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**Case Identifier:** 7965909c-dffc-5319-979c-34e3b52343c5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.09.2020 200 2020 185
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-185_2020-09-11.pdf

## Full Text

200 20 185 IV
FUE/SCC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. September 2020

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Advokat B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 2. März 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2020, IV/20/185, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1966 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), 
ausgebildeter …, von 1. Juni 2015 bis 31. Mai 2018 als … im C.________ 
erwerbstätig, meldete sich im April 2018 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der Invalidenversi-
cherung, [act. II] 6, 9 ff.). Die IVB veranlasste in der Folge eine polydiszi-
plinäre (internistisch-neurologisch-psychiatrisch-orthopädische) Begutach-
tung durch die L._______ GmbH (MEDAS-Gutachten vom 1. Juni 2019; 
act. II 56.1-56.6, 58). Nach Einholung von Stellungnahmen des Regionalen 
Ärztlichen Dienstes (RAD; act. II 68 S. 2 f., 70 S. 2 f., 71 S. 2, 77 S. 8) ver-
anlasste die IVB eine weitere polydisziplinäre Begutachtung durch das 
D.________ (MEDAS-Gutachten vom 27. Januar 2020 [act. II 97.1], allge-
meininternistisches Teilgutachten [act. II 97.3], psychiatrisches Teilgutach-
ten [act. II 97.4], orthopädisches Teilgutachten [act. II 97.5], neurologisches 
Teilgutachten [act. II 97.6]). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren 
(act. II 99, 100) und einer Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. med. 
E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 27. Februar 
2020 (act. II 103) verneinte die IVB mit Verfügung vom 2. März 2020 den 
Anspruch auf eine Invalidenrente (Invaliditätsgrad von 4 %; act. II 104).

B.

Am 4. März 2020 erhob der Versicherte beim Verwaltungsgericht des Kan-
tons Bern Beschwerde und machte sinngemäss geltend, es sei ihm eine 
Invalidenrente zuzusprechen, eventualiter seien weitere medizinische Ab-
klärungen zu veranlassen. 

Am 17. März 2020 ersuchte der Beschwerdeführer, nunmehr vertreten 
durch Rechtsanwalt B.________, um Gewährung einer Frist zur Ergänzung 
der Beschwerde und um Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege unter 
Beiordnung des Unterzeichnenden als amtlichen Anwalt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2020, IV/20/185, Seite 3

Mit prozessleitender Verfügung vom 19. März 2020 wies der Instruktions-
richter das Gesuch um Gewährung einer Frist zur Ergänzung der Be-
schwerde ab.

Mit Beschwerdeantwort vom 4. Mai 2020 schloss die Beschwerdegegnerin 
auf Abweisung der Beschwerde.

Mit Eingabe vom 3. Juli 2020 reichte der Beschwerdeführer Schlussbemer-
kungen ein. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung der IVB vom 2. März 2020 
(act. II 104). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers 
auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 

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Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

3.

3.1 Den Akten ist zum medizinischen Sachverhalt im Wesentlichen das 
Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Im Bericht vom 19. April 2018 diagnostizierte Dr. med. F.________, 
Facharzt für Neurochirurgie, ein persistierendes neuropathisches Schmerz-
syndrom C7 rechts. Am 16. April 2018 sei eine ACIF-Revision mit Entfer-
nung der ACIS-Cages, ausgedehnter mikrochirurgischer Dekompression 
C6/7 und C5/6 beidseits und Implantation von Zero-P-Cages auf beiden 
Höhen durchgeführt worden. Der Eingriff sei komplikationslos erfolgt. Intra-
operativ habe eine schöne ACIF-Revision mit ausgedehnter Dekompressi-

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on erreicht werden können. Der postoperative Frühverlauf sei ausgespro-
chen erfreulich gewesen. Der Patient habe über eine fast komplette Regre-
dienz der neuropathischen Schmerzen im rechten Arm berichten können 
und sei problemlos mobil geworden (act. II 25 S. 9).

3.1.2 Im MEDAS-Gutachten vom 1. Juni 2019 (act. II 56.1) rapportierte 
der fallführende Gutachter Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine 
Innere Medizin und Arbeitsmedizin, es sei nicht gelungen, in Bezug auf die 
funktionellen Auswirkungen und die Indikation zur weiteren Abklärung und 
Behandlung einen Konsens zwischen den Gutachtern zu finden. Die zu-
sammenfassende Beurteilung stelle also nicht die auf einen Nenner ge-
brachte Schlussbeurteilung dar, sondern müsse sich darauf beschränken, 
die Beurteilung der einzelnen Gutachter in Bezug auf die Fragestellung 
wiederzugeben. Als Erklärung müsse die allgemeine Schwierigkeit bei der 
Einordnung von Schmerzstörungen hinhalten. Beim Exploranden komme 
dazu, dass die strukturellen Befunde sowie die neurologischen Untersu-
chungsresultate das Ausmass der Beschwerden und der wesentlichen 
Funktionsbeeinträchtigung nicht zu erklären vermöchten. Die Gewichtung 
dieses Umstandes habe bei den verschiedenen Gutachtern zu unterschied-
lichen, nicht in einen Konsens mündenden Beurteilungen geführt. Von die-
sem Ausgangspunkt sei es nicht möglich, das weitere Vorgehen in Bezug 
auf Diagnostik und Behandlung sowie in Bezug auf eine mögliche funktio-
nelle Verbesserung auf einen Punkt zu bringen. Die zusammenfassende 
Beurteilung stamme aus der Feder des Gutachtensredaktors und sei aus-
schliesslich von ihm unterschrieben. Bei Unklarheiten müsse also auf die 
einzelnen Gutachtensdokumente verwiesen werden (act. II 56.1 S. 3 f.). 
Zur Arbeitsfähigkeit hielt der Gutachter fest, in der bisherigen Tätigkeit als 
... hätten alle Gutachter übereinstimmend keine Restarbeitsfähigkeit mehr 
gesehen (act. II 56.1 S. 6 Ziff. 4.7). Für eine angepasste Tätigkeit werde 
übereinstimmend von einem erhöhten Erholungsbedarf im Rahmen eines 
halben Arbeitstages, also von 50 % ausgegangen (act. II 56.1 S. 6 Ziff. 
4.8).

3.1.3 In den Stellungnahmen zum MEDAS-Gutachten vom 1. Juni 2019 
und zu den Teilgutachten (act. II 56.1-56.5, 58) äusserte sich der RAD wie 
folgt:

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Am 18. Juli 2019 führte Dr. med. H.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, aus, das orthopä-
dische Teilgutachten genüge formell den Anforderungen an Gutachten 
nicht, halte sich der Gutachter nicht auch nur ungefähr an die gültige Gut-
achtengliederung (act. II 68 S. 2). Auch inhaltlich erfülle das Gutachten die 
Anforderungen in keiner Weise. Zwar sei der Gutachter von einer erhebli-
chen Funktionseinschränkung der rechten Schulter ausgegangen, doch 
habe er keine entsprechende Diagnose gestellt. Auch ein Beckentiefstand 
rechts von „circa“ erheblichen 4 cm finde sich in den Diagnosen nicht wie-
der und die hieraus resultierenden funktionellen Einschränkungen seien 
nicht diskutiert worden. Es fehle auch die Aktenzusammenfassung und die 
Diskussion der Aktenlage. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit werde 
nicht annähernd überzeugend begründet (AB 68 S. 3).

Am 29. Juli 2019 hielt Dr. med. I.________, Facharzt für Psychosomatik 
und Psychotherapie, fest, im psychiatrischen Teilgutachten finde sich nur 
eine kurze Darstellung des Tagesablaufes, aus dem nicht deutlich werde, 
inwiefern der Explorand hinsichtlich der Alltagsaktivitäten beeinträchtigt sei. 
Es fänden sich zudem keine Angaben zu Hobbys und sozialen Kontakten. 
Zudem lägen keine aussagefähigen Verhaltensbeobachtungen vor, was 
hinsichtlich der im Vordergrund stehenden Schmerzen des Exploranden 
wichtig sei, da so nicht eingeschätzt werden könne, ob ein schmerzbeding-
tes Vermeidungsverhalten oder aktive Bewegungsausgleiche vorlägen. 
Auch der psychopathologische Befund sei nur gering differenziert. Nicht 
ableitbar sei aus dem vorgelegten psychopathologischen Befund, dass eine 
mittelgradig ausgeprägte depressive Symptomatik vorliegen solle. Zudem 
werde nicht diskutiert, inwiefern diese rezidivierend sein solle, sodass die 
Vergabe der Diagnose einer rezidivierend depressiven Störung gegenwär-
tig mittelgradig (ICD-10 F33.1) nicht nachvollziehbar sei. Auch werde nicht 
differenziert der Ausschluss einer möglichen Persönlichkeitsstörung disku-
tiert (act. II 70 S. 2). Es finde sich keine differenzialdiagnostische Ausein-
andersetzung mit dem möglichen Vorliegen einer Schmerzerkrankung nach 
dem Kapitel F der ICD-10. Die Diskussion zur Konsistenz und Plausibilität 
werde ebenfalls wenig differenziert geführt, sodass nicht nachvollziehbar 
sei, ob gegebenenfalls negative Antwortverzerrungen beim Exploranden 
vorlägen. Die Beurteilung der kognitiven Beeinträchtigungen sei aus dem 

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psychopathologischen Befund wenig nachvollziehbar. Zudem würden 
Fähigkeitsbeeinträchtigungen nach Mini-ICF nicht deskriptiv untermauert. 
Aus diesem Grunde seien diese ebenfalls nicht nachvollziehbar. In der Ge-
samteinschätzung könne daher auch die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 
aus psychiatrischer Sicht sowohl hinsichtlich der angestammten als auch 
einer angepassten Tätigkeit nicht nachvollzogen werden. Zudem sei in der 
polydisziplinären Zusammenfassung nun die Diagnose einer chronischen 
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 
F45.41) erwähnt worden, was im psychiatrischen Gutachten nicht diskutiert 
worden sei. Andererseits sei die im psychiatrischen Teilgutachten festge-
stellte rezidivierend depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10 
F33.1), in der gutachterlichen Zusammenfassung nicht erwähnt worden 
(act. II 70 S. 3).

