# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d1bca11a-c087-598d-8791-fecb9038833b
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-12
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 12.05.2022 725 21 379/109
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-21-379-109_2022-05-12.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 12. Mai 2022 (725 21 379 / 109) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Medizinischer Endzustand, Bemessung der Invalidität 

 

 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Beat Hersberger, 

Kantonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Thibaut Meyer, Rechts-
anwalt, schadenanwaelte AG, Totentanz 5, Postfach 2039, 
4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 
 
 
 
A. Die 1993 geborene A.____ war als lernende Feinwerkoptikerin der Firma B.____AG bei 
der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Unfällen versi-
chert, als sie sich am 12. Oktober 2018 bei einem Treppensturz eine Fraktur der linken Hand 
zuzog. In der Folge entwickelte sich ein komplizierter Verlauf mit verzögerter Knochenheilung 
und mehreren operativen Eingriffen. Die Suva anerkannte für die Folgen dieses Ereignisses 

 

 
 
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ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Taggelder, Heilbehandlung). 
Mit formlosen Schreiben vom 11. Januar 2021 und 29. März 2021 verneinte sie die Unfallkausa-
lität der geklagten Gefühlsstörungen in der linken Körperhälfte, dem linken Bein sowie der 
Schulter- und Armbeschwerden links. Am 8. April 2021 teilte sie A.____ gestützt auf die Ergeb-
nisse einer kreisärztlichen Aktenbeurteilung vom 30. März 2021 mit, dass von weiteren ärztli-
chen Behandlungen keine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustands erwartet wer-
den könne, weshalb die Leistungen für die Unfallfolgen an der linken Hand per 30. April 2021 
eingestellt würden. Mit Verfügung vom 11. Juni 2021 verneinte sie einen Rentenanspruch man-
gels unfallbedingter Erwerbseinbusse und sprach der Versicherten bei einer Integritätseinbusse 
von 5 % eine Integritätsentschädigung von Fr. 7'410.-- zu. Die hiergegen erhobene Einsprache 
wies sie nach Rücksprache mit dem kreisärztlichen Dienst ab (Einspracheentscheid vom 
14. Oktober 2021). 
 
B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Thibaut Meyer, 
am 2. November 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht 
(Kantonsgericht). Sie beantragte, in Gutheissung der Beschwerde sei der Einspracheentscheid 
vom 14. Oktober 2021 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die gesetzli-
chen Leistungen zu erbringen. Insbesondere seien ihr Heilkosten, Taggelder und gegebenen-
falls eine Rente auszurichten. Eventualiter sei ein medizinisches Gutachten anzuordnen, sube-
ventualiter sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. Zur 
Begründung führte sie im Wesentlichen aus, die Beschwerdegegnerin habe den Fall zu früh 
abgeschlossen, die Unfallkausalität der Schulter- und Armbeschwerden links zu Unrecht ver-
neint und das Valideneinkommen nicht korrekt bemessen. 
 
C. Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Vernehmlassung vom 26. November 2021 auf 
Abweisung der Beschwerde. 
 
D. Mit Instruktionsverfügung vom 10. Dezember 2021 wurde die Angelegenheit der Dreier-
kammer zur Beurteilung überwiesen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kan-
tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor-
liegend befindet sich dieser in X.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts 
Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- 
und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht 
als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein-

 

 
 
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spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich 
zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formge-
recht erhobene Beschwerde vom 2. November 2021 ist demnach einzutreten. 
 
2. Streitig und zu prüfen ist der Leistungsanspruch der Versicherten. Massgebend ist dabei 
der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids vom 
14. Oktober 2021 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche 
Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (vgl. BGE 129 V 1 E. 1.2). 
 
3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi-
cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs-
unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt 
der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbe-
handlung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so 
hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeits-
unfähigkeit 80 % des versicherten Verdiensts. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entspre-
chend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am drit-
ten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, 
mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG 
gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalls 
zu mindestens 10 % invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten 
Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenver-
sicherung (IV) abgeschlossen sind. Die Besserung bestimmt sich nach Massgabe der zu erwar-
tenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträch-
tigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. 
Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (vgl. BGE 134 V 109 E. 4.3). Diese Frage ist 
prospektiv zu beurteilen (vgl. SVR 2010 UV Nr. 3 S. 14 E. 8.2; zum Ganzen SVR 2020 UV 
Nr. 24 S. 96 E. 5.2). Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistun-
gen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).  
 
3.2 Der Unfallversicherer haftet für einen Gesundheitsschaden nur insoweit, als dieser in 
einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht 
(vgl. BGE  129 V 177 E. 3). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei-
chen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend 
dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erfor-
derlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; 
es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche 
oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten 
nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung ent-
fiele ("conditio sine qua non"; BGE 142 V 435 E. 1, 129 V 177 E. 3.1; SVR 2019 IV Nr. 9 S. 26 
E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts vom 21. September 2018, 8C_781/2017, E. 5.1). Ob zwischen 
einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzu-

 

 
 
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sammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das 
Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse 
Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs 
nicht (vgl. BGE 142 V 435 E. 1, 129 V 177 E. 3.1; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). 
 
4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall 
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach-
leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund-
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen 
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der 
versicherten Person noch zugemutet werden können (vgl. BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hin-
weisen).  
 
4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an-
deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Be-
lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung 
der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein-
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 
 
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispielsweise Berichten und Gutachten versi-
cherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach 
Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen. An die Beweiswürdigung sind 
deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne Einholung eines 
externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zu-
verlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Ur-
teil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). In Bezug auf Berichte von 

 

 
 
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behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass 
diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher 
zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Die un-
terschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits 
und von Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits 
(vgl. BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; 
heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt 
nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass 
weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschät-
zungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf-
drängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretati-
on entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder un-
gewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, 
mit Hinweisen). 
 
5. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom 
Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach 
haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und 
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs-
pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen 
Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt 
auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leis-
tungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ent-
schieden werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 
 
6.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen zahlreiche medizinische Unterlagen vor, 
die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folgenden sollen indessen lediglich diejeni-
gen Berichte wiedergegeben werden, welche für den Entscheid zentral sind. 
 
6.2 Am 28. April 2020 liess die Beschwerdegegnerin die Versicherte durch 
Prof. Dr. med. C.____, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, untersuchen. Am 2. Juni 
2020 diagnostizierte er in der linken Hand ein neuropathisches Schmerzsyndrom mit möglicher 
vegetativ unterhaltener Schmerzkomponente und ein Asthma bronchiale. Anamnestisch be-
stünden ein protrahierter Verlauf mit Dauerschmerzen in der linken Hand und Ausstrahlung bis 
in den Schulterbereich, einschiessende Sensationen und Missempfindungen, eine ulnar betonte 
Druck- und Berührungsempfindlichkeit und teilweise Zuckungen bis in den Arm. Die bisherigen 
schmerztherapeutischen und ergotherapeutischen Massnahmen hätten keine substanzielle 
Besserung des Zustands gebracht. Die Hals-, Brust-, und Lendenwirbelsäule (HWS, BWS und 
LWS) seien frei beweglich, der periphere Gelenkstatus bland und es bestünden keine Hinweise 
auf Synovitiden oder periartikuläre Druckdolenzen. Die Hauttemperatur sei symmetrisch und 
der Faustschluss, die Handgelenksflexion/-extension sowie die Pro- und Supination seien 
ebenso frei wie der Ellbogen und die Schulter. Es bestünden eine ausgeprägte Allodynie 
(brush, pinprick) Dig. IV und V und vom ulnaren Vorderarm bis in den Ellbogenbereich sowie 

 

 
 
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ein Auslösen von einschiessenden Sensationen bis in den Schulterbereich. Auf Befundebene 
würden sich keine Hinweise für ein florides komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS) 
zeigen. Die Beschwerden seien am ehesten auf ein ausgeprägtes neuropathisches 
Schmerzsyndrom mit vegetativ unterhaltener Schmerzkomponente zurückzuführen. Aus physi-
kalisch-medizinischer Sicht seien die Schulung der linken oberen Extremität und schmerzthera-
peutische Massnahmen zu empfehlen. 
 
6.3 Die Versicherte hielt sich vom 10. August 2020 bis 8. September 2020 in der Klinik 
D.____ auf. Im Austrittsbericht vom 10. September 2020 wurden eine subkapitale Metacarpale-
V-Fraktur links (adominant) und ein Asthma bronchiale diagnostiziert. Während der Rehabilitati-
on hätten Fortschritte hinsichtlich Handkraft und -koordination links sowie der allgemeinen Be-
lastbarkeit erzielt werden können. Die Schmerzen an der linken Hand hätten sich aber nicht 
wesentlich verbessert. Das Ausmass der physischen Einschränkungen an der linken Hand las-
se sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und 
bildgebenden Abklärungen sowie den Diagnosen aus somatischer Sicht weitgehend erklären. 
Aufgrund der Unfallfolgen sei die Versicherte nicht mehr in der Lage, die erlernte Tätigkeit als 
Feinwerkoptikerin uneingeschränkt auszuüben. Mittelschwere Arbeiten ohne Vibrations- oder 
Stossbelastungen, Kälteexposition, Zwangshaltungen mit Kraftaufwand der linken Hand seien 
ihr aber ganztags zumutbar. In der Woche vor Reha-Ende habe die Versicherte über eine Ge-
fühlsstörung in der linken Körperhälfte berichtet. Eine klinische Untersuchung sei unauffällig 
ausgefallen. Später habe sie gegenüber der Suva angegeben, seit den EFL-Testungen Rü-
ckenschmerzen und ein Taubheitsgefühl im linken Bein zu haben. Dem EFL- und dem Behand-
lungs-Team gegenüber habe die Versicherte aber zu keinem Zeitpunkt Rückenschmerzen an-
gegeben. Nach den EFL-Testungen hätten sich lediglich Muskelkater und zunehmende Be-
schwerden im bekannten Problembereich der linken Hand gezeigt, was nicht unüblich sei. Wäh-
rend des Therapieprogramms hätten sich keine Hinweise auf eine Funktionseinschränkung 
ausserhalb der linken Hand ergeben. 
 
6.4 Am 8. Februar 2021 berichtete die behandelnde Ärztin Dr. med. E.____, 
FMH Neurologie, die Versicherte habe unverändert eine Allodynie im Versorgungsgebiet des 
Ramus dorsalis des Nervus ulnaris links und eine leichte Hypästhesie im Bereich des Ramus 
profundus des Nervus ulnaris. Die Therapien hätten zu keiner nachhaltigen Verbesserung ge-
führt und das mehrwöchige Reha-Programm in der Klinik D.____ habe diesbezüglich nichts 
gebracht. Momentan habe die Versicherte seit 1,5 Wochen brennende bzw. stechende 
Schmerzen im Bereich der linken Schulter, vor allem in Ruheposition, mit Ausstrahlung in Rich-
tung Scapula. Es komme zu elektrisierenden Missempfindungen von der Schulter bis in 
Dig. I links und z.T. entlang der ganzen Wirbelsäule bis in die LWS. Neurographisch zeige sich 
wie vor einem Jahr eine normale Ulnarisneurographie. Die klinischen Befunde seien unverän-
dert. Da die Versicherte Umschulungsmassnahmen aufnehme, sei eine begleitende, möglichst 
intensive physio- und ergotherapeutische Behandlung zu befürworten. 
 
6.5 Am 22. März 2021 berichtete Dr. E.____, das MRT der HWS und des Plexus brachialis 
links vom 3. März 2021 zeige keine Nervenwurzelkompression auf der Höhe C6-C8 links. Der 
Plexus brachialis links sei unauffällig. Eine anhaltende manuelle Tätigkeit, wie zuletzt im Be-

 

 
 
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rufseignungs-Abklärungsprogramm, führe zu einer Zunahme der Beschwerden. Momentan sei 
die Versicherte zu 40 % arbeitsfähig. 
 
6.6 Die Beschwerdegegnerin legte die Sache ihrem kreisärztlichen Dienst zur Beurteilung 
vor. Dr. med. F.____, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, diagnostizierte am 7. April 2021 
an der linken Hand ein unfallkausales neuropathisches Schmerzsyndrom mit möglicher vegeta-
tiv unterhaltener Schmerzkomponente. Unfallfremd seien linksbetonte Cervicobrachialgien und 
eine lumbale Skoliose. Die geltend gemachten Beschwerden an der linken Schulter und im lin-
ken Arm seien nicht mindestens mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 
12. Oktober 2018 zurückzuführen. Die bereits sehr zeitnah durchgeführte MRT vom 20. No-
vember 2018 würde eine normale Darstellung der HWS ohne eine signifikante degenerative 
Discopathie, Gefügestörung oder foraminale resp. spinale Stenose zeigen. Eine Myelopathie 
bestünde ebenfalls nicht. Der Plexus zervikobrachialis stelle sich rechts unauffällig dar und im 
Bereich der oberen Thoraxapertur bestünden keine Hinweise auf Raumforderun-
gen/Abflussbehinderungen. Das MR-Angiogramm der supraaortalen Gefässäste bei Armeleva-
tion sei normal und die Verlaufs-MRT der HWS vom 3. März 2021 bland. Des Weiteren bestün-
den erst- und echtzeitlich keine ausgewiesenen Schulter- oder Oberarmbeschwerden. Sodann 
habe die Untersuchung durch Prof. Dr. C.____ vom 2. Juni 2020 eine freie Funktion der linken 
Schulter und des linken Ellenbogens gezeigt. Von weiteren Behandlungen könne mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit keine Besserung des unfallbedingten Gesundheitszustands an der 
linken Hand erwartet werden. Die durch Dr. E.____ am 17. März 2021 (recte wohl: 22. März 
2021) angegebenen Diagnosen seien nicht unfallkausal. Seit dem Austritt aus der Klinik D.____ 
ergäben sich weder klinisch noch elektroneurographisch noch bildgebend neue Befunde an der 
linken Hand. Der medizinische Endzustand sei erreicht. Die angestammte Tätigkeit als Fein-
werkoptikerin sei der Versicherten aufgrund der feinmanuellen Tätigkeit nicht mehr zumutbar. 
Sehr leichte Arbeiten seien ihr aber ganztags möglich. Einschränkungen bestünden für vibrati-
onsbelastende Tätigkeiten oder solchen mit andauernder Kälteexposition. Nicht zumutbar seien 
repetitive Arbeiten wie Akkord- oder Stückarbeit, das Besteigen von Leitern und Gerüsten und 
Arbeiten mit Zwangspositionen der linken Hand. 
 
6.7 Am 3. Mai 2021 diagnostizierte Dr. med. G.____, FMH Physikalische Medizin und Re-
habilitation, ein neuropathisches Schmerzsyndrom und seit dem 29. August 2020 ein therapie-
resistentes lumboradikuläres Ausfallsyndrom L5 links. Sie hielt fest, dass die bis anhin durchge-
führte ambulante Physio- und Ergotherapie mit Spiegeltherapie sowie Neuraltherapie zu keiner 
Symptombesserung geführt hätten, weshalb ein intensives, multimodales Therapieprogramm 
mit Physiotherapie, Ergotherapie, medizinischer Trainingstherapie, Osteopathie, transkutaner 
elektrischer Nerven-Stimulation (TENS), Akupunktur und traditioneller chinesischer Medizin zu 
empfehlen sei. 
 
6.8 Am 6. Mai 2021 diagnostizierte die behandelnde Ärztin Dr. med. H.____, FMH Handchi-
rurgie, eine Allodynie im Bereich des Ramus dorsalis Nervi ulnaris links, eine beginnende Ring-
bandstenose am Ringfinger links und eine Zervikobrachialgie linksbetont, differenzialdiagnos-
tisch ein Thoracic-outlet-Syndrom. Die Patientin klage nach wie vor über eine Überempfindlich-
keit am linken ellenseitigen Handrücken mit Ausstrahlung in den Unterarm. Nächtlich würden 

 

 
 
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regelmässig Krämpfe auftreten. Zudem bestünden Schmerzen im Bereich der Schulter- und 
Nackenmuskulatur. In der klinischen Untersuchung zeige sich vom inspektorischen Aspekt eine 
unauffällige Trophik der gesamten oberen Extremität. Es bestünde ein Allodynieareal am 
streckseitigen Handrücken betreffend Metacarpale IV und V, welches sich nach proximal über 
das Handgelenk ziehe. Die Beweglichkeit im Handgelenk sei seitengleich. Zudem gelinge der 
Faustschluss und die Fingerstreckung sei vollständig. Die Nervenaustrittspunkte am Unter- und 
Oberarm sowie supraclaviculär seien laut der Versicherten rechts spürbar, links bestünde eine 
Art Taubheit. Der repetitive Faustschluss-Test in 90° Schulterabduktion sei links nach wenigen 
Sekunden positiv. Die Grobkraft gemessen mit dem Jamar-Dynamometer betrage rechts 34 kg 
und links 6 kg. Bildgebend sei die Fraktur praktisch nicht mehr erkennbar. Zudem bestünden 
weder erkennbare knöcherne Veränderungen noch eine Osteopenie im Vergleich zur rechten 
Hand. Ein weiterer, spezifisch auf die Problematik der linken oberen Extremität ausgelegter 
ambulanter Rehabilitationsversuch sei zu befürworten. Es sei davon auszugehen, dass sich mit 
physikalischen Massnahmen eine deutliche Reduktion der Schmerzproblematik erzielen lasse. 
Aktuell sei die Versicherte zu 50 % arbeitsfähig. Nachdem in der MR-Untersuchung der HWS 
und der oberen Thoraxapertur ein degenerativer Schaden ausgeschlossen worden sei, sei das 
Schmerzbild, dass die Patientin nach dem Unfall entwickelt habe, als Unfallfolge zu qualifizie-
ren. 
 
6.9 Ebenfalls am 6. Mai 2021 beantwortete Dr. H.____ die Fragen des Rechtsvertreters der 
Versicherten. Sie hielt fest, dass aus ihrer Sicht der Endzustand in Bezug auf die unfallkausalen 
Beschwerden an der linken Hand noch nicht erreicht sei, zumal die letzte Rehabilitation eher 
allgemein gehalten gewesen sei und sich nicht auf die Beschwerden der linken oberen Extremi-
tät ausgerichtet habe. Nachdem MR-tomographisch auf Höhe der HWS und der oberen Thorax-
Apertur degenerative Schäden bzw. ein Thoracic outlet Syndrom hätten ausgeschlossen wer-
den können, sei davon auszugehen, dass die Beschwerden am linken Arm und der linken 
Schulter unfallkausal seien. Ausserdem berichte die Patientin, dass die Schmerzen vergleichbar 
seien mit denen in der Hand. Es sei von einer Allodynie ausgehend von der ellenseitigen Hand-
kante links mit Ausstrahlung nach körpernah auszugehen. 
 
6.10 Am 4. Juni 2021 nahm der Kreisarzt Dr. med. I.____, Facharzt für Orthopädische Chi-
rurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats, Stellung. Er hielt fest, dass die von 
Dr. G.____ vorgeschlagene und von Dr. H.____ unterstützte multimodale ambulante Therapie 
nicht indiziert sei. Es seien keine neuen medizinischen Befunde erhoben worden, welche die 
Beurteilung der Kreisärztin Dr. F.____ vom 7. April 2021 in Frage stellen könnten oder Ergän-
zungen notwendig machen würden. Es sei nicht damit zu rechnen, dass durch die vorgeschla-
gene Therapie eine erhebliche Besserung des unfallbedingten Gesundheitszustands erwartet 
werden könne. Die Versicherte habe sich vor gut einem halben Jahr für gesamthaft vier Wo-
chen in der Klinik D.____ zur Abklärung und Behandlung aufgehalten, wobei eine multimodale 
Behandlung erfolgt sei. Seitdem seien keine neuen medizinischen Sachverhalte und Befunde 
bekannt geworden. Es sei nicht ersichtlich, wie durch eine nochmalige multimodale Behandlung 
nach einem knapp dreijährigen intensiven Behandlungsmarathon eine Verbesserung der reinen 
Unfallfolgen erreicht werden könnte. 
 

 

 
 
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7.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspracheentscheid vom 
14. Oktober 2021 bei der Beurteilung der Unfallkausalität der Beschwerden, des Gesundheits-
zustands und der Leistungsfähigkeit der Versicherten auf die kreisärztlichen Aktenbeurteilungen 
vom 7. April 2021 und 4. Juni 2021. Sie ging in der Folge davon aus, dass die Gefühlsstörun-
gen in der linken Körperhälfte und im linken Bein sowie die Schulter-und Armbeschwerden links 
nicht unfallkausal, von weiteren ärztlichen Behandlungen betreffend die linke Hand keine we-
sentliche Verbesserung des Gesundheitszustands zu erwarten und der Versicherten angepass-
te Verweistätigkeiten ganztags zumutbar seien. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht 
zu beanstanden. Wie bereits ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), sind an die Beweiswürdigung 
strenge Anforderungen zu stellen, wenn sich der angefochtene Entscheid ausschliesslich auf 
versicherungsinterne medizinische Unterlagen stützt. Bereits bei geringen Zweifeln an der Zu-
verlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen sind ergänzende Abklärungen vor-
zunehmen. Vorliegend ergibt sich indes nichts, was Zweifel an der Stichhaltigkeit der Angaben 
der Dres. F.____ und I.____ wecken würde. Die von der Beschwerdegegnerin übernommenen 
Schlüsse der kreisärztlichen Erkenntnisse beruhen auf einem sorgfältigen Studium der vorhan-
denen medizinischen Akten. Die Beurteilungen erweisen sich sowohl in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge als auch bezüglich der daraus gezogenen Schlussfolgerungen als 
überzeugend. Insgesamt erfüllen diese Beurteilungen die höchstrichterlichen Beweisanforde-
rungen und erbringen vollen Beweis, weshalb darauf abzustellen ist. Demnach etablierte sich 
bei der Beschwerdeführerin infolge des Unfalls vom 12. Oktober 2018 an der linken Hand ein 
neuropathisches Schmerzsyndrom mit möglicher vegetativ unterhaltener Schmerzkomponente. 
Die Gefühlsstörungen in der linken Körperhälfte und dem linken Bein sowie die Schulter-und 
Armbeschwerden links stehen hingegen nicht in einem (natürlichen) Kausalzusammenhang mit 
dem besagten Ereignis. Die Fortsetzung der gelernten Tätigkeit als Feinwerkoptikerin ist der 
Beschwerdeführerin unfallbedingt nicht mehr möglich. Hingegen sind ihr angepasste Verweistä-
tigkeiten ganztags zumutbar. 
 
7.2 Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt verfängt nicht. Entgegen ihren Ausfüh-
rungen hat die Beschwerdegegnerin den Fallabschluss (per 30. April 2021) nicht verfrüht vor-
genommen, nachdem die Experten der Klinik D.____ nach durchgeführter EFL-Testung am 
10. September 2020 feststellten, dass ihr angepasste Verweistätigkeiten ganztags möglich sei-
en. Damit war von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung – selbst wenn therapeutisch eine 
Verbesserung der Handbeschwerden erreicht werden könnte – keine bedeutende Steigerung 
der Arbeitsfähigkeit mehr zu erwarten (vgl. E. 3.1 hiervor). Dazu kommt, dass die behandelnde 
Ärztin Dr. E.____ im Bericht vom 8. Februar 2021 feststellte, dass sich im Vergleich zur Vorun-
tersuchung im Jahr zuvor unverändert eine normale Ulnarisneurographie gezeigt hätte und die 
klinischen Befunde unverändert seien. In Anbetracht dieser Ausgangslage kann entgegen der 
Auffassung der Beschwerdeführerin nicht gesagt werden, die kreisärztliche Beurteilung des 
medizinischen Endzustands sei nicht begründet. Soweit sie sich auf die Berichte der behan-
delnden Ärztin Dr. H.____ vom 6. Mai 2021 beruft, ist zunächst in Erinnerung zu rufen, dass es 
die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person 
einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten oder 
Expertin anderseits praxisgemäss nicht zulässt, ein Administrativgutachten stets in Frage zu 
stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztperso-

 

 
 
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nen zu anderslautenden Einschätzungen gelangen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Mai 
2018, 8C_29/2018, E. 3.2.2). Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beur-
teilung aufdrängt, weil diese wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – 
Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. Mai 2018, 8C_874/2017, E. 5.2.2). Die Beschwerdefüh-
rerin legt nicht substanziiert dar und es ist auch nicht ersichtlich, dass aus den Berichten von 
Dr. H.____ vom 6. Mai 2021 Gesichtspunkte hervorgingen, die von den Dres. F.____ und 
I.____ nicht berücksichtigt worden wären. Zudem stellte Dr. H.____ die Erkenntnisse im Aus-
trittsbericht der Klinik D.____ vom 10. September 2020 (vgl. E. 6.3 hiervor) nicht fundiert in Fra-
ge. Insgesamt liegt nichts vor, was auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüs-
sigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen begründet könnte. Demnach ist 
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin in Bezug auf die Beschwerden an der 
linken Hand den medizinischen Endzustand zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 
30. April 2021 als erreicht erachtete. 
 
7.3 Soweit die Beschwerdeführerin rügt, die kreisärztlichen Darstellungen hinsichtlich der 
Unfallkausalität der Schulter- und Armbeschwerden seien unzutreffend und tatsachenwidrig, 
kann ihr ebenfalls nicht beigepflichtet werden. Zwar ergibt sich aus den vorliegenden Unterla-
gen, dass die Versicherte im Verlauf verschiedentlich über Arm- und Schulterbeschwerden 
klagte. So gab sie erstmals am 25. Oktober 2019 an, durch eine Schonhaltung im Arm, der 
Schulter und am Rücken Verspannungen zu verspüren (act. 72). Sodann stellte 
Prof. Dr. C.____ anlässlich seiner persönlichen Untersuchung vom 2. Juni 2020 eine ausge-
prägte Schmerzempfindlichkeit bis in den Ellbogenbereich und einschiessende Schmerzen bis 
in den Schulterbereich fest und empfahl die Schulung der linken oberen Extremität. Er stellte 
aber weder eine (unfallbedingte) Diagnose im linken Schulter- und Armbereich noch eine ein-
geschränkte Funktion der linken Schulter und des linken Ellenbogens fest (act. 144). Weiter 
ergibt sich aus dem EFL-Bericht der Klinik D.____ vom 28. September 2020 (act. 178) und der 
Telefonnotiz vom 28. Januar 2021 (act. 209), dass die Versicherte über Schmerzen mit Aus-
strahlung teilweise bis in die linke Schulter klagte. In den vorliegenden medizinischen Unterla-
gen findet sich aber zu den subjektiv geschilderten Beschwerden kein entsprechendes medizi-
nisches Korrelat. Vor diesem Hintergrund verneinte die Kreisärztin Dr. F.____ einleuchtend eine 
überwiegend wahrscheinlich unfallbedingte Kausalität der geltend gemachten Schulter- und 
Armbeschwerden links. Ihre Einschätzung, welche auf einem lückenlosen medizinischen Be-
fund basiert, steht demnach im Einklang mit der medizinischen Aktenlage. Auch Dr. H.____ 
benennt in ihren Berichten vom 6. Mai 2021 für die geklagten Arm- und Schulterbeschwerden 
kein entsprechendes medizinisches Korrelat. Bei der von ihr erwähnten Zervikobrachialgie 
(Schulter-Arm-Syndrom) handelt es sich um Schmerzen im Bereich des Halses, des Schulter-
gürtels und der Arme, deren Ursachen nicht zwingend unfallkausal sein müssen. Wenn sie die 
Unfallkausalität der Schulter- und Armbeschwerden aus der Tatsache ableitet, dass MR-
tomographisch auf Höhe der HWS und der oberen Thorax-Apertur degenerative Schäden bzw. 
ein Thoracic outlet Syndrom hätten ausgeschlossen werden können und die Schmerzen ver-
gleichbar seien mit denen in der Hand, vermag dies nicht zu überzeugen. Denn nach der bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung kann erst dann von organisch objektiv ausgewiesenen Unfall-
folgen gesprochen werden kann, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden 

 

 
 
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Abklärungen hinreichend bestätigt wurden (vgl. BGE 138 V 248 E. 5.1; Urteil des Bundesge-
richts vom 7. August 2008, 8C_806/2007, E. 8.2 mit zahlreichen Hinweisen). Dies ist vorliegend 
nicht der Fall, weshalb die Versicherte die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen hat, da sie aus 
dem unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten möchte (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 
vom 12. Juni 2014, 9C_701/2013, E. 4.1; BGE 117 V 261 E. 3b mit Hinweis). 
 
7.4 Nach dem Gesagten ist als Zwischenergebnis festzuhalten, dass keine Zweifel an der 
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der kreisärztlichen Aktenbeurteilungen vom 7. April 2021 und 
4. Juni 2021 bestehen, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 126 V 130 E. 2a mit 
zahlreichen Hinweisen) auf zusätzliche Abklärungen verzichtet werden kann. Es ist demzufolge 
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin davon ausging, dass in Bezug auf die 
unfallkausalen Beschwerden an der linken Hand der medizinische Endzustand zum Zeitpunkt 
der Leistungseinstellung per 30. April 2021 erreicht war und die Arm- und Schulterbeschwerden 
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 12. Oktober 2018 zu-
rückzuführen sind. Die kreisärztliche Beurteilung der Zumutbarkeit wurde von der Beschwerde-
führerin zu Recht nicht beanstandet. Demnach steht fest, dass ihr trotz der unfallbedingten 
Restbeschwerden in der linken Hand angepasste Verweistätigkeiten zu 100 % zumutbar sind.  
 
8.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigun-
gen. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 18 Abs. 2 UVG). Danach ist der Invaliditätsgrad aufgrund eines Einkommensver-
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach 
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla-
ge erzielen könnte (lnvalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das 
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkom-
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er-
werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt wer-
den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Me-
thode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 
 
8.2.1 Für die Bemessung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Per-
son im massgebenden Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns (hier: 1. Mai 2021) auf-
grund ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit ohne Gesundheitsschaden tatsächlich verdient hätte. Das 
Valideneinkommen ist so konkret wie möglich festzusetzen. Da nach empirischer Erfahrung in 
der Regel ohne gesundheitliche Beeinträchtigung die bisherige Tätigkeit weitergeführt worden 
wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens grundsätzlich der letz-
te vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teuerung und der realen 
Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (vgl. BGE 134 V 322 E. 4.1; Urteil des Bundes-
gerichts vom 17. November 2020, 9C_109/2020, E. 2.2.2). Ausnahmen müssen mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (vgl. BGE 139 V 28 E. 3.3.2 mit Hinweisen). Ist ein kon-
kreter Lohn nicht eruierbar oder hätte die versicherte Person ihre bisherige Stelle auch ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung verloren, so können die Zahlen der Lohnstrukturerhebung 

 

 
 
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(LSE) des Bundesamts für Statistik (BfS) herangezogen werden (vgl. Urteile des Bundesge-
richts vom 21. Dezember 2016, 8C_728/2016, E. 3.1 und vom 9. Juni 2015, 9C_212/2015, 
E. 5.4). 
 
8.2.2 Im angefochtenen Einspracheentscheid ermittelte die Beschwerdegegnerin das Vali-
deneinkommen anhand der Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin und ging davon aus, dass 
die Beschwerdeführerin im Jahr 2021 ein Einkommen von Fr. 54'750.-- (13 x Fr. 4'200.-- plus 
Fr. 150.-- Gratifikation; vgl. act. 242) erzielt hätte, wäre sie nicht invalid geworden. Dem hält die 
Beschwerdeführerin entgegnen, sie habe sich bei der ehemaligen Arbeitgeberin in einem befris-
teteten Arbeitsverhältnis (Lehrvertrag) befunden, welches – unabhängig vom Unfallereignis – 
am 31. Juli 2020 geendet habe. Eine Weiterbeschäftigung im Betrieb sei nicht möglich gewe-
sen, weshalb das Valideneinkommen aufgrund der LSE zu ermitteln sei. 
 
8.2.3 Der Argumentation der Beschwerdeführerin ist beizupflichten. Entgegen der Annahme 
der Beschwerdegegnerin ist bei der Ermittlung des Valideneinkommens nicht von Bedeutung, 
ob die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Unfallereignisses am 12. Oktober 2018 (noch) in 
einem Arbeitsverhältnis stand. Entscheidend ist, was sie im massgebenden Zeitpunkt des frü-
hestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
ohne Gesundheitsschaden tatsächlich verdient hätte. Aus den Akten ergibt sich, dass der Lehr-
vertrag mit der B.____AG per 31. Juli 2020 endete (act. 125) und eine Weiterbeschäftigung der 
Versicherten im Lehrbetrieb aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich war (act. 141). Folglich 
lässt sich nicht abschliessend beantworten, wie sich die berufliche Laufbahn der Beschwerde-
führerin im Gesundheitsfall weiterentwickelt hätte, weshalb der Validenlohn nicht aufgrund des 
zuletzt bei der Firma B.____AG verdienten Einkommens, sondern rechtsprechungsgemäss an-
hand der LSE zu bestimmen ist. Da die Versicherte eine abgeschlossene Ausbildung als Fein-
werkoptikerin hat und in diesem Beruf anhand von technischen Zeichnungen optische und me-
chanische Bauteile für optische Geräte hergestellt werden, rechtfertig es sich, das Validenein-
kommen aufgrund der LSE 2018, Tabelle TA1, Wirtschaftszweig 26 ("Herst. v. Datenverarbei-
tungsge., elektron. u. opt. Erz.; Uhren"), Frauen, zu ermitteln, wobei nach erfolgreichem Lehr-
abschluss vom Kompetenzniveau 2 auszugehen ist. Der entsprechende monatliche Bruttolohn 
(Zentralwert bei einer standardisierten Arbeitszeit von 40 Wochenstunden) der Frauen beträgt 
Fr. 5‘023.--. Die Umrechnung auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 40,5 Wo-
chenstunden (vgl. Bundesamt für Statistik, T 03.02.03.01.04.01 [Wirtschaftszweig 26]) und auf 
zwölf Monate ergibt ein Jahreseinkommen von Fr. 61'029.45 (Fr. 5‘023.-- : 40 x 40,5 x 12). Un-
ter Berücksichtigung der branchenspezifischen Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2021 (frü-
hestmöglicher Rentenbeginn: 1. Mai 2021; vgl. E. 8.2.1 hiervor) resultiert ein massgebendes 
Valideneinkommen von Fr. 62'563.90 (Fr. 61'029.45 x 101,7 % [2019] x 100,7 % [2020] x 
100,1 % [2021]; vgl. Bundesamt für Statistik, Nominallohnindex, 2016-2020; Quartalsschätzung 
der Nominallohnentwicklung [2021]). 
 
8.3.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von 
der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret 
steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – beson-
ders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleiben-

 

 
 
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de Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen 
aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsäch-
lich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkom-
men gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so 
sind für die Bemessung des Invalideneinkommen die Tabellenlöhne heranzuziehen 
(vgl. BGE 143 V 295 E. 2.2). 
 
8.3.2 Die Beschwerdegegnerin ging bei der Berechnung des Invalideneinkommens innerhalb 
der TA1 der LSE 2018 vom "Total" der Frauenlöhne im Kompetenzniveau 2 (praktische Tätig-
keiten wie Verkauf/Pflege/Datenverarbeitung und Administration/Bedienen von Maschinen und 
elektronischen Geräten/Sicherheitsdienst/Fahrdienst) und somit von einem Monatslohn von 
Fr. 4'849.-- aus. Die Einstufung in das Kompetenzniveau 2 ist jedoch weder begründet noch 
sachgerecht. Wenn die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität – wie hier (vgl. E. 6.6 
hiervor) – nicht auf den angestammten Beruf zurückgreifen kann, rechtfertigt sich die Anwen-
dung von LSE-Kompetenzniveau 2 praxisgemäss nur dann, wenn sie über besondere Fertigkei-
ten und Kenntnisse verfügt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2019, 8C_732/2018, 
E. 8.2.1). Unbestritten verfügt die Beschwerdeführerin über einen Lehrabschluss als Feinwerk-
optikerin. Davor absolvierte sie eine Vorlehre als Kleinkindererzieherin, verschiedene Praktika 
(Kindergarten, Tagesheim, Café) sowie den Vorkurs der Schule für Gestaltung. Vor diesem Hin-
tergrund kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin über besondere 
Fertigkeiten und Kenntnisse verfügt, die sie gewinnbringend in verschiedene Tätigkeitsgebiete 
einzubringen vermag, was ein Abstellen auf das Kompetenzniveau 2 rechtfertigen würde. Dem-
nach ist bei der Bemessung des Invalideneinkommens auf das Kompetenzniveau 1 abzustellen. 
Der in der LSE 2018 in TA1 unter Totalwert für im Kompetenzniveau 1 tätige Frauen ausgewie-
sene Monatsverdienst beträgt Fr. 4'371.--. Angepasst an die Wochenarbeitszeit von 41,7 Stun-
den (vgl. Bundesamt für Statistik, T 03.02.03.01.04.01 [Total Wirtschaftszweige 1-96]) und an 
die Lohnentwicklung bis 2021 (vgl. Bundesamt für Statistik, Nominallohnindex, 2016-2020; 
Quartalsschätzung der Nominallohnentwicklung [2021]) ergibt dies ein Invalideneinkommen von 
jährlich Fr. 55'670.35 ([12 x Fr. 4'371.--.: 40 x 41,7 x 100,9 % [2019] x 100,8 % [2020] x 100,1 % 
[2021]). 
 
8.3.3 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage der LSE ermittelt, kann der entspre-
chende Ausgangswert allenfalls gekürzt werden. Ohne für jedes zur Anwendung gelangende 
Merkmal separat quantifizierte Abzüge vorzunehmen, ist der Einfluss aller Merkmale auf das 
Invalideneinkommen (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationali-
tät/Aufenthalts-kategorie und Beschäftigungsgrad) unter Würdigung der Umstände im Einzelfall 
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Der Abzug darf 25 % nicht überstei-
gen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2). Der gesamthaft vorzunehmende Abzug 
stellt eine Schätzung dar. Bei deren Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass die kontrol-
lierende richterliche Behörde ihr Ermessen an die Stelle der Vorinstanz setzt. Hingegen ist zu 
beurteilen, ob der zu überprüfende Entscheid, den die Behörde nach dem ihr zustehenden Er-
messen im Einklang mit den allgemeinen Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen 
hat, nicht zweckmässigerweise anders hätte ausfallen sollen. Soll in die Ermessensbetätigung 

 

 
 
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der Vorinstanz eingegriffen werden, muss sich die richterliche Behörde demnach auf Gegeben-
heiten abstützen können, die eine abweichende Ermessensausübung als näherliegend erschei-
nen lassen (vgl. BGE 126 V 81 E. 6 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 25. Juli 2005, 
U 420/04, E. 2.3). 
 
8.3.4 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid bei der 
Bemessung des Invalideneinkommens einen leidensbedingten Abzug vom Tabellenlohn von 
10 % vorgenommen. Diese Beurteilung erscheint aufgrund der Tatsache, dass die Beschwerde-
führerin in einer angepassten Tätigkeit weiterhin vollständig arbeitsfähig ist, keine faktische Ein-
armigkeit vorliegt und die Kriterien Alter, Dienstjahre, Beschäftigungsgrad und Nationali-
tät/Aufenthaltskategorie keinen Abzug rechtfertigen, in diesem Umfang nicht angemessen. Ein-
zig aufgrund des relativ eng formulierten Zumutbarkeitsprofils, wonach der Versicherten nur 
noch sehr leichte Arbeiten zumutbar sind und zudem Einschränkungen bei repetitiven Arbeiten 
sowie solchen mit Zwangspositionen für die linke Hand bestehen, dürfte sie im Vergleich zu 
gesunden Arbeitnehmerinnen Lohneinbussen in Kauf zu nehmen haben, was – nur, aber im-
merhin – einen geringfügigen Abzug vom Tabellenlohn im Umfang von 5 % rechtfertigt 
(vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 2016, 8C_477/2016, E. 4.3). Wird das 
vorstehend ermittelte Invalideneinkommen von Fr. 55'670.35 um 5 % gekürzt, resultiert daraus 
ein massgebendes Invalideneinkommen von Fr. 52'886.85 (Fr. 55'670.35 x 95 %). 
 
8.4 Stellt man im Einkommensvergleich das Invalideneinkommen von Fr. 52'886.85 dem 
oben (vgl. E. 8.2.3 hiervor) ermittelten Valideneinkommen von Fr. 62'563.90 gegenüber, so re-
sultiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 9'677.05, was einen Invaliditätsgrad von 15,47 % 
bzw. gerundet von 15 % ergibt (vgl. zur Rundungspraxis: BGE 130 V 121 ff.). Da dieser Wert 
die gesetzliche Erheblichkeitsgrenze von 10 % (Art. 18 Abs. 1 UVG) übersteigt, hat die Be-
schwerdeführerin Anspruch auf eine auf einem Erwerbsunfähigkeitsgrad von 15 % basierende 
Invalidenrente der Beschwerdegegnerin. Nachdem diese die Taggeldzahlungen per 30. April 
2021 eingestellt hatte (Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 8. April 2021), ist der Be-
schwerdeführerin die Invalidenente ab 1. Mai 2021 zuzusprechen. Die Beschwerde ist in dem 
Sinne gutzuheissen. 
 
9.1 Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG ist 
das Verfahren bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Ein-
zelgesetz vorgesehen ist. Sieht das Einzelgesetz keine Kostenpflicht vor, kann das Gericht ei-
ner Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhält, Gerichtskosten auferlegen. Da das UVG 
keine Kostenpflicht vorsieht und sich die Parteien weder mutwillig noch leichtsinnig verhalten 
haben, sind für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 
 
9.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf Ersatz 
der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Dieser wird vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht 
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozes-
ses bemessen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Honorarnote eingereicht, 
weshalb das Honorar nach Ermessen festzusetzen ist. In Anbetracht des Aktenumfangs und 
der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen erscheint für das vorliegende Verfahren ein 

 

 
 
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Aufwand von 9 Stunden als angemessen. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversiche-
rungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stun-
denansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen (vgl. § 3 Abs. 1 der Tarifordnung für Anwältinnen und 
Anwälte vom 17. November 2003). Somit ist der Beschwerdeführerin für das vorliegende Be-
schwerdeverfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'423.25 (9 Stunden à 
Fr. 250.-- [inkl. Auslagen] und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzu-
sprechen. 
 

 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der Ein-
spracheentscheid der Suva vom 14. Oktober 2021 aufgehoben und 
festgestellt wird, dass die Beschwerdeführerin ab 1. Mai 2021 An-
spruch auf eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad 
von 15 % hat. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 4. Die Suva hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in der 
Höhe von Fr. 2'423.25 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu 
bezahlen. 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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