# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dbe782a0-713b-51af-ad6f-085a924ea9d0
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-11-25
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Zivilkammern 25.11.2025 ZVE.2024.52
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_001_ZVE-2024-52_2025-11-25.pdf

## Full Text

Obergericht 

Zivilgericht, 1. Kammer 

 

ZVE.2024.52  
(VZ.2021.4)  

 

Entscheid vom 25. November 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Lindner, Präsident  

Oberrichter Holliger        

Oberrichterin Möckli  

Gerichtsschreiber Tognella  

 

 
   

Kläger 1  A._____,  

[…] 

 

Klägerin 2  B._____,  

[…] 

 

beide vertreten durch Rechtsanwalt Patrick Stutz,  

[…] 

 

    
    

Beklagte   C._____,  

[…] 

vertreten durch Rechtsanwalt Peter Krebs,  

[…]   

  

 

 
 

Gegenstand  Eigentumsklage, Dienstbarkeitsklage, Immissionsklage, Verletzung 

Dienstbarkeitsvertrag mit Antrag auf Beseitigung grüne Stahlblechwand 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Mit Klage vom 20. Januar 2021 stellten die Kläger beim Gerichtspräsidium 

Baden folgende Rechtsbegehren: 

 
" 1.   

Es sei die Beklagte richterlich zu verpflichten, die widerrechtlich errichtete 
und störende "grüne Stahlblechwand" auf bzw. an der Brüstung / Aufmau-
erung der Terrasse LIG Q._____/aaa der Kläger innert 30 Tagen ab 
Rechtskraft des Urteils auf eigene Kosten zu entfernen und zu beseitigen, 
unter vollständiger Schadloshaltung der Kläger. 
 
2.  
Die richterlichen Anordnungen an die Beklagte gemäss Ziff. 1 hievor sei 
mit einer Bestrafung gemäss Art. 292 StGB im Unterlassungs- / Ungehor-
samsfalle zu verbinden. 
 
3.  
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWSt. und zzgl. 
Rückerstattung der Verfahrenskosten des Friedensrichteramtes Kreis III 
im Betrag von CHF 300.00 zu Lasten der Beklagten." 

 

1.2. 

Mit Klageantwort vom 26. April 2021 beantragte die Beklagte die kostenfäl-

lige Abweisung der Klage. 

 

1.3. 

Mit Replik vom 12. Mai 2021 hielten die Kläger an ihren Rechtsbegehren 

und mit Duplik vom 19. August 2021 die Beklagte an ihrem Antrag auf Kla-

geabweisung (soweit darauf einzutreten sei) fest. 

 

1.4. 

Anlässlich des am 14. Dezember 2022 auf den Grundstücken der Parteien 

vorgenommenen Augenscheins wurde die Parteibefragung und die Befra-

gung des Zeugen D._____, des Rechtsvorgängers der Kläger als Eigentü-

mer des von diesen aktuell bewohnten Grundstücks, durchgeführt. Die Par-

teivertreter erstatteten alsdann ihre Schlussvorträge. 

 

1.5. 

Gleichentags erging folgender Entscheid des Gerichtspräsidiums Baden: 

 

" 1. 
In Gutheissung der Klage wird die Beklagte verpflichtet, die grüne Stahl-
blechwand auf bzw. an der Brüstung / Aufmauerung der Terrasse LIG 
Q._____/aaa der Kläger innert drei Monaten ab Rechtskraft des Urteils auf 
eigene Kosten zu entfernen und zu beseitigen, unter vollständiger Schad-
loshaltung der Kläger. 
 
 

 - 3 - 

 

 

2. 
Im Säumnisfall wird der Beklagten die Ausfällung einer Ordnungsbusse bis 
Fr. 5'000.00 angedroht. 
 
3. 
3.1 
Die Gerichtskosten bestehen aus: 
a) der Pauschale für das Schlichtungsverfahren Fr.     300.00 
 [von der Klägerin bereits bezogen] 
b) der Entscheidgebühr von   Fr. 3'735.00 
c) den Kosten der Beweisführung von  Fr.       54.00 
d) den Kosten für die Übersetzung von  Fr.     108.10 
Total      Fr.  4'197.10 
 
und werden der Beklagten auferlegt. 
 
3.2. 
Die Gerichtskosten werden mit dem Vorschuss der Kläger von Fr. 2'700.00 
und dem Vorschuss der Beklagten von Fr. 300.00 verrechnet. so dass die 
Beklagte den Klägern solidarisch Fr. 3'000.00 (inkl. der von den Klägern 
bereits bezogenen Pauschale für das Schlichtungsverfahren) direkt zu er-
setzen hat. Die Beklagte hat dem Gericht sodann den Betrag von 
Fr. 897.10 nachzuzahlen. 
 
4. 
Die Beklagte wird verpflichtet, den Klägern eine richterlich festgesetzte 
Parteientschädigung von Fr. 8'164.20 (inkl. Auslagen und MwSt. von 
Fr. 583.70) zu bezahlen." 

 

2. 

2.1. 

Gegen diesen Entscheid erhob die Beklagte am 19. Mai 2023 Berufung mit 

folgenden Anträgen: 

 

" 1. 
Der Entscheid des Gerichtspräsidiums Baden VZ.2021.4 vom 14. Dezem-
ber 2022 sei vollumfänglich aufzuheben und die Klage sei unter Kosten- 
und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Berufungsbeklagten/Kläger voll-
umfänglich abzuweisen. 
 
2. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt zu Lasten der Beru-
fungsbeklagten/Kläger." 
 

2.2. 

Mit Berufungsantwort vom 26. Juni 2023 beantragten die Kläger die kos-

tenfällige Abweisung der Berufung. 

 

2.3. 

Mit Entscheid vom 23. September 2023 hiess das Obergericht die Berufung 

gut, hob den Entscheid des Gerichtspräsidiums Baden vom 14. Dezember 

2022 vollständig auf und wies die Klage ab. 

 

 - 4 - 

 

 

3. 

Die gegen diesen Entscheid von den Klägern erhobene Beschwerde vom 

20. November 2023 hiess das Bundesgericht mit Urteil vom 8. November 

2024 teilweise gut. Es hob den Entscheid des Obergerichts vom 23. Sep-

tember 2023 auf und wies die Sache zu neuem Entscheid im Sinne der 

bundesgerichtlichen Erwägungen an das Obergericht zurück. 

 

4. 

4.1. 

Mit Stellungnahme vom 23. Januar 2025 hielten die Kläger an ihren Anträ-

gen fest. 

 

4.2. 

Mit Eingabe vom 28. Februar 2025 hielt die Beklagte sinngemäss an ihren 

Anträgen fest. 

 

4.3. 

Am 29. April 2025 führte das Obergericht einen Augenschein durch. 

 

4.4. 

Es folgten weitere Stellungnahmen vom 2. Juni 2025 (Kläger), vom 17. Juni 

2025 (Beklagte) und vom 30. Juni 2025 (Beklagte). 

 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Die an einem Hang gelegenen Grundstücke GB Q._____ Nr. ccc, Parzelle 

aaa, und Nr. ddd, Parzelle bbb, sind mit einem Terrassenhaus überbaut. 

Das oberliegende, vor Dezember 2017 im Eigentum von D._____ und seit-

her im Eigentum der Kläger (Grundbuchauszug; Klagebeilage 1) stehende 

Grundstück Nr. aaa verfügt zulasten des seit Juni 2006 der Beklagten zu 

Alleineigentum (vgl. Grundbuchauszug Klagebeilage 2; Dupliksammelbei-

lage 7) gehörenden Grundstücks Nr. bbb über ein Überbaurecht (vgl. 

Dienstbarkeitsvertrag vom 30. August 1978, Klagebeilage 12). Gemäss 

dem Dienstbarkeitsvertrag (Ziff. VIII) ist im Überbaurecht ein Recht zur Be-

nützung des Daches des unterliegenden Wohnhauses als Terrasse des 

oberliegenden Wohnhauses eingeschlossen. Diese wird durch eine halb-

hohe Mauer eingefasst, die baulich als Verlängerung der Aussenfassade 

des unterliegenden Wohnhauses über die Dachkante bzw. den Terrassen-

boden hinaus erscheint (act. 314, 320 – 322; im Folgenden als Aufmaue-

rung bezeichnet). Gemäss Dienstbarkeitsvertrag (Ziff. VIII) ist der Eigentü-

mer des Grundstücks Nr. aaa verpflichtet, "[a]uf der Terrasse der Parzelle 

(...) unverrückbare Pflanzentröge aufzustellen, so dass der Einblick auf den 

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unteren Sitzplatz verwehrt ist". D._____ ersetzte die ursprünglich auf der 

Terrasse befindlichen bepflanzten Pflanzentröge durch rund 40 cm hohe, 

unbepflanzte oder nur locker bepflanzte Tröge. 

 

In der Absicht, selber ein Geländer und einen Sichtschutz zu erstellen, liess 

die Beklagte in der ersten Hälfte 2014 an der Aussenwand ihres Wohnge-

schosses grüne Pfosten montieren, die ca. 100 cm über den Boden der 

oberliegenden Terrasse hinausragen, und befestigte in der Folge daran ein 

Metallgeländer. Mit der vorliegend zu beurteilenden Klage verlangen die 

Kläger, die Beklagte sei zur Entfernung dieses Geländers ("grüne Stahl-

blechwand") zu verpflichten. Zur Begründung der Klage machten die Kläger 

unter anderem geltend, die Beklagte habe mit der widerrechtlichen und 

rechtsmissbräuchlichen Errichtung des Geländers ihre Eigentumsrechte 

als Allein- oder zumindest Miteigentümer sowie ihr Überbaurecht verletzt, 

wogegen sie sich mit der actio negatoria in Verbindung mit der actio con-

fessoria zur Wehr setzten. 

 

1.2. 

Die Vorinstanz kam in ihrem Entscheid vom 14. Dezember 2022 zum 

Schluss, die Kläger verfügten über das Eigentum bzw. mindestens über 

das hälftige Miteigentum an der ihre Terrasse abschliessenden Aufmaue-

rung. Ihr Überbaurecht erstrecke sich auch auf die Aufmauerung. Sie seien 

sowohl zur actio negatoria als auch zur actio confessoria berechtigt. Bei 

einem Standpunkt des Betrachters vor der gläsernen Wand (von den Klä-

gern angebrachte Absturzsicherung) bestehe keine Sichtlinie auf den Sitz-

platz der Beklagten. Auch zwischen oberer Terrasse und Sitzplatz bestehe 

keine Sichtlinie. Die Metallwand erstrecke sich über weite Teile der West- 

und Südfassade, gehe über den dienst[barkeits]vertraglich vorgesehenen 

Sichtschutz (nur für den Sitzplatz) hinaus, überrage die Aufmauerung der 

Terrasse um 1.10 m und schränke die Aussicht der Kläger übermässig ein. 

Damit liege eine erhebliche Einschränkung der Dienstbarkeitsnutzung vor. 

Die Kläger verfügten damit sowohl aus der actio negatoria als auch aus der 

actio confessoria über einen Anspruch auf Beseitigung der Metallwand. 

 

1.3. 

Das Obergericht schloss hingegen in seinem Entscheid vom 23. Septem-

ber 2023, im Dienstbarkeitsvertrag habe den Dienstbarkeitsberechtigten 

(d.h. den Klägern resp. ihren Rechtsvorgänger) nur ein Benützungsrecht 

an der auf dem Dach der beklagtischen Wohnung liegenden Terrasse ein-

geräumt werden können. Die Beklagte bleibe Alleineigentümerin an ihrem 

Dach und habe mit der Montage des Metallgeländers nur in ihr eigenes 

Eigentum "eingegriffen". Daher sei den Klägern die Berufung auf die actio 

negatoria versagt. Mit dem Dienstbarkeitsvertrag sei nur eine positive 

Grunddienstbarkeit im Sinne eines Terrassenbenützungsrechts und keine 

negative (Aussichts-) Dienstbarkeit vereinbart worden. Die Kläger seien im 

Übrigen realobligatorisch zu einer Bepflanzung verpflichtet, welche ihre 

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Aussicht in mindestens gleichem Umfang beinträchtigen würde wie die be-

anstandete Metallwand. Daher bestehe auch kein Anspruch aus der actio 

confessoria. 

 

1.4. 

Das Bundesgericht verwarf in seinem Urteil vom 8. November 2024 

(5D_213/2023) die im Entscheid des Obergerichts vertretene Auffassung, 

dass die Terrasse der Kläger nicht Gegenstand eines Überbaurechts sein 

könne. Der objektive Wortlaut des Dienstbarkeitsvertrags sei so zu verste-

hen, dass sich das Überbaurecht auch auf die Terrasse, die gleichzeitig 

das Dach der unterliegenden Wohnung bilde, beziehe. Damit sei jedoch die 

Frage noch nicht beantwortet, wem das Eigentum an der Aufmauerung zu-

komme, an der das Metallgeländer angebracht worden sei. Wo wie hier 

keine klare Abgrenzung auf einem Plan vorgenommen worden sei, müsse 

im Einzelfall bestimmt werden, was überragender Gebäudeteil sei (und da-

mit vom Überbaurecht erfasst) und was zu den angrenzenden Bauten ge-

höre (und damit nicht vom Überbaurecht erfasst sei). Diese Abgrenzung 

habe insbesondere nach der Funktion zu erfolgen, die die (horizontale) 

Konstruktion zwischen den beiden Liegenschaften erfülle. Es könne (ins-

besondere aufgrund der Erwägungen des Bundesgerichts zur actio con-

fessoria) offengelassen werden, ob in analoger Anwendung von Art. 670 

ZGB Miteigentum vermutet werden könne, sofern eine klare Abgrenzung 

nicht möglich erscheine.  

 

In Bezug auf die actio confessoria hielt das Bundesgericht fest, in der Be-

nutzung eines Überbaus als (Dach-)Terrasse sei je nach den örtlichen Ver-

hältnissen eine gewisse Aussicht inkludiert. Dass mit der realobligatori-

schen Verpflichtung (Sichtschutz für Sitzplatz) auch eine Absturzsicherung 

bezweckt werden solle, ergebe sich aus dem Dienstbarkeitsvertrag nicht. 

Sei der Sichtschutz der Beklagten mit der Aufstellung der Pflanzentröge 

und der (von den Klägern als Absturzsicherung errichteten) Plexiglaswand 

gewährleistet, habe die Beklagte die Nutzung der Terrasse durch die Klä-

ger in diesem Umfang zu dulden und stelle die Errichtung des Metallgelän-

ders eine Erschwerung der Ausübung der Dienstbarkeit im Sinn von 

Art. 737 Abs. 3 ZGB dar, gegen welche sich die Kläger zur Wehr setzen 

könnten. 

 

2.  

Nach einem Rückweisungsentscheid des Bundesgerichts sind sowohl die-

ses selbst als auch die kantonalen Instanzen an die rechtliche Beurteilung, 

mit der die Rückweisung begründet wurde, gebunden. Wegen dieser Bin-

dung der Gerichte ist es ihnen wie auch den Parteien, abgesehen von al-

lenfalls zulässigen Noven, verwehrt, der Beurteilung des Rechtsstreits ei-

nen anderen als den bisherigen Sachverhalt zu unterstellen oder die Sache 

unter rechtlichen Gesichtspunkten zu prüfen, die im Rückweisungsent-

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scheid ausdrücklich abgelehnt oder überhaupt nicht in Erwägung gezogen 

worden waren (vgl. etwa BGE 135 III 334 E. 2 und 2.1 mit Hinweisen).  

 

3.  

3.1. 

Nach den Vorgaben des Bundesgerichts steht zunächst fest, dass der 

Sichtschutz nur "für den unteren Sitzplatz" bestehen muss (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 5D_213/2023 vom 8. November 2024 E. 6.5.4). Dazu hat 

die Vorinstanz festgehalten, der Sitzplatz befinde sich nur an einem Teilab-

schnitt der Westfassade (= Hangrichtung), die Metallwand erstrecke sich 

jedoch über weite Teile der West- und Südseite (angefochtener Entscheid 

E. 6.2.2.3, S. 22). Diesbezüglich stellt sich zunächst die Frage, ob das be-

klagtische Grundstück auch mit Bezug auf die Terrasse auf der Südseite 

des beklagtischen Grundstücks Sichtschutz geniessen soll. Dagen spricht 

allenfalls der Umstand, dass im Dienstbarkeitsvertrag von einem Sitzplatz 

(im Singular) die Rede ist. Wie es sich damit verhält, kann indes im Lichte 

der nachstehenden Ausführungen (E. 3.2) offenbleiben.  

 

3.2. 

3.2.1. 

Das Bezirksgericht stellte gestützt auf seinen Augenschein fest, bei einem 

Standpunkt des Betrachters vor der gläsernen Wand (klägerische Absturz-

sicherung) auf der Westseite bestehe keine Sichtlinie und ebenso wenig 

zwischen oberer Terrasse und Sitzplatz (angefochtener Entscheid 

E. 6.2.2.3, S. 22).  

 

3.2.2. 

Die Beklagte bringt mit der Berufung vor, auf der Abbildung 2 (anlässlich 

des Augenscheins erstelltes Foto und im Protokoll enthaltenes Foto, 

act. 312), auf welche die Vorinstanz verweise, lasse sich nur wegen des 

von der Beklagten angebrachten Metallgeländers nicht auf den Sitzplatz 

der Beklagten blicken. Dies ergebe sich auch aus den Fotos vom 25. April 

2021 (Duplikbeilage 6), wo man den offenen Sonnenschirm auf der Ter-

rasse  der Kläger von unten klar und deutlich sehen könne, und decke sich 

mit den Feststellungen, die man anlässlich des Augenscheins im Verfahren 

VZ.2015.93 betreffend Besitzesschutz gemacht habe.  

  

3.2.3. 

Die Kläger machen demgegenüber geltend, es bestünden keinerlei "Sicht-

linien" auf den Sitzplatz der Beklagten (Berufungsantwort S. 34, lit. c). 

 

3.2.4.  

Der vom Obergericht am 29. April 2025 durchgeführte Augenschein von 

der unteren (Haupt-) Terrasse der Kläger hat Folgendes ergeben:  

 

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Von der unteren Terrasse der Kläger aus gesehen war durch den Spalt 

zwischen der Aufmauerung und dem von der Beklagten angebrachten 

Sichtschutz sowohl Richtung Westen (als auch Richtung Süden) das Ge-

sicht einer auf den Sitzplätzen des beklagtischen Grundstücks stehenden 

(Gerichts-) Person erkennbar (vgl. Protokoll zum Augenschein, Abbildun-

gen 23a, 31-33). Allerdings war dies nur dann der Fall, wenn die (1.83m 

grosse und damit eher überdurchschnittlich grossgewachsene) Person in 

der äussersten nordwestlichen Ecke des Sitzplatzes, von wo das Terrain 

recht steil abfällt, stand. Setzte sich die Person auf dem Sitzplatz der Be-

klagten, verschwand sie aus dem Blickfeld einer hinter der Plexiglasab-

schrankung stehenden Person. Dieser Befund trifft auch für die nach Süden 

ausgerichtete Terrasse auf dem beklagtischen Grundstück zu; auch dort 

war der Kopf der überdurchschnittlich grossen Gerichtsperson nur dann er-

kennbar, wenn sie in der äussersten Ecke stand. Dieser Befund, dass auch 

eine grosse, am äussersten Rand der Sitzplätze stehende Person nur ge-

rade mit dem Gesicht im Spalt erkennbar wird, bedeutet aber nichts weni-

ger, als dass der von der Beklagten angebrachte Sichtschutz gerade nicht 

taugt, um die verbleibende restliche Einsehbarkeit auf den Sitzplatz bzw. 

die Sitzplätze zu beseitigen, sondern im Ergebnis lediglich dem klägeri-

schen Grundstück die Aussicht entzieht. Im Übrigen ist festzustellen, dass 

der von der Beklagten angebrachte Sichtschutz auf jeden Fall insoweit 

übermässig ist, als er über die gesamte Fassadenlänge angebracht wurde 

und sich nicht auf den Bereich oberhalb ihrer Sitzplätze beschränkt. Insbe-

sondere dient auch das auf der grünen Platte aufgesetzte Geländer nicht 

dem Sichtschutz. 

 

Etwas anders präsentieren sich die Dinge von der oberen Terrasse der Klä-

ger aus betrachtet. Von dort aus konnte von einer stehenden Person im 

Spalt zwischen der Aufmauerung und dem von der Beklagten montierten 

Sichtschutz nicht nur das Gesicht einer auf dem Sitzplatz auf der Westseite 

sitzenden Person erblickt werden, sondern sogar der Bauch, wenn die Per-

son stand (Protokoll zum Augenschein S. 22). Dennoch ist deswegen keine 

Verletzung des vom Eigentümer des dienstbarkeitsbelasteten Grundstücks 

ausbedungenen Sichtschutzes zu erblicken. Die entsprechende Vertrags-

bestimmung ist nach dem Vertrauensprinzip so auszulegen, wie sie eine 

redliche Person nach Treu und Glauben verstehen konnte und musste 

(zum Vertrauensprinzip vgl. z.B. BGE 144 III 43 E. 3.3). Eine der Auslegung 

nach dem Vertrauensprinzip vorgehende Auslegung nach dem Willensprin-

zip nach Art. 18 OR scheidet von vornherein aus, weil es sich bei den Par-

teien des vorliegenden Verfahrens nicht um die ursprünglichen Vertrags-

parteien handelt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5C.20/2003 vom 18. Juni 

2003 E. 1.1). Nachdem nun aber im Dienstbarkeitsvertrag von einem Sicht-

schutz für den Sitzplatz die Rede ist, ist dies – nach dem Vertrauensprinzip 

– so zu interpretieren, dass kein "absoluter Sichtschutz" gemeint ist in dem 

Sinne, dass jede noch so grosse und dazu noch an der äussersten Peri-

pherie des Sitzplatzes stehende Person unter keinen Umständen mehr 

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gesehen werden darf. Massgebend ist vielmehr, ob eine auf dem beklagti-

schen Sitzplatz befindliche Person, wenn sie sitzt, von einer auf der Ter-

rasse (ebenfalls) sitzenden Person gesehen (beobachtet) werden kann. 

Ansonsten können bei derart engen Verhältnissen (verdichtete Bauweise), 

wie sie hier gegeben sind, die Terrassen auf dem dienstbarkeitsberechtig-

ten Grundstück kaum ohne massgebliche Beschneidung der Aussicht ge-

nutzt werden. Dies kann aufgrund des vom Obergericht anlässlich des Au-

genscheins gemachten Feststellungen ausgeschlossen werden.  

 

Nach dem Gesagten verstösst die von der Beklagten montierte Wand ge-

gen den Anspruch der Kläger auf Aussicht, weshalb der vorinstanzliche 

Entscheid, mit dem die Klage gutgeheissen wurde, zu schützen ist. Unter 

diesen Umständen ist die Berufung schon unter dem Aspekt der actio con-

fessoria gutzuheissen, sodass die von den Klägern ebenfalls als An-

spruchsgrundlage angerufene Eigentumsfreiheitsklage (actio negatoria, 

Art. 641 Abs. 2 ZGB) nicht zu prüfen ist.  

 

4. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beklagte auch für das Beru-

fungsverfahren kostenpflichtig (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Bei einem Streitwert 

von Fr. 20'000.00 ist die Entscheidgebühr auf Fr. 2'490.00 und die Grun-

dentschädigung für die Parteientschädigung auf Fr. 4'850.00 (§ 7 VKD bzw. 

§ 3 Abs. 1 lit. a AnwT) festzusetzen. Auf dieser Grundentschädigung, die 

die Berufungsanwort und die Augenscheinsverhandlung abdeckt (§ 6 Abs. 

1 AnwT), ist bei zwei zusätzlichen Rechtsschriften insgesamt ein Zuschlag 

von 30 % (20 % für die Stellungnahme vom 23. Januar 2025 und 10 % für 

die Stellungnahme vom 2. Juni 2025) zu gewähren (§ 6 Abs. 3 AnwT). Un-

ter Berücksichtigung eines Rechtsmittelabzugs von 25 % (§ 8 AnwT) einer-

seits sowie einer Spesenpauschale von 3 % (Fr.  141.85) sowie der Mehr-

wertsteuer anderseits ist die den Klägern von der Beklagten geschuldete 

zweitinstanzliche Parteientschädigung auf Fr. 5'265.15 (= Fr. 4'850.00 x 

1.3 x 0.75 x 1.03 x 1.081) festzusetzen. 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Die Berufung der Beklagten wird abgewiesen. 

 

2. 

Die obergerichtliche Entscheidgebühr von Fr. 2'490.00 wird der Beklagten 

auferlegt. 

  

3. 

Die Beklagte wird verpflichtet, den Klägern die zweitinstanzlichen Partei-

kosten in der richterlich festgesetzten Höhe von Fr. 5'265.15 zu ersetzen. 
 

 - 10 - 

 

 

   

Zustellung an: 

die Kläger (Vertreter)   

die Beklagte(Vertreter)   

die Vorinstanz  

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Zivilsachen (Art. 72 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. In vermögensrechtlichen 

Angelegenheiten ist die Beschwerde nur zulässig, wenn der Streitwert in arbeits- und miet-

rechtlichen Fällen mindestens Fr. 15'000.00 bzw. in allen übrigen Fällen mindestens Fr. 

30'000.00 beträgt, es sei denn, es stelle sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeu-

tung oder es handle sich um einen Entscheid des Konkurs- und Nachlassrichters (Art. 44 

Abs. 1, Art. 72, Art. 74, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Ist eine Beschwerde 

nur unter der Voraussetzung zulässig, dass sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Be-

deutung stellt, ist auszuführen, warum diese Voraussetzung erfüllt ist. Die Urkunden, auf die 

sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in den Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Der Streitwert des kantonalen Verfahrens beträgt Fr. 20'000.00. 

 

   

Rechtsmittelbelehrung für die subsidiäre Verfassungsbeschwerde (Art. 113 ff. BGG)  

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die subsidi-

äre Verfassungsbeschwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden, so-

weit keine Beschwerde nach den Artikeln 72 - 89 BGG zulässig ist (Art. 44 Abs. 1, Art. 90, 

Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1, Art. 113, Art. 117 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid verfassungsmässige Rechte (Art. 116 BGG) verletzt. 

Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die 

Partei sie in den Händen hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 

BGG). Wird gegen einen Entscheid sowohl ordentliche Beschwerde als auch Verfassungs-

beschwerde geführt, sind beide Rechtsmittel in der gleichen Rechtsschrift einzureichen (Art. 

119 Abs. 1 BGG). 

 

 

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Aarau, 25. November 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Zivilgericht, 1. Kammer 

Der Präsident:     Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Lindner      Tognella