# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9abbaabb-0ca2-59d1-9769-09e0e830b759
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-01-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.01.2023 B-4358/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-4358-2022_2023-01-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-4358/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  11 .  J a n u a r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richter Daniel Willisegger (Vorsitz), 

Richterin Eva Schneeberger, Richter Jean-Luc Baechler,    

Gerichtsschreiberin Astrid Hirzel. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Schweizerische Maturitätskommission SMK, 

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 
 Schweizerische Maturitätsprüfung. 

 

B-4358/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) absolvierte zwischen dem 

10. August und dem 3. September 2022 die schweizerische Maturitätsprü-

fung. Mit Verfügung vom 6. September 2022 teilte ihm die Schweizerische 

Maturitätskommission SMK (nachfolgend: Vorinstanz) unter Verweis auf 

Art. 22 der Verordnung über die schweizerische Maturitätsprüfung (zit. in 

E. 1) mit, dass er die Prüfung nicht bestanden habe. 

B.  

Mit Eingabe vom 28. September 2022 erhob der Beschwerdeführer gegen 

den Prüfungsentscheid Beschwerde vor Bundesverwaltungsgericht. Er be-

antragt die Neubewertung seiner Maturaarbeit ("durch jemand unpartei-

ischen ohne nahe Verbindung zum Examinator") und sinngemäss die An-

hebung der erreichten Note 3. 

C.  

Mit Vernehmlassung vom 7. Dezember 2022 beantragt die Vorinstanz sinn-

gemäss die Abweisung der Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Beurteilung der vorliegenden 

Beschwerde zuständig (Art. 31 f. sowie Art. 33 Bst. f des Verwaltungsge-

richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32] i.V.m. Art. 2 der Ver-

waltungsvereinbarung zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der 

Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren [EDK] 

über die Anerkennung von Maturitätszeugnissen vom 16. Januar/15. Feb-

ruar 1995 sowie Art. 29 der Verordnung über die schweizerische Maturi-

tätsprüfung vom 7. Dezember 1998 [SR 413.12], nachfolgend: Maturitäts-

prüfungsverordnung). 

1.2 Der Beschwerdeführer richtet seine Beschwerde einzig gegen die Be-

wertung seiner Maturaarbeit mit der Note 3. Er verlangt eine Neubewertung 

seiner Arbeit und sinngemäss die Anhebung der erteilten Note auf eine ge-

nügende Note. Selbst wenn der Beschwerdeführer aber eine genügende 

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Note erreichen würde, wäre die Prüfung nicht bestanden, da das Beste-

henskriterium von Art. 22 Abs. 1 Bst. b Maturitätsprüfungsverordnung auf-

grund einer Überschreitung der maximal möglichen Notenabweichungen 

von 4 nach unten nicht erfüllt wäre. Der Beschwerdeführer hat aber den-

noch ein Rechtsschutzinteresse an der Überprüfung der Bewertung seiner 

Maturaarbeit, weil die Notenhöhe an eine bestimmte Rechtsfolge geknüpft 

ist: Anlässlich einer allfälligen Wiederholung der schweizerischen Maturi-

tätsprüfung sind nur diejenigen Fächer zu wiederholen, in denen beim ers-

ten Versuch eine Note unter 4 erreicht wurde und eine neue Maturaarbeit 

ist nur dann einzureichen und zu präsentieren, wenn diese beim ersten 

Prüfungsversuch mit einer Note unter 4 bewertet wurde (vgl. Art. 26 Abs. 3 

Maturitätsprüfungsverordnung; vgl. BGE 126 I 229 E. 2.6; BVGE 2009/10 

E. 6.2.1). Der Beschwerdeführer ist demnach zur Beschwerdeführung le-

gitimiert (Art. 48 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. De-

zember 1968 [VwVG, SR 172.021]). 

1.3 Der Beschwerdeführer hat die Beschwerde frist- und formgerecht ein-

gereicht (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

2.  

2.1 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft angefochtene Prüfungsent-

scheide umfassend, soweit sich die Rügen auf Verfahrensmängel im Prü-

fungsablauf sowie die Auslegung und Anwendung von Rechtsnormen be-

ziehen (vgl. Art. 49 VwVG; BVGE 2010/11 E. 4.2 in fine), jedoch mit einer 

gewissen Zurückhaltung soweit diese sich auf die materielle Bewertung 

von Prüfungsleistungen beziehen (BVGE 2010/11 E. 4.1; 2010/10 E. 4.1; 

vgl. Urteile des BGer 2D_24/2021 vom 5. November 2021 E. 3.6.1 und 

2P.44/2007 vom 2. August 2007 E. 2.2 in fine). 

2.2 Auf die Rüge der Unangemessenheit der Bewertung von Prüfungsleis-

tungen ist nur dann detailliert einzugehen, wenn die beschwerdeführende 

Partei selbst substantiierte und überzeugende Anhaltspunkte mit den ent-

sprechenden Beweismitteln dafür liefert, dass das Ergebnis materiell nicht 

vertretbar ist, eindeutig zu hohe Anforderungen gestellt oder die Prüfungs-

leistungen offensichtlich unterbewertet wurden (BVGE 2010/21 E. 5.1; 

2010/11 E. 4.3). Die entsprechenden Rügen müssen insbesondere von ob-

jektiven Argumenten und Beweismitteln getragen sein (BVGE 2010/10 

E. 4.1). Solange die Bewertung nicht als fehlerhaft oder offensichtlich un-

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angemessen erscheint beziehungsweise keine Anhaltspunkte dafür vorlie-

gen, dass sich die Examinierenden von sachfremden Kriterien haben leiten 

lassen, ist auf die Meinung der Experten abzustellen und es besteht kein 

Anlass, von der vorgenommenen Beurteilung abzuweichen. Das Bundes-

verwaltungsgericht hat sich lediglich davon zu überzeugen, dass die Kor-

rekturen und Bewertungen insgesamt nachvollziehbar und schlüssig sind 

(vgl. BVGE 2008/14 E. 3.2). 

2.3 Auf Verfahrensfragen nehmen all jene Einwände Bezug, die den 

äusseren Ablauf der Prüfung, die Aufgabenstellung oder das Vorgehen bei 

der Bewertung betreffen (Urteil des BVGer B-6256/2009 vom 14. Juni 2010 

E. 3). Ein rechtserheblicher Verfahrensmangel liegt vor, wo ein Mangel in 

kausaler Weise das Prüfungsergebnis eines Kandidaten entscheidend be-

einflussen kann oder beeinflusst hat (Urteil des BGer 2D_6/2010 vom 

24. Juni 2010 E. 5.2). Die Beweislast für allfällige Verfahrensfehler obliegt 

der beschwerdeführenden Partei (Urteil des BVGer B-822/2016 vom 

24. August 2017 E. 4 in fine). 

2.4 In einem Beschwerdeverfahren nehmen diejenigen Prüfungsexperten, 

deren Bewertung beanstandet wird, im Rahmen der Vernehmlassung der 

Prüfungskommission Stellung. Dabei überprüfen sie ihre Bewertung und 

geben bekannt, ob und aus welchen Gründen sie eine Korrektur als ge-

rechtfertigt erachten oder nicht. Solange konkrete Hinweise auf Befangen-

heit fehlen und die Beurteilung weder als offensichtlich fehlerhaft noch als 

völlig unangemessen, sondern vielmehr als schlüssig und überzeugend er-

scheint, ist deshalb auf die Meinung der Prüfungsexperten abzustellen. 

Voraussetzung dafür ist, dass die Stellungnahme insofern vollständig ist, 

als darin die substantiierten Rügen der beschwerdeführenden Partei be-

antwortet werden und die Auffassung der Prüfungsexperten, insbesondere 

soweit sie von derjenigen der beschwerdeführenden Partei abweicht, 

nachvollziehbar und einleuchtend ist (BVGE 2010/11 E. 4.2). 

3.  

3.1 Die Punktzahl ist die Summe der Noten in den zwölf Fächern und in 

der Maturaarbeit, wobei einzelne Noten unterschiedlich gewichtet werden 

(Art. 21 Abs. 3 Maturitätsprüfungsverordnung). Nach Art. 22 Abs. 1 Maturi-

tätsprüfungsverordnung ist die Prüfung bestanden, wenn der Kandidat 

oder die Kandidatin: a) mindestens 105 Punkte erreicht; oder b) zwischen 

84 und 104.5 Punkte erreicht, in höchstens vier Fächern ungenügend ist 

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und die Summe der Punkte aus allen Notenabweichungen von 4 nach un-

ten höchstens 7 Punkte beträgt. Die Prüfung ist nicht bestanden, wenn der 

Kandidat oder die Kandidatin die in Abs. 1 erwähnten Bedingungen nicht 

erfüllt (Art. 22 Abs. 2 Bst. a Maturitätsprüfungsverordnung). Kandidaten 

und Kandidatinnen, welche nach Ablegen der Gesamtprüfung oder beider 

Teilprüfungen die Prüfung nicht bestehen, haben das Recht auf einen zwei-

ten Prüfungsversuch (Art. 26 Abs. 1 Maturitätsprüfungsverordnung). Bei 

der Wiederholung müssen die Prüfungen in allen Fächern, in denen beim 

ersten Versuch eine Note unter 4 erreicht wurde, wiederholt werden. Eben-

so ist eine neue Maturaarbeit einzureichen und zu präsentieren, wenn beim 

ersten Prüfungsversuch die Maturaarbeit mit einer Note unter 4 bewertet 

wurde. Die Noten von 4 oder höher behalten zwei Jahre ab Abschluss des 

Prüfungsversuchs ihre Gültigkeit; bei einer späteren Wiederholung müssen 

auch diese Prüfungsteile wiederholt werden (Art. 26 Abs. 3 Maturitätsprü-

fungsverordnung). 

3.2 Die Kandidaten und Kandidatinnen verfassen vor der Anmeldung zur 

Prüfung persönlich eine grössere eigenständige Arbeit (Art. 15 Abs. 1 Ma-

turitätsprüfungsverordnung). Diese Arbeit wird im Rahmen der Maturitäts-

prüfung durch den Examinator oder die Examinatorin sowie den Experten 

oder die Expertin bewertet. Die Note wird bei der zu erreichenden Punkt-

zahl (Art. 21) und bei den Bestehensnormen (Art. 22) berücksichtigt 

(Art. 15 Abs. 2 Maturitätsprüfungsverordnung). Die Ziele, die Kriterien und 

das Verfahren der Bewertung werden in den Richtlinien näher dargestellt 

(Art. 15 Abs. 3 Maturitätsprüfungsverordnung). Die Leistung in der Matura-

arbeit wird in ganzen oder halben Noten ausgedrückt. 6 ist die höchste, 

1 die tiefste Note; Noten unter 4 stehen für ungenügende Leistungen 

(Art. 21 Abs. 1 Maturitätsprüfungsverordnung). 

3.3 Die Vorinstanz erlässt Richtlinien für die Prüfungen in der deutschen, 

der französischen und der italienischen Schweiz. Diese enthalten unter an-

derem die Ziele sowie die Kriterien und Verfahren der Bewertung der Ma-

turaarbeit (Art. 10 Abs. 1 Bst. d Maturitätsprüfungsverordnung). Die Matu-

raarbeit ist eine persönliche, individuell und selbständig zu erstellende Ar-

beit. Das Thema der Maturaarbeit hat sich auf eines der in Art. 14 Maturi-

tätsprüfungsverordnung erwähnten Maturitätsfächer zu beziehen (Richtli-

nien für die schweizerische Maturitätsprüfung, Erstsprache Deutsch, gültig 

ab 1. Januar 2012 [nachfolgend: Richtlinien Maturitätsprüfung], Ziff. 9). Der 

Beschwerdeführer verfasste seine Maturaarbeit mit dem Titel "Ein grosses 

Budget zur Unterdrückung" und dem Untertitel "Autoritäre Staatsformen 

und Korruption" im Fach Wirtschaft und Recht. Das Ziel der Arbeit wurde 

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wie folgt dargestellt: "Bestimmung des Ausmasses der Korruption in China 

und Russland". 

3.4  

3.4.1 Art. 10 VwVG regelt in Konkretisierung der allgemeinen Verfahrens-

voraussetzungen von Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweize-

rischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) den Ausstand 

in Verwaltungsverfahren des Bundes. Insbesondere muss eine Person, die 

eine Verfügung zu treffen oder diese vorzubereiten hat, in den Ausstand 

treten, wenn sie in der Sache befangen sein könnte (Art. 10 Abs. 1 Bst. d 

VwVG). 

3.4.2 Der Beschwerdeführer macht die Befangenheit des von der Vor-

instanz eingesetzten Examinators, der seine Maturaarbeit korrigiert und 

bewertet hat, geltend. Der Beschwerdeführer führt aus, es könne "ein par-

teiergreifender Charakter des Examinators geortet werden". Die persönli-

che politische oder ethische Gesinnung dürfe keinen Einfluss auf die Be-

wertung haben. Der vom Examinator im Korrekturbericht gewünschte Ein-

bezug geschichtlicher Geschehnisse lasse eine gewisse rechtfertigende 

Sympathie für die heutigen Zustände in den angesprochenen Systemen 

vermuten. 

3.4.3 Die Vorinstanz führt aus, der Examinator habe als Lehrer für Wirt-

schaft und Recht viele Jahre an öffentlichen Gymnasien unterrichtet und 

dabei zahlreiche Maturaarbeiten betreut und bewertet. Bei der schweizeri-

schen Maturitätsprüfung wirke er schon fast 20 Jahre als Examinator und 

Aufgabensteller im Fach Wirtschaft und Recht mit. In dieser Zeit habe er 

viele Hunderte von Prüfungen abgenommen und mehrere Dutzend Matu-

raarbeiten geprüft. Es handle sich um einen ausserordentlich kompetenten 

und erfahrenen Prüfer. Der betroffene Examinator erklärt, er vertrete die 

ihm unterstellte (wirtschafts-)politische Haltung durchaus nicht. 

3.4.4 Die Examinatoren und Examinatorinnen werden durch den Sessions-

präsidenten oder die Sessionspräsidentin bestimmt (vgl. Art. 11 Abs. 2 Ma-

turitätsprüfungsverordnung). Die Examinatoren und Examinatorinnen kor-

rigieren die schriftlichen Prüfungsarbeiten. Sie bereiten die mündlichen 

Prüfungen vor, führen sie durch und bewerten die erbrachten Leistungen 

(Art. 12 Abs. 1 Maturitätsprüfungsverordnung). Nach Angaben der Vor-

instanz handelt es sich bei den Examinatoren und Examinatorinnen um 

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Fachleute, die als Lehrkräfte im entsprechenden Prüfungsfach an öffentli-

chen, von Bund und Kantonen anerkannten Gymnasien unterrichten oder 

(im Falle von pensionierten Lehrkräften) unterrichtet haben. Die Experten 

und Expertinnen nehmen an den mündlichen Prüfungen, mithin auch an 

der Präsentation der Maturaarbeit, teil und beteiligen sich an der Bewer-

tung der Leistungen der Kandidaten und Kandidatinnen (vgl. Art. 12 Abs. 2 

Maturitätsprüfungsverordnung). 

3.4.5 Aus dem Korrekturbericht des Examinators geht nicht hervor, dass 

dieser seine eigene politische Haltung oder Weltanschauung zum Mass-

stab der Bewertung der Maturaarbeit genommen hätte. Die von ihm aufge-

worfenen Fragen (z.B. unter Punkt 13: "Aber haben wir vergessen, dass 

z.B. eine regierungsnahe Unternehmung 2020 in Österreich produzierte 

Masken an die Regierung verkaufte, die in Realität in China produzierte 

Masken waren, die lediglich umgepackt wurden? Wäre dies nicht ein Bei-

spiel von Korruption eines westlichen Staates?") oder Anmerkungen (z.B. 

unter Punkt 12: "Im Falle von China wäre insbesondere die historische 

Sicht anzuführen, wie China [noch zur Kaiserzeit, von England] zu einer 

Öffnung des Handels mit dem Westen sogar militärisch gezwungen worden 

ist.") erklären lediglich, was aus Sicht des Examinators an vervollständi-

genden Ausführungen in der Maturaarbeit fehlt. Einem Examinator darf es, 

wie einem Richter oder einem Behördenmitglied, im Übrigen nicht generell 

verwehrt sein, eine politische Meinung zu haben und diese auch zu äus-

sern (vgl. BGE 105 Ia 157 E. 6a). Selbstredend darf die eigene politische 

Haltung oder die eigene Weltanschauung nicht in die Korrektur und Bewer-

tung einer Maturaarbeit einfliessen: Examinatoren und Examinatorinnen 

müssen in der Lage sein, den notwendigen Abstand zu wahren (in Bezug 

auf Richterinnen und Richter vgl. Urteil des BGer 6B_582/2011 vom 

15. März 2012 E. 2.3). Die Bewertung richtet sich im Übrigen nach den auf 

dem Bewertungsbogen für Maturaarbeiten vorgegebenen Aspekten und 

Kriterien (vgl. nachfolgende E. 3.5). Vorliegend bestehen keine objektiven 

Gesichtspunkte, die den Anschein der Befangenheit des Examinators be-

gründen würden. 

3.5 Der Beschwerdeführer wirft dem Examinator vor, er habe sich nicht an 

das Bewertungsraster gehalten. Gemäss Ziff. 9.3.1 der Richtlinien Maturi-

tätsprüfung richtet sich die Bewertung von Maturaarbeit und Präsentation 

nach den Kriterien, die auf dem Bewertungsformular im Anhang zu den 

Richtlinien angegeben sind. Die Bewertung strukturiert sich in Inhalt (12/30 

der Gesamtnote), Form (8/30 der Gesamtnote) sowie Präsentation und 

Diskussion der schriftlichen Arbeit (10/30 der Gesamtnote), wobei diese 

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drei Aspekte anhand zahlreicher, ausdrücklich festgelegter Kriterien bewer-

tet werden. Die Kriterienblöcke (fett gedruckt, Bst. a-l) sind für jede Matu-

raarbeit verbindlich, einzelne Kriterien (Normalschrift, durchgehend num-

meriert) können hingegen unter Umständen auf eine konkrete Maturaarbeit 

nicht angewendet werden (Bewertungsbogen, S. 4). Examinator bezie-

hungsweise Examinatorin und Experte beziehungsweise Expertin benoten 

die Maturaarbeit und deren Präsentation anhand des vom Staatssekreta-

riat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI zur Verfügung gestellten 

Formulars mit den Bewertungskriterien. Der Anteil der schriftlichen Arbeit 

an der Gesamtnote beträgt 2/3, derjenige der mündlichen Präsentation und 

Diskussion 1/3 (Richtlinien Maturitätsprüfung, Ziff. 9.3.2). Der Examinator 

hat die Bewertung der Maturaarbeit des Beschwerdeführers gestützt auf 

den Bewertungsbogen vorgenommen und seine Ausführungen, wie ver-

langt, in Inhalt und Form gegliedert. Dabei hat er sich an die zwingenden 

(gemäss Bewertungsbogen "verbindlichen") Aspekte (gemäss Bewer-

tungsbogen "Kriterienblöcke") gehalten und diese auch bewertet. Aus dem 

Umstand, dass der Examinator nicht auf sämtliche durchgehend numme-

rierte Kriterien ausdrücklich eingegangen ist, kann nicht gefolgert werden, 

er habe sich nicht an das vorgegebene Bewertungsraster gehalten, zumal 

auf dem Bewertungsbogen ausdrücklich erklärt wird, dass diese Kriterien 

nicht auf alle Maturaarbeiten angewendet werden könnten. Auch die Prä-

sentation und Diskussion wurde bewertet und im Beschwerdeverfahren 

mittels des vom Examinator eingereichten Protokolls belegt. Die Rüge er-

weist sich als unbegründet. 

3.6  

3.6.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Beurteilung seiner Matu-

raarbeit durch den Examinator unterscheide sich erheblich von der Beur-

teilung durch seinen Mentor, den Rektor der vorbereitenden Privatschule. 

Es könne zwar sein, dass zwei Fachpersonen eine Arbeit unterschiedlich 

bewerteten, aber nicht in diesem Umfang. Die Beurteilung des Examina-

tors zeige eine starke Ablehnung der Arbeit. Er habe beispielsweise 

sprachliche Mängel beanstandet, ohne diese zu spezifizieren. Die Matu-

ranote des Beschwerdeführers im Fach Deutsch spreche aber gegen diese 

Einschätzung. Inhaltlich könne auf die Stellungnahme der vorbereitenden 

Schule verwiesen werden. 

  

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3.6.2 Die Vorinstanz erklärt, sie stütze die Bewertung der eingesetzten Prü-

fenden. Im Idealfall decke sich die Bewertung einer Lehrperson der vorbe-

reitenden Schule mit derjenigen durch den Examinator an der Maturitäts-

prüfung. Gegebenenfalls könnten differenziert ausgefüllte Bewertungsbö-

gen Hinweise dafür liefern, welche Aspekte unterschiedlich eingeschätzt 

und bewertet worden seien. Die Einschätzung der vom Kandidaten oder 

der vorbereitenden Schule gewählten Fachperson sei jedoch für die Prü-

fenden in keiner Weise verbindlich, da die Art der Vorbereitung auf die 

schweizerische Maturitätsprüfung frei sei (sie könne an einer vorbereiten-

den Privatschule oder im Selbststudium erfolgen) und deshalb nicht nur 

Lehrkräfte von Privatschulen, sondern gegebenenfalls auch Personen aus 

dem beruflichen oder privaten Umfeld der Kandidierenden Bewertungsbe-

richte verfassten. Zudem gehörten die vorbereitenden Privatschulen nicht 

zu den von Bund und Kantonen anerkannten Gymnasien mit anerkannten 

Maturitätszeugnisse. Es sei deshalb nicht möglich, diese Bewertungen bei 

der Festlegung der Note zu übernehmen. Die eingesetzten Prüfenden wür-

den durch die Prüfungsleitung zwar dazu angehalten, diese Bewertungs-

unterlagen zur Kenntnis zu nehmen; sie müssten die Bewertung jedoch 

nach bestem Wissen und Gewissen selbständig vornehmen und seien 

nicht verpflichtet, dieselben Noten zu setzen wie die von den Privatschulen 

oder Kandidierenden gewählten Personen. Vorliegend falle die Diskrepanz 

zwischen dem sehr kurzen und wenig differenzierten Bewertungsbericht 

der betreuenden Lehrerperson der vorbereitenden Privatschule und den 

differenzierten Ausführungen des Examinators auf. Die Lehrperson der 

vorbereitenden Schule erteile für alle Aspekte die Höchstnote und be-

gründe dies lediglich pauschal. Beispielsweise habe sie in Bezug auf die 

Teilnote B (Form) die Note 6 vorgeschlagen, obwohl diese aufgrund der 

sprachlichen Mängel in der Arbeit keinesfalls gerechtfertigt sei. Dies zeige, 

dass seitens der vorbereitenden Schule ein Massstab angelegt werde, der 

nicht demjenigen entspreche, der von der Vorinstanz und den eingesetzten 

Prüfenden gefordert werde. Die eingesetzten Prüfenden seien von der Vo-

rinstanz dazu angehalten, bei der schweizerischen Maturitätsprüfung die-

selben Qualitätsansprüche anzuwenden wie an den öffentlichen Gymna-

sien. Nur so könne sichergesellt werden, dass die Maturitätszeugnisse bei-

der Bildungswege (sog. Hausmatur an anerkannten Gymnasien und ex-

terne schweizerische Maturitätsprüfungen) gleichwertig seien und blieben. 

3.6.3 Der Examinator führt in seinem Korrekturbericht zusammengefasst 

aus, dass bereits der Titel der Maturaarbeit ("Ein grosses Budget zur Un-

terdrückung") in Bezug auf die Themen Korruption und autoritäre Staats-

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führung unklar und nicht sehr informativ gewählt sei. Die in der Arbeit um-

schriebene Fragestellung sowie die formulierten Leitfragen blieben unbe-

antwortet. Die in der Fragestellung erwähnten Faktoren, welche die Kor-

ruption in China und Russland beeinflussen würden, finde der Leser in der 

Arbeit nicht. Im Fazit gehe der Beschwerdeführer sodann nicht auf seine 

Zielsetzungen ein. Das Ziel, das Ausmass der Korruption in China und 

Russland zu bestimmen, sei ohne Verwendung von Fachliteratur darüber 

hinaus zu hoch gesteckt, wobei die Themenabgrenzung (Ausklammerung 

der aktuellen Situation in der Ukraine) geschickt und sinnvoll sei. In der 

Arbeit seien aber primär Allgemeinplätze und Vorurteile zu finden, eine 

Analyse (Fakten und Kausalitäten) sowie eine Reflexion fehlten. Die Eigen-

leistung sei gering und es finde sich in der Arbeit kaum ein ausgewiesener 

Erkenntnisgewinn. Es würden keine Quellen kritisch einander gegenüber-

gestellt. Einzeln Aussagen würden gar nicht belegt, hergeleitet oder hinter-

fragt. Der Examinator unterlegt seine Bewertung mit Beispielen aus der 

Maturaarbeit und macht Ausführungen zu möglichen nutzbaren Quellen, 

inhaltliche Anregungen und Ergänzungen und wirft schliesslich Fragen auf, 

die man in der Arbeit hätte diskutieren können. Weiter beanstandet der Ex-

aminator "zahlreiche sprachliche Mängel", fehlende Quellenangaben, das 

fehlende Datum auf dem Titelblatt und eine nicht mehr übliche Bindung der 

Arbeit. Schliesslich geht er auf die grosse Differenz zur Bewertung der be-

treuenden Schule ein und erklärt, zugunsten des Beschwerdeführers, der 

durch die Betreuung vermutlich nicht auf die Mängel seiner Arbeit hinge-

wiesen worden sei, werde für den Inhalt die Note 3 erteilt, wobei die Note 2 

durchaus vertretbar gewesen wäre. Der Experte erklärt, er sei einerseits 

Ansprechperson für die Kandidierenden und anderseits für den korrekten 

Ablauf der Prüfungen zuständig. Die Notengebung werde vom Examinator 

mit dem Experten besprochen, liege aber primär in der Hand des Exami-

nators, als Lehrer im entsprechenden Prüfungsfach. Er könne als Experte 

aber bestätigen, dass die Prüfung korrekt abgelaufen sei. 

3.6.4 Bei der Anmeldung für die schweizerische Maturitätsprüfung ist zur 

einzureichenden Maturaarbeit der Bewertungsbericht einer in der gewähl-

ten Thematik sachkompetenten Person auf dem dafür vorgesehenen For-

mular abzugeben (Richtlinien Maturitätsprüfung, Ziff. 9.2.1). Die von den 

Kandidierenden oder der vorbereitenden Schule gewählte Fachperson 

muss zumindest für Inhalt und Form des schriftlichen Teils eine Bewertung 

setzen. Sie kann zudem für Präsentation und Diskussion eine Bewertung 

setzen, falls diese sich auf schulinterne Vorprüfungen oder ähnliche Test-

läufe bezieht (Bewertungsbogen, S. 4). 

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3.6.5 Die Bewertungen des Examinators und der betreuenden Lehrerper-

son der vorbereitenden Schule unterscheiden sich massgeblich. Während 

der Examinator die Maturaarbeit mit der Note 3 bewertet (Inhalt: 3, Form: 

3.5, Präsentation und Diskussion: 3), bewertet die betreuende Lehrperson 

sie mit der Note 6 (Inhalt: 6, Form: 6, Präsentation und Diskussion: 6). 

Diese Diskrepanz erscheint ungewöhnlich. Der Korrekturbericht des Exa-

minators ist ausführlich (der Text erstreckt sich über 1.5 Seiten) und be-

gründet die vorgenommene Bewertung. Der Beurteilungstext der betreu-

enden Lehrerperson beschränkt sich auf folgende Kommentare: "Teil A: 

Fragestellung, Art der Bearbeitung, inhaltliche Aufarbeitung, Quellenlage 

entsprechen komplett den Vorgaben. Teil B: äusseres Erscheinungsbild 

hinsichtlich Darstellung, Sprachniveau und Quellenverzeichnis entspre-

chen komplett den Vorgaben. Teil C: die Präsentation bestätigte noch ein-

mal den Eindruck der inhaltlichen und formalen Darstellung der Teile A und 

B hinsichtlich Inhalt, Einsatz von Hilfsmitteln, sprachlicher Darstellung und 

Reflektion über den Forschungsverlauf." Diese Bewertung erscheint im 

Vergleich zur derjenigen des Examinators tatsächlich wenig differenziert, 

beschränkt sie sich doch auf die Bestätigung der Einhaltung von Vorgaben. 

3.6.6 Der Beschwerdeführer reichte im Beschwerdeverfahren eine Stel-

lungnahme der betreuenden Lehrerperson ein. Darin erklärt diese, sie 

habe die Einhaltung der Formalitäten unterschriftlich bestätigt. Die Vorga-

ben zur Form auf dem Bewertungsbogen erachte sie als erfüllt. Der Exa-

minator mache in seiner formalen Bewertung sachfremde Erwägungen, die 

bei genauem Hinsehen seine eigene persönliche Meinung darstellten und 

mit Wissenschaftlichkeit und einer Bewertung anhand der Prüfungsregula-

rien nicht zu tun hätten (betrifft fehlendes Datum auf dem Titelblatt und un-

übliche Bindung mittels Schnellhefter). Allein die Erfüllung der formalen Er-

fordernisse hätte zur Bewertung der Maturaarbeit mit der Note 4 führen 

müssen. Auch bei der Bewertung des Inhalts der Maturaarbeit nehme der 

Examinator "sachfremde Erwägungen, nämlich seine persönliche Ansicht, 

getarnt als wissenschaftliche Arbeit" vor. Sodann nimmt er jeden Kritik-

punkt des Examinators auf, erklärt, warum diese seines Erachtens unzu-

treffend sind und wirft dem Examinator vor, den Untersuchungsgegenstand 

des Beschwerdeführers nicht akzeptiert zu haben, persönlichen Befindlich-

keiten nachzugeben, Vorurteile zu haben, persönlichen Auffassungen den 

Vorzug zu geben, falsche Aussagen zu machen, persönliche Ansichten als 

Bewertung zu tarnen, nicht objektiv und unprofessionell zu sein, den Be-

schwerdeführer in inakzeptabler Weise abzuqualifizieren, abzukanzeln und 

anzugreifen, persönlichen Animositäten Ausdruck zu verleihen, jede Sorg-

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Seite 12 

falt und jeden Respekt gegenüber der Arbeitsleistung des Beschwerdefüh-

rers vermissen zu lassen, seine Bewertung schludrig zu begründen, sich 

mit spitzen Bemerkungen und Zeichen über den Beschwerdeführer lustig 

zu machen und sich über diesen zu erheben. 

3.6.7 Der Examinator erläutert im Rahmen der Vernehmlassung der Vor-

instanz seine Beurteilung. Auch nimmt er Bezug auf die Stellungnahme der 

betreuenden Lehrerperson und die Rügen des Beschwerdeführers. Er 

kommt zum Schluss, dass auch nach nochmaliger Prüfung die erteilten 

Noten adäquat seien und der langjährigen Erfahrung bei schweizerischen 

Maturitätsprüfungen sowie an öffentlichen Gymnasien entsprächen. Dies 

gelte auch unter gewohnter Berücksichtigung geringfügig milderer Quali-

tätsansprüche wegen der Rahmenbedingungen (externe Matur, keine Vor-

noten, dem Kandidierenden nicht bereits aus dem Unterricht bekannte Prü-

fer). Die festgestellte Diskrepanz in der Bewertung (vgl. E. 3.6.5) besteht 

somit unverändert. Die betreuende Lehrperson beschränkt sich in ihrer 

Stellungnahme (vgl. E. 3.6.6) darauf, den Examinator in seiner Bewertung 

(z.T. unsachlich) zu kritisieren, statt seine eigene Bewertung näher zu er-

läutern. Zutreffend weist die betreuende Lehrperson aber darauf hin, dass 

ein Datum auf dem Titelblatt der Maturaarbeit nicht verlangt worden und 

auch die Art der Bindung oder Heftung der Maturaarbeit nicht vorgeschrie-

ben sei, was der Examinator beides kritisiert habe. Diese Details vermögen 

jedoch an der erteilten Note für den Teil B (Form) nichts zu ändern. Die 

Annahme, dass gegebenenfalls die Erfüllung der formalen Kriterien bereits 

eine genügende Note bedeuten müsse, findet in den anwendbaren Rechts-

grundlagen und im Bewertungsbogen keine Stütze. Die Ansicht des Be-

schwerdeführers, dass eine gute Note im Fach Deutsch automatisch für 

eine gute sprachliche Leistung im Rahmen der Maturaarbeit spreche, geht 

an der Sache vorbei, wird doch die sprachliche Leistung in der Maturaarbeit 

nicht im Rahmen des Fachs Deutsch bewertet. Die Bewertung durch den 

Examinator erweist sich weder als offensichtlich fehlerhaft noch als völlig 

unangemessen, weshalb darauf abzustellen ist. Indem die Vorinstanz die 

Bewertung der vorbereitenden Schule vorliegend nicht in die eigene Be-

wertung durch den Examinator hat einfliessen lassen, hat sie ferner keine 

Rechtsverletzung begangen, denn dies ist in den anwendbaren Rechts-

grundlagen nicht vorgesehen (vgl. Art. 15 Abs. 2 Maturitätsprüfungsverord-

nung, wonach die Arbeit durch den Examinator oder die Examinatorin so-

wie den Experten oder die Expertin bewertet wird). Dass das von der Vor-

instanz ins Recht gelegte Protokoll der mündlichen Präsentation und Dis-

kussion der Maturaarbeit nicht den Tatsachen entsprechen würde, macht 

B-4358/2022 

Seite 13 

der Beschwerdeführer im Übrigen nicht geltend, so dass auch die Bewer-

tung des mündlichen Teils der Prüfung nicht zu beanstanden ist. Demzu-

folge besteht auch keine Veranlassung, auf den Antrag des Beschwerde-

führers, die Maturaarbeit sei durch "jemand unparteiischen ohne nahe Ver-

bindung zum Examinator" erneut zu bewerten und zu benoten, einzuge-

hen. 

3.7  

3.7.1 Aus dem durch Art. 29 Abs. 2 BV gewährleisteten und in den 

Art. 29 ff. VwVG für das Verwaltungsverfahren des Bundes konkretisierten 

Grundsatz des rechtlichen Gehörs folgt die Pflicht der Behörde, ihren Ent-

scheid zu begründen (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG). Die Begründung einer 

Verfügung muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffene über die Trag-

weite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der 

Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann (BGE 143 III 65 E. 5.2). 

Bei Prüfungsentscheiden kommt die Behörde dieser Verpflichtung nach, 

wenn sie dem Betroffenen, allenfalls auch nur mündlich, kurz darlegt, wel-

che Lösungen beziehungsweise Problemanalysen von ihm erwartet wur-

den und inwiefern seine Antworten den Anforderungen nicht zu genügen 

vermochten. Der Anspruch auf Begründung ist nicht schon dann verletzt, 

wenn die Prüfungsbehörde sich vorerst darauf beschränkt, die Notenbe-

wertung oder das Bestehen beziehungsweise Nichtbestehen bekannt zu 

geben. Es genügt, wenn sie die Begründung im Rechtsmittelverfahren lie-

fert und der Betroffene Gelegenheit erhält, dazu Stellung zu nehmen (Urteil 

des BGer 2C_1004/2017 vom 29. Mai 2018 E. 3.1 m.H.). 

3.7.2 Soweit der Beschwerdeführer rügt, er habe die vom Examinator kor-

rigierte Maturaarbeit nicht erhalten, ist festzuhalten, dass ihm diese im Be-

schwerdeverfahren zugestellt worden ist. Ausserdem hat der Beschwerde-

führer bereits bei Beschwerdeerhebung über den Korrekturbericht des Ex-

aminators verfügt, diesen seiner Beschwerde an das Bundesverwaltungs-

gericht denn auch beigelegt und in der Beschwerdeschrift darauf Bezug 

genommen. Ein Einsichtsgesuch in die korrigierte Maturaarbeit bei der Vo-

rinstanz hat er vor Beschwerdeerhebung, soweit ersichtlich, nicht gestellt. 

Die Rüge erweist sich als unbegründet. 

4.  

Der Prüfungsentscheid vom 6. September 2022 ist bundesrechtlich nicht 

zu beanstanden. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist ab-

zuweisen. 

B-4358/2022 

Seite 14 

5.  

Entsprechend dem Verfahrensausgang hat der unterliegende Beschwer-

deführer die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie 

Art. 1 ff. des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem 

Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). 

Die Spruchgebühr richtet sich nach Umfang und Schwierigkeit der Streit-

sache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien (Art. 63 

Abs. 4bis VwVG und Art. 2 Abs. 1 VGKE). Sie ist auf Fr. 500.– festzusetzen. 

Es ist keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG 

i.V.m. Art. 7 Abs. 1 VGKE). 

6.  

Nach Art. 83 Bst. t des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, 

SR 173.110) ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

an das Bundesgericht unzulässig gegen Entscheide über das Ergebnis von 

Prüfungen und anderen Fähigkeitsbewertungen, namentlich auf den Ge-

bieten der Schule, der Weiterbildung und der Berufsausübung. Unter die-

sen Ausschlussgrund fallen Prüfungsergebnisse im eigentlichen Sinn, aber 

auch alle anderen Entscheide, die sich auf eine Bewertung der intellektu-

ellen oder physischen Fähigkeiten oder die Eignung eines Kandidaten be-

ziehen (BGE 138 II 42 E. 1.1). Wenn andere Entscheide im Zusammenhang 

mit einer Prüfung strittig sind, insbesondere solche organisatorischer oder 

verfahrensrechtlicher Natur, bleibt das Rechtsmittel zulässig (BGE 147 I 73 

E. 1.2.1). 

  

B-4358/2022 

Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 500.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird nach Eintritt der Rechtskraft 

des vorliegenden Urteils zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und das Eid-

genössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniel Willisegger Astrid Hirzel 

  

B-4358/2022 

Seite 16 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss 

Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Frist ist gewahrt, wenn 

die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht 

eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer 

schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung überge-

ben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer 

Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit An-

gabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene 

Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende 

Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Versand: 13. Januar 2023 

 

  

B-4358/2022 

Seite 17 

Zustellung erfolgt an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) 

– das Eidgenössische Departement für Wirtschaft,  

Bildung und Forschung WBF (Gerichtsurkunde)