# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7962831e-aef1-5443-94ea-7125bc9dea45
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-08-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.08.2009 D-5318/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5318-2006_2009-08-31.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5318/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 1 .  A u g u s t  2 0 0 9

Richter Thomas Wespi (Vorsitz),
Richter Pietro Angeli-Busi, Richter Martin Zoller, 
Gerichtsschreiberin Anna Kühler.

A._______, geboren B._______,
Sri Lanka,
(...),
Gesuchsteller,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), vormals Bundesamt 
für Flüchtlinge (BFF), Quellenweg 6, 3003 Bern. 

Revision; Urteil der Schweizerischen Asylrekurskommis-
sion (ARK) vom 6. Januar 2005 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Partei

Gegenstand

D-5318/2006

Sachverhalt:

A.
Mit Verfügung vom 25. November 2004 verweigerte das BFF dem Ge-
suchsteller  die  Bewilligung der  Einreise  und  lehnte  sein  Asylgesuch 
vom 5. Oktober 1999, das mit mehreren schriftlichen Eingaben ergänzt 
worden war, ab. Das BFF begründete seinen Entscheid im Wesentli-
chen damit, dass der Gesuchsteller nicht gefährdet sei im Sinne von 
Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) und die 
Anforderungen von Art. 20 Abs. 2 und 3 AsylG für die Erteilung einer 
Einreisebewilligung nicht erfüllt seien. 

B.
Mit an die Schweizerische Botschaft in Colombo eingereichter Eingabe 
vom 18. Dezember 2004, welche zuständigkeitshalber an die ARK wei-
tergeleitet wurde, focht der Gesuchsteller die Verfügung des BFF vom 
25. November 2004 an und beantragte – wie sinngemäss aus der Be-
gründung vorgeht – die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und 
die Bewilligung der Einreise in die Schweiz sowie die Gewährung von 
Asyl. 

C.
Mit Urteil  vom 6. Januar 2005 wies die ARK die Beschwerde ab. Zur 
Begründung führte  sie  an,  in  einer  objektiven Einschätzung der  ge-
samten  Vorbringen  und  Umstände  sei  nicht  von  einer  unmittelbaren 
Gefahr  für  Leib,  Leben  oder  Freiheit  aus  einem  Grund  nach 
Art. 3 Abs. 1  AsylG  auszugehen.  Die  persönliche  Situation  des  Ge-
suchstellers sei gesamthaft nicht als derart  kritisch einzustufen, dass 
eine reale  Existenzbedrohung bestünde und ein  weiterer  Verbleib in 
Sri Lanka nicht zumutbar wäre. Im Besonderen sei zu berücksichtigen, 
dass der Beschwerdeführer in seiner Herkunftsregion über ein intaktes 
soziales Beziehungsnetz und offensichtlich auch über eine gute Schul-
bildung verfüge. 

D.
Mit an die ARK adressierter, als „Application for settlement as a refuge 
in your country“ bezeichneter Eingabe vom 10. September 2006, wel-
che am 25. September 2006 bei  der ARK einging, ersuchte der Ge-
suchsteller sinngemäss um Asyl bzw. um Revision des Urteils der ARK 
vom 6. Januar 2005. Er brachte vor, er wohne nun in C._______ und 
müsse aufgrund der Probleme mit  der D._______ von seiner Familie 

Seite 2

D-5318/2006

getrennt  leben. Am Abend des 19. November  2005 sei  eine Gruppe 
bewaffneter Männer zu seinem Haus gekommen, habe ihn geschlagen 
und  schwer  misshandelt.  Die  Männer  hätten  ihm  gedroht,  ihn  um-
zubringen, wenn sie ihn dort noch einmal sehen sollten. Er sei darauf 
hin  mit  seiner  Familie  nach  E._______  geflohen.  Auch  dort  sei  er 
mehrfach  bedroht  worden  und  habe  dies  beim  zuständigen  „Grama 
Niladhari“ und beim „Justice of the Peace“ angezeigt. Er habe deshalb 
auch  in  E._______  nicht  mehr  leben  können  und  sei  ins  Dorf 
F._______  gezogen. Aber  auch  hier  würden  schlechte  Bedingungen 
herrschen und die Armee habe den Ort mehrfach angegriffen. Er sei 
körperlich  und psychisch  geschwächt,  sei  er  doch  von Angehörigen 
der Armee gefoltert worden. Der Druck der G._______ sei sehr gross. 
Er  werde  zur  Ausbildung  mit  den  Waffen  gezwungen  und  wenn  er 
diesem Befehl nicht Folge leiste, könne er nicht dort bleiben. Wenn er 
an  seinen früheren  Wohnort  zurückkehren  würde,  würde  er  von der 
D._______ bedroht werden. 

Der  Gesuchsteller  gab  zwei  inhaltlich  identische,  von  ihm  verfasste 
Schreiben zu den Akten, in welchen er im Wesentlichen die Ereignisse 
seit dem Jahr 1999 darlegt. Das eine Schreiben datiert vom 24. Januar 
2006 und richtet sich an den „Gramma Niladarih“, das andere Schrei-
ben datiert vom 28. Januar 2006 und richtet sich an den „Vice Chair-
man“ des „Town Council“ von H._______. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  gemäss  Art. 105 
AsylG endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen des BFM. Es 
ist ausserdem zuständig für die Revision von Urteilen, die durch eine 
seiner  Vorgängerorganisationen,  im  vorliegenden  Fall  die  ehemalige 
ARK, gefällt wurden (vgl. BVGE 2007/11 E. 3.3, 2007/21 E. 3). 

1.2 Gemäss  Art. 37  i.V.m.  Art. 45  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) gelten für Revisionsverfahren vor 
dem Bundesverwaltungsgericht, die sich gegen Urteile der ARK rich-
ten,  die entsprechenden Art. 66 ff. des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021; vgl. 
BVGE 2007/11 E. 4.5 f., 2007/21 E. 4.2 und 5.2 f.). Nach Art. 47 VGG 

Seite 3

D-5318/2006

findet auf Inhalt,  Form und Ergänzung des Revisionsgesuchs Art. 67 
Abs. 3 VwVG Anwendung.

1.3 Mit dem ausserordentlichen Rechtsmittel der Revision wird die Un-
abänderlichkeit  und Massgeblichkeit  eines rechtskräftigen Beschwer-
deentscheides angefochten, damit in der Sache neu entschieden wer-
den  kann  (vgl.  PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI,  Allgemeines  Verwal-
tungsrecht, 2. Aufl., Bern 2005, S. 269). 

1.4 Die  Revision  eines  Entscheids  der  ARK  kann  aus  den  in 
Art. 66 Abs. 1 und 2 VwVG genannten Gründen verlangt werden.  Die 
Revision kann in der Regel nicht aus einem Grund verlangt werden, 
der  schon  im  ordentlichen  Beschwerdeschwerdeverfahren  hätte  gel-
tend gemacht werden können (Art. 66 Abs. 3 VwVG).

2.

2.1 Im Revisionsgesuch ist insbesondere anzugeben, welcher gesetz-
liche  Revisionstatbestand  angerufen  wird  und  inwiefern  Anlass  be-
steht, gerade diesen Grund geltend zu machen; zudem ist die Recht-
zeitigkeit des Revisionsbegehrens darzutun (vgl. Art. 67 VwVG). 

2.2 Der  Gesuchsteller  macht  sinngemäss  den  Revisionsgrund  der 
neuen erheblichen Tatsachen und Beweismittel  (Art. 66 Abs. 2 Bst. a 
VwVG) geltend und reicht in diesem Zusammenhang zwei vom 24. und 
28. Januar 2006 datierende Dokumente ein. Er begründet zwar nicht, 
wann er von diesen Beweismitteln Kenntnis erhielt, indessen ist zu sei-
nen Gunsten davon auszugehen, dass die zu beachtenden Fristen ein-
gehalten sind (vgl. Art. 67 Abs. 1 VwVG). Auf das im Übrigen frist- und 
formgerecht eingereichte Revisionsgesuch ist deshalb einzutreten.

3.

3.1 Gemäss Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG müssen die zur Stützung ei-
nes Revisionsgesuches geltend gemachten Tatsachen und eingereich-
ten Beweismittel neu und erheblich sein. Nach Lehre und bundesge-
richtlicher Rechtsprechung sind revisionsweise geltend gemachte  Tat-
sachen lediglich dann als neu zu qualifizieren, wenn sie zur Zeit der 
Erstbeurteilung der Sache bereits vorhanden waren, jedoch erst nach-
träglich in Erfahrung gebracht werden konnten. Tatsachen, welche sich 
erst  nachträglich zutragen,  können allenfalls den Erlass einer neuen 
Verfügung  durch  die  erstinstanzliche  Behörde  im  Rahmen  eines 

Seite 4

D-5318/2006

Wiedererwägungsverfahrens  rechtfertigen,  bilden  aber  keinen  Grund 
zur  Revision  eines  Beschwerdeentscheides  (vgl.  URSINA BEERLI-
BONORAND,  Die  ausserordentlichen  Rechtsmittel  in  der 
Verwaltungsrechtspflege des Bundes und der  Kantone,  Zürich  1985, 
S. 99;  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und 
Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes,  2. Aufl.,  Zürich  1998,  S.  260, 
Rn. 740;  FRITZ GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  2. Aufl.,  Bern 
1983, S. 262; BGE 108 V 171). Erheblich im Sinne von Art. 66 Abs. 2 
Bst. a VwVG sind neue Tatsachen dann, wenn sie geeignet sind, die 
tatbeständliche Grundlage des angefochtenen Entscheides zu verän-
dern und bei zutreffender rechtlicher Würdigung zu einem anderen, für 
den  Gesuchsteller  günstigeren  Ergebnis  zu  führen  (BEERLI-BONORAND, 
a.a.O., S. 106; KÖLZ/HÄNER, a.a.O., S. 260, Rn. 740), mit anderen Wor-
ten, wenn sie den Ausgang des Verfahrens beeinflussen können (RENÉ 
RHINOW/HEINRICH KOLLER/CHRISTINA KISS-PETER,  Öffentliches  Prozessrecht 
und Grundzüge des Justizverfassungsrechts des Bundes, Basel/Frank-
furt a.M. 1996, S. 273, Rn. 1431).

3.2 Ähnliches  gilt  für  revisionsweise  eingereichte  Beweismittel:  Sie 
sind nur dann als neu zu qualifizieren und erheblich, wenn sie entwe-
der neue erhebliche Tatsachen erhärten oder geeignet sind, dem Be-
weis von Tatsachen zu dienen, die zwar im früheren Verfahren bekannt 
gewesen, aber zum Nachteil der gesuchstellenden Partei unbewiesen 
geblieben  sind  (BEERLI-BONORAND, a.a.O.,  S.  102;  KÖLZ/HÄNER,  a.a.O., 
S. 260,  Rn. 741),  respektive  wenn  sie  bei  Vorliegen  im ordentlichen 
Verfahren vermutlich zu einem anderen Entscheid geführt hätten (RHI-
NOW/KOLLER/KISS-PETER, a.a.O., S. 273, Rn. 1431). Hingegen ist es - im 
Gegensatz  zu  den geltend gemachten  neuen Tatsachen -  nicht  not-
wendig, dass die Beweismittel selber aus der Zeit vor dem Beschwer-
deentscheid stammen (vgl. die in der vorliegenden Konstellation wei-
terhin zutreffende Praxis der ARK in Entscheidungen und Mitteilungen 
der ARK [EMARK] 1994 Nr. 27 E. 5.c S. 199).

4.

Zur Begründung des Gesuchs verweist der Gesuchsteller im Wesentli-
chen auf  die inhaltlich identischen,  in  englischer Sprache verfassten 
Schreiben vom 24. und 28. Januar 2006. Darin wird dargelegt, der Ge-
suchsteller sei I._______ und sei am 26. Februar 1999, als er unter-
wegs nach J._______ gewesen sei, festgenommen worden. Man habe 
ihn des Terrorismus verdächtigt und ihn in verschiedenen Polizeistatio-

Seite 5

D-5318/2006

nen (...) während dreier Monate inhaftiert. In dieser Zeit sei er gefoltert 
und  misshandelt  worden.  Aufgrund  der  ihm  damals  zugefügten 
unmenschlichen  Behandlung  könne  er  nun  seiner  Arbeit  nicht  mehr 
nachgehen.  Er  sei  daraufhin  der  K._______  übergeben  und 
gezwungen  worden,  ein  in  singhalesisch  verfasstes  Geständnis  zu 
unterschreiben.  Anschliessend  sei  er  durch  den  L._______ 
vorgeladen, ins Gefängnis gebracht und nach zwei Jahren durch den 
M._______  angeklagt  worden.  Er  sei  als  zweiter  Angeklagte 
verantwortlich  gemacht  worden  für  den  Bombenanschlag  auf  das 
N._______, bei  welchem ein Touristenzentrum zerstört,  17 Personen 
getötet und 27 Personen verletzt worden seien. Er sei fünf (sic!) Jahre 
später,  am  16. Oktober  2003,  durch  den  L._______  freigesprochen 
worden.  Danach  habe  er  unbehelligt  gelebt,  bis  im  März  2004  ein 
Unbekannter zu seinem Haus gekommen sei, gesagt habe, sein Name 
sei O._______, und ihn aufgefordert habe, nach F._______ zu gehen. 
Dort  sei  er  zu  einem  alten  Haus  gebracht  und  über  seine 
Inhaftierungen  befragt  worden.  Anschliessend  sei  er  frei  gelassen 
worden, er habe aber aus Angst vor weiteren Übergriffen sein Haus in 
H._______  verlassen und sich  während eines  Jahres  in  Z._______, 
E._______  und  in  P._______  versteckt.  Der  Gesuchsteller  brachte 
weiter vor, wegen einer Krankheit sei er im Oktober 2005 in sein Haus 
nach H._______ zurückgekehrt. Einige Tage später habe er mehrere 
Telefonanrufe erhalten  und es sei  ihm nahe gelegt  worden,  den Ort 
umgehend  zu  verlassen,  andernfalls  würde  er  umgebracht  werden. 
Kurze  Zeit  später,  am  19.  November  2005,  sei  er  am  Abend  von 
Anhängern der D._______ überfallen und geschlagen worden. Er habe 
den Arzt  aufgesucht  und sei  nach fünf  Tagen wieder  zurückgekehrt. 
Aus Furcht vor weiteren Zwischenfällen sei er mit seiner Familie nach 
E._______  gegangen  und  habe  dort  ein  Haus gemietet. Die  beiden 
Schreiben  vom  24.  und  28.  Januar  2006  tragen  handschriftliche 
Eintragungen  eines  Q._______  und  eines  „Vice  Chairman“,  wonach 
diese Ausführungen wahr und korrekt seien.

Gemäss  der  Darstellung  im  Revisionsgesuch  sei  der  Gesuchsteller 
auch in E._______ mehrfach bedroht  worden. Da er  nicht  mehr dort 
habe leben können, sei  er mit  seiner  Familie in das Dorf  F._______ 
geflohen. Auch hier seien die Umstände sehr schwierig gewesen. Sie 
seien durch die srilankische Armee angegriffen worden. Seine geistige 
und körperliche Gesundheit  sei  wegen der Folter und der Misshand-
lungen, welche er erlebt habe, stark angegriffen, wie die bereits im Be-
schwerdeverfahren  eingereichten  ärztlichen  Berichte  zeigen  würden. 

Seite 6

D-5318/2006

Nebst der Bedrohung durch die D._______ werde nun auch der Druck 
durch die G._______ grösser. Sie hätten ihn aufgefordert, sich ihnen 
anzuschliessen und für  sie  zu kämpfen. Er  wolle  dies nicht  tun und 
werde bedroht. Deshalb lebe er  in ständiger Angst  und sei  nirgends 
mehr sicher. Er müsse getrennt von seiner Familie leben. 

5.

5.1 Was die Schilderungen der Ereignisse aus den Jahren 1999 bis 
2003  betrifft,  ist  festzuhalten,  dass  diese  Tatsachen  bereits  im  Be-
schwerdeverfahren bekannt waren und der Beurteilung durch die ARK 
zugrunde lagen. Die damit verbundenen Vorbringen wurden durch die 
ARK gerichtlich beurteilt. Die Schilderungen in  den beiden vom Ge-
suchsteller  verfassten  Schreiben  ändern  nichts  an der  tatsächlichen 
Grundlage  des  angefochtenen  Urteils.  Sie  sind  deshalb  weder  als 
„neu“ noch als „erheblich“ im Sinne von Art. 66 Abs. 2 VwVG zu be-
zeichnen  (vgl.  hierzu  KARIN SCHERRER,  in:  Waldmann/Weissenberger, 
Praxiskommentar VwVG, Zürich 2009, Art. 66 N 25).

5.2 Was das in den Schreiben vom 24. und 28. Januar 2006 geltend 
gemachte Ereignis aus dem Jahr 2004 betrifft (Befragung des Gesuch-
stellers  durch  eine  Person  namens  O._______  in  F._______),  ist 
festzuhalten, dass der Gesuchsteller diesen Vorfall bereits früher hätte 
geltend machen können (vgl. Art. 66 Abs. 3 VwVG). Der Gesuchsteller 
substanziiert diesbezüglich nicht, was er aufgrund dieses Ereignisses 
zu befürchten hätte, und belegt die damit geltend gemachten Nachteile 
denn auch nicht  weiter. Aus diesem Vorfall  kann jedenfalls  nicht  auf 
eine  konkrete  Gefährdung  des  Gesuchstellers  im  Sinne  von  Art.  3 
AsylG geschlossen werden. Dieses Vorbringen ist deshalb nicht geeig-
net, die tatsächliche Grundlage des Urteils der ARK zu verändern und 
zu einer anderen Entscheidung zu führen, weshalb es revisionsrecht-
lich nicht relevant ist. 

5.3 Weiter  bringt  der  Gesuchsteller  in  seiner  Eingabe vom 10. Sep-
tember 2006 vor, er habe versteckt leben müssen und in seinem Haus 
in H._______ Drohanrufe erhalten. Am 19. November 2005 sei um 21 
Uhr  eine  bewaffnete  Bande  -  es  handle  sich  um  Anhänger  der 
D._______ - zu seinem Haus gekommen und habe ihn aufgefordert, 
das Haus zu verlassen. Die Männer hätten ihn mit Eisenstangen und -
kabeln  zusammengeschlagen  und  ihn  schwer  verletzt.  Er  könne 
seither ein Bein und eine Hand nicht mehr gebrauchen. 

Seite 7

D-5318/2006

Hierzu ist  festzuhalten,  dass sich dieser Vorfall  erst nach dem Urteil 
der ARK vom 6. Januar 2005 ereignete. Er stellt deshalb keinen Revisi-
onsgrund dar, geht es doch bei dem ausserordentlichen Rechtsmittel 
der Revision um die Korrektur eines rechtskräftigen Entscheids, wenn 
sich herausstellt, dass dieser auf einer falschen tatsächlichen Grundla-
ge beruht, nicht jedoch um Tatsachen, die sich nach dem Urteil ereig-
neten (vgl. SCHERRER, a.a.O., N. 26). Dasselbe gilt auch für die geltend 
gemachten Angriffe  durch die (...),  welche der  Gesuchsteller  erlitten 
habe, sowie für die vorgebrachte Bedrohung vonseiten der G._______.

Damit ist die Frage aufgeworfen, ob die vom Gesuchsteller in der Ein-
gabe vom 10. September 2006 geltend gemachten Nachteile bzw. die 
vorgebrachte Furcht  vor Übergriffen durch die  D._______,  durch die 
G._______ und die Armee auf eine konkrete und unmittelbare Gefähr-
dung  des  Lebens,  des  Leibes  oder  der  Freiheit  des  Gesuchstellers 
schliessen lassen, so dass die Eingabe an das BFM zur Behandlung 
als zweites Asylgesuch zu überweisen ist. Die Schilderungen der Er-
eignisse im Jahr 2005 und die damit verbundenen Vorbringen sind in-
dessen nicht ausreichend substanziiert und werden auch nicht weiter 
– beispielsweise durch ein Arztzeugnis – belegt, so dass es sich nach 
einer Würdigung der gesamten Umstände erübrigt, die Eingabe an das 
BFM zu überweisen. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass 
die Vorbringen des Gesuchstellers als pauschale Behauptungen aus-
gestaltet sind und keine näheren Angaben für das Vorliegen einer kon-
kreten Gefährdung enthalten. Sie sind deshalb nicht ausreichend be-
gründet.  Auch  wenn  es  durchaus  plausibel  erscheint,  dass  der  Ge-
suchsteller nach der Entlassung aus der Haft  im Jahr 2003 gewisse 
Übergriffe zu erleiden hatte, vermag er keine glaubhaften Hinweise auf 
eine unmittelbare künftige Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG darzu-
tun. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die Voraussetzungen zur Er-
teilung einer Einreisebewilligung praxisgemäss grundsätzlich restriktiv 
zu umschreiben sind und den Behörden diesbezüglich ein weiter Er-
messensspielraum zukommt (vgl. EMARK 2004 Nr. 20 E. 3.b S. 130 f., 
mit weiteren Hinweisen).

6.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass keine revisionsrechtlich rele-
vanten Gründe dargetan sind. Das Gesuch  um Revision  des  Urteils 
der ARK vom 6. Januar 2005 ist demzufolge abzuweisen.

Seite 8

D-5318/2006

7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätz-
lich dem Gesuchsteller aufzuerlegen (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 
VwVG  i.V.m.  Art.  68  Abs.  2  VwVG;  Art.  1-3  des  Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  In  Anwendung  von 
Art. 6  Bst.  b  VGKE  ist  indessen  aus  verwaltungsökonomischen 
Gründen auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. 

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 9

D-5318/2006

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Das Gesuch um Revision wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Gesuchsteller  (durch  Vermittlung  der  Schweizerischen  Bot-
schaft in Colombo; per EDA-Kurier)

- die Schweizerische Botschaft in Colombo (mit der Bitte, das Urteil 
dem  Gesuchsteller  gegen  Unterzeichnung  der  beigelegten  Emp-
fangsbestätigung oder gegen postalischen Rückschein zu eröffnen 
und den Eröffnungsbeleg dem Bundesverwaltungsgericht zuzustel-
len; per EDA-Kurier; in Kopie)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 
(per Kurier; in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Thomas Wespi Anna Kühler

Versand: 

Seite 10