# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ddeb83b5-d32c-5c48-a622-4c5e4bc19a68
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-07
**Language:** de
**Title:** Rente. Beweiskräftiges Gutachten. Unverwertbarkeit Restarbeitsfähigkeit. Bei mind. 80% Anteil Erwerbsbereich Anspruch auf ganze Rente ausgewiesen. (BGE 8C_359/2025)
**Docket/Reference:** IV.2023.00691
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2023.00691.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2023.00691
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Slavik
Ersatzrichterin Gasser Küffer
Gerichtsschreiber Müller
Urteil
vom
7. April 2025
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch
Y.___
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Die 1971 geborene
X.___
verfügt über keinen erlernten Beruf
und war abgesehen
von
zwei kurzzeitigen
Beschäftigung
en
von
August 1997 bis Februar 1998 und Juli bis Dezember 1998
nicht erwerbstätig
(Urk.
8/10 S. 1
und
S. 5
f.
, Urk. 8/75
).
Unter Hinweis auf
ein
Herzklappenimplantat sowie rechtsseitige Lähmungen an Arm, Hand und Bein
meldete sich die Versicherte am
10. Februar 2020
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
8/10
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
.
Unter anderem
veranlasste
sie
eine
Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt bei der Versicherten zuhause (
Bericht
vom
29
.
April 2021
mit
Erhebung am
19. April 2021
;
Urk.
8
/4
6
)
und
holte bei
der
Z.___
GmbH,
A.___
,
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am
28. Oktober 2022
erstattet wurde (Urk.
8/116
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk
. 8/122
; Urk.
8/
129
) sprach
die IV-Stelle
der Versicherten
mit Verfügung vom
4. Dezember 2023
bei einem Invaliditätsgrad von
65
%
mit einem Anteil Erwerbsbereich von 80 %
(
75%ige Einschränkung
)
und einem Anteil Haushalt von 20
%
(22.5%ige Einschränkung) ab 1. September 2020 eine
Dreiviertelsrente
zu (Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am
17. Dezember 2023 (Urk. 1)
Beschwerde gegen die Verfügung vom
4. Dezember 2023
und
beantragte im Wesentlichen
sinngemäss die Zusprache einer ganzen Rente und ferner die unentgeltliche Prozessführung.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
9. Februar 2023
(
richtig: 2024;
Urk.
7
) die Abweisung der Beschwerde
, was
der Beschwerdeführerin
mit Verfügung vom 16. Februar 2024
zur Kenntnis gebracht
wurde
(Urk.
10
).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
Die angefochtene Verfügung erging nach dem 1. Januar 2022. Entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Grundsätzen (vgl. BGE 144 V 210 E. 4.3.1) ist nach der bis zum 31. Dezember 2021 geltenden Rechtslage zu beurteilen, ob bis zu diesem Zeitpunkt ein Renten
anspruch entstanden ist. Steht ein erst nach dem 1. Januar 2022 entstandener Rentenanspruch zur Diskussion, findet darauf das seit diesem Zeitpunkt geltende Recht Anwendung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_452/2023 vom 24. Januar 2024 E. 3.2.1 mit Hinweisen).
Auf Grund der am 10. Februar 2020 (Urk. 8/10) anhängig gemachten Anmeldung bei der Invalidenversicherung könnten allfällige Leistungen
frühestens ab 1. August 2020 ausgerichtet
werden (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG).
In dieser über
gangsrechtlichen Konstellation ist die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesene Rechtslage massgebend, die im Folgenden
soweit nichts anderes vermerkt ist
jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und angewendet wird.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.3
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbs
tätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug
auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbs
tätigkeit richtet sich nach Art. 16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads
,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäf
tigungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (Art.
27
bis
Abs. 4 IVV
).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art.
28 Abs.
2 IVG).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231
E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis
; Urteil des Bundesgerichts 9C_587/2023 vom 8. April 2024 E. 4.2
).
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sog. Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_77/2021 vom 20. April 2021 E. 3
m.w.H
.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
führte in
ihre
r
Verfügung vom
4
.
Dezember
2023 (Urk.
2)
mit Verweis
auf
die
Haushaltsabklärung
vom 19. April 2021
und
das
Z.___
-
Gutachten
vom 28. Oktober 2022
aus
, dass
die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit in einem 80%-Pensum einer Hilfsarbeitertätigkeit nachgehen und die restliche Zeit für den Haushalt aufwenden würde. Sie sei seit September 2019 in ihrer Erwerbstätigkeit eingeschränkt, weshalb ein Rentenanspruch ab September 2020 zu prüfen sei.
Bei einem 80%igen Erwerbsanteil mit einer Einschränkung von 75 % (Teilinvaliditätsgrad: 60 %) und einem 20%igen Anteil Haushalt mit einer
Einschränkung
von 22.5 % (Teilinvaliditätsgrad: 4.5 %) resultiere
ein Invaliditätsgrad von 65 %
,
mit welchem der Schwellenwert für eine
Dreivier
telsrente
erfüllt sei
. Aus der im
Einwandverfahren
vorgebrachten Kritik an der Haushaltsabklärung ergäben sich keine Gründe
,
von der bisherigen Einschätzung der Einschränkung im Haushalt abzuweichen
(S.
3
f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin bemängelte
in ihrer Beschwerde vom 17. Dezember 2023 (Urk. 1)
im Wesentlichen
das
Z.___
-
Gutachten vo
m 28. Oktober 2022
aus näher dargelegten Gründen (
S. 5-11
)
, machte Ausführungen zum Beweiswert der Beur
teilungen der behandelnden Ärzte (S. 11) und kritisierte die
Beurteilung
der Haushaltsabklärung durch die IV-Stelle; dabei insbesondere die Qualifikation 80 % Erwerbsteil und 20 % Haushalt (S. 12 f.
). Sie stellte sich
auf den Stand
punkt,
ihr stehe eine Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100 % zu (S. 1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom
4
.
Dezember
2023 (Urk.
2) der Beschwerdeführerin zu Recht
eine
Dreiviertelsrente
gesprochen hat
oder
ob die Beschwerdeführerin
Anspruch auf eine ganze Rente hat
.
3.
Prof
.
Dr. med.
B.___
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, Dr. med.
C.___
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, Dr. med.
D.___
, Facharzt FMH für Kardiologie,
Dr. med.
E.___
, Facharzt für Neurologie,
und
Dr. med.
F.___
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
Z.___
nannten in ihrem von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen Gutachten vom
28
.
Oktober
202
2
(Urk. 8/116)
in ihrer interdisziplinären Gesamtbeurteilung folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 9 f.):
-
o
rganisches Psychosyndrom bei Zustand nach septischer Endokarditis 2019, Koma und langjährigem Alkohol- und
Met
h
amphetaminabusus
-
leichte Halbseitenstörung rechts bei möglichen
embolischen
Insulten bei Endokarditis
-
Ataxie bei Kleinhirnschädigung (Differentialdiagnose
:
Hirnstammenze
ph
a
litis) und Polyneuropathie
-
zentralvestibulärer
Schwindel bei Zustand nach Hirnstammaffektion mit differentialdiagnostisch aktenanamnestischer
Gentamycin
-bedingter
Vesti
bulopathie
-
Polyneuropathie (äthyltoxisch, Critical
Illness
-Komponente)
-
Ulnarisläsion
rechts bei Verdacht auf
Sulcus
ulnaris
-Syndrom, Differen
tialdiagnose: anamnestisch Läsion in der Loge de
Guyon
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig klinisch-phänomenolo
gisch leichte Episode, formal mittelgradige Episode (ICD-10 F33.0/F33.1)
-
mechanischer Aortenklappenersatz,
Mitralklappenrekonstruktion
mit
Ringanuloplasti
k
,
Pulmonalispatchplastik
, Patch
Vena
cava
superior (11. Oktober 2019)
-
Endokarditis
Enterococcus
faecalis
der nativen Aortenklappe 4. Sep
tember 2019
-
gute Klappenfunktion
-
Aortendissektion Typ
A mit suprakoronarem
Ascendens
- und
Hemibogenersatz
November 2015
Zudem nannten sie folgende
Diagnose
n
ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 10
)
:
-
Psychische und Verhaltensstörung durch Alkohol, schädlicher Gebrauch, Differentialdiagnose: Abhängigkeitssyndrom anamnestisch
,
gegenwärtig abstinent (ICD-10 F10.1/F10.2)
-
p
aroxysmales Vorhofflimmern (November 2015)
-
Koronaratheromatose
ohne signifikante Stenosen (LIKA
Oktober
2019)
-
m
etabolisches Syndrom
-
Adipositas (BMI 33.5 kg/m
2
) (ICD-10 E66.0)
-
arterielle
H
ypertonie, medikamentös behandelt
-
Diabetes mellitus Typ II, medikamentös behandelt
-
Dyslipidämie, medikamentös behandelt
-
c
hronische Niereninsuffizienz KDIGO 3b
-
Heterozygote Alpha-Thalassämie, Erstdiagnose
Oktober
201
4
-
a
namnestisch
Karpaltunnelsyndrom
rechts
Die
Z.___
-Gutachter hielten in ihrer gesamtmedizinischen Beurteilung fest,
ins
gesamt bestehe eine erheblich reduzierte Belastbarkeit aufgrund von gravieren
den somatischen, insbesondere neurologischen Folgen nach septischer Endo
kardi
tis 2019 und langjährigem Alkohol- und
Met
h
amphetam
i
nabusus
sowie begleitender psychiatrischer Komorbidität im Sinne einer erheblichen affektiven Störung (S. 9).
Einfache Tätigkeiten in sitzender Stellung ohne jegliche kognitiven Anforderungen
seien der Beschwerdeführerin zwei bis drei Stunden pro Tag möglich. Es bestehe zusätzlich im reduzierten Pensum eine erheblich reduzierte Leistungsfähigkeit bei erhöhtem Pausenbedarf und reduziertem
Rendement
. Insgesamt
bestehe
in einer solchen Tätigkeit eine 20%ige Arbeitsfähigkeit bzw. 80%ige Arbeitsunfähigkeit.
Nach aufgehobener Arbeits
fähigkeit ab September 2019 könne die vorgängig erwähnte Arbeitsfähigkeit bzw. Arbeitsunfähigkeit
seit Juni 2020 angenommen werden
(S. 11)
.
4.
Dem im Rahmen von Art.
44 ATSG eingeholten
Z.___
-Gutachten vom
28. Oktober 2022
(E.
3.
2
) lagen internistische, kardiologische, orthopädische
, neurologische
und psychiatrische Untersuchungen zugrunde. Es beruht damit auf den erforderlichen
allseitigen klinischen Untersuchungen
(Urk. 8/116 S. 24 f., S. 32-35, S. 42 f., S. 50 f., S. 57),
vorhandenen
CT (Neurokranium, Hals und Thorax sowie Thorax und Abdomen; vgl.
S.
16
),
eigens
erstellte
r
transthorakale
r
Echo
kardiographie
(TTE)
und
Elektrokardiogramm (
EKG
;
vgl.
S
5
und S. 57
)
.
Das
Z.___
-Gutachten wurde in Kenntn
is der und in Auseinandersetzung
mit den
Vorakten
erstattet
(S.
7
-9
, S.
16
-
22
, S
25
,
S. 27,
S
33
, S
. 36
, S.
44
, S.
49
, S.
52
, S. 56, S. 58
).
Die Gutachter berücksichtigten die geklagten Beschwerden und setzten sich mit diesen sowie dem Verhalten
der
Beschwerdeführer
in
auseinander (S.
25, S
27
, S.
32
f., S.
36
f.,
S
41 f.
, S.
44 f.
, S.
49, S. 51 f. , S. 56, S. 58 f.
).
Die
Z.___
-Gutachter legten die medizinischen Zustände und Zusammenhänge aus internistischer, orthopädischer,
neurologischer,
kardiologischer und psychiat
rischer Sicht einleuchtend dar und begründeten ihre Schlussfolgerungen nach
vollziehbar. Einerseits
legten die somatischen Gutachter gestützt auf ihre klinischen Untersuchungen mit Funktionsdiagnose, die medizinischen Akten, die vorhandene
n
CT
, die eigens eingeholten TTE
und
EKG überzeugend dar, dass
zwar keine
rein allgemeininternistische
n
oder orthopädische
n
Leiden mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit
vorliegen,
die
Beschwerdeführer
in
jedoch
aufgrund
neurologische
r
Erkrankungen (
organisches Psychosyndrom, leichte Halbseiten
störung rechts, Ataxie bei Kleinhirnschädigung und
Polyneuropathie,
zentral
vestibulärer
Schwindel, Polyneuropathie und
Ulnarisläsion
rechts
) und der kardialen Problematik
(
Aortenklappenersatz
,
Mitralklappenrekonstruktion
, Patch
Vena
cava
superior
und
Aortendissektion Typ A
)
in der Arbeitsfähigkeit insofern eingeschränkt ist, als
ihr
nurmehr
lediglich einfache Tätigkeiten in sitzender Stellung ohne jegliche kognitive Anforderung zumutbar sind bei
reduziertem Rendement und
bei
erheblich reduzierter Leistungsfähigkeit
sowie
erhöhtem Pausendbedarf
(vgl. S. 8 f., S. 11, S. 26-29, S.
42-45, S. 50-53, S. 57-60
)
.
Anderseits zeigte Dr.
F.___
in seinem beweiskräftigen psychiatrischen Teilgut
achten, welches mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltens
beob
achtung bei der klinischen Exploration den bundesgerichtlichen Vorgaben an eine beweiskräftige psychiatrische Expertise entspricht (Urteil des Bundes
gerichts 8C_47/2016 vom 15.
März 2016 E.
3.2.2 mit Hinweis), im Lichte der massgebenden Indikatoren (BGE 145 V 361 E.
4.3, 148 V 49 E.
6.2.1) unter Berücksichtigung von Konsistenz und Plausibilität sowie unter Würdigung der Belastungsfaktoren und Ressourcen
plausibel auf, dass
die
Beschwerdeführer
in
unter
einer rezidivierenden depressiven Störung mit klinisch-phänomenologisch leichter, aber formal mittelgradige
r
Episode
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit leidet
,
weswegen sie
nur reduziert an einem ruhigen, klar strukturierten Arbeitsplatz
arbeitsfähig ist
(S. 9
und S. 35-38
)
.
Damit entspricht das schlüssige
Z.___
-Gutachten sämtlichen bundesgerichtlichen
Vorgaben an eine beweiskräftige Expertise (vgl. E. 1.5).
Es ist somit gestützt auf das
Z.___
-Gutachten davon auszugehen
, dass
die
Beschwer
deführer
in
bei einer ab September 2019 bestehenden Arbeitsunfähigkeit
seit
Juni
20
20
in sitzender Stellung ohne jegliche kognitiven Anforderungen
noch zwei bis drei Stunden täglich arbeitsfähig ist, wobei zusätzlich zu diesem reduzierten Pensum eine erheblich reduzierte Leistungsfähigkeit bei erhöhtem Pausenbedarf besteht, sodass von einer 20%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen ist
(
E. 3
).
5.
5.1
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen
Arbeitsmarkt zu ermitteln
(Art. 16 ATSG; BGE 138 V 457 E.
3.1 mit Hinweis
).
Der ausgeglichene Arbeits
markt ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot von und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf. Das gilt sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b; Urteil des Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E. 5.1).
Dabei ist nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch
rechtsprechungsgemäss keine übermässigen Anforderungen
zu stel
len (Urteil des Bundesgerichts 8C_369/2021 vom 28. Okto
ber 2021 E. 6.1 mit Hinweisen; vgl. BGE
138 V 457 E. 3.1). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Von einer Arbeitsgelegenheit kann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur noch in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer
entsprechenden Stelle daher zum V
ornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. statt vi
eler: Urteile des Bundesgerichts 9C_452/2022 vom 10. Januar 2023 E. 5.1 und 9C_21/2022 vom 15. Juni 2022 E. 2.3.1, je mit weiteren Hinweisen).
Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgebend, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitsplätzen bestünde (statt vieler: Urteil de
s Bundesgerichts 8C_330/2021 vom 8. Juni 2021 E. 5.3.1
mit Hinweis
en
; Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die
Invalidenversicherung, 4. Aufl. 2022
,
N. 134 zu Art. 28a
).
5.2
Die Beschwerdeführerin war im September 2020
49
Jahre alt, verfügt über keine Ausbildung, war abgesehen von einer kurzen Arbeitstätigkeit in den Jahren
1997 und 1998
nie
erwerbs
tätig und beherrsch
t
die
d
eutsche Sprache nur rudimentär
(vgl. Sachverhalt Ziff. 1
und Urk. 8/
46
S.
1 f.
)
.
Gestützt auf das beweiskräftige
Z.___
-Gutachten vom
28. Oktober 2022
ist davon auszugehen, dass
sie
seit
Juni 2020
lediglich
in sitzender Stellung ohne kognitive Anforderungen noch zwei bis drei Stunden täglich arbeitsfähig ist, wobei zusätzlich zu diesem reduzierten
Pensum eine
erheblich reduzierte Leistungsfähigkeit bei erhöhtem Pausenbedarf besteht
(E.
3
und E. 4
hiervor).
Dabei muss
der Arbeitsplatz aufgrund der psychischen Erkrankung ruhig und klar strukturiert sein (E. 4.1)
;
und wegen der neurologischen Leiden
sind
die motorischen,
sensorischen
und kognitiven
Fähigkeiten deutlich eingeschränkt
(
Urk. 8/116
S.
53
)
.
Die
gutachterlich umschriebenen Einschränkungen
sind
erheblich und das Feld möglicher Tätigkeiten dadurch
ausserordentlich
eingeschränkt.
Aufgrund des
Anforderungsprofil
s
(
reduzierte Leistungsfähigkeit und erhöhter Pausenbedarf in de
r
zwei bis drei Stunden täglich
zumutbaren sitzenden Tätigkeit ohne jegliche kognitiven Anforderungen in einer ruhigen und klar strukturierten Arbeit bei zudem deutlichen motorischen und sensorischen Einschränkungen
)
ist
der
Beschwerdeführer
in
eine
berufliche
Tätigkeit nur noch in solch eingeschränkter Form möglich, dass der
ausgegliche
ne
Arbeitsmarkt
- auch unter Berück
sichtigung von Nischenarbeitsplätzen -
sie
nicht
kennt
oder
ein Arbeitseinsatz
nur unter
un
realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitge
bers möglich wäre.
Selbst
etwa leichte Prüf-, Überwachungs- und Kontroll
arbeiten
fallen ausser
Betracht
.
Auch wenn
für Hilfsarbeiten
weder eine Berufs
bildung, noch Erfahrung oder sonstige Vorkenntnisse
oder Deutschkenntnisse
vorausgesetzt
werden, erscheint
das Finden einer
20 %-
Stelle
mit derart eingeschränktem Anforderungsprofil sowie mit erhöhtem Pausenbedarf und eingeschränkter Leistungsfähigkeit
von vorneherein als ausgeschlossen.
Fehlt es an der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor (Urteil
des Bundesgerichts 9C_403/2022
vom 15. März 2023
E.
5
.5). Folglich
ist für den Erwerbsteil der Beschwerdeführerin
von einer vollständigen Erwerbsun
fähigkeit auszugehen.
6.
Bei einer vollständigen Erwerbsunfähigkeit (E. 5.2 vorstehend) bei einem zu berücksichtigenden Erwerbsanteil von mindestens 80 % resultiert bereits ein zu einer ganzen Invalidenrente berechtigender Invaliditätsgrad von mindesten
s
80 % (vgl. E. 1.3-4).
Damit erübrigen sich Weiterungen
zu den Vorbringen
der Beschwerdeführerin zur Veranlassung des
Z.___
-Gutachtens, zum Gutachten an sich
, zum Beweiswert der Beurteilung der medizinischen Situation durch die behandelnden Ärzte
sowie zur
Festlegung des Erwerbs- und Haushaltsanteils von 80 % und 20 % im Rahmen der Haushaltsabklärung.
Bei einer ab September 2019 bestehenden Arbeitsunfähigkeit (E. 3) und der am 10. Februar 2020 (Urk. 8/10) anhängig gemachten Anmeldung entstand der Rentenanspruch - wie bereits für
die zugesprochene
Dreiviertelsrente
korrekt erstellt (E. 2.1) - am 1. September 2020 (vgl. E. 1.1 und E. 1.4).
Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen und
die angefochtene Verfügung vom 4.
Dezember 2023
mit der Feststellung
abzuändern
, dass die Beschwerdeführerin ab 1.
September 2020 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat
.
7
.
7
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art.
69 Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der
unterliegenden
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird bei diesem Verfahrensausgang gegenstandslos.
7
.2
Angesichts fehlender fachlich qualifizierter Vertretung ist die Zusprache einer Prozessentschädigung nicht angezeigt (BGE 135 V 473 E. 3).
Das Gericht erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerde
wird
die angefochtene Verfügung vom
4
.
Dezember
202
3
mit der Feststellung abgeändert
, dass
die
Beschwerdeführer
in
ab 1.
September
2020
Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente
hat
.
2.
Die Gerichtskosten von Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Der Beschwerdeführerin wird
keine Parteientschädigung zugesprochen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Y.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit dem 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
-
mittel und die Unterschrift
der
beschwerdeführenden
Partei oder ihrer Rechtsvertretung
zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubMüller