# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 560871b8-dbf4-5b4b-865a-f0e56ea8b818
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-08-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.08.2008 C-2448/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2448-2007_2008-08-15.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-2448/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 5 .  A u g u s t  2 0 0 8

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), 
Richter Antonio Imoberdorf, Richter Andreas Trommer, 
Gerichtsschreiberin Barbara Kradolfer.

A._______,
vertreten durch Rechtsanwalt Claudio Allenspach,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-2448/2007

Sachverhalt:

A.
Die  aus  Aserbaidschan  stammende  Beschwerdeführerin  (Jahrgang 
1971) hielt sich erstmals vom 1. - 31. März 1995 in der Schweiz auf 
(Kurzaufenthaltsbewilligung). Sie hatte ein Engagement als Tänzerin in 
einem Cabaret in Chur, wo sie ihren späteren Ehemann kennen lernte. 
Am 9. November 1995 liessen die Beschwerdeführerin und ihr zukünf-
tiger  Ehemann,  der  Schweizer  Bürger  B._______  (Jahrgang  1952) 
einen  Ehevertrag  beurkunden,  bevor  sie  am 22.  Dezember  1995  in 
Chur  heirateten.  In  der  Folge  erhielt  die  Beschwerdeführerin  eine 
Aufenthaltsbewilligung  zum  Verbleib  beim  Schweizer  Ehegatten.  Am 
23. Januar 2001 wurde ihr die Niederlassungsbewilligung erteilt.

B.
Am 19. Juni 2001 stellte die Beschwerdeführerin einen Antrag auf er-
leichterte Einbürgerung. Im Rahmen des Einbürgerungsverfahrens un-
terzeichneten die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann am 7. Februar 
2002 gemeinsam eine Erklärung,  wonach sie  in  einer  tatsächlichen, 
ungetrennten, stabilen ehelichen Gemeinschaft an derselben Adresse 
zusammenlebten  und  dass  weder  Trennungs-  noch  Scheidungs-
absichten bestünden. Zudem erklärten sie, zur  Kenntnis zu nehmen, 
dass "die erleichterte Einbürgerung nicht  möglich ist,  wenn vor oder 
während des Einbürgerungsverfahrens einer der Ehegatten die Tren-
nung  oder  Scheidung  beantragt  oder  keine  tatsächliche  eheliche 
Gemeinschaft  mehr  besteht."  Ebenfalls  bestätigten sie die  Kenntnis-
nahme, dass die Verheimlichung solcher Umstände zur Nichtigerklä-
rung der Einbürgerung führen könne. Am 6. März 2002 erhielt die Be-
schwerdeführerin  daraufhin  durch  erleichterte  Einbürgerung  gemäss 
Art. 27 des Bürgerrechtsgesetzes vom 29. September 1952 (BüG, SR 
141.0) das Schweizer Bürgerrecht.

C.
Am 1. September 2002 trennten sich die Ehegatten. Am 16. Juni 2004 
beantragten die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann gemeinsam die 
Scheidung,  woraufhin  die  Ehe  am  3.  November  2004  rechtskräftig 
geschieden wurde. 

D.
Mit Schreiben vom 5. November 2004 teilte die Direktion des Innern 
des Kantons Glarus dem Bundesamt für Zuwanderung, Integration und 

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Bürgerrecht (IMES), heute Bundesamt für Migration (BFM), mit, dass 
die  Ehe  geschieden worden sei,  und ersuchte  das  IMES darum,  zu 
prüfen, ob ein Verfahren zur Nichtigerklärung der erleichterten Einbür-
gerung  eingeleitet  werden  solle.  Gleichzeitig  erklärte  der  Kanton 
Glarus seine Zustimmung zur Nichtigerklärung gemäss Art. 41 Abs. 1 
BüG.

E.
Am 14. Januar  2005 forderte  die  Vorinstanz  die Beschwerdeführerin 
auf, sich binnen Monatsfrist zur Frage einer allfälligen Nichtigerklärung 
sowie zur Trennung und Scheidung von ihrem schweizerischen Ehe-
gatten zu äussern. Die damalige Parteivertreterin nahm am 17. März 
2005 erstmals Stellung. Dabei machte sie geltend, dass die Beschwer-
deführerin ihren Ehemann in der Schweiz kennen gelernt habe, worauf 
die beiden nach neunmonatiger Bekanntschaft aus Liebe geheirateten 
hätten. Zur Trennung am 1. September 2002 sei es nach erheblichen 
Spannungen  gekommen,  die  durch  die  unterschiedlichen  Vorstellun-
gen betreffend die Sicherung der Existenz entstanden seien; der Ehe-
mann  habe  die  Auffassung  vertreten,  dass  er  und  seine  Frau einer 
selbständigen  Erwerbstätigkeit  nachgehen  sollten,  die  Beschwerde-
führerin hingegen habe am 1. Juni 2002 eine Stelle im Service ange-
nommen. Beide  Ehegatten  seien  davon  ausgegangen,  dass  es  sich 
um eine vorübergehende Trennung handle. Sie hätten den Kontakt auf-
recht  erhalten;  es  habe  sich  jedoch  herausgestellt,  dass  die  unter-
schiedlichen  Vorstellungen  über  die  Art,  ihre  Existenz  zu  sichern, 
unüberwindlich  gewesen  seien.  Im  September  2003  habe  die  Be-
schwerdeführerin  erfahren,  dass  ihr  Ehemann  eine  neue  Beziehung 
eingegangen sei. Im Frühjahr 2004 sei er mit seiner neuen Partnerin 
zusammen gezogen. In der Folge seien die Beschwerdeführerin und 
ihr Ehemann übereingekommen, sich scheiden zu lassen. Die Ehegat-
ten hätten bis zur Trennung fast sieben Jahre zusammen gelebt und 
gearbeitet. Es habe somit  eine tragfähige Beziehung bestanden. Bis 
zur Einreichung des gemeinsamen Scheidungsbegehren seien noch-
mals  beinahe  zwei  Jahre  vergangen,  in  der  Hoffnung,  sie  könnten 
wieder zusammenfinden. Die Ehe sei  somit zum Zeitpunkt der Unter-
zeichung der gemeinsamen Erklärung am 7. Februar 2002 noch intakt 
gewesen. Dasselbe treffe auf den Zeitpunkt der erleichterten Einbür-
gerung zu. Die Beschwerdeführerin habe sich die erleichterte Einbür-
gerung weder durch falsche Angaben noch durch das Verheimlichen 
erheblicher Tatsachen erschlichen.

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F.
Auf Veranlassung der Vorinstanz wurde der Ex-Ehemann am 1. Febru-
ar 2007 durch Vertreter des Amtes für Polizeiwesen und Zivilrecht des 
Kantons  Graubünden  in  Anwesenheit  der  Rechtsvertreterin  der 
Beschwerdeführerin als Auskunftsperson befragt. Am 8. Februar 2007 
teilte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin mit, dass die zeitliche Ab-
folge der Ereignisse es als erwiesen scheinen lasse, dass sie die er-
leichterte  Einbürgerung  erschlichen  habe.  Am  13.  Februar  2007  er-
suchte die Vorinstanz den Heimatkanton um Zustimmung zur Nichtig-
erklärung  der  erleichterten  Einbürgerung.  Diese  Zustimmung  wurde 
mit Schreiben vom 16. Februar 2007 erteilt. 

In ihrer abschliessenden Stellungnahme vom 23. Februar 2007 bestritt 
die Rechtsvertreterin  die Schlussfolgerung der Vorinstanz und führte 
zusätzlich aus, dass der Ex-Ehemann sich wegen des unerfüllten Kin-
derwunsches im Jahre  2000 einer  Fruchtbarkeitsanalyse unterzogen 
habe.  Entsprechende  Belege  gab  sie  am  27.  Februar  2007  zu  den 
Akten.

G.
Mit  Verfügung vom 6. März 2007 erklärte die Vorinstanz die erleich-
terte  Einbürgerung  der  Beschwerdeführerin  für  nichtig.  Zur  Begrün-
dung  wurde  im  Wesentlichen  ausgeführt,  die  Ereignisse  und  Um-
stände in der Zeit zwischen der ersten Einreise und der Heirat offen-
barten, dass sich die Beschwerdeführerin, wenn nicht primär, so doch 
auch von der zweckfremden Absicht leiten liess, sich durch die Ehe-
schliessung  ein  langfristiges  Aufenthaltsrecht  in  der  Schweiz  zu 
sichern. Anfänglich  habe es sich um eine Liebesheirat  mit  beidseiti-
gem Kinderwunsch gehandelt. Dennoch habe die Beschwerdeführerin 
ihren Ehemann für ihre eigennützigen Zwecke benutzt: Zunächst, um 
durch Heirat ihren Aufenthalt in der Schweiz zu sichern und später, um 
gestützt auf diese Heirat das Schweizer Bürgerrecht betrügerisch zu 
erwerben. Die  Ereignisse im Kontext  ihrer  zeitlichen  Abfolge liessen 
letztlich  auf  ein  planmässiges  und  systematisches  Vorgehen  der 
Beschwerdeführerin  zur  Erlangung  des  Schweizer  Bürgerrechtes 
schliessen.

H.
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom 4. April  2007  erhob  der  neue  Rechts-
vertreter namens seiner Mandantin Beschwerde gegen die Verfügung 
der Vorinstanz vom 6. März 2007 und beantragte deren Aufhebung. 

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H.a In Bezug auf den Sachverhalt  ergänzt der Rechtsvertreter, dass 
die Beschwerdeführerin am 23. Januar 2001 die Niederlassungsbewil-
ligung und damit ein gefestigtes Anwesenheitsrecht erhalten habe. Es 
wäre  ihr  somit  von diesem Zeitpunkt  an  möglich  gewesen,  sich  von 
ihrem Ehemann zu trennen, ohne ihr Anwesenheitsrecht zu verlieren, 
wenn die Ehe nicht intakt gewesen wäre. 

H.b Bezüglich  der  rechtlichen  Beurteilung  des  Sachverhaltes  durch 
die Vorinstanz macht der Rechtsvertreter zunächst geltend, dass die 
gemäss Art. 41 Abs. 1 BüG vorgesehene Zustimmung des Heimatkan-
tons zur Nichtigerklärung nicht rechtsgenüglich ergangen sei, da diese 
bereits am 5. November 2004 erteilt  worden sei,  zu einem Zeitpunkt 
also, als das Verfahren zur Nichtigerklärung noch gar nicht eingeleitet 
gewesen  sei.  Sodann  führt  er  unter  Bezugnahme  auf  die  bundes-
gerichtliche  Rechtsprechung  aus,  dass  eine  kurze  Zeitspanne  zwi-
schen Einbürgerung und Trennung für sich allein nicht genüge, die tat-
sächliche Vermutung, wonach die Ehe nicht mehr intakt gewesen sei, 
zu begründen. Es widerspreche daher dieser Rechtsprechung und sei 
eine  unzulässige  Beweislastumkehr,  wenn  die  Vorinstanz  verlange, 
dass  die  tatsächliche  Vermutung  von  der  Beschwerdeführerin  durch 
den  Gegenbeweis  bzw.  erhebliche  Zweifel  umgestossen  werden 
müssen. Für belastende Verfügungen trage die Verwaltung die Beweis-
last. Die Vorinstanz habe den Beweis jedoch nicht erbracht, dass die 
erleichterte Einbürgerung erschlichen worden sei. Im Weiteren äussert 
sich der Rechtsvertreter ausführlich zu den von der Vorinstanz in der 
angefochtenen  Verfügung  aufgeführten  Indizien,  welche  das  plan-
mässige und systematische Vorgehen der Beschwerdeführerin zur Er-
langung des Schweizer Bürgerrechtes belegen sollen.

I.
In ihrer Vernehmlassung vom 26. Juni 2007 hält die Vorinstanz an der 
angefochtenen  Verfügung  fest  und  beantragt  die  Abweisung  der 
Beschwerde.

J.
In  seiner  Replik  vom  17.  Juli  2007  macht  der  Rechtsvertreter  u.a. 
geltend, dass der Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden sei, 
da  der  Beschwerdeführerin  die  Einwilligung des Heimatkantons vom 
16.  Februar  2007  zur  Nichtigerklärung  nicht  zur  Kenntnis  gebracht 
worden  sei;  im  Übrigen  habe  der  Kanton  Glarus  seine  Zustimmung 
gegeben, ohne den gesamten Sachverhalt zu kennen.

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K.
Am  29.  Februar  2008  ersuchte  das  Bundesverwaltungsgericht  die 
Migrationsbehörde des Kantons Graubünden um Einsicht in die frem-
denpolizeilichen Akten der Beschwerdeführerin. Am 26. März 2008 zog 
das Bundesverwaltungsgericht auch die Ehescheidungsakten bei.

L.
Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit erheblich, in den Erwägun-
gen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt  der  in  Art.  32  VGG genannten  Ausnahmen  Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche 
von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Dar-
unter  fallen  Verfügungen  des  Bundesamtes  für  Migration  (BFM), 
welche die Nichtigerklärung einer erleichterten Einbürgerung betreffen 
(Art. 41 Abs. 1 i.V.m. Art. 27 BüG). 

1.2 Gemäss  Art.  37  VGG  richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bun-
desverwaltungsgericht  nach  dem  VwVG,  soweit  das  Gesetz  nichts 
anderes bestimmt.

1.3 Als  Adressatin  der  Verfügung  ist  die  Beschwerdeführerin  zur 
Beschwerde  legitimiert.  Auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte 
Beschwerde ist deshalb einzutreten (Art. 48 ff. VwVG).

2.
Mit  Beschwerde  ans  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung 
von Bundesrecht, einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen Sachverhaltes sowie die Unangemessenheit gerügt 
werden, sofern nicht  eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz 
verfügt hat (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im 
Beschwerdeverfahren das  Bundesrecht  von Amtes wegen an. Es  ist 
gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht 
gebunden  und  kann  die  Beschwerde  auch  aus  anderen  als  den 

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geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend 
ist  grundsätzlich  die  Sach-  und  Rechtslage  zum  Zeitpunkt  seines 
Entscheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten 
Urteils des Bundesgerichts 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.  
3.1 Gemäss Art. 27 Abs. 1  BüG kann ein Ausländer  nach der  Ehe-
schliessung mit  einem Schweizer Bürger ein Gesuch um erleichterte 
Einbürgerung stellen,  wenn er  insgesamt  fünf  Jahre  in  der  Schweiz 
gewohnt hat, seit einem Jahr hier wohnt und seit drei Jahren in ehe-
licher Gemeinschaft  mit  einem Schweizer Bürger lebt. Seine Einbür-
gerung setzt zudem gemäss Art. 26 Abs. 1 BüG voraus, dass er in die 
schweizerischen  Verhältnisse  eingegliedert  ist,  die  schweizerische 
Rechtsordnung beachtet  und die innere oder äussere Sicherheit  der 
Schweiz  nicht  gefährdet.  Sämtliche  Einbürgerungsvoraussetzungen 
müssen sowohl im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung als auch anläss-
lich der Einbürgerungsverfügung erfüllt sein. Fehlt es im Zeitpunkt des 
Einbürgerungsentscheids an der ehelichen Gemeinschaft, darf die er-
leichterte Einbürgerung nicht ausgesprochen werden (BGE 129 II 401 
E. 2.2 S. 403 mit Hinweis).

3.2 Der Begriff  der  ehelichen Gemeinschaft  bedeutet  nach der  bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung mehr als nur das formelle Bestehen 
einer  Ehe.  Verlangt  wird  vielmehr  die  tatsächliche  Lebensgemein-
schaft,  getragen  vom beidseitigen  Willen,  die  Ehe  auch  künftig  auf-
recht  zu  erhalten.  Gemäss  konstanter  Praxis  muss  sowohl  im  Zeit-
punkt  der  Gesuchseinreichung als  auch  im Zeitpunkt  des  Einbürge-
rungsentscheides  eine  tatsächliche  Gemeinschaft  bestehen,  die 
Gewähr  für  die  Stabilität  der  Ehe bietet. Mit  Art.  27  BüG wollte  der 
Gesetzgeber dem ausländischen Ehegatten eines Schweizer Bürgers 
die erleichterte Einbürgerung ermöglichen, um die Einheit des Bürger-
rechts  der  Ehegatten  im  Hinblick  auf  ihre  gemeinsame  Zukunft  zu 
fördern. Zweifel am Willen der Ehegatten, die eheliche Gemeinschaft 
aufrecht zu erhalten, sind beispielsweise angebracht, wenn kurze Zeit 
nach  der  erleichterten  Einbürgerung  die  Trennung  erfolgt  oder  die 
Scheidung eingeleitet wird (vgl. BGE 130 II 482 E. 2 S. 484, Urteil des 
Bundesgerichts 5A.2/2006 vom 28. April 2006 E. 2.1).

3.3 Die Einbürgerung kann mit Zustimmung der Behörde des Heimat-
kantons innert  fünf Jahren für nichtig erklärt  werden, wenn sie durch 
falsche Angaben oder  Verheimlichung  erheblicher  Tatsachen  erschli-

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chen worden ist (Art. 41 Abs. 1 BüG). Arglist im Sinne des strafrecht-
lichen Betrugstatbestandes ist nicht erforderlich. Immerhin ist es not-
wendig, dass der Betroffene bewusst falsche Angaben macht bzw. die 
Behörde bewusst in einem falschen Glauben lässt und so den Vorwurf 
auf sich zieht, es unterlassen zu haben, die Behörde über eine erheb-
liche  Tatsache zu informieren  (vgl. BGE 130  II  482  E. 2  S. 484  mit 
weiteren Hinweisen). Hat der Betroffene erklärt, in einer stabilen Ehe 
zu leben, und weiss er, dass die Voraussetzungen für die erleichterte 
Einbürgerung auch im Zeitpunkt der Verfügung vorliegen müssen, so 
hat  er  gestützt  auf  seine  Mitwirkungs-  bzw. Auskunftspflicht  gemäss 
Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG die Behörde unaufgefordert zu informieren, 
wenn  diese  Voraussetzungen  nicht  mehr  vollständig  vorliegen  (vgl. 
BGE 132 II 113 E. 3 S. 115 f.).

3.4 Besteht aufgrund des Ereignisablaufs die tatsächliche Vermutung, 
die Einbürgerung sei erschlichen worden, obliegt es dem Betroffenen, 
die Vermutung durch den Gegenbeweis bzw. erhebliche Zweifel umzu-
stossen,  indem  er  Gründe  bzw. Sachumstände  aufzeigt,  die  es  als 
überzeugend bzw. nachvollziehbar  erscheinen lassen,  dass  eine an-
geblich  noch  wenige  Monate  zuvor  bestehende  tatsächliche,  unge-
trennte  eheliche  Gemeinschaft  in  der  Zwischenzeit  dergestalt  in  die 
Brüche gegangen ist, dass es zur Scheidung kam (vgl. BGE 130 II 482 
E. 3.2 S. 486).

4.
4.1 In formeller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin zunächst,  dass 
ihr  die  Zustimmung  des  Heimatkantons  vom  16.  Februar  2007  zur 
Nichtigerklärung  vorgängig  nicht  zur  Kenntnis  gebracht  worden  sei. 
Dadurch sei das rechtliche Gehör verletzt worden. Ob tatsächlich eine 
Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegt, kann offen bleiben, da eine 
solche als nicht schwerwiegend zu qualifizieren wäre und deshalb auf 
Beschwerdeebene geheilt  werden könnte, zumal die diesbezüglichen 
Voraussetzungen  erfüllt  sind  (BGE  133  I  201  E.  2.2  S.  204  f.  mit 
Hinweisen).

4.2 Die  Beschwerdeführerin  rügt  sodann,  dass  der  zuständigen  Be-
hörde des  Heimatkantons lediglich die  "abschliessende Stellungnah-
me" der Vorinstanz vom 8. Februar 2007 sowie die Einbürgerungsver-
fügung und die Erklärung betreffend die eheliche Gemeinschaft, nicht 
jedoch die Stellungnahmen der Beschwerdeführerin und das Protokoll 
der Befragung des Ex-Ehemannes zur Verfügung standen (vgl. Replik 

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der Beschwerdeführerin vom 17. Juli 2007 Ziffer 2 S. 3 f.). 

Zunächst ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführerin im Verfahren, 
mit dem die Vorinstanz die Zustimmung des Heimatkantons zur Nich-
tigerklärung einholt, keine Parteistellung zukommt. Dies ergibt sich aus 
der Entstehungsgeschichte von Art. 41 Abs. 1 BüG (vgl. das Urteil des 
Bundesgerichts 5A.2/2003 vom 3. April 2003 E. 2). Es stellt sich daher 
die Frage, ob der betroffenen Person bezüglich des Zustandekommens 
des  kantonalen  Entscheides  überhaupt  Beschwerdelegitimation  zu-
kommt. Das Bundesgericht hat diese Frage offen gelassen, da im kon-
kreten Fall  der vorgebrachte Einwand von vornherein als nicht stich-
haltig beurteilt wurde (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A.11/2003 vom 
31. Juli 2003 E. 2.1). Auch im vorliegenden Fall kann diese Frage offen 
gelassen werden, da in der "abschliessenden Stellungnahme" der Vor-
instanz  vom 8. Februar  2007 alle  wesentlichen Elemente des  Sach-
verhaltes – inklusive die Stellungnahmen der Beschwerdeführerin und 
die Aussagen des Ex-Ehemannes –  enthalten sind. Der  Vorwurf  der 
Beschwerdeführerin, die Beurteilung durch den Heimatkanton sei nicht 
objektiv  gewesen,  wenn sie  überhaupt  materiell  stattgefunden habe, 
geht daher fehl. Einerseits liegt die Kompetenz zum materiellen Ent-
scheid in der alleinigen Zuständigkeit der Bundesbehörde und die Ein-
willigung  des  Kantons  ist  lediglich  eine  formelle  Voraussetzung,  die 
keiner näheren Begründung bedarf. Andererseits hätte es dem Kanton 
offen gestanden, volle Akteneinsicht zu verlangen, wäre er zur Auffas-
sung gelangt, aufgrund der vorhandenen Unterlagen nicht entscheiden 
zu können.

5.  
5.1 In  der  Bundesverwaltungsrechtspflege  gilt  der  Grundsatz  der 
freien Beweiswürdigung (Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 des Bundesgeset-
zes  vom  4. Dezember  1947  über  den  Bundeszivilprozess  [BZP, SR 
273]). Frei ist die Beweiswürdigung darin, dass sie nicht an bestimmte 
starre  Beweisregeln  gebunden  ist,  welche  der  Behörde  genau  vor-
schreiben, wie ein gültiger Beweis zustande kommt und welchen Be-
weiswert  die einzelnen Beweismittel  im Verhältnis zueinander haben. 
Freie Beweiswürdigung ist aber nicht mit freiem Ermessen zu verwech-
seln (FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl.,  Bern 1983, 
S. 278 f.; zu den Beweismitteln: BGE 130 II 169 E. 2.3.2 ff.). Für eine 
belastende  Verfügung  trägt  die  Verwaltung  die  Beweislast.  Bei  der 
Nichtigerklärung einer erleichterten Einbürgerung ist  von der Verwal-
tung  zu  untersuchen,  ob  die  Ehe  im  massgeblichen  Zeitpunkt  der 

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Gesuchseinreichung  und  der  Einbürgerung  tatsächlich  gelebt  wurde 
(BGE 130 II 169 E. 2.3.1 S. 172). Hierbei geht es vielfach um innere 
Vorgänge,  die  der  Behörde  oft  nicht  bekannt  und  schwierig  zu 
beweisen sind. In derartigen Situationen ist es zulässig, von bekann-
ten  Tatsachen  (Vermutungsbasis)  auf  unbekannte  (Vermutungsfolge) 
zu schliessen. Solche tatsächlichen Vermutungen können sich in allen 
Bereichen der Rechtsanwendung ergeben, namentlich auch im öffent-
lichen Recht. Es handelt  sich  dabei  um Wahrscheinlichkeitsfolgerun-
gen, die auf Grund der Lebenserfahrung gezogen werden (BGE 130 II 
482 E. 3.2 S. 485 f. mit Hinweisen). 

5.2 Als Problem der Beweiswürdigung berührt die tatsächliche Vermu-
tung weder  die Beweislast  noch die Untersuchungsmaxime. Letztere 
gebietet zwar, dass die Verwaltung auch nach entlastenden,  d.h. die 
Vermutung erschütternden Elementen sucht. Hinsichtlich der Voraus-
setzung  des  intakten  Ehelebens  liegt  es  jedoch  in  der  Natur  der 
Sache, dass solche Elemente der Behörde oft nicht bekannt sein dürf-
ten  und  nur  die  Betroffenen  darüber  Beschweid  wissen.  Es  obliegt 
daher  dem  erleichtert  Eingebürgerten,  der  nicht  nur  zur  Mitwirkung 
verpflichtet ist (Art. 13 VwVG), sondern angesichts der gegen ihn spre-
chenden tatsächlichen Vermutung selber ein eminentes Interesse hat 
bzw. haben sollte,  die Vermutung durch den Gegenbeweis oder  das 
Vorbringen  erheblicher  Zweifel  umzustürzen  (BGE 130  II  482  E. 3.2 
S. 485 f.).

5.3 Die Beschwerdeführerin geht somit fehl, wenn sie geltend macht, 
die  Vorinstanz  habe  eine  unzulässige  Beweislastumkehr  vorgenom-
men, indem sie gefordert habe, dass die Beschwerdeführerin die dar-
gelegte tatsächliche Vermutung "durch den Gegenbeweis bzw. erhebli-
che Zweifel" umstosse.

5.4 Die  vorinstanzliche  Tatsachenvermutung  gegen  das  Bestehen 
einer gelebten Ehe in den massgebenden Zeitpunkten liesse sich am 
ehesten  widerlegen,  wenn sich  in  der  Phase  nach der  erleichterten 
Einbürgerung  ein  unvorhergesehenes  oder  aussergewöhnliches  Vor-
kommnis zugetragen hätte oder wenn die betroffene Person konkrete 
Anhaltspunkte für die Annahme lieferte, dass die eheliche Beziehung 
aus ihrer  Sicht  zum Zeitpunkt  der  Erklärung sowie der  erleichterten 
Einbürgerung wirklich noch stabil  und auf  eine gemeinsame Zukunft 
ausgerichtet  gewesen ist  (zum Ganzen vgl. die  Urteile  des Bundes-
gerichts  5A.12/2006  vom  23.  August  2006  E.  2.3,  5A.22/2006  vom 

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13. Juli 2006 E. 2.3, 5A.18/2006 vom 28. Juni 2006 E. 3.3, 5A.23/2005 
vom 22. November 2005 E. 5.2 und 5.3 oder 5A.13/2005 vom 6. Sep-
tember 2005 E. 4.2 und 4.3).

6.  
Wie aus dem Sachverhalt hervorgeht, hielt sich die Beschwerdeführe-
rin  zunächst  im  März  1995  in  der  Schweiz  auf.  Sie  hatte  für  einen 
Monat eine Verpflichtung als Cabaret-Tänzerin. In dieser Zeit lernte sie 
ihren  späteren  Ehemann  kennen,  der  als  Türsteher  und  Diskjockey 
ebenfalls  in  einem Cabaret  arbeitete. Nach neunmonatiger  Bekannt-
schaftszeit heirateten sie am 22. Dezember 1995. 

6.1 Die Vorinstanz geht in ihrer Verfügung davon aus, dass bereits die 
Eheschliessung  Teil  eines  planmässigen  und  systematischen  Vorge-
hens zur Erlangung des Schweizer Bürgerrechtes gewesen sei. Dies 
begründet sie einerseits mit der zeitlichen Abfolge der Ereignisse von 
der  Einreise  bis  zur  Eheschliessung und dem Altersunterschied von 
19 Jahren  zwischen  den  Ehegatten.  Andererseits  wirft  sie  der  Be-
schwerdeführerin implizit vor, sie habe die Hilfsbereitschaft und Liebe 
des Ehemannes ausgenutzt, um in der Schweiz bleiben zu können.

6.2 Die  Chronologie  der  Ereignisse  bis  zur  Eheschliessung  lässt 
durchaus den Schluss zu, dass die Sicherung des Aufenthaltsrechtes 
der Beschwerdeführerin ein Motiv für die Heirat war. Dies wurde von 
den Ehegatten auch nicht bestritten. Vielmehr sei dies ein Weg gewe-
sen,  ihre  Beziehung  längerfristig  zu  leben  (vgl.  die  Aussage  des 
geschiedenen Ehemannes vom 1. Februar 2007 S. 2 [Akten Vorinstanz 
Nr. 10] sowie die Stellungnahmen der Beschwerdeführerin im Rahmen 
des rechtlichen Gehörs [Akten Vorinstanz Nr. 8 und 13]). Nach Aus-
sagen des Ex-Ehemannes war es ihm ein Anliegen, die Beschwerde-
führerin  aus  dem Milieu  herauszuholen.  Zunächst  verschaffte  er  ihr 
deshalb  eine  Arbeitsstelle  in  einem  Cabaret  ohne  Verpflichtung  zu 
Séparée-Dienst und liess sie bei sich wohnen.  Der Vorschlag für die 
Eheschliessung  ging  vom  Ehemann  aus  (vgl.  Aussagen  des  Ex-
Ehemannes a.a.O. S. 2). 

Gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  zu  Art.  7  Abs.  2  des 
Bundesgesetzes  vom 26. März  1931 über  Aufenthalt  und Niederlas-
sung der Ausländer (aANAG, BS 1 121) ist allein die Tatsache, dass 
die  Sicherung  des  Aufenthaltsrechtes  des  ausländischen  Ehegatten 
bei  der  Eheschliessung  mit  eine  Rolle  spielt,  kein  Grund,  von einer 
Zweckehe auszugehen. Auf die Motive der Heirat kommt es nicht an, 

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sofern  es  als  erstellt  gelten  kann,  dass  die  Partner  tatsächlich  eine 
Lebensgemeinschaft  begründen  wollen  (vgl.  z.B. Urteil  des  Bundes-
gerichts  2A.265/2005  vom  6.  Juni  2005  E.  2.1  mit  Hinweisen).  Auf 
diese Rechtsprechung nahm das Bundesgericht auch in Fällen betref-
fend die Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung ausdrücklich 
Bezug (vgl. z.B. Urteile 5A.23/2005 vom 22. November 2005 E. 4.2 und 
5A.13/2005 vom 6. September 2005 E. 3.2). Allerdings kann der Um-
stand,  dass  die  Ehegatten  sich  im  Rotlichtmilieu  kennen  gelernt 
haben, zur Vermutung führen, dass die Ehe aus anderen Motiven, als 
dem Willen zu einer wirklichen Ehegemeinschaft, eingegangen wurde 
(vgl.  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C-7487/2006  vom 
28. Mai 2008 E. 3.2 mit Hinweisen). Nach übereinstimmenden Aussa-
gen der Beschwerdeführerin und ihres geschiedenen Ehemannes han-
delte es sich jedoch um eine zukunftsgerichtete, auf Liebe beruhende 
Ehegemeinschaft, die auch mit dem Wunsch nach Kindern einherging 
(vgl. zu letzterem den ärztlichen Bericht betreffend Fruchtbarkeitsana-
lyse  vom  11.  September  2000,  Akten  Vorinstanz  Nr.  14  bzw.  Be-
schwerdebeilage III/1). Gegen die Vermutung, dass die Art und Weise, 
wie sich die Ehegatten kennen gelernt haben, auf eine Zweckehe hin-
deute, spricht auch, dass die Beschwerdeführerin über die Natur ihres 
Engagements als Tänzerin getäuscht worden war und sie nicht mehr in 
ihr  früheres  Arbeitsumfeld  zurückgekehrt  ist,  nachdem  sie  sich  mit 
Hilfe ihres Ehemannes davon gelöst hatte. Insofern kann auch aus den 
Umständen des Kennenlernens nichts zuungunsten der Beschwerde-
führerin abgeleitet werden.

6.3 Aufgrund dieser Erwägungen kann der Schlussfolgerung der Vor-
instanz  nicht  gefolgt  werden,  wonach  die  Eheschliessung  das  erste 
Glied einer Kette von Ereignissen darstelle, welche schlussendlich zur 
Erschleichung  des  Schweizer  Bürgerrechtes  geführt  habe.  Aus  den 
Akten  sind  genügend  Anhaltspunkte  erkennbar,  die  auf  eine  Ehe-
schliessung, gerichtet auf eine gemeinsame Zukunft in einer intakten 
Ehegemeinschaft, hindeuten. Dies wird auch von der Vorinstanz nicht 
gänzlich in Abrede gestellt, anerkennt sie doch, dass es sich – wenn 
nicht ausschliesslich, so doch teilweise – um eine Liebesheirat gehan-
delt habe. Aufgrund dessen überzeugt die retrospektive Interpretation 
des  zeitlichen  Ablaufes,  wie  sie  die  Vorinstanz  vorgenommen  hat, 
nicht.  Nach  dem  Gesagten  kann  auch  dem  Altersunterschied  von 
19 Jahren kein entscheidendes Gewicht beigemessen werden.

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7.
Aus diesen Erwägungen folgt jedoch nicht automatisch, dass die Ehe 
auch zu den für das vorliegende Verfahren entscheidenden Zeitpunk-
ten – der Erklärung vom 7. Februar 2002 und der erleichterten Ein-
bürgerung am 6. März 2002 – intakt und stabil war. Zur Trennung kam 
es Anfang September 2002, sechs Monate nach der erleichterten Ein-
bürgerung. Am 16. Juni 2004, 2 Jahre und 3 Monate nach der erleich-
terten Einbürgerung, reichten die Ehegatten ein gemeinsames Schei-
dungsbegehren ein und nach einem weiteren halben Jahr wurde die 
Ehe  rechtskräftig  geschieden.  Aufgrund  dieses  engen  zeitlichen  Zu-
sammenhanges,  insbesondere  zwischen  erleichterter  Einbürgerung 
und Trennung, erscheint der Schluss der Vorinstanz, die von der tat-
sächlichen  Vermutung  ausging,  dass  die  Ehe  nicht  mehr  stabil  war, 
zunächst nachvollziehbar. Im Folgenden ist  jedoch zu prüfen, ob die 
von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Argumente geeignet sind, 
die auf der reinen Chronologie beruhende tatsächliche Vermutung in 
Zweifel zu ziehen.

7.1 Im Verlaufe der  auf  die Eheschliessung am 22. Dezember  1995 
folgenden Jahre zeichneten sich zwischen den Ehegatten Differenzen 
bezüglich der finanziellen Situation ab. Der Ehemann war selbständig 
erwerbend; die Beschwerdeführerin arbeitete in seinen Projekten mit. 
Von finanziellen  Schwierigkeiten  des  Ehemannes  zeugen  zahlreiche 
Betreibungen aus den Jahren 1998 bis  2001 (Auskunft  vom 26. Juli 
2001  aus  dem Betreibungsregister  im Rahmen der  Leumundsabklä-
rungen  zum  Einbürgerungsverfahren  der  Beschwerdeführerin  [Akten 
Vorinstanz Nr. 1]). Die Beschwerdeführerin suchte sich gemäss ihren 
eigenen  Angaben  aufgrund  der  unsicheren  finanziellen  Situation, 
jedoch  gegen  den  Willen  ihres  Ehemannes,  eine  feste  Vollzeitstelle, 
nachdem sie bereits vorher teilzeitlich für ein Reinigungsinstitut gear-
beitet hatte, um so die gemeinsame Existenz auf eine solide Grund-
lage zu stellen. Am 15. Mai 2002 schloss sie einen Arbeitsvertrag als 
Mitarbeiterin  im  Service  bzw.  als  Raumpflegerin  mit  Arbeitsbeginn 
1. Juni 2002 ab. Die daraufhin auftretenden Spannungen zwischen den 
Ehegatten führten zu einer Trennung Anfang September 2002, als der 
Ehemann, gemäss eigenen Angaben,  die Beschwerdeführerin  "prak-
tisch  aus  der  Wohnung  geworfen" habe (vgl. die  Aussagen  des  Ex-
Ehemannes  anlässlich  der  Einvernahme vom 1. Februar  2007,  S. 3 
[Akten  Vorinstanz  Nr.  10]).  Beide  Ehegatten  sind  jedoch  zunächst 
davon ausgegangen, dass die Trennung nur vorübergehend sei  (vgl. 
Aussage  des  Ehemannes  a.a.O.  S.  4).  Der  Ehemann  habe  der 

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Beschwerdeführerin die Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft 
angeboten,  wenn  sie  in  einer  seiner  Firmen  arbeite,  was  die 
Beschwerdeführerin  jedoch  abgelehnt  habe  (Stellungnahme  der 
Beschwerdeführerin vom 17. März 2005, Ziff. 3 S. 3 [Akten Vorinstanz 
Nr. 8]). Nachdem der Ehemann im Frühjahr 2004 mit einer neuen Part-
nerin  zusammen  gezogen  war,  wurde  den  Ehegatten  klar,  dass  die 
Ehe  keine  Zukunft  mehr  hat  (vgl.  die  Aussage  des  Ex-Ehemannes 
a.a.O.  S.  4;  Stellungnahme  der  Beschwerdeführerin  vom  17.  März 
2005  Ziff.  4  [Akten  Vorinstanz  Nr.  8]).  Daraufhin  beantragten  die 
Beschwerdeführerin  und ihr  Ehemann am 16. Juni  2004 gemeinsam 
die  Scheidung.  Am  3.  November  2004  wurde  die  Ehe  rechtskräftig 
geschieden.

7.2 Aufgrund  des  Ereignisablaufes  ist  davon  auszugehen,  dass  die 
finanziellen Probleme nicht  erst  nach der erleichterten Einbürgerung 
aufgetreten sind. Beide Ehegatten sind sich denn auch einig, dass die 
unterschiedliche Auffassung über die finanzielle Existenzgrundlage zu 
Spannungen in der Ehe geführt habe. Konkreter Auslöser für die Tren-
nung  sei  jedoch  die  Arbeitsaufnahme  der  Beschwerdeführerin  am 
1. Juni  2002 gewesen,  obwohl  der  Ehemann gewünscht  habe,  dass 
die  Beschwerdeführerin  wieder  in  einem  seiner  Projekte  mitarbeite. 
Angesichts der Tatsache, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin 
in seiner selbständigen Tätigkeit nicht immer erfolgreich war (vgl. Aus-
zug aus dem Betreibungsregister, Akten Vorinstanz Nr. 1) und zudem 
offenbar  zeitweilig  vom  Sozialamt  unterstützt  werden musste  (vgl. 
Stellungnahme  der  Beschwerdeführerin  vom  17.  März  2005  Ziff.  3, 
Akten Vorinstanz Nr. 8), ist es nachvollziehbar, dass die Beschwerde-
führerin  eine  Absicherung  wünschte  und  sich  eine  Stelle  mit  regel-
mässigem Einkommen  suchte. Die  Schlussfolgerung  der  Vorinstanz, 
die Beschwerdeführerin habe sich eine Stelle gesucht, um von ihrem 
Ehemann unabhängig zu werden, findet in den Akten keine Grundlage. 
Hingegen erscheinen die Darlegungen der Beschwerdeführerin plausi-
bel, wonach sie mit ihrer Arbeitsaufnahme das Wohl der Ehegemein-
schaft im Auge hatte und diese auf eine solidere finanzielle Grundlage 
stellen wollte. Ein Indiz dafür, dass die Beschwerdeführerin dabei nicht 
darauf abzielte, von ihrem Ehemann unabhängig zu werden, ist auch 
darin zu sehen, dass sie ihren Lohn zunächst offenbar auf ein auf den 
Namen ihres Ehemannes lautendes Konto überweisen liess (vgl. Be-
schwerdeschrift  Ziffer  2.2./b). Dass die Beschwerdeführerin  mit  ihrer 
Arbeitsaufnahme gegen den Willen ihres Ehemannes handelte, kann 
ihr nach dem heutigen Verständnis einer Ehe/Partnerschaft nicht zum 

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Nachteil  ausgelegt  werden,  zumal  offenbar  Gespräche  zu  diesem 
Thema stattfanden. Vor diesem Hintergrund erscheint die Schlussfol-
gerung  der  Vorinstanz,  wonach  die  Beschwerdeführerin  die  Arbeit 
angenommen  habe,  um  sich  auch  in  wirtschaftlicher  Hinsicht  von 
ihrem Ehemann zu lösen,  nicht  plausibel. Selbst  nach der  Trennung 
hofften beide Ehepartner nach übereinstimmenden Aussagen, wieder 
zusammen  zu  kommen.  Erst  der  Umstand,  dass  der  Ehemann  mit 
seiner neuen Partnerin zusammenzog und auch die Beschwerdeführe-
rin  einen neuen Partner  kennen lernte,  machte ihnen deutlich,  dass 
die Trennung endgültig  war. Deshalb  reichten sie ein Jahr und neun 
Monate nach der Trennung das gemeinsame Scheidungsbegehren ein. 

Entscheidend für die hier zu beurteilende Frage ist letztendlich, dass 
das  Ereignis,  welches  die  gravierenden  Meinungsverschiedenheiten 
ausgelöst  und  schlussendlich  zur  Trennung  geführt  hat,  nach  der 
erleichterten Einbürgerung eintrat. Aufgrund der gesamten Aktenlage 
ist  nicht  erstellt,  dass  die  Beschwerdeführerin  die  heftige  Reaktion 
ihres  Ehemannes  (Aufforderung,  die  Wohnung  zu  verlassen)  auf  ihr 
legitimes  Anliegen  (Antritt  einer  Arbeitsstelle  zur  Verbesserung  der 
finanziellen  Situation)  voraussehen konnte  oder  gar  bewusst  herbei-
führte.  Es  ist  daher  davon  auszugehen,  dass  die  Ehe  vor  diesem 
Ereignis,  also  auch  zum  Zeitpunkt  der  Erklärung  zur  ehelichen 
Gemeinschaft  und  der  erleichterten  Einbürgerung  selbst,  stabil  und 
intakt gewesen war. Daran ändert die Tatsache nichts, dass es in der 
Ehe Konflikte gab (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 5A.21/2003 vom 
10. November 2003 E. 2.2.2).

8.
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Ausführungen 
der Beschwerdeführerin bereits während des erstinstanzlichen Verfah-
rens, aber auch auf Beschwerdeebene grosse Zweifel an der Schluss-
folgerung der Vorinstanz wecken. Diese Zweifel stossen die aufgrund 
des  zeitlichen  Ablaufes  aufgestellte  tatsächliche  Vermutung  der  Er-
schleichung der erleichterten Einbürgerung um (BGE 130 II 482 E. 3.2 
S. 485 f.). Die Voraussetzungen von Art. 41 Abs. 1 BüG für die Nichtig-
erklärung der erleichterten Einbürgerung sind deshalb nicht erfüllt. Die 
Beschwerde  ist  demzufolge  gutzuheissen  und  die  angefochtene 
Verfügung aufzuheben.

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9.
Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  erübrigen  sich  die  von der 
Beschwerdeführerin  beantragten Beweismassnahmen (Einvernahmen 
ihres  geschiedenen  Ehemannes  und  ihres  ehemaligen  Arbeitgebers 
als Zeugen).

10.  
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen 
(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

11.
11.1 Als obsiegende Partei hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf 
eine Parteientschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen Kosten 
(Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Fe-
bruar  2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]).  Die  Parteientschädigung 
umfasst  die  Kosten  der  Vertretung  sowie  allfällige  weitere  Auslagen 
der Partei (Art. 8 ff. VGKE). Die Parteientschädigung ist aufgrund einer 
detaillierten Kostennote festzusetzen, andernfalls setzt das Gericht die 
Entschädigung selber unter  Berücksichtigung der Akten und des ge-
schätzten Aufwandes fest (Art. 14 Abs. 1 und 2 VGKE).

11.2 Im vorliegenden Verfahren liegt keine Kostennote vor, so dass die 
Parteientschädigung gemäss Art. 14  Abs. 2 VGKE vom Gericht  auf-
grund  der  Akten  und  des  geschätzten  Aufwandes  festzusetzen  ist. 
Nach den gegebenen Umständen erscheint eine Parteientschädigung 
in der Höhe von Fr. 1'600.- (inkl. MwSt.) als angemessen.

11.3 Besteht keine unterliegende Gegenpartei, ist die Parteientschädi-
gung derjenigen Körperschaft  oder  autonomen Anstalt  aufzuerlegen, 
in deren Namen die Vorinstanz verfügt hat (Art. 64 Abs. 2 VwVG).

(Dispositiv S. 17)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung 
aufgehoben.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.
Der  geleistete  Kostenvorschuss  von  Fr. 800.-  wird  der  Beschwerde-
führerin zurückerstattet.

4.
Der  Beschwerdeführerin  wird  zulasten  der  Vorinstanz  eine  Partei-
entschädigung von Fr. 1'600.- (inkl. MwSt.) zugesprochen.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die  Vorinstanz  (Gerichtsurkunde;  Beilagen:  Akten  Ref-Nr.  _____ 

Shr/Plg sowie Doppel der Replik vom 17. Juli 2007)
- den  Zivilstands-  und  Bürgerrechtsdienst  des  Kantons  Glarus 

(Einschreiben)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Ruth Beutler Barbara Kradolfer

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (vgl. 
Art. 42 BGG).

Versand: 

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