# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 82cfb456-af4e-5782-98ab-ebb4e5fa1a25
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.03.2010 D-1905/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1905-2010_2010-03-31.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-1905/2010
D-1908/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 1 .  M ä r z  2 0 1 0

Einzelrichter Martin Zoller, 
mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo;
Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr.

1. A._______, geboren (...),
2. B._______, geboren (...),
3. C._______, geboren (...),
4. D._______, geboren (...),
5. E._______, geboren (...),
Armenien,
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuche und Wegweisung; 
Verfügungen des BFM vom 15. März 2010 / N (...) und 
N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-1905/2010; D-1908/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass die Beschwerdeführerin 1 mit  ihrem Sohn (Beschwerdeführer 2) 
und  dessen  Ehefrau  und  Kinder  (Beschwerdeführende 3-5)  – 
armenische Staatsangehörige mit letztem Wohnsitz in F._______ – am 
22. Dezember 2009 in  der Schweiz um Asyl  nachsuchten,  wobei  sie 
keine Identitätspapiere zu den Akten reichten,

dass sie am 11. beziehungsweise 12. Januar 2010 im Transitzentrum 
G._______ und am 22. respektive 25. und 26. Januar 2010 durch das 
BFM nach Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, 
SR 142.31) angehört wurden, 

dass sie im Rahmen der Anhörungen im Wesentlichen angaben, sie 
hätten Armenien verlassen, da sie aufgrund politischer Aktivitäten des 
Beschwerdeführers 2 in Gefahr gewesen seien, 

dass  der  Beschwerdeführer 2  anlässlich  einer  Demonstration  in 
H._______ am 1. März 2008 von Polizisten derart geschlagen worden 
sei,  dass  er  ohnmächtig  geworden  und  erst  im  Spital  wieder  auf-
gewacht sei, 

dass  die  zu  diesem  Zeitpunkt  schwangere  Beschwerdeführerin 3 
ohnmächtig geworden sei, als sie den Beschwerdeführer 2 tags darauf 
in seinem Zustand im Spital  gesehen habe, und wenige Tage später 
das ungeborene Kind verloren habe, 

dass der Beschwerdeführer 2 in der Folge von der Polizei in F._______ 
wiederholt  mitgenommen, geschlagen und bedroht worden sei,  sollte 
er sich weiterhin in die Politik einmischen, 

dass der Beschwerdeführer 2 im August 2008 dennoch der HAG-Partei 
(Hai Askayin Gongress) in F._______ beigetreten sei, weswegen ihm 
in der Folge sämtliche Bürgerrechte – darunter die Arbeitsbewilligung 
– entzogen worden seien,

dass  die  Beschwerdeführerinnen 4-5  in  der  Schule  schikaniert  und 
geschlagen worden seien, 

dass zudem zwei unbekannte Männer im Herbst 2009 versucht hätten, 
die Beschwerdeführerin 4 vor der Schule in ihr Auto zu locken, dieser 
jedoch die Flucht gelungen sei, 

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dass  überdies  die  an  einer  (Erkrankung)  leidende  Beschwerde-
führerin 1 von der Hausärztin seit Anfang 2009 nicht mehr behandelt 
worden  sei,  angeblich  wegen  der  Wirtschaftskrise,  der  Beschwerde-
führer 2  jedoch  davon  ausgehe,  dass  der  wahre  Grund  dafür  sein 
politisches Engagement sei,

dass  der  Beschwerdeführer 2  im  Dezember  2009  erneut  auf  dem 
Polizeiposten in F._______ geschlagen und aufgefordert  worden sei, 
das  Land  zu  verlassen,  ansonsten  er  wegen  einer  vermeintlichen 
Straftat inhaftiert würde, 

dass sie sich deswegen zur Flucht entschlossen hätten, 

dass sie am 10. Dezember 2009 aus Armenien ausgereist seien und 
via  I._______,  J._______ und K._______ am 22. Dezember  2009 in 
die Schweiz gelangt seien, 

dass  bezüglich  der  weiteren  Aussagen  beziehungsweise der  Einzel-
heiten des rechtserheblichen Sachverhalts auf die Protokolle bei den 
Akten verwiesen wird (vgl. A1 und A9 in N  [...]; A1, A2, A3, A4, A14, 
A15, A16 und A17 in N [...]),

dass  die  Beschwerdeführenden  trotz  entsprechender  Aufforderung 
keine  Identitätspapiere  eingereicht  haben,  dies  mit  der  Begründung, 
die  Reisepässe  seien  ihnen  in  J._______  von einem Schlepper  ab-
genommen worden und Identitätskarten hätten sie nie besessen,

dass  das  BFM  mit  Verfügungen  vom  15. März  2010  –  eröffnet  am 
17. März 2010 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf die 
Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  nicht  eintrat,  deren  Weg-
weisung aus der Schweiz anordnete und den Wegweisungsvollzug als 
zulässig, zumutbar und möglich erachtete,

dass  die  Beschwerdeführerin 1  und  die  Beschwerdeführenden 2-5 
dagegen mit Eingaben vom 24. März 2010 beim Bundesverwaltungs-
gericht separate Beschwerden einreichten und um Aufhebung der vor-
instanzlichen  Verfügungen  und  um Rückweisung  unter  gleichzeitiger 
Anweisung  des  BFM,  sie  als  Flüchtlinge  anzuerkennen,  eventualiter 
um Gewährung der vorläufigen Aufnahme in der Schweiz ersuchten, 

dass  die  Beschwerdeführenden zudem in  formeller  Hinsicht  um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 

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des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  und  um Verzicht  auf  die 
Erhebung von Kostenvorschüssen ersuchten,

dass  sie  schliesslich  um  koordinierte  Behandlung  der  Beschwerde-
verfahren ersuchten, 

dass die vorinstanzlichen Akten am 26. März 2010 beim Bundesver-
waltungsgericht eintrafen, 

und zieht in Erwägung, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  im  Bereich  des  Asyls  endgültig 
über  Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des  BFM ent-
scheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-34  des  Verwaltungsgerichts-
gesetzes vom 17. Juni  2005  [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d  Ziff. 1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass die Beschwerdeführenden durch die angefochtenen Verfügungen 
besonders berührt  sind,  ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf-
hebung beziehungsweise Änderung haben und daher zur Einreichung 
der  Beschwerden  legitimiert  sind,  weshalb  auf  die  frist-  und  form-
gerecht  eingereichten  Beschwerden  einzutreten  ist  (Art. 105  AsylG 
und  Art. 108  Abs. 2  AsylG  i.V.m.  Art. 37  VGG,  Art. 48  Abs.  1  und 
Art. 52 VwVG), 

dass sich vorliegend die gemeinsame Behandlung der Beschwerden in 
einem  Beschwerdeentscheid  aus  prozessökonomischen  Gründen 
rechtfertigt,  da  es  sich  bei  den  Beschwerdeführenden  um Familien-
angehörige handelt, die gemeinsam in die Schweiz eingereist sind, im 
Wesentlichen  denselben  Sachverhalt  geltend  machen  und  gleiche 
Beschwerdebegehren und Beschwerdebegründungen vorbringen,

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  kann  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG), 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, bei denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-

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schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf  das Asylgesuch nicht  eingetreten ist,  wobei 
bei  Nichteintretensentscheiden gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a und 
Abs. 3 AsylG auch die Flüchtlingseigenschaft zum Prozessgegenstand 
gehört  (vgl.  Entscheide  des  Schweizerischen  Bundesverwaltungs-
gerichts [BVGE] 2007/8 E. 2.1 S. 73), 

dass indes die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs 
der  Wegweisung  materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungs-
gericht diesbezüglich volle Kognition zukommt, 

dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art. 111 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend – wie nachfolgend aufgezeigt – 
um  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel 
verzichtet wurde, 

dass  nach  Art. 32  Abs. 2  Bst. a  AsylG  auf  Asylgesuche  nicht  ein-
getreten  wird,  wenn  Asylsuchende  den  Behörden  nicht  innert 
48 Stunden  nach  Einreichung  des  Gesuchs  Reise-  oder  Identitäts-
papiere abgeben,

dass diese Bestimmung keine Anwendung findet,  wenn Asylgesuch-
steller  glaubhaft  machen können, dass sie dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage sind oder auf Grund der Anhörung sowie 
gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt 
wird  oder  zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlings-
eigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind 
(Art. 32 Abs. 3 AsylG),

dass unter  den Begriff  „Reise- oder Identitätspapier“  gemäss Art. 32 
Abs. 2 Bst. a AsylG nur Dokumente fallen,  die von den heimatlichen 
Behörden  zum  Zweck  des  Identitätsnachweises  ausgestellt  worden 
sind,  weshalb  grundsätzlich  nur  Reisepässe  oder  Identitätskarten 
diese  Anforderungen  erfüllen,  nicht  aber  zu  anderen  Zwecken  aus-
gestellte  Dokumente  wie  Führerausweise  oder  Geburtsurkunden 
(Art. 1  der  Asylverordnung 1  vom 11. August  1999  über  Verfahrens-
fragen [AsylV 1, SR 142.311]; vgl. BVGE 2007/7 E. 6), weshalb die von 

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den  Beschwerdeführenden  im  vorinstanzlichen  Verfahren 
eingereichten  Dokumente  (Geburtsurkunden,  Ehescheine, 
Militärausweis)  keine  rechtsgenüglichen  Papiere  im  Sinne  der 
erwähnten Bestimmung darstellen,

dass  die  Beschwerdeführenden  trotz  entsprechender  Aufforderung 
keine rechtsgenüglichen  Identitätsdokumente  eingereicht  haben (vgl. 
BVGE 2007/7 E. 5.1-5.2),

dass  die  Erklärungen  der  Beschwerdeführenden,  die  Reisepässe 
seien  ihnen  von einem Schlepper  in  J._______ zum Kauf  von Bus-
billetten für  die Weiterreise abgenommen und bei  der Aushändigung 
der Billette  nicht  zurückgegeben worden, nicht  glaubhaft  erscheinen, 
da insbesondere  das  Vorbringen,  wonach die  papierlose Weiterreise 
problemlos verlaufen sei, da sie nach Passieren der (...) Grenze nicht 
mehr kontrolliert  worden seien, angesichts der strengen Kontrolle an 
EU- und Schengen-Aussengrenzen nicht realistisch erscheint, 

dass zudem die Unkenntnis der Beschwerdeführenden hinsichtlich der 
Reiseroute,  wonach  sie  nicht  in  der  Lage  waren,  irgendwelche  An-
gaben zu den Orten zu machen, die sie auf der Weiterreise passiert 
hätten, angesichts der langen Dauer der Reise, die es ihnen ermög-
licht  haben  sollte,  zumindest  einige  Ortsschilder  oder  sonstige  An-
haltspunkte zu erkennen, nicht glaubhaft erscheint und nicht zu ihrer 
Glaubwürdigkeit beiträgt,

dass somit keine entschuldbaren Gründe für das Versäumnis der Be-
schwerdeführenden,  rechtsgenügliche  Identitätsdokumente  einzu-
reichen, vorliegen, 

dass  sodann  die  Vorinstanz  die  geltend  gemachten  Ausreisegründe 
aufgrund von Ungereimtheiten und zahlreichen Widersprüchen in den 
Darstellungen  der  Beschwerdeführenden – insbesondere  hinsichtlich 
der Anzahl und der Daten der Verhaftungen des Beschwerdeführers 2, 
des Zeitpunkts der Schliessung der Geschäfte nach dem Entzug der 
Berufsbewilligung  des  Beschwerdeführers 2,  der  angeblichen  Ver-
weigerung  der  medizinischen  Weiterbehandlung  der  Beschwerde-
führerin 1 sowie des Entführungsversuchs betreffend die Beschwerde-
führerin 4 – zutreffend als nicht  glaubhaft  im Sinne von Art. 7 AsylG 
erachtet hat, 

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dass  hierzu  auf  die  zu  bestätigenden  Erwägungen  in  den  an-
gefochtenen Verfügungen verwiesen werden kann, 

dass sich die Ausführungen in den Beschwerdeschriften im Wesent-
lichen in einer Wiederholung der bereits im vorinstanzlichen Verfahren 
geltend  gemachten  Vorbringen  erschöpfen  und  die  vom  BFM  auf-
gezeigten  Mängel  nicht  zu  substanziieren  und  keine  asylrechtlich 
relevante Verfolgung zu begründen vermögen, 

dass  somit  keine  Abklärungen  im  Sinne  von  Art. 32  Abs. 3  Bst. c 
AsylG notwendig erscheinen, 

dass das Bundesamt demzufolge zu Recht  auf  die Asylgesuche der 
Beschwerdeführenden nicht eingetreten ist, 

dass die Anordnung der Wegweisung die gesetzliche Regelfolge des 
Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ist  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  wenn 
sich der Asylsuchende nicht im Besitz einer fremdenpolizeilichen Auf-
enthaltsbewilligung befindet,

dass die Beschwerdeführenden über keine derartige Bewilligung ver-
fügen und auch keinen Anspruch auf eine solche geltend machen kön-
nen, weshalb die von der Vorinstanz ausgesprochenen Wegweisungen 
im Einklang mit  den gesetzlichen Bestimmungen stehen und zu be-
stätigen  sind  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21),

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG; Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise des Ausländers in 
den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 
Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist  oder in dem sie 

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Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1  des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass der Wegweisungsvollzug vorliegend in Beachtung dieser völker- 
und  landesrechtlichen  Bestimmungen  zulässig  ist,  da  es  den  Be-
schwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in 
Art. 5 Abs. 1 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-
Refoulements  keine  Anwendung  findet  und  keine  Anhaltspunkte  für 
eine menschenrechtswidrige Behandlung ersichtlich sind, die ihnen im 
Heimatstaat droht,

dass sich der Vollzug der Wegweisung für Ausländer als unzumutbar 
erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situa-
tionen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt  und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  in  Armenien  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt  herrscht,  auf-
grund derer die Bevölkerung konkret gefährdet wäre und eine Rück-
führung dorthin als generell unzumutbar betrachtet werden müsste,

dass  auch  keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür  vorliegen,  dass  die 
Beschwerdeführenden  aus  individuellen  Gründen  wirtschaftlicher, 
sozialer  oder  gesundheitlicher  Natur  in  eine  existenzbedrohende 
Situation geraten würden,

dass die Beschwerdeführenden bis zu ihrer Ausreise in Armenien ge-
lebt haben, somit mit den dortigen Verhältnissen bestens vertraut sind 
und zudem über ein verwandtschaftliches Beziehungsnetz im Heimat-
staat verfügen (Aufzählung der Verwandten), 

dass  die  Beschwerdeführenden 2  und  3  gemäss  eigenen  Angaben 
über gute Ausbildungen verfügen (Angaben zu den Ausbildungen) und 
aufgrund  vorstehender  Ausführungen  zur  Unglaubhaftigkeit  der 
geltend gemachten Ausreisegründe davon auszugehen ist,  dass  der 
Beschwerdeführer 2,  der  eine  langjährige  Berufserfahrung  im 
(Tätigkeitsgebiet) besitzt  (vgl. A1 S. 2 f. in N [...]), bei einer Rückkehr 
wiederum  in  der  Lage  sein  wird,  für  seine  Familie  finanziell  auf-
zukommen,

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dass  die  von  den  Beschwerdeführenden 1  und  2  vorgebrachten 
gesundheitlichen  Beschwerden  (Beschwerdeführerin 1:  [Schilderung 
Beschwerden] [vgl.  A9  S. 2  in  N (...)];  Beschwerdeführer 2: 
[Schilderung  Beschwerden] [vgl.  A13  und  A22  in  N  (...)])  nicht  auf 
konkrete  Gefährdungen  aufgrund  medizinischer  Notlagen  schliessen 
lassen, die im Heimatstaat nicht behandelbar wären, 

dass  überdies  angesichts  der  unglaubhaften  Angaben  der  Be-
schwerdeführerin 1 zur angeblichen Unmöglichkeit der ärztlichen Ver-
sorgung  ihrer  gesundheitlichen Beschwerden  davon auszugehen ist, 
dass  auch  ihr  die  vorhandenen  Behandlungsmöglichkeiten  in 
Armenien weiterhin zugänglich sind,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  sich 
mithin als zumutbar erweist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  auch 
möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen  (Art. 83  Abs. 2 
AuG), und es ihnen obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere 
mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG), 

dass somit keine Wegweisungshindernisse vorliegen, weshalb die An-
ordnung der vorläufigen Aufnahme der Beschwerdeführenden nicht in 
Betracht fällt und der Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  die  angefochtenen  Verfügungen  demnach  weder  Bundesrecht 
verletzen noch unangemessen sind und der rechtserhebliche Sachver-
halt  von  der  Vorinstanz  richtig  und  vollständig  festgestellt  wurde 
(Art. 106 AsylG), weshalb sie zu bestätigen und die Beschwerden ab-
zuweisen sind,

dass mit vorliegendem Urteil ohne vorgängige Instruktion die Gesuche 
um Verzicht auf die Erhebung von Kostenvorschüssen gegenstandslos 
geworden sind,

dass  die  Beschwerden  aufgrund vorstehender  Erwägungen  als  aus-
sichtslos zu qualifizieren sind und daher die Gesuche um Gewährung 
der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG – 
ungeachtet  der  allfälligen  Bedürftigkeit  der  Beschwerdeführenden  – 
abzuweisen sind, 

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dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  dessen  Kosten  den  Be-
schwerdeführenden  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG)  und  praxis-
gemäss  auf  insgesamt  Fr. 800.-  festzusetzen  sind  (Art. 1-3  des 
Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerdeverfahren  D-1905/2010  und  D-1908/2010  werden 
vereinigt. 

2.
Die Beschwerden werden abgewiesen.

3.
Die  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG werden abgewiesen. 

4.
Die Verfahrenskosten von Fr. 800.- werden den Beschwerdeführenden 
– bei solidarischer Haftbarkeit – auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 
Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten  der  Gerichtskasse  zu 
überweisen.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführenden  (Einschreiben;  Beilage:  Einzahlungs-
schein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  und 
N (...) (per Kurier; in Kopie)

- (...) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Martin Zoller Susanne Burgherr

Versand:

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