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**Case Identifier:** e7f93d62-b6c8-5c30-9852-4198f570d4b2
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-25
**Language:** de
**Title:** Schwyz Kantonsgericht Strafkammer 25.02.2025 STK 2024 29
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Gerichte/SZ_KG_003_STK-2024-29_2025-02-25.pdf

## Full Text

Kantonsgericht Schwyz

Urteil vom 25. Februar 2025
STK 2024 29

Mitwirkend Kantonsgerichtsvizepräsidentin Daniela Pérez-Steiner,
Kantonsrichter Jörg Meister, Ilaria Beringer,
Monique Schnell Luchsinger und Pius Schuler,
Gerichtsschreiberin Antoinette Hürlimann.

In Sachen A.________,
Beschuldigter, Berufungsführer und Anschlussberufungsgegner,
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________,

gegen

1. Staatsanwaltschaft, 1. Abteilung, Sicherheitsstützpunkt Biberbrugg, 
Einsiedlerstrasse 55, 8836 Bennau,
Anklagebehörde, Berufungsgegnerin und Anschlussberufungsführerin,
vertreten durch Staatsanwalt C.________, 

2. D.________,
Privatkläger, Berufungsgegner und Anschlussberufungsgegner,

3. E.________ AG,
Privatklägerin, Berufungsgegnerin und Anschlussberufungsgegnerin,

Kantonsgericht Schwyz 2

betreffend versuchte schwere Körperverletzung, Angriff, Reisen ohne gültigen Fahrausweis, 
Landesverweisung
(Berufung und Anschlussberufung gegen das Urteil des Strafgerichts Schwyz 
vom 9. April 2024, SGO 2023 13);-

hat die Strafkammer,

Kantonsgericht Schwyz 3

nachdem sich ergeben:

A. Die Staatsanwaltschaft erhob am 26. Mai 2023 gegen A.________ (nach-
folgend Beschuldigter) Anklage wegen versuchter schwerer Körperverletzung 
i.S.v. Art. 122 Abs. 1, Abs. 2 und Abs. 3 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB und 
Angriffs i.S.v. Art. 134 StGB sowie vorsätzlichen Reisens ohne gültigen 
Fahrausweis i.S.v. Art. 57 Abs. 3 PBG i.V.m. Art. 20 PBG, Art. 57 VPB. Dem 
Beschuldigten wird Folgendes vorgeworfen:

1.1
der versuchten schweren Körperverletzung 
im Sinne von Art. 122 Abs. 1, Abs. 2 und Abs. 3 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 
StGB,

[…]

1.2
des Angriffs
im Sinne von Art. 134 StGB,

[…]

bei folgendem Sachverhalt:

Am Sonntag, 22. Mai 2022 um 22:00 Uhr kam es an der 
O.________strasse xx in Siebenen SZ auf dem Parkplatz unmittelbar vor 
der Haustüre zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen 
A.________, G.________, H.________, I.________, J.________, 
K.________ und D.________. Anschliessend griffen die Vorgenannten 
D.________ tätlich an. Dabei verpasste A.________ D.________ mehrere 
Faustschläge ins Gesicht. Als dieser am Boden lag, versetzte A.________ 
jeweils mindestens einen heftigen Fusstritt gegen den Kopf sowie gegen 
den Rücken des am Boden liegenden D.________. Aufgrund dieser 
Schläge und Fusstritte erlitt D.________ unter anderem ein leichtes 
Schädel-Hirn-Trauma (Gehirnerschütterung), eine Rissquetschwunde 
über der linken Augenbraue und eine Zahnkronenfraktur.

A.________ wusste, dass Fusstritte und Faustschläge in den Kopfbereich 
eines am Boden liegenden Opfers – selbst wenn dieses sich zusammen-
rollt und den Kopf mit den Händen zu schützen versucht – sowie Fusstritte 
in den Rücken zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen der körperlichen 
Integrität führen können. Er wusste, dass der Kopf ein besonders sensibler 

Kantonsgericht Schwyz 4

Körperteil ist und Kopfverletzungen gravierende Folgen nach sich ziehen 
können. A.________ nahm durch sein Verhalten eine lebensgefährliche 
Verletzung oder eine andere schwere Schädigung des Körpers von 
D.________ zumindest in Kauf.

A.________ beteiligte sich wissentlich und willentlich an einer einseitigen, 
von feindseligen Absichten getragenen, gewaltsamen tätlichen Einwirkung 
mindestens zweier Personen auf den Körper eines Menschen und nahm 
dabei die Verletzung eines Menschen in Kauf.

2.
des vorsätzlichen Reisens ohne gültigen Fahrausweis
im Sinne von Art. 57 Abs. 3 PBG i.V.m. Art. 20 PBG, Art. 57 VPB,

[…]

bei folgendem Sachverhalt:

Am Mittwoch, 6. April 2022, um 16:02, fuhr A.________ wissentlich und 
willentlich mit einem Linienbus der E.________ AG, Liniennummer 
522_PASZ, in Galgenen SZ in Richtung Pfäffikon Bahnhof SZ, obwohl er 
über kein gültiges Busticket verfügte.

Anlässlich der ersten Hauptverhandlung vom 15. Dezember 2023 und der zwei-
ten bzw. fortgesetzten Hauptverhandlung vom 9. April 2024 wurden gleichzeitig 
die Anklagen gegen die Mitbeschuldigten G.________, I.________, 
K.________, H.________ und J.________ behandelt. Betreffend den Beschul-
digten A.________ stellten die Parteien folgende Anträge (Vi-act. 77):

Staatsanwaltschaft 

1. A.________ sei schuldig zu sprechen:

a. der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von 
Art. 122 Abs. 1, Abs. 2 und Abs. 3 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 
StGB;

b. des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB;
c. des vorsätzlichen Reisens ohne gültigen Fahrausweis im 

Sinne von Art. 57 Abs. 3 PBG i.V.m. Art. 57 VPB.

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2. A.________ sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 15 Mona-
ten, wovon 38 Tage durch Haft erstanden sind, und einer Busse von 
Fr. 100.00.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben und die Probezeit 
auf 4 Jahre festzusetzen.

4. Die Busse sei zu bezahlen. Bei schuldhaftem Nichtbezahlen der 
Busse sei an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 1 Tag aus-
zusprechen.

5. Der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 20. Fe-
bruar 2021 (G-1/2021/6238) für die Geldstrafe von 180 Tagessätzen 
zu Fr. 30.00 unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren gewährte 
bedingte Strafvollzug sei zu widerrufen und es sei der Vollzug dieser 
Geldstrafe anzuordnen.

6. Der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 19. Ja-
nuar 2022 (E-7/2021/33591) für die Geldstrafe von 60 Tagessätzen 
zu Fr. 10.00 unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren gewährte 
bedingte Strafvollzug sei zu widerrufen und es sei der Vollzug dieser 
Geldstrafe anzuordnen.

7. A.________ sei für 10 Jahre aus der Schweiz zu verweisen. Es sei 
die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informa-
tionssystem SIS anzuordnen.

8. Die Kosten des Verfahrens seien A.________ aufzuerlegen.

Privatkläger

1. Die Beschuldigten 1-6 seien im Sinne im Sinne der Anklage schuldig 
zu sprechen und dafür angemessen zu bestrafen.

2. Es sei im Grundsatz nach festzuhalten, dass die Beschuldigten 1-6 
dem Privatkläger gegenüber mit einer Haftungsquote von 100 % in 
zivilrechtlicher Hinsicht unter solidarischer Haftbarkeit vollumfäng-
lich schadenersatzpflichtig sind.

3. Die Beschuldigten seien unter solidarischer Haftbarkeit zu verpflich-
ten, dem Privatkläger eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 4‘000.00 
für den erlittenen immateriellen Schaden zu bezahlen.

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4. Die Beschuldigten seien unter solidarischer Haftbarkeit zu verpflich-
ten, dem Privatkläger für die Kosten der Rechtsvertretung den Be-
trag von Fr. 7‘929.00 inkl. MWST und des heutigen Aufwandes zu 
bezahlen.

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschuldig-
ten.

Verteidigung

1. A.________ sei vom Vorwurf der versuchten schweren Körperver-
letzung freizusprechen.

2. A.________ sei des Raufhandelns schuldig zu sprechen und unter 
Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft mit einer bedingt 
vollziehbaren Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je Fr. 10.00 zu be-
strafen. Die Probezeit sei auf drei Jahre festzusetzen.

3. A.________ sei des vorsätzlichen Reisens ohne gültigen Fahraus-
weis schuldig zu sprechen und mit einer Busse in Höhe von 
Fr. 100.00 zu bestrafen.

4. Auf den Widerruf der mit den Strafbefehlen vom 20. Februar 2021 
und 1. Dezember 2021 ausgesprochenen bedingten Geldstrafen sei 
zu verzichten und die dort angeordnete Probezeit um ein Jahr zu 
verlängern.

5. Die Zivilforderung von D.________ sei im Grundsatz gutzuheissen.

6. Die Zivilforderung der E.________ AG in Höhe von Fr. 195.00 sei 
gutzuheissen.

7. Unter gesetzlich vorgesehener Kosten- und Entschädigungsfolge.

Mit Urteil vom 9. April 2024 erkannte das Strafgerichts Schwyz wie folgt:

1. A.________ wird schuldig gesprochen

a) des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB zum Nachteil von 
D.________, begangen am 22. Mai 2022;

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b) des vorsätzlichen Reisens ohne gültigen Fahrausweis im 
Sinne von Art. 57 Abs. 3 PBG i.V.m. Art. 57 VPB zum Nach-
teil der E.________ AG, begangen am 6. April 2022.

2. A.________ wird mit einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten, unter An-
rechnung von 38 Tagen Untersuchungshaft, und einer Busse von 
Fr. 100.00 bestraft.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird bei einer Probezeit von 3 Jahren 
aufgeschoben.

4. Bei schuldhaftem Nichtbezahlen der Busse tritt an deren Stelle eine 
Ersatzfreiheitsstrafe von 1 Tag.

5. Vom Vollzug der von der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (G-
1/2021/6238) am 20. Februar 2021 ausgefällten und bei einer 2-jäh-
rigen Probezeit bedingt aufgeschobenen Geldstrafe von 180 Tages-
sätzen zu Fr. 30.00 wird abgesehen. Die Probezeit wird um ein Jahr 
verlängert.

6. Vom Vollzug der von der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (E-
7/2021/33591) am 19. Januar 2022 ausgefällten und bei einer 2-jäh-
rigen Probezeit bedingt aufgeschobenen Geldstrafe von 60 Tages-
sätzen zu Fr. 10.00 wird abgesehen. Die Probezeit wird um ein Jahr 
verlängert.

7. A.________ wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB für die 
Dauer von 5 Jahren aus der Schweiz verwiesen.

8. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener 
Informationssystem angeordnet. Diese gilt auch für allfällige Alias-
namen.

9. Zivilforderungen:

a) Es wird festgestellt, dass A.________ in solidarischer Haft-
barkeit mit den Mitbeschuldigten G.________, I.________, 
K.________, H.________ und J.________ für die Folgen aus 
dem Ereignis vom 22. Mai 2022 grundsätzlich schadenersatz-
pflichtig ist. Für die Beurteilung der Schadenersatzforderung 
bezüglich Schadenhöhe und Haftungsvoraussetzungen wird 
D.________ auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

b) Die Genugtuungsforderung von D.________ im Betrag von 
Fr. 4‘000.00 wird teilweise gutgeheissen und A.________ 
wird in solidarischer Haftbarkeit mit den Mitbeschuldigten 
G.________, I.________, K.________, H.________ und 

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J.________ verpflichtet, D.________ den Betrag von 
Fr. 1‘000.00 zu bezahlen. Im Übrigen wird die Genugtuungs-
forderung abgewiesen.

10. Die Dateien auf der Festplatte WD Elements (Dateien aus der Spie-
gelung ZG 588483), lagernd unter der Lager-Nr. yy, werden 
gelöscht und die Festplatte anschliessend der Kantonspolizei 
Schwyz zur gutscheinenden Verwendung überlassen.

11. Die vom Dienst Kriminaltechnik der Zuger Polizei auf dessen Syste-
men gespeicherten Daten werden vernichtet. Der Dienst Kriminal-
technik der Zuger Polizei wird mit der Vernichtung beauftragt (Fall 
ZG 2022 6 6).

12. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:
den Untersuchungs- und Anklagekosten   7‘951.80
den Gerichtskosten (inkl. Gerichtsgebühr)   5‘889.25
den Kosten der amtlichen Verteidigung 13‘291.35

Total      Fr. 27‘132.40

werden A.________ auferlegt. Bezüglich der Kosten für die amtli-
chen Verteidigungen bleibt Ziff. 14 vorbehalten.

13. A.________ wird verpflichtet, D.________ für dessen notwendige 
Aufwendungen im Verfahren anteilsmässig mit Fr. 1‘159.50 zu ent-
schädigen (inkl. Auslagen und MWST; Fr. 220.00 Stundenansatz; 
1/6 von Fr. 6‘957.05).

14. Amtliche Verteidigung:

a) Der amtliche Verteidiger Rechtsanwalt B.________, wird aus 
der Strafgerichtskasse mit Fr. 13‘291.35 (inkl. Auslagen und 
MWST; Fr. 180.00 Stundenansatz) entschädigt.

b) Die Auszahlung erfolgt in einem Betrag von Fr. 5‘866.80 an 
den amtlichen Verteidiger und in einem Betrag von 
Fr. 7‘424.55 an Rechtsanwalt F.________ (Substitut von 
Rechtsanwalt B.________).

c) Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden aufgrund der 
wirtschaftlichen Verhältnisse von A.________ einstweilen auf 
die Staatskasse genommen.

d) Vorbehalten bleibt die Rückzahlungspflicht von A.________ 
gemäss Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO.

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15.-16. [Zustellung und Rechtsmittel].

B. Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte fristgerecht bei der 
Vorinstanz Berufung an und erklärte nach Erhalt des begründeten Entscheids 
innert Frist folgendermassen Berufung beim Kantonsgericht (KG-act. 1-3):

1. Die Dispositiv-Ziffern 7., 8. und 12. des Urteils des Strafgerichts 
Schwyz vom 9. April 2024, SGO 2023 13, seien aufzuheben.

2. Von einer Landesverweisung sei abzusehen.

3. Die Kosten des Untersuchungs- und des Gerichtsverfahrens seien 
neu zu verlegen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für das Berufungsverfah-
ren zulasten des Staates.

Am 7. August 2024 erklärte die Staatsanwaltschaft Anschlussberufung mit fol-
genden Anträgen (KG-act. 5):

1. In Ergänzung von Dispositiv-Ziffer 1 des angefochtenen Urteils sei 
A.________ zusätzlich schuldig zu sprechen der versuchten schwe-
ren Körperverletzung im Sinnen von Art. 122 Abs. 1, Abs. 2 und 
Abs. 3 aStGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB.

2. In Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 2 des angefochtenen Urteils sei 
A.________ zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten, 
wovon 38 Tage durch Haft erstanden sind, und einer Busse von 
Fr. 100.00.

3. In Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 5 sei der mit Strafbefehl der 
Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 20. Februar 2021 (G-
1/2021/6238) für die Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 30.00 
unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren gewährte bedingte 
Strafvollzug zu widerrufen und es sei der Vollzug dieser Geldstrafe 
anzuordnen. 

4. In Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 6 sei der mit Strafbefehl der 
Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 19. Januar 2022 (E-
7/2021/33591) für die Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 10.00 

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unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren gewährte bedingte 
Strafvollzug zu widerrufen und es sei der Vollzug dieser Geldstrafe 
anzuordnen.

5. In Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 7 des angefochtenen Urteils sei 
A.________ im Sinne von Art. 66a lit. b StGB für die Dauer von 
10 Jahren aus der Schweiz zu verweisen.

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten von A.________.

Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 25. Februar 2025 wurde der Be-
schuldigte befragt. Die Staatsanwaltschaft hielt an ihren am 7. August 2024 ge-
stellten Anschlussberufungsanträgen fest (BVP Plädoyer S. 2 [KG-act. 32/1]). 
Die Verteidigung beantragte, es seien gemäss der Berufungserklärung vom 
23. Juni 2024 die Dispositiv-Ziffern 7., 8. und 12. des angefochtenen Urteils des 
Strafgerichts Schwyz vom 9. April 2024 aufzuheben, es sei von einer Landes-
verweisung abzusehen, die Kosten des Untersuchungs- und Gerichtsverfah-
rens seien neu zu verlegen und für das Berufungsverfahren seien die Kosten 
dem Staat aufzuerlegen (BVP Plädoyer S. 2 [KG-act. 32/3]).

Das Erkenntnis der Strafkammer des Kantonsgerichts vom 25. Februar 2025 
wurde den Parteien schriftlich zugestellt und ihnen gleichzeitig angezeigt, dass 
das Urteil begründet werde;-

in Erwägung:

1. Gegenstand des Berufungsverfahrens sind der von der Staatsanwalt-
schaft in Ergänzung von Dispositiv-Ziffer 1 des angefochtenen Urteils zusätzlich 
geforderte Schuldspruch wegen versuchter schwerer Körperverletzung, das 
Strafmass die Freiheitsstrafe betreffend (angefocht. Urteil Dispositiv-Ziffer 2), 

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der Widerruf des bedingten Vollzugs der von der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl 
am 20. Februar 2021 und am 19. Januar 2022 ausgefällten Geldstrafen (ange-
focht. Urteil Dispositiv-Ziffern 5 und 6), die Landesverweisung und die Aus-
schreibung im Schengener Informationssystem (angefocht. Urteil Dispositiv-Zif-
fern 7 und 8) sowie die Kostenauferlegung zulasten des Beschuldigten (ange-
focht. Urteil Dispositiv-Ziffer 12). 

Nicht angefochten sind die Schuldsprüche wegen Angriffs und vorsätzlichen 
Reisens ohne gültigen Fahrausweis (angefocht. Urteil Dispositiv-Ziffer 1.1 und 
1.b), das Strafmass betreffend die Anrechnung der Untersuchungshaft und die 
Busse von Fr. 100.00, der Vollzugspunkt hinsichtlich der Freiheitsstrafe inklu-
sive der Probezeit und der Busse (angefocht. Urteil Dispositiv-Ziffern 3 und 4), 
die Zivilforderungen (angefocht. Urteil Dispositiv-Ziffer 9), die Löschungs- bzw. 
Vernichtungsanordnungen (angefocht. Urteil Dispositiv-Ziffer 10 und 11), die 
Entschädigung des Privatklägers (angefocht. Urteil Dispositiv-Ziffer 13) und die 
Entschädigung der amtlichen Verteidigung (angefocht. Urteil Dispositiv-Ziffer 
14).

2. a) Nachfolgend zu prüfen ist der von der Staatsanwaltschaft zusätzlich 
geforderte Schuldspruch wegen versuchter schwerer Körperverletzung im 
Sinne von aArt. 122 Abs. 1, Abs. 2 und Abs. 3 StGB (bis 30. Juni 2023 in Kraft 
gestandene Fassung) i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB. Demnach macht sich strafbar, 
wer vorsätzlich einen Menschen lebensgefährlich verletzt, indem er vorsätzlich 
den Körper, ein wichtiges Organ oder Glied eines Menschen verstümmelt oder 
ein wichtiges Organ oder Glied unbrauchbar macht, einen Menschen bleibend 
arbeitsunfähig, gebrechlich oder geisteskrank macht, das Gesicht eines Men-
schen arg und bleibend entstellt und eine andere schwere Schädigung des Kör-
pers oder der körperlichen oder geistigen Gesundheit eines Menschen verur-
sacht, wobei der zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg nicht eintrat.

Kantonsgericht Schwyz 12

b) aa) In sachverhaltlicher Hinsicht bringt die Staatsanwaltschaft vor, aus der 
Videoaufnahme sei ersichtlich, dass der Beschuldigte dem am Boden liegenden 
wehrlosen Opfer zwei Fussstritte versetze, jedoch sei nicht feststellbar, ob die 
Fusstritte gegen den Oberkörper oder gegen den Kopf erfolgt seien. Der Be-
schuldigte gebe zwar an, er sei sich sicher, mit seinen zwei Fusstritten den Kopf 
des Opfers nicht getroffen zu haben. Dies erscheine fragwürdig, weil es sich um 
ein hektisches und dynamisches Geschehen gehandelt habe und es stockdun-
kel gewesen sei. Unter diesen Umständen sei es nicht möglich, die Fusstritte 
so zu dosieren und steuern, dass sie nicht den Kopf des Opfers treffen könnten. 
Auch seien die Aussagen des Beschuldigten nicht glaubhaft, weil er an jenem 
Tag sehr wütend auf den Privatkläger gewesen sei und sich für die Schläge am 
Morgen habe rächen wollen. Davon zeugten auch die Angaben von I.________, 
wonach der Beschuldigte ausgerastet und wild gewesen sei. Betreffend die In-
tensität der Tritte sei es als Schutzbehauptung anzusehen, wenn der Beschul-
digte behaupte, er habe das Opfer auf einer Skala von 1-10 mit einer Stärke 
von 1, höchstens 2 getreten. Es sei realitätsfremd, dass eine Person, die wie 
der Beschuldigte die Kontrolle verliere, nur sehr leichte Fusstritte ausgeführt 
haben soll. Aufgrund der Gesichtsverletzungen des Privatklägers könne sodann 
ausgeschlossen werden, dass die Tritte nur leicht gewesen seien. Selbst wenn 
der Beschuldigte „nur“ gegen den Rücken getreten haben sollte, hätten diese 
Tritte wegen der gleichzeitigen unkoordinierten Schläge und Fusstritte und weil 
sich das am Boden liegende Opfer verschoben habe, ohne Weiteres den Kopf 
treffen können (BVP, Plädoyer Staatsanwaltschaft S. 4 ff.).

bb) Betreffend des anhand der Videoaufzeichnungen von der Vorinstanz fest-
gestellten Geschehens bevor der Beschuldigte in Erscheinung tritt, kann in An-
wendung von Art. 82 Abs. 4 StPO auf die vorinstanzlichen Ausführungen im an-
gefochtenen Entscheid unter E. I./2.7 (mit Hinweis auf U-act. 8.1.002 f.) verwie-
sen werden. Zum weiteren Ablauf, das heisst ab dem Zeitpunkt, als der Be-

Kantonsgericht Schwyz 13

schuldigte auf der Videoaufzeichnung sichtbar wird, stellte die Vorinstanz Fol-
gendes fest: Der Beschuldigte habe einen Eisbeutel in der rechten Hand gehal-
ten und der Auseinandersetzung zunächst aus ca. einem Meter Distanz zuge-
schaut. Um 22:01:23/24 Uhr sei der Privatkläger von G.________, I.________, 
K.________ und H.________ zwischen den Autos hervorgezogen worden und 
auf den Boden gefallen. Der Beschuldigte habe zweimal den Fuss gehoben und 
jeweils leicht gegen den Rücken des Privatklägers getreten. Zwischen 22:01:24 
Uhr und 22:01:29 Uhr habe sich J.________ zwischen den Autos gebückt, sich 
wieder aufgerichtet, den Arm gehoben und ein Mobiltelefon kräftig in Richtung 
des am Boden liegenden Privatklägers geworfen. G.________, I.________, 
K.________ und H.________ hätten weiterhin auf den Privatkläger eingeschla-
gen. G.________ habe dem am Boden liegenden Privatkläger mehrere Fuss-
tritte versetzt. Inwieweit die anderen Beteiligten dem am Boden liegenden Pri-
vatkläger ebenfalls Fusstritte versetzt hätten, sei nicht ersichtlich (angefocht. 
Urteil E. I./2.7 S. 17). 

cc) Die Strafkammer des Kantonsgerichts schliesst sich den vorinstanzlichen 
Feststellungen den Beschuldigten betreffend bzw. ab dem Zeitpunkt als der Be-
schuldigte ins Blickfeld der Kamera tritt, mit den nachfolgenden Ergänzungen 
resp. Modifikationen an. Zunächst fällt auf, dass der Beschuldigte, als er zum 
Geschehen hinzutritt bzw. im Blickfeld sichtbar wird, dies eher langsam tut. 
Dafür, dass der Beschuldigte „ausgerastet und wild“ gewesen sein soll, beste-
hen aufgrund seines Verhaltens und seiner Körpersprache keinerlei Anzeichen. 
Im weiteren Verlauf ist ersichtlich, dass der Beschuldigte den rechten Fuss 
zweimal anhebt und in die Richtung des am Boden liegenden bzw. zu Boden 
gehenden Privatklägers tritt. Welchen Körperteil der Beschuldigte dabei traf, ist 
anhand der Videoaufnahme nicht mit abschliessender Sicherheit auszuma-
chen. Ebenfalls nicht feststellbar ist eine unmittelbare Reaktion des (Ober-)Kör-
pers des Privatklägers auf die beiden Tritte des Beschuldigten, wie die Vertei-
digung zu Recht vorbringt (BVP [KG-act. 32], S. 14). Während der Beschuldigte 

Kantonsgericht Schwyz 14

zweimal mit dem Fuss gegen den Privatkläger tritt, hält er weiterhin einen Ge-
genstand (Eisbeutel) in den Händen. Es ist nicht erkennbar, dass er die Tritte 
mit erheblichem Körpereinsatz ausgeführt, beispielsweise indem er Anlauf ho-
len oder mit dem rechten Fuss vor dem Tritt ausholen würde. Insbesondere 
vermittelt der zweite Fusstritt eher den Eindruck eines „Drauftretens“. Mithin 
kann eine besondere Intensität der Fusstritte, wie von der Staatsanwaltschaft 
vorgetragen wurde, nicht ausgemacht werden. Ihre Argumentation, wegen der 
erlittenen Gesichtsverletzungen könne nicht von leichten Fusstritten ausgegan-
gen werden, überzeugt auch deshalb nicht, weil nicht feststeht, dass diese über-
haupt von den Fusstritten des Beschuldigten stammen. Wie erwähnt, gibt die 
Videoaufnahme keinen zuverlässigen Aufschluss darüber, welchen Körperteil 
die Tritte trafen und es zudem naheliegender ist, dass die fraglichen Verletzun-
gen im Gesicht von den Schlägen und Tritten der anderen Beteiligten stammen 
dürften. Jedenfalls erlaubt somit die Art der erlittenen Gesichtsverletzungen kei-
nen Rückschluss auf die Intensität der Fusstritte des Beschuldigten. Ebenso 
teilt die Strafkammer die Auffassung der Staatsanwaltschaft nicht, dass im Zeit-
punkt, als der Beschuldigte zweimal nach dem Privatkläger trat, eine vollkom-
men unkontrollierte Situation herrschte und er infolge der Dunkelheit gar nicht 
gesehen haben konnte, wohin er trat. Zum einen hatte das Geschehen, als der 
Beschuldigte auf den Plan trat, was die Verteidigung zutreffend bemerkt (BVP, 
S. 14), bereits etwas an Dynamik eingebüsst, denn der Privatkläger lag schon 
am Boden bzw. kam gerade in diesem Augenblick (definitiv) zu Boden, was 
indes nicht ausschliesst, dass der Beschuldigte seine Tritte gezielt auf den Rü-
cken des Privatklägers zu lenken vermochte. Zum anderen kann es nicht derart 
dunkel gewesen sein, dass für den Beschuldigten überhaupt nicht wahrnehm-
bar gewesen wäre, wohin er trat, ansonsten wäre eine Videoaufnahme ohne 
Infrarotfunktion gar nicht möglich gewesen. Davon, dass der Beschuldigte auf-
grund der optischen Verhältnisse nicht zu unterscheiden vermochte, ob seine 
Fusstritte den Rücken oder den Kopf treffen, kann somit nicht ausgegangen 
werden. 

Kantonsgericht Schwyz 15

dd) In Bezug auf die Aussagen von I.________, wonach der Beschuldigte 
„ausgerastet und wild“ gewesen sei und mehrheitlich auf den Beschuldigten ein-
geschlagen haben soll, erwog die Vorinstanz, diese würden den Videoaufzeich-
nungen widersprechen und seien auch angesichts dessen, dass der aufgrund 
seiner am Morgen infolge der Auseinandersetzung mit dem Privatkläger erlitte-
nen Verletzungen (insb. Fraktur am rechten Jochbein und Fraktur an der Nase) 
angeschlagene Beschuldigte dazu kaum in der Lage gewesen sei, nicht glaub-
haft. Vielmehr sei, so die Vorinstanz, anzunehmen, dass I.________ den Be-
schuldigten mit G.________ verwechselte (angefocht. Urteil E. I./2.7 S. 18). Die 
Staatsanwaltschaft erläutert dazu nicht näher, weshalb ihrer Auffassung nach 
die Annahme einer Verwechslung seitens von I.________ unrichtig sein soll. 
Wie vorstehend erwähnt, sieht auch die Strafkammer auf der Videoaufzeich-
nung keine Hinweise dafür, dass der Beschuldigte „ausgerastet und wild“ ge-
wesen sein soll bzw. ein entsprechendes Gebaren an den Tag legte. Immerhin 
hatte auch G.________ ein Motiv, auf den Privatkläger wütend zu sein, nach-
dem G.________ diesem unterstellte, sein Auto zerkratzt zu haben (U-
act. 10.2.002 Rz. 103 ff.). Schliesslich ist ebenso zu berücksichtigen, dass 
selbst I.________, der zuerst aussagte, der Beschuldigte habe auch noch auf 
den Privatkläger eingeschlagen, als dieser am Boden gelegen habe (U-
act. 10.2.006 Rz. 173), in derselben Hafteinvernahme bei späterer Gelegenheit 
aussagte, er sei diesbezüglich „nicht sicher“ (U-act. 10.2.006 Rz. 311). Somit 
ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz auf die den Beschuldigten belas-
tenden Aussagen von I.________ nicht abstellte. Die Strafkammer schliesst 
sich denn auch den vorinstanzlichen Erwägungen die Aussagen von 
I.________ betreffend vollumfänglich an. 

c) Es bleibt somit nach dem Gesagten dabei, dass aus sachverhaltlicher 
Hinsicht davon auszugehen ist, dass der Beschuldigte, was dieser zugesteht, 
zweimal leicht gegen den Rücken des Privatklägers trat. Bezüglich der weiteren 
vorinstanzlichen Schlussfolgerungen bzw. in rechtlicher Hinsicht hat es damit 

Kantonsgericht Schwyz 16

bei den Erwägungen im angefochtenen Urteil ebenso sein Bewenden, nämlich, 
dass die erlittenen Verletzungen (insbesondere die erheblicheren Verletzun-
gen, also leichtes Schädelhirntrauma, Würgemale am Hals, mehrere Bluter-
güsse am Kopf mit einer Rissquetschwunde über der linken Augenbraue und 
eine Zahnkronenfraktur, vgl. U-act. 14.1.003 ff.) nicht auf die beiden leichten 
Fusstritte zurückzuführen sind und dem Beschuldigte damit weder die Absicht 
noch die Inkaufnahme einer schweren Körperverletzung unterstellt werden 
kann (angefocht. Urteil E. I./3.1-3.3). Was die von der Verteidigung aufgewor-
fene Frage der Konkurrenz betrifft (BVP, S. 18), erübrigen sich diesbezüglich 
weitere Erörterungen, weil einerseits ein zusätzlicher Schuldspruch wegen ver-
suchter schwerer Körperverletzung nicht erfolgen kann und andererseits der 
Schuldspruch wegen Angriffs nicht angefochten wurde, weshalb dieser nicht 
mehr überprüft werden kann. Folglich bleibt es nach dem Gesagten beim 
Schuldspruch wegen Angriffs.

3. a) Die Staatsanwaltschaft focht die Strafzumessung mit Blick auf den von 
ihr zusätzlich beantragten Schuldspruch wegen versuchter schwerer Körperver-
letzung an. Hingegen machte sie, keine Ausführungen zur vorinstanzlichen Be-
messung der Freiheitsstrafe, soweit ausschliesslich der vorinstanzliche Schuld-
spruch bestätigt wird (BVP, Plädoyer Staatsanwaltschaft S. 7 ff.). Hinsichtlich 
der rechtlichen Grundlagen der Strafzumessung, des Strafrahmens sowie der 
Tat- und Täterkomponenten kann in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO auf 
die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (angefocht. Urteil E. II./1.-
6.). Ergänzend ist festzuhalten, dass die Strafkammer auch die Auffassung der 
Vorinstanz teilt, wonach vorliegend angesichts der – wenngleich nicht einschlä-
gigen – Delinquenz noch innerhalb der Probezeit eine Freiheitsstrafe geboten 
erscheint (Verurteilungen in den Jahren 2021 und 2022 wegen rechtswidrigen 
Aufenthalts und Ausübung einer Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung, vgl. ange-
focht. Urteil E. II./6. mit Hinweis auf Art. 41 Abs. 1 StGB). Ebenso erachtet die 
Strafkammer die Bemessung der Freiheitsstrafe von sechs Monaten noch als 

Kantonsgericht Schwyz 17

schuldangemessen, wobei das Verschulden zwar noch nicht im mittleren Be-
reich einzustufen ist, jedoch fällt insbesondere der Umstand ins Gewicht, dass 
der Beschuldigte sich an einem Angriff mit einer erheblichen Überzahl gegenü-
ber einem einzelnen Opfer beteiligte und darüber hinaus sein eigener Tatbeitrag 
in Form von zwei leichten Tritten in den Rücken des Privatklägers durchaus 
vermeidbar gewesen wäre (vgl. zu den übrigen Tatkomponenten angefocht. Ur-
teil E. II./4.). Somit hat es für den Angriff bei einer Freiheitsstrafe von sechs 
Monaten sein Bewenden.

b) Keine Änderungen ergeben sich bezüglich des aufgeschobenen Vollzu-
ges der Freiheitsstrafe; diesbezüglich kann auf die zutreffenden vorinstanzli-
chen Erwägungen verwiesen werden (angefocht. Urteil E. II./7.), wobei ergän-
zend festzuhalten ist, dass angesichts der nicht einschlägigen vorangehenden 
Delinquenz nicht von einer ungünstigen Prognose ausgegangen werden kann 
(Art. 42 Abs. 1 StGB; BGE 134 IV 1 E. 4.2.2). Was die von der Vorinstanz an-
geordnete Probezeit von drei Jahren betrifft, begründete die Staatsanwaltschaft 
die beantragte Erhöhung auf vier Jahre nicht näher, weshalb es bei drei Jahren 
zu bleiben hat. Kommt hinzu, dass die Strafkammer mit der Vorinstanz einig-
geht, dass angesichts der verbleibenden Bedenken aufgrund der Vorstrafen 
eine über das Minimum von zwei Jahren hinausgehende Probezeit von drei 
Jahren angemessen erscheint (vgl. dazu angefocht. Urteil E. II./7.).

c) Die Staatsanwaltschaft verlangt den Widerruf des bedingten Vollzugs der 
Geldstrafen gemäss den Strafbefehlen der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 
20. Februar 2021 (G-1/2021/6238; Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 
Fr. 30.00) und vom 19. Januar 2022 (E-7/2020/33591; Geldstrafe von 60 Ta-
gessätzen von Fr. 10.00). Sie begründet ihren Antrag damit, dass davon aus-
gegangen werden müsse, dass der Beschuldigte weitere Straftaten gegen das 
Ausländer- und Integrationsgesetz verüben werde (BVP, Plädoyer Staatsan-

Kantonsgericht Schwyz 18

waltschaft S. 9). Die Verteidigung schliesst sich der vorinstanzlichen Begrün-
dung an, wonach dem Beschuldigten keine ungünstige Prognose zu stellen sei 
und es sich nicht um einschlägige Vorstrafen handle (vgl. angefocht. Urteil 
E. II./4.). Ein während der Probezeit begangenes Verbrechen oder Vergehen 
führt nicht zwingend zum Widerruf des bedingten Strafaufschubs. Dieser soll 
nur erfolgen, wenn wegen der erneuten Straffälligkeit eine eigentliche Schlecht-
prognose besteht. Die Bewährungsaussichten sind anhand einer Gesamtwür-
digung der Tatumstände, des Vorlebens, des Leumunds sowie aller weiteren 
Tatsachen zu beurteilen, die gültige Schlüsse etwa auf den Charakter des 
Täters sowie Entwicklungen in seiner Sozialisation und im Arbeitsverhalten bis 
zum Zeitpunkt des Widerrufsentscheids zulassen (BGer 6B_355/2021 vom 22. 
März 2023 E. 2.3.1 mit Hinweis auf BGE 134 IV 140 E. 4.3). Vorliegend wurde 
dem Beschuldigte bezüglich der Freiheitsstrafe der bedingte Vollzug gewährt. 
Diese Warnwirkung ist auch bei der Beurteilung der Prognose im Zusammen-
hang mit dem Widerruf zu berücksichtigen (Schneider/Roy Garré, in: Niggli/Wi-
prächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. A. 2019, Art. 46 StGB 
N 43). Mithin kann dem Beschuldigten zumindest für einschlägige Delikte (d.h. 
Körperverletzungsdelikte), analog der Beurteilung des bedingten Strafvollzugs, 
keine ungünstige Prognose gestellt werden, wenngleich gewisse Bedenken hin-
sichtlich weiterer Vergehen gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz nicht 
von der Hand zu weisen sind, was indessen, auch aufgrund des persönlichen 
Eindrucks vom Beschuldigten, noch nicht ausreicht, ihm grundsätzlich eine 
schlechte Bewährungsprognose zu stellen. Der Verzicht vom Vollzug der bei-
den Strafbefehle bzw. die damit einhergehende Verlängerung der Probezeit um 
ein Jahr ist folglich zu bestätigen.

4. Der Beschuldigte beantragt, es sei von einer Landesverweisung abzuse-
hen.

Kantonsgericht Schwyz 19

a) Das Gericht verweist den Ausländer, unabhängig von der Höhe der Strafe 
für 5–15 Jahre aus der Schweiz, wenn er insbesondere wegen Angriffs im Sinne 
von Art. 134 StGB verurteilt wurde (Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB). Der Beschul-
digte wurde insbesondere dieses Delikts schuldig gesprochen, womit unbestrit-
tenermassen eine Katalogtat nach Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB vorliegt und somit 
– vorbehältlich eines Härtefalls und des Ergebnisses der Interessenabwägung 
– obligatorisch eine Landesverweisung zu erfolgen hat.

b) Das Gericht kann ausnahmsweise von einer Landesverweisung absehen, 
wenn diese für den Ausländer einen schweren persönlichen Härtefall bewirken 
würde und die öffentlichen Interessen an der Landesverweisung gegenüber den 
privaten Interessen des Ausländers am Verbleib in der Schweiz nicht überwie-
gen. Dabei ist der besonderen Situation von Ausländern Rechnung zu tragen, 
die in der Schweiz geboren oder aufgewachsen sind (Art. 66a Abs. 2 StGB). 
Die Härtefallklausel dient der Umsetzung des Verhältnismässigkeitsprinzips 
(vgl. Art. 5 Abs. 2 BV; BGE 145 IV 364 E. 3.2 und 144 IV 332 E. 3.1.2 je 
m.w.H.). Sie ist restriktiv anzuwenden (BGE 146 IV 105 E. 3.4.2). Nach der bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung lässt sich zur kriteriengeleiteten Prüfung des 
Härtefalls im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB der Kriterienkatalog der Bestim-
mung über den „schwerwiegenden persönlichen Härtefall“ in Art. 31 Abs. 1 der 
Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbs-
tätigkeit (VZAE; SR 142.201) heranziehen. Zu berücksichtigen sind namentlich 
der Grad der (persönlichen und wirtschaftlichen) Integration, einschliesslich fa-
miliärer Bindungen des Ausländers in der Schweiz bzw. in der Heimat, die Auf-
enthaltsdauer, der Gesundheitszustand und die Resozialisierungschancen. 
Ebenso ist der Rückfallgefahr und wiederholter Delinquenz Rechnung zu tra-
gen. Bei der Härtefallprüfung ist nicht schematisch ab einer gewissen Aufent-
haltsdauer von einer Verwurzelung in der Schweiz auszugehen. Es ist vielmehr 
anhand der gängigen Integrationskriterien eine Einzelfallprüfung vorzunehmen. 
Der besonderen Situation von in der Schweiz geborenen oder aufgewachsenen 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=01.01.2020&to_date=13.09.2021&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22Art.+66a+Abs.+2+StGB%22&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F145-IV-364%3Ade&number_of_ranks=0#page364
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Kantonsgericht Schwyz 20

Ausländern wird dabei Rechnung getragen, indem eine längere Aufenthalts-
dauer, zusammen mit einer guten Integration – beispielsweise aufgrund eines 
Schulbesuchs in der Schweiz – in aller Regel als starke Indizien für ein gewich-
tiges Interesse an einem Verbleib in der Schweiz und damit für das Vorliegen 
eines Härtefalls zu werten sind. Die Sachfrage entscheidet sich in einer Inter-
essenabwägung nach Massgabe der öffentlichen Interessen an der Landesver-
weisung. Nach der gesetzlichen Systematik ist die obligatorische Landesver-
weisung anzuordnen, wenn die Katalogtaten einen Schweregrad erreichen, so-
dass die Landesverweisung zur Wahrung der inneren Sicherheit notwendig er-
scheint. Diese Beurteilung lässt sich strafrechtlich nur in der Weise vornehmen, 
dass massgebend auf die verschuldensmässige Natur und Schwere der Tatbe-
gehung, die sich darin manifestierende Gefährlichkeit des Täters für die öffent-
liche Sicherheit und auf die Legalprognose abgestellt wird (BGer 6B_1077/2020 
vom 2. Juni 2021 mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). 

c) Die Verteidigung macht zur Begründung des Härtefalls zusammengefasst 
geltend, dass die fehlende wirtschaftliche Integration des Beschuldigten einzig 
dem Arbeitsverbot geschuldet sei. Der Beschuldigte würde aber gerne arbeiten 
und seinen Lebensunterhalt eigenständig finanzieren. Wäre ihm erlaubt, einer 
Arbeitstätigkeit nachzugehen, vermöchte er sich in kürzester Zeit in den Arbeits-
markt zu integrieren. Unzutreffend sei die Annahme der Vorinstanz, der Be-
schuldigte sei sozial nicht integriert. Er halte sich seit gut neun Jahren in der 
Schweiz auf, spreche sehr gut Deutsch und halte sich an die hiesigen Werte. 
Dass er gegen das Arbeitsverbot verstossen habe, sei in seiner Situation 
menschlich nachvollziehbar, denn er habe etwas dazuverdienen und sich nütz-
lich machen wollen. Seit rund sieben Jahren sei er in einer festen Beziehung 
mit einer Frau aus dem Kanton Zürich, die albanische Wurzeln habe. Er über-
nachte drei- bis viermal pro Woche bei ihr und unternehme viel mit Personen 
aus dem Freundeskreis seiner Partnerin. In der Notunterkunft M.________ 
habe er noch nie übernachtet. Dieser Umstand zeige, wie gut der Beschuldigte 

Kantonsgericht Schwyz 21

zwischenzeitlich integriert sei. Finanziell werde er von seiner Partnerin und von 
einem in London lebenden Onkel unterstützt. Er habe, abgesehen von den bis-
herigen Strafverfahren, keine Schulden. Das ihm zustehende Notgeld von 
Fr. 10.00 pro Woche nehme er nur selten in Anspruch. Es treffe zu, dass die 
Mutter des Beschuldigten und seine Geschwister nach wie vor im Irak lebten. 
Er würde gerne zurückkehren, jedoch drohe ihm im Falle der Rückkehr unmit-
telbar die Verhaftung. Es werde auf den am 6. November 2015 vom Untersu-
chungsgericht Zakho ausgestellten Haftbefehl, lautenden auf den Beschuldig-
ten, verwiesen. Der Beschuldigte sei irakischer Kurde. Die Familie habe im Juni 
2014 mit seiner Familie aus Mossul vor den Angriffen der IS flüchten müssen. 
Der Vater des Beschuldigten, L.________, habe die Familie bis an die Grenze 
der Autonomen Region Kurdistan gebracht. Ziel sei die Stadt Sulaymaniyyah 
gewesen, wo der Onkel des Beschuldigten lebte und noch lebt. Der Vater sei 
auf der irakischen Seite geblieben. Beim Grenzübertritt habe der Beschuldigte 
erfahren, dass der Vater von der kurdischen Autonomiebehörde gesucht werde 
und er für den Vater bürgen müsse, dass dieser sich den kurdischen Behörden 
stelle, ansonsten dem Beschuldigten die Einreise nach Kurdistan verweigert 
worden wäre. In dieser ausweglosen Situation habe sich der Beschuldigte ent-
schieden, die Bürgschaft zu unterzeichnen, um sich und seine restliche Familie 
in Sicherheit bringen zu können. Der Beschuldigte habe danach noch telefoni-
schen Kontakt mit dem Vater gehabt, im März 2015 sei dieser aber abgebro-
chen. Im Mai oder Juni 2015 hätten die kurdischen Behörden den Beschuldigten 
vorgeladen und zum Aufenthalt seines Vaters befragt. Er sei aufgefordert wor-
den, seinen Vater zu den Behörden zu bringen. Im September 2015 habe die 
Polizei den Beschuldigten im Haus des Onkels gesucht. Der Beschuldigte sei 
allerdings nicht dort gewesen. Anfang Oktober 2015 sei er ausser Landes nach 
Europa geflohen. Aufgrund dieser Situation bestehe keine Aussicht auf Wieder-
eingliederung am Ort, wo seine Familie lebe, denn ihm drohe bei der Rückkehr 
die Verhaftung wegen der Bürgschaft für den Vater (BVP, Plädoyer Verteidi-
gung S. 4 ff.).

Kantonsgericht Schwyz 22

d) Der Beschuldigte sagte vor Schranken des Kantonsgerichts aus, er dürfe 
in der Schweiz nicht arbeiten. Er bekomme Fr. 300.00 pro Monat bzw. Fr. 10.00 
pro Tag. Er werde auch von seiner Freundin unterstützt (BVP, Fragen 9, 10 und 
15). Private Schulden habe er nicht, allerdings bestünden solche im Zusam-
menhang mit den Strafbefehlen (a.a.O., Frage 17). Er habe hier einen guten 
Freundeskreis und kenne sich in der Deutschschweiz gut aus. Sein Freundes-
kreis bestehe mehr aus Ausländern, aber er habe auch Schweizer Kolleginnen 
und Kollegen. Seine Freundin sei Albanerin und verfüge über eine C-Bewilli-
gung (a.a.O., Fragen 18-21). Er habe Kontakt zur Mutter und zu den Geschwis-
tern, die im Irak lebten; ob sein Vater noch lebe und wo er allenfalls lebe, wisse 
er nicht (a.a.O., Frage 22). Sein Vater habe „irgendetwas gegen die kurdischen 
Behörden“ gemacht (a.a.O., Frage 27). Seine Familie sei sicher, aber er werde 
gesucht, weil er für seinen Vater bürge. Seine Mutter und seine jüngeren Ge-
schwister (vier Schwestern und ein Bruder) würden nicht gesucht (a.a.O., Fra-
gen 29-31). Er habe zwei- bis dreimal pro Woche Kontakt mit seiner Mutter 
(a.a.O., Frage 32). Die Mutter und die unverheirateten Geschwister würden im-
mer noch bei seinem Onkel leben und dieser sorge für sie (a.a.O., Frage 33). 
Auf die Frage, was der Beschuldigte tagsüber mache, weil er ja nicht arbeiten 
könne, gab er an, „den ganzen Tag durchschlafen“. Er werde langsam psy-
chisch krank, weil er nichts machen könne (a.a.O., Frage 35). Den für ihn ge-
buchten Ausschaffungsflug habe er wegen seiner Freundin nicht wahrgenom-
men und weil er, wenn er in den Irak zurückkehren würde, dort festgenommen 
würde. Wenn er in der Schweiz festgenommen werde, sei dies im Unterschied 
zum Irak „wie im Hotel“ (a.a.O., Frage 39). Auf die Frage, welche Strafe ihn 
erwarten würde, wenn er in den Irak zurückkehren würde, erklärte der Beschul-
digte, er wisse es nicht genau, aber wenn man für jemanden rüge, gehe die 
Strafe nie weg, ausser man bringe den Behörden denjenigen, für den man 
bürge oder zahle die Strafe. Sein Vater scheine „etwas Grosses“ gegen die kur-
dischen Behörden gemacht zu haben (a.a.O., Frage 42; der Verteidiger ergänzt, 
L.________ werde „Hochverrat“ vorgeworfen).

Kantonsgericht Schwyz 23

e) Zu den allgemeinen Lebensumständen des Beschuldigten ergibt sich Fol-
gendes: Der Beschuldigte ist irakischer Kurde und wurde in Mossul/Irak gebo-
ren (HVP, Frage 2; U-act. 1.1.011). Er hat vier Schwestern und einen Bruder. 
Gemäss eigenen Angaben schloss er im Irak die 2. Primarklasse ab; wegen des 
Sturzes von Saddam habe er die Schule nicht weiter besucht. In der Folge habe 
er zusammen mit seinem Vater bis im Juni 2014 in einer Autowerkstatt gearbei-
tet (U-act. 1.1.011). Laut seinen Aussagen ist der Beschuldigte im Juni 2014 
zusammen mit seinen Geschwistern und seiner Mutter in den kurdischen Teil 
des Irak geflohen, wo die Mutter und die unverheirateten Geschwister heute 
noch bei einem Onkel lebten. Von dort aus verliess der Beschuldigte Anfang 
Oktober 2015 den Irak (U-act. 1.1.010). Am 28. Oktober 2015 reiste er in die 
Schweiz ein und wurde dem Kanton Zürich zugewiesen. Sein Asylgesuch 
wurde vom Staatssekretariat für Migration (SEM) bzw. auf Beschwerde hin vom 
Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 8. Oktober 2018 rechtskräftig abge-
wiesen. Der darauffolgenden Ausreiseaufforderung kam er nicht nach (U-
act. 1.1.010). 

f) Der seit gut neun Jahren in der Schweiz lebende Beschuldigte hat hier 
keine familiären Beziehungen (HVP, Frage 15). Seine Familie lebt im Irak, ein 
Onkel in London. Insbesondere zu seiner Mutter steht er in regelmässigem Kon-
takt. Ob sein Vater noch lebt, ist ihm nicht bekannt. Der Beschuldigte ist ledig, 
steht aber gemäss eigenen Aussagen seit sieben Jahren in einer Beziehung mit 
einer in der Schweiz niedergelassenen Albanerin (C-Bewilligung). Ausserdem 
soll er einen grossen Kollegenkreis haben, wobei nach seinen Angaben dieser 
mehrheitlich aus ausländischen Staatsangehörigen besteht; er habe aber auch 
Schweizer Kolleginnen und Kollegen. Der Beschuldigte lebt teilweise bei seiner 
Freundin; ausserdem steht ihm die (Not-)Unterkunft in P.________ zur Verfü-
gung. Der Beschuldigte ist als abgewiesener Asylbewerber in der Schweiz nicht 
zur Aufnahme einer Arbeitstätigkeit berechtigt. Er erhält eine monatliche Not-

Kantonsgericht Schwyz 24

hilfe von Fr. 300.00, wobei er eigenen Angaben zufolge auch von seiner Freun-
din und vom in London lebenden Onkel unterstützt wird. Über Vermögen verfügt 
er nicht, es bestehen indessen Schulden gegenüber dem Staat (Strafbefehle 
wegen ausländerrechtlicher Vergehen, vgl. dazu nachstehend unter E. 4.g). Der 
Beschuldigte ist grundsätzlich gesund (HVP, Frage 7). Was die persönliche In-
tegration in der Schweiz betrifft, ist zu verzeichnen, dass er die hiesige Sprache 
gut beherrscht, was durchaus positiv zu werten ist. Weiter verfügt er mit seiner 
Freundin, mit der er schon eine längere Beziehung pflegt, und zahlreichen, 
hauptsächlich ausländischen Bekanntschaften zwar über ein gewisses soziales 
Netz in der Schweiz, das allerdings mehrheitlich aus ausländischen Personen 
besteht, so dass nur von wenigen bestehenden Beziehungen mit Schweizerin-
nen und Schweizern auszugehen ist. Für den Beschuldigten spricht ebenso, 
dass er neben den aus den Strafverfahren erwachsenen Kosten trotz fehlen-
dem Einkommen über keine weiteren Schulden verfügt. In wirtschaftlicher Hin-
sicht fehlt hingegen eine Integration vollständig, auch wenn dem Beschuldigten 
zuzugestehen ist, dass er, hätte er eine Arbeitserlaubnis, sich gerade wegen 
seiner guten sprachlichen Fähigkeiten durchaus in den Arbeitsprozess einzufü-
gen vermöchte. Insgesamt muss die Integration in der Schweiz aber als unter-
durchschnittlich gewertet werden. Denn, wie erwähnt und obschon dies nicht 
auf fehlendes Bemühen des Beschuldigten zurückzuführen ist, ist eine wirt-
schaftliche Integration nicht gegeben und die persönliche Eingliederung in die 
schweizerische Gesellschaft, abgesehen von der Beziehung mit einer in der 
Schweiz niedergelassenen ausländischen Staatsangehörigen und trotz vieler 
Bekanntschaften, nicht als vertieft angesehen werden kann. Ebenso vermag die 
Aufenthaltsdauer von gut neun Jahren daran nichts zu ändern, umso weniger 
als sich der Beschuldigte seit Ende 2018 illegal in der Schweiz aufhält.

g) In die Beurteilung der Integration miteinzubeziehen ist auch die frühere 
relevante Delinquenz (BGer 7B_1055/2023 vom 12. März 2025 E. 2.4.5). Was 

Kantonsgericht Schwyz 25

die Einträge im Schweizerischen Strafregister betrifft, wurde gegen den Be-
schuldigten, wie bereits vorstehend unter E. 3.c erwähnt, am 20. Februar 2021 
von der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl ein Strafbefehl wegen Ausübung einer 
Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung und rechtswidrigen Aufenthalts i.S.v. Art. 115 
Abs. 1 lit. c AIG erlassen. Ein weiterer Strafbefehl von derselben Behörde datiert 
vom 19. Januar 2022 ebenfalls wegen rechtswidrigen Aufenthalts i.S.v. Art. 115 
Abs. 1 lit. c AIG. Hinzu tritt die zufolge unterbliebener Anfechtung erfolgte Ver-
urteilung im vorliegenden Verfahren wegen Angriffs i.S.v. Art. 134 StGB. Des 
Weiteren ist ein Strafverfahren vor der Staatsanwaltschaft Schwyz wiederum 
wegen rechtswidrigem Aufenthalts und Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung sowie 
wegen Missachtung der Ein- oder Ausgrenzung i.S.v. Art. 119 Abs. 1 AIG hän-
gig (KG-act. 17). Ohne mit Blick auf die für den Beschuldigten geltende Un-
schuldsvermutung den Ausgang dieses Verfahren vorwegnehmen zu wollen, 
ist, obwohl sich im jetzigen Verfahren der Vollzug der Freiheitsstrafe nicht auf-
drängt, die Befürchtung nicht von der Hand zu weisen, dass der Beschuldigte 
in der Schweiz künftig weitere Delikte begehen wird. Der zum Ausdruck ge-
brachte Willen des Beschuldigten, die hiesigen Gesetze zu beachten (HVP, 
Frage 11), steht denn auch im Widerspruch zu den bisher rechtskräftigen Ver-
urteilungen sowie insbesondere seiner Weigerung trotz rechtskräftiger Wegwei-
sung, das Land zu verlassen. Zu beachten ist sodann, dass, auch wenn im ak-
tuellen Verfahren die Freiheitsstrafe bedingt ausgesprochen und auf den Wi-
derruf des bedingten Vollzuges der beiden Strafbefehle der Staatsanwaltschaft 
Zürich-Sihl verzichtet wird, aufgrund der unterschiedlichen Zielsetzungen von 
Straf- und Ausländerrecht im ausländerrechtlichen Bereich ein strengerer Mass-
stab anzusetzen ist (zit. 7B_1055/2023 E. 2.4.9). Mithin ist im Zusammenhang 
mit der Landesverweisung in der Gesamtwürdigung von einem erhöhten Risiko 
für die Begehung weiterer Delikte auszugehen.

h) Was die Reintegrationsmöglichkeit in der Heimat anbetrifft, ist festzuhal-
ten, dass der Beschuldigte bis zu seinem 23. Altersjahr im Irak lebte, dort die 

Kantonsgericht Schwyz 26

Schule besuchte und einer Arbeitstätigkeit in einer Autowerkstatt nachging. Der 
Beschuldigte kennt somit die Sprache und Kultur seines Herkunftslandes. Aus-
serdem leben seine Geschwister und seine Mutter dort, mit denen er nach wie 
vor in regelmässigem Kontakt steht. Der Beschuldigte verfügt somit in seiner 
Heimat über gefestigte familiäre Strukturen, auf die er zurückgreifen kann. Es 
kann ohne Weiteres angenommen werden, dass er sich dort auch wirtschaftlich 
integrieren kann, weil er die dortigen Sitten und Gebräuche kennt und bereits 
früher im Arbeitsprozess eingebunden war. Es kann folglich davon ausgegan-
gen werden, dass für den Beschuldigte in seiner Heimat grundsätzlich intakte 
Resozialisierung- und Integrationsmöglichkeit bestehen. 

i) Laut den Angaben des Amts für Migration ist für den Beschuldigten, ge-
gen den eine gültige Wegweisung vorliegt, schon viermal ein Sonderflug in den 
Irak gebucht worden, die er aber nicht wahrnahm. Es sei nicht gelungen, ihn 
rechtzeitig in Ausschaffungshaft zu nehmen. Aktuell liege noch bis Mitte März 
2025 ein gültiges Laisser-passer für die Ausreise vor. Auch wenn man den Be-
schuldigten in Ausschaffungshaft nehmen und sein Laisser-passer verlängern 
könne, müsse er gewillt sein, in das Flugzeug einzusteigen. Es sei aber davon 
auszugehen, dass er sich nicht kooperativ verhalten werde, was auch bei durch 
die Polizei begleiteten Flügen vorausgesetzt sei (KG-act. 31; vgl. auch Vi-
act. 37, wonach für Personen, die in den Irak zurückkehren wollen oder solche, 
die straffällig geworden sind, von den irakischen Behörden ein Laisser-passer 
ausgestellt werde, wenn kein gültiger Reisepass vorliegt). Es kann somit davon 
ausgegangen werden, dass grundsätzlich einer Einreise in den Irak zumindest 
von Seiten der irakischen Behörden nichts entgegensteht. 

h) Zu prüfen ist nachfolgend noch der Einwand, der Beschuldigte würde im 
Falle einer Einreise in den Irak wegen der seinerzeit für den Vater abgegebenen 
Bürgschaft verhaftet, weshalb eine Rückkehr nicht zumutbar wäre.

Kantonsgericht Schwyz 27

aa) Das (menschenrechtliche) Non-refoulement-Gebot im Sinne von Art. 66d 
Abs. 1 lit. b StGB gilt absolut und verhindert unabhängig eines ausländerrecht-
lichen Status, der begangenen Straftaten oder des Gefährdungspotentials des 
Betroffenen eine Ausschaffung. Gemäss Art. 25 Abs. 2 BV dürfen Flüchtlinge 
nicht in einen Staat ausgeschafft oder ausgeliefert werden, in dem sie verfolgt 
werden. Niemand darf in einen Staat ausgeschafft werden, in dem ihm Folter 
oder eine andere Art grausamer und unmenschlicher Behandlung oder Bestra-
fung droht (Art. 25 Abs. 3 BV). Gemäss Art. 3 Ziff. 1 des UN-Übereinkommens 
vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 
oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (SR 0.105) darf ein Vertragsstaat 
eine Person nicht in einen anderen Staat ausweisen, abschieben oder an die-
sen ausliefern, wenn stichhaltige Gründe für die Annahme bestehen, dass sie 
dort Gefahr liefe, gefoltert zu werden. Weiter regelt auch Art. 3 EMRK, dass 
niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-
handlung unterworfen werden darf. Gemäss der Rechtsprechung des EGMR 
sind, um ein solches reelles Risiko zu bejahen, restriktive Kriterien anzuwen-
den. Es gilt unter Betrachtung der Gesamtumstände des Einzelfalls zu erörtern, 
ob das Risiko einer Behandlung oder Strafe im Sinne von Art. 3 EMRK für den 
Fall einer Landesverweisung mit stichhaltigen Gründen konkret und ernsthaft 
glaubhaft gemacht wird. Allfällige Vollzugshindernisse spielen schon bei der 
strafgerichtlichen Anordnung der Landesverweisung nach Art. 66a Abs. 2 StGB 
eine Rolle, das heisst bei der dort vorgesehenen Interessenabwägung. Das 
Sachgericht berücksichtigt solche Hindernisse, soweit die unter Verhältnismäs-
sigkeitsaspekten erheblichen Verhältnisse stabil und die rechtliche Durchführ-
barkeit der Landesverweisung definitiv bestimmbar sind. Liegt ein definitives 
Vollzugshindernis vor, so hat das Sachgericht auf die Anordnung der Landes-
verweisung zu verzichten. Im Übrigen sind die Vollzugsbehörden zur Prüfung 
allfälliger Vollzugshindernisse, welche zum Zeitpunkt des Sachurteils noch nicht 
feststehen, zuständig (BGer 6B_577/2024 vom 14. November 2024 E. 1.4.1 mit 

Kantonsgericht Schwyz 28

Hinweis auf Urteil 6B_1367/2022 vom 7. August 2023 E. 1.3.2 mit zahlreichen 
Hinweisen).  

bb) Den vom Beschuldigten im Berufungsverfahren betreffend der nach sei-
nen Aussagen drohenden Verhaftung im Irak eingereichten Belegen ist zu ent-
nehmen, dass gegen ihn mit Datum vom 6. November 2015 ein Haftbefehl er-
lassen wurde. Zum „Straftatbestand“ wird ausgeführt „Strafgesetzbuch Nr. 23 
von 1971 Artikel Nr. 119 der irakischen Strafprozessordnung bezieht sich auf 
die Bestrafung des Bürgen und die Flucht des Angeklagten“ (KG-act. 27/4). Mit 
Schreiben bzw. Bestätigung vom 20. Januar 2025 führt der vom Beschuldigten 
mandatierte Rechtsanwalt N.________ aus, es habe sich herausgestellt, dass 
er (gemeint dürfte der Beschuldigte sein) immer noch angeklagt sei und die Jus-
tiz und die Polizei ihn gemäss der Anklage vom 6. November 2015 immer noch 
verfolgen würden und die Anklage nicht fallen gelassen worden sei (KG-
act. 27/5). Bei den Akten befindet sich sodann ein Haftbefehl gegen L.________ 
wegen der Vorwurfs des Hochverrats, ausgestellt am 11. April 2002 (KG-
act. 32/4); dabei soll es sich um den Vater des Beschuldigten handeln (BVP, 
Plädoyer Verteidigung S. 5). Augenfällig ist bei diesem Dokument und ebenso 
beim Haftbefehl des Beschuldigten, dass bei den Personalien zwar der Name 
der Mutter angegeben ist, nicht aber derjenige des Vaters, was ungewöhnlich 
erscheint und in Bezug auf die Authentizität der Belege zumindest gewisse 
Zweifel aufkommen lässt. Inhaltlich ist den Haftbefehlen zwar zu entnehmen, 
dass gegen den Beschuldigten und dessen Vater ein Haftbefehl zu bestehen 
scheint. Inwieweit diese – der Haftbefehl gegen den Vater wurde vor 23 Jahren 
ausgestellt, derjenige gegen den Beschuldigten vor fast zehn Jahren – tatsäch-
lich noch aktuell sind bzw. noch durchgesetzt werden, geht aus beiden Doku-
menten nicht hervor. Der Anwalt des Beschuldigten hält zwar weiter fest, die 
Behörden hätten die Angelegenheit gegen diesen nicht fallengelassen. Zum ei-
nen handelt es sich dabei aber um eine Aussage des Rechtsvertreters des Be-

Kantonsgericht Schwyz 29

schuldigten im Irak und nicht um eine behördliche Bestätigung, wonach die Sa-
che weiterverfolgt werde. Es steht somit nicht mehr als eine Behauptung des 
Rechtsvertreters im Irak im Raum, mit der sich aber nicht erstellen lässt, dass 
der Beschuldigte tatsächlich noch im Visier der Justiz steht. Zum anderen bleibt 
unklar, was unter „nicht fallen gelassen“ zu verstehen ist. Es ist anders gesagt 
nicht ansatzweise nachvollziehbar, welche strafrechtlichen Konsequenzen dem 
Beschuldigten tatsächlich drohen, auch er selber vermochte nicht näher zu er-
läutern, was ihm im Falle einer Rückkehr seitens der Behörden tatsächlich 
droht. Ausserdem ist aus den vorliegenden Dokumenten nirgends ersichtlich, 
dass dem Beschuldigten in jedem Fall eine langjährige Haftstrafe in Aussicht 
stehen würde. Insbesondere behauptet auch der irakische Rechtsanwalt nicht, 
dem Beschuldigten würde eine übermässig lange Inhaftierung drohen. Ausser-
dem scheint eine solche Bürgschaft nach irakischem Recht legitim zu sein; zu-
mindest ergibt sich aus den Akten und den Ausführungen des Beschuldigten 
nichts Gegenteiliges. Auch wenn ein allfälliger Strafvollzug im Irak mit demjeni-
gen in der Schweiz in keiner Weise vergleichbar ist, ändert dies nichts daran, 
dass nicht begründet geltend gemacht wurde, dem Beschuldigten drohe kon-
kret Folter oder eine unmenschliche Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK. In 
diesem Zusammenhang ist zudem zu erwähnen, dass die im Irak lebende Fa-
milie des Beschuldigten unbehelligt ist. Es erscheint mithin nicht gänzlich nach-
vollziehbar, wenn der Beschuldigte angibt, er allein habe als ältester Sohn für 
den Vater gebürgt und er allein habe im Falle einer Rückkehr Konsequenzen 
zu befürchten, nachdem seine Familie trotz der angeblich einer schweren, nicht 
näher umschriebenen Verfehlung des Vaters („Hochverrat“) deswegen nicht in 
Schwierigkeiten zu sein scheint. Dieser Umstand ist denn auch als Indiz dafür 
zu würdigen, dass der Beschuldigte im Falle einer Rückkehr zumindest nicht 
mit einer längeren Inhaftierung rechnen müsste. Nicht geltend gemacht wurde 
schliesslich, es sei ein Revisionsverfahren oder dergleichen betreffend die 
Wegweisung aus der Schweiz im Gange resp. es werde ein solches Verfahren 

Kantonsgericht Schwyz 30

angestrebt, weshalb sich der (ohnehin nicht beantragte) Beizug der Akten des 
SEM erübrigt. 

i) Zusammenfassend ist aufgrund der als unterdurchschnittlich zu werten-
den Integration in der Schweiz als ab- bzw. weggewiesener Asylbewerber, der 
erwirkten Vorstrafen sowie der bestehenden Resozialisierungs- und Integrati-
onsmöglichkeiten der Heimat das Vorliegen eines Härtefalls zu verneinen. 
Ebenso steht das Non-refoulement-Gebot einem Landesverweis nicht entge-
gen. Bei diesem Ergebnis erübrigt sich die Abwägung des Fernhalteinteresses 
gegenüber den privaten Interessen des Beschuldigten. 

j) Der für die Landesverweisung gesetzlich vorgesehene Zeitrahmen be-
trägt 5-15 Jahre. Die Verteidigung äusserte sich nicht zur Dauer der Landesver-
weisung. Angesichts des nicht schweren (strafrechtlichen) Verschuldens und 
des Umstandes, dass der Beschuldigte mehrere, wenn auch nicht einschlägige 
Vorstrafen, aufweist, aber während der Probezeit delinquierte, erscheint die 
Landesverweisung von minimal fünf Jahren als angemessen. Soweit die Staats-
anwaltschaft die Erhöhung auf zehn Jahre beantragt, geschah dies im Hinblick 
auf einen zusätzlichen Schuldspruch wegen versuchter schwerer Körperverlet-
zung. Ansonsten monierte die Staatsanwaltschaft die für den Angriff ausgespro-
chene Landesverweisung von fünf Jahren nicht, weshalb im Übrigen auf die 
zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden kann (angefocht. 
Urteil E. IV./5.).

5. a) Eine Ausschreibung von Drittstaatsangehörigen im Sinne von Art. 3 
lit. d der Verordnung (EG) Nr. 1987/2006 des Europäischen Parlaments und 
des Rates vom 20. Dezember 2006 über die Einrichtung, den Betrieb und die 
Nutzung des Schengener Informationssystems der zweiten Generation (SIS-II-
Verordnung; ABl. L 381 vom 28. Dezember 2006) im SIS darf gemäss dem in 

Kantonsgericht Schwyz 31

Art. 21 SIS-II-Verordnung verankerten Verhältnismässigkeitsprinzip nur vorge-
nommen werden, wenn die Angemessenheit, Relevanz und Bedeutung des Fal-
les dies rechtfertigen. Voraussetzung der Ausschreibung im SIS ist eine natio-
nale Ausschreibung, die auf einer Entscheidung der zuständigen nationalen In-
stanz (Verwaltungsbehörde oder Gericht) beruht (Art. 24 Ziff. 1 SIS-II-Verord-
nung). Die Ausschreibung wird eingegeben, wenn die Entscheidung auf die Ge-
fahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung oder die nationale Sicherheit 
gestützt wird, die die Anwesenheit des betreffenden Drittstaatsangehörigen im 
Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats darstellt (Art. 24 Ziff. 2 Satz 1 SIS-II-Verord-
nung). Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die betreffende Person in ei-
nem Mitgliedstaat wegen einer Straftat verurteilt wurde, die mit einer Freiheits-
strafe von mindestens einem Jahr bedroht ist (Art. 24 Ziff. 2 lit. a SIS-II-Verord-
nung). Die Bestimmung erfordert aber weder eine Verurteilung zu einer Frei-
heitsstrafe von mindestens einem Jahr noch einen Schuldspruch wegen einer 
Straftat, die mit einer Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr bedroht ist. Viel-
mehr genügt es, wenn der entsprechende Straftatbestand eine Freiheitsstrafe 
im Höchstmass von einem Jahr oder mehr vorsieht (zit. 7B_1055/2023 E. 3.5). 
Eine Ausschreibung im SIS muss auf der Grundlage einer individuellen Bewer-
tung unter Berücksichtigung der Verhältnismässigkeit ergehen. Im Rahmen die-
ser Bewertung ist insbesondere zu prüfen, ob von der betroffenen Person eine 
Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgeht. Verhältnismässig ist 
eine Ausschreibung im SIS immer dann, wenn eine solche Gefahr gegeben ist. 
Sind die Voraussetzungen von Art. 21 und 24 Ziff. 1 und 2 SIS-II-Verordnung 
erfüllt, besteht eine Pflicht zur Ausschreibung im SIS (BGer 6B_739/2020 vom 
14. Oktober 2020 E. 2.1 mit Hinweis auf BGE 146 IV 172 E. 3.2.2).

b) Die Verteidigung setzt sich mit diesem Punkt nicht auseinander. Der Straf-
rahmen des Tatbestands des Angriffs sieht Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren 
oder Geldstrafe vor (Art. 134 StGB), weshalb das Erfordernis von Art. 24 Ziff. 2 
lit. a SIS-II-Verordnung betreffend die angedrohte Höchststrafe erfüllt ist. Der 

Kantonsgericht Schwyz 32

Beschuldigte wurde zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt, wobei 
die Gewährung des bedingten Strafvollzuges einer Ausschreibung im SIS nicht 
entgegensteht (zit. 7B_1055/2023 E. 3.7). Was die Verhältnismässigkeit betrifft, 
beteiligte sich der Beschuldigte ohne Not mit fünf anderen Personen an einem 
Angriff gegenüber einem einzelnen Opfer, was nicht mehr ein geringes Ver-
schulden darstellt. Aufgrund dessen kann eine tatsächlich vom Beschuldigten 
ausgehende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht verneint 
werden. Nicht geltend gemacht und ersichtlich sind in der Person des Beschul-
digten liegende Gründe, etwa berufliche oder sonstige Angewiesenheit auf Ein-
reise in bestimmte Schengen-Staaten, welche allenfalls gegen eine Ausschrei-
bung sprechen könnten. Es hat folglich bei der von der Vorinstanz angeordne-
ten Ausschreibung zu bleiben (vgl. angefocht. Urteil E. IV./7.3).

6. a) Zusammenfassend sind die Berufung und die Anschlussberufung ab-
zuweisen. Bei diesem Ergebnis bleibt es bei den vorinstanzlichen Kosten- und 
Entschädigungsanordnungen. 

b) Die Verteidigung verlangt indessen, hinsichtlich des Vorwurfs der ver-
suchten schweren Körperverletzung hätte ein separater Freispruch erfolgen 
müssen mit der Konsequenz, dass die Kostenverlegung mehrheitlich zu Lasten 
des Staates zu ergehen habe (BVP, Plädoyer Verteidigung S. 8 f.). Dem ist aus 
den nachstehenden Gründen nicht zu folgen. Denn zum einen wurde in der 
Berufungserklärung ein solcher Freispruch nicht verlangt. Die einmal im Rah-
men der Berufungserklärung gestellten Anträge können nicht mehr erweitert 
werden (Bähler, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, 
Schweizerische Strafprozessordnung, 3. A. 2023, Art. 385 N 4), so dass auf 
den Antrag auf teilweisen Freispruch so oder so nicht einzutreten wäre. Zum 
anderen wertete die Vorinstanz den gesamten angeklagten Sachverhalt als An-
griff im Sinne von Art. 134 StGB. Bei diesem Tatbestand ist nicht entscheidend, 

Kantonsgericht Schwyz 33

wie sich die einzelnen Angreifer beteiligen, weshalb für die Erfüllung dieses Tat-
bestands nicht relevant ist, ob der Beschuldigte dem Privatkläger Faustschläge 
und/oder Fusstritte versetzte. Massgeblich ist nur, dass sich der Beschuldigte 
in relevanter Weise mitbeteiligte. Ebenso richtet sich der Vorsatz beim Angriffs-
tatbestand lediglich auf die Teilnahme an demselben, hingegen stellt die Kör-
perverletzung oder gar der Tod des Angegriffenen einzig eine objektive Straf-
barkeitsbedingung dar. Das bedeutet, dass die vom Privatkläger erlittenen Ver-
letzungen unter dem Blickwinkel des Angriffs nicht auf Teilnahmehandlungen 
des Beschuldigten zurückgeführt werden müssen und sich sein Vorsatz auch 
nicht auf die Zufügung von bestimmten Verletzungen beziehen muss (zum Gan-
zen vgl. Maeder, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht I, 
4. A. 2019, Art. 134 StGB N 8-10). Mithin musste hinsichtlich der dem Beschul-
digten in der Anklage vorgeworfenen Fusstritte kein separater Freispruch vom 
Vorwurf der versuchten schweren Körperverletzung ergehen, denn, wie darge-
stellt, handelte die Vorinstanz mit dem Schuldspruch wegen Angriffs den an-
klagten Sachverhalt als vorgegebenen Prozessgegenstand erschöpfend ab 
(BGer 6B_1432/2019 vom 26. Oktober 2020 E. 3.2; BGE 142 IV 378 E. 1.3). 
Folglich hat es bei der vollständigen Kostenauferlegung zulasten des Beschul-
digten sein Bewenden (angefocht. Urteil Dispositiv-Ziffer 12).

7. a) Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Mass-
gabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO). Die 
Staatsanwaltschaft unterlag mit ihrer Anschlussberufung hinsichtlich des 
Schuldspruches, des Strafmasses, dem Vollzug bzw. Widerruf und der Dauer 
des Landesverweises vollständig. Der Beschuldigte unterlag seinerseits mit sei-
ner Berufung in Bezug auf die Landesverweisung und die vorinstanzliche Kos-
tenverteilung. Diesem Ausgang entsprechend gehen ein Viertel der Kosten des 
Berufungsverfahrens (inkl. Anteil Anklagekosten; exkl. Übersetzungskosten, 
vgl. Art. 426 Abs. 3 lit. b StPO) zulasten des Beschuldigten und drei Viertel sind 
dem Staat aufzuerlegen (nebst den Übersetzungskosten).

Kantonsgericht Schwyz 34

b) Die Bemessung des Honorars des amtlichen Verteidigers richtet sich 
nach § 13 lit. c GebTRA, wonach dieses vor dem Kantonsgericht als Berufungs- 
und Revisionsinstanz Fr. 300.00 bis Fr. 12’000.00 beträgt. Die vom amtlichen 
Verteidiger eingereichte Kostennote (BVP, Beilage 32/5) erscheint unter 
Berücksichtigung der allgemeinen Kriterien gemäss § 2 Abs. 1 GebTRA – Wich-
tigkeit der Streitsache, ihrer Schwierigkeit, dem Umfang und der Art der Arbeits-
leistung und dem notwendigen Zeitaufwand – angemessen, wobei der Aufwand 
wegen der längeren Dauer der Berufungsverhandlung anzupassen ist. Insge-
samt ist die Entschädigung somit auf pauschal Fr. 4’900.00 festzusetzen 
(inkl. Auslagen und MWST; Auszahlung an Rechtsanwalt F.________). Vorbe-
halten bleibt die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten im Rahmen von 
Art. 135 Abs. 4 StPO im gleichen Umfang, soweit es dessen wirtschaftlichen 
Verhältnisse erlauben;-

Kantonsgericht Schwyz 35

erkannt:

In Abweisung der Berufung und der Anschlussberufung wird das Urteil des 
Strafgerichts Schwyz vom 9. April 2024, soweit angefochten, bestätigt und wie 
folgt verkündet:

1. A.________ wird schuldig gesprochen:

a) des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB zum Nachteil von 
D.________, begangen am 22. Mai 2022;

b) des vorsätzlichen Reisens ohne gültigen Fahrausweis im Sinne von 
Art. 57 Abs. 3 PBG i.V.m. Art. 57 VPB zum Nachteil der E.________ 
AG, begangen am 6. April 2022.

2. A.________ wird mit einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten, unter Anrech-
nung von 38 Tagen Untersuchungshaft, und einer Busse von Fr. 100.00 
bestraft.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird bei einer Probezeit von 3 Jahren auf-
geschoben.

4. Bei schuldhaftem Nichtbezahlen der Busse tritt an deren Stelle eine Er-
satzfreiheitsstrafe von 1 Tag.

5. Vom Vollzug der von der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (G-1/2021/6238) 
am 20. Februar 2021 ausgefällten und bei einer 2-jährigen Probezeit be-
dingt aufgeschobenen Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 30.00 wird 
abgesehen. Die Probezeit wird um ein Jahr verlängert.

Kantonsgericht Schwyz 36

6. Vom Vollzug der von der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (E-
7/2021/33591) am 19. Januar 2022 ausgefällten und bei einer 2-jährigen 
Probezeit bedingt aufgeschobenen Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 
Fr. 10.00 wird abgesehen. Die Probezeit wird um ein Jahr verlängert.

7. A.________ wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB für die Dauer 
von 5 Jahren aus der Schweiz verwiesen.

8. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Infor-
mationssystem angeordnet. Diese gilt auch für allfällige Aliasnamen.

9. Zivilforderungen:

a) Es wird festgestellt, dass A.________ in solidarischer Haftbarkeit 
mit den Mitbeschuldigten G.________, I.________, K.________, 
H.________ und J.________ für die Folgen aus dem Ereignis vom 
22. Mai 2022 grundsätzlich schadenersatzpflichtig ist. Für die Beur-
teilung der Schadenerstzforderung bezüglich Schadenhöhe und 
Haftungsvoraussetzungen wird D.________ auf den Weg des Zivil-
prozesses verwiesen.

b) Die Genugtuungsforderung von D.________ im Betrag von 
Fr. 4’000.00 wird teilweise gutgeheissen und A.________ wird in 
solidarischer Haftbarkeit mit den Mitbeschuldigten G.________, 
I.________, K.________, H.________ und J.________ verpflichtet, 
D.________ den Betrag von Fr. 1’000.00 zu bezahlen. Im Übrigen 
wird die Genugtuungsforderung abgewiesen.

10. Die Dateien auf der Festplatte WD Elements (Dateien aus der Spiegelung 
ZG 588483), lagernd unter der Lager-Nr. yy, werden gelöscht und die 

Kantonsgericht Schwyz 37

Festplatte anschliessend der Kantonspolizei Schwyz zur gutscheinenden 
Verwendung überlassen.

11. Die vom Dienst Kriminaltechnik der Zuger Polizei auf dessen Systemen 
gespeicherten Daten werden vernichtet. Der Dienst Kriminaltechnik der 
Zuger Polizei wird mit der Vernichtung beauftragt (Fall ZG 2022 6 6).

12. Erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen:

a) Die Kosten des Verfahrens von total Fr. 27’132.40, bestehend aus 
den Untersuchungs- und Anklagekosten von Fr. 7’951.80, den Ge-
richtskosten inkl. Gerichtsgebühr von Fr. 5’889.25 und den Kosten 
der amtlichen Verteidigung von Fr. 13’291.35, werden A.________ 
auferlegt. Bezüglich der Kosten für die amtlichen Verteidigungen 
bleibt Dispositiv-Ziffer 12.c/aa-dd vorbehalten.

b) A.________ wird verpflichtet, D.________ für dessen notwendige 
Aufwendungen im Verfahren anteilsmässig mit Fr. 1’159.50 zu ent-
schädigen (inkl. Auslagen und MWST; Fr. 220.00 Stundenansatz; 
1/6 von Fr. 6’957.05).

c) aa) Der amtliche Verteidiger Rechtsanwalt B.________, wird aus 
der Strafgerichtskasse mit Fr. 13’291.35 (inkl. Auslagen und 
MWST; Fr. 180.00 Stundenansatz) entschädigt.

bb) Die Auszahlung erfolgt in einem Betrag von Fr. 5’866.80 an 
den amtlichen Verteidiger und in einem Betrag von 
Fr. 7’424.55 an Rechtsanwalt F.________ (Substitut von 
Rechtsanwalt B.________).

Kantonsgericht Schwyz 38

cc) Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden aufgrund der 
wirtschaftlichen Verhältnisse von A.________ einstweilen auf 
die Staatskasse genommen.

dd) Vorbehalten bleibt die Rückzahlungspflicht von A.________ 
gemäss Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO.

13. Zweitinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen: 

a) Die Kosten für das Berufungsverfahren, bestehend Fr. 4’000.00 Ge-
richtskosten, Fr. 380.00 Übersetzungskosten und Fr. 800.00 Ankla-
gevertretungskosten, betragen Fr. 5’180.00. Für die amtliche Ver-
teidigung bleibt Dispositiv-Ziffer 13.c-e vorbehalten.

b) Von den Gerichts- und Anklagekosten von Fr. 4’800.00 wird dem 
Beschuldigten ein Viertel (Fr. 1’200.00) auferlegt. Drei Viertel 
(Fr. 3’600.00) sowie die Übersetzungskosten (Fr. 380.00) gehen 
zulasten des Staates. 

c) Die amtliche Verteidigung wird aus der Kantonsgerichtskasse mit 
pauschal Fr. 4’900.00 entschädigt (inkl. Auslagen und MWST). Die 
Auszahlung erfolgt an Rechtsanwalt F.________.

d) Vorbehalten bleibt die Rückzahlungspflicht von A.________ 
gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von Fr. 1’225.00 (= ¼ von 
Fr. 4’900.00).

Kantonsgericht Schwyz 39

14. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach 
Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Strafsa-
chen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Be-
schwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen. 

15. Zufertigung an Rechtsanwalt F.________ (2/R und 1/R an Rechtsanwalt 
B.________), die Staatsanwaltschaft (1/A, an die 1. Abteilung und 1/R an 
die Amtsleitung/zentraler Dienst), an D.________ (1/R), die E.________ 
AG (1/R) und die Vorinstanz (1/ü) sowie nach definitiver Erledigung an die 
Vorinstanz (1/ES, unter Rückgabe der Akten), das Amt für Justizvollzug 
(1/R, zum Inkasso und Vollzug sowie mit Formular zur DNA-Löschungs-
meldung an die zentrale Meldestelle und anschliessender Erledigungs-
meldung in Kopie an die kantonale Staatsanwaltschaft), die Kantonspoli-
zei Schwyz (1/R, betr. Dispositiv-Ziffer 10), den Dienst Kriminaltechnik der 
Zuger Polizei (1/R, betr. Dispositiv-Ziff. 11), das Amt für Migration (1/R), 
das Migrationsamt des Kantons Zürich (1/R), die Kantonsgerichtskasse 
(1/ü, im Dispositiv) und mit Formular an die KOST (Strafregister).

Namens der Strafkammer
Die Kantonsgerichtsvizepräsidentin Die Gerichtsschreiberin

Versand 9. April 2025  amu