# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 40d405cd-a5e5-5775-825c-ff7c24491d2e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-16
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 16.04.2024 SB230133
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230133_2024-04-16.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230133-O/U/sm

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichter lic. iur. Wenker 

und Oberrichter Dr. iur. Bezgovsek sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw Willi

Urteil vom 16. April 2024

in Sachen

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich, 
vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. J. Vogel, 

Anklägerin, Erstberufungsklägerin und Anschlussberufungsklägerin

sowie

A._____, 
Privatklägerin und Drittberufungsklägerin

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

gegen

B._____, 
Beschuldigter, Zweitberufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw Y._____, 

betreffend mehrfache Vergewaltigung etc.

- 2 -

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Hinwil vom 26. September 
2022 (DG220015)

- 3 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 8. Februar 

2022 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 23).

Urteil der Vorinstanz:

1. Der Beschuldigte ist schuldig

 der mehrfachen Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB 

(Anklageziffern 1, 2 und 3),

 der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB (Anklageziffer 2),

 der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB in Verbindung mit 

Art. 180 Abs. 2 lit. b StGB (Anklageziffer 5 Absatz 2),

 der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Anklageziffer 6 Absatz 2),

 der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 7 

Absatz 1).

2. Von den Vorwürfen

 der Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 in Verbindung mit 

Art. 123 Ziff. 2 Abs. 6 StGB (Anklageziffer 4), 

 der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Anklageziffer 6 

Absatz 1),

 der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB in Verbin-

dung mit Art. 180 Abs. 2 lit. b StGB (Anklageziffer 5 Absatz 2 und An-

klageziffer 7 Absatz 2) 

wird der Beschuldigte freigesprochen.

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 40 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 115 

Tage durch Haft erstanden sind) sowie mit einer Geldstrafe von 140 Tages-

sätzen zu Fr. 30.–. 

4. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

5. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

- 4 -

festgesetzt.

6. Es wird eine ambulante Massnahme im Sinne von Art. 63 StGB (Suchtbe-

handlung) angeordnet. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zu diesem Zweck 

nicht aufgeschoben. 

7. Nach Eintritt der Rechtskraft wird das bei der Kantonspolizei Zürich unter der 

Geschäfts-Nr. 80343368 sichergestellte Haarasservat (Asservat 

Nr. A015'115'545) eingezogen und vernichtet.

8. Nach Eintritt der Rechtskraft wird die bei der Kantonspolizei Zürich sicherge-

stellte Datensicherung (Ref. Nr. 06192101N01, Asservat Nr. A015'109'952) 

eingezogen und vernichtet.

9. Nach Eintritt der Rechtskraft werden die folgenden, bei der Kantonspolizei 

Zürich sichergestellten Gegenstände, dem Beschuldigten auf erstes Verlan-

gen herausgegeben:

 1 Luftgewehr, Marke: Diana, Modell: 27, Asservat Nr. A015'130'753,

 1 Säbel, stark verrostet, Gesamtlänge 75 cm, Klingenlänge 63 cm, 

Asservat Nr. A015'130'764.

Werden die sichergestellten Gegenstände nicht innert drei Monaten nach 

Rechtskraft des Urteils bei der Kantonspolizei Zürich, beansprucht, werden 

sie ohne weitere Mitteilung durch die Lagerbehörde vernichtet.

10. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte der Privatklägerin dem Grund-

satze nach zu Schadenersatz verpflichtet ist. Zur genauen Feststellung des 

Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen.

11. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Schadenersatz von 

Fr. 355.30 zuzüglich 5 % Zins ab 31. Dezember 2021 zu bezahlen. Im Mehr-

betrag wird das Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg verwiesen.

12. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 15'000.– zuzüglich 

5 % Zins ab 30. Mai 2021 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird 

- 5 -

das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

13. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

Fr. 5'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen:

Fr. 2'500.00 Gebühr für das Vorverfahren

Fr. 15'954.75 Gutachten/Expertise

Fr. 34.80 Entschädigung Zeuge

Fr. 37'545.45
Kosten amtliche Verteidigung (inkl. Barauslagen und 
MwSt); davon bereits Fr. 22'736.70 im Rahmen des 
Untersuchungsverfahrens akonto ausbezahlt 

Fr. 27'337.80 Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung derPrivatklägerin (inkl. Barauslagen und MwSt.)

14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, mit Aus-

nahme derjenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen 

Rechtsvertretung der Privatklägerin, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

15. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsver-

tretung der Privatklägerin werden auf die Gerichtskasse genommen. Vorbe-

halten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

Berufungsanträge:

a) Der amtlichen Verteidigung:

(Urk. 112 S. 1 f.)

1. Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 26. September 2022 

(Geschäfts-Nr.: DG220015-E / UB) (ausser Ziffer 2) aufzuheben.

2. Es sei der Beschuldigte vom Vorwurf der mehrfachen Vergewaltigung 

im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB (Anklageziffern 1, 2 und 3) freizu-

sprechen.

3. Es sei der Beschuldigte vom Vorwurf der Schändung gemäss Art. 191 

StGB (Anklageziffer 2) freizusprechen.

- 6 -

4. Es sei der Beschuldige vom Vorwurf der Drohung gemäss 

Art. 180 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 lit. b StGB (Anklageziffer 5 Absatz 2) frei-

zusprechen.

5. Es sei der Beschuldigte vom Vorwurf der Nötigung gemäss 

Art. 181 StGB (Anklageziffer 6 Abs. 2) freizusprechen.

6. Es sei der Beschuldigte vom Vorwurf der Beschimpfung gemäss 

Art. 177 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 7 Absatz 1) freizusprechen.

7. Es sei Ziffer 2. des Urteils des Bezirksgerichts Hinwil vom 

26. September 2022 zu bestätigen.

8. Es seien sämtliche sichergestellten Gegenstände und Vermö-

genswerte des Beschuldigten diesem zurückzugeben (1 Luftgewehr, 

Asservat Nr. A015'130'753; sowie 1 Säbel, Asservat Nr. 015'130'764) 

bzw. zu vernichten (Datensicherung 06192101N01, Asservat Nr. 

A015'109'952; Haarasservat Asservat Nr. A015'115'545).

9. Es sei dem Beschuldigten für die Zeit der unrechtmässigen Unter-

suchungshaft (30.05.2021 - 21.09.2021) gestützt auf Art. 429 Abs. 1 

lit. c. StPO eine Entschädigung in der Höhe von CHF 23'000.–, zzgl. 

Zins zu 5% seit dem mittleren Verfallstag (27.07.2021), ausmachend 

gesamthaft per 16.04.2024 CHF 26'131.80, auszurichten.

10. Es seien die Anträge Ziffer 2.1. und 2.2. der Berufungserklärung 

der Privatklägerin vom 27. März 2023 vollumfänglich abzuweisen.

11. Es seien die Anträge Ziffer 1. und 2. der Anschlussberufung der 

Staatsanwaltschaft vom 27. März 2023 vollumfänglich abzuweisen.

12. Die heutigen Anträge der Staatsanwaltschaft und der Privatklägerin 

seien ebenfalls abzuweisen.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. ges. MWST) zu Lasten 

der Staatskasse.

- 7 -

b) Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich: 

(Urk. 109 S. 1)

1. ln teilweiser Änderung von Dispositiv Ziff. 3 des Urteils des Bezirksge-

richts Hinwil vom 26. September 2022 sei der Beschuldigte mit 50 Mo-

naten Freiheitsstrafe zu bestrafen.

2. lm Übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 26. Septem-

ber 2022 zu bestätigen.

c) Des unentgeltlichen Vertreters der Privatklägerin:

(Urk. 110 S. 2)

1. ln Abänderung von Dispositiv-Ziff. 1-3 des Urteils des Bezirksgerichts 

Hinwil vom 26. September 2022 sei der Beschuldigte auch

 der Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff.1 StGB in Verbin-

dung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 6 StGB (Anklageziffer 4),

 der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Anklagezif-

fer 6 Abs. 1),

 der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB in Ver-

bindung mit Art. 180 Abs. 2 lit. b StGB (Anklageziffer 5 Abs. 2 und 

Anklageziffer 7 Abs.2)

schuldig zu sprechen und angemessen höher als von der Vorinstanz 

zu bestrafen.

2. ln Abänderung von Dispositiv-Ziff. 12 desselben Urteils sei der Be-

schuldigte zu verpflichten, der Privatklägerin A._____ eine Genugtuung 

im Betrag von CHF 30'000.00 zuzüglich Zins zu 5.0 % seit 30. Mai 

2021 zu bezahlen.

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der 

amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung der 

- 8 -

Privatklägerin (vorbehältlich einer Nachforderung im Sinne von Art. 135 

Abs. 4 StPO bzw. Art. 426 Abs. 4 StPO), seien dem Beschuldigten auf-

zuerlegen. 

Im Übrigen sei das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen.

Das Kontakt- und Rayonverbot soll, wie es mit Präsidialverfügung vom 

19. Oktober 2023 des hiesigen Gerichtes angepasst wurde, bis zur Rechts-

kraft bestehen bleiben, da der Beschuldigte heute nicht dagegen opponierte.

––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––

Erwägungen:

I.  Prozessgeschichte

1. Das Bezirksgericht Hinwil entschied mit Urteil vom 26. September 2022 im 

Verfahren DG220015. Gegen diesen Entscheid wurde seitens der Verteidigung so-

wie der Privatklägerschaft und der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich (nach-

folgend Anklagebehörde oder Staatsanwaltschaft) jeweils fristgerecht Berufung an-

gemeldet (Urk. 64, 65 und 66) und seitens der Verteidigung sowie der Privatkläger-

schaft in der Folge auch erklärt (Urk. 77 und 78). Demgegenüber zog die Staatsan-

waltschaft ihre (Haupt-)Berufung wieder zurück und erhob hernach Anschlussbe-

rufung (Urk. 75 bzw. 90). Nach Einholung entsprechender Stellungnahmen seitens 

der Parteien (vgl. Urk. 80, 82, 83, 85 und 86) wurde mit Präsidialverfügung vom 

22. März 2023 (Urk. 87) entschieden, dass die mit Verfügung des Zwangsmass-

nahmengerichtes des Bezirkes Zürich vom 23. September 2021 angeordneten (und 

mehrfach verlängerten) Ersatzmassnahmen (Rayon- und Kontaktverbot des Be-

schuldigten sowie die Auflage, sich einer ärztlichen Behandlung oder Kontrolle zu 

unterziehen), bestehen bleiben. Mit Präsidialverfügung vom 19. Oktober 2023 

(Urk. 103) erfolgte diesbezüglich aufgrund des zwischenzeitlich erfolgten Wohn-

ortswechsels der Privatklägerin nach Einholung entsprechender Stellungnahmen 

seitens der Parteien (vgl. Urk. 95-98, 101, 102) eine Anpassung des Rayons 

- 9 -

(Urk. 97). Am 4. August 2023 ergingen die Vorladungen an die Parteien zur Beru-

fungsverhandlung auf den 16. April 2024 (Urk. 94). 

2. An der Berufungsverhandlung erschienen seitens der Staatsanwaltschaft 

Staatsanwältin lic. iur. Judith Vogel, der Beschuldigte in Begleitung seines amtli-

chen Verteidigers Rechtsanwalt MLaw Y._____ sowie die Privatklägerin in Beglei-

tung ihrer unentgeltlichen Rechtsvertretung Rechtsanwalt lic. iur. X._____.

II.  Prozessuales

1.1. Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO). 

Dazu zählt das Recht, Belastungszeugen zu befragen (Art. 147 Abs. 1 StPO; Art. 6 

Ziff. 3 lit. d EMRK). Dieser Anspruch ist ein besonderer Aspekt des Rechts auf ein 

faires Verfahren gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Eine belastende Zeugenaussage ist 

grundsätzlich nur verwertbar, wenn die beschuldigte Person wenigstens einmal 

während des Verfahrens angemessene und hinreichende Gelegenheit hatte, das 

Zeugnis in Zweifel zu ziehen und Fragen an den Belastungszeugen zu stellen. Da-

mit der Anspruch auf Konfrontation gewahrt ist, muss die beschuldigte Person na-

mentlich in der Lage sein, die Glaubhaftigkeit einer Aussage prüfen und den Be-

weiswert in kontradiktorischer Weise auf die Probe und in Frage stellen zu können. 

Die Ausübung des Fragerechts setzt voraus, dass sich die befragte Person an der 

Konfrontationseinvernahme inhaltlich nochmals zur Sache äussert (BGE 140 IV 

172 E. 1.3 und E. 1.5; 133 I 33 E. 3.1; 131 I 476 E. 2.2; Urteile des Bundesgerichtes 

6B_517/2022 vom 7. Dezember 2022 E. 2.1.1; 6B_315/2020 vom 18. Mai 2022 

E. 3.3; 6B_570/2019 vom 23. September 2019 E. 3.3; je mit Hinweisen). Die aus-

gebliebene Konfrontation mit Belastungszeugen verletzt die Garantie aber nicht, 

wenn diese berechtigterweise das Zeugnis verweigern oder die erneute Befragung 

nicht möglich ist, weil sie trotz angemessener Nachforschungen unauffindbar blei-

ben, dauernd oder für lange Zeit zur Einvernahme unfähig werden oder in der Zwi-

schenzeit verstorben sind. Die Verwertbarkeit der ursprünglichen Aussage erfordert 

allerdings, dass die beschuldigte Person zu den belastenden Erklärungen hinrei-

chend Stellung nehmen konnte, diese sorgfältig geprüft wurden und ein Schuld-

spruch sich nicht allein darauf abstützt. Ausserdem darf der Umstand, dass die be-

- 10 -

schuldigte Person ihre Rechte nicht (rechtzeitig) wahrnehmen konnte, nicht in der 

Verantwortung der Behörde liegen (Urteile des Bundesgerichtes 6B_1092/2022 

vom 9. Januar 2023 E. 2.3.4; 6B_517/2022 vom 7. Dezember 2022 E. 2.1.1 und 

E. 2.3; BGE 131 I 476 E. 2.2 und 2.3.4 mit Hinweisen).

1.2. Einhergehend mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 73 

E. II.3.6.) wurden C._____, D._____, E._____, F._____ und G._____ im gesamten 

Verfahren lediglich einmal durch die Polizei im Rahmen des Ermittlungsverfahrens 

befragt, wobei dem Beschuldigten kein Konfrontationsrecht gewährt wurde. Ihre 

Aussagen (Urk. 6/2; 6/5; 6/7; 6/8; 6/10) sind deshalb nicht zu Ungunsten des Be-

schuldigten verwertbar.

2.1. Zeuge oder Zeugin ist gemäss Art. 162 StPO eine an der Begehung einer 

Straftat nicht beteiligte Person, die der Aufklärung dienende Aussagen machen 

kann und nicht Auskunftsperson ist. Gemäss Art. 166 StPO wird die geschädigte 

Person als Zeugin oder Zeuge einvernommen, wobei die Einvernahme als Aus-

kunftsperson nach Art. 178 StPO vorbehalten bleibt. Als Privatklägerschaft gilt ge-

mäss Art. 118 Abs. 1 StPO die geschädigte Person, die ausdrücklich erklärt, sich 

am Strafverfahren als Straf-oder Zivilklägerin oder -kläger zu beteiligen. Der Zeu-

genbeweis ist bei Personen, die sich gestützt auf Art. 178 lit. a StPO als Privatkläger 

konstituiert haben, ausgeschlossen, weil damit ein möglicher Konflikt zwischen der 

Verfolgung eigener Interessen und der Pflicht zur wahrheitsgemässen Aussage 

ausgeschlossen werden soll (Botschaft S. 1028; BSK STPO I-BÄHLER, Art. 162 

StPO N 13; ZÜRCHER KOMMENTAR STPO I-LIEBER, Art. 118 StPO N 3b; vgl. auch 

DOMINIK HASLER, Rollenwechsel im Strafverfahren, Diss. Zürich 2019, S. 198 u. 

307 f.). 

2.2. Spätestens mit Erklärung vom 14. Juni 2021 hat sich die Privatklägerin im vor-

liegenden Strafverfahren als solche konstituiert (Urk. 11/4). Aus den Akten ist nicht 

ersichtlich, dass sie sich zwischenzeitlich und insbesondere im Zeitpunkt ihrer Ein-

vernahme vom 21. September 2021 nicht (mehr) als Privatklägerin am Verfahren 

beteiligte. Aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen war sie deshalb auch damals 

als Auskunftsperson und nicht als Zeugin einzuvernehmen. In Bezug auf die Ver-

wertbarkeit ihrer damaligen Aussagen als Zeugin auch zu Lasten des Beschuldig-

- 11 -

ten hat dieser Umstand indes keinen Einfluss, da sie in ihrer Eigenschaft als Zeugin 

sogar der Wahrheitspflicht unterlag (Art. 163 Abs. 2 StPO), welche sie als Aus-

kunftsperson nicht traf (vgl. Art. 180 Abs. 2 StPO), weshalb dieser Rollenwechsel 

in Bezug auf die Verwertbarkeit ihrer Aussagen unproblematisch ist (vgl. dazu auch 

RUCKSTUHL/DITTMANN/ARNOLD, Strafprozessrecht, Zürich 2011, § 7 N 285 ff. oder 

HASLER, a.a.O., S. 229 ff. bzw. 307 f.).

3.1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung aufschie-

bende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dementspre-

chend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche Urteil 

nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Auch wenn das Beru-

fungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am Ende ein ins-

gesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch anzugeben hat, welche 

Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind (Urteile des Bundesgerichtes 

6B_482/2012 vom 3. April 2013 E. 5.3 und 6B_99/2012 vom 14. November 2012 

E. 5.3.1; BSK STPO II-BÄHLER, Art. 402 StPO N 1 f.). 

3.2. Seitens des Beschuldigten und der Privatklägerin blieben lediglich die Dispo-

sitivziffern 7-9 (Sicherstellungen) unangefochten (vgl. Urk. 77; 78 S. 2 f.). Der 

vorinstanzliche Entscheid ist demnach in diesem Umfang in Rechtskraft erwach-

sen, was mittels Beschlusses festzustellen ist. 

III.  Materielles

A. Tatvorwurf

Hinsichtlich der Tatvorwürfe ist auf die Anklageschrift zu verweisen (Urk. 23).

B. Beweisgrundsätze

Die Vorinstanz hat die Grundsätze der Beweisführung umfassend und zutreffend 

dargelegt (Urk. 73 E. II.1.1.-1.6.). Darauf kann vollumfänglich verwiesen werden. 

Ergänzend ist anzumerken, dass im Rahmen der nachstehenden Erwägungen auf 

die Argumente der Parteien einzugehen ist. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 

Abs. 2 BV verlangt, dass das Gericht die Vorbringen des von einem Entscheid in 

- 12 -

seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in seiner Ent-

scheidfindung berücksichtigt. Nicht erforderlich ist, dass es sich mit allen Partei-

standpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrü-

cklich widerlegt. Vielmehr kann es sich auf die für den Entscheid wesentlichen 

Punkte beschränken. Es müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt wer-

den, von denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid 

stützt (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; 139 IV 179 E. 2.2.; 138 IV 81 E. 2.2; Urteile des 

Bundesgerichtes 6B_770/2020 vom 25. November 2020 E. 1.3.2; 6B_401/2015 

vom 16. Juli 2015 E. 1.1; je mit weiteren Hinweisen).

C. Sexualdelikte

1. Seitens des Beschuldigten und seiner Verteidigung werden die ihm gemach-

ten Anklagevorwürfe unverändert allesamt in Abrede gestellt (Urk. 56 S. 5; Urk. 112 

S. 3; Prot. II S. 29 ff.).

2. Bei den Akten finden sich insbesondere folgende massgebliche verwertbare 

Beweismittel, um den strittigen Anklagesachverhalt zu prüfen: Die Einvernahmen 

des Beschuldigten (Urk. 4/1-6; Prot. I S. 28 ff.; Prot. II S. 29 ff.), diejenigen der Pri-

vatklägerin (Urk. 5/1-3; Prot. I S. 19 ff.), diejenigen der Zeugen H._____ (Urk. 6/12), 

I._____ (Urk. 6/13), J._____ (Urk. 6/14), K._____ (Urk. 6/15), L._____ (Urk. 6/17) 

sowie M._____ (Urk. 6/18), der Ausdruck einer WhatsApp-Kommunikation zwi-

schen der Privatklägerin und K._____ (Urk. 6/16), diverse Polizeirapporte (Urk. 1/1-

5), der Forensische Abklärungsbericht der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich 

vom 6. Juli 2021 betreffend den Beschuldigten (Urk. 7/6), das Psychiatrische Gut-

achten von N._____, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 4. No-

vember 2021 betreffend den Beschuldigten (Urk. 8/20), ein Bericht und ein Gutach-

ten des Forensischen Instituts Zürich betreffend Haarprobe des Beschuldigten 

(Urk. 9/3-4), Durchsuchungs- bzw. Hausdurchsuchungsakten mit Fotodokumenta-

tionen (Urk. 10/1-4), sowie die anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung 

(Urk. 55/1-4 u. 55/6; 57/1-5) und im Vorfeld der Berufungsverhandlung seitens der 

Parteien eingereichten Belege (Urk. 106; 107/1-7). 

- 13 -

3.1. Hinsichtlich der allgemeinen Glaubwürdigkeit des Beschuldigten, der Privat-

klägerin und der Zeugen H._____, I._____, J._____, K._____, L._____ sowie 

M._____ kann vorab auf die umfassend vorgenommenen und sich als allesamt zu-

treffend erweisenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 73 E. 

II.4.1.-4.3.). Die nachfolgenden Erwägungen sind als Präzisierungen und Hervor-

hebungen zu verstehen. Zu betonen ist vorneweg, dass die Glaubhaftigkeit der 

Aussagen der Beteiligten im Zentrum steht. 

3.2 Zur Glaubwürdigkeit des Beschuldigten hat die Vorinstanz die erforderlichen 

Ausführungen zutreffend gemacht (Urk. 73 E. II.4.2.1.), weshalb darauf zu verwei-

sen ist. Ihre Erwägung, dass zu berücksichtigen sei, dass der Beschuldigte regel-

mässig Alkohol konsumierte, weshalb seine Aussagen mit Zurückhaltung zu würdi-

gen seien (Urk. 73 E. II.4.2.2.), lässt sich allerdings in dieser Pauschalität nicht auf-

rechterhalten. Auffällig ist, dass der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhand-

lung von dem ihm in O._____ vorgeworfenen Sexualdelikt keine Erinnerung hat – 

dies, obwohl er gleichzeitig ausführte, sich im Nachhinein jeweils an den Sex mit 

der Privatklägerin erinnern zu können (Prot. II S. 31). Zudem vermochte sich der 

Beschuldigte an gewisse Details des Vorfalles in O._____ zu erinnern, so an die 

Verschiebung vom Lokal P._____ ins Hotel, an die Taxifahrt und deren Bezahlung 

sowie die Höhe der Taxikosten oder auch, dass weitere Personen das Hotelzimmer 

betreten haben (Prot. II S. 30 f., 41). Einhergehend mit der zutreffenden Ausfüh-

rung der Privatklägerin (Prot. II S. 43) mutet dieses selektive Erinnerungsvermögen 

seltsam an und beeinträchtigt die allgemeine Glaubwürdigkeit des Beschuldigten.

3.3.1. Zur Glaubwürdigkeit der Privatklägerin ist insbesondere auf die Umstände 

einzugehen, welche zur Einleitung des vorliegenden Strafverfahrens führten. Sehr 

auffällig erscheint der Umstand, dass die Privatklägerin die Polizei erst über die 

teilweise mehrere Jahre zurückliegenden anklagegegenständlichen Vorfälle unter-

richtete, nachdem der Beschuldigte aufgrund von Problemen bei der Übergabe des 

gemeinsamen Sohnes die Polizei herbeigezogen gehabt hatte, und die Privatklä-

gerin dadurch in die Defensive geriet, zumal sie angab, damals mitbekommen zu 

haben, dass sie den Beschuldigten gemäss seinen Angaben gegenüber der Polizei 

bedroht habe (Urk. 5/2 S. 19) und sie u.a. zu Protokoll gab, Angst davor zu haben, 

- 14 -

dass der Beschuldigte ihr den gemeinsamen Sohn wegnehmen würde (Urk. 5/1 

S. 7). Dieser Hintergrund der erst späten Anzeigenerstattung lässt unweigerlich 

Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Privatklägerin aufkommen, weil ein Motiv für 

eine allfällige Falschbezichtigung des Beschuldigten im damals zwischen ihnen es-

kalierenden Konflikt, der lediglich rund einen Monat zuvor erfolgten Trennung des 

Paares (vgl. Urk. 4/2 S. 20; 4/3 S. 3; 5/1 S. 8; 5/2 S. 5) und der Auseinandersetzung 

um den gemeinsamen Sohn gesehen werden könnte (entsprechend die Vorbringen 

der Verteidigung: Urk. 56 S. 11 u. 14; Urk. 112 S. 6 ff.).

3.3.2. Insofern sind ihre Aussagen zum (späten) Zeitpunkt ihrer Anzeigenerstat-

tung von besonderem Interesse, um ihre Motivlage zu beurteilen. Die Privatklägerin 

schilderte diesbezüglich gleichbleibend und kohärent, dass für sie eine frühere 

Trennung vom Beschuldigten nicht in Frage gekommen sei, weil sie sich eingeredet 

gehabt habe, dass es sich dabei um einen Ausrutscher gehandelt habe und er sie 

nicht mehr vergewaltigen werde (Urk. 5/3 S. 13), und später, weil es – auch auf-

grund eigener traumatischer Erfahrungen mit ihrer Herkunft aus einer Scheidungs-

familie – vorrangig gewesen sei, dass der gemeinsame Sohn Q._____ mit beiden 

Eltern aufwachsen sollte und sie am Traum von einer intakten glücklichen Bezie-

hung festgehalten habe (Urk. 5/1 S. 5 f.; 5/2 S. 38; 5/3 S. 14; Prot. I S. 27) bzw. sie 

sich geschämt habe, sich ihren Freunden oder ihrer Familie anzuvertrauen, auch 

weil sie noch länger mit dem – in ihrem Freundeskreis und insbesondere bei ihrer 

Familie nicht unumstrittenen – Beschuldigten zusammengeblieben sei (Urk. 5/2 S. 

13 f.; 5/3 S. 9 f. u. 14) und sie sich insgesamt isoliert gefühlt habe (Urk. 5/2 S. 14). 

Diese konstante Sachdarstellung erweist sich als nachvollziehbar und lässt es als 

plausibel erscheinen, dass die Privatklägerin sich niemandem vollständig anzuver-

trauen vermochte. Sie deckt sich auch mit dem von der Privatklägerin selbst 

(Urk. 5/2 S. 5, 12 u. 25; Urk. 5/3 S. 7 u. 14) und seitens ihrem Umfeld bestätigten 

(I._____: Urk. 6/13 S. 7; K._____: 6/15 S. 6; M._____: 6/18 S. 8) Bild einer mit 

wenig Selbstwertgefühl ausgestatteten und sich rasch unterordnenden Persönlich-

keit und spricht insgesamt nicht für ein Erfinden der anklagegegenständlichen Vor-

fälle aufgrund der eskalierenden Situation mit dem Beschuldigten. Dass die Privat-

klägerin insbesondere aufgrund ihres Berufes und ihrer Ausbildung eine charakter-

starke Person sei, so wie dies die Verteidigung ausführte (Urk. 112 S. 12), vermag 

- 15 -

allenfalls für ihr berufliches Auftreten zutreffen, nicht jedoch für ihr Privatleben. Das 

Privatleben und die Beziehung zum Beschuldigten ist gestützt auf ihre Aussagen 

und die Akten gerade geprägt von Unsicherheiten und der Ambivalenz der Privat-

klägerin. Daran vermag auch die von der Verteidigung zitierte Wahrnehmung von 

L._____ nichts zu ändern (Urk. 112 S. 12 f.). In diesem Sinne hat die Staatsanwalt-

schaft anlässlich der Berufungsverhandlung ein zutreffendes Bild der Privatklägerin 

gezeichnet, indem sie ausführte, dass die Jugend der Privatklägerin von der Schei-

dung der Eltern wie auch dem sportlichen Glanz ihrer Brüder geprägt gewesen sei. 

Sie sei entsprechend im Schatten ihrer Brüder aufgewachsen, die stets in den Him-

mel gelobt worden seien, wobei sie sich jeweils hintenangestellt habe. Im Beschul-

digten fand sie sodann einen Mann, der sie nicht nur aufgrund ihrer Brüder gut fand, 

sondern sie als Person mochte. Trotz entsprechender Zweifel in ihrem Freundes-

kreis und auch dem Umstand, dass der Beschuldigte nicht gut in der Familie inte-

griert gewesen sei, habe sich die Privatklägerin auf ihn eingelassen. Angesichts 

dieser Umstände sei es umso schwieriger gewesen, im Nachhinein zuzugeben, 

dass in der Beziehung mit dem Beschuldigten etwas nicht in Ordnung sei – die 

Privatklägerin habe die Probleme zugunsten der Harmonie verdrängt und schämte 

sich etwas zu sagen (Prot. II S. 38 f.). Angesichts dieser Umstände bestehen plau-

sible Gründe, weshalb die Privatklägerin von einer früheren Anzeigenerstattung ab-

sah, auch wenn ein anderes Vorgehen nahe gelegen hätte.

3.3.3. Sodann ist wesentlich, dass die Privatklägerin den ersten sexuellen Über-

griff in O._____ relativ zeitnah nach dem Vorfall einer Drittperson mitteilte (Urk. 5/1 

S. 4; 5/2 S. 33; Prot. I S. 27), was K._____ denn auch bestätigte (Urk. 6/15 S. 9 f.) 

und welche Sachdarstellung auch aus einem WhatsApp-Chat zwischen der Privat-

klägerin und K._____ (Urk. 6/16 S. 4) hervorgeht. Der Umstand, wonach K._____ 

in ihrer Einvernahme nicht den Vorfall in O._____, sondern den Dreier-Vorfall meine 

(Urk. 6/15 F63, 65, 69 ff.), ist – entgegen den Ausführungen der Verteidigung 

(Urk. 112 S. 9 f.) – nicht der Privatklägerin anzulasten und ändert auch nichts 

daran, dass die Aussagen der Privatklägerin glaubhaft sind. Des Weiteren sagte 

die Privatklägerin (Urk. 5/2 S. 16; vgl. auch Prot. I S. 26 f.) glaubhaft aus, dass sie 

am 30. Mai 2021 mit ihrer besten Freundin M._____ telefoniert habe, welcher sie 

alles geschildert habe und durch welche sie aufgefordert worden sei, "alles auf den 

- 16 -

Tisch zu legen", ansonsten sie (M._____) es tun würde. Diese geschilderte Ermun-

terung zur Anzeigenerstattung durch die von der Privatklägerin kurz zuvor infor-

mierte M._____ spricht ebenfalls gegen die Annahme eines blossen Erfindens se-

xueller und weiterer Übergriffe zum Nachteil des Beschuldigten.

3.3.4. Einhergehend mit der im Ergebnis zutreffenden Auffassung der Vorinstanz 

(Urk. 73 E. II.4.1.5.) vermag vor dem Hintergrund der gemachten Erwägungen 

überdies die vom Beschuldigten (z.B. in Urk. 4/1 S. 6; 4/2 S. 10 u. 20; 4/3 S. 22) 

aber auch von ihr selbst angegebene Verlustangst (Urk. 5/1 S. 6; 5/2 S. 12) eine 

Falschbezichtigung des Beschuldigten durch die Privatklägerin nicht zu begründen. 

3.3.5. Insgesamt erscheint die Glaubwürdigkeit der Privatklägerin demnach ins-

besondere angesichts des späten Zeitpunkts und der Umstände der Anzeigeerhe-

bung (erst kurz zuvor erfolgte Trennung vom Beschuldigten; eskalierende Ausein-

andersetzung des Paares um den gemeinsamen Sohn) als herabgesetzt, wobei 

sich ihre Begründung dieses Vorgehens und der vorherigen Passivität auch in 

Übereinstimmung mit dem diesbezüglich relevanten übrigen Beweisergebnis aber 

als stimmig und damit als plausibel erweist. Von zentraler Bedeutung ist indes die 

Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zum Kern- aber auch zum übrigen Rahmengesche-

hen, worauf noch einzugehen sein wird.

4.1. Seitens der Vorinstanz wurden die massgebenden und verwertbaren Aussa-

gen des Beschuldigten, der Privatklägerin und der als Zeugen einvernommenen 

Personen zutreffend wiedergegeben, weshalb auf die entsprechenden Ausführun-

gen verwiesen werden kann (Urk. 73 E. II.5.2.-5.6., 6.2.1.-6.2.3., 6.3.1.-6.3.5., 6.4. 

u. 6.6.5.1.-6.6.5.2.). Anlässlich der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte zu 

Protokoll, dass er sich an den Vorfall in O._____ im Februar 2017 nicht erinnern 

könne, da er sturzbetrunken gewesen sei (Prot. II S. 18). Er habe damals zwar noch 

kein eigentliches Alkoholproblem gehabt, aber er habe wirklich viel getrunken und 

es sei ihm nicht gut gegangen. Der Anlass sei das Geburtstagsfest von Herrn 

F._____ gewesen. Man habe im P._____ gefeiert, wobei er mit dem Taxi nach 

Hause gegangen sei. Das Taxi habe Fr. 20.– gekostet und er habe bezahlt (Prot. II 

S. 30). Die Privatklägerin habe ihn ins Zimmer begleitet, wo es ihm extrem schwind-

lig geworden sei. Er könne sich weiter daran erinnern, dass andere Leute aufge-

- 17 -

taucht seien, nicht aber, ob er mit der Privatklägerin an jenem Abend Sex gehabt 

habe oder nicht (Prot. II S. 19). Die Nachfrage, ob es öfters vorkomme, dass er sich 

an den Sex im Nachhinein nicht erinnern könne, verneinte der Beschuldigte. Es sei 

ab und zu vorgekommen, dass er Sex gewollt habe, die Privatklägerin aber nicht. 

Er habe sie dann jeweils umworben, es aber teils auch akzeptiert, wenn sie keinen 

Sex gewollt habe (Prot. II S. 20). Zum Vorfall in R._____ im März 2017 gab der 

Beschuldigte an, dass der damalige Umzug chaotisch gewesen sei und er sich bei 

der Privatklägerin für dies entschuldigt habe, indem er sie in den Arm genommen 

habe. Er wisse nur noch das. Er sei damals sicher angetrunken gewesen. Ob er in 

dieser Nacht mit der Privatklägerin Sex gehabt habe, wisse er nicht mehr (Prot. II 

S. 21). Auf die Frage, ob die Privatklägerin erfinde, dass sie "nein" und "stopp" ge-

sagt habe und er trotzdem weitergemacht hätte, erklärte der Beschuldigte, dass er 

und die Privatklägerin umtriebigen Sex (Ausprobieren von diversen Sexualprakti-

ken, wie auf das Gesicht setzen; SM-Sex; Schläge während dem Sex; sie habe ihn 

gewürgt; Prot. II S. 28 f.) gehabt hätten und es entsprechend viele Momente gege-

ben habe, wo es zuerst "nein" geheissen hätte und er die Privatklägerin sodann mit 

seinen Umwerbungen doch noch habe überzeugen können. Er verneinte aber, die 

Beine der Privatklägerin auseinandergepresst und so den Geschlechtsverkehr er-

zwungen zu haben (Prot. II S. 21 f.). Auf die Frage, weshalb die Privatklägerin dies 

dann behaupte, gab der Beschuldigte zu Protokoll, dass sie extreme Verlustängste 

habe, dass er ihr das Kind wegnehmen würde. Bei den Vorwürfen gehe es entspre-

chend um Falschanschuldigungen, die dazu dienen sollen, den Kontakt zum ge-

meinsamen Sohn zu verunmöglichen (Prot. II S. 22). Zum dritten Vorwurf im Spät-

sommer/Herbst 2019 gab der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung 

an, sich an diesen konkreten Vorfall nicht erinnern zu können. Anlässlich dieses 

Vorfalles sei für ihn nicht erkennbar gewesen, dass die Privatklägerin keinen Sex 

gewollt habe (Prot. II S. 22). Darauf angesprochen, dass die Privatklägerin gemäss 

ihren Angaben "nein" und "stopp" gesagt habe und somit kein Raum für Missver-

ständnisse bestehe, erklärte der Beschuldigte erneut, dass es vorgekommen sei, 

dass die Privatklägerin keinen Sex gewollt habe, er sie dann aber beispielsweise 

mit einer Massage habe umstimmen können und sie dann trotzdem gewollt habe 

- 18 -

(Prot. II S. 22 f.). Der Beschuldigte blieb dabei, dass nie etwas mit Zwang gewesen 

sei (Prot. II S. 23). 

4.2. Die allgemeinen Vorbemerkungen der Vorinstanz zum Sexualleben und ihre 

unter Würdigung der entsprechenden Aussagen des Beschuldigten und der Privat-

klägerin gezogenen Schlüsse (vgl. Urk. 73 E. II.5.1.-5.7.), wonach sie zu Beginn 

ihrer Beziehung regelmässig Geschlechtsverkehr hatten und nach der Geburt des 

gemeinsamen Sohnes deutlich weniger und hauptsächlich auf Verlangen des Be-

schuldigten Geschlechtsverkehr hatten bzw. sich der Beschuldigte in sexueller Hin-

sicht generell eher egoistisch verhielt, indem er Geschlechtsverkehr von der Privat-

klägerin verlangte, auch wenn er wusste, dass sie das nicht wollte, indem er ein 

"nein" der Privatklägerin nicht einfach akzeptierte, wobei die Privatklägerin angege-

ben habe, manchmal nachgegeben zu haben, damit sie ihre Ruhe gehabt habe 

(Urk. 5/2 S. 6 u. 39), erweisen sich allesamt als zutreffend. Sie bilden einen infor-

mativen Hintergrund, welcher letztlich aber für die Erstellung der Anklagesachver-

halte im Wesentlichen wenig massgeblich erscheint. Als auffällig und letztlich auf-

schlussreich erweisen sich demgegenüber die widersprüchlichen Aussagen des 

Beschuldigten zum Thema Würgen als Sexualpraktik und zum Bestand eines Co-

dewortes, worauf noch eingegangen wird (nachstehend unter E. 4.3.2.). 

4.3.1. Die Aussagen des Beschuldigten zum angeklagten Kerngeschehen der drei 

in Frage stehenden Vorfälle in O._____ (1. Vergewaltigung), R._____ (Schändung 

und 2. Vergewaltigung) und S._____ (3. Vergewaltigung) erweisen sich in Bezug 

auf die Erstellung der Anklagesachverhalte grundsätzlich als eher wenig aufschluss-

reich. Entweder brachte er vor, sich – teils auch aufgrund seines damaligen über-

mässigen Alkoholkonsums – nicht an die Geschehnisse der betreffenden Nächte zu 

erinnern (Urk. 4/1 S. 9 ff.; 4/2 S. 11 ff.; 4/3 S. 20 ff.; Prot. I insb. S. 36 u. 39 f.; Prot. II 

S. 18 f.) bzw. machte er geltend, dass die Privatklägerin und er stets einvernehmli-

chen Geschlechtsverkehr gehabt hätten (Urk. 4/1 S. 8 ff.; 4/2 S. 11 ff.; 4/3 S. 20 ff.; 

4/6 S. 8; Prot. I insb. S. 36, 40 u. 48; Prot. II S. 23). Diese Aussagen erfolgten kon-

stant und enthalten keine Auffälligkeiten, welche irgendwelche Rückschlüsse auf 

ein anklagegegenständliches übergriffiges Verhalten des Beschuldigten nahelegen 

würden. 

- 19 -

4.3.2. Einhergehend mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 73 

E. II.5.6. u. 6.6.3.6.) werfen die Aussagen des Beschuldigten zum Sexualleben des 

Paares und insbesondere diejenigen zum Würgen als Sexualpraktik und zum Be-

stand eines Codewortes indes einige Zweifel an seiner Sachdarstellung ihres ge-

lebten Sexualverhaltens auf. Zutreffend hat die Vorinstanz aus dem Umstand, dass 

der Beschuldigte weitschweifend und auch unaufgefordert über die angeblichen se-

xuellen Vorlieben der Privatklägerin und ihren Hang zu "wilden" Praktiken, welche 

hauptsächlich von ihr ausgegangen seien, berichtete und unter anderem zu Proto-

koll gab, dass sie "auch nicht immer die bravste" gewesen sei (Urk. 4/1 S. 5 ff.; 4/2 

S. 13 ff.; 4/3 S. 6 f.; Prot. II S. 22, 28), den Schluss gezogen, dass er versuche, das 

Bild einer in sexueller Hinsicht dominanten und selbstbestimmten Privatklägerin zu 

zeichnen, wozu auch seine Schilderung, sie habe eine Vorliebe auf Erniedrigungen 

ihm gegenüber gehabt und es genossen, wenn er betrunken gewesen sei, da er 

sich nicht mehr so habe wehren können (Urk. 4/1 S. 6), passt. Indes ist zu vermer-

ken, dass die Sachdarstellung des Beschuldigten den Schilderungen der Privatklä-

gerin diametral entgegensteht. Widersprüchlich erweisen sich die Aussagen des 

Beschuldigten zum Würgen als Sexualpraktik und diesbezüglich insbesondere, ob 

die Initiative bzw. der Wunsch hierfür von ihm (Urk. 4/3 S. 7 f.) oder der Privatklä-

gerin (Urk. 4/1 S. 6 u. 11) ausgegangen sei. Anlässlich der Berufungsverhandlung 

erklärte der Beschuldigte sodann, dass lediglich die Privatklägerin ihn gewürgt 

habe, umgekehrt jedoch nicht (Prot. II S. 29). Ebenfalls inkohärent erweisen sich 

seine Aussagen in Bezug auf den Bestand (Urk. 4/1 S. 6) oder Nichtbestand 

(Urk. 4/3 S. 7) eines vereinbarten Codewortes des Paares bei übermässig ange-

wandter Gewalt, was zu erheblichen Zweifeln am Wahrheitsgehalt des von ihm an-

gegebenen Sexualverhaltens des Paares führt und gerade auch im Kontext der Ver-

gewaltigungsvorwürfe den Verdacht aufkommen lässt, dass der Beschuldigte ein 

Bild von sich mit einem eher passiven bzw. wenig initiativen und sicher nicht ag-

gressiven Part in der Sexualbeziehung mit der Privatklägerin zu zeichnen versucht. 

Gerade auch seine ersten vor Polizei gemachten ausschweifenden Aussagen 

(Urk. 4/1 S. 5 ff.) erweisen sich als auffällig und lassen – einhergehend mit der zu-

treffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 73 E. II.6.6.3.6.) – sein Bestreben er-

kennen, die Vergewaltigungsvorwürfe in den Kontext der von ihm geschilderten "wil-

- 20 -

den" Sexualpraktiken zu setzen. Die Angaben des Beschuldigten zum generell ge-

lebten Sexualverhalten des Paares und der Inklusion von Gewalt bzw. der Initiati-

veergreifung diesbezüglich erweisen sich angesichts der gemachten Erwägungen 

als wenig verlässlich.

4.3.3. Die (weiteren) Aussagen des Beschuldigten zur angeklagten Vergewalti-

gung in O._____ erscheinen – einhergehend mit der zutreffenden Einschätzung der 

Vorinstanz (Urk. 73 E. II.6.6.3.2.) – als insofern bemerkenswert, dass er sich zwar 

an gewisse Details der fraglichen Nacht zu erinnern vermochte (Dauer und Kosten 

der Taxifahrt zurück ins Hotel; Vollkotzen des Zimmers; Mühe mit Einschlafen; Um-

armen der Privatklägerin; Verlassen des Zimmers durch die Privatklägerin, worauf 

er ihr gefolgt sei; Unterhaltung der Privatklägerin mit Kollegenpaar an der Hotelzim-

mertür), er indes zu Protokoll gab, aufgrund seines Alkoholabsturzes keine Erinne-

rung an Geschlechtsverkehr mit der Privatklägerin zu haben (Urk. 4/1 S. 8 ff.; 4/2 

S. 11; 4/3 S. 20 f.; 4/6 S. 7 f.; Prot. I S. 36 ff.; Prot. II S.  18 ff., 30). Der seitens des 

Beschuldigten und seines Verteidigers vorgebrachte Einwand, dass es nur schwer 

vorstellbar bzw. nicht vorstellbar sei, dass der Beschuldige in einem derart betrun-

kenen Zustand überhaupt noch eine Erektion hätte bekommen können bzw. in der 

Lage gewesen sein soll, die Privatklägerin unter Anwendung von Gewalt zur Dul-

dung des Beischlafs zu nötigen (Urk. 4/1 S. 9; 4/3 S. 21; 56 S. 10; Prot. I S. 57), 

erweist sich unter der Mitberücksichtigung der Tatsache, dass der Beschuldigte 

mehrfach angab, sich vor dem Geschlechtsverkehr regelmässig betrunken zu ha-

ben (Urk. 4/1 S. 6; 4/2 S. 13 f., Urk. 4/3 S. 6), einhergehend mit der zutreffenden 

Einschätzung der Vorinstanz (Urk. 73 E. II.6.6.3.3.) als reine Schutzbehauptung. 

Gestützt darauf bestehen gewisse Zweifel an seiner Sachdarstellung hinsichtlich 

des Vergewaltigungsvorwurfes in O._____, auch wenn er den Kernvorwurf kon-

stant und gleichbleibend bestreitet.

4.3.4. Zu den anklagegegenständlichen Vorfällen in R._____ und S._____ 

machte der Beschuldigte – auch anlässlich der Berufungsverhandlung (Prot. II 

S. 20 ff.) – sodann konstant keine spezifischeren Angaben, weshalb sich aus sei-

nen Aussagen nichts Wesentliches in Bezug auf die Erstellung der entsprechenden 

Anklagesachverhalte ableiten lässt.

- 21 -

4.4.1. Die Privatklägerin schilderte die drei anklagegegenständlichen Vorfälle 

grundsätzlich plausibel und realitätsnah. Allerdings sind teilweise einhergehend mit 

der zutreffenden Meinung der Verteidigung (Urk. 56 S. 5 ff.; Urk. 112 S. 9 ff.) auch 

mehrere Widersprüche auszumachen. Nachfolgend ist auf ihre Aussagen zu den 

einzelnen Anklagesachverhalten einzugehen.

4.4.2. Die Aussagen der Privatklägerin zum Rahmen- wie zum Kerngeschehen 

bezüglich des anklagegegenständlichen Vorfalls in O._____ erweisen sich als 

mehrheitlich konsistent und gleichbleibend. So gab sie konstant an, erwacht zu 

sein, weil der Beschuldigte Sex von ihr gewollt und dies auch mehrfach so geäus-

sert habe. Demgegenüber habe sie mehrfach "nein" bzw. gesagt, dass sie keinen 

Sex und (weiter-)schlafen wolle, worauf der Beschuldigte nicht reagiert und einfach 

weitergemacht habe und ihr Pyjamahose und Slip sowie auch seine Boxershorts 

runtergezogen habe. Sie habe ihre Beine zusammengepresst und der Beschuldigte 

habe diese auseinandergedrückt. Dabei habe sie zuvor nachgefragt gehabt, was 

er mache, woraufhin der Beschuldigte erwidert habe, dass er Sex wolle (Urk. 5/1 

S. 3 F8 u. 11; 5/2 S. 28 ff. F191 ff.; Prot. I S. 21 f.). Des Weiteren gab die Privatklä-

gerin übereinstimmend an, dass sie nach dem Übergriff geblutet habe (Urk. 5/1 S. 

3 F12; 5/2 S. 29 F192; Prot. I S. 22). Widerspruchsfrei gab die Privatklägerin auch 

zu Protokoll, dass sie den Beschuldigten am folgenden Vormittag auf den Vorfall 

angesprochen habe und er erwiderte, sich nicht daran zu erinnern zu vermögen 

bzw. er ihr unterstellt habe, sie hätte Entsprechendes lediglich geträumt (Urk. 5/1 

S. 3 f. F11 u. 16; 5/2 S. 29 F192; Prot. I S. 22). Entgegen den Ausführungen der 

Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung (Urk. 112 S. 15 f.) kann vorlie-

gend nicht von einem einvernehmlich gelebten "Stil" zwischen dem Beschuldigten 

und der Privatklägerin gesprochen werden, wonach ein "Nein" der Privatklägerin 

jeweils in ein "Ja" umgewandelt wurde. Selbst wenn dies vorgekommen sein mag, 

trifft dies auf den Vorfall in O._____ gerade nicht zu. Gestützt auf die kohärenten 

Aussagen der Privatklägerin gab es anlässlich des Vorfalles in O._____ eine klare 

verbale Gegenwehr, die sich auch nicht in ein "Ja" umwandeln liess. Bei diesem 

Vorfall hat sich die Privatklägerin gerade nicht umstimmen lassen, zumal sie sich 

nicht nur verbal, sondern auch körperlich wehrte. Ein Irrtum seitens des Beschul-

digten ist damit – entgegen den Ausführungen der Verteidigung (Urk. 112 S. 17) – 

- 22 -

ausgeschlossen. Dem Beschuldigten musste gestützt auf die Reaktion der Privat-

klägerin bewusst gewesen sein, dass sie keinen Geschlechtsverkehr wollte. Die 

Darstellung des Sachverhaltes durch sie lässt kein Raum für eine andere Interpre-

tation zu.

4.4.3. Eindrücklich schilderte die Privatklägerin vor Staatsanwaltschaft auch das 

Rahmengeschehen, wonach sie nach dem Vorfall auf die Toilette sei, sich einfach 

einmal hingesetzt habe, es einfach nur gebrannt habe und sie Blut am WC-Papier 

festgestellt habe, sie gewartet habe bis er wirklich wieder eingeschlafen sei und 

sich neben ihn ins Bett, aber ganz zur Wand hin gelegt habe (Urk. 5/2 S. 29 F192), 

welche Sachdarstellung sie vor Vorinstanz wiederholte (Prot. I S. 22) und auf tat-

sächlich Erlebtes hinweist, was auch für die von der Vorinstanz aufgezeigte plasti-

sche und detaillierte Schilderung von Begleitumständen durch die Privatklägerin 

(vgl. Urk. 73 E. II.6.6.2.2.) gilt.

4.4.4. Das Aussageverhalten der Privatklägerin erweist sich auch deshalb als 

überzeugend, da sie den Beschuldigten lediglich zurückhaltend belastet, indem sie 

beispielsweise auf die Frage, ob der Beschuldigte realisiert habe, dass sie keinen 

Geschlechtsverkehr wolle, aussagte, das sie nur Vermutungen anstellen könne und 

es nicht mit 100%-iger Wahrscheinlichkeit sagen könne (Prot. I S. 22), was – ent-

gegen den Ausführungen der Verteidigung (Urk. 112 S. 17) – ein Realitätsmerkmal 

darstellt, zumal eine entsprechende Aussage bei einem blossen Erfinden des Über-

griffs wenig naheliegend erscheinen dürfte und die Darstellung viel schematischer 

ausgefallen wäre.

4.4.5. Allerdings sind in den Aussagen der Privatklägerin hinsichtlich des ankla-

gegegenständlichen Vorfalles in O._____ auch mehrere Inkohärenzen festzustel-

len. Einerseits fällt der Widerspruch auf, ob der Beschuldigte bereits vaginal in sie 

eingedrungen sei, als sie aufwachte ("Er war sturzbetrunken und als ich aufwachte, 

lag er bereits auf mir und schlief mit mir": Urk. 5/1 S. 3 F8), das vaginale Eindringen 

in diesem Zeitpunkt unmittelbar bevorstand (Urk. 5/1 S. 3 F10) oder er in jenem 

Moment (erst) auf ihr gelegen sei und sich mit seinen Händen an ihrem Höschen 

bzw. an ihrer Unterwäsche zu schaffen machte, worauf er vaginal in sie eindrang, 

nachdem sie den Geschlechtsverkehr verbal abgelehnt gehabt hätte und bevor sie 

- 23 -

überhaupt reagieren hätte können (Urk. 5/2 S. 28 ff. F191, F203 u. F208; Prot. I 

S. 21 f.). Einhergehend mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 73 

E. II.6.6.2.4.) liess sich dieser vermeintliche Widerspruch bereits in der ersten (po-

lizeilichen) Einvernahme der Privatklägerin – nachdem sie aufgefordert wurde, den 

Tathergang genauer zu umschreiben – auflösen, wobei sich unmissverständlich 

ergab, dass die Privatklägerin bereits wach war, als der Beschuldigte vaginal in sie 

eindrang. Auch ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass ihre Antworten 

anlässlich ihrer staatsanwaltlichen und vorinstanzlichen Einvernahmen ausführli-

cher und damit auch detaillierter erfolgten, was aber zumindest teilweise darauf 

zurückzuführen ist, dass sich die polizeiliche Einvernahme weniger umfangreich 

gestaltete. 

4.4.6. Einhergehend mit der Vorinstanz (Urk. 73 E. II.6.6.2.4.) und entgegen der 

Auffassung der Verteidigung (Urk. 56 S. 10; Urk. 112 S. 18) ist ferner nicht von 

entscheidender Relevanz, ob der Beschuldigte die Hose der Privatklägerin bei die-

sem Vorfall runtergezogen hatte, bevor (Urk. 5/1 S. 3) oder nachdem (Urk. 5/2 

S. 29) sie erwacht sei, zumal auch von einem fliessenden Handlungsablauf ausge-

gangen werden kann, weil die Privatklägerin glaubhaft aussagte, dass der Beschul-

digte sich mit seinen Händen an ihrem Höschen bzw. an ihrer Unterwäsche zu 

schaffen machte, als sie aufwachte (Urk. 5/2 S. 28 f. F191; Prot. I S. 21 f.). Diese 

Diskrepanz in ihren Aussagen vermag die Glaubhaftigkeit ihrer übrigen Angaben 

deshalb nicht in Frage zu stellen. 

4.4.7. Die weitere Angabe der Privatklägerin, wonach der Beschuldigte vaginal in 

sie eingedrungen sei, bevor sie überhaupt habe reagieren können (Urk. 5/1 S. 29 

F191), kann mit der Vorinstanz (Urk. 73 E. 6.6.2.4.) durchaus so verstanden wer-

den, dass alles sehr schnell ging bzw. es von der Privatklägerin so wahrgenommen 

wurde. Eine entsprechende Deutung ihres Aussageverhaltens erweist sich vor dem 

Hintergrund des von der Privatklägerin glaubhaft sinngemäss geschilderten Über-

raschungseffekts des Übergriffs denn auch als ohne Weiteres nachvollziehbar. Auf-

fällig ist einhergehend mit dem Vorbringen der Verteidigung, dass die Privatklägerin 

anlässlich der staatsanwaltlichen Einvernahme davon sprach, dass zwischen dem 

Erwachen und dem Eindringen fast 5 Minuten vergangen seien, was gemäss der 

- 24 -

Verteidigung (Urk. 56 S. 7; Urk. 112 S. 18) nicht nur den sinngemäss behaupteten 

Überraschungseffekt des Vorgehens des Beschuldigten und dem von ihr dargeleg-

ten Nicht-Reagieren-Können entgegenstehe, sondern auch offensichtlich im Wider-

spruch zu ihrer polizeilichen Einvernahme und zu ihrer Aussage stehe, wonach sie 

ihre Hände vor den Intimbereich gehalten habe, um sich zu schützen und ihre Beine 

zusammengepresst habe. Mit der Vorinstanz (Urk. 73 E. 6.6.2.4.) ist diesbezüglich 

festzustellen, dass die Privatklägerin tatsächlich aussagte, dass der Vorfall höchs-

tens fünf Minuten gedauert habe (Urk. 5/2 S. 31 F214 f.), was nahe legt, dass der 

Vorfall tatsächlich weniger lang gedauert hat, wobei gerichtsnotorisch ist, dass zeit-

liche Angaben in objektiver Hinsicht wenig zuverlässig sind. Die Verlässlichkeit der 

Angaben der Privatklägerin insgesamt wird dadurch jedenfalls nicht in Zweifel ge-

zogen. 

4.4.8. Auch wenn sich die Privatklägerin zwischenzeitlich nicht mehr daran zu er-

innern vermochte, ob sie den Beschuldigten wegzustossen versuchte (so anläss-

lich ihrer staatsanwaltlichen Einvernahme: Urk. 5/2 S. 32 F226), was sie vor Polizei 

und vor Vorinstanz demgegenüber zu Protokoll gab (Urk. 5/1 S. 3 F11; Prot. I 

S. 22), ist dies auch nicht entscheidend, um an der Glaubhaftigkeit ihrer Angaben 

oder daran zu zweifeln, dass sie körperliche Gegenwehr leistete, weil sie auch bei 

der Staatsanwaltschaft angab, ihre Beine zusammengepresst zu haben, wobei der 

Beschuldigte diese auseinandergedrückt habe (Urk. 5/2 S. 32 F220-222). Offen 

bleiben muss demgegenüber der Umstand, ob die Privatklägerin zwischenzeitlich 

– wie angeklagt – erfolglos versucht habe, ihre Hosen hochzuziehen, zumal sie 

dies nur einmal und erst auf explizite Nachfrage der Staatsanwältin bestätigte 

(Urk. 5/2 S. 33 F227). 

4.4.9. Zum Thema, ob Verletzungen aus dem angeklagten Übergriff resultierten, 

machte die Privatklägerin auch unterschiedliche Angaben (entsprechend die Ver-

teidigung: Urk. 56 S. 7 f.): Vor Polizei sagte sie aus, dass sie nicht mehr genau 

sagen könne, ob sie bei einem dieser Vorfälle verletzt worden sei, da der Beschul-

digte sie nicht nur einmal vergewaltigt habe (Urk. 5/1 S. 3 f. F12) bzw. dass sie sich 

nicht genau daran erinnern könne, ob sie beim ersten oder zweiten Vorfall geblutet 

habe (act. 5/1 S. 5 F27). Vor dem Hintergrund, dass die anklagegegenständlichen 

- 25 -

Vorfälle ähnlich gelagert sind, ist das seitens der Privatklägerin auch eingeräumte 

Durcheinander – mit der Vorinstanz (Urk. 73 E. II.6.6.2.4.) – als Eingeständnis einer 

Erinnerungslücke zu deuten und stellt letztlich ein Realkennzeichen dar.

4.4.10. Der Einwand der Verteidigung, dass – entgegen der Angaben der Privat-

klägerin, wonach der Beschuldigte auf ihr gelegen sei – zwangsläufig eine kniende 

Position des Beschuldigten vorauszusetzen sei, um die nötige Kraft für das Auszie-

hen der Hosen und Unterhosen aufzubringen, wovon die Privatklägerin aber nicht 

berichtet habe (Urk. 35 S. 9), erscheint physikalisch nicht zwingend. Abgesehen 

davon kann aufgrund des dynamischen Handlungsgeschehens eine zwischenzeit-

lich erfolgte körperliche Verlagerung des Beschuldigten nicht ausgeschlossen wer-

den, ohne dass dies zwingend als eine mindestens kniende Stellung wahrgenom-

men oder umschrieben werden müsste.

4.4.11. Schliesslich kann aus dem Argument der Verteidigung, wonach der Be-

schuldigte damals leichter gewesen sei als die Privatklägerin, was gegen eine kör-

perliche Unterlegenheit der Privatklägerin spreche (Urk. 56 S. 9 f.), nichts Entschei-

dendes zu Gunsten des Standpunkts des Beschuldigten abgeleitet werden. Zum 

einen ist eine Gewichtsangabe wenig aussagekräftig in Bezug auf die in einem be-

stimmten Moment zur Verfügung stehende und angewandte Kraft. Des Weiteren 

ist vorliegend zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte agierte und die Privatklä-

gerin lediglich aus der Defensive heraus zu reagieren versuchte, was von ihr auch 

eindringlich und überzeugend beschrieben wird (Urk. 5/1 S. 3 F11: "Er hatte so eine 

Kraft dass ich ihn nicht von mir wegbrachte. Mir liefen nur noch die Tränen runter. 

Er reagierte nicht auf mein NEIN und machte einfach weiter."), wobei der Schock 

und die daraus resultierende Ohnmacht, sich unvermittelt in einer entsprechenden 

Situation zu finden, die Reaktionsfähigkeit der Privatklägerin offensichtlich eben-

falls beeinträchtigte, weshalb die Berufung der Verteidigung auf die damaligen Ge-

wichtsangaben der Beteiligten auch aus diesem Grund nicht verfängt. Die im An-

klagesachverhalt dargelegten Gewichtsangaben der Beteiligten sind indes als nicht 

rechtsgenügend erstellt zu erachten, was vor dem Hintergrund der gemachten Er-

wägungen letztlich aber auch nicht relevant ist.

- 26 -

4.4.12. Auch wenn wie aufgezeigt nicht wenige Widersprüche in den Angaben der 

Privatklägerin festzustellen sind, ist zu betonen, dass bei einem Erfinden des Vor-

falles in O._____ durch die Privatklägerin mit deutlich schemenhafteren Schilde-

rungen zu rechnen gewesen wäre. Angesichts der im Wesentlichen konstanten 

Sachdarstellung und der sich aus der Würdigung ihrer Sachdarstellung ergebenden 

Realkennzeichen kann zusammenfassend auf die lebensnahen und insgesamt 

glaubhaften Angaben der Privatklägerin abgestellt werden. Der Anklagesachverhalt 

gemäss Ziffer 1 der Anklage ist demnach mit den erwähnten Ausnahmen erstellt.

4.4.13. Die Aussagen der Privatklägerin zum Rahmen- wie zum Kerngeschehen 

bezüglich des anklagegegenständlichen Vorfalls in R._____ erweisen sich als über-

wiegend konsistent und gleichbleibend. So gab sie konstant an, dass sie erwacht 

sei, als der Beschuldigte bereits seine Hand in ihrer Hose gehabt habe, worauf sie 

sich verbal dagegen ausgesprochen habe bzw. sie geäussert habe, keinen Sex zu 

wollen (Urk. 5/1 S. 4 F18; 5/2 S. 33 f. F234; Prot. I S. 22 f.). In der staatsanwalt-

schaftlichen Einvernahme (Urk. 5/2) spezifizierte sie, dass sie seine Hand an ihrem 

Intimbereich gespürt habe und in dem Moment, als sie es bemerkt habe, sei sein 

Finger bereits in ihrer Vagina gewesen, wobei sie noch auf der Seite gelegen habe, 

als der Beschuldigte seine Finger in ihre Vagina gesteckt habe, es "einfach weh" 

getan habe und sie ihm die Hand weggezogen und weggeschlagen sowie ihn ge-

fragt habe, was er da mache und sie das nicht wolle (Urk. 5/2 S. 34 F234). Die 

Privatklägerin hat dem Beschuldigten somit unmissverständlich zu verstehen ge-

geben, dass sie mit einem "Fummeln" während dem Schlaf nicht einverstanden ist. 

Die detailliertere Beschreibung des Vorfalles anlässlich der staatsanwaltlichen Ein-

vernahme lässt sich dabei ohne Weiteres auf die damalige konzisere Befragung 

der Privatklägerin zum anklagegegenständlichen Vorfall zurückführen. Der seitens 

der Verteidigung vorgebrachte Einwand, dass der im Nebenzimmer übernachtende 

T._____ die angebliche Schändung und Vergewaltigung hätte hören müssen bzw. 

sich die Privatklägerin lautstark hätte wehren können, zumal sie nicht geltend ma-

che, dass der Beschuldigte ihr den Mund zugehalten oder sie sonst zum Schweigen 

gebracht haben soll (Urk. 56 S. 11), ist nicht zwingend und vermag die Sachdar-

stellung der Privatklägerin nicht in Zweifel zu ziehen.

- 27 -

4.4.14. Allerdings erscheint auffällig, dass die Privatklägerin sich anlässlich der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung nicht mehr daran zu erinnern vermochte, ob 

und wie sie sich körperlich gewehrt habe, was sie ihrem Schockzustand zuschrieb 

(Prot. I S. 23). Zudem gab sie in derselben Einvernahme auf die Frage, ob sie das 

Gefühl gehabt habe, dass der Beschuldigte realisiert habe, dass sie keinen Ge-

schlechtsverkehr gewollt habe, lediglich pauschal an, "aus dem Schlaf gerissen 

worden" zu sein, was sich mit ihrer auch zuvor in derselben Einvernahme zu Pro-

tokoll gegebenen Aussage, wonach sie dem Beschuldigten gesagt habe, keinen 

Sex haben und einfach schlafen zu wollen (Prot. I S. 23) nur schwer in Überein-

stimmung bringen lässt. Damit sind in Bezug auf die angeklagte körperliche Ge-

genwehr eklatante Widersprüche auszumachen. Es bleibt gestützt auf die Aussa-

gen der Privatklägerin diffus, wie sich ihre körperliche Gegenwehr genau gestaltet 

haben soll. Diese sich aus der Würdigung ihrer Angaben ergebenden Unklarheiten 

vermögen sich im Ergebnis nicht zum Nachteil des Beschuldigten auszuwirken. Der 

Beschuldigte konnte somit, einhergehend mit den zutreffenden Ausführungen der 

Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung (Urk. 112 S. 16), nicht zweifels-

frei erkennen, dass die Privatklägerin definitiv keinen Sex haben wollte.

4.4.15. Schliesslich bleibt angesichts der wiedergegebenen und auch im Übrigen 

detailarmen Aussagen der Privatklägerin zum anklagegegenständlichen Vorfall in 

R._____ auch unklar, ob und was der Beschuldigte gesagt hat (Urk. 5/1 S. 4 F18: 

"Er sagte, dass er nun Sex wolle"; Urk. 5/2 S. 34 F234: "Er hat nicht gross darauf 

reagiert, hat meine Hand weggenommen, mir die Hosen runtergezogen und ist 

ohne Kommentar in mich eingedrungen" bzw. F237: "Er hat gar nichts gesagt, aus-

ser, dass er Sex wolle"; Prot. I S. 23: "Ich bin aus dem Schlaf erwacht und auch da 

wollte er wieder Sex"). Ferner kann gestützt auf ihre unpräzisen Aussagen (Urk. 5/1 

S. 4 F18; 5/2 S. 33 f. F234 u. F237; Prot. I S. 22 f.) nicht rechtsgenügend differen-

ziert werden, ob sich ihre angegebene verbale Gegenwehr bereits gegen das vagi-

nale Einführen seiner Finger oder ausschliesslich auf den seitens des Beschuldig-

ten in der Folge kommunizierten Wunsch nach Sexualverkehr zu verstehen ist. 

Auch diese Unklarheiten führen dazu, dass der anklagegegenständliche Vorfall in 

R._____ gemäss Anklageziffer 2 insgesamt nicht erstellt ist.

- 28 -

4.4.16. Ungleich konziser und ausführlicher schilderte die Privatklägerin demge-

genüber den anklagegegenständlichen Vorfall in S._____. Sie legte konsistent dar, 

wie der Beschuldigte damals ins Schlafzimmer gekommen sei und ihr gesagt habe, 

dass er Sex wolle (Urk. 5/1 S. 4 f. F21; 5/2 S. 37 f. F260 u. F267; Prot. I S. 23), 

woraufhin sie erwidert habe, dies nicht zu wollen bzw. keine Lust darauf zu haben 

bzw. schlafen zu wollen (Urk. 5/1 S. 4 f. F21; 5/2 S. 37 F260; Prot. I S. 23). Darauf-

hin habe er ihr mehrmals ihre Pyjamahose und Slip nach unten gezogen, woraufhin 

sie sich diese Hosen immer wieder hochgezogen habe (Urk. 5/2 S. 37 F260; Prot. 

I S. 23). Schliesslich habe sie keine Kraft mehr gehabt und der Beschuldigte habe 

sich auf sie gelegen und sei vaginal in sie eingedrungen, was sie schliesslich über 

sich habe ergehen lassen (Urk. 5/1 S. 4 f. F21; 5/2 S. 37 F260; Prot. I S. 23).

4.4.17. Leichte Inkohärenzen ergeben sich in Bezug auf die von der Privatklägerin 

angegebene körperliche Gegenwehr: Während sie vor Polizei davon sprach, 

mehrfach seine Hände weggeschlagen zu haben (Urk. 5/1 S. 4 f. F21), brachte sie 

vor Staatsanwaltschaft und Vorinstanz detailliert und übereinstimmend vor, dass er 

es irgendwann geschafft habe, sie auszuziehen, dass er sie an den Händen 

festgehalten und ihre Beine auseinandergedrückt habe (Urk. 5/2 S. 37 f. F260 u. 

F263 f.; Prot. I S. 23). Diese Ausführungen sind letztlich nur scheinbar 

widersprüchlich, zumal das Wegschlagen der Hände des Beschuldigten im 

Zusammenhang mit dessen Bestreben, ihre beide Hosen herunterzuziehen und 

ihrem, sie wieder hochzuziehen, zu sehen ist, und demnach einen anderen 

zeitlichen Abschnitt des Anklagegegenstands betrifft. Vor Staatsanwaltschaft 

ergänzte die Privatklägerin des Weiteren, dass sie versucht habe, die Beine wieder 

zusammenzupressen bzw. dass sie sich bei den Versuchen des Beschuldigten, sie 

auszuziehen, hin und her gedreht bzw. sich gewunden habe (Urk. 5/2 S. 37 f. F260 

u. F263), was keinen Widerspruch zu den anderen Aussagen, sondern lediglich 

eine detailliertere Beschreibung des Geschehens darstellt, was der 

staatsanwaltlichen Einvernahme – aufgrund der eingehenderen Befragung 

(entsprechend die Anklagebehörde vor Vorinstanz: Urk. 53 S. 11) – auch bezüglich 

der anderen Anklagepunkte inhärent war.

- 29 -

4.4.18. Übereinstimmend waren ferner ihre bei Staatsanwaltschaft und Vorinstanz 

gemachten Angaben zur nachfolgenden Kommunikation mit dem Beschuldigten, 

welcher – von ihr dazu befragt, weshalb er dies schon wieder gemacht habe – sich 

dahingehend geäussert habe, dass es ihn anmachen würde, wenn sie sich dage-

gen wehre und darauf hingewiesen habe, dass ein Mann sich in einer Beziehung 

nehmen dürfe, was er wolle, was bis vor Kurzem auch in der Schweiz noch legal 

gewesen sei (Urk. 5/2 S. 37 F260; Prot. I S. 23), welche Ausführungen plastisch 

erscheinen und – einhergehend mit der Vorinstanz (Urk. II.6.6.2.2.) – klar auf Selbs-

terlebtes schliessen lassen.

4.4.19. Schliesslich räumte die Privatklägerin auch unumwunden ein, wenn sie et-

was nicht mehr genau wusste (Urk. 5/2 S. 38 F265: "Ich kann aber nicht mehr sa-

gen, ob er meine Hände über dem Kopf oder an der Seite festgehalten hat"), was 

abgesehen davon, dass eine exakte entsprechende Abgrenzung allenfalls nicht 

einfach vorzunehmen ist, gegen ein Erfinden des anklagegegenständlichen Vorfalls 

spricht.

4.4.20. Gestützt auf die stringenten und glaubhaften Aussagen der Privatklägerin 

ist der Sachverhalt gemäss Anklageziffer 3 erstellt.

5. Zusammenfassend ist festzustellen, dass Anklageziffer 2 (Schändung und 

Vergewaltigung in R._____ am 26. März 2017) nicht erstellt ist. Demgegenüber 

sind Anklageziffer 1 (Vergewaltigung in O._____ am 19. Februar 2017) mit der Ein-

schränkung, dass der Umstand, ob die Privatklägerin zwischenzeitlich erfolglos ver-

sucht habe, ihre Hosen hochzuziehen, und die Gewichtsangaben der Beteiligten 

als nicht rechtsgenügend erstellt zu erachten sind, und Anklageziffer 3 (Vergewal-

tigung in S._____ im Spätsommer/Herbst 2019) erstellt.

D. Körperverletzung / Drohungen / Nötigungen / Beschimpfung

1. Seitens des Beschuldigten und seiner Verteidigung werden auch die ihm fer-

ner gemachten Anklagevorwürfe der Körperverletzung, mehrfachen Drohungen, 

mehrfachen Nötigungen sowie Beschimpfung gemäss Anklageziffern 4 bis 7 un-

- 30 -

verändert allesamt in Abrede gestellt (Urk. 56 S. 12 f.; Urk. 112 S. 19; Prot. II 

S. 34 ff.,47 f.).

2. Hinsichtlich der allgemeinen Glaubwürdigkeit der Beteiligten kann auf die zu-

vor gemachten Erwägungen (E. C.3.) verwiesen werden. 

3. Seitens der Vorinstanz wurden die massgebenden und verwertbaren Aussa-

gen des Beschuldigten und der Privatklägerin, die hinsichtlich der Prüfung der An-

klageziffern 4 bis 7 relevanten Beweismittel, zutreffend wiedergegeben, weshalb 

auf die entsprechenden Ausführungen verwiesen werden kann (Urk. 73 E. II.7.2.1.-

7.2.3., 8.2.1.-8.2.3., 8.3.1.-8.3.5.,9.2., 9.5.1.-9.5.3., 9.6.1.-9.6.5., 10.2.1.-10.2.3., 

10.3.1.-10.3.4.). Anlässlich der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte zum 

Vorwurf der Körperverletzung zu Protokoll, dass die Privatklägerin ihn geboxt habe, 

wobei er sie mit der Hand oder dem Ellbogen – er meine, es sei die Hand gewesen 

– reflexartig am Auge getroffen habe. Er sei selber darüber erschrocken, wobei er 

ihr Eis geholt habe und sie darüber gesprochen hätten. Ihm sei geblieben, dass die 

Privatklägerin gesagt habe, dass er eine gute Reaktion habe. Auf Nachfrage bestä-

tigte der Beschuldigte, dass es kein gezielter Faustschlag gewesen sei (Prot. II 

S. 34 f.). Zum Vorwurf der Drohung gab er anlässlich der Berufungsverhandlung zu 

Protokoll, dass er die Privatklägerin nicht habe umbringen wollen. Zur Aussage, 

dass er mal gesagt habe, dass er ihr das Kind wegnehmen würde, erklärte er, dass 

er dies nicht gewollt habe, aber dies gesagt habe, damit sie sehen würde, wie dies 

sei. Er habe ihr aber nie gesagt, dass wenn sie sich von ihm trennen würde, er ihr 

den Sohn wegnehmen würde. Er habe nur gesagt, "dänn gsehsch du mal was es 

bedütet, wenn du s Chind weg häsch", sich hernach aber entschuldigt und korrigiert 

(Prot. II S. 35 f.). Zum Nötigungsvorwurf sagte der Beschuldigte anlässlich der Be-

rufungsverhandlung aus, dass er in S._____ ZH vor der Tür mit dem Sohn auf dem 

Arm gestanden sei, dies sei richtig. Es sei aber nicht lange gewesen, vielleicht ca. 

zwei, drei oder vier Minuten. Er habe dies getan, weil er die Sorge hatte, dass die 

Privatklägerin nicht mehr zurückkommen würde und er den Sohn alleine habe 

(Prot. II S. 36). 

4.1. In Bezug auf die angeklagte Körperverletzung räumte der Beschuldigte mit 

durchaus detaillierten und lebensnahen Angaben konstant ein, der Privatklägerin 

- 31 -

als Reaktion auf einen überraschenden Stoss bzw. Box in den Oberarm reflexartig 

einen Schlag auf ihr Auge verpasst zu haben, bestreitet jedoch, dies absichtlich 

getan zu haben (Urk. 4/1 S. 11 F83; 4/3 S. 19 F101; Prot. I S. 41 f.; Prot. II S. 34 f.). 

Inkohärent gestalten sich seine Aussagen indessen in Bezug auf die Art des aus-

geführten Schlages. So vermochte er keine konstanten Angaben zu machen, ob der 

Schlag mit dem Ellbogen oder der (offenen oder geschlossenen) Hand erfolgt sei, 

wobei er teilweise von der linken Hand sprach, welche eingesetzt wurde (Urk. 4/1 

S. 11 F83; 4/3 S. 19 F101; 4/6 S. 10 f. F52; Prot. I S. 42; Prot.  I S. 34 f.). Da auch 

gestützt auf die inkonsistenten Aussagen der Privatklägerin unklar bleibt, ob der 

Schlag des Beschuldigten mit der (rechten) Hand, der Faust oder dem Ellbogen 

erfolgte (Urk. 5/1 S. 6 F30; 5/2 S. 27 F180 u. 182; Prot. I S. 24), lässt sich ein Schlag 

mit der Faust durch den Beschuldigten nicht nachweisen.

4.2. Ferner machte die Privatklägerin auch inkohärente, unspezifische und deutlich 

aggravierende Angaben zum Verletzungsbild: Während sie vor Polizei angab, dass 

man nichts gesehen und es einige Zeit weh getan habe (Urk. 5/1 S. 6 F30), gab sie 

vor Staatsanwaltschaft zu Protokoll, dass sie ca. 1 Woche Schmerzen gehabt habe, 

es aber keine Schwellung oder Blaufärbung gegeben habe (Urk. 5/2 S. 27 F183 f.) 

und dass sie ca. eine Woche Schmerzen gehabt habe (act. 5/1 S. 27 F183 f.), mit 

welchen Aussagen ihre schliesslich vor Vorinstanz gemachten Angaben, wonach 

ihr Auge blau geworden sei, ein Hämatom zu sehen gewesen sei und ihr Auge etwa 

einen Monat lang weh getan habe, wenn man es angefasst habe (Prot. I S. 24), 

nicht in Übereinstimmung zu bringen sind. Die Aussagen der Privatklägerin zum 

Verletzungsbild lassen – einhergehend mit der zutreffenden Auffassung der 

Vorinstanz (Urk. 73 E. II 7.4.4.) – keine Rückschlüsse auf die Intensität des Schlags 

und damit zusammenhängend auch der Frage, ob der Schlag allenfalls mit der 

Faust erfolgte, zu. Auffällig erscheint zudem, dass sich die Privatklägerin nicht ein-

mal mehr an das vom Schlag betroffene Auge zu erinnern vermochte (Urk. 5/1 S. 6 

F30; 5/2 S. 27 F180), welcher Umstand ebenfalls gegen länger spürbare Folgen 

des Schlags spricht. Vor diesem Hintergrund ist auch nicht erstellt, dass die Privat-

klägerin vom Schlag während ca. einer Woche lang Schmerzen davontrug, weshalb 

– zu Gunsten des Beschuldigten – auch nicht vom anklagegegenständlichen hefti-

gen Schlag auszugehen ist.

- 32 -

4.3. Schliesslich ist aufgrund der glaubhaften Aussagen des Beschuldigten, wo-

nach er die Privatklägerin aus der Reaktion heraus geschlagen habe, darüber selbst 

erschrocken sei und sich sogleich bei ihr entschuldigt und ihr Eis angeboten habe, 

wobei ihn die Privatklägerin noch angelacht und ihn auf seine rasche Reaktion an-

gesprochen habe (Urk. 4/1 S. 11 F83; 4/3 S. 19 F101; 4/6 S. 10 f. F52; Prot. I S. 42; 

Prot. II S. 34 f.) nicht widerlegbar, dass der Schlag als unbeabsichtigte Reaktion im 

Sinne eines Reflexes auf den Stoss der Privatklägerin erfolgte, wofür gerade auch 

ein vorliegend nicht auszuschliessender – allenfalls aus der Drehung erfolgter – 

Schlag mit dem Ellbogen sprechen könnte. Letztlich bestätigt auch die Privatkläge-

rin, dass sich der Beschuldigte nach dem erfolgten Schlag bei ihr entschuldigt und 

darauf hingewiesen habe, dass es "aus dem Effekt" geschehen sei (Urk. 5/2 S. 27 

F182), was sich zwangslos mit einer reflexartigen unbeabsichtigten Bewegung des 

Beschuldigten in Übereinstimmung bringen lässt. Demnach ist der Sachverhalt ge-

mäss Anklageziffer 4 auch in subjektiver Hinsicht nicht erstellt.

5.1. Bezüglich der dem Beschuldigten in Anklageziffer 5 vorgeworfenen mehrfa-

chen Drohungen (Todesdrohung zwischen Juni 2019 und Ende Januar 2021 in der 

gemeinsamen Wohnung in S._____; Todesdrohung zwischen Mitte und Ende April 

2021 per Telefon) ist festzustellen, dass es der Beschuldigte konstant in Abrede 

stellt, der Privatklägerin persönlich oder fernmündlich gedroht zu haben, dass er 

sie umbringen werde (Urk. 4/1 S. 5 ff. F40 ff.; 4/2 S. 10 F31 ff.; 4/3 S. 17 f. F89 ff.; 

4/6 S. 9 F49; Prot. I S. 43; Prot. II S. 35), demgegenüber räumt er ein, dass sie 

teilweise heftig gestritten hätten und er sich dahingehend geäussert habe, dass er 

"langsam nicht mehr möge der ganze Stress" (telefonisch: Urk. 4/1 S. 13 F98) bzw. 

dass es für ihn dann irgendwann keinen Sinn mehr mache (persönlich: Urk. 4/1 

S. 13 F91; 4/2 S. 10 F32) bzw. dass er ihr gegenüber gesagt habe, dass man seine 

Ex-Partnerin umbringen solle (Prot. I S. 43). Aus seinen durchaus glaubhaften Aus-

sagen lassen sich letztlich aber keine wesentlichen Rückschlüsse hinsichtlich der 

Erstellung des Anklagesachverhalts ziehen.

5.2. Die Aussagen der Privatklägerin hinsichtlich der anklagegegenständlichen 

Vorfälle erweisen sich als teilweise – sogar im Rahmen derselben (staatsanwaltli-

chen) Einvernahme – widersprüchlich, weil sie unterschiedliche Angaben zur An-

- 33 -

zahl der Todesdrohungen machte (Urk. 5/1 S. 6 F31; 5/2 S. 23 f. F146 ff.; Prot. I 

S. 24). In Bezug auf die angeblich erste angeklagte Todesdrohung in der Wohnung 

in S._____ ist – einhergehend mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz 

(Urk. 73 E. II.8.4.1.) – festzustellen, dass die Privatklägerin mehrfach angab, die 

Aussage des Beschuldigten nicht ernst genommen zu haben, da er betrunken ge-

wesen sei und gelallt habe. Gestützt auf die wiederholte entsprechende Sachdar-

stellung der Privatklägerin (Urk. 5/2 S. 24 F154; Prot. I S. 24) ist erwiesen, dass sie 

die Drohung nicht ernst genommen bzw. Angst gehabt hat. Damit fehlt es – abge-

sehen davon, dass aufgrund der von ihr teilweise vorgebrachten mehreren angeb-

lichen Vorfälle in der Wohnung in S._____ unklar ist, um welchen es sich bei dem 

in der Anklage aufgeführten handeln soll, womit letztlich auch der Anklagegrund-

satz nicht rechtsgenügend gewahrt sein könnte – bereits deshalb an einem in der 

Anklageschrift geschilderten wesentlichen Sachverhaltselement. Der Sachverhalt 

gemäss Anklageziffer 5 Absatz 1 ist demgemäss nicht erstellt.

5.3. Bezüglich der angeklagten fernmündlich ausgesprochenen Todesdrohung er-

weisen sich die Angaben der Privatklägerin – einhergehend mit der zutreffenden 

Einschätzung der Vorinstanz (Urk. 73 E. II.8.4.2.) – auch in Bezug auf das Ernst-

nehmen der Drohung über alle drei Einvernahmen hinweg als detailliert, differen-

ziert und konstant, wobei sie den Beschuldigten nicht übermässig belastete und 

eigene Unzulänglichkeiten einräumte (Urk. 5/1 S. 7 F32; 5/2 S. 24 f. F154 ff.; Prot. I 

S. 24). Ihre entsprechenden Aussagen sind glaubhaft.

5.4. Die Aussagen des Beschuldigten zum Sachverhalt gemäss Anklageziffer 5 

Absatz 2 erweisen sich in dreierlei Hinsicht als auffällig: Zum einen fallen seine 

ausführlichen Erklärungsversuche für die Angstzustände der Privatklägerin 

(Urk. 4/1 S. 5 f. F40 u. S. 12 f. F89 ff.; 4/3 S. 17 f. F92; Prot. I S. 44) auf, wobei sich 

diese in erster Linie auf ihre Bedenken, dass er ihr den gemeinsamen Sohn weg-

nehmen könnte, zu beziehen scheinen, was allerdings auch seitens der Privatklä-

gerin bestätigt (Urk. 5/2 S. 24 F154; Prot. I S. 24) und im Übrigen durch den Um-

stand belegt wird, dass sie mindestens zeitweise aufgrund ihrer Angstzustände in 

psychiatrischer Behandlung war (vgl. Urk. 5/2 S. 12 F75), woraus sich indes nichts 

zur Erstellung des Anklagesachverhalts ableiten lässt. Ferner räumte der Beschul-

- 34 -

digte ein, dass gewisse seiner Aussagen von der Privatklägerin im Kontext durch-

aus als Drohung aufgefasst worden sein könnten (Urk. 4/2 S. 10 F32 f.), woraus 

sich aber keine genügenden Rückschlüsse auf die in Frage stehende Todesdro-

hung ziehen lassen. Am Auffälligsten erweisen sich seine vor Vorinstanz gemach-

ten Angaben, wonach er der Privatklägerin nicht explizit gesagt habe, dass er sie 

umbringen wolle (Prot. I S. 43). Auch wenn er seine Aussage auf Nachfrage der 

vorsitzenden Richterin hin umgehend relativierte, indem er angab, so etwas nie 

gesagt zu haben (Prot. I S. 43), könnten sie durchaus als verräterisch aufgefasst 

werden. 

5.5. Ungeachtet dieser Auffälligkeiten im Aussageverhalten des Beschuldigten ist 

letztlich aber – einhergehend mit der zutreffenden Einschätzung der Vorinstanz 

(Urk. 73 E. II.8.4.3.) – massgebend, dass der Beschuldigte mit seiner Sachdarstel-

lung die glaubhaften Schilderungen der Privatklägerin in keiner Weise in Zweifel zu 

ziehen vermag. Gestützt auf ihre stringenten Aussagen ist der Sachverhalt gemäss 

Anklageziffer 5 Absatz 2 als erstellt zu erachten. 

6.1. Bezüglich Anklageziffer 6 (mehrfache Nötigung) ist der Beschuldigte hinsicht-

lich Absatz 1 (Androhung der Wegnahme des gemeinsamen Sohnes bei Trennung 

der Privatklägerin) – einhergehend mit der zutreffenden Einschätzung der 

Vorinstanz (Urk. 73 E. II.9.2.-9.3.3.) – aus rechtlichen Gründen freizusprechen (vgl. 

die nachstehend unter E. IV.C.2. gemachten Erwägungen), weshalb sich eine über 

die von der Vorinstanz zutreffend vorgenommene Sachverhaltserstellung (Urk. 73 

E. II.9.2.-9.3.3.) hinausgehende Würdigung der Beweismittel erübrigt.

6.2. Seitens des Beschuldigten wurde hinsichtlich Anklageziffer 6 Absatz 2 (Hin-

dern der Privatklägerin am Verlassen der gemeinsamen Wohnung in S._____), 

nachdem er sich bei der Polizei noch nicht daran zu erinnern zu vermögen vorge-

geben hatte (Urk. 41 S. 14 f. F106ff.), im Rahmen seiner ausführlichen anklagege-

genständlichen Angaben schliesslich anerkannt, dass er die Privatklägerin 

Ende 2020 anlässlich des fraglichen Vorfalls im Rahmen einer verbalen Auseinan-

dersetzung am Verlassen der Wohnung gehindert und ihr dabei gesagt habe, dass 

sie jetzt nicht gehen dürfe, wobei er ihr den gemeinsamen Sohn – auch zum Ver-

abschieden – entgegengestreckt habe und sie sich in diesem Moment "nicht ein-

- 35 -

mal" von Q._____ habe verabschieden wollen (Prot. I S. 44 f.). Die Diskussion habe 

zwei bis drei Minuten gedauert, bis geklärt gewesen sei, was sie vorgehabt habe 

und wohin sie gehen würde bzw. hat er eingeräumt, sie während dieser Dauer nicht 

gehen lassen zu haben (Urk. 4/2 S. 9 f. F26; Prot. I S. 44). Diese überwiegend erst 

spät vorgebrachten, aber detaillierten Zugaben des Beschuldigten, die erfolgten, 

nachdem er vor Staatsanwaltschaft noch angegeben gehabt hatte, die Privatkläge-

rin definitiv nicht am Verlassen der Wohnung gehindert zu haben (Urk. 4/3 S. 16 

F84), erscheinen grundsätzlich verlässlich.

6.3. Die seitens des Beschuldigten streitig gebliebenen Anklagepunkte, womit ins-

besondere seine drohenden körperlichen Gebärden und die längere Zeitdauer von 

10 Minuten, während welchen die Privatklägerin am Verlassen der Wohnung ge-

hindert worden sein soll, stützen sich im Übrigen auf die Aussagen der Privatkläge-

rin. Diese erfolgten sehr detailliert, lebensnah und im Wesentlichen konstant. Die 

umfassende Würdigung ihrer Aussagen durch die Vorinstanz (Urk. 73 E. II.9.7.2. u. 

9.7.5.) erweist sich als zutreffend, weshalb – um Wiederholungen zu vermeiden – 

vollumfänglich darauf verwiesen werden kann. Ihre Angaben sind auch hinsichtlich 

der seitens des Beschuldigten ausgehenden und angeklagten Drohgebärden 

(Urk. 5/1 S. 7 f. F34; 5/2 S. 20 ff. F129 ff.) als glaubhaft zu erachten. Zu Gunsten 

des Beschuldigten ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Privatklägerin anläss-

lich ihrer polizeilichen Einvernahme noch von einer Dauer von "ca. 5 oder 10 Minu-

ten" sprach, während welcher der Beschuldigte ihr den Weg versperrt habe 

(Urk. 5/1 S. 8 F34). Demnach ist vorliegend – entgegen den Vorbringen der Vertei-

digung, die von zwei bis drei Minuten spricht (Urk. 112 S. 22) – lediglich von einer 

erstellten Dauer von ca. 5 Minuten, in denen der Beschuldigte sie am Verlassen 

der gemeinsamen Wohnung hinderte, auszugehen. Dies deckt sich sodann auch 

einigermassen mit der Aussage des Beschuldigte anlässlich der Berufungsver-

handlung, wonach es vielleicht (auch) vier Minuten gewesen seien (Prot. II S. 36). 

Anklageziffer 6 Absatz 2 ist demgemäss mit dieser Einschränkung hinsichtlich der 

Dauer von ca. 5 Minuten erstellt.

7.1. Hinsichtlich des Vorwurfs gemäss Anklageziffer 7 (Drohung bzw. Beschimp-

fung am 30. Mai 2021 in U._____) bestreitet der Beschuldigte nicht, die Privatklä-

- 36 -

gerin beschimpft zu haben, wobei er sich allerdings vor Vorinstanz nicht mehr an 

den genauen Wortlaut zu erinnern vorgab (Prot. I S. 46), indes – wie bereits vor 

Polizei ("wenn die Grenzen erreicht sind": vgl. Urk. 4/1 S. 1 f. F5 f. bzw. S. 6 F40) 

– nicht ausschloss, gegenüber der Privatklägerin die anklagegegenständlichen Be-

leidigungen ausgesprochen zu haben. 

7.2. Mit Bezug auf den Wortlaut der Beschimpfungen des Beschuldigten kann – 

einhergehend mit der zutreffenden Einschätzung der Vorinstanz (Urk. 73 

E. II.10.4.1.), auf deren Erwägungen ergänzend zu verweisen ist – ohne Weiteres 

auf die sich als glaubhaft und im Wesentlichen konstant erweisenden Aussagen 

der Privatklägerin abgestellt werden (Urk. 5/1 S. 9 F45; 5/2 S. 16 F92; Prot. I 

S. 25 f.). Der Sachverhalt gemäss Anklageziffer 7 Absatz 1 ist demgemäss erstellt.

7.3. Bezüglich der angeklagten Nötigung gemäss Absatz 2 der Anklageziffer 7 ist 

gestützt auf die diesbezüglich uneinheitlichen und unkonkreten Angaben der Pri-

vatklägerin – einhergehend mit der sich als zutreffend erweisenden Auffassung der 

Vorinstanz (Urk. 73 E. II.10.5.5.) – nicht erstellt, welches Übel ihr angedroht worden 

sei (Urk. 5/1 S. 2 F7; 5/2 S. 17 F98; Prot. I S. 25 ff.). Im Übrigen ist auch nicht von 

einem anklagegemässen tatbestandsmässigen Verhalten des Beschuldigten aus-

zugehen (vgl. nachstehend unter E. IV.B.3.).

IV.  Rechtliche Würdigung

A. Mehrfache Vergewaltigung (Anklageziffern 1 und 3)

1. Seitens der Vorinstanz wurden die rechtlichen Grundlagen betreffend den 

Straftatbestand der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB ausführ-

lich und zutreffend dargelegt (Urk. 73 E. II.6.7.1.1.-6.7.1.4.). Darauf kann vollum-

fänglich verwiesen werden.

2.1. Bezüglich Anklageziffer 1 (Vorfall in O._____) ist erstellt, dass die Privatklä-

gerin gegenüber dem Beschuldigten mehrfach äusserte, dass sie keinen Ge-

schlechtsverkehr und weiterschlafen wolle, was der Beschuldigte ignorierte und 

weitermachte, indem er ihr Pyjama- sowie Unterhose und seine Boxershorts nach 

unten zog. Weiteren Widerstand leistete die Privatklägerin, indem sie ihre Beine 

- 37 -

zusammenpresste, worauf der Beschuldigte diese wieder auseinanderdrückte, sich 

mit seinem gesamten Gewicht auf sie legte, so dass diese beinahe keine Luft mehr 

bekam und gegen ihren klar manifestierten Willen seinen Penis in ihre Vagina ein-

führte.

2.2. Durch die erstellte Vorgehensweise des Beschuldigten liegen klarerweise ver-

schiedene Nötigungshandlungen vor: Der Beschuldigte setzte vorliegend seine 

überlegene Kraft ein, indem er mit beiden Händen kraftvoll die Beine der Privatklä-

gerin spreizte, sie zwecks Ermöglichung des vaginalen Geschlechtsverkehrs mit 

seinem Körpergewicht fixierte und sie ausserdem mittels seiner eindeutigen Äus-

serungen, dass er Sex wolle, widerstandsunfähig machte. Die von der Rechtspre-

chung geforderte Gegenwehr des Opfers in Form einer tatkräftigen und manifesten 

Willensbezeugung, mit welcher dem Täter unmissverständlich klargemacht wird, 

mit sexuellen Handlungen nicht einverstanden zu sein, liegt vorliegend durch den 

erstellten vehementen verbalen und physischen (Zusammenpressen der Beine) 

Widerstand der Privatklägerin unmissverständlich vor. Der Umstand, dass ihre Ge-

genwehr mit zunehmendem Zeitablauf insbesondere aufgrund ihrer Erschöpfung 

und Angst vor Verletzungsfolgen nachliess, vermag nichts daran zu ändern, dass 

sie den ihr zumutbaren Widerstand klar manifestierte. Die geschilderten Nötigungs-

handlungen des Beschuldigten erreichten jedenfalls über die gesamte Zeit die nö-

tige Intensität und waren geeignet, den der Privatklägerin zumutbaren Widerstand 

zu überwinden bzw. zu unterbinden. Damit ist der objektive Tatbestand hinsichtlich 

der Vergewaltigung betreffend Anklageziffer 1 erfüllt.

3.1. Auch betreffend Anklageziffer 3 (Vorfall in S._____) kommunizierte die Privat-

klägerin dem Beschuldigten gegenüber klar und deutlich, dass sie keinen Sex ha-

ben wolle, woraufhin der Beschuldigte ungeachtet dieses Umstands mehrfach ver-

suchte, die Pyjama- und Unterhose der Privatklägerin herunterzuziehen, was ihm 

– entgegen dem Willen der Privatklägerin, welche die Hosen mehrfach jeweils um-

gehend wieder hochzog – schliesslich gelang und er sich auf sie legte. Ungeachtet 

des Umstands, dass sie versuchte, sich abzudrehen und ihre Beine zusammen-

presste, drückte er diese mit den Knien auseinander und hielt die Privatklägerin 

- 38 -

ferner an den Händen fest. Schliesslich drang der Beschuldigte gegen den klar ma-

nifestierten Willen der Privatklägerin mit seinem Penis vaginal in sie ein.

3.2. Durch die erstellte Vorgehensweise des Beschuldigten liegen auch in Bezug 

auf Anklageziffer 3 offensichtlich verschiedene Nötigungshandlungen vor: Der Be-

schuldigte setzte vorliegend seine überlegene Kraft ein, indem er der Privatklägerin 

ungeachtet ihrer Gegenwehr die Pyjama- und Unterhose auszog, sie zwecks Er-

möglichung des vaginalen Geschlechtsverkehrs mit seinem Körpergewicht fixierte, 

indem er sich auf sie legte, sodann die zusammengepressten Beine der Privatklä-

gerin mit den Knien auseinanderdrückte, ihre Versuche, ihren Körper abzudrehen, 

mit seinem Körpergewicht unterband, sie ferner an den Händen festhielt und auch 

mittels seiner eindeutigen Äusserungen, dass er Sex wolle, widerstandsunfähig 

machte. Die von der Rechtsprechung geforderte Gegenwehr des Opfers in Form 

einer tatkräftigen und manifesten Willensbezeugung, mit welcher dem Täter un-

missverständlich klargemacht wird, mit sexuellen Handlungen nicht einverstanden 

zu sein, liegt vorliegend durch den erstellten vehementen verbalen und physischen 

(wiederholtes Wiederheraufziehen von Pyjama- und Unterhose, Zusammenpres-

sen der Beine, versuchtes Abdrehen des Körpers) Widerstand der Privatklägerin 

unmissverständlich vor. Der Umstand, dass ihre Gegenwehr mit zunehmendem 

Zeitablauf insbesondere aufgrund ihrer Erschöpfung und Angst vor Verletzungsfol-

gen nachliess, vermag auch hier nichts daran zu ändern, dass sie den ihr zumut-

baren Widerstand klar manifestierte. Die geschilderten Nötigungshandlungen des 

Beschuldigten erreichten über die gesamte Zeit die nötige Intensität und waren ge-

eignet, den der Privatklägerin zumutbaren Widerstand zu überwinden bzw. zu un-

terbinden. Damit ist der objektive Tatbestand hinsichtlich der Vergewaltigung be-

treffend Anklageziffer 3 erfüllt.

4. Insofern seitens der Verteidigung geltend gemacht wird, der Beschuldigte 

habe den Widerwillen der Privatklägerin – auch aufgrund seiner Alkoholisierung – 

jeweils nicht erkennen können bzw. sei er aufgrund des Verhaltens der Privatklä-

gerin davon ausgegangen, dass der Geschlechtsverkehr im gegenseitigen Einver-

ständnis stattgefunden habe (Urk. 56 S. 11; Prot. I S. 58 f.), geht dieser Einwand 

fehl. Einhergehend mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk 73 

- 39 -

E. II.6.7.1.11.) war angesichts der eindeutig erstellten Gegenwehr der Privatkläge-

rin (s. vorstehend unter E. 2.2. u. 3.2.) ihre Ablehnung selbst für den alkoholisierten 

Beschuldigten offenkundig und damit unübersehbar. In subjektiver Hinsicht konnte 

und durfte der Beschuldigte angesichts der an den Tag gelegten deutlichen verba-

len, nonverbalen und physischen Gegenwehr der Privatklägerin bzw. nach der 

Schaffung einer für sie ausweglosen Situation keinesfalls auf ein Einvernehmen 

ihrerseits schliessen. Damit erfüllte der Beschuldigte hinsichtlich der Anklagezif-

fern 1 und 3 den Tatbestand der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB 

jeweils auch in subjektiver Hinsicht. Alle seine Handlungen (Nötigungs- und sexu-

elle Handlungen) erfolgten bewusst und gewollt, mithin vorsätzlich. Hinsichtlich der 

nötigen Kausalität war ihm bewusst, dass die Privatklägerin mit den sexuellen 

Handlungen nicht einverstanden war und diese nur aufgrund der Nötigungen über 

sich ergehen liess. 

5. Mangels Vorliegens von Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründen 

macht sich der Beschuldigte demnach der mehrfachen Vergewaltigung im Sinne 

von Art. 190 Abs. 1 StGB schuldig.

B. Drohung (Anklageziffer 5 Absatz 2 bzw. Anklageziffer 7 Absatz 2)

1. Seitens der Vorinstanz wurden die rechtlichen Grundlagen betreffend den 

Straftatbestand der Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 lit. b StGB aus-

führlich und zutreffend dargelegt (Urk. 73 E. II.8.5.1.). Darauf kann vollumfänglich 

verwiesen werden.

2. Vorliegend ist – einhergehend mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz 

(Urk. 73 E. II. 8.5.3.) – in Bezug auf den Vorwurf gemäss Anklageziffer 5 Absatz 2 

die Äusserung des Beschuldigten, wonach er die Privatklägerin umbringen würde, 

wenn er jetzt vor ihr stehen würde, als Todesandrohung dazu geeignet, jemanden 

in Angst und Schrecken zu versetzen und erstellt, dass die Privatklägerin dadurch 

tatsächlich massive Angst bekam (s. die Würdigung ihrer glaubhaften Aussagen 

vorstehend unter E. III.5.3.). Der Beschuldigte wusste, dass er die Privatklägerin 

durch seine Wortwahl verängstigen konnte, was er auch beabsichtigte. Durch seine 

Wortwahl hat der Beschuldigte den Willen manifestiert, die Privatklägerin zu ver-

- 40 -

ängstigen, wobei er sich bewusst war, dass die gewählten Begriffe geeignet waren, 

diese Verängstigung hervorzurufen. Zu seinen Gunsten ist indes lediglich von 

Eventualvorsatz hinsichtlich des tatbestandsmässigen Erfolgseinritts auszugehen. 

So oder anders handelte der Beschuldigte in objektiver wie subjektiver Hinsicht tat-

bestandsmässig im Sinne von Art. 180 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 lit. b StGB.

3. Bezüglich des Vorwurfs der Drohung gemäss Anklageziffer 7 Absatz 2 ist 

nebst dem Umstand, dass nicht erstellt ist, welches Übel der Privatklägerin ange-

droht worden sein soll (vgl. vorstehend unter E. III.D.7.3.) auch im Übrigen nicht 

von einem tatbestandsmässigen Verhalten des Beschuldigten auszugehen, weil – 

einhergehend mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 73 E. II.10.5.5.) 

– das von der Privatklägerin beschriebene Verhalten des Beschuldigten als Macht-

demonstration zu deuten ist, welche indes nicht genügend konkret auf eine unmit-

telbar bevorstehende Gewaltanwendung hinweist. Deshalb mangelt es bereits in 

objektiver Hinsicht an der Tatbestandsmässigkeit des Handelns des Beschuldigten. 

4. Mangels ersichtlicher Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe ist der 

Beschuldigte daher in Bezug auf Anklageziffer 5 Absatz 2 der Drohung im Sinne 

von Art. 180 Abs. 1 StGB i.V.m. Abs. 2 lit. b StGB schuldig zu sprechen. In Bezug 

auf den Vorwurf der Drohung gemäss Anklageziffer 7 Absatz 2 ist der Beschuldigte 

demgegenüber freizusprechen.

C. Nötigung (Anklageziffer 6)

1. Seitens der Vorinstanz wurden die rechtlichen Grundlagen betreffend den 

Straftatbestand der Nötigung gemäss Art. 181 StGB ausführlich und zutreffend dar-

gelegt (Urk. 73 E. II.9.3.2.). Darauf kann vorab vollumfänglich verwiesen werden.

2. Vorliegend lassen die Ausführungen der Privatklägerin mit Bezug auf den An-

klagesachverhalt gemäss Anklageziffer 6 Absatz 1 – einhergehend mit der zutref-

fenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 73 E. II.9.3.3.) – den Schluss zu, dass sie 

die Beziehung zum Beschuldigten auch ohne sein entsprechendes Zutun nicht be-

endet hätte, weshalb es an der erforderlichen tatbestandsmässigen Zwangsinten-

sität auf ihre Willensfreiheit mangelt. Der Beschuldigte ist daher in Bezug auf An-

- 41 -

klageziffer 6 Absatz 1 vom Vorwurf der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 

StGB freizusprechen.

3.1. Bezüglich des Vorwurfs gemäss Anklageziffer 6 Absatz 2 ist in rechtlicher Hin-

sicht massgebend, dass der Beschuldigte die Privatklägerin durch seine an den 

Tag gelegte Verhaltensweise in ihrer Handlungsfreiheit wissentlich und willentlich 

einschränkte, sie – entgegen ihrem Willen – während 5 Minuten am Verlassen der 

Wohnung hinderte und sie daher unzulässig in ihrer Bewegungsfreiheit ein-

schränkte. Der Tatbestand der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB ist daher be-

züglich des Vorwurfs gemäss Anklageziffer 6 Absatz 2 erfüllt.

3.2. Mangels ersichtlicher Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe ist der 

Beschuldigte demgemäss in Bezug auf Anklageziffer 6 Absatz 2 der Nötigung im 

Sinne von Art. 181 StGB schuldig zu sprechen.

D. Beschimpfung (Anklageziffer 7 Absatz 1)

1. Seitens der Vorinstanz wurden die rechtlichen Grundlagen betreffend den 

Straftatbestand der Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB zutreffend darge-

legt (Urk. 73 E. II.10.5.1.). Darauf kann vollumfänglich verwiesen werden.

2. Indem der Beschuldigte die Privatklägerin vorliegend "Nutte", "Dreckssch-

lampe" und einen "elenden Bastard" nannte, würdigte er die persönliche sittliche 

Qualität der Privatklägerin herab, was er wusste und auch wollte. Demgemäss han-

delte der Beschuldigte tatbestandsmässig im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB.

3. Mangels ersichtlicher Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe ist der 

Beschuldigte daher in Bezug auf Anklageziffer 7 Absatz 1 der Beschimpfung im 

Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.

E. Ergebnis

1. Der Beschuldigte ist folglich der mehrfachen Vergewaltigung im Sinne von 

Art. 190 Abs. 1 StGB (Anklageziffern 1 und 3), der Drohung im Sinne von Art. 180 

Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 180 Abs. 2 lit. b StGB (Anklageziffer 5 Ab-

satz 2), der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Anklageziffer 6 Absatz 2) sowie 

- 42 -

der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 7 Absatz 1) 

schuldig zu sprechen.

2. Demgegenüber ergeht bezüglich der Vorwürfe der Vergewaltigung im Sinne 

von Art. 190 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 2), der Schändung im Sinne von Art. 191 

StGB (Anklageziffer 2), der Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 in Ver-

bindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 6 StGB (Anklageziffer 4), der mehrfachen Nötigung 

im Sinne von Art. 181 StGB (Anklageziffer 6 Absatz 1) sowie der mehrfachen Dro-

hung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 180 Abs. 2 lit. b 

StGB (Anklageziffer 5 Absatz 1 und Anklageziffer 7 Absatz 2) jeweils ein Frei-

spruch.

V.  Strafzumessung

A. Theoretische Grundlagen der Strafzumessung und Wahl der Sanktionsart

Seitens der Vorinstanz wurden die theoretischen Grundlagen der Strafzumessung, 

des anwendbaren Rechts und der Wahl der Sanktionsart umfassend und zutreffend 

erörtert. Darauf (Urk. 73 E. III.1., 2.1.-2.4. u. 10.) und auf die aktuelle Rechtspre-

chung des Bundesgerichtes zum Thema (Urteil des Bundesgerichtes 6B_619/2019 

vom 11. März 2020 E. 3.3; BGE 144 IV 313; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; 135 IV 130 

E. 5.3.1; 132 IV 102 E. 8.1; je mit Hinweisen) kann vorab verwiesen werden.

B. Sanktionsart

Für die mehrfache Vergewaltigung (Anklageziffern 1 und 3) kommt vorliegend auf-

grund der Strafhöhe lediglich die Sanktion einer Freiheitsstrafe in Betracht. Dem-

gegenüber erscheint hinsichtlich der Drohung und der Nötigung die Ausfällung ei-

ner Freiheitsstrafe aus spezial- oder generalpräventiven Gründen nicht erforderlich, 

zumal die nicht einschlägige Vorstrafe des Beschuldigten aus dem Jahr 2016 (vgl. 

nachstehend unter E. I.2.) auch bereits länger zurückliegt. In Würdigung der ge-

samten Umstände ist für diese Delikte unter angemessener Berücksichtigung des 

Verhältnismässigkeitsprinzips auf eine Geldstrafe als weniger eingriffsintensive 

- 43 -

Strafart zu erkennen. Die Beschimpfung kann ferner ausschliesslich mit einer 

Geldstrafe (bis zu 90 Tagessätzen) geahndet werden.

C. Strafrahmen

Vorliegend besteht hinsichtlich der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 

StGB ein Strafrahmen von einem Jahr bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe. Eine Erwei-

terung des Strafrahmens ist – einhergehend mit der zutreffenden Einschätzung der 

Vorinstanz (Urk. 73 E. III.2.4.) – nicht angezeigt. Als schwerstes Delikt ist die Ver-

gewaltigung gemäss Anklageziffer 3 zu erachten. Hernach wird die dafür einge-

setzte Einsatzstrafe mit der Freiheitsstrafe für die Vergewaltigung gemäss Ankla-

geziffer 1 zu asperieren sein. Hinsichtlich der auszufällenden Geldstrafe erweist 

sich die Drohung gemäss Anklageziffer 5 Absatz 2 als schwerstes Delikt. Es gilt 

diesbezüglich ein Strafrahmen von 3 Tagessätzen Geldstrafe bis 3 Jahre Freiheits-

strafe (Art. 181 StGB; Art. 34 Abs. 1 StGB). Gründe, den Strafrahmen zu erweitern 

sind diesbezüglich ebenso wenig angezeigt. Die dafür eingesetzte Geldstrafe wird 

hernach mit derjenigen für die Nötigung gemäss Anklageziffer 6 Absatz 2 sowie 

derjenigen für die Beschimpfung gemäss Anklageziffer 7 Absatz 1 zu asperieren 

sein. 

D. Vergewaltigung gemäss Anklageziffer 3

1. In objektiver Hinsicht wirkt sich merklich verschuldenserschwerend aus, dass 

der Beschuldigte sich ungeachtet der nicht unerheblichen Gegenwehr der Privat-

klägerin unter Anwendung seiner in dieser Situation bestehenden körperlichen 

Überlegenheit sowie physischer Gewalt über ihren Willen hinwegsetzte, auch wenn 

klar brutalere Vorgehensweisen denkbar sind und nicht von stark überschiessender 

Gewaltanwendung gesprochen werden kann. Nicht unerheblich verschuldenser-

schwerend ist ferner der dadurch manifestierte grosse Vertrauensbruch auf Seiten 

einer Person, mit welcher der Beschuldigte in einer besonderen Beziehung stand, 

und die Tatbegehung in den eigenen vier Wänden der Privatklägerin, in denen sie 

sich besonders geschützt fühlen sollte, zu berücksichtigen. Zu Gunsten des Be-

schuldigten wirkt sich die begrenzte Dauer der Tat aus. Die Tatschwere erweist 

- 44 -

sich in objektiver Hinsicht – vor dem Hintergrund des weiten Strafrahmens – als 

gerade noch leicht, wofür eine Einsatzstrafe von 24 Monaten festzusetzen ist.

2. Subjektiv handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich. Als Motiv liegt ange-

sichts seiner im Rahmen der Vergewaltigung gemachten verbalen Äusserungen 

nahe, dass es ihm in erster Linie um die spontane egoistische Befriedigung sexu-

eller Lust ging. Sein direktvorsätzliches Handeln wirkt sich strafzumessungsneutral 

aus. Einhergehend mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 73 

E. III.3.2.) ist seine bei Tatbegehung bestehende und enthemmend wirkende Alko-

holisierung nicht unbeträchtlich zu seinen Gunsten zu berücksichtigen. Die Einsatz-

strafe ist vor diesem Hintergrund nach der Würdigung der subjektiven Tatschwere 

und Feststellung eines insgesamt noch leichten Verschuldens auf 20 Monate Frei-

heitsstrafe zu reduzieren.

E. Vergewaltigung gemäss Anklageziffer 1

1. In objektiver Hinsicht ist auch in Bezug auf die Vergewaltigung gemäss An-

klageziffer 1 der dadurch manifestierte grosse Vertrauensbruch auf Seiten einer 

Person, mit welcher der Beschuldigte in einer besonderen Beziehung stand, und 

die Tatbegehung im geschützten Bereich eines privaten Hotelzimmers nicht uner-

heblich verschuldenserschwerend zu berücksichtigen. Etwas verschuldenserhö-

hend wirkt sich der Umstand aus, dass sich der Beschuldigte ungeachtet der auch 

hier nicht unerheblichen Gegenwehr unter Anwendung seiner in dieser Situation 

bestehenden körperlichen Überlegenheit sowie physischer Gewalt über den Willen 

der Privatklägerin hinwegsetzte, auch wenn wiederum klar brutalere Vorgehens-

weisen denkbar sind und nicht von stark überschiessender Gewaltanwendung ge-

sprochen werden kann. Zu Gunsten des Beschuldigten wirkt sich die begrenzte 

Dauer der Tat aus. Die Tatschwere erweist sich in objektiver Hinsicht – vor dem 

Hintergrund des weiten Strafrahmens – als leicht, wofür – bei isolierter Betrachtung 

– eine Einsatzstrafe von 22 Monaten festzusetzen wäre.

2. Subjektiv handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich. Auch hier ging es ihm 

in erster Linie um die spontane egoistische Befriedigung sexueller Lust. Sein direkt-

vorsätzliches Handeln wirkt sich erneut strafzumessungsneutral aus. Einhergehend 

- 45 -

mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 73 E. III.4.2.) ist seine bei 

Tatbegehung bestehende Alkoholisierung nicht unbeträchtlich zu seinen Gunsten 

zu berücksichtigen, wobei die enthemmende Wirkung seiner Alkoholisierung auf-

grund der seitens der Parteien geschilderten Umstände bei dieser Vergewaltigung 

noch etwas stärker ausgeprägt als bei der Vergewaltigung in S._____ gemäss An-

klageziffer 3 gewesen sein dürfte bzw. ist zu Gunsten des Beschuldigten davon 

auszugehen. Die Einsatzstrafe ist vor diesem Hintergrund nach der Würdigung der 

subjektiven Tatschwere – bei isolierter Betrachtung – auf 16 Monate zu reduzieren.

3. Asperiert mit der Vergewaltigung gemäss Anklageziffer 3 erweist sich insbe-

sondere aufgrund der sachlich engen Konnexität der beiden Vorfälle eine Aspera-

tion um 10 Monate auf insgesamt 30 Monate Freiheitsstrafe als angemessen.

F. Drohung 

1. Hinsichtlich der objektiven Tatschwere ist bei der Drohung deutlich verschul-

densmindernd zu veranschlagen, dass der Beschuldigte eine Todesdrohung gegen 

die Privatklägerin ausgesprochen hat, was selbstredend das schlimmstmögliche 

Übel ist, das er ihr androhen konnte. Ferner besass der Beschuldigte damals noch 

über einen Schlüssel für die Wohnung der damals getrennt von ihm lebenden Pri-

vatklägerin (Urk. 5/2 S. 24 F154), was ihr durch die Drohung ausgelöstes Angstge-

fühl weiter verstärkte und um welchen Umstand der Beschuldigte wusste. Anderer-

seits ist das Handeln des Beschuldigten auch vor dem Kontext der zwischen diesen 

Parteien allgemein bestehenden Streitigkeiten – auch um den gemeinsamen Sohn 

– zu sehen, welche emotionale Implikationen das Verschulden des Beschuldigten 

etwas zu mindern vermögen. Insofern relativieren die Umstände das Ausmass der 

mit der Tat verbundenen Erzeugung von Angst und Schrecken im Vergleich mit 

anderen denkbaren Todesdrohungen etwas. Insgesamt betrachtet wiegt das ob-

jektive Tatverschulden in diesem Zusammenhang als keineswegs leicht, wofür ein 

Strafmass von 160 Tagessätzen als schuldadäquat erscheint.

2. In subjektiver Hinsicht beging der Beschuldigte die Tathandlung direktvorsätz-

lich. Die Tatbestandsverwirklichung, ob also die Privatklägerin sich durch seine 

Äusserung tatsächlich einschüchtern lässt, nahm er hingegen lediglich in Kauf, d.h. 

- 46 -

es liegt diesbezüglich lediglich Eventualvorsatz vor, was die objektive Tatschwere 

etwas relativiert. Infolgedessen ist die Einsatzstrafe unter dem Aspekt der subjekti-

ven Tatkomponente auf 130 Tagessätze zu reduzieren.

G. Nötigung

1. In objektiver Hinsicht fällt bezüglich der Nötigung zu Ungunsten des Beschul-

digten ins Gewicht, dass er den gemeinsamen Sohn in die Situation einbezog. Zu 

seinen Gunsten wirkt sich der Umstand aus, dass er aus einem verbalen Streit mit 

der Privatklägerin tätig wurde und die diesbezügliche Emotionalität seiner Hand-

lungsweise im Raum steht. Ferner ist verschuldensmindernd zu berücksichtigen, 

dass die Einschränkung der Privatklägerin in ihrer Bewegungsfreiheit, welche im 

Nicht-Verlassen-Können der Wohnung bestand, mit 5 Minuten zeitlich doch sehr 

begrenzt war. Insgesamt wiegt sein objektives Verschulden leicht. Hierfür würde 

sich bei isolierter Betrachtung eines Strafe von 80 Tagessätzen als angemessen 

erweisen. 

2. Der Beschuldigte handelte vorliegend direktvorsätzlich aus dem egoistischen 

Motiv, gegenüber der Privatklägerin seine Macht zu demonstrieren. Das subjektive 

Verschulden vermag das objektive vor diesem Hintergrund nicht zu relativieren.

3. In Asperation mit der für die Drohung eingesetzten Strafe erweist sich eine 

Geldstrafe für die Drohung und die Nötigung von in