# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bfa66332-29f5-5e69-9e27-6f7fe27f8e41
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 20.10.2014 AVI 2013/60
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_AVI-2013-60_2014-10-20.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: AVI 2013/60

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: AVI - Arbeitslosenversicherung

Publikationsdatum: 20.10.2014

Entscheiddatum: 20.10.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 20.10.2014
Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG, Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV. Einstellung in der 
Anspruchsberechtigung wegen Selbstkündigung. Eine unzumutbare 
Wohnsituation aufgrund von Fremdenfeindlichkeiten gegenüber 
Familienangehörigen rechtfertigt nicht die Kündigung einer zumutbaren 
Arbeitsstelle. Die persönliche Drucksituation ist bei der Bestimmung des 
Verschuldens und der Einstellhöhe jedoch zu berücksichtigen. Reduktion 
von 31 auf 25 Einstelltage (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 20. Oktober 2014, AVI 
2013/60).Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer (Vorsitz), Christiane Gallati 
Schneider undLisbeth Mattle Frei; a.o. Gerichtsschreiberin Eliane Ess

Entscheid vom 20. Oktober 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

Kantonale Arbeitslosenkasse, Davidstrasse 21, 9001 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Einstellung in der Anspruchsberechtigung (Selbstkündigung)

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Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___ meldete sich am 16. Juli 2013 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum 

(nachfolgend: RAV) zur Arbeitsvermittlung an und beantragte per 1. August 2013 

Arbeitslosenentschädigung (act. G 3.1.22; 3.1.24).

A.b  Gemäss der Arbeitgeberbescheinigung vom 23. Mai 2013 war der Versicherte vom 

18. April 2011 bis 31. Juli 2013 als Content Producer bei der B.___ AG in einem 100%-

Arbeitspensum beschäftigt (act. G 3.1.38). Er kündigte das Arbeitsverhältnis am 2. April 

2013 per 30. Juni 2013, wobei seine Kündigungsfrist in Absprache mit seinem 

Vorgesetzten bis 31. Juli 2013 verlängert wurde (act. G 3.1.27; 3.1.34).

A.c  In seiner Stellungnahme vom 26. Juli 2013 an die Kantonale Arbeitslosenkasse 

führte der Beschwerdeführer aus, dass er während seiner Probezeit bei der B.___ AG 

unter der Woche in C.___ gearbeitet und gewohnt habe und jeweils am Freitagabend 

zu seiner Familie nach D.___ gefahren sei, wo er bis am Sonntagabend geweilt habe. 

Nach Bestehen seiner Probezeit habe er einen Mietvertrag für ein Reiheneckhaus in 

E.___, Kanton F.___, unterzeichnet. Seine Kündigung bei der B.___ AG begründete der 

Beschwerdeführer damit, dass seine Lebensgefährtin sowie die Kinder in den 

eineinhalb Jahren seit dem berufsbedingten Umzug von D.___ nach E.___, Kanton 

F.___, mehrfach Fremdenfeindlichkeiten erfahren hätten. So seien das Auto seiner aus 

G.___ stammenden Lebensgefährtin in der abgeschlossenen Tiefgarage zerkratzt und 

die Jalousien an der Eingangstür verbogen worden. Im Weiteren sei der damals 15-

jährige Sohn seiner Lebensgefährtin in der Schule zu Beginn gemobbt und im Dorf als 

"Scheiss G.___, …verpiss dich hier" beschimpft worden. Der Höhepunkt sei erreicht 

worden, als er im Garten Glasscherben entdeckt habe, die um das Spielhaus ihres 

damals 2-jährigen Sohnes drapiert worden seien. Für ihn und seine Lebensgefährtin als 

treusorgende Eltern seien dies klare Zeichen dafür gewesen, die Zelte in dieser 

feindseligen Gegend abzubrechen und die gute Arbeitsstelle zu kündigen (act. 

G 3.1.39).

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A.d  Mit Verfügung vom 7. August 2013 stellte die Kantonale Arbeitslosenkasse den 

Versicherten aufgrund seiner Selbstkündigung ab 1. August 2013 für 31 Tage in der 

Anspruchsberechtigung ein. Es sei verständlich, dass der Versicherte seine Familie 

habe schützen wollen, dies rechtfertige jedoch nicht die Aufgabe einer zumutbaren 

Stelle ohne Zusage einer Anschlussstelle. Somit sei ihm ein Verschulden an der 

Arbeitslosigkeit anzulasten, welches jedoch unter Berücksichtigung der Umstände an 

der untersten Grenze von schwer beurteilt werde (act. G 3.1.16).

A.e  Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom 9. August 2013 Einsprache. 

Man habe versucht, ihn und seine Familie in niederträchtigster Art und Weise und 

mittels einer Straftat aus dem Dorf zu treiben, was seiner Meinung nach einen 

ausserordentlich gewichtigen Grund darstelle, eine Arbeitsstelle sofort zu kündigen. 

Aufgrund des Verhaltens gewisser Einwohner E.___s habe er bereits seit Anfang 2013 

ernsthafte Bestrebungen unternommen, eine neue Stelle in der Ostschweiz zu finden. 

Im Oktober 2013 werde er eine neue Arbeitsstelle als Freelancer bei der H.___ AG 

antreten. Aufgrund von fehlenden Unterhaltszahlungen des Vaters müsse er für den 15-

jährigen Sohn seiner Partnerin aufkommen. Im Weiteren hätten er und seine 

Lebenspartnerin den Zeitpunkt des Umzugs so gelegt, dass dem 15-jährigen Kind 

keine schulischen Nachteile widerfahren und dieses am 12. August 2013 das neue 

Schuljahr in D.___ beginnen könne (act. G 3.1.12).

A.f   Mit Einspracheentscheid vom 17. September 2013 wies die Kantonale Arbeits­

losenkasse die Einsprache ab. Es sei verständlich, dass der Versicherte aufgrund der 

von ihm erwähnten Vorfälle den Wohnort habe wechseln wollen. Der Wohnortswechsel 

von E.___, Kanton F.___, nach I.___, Kanton D.___, sei jedoch seine eigene 

Entscheidung gewesen, welche die Kündigung einer zumutbaren Stelle nicht 

rechtfertige. Vielmehr hätte von ihm erwartet werden dürfen, eine angemessene 

Unterkunft für seine Familie ausserhalb von E.___ in der Nähe seiner Arbeitsstelle zu 

finden. Mit seiner Kündigung habe der Versicherte eine Arbeitslosigkeit nach 

Beendigung seines Arbeitsverhältnisses in Kauf genommen. Damit sei eine selbst 

verschuldete Arbeitslosigkeit zu Recht festgestellt worden (act. G 3.1.8).

B.    

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B.a  Mit Beschwerde vom 18. September 2013 gelangt der Beschwerdeführer ans 

Versicherungsgericht. Er verlangt sinngemäss die Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 17. September 2013. Zur Begründung führt er aus, dass er 

während knapp 6 Monaten keine seinen Wünschen und Anforderungen entsprechende 

Unterkunft in der unmittelbaren Umgebung seiner Arbeitsstelle gefunden habe. Im 

Weiteren habe er bei 12 besichtigten Unterkünften 10-mal zu hören bekommen, dass 

die Schweiz in dieser Gegend noch in Ordnung sei und es keine "G.___" oder andere 

Ausländer gäbe. Letztendlich sei ein Reiheneckhaus in E.___ ihr neues Heim geworden. 

Eine "angemessene Unterkunft" für die Familie bestimmten immer noch er und seine 

Lebensgefährtin. Sie liessen sich nicht von einem Amt (gemeint: der 

Beschwerdegegnerin) vorschreiben, inwieweit eine Unterkunft tragbar sei oder nicht. 

Sie fühlten sich in ihrem Persönlichkeitsrecht angegriffen und widersprächen daher der 

Beschwerdegegnerin vehement. Er frage sich, weshalb die Beschwerdegegnerin zu der 

Annahme gelange, dass seine Kinder durch einen Umzug in eine andere J.___er 

Wohngegend nicht mit ähnlichen Repressalien konfrontiert worden wären. Seine 

Lebensgefährtin und er seien zum Schluss gekommen, keine weiteren Experimente 

einzugehen und zurück an den K.___ zu ziehen, da seine Lebensgefährtin und die 

beiden Kinder in der Stadt D.___ geboren seien (act. G 1).

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 21. Oktober 2013 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Sie macht unter anderem geltend, dass der 

Beschwerdeführer offensichtlich übersehe, dass die Schadenminderungspflicht in der 

Arbeitslosenversicherung eine Kernpflicht der Versicherten sei. Zwar sei es 

verständlich, dass der Beschwerdeführer eine Änderung seiner Wohnsituation 

angestrebt habe. Es hätte von ihm aber erwartet werden können, im Umkreis von rund 

34 Kilometern (Fahrdistanz E.___ – J.___) bzw. innerhalb der zumutbaren maximalen 2 

Stunden Arbeitsweg einen neuen Wohnort für sich und seine Familie zu finden. Die 

Beschwerdegegnerin führt weiter aus, dass sie den gesamten Umständen Rechnung 

getragen habe, indem sie die kleinstmögliche Einstelldauer im schweren 

Verschuldensbereich verfügt habe. Es sei allerdings schwer nachvollziehbar, dass sich 

auch seine Lebensgefährtin in eine selbst verschuldete Arbeitslosigkeit begeben habe. 

Ein schrittweises Vorgehen, indem der eine Partner alsdann nachgezogen wäre, sobald 

der andere Partner Arbeit und Wohnung am Wunschort gefunden hätte, wäre zumutbar 

gewesen (act. G 3).

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B.c  Mit Replik vom 18. November 2013 bestätigt der Beschwerdeführer seinen 

Standpunkt und hält unter anderem fest, dass er und seine Familie nach dem Erlebten 

keine Experimente mehr hätten eingehen wollen und sie deshalb wieder zurück an den 

K.___ gezogen seien. Die Situation in E.___ habe ihn, seine Lebensgefährtin und die 

Kinder auf eine harte Bewährungsprobe gestellt. Ein Trennen der Familie hätte daher 

negative Folgen gehabt, zumal sein 6 Monate anhaltendes Pendeln bei seinem kleinen 

Sohn zuvor zu starken negativen Gefühlsausbrüchen geführt habe. Der 

Beschwerdeführer legt ein (nicht unterzeichnetes) Schreiben vom 16. November 2013 

eines ihm bekannten deutschen Ehepaares bei. Im Schreiben wird die 

fremdenfeindliche Situation in E.___ bestätigt. Weiter führt der Beschwerdeführer unter 

anderem aus, dass eine Kündigung des Mietvertrages für das Haus nur quartalsweise 

(per Ende September 2013) möglich gewesen sei. Mittels Absprache mit der 

Vermieterin habe das Mietverhältnis jedoch per Anfang Juli 2013 aufgelöst werden 

können. Die Beschwerdegegnerin übersehe, dass er in die Versicherung einbezahlt 

habe und nun von seinem Recht Gebrauch mache. Er habe nicht mit einem solchen 

Handeln seitens der Arbeitslosenkasse gerechnet (act. G 5; 5.1).

B.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 7).

Erwägungen:

1.     

Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer zu Recht wegen selbst 

verschuldeter Arbeitslosigkeit für 31 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt 

wurde.

2.     

2.1   Nach Art. 30 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) ist die 

versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes 

Verschulden arbeitslos ist. Die Arbeitslosigkeit gilt unter anderem dann als 

selbstverschuldet, wenn die versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus 

aufgelöst hat, ohne dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihr 

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das Verbleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (Art. 44 Abs. 1 lit. b 

der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die 

Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Im Bereich der freiwilligen Stellenaufgabe 

findet demnach das sozialversicherungsrechtliche Schadenminderungsprinzip seine 

Grenze in der Zumutbarkeit.

2.2   Im Weiteren ist bei der Prüfung der Frage, ob eine Sanktion wegen Selbstaufgabe 

der Stelle im Sinn von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV zulässig ist, das Übereinkommen 

Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über die Beschäftigungsförderung 

und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (nachfolgend 

Übereinkommen; SR 0.822.726.8) zu beachten, das für die Schweiz am 17. Oktober 

1991 in Kraft getreten ist. Nach Art. 20 lit. c des Übereinkommens können Leistungen 

der Arbeitslosenversicherung verweigert, zum Ruhen gebracht oder gekürzt werden, 

wenn die zuständige Stelle festgestellt hat, dass die betreffende Person ihre 

Beschäftigung freiwillig ("volontairement") ohne triftigen Grund ("sans motif légitime") 

aufgegeben hat. Da diese Bestimmung inhaltlich hinreichend bestimmt und klar ist, ist 

sie im Einzelfall direkt anwendbar und geht den nationalen Bestimmungen über den 

Erlass einer Einstellungsverfügung vor (BGE 124 V 236 f. E. 3c). Damit sind bei einer 

völkerrechtskonformen Auslegung von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV bzw. bei der 

Zumutbarkeitsprüfung die gesamten Umstände der versicherten Person zu 

berücksichtigen (Boris Rubin, Commentaire de la loi sur l'assurance-chômage, Genf/

Zürich/Basel 2014, N 36 f. zu Art. 30; Jacqueline Chopard, Die Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung, Diss. Zürich 1998, S. 80). Es kann nicht von einer freiwilligen 

Beschäftigungsaufgabe im Sinn des Übereinkommens gesprochen werden, wenn eine 

versicherte Person nicht von sich aus, sondern vom Arbeitgeber oder durch die 

Entwicklung am Arbeitsplatz zur Kündigung gedrängt wird (BGE 124 V 238 E. 4b/aa).

2.3   Laut Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG ist eine Arbeit unzumutbar, die dem Alter, den 

persönlichen Verhältnissen oder dem Gesundheitszustand der versicherten Person 

nicht angemessen ist. Unter den Begriff der persönlichen Verhältnisse fallen die 

Lebensbedingungen, die ganze Lebensorganisation, die familiäre Situation sowie 

grundrechtsbezogene Aspekte wie beispielsweise die Religionsfreiheit. Rein 

persönliche Gründe werden dabei nicht berücksichtigt (Rubin, a.a.O., N 33 zu Art. 16). 

Ein Selbstverschulden im Sinne der Arbeitslosenversicherung liegt dann vor, wenn und 

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soweit der Eintritt oder das Andauern der Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren 

zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Umständen und 

Verhältnissen vermeidbaren Verhalten der versicherten Person liegt, für das die 

Versicherung die Haftung nicht übernimmt (Urteil des Bundesgerichts vom 10. Mai 

2013, 8C_1021/2012, E. 2.2). Die Zumutbarkeit zum Verbleiben an einer Arbeitsstelle 

wird strenger beurteilt als die Zumutbarkeit zum Antritt einer neuen Arbeitsstelle (BGE 

124 V 238 E. 4b/bb).

3.     

3.1   Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer seine Arbeitsstelle selbst 

gekündigt hat. Zunächst ist zu prüfen, ob die vom Beschwerdeführer aufgeführten 

Gründe, die ihn zu seiner Selbstkündigung veranlasst haben, im Licht des AVIG und 

des Übereinkommens ein Selbstverschulden an der Arbeitslosigkeit ausschliessen.

3.2   In seiner Stellungnahme vom 26. Juli 2013 legte der Beschwerdeführer dar, dass 

seiner Lebensgefährtin, ihrem aus erster Ehe hervorgegangenen Sohn sowie ihrem 

gemeinsamen Sohn mehrfache fremdenfeindliche Akte an ihrem damaligen Wohnort 

E.___, Kanton F.___ widerfahren seien (act. G 3.1.39). Sie hätten deshalb an den K.___ 

zurückkehren wollen, da seine Lebensgefährtin und die beiden Kinder in D.___ geboren 

seien und ihnen deshalb die Gegend sehr vertraut sei (act. G 1). Die 

Beschwerdegegnerin hingegen argumentierte, dass vom Beschwerdeführer hätte 

erwartet werden dürfen, eine Unterkunft für seine Familie ausserhalb von E.___, jedoch 

in der Nähe seiner Arbeitsstelle zu suchen (act. G 3.1.8). Darauf erwiderte der 

Beschwerdeführer, er habe vor der Wohnsitznahme in E.___ knapp 6 Monate nach 

einer Unterkunft in der unmittelbaren Umgebung seiner Arbeitsstelle gesucht und 

nichts gefunden, das seinen Anforderungen und Wünschen entsprochen habe (act. 

G 1). Der Beschwerdeführer stellt sich primär auf den Standpunkt, dass er wegen 

seinem beabsichtigten Wohnsitzwechsel gezwungen gewesen sei, sein bestehendes 

Arbeitsverhältnis schon in einem Zeitpunkt zu kündigen, als er noch nicht über eine 

neue Stelle verfügte. Das Arbeitslosenversicherungsrecht verlangt jedoch zwecks 

Vermeidung von Arbeitslosigkeit, dass die versicherte Person bei einem beabsichtigten 

Stellenwechsel ein Arbeitsverhältnis aufrecht erhält, bis sie eine Anschlussstelle 

gefunden hat. Dieser Grundsatz erfährt eine Ausnahme, wenn gemäss Art. 44 Abs. 1 

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lit. b AVIV die Aufrechterhaltung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar ist, was im 

Folgenden zu prüfen ist.

3.2.1         Der Beschwerdeführer führt aus, dass ihn die Fremdenfeindlichkeiten dazu 

bewogen hätten, seine "gute Arbeitsstelle bei einem Marktführer" zu kündigen (act. 

G 3.1.39). Im Weiteren ist dem Kündigungsschreiben zu entnehmen, dass der 

Beschwerdeführer sich für die schöne Zeit bei der B.___ AG bedankte (act. G 3.1.27). 

Damit war die Arbeit des Beschwerdeführers als solche – unbestrittenermassen – 

zumutbar. Aus den Akten geht jedoch hervor, dass für den Beschwerdeführer aufgrund 

der massiven Angriffe gegen seine Familie schlechte Wohnverhältnisse herrschten. 

Objektiv betrachtet lag zwar keine Situation vor, welche ein sofortiges Verlassen des 

Wohnortes erforderte, zumal der Beschwerdeführer mit dem Wegzug zugewartet hatte, 

bis das 15-jährige Kind sein Schuljahr in E.___ beenden konnte (vgl. act. G 3.1.39). 

Dennoch ist es nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer und seine Familie nicht 

mehr in E.___ wohnen konnten und wollten. Der Wunsch nach einem Wohnsitzwechsel 

begründet jedoch im Allgemeinen keine Unzumutbarkeit des bestehenden 

Arbeitsverhältnisses. Mindestens bis eine Anschlussstelle gefunden ist, gilt der Verbleib 

am bisherigen Arbeitsplatz trotz unangenehmer Wohnsituation als zumutbar (Chopard, 

a.a.O., S. 123 mit Hinweis auf ARV 1979 Nr. 24 S. 121; vgl. aber Urteil des 

Bundesgerichts vom 30. April 2009, 8C_958/2008, E. 4.2). So ist die Unzumutbarkeit 

einer Arbeitsstelle nach der Rechtsprechung nicht allein deswegen anzunehmen, weil 

der Partner oder die Partnerin eine neue Stelle in einem anderen Kanton antritt und ein 

gemeinsames Wohnen dadurch unmöglich wird. Vielmehr hat die versicherte Person in 

einem solchen Fall zumindest für eine gewisse Zeit Übergangslösungen in Kauf zu 

nehmen (Urteil des Bundesgerichts vom 10. Mai 2013, 8C_1021/2012, E. 5.4.2). Damit 

ist dem Beschwerdeführer einerseits vorzuwerfen, keine Familienunterkunft in der 

Umgebung seiner Arbeitsstelle gesucht zu haben. Andererseits wäre dem 

Beschwerdeführer der Verbleib an seiner Arbeitsstelle zumutbar gewesen, bis er eine 

Anschlussstelle gefunden hätte. Allenfalls hätte der Beschwerdeführer und seine 

Familie dabei eine Übergangslösung in Kauf nehmen müssen, so wie dies während 

seiner Probezeit bei der B.___ AG der Fall war. Indem der Beschwerdeführer mit der 

Kündigung nicht bis zur Zusicherung einer Anschlussstelle gewartet hat, hat er das 

Risiko der Arbeitslosigkeit auf sich genommen und damit seine Arbeitslosigkeit im Sinn 

von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV selbst verschuldet.

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3.2.2         An diesem Ergebnis ändert auch die Argumentation des Beschwerdeführers 

nichts, dass er und seine Familie die Rückkehr an den K.___ eines Verbleibs in "dieser 

feindseligen Gegend" vorgezogen hätten (act. G 3.1.39) und das Umfeld des K.___s für 

seine Familie bekanntes Terrain und nicht die sprichwörtliche "Katze im Sack" sei (act. 

G 1). Anzeichen für das Vorfinden einer zumutbaren Wohnsituation ausserhalb E.___s 

und in der Gegend seiner Arbeitsstelle waren durchaus vorhanden. So führt der 

Beschwerdeführer aus, dass sich das 15-jährige Kind im Fussballverein L.___ mit 

einigen Jungen befreundet hat (act. G 3.1.39). Im Weiteren ist dem Schreiben des 

deutschen Ehepaares aus E.___ zu entnehmen, dass sie "dieses rechts eingestellte 

Dorf" aufgrund der Angriffe gegen seine Kinder ebenfalls verlassen werden (act. G 5.1). 

Von einem Umzug in einen anderen Landesteil – wie vom Beschwerdeführer 

vorgenommen – ist nicht die Rede. Zusammenfassend ist folglich von einer selbst 

verschuldeten Arbeitslosigkeit im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG i.V.m. Art. 44 

Abs. 1 lit. b AVIV auszugehen. Die Einstellung des Beschwerdeführers in der 

Anspruchsberechtigung ist demnach zu Recht erfolgt.

4.     

4.1   Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30 

Abs. 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei 

mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 AVIV). 

Ein schweres Verschulden liegt namentlich dann vor, wenn eine versicherte Person 

ohne entschuldbaren Grund eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer 

neuen aufgegeben oder eine zumutbare Arbeit abgelehnt hat (Art. 45 Abs. 4 AVIV). Bei 

der individuellen Verschuldensbeurteilung sind alle Umstände des konkreten Einzelfalls 

zu berücksichtigen, wozu unter anderem die Beweggründe gehören (vgl. AVIG-Praxis 

ALE [Arbeitslosenentschädigung], Rz D64).

4.2   Die durch die Selbstkündigung per 31. Juli 2013 ausgelöste Arbeitslosigkeit des 

Beschwerdeführers basiert an sich auf einem aus arbeitslosenversicherungsrechtlicher 

Sicht schweren Verschulden. Die Bestimmung von Art. 45 Abs. 4 AVIV lässt indes 

Raum, bei Vorliegen entschuldbarer Gründe eine einzelfallgerechte Beurteilung 

vorzunehmen bzw. den Verschuldensrahmen zu öffnen (Chopard, a.a.O., S. 168). Es ist 

daher zu prüfen, ob im vorliegenden Fall Gründe vorliegen, welche das Verschulden 

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reduzieren. Zwar hat der Beschwerdeführer mit der Kündigung nicht bis zur 

Zusicherung einer Anschlussstelle gewartet und somit das Risiko der Arbeitslosigkeit 

auf sich genommen. Daher kann als schuldmindernd lediglich die schwierige 

persönliche Situation des Beschwerdeführers berücksichtigt werden. Die Familie des 

Beschwerdeführers war in E.___ mehrfach Fremdenfeindlichkeiten ausgesetzt. Dass er 

deshalb zurück in die vertraute K.___region wollte, statt Experimente einzugehen, ist 

zumindest nachvollziehbar. In Würdigung der persönlichen Umstände ist von einem 

mittelschweren Verschulden auszugehen und eine Sanktion im mittleren Bereich des 

entsprechenden Einstellrahmens vorzunehmen. Eine

Einstellungsdauer von 25 Tagen erscheint angemessen.

5.     

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und 

die Einstelltage sind von 31 auf 25 Tage zu reduzieren. Gemäss Art. 61 lit. a des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 

SR 830.1) sind keine Gerichtskosten zu erheben.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 17. September 2013 aufgehoben und der Beschwerdeführer 

ab 1. August 2013 für 25 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt.

2.      Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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