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**Case Identifier:** 5466724e-f855-56f2-8ef6-297fc4d0a04f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-05-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 13.05.2025 IV 2024/182
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2024-182_2025-05-13.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2024/182

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 16.06.2025

Entscheiddatum: 13.05.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 13.05.2025
Art. 16 IVG. Erstmalige berufliche Ausbildung. Verhältnismässigkeit. 
Erwarteter Eingliederungserfolg. (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 13. Mai 2025, IV 2024/182).

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/8 

 

 
 
Versicherungsgericht 
Abteilung II 

 

 

 
 
 
 

 Entscheid vom 13. Mai 2025 

Besetzung  Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus 
und Corinne Schambeck; Gerichtsschreiber Tobias Bolt  

   

Geschäftsnr.   IV 2024/182 

   

Parteien 
 

 A.___, 
Beschwerdeführer,  

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Susanne Friedauer, KSPartner, 
Ulrichstrasse 14, 8032 Zürich,  
 
 

  gegen 

  I V - S t e l l e  d e s  K a n t o n s  S t .  G a l l e n ,  Postfach 368, 
9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  
 
 

 
  

Gegenstand  berufliche Eingliederungsmassnahme/Taggeld 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/182 
 

 

2/8 

Sachverhalt 
A.  

A.a A.___ meldete sich im September 2020 für berufliche Eingliederungsmassnahmen und für eine 
Rente bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 16). Er gab an, er habe die Fachmittelschule 

besucht und die Erwachsenenmatura erlangt. Seit September 2020 sei er Student an der Universität  

Zürich. Gemäss einem Bericht der Klinik für Neurologie des Universitätsspitals Zürich vom 9. April 2018 

litt er an einer molekulargenetisch gesicherten Friedreich Ataxie (IV-act. 17). Die Universität Zürich hatte 

ihn im Juli 2020 zum Bachelorstudium an der philosophischen Fakultät (Major Ethnologie, Minor 
Informatik) zugelassen (V-act. 19). Im November 2020 notierte Dr. med. B.___ vom IV-internen 

regionalen ärztlichen Dienst (RAD; IV-act. 33), durch die zunehmende Ataxie träten eine progrediente 

Gangstörung, Koordinations- und Feinmotorikstörungen der oberen Extremitäten sowie Sprech- und 

Schluckstörungen auf. Im späteren Verlauf komme es häufig zu einer Kardiomyopathie und zu 

Skelettdeformitäten. Die Erkrankung sei weder heilbar noch aufhaltbar. Der Versicherte sei allgemein 

verlangsamt und stark gehbehindert. Kognitive Einschränkungen bestünden jedoch nicht, weshalb er 

ein Studium absolvieren könne. 

A.b Mit einem Vorbescheid vom 14. Juni 2021 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie die 
Abweisung seines Begehrens um berufliche Eingliederungsmassnahmen sowie seines 

Rentenbegehrens vorsehe (IV-act. 81). Dagegen liess der Versicherte am 24. Juni 2021 einwenden 

(IV-act. 86), er benötige für das Studium mehr Zeit und er könne sich daneben kaum um den Haushalt 

oder um administrative Aufgaben kümmern. Die IV-Stelle habe offensichtlich übersehen, dass er 

eigentlich Lehrer werden wollte, jene Ausbildung aber behinderungsbedingt habe abbrechen müssen. 

Er hätte sein Studium an der pädagogischen Hochschule im Sommer 2019 abgeschlossen. Der 
Ausbildungsabbruch sei im März 2017 erfolgt. Der Versicherte habe anschliessend die Matura 

nachgeholt und ein Bachelorstudium begonnen, das drei Jahre dauern werde. Er beantrage die 

Vergütung der durch die verlängerte Ausbildungszeit sowie durch den Bedarf nach allfälligen 

Unterstützungen bedingten behinderungsbedingten Mehrkosten. Die RAD-Ärztin Dr. B.___ notierte am 

15. Juli 2021 (IV-act. 90), das Studium werde beim Versicherten wohl länger als üblich dauern. Der 

Abbruch der Ausbildung zum Lehrer sei krankheitsbedingt erfolgt. Zu bedenken sei, dass der 

Versicherte für jede Verrichtung mehr Zeit als gewöhnlich benötige. Mit einer den Vorbescheid vom 14. 

Juni 2021 „ersetzenden“ Mitteilung vom 16. Juli 2021 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten eine 

Berufsberatung (IV-act. 92). 

A.c Ein Eingliederungsverantwortlicher der IV-Stelle notierte im Juni 2022 (IV-act. 109), der 
Versicherte habe seine Wahl, ein universitäres Studium zu absolvieren, damit begründet, dass ihm ein 

solches ein zusätzliches Tätigkeitsfeld im Bereich der Forschung eröffne. Mit einem 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Fachhochschulstudium müsste er vorwiegend praxisbezogene Tätigkeiten ausüben, was ihm aufgrund 

seiner Krankheit nicht möglich sei. Der Eingliederungsverantwortliche hielt fest, diese Begründung sei 

stimmig. Eine Sachbearbeiterin der IV-Stelle hielt in einer Notiz vom 16. August 2022 fest (IV-act. 111–

2), der Versicherte werde zwar möglicherweise sein Studium abschliessen, aber im Arbeitsmarkt kaum 

bestehen können, weil er kaum sprechen könne und weil er stark verlangsamt sei. Deshalb stelle sich 
die Frage, ob die IV-Stelle diese Ausbildung unterstützen könne. Nach einer Verlaufskontrolle berichtete 

die Klinik für Neurologie des Universitätsspitals Zürich am 21. März 2023 (IV-act. 172), zwischenzeitlich 

habe die Ataxie leichtgradig zugenommen. Die Beweglichkeit der Beine habe langsam progredient 

abgenommen. Die RAD-Ärztin Dr. B.___ notierte am 10. Mai 2023 (IV-act. 184), der medizinische 

Sachverhalt sei aktuell ausreichend abgeklärt, aber über die zukünftige Verwertbarkeit des 

Studienabschlusses auf dem Arbeitsmarkt könne noch keine definitive Aussage gemacht werden. Eine 

Unterstützung bei der Eingliederung sei nach dem Abschluss des Studiums sinnvoll. Der zeitliche 

Mehraufwand für die Bewältigung des Studiums betrage 60 Prozent. 

A.d Im Juni 2023 konnte der Versicherte einen auf maximal ein Jahr befristeten Praktikumsvertrag 
unterzeichnen (IV-act. 211). Der Berufsberater der IV-Stelle notierte am 22. Januar 2024 (IV-act. 241), 

das vom Versicherten gewählte Studium sei nicht adaptiert. Der Versicherte werde, bedingt durch sein 

Alter und durch seine Einschränkungen, keine wissenschaftliche Laufbahn als Ethnologe einschlagen 

können. Bei anderen Arbeitsfeldern (Kultur/Medien und internationale Organisationen) dürfte er 
körperlich und sprachlich an seine Grenzen kommen. Für eine geeignete Stelle seien Eigeninitiative, 

Flexibilität und Kreativität gefordert. Zusätzlich schreite die Krankheit fort. Mit einer Mitteilung vom 23. 

Januar 2024 wies die IV-Stelle das Begehren des Versicherten um eine Vergütung der Mehrkosten 

seiner erstmaligen beruflichen Ausbildung ab (IV-act. 244). Zur Begründung führte sie an, während des 

Studiums entstünden keine invaliditätsbedingten Mehrkosten. Alltagsgegenstände gälten nicht als 

invaliditätsbedingte Mehrkosten. Am 21. Februar 2024 liess der Versicherte den Erlass eines 

begründeten Vorbescheides verlangen (IV-act. 260). Mit einem Vorbescheid vom 27. Februar 2024 

eröffnete die IV-Stelle dem Versicherten nochmals, dass sie sein Begehren um eine Vergütung der 

Mehrkosten seiner erstmaligen beruflichen Ausbildung abweisen werde, weil während des Studiums 

keine invaliditätsbedingten Mehrkosten entstünden (IV-act. 262). Dagegen liess der Versicherte am 11. 

April 2024 einwenden (IV-act. 271–1 ff.), er müsse das Studium mehrheitlich von zuhause aus 

absolvieren, weil er nur eingeschränkt mobil sei. Zuhause benötige er einen adaptierten Arbeitsplatz 

mit einem grossen Computerbildschirm, ideal angepassten Brillengläsern, die aufgrund der häufigen 

Stürze überdurchschnittlich oft ersetzt werden müssten, einer ergonomische Maus und Tastatur, einer 
Induktionsplatte, Kopfhörern mit Geräuschunterdrückung sowie einem höhenverstellbaren Tisch. Für 

die Vorlesungen benötige er ein Tablet. Mehrkosten entstünden auch durch die überdurchschnittlich 

häufig notwendigen Neuanschaffungen von Smartphones infolge der häufigen Stürze sowie durch die 

überdurchschnittlich rasche Abnutzung der Spezialschuhe. Bislang hätten sich die Mehrkosten auf rund 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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7’410 Franken belaufen (vgl. IV-act. 271–7 ff.). Zudem seien weitere Mehrkosten entstanden, weil er 

seine Ausbildung behinderungsbedingt habe wechseln müssen. Schliesslich bestehe auch ein 

Taggeldanspruch. Mit einer Verfügung vom 15. August 2024 wies die IV-Stelle das Begehren um eine 

Vergütung der Mehrkosten der erstmaligen beruflichen Ausbildung ab (IV-act. 300). Zur Begründung 

führte sie an, Auslagen für Alltagsgegenstände wie etwa technische Geräte, gälten nicht als 
anrechenbare Kosten. Die Tätigkeit als Ethnologe sei nicht leidensadaptiert.  

B.  

B.a Am 13. September 2024 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine 
Beschwerde gegen die Verfügung vom 15. August 2024 erheben (act. G 1). Er liess die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung und die Gewährung der gesetzlichen Leistungen, „insbesondere Taggelder 

und die Kosten seiner (zweiten) Erstausbildung“, beantragen. Zur Begründung liess er ausführen, mit 

dem von ihm gewählten Studiengang schaffe er sich die bestmöglichen Chancen auf eine Integration 

im ersten Arbeitsmarkt. Seine Leistungen im Studium seien bislang mit besten Prädikaten bewertet 

worden und die Lehrstuhlleiterin habe explizit bestätigt, dass er gute Aussichten auf eine Erwerbs-

tätigkeit in einem zwar noch kleinen, aber in seiner Bedeutung stark wachsenden Betätigungsfeld habe. 

Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) habe zudem übersehen, dass er eine erste 

Ausbildung habe abbrechen müssen. Die Vergleichsgrundlage für die Beantwortung der Frage, ob ihm 

Mehrkosten entstünden, bilde die abgebrochene Ausbildung zum Lehrer.  

B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 16. Dezember 2024 die Abweisung der Beschwerde 
(act. G 8). Zur Begründung führte sie an, nach der überzeugenden Einschätzung des Berufsberaters 

werde der Beschwerdeführer nur in einem kleinen Bereich der beruflichen Möglichkeiten eines 

Ethnologen arbeiten können, nämlich in einer wissenschaftlichen Anstellung oder in der Forschung. 

Solche Stellen existierten kaum auf dem Arbeitsmarkt. Sowohl das Alter als auch die Einschränkungen 

sprächen gegen die Chance, eine der wenigen wissenschaftlichen Stellen zu erhalten. Die vom 

Beschwerdeführer gewählte Ausbildung sei folglich nicht eingliederungswirksam. Da folglich die 

Grundvoraussetzung für berufliche Eingliederungsmassnahmen nicht erfüllt sei, erübrige sich eine 

Prüfung bezüglich der Mehrkosten und allfälliger Taggelder. Allerdings sei darauf hinzuweisen, dass 

die Kosten für elektronische Geräte ohnehin keine relevanten Mehrkosten darstellten. 

B.c Der Beschwerdeführer liess am 4. März 2025 an seinen Anträgen festhalten (act. G 12). Die 
Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 14). 

Erwägungen 
1.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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5/8 

Dieses Beschwerdeverfahren bezweckt die Überprüfung der angefochtenen Verfügung auf deren 

Rechtmässigkeit, weshalb sein Gegenstand jenem des vorangegangenen Verwaltungsverfahrens 

entsprechen muss. Dieses hat zwei Gegenstände betroffen, nämlich die Frage nach einer erstmaligen 

beruflichen Ausbildung im Sinne des Art. 16 IVG sowie die Frage nach einem allfälligen 

Taggeldanspruch im Zusammenhang mit dieser beruflichen Eingliederungsmassnahme. Bei richtiger 
Interpretation hat die Beschwerdegegnerin also zwei Verfügungen erlassen, die sie gemeinsam mit 

einem Formular eröffnet hat. Die Beschwerde richtet sich gegen beide Verfügungen, weshalb auch 

dieses Beschwerdeverfahren beide Gegenstände betrifft. Die gemeinsame Behandlung reduziert den 

administrativen Aufwand, führt aber nicht zu einer „Verschmelzung“ der beiden Streitgegenstände. Den 

Parteien steht es frei, diesen Entscheid nur bezüglich eines der beiden Streitgegenstände anzufechten. 

Diesem Umstand wird mit einer entsprechenden Aufteilung der Erwägungen und des Dispositivs 

Rechnung getragen. 

2.  

2.1 Die Akten belegen mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, 
dass der Beschwerdeführer an einer erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigung leidet, die ihn unter 

anderem dazu gezwungen hat, eine bereits begonnene pädagogische Erstausbildung nach dem ersten 

von drei Jahren abzubrechen und sich beruflich neu zu orientieren. Da er während der begonnenen 

pädagogischen Ausbildung (anders als etwa ein Lehrling) keinen Lohn erzielt hat, der mindestens 30 
Prozent des Höchstbetrages nach Art. 24 Abs. 1 IVG betragen hätte, kann die bald abgeschlossene 

(zweite) Erstausbildung zum Ethnologen gemäss dem Art. 6 Abs. 2 IVV nicht als eine Umschulung im 

Sinne des Art. 17 IVG qualifiziert werden. Der Beschwerdeführer kann also keinen Anspruch auf eine 

Vergütung sämtlicher Kosten der Ausbildung zum Ethnologen, sondern nur einen Anspruch auf die 

Vergütung der behinderungsbedingten Mehrkosten im Vergleich zu jenen haben, mit denen er sich 

ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung bei der Ausbildung zum Ethnologen konfrontiert sähe. 

Massgebend für einen allfälligen Anspruch gestützt auf den Art. 16 IVG ist die Antwort auf die Frage 

nach der Verhältnismässigkeit der begonnenen Ausbildung. 

2.2 Als verhältnismässig und damit anspruchsbegründend gilt eine erstmalige berufliche Ausbildung, 
wenn die versicherte Person über die zur Ausbildung und zur anschliessenden Berufstätigkeit 

notwendige Eignung verfügt, wenn die Ausbildung geeignet ist, die Erwerbsmöglichkeiten auf dem 

invalidenversicherungsrechtlich massgebenden allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu 

verbessern und wenn der Aufwand und der Erfolg der Massnahme in einem angemessenen Verhältnis 

zueinander stehen. Die Beschwerdegegnerin hat sich auf den Standpunkt gestellt, dass der 
Beschwerdeführer zwar in der Lage sein werde, sein Studium erfolgreich abzuschliessen, dass er aber 

anschliessend keine Arbeitsstelle finden und folglich nicht in der Lage sein werde, als Ethnologe ein 

relevantes Erwerbseinkommen zu erzielen. Als massgeblich dafür hat sie die Angabe eines ihrer 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Berufsberater erachtet, der Beschwerdeführer könnte nur einer wissenschaftlichen Tätigkeit respektive 

einer Tätigkeit im Bereich der akademischen Forschung nachgehen, aber seine Chancen, eine dieser 

rar gesäten Stellen zu erhalten, seien praktisch nicht existent. Diese Argumentation überzeugt nicht, 

zumal sie nicht auf einer fundierten berufsberaterischen Abklärung beruht. Der Beschwerdeführer hat 

sich nach dem Abbruch einer notwendigerweise auf eine praktische Tätigkeit ausgerichteten 
Fachhochschulausbildung gerade deshalb für eine akademische Laufbahn entschieden, weil er 

realisiert hat, dass für ihn angesichts seiner uneingeschränkten kognitiven, aber stark beeinträchtigten 

und sich stetig verschlechternden körperlichen Fertigkeiten nur wissenschaftliche Tätigkeiten in Frage 

kommen. Der Berufsberater der Beschwerdegegnerin hat diese Überlegung im Juni 2022 als „stimmig“ 

bezeichnet. Bezeichnenderweise hat die Beschwerdegegnerin keine andere Ausbildung nennen 

können, die dem Beschwerdeführer bessere Erwerbsmöglichkeiten verschaffen würde. Selbst wenn 

rein wissenschaftliche Tätigkeiten auf dem tatsächlichen Arbeitsmarkt für Berufsleute wie den 

Beschwerdeführer rar gesät sein sollten, ist keineswegs erstellt, dass der Beschwerdeführer sich mit 

seiner Ausbildung „in die Arbeitslosigkeit eingliedern“ wird. Gleich zwei Professorinnen der Universität 

Zürich haben anschaulich aufgezeigt, dass im Bereich Ethnologie und insbesondere im Teilbereich 

Diversität und Inklusion für wissenschaftliche Tätigkeiten Arbeitnehmer besonders begehrt sind, die 

nicht nur über das notwendige Fachwissen, sondern auch über eigene Erfahrungen verfügen, wie dies 

beim Beschwerdeführer aufgrund seiner Gesundheitsbeeinträchtigung der Fall ist. Auch wenn die 
Professorinnen keine konkrete Stellenzusage abgegeben haben, wie die Beschwerdegegnerin moniert 

hat, haben sie doch überzeugend aufgezeigt, dass der Beschwerdeführer auf dem allgemeinen und 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt über dieselben, wenn nicht sogar über bessere Chancen auf eine 

Anstellung verfügen wird als gesunde Mitbewerber. Zudem haben sie anschaulich dargelegt, dass es 

sich beim fraglichen Forschungsfeld um einen momentan stark wachsenden und damit 

zukunftsweisenden Teilbereich der Fachrichtung Ethnologie handelt, was bedeutet, dass sich die 

Chancen des Beschwerdeführers auf eine Anstellung prognostisch noch weiter verbessern dürften. 

Dem Beschwerdeführer ist es bereits gelungen, verschiedene Engagements zu sichern, bei denen er 

sich bewährt hat. Seine Leistungen im Studium sind mit guten bis sehr guten Prädikaten bewertet 

worden. Sollte sein bald absehbarer Studienabschluss nicht durch eine unerwartete 

Sachverhaltsentwicklung verhindert oder verzögert werden, wird er seine Erstausbildung in einem Alter 

abschliessen, der sich nicht wesentlich vom durchschnittlichen Alter, in dem gesunde Mitbewerber 

abschliessen, unterscheiden wird. Angesichts des Erfolges, mit dem er seine wissenschaftliche 

Laufbahn bislang absolviert hat, und angesichts der sehr guten Referenzen, über die er bereits jetzt 
verfügt, ist nicht einzusehen, weshalb ihm die Verwertung seiner Arbeitsfähigkeit auf dem in Frage 

kommenden Arbeitsmarkt nicht gelingen sollte, zumal eine Tätigkeit in einem so spezialisierten 

wissenschaftlichen Bereich nicht zwingend in der Schweiz ausgeübt werden müsste, sondern 

grundsätzlich weltweit in Frage kommt, was die Zahl der potentiellen Stellen entsprechend erhöht. 

Zusammenfassend steht also mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer über die notwendige Eignung zum wissenschaftlich 

tätigen Ethnologen verfügt und dass sich diese Ausbildung eignet, ihm realistische Chancen auf ein 

relevantes Erwerbseinkommen zu verschaffen. Die bisherigen Mehrkosten der Ausbildung sind 

insgesamt gering, die Ausbildung wird voraussichtlich bald abgeschlossen sein und der 

Beschwerdeführer wird wohl noch für eine lange Zeit in der Lage sein, einer Erwerbstätigkeit 
nachzugehen, da die Progredienz seiner Erkrankung in den letzten Jahren gering gewesen ist und da 

nichts darauf hindeutet, dass ein Krankheitsschub zu erwarten wäre, der die Berufstätigkeit schon in 

Kürze erheblich beeinträchtigen würde. Die Eingliederungsmassnahme ist folglich als verhältnismässig 

zu qualifizieren, was bedeutet, dass der Beschwerdeführer einen Anspruch auf allfällige 

behinderungsbedingten Mehrkosten dieser Ausbildung hat. 

2.3 Bezüglich der relevanten Mehrkosten erweist sich der massgebende Sachverhalt als 
ungenügend ermittelt, denn die Beschwerdegegnerin hat lediglich Stellung zu jenen Ausgaben 

genommen, die der Beschwerdeführer substantiiert geltend gemacht hatte. Sie hat keinerlei eigene 

Abklärungen bezüglich weiterer Kosten unternommen, womit sie ihre Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 

1 ATSG) verletzt hat. Es kann in dieser Situation nicht die Aufgabe des Versicherungsgerichtes sein, 

diesen Teil der Sachverhaltsermittlung zu übernehmen. Die Sache ist folglich zur Bemessung der 

relevanten Mehrkosten an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

3.  

Beim Taggeld handelt es sich zwar um eine zu einer beruflichen Eingliederungsmassnahme 

akzessorische Leistung, was bedeutet, dass ein Taggeldanspruch ohne einen Anspruch auf eine 

berufliche Eingliederungsmassnahme zum Vorneherein nicht bestehen kann. Da die 

Beschwerdegegnerin überzeugt gewesen ist, dass der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

berufliche Eingliederungsmassnahme habe, hat sie einen Taggeldanspruch ohne jede Abklärung 

verneint. Weil der Beschwerdeführer aber entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin einen 

Anspruch auf die Vergütung der Mehrkosten seiner Ausbildung hat, könnte durchaus auch ein Anspruch 

auf ein Taggeld bestehen. Die Beschwerdegegnerin wird folglich auch bezüglich eines allfälligen 

Taggeldanspruchs weitere Abklärungen tätigen. 

4.  

Dieser Verfahrensausgang gilt rechtsprechungsgemäss hinsichtlich der Kosten- und 

Entschädigungsfolgen als ein vollständiges Obsiegen des Beschwerdeführers. Sowohl der 

Beurteilungs- als auch der Vertretungsaufwand bezüglich eines allfälligen Taggeldanspruchs sind 

vernachlässigbar, weshalb nur für den die erstmalige berufliche Ausbildung betreffenden Teil des 
Beschwerdeverfahrens Kosten- und Entschädigungsfolgen zu regeln sind. Die angesichts des 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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durchschnittlichen Verfahrensaufwandes praxisgemäss auf 600 Franken festzusetzenden 

Gerichtskosten sind der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Dem Beschwerdeführer 

wird der von ihm geleistete Kostenvorschuss von 600 Franken zurückerstattet. Die 

Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung auszurichten. Der für deren 

Bemessung massgebende erforderliche Vertretungsaufwand ist als im Vergleich zu einem „IV-
Rentenfall“ deutlich unterdurchschnittlich zu qualifizieren, weshalb die Parteientschädigung auf 3’000 

Franken (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festgesetzt wird. 

Entscheid 
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  
Es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer einen Anspruch auf die Vergütung allfälliger 

Mehrkosten einer erstmaligen beruflichen Ausbildung hat; die Sache wird zur Fortsetzung des 

Verwaltungsverfahrens im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 

2.  
Bezüglich eines allfälligen Taggeldanspruchs wird die Sache zur Fortsetzung des 

Verwaltungsverfahrens im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 

3.  
Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen; dem Beschwerdeführer 

wird der von ihm geleistete Kostenvorschuss von 600 Franken zurückerstattet. 

4.  
Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit 3’000 Franken zu entschädigen. 

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		2026-01-28T04:26:26+0100
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