# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fe415e47-fd40-5f9d-8766-9fbc2a53bb3f
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-06-28
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2008 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2008
**Docket/Reference:** DB.2012.94
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2012_94_tc.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2012.94 
1 ST.2012.107 

Entscheid 

28. Juni 2012 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsident Walter Balsiger, Steuerrichter Anton Tobler, Steuerrichter  
Michael Ochsner und Gerichtsschreiberin Nadja Obreschkow 

In Sachen 

A,    

vertreten durch Würth Treuhand AG,  
Norastrasse 7, Postfach, 8040 Zürich,  

gegen 

Beschwerdeführer/
Rekurrent,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Konsum,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2008 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2008 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  (nachfolgend  der  Pflichtige)  deklarierte  in  den  Steuererklärungen  2001 

bis  2007  Kontokorrentschulden  gegenüber  der  im  Blumenhandel  tätigen  A  AG  von 

Fr. 2'053'485.-  (Ende  2001),  Fr.  1'420'485.-  (Ende  2002),  Fr.  1'360'485.-  (Ende  2003 

und  2004)  bzw.  Fr.  1'360'000.-  (Ende  2005,  2006  und  2007).  In  der  Steuererklärung 

2008 führte er diese Schuld nicht mehr auf.  

Mit  Auflage  vom  28.  Oktober  2010  forderte  der  Steuerkommissär  eine  ent-

sprechende  Erklärung.  Dabei  verlangte  er  neben  den  Darlehens-  und  Kontokorrent-

verträgen  insbesondere  Belege  betreffend  eine  allfällige  Rückzahlung  per  2008  oder 

aber  Korrespondenzen  und  Vereinbarungen  betreffend  einen  allfälligen  Schulderlass. 

Der  Pflichtige  teilte  mit  Auflageantwort  vom  25.  November  2010  mit,  dass  die  A  AG 

durch Verfügung des Konkursrichters im Handelsregister gelöscht worden sei. Die For-

derung  gegenüber  dem  Pflichtigen  sei  von  der  Konkursverwaltung  nicht  geltend  ge-

macht  worden.  In  der  Folge  unterbreitete  ihm  der  Steuerkommissär  einen  Einschät-

zungsvorschlag,  in  welchem  er  vorsah,  die  weggefallene  Schuld  als  steuerbares 

Einkommen  zu erfassen.  Nachdem  der  Pflichtige  darauf  nicht  reagiert  hatte,  nahm  er 

mit  Einschätzungsentscheid  (Staats-  und Gemeindesteuern)  bzw.  Veranlagungsverfü-

gung  (direkte  Bundessteuer)  vom  1.  bzw.  22.  Februar  2011  eine  entsprechende  Ein-

kommensaufrechnung  in  der  Höhe  von  Fr.  1'360'000.-  vor.  Gestützt  darauf  und  auf-

grund  weiterer  kleinerer  Korrekturen  resultierten  für  die  Steuerperiode  2008  die 

folgenden Faktoren: 

    Staats- und Gemeindesteuern 

       Direkte Bundessteuer 

                       Fr.  

Steuerbares Einkommen 

1'415'600.- 

Satzbestimmendes Einkommen 

1'415'600.- 

Steuerbares Vermögen 

Satzbestimmendes Vermögen  

257'000.- 

352'000.-. 

          Fr.  

1'416'600.- 

B. Hiergegen liess der Pflichtige am 3. bzw. 18. März 2011 Einsprache erhe-

ben  und  beantragen,  auf  die  einkommensseitige  Aufrechnung  des  Darlehenserlasses 

sei  zu  verzichten.  Zur  Begründung  wurde  lediglich  angeführt,  dass  der  Erlass  ohne 

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Einfluss  des  Pflichtigen  erfolgt  sei  bzw.  dass  die  Konkursverwaltung  die  Forderung 

gegenüber diesem nicht geltend gemacht habe. 

Mit Auflage vom 14. Juni 2011 bzw. Mahnung vom 15. November 2011 führte 

das  kantonale  Steueramt  eine  ergänzende  Untersuchung  im  Einspracheverfahren 

durch. Dabei wurden noch einmal die Gründe des Darlehenserlasses erfragt und Kor-

respondenzen  mit  der  Konkursverwaltung  eingefordert.  Zudem  wurden  die  Vermö-

gensverhältnisse des Pflichtigen näher untersucht und in diesem Zusammenhang Un-

terlagen betreffend den Verkehrswert der Liegenschaften und einer privaten Sammlung 

des Pflichtigen einverlangt. Der Letztere reagierte darauf nicht.  

Das kantonale  Steueramt  hiess  die  Einsprachen  am  22.  März  2012  teilweise 

gut, indem es die Einkommensfaktoren um Fr. 560'000.- reduzierte bzw. neu wie folgt 

festlegte: 

    Staats- und Gemeindesteuer 

       Direkte Bundessteuer 

                       Fr.  

Steuerbares Einkommen 

Satzbestimmendes Einkommen 

855'600.- 

855'600.-. 

          Fr.  

856'300.- 

Das  Steueramt  erwog,  dass  der  Darlehensverzicht  lediglich  im  Umfang  der 

Werthaltigkeit des Darlehens als Einkommen zu besteuern sei. Weil der Pflichtige die 

Auflage betreffend die Werthaltigkeit seiner Vermögenswerte nicht erfüllt habe, müsse 

die  Werthaltigkeit  der  Darlehensforderung  im  Betrag  von  Fr.  1'360'000.-  nach  pflicht-

gemässem  Ermessen  geschätzt  werden,  und  zwar  auf  Fr.  800'000.-.  Hinsichtlich  der 

Staats- und Gemeindesteuern auferlegte das kantonale Steueramt dem Pflichtigen die 

Verfahrenskosten von Fr. 1'300.-. 

C. Mit Beschwerde und Rekurs vom 20./21. April 2012 liess der Pflichtige be-

antragen,  auf  die  einkommensseitige  Aufrechnung  des  Darlehenserlasses  im  Umfang 

von Fr. 800'000.- zu verzichten. Zur Begründung wurde geltend gemacht, dass sich der 

Vermögensstand  des  Pflichtigen  per  Ende  2008  auf  lediglich  Fr.  405'500.-  belaufen 

habe.  Aufgrund seiner  wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit  hätte  er  demnach  seinerzeit 

lediglich Fr. 400'000.- in die Konkursmasse einschiessen können. Um die aus der an-

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gefochtenen Einschätzung resultierende Steuerschuld von rund Fr. 325'000.- bezahlen 

zu können, müsste er sein ganzes Vermögen verkaufen. Aus dem Einkommen könnte 

er  die  Steuerschuld  nicht  begleichen,  zumal  er  per  2012  das  Pensionsalter  erreiche 

und  danach  nur  noch  über  ein  Renteneinkommen  verfüge.  Der  Verkauf  der  Vermö-

genswerte, insbesondere der selbst genutzten Wohnung in B, würde sodann auch sei-

ne Altersvorsorge gefährden. Er müsste deshalb Steuererlass beantragen und es wäre 

zu  befürchten,  dass  er  letztlich  von  der  Sozialhilfe  abhängig  würde.  Beigelegt  waren 

diesen  Ausführungen  zwei  Verkehrswertschätzungen  zu  den  beiden Wohnungen  des 

Pflichtigen in B und C.  

Das kantonale Steueramt schloss mit Vernehmlassung vom 4. Juni 2012 auf 

Abweisung  der  Rechtsmittel.  Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  (ESTV)  liess  sich 

nicht vernehmen.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) Der direkten Bundessteuer als Einkommenssteuer natürlicher Personen 

unterliegen alle wiederkehrenden und einmaligen Einkünfte mit Ausnahme der Kapital-

gewinne aus der Veräusserung von Privatvermögen (Art. 16 Abs. 1 und 3 des Bundes-

gesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990, DBG). Als steuerba-

re  Einkünfte  gelten  namentlich  das  Einkommen  aus  unselbstständiger  und  selbst-

ständiger Erwerbstätigkeit (Art. 17 und Art. 18 DBG) sowie aus beweglichem und un-

beweglichem Vermögen (Art. 20 und 21 DBG). 

b)  Streitig  ist  vorliegend  die  steuerliche  Behandlung  eines  Forderungsver-

zichts  zugunsten  einer Privatperson.  Soweit  es  um  den  Erlass einer  Geschäftsschuld 

geht,  ist  diesbezüglich  anerkannt,  dass  Einkommen  aus  selbstständiger  Erwerbstätig-

keit  im  Sinn  von  Art.  18  DBG  vorliegt  (BGE  133  V  105,  nicht  publizierte  E.  3.2; 

vgl. auch  Peter  Locher,  Kommentar  zum  DBG,  I.  Teil,  2001,  Art.  31  Rz.  15  DBG; 

Reich/Züger, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2a, 2. A., 2008, 

Art. 31 N 18 DBG). 

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Vorliegend hat eine konkursite Aktiengesellschaft gegenüber ihrem Hauptakti-

onär  aus  nicht  bekannten  Gründen  auf  eine  Forderung  in  Millionenhöhe  verzichtet. 

Dieser  Vorgang  stellt  nach  der  massgebenden  Reinvermögenszugangstheorie  (BGr, 

27. Januar 2003, 2P. 233/2002, E. 3.2 = StE 2003 B 21.1 Nr. 11) eine Einkunft im Sinn 

der  Einkommensgeneralklausel  von  Art.  16  Abs.  1  DBG  dar  (Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter,  Handkommentar  zum  DBG,  2.  A.,  2009,  Art.  16  N  10;  Locher,  Art. 16 

Rz. 17 DBG e contrario; Reich, Art. 16 Rz. 26 DBG). Fragen liesse sich höchstens, ob 

es sich bei diesem Reinvermögenszugang um einen – im Privatvermögen – steuerfrei-

en  Kapitalgewinn  handelt  (Art.  16  Abs.  3  DBG).  Diese  Ansicht  ist  indes  abzulehnen 

(BGr, 13. August 2008, StE 2009 B 21.1 Nr. 18 = ZStP 2008, 300). So fehlt es nämlich 

schon  am  Element  der Veräusserung  als  Merkmal  des  Kapitalgewinns;  vielmehr  geht 

es hier um die Beendigung der Gläubiger/Schuldner-Beziehung.  

Denkbar  wäre  allenfalls  noch,  dass  eine  Schuld  schenkungshalber  erlassen 

wird  (Reich,  Art.  16  Rz.  26  DBG;  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art.  16  N  10),  was 

aber im Verhältnis einer kreditgewährenden Aktiengesellschaft zu ihrem Kreditnehmer 

nicht  zu  vermuten  und  hier  auch  nicht  behauptet  worden  ist;  eine  gewinnorientierte 

Aktiengesellschaft  macht  nämlich  naturgemäss  keine  Geschenke.  Letzteres  gilt  mit 

Blick auf die Interessen der Gläubiger auch für eine Aktiengesellschaft, welche in Kon-

kurs gefallen ist. Hinzu kommt, dass hier ein Verhältnis unter Nahestehenden vorliegt 

(Gesellschaft und beherrschender Aktionär). Leistungen der Gesellschaft an einen Na-

hestehenden müssen stets auch einem Drittvergleich standhalten, ansonsten von einer 

geldwerten  Leistung  bzw.  einer  verdeckten  Gewinnausschüttung  der  Gesellschaft  an 

diesen auszugehen ist (vgl. Art. 58 Abs. 1 lit. b DBG). Zwar wird hier das Nahestehen-

denverhältnis durch den Umstand gemildert, dass über der A  AG gemäss Handelsre-

gisterauszug  der  Konkurs  eröffnet  worden  ist,  womit  über  den  in  Frage  stehenden 

Schulderlass letztlich wohl nicht der Pflichtige selbst hat entscheiden können. Indes hat 

dieser trotz entsprechenden Untersuchungen der Steuerbehörde die Verhältnisse rund 

um  diesen  Konkurs  nicht  offengelegt  und  blieb  insbesondere  unerklärt,  aus  welchen 

Gründen die Konkursverwaltung bzw. letztlich die Gläubigerversammlung auf die For-

derung ihm gegenüber verzichtet hat. Dass der Pflichtige darauf allenfalls indirekt hat 

Einfluss nehmen können, ist somit nicht auszuschliessen.  

c) Damit ist in einem ersten Schritt festzuhalten, dass dem Pflichtigen im Zu-

sammenhang  mit  der  per  2008  weggefallenen  Schuldverpflichtung  gegenüber  der 

A AG steuerbares Einkommen zugeflossen ist.  

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2. a) Steuerbar ist der Wegfall einer privaten Schuldverpflichtung nur insoweit, 

als die dieser zugrunde liegende Forderung im Zeitpunkt des Wegfalls noch werthaltig 

war  (StRK 

I,  25.  Mai  2007,  1  ST.2007.64/65;  VGr,  12.  Dezember  2007, 

SB.2007.00062/63; BGr, 13. August 2008, StE 2009 B 21.1 Nr. 18 = ZStP 2008, 300). 

Als Extrembeispiel stellt demnach der Wegfall eines Nonvaleurs kein Einkommen dar 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 16 N 10). 

b) Im Veranlagungs- bzw. Einschätzungsentscheid hat die Steuerbehörde die 

Frage  der  Werthaltigkeit  der  erlassenen  Forderung  nicht  aufgeworfen,  doch  hat  sie 

dies  alsdann  im  Einspracheverfahren  nachgeholt.  Naheliegenderweise  hat  sie  dabei 

zunächst  eine  Untersuchung  betreffend  die  Vermögensverhältnisse  des  Pflichtigen 

eingeleitet,  steht  doch  die Werthaltigkeit  einer  Forderung  in  direktem  Zusammenhang 

mit dem Haftungssubstrat des Schuldners. Auf die deklarierten Steuerwerte konnte sie 

dabei  insoweit  nicht  direkt  abstellen,  als  der  Pflichtige  ausserhalb  von  Guthaben  auf 

Bankkonti  auch  Vermögenswerte  deklarierte,  hinsichtlich  welcher  die  tatsächlichen 

Verkehrswerte von  den  aufgeführten  Steuerwerten  abweichen können. Dies betrifft  in 

concreto  die  nicht  näher  bezeichneten  "Sammlungen"  im  Wert  von  Fr.  87'500.-,  die 

selbstbewohnte  6.5-Zimmer-Eigentumswohnung  in  B,  die  Ferienwohnung  in  C  sowie 

zwei Landparzellen in D und E. Nachdem der Pflichtige auf die entsprechende Auflage 

vom 14. Juni 2011 bzw. Mahnung vom 15. November 2011 jedoch nicht reagiert hatte, 

blieben  die  Verhältnisse ungewiss,  weshalb  die  Einsprachebehörde die Werthaltigkeit 

der  Forderung  bzw.  die  dafür  massgeblichen  Vermögensverhältnisse  zu  Recht  nach 

pflichtgemässem  Ermessen  im  Sinn  von  Art.  130  Abs.  2  DBG  geschätzt  hat.  Dabei 

ging sie davon aus, dass dem Pflichtigen aufgrund seiner Vermögensverhältnisse ein 

geschätzter Betrag von Fr. 800'000.- zur  Verfügung gestanden hätte, welcher zur Til-

gung seiner Schuld gegenüber der A AG hätte verwendet werden können. Dieser Be-

trag übersteigt das deklarierte steuerbare Vermögen um rund Fr. 550'000.-. 

c) Eine zu Recht ergangene Ermessensveranlagung kann der Steuerpflichtige 

gemäss Art. 132 Abs. 3 DBG nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit anfechten. Diese 

Normen  enthalten  eine  Kognitionsbeschränkung  der  Prüfungsinstanzen,  welche  eine 

zu  Recht  getroffene  Ermessensveranlagung  nur  aufheben  können,  wenn  sie  sich  als 

offensichtlich falsch erweist. Den entsprechenden Nachweis kann der Steuerpflichtige 

auf zwei Arten erbringen (Martin Zweifel, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuer-

recht, Band I/2b, 2. A., 2008, Art. 132 N 39 ff. DBG, auch zum Folgenden): Vorab kann 

er den tatsächlichen Sachverhalt dartun und den entsprechenden Nachweis leisten, mit 

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der Folge, dass die im Streit stehende Ermessenseinschätzung durch eine ordentliche 

Veranlagung ersetzt wird und die Steuerfaktoren nach den für "gewöhnliche" Einschät-

zungen  geltenden  Regeln  ermittelt  werden.  Ist  das  nicht  möglich  oder  misslingt  dies, 

kann  der  Steuerpflichtige  sodann  darlegen  und  nachweisen,  dass  die  angefochtene 

Einschätzung offensichtlich unrichtig (namentlich zu hoch) ist. Als offensichtlich unrich-

tig erweist sich eine Schätzung dann, wenn sie sachlich nicht begründbar (z.B. erkenn-

bar  pönal  oder  fiskalisch  begründet)  ist,  sich  auf  sachwidrige  Schätzungsgrundlagen,  

-methoden oder -hilfsmittel stützt oder sonst wie mit den konkreten aktenkundigen Ver-

hältnissen aufgrund der Lebenserfahrung vernünftigerweise nicht vereinbar ist (Zweifel, 

Art. 132 N 52). Ist dieser Nachweis geleistet, bleibt es zwar bei einer Ermessensveran-

lagung,  doch  wird  die  angefochtene  durch  eine  neue  (tiefere)  Schätzung  der  Rechts-

mittelinstanz ersetzt.  

Dem  Steuerrekursgericht  sind  weitere  Untersuchungen  verwehrt.  Es  hat  bei 

seiner eingeschränkten Überprüfung des angefochtenen Entscheids auf offensichtliche 

Unrichtigkeit  hin  nur  jene  Schriftstücke  zu  berücksichtigen,  welche  im  Zeitpunkt  der 

Entscheidfällung  vorliegen  und  den  behaupteten  Sachverhalt  sofort  beweisen  oder 

zumindest als sehr wahrscheinlich erscheinen lassen (VGr, 27. Mai 1986, SB 10/1986 

und  11.  September  1986,  SB  38/1986;  Martin  Zweifel,  Die  Sachverhaltsermittlung  im 

Steuerveranlagungsverfahren, 1989, S. 144). 

d) aa) Zu den "Sammlungen", welche der Pflichtige per Ende 2008 mit einem 

Wert  von  Fr.  87'500.-  deklariert  hatte,  wird  beschwerde-  und  rekursweise  angeführt, 

dass es sich hierbei um Gedenkmünzen aus den 60er und 70er-Jahren handle. Deren 

Wert  übersteige kaum  mehr  den Ausgabewert,  denn  heute  bestehe  wenig  Nachfrage 

nach  solchen  Münzen.  Deshalb  müsse  die  Werthaltigkeit  der  Münzsammlung  ange-

zweifelt werden bzw. sei ihr Wert auf Fr. 50'000.- zu schätzen.  

Der Sachverhalt rund um diese Münzsammlungen wurde mit diesen Erklärun-

gen  und  Behauptungen  kaum  erhellt.  Weder  wurde  ein  Inventar  mit  Anzahl  und  

Nennwert  der  Münzen  eingereicht,  noch  beispielsweise  ein  allfälliger  Versicherungs-

nachweis.  Nicht  einmal  der  erwähnte  Ausgabewert  der  gesamten  Sammlung  wurde 

genannt. Damit besteht kein Anlass, bei diesem Vermögenswert nicht wenigstens vom 

per Ende 2008 selbstdeklarierten Wert von Fr. 87'500.- auszugehen.   

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bb)  Betreffend  die  6.5-Zimmer-Eigentumswohnung  in  B  und  die  3.5  Zimmer-

Ferienwohnung  in  C  hat  der  Pflichtige  zwei  Verkehrswertschätzungen  einreichen  las-

sen.  Dabei  wird  der  Verkehrswert  der  ersteren  Liegenschaft  per  Stichtag  1.  Juli  2008 

mit  Fr.  760'000.-  und  derjenige  der  Letzteren  per  Stichtag  1.  September  2008  mit 

Fr. 380'000.- angegeben.  

Die  Vorinstanz  weist  vernehmlassungsweise  darauf  hin,  dass  diese  Schät-

zungen aufgrund von nicht transparenten Objektbeschrieben nicht abschliessend beur-

teilbar seien. Das Gutachten betreffend die Ferienwohnung enthalte auf Seite 3 sodann 

eine  Dateninkonsistenz  hinsichtlich  der  der  Schätzung  zugrunde  liegenden  Faktoren. 

Die Eigentumswohnung in B erscheine sodann generell als zu tief bewertet.  

Der Vorwurf der fehlenden Beurteilbarkeit der Gutachten wegen nicht transpa-

renten Objektbeschrieben erscheint nicht berechtigt. In den Gutachten wurde zwar auf 

detaillierte Kurzbau- und Raumbeschriebe verzichtet; dies aber jeweils mit der Begrün-

dung,  dass  die  Liegenschaft  "den  Beteiligten"  bekannt  sei.  Es  wird  zudem  auf  Pläne 

mit Flächenangaben und Raumaufteilungen sowie auf eine Begehung verwiesen. Der 

fehlende Kurzbau- und Raumbeschrieb in Worten ändert somit nichts daran, dass die 

Gutachten  auf  die tatsächlichen Gegebenheiten abstellen  und  insgesamt  einen  seriö-

sen und fachmännischen Eindruck hinterlassen. Nicht nachvollziehbar ist im Weiteren 

der Vorwurf der Dateninkonsistenz hinsichtlich der der Schätzung zugrunde liegenden 

Faktoren  im  Gutachten  der  Ferienwohnung;  dieses  Gutachten  ist  diesbezüglich  denn 

auch völlig identisch aufgebaut wie das insoweit nicht kritisierte Gutachten der Eigen-

tumswohnung.  Ausgearbeitet  wurden  die  beiden  Gutachten  von  F,  am  9.  Juli  bzw. 

20. September  2008.  Damit  ist  davon  auszugehen,  dass  hier  nicht  Parteigutachten 

vorliegen,  welche  mit  Blick  auf  das  vorliegende Verfahren  im  Nachhinein  erstellt  wor-

den  sind.  Der  Hinweis  darauf,  dass  die  Liegenschaft  "den  Beteiligten"  bekannt  sei, 

lässt  hinter  dem  Schätzungsauftrag  allenfalls  einen  güterrechtlichen  Zusammenhang 

oder  ein  Zusammenwirken  von  Verkäufer  und  potentiellem  Käufer  vermuten,  was  für 

die Neutralität des Gutachtens spricht. Zu beachten ist im Weiteren, dass es hier letzt-

lich  um  die  Schätzung  der  Werthaltigkeit  einer  Forderung  geht;  in  diesem  Rahmen 

kann  aus  Gründen  der  Verhältnismässigkeit  nicht  jeder  einzelne  Wert  im  Vermögen 

des Pflichtigen mittels Gutachten oder gar Obergutachten ermittelt werden.  

Bei dieser Lage der Dinge ist demnach davon auszugehen, dass der Pflichtige 

mit  den  beiden  Gutachten  einigermassen  glaubwürdig  nachweisen  konnte,  dass  im 

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Zeitpunkt  des  Schulderlasses  per  Frühjahr  2008  der  Verkehrswert  der  beiden  Woh-

nungen rund Fr. 760'000.- bzw. Fr. 380'000.- betrug.  

cc)  Neben  den  vorerwähnten  Liegenschaften  deklarierte  der  Pflichtige  per 

2008  noch  zwei  Parzellen  "Blautannenland",  welche  in  Landwirtschaftszonen  liegen. 

Dabei gab er den Verkehrswert der Parzelle in D mit Fr. 80'000.- und denjenigen einer 

Parzelle  in  E  mit  Fr.  38'000.-  an.  Beschwerde-  und  rekursweise  lässt  er  ausführen, 

dass  der  Blautannenbestand auf  diesen  Parzellen  überaltert  sei  und  erneuert  werden 

sollte; seine finanzielle Lage habe dies bis heute verhindert. Die Blautannen würden für 

Grabschmuck an Allerheiligen verwendet. Nach dem Konkurs der A AG hätten sich die 

Absatzmöglichkeiten  stark  verringert,  was  auch  aus  den  aktuellen  Steuererklärungen 

ersichtlich sei. Zudem werde der Absatz durch den Import vom Ausland konkurrenziert. 

Der landwirtschaftliche Ertragswert betrage gemäss Auskunft der Gemeinden Fr. 7.65 

(D)  bzw.  Fr.  6.50  (E),  was  bei  Landflächen  von  5'646  m²  bzw.  3'000  m²  Werte  von 

Fr. 43'000.- bzw. Fr. 19'500.- ergebe. 

Diese Angaben sind wenig substanziiert und durch keinerlei Beweismittel be-

legt.  Absatzrückgänge  bei  Tannenverkäufen,  welche  in  aktuellen  Steuererklärungen 

ersichtlich wären, können sodann nicht  auf  die hier  interessierenden  Verhältnisse per 

2008 zurückwirken. Auszugehen ist deshalb für die Schätzung von den seinerzeit de-

klarierten Steuerwerten von Fr. 80'000.- bzw. Fr. 38'000.-, ist doch davon auszugehen, 

dass  diese  Werte  damals  den  einschlägigen  steueramtlichen  Bewertungsvorschriften 

entsprochen haben und sie damit zumindest die Verkehrswert-Untergrenze der  beiden 

zum Blautannenanbau verwendeten Parzellen definieren.    

dd)  Gestützt  auf  die  vorgelegten  Unterlagen  lassen  sich  die  Vermögensver-

hältnisse des Pflichtigen per 2008 wie folgt schätzen: 

Wertschriften und Guthaben 
wie deklariert 

Münzsammlungen 
wie deklariert 

         Fr. 

32'120.- 

87'500.- 

Eigentumswohnung B 
gem. Gutachten, statt Steuerwert Fr. 705'000.- 

760'000.- 

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Eigentumswohnung C 
gem. Gutachten statt Steuerwert Fr. 225'000.- 

380'000.- 

Blautannenland D 
wie deklariert 

Blautannenland E 
wie deklariert 

Total  

./. Schulden 
wie deklariert 

Total Vermögen 

Total Vermögen gerundet 

80'000.- 

38'000.- 

1'377'620.- 

889'000.- 

488'620.- 

500'000.-. 

e)  Hätte  die  Konkursverwaltung  die  streitbetroffene  Forderung  über 

Fr. 1'360'000.- geltend gemacht, ist demnach damit zu rechnen, dass sie vom Pflichti-

gen noch rund Fr. 500'000.- (und nicht wie von der Vorinstanz geschätzt Fr. 800'000.-) 

hätte eintreiben können. Zwar ist mit Bezug auf die überbauten Liegenschaften einzu-

werfen,  dass  diesbezügliche  Verkehrswertgutachten  allgemein  eine  Schätzungsband-

breite von  +/-  10%  nahelegen,  indes  ist gleichermassen  zu  bedenken,  dass bei  einer 

Zwangsversteigerung  in  der  Regel  nicht  Höchstpreise  erzielt  werden.  Von  daher  be-

steht kein Anlass, die Schätzungsbandbreite zu Ungunsten des Pflichtigen zu berück-

sichtigen.  

f)  Damit  steht  fest,  dass  es  dem  Pflichtigen  gelungen  ist,  die  quantitative  

offensichtliche  Unrichtigkeit  der  vorinstanzlichen  Werthaltigkeitsschätzung  nachzuwei-

sen. Auszugehen ist davon, dass dem Pflichtigen im Rahmen der ihm erlassenen For-

derung  von  Nominal  Fr.  1'360'000.-  unter  Berücksichtigung  der  Werthaltigkeit  dieser 

Forderung  ein  Einkommen  in  der  Höhe  von  Fr.  500'000.-  zugeflossen  ist.  Dies  führt 

gegenüber  den  Einspracheentscheiden  zu  einer  Reduktion  des  steuerbaren  Einkom-

mens um Fr. 300'000.-. 

3. Die §§ 16 bis 24 des Steuergesetzes des Kantons Zürich vom 8. Juni 1997 

(StG)  entsprechen  weitestgehend  den  einschlägigen  Normen  des  Bundesrechts 

(Art. 16  bis  24  DBG).  Daraus  folgt,  dass  die  zum  DBG  ergangene  Rechtsprechung 

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1 ST.2012.107 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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ebenfalls  für  die  kantonalen  Steuern  massgebend  ist  (vgl.  Urteil  2A.390/2006  vom 

28. November 2006, E. 3, www.bger.ch). Dies führt vorliegend für die Staats- und Ge-

meindesteuern zum gleichen Ergebnis wie bei der direkten Bundessteuer, und es kann 

auf die vorstehenden Erwägungen hierzu verwiesen werden. 

4. a) Anzumerken bleibt, dass die Vorbringen des Pflichtigen betreffend Zahl-

barkeit der entstehenden Steuerschulden für die Veranlagung bzw. Einschätzung ohne 

Belang  sind;  sie  gehören  in  den  Bereich  des  Steuererlassverfahrens.  Ob  ein  solches 

nach der nun erfolgten Reduktion der steuerbaren Einkommen einerseits und den seit 

2008 stark gestiegenen Liegenschaftspreisen andrerseits noch Aussicht auf Erfolg ha-

ben könnte, ist zu bezweifeln, hier aber nicht zu entscheiden. 

b)  Nicht  weiter  nachzugehen  ist  sodann  dem  beiläufigen  Hinweis  in  der  

Beschwerde-  und  Rekursschrift,  wonach  die  A  AG  die  Forderung  per  2003  um 

Fr. 1'250'000.-  wertberichtigt  habe,  fehlen  doch  diesbezügliche  Beweismittel  und  wird 

in  diesem  Zusammenhang  lediglich  von  einer  unvollständigen  Buchhaltung  2003  der 

A AG  gesprochen.  Auszugehen  ist  folglich  von  den  Schulddeklarationen  des  Pflichti-

gen, welche bis 2007 auf Fr. 1'360'000.- lauteten.  

c) Nach alledem sind die einkommensseitigen Steuerfaktoren unter Vornahme 

einer Reduktion von Fr. 300'000.- neu wie folgt festzusetzen:  

    Staats- und Gemeindesteuer 

       Direkte Bundessteuer 

                       Fr.  

Steuerbares Einkommen 

Satzbestimmendes Einkommen 

555'600.- 

555'600.-. 

          Fr.  

556'300.- 

d) Damit sind Beschwerde und Rekurs teilweise gutzuheissen. Die Kostenauf-

lage im Einspracheverfahren der Staats- und Gemeindesteuern von Fr. 1'300.- ist auf-

zuheben,  da  sich  die  Einsprache  nicht  gegen  eine  Ermessenseinschätzung  richtete 

(§ 142  Abs. 2  StG;  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Kommentar  zum  harmonisierten 

Zürcher Steuergesetz, 2. A., 2006, § 142 N 16). Die Kosten des vorliegenden Verfah-

rens sind dagegen trotz des teilweisen Obsiegens vollständig dem Pflichtigen aufzuer-

legen,  weil  dieser  bei  pflichtgemässem  Verhalten  schon  im  Einspracheverfahren  zu 

seinem Recht gekommen wäre (Art. 144 Abs. 2 DBG; § 151 Abs. 2 StG).  

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Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die  Beschwerde  wird  teilweise  gutgeheissen.  Der  Beschwerdeführer  wird  für  die 

direkte Bundessteuer, Steuerperiode 2008, mit einem steuerbaren Einkommen von 

Fr. 556'300.- veranlagt (Tarif gemäss Art. 214 Abs. 1 DBG; Alleinstehendentarif). 

2.  Der  Rekurs  wird  teilweise  gutgeheissen.  Der  Rekurrent  wird  für  die  Staats-  und 

Gemeindesteuern wie folgt eingeschätzt (Tarif gemäss § 35 Abs. 1 bzw. § 47 Abs. 

1 StG; Alleinstehendentarif): 

[…] 

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1 ST.2012.107