# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3a97c147-5c0c-52d7-8435-813101754ac6
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 00.00.0000 PVG 2017 31
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2017-31_0000-00-00.pdf

## Full Text

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Ausstand. Ausstandsgründe. Näheverhältnis zwischen 
Experten und Verfahrensbeteiligten. Kommunale Baube- 
ratung.
– Der kommunale Bauberater untersteht dem Schutzbe- 

reich von Art. 29 Abs. 1 BV und hat dementsprechend 
grundsätzlich unbefangen zu sein (E.4, 5).

– Spezifische Näheverhältnisse zwischen Experten und 
Verfahrensbeteiligten sind als Ausstandsgrund aner- 
kannt (E.6a).

– Vorliegend erfolgten in der Vergangenheit in gewisser 
Regelmässigkeit Aufträge der heutigen Bauherrschaft an 
den kommunalen Bauberater, welche hinsichtlich der 
strittigen Beurteilung der Baugesuche den Anschein der 
Befangenheit zu begründen vermögen; dementspre- chend 
wäre die Gemeinde gehalten gewesen, einen an- deren, 
unabhängigen und unvoreingenommenen Baube- rater mit 
der Beurteilung der fraglichen Baugesuche zu beauftragen 
(E.6b, c).

Ricusa. Motivi di ricusa. Vicinanza tra esperto e parti al 
procedimento. Consulente edile.
– Il consulente edile sottostà alla sfera di protezione ga- 

rantita dall’art. 29 cpv. 1 Cost. e deve pertanto essere in 
principio imparziale (cons. 4, 5).

– Specifici rapporti di vicinanza tra esperto e parti al pro- 
cedimento sono riconosciuti come motivi di ricusa (cons. 6a).

– Nel caso in oggetto, in passato e con una certa rego- larità 
venivano dall’attuale committente assegnati degli incarichi 
all’attuale consulente edile comunale ciò che per quanto 
riguarda la controversa valutazione del pro- getto di 
costruzione lascia apparire come giustificata l’apparenza 
di parzialità; per questo il comune sarebbe stato tenuto a 
incaricare della valutazione del progetto di costruzione un 
altro consulente edile indipendente e imparziale (cons. 6b, 
c).

Erwägungen:
4. a) Sowohl das Baugesuch 2015–0001 als auch das Bauge- 

such 2015–0002 sollen auf Parzelle 1283 errichtet werden, welche 
gemäss Zonenplan der Gemeinde X. in der Grünzone liegt.

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Diese dient gemäss Art. 22 Abs. 1 BG dem Schutz des Ortsbildes. 
Hochbauten und oberirdisch in Erscheinung tretende Tiefbauten 
sind untersagt. Zulässig sind Kleinbauten, die im Zusammenhang 
mit der Bewirtschaftung der Zone stehen, wie Wingerthäuschen, 
Geräteschöpfe usw., welche eine Grundfläche von 15 m2, eine Ge- 
bäudehöhe von 2.5 m sowie eine Firsthöhe von 4.0 m nicht über- 
schreiten. Ausnahmen von diesen Höchstmassen können gemäss 
Art. 22 Abs. 2 BG für landwirtschaftliche Ökonomiebauten (u.a. 
Selbstkelterei) bewilligt werden, die in direktem Zusammenhang 
mit einem in einer angrenzenden Zone liegenden Hauptbetrieb er- 
stellt werden, wobei bei Baugesuchen der Bauberater anzuhören 
ist. Die Grünzone nach Art. 22 BG stellt gemäss Zonenplan der Ge- 
meinde X. eine Bauzone dar.

b) Beim fraglichen Keltereigebäude handelt es sich unstrit- 
tig nicht um eine Kleinbaute im Sinne von Art. 22 Abs. 1 BG, weil 
dieses die dort festgelegten Höchstmasse bei weitem überschrei- 
tet. Wie gesehen können gemäss Art. 22 Abs. 2 BG aber für land- 
wirtschaftliche Ökonomiebauten Ausnahmen von diesen Höchst- 
massen bewilligt werden, wenn sie in direktem  Zusammenhang 
mit einem in einer angrenzenden Zone liegenden Hauptbetrieb er- 
stellt werden und der Bauberater angehört wurde. Vorliegend hat 
die Beschwerdegegnerin das geplante Keltereigebäude als land- 
wirtschaftliches Ökonomiegebäude im Sinne von Art. 22 Abs. 2 BG 
qualifiziert und ihren kommunalen Bauberater K.   als Baube-   
rater beigezogen. Dieser ist in seiner Stellungnahme zur Genehmi- 
gungsfähigkeit des Bauprojekts vom 22. Januar 2015 zum Schluss 
gelangt, dass die Ausformulierung von Volumetrie, Setzung und 
Ausrichtung des projektierten Keltereigebäudes an der Schnittstel- 
le zwischen Wirtschaftshof und Wingert in mehrfacher Hinsicht zu 
überzeugen vermöge. Das Zusammenfassen von Kelterei und Re- 
mise in einem Wirtschaftsgebäude mit gedeckten Arbeitsräumen 
auf beiden Ebenen führe zu einer auf dem Gesamtareal erwünsch- 
ten Konzentration baulicher Massnahmen, welche den wertvollen 
Flächen des Wirtschaftshofs und des Wingerts zugute komme. Die 
vorgeschlagene Materialisierung in Beton müsse noch präzisiert 
werden. Insbesondere sollten noch Aussagen zum Schalungsbild, 
den gewählten Zuschlagsstoffen und Einfärbungen sowie zur Ober- 
flächenbeschaffenheit des Betons gemacht werden. Der Entscheid, 
den Standort für das Keltereigebäude näher an das bestehende En- 
semble zu rücken und ein relativ schlankes Volumen senkrecht zum 
Hang zu setzen, führe zu einer ortsbaulich überzeugenden Lösung.

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Das neue Keltereigebäude werde als eine qualitätsvolle und sinn- 
volle Erweiterung der bestehenden Siedlungsanlage, aber auch als 
eine sorgfältig abgestimmte Weiterentwicklung des bestehenden 
Weinbaubetriebs gelesen. K.    empfahl der Beschwerdegegne- 
rin die Bewilligung des Projekts unter der Auflage, dass ein detail- 
liertes Material- und Farbkonzept mit Musterkatalog nachgereicht 
und genehmigt werde.

c) Die Beschwerdeführer machen geltend, dass die Aussa- 
gen des beigezogenen Bauberaters K. mit der gebotenen Zu- 
rückhaltung zu würdigen seien (vgl. Beschwerdeschrift vom 7. Ap- 
ril 2016 Rz. 55) bzw. nicht auf dessen Sachverhaltsschilderungen 
und -wertungen abgestellt werden könne (vgl. Replik vom 29. Juni 
2016 Rz. 5), weil dieser befangen sei. Er sei bereits mehrfach für 
den Beschwerdegegner tätig gewesen und habe beispielsweise 
massgeblich an der Planung der Remise sowie am Umbau des De- 
gustationsraums mitgewirkt. Aufgrund dieser Geschäftsbeziehun- 
gen zur Bauherrschaft habe sich der Bauberater der vorliegenden 
Angelegenheit nicht mit der gebotenen Unabhängigkeit und Un- 
voreingenommenheit annehmen können. Es wäre daher angezeigt 
gewesen, einen anderen Bauberater mit der Bauberatung zu be- 
trauen.

Demgegenüber stellt sich die Beschwerdegegnerin auf  
den Standpunkt, dass die Ausstandsgründe nach Art. 6a  VRG 
oder Art. 23 GG für den Bauberater nicht gälten, da er weder eine 
Person sei, die einen Entscheid zu treffen, vorzubereiten oder zu 
redigieren habe, noch Mitglied einer Gemeindebehörde sei. Der 
Bericht des Bauberaters sei als Empfehlung zuhanden der Baube- 
hörde zu verstehen. Der Entscheid darüber, ob das Bauvorhaben 
bewilligungsfähig sei oder nicht, obliege der Baubehörde.

Da eine allfällige Befangenheit des von der Beschwerde- 
gegnerin beigezogenen Bauberaters K. zur Gutheissung der 
Beschwerde und Zurückweisung der Angelegenheit an die Be- 
schwerdegegnerin einerseits zur neuerlichen Beurteilung der Bau- 
gesuche durch einen unabhängigen und unvoreingenommenen 
Bauberater und anderseits zum Neuentscheid führen würde, ist 
diese Rüge vorweg zu beurteilen.

5. a) Nach Art. 30 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK hat 
jede Person Anspruch darauf, dass ihre Sache von einem durch Ge- 
setz geschaffenen, zuständigen, unabhängigen und unparteiischen 
Gericht ohne Einwirken sachfremder Umstände entschieden wird. 
Es soll garantiert werden, dass keine sachfremden Umstände, die

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ausserhalb des Prozesses liegen, in sachwidriger Weise zuguns- 
ten oder zulasten einer Partei auf das gerichtliche Urteil einwirken. 
Die Garantie des verfassungsmässigen Richters wird bereits ver- 
letzt, wenn bei objektiver Betrachtung Gegebenheiten vorliegen, 
die den Anschein der Befangenheit oder die Gefahr der Voreinge- 
nommenheit zu begründen vermögen. Voreingenommenheit und 
Befangenheit in diesem Sinne werden nach der Rechtsprechung 
angenommen, wenn im Einzelfall anhand aller tatsächlichen und 
verfahrensrechtlichen Umstände Gegebenheiten aufscheinen, die 
geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit des Richters zu 
erwecken. Dabei ist nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei 
abzustellen. Das Misstrauen in die Unvoreingenommenheit muss 
vielmehr in objektiver Weise begründet erscheinen. Es genügt, 
wenn Umstände vorliegen, die bei objektiver Betrachtung den An- 
schein der Befangenheit und Voreingenommenheit hervorrufen. 
Für die Ablehnung wird nicht verlangt, dass der Richter tatsäch- 
lich befangen ist (BGE 140 III 221 E.4.1, 140 I 326 E.5.1, 139 III 433
E.2.1.1, 139 I 121 E.5.1, 139 III 120 E.3.2.1, 138 I 1 E.2.2, 137 I 227 E.2.1,
136 I 207 E.3.1, je mit Hinweisen).

b) Für nichtgerichtliche Behörden − wie hier für den kom- 
munalen Bauberater − kommen Art. 30 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 
EMRK, welche die Unabhängigkeit des Gerichts bzw. vor der Gefahr 
der Befangenheit und der Voreingenommenheit der Richter schüt- 
zen, nicht zur Anwendung. Hingegen gewährleistet Art. 29 Abs. 1 
BV den Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung; das Ge- 
bot der Unbefangenheit bildet einen Teilgehalt dieses Grundrechts 
(vgl. WALDMANN, in: WALDMANN/BELSER/EPINEY [Hrsg.], Basler Kommen- 
tar zur Bundesverfassung, Basel 2015, Art. 29 Rz. 33 ff.; STEINMANN, 
in: EHRENZELLER/SCHINDLER/SCHWEIZER/VALLENDER, St. Galler Kommentar 
zur schweizerischen Bundesverfassung, 3. Aufl., Zürich/St. Gallen 
2014, Art. 29 Rz. 34 ff.; SCHINDLER, Die Befangenheit der Verwaltung, 
Diss., Zürich 2002, S. 237). Im Kern der Garantie der Unbefangen- 
heit steht für Richter wie Verwaltungsbeamte, dass sie sich in Be- 
zug auf die Beurteilung des Sachverhalts nicht bereits festgelegt 
haben (vgl. SCHEFER, Die Kerngehalte von Grundrechten, Bern 2001,
S. 535). Die für Gerichte geltenden Anforderungen an die Unbefan- 
genheit (vgl. vorstehend E.5a) können allerdings nicht unbesehen 
auf das Verwaltungsverfahren übertragen werden. Gerade die sys- 
tembedingten Unzulänglichkeiten des verwaltungsinternen Ver- 
fahrens haben zur Schaffung unabhängiger richterlicher Instanzen 
geführt. Bei Exekutivbehörden ist dabei zu berücksichtigen, dass 
ihr Amt mit einer sachbedingten Kumulation verschiedener, auch

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politischer Aufgaben einhergeht (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 
1C_278/2010 vom 31. Januar 2011 E.2.2). Regierungsbehörden sind 
aufgrund ihres Amtes − anders als ein Gericht − nicht allein zur 
(neutralen) Rechtsanwendung oder Streitentscheidung berufen. 
Sie tragen zugleich eine besondere Verantwortung zur Erfüllung 
bestimmter öffentlicher Aufgaben. Ob eine Amtsperson tatsäch- 
lich voreingenommen erscheint, entscheidet sich nach den konkre- 
ten Umständen des Einzelfalls. Dabei ist vorab je nach Verfahrens- 
art, Funktion oder Streitgegenstand des betreffenden Verfahrens 
zu unterscheiden (vgl. BGE 140 I 326 E.5.2 mit weiteren Hinweisen; 
WALDMANN, a.a.O., Art. 29 Rz. 36; STEINMANN, a.a.O., Art. 29 Rz. 35).

c) Der Kanton Graubünden regelt  die  Ausstandspflicht  
für Mitglieder von Gemeindebehörden zunächst in Art. 23 Abs. 1 
GG. Darin ist bestimmt, dass ein Mitglied einer Gemeindebehör-  
de bei der Verhandlung und Abstimmung über eine Angelegenheit 
in Ausstand zu treten hat, wenn es selbst oder eine mit ihm im 
Ausschlussverhältnis im Sinne von Art. 22 GG stehende Person da- 
ran ein unmittelbares persönliches Interesse hat. Im Bereich der 
Rechtspflege richtet sich der Ausstand gemäss Art. 22 Abs. 3 GG 
nach den Bestimmungen des Verwaltungsrechtspflegegesetzes 
(vgl. die dortigen Art. 6a – 6c VRG).

d) Vorliegend geht es um die Beurteilung einer allfälligen 
Befangenheit des kommunalen Bauberaters K.     . Dass es sich 
bei diesem weder um eine Person im Sinne von Art. 6a Abs. 1 VRG, 
die einen Entscheid zu treffen, vorzubereiten oder zu redigieren 
hat, noch um ein Mitglied einer Gemeindebehörde im Sinne von  
Art. 23 Abs. 1 GG handelt, liegt auf der Hand und bedarf keiner wei- 
teren Ausführungen. Die Beschwerdegegnerin weist grundsätzlich 
denn auch zu Recht darauf hin, dass der kommunale Baubera-    
ter lediglich eine Empfehlung zuhanden der Baubehörde abgebe 
und der Entscheid darüber, ob das Bauvorhaben bewilligt werden 
könne oder nicht, letztlich einzig der Baubehörde obliege. Art. 73 
Abs. 2 KRG hält denn auch explizit fest, dass sich die Baubehörde 
bei der Beurteilung des Bauvorhabens durch Fachleute in Fragen 
der Baugestaltung beraten zu lassen hat. In Art. 6 Abs. 2 BG wird 
sodann gar explizit festgehalten, dass der Bauberater kein Ent- 
scheidungsrecht hat. Dies vermag indes nichts an der Tatsache zu 
ändern, dass der kommunale Bauberater aufgrund seines beson- 
deren Sachwissens dennoch als Entscheidgehilfe bei der Urteils- 
findung mitwirkt. Seine Erkenntnisse und Beurteilungen  können 
den Ausgang eines Verfahrens wesentlich beeinflussen bzw. in Ein- 
zelfällen gar entscheiden. Vorliegend hat der Bauberater K.           

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der Beschwerdegegnerin − wie gesehen − empfohlen, das fragliche 
Bauprojekt zu genehmigen und mit der Baubewilligung die Auflage 
zur Einreichung eines detaillierten Material- und Farbkonzepts mit 
Musterkatalog zur Genehmigung durch die Baukommission zu ver- 
knüpfen (vgl. dessen Beurteilung vom 22. Januar 2015). Diese Emp- 
fehlungen des Bauberaters haben eins zu eins Eingang in den Bau- 
bescheid 2015–0001/2015–0002 vom 12., mitgeteilt am 20. August 
2015, gefunden (vgl. insbesondere Ziff. 21 des erwähnten Baube- 
scheids). Auch dies zeigt, dass dessen Beurteilungen und Empfeh- 
lungen den Verfahrensausgang durchaus in nicht unwesentlichem 
Ausmass beeinflussen können. Den kommunalen Bauberater in 
den Schutzbereich der Unabhängigkeitsgarantie von Art. 29 Abs. 1 
BV einzubeziehen, macht deshalb Sinn (so auch WIEDERKEHR, Öffent- 
liches Verfahrensrecht, Bern 2016, Rz. 46; BREITENMOSER/FEDAIL, in: 
WALDMANN/WEISSENBERGER [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungs- 
verfahrensgesetz, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 10 Rz. 35; 
STEINMANN, a.a.O., Art. 29 Rz. 35; KIENER, Richterliche Unabhängig- 
keit − verfassungsrechtliche Anforderungen an Richter und Gerich- 
te, Bern 2001, S. 81; vgl. zum Ganzen auch: Urteil des Bundesge- 
richtes 1C_422/2015 vom 11. April 2016). Dementsprechend ist im 
vorliegenden Fall anhand der allgemeinen Verfahrensgarantie von 
Art. 29 Abs. 1 BV zu prüfen, ob die Beurteilung des kommunalen 
Bauberaters vom 22. Januar 2015 von der Beschwerdegegnerin be- 
rücksichtigt werden durfte oder ob sie durch eine weitere unabhän- 
gige Beurteilung hätte ersetzt oder ergänzt werden müssen.

6. a) Die Gründe, welche zu einer subjektiven Befangenheit 
einer Amtsperson führen, unterscheiden sich kaum  von  denjeni- 
gen, wie sie für die Justizpersonen nach Art. 30 Abs. 1 BV gelten.  
Der Gehalt von Art. 29 Abs. 1 BV ist − was die subjektive Befangen- 
heit betrifft − weitgehend identisch mit Art. 30 Abs. 1 BV  (WIEDER- 
KEHR, a.a.O., Rz. 48; BREITENMOSER/FEDAIL, a.a.O., Art. 10 Rz. 9 ff.; KÖLZ/ 
HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren  und   Verwaltungsrechtspfle- 
ge des Bundes, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, Rz. 428). Die wich- 
tigsten Fallkonstellationen sind  ein  unmittelbares  eigenes  Interes- 
se am Ausgang des  Verfahrens,  eine  besonders  nahe  Beziehung 
zu einer am Verfahren beteiligten Partei, äusserer Druck sowie ein 
spezifisches Verhalten vor oder während eines Verfahrens wie z.B. 
allfällige Äusserungen oder verfahrensbezogene Stellungnahmen 
(WIEDERKEHR, a.a.O., Rz. 48). Anerkannt als Ausstandsgrund sind ins- 
besondere auch spezifische Näheverhältnisse zwischen Experten  
und Verfahrensbeteiligten (BREITENMOSER/FEDAIL, a.a.O., Art. 10 Rz. 36; 
KIENER/KRÜSI, Die Unabhängigkeit von Gerichtssachverständigen,

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in: ZSR 2006 I S. 487 ff., S. 496). In solchen Fällen droht nämlich 
die Gefahr, dass Expertinnen und Experten sich − mehr oder weni- 
ger bewusst − den Standpunkt der ihnen nahe stehenden Partei zu 
Eigen machen oder sich im Gegenteil davon distanzieren (KIENER/ 
KRÜSI, a.a.O., S. 496 f.). Mit Blick auf die verfassungsrechtliche Di- 
mension hat das Bundesgericht indes festgehalten, dass nicht jede 
irgendwie geartete Beziehung zwischen dem Sachverständigen 
und den Parteien den Verdacht der Befangenheit begründen kön- 
ne. So ergebe sich eine solche nicht schon daraus, dass ein Experte 
im gleichen Institut arbeite wie ein Kollege, dessen Meinungsäus- 
serung zu beurteilen sei; denn sonst könnte in vielen Fällen über- 
haupt kein geeigneter Experte gefunden werden. Ebenso wenig 
ergebe sich eine Befangenheit daraus, dass der Experte etwa als 
Spitalarzt Angestellter des Gemeinwesens sei (BGE 125 II 541 E.4b).

b) Vorliegend unterstellen die Beschwerdeführer dem 
kommunalen Bauberater, in der Vergangenheit bereits mehrfach 
für den Beschwerdegegner tätig gewesen zu sein; beispielsweise 
habe er an der Planung der Remise sowie am Umbau des Degusta- 
tionsraums mitgewirkt. Diese Unterstellungen lassen sich − jeden- 
falls bezüglich der Mitwirkung des Bauberaters an der Planung der 
Remise − aktenmässig belegen. Zumindest ist dem Bericht vom
18. Juni 2004 der Bauberaterin Q. zum Baugesuch des Be- 
schwerdegegners «Remise mit Werkraum» vom 13. April 2014 zu 
entnehmen, dass Q.        damals für den befangenen Bauberater 
K.     als kommunale Bauberaterin eingesprungen ist. Anlässlich 
des Augenscheins vom 23. Februar 2017  bestätigte K.   denn 
auch, eine Studie der Remise gemacht zu haben und diese zusam- 
men mit seinem Bruder realisiert zu haben. Darüber hinaus gestand 
K.    anlässlich des erwähnten Augenscheins auch ein, dass er 
auch bei der inneren Rennovation des Hauses des Beschwerdegeg- 
ners tätig gewesen sei und den Umbau betreut habe. Vorgängig 
habe er allerdings − da er bereits damals als kommunaler Baube- 
rater tätig gewesen sei − Kontakt mit der Beschwerdegegnerin 
aufgenommen, welche diese Tätigkeit indes als unproblematisch 
betrachtet habe, weshalb er den entsprechenden Auftrag des Be- 
schwerdegegners angenommen habe. Darüber hinaus führte der 
Beschwerdegegner anlässlich des Augenscheins vom 23. Febru-  
ar 2017 noch aus,  dass  er  dem  kommunalen  Bauberater  K. 
auch bezüglich des Torkels eine Studie gegeben habe, um diese  
zu studieren. In der Folge habe er die Studie aber nicht mehr mit
K. weiterverfolgt, sondern diese jemandem anderen gege- 
ben. K. habe ursprünglich diesen Auftrag gehabt; allerdings

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sei dieser Auftrag mit ihm nicht mehr weiterverfolgt worden (vgl. 
Audioaufnahme des Augenscheins vom 23. Februar 2017, 53‘55‘‘ –
57‘50‘‘).

c) Nach dem Gesagten lässt sich festhalten, dass der kom- 
munale Bauberater in der Vergangenheit in gewisser Regelmäs- 
sigkeit für den Beschwerdegegner im Auftragsverhältnis tätig war. 
Sogar bezüglich des Bauprojekts «Neubau Keltereigebäude» war 
der Beschwerdeführer − zumindest zu Beginn − in das Projekt invol- 
viert, auch wenn der Auftrag schliesslich an einen anderen Archi- 
tekten vergeben wurde. Die in der Vergangenheit in gewisser Re- 
gelmässigkeit an den kommunalen Bauberater erfolgten Aufträge 
sind objektiv geeignet, hinsichtlich der vorliegend strittigen Beur- 
teilung der Baugesuche des Beschwerdegegners den Anschein ei- 
ner Befangenheit zu begründen. Mithin bestand objektiv durchaus 
der Anschein, der kommunale Bauberater K. könnte aufgrund 
seiner früheren Tätigkeiten für den Beschwerdegegner befangen 
sein. Entscheidend ist − wie gesehen − nicht, ob der kommunale 
Bauberater tatsächlich befangen war, sondern ob objektiv begrün- 
dete Hinweise bestanden, dass dies möglicherweise der Fall sein 
könnte. Dies ist nach dem vorstehend Gesagten bzw. unter Berück- 
sichtigung der in der Vergangenheit in gewisser Regelmässigkeit 
erfolgten Auftragsverhältnisse zwischen dem Beschwerdegegner 
und dem kommunalen Bauberater K. zu bejahen. Dement- 
sprechend wäre aber die Beschwerdegegnerin gehalten gewesen, 
einen anderen, unabhängigen und unvoreingenommenen Baube- 
rater mit der Beurteilung der fraglichen Baugesuche 2015–0001 
und 2015–0002 zu beauftragen oder zumindest die Beurteilung des 
kommunalen Bauberaters vom 22. Januar 2015 durch eine weitere 
unabhängige und unvoreingenommenen Beurteilung zu ergänzen, 
zumal die Beschwerdegegnerin gemäss den glaubwürdigen Aus- 
sagen des kommunalen Bauberaters anlässlich des Augenscheins 
vom 23. Februar 2017 offensichtlich Kenntnis davon hatte, dass der 
kommunale Bauberater bereits früher im Auftragsverhältnis für 
den Beschwerdegegner tätig war.

d) Die Beschwerde erweist sich nach dem Gesagten als 
begründet, was zu deren Gutheissung und zur Aufhebung der an- 
gefochtenen Einspracheentscheide vom 9., mitgeteilt am 18. Feb- 
ruar 2016, führt. Die Angelegenheit ist an die Beschwerdegegne- 
rin zur Fortführung des Baubewilligungsverfahrens im Sinne der 
Erwägungen bzw. zur Einholung einer Beurteilung der fraglichen 
Baugesuche 2015–0001 und 2015–0002 durch einen unabhängigen

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und unvoreingenommenen Bauberater sowie zum Neuentscheid 
zurückzuweisen. Damit ist im vorliegenden verwaltungsgerichtli- 
chen Beschwerdeverfahren auf die weiteren Vorbringen und Anträ- 
ge der Beschwerdeführer nicht weiter einzugehen.
R 16 24 Urteil vom 4. April 2017