# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1e561a3d-74eb-5fd5-b19e-af816fa1dab1
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-01-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 25.01.2005 B 2004/178
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2004-178_2005-01-25.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2004/178

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 25.01.2005

Entscheiddatum: 25.01.2005

Entscheid Verwaltungsgericht, 25.01.2005
Gebäudeversicherung. Schadenübernahme für ein Einzelobjekt; 
Veränderungsverbot; Art. 31 Ziff. 3 und Art. 43 und 44 GVG (sGS 873.1). Ob 
ein Sturmschaden vorliegt, beurteilt sich in erster Linie nach dem 
Schadenbild. Auch isoliert auftretende Windböen können einen 
Versicherungsfall auslösen. Folgen der Missachtung des 
Veränderungsverbots (Verwaltungsgericht, B 2004/178).

Anwesend: Präsident Dr. U. Cavelti; Verwaltungsrichter Dr. E. Oesch-Frischkopf, lic. 

iur. A. Linder, Dr. B. Heer, lic. iur. A. Rufener; Gerichtsschreiberin lic. iur. R. Haltinner-

Schillig

_______________

In Sachen

Politsche Gemeinde S.,

Beschwerdeführerin,

gegen

Gebäudeversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen,

Verwaltungskommission, Davidstrasse 37, Postfach, 9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

betreffend

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Ablehnung der Schadenübernahme

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ Am 8. Februar 2004 wurde das Gemeindehaus S. (Vers.-Nr. ....) beschädigt. Wind 

hat Teile des Kupferdachs beim Dachausbau weggerissen. Als Folge davon drang 

Wasser in die darunter liegende Wohnung ein. Das Schadenereignis wurde der 

Gebäudeversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (abgekürzt GVA) am 9. Februar 

2004 gemeldet. Gemäss Schadenermittlungsprotokoll vom 10. Februar 2004 beläuft 

sich die Schadensumme auf Fr. 25'000.--.

Am 9. März 2004 teilte der Leiter Schadendienst der Grundeigentümerin mit, für den 

geltend gemachten Schaden werde keine Versicherungsleistung erbracht, weil er nicht 

auf "Sturmwind" im Sinn eines versicherungsrelevanten Ereignisses zurückzuführen 

sei. In der Folge, am 22. März 2004, ersuchte der Gemeinderat S. die GVA, es sei 

diesbezüglich eine anfechtbare Verfügung zu erlassen. Er hielt fest, gemäss 

Augenzeugenberichten sei es am Schadendatum zu Windböen mit einer 

Geschwindigkeit von wohl über 100 km/h gekommen. Am 29. März 2004 lehnte es die 

GVA ab, Versicherungsleistungen zu erbringen. Dies wurde damit begründet, der 

Schaden sei nicht durch einen "Sturmwind" im Sinn des Gesetzes verursacht worden.

Die Politische Gemeinde S. erhob am 6. April 2004 gegen die Ablehnung der 

Schadenübernahme vom 29. März 2004 Rekurs bei der Verwaltungskommission der 

GVA und stellte das Rechtsbegehren, es sei auf die Beurteilung des Schadenfalls vom 

8. Februar 2004 (Sturmschaden am Dach des Gemeindehauses S.) zurückzukommen 

und die Versicherungsleistungen seien vollumfänglich zu erbringen. Am 21. Oktober 

2004 wies die Verwaltungskommission den Rekurs ab. Auch die Rekursinstanz kam 

zum Ergebnis, der geltend gemachte Schaden sei nicht versichert.

B./ Am 11. November 2004 erhob die Politische Gemeinde S. gegen den Entscheid der 

Verwaltungskommission der GVA vom 21. Oktober 2004 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht. Sie stellte das Rechtsbegehren, es sei auf die Beurteilung des 

Schadenfalls vom 8. Februar 2004 (Sturmschaden am Dach des Gemeindehauses S.) 

zurückzukommen, der Entscheid der Verwaltungskommission der GVA vom 21. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Oktober 2004 sei aufzuheben und die Versicherungsleistungen seien vollumfänglich zu 

erbringen. Die Eingabe wird vorab damit begründet, "Sturmwind" sei ein 

Versicherungsrisiko, das nicht an irrelevante Bedingungen geknüpft werden dürfe. Ein 

Sturmschaden liege vor, unabhängig davon, ob er durch weitflächige starke Winde 

oder durch eine örtlich auftretende Böe verursacht worden sei.

Die Verwaltungskommission der GVA beantragte am 10. Dezember 2004, die 

Beschwerde sei abzuweisen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1./ Die Sachurteilsvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen:

a) Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid sachlich zuständig (Art. 56 des Gesetzes 

über die Gebäudeversicherung, sGS 873.1, abgekürzt GVG, in Verbindung mit Art. 

59bis Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt 

VRP). Ferner entspricht die Beschwerdeeingabe vom 11. November 2004 zeitlich, 

formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit 

Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).

b) Nach Art. 64 Abs. 1 VRP in Verbindung mit Art. 45 Abs. 2 VRP steht der zuständigen 

Behörde einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft oder einer selbständigen öffentlich-

rechtlichen Anstalt das Beschwerderecht zur Wahrung öffentlicher Interessen zu. Sind 

juristische Personen des öffentlichen Rechts, insbesondere auch Gemeinden, von einer 

Verfügung in gleicher Weise betroffen wie ein Privater, richtet sich ihre 

Beschwerdebefugnis indessen nach Art. 45 Abs. 1 VRP (vgl. Cavelti/Vögeli, 

Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 409 mit 

Hinweisen). Das ist beispielsweise der Fall, wenn das Gemeinwesen zu einer Leistung 

verpflichtet wird oder ihm eine Leistung vorenthalten wird, wenn einer Gemeinde oder 

dem Kanton ein Unterstützungsbeitrag nicht gewährt wird oder wenn das 

Gemeinwesen als Grundeigentümer betroffen ist (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 446). 

Dies trifft im vorliegenden Fall zu, hat es die GVA doch abgelehnt, einen am 

Gemeindehaus entstandenen Schaden zu übernehmen.

c) Auf die Beschwerde ist einzutreten.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2./ Zu prüfen ist, ob die Schäden am Gemeindehaus S. auf ein versichertes Ereignis in 

Form eines "Sturmwinds" zurückzuführen sind.

a) Die GVA erbringt gemäss Art. 31 Ziff. 3 GVG u.a. Versicherungsleistungen, wenn 

Gebäudeschäden durch "Sturmwind" entstanden sind; ausgenommen sind Schäden, 

die im wesentlichen auf andere Ursachen zurückgehen. Anspruch auf 

Versicherungsleistungen besteht nach Art. 45 der Verordnung zum Gesetz über die 

Gebäudeversicherung (sGS 873.11, abgekürzt GVV), wenn ein versichertes Ereignis 

vorliegt, ein Gebäudeschaden entstanden ist, der unmittelbar auf das versicherte 

Ereignis zurückgeführt werden kann und die Ereigniseinwirkung nicht 

bestimmungsgemäss war. Eine Ereigniseinwirkung ist nach Art. 48 GVV 

bestimmungsgemäss, wenn sie zufolge ordentlicher Abnützung oder ordentlicher 

Erfüllung des Zweckes des Gebäudes oder Gebäudeteils eintritt. Geht der 

Gebäudeschaden überwiegend auf das versicherte Ereignis zurück, wird er ihm 

gemäss Art. 47 Abs. 1 GVV sodann voll zugerechnet. Geht der Gebäudeschaden ganz 

oder überwiegend auf andere Ereignisse zurück, wird er nicht entschädigt. Nicht 

vergütet werden insbesondere Schäden, die auf fortgesetztes Einwirken zurückgehen 

oder die nicht auf eine plötzliche, aussergewöhnlich heftige Einwirkung zurückzuführen 

sind, wie unter anderem Schäden zufolge fehlerhafter Konstruktion oder verwahrlostem 

Zustand (Art. 47 Abs. 2 GVV). Geht der Gebäudeschaden weder überwiegend auf das 

versicherte Ereignis noch überwiegend auf andere Ereignisse zurück, wird er dem 

versicherten Ereignis anteilmässig zugerechnet (Art. 47 Abs. 3 GVV). Nach der 

Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, 

wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen 

Lebenserfahrung geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen 

herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs somit durch das Ereignis allgemein als 

begünstigt erscheint (vgl. GVP 2003 Nr. 42 mit Hinweis auf VerwGE vom 22. Januar 

2002 i.S. W.K.).

b) Nach der allgemeinen Regel von Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR 

210, abgekürzt ZGB) hat derjenige, der ein Recht behauptet, die Sachumstände zu 

beweisen, die nach dem massgebenden Rechtssatz diese Rechtsfolge erzeugen. Auch 

im Privatversicherungsrecht gilt der Grundsatz, wonach Personen, die gegenüber 

einem Versicherer einen Versicherungsanspruch erheben, im Sinn von Art. 8 ZGB 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

bezüglich der Frage, ob ein Versicherungsfall eingetreten ist, grundsätzlich 

behauptungs- und beweispflichtig sind. Behauptet der Versicherer indessen eine die 

Leistungspflicht ausschliessende oder herabsetzende Tatsache, ist es an ihm, diese zu 

beweisen (vgl. GVP 2003 Nr. 42 mit Hinweis auf A. Maurer, Schweizerisches 

Privatversicherungsrecht, 3. Aufl., Bern 1995, S. 381 und RB/ZH 1983, S. 171 mit 

Hinweisen). Diese Beweislastverteilung gilt auch im öffentlichen 

Gebäudeversicherungsrecht, namentlich bei der Anwendung von Art. 31 Ziff. 3 GVG 

(vgl. GVP 2003 Nr. 42).

3./ Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, Ursache des Schadens am 

Kupferdach beim Dachausbau des Gemeindehauses und des damit 

zusammenhängenden Schadens in der darunter liegenden Wohnung sei ein heftiger 

Windstoss und damit ein "Sturmwind" im Sinn des Gesetzes. Verweise der Vorinstanz 

auf Durchschnittswerte, mittlere Windgeschwindigkeiten und Messwerte der 

Messstation Glarus seien nicht stichhaltig. Sodann gehe es nicht an, die Uebernahme 

eines Schadens davon abhängig zu machen, dass das Ereignis Kollektivschäden 

verursacht habe. Demzufolge habe die GVA den Schaden zu übernehmen.

a) Art. 31 Ziff. 3 GVG führt nicht näher aus, was unter "Sturmwind" zu verstehen ist. Es 

handelt sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff, der dadurch gekennzeichnet ist, 

dass die Umschreibung des Tatbestands unbestimmt ist. Die Norm bedient sich 

Worten, die - aus sich heraus - keinen genügenden Aufschluss darüber geben, ob ein 

bestimmter Sachverhalt noch unter den Normtatbestand fällt oder nicht. Die nähere 

Bestimmung eines unbestimmten Rechtssatzes wird als Rechtsfrage angesehen. Das 

in der Kognition grundsätzlich auf die Rechtskontrolle beschränkte Verwaltungsgericht 

ist somit befugt, die Konkretisierung durch die Vorinstanz frei zu überprüfen (vgl. 

Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 724 mit Hinweisen). Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts 

darf einer vertretbaren Auslegung eines unbestimmten Begriffs durch die Verwaltung 

bzw. die Vorinstanz die Anerkennung indessen nicht versagt werden (vgl. Cavelti/

Vögeli, a.a.O., Rz. 725 mit Hinweisen).

b) Nach der Praxis der Vorinstanz gilt ein Wind als "Sturmwind" im Sinn von Art. 31 Ziff. 

3 GVG, wenn er eine Geschwindigkeit von wenigstens 75 km/h aufweist und Gebäude 

abdeckt oder Bäume umwirft, so dass Kollektivschäden entstehen, d.h. gleichzeitig 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

mehrere Gebäude in der Umgebung der versicherten Sache vom selben Sturmereignis 

betroffen sind (vgl. dazu A. Kleiner, Das Recht der öffentlichen 

Gebäudeversicherungen, Separatdruck aus: "Mitteilungen" Jahrgänge 1978/79 des 

Interkantonalen Rückversicherungsverbandes Bern [abgekürzt IRV] und der 

Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen, S. 64 f. sowie Hauswirth/Suter, 

Sachversicherung, 2. Aufl., Bern 1990, S. 162, PVG 1975 Nr. 77 und Schweizerische 

Versicherungs-Zeitschrift, Jahrgang 1974/75, S. 213). Wer Entschädigung beansprucht, 

muss nachweisen, dass am Versicherungsort oder in der Umgebung durch den Sturm 

Bäume gefällt oder Dächer abgedeckt worden sind. Der Grund liegt darin, dass oft ein 

fehlerhaft konstruiertes Gebäude Angriffsziel des Windes ist. Erleidet dieses Schäden 

oder fällt es gar in sich zusammen, so ist die mangelhafte Konstruktion der Grund 

hiefür und nicht der Sturm (vgl. Hauswirth/Suter, a.a.O., S. 162).

Die Windstärke wird im öffentlichen Gebäudeversicherungsrecht anhand der Beaufort-

Skala gemessen (vgl. dazu Kleiner, a.a.O., S. 65 und Hauswirth/Suter, a.a.O., S. 162) 

und bezieht sich nach der Praxis der Vorinstanz auf eine Mittelungszeit von 10 Minuten. 

Auch der IRV betrachtet "Sturm" nur dann als versichertes Elementarereignis, wenn 

eine atmosphärisch bedingte Luftbewegung von mindestens 75 km/h im 10-Minuten-

Mittel in der Umgebung der versicherten Sachen Bäume umwirft oder Gebäude 

abdeckt (vgl. IRV Referenzprodukt Elementar, Ausgabe Januar 2005).

c) Stürme müssen mit elementarer Naturgewalt plötzlich und unwiderstehlich 

hereinberechen, so dass Kollektivschäden entstehen, d.h. gleichzeitig mehrere 

Gebäude vom selben Sturmereignis, allenfalls an verschiedenen Orten, betroffen 

werden (vgl. Kleiner, a.a.O., S. 65). Was die von der Vorinstanz vorausgesetzte 

Windgeschwindigkeit anbetrifft, ist der Beschwerdeführerin beizupflichten, dass ein 

Schadenbild dieser Art auch dann auftreten kann, wenn die atmosphärisch bedingte 

Luftbewegung im 10-Minuten-Mittel nicht 75 km/h oder mehr aufweist. Hinzu kommt, 

dass die Meteo Schweiz mit ihrem Messnetz nicht in der Lage ist, für jeden Ort in der 

Schweiz die genaue Windgeschwindigkeit anzugeben. Unbestritten ist weiter, dass 

Windgeschwindigkeiten örtlich verschieden sein können. Windmessungen können 

demzufolge nur im Sinn eines Indizes Aufschluss darüber geben, welche Windstärke an 

einem bestimmten (anderen) Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt geherrscht hat. Weil 

ein direkter Beweis nicht möglich ist, kann er indirekt erbracht werden, d.h. durch den 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beweis von Sachumständen, die den Schluss auf andere rechtswesentliche Tatsachen 

zulassen (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 621; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar 

zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, Bern 1997, Rz. 5 zu Art. 

19 mit Hinweisen). Im Fall eines behaupteten Sturmschadens ist ein derartiger 

Sachumstand in erster Linie das Schadenbild, das sich in der Umgebung präsentiert. 

Entgegen der Annahme der Beschwerdeführerin muss der "Sturmwind" 

dementsprechend grundsätzlich Kollektivschäden zur Folge haben, d.h. gleichzeitig 

müssen mehrere Gebäude vom selben Sturmereignis, allenfalls an verschiedenen 

Orten, betroffen werden (vgl. Kleiner, a.a.O., S. 65). Sodann kann das Vorliegen von 

Kollektivschäden bzw. von Schäden an ordnungsgemäss erstellten und unterhaltenen 

Gebäuden oder an gesunden Bäumen die Vermutung zulassen, die geforderte 

Windstärke sei erreicht worden und müsse deshalb nicht erhoben werden (vgl. dazu 

Kleiner, a.a.O., S. 66). Allerdings kann ein Sturm ausnahmsweise eng begrenzt 

auftreten und nur ein Gebäude treffen, z.B. als Böe eine Hütte in einer Waldlichtung. 

Dies ist allerdings jeweils im konkreten Fall zu prüfen (vgl. Kleiner, a.a.O., S. 65).

Die Vorinstanz stellt bei der Beurteilung der Frage, ob ein versichertes Ereignis in Form 

eines "Sturmwinds" vorliegt, denn auch in erster Linie auf das Schadenbild ab und 

schliesst nicht aus, dass ein "Sturmwind" im versicherungstechnischen Sinn 

ausnahmsweise eng begrenzt auftreten und nur ein Gebäude treffen kann, dass somit 

eine oder mehrere Böenspitzen nur ein versichertes Objekt beschädigen. Sie hält 

indessen zu Recht dafür, dies erfordere eine eingehende Abklärung der 

Schadenursache, zumal bei Einzelschäden meist sturmfremde Faktoren, insbesondere 

fehlerhafte Konstruktion oder mangelhafter Unterhalt des Gebäudes für den Schaden 

mitverantwortlich sind (vgl. Art. 31 Ziff. 3 GVG und Art. 47 Abs. 1 GVV; vgl. auch 

Kleiner, a.a.O., S. 65 f.). Der Vorwurf der Beschwerdeführerin, die Auslegung des 

Begriffs "Sturmwind" wie sie die Vorinstanz vornehme, sei sachlich nicht haltbar, 

erweist sich somit als unbegründet.

d) Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend, am 8. Februar 2004 seien in der 

näheren Umgebung des beschädigten Gemeindehauses Kollektivschäden entstanden 

bzw. es seien gleichzeitig mehrere Gebäude vom selben Ereignis betroffen worden. 

Sodann weisen die Daten der Messstation Glarus vom 8. Februar 2004 einzig um die 

Mittagszeit zwei Böenspitzen mit einer Geschwindigkeit von etwas mehr als 75 km/h 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

auf. Nach Angaben der Beschwerdeführerin ist der Schaden am Gemeindehaus 

indessen gegen Abend entstanden, als die Windgeschwindigkeit diese Intensität nicht 

mehr erreichte. Somit durfte die Vorinstanz grundsätzlich davon ausgehen, der 

Schaden am Gemeindehaus sei nicht auf ein versichertes Ereignis in Form eines 

"Sturmwinds" zurückzuführen. Die Vorinstanz wirft der Beschwerdeführerin in diesem 

Zusammenhang vor, sie habe die Beweisaufnahme verunmöglicht, weil sie ihrer 

Schadenminderungspflicht nicht nachgekommen und gegen das Veränderungsverbot 

verstossen habe. Sodann sei die Aussage des Schadenexperten unbestritten 

geblieben, wonach die Isolation durchnässt und die Balkenlage nass und faul gewesen 

sei. Auch aus diesem Grund muss nach Ansicht der Vorinstanz davon ausgegangen 

werden, dass der Einzelschaden am Gemeindehaus überwiegend auf sturmfremde 

Faktoren und nicht auf einen versicherungsrelevanten "Sturmwind" zurückzuführen ist.

aa) Nach Art. 43 GVG hat der Versicherte nach Eintritt des Schadenereignisses alle 

zumutbaren Massnahmen zur Minderung des Schadens zu ergreifen und Weisungen 

der Verwaltung zu befolgen. Art. 44 GVG schreibt vor, dass an beschädigten 

Liegenschaften keine Veränderungen vorgenommen werden dürfen, durch welche die 

Abklärung der Schadenursache oder die Schätzung des Schadens verunmöglicht oder 

erschwert wird. Vorbehalten bleiben besondere Anordnungen sowie Abbruch- und 

Aufräumungsarbeiten, die zur Feststellung des Schadens notwendig sind.

bb) Unwidersprochen geblieben ist die Feststellung der Vorinstanz, wonach die 

Isolation des Dachausbaus gemäss Aussage des Schadenexperten durchnässt und die 

Balkenlage nass und faul gewesen ist. Somit hatte die Vorinstanz Grund zur Annahme, 

der Schaden sei überwiegend auf Umstände zurückzuführen, die keinem versicherten 

Ereignis zuzurechnen seien, weil ein konstruktiv einwandfreier Dachaufbau durch eine 

Windböe nicht einfach zerfetzt worden wäre. Die Beschwerdeführerin wendet indessen 

ein, es treffe nicht zu, dass sie gegen das Veränderungsverbot nach Art. 44 GVG 

verstossen habe. Weil Wasser in die im Dachgeschoss des Gemeindehauses gelegene 

Mietwohnung geflossen sei, sei sie auf Grund von Art. 43 GVG gehalten gewesen, den 

Wassereinbruch umgehend zu unterbinden. Um schlimmere Schäden zu verhindern 

habe sie demzufolge den Dachdecker beauftragt, die lecken Stellen sofort abzudecken. 

Dieser habe die durch den Sturm völlig verbogenen Blechteile, die beim Gemeindehaus 

unverändert aufbewahrt würden, vom Dach entfernen müssen. Abgesehen davon, dass 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der Schadenexperte über die Anordnung der Reparaturarbeiten informiert gewesen sei, 

wäre die Installation einer Notabdeckung vorab aus Kostengründen unverhältnismässig 

gewesen.

cc) Zutreffend ist, dass der Versicherte mit dem Eintritt des Schadenereignisses als 

erstes verpflichtet wird, Massnahmen zur Schadenminderung zu ergreifen. Dadurch 

soll vermieden werden, dass ein Schaden, den jemand von einem Versicherer tragen 

lassen kann, unnötig vergrössert wird. Dabei hat der Versicherungsnehmer die 

Weisungen des Versicherers zu beachten. Er hat sie auch dann zu befolgen, wenn er 

sie für unzweckmässig hält (vgl. dazu Kleiner, a.a.O., S. 96 und Hauswirth/Suter, a.a.O., 

S. 127 f.). Unter Vorbehalt der Pflicht zur Schadenminderung ist der 

Versicherungsnehmer sodann gehalten, Lage und Beschaffenheit der vom Ereignis 

betroffenen Sachen in dem Zustand zu belassen, in den sie durch den Schadenfall 

versetzt worden sind, damit der Versicherer einen Augenschein nehmen kann. Das 

Veränderungsverbot soll verhindern, dass der Versicherungsnehmer durch eine 

Verfälschung des angerichteten Zustandes die Ermittlungen über den Sachverhalt 

erschweren oder verunmöglichen oder sogar unberechtigte Ansprüche geltend machen 

kann (vgl. Hauswirth/Suter, a.a.O., S. 128 f.).

dd) Entgegen der Annahme der Beschwerdeführerin bestand im vorliegenden Fall keine 

Veranlassung, das beschädigte Blechdach zu entfernen und das Dach umgehend, vor 

der Abklärung der Schadenursache, in Stand stellen zu lassen. Dies gilt umso mehr, als 

der Schadenexperte nach ihren eigenen Angaben am 9. Februar 2004 erklärt hatte, er 

werde auf dem Dach einen Augenschein vornehmen, sobald das Gerüst stehe. Am 10. 

Februar 2004, als er den Schaden vor Ort aufnahm, war das Blechdach aber bereits 

demontiert, weshalb die genaue Ursache des Schadens nicht mehr geklärt werden 

konnte. Weil es in der näheren Umgebung des Gemeindehauses zu keinen 

vergleichbaren Gebäudeschäden gekommen ist, wäre dies indessen zur Klärung der 

Frage, ob ein Versicherungsfall vorliegt, unabdingbar gewesen. Hinzu kommt, dass die 

Beschwerdeführerin keine Ausführungen macht, warum es ihr aus sachlichen Gründen 

nicht möglich gewesen sein sollte, am beschädigten Dach vorerst eine Notabdeckung 

anzubringen. Sie macht lediglich geltend, sie habe aus Kostengründen darauf 

verzichtet. An dieser Beurteilung vermag sodann nichts zu ändern, dass die 

Beschwerdeführerin zu Recht davon ausgeht, sie sei verpflichtet gewesen, den 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Wassereinbruch zu unterbinden. Es besteht indessen kein Grund zur Annahme, dies 

wäre mit einer Notabdeckung nicht möglich gewesen.

4./ Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist. Die 

Beschwerdeführerin vermag den Nachweis nicht zu erbringen, dass "Sturmwind" im 

Sinn des Gesetzes am Gemeindehauses S. Schäden verursacht hat.

Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des 

Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine 

Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 des Gerichtskostentarifs, 

sGS 941.12). Nach Art. 95 Abs. 3 VRP werden vom Gemeinwesen, wenn es nicht 

überwiegend finanzielle Interessen verfolgt, in der Regel keine amtlichen Kosten 

erhoben. Ueberwiegend finanzielle Interessen werden verfolgt in Rechtsstreitigkeiten 

um geldwerte Ansprüche und Verpflichtungen, wobei die finanziellen Gesichtspunkte 

im Vordergrund stehen müssen (vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. 

gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 109 mit Hinweis). 

Dies trifft im vorliegenden Fall zu. Auf die Erhebung der Kosten bei der 

Beschwerdeführerin wird demnach nicht verzichtet. Die Gebühr ist mit dem geleisteten 

Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.

Ueber ein Gesuch um Zusprechung einer ausseramtlichen Entschädigung ist nicht zu 

befinden.

Demnach hat das Verwaltungsgericht zu Recht erkannt:

1./ Die Beschwerde wird abgewiesen.

2./ Die Beschwerdeführerin bezahlt die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens 

von Fr. 2'000.-- unter Verrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher 

Höhe.

3./ Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

V. R. W.

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

 

Zustellung dieses Entscheides an:

 

am:

die Beschwerdeführerin–

die Vorinstanz–

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Verwaltungsgericht, 25.01.2005
	Gebäudeversicherung. Schadenübernahme für ein Einzelobjekt; Veränderungsverbot; Art. 31 Ziff. 3 und Art. 43 und 44 GVG (sGS 873.1). Ob ein Sturmschaden vorliegt, beurteilt sich in erster Linie nach dem Schadenbild. Auch isoliert auftretende Windböen können einen Versicherungsfall auslösen. Folgen der Missachtung des Veränderungsverbots (Verwaltungsgericht, B 2004/178).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte