# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** baee5162-9cdf-5304-834f-89cc8d544959
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-30
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 30.11.2023 720 21 170 / 272 (720 2021 170 / 272)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-21-170---272_2023-11-30.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 30. November 2023 (720 21 170 / 272) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung  

 

 

IV-Rente; Gutheissung der Beschwerde gestützt auf das Gerichtsgutachten  

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichterin Elisabeth Berger 

Götz, Kantonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Daniel Gfel-
ler 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Guido Ehrler, Advokat, 
Rebgasse 1, Postfach 477, 4005 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 

 
 
 
A. Die 1969 geborene A.____ ist Mutter zweier erwachsener Töchter und seit 18. Januar 
2022 geschieden. Sie hat sich am 8. August 2001 unter Hinweis auf psychische Beschwerden 
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen angemeldet. Die 
damals zuständige IV-Stelle Solothurn hat ihr mit Verfügung vom 10. Januar 2003 rückwirkend 
ab 1. Mai 2001 eine ganze Rente, basierend auf einem 100%igen Invaliditätsgrad, zugesprochen. 
Mit Mitteilungen der IV-Stelle Fribourg vom 18. Juli 2006 und 19. November 2010 ist der Anspruch 
auf eine ganze Rente jeweils nach Rückfrage beim behandelnden Psychiater bestätigt worden. 

 

 
 
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Mit Bericht vom 27. Februar 2015 hat der behandelnde Psychiater zum wiederholten Mal ange-
geben, dass keine grosse Veränderung eingetreten sei. Die neu zuständige IV-Stelle Basel-Land-
schaft (IV-Stelle) hat daraufhin mit Mitteilung vom 20. Mai 2015 bestätigt, dass es weiterhin bei 
einem Anspruch auf die bisherige ganze Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 100 % 
bleibe. lm Rahmen einer weiteren Revision von Amtes wegen, eingeleitet im März 2018, hat der 
behandelnde Psychiater am 9. September 2018 gewisse Verbesserungstendenzen festgestellt. 
Die IV-Stelle hat daraufhin ein bidisziplinäres Gutachten bei Dr. med. B.____, FMH Neurologie, 
und Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 17. Januar 2019 eingeholt. lm 
Wesentlichen gestützt darauf hat die IV-Stelle nach einem Arbeitstraining und nach Durchführung 
des Vorbescheidverfahrens die Rente mit Verfügung vom 27. April 2021 unter Hinweis auf einen 
Invaliditätsgrad von 0 % aufgehoben. 
 
B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokat Guido Ehrler, mit Schrei-
ben vom 31. Mai 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungs-recht 
(Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und ihr 
weiterhin eine ganze Invalidenrente auszurichten.  
 
C. Mit Vernehmlassung vom 17. Juni 2021 beantragte die IV-Stelle, die Beschwerde sei 
abzuweisen.  
 
D. Anlässlich der ersten Urteilsberatung vom 21. Juli 2022 ist das Gericht zum Schluss 
gekommen, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhan-
dene medizinische Aktenlage nicht möglich sei. Das bidisziplinäre Gutachten bzw. das psychiat-
rische Teilgutachten von Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, wurde vom Ge-
richt als nicht überzeugend beurteilt. Insbesondere erachtete das Gericht die vom Gutachter be-
hauptete Verbesserung des Gesundheitszustandes im Vergleich zum Zeitpunkt der Rentenzu-
sprache im Jahr 2003 als fraglich bzw. zu wenig begründet. Gemäss Gutachten sei die depres-
sive Störung zwar remittiert, an ihre Stelle soll aber eine Angststörung und eine Persönlichkeits-
störung, beides in mittelgradiger Ausprägung getreten sein. Insoweit überzeugte das Gutachten 
von Dr. C.____ nicht.  
 
E. Weil auch die übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Berichte keine verlässliche 
Entscheidungsgrundlage bildeten, ist ein psychiatrisch-neuropsychologisches Gerichtsgutachten 
in Auftrag gegeben worden. In der Folge hat die IV-Stelle Einwände gegen die Einholung eines 
bidisziplinären Gutachtens erhoben. Zur Begründung hat sie angegeben, dass die Neuropsycho-
logie nicht als eigenständige Disziplin gelte. Die Beschwerdeführerin hat ihrerseits vorgebracht, 
dass sie von einer weiblichen Person begutachtet werden möchte. Mit Verfügung vom 15. Sep-
tember 2022 wurde ein psychiatrisches Gutachten bei Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und 
Psychotherapie, (mit neuropsychologischer Testung und Symptomvalidierung) angeordnet.  
 
F. Das psychiatrische Gutachten von Dr. D.____ mit der neuropsychologischen Beurteilung 
von Prof. Dr. E.____, Dipl.-Psych., und F.____, M.sc., ist am 20. Juni 2023 erstattet worden. Mit 
Stellungnahme vom 24. Juli 2023 machte die Beschwerdeführerin geltend, auf das Gerichtsgut-
achten könne abgestellt werden. Demgemäss habe sie Anspruch auf die weitere Ausrichtung 

 

 
 
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einer ganzen Invalidenrente, was zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung führe. Auch die 
IV-Stelle teilte am 6. Juli 2023 mit, dass auf das Gerichtsgutachten abgestellt werden könne. Es 
ergebe sich daraus, dass in der angestammten und in einer angepassten Tätigkeit nach wie vor 
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Somit bestehe auch weiterhin Anspruch auf eine ganze 
Invalidenrente.  
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Be-
schwerde ist einzutreten. 
 
1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung 
erging vor dem 1. Januar 2022. Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen Rechts 
und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1; 129 V 
354 E. 1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung 
über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie des Bundesgesetzes über den 
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in der bis 31. De-
zember 2021 gültig gewesenen Fassung anwendbar (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Februar 
2022, 8C_455/2021, E. 2). Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, 
zitiert und angewendet.  
 
2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teil-
weise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des So-
zialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein-
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-
mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 
ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol-
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zu-
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).  
 
2.2 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbin-
dung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird 
das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

 

 
 
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zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in 
der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig mög-
lichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommens-
differenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. Allgemeine Methode des Einkommensver-
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).  
 
2.3 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die: a. ihre Er-
werbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können; b. während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
(Art. 6 ATSG) gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 
ATSG) sind. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Viertels-
rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invalidi-
tätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von min-
destens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).  
 
3.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten für die Zukunft zu erhöhen, herab-
zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen 
Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen 
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflus-
sen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine wesentliche Änderung des Gesundheitszustandes 
der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die er-
werblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich ver-
ändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). 
 
3.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätzung von im Wesentlichen un-
veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu einer materiellen Revision. Bloss auf einer 
anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhebliche Differenzen sind daher von revisi-
onsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugrenzen. Eine ärztliche Schlussfolgerung, 
die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht ver-
ändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens (vgl. dazu 
BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3) zurückzuführen (Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 
9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen).  
 
 
3.3 Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Be-
richt für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben wor-
den ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizi-
nischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind 
(BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). Bei Gerichtsgutachten weicht das 
Gericht nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen 

 

 
 
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Fachperson ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu 
stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen 
kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht einge-
holtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Eine ab-
weichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserun-
gen anderer Fachexperten als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens 
in Frage zu stellen, sei es, dass die Überprüfung durch einen Oberexperten für angezeigt gehal-
ten wird, sei es, dass ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende 
Schlussfolgerungen gezogen werden (BGE 125 V 351 E. 3b/aa mit Hinweisen). 
 
3.4 Bei der Erhebung und Würdigung des medizinischen Sachverhalts in Revisionsfällen im 
Sinne des Art. 17 ATSG ist überdies Folgendes zu beachten: Da die Feststellung einer revisions-
begründenden Veränderung durch eine Gegenüberstellung eines vergangenen und des aktuellen 
Zustandes erfolgt, bildet Gegenstand des Beweises das Vorhandensein einer entscheidungser-
heblichen Differenz in den – den medizinischen Gutachten zu entnehmenden – Tatsachen. Der 
Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt folglich wesentlich davon 
ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema – erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts – 
bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizi-
nischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Rentenberechtigung be-
weisend wäre (vgl. dazu BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a), mangelt es daher in der Regel 
am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche 
Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des Ge-
sundheitszustandes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, 
dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben (Urteile des Schweizerischen Bun-
desgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.2, und A. vom 26. März 2015, 
9C_710/2014, E. 2). 
 
3.5 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung des In-
validitätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, 
welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsab-
klärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten 
für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 
133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). Vorliegend bilden einerseits das Verfü-
gungsdatum vom 10. Januar 2003 (Zusprache der IV-Rente) und andererseits das Datum 
der nun angefochtenen Verfügung vom 27. April 2021 die relevanten Vergleichszeitpunkte.  
 
4. Strittig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle die mit Verfügung vom 10. Januar 2003 ab 
1. Mai 2001 zugesprochene Invalidenrente mit Verfügung vom 27. April 2021 zu Recht aufgeho-
ben hat.  
 
4.1 Die ursprüngliche Rentenverfügung vom 10. Januar 2003 basiert auf dem Gutachten der 
G.____ vom 6. August 2002. Darin wird eine mittelgradige depressive Episode bei schwierigem 
soziokulturellem Hintergrund und chronischer Partnerschaftsproblematik angegeben. Aufgrund 
der Erkrankung bestehe nur eine sehr eingeschränkte Lebensentfaltung. Bereits die 

 

 
 
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Haushaltsführung werde nur knapp bewältigt. Darüber hinausgehende Aktivitäten oder soziale 
Kontakte seien nicht möglich. In dieser Situation könne nicht davon ausgegangen werden, dass 
die Beschwerdeführerin zu einer wirtschaftlich verwertbaren Arbeitsleistung in der Lage wäre. Sie 
sei darum zu 100 % arbeitsunfähig.  
 
4.2 Zur Abklärung des aktuellen Gesundheitszustandes hat die IV-Stelle das neurologisch-
psychiatrische Gutachten von Dr. med. B.____, FMH Neurologie, und Dr. C.____ vom 17. Januar 
2019 eingeholt. lm bidisziplinären Gutachten hat aus neurologischer Sicht keine Diagnose mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden können. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfä-
higkeit hat Dr. B.____ Hinweise auf eine ausgeprägte Verdeutlichungstendenz bzw. Aggravation 
und einen Tremor festgestellt, der organisch nicht hat zugeordnet werden können. Die zusätzlich 
durchgeführte verhaltensneurologische Untersuchung hat er als offensichtlich inkonsistent quali-
fiziert. Die Beschwerdeführerin habe nicht nur die Symptomvalidierung nicht bestanden, es hätten 
sich zusätzliche Auffälligkeiten ergeben. So seien die Resultate von forced choices-Tests derar-
tig, dass die Beschwerdeführerin ein besseres Ergebnis erzielt hätte, wenn sie nach Zufall geant-
wortet hätte. Zur Kooperationsbereitschaft hat der Gutachter angegeben, dass die Resultate der 
durchgeführten Validierungsverfahren auf eine bewusste Verfälschung der Untersuchungsresul-
tate hinweisen würde. Aus neurologischer Sicht hat er keine medizinisch begründeten Funktions-
einschränkungen gefunden. Aus rein neurologischer Sicht ist er von einer 100%igen Arbeitsfä-
higkeit ausgegangen. Dr. C.____ hat im psychiatrischen Teilgutachten mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit eine generalisierte Angststörung und eine Persönlichkeitsstörung vom ängstlich 
abhängigen, vermeidenden und selbstunsicheren Typ diagnostiziert. Ohne Einfluss auf die Ar-
beitsfähigkeit hat er anamnestisch depressive Episoden mittleren Grades, derzeit remittiert, an-
gegeben. Hinweise für eine depressive Störung hat er in seiner Untersuchung nicht gefunden. 
Den Schweregrad der Angstproblematik hat er als mittelgradig eingestuft. Die Beschwerdeführe-
rin ist darum nach seiner Einschätzung in einer einfachen, repetitiven Hilfstätigkeit zu 20 % in der 
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. In einem 80%-Pensum bestehe keine weitere Leistungsein-
schränkung. Eine höhere Einschränkung könne aus psychiatrischer Sicht nicht begründet wer-
den. 
Wie bereits ausgeführt (vgl. lit. D hiervor), erachtete das Kantonsgericht anlässlich der Urteilsbe-
ratung vom 21. Juli 2022 die psychiatrische Beurteilung von Dr. C.____ als nicht überzeugend, 
weshalb darauf nicht abgestellt werden kann (vgl. dazu den Beschluss des Kantonsgerichts vom 
21. Juli 2022) 
 
4.3 Mit dem psychiatrischen Gutachten von Dr. D.____ vom 20. Juni 2023 inklusive neu-
ropsychologischer Einschätzung von Prof. E.____ liegt jetzt eine zuverlässige Einschätzung der 
gesundheitlichen Situation inklusive Verlauf seit der Rentenzusprache im Jahr 2003 vor. Die Di-
agnosen einer generalisierten Angststörung, einer Persönlichkeitsstörung vom ängstlich abhän-
gigen, vermeidenden und selbstunsicheren Typ, einer anhaltenden chronifizierten affektiven Stö-
rung und einer leicht- bis mittelgradigen neurologischen Störung werden nachvollziehbar herge-
leitet. Auch die wiederum auffallende neuropsychologische Testvalidierung mit Hinweisen auf 
testwertverfälschende Antworttendenzen im Sinn einer Verdeutlichung ist ausführlich besprochen 
worden. Es ist schlüssig erklärt worden, weshalb trotzdem keine bewusstseinsnahe Verdeutli-
chung oder gar Aggravation angenommen werden kann. Es ist gemäss Gutachten zu 

 

 
 
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berücksichtigen, dass es sich um eine eher bildungsferne Explorandin mit sehr knappen kogniti-
ven Ressourcen und komplexem psychiatrischem Krankheitsbild handelt, sodass die bewusst-
seinsferne Symptomverdeutlichung lediglich ein unterdurchschnittliches kognitives Niveau abbil-
det. Auf die rechtsprechungsgemäss wesentlichen Standardindikatoren ist ebenfalls vertieft ein-
gegangen und aufgezeigt worden, dass mittelschwere bis schwere Einschränkungen in allen Ak-
tivitäten zu beobachten sind. Die Arbeitsfähigkeit sei mindestens seit 2000 eingeschränkt und seit 
2001 dauerhaft und ununterbrochen nicht mehr gegeben. Der psychische Gesundheitszustand 
habe sich seit Januar 2003 sogar noch verschlechtert. Durch das seit Jahren bestehende Krank-
heitsbild sei eine Chronifizierung eingetreten, was zu einer Verschärfung des dysfunktionalen 
Verhaltensmusters geführt habe. Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit sowohl in der 
angestammten als auch in einer adaptierten Tätigkeit seit ungefähr 2001 leidensbedingt vollum-
fänglich aufgehoben gewesen. Als zusätzliches Indiz für die reduzierte Belastbarkeit seien auch 
die nach 2019 gescheiterten Wiedereingliederungsversuche zu berücksichtigen. 
 
5. Das Gerichtsgutachten vom 20. Juni 2023 beantwortet alle offenen Fragen. Die Diskre-
panzen, die anlässlich der ersten Urteilberatung besprochen worden sind, sind durch die gut-
achterlichen Erläuterungen geklärt worden. Damit steht fest, dass die Beschwerdeführerin nach 
wie vor zu 100 % arbeitsunfähig und damit vor dem Hintergrund der anzuwendenden allgemeinen 
Methode der Invaliditätsbemessung auch zu 100 % erwerbsunfähig ist. Folglich besteht weiterhin 
Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung. Damit ist die vorliegende Beschwerde 
gutzuheissen. 
 
6.1 Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist 
das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-
Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-
- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand 
entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtli-
chen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Da die IV-Stelle unterliegende Partei ist, wer-
den die ordentlichen Kosten in der Höhe von Fr. 800.-- ihr auferlegt.  
 
6.2 Wie im Beschluss des Kantonsgerichts vom 21. Juli 2022 ausführlich dargelegt, lag der 
angefochtenen Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 27. April 2021 ein in medizinischer Hin-
sicht ungenügend abgeklärter Sachverhalt zugrunde. Deshalb sind die Kosten für das Gerichts-
gutachten in der Höhe von insgesamt Fr. 11'058.80 gemäss Rechnung vom 30. Juni 2023 der 
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (BGE 140 V 75 E. 6.1 und 139 V 502 E. 4.4). 
 
6.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist der Beschwerdeführerin deshalb 
eine Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Der Rechtsvertre-
ter der Beschwerdeführerin hat in seiner Honorarnote vom 23. November 2023 für das vorlie-
gende Beschwerdeverfahren ein Honorar von insgesamt Fr. 7'034.55 basierend unter anderem 
auf einem Zeitaufwand von 25,58 Stunden geltend gemacht. Der geltend gemachte Aufwand er-
weist sich angesichts der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen sowie des 

 

 
 
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Aktenumfangs als grundsätzlich gerade noch angemessen. Allerdings sind die geltend gemach-
ten Aufwendungen vom 27. Juli 2023 (Abschluss, Kurzbrief an Gericht, 15 Min.), vom 27. Juli 
2023 (Nachbemühungen, Schreiben an IV-Stelle betreffend PE, 30 Min.) sowie vom 23. Novem-
ber 2023 (Tel. von Gericht, 15 Min.) vom geltend gemachten Aufwand abzuziehen. Aufwendun-
gen im Zusammenhang mit der Honorarstellung sind von der Gegenpartei nicht zu entschädigen, 
ebensowenig der Aufwand, welcher entstanden ist, weil die ursprünglich eingereichte Honorar-
note so verwirrend war, dass das Gericht die Einreichung einer übersichtlichen Auflistung der 
Aufwendungen als notwendig erachtete. Somit ist der Aufwand um eine Stunde zu kürzen, womit 
ein zu entschädigender Aufwand von 24,58 Stunden verbleibt. Die Bemühungen sind zu dem in 
Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelan-
genden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Dagegen erweisen sich die geltend ge-
machten Auslagen in der Höhe von insgesamt Fr. 137.-- als angemessen. Damit ist der Be-
schwerdeführerin für das vorliegende Beschwerdeverfahren eine reduzierte Parteientschädigung 
in der Höhe von Fr. 6'766.-- (24.58 Std. à Fr. 250.-- und Auslagen von Fr. 137.-- zuzüglich Mehr-
wertsteuer von 7,7 %) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 
 

  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 27. April 2021 
aufgehoben und festgestellt, dass der Beschwerdeführerin weiterhin 
eine ganze Rente auszurichten ist.  

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- sowie die Kosten für 
das Gerichtsgutachten der asim vom 20. Juni 2023 in der Höhe von ins-
gesamt Fr. 11'058.80 werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.  

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdeführerin eine redu-
zierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 6'766.-- (inkl. Auslagen 
und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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