# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** defc6ba0-b5db-5efe-9912-a233361a0910
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.06.2017 200 2016 1254
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-1254_2017-06-09.pdf

## Full Text

200 16 1254 IV
KOJ/SHE/STL/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 9. Juni 2017

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 15. November 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2017, IV/16/1254, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1960 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
arbeitete ab dem 6. Januar 1997 als … (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB], 1/4 Ziff. 5.4). Am 25. Septem-
ber 2013 meldete sie sich bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung 
(IV) zum Leistungsbezug an, wobei sie angab, dass sie seit 2012 Schmer-
zen in den Händen habe (AB 1). In der Folge gewährte die IVB Beratung 
und Unterstützung bei der Stellensuche (AB 20) und die Kostenübernahme 
für ein Coaching und einen Sprachkurs (AB 28). Am 7. April 2015 teilte die 
IVB der Versicherten mit, dass sie die beruflichen Massnahmen abbrechen 
und abschliessen werde, da aus gesundheitlichen Gründen eine Eingliede-
rung zurzeit nicht möglich sei (AB 40). Auf Empfehlung des Regionalen 
Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 47) liess die IVB eine handchirurgische und 
eine psychiatrische Begutachtung durch das ABI Ärztliches Begutachtungs-
institut durchführen (Gutachten vom 6. Juni 2016, AB 66.1) und stellte der 
Versicherten mit Vorbescheid vom 19. Juli 2016 gestützt auf dieses Gut-
achten die Ablehnung ihres Antrags auf eine Invalidenrente (IV-Rente) bei 
Vorliegen eines Invaliditätsgrads (IV-Grad) von 20 % in Aussicht (AB 67). 
Dagegen erhob die Versicherte - vertreten durch Rechtsanwalt B.________ 
- am 22. September 2016 Einwand (AB 75). Am 15. November 2016 ver-
fügte die IVB wie im Vorbescheid angekündigt (AB 83).

B.

Am 16. Dezember 2016 erhob die Versicherte - weiterhin vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________ - hiergegen Beschwerde mit den Rechtsbegeh-
ren, die Verfügung vom 15. November 2015 (recte: 2016) sei aufzuheben 
und der Beschwerdeführerin sei eine ganze IV-Rente zuzusprechen. Even-
tualiter verlangt sie, dass die Akten zwecks vollständiger Erhebung des 
medizinisch relevanten Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zur Neu-
beurteilung zurückzuweisen seien.

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Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 23. De-
zember 2016 die Abweisung der Beschwerde.

Am 19. Januar 2017 reichte der Vertreter der Beschwerdeführerin seine 
Kostennote und ergänzende Bemerkungen ein. Mit Eingabe vom 27. Janu-
ar 2017 reichte er ein weiteres Beweismittel ein, welches der Beschwerde-
gegnerin in der Folge zur Kenntnis gebracht wurde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 15. November 2016 (AB 83). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine 
IV-Rente.

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Beschwerdeführerin bringt in der Beschwerde vor, dass die an-
gefochtene Verfügung vom 15. November 2016 (AB 83) unsorgfältig redi-
giert sei und mit Blick auf den Inhalt als unvollständig zu bezeichnen sei 
(Beschwerde S. 5 f. Art. 4). Sie macht damit sinngemäss eine Verletzung 
ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör, insbesondere der Begründungs-
pflicht, geltend.

2.2

2.2.1 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 
der Bundesverfassung [BV; SR 101]). Das rechtliche Gehör dient einerseits 
der Sachaufklärung, anderseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mit-
wirkungsrecht der Verfahrensbeteiligten beim Erlass von Verfügungen dar, 
die ihre Rechtsstellung betreffen. Dazu gehört insbesondere das Recht der 
Betroffenen, sich vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung eingreifenden Ent-
scheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht 
in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden 
und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder 
sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, 
den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1 S. 371; SVR 2014 
UV Nr. 32 S. 108 E. 5.1).

2.2.2 Die Begründungspflicht ist wesentlicher Bestandteil des Anspruchs 
auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV. Sie soll verhindern, 
dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und den Be-
troffenen ermöglichen, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anzu-
fechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl die betroffene Person als auch 

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die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild 
machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegun-
gen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf 
welche sich ihre Verfügung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie 
sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtli-
chen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für 
den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 136 I 229 
E. 5.2 S. 236, 124 V 180 E. 1a S. 181).

2.3 Der Beschwerdeführerin kann nicht gefolgt werden. Sie brachte in 
ihrem Einwand vom 22. September 2016 (AB 75) im Wesentlichen vor, 
dass der medizinische Sachverhalt ungenügend abgeklärt worden sei. Die 
Beschwerdegegnerin begründete daraufhin in ihrer Verfügung vom 15. No-
vember 2016 (AB 83) insbesondere, weshalb ihrer Ansicht nach auf das 
bidisziplinäre Gutachten vom 6. Juni 2016 (AB 66.1) abzustellen sei. Sie 
hat dadurch die Überlegungen, von denen sie sich hat leiten lassen, in 
genügender Weise dargelegt und die angefochtene Verfügung ist somit 
hinreichend und einzelfallbezogen begründet. Dass die Verfügung ortho-
grafische Fehler aufweist, kann offensichtlich nichts daran ändern, da die 
Verständlichkeit der Begründung durch diese nicht beeinträchtigt worden 
ist. Die Beschwerdeführerin konnte denn auch ohne weiteres fundiert Be-
schwerde gegen die Verfügung erheben. Die angefochtene Verfügung ist in 
formeller Hinsicht nicht zu beanstanden.

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

3.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-

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reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

3.3 Für die Bestimmung des IV-Grads wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

3.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es zunächst, den 
Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im 
Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher 
Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die 
Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit 
erfüllt der Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür Verwaltung und 
Gerichte nicht kompetent sind. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen 
gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der 

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Arztperson hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. 
Vielmehr nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. sie gibt 
eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich 
begründet. Schliesslich sind die ärztlichen Angaben eine wichtige 
Grundlage für die juristische Beurteilung der Frage, welche 
Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können. Nötigenfalls 
sind, in Ergänzung der medizinischen Unterlagen, für die Ermittlung des 
erwerblich nutzbaren Leistungsvermögens die Fachpersonen der 
beruflichen Integration und Berufsberatung einzuschalten (BGE 140 V 193 
E. 3.2 S. 195).

4.

4.1 Bezüglich des Gesundheitszustands sowie der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit der Beschwerdeführerin ist den medizinischen Akten im We-
sentlichen das Folgende zu entnehmen:

4.1.1 Im Untersuchungsbericht vom 8. Oktober 2013 (AB 8) stellte 
Dr. med. C.________, Facharzt für Chirurgie, die Diagnose einer Rhiz-
arthrose links und eines Status nach Implantation einer Daumensattelge-
lenkstitanprothese. Es sei bereits jetzt sechs Wochen nach der Operation 
zu einem sehr schönen funktionellen Ergebnis gekommen. Es fehle noch 
die grobe Kraft in der linken Hand.

4.1.2 Im Verlaufsbericht vom 28. März 2014 (AB 21) schrieb Dr. med. 
D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, die Beschwerdefüh-
rerin sei seit dem 23. April 2012 "immer wieder" zu 100 % arbeitsunfähig.

4.1.3 Im Untersuchungsbericht vom 17. Juni 2014 (AB 26/5) hielt 
Dr. med. C.________ fest, die Beschwerdeführerin demonstriere ein 
annähernd freies Bewegungsausmass bei noch bestehender Kraftminde-
rung. Es sei die Fortführung der Ergotherapie unter sukzessiver Belas-
tungssteigerung für weitere 6 Wochen erforderlich. Es bestehe bis zum 
nächsten Untersuchungstermin am 7. Juli 2014 weiterhin eine Arbeitsun-
fähigkeit von 100 %.

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Im Verlaufsbericht vom 2. Juli 2014 (AB 26/1) schrieb Dr. med. 
C.________, der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich 
verbessert und sie führe regelmässig Ergotherapie durch. Darunter zeige 
sich bis zum heutigen Tage im Bereich beider Daumenstrahlen ein sehr 
ordentliches funktionelles Ergebnis bei noch fehlender grober Kraft beim 
Gegengriff der rechten Hand. Die Arbeitsunfähigkeit liege bis auf weiteres 
bei 100 %.

Im Untersuchungsbericht vom 10. Juli 2014 (AB 26/3) führt Dr. med. 
C.________ aus, es bestehe eine reizfreie Weichteilsituation in der rechten 
Hand, die Oppositionsbewegung des Daumens gelinge regelrecht, der 
Faustschluss der rechten Hand sei komplett, das rechte Ellenbogengelenk 
zeige sich äusserlich reizlos und es bestehe keine wesentliche Weichteil-
schwellung. Klinisch finde sich ein deutlicher Druckschmerz über dem Epi-
condylus humeri radialis und eine Schmerzverstärkung bei der aktiven Ex-
tension des Handgelenks gegen und ohne Widerstand. Zusätzlich zeige 
sich ein deutlicher Druckschmerz über dem Sulcus ulnaris mit positiven 
Hofmann-Tinel'schen-Zeichen und elektrisierender Schmerzausstrahlung 
bis in das distale Versorgungsgebiet des Nervus ulnaris. Er veranlasse 
zunächst eine neurologische Kontrolluntersuchung.

Im Untersuchungsbericht vom 23. Oktober 2014 (AB 39) diagnostizierte 
Dr. med. C.________ ein chronisches Schmerzsyndrom in beiden Unter-
armen und im Bereich der Daumenstrahlen der Hände bei einem Status 
nach Implantation von Daumensattelgelenkstotalprothesen beidseits. Die 
von der Beschwerdeführerin beklagte Schmerzsymptomatik sei bei regel-
rechter Implantatlage und freier Beweglichkeit nicht erklärbar. Neurologisch 
ergebe sich ein Normbefund, so dass hier von einem chronifizierten 
Schmerzsyndrom ausgegangen werden müsse. Diese Einschätzung wie-
derholte Dr. med. C.________ in der Stellungnahme vom 12. November 
2014; die 100 %ige Arbeitsunfähigkeit dauere an (AB 39/5).

4.1.4 In der Stellungnahme des RAD vom 11. Juni 2015 (AB 47) schrieb 
Dr. med. E.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato-
logie des Bewegungsapparats, dass sich die Fragen der Beschwerdegeg-
nerin aus dem Dossier nicht beantworten lassen. Er empfahl, ein Gutach-
ten der Disziplinen Handchirurgie und Psychiatrie zu veranlassen.

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4.1.5 Im Sprechstundenbericht vom 4. März 2016 (AB 59) stellte Dr. med. 
F.________, Facharzt für Anästhesiologie, die Diagnose eines neuropathi-
schen Schmerzes (Hyperalgesie) an beiden Daumen zwischen Sattelge-
lenk und IP dorsal. Aufgrund der Symptomatik, welche zumindest ebenso 
stark sei wie präoperativ, müsse trotz tadellosem Prothesensitz funktionell 
von einer misslungenen Operation gesprochen werden. Das bedeute, die 
Arbeitsfähigkeit für Tätigkeiten, die den Einsatz der Hände erfordere, bleibe 
wohl auf nicht absehbare Zeit um 70 % vermindert. Für Tätigkeiten, welche 
den Einsatz der Hände nicht erforderten, könne die Arbeitsfähigkeit "frei-
lich" höher liegen.

4.1.6 Im bidisziplinären Gutachten vom 6. Juni 2016 (AB 66.1) diagnosti-
zierten die Dres. med. G.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparats sowie Handchirurgie, und 
H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, mit Auswirkun-
gen auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches Schmerzsyndrom nach opera-
tiver Sanierung Rhizarthrose Daumen beidseitig (ICD-10 M18.9) und einen 
Status nach Ringbandspaltung A1 bei Tendovaginitis stenosans Ringband 
A1 Daumen links 01/2014 (ICD-10 M65.3 [AB 66.1/18]). Weiter stellten sie 
den Verdacht auf eine leichtgradige Tendovaginitis stenosans EPB-Sehne 
erstes Strecksehnenfach Typ de Quervain beidseitig, links mehr als rechts 
(ICD-10 M65.4).

Im psychiatrischen Teilgutachten vom 27. April 2016 stellte Dr. med. 
H.________ fest, dass im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung keine 
psychopathologischen Symptome hätten festgestellt werden können, ins-
besondere fänden sich keine Hinweise, dass die Beschwerdeführerin im 
Alltag durch psychopathologische Symptome eingeschränkt sei (S. 6 Ziff. 
3.3.1). Aus psychiatrischer Sicht könne keine Schmerzstörung diagnosti-
ziert werden. Wenn die Beschwerdeführerin sich durch ihre Beschwerden 
mehr eingeschränkt fühle, als dass es den objektivierbaren Befunden ent-
spreche, lasse sich dies nicht durch eine psychiatrische Störung begrün-
den. Der Beschwerdeführerin sei aus psychiatrischer Sicht jede berufliche 
Tätigkeit vollschichtig und ohne jede Einschränkung zumutbar (S. 9 
Ziff. 3.3.5).

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Im handchirurgischen Teilgutachten vom 19. Mai 2016 schrieb Dr. med. 
G.________, dass die Beschwerdeführerin im Bereich beider Daumens-
trahlen ein chronifiziertes, therapieresistentes Schmerzsyndrom unklarer 
Aetiologie aufweise (S. 16). Insgesamt sei eine bemerkenswerte Diskre-
panz der geschilderten Beschwerden im Vergleich zu den objektiv erhobe-
nen Befunden zu erkennen. Es ergäben sich auch bei der klinischen Unter-
suchung einige Inkonsistenzen. Es zeigten sich keine Atrophien der Then-
armuskulatur, obwohl die Beschwerdeführerin beide Daumen im Alltag of-
fenbar nicht und auch beide Hände nur sehr eingeschränkt einsetzen kön-
ne. Bei Beobachtung des unbewussten Handeinsatzes fielen bis auf eine 
reduzierte Koordination, ein Vermeidungsverhalten des Pinch-Griffs und die 
allgemeine Verlangsamung der Bewegungsabläufe beidseits wenige Ein-
schränkungen auf. Insgesamt entstehe der Eindruck, dass die Beschwer-
deführerin ihre Hände im Alltag besser einsetzen könne, als sie dies an-
lässlich der gutachterlichen Untersuchung demonstriert habe. Die Be-
schwerdeführerin sei sowohl bezüglich des manuellen Grobgriffs wie auch 
des feinen Präzisionsgriffs (Spitzgriff, Pinzettengriff, Schlüsselgriff) zwi-
schen Daumen und Zeigefinger deutlich handicapiert. Belastende Tätigkei-
ten könnten lediglich durch die ulnarseitigen Langfinger Dig III-V (Haken-
griff) bewältigt werden. Dennoch erschienen theoretisch leidensadaptierte 
leichte manuelle Tätigkeiten (Sortierarbeiten, leichte Arbeiten in der Pro-
duktion, beobachtende Tätigkeiten, Überwachungsfunktionen) durchaus 
möglich und zumutbar, dies bei ganztägiger Präsenz, bei jedoch schät-
zungsweise lediglich 70%-iger Leistungsfähigkeit. Es sei diesbezüglich 
sowohl der reduzierten Arbeitsgeschwindigkeit wie auch den chronischen 
Schmerzen an beiden Daumenstrahlen Rechnung zu tragen. Arbeiten, bei 
denen ein regelmässiger kräftiger Faustschluss erforderlich sei, sollten 
zwingend vermieden werden. Es solle auch keine monotone stereotype 
Tätigkeit sein, bei der wiederholt ein Pinch-Griff zwischen Daumen und 
Zeigefinger durchgeführt werden müsse (S. 17).

In der bidisziplinären Beurteilung hielten die Dres. med. H.________ und 
G.________ fest, dass bei der Beschwerdeführerin eine bleibende Arbeits-
unfähigkeit in der angestammten Tätigkeit seit März 2013 nachvollziehbar 
sei. In körperlich leichten, bezüglich Handbelastung adaptierten Tätigkeiten 

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bestehe eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 70 %, welche vollschichtig 
realisierbar sei (S. 19).

4.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

4.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
vom 15. November 2016 (AB 83) massgeblich auf das bidisziplinäre Gut-
achten vom 6. Juni 2016 (AB 66.1) gestützt. Dieses erfüllt die von der 
höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizini-
schen Berichts gestellten Anforderungen (vgl. E. 4.2 hiervor), weshalb ihm 
volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Die darin 
enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Abklärungen und sind in 
Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten Be-
schwerden getroffen worden. Es ist daher auf dieses Gutachten abzustel-
len, woran die Vorbringen der Beschwerdeführerin nichts zu ändern ver-
mögen:

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4.3.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass die Beschwerdegegnerin 
neben dem handchirurgischen nicht ein psychiatrisches, sondern ein rheu-
matologisches Teilgutachten in Auftrag hätte geben sollen (Beschwerde 
S. 3). Es ist aufgrund der Akten unbestritten, dass ein mehrjähriges 
Schmerzgeschehen im Bereich der Unterarme beziehungsweise der Hände 
besteht (AB 66.1/16). Die behandelnden Ärzte konnten diese Beschwerden 
jedoch trotz orthopädischer und neurologischer Untersuchung und Behand-
lung somatisch nicht erklären (AB 39/2 und 39/5), weshalb eine Schmerz-
störung in Betracht gezogen werden konnte. Diese Vermutung wird denn 
auch durch die Einschätzung von Dr. med. G.________, dass eine bemer-
kenswerte Diskrepanz der geschilderten Beschwerden im Vergleich zu den 
objektiv erhobenen Befunden zu erkennen sei (AB 66.1/17), bestätigt. Da 
es sich bei einer Schmerzstörung um eine psychiatrische Diagnose han-
delt, ist die Begutachtung in dieser Fachrichtung nicht zu beanstanden.

Demgegenüber hat keiner der behandelnden Ärzte auf eine rheumatologi-
sche Erkrankung hingewiesen und auch die restlichen Akten enthalten kei-
ne entsprechenden Anhaltspunkte. Zudem haben weder der RAD-Arzt 
Dr. med. E.________ noch der begutachtende Handchirurge Dr. med. 
G.________ eine zusätzliche rheumatologische Begutachtung als notwen-
dig erachtet. Die Einschätzung der Beschwerdeführerin vermag an diesen 
fachärztlichen Beurteilungen nichts zu ändern.

4.3.2 Die Beschwerdeführerin macht zu Recht geltend, dass der Sprech-
stundenbericht vom 4. März 2016 (AB 59) von Dr. med. F.________ im 
bidisziplinären Gutachten nicht erwähnt worden ist (Beschwerde S. 3). So-
weit sie daraus jedoch den Schluss zieht, die Gutachter hätten deswegen 
die medizinischen Vorakten nicht zu Kenntnis genommen, kann ihr nicht 
gefolgt werden. Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdegegnerin 
den begutachtenden Ärzten eine Kopie des Sprechstundenberichts zu-
kommen liess (AB 61). Die Dres. med. H.________ und G.________ ha-
ben in ihrer Anamnese ausserdem mehrere andere medizinische Berichte 
erwähnt, weshalb erstellt ist, dass sie das Gutachten in rechtsgenüglicher 
Kenntnis der medizinischen Vorakten verfasst haben. 

4.3.3 Ob die Dres. med. H.________ und G.________ Kenntnis vom 
Sprechstundenbericht vom 4. März 2016 (AB 59) von Dr. med. F.________ 

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hatten oder nicht, kann entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin am 
Ergebnis nichts ändern:

Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch täti-
gen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestell-
ten fachmedizinischen Experten anderseits lässt es nicht zu, ein medizini-
sches Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und 
zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden 
Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben 
Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die be-
handelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpreta-
tion entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung 
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 2008 IV Nr. 15 S. 44 
E. 2.2.1). Dies ist vorliegend jedoch nicht der Fall. Wenn Dr. med. 
F.________ im fraglichen Bericht festhielt, die Arbeitsfähigkeit bleibe wohl 
auf nicht absehbare Zeit um 70 % vermindert, so äusserte er bloss eine 
Vermutung bezüglich der Arbeitsfähigkeit, ohne deren Ausmass zu be-
gründen. Weiter schloss er sodann die Behandlung ab und attestierte eine 
Arbeitsunfähigkeit bis lediglich am 1. Mai 2016. Gestützt darauf drängt sich 
keine vom Gutachten abweichende Beurteilung auf. Schliesslich halten 
auch die Dres. med. H.________ und G.________ für die bisherige Tätig-
keit eine bleibende Arbeitsunfähigkeit fest (AB 66.1/19). Allein für eine an-
gepasste Tätigkeit sehen sie eine volle Arbeitsfähigkeit bei einer Leis-
tungsminderung von 30 % gegeben, wobei auch Dr. med. F.________ 
dafür hält, dass in einer anderen Tätigkeit die Arbeitsfähigkeit höher liegen 
könne. Der Sprechstundenbericht vom 4. März 2016 enthält somit keine 
Aspekte, welche im Gutachten unzulässigerweise nicht berücksichtigt wor-
den wären, weshalb er den Beweiswert des bidisziplinären Gutachtens vom 
6. Juni 2016 nicht zu schmälern vermag.

4.3.4 Die Beschwerdeführerin wendet ein, dass sie für sämtliche Tätigkei-
ten, die den Einsatz der Hände erfordern würden, zu 70 % arbeitsunfähig 
sei und dass es, in Würdigung ihres beruflichen Potentials, keinen Arbeits-
platz gebe, in welchem sie nicht ihre Hände einsetzen müsse, weshalb 
faktisch eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vorliege. Ihr ist insofern bei-
zupflichten, dass grundsätzlich in jeder für sie in Frage kommenden Er-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2017, IV/16/1254, Seite 14

werbstätigkeit in irgendeiner Form der Einsatz der Hände erforderlich ist. 
Auszugehen ist indessen von einem Einsatz der Hände in einer adaptier-
ten, das heisst den Gesundheitsschäden der Beschwerdeführerin ange-
passten Tätigkeit. Die Dres. med. H.________ und G.________ haben 
umfassend dargelegt, in welchem Umfang es der Beschwerdeführerin zu-
mutbar ist, ihre Hände zu verwenden (AB 66.1/17). Daraus geht klar her-
vor, dass die Beschwerdeführerin durch die Beschwerden der Hände zwar 
deutlich behindert wird, dass sie jedoch in der Lage ist, leichte manuelle 
Tätigkeiten vollzeitlich auszuüben, so dass sie ihre Restarbeitsfähigkeit 
auch verwerten kann. Der Einsatz der Hände ist somit entgegen der An-
sicht der Beschwerdeführerin nicht völlig ausgeschlossen. Soweit sie durch 
ihre Beschwerden verlangsamt ist und einen erhöhten Pausenbedarf vor-
weist, wird dies durch die um 30 % reduzierte Leistungsfähigkeit bei einer 
vollen Präsenz hinreichend und insgesamt angemessen berücksichtigt.

4.3.5 Daran vermag nichts zu ändern, dass die Abklärungsstelle 
I.________ gemäss Berichten vom 27. April 2015 (AB 43) und 11. Januar 
2017 (Akten der Beschwerdeführerin, Beschwerdebeilage [BB] 3) eine Ein-
gliederung in den ersten Arbeitsmarkt als unrealistisch einschätzt. Nach 
gängiger Praxis ist es primär die Aufgabe der Ärzte, zur Arbeitsunfähigkeit 
der Versicherten Stellung zu nehmen. Nötigenfalls hat die Verwaltung für 
die Ermittlung des erwerblich nutzbaren Leistungsvermögens die Fachper-
son der beruflichen Integration und Berufsberatung mit einzubeziehen 
(vgl. E. 3.4 hiervor). Den Ergebnissen der beruflichen Abklärung ist daher 
nicht jegliche Aussagekraft für die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit ab-
zusprechen. Die IV-Stelle hat insbesondere dann ein zusätzliches klären-
des medizinisches Gutachten einzuholen, wenn zwischen den bestehen-
den medizinischen Gutachten und den Ergebnissen der beruflichen Ab-
klärung eine erhebliche und offensichtliche Diskrepanz besteht, so dass 
ernsthafte Zweifel an den ärztlichen Annahmen begründet werden (Ent-
scheide des Bundesgerichts [BGer] vom 4. April 2008, 9C_833/2007, 
E. 3.3, und vom 16. Oktober 2012, 9C_737/2011, E. 3.3). Die Einschätzung 
der Abklärungsstelle I.________, dass eine Eingliederung unrealistisch sei, 
vermag indessen keine solchen Zweifel zu wecken, da dieser Schluss nicht 
allein auf die Beschwerden der Hände zurückzuführen ist. Vielmehr 
schreibt die Abklärungsstelle I.________, dass auch die sehr mangelhaften 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2017, IV/16/1254, Seite 15

Deutschkenntnisse einer Eingliederung im Weg stehen (AB 43/3, BB 3/3). 
Dabei handelt es sich jedoch um einen invaliditätsfremden Faktor, der hier 
unbeachtlich ist. Die Schwierigkeiten bei der beruflichen Eingliederung 
(eingeschränkte Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelhafte 
Deutschkenntnisse) waren den Dres. med. H.________ und G.________ 
ausserdem bekannt (AB 66.1/17 Ziff. 4.5), weshalb die Ergebnisse der be-
ruflichen Abklärung den Beweiswert des Gutachtens ebenfalls nicht zu 
schmälern vermögen (vgl. Entscheid des BGer vom 19. August 2009, 
8C_191/2009, E. 3.2). Zudem betrifft die Einschätzung der Abklärungsstelle 
I.________ den realen Arbeitsmarkt, nicht den für die Belange der Invali-
denversicherung zu berücksichtigenden hypothetischen ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG); schon deshalb sprechen die Berichte der Ab-
klärungsstelle I.________ nicht gegen die Zuverlässigkeit der Einschätzung 
der Gutachter. Der Bericht vom 11. Januar 2017 (BB 3) lag den begutach-
tenden Ärzten zwar nicht vor, doch entspricht dieser inhaltlich weitgehend 
dem Bericht vom 27. April 2015 (AB 43), weshalb er an der Einschätzung 
der Ärzte nichts ändert.

4.4 Zusammenfassend erweist sich der medizinische Sachverhalt als 
genügend abgeklärt und von weiteren Beweismassnahmen sind keine zu-
sätzlichen Erkenntnisse zu erwarten (antizipierte Beweiswürdigung; 
BGE 122 V 157 E. 1d S. 162), weshalb auf sie verzichtet werden kann. 
Massgebend ist somit das in der bidisziplinären Begutachtung vom 6. Juni 
2016 der Dres. med. H.________ und G.________ festgestellte Zumutbar-
keitsprofil: Es ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin eine 
bezüglich der Handbelastung adaptierte Tätigkeit bei einer vollzeitlichen 
Präsenz, mit einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit um maximal 30 %, 
zumutbar ist.

5.

5.1 Auf der Grundlage des festgestellten Zumutbarkeitsprofils (vgl. 4.4 
hiervor) ist der IV-Grad anhand der allgemeinen Methode des Einkom-
mensvergleichs zu bestimmen (vgl. E. 3.3 hiervor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2017, IV/16/1254, Seite 16

5.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

5.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 
S. 40 E. 2.2). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 142 V 178 E. 2.5.7 
S. 188, 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 E. 2.2).

5.1.3 Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Per-
sonen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im 
Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeit-
nehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unter-
durchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit 
einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 
E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481).

Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 
E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

5.1.4 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2017, IV/16/1254, Seite 17

Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222).

5.2 Der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensver-
gleich wurde von der Beschwerdeführerin nicht kritisiert und ist denn auch 
nicht zu beanstanden:

5.2.1 Unter Berücksichtigung des Beginns des Wartejahrs spätestens im 
März 2013, der Anmeldung zum Leistungsbezug am 25. September 2013 
(AB 1) und in Anwendung von Art. 29 Abs. 1 IVG fällt der hypothetische 
Rentenbeginn frühestens auf März 2014. Der Einkommensvergleich ist 
deshalb auf diesen Zeitpunkt hin durchzuführen.

5.2.2 Gemäss Auskunft der … verdiente die Beschwerdeführerin im Jahr 
2012 Fr. 47'188.60 (AB 9/4). Aufindexiert auf das Jahr 2014 ergibt dies ein 
Valideneinkommen von Fr. 48'160.10 (Fr. 47'188.60 / 101.5 x 103.3 [BFS, 
Tabelle T1.2.10, Frauen, Sektor 2 Produktion, Verarbeitendes Gewer-
be/Herstellung von Waren, Index 2012: 102.0 Punkte bzw. 2014: 104.1 
Punkte]).

5.2.3 Für das Invalideneinkommen kann auf die Tabellenlöhne der LSE 
abgestellt werden, da die Beschwerdeführerin nach Eintritt des Gesund-
heitsschadens keine neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat. Ausgehend 
von der Tabelle TA1 der LSE 2014, angepasst an die durchschnittliche 
wöchentliche Arbeitszeit, resultiert ein hypothetisches Jahresgehalt von 
Fr. 53'793.-- (Fr. 4'300.-- [BFS, LSE 2014, TA 1, Frauen, Total, Kompe-
tenzniveau 1] x 12 Monate / 40 Wochenarbeitsstunden x 41.7 [BFS, Be-
triebsübliche Arbeitszeit, Total, 2014]). Unter Berücksichtigung der festge-
stellten Leistungseinschränkung von 30 % ergibt sich ein hypothetisches 
Invalideneinkommen von Fr. 37'655.10.

Ein Tabellenlohn-Abzug ist nicht vorzunehmen. Die behinderungsbedingten 
Einschränkungen werden bereits in der reduzierten Leistungsfähigkeit 
genügend berücksichtigt (vgl. E. 4.3.4 hiervor) und die sonstigen Einzelfall-
kriterien (vgl. E. 5.1.3 hiervor) vermögen auch keinen Abzug zu begründen. 
Die Beschwerdeführerin besitzt eine Niederlassungsbewilligung C (AB 2). 
Ausländerinnen mit Niederlassungsbewilligung C verdienen zwar bei Stel-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2017, IV/16/1254, Seite 18

len ohne Kaderfunktion weniger als Schweizerinnen, aber dennoch mehr 
als das für die Invaliditätsbemessung herangezogene Durchschnittsein-
kommen (vgl. hierzu Tabelle T12_b der LSE 2014). Zudem bestehen dafür, 
dass der Beschwerdeführerin wegen ihrer ausländischen Nationalität und 
des Status mit Niederlassungsbewilligung C auf dem Arbeitsmarkt eine 
Lohneinbusse hinnehmen müsste, keine Anhaltspunkte. Die Beschwerde-
führerin war bisher vollzeitig erwerbstätig und könnte auch nach dem hier 
massgebenden Zumutbarkeitsprofil vollzeitig arbeiten, weshalb der Be-
schäftigungsgrad nicht zu berücksichtigen ist. Weiter kommt fehlenden 
Dienstjahren im untersten Kompetenzniveau im privaten Sektor keine gros-
se Bedeutung zu (Entscheid des BGer vom 16. Juli 2014, 8C_97/2014, E. 
4.2) und werden Hilfsarbeiten auf dem massgebenden hypothetisch aus-
geglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt 
(Entscheid des BGer vom 6. Mai 2008, 8C_321/2007, E. 8.2.2). Auch die 
von der Abklärungsstelle I.________ berichteten Schwierigkeiten aufgrund 
der fehlenden Ausbildung und der schlechten Deutschkenntnisse können 
nicht zu einem Abzug führen. Diesen Faktoren wird bereits dadurch Rech-
nung getragen, dass der Tabellenlohn der tiefsten Kompetenzstufe gewählt 
wurde (vgl. Entscheide des BGer vom 15. September 2011, 8C_427/2011, 
E. 5.2, und vom 20. Oktober 2011, 8C_594/2011, E. 5).

5.3 Bei der Gegenüberstellung des hypothetischen Valideneinkommens 
von Fr. 48'160.10 und des hypothetischen Invalideneinkommens von 
Fr. 37'655.10 resultiert eine Einkommenseinbusse von Fr. 10'505.--, was 
einem IV-Grad von gerundet 22 % entspricht ([Fr. 48'160.10 ./. 
Fr. 37'655.10] / Fr. 48'160.10 x 100 [zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 
und 3.3 S. 123]). Die Beschwerdeführerin hat somit keinen Anspruch auf 
eine IV-Rente.

6.

Nach dem Ausgeführten erweist sich die angefochtene Verfügung vom 
15. November 2016 (AB 83) im Ergebnis als rechtens und die dagegen 
erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2017, IV/16/1254, Seite 19

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern (inkl. Doppel der Eingabe der Beschwerdeführerin vom 

19. Januar 2017)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.