# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** abd809f2-daac-5680-9c3a-02644a8c6b8c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-11-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.11.2023 A-3145/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-3145-2021_2023-11-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Entscheid bestätigt durch BGer mit  

Urteil vom 25.11.2024 (9C_3/2024) 

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-3145/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  N o v e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Iris Widmer (Vorsitz), 

Richter Keita Mutombo, Richter Pierre-Emmanuel Ruedin, 

Gerichtsschreiberin Anna Strässle. 
 

 
 

Parteien 
 A._______ AG, 

(…), 

vertreten durch 

Dr. Guido E. Urbach, Rechtsanwalt, und 

MLaw Daniel Rosenfeld, Rechtsanwalt, 

Kohli Urbach Rechtsanwälte AG, 

(…), 

Beschwerdeführerin, 

  
 

 
gegen 

 
 

Zoll Nord, 

Elisabethenstrasse 31, Postfach 149, 4010 Basel, 

handelnd durch das 

Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG), 

Direktionsbereich Grundlagen, Sektion Recht, 

Taubenstrasse 16, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

  
 

 
 

Gegenstand 
 Zoll; Einfuhrveranlagung Fruchtsaft. 

 

 

A-3145/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die A._______ AG (nachfolgend: Importeurin oder Abgabepflichtige) ist 

eine Aktiengesellschaft mit Sitz in (…). Gemäss Handelsregistereintrag be-

zweckt sie unter anderem die Produktion von und den Handel mit Geträn-

ken und Konzentraten aller Art. 

B.  

B.a Am 23. September 2020 meldete die Speditionsfirma B._______ AG 

(nachfolgend: Zollanmelderin) bei der Zollstelle (…) (nachfolgend: Zoll-

stelle) im EDV-Verfahren «e-dec» eine für die Importeurin bestimmte Sen-

dung aus Deutschland zur Überführung in den zollrechtlich freien Verkehr 

an. Unter anderem gab die Zollanmelderin für das Produkt «(Marke) Cran-

berry Classic», «Wasser oder Mineralwasser, gesüsst oder aromatisiert, 

ohne Alkohol, nicht in Glas od. Alu» eine Eigenmasse von 21'509.4 kg, eine 

Rohmasse von 22'511.3 kg und eine Zusatzmenge von 20'700 kg an. Sie 

verwendete dabei die Tarifnummer 2202.1000, Schlüssel 819 sowie den 

unter dieser Tarifnummer vorgesehenen Normal-Zollansatz von Fr. 2.00 je 

100 kg brutto. 

B.b Das EDV-System «e-dec» qualifizierte die Anmeldung als «gesperrt». 

Die Waren wurden am selben Tag einer materiellen Kontrolle (Beschau) 

unterzogen. Im Befund wurde Folgendes festgehalten: 

«'Cranberry Classic' der Marke '(…)', Cranberry-Fruchtsaftgetränk (Moos-

beeren). Zusammensetzung (gemäss Etikett): Wasser, Cranberrysaft aus 

Cranberrysaftkonzentrat: 27 %, Zucker, Vitamin C, Gemüse- und Frucht-

saftkonzentrat (Karotten, Cranberry), natürliches Aroma. Rote, klare Flüs-

sigkeit in durchsichtiger 1 l PET-Flasche, EVA bestehend aus 6 PET-FIa-

schen. Gewogenes Gewicht pro EVA: 6.56 kg. 3450 EVA x 6.56 kg = 

22'632 kg. 3450 EVA verteilt auf 30 EPAL.» 

Im Rahmen dieser Beschau entnahm die Zollstelle der Einfuhrsendung ein 

Warenmuster und unterbreitete dieses für eine Laboruntersuchung dem 

Eidgenössische Institut für Metrologie (METAS). Für die Dauer der Abklä-

rungen erstellte die Zollstelle eine neue Einfuhrzollanmeldung, die sie mit 

der Versionsnummer 2 bezeichnete. Die Zollstelle veranlagte die Einfuhr 

provisorisch und setzte dabei die Einfuhrabgaben nach Massgabe der Ta-

rifnummer 2202.9932, Schlüssel 819, Normal-Zollansatz von Fr. 59.50 je 

100 kg brutto fest. 

A-3145/2021 

Seite 3 

B.c Am 9. Oktober 2020 schlug das METAS, nachdem der Laborbefund 

vorlag, die Tarifnummer 2202.9932 für das Produkt «(Marke) Cranberry 

Classic» vor. 

B.d Die Zollstelle teilte der Zollanmelderin mit Schreiben vom 19. Oktober 

2020 mit, dass das Produkt «(Marke) Cranberry Classic» in die Tarifnum-

mer 2202.9932 eingereiht werde. Gleichzeitig nahm die Zollstelle die Um-

wandlung der provisorischen in eine definitive Einfuhrzollanmeldung vor 

(Versionsnummer 3). Wie bereits für die provisorische Veranlagung ver-

wendete sie die Tarifnummer 2202.9932, Schlüssel 819, Normal-Zollan-

satz von Fr. 59.50 je 100 kg brutto für das entsprechende Produkt. Das 

EDV-System stellte mit Datum vom 19. Oktober 2020 die entsprechende 

Veranlagungsverfügung über einen Zollbetrag von Fr. 13'394.20 aus. 

C.  

C.a Mit Schreiben vom 4. Januar 2021 reichte die mittlerweile vertretene 

Importeurin bzw. Abgabepflichtige beim Zoll Nord (ehemals Zollkreisdirek-

tion I in Basel) eine Beschwerde gegen diese Veranlagung ein. Sie zeigte 

sich mit der Einreihung in die Tarifnummer 2202.9932 nicht einverstanden 

und verlangte eine Einreihung in die Tarifnummer 2202.1000. Die Abgabe-

pflichtige monierte insbesondere, gemäss Art. 95 Abs. 2 der Lebensmittel- 

und Gebrauchsgegenständeverordnung vom 16. Dezember 2016 (LGV, 

SR 817.02) gelte eine Übergangsfrist von vier Jahren für die Zusammen-

setzung, Kennzeichnung und Werbung von Lebensmitteln und Gebrauchs-

gegenstände, welche die Zollstelle nicht beachtet habe. Sodann sei aus 

dem Laborbefund des METAS nicht ersichtlich, nach welcher Methode die 

Prozentanteile an Moosbeeren-Saft (engl. Cranberry-Saft) ermittelt worden 

seien. 

C.b Am 20. Januar 2021 teilte der Zoll Nord der Abgabepflichtigen schrift-

lich mit, ihre Abklärungen hätten ergeben, dass das Produkt «(Marke) 

Cranberry Classic» in die Tarifnummer 2202.9932 einzureihen sei. Im Üb-

rigen seien die vorgelegten Beweismittel ungenügend und die anbegehrte 

Tarifeinreihung nicht belegt. Die LGV habe keinen direkten Einfluss auf die 

zolltarifarische Einreihung; die tatsächliche Zusammensetzung sei mass-

gebend.  

C.c Mit drei Schreiben, je datierend vom 4. Februar 2021, reichte die Ab-

gabepflichtige fristgerecht Beschwerde ein betreffend drei weitere, mittler-

weile durch dieselbe Zollstelle am 20. November 2020 ausgestellte Veran-

lagungsverfügungen. Diese betrafen ebenfalls das Produkt «(Marke) 

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Seite 4 

Cranberry Classic» sowie das Produkt «(Marke) Cranberry Classic lite» 

bzw. «(Marke) Cranberry Classic light», welche allesamt unter der Tarif-

nummer 2202.9932 angemeldet und veranlagt wurden. Die insgesamt vier 

Beschwerden wurden mit Einverständnis der Abgabepflichtigen vom 

17. Februar 2020 [recte: 2021] aus prozessökonomischen Gründen – drei 

von vier betrafen unter anderem die zolltarifarische Einreihung des Produk-

tes «(Marke) Cranberry Classic» – zusammengeführt. 

C.d Mit Beschwerdeentscheid vom 4. Juni 2021 wies der Zoll Nord die Be-

schwerde der Abgabepflichtigen gegen die vier Veranlagungsverfügungen 

vom 19. Oktober 2020 und vom 20. November 2020 ab. Der Zoll Nord 

führte unter anderem aus, das Produkt «(Marke) Cranberry Classic» ent-

halte gemäss den Feststellungen anlässlich der Beschau sowie der La-

boruntersuchung einen Gehalt von mehr als 25 % Cranberry-Saft und ge-

höre somit zu den Tarifnummern 2202.9911 bis 2202.9989. Es handle sich 

um einen mit Wasser verdünnten Fruchtsaft der Tarifnummer 2202.9932 

und gerade nicht um ein aromatisiertes Tafelgetränk der Tarifnummer 

2202.1000. Eine Ermittlung des Saftgehalts aufgrund des Brix-Wertes sei 

nicht notwendig. 

D.  

Mit Eingabe vom 7. Juli 2021 erhob die Abgabepflichtige (nachfolgend: Be-

schwerdeführerin) gegen den Beschwerdeentscheid des Zoll Nord (nach-

folgend: Vorinstanz) vom 4. Juni 2021 Beschwerde beim Bundesverwal-

tungsgericht. Die Beschwerdeführerin beantragt, der angefochtene Be-

schwerdeentscheid sei vollumfänglich aufzuheben (Ziff. 1), eine Verzollung 

gemäss der Tarifnummer 2202.1000 (anstatt der Tarifnummer 2202.9932) 

sei vorzunehmen (Ziff. 2) und die Sache sei zur Vornahme der Tarifierung 

gemäss Ziffer 2 an die Vorinstanz zurückzuweisen (Ziff. 3). In prozessualer 

Hinsicht wird das Bundesverwaltungsgericht darum ersucht, die Akten des 

Vorverfahrens von der Vorinstanz beizuziehen; dies alles unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST). Das Produkt «(Marke) Cranberry 

Classic» beinhalte einen Anteil von weniger als 25 % Cranberry-Saft und 

falle demnach in die Tarifnummer 2202.1000. Die Vorinstanz könne nicht 

beweisen, welchen Prozentsatz Cranberry-Saft das Erzeugnis enthalte. 

Selbst wenn ein höherer Prozentsatz enthalten wäre, was bestritten werde, 

wäre aufgrund der Verletzung von Bundesrecht durch die Nichtberücksich-

tigung von Art. 95 LGV die bisherige Tarifnummer 2202.1000 anwendbar. 

Weiter habe die Vorinstanz gegen das Gebot der Rechtsgleichheit gemäss 

Art. 8 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 

18. April 1999 (BV, SR 101), gegen das Willkürverbot nach Art. 9 BV und 

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Seite 5 

gegen das Legalitätsprinzip gemäss Art. 5 BV verstossen. Sodann sei der 

Laborbefund des METAS mangelhaft und die anlässlich der Beschau auf-

genommenen Fotografien hätten keinen Beweiswert. 

E.  

Mit Vernehmlassung vom 6. September 2021 beantragt die Vorinstanz 

(Zoll Nord, handelnd durch die Eidgenössische Zollverwaltung [EZV; seit 

dem 1. Januar 2022 umbenannt in Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit 

{BAZG, AS 2020 2743}], Dienstbereich Grundlagen, Sektion Recht) die Be-

schwerde sei unter Kostenfolge abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. 

Sie hält insbesondere dagegen, weder Art. 7 des Zollgesetzes vom 

18. März 2005 (ZG, SR 631.0) noch das Zolltarifgesetz vom 9. Oktober 

1986 (ZTG, SR 632.10) seien verletzt worden. Art. 95 LGV komme als 

Grundlage für eine Einreihung nicht in Betracht. Aufgrund ihrer Beschaf-

fenheit sei die strittige Ware in die Tarifnummer 2202.9932 einzureihen. Sie 

(die Vorinstanz) habe weder das Gleichbehandlungsgebot noch das Lega-

litätsprinzip verletzt. Durch die chemische Analyse und den Prüfbericht 

Nr. X des METAS – welcher im Rahmen der Vernehmlassung nun einge-

reicht werde – sei von ihr der Nachweis erbracht worden, dass die strittige 

Ware in die Tarifnummer 2202.9932 einzureihen sei. Ebenso sei in der Stel-

lungnahme des METAS begründet worden, wie der Anteil an Cranberry-

Saft ermittelt worden sei. Der Laborbefund des METAS sei nicht mangel-

haft. Anhand des Prüfberichts und den Erläuterungen des METAS werde 

der Nachweis erbracht, dass der Anteil an Cranberry-Saft 27 % betrage 

und für dessen Bestimmung die Brix-Werte nicht relevant seien. Es gebe 

keine Hinweise darauf, an der Tauglichkeit der anlässlich der Beschau auf-

genommenen Fotos zu zweifeln. 

F.  

Die Beschwerdeführerin antwortet mit Replik vom 18. November 2021, die 

Vorinstanz mit Duplik vom 23. Dezember 2021. Beide halten an ihren je-

weiligen Anträgen fest bzw. stellt die Vorinstanz nunmehr den Antrag, die 

Beschwerde sei unter Kostenfolge abzuweisen. Die Vorinstanz reicht im 

Rahmen ihrer Duplik sodann ein Schreiben des METAS (inkl. vier Beilagen) 

vom 8. Dezember 2021 ein. Am 28. März 2022 reicht die Beschwerdefüh-

rerin eine (freigestellte) Stellungnahme ein, woraufhin die Vorinstanz mit 

Schreiben vom 5. April 2022 antwortet. 

Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten sowie die Akten wird − soweit 

dies für den Entscheid wesentlich ist − im Rahmen der folgenden Erwä-

gungen eingegangen. 

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen Verfü-

gungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über 

das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme 

nach Art. 32 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesver-

waltungsgericht (VGG, SR 173.32) gegeben ist (Art. 31 VGG). Eine solche 

Ausnahme liegt vorliegend nicht vor. Der angefochtene Beschwerdeent-

scheid des Zoll Nord ist eine Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG. Als dem 

Eidgenössischen Finanzdepartement EFD zugeordnete Dienststelle ist der 

Zoll Nord, der eine Zollkreisdirektion im Sinne von Art. 91 Abs. 1 ZG ist (vgl. 

Art. 221e der Zollverordnung vom 1. November 2007 [ZV, SR 631.01] 

i.V.m. Art. 29 Abs. 1 Bst. a der Zollverordnung des EFD vom 4. April 2007 

[ZV-EFD, SR 631.011]) zudem eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsge-

richts (vgl. Art. 33 Bst. d VGG). Das Bundesverwaltungsgericht ist dem-

nach für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig (vgl. 

Art. 116 ZG; zum Ganzen: Urteil des BVGer A-2663/2021 vom 7. Juni 2023 

E. 1.1 und E. 1.6). 

1.2 Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-

men, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat 

ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Damit ist sie zur Be-

schwerdeerhebung legitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die im Übri-

gen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (vgl. Art. 50 Abs. 1 

VwVG, Art. 52 VwVG) ist einzutreten. 

1.3 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich – soweit 

das VGG nichts anderes bestimmt – nach den Vorschriften des VwVG 

(Art. 37 VGG). Der Ausschluss gemäss Art. 3 Bst. e VwVG betrifft nur das 

Zollverfahren bis und mit Erlass der Veranlagungsverfügung und ist somit 

vorliegend nicht einschlägig (vgl. BGE 142 II 433 E. 3.2.6). Ungeachtet der 

Bestimmung von Art. 2 Abs. 1 VwVG, welcher die Art. 12 - 19 sowie die 

Art. 30 - 33 VwVG für Steuerverfahren ausschliesst, wendet das Bundes-

verwaltungsgericht in ständiger Rechtsprechung auch in Steuerverfahren 

den Untersuchungsgrundsatz in dem Sinn an, als die in den von der An-

wendbarkeit ausgenommenen Artikeln näher ausgeführten Anhörungs- 

und Mitwirkungsrechte gewährt werden (statt vieler: BVGE 2009/60 E. 2; 

Urteile des BVGer A-2663/2021 vom 7. Juni 2023 E. 1.3, A-2479/2019 vom 

14. Juli 2021 E. 2.2.1, A-5446/2016 vom 23. Mai 2018 E. 2.2). 

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Seite 7 

1.4 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Ent-

scheid grundsätzlich in vollem Umfang. Die Beschwerdeführerin kann mit 

der Beschwerde neben der Verletzung von Bundesrecht auch die unrich-

tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts 

sowie die Unangemessenheit rügen (vgl. Art. 49 VwVG). 

1.5  

1.5.1 Die für die Entscheidfindung (Rechtsanwendung) vorzunehmende 

Tatsachenfeststellung setzt voraus, dass die Sachlage korrekt und voll-

ständig ermittelt wurde. Das Verwaltungsverfahren und die Verwaltungs-

rechtspflege werden deshalb grundsätzlich (vgl. E. 1.3) von der Untersu-

chungsmaxime beherrscht. Demnach muss die entscheidende Behörde 

den Sachverhalt von sich aus abklären. Sie trägt die Beweisführungslast 

(sog. subjektive oder formelle Beweislast). Der Untersuchungsgrundsatz 

erfährt durch die Mitwirkungspflicht der Verfahrensparteien allerdings eine 

Einschränkung (ANDRÉ MOSER ET AL., Prozessieren vor dem Bundesver-

waltungsgericht, 3. Aufl. 2022, Rz. 1.49 ff.; zum Ganzen: Urteil des BGer 

2C_177/2018 vom 22. August 2019 E. 3.2 f.; Urteile des BVGer 

A-6217/2020 vom 21. Dezember 2022 E. 1.8.1, A-4408/2021 vom 6. Juli 

2022 E. 1.4.2). 

1.5.2 Im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht gilt der Grundsatz 

der freien Beweiswürdigung (BGE 130 II 482 E. 3.2). Die Beweiswürdigung 

endet mit dem richterlichen Entscheid darüber, ob eine rechtserhebliche 

Tatsache als erwiesen zu gelten hat oder nicht. Der Beweis ist geleistet, 

wenn das Gericht gestützt auf die freie Beweiswürdigung zur Überzeugung 

gelangt ist, dass sich der rechtserhebliche Sachumstand verwirklicht hat 

(MOSER ET AL., a.a.O., Rz. 3.141). Es ist dabei nicht an bestimmte förmliche 

Beweisregeln gebunden, die genau vorschreiben, wie ein gültiger Beweis 

zu Stande kommt und welchen Beweiswert die einzelnen Beweismittel im 

Verhältnis zueinander haben (vgl. BGE 130 II 482 E. 3.2; Urteile des BVGer 

A-584/2020 vom 24. August 2021 E. 1.5.2 [bestätigt durch Urteil des BGer 

2C_798/2021 vom 11. Mai 2022], A-2106/2018 vom 31. Dezember 2018 

E. 1.4.2.2; MOSER ET AL., a.a.O., Rz. 3.140). 

1.5.3 Beim Entscheid darüber, ob eine rechtserhebliche Tatsache als er-

wiesen zu gelten hat oder nicht, ist die Frage des Beweismasses (bzw. 

Beweisgrades) zu berücksichtigen. Als Regelbeweismass gilt der volle 

(strikte) Beweis. Ein Beweis gilt als erbracht, wenn das Gericht nach ob-

jektiven Gesichtspunkten von der Richtigkeit einer Sachbehauptung über-

zeugt ist. Absolute Gewissheit kann dabei nicht verlangt werden. Es 

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genügt, wenn das Gericht am Vorliegen der behaupteten Tatsache keine 

ernsthaften Zweifel mehr hat oder allenfalls verbleibende Zweifel als leicht 

erscheinen (BGE 144 II 332 E. 4.1.2, 130 III 321 E. 3.2; Urteil des BVGer 

A-5145/2021 vom 29. August 2022 E. 1.7 mit weiterem Hinweis). Verlangt 

wird ein so hoher Grad der Wahrscheinlichkeit, dass vernünftigerweise mit 

der Möglichkeit des Gegenteils nicht mehr zu rechnen ist. Nicht ausrei-

chend ist dagegen, wenn bloss eine überwiegende Wahrscheinlichkeit be-

steht, dass sich die behauptete Tatsache verwirklicht hat (BGE 128 III 271 

E. 2b/aa; Urteile des BVGer A-6217/2020 vom 21. Dezember 2022 

E. 1.8.3, A-5145/2021 vom 29. August 2022 E. 1.7, A-4569/2020 vom 

4. Juli 2022 E. 1.3.3; MOSER ET AL., a.a.O., Rz. 3.141). 

1.5.4 Bleibt eine entscheidrelevante Tatsache unbewiesen, gilt im Bereich 

des öffentlichen Rechts grundsätzlich die Beweislastregel von Art. 8 des 

Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 (ZGB, 

SR 210) als allgemeiner Rechtsgrundsatz (vgl. BGE 142 II 433 E. 3.2.6, 

138 II 465 E. 6.8.2; Urteile des BVGer A-6217/2020 vom 21. Dezember 

2022 E. 1.8.4, A-4408/2021 vom 6. Juli 2022 E. 1.4.5). Demnach hat jene 

Partei die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen, die aus der unbewiesen 

gebliebenen Tatsache Rechte ableitet (BGE 144 II 332 E. 4.1.3, 133 V 205 

E. 5.5; MOSER ET AL., a.a.O., Rz. 3.150). Abgesehen von Besonderheiten, 

welche die Natur des Selbstdeklarationsprinzips mit sich bringt, gilt im Zoll-

recht – wie allgemein im Abgaberecht – der Grundsatz, wonach die Be-

hörde die Beweislast für Tatsachen trägt, welche die Abgabepflicht begrün-

den oder die Abgabeforderung erhöhen; demgegenüber ist die abgabe-

pflichtige Person für die abgabeaufhebenden und -mindernden Tatsachen 

beweisbelastet (vgl. BGE 140 II 248 E. 3.5; Urteile des BVGer A-6217/2020 

vom 21. Dezember 2022 E. 1.8.4, A-3787/2018 vom 30. April 2019 

E. 1.5.3; MOSER ET AL., a.a.O., Rz. 3.151). 

1.5.5 Nach dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen ist 

das Bundesverwaltungsgericht verpflichtet, auf den unter Mitwirkung der 

Verfahrensbeteiligten festgestellten Sachverhalt die richtigen Rechtsnor-

men und damit jenen Rechtssatz anzuwenden, den es als den zutreffenden 

erachtet, und ihm jene Auslegung zu geben, von der es überzeugt ist (MO-

SER ET AL., a.a.O., Rz. 1.54 unter Verweis auf BGE 119 V 347 E. 1a). Aus 

dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen folgt sodann, 

dass das Bundesverwaltungsgericht als Beschwerdeinstanz nicht an die 

rechtliche Begründung der Begehren gebunden ist (vgl. Art. 62 Abs. 4 

VwVG). Es kann eine Beschwerde aus anderen als den geltend gemach-

ten Gründen (ganz oder teilweise) gutheissen oder den angefochtenen 

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Seite 9 

Entscheid im Ergebnis mit einer von der Vorinstanz abweichenden Begrün-

dung bestätigen (sog. Motivsubstitution; vgl. anstelle vieler: Urteile des 

BVGer A-584/2020 vom 24. August 2021 E. 1.5.4, A-825/2016 vom 10. No-

vember 2016 E. 2.2). 

2.  

2.1 Jede Wareneinfuhr über die schweizerische Zollgrenze unterliegt 

grundsätzlich der Zollpflicht (vgl. Art. 7 ZG). Die Waren müssen nach dem 

ZG sowie nach dem ZTG veranlagt werden. 

2.1.1 Grundlage der Zollveranlagung bildet die Zollanmeldung (Art. 18 

Abs. 1 ZG). Diese basiert auf dem Selbstdeklarationsprinzip, wonach von 

der anmeldepflichtigen Person eine vollständige und richtige Deklaration 

der Ware verlangt wird (vgl. dazu Art. 21 ff. ZG). Hinsichtlich der diesbe-

züglichen Sorgfaltspflicht werden an die anmeldepflichtige Person hohe 

Anforderungen gestellt (Botschaft des Bundesrates vom 15. Dezember 

2003 über ein neues Zollgesetz, BBl 2004 567, 601; vgl. BGE 149 II 129 

E. 3.4.1, 112 IV 53 E. 1a; statt vieler: Urteile des BVGer A-6217/2020 vom 

21. Dezember 2022 E. 2.1, A-5201/2021 vom 20. September 2022 

E. 8.1.1, A-4408/2021 vom 6. Juli 2022 E. 2.2; BARBARA SCHMID, in: Ko-

cher/Clavadetscher [Hrsg.], Handkommentar zum Zollgesetz, 2009 [nach-

folgend: Zollkommentar], Art. 18 N. 3 f. mit weiteren Hinweisen). Durch die 

Annahme der Zollanmeldung wird diese für die anmeldepflichtige Person 

verbindlich (Art. 33 Abs. 1 ZG; zur hier nicht interessierenden Einschrän-

kung der grundsätzlichen Unabänderlichkeit der angenommenen Zollan-

meldung vgl. Art. 34 ZG). 

2.1.2 Während des Veranlagungsverfahrens kann die Zollstelle die einmal 

angenommene Zollanmeldung jederzeit überprüfen (Art. 35 ZG). Auch die 

Ware selbst kann einer Überprüfung unterzogen werden, um festzustellen, 

ob die Anmeldepflichten tatsächlich erfüllt worden sind. Dazu steht dem 

BAZG die Möglichkeit der Beschau offen (Art. 36 ZG). Das Ergebnis der 

Beschau wird schriftlich festgehalten. In der Folge bildet das Ergebnis der 

Beschau, der sog. Zollbefund, die Grundlage für die Veranlagung und all-

fällige weitere Verfahren (Art. 37 Abs. 3 ZG). Der Zollbefund ersetzt dem-

nach die eigentliche Zollanmeldung und tritt an deren Stelle (Art. 37 Abs. 1 

und 3 ZG; vgl. zum Ganzen: Urteile des BVGer A-6217/2020 vom 21. De-

zember 2022 E. 2.2, A-6248/2018 vom 8. Januar 2020 E. 2.1.1, 

A-7486/2016 vom 14. Dezember 2017 E. 2.1). 

A-3145/2021 

Seite 10 

2.2 Gemäss Art. 1 Abs. 1 ZTG sind alle Waren, die über die schweizerische 

Zollgrenze ein- und ausgeführt werden, nach dem Generaltarif zu verzol-

len, welcher in den Anhängen 1 und 2 des ZTG enthalten ist. 

2.3 Unter dem Begriff Generaltarif (vgl. dazu auch Art. 3 ZTG) ist ein unter 

Beachtung der inländischen Gesetzgebung und unter Berücksichtigung 

der nationalen Bedürfnisse geschaffener Zolltarif zu verstehen. Er enthält 

die Tarifnummern, die Bezeichnungen der Waren, die Einreihungsvor-

schriften, die Zollkontingente sowie die höchstmöglichen Zollansätze, wie 

sie grösstenteils im Abkommen vom 15. April 1994 zur Errichtung der Welt-

handelsorganisation (GATT/WTO-Abkommen, SR 0.632.20, für die 

Schweiz in Kraft getreten am 1. Juli 1995) konsolidiert worden sind. Die 

Struktur des Generaltarifs basiert auf der Nomenklatur des internationalen 

Übereinkommens vom 14. Juni 1983 über das Harmonisierte System (HS) 

zur Bezeichnung und Codierung der Waren (nachfolgend: HS-Überein-

kommen, SR 0.632.11, für die Schweiz in Kraft getreten am 1. Januar 

1988; vgl. statt vieler: Urteile des BVGer A-2663/2021 vom 7. Juni 2023 

E. 2.2, A-3485/2020 vom 25. Januar 2021 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen; 

vgl. zum Ganzen: REMO ARPAGAUS, Zollrecht, in: Koller et al. [Hrsg.], 

Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Bd. XII, 2. Aufl. 2007, Rz. 569). 

Der Gebrauchstarif (vgl. dazu Art. 4 ZTG) entspricht im Aufbau dem Gene-

raltarif und enthält die aufgrund von vertraglichen Abmachungen ermässig-

ten Zollansätze. Er widerspiegelt die in Erlassen festgelegten gültigen Zoll-

ansätze (vgl. zum Ganzen auch Botschaft vom 19. September 1994 zu den 

für die Ratifizierung der GATT/WTO-Übereinkommen [Uruguay-Runde] 

notwendigen Rechtsanpassungen, BBl 1994 IV 950 ff., 1004 f.; siehe auch 

Botschaft vom 22. Oktober 1985 betreffend das HS-Übereinkommen sowie 

über die Anpassung des schweizerischen Zolltarifs, BBl 1985 III 357, 

377 f.). Der Gebrauchstarif, der für die Praxis primär relevant ist, umfasst 

demnach neben den unverändert gebliebenen Ansätzen des Generaltarifs 

alle zu einem bestimmten Zeitpunkt handelsvertraglich vereinbarten Zoll-

ansätze und die autonom gewährten Zollpräferenzen. Der Gebrauchstarif 

enthält zudem auch die in besonderen Erlassen geregelten, aufgrund au-

tonomer Massnahmen ermässigten Zollansätze (statt vieler: Urteile des 

BVGer A-2663/2021 vom 7. Juni 2023 E. 2.2, A-5562/2019 vom 27. De-

zember 2021 E. 2.2, A-3485/2020 vom 25. Januar 2021 E. 2.2; COT-

TIER/HERREN, Zollkommentar, Einleitung N. 103). 

2.4 Der Generaltarif wird in der Amtlichen Sammlung des Bundesrechts 

(AS) nicht veröffentlicht. Die Veröffentlichung erfolgt durch Verweis (Art. 5 

A-3145/2021 

Seite 11 

Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 18. Juni 2004 über die Sammlungen des 

Bundesrechts und das Bundesblatt [PublG, SR 170.512]). Der Generaltarif 

kann jedoch mitsamt seinen Änderungen bei der OZD eingesehen oder im 

Internet abgerufen werden (www.tares.ch). Dasselbe gilt für den Ge-

brauchstarif (Art. 15 Abs. 2 und Anhänge 1 und 2 ZTG). Trotz fehlender 

Veröffentlichung in der AS kommt dem Generaltarif Gesetzesrang zu (BGE 

142 II 433 E. 5; statt vieler: Urteil des BVGer A-2663/2021 vom 7. Juni 2023 

E. 2.3; BEUSCH/SCHNELL LUCHSINGER, Wie harmonisiert ist das Harmoni-

sierte System wirklich? in: Zollrevue 1/2017 S. 12; COTTIER/HERREN, Zoll-

kommentar, Einleitung N. 96 ff.). 

2.5  

2.5.1 Die Vertragsstaaten des HS-Übereinkommens (vgl. dazu vorne: 

E. 2.3) – darunter die Schweiz – sind verpflichtet, ihre Tarifnomenklaturen 

mit dem Harmonisierten System in Übereinstimmung zu bringen und beim 

Erstellen der nationalen Tarifnomenklatur alle Nummern und Unternum-

mern des Harmonisierten Systems sowie die dazugehörenden Codenum-

mern zu verwenden, ohne dabei etwas hinzuzufügen oder zu ändern. Sie 

sind weiter verpflichtet, die allgemeinen Vorschriften für die Auslegung des 

Harmonisierten Systems (vgl. dazu nachfolgend: E. 2.5.4) sowie alle Ab-

schnitt-, Kapitel- und Unternummern-Anmerkungen anzuwenden. Sie dür-

fen den Geltungsbereich der Abschnitte, Kapitel, Nummern oder Unter-

nummern des Harmonisierten Systems nicht verändern und haben seine 

Nummernfolge einzuhalten (Art. 3 Ziff. 1 Bst. a des HS-Übereinkommens; 

vgl. zum Ganzen: Urteile des BVGer A-2663/2021 vom 7. Juni 2023 

E. 2.4.1, A-3485/2020 vom 25. Januar 2021 E. 2.4.1, A-6248/2018 vom 

8. Januar 2020 E. 3.4.1; BEUSCH/SCHNELL LUCHSINGER, a.a.O., S. 14). 

2.5.2 Die Nomenklatur des Harmonisierten Systems bildet somit die syste-

matische Grundlage des schweizerischen Generaltarifs, dessen Kodierung 

durchwegs als achtstellige Tarifnummer pro Warenposition ausgestaltet 

und damit gegenüber der sechsstelligen Nomenklatur des Harmonisierten 

Systems um zwei Stellen verfeinert ist. Somit ist die schweizerische No-

menklatur bis zur sechsten Ziffer völkerrechtlich bestimmt. Die siebte und 

achte Position bilden schweizerische Unternummern, denen grundsätzlich 

ebenso Gesetzesrang zukommt, soweit sie mit Erlass des ZTG geschaffen 

worden sind. Da sowohl Bundesgesetze als auch Völkerrecht für die Zoll-

verwaltung und alle anderen Rechtsanwender nach dem sog. Anwen-

dungsgebot massgebendes Recht darstellen, ist diesfalls das Bundesver-

waltungsgericht an die gesamte achtstellige Nomenklatur gebunden 

(Art. 190 BV; vgl. statt vieler: Urteile des BVGer A-2663/2021 vom 7. Juni 

A-3145/2021 

Seite 12 

2023 E. 2.4.2, A-3485/2020 vom 25. Januar 2021 E. 2.4.2, A-6248/2018 

vom 8. Januar 2020 E. 3.4.2; siehe auch: ARPAGAUS, a.a.O., Rz. 578). 

2.5.3 Die Vertragsstaaten des HS-Übereinkommens beabsichtigen eine 

einheitliche Auslegung der völkerrechtlich festgelegten Nomenklatur 

(vgl. Art. 7 Ziff. 1 Bst. b und c und Art. 8 Ziff. 2 des HS-Übereinkommens). 

Hierzu dienen unter anderem die «Avis de classement» (nachfolgend: Ein-

reihungsavisen) und die «Notes explicatives du Système Harmonisé» 

(nachfolgend: Erläuterungen), welche vom Rat für die Zusammenarbeit auf 

dem Gebiet des Zollwesens (Weltzollrat; heute: Weltzollorganisation) auf 

Vorschlag des Ausschusses des Harmonisierten Systems (AHS) geneh-

migt worden sind (Art. 1 Bst. e und f i.V.m. Art. 7 Ziff. 1 Bst. a-c i.V.m. Art. 8 

Ziff. 2 und 3 des HS-Übereinkommens). Die Vertragsstaaten haben diesen 

Vorschriften bei der nationalen Zolltarifeinreihung grundsätzlich Folge zu 

leisten. Nach neuerer bundesgerichtlicher Rechtsprechung darf nur davon 

abgewichen werden, wenn zwingende Gründe gegen die Anwendung der 

Vorschriften sprechen (vgl. BGE 147 II 441 E. 4.5.2). Die Vertragsstaaten 

haben nach Art. 7 Abs. 1 sowie Art. 8 Abs. 1 und 2 des HS-Übereinkom-

mens die Möglichkeit, die Überprüfung oder Änderung der Erläuterungen 

und der Einreihungsavisen zu veranlassen. Trotz dieser Ausgangslage 

bleibt Raum für nationale Regelungen. So kann die OZD zum Beispiel zu-

sätzlich sog. schweizerische Erläuterungen oder Entscheide erlassen. 

Diese können unter www.tares.ch abgerufen werden. Die schweizerischen 

Erläuterungen sind als Dienstvorschriften (ARPAGAUS, a.a.O., Rz. 579) 

bzw. Verwaltungsverordnungen für die Justizbehörden nicht verbindlich 

(zur Rechtsnatur und Bindungswirkung von Verwaltungsverordnungen an-

stelle vieler: BGE 141 V 175 E. 2.1; zum Ganzen: Urteile des BVGer 

A-2663/2021 vom 7. Juni 2023 E. 2.4.3, A-5145/2021 vom 29. August 

2022 E. 3.5.3; BEUSCH/SCHNELL LUCHSINGER, a.a.O., S. 17 f.). 

2.5.4 Hinsichtlich der Auslegung sehen die von den schweizerischen Zoll-

behörden angewendeten «Allgemeinen Vorschriften für die Auslegung des 

Harmonisierten Systems» (nachfolgend: AV), welche mit den «Allgemeinen 

Vorschriften für die Auslegung des Harmonisierten Systems» des offiziellen 

Textes des HS-Übereinkommens übereinstimmen, in Ziff. 1 vor, dass für 

die Tarifeinreihung einer Ware der Wortlaut der Nummern und der Ab-

schnitt- oder Kapitel-Anmerkungen sowie die weiteren Allgemeinen Vor-

schriften, soweit diese dem Wortlaut der Nummern und der Anmerkungen 

nicht widersprechen, massgebend sind. Bei der Bestimmung der zutreffen-

den Tarifnummer ist somit stufenweise in der gesetzlich bzw. staatsvertrag-

lich festgelegten Reihenfolge (Tariftext – Anmerkungen – Allgemeine 

A-3145/2021 

Seite 13 

Vorschriften) vorzugehen. Die nächstfolgende Vorschrift ist immer erst 

dann heranzuziehen, wenn die vorangehende Bestimmung nicht zum Ziel 

geführt, das heisst keine einwandfreie Tarifierung ermöglicht hat (Urteile 

des BVGer A-703/2019 vom 8. Juni 2020 E. 2.2.4, A-6248/2018 vom 8. Ja-

nuar 2020 E. 3.4.4). Das gleiche gilt nach Ziff. 6 AV für die Tarifeinreihung 

einer Ware in die Unternummern (nachfolgend: E. 2.5.6; Urteile des BVGer 

A-2663/2021 vom 7. Juni 2023 E. 2.4.4, A-5562/2019 vom 27. Dezember 

2021 E. 2.4.4). 

Die Auslegung der schweizerischen Unternummern richtet sich grundsätz-

lich ebenfalls nach den AV. Während aber die ersten vier Nummern und die 

ersten zwei Unternummern ausschliesslich den Auslegungsregeln des 

Harmonisierten Systems unterstehen, müssen die schweizerischen Unter-

nummern genau gleich wie jede andere Norm des schweizerischen Rechts 

ausgelegt werden können. Dies bedeutet, dass grundsätzlich die üblichen, 

von der schweizerischen Praxis und Lehre entwickelten methodologischen 

Regeln zur Auslegung von Rechtsnormen Anwendung finden. Eine Abwei-

chung vom klaren Wortlaut ist demnach (anders als bei den sechsstelligen 

Nummern gemäss der HS Nomenklatur) zulässig, aber nur, wenn triftige 

Gründe dafür vorliegen, dass der Wortlaut nicht den wahren Sinn der Be-

stimmung wiedergibt (statt vieler: Urteile des BVGer A-6248/2018 vom 

8. Januar 2020 E. 3.4.4, A-3404/2017 vom 16. März 2018 E. 2.4.4; vgl. 

zum Ganzen bereits Entscheid der Eidgenössischen Zollrekurskommission 

[ZRK] 1998-018 vom 19. Februar 1999, in: Verwaltungspraxis der Bundes-

behörden [VPB] 64.10 E. 3a mit Hinweisen; ARPAGAUS, a.a.O., Rz. 588; 

BEUSCH/SCHNELL LUCHSINGER, a.a.O., S. 17 f.). 

2.5.5 Für die Tarifeinreihung massgebend ist die Art und Beschaffenheit 

der Ware zum Zeitpunkt, in dem sie unter Zollkontrolle gestellt worden ist. 

Auf den Verwendungszweck ist demgegenüber nur dann abzustellen, 

wenn dies in den einzelnen Tarifpositionen als Einreihungskriterium aus-

drücklich festgehalten ist. Ist Letzteres nicht der Fall, kommt dem Verwen-

dungszweck wie auch dem Preis, der Verpackung und der Bezeichnung 

durch den Hersteller oder Empfänger der Ware lediglich hinweisende, nicht 

aber ausschlaggebende Bedeutung zu (statt vieler: Urteile des BVGer 

A-3485/2020 vom 25. Januar 2021 E. 2.4.5, A-6248/2018 vom 8. Januar 

2020 E. 3.4.5, A-3045/2017 vom 25. Juli 2018 E. 2.5.1). 

2.5.6 Kommen für die Einreihung von Waren zwei oder mehr Nummern in 

Betracht, so ist gemäss Ziff. 3 AV wie folgt vorzugehen:  

A-3145/2021 

Seite 14 

a)  Die Nummer mit der genaueren Warenbezeichnung geht den Num-

mern mit allgemeinerer Warenbezeichnung vor. 

b)  Waren, die aus verschiedenen Stoffen oder Bestandteilen bestehen, 

werden nach dem Stoff oder Bestandteil eingereiht, der ihnen ihren 

wesentlichen Charakter verleiht. 

c)  Die Ware ist der in der Nummernfolge zuletzt genannten gleichermas-

sen in Betracht kommenden Nummer zuzuweisen. 

Die genannten Vorschriften sind in der aufgeführten Reihenfolge anzuwen-

den, das heisst, die Vorschrift der Ziff. 3 b) AV ist nur dann anzuwenden, 

wenn die Vorschrift der Ziff. 3 a) AV für die Einreihung keine Lösung ge-

bracht hat usw. Die Vorschriften finden zudem nur Anwendung, wenn sie 

dem Wortlaut der Nummern und der Abschnitt- oder Kapitel-Anmerkungen 

nicht widersprechen (vgl. Ziff. 1 AV). Gemäss Ziff. 4 AV sind Waren, die 

aufgrund der vorstehenden Vorschriften nicht eingereiht werden können, in 

die Nummer einzureihen, die für Waren zutrifft, denen sie am ähnlichsten 

sind (Urteile des BVGer A-6248/2018 vom 8. Januar 2020 E. 3.4.6, 

A-3404/2017 vom 16. März 2018 E. 2.5.2, A-3030/2013 vom 8. Mai 2014 

E. 2.3.3). Gemäss Ziff. 6 AV sind massgebend für die Einreihung von Wa-

ren in die Unternummern einer Nummer der Wortlaut dieser Unternummern 

und der Unternummern-Anmerkungen sowie, mutatis mutandis, die vorste-

henden Vorschriften, wobei nur Unternummern der gleichen Gliederungs-

stufe einander gegenübergestellt werden können. Bei Auslegung dieser 

Vorschriften sind – vorbehältlich gegenteiliger Bestimmungen – die Ab-

schnitt-, und Kapitel-Anmerkungen ebenfalls anwendbar. 

2.5.7 Massgebend für die Einreihung von Waren in die schweizerischen 

Unternummern sind gemäss Ziff. 1 der ergänzenden schweizerischen Vor-

schriften der AV der Wortlaut dieser schweizerischen Unternummern und 

der schweizerischen Anmerkungen sowie, mutatis mutandis, die vorste-

henden Vorschriften, wobei nur schweizerische Unternummern der glei-

chen Gliederungsstufe einander gegenübergestellt werden können. Bei 

Auslegung dieser Vorschriften sind – vorbehältlich gegenteiliger Bestim-

mungen betreffend die schweizerischen Unternummern – die Abschnitt-, 

Kapitel- und Unternummern-Anmerkungen ebenfalls anwendbar (statt vie-

ler: Urteile des BVGer A-6248/2018 vom 8. Januar 2020 E. 3.4.7, 

A-3045/2017 vom 25. Juli 2018 E. 2.5.3, A-3404/2017 vom 16. März 2018 

E. 2.5.3). 

A-3145/2021 

Seite 15 

2.6  

2.6.1 Dem Abschnitt IV «Waren der Nahrungsmittelindustrie; Getränke, al-

koholische Flüssigkeiten und Essig; Tabak und verarbeitete Tabakersatz-

stoffe», Kapitel 22 des schweizerischen Gebrauchstarifs war im Zeitpunkt 

der strittigen Einfuhr am 23. September 2020 unter anderem folgende Ta-

rifnummerneinteilung zu entnehmen: 

22 Getränke, alkoholische Flüssigkeiten und Essig 

2202 Wasser, einschliesslich Mineralwasser und mit Koh-

lensäure versetztes Wasser, mit Zusatz von Zucker 

oder anderen Süssstoffen oder aromatisiert, und an-

dere nicht alkoholische Getränke, ausgenommen 

Frucht- oder Gemüsesäfte der Nr. 2009: 

2202.1000 - Wasser, einschliesslich Mineralwasser und mit Kohlen-

säure versetztes Wasser, mit Zusatz von Zucker oder an-

deren Süssstoffen oder aromatisiert 

 - andere: 

2202.9100 -- alkoholfreies Bier 

2202.99 -- andere: 

 --- Frucht- oder Gemüsesäfte, mit Wasser verdünnt oder 

mit Kohlensäure versetzt: 

 ---- Traubensaft, in Behältnissen mit einem Fassungsver-

mögen von nicht mehr als 2 l: 

 ---- Kernobstsaft, in Behältnissen mit einem Fassungsver-

mögen von nicht mehr als 2 l: 

 ---- andere, ausgenommen Gemüsesäfte: 

 ----- mit Zusatz von Zucker oder anderen Süssstoffen: 

2202.9931 ------ in Glasflaschen mit einem Fassungsvermögen von 

nicht mehr als 2 dl 

2202.9932 ------ in anderen Behältnissen 

 ----- ohne Zusatz von Zucker oder anderen Süssstoffen: 

 ---- Gemüsesäfte: 

2202.9990 --- andere 

Am 23. September 2020 galt für Einfuhren von Waren der Tarifnum-

mer 2202.1000 ein Zollansatz von Fr. 2.00 je 100 kg brutto (Normalansatz). 

Für Waren der Tarifnummer 2202.9932 galt ein solcher von Fr. 59.50 je 

100 kg brutto (Normalansatz). 

2.6.2  

2.6.2.1 Der Abschnitt IV enthält keine Erläuterungen. Die Erläuterungen zu 

Kapitel 22 weisen für den vorliegenden Fall nichts Einschlägiges auf. 

A-3145/2021 

Seite 16 

2.6.2.2 In Bezug auf die Tarifnummer 2202 ist in den Erläuterungen zu Ka-

pitel 22 − soweit hier relevant − festgehalten, dass: 

«A) Wasser, einschliesslich Mineralwasser und mit Kohlensäure versetztes 

Wasser, mit Zusatz von Zucker oder anderen Süssstoffen oder aromatisiert. 

Hierher gehören insbesondere: 

1) Natürliche oder künstliche Mineralwasser, mit Zusatz von Zucker oder an-

deren Süssstoffen, oder aromatisiert. 

2) Getränke wie Limonaden, Kola-, Orangen- oder Zitronengetränke aus ge-

wöhnlichem Trinkwasser, mit oder ohne Zusatz von Zucker oder anderen 

Süssstoffen, aromatisiert mit Fruchtsäften, Essenzen oder zusammenge-

setzten Auszügen, manchmal auch mit Zusatz von Weinsäure oder Zitro-

nensäure. Sie sind häufig mit Kohlensäure versetzt und werden meist in 

fest verschlossenen Flaschen oder anderen Behältnissen gehandelt. 

B) Alkoholfreie Biere […] 

C) Andere nichtalkoholische Getränke, ausgenommen Frucht- oder Gemüse-

säfte der Nr. 2009. […] 

Hierher gehören nicht: 

[…] 

c) Frucht- und Gemüsesäfte, auch wenn sie unmittelbar als Getränk verwen-

det werden können (Nr. 2009). 

[…].» 

2.6.2.3 Die schweizerischen Erläuterungen zu den Tarifnummern 

2202.9911 bis 9989 führen − soweit hier einschlägig − aus, Getränke mit 

Moosbeeren (engl. Cranberry, Vaccinium macrocarpon) benötigten für 

diese Tarifnummern einen Mindestgehalt von 25 % an Moosbee-

ren(frucht)saft. Getränke mit geringerem Anteil an Fruchtsaft oder Frucht-

mark bzw. Gemüsesaft (bzw. vorliegend Moosbeeren[frucht]saft) gelten 

hierbei als aromatisierte Tafelgetränke (in der Regel Tarifnummer 

2202.1000). 

2.6.3 Den Anmerkungen zu Abschnitt IV sowie jenen zum Kapitel 22 ist 

nichts zu entnehmen, was sich für den vorliegenden Fall als relevant er-

weisen würde. 

2.6.4 Zu Kapitel 22 existiert eine Einreihungsavise, die vorliegend aller-

dings nicht einschlägig ist (Entscheid bzw. Einreihungsavise 

A-3145/2021 

Seite 17 

Nr. 304.3.2009.1 betreffend eines nichtalkoholischen Getränks aus Kokos-

nusssaft [Kokoswasser]). 

3.  

Im vorliegenden Fall ist zu klären, ob das von der Beschwerdeführerin im-

portierte Produkt «(Marke) Cranberry Classic» in die Tarifnum-

mer 2202.1000 (‹aromatisiertes Tafelgetränk›; so die Beschwerdeführerin) 

oder die Tarifnummer 2202.9932 (‹ein mit Wasser verdünnter Fruchtsaft›; 

so die Vorinstanz) einzureihen ist. Dazu werden zunächst die Auffassun-

gen der Verfahrensbeteiligten wiedergegeben (E. 3.1), bevor das angeru-

fene Gericht zur Prüfung übergeht (E. 3.2 ff.). Schliesslich ist zu prüfen, ob 

die Vorinstanz das rechtliche Gehör verletzt hat (E. 3.6). 

3.1  

3.1.1 Die Beschwerdeführerin macht zusammengefasst geltend, das Pro-

dukt «(Marke) Cranberry Classic» beinhalte einen Anteil von weniger als 

25 % Cranberry-Saft und falle demnach in die Tarifnummer 2202.1000. Die 

Vorinstanz könne nicht beweisen, welchen Prozentsatz Cranberry-Saft das 

Erzeugnis enthalte. Doch selbst wenn darin ein höherer Prozentsatz an 

Cranberry-Saft enthalten sein sollte, was bestritten werde, wäre aufgrund 

der Verletzung von Bundesrecht durch die Nichtberücksichtigung von 

Art. 95 LGV die bisherige Tarifnummer 2202.1000 anwendbar. Die Über-

gangsbestimmung von Art. 95 LGV erlaube es nämlich, dass innerhalb von 

vier Jahren nach altem Recht die Zusammensetzung, Kennzeichnung und 

Werbung von Lebensmitteln erfolgen dürfe und ermögliche so eine Einrei-

hung in die Tarifnummer 2202.1000. Die Vorinstanz habe unrechtmässig 

strengere Regeln bzw. strengeres Recht angewendet, indem sie nach im 

Zeitpunkt der Verzollung geltendem Recht gehandelt und diese Über-

gangsbestimmungen nicht berücksichtigt habe. Laut Bundesverwaltungs-

gericht könnten sich nämlich auch Ausnahmen vom Grundsatz der allge-

meinen Zollpflicht aus Staatsverträgen, besonderen Gesetzesbestimmun-

gen sowie Verordnungen ergeben. Zudem seien die Erläuterungen zum 

Zolltarif, auf welche sich die Vorinstanz berufe, keine Gesetze, sondern 

blosse Dienstvorschriften bzw. Verwaltungsverordnungen. Diese dürften 

nicht geltendem Recht bzw. der LGV widersprechen. Weiter habe die Vor- 

instanz gegen das Rechtsgleichheitsgebot und das Willkürverbot verstos-

sen. Aufgrund der fehlenden Definition eines verbindlichen Brix-Wertes zur 

Berechnung des Anteils Cranberry-Saft, sowohl im betreffenden Zollrecht 

zur Tarifnummer 2202.9932 als auch im Laborbefund, sei eine Überprüfung 

der Einreihung gar nicht möglich. Das Legalitätsprinzip gemäss Art. 5 BV 

sei verletzt. Sodann sei der Laborbefund mangelhaft, da er in keiner Weise 

A-3145/2021 

Seite 18 

aufzeige, wie bzw. nach welcher Methode die 25 % Gewichtsprozente 

Cranberry-Saft ermittelt worden seien. Es sei auch nicht ersichtlich, wel-

cher Brix-Wert verwendet worden sei. Sie (die Beschwerdeführerin) be-

zweifle, «dass das […] METAS überhaupt in der chemisch-technischen 

Lage ist, einen Laborbefund wie den gegenständlichen zu erstellen bzw. 

ob überhaupt eine […] Laboruntersuchung durchgeführt wurde». Schliess-

lich hätten die anlässlich der Beschau aufgenommenen Fotografien keinen 

Beweiswert, weil sie nicht datiert seien und das Foto mit den Inhaltsanga-

ben genau bei der Angabe über den Anteil an Cranberry-Saft abgeschnit-

ten worden sei (vgl. Sachverhalt Bst. D). 

3.1.2 Die Vorinstanz hält entgegen, Getränke mit einem Anteil an Moos-

beeren-Fruchtsaft oder Moosbeeren-Fruchtmark von mindestens 25 % ge-

hörten zu den Tarifnummern 2202.9911 bis 2202.9989. Das Produkt 

«(Marke) Cranberry Classic» enthalte gemäss den Feststellungen anläss-

lich der Beschau sowie der Laboruntersuchung einen Gehalt von mehr als 

25 % Cranberry-Saft. Auch die Etikette des Produkts und eine Internet-

recherche würden dies bestätigen. Daher handle es sich um «einen mit 

Wasser verdünnten Fruchtsaft» der Tarifnummer 2202.9932 und gerade 

nicht um «ein aromatisiertes Tafelgetränk» der Tarifnummer 2202.1000. 

Eine Ermittlung des Saftgehalts aufgrund des Brix-Wertes sei nicht notwen-

dig (vgl. Sachverhalt Bst. C.d). 

Im Rahmen ihrer Vernehmlassung führt sie (die Vorinstanz) ausserdem 

aus, die von der Beschwerdeführerin zitierten Urteile hinsichtlich Ausnah-

men vom Grundsatz der allgemeinen Zollpflicht handelten alle von Grenz-

zonenverkehr, welcher für zollfrei erklärt worden sei, und eine Ausnahme 

von der allgemeinen Zollpflicht bilde. Vorliegend handle es sich jedoch um 

vier Veranlagungen von Handelswaren. Eine Ausnahme von der allgemei-

nen Zollpflicht stehe daher nicht zur Diskussion. Die Erläuterungen zum 

Zolltarif dienten der einheitlichen Anwendung des Zolltarifs und deckten 

sich im Wesentlichen mit den Erläuterungen des HS, welche verbindlich 

seien. Daneben bleibe Raum für den Erlass zusätzlicher schweizerischer 

Erläuterungen durch die Oberzolldirektion (OZD). Entsprechend würden 

diese Erläuterungen einen rechtlichen Charakter erhalten. In den schwei-

zerischen Erläuterungen werde für den Tarifnummernbereich 

2202.9911/9989 ein Mindestanteil an Fruchtsaft festgelegt. Für Cranberry-

Saft betrage dieser 25 %. Nur wenn dieser nicht erreicht werde, komme 

eine Einreihung als «aromatisiertes Tafelgetränk» unter die Tarifnummer 

2202.1000 in Betracht. Weder Art. 7 ZG noch das ZTG seien verletzt wor-

den. Art. 95 LGV komme somit für eine Einreihung nicht in Betracht. 

A-3145/2021 

Seite 19 

Aufgrund ihrer Beschaffenheit sei die strittige Ware in die Tarifnummer 

2202.9932 einzureihen. Sollten Änderungen in Rechtsgrundlagen Einfluss 

auf die Tarifierung einer Ware haben, werde dies in die Erläuterungen über-

nommen oder schriftlich bekannt gegeben. Vorliegend seien weder bei der 

Erhöhung des Saftanteils per 1. April 2014 [recte: 1. Januar 2014] auf 30 % 

noch bei der Senkung auf 25 % per 1. Mai 2017 Übergangsfristen vorge-

sehen gewesen. Das Gleichbehandlungsgebot sei nicht verletzt worden. 

Mittlerweile habe sie (die Vorinstanz) den Nachweis erbracht, dass die strit-

tige Ware in die Tarifnummer 2202.9932 einzureihen sei. Vorliegend sei der 

Brix-Wert nicht von Bedeutung, weshalb das Legalitätsprinzip nicht verletzt 

sei. 

Das METAS führe chemische Analysen für sie (die EZV bzw. das BAZG) 

durch. Sie hätten eine Leistungsvereinbarung unterzeichnet. Die zustän-

dige Stelle im METAS sei für solche Analysen nach ISO 17025:2017 ak-

kreditiert (Prüfstelle STS 0119). Im Laborbefund werde das Resultat der 

Untersuchung festgehalten. Angaben zur Methodik und den Messresulta-

ten würden im Prüfbericht – welcher der Beschwerdeführerin nun ausge-

händigt worden sei – genannt. Das METAS habe den Anteil an Cranberry-

Saft mit Hilfe des Kaliumgehalts ermittelt. Durch den Vergleich des Resul-

tats mit dem Referenzwert aus der Fachliteratur könne der Gehalt an Cran-

berry-Saft ermittelt werden. Die Herstellerangabe von 27 % Cranberry-Saft 

(aus Konzentrat) auf der Flasche sei bestätigt worden. Da das Getränk aus 

Cranberry-Saft einen Zusatz von Zucker enthalte, könne der Brix-Messwert 

nicht zur Bestimmung des Saftanteils verwendet werden. Zudem sei das 

Analyseresultat aus praktischen Gründen in Gewichtsprozent angegeben 

worden. Der Wert in Volumenprozent sei fast identisch bzw. unter Berück-

sichtigung der Rundungsregel ergebe sich das gleiche Resultat. Insgesamt 

werde anhand des Prüfberichts und den Erläuterungen des METAS der 

Nachweis erbracht, dass der Anteil an Cranberry-Saft 27 % betrage und 

die Brix-Werte nicht relevant seien. Die Gehaltsangabe sei in der französi-

schen Fassung der Etikette gut ersichtlich. In den Verfahrensakten befände 

sich ausserdem eine besser lesbare Version der Fotografie der Inhaltsan-

gaben. Die Originalflasche befände sich im Archiv des METAS. Es gebe 

somit keine Hinweise, an der Tauglichkeit der Fotos zu zweifeln. Die Ver-

anlagungsverfügungen vom 20. November 2020 seien antragsgemäss und 

ohne Kontrolle ausgestellt worden. Die Beschwerdeführerin belege nicht, 

dass diese Anmeldungen unter ausdrücklichem Vorbehalt erfolgt seien. 

Auch bezüglich der Produkte «(Marke) Cranberry Classic lite» und 

«(Marke) Cranberry Classic light» lege die Beschwerdeführerin keine 

A-3145/2021 

Seite 20 

Nachweise vor, welche eine Einreihung in die Tarifnummer 2202.1000 zu 

begründen vermögen (vgl. zum Ganzen: Sachverhalt Bst. E). 

3.2 Vorab ist zu dem Vorbringen der Beschwerdeführerin, aufgrund der 

Übergangsbestimmung von Art. 95 LGV sei die Tarifnummer 2202.1000 

anwendbar, Folgendes festzuhalten: 

Die Zollgesetzgebung sowie die Lebensmittelgesetzgebung verfolgen un-

terschiedliche Ziele. Das Bundesgesetz vom 20. Juni 2014 über Lebens-

mittel und Gebrauchsgegenstände (LMG, SR 817.0), auf welches sich die 

LGV stützt, bezweckt unter anderem den Schutz der Gesundheit der Kon-

sumentinnen und Konsumenten, zudem sollen diese im Zusammenhang 

mit Lebensmitteln vor Täuschungen geschützt und es sollen die für den 

Erwerb von Lebensmitteln notwendigen Informationen zur Verfügung ge-

stellt werden (vgl. Art. 1 Bst. c und d LMG). Die LGV hat dementsprechend 

unter anderem ausführende Bestimmungen zur Kennzeichnung und Auf-

machung von Lebensmitteln, die Werbung für sie sowie die über sie ver-

breiteten Informationen zum Gegenstand (vgl. Art. 1 Abs. 1 Bst. c LGV). 

Für Getränke hat das EDI gestützt auf Art. 36 Abs. 3 und 4 LGV die Ver-

ordnung des EDI vom 16. Dezember 2016 über Getränke (SR 817.022.12, 

hiernach: «Getränkeverordnung») erlassen, welche die Anforderungen so-

wie die besondere Kennzeichnung und Anpreisung spezifisch für Getränke 

regelt. 

Das ZTG hat demgegenüber die steuerliche Belastung des grenzüber-

schreitenden Warenverkehrs zum Ziel (vgl. den Grundsatz der allgemeinen 

Zollpflicht in Art. 1 ZTG). Zwar kann die Zollverwaltung – soweit es das Ta-

rifsystem zulässt (d.h. betreffend die schweizerischen Unternummern; 

dazu näher unten: E. 3.3.3) – die zollrechtlichen mit den lebensmittelrecht-

lichen Vorgaben koordinieren, was vorliegend hinsichtlich der erforderli-

chen Mindestgehalte für die Fruchtsorten Moosbeeren und Preiselbeeren 

geschah. Die Vorinstanz teilte der Beschwerdeführerin sowohl die gestützt 

auf das Lebensmittelrecht erfolgte Erhöhung des Saftgehalts per 1. Januar 

2014 (gemäss der Verordnung des EDI vom 23. November 2005 über al-

koholfreie Getränke [AS 2005 6135, in der Fassung vom 1. Januar 2014 

war in Anhang 2 ein Mindestgehalt von 30 Volumenprozent festgelegt]), als 

auch dessen Senkung per 1. Mai 2017 (gemäss Anhang 5 der Geträn-

keverordnung auf 25 Volumenprozente) schriftlich mit (Vernehmlassungs-

beilage [VB] 37, Zirkular Nr. Y vom [Datum]; Beschwerdebeilage [BB] 5, 

Mitteilung der EZV vom 9. Dezember 2013). Gemäss Art. 95 Abs. 2 LGV 

gilt für die Zusammensetzung, Kennzeichnung und Werbung von 

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Seite 21 

Lebensmittel eine Übergangsfrist von vier Jahren und sogar nach Ablauf 

der Übergangsfrist dürfen nach bisherigem Recht zusammengesetzte und 

gekennzeichnete Lebensmittel noch bis zur Erschöpfung der Bestände an 

Konsumentinnen und Konsumenten abgegeben werden. Diese lebensmit-

telrechtliche Übergangsfrist betrifft jedoch nur die Zusammensetzung, 

Kennzeichnung und Werbung aus der alleinigen Perspektive des Lebens-

mittelrechts und ist für die abgabenrechtliche Behandlung nicht massge-

bend; das Zollrecht sieht keine Übergangsfrist vor. 

Für die zolltarifliche Einreihung von Waren sind – wie gezeigt (E. 2.5.4) – 

der Wortlaut der Nummern, dann jener der Abschnitt- oder Kapitel-Anmer-

kungen und schliesslich die Allgemeinen Vorschriften entscheidend (nach-

folgend: E. 3.3). Der Wortlaut der Nummern wird anhand der einschlägigen 

Erläuterungen bzw. Einreihungsavisen (vgl. dazu vorne: E. 2.5.3) ausge-

legt. Hierbei zählt jeweils der aktuelle Stand der Erläuterungen zum Zeit-

punkt der Zollanmeldung (vorliegend am 23. September 2020). Laut den 

schweizerischen Erläuterungen war ein Mindestgehalt von 25 % an Moos-

beeren(frucht)saft erforderlich (E. 2.6.2.3). Massgebend ist sodann die Art 

und Beschaffenheit der Ware zum Zeitpunkt, in dem sie unter Zollkontrolle 

gestellt worden ist. Nicht relevant für die Zollbelastung ist hingegen, wie die 

Herstellerin die Ware kennzeichnet (ausführlich: E. 2.5.5) bzw. welche for-

malen Anforderungen lebensmittelrechtlich an die Produktkennzeichnung 

gestellt werden. Folglich spielt – wie erwähnt – keine Rolle, dass gemäss 

Art. 95 Abs. 2 LGV eine Übergangsfrist galt. 

3.3 Das einzureihende Produkt «(Marke) Cranberry Classic» enthält unbe-

strittenermassen Wasser, Cranberry-Saft, Zucker, Vitamin C, Gemüse- und 

Fruchtsaftkonzentrat (Karotten, Cranberry) und natürliches Aroma. Nicht 

im Streit liegt zudem, dass es keinen Alkohol enthält und nicht in einem 

Behältnis aus Glas, sondern in PET-Flaschen abgefüllt war (vgl. VB 5, La-

borbefund des METAS vom 9. Oktober 2020; siehe auch: VB 2, Beschau-

befund [inkl. Fotografien] vom 25. September 2020; dazu auch: Sachver-

halt Bst. B.b). Bestritten und für die vorliegende Tarifierung entscheidend 

ist, wie insbesondere nachfolgend in Erwägung 3.3.3 aufgezeigt wird, wel-

cher Gehalt an Cranberry-Saft im Produkt enthalten ist. 

Für die Tarifeinreihung ist nach der gesetzlich bzw. staatsvertraglich fest-

gelegten Reihenfolge (Tariftext – Anmerkungen – Allgemeine Vorschriften) 

vorzugehen (vgl. soeben und E. 2.5.4). Demnach ist für die Beantwortung 

der Frage, ob das Produkt «(Marke) Cranberry Classic» in die Tarifnum-

mer 2202.1000 («Wasser, einschliesslich Mineralwasser und mit 

A-3145/2021 

Seite 22 

Kohlensäure versetztes Wasser, mit Zusatz von Zucker oder anderen 

Süssstoffen oder aromatisiert») oder in die Tarifnummer 2202.9932 

(«Furcht- oder Gemüsesaft, mit Wasser verdünnt oder mit Kohlensäure 

versetzt; mit Zusatz von Zucker oder anderen Süssstoffen; in anderen Be-

hältnissen, als Glasflaschen mit einem Fassungsvermögen von nicht mehr 

als 2 dl») einzuordnen ist, zunächst der Wortlaut des Tariftextes bzw. der 

Nummern heranzuziehen, welcher anhand der einschlägigen Erläuterun-

gen (vgl. dazu vorne: E. 2.5.3) auszulegen ist.  

3.3.1 Zur Tarifnummer 2202 gehören gemäss Wortlaut «Wasser, ein-

schliesslich Mineralwasser und mit Kohlensäure versetztes Wasser, mit 

Zusatz von Zucker oder anderen Süssstoffen oder aromatisiert, und andere 

nicht alkoholische Getränke, ausgenommen Frucht- oder Gemüsesäfte der 

Nr. 2009» (vgl. E. 2.6.1). Laut Erläuterungen zur Tarifnummer 2202 gehö-

ren hierher insbesondere Getränke wie Limonaden, Kola-, Orangen- oder 

Zitronengetränke aus gewöhnlichem Trinkwasser, mit oder ohne Zusatz 

von Zucker oder anderen Süssstoffen, aromatisiert mit Fruchtsäften, Es-

senzen oder zusammengesetzten Auszügen, manchmal auch mit Zusatz 

von Weinsäure oder Zitronensäure (E. 2.6.2.2). Relevante Abschnitt- oder 

Kapitel-Anmerkungen bestehen keine. 

Da beide in Frage kommenden Tarifnummern der Tarifnummer 2202 ange-

hören, ist eine Einreihung gestützt auf Ziff. 1 AV (E. 2.5.4) nicht möglich. 

Folglich sind die Bestimmungen zu den Unternummern zu beachten. Laut 

Ziff. 6 AV sind massgebend für die Einreihung von Waren in die Unternum-

mern einer Nummer der Wortlaut dieser Unternummern und der Unternum-

mern-Anmerkungen sowie die Vorschriften von Ziff. 1-5 AV, wobei nur Un-

ternummern der gleichen Gliederungsstufe einander gegenübergestellt 

werden können. Vorliegend bestehen keine einschlägigen Unternummern-

Anmerkungen. 

Gemäss Erläuterungen zu Vorschrift Ziff. 6 AV (im Internet abrufbar unter 

< http://www.bazg.admin.ch/bazg/de/home/dokumentation/richtlinien/d6-

erlaeuterungen-zum-zolltarif.html >, zu finden über den Link «Vorbemer-

kungen», abgerufen am 14. November 2023) gelten – soweit vorliegend 

interessierend – als «Unternummern der gleichen Gliederungsstufe» ent-

weder die Unternummern mit einem Unterteilungsstrich (Gliederungs-

stufe 1) oder die Unternummern mit zwei Unterteilungsstrichen (Gliede-

rungsstufe 2). Daraus folgt, so die Erläuterungen weiter, dass – wenn im 

Rahmen der gleichen Nummer zwei oder mehr Unternummern mit einem 

Unterteilungsstrich in Übereinstimmung mit der Vorschrift von Ziff. 3 a) AV 

A-3145/2021 

Seite 23 

in Betracht kommen können – die Genauigkeit jeder dieser Unternummern 

mit einem Unterteilungsstrich bezüglich eines bestimmten Artikels aus-

schliesslich aufgrund ihres eigenen Wortlautes beurteilt werden muss. Ist 

die genaueste der Unternummern mit einem Unterteilungsstrich bestimmt 

und diese selbst noch unterteilt, dann und nur dann ist zum Bestimmen der 

schlussendlich anzuwendenden Unternummer auf den Text der in Frage 

kommenden Unternummern mit zwei Unterteilungsstrichen abzustellen. 

3.3.2 Die Tarifnummer 2202.1000 (erste Unternummer mit einem Untertei-

lungsstrich [erste Gliederungsstufe], wobei es zwei Unterteilungsstriche 

auf derselben Stufe hat; vgl. E. 2.6.1) lautet beim ersten Unterteilungsstrich 

«Wasser, einschliesslich Mineralwasser und mit Kohlensäure versetztes 

Wasser, mit Zusatz von Zucker oder anderen Süssstoffen oder aromati-

siert». Dass das vorliegende Produkt «(Marke) Cranberry Classic» unter 

anderem Wasser und Zucker enthält, ist unbestritten (vgl. E. 3.3). Was je-

doch aromatisiertes Wasser im Sinne der Tarifnummer 2202.1000 bzw. des 

ZTG bedeutet, bedarf weiterer Klärung. Laut Erläuterungen zur Tarifnum-

mer 2202 bedeutet aromatisiertes Wasser («eaux aromatisées»; «waters 

flavoured »), dass das gewöhnliche Trinkwasser unter anderem mit Frucht-

säften aromatisiert wurde (E. 3.3.1). Mit anderen Worten rührt das Aroma 

aus dem Fruchtsaft. Das vorliegende Produkt enthält unbestrittenermas-

sen Gemüse- und Fruchtsaft (Karotte, Cranberry, vgl. E. 3.3). Wie hoch der 

Anteil an zugesetztem Fruchtsaft sein darf, so dass noch von aromatisier-

tem Wasser gesprochen werden kann, ergibt sich nicht explizit aus dem 

ersten Unterteilungsstrich der Tarifnummer 2202.1000. Zur Klärung ist folg-

lich der erste Unterteilungsstrich vom zweiten Unterteilungsstrich (dersel-

ben Gliederungsstufe) dieser Unternummer abzugrenzen; dieser lautet 

«andere» und ist seinerseits noch unterteilt. Dazu gehört auch die Tarif-

nummer 2202.9932. Hierbei muss – wie soeben gezeigt – die Genauigkeit 

dieser Unternummern ausschliesslich aufgrund ihres eigenen Wortlautes 

beurteilt werden. Unter «andere», «andere [als alkoholfreies Bier {das vor-

liegend unbestrittenermassen nicht vorliegt (zur Zusammensetzung be-

reits: E. 3.3)}]», fallen «Frucht- oder Gemüsesäfte, mit Wasser verdünnt 

[…]». Das streitbetroffene Produkt «(Marke) Cranberry Classic» enthält 

weder Trauben- noch Kernobstsaft. Es beinhaltet dagegen Gemüsesaft-

konzentrat aus Karotte. Aufgrund der Zutatenauflistung (E. 3.3) erhellt, 

dass der Cranberry-Saft gegenüber dem Gemüse- bzw. Karottensaft vor-

herrschend ist, was nicht bestritten ist. Folglich könnte das streitbetroffene 

Produkt, das in PET-Flaschen abgefüllt war (E. 3.3), unter «andere [Säfte 

als Trauben-, Kernobst- oder Gemüse] mit Zusatz von Zucker […] in ande-

ren Behältnissen [als Glasflaschen mit einem Fassungsvermögen von 

A-3145/2021 

Seite 24 

nicht mehr als 2 dl]» fallen. Zusammengefasst handelt es sich gemäss 

Wortlaut der Tarifnummer 2202.9932 folglich um einen mit Wasser ver-

dünnten Fruchtsaft, der weder Trauben- noch Kernobstsaft enthält, welcher 

mit Zucker/anderen Süssstoffen angereichert und nicht in Glasflaschen 

(mit einem Fassungsvermögen von nicht mehr als 2 dl) verpackt ist. Bei 

der Tarifnummer 2202.9932 handelt es sich um eine schweizerische Un-

ternummer. 

3.3.3 Die Abgrenzung zwischen einem Produkt, das als mit Fruchtsaft aro-

matisiertes Wasser in die Tarifnummer 2202.1000 fällt oder als Produkt, 

das als mit Wasser verdünnten Fruchtsaft in die Tarifnummer 2202.9932 

fällt, lässt sich anhand eines Mindestgehalts vornehmen. Gemäss den ein-

schlägigen schweizerischen Erläuterungen (vgl. E. 2.6.2.3) benötigen Ge-

tränke mit Moosbeeren – in Übereinstimmung mit der Getränkeverordnung 

(vgl. E. 3.2) – einen Mindestgehalt von 25 % an Moosbeeren(frucht)saft; 

enthalten sie weniger, gelten sie als aromatisierte Tafelgetränke. Da sich 

die Abgrenzung der beiden in Frage stehenden Tarifnummern nur anhand 

eines Mindestgehalts treffen lässt und es sich bei der Tarifnummer 

2202.9932 um eine schweizerische Unternummer handelt, ist der festge-

setzte Mindestgehalt von 25 % an Moosbeeren(frucht)saft nicht zu bean-

standen. Inwiefern die Erläuterungen gegen geltendes Recht bzw. gegen 

die LGV – welche vorliegend (wie in E. 3.2 dargelegt) nicht einschlägig ist 

– verstossen, vermag die Beschwerdeführerin nicht aufzuzeigen. Das Le-

galitätsprinzip ist nicht verletzt. Zudem sprechen auch keine zwingenden 

Gründe gegen die Anwendung der Vorschrift/Erläuterung, da sie – wie 

soeben aufgezeigt – weder mit Blick auf den Wortlaut des schweizerischen 

Gebrauchstarifs als unhaltbar erscheint noch aufgrund gefestigter wissen-

schaftlicher Erkenntnisse mittlerweile überholt ist. 

3.3.4 An diesem Ergebnis vermögen auch die Ausführungen der Be-

schwerdeführerin hinsichtlich Ausnahmen vom Grundsatz der allgemeinen 

Zollpflicht nichts zu ändern. Eine solche ist vorliegend weder ersichtlich 

noch sind die von der Beschwerdeführerin zitierten Urteile, welche alle vom 

Grenzzonenverkehr handeln, einschlägig. 

3.4 Weiter ist strittig und zu prüfen, welcher Gehalt an Moosber-

ren(frucht)saft im streitbetroffenen «(Marke) Cranberry Classic» tatsächlich 

enthalten war. 

3.4.1 Die Beschwerdeführerin stellt sich zusammengefasst auf den Stand-

punkt, das Produkt «(Marke) Cranberry Classic» beinhalte einen Anteil von 

A-3145/2021 

Seite 25 

weniger als 25 % Cranberry-Saft. Die Vorinstanz sei ihrer Beweisführungs-

last nicht nachgekommen. Der Laborbefund des METAS sei mangelhaft, 

da sich daraus insbesondere nicht ergebe, wie der Gehalt ermittelt worden 

sei. Die anlässlich der Beschau aufgenommenen Fotografien hätten kei-

nen Beweiswert (ausführlich: E. 3.1.1). 

Die Vorinstanz entgegnet, das Produkt «(Marke) Cranberry Classic» ent-

halte gemäss den Feststellungen anlässlich der Beschau, laut Laborbe-

fund sowie Prüfbericht einen Gehalt von mehr als 25 % Cranberry-Saft. 

Der Laborbefund sei nicht mangelhaft. Auch die Etikette des Produkts und 

eine Internetrecherche würden dies bestätigen. Weiter gebe es keine Hin-

weise, an der Tauglichkeit der Fotos zu zweifeln (ausführlich: E. 3.1.2). 

3.4.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Bst. b der Verordnung vom 21. November 2012 

über das Eidgenössische Institut für Metrologie (EIMV, SR 941.272) er-

bringt das METAS wissenschaftlich-technische Dienstleistungen für das 

BAZG. Es führt insbesondere chemische Analysen für das BAZG durch. 

Die zuständige Stelle im METAS ist für solche Analysen nach der Norm 

SN EN ISO/IEC 17025:2017 akkreditiert (Prüfstelle STS 0119; 

< https://www.metas.ch/metas/de/home/fabe/Chemische_Pruefungen_ 

und_Beratungen.html > zuletzt besucht am 14. November 2023; vgl. 

VB 38, Prüfbericht Nr. X vom 7. Oktober 2020). Entgegen den Behauptun-

gen der Beschwerdeführerin ist das METAS folglich zuständig (und auch 

in der Lage), solche chemischen Analysen durchzuführen. 

3.4.3  

3.4.3.1 Im Laborbefund des METAS vom 9. Oktober 2020 (VB 5) wird le-

diglich das Resultat zum unterbreiteten Muster festgehalten und eine Tarif-

nummer vorgeschlagen. Angaben zur Methodik und den Messresultaten 

fehlen. Hierzu dient der Prüfbericht (VB 38, Prüfbericht Nr. X vom 7. Okto-

ber 2020). Daraus erhellt, dass das METAS den Anteil an Cranberry-Saft 

mit Hilfe des Kaliumgehalts (Mineralstoff) ermittelt hat (Spektroskopie, ICP-

OES). Der Kaliumgehalt beträgt laut Prüfbericht 208 mg/kg. Dieser Prüfbe-

richt wurde der Beschwerdeführerin erst im Rahmen der Vernehmlassung 

zugestellt (zu den diesbezüglichen Rechtsfolgen: E. 3.6). 

Das METAS erklärt in seiner Stellungnahme vom 25. August 2021 (VB 39), 

der Anteil an Cranberry-Saft könne mit Hilfe des Kaliumgehalts ermittelt 

werden. Die Messung erfolge mittels ICP-OES (optische Emissionsspekt-

rometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma). Durch den Vergleich des Ana-

lyseresultats mit dem Referenzwert aus der Fachliteratur (USDA Nutritient 

A-3145/2021 

Seite 26 

Database) könne der Gehalt an Cranberry-Saft ermittelt werden. Im streit-

betroffenen Saft sei ein Kaliumgehalt von 208 mg/kg gemessen worden. 

Der Referenzwert aus der Fachliteratur für reinen Cranberry-Saft (100 %) 

betrage 770 mg/kg (die diesbezüglich verwendete Tabelle, auf die bereits 

in der Vernehmlassung verwiesen wurde, reicht die Vorinstanz im Rahmen 

ihrer Duplik nach [Stellungnahme METAS vom 8. Dezember 2021, Ref. 1]). 

Daraus resultiere in der Probe ein Gehalt an Cranberry-Saft von (rund) 

27 % (208 mg/kg * 100 / 770 mg/kg = 27 %). Da dem Produkt «(Marke) 

Cranberry Classic» Zucker zugesetzt worden sei, so das METAS weiter in 

seiner Stellungnahme, werde der Zuckergehalt über denjenigen Wert er-

höht, der natürlicherweise durch den Anteil des Cranberry-Safts vorhanden 

wäre. Da mit dem Brix-Wert ein unspezifischer Gesamtzuckergehalt ermit-

telt werde, könne der Brix-Messwert nicht zur Bestimmung des Saftanteils 

verwendet werden, da ein Teil des Wertes durch den zusätzlich zugesetz-

ten Zucker zustande komme. Der Brix-Wert aus der Fachliteratur könne für 

die Berechnung eines Gehalts an Fruchtsaft aus einem rückverdünnten 

Fruchtsaftkonzentrat verwendet werden. Vorliegend liege jedoch ein ver-

dünnter, gezuckerter Saft vor. 

3.4.3.2 «Grad Brix» ist eine Masseinheit der relativen Dichte von Flüssig-

keiten. Eine Flüssigkeit weist 1 Grad Brix (°Bx) auf, wenn sie dieselbe 

Dichte hat wie eine einprozentige Zuckerlösung (also 1 g Saccharose auf 

99 g Wasser). Der Brix-Wert wird dazu verwendet, das Massenverhältnis 

von Zucker und Wasser zu bestimmen, wenn eine bestimmte Menge Zu-

cker in der Lösung enthalten ist (vgl. Urteil des BVGer A-5136/2018 vom 

9. Dezember 2019 E. 2.3.3). Da im Produkt «(Marke) Cranberry Classic» 

unbestrittenermassen (natürlicherweise vorhandener und zugesetzter) Zu-

cker enthalten ist (zur Zusammensetzung: E. 3.3) erhellt, dass der Brix-

Wert vorliegend nicht bzw. nicht ohne den Gesamtzuckergehalt im Produkt 

um den Zuckergehalt des zugesetzten Zuckers zu bereinigen, zur Bestim-

mung des Cranberry-Saftanteils verwendet werden kann. Das METAS hat 

daher anhand des Kaliumgehalts, welcher mittels ICP-OES gemessen und 

mit dem Referenzwert aus der Fachliteratur verglichen wurde, den Cran-

berry-Saftanteil eruiert. Diese Methode erscheint nachvollziehbar und ist 

nicht zu beanstanden (vgl. Urteil des BVGer A-5136/2018 vom 9. Dezem-

ber 2019 E. 2.3.2 und E. 3.4.1, in welchem ebenfalls auf Referenzwerte 

aus der Fachliteratur verwiesen wird). Die Beschwerdeführerin entgegnet 

im Rahmen ihrer freigestellten Stellungnahme vom 28. März 2022, es gäbe 

eine gewisse Schwankungsbreite der Mineralstoffgehalte (und so auch des 

Referenzwertes) in natürlichen Fruchtsäften. Dies mag zwar durchaus zu-

treffen. Vorliegend wurde das Resultat jedoch durch die Herstellerangaben 

A-3145/2021 

Seite 27 

auf der Flasche des streitbetroffenen Produkts bestätigt. Es besteht vorlie-

gend somit gerade kein Grund, an den Herstellerangaben zu zweifeln. 

Letztlich handelt es sich auch bei den Brix-Werten um Referenz- bzw. sta-

tistische Durchschnittswerte. Die Entgegnung der Beschwerdeführerin, 

wonach die Vorinstanz willkürlich handle, vermag daher nicht zu überzeu-

gen. 

Im Laborbefund des METAS vom 9. Oktober 2020 (VB 5) wird das Mess-

resultat in Gewichtsprozent angegeben, obwohl das Volumenprozent gilt 

(Stellungnahme des METAS vom 25. August 2021 [VB 39]). Als Erklärung 

führt das METAS unter anderem in seiner Stellungnahme vom 8. Dezem-

ber 2021 aus, welche im Rahmen der Duplik vom 23. Dezember 2021 ein-

gereicht wurde, dass die Differenz zwischen Gewichts- und Volumenpro-

zent sehr klein sei (nach der Rundung resultiere gar dasselbe Ergebnis). 

Dies rühre daher, dass die relative Dichte der Ware nahe bei 1.0 (konkret 

bei: 1.012) liege. Auch dies erscheint nachvollziehbar. Da sich letztlich aber 

sowohl aufgrund des Gewichts- als auch aufgrund des Volumenprozents 

ein Gehalt an Cranberry-Saft von über 25 % ergibt, kann die Beschwerde-

führerin aus ihren diesbezüglichen Ausführungen nichts für sich ableiten. 

3.4.3.3 Auf den anlässlich der Beschau vom 23. September 2020 aufge-

nommen Fotos des Produkts «(Marke) Cranberry Classic» (VB 2, Be-

schaubefund [inkl. Fotografien] vom 25. September 2020) ist die (deut-

sche) Gehaltsangabe tatsächlich nicht (gut) lesbar. Die französische Fas-

sung der Etikette ist jedoch gut ersichtlich («jus de cranberry à base de 

concentré [27 %]). Im Rahmen ihrer Duplik reicht die Vorinstanz Fotos der 

Vorder- und Rückseite der Flasche mit der Prüfberichtnummer X ein (vgl. 

Stellungnahme METAS vom 8. Dezember 2021, Ref. 3 und 4). Dort ist ein 

Gehalt an Cranberry-Saft von 27 % ablesbar. Da diese Angabe ausserdem 

den Befund und den Prüfbericht des METAS bestätigen, gibt es keinen 

Grund, an der Tauglichkeit dieser Fotos zu zweifeln. Hieran vermag auch 

nichts zu ändern, dass die Beschwerdeführerin mit Replik (Beilage 4) ein 

Foto einreicht, auf welchem eine Etikette mit einer Gehaltsangabe für Cran-

berry-Saft von 23 % erkennbar ist. In Übereinstimmung mit der Vor- 

instanz ist damit nämlich nicht belegt, ob das Etikett bzw. die Ware dem 

vorliegend streitbetroffenen und einzureihenden Produkt «(Marke) Cran-

berry Classic» entspricht, welches das METAS im Herbst 2020 untersucht 

hat. Tatsächlich ist nicht auszuschliessen, dass der Hersteller des Safts die 

Rezeptur mittlerweile angepasst und den Anteil an Cranberry-Saft unter 

25 % gesenkt hat. Auch aus dem Umstand, dass die Fotos nicht datiert 

sind, kann die Beschwerdeführerin nichts für sich ableiten. Auf dem durch 

A-3145/2021 

Seite 28 

die Vorinstanz mit Duplik eingereichten Foto der Vorderseite der Flasche 

mit der Prüfberichtnummer X ist das Datum vom 23. September 2020 ver-

merkt (vgl. Stellungnahme METAS vom 8. Dezember 2021, Ref. 3). 

3.4.4 Insgesamt ist die Messmethode des METAS aufgrund des Kaliumge-

halts nachvollziehbar und nicht zu beanstanden. Das Resultat wird ausser-

dem durch die Herstellerangaben auf der Flasche des streitbetroffenen 

Produkts «(Marke) Cranberry Classic» bestätigt. Auf den Brix-Wert ist vor-

liegend nicht abzustellen und auch die Fotos anlässlich der Beschau sind 

nicht zu beanstanden. Da die Brix-Werte vorliegend – wie erwähnt – nicht 

ausschlaggebend sind, stösst auch die diesbezügliche Rüge der Be-

schwerdeführerin, das Legalitätsprinzip sei verletzt, ins Leere. Insgesamt 

wurde der Sachverhalt durch die Vorinstanz somit nicht unrichtig festge-

stellt. Das vorliegend streitbetroffene Produkt «(Marke) Cranberry Classic» 

enthält einen Gehalt von 27 % Moosbeeren(frucht)saft. 

3.5  

3.5.1 Da das streitbetroffene Produkt «(Marke) Cranberry Classic» einen 

Gehalt von 27 % Moosbeeren(frucht)saft enthält (soeben: E. 3.4.4), han-

delt es sich um einen mit Wasser verdünnten Fruchtsaft und ist in die Ta-

rifnummer 2202.9932 einzureihen (E. 3.3.3). 

3.5.2 Dies gilt auch für die durch dieselbe Zollstelle am 20. November 2020 

ausgestellten Veranlagungsverfügungen, welche ebenfalls das Produkt 

«(Marke) Cranberry Classic» betrafen. Teilweise beinhalteten diese Veran-

lagungsverfügungen auch die Produkte «(Marke) Cranberry Classic lite» 

und «(Marke) Cranberry Classic light», welche allesamt unter der Tarifnum-

mer 2202.9932 angemeldet und veranlagt wurden (vgl. Sachverhalt 

Bst. C.c; VB 12-14, Veranlagungsverfügungen vom 20. November 2020). 

Dass diese Anmeldungen «unter ausdrücklichem Vorbehalt» erfolgt sein 

sollen, ist weder belegt noch ergibt sich das aus den Akten; unbestrittener-

massen hat die Beschwerdeführerin (auch) gegen diese Veranlagungsver-

fügungen Beschwerde eingereicht. Im Rahmen ihrer Beschwerde legt die 

Beschwerdeführerin aber keine Nachweise hinsichtlich dieser Produkte 

vor, welche eine andere Einreihung bzw. eine Einreihung in die Tarifnum-

mer 2202.1000 zu begründen vermögen. Insbesondere wird nicht belegt, 

dass das Produkt «(Marke) Cranberry Classic lite» oder das Produkt 

«(Marke) Cranberry Classic light» eine andere Zusammensetzung bzw. ei-

nen anderen Gehalt an Moosbeeren(frucht)saft enthalten. 

A-3145/2021 

Seite 29 

3.6 Unbestritten ist vorliegend, dass die Vorinstanz der Beschwerdeführe-

rin im Rahmen der Akteneinsicht den Prüfbericht Nr. X, welcher Angaben 

zur Methodik und den Messresultaten enthält, nicht zur Verfügung gestellt 

hatte. Erst im Rahmen der Vernehmlassung hat sie diesen eingereicht (vgl. 

E. 3.1.2 und E. 3.4.3.1). Zu prüfen ist somit, ob die Vorinstanz das rechtli-

che Gehör verletzt hat. 

3.6.1 Diesbezüglich moniert die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe 

infolge fehlender Begründung zur Berechnung des Anteils an Cranberry-

Saft einen Ermessensspielraum ausgenützt, was eine Ungleichbehand-

lung gemäss Art. 8 BV zur Folge haben könnte. Durch die nicht rechtsge-

nügsame Ermittlung der Prozente Cranberry-Saft in ihrem (demjenigen der 

Beschwerdeführerin) Erzeugnis – die materielle Richtigkeit und formelle 

Vollständigkeit der Beschau sei nicht protokolliert und offengelegt worden 

– sei die Vorinstanz der Beweislastregelung gemäss Art. 8 ZGB nicht nach-

gekommen. Es liege somit auch eine Verletzung des Willkürverbotes nach 

Art. 9 BV vor. Insgesamt rügt die Beschwerdeführerin somit sinngemäss, 

die Vorinstanz habe das rechtliche Gehör verletzt. Dies sei bei der Kosten-

verlegung zu berücksichtigen. 

Hiergegen erwidert die Vorinstanz, die Bestimmung der Tarifnummer lasse 

keinen Ermessenspielraum offen. Mit ihrer Beurteilung und insbesondere 

mit der Beweiswürdigung sei das Gleichbehandlungsgebot nicht verletzt 

worden. Durch die chemische Analyse und den (mittlerweile eingereichten) 

Prüfbericht Nr. X des METAS, habe sie (die Vorinstanz) den Nachweis er-

bracht, dass die strittige Ware in die Tarifnummer 2202.9932 einzureihen 

sei. Ebenso sei in der Stellungnahme des METAS begründet worden, wie 

der Anteil an Cranberry-Saft ermittelt worden sei. Eine Heilung des allen-

falls verletzten Gehörsanspruch durch das Bundesverwaltungsgericht er-

scheine als zielführend. 

3.6.2 Das Recht auf Akteneinsicht ist Teil des verfassungsrechtlichen An-

spruchs auf rechtliches Gehör, welcher in Art. 29 Abs. 2 BV verankert ist 

(BGE 140 V 464 E. 4.1, 135 II 286 E. 5.1). Sinn und Zweck des Aktenein-

sichtsrechts ist, dass die Parteien jene Elemente kennen, die für den Ent-

scheid der Behörde bzw. des Gerichts möglicherweise relevant sein kön-

nen (WALDMANN/OESCHGER, in: Waldmann/Krauskopf [Hrsg.], Praxiskom-

mentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 3. Aufl. 2023, Art. 26 N. 32). 

Das Akteneinsichtsrecht bezieht sich auf sämtliche Akten eines Verfahrens, 

die für dieses erstellt oder beigezogen wurden, ohne dass ein besonderes 

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Seite 30 

Interesse geltend gemacht werden müsste (BGE 144 II 427 E. 3.1.1, 129 I 

249 E. 3). Die Akteneinsicht ist auch zu gewähren, wenn die Ausübung des 

Akteneinsichtsrechts den Entscheid in der Sache nicht zu beeinflussen ver-

mag. Die Einsicht in die Akten, die für ein bestimmtes Verfahren erstellt 

oder beigezogen wurden, kann demnach nicht mit der Begründung verwei-

gert werden, die fraglichen Akten seien für den Verfahrensausgang belang-

los. Es muss vielmehr dem Betroffenen selber überlassen sein, die Rele-

vanz der Akten zu beurteilen (BGE 132 V 387 E. 3.2; Urteile des BGer 

1B_240/2021 vom 8. Februar 2022 E. 2.2, 1B_287/2012 vom 25. Juni 

2012 E. 2.3). 

3.6.3 Für das Verwaltungsverfahren des Bundes und das anschliessende 

Beschwerdeverfahren konkretisieren die Art. 26-28 VwVG das Recht auf 

Akteneinsicht. Gemäss Art. 26 Abs. 1 VwVG hat die Partei oder ihr Vertre-

ter Anspruch darauf, in ihrer Sache Eingaben von Parteien und Vernehm-

lassungen von Behörden (Bst. a), alle als Beweismittel dienende Aktenstü-

cke (Bst. b) und Niederschriften eröffneter Verfügungen (Bst. c) am Sitz der 

verfügenden Behörde oder einer durch diese zu bezeichnenden kantona-

len Behörde einzusehen. Art. 27 VwVG regelt die Ausnahmen. 

3.6.4 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Dessen Ver-

letzung führt grundsätzlich ungeachtet der Erfolgsaussichten der Be-

schwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfü-

gung (BGE 132 V 387 E. 5.1). Eine nicht besonders schwerwiegende Ver-

letzung des rechtlichen Gehörs kann ausnahmsweise als geheilt gelten, 

wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Rechts-

mittelinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt als auch die Rechts-

lage frei prüfen kann. Unter dieser Voraussetzung ist darüber hinaus – im 

Sinne einer Heilung des Mangels – selbst bei einer schwerwiegenden Ver-

letzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von einer Rückweisung der 

Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu 

einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen 

führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der 

betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu 

vereinbaren wären (statt vieler: BGE 147 IV 340 E. 4.11.3, 142 II 218 

E. 2.8.1, 137 I 195 E. 2.3.2, 133 I 201 E. 2.2; Urteile des BVGer 

A-3193/2018 und A-3194/2018 vom 7. Mai 2019 E. 9.6, A-5859/2017 vom 

29. Juni 2018 E. 5.1.2, A-4061/2016 vom 3. Mai 2017 E. 2.2). Wird die vor- 

instanzliche Gehörsverletzung im Beschwerdeverfahren geheilt, ist diesem 

Umstand im Kostenpunkt Rechnung zu tragen. Der betroffenen Person 

sind keine oder – falls es sich um einen geringfügigen Mangel handelt – 

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Seite 31 

bloss reduzierte Verfahrenskosten aufzuerlegen, und ihr ist allenfalls eine 

Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. BGE 136 II 214 E. 4.4, 126 II 111 

E. 7b; Urteil des BVGer A-3202/2022 vom 18. Juli 2023 E. 2.7.4; MOSER 

ET AL., a.a.O., Rz. 3.114a). 

3.6.5 Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin – wie gezeigt – (erst) mit 

Vernehmlassung den Prüfbericht, welcher Angaben zur Methodik und den 

Messresultaten enthält, zukommen lassen. Auch ihrer Begründungspflicht, 

als Teil des Gehörsanspruchs, welcher ebenfalls der nachträglichen Ge-

währung des rechtlichen Gehörs zugänglich ist (statt vieler: Urteil des 

BVGer A-3202/2022 vom 18. Juli 2023 E. 2.7.3), ist sie somit erst in diesem 

Zeitpunkt nachgekommen. Dadurch hat die Vorinstanz das rechtliche Ge-

hör verletzt. Immerhin konnte sich die Beschwerdeführerin in ihrer Replik 

und in ihrer (freigestellten) Stellungnahme zum Prüfbericht äussern. Das 

Bundesverwaltungsgericht verfügt in den sich vorliegend stellenden Sach- 

und Rechtsfragen über dieselbe Kognition wie die Vorinstanz, und der Be-

schwerdeführerin stehen vor Bundesverwaltungsgericht dieselben Mitwir-

kungsrechte wie vor der Vorinstanz zu. Die Rückweisung der Sache an die 

Vorinstanz würde somit zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu 

unnötigen Verzögerungen führen. Unter diesen Umständen ist im Sinne 

der Heilung des Mangels praxisgemäss von einer Rückweisung der Sache 

an die Vorinstanz abzusehen. Die festgestellte Gehörsverletzung führt je-

doch zu Kosten- und Entschädigungsfolgen (sogleich: E. 4). Inwiefern dar-

über hinaus das Rechtsgleichheitsgebot und das Willkürverbot verletzt sein 

sollten, ist nicht ersichtlich. Ausserdem wurde auch der Sachverhalt durch 

die Vorinstanz nicht unrichtig oder unvollständig festgestellt. 

3.7 Insgesamt ist die in Frage stehende Ware – in Übereinstimmung mit 

der Vorinstanz – der Zolltarifnummer 2202.9932 zuzuordnen und die Be-

schwerde abzuweisen. 

4.  

4.1 Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei 

auferlegt (Art. 63 Abs. 1 VwVG und Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Feb-

ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-

tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Als unterliegende Partei hat die Be-

schwerdeführerin die Verfahrenskosten grundsätzlich in vollem Umfang zu 

tragen. Die Verfahrenskosten sind vorliegend praxisgemäss und dem Auf-

wand entsprechend auf Fr. 4'250.-- festzusetzen. Aufgrund der festgestell-

ten Gehörsverletzung durch die Vorinstanz (E. 3.6.5) rechtfertigt es sich 

jedoch, der Beschwerdeführerin die Verfahrenskosten teilweise zu 

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Seite 32 

erlassen (vgl. E. 3.6.4; vgl. Urteile des BVGer A-484/2021 vom 25. Januar 

2023 E. 7.1, A-4651/2020 vom 6. Oktober 2020, A-3193/2018 und 

A-3194/2018 vom 7. Mai 2019 E. 18 mit weiteren Hinweisen). Folglich sind 

von den auf Fr. 4'250.-- festzusetzenden Verfahrenskosten Fr. 3'000.-- 

durch die Beschwerdeführerin zu tragen. Der letztere Betrag ist dem von 

der Beschwerdeführerin geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 4'250.-- zu 

entnehmen. Der verbleibende Restbetrag von Fr. 1'250.-- ist der Be-

schwerdeführerin zurückzuerstatten. 

Der Vorinstanz sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 

VwVG). 

4.2 Der unterliegenden Beschwerdeführerin steht grundsätzlich keine Par-

teientschädigung zu (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 1 

VGKE e contrario). Analog zu den vorstehenden Ausführungen über die 

Verfahrenskosten rechtfertigt es sich jedoch, angesichts der festgestellten 

Gehörsverletzung durch die Vorinstanz vom Unterliegerprinzip ausnahms-

weise abzuweichen und der Beschwerdeführerin gestützt auf das Verursa-

cherprinzip eine reduzierte Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. auch 

Urteile des BVGer A-484/2021 vom 25. Januar 2023 E. 7.2, A-5859/2017 

vom 29. Juni 2018 E. 7.2 mit weiteren Hinweisen). Mangels Kostennote ist 

diese praxisgemäss nach freiem richterlichen Ermessen auf Fr. 1’900.-- 

festzusetzen (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE). 

5.  

Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet über Tarifstreitigkeiten im 

Sinne von Art. 83 Bst. l des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 

Bundesgericht (BGG, SR 173.110) letztinstanzlich. 

  

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Seite 33 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 4'250.-- werden der Beschwerdeführerin im 

Umfang von Fr. 3'000.-- auferlegt. 

Dieser Betrag wird dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 4'250.-- ent-

nommen. Der Restbetrag von Fr. 1'250.-- wird der Beschwerdeführerin zu-

rückerstattet. 

3.  

Die Vorinstanz wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine reduzierte 

Parteientschädigung von Fr. 1’900.-- zu bezahlen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz. 

 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Iris Widmer Anna Strässle 

 

 

Versand: 

  

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Seite 34 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Einschreiben) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben)