# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6f2f0fe1-c3f5-51c7-9fee-f76ba996db1b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-05-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.05.2017 E-1787/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1787-2017_2017-05-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1787/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m   2 .  M a i  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), 

Richter François Badoud, Richter Daniel Willisegger,    

Gerichtsschreiberin Regina Derrer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Kosovo,  

(…),   

Gesuchsteller,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Revision des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 

6. März 2017 / E-1496/2015 (N […]). 

 

 

 

E-1787/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Gesuchsteller stellte am 29. November 2014 in der Schweiz ein 

Asylgesuch. Er begründete dieses im Wesentlichen damit, dass er als Ka-

tholik aufgrund einer Beziehung zu einer muslimischen Frau in seinem Hei-

matland Probleme mit deren Familie gehabt habe. So sei er seitens der 

Familienangehörigen dieser Frau wiederholt bedroht und an Leib und Le-

ben angegriffen worden. Die Polizei sei nicht bereit gewesen, ihn davor zu 

schützen, da sie enge Beziehungen zum Vater der Frau gepflegt habe.    

A.b Mit Verfügung vom 3. März 2015 lehnte das SEM das Asylgesuch des 

Gesuchstellers ab und ordnete seine Wegweisung aus der Schweiz sowie 

den Vollzug an.  

B.  

B.a Dagegen erhob der Gesuchsteller mit Eingabe vom 5. März 2015 beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte die Gewährung 

von Asyl sowie sinngemäss den Verzicht auf die Wegweisung und die An-

ordnung der vorläufigen Aufnahme.  

B.b Mit Urteil E-1496/2015 vom 6. März 2017 wies das Bundesverwal-

tungsgericht die Beschwerde vom 5. März 2015 ab.  

C.  

Mit Eingabe beim SEM vom 15. März 2017 (Poststempel) – von diesem 

am 22. März 2017 zuständigkeitshalber ans Bundesverwaltungsgericht 

überwiesen – ersuchte der Gesuchsteller sinngemäss um Revision des Ur-

teils vom 6. März 2017, wobei er zur Begründung im Wesentlichen aus-

führte, es lägen neue, im Anhang mitgeschickte Beweismittel (diverse 

Schreiben und Entscheide des „Ministry of (…)“, der Gemeinde B._______ 

und einer kirchlichen Stelle in C._______) vor, die für die Beurteilung seiner 

Situation relevant sein könnten.  

D.  

D.a Mit Telefax vom 24. März 2017 setzte das Bundesverwaltungsgericht 

den Vollzug der Wegweisung gestützt auf Art. 126 BGG per sofort einst-

weilen aus.  

D.b Mit Zwischenverfügung vom 30. März 2017 forderte das Bundesver-

waltungsgericht den Gesuchsteller auf, innert Frist darzulegen, wann ihm 

die eingereichten Beweismittel genau zur Kenntnis gelangt seien, weshalb 

E-1787/2017 

Seite 3 

er sie nicht bereits im ordentlichen Beschwerdeverfahren habe vorbringen 

können und inwiefern der Inhalt der eingereichten Beweismittel für die Be-

urteilung seiner Situation erheblich sei. Zudem forderte das Gericht den 

Gesuchsteller auf, innert Frist die Originale der eingereichten, in Albanisch 

abgefassten Dokumente sowie eine Übersetzung dazu nachzureichen und 

unter Beilage eines Zustellcouverts (Couvert oder E-Mail) bekannt zu ge-

ben, wann und wie er in den Besitz dieser Dokumente gelangt sei. Bei un-

genutzter Frist drohte das Gericht die Fortführung des Verfahrens aufgrund 

der Akten an und hielt abschliessend fest, dass der mit Telefax vom 

24. März 2017 verfügte Vollzugsstopp bis zum Ergehen anderslautender 

Anweisungen aufrechterhalten bleibe und auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses verzichtet werde. 

E.  

Mit Eingabe beim SEM vom 24. April 2017 – am 28. April 2017 ans Bun-

desverwaltungsgericht weitergeleitet – kam der Gesuchsteller den Auffor-

derungen durch das Gericht teilweise nach und reichte folgende Doku-

mente ein: 

 Entscheid der Direktion für (…) der Gemeinde B._______, Republik 

Kosovo, vom 22. Januar 2014 betreffend den Vater des Gesuchstellers 

(in Kopie [bereits am 15. März 2017 eingereicht], mit Übersetzung);  

 zwei Schreiben sowie ein Entscheid des Ministeriums für (…) der Re-

gierung der Republik Kosovo vom 14. März 2014 betreffend den Vater 

des Gesuchstellers (in Kopie [bereits am 15. März 2017 eingereicht], 

mit Übersetzung);  

 Entscheid der Inspektionsdirektion der Gemeinde B._______, Repub-

lik Kosovo, vom 17. November 2014 betreffend den Vater des Gesuch-

stellers (in Kopie [bereits am 15. März 2017 eingereicht], mit Überset-

zung);  

 Beschwerde an das Ministerium für (…) der Regierung der Republik 

Kosovo gegen einen Entscheid der Direktion für (…) der Gemeinde 

B._______, eingereicht am 19. November 2014 durch den Vaters des 

Gesuchstellers (in Kopie [bereits am 15. März 2017 eingereicht], mit 

Übersetzung);  

 Beschwerde an das Ministerium für (…) der Regierung der Republik 

Kosovo gegen einen Entscheid der Direktion für (…) der Gemeinde 

B._______, eingereicht am 16. Dezember 2014 durch den Vater des 

Gesuchstellers (in Kopie [bereits am 15. März 2017 eingereicht], mit 

Übersetzung); 

E-1787/2017 

Seite 4 

 Schreiben der apostolischen Administration C._______ vom 22. No-

vember 2014 bezüglich des kirchlichen Engagements und der Prob-

leme des Gesuchstellers im Heimatland (in Kopie [bereits am 15. März 

2017 eingereicht]);  

 E-Mailkorrespondenz mit Eulex Kosovo, der Organisation für Sicher-

heit und Zusammenarbeit und der „Internationalen Vereinigung zur 

Entgegenwirkung der Kriminalität“ vom Juni und Juli 2014 (mit Über-

setzung);  

 Arztbericht des Spitals (…), vom 14. Oktober 2015, wonach der Ge-

suchsteller an Hyperventilation im Rahmen einer Reaktion auf 

schwere Belastungen litt (in Kopie);  

 Ausweis für Asylsuchende des Gesuchstellers (in Kopie). 

Demgegenüber hat er es unterlassen, die Originale der mit Eingabe vom 

15. März 2017 eingereichten Dokumente sowie einen Zustellnachweis 

nachzureichen. Zudem hat er zu einem weiteren Schreiben der Direktion 

für (…) der Gemeinde B._______, Republik Kosovo, vom 8. November 

2013 keine Übersetzung eingereicht. Ferner hat er es unterlassen anzuge-

ben, wann und wie er in den Besitz der eingereichten Unterlagen gelangt 

ist. In seiner Eingabe vom 22. April 2017 führte er lediglich aus, er habe 

schon in mehreren Interviews mitgeteilt, dass er als normaler Bürger mit 

guten Absichten etliche Probleme in seiner Heimat gehabt habe, die ihn 

einer grossen Gefahr ausgesetzt hätten. Dabei habe er sich an alle mögli-

chen Institutionen gewendet, die ihm weder Unterstützung noch Schutz 

hätten bieten können oder wollen. Die einzige Möglichkeit, diesen Proble-

men zu entfliehen und sich in Sicherheit zu bringen, sei die Flucht in die 

Schweiz gewesen. Aus den eingereichten Dokumenten gehe hervor, in 

welch auswegloser Situation er sich befinde.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet auf dem Gebiet des Asyls 

in der Regel – so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen 

Verfügungen des SEM (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG, Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG). Es ist ausserdem zuständig für die Revision von Urteilen, die 

es in seiner Funktion als Beschwerdeinstanz gefällt hat (BVGE 2007/21 

E. 2.1). 

E-1787/2017 

Seite 5 

Gemäss Art. 45 VGG gelten für die Revision von Urteilen des Bundesver-

waltungsgerichts die Art. 121–128 BGG sinngemäss. Nach Art. 47 VGG 

findet auf Inhalt, Form und Ergänzung des Revisionsgesuches Art. 67 

Abs. 3 VwVG Anwendung. 

Mit dem ausserordentlichen Rechtsmittel der Revision wird die Unabänder-

lichkeit und Massgeblichkeit eines rechtskräftigen Beschwerdeentscheides 

angefochten, im Hinblick darauf, dass die Rechtskraft beseitigt wird und 

über die Sache neu entschieden werden kann (vgl. TSCHANNEN/ZIM-

MERLI/MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl., 2014, S. 304 f.). 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht seine Urteile auf Gesuch hin aus den 

in Art. 121–123 BGG aufgeführten Gründen in Revision (Art. 45 VGG). 

Nicht als Revisionsgründe gelten Gründe, welche die Partei, die um Revi-

sion nachsucht, bereits im ordentlichen Beschwerdeverfahren hätte gel-

tend machen können (Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG e contrario; sinngemäss 

Art. 46 VGG). So darf das Revisionsverfahren nicht dazu dienen, im frühe-

ren, ordentlichen Verfahren begangene vermeidbare Unterlassungen der 

gesuchstellenden Partei nachzuholen, weil diese sonst die Möglichkeit 

hätte, sich durch unvollständige Vorbringen ein- oder mehrmalige Neube-

urteilungen ihres Falles zu sichern. 

1.2 Der Gesuchsteller ist durch das angefochtene Urteil besonders berührt 

und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung beziehungs-

weise Änderung, womit die Legitimation gegeben ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG 

analog). 

1.3 Im Revisionsgesuch ist insbesondere der angerufene Revisionsgrund 

anzugeben und die Rechtzeitigkeit des Revisionsbegehrens im Sinne von 

Art. 124 BGG darzutun. 

Der Gesuchsteller macht sinngemäss den Revisionsgrund gemäss 

Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG geltend und bringt vor, dass er nachträglich 

erhebliche Beweismittel aufgefunden habe. Die Rechtzeitigkeit des Revisi-

onsbegehrens gemäss Art. 124 Abs. 1 Bst. d BGG ist offensichtlich gege-

ben. Auf das im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Revisionsge-

such (vgl. Art. 124 BGG, Art. 47 VGG i.V.m. Art. 67 Abs. 3 VwVG) ist des-

halb einzutreten. 

E-1787/2017 

Seite 6 

2.  

2.1 Es ist zu prüfen, ob die vom Gesuchsteller mit Eingabe vom 14. März 

2017 und vom 24. April 2017 eingereichten Beweismittel den revisions-

rechtlichen Anforderungen genügen.  

2.2 Nachträglich erfahrene Tatsachen und aufgefundene Beweismittel im 

Sinne von Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG bilden nur dann einen Revisions-

grund, wenn sie einerseits rechtserheblich sind, das heisst geeignet sind, 

den rechtserheblichen Sachverhalt so zu verändern, dass das Urteil an-

ders ausfällt, und andererseits vor dem in Revision zu ziehenden Entscheid 

entstanden sind, im früheren Verfahren aber nicht vorgebracht werden 

konnten, weil sie der gesuchstellenden Person damals nicht bekannt wa-

ren beziehungsweise trotz hinreichender Sorgfalt nicht bekannt sein konn-

ten oder ihr die Geltendmachung oder Beibringung aus entschuldbaren 

Gründen nicht möglich war.   

2.3 Die vom Gesuchsteller eingereichten Beweismittel datieren allesamt 

aus den Jahren 2013 bis 2015. Es ist nicht ersichtlich und wurde vom Ge-

suchsteller trotz entsprechender Aufforderung durch das Gericht auch mit 

keinem Wort dargetan, weshalb er diese Dokumente im ordentlichen Ver-

fahren, das mit Urteil vom 6. März 2017 beendet wurde, nicht vorbringen 

konnte.  

Überdies sind die in den Beweismitteln enthaltenen Tatsachen auch nicht 

als rechtserheblich im Sinne von Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG zu qualifizie-

ren. So betreffen die Entscheide der Gemeinde B._______ und des Minis-

teriums für (…) der Regierung der Republik Kosovo sowie die dagegen 

erhobenen Beschwerden nicht den Gesuchsteller selbst, sondern dessen 

Vater (vgl. Bst. E, Spiegelstriche 1-5). Zudem ist nicht ersichtlich, inwiefern 

der Streit um [baurechtliche Angelegenheit] in der Gemeinde B._______, 

um den es in diesen Prozessen gegangen ist, etwas mit den ursprüngli-

chen Verfolgungsvorbringen des Gesuchstellers – er sei von der Familie 

seiner Freundin behelligt worden – zu tun hat. Das Schreiben der aposto-

lischen Administration C._______ vom 22. November 2014 ist überdies als 

Gefälligkeitsschreiben zu werten (vgl. Bst. E, Spiegelstrich 6). So sind die-

sem in pauschaler Weise die Verfolgungsgründe des Gesuchstellers zu 

entnehmen, ohne dass ersichtlich ist, inwiefern der Unterzeichnende, an-

ders als durch die Erzählungen des Gesuchstellers selbst, in der Lage war, 

die Fakten zu kennen. Die zum Teil unbeantwortet gebliebenen oder man-

gels Kompetenz abschlägig beantworteten E-Mails an verschiedene Orga-

nisationen enthalten lediglich die Schilderungen des Gesuchstellers, aber 

E-1787/2017 

Seite 7 

keine unabhängigen Feststellungen des Sachverhalts (vgl. Bst. E, Spiegel-

strich 7). Dem Arztbericht ist zu entnehmen, dass der Gesuchsteller auf-

grund einer abdominellen Messerattacke und einem Schlag in den Nacken 

traumatisiert ist (vgl. Bst. E, Spiegelstrich 8). Auch wenn diese Verletzun-

gen ein Indiz für die Vorbringen des Gesuchstellers sein können, vermögen 

sie diese nicht zu beweisen, könnten die Ursachen dafür doch auch an-

derswo liegen.  

2.4 Demnach ist es dem Gesuchsteller nicht gelungen, relevante Gründe 

darzutun, die eine Revision des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts 

vom 6. März 2017 rechtfertigen würden. Das Gesuch vom 14. März 2017 

ist demzufolge abzuweisen.  

3.  

Der am 24. März 2017 verfügte und mit Zwischenverfügung vom 30. März 

2017 aufrechterhaltene Vollzugsstopp wird mit dem vorliegenden Ent-

scheid hinfällig.  

4.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten von Fr. 750. (Art. 

1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä-

digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Gesuchsteller aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 i.V.m. Art. 68 Abs. 2 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 8 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Das Revisionsgesuch wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750. werden dem Gesuchsteller auferlegt. 

Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der 

Gerichtskasse zu überweisen.  

3.  

Dieses Urteil geht an den Gesuchsteller, das SEM und die zuständige kan-

tonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Muriel Beck Kadima Regina Derrer 

 

 

Versand: