# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 16693b3b-8050-5dab-aa32-4724b6a241e2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.09.2025 E-2020/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2020-2025_2025-09-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2020/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 3 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Roswitha Petry (Vorsitz), 

Richter Grégory Sauder, Richter Markus König,    

Gerichtsschreiberin Sandra Bodenmann-Widmer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sierra Leone,   

vertreten durch MLaw Meret Bühlmann,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 3. März 2025 / N (…). 

 

 

 

E-2020/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 21. Oktober 2023 in der Schweiz um 

Asyl. Anlässlich der Personalienaufnahme (PA) vom 24. Oktober 2023 gab 

er an, am 6. Juni 2005 geboren und Staatsangehöriger von Sierra Leone 

zu sein.  

B.  

Mit Verfügung vom 6. März 2024 trat das SEM auf das Asylgesuch des 

Beschwerdeführers nicht ein und ordnete seine Wegweisung in den zu-

ständigen Dublin-Staat Italien an.  

C.  

Nachdem die Frist zur Überstellung nach Italien abgelaufen war, hob das 

SEM mit Verfügung vom 20. August 2024 seine Nichteintretensverfügung 

vom 6. März 2024 auf und nahm das nationale Asylverfahren wieder auf. 

Gleichzeitig wurde der Beschwerdeführer dem Kanton B._______ zuge-

wiesen.  

D.  

Mit Eingabe der zugewiesenen Rechtsvertretung vom 19. September 2024 

wurde ein zusammenfassender Bericht des regionalen Kriminalamtes in 

Sierra Leone («Regional Crime Officer North-West-Region») vom 6. Sep-

tember 2022 zu den Akten gereicht.  

E.  

Am 7. Oktober 2024 wurde der Beschwerdeführer einlässlich zu den Asyl-

gründen angehört.  

Dabei trug er zunächst vor, es gehe ihm gesundheitlich nicht gut, er habe 

Albträume und schlafe schlecht. Zudem habe er Halsschmerzen. Auf sei-

ner Reise sei ihm in Algerien etwas auf die Genitalien geworfen worden, 

was teilweise eine Entzündung hervorgerufen habe. Er wisse aber nicht, 

ob dies in Wirklichkeit passiert sei oder nur in einem Traum. Als er erwacht 

sei, habe er überall ganz grosse Pickel gehabt. Im Weiteren sei an der 

Grenze zwischen Algerien und Tunesien sein Finger mit einer Waffe gebro-

chen worden.    

Zu seinen persönlichen und familiären Verhältnissen gab er weiter an, er 

habe in Freetown die Sekundarschule besucht. Sein Vater sei 2019 gestor-

ben, worauf er mit seiner Mutter und seinem kleinen Bruder nach 

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Seite 3 

C._______ umgezogen sei. Er sei nie berufstätig gewesen. Seine Mutter, 

sein kleiner Bruder und seine Tochter, die er bisher nie gesehen habe, wür-

den in Sierra Leone leben. Seit seiner Ausreise aus dem Heimatland am 

10. September 2022 habe er keinen Kontakt zu seinen Familienangehöri-

gen gehabt. In Tunesien habe er während rund einem Monat in einem Hotel 

Reinigungsarbeiten verrichtet. Danach sei er inhaftiert worden. Ansonsten 

habe er nie gearbeitet und habe nur Fussball gespielt.  

Zu den Asylgründen trug er vor, er habe mit Angehörigen einer Geheimge-

sellschaft namens D._______ Probleme bekommen. Diese würden bei ih-

ren Ritualen Menschen umbringen und diese anschliessend wieder zum 

Leben erwecken. Die Kultangehörigen hätten nach seinem Leben getrach-

tet. Es sei ihm aber gelungen, diesen zu entkommen. Er habe sich nicht an 

die Polizei gewandt, weil wichtige Personen bei dieser Geheimgesellschaft 

dabei seien. Die Polizei könne ihn nicht schützen. Bei einer Rückkehr nach 

Sierra Leone wisse er nicht, was ihn erwarte; er habe dort keine Chance.    

F.  

Den vorinstanzlichen Akten ist zu entnehmen, dass beim Beschwerdefüh-

rer notfallmässig eine Zahnbehandlung durchgeführt wurde (Bericht der 

Zahnarzt Praxis E._______ in F._______ vom 6. November 2023), eine 

Konsultation wegen Kopfschmerzen stattfand (Bericht des MCM in Glarus 

vom 18. Januar 2024) und der Beschwerdeführer mehrfach wegen Kopf-, 

Zahn- und Fingerschmerzen medikamentös behandelt wurde (Verlaufsblatt 

der AOZ, Stand: 22. Februar 2024).   

G.  

Am 16. Oktober 2024 wurde der Beschwerdeführer dem erweiterten Ver-

fahren zugeteilt.  

H.  

Mit Schreiben vom 26. Oktober 2024 legte die zugewiesene Rechtsvertre-

tung das Vertretungsmandat nieder. 

I.  

Mit Schreiben vom 6. November 2024 an das SEM zeigte die (…) die Man-

datierung durch den Beschwerdeführer an.  

J.  

Mit Verfügung vom 3. März 2025 – der Rechtsvertretung am 5. März 2025 

eröffnet – wies das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab, ver-

fügte seine Wegweisung sowie den Wegweisungsvollzug an. Zudem 

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Seite 4 

beauftragte das SEM den Kanton B._______ mit dem Vollzug und händigte 

die editionspflichtigen Akten aus.  

K.   

Dagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe seiner Rechtsvertrete-

rin vom 25. März 2025 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und 

beantragte die Aufhebung der SEM-Verfügung vom 3. März 2025 im Weg-

weisungsvollzugspunkt (Dispositivziffern 4 und 5) und die Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme. Eventualiter sei die Sache zur rechtsgenüglichen 

Sachverhaltsabklärung und zur neuen Entscheidung an das SEM zurück-

zuweisen.  

In prozessualer Hinsicht wurden die Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege inklusive amtliche Verbeiständung und der Verzicht auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses beantragt.  

Der Beschwerde wurden nebst einer Vollmacht folgende Unterlagen bei-

gefügt: 

- Verlaufsbericht der (…) ([…] G._______) vom 18. März 2025 («aktuelle Diag-

nosen nach ICD-10: Somatisierungsstörung [F45.0], Mittelgradige Depressive 

Episode [F32.1]; Verdacht auf Posttraumatische Belastungsstörung [PTBS; 

F43.1]»); 

- Ambulanter Bericht des (…) H._______ vom 24. Januar 2025 (Diagnose: 

«Sehnenscheidenganglion Dig. III links») mit Rezeptierung (Paracetamol und 

Brufen) und Arztzeugnis; 

- Bericht (…), I._______ vom 17. Januar 2025 (Diagnosen: «Disseminierte 

Talgdrüsenzysten scrotal und Postinflammatorische Hyperpigmentierung 

[…]»);  

- Endbefund (…) Medizinische Laboratorien B._______ vom 1. November 2024 

(Tuberkulose: negativ); 

- Bericht Röntgeninstitut (…), J._______, vom 6. November 2024 («Befund: 

Keine entzündliche intrathorakale Veränderung, keine Hinweise auf Tbc»); 

- Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH): «Sierra Leone: Psychi-

sche Gesundheitsversorgung» vom 17. Januar 2023. 

L.  

Mit Instruktionsverfügung vom 27. März 2025 hielt die zuständige Instruk-

tionsrichterin des Bundesverwaltungsgerichts fest, der Beschwerdeführer 

könne den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. Auf die 

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Erhebung eines Kostenvorschusses wurde einstweilen verzichtet, das Ge-

such um unentgeltliche Rechtspflege inklusive Verbeiständung auf einen 

späteren Zeitpunkt verwiesen und die Akten der Vorinstanz zur Vernehm-

lassung überwiesen.  

M.  

Das SEM liess sich am 10. April 2025 vernehmen.  

N.  

Der Beschwerdeführer reichte am 15. Mai 2025 eine Replikeingabe zu den 

Akten.  

O.  

Mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 5. August 2025 liess der Be-

schwerdeführer einen Kurzaustrittsbericht der IPW vom 9. Juli 2025 nach-

reichen. In diesem werden die Diagnosen «posttraumatische Belastungs-

störung, Somatisierungsstörung und mittelgradige depressive Episode» 

gestellt. Es werden eine fortgeführte psychiatrisch-psychotherapeutische 

Begleitung inklusive psychopharmakologische Behandlung im Ambulato-

rium Glattbrugg sowie regelmässige Laborkontrollen und EKG-Ableitungen 

unter Psychopharmakotherapie empfohlen. 

P.  

Mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 15. September 2025 liess der 

Beschwerdeführer einen Austrittsbericht der IPW vom 19. August 2025 ein-

reichen, welcher im Wesentlichen die zuvor genannten Diagnosen und Be-

handlungsempfehlungen bestätigt. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Behandlung von 

Beschwerden gegen Asyl- und Wegweisungsverfügungen des SEM; dabei 

entscheidet das Gericht in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(vgl. Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert. Auf die frist- 

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und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 105 und 108 

Abs. 2 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

1.3 Der Beschwerdeführer hat mit seiner Rechtsmitteleingabe lediglich die 

Anordnung des Vollzugs der Wegweisung nach Sierra Leone angefochten. 

Die Verneinung der Flüchtlingseigenschaft, die Ablehnung des Asylge-

suchs und die verfügte Wegweisung aus der Schweiz sind folglich mit Ab-

lauf der Beschwerdefrist in Rechtskraft erwachsen.  

Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet somit einzig 

die Frage, ob die Vorinstanz zu Recht das Vorliegen von Wegweisungsvoll-

zugshindernissen verneint hat (Art. 44 AsylG i.V.m. Art. 83 AIG 

[SR 142.20]). 

1.4 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG 

(vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

2.  

2.1 Die Vorinstanz stufte den Vollzug der Wegweisung als zulässig, zumut-

bar und möglich ein. Sie führte insbesondere aus, weder die in Sierra Le-

one herrschende politische Situation noch andere Gründe würden gegen 

die Zumutbarkeit der Rückführung in den Heimatstaat sprechen. Der Be-

schwerdeführer sei jung, ungebunden und arbeitsfähig. Er habe keine 

schwerwiegenden gesundheitlichen Einschränkungen. Er sei in Sierra Le-

one aufgewachsen und kenne daher Land und Leute. Er verfüge zudem 

über eine grundlegende Schulbildung und wenig, in Tunesien angeeignete 

Arbeitserfahrung als Reinigungskraft. In Sierra Leone habe er zudem ein 

familiäres Netzwerk, in welchem er vor seiner Ausreise gelebt habe. Es sei 

davon auszugehen, dass in Freetown und C._______ weit mehr soziale 

Anknüpfungspunkte bestehen würden, als dies in der Anhörung festgehal-

ten worden sei. Sein uneheliches Kind und aller Wahrscheinlichkeit auch 

die Kindsmutter würden sich in Sierra Leone befinden, was sich in vielerlei 

Hinsicht begünstigend auf das Leben des Beschwerdeführers auswirken 

könne. Zudem sei sich dieser offensichtlich gewohnt, alleine zurechtzu-

kommen und sich ändernden Situationen laufend anzupassen. 

2.2 In der Beschwerde wurde insbesondere vorgetragen, der Beschwerde-

führer sei in Tunesien vergewaltigt und an der Hand verletzt worden, was 

ihn schwer traumatisiert habe. Er sei seit dem 7. Januar 2025 in ambulanter 

psychotherapeutischer Behandlung. Die Handverletzung habe am 24. 

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Januar 2025 operiert werden müssen. Zudem klage der Beschwerdeführer 

seit Monaten über Knoten im Intimbereich und Blut im Speichel. Es seien 

«disseminierte Talgdrüsenzysten» diagnostiziert worden. Der Beschwerde-

führer leide auch an psychischen Problemen. Das Gesundheitssystem in 

Sierra Leone sei grundsätzlich mangelhaft und unterfinanziert. Die psychi-

sche Gesundheitsversorgung sei erst im Aufbau und es existiere lediglich 

eine einzige Institution, welche stationäre Behandlungen anbiete. Es sei 

auch äusserst fraglich, ob die ihm verschriebenen Medikamente – «(…)» 

und «(…)» – in Sierra Leone erhältlich seien. Der Beschwerdeführer habe 

zwar illegal als Reinigungskraft in Tunesien gearbeitet; er habe aber an-

sonsten keine Arbeitserfahrung und habe die Schule nicht abschliessen 

können. Bei einer Rückkehr nach Sierra Leone sei es für ihn nicht ohne 

Weiteres möglich, eine Stelle zu finden, welche ihm erlauben würde, die 

erforderliche Therapie und die Kontrolltermine zur Überprüfung der Medi-

kation zu finanzieren. Die Ursache für den blutigen Husten sei trotz mehr-

facher Untersuchung noch nicht eruiert worden. Es wäre fahrlässig, ihn ins 

Heimatland wegzuweisen, bevor die Ursache dieses Befundes vollständig 

abgeklärt sei.  

 

Im Weiteren sei der Beschwerdeführer vorbildlich in der Schweiz integriert. 

Seit über einem Jahr spiele er in einer Mannschaft Fussball und nehme 

aktiv an Sportkursen und am Vereinsleben teil. Er spreche bereits gut 

Deutsch und habe sich durch sein Engagement in verschiedenen Vereinen 

ein soziales Netz aufgebaut. Zu seiner Familie in Sierra Leone habe er seit 

über zwei Jahren keinen Kontakt mehr. Als 19-Jähriger sei er noch sehr 

jung und aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme sehr vulnerabel.  

 

Aus dem Anhörungsprotokoll werde deutlich, dass sich der Beschwerde-

führer zu den sexuellen Übergriffen in Tunesien nicht habe frei äussern 

dürfen. Der zuständige Fachspezialist habe ihn mit der Begründung unter-

brochen, dass diese Ausführungen für das Asylverfahren irrelevant seien. 

Das SEM habe übersehen, dass dieser sexuelle Übergriff erhebliche Aus-

wirkungen auf seinen gesundheitlichen Zustand habe und hinsichtlich des 

Wegweisungsvollzuges von grosser Bedeutung sei. Die Feststellung des 

SEM, der Beschwerdeführer habe «keine schwerwiegenden gesundheitli-

chen Einschränkungen» sei zynisch. Der Antrag des Rechtsvertreters be-

treffend Erstellung eines medizinischen Gutachtens gemäss Istanbul-Pro-

tokoll sei nie beantwortet und im Asylentscheid nicht erwähnt worden. Die 

Sache sei deshalb zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.  

 

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2.3 In der Vernehmlassung führte das SEM ergänzend aus, dem Be-

schwerdeführer könne zugemutet werden, sich zwecks Arbeitsbeschaffung 

oder einer medizinischen Behandlung zumindest temporär in der Landes-

hauptstadt Freetown niederzulassen, zumal er bereits in der Vergangen-

heit dort gelebt habe, mit den Umständen vor Ort vertraut sei und wohl 

auch über ein soziales, wenn nicht gar familiäres Netzwerk verfüge. In 

Freetown sei es ihm auch möglich, die bestehende medizinische Infrastruk-

tur zu nutzen, welche zwar offensichtlich nicht dem Schweizerischen Stan-

dard entspreche, aber umfangreicher ausfalle als von der Rechtsvertreterin 

vorgegeben werde. In der Stadt und deren unmittelbaren Umgebung be-

finde sich nebst dem «Sierra Leone Psychiatric Teaching Hospital» sowie 

den in den einzelnen Distrikten angesiedelten «Mental Health Nurses» 

auch das «Connaught Hospital», welches über eine entsprechende «Men-

tal Health / Psychosocial Unit» verfüge und umfangreiche Dienstleistungen 

anzubieten und zur Medikamentenbeschaffung in der Lage sei. Im Weite-

ren werde auf die beiden auf mentale Gesundheit respektive Traumata 

ausgerichteten Nichtregierungsorganisationen «City of Rest Rehabilitation 

Centre» und «Community Association for Psychological Services» (CAPS) 

und auf die Vereinigung «Leh We Talk» verwiesen. In der Apotheke «Cot-

ton Tree Medical Group» in Freetown könnten abgesehen vom bereits be-

kannten Medikament «(…)» auch weitere Antidepressiva bezogen werden, 

womit die in der Schweiz verschriebene Arznei «(…)» durch eine dem Be-

schwerdeführer vor Ort zugängliche Medikation ersetzt werden könne. Be-

treffend die übrigen gesundheitlichen Beschwerden, die teilweise schon 

seit Monaten oder Jahren vorliegen und offensichtlich keinem medizini-

schen Notfall entsprechen würden, sei auf das in Freetown vorzufindende 

Netz an Spitälern zu verweisen.  

Angesichts dieser Ausführungen sei zu den in der Beschwerde vorgetra-

genen formellen Rügen festzuhalten, dass die etwaig traumatischen Erleb-

nisse in Tunesien für den Entscheidausgang irrelevant seien. Aufgrund der 

in Ziffer II. des Asylentscheides dargelegten, nicht gegebenen Glaubhaf-

tigkeit der Asylvorbringen erübrige sich auch die Erstellung eines Istanbul-

Protokolls.     

2.4 In der Replik wurde entgegnet, das SEM sei auf die Ausführungen in 

der Rechtsmitteleingabe zum Zugang des Beschwerdeführers zu den er-

forderlichen Behandlungsmöglichkeiten in Sierra Leone nicht eingegan-

gen. Gemäss Bericht der G.________ leide er an ernstzunehmenden Di-

agnosen. Die Symptomatik sei komplex und der Beschwerdeführer auf 

eine antidepressive Medikation angewiesen. Es sei klar, dass eine 

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Seite 9 

Behandlung im Rahmen einer Konversationsgruppe bei der Vereinigung 

«Leh We Talk» nicht angemessen wäre. Ob freie Behandlungsplätze beim 

«City of Rest Rehabilitation Center» vorhanden seien und mit welchen Kos-

ten eine Behandlung dort verbunden sei, gehe auf der Webseite des Cen-

ters nicht hervor. Ob dort eine längerfristige ambulante Psychotherapie er-

hältlich sei, welche gemäss dem (…)-Bericht dringend erforderlich sei, um 

eine Zustandsverschlechterung zu verhindern, sei äusserst fraglich und 

vom SEM nicht abgeklärt worden. Es sei nicht ersichtlich, dass die Mög-

lichkeit bestehe, sich bei akuten psychischen Beschwerden direkt an das 

CAPS zu wenden. Das Argument des SEM zum Ersatz des in Sierra Leone 

nicht vorhandenen Medikamentes «(…)» sei nicht überzeugend. Es stelle 

sich auch die Frage, ob der SEM-Fachspezialist in der Lage sei, diese me-

dizinische Fragestellung ohne Beizug einer Fachperson zu beurteilen. 

Selbst wenn «(…)» in der vom SEM zitierten Apotheke vorhanden sei, wäre 

das Medikament für den Beschwerdeführer mit grösster Wahrscheinlichkeit 

nicht erhältlich. Dem Bericht der (…) zufolge sei die diagnostizierte PTBS 

auf die Erlebnisse in Tunesien zurückzuführen, was auch in Bezug auf den 

Wegweisungsvollzug von grosser Relevanz sei. Schliesslich hätte das 

SEM spätestens im angefochtenen Entscheid zum besagten Antrag betref-

fend Foltergutachten Stellung nehmen sollen. Das Argument des SEM zur 

mangelnden Glaubhaftigkeit der Fluchtgründe reiche nicht aus, um die Ge-

hörsverletzung nachträglich zu heilen. Nur weil die Asylgründe angeblich 

unglaubhaft seien, dürfe nicht automatisch auf die Unglaubhaftigkeit sämt-

licher Vorbringen geschlossen werden.  

3.  

Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs und 

der Begründungspflicht sowie sinngemäss eine nicht vollständig vorge-

nommene Sachverhaltsermittlung. Er macht insbesondere geltend, dass er 

sich zu den in Tunesien erfolgten sexuellen Übergriffen, die erhebliche Aus-

wirkungen auf seinen gesundheitlichen Zustand gehabt hätten, nicht habe 

frei äussern dürfen. Ferner hätte das SEM den Antrag seiner Rechtsvertre-

tung auf Erstellung eines medizinischen Gutachtens gemäss Istanbul-Pro-

tokoll behandeln müssen.  

3.1 Der angefochtenen Verfügung ist zu entnehmen, dass das SEM im 

Rahmen einer Gesamtwürdigung nachvollziehbar und hinreichend diffe-

renziert aufgezeigt hat, von welchen Überlegungen es sich leiten liess. 

Eine Verletzung der Begründungspflicht ist nicht ersichtlich. 

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Hinsichtlich des Gesundheitszustands ist festzustellen, dass der Be-

schwerdeführer im Dublin-Gespräch vom 27. Dezember 2023 noch angab, 

es gehe ihm psychisch gut; er trug lediglich Zahnschmerzen und Schmer-

zen wegen der Kälte bei der Überfahrt vor (vgl. SEM-Verfahren 

1289198[nachfolgend: Akte] 18, S. 2). Im Verlauf des vorinstanzlichen Asyl-

verfahrens klagte er über Zahn- und Kopfschmerzen (vgl. Akten 13 und 

19). In der Anhörung berichtete er ergänzend von Schlafproblemen und 

Albträumen; er sei deswegen auch beim Arzt gewesen und habe Medika-

mente erhalten. Zudem gab er an, an Halsschmerzen zu leiden. Als er in 

Algerien gewesen sei, habe jemand etwas auf seine Genitalien geworfen, 

was eine Entzündung hervorgerufen habe, wobei er diesbezüglich ergän-

zend anführte, er wisse nicht, ob sich der betreffende Vorfall in Wirklichkeit 

zugetragen habe oder nur im Rahmen eines Traumes (vgl. Akte 39, Ant-

worten 12-13). Zudem habe er sich an der Grenze zwischen Algerien und 

Tunesien den Finger mit einer Waffe verletzt (vgl. Akte 39, Antwort 17). Im 

Rahmen der freien Rede zu seinen Gesuchsgründen gab er schliesslich 

an, auf dem Weg von Algerien nach Tunesien zusammen mit anderen von 

der Mafia attackiert worden zu sein und dabei sexuelle Übergriffe erlitten 

zu haben (Akte 39, Antwort 63).  

Dass das SEM anlässlich der Anhörung die geltend gemachten sexuellen 

Übergriffe auf dem Reiseweg nicht näher erfragt hat, ist insofern nicht zu 

beanstanden, als Ereignisse, die sich nicht im Heimatland zugetragen ha-

ben, flüchtlingsrechtlich nicht relevant sind, so bedauerlich sie auch gewe-

sen sein mögen. Indessen sind allfällige gesundheitliche Folgen aus der-

artigen Übergriffen im Rahmen des Wegweisungsvollzugs zu prüfen. Dies-

bezüglich ist anzumerken, dass den Akten keine Hinweise darauf zu ent-

nehmen sind, dass der Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren 

im Zusammenhang mit seinen Erlebnissen auf der Flucht medizinische 

oder psychologische Hilfe in Anspruch genommen hätte. Insbesondere hat 

er sich nach seiner Einreise in die Schweiz im Oktober 2023 und bis zur 

Beschwerdeerhebung im März 2025, das heisst eineinhalb Jahre lang, of-

fenbar nicht um medizinische Unterstützung hinsichtlich psychischer Prob-

leme bemüht. Solche wurden erstmals auf Beschwerdeebene geltend ge-

macht und mit zwei Arztberichten untermauert.  

Bei dieser Sachlage ist die Vorinstanz zu Recht davon ausgegangen, dass 

im Zeitpunkt des Asylentscheids keine schwerwiegenden gesundheitlichen 

Einschränkungen vorlagen. Folglich war sie auch nicht gehalten, weitere 

medizinische Abklärungen vorzunehmen oder ein Foltergutachten einzu-

holen. Die wegweisungsvollzugsrechtliche Relevanz der neu auf 

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Seite 11 

Beschwerdeebene geltend gemachten psychische Probleme betreffen 

eine materielle Frage und sind nachfolgend zu prüfen. 

Die Rüge des Beschwerdeführers, die Vorinstanz habe es unterlassen, 

sich mit seinem Antrag auf Einholung eines Foltergutachtens auseinander-

zusetzen, erweist sich als grundsätzlich berechtigt. Der Mangel wurde je-

doch im Rahmen des Schriftenwechsels geheilt. Da die Vorinstanz in der 

Vernehmlassung zu diesem Antrag Stellung bezogen hat und dem Be-

schwerdeführer daraufhin die Möglichkeit zur Replik eingeräumt wurde, ist 

ihm kein unheilbarer prozessualer Nachteil entstanden. 

3.2 Nach dem Gesagten erweisen sich die formellen Rügen als unbegrün-

det. Der Sachverhalt wurde hinreichend erstellt. Das eventualiter gestellte 

Rückweisungsbegehren ist daher abzuweisen. 

4.  

In materieller Hinsicht begründet der Beschwerdeführer seine Beschwerde 

im Wesentlichen damit, dass der Vollzug der Wegweisung nicht zumutbar 

sei. Er sei schwer traumatisiert und es sei äusserst fraglich, ob er im Hei-

matland faktischen Zugang zu den benötigten Behandlungen und Medika-

menten habe. Sein derzeitiger Gesundheitszustand stehe einer Rückkehr 

ins Heimatland entgegen. Er habe abgesehen von einer kurzen Erwerbs-

tätigkeit in Tunesien nie gearbeitet und habe in Sierra Leone die Schule 

nicht abgeschlossen.  

Diesen Vorbringen zufolge leidet der Beschwerdeführer an einer posttrau-

matischen Belastungsstörung, Somatisierungsstörung und einer mittelgra-

digen depressiven Episode. Im ersten Bericht der G.________ wurde der 

Verdacht einer PTBS festgehalten; dieser Verdacht wurde im zweiten Be-

richt der IPW vom 9. Juli 2025 bestätigt. Im Weiteten wurde ein handchi-

rurgischer Eingriff vorgenommen und seine Talgdrüsenzysten im Unterleib 

mit «(…)», ein (…) zur Behandlung von (…), medikamentös behandelt. 

Eine Kontrolluntersuchung sollte im April 2025 durchgeführt worden sein. 

Eine Tuberkulose-Untersuchung vom 1. November 2024 ergab ein negati-

ves Ergebnis. Dem Röntgenbericht vom 6. November 2024 zufolge wurden 

keine entzündliche intrathorakale Veränderung oder Hinweise auf eine Tu-

berkulose festgestellt.  

5.  

5.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

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Seite 12 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

5.2  

5.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

5.2.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die 

Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

5.2.3 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 

Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

5.2.4 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da der Be-

schwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Ver-

fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in 

den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmäs-

sig. 

5.2.5 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerde-

führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer 

Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes 

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für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Nach den vorstehenden Ausführungen gelingt ihm 

das nicht. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat 

lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig 

erscheinen.  

5.2.6 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

5.3  

5.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

5.3.2 In Sierra Leone herrscht weder Krieg oder Bürgerkrieg noch eine Si-

tuation allgemeiner Gewalt, aufgrund derer eine Rückkehr generell unzu-

mutbar wäre (vgl. dazu: Urteil des BVGer D-5264/2024 vom 3. Oktober 

2024 E. 8.3.2 mit weiterem Verweis auf: D-2038/2024 vom 22. April 2024 

E. 7.3.1).  

5.3.3 In Bezug auf die individuellen Umstände ist der Vorinstanz beizu-

pflichten, dass der Beschwerdeführer nicht an wegweisungsvollzugshin-

dernden gesundheitlichen Problemen leidet. Hieran vermögen auch die auf 

Beschwerdeebene nachgereichten medizinischen Berichte nichts zu än-

dern. Auch das allfällige Fehlen eines engen familiären oder sozialen Be-

ziehungsnetzes stellt für sich alleine kein Vollzugshindernis dar. Wie das 

SEM zutreffend ausgeführt hat, hat der Beschwerdeführer vor seiner Aus-

reise mit seiner Familie sowohl in Freetown als auch in C._______ zusam-

mengelebt. Er ist mit den örtlichen Begebenheiten vertraut. Zudem ist er 

offenbar in der Lage, alleine zurechtzukommen und sich verändernden Si-

tuationen laufend anzupassen, was er mit seiner Reise und den im Be-

schwerdeverfahren geschilderten Integrationsbemühungen in der Schweiz 

unter Beweis gestellt hat. Ihm ist die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit in 

Sierra Leone zuzumuten. Insgesamt bestehen keine hinreichenden 

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Anhaltspunkte dafür, dass ihm bei einer Rückkehr mit hoher Wahrschein-

lichkeit eine wirtschaftliche Notlage droht. 

5.3.4 Hinsichtlich der nachgereichten medizinischen Dokumente ist festzu-

halten, dass die darin festgehaltenen Diagnosen keine lebensbedrohenden 

Erkrankungen darstellen. Die medizinischen respektive Röntgen-Abklärun-

gen vom November 2024 ergaben einen negativen Tuberkulose-Befund 

respektive keine Hinweise auf eine entzündliche intrathorakale Verände-

rung. Seit Einreichung der Beschwerde vom 25. März 2025 wurden keine 

weitergehenden Arztberichte zu diesem Krankheitsbild eingereicht. Die Ak-

tenlage lässt darauf schliessen, dass bislang keine überzeugenden Hin-

weise auf eine Lungenerkrankung vorliegen.  

Angesichts dessen, dass sich der Beschwerdeführer während über einein-

halb Jahren nicht aktiv um medizinische Hilfe betreffend seine psychischen 

Beschwerden bemüht zu haben scheint, liegt die Vermutung nahe, dass 

allfällige Symptome, insbesondere das am 9. Juli 2025 diagnostizierte 

PTBS nicht derart gravierend sind, dass sie ihm ein weitgehend normales 

Leben deutlich erschweren oder gänzlich verunmöglichen würden. Diese 

Einschätzung wird im Weiteren durch den Umstand, dass es ihm gemäss 

den Ausführungen in der Beschwerde offenbar gelingt, sich aktiv in Sport-

vereinen zu betätigen, zusätzlich untermauert. Zudem hat das SEM in der 

Vernehmlassung auf konkrete Behandlungsmöglichkeiten in Sierra Leone 

betreffend die physischen und psychischen Befunde des Beschwerdefüh-

rers, insbesondere in Freetown, wo der Beschwerdeführer bis im Jahr 2019 

gelebt haben will (vgl. Akte 39, Antwort 38), hingewiesen. Auf Beschwerde-

ebene werden keine stichhaltigen Argumente vorgetragen, die an den vom 

SEM dargelegten Behandlungsmöglichkeiten konkrete Zweifel aufkommen 

liessen. Die medizinische Versorgungslage in Sierra Leone hat sich in den 

letzten Jahren verbessert und insbesondere in der Hauptstadt Freetown 

besteht eine gute medizinische Infrastruktur (vgl. Urteil BVGer  

D-5264/2024, a.a.O. E. 8.3.3). Es ist daher davon auszugehen, dass eine 

medizinische Weiterbehandlung – falls nötig – auch in der Heimat des Be-

schwerdeführers möglich wäre. Der Beschwerdeführer ist zudem auf die 

Möglichkeit hinzuweisen, bei der Vorinstanz bei Bedarf einen Antrag auf 

Gewährung medizinischer Rückkehrhilfe zu stellen (Art. 93 Abs. 1 Bst. d 

AsylG).  

5.3.5 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

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5.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl.  BVGE 2008/34 

E. 12). Der Vollzug der Wegweisung ist deshalb auch als möglich einzustu-

fen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

5.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

6.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

7.  

7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das mit der 

Instruktionsverfügung vom 27. März 2025 auf einen späteren Zeitpunkt ver-

wiesene Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im 

Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist jedoch gutzuheissen, da aufgrund der 

eingereichten Unterstützungsbestätigung der Stadt K._______ vom 

20. März 2025 von der prozessualen Bedürftigkeit des Beschwerdeführers 

auszugehen ist und sich die Beschwerdebegehren im Zeitpunkt ihrer Ein-

reichung nicht als aussichtslos erwiesen haben. Auf die Auferlegung der 

Verfahrenskosten ist deshalb zu verzichten. 

7.2 Gestützt auf Art. 102m AsylG ist auch das Gesuch um amtliche Verbei-

ständung gutzuheissen und antragsgemäss die vom Beschwerdeführer 

mandatierte Rechtsvertreterin, MLaw Meret Bühlmann, (…), als amtliche 

Rechtsbeiständin beizuordnen. 

Bei amtlicher Vertretung geht das Bundesverwaltungsgericht in der Regel 

von einem Stundenansatz von Fr. 100.– bis Fr. 150.– für nichtanwaltliche 

Vertreterinnen und Vertreter aus (Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE). 

 

Die Rechtsvertreterin hat im Verlauf des Beschwerdeverfahrens keine Kos-

tennote zu den Akten gereicht. Anhand der Akten ist der Vertretungsauf-

wand für das Beschwerdeverfahren jedoch zuverlässig abschätzbar und 

wird von Amtes wegen mit neun Arbeitsstunden Stunden eingeschätzt. Der 

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Stundenansatz ist auf Fr. 150.– festzusetzen. Der amtlichen Rechtsbei-

ständin ist somit ein amtliches Honorar von insgesamt Fr. 1'400.– (inkl. 

Auslagen) zu Lasten der Gerichtskasse zuzusprechen.  

 

 

(Dispositiv: nächste Seite) 

 

  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird gutge-

heiheissen.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung wird gutgeheissen und 

MLaw Meret Bühlmann, (…), wird als amtliche Beiständin eingesetzt.  

4.  

Der amtlichen Rechtsbeiständin MLaw Meret Bühlmann, (…), wird zu Las-

ten der Gerichtskasse eine amtliche Entschädigung in der Höhe von 

Fr. 1'400.– ausgerichtet. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Roswitha Petry Sandra Bodenmann-Widmer 

 

 

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