Am 12. August 2019 berichtete Dr. med. J.________, Fachärztin für Neuro-
logie, die Erhebung der Anamnese im neurologischen Teilgutachten sei 
ungewöhnlich knapp. Es fänden sich in der Untersuchung deutliche Zei-
chen für Selbstlimitierung wie sich auch in der kurzen Anamnese eine deut-
liche Katastrophisierung abzeichne (act. II 71 S. 2). Der Schluss auf eine 
50 %ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit werde nicht ausrei-
chend begründet und sei nicht nachvollziehbar. Es sei nicht ganz klar, wel-
che Diagnosen vorlägen (act. II 71 S. 3).

Dr. med. E.________ legte in der Stellungnahme vom 11. September 2019 
zusammenfassend dar, den fachärztlichen RAD-Stellungnahmen könne 
entnommen werden, dass sowohl das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten 
vom 1. Juni 2019 als auch die Teilgutachten weder schlüssig noch nach-
vollziehbar seien und den Leitlinien bezüglich der fachspezifischen Begut-
achtung nicht entsprächen (act. II 77 S. 8).

3.1.4 Im Bericht vom 1. Oktober 2019 konstatierte Dr. med. K.________, 
Facharzt für Neurologie, die elektroneurographischen Befunde nach einer 
Untersuchung vom 30. September 2019 belegten eine mässiggradige 
Schädigung des N. medianus links im Gebiet des Carpaltunnels. Die vor 
allem nachts auftretenden sensiblen Missempfindungen an den Fingern II-
IV könnten hiermit erklärt werden. Die brennenden Schmerzen im Gebiet 
der Fingergrundgelenke und die rezidivierenden Schwellungen des 

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Handrückens könnten dagegen mit dieser Nervenkompression nicht befrie-
digend gedeutet werden (act. II 100 S. 9).

3.1.5 Im polydisziplinären MEDAS-Gutachten vom 27. Januar 2020 
(act. II 97.1) diagnostizierten die Experten mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit das Folgende (act. II 97.1 S. 9): 

1. HWS-Syndrom und chronische Nacken-, Schulter-, Arm-, Handbeschwerden unter 
Betonung der dominanten rechten Seite (ICD-10 M53.1 [M54.2/M79.60/Z98.8]) 
- anamnestisch Status nach Verletzung im Bereich von Nacken und rechter 

oberer Extremität am 28. August 2017 
- Status nach mikrochirurgischer Dekompression HWK5/6/7 mit beidseitiger Un-

koforaminotomie, Diskektomie und interkorporeller Spondylodese HWK5/6/7 
mit Cage am 31. Oktober 2017 bei zeitweise hyperalgischem zervikobrachia-
lem Schmerzsyndrom C6 mehr links und C7 mehr rechts bei Diskushernie 
HWK5/6/7 mit deutlicher Neurokompression auf beiden Niveaus 

- Status nach Entfernung der Cages HWK5/6/7, dorsaler Spondylophytektomie, 
beidseitiger Foraminotomie auf beiden Höhen und Dekompression der Ner-
venwurzeln C6 beidseits und C7 beidseits sowie intervertebraler Fusion mittels 
je eines mit DBX Putty demineralized Bonematrix gefüllten Zero-P PEEK Ca-
ges am 16. April 2018 bei persistierendem Schmerzsyndrom C7 rechts

- radiologisch regelrechter Befund (MRI 6. Juni 2019) 
- klinisch kein objektivierbarer Hinweis für längerdauernde Schonung der rech-

ten oberen Extremität
- kein Anhalt für eine aktuelle radikuläre oder medulläre Beteiligung

2. Anamnestisch obstruktives Schlafapnoesyndrom, ED Oktober 2019 (ICD-10 G47.3)
- Maskenunverträglichkeit

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten sie das Folgende 
(act. II 97.1 S. 9):

1. Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen (ICD-10 F68.0)
- funktionelle Störung rechter Arm (ICD-10 R29.8)

2. Metabolisches Syndrom
- Adipositas (ICD-10 E66.9)

o BMI 33.8 kg/m2 (Grösse 180 cm, Gewicht 107.2 kg)
- Arterielle Hypertonie (ICD-10 I10)

Die Experten legten dar, aus Sicht des Bewegungsapparates bestehe auf-
grund chronischer Nacken-, Schulter-, Arm-, Handbeschwerden und unter 
Betonung der dominanten rechten Seite in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit 
in der … wie auch in anderen körperlichen wiederholt mittelschweren und 
schweren Verrichtungen eine volle und bleibende Arbeitsunfähigkeit. Da-
gegen bestehe in einer körperlich leichten bis selten mittelschweren, adap-
tierten Tätigkeit unter Wechselbelastung eine volle Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit. Das wiederholte Heben und Tragen von Lasten über 10 kg wie 
auch der wiederholte Einsatz der oberen Extremitäten oberhalb Schulterni-
veaus solle vermieden werden. Aus neurologischer Sicht bestehe aufgrund 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2020, IV/20/185, Seite 10

eines HWS-Syndroms mit aktuell fehlenden Hinweisen auf eine radikuläre 
oder medulläre Beteiligung eine Arbeitsunfähigkeit für körperlich schwere 
und rückenbelastende Tätigkeiten. Körperlich leichte bis mittelschwere Ar-
beiten ohne Armbelastung seien dem Exploranden ohne Einschränkungen 
vollschichtig zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht könne die Diagnose Ent-
wicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen festgestellt 
werden, welche zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der zuletzt 
ausgeübten wie auch in einer adaptierten Verweistätigkeit führe. Aus all-
gemeininternistischer Sicht bestehe in der bisherigen Tätigkeit wie auch in 
einer adaptierten Verweistätigkeit eine Leistungsfähigkeit von 90 %, auf-
grund eines erhöhten Pausenbedarfs bei noch unbehandeltem obstrukti-
vem Schlafapnoesyndrom. Es sollten fremdgefährdende Tätigkeiten, 
Schichtarbeit, wie auch das berufsbedingte Führen von Fahrzeugen dem 
Exploranden nicht zugemutet werden (act. II 97.1 S. 10 Ziff. 4.3). Zur Kon-
sistenz führten die Gutachter aus, aus Sicht des Bewegungsapparates lies-
sen sich die geklagten Beschwerden durch die klinischen und radiologi-
schen Befunde nicht klar begründen. Die Umfangsmessung der oberen 
Extremitäten sei mit der angegebenen Schonung der rechten Seite in kei-
ner Weise vereinbar. Die im Alltag geltend gemachten Einschränkungen 
könnten nicht nachvollzogen werden. Aus neurologischer Sicht seien die 
Beschwerden nur zu einem sehr kleinen Teil plausibel. Aus psychiatrischer 
Sicht fänden sich Inkonsistenzen und die Angaben des Exploranden seien 
oft nicht plausibel gewesen. Unter Abwägung der dargestellten Aspekte 
müsse von Aggravation ausgegangen werden. Aus allgemeininternistischer 
Sicht hätten sich gewisse Inkonsistenzen bei der Untersuchungssituation 
gefunden. Die Angaben des Exploranden, die Medikamente wie Irfen, Du-
loxetin, Pregabalin und Novalgin regelmässig einzunehmen, hätten mittels 
Medikamentenspiegel nicht bestätigt werden können. Die im Alltag erwähn-
ten signifikanten Einschränkungen seien aus allgemeininternistischer Sicht 
nicht hinreichend begründbar. Die erwähnte Müdigkeit könne dagegen 
mindestens partiell auf das noch unbehandelte obstruktive Schlafapnoe-
syndrom zurückgeführt werden (act. II 97.1 S. 11 Ziff. 4.5). 

Aus polydisziplinärer Sicht hielten die Gutachter zur Arbeitsfähigkeit in der 
bisherigen Tätigkeit fest, die Arbeit in der … und in einer anderen körperlich 
wiederholt mittelschweren und schweren Verrichtung sei dem Exploranden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2020, IV/20/185, Seite 11

seit Oktober 2017 nicht mehr zumutbar (act. II 97.1 S. 11 Ziff. 4.6). In einer 
körperlich leichten, adaptierten Verweistätigkeit unter Wechselbelastung – 
ohne häufig wiederholtes Heben und Tragen von Lasten über 10 kg sowie 
ohne wiederholten Einsatz der oberen Extremitäten oberhalb Schulterni-
veau, ohne selbst- und fremdgefährdenden Tätigkeiten, ohne Schichtarbei-
ten, ohne berufsbedingtes Führen von Fahrzeugen – sei der Explorand bei 
noch unbehandeltem obstruktiven Schlafapnoesyndrom zu 8 bis 8.5 Stun-
den pro Tag arbeitsfähig, mit einer Einschränkung von 10 % aufgrund eines 
erhöhten Pausenbedarfs. Diese Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 90 % 
gelte seit Oktober 2018; davor bestand auch für Verweistätigkeiten ab Ok-
tober 2017 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (act. II 97.1 S. 12 Ziff. 4.7, 
4.8).

3.1.6 In der Stellungnahme vom 27. Februar 2020 führte der RAD-Arzt 
Dr. med. E.________ zu den Einwänden des Beschwerdeführers aus, dem 
neurologischen Bericht von Dr. med. K.________ vom 1. Oktober 2019, der 
den Gutachtern nicht vorgelegen habe, könne entnommen werden, dass 
ein leichtes, elektroneurografisch bestätigtes Karpaltunnelsyndrom links 
vorliege, wobei entsprechende konservative Massnahmen empfohlen wor-
den seien. Dieses aktuell leichtgradige Karpaltunnelsyndrom links sei be-
handelbar, als Ultima Ratio mit einem operativen Karpaltunnel-Release. Da 
das Operationsrisiko diesbezüglich als recht gering einzuschätzen sei, sei 
dieser Eingriff dem Exploranden aus medizinischer Sicht zumutbar, wes-
halb sich diesbezüglich keine Einschränkungen mit längerdauernder Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ergäben. Bezüg-
lich des schweren obstruktiven Schlafapnoesyndroms sei bereits im poly-
disziplinären Gutachten vom 27. Januar 2020 darauf hingewiesen worden, 
dass die vorgeschlagene CPAP-Therapie nicht angewendet werde, da eine 
Maskenunverträglichkeit bestehe. Aus pneumologischer Sicht werde auch 
eine Gewichtsreduktion als sinnvolle Alternative betrachtet. Zudem habe 
der Explorand anlässlich der polydisziplinären Begutachtung zu Protokoll 
gegeben, während des Tages viel zu liegen und am Abend nicht einschla-
fen zu können, was auf eine mangelnde Schlafhygiene hinweise. Im Rah-
men der Begutachtung seien das schwere obstruktive Schlafapnoesyndrom 
und die nicht bestehende, jedoch mögliche CPAP-Therapie berücksichtigt 
worden, weshalb dem Exploranden aus allgemeininternistischer Sicht im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2020, IV/20/185, Seite 12

Rahmen einer angepassten Tätigkeit eine zusätzliche Leistungsminderung 
von 10 % zugestanden worden sei. Aus Sicht des RAD könnten dem aktu-
ellen pneumologischen Bericht vom 18. Dezember 2019 keine Einschrän-
kungen respektive Befunde entnommen werden, welche eine höhere Leis-
tungsminderung als die bereits zugestandenen 10 % rechtfertigten (act. II 
103 S. 4 f.).

3.2

3.2.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3 Das MEDAS-Gutachten vom 1. Juni 2019 und die einzelnen Teil-
gutachten (act. II 56.1-56.5, 58) erfüllen die Anforderungen an einen be-
weiskräftigen ärztlichen Bericht offensichtlich nicht (vgl. E. 3.2.1 hiervor). 
Einerseits gab der fallführende Gutachter Dr. med. G.________ selber an, 
es liege keine einheitliche von allen unterschriebene Schlussbeurteilung 
vor, da in Bezug auf die funktionellen Auswirkungen und die Indikation zur 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2020, IV/20/185, Seite 13

weiteren Abklärung sowie Behandlung sich zwischen den Gutachtern kein 
Konsens habe finden lassen. Als Erklärung für die Uneinheitlichkeit führte 
Dr. med. G.________ die Einordnung von Schmerzstörungen und die 
strukturellen Befunde sowie die neurologischen Untersuchungsresultate 
beim Beschwerdeführer, welche das Ausmass der Beschwerden und der 
wesentlichen Funktionsbeeinträchtigung nicht zu erklären vermöchten, an 
(act. II 56.1 S. 3 f.). Andererseits hielten die RAD-Fachärzte in den Stel-
lungnahmen vom 18. Juli 2019 (act. II 68 S. 2 f.), 29. Juli 2019 (AB 70 S. 2 
f.) und 12. August 2019 (AB 71 S. 2 f.) zutreffend fest, dass das Haupt- und 
die Teilgutachten nicht miteinander übereinstimmten. Ferner überzeugt ihre 
Beurteilung, wonach sich Differenzen auf diagnostischer Ebene (vgl. act. II 
70 S. 3, 71 S. 3) finden und die einzelnen Teilgutachten mit gravierenden 
formellen (vgl. act. II 68 S. 3) und inhaltlichen Mängeln behaftet sind (unzu-
reichende Befunderhebung aus psychiatrischer Sicht bezüglich des Tages-
ablaufs, der Alltagsaktivitäten, der Freizeitbeschäftigung und der sozialen 
Kontakte [act. II 70 S. 2], fehlende Diskussion der Aktenlage [act. II 68 
S. 3], ungenügende Herleitung der Diagnosen bzw. fehlende Diskussion zu 
Differentialdiagnosen [vgl. act. II 70 S. 2 f.] und unzureichende Begründung 
der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit [act. II 68 S. 3, 70 S. 3, 71 S. 3]). Es 
kann somit nicht auf das MEDAS-Gutachten vom 1. Juni 2019 bzw. die 
einzelnen Teilgutachten (act. II 56.1-56.5, 58) abgestellt werden, und die 
Beschwerdegegnerin hat zu Recht eine weitere Begutachtung veranlasst.

3.4 Das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 27. Januar 2020 
(act. II 97.1-97.6) erfüllt die Anforderungen an den Beweiswert eines medi-
zinischen Gutachtens. Die darin enthaltenen Ausführungen und Feststel-
lungen beruhen auf eingehenden fachärztlichen Abklärungen und sind in 
Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten Be-
schwerden getroffen worden. Basierend darauf haben die Gutachter die 
medizinischen Befunde, die zu stellenden Diagnosen und die daraus zu 
ziehenden Schlussfolgerungen nachvollziehbar und einleuchtend darge-
stellt. Mithin kann auf die voll beweiskräftige Expertise abgestellt werden 
(vgl. E. 3.2.1 hiervor). Aufgrund des MEDAS-Gutachtens ist erstellt, dass 
dem Beschwerdeführer aus orthopädischer und neurologischer Sicht seit 
Oktober 2017 (act. II 97.1 S. 11 Ziff. 4.6.4) die angestammte Tätigkeit als 
… gänzlich unzumutbar ist wie auch jede körperlich wiederholt mittelschwe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2020, IV/20/185, Seite 14

re und schwere Tätigkeit (act. II 97.1 S. 10 Ziff. 4.3). Hingegen ist ihm aus 
orthopädischer Sicht eine adaptierte Tätigkeit (leichte bis selten mittel-
schwere Tätigkeit, wechselbelastend) vollschichtig und ohne Leistungsmin-
derung zumutbar. Aus neurologischer Sicht ist eine leichte bis mittelschwe-
re Tätigkeit ohne Armbelastung vollschichtig zumutbar. Aus psychiatrischer 
Sicht besteht weder für die angestammte noch eine Verweistätigkeit eine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Aus allgemeininternistischer Sicht be-
steht in der bisherigen wie auch in einer adaptierten Tätigkeit eine Leis-
tungsfähigkeit von 90 % aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs bei noch 
unbehandeltem obstruktivem Schlafapnoesyndrom (act. II 97.1 S. 10 Ziff. 
4.3). Soweit im allgemeininternistischen Teilgutachten in der Zusammen-
fassung der gesundheitlichen und beruflichen Entwicklung eine Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit von 80 % (act. II 97.3 S. 8 Ziff. 7.1) genannt wurde, 
stellt dies offenkundig einen Verschrieb dar, denn im gleichen Teilgutach-
ten gab der Experte in Beantwortung der Fragen nach der Einschränkung 
der Leistungsfähigkeit mehrfach eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
von 10 % aufgrund des erhöhten Pausenbedarfs an (act. II 97.3 S. 9 Ziff. 
8.1.2 und S. 10 Ziff. 8.1.3, 8.2.3 und 8.2.4), was auch im Einklang steht mit 
der polydisziplinären Gesamtbeurteilung (act.  II 97.1 S. 12 Ziff. 4.8). Ferner 
legten die Gutachter nachvollziehbar und schlüssig dar, dass zahlreiche 
Inkonsistenzen bis hin zu Aggravation feststellbar waren sowie dass die 
geklagten Beschwerden, insbesondere in Bezug auf die rechte obere Ex-
tremität, nicht oder nicht hinreichend durch die klinischen Befunde begrün-
det werden konnten (act. II 97.1 S. 11 Ziff. 4.5).

Der RAD-Arzt Dr. med. E.________ hat am 27. Februar 2020 (act. II 103) 
zu den vorbescheidweise aufgelegten ärztlichen Berichte überzeugend 
Stellung genommen und aufgezeigt, dass sich hierdurch am gutachterlich 
erstellten Zumutbarkeitsprofil nichts ändert; u.a. ist das gemäss dem – im 
Rahmen der Anhörungen eingereichten – neurologischen Bericht vom 1. 
Oktober 2019 (act. II 100 S. 9) bestehende leichtgradige Karpaltunnelsyn-
drom behandelbar (act. II 103 S. 4). Wie der RAD nochmals nachvollzieh-
bar dargelegt hat (act. II 103 S. 5), hat das im Bericht vom 18. Dezember 
2019 diagnostizierte schwere obstruktive Schlafapnoesyndrom einerseits 
ein noch nicht ausgeschöpftes Therapiepotential, andererseits ist es im 
Rahmen der allgemeininternistischen Begutachtung berücksichtigt worden; 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2020, IV/20/185, Seite 15

dem Beschwerdeführer wurde denn auch im Rahmen einer angepassten 
Tätigkeit eine Leistungsminderung von 10 % wegen erhöhtem Pausenbe-
darfs zugestanden (vgl. act. II 97.1 S. 12 Ziff. 4.7.3, 97.3 S. 9 Ziff. 8.1.2).

Was der Beschwerdeführer gegen das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten 
vom 27. Januar 2020 (act. II 97.1) ins Feld führt, dringt nicht durch. Soweit 
er auf die Divergenzen bezüglich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im 
Vergleich zum MEDAS-Gutachten vom 1. Juni 2019 sowie den Teilgutach-
ten (act. II 56.1-56.5, 58) hinweist und geltend macht, die Beschwerdegeg-
nerin habe nicht dargelegt, weshalb sie von der Beurteilung gemäss ME-
DAS-Gutachten vom 1. Juni 2019 abweiche (Stellungnahme vom 3. Juli 
2020, S. 8), ist sein Einwand unbegründet. Das MEDAS-Gutachten vom 
1. Juni 2019 ist – wie bereits dargelegt (E. 3.3 hiervor) – mit mehreren 
schwerwiegenden Mängeln behaftet und damit nicht beweiskräftig. Die 
Fachärzte der MEDAS haben im Übrigen nachvollziehbar begründet und 
einleuchtend dargelegt, weshalb die Einschätzungen der Vorgutachter nicht 
überzeugen. Exemplarisch zu erwähnen sind die Ausführungen des or-
thopädischen Experten, der bemerkte, es erstaune, dass der auch den 
Facharzttitel eines Handchirurgen führende Vorgutachter trotz der untrügli-
chen Hinweise für das Fehlen einer längerdauernden Schonung der Extre-
mität (bestehende palmare Beschwielung sowie Gebrauchsspuren) genau 
diese postuliere (vgl. act. II 97.5 S. 10 f.). Mithin wurden die scheinbaren 
Widersprüche zwischen den Einschätzungen der Experten der MEDAS und 
den Vorgutachtern schlüssig aufgelöst. 

3.5 Nach dem Dargelegten ist der Beschwerdeführer seit Oktober 2018 
in einer angepassten Verweistätigkeit vollschichtig arbeitsfähig mit einer 
Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 10 %. Ausgehend von dieser 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit ist nachfolgend die Invaliditätsbemessung 
vorzunehmen. 

4.

4.1 Frühestmöglicher hypothetischer Rentenbeginn ist nach Ablauf des 
Wartejahrs (Arbeitsunfähigkeit von 100 % in der zuletzt ausgeübten Tätig-
keit als … ab Oktober 2017 [act. II 97.1 S. 11 Ziff. 4.6.4]; Art. 28 Abs. 1 lit. b 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2020, IV/20/185, Seite 16

IVG) und der sechsmonatigen Wartezeit nach der Geltendmachung des 
Anspruchs (April 2018 [act. II 6]; Art. 29 Abs. 1 IVG) Oktober 2018.

4.2

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). 

4.2.2 Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen 
(z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde 
Deutschkenntnisse) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, ist 
diesem Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rech-
nung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich 
aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommensniveau begnü-
gen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invali-
ditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder 
überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichmässig 
zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann pra-
xisgemäss entweder auf Seiten des Valideneinkommens durch eine ent-
sprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder durch 
Abstellen auf die statistischen Werte oder aber auf Seiten des Invalidenein-
kommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wer-
tes erfolgen (BGE 141 V 1 E. 5.4 S. 3, 135 V 58 E. 3.1 S. 59; SVR 2018 UV 
Nr. 33 S. 115 E. 2.2).

4.2.3 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens in der letzten Tätigkeit 
als … stellte die Beschwerdegegnerin auf den Tabellenlohn nach den vom 
Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) 
2016 ab (act. II 104 S. 1). Dieses Vorgehen ist mit Blick auf das tiefe effek-
tiv erzielte Einkommen (Fr. 4'422.-- [act. II 6 S. 6] x 12 = Fr. 53'064.--; vgl. 
auch act. II 1 S. 2) und die Rechtsprechung (vgl. E. 4.2.2 hiervor) nicht zu 
beanstanden. Bei einem monatlichen Bruttolohn der LSE 2016 ([Zentral-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2020, IV/20/185, Seite 17

wert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater 
Sektor, Tabelle TA1, Ziff. 86-88 Gesundheits- und Sozialwesen, Kompe-
tenzniveau 1, Männer) von Fr. 5'036.--, angepasst an die betriebsübliche 
wöchentliche Arbeitszeit (BFS, betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit 
nach Arbeitszweigen, Ziff. 86-88 Gesundheits- und Sozialwesen, 2016) von 
41.6 Stunden, aufgerechnet auf ein Jahr und angepasst an die Nominalar-
beitszeit 2018 (Tabelle T1.1.15 Nominallohnindex Männer, 2016-2018, Ziff. 
86-88 Gesundheitswesen, Heime und Sozialwesen; 2016: 100.1; 2018: 
101.8) ergibt dies Fr. 63'916.65 (Fr. 5'036.-- / 40 x 41.6 x 12 / 100.1 x 101.8 
= Fr. 63'916.65).

4.3

4.3.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss LSE herangezogen wer-
den (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3).

4.3.2 Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Per-
sonen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im 
Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeit-
nehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unter-
durchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit 
einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 
E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem 
Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persön-
lichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidens-
bedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthalts-
kategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf 
das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft 
zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begren-
zen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 
IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beur-
teilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2020, IV/20/185, Seite 18

schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten 
Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Ge-
sichtspunkts führen dürfen (SVR 2018 IV Nr. 45 S. 145 E. 2.2).

4.3.3 Der Beschwerdeführer hat bisher keine zumutbare Tätigkeit aufge-
nommen, weshalb die Beschwerdegegnerin bei der Ermittlung des hypo-
thetischen Invalideneinkommens zu Recht auf die LSE 2016 abstellte 
(act. II 104 S. 1). Bei einem monatlichen Bruttolohn ([Zentralwert] nach 
Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, 
Tabelle TA1, Männer) von Fr. 5'340.--, angepasst an die betriebsübliche 
wöchentliche Arbeitszeit (BFS, betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit 
nach Arbeitszweigen, Total, 2016) von 41.7 Stunden, aufgerechnet auf ein 
Jahr und angepasst an die Nominallohnentwicklung 2018 (Tabelle T1.1.15 
Nominallohnindex Männer, 2016-2018, Total; 2016: 100.6; 2018: 101.5) 
sowie unter Berücksichtigung der Arbeitsfähigkeit von 100 %, mit einer Ein-
schränkung der Leistungsfähigkeit von 10 % wegen vermehrter Pausen 
(E. 3.5 hiervor), resultiert ein hypothetisches Invalideneinkommen von 
Fr. 60'660.95 ([Fr. 5'340.-- / 40 x 41.7 x 12 / 100.6 x 101.5] = Fr. 67'401.05 
x 0.9 = Fr. 60'660.94). 

4.3.4 Ein zusätzlicher Abzug vom Tabellenlohn wegen krankheitsbeding-
ter Einschränkungen ist nicht gerechtfertigt, fand doch die Einschränkung 
der Leistungsfähigkeit wegen vermehrter Pausen bereits als limitierender 
Faktor Berücksichtigung (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 
11. April 2019, 9C_233/2018, E. 3.2 mit Hinweisen). Es liegen auch keine 
weiteren Merkmale für einen Abzug vor (vgl. E. 4.3.2 hiervor): Weder auf-
grund fehlender Dienstjahre noch des Alters des Beschwerdeführers ist ein 
Abzug gerechtfertigt. Die mangelnde bzw. rudimentäre Ausbildung hat 
beim statistisch ermittelten Invalideneinkommen ausser Acht zu bleiben, 
denn bereits das Valideneinkommen wertete die Beschwerdegegnerin auf, 
indem sie einen statistischen Durchschnittslohn anstelle des tatsächlich 
vom Beschwerdeführer erzielten (unterdurchschnittlichen) Verdienstes als 
… (vgl. act. II 6 S. 6, 18, 30.3 S. 12) heranzog; das hypothetische Invali-
deneinkommen aus den gleichen Gründen zu reduzieren, bewirkte eine 
unzulässige doppelte Berücksichtigung (vgl. Entscheide des BGer vom 
19. August 2019, 8C_129/2019, E. 6.3, vom 3. März 2020, 8C_774/2019, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2020, IV/20/185, Seite 19

E. 8.6). Es ist auch kein Abzug für gesundheitlich bedingt lediglich noch 
teilzeitlich erwerbstätige Männer (vgl. Entscheid des BGer vom 15. Novem-
ber 2010, 9C_721/2010, E. 4.2, 30. September 2011 9C_481/2011, E. 
3.1.2) vorzunehmen, da der Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit 
zu 8 bis 8.5 Stunden pro Tag ausüben könnte (vgl. act. II 97.1 S. 12 Ziff. 
4.7.2). 

4.4 Bei der Gegenüberstellung des Valideneinkommens von 
Fr. 63'916.65 und des Invalideneinkommens von Fr. 60'660.95 resultiert 
eine Einbusse von Fr. 3'255.70, damit ein Invaliditätsgrad von 5 % 
(Fr. 3'255.70 / Fr. 63'916.65 x 100 = 5.0 %). Damit hat der Beschwerdefüh-
rer keinen Anspruch auf eine Invalidenrente.

4.5 Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 2. März 
2020 (act. II 104) nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist abzuwei-
sen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Zu prüfen bleibt jedoch das Gesuch um unentgelt-
liche Rechtspflege.

5.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2020, IV/20/185, Seite 20

gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Die Prozessarmut des Beschwerdeführers ist gestützt auf die eingereichten 
Unterlagen (Akten des Beschwerdeführers [act. IA] 3) erstellt. Weiter ist 
das Beschwerdeverfahren nicht von vornherein als aussichtslos zu betrach-
ten und für das Verfahren erscheint der Beizug einer anwaltlichen Vertre-
tung infolge der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen als angezeigt. Das 
Gesuch um Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege unter Beiordnung 
von Rechtsanwalt B.________ ist demnach gutzuheissen.

5.3 Der Beschwerdeführer ist damit – unter Vorbehalt der Nachzah-
lungspflicht gemäss Art. 114 VRPG i.V.m Art. 123 der Schweizerischen 
Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – vorläufig 
von der Bezahlung der Verfahrenskosten zu befreien.

5.4 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

5.5 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Das mit Kostennote von Rechtsanwalt B.________ vom 17. Juli 2020 gel-
tend gemacht Honorar von Fr. 2'716.15 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteu-
er), bei einem Aufwand von 9.16 Stunden à Fr. 250.-- ist nicht zu bean-
standen. Das amtliche Honorar von Rechtsanwalt B.________ ist auf Fr. 
1'832.-- (9.16 Stunden à Fr. 200.--), zuzüglich Auslagen von Fr. 216.50 und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2020, IV/20/185, Seite 21

Mehrwertsteuer von Fr. 157.70 (7.7 % von Fr. 2'048.50), total Fr. 2'206.20 
festzusetzen und nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Ge-
richtskasse zu vergüten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach 
Art. 123 ZPO.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 2'716.15 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2'206.20 (inkl. 
Auslagen und MWSt.) festgesetzte Entschädigung vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungsfrist nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- Advokat B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2020, IV/20/185, Seite 22

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.