# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 331babe8-0d54-519a-95e5-0ff5d13184c5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-09-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.09.2017 E-5039/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5039-2017_2017-09-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5039/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  S e p t e m b e r  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richterin Barbara Balmelli (Vorsitz), 

Richter David R. Wenger, Richter William Waeber,    

Gerichtsschreiberin Nathalie Schmidlin. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Syrien,   

vertreten durch Dina Raewel, Rechtsanwältin,  

RAEWEL Advokatur,  

Gesuchstellerin,  

 

  
gegen 

  
Bundesverwaltungsgericht 

Postfach, 9023 St. Gallen. 

   

Gegenstand 

 
Revision; 

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E- 4945/2017  

vom 6. September 2017 ([…]). 

 

 

 

E-5039/2017 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass das Staatssekretariat für Migration (SEM) mit Verfügung vom 31. Juli 

2017 die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin verneinte, ihr 

Asylgesuch abwies und die Wegweisung aus der Schweiz verfügte, indes 

den Vollzug zu Gunsten einer vorläufigen Aufnahme aufschob, 

dass dieser Entscheid der Gesuchstellerin gemäss Rückschein am 2. Au-

gust 2017 eröffnet wurde, 

dass die Gesuchstellerin gegen diesen Entscheid mit Eingabe vom 1. Sep-

tember 2017 an das Bundesverwaltungsgericht (Poststempel: 3. Septem-

ber 2017) Beschwerde erhob,  

dass das Bundesverwaltungsgericht zufolge Verspätung der Eingabe mit 

Urteil E-4945/2017 vom 6. September 2017 auf die Beschwerde nicht ein-

trat, 

dass die Gesuchstellerin mit Eingabe vom 7. September 2017 an das Bun-

desverwaltungsgericht beantragt, das Urteil vom 6. September 2017 sei zu 

revidieren beziehungsweise aufzuheben, auf die Beschwerde vom 1. Sep-

tember 2017 sei einzutreten und die Gesuchstellerin sei in die Flüchtlings-

eigenschaft ihres Ehegatten einzubeziehen, 

dass sie als Beweismittel eine Kopie des Empfangsscheinbuchs ihrer 

Rechtsvertreterin sowie einen Auszug aus dem Sendungsverfolgungssys-

tem der Post einreichte, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht unter anderem Beschwerden gegen 

Verfügung des SEM beurteilt, wobei das Gericht auf dem Gebiet des Asyls 

gemäss Art. 105 AsylG in der Regel endgültig entscheidet (vgl. zur Aus-

nahme Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass es auch zuständig für die Revision von Urteilen ist, die es in seiner 

Funktion als Beschwerdeinstanz gefällt hat (vgl. BVGE 2007/21 E. 2.1), 

dass gemäss Art. 45 VGG für die Revision von Urteilen des Bundesverwal-

tungsgerichts die Art. 121–128 BGG sinngemäss gelten, 

E-5039/2017 

Seite 3 

dass die Gesuchstellerin durch das Urteil vom 6. September 2017 beson-

ders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung 

oder Änderung hat und damit zur Einreichung des Revisionsgesuchs legi-

timiert ist (Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG), 

dass die Gesuchstellerin geltend macht, die eingereichten Beweismittel 

würden belegen, dass sie die Beschwerde gegen die Verfügung des SEM 

nicht erst am 3. September 2017 und damit verspätet, sondern am 1. Sep-

tember 2017 und damit fristgerecht per Einschreiben der Post zu Handen 

des Bundesverwaltungsgerichts übergeben habe, 

dass sie damit sinngemäss das Vorliegen eines Revisionsgrundes gemäss 

Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG und nicht nach Art. 121 Bst. d BBG geltend 

macht, 

dass sie die Eingabe innert 90 Tagen seit Eröffnung des angefochtenen 

Urteils eingereicht hat (Art. 124 Abs. 1 Bst. d BGG) und jene die Begehren 

für den Fall eines neuen Beschwerdeentscheides enthält (Art. 67 Abs. 3 

VwVG i.V.m. Art. 47 VGG), weshalb auf das Revisionsgesuch einzutreten 

ist, 

dass gemäss Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG die Revision eines Urteils in öf-

fentlichrechtlichen Angelegenheiten verlangt werden kann, wenn die ersu-

chende Partei nachträglich erhebliche Tatsachen erfährt oder entschei-

dende Beweismittel auffindet, die sie im früheren Verfahren nicht beibrin-

gen konnte, unter Ausschluss der Tatsachen und Beweismittel, die erst 

nach dem Entscheid entstanden sind, 

dass entsprechende Tatsachen oder Beweismittel praxisgemäss nur dann 

als erheblich gelten, wenn sie zu einem anderen Entscheid hätten führen 

können (vgl. BGE 108 V 171 E. 1), 

dass sich aufgrund der Kopie des Empfangsscheinbuchs und des sich da-

rauf beziehenden Auszugs aus dem Sendungsverfolgungssystem der Post 

ohne weiteres ergibt, dass die Beschwerde gegen die Verfügung des SEM 

am 1. September 2017 der Post zu Handen des Bundesverwaltungsge-

richts übergeben und damit fristgerecht im Sinne von Art. 21 VwVG einge-

reicht wurde, 

dass damit dem Urteil vom 6. September 2017 die Grundlage entzogen ist, 

dass demnach das Revisionsgesuch gutzuheissen, das Urteil des Bundes-

verwaltungsgerichts E-4945/2017 vom 6. September 2017 aufzuheben 

E-5039/2017 

Seite 4 

und als Folge davon das ordentliche Beschwerdeverfahren wieder aufzu-

nehmen ist, 

dass der Gesuchstellerin bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Kos-

ten aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 i.V.m. Art. 68 Abs. 2 VwVG), womit 

das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten (Art. 65 Abs. 1 i.V.m. Art. 68 

Abs. 2 VwVG) gegenstandslos wird, 

dass angesichts des Obsiegens im Revisionsverfahren der vertretenen 

Gesuchstellerin in Anwendung von Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 68 

Abs. 2 VwVG zulasten der Gerichtskasse eine Parteientschädigung für die 

ihr notwendig und verhältnismässig hohen Kosten zuzusprechen (vgl. 

Art. 7 des Reglements vom 22. Februar 2008 über die Kosten- und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 

sind, 

dass die Rechtsvertreterin keine Kostennote eingereicht hat, auf entspre-

chende Nachforderung verzichtet werden kann, da sich der notwendige 

Vertretungsaufwand aufgrund der Akten zuverlässig abschätzen lässt, 

dass die Parteientschädigung unter Berücksichtigung der massgebenden 

Berechnungsfaktoren (Art. 8, Art. 9 und 11 VGKE) auf Fr. 300.– (inkl. Aus-

lagen und MWST) festzusetzen ist. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-5039/2017 

Seite 5 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Das Revisionsgesuch wird gutgeheissen. 

2.  

Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-4945/2017 vom 6. Septem-

ber 2017 wird aufgehoben und das Beschwerdeverfahren wieder aufge-

nommen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Der Gesuchstellerin wird vom Bundesverwaltungsgericht für das Revisi-

onsverfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 300.– ausge-

richtet. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Gesuchstellerin, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

  

Barbara Balmelli Nathalie Schmidlin 

 

 

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