# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 03849945-8c26-5d13-bc57-72edad135596
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-08-22
**Language:** de
**Title:** Verrechnung von IV-Leistungen mit Leistungen der Sozialhilfe BS und BL nicht zu beanstanden
**Docket/Reference:** IV.2023.00389
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2023.00389.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2023.00389
V. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Philipp, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichterin Curiger
Sozialversicherungsrichter Kübler
Gerichtsschreiberin Böhme
Urteil
vom
22. August 2024
in Sach
en
X.___
Beschwerdeführerin
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
Mit Verfügung vom
4. August 2023
sprach die
Eidgenössische Invaliden
ver
si
che
rung,
IV-Stelle
Zürich,
der 1999 geborenen
X.___
rückwirkend ab
1.
Ju
ni 2021 bis
31.
Juli 2023
eine befristete ganze
Invalidenrente
zu
(Urk.
14/
5 [= Urk. 2]).
Weil
die Sozialhilfe Basel-Stadt am 14. Ju
li 2023
(korrigiert am 28. Juli 2023)
für die Zeit vom 1. April 2022 bis 30. Juni 202
3
eine Verrechnung
bean
tragt hatte (Urk. 14/2 f.),
ver
rechnete
die IV-Stelle
die Nachzahlung von Fr. 41'698.-- im Um
fang von Fr. 24'135.-- mit von der Sozialhilfe Basel-Stadt er
brachten
Sozialhilfel
eis
tun
gen
(Urk. 2 S. 2; vgl. auch Urk. 14/4)
.
1.2
Am 18. Au
gust 2023 bean
trag
te die
Gemeinde
Y.___
, Soziale Dienste,
für die Zeit vom 1. Juni 2021 bis 31. März 2022 eben
falls ei
ne Ver
rechnung (Urk. 14/6).
Da
raufhin
zog die IV-Stel
le die Ver
fü
gung vom 4. Au
gust 2023
(Urk. 2)
in Wi
e
der
erwägung
,
be
stätigte mit Verfügung vom 21. Au
gust 2023 den Anspruch der Ver
sicherten auf eine befristete
ganze
In
va
li
den
rente für die Zeit vo
m
1.
Juni 2021 bis
31.
Juli 2023 und
verrechnete die Nach
z
ah
lung von Fr. 41'698.-- im Umfang von Fr. 24'135.-- mit von der Sozialhilfe Ba
sel-Stadt und im Umfang von Fr.
15'343.60
mit von
der Gemeinde
Y.___
,
So
ziale Dienste
,
erbrachten
So
zial
hilfeleis
tun
gen
(Urk. 14/8 [= Urk.
8
]; vgl. auch Urk. 14/7).
2.
Gegen die Verfügung vom 4. August 2023 (Urk. 2) erhob die Versicherte mit Ein
gabe vom
15. August 2023 Beschwerde und beantragte sinngemäss
, es sei ihr die ge
samte Nachzahlung im Umfang von Fr. 41'
6
98.-- auszubezahlen (Urk. 1).
Die IV-Stelle
schloss mit Beschwerdeantwort vom 12. Oktober 2023
(Urk. 12)
unter
Bei
lage
ei
ner
Stellungnahme der Ausgleichskasse
Arbeitgeber Basel
vom 10. Ok
to
ber 2023 (Urk. 13)
auf Ab
wei
sung der Beschwerde.
Mit Verfügung vom 16. Ok
to
ber 2023 ord
nete das hie
sige Gericht einen zweiten Schriftenwechsel an (Urk. 15)
; die Be
schwer
de
füh
rerin
reichte innert Frist kei
ne Replik ein
, wo
rüber die IV-Stelle mit Ver
fügung vom 12. De
zem
ber 2023 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 17)
.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.
1
Gemäss Art. 22 Abs. 2
lit. a
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
ver
sicherungsrechts (ATSG)
können Nachzahlungen von Leistungen des
So
zial
ver
sicherers
unter anderem
der öffentlichen Fürsorge
abgetreten werden
, so
weit diese Vor
schuss
zah
lun
gen leiste
t
.
Art. 85
bis
Abs. 1 der Verordnung über die In
validenversicherung (IVV)
sieht
wei
ter vor, dass
öffentliche Fürsorgestellen
, welche im Hinblick auf eine Rente der Invalidenversicherung Vorschuss
leis
tun
gen erbracht haben, ver
langen können, dass die Nachzahlung dieser Rente bis zur Höhe ihrer Vorschussleistung ver
rech
net und an sie aus
be
zahlt
wird.
Die bevorschussenden Stellen haben ihren An
spruch mit besonderem Formular frühestens bei der Rentenanmeldung und spä
tes
tens im Zeitpunkt der Verfügung der IV-Stelle geltend zu machen. A
ls Vor
schuss
leistungen
gelten
unter ande
rem
die
vertraglich oder aufgrund eines Ge
setzes erbrachte
n
Leistungen, soweit aus dem Vertrag oder dem Gesetz ein ein
deu
tiges Rückforderungsrecht infolge der Rentennachzahlung abgeleitet werden kann (Art. 85
bis
Abs. 2 lit. b IVV).
Die Nach
zahlung darf der bevorschussenden Stel
le höchstens im Betrag der Vor
schuss
leistung und für den Zeitraum, in wel
chem diese erbracht worden ist, aus
be
zahlt werden (Art. 85
bis
Abs. 3 IV
V
).
1.
2
Die Drittauszahlung von Nachzahlungen der Invalidenversicherung setzt nach dem Willen des Gesetzgebers trotz
dem
Wortlaut von Art. 22 Abs. 2 ATSG nicht in je
dem Fall voraus, dass die versicherte Person ihre Nachzahlungsforderung vor
gängig an den bevorschussenden oder vorleistenden Dritten abgetreten hat. Viel
mehr bleiben Art. 85
bis
IVV und die darin vorgesehenen Zulässigkeitskriterien für eine Drittauszahlung weiterhin anwendbar (vgl.
BGE 132 V 113 E. 3.3.3;
Ur
teil des Bundesgerichts I 428/05 vom 18. April 2006 E. 4.2-4.4
; Meyer/Reich
muth, Recht
sprechung des Bundesgerichts zum Bundesgesetz über die Invaliden
ver
si
che
rung IVG, 4. Auflage, Zürich/Ba
sel/Genf 2022, Art. 50 N 20
).
1.
3
Rechtsgrundlage für die
von
der Sozialhilfe Basel-Stadt der Beschwerdeführerin er
brachte Sozialhilfe ist das
kantonale
Sozialhilfegesetz
(SG
890.100
)
.
Dieses sieht in §
12 Abs. 2 vor, dass im Falle bevorschusster Versiche
rungs
leistungen die be
tref
fenden Ansprüche im Umfang der geleisteten Zah
lun
gen an die Sozialhilfe über
gehen.
Darüber hinaus legt § 16 des Sozialhilfegesetzes
Basel-Stadt
fest, dass die Sozial
hilfe Anspruch auf Verrechnung res
pektive Rückerstattung der vor
schuss
weise er
brachten Leistungen hat, wenn der unterstütz
t
en Person nach
träg
lich für die Zeit
spanne, in der sie öffentliche Unter
stützung bezogen hat, Sozial
ver
si
che
rungs
leistungen, welche ihrem Zweck nach dem Unterhalt de
r
be
dürf
ti
gen Person die
nen, ausgerichtet werden.
1.4
Rechtsgrundlage für die von der Gemeinde
Y.___
, Soziale Dienste, der Be
schwerdeführerin erbrachte Sozialhilfe ist das
kantonale
Gesetz über die Sozial- und die Ju
gendhilfe
(Sozialhilfegesetz, SHG; SGS 850).
§ 12 des Sozial
hilfe
ge
setzes
Basel-Landschaft
legt fest, dass die unterstützte Person verpflichtet ist, be
zo
gene Unter
stüt
zun
gen in dem Umfang zurückzuerstatten, als ihr nachträglich ge
setzliche oder ver
tragliche Leistungen Dritter für den Unterstützungszeitraum zu
fliessen (Abs. 1). Das unterstützende Gemeinwesen kann die Leistungen Dritter di
rekt bei die
sen einfordern und mit der zurückzuerstattenden Unterstützung ver
rech
nen (Abs. 2).
2.
2.1
2.1.1
Mit Verfügung vom 4. August 2023 sprach die IV-Stelle der Beschwerdeführerin rück
wirkend ab 1. Juni 2021 bis 31. Juli 2023 eine befristete ganze Invalidenrente zu
und
verrechnete die Nachzahlung in der Höhe von Fr. 41'698.--
mit von der So
zial
hilfe Basel-Stadt erbrachten
Vorschussl
eistungen im Umfang von Fr. 24'135.--
und hi
e
lt fest, es werde
eine Drittauszahlung vorgenommen
(Urk. 2).
Mit der die Verfügung vom 4. August 2023 ersetzenden Verfügung vom 21. Au
gust 2023 bestätigte die IV-Stelle den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine befristete ganze Invalidenrente für die Zeit vom 1. Juni 2021 bis 31. Juli 2023 und verrechnete die Nachzahlung in der Höhe von Fr. 41'698.-- sowohl mit von der Sozialhilfe Basel-Stadt erbrachten
Vorschussl
eistungen im Umfang von Fr. 24'135.-- wie auch mit von der Gemeinde
Y.___
, Soziale Dienste, er
brach
ten
Vorschussl
eis
tun
gen im Umfang von Fr. 15'343.60
,
und hielt abermals fest, es würden
Dritt
aus
zah
lun
gen vorgenommen
(Urk. 8).
2.1.2
Die Ausgleichskasse
führte
er
gän
zend mit Schreiben vom 10. Ok
tober 2023 unter Ver
weis auf § 16 des So
zial
hil
fegesetzes Basel-Stadt sowie § 12 des Sozial
hil
fe
ge
setzes Basel-Landschaft
aus
,
die Nachzahlung der Invalidenrente sei perio
den
ge
recht mit den Leistungen der Sozialbehörden verrechnet worden, wel
chen ein ge
setzlicher Rück
for
de
rungs
an
spruch zustehe. Mithin sei die Ver
rech
nung zu Recht erfolgt; was die Be
schwer
de
führerin dagegen vorbringe, sei un
erheblich (Urk. 13).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte gegen die Verfügung vom 4. August 2023 im We
sentlichen vor,
es sei ihr Recht, dass die gesamte Nachzahlung im Umfang von Fr. 41'698.-- an sie ausbezahlt werde.
Sowohl von der Stadt
Z.___
, Soziale Dienste, wie auch von der Gemeinde
Y.___
, Soziale Dienste, sei ihr mitgeteilt wor
den, dass sie als junge Erwachsene (unter 25 Jahre alt) nichts zurück
zu
zah
len habe
, weshalb die IV-Stelle zu Unrecht eine Drittauszahlung vorgenommen ha
be
(Urk. 1).
3.
3.1
Strittig und zu prüfen ist die Rechtmässigkeit der
vorgenommenen Verrechnung mit
den Sozialhilfe
leistungen
der So
zialhilfe Basel-Stadt in der Höhe von Fr. 24'135.-- sowie der Gemeinde
Y.___
, Soziale Dienste, in der Höhe von Fr. 15'343.60
(Urk. 2 und 8)
.
3.2
Die IV-Stelle zog die ursprüngliche rentenzusprechende Verfügung vom 4. Au
gust 2023 (Urk. 2)
lite
pendente noch vor Erstatten der Beschwerdeantwort in Wie
dererwägung und ersetzte sie durch die Verfügung vom 21. August 2023 (Urk. 8
).
Nach
Art. 53 Abs. 3 ATSG
kann der Versicherungsträger eine Verfügung, gegen wel
che Beschwerde erhoben wurde, so lange wiedererwägen, bis er gegenüber der Be
schwerdebehörde Stellung nimmt. Entspricht der Entscheid einer solchen – nicht an die Voraussetzungen gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG gebundenen (vgl. BGE 107 V 191) – Wiedererwägung den Begehren der beschwerdeführenden Partei nicht, ist das Beschwerdeverfahren
nicht gegenstandslos, sondern
weiter
zu
füh
ren.
Weil sich
durch den Wiedererwägungsentscheid, die Verfügung der IV-Stelle vom 21. August 2023 (Urk. 8), vorliegend
der Nachzahlungsbetrag
an die Be
schwer
deführerin
ver
rin
ger
te, stellt diese zweite Verfügung
indes
bloss einen An
trag an das Gericht dar, wie zu ent
scheiden ist (vgl. Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Auf
lage, Zürich/Basel/Genf 202
0
, Art. 53 N 90).
D
ie Verfügung vom 21. Au
gust 2023 (Urk. 8)
ist nichtig (
vgl.
zum Ganzen
Urteil des Bundesge
richts 8C_1036/2012 vom 21. Mai 2013 E. 3.3; ferner BGE 127 V 228 E. 2b/
bb
).
3.3
3.3.1
Am 29. Juni 2023 informierte die Ausgleichskasse
die Sozialhilfe Basel-Stadt
da
rüber
,
dass
die Beschwerdeführerin für den Zeitraum vom 1. Juni 2021 bis 31. Juli 2023 An
spruch auf Nachzahlungen der Invalidenversicherung in der Höhe
von ins
ge
samt Fr. 41'698.--
habe
(Urk. 14/2). Daraufhin stellte die Sozialhilfe Basel-Stadt am 14. Ju
li 2023
innert der von der Ausgleichskasse angesetzten Frist
mit
tels
des un
terzeichneten Formulars
zunächst
Antrag auf Ver
rech
nung von Fr.
22'542.-- für die Zeit vom 1. Mai 2022 bis 30. Juni 202
2
und
korrigierte
am 28. Ju
li 2023
den
An
trag auf Verrechnung
auf
Fr. 24'135.-- für die Zeit vom 1. April 2022 bis 30. Juni 2023 (Urk. 14/2 und 14/3).
Dem Verrechnungsantrag
legte die Sozialhilfe Basel-Stadt den
Klientenkontoauszug
ab
April 2022
, da
tie
rend vom 14. Juli 2023,
bei
, welchem sich Einnahmen in der Höhe von Fr. 1'536.55 und Aus
ga
ben in der Höhe von Fr. 48'688.65
entnehmen lassen
, mit
hin ein Saldo von
Fr.
-
47'152.10
re
sul
tiert
(Urk. 14/2 S. 3-5
; vgl. auch den Ver
rech
nungsnachweis, Urk. 14/4 und 14/7
).
3.3.2
Die Gemeinde
Y.___
, Soziale Dienste, stellte am 18. August 2023 ebenfalls in
nert der von der Aus
gleichskasse angesetzten Frist mittels des unterzeichneten For
mulars Antrag auf Verrechnung von Fr. 15'343.60 für die Zeit vom 1. Juni 2021 bis 31. März 2022 (Urk. 14/6).
Sie legte den
Klientenkontoauszug
ab Juni 2021
, datierend vom 18. August 2023 bei, welchem sich
Einnahmen in der Höhe von 103.15 und Ausgaben in der Höhe von Fr. 15'446.75
entnehmen lassen
, mit
hin ein Saldo von
Fr. -15'343.60
resultiert
(
Urk. 14/6 S. 3
;
vgl.
auch den Ver
rech
nungs
nachweis, Urk. 14/7
).
3.4
Die beiden Verrechnungen
(an die Sozialhilfe Basel-Stadt sowie an die Gemeinde
Y.___
, Soziale Dienste)
erfolgten aufgrund des dafür vorgesehenen Formulars und der beigelegten Kontoauszüge
(Urk. 14/2 f. und 14/6)
sowie gestützt auf
die entsprechenden Rechtsgrundlagen (vgl. E. 1.3 und 1.4)
.
Den
Kontoauszügen sind überdies die einzelnen Ausgaben sowie die Gesamtausgaben im Un
ter
stützungs
zeit
raum
sowie die Differenz zu den Einnahmen
zu entnehmen
, wes
halb kein An
lass besteht, an der jeweiligen Berechnung des Rückforderungs
be
tra
ges zu zwei
feln.
Im Übrigen wären Streitigkeiten über Bestand und/oder Höhe der Rück
er
stat
tungs
forderung zwischen der
Beschwerdeführerin
und der
/den
Vor
schuss
leis
ten
den auszutragen. Die IV-Stelle ist demgegenüber nicht befugt, da
rüber zu be
fin
den (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_115/2013 vom
30. Sep
tem
ber 2013
E. 5.2; fer
ner
Meyer/Reichmuth,
a.a.O.
, Art.
50 N
16
).
Die
Beschwerdeführerin
bringt
dies
be
züglich nichts
vor
respektive
hat
aktenausweislich nichts
Entsprechendes
vorgebracht,
weshalb es im vorliegenden Verfahren damit sein Bewenden hat
.
3.5
Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, es sei ihr mitgeteilt worden, dass sie als junge Erwachsene nichts zurückzuzahlen habe (vgl. E. 2.2
;
Urk. 1
),
ist an
zu
mer
ken, dass
das Sozialhilfegesetz Basel-Landschaft in § 14a
Abs. 1 zwar
eine Be
frei
ung von der Rücker
stattungspflicht für junge Erwachsene
bis zum voll
en
de
ten 25. Le
bens
jahr vor
sieht, sich diese Bestimmung indes
ausdrücklich auf § 13 Abs. 1 (Rücker
stattung aufgrund wirtschaftlicher Verhältnisse) bezieht, nicht je
doch auf
den vor
liegend einschlägigen § 12
des Sozialhilfegesetzes Basel-Land
schaft
(Rück
er
stat
tung aufgrund Leistungen Dritter)
.
Dem
gegenüber sieht das Sozialhilfegesetz Basel-Stadt in § 17 Abs. 2 vor, dass wirt
schaftliche Hilfe, die jemand vor dem voll
endeten 18. Altersjahr bezogen hat, vom Unterstützten selbst nicht zurückge
fordert werden
darf. Abs. 3 derselben Be
stim
mung sieht darüber hinaus vor, dass wirtschaftliche Hilfe, die jemand bis zum Ab
schluss der ersten Berufsausbildung bezogen hat, vom Unterstützten nicht zu
rück
gefordert werden darf, soweit sie für die Kosten der ordentlichen beruflichen
Erst
ausbildung ausgerichtet wurde. Indes sind
vor
liegend
weder § 17 Abs.
1
noch Abs. 2
einschlägig.
So hatte
die Beschwerdeführerin
einerseits das 18. Le
bens
jahr im Zeitraum der
von der Sozialhilfe Basel-Stadt ausgerichteten
Sozialhilfe
leis
tun
gen (April 2022 bis Mai 2023) bereits überschritten
,
andererseits
lässt sich
dem
Klientenkontoauszug
nicht ent
nehmen, dass ihr
in diesem Zeitraum
wirt
schaft
liche Hilfe für die Kos
ten der ordentlichen beruflichen Erstausbildung aus
ge
rich
tet
worden wäre
(vgl. Urk. 14/2)
,
was im Übrigen aufgrund des Um
stan
des
be
stä
tigt
wird
, dass ihr während
dieser Zeit
eine ganze Invalidenrente ausgerichtet wur
de
.
3.6
Im Ergebnis
sind
die vorgenommene
n
Verrechnung
en
mit
den
Sozial
hilfe
leis
tun
gen der So
zialhilfe Basel-Stadt in der Höhe von Fr. 24'135.--
und
der Gemeinde
Y.___
, Soziale Dienste, in der Höhe von Fr. 15'343.60
nicht zu beanstanden
. Die angefochtene Verfügung ist daher – wie von der IV-Stelle sinngemäss bean
tragt – dahingehend abzuändern
,
als festgestellt wird, dass neben der
Dritt
aus
zah
lung an die
Sozialhilfe
Basel-Stadt auch eine solche an die Gemeinde
Y.___
, Soziale Dienste,
im Umfang von Fr. 15'343.60 zu erfolgen hat, womit sich der an die Versicherte zu bezahlende Betrag auf Fr.
2'255.40 reduziert.
4.
Da die vorliegende Streitsache nicht die Bewilligung oder Verweigerung von In
validenversicherungsleistungen betrifft (vgl. BGE 129 V 362 E. 2), ist das Ver
fah
ren kostenlos (Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invaliden
ver
si
che
rung [
IVG
]
).
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
Die Verfügung vom 4.
August 2023 wird dahingehend ab
geändert, dass die IV-Stelle verpflichtet wird, auch an die Gemeinde
Y.___
, Soziale Dienste,
eine Drittauszahlung vorzunehmen. Dies im Umfang von Fr.
15'343.60, wo
mit sich der an die Versichert
e
zu bezahlende Betrag auf Fr.
2'255.40 verringert.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
-
Sozialhilfe Basel-Stadt,
Klybeckstrasse
15,
4057
Basel
-
Sozialberatung
Y.___
,
Y.___
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
ge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit dem 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift
der beschwerdeführenden Partei oder ihrer Rechtsvertretung
zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
PhilippBöhme