# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1e744983-d786-529b-899b-010c27c85202
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-01-29
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 29.01.2013 470 12 298 (470 2012 298)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_470-12-298_2013-01-29.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht,  vom 

29. Januar 2013 (470 12 298) 

___________________________________________________________________ 

 

 

 

Strafprozessrecht 

 

 

Sicherheitshaft (Haftgrund der Fluchtgefahr/Ersatzmassnahmen) 

 

 
 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richterin Helena Hess (Ref.), Richter Ste-

phan Gass; Gerichtsschreiber Stefan Steinemann 
 

Parteien A._____,  
Beschwerdeführer 

  
 
gegen 
 
 

 Zwangsmassnahmengericht Basel-Landschaft, Poststrasse 3, 
4410 Liestal,  
Beschwerdegegner 
 
Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung OK/WK, 
Rheinstrasse 12, 4410 Liestal,  
Beschwerdegegnerin 
 
 

Gegenstand Sicherheitshaft 

Beschwerde gegen den Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts 
Basel-Landschaft vom 10. Dezember 2012 
 

 

 
 
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 A. Mit Entscheid vom 10. Dezember 2012 hiess das Zwangsmassnahmengericht Basel-
Landschaft den staatsanwaltschaftlichen Antrag auf Anordnung von Sicherheitshaft gegen-
über A._____ gut und ordnete die Weiterdauer der Sicherheitshaft vorläufig für die Dauer 
von 6 Monaten bis zum 10. Juni 2012 (recte wohl: 10. Juni 2013) an. 
 
B. Gegen diesen Entscheid erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe 
vom 19. Dezember 2012 Beschwerde und beantragte sinngemäss, er sei aus der Si-
cherheitshaft zu entlassen. 
 
C. Mit Stellungnahme vom 3. Januar 2013 begehrte die Staatsanwaltschaft Basel-
Landschaft, Hauptabteilung OK/WK, es sei die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen. 
 
D. Mit Stellungnahme vom 4. Januar 2013 beantragte das Zwangsmassnahmengericht, 
es sei die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen, unter o/e-Kostenfolge. 
 
 
 
 
Erwägungen 

1. Gegen Entscheide über die Verlängerung der Sicherheitshaft kann die beschuldigte 
Person innert 10 Tagen nach der Eröffnung bei Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abtei-
lung Strafrecht, Beschwerde erheben (Art. 222 StPO i.V.m. § 15 Abs. 2 EG StPO und Art. 
396 Abs. 1 StPO). Weil die Beschwerde form- und fristgerecht erhoben wurde, ist auf diese 
einzutreten.  
 

 

2.1 Art. 212 Abs. 1 StPO statuiert den Grundsatz, dass die beschuldigte Person in Frei-
heit bleibt. Untersuchungs- und Sicherheitshaft sind gemäss Art. 221 Abs. 1 StPO nur zuläs-
sig, wenn die beschuldigte Person eines Verbrechens oder Vergehens dringend verdächtig 
und ernsthaft zu befürchten ist, dass sie sich durch Flucht dem Strafverfahren oder der zu 
erwartenden Sanktion entzieht (lit. a, sog. Fluchtgefahr); Personen beeinflusst oder auf Be-
weismittel einwirkt, um so die Wahrheitsfindung zu beeinträchtigen (lit. b, sog. Kollusionsge-
fahr); oder durch schwere Verbrechen oder Vergehen die Sicherheit anderer erheblich ge-
fährdet, nachdem sie bereits früher gleichartige Straftaten verübt hat (lit. c, sog. Wiederho-
lungsgefahr). Haft ist gemäss Art. 221 Abs. 2 StPO auch zulässig, wenn ernsthaft zu be-
fürchten ist, eine Person werde ihre Drohung, ein schweres Verbrechen auszuführen, wahr-
machen (sog. Ausführungsgefahr). Als letzte Voraussetzung schliesslich darf Haft nur ange-
ordnet oder aufrecht erhalten werden, wenn und solange sie verhältnismässig ist. Dieser 
Grundsatz ergibt sich aus Art. 197 Abs. 1 lit. d StPO. Wenn mildere Massnahmen zum glei-
chen Ziel führen, dann ist die Haft an deren Stelle aufzuheben und es können Ersatzmass-
nahmen angeordnet werden (Grundsatz der Subsidiarität; vgl. Art. 197 Abs. 1 lit. c, Art. 212 
Abs. 2 lit. c und Art. 237 StPO). Untersuchungs- und Sicherheitshaft dürfen nicht länger dau-
ern als die zu erwartende Freiheitsstrafe (Art. 212 Abs. 3 StPO). Im Weiteren kann eine Haft 

 

 
 
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die zulässige Dauer auch dann überschreiten, wenn das Strafverfahren nicht genügend vo-
rangetrieben wird (Art. 5 Abs. 2 StPO e contrario; BGer. 1B_289/2009 vom 28. Oktober 
2009). 
 
2.2 Der Beschwerdeführer bestreitet die vorinstanzliche Annahme, dass ein dringender 
Tatverdacht gegen ihn besteht, nicht. Es ist deshalb aus den von der Vorinstanz aufgeführ-
ten Gründen davon auszugehen, dass ein dringender Tatverdacht im Sinne von Art. 221 
Abs. 1 StPO gegen ihn vorliegt. 
 
2.3.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz bejahe zu Unrecht eine Flucht-
gefahr. Denn er lebe ja schon seit mehreren Jahren in der Schweiz.  
 
2.3.2 Das Zwangsmassnahmengericht erwog, dass bezüglich der tatsächlichen und recht-
lichen Ausführungen zum Haftgrund der Fluchtgefahr auf seinen Entscheid vom 3. August 
2012 zu verweisen sei, da dieser nach wie vor sachlich und rechtlich zutreffend sei. Im vor-
genannten Entscheid verwies das Zwangsmassnahmengericht diesbezüglich auf jenen vom 
28. Oktober 2011. Im Letzteren führte es aus, dass es sich beim Beschwerdeführer um einen 
Staatsangehörigen der Dominikanischen Republik handle, welcher seit 2004 in der Schweiz 
lebe und über eine Niederlassungsbewilligung B verfüge. Er wohne zusammen mit seiner 
dominikanischen Ehefrau sowie den beiden gemeinsamen Kindern (Jahrgang 2007 und 
2009) in B._____ und gehe einer temporären Erwerbstätigkeit nach. Der Beschwerdeführer 
sei  beruflich nicht integriert, habe mit Ausnahme seiner ebenfalls nicht erwerbstätigen domi-
nikanischen Ehefrau und beiden Kleinkindern keine tragfähigen familiären Bindungen zur 
Schweiz und sei offenbar reisegewandt. Seine Familienangehörigen, wie unter anderem sei-
ne Mutter und Schwester, lebten in der Dominikanischen Republik. Der Beschwerdeführer 
habe in Erwägung gezogen, Ende 2011 für längere Zeit in die Dominikanische Republik zu 
reisen (vgl. TK-Gesprächsprotokoll vom 28. März 2011, 22:52:08 bis 23:52:52). Im Wissen 
der gegen ihn erhobenen Vorwürfe sowie in Anbetracht der ihm im Falle einer Verurteilung 
drohenden mehrjährigen Freiheitsstrafe habe der Beschwerdeführer ernsthafte Gründe, die 
Schweiz zu verlassen und kaum einen Anreiz, um sich dem Strafverfahren und einem allfäl-
ligen Strafvollzug zu stellen. Unter Würdigung dieser Umstände bestehe eine beachtliche 
Wahrscheinlichkeit, dass sich der Beschwerdeführer nach seiner Entlassung ins Ausland 
absetzen könnte.  
 
2.3.3  Fluchtgefahr ist dann anzunehmen, wenn zu befürchten ist, die beschuldigte Person 
werde sich, wenn sie in Freiheit wäre, durch Flucht ins Ausland oder Untertauchen im Inland 
der Strafverfolgung oder der zu erwartenden Sanktion entziehen (SCHMOCKER, Commentaire 
Romand, Code de procédure pénale suisse, 2011, Art. 221 N 12). Auch wenn keine konkre-
ten Fluchtpläne und Ähnliches gefordert werden, sind doch strenge Anforderungen an die 
Annahme dieses Haftgrundes zu stellen (SCHMID, Strafprozessrecht, 4. Auflage, Zürich 2004, 
N. 701). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts braucht es für die Annahme von 
Fluchtgefahr eine gewisse Wahrscheinlichkeit. Die Schwere der drohenden Sanktion darf als 
Indiz für Fluchtgefahr gewertet werden, wobei diese für sich allein nicht genügt, um den Haft-

