# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c0c52316-3dd2-5e66-b8cf-8473dc6174c4
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-06
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 06.07.2021 ZK1 2021 91
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2021-91_2021-07-06.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Entscheid vom 6. Juli 2021

Referenz ZK1 21 91

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Cavegn, Vorsitzender
Moses und Nydegger
Brunner, Aktuar ad hoc

Parteien A._____
Beschwerdeführerin

Gegenstand fürsorgerische Unterbringung

Anfechtungsobj. ärztliche Einweisung vom 15. Juni 2021 

Mitteilung 12. Juli 2021

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Sachverhalt

A. A._____, geboren am A._____ 1959, wurde mit Verfügung vom 15. Juni 
2021 durch Dr. med. C.________ gestützt auf Art. 426 und Art. 429 f. ZGB für die 
Dauer von 6 Wochen im Wohnheim D.________ fürsorgerisch untergebracht. Als 
Grund für die Einweisung von A._____ wurde eine psychische Störung (Alzhei-
mer-Krankheit ICD-10: G30.8/F00.2; Organisches Psychosyndrom ICD-10: F07.2) 
angeführt. Eine ambulante Betreuung sei ungenügend, weil bei der Patientin keine 
Krankeneinsicht vorhanden und sie entsprechend nicht in der Lage sei, sich an die 
ärztlichen Instruktionen zu halten. Es käme deshalb wiederholt zu lebensbedrohli-
chen Exazerbationen ihrer Epilepsie und darauffolgenden Stürzen und Verletzun-
gen.

B. Mit Eingabe vom 24. Juni 2021 (Poststempel unleserlich) erhob A._____ 
(nachfolgend Beschwerdeführerin) beim Kantonsgericht von Graubünden (fortan 
Kantonsgericht) Beschwerde gegen die fürsorgerische Unterbringung.

C. Mit Schreiben vom 28. Juni 2021 ersuchte der Vorsitzende der I. Zivilkam-
mer des Kantonsgerichts das Wohnheim D.________ unter Fristansetzung bis 
zum 29. Juni 2021 um einen kurzen Bericht zum Gesundheitszustand der Be-
schwerdeführerin, zur Art der Behandlung und insbesondere darüber, inwiefern 
die Voraussetzungen für eine weitere fürsorgerische Unterbringung aus ärztlicher 
Sicht gegeben seien. Weiter forderte er die wesentlichen Akten über die Be-
schwerdeführerin an.

D. Am 29. Juni 2021 reichte das Wohnheim D.________ den angeforderten 
Bericht ein. In diesem wird ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen 
ihrer Epilepsie/Anoxie und Temporallappenschädigung an einer beginnenden De-
menz sowie einer organischen Persönlichkeitsstörung nach ICD-10 leide. Die Be-
schwerdeführerin klage vermehrt über Schwindel und leide unter Tremor. Auf-
grund ihrer epileptischen Anfälle habe sie in der Vergangenheit einige Male mit 
der Ambulanz abgeholt werden müssen. Sie leide vermehrt unter Absenzen, bei 
denen sie sich als abwesend beschreibe.

E. Mit prozessleitender Verfügung des Vorsitzenden vom 29. Juni 2021 wurde 
Dr. med. B._____, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, gestützt 
auf Art. 439 Abs. 3 ZGB in Verbindung mit Art. 450e Abs. 3 ZGB mit der Begut-
achtung der Beschwerdeführerin betraut.

F. Die Gutachterin reichte ihr Kurzgutachten am 2. Juli 2021 beim Kantonsge-
richt ein, woraufhin am 6. Juli 2021 die mündliche Hauptverhandlung vor der 

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I. Zivilkammer des Kantonsgerichts stattfand, an welcher die Beschwerdeführerin 
persönlich teilnahm und befragt wurde. Nach durchgeführter Urteilsberatung wur-
de dem Wohnheim D.________, auch zu Handen der Beschwerdeführerin, am 
folgenden Tag das vorzeitige Entscheiddispositiv zugestellt.

Erwägungen

1.1. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist eine fürsorgerische Unterbrin-
gung gemäss Art. 426 ff. ZGB. Das Kantonsgericht ist hierfür einzige kantonale 
Beschwerdeinstanz (Art. 439 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB i.V.m. Art. 60 Abs. 1 EGzZGB 
[BR 210.100]).

1.2. Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine ärztlich angeordnete fürsorge-
rische Unterbringung nach Art. 429 Abs. 1 ZGB. Dagegen kann die betroffene 
oder eine ihr nahestehende Person innert zehn Tagen schriftlich beim zuständigen 
Gericht Beschwerde erheben (Art. 439 Abs. 1 und 2 ZGB). Eine Begründung ist 
nicht notwendig (Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 1 ZGB). Vorliegend 
handelt es sich um eine Beschwerde der betroffenen Person. Die Beschwerdefrist 
wurde mit Eingabe vom 24. Juni 2021 gewahrt. Daher ist auf die frist- und formge-
rechte Beschwerde einzutreten.

2.1. Das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz richtet sich nach 
Art. 450a ff. ZGB. Zu beachten sind sodann die allgemeinen Verfahrensgrundsät-
ze des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 443 ff. ZGB), die auch im Verfahren vor 
der gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar sind, soweit das Gesetz in den 
Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften enthält (vgl. Lorenz Droe-
se/Daniel Steck, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetz-
buch I, 6. Aufl., Basel 2018, N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für die in 
Art. 446 ZGB verankerte uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizialmaxime 
und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung von 
Amtes wegen. Der Anwendungsbereich dieser zentralen Verfahrensgrundsätze 
bezieht sich auf sämtliche Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutz-
behörde und erstreckt sich – wenn auch teilweise in abgeschwächter Form – nach 
dem Grundsatz der Einheit des Prozesses auch auf die Verfahren vor der gericht-
lichen Beschwerdeinstanz (vgl. Luca Maranta/Christoph Auer/Michèle Marti, in: 
Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 
2018, N 1 f. zu Art. 446 ZGB m.w.H.). Aus Art. 450a ZGB wie auch aus Art. 5 
Ziff. 4 EMRK ergibt sich schliesslich, dass das Gericht Tat- und Rechtsfragen wie 
auch die Angemessenheit frei überprüft und ihm von Bundesrechts wegen volle 
Kognition zukommt.

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2.2. Das Gesetz schreibt ausdrücklich vor, dass das Gericht aufgrund eines 
Gutachtens entscheiden muss, wenn die betroffene Person an einer psychischen 
Störung leidet (Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 3 ZGB). Das Gutachten 
muss von einer unabhängigen, im laufenden Verfahren noch nicht involvierten 
sachverständigen Person erstellt werden und in dem Sinne aktuell sein, dass es 
sich zu den sich im gerichtlichen Verfahren stellenden Fragen äussern muss 
(BGE 143 III 189 E. 3.2 f.; Thomas Geiser/Mario Etzensberger in: Gei-
ser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 
2018, N 48 ff. zu Art. 439 ZGB; Thomas Geiser, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], 
Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 2018, N 19 zu Art. 450e 
ZGB). Mit dem Kurzgutachten vom 2. Juli 2021 von Dr. med. B._____, Fachärztin 
für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, welche die Beschwerdeführerin am 30. 
Juni 2021 persönlich im Wohnheim D.________ untersucht hat, wurde dieser Vor-
schrift Genüge getan (act. 06).

2.3. Gemäss Art. 450e Abs. 4 Satz 1 ZGB muss die gerichtliche Beschwerdein-
stanz die betroffene Person in der Regel als Kollegium anhören, was faktisch 
zwingend zur Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung führt (vgl. Chri-
stof Bernhart, Handbuch der fürsorgerischen Unterbringung, Basel 2011, N 848 f.). 
Mit der Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung am 6. Juli 2021 wurde 
diese Vorgabe umgesetzt (Prot. S. 1 ff.).

3.1. Neben der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde können gemäss 
Art. 429 Abs. 1 ZGB auch die von den Kantonen bezeichneten Ärztinnen und Ärz-
te eine fürsorgerische Unterbringung, welche die Höchstdauer von sechs Wochen 
nicht überschreiten darf, anordnen. Dabei hat der einweisende Arzt die betroffene 
Person persönlich zu untersuchen, anzuhören (vgl. Art. 430 Abs. 1 ZGB) und ihr 
anschliessend den Unterbringungsentscheid mit den gesetzlich vorgeschriebenen 
Angaben auszuhändigen (vgl. Art. 430 Abs. 2 und 4 ZGB). Dies bedeutet, dass die 
Untersuchung dem Einweisungsentscheid unmittelbar vorauszugehen hat (vgl. 
Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 20 ff. zu Art. 429/430 ZGB). Der einweisende Arzt 
muss sich gestützt auf eine klinische Untersuchung und soweit möglich nach ei-
nem Gespräch mit der betroffenen Person eine Meinung bilden (vgl. Olivier Guil-
lod, in: Büchler et al. [Hrsg.], Erwachsenenschutz, Fam-Kommentar, Bern 2013, 
N 4 zu Art. 430 ZGB).

3.2. Dr. med. C.________ ist Fachärztin für Innere Medizin. Damit war sie 
gemäss Art. 51 Abs. 1 lit. a EGzZGB in Verbindung mit Art. 22 KESV 
(BR 215.010) als im Kanton zur selbstständigen Berufsausübung zugelassene 
Ärztin der Grundversorgung zur Anordnung einer fürsorgerischen Unterbringung 

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legitimiert. Die ärztliche Untersuchung fand am 15. Juni 2021 statt. Zudem enthält 
die Verfügung vom 15. Juni 2021 die gemäss Art. 430 Abs. 2 ZGB vorgeschriebe-
nen Minimalangaben (vgl. act. 01.1).

4.1. Gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB darf eine Person, welche an einer psychi-
schen Störung oder an geistiger Behinderung leidet oder verwahrlost ist, in einer 
geeigneten Einrichtung untergebracht werden, wenn die nötige Behandlung oder 
Betreuung nicht anders erfolgen kann. Die Belastung und der Schutz von Angehö-
rigen und Dritten sind zu berücksichtigen (Abs. 2). Die betroffene Person wird ent-
lassen, sobald die Voraussetzungen der Unterbringung nicht mehr erfüllt sind 
(Abs. 3). Die Massnahme gelangt zur Anwendung, wenn eine Person der persön-
lichen Fürsorge oder Pflege bedarf (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 6 zu 
Art. 426-439 ZGB). Die fürsorgerische Unterbringung dient dem Schutz der betrof-
fenen Person und nicht der Umgebung (vgl. dazu Botschaft zur Änderung des 
Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kin-
desrecht] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7001, S. 7062 [zit.: Botschaft]). Erste ge-
setzliche Voraussetzung für eine Anordnung der Massnahme ist einer der drei ab-
schliessend genannten Schwächezustände: psychische Störung, geistige Behin-
derung oder schwere Verwahrlosung. Erforderlich ist sodann eine sich aus dem 
Schwächezustand ergebende Notwendigkeit der Behandlung beziehungsweise Be-
treuung. Weitere Voraussetzung ist, dass der Person die nötige Behandlung oder 
Betreuung nicht auf andere Weise als durch eine Einweisung beziehungsweise 
Zurückbehaltung in einer Einrichtung gewährt werden kann. Gesetzlich verlangt ist 
schliesslich eine geeignete Einrichtung (vgl. BGer 5A_228/2016 v. 11.7.2016 
E. 3.1). Die genannten Voraussetzungen bedingen sich gegenseitig und sind nur in 
ihrem Zusammenhang verständlich. Der Schwächezustand allein vermag eine für-
sorgerische Unterbringung nie zu rechtfertigen, sondern immer nur zusammen mit 
der Notwendigkeit einer Behandlung oder Betreuung. Selbst bei Vorliegen einer 
solchen ist die freiheitsbeschränkende Unterbringung aber nur gesetzeskonform, 
wenn der Zweck der Unterbringung nicht mit einer milderen Massnahme erreicht 
werden kann (Verhältnismässigkeitsprinzip) und die Unterbringung für den ange-
strebten Zweck auch tauglich ist (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 7 zu Art. 426 
ZGB).

4.2.1. Zunächst ist zu prüfen, ob bei der Beschwerdeführerin einer der im Gesetz 
genannten Schwächezustände vorliegt, welcher die persönliche Fürsorge notwen-
dig macht. Die psychische Störung umfasst die anerkannten Krankheitsbilder der 
Psychiatrie, d.h. Psychosen und Psychopathien, seien sie körperlich begründbar 
oder nicht (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 7062). Psychische Störung ist ein Begriff des 

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Rechts, der sich aber auf die medizinische Terminologie abstützt. Der Begriff ist 
aus der modernen Medizin entnommen und entspricht der Klassifikation der WHO 
(ICD; International Classification of Disturbances [vgl. Geiser/Etzensberger, 
a.a.O., N 15 f. zu Art. 426 ZGB]).

4.2.2 Die Gutachterin kam in ihrem Kurzgutachten vom 2. Juli 2021 aufgrund der 
Akten der PDGR, der KESB Nordbünden und Gesprächen mit Frau E.________, 
Beiständin der Beschwerdeführerin, Frau F.________, Betreuerin Wohnheim 
D.________, sowie ihrer eigenen Beobachtungen anlässlich der psychiatrischen 
Untersuchung zum Schluss, dass bei der Beschwerdeführerin ein mittelschweres 
bis schweres demenzielles Syndrom gemischter Ätologie bei langjähriger therapie-
refraktärer struktureller Epilepsie, Verdacht auf neurodegeneratives Syndrom bei 
Alzheimererkrankung mit frühem Beginn, bei mesialer Sklerose (medikamentös) 
(ICD-10: G30.8/F00.2) sowie eine organische Persönlichkeitsstörung (ICD-10: 
F07.2), möglicherweise im Rahmen der Epilepsie/Anoxie und Temporallappenschä-
digung, vorliege (act. 06, S. 7). Bei den vorliegenden Diagnosen handelt es sich um 
psychische Störungen im juristischen Sinne. Damit ist bei der Beschwerdeführerin 
der gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB für die fürsorgerische Unterbringung erforderliche 
Schwächezustand grundsätzlich gegeben.

4.3.1. Eine weitere kumulative Voraussetzung für eine fürsorgerische Unterbrin-
gung ist die sich aus diesem Schwächezustand ergebende Notwendigkeit einer 
Behandlung bzw. Betreuung.

4.3.2. Das Wohnheim D.________ führte in seiner Stellungnahme vom 28. Juni 
2021 aus, dass die Beschwerdeführerin an einer beginnenden Demenz und einer 
organischen Persönlichkeitsstörung nach ICD-10 im Rahmen ihrer Epilepsie/Anoxie 
und Temporallappenschädigung leide. Die Beschwerdeführerin klage daher ver-
mehrt über Schwindel und es käme vermehrt zu epileptischen Anfällen und zu Stür-
zen. Der Wunsch der Beschwerdeführerin sei es, zurück in ihre eigene Wohnung zu 
ziehen. Ihr sei jedoch bewusst, dass sie auf Unterstützung angewiesen sei und sich 
das selbständige Wohnen schwierig gestalten könnte. Sie sei daher bereit, in eine 
Alterswohnung in Chur und Umgebung zu ziehen und sich den dortigen Strukturen 
anzupassen (act. 03, S. 1 f.). 

4.3.3. Zu diesem Schluss kommt auch die Gutachterin in ihrem Kurzgutachten 
vom 2. Juli 2021. Die Störungen der Beweglichkeit und des Gleichgewichts, die 
bei der Beschwerdeführerin aufgrund der Schädigung des Gehirns im Kindesalter 
mit nachfolgender Epilepsie bestünden, müssten lebenslang medikamentös be-
handelt werden. Durch die zunehmende Beeinträchtigung der Problemeinsicht und 

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des Gedächtnisses habe die medikamentöse Behandlung in letzter Zeit aber nicht 
mehr zuverlässig durchgeführt werden können. Aufgrund der sich durch die 
Krankheit ergebenden Stürze habe sich die Beschwerdeführerin mehrfach schwer 
verletzt und sich damit selbst gefährdet. Würde die medikamentöse Behandlung 
ausbleiben, wäre die Sturzgefahr mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit 
nochmals verstärkt. Eine engmaschige Betreuung sei daher unverzichtbar, woraus 
sich ergebe, dass die Wohnfähigkeit nicht mehr vorhanden sei (act. 06, S. 7 f.).

4.3.4. Angesichts des Gesundheitsberichts des Wohnheims D.________, des 
Kurzgutachtens von Dr. med. B._____ und der Akten scheint ausgewiesen, dass 
die Beschwerdeführerin auf Unterstützung im Alltag angewiesen ist, insbesondere 
zur Gewährleistung der medikamentösen Behandlung. Es stellt sich aber die Fra-
ge, ob die fürsorgerische Unterbringung angesichts des schweren Eingriffs in die 
persönliche Freiheit des Betroffenen im konkreten Fall und aktuell noch als ver-
hältnismässig erscheint. Vorliegend ist dies insbesondere im Hinblick auf die ge-
wählte Einrichtung zu überprüfen.

4.4.1 Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit verlangt, dass eine fürsorgerische 
Unterbringung nur verfügt bzw. nur solange aufrechterhalten werden darf, als mit 
einer konkreten Selbst- oder Fremdgefährdung von einem gewissen Ausmass zu 
rechnen ist. So hat das Bundesgericht festgehalten, dass es für die Beurteilung 
des Behandlungs- bzw. Betreuungsbedarfs wesentlich sei, mit welcher konkreten 
Gefahr für die Gesundheit oder das Leben der betroffenen Person bzw. von Drit-
ten zu rechnen sei, wenn die Behandlung der gutachterlich festgestellten Krank-
heit bzw. die Betreuung unterbleibe (vgl. BGE 140 III 101 E. 6.2.2 sowie BGE 
140 III 105 E. 2.4 mit Verweisen auf BGer 5A_312/2007 v. 10.7.2007 E. 2.3 und 
5A_288/2011 v. 19.5.2011 E. 5.3). Gemäss Art. 426 Abs. 3 ZGB wird eine Person 
entlassen, sobald die Voraussetzungen für eine Unterbringung nicht mehr erfüllt 
sind. Mit dieser Umschreibung beabsichtigte der Gesetzgeber eine im Vergleich 
zum alten Recht restriktivere Regelung der Entlassungsvoraussetzungen (vgl. 
Botschaft, a.a.O., S. 7063). Der Entscheid über die Entlassung ist stets anhand 
des Zustandes der betroffenen Person im aktuellen Zeitpunkt zu bestimmen (vgl. 
Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 44 zu Art. 426 ZGB). Dabei ist eine Interessenab-
wägung im Hinblick auf den Zweck der fürsorgerischen Unterbringung, nämlich die 
Wiedererlangung der Selbständigkeit und der Eigenverantwortung im Entlas-
sungszeitpunkt, vorzunehmen. Aus dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit er-
gibt sich des Weiteren, dass die nötige Behandlung oder Betreuung nicht anders 
erfolgen kann als mit der Einweisung in eine Einrichtung. Mit anderen Worten 
muss die Unterbringung in einer Einrichtung geeignet sein, den Zweck der beab-

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sichtigten Behandlung zu erfüllen, ohne dass eine weniger einschneidende Mass-
nahme genügen würde (vgl. dazu Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 22 ff. zu Art. 426 
ZGB und Guillod, a.a.O., N 64 f. zu Art. 426 ZGB). Eine Unterbringung fällt gemäss 
der Botschaft zum neuen Erwachsenenschutzrecht deshalb nur als ultima ratio in 
Betracht (Botschaft, a.a.O., S. 7062). Als leichtere Massnahme kommt den ambu-
lanten Massnahmen und der Nachbetreuung sowie der freiwilligen Sozialhilfe ent-
scheidende Bedeutung zu (Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 24 zu Art. 426 ZGB).

4.4.2. Als kumulative Voraussetzung für eine rechtmässige fürsorgerische Unter-
bringung fordert Art. 426 Abs. 1 ZGB das Vorhandensein einer für die nötige Be-
handlung und Betreuung geeigneten Einrichtung. Aus der einweisenden Verfü-
gung von Dr. med. C.________ vom 15. Juni 2021 (act. 01.1), dem Gesundheits-
bericht des Wohnheims D.________ vom 29. Juni 2021 (act. 03) und dem Kurz-
gutachten von Dr. med. B._____ vom 2. Juli 2021 (act. 06) ergibt sich, dass die 
fürsorgerische Unterbringung der Beschwerdeführerin aufgrund der mehrfachen 
Stürze erfolgte, welche auf die unzuverlässige Medikamenteneinnahme zurückzu-
führen sind. Aufgrund der Demenz der Beschwerdeführerin besteht diesbezüglich 
nur eine unzureichende Problemeinsicht. Gleichwohl kommt die Gutachterin in 
ihrem Kurzgutachten zum Schluss, dass das Wohnheim D.________ keine geeig-
nete Einrichtung für die Beschwerdeführerin darstelle. Die Einweisung gegen ihren 
Willen habe bei der Beschwerdeführerin zu einem enormen psychischen und kör-
perlichen Stress geführt, wodurch sich die auch ansonsten vulnerable körperliche 
Verfassung deutlich verschlechtert habe, sodass sie mehr unter Schwindel und 
Sturzgefahr leide als normalerweise. Aus psychiatrischer Sicht sei daher ein Seni-
orenheim, eine betreute Alterswohnung oder eine Anstalt für leicht geistig oder 
körperlich beeinträchtigte Personen geeigneter als ein Wohnheim für (eher jünge-
re) psychisch beeinträchtigte Personen. Empfehlenswert sei, dass die Beschwer-
deführerin zunächst in einer oder zwei solcher Einrichtungen einen Probeaufent-
halt durchführen würde, um anschliessend gemeinsam mit der Beiständin eine 
reife Entscheidung zu treffen. Aus psychiatrischer Sicht wäre es daher denkbar, 
die Beschwerdeführerin vorübergehend in ihre vertraute Umgebung zu entlassen 
mit einer Spitex-Betreuung dreimal am Tag, während die KESB und die Berufsbei-
standschaft eine geeignete Unterbringung suchen würden (act. 06, S. 8).

4.4.3. Die Beschwerdeinstanz hat bei der Entscheidfindung auf den Zustand der 
Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Gerichtsverhandlung abzustellen. Anlässlich 
der Verhandlung vom 6. Mai 2021 konnte sich die Beschwerdeinstanz ein Bild von 
der Beschwerdeführerin machen. Diese erschien in einem gepflegten Zustand und 
machte einen ruhigen, indessen vorgealterten Eindruck. Ihre Defizite aufgrund der 

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mittelschweren bis schweren Demenz waren allerdings offenkundig. Die adäquate 
Beantwortung der Fragen des Gerichts bereiteten ihr sichtlich Mühe. So ging sie 
öfters nicht auf die Fragen ein oder schweifte davon ab. Ebenso konnte festge-
stellt werden, dass die Beschwerdeführerin eine Tendenz zur Bagatellisierung ih-
rer Erkrankung, insbesondere der Sturzgefahr, aufweist. Sie zeigte sich aber be-
reit dazu, ihre Medikamente regelmässig einzunehmen und die Medikation falls 
nötig anders einzustellen. Ebenso offen war sie gegenüber der Betreuung durch 
die Spitex. Auch eine andere Wohnform schloss sie nicht aus, so hatte sie sich 
bereits bei verschiedenen Institutionen nach verfügbaren Unterbringungsmöglich-
keiten erkundigt. Es sei aber schwierig gewesen etwas zu finden, da viele Instituti-
onen nur Personen ab 65 Jahren aufnehmen würden. Der Beschwerdeführerin 
schien es wichtig zu sein, in ihre gewohnte Umgebung zurückzukehren, so weit 
als möglich, selbständig zu leben und weiterhin ihrer Arbeit im G.________ nach-
zugehen. Die Suchbemühungen zeigen aber, dass die Beschwerdeführerin durch-
aus dazu bereit ist, in eine Wohnform zu wechseln, die einerseits die medizinische 
Betreuung sicherstellt, andererseits den Bewohnern aber auch eine gewisse Frei-
heit im Alltag einräumt. Prima facie erscheint daher eine betreute Alterswohnung 
als geeignete und von der Beschwerdeführerin akzeptierte Wohnform.

4.4.4. Auch wenn sich die Beschwerdeführerin als behandlungsbedürftig erweist, 
rechtfertigt dieser Umstand im Zeitpunkt der Beurteilung durch die Beschwerdein-
stanz für sich alleine noch keine fürsorgerische Unterbringung. Ein Aufrechterhal-
ten der Unterbringung darf nur gestützt auf ein hinreichend klares Gutachten und 
nur als ultima ratio in Betracht fallen. Vorliegend hat sich auch die Gutachterin klar 
dahingehend geäussert, dass das eher auf jüngere psychisch beeinträchtigte Per-
sonen ausgerichtete Wohnheim in D.________ für die Beschwerdeführerin nicht 
eine geeignete Einrichtung darstellt und die Einweisung den Zustand der Be-
schwerdeführerin verschlechtert hat. Die vorübergehende Entlassung in ihre Woh-
nung mit einer intensiven Betreuung durch die Spitex dreimal täglich (zu der sich 
die Beschwerdeführerin einverstanden erklärt hat), welche insbesondere die Ein-
nahme der Medikamente sicherstellt, erweist sich als milderes Mittel, bis eine pas-
sende Wohnform gefunden wird. Es kann dazu auf die Ausführungen im Gutach-
ten verwiesen werden.

5. Zusammenfassend lässt sich somit festhalten, dass der bei der Beschwer-
deführerin vorliegende Schwächezustand zwar einer intensiven Betreuung bedarf, 
die Voraussetzungen für eine weitere fürsorgerische Unterbringung im Wohnheim 
D.________ gemäss Art. 426 ZGB im Zeitpunkt der Beurteilung jedoch nicht 
(mehr) gegeben sind und dieses für die Beschwerdeführerin für die weitere Unter-

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bringung mithin nicht die geeignete Einrichtung darstellt. Daher ist die vorliegende 
Beschwerde gutzuheissen und die fürsorgerische Unterbringung aufzuheben. 

6. Gemäss Art. 437 Abs. 1 ZGB ist es Aufgabe der Kantone, die Nachbetreu-
ung zu regeln. Im Kanton Graubünden wurde diese Bestimmung mit Art. 54 ff. 
EGzZGB umgesetzt. Das Ziel der Nachbetreuung ist es, den Gesundheitszustand 
der betroffenen Person zu stabilisieren und dadurch die Rückfallgefahr zu mini-
mieren. Vorliegend ist anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin bei Ausbleiben 
der korrekten Medikation einer grossen Sturzgefahr ausgesetzt ist. Die Gutachte-
rin erachtet daher langfristig eine Unterbringung in einer betreuten Umgebung als 
wichtig. Der Beiständin wird daher empfohlen, eine geeignete Wohnform für die 
Beschwerdeführerin zu finden, in der sie auch langfristig bleiben möchte.

7. In Bezug auf die Grundsätze der Kostenauflage im erwachsenenschutz-
rechtlichen Beschwerdeverfahren verweisen die Art. 63 Abs. 5 und Art. 60 Abs. 2 
EGzZGB subsidiär auf die Bestimmungen der ZPO. Demnach werden die Pro-
zesskosten gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO grundsätzlich der unterliegenden Partei 
auferlegt. Die Beschwerdeführerin ist mit ihrem Antrag auf Aufhebung der fürsor-
gerischen Unterbringung im Wohnheim D.________ umfassend durchgedrungen. 
Bei diesem Verfahrensausgang gehen die Kosten des Beschwerdeverfahrens von 
insgesamt CHF 3'430.00 (CHF 1'500.00 Gerichtsgebühr und CHF 1'930.00 Gut-
achterkosten) zu Lasten des Kantons Graubünden. 

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Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die fürsorgerische Unterbringung 
wird aufgehoben.

2. Das Wohnheim D.________ wird angewiesen, A._____ unverzüglich aus 
der fürsorgerischen Unterbringung zu entlassen.

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von insgesamt CHF 3'430.00 
(CHF 1'500.00 Gerichtsgebühr und CHF 1'930.00 Gutachterkosten) gehen 
zu Lasten des Kantons Graubünden.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

5. Mitteilung an: