# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d4ea942c-c890-5df7-8a1a-921859e9e266
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2013-11-18
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 18.11.2013 BB.2013.80
**Docket/Reference:** BB.2013.80
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BB-2013-80_2013-11-18

## Full Text

Ausstand der Bundesanwaltschaft (Art. 59 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 56 StPO).;;Ausstand der Bundesanwaltschaft (Art. 59 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 56 StPO).;;Ausstand der Bundesanwaltschaft (Art. 59 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 56 StPO).;;Ausstand der Bundesanwaltschaft (Art. 59 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 56 StPO).

Beschluss vom 18. November 2013  
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Andreas J. Keller, Vorsitz, 

Tito Ponti und Cornelia Cova,  

Gerichtsschreiber Martin Eckner  

   
 

Parteien 

  

A.,  

Gesuchsteller 

 

 gegen 

   

B., Staatsanwalt des Bundes,  

Gesuchsgegner 

 

Gegenstand  Ausstand der Bundesanwaltschaft  

(Art. 59 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 56 StPO) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2013.80 

 

 

 

 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Die Bundesanwaltschaft (nachfolgend "BA") eröffnete am 23. Juni 2011 

gegen A. sowie weitere Beteiligte eine Strafuntersuchung wegen des Ver-

dachts der gewerbs- und bandenmässigen Geldwäscherei im Sinne von 

Art. 305
bis 

Ziff. 2 StGB. Am 24. Mai 2012 wurde A. in Monaco festgenom-

men und am 28. August 2012 an die Schweiz ausgeliefert.   

 

 

B. Am 28. März 2013 fand eine von B., Staatsanwalt des Bundes, geleitete 

Konfrontationseinvernahme statt, an der u.a. die Beschuldigten A. und C. 

und ihre Verteidiger (RA D., RA E.) teilnahmen (act. 5 Beilage 7 S. 1).  

 

 

C. Diese Einvernahme löste eine gegen B. gerichtete Eingabe von A. an den 

Bundesanwalt vom 2. April 2013 wegen "Amtsmissbrauch, Nötigung und 

Betrug" (act. 1) aus.  

 

Auf Nachfrage der BA vom 17. April 2013 (act. 2.1; adressiert an den Ver-

teidiger) präzisierte A. am 13. Mai 2013, dass es sich bei seiner Eingabe 

vom 2. April 2013 um eine Beschwerde gegen B. und um ein Ausstands-

begehren gegen denselben handle. Er halte an den gestellten Anträgen 

fest und beantrage die Weiterleitung der Beschwerde an die zuständige 

Amtsstelle (act. 2.2).  

 

 

D. Die BA leitete das Gesuch am 23. Mai 2013 zuständigkeitshalber an die 

Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts weiter (act. 2).  

 

Der Gesuchsteller beantragt: 

 
"1. Ausschluss des Herrn B. von den Ermittlungen zu meiner Person 

 

2. Zukünftige Aufnahme der Protokolle von einer dritten, unabhängigen Person 
 

3. Aufzeichnung der Einvernahmen zwecks späterer Möglichkeit eines Abglei-
chens des tatsächlichen Geschehens" 

 

 

E. Mit Eingabe vom 13. Juni 2013 nimmt B. zum Ausstandsgesuch von A. 

Stellung und beantragt, dieses sei vollumfänglich abzuweisen, soweit dar-

auf eingetreten werden könne (act. 5). In der Replik vom 24. Juni 2013 hielt 

A. an seinen Anträgen fest (act. 7). Sie wurde B. am 5. Juli 2013 zur 

Kenntnis gebracht (act. 8).   

 

 

 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten 

wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen 

eingegangen.  

 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1 Will eine Partei den Ausstand einer in einer Strafbehörde tätigen Person 

verlangen, so hat sie, sobald sie vom Ausstandsgrund Kenntnis hat, der 

Verfahrensleitung ohne Verzug ein entsprechendes Gesuch zu stellen 

(Art. 58 Abs. 1 StPO). Ist die Bundesanwaltschaft betroffen und wird ein 

Ausstandsgrund nach Art. 56 lit. a oder f StPO geltend gemacht (Ausstand 

wegen persönlichem Interesse an der Sache oder aus anderen Gründen), 

so entscheidet ohne weiteres Beweisverfahren und endgültig die Be-

schwerdekammer des Bundesstrafgerichts (Art. 59 Abs. 1 lit. b StPO i.V.m. 

Art. 37 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die Organisa-

tion der Strafbehörden des Bundes (Strafbehördenorganisationsgesetz, 

StBOG; SR 173.71; Urteil des Bundesgerichts 1B_227/2013 vom 

15. Oktober 2013, E. 4.1; Entscheide des Bundesstrafgerichts BB.2012.126 

vom 21. August 2012, E. 1.2; BB.2011.23 vom 14. März 2011, E. 1.1). 

 

1.2 Nach Auffassung des Gesuchstellers begründet die Einvernahme vom 

28. März 2013 den Anschein der Befangenheit des Staatsanwaltes. Seine 

Rügen im Einzelnen sind denn auch eng mit deren Ablauf verknüpft. An-

trag 1 seiner Eingabe vom 2. April 2013 erfolgte fünf Tage nach der Ein-

vernahme und ist damit ohne Verzug im Sinne des Art. 58 Abs. 1 StPO ge-

stellt worden.  

 

1.3 Die Verfahrensleitung ist zuständig, die Anordnungen zu treffen, um eine 

gesetzmässige und geordnete Durchführung des Verfahrens zu gewähr-

leisten (Art. 62 Abs. 1 StPO). Sie ist auch dafür verantwortlich, dass die 

Verfahrenshandlungen vollständig und richtig protokolliert werden und kann 

vorsehen, dass diese auf Ton oder Bild aufgenommen werden (Art. 76 

Abs. 3 und 4 StPO; Art. 76–79 StPO; TPF 2012 80 E. 2.3; TPF 2011 84 

E. 2.2/3.3/4.2).  

 

Der Gesuchsteller hat keinen eigenständigen Anspruch auf Aufzeichnung 

von Einvernahmen oder Aufnahme der Protokolle durch eine dritte, unab-

hängige Person. Überdies dient ein Ausstandsverfahren auch nicht dazu, 

der Bundesanwaltschaft allgemeine Weisungen zu erteilen (Urteil des Bun-

 

 

desgerichts 1B_138/2013 vom 24. September 2013, E. 4.4), weshalb auf 

die Anträge 2 und 3 des Gesuchs nicht einzutreten ist. Ebensowenig ist ei-

ne Prüfung der Tatbestände des Amtsmissbrauchs, der Nötigung und des 

Betrugs Verfahrensgegenstand. 

Die übrigen Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen An-

lass, weshalb auf das Ausstandsgesuch einzutreten ist.  

 

 

2. 

2.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass 

die Behörde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung 

Betroffenen tatsächlich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksich-

tigt (BGE 124 I 49 E. 3a, 124 I 241 E. 2). Daraus folgt die Verpflichtung der 

Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Dabei ist es nicht erforderlich, 

dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und 

jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich 

auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Begrün-

dung muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffene über die Tragweite 

des Entscheids Rechenschaft geben und ihn gegebenenfalls in voller 

Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem 

Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von 

denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid 

stützt (BGE 134 I 83 E. 4.1; 133 III 439 E. 3.3; 130 II 530 E. 4.3; 129 I 232 

E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_538/2013 vom 14. Oktober 2013, 

E. 6.2.1; TPF 2006 263 E. 2.1; betr. Ausstandsverfahren: BGE 138 IV 222 

E. 2; Urteil des Bundesgerichts 1B_227/2013 vom 15. Oktober 2013, 

E. 3.1). 

 

2.2 Im Verfahren betreffend Ausstand ist nicht über den Gegenstand des Ver-

fahrens (hier: des Vorverfahrens) selbst zu entscheiden; vielmehr ist die 

Unvoreingenommenheit des Staatsanwalts Verfahrensthema 

des Zwischenentscheids (BGE 132 V 93 E. 6.2; Urteil des Bundesge-

richts 1B_138/2013 vom 24. September 2013, E. 4.4). Indem sich beide 

Parteien ausführlich zum materiellen Inhalt der Strafsache äussern, entfer-

nen sich ihre Stellungnahmen vom eigentlichen Verfahrensgegenstand. 

 

 

 

3. 

3.1 Wie sich aus der Replik ergibt, macht der Gesuchsteller den Ausstands-

grund der Feindschaft geltend (act. 7 S. 8). Er macht Folgendes geltend: 

 

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- Er sei am 28. März 2013 während der Durchsicht des Protokolls zur Ein-

vernahme massiv in der Wahrnehmung seiner ihm zustehenden Rechte 

eingeschränkt sowie betrogen und genötigt worden (act. 1 S. 1). 

 

- Der Staatsanwalt suche durch tatsachenwidrige Erklärungen zu ver-

schleiern, dass er bereits den vierten Versuch unternommen habe, das 

Dokument zur befristeten Aktienübertragung in einem falschen Kontext 

darzustellen. Es handle sich dabei eben nicht um ein "Versehen", wie 

dies protokolliert wurde. Der Staatsanwalt habe versucht, dies nachträg-

lich durch Austauschen der Beilagen zur Einvernahme zu vertuschen 

(act. 1 S. 1 f.). 

 

- Der Staatsanwalt habe ihm unter Missbrauch seines Amtes die Möglich-

keit verweigert, bereits im Protokoll auf diesen Umstand hinzuweisen. Er 

dürfe nunmehr weder Erklärungen ins Protokoll abgeben, noch seine 

schriftlichen Kommentare ins Protokoll schreiben. Sie würden vielmehr 

dann am Schluss angefügt, wenn der Staatsanwalt sie als berechtigt an-

sehe. Er sei ansonsten zum Schweigen angehalten worden (act. 1 S. 1). 

Ferner habe der Staatsanwalt an ihn den drohenden Kommentar gerich-

tet: "Sie sollten sich so harte Worte besser gut überlegen.", was der 

Staatsanwalt aber wiederum nicht habe protokolliert sehen wollen (act. 1 

S. 3; act. 7).  

 

3.2 Nach Art. 56 lit. f StPO tritt eine in einer Strafbehörde tätige Person na-

mentlich dann in den Ausstand, wenn sie "aus anderen Gründen" befangen 

sein könnte, insbesondere wegen Freundschaft oder Feindschaft mit einer 

Partei oder deren Rechtsbeistand (Urteil des Bundesgerichts 1B_138/2013 

vom 24. September 2013, E. 2.1).  

 

Art. 56 lit. f StPO nimmt als Generalklausel all diejenigen Ausstandsgründe 

auf, die in der Aufzählung zuvor nicht ausdrücklich erwähnt sind (Urteil des 

Bundesgerichts 1B_131/2011 vom 2. Mai 2011, E. 3.1). Sie entspricht dem 

Anspruch auf ein unparteiisches, unvoreingenommenes und unbefangenes 

Gericht (Art. 6 EMRK; Art. 29 Abs. 1 und Art. 30 Abs. 1 BV; BGE 138 IV 

142 E. 2.1; 126 I 68 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 1B_227/2013 vom 

15. Oktober 2013, E. 5.1; BOOG, Basler Kommentar, Basel 2011, 

Vor Art. 56 bis 60 StPO N. 3).  

 

3.3 Voreingenommenheit und Befangenheit werden nach der Rechtsprechung 

angenommen, wenn Umstände vorliegen, die bei objektiver Betrachtung 

geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit des Staatsanwaltes und 

den Anschein der Befangenheit und Voreingenommenheit zu erwecken. 

Bei der Beurteilung solcher Umstände ist nicht auf das subjektive Empfin-

 

 

den einer Partei abzustellen. Für die Ablehnung wird nicht verlangt, dass 

der Richter bzw. der Staatsanwalt tatsächlich befangen ist (BGE 138 IV 

425 E. 4.2.1; 138 I 1 E. 2.2; 137 I 227 E. 2.1; 136 I 207 E. 3.1; Urteil des 

Bundesgerichts 1B_34/2011 vom 16. Februar 2011, E. 2.3.1; TPF 2012 37 

E. 2.2). 

 

Freundschaft oder Feindschaft müssen eine gewisse Intensität aufweisen, 

damit sie als Ausstandsgrund geltend gemacht werden kann. Dies ent-

spricht dem Wortlaut des französischen Textes, der bezüglich Freundschaft 

von "un rapport d'amitié étroit" spricht (vgl. VERNIORY, Commentaire ro-

mand, Basel 2011, Art. 56 StPO N. 28). Entsprechendes gilt auch für die 

Feindschaft: Es müssen erhebliche persönliche Spannungen, ausgeprägte 

Abneigung oder ein schwerwiegendes Zerwürfnis vorliegen. Entscheidend 

ist, ob die Offenheit des Verfahrens in Frage gestellt ist und die Person zur 

unvoreingenommenen Untersuchung noch fähig ist (BGE 133 I 1 E. 6.2; 

Urteil des Bundesgerichts 1B_189/2013 vom 18. Juni 2013, E. 2.2/3.1; 

TPF 2009 84 E. 2.2; BOOG, a.a.O., N. 8). 

 

3.4 Da der Ausstand in einem Spannungsverhältnis zum Anspruch auf den ge-

setzlichen Richter steht, muss er eine Ausnahme bleiben, soll die Zustän-

digkeitsordnung nicht ausgehöhlt werden. Die persönliche Unbefangenheit 

des gesetzlichen Richters bzw. Staatsanwalts ist deshalb im Grundsatz zu 

vermuten; von der regelhaften Zuständigkeitsordnung darf nicht leichthin 

abgewichen werden (KELLER, Kommentar zur Schweizerischen Strafpro-

zessordnung [StPO], Zürich/Basel/Genf 2010, Art. 56 StPO N. 11; BOOG, 

a.a.O., N. 11; SCHMID, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 

Zürich/St. Gallen 2013, N. 509).  

 

3.5 Es wird vorliegend nicht behauptet, dass sich Staatsanwalt und Ge-

suchsteller ausserhalb des Verfahrens schon begegnet wären. Eine vorbe-

stehende Feindschaft ist daher ausgeschlossen.  

 

Gemäss Rechtsprechung vermögen allgemeine Verfahrensmassnahmen, 

seien sie nun richtig oder falsch, als solche keine Voreingenommenheit der 

verfahrensleitenden Justizperson zu begründen. Soweit konkrete Verfah-

rensfehler eines Staatsanwaltes beanstandet werden, kommen als Ableh-

nungsgrund jedenfalls nur besonders krasse oder ungewöhnlich häufige 

Versäumnisse und Mängel in Frage (Urteile des Bundesge-

richts 6B_858/2013 vom 22. Oktober 2013, E. 2; 1B_297/2013 vom 

11. Oktober 2013, E. 2.2/2.4; 1B_204/2013 vom 12. September 2013, 

E. 2.3; 1B_69/2013 vom 27. Juni 2013, E. 4.2). 

 

 

 

3.6 Das Protokoll vom 28. März 2013 (act. 5 Beilage 7 S. 19 f.) zeichnet fol-

gende Geschehnisse auf (auf die Frage des Gesuchsgegners folgt die 

Antwort des Gesuchstellers):  
 
 

"Herr A., wie stellen Sie sich zu dem Vorhalt, dass Sie nach erfolgter Transaktion keine 

zusätzlichen Belege bei der Bank F. AG hätten einreichen müssen, um den Transfer 

vom 01.06.2011 zu begründen, wenn das Original der 'Agreement and transfer order 

1/2011' (hier EV-Beilage 16) am 26.05.2011 bei der Bank F. AG unterzeichnet worden 

wäre, wie Sie fälschlicherweise behauptet haben?"  

 

"Ihre Frage ist eine Fehleinschätzung, welche von Ihnen wider besseren Wissens vor-

getragen wurde. Der Vertrag, um den es bei dieser E-Mail geht, ist der Joint Venture 

Cooperationsvertrag zwischen der G. und der H. Sie versuchen, die Kausalkette zu 

zerreissen, indem Sie unterstellen, es ginge um das soeben vorgelegte Dokument. Sie 

müssen gucken, ob es 15 oder 16 war. Es war die Anlage 16. Da bereits alle Fakten 

diesbezüglich auf dem Tisch sind, ist mir das Zünden ihrer Nebelkerzen nicht mehr er-

klärbar."  

 

Das Protokoll hält ferner die Aussage des Gesuchsgegners fest (act. 5 Bei-

lage 7 S. 20):  
 

"Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass somit die EV-Beilage 19 ein Attachment der 

EV-Beilage 17 war und nicht, wie vorhin versehentlich erwähnt, eine Attachment der 

EV-Beilage 19. Ist das soweit klar?"  

 

Daraufhin die Antwort des Gesuchstellers:  
 

"Angesichts der Tatsache, dass genau zu diesem Punkt, dass der vierte Versuch einer 

Irreführung durch Herrn B. ist, habe ich Mühe, diesen Vorfall als Versehen zur Kennt-

nis zu nehmen. Die hier vorgelegte Anlage 18 macht durchaus Sinn, als Attachment 

zur E-Mail Anlage 17 beigefügt worden zu sein, denn sie wird in dieser beschrieben."  

 

3.7 Aus den angeführten Protokollstellen gehen die Differenzen transparent 

hervor. Sie, wie auch die weiteren Protokolle, zeigen: Dem anwaltlich ver-

tretenen Gesuchsteller war es nicht verwehrt, zur Sache Anmerkungen zu 

machen oder seine eigene Sicht darzulegen. Ferner wurde dem Ge-

suchsteller zu Beginn der Einvernahme vom 2. Mai 2013 die Möglichkeit 

eingeräumt, eine Stellungnahme zur letzten Einvernahme vom 

28. März 2013 zu Protokoll zu geben, was er auch tat (act. 5 Beilage 10 

S. 5 f.). Der Gesuchsteller unterzeichnete die Protokolle vom 

28. März 2013 und 2. Mai 2013, womit er ihre Richtigkeit bestätigte (act. 5 

Beilage 7 S. 30, Beilage 10 S. 31).  

 

Weiter ist die Behauptung des Gesuchstellers unzutreffend, ihm sei unter 

Missbrauch eines Amtes die Möglichkeit verweigert worden, im Protokoll 

auf wahrgenommene Missstände aufmerksam zu machen. Im Übrigen er-

wähnt er selbst, dass und auf welche Weise sein Verteidiger seine Rechte 

 

 

wahrnimmt (act. 1 S. 2). Das Dargelegte und die Protokolle zeigen nicht im 

Ansatz besonders krasse oder ungewöhnlich häufige Versäumnisse und 

Mängel auf.  

 

3.8  Der Gesuchsteller befindet sich als Beschuldigter im Fokus einer Straf-

untersuchung und der damit einhergehenden Untersuchungstätigkeit des 

Staatsanwaltes. Aus dem im Vorverfahren geltenden Grundsatz "in dubio 

pro duriore" (BGE 137 IV 219 E. 7.3; 138 IV 86 E. 4) ergibt sich, dass der 

Staatsanwalt von einer Arbeitshypothese zulasten des Rechtssuchenden 

ausgehen muss (SCHMID, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zü-

rich/St. Gallen 2013, Art. 56 N 16). Gefordert ist, dass der Staatsanwalt zur 

Objektivität verpflichtet ist, d.h. er auf faire Art seine Funktion ausübt 

(BGE 138 IV 142 E. 2.2.1 "s'abstenir de tout procédé déloyal"), insbeson-

dere auch den relevanten Hinweisen auf entlastendes Material nachgeht. 

Der Gesuchsteller nimmt bereits die strafrechtlichen Vorwürfe als persönli-

che Feindseligkeit wahr und ist der Auffassung, der Verdacht des Staats-

anwaltes zu seiner Strafbarkeit sei unbegründet (vgl. act. 7 S. 1–7). Diese 

Differenzen sind nicht in einem Ausstandsverfahren auszutragen; vielmehr 

wird am Ende des Verfahrens gegebenenfalls ein Strafgericht über Schuld 

oder Unschuld entscheiden. Bis dahin obliegt es der Staatsanwaltschaft, 

das Untersuchungsverfahren voranzutreiben und dabei belastenden und 

unbelastenden Umständen mit der notwendigen Beharrlichkeit und Energie 

nachzugehen (Art. 6, 16, 299, 308 ff. StPO; BGE 138 IV 142 E. 2.2.1; vgl. 

auch MAURER, Der unbefangene Staatsanwalt nach Art. 56 lit. f StPO, in: li-

ber amicorum für Andreas Donatsch, Zürich 2012, S. 459 f.). 

 

Im Hinblick auf die Ausstandsfrage kann objektiv betrachtet vorliegend we-

der ein schwerwiegendes Zerwürfnis zwischen den Parteien noch eine 

nicht garantierte Offenheit des Verfahrens festgestellt werden. Anzeichen, 

dass der Staatsanwalt zu einer unvoreingenommenen Untersuchung nicht 

fähig oder willens wäre, liegen keine vor. Damit kann der Gesuchsteller 

auch aus dem behaupteten Kommentar des Staatsanwaltes ("Sie sollten 

sich so harte Worte besser gut überlegen.", vgl. supra 3.1) nichts ableiten. 

Weder die Ausführungen des Gesuchstellers noch die Durchsicht der Akten 

wecken den Anschein der Befangenheit des Staatsanwaltes.  

 

3.9 Zusammenfassend liegt kein Ausstandsgrund vor. Die Vorbringen des Ge-

suchstellers sind unbegründet.  

 

 

4. Insgesamt ist damit das Ausstandsgesuch (Antrag 1) abzuweisen und auf 

die weiteren Anträge 2 und 3 nicht einzutreten. 

 

 

 

5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Gesuchsteller kostenpflichtig 

(Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 2'000.-- festzusetzen 

(Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reglements des Bundes-

strafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Ent-

schädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]). Der Ge-

suchsteller hat keinen Anspruch auf eine Prozessentschädigung (Art. 429 

Abs. 1 Satz 1 i.V.m. Art. 436 Abs. 1 StPO). 

 

 

 

 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Das Gesuch wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.  

 

2. Die Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 2'000.-- wird dem Gesuchsteller auf-

erlegt. 

 

 

Bellinzona, 19. November 2013 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Vorsitzende: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- A. 

- Bundesanwaltschaft, B. Staatsanwalt des Bundes 

- Rechtsanwalt D. 

 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.