# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b3cb19c6-0061-5b54-ae37-1b912f463fb9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-03-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.03.2021 D-5131/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5131-2019_2021-03-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5131/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  M ä r z  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger (Vorsitz), 

Richter Walter Lang, Richter Simon Thurnheer, 

Gerichtsschreiber Stefan Weber. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (...), 

Iran,   

vertreten durch MLaw Olivia Eugster, 

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 30. August 2019 / N_______. 

 

 

 

D-5131/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin – welche zusammen mit ihrem (Nennung Ver-

wandter) B._______ (N_______) am (...) illegal in die Schweiz gelangte – 

suchte gleichentags um Asyl nach. Am 4. März 2016 fand die Befragung 

zur Person (BzP) statt. Am 13. Juni 2018 wurde sie vom SEM zu ihren 

Asylgründen angehört. 

Die in der Stadt C._______ (Provinz D._______) geborene und in der Stadt 

E._______ aufgewachsene Beschwerdeführerin führte zur Begründung ih-

res Asylgesuchs an, sie habe während zwölf Jahren die Schule besucht, 

diese jedoch aufgrund familiärer Probleme nicht abgeschlossen. Während 

ihrer Schulzeit habe sie die (...)nachmittage manchmal bei F._______, ei-

ner (Nennung Verwandte), verbracht, um Zeit mit ihrer (Nennung Ver-

wandte) zu verbringen. Eines Nachmittags sei ausser dem Sohn der (Nen-

nung Verwandte) namens G._______ niemand dort gewesen. Als sie da-

raufhin wieder nachhause habe gehen wollen, habe G._______ die Türe 

abgeschlossen, sie gepackt und auf den Boden geworfen. Dort habe er sie 

festgehalten und – nachdem sie zu schreien begonnen habe – ihren Mund 

mit ihrem eigenen Kopftuch zugehalten. Beim Versuch, sich zu befreien, 

habe sie ihren Kopf heftig auf dem Boden aufgeschlagen, worauf sie das 

Bewusstsein verloren habe. Nachdem G._______ sie mit Wasser bespritzt 

habe, sei sie wieder zu sich gekommen. Sie habe mit Schrecken bemerkt, 

dass die Knöpfe ihres Mantels offen gewesen seien. Sie habe ihren Mantel 

mit beiden Händen zugezogen und sei zur Türe gelaufen. Daraufhin habe 

G._______ ihr gedroht, dass es noch schlimmer für sie werden würde, falls 

sie jemandem etwas darüber erzähle. Bei ihrer Rückkehr habe sich ihre 

Mutter sehr besorgt über ihren Zustand gezeigt. Sie habe ihr aber nichts 

über diesen Vorfall berichtet. Als sie schliesslich bemerkt habe, dass ihre 

Unterwäsche voller Blut gewesen sei, habe sie realisiert, was tatsächlich 

geschehen sei. Sie habe Angst gehabt, dass ihre Angehörigen irgendwie 

vom sexuellen Übergriff respektive von der Vergewaltigung erfahren könn-

ten. Sie habe dann ungefähr (Nennung Dauer) nach diesem Vorfall ver-

sucht, sich (...) das Leben zu nehmen, da sie von G._______ unter Druck 

gesetzt worden sei. Dieser habe ihr immer wieder gedroht und Botschaften 

geschickt, wonach die Familie schon vom Vorfall erfahren werde. Im Spital 

sei (Nennung Behandlung) worden, wodurch sie gerettet worden sei. Als 

sie wieder zuhause gewesen sei, habe G._______ sie erneut bedroht und 

ihr gesagt, dass sie schwanger werde, ihre Angehörigen deshalb sicherlich 

von der Sache erfahren und sie umbringen würden. Wenige Tage darauf 

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Seite 3 

habe ihre (Nennung Verwandte) beziehungsweise die Mutter von 

G._______ bei ihrer Familie um ihre Hand für ihren Sohn angehalten. Ob-

wohl ihre Familie gegen die Heirat gewesen sei, habe sie darauf bestan-

den, da sie grosse Angst gehabt habe. Sie habe gedacht, dass sie be-

stimmt schwanger sei und dies nicht erklären könne. Ausserdem habe sie 

überlegt, dass sie ohnehin irgendwann einmal heiraten müsse und dann 

nicht erklären könne, weshalb Sie nicht mehr Jungfrau sei. Sie habe des-

wegen nach der Vergewaltigung auch keinen Arzt aufgesucht, um sich we-

gen der Blutungen untersuchen zu lassen. Unter diesen Umständen sei sie 

gezwungen gewesen, G._______ zu heiraten und mit ihm unter einem 

Dach zu leben. Die Heirat habe am (...) stattgefunden. Nach der Heirat sei 

sie von G._______ praktisch wie eine Gefangene behandelt worden. Sie 

habe an eine religiöse Schule wechseln, einen Hijab tragen und an islami-

schen Treffen teilnehmen müssen. Bei diesen Treffen sei es auch darum 

gegangen, auf der Strasse zu kontrollieren, ob die Frauen ihr Kopftuch rich-

tig tragen würden und diejenigen, bei denen man die Haare sehe, mitzu-

nehmen. Da sie dies aber nicht habe tun wollen, habe G._______ einmal 

ein Küchenmesser in ihre Richtung geworfen und sie dabei am (Nennung 

Körperteil) verletzt. Eines Tages habe sie beim Waschen der Kleider in ei-

ner Hosentasche von G._______ dessen (Nennung Ausweis) gefunden. 

G._______ habe dies zufällig gesehen, sie geohrfeigt und ihr unter Andro-

hung des Todes verboten, darüber mit jemandem zu sprechen. Als sie die 

Aufnahmeprüfung für die Universität habe absolvieren wollen, habe er ihr 

dies untersagt, wieder einmal mit ihr geschimpft und sie geschlagen. 

Abends habe er das Abzugsrohr der Kohleheizung aus der Wand gerissen 

und versucht, sie dadurch im Schlaf umzubringen. Sie habe dies jedoch 

rechtzeitig bemerkt. Aus Angst um ihr Leben habe sie sich ihrer Mutter ge-

genüber schliesslich offenbart und ihr die ehelichen Probleme geschildert. 

Nachdem sie gedroht habe, sich selber umzubringen, habe ihre Mutter mit 

ihrem (Nennung Verwandter) gesprochen, damit sie zusammen mit ihm 

das Land verlassen könne. Ihr (Nennung Verwandter) habe nämlich auf-

grund seiner eigenen Probleme aus dem Iran ausreisen wollen. Sie sei in 

der Folge zu einer Verwandten nach H._______ gereist, wo ihr (Nennung 

Verwandter) sie (Nennung Zeitpunkt) abgeholt habe. In einem Lastwagen 

seien sie durch ihr unbekannte Länder in die Schweiz gelangt. Von ihrer 

Mutter habe sie erfahren, dass G._______ nach ihrer Flucht respektive als 

sie in H._______ gewesen sei, einige Male zuhause vorbeigekommen sei 

und nach ihr gefragt habe. Sie habe die Gewalttätigkeiten von G._______ 

weder bei den Behörden gemeldet noch habe sie versucht, sich scheiden 

zu lassen, da der Geheimdienst über der Polizei stehe und das Schei-

dungsrecht im Iran beim Mann liege. Im Falle einer Rückkehr in den Iran 

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befürchte sie eine Bestrafung, weil sie das Land illegal und ohne das Ein-

verständnis von G._______ verlassen habe. Ausserdem befürchte sie, 

dass ihr Ehemann einen Grund erfinden könnte, um ihre Steinigung zu er-

reichen. 

Zum Beleg ihrer Vorbringen reichte die Beschwerdeführerin (Aufzählung 

Beweismittel) zu den Akten. 

B.  

Mit Verfügung vom 30. August 2019 stellte das SEM fest, die Beschwerde-

führerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte ihr Asylgesuch 

ab. Gleichzeitig ordnete es die Wegweisung der Beschwerdeführerin aus 

der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. 

C.  

Mit Eingabe vom 2. Oktober 2019 erhob die Beschwerdeführerin beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, es sei die angefoch-

tene Verfügung des SEM vom 30. August 2019 aufzuheben, es sei die 

Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und ihr Asyl zu gewähren. Eventua-

liter seien die Dispositivziffern 1 bis 3 der angefochtenen Verfügung aufzu-

heben und sie sei vorläufig aufzunehmen. Subeventualiter sei die Sache 

zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer 

Hinsicht beantragte sie, es sei das Beschwerdeverfahren mit denjenigen 

ihrer Eltern (N_______) sowie ihres (Nennung Verwandter) (N_______) zu 

koordinieren. Weiter sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, 

es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und ihr 

ihre Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin zu bestellen. 

Der Beschwerde lagen (Nennung Beweismittel) bei. 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 11. Oktober 2019 hiess die Instruktionsrichte-

rin die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und 

amtlichen Rechtsverbeiständung gut, verzichtete auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses und ordnete der Beschwerdeführerin ihre Rechtsver-

treterin als amtliche Rechtsbeiständin bei, und teilte mit, dass das vorlie-

gende Verfahren mit den Beschwerdeverfahren der Eltern (...) sowie dem-

jenigen des (Nennung Verwandter) (…) in zeitlicher Hinsicht und soweit der 

Sache dienlich koordiniert behandelt werde. Weiter ersuchte die Instrukti-

onsrichterin das SEM, bis am 28. Oktober 2019 eine Vernehmlassung ein-

zureichen. 

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Seite 5 

E.  

Das SEM hielt in seiner Vernehmlassung vom 21. Oktober 2019 fest, die 

Beschwerdeschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Be-

weismittel, welche eine Änderung seines Standpunktes zu rechtfertigen 

vermöchten, weshalb auf eine Stellungnahme verzichtet werde. Im Übrigen 

verwies das SEM auf seine Erwägungen in der angefochtenen Verfügung 

und hielt an diesen vollumfänglich fest. 

F.  

Am 24. Oktober 2019 brachte das Bundesverwaltungsgericht der Be-

schwerdeführerin die vorinstanzliche Vernehmlassung zur Kenntnis. 

G.  

Mit Eingabe vom 7. Januar 2021 reichte die Beschwerdeführerin ein wei-

teres Beweismittel (Nennung Beweismittel) zu den Akten. Zudem stellte sie 

die Einreichung eines (Nennung Beweismittel) in Aussicht. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des AsylG in Kraft 

getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. 

Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.2 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). 

1.3 Die Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerde-

führung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 

VwVG) ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

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3.  

3.1 Die Beschwerdeführerin rügt in der Rechtsmittelschrift, die Vorinstanz 

habe die zum Beleg ihrer Heirat eingereichten Kopien ihrer Heiratsurkunde 

und der Shenasnameh nicht in die Erwägungen miteinbezogen. Sie macht 

dadurch sinngemäss eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Ge-

hör sowie der Pflicht zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechts-

erheblichen Sachverhalts geltend. Diese formelle Rüge ist vorab zu behan-

deln, da sie geeignet sein könnte, eine Kassation der vorinstanzlichen Ver-

fügung zu bewirken. 

3.2  

3.2.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, ander-

seits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass 

eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen ein-

greift. Dazu gehört insbesondere das Recht der Betroffenen, sich vor Er-

lass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise 

beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisan-

trägen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise ent-

weder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, 

wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch 

auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, 

die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren 

Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1 

S. 293; BVGE 2009/35 E. 6.4.1).  

3.2.2 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes 

wegen fest und bedient sich nötigenfalls der gesetzlichen Beweismittel 

(Bst. a–e). Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtser-

heblichen Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungs-

pflicht bildet einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Un-

richtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher 

und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch 

gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Ent-

scheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden 

(vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts-

pflege des Bundes; 3. Aufl. 2013, Rz. 1043). Der Untersuchungsgrundsatz 

findet seine Grenze an der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden 

(Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG). 

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Seite 7 

3.2.3 Diesbezüglich ist anzuführen, dass sich die verfügende Behörde 

nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem recht-

lichen Einwand auseinandersetzen muss, sondern sich auf die wesentli-

chen Gesichtspunkte beschränken darf (vgl. BGE 126 I 97 E. 2b). Das 

SEM hat in seinem Entscheid bei der Darlegung des Sachverhalts (vgl. 

S. 3 Ziff. 3) die von der Beschwerdeführerin erwähnten Dokumente (Kopien 

der Heiratsurkunde, der Shenasnameh und der Melli-Karte ihres Eheman-

nes) ausdrücklich aufgeführt. Weiter legte es im angefochtenen Entscheid 

in nachvollziehbarer Weise dar, aufgrund welcher Überlegungen die gel-

tend gemachten Asylgründe in zentralen Punkten, so insbesondere zur 

Ehe mit (...) G._______ als nicht glaubhaft zu erachten seien. Aus den vor-

instanzlichen Erörterungen ist ohne Weiteres zu erkennen, dass das SEM 

zwar die geltend gemachten Umstände sowie die Beweggründe der Be-

schwerdeführerin, wie und warum es zum Eheschluss gekommen sei und 

auch die dargelegte Schilderung des Ehealltags in Frage stellte, nicht je-

doch den Eheschluss als solchen. So sprach es in seinen Erwägungen bei 

der Erwähnung von G._______ stets vom "Ehemann" der Beschwerdefüh-

rerin. Zudem wurde ihr Zivilstand im Zentralen Migrationsinformationssys-

tem (ZEMIS) durch die Vorinstanz als "verheiratet" vermerkt. Das SEM hat 

demnach die erwähnten Dokumente der Beschwerdeführerin durchaus – 

wenn auch implizit – mitberücksichtigt. Nachdem der Zivilstand der Be-

schwerdeführerin vom SEM nicht grundsätzlich bestritten wurde, stellt es 

keinen formellen Mangel dar, dass die eingereichte Heiratsurkunde oder 

die weiteren Identitätsdokumente in den Erwägungen der angefochtenen 

Verfügung keine explizite Erwähnung fanden.  

 

Weiter ist der Umstand, dass die Vorinstanz nicht jedes Detail der Asylvor-

bringen aufgeführt und auch, soweit dies als angezeigt erscheint, bei der 

Begründung des Entscheids berücksichtigt respektive die geltend gemach-

ten Asylgründe anders gewichtet hat als die Beschwerdeführerin, nicht als 

Verletzung des rechtlichen Gehörs zu werten. Dies gilt ebenso für den Um-

stand, dass sie nach einer gesamtheitlichen Würdigung der Parteivorbrin-

gen inklusive der eingereichten Beweismittel respektive der aktuellen Situ-

ation im Iran zu einem anderen Schluss als die Beschwerdeführerin ge-

langte. Es ergeben sich denn auch nach Prüfung der Akten keine hinrei-

chenden Anhaltspunkte, welche den Schluss zulassen würden, das SEM 

habe den Sachverhalt unvollständig abgeklärt respektive die Begrün-

dungspflicht verletzt. Eine Verletzung der Begründungspflicht ist auch da-

her nicht zu erkennen, weil es der Beschwerdeführerin möglich war, sich 

ein Bild über die Tragweite des vorinstanzlichen Entscheides zu machen 

und diesen sachgerecht anzufechten (BGE 129 I 232 E. 3.2). 

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3.3 Die formellen Rügen erweisen sich daher insgesamt als unbegründet. 

Der Eventualantrag auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Neu-

beurteilung ist daher abzuweisen. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Das Bundesverwaltungsgericht hat die 

Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in verschiedenen 

Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier 

verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, BVGE 2012/5 E. 2.2). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz wies das Asylgesuch der Beschwerdeführerin ab, da 

deren Vorbringen den Anforderungen von Art. 7 AsylG an die Glaubhaftma-

chung nicht genügten. 

Zur Begründung führte es an, es sei kaum nachvollziehbar, dass die Be-

schwerdeführerin ihren Vergewaltiger geheiratet habe, obschon ihre Fami-

lie dagegen gewesen sei. Ihre diesbezügliche Erklärung, sie habe vermei-

den wollen, dass ihre Familie von einer allfälligen Schwangerschaft er-

fahre, sei in keiner Weise verständlich. So habe sie selber gar nicht ge-

wusst, ob sie schwanger geworden sei oder nicht und habe dies auch nie 

von einem Arzt abklären lassen. Selbst in der Schweiz habe sie bislang 

keinen Arzt konsultiert. Ausserdem habe sie wiederholt betont, dass sie 

G._______ gehasst und nach der Vergewaltigung sogar versucht habe, 

sich das Leben zu nehmen. Weiter sei nicht nachvollziehbar, weshalb ihr 

G._______ nach der Tat gedroht haben sollte, ihre Familie über den Vorfall 

zu informieren. Da im Iran das Gesetz bei Vergewaltigung sehr strenge 

Strafen vorsehe, hätte dies für G._______ selber erhebliche Konsequen-

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zen mit sich gebracht, wenn seine Tat bekannt geworden wäre. Dieser Um-

stand müsse auch der Beschwerdeführerin bekannt gewesen sein. Ferner 

sei es als realitätsfern zu erachten, dass die Familie von G._______ we-

nige Tage nach ihrem Selbstmordversuch bei ihrer Familie um ihre Hand 

angehalten habe. Die Beschwerdeführerin vermöge überdies nicht plausi-

bel zu erklären, wie sie als (...)-jähriges Mädchen kurz nach einem Suizid-

versuch ihre Familie von einer Heirat mit einem Mann, den sie verabscheut 

habe, habe überzeugen können, obwohl ihre Familie sehr konservativ und 

gegen einen Eheschluss gewesen sei. Ihre diesbezüglichen Aussagen 

seien sehr vage ausgefallen und würden kaum eine ernsthafte und vertiefte 

Diskussion innerhalb ihrer Familie wiederspiegeln, wie dies jedoch bei ei-

nem solchen weittragenden Entscheid mit Sicherheit geschehen würde. Es 

sei ebenso kaum nachvollziehbar, dass die Familie ihre Wünsche wider-

spruchslos akzeptiert hätte. Sodann sei realitätsfremd, dass sie ihren Aus-

führungen zufolge vor der Heirat nie davon ausgegangen sei, dass sie von 

ihrem Ehemann weiterhin misshandelt würde. Konstruiert erscheine ferner, 

dass sie von G._______ beim Waschen seiner Kleidung beobachtet und 

ausgerechnet in dem Moment erwischt worden sei, als sie dessen (Nen-

nung Ausweis) in einer Hosentasche entdeckt habe. Als unlogisch sei so-

dann die Forderung des Ehemannes zu erachten, dass sie im Rahmen ih-

rer politischen und ideologischen Kurse auf der Strasse als Sittenwächterin 

tätig sein und dabei Frauen und Mädchen festnehmen sollte, deren Haare 

sichtbar seien, zumal dies eigentlich in den Aufgabenbereich der Basidji 

oder der Sittenpolizei falle. Im Weiteren sei befremdlich, dass die Be-

schwerdeführerin zusammen mit ihrem (Nennung Verwandter) ausgereist 

sei, ohne dessen Beweggründe dafür zu wissen. Sie selber habe ihrem 

(Nennung Verwandter) auch nichts über ihre eigenen Gründe für die gleich-

zeitige Ausreise aus dem Iran gesagt. Hingegen habe sie ihrer Mutter von 

den Gewalttaten, die G._______ ihr gegenüber verübt habe, erzählt. Es 

erstaune, dass sie von ihrem (Nennung Verwandter) ohne Nachfragen mit-

genommen worden sei. Ohnehin sei eine Ausreise zusammen mit ihrem 

(Nennung Verwandter) als unlogisch zu erachten. Sie habe die Eheschlies-

sung mit den konservativen Moralvorstellungen ihrer Familie und ihrer 

Angst, von der eigenen Familie getötet zu werden, begründet. So hätte ih-

ren Angaben zufolge die Familie eher den Ehrenschaden durch ihre Flucht 

mit ihrem (Nennung Verwandter) als den Ehrverlust durch Scheidung in 

Kauf genommen. Diese Begründung erscheine abstrus und unsinnig, seien 

ihrem (Nennung Verwandter) die Gründe ihrer Flucht gar nicht bekannt ge-

wesen. Weiter falle auf, dass sie kaum Auskunft darüber habe geben kön-

nen, wie es ihrer Mutter zwischenzeitlich im Iran ergangen sei, obwohl sie 

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Seite 10 

mit ihr in telefonischem Kontakt gestanden sei. Ihre diesbezügliche Erklä-

rung, sie sei zu sehr mit sich selbst beschäftigt gewesen sei, um entspre-

chende Fragen zu stellen, müsse ebenfalls als sehr realitätsfern gewertet 

werden. Sie habe nur gewusst, dass die Polizei das Haus der Familie auf 

der Suche nach ihrem (Nennung Verwandter) wiederholt durchsucht habe. 

Sodann sei sie bereits in der Schweiz gewesen, als sie von ihrer Mutter 

erfahren habe, dass G._______ mehrmals mit Gewalt ins Haus eingedrun-

gen sei. Diesen Umstand habe ihre Mutter im Rahmen deren Anhörung 

hingegen nicht erwähnt. Aus diesen Gründen bestünden ernsthafte Zweifel 

an der Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen.  

 

Im Weiteren habe die Beschwerdeführerin die angeführten Gewaltausbrü-

che von G._______ relativ ausführlich geschildert. Dagegen seien aber die 

Ausführungen zum gemeinsamen Ehealltag sehr substanzarm ausgefal-

len. Sodann wäre von ihr zu erwarten gewesen, dass sie im Verlauf der 

Ehe Strategien entwickelt hätte, den Gewaltausbrüchen ihres Mannes zu 

entgehen oder diese zu vermeiden. Entsprechende Antworten seien aber 

ebenfalls ausweichend und oberflächlich ausgefallen. Auch habe sie kaum 

konkrete Alltagssituationen nennen können, in denen G._______ wütend 

geworden sei, obschon sie von massiven Gewaltausbrüchen berichtet 

habe. Entsprechenden Fragen sei sie ausgewichen. Weiter habe sie sich 

ausgerechnet im Zeitraum, als auch ihr (Nennung Verwandter) angeblich 

ernsthafte Schwierigkeiten zu befürchten gehabt hätte, ihrer Mutter offen-

bart und ihr von den ehelichen Problemen erzählt. Bezüglich der Reaktion 

ihrer Mutter seien ihre Aussagen aber ebenfalls ausweichend und vage ge-

blieben und würden sich als realitätsfremd darstellen. Ausserdem wirke die 

geschilderte Reaktion ihrer Mutter angesichts des von der Beschwerdefüh-

rerin geschilderten Martyriums äusserst realitätsfremd. Der Frage, ob sie 

in der Folge mit ihrem (Nennung Verwandter) über ihr Martyrium gespro-

chen habe, sei sie ebenso ausgewichen und habe angeführt, dass sie auf 

der ganzen Reise vom Iran bis in die Schweiz überhaupt nicht miteinander 

hätten kommunizieren dürfen. Dies sei angesichts der geschilderten Dra-

matik der Ereignisse und der schwerwiegenden Entscheidung einer Flucht 

aus dem Heimatland als äusserst realitätsfremd zu werten, zumal sie vom 

(Nennung Verwandter) vorher bei der (Nennung Verwandte) in H._______ 

abgeholt worden sei und sie demnach ausreichend Zeit gehabt hätten, sich 

auszutauschen. Überhaupt seien die Aussagen zum Reiseweg äusserst 

dürftig ausgefallen. Zudem sei nicht glaubhaft, dass die Beschwerdeführe-

rin und ihr (Nennung Verwandter) vom Iran aus im Laderaum eines LKWs 

versteckt bis in die Schweiz gereist seien, ohne zu wissen, durch welche 

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Länder sie gefahren seien, und ohne dass der LKW jemals durchsucht wor-

den sei. Insgesamt seien die Aussagen zu zentralen Punkten der Asylvor-

bringen oberflächlich, schematisch und knapp ausgefallen und enthielten 

auch keine Realkennzeichen, die normalerweise die Erzählungen von tat-

sächlich erlebten Begebenheiten prägten. Die Aussagen könnten in der ge-

machten Form ohne weiteres von irgendjemandem nacherzählt werden. 

Da die Beschwerdeführerin die gestellten Fragen nur knapp oder auswei-

chend beantwortet habe, weise dies auf einen konstruierten Sachverhalt 

und nicht auf tatsächliche Erlebnisse hin. 

5.2 Die Beschwerdeführerin entgegnete in ihrer Beschwerdeschrift, das 

von der Vorinstanz für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit überwiegend 

verwendete Kriterium der Plausibilität werde gemäss Urteil des Bundesver-

waltungsgerichts D-2124/2014 vom 15. Januar 2016 von der Lehre seit 

längerer Zeit stark kritisiert. So sei diesbezüglich grosse Vorsicht angezeigt 

und es sollten grundsätzlich lediglich naturwissenschaftliche Tatsachen un-

ter dem Aspekt der Plausibilität bewertet werden oder zumindest Unplau-

sibilität mit Country of Origin Information (COI) oder anderen von der Be-

schwerdeführerin eingereichten Beweismitteln abgeglichen werden. Ent-

gegen der vorinstanzlichen Einschätzung würden ihre detailreichen Aus-

führungen in Anbetracht des kulturellen Kontextes im Iran sowie ihrer per-

sönlichen Situation durchwegs nachvollziehbar, verständlich und glaubhaft 

erscheinen. Sie habe anlässlich der Anhörung klar ausgeführt, weshalb sie 

sich zur Heirat mit dem (Nennung Verwandter) gezwungen gefühlt habe 

(Nennung Gründe). Verschiedene Quellen würden in diesem Zusammen-

hang belegen, dass zum damaligen Zeitpunkt im Iran Jungfräulichkeits-

tests regelmässig durchgeführt worden seien und aktuell noch immer 

durchgeführt würden. Sie habe sich durch die Annahme des Heiratsantrags 

erhofft, das kleinere Übel gewählt zu haben. Sie habe sich nach der Ver-

gewaltigung medizinisch nicht abklären lassen, weil solche Abklärungen 

zwangsläufig zu weiteren Fragen geführt hätten und ihre Familie letztlich 

davon erfahren hätte. Sie sei auch bis anhin nicht bereit, die erlebten Miss-

handlungen durch den Ehemann aktiv zu verarbeiten, weshalb sie auch in 

der Schweiz bislang keine medizinische Hilfe in Anspruch genommen 

habe. Sie habe ihrer Familie bis heute nicht erzählt, was damals der tat-

sächliche Grund für (Nennung Umstände des Selbstmordversuchs) gewe-

sen sei. Offiziell sei sie wegen (Nennung Grund) im Spital gewesen, wes-

halb der Suizidversuch somit auch keinen Einfluss auf die Tatsache und 

den Zeitpunkt des Heiratsantrags gehabt habe. Weiter treffe es zu, dass 

im Iran strenge Strafen für Vergewaltigungen vorgesehen seien. Jedoch 

sei einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (E-2108/2011 vom 1. Mai 

D-5131/2019 

Seite 12 

2013) zu entnehmen, dass für eine vergewaltigte Frau die erhebliche Ge-

fahr bestehe, bei einer Meldung selber des Verbrechens der "Zena" ange-

klagt und verurteilt zu werden. Bei einer Anzeige müsse die erlittene Tat 

bewiesen werden, wobei für Frauen schwere Behinderungen bei der Be-

weisführung bestünden. Sowohl ihr als auch G._______ sei bewusst ge-

wesen, dass die Frau die Beweislast für die Vergewaltigung zu tragen 

habe. Zudem hätte ihre Familie bei Einreichung einer Klage mit Sicherheit 

von dem Vorfall erfahren. Sodann sei ihre Familie zwar traditionell einge-

stellt, habe ihr jedoch trotzdem die Freiheit zugestanden, selbst zu wählen, 

wen sie heiraten möchte. Sie sei mit ihren damals (Nennung Alter) durch-

aus naiv gewesen, da sie nicht erwartet habe, dass sie auch künftig von 

G._______ misshandelt würde. Es sei ihr jedoch von Anfang bewusst ge-

wesen, dass sie in der islamischen Tradition als Frau ihrem Mann unterge-

ordnet sei und dementsprechend auch Benachteiligungen zu erdulden 

habe. Quellen zufolge verbiete das iranische Gesetz häusliche Gewalt 

nicht; diese werde von den Behörden als Privatangelegenheit erachtet. 

Ferner habe sie ausführlich und detailliert geschildert, wie sie von 

G._______ erwischt worden sei, als sie seinen (Nennung Ausweis) gefun-

den habe. Ihr Mann habe nämlich im fraglichen Moment direkten Sichtkon-

takt zum Zimmer gehabt, in welchem sie die Wäsche vorbereitet habe. Das 

SEM führe sodann keine Quellen an, welche gegen ihre Aussage, dass sie 

im Rahmen eines ideologischen Kurses aufgefordert worden sei, auf der 

Strasse als Sittenwächterin tätig zu sein, sprechen würden. Weiter sei es 

im Ausreisezeitpunkt für sie nicht weiter relevant gewesen, mit ihrem (Nen-

nung Verwandter) über die Details ihrer Probleme zu sprechen. Dieser 

habe damals bereits die Entscheidung getroffen gehabt, sie mitzunehmen. 

Sie habe von ihrer Mutter gewusst, dass ihr (Nennung Verwandter) in Ge-

fahr gewesen sei und dessen Ausreisegründe auch von ihr erfahren, da sie 

kulturell bedingt nicht allzu oft und schon gar nicht über persönliche Ange-

legenheiten mit ihrem (Nennung Verwandter) gesprochen habe. Die ge-

meinsame Ausreise sei nicht als unlogisch zu erachten, sondern der da-

maligen Situation geschuldet. Zudem hätte es eine grössere Schande für 

die Familie dargestellt, wenn sie alleine ausgereist wäre. Zwar habe ihr 

G._______ Vorschriften bezüglich des Schulbesuchs gemacht, ihr aber 

nicht grundsätzlich verboten zu lernen. Sie habe in dessen Abwesenheit 

lernen dürfen, einfach nicht für die Aufnahmeprüfung für die Universität. Es 

bestehe daher kein Widerspruch in ihren Aussagen. Der Vorhalt, dass sie 

hätte Strategien entwickeln sollen, um den Gewaltausbrüchen ihres Man-

nes zu entgehen, hinterlasse den Eindruck, als würde das SEM davon aus-

gehen, dass sie tatsächlich einen Einfluss darauf gehabt hätte, ob sie von 

G._______ geschlagen würde oder nicht respektive als hätte sie dafür eine 

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Seite 13 

Mitverantwortung. Zum Vorhalt, dass sie kaum konkrete Alltagssituation 

habe nennen können, in denen es zu massiven Gewaltausbrüchen gekom-

men sei, sei anzuführen, dass die Vorinstanz davon auszugehen scheine, 

es bedürfe eines Wutausbruchs des Täters oder einer scheinbaren Schuld 

des Opfers, damit es zu Gewaltanwendungen komme. Es bedürfe aber 

vielfach nicht eines besonderen Auslösers, damit häusliche Gewalt ausge-

übt werde. Zudem habe sie sehr wohl Situationen geschildert, in denen 

G._______ wütend und gewalttätig geworden sei. Sie sei auch von ihm 

geschlagen worden, ohne dass es dafür einen spezifischen Grund oder 

Auslöser gegeben habe. G._______ habe sie lediglich als Dienerin be-

trachtet und um ihr seine Machtposition zu demonstrieren. Ferner sei ihre 

Mutter der Ansicht gewesen, dass eine Frau gewisse Probleme auszuhal-

ten habe, weshalb deren Verhalten nach der Schilderung ihrer Probleme 

mit G._______ in Anbetracht der streng traditionellen Ansichten der Familie 

durchaus nachvollziehbar erscheine. Im Weiteren könne die Einschätzung 

der Vorinstanz, sie habe nur dürftig über ihren Reiseweg berichtet, ange-

sichts ihrer detaillierten Ausführungen in der BzP zum Transportfahrzeug 

und den Reiseumständen nicht geteilt werden. Ihre Angaben seien dem-

nach insgesamt als glaubhaft zu bezeichnen.  

 

Bei einer Rückkehr in den Iran habe sie angesichts ihrer persönlichen Si-

tuation, der häuslichen Gewalt und der illegalen und ohne Zustimmung von 

G._______ durchgeführten Ausreise asylrelevante Nachteile zu befürch-

ten. 

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten zum 

Schluss, dass die Vorinstanz das Vorliegen von Vorfluchtgründen zu Recht 

verneinte.  

6.1.1 Nachdem die Vorinstanz einen Eheschluss zwischen der Beschwer-

deführerin und ihrem Mann G._______ als solchen nicht bestritt, geht auch 

das Gericht angesichts der eingereichten Unterlagen von einer Heirat der 

Beschwerdeführerin aus. Jedoch kann – entgegen der in der Beschwerde 

vertretenen Ansicht – nicht geglaubt werden, dass die Ehe infolge der gel-

tend gemachten Vorgeschichte und der daraus resultierenden Beweg-

gründe zustande gekommen sein soll. Zunächst ist logisch nicht nachvoll-

ziehbar, dass die Beschwerdeführerin ihren Vergewaltiger, der ihr in der 

Folge überdies wiederholt mit dem Tod gedroht haben will, aus eigenen 

Stücken und auf sein Drängen hätte heiraten wollen. Dies umso mehr, als 

ihren Angaben zufolge nicht nur ihre eigene, konservativ eingestellte und 

D-5131/2019 

Seite 14 

sehr auf ihr Ansehen bedachte Familie gegen diese Ehe gewesen sei, son-

dern sich insbesondere auch diejenige von G._______, welche sehr reli-

giös gewesen sei, in allgemeiner Weise gegen eine Heirat innerhalb der 

Familie respektive der Verwandtschaft ausgesprochen habe (vgl. act. A3, 

S. 14; A20, F67 [S. 10], F77 und F91). Die Beschwerdeführerin vermag 

weder nachvollziehbar noch plausibel zu erklären, wie es ihr gelungen sein 

soll, sich als damals (...)-Jährige gegen den Widerstand ihrer Eltern und 

den Willen der Familie von G._______ durchzusetzen. Einerseits ist es als 

widersprüchlich zu erachten, dass die (Nennung Verwandte) überhaupt ei-

nen Heiratsantrag gemacht haben will, obwohl deren Familie grundsätzlich 

dagegen gewesen sei, dass man in der Verwandtschaft untereinander hei-

rate (vgl. act. A20, F89 ff.). Andererseits erwecken ihre Angaben in der An-

hörung in keiner Weise den Eindruck, dass es ihr dadurch gelungen wäre, 

ihre Eltern von deren klar ablehnenden Haltung abzubringen. Auf wieder-

holte Nachfrage im Rahmen der Anhörung, wie sie ihre Eltern von einer 

Heirat habe überzeugen können, machte sie lediglich pauschale Angaben 

und wiederholte mehrmals, "weil ich es wollte" (vgl. act. A20, F92 ff.). Dar-

aus lässt sich keine authentische Auseinandersetzung zwischen ihr und 

ihren Eltern zu diesem Thema erkennen, welche jedoch angesichts der 

Tragweite ihres Entscheids zu erwarten gewesen wäre. 

6.1.2 Überdies ist es als widersinnig zu erachten, dass der Heiratsantrag 

durch die Familie von G._______ wenige Tage, nachdem die Beschwerde-

führerin das Spital im Nachgang zu dem von ihr geltend gemachten Selbst-

mordversuch habe verlassen können, gestellt worden sein soll. So ist da-

von auszugehen, dass die (Nennung Verwandte) und deren Familie spä-

testens dann darüber informiert worden wären, als die (Nennung Ver-

wandte) mit ihrer Mutter über das Thema Heirat gesprochen haben soll 

(vgl. act. A20, F90). Unter diesen Umständen ist nicht vorstellbar, dass die 

Familie von G._______ am Antrag – wie wenn nichts geschehen wäre – 

einfach festgehalten hätte. Der Einwand, gemäss welchem sie offiziell we-

gen einer (Nennung Grund) im Spital gewesen sei, weshalb der Suizidver-

such somit auch keinen Einfluss auf die Tatsache und den Zeitpunkt des 

Heiratsantrags gehabt habe, vermag schon deshalb nicht zu überzeugen, 

weil ihre Eltern vom tatsächlichen Grund ihres Spitalaufenthaltes (Nennung 

Grund) durchaus Kenntnis hatten (vgl. act. A20, F86). 

6.1.3 Sodann ist ebenso wenig glaubhaft, dass die Beschwerdeführerin 

wegen ihrer Angst, die Familie könnte von einer allfälligen Schwanger-

schaft erfahren, sich dazu entschlossen habe G._______ zu heiraten (vgl. 

act. A20, F66 S. 10, F80, F95). So will sie selber gar nicht gewusst haben, 

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Seite 15 

ob sie überhaupt schwanger sei und sich überdies – was in diesem Zusam-

menhang nicht nachvollziehbar erscheint – offenbar auch nicht sonderlich 

dafür interessiert haben, ob tatsächlich etwas geschehen sei (vgl. act. A20, 

F82), obwohl sie daraus erhebliche Konsequenzen für sich ableitet und 

schliesslich sogar versucht haben soll, sich das Leben zu nehmen. Die in 

der Beschwerdeschrift dargelegten pauschalen Einwände, wonach ihre de-

tailreichen Ausführungen in Anbetracht des kulturellen Kontextes im Iran 

sowie ihrer persönlichen Situation durchwegs nachvollziehbar, verständlich 

und glaubhaft erscheinen würden und die erneute Darlegung der Gründe, 

die die Beschwerdeführerin zu einem Eheschluss mit G._______ gedrängt 

hätten, vermögen die obige Einschätzung nicht umzustossen. 

6.1.4 Weiter erscheint es wenig plausibel, dass die Beschwerdeführerin – 

nachdem sie anlässlich des Übergriffs von G._______ aus ihrer Bewusst-

losigkeit erwacht sei – erst nach ihrer Rückkehr nach Hause realisiert ha-

ben will, was tatsächlich vorgefallen sei (vgl. act. A20, S. 9 F67). So be-

schränken sich ihre diesbezüglichen Ausführungen auf die Darstellung des 

äusseren Handlungsablaufs. So will sie zunächst lediglich gemerkt haben, 

dass die Knöpfe ihres Mantels offen gewesen seien, sie ihre Hose noch mit 

verschlossenem Reisverschluss angehabt und das Kopftuch auf der Seite 

gelegen habe. Dann habe sie G._______ aufgefordert, die verschlossene 

Türe zu öffnen und sie sei weinend nach Hause gegangen, wobei sie das 

Gefühl gehabt habe, von G._______ verfolgt zu werden. Erst zuhause in 

ihrem Zimmer habe sie aufgrund ihrer blutigen Unterwäsche festgestellt, 

was geschehen sei. Wäre sie jedoch tatsächlich vergewaltigt worden, hätte 

sie bereits nach Wiedererlangen ihres Bewusstseins eine körperliche Ver-

änderung spüren müssen. Die Beschwerdeführerin äusserte sich aber zu 

solchen Empfindungen mit keinem Wort. Auch wenn dem Kriterium der 

Plausibilität in der Regel nur untergeordnetes Gewicht beigemessen wer-

den kann (vgl. Urteile des BVGer D-2124/2014, D-4194/2015 vom 15. Ja-

nuar 2016 E. 7.3 und D-4833/2018 vom 12. September 2018 E. 4.1), ist es 

dennoch als Indiz gegen die Glaubhaftigkeit in die Würdigung miteinzube-

ziehen. 

6.1.5 Sodann sind an der Glaubhaftigkeit des von der Beschwerdeführerin 

geltend gemachten Suizidversuchs mit (...) aufgrund widersprüchlicher 

Schilderungen ebenfalls ernsthafte Zweifel anzubringen. So brachte sie im 

Rahmen der BzP auf Nachfrage nach Dokumenten, welche den Spitalau-

fenthalt infolge der (Nennung Behandlung) belegen würden, vor, der Spi-

talaufenthalt sei zu kurz gewesen, damit ein Dossier eröffnet worden wäre. 

So sei eine (Nennung Behandlung) kein grosser Eingriff, sondern fast wie 

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Seite 16 

eine Arztvisite. Erst nach einem Spitalaufenthalt von drei bis vier Tagen sei 

dies der Fall (vgl. act. A3, S. 13 unten). Anlässlich der Anhörung führte sie 

demgegenüber jedoch an, sie sei etwa drei bis vier Tage im Spital geblie-

ben (vgl. act. A20, F88). Unter diesen Umständen hätte es ihr – nachdem 

die Dauer des Spitalaufenthalts für die Eröffnung eines entsprechenden 

Dossiers demnach ausreichend gewesen wäre – aber möglich sein müs-

sen, entsprechende Unterlagen des Spitals beizubringen. 

6.1.6 Nachdem aufgrund der vorstehenden Erwägungen nicht glaubhaft 

ist, dass die Ehe der Beschwerdeführerin unter den von ihr geschilderten 

Umständen und wegen der angeführten Gründe geschlossen wurde, sind 

auch an den Schilderungen, wie sich das gemeinsame Eheleben abge-

spielt haben soll, überwiegende Zweifel anzubringen. Zwar erscheint es 

nicht abwegig, dass sich die Beschwerdeführerin trotz eines Verbots zu 

lernen, so insbesondere für die Aufnahmeprüfung an die Universität, in Ab-

wesenheit ihres Mannes oder während dieser schlief darüber hinweg-

setzte, weshalb daraus noch keine Ungereimtheit abgeleitet werden kann 

(vgl. act. A20, F67 f. und F97-103). Jedoch werden die oben erwähnten 

Zweifel durch die beliebigen, wenig konkreten und kaum Realkennzeichen 

(so insbesondere Detailreichtum der Schilderung, freies assoziatives Er-

zählen, Interaktionsschilderung sowie inhaltliche Besonderheiten) enthal-

tenen Ausführungen zum Ehealltag verstärkt (vgl. act. A20, F68-71 und 

F114-F117). Zudem ist es in der Tat als wenig glaubhaft zu werten, dass 

der Ehemann die Beschwerdeführerin genau in dem Moment beobachtet 

haben will, als diese bei der Vorbereitung der Wäsche die Taschen der 

Kleidungsstücke geleert und dabei dessen (Nennung Ausweis) zum Vor-

schein gekommen sei. Selbst wenn er – wie in der Rechtsmitteleingabe 

geltend gemacht – im fraglichen Moment direkten Sichtkontakt zum Zim-

mer gehabt hätte, in welchem die Wäsche vorbereitet worden sei, ist es 

kaum wahrscheinlich, dass er sie bei ihrer Hausarbeit überhaupt beobach-

tet oder wahrgenommen hätte. So führte die Beschwerdeführerin wieder-

holt an, dass sie von ihrem Mann lediglich als "Kolfat" (Diener) behandelt 

worden sei und sie dieser nur bei sexuellen Bedürfnissen gesehen habe, 

ansonsten nicht (vgl. act. A20, F68, F115 und F117). Ausserdem ist nicht 

glaubhaft, dass G._______ seinen Geheimdienstausweis überhaupt oder 

zumindest derart lose in der Hosentasche mitgeführt hätte, wäre er so da-

rauf bedacht gewesen, dass niemand von seiner tatsächlichen Stellung 

und Tätigkeit erfahren dürfe, zumal er der Beschwerdeführerin sogar mit 

dem Tod gedroht habe, falls sie jemanden davon unterrichte (vgl. act. A3, 

S. 15 f.; A20, F60 und F67). 

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Seite 17 

6.1.7 Ferner sind die Aussagen zur Reaktion ihrer Mutter, nachdem die Be-

schwerdeführerin ihr das von Übergriffen und Erniedrigungen gekenn-

zeichnete Eheleben geschildert und ihr insbesondere auch die verschiede-

nen Blessuren an ihrem Körper gezeigt habe – wie die Vorinstanz zu Recht 

erkannte – als vage und wirklichkeitsfremd zu qualifizieren (vgl. act. A20, 

F67 S. 10, F133 f.). Selbst wenn ihre Mutter – wie in der Beschwerdeschrift 

angeführt wird – der Ansicht gewesen wäre, dass eine verheiratete Frau 

gewisse Probleme auszuhalten habe, kann deren Reaktion angesichts der 

Schwere der von der Beschwerdeführerin geschilderten Repression durch 

den Ehemann auch in Berücksichtigung der in der Rechtsmitteleingabe an-

geführten streng traditionellen Ansichten der Familie nicht als nachvollzieh-

bar erachtet werden. Auch der Umstand, dass sie und ihr (Nennung Ver-

wandter) auf der ganzen Reise vom Iran in die Schweiz nicht miteinander 

kommuniziert und auch voneinander die jeweiligen Ausreisegründe nicht 

gekannt hätten (vgl. Asylentscheid, S. 5 oben), ist als realitätsfern und da-

her als unglaubhaft zu bezeichnen.  

6.2 Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist demnach festzuhalten, dass 

das SEM insgesamt zu Recht das Vorliegen von Vorfluchtgründen verneint 

hat, da die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt ihrer Ausreise die Flüchtlings-

eigenschaft nicht erfüllte. Weder die Ausführungen auf Beschwerdeebene 

noch die eingereichten Beweismittel vermögen an dieser Einschätzung et-

was zu ändern. Angesichts der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich 

auf weitere Ungereimtheiten im Sachverhaltsvortrag und die entsprechen-

den Entgegnungen in der Rechtsmitteleingabe weiter einzugehen. 

6.3 Asylsuchende sind auch dann als Flüchtlinge anzuerkennen, wenn sie 

erst aufgrund von Ereignissen nach ihrer Ausreise im Falle einer Rückkehr 

in ihren Heimat- oder Herkunftsstaat in flüchtlingsrechtlich relevanter 

Weise verfolgt würden. Zu unterscheiden ist dabei zwischen objektiven und 

subjektiven Nachfluchtgründen. Objektive Nachfluchtgründe liegen vor, 

wenn äussere Umstände, auf welche die asylsuchende Person keinen Ein-

fluss nehmen konnte, zur drohenden Verfolgung führen; der von einer Ver-

folgung bedrohten Person ist in solchen Fällen die Flüchtlingseigenschaft 

zuzuerkennen und Asyl zu gewähren. Subjektive Nachfluchtgründe liegen 

vor, wenn eine asylsuchende Person erst durch die unerlaubte Ausreise 

aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach 

der Ausreise eine Verfolgung zu befürchten hat; in diesen Fällen wird kein 

Asyl gewährt (Art. 54 AsylG; vgl. BVGE 2010/44 E. 3.5 m.w.H.). 

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Seite 18 

6.4 Vorliegend ist mit Blick auf das allfällige Vorliegen von objektiven Nach-

fluchtgründen Folgendes zu berücksichtigen: Mit Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts (...) wurde der (Nennung Verwandter) der Beschwerdeführe-

rin und (...) als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen. Das Gericht bejahte 

bezüglich ihres (Nennung Verwandter) infolge dessen Konversion zu den 

I._______ subjektive Nachfluchtgründe und stellte fest, dass dieser bei ei-

ner Rückkehr in den Iran flüchtlingsrechtlich relevante, ernsthafte Nachteile 

im Sinne von Art. 3 AsylG zu gewärtigen hätte. Angesichts dieser Sachlage 

lässt sich nach Einschätzung des Gerichts die Frage der Gefährdung der 

Beschwerdeführerin aufgrund der Situation des (Nennung Verwandter) ge-

genwärtig nicht abschliessend beurteilen. Es stellt sich die Frage, ob diese 

Konstellation – gemäss welcher der (Nennung Verwandter) der Beschwer-

deführerin gemäss Einschätzung des Gerichts aus Sicht der iranischen Be-

hörden als Anhänger der I._______, mithin als (...) wahrgenommen werden 

dürfte, da er sich vom islamischen Glauben abgekehrt zu haben scheint, 

und mit hoher Wahrscheinlichkeit als solcher identifiziert wurde oder be-

fürchten muss, als solcher identifiziert zu werden – eine Gefährdung für die 

Beschwerdeführerin als eine seiner nächsten Verwandten, welche kurz 

nach diesem ebenfalls aus dem Iran flüchtete, zu bewirken vermag (vgl. 

dazu auch Urteil des BVGer D-2872/2019 vom 13. August 2019 E. 5.2). 

Zudem erscheint eine koordinierte Behandlung des vorliegenden Verfah-

rens mit demjenigen der (Nennung Verwandte) ([...]; N_______) als ange-

zeigt, zumal sich in deren Verfahren die gleiche Problematik stellt. Da sich 

die Vorinstanz in diesem Zusammenhang zur Frage des allfälligen Vorlie-

gens von objektiven Nachfluchtgründen (Reflexverfolgung) bislang nicht 

äussern konnte und der Beschwerdeführerin – würde das Bundesverwal-

tungsgericht hier selber entscheiden – in dieser Frage eine Instanz verlo-

ren ginge, ist die vorliegende Sache zur Neubeurteilung und zwecks koor-

dinierter Behandlung mit dem Asylverfahren der (Nennung Verwandte) der 

Beschwerdeführerin ([...]; N_______) an das SEM zurückzuweisen. 

7.  

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde insoweit gutzuheissen, als die 

Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Rückweisung der Sa-

che zur Neubeurteilung beantragt wird (Rechtsbegehren 3 der Beschwer-

deschrift). Die Verfügung vom 30. August 2019 ist aufzuheben und die Sa-

che zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen. 

D-5131/2019 

Seite 19 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 

Abs. 1 und 2 VwVG). 

9.  

Der vertretenen Beschwerdeführerin ist angesichts ihres Obsiegens in An-

wendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihr 

im Zusammenhang mit dem Beschwerdeverfahren notwendigerweise er-

wachsenen Parteikosten zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin reichte mit 

ihrer Beschwerdeschrift eine Kostennote ein. Demnach beliefen sich ihre 

Bemühungen auf 8.50 Stunden. Zusätzlich werden Auslagen in der Höhe 

von Fr. 50.– aufgeführt. Der ausgewiesene Aufwand erscheint vorliegend 

als angemessen und der im Falle eines Obsiegens vermerkte Stundenan-

satz von Fr. 200.– ist für die Bemessung der Parteientschädigung regle-

mentskonform (vgl. Art. 10 Abs. 2 VGKE). In der Kostennote nicht enthalten 

ist der für die Beweismitteleingabe vom 7. Januar 2021 getätigte Aufwand, 

welcher von Amtes wegen auf eine halbe Stunde zu veranschlagen ist. Der 

gesamte Aufwand beläuft sich demnach auf neun Stunden, die Auslagen 

erhöhen sich auf gerundet Fr. 56.–. Die vom SEM auszurichtende Partei-

entschädigung ist demnach auf insgesamt Fr. 1856.– (Honorar: Fr. 1800.–

und Auslagen: Fr. 56.–) festzusetzen. Damit wird die Ausrichtung eines 

amtlichen Honorars an die Rechtsvertreterin gegenstandslos.  

(Dispositiv nächste Seite)  

D-5131/2019 

Seite 20 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit die Aufhebung der vorinstanz-

lichen Verfügung und die Rückweisung der Sache beantragt wird.  

2.  

Die Verfügung des SEM vom 30. August 2019 wird aufgehoben und die 

Sache im Sinne der Erwägungen zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zu-

rückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, der Beschwerdeführerin für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 1856.– auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Jeannine Scherrer-Bänziger Stefan Weber 

 

 

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