# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6b68b8e6-db99-59e4-9381-963a9bdd7658
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-08
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 08.09.2011 RR.2011.209
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RR-2011-209_2011-09-08.pdf

## Full Text

Entscheid vom 8. September 2011  
II. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Cornelia Cova, Vorsitz, 
Patrick Robert-Nicoud und Joséphine Contu,  
Gerichtsschreiberin Marion Schmid  

   
 
Parteien 

  
A., vertreten durch Rechtsanwältin Daniela Bifl,  
 

Beschwerdeführer 
 

 gegen 
   

BUNDESAMT FÜR JUSTIZ, FACHBEREICH AUS-
LIEFERUNG,  
 

Beschwerdegegner 
 

Gegenstand  Auslieferung an Russland 
 
Beschwerde gegen Auslieferungshaftbefehl (Art. 48 
Abs. 2 IRSG) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  RR.2011.209 
 
 
 

 

 

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Sachverhalt: 
 

A. Interpol Moskau ersuchte mit Meldung vom 21. Januar 2011, ergänzt am 
9. August 2011 um Inhaftnahme des russischen Staatsbürgers A. zwecks 
Auslieferung an Russland (act. 1.3, 1.5). Diese Meldung erfolgte gestützt 
auf den Haftbefehl des Bezirksgerichts Leninskiy in St. Petersburg vom 
13. August 2010, worin A. Betrug vorgeworfen wird. Er soll mit der vorge-
fassten Absicht, sich einen unrechtmässigen Vermögensvorteil zu ver-
schaffen, unter Ausnützung seines Vertrauensverhältnisses zu der Leitung 
einer Bank sowie mit Hilfe von falschen Angaben zu seiner beruflichen Tä-
tigkeit im Juni und Juli 2008 in St. Petersburg mit der Bank B. zwei Darle-
hensverträge in der Höhe von RUB 20 bzw. 21,6 Mio. abgeschlossen ha-
ben. Dabei habe er unzutreffend angegeben, diese Gelder zur Finanzie-
rung eines Landhauses zu verwenden, welches er gar nicht bauen wollte. 
Die Gelder habe er weder für den Bau des angeblichen Landhauses ver-
wendet noch der Bank zurückerstattet, weshalb dieser ein Schaden in der 
Höhe von RUB 41,6 Mio. entstanden sein soll. Es bestehe der Verdacht, 
dass A. mit dem Geld geflohen sei. 

 
 
B. Gestützt auf eine Haftanordnung des Bundesamtes für Justiz (nachfolgend 

„BJ“) wurde A. am 8. August 2011 in provisorische Auslieferungshaft ver-
setzt (vgl. act. 4.3A). Anlässlich seiner Einvernahme vom 9. August 2011 
erklärte er, mit einer vereinfachten Auslieferung gemäss Art. 54 des Bun-
desgesetzes vom 20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in Strafsa-
chen (IRSG; SR 351.1) nicht einverstanden zu sein (act. 1.4). Das BJ er-
liess daraufhin am 10. August 2011 einen Auslieferungshaftbefehl 
(act. 1.2), wogegen A. mit Eingabe vom 18. August 2011 bei der 
II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde mit folgenden 
Anträgen einreichte (act. 1): 

 

„1. Es sei der Auslieferungshaftbefehl des Beschwerdegegners vom 10.08.2011 aufzuhe-

ben und der Beschwerdeführer aus der Haft zu entlassen. 

 

2. Eventualiter sei die Haftentlassung unter Anordnung von Ersatzmassnahmen zu verfü-

gen. 

 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Beschwerdegegners.“ 

 

Das BJ beantragt in seiner Beschwerdeantwort vom 25. August 2011 die 
kostenfällige Abweisung der Beschwerde (act. 4). A. hält mit Beschwerde-

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replik vom 6. September 2011 an seinen gestellten Anträgen fest (act. 6), 
worüber das BJ mit Schreiben vom 7. September 2011 in Kenntnis gesetzt 
wurde (act. 7). 
 
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten 
wird, soweit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen eingegangen. 
 
 
 
Die II. Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 

1. Für den Auslieferungsverkehr und die vorläufige Auslieferungshaft zwi-
schen der Schweiz und Russland sind primär das Europäische Ausliefe-
rungsübereinkommen vom 13. Dezember 1957 (EAUe; SR 0.353.1) sowie 
das zu diesem Übereinkommen am 15. Oktober 1975 ergangene erste Zu-
satzprotokoll (1. ZP; SR 0.353.11) und das am 17. März 1978 ergangene 
zweite Zusatzprotokoll (2. ZP; SR 0.353.12) massgebend.  

 
 Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen nicht abschliessend regeln, 

findet auf das Verfahren der Auslieferung und der vorläufigen Ausliefe-
rungshaft ausschliesslich das Recht des ersuchten Staates Anwendung 
(Art. 22 EAUe), vorliegend also das IRSG und die Verordnung vom 
24. Februar 1982 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSV; 
SR 351.11). Das innerstaatliche Recht gelangt nach dem Günstigkeitsprin-
zip auch dann zur Anwendung, wenn dieses geringere Anforderungen an 
die Auslieferung stellt (BGE 129 II 462 E. 1.1 S. 464; 122 II 140 E. 2 
S. 142). Vorbehalten bleibt die Wahrung der Menschenrechte (BGE 135 IV 
212 E. 2.3 S. 215; BGE 123 II 595 E. 7c S. 616 ff., je m.w.H.). 

 
 
2. Gegen einen Auslieferungshaftbefehl kann der Verfolgte innert zehn Tagen 

ab der schriftlichen Eröffnung bei der II. Beschwerkammer des Bundes-
strafgerichts Beschwerde führen (Art. 48 Abs. 2 IRGS i.V.m. Art. 47 IRSG; 
Art. 19 Abs. 2 des Organisationsreglements für das Bundesstrafgericht 
(BStGerOR) i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a des Bundesgesetzes über die Orga-
nisation der Strafbehörden des Bundes [StBOG; SR 173.71]). Der Ausliefe-
rungshaftbefehl vom 10. August 2011 wurde dem Verfolgten am 11. Au-
gust 2011 eröffnet (act. 4.11/11A). Die Beschwerde vom 18. August 2011 
wurde demnach fristgerecht eingereicht, weshalb darauf einzutreten ist. 

 
 

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3. Die Verhaftung des Beschuldigten während des ganzen Auslieferungsver-
fahrens bildet die Regel (BGE 117 IV 359 E. 2a; bestätigt in BGE 130 II 306 
E. 2). Eine Aufhebung des Auslieferungshaftbefehls sowie eine Haftentlas-
sung rechtfertigen sich nur ausnahmsweise, wenn der Beschuldigte sich 
voraussichtlich der Auslieferung nicht entzieht und die Strafuntersuchung 
nicht gefährdet (Art. 47 Abs. 1 lit. a IRSG), wenn er den so genannten Ali-
bibeweis erbringen und ohne Verzug nachweisen kann, dass er zur Zeit der 
Tat nicht am Tatort war (Art. 47 Abs. 1 lit. b IRSG), wenn er nicht hafterste-
hungsfähig ist oder andere Gründe – z. B. enge und insbesondere familiäre 
Beziehungen zur Schweiz – vorliegen, welche eine weniger einschneiden-
de Massnahme rechtfertigen (Art. 47 Abs. 2 IRSG; Urteil des Bundesge-
richts 1A.170/1997 vom 10. Juni 1997, E. 3a, veröffentlicht in Pra 2000 
Nr. 94 S. 569), oder wenn sich die Auslieferung als offensichtlich unzuläs-
sig erweist (Art. 51 Abs. 1 IRSG). Diese Aufzählung ist nicht abschliessend 
(BGE 130 II 306 E. 2.1; 117 IV 359 E. 2a). Offensichtlich unzulässig kann 
ein Auslieferungsersuchen sein, wenn ohne jeden Zweifel und ohne weitere 
Abklärungen ein Ausschlussgrund vorliegt (vgl. BGE 111 IV 108 E. 3a). Im 
Übrigen sind Vorbringen gegen die Auslieferung als solche oder gegen die 
Begründetheit des Auslieferungsbegehrens nicht im vorliegenden Be-
schwerdeverfahren, sondern im eigentlichen Auslieferungsverfahren zu 
prüfen (vgl. LAURENT MOREILLON/MICHEL DUPUIS/MIRIAM MAZOU, La prati-
que judiciaire du Tribunal pénal fédéral, in Journal des Tribunaux 2008 IV 
66 Nr. 322 m.w.H. auf die Rechtsprechung). Diese Regelung soll es der 
Schweiz ermöglichen, ihren staatsvertraglichen Auslieferungspflichten 
nachzukommen. Die ausnahmsweise zu gewährende Haftentlassung ist 
deshalb an strengere Voraussetzungen gebunden als der Verzicht auf die 
gewöhnliche Untersuchungshaft in einem Strafverfahren oder die Entlas-
sung aus einer solchen (vgl. BGE 130 II 306 E. 2.2 und 2.3; 111 IV 108 
E. 2). 

 
 
4. 
4.1 Der Beschwerdeführer bringt zunächst vor, die Voraussetzungen der Aus-

lieferungshaft seien nicht erfüllt. In diesem Zusammenhang wendet er ein, 
die ihm angelastete Tat nicht begangen zu haben. An den besagten Tagen 
sei er nicht in St. Petersburg gewesen und hätte folglich keinen Vertrag un-
terschreiben können. Aus seinem Pass sei ersichtlich, dass er vom 4. Ju-
li bis 6. Juli 2008 in Finnland gewesen sei. Am 7. Juni 2008 habe er sich in 
Moskau aufgehalten. Aufgrund dieser Angaben hätte der Beschwerdegeg-
ner Abklärungen bezüglich seines Aufenthaltsorts zum Zeitpunkt der vor-
geworfenen Tat vornehmen müssen. Auch seine Identität hätte überprüft 

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werden müssen, da sein Erscheinungsbild nicht dem im Verhaftungsersu-
chen beschriebenen Profil entspreche (act. 1, S. 5, 9 f.).  

 
4.2 Den Alibibeweis kann der Verfolgte nur mit dem Nachweis führen, dass er 

zur fraglichen Zeit überhaupt nicht am Tatort war oder dass es sich um ei-
nen Irrtum in der Person handelt. Dieser Nachweis ist unverzüglich und oh-
ne Weiterungen zu erbringen (BGE 123 II 279 E. 2b S. 281; 113 Ib 276 
E. 3b – c S. 281 ff., je m.w.H.; Entscheid des Bundesstrafgerichts 
RR.2007.72 vom 29. Mai 2007, E. 5.3; ROBERT ZIMMERMANN, La coopéra-
tion judiciaire internationale en matière pénale, 3. Aufl., Bern 2009, 
S. 625 f. N. 673). Soweit der Beschwerdeführer den im Rechtshilfeersu-
chen dargelegten Sachverhalt lediglich bestreitet, begründet er demgegen-
über keinen Haftentlassungsgrund. Der Rechtshilferichter ist vielmehr an 
die Sachverhaltsdarstellung im Ersuchen gebunden, soweit sie nicht durch 
offensichtliche Fehler, Lücken oder Widersprüche sofort entkräftet wird 
(BGE 132 II 81 E. 2.1 S. 85; 125 II 250 E. 5b S. 257 je m.w.H.). Zwar ver-
pflichtet Art. 53 Abs. 1 IRSG das BJ im Hinblick auf den Auslieferungsent-
scheid die nötigen Abklärungen zum geltend gemachten Alibi vorzuneh-
men. Eine entsprechende Abklärungspflicht ist jedoch im Rahmen einer 
Beschwerde gegen die Auslieferungshaft nicht vorgesehen (Entscheid des 
Bundesstrafgerichts RR.2007.53 vom 4. Mai 2007, E. 4.1.1). 

 
4.3 Der Beschwerdeführer bestätigte anlässlich seiner Einvernahme durch die 

Staatsanwaltschaft Basel-Stadt vom 9. August 2011, mit der im Verhaf-
tungsersuchen von Interpol Moskau gesuchte Person identisch zu sein 
(act. 1.4, S. 2). An seiner Identität bestanden somit keine begründeten 
Zweifel, weshalb sich eine weitergehende Überprüfung durch den Be-
schwerdegegner erübrigte. Ferner stimmt die Passnummer, welche im Aus-
lieferungsersuchen genannt wird mit derjenigen überein, auf welche sich 
der Beschwerdeführer zur Erbringung eines Alibibeweises beruft (vgl. act. 
1.4, S. 2; act. 1.8). Das vom Beschwerdeführer geltend gemachte Alibi hat 
jedoch als nicht erbracht zu gelten. Zum einen wird die angebliche Dienst-
reise nach Moskau vom 7. Juni 2008 zwar behauptet, jedoch nicht belegt. 
Zum andern sind die Passeinträge bezüglich des Zeitraumes vom 4. bis 
6. Juli 2008 nicht geeignet, ein Alibi stringent zu beweisen. Denn selbst 
wenn der Beschwerdeführer am 4. Juli 2008 (Datum des zweiten Darle-
hensvertrages) nach Finnland gereist wäre, hätte er zu einem früheren 
Zeitpunkt desselben Tages einen Vertrag in Russland unterzeichnen kön-
nen. Die finnisch-russische Grenze liegt bloss in rund 190 Kilometer Ent-
fernung von St. Petersburg. Das geltend gemachte Alibi schiesst daher die 
Tatbeteiligung des Beschwerdeführers nicht aus. Wie der Beschwerdegeg-
ner ausserdem zutreffend ausführt, sind bei der vorgeworfenen Betrugs-

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handlung verschiedene Schritte auch im zeitlichen Ablauf denkbar, was die 
Erbringung eines Alibibeweises äusserst schwierig gestaltet.  

 
 
5.  
5.1 Der Beschwerdeführer moniert weiter, das Auslieferungsersuchen sei 

missbräuchlich und es liege keine auslieferungsfähige Straftat vor. Der von 
der ersuchenden Behörde dargelegte Sachverhalt sei lückenhaft, die vor-
geworfenen Betrugshandlungen seien nicht hinreichend substantiiert dar-
gelegt worden. Insbesondere sei die enorm wichtige Frage, ob der Darle-
hensgeber sich über die Zahlungsfähigkeit und über die konkreten Investi-
tionspläne erkundigt habe, unbeantwortet geblieben (act. 1, S. 6 ff.).  

 
5.2 In einem Ersuchen um vorläufige Verhaftung ist gemäss Art. 16 Ziff. 2 

i.V.m. Art. 12 Ziff. 2 lit. a EAUe anzuführen, dass ein vollstreckbares verur-
teilendes Erkenntnis, ein Haftbefehl oder eine andere Urkunde mit gleicher 
Rechtswirkung vorliegt und die Absicht besteht, ein Auslieferungsersuchen 
zu stellen. Ferner sind darin die strafbare Handlung, Zeit und Ort ihrer Be-
gehung und soweit möglich die Beschreibung der gesuchten Person an-
zugeben.  

 
5.3 Das Verhaftungsersuchen von Interpol Moskau vom 21. Januar 2011, er-

gänzt am 9. August 2011, genügt diesen Anforderungen. Die ersuchende 
Behörde stützt sich auf den Haftbefehl des zuständigen Gerichts in St. Pe-
tersburg vom 13. August 2008 und führt aus, dass im Falle einer Verhaf-
tung das Auslieferungsersuchen fristgerecht gestellt werde (act. 1.5). Im 
Ergänzungsschreiben vom 9. August 2011 wird sodann die dem Be-
schwerdeführer vorgeworfene Handlung inklusive Zeitraum und Ort skiz-
ziert (act. 1.6). Eine summarische Prüfung ergibt, dass die Auslieferung 
nicht offensichtlich unzulässig ist, prima facie eine auslieferungsfähige 
Straftat (Betrug) vorliegt und die Haft nach dem Gesagten grundsätzlich 
aufrechtzuerhalten ist (vgl. Art. 51 Abs. 1 IRSG).  

 
 
6. 
6.1 Schliesslich wendet der Beschwerdeführer ein, die Haft sei unverhältnis-

mässig. Eine Fluchtgefahr sei als nur gering einzustufen. Zu deren Unter-
bindung werde er Wohnsitz in Z., bei Herrn C. nehmen. Zudem sei er be-
reit, die Auflage hinzunehmen, sich täglich bei den Strafverfolgungsbehör-
den zu melden. Eventualiter erkläre er sich damit einverstanden, unter der 
vorgenannten Adresse unter Hausarrest gestellt zu werden und sich der 

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Überwachung durch Anbringung einer elektronischen Fussfessel zu unter-
ziehen. Ausserdem biete er CHF 20'000.-- als Kaution an (act. 1, S. 10 f.).  

 
6.2 Die Rechtsprechung ist hinsichtlich der Verneinung von Fluchtgefahr zufol-

ge familiärer Bindungen überaus restriktiv und misst der Erfüllung der 
staatsvertraglichen Auslieferungspflichten im Vergleich zu den Interessen 
des Verfolgten ausserordentlich grosses Gewicht bei (vgl. BGE 130 II 306 
E. 2 S. 310 ff. m.w.H.; Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2007.174 
vom 27. November 2007, E. 5.2; RR.2007.72 vom 29. Mai 2007, E. 4.3; 
BH.2005.45 vom 20. Dezember 2005, E. 2.2.2; BH.2005.8 vom 7. Ap-
ril 2005, E. 2.3). Bei drohenden, hohen Freiheitsstrafen ist eine Fluchtge-
fahr gemäss der Rechtsprechung in der Regel trotz Niederlassungsbewilli-
gung und familiären Bindungen in der Schweiz gegeben. So wurde bei-
spielsweise die Möglichkeit einer Verurteilung zu einer langen Freiheitsstra-
fe als ausreichend zur Verweigerung der Haftentlassung betrachtet, obwohl 
der Verfolgte in diesem Fall über eine Niederlassungsbewilligung verfügte, 
seit 18 Jahren in der Schweiz wohnte, mit einer Schweizer Bürgerin verhei-
ratet und Vater zweier Kinder im Alter von 3 und 8 Jahren war, die beide 
die schweizerische Nationalität besassen und im Kanton Tessin einge-
schult waren (Urteil des Bundesgerichts 8G.45/2001 vom 15. August 2001, 
E. 3a). 

 
6.3 In casu liegt eine Fluchtgefahr offensichtlich vor. Dem Beschwerdeführer 

droht in Russland eine empfindliche Freiheitsstrafe. Diese fällt bei der Beur-
teilung der Fluchtgefahr ins Gewicht. Ausserdem macht der Beschwerde-
führer weder familiäre Bindungen geltend noch ist eine Verwurzelung in der 
Schweiz aus anderen Gründen ersichtlich. Von einer gefestigten Bindung 
zur Schweiz, welche die Fluchtgefahr ausschliessen würde, kann keine 
Rede sein. Überdies ist der Beschwerdeführer mit 42 Jahren noch relativ 
jung (zum Alter als Kriterium bei der Beurteilung der Fluchtgefahr 
vgl. BGE 130 II 306 E. 2.4; Entscheid des Bundesstrafgerichts BH.2006.4 
vom 21. März 2006, E. 2.2.1, je m.w.H.).  

 
 Diese sehr hohe Fluchtgefahr kann durch keine Ersatzmassnahmen ge-

bannt werden, zumal auch die finanzielle Situation des Beschwerdeführers 
unklar ist. Zwar gibt er an, sein Einkommen belaufe sich auf etwa 
EUR 1'500.--. Ohne detaillierte Darlegung der finanziellen Verhältnisse 
kann die Höhe der Kaution jedoch nicht festgelegt werden (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 8G.11/2003 vom 21. Februar 2003, E. 5). Fehlt es an hin-
reichenden, diesbezüglichen Kenntnissen, kann nicht darüber befunden 
werden, welche Kautionssumme ausreichend und hoch genug ist, um den 
Beschwerdeführer an der Flucht zu hindern (vgl. hierzu BGE 130 II 306 

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E. 2.6 S. 312). Der Vollständigkeit halber ist anzufügen, dass das Bundes-
gericht auch bei Kautionen eine strenge Praxis pflegt und davon ausgeht, 
dass selbst hohe Kautionen bei nicht vollkommen durchsichtigen finanziel-
len Verhältnissen eine Flucht nicht von vornherein zu verhindern vermögen 
(Urteil des Bundesgerichts 8G.11/2003 vom 21. Februar 2003, E. 5; vgl. 
auch POPP, Grundzüge der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen, Ba-
sel 2001, N. 495 Fn. 34 m.w.H.). Ebenso wenig kommen andere Ersatz-
massnahmen wie der vom Beschwerdeführer vorgeschlagene Hausarrest 
mit elektronischer Fussfessel in Betracht. Diese vermögen die Fluchtgefahr 
für sich allein, d.h. ohne zusätzliche, den finanziellen Verhältnissen des 
Beschwerdeführers angepasste Kaution, nicht zu bannen (vgl. Entscheide 
des Bundesstrafgerichts RR.2008.294 vom 2. Dezember 2008, E. 5.3; 
RR.2008.214 vom 16. September 2008, E. 4.2). Die Beschwerde erweist 
sich somit auch hinsichtlich dieses Punktes als unbegründet. 

 
 
7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer kosten-

pflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG). Für die 
Berechnung der Gerichtsgebühren gelangt gemäss Art. 63 Abs. 5 VwVG 
das Reglement des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die 
Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren (BStKR; 
SR 173.713.162) zur Anwendung. Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 3’000.-- 
festzusetzen. 

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Demnach erkennt die II. Beschwerdekammer: 
 
1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
 
2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 
 

Bellinzona, 8. September 2011 
 
Im Namen der II. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Die Präsidentin:   Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwältin Daniela Bifl  
- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über 
Ausstandsbegehren ist die Beschwerde zulässig (Art. 92 Abs. 1 BGG). Diese Entscheide können 
später nicht mehr angefochten werden (Art. 92 Abs. 2 BGG). 
 
Auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen sind andere selbständig eröffnete 
Vor- und Zwischenentscheide nicht anfechtbar. Vorbehalten bleiben Beschwerden gegen 
Entscheide über die Auslieferungshaft sowie über die Beschlagnahme von Vermögenswerten und 
Wertgegenständen, sofern sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können, oder 
wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Entscheid herbeiführen und damit einen 
bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 
(vgl. Art. 93 Abs. 1 und 2 BGG). Ist die Beschwerde gegen einen Vor- oder Zwischenentscheid 
gemäss Art. 93 Abs. 1 und 2 BGG nicht zulässig oder wurde von ihr kein Gebrauch gemacht, so 
sind die betreffenden Vor- und Zwischenentscheide durch Beschwerde gegen den Endentscheid 
anfechtbar, soweit sie sich auf dessen Inhalt auswirken (Art. 93 Abs. 3 BGG).  
 
Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (vgl. Art. 84 
Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die 
Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das 
Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG). 
 
Die Beschwerde ist innert zehn Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim 
Bundesgericht einzureichen (vgl. Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG).