# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 420ec838-114a-5def-a19c-0192ed7e64c2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.11.2011 D-5815/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5815-2011_2011-11-02.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­5815/2011

U r t e i l   v om   2 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli,
mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer;  
Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig.

Parteien A._______, geboren (…),
Türkei,  
vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz.

Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM
vom 13. September 2011 / N _______.

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Sachverhalt:

A. 
A.a. Der Beschwerdeführer – ein türkischer Staatsangehöriger – verliess 
seinen Heimatstaat  eigenen Angaben  zufolge  am  24.  September  2008. 
Von  B._______  über  einen  ihm  unbekannten  Ort  gelangte  er  am  2. 
Oktober  2008  illegal  in  die  Schweiz,  wo  er  am  7.  Oktober  2008  im 
Empfangs­ und Verfahrenszentrum C._______ ein Asylgesuch einreichte.

Anlässlich  der  Befragung  zur  Person  vom  17.  Oktober  2008  und  der 
Anhörung  zu  den  Asylgründen  vom  22.  Juni  2009  machte  der 
Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, seit dem Jahre 2000 habe er 
die  MKP  HKO  (Maoistische  Kommunistische  Partei 
Volksbefreiungsarmee)  respektive deren Vorgängerorganisation TKP/ML 
(Kommunistische  Partei  der  Türkei/Marxisten­Leninisten)  unterstützt, 
wobei  er  Lebensmittel  und  Kleider  geliefert,  Zeitungen  und  Flugblätter 
verteilt  sowie  Parolen  an  Wände  geschrieben  habe.  Seit  Januar  oder 
Februar 2003 sei er deswegen von der Polizei bedrängt worden. Sie habe 
gewollt, dass er für sie als Spitzel tätig werde. Er hätte verraten sollen, wo 
sich die Anhänger der Organisation in den Bergen befänden und wohin er 
das Material liefere. Dies habe über drei bis fünf Monate gedauert. Er sei 
auch  mit  dem  Tod  bedroht,  in  einem  Fahrzeug  mitgenommen  und 
geschlagen worden. Deshalb habe er  in den Bergen bei der MKP HKO 
während  rund  18 Monaten  Schutz  gesucht.  Die  Organisation  habe  ihm 
sodann  eine  gefälschte  Identitätskarte  beschafft,  mit  welcher  er  nach 
B._______  gegangen  sei,  wo  er  seit  2004  illegal  gelebt  habe.  Am  14. 
Oktober  2004  sei  er  der  Mitgliedschaft  in  einer  illegalen  Organisation 
sowie der Körperverletzung und Tötung angeklagt worden. Die Anklage 
sei  falsch, da er kein Mitglied sei, sondern nur  logistische Hilfe geleistet 
habe.  Das  Verfahren  sei  noch  hängig;  er  befürchte  nun,  bei  einer 
Rückkehr umgebracht oder für 20 bis 25 Jahre inhaftiert zu werden.

Da er sich während längerer Zeit habe verstecken müssen, leide er unter 
psychischen Problemen.

A.b. Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer 
die  Anklageschrift  vom  14.  Oktober  2004,  eine  Kopie  des 
Verhandlungsprotokolls  des  2.  Gerichts  für  schwere  Straftaten  in 
D._______  vom  6.  August  2009,  ein  Gerichtsdokument  vom  29.  April 

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2010 und ein Schreiben des türkischen Anwalts vom 19. Juli 2010 zu den 
Akten.

B. 
Mit  Verfügung  vom  13.  September  2011  –  eröffnet  am  21.  September 
2011  –  stellte  das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht,  wies  dessen  Asylgesuch  vom  7.  Oktober 
2008  ab  und  ordnete  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den 
Wegweisungsvollzug an.

C. 
Mit  Eingabe  vom  21.  Oktober  2011  liess  der  Beschwerdeführer  gegen 
diese  Verfügung  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben 
und  beantragen,  es  sei  die  angefochtene  Verfügung  wegen  Verletzung 
formellen Rechts aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an das 
BFM  zurückzuweisen.  Eventualiter  sei  die  angefochtene  Verfügung 
aufzuheben  und  die  Sache  zur  Feststellung  des  vollständigen  und 
richtigen  rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeurteilung an das 
BFM  zurückzuweisen.  Eventualiter  sei  die  angefochtene  Verfügung 
aufzuheben  und  die  Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers 
festzustellen. Es sei  ihm  in der Schweiz Asyl zu gewähren. Eventualiter 
sei  die  angefochtene  Verfügung  betreffend  die  Ziffern  4  und  5 
aufzuheben  und  es  sei  die  Unzulässigkeit  und  die  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  festzustellen.  Bei  Aufhebung  und  Rückweisung 
ans  BFM  sei  dieses  anzuweisen,  sämtliche 
Herkunftsländerinformationen,  auf  welche  es  seinen  Entscheid  gestützt 
habe,  in  geeigneter  Weise  offenzulegen.  Eventualiter  sei  das  BFM  im 
Rahmen  des  Beschwerdeverfahrens  anzuweisen,  sämtliche 
Herkunftsländerinformationen,  auf  welche  es  seinen  Entscheid  gestützt 
habe, in geeigneter Weise offenzulegen. Dem Beschwerdeführer sei eine 
angemessene Frist einzuräumen, um zu diesen Informationen Stellung zu 
nehmen. Vor Gutheissung der vorliegenden Verwaltungsbeschwerde sei 
dem  unterzeichneten  Anwalt  eine  angemessene  Frist  zur  Einreichung 
einer  detaillierten  Kostennote  zur  Bestimmung  der  Parteientschädigung 
anzusetzen.

Als Beweismittel wurden diverse Dokumente ins Recht gelegt.

Auf  die  Beschwerdebegründung  und  auf  die  als  Beweismittel 
eingereichten  Dokumente  wird  –  soweit  entscheidrelevant  –  in  den 
Erwägungen eingegangen.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 
Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 108  Abs. 1  und  Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  i.V.m.  Art. 48 
Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

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Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e  AsylG).  Wie 
nachstehend  aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um  eine  solche, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a  Abs. 2  AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde in casu auf die Durchführung 
eines Schriftenwechsels verzichtet.

4. 
Praxisgemäss  wird  bei  vereinfachten  Verfahren  bei  offensichtlich 
unbegründeten  Beschwerden  bei  Direktentscheiden  auf  die  vorgängige 
Bekanntgabe des Spruchkörpers verzichtet. Mit dem vorliegenden Urteil 
wird  das Gesuch um Mitteilung, welcher Bundesverwaltungsrichter  oder 
welche  Bundesverwaltungsrichterin  und  welcher  Gerichtsschreiber  oder 
welche Gerichtsschreiberin mit der Instruktion im vorliegenden Verfahren 
betraut  ist  und  welche  Richter  an  einem  Entscheid  weiter  mitwirken 
werden, abgewiesen.

5. 
5.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich 
die  Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie 
Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den 
frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

5.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

6. 

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6.1. Zur Begründung  ihres negativen Asylentscheids hielt die Vorinstanz 
zunächst  fest,  aufgrund  seiner  in  mehrfacher  Weise  unsubstantiierten, 
tatsachenwidrigen  und  unlogischen  Aussagen  könnten  dem 
Beschwerdeführer  weder  die  Beweggründe,  weshalb  er  sich  der  MKP 
HKO angeschlossen und diese Organisation wieder verlassen habe noch 
sein  mehrjähriger  illegaler  Aufenthalt  in  B._______  geglaubt  werden.

Im  Weiteren  wurde  insbesondere  ausgeführt,  die  MKP  ziele  auf  eine 
kommunistische Gesellschaftsordnung in der Türkei ab, wobei dieses Ziel 
mit  einem  bewaffnet  geführten  revolutionären  Kampf  erreicht  werden 
solle.  Die  Organisation  verfüge  dazu  über  die  paramilitärische  Gruppe 
HKO,  die  auch  terroristische  Aktivitäten  durchführe.  Unter  diesen 
Voraussetzungen  sei  eine  strafrechtliche  Verfolgung  von 
Unterstützungstätigkeiten  für  die  MKP  im  Rahmen  der 
Terrorismusbekämpfung  rechtsstaatlich  legitim.  Bei  den  in  der 
Anklageschrift  vom  14.  Oktober  2004  vorgeworfenen  Taten  handle  es 
sich  klar  um  gemeinrechtliche  Straftaten,  zu  deren  Aufklärung  die 
türkischen Behörden verpflichtet seien.

Es könne davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer in der 
Türkei die MKP HKO unterstützt habe.  In welcher Form und  in welchem 
Ausmass könne nicht geklärt werden, da er offenbar nicht bereit sei, an 
der  Feststellung  des  Sachverhalts  mitzuwirken.  Es  sei  jedoch  davon 
auszugehen, dass sein Engagement über das hinausgehe, was er gewillt 
sei,  zuzugeben.  Das  gegen  ihn  hängige  Strafverfahren  sei  vom 
Gegenstand  her  rechtsstaatlich  legitim  und  es  sei  davon  auszugehen, 
dass  er  mit  einem  rechtsstaatlich  korrekten  Verfahren  rechnen  könne. 
Seine  Vorbringen  hielten  weder  den  Anforderungen  an  die 
Glaubhaftigkeit  gemäss
Art.  7  AsylG  noch  denjenigen  an  die  Asylrelevanz  nach  Art.  3  AsylG 
stand,  weshalb  er  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle  und  sein 
Asylgesuch abzulehnen sei.

Der Vollzug der Wegweisung sei zulässig, zumutbar und möglich.

6.2.  In  der  Rechtsmitteleingabe  wird  im Wesentlichen  gerügt,  das  BFM 
beziehe  sich  in  der  angefochtenen  Verfügung  verschiedentlich  auf  die 
aktuelle  Lage  in  der  Türkei,  schätze  diese  aber  völlig  falsch  ein.  Die 
vorgenommene  Lageanalyse  widerspreche  jeglichen  aktuellen 
Länderberichten.  Zusammenfassend  habe  die  Vorinstanz  den 

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entsprechenden  Sachverhalt  in  verschiedenen  Punkten  unrichtig 
abgeklärt.  Im  Weiteren  nenne  sie  bei  der  Lagebeurteilung  teilweise 
überhaupt keine Quellen und  teilweise solche, welche mangels genauer 
Angabe nicht überprüft werden könnten. Indem sie in allgemeiner Weise 
auf ihre Erkenntnisse verweise, ohne jedoch genaue Quellen anzugeben, 
verletze  sie  ihre  Begründungspflicht  und  damit  den  Anspruch  auf 
rechtliches  Gehör.  Zudem  habe  die  Vorinstanz  den  rechtserheblichen 
Sachverhalt  unvollständig  abgeklärt,  indem  sie  trotz  Zweifel  an  den 
Angaben  des  Beschwerdeführers  zu  seinem  Gesundheitszustand  kein 
ärztliches Gutachten eingeholt habe.

Was die vom BFM angezweifelten Sachverhaltselemente  (Motivation  für 
Anschluss  und  Verlassen  der  Organisation,  Umfang  der  Aktivitäten, 
illegaler  Aufenthalt  in  B._______)  betrifft,  wird  auf  Beschwerdeebene 
insgesamt  an  der  Glaubhaftigkeit  der  in  diesem  Zusammenhang 
gemachten Angaben festgehalten.

Sodann  wird  in  der  Beschwerde  geltend  gemacht,  die  dem 
Beschwerdeführer  vorgeworfenen  beziehungsweise  "untergeschobenen" 
Delikte,  welche  er  nicht  begangen  habe,  hätten  zur  Folge,  dass  die 
Strafverfolgung  zur  asylrelevanten  Verfolgung  werde.  Ausserdem  sei 
davon auszugehen, dass  ihm gerade aufgrund seiner  früheren Tätigkeit 
für  die MKP HKO  im Rahmen  des  hängigen Strafverfahrens  das Recht 
auf  ein  faires  Verfahren  verwehrt  würde  und  ihm  anlässlich  der 
Untersuchungshaft  oder  einer  Strafverbüssung  mit  grosser 
Wahrscheinlichkeit  Folter  und  andere  unmenschliche  und  erniedrigende 
Behandlung drohe. Aus diesem Grund erfülle der Beschwerdeführer die 
Flüchtlingseigenschaft.  Da  er  an  terroristischen  Aktionen  nie  beteiligt 
gewesen sei, sondern bloss logistische Unterstützung geleistet habe, falle 
auch der Tatbestand der Asylunwürdigkeit gemäss Art. 53 AsylG ausser 
Betracht.

Schliesslich wird ausgeführt, der Wegweisungsvollzug sei unzulässig, da 
dem  Beschwerdeführer  bei  einer  Rückkehr  mit  beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit  eine  durch  Art.  3  der  Konvention  vom  4. November 
1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 
0.101)  verbotene  Strafe  oder  Behandlung  drohe.  Aufgrund  der  zu 
befürchtenden Schikanen während der Haft und der grossen psychischen 
Probleme  erweise  sich  der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als 
unzumutbar.

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6.3. 
6.3.1.  In  casu  gilt  es  zunächst  zu  prüfen,  ob  die  auf Beschwerdeebene 
erhobene  Rüge,  das  BFM  habe  gegen  formelles  Recht  verstossen, 
gerechtfertigt  ist.  Es  stellt  sich  die  Frage,  ob  einerseits  durch  die 
mangelnde  Offenlegung  der  in  die  angefochtene  Verfügung 
eingeflossenen  Länderinformationen  die  Begründungspflicht 
beziehungsweise  der  Anspruch  des  Beschwerdeführers  auf  rechtliches 
Gehör  verletzt  und  andererseits  der  rechtserhebliche  Sachverhalt 
unvollständig und unrichtig abgeklärt wurde.

6.3.1.1  Bezüglich  der  beantragten  Offenlegung  sämtlicher 
Herkunftsländerinformationen, auf die das BFM seinen Entscheid gestützt 
habe,  ist  festzustellen, dass sich  in den vorinstanzlichen Akten keinerlei 
Länderberichte  befinden,  in  welche  das  BFM  dem  Beschwerdeführer 
hätte Einsicht gewähren können. Im Übrigen handelt es sich bei den aus 
Länderdokumentationen  gewonnenen  Erkenntnissen  um  allgemeines 
Fachwissen,  welches  als  solches  nicht  herausgegeben  werden  kann. 
Schliesslich  ist  davon  auszugehen,  dass  das  BFM  dem 
Beschwerdeführer  alle  entscheidwesentlichen  Verfahrensakten  im 
gesetzlich  zulässigen  Umfang  ediert  hat  (vgl.  Schreiben  des  BFM  vom 
23.  September  2011  an  den  Rechtsvertreter  betreffend 
Akteneinsichtsgesuch).  Eine  Verletzung  des  Akteneinsichtsrechts 
bezüglich  einzelner  von  der  Einsicht  ausgenommenen  Dokumente  wird 
denn auch nicht geltend gemacht.

6.3.1.2  In  der  Beschwerde  wird  im  Zusammenhang  mit  der  Rüge,  das 
BFM habe den rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig und unrichtig 
abgeklärt,  hinsichtlich  der  Glaubhaftigkeit  des  Beschwerdeführers 
zunächst  geltend  gemacht,  das  Vorgehen  der  türkischen  Polizei,  einen 
mutmasslichen MKP HKO Aktivisten  unter Druck  zu  setzen,  um  ihn  als 
Spitzel  zu  gewinnen,  anstatt  direkt  ein  Strafverfahren  zu  eröffnen,  sei 
gemäss  Länderinformationen  gang  und  gäbe.  Entgegen  der 
vorinstanzlichen  Erkenntnis  handle  es  sich  dabei  um  ein  durchaus 
übliches  Verfahren.

Angesichts  dessen,  wonach  das  BFM  die  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  als  nicht  asylrelevant  würdigte  und  sich  das 
Bundesverwaltungsgericht  dieser  Einschätzung  anschliesst  (vgl. 
nachstehend  E.  6.3.2.3),  erübrigt  es  sich,  auf  allfällige 
Unglaubhaftigkeitselemente in den Ausführungen des Beschwerdeführers 
einzugehen. Somit ist es auch nicht entscheidrelevant abzuklären, ob das 

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BFM  diesbezüglich  den  Sachverhalt  unvollständig  und  unrichtig 
festgestellt hat.

Wie  sich  aus  den  folgenden  Ausführungen  ergibt,  geht  das 
Bundesverwaltungsgericht  mit  dem  BFM  davon  aus,  dass  der 
Beschwerdeführer  in  der  Türkei  mit  einem  rechtsstaatlich  korrekten 
Verfahren  rechnen  kann  (vgl.  E.  6.3.2.2).  Bei  dieser  Sachlage  erweist 
sich  der  Vorhalt,  das  BFM  habe  betreffend  der  in  der  Türkei 
herrschenden  Menschenrechtssituation  eine  komplett  falsche 
Lageeinschätzung vorgenommen, als unbegründet.
Schliesslich  vermag  der  Beschwerdeführer  auch  aus  der  Rüge,  die 
Vorinstanz habe den rechtserheblichen Sachverhalt  in Bezug auf seinen 
Gesundheitszustand ebenso unvollständig und unrichtig abgeklärt, nichts 
zu  seinen  Gunsten  abzuleiten.  In  Anbetracht  des  Umstands,  wonach 
Asylsuchende  verpflichtet  sind,  an  der  Feststellung  des  Sachverhalts 
mitzuwirken  (vgl.  Art.  8  Abs.  1  AsylG),  hätte  vom  Beschwerdeführer 
erwartet werden dürfen, dass er  von sich aus ein Arztzeugnis einreicht. 
Da er das BFM bereits mit Fax­Schreiben vom 22. Juni 2009 über seine 
angeblichen  gesundheitlichen  Probleme  informierte,  wäre  es  ihm  erst 
recht  zumutbar  gewesen,  sich  in  der  Zwischenzeit  beispielsweise  von 
seinem Hausarzt einen entsprechenden Bericht ausfertigen zu lassen.

6.3.1.3  Zusammenfassend  ist  somit  festzuhalten,  dass  insgesamt  kein 
Anlass besteht, die angefochtene Verfügung wegen Verletzung formellen 
Rechts  aufzuheben  und  die  Sache  zur  Neubeurteilung  an  das  BFM 
zurückzuweisen.  Das  Bundesamt  war  nach  dem  Gesagten  nicht 
gehalten,  die  verwendeten  allgemeinen  Länderinformationen 
offenzulegen, weshalb  sich die Rüge, die Begründungspflicht  und damit 
der  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  seien  verletzt  worden,  als 
unbegründet erweist. Der Antrag, bei Aufhebung und Rückweisung an die 
Vorinstanz sei diese anzuweisen, sämtliche Herkunftsländerinformationen 
in geeigneter Weise offenzulegen und der Eventualantrag, das BFM sei 
im  Rahmen  des  Beschwerdeverfahrens  anzuweisen,  sämtliche 
Herkunftsländerinformationen  in  geeigneter  Weise  offenzulegen  sowie 
dem  Beschwerdeführer  sei  eine  angemessene  Frist  einzuräumen,  um 
dazu  Stellung  zu  nehmen,  werden  demnach  abgewiesen.  Den 
vorstehenden  Ausführungen  zufolge  ist  auch  die  Ermittlung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  seitens  des  BFM  nicht  zu  bemängeln, 
weshalb der Eventualantrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben 
und  die  Sache  sei  zur  Feststellung  des  vollständigen  und  richtigen 

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rechtserheblichen  Sachverhalts  und  zur  Neubeurteilung  an  das  BFM 
zurückzuweisen, ebenso abgewiesen wird.

6.3.2.  Im  Weiteren  ist  nun  abzuklären,  ob  der  Beschwerdeführer  die 
Flüchtlingseigenschaft  erfüllt  beziehungsweise  in  der  Türkei  eine 
asylrelevante Verfolgung zu befürchten hat.

6.3.2.1 Hinsichtlich eines Verfahrens, in welchem jener Beschwerdeführer 
wegen  PKK­Propaganda  angeklagt  und  erstinstanzlich  verurteilt  wurde, 
hielt  das  Bundesverwaltungsgericht  fest,  aufgrund  der  gesamten 
Aktenlage  deute  nichts  darauf  hin,  dass  das  Strafverfahren  als 
rechtsstaatlich  illegitim  zu  bezeichnen  wäre  beziehungsweise  den 
Anforderungen  an  ein  mit  rechtsstaatlichen  Mitteln  geführtes 
Strafverfahren  nicht  genügen  würde.  So  erscheine  es  mit  Blick  auf  die 
jahrzehntelangen massiven Gewaltakte der PKK rechtsstaatlich zulässig, 
auch die Beteiligung eines Einzelnen an einer Demonstration  im Namen 
dieser  Organisation  als  solche  unter  Strafe  zu  stellen  beziehungsweise 
strafrechtlich zu ahnden (vgl. Urteil D­4401/2010 vom 5. August 2010, E. 
6.1).

6.3.2.2  Wenn  das  Bundesverwaltungsgericht  davon  ausgeht,  die 
Strafverfolgung wegen Beteiligung an einer Demonstration zugunsten der 
PKK  sei  aus  rechtsstaatlicher Sicht  gerechtfertigt,  ist  in  casu  die  gegen 
den  Beschwerdeführer  erhobene  Anklage  wegen  Mitgliedschaft  bei  der 
MKP HKO sowie Tötung  und Körperverletzung, mithin Straftaten  gegen 
Leib  und  Leben,  erst  recht  als  rechtsstaatlich  legitim  zu  erachten.  Im 
Weiteren  kann  in  Übereinstimmung  mit  dem  BFM  davon  ausgegangen 
werden,  dass  die  gegen  den  Beschwerdeführer  eingeleiteten 
strafrechtlichen Massnahmen im Rahmen eines rechtsstaatlich korrekten 
Verfahrens  geführt  werden  beziehungsweise  das  Verfahren 
rechtsstaatlichen  Ansprüchen  genügen  wird.  Diesbezüglich  kann  zur 
Vermeidung  von  Wiederholungen  vollumfänglich  auf  die  als  zutreffend 
erachteten  Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  verwiesen 
werden.

6.3.2.3 Angesichts dieser Umstände ist insgesamt festzustellen, dass die 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers  als  nicht  asylrelevant  zu  beurteilen 
sind.  Da  er  bereits  aus  diesem  Grund  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht 
erfüllt,  kann  darauf  verzichtet  werden,  seine  Vorbringen  auf  ihre 
Glaubhaftigkeit  hin  zu  überprüfen.  Desgleichen  kann  die  Frage  einer 
allfälligen  Asylunwürdigkeit  offengelassen  werden.  Schliesslich  erübrigt 

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es sich, auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerde und die damit 
eingereichten  Beweismittel  einzugehen,  zumal  dies  zu  keiner  anderen 
Einschätzung zu führen vermag, umso weniger als sich die Beweismittel 
nicht  konkret  auf  den  Beschwerdeführer  beziehen;  auf  weitere 
Beweiserhebungen wird  verzichtet,  da  sie  zu  keinem  anderen Ergebnis 
führen würden.

Nach  dem  Gesagten  hat  das  BFM  das  Asylgesuch  des 
Beschwerdeführers zu Recht abgelehnt.

7. 
7.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

7.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1  AsylG;  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21).

8. 
8.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungsvollzugshindernissen 
gilt  gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 
WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Peter  Uebersax/Beat  Rudin/Thomas  Hugi 
Yar/Thomas  Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  Handbücher  für  die 
Anwaltspraxis, Band VIII, 2. Aufl., Basel 2009, S. 568 Rz. 11.148).

8.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 

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den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art. 83 
Abs. 3 AuG).

8.2.1. So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter 
oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung 
unterworfen werden.

8.2.2. Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement 
nur  Personen  schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  der 
Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfüllt,  kann  der  in 
Art. 5  AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im 
vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  ist  demnach  unter  dem  Aspekt 
von Art. 5 AsylG rechtmässig.

8.2.3.  Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  des 
Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für 
den  Fall  einer  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit  einer  nach Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen 
Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des 
Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener 
des  UN­Anti­Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine 
konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass 
ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung 
drohen würde  (vgl. EGMR  [Grosse Kammer], Saadi gegen  Italien, Urteil 
vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06,  §§ 124 – 127,  mit 
weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in der 
Türkei  lässt  den Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als 
unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der 

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Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der  völkerrechtlichen 
Bestimmungen zulässig.

8.3. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 
Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat 
aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 
medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete 
Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83  Abs. 7  AuG – 
die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

8.3.1.  Angesichts  des  Umstands,  wonach  in  der  Türkei  derzeit  weder 
Krieg, Bürgerkrieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt herrscht, sind 
keine  Anhaltspunkte  dafür  ersichtlich,  dass  der  Beschwerdeführer  bei 
einer Rückkehr dorthin konkret gefährdet wäre.

8.3.2. Was  die  geltend  gemachten,  jedoch  nicht  belegten  psychischen 
Probleme  anbelangt,  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  in  der  Türkei  eine 
medizinische  Behandlung  von  psychisch  Kranken  ebenso  gewährleistet 
ist, weshalb der Beschwerdeführer bei Bedarf darauf zurückgreifen kann. 
Im Weiteren leben seinen Angaben zufolge mehrere Familienangehörige 
und  Verwandte  (Eltern,  Geschwister,  Onkel,  Tante)  in  der  Türkei  (vgl. 
Befragungsprotokoll  vom 17. Oktober  2008, A2, S.  3), weshalb er  auch 
über  ein  soziales  Beziehungsnetz  verfügt.  Zudem  sprechen  keine 
anderen  persönlichen  Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs.

8.4.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG 
und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug 
der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83  Abs. 2 
AuG).

8.5. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu 
Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 
fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83 
Abs. 1 – 4 AuG).

9. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 

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Beschwerde  ist  demnach abzuweisen. Der Antrag,  vor Gutheissung der 
Beschwerde  sei  eine  angemessene  Frist  zur  Einreichung  einer 
detaillierten  Kostennote  zwecks  Bestimmung  der  Parteientschädigung 
anzusetzen, wird infolgedessen gegenstandslos.

10. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem 
Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG)  und  auf 
insgesamt  Fr. 600.­  festzusetzen  (Art. 1  –  3  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Karin Schnidrig

Versand: