# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 31ff203c-8cfd-5d19-a838-1a46573414ae
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-04-25
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 25.04.2006 A 2005 89
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2005-89_2006-04-25.pdf

## Full Text

A 05 89

3. Kammer 

URTEIL
vom 25. April 2006

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Gäste- und Sporttaxe

1. Der in … wohnhafte … ist Eigentümer eines Chalets mit 4 Zimmern in der 

Gemeinde …. Mit Rundschreiben vom April 2005 orientierte … Tourismus als 

Vollzugsinstanz … über die von ihm zu entrichtende Jahrespauschale. Am 22. 

August 2005 stellte sie ihm Rechnung im Betrag von Fr. 840.--. Die dagegen 

erhobene Beschwerde wies der Gemeinderat mit Entscheid vom 28. 

November 2005 ab.

2. Dagegen erhob … am 5. Dezember 2005 Rekurs an das Verwaltungsgericht 

mit dem Antrag, Art. 8 des Tourismusgesetzes (TG) aufzuheben und die 

Abgabe nach Übernachtungen festzulegen; evtl. sei die Höhe der 

Pauschaltaxe auf ein zulässiges Mass zu reduzieren; subevtl. sei ihm das 

Saisonabonnement der … Bergbahnen zum Tarif für Einheimische 

abzugeben. Er macht geltend, bisher seien die Übernachtungen jeweils 

abgerechnet und anstandslos bezahlt worden. Dieser Grundsatz finde sich 

auch in Art. 2 Abs. 1 und 2, Art. 3 Satz 1, Art. 6 lit. a und Art. 7 Abs. 1 des 

neuen Gesetzes; auch für Hotelbetriebe werde dies in Art. 9 lit. a umgesetzt. 
Um total Fr. 840.-- zu erreichen, müssten bei einem Ansatz von Fr. 1.-- pro 

Person während 240 Tagen vier Personen in … übernachten, was völlig 

unrealistisch sei. Die neue pauschale Bemessungsmethode führe zu 

Belastungen, die in keinem Verhältnis zur Infrastruktur stünden. Die Abgabe 

überschreite die Gegenleistung von … in eklatantem Mass, weshalb die 

Abgabe ungerechtfertigt und widerrechtlich sei. Es bestehe eine 

Ungleichbehandlung der Feriengäste mit Einzelabrechnung und der 

Eigentümer mit Pauschale sowie der letzteren mit den Einheimischen wegen 

der günstigeren Konditionen bei den Bergbahnen.

3. Die Gemeinde beantragte in ihrer Vernehmlassung die Abweisung des 

Rekurses. Sie bringt zusammengefasst vor, die von ihr erhobenen 

Gästepauschalen stünden in Einklang mit der Praxis des 

Verwaltungsgerichtes.

4. In einem zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien an ihren Standpunkten 

fest, ohne wesentliche neue Argumente vorzubringen.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die für die Beurteilung der vorliegenden Streitfrage massgebende 

Bestimmung von Art. 8 TG hat folgenden Wortlaut:

"Eigentümer, Nutzniesser und Dauermieter von Wohnräumen, insbesondere 

von Ferienhäusern, Ferienwohnungen und Privatzimmern, sind verpflichtet, 

die Gästetaxe für sich und ihre Angehörigen unabhängig von Dauer und 

Häufigkeit des Aufenthaltes in Form einer Jahrespauschale zu entrichten. 

Angehörige im Sinne dieses Gesetzes sind: Der Ehegatte/Konkubinatspartner 

des Eigentümers, Nutzniesser oder Dauermieter, seine Eltern, seine 

Grosseltern, seine Kinder, seine Geschwister, deren Ehegatten und Kinder. 

Die Pflicht zur Entrichtung einer Pauschale entfällt, wenn der 

Gästetaxenpflichtige den Nachweis erbringt, dass er und seine Angehörigen 

während des Erhebungszeitraumes ausserstande waren, ihre 

Ferienunterkunft zu nutzen. 

Die Jahrespauschalen betragen je nach Grösse pro Wohneinheit 

beziehungsweise Ferienhaus Franken 360.-- bis Franken 2'160.-- und werden 

vom Gemeinderat auf Antrag von … Tourismus festgesetzt. Änderungen der 

Pauschalen müssen sechs Monate vor Inkrafttreten der neuen Ansätze im 

amtlichen Publikationsorgan der Gemeinde bekanntgegeben werden."

2. Das anwendbare Gesetz gehört dem autonomen Gemeinderecht an, weshalb 

die Gemeinde eine relativ erhebliche Entscheidungsfreiheit besitzt und sie 

diesbezüglich den Schutz der Gemeindeautonomie geniesst.  Letztere 

bezieht sich nicht nur auf die Rechtssetzung, sondern auch auf die 

Rechtsanwendung und -auslegung, wenn die anwendbare Bestimmung dem 

selbständigen Gemeinderecht angehört. Das Verwaltungsgericht hat sich 

dann bei der Anwendung und Auslegung solcher Normen Zurückhaltung 

aufzuerlegen, wenn ein Zweifelsfall vorliegt, die Auslegung schwierig ist oder 

in besonderem Masse örtliche Verhältnisse zu würdigen sind. Den 

Gemeinden steht in solchen Fällen ein geschützter Beurteilungs- und 

Ermessensspielraum zu, in welchen das Verwaltungsgericht nur eingreifen 

kann, sofern die Gemeinde diesen Bereich missbraucht oder überschritten 

hat. Die Kognition des Verwaltungsgerichtes beschränkt sich damit praktisch 

auf eine Willkürprüfung, d.h. das Verwaltungsgericht kann nur dann 

eingreifen, wenn sich der gestützt auf autonomes Gemeinderecht erlassene 

Entscheid als sachlich unvertretbar erweist oder gegen allgemeine 

Rechtsgrundsätze verstösst (vgl. statt vieler: VGU R 05 62). 

3. Neben den klassischen allgemeinen Steuern zur Deckung seines 

Finanzbedarfes erhebt der Staat auch noch Zwecksteuern als echte Steuern 

im Sinne einer voraussetzungslosen Abgabe mit allerdings enger 

sachaufgabenbezogener Zweckbindung des Steueraufkommens (Böckli, 

Innovation und Mimikry im Abgaberecht, in: ASA 58 S. 189). Bei den 

Zwecksteuern ist zu unterscheiden zwischen solchen, die bestimmte 

allgemeine öffentliche Aufgaben im Interesse der Gesamtheit finanzieren 

(Spitäler, Strassen), und solchen, die der Finanzierung spezieller 

Aufwendungen im Interesse bestimmter Personen dienen, den so genannten 

Kostenanlastungssteuern (Höhn/Waldburger, Steuerrecht, Bd. I, 9. Auflage, 

S. 6). Unter diesen Begriff fallen nach heutiger Terminologie Sondersteuern, 

welche einer bestimmten Gruppe von Pflichtigen auferlegt werden, weil diese 

Personen zu bestimmten Aufwendungen des Gemeinwesens eine nähere 

Beziehung haben als die Gesamtheit der Steuerpflichtigen (Peter Böckli, 

Indirekte Steuern und Lenkungssteuern, Basel und Stuttgart 1975, S. 52f.; 

Kathrin Klett, Der Gleichheitssatz im Steuerrecht, in: ZSR 111/1992 S. 80; 

Adriano Marantelli, Grundprobleme des schweizerischen 

Tourismusabgaberechts, Bern 1991, S. 20ff.; BGE 124 I 291 f., 122 I 309). 

Solche Abgaben haben eine gewisse Verwandtschaft zur Vorzugslast 

(Beiträgen), doch unterscheiden sie sich von dieser dadurch, dass kein 

individueller, dem einzelnen Pflichtigen zurechenbarer Sondervorteil 

vorliegen muss, der die Erhebung der Abgabe rechtfertigt. Es genügt, dass 

die betreffenden Aufwendungen des Gemeinwesens dem abgabepflichtig 

erklärten Personenkreis eher anzulasten sind als der Allgemeinheit, sei es, 

weil diese Gruppe von den Leistungen generell (abstrakt) stärker profitiert als 

andere oder weil sie - abstrakt - als hauptsächlicher Verursacher dieser 

Aufwendungen angesehen werden kann. Die Kostenanlastungsabgabe stellt, 

da sie voraussetzungslos, d.h. unabhängig vom konkreten Nutzen oder vom 

konkreten Verursacheranteil des Pflichtigen erhoben wird, eine Steuer dar. 

Sie steht nach dem Gesagten aber in einem Spannungsverhältnis zum 

Grundsatz der Allgemeinheit der Besteuerung (Art. 127 BV). Eine derartige 

Sondersteuer setzt voraus, dass sachlich haltbare Gründe bestehen, die 

betreffenden staatlichen Aufwendungen der erfassten Personengruppe 

anzulasten. Zudem muss die allfällige Abgrenzung nach haltbaren Kriterien 

erfolgen; andernfalls verletzt die Abgabe das in Art. 8 BV enthaltene 

Gleichheitsgebot (vgl. dazu BGE 122 I 305). Der Kreis der Schuldner einer 

Zwecksteuer, die für die Deckung von gewissen bestimmten Ausgaben 

vorgesehen sind, umfasst somit die Personen, denen die öffentliche 

Körperschaft aus objektiven und vernünftigen Gründen vorrangig die 

fraglichen Ausgaben auferlegen kann, anstatt diese der Gesamtheit der 

Steuerpflichtigen zu belasten; diese Steuer wird jedoch unabhängig von der 

Verwendung oder von dem einzeln durch den Steuerpflichtigen erzielten 

Vorteil oder von der durch diesen verursachten Ausgabe geschuldet. Der 

Zusammenhang zwischen den fraglichen Ausgaben und den pflichtigen 

Personen ist somit abstrakt und lockerer als im Falle einer Vorzugslast; diese 

Ausgaben werden in einem weiten Sinne verstanden, ohne dass es nötig 

wäre, dass eine solche Steuer der sofortigen Finanzierung einer bestimmten 

Massnahme diente (vgl. BGE 122 I 67 sowie zit. Hinweise; vgl. auch Böckli, 

a.a.O., S 52f.). Als Kostenanlastungssteuer eingestuft werden in der Doktrin 

etwa Kurtaxen, Tourismusförderungsabgaben, Motorfahrzeugsteuern, 
Schiffssteuern, Hundesteuern, Treibstoffzuschläge, Feuerschutzabgaben, 

wobei die betreffenden Einnahmen auch meist einer entsprechenden 

gesetzlichen Zweckbindung unterworfen sind (vgl. Marantelli, a.a.O., S. 25; 

BGE 124 I 292, 122 I 311; PVG 2003 Nr. 32).

4. Auch bei der vorliegend zur Diskussion stehenden obligatorischen 

Gästepauschale für Eigentümer und ihre Angehörigen handelt es sich um eine 

Kostenanlastungssteuer. Das Verwaltungsgericht hat sich zur 

Rechtmässigkeit der Kurtaxenpauschalierung in PVG 1997 Nr. 42 ausführlich 

geäussert und im vorliegend interessierenden Zusammenhang ausgeführt, 

dass Pauschalierung eine besondere Art der Ermittlung des Steuerbetrages 

bedeutet, und zwar insofern, als bewusst auf die Aufklärung der genauen 

Besteuerungsgrundlagen verzichtet und stattdessen auf 

Durchschnittsverhältnisse abgestellt wird. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass 

bei Kurtaxen das Steuersubjekt der Kurgast und das Steuerobjekt die 

tatsächliche Übernachtung ist. Um das Durchschnittsverhältnis für die 

Erhebung von Kurtaxenpauschalen zu erhalten, wird einerseits gestützt auf 

Erfahrungswerte auf eine vermutete Anzahl Übernachtungen (Steuerobjekt) 

pro Zeitperiode abgestellt. Es handelt sich hierbei um eine Fiktion, d.h. die 

durchschnittliche Aufenthaltsdauer stellt eine unwiderlegbare Vermutung dar. 

Andererseits wird bezüglich des Steuersubjektes bzw. des 

Kurtaxenpflichtigen die widerlegbare Vermutung aufgestellt, dass er das zur 

Verfügung stehende Ferienobjekt auch tatsächlich aufsucht und benutzt. Mit 

anderen Worten wird für die Bemessung der Pauschale davon ausgegangen, 

dass sich der Kurtaxenpflichtige während einer - vermuteten - Zeit im 

Ferienhaus oder der Ferienwohnung aufhalte. Eine solche 

Durchschnittsbetrachtung ist jedoch nur bei den individuell bestimmbaren 

Personen (Kurtaxensubjekte) möglich und kommt deshalb nur bei der 

Inhaber- und Angehörigenpauschale in Betracht. Bei Gäste-, Gesamt- und 

Fremdbelegungspauschalen sind weder die Gäste im Gegensatz zu den 

Familienangehörigen im Voraus bestimmt oder bestimmbar, noch kann die 

durchschnittliche Aufenthaltsdauer vermutet werden. Die 

Durchschnittsbetrachtung muss sich deshalb anstatt auf eine Person auf ein 

Objekt (z.B. Bett, Zimmer) beziehen. Es müsste somit auf eine geschätzte 

durchschnittliche Belegung der Betten abgestellt werden. Steuerobjekt kann 

nun aber nur ein Tatbestand sein, den das Steuersubjekt selbst verwirklicht. 

Es kann deshalb aus kurtaxenrechtlichen Überlegungen nicht angehen, dem 

Hotelier oder dem Inhaber eines Ferienhauses oder einer Ferienwohnung 

eine obligatorische Pauschale für unbestimmbare Übernachtungen 

(Steuerobjekt) von nicht bestimmten oder bestimmbaren Gästen 

(Steuersubjekte) aufzuerlegen. Aus dem Gesagten ergibt sich hingegen, dass 

die subjektbezogene Kurtaxe im Rahmen einer obligatorischen Pauschale für 

Eigenbelegung grundsätzlich erhoben werden kann. Demzufolge lassen sich 

der obligatorischen Kurtaxenpauschale der Eigentümer, Nutzniesser, 

Dauermieter des Ferienhauses oder der Ferienwohnung, dessen Ehepartner 

sowie die minderjährigen bzw. wirtschaftlich abhängigen Kinder und allenfalls 

weitere Angehörige unterstellen. Konkubinatspartner dürfen von der 

obligatorischen Pauschale ebenfalls erfasst werden, weil sie mit dem Inhaber 

der Liegenschaft in einem eheähnlichen Verhältnis leben und daher auch 

bestimmt bzw. bestimmbar sind. Für alle anderen Personen ist die Erhebung 

einer Pauschale beim Eigentümer des Ferienobjektes nur möglich, wenn 

dieser sich dazu freiwillig bereit erklärt, andernfalls haben die Gäste die 

Kurtaxe selbst zu bezahlen (Marantelli, a.a.O., S. 348 ff., mit Hinweisen).

5. Das Verwaltungsgericht hat in PVG 1997 Nr. 42 weiter erkannt, dass die 

Fiktion einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer pro Steuersubjekt von 30 bis 

40 Tagen im Jahr für die Festlegung der Pauschale verhältnismässig und 

sachlich vertretbar ist. Wie bereits oben ausgeführt worden ist, kommt eine 

Durchschnittsbetrachtung nur bezüglich des bestimmbaren Personenkreises, 

also des Eigentümers, Nutzniessers, Dauermieters des Ferienhauses/der 

Ferienwohnung und ihrer Familienangehörigen und auch des 

Konkubinatspartners in Betracht. Zur Bestimmung der Anzahl dieser 

Personen kann der Gesetzgeber aus Praktikabilitätsgründen zur Vermeidung 

eines grossen Verwaltungs- und Kontrollaufwandes auf verschiedene 

Ersatzgrössen wie Bett, Zimmer, Wohneinheit etc. abstellen. Nicht zulässig 

sind hingegen Bemessungsgrössen mit Wertcharakter oder solche mit allzu 

grosser Unbestimmtheit wie Haus oder Wohnung. Da die Inhaber- und 

Familienpauschale subjekt- und nicht objektbezogen ist, muss beim Abstellen 

auf eine zulässige Ersatzgrösse beachtet werden, dass das Objekt (z.B. Bett) 

einem eigenständigen Kurtaxensubjekt zugeordnet werden kann (Marantelli, 

a.a.O., S. 362). Die Anzahl der unter die Familienpauschale fallenden 

Personen beruht demzufolge auf der widerlegbaren Vermutung, dass sie mit 

der Zahl der Objekte übereinstimmt. Diese Vermutung bewirkt die Umkehr der 

Beweislast, d.h. der Eigentümer, Nutzniesser oder Dauermieter kann den 

Beweis erbringen, dass das Haus bzw. die Wohnung tatsächlich von weniger, 

als den vermuteten Personen genutzt wird. Würde dieser Nachweis nicht 

zugelassen, könnte das zur Folge haben, dass die Kurtaxe nach 

Steuerobjekten bestimmt würde, für welche gar keine Steuersubjekte 

vorhanden sind. Dies verstösst jedenfalls dann gegen das Willkürverbot, wenn 

deutlich weniger Personen in dem Ferienhaus oder in der Ferienwohnung 

logieren als von der Gemeinde vermutet wurde. Trifft dies zu, so kann der 

Inhaber gemäss obiger Ausführung den Beweis des Gegenteils erbringen. 

Wird dieser Beweis erbracht, so hat die Gemeinde die Pauschale unter 

Umständen angemessen zu reduzieren. Solche Gästepauschalen im 

umschriebenen Sinn - wie sie auch die Rekursgegnerin eingeführt hat - sind 

nach dem Gesagten rechtmässig, weshalb kein Anlass besteht, Art. 8 TG 

aufzuheben.

6. a) Der Gemeinderat hat die Jahrespauschalen gemäss dem ihm in Art. 8 TG 

gesetzten Rahmen auf Fr. 336.-- für eine 1-Zimmerwohnung (zwei Betten) bis 

Fr. 1'008.-- für eine 5-Zimmerwohnung (sechs Betten) und mehr festgelegt. 

Für eine 4-Zimmerwohnung (fünf Betten) hat er den Betrag auf Fr. 840.-- 

festgesetzt. Dabei ging er von einer durchschnittlichen Bettenbelegung von 

37 Tagen im Jahr aus, was nach dem oben Gesagten nicht zu beanstanden 

ist. Dies führt auch nicht zu einer unverhältnismässigen Belastung der 

Eigentümer. Der Rekurrent übersieht, dass die Einzeltaxe für Feriengäste 

gemäss Art. 7 Abs. 2 TG zwischen Fr. 4.-- und Fr. 8.-- pro Tag beträgt und 

nicht bloss Fr. 1.-- pro Tag. Bei Letzterem handelt es sich um die 

Tourismusförderungsabgabe, die von den Beherbergungsbetrieben und nicht 

von den Gästen zu entrichten ist. Der Pauschalierung liegen die Ansätze für 

die Hotelgäste zugrunde, weshalb diesbezüglich nicht von einer 

Ungleichbehandlung gesprochen werden kann. Da der Rekurrent auch 

keinerlei Nachweis erbracht hat, dass er an der Nutzung seines Chalets im 

Sinne von Art. 8 Abs. 3 TG verhindert war oder mit der Bemessung nach 

Betten mehr Steuersubjekte erfasst wurden, als vorhanden sind, hat die 

Gemeinde die Pauschale mit Blick auf die genannten Kriterien zu Recht 

erhoben. Weiter ist in diesem Zusammenhang festzuhalten, dass es 

abgaberechtlich unerheblich ist, ob der Rekurrent und seine Angehörigen das 

touristische Angebot der Gemeinde überhaupt nutzen. Irrelevant ist auch, 

dass dem Rekurrenten offenbar nur ein Teil des touristischen Angebotes 

behagt. 

b) Weiter erblickt der Rekurrent eine Ungleichbehandlung darin, dass für 

Feriengäste pro Nacht abgerechnet wird, während Eigentümer die Pauschale 

zu entrichten hätten. Gemäss konstanter Rechtsprechung des 

Bundesgerichtes verletzt ein Erlass das allgemeine Rechtsgleichheitsgebot 

der Bundesverfassung, wenn er Unterscheidungen trifft, für die kein 

vernünftiger, sachlicher Grund ersichtlich ist (BGE 99 Ia 128) 

beziehungsweise - in anderer Formulierung - wenn er gleiche oder im 

Wesentlichen gleichgelagerte Sachverhalte ohne ausreichende sachliche 

Begründung unterschiedlich regelt (BGE 120 Ia 144 f. mit Hinweisen; 121 I 

134). Bei der Beurteilung, ob die tatsächlichen Unterschiede erheblich und die 

vorgenommene Differenzierung sachlich seien, ist vom Zweck des Erlasses 

auszugehen. Nicht jede tatsächliche Ungleichbehandlung kann indessen zu 

einer rechtlichen Verschiedenbehandlung führen. Gewisse 

Schematisierungen (Differenzierungen nach abstrakten Kriterien) sind 

unerlässlich, auch wenn sie Grenzfällen nicht immer gerecht werden. Dort, wo 

sich die Vereinfachung in Anbetracht der zahllosen unterschiedlichen 

Gegebenheiten aufdrängt und die unterschiedliche Behandlung nicht zu 

unbilligen Resultaten  führt, lässt sich jedenfalls nicht  von einer unzulässigen 

Rechtsungleichheit sprechen (BGE 100 Ia 328 f.). Es gilt zu beachten, dass 

dem Gesetzgeber gerade im Abgaberecht ein weiter Gestaltungsspielraum 

zukommt, da sich ein bestimmtes Problem oft auf mancherlei Art lösen lässt, 

und sich in der Regel im Abgaberecht aus dem in Art. 4 aBV (heute Art. 8 BV) 

enthaltenen Gleichheitsgrundsatz nur ganz allgemeine Gesichtspunkte und 

Richtlinien gewinnen lassen (vgl. BGE 96 I 567).

c) Im Lichte dieser umschriebenen Rechtsprechung kann die Einführung einer 

Kurtaxenpauschale für Inhaber von Ferienobjekten und deren 

Familienmitglieder nicht als rechtsungleich beanstandet werden. Die 

Gemeinde hat die Inhaber- und Familienpauschale aus 

Praktikabilitätsgründen eingeführt, weil die tatsächliche Aufenthaltsdauer 

nicht ohne grösseren Kontrollaufwand festgestellt werden kann. Aus diesem 

Grund wird die Aufenthaltsdauer der Inhaber und ihrer Familienmitglieder 

fingiert. Anders stellt sich die Situation bei den Gästen dar, welche in Hotels 

oder Aparthotels logieren. Die Gemeinde kann in diesen Fällen die 

tatsächliche Anwesenheit irgendwelcher Gäste unter anderem aufgrund 

melderechtlicher Unterlagen - und demzufolge ohne besonderen 

Verwaltungs- und Kostenaufwand - überprüfen. Es ist unbestritten, dass mit 

der Pauschalierung keine absolute Gleichbehandlung möglich ist. So kann es 

sein, dass der Inhaber eines Ferienhauses oder einer Ferienwohnung, im 

Gegensatz zum Hotelgast, für mehr Übernachtungen belastet wird, als er 

tatsächlich getätigt hat. Andererseits kann es aber auch sein, dass er sich für 

längere als die vermutete Zeit im Kurort aufhält. Angesichts der hohen 

Zweckmässigkeit der Pauschalierung und der Tatsache, dass es sich bei der 

Kurtaxe um eine geringe Sondersteuer handelt, muss eine solche 

Ungleichbehandlung in Kauf genommen werden.

d) Schliesslich ist es entgegen der Ansicht des Rekurrenten nicht rechtsungleich, 

dass in … wohnhafte Personen keine Pauschale zu entrichten haben. Diese 

sind entsprechend dem Wesen der Abgabe gar nicht Steuersubjekt der 

Kurtaxen. Überdies unterliegen sie der unbeschränkten Steuerpflicht in der 

Gemeinde und tragen so zur touristischen Infrastruktur bei. Demgegenüber 

ist der Rekurrent nur für sein Wohneigentum beschränkt steuerpflichtig. Seine 

Stellung lässt sich damit gar nicht mit jener der Einwohner vergleichen. Der 

Rekurs erweist sich somit unter allen Gesichtspunkten als unbegründet.

7. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zulasten des Rekurrenten, 

welcher überdies die anwaltlich vertretene Gemeinde angemessen 

aussergerichtlich zu entschädigen hat.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Der Rekurs wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 221.--

zusammen Fr. 1'221.--

gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

3. … entschädigt die Gemeinde … aussergerichtlich mit Fr. 500.-- (inkl. MWST).

Die dagegen an das Bundesgericht erhobene staatsrechtliche Beschwerde wurde am 

7. August 2006 abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde (2P.194/2006/leb).