# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d497a0dd-a00f-531c-90df-d1ecc728dc19
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 17.09.2015 ZK1 2015 113
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2015-113_2015-09-17.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 17. September 2015 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 15 113 22. September 2015
ZK1 15 119

Entscheid 
I. Zivilkammer

Vorsitz Brunner
RichterInnen Michael Dürst und Hubert
Aktuar ad hoc Crameri

In der Kindes- und Erwachsenenschutzbeschwerde

des X._____, vetreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Diego F. Schwarzenbach, Post-
fach 342, Via Maistra 7, 7500 St. Moritz, Beschwerdeführer, 

betreffend fürsorgerische Unterbringung und Behandlung ohne Zustimmung,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Mit Verfügung vom 17. Juli 2015 wurde X._____ von Dr. med. A._____, 
O.1_____, gestützt auf Art. 429 ZGB in der Klinik B._____ in O.2_____ fürsorge-
risch untergebracht (act. 03). Als Gründe führte er im Wesentlichen eine manisch-
depressive Störung, Schizophrenie mit wahnhaftem Charakter, Fremdgefährdung, 
wiederholte Belästigungen und Drohungen gegen Hausmitbewohner (inkl. Kinder) 
und das Guillain-Barre-Syndrom an.

B. Mit Eingabe vom 20. August 2015 (Poststempel) liess er dem Kantonsge-
richt von Graubünden eine "Anzeige" gegen diverse Mitarbeiter der Klinik B._____ 
zugehen und führte aus, dass er gegen seinen Willen Medikamente habe nehmen 
müssen (act. 01). Gleichentags teilte der Präsident des Kantonsgerichts von 
Graubünden X._____ mit, dass auf seine Beschwerde nicht eingetreten werden 
könne, weil die angefochtene Verfügung vom 17. Juli 2015 datiere und demnach 
die Beschwerdefrist längst abgelaufen sei (act. 07). Nachträglich reichte er die 
Anordnung der Behandlung ohne Zustimmung vom 20. August 2015 nach (act. 
02).

C. Der Vorsitzende der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
teilte der Psychiatrischen Klinik B._____ am 24. August 2015 mit, dass die "Anzei-
ge" als Beschwerde entgegengenommen werde und ersuchte um einen kurzen 
Bericht über die Notwendigkeit einer weiteren Zwangsmedikation (act. 04). 

D. Am 26. August 2015 teilte die Psychiatrische Klinik B._____ mit, dass die 
fürsorgerische Unterbringung aufgrund der Anordnung von Dr. med. A._____ we-
gen manisch-depressiver und wahnhafter Störung erfolgt sei. Bereits vor dem Ein-
tritt des Beschwerdeführers sei eine Gefährdungsmeldung an die KESB Enga-
din/Südtäler erfolgt. Der Beschwerdeführer zeige sich wahnhaft, paranoid mit be-
leidigendem Verhalten und sei verbal aggressiv. Es bestehe keine Krankheits- und 
Behandlungseinsicht; in der geschlossenen Akutstation habe sich die Situation 
etwas verbessert, weshalb die Verlegung auf die geschlossene Gerontopsychiatrie 
erfolgt sei. Dort habe er sich zusehends distanzlos, logorrhöisch, beleidigend und 
verbal aggressiv gezeigt und verweigerte die Einnahme von Psychopharmaka, 
weshalb die Verlegung auf die geschlossene Notfallstation erfolgt sei, wo er sich 
weiter behandlungsuneinsichtig gezeigt habe, weshalb am 20. August 2015 eine 
Behandlung ohne Zustimmung angeordnet worden sei. Aufgrund der erheblich 
eingeschränkten Steuerungsfähigkeit seien eigen- und fremdgefährdende Hand-
lungen sehr wahrscheinlich. Die Behandlung erfolge per os mit Sequase in stei-

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gender Dosis, wobei der Zustand weiterhin wechselhaft mit aggressiven Durch-
brüchen auch gegenüber Mitpatienten sei, so dass die Fortsetzung der Behand-
lung ohne Zustimmung weiterhin medizinisch dringlich erforderlich sei (act. 08).

E. Mit prozessleitender Verfügung vom 27. August 2015 wurde Dr. med. 
D._____ mit der Begutachtung des Beschwerdeführers bis 31. August 2015 beauf-
tragt. Namentlich sollte sich das Gutachten über den Gesundheitszustand und die 
Notwendigkeit der Behandlung ohne Zustimmung äussern (act. 09).

F. Das Gutachten ging am 31. August 2015 beim Kantonsgericht von 
Graubünden ein (act. 11). Die Gutachterin attestiert X._____ eine anhaltende 
schwergradige psychische Krankheit der Psychose aus dem schizophrenen For-
menkreis. In der Untersuchungssituation hätten sich keine Anhaltspunkte für tätli-
che Fremdaggressionen oder Suizidalität ergeben. Es bestehe eine deutliche Ein-
schränkung der Urteils- und Steuerungsfähigkeit, so dass er die Notwendigkeit 
einer stationären Behandlung mit Medikamenten nicht erkennen könne. Die mas-
sive verbale Aggression, die der einweisende Arzt beschreibe, bestehe weiterhin 
und begründe in ihrer Bedrohung die öffentliche Ordnung. Ohne die psychophar-
makologische Behandlung des Beschwerdeführers werde sich die Urteils- und 
Steuerungsfähigkeit nicht verändern oder sogar verschlechtern. Durch eine medi-
kamentöse Behandlung könne aus fachärztlicher Sicht das wahnhafte Erleben 
dahingehend beeinflusst werden, dass er die Realität adäquat einschätzen und die 
Eigenbedürfnisse äussern könne. In Abwägung des Nutzens einer antipsychoso-
matischen medikamentösen Behandlung für das Wohlergehen des Beschwerde-
führers und der Gefahr der Eigen- und Fremdgefährdung rechtfertige sich eine 
Behandlung, bis die Urteilsfähigkeit wiederhergestellt sei.

G. Mit Verfügung vom 31. August 2015 (act. 14) wurde der Beschwerdeführer 
für die Hauptverhandlung auf den 04. September 2015 vorgeladen. Mit Schreiben 
vom 03. September 2015 (act. 16) teilte die Psychiatrische Klinik B._____ mit, 
dass der Beschwerdeführer aufgrund seines Zustandsbildes – er wurde erneut 
notfallmässig auf die geschlossene Notfallstation zurückverlegt, da er bei fehlen-
der Krankheits- und Behandlungseinsicht die Einnahme der ihm verordneten psy-
chopharmakologische Medikation verweigere und sich daher aggressiv, distanzlos 
und bedrohend gegenüber Personal und Mitpatienten verhalten habe – und der 
konsekutiv erfolgten Medikation an der Hauptverhandlung nicht teilnehmen könne. 

H. Mit Entscheid vom 24. August 2015 verfügte die Kindes- und Erwachse-
nenschutzbehörde (KESB) Engadin/Südtäler was folgt:

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"1. X._____ bleibt zur Behandlung und persönlichen Betreuung in einer 
der Einrichtungen der Psychiatrischen Dienste Graubünden unterge-
bracht (Art. 429 Abs. 1 ZGB).

2. Zuständig für die Entlassung ist die KESB Engadin/Südtäler. Die Lei-
tung der Psychiatrischen Dienste Graubünden wird angewiesen, die 
KESB Engadin/Südtäler zu benachrichtigen, sobald sich abzeichnet, 
dass die Voraussetzungen für die Unterbringung demnächst nicht 
mehr erfüllt sein werden.

3. X._____ hat das Recht, eine Person seines Vertrauens beizuziehen, 
die ihn während des Aufenthalts und bis zum Abschluss aller damit 
zusammenhängenden Verfahren unterstützt.

4. RA lic. iur. Diego F. Schwarzenbach wird im Sinne von Art. 449a ZGB 
zum Beistand von X._____ ernannt. Er wird beauftragt, X._____ in den 
Verfahren vor der KESB in rechtlichen Fragen zu beraten und allen-
falls zu vertreten.

5. Die Kosten für dieses Verfahren werden auf Fr. 800.— festgesetzt und 
beim Verfahren belassen.

6. (Rechtsmittel)

7. (Mitteilungen)"

I. Gegen diesen Entscheid liess X._____ mit Eingabe vom 03. September 
2015 beim Kantonsgericht von Graubünden Beschwerde erheben und verlangte 
die Aufhebung der Ziffer 1 des angefochtenen Entscheids mit Entlassung aus der 
Psychiatrischen Klinik, die Aufhebung der Ziffer 5 und damit den Verzicht auf die 
Erhebung von Verfahrenskosten, unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge 
zulasten der Beschwerdegegner. Auf eine Begründung verzichtete er gemäss Art. 
450e Abs. 1 ZGB (act. A.1).

J. Die KESB Engadin/Südtäler beantragte in ihrer Stellungnahme vom 07. 
September 2015 die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten wer-
den könne, unter Kosten- und Entschädigungsfolge nach Gesetz (act. A.2). Zur 
Begründung verwies sie auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid. Die 
Psychiatrischen Dienste Graubünden verwiesen in ihrer Stellungnahme vom 08. 
September 2015 (act. A.3) auf die bereits im Recht liegenden Beweismittel und die 
Krankengeschichte des Beschwerdeführers. Sie führten weiter aus, dass die kon-
tinuierliche Einnahme nur im geschlossenen Akutsetting möglich sei und das ag-
gressive und bedrohende Verhalten diese notwendig mache.

K. Mit prozessleitender Verfügung des Vorsitzenden der I. Zivilkammer des 
Kantonsgerichts von Graubünden vom 10. September 2015 (act. D.3) wurde Dr. 
med. C._____, O.2_____, gestützt auf Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 3 
ZGB mit der Begutachtung von X._____ betraut. Die Gutachterin wurde insbeson-

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dere ersucht, darzulegen, ob und inwiefern ein Bedarf an der Behandlung einer 
festgestellten psychischen Erkrankung bzw. an der Betreuung der betroffenen 
Person bestehe und mit welcher konkreten Gefährdung der Gesundheit oder des 
Lebens des Betroffenen bzw. Dritter zu rechnen ist, wenn die Behandlung der gut-
achterlich festgestellten Krankheit bzw. die Betreuung unterbleibe. Weiter sollte 
die Gutachterin die Frage beantworten, ob aufgrund des festgestellten Hand-
lungsbedarfs eine stationäre Behandlung bzw. Betreuung unerlässlich sei oder 
allfällige ambulante Alternativen bestehen würden, wobei auch Auskunft darüber 
zu erteilen sei, ob die betroffene Person über glaubwürdige Krankheits- und Be-
handlungseinsicht verfüge. Sodann habe die Gutachterin zu überprüfen, ob das 
von Dr. med. D._____ erstattete Gutachten betreffend Zwangsmedikation aus 
heutiger Sicht bestätigt werden könne.

L. Im Kurzgutachten vom 13. September 2015 (act. A.4) hielt die Gutachterin 
was folgt fest. Es bestehe nach wie vor eine Selbst- und Fremdgefährdung, na-
mentlich im Bereich der Finanzen wie auch an Leib und Leben für Dritte, insbe-
sondere wenn sich der Beschwerdeführer beeinträchtigt fühle und sich in einem 
angetriebenen, aggressiven Zustand befinde, könne er vor allfälligen Handlungen 
nicht zurückschrecken und andere Leute in Verkennung ihrer Absichten gefähr-
den. Die Gutachterin stellte zudem eine paranoide Persönlichkeitsstörung (ICD-
10: F60.0) sowie das Gullian-Barre-Syndrom (ICD-10: G61.0) fest. Der Beschwer-
deführer müsse die verordneten Medikamente einnehmen und weiterhin auf der 
geschlossenen Abteilung verbleiben, damit er vor sich selbst geschützt wird und 
nicht später die Folgen von unüberlegten Handlungen selbst tragen müsse. Der 
Beschwerdeführer zeige sich zudem krankheits- und behandlungsuneinsichtig. 
Erst nach Abklingen der psychotischen Phase sei die Verlegung auf die offene 
Station möglich. Des Weiteren bestätigte die Gutachterin das Kurzgutachten von 
Dr. med. D._____.

M. Am 17. September 2015 fand die mündliche Hauptverhandlung vor der 
I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden statt, an welcher der Be-
schwerdeführer sowie sein Rechtsvertreter und dessen Substitutin teilnahmen. Im 
Anschluss an die richterliche Befragung des Beschwerdeführers, welche sich auf 
seine Krankheitsgeschichte, die medikamentöse Behandlung, seine Krankheits- 
und Behandlungseinsicht, seine persönlichen Verhältnisse, insbesondere die 
Wohn- und Arbeitssituation, sowie seine Pläne im Falle einer Entlassung aus der 
Klinik B._____ bezog, hielt Rechtsanwalt lic. iur. Diego F. Schwarzenbach seinen 
Parteivortrag und zog sein Rechtsbegehren betreffend die Verlängerung der für-
sorgerischen Unterbringung zurück. Nach einer kurzen Diskussion mit seinem Kli-

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enten hielt er an der Beschwerde gegen die Behandlung ohne Zustimmung sowie 
an der Beschwerde gegen den Kostenpunkt im Entscheid der KESB Enga-
din/Südtäler fest.

N. Auf die Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich der richterlichen Be-
fragung, die Vorbringen des Rechtsvertreters im Rahmen seines Parteivortrages 
sowie auf die Ausführungen im Gutachten und in den beigezogenen Akten wird, 
soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1.1 Vorliegend handelt es sich um ein Verfahren, welchem eine fürsorgerische 
Unterbringung nach Art. 429 ZGB zugrunde liegt, sowie um eine angeordnete Be-
handlung ohne Zustimmung gemäss Art. 434 ZGB. Da das Kantonsgericht in sol-
chen Angelegenheiten die einzige kantonale Beschwerdeinstanz ist (Art. 439 Abs. 
1 Ziff. 1 und 4 ZGB in Verbindung mit Art. 60 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum 
Zivilgesetzbuch [EGzZGB; BR 210.100]), hat der Beschwerdeführer seine Begeh-
ren um gerichtliche Überprüfung der fürsorgerischen Unterbringung sowie der an-
geordneten Zwangsbehandlung an der hierfür zuständigen Stelle eingereicht. 

1.2 Sowohl gegen eine ärztlich verfügte Unterbringung nach Art. 429 Abs. 1 
ZGB wie auch gegen eine ärztlich angeordnete Behandlung einer Person ohne 
deren Zustimmung nach Art. 434 ZGB kann die betroffene oder eine ihr naheste-
hende Person innert zehn Tagen schriftlich das zuständige Gericht anrufen 
(Art. 439 Abs. 1 Ziff. 1 und 4 sowie Abs. 2 ZGB). Eine Begründung ist gemäss 
Art. 439 Abs. 3 ZGB, welcher die Bestimmungen über das Verfahren vor der ge-
richtlichen Beschwerdeinstanz und damit auch Art. 450e Abs. 1 ZGB für sinn-
gemäss anwendbar erklärt, nicht notwendig.

1.2.1 Die "Anzeige" vom 20. August 2015 (Poststempel) wird als Beschwerde 
entgegengenommen, da aus den nachträglich eingereichten Beilagen erhellt, dass 
diese sich gegen die Behandlung ohne Zustimmung richtet.

1.2.2 Am 03. September 2015 liess X._____ sodann gegen die von der KESB 
Engadin/Südtäler angeordnete Verlängerung der fürsorgerischen Unterbringung 
Beschwerde erheben. Angefochten wird zudem die Kostenfolge des Entscheids 
der KESB Engadin/Südtäler. Auf dieses Rechtsbegehren kann indessen nicht ein-

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getreten werden. Nach Art. 60 Abs. 2 EGzZGB richtet sich unter Vorbehalt abwei-
chender Bestimmungen des EGzZGB und des ZGB das Verfahren nach der ZPO 
und der kantonalen Einführungsgesetzgebung. Demnach ist vorliegend Art. 59 
Abs. 2 lit. a ZPO anwendbar, der ein schutzwürdiges Interesse der klagenden Par-
tei voraussetzt; die klagende Partei muss demnach beschwert sein (vgl. Alexander 
Zürcher, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 2. Auflage, Zürich 2013, N 14 zu Art. 
59 ZPO). An einer Beschwer hinsichtlich der Kostenfolge fehlt es indessen vorlie-
gend, da die KESB Engadin/Südtäler in ihrem Entscheid lediglich die Verfahrens-
kosten auf CHF 800.00 festsetzt, die Kosten aber beim Verfahren belässt. Mit an-
deren Worten wird im angefochtenen Entscheid nicht entschieden, wer die Kosten 
letztlich zu tragen hat.

1.2.3 Nach dem Gesagten erhellt, dass auf die frist- und formgerecht erhobene 
Beschwerde gegen die Behandlung ohne Zustimmung sowie auf die Beschwerde 
gegen die Verlängerung der fürsorgerischen Unterbringung einzutreten ist. Nicht 
einzutreten ist indessen auf die Beschwerde gegen den Kostenpunkt des Ent-
scheids der KESB Engadin/Südtäler, da es hierfür dem Beschwerdeführer an ei-
nem geschützten Interesse, mithin an der Beschwer, fehlt.

1.3 Gestützt auf Art. 60 Abs. 2 EGzZGB i.V.m. Art. 125 lit. c ZPO werden die 
Verfahren betreffend die Beschwerde vom 20. August 2015 gegen die Behandlung 
ohne Zustimmung (ZK1 15 113) sowie betreffend die Beschwerde vom 03. Sep-
tember 2015 gegen den Entscheid der KESB Engadin/Südtäler (ZK1 15 119) ver-
einigt.

2. Wie bereits erwähnt, sieht Art. 439 Abs. 3 ZGB für die gerichtliche Überprü-
fung einer ärztlich angeordneten fürsorgerischen Unterbringung eine sinngemässe 
Anwendung der Bestimmungen über das Verfahren vor der gerichtlichen Be-
schwerdeinstanz (Art. 450a ff. ZGB) vor. Von besonderer Bedeutung ist dabei 
Art. 450e ZGB, der an sich das Verfahren für die gerichtliche Beurteilung eines 
durch die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde gefällten Unterbringungsent-
scheids behandelt. Zu beachten sind sodann die allgemeinen Verfahrens-
grundsätze des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 443 ff. ZGB), die auch im Ver-
fahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar sind, soweit das Ge-
setz in den Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften enthält (Daniel 
Steck, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, 
Basel 2012, N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für die in Art. 446 ZGB 

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verankerte uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizialmaxime und das an glei-
cher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung von Amtes wegen.

3.1 Gemäss dem aufgrund des Verweises in Art. 439 Abs. 3 ZGB sinngemäss 
anwendbaren Art. 450e Abs. 3 ZGB muss bei psychischen Störungen für den Ent-
scheid über eine ärztlich angeordnete fürsorgerische Unterbringung zwingend ein 
Gutachten eingeholt werden. Das Gutachten muss von einer unabhängigen, im 
laufenden Verfahren noch nicht involvierten sachverständigen Person erstellt wer-
den und in dem Sinne aktuell sein, dass es sich zu den sich im gerichtlichen Ver-
fahren stellenden Fragen äussert (vgl. Thomas Geiser/Mario Etzensberger, in: 
Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, 
N 48 ff. zu Art. 439 ZGB; Thomas Geiser, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler 
Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 19 zu Art. 450e ZGB; BGE 
137 III 289 E. 4.4 f. sowie Urteil des Bundesgerichts 5A_63/2013 vom 7. Februar 
2013 E. 5, jeweils noch zum bisherigen Recht und nunmehr zum neuen Recht Ur-
teil des Bundesgerichts 5A_189/2013 vom 11. April 2013 E. 2.2). Vorliegend wur-
den zwei Kurzgutachten eingeholt. Zunächst ging das Gutachten von Dr. med. 
D._____ vom 31. August 2015 ein, welches sich zur Frage der Notwendigkeit der 
Behandlung ohne Zustimmung äussert (act. 11). Ein zweites Gutachten wurde von 
Dr. med. C._____ am 13. September 2015 (act. A.4) verfasst. Dieses enthält Aus-
führungen zur Selbst- und Fremdgefährdung, zur Unerlässlichkeit der stationären 
Behandlung bzw. zu einer alternativen ambulanten Behandlung sowie zur Bestäti-
gung des vorgenannten Gutachtens. Mit den beiden vorliegenden Gutachten wur-
de der Vorschrift Genüge getan.

3.2 Mit der Anordnung der mündlichen Verhandlung vom 17. September 2015 
wurde sodann Art. 450e Abs. 4 Satz 1 ZGB umgesetzt, wonach die gerichtliche 
Beschwerdeinstanz die betroffene Person in der Regel als Kollegium anzuhören 
hat. Diese Vorgabe führt faktisch zwingend zur Durchführung einer mündlichen 
Hauptverhandlung (vgl. Christof Bernhart, Handbuch der fürsorgerischen Unter-
bringung, Basel 2011, N 848 f.).

3.3 Gemäss Art. 429 Abs. 1 ZGB können neben der Kindes- und Erwachse-
nenschutzbehörde auch die von den Kantonen bezeichneten Ärztinnen und Ärzte 
eine fürsorgerische Unterbringung, welche die Höchstdauer von sechs Wochen 
nicht überschreiten darf, anordnen. Dabei hat die Ärztin oder der Arzt die betroffe-
ne Person persönlich zu untersuchen und anzuhören (Art. 430 Abs. 1 ZGB) und 
ihr anschliessend den Unterbringungsentscheid mit den gesetzlich vorgeschriebe-
nen Angaben auszuhändigen (Art. 430 Abs. 2 und 4 ZGB). Was die verfahrens-

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rechtlichen Anforderungen angeht, kann vorab festgehalten werden, dass der Un-
terbringungsentscheid vom 17. Juli 2015 des anordnenden Arztes, Dr. med. 
A._____, diesen zu genügen vermag. So geht aus dem Entscheid selber hervor, 
dass der Beschwerdeführer durch den vorerwähnten Arzt persönlich untersucht 
und angehört worden ist. Alsdann enthält der entsprechende Entscheid die 
gemäss Art. 430 Abs. 2 ZGB vorgeschriebenen Minimalangaben. Schliesslich war 
Dr. med. A._____ als im Kanton Graubünden zur selbständigen Berufsausübung 
zugelassener Arzt gemäss Art. 51 Abs. 1 lit. a EGzZGB in Verbindung mit Art. 22 
der Verordnung zum Kindes- und Erwachsenenschutz (KESV; BR 215.010) zur 
Anordnung der Unterbringung in der Klinik B._____ legitimiert. Festzuhalten ist 
indessen, dass die Verfügung betreffend die fürsorgerische Unterbringung unan-
gefochten geblieben ist bzw. eine Beschwerde erst nach Ablauf der Beschwerde-
frist eingegangen ist, weshalb der Präsident des Kantonsgerichts von Graubünden 
mitteilte, dass auf die am 20. August 2015 erhobene "Anzeige" nicht eingetreten 
werden könne. Diese richtete sich – wie sich später herausstellte – jedoch gegen 
die Anordnung der Behandlung ohne Zustimmung vom 20. August 2015. Das vor-
liegend gegenständliche Verfahren erfasst zudem die Beschwerde gegen den 
Entscheid der KESB Engadin/Südtäler vom 24. August 2014 betreffend Verlänge-
rung der fürsorgerischen Unterbringung.

4.1 Gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB darf eine Person, welche an einer psychi-
schen Störung oder geistigen Behinderung leidet oder verwahrlost ist, in einer ge-
eigneten Einrichtung untergebracht werden, wenn die nötige Behandlung oder 
Betreuung nicht anders erfolgen kann. Die Belastung und der Schutz von Angehö-
rigen und Dritten sind zu berücksichtigen (Abs. 2). Die betroffene Person wird ent-
lassen, sobald die Voraussetzungen der Unterbringung nicht mehr erfüllt sind 
(Abs. 3). Die Massnahme gelangt zur Anwendung, wenn eine Person der persön-
lichen Fürsorge oder Pflege bedarf (vgl. Thomas Geiser/Mario Etzensberger, 
a.a.O., N 6 vor Art. 426-439 ZGB). Die fürsorgerische Unterbringung dient dem 
Schutz der betroffenen Person und nicht der Umgebung (vgl. dazu Botschaft zur 
Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Perso-
nenrecht und Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7001 ff., S. 7062). Erste 
gesetzliche Voraussetzung für eine Anordnung der Massnahme ist einer der drei 
abschliessend genannten (vgl. Christof Bernhart, a.a.O., N 262; Thomas Gei-
ser/Mario Etzensberger, a.a.O., N 12 zu Art. 426 ZGB; Olivier Guillod, in: Büch-
ler/Häfeli/Leuba/Stettler [Hrsg.], FamKomm, Erwachsenenschutz, Bern 2013, N 34 
zu Art. 426 ZGB) Schwächezustände: psychische Störung, geistige Behinderung 
oder schwere Verwahrlosung. Erforderlich ist sodann eine sich aus dem 

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Schwächezustand ergebende Notwendigkeit der Behandlung beziehungsweise 
Betreuung. Weitere Voraussetzung bildet, dass der Person die nötige Behandlung 
oder Betreuung nicht auf andere Weise als durch eine Einweisung beziehungs-
weise Zurückbehaltung in einer Anstalt gewährt werden kann. Gesetzlich verlangt 
ist schliesslich eine geeignete Einrichtung (vgl. Urteile des Bundesgerichts 
5A_189/2013 vom 11. April 2013 E. 2.1, 5A_346/2013 vom 17. Mai 2013 E. 1.2). 
Die genannten Voraussetzungen bedingen sich gegenseitig und sind nur in ihrem 
Zusammenhang verständlich. Der Schwächezustand allein vermag eine fürsorge-
rische Unterbringung nie zu rechtfertigen, sondern immer nur zusammen mit der 
Notwendigkeit einer Behandlung oder Betreuung. Selbst bei Vorliegen einer sol-
chen ist die freiheitsbeschränkende Unterbringung aber nur gesetzeskonform, 
wenn der Zweck der Unterbringung nicht mit einer milderen Massnahme erreicht 
werden kann (Verhältnismässigkeitsprinzip) und die Unterbringung für den ange-
strebten Zweck auch tauglich ist (vgl. Thomas Geiser/Mario Etzensberger, a.a.O., 
N 7 zu Art. 426 ZGB).

4.2.1 Dem Gutachten von Dr. med. C._____ vom 14. September 2015, welches 
sich neben einer persönlichen Konsultation zulässigerweise auch auf die Unterla-
gen der Psychiatrischen Dienste Graubünden stützt, lässt sich entnehmen, dass 
der Beschwerdeführer an einer paranoiden Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.0) 
sowie am Gullian-Barre-Syndrom (ICD-10: G61.0) leidet. Dieses Krankheitsbild 
stellt eine psychische Störung im Sinn der gesetzlichen Bestimmung von Art. 426 
Abs. 1 ZGB dar (vgl. Christof Bernhart, a.a.O., N 285 ff.). Die Gutachterin stellt in 
ihrem Kurzgutachten fest, dass nach wie vor keine Krankheits- und Behandlungs-
einsicht bestehe. Der Patient leide an einer anhaltenden schwerwiegenden wahn-
haften Störung, auf dem Boden einer ausgeprägten paranoiden Persönlichkeitss-
törung. Die massiven verbalen Aggressionen sowie die paranoide Störung, die 
während des Behandlungsverlaufs festgestellt wurden, seien weiterhin vorhanden, 
weshalb es wichtig sei, dass der Beschwerdeführer im geschützten Rahmen der 
Klinik verbleibe. Aufgrund der nicht vorhandenen Krankheits- und Behandlungs-
einsicht, bestehe zudem eine deutliche Einschränkung der Urteilsfähigkeit. Die 
Gutachterin führt weiter aus, dass konkrete Gefahren sowohl im Bereich der Fi-
nanzen wie auch an Leib und Leben für Dritte bestehen würden, insbesondere 
wenn der Beschwerdeführer sich beeinträchtigt fühle und sich in einem angetrie-
benen, aggressiven Zustand befinde, könnte er vor allfälligen Handlungen nicht 
zurückschrecken und andere Leute in Verkennung ihrer Absichten gefährden. Oh-
ne Betreuung könne sich das Krankheitsbild rasch verschlechtern, so dass der 
Beschwerdeführer wieder sozial umtriebiger und bedrohender werde.

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4.2.2 Ähnliches lässt sich im Übrigen dem Bericht der ärztlichen Leitung der Kli-
nik B._____ vom 03. September 2015 (act. 16) entnehmen. Aus diesem ergibt 
sich, dass der Beschwerdeführer keine Krankheits- und Behandlungseinsicht zei-
ge, die ihm verordnete psychopharmakologische Medikation verweigere und sich 
gegenüber Personal und Patienten aggressiv, distanzlos und bedrohend verhalten 
habe, weshalb er auf die geschlossene Abteilung habe verlegt werden müssen. 
Dort habe er dieses Verhalten fortgesetzt.

4.2.3 Letztlich sind dem Kurzgutachten von Dr. med. D._____ (act. 11) dieselben 
Krankheitsbilder, wie sie Dr. med. C._____ feststellte, zu entnehmen. Sie führt 
aus, dass die Konzentrations- und Aufmerksamkeitsfähigkeit schwergradig gestört 
seien. Er sei deutlich eingeschränkt und die Stimmungslage gereizt, missmutig 
und emotional. Ebenso seien die Urteils- und Steuerungsfähigkeit deutlich einge-
schränkt. In der Untersuchungssituation ergäben sich keine Anhaltspunkte für 
Fremdaggression und Suizidalität; eigengefährdendes Verhalten bestehe im Sinne 
einer verbalen Aggression ohne Berücksichtigung der Möglichkeiten, dass das 
Gegenüber bei beleidigendem Verhalten tätlich aggressiv reagieren könnte. Die 
Gutachterin stellt eine anhaltende schwergradige psychische Krankheit der Psy-
chose aus dem schizophrenen Formenkreis fest. Ohne psychische Behandlung 
werde sich die Urteils- und Steuerungsfähigkeit nicht verändern oder sogar ver-
schlechtern. Die Gutachterin erachtet daher eine medikamentöse Behandlung bis 
zur Wiederherstellung der Urteilsfähigkeit als gerechtfertigt. 

4.2.4 Anlässlich der Hauptverhandlung vom 17. September 2015 zeigte der Be-
schwerdeführer weiterhin keine Krankheits- und Behandlungseinsicht. Er nehme 
nur die Medikamente, die ihm in O.3_____ verschrieben worden seien; die Medi-
kamente der Klinik B._____ nehme er nicht mehr, da er sie nicht brauche – er sei 
ja kein "Versuchskaninchen".

4.2.5 Aufgrund der vorstehenden Ausführungen steht zweifellos fest, dass der 
Beschwerdeführer über eine psychische Störung im Sinne von Art. 426 Abs. 1 
ZGB verfügt. Zudem wird im angefochtenen Entscheid der KESB Enga-
din/Südtäler festgehalten, dass im Falle des Behandlungsabbruchs und der Rück-
kehr in die Wohnung nach O.4_____ eine schwere Verwahrlosung drohe. Damit 
sind die Voraussetzungen von Art. 426 Abs. 1 ZGB hinreichend erfüllt.

4.3.1 Eine weitere kumulative Voraussetzung für eine fürsorgerische Unterbrin-
gung – und damit zusammenhängend der Anordnung einer Behandlung ohne Zu-
stimmung – ist die sich aus diesem Schwächezustand ergebende Notwendigkeit 

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einer Behandlung bzw. Betreuung. Dr. med. D._____ hält in ihrem Kurzgutachten 
vom 28. August 2015 fest, dass aus ihrer Sicht in Abwägung des Nutzens einer 
antipsychotischen medikamentösen Behandlung für das Wohlergehen des Be-
schwerdeführers und der Eigen- und Fremdgefährdung bei Ausbleiben der Be-
handlung die medikamentöse Behandlung gegen den Willen des Beschwerdefüh-
rers, bis seine Urteilsfähigkeit wiederhergestellt sei, gerechtfertigt erscheine. Zum 
selben Schluss gelangt auch der Bericht der Klinik B._____ vom 26. August 2015. 
Durch die fehlende Krankheits- und Behandlungseinsicht des Beschwerdeführers 
sowie sein paranoides Verhalten und seine verbale Aggressivität rechtfertige sich 
die Fortsetzung der Behandlung ohne Zustimmung. Letztlich gelangt auch die 
Gutachterin Dr. med. C._____ in ihrem Kurzgutachten vom 13. September 2015 
zum Schluss, dass die Einnahme der verordneten Medikamente – zurzeit ein Neu-
roleptikum und ein Beruhigungsmittel – unerlässlich sei, damit der Beschwerde-
führer vor sich selbst geschützt wird und später nicht die Folgen von unüberlegten 
Handlungen selbst tragen müsse. Zudem zeige sich der Beschwerdeführer wei-
terhin behandlungsresistent und die Fortsetzung der Behandlung ohne Zustim-
mung sei medizinisch indiziert und gerechtfertigt, bis die Urteilsfähigkeit und somit 
die Krankheits- und Behandlungsfähigkeit wiederhergestellt sei. Die Gutachterin 
bestätigt sodann die Erkenntnisse der Kurzgutachtens von Dr. med. D._____. Eine 
mildere Massnahme als die verordnete Einnahme von Medikamenten auf der ge-
schlossenen Abteilung sei derzeit nicht ersichtlich.

4.3.2 Weiter bleibt zu prüfen, ob die fürsorgerische Unterbringung angesichts des 
schweren Eingriffs in die Freiheit des Betroffenen vorliegend noch als verhältnis-
mässig beurteilt werden kann. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit verlangt, 
dass eine fürsorgerische Unterbringung nur verfügt bzw. nur solange aufrechter-
halten werden darf, als mit einer konkreten Selbst- oder Fremdgefährdung von 
einem gewissen Ausmass zu rechnen ist. So hat das Bundesgericht festgehalten, 
dass es für die Beurteilung des Behandlungs- bzw. Betreuungsbedarfs wesentlich 
sei, mit welcher konkreten Gefahr für die Gesundheit oder das Leben der betroffe-
nen Person bzw. von Dritten zu rechnen sei, wenn die Behandlung der gutachter-
lich festgestellten Krankheit bzw. die Betreuung unterbleibe (vgl. BGE 140 III 101 
E. 6.2.2 sowie BGE 140 III 105 E. 2.4 mit Verweisen auf die Bundesgerichtsurteile 
5A_312/2007 vom 10. Juli 2007 E. 2.3 und 5A_288/2011 vom 19. Mai 2011 
E. 5.3). Gemäss Art. 426 Abs. 3 ZGB wird eine Person entlassen, sobald die Vor-
aussetzungen für eine Unterbringung nicht mehr erfüllt sind. Mit dieser Umschrei-
bung beabsichtigte der Gesetzgeber eine im Vergleich zum bisherigen Recht re-
striktivere Regelung der Entlassungsvoraussetzungen, welche der sog. 

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Drehtürpsychiatrie entgegen wirken sollte (vgl. Botschaft zur Änderung des 
Schweizerischen Zivilgesetzbuches, a.a.O., S. 7063). Bei richtiger Auslegung galt 
indessen bereits unter altem Recht, dass eine Entlassung zu unterbleiben hatte, 
solange die Voraussetzungen für eine Einweisung gegeben waren. Insofern hat 
sich die Rechtslage nicht verändert. Der Entscheid über die Entlassung ist stets 
anhand des Zustandes des Betroffenen im aktuellen Zeitpunkt zu bestimmen 
(vgl. Thomas Geiser/Mario Etzensberger, a.a.O., N 44 zu Art. 426 ZGB). Dabei ist 
eine Interessenabwägung im Hinblick auf den Zweck der fürsorgerischen Unter-
bringung, nämlich die Wiedererlangung der Selbständigkeit und der Eigenverant-
wortung im Entlassungszeitpunkt vorzunehmen.

4.3.3 In Bezug auf die Verlängerung der erwachsenenschutzrechtlichen Mass-
nahme gegen X._____ ist zunächst festzuhalten, dass die KESB Engadin/Südtäler 
im angefochtenen Entscheid eine ausgeprägte paranoide Persönlichkeitsstörung 
mit einer nicht vorhandenen Krankheits- und Behandlungseinsicht feststellt. Zu-
dem sei eine schwere Verwahrlosung beim Beschwerdeführer vorhanden, da sein 
unangepasstes Verhalten dazu geführt hatte, dass sämtliche Unterstützung Dritter 
abgebrochen wurde. Eine Rückkehr in die Wohnung des Beschwerdeführers wür-
de dazu führen, dass er sich in eine unkontrollierte soziale Isolation begeben wür-
de. Es fehle ihm zudem an der notwendigen Krankheits- und Behandlungseinsicht, 
womit die Rückkehr in die Wohnung zu einer schweren Verwahrlosung führen 
würde, was nicht zu verantworten sei. Das Verhalten des Beschwerdeführers ge-
genüber der Stockwerkeigentümerschaft sei ausserdem nicht zumutbar. Die Gut-
achterin Dr. med. D._____ geht in ihrem Kurzgutachten vom 28. August 2015 da-
von aus, dass sich die Urteils- und Steuerungsfähigkeit des Beschwerdeführers 
ohne psychopharmakologische Behandlung nicht verändern oder verschlechtern 
würde. Eigengefährdendes Verhalten bestehe zudem im Sinne einer verbalen Ag-
gression ohne Berücksichtigung der Möglichkeiten, dass das Gegenüber bei be-
leidigendem Verhalten tätlich aggressiv reagieren könnte. Sie erachtet daher in 
Abwägung der Gefahr der Eigen- und Fremdgefährdung die medikamentöse Be-
handlung gegen den Willen des Beschwerdeführers als gerechtfertigt, bis die Ur-
teilsfähigkeit wieder hergestellt sei. Die Gutachterin Dr. med. C._____ geht in ih-
rem Kurzgutachten von einer Eigen- und Fremdgefährdung aus und zwar sowohl 
im Bereich der Finanzen als auch für Leib und Leben Dritter, insbesondere wenn 
sich der Beschwerdeführer beeinträchtigt fühle und sich in einem angetriebenen, 
aggressiven Zustand befinde, könne er vor allfälligen Handlungen nicht zurück-
schrecken und andere Leute in Verkennung ihrer Absichten gefährden. Anlässlich 
der Hauptverhandlung vom 17. September 2015 zeigt der Beschwerdeführer keine 

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Behandlungs- und Krankheitseinsicht. Er fällt auf, durch eine deutliche verbale 
Aggressivität und beschimpft sowohl Behördenmitglieder der KESB als auch das 
Personal der Klinik B._____ mit übelsten Ausdrücken. Mehrmals sagt er aus, Per-
sonen, die ihm nicht genehm sind, "zum Teufel" zu jagen. Den Gutachterinnen ist 
demnach zuzustimmen, wonach der Beschwerdeführer durch sein verbal aggres-
sives Verhalten bei seinem Gegenüber ebenfalls ein aggressives Verhalten her-
vorrufen kann. Zudem besteht ein selbstgefährdendes Verhalten darin, dass der 
Beschwerdeführer derzeit kaum in der Lage scheint, seinen Haushalt selbständig 
zu führen und sich mit seinem Umfeld überworfen hat. Demnach ist davon auszu-
gehen, dass dem Beschwerdeführer im Falle einer sofortigen Rückkehr in seine 
Wohnung nach O.4_____ eine schwere Verwahrlosung droht, wie dies der ange-
fochtene Entscheid der KESB Engadin/Südtäler zutreffend festhält. Mit den Gut-
achterinnen ist weiter davon auszugehen, dass sich grundsätzlich die Behandlung 
als weiterhin notwendig erscheint, zumindest bis die Urteilsfähigkeit und somit die 
Krankheits- und Behandlungseinsicht wieder gegeben sind.

4.4 Aus dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit ergibt sich des Weiteren, 
dass die nötige Behandlung oder Betreuung nicht anders erfolgen können darf als 
mit der Einweisung in eine Einrichtung. Mit anderen Worten muss die Unterbrin-
gung in einer Einrichtung geeignet sein, den Zweck der beabsichtigten Behand-
lung zu erfüllen, ohne dass eine weniger einschneidende Massnahme genügen 
würde (vgl. dazu Thomas Geiser/Mario Etzensberger, a.a.O., N 22 ff. zu Art. 426 
ZGB und Olivier Guillod, a.a.O., N 64 f. zu Art. 426 ZGB). Eine Unterbringung fällt 
gemäss der Botschaft zum neuen Erwachsenenschutzrecht deshalb nur als ultima 
ratio in Betracht (a.a.O., S. 7062). Als leichtere Massnahme kommt den ambulan-
ten Massnahmen und der Nachbetreuung sowie der freiwilligen Sozialhilfe ent-
scheidende Bedeutung zu (Thomas Geiser/Mario Etzensberger, a.a.O., N 24 zu 
Art. 426 ZGB).

4.4.1 In ihrem Kurzgutachten vom 13. September 2015 nimmt die Gutachterin Dr. 
med. C._____ Stellung zur Frage, ob gegebenenfalls eine mildere Massnahme 
vorliegend möglich sei, insbesondere ob eine ambulante Alternative bestehe. Die 
Gutachterin führt diesbezüglich aus, dass der Beschwerdeführer die verordneten 
Medikamente einnehmen und weiterhin auf der geschlossenen Abteilung bleiben 
müsse, damit er vor sich selbst geschützt und später nicht die Folgen von unüber-
legten Handlungen selbst tragen müsse. Zudem sei, wie bereits ausgeführt, keine 
Krankheits- und Behandlungseinsicht vorhanden. Wie der Beschwerdeführer ge-
genüber der Gutachterin ausführt und auch anlässlich der Hauptverhandlung vom 
17. September 2015 wiederholte, sei er nicht gewillt, die Medikamente der Klinik 

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B._____ einzunehmen; er nehme nur diejenigen Medikamente ein, welche ihm Dr. 
Stojanov von der Klinik in O.3_____ verschrieben habe. Die Gutachterin hält des-
halb fest, dass erst nach Abklingen dieser psychotischen Phase eine Verlegung 
auf die offene Station möglich sei. Auch die Fortsetzung der Behandlung ohne 
Einwilligung sei medizinisch indiziert und gerechtfertigt, bis die Urteilsfähigkeit und 
somit die Krankheits- und Behandlungseinsicht wiederhergestellt sei. 

4.4.2 Es kann damit festgehalten werden, dass sich der Beschwerdeführer wei-
terhin behandlungsresistent zeigt. Eine mildere Massnahme, die auf Freiwilligkeit 
beruht, ist demnach vorliegend nicht ersichtlich. Ebenso ist davon auszugehen, 
dass eine ambulante Massnahme nicht erfolgsversprechend erscheint. Vielmehr 
erhellt aus dem Gutachten, dass der Verbleib auf der geschlossenen Station und – 
soweit notwendig – die Behandlung ohne Einwilligung weiterhin notwendig sind. 
Die Fortsetzung der fürsorgerischen Unterbringung und die Behandlung ohne 
Einwilligung erscheinen vor diesem Hintergrund nicht als unverhältnismässig.

5. Zusammenfassend kann damit was folgt festgehalten werden. Anlässlich 
der Hauptverhandlung vom 17. September 2015 zog der Rechtsvertreter des Be-
schwerdeführers das Rechtsbegehren betreffend die Verlängerung der fürsorgeri-
schen Unterbringung zurück. Das Verfahren ist demnach in diesem Punkt zufolge 
Rückzugs am Geschäftsverzeichnis abzuschreiben (Art. 60 Abs. 2 EGzZGB i.V.m. 
Art. 241 Abs. 3 ZPO). Auf die Beschwerde gegen den Kostenpunkt im angefoch-
tenen Entscheid der KESB Engadin/Südtäler wird mangels geschützten Interesses 
nicht eingetreten. Die Beschwerde gegen die Verfügung betreffend die Behand-
lung ohne Zustimmung wird abgewiesen. Die Behandlung des Beschwerdeführers 
auch ohne seine Zustimmung erscheint aufgrund zweier unabhängiger, dem Ge-
richt vorliegender Kurzgutachten als medizinisch indiziert. Der Beschwerdeführer 
zeigte weder gegenüber den Gutachterinnen noch gegenüber dem Gericht Krank-
heits- und Behandlungseinsicht. Der Abbruch der Behandlung würde letztlich zu 
einer schweren Verwahrlosung des Beschwerdeführers und damit zu einer 
Selbstgefährdung führen. Des Weiteren stellt die Gutachterin Dr. med. C._____ 
eine Gefährdung Dritter durch das aggressive Verhalten des Beschwerdeführers 
fest. Letztlich ist – insbesondere zufolge der fehlenden Krankheits- und Behand-
lungseinsicht – vorliegend keine mildere Massnahme ersichtlich. Die Beschwerde 
ist daher abzuweisen.

6. In Bezug auf die Grundsätze der Kostenauflage im erwachsenenschutz-
rechtlichen Beschwerdeverfahren verweisen die Art. 63 Abs. 5 und Art. 60 Abs. 2 
EGzZGB subsidiär auf die Bestimmungen der ZPO, soweit das EGzZGB keine 

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besonderen Bestimmungen vorsieht. Art. 63 Abs. 3 EGzZGB hält betreffend die 
Kostenauflage fest, dass bei Vorliegen besonderer Umstände auf die Erhebung 
von Verfahrenskosten verzichtet werden könne, sofern das Verfahren nicht mutwil-
lig oder trölerisch eingeleitet worden sei. Der Beschwerdeführer gab anlässlich der 
Hauptverhandlung zu Protokoll, dass er über ein jährliches Einkommen von CHF 
60'000.00 (netto) verfüge, welches sich aus einer Rente von CHF 42'000.00 und 
AHV-Rente von CHF 2'850.00 pro Monat zusammensetze. Dass diese Angaben 
nicht stimmen können, zeigt bereits ein Blick auf die angebliche AHV-Rente in der 
Höhe von CHF 2'850.00, die für Einzelpersonen deutlich tiefer ist. Zugunsten des 
Beschwerdeführers ist demnach vielmehr davon auszugehen, dass er über ein 
jährliches Einkommen von total CHF 42'000.00 verfügt. In Anbetracht der Tatsa-
che, dass zudem gegen den Beschwerdeführer gemäss Schuldnerinformation des 
Betreibungsamtes Oberengadin/Bergell Betreibungen in der Höhe von CHF 
81'751.62 eingeleitet wurden, wobei noch CHF 21'958.68 offen sind, und der Be-
schwerdeführer über keinerlei Vermögen mehr verfüge, rechtfertigt sich vorlie-
gend, dass die Verfahrenskosten von CHF 3'707.00, bestehend aus der Gerichts-
gebühr von CHF 1'500.00 sowie Gutachterkosten von Dr. med. D._____ in der 
Höhe von CHF 750.00 und Dr. med. C._____ von CHF 1'457.00, zulasten des 
Kantons Graubünden gehen. Nachdem der Rechtsvertreter des Beschwerdeführer 
mit Entscheid der KESB Engadin/Südtäler vom 24. August 2015 als Beistand 
gemäss Art. 449a ZGB von X._____ ernannt und beauftragt wurde, X._____ in 
den Verfahren vor der KESB in rechtlichen Fragen zu beraten und allenfalls zu 
vertreten, hat er seine Kosten bei der KESB Engadin/Südtäler geltend zu machen, 
zumal diese Ernennung auch die Vertretung vor der Rechtsmittelinstanz umfasst.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde gegen die Verfügung betreffend die Behandlung ohne Zu-
stimmung vom 20. August 2015 wird abgewiesen.

2. a) Die Beschwerde gegen den Entscheid der Kindes- und Erwachsenen-
schutzbehörde KESB Nordbünden vom 24. August 2015 betreffend die Ver-
längerung der fürsorgerischen Unterbringung wird zufolge Rückzugs am 
Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

b) Auf das Begehren betreffend den Kostenpunkt im angefochtenen Entscheid 
wird nicht eingetreten. 

3.  Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von insgesamt CHF 3'707.00 (CHF 
1'500.00 Gerichtsgebühr, CHF 750.00 Gutachterkosten Dr. med. D._____ 
und CHF 1'457.00 Dr. med. C._____) verbleiben beim Kanton Graubünden.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

5. Mitteilung an: