# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f5ee4ffe-7f2e-5d17-b91b-f1e254b087d8
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-10
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 10.05.2022 IV 2021/89
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2021-89_2022-05-10.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2021/89

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 14.09.2022

Entscheiddatum: 10.05.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 10.05.2022
Würdigung eines psychiatrischen und eines aufgrund eines Einwands noch 
eingeholten orthopädischen Gutachtens. Der Verdienst aus der tatsächlich 
ausgeübten Anstellung taugt nicht als Massstab für das 
Invalideneinkommen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 10. Mai 2022, IV 2021/89).

Entscheid vom 10. Mai 2022

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus (Vorsitz), Monika Gehrer-Hug und 

Corinne Schambeck; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Geschäftsnr.

IV 2021/89

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich am 14./19. September 2017 (IV-act. 1) bei der 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug von Leistungen 

der Invalidenversicherung an. Er habe bis zum ersten Vordiplom 199_ ___ studiert und 

hernach 199_ eine dreijährige Lehre als B.___ abgeschlossen. Er sei in einem seit 2011 

bestehenden Arbeitsverhältnis noch bis 30. September 2017 angestellt und habe einen 

Lohn von Fr. 65'260.--. Seit 27. Mai 2017 sei er nicht mehr fähig, die erforderliche 

Leistung im Beruf zu erbringen. Er sei körperlich und psychisch ausgelaugt, leide an 

Appetitlosigkeit und habe Angst, versagt und nicht genug geleistet zu haben. 

Ausserdem bestehe eine Suchterkrankung. Eine Krankschreibung wegen einer 

erlittenen Thrombose habe zur Kündigung (sc. im Juni 2017, vgl. IV-act. 6-9) geführt, 

dann habe er im Sommer einen völligen Zusammenbruch erlitten. - Die Arbeitgeberin 

bestätigte im Bericht vom __. September 2017 (IV-act. 6), der Lohn betrage seit Januar 

2017 Fr. 65'___.--. Das Arbeitsverhältnis werde voraussichtlich Ende Jahr enden. Sie 

habe u.a. wegen hoher Absenzzeit, fehlender Kommunikation und häufigen Zu-spät-

Kommens gekündigt. Im beigelegten Kündigungsschreiben vom __. Juni 2017 (IV-

act. 6-9) war auf eine Verwarnung vom April 2016 hingewiesen worden.

A.a. 

Am 6. November 2017 wurden die Akten der Krankentaggeldversicherung (Fremd-

act.) eingereicht. - Dr. med. C.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, hatte der 

Versicherung in einem ärztlichen Erstbericht vom 4. August 2017 betreffend eine 

Arbeitsunfähigkeit ab 29. Mai 2017 (Fremd-act. 1-1 bis 3) angegeben, es bestünden 

beim Versicherten eine Depression und ein Opiat-Ersatzprogramm mit Sevre-long, 

daneben bestehe (ohne Einfluss auf die Arbeitsunfähigkeit) eine Venenthrombose. Es 

lägen eine Erschöpfung und ein Gewichtsverlust vor. Der Arzt wies auf einen (Austritts-) 

Bericht der Psychiatrischen Klinik D.___ vom 14. März 2016 hin. Als nicht-

medizinischen Grund mit einem Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit benannte er den 

A.b. 

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Umstand, dass dem Versicherten gekündigt worden sei. Eine Leistung von 50 % über 

den Tag hinweg sei in der aktuellen Tätigkeit zumutbar. Möglich und zumutbar sei auch 

eine Tätigkeit als Allrounder im Bereich ___. - Dem Vorgesetzten des Versicherten hatte 

Dr. C.___ am 4. August 2017 (Fremd-act. 1-8) geschrieben, er danke ihm dafür, dass er 

diesen in all den Jahren des Arbeitsverhältnisses gut behandelt habe. Leider habe sich 

dessen Gesundheitszustand in den letzten Monaten verschlechtert, so dass er nicht 

mehr als B.___ arbeiten könne. Er werde sich in eine erneute intensive Behandlung 

begeben. Nachher werde mit Hilfe der Invalidenversicherung versucht werden, ihn zum 

Beispiel in eine Funktion im Bereich ___ umzuschulen. - Im erwähnten Austrittsbericht 

vom 14. März 2016 (Fremd-act. 1-4 f., vgl. auch IV-act. 57-4 f.; betreffend einen 

Aufenthalt des Versicherten vom 6. Januar 2016 bis 14. März 2016) hatte die Klinik 

(Suchttherapie Station, Dr. med. E.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie) 

festgehalten, der Versicherte sei freiwillig auf die Entzugsstation eingetreten. Er sei 

zunächst wieder auf Methadon und im Verlauf auf Subutex eingestellt worden, womit er 

gut habe stabilisiert werden können. Ein schwieriges Gespräch mit dem Vorgesetzten 

habe der Versicherte nutzen und diesen über seine Suchterkrankung in Kenntnis setzen 

können, was ihn sehr erleichtert habe. Es habe nur wenige Rückfälle gegeben. 

Bearbeitet worden seien auch die Abgrenzung des Versicherten gegenüber [...], der 

Wiedereinstieg an seiner Arbeitsstelle und ein schrittweiser Abschied von seiner 

Identität als Süchtiger. 

Die Psychiatrie F.___ (Suchttherapie Station, Dr. E.___) gab in einem Bericht vom 

29. November 2017 (IV-act. 14, vgl. Austrittsbericht vom 25. Oktober 2017, IV-act. 12) 

an, es bestünden beim Versicherten seit Jahren Störungen durch Opioide: 

Abhängigkeitssyndrom: gegenwärtig Teilnahme an einem ärztlich überwachten 

Ersatzdrogenprogramm, Störungen durch Cannabinoide: Abhängigkeitssyndrom: 

gegenwärtig abstinent, aber in beschützender Umgebung, Störungen durch Kokain: 

Abhängigkeitssyndrom: gegenwärtig abstinent, aber in beschützender Umgebung, ein 

St. n. Thrombose im linken Unterschenkel 5/17 und im rechten Unterschenkel vor 

vielen Jahren (mit einer Gerinnungsstörung), und eine kombinierte 

Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und narzisstischen Anteilen. Der 

Versicherte sei am 10. August 2017 aufgrund einer psychosozialen Belastungssituation 

mit Stellenverlust vor dem Hintergrund einer langjährigen Opiatabhängigkeit und 

A.c. 

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regelmässigen Cannabis- und Kokainkonsums zur achten Hospitalisation (letzter 

vorangegangener Aufenthalt von Januar bis März 2016) gekommen. Am 25. Oktober 

2017 sei er zur weiteren stationären Suchttherapie in die Klinik G.___ übergetreten. 

Nach der Thrombophlebitis sei er längere Zeit bei der Arbeit ausgefallen und habe 

dann die Kündigung erhalten. Er wolle eventuell eine Umschulung machen. - Die 

Personalberaterin IIZ des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) erkundigte 

sich am 11. April 2018 (IV-act. 15) nach IV-Unterstützungsmöglichkeiten, da der 

Versicherte nach Klinikaustritt im Geschäft seines ___ im Bereich ___ eine Tätigkeit zu 

50 % aufnehmen könne.

Die Klinik G.___ (Dr. med. H.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie; 

fallführend I.___) berichtete am 17. April 2018 (IV-act. 18; bei Eintritt am 25. Oktober 

2017 und geplantem Austritt am 20. April 2018; vgl. auch Austrittsbericht vom 20. April 

2018, IV-act. 21) von folgenden Diagnosen: (erstens) Zyklothymia (bei Eintritt leichte 

Symptome einer hypomanen Phase, im Februar und März mittelschwere depressive 

Phase, derzeit milde bis mässige Ausprägung depressiver Symptome, nicht mehr 

klinisch relevant im Sinn von BDI), (zweitens) einfache Aktivitäts- und 

Aufmerksamkeitsstörung ADS, und (drittens) St. n. Thrombose im linken Unterschenkel 

5/17 und im rechten Unterschenkel vor vielen Jahren bei ausgeprägter Varikosis. Ohne 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien u.a. Störungen durch Opioide, durch 

Cannabinoide, durch Kokain und durch Tabak (ausser bei Kokain je 

Abhängigkeitssyndrom). Der Versicherte habe erklärt, er wolle von den Drogen 

wegkommen und strebe wegen seiner psychischen Verfassung eine berufliche 

Umschulung an. Er habe den Arbeitsalltag im bisherigen Betrieb nur unter 

Drogeneinfluss aushalten können. Es wurde berichtet, zu Beginn hätten leichte 

Symptome einer hypomanen Phase imponiert, die dann nach Wochen zunehmend in 

Gereiztheit und innere Unruhe bis zur Ideenflucht übergegangen seien. Das habe zu 

einer Phase mit anhaltender Müdigkeit, Verlust von Selbstvertrauen und depressiver 

Verstimmtheit geführt, von der er sich im Januar wieder erholt habe. Ab Februar sei es 

erneut zu einer depressiven Entwicklung gekommen. Seine Mutter habe an einer 

bipolaren Störung gelitten, die viele Klinikaufenthalte nach sich gezogen habe. Das 

Störungsbild der Zyklothymia komme gehäuft bei solchen Verhältnissen vor. Der 

Versicherte habe die Funktion seines Konsums verstanden und zeige sich motiviert, 

A.d. 

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seine Abstinenz aufrechtzuerhalten. Bei Kontrollen seien zwei begrenzte Rückfälle mit 

Mischkonsum von Heroin und Kokain und zwei Vorfälle mit Alkohol festgestellt worden. 

Die niedergeschlagene Stimmung berge beim Versicherten die Versuchung, sie mit 

Drogen aufzuhellen. Er sei im Arbeitsbereich B.___ei eingeteilt - entsprechend einer 

Beschäftigung von 50 % -, zeige Zuverlässigkeit, hohes Engagement und Konstanz, 

und sein Geschick und seine Leistungen würden vom Arbeitstherapeuten sehr betont. 

Er wäre auch auf dem freien Arbeitsmarkt ein B.___, der mit seinem Können und seinen 

kreativen Vorschlägen hervorsteche. In der Sozialtherapie seien seine Schwierigkeiten 

mit der Selbststrukturierung und der Selbstorganisation aufgefallen, die auf ein ADS 

zurückgeführt würden. Im Austrittsbericht wurde empfohlen, den Beschäftigungsgrad 

zunächst bei 50 % zu behalten und später zu steigern. Der Versicherte habe die 

Chance, in den nächsten Monaten in der ___-Unternehmung seiner ___ und seines ___ 

angelernt zu werden. Auf Anraten der Invalidenversicherung habe sich der Versicherte 

am 9. April 2018 beim RAV angemeldet. - In einem Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 

3. April 2018 (IV-act. 18-6) war festgehalten worden, der Versicherte werde (sc. nach 

dem Austritt) ab dem 21. April 2018 zu 50 % arbeitsunfähig sein. - Am 8. Mai 2018 (IV-

act. 20) wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % bis vorläufig 31. Mai 2018 attestiert; es 

folgten später zahlreiche monatliche Verlängerungen (bis Juni 2020, vgl.  IV-act. 85). 

Am 21. Juni 2018 ging eine Vertretungsvollmacht des Versicherten vom 23. August 

2008 an den genannten ___ ein (IV-act. 23, vgl. Aktenverzeichnis S. 1).

A.e. 

Die zuständige Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der 

Invalidenversicherung empfahl am 25. Juni 2018 (IV-act. 24), die Austrittsberichte der 

sieben früheren Hospitalisationen einzuholen und Abklärungen zur Thrombose und zur 

Gerinnungsstörung zu treffen.

A.f. 

Dr. C.___ gab in einem Bericht vom 4. Juli 2018 (IV-act. 28-2) an, der Versicherte 

habe seit der Jugend eine Depressionskrankheit, mitverursacht durch das Miterleben 

der schweren psychiatrischen Erkrankung seiner Mutter. Die Suchtkrankheit sei eine 

Flucht aus dieser Depression gewesen und sei es noch. Der Versicherte habe viele 

Jahre lang über seine gesundheitlichen Verhältnisse hinaus gearbeitet. Er (der Arzt) 

habe ihm immer wieder geraten, das Arbeitspensum zu reduzieren, weil der Versicherte 

körperlich chronisch erschöpft gewesen und in eine Magersucht geraten sei. Aus Angst 

A.g. 

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vor einem Stellenverlust habe er aber durchgehalten. Im Dezember 2016 habe er sich 

dann mit einer mittelschweren Depression und allgemein grosser Erschöpfung gezeigt. 

In der Klinik habe er sich von August bis Oktober 2017 etwas erholen können. Ein 

erneuter Arbeitsversuch habe wieder zu einem Zusammenbruch geführt, so dass er 

von Oktober 2017 bis April 2018 nochmals stationär behandelt worden sei. Ein weiterer 

Arbeitseinsatz am bisherigen Arbeitsplatz sei nicht mehr möglich und wäre auch nicht 

mehr sinnvoll gewesen. Derzeit sei der Allgemeinzustand etwas besser, aber es 

bestünden starke innere Unruhe, Ängste und eine sehr schwache Belastbarkeit. Schon 

kleinste Telefonate mit dem RAV brächten den Versicherten in eine Paniksituation, so 

dass er jene Beziehung abgebrochen habe. Weil er auf verschiedene Antidepressiva 

schlecht angesprochen habe, behandle er den Versicherten gegen seine Ängste und 

Panikattacken mit hochdosiertem Lasea.

In einem IV-Arztbericht vom 6. März 2019 (IV-act. 40) benannte die Klinik G.___ als 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive 

Störung, gegenwärtig leichte Episode (06.03.2019)/mittelgradig (im Herbst, Winter 

2018), eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung ADS (2018/

vorbestehend), einen St. n. Thrombose im linken Unterschenkel 5/17 und im rechten 

Unterschenkel vor vielen Jahren bei ausgeprägter Varikosis, und einen St. n. OP 

(November 2018) Varizen. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien die Störungen 

durch die Suchtmittel. Der Versicherte stehe seit 21. April 2018 in ambulanter 

Behandlung und sei seither noch zu 50 % arbeitsunfähig. Eine Steigerung sei nicht 

absehbar, weil er mit diesem Ausmass schon sehr am Limit sei. Er mache sich selber 

unnötigen Druck. Als er kurzfristig wegen eines dringenden Auftrags etwas mehr habe 

arbeiten müssen, habe er nicht mehr schlafen können. Unter Focalin hätten sich seine 

morgendlichen Antriebsschwierigkeiten sehr gebessert. Zurzeit könne er wieder 

vielmals nur zwei Stunden schlafen, weshalb ihm ein Aussetzen dieses Medikaments 

angeraten worden sei. Der Versicherte bemühe sich redlich und nach Kräften, die 

erwarteten Leistungen zu erbringen. Er benötige eine längerfristige finanzielle 

Sicherheit, die wieder zur psychischen Stabilität beitrage.

A.h. 

Die Vertrauensärztin der Krankentaggeldversicherung (Dr. med. J.___, Spezialärztin 

für Psychiatrie und Psychotherapie) gab am 8. August 2018 (IV-act. 40-9 ff.) u.a. 

aufgrund der Angaben der behandelnden Psychotherapeutin der Klinik G.___ (wohl: 

A.i. 

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I.___) an, es lägen eine "einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung ADHS" und 

eine Zyklothymie mit Übergang in eine bipolare Störung vor. Sollte sich eine bipolare 

Störung künftig eindeutig manifestieren, wäre eine medikamentöse Phasenprophylaxe 

indiziert. Die "Primärerkrankung ADHS" sei bisher nicht störungsspezifisch behandelt 

worden. Eine Behandlung mit Methylphenidat habe möglicherweise mit eventuell 

ungünstigem Erfolg stattgefunden. Der Versicherte habe die akademische Ausbildung 

wegen des nicht erkannten "ADHS" verpasst. Die Tätigkeit als B.___ sei aus 

psychischen und möglicherweise auch aus physischen Gründen nicht mehr möglich. In 

einer adaptierten Tätigkeit sei der Versicherte zurzeit an vier Stunden pro Tag 

arbeitsfähig, im günstigsten Fall auf sechs bis acht Stunden steigerungsfähig. Die 

Leistung betrage ca. 30 %, nicht zuletzt wegen der fehlenden Ausbildung in der (neuen) 

Branche, im günstigsten Fall seien 50 % zu erwarten. 

Mit Mitteilung vom 24. Juni 2019 (IV-act. 50) teilte die Sozialversicherungsanstalt/

IV-Stelle dem damaligen Rechtsvertreter des Versicherten mit, weitere berufliche 

Massnahmen seien für diesen nicht angezeigt, da er sich zu einer Steigerung des halb­

tägigen Pensums in seinem (des ___) Betrieb im kaufmännischen Bereich nicht in der 

Lage sehe.

A.j. 

Am 5. September 2019 (IV-act. 56) wurden eine Zusammenfassung der 

Krankengeschichte vom 12. Januar 2001 (IV-act. 57-16 f.; Aufenthalt vom 4. bis 

7. Januar 2001), ein Kurz-Austrittsbericht vom 26. Juni 2006 (IV-act. 57-14 f.; 

Aufenthalt vom 15. bis 19. Juni 2006) und vier zusätzliche Austrittsberichte (vom 

1. September 2006, IV-act. 57-12 f., Aufenthalt vom 10. Juli 2006 bis 1. September 

2006; vom 31. August 2007, IV-act. 57-10 f., Aufenthalt vom 13. Juli 2007 bis 

31. August 2007; vom 14. Juli 2008, IV-act. 57-8 f., Aufenthalt vom 29. Januar 2008 bis 

19. Juni 2008; und vom 14. April 2009, IV-act. 57-6 f., Aufenthalt vom 6. bis 14. April 

2009) der Psychiatrie F.___ bzw. der Psychiatrischen Klinik D.___ eingereicht. - In der 

Zusammenfassung der Krankengeschichte vom Januar 2001 war festgehalten worden, 

der Versicherte habe erklärt, im Studium trotz hohen Aufwands zu wenig Leistung 

erbracht zu haben, weil er zu viel Cannabis und Alkohol konsumiert habe. Seit etwa 

drei Jahren, ungefähr der Zeit nach Abschluss der Lehre (199_), konsumiere er Heroin. 

Es wurde (in der Zusammenfassung) festgehalten, der Versicherte sei sehr 

verschlossen gewesen und die Kontaktaufnahme sei zögerlich erfolgt. Ausser einer 

A.k. 

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stark abgeflachten affektiven Schwingungsfähigkeit sei der Psychostatus unauffällig 

gewesen. Er könne seine Bedürfnisse und Probleme im täglichen Kontakt schwer 

äussern. Es sei ein Methadon-gestützter Heroinentzug erfolgt, der nach wenigen Tagen 

abgebrochen worden sei. Es lägen eine Polytoxikomanie, methadonsubstituiert, und 

eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit abhängigen und selbstunsicheren Zügen 

vor. - In den weiteren Berichten war eine Persönlichkeitsstörung teilweise vermutet, 

teilweise diagnostiziert worden. Erwähnt waren u.a. auch ein Von Willebrand-Jürgens-

Syndrom (vgl. IV-act. 57-10; Angiohämophilie) und eine rezidivierende depressive 

Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (vgl. IV-act. 57-4).

Die Arbeitslosenkasse gab am 2. Oktober 2019 (IV-act. 62) bekannt, der 

Versicherte sei seit dem 12. November 2009 mit einer Vermittlungsfähigkeit von 100 % 

und einem versicherten Lohn von Fr. 5'288.-- angemeldet gewesen, ohne dass 

(damals) ein Arztzeugnis über eine Arbeitsunfähigkeit vorgelegen habe. Für welchen 

Zeitraum Taggeldleistungen erbracht worden seien, sei dem Kontoauszug (Fremd-

act. 2, vom 2. Oktober 2019) zu entnehmen.

A.l. 

Dr. C.___ erklärte in einem Arztbericht vom 16. Oktober 2019 (IV-act. 63), es 

bestünden diagnostisch eine rezidivierende mittelschwere Depression und ein ADS und 

es lägen ein reduzierter Allgemein- und Ernährungszustand, innere Unruhe, soziale 

Phobie, allgemeine Schwäche, Zukunftsängste und Stressintoleranz vor. Der 

Versicherte habe körperlich weniger Schmerzen als zu seiner Zeit als B.___, aber 

psychisch gehe es ihm schlechter. Zurzeit sei er vorwiegend mit Büroarbeit mit 

gelegentlichem Kundenkontakt über die Woche hinweg mit 50 % Leistung tätig. Es sei 

zu hoffen, dass er die Stelle werde behalten können. - In einem beigelegten älteren 

Schreiben vom 29. Juni 2017 (IV-act. 63-7 f.) hatte Dr. C.___ der Psychiatrischen Klinik 

D.___ (Dr. E.___) berichtet, der Versicherte sei zurzeit massiv "geschlagen" und habe 

eine reaktive mittelschwere Depression. Infolge der ausgeprägten Venenentzündung 

mit Thrombosierung habe er arbeitsunfähig geschrieben werden müssen. Im (wohl:) 

Arztzeugnis habe ein Tag gefehlt, worauf der Vorgesetzte das Arbeitsverhältnis 

sogleich gekündigt habe. 

A.m. 

In einem Arztbericht vom 9. Dezember 2019 (IV-act. 68-5 ff.) gab die Klinik G.___ 

an, der Versicherte sei weiterhin zu 50 % arbeitsunfähig. Es bestünden u.a. eine 

A.n. 

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rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (DD bipolare 

affektive Störung), eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung ADS (2018/

vorbestehend) und eine Akzentuierung von Persönlichkeitszügen (ängstlich-

vermeidend). Schon mit den 50 % Arbeit sei der Versicherte am Limit. Eine Steigerung 

würde zu einer unvermeidbaren Dekompensation des psychischen Zustands führen. 

Der Versicherte habe berichtet, zurzeit mit den Haushaltarbeiten nicht nachzukommen, 

wegen Reizüberflutung verschiebe er wieder Einkäufe, vor allem in Geschäften mit 

vielen Leuten (Vermeidungsverhalten), administrative Arbeiten verschiebe er bis zum 

letzten Zeitpunkt. - In einem Verlaufsbericht vom 10. Dezember 2019 (IV-act. 68-2 bis 

4) erklärte die Klinik, im Sommer habe sich der Zustand des Versicherten verbessert, 

im Oktober habe er wieder Symptome gehabt, die einer mittelgradigen Depression 

entsprochen hätten. Das Angebot einer Auszeit in der Klinik habe er abgelehnt, weil er 

seine Arbeit und die damit gegebene Struktur schätze und nicht aus dem Rhythmus 

fallen wolle.

In seinem psychiatrischen Gutachten vom 13. Juli 2020 (IV-act. 89; Begutachtung 

am 27. April 2020) - unter Mitberücksichtigung einer neuropsychologischen Beurteilung 

des Fachpsychologen für Neuropsychologie Dr. phil. K.___ vom 5. Juli 2020 (IV-

act. 89-72 ff.; Untersuchung am 2. Juni 2020) - hielt Dr. med. L.___, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, als beim Versicherten vorliegende Diagnosen 

einerseits psychische und Verhaltensstörungen durch multiplen Substanzgebrauch 

(Opiate, Cannabinoide, Alkohol): Abhängigkeitssyndrom, und anderseits eine einfache 

Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung fest. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

sei eine bipolare II Störung. Es sei davon auszugehen, dass zwischen der Letzteren 

und der Entwicklung der Abhängigkeitserkrankung ein ursächlicher Zusammenhang 

bestehe. Die in der neuropsychologischen Abklärung beschriebenen Einschränkungen 

seien zumindest teilweise als Sucht-Folgeschäden zu betrachten. Der gegenwärtige 

Konsum könne diese Resultate mitbeeinflusst haben (vgl. IV-act. 89-59 f.). Für eine 

Persönlichkeitsstörung fänden sich keine eindeutigen Hinweise (vgl. IV-act. 89-62). 

Aufgrund der einfachen Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung bestünden gewisse 

neuropsychologische Einschränkungen, die in der neuropsychologischen Abklärung 

detailliert beschrieben seien. Aufgrund des langjährigen Drogenkonsums und der 

bipolar II Störung seien im Lauf der Zeit zusätzliche Einschränkungen (auch der 

A.o. 

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neuropsychologischen Leistungsfähigkeit) hinzugetreten. Bei konsequentem Verzicht 

auf Beikonsum wäre die Leistungsfähigkeit besser als bei der aktuellen Abklärung 

vorhanden. Die Belastbarkeit des Versicherten sei etwas eingeschränkt. Insgesamt sei 

die Arbeitsfähigkeit im erlernten Beruf (IV-act. 65) und in einer kaufmännischen 

Tätigkeit - wie zurzeit ausgeübt (vgl. IV-act. 89-66) - derzeit (beim gegenwärtigen 

Konsum) zu höchstens 30 % eingeschränkt. Bei ganztägiger Leistungsfähigkeit 

bestünden ein erhöhter Pausenbedarf und gewisse qualitative Einschränkungen 

aufgrund der kognitiven Einschränkungen (vgl. IV-act. 89-64 f.), und zwar (bei 

kontinuierlicher Zunahme) seit dem 25. Oktober 2017. Die derzeit mindestens 70 % 

betragende Arbeitsfähigkeit nehme bei konsequenter Vermeidung eines Beikonsums 

möglicherweise noch zu. - Der Versicherte habe angegeben, er sei schon immer 

ambivalent gewesen, habe Schuld- und Insuffizienzgefühle, sei oft innerlich unruhig 

und ängstlich. Er habe Angst vor der Zukunft und Existenzängste, seit er nicht mehr 

voll arbeite. Stimmungsschwankungen habe er schon, seit er sich erinnern könne. Es 

komme vor, dass er ein Gefühl von Lebensüberdruss habe. Er habe gelegentlich 

Einschlaf- und regelmässig Durchschlafstörungen (vgl. IV-act. 89-53). Bis vor zwei 

Jahren habe er hauptsächlich als B.___ gearbeitet, aber es habe auch ein paar Monate 

gegeben, in denen er temporär andere Arbeiten gemacht habe. Bis vor zwei Jahren 

habe er eigentlich immer zu 100 % gearbeitet; früher habe er nie grosse Ausfälle 

gehabt, aber er habe Stellen verloren, weil er am Morgen Mühe habe, rauszukommen. 

Er müsse sich zusammennehmen, um in den Tag und unter die Leute zu gehen (vgl. IV-

act. 89-44). - Die RAD-Ärztin befürwortete am 10. August 2020 (IV-act. 92) das 

Abstellen auf das Gutachten.  

Mit Vorbescheid vom 13. August 2020 (IV-act. 95) wurde dem damaligen 

Rechtsvertreter des Versicherten eine Abweisung dessen Leistungsgesuchs um eine 

Rente bei einem Invaliditätsgrad von 28 % (Valideneinkommen Fr. 65'783.--, 

Invalideneinkommen Fr. 47'325.--) in Aussicht gestellt.

A.p. 

Die Geschäfts- und regionale Fachstelle procap erhob als neu bestellte 

Rechtsvertretung am 17. September 2020 (IV-act. 99-1 bis 3) für den Versicherten 

Einwand und beantragte, sein Valideneinkommen sei nach korrekter Anpassung des 

Einkommens von 2017 an die Teuerung festzusetzen, es sei ein Leidensabzug von 

15 % zu gewähren, sein Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit seien vollständig 

A.q. 

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unter Einschluss des somatischen Gesundheitsschadens sowie anhand einer 

Evaluation der Leistungsfähigkeit abzuklären und der Rentenanspruch sei nach 

Abschluss der medizinischen Abklärungen neu zu prüfen. Das Gutachten von Dr. L.___ 

sei in Frage zu stellen, da gemäss dem Entscheid des Versicherungsgerichts des 

Kantons St. Gallen vom 9. Januar 2019 die wirtschaftliche Abhängigkeit des 

Gutachters von der Invalidenversicherung evident sei. In einem beigelegten Bericht 

vom 15. September 2020 habe die Behandlerin I.___ von der Klinik für Suchttherapie 

G.___ nochmals Stellung genommen. Ebenso werde ein persönlicher Bericht des 

Versicherten eingereicht. Der somatische Gesundheitszustand sei nicht weiter 

abgeklärt worden. Namentlich würden nach der Thrombose vom Mai 2017 und dem 

operativen Eingriff vom November 2018 bei längerem Stehen immer noch die Beine 

anschwellen und schmerzen. Hierzu werde ein Bericht von Dr. med. M.___, Facharzt für 

Dermatologie und Venerologie, vom 17. September 2018 eingereicht. Ausserdem seien 

auch die Rückenbeschwerden nicht abgeklärt worden. Es seien die Berichte der in 

Gang gesetzten orthopädischen und angiologischen Abklärungen abzuwarten. - Die 

Klinik G.___ hatte unter Bestätigung des Versicherten bekräftigt, dass er bereits mit 

einer Arbeitsleistung von 50 % an seine Grenze komme und es häufig nicht mehr 

schaffe, seinen häuslichen und administrativen Aufgaben nachzukommen (vgl. IV-

act. 99-4 f.). - Dr. M.___ hatte (erstens) eine Varikothrombose, proximaler 

Unterschenkel links medial, bei (zweitens) Kniekehlenperforansveneninsuffizienz links 

mit Seitenastvarikose diagnostiziert (vgl. IV-act. 99-6 f.). - Der Versicherte hatte 

berichtet, er habe auf die wohl wichtigste Fangfrage des Gutachters nicht richtig 

reagiert. Denn dass er bis drei Jahre vor der IV-Anmeldung erfolgreich zu 100 % als 

B.___ gearbeitet habe, treffe so leider nicht zu. Zwar habe er fachlich wohl oft gute und 

saubere Arbeit geliefert, doch die permanente psychische Überforderung habe ihm - 

schon am Morgen - Kraft geraubt und er habe unter Hochstress gestanden. Er habe 

mit zu genauem Arbeiten und zu häufigem Überprüfen der Arbeitsschritte reagiert, 

weshalb die Leistung den Erwartungen der Arbeitgeber selten entsprochen habe. 

Ängste und Zweifel hätten auch seine ganze Freizeit beherrscht. Folgen davon seien 

Schlaflosigkeit, Übermüdung, fehlender Appetit und Freudlosigkeit gewesen. Er habe 

Panik davor gehabt, es nicht allen recht machen und seinen eigenen Ansprüchen nicht 

genügen zu können. Das habe immer wieder zu einem Verlust von Arbeitsstellen 

geführt. Nur mit Hilfe niedrig dosierten Opiats habe er sich mehr als zwanzig Jahre lang 

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mehr schlecht als recht über die Runden gebracht. Bis 2016 habe er seine 

Suchtproblematik in der Arbeitswelt geheim gehalten. Nachdem Dr. C.___ ihn einmal 

im Januar 2017 wegen Untergewichts und einmal im Mai 2017 wegen der Thrombose 

krankgeschrieben habe, sei ihm gekündigt worden, weil er zu oft krank gewesen sei. Im 

Juli 2017 sei er einem Zusammenbruch nahe gewesen und sei, obwohl diesmal kein 

Entzug nötig gewesen sei, in die ihm bekannte Suchtstation eingetreten. Schon nach 

wenigen Stunden habe er grösste Mühe mit Stehen. Daher frage sich, wie er den 

ganzen Tag in der im Stehen zu verrichtenden Tätigkeit als B.___ sollte arbeiten 

können, oder wie man als gelernter Arbeiter in der Baubranche 70 % Leistung über den 

ganzen Tag sollte verteilen können. Entweder man arbeite dort voll oder gar nicht. All 

die Zeugnisse vieler medizinischer Fachleute über eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % 

seien nicht berücksichtigt worden. Der Sachbearbeiter der Sozialversicherungsanstalt/

IV-Stelle habe ihm bestätigt, dass er seine neue Tätigkeit als Büroangestellter in der___ 

unbedingt weiterführen solle. - Dr. C.___ hielt in der Folge am 14. Oktober 2020 (IV-

act. 102-1 und -6) fest, dass der Versicherte weiterhin nur zu 30 bis 50 % 

leistungsfähig sei. Bei der Abklärung betreffend dessen allgemeine Müdigkeit, speziell 

die Muskelschwäche, sowie die Rücken- und Beinschmerzen bei längerem Stehen, 

Gehen und Lastentragen habe sich eine Osteoporose gezeigt, im Rahmen der 

entsprechenden Abklärung dann auch ein starker Testosteronmangel. Diese beiden 

Krankheiten bestünden sicherlich bereits seit vielen Jahren. Sie würden sich durch 

Behandlung einigermassen stabilisieren lassen, die entstandenen Schäden könnten 

aber nicht mehr gutgemacht werden. Während er den Versicherten früher vor allem als 

psychiatrischen und Sucht-Patienten gesehen habe, betrachte er dessen zeitweilige 

Einnahme von Suchtmitteln unter der Drogen-Ersatzbehandlung nun anders. Denn 

jeder Rückenpatient bekomme Schmerzmittel - und zum Teil auch Opiate - verordnet. - 

Nebst einem Laborbericht (IV-act. 102-2 f.) legte der Arzt auch einen Bericht von 

Dr. med. N.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, vom 1. Oktober 2020 (IV-act. 102-4 f.) ein. Dr. N.___ hatte einen 

Z.n. i.v. Drogenabhängigkeit, eine Osteoporose mit erhöhter Frakturgefahr, BWK 6 und 

LWK 2 eine Kompressionsfraktur mit Höhenminderung und vermehrter Kyphosierung 

der Wirbelsäule, und eine chronisch venöse Insuffizienz mit Z.n. Thrombose und 

postthrombotischem Syndrom diagnostiziert. Der Versicherte habe nun keine 

Rückenschmerzen mehr; als er als B.___ gearbeitet habe, habe er erhebliche 

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Schmerzen gehabt. - Mit Schreiben vom 28. Oktober 2020 (IV-act. 107) teilte Dr. C.___ 

mit, der Versicherte sei in der Zwischenzeit bei einem Venenspezialisten gewesen. 

Dieser führe die Beinbeschwerden des Versicherten, die im Lauf des Tages 

belastungsabhängig zunähmen, auf den Rücken und nicht auf die Zirkulation zurück. 

Der Versicherte habe bei der aktuellen Konsultation eine ausgeprägte Adynamie und 

zunehmende Rückenschmerzen im Lauf des Tages mit Ausstrahlung in die Beine 

beklagt. Er werde maximal zu 50 % leistungsfähig bleiben. - In einem IV-Arztbericht 

vom 27. Oktober 2020 (IV-act. 108) teilte Dr. N.___ mit, Tätigkeiten ohne schweres 

Heben und Tragen und nicht in gebückter Haltung seien dem Versicherten vollschichtig 

zumutbar. 

In einem orthopädischen Gutachten vom 23. Dezember 2020 (Untersuchung am 

Vortag) hielt die Begutachtungsstelle Neurologie Toggenburg AG (Dr. med. O.___, 

Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates) 

fest, es lägen beim Versicherten eine Belastungsminderung der Wirbelsäule bei 

manifester Osteoporose (DXA gesichert) und stattgehabtem BWK 6-Sinterungsbruch, 

niedrigenergetisch, sowie eine vermehrte BWS-Kyphose (Rundrücken) vor. Ohne 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei eine venöse Insuffizienz linker Unterschenkel. 

Es bestünden bei statisch-dynamischer Insuffizienz der Wirbelsäule mit Rundrücken bis 

auf weiteres Belastungsminderungen für das Heben und Tragen von Lasten über 10 kg. 

Solche Arbeiten könnten in der angestammten Tätigkeit als etwa zu 50 % vorkommend 

angenommen werden, so dass sich zumindest ab dem Zeitpunkt der Diagnosestellung 

der Osteoporose am 1. Oktober 2020 mit zuvor stattgehabter Wirbelkörpersinterung 

eine entsprechend reduzierte Leistungsfähigkeit ergebe (vorher volle Arbeitsfähigkeit). 

Mit dieser Reduktion bei zumutbarer Präsenzzeit von 8.5 Stunden pro Tag sei dem 

Schutz der Wirbelsäule ausreichend Rechnung getragen. In einer adaptierten Tätigkeit 

- ohne häufiges Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, ohne ständiges Bücken in 

Vorneigung und ohne dauernde Zwangshaltung der Wirbelsäule - sei der Versicherte 

voll arbeitsfähig. Eine Besserung der Knochenfragilität sei durch konsequente 

antiresorptive und ggf. osteoanabole Behandlung nach mindestens drei bis fünf Jahren 

zu erwarten. Ausserdem seien Physiotherapie, eine endokrinologische Betreuung des 

Testosteronmangels, Ernährungsberatung und eine Vermeidung 

osteoporosefördernden Verhaltens (Nikotinabusus) angezeigt. - Die RAD-Ärztin hielt am 

A.r. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/28

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26. Januar 2021 (IV-act. 119) dafür, auf das orthopädische Gutachten könne abgestellt 

werden, und ergänzte am 22. Februar 2021 (a.a.O.), aus dem Bericht der Klinik G.___ 

vom 15. September 2020 würden keine im Vergleich zum psychiatrischen Gutachten 

neuen medizinischen Erkenntnisse ersichtlich.

Mit einem zweiten Vorbescheid vom 26. Februar 2021 (IV-act. 120) kündigte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der damaligen Rechtsvertretung des Versicherten 

an, am bisherigen Entscheid festhalten zu wollen.

A.s. 

Die Geschäfts- und regionale Fachstelle procap wandte in ihrer Stellungnahme 

vom 9. März 2021 (IV-act. 123) ein, es müsse ergänzend dem langjährigen Suchtleiden 

des Versicherten Rechnung getragen werden, da dieses eine generelle 

Leistungseinbusse bewirke. Es werde diesbezüglich eine neue Einschätzung von 

Dr. C.___ nachgereicht werden. Aufgrund des krankheitsbedingt eingeschränkten 

Stellenprofils müsse zudem mit einer unterdurchschnittlichen wirtschaftlichen 

Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit gerechnet werden, so dass ein Leidensabzug 

von 15 % zu gewähren sei. Primär sei jedoch gemäss BGE 126 V 75 auf die konkrete 

tatsächliche beruflich-erwerbliche Situation abzustellen. Der Versicherte habe sich 

selber in einer niederschwelligen, orthopädisch und psychiatrisch ideal adaptierten 

Tätigkeit im kaufmännischen Bereich auf dem ersten Arbeitsmarkt eingliedern können. 

Als Invalideneinkommen sei daher das Jahreseinkommen anzurechnen, das sich aus 

dem tatsächlichen Verdienst bei einem Pensum von 70 % ergebe, nämlich 

Fr. 31'850.-- (monatlich Fr. 1'750.-- bei 50 %, Fr. 2'450.-- bei 70 %; bei 

13 Monatslöhnen). - Dr. C.___ erklärte am 10. März 2021 (IV-act. 124), trotz grösster 

Willensanstrengung sei der Versicherte nicht fähig, über den Tag hinweg verteilt eine 

Leistung von mehr als 50 % zu erbringen. Er erlebe den Versicherten als sehr fragil. 

Dieser wolle es allen recht machen, so dass er immer wieder an seine Grenzen komme. 

Die stattgehabten Spezialuntersuchungen würden nicht das Bild widerspiegeln, das der 

Versicherte im Alltag zeige. - Die RAD-Ärztin hielt am 25. März 2021 (IV-act. 126) fest, 

eine wesentliche und anhaltende Veränderung des Gesundheitszustands mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit im Vergleich zum psychiatrischen Gutachten vom 

Juli 2020 und zum orthopädischen Gutachten vom Januar 2021 sei nicht ersichtlich. 

A.t. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/28

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B.

Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 6. Mai 2021 (Poststempel: 

7. Mai 2021; act. G 1). Der Beschwerdeführer beantragt sinngemäss die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung und Zusprache einer halben Rente, ausserdem die 

unentgeltliche Rechtspflege (unentgeltliche Prozessführung). Auf die Einschätzungen 

seiner Arbeitsfähigkeit in den beiden Gutachten könne nicht abgestellt werden. Die 

vertrauensärztliche Einschätzung von Dr. J.___ treffe eher zu. Sie beziehe sich auch 

spezifisch auf die Berichte der Klinik G.___, den Austrittsbericht der Klinik D.___ und 

den Bericht von Dr. C.___ und sie beschreibe, dass er im angestammten Beruf nicht 

mehr leistungsfähig und in einer adaptierten Tätigkeit noch an vier Stunden pro Tag mit 

einer Leistungsfähigkeit von maximal 50 % arbeitsfähig sei. Die Ärztin gehe auf sein 

langjähriges Suchtleiden ein, infolge dessen sein Körper gezeichnet sei und er nicht 

mehr die frühere Leistung erbringen könne, obwohl er erfolgreich den Ausstieg daraus 

geschafft habe. Ab April 2018 hätten ihm sein ___ und seine ___ in ihrer Unternehmung 

eine Anstellung mit einem Pensum von 50 % in der ___ gegeben. Dieses vermöge er 

knapp zu leisten. Das erfahre er nun bereits seit drei Jahren. Er habe das Pensum 

bisher nicht steigern können und seine Leistungen seien nicht konstant. Seine 

derzeitigen Arbeitgeber seien tolerant und sozial. Die langjährige sozialpraktische 

Arbeitsfähigkeit sei mitzuberücksichtigen. In einem beiliegenden Schreiben habe sein 

___ eine Einschätzung seiner Arbeitsleistung abgegeben. - Die Unternehmung hatte am 

7. Mai 2021 (act. G 1.2) festgehalten, der Beschwerdeführer arbeite jeweils morgens 

vier Stunden, was ein Pensum von 50 % ausmache. Aufgrund seines abnehmenden 

Konzentrationsvermögens und der Leistungseinbusse sei der Aufgabenbereich 

eingeschränkt und er benötige für die Aufgaben mehr Zeit. Nach zwei Stunden 

Anwesenheit nehme die Fehlerquote zu, so dass Kontrollen durchgeführt werden 

müssten. Beim Pensum von 50 % liege die Leistung des Beschwerdeführers im 

Vergleich zu andern Angestellten oder zum Berichtenden selber insgesamt bei 30 %. 

Nach der morgendlichen Arbeit gehe der Beschwerdeführer nach Hause und benötige 

eine lange Erholungspause, bis er seine Alltagsaufgaben erledigen könne. - Nachdem 

ein zum Ausfüllen zugesandtes Formular betreffend die unentgeltliche Rechtspflege 

nicht innert Frist eingereicht worden war, ist ankündigungsgemäss (vgl. act. G 2) von 

einem Rückzug des Gesuchs ausgegangen worden (vgl. act. G 4 und 7, vgl. auch 

act. G 6). 

Mit Verfügung vom 25. März 2021 (IV-act. 127) lehnte die Sozialversicherungs­

anstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen einen Rentenanspruch des Versicherten bei 

einem Invaliditätsgrad von 28 % ab.  

A.u. 

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C.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 23. Juni 2021 (act. G 5) beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Beim Gutachten von Dr. L.___ 

handle es sich um eine äusserst fundierte Expertise, die auch das langjährige 

Suchtgeschehen beim Beschwerdeführer und den Bericht von Dr. J.___ mit einbeziehe. 

Letztere habe dagegen offensichtlich invaliditätsfremde Faktoren in ihrer Einschätzung 

der Arbeitsfähigkeit mitberücksichtigt, habe sie doch angenommen, der 

Beschwerdeführer verfüge nicht zuletzt auch wegen der fehlenden Ausbildung in der 

Branche nur über eine Leistungsfähigkeit von 30 %. Einzig aus dem Grund, dass der 

Experte regelmässig für medizinische Begutachtungen beigezogen werde, könne der 

Beweiswert seiner Gutachten nicht erheblich herabgesetzt werden, denn das wäre ein 

Verstoss gegen den Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Auch auf das Gutachten 

von Dr. O.___ könne abgestellt werden. Die Arbeitstätigkeit des Beschwerdeführers 

werde im Weiteren auch durch motivationale Aspekte geprägt und eine rein subjektive 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sei nicht massgebend. Entscheidend sei nicht die 

Einschätzung der Leistungsfähigkeit durch den Arbeitgeber, sondern die anhand der 

objektiven Befunderhebung festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit.

D.

Mit Replik vom 14. September 2021 (act. G 8) legt der Beschwerdeführer dar, in den 

letzten Monaten sei es ihm psychisch immer schlechter gegangen. Seit dem Frühjahr 

habe er kaum seine Post öffnen und richtig erledigen können. Versagensängste 

beeinträchtigten sein Leben rund um die Uhr. Er sei deswegen kaum fähig, 

Entscheidungen selber zu treffen. Andere um Hilfe zu bitten, bereite ihm grösste 

Schwierigkeiten. Deshalb sei er zu spät gewesen, um das Gesuchsformular betreffend 

die unentgeltliche Rechtspflege rechtzeitig auszufüllen und einzureichen. Auch dieses 

(vorliegende) Schreiben stresse ihn seit einigen Wochen. Er frage sich, ob er es 

abschicken solle oder nicht, ob es ihm nütze oder schade. Im Moment sei sein Zustand 

mehr als bedenklich; er glaube nicht mehr an ein gutes Ende. Vier Jahre mit 

medizinischen und psychologischen Abklärungen reichten scheinbar nicht aus, um ihm 

seine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit zu glauben. Er frage sich, ob er, um 

glaubwürdiger zu sein, sich etwas antun müsse. Die Gutachten stelle er weiterhin in 

Frage, denn sie seien von der Invalidenversicherung erkauft worden. Entsprechend sei 

die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeitsschätzung ausgefallen. Dieses Thema 

werde in den Medien berichtet und dokumentiert. Es sei erwiesen, dass die Gutachten 

weder neutral noch ohne wirtschaftliche Abhängigkeit erstattet und meist zugunsten 

der Versicherung ausfallen würden. Sein gegenwärtiger Arbeitsplatz sei ein 

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Nischenarbeitsplatz. Die diesbezügliche Beurteilung seiner effektiven Arbeits- und 

Leistungsfähigkeit sei ohne wirtschaftliche Abhängigkeit und unvoreingenommen 

abgegeben worden. Denn wäre diese höher, so würden ihn seine ___ und sein ___ zu 

einem höheren Arbeitspensum einstellen. 

E.

Die Beschwerdegegnerin hat am 12. Oktober 2021 (act. G 10) auf die Erstattung einer 

Duplik verzichtet. 

Erwägungen

1.

Im Streit liegt die Verfügung vom 25. März 2021, mit welcher die Beschwerdegegnerin 

einen (im September 2017 gestellten) Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente 

abgelehnt hat. Er beantragt die Zusprache einer halben Rente. Streitgegenstand bildet 

demnach zunächst der allfällige Rentenanspruch. - Berufliche Massnahmen hatte die 

Beschwerdegegnerin am 24. Juni 2019 abgelehnt, da sich der Beschwerdeführer zu 

einer Steigerung des tatsächlich ausgeübten halbtägigen Pensums nicht in der Lage 

sehe. Ergäbe sich, dass ohne Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in 

Frage stünde, so gehörte zum Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob 

die Beschwerdegegnerin den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet und eine 

allfällige Pflicht des Beschwerdeführers zu Massnahmen ausreichend in Anspruch 

genommen habe.  

2.  

Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG, SR 

831.20; in der vorliegend anwendbaren, bis 31. Dezember 2021 in Kraft gewesenen 

Fassung, vgl. BGE 132 V 215 E. 3.1.1) besteht der Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.1. 

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1). Für die Beurteilung des 

Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/28

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3.  

gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 

zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG; 

vgl. schon BGE 102 V 165). - Sämtliche psychischen Erkrankungen - darunter auch 

Abhängigkeitssyndrome, vgl. BGE 145 V 215 E.6.2 - sind nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung (vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1 f.) grundsätzlich (bei Ausnahmen nach dem 

jeweiligen Beweisbedarf) einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu 

unterziehen. Die funktionellen Folgen der Gesundheitsschädigung sind danach 

qualitativ zu erfassen und quantitativ einzuschätzen. Für die Beurteilung des 

funktionellen Leistungsvermögens sind in der Regel diverse Standardindikatoren 

beachtlich, die in zwei Kategorien systematisiert werden, nämlich einerseits in der 

Kategorie des funktionellen Schweregrads und anderseits in jener der Konsistenz. Zum 

funktionellen Schweregrad sind die Komplexe "Gesundheitsschädigung" (mit den 

Aspekten der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde, des Behandlungs- und 

Eingliederungserfolgs oder der entsprechenden Resistenz und der Komorbiditäten), 

"Persönlichkeit" (mit Persönlichkeitsdiagnostik und persönlichen Ressourcen) und 

"Sozialer Kontext" zu berücksichtigen. In der Kategorie der Konsistenz geht es um 

Gesichtspunkte des Verhaltens, namentlich um eine gleichmässige Einschränkung des 

Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen und um behandlungs- und 

eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdruck (vgl. BGE 141 V 281 

E. 4.1.3). Sind Ausschlusskriterien (vgl. BGE 131 V 49 E. 1.2 a.E., vgl. BGE 141 V 281 

E. 2.2; wie Aggravation oder eine ähnliche Konstellation) von Bedeutung, ohne dass 

deswegen eine rechtserhebliche Gesundheitsschädigung von vornherein 

auszuschliessen wäre (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.2.2), sind die entsprechenden 

Umstände zu bewerten (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1). 

Zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sind im 

Rahmen der Abklärungen (nebst dem Einholen von diversen weiteren Arztberichten) 

insbesondere in zweifacher Hinsicht medizinische Begutachtungen veranlasst worden.

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/28

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Einerseits erfolgte im April 2020 eine psychiatrische Begutachtung durch Dr. L.___ 

(unter Mitwirkung des Neuropsychologen Dr. K.___). Das Gutachten gelangte zum 

Schluss, der Beschwerdeführer sei (unter diesem Aspekt) sowohl in seiner bisherigen 

Tätigkeit als B.___ wie in der derzeit ausgeübten Tätigkeit als kaufmännischer 

Angestellter ganztags arbeitsfähig, doch bestünden (seit 25. Oktober 2017) ein erhöhter 

Pausenbedarf und aufgrund der kognitiven Einschränkungen gewisse qualitative 

Einschränkungen. Die Arbeitsfähigkeit betrage mindestens 70 % (vgl. IV-act. 89-65 f.).

3.2. 

Der Gutachter stützte sich bei seiner Beurteilung auf die Vorakten, hat die 

Beschwerden und Einschränkungen des Beschwerdeführers sowie die weitere 

Anamnese erfragt und den Befund (einschliesslich Labor und Hamilton 

Depressionsskala) erhoben. 

3.2.1. 

In seiner Begründung bezog sich der Experte der Psychiatrie auch auf die Stan­

dardindikatoren, wie es erforderlich ist. Er hielt fest, es hätten sich keine Hinweise für 

gravierende Diskrepanzen oder Widersprüche ergeben. Im Rahmen der 

neuropsychologischen Abklärung sei explizit eine Symptomvalidierung durchgeführt 

worden, die unauffällig gewesen sei (vgl. IV-act. 89-63). - Bei der Auseinandersetzung 

mit den Beurteilungen der behandelnden Ärzteschaft erklärte der Gutachter, 

diagnostisch gehe er in teilweiser Abweichung von der Annahme einer 

Persönlichkeitsstörung vom Vorliegen einer bipolar II Störung (vgl. IV-act. 89-63, IV-

act. 89-58; die aber selten stark ausgeprägt gewesen sei, vgl. IV-act. 89-64 Ziff. 7.4) 

und einer einfachen Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung aus. Zu Recht hielt er fest, 

dass zwar im Arztbericht der Psychiatrie F.___ vom 29. November 2017 eine 

Persönlichkeitsstörung diagnostiziert worden war (vgl. IV-act. 98-58; so wie teilweise in 

den vorangegangenen Berichten), im Bericht der Klinik G.___ vom 9. Dezember 2019 

aber lediglich akzentuierte Persönlichkeitszüge (vgl. IV-act. 98-58). In den 

vorangegangenen Berichten der Letzteren war selbst das bis März 2019 nicht der Fall 

gewesen. Der Gutachter erläuterte nachvollziehbar, bei einer Persönlichkeitsstörung 

handle es sich definitionsgemäss um ein gravierend auffälliges Verhalten und Erleben, 

das andauernd und gleichförmig sein müsse (vgl. IV-act. 98-58). Beim Aspekt der 

Persönlichkeit und der persönlichen Ressourcen legte er dar, für das Vorliegen einer 

Persönlichkeitsstörung beim Beschwerdeführer hätten sich insgesamt keine 

eindeutigen Hinweise finden lassen (vgl. IV-act. 89-62). Er wies darauf hin, dass er wie 

die behandelnde Ärzteschaft eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit annehme. 

Doch lasse sich eine solche von 50 % nicht begründen. Der Beschwerdeführer habe 

angegeben, vor allem seine Behandlerin habe ihm empfohlen, die Arbeitstätigkeit nicht 

über 50 % hinaus zu steigern, und er habe berichtet, er müsse Überstunden abbauen, 

3.2.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/28

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so dass eine höhere Leistungsfähigkeit dokumentiert sei (vgl. IV-act. 89-63 f.). Neben 

den neuropsychologischen Einschränkungen berücksichtigte der Gutachter auch 

Ressourcen des Beschwerdeführers. Dieser habe trotz der einfachen Aktivitäts- und 

Aufmerksamkeitsstörung und der seit vielen Jahren bestehenden Polytoxikomanie eine 

Berufsausbildung abgeschlossen und viele Jahre lang immer zu 100 % gearbeitet, bis 

er die letzte Stelle vor nicht allzu langer Zeit verloren habe (vgl. IV-act. 89-64 f. 

Ziff. 7.3.3 und 7.4). Gemäss dem IK-Auszug hat der Beschwerdeführer zwar von Mai 

2003 bis 2011 mehrere temporäre Arbeitsstellen gehabt und war teilweise arbeitslos 

gewesen (vgl. unten E. 5.2), davor und danach aber hatte er mehrjährige 

Arbeitsverhältnisse, so dass sich die gutachterliche Annahme nicht als relevant 

korrekturbedürftig erweist. Des Weiteren legte der Gutachter dar, im Lauf der Zeit seien 

zusätzliche Einschränkungen dazugekommen (vgl. IV-act. 89-64 f. Ziff. 7.4). Die bipolar 

II Störung sei zwar zurzeit remittiert, berge aber die Gefahr, dass auch in Zukunft 

wieder depressive (oder hypomanische) Episoden aufträten, wenngleich diese in der 

Vergangenheit nie besonders stark ausgeprägt gewesen seien oder über längere Zeit 

angehalten hätten. Dennoch sei die Belastbarkeit des Beschwerdeführers aus diesem 

Grund etwas eingeschränkt (vgl. IV-act. 89-65). Seine kognitive Leistungsfähigkeit 

würde sich möglicherweise durch eine konsequente Abstinenz bezüglich des 

Beikonsums verbessern lassen (vgl. IV-act. 89-63, -65 und -67). Die ambulante 

psychotherapeutische Begleitung sollte weitergeführt werden. Die gegenwärtige 

Behandlung sei der Situation angemessen (vgl. IV-act. 89-63). Einschränkungen des 

Aktivitätsniveaus bestünden eigentlich nicht (vgl. IV-act. 89-63). Die Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit betrage höchstens 30 % (vgl. IV-act. 89-65).

Das Begutachtungsergebnis erscheint damit insofern vollständig und 

nachvollziehbar begründet. 

3.2.3. 

Am 22. Dezember 2020 wurde der orthopädische Zustand des Beschwerdeführers 

durch die Neurologie Toggenburg AG begutachtet. Der Gutachter der Orthopädie hielt 

fest, in der bisherigen Tätigkeit sei der Beschwerdeführer bei ganztägiger 

Umsetzbarkeit in der Leistungsfähigkeit um 50 % eingeschränkt, weil dort in diesem 

Umfang die Belastungsfähigkeit übersteigende Arbeiten anzunehmen seien (vgl. IV-

act. 118-15), in einer adaptierten Tätigkeit aber nicht eingeschränkt (vgl. IV-

act. 118-16).

3.3. 

Auch dieses Gutachten basiert auf einer Kenntnis der Vorakten, einschliesslich 

spezifisch von Röntgenbefunden von BWS und LWS, je in zwei Ebenen, und einer 

DEXA-Messung LWS (1-4) und Schenkelhälse, allesamt vom 1. Oktober 2020. Der 

3.3.1. 

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4.  

Experte der Orthopädie nahm die geklagten Beschwerden sowie die Anamnese auf 

und erhob den Befund. 

Der Gutachter hielt fest, es sei eine deutlich vermehrte BWS-Kyphose 

aufgefallen. Am ehesten sei an eine Keilwirbelbildung zu denken. Die Fraktur (BWK 6) 

sei längst konsolidiert, habe aber die statisch-dynamische Belastbarkeit der 

Wirbelsäule reduziert. Allein aus der erkannten reduzierten Knochenmasse ergebe sich 

eine Arbeitsunfähigkeit nicht, da eine suffiziente Behandlung in der arbeitsfreien Zeit 

möglich sei. Mit Zunahme der Knochenentkalkung sei wegen der steigenden 

Frakturgefährdung eine Belastungsminderung zu unterstellen. Bei manifestem Eintritt 

einer Fraktur sei eine Arbeitsunfähigkeit von im Allgemeinen drei bis sechs Monaten zu 

erwarten. Bei Fehlstellung einer abgeheilten Fraktur könnten zunächst körperlich 

schwere Arbeiten mit Heben und Tragen von Lasten über 10 kg durchaus nicht mehr 

zumutbar sein. Infolge der Frakturgefährdung sei die Arbeitsschwere zu limitieren, aber 

nicht die Arbeitszeit. Eine optimal angepasste Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer seit 

jeher ohne zeitliche Einschränkung zumutbar (vgl. IV-act. 118-14). Der 

Beschwerdeführer verfüge über die entsprechenden Ressourcen (vgl. IV-act. 118-15).

3.3.2. 

Auch dieses Gutachten wurde demnach auf der Grundlage einer vollständigen 

Abklärung erstattet. 

3.3.3. 

Der Beschwerdeführer erhebt gegen diese medizinischen Beurteilungen 

verschiedene Einwände.

4.1. 

Dr. C.___ hielt am 10. März 2021 dafür, die beiden gutachterlichen Ergebnisse 

würden nicht widerspiegeln, was der Beschwerdeführer im Alltag an Leistungsfähigkeit 

zeige. - Beide Gutachter erfassten indessen - was bei der Beurteilung der 

Leistungsfähigkeit wie erwähnt einen relevanten Faktor darstellt - die berichteten 

Alltagsaktivitäten des Beschwerdeführers.

4.1.1. 

In Bezug auf den somatischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ist 

nach dem oben Dargelegten darauf hinzuweisen, dass die Rückenbeschwerden 

gutachterlich untersucht wurden und dass deren Einfluss auf die Leistungsfähigkeit für 

schwere und adaptierte Tätigkeiten nachvollziehbar beschrieben wurde. Schon 

Dr. N.___ hatte im Übrigen eine adaptierte Tätigkeit für den Beschwerdeführer als 

vollschichtig zumutbar betrachtet. Auch das Venenleiden (die venöse Insuffizienz) hat 

im orthopädischen Gutachten Berücksichtigung gefunden. Diesem Leiden wurde vom 

4.1.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/28

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Experten kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zugemessen und auch diesbezüglich 

ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen Mangel. Wie Dr. C.___ am 28. Oktober 2020 

berichtet hat, sind die Beinbeschwerden auch gemäss dem Venenspezialisten nicht auf 

die Zirkulation zurückzuführen.

Der Beschwerdeführer beruft sich des Weiteren auf die Einschätzung von 

Dr. J.___ vom 8. August 2018. Die Vertrauensärztin der Krankentaggeldversicherung 

legte die tägliche zumutbare Arbeitszeit auf vier Stunden fest, wobei im günstigsten Fall 

eine stufenweise Steigerung auf sechs bis acht Stunden möglich sei. Sie schloss auf 

eine Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von lediglich 30 %, künftig im günstigsten 

Fall von 50 %. Dabei führte sie als Grund für diese Einschränkung allerdings mit der 

fehlenden Ausbildung des Beschwerdeführers in der Branche einen als wesentlich 

betrachteten Grund an, der nicht die medizinische Leistungsfähigkeit (sondern allenfalls 

die erwerblichen Auswirkungen) betrifft, so dass die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

nicht stichhaltig erscheint. Die Vertrauensärztin nahm zudem an, der Beschwerdeführer 

habe die akademische Ausbildung wegen der nicht erkannten einfachen Aktivitäts- und 

Aufmerksamkeitsstörung verpasst, während sich aus den Akten auch anderweitige 

Gründe ersehen lassen (vgl. unten E. 5.2). Die Gesichtspunkte sowohl der bipolar II 

Störung wie des ADS als solche wurden, wie der psychiatrischen Expertise zu 

entnehmen ist, dort gutachterlich berücksichtigt und beurteilt.

4.1.3. 

Des Weiteren hält der Beschwerdeführer dafür, sein langjähriges Suchtleiden 

habe eine generelle Leistungseinschränkung zur Folge, die ergänzend berücksichtigt 

werden müsse. Der Gutachter der Psychiatrie hat jedoch die damit 

zusammenhängenden Beeinträchtigungen in seine Beurteilung eingeschlossen und er 

hat dem Abhängigkeitssyndrom und der ADS wie erwähnt auch eine Auswirkung auf 

die Arbeitsfähigkeit zugemessen, allerdings mit entsprechender nachvollziehbarer 

Begründung keine so weitreichende Einschränkung, wie es die behandelnden Ärzte 

tun. Anlass zur Beanstandung besteht deswegen nicht.

4.1.4. 

Zusammenfassend ist kein Sachverhaltsaspekt ersichtlich, der bei den beiden 

Begutachtungen zu Unrecht ausser Acht gelassen worden wäre. Dass eine 

Begutachtung (namentlich die psychiatrische) unter Missachtung der erforderlichen 

Unvoreingenommenheit des Sachverständigen erfolgt sein sollte, darauf gibt es keinen 

Hinweis. Der Einwand der Parteilichkeit wird denn auch allein allgemein mit einer 

wirtschaftlichen Abhängigkeit (samt Medienberichten) begründet, was für die Annahme 

eines entsprechenden Anscheins nicht genügt (vgl. zur wirtschaftlichen Abhängigkeit 

Bundesgerichtsurteil vom 2. Juni 2021, 9C_202/2021 E. 3.3).

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/28

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5.  

Der Hinweis des Beschwerdeführers, dass er seine Leistungsfähigkeit bei der seit 

längerem ausgeübten tatsächlichen Erwerbstätigkeit nicht habe steigern können und 

sie gemäss seiner Arbeitgeberin seit April 2018 gar nur 30 % ausmache, vermag bei 

diesen Gegebenheiten keinen relevanten Zweifel an den gutachterlichen 

Schlussfolgerungen zu wecken. Denn massgebend ist nicht das Ausmass der Leistung, 

die in einem Betrieb erbracht wird (u.a. allenfalls auch begrenzt durch den 

vorgegebenen Anfall an geeigneter Arbeit), sondern was dem Beschwerdeführer an 

Arbeitsleistung medizinisch-theoretisch betrachtet zugemutet werden kann.  

4.3. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf die beiden medizinischen Gutachten 

abgestellt werden kann. Demnach sind dem Beschwerdeführer körperlich schwere 

Arbeiten nicht mehr zumutbar; die bisherige Tätigkeit ist ihm unter der Annahme, dass 

dort 50 % adaptierte Arbeit anfällt, zu 50 % zumutbar. Eine adaptierte Arbeit aber ist 

ihm (bei diesbezüglich einzig psychiatrischen Gründen für die Beeinträchtigung) zu 

mindestens 70 % medizinisch zumutbar. 

4.4. 

Was die erwerblichen Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung betrifft, wird 

nach Art. 16 ATSG (vgl. Art. 28a Abs. 1 Satz 1 IVG) für die Bestimmung des 

Invaliditätsgrads das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der 

Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen).

5.1. 

Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte 

Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns überwiegend wahrscheinlich 

als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 

nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten 

Verdienst angeknüpft, da es der Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne 

Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 6. 

Oktober 2020, 9C_316/2020 E. 3.1, und vom 22. August 2019, 9C_868/2018 E. 3.1, 

BGE 139 V 28 E. 3.3.2, BGE 129 V 222). - Der Beschwerdeführer hat ein ___studium 

abgebrochen. Dass dafür im Wesentlichen invalidenversicherungsrechtlich relevante 

Gründe verantwortlich waren, lässt sich aufgrund seiner diesbezüglichen 

Schilderungen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit annehmen. In der Folge hat 

er eine Lehre gemacht (wie er es von sich aus schon zuvor erwogen hatte) und hat sie 

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/28

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auch abgeschlossen (vgl. IV-act. 89-43). Gemäss dem IK-Auszug hat er danach von 

Januar 1999 bis Mai 2003 in einem Arbeitsverhältnis gestanden und dort im letzten 

vollen Jahr ein Einkommen von Fr. 64'214.-- verdient (vgl. IV-act. 9-3). Anschliessend 

war er während der gut sieben Jahre bis 2011 teilweise arbeitslos gewesen und hatte 

diverse temporäre Arbeitsstellen innegehabt, bevor er das letzte vollzeitliche 

Arbeitsverhältnis aufgenommen hat. Dort betrug der Jahreslohn ab 2017 gemäss der 

Arbeitgeberbescheinigung vom __. September 2017 Fr. 65'___.--. Dieses Einkommen 

liegt unter dem statistischen Durchschnitt der Einkommen für einfache Tätigkeiten 

körperlicher oder handwerklicher Art, also des Kompetenzniveaus 1, von Männern 

gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung LSE des Bundesamtes für Statistik 

(vgl. Anhang 2 der Textausgabe Invalidenversicherung, Allgemeiner Teil des 

Sozialversicherungsrechts, Gesetze und Verordnungen, 2022, herausgegeben von der 

Informationsstelle AHV/IV, S. 278) von damals Fr. 67'102.--. Das Arbeitsverhältnis als 

B.___ wurde dem Beschwerdeführer von der damaligen Arbeitgeberin gekündigt. Es 

rechtfertigt sich, ihm als Einkommen ohne gesundheitliche Beeinträchtigung 

(Valideneinkommen) einen Verdienst anzurechnen, wie er dem genannten statistischen 

Durchschnittswert entspricht, zumal dieser Betrag auch als Ausgangspunkt zur 

Bemessung seines Invalideneinkommens massgebend ist (vgl. unten E. 5.3 f.). 

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. 

Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - 

besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die 

ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint 

zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als 

Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist 

aber kein solches effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die 

versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 

ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der 

Rechtsprechung statistische Werte beigezogen werden (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 

7. April 2016, 9C_783/2015; BGE 139 V 592 E. 2.3; BGE 129 V 472 E. 4.2.1). - In der 

Zeit, nach welcher der Beschwerdeführer im Jahr 2016 (nach 2009 erstmals wieder) 

einen Klinikaufenthalt gehabt hatte und nach welcher gemäss Dr. C.___ ab 29. Mai 

2017 bzw. gemäss Dr. L.___ ab 25. Oktober 2017 eine Arbeitsunfähigkeit eingetreten 

war, hat der Beschwerdeführer ab Klinikaustritt im April 2018 wieder eine Anstellung 

bei einer Arbeitgeberin aus dem ___ Umfeld annehmen können. Zunächst war dafür 

kein Lohn oder allenfalls eine Entschädigung vorgesehen gewesen (vgl. IV-act. 21-5), 

im Mai 2019 war von einem Einkommen für das Pensum von 50 % (vier Stunden 

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/28

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täglich) von monatlich Fr. 1'___.-- berichtet worden (vgl. IV-act. 47-4 f.). Damals war 

eine bestmögliche Verwertung der Arbeitsfähigkeit angenommen worden (vgl. IV-

act. 45 und 47-4). Der Beschwerdeführer berichtete anlässlich der Begutachtung vom 

27. April 2020, das genannte Entgelt habe er zu einer Zeit bekommen, als er (auch) 

noch Taggeld gehabt habe; es sei damals zu viel gewesen, weil er am Anfang noch 

nichts gekonnt habe. Aber nun sei es allmählich etwas zu wenig, denn er könne 

inzwischen vieles (vgl. IV-act. 89-47). Noch nach Angaben vom März 2021 ist es bei 

dem betreffenden Einkommen (vgl. IV-act. 123-2) geblieben, nach Angaben vom Mai 

2021 auch bei dem Pensum von 50 % (vgl. IV-act. 130). Auch wenn anerkennenswert 

ist, dass der Beschwerdeführer nach dem Verlust seiner angestammten Berufstätigkeit 

wieder eine Arbeit (in einem anderen Bereich) aufgenommen hat, auch wenn des 

Weiteren angenommen werden kann, dass es sich um ein stabiles Arbeitsverhältnis 

handelt, und auch wenn schliesslich (im Hinblick auf das andernfalls drohende Risiko 

einer faktischen Arbeitslosigkeit) verständlich erscheint, dass dieses faktisch 

beibehalten wird, so kann doch das dabei erzielte tatsächliche Einkommen nicht als 

Basis für die Festlegung des zumutbaren Invalideneinkommens des 

Beschwerdeführers nach IVG dienen. Denn es ist davon auszugehen, dass der 

Beschwerdeführer seine medizinisch zumutbare Arbeitsfähigkeit mit dem tatsächlichen 

Arbeitsverhältnis und dessen Entlöhnung nicht ausschöpft. Massgebend ist nämlich 

wie erwähnt nicht das tatsächlich erbrachte Leistungsniveau, sondern das medizinisch 

zumutbare. Es genügt diesbezüglich aber auch nicht, das Einkommen aus der 

halbtägigen Beschäftigung auf das medizinisch zumutbare Mass eines Pensums von 

70 % aufzurechnen. Vielmehr ist das Invalideneinkommen des Beschwerdeführers 

grundsätzlich anhand der Tabellenlöhne festzusetzen. Diese Anrechnung setzt 

allerdings im Weiteren voraus, dass seine Arbeitsfähigkeit verwertbar ist.  

Bei der Invaliditätsbemessung wird, wie in Art. 16 ATSG angeordnet, eine ausge­

glichene Arbeitsmarktlage angenommen. Es kommt demnach nicht darauf an, ob eine 

invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen tatsächlich an eine 

Stelle vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob und in welchem Rahmen sie 

die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die 

verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprächen (vgl. 

Bundesgerichtsurteil vom 4. Mai 2018, 9C_294/2017 E. 5.4.2., AHI 1998 S. 287 E. 3b). 

Der massgebliche theoretische und abstrakte ausgeglichene Markt (vgl. BGE 134 V 64, 

BGE 129 V 480 E. 4.2.2) hat rein hypothetischen Charakter und dient ausserdem dazu, 

die Risiken von Arbeitslosigkeit und Invalidität voneinander abzugrenzen (vgl. BGE 141 

V 351 E. 5.2, Bundesgerichtsurteil vom 23. September 2014, 9C_192/2014 E. 3.1; BGE 

110 V 276 E. 4b). Was die verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen 

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 26/28

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wie auch den körperlichen Einsatz angeht, weist er einen Fächer verschiedenster 

Tätigkeiten auf (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 5. November 2018, 9C_304/2018 

E. 5.1.1, und vom 10. April 2019, 8C_811/2018 E. 4.4.1). Nach der Rechtsprechung des 

Bundesgerichts umfasst er selbst sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und 

Arbeitsangebote, bei welchen gesundheitlich Beeinträchtigte mit einem sozialen 

Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (vgl. 

Bundesgerichtsurteile vom 18. Dezember 2019, 9C_693/2019 E. 5.1.3, und vom 28. 

November 2014, 9C_485/2014). Realitätsfremde Einsatzmöglichkeiten dürfen bei der 

Invaliditätsbemessung aber nicht berücksichtigt werden (vgl. Bundesgerichtsurteile 

vom 6. Mai 2020, 8C_30/2020 E. 5.3, und vom 25. September 2018, 8C_290/2018 

E. 5.4, ZAK 1991 S. 318 E. 3b). - Der Gutachter der Psychiatrie umschrieb die Kriterien 

eines für den Beschwerdeführer adaptierten Arbeitsplatzes so, dass allgemein die 

Reaktionsanforderungen leicht unterdurchschnittlich bis durchschnittlich sein sollten, 

die Anforderungen im Bereich Multitasking gar deutlich unterdurchschnittlich. 

Arbeitsaufträge sollten bei Bedarf wiederholt oder schriftlich gegeben werden und nur 

eine begrenzte Anzahl Informationseinheiten beinhalten. Ausserdem bestehe ein etwas 

erhöhter Pausenbedarf (vgl. IV-act. 89-66; nach der Aktenlage verfügt der 

Beschwerdeführer zudem nicht über einen Führerausweis). Orthopädisch betrachtet 

kommt dazu, dass die Tätigkeit des Beschwerdeführers kein häufiges Heben und 

Tragen von Lasten über 10 kg, keine ständig vorgeneigte, gebückte Haltung und keine 

dauernden Zwangshaltungen der Wirbelsäule erfordern soll. Die psychiatrisch bedingte 

Einschränkung der Belastbarkeit des Beschwerdeführers ist mit der quantitativ (um 

30 %) reduzierten medizinisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit berücksichtigt worden. Es 

ist davon auszugehen, dass die gutachterlich umschriebene medizinische 

Leistungsfähigkeit, wenn ihre Umsetzung somit auch verschiedene qualitativen 

Anforderungen an einen angepassten Arbeitsplatz stellt, ausreicht, um eine 

Arbeitsleistung zu erbringen, die auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwertbar ist.

Damit zeigt sich, dass für das Valideneinkommen und als Ausgangswert für die 

Bestimmung des Invalideneinkommens gleichermassen die Tabellenlöhne zu 

verwenden sind. Der Invaliditätsgrad entspricht unter solchen Verhältnissen dem Grad 

der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs (zur Ermittlung 

des Invalideneinkommens) gemäss BGE 126 V 75 (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 

26. September 2019, 8C_536/2019 E. 5.2.1, vom 9. Mai 2016, 8C_934/2015 E. 2.1, und 

vom 20. April 2010, 9C_215/2010 E. 5.2). 

5.5. 

Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre 

gesundheitlich zumutbare verbleibende (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen 

5.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 27/28

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6.  

Entscheid

Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist 

ein Abzug von den Tabellenlöhnen zu machen. Bei der Bestimmung der Höhe des 

Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das 

Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu 

schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. 

BGE 134 V 322 E. 5.2 und BGE 126 V 75). - Ein Abzug wegen nicht mehr zumutbarer 

körperlich schwerer Arbeit fällt, da der genannte Tabellenlohn (des 

Kompetenzniveaus 1) bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten 

umfasst, nicht in Betracht (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 24. Mai 2018, 8C_884/2017 

E. 4.2). Der Beschwerdeführer ist vollzeitlich arbeitsfähig, weshalb sich auch 

diesbezüglich kein Abzugsgrund ergibt. Denn der Umstand, dass eine grundsätzlich 

vollzeitlich arbeitsfähige versicherte Person krankheitsbedingt lediglich reduziert 

leistungsfähig ist, rechtfertigt in der Regel keinen Abzug, der über die Berücksichtigung 

der eingeschränkten Leistungsfähigkeit und damit des Rendements hinausgeht (vgl. 

Bundesgerichtsurteile vom 16. Mai 2019, 8C_705/2018 E. 3.2 und 4.3, vom 13. Februar 

2017, 9C_762/2016 E. 5, und vom 12. Februar 2020, 8C_190/2019 E. 4.2). Ob das 

Zusammenfallen von orthopädisch und von psychiatrisch bedingten 

Leistungseinschränkungen (mit namentlich dem Erfordernis wiederholter oder 

schriftlicher Arbeitsaufträge und begrenzter Anzahl Informationseinheiten) in einer 

adaptierten Tätigkeit einen Abzug von 10 % zu rechtfertigen vermag, kann 

dahingestellt bleiben. Denn ein mehr als 10 % ausmachender Abzug erscheint bei den 

vorliegenden Gegebenheiten nicht ausgewiesen. Selbst mit dem genannten Abzug 

ergäbe sich aber ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 37 % (1- [0.7 x 0.9]), 

ohne Abzug ein solcher von 30 %.  

Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtmässig.  5.7. 

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. 6.1. 

Nach Art. 69 Abs. 1  IVG (vgl. Art. 61 lit. f  ATSG) ist das Beschwerdeverfahren 

bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom 

Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Als unterliegende Partei hat 

der Beschwerdeführer die Gerichtskosten zu bezahlen (vgl. Art. 95 Abs. 1 des st. 

gallischen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP/SG; sGS 951.1]). Diese 

sind ermessensweise auf Fr. 600.-- zu veranschlagen. Mit dem geleisteten 

Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist die geschuldete Gerichtsgebühr getilgt. 

6.2. bis bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 28/28

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Der Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen, unter 

Anrechnung des bezahlten Kostenvorschusses in gleicher Höhe.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 10.05.2022
	Würdigung eines psychiatrischen und eines aufgrund eines Einwands noch eingeholten orthopädischen Gutachtens. Der Verdienst aus der tatsächlich ausgeübten Anstellung taugt nicht als Massstab für das Invalideneinkommen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. Mai 2022, IV 2021/89).

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