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**Case Identifier:** b903fde0-8e57-5d17-a8c7-c0c2407e6b74
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.06.2019 200 2019 36
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-36_2019-06-11.pdf

## Full Text

200 19 36 IV
FUR/LUB/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Juni 2019

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 11. Dezember 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2019, IV/19/36, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1964 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im Januar 2013 unter Hinweis auf einen Status nach Malum 
perforans Grosszehe rechts mit Amputation, Vorfussabszess rechts, Diabe-
tes mellitus Typ II, insulinpflichtig, arterielle Hypertonie, Status nach akuter 
Niereninsuffizienz und Status nach Präsynkope bei der Eidgenössischen 
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV [act. II] 1). 
Nachdem die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) Abklärungen 
in erwerblicher sowie medizinischer Hinsicht getätigt und dabei insbeson-
dere eine Beurteilung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 
6. Januar 2014 (act. II 40) eingeholt hatte, verneinte sie nach durchgeführ-
tem Vorbescheidverfahren (act. II 42) mit Verfügung vom 6. März 2014 
einen Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 37 % (act. II 51).

Im Juli 2017 ersuchte der Versicherte erneut um Leistungen der IV 
(act. II 110). Die IVB nahm wiederum medizinische und erwerbliche Ab-
klärungen vor; sie holte namentlich einen Bericht des RAD vom 24. August 
2018 (act. II 143 S. 3 ff.) ein. Mit Vorbescheid vom 30. August 2018 
(act. II 144) stellte sie die Verneinung des Rentenanspruchs in Aussicht 
und führte aus, die Abklärungen hätten ergeben, dass sich die gesundheit-
liche Situation unverändert darstelle und somit keine wesentlichen langan-
dauernden Veränderungen mit Auswirkung auf die Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit vorlägen. Weiterhin sei eine angepasste Tätigkeit in einem vollen 
Pensum mit einer Leistungsminderung von 15 % zumutbar. Der Einkom-
mensvergleich der Verfügung vom 6. März 2014 habe unverändert Gültig-
keit. Nach Einwand des Versicherten (act. II 145, 149) verfügte die IVB am 
11. Dezember 2018 wie angekündigt (act. II 153).

B.

Mit Eingabe vom 15. Januar 2019 erhob der Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, Beschwerde. Er beantragt, die Verfügung der 

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IV-Stelle Bern vom 11. Dezember 2018 sei aufzuheben und die Akten sei-
en zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

Mit Beschwerdeantwort vom 6. Februar 2019 schliesst die Beschwerde-
gegnerin unter Verzicht auf eine umfassende Stellungnahme auf Abwei-
sung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 11. Dezember 2018 
(act. II 153). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers 
auf eine Rente der IV und dabei insbesondere die Frage, ob sich seit 2014 
eine anspruchsrelevante Veränderung des Sachverhalts ergeben hat.

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). In Streitigkei-
ten, die weder von grundsätzlicher Bedeutung noch von grosser Tragweite 
sind, können sie auf dem Zirkulationsweg auch Mehrheitsbeschlüsse fas-
sen (Art. 56 Abs. 5 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die 
Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands oder Hilfebedarfs des 

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Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenver-
sicherung [IVV; SR 831.201]). Wurde eine Rente, eine Hilflosenentschädi-
gung oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, 
wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebe-
darfs kein Anspruch auf einen Assistenzbeitrag entsteht, verweigert, so 
wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach 
Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 
351). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden 
kann, der Anspruch auf eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei be-
gründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen 
sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2). Diese Eintretensvoraussetzung 
soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden 
und nicht näher begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts 
darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 
S. 112).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsgesuch ein, 
so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die 
von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invali-
ditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der Invali-
ditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän-
derung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie 
zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um 
nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invali-
dität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

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Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Rentenan-
spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berück-
sichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggeben-
den Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts-
schätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; 
SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung vom 19. Juli 2017 (vgl. 
act. II 110 S. 9) eingetreten und hat den Leistungsanspruch materiell ge-
prüft, womit die Eintretensfrage vom Gericht nicht zu beurteilen ist (BGE 
109 V 108 E. 2b S. 114). Indes ist zu prüfen, ob im massgebenden Ver-
gleichszeitraum zwischen der rentenablehnenden Verfügung vom 6. März 
2014 (act. II 51) und der Verfügung vom 11. Dezember 2018 (act. II 153) 
eine Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die 
geeignet ist, den Invaliditätsgrad in einer für den Rentenanspruch erhebli-
chen Weise zu beeinflussen (vgl. E. 2.3 hiervor).

3.2 Im Hinblick auf die Verfügung vom 6. März 2014 (act. II 51) kann 
den Akten in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen Folgendes entnom-
men werden:

3.2.1 Im Operationsbericht des Spitals C.________ vom 13. September 
2012 (act. II 7.2 S. 17 f.) über die tags zuvor durchgeführte Amputation der 

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Grosszehe rechts wurde ein Malum perforans Dig. I Fuss rechts bei Diabe-
tes mellitus Typ II diagnostiziert. Am 6. November 2012 erfolgte eine Re-
sektion des zweiten Strahls. Dabei wurde als Diagnose ein diabetisches 
Fusssyndrom, Osteitis Metatarsale II angegeben (act. II 15 S. 5 f.).

3.2.2 Die Hausärztin Dr. med. D.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin, erwähnte im Bericht vom 27. August 2013 (act. II 31 S. 2-5) 
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Diabetes melli-
tus Typ II, insulinpflichtig (März 2010), ein diabetisches Fusssyndrom, Os-
teitis Metatarsale II (November 2012), einen Status nach Grosszehen-
Amputation rechts (September 2012) und eine diabetische Retinopathie 
(S. 2). Einschränkungen bestünden in der Gang- und Stehfähigkeit. Aus-
geübt werden sollte eine wechselbelastende Tätigkeit, sitzend, gehend, 
stehend, wobei vorwiegend sitzend. Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr 
zumutbar. Aktuell bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 %, bei angepasster 
Tätigkeit sei eine Steigerung möglich (S. 4).

3.2.3 PD Dr. med. E.________, Facharzt für Chirurgie, diagnostizierte im 
Bericht vom 2. September 2013 (act. II 36 S. 2 ff.) einen Diabetes mellitus 
mit peripheren Zirkulationsstörungen im Bereich beider Beine, einen Status 
nach Amputation im Bereich des Fusses rechts und Augenprobleme mit 
konsekutiven regelmässigen Lucentis-Injektionen in beide Augen. In der 
beruflichen Tätigkeit als … sei der Patient zu 100 % arbeitsunfähig (S. 3). 
Er sei eingeschränkt für längeres Stehen, grössere Gehleistung, körperlich 
anstrengende Arbeiten, Tragen von Lasten. Zudem bestünden eine Seh-
schwäche und eine psychisch reduzierte Belastbarkeit. Für eine sitzende, 
wenig belastende Arbeit (Sortieren, Einordnen etc.) bestehe eine 50 %-ige 
Arbeitsfähigkeit (S. 4).

3.2.4 Im Verlaufsbericht des Spitals C.________ vom 17. September 
2013 (act. II 35) wurde angegeben, dass sich der Gesundheitszustand ver-
bessert habe. Seit der letzten Diagnosestellung habe sich keine Änderung 
ergeben. Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe ein Diabetes mellitus und 
ein diabetisches Fusssyndrom. Es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von ca. 
50 % wegen bleibend reduzierter körperlicher Belastbarkeit (S. 1).

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3.2.5 Die RAD-Ärztin Dr. med. F.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin, führte im Bericht vom 6. Januar 2014 (act. II 40 S. 3 f.) als 
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Diabetes mellitus 
mit hoher Komplikationsrate: Status nach Mal perforans, diabetische Vas-
kulopathie, diabetische Retinopathie (fast sicher auch Nephropathie), Poly-
neuropathie, auf (S. 3). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei ein 
metabolisches Syndrom und anamnestisch ein Alkoholproblem. Dem Ver-
sicherten seien sitzende Tätigkeiten mit gelegentlich Aufstehen und Her-
umgehen bzw. wechselbelastend mit deutlich mehr Sitzen als Ste-
hen/Gehen vollschichtig (100 % Präsenz) mit einer Leistungsfähigkeit von 
85-90 % zumutbar, wobei gröbere Arbeiten möglich seien, hingegen keine 
Feinarbeit (wegen den Augen). Die bisherige Tätigkeit als … sei somit nicht 
mehr zumutbar (S. 4).

3.3 Hinsichtlich der Entwicklung des Gesundheitszustandes seit Erlass 
der Verfügung vom 6. März 2014 (act. II 51) lässt sich den Akten – soweit 
entscheidwesentlich – das Folgende entnehmen:

3.3.1 Am 25. März 2014 erfolgte im Spital C.________ eine IP-Resektion 
im Strahl III bei diagnostiziertem diabetischem Fusssyndrom und ankylo-
sierter Hammerzehe III rechts (act. II 78 S. 7).

Im Bericht des Spitals C.________ vom 6. Februar 2015 (act. II 78 S. 2 ff.) 
nannte Dr. med. G.________, Facharzt für Chirurgie, als Diagnosen mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen insulinpflichtigen Diabetes melli-
tus Typ II, ein diabetisches Fusssyndrom und einen Status nach erweiterter 
Zehen-amputation 1/2 rechts 2012 (S. 2). Längere stehende Tätigkeiten 
seien nicht möglich. Die bisherige Tätigkeit als … sei in einem zeitlichen 
Rahmen von ca. 50 % mit einer verminderten Leistungsfähigkeit von ca. 
20 % zumutbar (S. 4). Rein sitzende Tätigkeiten seien ganztags und wech-
selbelastende Tätigkeiten seien im Umfang von 4 Stunden pro Tag zumut-
bar (S. 6).

3.3.2 Im Bericht der Klinik H.________ vom 11. Februar 2015 (act. II 80 
S. 2 ff.) wurde ausgeführt, es bestehe eine bekannte diabetische Retinopa-
thie mit intravitrealer Therapie mit Lucentis bei Bedarf. Eine Arbeitsunfähig-
keit sei keine bescheinigt worden (S. 2).

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3.3.3 Im Bericht des Spitals C.________ vom 11. Januar 2016 (act. II 121 
S. 19) wurde ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma diagnostiziert. Die Bildge-
bung zeige eine Atlantodentalarthrose und Osteochondrose HWK 5/6, eine 
intrazerebrale Blutung und ossäre traumatische Veränderungen lägen nicht 
vor.

3.3.4 Die behandelnden Ärzte des Spitals C.________ erhoben im Be-
richt vom 30. November 2016 (act. II 118 S. 5 f.) als Diagnose einen Status 
nach konservativer Therapie einer Metacarpaleschaftfraktur IV (rechts). Die 
Beweglichkeit der Hand habe sich mittlerweile deutlich gebessert, der 
Faustschluss sei fast komplett möglich (S. 5). Eine Arbeitsunfähigkeit wer-
de noch für einen Monat ausgestellt. Mit einer Arbeitsfreigabe könne gege-
benenfalls teilweise ab Januar 2017 geplant werden. Der Patient werde aus 
der Behandlung entlassen (S. 6).

3.3.5 Prof. Dr. med. I.________, Facharzt für Ophthalmologie, führte am 
3. Februar 2017 am linken Auge eine Wiederherstellung der Vorderkam-
mer, eine Irisreposition sowie corneosklerale limbusparallele Nähte durch 
und diagnostizierte eine Bulbusberstung mit Irisprolaps nach Contusio bulbi 
bei Unfallereignis am Vortag, eine Pseudophakie, einen Diabetes mellitus 
sowie einen Zustand nach mehrfachen intravitrealen Injektionen bei diabe-
tischer Makulopathie (act. II 134 S. 12).

Am 6. Februar 2017 nahm Prof. Dr. med. I.________ am linken Auge eine 
pars plana-Vitrektomie, einen Wiederverschluss der dehiszenten Verlet-
zungswunde limbusständig sowie eine Eingabe einer Silikonendotampona-
de und eine antibiotische Spülung im Vorder- und Hintersegment vor 
(act. II 118 S. 3).

3.3.6 Im Verlaufsbericht vom 14. September 2017 (act. II 121 S. 2-7) dia-
gnostizierte die Hausärztin Dr. med. D.________ mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit einen Diabetes mellitus, insulinpflichtig, mit diabetischer 
Retinopathie rechts, Polyneuropathie und Angiopathie mit Status nach Ze-
henamputation und eine Bulbusverletzung linkes Auge Februar 2017 (S. 2). 
Seit 2015 sei vor allem eine Verschlechterung des Visus links bei vorbe-
stehender diabetischer Retinopathie rechts eingetreten (S. 3). Seit Februar 
2017 bestehe eine 100 % Arbeitsunfähigkeit. Zuvor habe der Patient nie 

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eine Tätigkeit aufnehmen können. Als Einschränkung bestehe ein Diabetes 
mit progredienter Sekundärmanifestation. Bei der Arbeit wirke sich die Vi-
suseinschränkung aus (S. 4).

3.3.7 Im Bericht der Klinik H.________ vom 31. Januar 2018 (act. II 134 
S. 1-6) wurden als Diagnosen ein Status nach perforierender Augenverlet-
zung (ED 3. Februar 2017) mit Amaurose links seit 13. Februar 2017 und 
eine nicht proliferative diabetische Retinopathie rechts seit 5. Juni 2012 
genannt (S. 1). Vom 13. Januar bis 5. März 2017 sei eine 100 %-ige Ar-
beitsunfähigkeit attestiert worden. Es bestehe eine funktionelle Einäugig-
keit. Bei fehlendem Stereosehen sei die bisherige Tätigkeit als … nicht 
mehr zumutbar (S. 3). Andere Arbeitstätigkeiten (…, … etc.) seien nach 
Umschulung zumutbar (S. 4).

3.3.8 Der RAD-Arzt Dr. med. J.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, stellte im Bericht vom 24. August 2018 (act. II 143) folgende Dia-
gnosen:

Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit

1) Traumatische perforierende Augenverletzung am 02.02.2017 links mit Bulbus-
berstung und Irisprolaps nach Contusio bulbi 
 03.02.2017: Vorderkammer-Wiederherstellung, Irisreposition, corneo-

sklerale limbusparallele Nähte 
 06.02.2017: Pars plana-Vitrektomie, Wiederverschluss der dehiszenten 

Verletzungswunde limbusständig sowie Eingabe einer Silikonendotampo-
nade mit antibiotischer Spülung im Vorder- und Hintersegment 

 vollständige Blindheit links 
2) Diabetes mellitus Typ II 

 insulinpflichtig, HbA1C-Werte und -Verlauf nicht bekannt 
 diabetische Polyneuropathie und Angiopathie (diabetisches Fusssyndrom) 
 12.09.2012: Amputation Grosszehe rechts bei Malum perforans 
 06.11.2012: Amputation Zehe Il rechts bei Malum perforans und Osteitis 

Metatarsale Il 
 diabetische Makulopathie rechts (siehe Diagnose 3) 

3) Diabetische Makulopathie rechts 
 Zustand nach mehrfachen intravitrealen Injektionen mit Lucentis 
 21.09.2017: Visus rechts unkorrigiert 0.63, korrigiert 0.7 (Fahrtauglichkeit 

für die 1. Medizinische Gruppe gegeben bei zusätzlicher Einäugigkeit)

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit

4) IP-Resektion Zehe Ill rechts am 25.03.2014 bei ankylosierter Hammerzehe Ill 
rechts 

5) Pseudophakie

Aufgrund der vorliegenden Akten könne festgehalten werden, dass die seit 
der letzten Verfügung vom 6. März 2014 in der Zwischenzeit neu aufgetre-

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tenen Gesundheitsschädigungen nicht zu einer längerdauernden Arbeits-
unfähigkeit (mindestens drei Monate) oder einer wesentlichen Änderung 
des vom RAD am 6. Januar 2014 formulierten angepassten Leistungspro-
fils geführt hätten, womit eine relevante Verschlechterung seit der erwähn-
ten Verfügung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht ausgewiesen 
sei. Wegen der diabetischen Spätschäden bestünden Einschränkungen für 
körperlich mittelschwere bis schwere sowie für vorwiegend stehende und 
gehende Tätigkeiten. Feinarbeiten seien nicht möglich (S. 4).

3.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem An-
stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 
mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, 
wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die 
Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 
E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen 
in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen 
lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten 
im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut-
achters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E. 3b 
ee S. 354).

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3.5 In medizinischer Hinsicht basiert die angefochtene Verfügung vom 
11. Dezember 2018 (act. II 153) im Wesentlichen auf der Aktenbeurteilung 
von Dr. med. J.________ vom 24. August 2018 (act. II 143 S. 3 ff.). Der 
RAD-Arzt untersuchte den Beschwerdeführer nicht persönlich, sondern 
verfasste seinen Bericht einzig aufgrund der Akten. Zwar können auch rei-
ne Aktengutachten beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vor-
liegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an 
sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte 
ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt. 
Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und Stellungnahmen 
regionaler ärztlicher Dienste (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 
21. März 2018, 9C_524/2017, E. 5.1). Soll ein Versicherungsfall jedoch 
ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind 
an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch 
nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versiche-
rungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen 
vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65). Wie nachfolgend dargelegt, 
bestehen vorliegend zumindest geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit die-
ser Aktenbeurteilung, weshalb sie zur abschliessenden Beurteilung des 
Leistungsgesuchs nicht geeignet ist.

3.5.1 Was zunächst den Diabetes, das leichte Schädel-Hirn-Trauma so-
wie die Lumboischialgie anbgelangt, ist nicht von einer relevanten Verände-
rung auszugehen. Der Diabetes sowie dessen Folgen bezüglich Geh- und 
Stehfähigkeit (diabetisches Fusssyndrom mit Status nach Grosszehen-
Amputation rechts) sind gegenüber dem Referenzzeitpunkt im März 2014 
(act. II 51) im Wesentlichen unverändert geblieben. Nach der am 25. März 
2014 im Spital C.________ erfolgten IP-Resektion bei ankylosierter Ham-
merzehe III rechts (act. II 78 S. 7) hielt der behandelnde Chirurge Dr. med. 
G.________ am 6. Februar 2015 fest, dass dem Beschwerdeführer längere 
stehende Tätigkeiten nicht (mehr) und die bisherige Tätigkeit als … zu ei-
nem Pensum von 50 % mit einer Leistungsminderung von 20 % möglich 
seien (act. II 78 S. 4). Rein sitzende Tätigkeiten seien ihm ganztags und 
wechselbelastende Tätigkeiten 4 Stunden pro Tag seit April 2014 (ohne 
Leistungsminderung) zumutbar (act. II 78 S. 6). Dies entspricht dem von 
der RAD-Ärztin Dr. med. F.________ formulierten Zumutbarkeitsprofil vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2019, IV/19/36, Seite 13

6. Februar 2014, wonach sitzende Tätigkeiten mit gelegentlich Aufstehen 
und Herumgehen bzw. wechselbelastend mit deutlich mehr Sitzen als Ste-
hen/Gehen vollschichtig (mit einer Leistungsminderung von 10-15 % wegen 
der Augenproblematik) zumutbar sind (act. II 40 S. 4). Das am 8. Januar 
2016 erlittene leichte Schädel-Hirn-Trauma (act. II 121 S. 19 f.) führte nicht 
zu einer längeren Arbeitsunfähigkeit und „neue“ lumbale Beschwerden mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sind nicht ausgewiesen. Der Be-
schwerdeführer verwies diesbezüglich allein auf den Befundbericht des 
LWS-MRI vom 19. Mai 2014 (act. II 118 S. 8; Beschwerde S. 4 Art. 3), wel-
cher kurz nach der Verfügung vom 6. März 2014 (act. II 51) erstellt wurde 
und auf eine bereits seit längerer Zeit vorbestehende Pathologie hindeutet. 
Die degenerativen Veränderungen können kaum in der kurzen Zeit seit 
dem Referenzzeitpunkt entstanden sein und der Spinalkanal war gemäss 
Einschätzung des Dr. med. K.________, Facharzt für Radiologie, wohl so-
gar bereits kongenital eng gelegt (act. II 118 S. 8). Es bestehen – entgegen 
der Argumentation in der Beschwerde (S. 5 Art. 3) – keine Hinweise auf 
Wurzelirritationen. Zwar kommt es wohl zum Wurzelkontakt L4, es sind 
jedoch weder eigentliche Reizungen oder Schädigungen der Nervenwurzel 
(Radikulopathie) noch neurologische Ausfallerscheinungen dokumentiert. 
Der Beschwerdeführer legt auch keine aktuellen Arztberichte vor, welche 
die von ihm erwähnte Lumboischialgie näher substantiiert.

3.5.2 In Bezug auf die am 9. August 2016 erlittene Mittelhandfraktur 
rechts (act. II 118 S. 5 f., act. II 121 S. 11-18) sind nach der konservativen 
Behandlung keine die Arbeitsfähigkeit einschränkenden Residuen verblie-
ben, jedoch wurde offenbar von Anfang an bis Ende Dezember 2016 (also 
mehr als drei Monate) eine Arbeitsunfähigkeit als … attestiert (act. II 118 
S. 5 f.). Da die Bewegungseinschränkung der rechten Hand nicht mit dem 
von Dr. med. F.________ formulierten Zumutbarkeitsprofil (act. II 40 S. 4) 
vereinbar ist, war der Beschwerdeführer in dieser Zeit wohl auch leidensa-
daptiert eingeschränkt, worin allenfalls bereits ein Neuanmeldungsgrund zu 
erblicken wäre. Wie es sich damit verhält, kann aber offen bleiben (vgl. 
E. 3.5.3 hiernach).

3.5.3 Was schliesslich die im Februar 2017 eingetretene Augenverletzung 
links – die zweimal operativ versorgt werden musste und zu einer vollstän-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2019, IV/19/36, Seite 14

digen Blindheit auf dem linken Auge geführt hat (act. II 118 S. 3, act. II 134 
S. 1-6, 12) – anbelangt, ist nach der aktuellen medizinischen Aktenlage 
unklar, ob eine relevante gesundheitliche Verschlechterung vorliegt. Im 
Vergleich zum Referenzzeitpunkt im März 2014 (act.  II 40 S. 3 f.) führte 
der RAD-Arzt Dr. med. J.________ im Bericht vom 24. August 2018 als 
neue Diagnose eine traumatische perforierende Augenverletzung links mit 
Bulbusberstung und Irisprolaps nach Contusio bulbi auf (act. II 143 S. 4). 
Eine neue Diagnose bedeutet für sich zwar keine revisions- bzw. neuan-
meldungsrechtliche Gesundheitsverschlechterung (BGE 141 V 9 E. 5.2 
S. 12). Im Einzelfall kann es denn auch sein, dass sich aus der funktionel-
len Einäugigkeit überhaupt keine quantitative Arbeitsunfähigkeit ergibt (vgl. 
Entscheid des BGer vom 9. November 2012, 9C_754/2012, E. 2.3.2). Zu-
dem bietet der ausgeglichene Arbeitsmarkt ohne weiteres auch Tätigkeiten, 
welche kein räumliches Sehen oder Stereosehen erfordern (Entscheid des 
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] vom 22. März 
2000, I 419/99, E. 4). Jedoch gibt es ebenso Konstellationen, bei denen 
aus der einseitigen Erblindung eine Leistungseinschränkung resultiert. Dies 
mit der Begründung, dass ohne die Fähigkeit räumlichen Sehens für die 
meisten Tätigkeiten mehr Zeit benötigt wird, da dabei vermehrte Kontrollen 
durchgeführt werden müssen und bei nur einem funktionellen Auge wegen 
dieser erhöhten Aufmerksamkeit eine schnellere allgemeine Ermüdung 
auftritt (vgl. Entscheid des EVG vom 15. März 2006, U 471/05, E. 4.1). Ne-
ben der beim Beschwerdeführer seit mehreren Jahren bestehenden diabe-
tischen Retinopathie, die Dr. med. F.________ im Zumutbarkeitsprofil vom 
6. Januar 2014 berücksichtigte (keine Feinarbeit; act. II 40 S. 4), kann sich 
somit wegen des zwischenzeitlich eingetretenen Verlusts des Stereose-
hens/räumlichen Sehens sowie dem reduzierten Gesichtsfeld eine zusätzli-
che quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergeben. Seitens der 
Klinik H.________ gab Dr. med. L.________, Facharzt für Ophthalmologie, 
zwar an, theoretisch sei jede Arbeitstätigkeit möglich, für die kein Stereo-
sehen notwendig sei (act. II 134 S. 5 Ziff. 1.13) bzw. nach einer Umschu-
lung seien andere Tätigkeiten (…, … etc.) als die angestammte Beschäfti-
gung zumutbar (act. II 134 S. 4 Ziff. 1.9). Soweit er dabei trotz fehlendem 
Visus links implizit medizinisch-theoretisch eine uneingeschränkte Leis-
tungsfähigkeit postulierte, fehlt hierfür jedoch eine überzeugende Begrün-
dung, zumal sich gleichzeitig der (korrigierte) Visus auf dem rechten Auge 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2019, IV/19/36, Seite 15

seit 2016 von 1.0 auf 0.7 reduzierte (act. II 121 S. 4 Ziff. 1.7, act. II 134 
S. 9 f.) und der Beschwerdeführer sich auch bereits im presbyopen Alter 
befindet, was zu einer noch ausgeprägteren Ermüdbarkeit führen könnte 
(vgl. U 471/05, E. 4.1). Am 14. September 2017 berichtete die Hausärztin 
denn auch, dass seit 2015 vor allem eine Verschlechterung des Visus links 
eingetreten sei und sich die Visuseinschränkung bei der Arbeit auswirke; 
sie attestierte dem Beschwerdeführer eine 100 % Arbeitsunfähigkeit. Der 
RAD-Arzt Dr. med. J.________ setzte sich mit diesen Aspekten nicht aus-
einander. 

Bei diesen Gegebenheiten kann – in Bezug auf die ophthalmologischen 
Verhältnisse – nicht davon gesprochen werden, die Akten ergäben ein 
vollständiges Bild über den gegenwärtigen Gesundheitszustand und die 
entsprechenden Daten seien unbestritten (RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 
1988 U 56 S. 371 E. 5b). Vielmehr liegen offene Fragen und Diskrepanzen 
vor, womit die Voraussetzungen für eine reine Aktenbeurteilung nicht ge-
geben sind. Namentlich ist zu prüfen, ob und gegebenenfalls inwieweit sich 
der Verlust des Stereosehens auf die grundsätzlich zumutbaren sitzenden 
(bzw. wechselbelastenden mit deutlich mehr Sitzen als Stehen/Gehen) 
Tätigkeiten auswirkt und ob es bei diesen veränderten Gegebenheiten bei 
der seinerzeit definierten Leistungseinschränkung von 10-15 % (act. II 40 
S. 4) bleibt. Hinzu kommt, dass auch RAD-Ärzte über die im Einzelfall ge-
fragten fachlichen Qualifikationen verfügen müssen (Entscheid des BGer 
vom 14. Juli 2009, 9C_323/2009, E. 4.3.1). Dr. med. J.________ ist Inter-
nist, womit seine Einschätzung, das bisherige angepasste Leistungsprofil 
habe weiterhin Gültigkeit (act. II 143 S. 5), nicht als abschliessende Beur-
teilungsgrundlage zu dienen vermag.

3.6 Nach dem Dargelegten basiert die angefochtene Verfügung vom 
11. Dezember 2018 (act. II 153) auf einem ungenügend abgeklärten Sach-
verhalt. Sie ist in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Akten 
sind an die Beschwerdegegnerin zur Einholung eines bidisziplinären (inter-
nistisch/ophthalmologisch) verwaltungsexternen Gutachtens und ansch-
liessender neuer Verfügung zurückzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2019, IV/19/36, Seite 16

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 800.-- ist dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG).

Die von Rechtsanwalt B.________ eingereichte Kostennote vom 3. Juni 
2019 mit einem zeitlichen Aufwand von 4.75 Stunden ist nicht zu bean-
standen. Gestützt auf diese Kostennote wird die Parteientschädigung des 
Beschwerdeführers für das vorliegende Verfahren auf Fr. 1‘585.90 (Hono-
rar Fr. 1‘330.-- [4.75 h à Fr. 280.--], Auslagen Fr. 142.50, MWSt. 
Fr. 113.40) festgesetzt. Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin dem 
Beschwerdeführer zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 11. Dezember 2018 aufgehoben und die Sache an 
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme 
der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2019, IV/19/36, Seite 17

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihm nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘585.90 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.