# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 143a3255-a6d9-5011-9741-ebf36f85e9b1
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-05
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 05.12.2022 SB210592
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB210592_2022-12-05.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB210592-O/U/jv 
 
Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. S. Volken, Präsident, lic. iur. C. Maira und  

die Oberrichterin lic. iur. S. Fuchs sowie die Gerichtsschreiberin 

MLaw N. Hunziker 

Urteil vom 5. Dezember 2022 
 

in Sachen 
 
1. A._____,  
Beschuldigter und I. Berufungskläger (Rückzug) sowie Anschlussberufungskläger 

 

2. B._____,  
Beschuldigter und Berufungsbeklagter sowie Anschlussberufungskläger 
 
1 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw X._____ 

2 amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin MLaw Y._____ 
 

gegen 
 
Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. B. Groth,  

Anklägerin und II. Berufungsklägerin 
 
betreffend versuchte schwere Körperverletzung etc. und Widerruf  
 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung,  
vom 10. Juni 2021 (DG200244) 
 
 
 
 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 1. Dezember 

2020 (Urk. D1/68) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 99 S. 95 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 und Abs. 2 

StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, 

− des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig 

− der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 und Abs. 2 

StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, 

− des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB, 

− der mehrfachen harten Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 Satz 1 und 2 und 

Abs. 5 Satz 2 StGB, 

− der vorsätzlichen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 

SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 32 Abs. 2 SVG und Art. 4a Abs. 1 

lit. a VRV sowie Art. 22 Abs. 1 und Abs. 3 SSV. 

3. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Frauenfeld vom 

29. März 2019 gegen den Beschuldigten A._____ ausgefällten Geldstrafe von 

20 Tagessätzen zu Fr. 100.– wird widerrufen. 

4. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 28 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 275 Tage 

durch Haft erstanden sind. 

5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten A._____ wird im Umfang von 19 Monaten 

aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (9 Monate, welche 

durch Untersuchungshaft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollzogen. 

-   3   - 

6. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft IV des Kantons 

Zürich vom 7. März 2017 gegen den Beschuldigten B._____ ausgefällten Geldstrafe von 

80 Tagessätzen zu Fr. 30.– wird widerrufen. 

7. Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit 23 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 121 Tage 

durch Haft erstanden sind, sowie unter Einbezug der widerrufenen Strafe mit einer Geldstra-

fe von 180 Tagessätzen zu Fr. 30.– als Gesamtstrafe. 

8. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten B._____ wird aufgeschoben und die Pro-

bezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Die Geldstrafe wird vollzogen. 

9. Von der Anordnung einer Landesverweisung gegen den Beschuldigten A._____ wird abge-

sehen. 

10. Von der Anordnung eines Tätigkeitsverbots gegen den Beschuldigten B._____ wird 

abgesehen. 

11. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 11. August 2020 

beschlagnahmte Mobiltelefon Apple iPhone, IMEI-Nr. … (Asservat-Nr. A013'530'284) des 

Beschuldigten B._____ wird eingezogen und vernichtet. 

12. Die nachfolgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

10. November 2020 einzig als Beweismittel beschlagnahmten Gegenstände werden dem 

Beschuldigten A._____ innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids auf 

erstes Verlangen hin herausgegeben, beziehungsweise nach Ablauf dieser Frist der 

zuständigen Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen: 

− 1 T-Shirt, Marke "Mister Tee" (Asservat-Nr. A013'538'506); 

− 1 Paar Freizeitschuhe, Marke "Vans" (Asservat-Nr. A013'538'517); 

− 1 Jeansgilet, Marke "Nominal" (Asservat-Nr. A013'538'528); 

− 1 Jeanshose, Marke "Primoemporio" (Asservat-Nr. A013'538'539); 

− 1 Herrenjacke, Marke "Marc O'Polo" (Asservat-Nr. A013'538'540). 

13. Die nachfolgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

10. November 2020 einzig als Beweismittel beschlagnahmten Gegenstände werden dem 

Beschuldigten B._____ innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids auf 

erstes Verlangen hin herausgegeben, beziehungsweise nach Ablauf dieser Frist der 

zuständigen Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen: 

-   4   - 

− 1 Wollpullover, Marke "Polo" (Asservat-Nr. A013'538'788); 

− 1 Paar Freizeitschuhe, Marke "Adidas" (Asservat-Nr. A013'538'799); 

− 1 Jeanshose, Marke "Polo" (Asservat-Nr. A013'538'802); 

− 1 Paar Fleece-Handschuhe, Marke "Roeckl" (Asservat-Nr. A013'538'835); 

− 1 Herrenjacke, Marke "SVSL" (Asservat-Nr. A013'538'857). 

14. Die nachfolgenden, beim Forensischen Institut Zürich (FOR) sichergestellten Gegenstände 

werden dem Privatkläger C._____ innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses 

Entscheids auf erstes Verlangen hin herausgegeben, beziehungsweise nach Ablauf dieser 

Frist der zuständigen Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen: 

− 1 Jeanshose, Marke "Denim House" (Asservat-Nr. A013'538'404); 

− 1 T-Shirt, Marke "De Facto" (Asservat-Nr. A013'538'426). 

15. Nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids werden – mit Ausnahme der zuvor aufge-

führten Gegenstände – sämtliche unter der Referenz-Nr. K200216-004 / 77394388 beim 

Forensischen Institut Zürich (FOR) sichergestellten Spuren und Spurenträger vernichtet. 

16. Rechtsanwalt MLaw X._____ wird für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten A._____ 

– zusätzlich zu den bereits geleisteten Akontozahlungen von insgesamt Fr. 24'133.80 – mit 

Fr. 22'623.25 (inkl. MwSt) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

17. Rechtsanwältin MLaw Y._____ wird für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten 

B._____ – zusätzlich zu den bereits geleisteten Akontozahlungen von insgesamt 

Fr. 21'842.80 – mit Fr. 18'528.80 (inkl. MwSt) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

18. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

-   5   - 

Fr. 9'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 18'000.–   Gebühr Strafuntersuchung 

Fr. 1'820.–   Kosten Kantonspolizei Zürich 

Fr. 1'000.–   Kosten Beschwerdeverfahren UB200088 (A._____) 

Fr. 15'344.05   Gutachten/Expertisen etc. 

Fr. 33.15   diverse Kosten 

Fr. 24'133.80   Akontozahlungen Rechtsanwalt MLaw X._____ 

Fr. 21'842.80   Akontozahlungen Rechtsanwältin MLaw Y._____ 

Fr. 22'623.25   amtliche Verteidigung Rechtsanwalt MLaw X._____ 

Fr. 18'528.80   amtliche Verteidigung Rechtsanwältin MLaw Y._____ 

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

19. Die Kosten der Strafuntersuchung sowie des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen die-

jenigen der jeweiligen amtlichen Verteidigung sowie des Beschwerdeverfahrens, werden 

den Beschuldigten je zur Hälfte auferlegt. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens 

UB200088 werden dem Beschuldigten A._____ auferlegt. 

20. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehal-

ten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO beim jeweiligen Beschuldigten. 

21. Dem Beschuldigten A._____ wird keine Entschädigung zugesprochen. 

22. f. [Mitteilung und Rechtsmittel]" 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 4 ff.) 

a) der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 106 S. 9; Urk. 122 S. 1 f.) 

"1. Der Beschuldigte A._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von 4 ½ Jahren zu 
bestrafen.  

Die erstandene Haft sei anzurechnen. 

 2. Der Beschuldigte A._____ sei für 7 Jahre des Landes zu verweisen. 

-   6   - 

 3. Es sei die Ausschreibung im Schengen-Informationssystem anzuordnen. 

 4. Der Beschuldigte B._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren zu 
bestrafen.  

Die erstandene Haft sei anzurechnen. 

 5. Es sei für B._____ ein Tätigkeitsverbot im Sinne von Art. 67 StGB anzuord-

nen. 

 6. Im Übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 10. Juni 2021 be-

züglich des Schuldpunktes, der weiteren Nebenfolgen des Urteils und den 

Kostenfolgen zu bestätigen." 

-   7   - 

b) des Beschuldigten 1: 

(Urk. 110 S. 2; Urk. 123 S. 1) 

"1. In Abänderung der Ziffer 1, 1. Spiegelstrich des Urteils des Bezirksgerichts 

Zürich vom 10.06.2021 sei A._____ vom Vorwurf der versuchten schweren 

Körperverletzung freizusprechen. 

 2. In Abänderung der Ziffer 3 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 

10.06.2021 sei auf den Widerruf der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Frauenfeld vom 29.03.2019 gegen A._____ unter Ansetzung einer Probezeit 

bedingt ausgefällten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 100.-- zu verzich-

ten und es sei eine Verwarnung auszusprechen, eventualiter die Probezeit 

zu verlängern. 

 3. In Abänderung der Ziffer 4 und 5 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 

10.06.2021 sei A._____ mit einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen 

zu bestrafen, unter Anrechnung der bereits erstandenen Haft. 

 4. In Abänderung der Ziffer 19 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 

10.06.2021 seien die Kosten der Strafuntersuchung und des gerichtlichen 

Verfahrens ausgangsgemäss auf den Beschuldigten und den Staat zu ver-

teilen. 

 5. In Abänderung der Ziffer 21 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 

10.06.2021 sei A._____ für die rechtswidrige Haft mit CHF 16'400.-- sowie 

für die ungerechtfertigte Haft mit CHF 20'600.-- zu entschädigen; 

 6. Im Übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 10.06.2021 zu 

bestätigen und die Berufung der Staatsanwaltschaft vom 09.12.2021 abzu-

weisen. 

 7. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 7.7% MwSt.)." 

-   8   - 

c) des Beschuldigten 2: 

(Urk. 112 S. 1 f.; Urk. 124 S. 1 f.) 

"1. Die Berufung der Staatsanwaltschaft sei vollumfänglich abzuweisen. 

 2. Die Ziffern 2 Spiegelstrich 1, 6, 7, 8, 19 und 20 des Urteils des Bezirksge-

richts Zürich vom 10. Juni 2021 seien aufzuheben. 

 3. B._____ sei vom Vorwurf der versuchten schweren Körperverletzung 

im  Sinne von Art. 122 Abs. 1 und Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB 

(Dossier 1) frei zu sprechen. 

 4. Auf den Widerruf des mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft IV des 

Kantons Zürich vom 7. März 2017 für eine Geldstrafe von 80 Tagessätzen à 

CHF 30.-- unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren gewährten be-

dingten Strafvollzuges sei zu verzichten und die Probezeit um 1 Jahr zu 

verlängern. 

 5. B._____ sei mit einer Geldstrafe von 130 Tagessätzen zu CHF 30.-- als Ge-

samtstrafe zu bestrafen, wovon 121 Tage durch Haft erstanden seien. 

 6. Die Geldstrafe sei bedingt auszusprechen, der Vollzug aufzuschieben und 

mit einer Probezeit von 1 Jahr zu verbinden. 

 7. Es seien die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens 

ausgangsgemäss auf den Beschuldigten und den Staat zu verteilen. Die 

Kosten der amtlichen Verteidigung seien auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

 8. Die Ziffer 10 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 10. Juni 2021 sei zu 

bestätigen. 

 9. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzügl. MWST) zu Lasten 

des Staates." 

-   9   - 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang, Umfang der Berufung und Prozessuales 

1. Verfahrensgang 

1.1. Der Verfahrensgang bis zum erstinstanzlichen Urteil ergibt sich aus dem 

angefochtenen Entscheid (Urk. 99 S. 7 E. I.1.). Die Beschuldigten wurden mit Ur-

teil der Vorinstanz vom 10. Juni 2021 gemäss dem eingangs wiederholten Urteils-

dispositiv schuldig gesprochen und bestraft. Gegen dieses Urteil meldeten der 

Beschuldigte 1 und die Staatsanwaltschaft Berufung an (Urk. 90 und 90a). Nach 

Zustellung des begründeten Urteils erklärte die Staatsanwaltschaft Berufung 

(Urk. 106). Der Beschuldigte 1 liess mitteilen, auf eine Berufungserklärung zu ver-

zichten (Urk. 103). 

1.2. Mit Verfügung vom 13. Dezember 2021 wurde den Beschuldigten und den 

beiden Privatklägern Frist angesetzt, um zu erklären, ob Anschlussberufung er-

hoben wird, oder um begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen 

(Urk. 108). Beide Beschuldigten erhoben Anschlussberufung (Urk. 110 und 

Urk. 112). Mit Verfügung vom 11. Januar 2022 wurden die Anschlussberufungs-

erklärungen je den Parteien zugestellt (Urk. 114). 

1.3. Am 5. Dezember 2022 fand die Berufungsverhandlung statt. Es erschienen 

der Beschuldigte 1 in Begleitung seines amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt 

MLaw X._____, der Beschuldigte 2 in Begleitung seiner amtlichen Verteidigerin 

Rechtsanwältin MLaw Y._____ sowie Staatsanwältin lic. iur. B. Groth (Prot. II 

S. 4). Vorfragen waren keine zu entscheiden. Es wurden keine Beweisanträge 

gestellt (a.a.O. S. 7). 

2. Umfang der Berufung 

Unangefochten blieben die Dispositiv-Ziffern 1, Spiegelstrich 2, 2, Spiegelstriche  

2-4, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17 und 18 des vorinstanzlichen Entscheids, in wel-

chem Umfang dieser in Rechtskraft erwuchs, was mit Beschluss festzuhalten ist. 

-   10   - 

Im übrigen Umfang steht der vorinstanzliche Entscheid zur Disposition. Das Ver-

schlechterungsverbot gilt nicht (Art. 391 Abs. 2 StPO). 

3. Prozessuales 

Soweit für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des eingeklagten Sachver-

haltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in An-

wendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Erwäh-

nung findet. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die ur-

teilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen 

und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss. Das Berufungsge-

richt kann sich auf die für seinen Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte be-

schränken (BGE 146 IV 297 E. 2.2.7; 143 III 65 E. 5.2; 141 IV 249 E. 1.3.1; Urteil 

des Bundesgerichts 6B_1403/2019 vom 10. Juni 2020 E. 2.5 mit Hinweisen). 

II. Schuldpunkt 

1. Anklagevorwurf 

Der eingeklagte Sachverhalt ergibt sich aus der beigehefteten Anklageschrift 

(Urk. D1/68), darauf kann verwiesen werden. 

2. Ausgangslage 

Die Beschuldigten anerkennen, sich am 16. Februar 2020 ca. um 02.00 Uhr an 

der  D._____-Strasse 1 in … E._____ an einer wechselseitigen tätlichen Aus-

einandersetzung zwischen mehreren Personen – insbesondere zwischen ihnen 

und C._____ (Privatkläger 1) – beteiligt zu haben, wobei es zu mindestens 

einfachen Verletzungen der Beteiligten gekommen sein soll. Ihr Geständnis deckt 

sich mit dem Untersuchungsergebnis, insbesondere mit den Aussagen der Privat-

kläger sowie der weiteren Auskunftspersonen und Zeugen. Ihr Geständnis ent-

spricht ferner den ärztlichen Befunden bzw. den in den Gutachten zur 

körperlichen Untersuchung festgestellten sowie den in der Fotodokumentation 

ersichtlichen Verletzungen des Privatklägers 1 und der Beschuldigten. Dieser 

Sachverhalt ist somit erstellt. Der Beschuldigte 1 bestritt hingegen den weiteren 

-   11   - 

Vorwurf der Anklage betreffend Dossier 1, wonach er mehrere Fusstritte gegen 

den am Boden liegenden Privatkläger 1 ausgeführt und dabei mindestens einmal 

seinen Kopf getroffen haben soll. Ebenso bestritt der Beschuldigte 2, dass er 

ca. zwei bis vier Fusstritte gegen den Oberkörper und den Kopf des am Boden 

liegenden Privatklägers 1 ausgeführt und dabei mindestens einmal seinen Kopf 

getroffen haben soll (so bereits Urk. 99 S. 8 f. E. I.1.2.-1.4.1.). Dies ist zu 

erstellen.  

3. Grundsätze der Beweiswürdigung und Beweismittel 

Die Vorinstanz hat die massgeblichen Grundsätze der Beweiswürdigung sowie 

die vorliegend wesentlichen Beweismittel zutreffend dargestellt (Urk. 99 S. 10 f. 

E. I.2.), darauf kann verwiesen werden. Sie hat sodann zutreffende Ausführungen 

zur Glaubwürdigkeit der Befragten gemacht (a.a.O., S. 11-13 E. I.3.1-I.3.7.). Mit 

ihr ist jedoch erneut darauf hinzuweisen, dass für die Sachverhaltserstellung in 

erster Linie die Glaubhaftigkeit der Aussagen und nicht etwa die Glaubwürdigkeit 

der Befragten relevant ist (a.a.O., S. 13 E. I.3.7.). 

In Bezug auf beide Beschuldigten gilt, dass je verschiedene Beweismittel vorlie-

gen und diese dahingehend zu würdigen bzw. zu prüfen sind, ob sie in ihrer Ge-

samtheit ein dichtes und erdrückendes Mosaik von Indizien ergeben, sodass kei-

ne ernsthaften Zweifel bestehen, dass die Beschuldigten Fusstritte gegen den 

Kopf des Privatklägers 1 ausgeführt haben. 

4. Würdigung 

4.1. Vorbemerkungen 

4.1.1. Die Vorinstanz hat sowohl die wesentlichen Aussagen der Befragten als 

auch die relevanten Sachbeweise zutreffend dargestellt, worauf verwiesen wer-

den kann. Sie hat die erhobenen Beweise einer sorgfältigen Prüfung unterzogen 

und zutreffend gewürdigt, worauf – mit der nachfolgenden Ausnahme betreffend 

den Beschuldigten 2 [Aussagen von F._____] – ebenfalls vollumfänglich verwie-

sen werden kann (Urk. 99 S. 14-31 E. II.4. [Fusstritte des Beschuldigten 2 gegen 

den Privatkläger 1] und S. 31-43 E. II.5. [Fusstritte des Beschuldigten 1 gegen 

-   12   - 

den Privatkläger 1]). Die nachfolgenden Erwägungen sind damit lediglich als 

punktuell ergänzende und rekapitulierende bzw. wenig korrigierende zu verste-

hen. 

4.1.2. Zu den vorhandenen Beweismitteln ist der Vollständigkeit halber noch 

festzuhalten, dass neben den von der Vorinstanz angeführten auch die Zeugen 

G._____ (Urk. D1/19/14) und H._____ (Urk. D1/19/33) befragt wurden, jedoch 

beide nichts Sachdienliches bzw. jedenfalls nichts die Beschuldigten wesentlich 

Entlastendes beitragen konnten. 

4.1.3. Der Klarheit halber ist sodann festzuhalten, dass laut Anklage beide Be-

schuldigten Fusstritte gegen den Kopf des Privatklägers 1 ausgeführt haben 

sollen. Mangels möglicher Zuordnung der einzelnen Kopfverletzungen des 

Privatklägers 1 zum einen oder anderen Beschuldigten stellen die 

Kopfverletzungen für sich allein keinen entscheidenden Beweis für die 

eingeklagten Handlungen des einen oder anderen dar. 

4.1.4. Schliesslich ist betreffend beide Beschuldigte festzuhalten, dass die Erwä-

gungen des Obergerichts des Kantons Zürich im Haftbeschluss vom 

15. Juni 2020 sich auf die gesetzlichen Voraussetzungen des strafprozessualen 

Freiheitsentzugs beziehen. Eine präjudizierende Wirkung dieses Entscheids auf 

den späteren Entscheid in der Sache selbst ist ausgeschlossen (Urteil des BGer 

1B_372/2015 vom 11. November 2015, E. 2.2.). Die Vorinstanz war somit bei der 

Beurteilung dieser Erwägungen frei. Ihr Vorgehen ist auch in diesem Punkt nicht 

zu beanstanden. 

4.2. Fusstritte des Beschuldigten 1 gegen den Privatkläger 1 

Wie ausgeführt hat die Vorinstanz das relevante Beweismaterial einlässlich und 

zutreffend gewürdigt. Im Ergebnis ist im Sinne einer zusammenfassenden 

Gesamtwürdigung mit ihr festzuhalten, dass die Zeuginnen H._____ und I._____ 

den Beschuldigten 1 hinsichtlich Fusstritte gegen den Kopf des Privatklägers 1 

eindeutig belasten. Sie gaben ihre Belastungen als neutrale, an der 

Auseinandersetzung unbeteiligte und in keiner Beziehung zum Beschuldigten 1 

-   13   - 

stehende Personen übereinstimmend und unabhängig voneinander zu Protokoll. 

Ihre Aussagen sind sehr glaubhaft. Daran ändern auch die von der Verteidigung 

des Beschuldigten 1 vorgebrachten kleineren Unstimmigkeiten in der Schilderung 

des nota bene unstreitig dynamischen Geschehens nichts. Damit hat sich bereits 

die Vorinstanz sorgfältig und zutreffend auseinandergesetzt (Urk. 99 S. 37 f. 

E. II.5.2.4.). Es ist nochmals hervorzuheben, dass die Zeugin I._____ unter 

anderem aussagte, der Beschuldigte 1 habe den Privatkläger 1 "von der Brust her 

aufwärts" getroffen (Urk. D1/19/20 F/A 36), womit sie andeutete, dass die 

Fusstritte gegen den obersten Bereich des Körpers, mithin den Kopf, gerichtet 

waren. Aus den Aussagen der Zeugin H._____ ergeht sodann deutlich, dass der 

Beschuldigte 1 mindestens einen Fusstritt gegen den Kopfbereich bzw. den Kopf 

des Privatklägers 1 ausgeführt habe. Sodann bestehen keine Hinweise auf eine 

Wahrnehmungsverzerrung der Zeugin H._____. Ihre Aussagen bei der Polizei 

und bei der Staatsanwaltschaft sind konstant, klar, konsistent und überzeugend. 

Die vorhandenen relativierenden Aussagen entlasten den Beschuldigten 1 

sodann nicht ausdrücklich. Aufgrund der vorliegend unübersichtlichen und 

dynamischen Auseinandersetzung mit vielen involvierten Personen ist es ohne 

weiteres möglich, dass die Fusstritte einfach nicht  gesehen wurden. Diese 

Aussagen stammen sodann hauptsächlich von der Gruppierung um den 

Beschuldigten 1 selbst. Auch eine fehlende Blutspur an den Schuhen des 

Beschuldigten 1 schliesst nicht aus, dass er den Privatkläger 1 gegen den Kopf 

getreten hat, zumal es absolut möglich ist, dass der Tritt des Beschuldigten 1 den 

Privatkläger 1 nicht im blutenden Gesichtsbereich, sondern an einer anderen 

Stelle des Gesichts oder z.B. an der Seite des Kopfes oder am Hinterkopf 

getroffen hat. Die Zeuginnen H._____ und I._____ machten keine präzisen 

Angaben, an welcher Kopfstelle der Beschuldigte 1 den Privatkläger 1 traf 

(Urk. D1/19/9 F/A 6 und 18; Urk. D1/19/22 F/A 24 und 37). Entsprechend muss 

der Tritt nicht zwingend gegen den blutenden Gesichtsbereich ausgeführt worden 

sein. Aufgrund des Gesagten ist vorliegend erstellt, dass der Beschuldigte 1 

mindestens einen Fusstritt in mittlerer Stärke in Richtung des Kopfes des am 

Boden liegenden Privatklägers 1 ausgeführt hat (zum Ganzen so bereits Urk. 99 

S. 42 f. E. I.5.8.). 

-   14   - 

4.3. Fusstritte des Beschuldigten 2 gegen den Privatkläger 1 

Wie bereits erwähnt hat die Vorinstanz auch im vorliegenden Zusammenhang die 

relevanten Beweise umfassend und richtig gewürdigt. Insbesondere hat sie auch 

die Aussagen von F._____ richtig dargelegt und gewürdigt (Urk. 99 S. 25 f. 

E. 4.6.1.). Lediglich in der Gesamtwürdigung ist ihr ein Fehler unterlaufen, indem 

sie fälschlicherweise erwog, F._____ habe wie der Privatläger 2 und J._____ 

ausgesagt, der Beschuldigte 2 habe dem Privatkläger 1 Fusstritte gegen den Kopf 

versetzt (a.a.O. S. 31 E. 4.11.). Richtig ist, wie auch bereits die Vorinstanz richtig 

erwogen hat, dass F._____ bei der Polizei aussagte, der Beschuldigte 2 habe den 

Privatkläger 1 ein- bis zweimal mit dem Fuss getreten. Er erklärte, dass der 

Beschuldigte 2 "eher gegen den Oberkörper" getreten habe, gab jedoch auch zu, 

sich nicht mehr daran erinnern zu können. Das Blut auf dem Schuh des 

Beschuldigten 2 müsse vom Fusstritt gegen den Privatkläger 1 stammen, denn es 

könne ja nur davon stammen. Bei der Staatsanwaltschaft bestätigte er, dass 

seine bei der Polizei deponierten Aussagen der Wahrheit entsprechen würden, 

konnte seine Aussagen bezüglich Fusstritte jedoch aufgrund von Erinnerungs-

lücken nicht mehr bestätigen (so bereits Urk. 99 S. 25 f. E. I.4.6.). Zusammen-

fassend ist festzuhalten, was folgt: Wie von den verschiedenen Privatklägern 

sowie Auskunftspersonen beschrieben, wurden dem Privatkläger 1 mehrere Tritte 

gegen den Kopf versetzt. Der Privatkläger 1 hat aufgrund der gegen ihn 

ausgeübten Gewalt sowohl aus der Nase, als auch an den Lippen geblutet. 

Insbesondere der Privatkläger 2 und J._____ sagten bei der Polizei und damit 

relativ zeitnah aus, dass der Beschuldigte 2 dem Privatkläger 1 Fusstritte gegen 

den Kopf versetzte. Dass die genannten Personen ihre Aussagen später etwas 

relativierten, vermindert deren Glaubhaftigkeit kaum. Auch die oben dargelegten 

Aussagen von F._____ deuten auf den eingeklagten Geschehensablauf hin und 

entlasten den Beschuldigten 2 jedenfalls nicht wesentlich. Ferner ist zu erwähnen, 

dass der Beschuldigte 2 es selbst nicht ausschliessen konnte und es für möglich 

hielt, den Privatkläger 1 getreten zu haben. Jemand der wirklich nicht gekickt hat, 

würde nicht sagen, es könne sein, dass er gekickt habe. Die vom Beschuldigten 2 

behaupteten Erinnerungslücken vermögen trotz (eher geringer) Alkoholisierung in 

Kombination mit Kokainkonsum und Stoffwechselkrankheit zum Tatzeitpunkt 

-   15   - 

(Urk. 99 S. 72 E. IV.4.1.2.) angesichts seiner ansonsten detailreichen Aussagen 

und seinem beschönigenden Aussageverhalten mit der Vorinstanz im Übrigen 

nicht zu überzeugen (a.a.O. E. II.4.1.2.). Ferner ist ein unzulässiges Befragen des 

Beschuldigten nicht erkennbar; die Polizei ist vielmehr einfach ihren 

Fragenkatalog durchgegangen. Im Übrigen bestand auch objektiv Anlass zur 

Frage, mit welchem Kraftaufwand er Fusstritte gegen den Privatkläger 1 

ausgeführt habe, zumal der Beschuldigte 2 davor nicht verneint hatte, Fusstritte 

ausgeführt zu haben (Urk. D1/14/4 F/A 145 f.). Sodann sind das Verletzungsbild 

des Privatklägers 1 und insbesondere die Blutspur an der Oberseite des rechten 

Turnschuhs des Beschuldigten 2 gewichtige Indizien dafür, dass der 

Beschuldigte 2 in das blutige Gesicht des Privatkläger 1 getreten hat. Insgesamt 

ergibt sich ein hinreichendes Bild, dass der Beschuldigte 2 mindestens einen 

heftigen Tritt gegen das Gesicht des Privatklägers 1 ausführte (so bereits Urk. 99 

S. 31 E. I.4.11.). 

4.4. Rechtliche Würdigung 

Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz ist zutreffend (Urk. 99 S. 56-60 E. III.2.), 

darauf kann verwiesen werden. Die Ausführungen der Verteidigung des Beschul-

digten 1 beziehen sich auf ein anderes Beweisergebnis (Fusstritt gegen den Kopf 

nicht erstellt; Urk. 123 S. 13). Darauf ist folglich nicht weiter einzugehen. Im Übri-

gen wird die rechtliche Würdigung von den Verteidigungen nicht bestritten. 

5. Ergebnis 

Die Beschuldigten sind der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von 

Art. 122 Abs. 1 und Abs. 2 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig 

zu sprechen. 

-   16   - 

III. Strafen 

1. Strafrahmen und allgemeine Strafzumessungsregeln 

1.1. Die Vorinstanz hat den Strafrahmen und die allgemeinen Strafzumessungs-

regeln zutreffend dargelegt (Urk. 99 S. 67-69 E. IV.1.f.), darauf kann vorab ver-

wiesen werden. 

1.2. Teilweise rekapitulierend und ergänzend ist nochmals festzuhalten, dass 

gemäss neuerer bundesgerichtlicher Rechtsprechung bei einer Mehrzahl von 

begangenen Delikten im Rahmen der Festlegung der angemessenen Sanktion 

nach der sogenannten konkreten Methode vorzugehen und in diesem 

Zusammenhang grundsätzlich für jede konkrete Tat die angemessene Strafhöhe 

sowie die passende Strafart zu bestimmen ist (BGE 144 IV 217 ff.). Dabei ist die 

Bildung einer Gesamtstrafe nur bei gleichartigen Strafen möglich, während 

ungleichartige kumulativ zu verhängen sind. Mehrere gleichartige Strafen liegen 

vor, wenn das Gericht im konkreten Fall für jede einzelne Straftat eine gleichartige 

Strafe ausfällt bzw. ausfällen würde. Nach der gesetzlichen Konzeption basiert die 

Gesamtstrafe begrifflich auf mehreren selbständigen Einzelstrafen, was 

voraussetzt, dass das Gericht zumindest gedanklich für sämtliche begangenen 

Taten eine konkrete Strafe gebildet hat (BGE 144 IV 234). Gleichzeitig lässt das 

Bundesgericht für bestimmte Konstellationen aber nach wie vor Ausnahmen von 

der konkreten Methode zu, dies insbesondere dann, wenn verschiedene Delikte 

zeitlich und sachlich derart eng miteinander verknüpft sind, dass sie sich nicht 

sinnvoll auftrennen und für sich allein beurteilen lassen (Urteile des 

Bundesgerichts 6B_483/2016 vom 30. April 2018, E. 2.4; 6B_210/2017 vom 

25. September 2017, E. 2.2.1; 6B_523/2018 vom 23. August 2018, E. 1.2.2; Urteil 

des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom 10. Januar 2019, 

SB180398, E. III./4.).  

1.3. Bei Tatmehrheit muss aus dem Urteil hervorgehen, welche Einzelstrafen für 

die verschiedenen Straftaten festgesetzt werden. Nur so lässt sich (anhand der 

massgebenden Strafzumessungsgründe für jede Einzelstrafe) überprüfen, ob die 

einzelnen Strafen und deren Gewichtung bei der Strafschärfung bundesrechts-

-   17   - 

konform sind. Die Nennung der Einzelstrafen erhöht den Aufwand für die Urteils-

begründung nicht erheblich, weil das Gericht ohnehin für jede Einzeltat eine selb-

ständige Strafe gedanklich festsetzen und die entscheidrelevanten Überlegungen 

in den Grundzügen wiedergeben muss (vgl. Art. 50 StGB). Was jedoch die ein-

zelnen Strafzumessungsfaktoren angeht, muss das Gericht nicht in Zahlen oder 

Prozenten angeben, wie es jene gewichtet (Urteil des Bundesgerichts 

6B_1071/2019 vom 5. November 2020, E. 3.3.2., mit Verweisen). 

1.4. Die Strafzumessung im vorinstanzlichen Urteil entspricht den dargelegten 

Anforderungen teilweise nicht, was von der Staatsanwaltschaft zurecht moniert 

wurde (Urk. 106 S. 2 ff.; Urk. 122 S. 3 ff.) und deshalb nachfolgend soweit er-

forderlich zu korrigieren ist. Insbesondere sind – entgegen der Vorinstanz (Urk. 99 

S. 69 E. IV.3.1. und S. 71 E. IV.4.1.1.) – bei beiden Beschuldigten für die 

versuchte schwere Körperverletzung und den Raufhandel separate Einsatzstrafen 

festzulegen. 

2. Beschuldigter 1 

2.1. Tatkomponente betreffend versuchte schwere Körperverletzung 

2.1.1. Objektives Tatverschulden 

Der vom Beschuldigten 1 erfüllte Straftatbestand schützt Leib und Leben und 

damit das wichtigste Rechtsgut des Menschen. Diesem gegenüber liess der 

Beschuldigte 1 jeden Respekt vermissen, indem er mit brachialer Brutalität den 

Privatkläger 1 mit Fusstritten traktierte, unter anderem am Kopf, mithin einem der 

empfindlichsten Körperteile. Besonders verwerflich erscheint, dass sich sein 

bereits weitgehend wehrloses Opfer dabei schon am Boden befand. Die 

hemmungs- und schonungslose Gewaltbereitschaft des Beschuldigten 1 offenbart 

eine erhebliche kriminelle Energie. Die vom Privatkläger 1 erlittenen 

Verletzungen, für die das Verhalten des Beschuldigten 1 mitursächlich ist, sind 

erheblich und es ist nur Glück und Zufall zu verdanken, dass sie nicht schwerer 

ausfielen. Zugunsten des Beschuldigten 1 ist zu veranschlagen, dass er die Tat 

nicht von langer Hand geplant hatte und der Tat offenbar eine nicht unerhebliche 

Provokation des Privatklägers 1 vorausging. 

-   18   - 

2.1.2. Subjektives Tatverschulden 

Der Beschuldigte 1 handelte nicht direkt- sondern eventualvorsätzlich und nahm 

damit billigend in Kauf, mit seinen gegen den Privatklägers 1 gerichteten Tritten 

diesen schwer zu verletzen. Der Beschuldigte 1 handelte aus völlig nichtigen 

Motiven, sein Gewaltausbruch muss als sinnlos und nicht ansatzweise nach-

vollziehbar taxiert werden, selbst wenn der Konflikt, der ihm voranging, nicht allein 

auf sein Verhalten zurückzuführen sein mag. Der Beschuldigte 1 wies im Tat-

zeitpunkt eine Blutalkoholkonzentration von 0.45 bis 1.39 ‰ auf (Urk. D1/25/7), 

was zwar keiner allzu starken Alkoholisierung entspricht, jedoch gleichwohl leicht 

strafmindernd zu berücksichtigen ist. Die objektive Tatschwere wird damit durch 

die subjektive etwas relativiert. 

2.1.3. Einsatzstrafe Tatverschulden 

Unter Berücksichtigung der relevanten subjektiven und objektiven Tatkomponen-

ten ist das Verschulden des Beschuldigten 1 insgesamt als nicht mehr leicht 

einzustufen, weshalb angesichts des ordentlichen Strafrahmens von Freiheitsstra-

fe bis zu 10 Jahren eine Einsatzstrafe im Bereich von rund 36 Monaten Freiheits-

strafe als angemessen erscheint. 

2.1.4. Versuch 

Der Klarheit halber ist an dieser Stelle nochmals die bundesgerichtliche Recht-

sprechung zur Strafzumessung bei versuchten Delikten in Erinnerung zu rufen. 

Der Versuch ist als verschuldensunabhängiges Strafzumessungskriterium zu ver-

stehen. Demnach ist bei Vorliegen eines versuchten Delikts bei der Bildung der 

Einsatzstrafe in einem ersten Schritt die schuldangemessene Strafe für das voll-

endete Delikt festzulegen. Die derart ermittelte hypothetische Strafe ist in der 

Folge unter Berücksichtigung des fakultativen Strafmilderungsgrundes von Art. 22 

Abs. 1 StGB zu reduzieren (vgl. dazu statt Weiterer die Urteile des 

Bundesgerichts 6B_865/2009 vom 25. März 2010 E. 1.6.1 und 6B_466/2013 vom 

25. Juli 2013 E. 2.3.1). Der Versuch fällt vorliegend nicht erheblich ins Gewicht, 

da es wie ausgeführt nur Glück und Zufall zu verdanken ist, dass der 

-   19   - 

Privatkläger 1 keine schwereren Verletzungen davontrug. Die von der Vorinstanz 

vorgenommene Reduktion von 10 Monaten ist angemessen. 

2.2. Tatkomponente betreffend Raufhandel 

2.2.1. Objektives Tatverschulden 

Der Beschuldigte 1 zeigte mit dieser Tat erneut eine erschreckende 

Gleichgültigkeit gegenüber der körperlichen Integrität Dritter. Zu seinen Gunsten 

ist zu berücksichtigen, dass auch diese Tat nicht von langer Hand geplant war 

und sich die Auseinandersetzung spontan entwickelte. Der Beschuldigte 1 hätte 

der Situation aber ohne Weiteres deeskalierend begegnen und sich 

gesetzeskonform verhalten können. Stattdessen liess er sich zu einem Gewaltakt 

hinreissen und offenbarte auch in diesem Zusammenhang eine erhebliche 

Gewaltbereitschaft und eine nicht minder erhebliche kriminelle Energie.  

2.2.2. Subjektives Tatverschulden 

Der Beschuldigte 1 handelte wiederum aus nichtigen Motiven. Er liess sich 

provozieren und reagierte mit einem gänzlich inakzeptablen Verhalten. Seine 

Alkoholisierung ist strafmindernd zu berücksichtigen. Die objektive Tatschwere 

wird damit durch die subjektive etwas relativiert. 

2.2.3. Einsatzstrafe Tatverschulden und Asperation 

Unter Berücksichtigung der relevanten subjektiven und objektiven 

Tatkomponenten ist das Verschulden des Beschuldigten 1 für den Raufhandel als 

knapp noch leicht einzustufen, weshalb eine Einsatzstrafe im Bereich von rund 

12 Monaten Freiheitsstrafe als angemessen erscheint. Gemäss dem 

Asperationsprinzip sind gleichartige Strafen aber nicht einfach zu addieren, 

sondern es hat eine angemessene Erhöhung der schwersten Straftat zu erfolgen. 

Die Einsatzstrafe für die versuchte schwere Körperverletzung von 26 Monaten ist 

daher in Anwendung des Asperationsprinzips um 6 Monate für den Raufhandel zu 

erhöhen. 

-   20   - 

2.3. Täterkomponenten 

Auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen zum Werdegang und zu den 

persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 1 kann verwiesen werden (Urk. 99 

S. 70 E. IV.3.5.). Ergänzend ist aufgrund der anlässlich der 

Berufungsverhandlung gemachten Ausführungen zu den aktuellen persönlichen 

Verhältnissen weiter festzuhalten, dass die ehemalige Arbeitgeberin (K._____AG) 

des Beschuldigten 1 Konkurs ging, der Beschuldigte jedoch nach seiner 

Entlassung eine Stelle als Servicetechniker im …-Bereich wird antreten können 

(Urk. 121 S. 1 ff.). Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass sich aus dem 

Werdegang und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 1 keine 

strafzumessungsrelevanten Faktoren ergeben. Der Beschuldigte 1 hat bisher zwei 

nicht einschlägige Vorstrafen erwirkt (grobe Verletzung der Verkehrsregeln sowie 

Führen eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, Entzug oder Aberkennung des 

Ausweises), wobei er jeweils mit vergleichsweise tiefen Geldstrafen sanktioniert 

wurde (Urk. 101). Diese Vorstrafen wirken sich etwas straferhöhend aus. Der 

Umstand, dass der Beschuldigte 1 während laufender Probezeit delinquierte, ist 

deutlich straferhöhend zu berücksichtigen. Der Beschuldigte 1 ist in der 

Hauptsache nicht geständig. Er hat sich jedoch entschuldigt und dadurch gewisse 

Reue und Einsicht in das Unrecht seiner Taten gezeigt (Prot. II S. 12), was zu 

einer leichten Strafreduktion führt. Eine besondere Strafempfindlichkeit ist nicht 

ersichtlich. 

Strafbare, aber nicht abgeurteilte Vorstrafen können bei der Strafzumessung be-

rücksichtigt werden, da es weniger auf die Verurteilung des Täters als vielmehr 

darauf ankommt, dass er eine grundsätzlich strafbare Vortat begangen hat. Das 

heisst allerdings auch, dass es nur um bewiesene Verhaltensweisen gehen kann. 

Diese noch nicht abgeurteilten Taten müssen aber prozessordnungsgemäss und 

so bestimmt festgestellt sein, dass sie in ihrem wesentlichen Unwertgehalt abzu-

schätzen sind und eine unzulässige straferhöhende Berücksichtigung des blossen 

Verdachts der Begehung weiterer Straftaten ausgeschlossen werden kann (BSK 

StGB-WIPRÄCHTIGER/KELLER, Art. 47 N 136; Urteil des BGer 6B_404/2008 vom 

24. November 2008 E. 1.4.). Gegen den Beschuldigten 1 läuft ein weiteres Straf-

-   21   - 

verfahren (Verfahren der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis A-6/2021/10018362 

bzw. des Bezirksgerichts Dietikon DG210025-M). Vom Bezirksgericht Dietikon 

wurde er erstinstanzlich der mehrfachen qualifiziert groben Verletzung der Ver-

kehrsregeln schuldig gesprochen, gegen welchen Entscheid sowohl er als auch 

die Staatsanwaltschaft Berufung erhoben haben. Das Berufungsverfahren ist 

pendent. Der Beschuldigte bestreitet insbesondere den Umfang der ihm 

vorgeworfenen Geschwindigkeitsüberschreitungen wie auch den ihm in der 

Anklage zur Last gelegte Kontrollverlust über das von ihm gelenkte Fahrzeug 

(Urk. 121 S. 6 f.). Unter diesen Umständen kann keine Rede von bewiesenen 

Verhaltensweisen sein; ein Abschätzen des wesentlichen Unwertgehalts der 

allfälligen Straftaten ist unmöglich. Eine straferhöhende Berücksichtigung der 

allfälligen Straftaten wäre daher unzulässig. 

Die Täterkomponenten führen insgesamt zu einer Straferhöhung von 4 Monaten. 

2.4. Ergebnis 

In Würdigung aller massgeblichen Strafzumessungsgründe erweist sich eine Be-

strafung des Beschuldigten 1 mit einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten als ange-

messen. Der Anrechnung der bisher erstandenen Haft steht nichts entgegen. Das 

Gesetz verlangt für die Anrechnung weder Tat- noch Verfahrensidentität 

(BGE 141 IV 239). Demzufolge sind 275 Tage durch Untersuchungshaft im 

vorliegenden Verfahren sowie 556 Tage durch Untersuchungshaft und vorzeitigen 

Strafvollzug im Verfahren der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis A-

6/2021/10018362 bzw. des Bezirksgerichts Dietikon DG210025-M erstanden. 

3. Beschuldigter 2 

3.1. Vorbemerkungen 

Der Beschuldigte 2 weist bereits drei teilweise einschlägige Vorstrafen auf, wobei 

er jeweils mit Geldstrafen sanktioniert wurde (Urk. 102). Gleichwohl delinquierte 

er erneut, unter anderem während laufender Probezeit. Es kann daher entgegen 

der Ansicht der Verteidigung nicht mehr davon ausgegangen werden, dass sich 

der Beschuldigte 2 durch eine Geldstrafe von weiterer Delinquenz abhalten liesse, 

-   22   - 

weshalb für alle heute abzuurteilenden Taten eine Freiheitsstrafe angemessen 

erscheint (vgl. dazu vorne unter E. III.1.; Art. 41 StGB). 

3.2. Tatkomponente betreffend versuchte schwere Körperverletzung 

3.2.1. Objektives Tatverschulden 

Es gilt das vorne unter E. III.2.1.1. Ausgeführte: Der vom Beschuldigten 2 erfüllte 

Straftatbestand schützt Leib und Leben und damit das wichtigste Rechtsgut des 

Menschen. Diesem gegenüber liess der Beschuldigte 2 jeden Respekt vermissen, 

indem er mit brachialer Brutalität den Privatkläger 1 mit Fusstritten traktierte, unter 

anderem am Kopf, mithin einem der empfindlichsten Körperteile. Besonders ver-

werflich erscheint, dass sich sein bereits weitgehend wehrloses Opfer dabei 

schon am Boden befand. Die hemmungs- und schonungslose Gewaltbereitschaft 

des Beschuldigten 2 offenbart eine erhebliche kriminelle Energie. Die vom Privat-

kläger 1 erlittenen Verletzungen, für die das Verhalten des Beschuldigten 2 mitur-

sächlich ist, sind erheblich und es ist nur Glück und Zufall zu verdanken, dass sie 

nicht schwerer ausfielen. Zugunsten des Beschuldigten 2 ist zu veranschlagen, 

dass er die Tat nicht von langer Hand geplant hatte und der Tat offenbar eine 

nicht unerhebliche Provokation des Privatklägers 1 vorausging. 

3.2.2. Subjektives Tatverschulden 

Der Beschuldigte 2 handelte nicht direkt- sondern eventualvorsätzlich und nahm 

damit billigend in Kauf, mit seinen gegen den Privatklägers 1 gerichteten Tritten 

diesen schwer zu verletzen. Der Beschuldigte 2 handelte aus völlig nichtigen 

Motiven, sein Gewaltausbruch muss als sinnlos und nicht ansatzweise nach-

vollziehbar taxiert werden, selbst wenn der Konflikt, der ihm voranging, nicht allein 

auf sein Verhalten zurückzuführen sein mag. Der Beschuldigte 2 war im Zeitpunkt 

der Tat alkoholisiert. Es konnten bei ihm wenige Stunden nach der Tat eine 

Blutalkoholkonzentration von 0.52 bis 0.62 ‰, die nicht auf den Tatzeitpunkt 

zurückgerechnet werden konnte, sowie Kokain festgestellt werden. Dabei sei der 

Beschuldigte 2 im Zeitpunkt des Ereignisses deutlich unter der kombinierten 

Wirkung von Trinkalkohol und Kokain gestanden (Urk. D1/26/5). Ferner erklärte 

-   23   - 

der Beschuldigte 2 eine Stoffwechselkrankheit ["MCAD"] zu haben, was er auch 

belegen konnte (vgl. dazu Urk. D1/14/4 S. 2 F/A 7 und Urk. 87). Mit der 

Vorinstanz kann deshalb davon ausgegangen werden, dass beim Beschuldigten 2 

trotz einer eher geringen Alkoholisierung in Kombination mit dem Kokainkonsum 

sowie seiner Stoffwechselkrankheit zum Tatzeitpunkt eine leicht bis mittelgradig 

verminderte Schuldfähigkeit vorlag (vgl. so bereits Urk. 99 S. 72 E. IV.4.1.2.). Die 

objektive Tatschwere wird damit durch die subjektive merklich relativiert. 

3.2.3. Einsatzstrafe Tatverschulden 

Unter Berücksichtigung der relevanten subjektiven und objektiven Tatkomponen-

ten ist das Verschulden des Beschuldigten 2 als nicht mehr leicht einzustufen, 

weshalb eine Einsatzstrafe im Bereich von rund 32 Monaten Freiheitsstrafe als 

angemessen erscheint. 

3.2.4. Versuch 

Es gilt das vorne unter E. III.1.2.4. Ausgeführte. Der Versuch fällt vorliegend nicht 

erheblich ins Gewicht, da es wie ausgeführt nur Glück und Zufall zu verdanken ist, 

dass der Privatkläger 1 keine schwereren Verletzungen davontrug. Die von der 

Vorinstanz vorgenommene Reduktion von 10 Monaten ist angemessen. 

3.3. Tatkomponente betreffend Raufhandel 

3.3.1. Objektives Tatverschulden 

Es gilt das vorne unter E. III.2.2.1. Ausgeführte: Der Beschuldigte 2 zeigte mit 

dieser Tat erneut eine erschreckende Gleichgültigkeit gegenüber der körperlichen 

Integrität Dritter. Zu seinen Gunsten ist zu berücksichtigen, dass auch diese Tat 

nicht von langer Hand geplant war und sich die Auseinandersetzung spontan ent-

wickelte. Der Beschuldigte 2 hätte der Situation aber ohne Weiteres 

deeskalierend begegnen und sich gesetzeskonform verhalten können. 

Stattdessen liess er sich zu einem Gewaltakt hinreissen und offenbarte auch in 

diesem Zusammenhang eine erhebliche Gewaltbereitschaft und eine nicht minder 

erhebliche kriminelle Energie. 

-   24   - 

3.3.2. Subjektives Tatverschulden 

Der Beschuldigte 2 handelte wiederum aus nichtigen Motiven. Er liess sich provo-

zieren und reagierte mit einem gänzlich inakzeptablen Verhalten. Seine 

Alkoholisierung und sein Kokainkonsum sind strafmildernd zu berücksichtigen. 

Die objektive Tatschwere wird damit durch die subjektive merklich relativiert. 

3.3.3. Einsatzstrafe Tatverschulden und Asperation 

Unter Berücksichtigung der relevanten subjektiven und objektiven 

Tatkomponenten ist das Verschulden des Beschuldigten 2 für den Raufhandel als 

noch leicht einzustufen, weshalb eine Einsatzstrafe im Bereich von rund 

8 Monaten Freiheitsstrafe als angemessen erscheint. Die Einsatzstrafe für die 

versuchte schwere Körperverletzung von 22 Monaten ist in Anwendung des 

Asperationsprinzips um 4 Monate für den Raufhandel zu erhöhen.  

3.4. Tatkomponente betreffend mehrfache Pornographie 

3.4.1. Objektives Tatverschulden 

Der Beschuldigte 2 hat mehrere Videos kinder- und tierpornografischen Inhalts 

über einige Jahre hinweg auf seinem Mobiltelefon aufbewahrt und zudem teilwei-

se mehrfach weiterverbreitet. Immerhin machte er die Videos nicht einer allzu 

grossen Anzahl von Personen zugänglich. Bezüglich des Inhalts des pornografi-

schen Videomaterials ist zu berücksichtigen, dass im Spektrum der möglichen 

Darstellungen weit schlimmere denkbar sind. 

3.4.2. Subjektives Tatverschulden 

Der Beschuldigte 2 handelte vorsätzlich und wusste namentlich deshalb sehr wohl 

was er tat, da er bereits einschlägig vorbestraft ist (Urk. 102). Die objektive Tat-

schwere wird durch die subjektive nicht relativiert. 

3.4.3. Einsatzstrafe Tatverschulden und Asperation 

Unter Berücksichtigung der relevanten subjektiven und objektiven Tatkomponen-

ten ist das Verschulden des Beschuldigten 2 als leicht einzustufen. Eine Einsatz-

-   25   - 

strafe von vier Monaten erscheint angemessen. Asperierend ist damit eine Straf-

erhöhung um weitere zwei Monate angezeigt. 

3.5. Tatkomponente betreffend grobe Verletzung der Verkehrsregeln 

3.5.1. Objektives Tatverschulden 

Die Überschreitung der signalisierten Höchstgeschwindigkeit ist noch im unteren 

Bereich einer groben Verkehrsregelverletzung anzusiedeln. Auch vom Tatzeit-

punkt und den örtlichen Verhältnissen her sind durchaus gravierendere Verkehrs-

regelverletzungen denkbar. Gleichwohl schaffte der Beschuldigte 2 eine nicht un-

erhebliche Gefährdung. 

3.5.2. Subjektives Tatverschulden 

Der Beschuldigte 2 handelte eventualvorsätzlich. Zu seinen Gunsten muss aber 

doch berücksichtigt werden, dass schlichte Nachlässigkeit und Unaufmerksamkeit 

ihr Teil zur Tat beitrugen.  

3.5.3. Einsatzstrafe Tatverschulden und Asperation 

Unter Berücksichtigung der relevanten subjektiven und objektiven Tatkomponen-

ten ist das Verschulden des Beschuldigten 2 als leicht einzustufen. Eine Einsatz-

strafe von drei Monaten erscheint angemessen. Asperierend ist damit eine Straf-

erhöhung um weitere zwei Monate angezeigt. 

3.6. Täterkomponenten 

Auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen zum Werdegang und zu den 

persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 2 kann verwiesen werden (Urk. 99 

S. 73 E. IV.4.1.5. f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung ergab sich diesbezüg-

lich nichts wesentlich Neues (Urk. 121 S. 9 ff.). Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, 

dass sich aus dem Werdegang und den persönlichen Verhältnissen des Beschul-

digten 2 keine strafzumessungsrelevanten Faktoren ergeben. Der Beschuldigte 2 

hat schon drei Vorstrafen erwirkt. Dabei muss insbesondere deutlich straferhö-

hend ins Gewicht fallen, dass er betreffend Raufhandel und Pornographie bereits 

-   26   - 

einschlägig vorbestraft ist (Urk. 102). Weiter wirkt sich straferhöhend aus, dass 

der Beschuldigte 2 während laufender Probezeit delinquierte. Er ist in der Haupt-

sache ebenfalls nicht geständig, lediglich was die grobe Verletzung der Verkehrs-

regeln betrifft, was ihm geringfügig zugutezuhalten ist. Er hat sich jedoch ent-

schuldigt und dadurch gewisse Reue und Einsicht in das Unrecht seiner Taten 

gezeigt (Prot. II S. 12), was zu einer weiteren leichten Strafreduktion führt. Eine 

besondere Strafempfindlichkeit ist nicht ersichtlich. Die Täterkomponenten führen 

insgesamt zu einer Straferhöhung von 6 Monaten. 

3.7. Ergebnis 

In Würdigung aller massgeblichen Strafzumessungsgründe erweist sich eine Be-

strafung des Beschuldigten 2 mit einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten als ange-

messen. Der Anrechnung der erstandenen Haft von insgesamt 121 Tagen steht 

nichts entgegen. 

4. Vollzug 

4.1. Das Gericht kann den Vollzug einer Freiheitsstrafe von mindestens einem 

Jahr und höchstens drei Jahren teilweise aufschieben, wenn dies notwendig ist, 

um dem Verschulden des Täters genügend Rechnung zu tragen. Der unbedingt 

vollziehbare Teil darf die Hälfte der Strafe nicht übersteigen (Art. 43 Abs. 1 und 2 

StGB). Im Bereich von Freiheitsstrafen von über zwei Jahren bis maximal drei 

Jahren tritt der teilbedingte an die Stelle des bedingten Strafvollzugs. Sind somit 

die Voraussetzungen von Art. 42 Abs. 1 und 2 StGB erfüllt, ist der teilbedingte 

Strafvollzug zu gewähren (BGE 134 IV 14). Dabei ist die voraussichtliche Wirkung 

des teilweisen Vollzugs zu antizipieren (BGE 144 IV 283; zum Ganzen 

OFK/StGB-HEIMGARTNER, Art. 43 N 2). 

4.2. Der Beschuldigte 1 wird vorliegend mit einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten 

bestraft. Er wurde noch nie zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Damit sind die 

objektiven Kriterien des teilbedingten Strafvollzugs erfüllt. In subjektiver Hinsicht 

ist zu prüfen, ob die Vermutung der günstigen Prognose bezüglich weiterer Ver-

brechen oder Vergehen widerlegt ist. Der Beschuldigte 1 war soweit ersichtlich bis 

-   27   - 

zu seiner Inhaftierung aufgrund des vorliegenden Strafverfahrens arbeitstätig und 

verfügt über einen Handelsschulabschluss als Bürofachmann. Nach seiner ersten 

Entlassung arbeitete er als Allrounder bei der K._____AG und erzielte ein 

monatliches Nettoeinkommen von ca. Fr. 4'000.–. Nachdem die Arbeitgeberin 

Konkurs ging, erhielt der Beschuldigte 1 bereits eine neue Stelle als Service-

techniker im …-Bereich zugesichert, die er nach seiner Entlassung wird antreten 

können. Der Beschuldigte lebt in stabilen Verhältnissen (Prot. I S. 8 ff.; Urk. 121 

S. 1 ff.). Damit liegen grundsätzlich günstige Umstände vor. Negativ fällt ins 

Gewicht, dass der Beschuldigte 1 über zwei Vorstrafen verfügt und während 

laufender Probezeit delinquierte. Allerdings handelt es sich dabei um nicht ein-

schlägige und eher geringfügige Delinquenz, wofür er mit tiefen Geldstrafen (und 

einer Busse) bestraft wurde. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

dürfen in einem hängigen Strafverfahren zugegebene Tatsachen bei der 

Prognosebeurteilung berücksichtigt werden bzw. sind auch nicht abgeurteilte 

Vortaten, welche Schlüsse auf das Vorleben und den Charakter eines Täters 

zulassen mit der erforderlichen Zurückhaltung bei der Beurteilung der 

Bewährungsaussichten zu beachten (Urteile des Bundesgerichts 6B_882/2009 

vom 30. März 2010 E. 2.6 und  6B_488/2011 vom 27. Dezember 2011 E. 4.3 je 

mit Hinweisen; BSK StGB-SCHNEIDER/ GARRÉ, Art. 42 N 60). Wie bereits vorne 

unter E. III.2.3. dargelegt, kann aufgrund der Bestreitungen des Beschuldigten 1 

in Bezug auf die ihm im weiteren pendenten Strafverfahren zur Last gelegte SVG-

Delinquenz keine Rede von bewiesenen Verhaltensweisen sein; es ist 

insbesondere in Bezug auf den Vorfall mit dem Ferrari derzeit unklar, was 

geschah. Diese allfälligen Taten dürfen daher bei der Beurteilung der 

Legalprognose nicht rechtserheblich zuungunsten des Beschuldigten 1 

berücksichtigt werden. Der Beschuldigte 1 ist Ersttäter in Bezug auf Gewaltdelikte 

und hat seither insgesamt rund 28 Monate in Haft verbracht (275 Tage 

Untersuchungshaft im Zusammenhang mit dem vorliegenden Verfahren sowie 

556 Tage Untersuchungshaft bzw. vorzeitigen Strafvollzug im Zusammenhang mit 

dem Verfahren der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis A-6/2021/10018362 bzw. 

des Bezirksgerichts Dietikon DG210025-M). Davor war er noch nie inhaftiert. Es 

ist deshalb insgesamt davon auszugehen, dass der bisherige Freiheitsentzug den 

-   28   - 

Beschuldigten 1 ausreichend beeindruckt hat, sodass er nicht erneut Vergehen 

oder Verbrechen begehen wird. Zudem droht ihm beim teilbedingten Vollzug im 

Falle neuerlicher Delinquenz der Vollzug des aufgeschobenen Teils der Freiheits-

strafe, was eine zusätzliche Warnwirkung haben dürfte. Dem Beschuldigten 1 ist 

deshalb eine günstige Prognose zu stellen. Der Vollzug der Freiheitsstrafe ist 

daher teilweise aufzuschieben. Angesichts des nicht mehr leichten Verschuldens 

betreffend die versuchte schwere Körperverletzung erscheint es angemessen, 

den Vollzug der Freiheitsstrafe im Umfang von 24 Monaten aufzuschieben und 

die Probezeit auf drei Jahre festzusetzen. Im übrigen Umfang (12 Monate) ist die 

Freiheitsstrafe zu vollziehen, wobei der zu vollziehende Teil durch die anzu-

rechnenden Freiheitsentzüge bereits erstanden ist. 

4.3. Auch der Beschuldigte 2 wird vorliegend mit einer Freiheitsstrafe von 

36 Monaten bestraft. Er wurde ebenfalls noch nie zu einer Freiheitsstrafe 

verurteilt. Damit sind die objektiven Kriterien des teilbedingten Strafvollzugs erfüllt. 

In subjektiver Hinsicht ist zu prüfen, ob die Vermutung der günstigen Prognose 

bezüglich weiterer Verbrechen oder Vergehen widerlegt ist. Der Beschuldigte 2 

erzielt ein monatliches Einkommen von Fr. 4'700.– (exkl. 13. Monatslohn) und lebt 

in stabilen Verhältnissen (Urk. 121 S. 9 ff.). Der Umstand, dass der 

Beschuldigte 2 drei Vorstrafen hat, wovon zwei einschlägig sind (Raufhandel und 

harte Pornographie), fällt grundsätzlich negativ ins Gewicht. Allerdings ist zu 

berücksichtigen, dass der Beschuldigte 2 bisher nur mit eher tiefen Geldstrafen 

(sowie einer Busse) bestraft wurde. Er hatte vor den heute zu beurteilenden Taten 

nur einen Tag in Untersuchungshaft verbracht. Es ist deshalb insgesamt davon 

auszugehen, dass die Untersuchungshaft von 121 Tagen und der noch zu 

erstehende vollziehbare Teil einer teilbedingten Freiheitsstrafe den 

Beschuldigten 1 ausreichend beeindruckt, sodass er nicht erneut Vergehen oder 

Verbrechen begehen wird. Zudem droht ihm beim teilbedingten Vollzug im Falle 

neuerlicher Delinquenz der Vollzug des aufgeschobenen Teils der Freiheitsstrafe, 

was eine zusätzliche Warnwirkung haben dürfte. Dem Beschuldigten 2 ist deshalb 

eine günstige Prognose zu stellen. Der Vollzug der Freiheitsstrafe ist daher 

teilweise aufzuschieben. Angesichts des nicht mehr leichten Verschuldens 

betreffend die versuchte schwere Körperverletzung erscheint es angemessen, 

-   29   - 

den Vollzug der Freiheitsstrafe im Umfang von 24 Monaten aufzuschieben und 

die Probezeit auf drei Jahre festzusetzen. Im übrigen Umfang (12 Monate) ist die 

Freiheitsstrafe zu vollziehen, wobei die bereits erstandene Haft von 121 Tagen 

anzurechnen ist. 

5. Widerruf 

5.1. In Bezug auf die rechtlichen Grundlagen kann auf die zutreffenden Aus-

führungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 99 S. 76 E. V.1.).  

5.2. Beide Beschuldigten haben die vorliegend zu beurteilenden Straftaten 

während laufender Probezeit begangen (Urk. 101 f.). Wie in den E. III.4.2. f. dar-

gelegt kann beiden Beschuldigten angesichts ihrer stabilen Lebensverhältnisse, 

des bisherigen und betreffend den Beschuldigten 2 noch bevorstehenden 

Freiheitsentzugs sowie der Warnwirkung des Teilaufschubs eine günstige Prog-

nose gestellt werden. Ein Widerruf der ausgefällten bedingten Geldstrafen verbie-

tet sich daher. Für anderweitige Massnahmen gemäss Art. 46 Abs. 1 StGB be-

steht kein Anlass. 

5.3. Auf den Widerruf der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Frauenfeld vom 

29. März 2019 gegen den Beschuldigten 1 ausgefällten bedingten Geldstrafe von 

20 Tagessätzen zu Fr. 100.– und den Widerruf der mit Strafbefehl der Staats-

anwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 7. März 2017 gegen den Beschuldigten 2 

ausgefällten bedingten Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu Fr. 30.– ist daher zu 

verzichten. 

IV. Landesverweisung Beschuldigter 1 

1. Würdigung 

Die Vorinstanz sah im angefochtenen Entscheid von der Anordnung einer Lan-

desverweisung des Beschuldigten 1 ab (Urk. 99 S. 80 ff. E. VII.). Die Staatsan-

waltschaft beantragt mit ihrer Berufung wie schon vor Vorinstanz die Anordnung 

einer Landesverweisung des Beschuldigten 1 von sieben Jahren (Urk. 106 

-   30   - 

S. 6 ff.; Urk. 122 S. 8 ff.). Die Verteidigung beantragt in diesem Punkt die Bestäti-

gung des vorinstanzlichen Entscheids (Urk. 123 S. 16 f.). 

2. Rechtliche Grundlagen 

2.1. Die Vorinstanz hat die Grundlagen für die Anordnung einer Landesverwei-

sung zutreffend abgehandelt (Urk. 99 S. 81 f. E. VII.2.1. und E. VII.3.1. und S. 85 

E. VII.4.1.), darauf kann verwiesen werden. Teilweise rekapitulierend und ergän-

zend ist dazu noch folgendes festzuhalten ist:  

2.2. In seinem Urteil vom 4. Dezember 2019 (6B_690/2019) hat das Bundes-

gericht seine Rechtsprechung zur Härtefallregelung bei der Landesverweisung 

präzisiert und zusammengefasst festgehalten, ob bei einer Person ein Härtefall 

vorliegt, weil sie "in der Schweiz geboren oder aufgewachsen" ist, bestimme sich 

weder anhand von starren Altersvorgaben, noch führe eine bestimmte Anwesen-

heitsdauer automatisch zur Annahme eines Härtefalls. Die Härtefallprüfung sei 

vielmehr im Einzelfall anhand der gängigen Integrationskriterien durchzuführen. 

Im Einzelnen:  

2.3. […] Die obligatorische Landesverweisung wegen einer Katalogtat im Sinne 

von Art. 66a Abs. 1 StGB greift grundsätzlich unabhängig von der konkreten Tat-

schwere (BGE 144 IV 332 E. 3.1.3 S. 339). Sie muss zudem unabhängig davon 

ausgesprochen werden, ob es beim Versuch geblieben ist und ob die Strafe 

bedingt, unbedingt oder teilbedingt ausfällt (BGE 144 IV 168 E. 1.4.1 S. 171; Ur-

teil 6B_1070/2018 vom 14. August 2019 E. 6.2.1; vgl. zum Ganzen Urteil 

6B_690/2019 vom 4. Dezember 2019, E. 3.4.1.).  

2.4. Von der Anordnung der Landesverweisung kann nur "ausnahmsweise" unter 

den kumulativen Voraussetzungen abgesehen werden, dass sie (1.) einen schwe-

ren persönlichen Härtefall bewirken würde und (2.) die öffentlichen Interessen an 

der Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen des Ausländers am 

Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen. Dabei ist der besonderen Situation von 

Ausländern Rechnung zu tragen, die in der Schweiz geboren oder aufgewachsen 

sind (Art. 66a Abs. 2 StGB; sog. Härtefallklausel). Die Härtefallklausel dient der 

-   31   - 

Umsetzung des Verhältnismässigkeitsprinzips (vgl. Art. 5 Abs. 2 BV; BGE 144 

IV 332 E. 3.1.2 S. 338; Urteile 6B_378/2018 vom 22. Mai 2019 E. 3.2, zur 

Publikation vorgesehen; 6B_1070/2018 vom 14. August 2019 E. 6.2.2; je mit 

Hinweisen). Sie ist restriktiv anzuwenden (BGE 144 IV 332 E. 3.3.1 S. 340). Nach 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung lässt sich zur kriteriengeleiteten Prüfung 

des Härtefalls im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB der Kriterienkatalog der 

Bestimmung über den "schwerwiegenden persönlichen Härtefall" in Art. 31 Abs. 1 

der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und 

Erwerbstätigkeit (VZAE; SR 142.201) heranziehen (BGE 144 IV 322 E. 3.3.2 

S. 340 f.; Urteil 6B_689/2019 vom 25. Oktober 2019 E. 1.7; vgl. zum Ganzen 

Urteil 6B_690/2019 vom 4. Dezember 2019, E. 3.4.2.). 

2.5. Sinn und Zweck der Altersvorgaben im Migrationsrecht ist es, 

sicherzustellen, dass ein Kind mindestens die Hälfte der obligatorischen Schulzeit 

in der Schweiz verbringt, was der Integration und der Förderung der sprachlichen 

Fähigkeiten zuträglich sei (vgl. Art. 42 Abs. 4 des Ausländer- und 

Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 [AIG; SR 142.20]; siehe auch 

Art. 43 Abs. 6 und Art. 47 Abs. 1 AIG sowie Art. 73 Abs. 1 VZAE; Marc Spescha, 

in: Spescha et al. [Hrsg.], Migrationsrecht Kommentar, 5. Aufl. 2019, N. 18 zu 

Art. 42 und N. 1 zu Art. 47 AIG mit Hinweisen). Diese Überlegungen sind 

grundsätzlich auch im Rahmen der Härtefallprüfung nach Art. 66a Abs. 2 StGB 

von Relevanz, spielt der Grad der Integration doch auch in diesem 

Zusammenhang eine entscheidende Rolle. Wie das Bundesgericht bereits 

mehrfach festgehalten hat, kann bei einer Härtefallprüfung allerdings nicht 

schematisch ab einer gewissen Aufenthaltsdauer eine Verwurzelung in der 

Schweiz angenommen werden. Spielt sich das gesellschaftliche Leben einer aus-

ländischen Person primär mit Angehörigen des eigenen Landes ab, spricht dies 

eher gegen die Annahme einer hinreichenden Integration (Urteil 6B_689/2019 

vom 25. Oktober 2019 E. 1.7.2 mit Hinweisen). Im Gegensatz zum 

Migrationsrecht sieht Art. 66a Abs. 2 StGB denn auch keine Altersgrenze vor. Es 

ist davon auszugehen, dass der Gesetzgeber entsprechende Vorgaben in den 

Wortlaut der Gesetzesbestimmung aufgenommen hätte, wenn dies seinem Willen 

entsprochen hätte. Die Anwendung von starren Altersvorgaben sowie die 

-   32   - 

automatische Annahme eines Härtefalls ab einer bestimmten Anwesenheitsdauer 

findet somit keine Stütze im Gesetz. Die Härtefallprüfung ist vielmehr in jedem 

Fall anhand der gängigen Integrationskriterien (vgl. BGE 144 IV 332 E. 3.3.2 

S. 340 f.) vorzunehmen. Der besonderen Situation von in der Schweiz geborenen 

oder aufgewachsenen ausländischen Personen wird dabei Rechnung getragen, 

indem eine längere Aufenthaltsdauer, zusammen mit einer guten Integration – 

beispielsweise aufgrund eines Schulbesuchs in der Schweiz – in aller Regel als 

starkes Indiz für das Vorliegen von genügend starken privaten Interessen und 

damit für die Bejahung eines Härtefalls zu werten ist (1. kumulative 

Voraussetzung; vgl. E. 3.4.2). Bei der allenfalls anschliessend vorzunehmenden 

Interessenabwägung (2. kumulative Voraussetzung) ist der betroffenen Person 

mit zunehmender Anwesenheitsdauer ein gewichtigeres privates Interesse an 

einem Verbleib in der Schweiz zuzubilligen. Hingegen kann davon ausgegangen 

werden, dass die in der Schweiz verbrachte Zeit umso weniger prägend war, je 

kürzer der Aufenthalt und die in der Schweiz absolvierte Schulzeit waren, weshalb 

auch das private Interesse an einem Verbleib in der Schweiz weniger stark zu 

gewichten ist (vgl. zum Ganzen Urteil 6B_690/2019 vom 4. Dezember 2019, 

E. 3.4.4.). 

3. Würdigung 

3.1. Zunächst ist festzuhalten, dass der Beschuldigte 1 als Ausländer sich mit 

der versuchten schweren Körperverletzung einer Katalogtat im Sinne von Art. 66a 

StGB (Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB) schuldig gemacht hat, weshalb grundsätzlich 

obligatorisch eine Landesverweisung im Sinne von Art. 66a StGB anzuordnen ist. 

Davon kann wie ausgeführt nur abgesehen werden, wenn die Landesverweisung 

für den Beschuldigten 1 einen schweren persönlichen Härtefall darstellen würde 

und die öffentlichen Interessen an der Landesverweisung gegenüber den privaten 

Interessen des Beschuldigten 1 am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen. 

Noch einmal sei betont, dass die Härtefallklausel eine restriktiv anzuwendende 

Ausnahmeklausel ist. Gleichwohl ist mit der Vorinstanz beim Beschuldigten 1, der 

seit seinem dritten bzw. vierten Lebensjahr mit seiner Familie hier lebt, unter 

Verweis auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz vom Vorliegen eines 

-   33   - 

schweren persönlichen Härtefalls auszugehen (Urk. 99 S. 82 ff. E. VII.3.2.-3.5.), 

was auch die Staatsanwaltschaft nicht bestreitet (Urk. 106 S. 7 f.; Urk. 122 

S. 8 ff.). Zur aktuellen persönlichen Situation kann in diesem Zusammenhang auf 

die weiter vorne unter E. III.2.3. gemachten Ausführungen verwiesen werden. 

3.2. Selbstredend besteht ein grosses öffentliches Interesse daran, Straftaten 

gegen Leib und Leben in der Schweiz zu verhindern. Der Beschuldigte 1 

offenbarte mit seiner Tat eine erhebliche kriminelle Energie und sein damit 

einhergehendes Gefährdungspotenzial ist gross. Das konkrete Tatverschulden 

wiegt nicht mehr leicht. Andererseits ist unter Verweis auf E. III.4.2. festzuhalten, 

dass der Beschuldigte 1 in Bezug auf Gewaltdelikte Ersttäter ist. Die Vorinstanz 

spricht daher zu Recht von einem einmaligen Vorfall. Die beiden Vorstrafen sind 

zudem mit der Vorinstanz als eher geringfügige Gesetzesverletzungen zu 

betrachten. Das laufende Strafverfahren betreffend qualifiziert grobe Verletzung 

der Verkehrsregeln darf wie vorne unter E. III.4.2. dargelegt bei der Beurteilung 

der Legalprognose nicht rechtserheblich zuungunsten des Beschuldigten 1 

berücksichtigt werden. Der Beschuldigte 1 war offenbar stets arbeitstätig, erzielte 

zuletzt ein monatliches Nettoeinkommen von ca. Fr. 4'000.– und kann nach seiner 

Entlassung direkt eine neue Stelle als Betriebstechniker antreten, nachdem sein 

bisheriger Arbeitgeber Konkurs ging. Er lebt in gefestigten Verhältnissen. Vor der 

vorliegend zu beurteilenden Straftat war der Beschuldigte 1 nie inhaftiert. Der 

bisherige Freiheitsentzug von insgesamt 28 Monaten und der drohende Vollzug 

des bedingt auszusprechenden Strafteils dürften eine genügend grosse 

Warnwirkung auf ihn haben, sodass er sich im Wissen darum, dass er bei 

erneuter Delinquenz mit grosser Wahrscheinlichkeit des Landes verwiesen würde, 

in Zukunft nichts mehr zu Schulden kommen lassen wird. 

3.3. Insgesamt ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass unter Berücksichtigung 

der gesamten Umstände das private Interesse des Beschuldigten 1 an einem 

Verbleib in der Schweiz das öffentliche Interesse an einer Ausweisung noch 

knapp überwiegt. Entsprechend ist von der Anordnung einer Landesverweisung 

abzusehen. Der Beschuldigte 1 ist allerdings darauf aufmerksam zu machen, 

dass er aufgrund seiner Vorstrafen und der vorliegend auszusprechenden 

-   34   - 

Schuldsprüche ernsthaft mit einer Landesverweisung zu rechnen hätte, sollte er 

sich erneut eines Delikts schuldig machen, da diesfalls das öffentliche Interesse 

an einer Landesverweisung höher zu gewichten wäre als seine privaten Interes-

sen. Insbesondere ist daran zu denken, dass das Gericht eine nicht obligatorische 

Landesverweisung gemäss Art. 66abis StGB jederzeit bei Delikten von einer ge-

wissen Schwere aussprechen kann. 

V. Tätigkeitsverbot Beschuldigter 2 

1. Vorinstanz 

Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen korrekt dargelegt (Urk. 99 S. 86 f. 

E. VIII.2.1.f.), darauf kann verwiesen werden. Sie erwog sodann zusammenge-

fasst, es sei nicht davon auszugehen, dass der Beschuldigte 2 weitere gleich-

gelagerte Taten begehen werde, es bestehe keine Wiederholungsgefahr. Sodann 

handle es sich vorliegend um einen besonders leichten Fall von harter Pornogra-

fie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 und 5 Satz 2 StGB, denn sowohl in objektiver wie 

auch in subjektiver Hinsicht sei das Verhalten des Beschuldigten 2 als leicht ein-

zustufen ist, was die Annahme eines Bagatellcharakters rechtfertigt. Im Lichte 

dieser Ausführungen sei es angebracht, von einem Tätigkeitsverbot im Sinne von 

Art. 67 Abs. 3 StGB abzusehen (a.a.O., S. 88 E. VIII.3.2.2.). 

2. Staatsanwaltschaft  

Dem Standpunkt der Vorinstanz hält die Staatsanwaltschaft im Berufungsverfah-

ren entgegen, der Beschuldigte 2 sei einschlägig vorbestraft. Trotzdem habe er 

wieder eine gleichartige Straftat begangen. Es könne damit entgegen der Vo-

rinstanz nicht gesagt werden, dass keine Wiederholungsgefahr bestehe. Es sei 

damit vielmehr notwendig, den Beschuldigten 2 mit einem Tätigkeitsverbot von 

der weiteren Verübung von Straftaten abzuhalten. Entsprechend sei ihm ein le-

benslängliches Tätigkeitsverbot aufzuerlegen (Urk. 106 S. 8; Urk. 122 S. 10 f.). 

-   35   - 

3. Würdigung 

Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass beim vorliegend zu beurteilenden 

Fall von Pornographie das Verschulden leicht wiegt und es sich dabei noch um 

einen besonders leichten Fall im Sinne von Art. 67 Abs. 4bis Satz 1 StGB handelt. 

Eine gewisse Wiederholungsgefahr kann indes namentlich aufgrund der ein-

schlägigen Vorstrafe nicht von der Hand gewiesen werden. Aus Gründen der Ver-

hältnismässigkeit erscheint die Verhängung eines Tätigkeitsverbots gleichwohl 

nicht angezeigt, zumal zugunsten des Beschuldigten 2 im Sinne einer allerletzten 

Chance noch einmal davon ausgegangen werden kann, dass er unter dem Ein-

druck des vorliegenden Verfahrens und der zu verhängenden empfindlichen 

Strafe nicht mehr einschlägig delinquieren wird.  

VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Vorinstanzliches Verfahren 

Die im angefochtenen Entscheid getroffene Kostenverlegung erweist sich aus-

gangsgemäss nach wie vor als angemessen und ist zu bestätigen. Zudem ist dem 

Beschuldigten 1 ausgangsgemäss keine Entschädigung zuzusprechen. 

2. Berufungsverfahren 

Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 4'500.– festzusetzen. Die Staatsanwaltschaft er-
reicht mit ihrer Berufung eine höhere Bestrafung, wenn auch nicht die von ihr ge-

forderte, unterliegt jedoch mit ihren Anträgen betreffend Anordnung einer Landes-

verweisung des Beschuldigten 1 und Anordnung eines Tätigkeitsverbots für den 

Beschuldigten 2. Die Beschuldigten unterliegen mit ihren Anträgen im Schuld-

punkt wie auch im Strafpunkt, obsiegen aber insofern, als der vorinstanzliche Ent-

scheid betreffend Landesverweisung und Tätigkeitsverbot bestätigt wird. Entspre-

chend sind die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, zu einem Drittel auf die Staatskasse zu nehmen und zu je 

einem Drittel den Beschuldigten aufzuerlegen. Die Kosten der jeweiligen amtli-

chen Verteidigung sind je zur Hälfte definitiv und je zur Hälfte einstweilen auf die 

Gerichtskasse zu nehmen. Die Rückzahlungspflicht beider Beschuldigter über die 

-   36   - 

Hälfte der Kosten ihrer jeweiligen amtlichen Verteidigung bleibt gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO vorbehalten. 

Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten 1 macht für das Berufungsverfahren 

einen Aufwand von Fr. 10'945.05 (inkl. MWST) geltend (Urk. 120). Seine Auf-

wendungen sind grundsätzlich ausgewiesen und erscheinen angemessen; dies 

insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass betreffend den Beschuldigten 1 

anders als betreffend den Beschuldigten 2 eine Landesverweisung im Raum 

stand. Unter Berücksichtigung des Umstandes, dass die 

Berufungsverhandlung anstelle der von der Verteidigung schätzungsweise 

eingesetzten sieben Stunden am Vormittag rund vier Stunden und die 

mündliche Urteilseröffnung am späteren Nachmittag rund eine Stunde (total 

fünf Stunden) gedauert haben (Prot. II S. 4 ff.), erscheint es angemessen, den 

amtlichen Verteidiger für das Berufungsverfahren mit pauschal Fr. 10'500.– (inkl. 

MWST) aus der Gerichtskasse zu entschädigen. 

Die amtliche Verteidigerin des Beschuldigten 2 macht für das Berufungsverfahren 

einen Aufwand von Fr. 9'455.33 (inkl. MWST) geltend (Urk. 119). Ihre Aufwen-

dungen sind grundsätzlich ausgewiesen und erscheinen angemessen. Unter 

Berücksichtigung des Umstandes, dass die Berufungsverhandlung anstelle der 

von der Verteidigung schätzungsweise eingesetzten sieben Stunden am Vor-

mittag rund vier Stunden und die mündliche Urteilseröffnung am späteren 

Nachmittag rund eine Stunde (total fünf Stunden) gedauert haben (Prot. II 

S. 4 ff.), erscheint es angemessen, die amtliche Verteidigerin für das 

Berufungsverfahren mit pauschal Fr. 9'000.– (inkl. MWST) aus der Gerichtskasse 

zu entschädigen. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 10. Juni 

2021 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

-   37   - 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

- […] 

- des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig 

-   38   - 

- […] 

- des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB, 

- der mehrfachen harten Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 Satz 1 und 2 

und Abs. 5 Satz 2 StGB, 

- der vorsätzlichen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 

Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 32 Abs. 2 SVG und 

Art. 4a Abs. 1 lit. a VRV sowie Art. 22 Abs. 1 und Abs. 3 SSV. 

3.-10. […] 

11. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 11. August 2020 

beschlagnahmte Mobiltelefon Apple iPhone, IMEI-Nr. … (Asservat-Nr. A013'530'284) 

des Beschuldigten B._____ wird eingezogen und vernichtet. 

12. Die nachfolgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

10. November 2020 einzig als Beweismittel beschlagnahmten Gegenstände werden 

dem Beschuldigten A._____ innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Ent-

scheids auf erstes Verlangen hin herausgegeben, beziehungsweise nach Ablauf die-

ser Frist der zuständigen Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen: 

- 1 T-Shirt, Marke "Mister Tee" (Asservat-Nr. A013'538'506); 

- 1 Paar Freizeitschuhe, Marke "Vans" (Asservat-Nr. A013'538'517); 

- 1 Jeansgilet, Marke "Nominal" (Asservat-Nr. A013'538'528); 

- 1 Jeanshose, Marke "Primoemporio" (Asservat-Nr. A013'538'539); 

- 1 Herrenjacke, Marke "Marc O'Polo" (Asservat-Nr. A013'538'540). 

13. Die nachfolgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

10. November 2020 einzig als Beweismittel beschlagnahmten Gegenstände werden 

dem Beschuldigten B._____ innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses 

Entscheids auf erstes Verlangen hin herausgegeben, beziehungsweise nach Ablauf 

dieser Frist der zuständigen Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen: 

- 1 Wollpullover, Marke "Polo" (Asservat-Nr. A013'538'788); 

- 1 Paar Freizeitschuhe, Marke "Adidas" (Asservat-Nr. A013'538'799); 

- 1 Jeanshose, Marke "Polo" (Asservat-Nr. A013'538'802); 

- 1 Paar Fleece-Handschuhe, Marke "Roeckl" (Asservat-Nr. A013'538'835); 

- 1 Herrenjacke, Marke "SVSL" (Asservat-Nr. A013'538'857). 

-   39   - 

14. Die nachfolgenden, beim Forensischen Institut Zürich (FOR) sichergestellten Gegen-

stände werden dem Privatkläger C._____ innert 30 Tagen nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Entscheids auf erstes Verlangen hin herausgegeben, beziehungs-

weise nach Ablauf dieser Frist der zuständigen Lagerbehörde zur Vernichtung über-

lassen: 

- 1 Jeanshose, Marke "Denim House" (Asservat-Nr. A013'538'404); 

- 1 T-Shirt, Marke "De Facto" (Asservat-Nr. A013'538'426). 

15. Nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids werden – mit Ausnahme der zuvor 

aufgeführten Gegenstände – sämtliche unter der Referenz-Nr. K200216-004 / 

77394388 beim Forensischen Institut Zürich (FOR) sichergestellten Spuren und 

Spurenträger vernichtet. 

16. Rechtsanwalt MLaw X._____ wird für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten 

A._____ – zusätzlich zu den bereits geleisteten Akontozahlungen von insgesamt 

Fr. 24'133.80 – mit Fr. 22'623.25 (inkl. MwSt) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

17. Rechtsanwältin MLaw Y._____ wird für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten 

B._____ – zusätzlich zu den bereits geleisteten Akontozahlungen von insgesamt 

Fr. 21'842.80 – mit Fr. 18'528.80 (inkl. MwSt) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

18. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 9'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 18'000.–   Gebühr Strafuntersuchung 

Fr. 1'820.–   Kosten Kantonspolizei Zürich 

Fr. 1'000.–   Kosten Beschwerdeverfahren UB200088 (A._____) 

Fr. 15'344.05   Gutachten/Expertisen etc. 

Fr. 33.15   diverse Kosten 

Fr. 24'133.80   Akontozahlungen Rechtsanwalt MLaw X._____ 

Fr. 21'842.80   Akontozahlungen Rechtsanwältin MLaw Y._____ 

Fr. 22'623.25   amtliche Verteidigung Rechtsanwalt MLaw X._____ 

Fr. 18'528.80   amtliche Verteidigung Rechtsanwältin MLaw Y._____ 

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

19.ff. […]" 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

-   40   - 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte 1 A._____ ist zudem schuldig der versuchten schweren 

Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 und Abs. 2 StGB in Verbin-

dung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte 2 B._____ ist zudem schuldig der versuchten schweren 

Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 und Abs. 2 StGB in Verbin-

dung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. 

3. Der Beschuldigte 1 A._____ wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, 

wovon 275 Tage durch Untersuchungshaft im vorliegenden Verfahren sowie 

556 Tage durch Untersuchungshaft und vorzeitigen Strafvollzug im Verfah-

ren der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis A-6/2021/10018362 bzw. des 

Bezirksgerichts Dietikon DG210025-M erstanden sind. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten 1 A._____ wird im Um-

fang von 24 Monaten aufgeschoben und die Probezeit wird auf 3 Jahre fest-

gesetzt. Im übrigen Umfang (12 Monate) wird die Freiheitsstrafe vollzogen, 

wobei vorgemerkt wird, dass der vollziehbare Teil durch die anzurechnen-

den Freiheitsentzüge bereits erstanden ist. 

5. Der Beschuldigte 2 B._____ wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, 

wovon 121 Tage durch Haft erstanden sind. 

6. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten 2 B._____ wird im Um-

fang von 24 Monaten aufgeschoben und die Probezeit wird auf 3 Jahre fest-

gesetzt. Im übrigen Umfang (12 Monate) wird die Freiheitsstrafe vollzogen, 

wobei die bereits erstandene Haft von 121 Tagen anzurechnen ist. 

7. Auf den Widerruf der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Frauenfeld vom 

29. März 2019 gegen den Beschuldigten 1 A._____ ausgefällten bedingten 

Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 100.– wird verzichtet. 

-   41   - 

8. Auf den Widerruf der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft IV des Kantons 

Zürich vom 7. März 2017 gegen den Beschuldigten 2 B._____ ausgefällten 

bedingten Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu Fr. 30.– wird verzichtet. 

9. Von der Anordnung einer Landesverweisung gegen den Beschuldigten 1 

A._____ wird abgesehen. 

10. Von der Anordnung eines Tätigkeitsverbots gegen den Beschuldigten 2 

B._____ wird abgesehen. 

11. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 19-21) wird 

bestätigt. 

12. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'500.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 10'500.–   amtliche Verteidigung Beschuldigter 1 

Fr. 9'000.–   amtliche Verteidigung Beschuldigter 2 

13. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden, mit Ausnahme der Kosten der 

jeweiligen amtlichen Verteidigung, zu einem Drittel auf die Gerichtskasse 

genommen und je zu einem Drittel den Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

der jeweiligen amtlichen Verteidigung werden je zur Hälfte definitiv und je 

zur Hälfte einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungs-

pflicht beider Beschuldigter über die Hälfte der Kosten ihrer jeweiligen amtli-

chen Verteidigung bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

14. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtlichen Verteidigungen im Doppel für sich und zuhanden der 
Beschuldigten 1 und 2 (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (übergeben) 
− die Privatkläger C._____ und L._____ (versandt) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtlichen Verteidigungen im Doppel für sich und zuhanden der 
Beschuldigten 1 und 2 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

-   42   - 

− die Privatkläger C._____ und L._____ 
− das Bundesamt für Polizei, Bundeskriminalpolizei, 3003 Bern  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA je mit den Formularen A und B 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA je mit dem Formular "Löschung 

des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Be-
stimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten 

− in die Akten SB220597-O sowie in die Akten A-6/2021/10018362 der 
Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis betreffend Dispositiv-Ziffer 3. 

15. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 

Zürich, 5. Dezember 2022 
 

Der Präsident: 
 
 

lic. iur. S. Volken 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 

MLaw N. Hunziker 
 

-   43   - 

Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 

	Urteil vom 5. Dezember 2022
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 99 S. 95 ff.)
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	 der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 und Abs. 2 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB,
	 des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB.

	2. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig
	 der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 und Abs. 2 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB,
	 des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB,
	 der mehrfachen harten Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 Satz 1 und 2 und Abs. 5 Satz 2 StGB,
	 der vorsätzlichen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 32 Abs. 2 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. a VRV sowie Art. 22 Abs. 1 und Abs. 3 SSV.

	3. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Frauenfeld vom 29. März 2019 gegen den Beschuldigten A._____ ausgefällten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 100.– wird widerrufen.
	4. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 28 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 275 Tage durch Haft erstanden sind.
	5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten A._____ wird im Umfang von 19 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (9 Monate, welche durch Untersuchungshaft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollzogen.
	6. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 7. März 2017 gegen den Beschuldigten B._____ ausgefällten Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu Fr. 30.– wird widerrufen.
	7. Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit 23 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 121 Tage durch Haft erstanden sind, sowie unter Einbezug der widerrufenen Strafe mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 30.– als Gesamtstrafe.
	8. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten B._____ wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Die Geldstrafe wird vollzogen.
	9. Von der Anordnung einer Landesverweisung gegen den Beschuldigten A._____ wird abgesehen.
	10. Von der Anordnung eines Tätigkeitsverbots gegen den Beschuldigten B._____ wird abgesehen.
	11. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 11. August 2020 beschlagnahmte Mobiltelefon Apple iPhone, IMEI-Nr. … (Asservat-Nr. A013'530'284) des Beschuldigten B._____ wird eingezogen und vernichtet.
	12. Die nachfolgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 10. November 2020 einzig als Beweismittel beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten A._____ innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheid...
	 1 T-Shirt, Marke "Mister Tee" (Asservat-Nr. A013'538'506);
	 1 Paar Freizeitschuhe, Marke "Vans" (Asservat-Nr. A013'538'517);
	 1 Jeansgilet, Marke "Nominal" (Asservat-Nr. A013'538'528);
	 1 Jeanshose, Marke "Primoemporio" (Asservat-Nr. A013'538'539);
	 1 Herrenjacke, Marke "Marc O'Polo" (Asservat-Nr. A013'538'540).

	13. Die nachfolgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 10. November 2020 einzig als Beweismittel beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten B._____ innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids...
	 1 Wollpullover, Marke "Polo" (Asservat-Nr. A013'538'788);
	 1 Paar Freizeitschuhe, Marke "Adidas" (Asservat-Nr. A013'538'799);
	 1 Jeanshose, Marke "Polo" (Asservat-Nr. A013'538'802);
	 1 Paar Fleece-Handschuhe, Marke "Roeckl" (Asservat-Nr. A013'538'835);
	 1 Herrenjacke, Marke "SVSL" (Asservat-Nr. A013'538'857).

	14. Die nachfolgenden, beim Forensischen Institut Zürich (FOR) sichergestellten Gegenstände werden dem Privatkläger C._____ innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids auf erstes Verlangen hin herausgegeben, beziehungsweise nach Ab...
	 1 Jeanshose, Marke "Denim House" (Asservat-Nr. A013'538'404);
	 1 T-Shirt, Marke "De Facto" (Asservat-Nr. A013'538'426).

	15. Nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids werden – mit Ausnahme der zuvor aufgeführten Gegenstände – sämtliche unter der Referenz-Nr. K200216-004 / 77394388 beim Forensischen Institut Zürich (FOR) sichergestellten Spuren und Spurenträger ve...
	16. Rechtsanwalt MLaw X._____ wird für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten A._____ – zusätzlich zu den bereits geleisteten Akontozahlungen von insgesamt Fr. 24'133.80 – mit Fr. 22'623.25 (inkl. MwSt) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	17. Rechtsanwältin MLaw Y._____ wird für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten B._____ – zusätzlich zu den bereits geleisteten Akontozahlungen von insgesamt Fr. 21'842.80 – mit Fr. 18'528.80 (inkl. MwSt) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	18. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
	19. Die Kosten der Strafuntersuchung sowie des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der jeweiligen amtlichen Verteidigung sowie des Beschwerdeverfahrens, werden den Beschuldigten je zur Hälfte auferlegt. Die Kosten des Beschwerdeverfahren...
	20. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO beim jeweiligen Beschuldigten.
	21. Dem Beschuldigten A._____ wird keine Entschädigung zugesprochen.
	Berufungsanträge: (Prot. II S. 4 ff.)
	Erwägungen:
	I. Verfahrensgang, Umfang der Berufung und Prozessuales
	1. Verfahrensgang
	1.1. Der Verfahrensgang bis zum erstinstanzlichen Urteil ergibt sich aus dem angefochtenen Entscheid (Urk. 99 S. 7 E. I.1.). Die Beschuldigten wurden mit Urteil der Vorinstanz vom 10. Juni 2021 gemäss dem eingangs wiederholten Urteilsdispositiv schul...
	1.2. Mit Verfügung vom 13. Dezember 2021 wurde den Beschuldigten und den beiden Privatklägern Frist angesetzt, um zu erklären, ob Anschlussberufung erhoben wird, oder um begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 108). Beide Be...
	1.3. Am 5. Dezember 2022 fand die Berufungsverhandlung statt. Es erschienen der Beschuldigte 1 in Begleitung seines amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt MLaw X._____, der Beschuldigte 2 in Begleitung seiner amtlichen Verteidigerin Rechtsanwältin MLaw Y...

	2. Umfang der Berufung
	Unangefochten blieben die Dispositiv-Ziffern 1, Spiegelstrich 2, 2, Spiegelstriche  2-4, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17 und 18 des vorinstanzlichen Entscheids, in welchem Umfang dieser in Rechtskraft erwuchs, was mit Beschluss festzuhalten ist. Im übrigen...

	3. Prozessuales
	Soweit für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des eingeklagten Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Erwähnung findet. Im Übri...

	II. Schuldpunkt
	1. Anklagevorwurf
	2. Ausgangslage
	4. Würdigung
	4.1. Vorbemerkungen
	4.1.1. Die Vorinstanz hat sowohl die wesentlichen Aussagen der Befragten als auch die relevanten Sachbeweise zutreffend dargestellt, worauf verwiesen werden kann. Sie hat die erhobenen Beweise einer sorgfältigen Prüfung unterzogen und zutreffend gewür...
	4.1.2. Zu den vorhandenen Beweismitteln ist der Vollständigkeit halber noch festzuhalten, dass neben den von der Vorinstanz angeführten auch die Zeugen G._____ (Urk. D1/19/14) und H._____ (Urk. D1/19/33) befragt wurden, jedoch beide nichts Sachdienli...
	4.1.3. Der Klarheit halber ist sodann festzuhalten, dass laut Anklage beide Beschuldigten Fusstritte gegen den Kopf des Privatklägers 1 ausgeführt haben sollen. Mangels möglicher Zuordnung der einzelnen Kopfverletzungen des Privatklägers 1 zum einen ...
	4.1.4. Schliesslich ist betreffend beide Beschuldigte festzuhalten, dass die Erwägungen des Obergerichts des Kantons Zürich im Haftbeschluss vom 15. Juni 2020 sich auf die gesetzlichen Voraussetzungen des strafprozessualen Freiheitsentzugs beziehen. E...
	4.2. Fusstritte des Beschuldigten 1 gegen den Privatkläger 1
	Wie ausgeführt hat die Vorinstanz das relevante Beweismaterial einlässlich und zutreffend gewürdigt. Im Ergebnis ist im Sinne einer zusammenfassenden Gesamtwürdigung mit ihr festzuhalten, dass die Zeuginnen H._____ und I._____ den Beschuldigten 1 hin...
	4.3. Fusstritte des Beschuldigten 2 gegen den Privatkläger 1
	Wie bereits erwähnt hat die Vorinstanz auch im vorliegenden Zusammenhang die relevanten Beweise umfassend und richtig gewürdigt. Insbesondere hat sie auch die Aussagen von F._____ richtig dargelegt und gewürdigt (Urk. 99 S. 25 f. E. 4.6.1.). Lediglich...
	4.4. Rechtliche Würdigung
	Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz ist zutreffend (Urk. 99 S. 56-60 E. III.2.), darauf kann verwiesen werden. Die Ausführungen der Verteidigung des Beschuldigten 1 beziehen sich auf ein anderes Beweisergebnis (Fusstritt gegen den Kopf nicht erste...

	5. Ergebnis
	Die Beschuldigten sind der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 und Abs. 2 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.

	III. Strafen
	1. Strafrahmen und allgemeine Strafzumessungsregeln
	2. Beschuldigter 1
	2.1. Tatkomponente betreffend versuchte schwere Körperverletzung
	2.1.1. Objektives Tatverschulden
	2.1.2. Subjektives Tatverschulden
	2.1.3. Einsatzstrafe Tatverschulden
	Unter Berücksichtigung der relevanten subjektiven und objektiven Tatkomponenten ist das Verschulden des Beschuldigten 1 insgesamt als nicht mehr leicht einzustufen, weshalb angesichts des ordentlichen Strafrahmens von Freiheitsstrafe bis zu 10 Jahren...

	2.1.4. Versuch
	2.2. Tatkomponente betreffend Raufhandel
	2.2.1. Objektives Tatverschulden
	2.2.2. Subjektives Tatverschulden
	2.2.3. Einsatzstrafe Tatverschulden und Asperation
	Unter Berücksichtigung der relevanten subjektiven und objektiven Tatkomponenten ist das Verschulden des Beschuldigten 1 für den Raufhandel als knapp noch leicht einzustufen, weshalb eine Einsatzstrafe im Bereich von rund 12 Monaten Freiheitsstrafe al...

	2.3. Täterkomponenten
	Auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen zum Werdegang und zu den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 1 kann verwiesen werden (Urk. 99 S. 70 E. IV.3.5.). Ergänzend ist aufgrund der anlässlich der Berufungsverhandlung gemachten Ausführ...
	Strafbare, aber nicht abgeurteilte Vorstrafen können bei der Strafzumessung berücksichtigt werden, da es weniger auf die Verurteilung des Täters als vielmehr darauf ankommt, dass er eine grundsätzlich strafbare Vortat begangen hat. Das heisst allerdi...

	2.4. Ergebnis
	3. Beschuldigter 2
	3.1. Vorbemerkungen
	Der Beschuldigte 2 weist bereits drei teilweise einschlägige Vorstrafen auf, wobei er jeweils mit Geldstrafen sanktioniert wurde (Urk. 102). Gleichwohl delinquierte er erneut, unter anderem während laufender Probezeit. Es kann daher entgegen der Ansic...

	3.2. Tatkomponente betreffend versuchte schwere Körperverletzung
	3.2.1. Objektives Tatverschulden
	3.2.2. Subjektives Tatverschulden
	3.2.3. Einsatzstrafe Tatverschulden
	Unter Berücksichtigung der relevanten subjektiven und objektiven Tatkomponenten ist das Verschulden des Beschuldigten 2 als nicht mehr leicht einzustufen, weshalb eine Einsatzstrafe im Bereich von rund 32 Monaten Freiheitsstrafe als angemessen erscheint.

	3.2.4. Versuch
	3.3. Tatkomponente betreffend Raufhandel
	3.3.1. Objektives Tatverschulden
	3.3.2. Subjektives Tatverschulden
	3.3.3. Einsatzstrafe Tatverschulden und Asperation
	3.4. Tatkomponente betreffend mehrfache Pornographie
	3.4.1. Objektives Tatverschulden
	3.4.2. Subjektives Tatverschulden
	Der Beschuldigte 2 handelte vorsätzlich und wusste namentlich deshalb sehr wohl was er tat, da er bereits einschlägig vorbestraft ist (Urk. 102). Die objektive Tatschwere wird durch die subjektive nicht relativiert.

	3.4.3. Einsatzstrafe Tatverschulden und Asperation
	Unter Berücksichtigung der relevanten subjektiven und objektiven Tatkomponenten ist das Verschulden des Beschuldigten 2 als leicht einzustufen. Eine Einsatzstrafe von vier Monaten erscheint angemessen. Asperierend ist damit eine Straferhöhung um weite...

	3.5. Tatkomponente betreffend grobe Verletzung der Verkehrsregeln
	3.5.1. Objektives Tatverschulden
	Die Überschreitung der signalisierten Höchstgeschwindigkeit ist noch im unteren Bereich einer groben Verkehrsregelverletzung anzusiedeln. Auch vom Tatzeitpunkt und den örtlichen Verhältnissen her sind durchaus gravierendere Verkehrsregelverletzungen d...

	3.5.2. Subjektives Tatverschulden
	Der Beschuldigte 2 handelte eventualvorsätzlich. Zu seinen Gunsten muss aber doch berücksichtigt werden, dass schlichte Nachlässigkeit und Unaufmerksamkeit ihr Teil zur Tat beitrugen.

	3.5.3. Einsatzstrafe Tatverschulden und Asperation
	Unter Berücksichtigung der relevanten subjektiven und objektiven Tatkomponenten ist das Verschulden des Beschuldigten 2 als leicht einzustufen. Eine Einsatzstrafe von drei Monaten erscheint angemessen. Asperierend ist damit eine Straferhöhung um weite...

	3.6. Täterkomponenten
	3.7. Ergebnis
	In Würdigung aller massgeblichen Strafzumessungsgründe erweist sich eine Bestrafung des Beschuldigten 2 mit einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten als angemessen. Der Anrechnung der erstandenen Haft von insgesamt 121 Tagen steht nichts entgegen.

	4. Vollzug
	5. Widerruf
	IV. Landesverweisung Beschuldigter 1
	1. Würdigung
	Die Vorinstanz sah im angefochtenen Entscheid von der Anordnung einer Landesverweisung des Beschuldigten 1 ab (Urk. 99 S. 80 ff. E. VII.). Die Staatsanwaltschaft beantragt mit ihrer Berufung wie schon vor Vorinstanz die Anordnung einer Landesverweisun...

	2. Rechtliche Grundlagen
	3. Würdigung
	V. Tätigkeitsverbot Beschuldigter 2
	1. Vorinstanz
	2. Staatsanwaltschaft
	3. Würdigung
	VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 10. Juni 2021 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	- […]
	- des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB.

	2. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig
	- […]
	- des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB,
	- der mehrfachen harten Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 Satz 1 und 2 und Abs. 5 Satz 2 StGB,
	- der vorsätzlichen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 32 Abs. 2 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. a VRV sowie Art. 22 Abs. 1 und Abs. 3 SSV.

	3.-10. […]
	11. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 11. August 2020 beschlagnahmte Mobiltelefon Apple iPhone, IMEI-Nr. … (Asservat-Nr. A013'530'284) des Beschuldigten B._____ wird eingezogen und vernichtet.
	12. Die nachfolgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 10. November 2020 einzig als Beweismittel beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten A._____ innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids...
	- 1 T-Shirt, Marke "Mister Tee" (Asservat-Nr. A013'538'506);
	- 1 Paar Freizeitschuhe, Marke "Vans" (Asservat-Nr. A013'538'517);
	- 1 Jeansgilet, Marke "Nominal" (Asservat-Nr. A013'538'528);
	- 1 Jeanshose, Marke "Primoemporio" (Asservat-Nr. A013'538'539);
	- 1 Herrenjacke, Marke "Marc O'Polo" (Asservat-Nr. A013'538'540).

	13. Die nachfolgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 10. November 2020 einzig als Beweismittel beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten B._____ innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids...
	- 1 Wollpullover, Marke "Polo" (Asservat-Nr. A013'538'788);
	- 1 Paar Freizeitschuhe, Marke "Adidas" (Asservat-Nr. A013'538'799);
	- 1 Jeanshose, Marke "Polo" (Asservat-Nr. A013'538'802);
	- 1 Paar Fleece-Handschuhe, Marke "Roeckl" (Asservat-Nr. A013'538'835);
	- 1 Herrenjacke, Marke "SVSL" (Asservat-Nr. A013'538'857).

	14. Die nachfolgenden, beim Forensischen Institut Zürich (FOR) sichergestellten Gegenstände werden dem Privatkläger C._____ innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids auf erstes Verlangen hin herausgegeben, beziehungsweise nach ...
	- 1 Jeanshose, Marke "Denim House" (Asservat-Nr. A013'538'404);
	- 1 T-Shirt, Marke "De Facto" (Asservat-Nr. A013'538'426).

	15. Nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids werden – mit Ausnahme der zuvor aufgeführten Gegenstände – sämtliche unter der Referenz-Nr. K200216-004 / 77394388 beim Forensischen Institut Zürich (FOR) sichergestellten Spuren und Spurenträger ve...
	16. Rechtsanwalt MLaw X._____ wird für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten A._____ – zusätzlich zu den bereits geleisteten Akontozahlungen von insgesamt Fr. 24'133.80 – mit Fr. 22'623.25 (inkl. MwSt) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	17. Rechtsanwältin MLaw Y._____ wird für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten B._____ – zusätzlich zu den bereits geleisteten Akontozahlungen von insgesamt Fr. 21'842.80 – mit Fr. 18'528.80 (inkl. MwSt) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	18. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
	19.ff. […]"
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte 1 A._____ ist zudem schuldig der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 und Abs. 2 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte 2 B._____ ist zudem schuldig der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 und Abs. 2 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
	3. Der Beschuldigte 1 A._____ wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 275 Tage durch Untersuchungshaft im vorliegenden Verfahren sowie 556 Tage durch Untersuchungshaft und vorzeitigen Strafvollzug im Verfahren der Staatsanwaltschaft Limmat...
	4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten 1 A._____ wird im Umfang von 24 Monaten aufgeschoben und die Probezeit wird auf 3 Jahre festgesetzt. Im übrigen Umfang (12 Monate) wird die Freiheitsstrafe vollzogen, wobei vorgemerkt wird, dass de...
	5. Der Beschuldigte 2 B._____ wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 121 Tage durch Haft erstanden sind.
	6. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten 2 B._____ wird im Umfang von 24 Monaten aufgeschoben und die Probezeit wird auf 3 Jahre festgesetzt. Im übrigen Umfang (12 Monate) wird die Freiheitsstrafe vollzogen, wobei die bereits erstandene H...
	7. Auf den Widerruf der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Frauenfeld vom 29. März 2019 gegen den Beschuldigten 1 A._____ ausgefällten bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 100.– wird verzichtet.
	8. Auf den Widerruf der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 7. März 2017 gegen den Beschuldigten 2 B._____ ausgefällten bedingten Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu Fr. 30.– wird verzichtet.
	9. Von der Anordnung einer Landesverweisung gegen den Beschuldigten 1 A._____ wird abgesehen.
	10. Von der Anordnung eines Tätigkeitsverbots gegen den Beschuldigten 2 B._____ wird abgesehen.
	11. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 19-21) wird bestätigt.
	12. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	13. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden, mit Ausnahme der Kosten der jeweiligen amtlichen Verteidigung, zu einem Drittel auf die Gerichtskasse genommen und je zu einem Drittel den Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der jeweiligen amtlichen Vert...
	14. Mündliche Eröffnu