwerdeführers  seiner  Ex­Ehefrau 
zugesprochen wurde,

dass die zuständige kantonale Behörde mit Verfügung vom 13. Oktober 
2011 die Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers widerrief,

dass der Beschwerdeführer gegen diese Verfügung am 28. Oktober 2011 
durch seinen Rechtsvertreter eine Beschwerde einreichen liess, 

dass  der  Beschwerdeführer  sich  am  28.  Oktober  2011  durch  seinen 
Rechtsvertreter  an  das  BFM  wandte  und  um  die  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft sowie um Asylgewährung nachsuchte,

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dass  er  eventualiter  beantragen  liess,  es  sei  die  Unzulässigkeit 
beziehungsweise  die  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs 
festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen,

dass er  in  verfahrensrechtlicher Hinsicht  den Verzicht  auf  die Erhebung 
eines  Gebührenvorschusses  und  die  Anordnung  einer 
Botschaftsabklärung beantragen liess,

dass er seinem zweiten Asylgesuch zwei Dokumente (Anklageschrift und 
Haftbefehl)  beilegte,  die  von  türkischen  Behörden  ausgestellt  worden 
seien,

dass  für  die  Begründung  des  zweiten  Asylgesuchs  auf  die  Akten  zu 
verweisen ist,

dass  das  BFM  dem  Beschwerdeführer  mit  Zwischenverfügung  vom 
1. November  2011  mitteilte,  eine  interne  Dokumentenanalyse  habe 
ergeben,  dass  es  sich  bei  den  beiden  Dokumenten,  die  er  eingereicht 
habe, um Totalfälschungen handle, 

dass  das BFM dem Beschwerdeführer  die wesentlichen Feststellungen, 
aufgrund derer es zu dieser Auffassung gelangte, mitteilte und  ihm Frist 
zur Einreichung einer Stellungnahme ansetzte,

dass der Beschwerdeführer  in seiner Stellungnahme vom 14. November 
2011,  der  ein  Telefaxschreiben  eines  türkischen Anwalts  beilag,  an  der 
Echtheit der Dokumente  festhalten und erneut deren Überprüfung durch 
die schweizerische Botschaft in Ankara beantragen liess,

dass  das  BFM  den  Beschwerdeführer  am  5.  Januar  2012  zu  seinen 
Asylgründen anhörte, wobei er im Wesentlichen geltend machte, er habe 
sich  im  August  2008  wegen  schwerer  Erkrankung  seiner  Mutter 
besuchsweise in der Türkei aufgehalten,

dass  er  während  dieses  Aufenthalts  in  der  Türkei  an  einem Protestzug     
– der  Leichnam  einer  getöteten  PKK­Kämpferin  sei  von  den  Behörden 
nicht  freigegeben  worden  –  teilgenommen  habe,  an  dem  es  zu 
Auseinandersetzungen gekommen sei,

dass  er  während  diesen  Ereignissen  mit  Kameras  aufgenommen, 
festgenommen  und  auf  den  Polizeiposten  von  B._______  gebracht 
worden sei, 

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dass  er  zwei  oder  drei  Tage  lang  festgehalten,  befragt  und  auch 
misshandelt worden sei,

dass  man  ihm  bei  der  Freilassung  gesagt  habe,  der  Fall  sei  nicht 
abgeschlossen,

dass sein Vater seinetwegen abgeführt und über ihn befragt worden sei, 
worüber er erst vor Kurzem telefonisch orientiert worden sei,

dass  seine  Familie  durch  einen  beigezogenen  Anwalt  von  der 
Anklageerhebung und der Ausstellung des Haftbefehls erfahren habe, 

dass  das  BFM mit  Verfügung  vom  17.  Januar  2012  –  eröffnet  am  19. 
Januar  2012  –  feststellte,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht,  das  zweite  Asylgesuch  ablehnte  und 
festhielt,  der Entscheid über den weiteren Aufenthalt  oder eine allfällige 
Wegweisung  falle  in  die  Zuständigkeit  der  kantonalen 
Migrationsbehörden und deren Rechtsmittelinstanzen,

dass  der  Haftbefehl  vom  16.  August  2008  und  die  Anklageschrift  vom 
16. Januar 2009 eingezogen wurden,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  die 
Schilderungen des Beschwerdeführers erwiesen sich in weiten Teilen als 
unsubstanziiert  und  unglaubhaft,  da  sie  als  einsilbig  und  stereotyp  zu 
charakterisieren seien,

dass  davon  auszugehen  sei,  sein  Aufenthalt  in  der  Türkei  habe 
ausschliesslich  dem  Besuch  und  der  Begleitung  seiner  kranken  Mutter 
gedient,

dass  hinsichtlich  der  im  Rahmen  der  internen  Dokumentenanalyse 
festgestellten  Fälschungsmerkmale  auf  das Schreiben  des BFM vom 1. 
November 2011 verwiesen werden könne,

dass  der  in  der  Anklageschrift  genannte  Sachverhalt  beziehungsweise 
strafrechtliche  Vorwurf  sich  mit  der  vom  Beschwerdeführer  geltend 
gemachten Teilnahme an einem Protestzug kaum vereinbaren lasse,

dass,  hätte  der  Protestmarsch  am  12.  August  2008  stattgefunden  und 
wäre  der  Haftrichterbeschluss  am  14.  August  2008  ergangen  und  am 
16. August 2008 Haftbefehl erlassen worden, der Beschwerdeführer nicht 

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nach  zwei  oder  drei  Tagen  Polizeihaft  freigelassen,  sondern  in 
Untersuchungshaft gesetzt worden wäre,

dass  die  Ausführungen  in  der  Stellungnahme  vom  14.  November  2011 
nicht geeignet seien, zu einer anderen Einschätzung zu führen, weshalb 
sich weitere Abklärungen erübrigten,

dass  das  Schreiben  des  türkischen  Anwalts  keinerlei  inhaltliche 
Ausführungen  enthalte  und  keinen  Bezug  zu  den  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers und den beiden türkischen Dokumenten aufweise,

dass  sich  die  im  Schreiben  des  Anwalts  aufgeführten 
Verfahrensnummern  teilweise  nicht  mit  den  auf  den  Dokumenten 
angebrachten deckten, was die Überzeugungskraft weiter reduziere,

dass gemäss Art.  32 Bst.  a der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 
(AsylV 1,  SR  142.311)  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  nicht  verfügt 
werde,  wenn  die  asylsuchende  Person  im  Besitz  einer  gültigen 
Aufenthalts­ oder Niederlassungsbewilligung sei,

dass der Beschwerdeführer angesichts der hängigen Beschwerde gegen 
die  Verfügung  der  zuständigen  kantonalen  Behörde  vom  13.  Oktober 
2011 immer noch im Besitz einer gültigen Niederlassungsbewilligung sei, 
weshalb  auf  eine  Verfügung  der  Wegweisung  aus  der  Schweiz  zu 
verzichten sei,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  20.  Februar  2012  durch 
seinen  Rechtsvertreter  gegen  diesen  Entscheid  beim 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben  und  beantragen  liess, 
die Verfügung der Vorinstanz  sei  vollumfänglich  aufzuheben,  die Sache 
sei  zur  ergänzenden  Feststellung  des  Sachverhalts  an  die  Vorinstanz 
zurückzuweisen,  eventualiter  sei  die Flüchtlingseigenschaft  festzustellen 
und  ihm  Asyl  zu  gewähren,  subeventuell  sei  die  Unzulässigkeit  oder 
zumindest  die  Unzumutbarkeit  des  Vollzugs  der  Wegweisung 
festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen,

dass  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um  die  Gewährung  der 
vollumfänglichen unentgeltlichen Rechtspflege sowie den Verzicht auf die 
Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchte,

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und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31]  i. V. m.  Art. 31 – 33  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 
[BGG, SR 173.110]),

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 
vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung zutreffend dargelegt hat, 
weshalb  die  Anordnung  der  Wegweisung  und  deren  Vollzugs  in  der 
vorliegenden Konstellation nicht  in die Kompetenz der Asylbehörden fällt 
(vgl. Art. 32 Bst. a AsylV1),

dass  die  Asylbehörden  aus  diesem  Grund  vorliegend  auch  keine 
vorläufige  Aufnahme  verfügen  könnten,  da  Voraussetzung  dazu  eine 
rechtskräftig angeordnete Wegweisung ist,

dass deshalb auf die Anträge, es sei die Unzulässigkeit oder zumindest 
die Unzumutbarkeit  des Vollzugs der Wegweisung  festzustellen und die 
vorläufige Aufnahme anzuordnen, nicht einzutreten ist,

dass  im Übrigen auf die  frist­ und  formgerecht eingereichte Beschwerde 
einzutreten  ist  (Art. 108  Abs. 1  AsylG  und  Art.  37  VGG  i.V.m.  Art. 52 
VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

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dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 
111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1 
AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder 
im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 
gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde 
ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben 
hält,

dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in 
wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 
oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass  der  Beschwerdeführer  sein  Vorbringen,  es  sei  gegen  ihn  in  der 
Türkei  ein  politisch  motiviertes  Strafverfahren  eröffnet  worden,  zur 
Hauptsache  auf  zwei Dokumente  (Anklageschrift  und Haftbefehl)  stützt, 
die  sich  gemäss  einer  internen  Dokumentenanalyse  des  BFM  als 
gefälscht erwiesen haben,

dass das BFM dem Beschwerdeführer in seiner Zwischenverfügung vom 
1. November  2011  (act.  B5/4)  die  wesentlichen  Gründe,  die  zu  diesem 
Schluss führten, aufzeigte,

dass der Beschwerdeführer  in seiner Stellungnahme vom 14. November 
2011  (act.  B6/3)  zwar  an  der  Echtheit  der  eingereichten  Dokumente 

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festhielt,  den  Erkenntnissen  der  Vorinstanz  indessen  nichts  Konkretes 
und Substanziiertes entgegenhielt,

dass  in  beiden  Dokumenten  mehrere  erhebliche  Ungereimtheiten 
bestehen,  die  den  Schluss  der  Vorinstanz,  es  handle  sich  um 
Totalfälschungen, als überzeugend erscheinen lassen,

dass an dieser Sachlage auch die schriftliche Aussage von Rechtsanwalt 
D._______,  die  entsprechenden Akten  befänden  sich  in  seiner  Kanzlei, 
nichts zu ändern vermag, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  in  freier  richterlicher 
Beweiswürdigung  davon  ausgeht,  bei  den  beiden  eingereichten 
Dokumenten  handle  es  sich  um  Fälschungen,  weshalb  sich  weitere 
Abklärungen durch die schweizerische Botschaft in Ankara erübrigen,

dass es sich bei den Ausführungen  in der Beschwerdeschrift, der Name 
des  Beschwerdeführers  sei  im  (politisch  motivierten)  Strafverfahren 
gegen eine in der Türkei zu einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilten 
Nachbarin  genannt  worden,  um  eine  durch  nichts  gestützte 
Parteibehauptung  handelt,  die  angesichts  der  Aktenlage  nicht  zu 
überzeugen  vermag,  weshalb  es  sich  nicht  rechtfertigt,  die  allfällige 
Einreichung weiterer Dokumente abzuwarten,

dass  in  der  Türkei  den  eingereichten  Dokumenten  gemäss  seit  August 
2008  gegen  den  Beschwerdeführer  ermittelt  würde  und  in  diesem 
Zusammenhang sein Vater von den Sicherheitsbehörden festgenommen 
und befragt worden sei,

dass der Beschwerdeführer indessen erst Ende Oktober 2011 ein zweites 
Asylgesuch  einreichte,  da  er  vom  hängigen  Verfahren  und  der 
Festnahme  seines  Vaters  erst  kurz  zuvor  anlässlich  eines  mit  diesem 
geführten Telefongesprächs erfahren habe,

dass sich der Beschwerdeführer zwar seit Oktober 2008 in der Schweiz in 
Haft  befindet,  jedoch  von  seiner  (Ex­)Ehefrau  und  seinem  Kind 
regelmässig  im  Gefängnis  besucht  wurde  (act.  B15/11  S.  2),  weshalb 
unwahrscheinlich  ist,  dass  er  von  der  geltend  gemachten 
vorübergehenden  Festnahme  seines  Vater  und  einem 
Ermittlungsverfahren nicht früher erfahren hätte,

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dass  auch  die Argumentation  des BFM,  der Beschwerdeführer wäre  im 
August  2008  von  den  Sicherheitsbehörden  nicht  freigelassen  worden, 
falls diese die Angelegenheit bereits dem Haftrichter unterbreitet gehabt 
hätten – dies soll sich gemäss den eingereichten Beweismitteln und den 
Aussagen  des  Beschwerdeführers  aber  so  zugetragen  haben  –,  zu 
überzeugen vermag,

dass  sich  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  somit  insgesamt 
gesehen als unglaubhaft erweisen,

dass  der  rechtserhebliche  Sachverhalt  als  erstellt  zu  erachten  ist, 
weshalb  sich  ergänzende  Abklärungen  (auch  durch  die  schweizerische 
Botschaft  in  Ankara)  erübrigen  und  der  Antrag  auf  Rückweisung  der 
Sache an die Vorinstanz abzuweisen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  die 
Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu 
machen,  weshalb  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  zu  Recht  abgelehnt 
hat,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist, soweit auf diese einzutreten ist,

dass  der  Antrag,  es  sei  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  zu 
verzichten,  angesichts  des  direkten  Entscheids  in  der  Hauptsache 
gegenstandslos wird,

dass  der Antrag,  es  sei  die  vollumfängliche  unentgeltliche Rechtspflege 
(Art.  65  Abs.  1  und  2  VwVG)  zu  gewähren,  angesichts  der 
Aussichtslosigkeit  der  Beschwerde  unbesehen  der  Frage  der 
Bedürftigkeit des Beschwerdeführers abzuweisen ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.– 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Seite 10

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird.

2.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Hans Schürch Christoph Basler

Versand: