# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 26e9866a-d1f4-56b2-90de-3d01452cd8b6
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-30
**Language:** de
**Title:** In behinderungsangepasster Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Abweisung.
**Docket/Reference:** IV.2016.00311
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2016.00311.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2016.00311
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Sozialversicherungsrichterin Käch
Gerichtsschreiberin Schucan
Urteil
vom
30. Mai 2017
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch
Y.___
Z.___
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1974, Mutter von vier Kindern (Jahrg
ä
ng
e
1991, 1994, 1998, 2001), war zuletzt vom 1
7.
Dezember 2007 bis 3
1.
August 2014 in einem
Teilzeitpensum als Reinigungsmitarbeiterin
bei
der
A.___
AG tätig (
Urk.
11/25
Ziff.
2.1
,
Ziff.
2.7
und
Ziff.
2.9
)
.
Am
9.
August 2015
meldete sich
die Versicherte
bei der Invalidenversicherun
g zum
Leis
tungsbezug
an (
Urk.
11/28
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zü
rich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbl
iche Situation ab, zog Akten des Krankenta
ggeldversicherers bei (
Urk.
11/2
1
,
Urk.
11/31
) und
ver
anlasste eine Haushaltsabklärung, über welche am 2
6.
November 2015 Be
richt erstattet wurde
(
Urk.
11/35
).
Nach
ergangenem Vorbescheid (
Urk.
11/37)
verneinte die IV-Stelle
mit Verfü
gung vom 1
0.
Februar 2016
einen Rentenanspruch (
Urk.
11/
39
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am
2.
– mit Ergänzung vom
2
4.
-
März 2016
Be
schwerde
gegen die Verfügung vom
1
0.
Februar 2016
(
Urk.
2) und bean
tragte, diese sei aufzuheben
,
und es sei
ihr eine ganze Rente
zuzusprechen, eventuell sei
die Sache zur Neubeurteilung und zur hinreichenden Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen
(
Urk.
1
,
Urk.
6 S. 1
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
6.
April 2016
(
Urk.
10
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde  der Beschwerdeführerin am 1
1.
Mai 2016 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
12
)
.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung;
IVG)
).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines
Einkommensver
gleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu er
folgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und ge
gebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be
urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2) damit, die Be
schwerdeführerin sei seit dem 2
6.
September 2014 (Beginn der einjährigen Wartezeit
)
in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt.
O
hne
Gesund
heitsschaden
würde sie weiterhin
ihre Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin
in
einem Pensum von 62
%
ausüben
,
und die restlichen 38
%
entfielen auf den Aufgabenbereich. Aus ärztlicher Sicht sei der Beschwerdeführerin eine behinderungsangepasste, überwiegend sitzende Tätigkeit zu 100
%
zumutbar. Im Haushalt bestehe eine Einschränkung von 12
%
. Demnach bestehe bei ei
nem Invaliditätsgrad von 5
%
kein Anspruch auf eine Invalidenrente (S. 2).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer
Beschwerde
geltend,
bereits der Arbeitsweg würde ihr Mühe bereiten
,
und
der medizinische Sachverhalt und ihre Einschränkungen seien nicht genügend abgeklärt worden. Im
Ge
sundheitsfall
hätte sie, sobald das jüngste Kind das 1
4.
Altersjahr erreicht
gehabt hätte
, ihr Arbeitspens
um auf 100
%
erhöht
. Dass sie ihr Pensum nicht habe erhöhen können, sei auf ihren Gesundheitsschaden zurückzuführen
,
und sie sei als zu 100
%
Erwerbstätige zu qualifizieren. Auch sei ihr eine sit
zende Tätigkeit nicht zumutbar
,
und sie sei inzwischen in psychologischer Behandlung (
Urk.
1,
Urk.
6 S. 1 f.)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invali
denrente.
3.
3.1
Dr.
med.
B.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
stellte in seinem Bericht vom 2
0.
Mai 2015 (
Urk.
11/21/2-3) folgende Di
agnosen (
Ziff.
1):
-
Fasziitis
plantaris
links
-
Ruptur der
Musculus
peronaeus
brevis
Sehne links
-
Débridement
und Naht der
Peronaeus
brevis
Sehne links September 2014
Dr.
B.___
führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit dem
7.
Feb
ruar 2013 bei ihm in Behandlung.
Sie klage über belastungsabhängige Schmerzen im linken Fuss und im ganzen linken Bein (
Ziff.
1). In der Tätigkeit als Putz
frau bestehe seit dem
1.
September 2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
Ziff.
4). Die
se
Tätigkeit sei ungünstig, weil die Patientin dabei hautsächlich stehen und um
her
gehen sowie auch zweitweise mittelschwere Lasten tragen müsse (
Ziff.
7). Eine leichte, andersartige berufliche Tätigkeit, welche nicht vorwiegend stehend ausgeführt werden müsste, wäre ab sofort möglich (
Ziff.
9).
3.2
Dr.
med.
C.___
, Oberärztin
,
Klinik für Rheumatologie,
D.___
, nannten in ihrem Beri
cht vom 2
6.
August 2015 (
Urk.
11
/33/6-7
) folgende Diagnosen (S. 1):
-
lumbospondylogenes
Syndrom, Differenzialdiagnose
radikulär
L5 und/oder S1 links
-
Diskusprotrusion
L5/S1 mit Facettengelenksarthrose links und mögli
cher Reizung Wurzel L5 links durch
Oste
o
phyten
im
Foramen
(MRI
7.
April 2015
E.___
)
-
Verdacht auf
Complex
Region
Pain
Syndrom
e
(CRPS),
Differen
-
zialdiag
nose
Läsion eines sensiblen Hautastes
-
Status nach
Débridement
und Naht der
Peronaeus
brevis
Sehne links am 2
6.
September 2014
Dr.
C.___
führte aus, sie habe der Patientin empfohlen, eine stationäre Physiotherapie durchzuführen inklusive
Elektroneuromyographie
(
ENMG
)
zur besseren Beurteilung eines möglichen
radikulären
Syndroms, zur Abklärung bezüglich des CRPS, zur Wirbelsäuleninfiltration, Physiotherapie mit Stabi
lisation der Wirbelsäule und der Fussschmerzen links und zur optimalen me
dikamentösen Einstellung. Die Patientin wünsche im Moment aber lieber nur eine ambulante Therapie (S. 2).
3.
3
Dr.
B.___
stellte in seinem Bericht vom
2
4.
September 2015 (
Urk.
11/33/1-5
) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (
Ziff.
1.1):
-
lumbospondylogenes
Syndrom, Differenzialdiagnose
radikulär
L5 und
/
oder S1 links
-
Diskusprotrusion
L5/S1 mit Facettengelenksarthrose links und mögli
cher
radikulärer
L5-
Kompression, bestehend seit November 2012
-
Verdacht auf CRPS, Differenzialdiagnose
Läsion eines sensiblen Haut
-
as
tes
-
Status nach
Débridement
un
d Naht der
Peronae
us
brevis
-Sehne links September 2014
-
chronische
Fasziitis
plantaris
links
-
Status nach zweimaliger Infiltration
Dr.
B.___
führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit dem 2
3.
Juni 1999 bei ihm in Behandlung
,
und die letzte Kontrolle sei am 2
3.
September 2015 erfolgt (
Ziff.
1.2).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Reinigungskraft be
stehe seit dem 2
6.
September 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(
Ziff.
1.6). Es bestehe eine schmerzbedingt eingeschränkte Belastbarkeit des linken Beines
,
und die Beschwerdeführerin habe Schmerzen im linken Bein und Fuss.
Nach Ansicht der Patientin sei die Tätigkeit nicht mehr zumutbar.
Eine behinderungsangepasste, zum Beispiel sitzende Tätigkeit mit leichtem
körperlichem
Belastungsprofil wäre seit Juni 2015 möglich
(
Ziff.
1.7).
Eine rein sitzende Tätigkeit sei in einem zeitlichen Umfang von vier bis sechs
Stunden
und eine wechselbelastende Tätigkeit im Umfang von vier Stunden möglich
(
Ziff.
3
).
Zum
ärztlichen Befund führte
Dr.
B.___
aus, die Patientin
gehe leicht hinkend
und belaste das linke Bein nicht. Es bestehe eine
Berührungsemp
findlichkeit
am gesamten lateralen Fuss im Bereich der Narbe (
Ziff.
1.4).
3.4
Dr.
med.
F.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates,
Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD),
führte in seiner Stellungnahme vom
5.
Oktober 2015
(
Urk.
11/36/3-4) aus, bei der 41
-jährigen Versicherten seien anhand der vorliegenden Arztberichte und Akten des Krankentaggeldversicherers als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
lumbospondylogenes
Syndrom, Differ
enzialdiag
nose
radikulär
L5 und/
oder S1 links bei/mit
im MRI vom
7.
April 2015 fest
gestellter
Diskusprotrusion
L5/S1 mit Facettengelenksarthrose links und möglicher
Reizung der Wurzel L5 links durch
Osteophyten
im
Foramen
, so
wie ein Verdacht auf ein CRPS, Differenzialdiagnose Läsion eines sensiblen Hautastes bei Zustand nach
Débridement
und Naht der
Peronaeus
brevis
-Seh
ne
links am 2
6.
September 2014 ausgewiesen.
Hinsichtlich der Bewertung der Arbeitsunfähigkeit seien die aktenkundigen Angaben plausibel, weshalb in der bisherigen Tätigkeit als
Reinigungsmitar
beiterin
seit dem
1.
September 2014 durchgehend eine 100%ige Arbeitsunfä
higkeit bestehe.
Auch eine angepasste Tätigkeit sei zunächst nicht möglich gewesen, und es habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden. Ab Juni 2015 sei in
kör
perlich leichten, überwiegend bis ausschliesslich im Sitzen ausgeführten Tä
tigkeiten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben
.
3.
5
Am 2
6.
November 2015 erstattete die Abklärungsperson
der IV-Stelle
Bericht über die bei der Beschwerdeführerin zu Hause am 1
0.
November 2015 durch
geführte Haushaltsabklärung (
Urk.
11/35).
Die Abklärungsperson führte aus, die Beschwerdeführerin bekunde aktuell Schmerzen im linken Bein und Fuss. Bei Belastung verspüre sie vermehrten Schmerz des Beines. Der Gebrauch von unterstützenden Hilfsmittel
n
zum Beispiel in Form von Gehstöcken werde verneint. Sie leide noch z
usätzlich unter Rückenschmerzen
(S. 1 f.
Ziff.
1).
Die Beschwerdeführerin habe per 3
1.
August
2014
ihre Stelle aufgrund der ständigen Schmerzen von sich aus gekündigt. Seither gehe sie
aus gesund
heitlichen Gründen
kei
ner Erwerbstätigkeit mehr nach
(S. 3
Ziff.
2.3).
Der Ehemann arbeite im
Gartenbau in einem 100%-Pensum
.
Der eine Sohn arbeite als Mitarbeiter in der Montage
,
und d
er älteste Sohn sei mittlerweile ausgezogen
und lebe mit der Schwiegertochter im Mehrfamilienhaus ne
benan. Die eine Tochter sei im
1.
Lehrjahr als Dentalassistentin
,
und die jüngste Tochter sei in der
9.
Klasse der Oberstufe
(S. 3
Ziff.
2.3.1).
Zur Frage, wie die berufliche Situation ohne Gesundheitsschaden wäre
,
habe die Beschwerdeführerin ausgeführt
, sie wäre bei guter Gesundheit weiterhin
in ihrem angestammten Pensum von 62
%
bei der
A.___
tätig
. Sie sei im Sta
dion
G.___
für die Reinigung der öffentlichen Räumlichkeiten zuständig gewesen, und die Arbeit habe ihr gefallen. Sie sei gut im Team integriert ge
wesen (S. 3 f.
Ziff.
2.5).
Die Abklärungsperson führte aus, die Beschwerdeführerin sei demnach als zu
62
%
Erwerbstätige und als zu 38
%
im Haushalt Tätige zu qualifizieren
(S. 4
Ziff.
2.6
).
Unter Berücksichtigung der von der Beschwerdeführerin geklagten Leiden und Behinderungen sowie der
Familiengrösse
, der Wohnverhältnisse, der technischen Einrichtungen und der örtlichen Lage
,
ermittelte die
Abklä
rungsperson
eine Einschränkung der Beschwerdeführerin im
Haushalt
s
be
reich
von 12
%
(S. 4 f
f
.
Ziff.
4-
7)
.
3.
6
Dr.
B.___
führte in seinem Bericht vom
5.
März 2016 (
Urk.
7) aus, auf Wunsch der Beschwerdeführerin nehme er zur Arbeitsfähigkeit und Er
werbsfähigkeit Stellung.
Sie habe anhaltende Schmerzen und könne die Ferse nicht belasten. Die verschiedenen Interventionen hätten keine Verbesserung der Situation erreicht. Als Reinigungskraft sei sie bis heute arbeitsunfähig
.
Arbeiten
,
die im Stehen oder Gehen ausgeführt werden müssten, seien nicht möglich.
Die theoretische Erwerbsfähigkeit in einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit werde durch die Unmöglichkeit, eine solche Arbeitsstelle zu errei
chen, weitgehend verhindert,
so dass eine wesentliche Erwerbsfähigkeit nicht bestehe.
Ein CRPS habe im Verlauf ausgeschlossen werden können. Es sei eine stationäre Abklärung vorgeschlagen worden mit möglicher
Nervenwur
zelinfiltration
L5/S1 links bei bestehendem Verdacht auf eine
radikuläre
Problematik. Aufgrund des bisherigen Verlaufs sei aber von weiteren medizi
nischen Interventionen abzusehen (S. 1).
4
.
4
.1
Unstrittig und aufgrund der medizinischen Aktenlage ausgewiesen ist, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Einschränkungen in ihrer ange
stammten Tätigkeit als
Reinigungsmitarbeiterin
sei
t
September 2014 nicht mehr arbeitsfähig
ist. Zu prüfen ist die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdefüh
rerin in einer behinderungsangepassten Tätigkeit. Die Beschwerdegegnerin ging diesbezüglich gestützt auf die Einschätzung
des RAD-Arztes
Dr.
F.___
vom
Oktober 2015 (vorstehend E. 3.4
) davon aus, dass seit
Juni 2015
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe (vorstehend E. 2.1).
4.2
Auf die Einschätzung von
Dr.
F.___
, RAD,
kann aufgrund der nachfolgend
dargelegten
Gründe abgestellt werden. So lagen
Dr.
F.___
die wesent
lichen medizinischen Akten vor
,
und auch d
er
Haus
arzt
Dr.
B.___
erachtete in seinem Bericht vom Mai 2015
(vgl. vorstehend E. 3.1)
ein
e
behinderungsan
gepasste
, nicht vorwiegen
d im Stehen ausgeübte Tätigkeit,
ab sofort unein
geschränkt für möglich. Auch in seinem Bericht vom September 2015
(vgl. v
orstehend E. 3.3
)
sprach er davon, dass der Beschwerdeführerin eine
behin
derungsangepasste
, sitzende Tätigkeit mit leichtem körperlichem
Belastungs
profil
se
it Juni 2015 möglich wäre. Als e
inschränkende Faktoren nannte er lediglich eine schmerzbedingt eingeschränkte Belastbarkeit des linken Beines. Die im Anschluss vorgenommene Beschränkung einer
rein sitzenden Tätig
keit auf vier
bis sechs Stunden ist daher nicht nachvollziehbar. Zudem floss in seine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auch die subjektive Einschätzung der Beschwerdeführerin mit
ein,
was deutlich aus der Formulierung hervor
geht, dass nach
ihrer Ansicht
die
angestammte Tätigkeit nicht mehr zumut
bar
sei
.
Im Übrigen hat das Gericht
in Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungs
weise Therapiekräften der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Vor diesem Hintergrund sind auch seine
auf Begehren der Beschwerdeführe
rin
nach ergangener
leistungsverneinender
Verfügung
(
Urk.
2)
in seinem Be
richt vom M
ärz 2016 (vgl. vorstehend E. 3.6
) zu ihrer Arbeitsfähigkeit getä
tigten Ausführungen zu verstehen. Dass sie nicht im Stande sei, eine Ar
beitsstelle z
u erreichen, weshalb von einer v
ollständigen Erwerbsunfähigkeit auszugehen sei, vermag in Anbet
racht dessen, dass er in seinem Bericht vom September 2015 noch von einem leicht hinkenden Gangbild sprach, nicht zu überzeugen.
Zudem gab die Beschwerdeführerin
anlässlich der
Haushaltsab
k
lärung
im November 2015 an,
keine unterstützenden Hilfsmittel wie zum Beispiel Gehstöcke
zu benötigen
(vgl. vorstehend E. 3.5).
4.3
Aufgrund des Gesagten ist d
emnach gestützt auf die Einschätzung
von
Dr.
F.___
, RAD,
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ab
Juni 2015
in einer behinderungsangepassten
, leichten vorwiegend sitzenden
Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist.
5
.
5
.1
Die Beschwerdeführerin mach
te
beschwerdeweise
geltend, sie hätte im
Gesund
heitsfall
ihr Pensum auf 100
%
erhöhen wollen zum Zeitpunkt, als das jüngste Kind das 1
4.
Lebensjahr erreicht hat
(vgl. vorstehend E. 2.1)
. Für diese Aussage spricht, dass die Beschwerdeführerin bereits seit dem Jahr 2007 in einem Pensum von 62
%
gearbeitet hat. Demnach ist sie im Folgen
den als zu 100
%
im Erwerbsbereich Tätige
zu qualifizieren
,
und der
Invali
ditätsgrad
ist anhand eines Einkommensvergleiches zu berechnen (vgl. vor
stehend E.
1.3
).
5
.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Ein
kommensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
5.
3
Für die Vornahme des Einkommensvergleiches ist grundsätzlich auf die Gege
benheiten im Zeitpunkt des (hypothetischen) Rentenb
eginns, mithin auf das Jahr 2016
, abzustellen (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Gemäss
Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
11/26) erzielte die Beschwerdeführerin im Jahr
2012
mit ihrem Pensum von 62
%
ein Einkommen von
Fr.
38‘773.--
.
Aufgerechnet auf ein Pensum von 100
%
und
unter Berück
sichtigung der Nom
inallohnentwicklung im Jahr 2013
von 0
.
8
%
, im Jahr 2014 von
0.7
%
, im Jahr 2015 von
0.3
%
und im Jahr 2016 von
0.8
%
(vgl. Schweizerischer Lohnindex nach Branche; Index und Veränderungen auf der Basis 2010 = 100 %,
www.bf
s.admin.ch
,
Sektor 3 Dienstleistungen,
lit
. G-S Ziff. 45-96
)
resultiert
ein
massgebendes
hypothetisches
Valideneinkommen
von
rund Fr.
64‘178.-- im Jahr 2016
(
Fr.
38‘773
.-- x 1.008 x 1.007 x 1.003 x
1.008 :
62 x 100
).
5
.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und
9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des
Invalidenein
kommens
aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5
.5
Ang
esichts der Zumutbarkeit einer 10
0%igen behinderungsangepassten Tätig
keit steh
t
der Beschwerdeführerin auch bei Beachtung der im RAD-Be
richt genannten Einschränkungen eine breite Palette von Tätigkeiten offen. Es rechtfertigt sich daher, für die Ermittlung des In
valideneinkommen
s auf den standardisierten Durchschnittslohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors
gemäss
LSE
abzustellen.
Das im Jahr 2012 von Frauen im Durchschnitt für einfache Tätigkeiten körper
licher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen er
zielte Einkommen betrug pro Monat Fr. 4‘112.-- (
LSE
2012, S. 35,
Tabelle TA1, Niveau 1).
Unter Berücksichtigung
der Normalarbeitszeit von 41.7 Stunden
(Normalarbeitszeit; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Er
werbstätigkeit und Arbeitszeit, detaillierte Daten, betriebsübliche
Wochenar
beitszeit
),
der Nominallohnentwicklung von 0.7 % im Jahr 2013, von 0.8 % im Jahr 2014, von 0.4 % im Jahr 2015 und von 0.7 % im Jahr 2016
(vgl.
Nominallohnindex, 2011-2016
; Index und Veränderungen auf der Basis 2010 = 1
00 %, www.bfs.admin.ch , Total)
ergibt sich ein
massgebendes
hypothe
tisches Invalideneinkommen v
on rund Fr. 52‘791.-- für das Jahr 2016 (Fr. 4‘112
.
-- x 12 : 40 x 41.7 x 1.007 x 1.008 x 1.004 x 1.007)
.
5
.6
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksich
tigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht er
reichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwi
ckelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer
der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie so
wie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben kön
nen. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unter
durchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall ge
samthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
Der Umstand, dass die versicherte Person gemäss den medizinischen Anga
ben auf eine Tätigkeit angewiesen ist, die im Sitzen verrichtet werden kann und die Möglichkeit zu gelegentlichen Positionswechseln bietet, ihre
Ein
satzmöglichkeiten
daher begrenzt sind, ist im Hinblick auf den allein mass
geblichen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
16 ATSG;
BGE 134 V 64
E. 4.2.1) nicht abzugsrelevant (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8).
Ein zusätzlicher Abzug vom Tabellenlohn ist vorliegend daher nicht
ge
-
rechtfer
tigt.
5
.7
Ausgehend von einem
Valideneinkommen
von rund
Fr.
64‘178.-- und einem
Invalideneinkommen von rund
Fr.
52‘791
.--
resultiert ei
ne
Einkommensein
busse
von
Fr.
11‘387
.--, was einem
Invaliditätsgrad von
rund 18
%
ent
spricht, bei welchem Ergebnis kein Anspruch der Beschwerdeführerin auf ein Invalidenrente besteht
.
Demnach erweist sich die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art.
69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 7
00.-- anzuset
zen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen
.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Y.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesge
richt Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der
Be
-
weis
mittel
und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannSchucan