# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c2f345a6-6c38-5b0b-9349-0b33cadb3386
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.07.2009 E-4400/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4400-2009_2009-07-14.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-4400/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 4 .  J u l i  2 0 0 9

Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 
mit Zustimmung von Richter Walter Lang;
Gerichtsschreiber Jan Feichtinger.

A._______, geboren (...),
Guinea-Bissau,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
11. Juni 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-4400/2009

Sachverhalt:

A.
Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer, ein Staats-
angehöriger  von  Guinea-Bissau  mit  letztem  Wohnsitz  in  B._______ 
seinen  Heimatstaat  im  Dezember  2008,  gelangte  per  Schiff  und 
Fischerboot an einen ihm unbekannten Ort,  von wo er mit  dem Zug 
nach  Frankreich  und  nach  einem  etwa  dreitägigen  Aufenthalt  am 
6. Februar 2009  in  nicht  näher  geklärter  Weise  in  die  Schweiz 
gelangte,  wo  er  gleichentags  um  Asyl  nachsuchte.  Am 
10. Februar 2009 fand in C._______ die Empfangszentrumsbefragung 
statt, am 6. Mai 2009 erfolgte die Anhörung zu den Asylgründen durch 
das BFM. 

Im Wesentlichen machte der Beschwerdeführer dabei geltend, er habe 
seit  seinem dritten  Lebensjahr  bei  seiner  Grossmutter  in  B._______ 
gelebt. Seine Mutter  sei  (...)  verstorben,  seinen Vater,  welcher  beim 
Militär  in  D._______  gearbeitet  und  mit  seiner neuen  Frau  in 
E._______ gelebt habe, habe er etwa zweimal jährlich besucht. Ende 
2006  habe  er  von  der  Ehefrau  seines  Vaters  respektive  von  seiner 
Grossmutter gehört, dass sein Vater von den Behörden festgenommen 
worden sei, weil er sich an einem Staatsstreich gegen die Regierung 
beteiligt habe. Hierauf hätten ihm Angehörige zur Flucht geraten, da er 
andernfalls  ebenfalls  verhaftet  werden  könne. Deshalb  habe er  Gui-
nea-Bissau am 1. Dezember respektive Ende Dezember 2008 mithilfe 
eines Schleppers per Schiff verlassen. 

B.
Mit Verfügung vom 11. Juni 2009 stellte das BFM fest, der Beschwer-
deführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  lehnte  das  Asylge-
such ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie deren 
Vollzug an. 

C.
Gegen  diesen  Entscheid  erhob  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe 
vom  8. Juli 2009  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  und 
beantragte, es sei  die  Verfügung vom 11. Juni 2009 aufzuheben und 
ihm Asyl zu gewähren, eventualiter die Sache zur Neubeurteilung an 
die Vorinstanz zurückzuweisen. Subeventualiter sei die Unzulässigkeit 
und  Unzumutbarkeit  der  Wegweisung  (recte:  des  Wegweisungsvoll-
zugs) festzustellen und ihm die vorläufige Aufnahme zu gewähren. In 

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prozessualer  Hinsicht  beantragte  er  die  Gewährung  der  unentgeltli-
chen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes 
vom 20. Dezember  1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 
172.021) und den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht. Mit Bezug 
auf  das  hängige  Asylverfahren ist  von der  Prozessfähigkeit  des  Be-
schwerdeführers auszugehen, die in der Beschwerde nicht bestritten 
wird (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asyl-
rekurskommission [EMARK] 1996 Nr. 3 S. 19). Er ist durch die ange-
fochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges 
Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Der  Be-
schwerdeführer ist  daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 
(Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, Art. 50 und 52 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-

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hungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 
AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung des Schriftenwechsels 
verzichtet.

4.
Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, 
wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohn-
te,  wegen ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu einer 
bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauun-
gen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, 
solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte  Nachteile 
gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie 
Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; 
den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 
AsylG).

4.1 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

5.
5.1 Das BFM lehnte das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab, da 
seine  Vorbringen  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss 
Art. 7 AsylG nicht standhielten, zumal sie widersprüchlich respektive 
realitätsfremd ausgefallen seien.

Dazu führte das BFM unter anderem aus, der Beschwerdeführer habe 
bei  der  Erstbefragung  erklärt,  die  neue  Ehefrau seines  Vaters  habe 
seine Grossmutter  und diese wiederum ihn über die Verhaftung des 
Vaters  in  Kenntnis  gesetzt,  wohingegen  die  Ehefrau  des  Vaters  ge-
mäss seinen Ausführungen anlässlich der direkten Anhörung mit  der 
Nachricht direkt zu ihm gekommen sei. 

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Weiter  habe  er  im  Rahmen  der  Erstbefragung  geltend  gemacht,  er 
habe sein Heimatland am 1. Dezember 2008 verlassen, was mit seiner 
Aussage  an  der  direkten Anhörung,  wonach  sein  Vater  letztmals  im 
Dezember 2008 zu seiner Grossmutter gekommen sei, nicht vereinbar 
sei. 

Auch mute realitätsfremd an, dass sein Vater die Grossmutter vorgän-
gig  über  den geplanten Staatsstreich  informiert  und sie  angewiesen 
haben  solle,  dem  Beschwerdeführer  gegebenenfalls  zu  helfen,  das 
Land  zu  verlassen.  Es  sei  nicht  einsichtig,  weshalb  man  ihn  nicht 
schon zu diesem Zeitpunkt in Sicherheit gebracht habe. Ebenfalls als 
realitätsfremd sei einzustufen, dass nach der angeblichen Beteiligung 
des  Vaters  an  einem  Putschversuch  der  Beschwerdeführer  wegen 
einer möglichen Gefährdung ausreisen sollte, hinsichtlich der weiteren 
Mitglieder  der  Kernfamilie  (Grossmutter,  (...),  Ehefrau  des  Vaters) 
gemäss  Akten  hingegen  keine  Sicherheitsmassnahmen  ergriffen 
worden seien. 

Insgesamt seien die Asylgründe des Beschwerdeführers nicht glaub-
haft, umso weniger, als der Umstand, dass er kurz nach der Einreise 
bereits mehrfach in den Drogenszenen verschiedener Schweizer Städ-
te  verkehrt  habe,  auf  andere  Ausreisegründe  als  die  vorgebrachten 
schliessen liesse.

5.2 Aus der Rechtsmitteleingabe ergibt sich als Rüge die Verletzung 
von Bundesrecht, indem zu Unrecht auf Unglaubhaftigkeit der Vorbrin-
gen geschlossen worden sei. 

Was die vom BFM festgestellten Ungereimtheit  betreffend die Frage, 
wie  der  Beschwerdeführer  von  der  Verhaftung  des  Vaters  erfahren 
habe,  kann  auf  die  zutreffenden  Ausführungen  des  BFM  verwiesen 
werden,  zumal  in der Rechtsmitteleingabe die bei  der Erstbefragung 
geschilderte  Version  bekräftigt  wird,  ohne  dass  auf  die  anders-
lautenden Ausführungen anlässlich der direkten Anhörung eingegan-
gen  würde.  Auch  der  auf  Beschwerdeebene  unternommene  Erklä-
rungs-  und  Entkräftungsversuch,  wonach  er  sich  an  den  Zeitpunkt 
seiner Ausreise nicht genau erinnern könne, und es sich um ein Miss-
verständnis handeln müsse, wenn im Protokoll der 1. Dezember 2008 
aufgeführt sei, vermag in keiner Weise zu überzeugen, zumal der Be-
schwerdeführer diesen Zeitpunkt ohne Not auf den Tag genau angege-

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ben und nach Rückübersetzung des Protokolls dessen Richtigkeit mit 
seinem Fingerabdruck bestätigt hat (A1 S. 6 und 8). 

Des Weiteren muss die Darstellung in der Beschwerdeschrift, wonach 
in seinem Kulturkreis Frauen einen viel geringeren Stellenwert hätten 
und  deshalb  meist  in  Ruhe  gelassen  würden,  weshalb  nur  er  der 
Gefahr  einer  Reflexverfolgung  ausgesetzt  sei,  als  realitätsfremd  be-
zeichnet werden. Auch unter Berücksichtigung der kulturellen Beson-
derheiten im westafrikanischen Raum ist nicht einsehbar, weshalb na-
mentlich die Ehefrau eines Putschisten völlig unbehelligt an derselben 
Adresse weiter leben können sollte, während dessen Sohn aussage-
gemäss  in  Lebensgefahr  schwebt.  Das  pauschale  Vorbringen  in  der 
Beschwerdeschrift,  wonach  der  Beschwerdeführer  seine  Befürchtun-
gen aufgrund von sprachlichen Schwierigkeiten nicht genau schildern 
könne,  ist  angesichts  der  sonstigen  Qualität  der  Eingabe  als  reine 
Schutzbehauptung zu werten.  

Schliesslich  ist  der  vorinstanzlichen  Feststellung,  wonach  die  offen-
sichtliche Nähe des Beschwerdeführers zur Drogenszene verschiede-
ner Schweizer Städte auf einen anderen Aufenthaltszweck als den ge-
schilderten schliessen lasse,  vollumfänglich  beizupflichten. Dem ver-
mag der Beschwerdeführer nichts Substanzielles entgegen zu setzten. 
Die  Tatsache,  dass  man bei  ihm  "nie  etwas  gefunden" hat,  vermag 
angesichts der notorischen Vorgehensweise von Drogendealern, ledig-
lich  eingeschweisste  Kleinstmengen  an  Betäubungsmitteln  in  der 
Mundhöhle  mit  sich  zu  führen,  welche  im  Falle  einer  Kontrolle  ge-
schluckt  werden können (sog.  "Ameisendealer"),  den Verdacht  eines 
illegalen Aufenthaltszwecks jedenfalls nicht zu entkräften. Schliesslich 
erweist  sich  seine  Darstellung,  wonach  er  in  schlechte  Gesellschaft 
gekommen  sei,  da  er  im  Kanton  F._______  ohne  jede  Betreuung 
geblieben  sei,  angesichts  der  aktenkundigen  sofortigen  Beiordnung 
einer Vertrauensperson (A11 S. 1) als tatsachenwidrig.  

5.3 Zusammenfassend folgt, dass der Beschwerdeführer keine Grün-
de nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft  machen kann. Das 
BFM hat sein Asylgesuch zu Recht abgelehnt.

6.
Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 
so  verfügt  es  in  der  Regel  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

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6.1 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtli-
che  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung 
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

7.
7.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen  werden,  in  dem ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar-
auf  hin,  dass  der  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  nur  Personen 
schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwer-
deführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung 
nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  das  in  Art. 5  AsylG 
verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-Refoulements  im 
vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des 

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Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt 
von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei-
ner  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäi-
schen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des 
UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 
drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinwei-
sen;  EGMR,  Bensaid  gegen  Grossbritannien,  Urteil  vom 6.  Februar 
2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch die all-
gemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat  lässt den Wegwei-
sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig 
erscheinen. 

Der  Beschwerdeführer  wurde  nach  eigenen  Aussagen  am  (...) 
geboren.  Nach  dem  massgebenden  schweizerischen  Recht  (vgl. 
EMARK 1994 Nr. 11 E. 4d S. 92) ist er zum heutigen Zeitpunkt somit 
noch minderjährig, weil  er noch nicht achtzehn Jahre alt  ist. Folglich 
unterliegt er grundsätzlich den Normen der Konvention der Vereinten 
Nationen  über  die  Rechte  der  Kinder  vom  20.  November  1989 
(Kinderrechtskonvention,  KRK;  AS  1998  2055).  Art.  22  Abs. 2  KRK 
zielt  darauf  ab,  durch  Mitwirkung  der  Vertragsstaaten  bei  der 
Informationsbeschaffung  die  Familienzusammenführung  zu  fördern. 
Art.  22  KRK  beschlägt  indes  nur  minderjährige  Asylsuchende  und 
Flüchtlinge, nicht aber ausländische Kinder, deren Asylgesuch wie in 
casu  abgewiesen  worden  ist.  Somit  besteht  keine  völkerrechtliche 
Verpflichtung, im Vorfeld des Vollzugs der Wegweisung eines im Asyl-
verfahren abgewiesenen Kindes Abklärungen über den Aufenthaltsort 
seiner Angehörigen vorzunehmen (vgl. EMARK 1998 Nr. 13 E. 5d.aa 
S. 96 f.). Das Kindeswohl gemäss Art. 3 KRK muss jedoch im Rahmen 
der Zumutbarkeitsprüfung von Art. 83 Abs. 4 AuG (ehemals: Art. 14a 
Abs. 4  ANAG)  als  gewichtiger  Aspekt  mitberücksichtigt  werden  (vgl. 
EMARK 1998 Nr. 13 E. 5e.aa S. 98 f.).

Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne 
der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

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7.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8. 
März 2002, BBl 2002 3818).

In Guinea-Bissau herrscht zum heutigen Zeitpunkt keine Situation von 
Krieg,  Bürgerkrieg  oder  allgemeiner Gewalt  in  dem Sinne,  dass von 
einer generellen Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung für alle 
von dort stammenden Asylsuchenden auszugehen wäre.

Der Wortlaut von Art. 83 Abs. 4 AuG bringt  zum Ausdruck, dass aus 
humanitären Gründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der 
Schweiz, auf den Vollzug der Wegweisung zu verzichten ist, wenn die 
Rückkehr in den Heimat- oder Herkunftsstaat für die betroffene Person 
eine  konkrete  Gefährdung  bedeutet  oder  wenn  andere  Umstände 
vorliegen, die den Vollzug der Wegweisung als nicht zumutbar erschei-
nen lassen. Die  Bestimmung lässt  mithin Raum, bei  der Beurteilung 
der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges auch Überlegungen ein-
fliessen zu lassen, die sich unter dem Aspekt des nach Art. 3 Abs. 1 
KRK zu beachtenden Kindeswohls ergeben können. Der Minderjährig-
keit  kommt  eine  zentrale  Bedeutung  zu,  da  nach  weiterhin  gültiger 
Praxis (vgl. dazu EMARK 1998 Nr. 13; Grundsatzurteil)  im Falle von 
unbegleiteten Minderjährigen das Kindeswohl im Rahmen der Prüfung 
der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges mitzuberücksichtigen ist 
(vgl. a.a.O., E. 5e.aa), woraus sich gleichzeitig die Verpflichtung ergibt, 
von Amtes wegen die spezifisch mit der Minderjährigkeit verbundenen 
Aspekte des Wegweisungsvollzuges abzuklären (vgl. a.a.O., E. 5e.bb).

Der (...)-jährige Beschwerdeführer steht kurz vor seiner Volljährigkeit, 
mithin befindet er sich nicht in einem Alter, in dem er einer ständigen 
Unterstützung durch Erwachsene bedürfte. Aufgrund der vorliegenden 
Akten legte er nach seiner Einreise in die Schweiz auch kein kindli-
ches Verhalten an den Tag. Dies zeigt sich nicht zuletzt darin, dass er 
sich offensichtlich in der Drogenszene aufhält. Wegen Verdachts des 
Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz  vom 3. Oktober  1951 
(BetmG, SR 812.121) wurde ihm am (...)  eine Ausgrenzug aus dem 
Kantonsgebiet G._______ im Sinne von Art. 74 AuG eröffnet (vgl. A19 

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S. 5), eine gleichartige Ausgrenzug drohte ihm der Kanton F._______ 
am  (...)  an.  Bei  dieser  Sachlage  ist  vorliegend  nicht  von  einer 
besonderen Betreuungsbedürftigkeit infolge  Minderjährigkeit auszuge-
hen. Schliesslich ist  darauf  hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer 
sein ganzes Leben in Guinea-Bissau verbracht hat und daher mit den 
dortigen Gepflogenheiten und Mentalitäten  – wohl im Gegensatz zur 
Schweiz, wo er sich erst seit rund fünf Monaten aufhält – bestens ver-
traut ist, was eine Reintegration bei einer Rückkehr in sein Heimatland 
sicher erleichtern dürfte. Zudem verfügt er mit seiner Grossmutter, (...), 
seinem Vater und dessen Ehefrau, deren Adressen bekannt sind, über 
die naheliegendsten Kontakte in seiner Heimat. Auch sprechen keine 
sonstigen individuellen Unzumutbarkeitsgründe gegen eine Rückkehr, 
zumal  es sich beim Beschwerdeführer um einen soweit  aktenkundig 
gesunden  jungen  Mann  handelt.  Die  in  der  Rechtsmitteleingabe 
vorgebrachten gesundheitlichen Beschwerden ("[...]") sind durch nichts 
belegt  und  erscheinen  nachgeschoben,  zumal  sie  erstmals  auf 
Beschwerdeebene  geltend  gemacht  wurden.  Aufgrund  dessen 
vermögen sie an der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nichts zu 
ändern. 

Insgesamt sprechen damit weder die allgemeine Lage in Guinea noch 
individuelle Gründe gegen die Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegwei-
sung des Beschwerdeführers.

7.4 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

7.5 Insgesamt  ist  die  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisung  zu 
bestätigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zu-
mutbar  und  möglich  erachtet.  Nach dem Gesagten fällt  eine  Anord-
nung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art.  83  Abs.  1-4 
AuG).

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt  und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Es ist 
somit festzustellen, dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerde-
führers zu Recht abgelehnt und die Wegweisung sowie deren Vollzug 

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zu Recht angeordnet hat. Die Beschwerde ist nach dem Gesagten ab-
zuweisen.

9.
Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 
ist mit vorliegendem Urteil  ohne vorgängige Instruktion gegenstands-
los geworden.

10.
Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  ist  das  Verfahren  als  aus-
sichtslos zu bezeichnen, weshalb das Gesuch um Gewährung der un-
entgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 abzuweisen 
ist.

11.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG)  und  auf  insgesamt 
Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m.  Art. 2 und 3 
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä-
digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss 
Art. 65 Abs. 1 und 2 wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht anden Beschwerdeführer, das BFM und (...).

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Gabriela Freihofer Jan Feichtinger

Versand: 

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