# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aede2cc2-e276-53a7-8989-4e1337a19532
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240467-O1
**Docket/Reference:** SB240467-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240467-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer 

Geschäfts-Nr.: SB240467-O/U/ad

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichter Dr. iur. Bezgovsek 

und Oberrichter lic. iur. Hoffmann sowie Gerichtsschreiber MLaw Or-

lando

Urteil vom 29. August 2025

in Sachen

A._____,

Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin Dr. iur. X._____

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 

Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin

sowie

B._____, 

Privatklägerin

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____

betreffend versuchte schwere Körperverletzung etc. und Widerruf

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung, vom 

23. Mai 2024 (DG240034)

- 2 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 7. März 2024 

ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 24).

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 77 S. 38 f.)

1.

Der Beschuldigte ist schuldig

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

der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von 

Art. 122 aStGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie

der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 40 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis 

und mit heute 392 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Strafvollzug er-

standen sind.

3.

Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Zürich-Sihl vom 25. März 2021 ausgefällten Geldstrafe von 170 Tagessät-

zen zu Fr. 30.– wird widerrufen.

4.

Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von 

Art. 60 StGB (Alkohol) angeordnet. 

5.

6.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zu diesem Zweck aufgeschoben.

Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 8 Jahre des Landes 

verwiesen.

7.

Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssys-

tem wird angeordnet

8.

Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

vom 18. Oktober 2023 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen 

und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen:

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Glasscherben einer zerbrochenen Glaskaraffe oder Blumenvase

(Asservat Nr. A017'339'365);

Gürtel schwarz, Schnalle abgerissen, (Asservat Nr. A017'339'387);

Gurtschnalle silberfarben (Asservat Nr. A017'339'401);

Trinkglas zerbrochen (Asservat Nr. A017'339'412);

Kondom (Asservat Nr. A017'339'467);

zwei aufgerissene Kondomverpackungen (Asservat Nr. A017'339'489).

9.

Die folgenden, unter der Polis-Geschäfts-Nr. 1 sichergestellten Gegen-

stände werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Ur-

teils auf erstes Verlangen herausgegeben:

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Apple iPhone schwarz (A017'339'207);

SIM-Karte (A017'539'729);

Kleider (Herrenhose grau, T-Shirt weiss, Unterhemd grau) (Asservat 

Nr. A017'339'456);

Herrenjacke braun (Asservat Nr. A017'339'478);

Stiefel schwarz (Asservat Nr. A017'339'434).

Werden die Gegenstände vom Beschuldigten oder einer durch ihn bevoll-

mächtigten Person nicht innert 60 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses 

Urteils herausverlangt, werden sie der Lagerbehörde zur Vernichtung über-

lassen.

10. Die folgenden, unter der Polis-Geschäfts-Nr. 1 sichergestellten Gegen-

stände werden der Privatklägerin nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils 

auf erstes Verlangen herausgegeben:

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Mobiltelefon schwarz mit rosa Hülle (A017'339'218);

Schuhe High Heels schwarz (Asservat Nr. A017'339'398);

Aluminiumstuhl (Asservat Nr. A017'373'965);

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Plateauschuhe schwarz rechts (Asservat Nr. A017'374'173);

Plateauschuhe schwarz links (Asservat Nr. A017'374'184);

Dampfbügeleisen mit Station, Tefal (Asservat Nr. A017'339'376).

Werden die Gegenstände von der Privatklägerin oder einer durch sie bevoll-

mächtigten Person nicht innert 60 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses 

Urteils herausverlangt, werden sie der Lagerbehörde zur Vernichtung über-

lassen.

11. Nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides werden die folgenden, un-

ter der Polis-Geschäfts-Nr. 1 sichergestellten Spuren und Spurenträger ein-

gezogen und vernichtet:

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Tatort Fotografie (A017'338'839);

Datensicherung 06822301N01 (A017'539'718);

Datensicherung 06822301S01 (A017'539'730);

IRM-Fotografie Beschuldigter (A017'339'252);

IRM-Fotografie Geschädigte (A017'339'263);

Wattetupfer Fingernagelschmutz Hand rechts Beschuldigter 

(A017'339'274);

Wattetupfer Fingernagelschmutz Hand links Beschuldigter 

(A017'339'285);

Wattetupfer Handrücken rechts Beschuldigter (A017'339'296);

Wattetupfer Handrücken links Beschuldigter (A017'339'309);

Wattetupfer Auge links und Nasenrücken Beschuldigter 

(A017'339'310);

Vergleichs-WSA Geschädigte (A017'339'321);

Wattetupfer Fingernagelschmutz Hand rechts Geschädigte 

(A017'339'332);

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Wattetupfer Fingernagelschmutz Hand links Geschädigte 

(A017'339'343);

Wattetupfer Hals Geschädigte (A017'339'354);

Wattetupfer blutverdächtige Anhaftungen Bügeleisen (A017'374'628);

Wattetupfer Griff Bügeleisen (A017'374'719);

Wattetupfer mittleres Gurtloch (A017'374'366);

Wattetupfer Gürtel exklusiv Bereich der Gurtlöcher (A017'374'402);

Wattetupfer rechter High Heel (A017'915'752);

Wattetupfer linker High Heel (A017'915'763);

Wattetupfer Gurtschnalle aussenseitig (A017'374'220);

Wattetupfer blutverdächtige Anhaftungen Stuhl (A017'339'423);

Wattetupfer Blutspuren (A017'339'445);

Wattetupfer Stuhl seitlich der Sitzfläche (A017'374'151);

Wattetupfer rechter Plateauschuh (A017'374'195);

Wattetupfer linker Plateauschuh (A017'374'208).

12. Die Privatklägerin wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg des 

Zivilprozesses verwiesen.

13. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 10'000.– zuzüglich 

5 % Zins ab 28. April 2023 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird 

das Genugtuungsbegehren abgewiesen.

14. Rechtsanwältin Dr. iur. X._____ wird für ihre Bemühungen als amtliche Ver-

teidigerin des Beschuldigten mit Fr. 24'417.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) 

aus der Gerichtskasse entschädigt.

15. Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ wird für seine Bemühungen als unentgeltlicher 

Vertreter der Privatklägerin mit Fr. 10'470.10 (inkl. Barauslagen und MwSt.) 

aus der Gerichtskasse entschädigt.

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16. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

4'500.– ; die weiteren Kosten betragen:

5'000.–   Gebühr für das Vorverfahren;

32'075.–   Auslagen (Gutachten);

250.–   Entschädigung Zeuge;

24'417.–   amtliche Verteidigung;

10'470.10   unentgeltliche Vertretung Privatklägerin.

17. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenom-

men diejenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertre-

tung der Privatklägerin, werden dem Beschuldigten auferlegt.

18. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung 

der Privatklägerin werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten 

bleibt eine Nachforderung der Kosten der amtlichen Verteidigung gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO.

Berufungsanträge:

a) Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 98 S. 14)

1.

Es seien Dispositiv Ziffern 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 13, 17 und 18 (Ziffer 18 

nur bezüglich Nachforderung) des vorinstanzlichen Urteils sowie die 

dazugehörigen Erwägungen aufzuheben und es sei der Berufungsklä-

ger vollumfänglich freizusprechen;

2.

Es sei der Berufungskläger für die ungerechtfertigte Haft angemessen 

zu entschädigen;

3.

Zufolge Freispruchs sei der Geschädigten keine Genugtuung zuzu-

sprechen;

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Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt) zulasten der Staats-

kasse, wobei die amtliche Verteidigerin vor Abschluss des Verfahrens aufzu-

fordern sei, eine aktuelle Honorarnote einzureichen.

Eventualanträge

1.

Es sei Ziffer 1 des vorinstanzlichen Urteils aufzuheben und der Beru-

fungskläger sei wegen einfacher Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 2 StGB schuldig zu sprechen.

2.

Es sei Ziffer 2 des vorinstanzlichen Urteils aufzuheben und der Beru-

fungskläger sei mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 6 Monaten bei 

einer Probezeit von 2 Jahren, zu bestrafen.

3.

Es sei Ziffer 3 des vorinstanzlichen Urteils aufzuheben, und es sei vom 

Widerruf der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 

25. März 2021 ausgefällten bedingten Geldstrafe von 170 Tagessätzen 

zu CHF 30.– abzusehen und die Probezeit um 1 Jahr zu verlängern.

4.

Es seien Ziffer 4, 5, 6, 7 und 13 des vorinstanzlichen Urteils aufzuhe-

ben.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt) zulasten der Staats-

kasse.

b)

Der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich:

(Urk. 96 S. 1)

Das vorinstanzliche Urteil sei zu bestätigen ausser puncto Strafmass. Dies-

bezüglich sei in Gutheissung der Anschlussberufung der Staatsanwalt-

schaft I 

eine Freiheitsstrafe von 4 ¼ Jahren unter Anrechnung der erstandenen 

Haft auszufällen.

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Erwägungen:

I.  Verfahren

1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, vom 23. Mai 2024 wurde 

der Beschuldigte der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 

aStGB  i.V.m.  Art. 22  Abs. 1  StGB  sowie  der  mehrfachen  Drohung  im  Sinne  von 

Art. 180 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen. Er wurde mit einer Freiheitsstrafe von 

40 Monaten bestraft, wobei die Strafe zu Gunsten einer stationären Massnahme im 

Sinne von Art. 60 StGB aufgeschoben wurde. Weiter wurde der Beschuldigte unter 

Ausschreibung im Schengener Informationssystem für die Dauer von 8 Jahren des 

Landes verwiesen. Die Privatklägerin wurde mit ihrem Schadenersatzbegehren auf 

den Zivilweg verwiesen und erhielt eine Genugtuung von Fr. 10'000.– (zuzügl. Zins) 

zugesprochen. Ferner wurde über die beschlagnahmten und asservierten Gegen-

stände befunden und dem Beschuldigten wurden schliesslich – mit Ausnahme der 

Entschädigungen der Rechtsvertreter, welche unter Rückzahlungsvorbehalt auf die 

Gerichtskasse genommen wurden – die Kosten der Untersuchung und des gericht-

lichen Verfahrens auferlegt (Urk. 74 bzw. 77 S. 38 ff.). 

2. Mit  Eingabe  vom  6. Juni  2024  meldete  der  Beschuldigte  gegen  das  vorer-

wähnte Urteil rechtzeitig die Berufung an (Urk. 71). Nach Erstattung der Berufungs-

erklärung (Urk. 80) und anschliessender Fristansetzung an die Privatklägerin und 

die  Staatsanwaltschaft  I  des  Kantons  Zürich  (Urk. 81)  erhob  Letztere  die  An-

schlussberufung (Urk. 84), während das gleichlautende Rechtsmittel der Privatklä-

gerschaft  nach  Rücksprache  mit  ihrem  unentgeltlichen  Vertreter  obsolet  wurde 

(Urk. 83 + 85).

3.

In der Folge wurde auf den 29. August 2025 zur Berufungsverhandlung vor-

geladen (Urk. 92). Zu dieser erschienen der aus dem vorzeitigen Strafvollzug vor-

geführte Beschuldigte in Begleitung seiner amtlichen Verteidigung sowie die Ver-

tretung der Staatsanwaltschaft (Prot. II S. 6). Nach durchgeführter Berufungsver-

handlung  wurde  das  zweitinstanzliche  Urteil  den  Parteien  gleichentags  mündlich 

eröffnet, erläutert und im Dispositiv übergeben (Prot. II S. 30).

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II.  Formelles

1.

Gemäss  Art.  402  StPO  hat  die  Berufung  im  Umfang  der  Anfechtung  auf-

schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dement-

sprechend  gehemmt.  Das  Berufungsgericht  überprüft  somit  das  erstinstanzliche 

Urteil  nur  in  den  umstrittenen  Punkten  (Art. 404  Abs. 1  StPO).  Der  Beschuldigte 

verlangt in diesem Zusammenhang mit seiner Berufung im Hauptantrag einen Frei-

spruch mit Beanstandung der Dispositivziffern 1 - 7 sowie 13, 17 und 18 des vor-

instanzlichen Urteils (Urk. 80 S. S. 2 f.), derweil sich die Staatsanwaltschaft mit ihrer 

Anschlussberufung auf die Anfechtung der Strafhöhe beschränkt (Urk. 84 S. 1 ff.). 

Das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich ist demnach bezüglich der Dispositivziffern 

8 - 11 (Beschlagnahmungen und Sicherstellungen), 12 (Schadenersatzforderung) 

sowie 14 - 16 (Kosten- und Entschädigungsfestsetzung) in Rechtskraft erwachsen. 

In  den  angefochtenen  Punkten  ist  der  Entscheid  derweil  im  Sinne  von  Art. 398 

Abs. 2 StPO umfassend zu überprüfen. 

2.

Die  Parteien  haben  im  Berufungsverfahren  keine  Beweisanträge  gestellt 

(vgl. Urk. 80 S. 3; Prot. II S. 22). Weitere Beweiserhebungen drängen sich – abge-

sehen von der erneuten Befragung der Beschuldigten – in zweiter Instanz auch von 

Amtes wegen nicht auf.

III.  Sachverhalt

1.

Der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 7. März 

2024 zufolge kam es am 28. April 2023 in der Wohnung der Privatklägerin in Zürich 

zu einem Streit zwischen ihr und dem Beschuldigten, nachdem die Beteiligten zuvor 

Alkohol  und  Drogen  konsumiert  hatten.  Im  Verlauf  dieses  Streites  habe  der  Be-

schuldigte der Privatklägerin ein Paar Schuhe ins Gesicht geschlagen, sie ansch-

liessend gewürgt sowie mit der Faust ins Gesicht geschlagen und sie schliesslich 

mit einem Gurt, einem Bügeleisen und einem Stuhl am ganzen Körper, darunter 

insbesondere  auch  im  Kopfbereich,  traktiert,  so  dass  ein  leichtes  Schädel-Hirn-

Trauma,  eine  Rissquetschwunde  an  der  Stirn  sowie  Hämatome,  Prellungen  und 

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Schürfungen am gesamten Körper resultierten. Mit diesem Vorgehen habe der Be-

schuldigte nicht nur schwere Verletzungen, sondern darüber hinaus gar den Tod 

der Privatklägerin in Kauf genommen (Urk. 24 S. 2 ff.). 

2.

Der Beschuldigte gestand die Darstellung der Anklage in der Untersuchung 

und an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung nur insoweit ein, als er einräumte, 

sich zum Tatzeitpunkt in der Wohnung der Privatklägerin aufgehalten zu haben und 

dort mit ihr Alkohol getrunken und Kokain konsumiert zu haben (vgl. Urk. 2/1 S. 3; 

Urk. 2/3 S. 2; Prot. I S. 19 f.). An eine anschliessende tätliche Auseinandersetzung 

vermochte er sich indes durchwegs nicht zu erinnern. Auf Nachfrage erklärte er, er 

denke, dass er irgendwann auf dem Sofa eingeschlafen sei, als sie noch zu viert in 

der Wohnung der Privatklägerin gewesen seien. Aufgewacht bzw. zu sich gekom-

men sei er dann erst wieder im Gefängnis, ohne zu wissen, was zwischendurch 

passiert sei (Urk. 2/3 S. 4; Urk. 2/4 S. 8; Prot. I S. 19 f.).

Anlässlich der Berufungsverhandlung bestätigte der Beschuldigte seine frü-

heren Aussagen im Wesentlichen (Prot. II S. 18 f.) und machte erneut geltend, nicht 

zu wissen, wie es dazu kam, dass sich die Privatklägerin in ihrer Wohnung verletzt 

habe (Prot. II S. 18). Er könne nicht wirklich sagen, was wie passiert sei. Er habe 

überhaupt kein Erinnerungsvermögen (Prot. II S. 19). Hingegen sagte der Beschul-

digte anlässlich der Berufungsverhandlung erstmalig aus, es sei ein Fehler gewe-

sen, dass er dort gewesen sei. Er müsse etwas gemacht haben, aber wie er das 

gemacht habe, könne er nicht beschreiben (Prot. II S. 19). Der Beschuldigte räumte 

auch generell ein, schuldig an der Sache zu sein. Da er überhaupt keine Erklärun-

gen habe, wie sich die Privatklägerin diese Verletzungen zugezogen habe, und er 

nicht sagen könne, dass jemand anderer oder sie sich selbst verletzt habe, gehe 

er davon aus, dass er "das" gemacht haben müsse. Diese Aussagen relativierend 

fügte  der  Beschuldigte  hinzu,  damit  nicht  unbedingt  zu  sagen,  die  Privatklägerin 

verletzt zu haben, sondern dass er die Verantwortung für den Fehler übernehmen 

müsse (Prot. II S. 20). Damit legte der Beschuldigte kein eindeutiges Geständnis 

ab, der Privatklägerin die aktenkundigen Verletzungen zugefügt zu haben. Die Ver-

teidigung führt anlässlich der Berufungsverhandlung denn auch aus, es könne nicht 

auf die entsprechenden Schilderungen der Privatklägerin abgestellt werden (Urk. 

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98 S. 5). Der Beschuldigte und die Privatklägerin hätten sich mindestens gegensei-

tig geschlagen, doch die Privatklägerin wolle ihre "aktiven" Schläge vertuschen. Der 

Sachverhalt könne sich demzufolge eindeutig nicht so abgespielt haben, wie es die 

Privatklägerin dargestellt habe (Urk. 98 S. 7 - 8).

3.

Nachdem der angeklagte Sachverhalt mithin auch im zweitinstanzlichen Ver-

fahren in wesentlichen Punkten bestritten blieb, ist im Folgenden nochmals zu prü-

fen, inwiefern sich die entsprechenden Vorwürfe der Anklageschrift dem Beschul-

digten in Anwendung der allgemeinen Grundsätze der Beweiswürdigung gestützt 

auf die im Recht liegenden Beweismittel rechtsgenügend nachweisen lassen.

3.1

Die Vorinstanz hat im Rahmen der Beurteilung des Sachverhaltes die vorlie-

gend massgeblichen Beweismittel korrekt aufgeführt und diese in ihrer Urteilsbe-

gründung ausführlich rezitiert ( vgl. Urk. 77 S. 8 f.). Ferner wurden die theoretischen 

Grundlagen der Beweiswürdigung vollständig wiedergegeben (vgl. Urk. 77 S. 9 f.). 

Es kann somit auf diese Ausführungen in Berücksichtigung von Art. 82 Abs. 4 StPO 

ohne Weiteres verwiesen werden.

3.2

Im Rahmen der konkreten Sachverhaltserstellung setzt sich das angefoch-

tene Urteil zunächst mit der Glaubwürdigkeit der Verfahrensbeteiligten auseinan-

der, wobei zutreffend erwogen wird, dass zwar sowohl der Beschuldigte als auch 

die Privatklägerin ein legitimes Interesse am Ausgang des vorliegenden Verfahrens 

aufweisen,  diese  Umstände  jedoch  nicht  per  se  gegen  den  Wahrheitsgehalt  der 

entsprechenden Aussagen sprechen und für die Wahrheitsfindung primär auf die 

Glaubhaftigkeit von deren Aussagen abzustellen ist, welche insbesondere auf das 

Vorhandensein von Realitätskriterien und die Absenz von Lügensignalen zu über-

prüfen seien (Urk. 77 S. 11). 

3.3. Hauptsächlich strittig ist in casu das eigentliche Kerngeschehen des Vorfal-

les, als die beiden ursprünglich ebenfalls in der Wohnung der Privatklägerin anwe-

senden  Bekannten  (C._____  und  D._____)  diese  bereits  verlassen  hatten.  Da 

diese beiden Personen als unmittelbare Zeugen des Tatherganges mithin nicht in 

Frage kommen, hat die Vorinstanz, auf deren Aussagen verwiesen werden kann 

(vgl. Art. 82 Abs. 4 StPO), für die Herleitung des Ablaufes der Auseinandersetzung 

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zu Recht vorrangig auf die Aussagen der Privatklägerin abgestellt, soweit sich diese 

durch objektive Beweise bestätigen liessen (Urk. 77 S. 12 ff.). Diese sagte in ihren 

Befragungen vom 29. April 2023 bei der Polizei (das heisst einen Tag nach dem 

Vorfall) sowie vom 21. Juni 2023 bei der Staatsanwaltschaft (in Anwesenheit des 

Beschuldigten) detailliert und weitgehend übereinstimmend aus und schilderte ein-

drücklich, wie sie vom Beschuldigten überraschend mit verschiedenen Gegenstän-

den geschlagen und auch einmal gewürgt wurde, wobei sie den Beschuldigten mit 

ihren Aussagen indes nicht unnötig belastete, indem sie namentlich den Würgevor-

gang eher zurückhaltend schilderte (vgl. Urk. 3/1 S. 2; Urk. 3/2 S. 10). Dabei machte 

sie präzise und nachvollziehbare Angaben, welche nicht erfunden wirken (Urk. 3/2 

S. 11 betreffend die Schläge mit dem Stuhl). Anschaulich gab sie dabei auch die 

ausgestossenen Drohungen des Beschuldigten wieder, deren Inhalt sie nicht frei 

von originellen Details (namentlich betreffend die in Aussicht gestellte Vergewalti-

gung  mit  einem  Stuhl)  darstellte,  was  besonders  lebensnah  und  glaubhaft  wirkt 

(Urk. 3/2 S. 11). 

3.4. Derweil konnte sich der Beschuldigte an den Tathergang nicht erinnern und 

machte ansonsten unpräzise bzw. einsilbige Angaben, welche weder auf eine Dritt-

täterschaft noch auf eine Selbstbeibringung der Verletzungen durch die Privatklä-

gerin hindeuten (vgl. Urk. 3/2 S. 4). Wenn die Verteidigung in diesem Zusammen-

hang vorbringt, es sei nicht auszuschliessen, dass sich die Privatklägerin die Ver-

letzungen  selber  beigebracht  habe  (Urk.  69  S.  10),  so  bestehen  hierfür  keinerlei 

Anhaltspunkte. Rein spekulativ ist im Übrigen auch ihre Behauptung, die Privatklä-

gerin habe aufgrund ihrer Schizophrenie in Kombination mit eingenommenen Me-

dikamenten den Streit bewusst losgetreten, um Schadenersatz zu kassieren, wo-

gegen sich der Beschuldigte bloss gewehrt habe (vgl. Urk. 69 S. 11 + 13).

3.5. Die Verteidigung moniert anlässlich der Berufungsverhandlung, in der Un-

tersuchung und vor Vorinstanz sei das Verletzungsbild des Beschuldigten, so unter 

anderem Blutergüsse am Kopf, eine Schwellung der gesamten Unterlippe und eine 

Quetsch-Riss-Wunde am rechten Handrücken (Urk. 7/2), völlig ausser Acht gelas-

sen worden (Urk. 98 S. 1). Gemäss der Vorinstanz habe sich der Beschuldigte die 

Verletzungen bei der Verhaftung zugezogen (Urk. 98 S. 3). Jedoch seien seine mit 

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Blut behafteten Jeans und sein Hemd mit Blutspuren auf dem Sofa im Wohnzimmer 

gelegen. Es könne somit nicht sein, dass er sich die blutende Wunde bei der Ver-

haftung zugezogen habe. Diese Verletzungen müsse der Beschuldigte vielmehr vor 

der Verhaftung erlitten haben, zumal er dannzumal schliesslich nur in der Unter-

hose  angetroffen  worden  sei  (Urk. 98  S.  3).  Fakt  sei,  dass  der  Beschuldigte  vor 

Eintreffen der Polizei geblutet habe. Am Gürtel, am Bügeleisen und am Alu-Stuhl 

hätten  denn  auch  Blutspuren  des  Beschuldigten  festgestellt  werden  können 

(Urk. 98 S. 5, S. 7). Der Beschuldigte sei somit vor der Verhaftung von der Privat-

klägerin geschlagen worden (Urk. 98 S. 7). Die Privatklägerin und der Beschuldigte 

hätten sich zumindest gegenseitig geschlagen, wobei Erstere ihre aktiven Schläge 

offensichtlich vertuschen wolle (Urk. 98 S. 7). Es sei davon entsprechend den Aus-

sagen der Zeugin C._____ auszugehen, dass die Privatklägerin den Beschuldigten 

um sein Geld betrogen und ihn provoziert habe. Daraus habe sich ein Streit entwi-

ckelt, bei dem gemäss Spurenbild beide aufeinander eingeschlagen hätten (Urk. 98 

S. 9). Dabei hätten sich der Beschuldigte und die Privatklägerin gegenseitig verletzt 

(Urk. 98 S. 10).

3.6. Es erscheint plausibel, dass sich der Beschuldigte anlässlich der Verhaftung 

Verletzungen zuzog. Gemäss dem Gutachten zur körperlichen Untersuchung des 

Instituts für Rechtsmedizin hat der Beschuldigte selbst angegeben, von der Polizei 

mit Fäusten geschlagen und dann mit dem Oberkörper und dem Gesicht auf den 

Boden gedrückt worden zu sein. Dabei sei er an der Lippe und im Gesicht verletzt 

worden (Urk. 7/2 S. 2). Die Angabe, er sei an der Lippe verletzt worden, deckt sich 

mit den Angaben im Polizeirapport ("kleine RQW an der Unterlippe, geschwollene 

Unterlippe",  "Diese  Verletzung  rührt  von  der  Verhaftung  des  Beschuldigten"; 

Urk. 1/2 S. 2). Die Verteidigung moniert in diesem Zusammenhang, der Rapport sei 

von E._____ verfasst worden, welcher erst am Tatort eingetroffen sei, als sich die 

Privatklägerin und der Beschuldigte bereits nicht mehr am Tatort befunden hätten 

(Urk. 98 S. 4). Anhaltspunkte dafür, dass die vorerwähnten Angaben im Polizeirap-

port  unzutreffend  sein  sollen,  bestehen  indes  keine.  Dass  sich  der  Beschuldigte 

bereits  vor  der  Verhaftung  Verletzungen  zugezogen  hat,  ist  mit  der  Verteidigung 

nicht  auszuschliessen,  worauf  sogleich  einzugehen  sein  wird  (vgl.  nachstehend 

Ziff. III./3.7.), hingegen ist daraus nicht der Schluss zu ziehen, die Angaben im Po-

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lizeirapport hinsichtlich der Verletzungen an der Unterlippe seien falsch. Gemäss 

dem  Gutachten  zur  körperlichen  Untersuchung  des  Beschuldigten  ist  die  Verlet-

zung  an  der  Unterlippenseite  die  Folge  von  vorne  auf  das  Gesicht  einwirkender 

stumpfer Gewalt, beispielsweise beim Aufprall des Mundes gegen eine harte Struk-

tur wie den Boden (Urk. 7/2 S. 6). Der Polizist F._____ sagte anlässlich seiner Zeu-

geneinvernahme denn auch aus, er habe den Beschuldigten bei der Verhaftung zu 

Boden geführt (Urk. 4/19 S. 6). Weiter führte der Zeuge F._____ aus, der Beschul-

digte habe sich am Boden heftig gewehrt. Es habe ein Gerangel gegeben (Urk. 4/19 

S. 6). Die von der Verteidigung erwähnten Verletzungen des Beschuldigten (Blut-

ergüsse, Einblutung an der Unterlippeninnenseite, Hautabschürfungen, Quetsch-

Riss-Wunde am rechten Handrücken; Urk. 98 S. 1) sind ebenfalls mit einer derarti-

gen Verhaftung, bei der der Beschuldigte heftige Gegenwehr leistete, plausibel er-

klärbar.

3.7.

Zutreffend  ist,  wie  dies  die  Verteidigung  ausführt,  dass  Blutspuren  in  der 

Wohnung der Privatklägerin festgestellt werden konnten. Konkret konnten insbe-

sondere am Bügeleisen blutverdächtige Anhaftungen des Beschuldigten gefunden 

werden (Urk. 11/5 S. 1). Am Gurt und am Aluminiumstuhl konnten ebenfalls blut-

verdächtige Anhaftungen des Beschuldigten festgestellt werden (Urk. 11/5 S. 1). 

Weiter wurden Blutanhaftungen unter anderem im Eingangsbereich des Schlafzim-

mers  (Urk.  5/7  S.  19)  und  am  Sofasessel  im  Wohnzimmer  (Urk.  5/7  S.  29  -  30) 

festgestellt. Offensichtlich kam es somit vor dem Eintreffen der Polizei in der Woh-

nung zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen der Privatklägerin und dem 

Beschuldigten, was auch das Verletzungsbild der Privatklägerin belegt. Auch macht 

der Beschuldigte weder geltend, ein Dritter habe die Privatklägerin verletzt, noch 

dass sich diese selbst verletzt habe (Prot. II S. 20). Damit muss der Beschuldigte 

anlässlich der Auseinandersetzung gewaltsam auf die Privatklägerin eingewirkt und 

ihr dabei die anklagegegenständlichen Verletzungen zugefügt haben. Dabei kann 

nicht ausgeschlossen werden, dass sich der Beschuldigte ebenfalls Verletzungen 

zuzog und sich folglich am Gurt, am Bügeleisen und am Alu-Stuhl blutverdächtige 

Anhaftungen des Beschuldigten feststellen liessen. Es muss mithin von einem dy-

namischen Kampfgeschehen ausgegangen werden, bei dem sich die Privatklägerin 

reflexartig und intuitiv wehrte. Dies entspräche denn auch einer natürlichen Reak-

- 15 -

tion auf einen Angriff durch den Beschuldigten. Die weiteren Blutspuren in der Woh-

nung  sind  durchaus  mit  der  Quetsch-Riss-Wunde  am  Kopf  der  Privatklägerin  zu 

erklären, denn sie blutete heftig (Urk. 1/6 S. 2), was auch der Zeuge F._____ be-

stätigte. Er habe die Privatklägerin im Schlafzimmer nackt auf dem Fussboden vor-

gefunden. Sie sei von Kopf bis Fuss blutverschmiert gewesen und habe gewirkt, 

als hätte sie Todesangst (Urk. 4/19 S. 6). Eine Zuordnung, welche Verletzungen 

sich der Beschuldigte anlässlich der Auseinandersetzung mit der Privatklägerin und 

welche Verletzungen er sich anlässlich der Verhaftung zuzog, ist nicht abschlies-

send möglich. Bei welcher Gelegenheit sich der Beschuldigte welche Verletzungen 

zuzog, kann aber offenbleiben. Das Verletzungsbild der Privatklägerin (u.a. leichtes 

Schädel-Hirn-Trauma sowie eine Quetsch-Riss-Wunde an der Stirn) dokumentie-

ren  jedenfalls,  dass  der  Beschuldigte  als  Aggressor  aufgetreten  sein  musste 

(Urk. 6/4; Urk. 6/5 S. 8), denn er selbst weist nicht annähernd die gleich schwer-

wiegenden Verletzungen auf. Die Schlussfolgerung, dass der Beschuldigte der Ag-

gressor war, wird nicht zuletzt auch dadurch gestützt, dass er bei seinem Gewalt-

exzess  mit  einer  Gurtschnalle  und  einem  Stuhl  auf  die  Privatklägerin  einschlug, 

denn  seine  DNA-Spuren  konnten  an  diesen  Gegenständen  festgestellt  werden 

(Urk. 11/5). Sodann ist auch bereits aufgrund der körperlichen Verhältnisse nicht 

realitätsnah, dass die Privatklägerin den Beschuldigten angriff, denn der Beschul-

digte ist ca. zehn Zentimeter grösser und mehr als 20 Kilogramm schwerer als die 

Privatklägerin (Urk. 6/5 S. 4; Urk. 7/2 S. 3). Aufgrund des Dargelegten muss mithin 

die hypothetische Tatvariante der Verteidigung, wonach der Beschuldigte in keiner 

Notwehrsituation gehandelt haben könnte, nicht näher geprüft werden (Urk. 98 S. 

10), zumal sich ein Motiv für einen Angriff der Privatklägerin nicht herleiten lässt. 

Demgegenüber  erscheint  mit  der  Vorinstanz  (Urk.  77  S.  11)  plausibel,  dass  der 

Beschuldigte die Wohnung der Privatklägerin in der Erwartung aufsuchte, von der 

Privatklägerin oder ihrer Begleiterin sexuelle Dienstleistungen in Anspruch nehmen 

zu können und diesbezüglich enttäuscht wurde. In diesem Zusammenhang sagte 

die Zeugin C._____ aus, sie und die Privatklägerin hätten kein Geld gehabt und 

den Beschuldigten auf der Strasse gefragt, ob er Sex haben möchte (Urk. 4/14 S. 

14).  Der  Zeuge  G._____  gab  diesbezüglich  an,  die  Privatklägerin  habe  zum  Be-

schuldigten in der Wohnung gesagt, er solle sie nicht anfassen (Urk. 4/12 S. 6) und 

- 16 -

schliesslich hat der Beschuldigte zur Zeugin C._____ auch gesagt, nichts mehr be-

zahlen zu wollen, nachdem er bereits Fr. 300.– bezahlt habe (Urk. 4/15 S. 7). Dass 

das gewalttätige Vorgehen des Beschuldigten mithin in diesen Umständen seinen 

Ursprung gehabt haben könnte, ist nicht von der Hand zu weisen. 

3.8. Dabei ist nicht auszuschliessen, dass die Privatklägerin den Beschuldigten 

in gewissen Mass provoziert hat, indem sie ihn womöglich nach dessen Einschlafen 

auf dem Sofa geweckt und unvermittelt zum Verlassen der Wohnung aufgefordert 

hat. Es ist diesbezüglich zu konstatieren, dass auch die Privatklägerin nicht eindeu-

tige Aussagen zur Ursache der Auseinandersetzung machte und insbesondere er-

hellt daraus nicht, aus welchem Grund sie den Beschuldigten zuvor zu sich nach 

Hause eingeladen hatte. Einer solchen Provokation der Privatklägerin ist indessen 

nicht im Rahmen des Schuldpunktes, sondern höchstens im Zusammenhang mit 

der Strafzumessung Rechnung zu tragen (vgl. dazu hinten Ziff. V./1.2.).

4.

Damit ist der Sachverhalt der Anklage im Einklang mit der Vorinstanz insbe-

sondere gestützt auf die Angaben der Privatklägerin sowohl betreffend die Körper-

verletzung als auch betreffend die Drohungen in den Kernpunkten als erstellt zu 

erachten, zumal sich die Ausführungen betreffend die Körperverletzungen mit den 

im  Recht  liegenden  medizinischen  Gutachten  und  Berichten  sowie  auch  mit  der 

ausführlichen Fotodokumentation der Polizei decken. Andrerseits kann der Vorin-

stanz aber auch insofern gefolgt werden, als sie es namentlich aufgrund der nicht 

eindeutigen Spurenlage (vgl. Urk. 11/4-6; Urk. 40 S. 3) letztlich nicht für zweifelsfrei 

erwiesen ansah, dass der Beschuldigte die Privatklägerin mit dem Bügeleisen an 

der Stirn traf und ihr damit die Platzwunde zufügte, selbst wenn auch diesbezüglich 

verschiedene Indizien durchaus dafür sprechen, dass der Beschuldigte das Büge-

leisen  im  Rahmen  der  Auseinandersetzung  einmal  in  der  Hand  hatte  und  damit 

zumindest in ihre Richtung schlug. 

- 17 -

IV.  Rechtliche Würdigung

1.

Die Vorinstanz würdigte die Tathandlungen des Beschuldigten entgegen der 

Anklage  als  versuchte  schwere  Körperverletzung  im  Sinne  von  Art.  122  StGB  in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB und nicht als versuchte vorsätzliche Tötung im 

Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. Die Staatsanwalt-

schaft erachtet die Würdigung als versuchte schwere Körperverletzung in zweiter 

Instanz als vertretbar und hat sie nicht angefochten, weshalb der Tatvorgang in-

folge  der  Geltung  des  Verschlechterungsverbotes  im  Sinne  von  Art.  391  Abs.  2 

StPO lediglich noch unter diesem rechtlichen Aspekt zu prüfen ist. Die Vorinstanz 

hat sich in diesem Zusammenhang bloss summarisch mit dem objektiven und sub-

jektiven Tatbestand des Delikts befasst (vgl. Urk. 77 S. 17 f.), weshalb nachfolgend 

näher darauf einzugehen ist.

2.

Die Privatklägerin wurde unmittelbar im Nachgang zum anklagegegenständ-

lichen Vorfall am 28. April 2023 im Universitätsspital Zürich körperlich untersucht. 

Gemäss dem ärztlichen Befund vom 23. Mai 2023 bestand aufgrund der erlittenen 

Verletzungen am gesamten Körper zu keinem Zeitpunkt eine unmittelbare Lebens-

gefahr und eine solche wäre auch ohne ärztliche Versorgung nicht zu erwarten ge-

wesen (Urk. 6/4 S. 2). Bleibende körperliche Schäden sind aufgrund der Aktenlage 

ebenfalls nicht zu erwarten. Der objektive Tatbestand der schweren Körperverlet-

zung im Sinne von Art. 122 aStGB ist folglich mit Bezug auf den Erfolgseintritt nicht 

erfüllt. Wie indessen der ärztliche Befund ebenfalls festhält, liegen im Bereich des 

von den Schlägen des Beschuldigten ebenfalls betroffenen Kopfes verschiedene 

lebenswichtige Strukturen (vgl. Urk. 6/4 S. 2), wobei gemäss dem Gutachten zur 

körperlichen Untersuchung des IRM vom 26. Juli 2023 die festgestellten Verletzun-

gen diese glücklicherweise nicht unmittelbar tangierten (vgl. Urk. 6/5 S. 10). Nichts-

destotrotz  waren  die  Schläge  des  Beschuldigten  mit  der  massiven  Schnalle  des 

Gurtes (vgl. Urk. 5/7 S. 25 f.) sowie mit einem am Tatort befindlichen Metallstuhl 

(Urk. 5/7 S. 28) gegen den Kopf grundsätzlich durchaus geeignet, weitergehende 

lebensgefährliche bzw. bleibende Verletzungen bei der Privatklägerin hervorzuru-

fen. Der Beschuldigte hat mithin mit seinen Schlägen in die Kopfregion den ent-

scheidenden  Schritt  ins  Verbrechen,  von  dem  es  kein  Zurück  mehr  gab,  bereits 

- 18 -

vollzogen, und mit seinem Vorgehen zudem alles getan, um den Erfolg der schwe-

ren Körperverletzung zu bewirken, so dass die Tat jedenfalls in das Stadium des 

vollendeten  Versuches  gelangte  (vgl.  dazu  DONATSCH/GODENZI/TAG,  Strafrecht  I, 

10. Aufl., S. 141 + 147).

Offen bleiben kann vor diesem Hintergrund, ob auch der angeklagte Schlag 

mit einem Bügeleisen geeignet gewesen wäre, schwere Verletzungen beim Opfer 

zu verursachen, nachdem dieser mangels eindeutiger DNA-Spuren der Privatklä-

gerin nicht als erstellt erachtet werden kann (vgl. Urk. 11/5 S. 2). Unklar bleibt sel-

biges auch für die erwähnten Schläge mit den Schuhen und den Fäusten, zumal 

über die Stärke der entsprechenden Einwirkungen nichts bekannt ist. Nicht zu klä-

ren ist schliesslich der Umstand, ob das erstellte Würgen der Privatklägerin, wel-

ches gemäss dem Gutachten grundsätzlich eine Lebensgefahr hervorrufen konnte 

(vgl. Urk. 6/5 S. 10), in casu eine Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 

StGB indiziert, da solches in der Anklageschrift nicht eingeklagt worden ist.

3.

In subjektiver Hinsicht bleibt zu prüfen, inwiefern der Beschuldigte aufgrund 

seiner Schläge mit dem Gurt und dem Stuhl im konkreten Fall auch ernsthaft mit 

solch potentiellen lebensgefährlichen Folgen rechnen musste und er damit bei sei-

nem Vorgehen den Erfolg einer schweren Körperverletzung zumindest eventual-

vorsätzlich in Kauf nahm.

3.1. Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen 

und Willen ausführt. Eventualvorsätzlich handelt, wer die Verwirklichung der Tat für 

möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB). Nach ständiger Rechtspre-

chung ist Eventualvorsatz bereits dann gegeben, wenn der Täter ernsthaft mit der 

Tatbestandsverwirklichung  rechnet,  aber  dennoch  handelt,  weil  er  den  Erfolg  für 

den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt und sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch 

unerwünscht sein (BGE 147 IV 439, E. 7.3.1.; BGE 137 IV 1, E. 4.2.3.; BGE 133 IV 

222, E. 5.3.). Die Abgrenzung zwischen Eventualvorsatz und bewusster Fahrläs-

sigkeit kann im Einzelfall schwierig sein, denn sowohl der eventualvorsätzlich als 

auch der bewusst fahrlässig handelnde Täter weiss um die Möglichkeit des Erfolgs-

eintritts bzw. um das Risiko der Tatbestandsverwirklichung, so dass hinsichtlich der 

Wissensseite  beide  Erscheinungsformen  des  subjektiven  Tatbestands  überein-

- 19 -

stimmen.  Unterschiede  bestehen  jedoch  beim  Willensmoment,  da  der  bewusst 

fahrlässig  handelnde  Täter  (aus  pflichtwidriger  Unvorsichtigkeit)  darauf  vertraut, 

dass der von ihm als möglich vorausgesehene Erfolg nicht eintreten und das Risiko 

der  Tatbestandserfüllung  sich  mithin  nicht  verwirklichen  werde.  Demgegenüber 

nimmt der eventualvorsätzlich handelnde Täter den Eintritt des als möglich erkann-

ten Erfolgs ernst, rechnet geradezu mit ihm und findet sich mit ihm ab. Wer den 

Erfolg dergestalt in Kauf nimmt, will ihn im Sinne von Art. 12 Abs. 2 StGB, wobei 

nicht erforderlich ist, dass er den Erfolg auch billigt (BGE 147 IV 439, E. 7.3.1; BGE 

133 IV 9, E. 4.1; Urteil 6B_899/2021 vom 26. Januar 2023, E. 3.5.2.). Ob der Täter 

die Tatbestandsverwirklichung dergestalt in Kauf genommen hat, hat das Gericht 

bei Fehlen eines Geständnisses der beschuldigten Person aufgrund der gesamten 

Tatumstände  zu  entscheiden.  Dazu  gehören  insbesondere  die  Grösse  des  dem 

Täter  bekannten  Risikos  der  Tatbestandsverwirklichung,  die  Schwere  der  Sorg-

faltspflichtverletzung sowie die Beweggründe und die Art der Tathandlung. Je grös-

ser die Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerer die 

potentielle Rechtsgutsverletzung wiegt, umso näher liegt die Schlussfolgerung, der 

Täter habe sich mit der Tatbestandsverwirklichung abgefunden. Das Gericht darf 

vom Wissen des Täters auf den Willen schliessen, wenn sich dem Täter der Eintritt 

des Erfolgs als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge 

hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt wer-

den kann (BGE 147 IV 439, E. 7.3.1.; BGE 135 IV 12, E. 2.3.2.; BGE 134 IV 26, 

E. 3.2.2.).  Solche  Umstände  liegen  unter  anderem  vor,  wenn  der  Täter  das  ihm 

bekannte Risiko nicht kalkulieren bzw. dosieren kann und das Opfer keinerlei Ab-

wehrchancen hat (BGE 133 IV 9 E. 4.1; 133 IV 1, E. 4.5.; Urteil 6B_453/2023 vom 

6. September 2023, E. 1.4.3.). 

3.2. Wie die Sachverhaltserstellung ergeben hat, schlug der Beschuldigte die Pri-

vatklägerin zunächst mit einer massiven Gurtschnalle mehrfach gegen den Körper 

und auch gegen den Kopf und behändigte in der Folge einen Metallstuhl, mit wel-

chem er der Privatklägerin eine stark blutende Platzwunde an der Stirn beibrachte. 

Dabei zeugen insbesondere die im Recht liegenden Verletzungsbilder mit der stark 

blutenden  Privatklägerin  mit  einer  ausgeprägten  Platzwunde  bzw.  Beule von  der 

Heftigkeit des Schlages mit dem Stuhl und auch die Schläge mit der Gurtschnalle 

- 20 -

müssen aufgrund der damit einhergehenden Peitschenbewegung mit erheblicher 

Stärke  auf  den  Kopf  der  Privatklägerin  getroffen  sein  (vgl.  Urk.  1/6).  Solcherlei 

Schläge vermochte der Beschuldigte unter keinen Umstände mehr zu kontrollieren, 

zumal  sich  sein  Kontrollverlust  auch  in  den  wahllosen  Einwirkungen  auf  den  ge-

samten Körper der Privatklägerin widerspiegelt. Als Allgemeinwissen ist dem Be-

schuldigten  dabei  anzurechnen,  dass  solch  unkontrollierte  Schläge  gegen  die 

Kopfregion zu bleibenden Schäden am Gehirn oder an den Sinnesorganen führen 

können, weshalb insofern geklärt ist, dass dem Beschuldigten die möglichen gra-

vierenden  Folgen  seines  Vorgehens  durchaus  bewusst  waren.  Wusste  der  Be-

schuldigte  indessen  um  das  akute  Risiko  einer  schweren  Körperverletzung  bei 

Schlägen mit derart harten Gegenständen gegen die Kopfregion und schlug er in 

diesem Bewusstsein wiederholt auf den Kopf des Opfers ein, so hing es auch aus 

seiner Sicht lediglich vom Zufall ab, ob lebenswichtige Strukturen der Privatklägerin 

verletzt  wurden.  Zudem  ist  aufgrund  des  brutalen  Angriffes  davon  auszugehen, 

dass die Schläge die Privatklägerin mit zunehmender Dauer wehrlos trafen, so dass 

sie dem Vorgehen gänzlich ausgeliefert war. Der Beschuldigte musste bei der ge-

gebenen Sachlage mithin zumindest ernsthaft damit rechnen, dass sein Gewaltex-

zess, welcher sich mehrfach auch gegen den Kopfbereich der Privatklägerin rich-

tete, schwere Verletzungen im Sinne von Art. 122 aStGB nach sich ziehen könnte. 

Er handelte demzufolge eventualvorsätzlich und damit auch in subjektiver Hinsicht 

tatbestandsmässig.

3.3. Rechtfertigungs-  oder  Schuldausschlussgründe  sind  nicht  ersichtlich  und 

wurden  auch  nicht  geltend  gemacht,  zumal  das  psychiatrische  Gutachten  vom 

30. Januar 2024 ausdrücklich keine Aufhebung der Schuldfähigkeit des Beschul-

digten für die inkriminierten Taten annimmt, sondern höchstens von einer leichten 

Verminderung seiner Steuerungsfähigkeit ausgeht (Urk. 20/7 S. 92 f.). 

4.

Der Beschuldigte ist mithin auch in zweiter Instanz der versuchten schweren 

Körperverletzung  im  Sinne  von  Art. 122  aStGB  in  Verbindung  mit  Art. 22  Abs. 1 

StGB schuldig zu sprechen.

5.

Die rechtliche Einordnung der erstellten Äusserungen des Beschuldigten ge-

genüber der Privatklägerin als mehrfache Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 

- 21 -

StGB blieb sodann allseits unbestritten und gibt zu keinen weiteren Bemerkungen 

Anlass. Das vorinstanzliche Urteil ist demnach in diesem Punkt ohne Weiteres zu 

bestätigen.

1.

Strafe

V.  Strafe / Widerruf

1.1. Die Vorinstanz hat sich korrekt zu den Grundlagen der Strafenbildung ge-

mäss Art. 49 StGB sowie der Verschuldensbemessung im Sinne von Art. 47 StGB 

geäussert (vgl. Urk. 77 S. 18 f. + 19 f.). Es steht in diesem Zusammenhang sodann 

ausser Frage, dass angesichts der mehrfachen Vorstrafen sowie der vorliegenden 

Hauptstrafe der schweren Körperverletzung auch für den eng damit im Zusammen-

hang stehenden Tatbestand der (mehrfachen) Drohung nur eine Freiheitsstrafe die 

notwendige Präventivwirkung auf den Beschuldigten erzeugen kann. Es ist somit 

im Folgenden für sämtliche zu beurteilenden Delikte eine Freiheitsstrafe im Sinne 

einer  Gesamtstrafe  zu  bilden,  wobei  für  die  Einsatzstrafe  vom  Strafrahmen  der 

schweren  Körperverletzung  auszugehen  ist,  welcher  von  einer  Geldstrafe  bis  zu 

einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren reicht (vgl. Art. 122 Abs. 4 aStGB).

1.2. Was die konkrete Strafzumessung anbelangt, so ist der Vorinstanz darin zu 

folgen, dass sich betreffend die versuchte schwere Körperverletzung insbesondere 

die verschiedenen Schläge mit einem harten Gegenstand gegen den Kopf der Pri-

vatklägerin  als  brutal  und  rücksichtslos  erweisen,  zumal  sie  ein  in  der  konkreten 

Situation weitgehend wehrloses Opfer betrafen, welches den Beschuldigten zuvor 

nichtsahnend in seine Wohnung eingeladen hatte. Inwiefern bei späterem Eintref-

fen der Polizei noch deutlich schwerere Verletzungen eingetreten wären, muss hin-

gegen entgegen der Vorinstanz offen bleiben, so dass zu Gunsten des Beschuldig-

ten davon auszugehen ist, dass sich sein Vorgehen bis auf die Platzwunde an der 

Stirn und eine moderate Hirnerschütterung nebst multiplen Hämatomen, Schürfun-

gen und Schwellungen für die Privatklägerin körperlich nicht sonderlich gravierend 

auswirkte,  wobei  aber  die  psychische  Beeinträchtigung  aufgrund  des  Vorfalles 

deutlich schwerer wiegen dürfte, zumal dieser zumindest einige Minuten gedauert 

- 22 -

haben muss. Darüber hinaus ist von einer spontanen Handlung des Beschuldigten 

auszugehen, welcher allenfalls ein gewisses Mass an Provokation der Privatkläge-

rin vorausging, was indes selbstredend die überaus heftige Reaktion nicht zu ent-

schuldigen vermag. Insgesamt ist mithin in objektiver Hinsicht jedenfalls von einem 

mittleren Verschulden auszugehen, welches sich in subjektiver Hinsicht aufgrund 

des (nicht all zu stark zu berücksichtigenden) Eventualvorsatzes und einer leichten 

Verminderung  der  Schuldfähigkeit  relativiert.  Bei  einem  insgesamt  keineswegs 

leichten Verschulden ist die Freiheitsstrafe demgemäss auf 42 Monate festzuset-

zen. 

Zu berücksichtigen ist sodann der Umstand, dass es bei einer versuchten 

Tatbegehung blieb, wobei die Einwirkungen auf die Privatklägerin zwar insgesamt 

heftig waren, der Taterfolg letztlich aber zu keinem Zeitpunkt in unmittelbarer Nähe 

lag, was eine Strafminderung von 9 Monaten rechtfertigt und in der Zwischenab-

rechnung eine Einsatzstrafe von 33 Monaten Freiheitstrafe ergibt. 

1.3. Betreffend die mehrfache Drohung handelte es sich um drei kurz aufeinan-

derfolgende massive Äusserungen, welche nicht isoliert betrachtet werden können. 

Der Beschuldigte stellte der Privatklägerin  dabei gravierende Nachteile, darunter 

den Tod, in Aussicht, was sie nicht zuletzt aufgrund der gleichzeitig auf sie einwir-

kenden Gewalthandlungen sehr stark ängstigen musste. Es sind diesbezüglich ab-

gesehen von der leichten Verminderung der Steuerungsfähigkeit keine relativieren-

den  Faktoren  ersichtlich,  so  dass  auch  insofern  in  der  Gesamtschau  von  einem 

keineswegs  mehr  leichten  Verschulden  auszugehen  ist,  was  eine  isolierte  Frei-

heitsstrafe im Bereich von 12 Monaten nach sich zieht. 

1.4.

Im Rahmen der Festsetzung der Gesamtstrafe ist schliesslich für die Aspe-

ration zu berücksichtigen, dass die Taten einen engen zeitlichen Zusammenhang 

aufwiesen, nachdem sie nahezu parallel im gleichen Kontext erfolgten. Die Straf-

schärfung für die Drohungen hat dementsprechend eher moderat im Umfang von 

6 Monaten zu erfolgen, was nach Beurteilung der Tatkomponenten im Endeffekt 

eine Freiheitsstrafe von insgesamt 39 Monaten ergibt.

- 23 -

1.5. Mit Bezug auf die Täterkomponente kann grundsätzlich auf die Erwägungen 

der Vorinstanz verwiesen werden, welche den Werdegang des Beschuldigten kor-

rekt zusammengefasst und sein Vorleben zutreffend gewürdigt hat (Urk. 77 S. 22 

f.; vgl. dazu auch Urk. 21/4+5 und Urk. 79), wobei bei Vorliegen von drei Vorstrafen 

und einem Handeln inmitten einer (fünfjährigen) Probezeit die vorinstanzliche Er-

höhung der Strafe um drei Monate tendenziell zu mild anmutet. Als adäquat erweist 

sich für diese Aspekte eine Verschärfung um zumindest 15 %, was in der Schluss-

abrechnung eine Freiheitsstrafe von 45 Monaten, entsprechend 3 ¾ Jahren ergibt.

1.6. An diese Strafe ist die bisherige Haft mit teilweise vorzeitigem Strafvollzug 

anzurechnen. Nachdem der Beschuldigte seit der Tat vom 28. April 2023 ununter-

brochen im Verhaft weilt, entspricht dies bis und mit heute insgesamt 855 Tagen.

1.7. Die verhängte Freiheitsstrafe ist sodann aufgrund ihrer Höhe ohne Weiteres 

zu vollziehen (vgl. Art. 43 Abs. 1 StGB e contrario).

2.

Widerruf

Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  besteht  im  Übrigen  kein  Anlass,  auf 

den vorinstanzlich verhängten Widerruf der Vorstrafe gemäss dem Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft  Zürich-Sihl  vom  25.  März  2021  zurückzukommen,  zumal  die 

Probezeit dieser Strafe im heutigen Zeitpunkt noch nicht abgelaufen ist. Die frühere 

Geldstrafe ist damit zu vollziehen.

VI.  Massnahme

1.

Einleitung

1.1. Die  Staatsanwaltschaft  forderte  anlässlich  der  vorinstanzlichen  Hauptver-

handlung mit ihren Anträgen die Anordnung einer stationären Massnahme im Sinne 

von Art. 60 Abs. 1 StGB (Suchtbehandlung), eventualiter die Anordnung einer sta-

tionären Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 1 StGB (Behandlung von psychi-

schen Störungen). 

- 24 -

1.2. Die Vorinstanz schloss sich in der Folge dem Hauptantrag der Staatsanwalt-

schaft an und ordnete eine stationäre therapeutische Massnahme zwecks Behand-

lung der Alkoholabhängigkeit des Beschuldigten an (Urk. 77 S. 38). Zur Begrün-

dung führte sie aus, auch wenn das psychosoziale Funktionsniveau des Beschul-

digten in den letzten Jahren nur moderat eingeschränkt gewesen sei, rechtfertigte 

sich aufgrund des nunmehr schon seit Längerem bestehenden Alkoholproblems, 

welches auch in seinen Vorstrafen zum Ausdruck komme, die Annahme einer Al-

koholabhängigkeit. Nachdem eine moderate Rückfallgefahr für Gewaltdelikte und 

eine hohe Rückfallgefahr für Strassenverkehrsdelikte vorliege, sei dem Beschuldig-

ten eine ungünstige Legalprognose zu stellen, was seine Gefährlichkeit im Sinne 

von Art. 60 Abs. 1 lit. b StGB begründe und eine stationäre Massnahme indiziere. 

Zwar stufe das Gutachten die Behandlungsfähigkeit des Beschuldigten als gering 

ein, weshalb eine Suchtklinik für die Behandlung des Beschuldigten von vornherein 

nicht in Betracht falle, zumal es für Veränderungsschritte beim Beschuldigten deut-

lich mehr Zeit benötigen würde als im Normallfall. Allerdings könne das benötigte 

Setting auch in einem Massnahmezentrum durchgeführt werden, weshalb trotz ver-

schiedener Hindernisse letztlich doch hinreichende Aussichten auf eine wesentli-

che  Verminderung  der  Rückfallgefahr  mittels  einer  Suchtbehandlung  bestünden, 

zumal  der  Beschuldigte  für  eine  Behandlung  durchaus  motivierbar  erscheine. 

Schliesslich erweise sich die Massnahme auch als verhältnismässig, da diese im 

wohlverstandenen Interesse des Beschuldigten sei und ohne Behandlung eine zu-

mindest moderate Rückfallgefahr bestehe (Urk. 77 S. 26 ff.). 

1.3. Der Beschuldigte ficht infolge seines Antrages auf Freispruch auch die an-

geordnete therapeutische Massnahme an (Urk. 80 S. 2; Urk. 98 S, 14). Die Vertei-

digung macht in diesem Zusammenhang geltend, das Gutachten sei einseitig, wi-

dersprüchlich und nicht vollständig, weshalb es von vornherein nicht für die Beur-

teilung  der  Schuldfähigkeit  und  der  Zweckmässigkeit  einer  Massnahme  tauge 

(Urk. 64 S. 17 ff.). Anlässlich der Berufungsverhandlung verwies die Verteidigung 

auf ihre diesbezüglichen Ausführungen vor Vorinstanz (Prot. II S. 23 - 24). Zudem 

führte die Verteidigung aus, eine Massnahme wegen angeblicher Alkoholsucht er-

scheine heute obsolet, denn der Beschuldigte sei weit über zwei Jahre im Gefäng-

nis und habe seither keinen Alkohol mehr getrunken. 

- 25 -

2.

Grundlagen

2.1.

Für die allgemeinen rechtlichen Grundlagen einer Massnahme nach Art. 56 

ff. StGB ist vorweg auf die entsprechenden Erwägungen im angefochtenen Urteil 

zu verweisen (Urk. 77 S. 25 f.). Soweit sich insofern Ergänzungen aufdrängen, wird 

im Rahmen der konkreten Beurteilung der Massnahme an geeigneter Stelle darauf 

einzugehen sein (vgl. nachstehend Ziff. VI./3. f.). 

2.2.

In  formeller  Hinsicht  zentral  ist  das  Vorliegen  eines  fachspezifischen  Gut-

achtens, welches in casu von Dr. med. H._____ am 30. Januar 2024 erstattet wurde 

(Urk. 20/7). Entgegen der Verteidigung ist nicht ersichtlich, dass dieses Gutachten 

an formellen Mängeln leiden würde bzw. unvollständig oder widersprüchlich wäre. 

Namentlich besteht kein Widerspruch, wenn der Experte eine Therapie der Alko-

holsucht  bei  lediglich  leicht  verminderter  Schuldfähigkeit  empfiehlt,  soweit  er  die 

Diskrepanz – wie vorliegend – plausibel erklärt (vgl. Urk. 20/7 S. 79 ff.), wobei auf 

die  entsprechende  Therapieempfehlung  des  Gutachters  ohnehin  noch  zurückzu-

kommen sein wird (vgl. nachstehend Ziff. VI./3.1.2.). Im Weiteren ist darauf hinzu-

weisen, dass sich der vom Gericht bestellt Experte bei der Gutachtenserstellung 

auf die Hypothese der Tatbegehung gemäss Anklageschrift abzustellen hat, welche 

im zu beurteilenden Fall wiederum zu einem guten Teil auf den Aussagen der Pri-

vatklägerin basiert, so dass es nicht zu erstaunen vermag, wenn im Rahmen der 

Begutachtung  grundsätzlich  auf  die  entsprechende  Sachdarstellung  abgestützt 

wurde,  auch  wenn  die  Angaben  nicht  ausnahmslos  nachvollzogen  werden.  Das 

Gutachten erweist sich demgemäss als tragfähige Grundlage für die Beantwortung 

der entsprechenden psychiatrischen Fachfragen, weshalb grundsätzlich auf dieses 

abgestellt werden kann, wobei bereits an dieser Stelle darauf hinzuweisen ist, dass 

die Frage, ob im konkreten Fall eine Massnahmebedürftigkeit des Beschuldigten 

vorliegt, letztlich das Gericht unter Berücksichtigung der ärztlichen Diagnose zu be-

antworten hat.

- 26 -

3.

Würdigung

3.1. Behandlungsbedürftigkeit 

3.1.1. Die primäre und grundlegendste Voraussetzung einer jeder gerichtlichen the-

rapeutischen Massnahme im Sinne von Art. 56 ff. StGB bildet die Behandlungsbe-

dürftigkeit des Täters. Lehre und Rechtsprechung sind sich in diesem Zusammen-

hang einig, dass sich die Bedürftigkeit so weit möglich auf eine medizinische Dia-

gnose im Sinne eines anerkannten Klassifikationssystems (ICD bzw. DSM) zu stüt-

zen hat, welche in einem forensisch-psychiatrischen Gutachten ihren Niederschlag 

findet (vgl. Urteil 6B_866/2017 vom 11. Oktober 2017, E. 1.3.3.; HEER, Kriterien für 

eine Umschreibung der Schwere einer psychischen Störung gemäss Art. 59 und 

63  StGB,  S.  29;  DIES.,  BSK  StGB  I,  N  30g  f.  zu  Art.  59).  Die  jüngere  (teilweise 

umstrittene) Praxis lässt nunmehr für den Ausnahmefall auch minder schwere Be-

funde zu, sofern diese in der Kombination eine psychische Beeinträchtigung des 

Delinquenten von gleichgelagertem Krankheitswert zu begründen vermögen, doch 

muss  sich  auch  diese  Beeinträchtigung  in  verschiedenen  (nicht  deliktischen)  Le-

bensbereichen  dysfunktional  auswirken,  um  das  notwendige  pathologische  Sub-

strat zu erreichen. Relevant für eine gerichtliche psychiatrische Behandlung sind 

somit namentlich jene Auffälligkeiten der Persönlichkeit, die sich in unterschiedli-

chen Bereichen des Verhaltens und Erlebens manifestieren, so dass das psycho-

soziale Funktionsniveau insgesamt stark eingeschränkt ist (BGE 146 I 1, E. 3.5.4. 

und 3.5.7.). 

3.1.2. Der Gutachter äussert sich in seiner umfassend angelegten Expertise vom 

30.  Januar  2024  zur  Behandlungsbedürftigkeit  des  Beschuldigten  betreffend  die 

Alkoholproblematik dahingehend, dass die Datenlage zu lückenhaft sei und die In-

formationen nicht ausreichend seien, um eine Alkoholabhängigkeit mit Sicherheit 

feststellen zu können. Die erhebliche Alkoholproblematik wird insbesondere an der 

Delinquenz  in  den  Jahren  2014,  2019  und  2021  festgemacht,  in  deren  Rahmen 

teilweise eine Alkoholintoxikation vorlag, welche zu den Taten beitrug. Zudem wird 

für die vorliegenden Taten im Jahr 2023 ein (rückgerechneter) Blutalkoholwert im 

Bereich zwischen 1.8 und 2.6 Promillen festgestellt, welcher indessen die Steue-

rungsfähigkeit nicht massgeblich vermindert haben soll (Urk. 20/7 S. 76). Vier nach-

- 27 -

weisbare Vorfälle mit strafrechtlichem Kontext in den letzten rund zehn Jahren ver-

mögen indessen noch keine pathologische Alkoholabhängigkeit des Beschuldigten 

zu begründen, zumal der Gutachter ausdrücklich festhält, dass das psychosoziale 

Funktionsniveau  beim  Beschuldigten  in  den  letzten  Jahren  nur  moderat  einge-

schränkt war (Urk. 20/7 S. 58). 

3.1.3. Der Beschuldigte selbst sieht seine psychische Problematik nicht als allzu 

schwer an. So äusserte er sich namentlich im Rahmen der Expertise dahingehend, 

dass er noch nie in psychiatrischer Behandlung gewesen sei und sich psychisch 

gesund fühle. Alkohol trinke er nur sporadisch und sei in diesem Zusammenhang 

ein bis zwei mal pro Jahr betrunken (Urk. 20/7 S. 48). An der Berufungsverhandlung 

führte  der  Beschuldigte  aus,  nicht  süchtig  oder  stark  abhängig  zu  sein.  Er  habe 

früher Alkohol konsumiert, aber nicht regelmässig. Er brauche keine Behandlung in 

einer Suchtklinik (Prot. II S. 13). Offizielle Diagnosen einer Alkoholerkrankung oder 

einer anderen gesundheitlich relevanten Störung wurden beim Beschuldigten bis 

anhin denn auch noch nie gestellt.

3.1.4. Zusammenfassend lässt sich mithin nach dem Gesagten konstatieren, dass 

betreffend  die  Behandlungsbedürftigkeit  des  Beschuldigten  keine  Alkoholproble-

matik nachgewiesen ist, welche eine Suchtbehandlung nach Art. 60 StGB rechtfer-

tigt. Die Aktenlage lässt es als ebenso wahrscheinlich, wenn nicht gar wahrschein-

licher erscheinen, dass es sich beim Beschuldigten um einen Gelegenheitstrinker 

im  Sinne  eines  Absturztrinkers  handelt,  welcher  bei  zusätzlich  hinzukommenden 

Faktoren gewalttätig reagieren kann, was sicherlich nicht unproblematisch scheint, 

jedoch  keine  aktuelle  Alkoholabhängigkeit  begründet,  zumal  der  Beschuldigte  in 

den letzten zwei Jahren und acht Monaten im vorzeitigen Strafvollzug gezwunge-

nermassen abstinent war. Allgemein war das psychosoziale Funktionsniveau des 

Beschuldigten aufgrund der Alkoholproblematik in den letzten Jahren indessen nie 

nachhaltig eingeschränkt. Es ist in diesem Zusammenhang denn auch nicht zu ver-

kennen, dass der Beschuldigte in den letzten Jahren – wenn auch nicht störungsfrei 

– ein Familienleben zu führen und dabei zwei Kleinkinder mit grosszuziehen ver-

mochte, was nicht auf ein pathologisches Ausmass der Alkoholproblematik schlies-

sen lässt, selbst wenn der Hauptteil der Erziehungsarbeit von der Ehefrau bestritten 

- 28 -

worden  sein  dürfte.  Diese  Einschätzung  wird  vom  Gutachter  denn  auch  nicht  in 

Frage gestellt. Vielmehr stellt auch dieser keine eigentliche Diagnose einer Alko-

holabhängigkeit und überlässt es im Übrigen (zu Recht) dem Gericht, ob eine mass-

nahmerelevante Alkoholproblematik als erstellt erachtet wird.

3.1.5.  Für  den  Fall,  dass  eine  relevante  Alkoholabhängigkeit  des  Beschuldigten 

vom Gericht nicht als erstellt erachtet wird, stellt der Gutachter aufgrund der Disso-

zialität des Beschuldigten eine stationäre Behandlung im Sinne von Art. 59 StGB in 

den  Raum,  indem  er  in  sinngemässer  Anwendung  der  neueren  bundesgerichtli-

chen  Praxis  letztlich  von  einer  hinreichend  schweren  psychischen  Störung  auf-

grund einer  Kombination  der  Alkoholproblematik  und den  dissozialen  Zügen  des 

Beschuldigten ausgeht. Es ist an dieser Stelle indessen zu betonen, dass der Gut-

achter angesichts der mangelhaften Datenlage beim Beschuldigten keine dissozi-

ale Persönlichkeitsstörung im Sinne des ICD-Kataloges zu diagnostizieren vermag, 

so dass sich insofern die Annahme verbietet, es handle sich diesbezüglich um eine 

ausgeprägte Störung, welche beim Beschuldigten im Vordergrund steht und dem-

entsprechend vordringlich zu behandeln ist.

3.2. Behandlungsfähigkeit

3.2.1.  An  die  Behandlungsfähigkeit  sind  bei  Massnamen  betreffend  psychische 

Störungen in der Regel keine allzu hohen Anforderungen zu stellen, da es sich für 

gewöhnlich um komplexe Problematiken handelt, für deren erfolgreiche Behand-

lung mitunter mehrere Anläufe nötig sind. Nichtsdestotrotz wird in Lehre und Praxis 

regelmässig betont, dass insbesondere dissoziale Störungen generell schwer an-

gehbar  seien,  weshalb  die  Erfolgschancen  einer  Behandlung  in  diesem  Zusam-

menhang oft geringer seien, was bei der allfälligen Anordnung einer entsprechen-

den Behandlung mitzuberücksichtigen ist (vgl. statt vieler HEER, BSK StGB I, N 69 

zu Art. 59 StGB). 

3.2.2. Für den vorliegenden Fall ist in diesem Zusammenhang zu beachten, dass 

der  Gutachter  die  Behandlungsfähigkeit  des  Beschuldigten  mit  beachtenswerten 

Argumenten verschiedentlich in Zweifel zieht, worauf die Vorinstanz nur am Rande 

eingegangen ist. Relevant erscheint in diesem Zusammenhang, dass der Beschul-

- 29 -

digte bis anhin lediglich ein beschränktes Problembewusstsein entwickelt hat und 

auch kognitiv nur eingeschränkt in der Lage ist, sich auf eine Massnahme zwecks 

Behandlung der komplexen Störung einzulassen (Urk. 20/7 S. 88 f.). Gemäss dem 

Gutachten dürfte die Therapie aus diesen Gründen nicht allzu schnelle Erfolge zei-

tigen und entsprechend länger andauern (vgl. Urk. 20/7 S. 90). Der Gutachter be-

urteilt die Behandlungsfähigkeit des Beschuldigten aufgrund all dieser Schwierig-

keiten im Endeffekt denn auch als gering (Urk. 20/7 S. 89).

3.3. Behandlungswilligkeit 

3.3.1. Der Behandlungswilligkeit des Täters misst das Gesetz im Rahmen der The-

rapie von psychischen Störungen (im Gegensatz zur Behandlung von Suchtkran-

ken gemäss Art. 60 StGB) keine besondere Bedeutung zu. Lehre und Praxis ver-

langen  vom  Betroffenen  dennoch  ein  Mindestmass  an  Kooperationsbereitschaft. 

Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass es aufgrund der psychischen 

Erkrankung des Betroffenen durchaus an der Fähigkeit fehlen kann, die Notwen-

digkeit  und  das  Wesen  einer  Behandlung  abzuschätzen.  Ein  erstes  Therapieziel 

besteht in diesen Fällen daher oft darin, Einsicht und Therapiewilligkeit zu schaffen, 

was gerade im Rahmen stationärer Behandlungen auch oft Erfolg hat (vgl. Urteile 

6B_543/2015  vom  10.  Dezember  2015,  E.  4.2.3.;  6B_487/2011  vom  30.  Januar 

2012, E. 3.7.3.; 6B_373/2010 vom 13. Juli 2010, E. 5.5.). Dies gilt insbesondere für 

Täter mit einer dissozialen Persönlichkeitsstörung, welche die krankhaften Auffäl-

ligkeiten regelmässig als ich-syntone Eigenschaften erleben. Die Behandlung die-

ser Störung und der damit verbundenen Komorbiditäten (wie schädlicher Substanz-

gebrauch  oder  Störungen  der  Impulskontrolle)  erfordert  damit  regelmässig  eines 

langen Prozesses der Veränderung am Selbstbild, wobei ein juristischer Druck zu 

Beginn der Behandlung dem Erfolg der Therapie nicht a priori abträglich sein muss 

(HEER, BSK StGB I, N 80 ff. zu Art. 59 StGB). 

3.3.2. Inwiefern der Beschuldigte für eine stationäre Massnahme zwecks Behand-

lung psychischer Störungen motiviert ist, erscheint nicht restlos klar. Wie vorste-

hend dargelegt (vgl. vorstehend Ziff. VI./3.1.3.), erachtet der Beschuldigte eine sta-

tionäre  Suchtbehandlung  nicht  als  erforderlich.  Zu  einer  stationären  Massnahme 

zwecks Behandlung einer psychischen Störung äusserte sich der Beschuldigte der-

- 30 -

weil nicht. Gemäss dem Gutachter besteht eine gewisse Motivierbarkeit (Urk. 20/7 

S. 95), wobei indessen nicht zu verkennen ist, dass auch dem Beschuldigten be-

wusst  sein  dürfte,  dass  er  seine  Strafe  in  nicht  allzu  langer  Zeit  verbüsst  haben 

wird, während die gerichtliche Massnahme deutlich länger dauern dürfte (vgl. dazu 

vorstehend Ziff. VI./ 3.2.2.). Ob sich der Beschuldigte unter diesen Umständen län-

gere Zeit auf die Massnahme einlässt, ist nicht gesichert, was auch der Gutachter 

so  sieht  (Urk.  20/7  S.  95  f.).  Inwiefern  dieser  Gesichtspunkt  einer  erfolgreichen 

psychiatrischen Behandlung letztlich entgegensteht kann allerdings offen bleiben, 

da  sich  der  Massnahme  anderweitige  Schwierigkeiten  entgegenstellen,  welche 

letztlich den Ausschlag über die gerichtliche Anordnung der Therapie geben (vgl. 

nachstehend Ziff. 3.4.).

3.4. Verhältnismässigkeit 

3.4.1. Jedwelche gerichtliche Massnahme in Sinne von Art. 56 ff. StGB muss an-

gesichts ihrer starken Tangierung der Rechtssphäre des Beschuldigten verhältnis-

mässig sein, was insbesondere auch heisst, dass zwischen dem Eingriff in die Per-

sönlichkeit des Betroffenen und dem angestrebten Zweck eine vernünftige Relation 

bestehen muss (Verhältnismässigkeit im engeren Sinne). Konkret sind dabei auf 

der einen Seite die Einschränkung der Freiheitsrechte des Beschuldigten und auf 

der anderen Seite das Behandlungsbedürfnis und die Schwere und Wahrschein-

lichkeit  künftiger  Straftaten  gegeneinander  abzuwägen  (vgl.  BGE  142  IV  105, 

E. 5.4.;  BGE  137  IV  201,  E.  1.2.).  Dabei  gewinnt  der  Freiheitsanspruch  des  Be-

schuldigten bei lang andauerndem Strafvollzug zunehmend an Gewicht (BGE 136 

IV 156, E. 3.2.; Urteil 6B_286/2024 vom 7. August 2024, E. 1.4.4.).

3.4.2. Für den vorliegenden Fall führt der Gutachter in diesem Zusammenhang aus, 

es werde beim Beschuldigten aufgrund seiner kognitiven und sprachlichen Defizite 

überdurchschnittlich lange dauern, bis erste Erfolge der Behandlung zu erwarten 

seien. Mit einer Beendigung der stationären Behandlung in den nächsten fünf Jah-

ren ist aufgrund dieser Einschätzung nicht zu rechnen und es ist gar wahrschein-

lich, dass diese Zeitspanne nicht ausreichen wird, um die dissoziale Problematik in 

geordnete Bahnen lenken zu können, zumal die Beeinflussbarkeit seiner Proble-

matik derzeit gering und der Beschuldigte derzeit auch nur schwach massnahme-

- 31 -

willig ist (vgl. Urk. 20/7 S. 89). Demgegenüber hat der Beschuldigte im heutigen 

Zeitpunkt bereits zwei Drittel seiner Strafe verbüsst und kann demzufolge spätes-

tens in etwas mehr als einem Jahr mit seiner Entlassung aus dem Strafvollzug rech-

nen.  Die  Anordnung  einer  stationären  Massnahme  im  Sinne  von  Art.  59  StGB 

würde seine persönlichen Freiheitsrechte mithin verhältnismässig stark tangieren. 

Auf der anderen Seite steht beim Beschuldigten die Alkoholproblematik beim ge-

genwärtigen Diagnosestand stärker im Vordergrund als seine dissoziale Problema-

tik, welche aufgrund der lückenhaften Datenlage nicht abschliessend abklärbar ist. 

Der  Gutachter  erachtet  denn  auch  die  auf  der  Dissozialität  basierende  Rückfall-

wahrscheinlichkeit für weitere Gewaltdelikte lediglich als moderat, zumal der Be-

schuldigte  in  dieser  Hinsicht  noch  nie  auffällig  geworden  ist.  Bezieht  man  in  die 

Gesamtwürdigung sodann auch die geringe Behandlungsfähigkeit der Problematik 

sowie die schleppende Motivation des Beschuldigten ein, so erweist sich eine län-

gerdauernde Behandlung der psychischen Störung, deren letztlicher Erfolg durch-

aus fraglich erscheint, insgesamt nicht mehr als verhältnismässig, auch wenn auf-

grund der vorliegenden Tat nicht zu verhehlen ist, dass der Beschuldigte unter Al-

koholeinfluss in bestimmten Konstellationen offensichtlich zu stark eruptiver Gewalt 

neigen kann.

4.

Fazit

Von der Anordnung einer stationär therapeutischen Massnahme im Sinne von 

Art. 60 StGB ist nach dem Gesagten mithin abzusehen, denn es ist keine Alkohol-

problematik nachgewiesen, welche eine Suchtbehandlung rechtfertigt. Weiter be-

stehen im Falle des Beschuldigten – mit der Verteidigung – durchaus Anhaltspunkte 

dafür,  dass  der  längere  Strafvollzug  eine  adäquate  präventive  Wirkung  zeitigen 

wird, da seine Hauptproblematik insofern entschärft wird, als er mit dem Freiheits-

entzug eine gezwungenermassen längerdauernde Alkoholabstinenz durchlebt hat, 

so dass nach der Haftentlassung intakte Chancen bestehen, dass er bei Aufrecht-

erhaltung  der  Abstinenz  dank  intakter  familiärer  Strukturen  nachhaltig  deliktsfrei 

wird  leben  können.  Es  ist  demnach  auch  von  der  Anordnung  einer  stationären 

Massnahme  im  Sinne  von  Art.  59  StGB  abzusehen,  zumal  beim  Beschuldigten 

keine dissoziale Persönlichkeitsstörung im Sinne des ICD-Katalogs diagnostiziert 

- 32 -

werden konnte, so dass die Anordnung einer solchen Massnahme letztlich auch als 

unverhältnismässig anzusehen wäre (vgl. vorstehend Ziff. VI./3.4.2.).

VII.  Landesverweisung

1.

Ausgangslage

1.1. Die Vorinstanz hat einen persönlichen schweren Härtefall beim Beschuldigten 

verneint und ihn für die Dauer von 8 Jahren des Landes verwiesen (Urk. 77 S. 30 

ff.). 

1.2. Mit seiner Berufung wendet sich der Beschuldigte auch gegen diese Landes-

verweisung (Urk. 80 S. 2; Urk. 98 S. 14). Die Staatsanwaltschaft äusserte sich im 

Rahmen  ihrer  Anschlussberufung  nicht  zu  dieser  Frage  (vgl.  Urk.  84  S.  2  f.; 

Urk. 96).

2.

Beurteilung

2.1. Bezüglich der rechtlichen Grundlagen der Landesverweisung kann zwecks 

Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die  entsprechenden  Erwägungen  der  Vor-

instanz verwiesen werden, welche sich insofern zu den wesentlichen Punkten ge-

äussert hat (Urk. 77 S. 30 ff.). Der Beschuldigte ist somalischer Staatsangehöriger 

und  bei  einer  versuchten  vorsätzlichen  Körperverletzung  liegt  eine  Katalogtat  im 

Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB vor.

2.2. Der Beschuldigte ist in Somalia auf die Welt gekommen und wuchs dort bei 

seinen Eltern mit seinen Geschwistern auf. Nach Besuch einer Koranschule wurde 

er von den Al-Shabaab-Milizen rekrutiert, wodurch er von seiner Familie getrennt 

wurde. Im Jahr 2013 kam er dann in die Schweiz, wo sein Asylgesuch abgelehnt, 

er jedoch vorläufig aufgenommen wurde. In der Schweiz fand er eine Partnerin und 

hat mit ihr zwei Kinder im Alter von 7 und 9 Jahren. Er schloss eine zweijährige 

Anlehre als Koch ab und arbeitete zuletzt in einer Bäckerei, welche Stelle er indes-

sen  infolge  der  Verhaftung  verloren  hat.  An  der  Berufungsverhandlung  ergänzte 

- 33 -

der Beschuldigte, seine Mutter lebe in Somalia (Urk. 21/4 + 5; Prot. I S. 12 ff.; Prot. II 

S. 10 f.).

2.3. Die Vorinstanz verneinte trotz starker familiärer Bindungen des Beschuldig-

ten in der Schweiz einen schweren persönlichen Härtefall im Sinne von Art. 66a 

Abs. 2 StGB (vgl. Urk. 77 S. 32). Dieser Schlussfolgerung ist insofern beizupflich-

ten, als der Beschuldigte hierzulande aufgrund der Vorstrafen, des Verlustes der 

Arbeitsstelle sowie etlichen vorhandenen Schulden in sozialer und wirtschaftlicher 

Hinsicht nicht hinreichend integriert ist. Auch kann in sprachlicher Hinsicht nicht von 

einer  gelungenen  Integration  des  Beschuldigten  ausgegangen  werden.  Sodann 

vermag  eine  intakte  Kernfamilie  nicht  in  jedem  Fall  einen  schweren  Härtefall  im 

Sinne des Gesetzes zu begründen, dies namentlich dann nicht, wenn es der Fami-

lie zumutbar erscheint, mit dem Beschuldigten in sein Heimatland zurückzukehren 

(vgl. statt vieler Urteil 6B_326/2025 vom 9. Juli 2025, E. 3.3.6.). Diesbezüglich ist 

anzumerken, dass die Kinder des Beschuldigten noch in einem Alter sind, in wel-

chem sie hierzulande noch nicht definitiv verwurzelt sind, auch wenn sie bereits im 

Bildungssystem integriert sind und wohl erste Freundschaften geknüpft haben. Ge-

mäss den Angaben des Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhandlung wird 

in der Familie mit den Kindern denn auch Deutsch und Somali gesprochen (Prot. II 

S. 15). Darüber hinaus erscheint es auch der Lebenspartnerin des Beschuldigten 

(I._____) nicht generell unzumutbar, mit dem Beschuldigten nach Somalia auszu-

reisen, zumal sie in Somalia aufgewachsen ist und ebenfalls Somali spricht, womit 

sie mit der Kultur im Heimatland des Beschuldigten vertraut ist (vgl. Urk. 21/5 S. 4; 

Prot. II S. 15). 

2.4. Wie es sich damit verhält und ob vor dem dargelegten familiären Hintergrund 

doch  noch  aufgrund  des  Familienlebens  des  Beschuldigten  in  der  Schweiz  ein 

schwerer persönlicher Härtefall zu bejahen wäre, kann indessen letztlich offen blei-

ben, da aufgrund des problematischen Vorlebens des Beschuldigten mit drei (teil-

weise einschlägigen) Vorstrafen sowie namentlich auch aufgrund der heute zu be-

urteilenden Taten mit einer auszufällenden Freiheitsstrafe von 3 ¾ Jahren die öf-

fentlichen Interessen an einer Wegweisung des Beschuldigten derart stark ausge-

prägt sind, dass sie die vorhandenen privaten Interessen selbst dann zu überwie-

- 34 -

gen vermöchten, wenn die Zumutbarkeit der Ausreise seiner Familie in das Hei-

matland des Beschuldigten zu verneinen wäre und er den Kontakt (vorübergehend) 

via gelegentliche Besuche der Familie und via die sozialen Medien aufrechterhalten 

müsste. Wie das Bundesgericht wiederholt festgehalten hat, vermag bei einer Frei-

heitsstrafe  von  über  zwei  Jahren  selbst  die  Tangierung  des  Anspruches  auf  ein 

Familienleben die Landesverweisung nicht zu verhindern, wenn keine zusätzlichen 

ausserordentlichen Gründe für den Härtefall bestehen (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 6B_323/2025, 6B_326/2025 vom 9. Juli 2025, E. 3.5.4.2 mit Hinweisen). 

2.5. Solche  ausserordentlichen  Gründe  sind  nicht  ausgewiesen.  Der  Beschul-

digte reiste im Jahr 2013 in die Schweiz ein. Die Aufenthaltsdauer des Beschuldig-

ten in der Schweiz reicht als solche mithin nicht aus, um einen aussergewöhnlichen 

Umstand zu begründen (BGE 146 IV 105 E. 3.4.4), aufgrund dessen die persönli-

chen Interessen das öffentliche Interesse an einer Wegweisung überwiegen wür-

den. Der Beschuldigte hat sodann zwar eine zweijährige Anlehre als Koch gemacht 

und sagte anlässlich der Berufungsverhandlung aus, die Lehre als Koch auch noch 

abschliessen zu wollen und in einer Bäckerei gearbeitet zu haben (Prot. II S. 11 - 

12). Der Beschuldigte vermag damit zwar darzulegen, darum bemüht gewesen zu 

sein, eine Berufslehre zu machen, und immer wieder erwerbstätig gewesen zu sein, 

womit Integrationsbemühungen nicht von der Hand zu weisen sind. Letztlich hat er 

aber noch keine Berufsausbildung abgeschlossen und weist auch namhafte Schul-

den auf (Prot. II S. 13). Von einer beruflich und finanziell erfolgreichen Integration 

kann angesichts dieser Umstände mithin noch nicht ausgegangen werden, zumal 

auch in sprachlicher Hinsicht noch Schwierigkeiten bestehen. Es ist ferner anzuer-

kennen, dass ein Neustart des Beschuldigten in seinem Heimatland schwer sein 

wird,  nachdem  er  dort  keine  gefestigten  sozialen  oder  beruflichen  Anknüpfungs-

punkte hat. Indessen gab der Beschuldigte an der Berufungsverhandlung an, dass 

seine Mutter in Somalia wohne, womit eine wichtige Bezugsperson in seinem Hei-

matland lebt, was seiner Assimilierung in Somalia zuträglich sein dürfte. Sodann 

spricht  der  Beschuldigte  die  dortige  Landessprache,  ist  noch  jung  und  hat  erste 

Berufserfahrungen  gesammelt,  die  ihm  bei  der  beruflichen  Integration  in  seinem 

Heimatland dienlich sein können. Hinzu kommt, dass der Beschuldigte seine ersten 

achtzehn Lebensjahre in Somalia verbrachte und damit mit der dortigen Kultur ver-

- 35 -

traut sein dürfte. Eine Integration im Heimatland erscheint vor diesem Hintergrund 

durchaus möglich. Nicht zu folgen ist schliesslich dem Einwand der Verteidigung, 

beim Beschuldigten handle es sich nicht um einen "Dauerdelinquenten", was hin-

sichtlich des öffentlichen Interesses an der Landesverweisung zu berücksichtigen 

sei (Urk. 98 S. 13-14). Zum einen weist der Beschuldigte bereits Vorstrafen auf, 

darunter  wegen  mehrfacher  Gewalt  und  Drohung  gegen  Behörden  und  Beamte. 

Zum anderen ist massgeblich, dass der Beschuldigte beim vorliegend zu beurtei-

lenden  Tatvorwurf  erhebliche  Gewalt  anwendete  und  damit  bereits  deshalb  eine 

nachhaltige  Gefahr  für  die  öffentliche  Ordnung  besteht.  Im  Übrigen  vermag  den 

Beschuldigten auch sein Status als vorläufig Aufgenommener nicht vor einer Lan-

desverweisung zu schützen. Er hat in keiner Weise dargelegt, weshalb seine frü-

here Zugehörigkeit zur Al-Shabaab-Miliz bei einer Rückkehr aktuell eine nahelie-

gende  Gefährdung  für  Leib  und  Leben  bewirken  könnte,  was  ihm  indes  oblegen 

hätte, denn der Beschuldigte hat trotz des Untersuchungsgrundsatzes insofern eine 

gewisse Mitwirkungspflicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1493/2022 vom 22. 

Juni 2023, E. 3.1.3), welcher er im vorliegenden Verfahren nicht nachkam. Sodann 

erfordern auch die politischen Verhältnisse in seinem Heimatland keine unmittel-

bare Berücksichtigung eines definitiven Vollzugshindernisses durch das Sachge-

richt,  wie  dies  auch  bereits  die  Vorinstanz  zutreffend  dargelegt  hat  (vgl.  Urk.  77 

S. 31). Der Beschuldigte ist aus all diesen Gründen mithin auch in zweiter Instanz 

des Landes zu verweisen.

2.6. Nachdem die Vorinstanz die Dauer der Landesverweisung auf 8 Jahre fest-

setzte  und  die  Staatsanwaltschaft  diesbezüglich  kein  Rechtsmittel  erhob,  hat  es 

dabei sein Bewenden (Art. 391 Abs. 2 StPO). Der Vollständigkeit halber ist darauf 

hinzuweisen, dass die Dauer von 8 Jahren im Hinblick auf die Schwere der Straf-

taten durchaus verhältnismässig erscheint und nur deshalb keine höhere Landes-

verweisung angezeigt ist, weil die Familie des Beschuldigten ein Interesse hat, in 

der Schweiz zu verbleiben, was bei der Festlegung der Dauer der Verweisung mit-

zuberücksichtigen ist (vgl. Urteil 6B_326/2025 vom 9. Juli 2025, E. 4.2.).

2.7. Wird  gegen  eine  Person,  die  nicht  die  Staatsangehörigkeit  eines  Mitglieds-

taats der Europäischen Union oder der Europäischen Freihandelsassoziation be-

- 36 -

sitzt, ein Einreiseverbot verhängt, so wird sie nach Massgabe der Bedeutung des 

Falles im Schengener Informationssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausge-

schrieben (vgl. Art. 21 und 24 der Verordnung [EG] Nr. 1987/2006 vom 20. Dezem-

ber 2006 über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des SIS-II, Abl. L 381/4 

vom  28.12.2006  [SIS-II-VO],  abgelöst  durch  Art. 21  und  24  Verordnung  (EU) 

2018/1861 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 28. November 2018 

über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des Schengener Informations-

systems (SIS) im Bereich der Grenzkontrollen, zur Änderung des Übereinkommens 

zur Durchführung des Übereinkommens von Schengen und zur Änderung und Auf-

hebung der Verordnung (EG) Nr. 1987/2006 [Verordnung (EU) 2018/1861]; in der 

Schweiz in Kraft getreten am 11. Mai 2021 [SR 0.362.380.085]). 

Der Heimatstaat des Beschuldigten ist Somalia. Dieser Staat ist weder Mit-

glied der Europäischen Union noch der Europäischen Freihandelsassoziation. Der 

Beschuldigte  ist  demnach  ein  Drittstaatsangehöriger,  welcher  grundsätzlich  im 

Schengener Informationssystem ausgeschrieben werden kann. Die Ausschreibung 

der Landesverweisung ist schliesslich auch verhältnismässig, da vom Beschuldig-

ten eine evidente Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgeht (vgl. 

BGE 147 IV 340, E. 4.8.; Urteil 6B_932/2021 vom 7. September 2022, E. 1.8.3.). 

Die vorinstanzliche Anordnung der Ausschreibung im Schengener Informationssys-

tem (SIS) ist daher ohne Weiteres zu bestätigen.

3.

Fazit

Zusammenfassend ist der Beschuldigte mithin auch in zweiter Instanz unter 

Ausschreibung im Schengener Informationssystem für die Dauer von 8 Jahren aus 

dem Gebiet der Schweiz zu verweisen.

- 37 -

VIII.  Zivilbegehren

1.

Schadenersatz

Der Beschuldigte hat die vorinstanzliche Verweisung des Schadenersatzbe-

gehrens  der  Privatklägerin  auf  den  Zivilweg  nicht  angefochten,  weshalb  dieser 

Punkt in Rechtskraft erwachsen ist (vgl. vorstehend Ziff. II./1.). 

2.

Genugtuung

2.1. Betreffend das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin hat die Vorinstanz 

einen  Betrag  von  Fr.  10'000.–  (zuzügl.  Zins)  als  gerechtfertigt  erachtet  (Urk.  77 

S. 36), womit der Beschuldigte nicht einverstanden ist (vgl. Urk. 80 S. 2; Urk. 98 

S. 14), wobei die Verteidigung die entsprechende Forderung der Privatklägerin le-

diglich pauschal in Zweifel gezogen hat, indem sie auf deren vorbestehende De-

pression und Schizophrenie hinwies und darüber hinaus monierte, dass keine Be-

lege für eine fortbestehende Behandlung der Privatklägerin wegen des inkriminier-

ten Vorfalles vorliegen würden (Prot. I S. 34). 

2.2. Die  Vorinstanz  hat  diesbezüglich  in  ihrem  Urteil  die  formellen  Grundlagen 

des Adhäsionsverfahrens und die materiellen Grundsätze der Genugtuung zutref-

fend  dargelegt,  wobei  zu  Recht  auf  das  diesbezüglich  erhebliche  Ermessen  des 

Sachgerichtes hingewiesen wurde (Urk. 77 S. 34 f.). In casu schlug der Beschul-

digte mehrfach mit einem Schuhpaar auf die Privatklägerin ein, würgte sie und ver-

setzte ihr zwei Faustschläge ins Gesicht. In der Folge traktierte er sie mit einem 

Gurt und einem Stuhl wiederholt auch im Kopfbereich. Diese Gewaltorgie vermag 

ohne Weiteres eine schwere Verletzung der Persönlichkeit zu bewirken und ist per 

se geeignet, zu einer Traumatisierung von nicht nur vorübergehender Dauer beizu-

tragen.  Die  Privatklägerin  war  nach  der  Tat  denn  auch  für  3  Tage  in  stationärer 

medizinsicher  Behandlung  und  wurde  in  der  Folge  für  weitere  6 Tage  krankge-

schrieben (vgl. Urk. 6/4 S. 1 f.). Allerdings resultierten daraus keine gravierenden 

körperlichen Folgen und sind auch keine längerdauernden psychischen Folgen do-

kumentiert,  weshalb  die  erstinstanzlich  festgelegte  Genugtuung  von  Fr.  10'000.– 

eher hoch erscheint. Nichtsdestotrotz liegt die statuierte Summe noch im Bereich 

- 38 -

des Ermessens der Vorinstanz und ist deshalb im Endeffekt in zweiter Instanz zu 

bestätigen, zumal sie von der Beschuldigtenseite auch in der Berufungsverhand-

lung nicht mit substantiierten Argumenten in Zweifel gezogen wurde. Die Verteidi-

gung stellt sich im Wesentlichen auf den Standpunkt, auch die Privatklägerin habe 

"aktiv" geschlagen und habe mit ihrem Verhalten das gegenseitige Schlagen pro-

voziert (Urk. 98 S. 11 S. 14). Wie vorstehend dargelegt, lässt sich indes nicht er-

stellen, dass sich der Beschuldigte verteidigte, sondern es ist vielmehr davon aus-

zugehen, dass er als Aggressor auftrat und der Privatklägerin insofern die erhebli-

chen  Verletzungen  zufügte  (vgl.  vorne  Ziff.  III./3.6.).  Eine  gewisse  Provokation 

durch die Privatklägerin ist dabei zwar nicht auszuschliessen, doch kann nicht an-

genommen  werden,  die  Privatklägerin  habe  dadurch  im  Sinne  eines  Selbstver-

schuldens die Ursache für die Gewaltanwendung des Beschuldigten gesetzt.

IX.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Erstinstanzliches Verfahren

Der Berufungsprozess brachte im Schuldpunkt keine Änderung des Urteils 

der Vorinstanz. Vielmehr wurde die Strafe in zweiter Instanz leicht erhöht. Die erst-

instanzliche Kostenregelung (Ziffern 17 und 18) ist demzufolge heute vollumfäng-

lich zu bestätigen (vgl. Art. 426 StPO).

2.

Zweitinstanzliches Verfahren

2.1. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens haben die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Inwiefern eine 

Partei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt insbesondere da-

von  ab,  in  welchem  Ausmass  ihre  in  zweiter  Instanz  gestellten  Anträge  gut-

geheissen werden (Urteil 6B_1344/2019 vom 11. März 2020, E. 2.2.). Ausnahmen 

von der allgemeinen Kostenregelung gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO sind entspre-

chend Art. 428 Abs. 2 StPO für jene Fälle vorgesehen, in denen die Voraussetzung 

- 39 -

für das Obsiegen erst im Rahmen des Weiterzuges geschaffen oder der angefoch-

tene Entscheid in diesem Stadium nur unwesentlich abgeändert wurde.

2.2. Die  Entscheidgebühr  für  den  obergerichtlichen  Prozess  ist  vorliegend  auf 

Fr. 3'600.– zu veranschlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 

und § 14 Abs. 1 lit. b GebV OG).

2.3. Der Beschuldigte vermag sich im Berufungsverfahren mit seinem Antrag auf 

Freispruch nicht durchzusetzen und das erstinstanzliche Urteil ist auch im Übrigen 

weitgehend zu bestätigen bzw. gar noch zu verschärfen. Der Umstand, dass der 

Vorinstanz im Nebenpunkt der Massnahme nicht gefolgt wird, vermag daran nichts 

zu ändern, zumal sich die abweichende Würdigung im angefochtenen Urteil nicht 

als rechtsfehlerhaft erweist. Somit sind auch die Kosten des Berufungsverfahrens 

– mit Ausnahme jener der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Privat-

klägervertretung – vorbehaltlos dem Beschuldigten aufzuerlegen. 

2.4. Die  amtliche  Verteidigung  des  Beschuldigten  macht  für  ihre  Bemühungen 

und  Barauslagen  vor  Berufungsgericht  den  Betrag  von  Fr. 6'921.85  (inkl.  MwSt) 

geltend  (Urk. 97).  Der  Aufwand  ist  ausgewiesen  und  das  geltend  gemachte 

Honorar steht auch im Einklang mit den Ansätzen der kantonalen Anwaltsgebüh-

renverordnung. Unter Berücksichtigung der (teilweise von der Verteidigung bereits 

inkludierten) Aufwendungen für die heutige Berufungsverhandlung (inkl. Weg zum 

Verhandlungsort und Nachbesprechung mit dem Mandanten) erscheint es mithin 

angemessen, die amtliche Verteidigung mit insgesamt Fr. 7'000.– (inkl. MwSt) aus 

der Gerichtskasse zu entschädigen.

2.5. Die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin berechnet für ihre Bemühun-

gen  und  Barauslagen 

im  Berufungsverfahren  den  Betrag  von  Fr. 728.15 

(inkl. MwSt; Urk. 95). Dieser Aufwand ist ebenfalls ausgewiesen und das geltend 

gemachte  Honorar  steht  auch  hier 

im  Einklang  mit  den  Ansätzen  der 

Anwaltsgebührenverordnung. Damit ist es mithin gerechtfertigt, die unentgeltliche 

Vertretung  mit  insgesamt  Fr. 728.15  (inkl.  MwSt)  aus  der  Gerichtskasse  zu  ent-

schädigen.

- 40 -

2.6. Die zweitinstanzlichen Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgelt-

lichen Privatklägervertretung sind erneut auf die Gerichtskasse zu nehmen, wobei 

die  Rückzahlungspflicht  des  Beschuldigten  gemäss  Art. 135  Abs. 4  StPO  bzw. 

Art. 138 Abs. 1 StPO auch für diese Instanz vorbehalten bleibt.

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abtei-

lung, vom 23. Mai 2024 bezüglich der Dispositivziffern 8 - 11 (Beschlagnah-

mungen und Sicherstellungen), 12 (Schadenersatzforderung) sowie 14 - 16 

(Kosten- und Entschädigungsfestsetzung) in Rechtskraft erwachsen ist.

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig





der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 

aStGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB sowie 

der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 3 ¾ Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und 

mit heute 855 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie vorzei-

tigen Strafvollzug erstanden sind.

3.

Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 25. März 2021 

bedingt ausgefällte Geldstrafe von 170 Tagessätzen zu Fr. 30.– wird vollzo-

gen.

4.

Von einer stationären Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB bzw. Art. 60 

StGB wird abgesehen.

- 41 -

5.

Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB für die Dauer 

von 8 Jahren des Landes verwiesen.

6.

Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufent-

haltsverweigerung) im Schengener Informationssystem angeordnet.

7.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ eine Genugtu-

ung von Fr. 10'000.– zuzüglich 5 % Zins seit 28. April 2023 zu bezahlen.

Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin abgewie-

sen.

8.

9.

Die erstinstanzliche Kostenregelung (Ziff. 17 und 18) wird bestätigt.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

7'000.–   amtliche Verteidigung (inkl. 8,1 % MWST)

728.15   unentgeltliche Vertretung (inkl. 8,1 % MWST).

10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme jener der amtlichen 

Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, wer-

den dem Beschuldigten auferlegt. 

11. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Vertretung 

der Privatklägerschaft werden auf die Gerichtskasse genommen. Die Rück-

zahlungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bzw. 

Art. 138 Abs. 1 StPO bleibt vorbehalten.

12. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an









die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben)

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (übergeben)

den unentgeltlichen Vertreter der Privatklägerin (B._____) im Doppel 
für sich und zuhanden der Privatklägerin

das Migrationsamt des Kantons Zürich 

- 42 -



den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste 

sowie in vollständiger Ausfertigung an







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

den unentgeltlichen Vertreter der Privatklägerin (B._____) im Doppel 
für sich und zuhanden der Privatklägerin

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an













die Vorinstanz

das Migrationsamt des Kantons Zürich 

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste 

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Löschung 
des DNA-Profils 

die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (im Dispositiv)

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A und B. 

13. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-

gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

- 43 -

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer

Zürich, 29. August 2025

Der Präsident:

Der Gerichtsschreiber:

Oberrichter lic. iur. Spiess

MLaw Orlando