 

 
 
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grund zu bejahen. Vielmehr müssen die konkreten Umstände des betreffenden Falles, ins-
besondere die gesamten Lebensverhältnisse der beschuldigten Person, in Betracht gezogen 
werden (BGer. 1B_307/2007 vom 21. Januar 2008, Erw. 4.1). Das Gericht hat dabei die fa-
miliären und sozialen Bindungen der beschuldigten Person, deren berufliche Situation und 
Schulden (inklusive drohende Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche der mutmassli-
chen Opfer) sowie private und geschäftliche Kontakte ins Ausland und Ähnliches (wie etwa 
ungeregelte Wohn- und Meldeverhältnisse) mitzuberücksichtigen (FORSTER, Basler Kom-
mentar StPO, 2011, Art. 221 N 5). 
 
2.3.4 Im vorliegenden Fall zeigt der Beschwerdeführer weder auf noch ist ersichtlich, dass 
sich an den vom Zwangsmassnahmengericht im Entscheid vom 28. Oktober 2011 dargeleg-
ten Verhältnisse zwischenzeitlich etwas geändert hätte. Gerade auch hinsichtlich seiner be-
ruflichen Integration konnte sich nichts ändern, da er sich seit dem 25. Oktober 2011 in Haft 
befindet. Es ist deshalb grundsätzlich auf die zutreffenden Ausführungen im vorinstanzlichen 
Entscheid vom 28. Oktober 2011 abzustellen. Zudem ist vorliegend ergänzend festzuhalten, 
dass die Staatsanwaltschaft dem Beschwerdeführer in der Anklageschrift vom 29. November 
2012 an die Fünferkammer des Strafgerichts Basel-Landschaft mehrfache qualifizierte Wi-
derhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 Abs. 2 lit. a, b und c BetmG, teil-
weise i.V.m. Art. 25 StGB), Betrug (Art. 146 StGB) und Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 1 
StGB) vorwirft. Sie legt ihm zu Last, er habe in der Zeit vom 7. Februar bis 12. Juni 2010 
18.884 Kilogramm Kokain von sehr guter Qualität aus der Dominikanischen Republik in die 
Schweiz eingeführt und Anstalten zur Einfuhr von mindestens weiteren 3 Kilogramm Kokain 
getroffen. Von Mitte Juni 2010 bis 25. Oktober 2011 habe er mit mindestens weiteren 1.9 bis 
8.5 Kilogramm Kokain gehandelt. Für den Fall einer Verurteilung wegen der vorerwähnten 
Straftaten droht ihm eine mehrjährige Freiheitsstrafe. Zudem steht auch keineswegs fest, 
dass er seine Niederlassungsbewilligung nach der Strafverbüssung behalten kann (vgl. Art. 
62 und 63 Ausländergesetz). Angesichts der getrübten Aussichten für sein weiteres Fort-
kommen in der Schweiz könnte der Beschwerdeführer, der aus der Dominikanischen Repu-
blik stammt und dort über familiäre Beziehungen verfügt, versucht sein, sich der weiteren 
Strafverfolgung zu entziehen. Aufgrund all dessen und den vorinstanzlichen Ausführungen 
ist nicht zu beanstanden, dass das Zwangsmassnahmengericht Fluchtgefahr bejahte (BGer. 
1B_654/2012 vom 13. November 2012 E. 2.2.3). 
 
2.4 Besteht Fluchtgefahr, kann offen bleiben, ob noch weitere besondere Haftgründe - 
hier Kollusionsgefahr - bestehen.  
 
2.5.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, zur Vermeidung einer Fluchtgefahr sei vorliegend 
die Anordnung einer Haft nicht nötig, da die Fluchtgefahr auch mittels Electronic Monitorings 
gebannt werden könne. 
 
2.5.2 Beim Electronic Monitoring trägt die betroffene Person ein Band mit einem eingebau-
ten Sender am Fussgelenk. In der Wohnung dieser Person wird ein Empfangsgerät am Tele-
fon angeschlossen. Die Überwachung besteht darin, dass kontrolliert werden kann, ob sich 

 

 
 
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die betroffene Person zu einer festgesetzten Zeit innerhalb eines bestimmten Bewegungsra-
dius, meist in der eigenen Wohnung, aufhält oder nicht. Sobald dies nicht der Fall ist oder 
wenn das Band beschädigt oder durchschnitten wird, erfolgt eine Fehlermeldung an die 
Überwachungszentrale. Wo sich die Person in diesem Fall befindet, kann indessen nicht 
eruiert werden. Zudem können sich je nach Situation bei derartigen Meldungen gewisse zeit-
liche Verzögerungen ergeben. Ein GPS-gestütztes Eletronic Monitoring, bei welchem nicht 
die An- und Abwesenheit einer Person an einem bestimmten Ort, sondern vielmehr deren 
genauer Aufenthaltsort bestimmt werden kann, steht zurzeit noch nicht zur Verfügung. Ent-
gegen den Ausführungen des Beschwerdeführers besteht somit keine Möglichkeit, ihn jeder-
zeit zu orten. Weil mit dem derzeit verfügbaren Eletronic Monitoring bei einem Verlassen des 
bestimmten Bewegungsradius nicht festgestellt werden kann, wo sich die betroffene Person 
aufhält, erscheint dieses nicht als geeignet, um eine Fluchtgefahr zu bannen. Eine Flucht 
kann mit dem Electronic Monitoring nämlich nicht verhindert, sondern bloss nachträglich fest-
gestellt werden. Das Eletronic Monitoring kommt deshalb nicht als Ersatzmassnahme für die 
Untersuchungshaft in Frage (BStGer. RR.2009.321 vom 11. November 2009 E. 3.2 und 3.3). 
 
2.6 Der Beschwerdeführer befindet sich seit dem 25. Oktober 2011 in Untersuchungs- 
bzw. Sicherheitshaft. Die Sicherheitshaft wurde gemäss dem angefochtenen Entscheid für 
die Dauer von 6 Monaten bis zum 10. Juni 2013 verlängert. Bis zum Ende dieser Verlänge-
rung wird sich der Beschwerdeführer rund 19 ½ Monate in Untersuchungs- bzw. Sicherheits-
haft befunden haben. Angesichts der Schwere der Tatvorwürfe liegt eine solche Haftdauer 
noch nicht in grosser zeitlicher Nähe der bei einer Verurteilung konkret zu erwartenden Frei-
heitsstrafe (BGer. 1B_255/2010 vom 6. September 2010, Erw. 4.2). Da vorliegend aus den in 
E. 2.4.2 des Entscheids des Zwangsmassnahmengerichts vom 3. August 2012 genannten 
Gründen davon auszugehen ist, dass es sich um ein umfangreiches und komplexes Strafver-
fahren handelt, ist zudem die von der Vorinstanz bewilligte Verlängerung der Sicherheitshaft 
um sechs Monate angemessen. Die Verlängerung der Sicherheitshaft bis zum 10. Juni 2013 
erscheint somit als verhältnismässig. 
 
 
3. Gesamthaft ergibt sich, dass vorliegend ein dringender Tatverdacht gegenüber dem 
Beschwerdeführer wegen qualifizierter Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelge-
setz, Betrugs und Geldwäscherei sowie der Haftgrund der Fluchtgefahr gegeben sind. Ge-
eignete Ersatzmassnahmen sind keine ersichtlich. Zudem erscheint die Verlängerung der 
Sicherheitshaft bis zum 10. Juni 2013 als verhältnismässig. Demzufolge erweist sich die Be-
schwerde als unbegründet und ist deshalb in Bestätigung des Entscheids des Zwangsmass-
nahmengerichts vom 10. Dezember 2012 abzuweisen.  
 
 
4. Ausgangsgemäss sind für das Beschwerdeverfahren die ordentlichen Kosten von 
total CHF 1'100.− (bestehend aus einer Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.− und Auslagen von 
pauschal Fr. 100.−) dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 
StPO). 

 

 
 
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Es wird erkannt: 

 
://: 1. In Abweisung der Beschwerde wird der Entscheid des Zwangsmass-

nahmengerichts vom 10. Dezember 2012 bestätigt.  
 
 2. Für das Beschwerdeverfahren werden die ordentlichen Kosten von Fr. 

1'100.− (bestehend aus einer Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.− und 
Auslagen von pauschal Fr. 100.−) dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 
 
 
 
Präsident 
 
 
 
 
Dieter Eglin 

Gerichtsschreiber 
 
 
 
 
Stefan Steinemann