# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 41226f05-e331-5ae7-a83d-723d7ca77702
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 01.12.2022 SK1 2020 31
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2020-31_2022-12-01.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 1. Dezember 2022

Referenz SK1 20 31

Instanz I. Strafkammer

Besetzung Moses, Vorsitzender
Michael Dürst und Richter
Bazzell, Aktuarin

Parteien A._____
Beschuldigter
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Bruno Bauer Kreuzacker-
strasse 9, 9001 St. Gallen

gegen

Staatsanwaltschaft Graubünden
Rohanstrasse 5, 7001 Chur
Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin

B._____ AG
Privatklägerin
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Lucius Richard Blattner
Schulhausstrasse 42, 8002 Zürich

C._____
c/o D._____
Privatklägerin
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Christof Steger
Kriessernstrasse 40, 9450 Altstätten SG

E._____
Privatklägerin
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Zinsli

2 / 40

Werkstrasse 2, 7000 Chur

F._____
Privatklägerin
vertreten durch Betreibungs- und Konkursamt der Region Plessur
Grabenstrasse 15, Postfach 55, 7001 Chur

G._____
Privatklägerin
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Schlegel
Bahnhofstrasse 7, 9470 Buchs SG

H._____ AG
Privatklägerin
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Karl Mathis
Bahnhofstrasse 10, Postfach 7764, 6302 Zug

I._____ AG
Privatklägerin
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Karl Mathis
Bahnhofstrasse 10, Postfach 7764, 6302 Zug

J._____
Privatklägerin
vertreten durch Betreibungs- und Konkursamt der Region Plessur
Grabenstrasse 15, Postfach 55, 7001 Chur

K._____
Privatklägerin

L._____
Privatklägerin

M._____
Privatklägerin

N._____
Privatklägerin

3 / 40

O._____ AG
Privatklägerin
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Grunder
Zugerstrasse 32, Postfach 1350, 6341 Baar

Gegenstand mehrfache Urkundenfälschung etc.

Anfechtungsobj. Urteil Regionalgericht Plessur vom 20. November 2019,
mitgeteilt am 20. Mai 2020 (Proz. Nr. 515-2019-19)

Mitteilung 05. September 2023

4 / 40

Sachverhalt

A. Das Regionalgericht Plessur sprach A._____ (nachfolgend: Beschuldigter) 
am 20. November 2019 der Misswirtschaft gemäss Art. 165 Ziff. 1 StGB, der 
mehrfachen Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB, der Unterlassung 
der Buchführung gemäss Art. 166 StGB, der mehrfachen qualifizierten 
Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB i.V.m. Ziff. 2 StGB, der 
mehrfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 
Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB und der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung 
gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig. Es bestrafte ihn mit einer 
Freiheitsstrafe von fünf Jahren unbedingt und ordnete eine ambulante 
psychiatrische Therapie zur Behandlung der Suchtproblematik an, wobei es den 
Vollzug der Freiheitsstrafe nicht zugunsten der Therapie aufschob. Die 
zahlreichen Zivilklagen hiess das Regionalgericht Plessur teilweise gut, schrieb sie 
infolge Rückzugs oder (Teil-)Anerkennung ab oder verwies sie auf den Zivilweg. 
Die Gerichtskosten auferlegte das Regionalgericht Plessur dem Beschuldigten 
und verpflichtete ihn zur Leistung einer Parteientschädigung an einen Teil der 
Privatkläger. Den amtlichen Verteidigern des Beschuldigten sprach das 
Regionalgericht Plessur eine angemessene Entschädigung aus der Gerichtskasse 
zu.

B. Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte am 22. November 2019 Be-
rufung beim Regionalgericht Plessur an. Die Berufungserklärung reichte der Be-
schuldigte am 11. Juni 2020 beim Kantonsgericht von Graubünden ein. Darin be-
antragt er die Aufhebung der Dispositivziffern 1 bis 3 des angefochtenen Urteils 
(Schuld- und Strafpunkt, therapeutische Massnahme). Den Schuldspruch ficht er 
insofern an, als der Sachverhalt aus den Anklageziffern 2.15.1 (Sachverhaltskom-
plex B._____ AG) und 2.16.1 (Sachverhaltskomplex I._____ AG) rechtlich falsch, 
als qualifizierte Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. Abs. 2 
StGB statt als qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 
Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB, gewürdigt worden sei. Ferner bemängelt er die 
fehlende Zuordnung der Schuldsprüche zu den einzelnen Anklageziffern im Dis-
positiv. Der Beschuldigte beantragt die Gewährung der amtlichen Verteidigung für 
das Berufungsverfahren unter Einsetzung von Rechtsanwalt Bruno Bauer als amt-
licher Verteidiger. Schliesslich stellt der Beschuldigte den Beweisantrag, es sei bei 
P._____, Zentrum für Spielsucht und andere Verhaltenssüchte, ein forensisch-
psychiatrisches Zweitgutachten einzuholen, zur persönlichen Begutachtung des 
Beschuldigten durch P._____, zur differenzierten Auseinandersetzung mit den 
verschiedenen Börsengeschäften und zur Frage des Strafaufschubs zugunsten 
der Suchttherapie.

5 / 40

C. Die Staatsanwaltschaft reichte am 21. Juli 2020 Anschlussberufung gegen 
das Urteil ein und beantragte, Dispositivziffer 2 des angefochtenen Urteils sei auf-
zuheben und der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren 
zu bestrafen, unter gesetzlicher Kostenfolge. Ferner beantragte sie die Abweisung 
des erwähnten Beweisantrages.

D. Der Vorsitzende der I. Strafkammer lehnte mit Verfügung vom 2. Juni 2022 
den vom Beschuldigten gestellten Beweisantrag ab und lud die Gutachterin 
Dr. Q._____ zur mündlichen Erläuterung und Ergänzung des Gutachtens an die 
Hauptverhandlung vor.

E. Die Berufungsverhandlung fand am 28. November 2022 statt. Dr. Q._____ 
wurde zur mündlichen Erläuterung und Ergänzung des Gutachtens befragt. Der 
Beschuldigte wiederholte den abgelehnten Beweisantrag. Das Kantonsgericht 
wies diesen nach Beratung als Kollegium erneut ab, unter Verweis auf die Be-
gründung im Endentscheid. Der Beschuldigte zog die Berufung hinsichtlich der 
Aufhebung von Dispositivziffer 1 des angefochtenen Urteils zurück. Im Übrigen 
stellte der Beschuldigte die folgenden Anträge:

1. Es seien in Gutheissung der Berufung des Beschuldigten die Disposi-
tivziffern 2 und 3 des Urteils des Regionalgerichts Plessur vom 
20. November 2019 aufzuheben.

2. Der Beschuldigte sei der Misswirtschaft gemäss Art. 165 Ziff. 1 StGB, 
der mehrfachen Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB, der 
unterlassenen Buchführung gemäss Art. 166 StGB, der mehrfachen 
qualifizierten Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. Ziff. 2, 
der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung 
gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 sowie der mehrfachen un-
getreuen Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 
schuldig zu sprechen.

3. Dafür sei der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten 
sowie einer Geldstrafe von 360 Tagessätzen zu je CHF 100.00 pro 
Tag zu bestrafen. Der Vollzug der Freiheitsstrafe von 24 Monaten so-
wie der Geldstrafe sei aufzuschieben bei einer Probezeit von 5 Jahren 
unter Anordnung der Weiterführung der ambulanten Massnahme 
während der Probezeit.

4. Eventualiter sei der Beschuldigte mit Freiheitsstrafe von 36 Monaten 
zu bestrafen. Der Vollzug von 26 Monaten sei bei einer Probezeit von 
5 Jahren aufzuschieben und 10 Monate seien für vollziehbar zu er-
klären, wiederum unter Anordnung einer ambulanten Massnahme 
während der Probezeit.

5. Subeventualiter sei der Vollzug der von der Berufungsinstanz ausge-
sprochenen unbedingten Freiheitsstrafe zugunsten einer ambulanten 
psychiatrischen Therapie zur Behandlung der Suchtproblematik des 
Beschuldigten aufzuschieben.

6 / 40

6. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Ziffern 4, 5, 6, 7 und 8 des 
Dispositivs des Urteils des Regionalgerichts Plessur vom 20. Novem-
ber 2019 bereits in Rechtskraft erwachsen sind.

7. Die Kosten des Strafverfahrens seien dem Beschuldigten aufzuerle-
gen.

8. Der amtliche Verteidiger sie für die Verteidigung angemessen zu ent-
schädigen.

Die Staatsanwaltschaft hielt an den in der Anschlussberufung gestellten Anträgen 
fest. 

F. Nach erfolgter Beratung wurde das Urteil am 1. Dezember 2022 schriftlich 
im Dispositiv mitgeteilt.

Erwägungen

1. Eintreten

1.1 Gegen das angefochtene erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Ples-
sur ist die Berufung zulässig (Art. 398 Abs. 1 StPO). Die Eintretensvoraussetzun-
gen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Berufung ist einzutreten.

1.2. Die im erstinstanzlichen Verfahren bestellte amtliche Verteidigung besteht 
im Berufungsverfahren praxisgemäss fort (vgl. Viktor Lieber, in: Do-
natsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Straf-
prozessordnung, Art. 1-195, 3. Aufl., Zürich 2020, N 3b und N 1 zu Art. 134 StPO; 
Niklaus Ruckstuhl, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Straf-
prozessordnung/Jugendstrafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 7 zu Art. 130 
StPO). Ein neues Gesuch für das Berufungsverfahren ist nicht erforderlich. Dem-
gemäss erübrigen sich Weiterungen zum entsprechenden Gesuch des Beschul-
digten (act. A.2, Rechtsbegehren I.2).

2. Umfang der Berufung und Anschlussberufung; Teilrechtskraft

2.1. Der Beschuldigte beantragt zuletzt die Aufhebung der Dispositivziffern 2 
und 3 des erstinstanzlichen Urteils und ficht damit den Strafpunkt sowie den 
Nichtaufschub der Strafe zugunsten der angeordneten ambulanten psychiatri-
schen Therapie an. Das Begehren um Aufhebung der Ziffer 1 des erstinstanzli-
chen Urteils zog der Beschuldigte anlässlich der Hauptverhandlung zurück 
(act. H.5, S. 4). Damit liess er die Rügen der falschen rechtlichen Würdigung und 
der fehlenden Zuordnung der Schuldsprüche zu den einzelnen Anklageziffern im 
Dispositiv fallen (act. A.2, I.1 und S. 4). Die Staatsanwaltschaft ficht das Urteil mit 
Anschlussberufung ihrerseits im Strafpunkt an.

7 / 40

2.2. Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil in den beiden 
angefochtenen Punkten (Art. 404 StPO). Auch wenn der Beschuldigte Dispositiv-
ziffer 3 des erstinstanzlichen Urteils bloss mit Blick auf die strafvollzugsbegleiten-
de Anordnung der Massnahme und nicht die Massnahme an sich (vgl. E. E) an-
ficht, prüft das Berufungsgericht die allgemeinen Voraussetzungen für die Anord-
nung der Massnahme (BGer 6A_1143/2021 v. 11.3.2022 E. 2.4; siehe E. 9).

2.3. Im Schuldpunkt (Dispositivziffer 1) sowie bezüglich der Zivilklagen (Disposi-
tivziffer 4) ist das erstinstanzliche Urteil in Rechtskraft erwachsen (Art. 402 StPO). 
Dasselbe gilt hinsichtlich des Entscheids über die Parteientschädigungen zuguns-
ten der Privatkläger (Dispositivziffer 7). Der Entscheid über die Verfahrenskosten 
(im Sinne von Art. 422 StPO) in Ziffer 5 und 6 des angefochtenen Urteils blieb un-
angefochten (vgl. auch act. H.5, S. 5, Ziff. 6), trotzdem ist er nicht in Rechtskraft 
erwachsen, da er (wenn auch in beschränktem Umfang, vgl. Art. 426 Abs. 3 
StPO), vom Ausgang des Berufungsverfahrens abhängt.

3. Beweisanträge

3.1.1. Der Beschuldigte moniert, die psychiatrische Begutachtung seiner Person 
samt Erstellung des Gutachtens sei ausschliesslich von Dr. Q._____, Fachärztin 
für Psychiatrie und Psychotherapie, durchgeführt worden, obwohl die Staatsan-
waltschaft den Auftrag Dr. med. R._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe-
rapie, erteilt habe. Der Beschuldigte hält dafür, der Auftrag, mithin das Gutachten 
sowie die Explorationsgespräche, hätten von Dr. med. R._____ persönlich ausge-
führt werden müssen. Des Weiteren beanstandet er, Dr. med. Q._____ würden die 
Fachkenntnisse über die spezielle Art der vom Beschuldigten betriebenen Bör-
sengeschäfte (Options- und Knock-Out Geschäfte) fehlen, obwohl solche Fach-
kenntnisse zur Beurteilung seines Verhaltens notwendig seien. Es bedürfte eines 
spezialisierten Gutachters wie dem Psychologen/Psychotherapeuten, P._____, 
der diese besonderen Fachkenntnisse aufweise und auch Erfahrung mit entspre-
chenden Tätern bzw. Opfern habe (act. A.2, III; act. H.5, S. 2 f.).

3.1.2. Die Staatsanwaltschaft weist darauf hin, der Beschuldigte habe sich in der 
Strafuntersuchung mit der Einsetzung von Dr. med. R._____ der S._____ einver-
standen erklärt und damit auch mit dem Beizug von Mitarbeitern der S._____. Dr. 
R._____ habe das Gutachten zudem visiert und sich mit den darin gezogenen 
Schlussfolgerungen einverstanden erklärt, was der gängigen Praxis bei derartigen 
Gutachten entspreche. Zum Einwand der fehlenden Fachkenntnisse erklärt die 
Staatsanwaltschaft, Dr. Q._____ habe das Prinzip der Börsengeschäfte verstan-
den und detailliertere Kenntnisse des Derivatehandels seien nicht erforderlich, 

8 / 40

genauso wie man – überspitzt gesagt – keinen Mord begangen haben müsse, um 
einen Mordfall beurteilen zu können (act. A.3, S. 1 f.; act. H.5, S. 3 f.).

3.2.1. Die Staatsanwaltschaft beauftragte Dr. R._____, als sachverständigen Gut-
achter, ein fachärztliches Gutachten zu den Fragen einer psychischen Störung 
des Beschuldigten, seiner Schuldfähigkeit und Rückfallgefahr sowie einer statio-
nären oder ambulanten Massnahme zu erstellen (Art. 20 und Art. 56 Abs. 3 StGB). 
Im Auftrag hielt die Staatsanwaltschaft fest, Dr. R._____ habe bereits telefonisch 
zugesichert, dass die S._____ das Mandat übernehmen werden. Im Rahmen der 
Rechtsbelehrung über den Straftatbestand des falschen Gutachtens (Art. 307 
StPO) wies die Staatsanwaltschaft darauf hin, dass die Bestimmung auch für al-
lenfalls beigezogene Mitarbeiter gelte. Ferner bat die Staatsanwaltschaft um vor-
gängige Rücksprache im Falle einer Delegation der Erstellung des Gutachtens an 
eine andere Person sowie um Mitteilung, wer innerhalb der S._____ die Begutach-
tung durchführen wird. Letzteres mit Hinweis auf die Abklärung allfälliger 
Ausstandseinreden der Verteidigung (StA act. 1.2.26).

3.2.2. Daraufhin informierte Dr. Q._____ die Staatsanwaltschaft telefonisch darü-
ber, dass sie mit der Begutachtung betraut worden sei, sie in den nächsten Wo-
chen mit den Explorationen beginnen werde, sie vorderhand keine weiteren Unter-
lagen benötige, sie die Erklärungen zur Entbindung vom ärztlichen Berufsgeheim-
nis beim Beschuldigten persönlich einholen werde und sie mit einer Fertigstellung 
des Gutachtens bis ca. Mitte 2017 rechne (StA act. 1.2.28). Ferner liess sie der 
Staatsanwaltschaft die an den Beschuldigten gerichtete Einladung zum ersten 
psychiatrischen Begutachtungstermin in Kopie zukommen (StA act. 1.2.27).

3.2.3. Im Gutachten vom 3. April 2017 (StA act. 1.2.29; nachfolgend: Gutachten) 
nahmen die Unterzeichnenden einleitend Bezug auf das Schreiben vom 28. Okto-
ber 2016 (Auftrag zur psychiatrischen Begutachtung; StA act. 1.2.26), mit dem 
"Sie uns […] beauftragten", ein Gutachten zu erstellen. Das Gutachten ist unter-
zeichnet von Dr. Q._____ und von Dr. R._____. Es steht geschrieben: "In Kennt-
nis des Art. 307 StGB den Expl. untersucht und das Gutachten erstellt", darauf 
folgt die Unterschrift von Dr. Q._____, sodann heisst es: "Das Gutachten gelesen 
und mit den Schlussfolgerungen einverstanden", worauf die Unterschrift von Dr. 
R._____ folgt. Aus dem Gutachten ergeben sich keine Hinweise darauf, dass Dr. 
R._____ an den Explorationen des Beschuldigten teilgenommen hatte.

3.2.4. Der Vorsitzende der I. Strafkammer lud Dr. Q._____ zur mündlichen Erläu-
terung und Ergänzung des Gutachtens an die Berufungsverhandlung vor. Anläss-

9 / 40

lich dieser befragte er sie, wobei Fragen der Staatsanwaltschaft und der Verteidi-
gung in die Befragung aufgenommen wurden (act. H.4).

3.3.1. Es ist zu prüfen, ob dieses Vorgehen der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung zu Art. 182 ff. StPO standhält und ob auf das schriftlich und mündlich er-
stattete Gutachten abgestellt werden kann.

3.3.2. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die Weitergabe der gutachter-
lichen Kernaufgaben, d.h. des fachlichen Befunds, der Beurteilung und der Be-
antwortung der an die sachverständige Person gerichteten Fragen (Delegation, 
Subsitution), nur mit ausdrücklicher vorgängiger Ermächtigung der auftraggeben-
den Strafbehörde zulässig und muss zudem im Gutachten transparent gemacht 
werden (BGE 144 IV 176 E. 4.2.3 mit Hinweis auf BGer 6B_989/2017 v. 
20.12.2017 E. 2.3 und 2.5 und 6B_265/2015 v. 3.12.2015 E. 4.1.2). Die in einem 
solchen Umfang an der Ausarbeitung des Gutachtens beteiligten Personen sollten 
überdies im Auftrag genannt und "in die Pflicht" genommen werden (BGer 
6B_265/2015 v. 3.12.2015 E. 6.2.3).

3.4. Vorliegend ist diesen Anforderungen an die Ermächtigung zur Delegation 
Genüge getan. Die Staatsanwaltschaft wies im Auftrag darauf hin, Dr. R._____ 
habe zugesichert, dass die S._____ das Mandat übernehmen würden. Ferner bat 
die Staatsanwaltschaft im Auftrag um Mitteilung im Falle der Delegation oder 
Übernahme der Begutachtung innerhalb der S._____. Im Auftrag wurden allfällig 
beigezogene Mitarbeiter sodann insofern "in die Pflicht genommen", als die 
Staatsanwaltschaft explizit darauf hinwies, dass auch ihre Tätigkeit vom Straftat-
bestand des falschen Gutachtens erfasst ist (vgl. dazu auch Art. 183 Abs. 2 StPO, 
Art. 34 Abs. 2 lit. b und Abs. 2 EGzStPO [BR 350.100], Art. 19 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 f. 
RVzEGzStPO [BR 350.110]). Wie erbeten wurde der auftraggebende verfahrens-
leitende Staatsanwalt in der Folge (telefonisch) darüber unterrichtet, dass Dr. 
Q._____ mit der Begutachtung betraut worden sei und sie in den nächsten Wo-
chen mit den Explorationen beginnen werde. Dieses Telefonat wurde unter Anga-
be des Namens der eingesetzten Dr. Q._____ in einer Aktennotiz festgehalten. 
Die an den Beschuldigten gerichtete Einladung zur ersten Exploration durch Dr. 
Q._____ wurde der Staatsanwaltschaft in Kopie zugestellt. Der Beschuldigte 
machte nach deren Kenntnisnahme keine Ablehnungsgründe gegen Dr. Q._____ 
geltend. Zusammengefasst ist den Akten somit zu entnehmen, dass einerseits die 
Verfahrensleitung sowie andererseits der Beschuldigte über die Übertragung der 
Kernaufgaben des beauftragten Gutachters informiert war. Darin liegt die Ermäch-
tigung der auftraggebenden Behörde. Genauso ist in der Vorladung von Dr. 
Q._____ durch die Verfahrensleitung im Rahmen des Berufungsverfahrens die 

10 / 40

Ermächtigung zur Wahrnehmung gutachterlicher Kernaufgaben zu sehen. 
Schliesslich ist diese im Unterschriftenblock des Gutachtens auch transparent 
gemacht. Die Rüge, das Gutachten hätte durch Dr. R._____ persönlich ausgeführt 
werden müssen, erweist sich vorliegend vor dem Hintergrund der dargelegten 
Prozessgeschichte des Untersuchungs- und des Berufungsverfahrens als unbe-
gründet.

3.5.1. Die sachverständige Person muss auf dem betreffenden Fachgebiet die 
erforderlichen besonderen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzen (Art. 183 Abs. 1 
StPO). Ist das Gutachten wie vorliegend gestützt auf Art. 20 und Art. 56 Abs. 3 
StGB zu erstellen, muss in aller Regel ein Facharzt für Psychiatrie und Psychothe-
rapie eingesetzt werden (BGE 140 IV 49 E. 2). Eine besondere Qualifikation des 
Facharztes auf die Diagnostik und Behandlung einer spezifischen Erkrankung 
oder die Mitwirkung in einschlägigen Fachstudien ist nach bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung hingegen nicht verlangt (BGer 1B_493/2018 v. 24.4.2019 E. 4.3).

3.5.2. Dazu befragt, ob es mit Blick auf die Einsichts- und Steuerungsfähigkeit 
eine Rolle spiele, welche Transaktionen der Beschuldigte getätigt habe, antworte-
te Dr. Q._____ zusammengefasst, dass es im 2011 mit dem Erwerb von Knock-
Out Optionen, dieser sehr speziellen risikoreicheren Form der Börsengeschäfte, 
eine Verschlechterung, eine Zunahme des Suchtverhaltens und eine deutliche 
Dekompensation bei dem Beschuldigten gegeben habe (act. H.4, III.4). Zu der 
Frage, ob der Umstand eine Rolle spiele, dass das Risiko eines Totalverlustes bei 
Knock-Out Geschäften grösser ist, betonte Dr. Q._____, aus medizinischer Sicht 
sei wichtig, dass es dem Beschuldigten bei den Geschäften um den Reiz und den 
Kick gegangen sei und letztlich weniger darum, dass er mehr Geld riskiert habe 
bzw. das Risiko des Verlustes höher gewesen sei (act. H.4, III.5 f.). Auf Wunsch 
des Verteidigers konkret zu der Art der gehandelten Optionen befragt, wies Dr. 
Q._____ darauf hin, dass ihr der Beschuldigte erklärt habe, welche Geschäfte er 
getätigt habe. Sie sei Ärztin und habe die Geschäfte nicht im Detail verstanden, 
aber aus seinen Schilderungen entnommen, dass er dazu tendierte, risikoreichere 
Geschäfte zu tätigen (act. H.4, III.21). Die Feststellung des Verteidigers, wonach 
kein detailliertes Wissen über die Risiken vorhanden sei, bestätigte Dr. Q._____ 
(act. H.4, III.22).

3.5.3. Dr. Q._____ ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie (act. H.4, I). 
Sie erfüllt damit die besonderen Kenntnisse und Fähigkeiten, welche das Bundes-
gericht für Gutachten gestützt auf Art. 20 und Art. 56 Abs. 3 StGB voraussetzt. 
Weder ist vorliegend erforderlich, dass sie zudem eine besondere Qualifikation im 
Bereich von Spiel- oder anderen Verhaltenssüchten aufweist, noch, dass sie die 

11 / 40

Ausgestaltung einzelner an der Börse gehandelter Produkte kennt. Wie aus ihren 
Schilderungen hervorgeht, liegt für die medizinische Beurteilung der Fokus bei 
dem aus den Geschäften gezogenen und vom Beschuldigten beschriebenen Reiz 
und Kick, und nicht beim spezifischen Typ des Börsengeschäfts (act. H.4, III.5 f.). 
Entsprechende wirtschaftliche bzw. finanz- oder börsenrechtliche Fachkenntnisse 
sind zur medizinischen bzw. psychiatrischen Beurteilung des Verhaltens des Be-
schuldigten nicht notwendig. Der Einwand fehlender Fachkenntnisse ist daher un-
begründet.

3.6. Da die weitere von der Verteidigung aufgeworfene Frage, ob das Gutachten 
eine genügende Grundlage für den Entscheid über den Vollzug einer Massnahme 
(vollzugsbegleitend oder unter Aufschub des Strafvollzugs) bildet, von der Vorfra-
ge abhängt, ob eine Massnahme anzuordnen ist, wird darauf an gegebener Stelle 
einzugehen sein (E. 9.3.7).

4. Sachverhaltserstellung

4.1.1. Wie erwähnt steht der Anklagesachverhalt nicht mehr in Frage. Der Zu-
stand des Täters zur Tatzeit ist als Tatfrage jedoch zu erstellen, da der Beschul-
digte eine mindestens mittelgradig eingeschränkte Schuldfähigkeit geltend macht, 
basierend auf Vorbringen in tatsächlicher Hinsicht, wonach seine Steuerungs-
fähigkeit mehr als leichtgradig eingeschränkt und seine Einsichtsfähigkeit sehr 
wohl eingeschränkt gewesen seien. Der Beschuldigte bringt vor, es gäbe konkrete 
Hinweise darauf, dass er das Unrecht seiner Tat im Deliktszeitpunkt gar nicht 
mehr habe erkennen können. Er habe auch nicht zielgerichtet und logisch gehan-
delt oder einen enormen Zeitaufwand betrieben, sondern es sei teilweise sehr ein-
fach gewesen, er habe keine Hürden überwinden müssen. Er habe seinen Tages-
ablauf geschildert: er habe nicht mehr geschlafen, keine sozialen Kontakte mehr 
gehabt und sei den ganzen Tag vor seinem Computer gesessen und habe in un-
glaublichem Ausmass getraded. Er habe unter "psychologischem" Druck gestan-
den und deshalb keinen Weg aus dem Tunnel seiner Sucht gefunden. Diesen 
Druck habe die Gutachterin nicht erkannt. Der Beschuldigte verweist auch auf die 
Einschätzung des ehemaligen Leiters des Betreibungs- und Konkursamts Plessur, 
wonach sein Verhalten den Schluss nahelege, dass er "psychisch stark ange-
schlagen und gar nicht mehr voll urteilsfähig" gewesen sei (act. H.5, S. 5 ff.; 
act. B.2.9).

4.1.2. Die Staatsanwaltschaft erklärt, es stehe nicht in Frage, dass es sich bei der 
Sucht des Beschuldigten um eine Krankheit handle, jedoch führe diese nach den 
plausiblen Ausführungen von Dr. Q._____ bloss zu einer leichtgradigen Verminde-

12 / 40

rung der Steuerungsfähigkeit. Das Bundesgericht habe in BGer 6B_310/2021 v. 
5.10.2022 erklärt, zeige das Verhalten des Täters vor, während und nach der Tat, 
dass ein Realitätsbezug erhalten war, dass er sich an wechselnde Erfordernisse 
der Situation anpassen, auf eine Gelegenheit zur Tat warten oder diese gar her-
beiführen konnte, so habe gemäss Bundesgericht eine schwere Beeinträchtigung 
nicht vorgelegen. Genau dies sei vorliegend gegeben: Der Beschuldigte habe sich 
immer wieder angepasst und sei in der Lage gewesen, das Ganze über Jahre 
hinweg zu vertuschen (act. H.5, S. 12).

4.2. Dr. Q._____ diagnostizierte dem Beschuldigten für die Tatzeit sowie den 
Zeitpunkt der Begutachtung eine nicht substanzgebundene Sucht im Sinne einer 
speziellen Form der Spielsucht (ICD-10: F63.0) sowie eine rezidivierende depres-
sive Störung, gegenwärtig remittiert (ISD-19: F33.4). Ferner diagnostizierte sie 
akzentuierte Persönlichkeitszüge im narzisstischen Bereich sowie eine Störung 
der Emotionsregulation, wobei beides die Kriterien einer Persönlichkeitsstörung 
nach den gängigen medizinischen Klassifikationssystemen, also nach ICD-10 oder 
DSM-5, nicht erfülle (StA act. 1.2.29, S. 29 f. und 5.1 und 5.4.1; act. H.4, III.1). Zur 
Frage der teilweisen Unfähigkeit zur Einsicht in das Unrecht der Taten (Einsichts-
fähigkeit) oder zum Handeln gemäss dieser Einsicht (Steuerungsfähigkeit) führte 
Dr. Q._____ aus, die Steuerungsfähigkeit des Beschuldigten sei bei gegebener 
Einsichtsfähigkeit "allenfalls" aufgrund der erwähnten nicht substanzgebundene 
Sucht im Sinne einer speziellen Form der Spielsucht (ICD-10: F63.0) "leichtgradig 
eingeschränkt" gewesen (StA act. 1.2.29, 5.2.2). Anlässlich der Hauptverhandlung 
erläuterte Dr. Q._____, es sei möglich, dass die Sucht den Handlungsspielraum 
des Beschuldigten eingeengt habe und es ein gewisses zwanghaftes Verhalten 
gegeben habe, immer wieder Börsengeschäfte zu tätigen. Am ehesten habe diese 
leichtgradige Verminderung der Steuerungsfähigkeit ab Sommer/Herbst 2013 vor-
gelegen, als der Beschuldigte auch eine mittelgradige depressive Symptomatik 
gezeigt habe (act. H. 4, Frage 2). In diesem Sinne sei auch das im Gutachten 
verwendete "allenfalls" zu verstehen. Es lasse sich eben nicht mehr genau sagen, 
in welchem Zeitraum die Steuerungsfähigkeit leichtgradig oder gar nicht einge-
schränkt gewesen sei (act. H.4, Frage 17). Das Mass der Abhängigkeitserkran-
kung schätzte Dr. Q._____ als leicht bis mittel ein, da es durchaus noch schwere-
re Formen geben könne, bei denen es nicht mehr möglich gewesen wäre, der Ar-
beit weiter nachzugehen oder gewisse Dinge so zu erledigen, wie der Beschuldig-
te dies getan habe (act. H.4, Fragen 33 f.). Dass weder die Börsengeschäfte noch 
die kriminellen Handlungen des Beschuldigten über einen sehr langen Zeitraum 
aufgefallen seien, spreche gegen eine Suchterkrankung schweren Ausmasses 
(act. H.4, Fragen 35 ff.).

13 / 40

4.3.1. Die gutachterlichen Feststellungen erweisen sich mit Blick auf die Einschät-
zung der Einsichts- und Steuerungsfähigkeit als vollständig, nachvollziehbar und 
schlüssig. Die Vorbringen des Beschuldigten zum psychischen Druck bzw. dem 
Drang, der Sucht nachzugehen, sind ihrem Inhalt nach bereits in die gutachterli-
che Beurteilung eingeflossen (StA act. 1.2.29, S. 26). Es ist mit Dr. Q._____ fest-
zustellen, dass es keine Hinweise darauf gibt, dass der Beschuldigte das Unrecht 
seiner Taten nicht erkannt hätte. Das Unrechtbewusstsein spiegelt sich auch in 
den Bemühungen des Beschuldigten, die Taten zu verdecken. Vor diesem Hinter-
grund ist erstellt, dass die Einsichtsfähigkeit des Beschuldigten unvermindert, über 
den gesamten Deliktszeitraum und hinsichtlich aller Taten gegeben war. 

4.3.2. Die vom Beschuldigten begangenen Delikte hängen offensichtlich, und wie 
auch von Dr. Q._____ festgestellt, eng mit der Sucht und den akzentuierten Per-
sönlichkeitszügen zusammen. Es handelt sich dabei teilweise um mittelbare Be-
schaffungskriminalität, da sich der Beschuldigte auf strafbare Weise Geld zur Fi-
nanzierung der Börsengeschäfte bzw. Befriedigung der Sucht beschaffte. Auch 
wenn die suchtbedingte Unfähigkeit, rational und risikobewusst Börsengeschäfte 
zu tätigen, nicht per se bedeutet, dass auch hinsichtlich der angeklagten Handlun-
gen die Steuerungsfähigkeit gefehlt hätte, so wirkte sich die Sucht doch auch auf 
diese (in unterschiedlichem Masse) aus. Der Beschuldigte ordnete der Sucht vie-
les unter und vernachlässigte nach gutachterlichen Feststellungen und eigenen 
Angaben Umfeld, Familie und Beruf. Trotzdem konnte er über den gesamten De-
liktsraum seinen beruflichen Tätigkeiten und Ämtern noch insofern nachkommen 
bzw. diese ausüben, als dass es ihm gelang, durch Korrekturen und Anpassungen 
seine Taten zu verbergen, Misstrauen zu zerstreuen und negative Konsequenzen 
zu vermeiden. Dass eine Sucht so schwer sein kann, dass all dies nicht mehr 
möglich ist, leuchtet ein. Dass das beschriebene Verhalten der Anpassung und 
der Vermeidung von Konfrontationen diente, was beides wiederum Teil einer psy-
chischen Abweichung des Beschuldigten (akzentuierte Persönlichkeitszüge) war, 
ändert daran nichts. Die daraus folgende gutachterliche Einschätzung einer bloss 
leichtgradigen Verminderung ist überzeugend, ebenso, dass nicht mehr gesagt 
werden kann, wann diese genau gegeben war. In dubio pro reo ist daher davon 
auszugehen, dass die Steuerungsfähigkeit über den gesamten Tatzeitraum in 
leichtem Grade vermindert war.

4.3.3. Aus diesem Grund liegt eine verminderte Schuldfähigkeit vor. Auf das Aus-
mass, in dem sich diese mindernd auf das Verschulden (subjektives Tatverschul-
den, vgl. BGer 6B_200/2022 v. 23.5.2022 E. 3.3.2 m.w.H.) auswirkt, wird bei der 
Strafzumessung zurückzukommen sein.

14 / 40

5. Strafzumessung; Rügen und Rechtsprechung

5.1. Die Vorinstanz rekapitulierte die Grundsätze der Strafzumessung nach 
Art. 47 ff. StGB. Sie erachtete die mehrfache qualifizierte Veruntreuung als das 
schwerste Delikt, dessen Strafrahmen von Geldstrafe bis zu zehn Jahren Frei-
heitsstrafe reiche. Mangels aussergewöhnlicher Umstände sei die Einsatzstrafe 
innerhalb des ordentlichen Strafrahmens festzulegen. Die Vorinstanz bewertete 
die objektive Tatschwere der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung im oberen 
mittelschweren Bereich, die subjektive Tatschwere im mittelschweren Bereich. 
Dem (nicht angegebenen gesamten) Tatverschulden sei eine Einsatzstrafe von 56 
Monaten angemessen. Im Folgenden würdigte die Vorinstanz das objektive und 
subjektive Tatverschulden für die weiteren Taten, wobei sie die Beurteilung bei 
mehrfacher Begehung desselben Straftatbestandes zusammenfasste und jeweils 
eine hypothetische Strafe festlegte: Verschuldensangemessen sei für ein noch 
leichtes Tatverschulden bei Misswirtschaft eine Strafe von 18 Monaten, für ein 
leichtes Tatverschulden bei Unterlassung der Buchführung eine Strafe von sechs 
Monaten, für ein sehr leichtes Tatverschulden bei mehrfacher ungetreuer Ge-
schäftsbesorgung eine Strafe von einem Monat, bei schwerem Tatverschulden bei 
mehrfacher qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung eine Strafe von 34 Mo-
naten und bei einem Tatverschulden im oberen mittleren Bereich bei mehrfacher 
Urkundenfälschung eine Strafe von 30 Monaten. Die Einsatzstrafe von 56 Mona-
ten für die mehrfache qualifizierte Veruntreuung sei in Anwendung des Asperati-
onsprinzips um 30 Monate auf 86 Monate zu erhöhen. Sodann reduzierte die Vor-
instanz diese Strafe aufgrund der Täterkomponente um 26 Monate auf 60 Monate 
bzw. fünf Jahre Freiheitsstrafe. Die Wahl der Strafart begründete die Vorinstanz 
nicht (act. E.1, E. 4).

5.2.1. Der Beschuldigte rügt die Strafzumessung der Vorinstanz als eigenartig. 
Die Vorinstanz setze für das schwerste Delikt, die mehrfache qualifizierte Verun-
treuung, eine Einsatzstrafe fest – was noch richtig erscheine – und in der Folge für 
jedes weitere Delikt eine weitere Strafe, die sie dann zusammenzähle. Das ergebe 
am Schluss 145 Monate, wovon etwas abgezogen und hinzugerechnet werde, 
sodass man auf fünf Jahre komme. Diese Rechnung gehe nicht auf bzw. sei nicht 
nachvollziehbar. Es müsse von einer Einsatzstrafe ausgegangen werden und für 
die anderen Delikte einen Zusatz geben (act. H.5, S. 5 ff.). 

5.2.2. Die Staatsanwaltschaft moniert die Strafzumessung nur mit Blick auf die 
einzelnen Strafzumessungskriterien und ihre Gewichtung. Die Methodik oder Be-
rechnung an sich kritisiert die Staatsanwaltschaft nicht (act. H.1, S. 8 ff.).

15 / 40

5.3.1. Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu, wobei 
sich das Verschulden wiederum nach der Schwere der Verletzung oder Gefähr-
dung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den 
Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter 
nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder 
Verletzung zu vermeiden (Art. 47 StGB). Verschuldensmindernde und verschul-
denserhöhende Gründe des konkreten Falles sind zu würdigen und die objektive 
und subjektive Tatschwere zu bewerten, um zu einer Gesamteinschätzung des 
Tatverschuldens zu gelangen. Dem Tatverschulden kommt bei der Strafzumes-
sung eine entscheidende Rolle zu. Es ist zu qualifizieren und ausdrücklich zu be-
nennen, wobei von einer Skala denkbarer Abstufungen nach Schweregrad auszu-
gehen ist (beispielsweise sechsstufig: sehr leicht, leicht, nicht mehr leicht, mittel-
schwer, schwer und sehr schwer). Basierend darauf sind – sofern verschiedene 
Strafarten alternativ angedroht werden – die Strafart zu wählen und das Strafmass 
festzulegen (tatangemessene Strafe). Die so ermittelte Strafe kann aufgrund we-
sentlicher Täterkomponenten wie dem Vorleben des Täters, seinen persönlichen 
Verhältnissen sowie der Wirkung der Strafe auf sein Leben, angepasst werden 
(täterangemessene Strafe). Ergebnis ist eine tat- und täterangemessene Strafe 
(Art. 47 StGB; BGE 136 IV 55 E. 5.4 f. und 5.7; Mathys, a.a.O., N 487 f.; BGE 144 
IV 313 E. 1.1.1). 

5.3.2. Im Falle mehrfacher Verletzung desselben Straftatbestands oder der Ver-
letzung mehrerer verschiedener Straftatbestände (Konkurrenz) ist für die Tat mit 
der abstrakt schwersten Strafandrohung dem dargelegten Vorgehen (E. 5.3.1 f.) 
folgend Art und Höhe der Einsatzstrafe zu bestimmen. In Anwendung der konkre-
ten Methode ist dies sodann für jede weitere Tat zu tun, d.h. es ist für jede weitere 
Tat separat die objektive und subjektive Tatschwere zu ermitteln und eine Ge-
samteinschätzung des Tatverschuldens für die jeweilige Tat (sog. Einzeltatver-
schulden) vorzunehmen. Ferner ist wiederum – bei alternativ angedrohten Strafar-
ten – die Strafart zu bestimmen und schliesslich die Höhe der hypothetischen Ein-
zelstrafe festzulegen. So ist für jede weitere Tat zu verfahren.

5.3.3. Nach der Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob im zu beurteilenden 
Einzelfall eine Geld- oder Freiheitsstrafe auszusprechen ist, gemäss Art. 47 StGB 
nach dem Ausmass des (Einzeltat-)Verschuldens, wobei die Geldstrafe gegenüber 
der Freiheitsstrafe als mildere Sanktion gilt. Das Gericht trägt bei der Wahl der 
Strafart neben dem Verschulden des Täters der Zweckmässigkeit der Strafe, ihren 
Auswirkungen auf die Täterschaft und auf ihr soziales Umfeld sowie ihrer Wirk-
samkeit unter dem Gesichtswinkel der Prävention Rechnung. Dabei berücksichtigt 

16 / 40

es, dass bei alternativ zur Verfügung stehenden und hinsichtlich des Schuldaus-
gleichs äquivalenten Sanktionen im Regelfall jene gewählt werden soll, die weni-
ger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift bzw. die ihn am we-
nigsten hart trifft. Dies gilt auch im Rahmen der Gesamtstrafenbildung. Der Täter 
darf aufgrund des Umstands, dass mehrere Delikte gleichzeitig zur Beurteilung 
stehen, für die einzelnen Taten nicht schwerer bestraft werden als bei separater 
Beurteilung (BGer 6B_244/2021, 6B_254/2021 v. 17.4.2023 E. 5.3.3 m.w.H.).

5.3.4. Wurde für die weiteren Taten eine andere Strafart gewählt, als für die 
schwerste Straftat, so sind die Einsatzstrafe und die weiteren Strafen zu kumulie-
ren, d.h. nebeneinander auszusprechen. Ist hingegen die Strafart der Einsatzstra-
fe und der weiteren Strafen (oder eines Teils derselben) die gleiche ("gleichartig"), 
so sind die Strafen nicht zu kumulieren, sondern die Einsatzstrafe in Anwendung 
des Asperationsprinzips bloss – die Deliktsmehrheit wirkt sich nur unproportional 
straferhöhend aus – zu verschärfen, d.h. zu einer einzigen Gesamtstrafe zu er-
höhen (Art. 49 StGB, von lat. asper = hart, scharf, streng). Der Umfang dieser Er-
höhung ist "in Abhängigkeit zu den begangenen Delikten festzusetzen […], um der 
Art der Taten Rechnung zu tragen" (BGE 144 IV 217 E. 3.5.2). In diesem Sinne ist 
das Verhältnis der einzelnen Taten untereinander, ihr Zusammenhang, ihre grös-
sere oder geringere Selbständigkeit sowie die Gleichheit oder Verschiedenheit der 
verletzten Rechtsgüter und Begehungsweisen zu berücksichtigen. Der Gesamts-
chuldbeitrag des einzelnen Delikts wird dabei geringer zu veranschlagen sein, 
wenn die Delikte zeitlich, sachlich und situativ in einem engen Zusammenhang 
stehen (Hans Mathys, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl., Basel 2019, N 500 
m.w.H.).

5.3.5. Die in den vorangegangenen Erwägungen dargelegte Strafzumessung 
i.w.S. muss begründet werden, wobei erhebliche Umstände und ihre Gewichtung 
festzuhalten sind (Art. 50 StGB). So ist insbesondere das Verschuldens für jede 
Tat und ihr Gewicht im Rahmen der Gesamtstrafe auszuweisen (BGE 144 IV 217 
E. 3.5.3). Die Wahl der Freiheitsstrafe ist wie erwähnt näher zu begründen (Art. 41 
Abs. 2 StGB). Die Strafzumessung muss nachvollziehbar sein (BGE 134 IV 17 
E. 2.1).

5.4.1. Die Rügen des Beschuldigten, wonach die vorinstanzliche Strafzumessung 
nicht aufgehe bzw. nicht nachvollziehbar sei und es eine Einsatzstrafe und für die 
weiteren Delikte einen Zusatz geben müsse, sind nur teilweise begründet. So leg-
te die Vorinstanz eine Einsatzstrafe, die hypothetischen Einzelstrafen für die wei-
teren Delikte sowie den Umfang der Asperation fest. Es steht einem Gericht frei, 
die hypothetischen Einzelstrafen nicht nur gedanklich zu bilden, sondern sie auch 

17 / 40

schriftlich festzuhalten, wie die Vorinstanz dies hier getan hat (das Bundesgericht 
verlangt mehrheitlich, diesen Schritt mindestens gedanklich vorzunehmen, vgl. 
BGer 6B_244/2021, 6B_254/2021 v. 17.4.2023 E. 5.5.4, teilweise jedoch auch, die 
"gedanklich festzusetzenden" Einzelstrafen ausdrücklich zu nennen, vgl. BGE 142 
IV 265 E. 2.4.3). Insofern ist die Rüge des Beschuldigten unbegründet. Begründet 
ist sie hingegen mit Blick auf den Umstand, dass nicht festgehalten wurde, wel-
ches Gewicht jeder Tat im Rahmen der Gesamtstrafe zukommt. Die Vorinstanz 
hielt nach Darlegung der Einzelstrafen (18, 6, 1, 34 und 30 Monate, insgesamt 145 
Monate) schlicht fest, dass gestützt darauf die Einsatzstrafe um 30 Monate zu er-
höhen sei (act. E.1, E. 4.8), welchen Anteil jede hypothetische Einzelstrafe an die-
ser Erhöhung ausmacht, ist offen. Im Übrigen scheidet auch die Staatsanwalt-
schaft den Anteil der Einzelstrafen an der Asperation nicht aus. Dieser Schritt 
muss gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung aufgrund von Art. 50 StGB 
ausdrücklich festgehalten werden; hier genügt es nicht, ihn nur gedanklich vorzu-
nehmen. Insofern erweist sich die Rüge, wonach es "einen Zusatz geben" müsse, 
als begründet und die vorinstanzliche Begründung als unvollständig (vgl. E. 5.3.4 
f.).

5.4.2. Von keiner Partei gerügt wird die fehlende Begründung der Wahl der Straf-
art Freiheitsstrafe. Der Beschuldigte beantragt zwar neben der Freiheitsstrafe eine 
Bestrafung mit Geldstrafe, begründet die Strafart jedoch nicht. Genauso äussert 
sich die Staatsanwaltschaft nicht zur Strafart. Trotzdem ist dieser offensichtliche 
Mangel der vorinstanzlichen Begründung zu beheben und die Wahl der Strafart 
ausdrücklich zu begründen.

5.4.3. Ebenfalls von keiner Partei gerügt wird die gruppenweise erfolgte Strafzu-
messung der Vorinstanz. Die Staatsanwaltschaft verfährt gleich; auch sie setzt die 
Einsatzstrafe für mehrere Taten (die mehrfache qualifizierte Veruntreuung) zu-
sammen fest und beurteilt einen Teil der weiteren Taten gebündelt, indem sie für 
jede nach Straftatbestand gebildete Deliktsgruppe eine gemeinsame hypotheti-
sche Strafe festlegt. Die Vorinstanz begründet die Gruppenbildung nicht. Der 
mutmassliche Grund hierfür, nämlich die Schwierigkeit, im vorliegenden Falle ent-
sprechend der dargelegten konkreten Methode (E. 5.3.2) vorzugehen und eine 
gesonderte Strafzumessung für jede einzelne Tat vorzunehmen (mit [gedankli-
cher] Festlegung der hypothetischen Einzelstrafe nach Art und Höhe sowie ihres 
Asperationsumfanges), ist jedoch evident, handelt es sich aufgrund der teils be-
reits mit einer Börsentransaktion erfüllten Straftatbestände und der Vielzahl sol-
cher, um über 1000 Einzeltaten. Trotzdem ist zu konstatieren, dass es sich um 
eine Abweichung von der konkreten Methode handelt. Abweichungen von der 

18 / 40

konkreten Methode erklärte das Bundesgericht wiederholt für unzulässig (BGE 
144 IV 217 v. 30.4.2018 Regeste, E. 3.5.4 und 3.6; 144 IV 313 E. 1.1.2 f.; BGer 
6B_244/2021; 6B_254/2021 v. 17.4.2023 E. 5.3.2). Das Bundesgericht hält indes 
auch fest, es dürfe weiterhin eine Gesamtfreiheitsstrafe ausgesprochen werden, 
wenn viele Einzeltaten zeitlich sowie sachlich eng miteinander verknüpft sind und 
eine blosse Geldstrafe bei keinem der in einem engen Zusammenhang stehenden 
Delikte geeignet ist, in genügendem Masse präventiv auf den Täter einzuwirken. 
Da diese Voraussetzungen kumulativ gelten und die präventive Wirksamkeit der 
Strafe mit Bezug auf jedes einzelne Delikt fehlen muss, sich anders ausgedrückt 
mit diesen Tat- und Täterkomponenten die Wahl der Strafart Freiheitsstrafe für 
das Einzeldelikt gesondert begründen lassen muss (vgl. Mathys, a.a.O., 562 f.), ist 
fraglich, inwiefern dies überhaupt eine Ausnahme von der konkreten Methode dar-
stellt; vielmehr handelt es sich schlicht um das Ergebnis des Vorgehens nach 
Art. 49 StGB und nicht um dasjenige einer (unzulässigen) Gesamtbetrachtung.

6.1. Strafzumessung in casu

6.1.1. Der Beschuldigte lässt mit Blick auf die objektive Tatschwere vortragen, er 
habe nicht mehr logisch und zielgerichtet gehandelt. Es sei für ihn teilweise sehr 
einfach gewesen (die Delikte zu begehen) und er habe keine Hürden gehabt, da 
ihm vertraut worden sei. Insbesondere die Banken hätten über Jahre zugeschaut, 
weil sie an seinen Börsentransaktionen mitverdient hätten. Ihr System und ihre 
Einladungen des Beschuldigten als Sonderkunde hätten ihn verleitet bzw. beein-
flusst und seine Krankheit noch verschärft. Mit Blick auf die subjektive Tatschwere 
liege kein egoistisches oder finanzielles Motiv vor. Die Bereicherungsabsicht sei 
bloss juristisch-theoretisch, jedoch nicht in dem Sinne gegeben, als sich der Be-
schuldigte Luxus habe gönnen oder Geld zur Seite legen wollen. Er habe auch 
nicht zu delinquieren begonnen, um die erlittenen Verluste auszugleichen. Es sei 
die Börsensucht, die Krankheit und der mit ihr verbundene Druck gewesen, die ihn 
angetrieben hätten, und alles andere lediglich Folge davon. Wenn man die Sucht 
als Krankheit anerkenne, könne man darin auch keine hohe kriminelle Energie 
oder Skrupellosigkeit erkennen. Der Beschuldigte hält dafür, es sei von einer mit-
telgradig eingeschränkten Schuldfähigkeit auszugehen und diese deutlich straf-
mindernd (Halbierung der Einsatzstrafe von 56 Monaten auf 28 Monate) zu 
berücksichtigen. Die Strafe sei sodann für die weiteren Taten um 30 Monate zu 
erhöhen, sodass 58 Monate resultierten. Täterbezogene Straferhöhungsgründe 
lägen keine vor, weder fehlende Einsicht noch einschlägige Vorstrafen. Als täter-
bezogene Strafminderungsgründe seien insbesondere der Zeitablauf (sieben Jah-
re Wohlverhalten), die persönliche Betroffenheit durch die Tat (Verlust der berufli-

19 / 40

chen und sozialen Stellung, tiefer Fall), die Kooperation mit den Strafverfolgungs-
behörden sowie die Vorverurteilung durch die Medien zu berücksichtigen. Auch 
der schwierige Wiederaufbau der Existenz, die nun erfolgte Resozialisierung, der 
Schuldenabbau, die Begleichung der Steuern sowie die Leistung von Unterhalt an 
die frühere Ehefrau und die Kinder seien zu berücksichtigen. Die Strafe sei aus 
diesen Gründen auf 36 Monate zu reduzieren, wie eventualiter beantragt. Im 
Hauptantrag fordert der Beschuldigte eine Bestrafung mit 24 Monaten sowie eine 
Geldstrafe von 360 Tagessätzen (act. act. H.5, S. 4 ff.).

6.1.2. Die Staatsanwaltschaft legt ihre eigene Strafzumessung dar, wobei sie u.a. 
die hohe Deliktssumme, die lange Dauer der deliktischen Tätigkeit, die grosse 
kriminelle Energie, das rein egoistische Motiv erschwerend und den "psychologi-
schen" Druck mindernd berücksichtigt. Die Krankheit schliesse ein egoistisches 
Motiv nicht aus. Der Beschuldigte sei nicht einfach nur trieb- oder suchtgesteuert 
gewesen, sondern habe an der Börse auch Gewinne erzielen wollen, was ein ego-
istisches Motiv darstelle. Mit Bezug auf die Täterkomponente sei dem Geständnis 
des Beschuldigten durch eine Strafreduktion von einem Viertel Rechnung zu tra-
gen. Auch die erfolgte Resozialisierung sei unter dem Gesichtspunkt der positiven 
Spezialprävention mindernd zu beachten. Mit Blick auf die Generalprävention sei 
die Strafe leicht zu erhöhen, der Gesellschaft sei aufzuzeigen, dass auch Vermö-
gensdelikte ernst zu nehmen seien (act. H.1, S. 8 ff.; act. H. 5, S. 12 ff.). 

6.2.1 Vor dem Hintergrund der dargelegten allgemeinen Rügen und der von Am-
tes wegen zu korrigierenden Punkte ist die Strafzumessung neu vorzunehmen 
(E. 5.2 und 5.4). Zu beachten ist, dass der Beschuldigte die Taten noch vor In-
krafttreten (1.1.2018) des neuen Sanktionenrechts begangen hatte. Verschiedene 
dieser Taten sind mit einer Strafe zwischen 180 und 360 Strafeinheiten zu sank-
tionieren, wofür das alte Recht alternativ Freiheitsstrafe oder Geldstrafe vorsah 
(aArt. 34 Abs. 1 und aArt. 40 Abs. 1 StGB). Nach neuem Recht beträgt die Gelds-
trafe höchstens 180 Tagessätze (Art. 34 Abs. 1 StGB), womit in diesem Bereich 
heute ausschliesslich eine Freiheitsstrafe ausgesprochen werden könnte. Zudem 
kommt für diejenigen Straftaten, die mit weniger als 180 Strafeinheiten zu sanktio-
nieren sind, nach altem Recht einzig eine Geldstrafe in Frage. Das alte Recht ist 
damit für den Beschuldigten günstiger und im vorliegenden Fall anzuwenden (lex 
mitior; Art. 2 Abs. 2 StGB).

6.2.2. Der Beschuldigte machte sich der Misswirtschaft gemäss Art. 165 Ziff. 1 
StGB, der mehrfachen Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB, der Un-
terlassung der Buchführung gemäss Art. 166 StGB, der mehrfachen qualifizierten 
Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB i.V.m. Ziff. 2 StGB, der mehrfa-

20 / 40

chen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 
i.V.m. Abs. 3 StGB und der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss 
Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig.

6.2.3. Die schwerste abstrakte Strafandrohung besteht für die qualifizierte Verun-
treuung als berufsmässiger Vermögensverwalter (Art. 138 Ziff. 2 StGB). Sie be-
trägt bis zu zehn Jahre Freiheitsstrafe.

6.2.4. Aufgrund der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung kommen mehrere 
Taten mit demselben Strafrahmen für die Bildung einer Einsatzstrafe in Frage. 
Praxisgemäss ist in diesem Fall für diejenige Tat eine Einsatzstrafe zu bilden, die 
im konkreten Fall die höchste Strafe nach sich zieht (KGer GR SK1 18 37 v. 
9.3.2021 E. 4.1.3; SK1 17 39 v. 31.3.2021 E. 3.1.3; SK1 19 4 v. 4.5.2021 E. 7.1.2; 
SK1 19 33 v. 3.11.2021 E. 5.1.3; BStGer CA.2020.21 v. 8.7.2021 E. 2.4; alle mit 
Verweis auf Mathys, a.a.O., N 485).

6.2.5. Tathandlung stellen fast ausschliesslich mittels e-Banking vorgenommene 
Banküberweisungen dar. Teilweise nahm der Beschuldigte mehrere Überweisun-
gen pro Tag vor. Diese stellen aufgrund des engen zeitlichen und sachlichen Zu-
sammenhanges, desselben Opfers und des einheitlichen Vorsatzes des Beschul-
digten jeweils eine natürliche Handlungseinheit dar. Damit hat der Beschuldigte 
den Straftatbestand der qualifizierten Veruntreuung insgesamt 442-fach erfüllt. 
Unter diesen Einzeltaten kann die konkret schwerste Straftat einzig anhand des 
Deliktsbetrages ermittelt werden, andere Strafzumessungskriterien lassen sich für 
die 442 Fälle nicht gesondert beschreiben. Angesichts des von der Strafnorm ge-
schützten Rechtsgutes des Vermögens (Marcel Alexander Niggli/Christof Riedo, 
in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafgesetz-
buch/Jugendstrafgesetz, 4. Aufl., Basel 2019, N 7 zu Art. 138 StGB) ist der De-
liktsbetrag mit Bezug auf die objektive Tatschwere jedoch ein zentrales Strafzu-
messungskriterium.

6.3. Schwerste Straftat; qualifizierte Veruntreuung

6.3.1. Nach dem Gesagten stellt die qualifizierte Veruntreuung vom 3. Januar 
2012 (drei Überweisungen, Anklagesachverhalt Anhang 7.1) gegen die B._____ 
AG mit einem Deliktsbetrag von insgesamt CHF 360'000.00 die konkret schwerste 
Straftat dar. Der Eingriff in dieses Rechtsgut wiegt schwer. Als der Beschuldigte 
die Leitung des Mandats der B._____ AG übernahm, genoss er wie die F._____ 
AG selbst, aufgrund der langjährigen Geschäftsbeziehung das Vertrauen der 
B._____ AG (vgl. act. H.3, V.23). Dieses Vertrauen nutzte er aus, was in gewisser 

21 / 40

Weise Teil jeder Veruntreuung ist, jedoch ist das Mass, in dem der Beschuldigte 
es ausnutzte, vorliegend gross. Zudem nutzte er auch das Vertrauen der F._____ 
AG aus und missbrauchte den Rahmen der bereits bestehenden Geschäftsbezie-
hung, mithin den Namen bzw. Ruf seines eigenen Unternehmens und die eigene 
professionelle Rolle. Dies erhöht die objektive Tatschwere. Dass es keinen gros-
sen Aufwand erforderte, sich der Geldern zu bemächtigen, und das Deliktsgut in 
scheinbar beliebiger Höhe nur ein paar Klicks im e-Banking entfernt war, mindert 
die objektive Tatschwere in geringem Masse. Die objektive Tatschwere wiegt mit-
telschwer bis schwer.

6.3.2. Der Beschuldigte beging die Tat mit Vorsatz sowie hinsichtlich der Berei-
cherung mit Vorsatz ersten Grades. Der Vorsatz hinsichtlich des anvertrauten 
Vermögenswerts sowie der unrechtmässigen Verwendung ist die subjektive 
Tatschwere erhöhend zu berücksichtigen, da diesbezüglich auch eine eventual-
vorsätzliche Begehung möglich wäre. Das Mass des Vorsatzes mit Bezug auf die 
unrechtmässige Bereicherung kann die subjektive Tatschwere hingegen nicht be-
einflussen, da die zu beurteilende qualifizierte Veruntreuung nur mit Vorsatz ers-
ten Grades begangen werden kann. Der Beschuldigte wollte mit den Überweisun-
gen allgemein der F._____ AG Liquidität verschaffen und "Löcher stopfen", die er 
selbst herbeigeführt hatte. Rückschlüsse darauf, was der Beschuldigten mit der 
Überweisung vom 3. Januar 2012 von insgesamt CHF 360'000.00 direkt beabsich-
tigte, etwa welche fehlende Zahlung damit verdeckt werden sollte, können nicht 
gezogen werden. Übergeordnetes Ziel war jedoch auch hier, sich Gelder für priva-
te Börsengeschäfte zu verschaffen. Es trifft zu, dass der Beschuldigte damit nicht 
primär Gewinne erzielen wollte bzw. nicht ausschliesslich ein finanzielles Ziel ver-
folgte, sondern die Börsengeschäfte seinem (wenn auch im Laufe der Zeit zur Be-
lastung gewordenen) Vergnügen dienten, d.h. dem von ihm beschriebenen "un-
vorstellbaren Kick" (act. H.3, V.2). Nichtsdestotrotz liegt in beiden Fällen ein egois-
tisches Motiv vor, was verschuldenserhöhend zu berücksichtigen ist. Zum Ein-
wand des Beschuldigten in diesem Zusammenhang ist zu bemerken, dass die nur 
teilweise vorhandene Fähigkeit, gemäss der Unrechtseinsicht zu handeln, nichts 
an der Natur dieses Motivs ändert. Die verminderte Schuldfähigkeit lässt das ego-
istische nicht plötzlich zu einem altruistischen Motiv werden und "neutralisiert" das 
egoistische Motiv auch nicht. Es ginge nicht an, ein egoistisches Motiv als nach-
vollziehbar und damit weniger verwerflich zu betrachten, weil es der Stillung einer 
krankhaften Sucht dient, würde doch damit die verminderte Schuldfähigkeit im 
Rahmen der subjektiven Tatschwere doppelt berücksichtigt. Daher erhöht das 
egoistische Motiv des Beschuldigten sein Verschulden durchaus. Im Sinne eines 
Übergangsziels ging es dem Beschuldigten sodann um die Rettung des Unter-

22 / 40

nehmens sowie darum, seine eigenen Fehler zu vertuschen oder bereits verscho-
bene Gelder zu ersetzen. Dies zeigt gleichzeitig, dass es nicht Handlungsziel des 
Beschuldigten war, der B._____ AG Schaden zuzufügen. Diesen Schaden nahm 
er bloss in Kauf; er war vor dem Hintergrund der sich zuspitzenden Lage des ei-
genen Unternehmens und der Gefahr, entdeckt zu werden, aus seiner Sicht das 
geringere Übel. Insofern kann ihm keine geradezu niederträchtige Gesinnung vor-
geworfen werden. Nichtsdestotrotz wirkt sich sein egoistisches Motiv und die 
Gleichgültigkeit bzw. Inkaufnahme der potentiellen Schädigung der B._____ AG 
auf die subjektive Tatschwere erschwerend aus. Die Anzahl (drei Überweisungen) 
und die Höhe (je über CHF 100'000.00) der am selben Tag gewagten Überwei-
sungen zeugen sodann von einer erheblichen Skrupellosigkeit und Dreistigkeit bei 
der Verfolgung der eigenen Ziele. Auch in diesem Zusammenhang gilt das zur 
eingeschränkten Steuerungsfähigkeit Gesagte. Vor dem Hintergrund der zahlrei-
chen bereits erfolgen unrechtmässigen Überweisungen rechnete der Beschuldigte 
nicht damit, erwischt zu werden und es scheint, als hätte er – zumindest bei der zu 
beurteilenden Einzeltat – keine innere Hemmschwelle zur Tatbegehung mehr 
überwinden müssen. Der Beschuldigte konnte über die Gelder mittels Klick im e-
Banking verfügen und sein Unternehmen auf diese Weise ungehindert, wie in ei-
nem Selbstbedienungsladen, bereichern. Anstrengungen, eingesetzte Mittel sowie 
Aufwand in zeitlicher und materieller Hinsicht waren daher gering. Definiert durch 
das Mass der zur Tat unternommenen Anstrengungen, in denen sich die Intensität 
des deliktischen Willens spiegelt, ist die kriminelle Energie des Beschuldigten mit 
Bezug auf die schwerste Einzeltat daher als nicht sehr gross zu werten. Die leicht-
gradig verminderte Steuerungsfähigkeit des Beschuldigten infolge der nicht sub-
stanzgebundenen Sucht ist in höherem Masse mindernd zu berücksichtigen als 
vorinstanzlich. Die subjektive Tatschwere erscheint aus diesen Gründen als leicht.

6.3.3. Durch sie reduziert sich die mittelschwere bis schwere objektive Tatschwe-
re etwas, sodass das gesamte Tatverschulden als mittelschwer zu qualifizieren ist. 
Die Einsatzstrafe für dieses Delikt ist auf 32 Monate Freiheitsstrafe festzusetzen.

6.4. Weitere Taten

6.5. Mehrfache qualifizierte Veruntreuungen

6.5.1. Die Deliktsbeträge der weiteren 441 qualifizierten Veruntreuungen reichen 
von CHF 600.00 bis CHF 250'000.00, sind in der überwiegenden Mehrzahl jedoch 

23 / 40

fünfstellig und damit hoch. Dies ist erschwerend zu berücksichtigen. Der Umstand, 
dass der Beschuldigte Rücküberweisungen vornahm, kann nicht zu seinen Guns-
ten gewürdigt werden, erfolgten diese zufällig und war mit ihnen teilweise wieder-
um die Schädigung anderer Unternehmen oder Personen verbunden. Hinsichtlich 
des Vertrauensmissbrauchs gilt das in E. 6.2.1 Gesagte. Die objektive Tatschwere 
rangiert insbesondere aufgrund der unterschiedlichen Deliktsbeträge von leicht bis 
mittelschwer.

6.5.2. In subjektiver Hinsicht wird auf die Ausführungen in E. 6.2.2 verwiesen. Der 
Aufwand für die einzelne Überweisung war gering, was sich jedoch dadurch relati-
viert, dass der Beschuldigte zeitweise täglich bis mehrfach pro Tag Überweisun-
gen vornahm bzw. Gelder hin- und herschob. Insofern ist die dadurch offenbarte 
kriminelle Energie an dieser Stelle etwas erschwerend zu werten. Die subjektive 
Tatschwere wiegt somit gerade noch leicht, was sich immer noch mehrheitlich re-
duzierend auf die objektive auswirkt.

6.5.3. Das gesamte Tatverschulden der Einzeltaten liegt daher zwischen leicht bis 
nicht mehr leicht.

6.5.4. Die Strafart in dem sich überschneidenden Anwendungsbereich von Geld- 
und Freiheitsstrafe (d.h. zwischen 180 und 360 Strafeinheiten) richtet sich primär 
nach dem Einzeltatverschulden. Die inkriminierten Überweisungen stellten den 
Kern der deliktischen Tätigkeit des Beschuldigten dar. Er tätigte diese mit grosser 
Leichtfertigkeit, was ihm nur dank des ihm und der F._____ AG entgegengebrach-
ten Vertrauens gelang. Die Höhe der einzelnen Transaktion hing vom momenta-
nen Bedürfnis ab und spielte aus Sicht des Beschuldigten nur eine untergeordnete 
Rolle. Unter dem Blickwinkel des immer gleichbleibenden Vertrauensbruchs ist für 
alle verbotenen Überweisungen in dem zur Diskussion stehenden Bereich von 180 
bis 360 Strafeinheiten einzig eine Freiheitsstrafe schuldangemessen. Ausserhalb 
dieses Bereichs ist für weniger als 180 Strafeinheiten eine Geldstrafe auszuspre-
chen, für mehr als 360 Strafeinheiten eine Freiheitsstrafe.

6.5.5. Die hypothetischen Einzelstrafen sind entsprechend wie folgt festzusetzen: 
je 80 Tagessätze Geldstrafe für die 87 Taten mit einem Deliktsbetrag bis 
CHF 10'000.00, je 120 Tagessätze Geldstrafe für die 291 Taten mit einem Delikts-
betrag zwischen CHF 10'000.00 und CHF 50'000.00, je 7 Monate Freiheitsstrafe 
für die 44 Taten mit einem Deliktsbetrag zwischen CHF 50'000.00 und 
CHF 100'000.00, je 9 Monate Freiheitsstrafe für die zehn Taten mit einem Delikts-
betrag zwischen CHF 100'000.00 und CHF 150'000.00, je 15 Monate Freiheits-
strafe für die acht Taten mit einem Deliktsbetrag zwischen CHF 150'000.00 und 

24 / 40

CHF 200'000.00 und 20 Monate Freiheitsstrafe für die Tat mit einem Deliktsbetrag 
von CHF 250'000.00.

6.6. Mehrfache qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung

6.6.1. Der Beschuldigte beging den Straftatbestand der qualifizierten ungetreuen 
Geschäftsbesorgung 93-fach. Die Deliktsbeträge rangieren zwischen CHF 50.00 
und CHF 255'992.50, wobei fast ¾ davon im niedrigen vierstelligen Bereich liegen. 
Ausgehend davon reicht die Tatschwere in objektiver Hinsicht von sehr leicht bis 
mittelschwer. In subjektiver Hinsicht wird auf die Ausführungen zur mehrfachen 
qualifizierten Veruntreuung verwiesen (E. 6.2.2). Das Gesamtverschulden liegt für 
die einzelnen Taten zwischen sehr leicht bis nicht mehr leicht. Das Vorgehen des 
Beschuldigten ist dasselbe wie bei den qualifizierten Veruntreuungen, weshalb die 
dortigen Überlegungen zur Wahl der Strafart analog gelten.

6.6.2. Folgende hypothetische Einzelstrafen sind verschuldensangemessen: je 60 
Tagessätze Geldstrafe für die 64 Taten mit einem Deliktsbetrag bis 
CHF 10'000.00, je 100 Tagessätze Geldstrafe für die 25 Taten mit einem Delikts-
betrag zwischen CHF 10'000.00 und CHF 50'000.00, je 6 Monate Freiheitsstrafe 
für die drei Taten mit einem Deliktsbetrag zwischen CHF 50'000.00 und 
CHF 100'000.00 und 12 Monate Freiheitsstrafe für die Tat mit einem Deliktsbetrag 
von CHF 255'992.50.

6.7. Mehrfache ungetreue Geschäftsbesorgung

6.7.1. Der Beschuldigte unterliess es, zwei Jahre in der Folge Steuererklärungen 
der T._____ AG einzureichen. Dies führte zu Kosten von CHF 10'790.15. Die 
Übernahme eines Teils der Kosten durch einen Dritten, hier die F._____ AG, kann 
nicht die Deliktssummen reduzierend berücksichtigt werden. Auch diesfalls lässt 
jedoch die Deliktssumme die Taten nicht besonders schwer erscheinen. Die objek-
tive Tatschwere ist als sehr leicht einzuschätzen.

6.7.2. In subjektiver Hinsicht ist der Eventualvorsatz des Täters mindernd zu 
berücksichtigen. Damit abgegolten ist auch der Umstand, dass der Beschuldigte 
seine Nachlässigkeit nicht gezielt gegen das Opfer richtete, sondern dieses eher 
zufällig war. Der Beweggrund des Beschuldigten ist neutral zu werten, da er nicht 
ausschliesslich aus Überforderung untätig blieb, sondern auch aus dem Bedürfnis, 
zu verdrängen. Denn er wurde durch Mahnungen an seine Pflicht zur Erstellung 
der Steuererklärungen erinnert. Indem er diese überging (StA act. 6A.1.13.1, Fra-
ge 6), entschloss er sich jeweils (erneut) gegen die Erstellung bzw. nachträgliche 
Erstellung der Steuererklärung, was der Aufwendung einer gewissen kriminellen 

25 / 40

Energie bedurfte. Diese erhöht die subjektive Tatschwere jedoch bloss in gerin-
gem Masse; letztlich ist das Begehen der Tat durch Unterlassen mindernd zu wer-
ten (analog Art. 11 Abs. 4 StGB). Wie bereits die Vorinstanz festhielt, wurde das 
Vertrauen enttäuscht, jedoch nicht zum eigenen Nutzen verwendet, wobei dies im 
Rahmen der nicht qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung dem Normtatge-
schehen entspricht und insofern verschuldensneutral ist. Schliesslich wirkt sich die 
leichtgradig verminderte Schuldfähigkeit bei den vorliegenden Delikten nicht ver-
schuldensmindernd aus. Sie stehen in nur äusserst mittelbarem Zusammenhang 
zu den Börsengeschäften und der Sucht. Der Beschuldigte führte mit diesen Delik-
ten keine Mittel zur Stillung der Sucht ab und verdeckte damit auch keine anderen, 
der Sucht dienende Taten. Die subjektive Tatschwere liegt daher im leichten Be-
reich, sie erhöht die objektive Tatschwere jedoch kaum.

6.7.3. Insgesamt ist das Tatverschulden als sehr leicht zu qualifizieren. Die hypo-
thetische Einzelstrafe beträgt für jede unterlassene Einreichung der Steuerer-
klärung 25 Tagessätze Geldstrafe.

6.8. Misswirtschaft

6.8.1. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist auch bei mehreren Bankrott-
handlungen von einer einfachen Tatbegehung auszugehen (BGE 123 IV 193 
E. 2). Dies ändert nichts daran, dass es im Rahmen der Strafzumessung einen 
Unterschied macht, durch welche und wie viele Bankrotthandlungen der Tatbe-
stand erfüllt wurde. Der Beschuldigte erfüllte den Straftatbestand der Misswirt-
schaft in diesem Sinne mehrfach. Er gewährte leichtsinnig Kredite oder verschleu-
derte Vermögenswerte und vernachlässigte die Leistungsfakturierung sowie die 
Bewirtschaftung der Debitorenkonten. Dies erhöht die objektive Tatschwere erheb-
lich. Ebenso ist die lange Deliktsdauer von nahezu vier Jahren sowie der hohe 
Konkursschaden erschwerend zu werten. Die im Anklagesachverhalt hervorgeho-
benen Zahlungen, die der Beschuldigte zur Vertröstung eines Kunden leistete, 
dem er Unterstützung beim Verkauf einer Garage versprochen hatte, ist ebenfalls 
sehr hoch. Sie betragen über eine halbe Million. Sodann ist dem Beschuldigten ein 
insofern systematisches Vorgehen vorzuwerfen, als er über Jahre nach demsel-
ben Muster vorging, auch wenn es zufällig gewesen sein mag, von welchem Konto 
er die der F._____ AG fehlende Liquidität beschaffte. Geringfügig mindernd zu 
berücksichtigen ist auch hier, dass das Herumschieben der Gelder bzw. der Zu-
griff auf die Kundenkonten einfach war und der Beschuldigte über lange Zeit un-
gehindert agieren konnte, liessen ihn doch auch seine Geschäftspartner ge-
währen, vertrauend auf die Redlichkeit des Beschuldigten. Der Missbrauch des 

26 / 40

Vertrauens seiner Geschäftspartner ist jedoch auch hier erschwerend zu würdi-
gen. Die objektive Tatschwere wiegt insgesamt schwer.

6.8.2. In subjektiver Hinsicht ist dem Beschuldigten das vorsätzliche Handeln an-
zulasten. Der Aufwand, den der Beschuldigte nicht in die Pflichtenerfüllung als 
Verwaltungsrat und Geschäftsführer, sondern in das Herumschieben von Geldern 
investierte, sowie die Zeit, in der er untätig blieb bzw. die er anderen Tätigkeiten 
widmete, offenbart eine erhebliche kriminelle Energie, was das subjektive Ver-
schulden erhöht. Die Bereitschaft, geschäftlich nicht begründete Zahlungen in ei-
ner Höhe von über einer halben Million vorzunehmen, zeugt von fehlendem Ver-
antwortungsbewusstsein und einer besonderen Skrupellosigkeit. Dies wirkt sich 
erschwerend aus. Die im Rahmen der Misswirtschaft begangenen Taten weisen 
nicht alle einen Konnex zur diagnostizierten Sucht auf. Zumindest das Verschie-
ben der Gelder zur Liquiditätsbeschaffung steht mit der Sucht jedoch in offensicht-
lichem Zusammenhang, denn es war unter anderem die suchtbedingte Veruntreu-
ung von Geldern, die zu der fehlenden Liquidität führte und den Täter zur Miss-
wirtschaft in Teilen veranlasste. Aus diesen Gründen ist die leichtgradig vermin-
derte Schuldfähigkeit bei dieser Tat auch in höherem Masse mindernd zu berück-
sichtigen. Die subjektive Tatschwere wiegt daher nur leicht.

6.8.3. Sie führt dazu, dass die Tat, wie sie sich objektiv darstellt, dem Beschuldig-
ten weniger zum Vorwurf gemacht werden kann, womit sein Tatverschulden für 
die Misswirtschaft insgesamt als nicht mehr leicht zu werten ist. Eine hypotheti-
sche Einzelstrafe von 300 Tagessätzen Geldstrafe erscheint als schuldangemes-
sen. Die Misswirtschaft beging der Beschuldigte im Wesentlichen aus Überforde-
rung, weshalb eine Freiheitstrafe aus Verschuldens- und Zweckmässigkeitsüber-
legungen nicht erforderlich ist.

6.9. Unterlassung der Buchführung

6.9.1. In objektiver Hinsicht ist erschwerend zu gewichten, dass der Beschuldigte 
während eines Zeitraumes von zwei Jahren zwar nicht jegliche Buchhaltung, je-
doch grosse Teile davon unterliess, indem er mehrere Buchungen nicht vornahm 
und in zwei Jahren keine Jahresabschlüsse erstellte. Ebenfalls erschwerend zu 
beachten ist, dass durch die Unterlassung der Buchführung die Durchsetzung der 
Ansprüche sehr vieler Gläubiger abstrakt gefährdet wurde. Mindernd ist zu 
berücksichtigen ist, dass auch hier der Beschuldigte kaum an Widerstände stiess, 
wenn dies auch auf das ihm entgegengebrachte Vertrauen zurückzuführen ist, das 
er mit seinem Verhalten enttäuschte, was wiederum erhöhend wirkt. Die objektive 
Tatschwere wiegt insgesamt jedenfalls nicht mehr leicht.

27 / 40

6.9.2. Subjektiv ist die eventualvorsätzliche Begehung leicht mindernd zu berück-
sichtigen, da die Tat nur vorsätzlich oder eventualvorsätzlich begangen werden 
kann. Als Beweggründe stehen wie in E. 6.6.2 Überforderung und Verdrängung im 
Raum, hier zudem die Verheimlichung anderer Delikte. Dies ist insgesamt leicht 
erschwerend zu werten. Der Umstand, dass dem Beschuldigten gemäss Anklage-
sachverhalt 2.3.3 ein schlichtes Unterlassen vorzuwerfen ist, kann nicht mindernd 
berücksichtigt werden, zeugt diese Begehungsform vorliegend nicht von einer 
niedrigeren kriminellen Energie. Der Beschuldigte unterliess nicht alle Buchungen, 
sondern nur einzelne, damit seine rechtswidrigen Überweisungen nicht einfach 
ersichtlich würden. Dass er den Überblick über die Buchführung verloren hatte, ist 
nicht zu seinen Gunsten zu werten, da nicht Dritte oder sonstige Umstände zur 
Unübersichtlichkeit geführt hatten, sondern er selbst. Wie die Misswirtschaft hängt 
auch die unterlassene Buchführung mit den Beschaffungsdelikten zusammen. Die 
leichtgradig verminderte Schuldfähigkeit ist daher verschuldensmindernd anzu-
rechnen. Die subjektive Tatschwere wiegt nur leicht.

6.9.3. Dies senkt die objektive Tatschwere, sodass das gesamte Tatverschulden 
gerade noch leicht wiegt. Die verschuldensangemessene hypothetische Einzel-
strafe würde 100 Tagessätze Geldstrafe betragen.

6.10. Mehrfache Urkundenfälschung

6.10.1. Der Beschuldigte beging mehrere Urkundenfälschungen, wobei er einer-
seits Transaktionen und Bestand von Bankkonten und Wertschriftendepots nicht 
oder wahrheitswidrig in der Buchhaltung führte (Anklagesachverhalt Ziff. 2.3.2, 
Punkt 1; Ziff. 2.4.2, Punkte 1-3; Ziff. 2.7.2, Punkte 1-3 erster Satz; Ziff. 2.12.3, 
Punkt 1; Ziff. 2.14.2, Punkt 1; Ziff. 2.15.2, erster Satz; Ziff. 2.16.2), andererseits 
Dokumente unterschiedlicher Natur (Anklagesachverhalt: Ziff. 2.3.2, Punkt 2; Ziff. 
2.5; Ziff. 2.6; Ziff. 2.7.2, Punkt 3 letzter Satz; Ziff. 2.9; Ziff. 2.11; Ziff. 2.13; Ziff. 
2.14.2, Punkt 2; Ziff. 2.15, Punkt 1-2) fälschte. Das Vorgehen bei ersteren Delikten 
gestaltete sich gleich und die Tatschwere ist unabhängig der Höhe der nicht ver-
buchten bzw. vertuschten Beträge gleich einzuschätzen. Sie wiegt im Einzelfall 
eher leicht. Die objektive Tatschwere der letzteren Delikte wiegt hingegen mindes-
tens mittelschwer. 

6.10.2. In subjektiver Hinsicht ist dem Beschuldigten in allen Fällen Vorsatz vor-
zuwerfen. Zudem war der Beweggrund stets ein verwerflicher, dienten die Urkun-
denfälschungen allesamt der Täuschung, sei es über begangene oder geplante 
Beschaffungsdelikte, über unzulängliche Leistungen gegenüber Geschäftspart-
nern oder hinsichtlich nicht eingehaltener Versprechen. Das Fälschen mit simplen 

28 / 40

Mitteln und ohne besondere Raffinesse zeugen von einer dreisten und gegenüber 
den getäuschten Personen respektlosen Haltung. Der geringe Aufwand steht da-
her vorliegend nicht für eine geringe kriminelle Energie, sondern ist die subjektive 
Tatschwere erhöhend zu werten. Die teilweise verminderte Schuldfähigkeit ist 
mindernd zu berücksichtigen, liegt doch bei den Urkundenfälschungen, die der 
Vertuschung unrechtmässiger Transaktionen und folglich tiefer Bankkontostände 
dienten (inkl. Erstellung der zwei fiktiven Jahresabschlüsse), ein Konnex zur Sucht 
vor. Mit Bezug auf die übrigen Tathandlungen ist der Zusammenhang etwas mit-
telbarer. Nichtsdestotrotz rechtfertigt es sich für jede einzelne Urkundenfälschung 
die teilweise verminderte Schuldunfähigkeit in geringem Masse schuldmindernd zu 
berücksichtigen. Die subjektive Tatschwere wiegt daher nicht mehr leicht.

6.10.3. Das gesamte Tatverschulden der Einzeltaten ist vergleichbar und als nicht 
mehr leicht einzuschätzen. Verschuldensangemessene hypothetische Einzelstra-
fen wären je 120 Tagessätze Geldstrafe.

6.11. Teilweise Zusatzstrafe

6.11.1. Der Beschuldigte wurde mit Strafbefehl vom 26. November 2013 aufgrund 
nicht an die Ausgleichskasse geleisteter Sozialversicherungsarbeitnehmerbeiträge 
des Vergehens im Sinne von Art. 87 Abs. 3 AHVG schuldig gesprochen. Er wurde 
mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu CHF 300.00 und einer Busse von 
CHF 3'600.00 bestraft, wobei die Geldstrafe bedingt, unter Ansetzung einer Pro-
bezeit von zwei Jahren, ausgesprochen wurde. Die Tat betraf Sozialversiche-
rungsbeiträge, welche für die Zeit vom 1. Dezember 2012 bis 31. März 2013 ge-
schuldet waren (StA act. 1.2.2).

6.11.2. Vorliegend sind teilweise Taten zu beurteilen, die vor diesem Zeitraum be-
gangen wurden und die ebenfalls mit Geldstrafe zu ahnden sind. Da in diesem 
Falle das Asperationsprinzip auf das Vergehen gegen das AHVG sowie die bis 
dahin begangenen Taten anzuwenden ist, ist für letztere eine Zusatzstrafe ("teil-
weise" Zusatzstrafe, da es daneben auch später begangene Taten zu beurteilen 
gilt, vgl. KGer GR SK1 20 15 v. 7.7.2021 E. 4.1 f.) auszufällen, derart, dass der 
Beschuldigte insgesamt nicht schwerer bestraft wird, als wenn die Taten gemein-
sam beurteilt worden wären (Art. 49 Abs. 2 StGB, retrospektive Konkurrenz).

6.12. Gesamtstrafe

6.12.1. Gleichartig im Sinne von Art. 49 StGB erweisen sich die hypothetischen 
Freiheitsstrafen für die qualifizierte Veruntreuung vom 3. Januar 2012, die mehrfa-
che qualifizierte Veruntreuung und die mehrfache qualifizierte Geschäftsbesor-

29 / 40

gung einerseits sowie die hypothetischen Geldstrafen für die Misswirtschaft, die 
Unterlassung der Buchführung, die mehrfache ungetreue Geschäftsbesorgung 
und die mehrfache Urkundenfälschung andererseits.

6.12.2. Unter den mit Freiheitsstrafe zu ahndenden Delikten ist die qualifizierte 
Veruntreuung vom 3. Januar 2012 die schwerste. Deren hypothetische Einzelstra-
fe von 32 Monaten bildet die Einsatzstrafe. Da auf der einen Seite die grosse 
Mehrzahl der Einzeltaten ein Tatverschulden von nicht mehr leicht aufweist, die 
Taten auf der anderen Seite eng mit der schwersten Tat und untereinander ver-
bunden sind, ist für die weiteren 63 qualifizierten Veruntreuungen, die mit Frei-
heitsstrafe zu ahnden sind, eine Asperation in der folgenden Höhe vorzunehmen: 
je 15 Tage für die 44 Taten mit einem Deliktsbetrag zwischen CHF 50'000.00 und 
CHF 100'000.00, je 19 Tage für die zehn Taten mit einem Deliktsbetrag zwischen 
CHF 100'000.00 und CHF 150'000.00, je 32 Tage für die acht Taten mit einem 
Deliktsbetrag zwischen CHF 150'000.00 und CHF 200'000.00 und 42 Tage für die 
Tat mit einem Deliktsbetrag von CHF 250'000.00. Auch für die qualifizierten unge-
treuen Geschäftsbesorgungen ist dem Verschulden und dem engen Zusammen-
hang der Taten Rechnung zu tragen, sodass für die vier mit Freiheitsstrafe zu 
sanktionierenden Einzelstrafen folgende Asperation vorzunehmen ist: je 18 Tage 
für die drei Taten mit einem Deliktsbetrag zwischen CHF 50'000.00 und 
CHF 100'000.00 und 36 Tage für die Tat mit einem Deliktsbetrag von 
CHF 255'992.50. Im Ergebnis ist die Einsatzstrafe von 32 Monaten (960 Tage) um 
1'238 Tage auf 2'198 Tage bzw. auf 6 Jahre zu erhöhen.

6.12.3. Hinsichtlich der Geldstrafe ist die Misswirtschaft das schwerste Delikt. Die 
hypothetische Einzelstrafe von 300 Tagessätzen bildet damit die Einsatzstrafe. 
Für die qualifizierten Veruntreuungen ist sie um je 8 Tagessätze für 87 Handlun-
gen mit einem Deliktsbetrag bis CHF 10'000.00 und je 12 Tagessätze für die 291 
Handlungen mit einem Deliktsbetrag zwischen CHF 10'000.00 und 
CHF 50'000.00. Für die qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgungen ist die 
Einsatzstrafe um je 6 Tagessätze für 64 Taten mit einem Deliktsbetrag bis 
CHF 10'000.00 und um je 10 Tagessätze für die 25 Handlungen mit einem De-
liktsbetrag zwischen CHF 10'000.00 und CHF 50'000.00. Für die zwei einfachen 
ungetreuen Geschäftsbesorgungen hat eine Erhöhung um je 2 Tagessätze zu er-
folgen. Für die Unterlassung der Buchführung ist die Einsatzstrafe um 10 Tages-
sätze zu erhöhen; für jede der 21 Urkundenfälschungen um 12 Tagessätze. Für 
das Vergehen gegen das AHVG ist die Einsatzstrafe um 10 Tagessätze zu aspe-
rieren. Daraus resultiert eine hypothetische Gesamtstrafe von 5'398 Tagessätzen.

30 / 40

6.13. Täterkomponenten

6.13.1. Mit Bezug auf die persönlichen Verhältnisse wird auf Erwägung 4.9 des 
erstinstanzlichen Urteils verwiesen. Ergänzend ist festzuhalten, dass der Beschul-
digte angibt, seit sieben oder acht Jahren eine neue Partnerin zu haben. Aufgrund 
dieser Beziehung und seiner Anstellung als Dozent am U._____ in V._____ plane 
er, nach V._____ zu ziehen. Sein Bruttoeinkommen betrage CHF 10'000.00 mo-
natlich und er leiste familienrechtlichen Unterhalt von CHF 4'500.00 monatlich, ab 
März 2023 reduziere sich dieser Betrag auf CHF 3'500.00 monatlich (act. H. 5, 
IV.4.).

6.13.2. Das Vorleben ist strafzumessungsneutral zu werten. Die seither erfolgte 
Resozialisierung bzw. die daraus resultierende höhere Strafempfindlichkeit hat 
vorliegend ebenfalls keinen Einfluss auf die Strafe. Eine erhöhte Strafempfindlich-
keit ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nur bei aussergewöhnlichen 
Umständen zu bejahen, da die Verbüssung einer Freiheitsstrafe für jede arbeits-
tätige und in ein familiäres Umfeld eingebettete Person mit einer gewissen Härte 
verbunden ist (BGer 6B_748/2015 v. 29.10.2015 E. 1.3). Solche Umstände liegen 
nicht vor. Auch die Berichterstattung in der Presse ist nicht strafmindernd zu 
berücksichtigen, bezog sich diese doch insbesondere auf die Konkursverfahren 
und nur beschränkt auf das Strafverfahren.

6.13.3. Auch die nicht einschlägige Vorstrafe ist strafzumessungsneutral zu wer-
ten. Sie wurde für eine Vernachlässigungshandlung ausgesprochen, die mit den 
übrigen Taten zusammen begangen wurde. Ihre vorzeitige Beurteilung kann dem 
Beschuldigten nicht straferhöhend angelastet werden.

6.13.4. Das umfangreiche Geständnis und die vorbildliche Kooperation mit den 
Strafverfolgungsbehörden mindern die Strafe in beträchtlichem Umfang. Ohne die 
Mithilfe des Beschuldigten wäre die Ermittlung der Taten, wenn auch möglich, so 
doch äusserst aufwändig gewesen. Bereits erfolgte Wiedergutmachung und die 
glaubhafte Absicht, weiterhin solche zu leisten, sind ebenfalls strafmindernd zu 
werten. Genauso die gezeigte Reue und Einsicht. Die lange Verfahrensdauer führt 
zu einer weiteren Minderung der Strafe.

6.13.5. Aufgrund dieser Täterkomponenten ist die Freiheitsstrafe auf drei Jahre zu 
senken. Die Geldstrafe übersteigt auch unter Berücksichtigung der Täterkompo-
nenten bzw. entsprechender Senkung das gesetzliche Höchstmass der Geldstra-
fe. Es kann maximal eine Geldstrafe von 360 Tagessätzen ausgesprochen wer-

31 / 40

den. Hiervon ist die Grundstrafe für das Vergehen gegen das AHVG in Abzug zu 
bringen. Die auszufällende Geldstrafe beträgt somit 300 Tagessätze.

6.14. Tagessätze

Die Höhe des Tagessatzes ist ausgehend vom monatlichen Bruttoeinkommen des 
Beschuldigten von CHF 10'000.00 zu berechnen. Davon sind 15% für Sozialabzü-
ge, der familienrechtliche Unterhaltsbeitrag von CHF 3'500.00 monatlich (act. H.5, 
IV.4), sowie 20% für Kranken- und Unfallversicherung sowie Steuern in Abzug zu 
bringen. Der Tagessatz ist auf die resultierenden abgerundeten CHF 120.00 fest-
zusetzen.

6.15. Resultat der Strafzumessung

Der Beschuldigte ist mit einer Freiheitsstrafe von drei Jahren sowie mit einer 
Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu CHF 120.00 teilweise als Zusatzstrafe zum 
Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 26. November 2013 zu be-
strafen.

6.16. Vollzug

Ein vollbedingter Vollzug fällt bei einer Freiheitsstrafe von drei Jahren ausser Be-
tracht (Art. 42 Abs. 1 StGB). Ein teilbedingter Vollzug ist hingegen zulässig (Art. 43 
StGB), auch angesichts der vorliegend nicht negativ ausfallenden Legalprognose. 
Dem Verschulden des Beschuldigten angemessen, ist daher im Umfang von 
12 Monaten der Vollzug und im Umfang von 24 Monaten der bedingte Aufschub 
des Vollzugs der Freiheitsstrafe anzuordnen. Der Vollzug der Geldstrafe ist in vol-
lem Umfang aufzuschieben. Die Probezeit ist auf fünf Jahre anzusetzen (Art. 44 
StGB).

7. Therapeutische Massnahme

7.1.1. Die Vorinstanz sah die Voraussetzungen für eine ambulante Suchtbehand-
lung gemäss Art. 63 StGB ausgehend vom Gutachten als erfüllt an. Da weder dem 
Gutachten noch den übrigen Akten Hinweise auf bessere Bewährungsaussichten 
in Freiheit zu entnehmen seien, sei der Strafvollzug nicht zugunsten der Mass-
nahme aufzuschieben (act. E.1, E. 6).

7.1.2. Der Beschuldigte moniert die vollzugsbegleitende Anordnung der Mass-
nahme insofern, als das Gutachten keine genügende Grundlage zur Beurteilung 
der Frage des Massnahmevollzugs (strafvollzugsbegleitend oder unter Aufschub 
des Strafvollzugs) bilde. Gemäss bundesgerichtlicher Praxis komme ein Strafauf-

32 / 40

schub zugunsten der ambulanten Behandlung nur in Frage, wenn konkrete und 
aktuelle Gründe für bessere Bewährungsaussichten in Freiheit sprechen. Dabei 
müsse der Behandlungsbedarf umso ausgeprägter sein, je länger die zu Gunsten 
der ambulanten Therapie aufzuschiebende Freiheitsstrafe ist. Dr. Q._____ äusse-
re sich im Gutachten jedoch nicht zum Behandlungsbedarf und seiner Ausprä-
gung. Anlässlich der Berufungsverhandlung habe sie zwar erklärt, die Vollzugs-
form spiele keine Rolle; dies müsse man jedoch genauer wissen (act. A.1, III; 
act. H. 5, S. 3). Die Massnahme an sich betreffend, liess der Beschuldigte an der 
Berufungsverhandlung vortragen, Sucht könne gefährlich sein und man könne 
rückfällig werden, weshalb die psychiatrische Begleitung als Selbstkontrolle für ihn 
wichtig und notwendig sei (act. H.5, S. 11).

7.1.3. Die Staatsanwaltschaft machte ausgehend von den schriftlichen gutachter-
lichen Feststellungen geltend, die Voraussetzungen für die Anordnung einer am-
bulanten Massnahme seien erfüllt. Da im Gutachten die vollzugsbegleitende 
Durchführung der Massnahme empfohlen werde, dürfe die Freiheitsstrafe nicht 
aufgeschoben werden (act. H.1, 5.2).

7.2. Ist der Täter psychisch schwer gestört, von Suchtstoffen oder in anderer 
Weise abhängig und verübt er eine Tat, die mit seinem Zustand in Zusammen-
hang steht (Symptomtat), so kann das Gericht eine ambulante Behandlung anord-
nen, sofern damit der Gefahr weiterer solcher Taten begegnet werden kann (Eig-
nung zur Deliktsprävention; Art. 63 Abs. 1 StGB). Die Abhängigkeit "in anderer 
Weise" erfasst nicht jedes übermässige Spielen, sondern nur solches, das Krank-
heitswert aufweist (Wolfgang Wohlers, in: Wohlers/Godenzi/Schlegel [Hrsg.], 
Schweizerisches Strafgesetzbuch, Handkommentar, 4. Aufl., Bern 2020, N 3 zu 
Art. 60 StGB; Heer/Habermeyer, a.a.O., N 30 in fine und 32 ff. zu Art. 60 StGB). 

7.3. Neben diesen von der Vorinstanz korrekt wiedergegebenen Voraussetzun-
gen (act. E.1, E. 6) sind für die Anordnung einer ambulanten Behandlung auch die 
in Art. 56 StGB festgehaltenen allgemeinen Grundsätze zu beachten, wonach eine 
Massnahme (nur) anzuordnen ist, wenn eine Strafe allein nicht geeignet ist, der 
Gefahr weiterer Straftaten des Täters zu begegnen und ein Behandlungsbedürfnis 
des Täters besteht oder die öffentliche Sicherheit die Massnahme erfordert. 
Schliesslich ist der Zweck der Massnahme (Deliktsprävention; BGE 124 IV 246 
E. 3b) im Auge zu behalten und dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit Rech-
nung zu tragen (zur Verhältnismässigkeit Marianne Heer/Elmar Habermeyer, in: 
Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafgesetzbuch/Jugendstraf-
gesetz, 4. Aufl., Basel 2019, N 34 zu Art. 56 StGB). Das Gericht stützt sich bei 

33 / 40

seinem Entscheid über die Anordnung einer Massnahme auf eine sachverständige 
Begutachtung.

7.4.1. Der im Gutachten angegebene ICD-10 Code steht für "pathologisches Spie-
len". Dr. Q._____ bestätigte, dass die nicht substanzgebundene Sucht im Sinne 
einer speziellen Form der Spielsucht Krankheitscharakter aufweise (act. H.4, III.30 
f.). Auch wenn Dr. Q._____ die psychische Störung nicht als schwer, sondern 
bloss als leicht bis mittelschwer einstuft, genügt dies mit Blick auf Art. 63 StGB. 
Auch das Bundesgericht liess bei bloss mittelgradiger Schwere der "Spielsucht" 
und unabhängig fehlender komorbider Persönlichkeitsstörungen die Anwendung 
von Art. 63 StGB zu (BGer 6B_771/2020 v. 9.2.2021 E. 1.2.2).

7.4.2. Dr. Q._____ zufolge entwickelte sich die nicht substanzgebundene Sucht 
aus den Börsengeschäften bzw. stand mit den Börsengeschäften in Zusammen-
hang, welche wiederum mit den dem Beschuldigten vorgeworfenen Delikten (mehr 
oder weniger direkt) zusammenhängen (StA act. 1.2.29, 4.2 erster Absatz, 4.3 
erster Absatz). Auch die akzentuierten Persönlichkeitszüge standen im Zusam-
menhang mit der Delinquenz (StA act. 1.2.29, 4.4.3 und 5.4.1). Der erforderliche 
Zusammenhang zwischen dem Zustand des Täters und der Taten ist damit eben-
falls gegeben.

7.4.3. Dr. Q._____ bezeichnete im Gutachten das Risiko eines Rückfalls in die 
nicht substanzgebundene Sucht als hoch. Da sich diese auch legal leben lässt 
(Börsengeschäfte an sich sind nicht widerrechtlich), ist damit keine Aussage hin-
sichtlich erneuter Straftaten gemacht. In diesem Sinne bejahte sie zumindest die 
Gefahr erneuter Straftaten bei einem Rückfall in das Suchtverhalten und erklärte, 
diesfalls seien Betrugsdelikte "grundsätzlich möglich" oder "zu erwarten" (StA 
act. 1.2.29, S. 37 und 5.3). Die Gefahr weiterer Straftaten generell und Straftaten, 
die mit dem Zustand des Täter in Zusammenhang stehen, besteht somit bloss im 
Sinne einer grundsätzlichen Möglichkeit. Nach gutachterlichen Feststellungen 
kann ihr mittels ambulanter psychiatrischer Therapie begegnet werden (StA 
act. 1.2.29, 5.4.2) womit die Eignung der Massnahme zur Deliktsprävention zu 
bejahen ist (Art. 63 Abs. 1 lit. b StGB).

7.4.4. Der Beschuldigte gab anlässlich der Berufungsverhandlung an, er sei seit 
2015 bei derselben Psychiaterin, W._____, in Behandlung, zu Beginn monatlich, 
dann halbjährlich oder auch jährlich. Es sei sehr unterschiedlich; das letzte Mal sei 
er im Oktober 2022 bei ihr gewesen. Die Behandlung verlaufe gut und sei hilfreich. 
Die Psychiaterin stelle eine Kontrolle dar, damit er nicht wieder in alte Muster ver-
falle. An der Börse sei er nicht mehr aktiv, verfolge einzelne Entwicklungen von 

34 / 40

Börsenkursen zwar, jedoch nicht für Kauf oder Verkauf, sondern im Zusammen-
hang mit seiner Unterrichtstätigkeit. Es falle ihm nicht schwer, sich von der Börse 
fernzuhalten und er verneint die Frage, ob er in Versuchung gerate, Börsenge-
schäfte zu tätigen (act. H.3, IV.6-18).

7.4.5. Basierend auf diesen Aussagen schätzte Dr. Q._____ den Behandlungsbe-
darf als eher gering ein. Eine ambulante Behandlung im Sinne einer ambulanten 
Massnahme würde ausgehend von den Angaben des Beschuldigten aus heutiger 
Sicht weniger Sinn machen als damals im 2017. Man würde damit weniger errei-
chen – nicht, weil die Erfolgsaussichten jetzt kleiner wären, sondern weil mit der 
Therapie, die der Beschuldigte bis jetzt gemacht hat, schon mehr erreicht worden 
sei (act. H.4, III.9, 15 und 26).

7.4.6. Dieser Einschätzung folgt das Gericht. Der Beschuldigte ist seit über sieben 
Jahren in psychiatrischer Behandlung bei derselben Psychiaterin. Die langjährige 
stabile therapeutische Bindung zwischen ihr und dem Beschuldigten (StA 
act. 1.2.29, 2.3.1) konnte offenbar aufrechterhalten werden (letzter Behandlungs-
termin im November 2022, act. B.2.b) und wird vom Beschuldigten als hilfreiche 
Kontrolle eingeschätzt. Bereits im schriftlichen Gutachten wurde festgehalten, 
dass, trotz fortbestehender psychischer Störungen, dank der bereits erfolgten The-
rapie kein pathologisches Spielen mehr erfolge und die Therapie positive Verän-
derungen der Persönlichkeit des Beschuldigten gezeigt hätte (StA act. 1.2.29, 
5.4.1). Angesichts des Erfolgs der fortgesetzten Therapie sind wohl auch die Er-
folgsaussichten einer forensisch-deliktsorientierten therapeutischen Massnahme 
intakt. Die Behandlungsbedürftigkeit des Beschuldigten ist jedoch niedriger als vor 
fünf Jahren.

7.4.7. Der im Nachgang an die Taten erfolgte gesundheitliche und soziale Zu-
sammenbruch des Beschuldigten, die mediale Berichterstattung und das Strafver-
fahren haben ihn nachhaltig geprägt (vgl. StA act. 1.2.29, 2.2.2). Die nun zudem 
auszusprechenden Strafen werden den Beschuldigten spüren lassen, dass seine 
Taten unrecht waren und dadurch spezialpräventiv auf ihn einwirken. Insbesonde-
re der unbedingt ausgesprochene Teil wird eine solche Wirkung zeitigen. Nach 
dem Erlebten ist die Eignung der auszusprechenden Strafe, den Beschuldigten 
davon abzuhalten, erneut straffällig zu werden, evident (Art. 56 Abs. 1 lit. a StGB). 
Es erscheint zu diesem Zwecke (Sicherheit der Allgemeinheit) nicht erforderlich, 
und mit Blick auf die geringere Behandlungsbedürftigkeit nicht verhältnismässig 
i.e.S., zusätzlich eine Massnahme auszusprechen, auch wenn eine solche wie 
dargelegt (E. 9.3.3) ebenfalls zur Deliktsprävention geeignet ist. Zusammenge-
fasst ist daher aufgrund der bisher erreichten therapeutischen Erfolge, der sinken-

35 / 40

den Behandlungsbedürftigkeit, der damit gleichsam abnehmenden Sozialgefähr-
lichkeit, der glaubhaft dargelegten sozioökonomisch gefestigten Verhältnisse des 
Beschuldigten und der in diesem Zusammenhang als einschneidend empfunde-
nen Strafe (vgl. act. H.3, IV und letztes Wort des Beschuldigten in act. H.5, S. 13) 
die Verhältnismässigkeit einer ambulanten Massnahme zur Behandlung der psy-
chischen Störung bzw. der Suchtproblematik nicht gegeben.

7.4.8. Vor diesem Hintergrund ist von der Anordnung einer Massnahme abzuse-
hen. Entsprechend ist über den Massnahmenvollzug (strafvollzugsbegleitend oder 
unter Aufschub des Strafvollzugs) nicht zu entscheiden und es kann offenbleiben, 
ob die gutachterlichen Ausführungen eine genügende Grundlage für diesen Ent-
scheid geboten hätten (E. 3.6).

8. Kosten- und Entschädigungsfolgen

8.1.1. Beim vorliegenden Verfahrensausgang erübrigt sich eine Anpassung des 
vorinstanzlichen Kostenentscheids, zumal dieser, wie auch die Höhe der Entschä-
digung für den Verteidiger des Beschuldigten, im Berufungsverfahren unangefoch-
ten geblieben ist. Dementsprechend gehen die Untersuchungskosten der Staats-
anwaltschaft in Höhe von CHF 27'282.00 und die Kosten des erstinstanzlichen 
Verfahrens von CHF 55’948.80 (Gerichtskosten CHF 10'000.00; Kosten der amtli-
chen Verteidigung CHF 45'948.80 [Rechtsanwalt Vedat Erduran CHF 20'000.00; 
Rechtsanwalt Bruno Bauer CHF 25'948.80]) zulasten des Beschuldigten. Die Ent-
schädigung ist einstweilen aus der Gerichtskasse des Regionalgerichts Plessur zu 
bezahlen, jedoch vom Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO zurückzuer-
statten.

8.1.2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens sind den Parteien nach Massgabe 
ihres Obsiegens oder Unterliegens aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Be-
schuldigte obsiegt im Punkt Strafzumessung teilweise. Mit dem zurückgezogenen 
Antrag zur rechtlichen Würdigung und Zuordnung der Anklageziffern im Dispositiv 
sowie seinem Antrag auf Anordnung einer therapeutischen Massnahme unter Auf-
schub des Strafvollzugs unterliegt er hingegen, wobei das Unterliegen mit letzte-
rem Antrag nicht zu seinen Lasten zu berücksichtigen ist. Es ist angemessen, die 
Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 4'875.00 – die Gerichtskosten sind auf 
CHF 4'000.00 festzusetzen (Art. 7 VGS [BR 350.210]) und die Gutachterkosten 
betragen CHF 875.00 (act. G.2) – hälftig, je zu CHF 2'437.50 dem Kanton 
Graubünden (Kantonsgericht) und dem Beschuldigten aufzuerlegen.

36 / 40

8.1.3. Der Verteidiger des Beschuldigten, Rechtsanwalt Bruno Bauer, reichte an-
lässlich der Berufungsverhandlung eine Honorarnote in Höhe von CHF 9'990.15 
ein, wobei er einen zu entschädigenden Aufwand von 43.99 Stunden à 
CHF 200.00, Reisekosten von CHF 126.00, eine Kommunikationspauschale von 
4% und Mehrwertsteuer geltend machte (act. G.3). Eine Spesenpauschale wird 
praxisgemäss lediglich im Umfang von 3% des Honorars gewährt. Der übrige in 
Rechnung gestellte Aufwand erscheint angemessen. Rechtsanwalt Bruno Bauer 
ist daher für das Berufungsverfahren mit CHF 9'895.40 (Honorar von 
CHF 8'798.00, Reisekosten von CHF 126.00, Spesenpauschale von CHF 263.94 
und 7.7% MwSt. von CHF 707.47) zu entschädigen. Die Entschädigung ist einst-
weilen aus der Gerichtskasse des Kantonsgerichts zu bezahlen, jedoch vom Be-
schuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von CHF 4'947.70 zurück-
zuerstatten.

37 / 40

Demnach wird erkannt:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Plessur vom 
20. November 2019 (Proz. Nr. 515-2019-19) wie folgt in Rechtskraft erwach-
sen ist:

1. A._____ ist schuldig:
- der Misswirtschaft gemäss Art. 165 Ziff. 1 StGB,
- der mehrfachen Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB,
- der Unterlassung der Buchführung gemäss Art. 166 StGB,
- der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 
Abs. 2 StGB in Verbindung mit Ziff. 2 StGB,
- der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung 
gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 3 StGB und
- der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 
Ziff. 1 Abs. 1 StGB.

[…]

4.a) Die Zivilklage der B._____ AG gegen A._____ wird infolge Teilanerken-
nung im Umfang von CHF 1'333'487.70 abgeschrieben. Im Umfang von 
CHF 454'957.55 sowie Zins zu 5% auf CHF 1'333'487.70 vom 
18.05.2018 bis zum 20.11.2019 wird die Klage gutgeheissen und 
A._____ wird verpflichtet, der B._____ AG CHF 454’957.55 sowie Zins 
zu 5% auf CHF 1'333'487.70 vom 18.05.2018 bis zum 20.11.2019 zu 
bezahlen.

  b) Die Zivilklage der C._____ gegen A._____ wird infolge Teilanerkennung 
im Umfang von CHF 35'634.00 abgeschrieben. Im Umfang von 
CHF 3'000.00 wird die Klage gutgeheissen und A._____ wird verpflich-
tet, der C._____ CHF 3'000.00 zu bezahlen.

  c) Die Zivilklage der E._____ gegen A._____ wird infolge Rückzug vom 
19.11.2019 abgeschrieben.

  d) Die Zivilklage der Konkursmasse F._____ AG gegen A._____ wird in-
folge Rückzug vom 03.10.2019 abgeschrieben.

  e) Die Zivilklage der Evangelisch-reformierten X._____ gegen A._____ 
wird infolge Teilanerkennung im Umfang von CHF 518'191.30 abge-
schrieben. Im Umfang von CHF 68'577.65 wird die Klage gutgeheissen 
und A._____ wird verpflichtet, der Evangelisch-reformierten X._____ 
CHF 68'577.65 zu bezahlen.

38 / 40

  f) Die Zivilklage von Y._____ gegen A._____ wird auf den Zivilweg ver-
wiesen.

  g) Die Zivilklage der H._____ AG gegen A._____ im Umfang von 
CHF 653'858.20 wird infolge Anerkennung abgeschrieben.

  h) Die Zivilklage der I._____ AG gegen A._____ im Umfang von 
CHF 1'308’327.50 wird infolge Anerkennung abgeschrieben.

  i) Die Zivilklage der J._____ AG gegen A._____ wird infolge Teilanerken-
nung im Umfang von CHF 50’245.04 abgeschrieben. Im Umfang von 
5% Zins auf CHF 50'245.04 seit dem 25.09.2014 wird die Klage gutge-
heissen und A._____ wird verpflichtet, der J._____ AG 5% Zins auf 
CHF 50'245.04 seit dem 25.09.2014 zu bezahlen.

  j) Die Zivilklage der K._____ gegen A._____ im Umfang von 
CHF 23'000.00 wird infolge Anerkennung abgeschrieben.

  k) Die Zivilklage der L._____ gegen A._____ im Umfang von 
CHF 23’000.00 wird infolge Anerkennung abgeschrieben.

  l) Die Zivilklage der Z._____bank gegen A._____ wird infolge Rückzug 
vom 18.11.2019 abgeschrieben.

  m) Die Zivilklage der M._____ gegen A._____ im Umfang von 
CHF 72'000.00 wird infolge Anerkennung abgeschrieben.

  n) Die Zivilklage der N._____ gegen A._____ im Umfang von 
CHF 23'000.00 wird infolge Anerkennung abgeschrieben.

  o) Die Zivilklage der AA._____ AG gegen A._____ wird infolge Rückzug 
vom 08.08.2019 abgeschrieben.

  p) Die Zivilklage der T._____ AG gegen A._____ wird infolge Teilanerken-
nung im Umfang von CHF 14'101.00 abgeschrieben. Bezüglich der wei-
teren CHF 12'005.95 wird die Klage auf den Zivilweg verwiesen.

[…]

7.a) A._____ wird verpflichtet, der C._____ CHF 3'231.00 (inkl. MwSt. und 
Aufwendungen) als Entschädigung zu bezahlen.

  b) A._____ wird verpflichtet, der Evangelisch-reformierten X._____ 
CHF 10'000.00 (inkl. MwSt. und Aufwendungen) als Entschädigung zu 
bezahlen.

  c) A._____ wird verpflichtet, der B._____ AG CHF 30'000.00 (inkl. MwSt. 
und Aufwendungen) als Entschädigung zu bezahlen.

39 / 40

  d) Der T._____ AG wird keine Entschädigung zugesprochen.

  e) Der H._____ AG wird keine Entschädigung zugesprochen.

  f) Der I._____ AG wird keine Entschädigung zugesprochen.

  g) Y._____ wird keine Entschädigung zugesprochen.

[…]

2.1. A._____ wird mit einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und einer Geldstrafe 
(teilweise als Zusatzstrafe zum Strafbefehl vom 26. November 2013 der 
Staatsanwaltschaft Graubünden) von 300 Tagessätzen zu CHF 120.00 be-
straft.

2.2. Von der Freiheitsstrafe sind 12 Monate zu vollziehen. Im Umfang von 24 Mo-
naten wird der Vollzug der Freiheitsstrafe bedingt aufgeschoben; die Probe-
zeit beträgt 5 Jahre.

2.3. Der Vollzug der Geldstrafe wird bedingt aufgeschoben; die Probezeit beträgt 
5 Jahre.

3. Eine ambulante Massnahme wird nicht angeordnet.

4. Die Untersuchungskosten von CHF 27'282.00 gehen zulasten von A._____.

5.1. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von CHF 55’948.80 (Gerichts-
kosten CHF 10'000.00; Kosten der amtlichen Verteidigung CHF 45'948.80 
[Rechtsanwalt Vedat Erduran CHF 20'000.00; Rechtsanwalt Bruno Bauer 
CHF 25'948.80]) gehen zulasten von A._____.

5.2. Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das erstinstanzliche Verfahren 
werden einstweilen aus der Gerichtskasse des Regionalgerichts Plessur be-
zahlt. Vorbehalten bleibt die Rückerstattungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 
lit. a StPO. 

6.1. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 4'875.00 (Gerichtskosten 
CHF 4'000.00; Gutachterkosten CHF 875.00) gehen im Umfang von 
CHF 2'437.50 zulasten von A._____ und im Umfang von CHF 2'437.50 zu-
lasten des Kantons Graubünden (Kantonsgericht).

6.2. Die Kosten der amtlichen Verteidigung von CHF 9'895.40 werden einstweilen 
aus der Gerichtskasse des Kantonsgerichts von Graubünden bezahlt. Vor-
behalten bleibt die Rückerstattungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO 
im Umfang von CHF 4'947.70.

7.1. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 

40 / 40

Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 Ta-
gen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zuläs-
sigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das 
Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

7.2 Gegen den Entschädigungsentscheid kann der amtliche Verteidiger gemäss 
Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO und Art. 37 Abs. 1 StBOG (SR 173.71) Beschwer-
de an das Bundesstrafgericht erheben. Die Beschwerde ist dem Bundes-
strafgericht, Viale Stefano Franscini 7, Postfach 2720, 6501 Bellinzona, 
schriftlich innert 10 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der 
Entscheidung in der gemäss Art. 385 StPO in Verbindung mit Art. 39 Abs. 1 
StBOG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Be-
schwerdegründe, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Be-
schwerde gelten die Art. 393 ff. StPO.

8. Mitteilung an: