# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 16035353-b614-5be9-80e0-a5d7aae9e60b
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-09-26
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 26.09.2011 RB110031
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RB110031_2011-09-26.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: RB110031-O/U.doc 

 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. R. Klopfer, Vorsitzender, Oberrichterin Dr. D. Scher-

rer und Oberrichter lic. iur. M. Spahn sowie Gerichtsschreiberin 

lic. iur. E. Ferreño 

Beschluss vom 26. September 2011 

 
in Sachen 

 
A._____ AG, 
Beklagte und Beschwerdeführerin 

 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 
gegen 

 
B._____, 
Klägerin und Beschwerdegegnerin 

 
vertreten durch Fürsprecher Y._____ 

substituiert durch lic. iur. Z._____ 

  

betreffend Wiederherstellung Frist 
 
Beschwerde gegen einen Beschluss des Bezirksgerichtes Zürich,  
3. Abteilung, vom 2. August 2011 (CG100109) 
 
 
 
 
 

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Erwägungen: 

1. a) Mit Beschluss vom 2. August 2011 wies die Vorinstanz den Antrag der 

Beklagten auf Wiederherstellung der Frist zur Einreichung der Duplik ab (Urk. 2 

Dispositiv-Ziffer 1). 

b) Hiergegen erhob die Beklagte und Beschwerdeführerin (fortan Beklag-

te) am 25. August 2011, eingegangen am 26. August 2011, fristgerecht Be-

schwerde mit den folgenden Anträgen (Urk. 1 S. 2): 

"1. Es sei in Gutheissung der Beschwerde der Beklagten die mit Referentenverfügung 
vom 29. April 2011 angesetzte, dem Rechtsvertreter der Beklagten zugestellt am 
5 Mai 2011, und mithin am 25. Mai 2011 abgelaufene Frist zur Erstattung der Duplik 
wiederherzustellen; 

 2. es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen; 

 3. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin." 

c) Die Klägerin hat am 15. September 2011 für den Fall der Rückweisung 

der Sache an die Vorinstanz auf die Erstattung einer Beschwerdeantwort verzich-

tet (Urk. 4). 

2. a) Für das vorliegende Verfahren kommt die am 1. Januar 2011 in Kraft 

getretene eidgenössische Zivilprozessordnung zur Anwendung (Art. 404 f. ZPO). 

Das vorinstanzliche Verfahren untersteht jedoch noch dem kantonalen Zivilpro-

zessrecht, weshalb auch im Beschwerdeverfahren für Rügen betreffend unrichtige 

Rechtsanwendung das alte Zürcher Prozessrecht heranzuziehen ist. 

b) Die Beklagte rügt unter anderem die Verletzung des rechtlichen Ge-

hörs. Es sei ihr die Stellungnahme der Klägerin zum Fristwiederherstellungsge-

such vor dem Erlass des angefochtenen Entscheides weder durch das Gericht 

noch durch den Rechtsvertreter der Klägerin zur Kenntnis gebracht worden. Die 

Vorinstanz habe über weite Strecken auf die Einwendungen der Klägerin abge-

stellt, weshalb es ihr möglich sein müsse, im Beschwerdeverfahren dazu Stellung 

zu nehmen. Sei dies aus formellen Gründen nicht möglich, da grundsätzlich neue 

Tatsachenbehauptungen im Beschwerdeverfahren unzulässig seien, sei die Sa-

che zur Wahrung des rechtlichen Gehörs mit Bezug auf die Eingabe der Klägerin 

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an die Vorinstanz zurückzuweisen (Urk. 1 S. 7). Damit macht die Beklagte eine 

unrichtige Rechtsanwendung im Sinne von Art. 320 lit. a ZPO geltend. 

c) Aus dem verfassungsmässigen Anspruch auf rechtliches Gehör nach 

Art. 29 Abs. 2 BV folgt u.a. das Recht einer Partei, von sämtlichen dem Gericht 

eingereichten Eingaben oder Vernehmlassungen Kenntnis zu erhalten und zu 

diesen Stellung zu nehmen. Die Partei ist vom Gericht über den Eingang solcher 

Eingaben zu orientieren und es muss ihr die Möglichkeit zur Replik eingeräumt 

werden (BGE 133 I 98 E. 2.1). Allerdings ist ein weiterer Schriftenwechsel nicht 

zwingend anzuordnen, genügt es doch laut bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

der Gegenpartei die neu eingegangenen Eingaben zur Kenntnisnahme zuzustel-

len. Wünscht die Gegenpartei sich dazu zu äussern, hat sie es ohne Verzug zu 

tun oder zumindest umgehend um die Ansetzung einer entsprechenden Frist 

nachzusuchen; unterlässt sie dies, ist davon auszugehen, sie verzichte auf weite-

re Äusserungen (BGE 133 I 98 E. 2.2).  

In den vorinstanzlichen Akten findet sich kein Empfangsschein der Beklag-

ten bzw. ihres Rechtsvertreters. Es ist auch sonst kein Hinweis ersichtlich, dass 

ihr die Stellungnahme der Klägerin zum beklagtischen Fristwiederherstellungsge-

such vom 16. Juni 2011 (Urk. 3/36) zugestellt wurde. Die Stellungnahme der Klä-

gerin wurde im Doppel eingereicht (Urk. 3/36 S. 5) und liegt noch im Doppel bei 

den Akten. Mit Eingabe vom 1. Juli 2011 wies die Beklagte die Vorinstanz noch 

vor Erlass des angefochtenen Beschlusses darauf hin, dass sie seit der Fristan-

setzung an die Klägerin zur Stellungnahme zum Fristwiederherstellungsgesuch 

vom Gericht nichts vernommen habe und ihr seitens des klägerischen Rechtsver-

treters keine Eingabe – und sei es nur betreffend der Erstreckung der angesetz-

ten Frist zur Stellungnahme – zugestellt worden sei (Urk. 3/38 S. 1). Die versäum-

te Orientierung der Beklagten über die Stellungnahme der Klägerin zum Fristwie-

derherstellungsgesuch, ein prozessuales Versehen, stellt eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs dar. Die Beschwerde der Beklagten ist in diesem Punkt gutzu-

heissen. Da, wie die Beklagte zutreffend geltend macht (Urk. 1 S. 7), neue Anträ-

ge, neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel im Beschwerdeverfah-

ren ausgeschlossen sind (Art. 326 Abs. 1 ZPO), können die neuen Vorbringen der 

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Beklagten zu den Einwendungen der Klägerin nicht berücksichtigt werden, wes-

halb der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache in Anwendung von 

Art. 327 Abs. 3 lit. a ZPO an die Vorinstanz zur Wahrung des rechtlichen Gehörs 

zur Neubeurteilung zurückzuweisen ist. Damit wird der Antrag der Beklagten um 

Erteilung der aufschiebenden Wirkung gegenstandslos. 

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind gemäss Art. 107 Abs. 2 ZPO 

auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Klägerin hat sich weder mit dem angefoch-

tenen Entscheid identifiziert noch das prozessuale Versehen der Vorinstanz ver-

anlasst. Sie ist auch nicht als unterliegende Partei zu betrachten und kann des-

halb, entgegen dem Antrag der Beklagten (Urk. 1 S. 2), nicht entschädigungs-

pflichtig werden (Art. 107 Abs. 1 lit. f ZPO; Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenber-

ger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, N 22 zu Art. 107 ZPO 

und N 8 zu Art. 106 ZPO). Eine Entschädigungspflicht des Staates zugunsten der 

obsiegenden Partei besteht in solchen Fällen nicht (Art. 107 Abs. 2 ZPO, Art. 116 

ZPO, § 200 GOG; Adrian Urwyler, in DIKE-Komm-ZPO, N 12 zu Art. 107 ZPO). 

Es wird beschlossen: 

1. Der Beschluss des Bezirksgerichtes Zürich, 3. Abteilung, vom 2. August 

2011 wird aufgehoben und zur neuer Entscheidung im Sinne der Erwägun-

gen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

2. Es werden keine Kosten erhoben. 

3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin unter Beilage des 

Doppels von Urk. 1, sowie – unter Beilage der erst- und zweitinstanzlichen 

Akten – an das Bezirksgericht Zürich, 3. Abteilung, je gegen Empfangs-

schein. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

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1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. 

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 67'520.–. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

 
 
Zürich, 26. September 2011 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. E. Ferreño 
 
 
versandt am: 
mc 

	Beschluss vom 26. September 2011
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. Der Beschluss des Bezirksgerichtes Zürich, 3. Abteilung, vom 2. August 2011 wird aufgehoben und zur neuer Entscheidung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen.
	2. Es werden keine Kosten erhoben.
	3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin unter Beilage des Doppels von Urk. 1, sowie – unter Beilage der erst- und zweitinstanzlichen Akten – an das Bezirksgericht Zürich, 3. Abteilung, je gegen Empfangsschein.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...