# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cb77fda4-085c-5da3-8ef8-b32613d9c3d8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-01-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.01.2021 E-5721/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5721-2020_2021-01-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5721/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  J a n u a r  2 0 2 1   

Besetzung 
 Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), 

Richter Simon Thurnheer, Richterin Constance Leisinger,    

Gerichtsschreiberin Susanne Bolz. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

deren Kinder  

C._______, geboren am (…), 

D._______, geboren am (…), 

E._______, geboren am (…), 

alle Pakistan,   

alle vertreten durch MLaw Roman Schuler, Rechtsanwalt, 

Advokatur Kanonengasse, (…),  

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 28. Oktober 2020 / N (…). 

 

 

E-5721/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden stammen aus Pakistan. Sie ersuchten am 

26. September 2016 in der Schweiz um Asyl. Die Tochter D._______ (und 

wahrscheinlich auch die Tochter E._______) leidet am (…), sowie Be-

schwerdeeingabe Ziff. 4.5.2, S. 21 f.).  

B.  

B.a Da die Beschwerdeführenden mit von den italienischen Behörden er-

teilten Schengen-Visa in den Schengen-Raum eingereist waren, führte die 

Vorinstanz ein Dublin-Verfahren durch. Gestützt auf das Dublin-Abkommen 

trat das SEM am 9. Januar 2017 auf die Asylgesuche nicht ein und ordnete 

die Wegweisung nach Italien an.  

B.b Die gegen diesen Entscheid gerichtete Beschwerde wies das Bundes-

verwaltungsgericht mit seinem Urteil F-501/2017 vom 2. Februar 2017 ab.  

B.c Die Beschwerdeführenden stellten am 14. Februar 2017 ein Wiederer-

wägungsgesuch, in dem sie auf die schlechte Situation in Italien und die 

gesundheitlichen Einschränkungen ihrer Kinder hinwiesen.  

B.d Am 18. März 2017 reichten die Beschwerdeführenden eine Be-

schwerde beim UN-Ausschuss gegen Folter (Committee Against Torture 

[CAT]) gegen den Vollzug ihrer Wegweisung nach Italien ein. Mit Entscheid 

vom 8. Mai 2018 hob das SEM seine Verfügung vom 9. Januar 2017 auf 

und nahm ihre Asylverfahren wieder auf. Das Verfahren vor dem CAT 

wurde aufgrund dieser Wiederaufnahme als gegenstandslos geworden ab-

geschrieben. 

C.  

Am 13. August 2020 und ergänzend am 16. September 2020 wurden die 

Beschwerdeführenden gemäss Art. 29 Abs. 1 AsyIG [SR 142.31] vertieft zu 

ihren Asylgründen angehört. Der Beschwerdeführer 3 wurde am 17. Sep-

tember 2020 angehört. 

Zur Begründung ihres Asylgesuchs machten sie im Wesentlichen geltend, 

dass der Beschwerdeführer im Rahmen seiner Tätigkeit (von 2009 bis 

2015) beim F._______ des Bildungsministeriums in der Provinzvertretung 

in G._______ Probleme mit dem Ehrenvorsitzenden der Sektion des Bil-

dungsministeriums gehabt habe. Er und sein Vorgesetzter seien mit dem 

E-5721/2020 

Seite 3 

korrupten Verhalten des Ehrenpräsidenten nicht einverstanden gewesen, 

der sich viele Privilegien herausgenommen habe. Sie hätten dann aber – 

da dieser ein einflussreicher Mann gewesen sei – selbst Probleme wegen 

falscher Anschuldigungen bekommen. In ihrer Abwesenheit sei ein Bewaff-

neter im Büro des Beschwerdeführers und des Vorgesetzten erschienen, 

um ihnen zu drohen. Die Polizei habe sich zunächst geweigert, ihre An-

zeige entgegen zu nehmen und sei erst auf gerichtliche Anordnung hin tätig 

geworden. Vielmehr sei auch gegen ihn und seinen Vorgesetzten Anzeige 

erstattet worden; es sei ihnen Korruption und Amtsmissbrauch vorgewor-

fen worden; sein Vorgesetzter sei inhaftiert worden. Er selbst habe die Fa-

milie ausser Landes bringen können und sei dann nachgefolgt. Die Be-

schwerdeführerin brachte vor, ihre Schwierigkeiten hätten im Zusammen-

hang mit den beruflichen Problemen ihres Ehemannes gestanden, man 

habe sie und die Kinder bedroht.  

Zur Untermauerung ihrer Vorbringen reichten die Beschwerdeführenden 

zahlreiche Dokumente ein, darunter einen Haftbefehl, Schreiben des An-

walts in Pakistan, Medienberichte sowie auch Arztzeugnisse betreffend 

den Gesundheitszustand der beiden Töchter (im Einzelnen vgl. Beweismit-

telcouvert B40/1, 41/1, sowie Asylentscheid B47, Ziff. I.13, S. 4). 

Anlässlich der ergänzenden Anhörung reichte der Beschwerdeführer ein 

Dokument der Federal Investigation Authority (FIA) ein. Seinen Angaben 

gemäss sei dies ein Haftbefehl einer speziellen Gerichtsabteilung. Auch 

seine Ehefrau sei darin erwähnt, sie wisse von diesem Dokument jedoch 

nichts, er habe sie nicht beunruhigen wollen (vgl. act. B38 F4-8, F43 ff., 

insbesondere F52-54, F83-87). Der Fachspezialist des SEM äusserte in 

der Anhörung Zweifel an der Echtheit des Dokuments. 

D.  

Am 25. September 2020 ersuchte das SEM die Schweizer Botschaft in Is-

lamabad um Abklärung betreffend die Beschwerdeführenden. Es ersuchte 

insbesondere um Überprüfung des als «Challan» beziehungsweise «Sum-

mon» bezeichneten Dokuments, welches der Beschwerdeführer erst in der 

Anhörung vorgelegt hatte, sowie betreffend die von ihm geltend gemachten 

Gerichtsverfahren.  

Die Antwort der Schweizer Botschaft in Islamabad auf die Fragen des SEM 

steht bisher noch aus. 

E-5721/2020 

Seite 4 

E.  

Mit Verfügung vom 28. Oktober 2020 wies das SEM das Asylgesuch ab, 

verfügte die Wegweisung und ordnete den Vollzug an. Es erachtete die 

Vorbringen nicht als asylbeachtlich, vielmehr ging es davon aus, dass es 

sich bei den geltend gemachten Problemen um legitime staatliche Straf-

verfolgungsmassnahmen gehandelt habe, weshalb sie mangels Motiv 

nicht als Verfolgungsmassnahmen im Sinne des Art. 3 Abs. 1 AsylG quali-

fiziert werden könnten. Das SEM erkannte auch keine Hinweise auf mögli-

che Vollzugshindernisse, die medizinischen Probleme der Töchter könnten 

auch im Kinderspital von G._______ behandelt werden. Die Verfügung 

wurde am 29. Oktober 2020 eröffnet.  

F.  

Mit Eingabe vom 16. November 2020 erhoben die Beschwerdeführenden 

mit Hilfe ihres Rechtsvertreters (Vollmacht vom 4. Februar 2019) gegen 

diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und bean-

tragten die Aufhebung der Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingsei-

genschaft und die Gewährung von Asyl; eventualiter sei eine vorläufige 

Aufnahme anzuordnen, subeventualiter sei die Sache zur rechtsgenügli-

chen Sachverhaltsabklärung sowie zur neuen Entscheidung an die Vor- 

instanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um die 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive Verzicht auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses und die Beiordnung eines amtlichen 

Rechtsbeistands ersucht. Auf die Begründung wird im Rahmen der Erwä-

gungen eingegangen. 

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 19. November 2020 trat die Instruktionsrich-

terin auf die Beschwerde ein, sie hiess das Gesuch um unentgeltliche Pro-

zessführung gut und verzichtete auf einen Kostenvorschuss. Sie setzte 

den Rechtsvertreter als amtlichen Beistand ein. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

E-5721/2020 

Seite 5 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG und dem VGG, soweit das 

AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung; sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Die Beschwerdeführenden machen formelle Rügen geltend, welche 

vorab zu prüfen sind, da deren Gutheissung geeignet wäre, eine Kassation 

der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. 

3.2 In der Beschwerde wird vorgetragen, das SEM habe den Sachverhalt 

zur politischen Verfolgung des Beschwerdeführers und zur medizinischen 

Versorgung in Pakistan unvollständig erstellt. Die Vorinstanz wäre zwin-

gend gehalten gewesen, mittels einer Botschaftsabklärung die Vorbringen 

des Beschwerdeführers und die zahlreichen juristischen Dokumente, wel-

che er ins Recht gelegt habe, zu überprüfen. Zudem wäre mittels einer 

Botschaftsabklärung in Erfahrung zu bringen gewesen, ob in Pakistan ins-

besondere für die Beschwerdeführerin 4 eine konkrete Behandlungsmög-

lichkeit besteht und der Zugang dazu gewährleistet wäre. 

E-5721/2020 

Seite 6 

3.3 Das Bundesverwaltungsgericht erachtet die formelle Rüge der mangel-

haften Sachverhaltsabklärung im Zusammenhang mit nötigen Abklärungen 

durch die Schweizer Botschaft betreffend die von den Beschwerdeführen-

den geltend gemachte Strafverfolgung des Beschwerdeführers und der Be-

schwerdeführerin für begründet.  

3.4 Das Verwaltungs-, und so auch das Asylverfahren werden vom Unter-

suchungsgrundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Dem-

nach hat die Behörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen, die für das Ver-

fahren notwendigen Unterlagen zu beschaffen, die rechtlich relevanten 

Umstände abzuklären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen. 

Die Behörde hat alle sach- und entscheidwesentlichen Tatsachen und Er-

gebnisse in den Akten festzuhalten. Unvollständig ist die Sachverhaltsfest-

stellung, wenn nicht alle für den Entscheid rechtsrelevanten Sachum-

stände berücksichtigt wurden. Dies ist häufig dann der Fall, wenn die Vor-

instanz gleichzeitig den Anspruch der Parteien auf rechtliches Gehör ver-

letzt hat (vgl. BVGE 2015/10 E. 3.2; PATRICK L. KRAUSKOPF/KATRIN EMME-

NEGGER, in: Praxiskommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungs-

verfahren, Waldmann/Weissberger [Hrsg.] 2. Aufl. 2016, Art. 12 VwVG 

N 19 ff. und N 42, ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Ver-

waltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zü-

rich 2013, Rz. 1043 ff.).  

3.5 Das SEM hat am 25. September 2020 eine Sachverhaltsabklärung bei 

der Schweizer Botschaft beantragt (vgl. Bst. D) und um Nachforschungen 

sowie die Beantwortung spezifischer Fragen betreffend die Hintergründe 

der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Asylvorbringen ersucht. 

Das Abklärungsersuchen betraf insbesondere auch die Überprüfung des 

vom Beschwerdeführer zuletzt in der Anhörung noch eingereichten Haftbe-

fehls, welcher sich angeblich auch an seine Ehefrau, die Beschwerdefüh-

rerin, richten solle. In den Akten ist am 27. Oktober 2020 vermerkt, dass 

die Antwort der Botschaft noch ausstehend sei (vgl. B46). 

Dennoch hat das SEM – ohne die Antwort der Botschaft abzuwarten – am 

gleichen Tag einen ablehnenden Entscheid erlassen.  

Dieses Vorgehen ist nicht schlüssig und mit der Pflicht zur Amtsermittlung, 

welche dem SEM aus Art. 12 VwVG erwächst, und seiner Pflicht zur Ent-

gegennahme und Würdigung der Vorbringen des Beschwerdeführers nicht 

zu vereinbaren. Das SEM hat den Sachverhalt demnach nur unvollständig 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2015/10

E-5721/2020 

Seite 7 

erstellt, da es die zunächst seinerseits als entscheidrelevant erachteten 

Abklärungen, die es selbst nur kurze Zeit vorher in Auftrag gegeben hatte, 

nicht abgewartet hat, sondern den Entscheid ungeachtet des ausstehen-

den Abklärungsergebnisses erliess, obwohl aus den Akten hervorgeht, 

dass das Abklärungsergebnis relativ zeitnah zu erwarten gewesen wäre – 

nämlich Ende November 2020 (vgl. B46). Angesichts des Umstandes, dass 

das Verfahren der Beschwerdeführenden seit dem Entscheid zur Wieder-

aufnahme des nationalen Verfahrens durch das SEM vom 8. Mai 2018 be-

reits seit geraumer Zeit hängig war, wäre die Vorinstanz gehalten gewesen, 

mit dem Entscheid zuzuwarten, bis das Ergebnis der von ihr selbst in Auf-

trag gegebenen Abklärung vorgelegen hätte und dieses in die Würdigung 

einzubeziehen. Es ist denn auch nicht nachvollziehbar, dass die Vor- 

instanz am 25. September 2020 Abklärungsbedarf durch die Schweizer 

Botschaft erkannt und entsprechende Fragen und das Ersuchen um Abklä-

rungen übermittelte (vgl. oben Bst. D), um nur einen Monat später implizit 

zum Schluss zu gelangen, auf Abklärungen könne verzichtet werden.  

3.6 Es ist damit festzustellen, dass das SEM den rechtserheblichen Sach-

verhalt nicht hinlänglich abgeklärt hat. Zu den Abklärungsergebnissen der 

Schweizer Botschaft wird den Beschwerdeführenden sodann das rechtli-

che Gehör zu gewähren sein; auch diese Handlung ist vorzunehmen, noch 

bevor eine erstinstanzliche Verfügung ergeht. Es kann nicht dem Bundes-

verwaltungsgericht obliegen, dies nach einem allfälligen Eintreffen der Bot-

schaftsabklärungen im Verlauf des Beschwerdeverfahrens an Stelle der 

Vorinstanz vorzunehmen. Das Bundesverwaltungsgericht sieht sich dem-

nach vorliegend nicht in der Lage, die ausstehenden Abklärungen vorzu-

nehmen, insbesondere auch, weil den Beschwerdeführenden dadurch eine 

Instanz verloren gehen würde.  

3.7 Die angefochtene Verfügung ist demnach aufzuheben und die Vor- 

instanz ist gehalten, den Sachverhalt im Sinne der Erwägungen umfassend 

zu erstellen und anschliessend rechtlich zu würdigen und neu zu verfügen. 

4.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 

Abs. 1 und 2 VwVG). 

5.  

Den vertretenen Beschwerdeführenden ist angesichts ihres Obsiegens in 

Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

E-5721/2020 

Seite 8 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die 

ihnen notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen.  

Es wurde keine Kostennote eingereicht, weshalb die notwendigen Partei-

kosten aufgrund der Akten zu bestimmen sind (Art. 14 Abs. 2 in fine 

VGKE). Das Gericht erachtet alle Ausführungen des Rechtsvertreters in 

der Beschwerdeeingabe vom 16. November 2020 als notwendig im Sinne 

des Art. 64 Abs. 1 VwVG und einer verantwortungsvollen Mandatsführung. 

Insbesondere musste der Rechtsvertreter auch zu Fragen der Flüchtlings-

eigenschaft, der Asylgewährung und des Wegweisungsvollzugs Stellung 

nehmen und durfte sich nicht auf formelle Rügen beschränken. Der Sach-

verhalt weist eine überdurchschnittliche Komplexität auf und beschlägt ver-

schiedene Elemente (Asyl und Flüchtlingseigenschaft einerseits, mögliche 

Vollzugshindernisse aufgrund des Gesundheitszustandes andererseits), 

die geltend gemachten formellen Rügen beziehen sich daher nur auf einen 

Aspekt unter mehreren beachtlichen. Gestützt auf die in Betracht zu zie-

henden Bemessungsfaktoren (Art. 9–13 VGKE) ist den Beschwerde-

führenden zulasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung von insge-

samt Fr. 2900.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteueranteil) zuzusprechen. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-5721/2020 

Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die angefochtene Verfügung wird auf-

gehoben und die Sache wird im Sinne der Erwägungen zur Erstellung des 

rechtserheblichen Sachverhalts und zu neuem Entscheid an die Vorinstanz 

zurückgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Das SEM wird angewiesen, den Beschwerdeführenden für das Verfahren 

vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insge-

samt Fr. 2900.– auszurichten. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Luterbacher Susanne Bolz 

 

 

Versand: