# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6e0fa53b-4a41-540f-b2be-45faef1b47dd
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 29.11.2016 IV 2014/380
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-380_2016-11-29.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/380

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 16.12.2019

Entscheiddatum: 29.11.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 29.11.2016
Ein im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholtes Gutachten von 
externen Spezialärzten, welches aufgrund eingehender Beobachtungen und 
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei 
der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangten, besitzt 
bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien 
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. November 2016, IV 
2014/380).

Besetzung

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Miriam Lendfers und Lisbeth 

Mattle Frei; Gerichtsschreiber Markus Jakob

Geschäftsnr.  

IV 2014/380

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Joos, Marktplatz 4,

Postfach 646, 9004 St. Gallen,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ (nachfolgend Versicherter oder Beschwerdeführer), B.___- Staatsbürger, lebt 

seit dem 1. März 2008 in der Schweiz. Er hat in C.___ den Beruf des Automechanikers 

erlernt. Zuletzt arbeitete er als Kommissionierer/Lagermitarbeiter (IV-act. 1, 2, 19 S. 1 f. 

und IV-act. 25).

A.b  Am 15. Dezember 2009 erlitt der Versicherte bei einen Verkehrsunfall ein HWS-

Distorsionstrauma (IV-act. 12). Zur Rehabilitation hielt der Versicherte sich vom 20. Mai 

bis 23. Juni 2010 in der Rehaklinik Bellikon auf. Im Austrittsbericht vom 13. Juli 2010 

(IV-act. 21) diagnostizierten die Ärzte: 1. eine HWS-Distorsion, ein 

zervikospondylogenes Syndrom, Spannungskopfschmerz, psychosoziale 

Belastungssituation; 2. rezidivierende Angststörungen mit Panikattacken, ängstlich und 

depressive Reaktion im Rahmen einer Anpassungsstörung (ICD-10: F43.22), welche 

keine arbeitsrelevante Leistungsminderung begründe, Panikstörung (ICD-10: F41.0) 

aktuell remittiert; 3. fortgeschrittene Pangonarthrose rechts, Minderbelastbarkeit 

rechtes Knie bei aktivierter Gonarthrose. In der angestammten Tätigkeit als 

Lagermitarbeiter bestehe aus unfallkausaler Sicht (HWS-Distorsion) eine 

uneingeschränkte ganztägige Arbeitsfähigkeit. Aus unfallfremder Sicht 

(Knieproblematik, degenerative HWS-Veränderungen) sei die angestammte Tätigkeit 

wegen des häufigen Hantierens mit schweren Lasten nicht zumutbar, dagegen seien 

wechselbelastende Tätigkeiten mit leichten bis mittelschweren Arbeiten, ohne längeres 

Gehen auf unebenem Boden, ohne kniebelastende Tätigkeiten, ohne häufige 

Zwangshaltungen für das rechte Knie, ohne häufiges Knien, Arbeiten in Hockstellung, 

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Kriechen oder Pedalbedienung, ohne häufiges Treppen- oder Leitersteigen und ohne 

Arbeit an sturzexponierten Stellen ganztags zumutbar.

A.c  Im Juni 2010 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle zum Bezug von 

Leistungen an (IV-act. 1).

A.d  Am 14. September 2010 wurde der Versicherte am rechten Knie im Kantonsspital 

St. Gallen (nachfolgend KSSG) operiert (aufklappende Tibiavalgisationsosteotomie; IV-

act. 31). Dr. med. D.___, KSSG, ging im Arztbericht vom 27. Dezember 2010 davon 

aus, dass dem Versicherten insbesondere sitzende Tätigkeiten und längerfristig auch 

stehende Tätigkeiten mit wenig körperlicher Belastung zumutbar seien (IV-act. 33). 

Diese Einschätzung wurde im Arztbericht vom 18. März 2011 durch Dr. med. E.___, 

KSSG, bestätigt (IV-act. 40). Am 22. August 2011 wurde der Versicherte aufgrund der 

gestellten Diagnose chronische Bursitis Tuberositas tibiae links im KSSG operiert 

(offene Bursektomie, Ossikelentfernung am Knie links; IV-act. 61).

A.e  Am 7. September 2011 verstarb der Sohn des Versicherten unerwartet im F.___ 

(IV-act. 66 S. 2; vgl. auch IV-act. 83 S. 3). Im Arztbericht vom 14./15. November 2011 

erklärte Dr. med. G.___, Facharzt für Allgemeinmedizin, dass der Versicherte in der 

zuletzt ausgeführten Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig sei. Als angepasste Tätigkeit 

kämen nur sitzende Tätigkeiten mit möglichst fehlendem Aufstehen und kurzen 

Gehstrecken in Frage (IV-act. 65).

A.f  Im Arztbericht vom 9. Januar 2012 (IV-act. 72) diagnostizierte Dr. med. H.___, 

Spezialärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, eine rezidivierende depressive 

Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), anamnestisch 

rezidivierende Panikattacken und Angststörungen (ICD-10: F41.0), Schmerzen im 

linken Knie seit Mai 2011, Tod eines Familienangehörigen (ICD-10: Z63.4) im 

September 2011 und Alkoholmissbrauch (ICD-10: F10.1). Die Fachärztin erklärte, dass 

der Todesfall den Versicherten retraumatisiert und psychisch vollkommen zerstört 

habe. Diese Situation habe zum erhöhten Alkoholkonsum geführt.

A.g  Mit Verfügung vom 27. Januar 2012 wies die IV-Stelle einen Anspruch auf (weitere) 

berufliche Massnahmen ab (IV-act. 63, 73).

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A.h  Vom 2. Februar bis 12. April 2012 war der Versicherte in der Psychiatrischen Klinik 

in I.___ hospitalisiert (IV-act. 76 S. 3, IV-act. 83). Im Austrittsbericht vom 8. Mai 2012 

wurden folgende Diagnosen gestellt (IV-act. 83 S. 1): rezidivierende depressive 

Störung, gegenwärtig schwere Episode, ohne psychotische Symptome mit akuter 

Suizidalität (ICD-10: F33.2) und Verdacht auf narzisstische Persönlichkeitsstörung 

(ICD-10: F60.8) sowie Gonarthrose, nicht näher bezeichnet (ICD-10: M17.9). Bei 

Klinikaustritt wurde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit festgehalten. Zum Erreichen einer 

Teilarbeitsfähigkeit wurde begleitend zu entsprechenden IV-Massnahmen eine 

ambulante, psychiatrische Behandlung als nötig erachtet (IV-act. 83 S. 4 f.).

A.i Im Verlaufsbericht vom 11. Juni 2012 erklärte Dr. H.___, dass aus psychiatrischer 

Sicht der Versicherte in einer angepassten Tätigkeit zu 50% arbeitsfähig sei. Dabei sei 

zu berücksichtigen, dass wegen der Einnahme von Opiaten und der Depression nur 

Tätigkeiten in Frage kämen, welche keine hohen Anforderungen an die Konzentration 

stellten. Wegen der niedrigen Frustrationstoleranz seien Tätigkeiten mit hoher sozialer 

Kompetenz ebenfalls ungeeignet. Die Fachärztin empfahl nebst der Fortführung der 

aktuellen Therapie die Inanspruchnahme einer intensiveren psychiatrischen Therapie in 

der Tagesklinik der Psychiatrischen Klinik I.___ (IV-act. 84; vgl. auch IV-act. 90).

A.j Im Arztbericht vom 22. Februar 2013 erklärte Dr. med. K.___, Oberarzt, 

Psychiatrische Klinik I.___, dass sich der Versicherte zurzeit in teilstationär-

tagesklinischer Behandlung befinde. Die Prognose sehe eher ungünstig aus, weil die 

bisherige Behandlung keinen nachhaltigen Effekt gezeigt habe (IV-act. 95). Aus der am 

25. Juni 2012 begonnenen tagesklinischen Betreuung wurde der Versicherte wegen 

unregelmässiger Teilnahme an den Therapien am 18. März 2013 entlassen (IV-act. 

106). Im Austrittsbericht vom 27. März 2013 wurden die Diagnosen rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode (ICD-10: F33.2), und anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) gestellt. Trotz umfangreichen und immer 

wieder angepassten therapeutischen Angeboten gelang es nicht, nachhaltige 

Fortschritte zu erzielen. Gemäss Schreiben vom 2. April 2013 erfolgte die 

Weiterbehandlung durch L.___, Psychologe, Klinik I.___, die Psychiaterin Dr. H.___ und 

den Hausarzt Dr. G.___ (IV-act. 103, vgl. auch IV-act. 114).

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A.k  Die IV-Stelle beauftragte das Medizinische Gutachtenzentrum Region St. Gallen 

GmbH (nachfolgend MGSG), mit einer orthopädischen und psychiatrischen 

Begutachtung des Versicherten (IV-act. 116). Am 8. November 2013 fand die 

Untersuchung und Begutachtung durch Dr. med. M.___, Facharzt für Orthopädie, und 

Dr. med. N.___, Facharzt für Psychiatrie, statt. Das Gutachten datiert vom 18. 

Dezember 2013 (IV-act. 121). Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit wurde 

aus orthopädischer und psychiatrischer Sicht auf 40% geschätzt. Die Arbeitsfähigkeit 

in einer leidensadaptierten Tätigkeit wurde aus orthopädischer bzw. psychiatrischer 

Sicht auf 100% bzw. 50% seit etwa Mai 2012 geschätzt. Die Konsensbeurteilung der 

Gutachter ergab für leidensadaptierte Tätigkeiten eine 50%ige Arbeitsfähigkeit ab Mai 

2012. Im Weiteren wurde empfohlen, die therapeutischen Massnahmen mit 

psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung und die antidepressive 

Medikamentation fortzusetzen und eine stationäre Behandlung in Erwägung zu ziehen 

(IV-act. 121 S. 39 f.).

A.l In der Stellungnahme vom 25. März 2014 erachtete der Regionale Ärztliche Dienst 

(RAD) das orthopädisch-psychiatrische Gutachten vom 18. Dezember 2013 als 

ausführlich, schlüssig und nachvollziehbar, weshalb darauf abgestellt werden könne. 

Der RAD ging aus versicherungsmedizinischer Sicht von einem stabilen 

Gesundheitszustand aus. Die Arbeitsfähigkeit lasse sich mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nicht mehr verbessern. Ab Mai 2012 sei von einer Arbeitsfähigkeit in 

der angestammten Tätigkeit von 40% und in einer adaptierten Tätigkeit von 50% 

auszugehen (IV-act. 123).

A.a  Mit Vorbescheid vom 15. Mai 2014 informierte die IV-Stelle den Versicherten, dass 

geplant sei, das Begehren für eine IV-Rente abzuweisen (IV-act. 127). Ein Einwand 

erfolgte nicht.

A.m Mit Verfügung vom 30. Juni 2014 wies die IV-Stelle das Begehren für eine IV-Rente 

ab. Zur Begründung wurde insbesondere angeführt, dass die gutachterlich erhobene 

Diagnose der rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelschwere 

Episode, eine Arbeitsunfähigkeit auszulösen, rechtlich aber keine Invalidität zu 

begründen vermöge, denn leichte bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem 

depressiven Formenkreis seien therapierbar, weshalb von einer vollen Arbeitsfähigkeit 

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in einer Verweistätigkeit auszugehen sei. Da der mit einem Einkommensvergleich 

ermittelte Invaliditätsgrad unter 40% liege, bestehe kein Rentenanspruch (IV-act. 132).

B. 

B.a  Mit Beschwerde vom 1. September 2014 stellte Rechtsanwalt lic. iur. M. Joos, St. 

Gallen, für den Ansprecher das folgende Rechtsbegehren (act. G 1): 1. Die Verfügung 

der Vorinstanz vom 30. Juni 2014 sei aufzuheben. Dem Beschwerdeführer sei eine IV-

Rente zuzusprechen. Das Verfahren sei zur neuen Entscheidung (Rentenfestsetzung) 

an die Vorinstanz zurückzuweisen; 2. Dem Beschwerdeführer sei für das Verfahren vor 

Versicherungsgericht die unentgeltliche Rechtspflege und -verbeiständung zu 

bewilligen; 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 1. Oktober 2014 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde (act. G 5).

B.c  Mit Verfügung des Abteilungspräsidenten vom 9. Oktober 2014 wurde dem 

Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt (act. G 6).

B.d  In der Replik vom 10. Dezember 2014 hielt der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers unverändert an der Beschwerde vom 1. September 2014 fest. In 

der Begründung wurde insbesondere darauf hingewiesen, dass die Arbeitsunfähigkeit 

nicht die Folge von soziokulturellen und psychosozialen Faktoren sei, sondern sich aus 

der Kombination eines somatischen mit einem psychischen Leiden mit Krankheitswert 

ergebe. Im Weiteren wurde gerügt, dass die Beschwerdegegnerin ohne überzeugende 

Begründung ihre Meinung über diejenige der Gutachter stelle. Bei Zweifeln an der 

gutachterlichen Schätzung der Arbeitsfähigkeit hätte die Beschwerdegegnerin weitere 

Abklärungen vornehmen müssen (act. G 10).

B.e  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 12).

Erwägungen

1. 

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Vorliegend streitig und zu prüfen ist die Frage des Rentenanspruchs des 

Beschwerdeführers.

1.1  Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 

Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, 

wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.2  Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 

sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% 

besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

1.3  Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 

Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten 

Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen).

1.4  Die Höhe der behinderungsbedingten Erwerbseinbusse hängt, da der 

Beschwerdeführer als Vollerwerbstätiger zu qualifizieren und deshalb ein reiner 

Einkommensvergleich durchzuführen ist, vor allem von der ärztlichen 

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Arbeitsfähigkeitsschätzung ab, d.h. davon, in welchem Umfang für die versicherte 

Person noch eine Tätigkeit in Betracht fällt (Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 28a Abs. 1 IVG; vgl. 

BGE 128 V 29 E. 1; 130 V 343 E. 3.4.2; Urteil des Bundesgerichts vom 21. Juli 2014, 

9C_152/2014, E. 3.1).

2. 

2.1  In der angefochtenen Verfügung vom 30. Juni 2014 (IV-act. 132) stellte die 

Beschwerdegegnerin nicht auf die Schätzung der Arbeitsfähigkeit von 50% im 

eingeholten orthopädisch-psychiatrischen Gutachten vom 18. Dezember 2013 (IV-act. 

121) ab, sondern ging von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten 

Tätigkeiten aus. Zur Begründung, weshalb der Arbeitsfähigkeitsschätzung der 

Gutachter (und folglich auch derjenigen des RAD) nicht gefolgt werden könne, wurde 

insbesondere angeführt, dass auch invaliditätsfremde Faktoren berücksichtigt worden 

seien und nach der allgemeinen Lebenserfahrung traurige Erlebnisse wie der Tod eines 

eigenen Kindes innert weniger Monate bis weniger Jahre verarbeitet werden könnten. 

Zudem seien die zumutbaren Behandlungsmöglichkeiten nicht optimal und nachhaltig 

ausgeschöpft worden. Folglich liege keine invalidisierende Wirkung des 

Gesundheitsschadens vor (act. G 5).

2.2  Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es 

für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen 

allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich 

mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt, in 

Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und 

Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen des medizinischen Experten 

in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend 

nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende 

Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren 

oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (vgl. BGE 137 V 210 E. 1.2.2; 122 

V 160 E. 1c; U. MEYER-BLASER, in H. Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 3. Aufl. 

1994, S. 24 f.).

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2.3  Ein im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholtes Gutachten von externen 

Spezialärzten, welches aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 

sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde 

zu schlüssigen Ergebnissen gelangten, besitzt bei der Beweiswürdigung volle 

Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb). So ist bspw. ein Administrativ- oder 

Gerichtsgutachten dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu 

nehmen, wenn die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher 

Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung 

unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 

2007 i.S. M., I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen; BGE 124 I 175 E. 4).

3. 

Das bidisziplinäre Gutachten vom 18. Dezember 2013 ist nachfolgend auf dessen 

Beweiswert zu prüfen (IV-act. 121).

3.1  Der orthopädische Gutachter stellte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

folgende Diagnosen: Pangonarthrose bei Status nach Teilmeniscektomie und vorderer 

Kreuzbandersatzplastik 1988 mit Reruptur und Nullachse nach aufklappender 

Tibiavalgisationsosteotomie 09/2010 rechts, proximale Ansatztendinitis der 

Plantarfaszie rechts und links, laterale Epicondylitis humeri links. Ohne Auswirkungen 

auf die Arbeitsfähigkeit: leichte Chondropathie des linken Kniegelenks bei Nullachse 

und Adipositas. Der Gutachter schätzte aus orthopädischer Sicht die Arbeitsfähigkeit in 

der angestammten Tätigkeit als Lagerist bei voller Stundenpräsenz auf 40% und in 

einer leidensangepassten Tätigkeit (körperlich leichte Tätigkeit in temperierten Räumen, 

die abwechselnd sitzend und stehend ausgeübt werden können, die nicht mit häufigem 

Laufen, insbesondere Treppen, Leitern, schrägen Ebenen und unebenem Boden sowie 

knienden Positionen verbunden sind und bei denen keine Kraftanwendung des linken 

Arms notwendig ist) auf 100%. Die orthopädisch bedingte Leistungslimitierung sei 

insbesondere eine Folge der objektiv feststellbaren Befunde im rechten Knie 

(Pangonarthrose). Im Weiteren erwähnte der Gutachter die Einschränkungen durch den 

linken Ellenbogen (laterale Epicondylitis humeri links) und die Fersen (proximale 

Ansatztendinitis der Plantarfaszie). Bedingt durch das linke Knie ergebe sich dagegen 

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keine Limitierung (IV-act. 121 S. 8 - 11). Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus rein 

somatischen Sicht beruht auf eingehenden medizinischen Abklärungen - beinhaltend 

persönliche und bildgebende Untersuchungen - und kann ohne weiteres nachvollzogen 

werden. Auch die weiteren vorliegenden Arztberichte geben keinen Anlass zu Zweifeln 

an der Richtigkeit der gutachterlichen Einschätzungen. Folglich kommen aus 

orthopädischer Sicht lediglich leichte Arbeiten, welche abwechselnd sitzend und 

stehend ausgeführt werden können, in Frage, wobei insbesondere kniende Tätigkeiten 

sowie häufiges Laufen, Treppen- oder Leitersteigen ausgeschlossen sind.

3.2  Der psychiatrische Gutachter stellte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

folgende Diagnosen: rezidivierende depressive Störung mit Zustand nach schwerer 

depressiver Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F33.2), bestehend von 

etwa Februar bis April 2012, seither mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F33.1), 

rezidivierende Panikstörung (ICD-10: F41.0), bestehend seit der Kindheit (IV-act. 121 S. 

27). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beständen akzentuierte 

Persönlichkeitszüge mit narzisstischen Zügen, bestehend seit Jahren (ICD-10: Z73.1), 

und chronischer Alkoholkonsum, bestehend seit etwa September 2011 (ICD-10: 

F10.25; IV-act. 121 S. 27). Der Gutachter erklärte hinsichtlich der seit Kindheit 

bestehenden rezidivierenden Panikstörung, dass durch medikamentöse Behandlungen 

eine Besserung habe erreicht werden können. Nach dem Tod des Sohnes im 

September 2011 sei es zu verstärkten Panikattacken gekommen. Seither träten die 

Panikattacken etwa jeden zweiten Tag auf. Beim Beschwerdeführer habe sich eine 

rezidivierende depressive Störung mit anfangs schwerer depressiver Episode 

entwickelt. Auch nach der Entlassung aus der Psychiatrischen Klinik I.___ im April 2012 

lasse sich trotz weiteren therapeutischen Massnahmen eine anhaltende mittelgradige 

depressive Störung erheben (IV-act. 121 S. 29 f.). Der Gutachter schätzte die 

Arbeitsfähigkeit ab Mai 2012 in der angestammten Tätigkeit als Lagermitarbeiter aus 

psychiatrischer Sicht auf 40% und für leidensadaptierte Tätigkeiten auf 50% bei vollem 

Stundenpensum (IV-act. 121 S. 32). In Frage kämen angepasste Tätigkeiten ohne 

erhöhte emotionale Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck (Stressbelastung), ohne 

erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrte Kundenkontakte und ohne 

überdurchschnittliche Dauerbelastung (IV-act. 121 S. 32 ff.). Im Weiteren führte der 

Gutachter aus, dass der chronische Alkoholkonsum Folge der zugrunde liegenden 

psychischen Erkrankung sei. Zwar liessen sich psychosoziale Faktoren wie 

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Arbeitslosigkeit und finanzielle Probleme erheben, diese seien jedoch im Vergleich zum 

psychischen Leiden mit Krankheitswert (rezidivierende depressive Störung kombiniert 

mit einer Panikstörung) unbedeutender bzw. die psychischen Leiden mit 

Krankheitswert seien überwiegend ursächlich für die reduzierte Arbeitsfähigkeit (IV-act. 

121 S. 35). Ferner gebe es auch keine Hinweise für das Vorliegen einer anhaltenden 

somatoformen Schmerzstörung (oder eines sonstigen vergleichbaren syndromalen 

Zustands), seien doch die Schmerzen des Beschwerdeführers überwiegend organisch 

erklärbar (IV-act. 121 S. 33 ff.).

3.3  Nachfolgend sind die invalidisierende Wirkung der diagnostizierten 

(mittelschweren) depressiven Störung und die dagegen vorgebrachten Argumente der 

Beschwerdegegnerin zu prüfen.

3.3.1  Soweit die Beschwerdegegnerin aufgrund der Lebensgeschichte und der 

Lebensumstände des Beschwerdeführers auf diverse soziokulturelle und psychosoziale 

Probleme schloss, ist dies grundsätzlich nachvollziehbar. Dessen Anspruch auf eine 

Rente der Invalidenversicherung mit dem Hinweis auf invaliditätsfremde Gründe zu 

verneinen, ist indessen zu kurz gegriffen und wird der Situation und der Aktenlage nicht 

gerecht. Festzuhalten ist, dass im vorliegenden Fall auch eine medizinische Diagnose 

hinsichtlich des psychischen Gesundheitszustandes vorliegt (vgl. Erwägung 3.2). Es 

fragt sich nun, ob diese in Bezug auf die unbestritten ebenfalls vorliegenden 

psychosozialen und soziokulturellen Faktoren in den Vorder- oder in den Hintergrund 

tritt. Zur Annahme einer Invalidität braucht es in jedem Fall ein medizinisches Substrat, 

das (fach)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die 

Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und 

soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund treten und das 

Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte 

psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das 

klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den 

belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon 

psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von 

depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im 

fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen 

Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu 

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unterscheidende und in diesem Sinne verselbstständigte psychische Störungen mit 

Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit von 

Invalidität gesprochen werden kann (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 

8C_730/2008 vom 23. März 2009, E. 2). Wenn und soweit psychosoziale und 

soziokulturelle Faktoren zu einer eigentlichen Beeinträchtigung der psychischen 

Integrität führen, indem sie einen verselbstständigten Gesundheitsschaden 

aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner - unabhängig von den 

invaliditätsfremden Elementen bestehenden - Folgen verschlimmern, können sie sich 

mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 

vom 28. Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).

3.3.2  Wie in Erwägung 3.2 dargelegt, diagnostizierte der Gutachter Dr. N.___ bis zum 

Ende der stationären Behandlung in der Psychiatrischen Klinik I.___ eine schwere 

depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F33.2). Ab Klinikaustritt 

bzw. ab Mai 2012 ging er von einer mittelgradigen depressiven Episode aus (ICD-10: 

F33.1). Im Weiteren diagnostizierte er eine seit Kindheit bestehende rezidivierende 

Panikstörung (ICD-10: F41.0), welche sich nach dem Tod der Mutter im Jahr 2010 und 

des Sohnes im September 2011 verstärkt habe.

3.3.3  In der internationalen Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10 Kapitel V [F] 

der Weltgesundheitsorganisation) wird die von Dr. N.___ diagnostizierte rezidivierende 

depressive Störung (ICD-10: F33) als Störung beschrieben, die durch wiederholte 

depressive Episoden charakterisiert sei. Die einzelnen Episoden dauerten zwischen drei 

und zwölf Monaten (im Mittel etwa sechs Monate). Die Besserung zwischen den 

Episoden sei im Allgemeinen vollständig, aber eine Minderheit von Patienten entwickle 

eine anhaltende Depression, hauptsächlich im höheren Lebensalter. Die einzelnen 

Episoden jeden Schweregrades würden häufig durch belastende Lebensereignisse 

ausgelöst. Eine mittelgradige Episode einer rezidivierenden depressiven Störung 

zeichnet sich dadurch aus, dass bei der gegenwärtigen Episode mindestens zwei der 

drei Hauptsymptome (depressive Stimmung, Verlust von Interesse oder Freude, 

erhöhte Ermüdbarkeit/reduzierter Antrieb) sowie drei oder vier Zusatzsymptome 

(verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit, vermindertes Selbstwertgefühl und 

Selbstvertrauen, Schuldgefühle und Gefühle von Wertlosigkeit, negative und 

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pessimistische Zukunftsperspektiven, Suizidgedanken, erfolgte Selbstverletzung oder 

Suizidhandlungen, Schlafstörungen, verminderter Appetit) vorhanden sein müssen.

3.3.4  Im psychiatrischen Teilgutachten führt Dr. N.___ im Detail aus, welche Befunde 

und insbesondere welche Symptome er beim Beschwerdeführer erhob. Dies waren u.a. 

depressiver Gesamteindruck, mangelnde Interessen, mangelnde Motivation, 

mangelndes Selbstwertgefühl, Schuldgefühle, Suizidgedanken mit Zufügen von 

Selbstverletzungen, Insuffizienzgefühle, fehlende Zukunftsperspektiven (IV-act. 121 S. 

26 und 29). Aufgrund der festgestellten Symptome und der früher erhobenen Befunde 

und Diagnosen (insb. Bericht der Psychiatrische Klinik I.___, IV-act. 83) ist die 

gutachterliche Diagnose der rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig 

mittelgradige Episode, nachvollziehbar und überzeugend. Es ist daher im Grad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass ein psychiatrisches Leiden 

mit Krankheitswert vorliegt.

3.3.5  Zur diagnostizierten Panikstörung, gekennzeichnet durch wiederholt auftretende 

Panikattacken mit Todesangst, Herzrasen, Schweissausbrüchen und 

Ohnmachtsanfällen, ist anzumerken, dass sich die Situation u.a. unter medikamentöser 

Behandlung zwar verbesserte, die Panikattacken sich jedoch in Folge der Todesfälle 

(Mutter im Jahr 2010; Sohn im Jahr 2011) vermehrten (etwa jeden 2. Tag, IV-act. 121 S. 

29). Die Argumentation der Beschwerdegegnerin mit dem Verweis auf den Bericht der 

Rehaklinik Bellikon aus dem Jahre 2010, dass die Panikstörung die Arbeitsfähigkeit 

nicht tangiere, überzeugt nicht, denn die Panikstörung ist nicht isoliert, sondern 

zusammen mit der depressiven Störung zu würdigen. Von Relevanz ist ausserdem, 

dass der Bericht der Klinik Bellikon vor dem gesundheitlich belastenden Ereignis 

(Todesfall des Sohnes) erstellt worden war und deshalb zur Beurteilung der 

psychischen Situation ab September 2011 unbehelflich ist.

3.3.6  Für das Vorliegen eines versicherungsrelevanten psychischen Leidens sprechen 

ausserdem die stationäre und ambulante psychiatrische Behandlung in der 

Psychiatrischen (Tages-) Klinik I.___ in den Jahren 2012 und 2013 (vgl. IV-act. 83, 95, 

106 und 114), die nach dem stationären Klinikaustritt fortgesetzte psychiatrische 

Behandlung durch Dr. H.___ (vgl. IV-act. 84 und 90) sowie die gutachterliche 

Empfehlung, dass die antidepressive Medikamentation fortzusetzen und eine erneute 

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stationäre Behandlung in Betracht zu ziehen sei (vgl. IV-act. 121 S. 33 f.). Dem Einwand 

der Beschwerdegegnerin, dass die zumutbaren Behandlungsmöglichkeiten nicht 

optimal und nachhaltig ausgeschöpft worden seien bzw. es an einer konsequenten 

Depressionstherapie fehle, ist zu entgegnen, dass aus den Akten nicht ersichtlich ist, 

dass der Beschwerdeführer die von den Ärzten empfohlenen Therapien abgelehnt 

hätte. Dass bei ausbleibendem (erhofftem) Erfolg der psychiatrische Gutachter 

vorschlägt, die Therapien zu intensivieren und einen weiteren stationären Aufenthalt in 

Erwägung zu ziehen, ist nachvollziehbar. Dass eine Intensivierung nicht bereits (früher) 

erfolgte, kann dem Beschwerdeführer jedoch nicht zum Vorwurf gemacht werden, da 

er den Empfehlungen der behandelnden Ärzte - soweit aus den Akten ersichtlich - stets 

gefolgt war. Wie zuvor dargelegt, unterzog sich der Beschwerdeführer einer 

umfassenden und diversifizierten psychotherapeutischen Behandlung. Anzufügen ist, 

dass der Gutachter aufgrund der bisherigen Fortschritte von einer ungünstigen 

Prognose hinsichtlich einer wesentlichen Besserung des psychischen Zustandes 

ausging und eine Leistungssteigerung als nicht absehbar erachtete (IV-act. 121 S. 34).

3.3.7  Das Fazit des psychiatrischen Gutachters, dass nicht im überwiegenden Masse 

von einem psychosozial begründeten Krankheitsbild, sondern vom Vorliegen einer 

ausgeprägten und dauerhaften psychischen Störung von Krankheitswert in der Form 

einer rezidivierenden depressiven Störung (ab Mai 2012 mittelgradige depressive 

Episode, ICD-10: F33.1) und einer rezidivierenden Panikstörung (ICD-10: F41.0) 

auszugehen sei, ist nachvollziehbar sowie überzeugend und schlüssig.

3.4  Im Weiteren ist festzustellen, dass der RAD in der Stellungnahme vom 25. März 

2014 das orthopädisch-psychiatrische Gutachten vom 18. Dezember 2013 als 

ausführlich, schlüssig und nachvollziehbar beurteilte, weshalb darauf abgestellt werden 

könne. Der RAD ging aus versicherungsmedizinischer Sicht von einem stabilen 

Gesundheitszustand aus und erachtete eine Arbeitsfähigkeitssteigerung ebenfalls als 

unwahrscheinlich. Übereinstimmend mit den Gutachtern ging der RAD von einer 

Arbeitsfähigkeit ab Mai 2012 in der angestammten Tätigkeit von 40% und in 

adaptierten Tätigkeiten von 50% aus (IV-act. 123).

3.5  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das MGSG-Gutachten auf 

eigenständigen orthopädischen und psychologischen Abklärungen, mithin auf 

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allseitigen Untersuchungen beruht und damit für die streitigen Belange umfassend ist. 

Es wurden die Vorakten verwertet und die vom Beschwerdeführer geklagten 

Beschwerden berücksichtigt. Das Gutachten leuchtet in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge (orthopädisch, psychiatrisch und in deren 

Zusammenspiel) und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein, dies 

insbesondere auch durch die Auseinandersetzung mit der Entstehung und dem Verlauf 

der bestehenden Leiden. Vor diesem Hintergrund vermögen auch die darin enthaltenen 

Schlussfolgerungen, namentlich die Umschreibung der leidensadaptierten Tätigkeiten 

und deren Umfang, zu überzeugen. Die von der Beschwerdegegnerin vorgetragenen 

Einwände gegen das Gutachten vermögen nicht zu überzeugen bzw. den Beweiswert 

des Gutachtens zu mindern. Das bidisziplinäre Gutachten erfüllt mithin alle 

praxisgemässen Kriterien für ein beweiskräftiges Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a), 

so dass grundsätzlich darauf abzustellen ist. Da die gesundheitlichen Einschränkungen 

des Beschwerdeführers mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch Krankheiten mit 

Krankheitswert bedingt sind, sind diese invalidenversicherungsrechtlich relevant.

4. 

Nachfolgend ist der frühestmögliche Anspruchsbeginn auf eine Invalidenrente zu 

bestimmen.

4.1  Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf 

von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 

1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahrs folgt. 

Da sich der 1967 geborene Beschwerdeführ am 7. Juni 2010 zum Bezug von IV-

Leistungen anmeldete, kann ein Rentenanspruch frühestens ab 7. Dezember 2010 

entstehen.

4.2  Die Rentenanspruchsvoraussetzung gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG ist vorliegend 

erfüllt, denn Eingliederungsmassnahmen zur Reintegration des Beschwerdeführers in 

den ersten Arbeitsmarkt sind vorliegend nicht erforderlich bzw. nicht angezeigt.

4.3  Am 5. Mai 2010 fand ein ambulantes Assessment in der Rehaklinik Bellikon statt, 

worauf ein stationärer Aufenthalt vom 20. Mai bis 23. Juni 2010 in dieser Institution 

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folgte. Im Austrittsbericht vom 13. Juli 2010 erklärten die Klinikärzte, dass dem 

Beschwerdeführer wegen der Knieproblematik und der degenerativen HWS-

Veränderung die angestammte Tätigkeit als Lagermitarbeiter nicht mehr zumutbar sei 

(IV-act. 21). Seither bestand zumindest eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit in der 

angestammten Tätigkeit (IV-act 31, 33 S. 3, 34). Damit erfüllt der Beschwerdeführer 

einerseits den erforderlichen durchschnittlichen Mindestgrad der Arbeitsunfähigkeit von 

40% und andererseits ab dem 5. Mai 2011 das erforderliche Wartejahr (vgl. Art. 28 

Abs. 1 lit. b IVG).

4.4  Der Anspruch auf eine Rente setzt zudem voraus, dass der Versicherte nach 

Ablauf des Wartejahres zu mindestens 40 Prozent invalid im Sinne von Art. 8 ATSG ist 

(vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG). Der Beschwerdeführer erfüllt diese Voraussetzung ab 

Januar 2012 (100%ige Arbeitsunfähigkeit während des Klinikaufenthalts von Januar bis 

April 2012 und anschliessend 50%ige Arbeitsunfähigkeit in einer leidensangepassten 

Tätigkeit).

4.5  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der frühestmögliche Anspruchsbeginn 

auf eine Invalidenrente der 1. Januar 2012 ist.

5. 

Nachfolgend sind der Invaliditätsgrad anhand eines Einkommensvergleiches und der 

Rentenanspruch zu bestimmen.

5.1  Da vorliegend mangels gegenteiliger Hinweise davon auszugehen ist, dass der 

Beschwerdeführer als Gesunder weiterhin im gleichen Umfang in seiner bisherigen 

Tätigkeit weitergearbeitet hätte, bildet das zuletzt vor Eintritt des Gesundheitsschadens 

erzielte Einkommen einen wichtigen Anhaltspunkt für die Bestimmung des 

Valideneinkommens. Gemäss dem Fragebogen für Arbeitgebende vom 18. Juni 2010 

war der Beschwerdeführer im letzten Festanstellungsverhältnis als Kommissionierer/

Lagermitarbeiter tätig (IV-act. 9). Gemäss Arbeitgeber betrug der AHV-pflichtige 

Jahreslohn ab April 2008 Fr. 61'100.- (100% Pensum). Im Jahr 2010 hätte der 

Beschwerdeführer bei voller Gesundheit Fr. 61‘750.- verdient (vgl. IV-act. 9 S. 3). 

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Angepasst an die Nominallohnentwicklung bei Männern (2011: +1%) resultiert ein 

Valideneinkommen von Fr. 62‘368.- für das Jahr 2011.

5.2 

5.2.1  Der Beschwerdeführer ist in der Wahl einer neuen Stelle behinderungsbedingt 

eingeschränkt, so dass ihm nicht mehr das gesamte Spektrum an Hilfsarbeiten offen 

steht. Als Ausgangseinkommen zur Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens 

ist demnach auf das durchschnittliche Einkommen gemäss LSE 2010, TA 1, 

Anforderungsniveau 4, von Fr. 4'901.- abzustellen (vgl. Art. 16 ATSG in Verbindung mit 

Art. 28a Abs. 1 IVG; BGE 124 V 321). Nominallohnindexbereinigt (+1%) und angepasst 

auf die betriebsübliche Arbeitszeit im Jahr 2011 von 41.7 Stunden beträgt der 

monatliche Bruttolohn Fr. 5'160.- bzw. 61'925.- pro Jahr. Bei einer Arbeitsfähigkeit in 

der Höhe von 100% bzw. 50% resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 61'925.- bzw. 

Fr. 30'962.- pro Jahr.

5.2.2  Im Weiteren ist zu prüfen, ob ein Abzug vom Tabellenlohn gerechtfertigt ist (BGE 

124 V 321 E. 3b/aa; 126 V 75 E. 5b/aa). Nach der Rechtsprechung können die 

statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt werden, um dem Umstand Rechnung zu 

tragen, dass versicherte Personen mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung in der 

Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht erreichen (RKUV 1999 Nr. U 242 S. 412 

E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit 

unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg zu verwerten in der Lage sind (BGE 126 V 

75 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass 

Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen 

Umständen - insbesondere auch von invaliditätsfremden Faktoren - des konkreten 

Einzelfalles ab (etwa leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/

Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen 

gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25% 

festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des Leidensabzuges ist unzulässig 

(BGE 126 V 75 E. 5b; 129 V 472 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Da im zuvor ermittelten 

Invalidenlohn die 50%ige Leistungsreduktion bereits berücksichtigt ist, sind nur noch 

die qualitativen Einschränkungen, welche zu einer unterdurchschnittlichen Bezahlung 

im Vergleich zum Durchschnittslohn führen, zu berücksichtigen. Relevant sind 

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vorliegend insbesondere die gesundheitsbedingten qualitativen Einschränkungen wie 

die sehr geringe Belastbarkeit (kein Stress, kein Kundenkontakt), keine Arbeit im Freien, 

die eingeschränkte Beweglichkeit (kein Treppensteigen, keine knienden Arbeiten), die 

krankheitsbedingten Verhaltensweisen (Panikattacken), die Beanspruchung des 

Arbeitsplatzes während des ganzen Tages bei lediglich 50%iger Leistung und die 

behandlungsbedingten Absenzen (Therapien und Möglichkeit von Klinikaufenthalten). 

Eine lohnmässig relevante Erschwernis ergibt sich durch den Umstand, dass 

vorliegend nur noch leichte Hilfsarbeiten in Frage kommen, für welche kein Mangel an 

Arbeitskräften besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 8. Januar 2008, 

9C_603/2007, E. 4.2.3). Ein Leidensabzug von 15% erscheint als angemessen.

5.3  Unter Berücksichtigung der dreimonatigen Übergangszeit gemäss Art. 88a der 

Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) resultiert, dass der 

Beschwerdeführer für die Monate Januar bis Juli 2012 mit seinem Invaliditätsgrad von 

100% Anspruch eine ganze Rente hat. Ab August 2012 ist von einem erzielbaren 

Invalideneinkommen von Fr. 26'318.- und damit von einem Invaliditätsgrad von 58% 

([Fr. 62‘368.-- Fr. 26'318.-] / Fr. 62‘368.-) auszugehen. Ab August 2012 besteht 

demzufolge ein Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung.

6. 

6.1  In Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 30. Juni 2014 aufzuheben. 

Dem Beschwerdeführer ist für die Monate Januar bis Juli 2012 eine ganze Rente und 

ab 1. August 2012 eine halbe Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen. Zur 

Festsetzung der Rentenhöhe ist die Sache an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

6.2  Die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung (Befreiung von den 

Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) vom 9. 

Oktober 2014 ist damit obsolet geworden.

6.3  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis Fr. 

1'000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis des Bundesgesetzes über die 

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Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint in 

der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der unterliegenden 

Beschwerdegegnerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.- aufzuerlegen.

6.4  Gemäss Art. 61 lit. g des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) hat die obsiegende beschwerdeführende 

Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.- bis Fr. 12'000.-. Im hier zu 

beurteilenden Fall ist eine Parteientschädigung Fr. 3'500.- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) angemessen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.  In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der IV-Stelle vom 30. Juni 2014 

aufgehoben und dem Beschwerdeführer für die Monate Januar bis Juli 2012 eine 

ganze Rente und mit Wirkung ab 1. August 2012 eine halbe Rente zugesprochen. Zur 

Festsetzung der Rentenhöhe wird die Sache an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2.  Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.- zu bezahlen.

3.  Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'500.- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 29.11.2016
	Ein im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholtes Gutachten von externen Spezialärzten, welches aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangten, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. November 2016, IV 2014/380).

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