# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1efdb62c-ec7c-556e-a8ac-f5bdc6f4257d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-11-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.11.2023 D-6090/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6090-2023_2023-11-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6090/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  N o v e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichterin Chiara Piras, 

mit Zustimmung von Richterin Roswitha Petry;  

Gerichtsschreiberin Martina von Wattenwyl. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

Albanien,  

(…),   

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (Art. 40 i.V.m. Art. 6a Abs. 2 AsylG); 

Verfügung des SEM vom 31. Oktober 2023 / N (…). 

 

 

 

D-6090/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a A._______ (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) und ihr Sohn 

B._______ (nachfolgend: der Beschwerdeführer), beide albanische Staats-

angehörige, reisten gemeinsam mit der Mutter respektive Grossmutter der 

Beschwerdeführenden (N […], Verfahrensdossier D-6094/2023) eigenen 

Angaben zufolge am 21. September 2023 in die Schweiz ein und ersuch-

ten gleichentags um Asyl.   

A.b In den Akten befinden sich unter anderem die Originale der Reise-

pässe und Identitätskarten der Beschwerdeführerenden sowie der origi-

nale Führerschein der Beschwerdeführerin.  

B.  

Mit Vollmacht vom 27. September 2023 zeigte die den Beschwerdeführen-

den zugewiesene Rechtsvertretung des Bundesasylzentrums (BAZ) der 

Region (…) ihr Mandat an. 

C.  

Am 9. Oktober 2023 fand die Personalienaufnahme der Beschwerdefüh-

renden statt.  

D.  

D.a Am 19. Oktober 2023 fand die Anhörung zu den Asylgründen der Be-

schwerdeführenden statt.  

D.b Die Beschwerdeführerin führte bezüglich ihrer Biographie zusammen-

fassend aus, dass sie im Alter von sechszehn Jahren ungewollt schwanger 

geworden sei und in der Folge den Vater ihres Sohnes geheiratet habe. 

Vier Jahre später sei es zur Trennung gekommen, weil der Ehemann spiel-

süchtig gewesen sei und die Familie nicht unterstützt habe; ausserdem 

seien ihm Straftaten vorgeworfen worden. Danach seien sie und der Be-

schwerdeführer zu ihrer Mutter respektive seiner Grossmutter gezogen 

und sie habe neben einem Masterstudium in (…) an der (…) eines bekann-

ten Restaurants sowie in der (…) einer Vertriebsfirma gearbeitet. Ihre Asyl-

gründe erläuterte sie im Wesentlichen mit Problemen mit ihrem Ex-Mann. 

Im Jahr 2020 habe sie auf dem Rechtsweg versucht, die unbezahlten Un-

terhaltsbeiträge des Ex-Mannes einzufordern und sei dabei – wie auch ihre 

Mutter – von ihm bedroht worden. Nach einer Anzeigeerstattung und einer 

Untersuchung habe das angerufene Gericht eine Schutz- respektive Fern-

haltemassnahme gegen ihn angeordnet und ihn erstinstanzlich zu zwei 

D-6090/2023 

Seite 3 

Monaten Haft verurteilt. Nachdem sie sich zuletzt im Juni 2023 gesehen 

hätten, habe der Ex-Mann sie mit dem Tod bedroht, sollte die noch hängige 

Berufungsklage die Haftstrafe bestätigen. Er habe ihr nahegelegt, die 

Geldforderung beim Gericht zurückzuziehen, was sie aus Angst vor ihm 

schliesslich in die Wege geleitet habe. Darüber hinaus sei es mit ihrem Ex-

Freund C._______ zu Problemen gekommen. Im Jahr 2018 habe sie ihn 

durch ihre Cousine kennengelernt, mit dieser Cousine habe sie bereits in 

der Vergangenheit (gerichtliche) Streitigkeiten, unter anderem wegen einer 

Wohnungsschenkung eines Onkels an sie, gehabt. C._______ habe vor-

gegeben, geschieden und an einer festen Beziehung mit ihr interessiert zu 

sein. Da er in Frankreich lebe, hätten sie nie zusammengewohnt. Nachdem 

sie jedoch erfahren habe, dass er nicht geschieden sei, habe sie sich von 

ihm trennen wollen. Er habe sie jedoch bedroht und psychologischen Druck 

auf sie ausgeübt, um die Trennung zu verhindern. Sie habe Angst gehabt, 

da sie erfahren habe, dass er eine kriminelle Vergangenheit habe und sehr 

gefährlich sei. Im März 2022 habe er versucht, sie zu erwürgen respektive 

umzubringen. Nach einer Versöhnung habe er ihr einen Ring gekauft, wel-

chen seine Ehefrau gefunden und C._______ damit konfrontiert habe. Da-

bei sei die Ehefrau verprügelt und mit einem Messer angegriffen worden, 

worauf C._______ festgenommen worden sei. Während der Haft habe er 

sie angerufen und ihr aufgetragen, sich nicht von ihm zu trennen. In der-

selben Zeit habe sie durch die Ehefrau mehrere Drohanrufe und Nachrich-

ten erhalten; sie solle sich von C._______ fernhalten. Nach seiner Haftent-

lassung habe sie ihn am 21. September 2023 in Frankreich besucht und 

dabei in seinem Mobiltelefon Nachrichten gefunden, aus denen hervorge-

gangen sei, dass er und ihre Cousine, welche die Wohnungsschenkung 

gerichtlich angefochten habe, gemeinsam planten, sie (die Beschwerde-

führerin) mittels angedrohter Veröffentlichung intimer Aufnahmen zu er-

pressen. Nachdem sie die Trennung ausgesprochen habe, habe er ge-

droht, die Aufnahmen zu veröffentlichen. Auch sein Bruder habe ihr ge-

droht, sie umzubringen. Sie habe keine Anzeige erstattet. Im Mai 2023 so-

wie im Juni 2023 habe er ihr respektive ihrer Mutter erneut gedroht. Ange-

sichts dieser Umstände hätte sie sich entschieden, Albanien zu verlassen.  

D.c Der Beschwerdeführer führte zusammenfassend aus, er sei in 

D._______ geboren und aufgewachsen. Er habe mit seiner Mutter bei sei-

ner Grossmutter gelebt. Während seiner zwischenzeitlich abgeschlosse-

nen Schule sei er Opfer von Mobbing geworden. Deshalb habe er vier Mal 

die Schule wechseln müssen. Sein Vater habe sich nie um ihn gekümmert 

und er habe ihn zuletzt gesehen, als er zehn- oder elfjährig gewesen sei. 

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Seite 4 

C._______ habe er zwei oder drei Male getroffen, aber keine Probleme mit 

ihm gehabt.  

E.  

Mit Eingabe vom 19. Oktober 2023 reichte die Rechtsvertretung folgende 

Beweismittel zu den Akten:  

- Ein Arztbericht der Beschwerdeführerin; 

- Diverse Ausbildungsdokumente der Beschwerdeführerin;  

- Ein Arztbericht und Zeugnisse des Beschwerdeführers und Unterlagen bezüg-

lich Mobbingvorfällen in der Schule;  

- Verschiedene WhatsApp-Verläufe zwischen der Beschwerdeführerin und ih-

rem Cousin sowie C._______, dessen Schwester, dessen Ehefrau und Toch-

ter sowie ihrer Mutter;  

- Verschiedene WhatsApp-Verläufe zwischen der Mutter der Beschwerdeführe-

rin und C._______;  

- Diverse gerichtliche Dokumente bezüglich des Ex-Ehemannes der Beschwer-

deführerin; 

- Ein Dokument betreffend die Trennung zwischen C._______ und dessen Ehe-

frau;  

- Telefonspam der Beschwerdeführerin durch C._______; 

- Verschiedene Fotos mit der Beschwerdeführerin und der Familie von 

C._______. 

 

F.  

Mit Eingabe vom 20. Oktober 2023 reichte die Rechtsvertretung eine Kopie 

einer Bescheinigung des Bezirksgerichts D._______ bezüglich Unterhalts-

zahlungen des Vaters an den Beschwerdeführer und einen Konversations-

verlauf zwischen der Beschwerdeführerin und C._______ ein.  

 

G.  

Am 30. Oktober 2023 nahmen die Beschwerdeführenden Stellung zum 

Entscheidentwurf des SEM.   

 

H.  

Mit Verfügung vom 31. Oktober 2023 (gleichentags eröffnet) lehnte die 

Vorinstanz die Asylgesuche der Beschwerdeführenden ab, verneinte die 

Flüchtlingseigenschaft, verfügte die Wegweisung sowie deren Vollzug und 

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Seite 5 

forderte sie auf, die Schweiz sowie den Schengen-Raum bis am Tag nach 

Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, ansonsten sie unter Zwang in ih-

ren Heimatstaat zurückgeführt werden könnten. Der Kanton (…) wurde mit 

dem Vollzug der Wegweisung beauftragt und es wurden ihnen die editions-

pflichtigen Akten ausgehändigt. 

 

I.  

Am 2. November 2023 legte die Rechtsvertretung ihr Mandat nieder.  

 

J.  

Am 6. November 2023 (Datum Poststempel) erhoben die Beschwerdefüh-

renden gegen die vorinstanzliche Verfügung beim Bundesverwaltungsge-

richt Beschwerde und beantragten, dass die Verfügung vom 31. Oktober 

2023 aufzuheben und die Flüchtlingseigenschaft festzustellen sowie ihnen 

Asyl in der Schweiz zu gewähren sei. Subeventualiter sei die Sache zur 

Neubeurteilung und zur vertieften Abklärung an die Vorinstanz zurückzu-

weisen. In prozessualer Hinsicht beantragten sie die unentgeltliche Pro-

zessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.  

Der Beschwerde liegen nebst der Empfangsbestätigung und dem Ent-

wurfsentscheid des SEM Kopien eines handschriftlich verfassten Schrei-

bens der Beschwerdeführerin vom 28. Oktober 2023, einer Antwort eines 

Kontaktformulars des SEM, einer Bestätigung einer Beschwerdeeinrei-

chung an die Vereinten Nationen (United Nations Human Rights), diverser 

Chatverläufe, einer Rechnung eines Hotels, eines Antwortschreibens be-

züglich eines Beschwerdeschreibens an den Menschenrechtsrat sowie Fo-

tos eines Zuweisungsschreibens der Medic-Help vom 17. Oktober 2023 

und eines ärztlichen Kurzberichts vom 17. Oktober 2023 den Beschwerde-

führer betreffend, verschiedener Gerichtsunterlagen, zweier handschriftlich 

verfasster Schreiben, diverser Diplome der Beschwerdeführenden und 

Ausschnitten von Zeitungsartikeln bei.  

K.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

7. November 2023 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). 

 

 

 

D-6090/2023 

Seite 6 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-

desverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwal-

tungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesge-

setzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, 

SR 172.021). Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist 

daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachge-

biet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das 

Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vor-

liegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgül-

tig, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor 

welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asyl-

gesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31], Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 

Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [BGG, 

SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig ent-

scheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).  

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Be-

schwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 3 AsylG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).  

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entscheiden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur 

summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf 

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Seite 7 

Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwech-

sels verzichtet.  

4.  

Das vorliegende Verfahren wird mit dem Verfahren der Mutter respektive 

der Grossmutter der Beschwerdeführenden (Verfahrensdossier D-6094/ 

2023) koordiniert beurteilt.   

5.  

Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob die Vorinstanz zu Recht 

die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden verneint und ihre 

Asylgesuche abgelehnt hat.  

6.  

6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken und eine bestimmte Intensität 

aufweisen beziehungsweise die mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in 

absehbarer Zukunft begründeter Weise zu befürchten sind respektive zu-

gefügt zu werden drohen (vgl. BVGE 2011/51 E. 6.1 m.w.H.). Dabei genügt 

es nicht, dass diese Furcht lediglich mit Vorkommnissen oder Umständen, 

die sich früher oder später möglicherweise ereignen könnten, begründet 

wird. Es müssen hinreichende Anhaltspunkte für eine konkrete Bedrohung 

vorhanden sein, die bei jedem Menschen in vergleichbarer Lage Furcht vor 

Verfolgung und damit den Entschluss zur Flucht hervorrufen würden (vgl. 

BVGE 2010/9 E. 5.2; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizeri-

schen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 1 E. 6.a; 2005 Nr. 21 

E. 7.1). 

 

6.2 Aufgrund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die 

Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft voraus, dass die betroffene Per-

son in ihrem Heimat- oder Herkunftsstaat keinen ausreichenden Schutz vor 

nichtstaatlicher Verfolgung finden kann. Der Schutz gilt als ausreichend, 

wenn eine funktionierende Schutzinfrastruktur zur Verfügung steht und die-

se dem Betroffenen zugänglich ist, wobei von einem Staat nicht erwartet 

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werden kann, dass er jederzeit präventiv in alle Lebensbereiche seiner Bür-

ger eingreifen kann (vgl. zur Schutztheorie BVGE 2011/51 E. 7.1-7.4, 

2008/12 E. 7.2.6.2, 2008/4 E. 5.2, D-48/20200 vom 7. Februar 2022 

E. 4.2). 

6.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

7.  

7.1 Die Vorinstanz begründete ihren Entscheid zusammenfassend damit, 

dass die Beschwerdeführenden aus Albanien, einem nach Art. 6a Abs. 2 

Bst. a AsylG definierten verfolgungssicheren Staat, stammten. Es sei da-

her davon auszugehen, dass die von der Beschwerdeführerin geltend ge-

machte nicht-staatliche Verfolgung durch den albanischen Staat geahndet 

werde. Bezüglich der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten 

Zwangsverheiratung und häuslicher Gewalt sei festzuhalten, dass in Alba-

nien seit 2012 Zwangsehen sowie häusliche Gewalt verboten seien und 

betroffene Frauen Anzeige erstatten könnten. Es sei aktenkundig, dass sie 

2020 erfolgreich gegen ihren ehemaligen Ehemann eine rund halbjährige 

Fernhaltemassnahme respektive einen Schutzbefehl erwirkt habe. Auch 

die Verurteilung ihres Onkels wegen sexuellen Missbrauchs zu mehreren 

Jahren Haft deute stark darauf hin, dass die albanische Justiz aktiv straf-

rechtlich vorgehe; es sei von der Schutzwilligkeit Albaniens auszugehen. 

Ihre pauschalen und unbelegten Behauptungen, dass alle albanischen öf-

fentlichen Institutionen korrupt seien sowie ihre eingereichten Beweismittel 

könnten an dieser Gesamteinschätzung nichts ändern. Ferner sei zu be-

merken, dass allfällige Ermittlungen bezüglich der geltend gemachten Er-

pressung mittels intimer Aufnahmen ausserhalb der Zuständigkeit der 

Schweiz liegen würden. Der Beschwerdeführerin könne zugemutet wer-

den, sich diesbezüglich an die albanischen oder französischen Behörden, 

am Wohnsitzstaat von C._______, zu wenden. Insgesamt würden weder 

ihre vagen Schilderungen noch die eingereichten Beweismittel zur An-

nahme führen, dass die geltend gemachten Nachteile in ihrer Intensität 

eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung darstellten. Auch die einge-

reichten Fotos der durch C._______ erlittenen Misshandlungen der Ehe-

frau könnten nicht belegen, dass dieser zu lebensbedrohlicher Gewalt 

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neige. Zum Einwand in der Stellungnahme zum Entscheidentwurf, dass sie 

in der Schweiz besser vor C._______ geschützt sei, da gegen ihn eine 

Einreisesperre verhängt worden sei, sei zu entgegnen, dass die Einreise-

sperre im September 2019 aufgehoben worden sei. Auch die vom Be-

schwerdeführer geschilderten vergangenen Probleme mit seinen Mitschü-

lern wiesen weder die notwendige Intensität, noch ein asylrechtlich rele-

vantes Verfolgungsmotiv auf. Schliesslich sei bezüglich ihres geltend ge-

machten psychisch schlechten Gesundheitszustands auf die in Psychiatrie 

spezialisierte Abteilung des Universitätsspitals D._______ zu verweisen, in 

welcher ein Grossteil der Krankheitsbilder behandelt werde. Eine Wegwei-

sung erweise sich demnach als zulässig und aus individueller Sicht auch 

als zumutbar.  

 

7.2 Die Beschwerdeführerin hielt – mit Verweis auf den von ihr anlässlich 

der Anhörung vorgebrachten Sachverhalt – den Argumenten der Vor- 

instanz zusammenfassend entgegen, dass sie genügend ausgeführt habe, 

dass die albanische Polizei korrupt sei und ihr als alleinerziehende Mutter 

ohne unterstützende Familienangehörige keinen Schutz biete. Obwohl sie 

sich wegen zivilrechtlicher Angelegenheiten an die heimatliche Polizei und 

die Justiz gewandt habe, sei keine Lösung erfolgt und sie habe keine Ant-

wort der Justizbehörden erhalten. Ausserdem sei nach ihrer Ausreise – am 

22. Oktober 2023 – fast bei ihr eingebrochen worden; sie gehe davon aus, 

dass dieser Einbruch etwas mit ihrem Ex-Partner C._______ zu tun gehabt 

habe, um sie einzuschüchtern. Zudem habe die Vorinstanz ihre eingereich-

ten Dokumente, welche die vorgebrachte Lebensbedrohung belegten, 

nicht vollständig geprüft. Schliesslich könne eine Wegweisung aufgrund 

des schlechten Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers nicht erfol-

gen. Sodann schilderte die Beschwerdeführerin verschiedene Situationen, 

anlässlich welchen ihr Sohn (der Beschwerdeführer) und ihre Mutter im 

BAZ schlecht behandelt worden seien.  

 

8.  

8.1 Bei Albanien handelt es sich um einen verfolgungssicheren Staat im 

Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG (vgl. dazu Anhang 2 der Asylverord-

nung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]). Die Bezeichnung ei-

nes Landes als sogenanntes «Safe Country» beinhaltet die Regelvermu-

tung, dass eine flüchtlingsrechtlich bedeutsame staatliche Verfolgung nicht 

stattfindet und der behördliche Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung ge-

währleistet ist. Es handelt sich dabei um eine relative Verfolgungssicher-

heit, weshalb diese Regelvermutung im Einzelfall aufgrund konkreter und 

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substanziierter Hinweise umgestossen werden kann (vgl. Urteil des BVGer 

E-4982/2020 vom 15. Januar 2021 E. 5.1 m.w.H.). 

8.2 Das Bundesverwaltungsgericht kommt nach Prüfung der Akten zum 

Schluss, dass die Vorinstanz zu Recht die Vorbringen der Beschwerdefüh-

renden als asylrechtlich irrelevant erachtet hat. Hierzu ist vollumfänglich 

auf die vorinstanzliche Verfügung zu verweisen (vgl. SEM-Akte A31/13) 

und ergänzend festzustellen, dass auch die Ausführungen sowie die ein-

gereichten Beweismittel der Mutter respektive der Grossmutter der Be-

schwerdeführenden (vgl. Urteil des BVGer D-6094/2023 vom 14. Novem-

ber 2023E. 8) dem nichts Stichhaltiges entgegen zu setzen vermögen. Be-

züglich der Probleme mit dem Ex-Mann und dem ehemaligen Verlobten 

C._______ der Beschwerdeführerin ist festzustellen, dass sie, nachdem 

sie sich an die albanische Justiz gewandt hatte, erfolgreich eine vom 

24. Dezember 2019 bis zum 24. Juni 2020 geltende Fernhaltemass-

nahme respektive einen Schutzbefehl erwirkt hat. Vor diesem Hintergrund 

kann angenommen werden, dass die albanischen Behörden schutzwillig 

und schutzfähig sind. Bezüglich ihrer Befürchtung, zukünftig von 

C._______ bedroht zu werden, ist ebenfalls davon auszugehen, dass sie 

die Hilfe der albanischen Behörden beanspruchen können wird. Schliess-

lich ist das vom Beschwerdeführer erlebte Mobbing während seiner – in-

zwischen abgeschlossenen – Schulzeit asylrechtlich ebenfalls nicht rele-

vant.  

 

8.3 Den Beschwerdeführenden ist es nicht gelungen darzulegen, dass die 

albanischen Behörden nicht schutzwillig wären. Nach dem Gesagten ge-

lang es den Beschwerdeführenden nicht, die Regelvermutung umzustos-

sen, dass im vorliegenden Einzelfall die Schutzwilligkeit der heimatlichen 

Behörden nicht gewährleistet sei. Bei allfälligen zukünftigen Problemen mit 

Drittpersonen werden sie sich erneut an die albanischen Behörden wenden 

können.  

8.4 Bezüglich der äusserst vage beschriebenen Vorfälle im BAZ ist darauf 

hinzuweisen, dass die Beschwerdeführenden die Möglichkeit haben, sich 

bei Problemen direkt an das BAZ zu wenden und dort ihre Anliegen darzu-

tun. Überdies geht aus den Akten hervor, dass sie bereits mittels eines 

Kontaktformulars am 25. Oktober 2023 ihre Probleme schildern konnten 

und die zuständige Stelle ihre Anliegen behandelt hat (vgl. SEM-Akten 

A23/3 und A35/5).   

D-6090/2023 

Seite 11 

8.5 Abschliessend ist festzuhalten, dass sich entgegen der Behauptung in 

der Rechtsmitteleingabe (vgl. Beschwerde S. 1, erster Abschnitt) keine 

Hinweise auf eine ungenügende Sachverhaltsabklärung ergeben, zumal 

auch nicht weiter begründet wird, weshalb der Sachverhalt ungenügend 

erstellt worden sein soll respektive welche Dokumente nicht geprüft wor-

den sein sollen.  

8.6 Zusammenfassend kommt das Gericht zum Schluss, dass es den Be-

schwerdeführenden nicht gelungen ist, eine im Sinne von Art. 3 AsylG re-

levante Verfolgungsgefahr nachzuweisen oder glaubhaft darzulegen sowie 

die Regelvermutung umzustossen, dass im vorliegenden Einzelfall die 

Schutzwilligkeit der heimatlichen Behörden nicht gewährleistet sei. Die  

Vorinstanz hat die Flüchtlingseigenschaft zu Recht verneint und ihre Asyl-

gesuche abgelehnt. 

9.  

9.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

 

9.2 Die Beschwerdeführerenden verfügen weder über eine ausländer-

rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung 

einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 

44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.) 

 

10.  

10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer 

und über die Integration vom 16. Dezember 2005 [AIG, SR 142.20]). 

 

10.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-

weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

 

10.3  

10.3.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

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Seite 12 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

 

10.3.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge-

nossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Übereinkommens 

vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschli-

che oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der 

Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der 

Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der 

Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung 

unterworfen werden. 

10.3.3 Das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement schützt nur 

Personen, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den Beschwerde-

führenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung 

nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG veran-

kerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine 

Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführenden in ihren Hei-

matstaat Albanien ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG recht-

mässig. 

 

10.3.4 Sodann sind keine Anhaltspunkte für eine in Albanien drohende 

menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 BV und 

von Art. 3 FoK ersichtlich. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in 

Albanien lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als 

unzulässig erscheinen. 

10.3.5 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich sowohl im Sinn der asyl- 

als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen als zulässig. 

10.4  

10.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 

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Seite 13 

medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefähr-

dung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläu-

fige Aufnahme zu gewähren. 

10.4.2 Mit der vom Bundesrat als bezeichnetes «Safe Country» im Sinne 

von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG gilt eine Rückkehr abgewiesener Asylsu-

chender nach Albanien grundsätzlich als zumutbar (Art. 83 Abs. 5 AIG). Es 

herrscht dort keine Situation von Krieg, Bürgerkrieg oder allgemeiner Ge-

walt, weshalb in konstanter Praxis von der generellen Zumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs nach Albanien ausgegangen wird. Es obliegt der be-

troffenen Person, diese Regelvermutung gegebenenfalls mit substanziier-

ten Gegenargumenten umzustossen. 

10.4.3 Gründe ausschliesslich medizinischer Natur lassen den Wegwei-

sungsvollzug im Allgemeinen nicht als unzumutbar erscheinen, es sei 

denn, die erforderliche Behandlung sei wesentlich und im Heimatland nicht 

erhältlich. Entsprechen die Behandlungsmöglichkeiten im Herkunftsland 

nicht dem medizinischen Standard in der Schweiz, bewirkt dies allein noch 

nicht die Unzumutbarkeit des Vollzugs. Von einer solchen ist erst dann aus-

zugehen, wenn die ungenügende Möglichkeit der Weiterbehandlung eine 

drastische und lebensbedrohende Verschlechterung des Gesundheitszu-

stands nach sich zieht (vgl. BVGE 2011/50 E. 8.3 und 2009/2 E. 9.3.2 je 

m.w.H.). 

10.4.4 Dem Bericht der Medic-Help sowie dem ärztlichen Kurzbericht vom 

17. Oktober 2023 zufolge ist der Beschwerdeführer weder in medizinischer 

Behandlung, noch ist eine solche vorgesehen. Gegen sein (…) hat er be-

reits in Albanien Medikamente erhalten. Seine geltend gemachten diversen 

Allergien, für welche er zurzeit keine Medikamente einnimmt (vgl. SEM-

Akte A25/8 F5-8), sind bei Bedarf ebenfalls problemlos in Albanien behan-

delbar und die entsprechenden Medikamente dort erhältlich. Dasselbe gilt 

für den von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Eisenmangel wie 

auch ihre vorgebrachten, jedoch ärztlich nicht belegten, psychologischen 

Probleme. Zur Behandelbarkeit psychischer Probleme ist zudem auf aus-

führlichen Erläuterungen der Vorinstanz zu verweisen (vgl. SEM-Akte 

31/13, S 9).  

10.4.5 Schliesslich lassen auch keine individuellen Gründe auf eine kon-

krete Gefährdung der Beschwerdeführenden in ihrem Heimatland schlies-

sen. Hierzu ist auf die vorinstanzlichen Erwägungen zu verweisen, welche 

vollumfänglich zu stützen sind (vgl. SEM-Akte A31/13, S. 10) und ergän-

zend hinzufügen, dass die Beschwerdeführerin bis zu ihrer Ausreise für 

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Seite 14 

sich und den Beschwerdeführer finanziell aufkommen konnte. Ausserdem 

verfügen sie über eine Eigentumswohnung, in welcher sie mit der Mutter 

respektive der Grossmutter gelebt haben, weshalb auch die Wohnsituation 

geregelt erscheint. Angesichts ihrer Ausbildung und ihrer Berufserfahrung 

wird es der Beschwerdeführerin möglich sei, erneut eine Anstellung zu fin-

den. Nachdem der Beschwerdeführer seine obligatorische Schulbildung 

abgeschlossen hat, kann davon ausgegangen werden, dass er nach seiner 

Rückkehr eine Ausbildung wird beginnen können.  

10.4.6 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

10.5 Die Beschwerdeführenden verfügen über bis am 20. März 2029 res-

pektive 12. Juli 2028 gültige heimatliche Reisepässe, weshalb der Vollzug 

der Wegweisung auch möglich ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

10.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

11.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

12.  

12.1 Die Beschwerde ist angesichts der vorstehenden Erwägungen als 

aussichtslos zu qualifizieren. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung ist deshalb ungeachtet der geltend gemachten (je-

doch nicht belegten) prozessualen Bedürftigkeit abzuweisen. Der Antrag 

auf den Verzicht der Erhebung eines Kostenvorschusses wird mit dem vor-

liegenden Urteil gegenstandslos. 

12.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 750.– 

den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 1–3 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]; Art. 63 Abs. 1 VwVG).   

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Chiara Piras Martina von Wattenwyl 

 

 

Versand: