# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 08ecf5a1-e80e-5506-816f-549b1b308ec9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.09.2009 E-4488/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4488-2006_2009-09-07.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-4488/2006/frk
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9

Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), 
Richterin Nina Spälti Giannakitsas, 
Richter Walter Stöckli, 
Gerichtsschreiberin Alexandra Püntener.

A._______, dessen Ehefrau B._______, und deren 
Kinder C._______, und D._______, Kosovo,
alle vertreten durch Dr. iur. Andreas Bernoulli, Advokat,
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verfügung vom 13. April 2005 in Sachen Asyl und 
Wegweisung / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

Parteien

E-4488/2006

Sachverhalt:

A.
Die Beschwerdeführer, Angehörige der albanischen Ethnie mit letztem 
Wohnsitz  in  der  Gemeinde  E._______  (Kosovo),  verliessen  ihren 
Heimatstaat  eigenen  Angaben  zufolge  Ende  Juni  2004  und  reisten 
über Mazedonien und ihnen unbekannte Länder am 1. Juli 2004 in die 
Schweiz ein, wo sie am gleichen Tag um Asyl nachsuchten. Am 7. Juli 
2004  wurden  sie  in  der  Empfangsstelle  (heute:  Empfangs-  und 
Verfahrenszentrum) F._______ befragt. 

Am (...) wurde das Kind C._______ geboren.

Die  Beschwerdeführer  wurden  am 30. Juli  2004  (Beschwerdeführer) 
und 20. August 2004 (Beschwerdeführerin) durch die zuständige kan-
tonale Behörde angehört. 

Im  Wesentlichen  machte  der  aus  der  Gemeinde  E._______ 
stammende Beschwerdeführer geltend, er habe bei seiner Schwester 
G._______  in  H._______,  Gemeinde  E._______  gewohnt,  weil  sein 
Haus im nahe gelegenen I._______ zerstört  worden sei und er nach 
Kriegsende keine Hilfe  für  den  Wiederaufbau erhalten  habe. Zudem 
habe seine Schwester J._______ ihren Ehemann verlassen und auch 
bei ihnen gelebt, nachdem sie ihren Ehemann K._______ im Mai 2004 
mehrmals  beim  Drogenkonsum  erwischt  und  er  sie  deswegen 
geschlagen  habe.  Daraufhin  sei  K._______  beim  Beschwerdeführer 
erschienen und habe ihn bedroht, falls seine Schwester nicht zu ihm 
zurückkehre.  J._______  sei  danach  verschwunden  und  seither 
unbekannten Aufenthaltes. K._______ sei ein zweites Mal zusammen 
mit  sieben  Männern  (Brüder)  erschienen  und  habe  auf  den 
Beschwerdeführer geschossen, diesen aber nicht getroffen. Sie hätten 
diesen Vorfall der Polizei nicht gemeldet, da sie mit der Rache durch 
die  Brüder  von  K.______  hätten  rechnen  müssen.  Der 
Beschwerdeführer  habe  die  Situation  mit  seinem Vater  besprochen, 
worauf ihm dieser, da er dessen einziger Sohn sei, zur Ausreise gera-
ten habe. Er sei noch am selben Abend zusammen mit seiner Ehefrau 
nach L._______ (Mazedonien) zu deren Bruder gegangen. Vier Tage 
später  habe  er  noch  einmal  kurz  seinen  Vater  aufgesucht,  um  an-
schliessend  zurück  nach  M._______  zu  kehren  und  danach  aus-
zureisen. Nach seiner Ausreise habe er erfahren, dass die Männer sei-
nem Vater mitgeteilt hätten, dass sie beabsichtigten, den Beschwerde-

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führer umzubringen, sobald sie ihm begegnen würden. 
Die  Beschwerdeführerin  begründete  ihr  Asylgesuch damit,  sie  sei  in 
der Gemeinde N._______, Mazedonien, geboren, wo sie bis zu ihrer 
Heirat  zusammen  mit  ihrem  Bruder  im  Haus  ihrer  Eltern  im  Dorf 
O._______ (Gemeinde N._______) gewohnt habe. Ihr Vater lebe seit 
16 Jahren und ihre Mutter seit drei Jahren in der Schweiz. Nach ihrer 
Heirat habe sie zusammen mit ihrem Ehemann bei dessen Schwester 
in  H._______  gewohnt.  Diese  Schwägerin  habe  ihren  Ehemann 
verlassen, da sie ihn mit Drogen erwischt habe. Daraufhin habe er ver-
langt, dass sie zu ihm zurückkehre. Da sie sich geweigert habe, habe 
dieser  den  Ehemann  der  Beschwerdeführerin  bedroht  und  Schüsse 
auf das Haus abgegeben. Deshalb hätten sich die Beschwerdeführer 
zur Ausreise entschlossen.

Für den Inhalt der weiteren Aussagen wird auf die Akten verwiesen.

B.
Das Bundesamt stellte mit Verfügung vom 13. April 2005 fest, die Be-
schwerdeführer  erfüllten  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  und  lehnte 
die Asylgesuche ab. Gleichzeitig ordnete es die Wegweisung der Be-
schwerdeführer  aus der Schweiz an. Die Vorinstanz begründete ihre 
Verfügung im Wesentlichen damit, dass die Vorbringen der Beschwer-
deführer weder den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit noch denje-
nigen an die Flüchtlingseigenschaft standhalten würden. Den Vollzug 
der Wegweisung in den Kosovo befand die Vorinstanz für zulässig, zu-
mutbar und möglich. 

C.
Mit Eingabe vom 13. Mai 2005 an die damals zuständige Schweizeri-
sche Asylrekurskommission (ARK) beantragten die Beschwerdeführer 
durch ihren Rechtsvertreter  die Aufhebung des vorinstanzlichen Ent-
scheides sowie die Gewährung von Asyl. Eventuell sei auf den Vollzug 
der Wegweisung zu verzichten. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde 
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und um Verzicht von 
der Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht. Auf die Begründung 
im Einzelnen wird, soweit entscheidwesentlich, in den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen. Gleichzeitig  wurde eine Todesbestätigung 
betreffend die Mutter der Beschwerdeführerin vom (...) eingereicht und 
ein  ärztlicher  Bericht  betreffend  die  Beschwerdeführerin  in  Aussicht 
gestellt.

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D.
Mit verfahrensleitender Verfügung der ARK vom 23. Mai 2005 wurden 
die  Beschwerdeführer  dazu  aufgefordert,  das  in  Aussicht  gestellte 
Arztzeugnis betreffend die Beschwerdeführerin nachzureichen. Gleich-
zeitig wurde festgehalten, dass auf die Gesuche um Erlass der Verfah-
renskosten und um Befreiung von der Kostenvorschusspflicht zu einem 
späteren  Zeitpunkt  zurückgekommen  werde.  Die  Beschwerdeführer 
hätten eine Fürsorgebestätigung einzureichen. 

E.
Am 31. Mai 2005 reichten die Beschwerdeführer ein Arztzeugnis der 
P._______  vom  17.  Mai  2005  sowie  eine  Fürsorgebestätigung  der 
Gemeinde Q._______ vom 26. Mai 2005 ein.

F.
Die Vorinstanz ersuchte das Schweizerische Verbindungsbüro in Pristi-
na im Rahmen ihrer Vernehmlassung am 11. August 2005 um Abklä-
rung  verschiedener  Fragen  betreffend  die  Beschwerdeführer.  Das 
Schweizerische Verbindungsbüro in Pristina beantwortete diese in sei-
nem Schreiben vom 3. Oktober  2005. Dabei  wurde im Wesentlichen 
festgehalten,  dass  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführer  betreffend 
Probleme mit ihrem Schwager nicht der Wahrheit entsprechen würden. 
Die  Vorinstanz  beantragte  in  ihrer  Vernehmlassung  vom  5.  Oktober 
2005 die Abweisung der Beschwerde.

G.
Die ARK gab den Beschwerdeführern unter Beilage der Anfrage vom 
11.  August  2005  und  des  entsprechenden  Berichts  vom 3.  Oktober 
2005  Gelegenheit,  zur  Vernehmlassung  der  Vorinstanz  Stellung  zu 
nehmen.

H.
In ihrer Replik vom 26. Oktober 2005 nahmen die Beschwerdeführer 
dazu Stellung.

I.
Am (...) wurde das Kind D._______ geboren.

J.
Am 1. Januar 2007 hat das Bundesverwaltungsgericht die am 31. De-
zember 2006 bei der ARK hängigen Verfahren übernommen.

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K.
Mit Eingabe vom 14. Dezember 2007 reichten die Beschwerdeführer 
einen weiteren ärztlichen Bericht des P._______ vom 22. Oktober 2007 
betreffend die Beschwerdeführerin ein. 

L.
Am 16. Dezember 2008 forderte die vormals zuständige Instruktions-
richterin  des  Bundesverwaltungsgerichts  die  Beschwerdeführer  dazu 
auf, einen aktuellen ärztlichen Bericht betreffend die Beschwerdefüh-
rerin  sowie  eine  ärztliche  Entbindungserklärung  von  der  Schweige-
pflicht einzureichen.

M.
Am 14. Januar 2009 wurde eine ärztliche Entbindungserklärung und 
am  6.  Februar  2009  ein  ärztlicher  Bericht  der  P._______  vom 
4. Februar 2009 (Faxeingabe; das Original folgte am 9. Februar 2009) 
eingereicht.

N.
Am 18. Mai  2009  reichte  der  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführer 
eine Kostennote zu den Akten.

O.
Auf  Anfrage  durch  die  zuständige  Instruktionsrichterin  vom 23.  Juni 
2009 wurde am 24. Juni 2009 (Faxeingabe) ein aktualisierter ärztlicher 
Bericht  der  P._______  vom  23.  Juni  2009  eingereicht.  Dieser 
Arztbericht wurde den Beschwerdeführern am 8. Juli 2009 zur Kenntns 
gebracht  und ihnen Gelegenheit  gegeben,  dazu eine Stellungnahme 
einzureichen.

Die Beschwerdeführer nahmen dazu am 5. August 2009 Stellung.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht übernahm bei gegebener Zustän-
digkeit  am 1. Januar  2007 die bei  der ARK am 31. Dezember  2006 
hängig  gewesenen  Rechtsmittel.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist 
daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde. Die 
Beurteilung  erfolgt  nach  neuem Verfahrensrecht  (vgl.  Art.  53  Abs. 2 
VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Die  Be-
schwerdeführer sind durch die angefochtene Verfügung besonders be-
rührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise Änderung. Die Beschwerdeführer sind daher zur Einrei-
chung der Beschwerde legitimiert  (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 
und 50 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.4 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  106  Abs.  1 
AsylG).

1.5 Das am (...) geborene Kind D._______ wird in das vorliegende Be-
schwerdeverfahren einbezogen.

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2.  

2.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

3.  

3.1 Die Vorinstanz hielt in ihrer Verfügung vom 13. April 2005 betref-
fend die Zerstörung des Hauses der Beschwerdeführer und die fehlen-
de  Unterstützung  beim  Wiederaufbau  desselben  fest,  die  politische, 
gesellschaftliche  und  wirtschaftliche  Lage  im  Kosovo  habe  sich  mit 
dem Einmarsch der KFOR am 12. Juni 1999 grundlegend geändert. 
Die  geltend  gemachten  Nachteile  seien  auf  die  allgemeine  Nach-
kriegszeit  im  Kosovo  zurückzuführen,  von  denen  zahlreiche  andere 
Personen betroffen seien. Daher  seien sie nicht  asylrelevant. Ferner 
bezeichnete die Vorinstanz die Vorbringen der Beschwerdeführer auf-
grund  mehrerer  Widersprüche  und  Ungereimtheiten  als  unglaubhaft. 
So habe der Beschwerdeführer betreffend den Zeitpunkt des Ereignis-
ses, bei dem auf ihn geschossen worden sei, sowie das Datum seines 
ersten illegalen Versuchs, in die Schweiz zu gelangen, widersprüchli-
che Angaben gemacht. Weiter  seien die  Angaben zum Zeitpunkt,  in 
dem seine Schwester ihren Ehemann verlassen habe respektive von 
diesem beim Beschwerdeführer gesucht worden sei, chronologisch un-
vereinbar  ausgefallen. Ferner  habe  der  Beschwerdeführer  anlässlich 

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der kantonalen Befragung angegeben, sein Schwager habe bei ihm zu 
Hause seiner Schwester (bzw. Ehefrau des Schwagers) befohlen, mit-
zugehen,  was sie abgelehnt  habe. Kurz darauf  habe er  zu Protokoll 
gegeben, dass seine Schwester an diesem Tag bereits verschwunden 
gewesen sei. Im Weiteren hielt die Vorinstanz fest, dass es auch zwi-
schen den Aussagen des Beschwerdeführers und der Beschwerdefüh-
rerin zu erheblichen Widersprüchen gekommen sei. So sei einerseits 
behauptet  worden,  man  habe  bei  der  Schwester  G._______  in 
H._______ gewohnt, andererseits jedoch, es habe sich dabei um die 
Schwester J._______ gehandelt. Ferner sei es gemäss einer Aussage 
Ende  Juni  2004  zur  Schiesserei  gekommen,  währenddem  dies 
gemäss der anderen Aussage im Mai 2004 gewesen sei. Im Weiteren 
sei einmal angegeben worden, die Schwester  J._______ sei am Tag 
der Schiesserei bereits verschwunden gewesen, gemäss der anderen 
Aussage habe sie sich jedoch noch im Haus aufgehalten. Schliesslich 
wertete die Vorinstanz das Verhalten der  Beschwerdeführer,  wonach 
sie trotz  Aufforderung keinen Nachweis für  ihre Identität  beigebracht 
haben, als Verletzung ihrer Mitwirkungspflicht, was die Glaubhaftigkeit 
ihrer Vorbringen zusätzlich beeinträchtige. 

3.2 In  der  Rechtsmitteleingabe  wird  dem  entgegengehalten,  die 
Vorinstanz habe die Vorbringen der Beschwerdeführer zu Unrecht als 
unglaubhaft bezeichnet. Bei den aufgeführten widersprüchlichen Aus-
sagen handle es sich einerseits um Irrtümer von untergeordneter Be-
deutung. Andererseits seien diese Aussagen auf fragwürdige Weise zu 
Ungunsten der  Beschwerdeführer  interpretiert  worden. Entscheidend 
sei, dass die Aussagen der Beschwerdeführer in wesentlichen Punk-
ten übereinstimmen würden. Die Beschwerdeführer hätten bereits ei-
nen  Monat  vor  ihrer  Ausreise  mit  ihrem  Drogen  konsumierenden 
Schwager Probleme gehabt,  als dieser das erste Mal erschienen sei 
und die Rückkehr seiner Ehefrau verlangt habe. Wegen der damaligen 
Weigerung seiner  Schwester  J._______,  zu diesem zurückzukehren, 
und den drohenden Folgen, habe der Beschwerdeführer den Kosovo 
ein  erstes  Mal  verlassen.  Zudem  sei  die  Aussage  der 
Beschwerdeführerin, wonach sie bei der Schwägerin gelebt habe, die 
wegen ihres Drogen konsumierenden Mannes Probleme gehabt habe, 
auf  einen  Übersetzungsfehler  durch  den  aus  Albanien  stammenden 
Übersetzer  zurückzuführen.  Ferner  stelle  der  Umstand,  wonach  die 
Beschwerdeführer  nicht  alle  Dokumente  eingereicht  hätten,  über  die 
sie  früher  einmal  verfügt  hätten,  kein  Grund  dar,  an  ihrer 
Glaubwürdigkeit  zu  zweifeln,  hätten  sie  damals  ihren  Wohnort  doch 

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Hals über Kopf verlassen müssen. Es sei ihnen bisher nicht gelungen, 
diese zu besorgen. Schliesslich sei die Beschwerdeführerin durch das 
Ereignis, bei dem Schüsse auf ihren Ehemann abgegeben worden sei-
en, traumatisiert  und die Angst vor erneuten Gewalttaten von Seiten 
des Schwagers und dessen Familie gross. Zudem seien die Beschwer-
deführer über den Aufenthaltsort ihrer Schwester respektive Schwäge-
rin im Ungewissen. Hinzu komme der kürzliche Tod der Mutter der Be-
schwerdeführerin. Kurz nachdem die Verfügung des BFM eingetroffen 
sei, habe die Beschwerdeführerin wegen akuter Suizidalität in der psy-
chiatrischen  Klinik  notfallmässig  hospitalisiert  werden  müssen.  Aus 
diesen Gründen sei der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdefüh-
rer unzumutbar.

3.3 Im  Arztzeugnis  der  P._______  vom  17.  Mai  2005  wurde 
festgehalten, dass die Beschwerdeführerin erstmals am 18. April 2005 
zu einem Behandlungstermin erschienen sei. Ihr  Kind sei  kurz nach 
ihrer  Flucht  aus  dem  Kosovo  geboren.  Zwei  Wochen  vor  dem 
Behandlungstermin  sei  ihre  Mutter  gestorben.  Seither  sei  sie  nicht 
mehr ansprechbar, schreie herum, schlage sich und könne sich nicht 
um  das  Baby  kümmern.  Der  Tod  ihrer  Mutter  und  der  negative 
Bescheid  des  BFM  hätten  schliesslich  zu  einer  Dekompensation 
geführt. Aufgrund der Dekompensation und der geäusserten Suizidali-
tät  sei  sie  in P._______ überwiesen worden,  welche sie einige Tage 
später auf  eigenen Wunsch verlassen habe. Die Beschwerdeführerin 
sei  in  jungem  Alter  von  ihren  Eltern  in  „Mazedonien/Kosovo“ 
zurückgelassen  worden.  Sie  habe  im  Krieg  Schlimmes  erlebt.  Es 
werde  davon  ausgegangen,  dass  die  Beschwerdeführerin  an  einer 
Belastungsstörung leide. 

3.4 Die  Vorinstanz  beauftragte  das  Schweizerische  Verbindungsbüro 
in Pristina am 11. August 2005 im Rahmen des Vernehmlassungsver-
fahrens  um  die  Abklärung  verschiedener  Fragen.  Diese  wurden  am 
3. Oktober  2005  beantwortet.  Dabei  hielt  das  Verbindungsbüro  fest, 
seine  Abklärungen  hätten  ergeben,  dass  die  Vorbringen  im  Zusam-
menhang mit Drogen und den damit verbundenen Drohungen nicht zu-
treffen  würden.  Die  Mitglieder  der  Familie  R._______  würden 
zueinander enge Beziehungen pflegen und hätten fast täglich Kontakt. 
Es  gebe  kein  spezielles  Problem,  das  die  familiären  Beziehungen 
zwischen dem Beschwerdeführer und seinem Schwager berührt hätte. 
Im  Falle  einer  Rückkehr  in  den  Kosovo  bestehe  für  die  Familie 
R._______  keine  Gefahr.  J._______  sei  nicht  auf  mysteriöse  Weise 

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verschwunden, sondern lebe zusammen mit ihrem Ehemann und ihren 
drei Kindern in Pristina. Das Haus der Familie R._______ sei während 
den kriegerischen Auseinandersetzungen tatsächlich zerstört worden. 
Im Jahre 1994 sei der Beschwerdeführer nach Deutschland gegangen 
und habe dort während sechs Jahren gearbeitet. Im Jahre 2000 habe 
er einige Zeit bei seiner Schwester S._______ in H._______ gewohnt, 
danach  habe  er  bis  2004  in  Pristina  gelebt.  Schliesslich  habe  der 
Beschwerdeführer den Kosovo, weil er keine feste Anstellung gehabt 
habe, aus wirtschaftlichen Gründen verlassen.

Die Vorinstanz führte zudem in ihrer Vernehmlassung vom 5. Oktober 
2005 hinsichtlich der psychischen Erkrankung der Beschwerdeführerin 
aus, angesichts des Todes ihrer Mutter und der fast zeitgleichen Ge-
burt  ihrer Tochter, sei ihre Reaktion nicht aussergewöhnlich. Sympto-
me wie Konzentrationsprobleme, innere Unruhe und Nervosität seien 
eher normale und vorübergehende Begleiterscheinungen solcher ein-
schneidender  Begebnisse.  Hinsichtlich  der  Angaben  der  Beschwer-
deführerin, wonach sie im Krieg Schlimmes erlebt habe, stelle sich die 
Frage, welchen Krieg sie gemeint habe, da sie ihren Aussagen zufolge 
bis etwa 2003 in Mazedonien gelebt habe, währenddem der Krieg in 
Kosovo,  Serbien  und  Montenegro  in  den  Jahren  1998  und  1999 
stattgefunden habe.

3.5 Die Beschwerdeführer nahmen dazu in ihrer Replik vom 26. Okto-
ber  2005  Stellung  und  machten  geltend,  die  Auskünfte  des  Verbin-
dungsbüros in Pristina von einer namentlich nicht genannten Person, 
möglicherweise einer entfernten Verwandten, seien falsch. Zudem hät-
ten sie sowie die Eltern und Geschwister des Beschwerdeführers seit 
vielen  Jahren  keinen  Kontakt  mehr  zu  noch  in  I._______  lebenden 
entfernten Verwandten, weshalb diese über die effektiven Verhältnisse 
zum Zeitpunkt der Flucht der Beschwerdeführer nicht aus erster Hand 
informiert seien. Möglicherweise habe die Auskunftsperson von ihrem 
feindlich gesinnten Schwager falsche Informationen erhalten. So treffe 
es insbesondere nicht zu, dass J._______ mit ihrem Ehemann jemals 
in  Pristina  gelebt  habe.  Zudem  habe  sie  keine  Kinder.  Die  Be-
schwerdeführer hätten nie mehr ein Lebenszeichen von ihr erhalten. 
Ferner  sei  der  Beschwerdeführer  nie  in  Deutschland  gewesen,  son-
dern sei bis 1996 in E._______ zur Schule gegangen. Er habe auch 
nie in Pristina gelebt. Seine Schwester S._______ lebe seit 1998 oder 
1999  in  den  USA.  Der  Beschwerdeführer  habe  seinen  Heimatstaat 
nicht  aus  ökonomischen  Gründen  verlassen.  Die  Aussagen  des 

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Verbindungsbüros,  wonach  die  verwandtschaftlichen  Beziehungen 
zwischen  den  Beschwerdeführern,  J._______  und  deren  Ehemann 
eng  seien  und  tägliche  Kontakte  bestünden,  seien  nicht 
nachvollziehbar. Sollten weiterhin Zweifel an der Glaubwürdigkeit der 
Beschwerdeführer  bestehen,  seien  Auskünfte  bei  Personen 
einzuholen,  welche  über  die  tatsächlichen  Verhältnisse  der  Familie 
R._______  informiert  seien,  so  beispielsweise  bei  den  Eltern  oder 
Schwestern  des  Beschwerdeführers. Im  Weiteren  gaben  sie  an,  die 
psychischen  Störungen  der  Beschwerdeführerin  würden  ganz 
offensichtlich  mit  Traumatisierungen  zusammenhängen,  die  sie 
1998/1999  während  des  Krieges  Im  Kosovo  erlitten  habe. In  dieser 
Zeit habe sie sich vorübergehend zuerst bei einer Cousine ihres Vaters 
in Pristina, dann auch während einer gewissen Zeit bei der Familie ih-
res späteren Ehemannes in I._______ aufgehalten.

3.6 In  einem  weiteren  Arztbericht  der  P._______  vom  22.  Oktober 
2007  betreffend  die  Beschwerdeführerin  wurde  die  Diagnose  einer 
posttraumatischen Belastungsstörung  bestätigt  und ausgeführt,  dass 
die medikamentöse Behandlung zu einer gewissen Stabilisierung des 
Gesundheitszustandes geführt habe. Die Behandlungstermine würden 
alle  drei  bis  vier  Wochen  stattfinden.  Die  ungewisse 
Aufenthaltssituation  stelle  eine  zusätzliche  Belastung  dar.  Die 
Beschwerdeführerin  benötige  weiterhin  eine  Behandlung.  Eine 
Rückkehr in den Kosovo löse bei ihr Panikgefühle aus, zumal ihre Fa-
milie in der Schweiz wohnhaft sei.

In einem aktualisierten Arztbericht der P._______ vom 4. Februar 2009 
wurde betreffend die  diagnostizierte  psychische Erkrankung der  Be-
schwerdeführerin  darauf  hingewiesen,  dass  weiterhin  zirka  alle  drei 
Wochen,  in  Akutsituationen  häufiger  Behandlungen  stattfinden  wür-
den. Die  Lebenssituation  -  Veränderungen in  der  Wohnsituation  und 
die  Schwierigkeiten  ihres  Ehemannes,  eine  Arbeitsstelle  zu  finden  - 
würden  sie  (zusätzlich)  belasten.  Es  falle  der  Beschwerdeführerin 
schwer, über ihre Erlebnisse - Miterleben zweier Kriege, das In-Brand-
Stecken  des  Wohnhauses,  Explosion  von  Bomben  im  Garten  und 
Morddrohungen aus der  Familie  ihres Ehemannes -  zu sprechen. In 
Akutsituationen  nehme  sie  zusätzlich  zur  Olanzapin  (Zyprexa) 
Lorazepam  (Temesta)  ein.  Für  den  Fall  einer  Wegweisung  aus  der 
Schweiz, habe sich die Beschwerdeführerin suizidal geäussert. In ihrer 
Heimat lebe nur noch ihr Bruder. Vater und Schwester würden in der 
Schweiz über  eine  Aufenthaltsbewilligung C verfügen. Sie  habe den 

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Tod ihrer Mutter noch immer nicht verarbeitet. Sie werfe ihren Eltern 
vor, dass sie sie nicht bereits früher in die Schweiz geholt hätten. Da-
mit wären ihr die schlimmen Ereignisse in der Heimat erspart  geblie-
ben. Die Beschwerdeführerin  benötige dringend eine Traumabehand-
lung. Eine Intensivierung der bisherigen Behandlung sei wegen der fi-
nanziellen Situation nicht möglich. Es bestehe ein erhebliches Suizidri-
siko im Falle einer Ausweisung.

4.  

4.1 Vorab ist hinsichtlich der vom Beschwerdeführer geltend gemach-
ten Benachteiligungen - das Zerstören des Wohnhauses seiner Familie 
in  I._______  1999/2000  und  die  fehlende  Hilfe  beim  Wiederaufbau 
desselben - festzuhalten, dass sich die Situation im Kosovo seit dem 
Kriegsende von 1999 massgeblich verändert hat. Der Heimatstaat des 
Beschwerdeführers  hiess  im  Ausreisezeitpunkt  Serbien  und 
Montenegro  und  war  aus  eben  diesen  beiden  Territorien 
zusammengesetzt,  wobei  der  Kosovo  eine  autonome,  unter  UNO-
Verwaltung stehende formelle Teilprovinz Serbiens darstellte. Im Jahre 
2006 spaltete sich Montenegro als unabhängiger, souveräner Staat ab. 
Am  17.  Februar  2008  löste  sich  vom  verbliebenen  Serbien  die 
Republik  Kosovo  ebenfalls  los  und  erklärte  die  staatliche 
Unabhängigkeit. Am 15. Juni 2008 trat  die neue Verfassung in Kraft. 
Eine Reihe von Staaten - darunter die Schweiz - haben den Kosovo 
seit  der  Unabhängigkeitserklärung  als  souveränen  Staat  anerkannt. 
Wenn auch weiterhin Mängel in verschiedenen Institutionen des noch 
jungen Staates auszumachen sind und die internationale Staatenge-
meinschaft weiterhin politisch und militärisch präsent sein wird, so sind 
die Bemühungen beim Aufbau eines funktionierenden Rechtsstaates 
beträchtlich. Hinsichtlich der Beschwerdeführerin ist festzuhalten, dass 
diese  anlässlich  der  Befragungen  angab,  erst  seit  dem  Jahre  2003 
beziehungsweise  seit  ihrer  Heirat  im  Kosovo  wohnhaft  gewesen  zu 
sein  (vgl.  A2,  S.  1;  A14,  2.  Teil,  S.  4),  wobei  davon  ausgegangen 
werden  kann,  dass  die  erst  auf  Beschwerdeebene  erwähnten 
sporadischen  Aufenthalte  bei  Verwandten  im  Kosovo  vor  dem  Jahr 
2003  bestanden  haben  dürften.  Ob  die  auf  Beschwerdeebene 
angeführten  traumatischen  Kriegserlebnisse  als  nachgeschoben  zu 
erachten sind,  kann aus folgenden Überlegungen offen bleiben. Wie 
die  Vorinstanz  in  der  angefochtenen  Verfügung  zutreffend  dargelegt 
hat, sind die von den Beschwerdeführern geltend gemachten Schwie-
rigkeiten auf die allgemeine Nachkriegssituation im Kosovo zurückzu-

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führen und treffen zahlreiche andere Einwohner gleichermassen, wes-
halb  sie  nicht  zur  Anerkennung  als  Flüchtling  im  Sinne  von  Art.  3 
AsylG zu führen vermögen. Eine Anerkennung setzt vielmehr voraus, 
dass  als  Folge  solcher  Verhältnisse  eines  Landes  eine  individuelle 
konkrete Verfolgung oder Bedrohung im Sinne von Art. 3 AsylG, von 
welcher  kein  adäquater  Schutz  durch  den  Heimat-  bzw.  Herkunfts- 
oder Quasi-Staat geboten wird, glaubhaft gemacht werden kann. Eine 
solche liegt mit dem Hinweis auf die fehlende Hilfe beim Wiederaufbau 
ihres zerstörten Hauses nicht vor. Die Vorinstanz hat diesen Benach-
teiligungen demzufolge zu Recht die Asylrelevanz abgesprochen. 

An dieser Stelle ist im Übrigen darauf hinzuweisen, dass der Bundes-
rat den Kosovo mit Beschluss vom 1. April 2009 zu einem sogenann-
ten safe country erklärt hat (vgl. Art. 6a Abs. 2 Bst. b).

4.2 Was die  weiteren  Vorbringen  der  Beschwerdeführer  betrifft,  ge-
langt  das  Bundesverwaltungsgericht  nach  Prüfung  der  Akten  zum 
Schluss,  dass  die  geltend  gemachten  Nachstellungen  seitens  eines 
Schwagers  des  Beschwerdeführers  als  unglaubhaft  zu  bezeichnen 
sind. So sind die Aussagen des Beschwerdeführers zum Zeitpunkt der 
Schiesserei widersprüchlich ausgefallen. Anlässlich der summarischen 
Befragung im Empfangs- und Verfahrenszentrum vom 7. Juli 2004 gab 
er zu Protokoll, er habe vor einem Monat Probleme gehabt, da seine 
Schwester  ihren  Ehemann  verlassen  und  sich  bei  ihm  aufgehalten 
habe. Deswegen sei vor zirka einer Woche sein Schwager zusammen 
mit seinen Brüdern bei ihm erschienen und habe auf ihn geschossen. 
Deshalb habe ihm sein Vater zur Ausreise geraten (vgl. A1, S. 4). Dem-
gegenüber machte er anlässlich der kantonalen Anhörung auf die Fra-
ge nach den Gründen seiner ersten Ausreise in Richtung Schweiz - ei-
nen Monat vor dem 29. Juni 2004 - geltend, „dieses Problem geschah 
bevor  ich  das  erste  Mal  in  die  Schweiz  kommen  wollte“  (vgl.  A14, 
1. Teil, S. 3f.). Auf Vorhalt dieser Ungereimtheit gab er vorerst an, an-
lässlich der Befragung in der Empfangsstelle „eine Woche vor meiner 
ersten Ausreise“ gemeint zu haben; damals sei er nicht detailliert be-
fragt  worden. Auf  erneuten  Vorhalt  meinte  er  kurz  darauf,  „vielleicht 
habe ich mich geirrt, aber dieses Ereignis, bei dem geschossen wur-
de, war eine Woche vor meiner zweiten Ausreise“ (vgl. a.a.O., S. 13). 
Entgegen der in der Beschwerdeschrift geäusserten Auffassung han-
delt es sich bei diesen unterschiedlichen Aussagen nicht um einen Wi-
derspruch untergeordneter Bedeutung. Vielmehr betrifft er einen zent-
ralen  Punkt  der  Gesuchsbegründung  des  Beschwerdeführers.  Über-

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dies gab der Beschwerdeführer erst auf Vorhalt der aktenkundigen Tat-
sache, dass er bereits einmal ausgereist sei, zu, er habe bereits ein-
mal versucht, in die Schweiz zu gelangen (vgl. A1, S. 5), und meinte 
zuerst, er erinnere sich nicht mehr an das Datum, obwohl dies vor drei 
Wochen gewesen sein soll. Bei der kantonalen Anhörung gab er zu-
dem an, dies sei ein Monat vor dem 29. Juni 2004 und damit Ende Mai 
2004  gewesen. Dem Beschwerdeführer  wurde  schliesslich  vorgehal-
ten, aufgrund der vorliegenden Unterlagen sei dies bereits am 19. Juni 
2004 gewesen, worauf er meinte, „Jetzt, wo Sie es mir sagen, war es 
schon im Juni und nicht im Mai. Das war anfangs Juni“ (vgl. a.a.O., S. 
13 f.). Durch dieses Verhalten des Beschwerdeführers, den Sachver-
halt den ihm vorgehaltenen aktenkundigen Tatsachen jeweils anzupas-
sen, entsteht der Eindruck, er habe die von ihm vorgebrachten Ausrei-
segründe konstruiert. Im Weiteren machte der Beschwerdeführer be-
züglich des Zeitpunkts, in dem seine Schwester ihren Ehemann verlas-
sen  haben  soll,  widersprüchliche  Angaben,  welche  auch  auf  Be-
schwerdeebene nicht erklärt werden konnten. So gab er anlässlich der 
kantonalen Befragung an, seine Schwester habe ihren Ehemann eine 
Woche vor seiner zweiten Ausreise verlassen (vgl. A14, S. 9). An glei-
cher Stelle machte er geltend, seine Schwester sei bereits einmal bei 
ihm gesucht worden und zwei Wochen später noch einmal. Indem in 
der  Beschwerdeschrift  (S. 5)  dazu  eingewendet  wird,  der  Schwager 
habe seine Ehefrau - die Schwester des Beschwerdeführers - bereits 
einen Monat vorher zur Rückkehr aufgefordert, vermag dies nichts zur 
Klärung des Widerspruchs beizutragen. Vielmehr entsteht dadurch ein 
weiterer Widerspruch, weshalb dieser Sachverhalt insgesamt unglaub-
haft  erscheint. Wie in der angefochtenen Verfügung ferner zutreffend 
ausgeführt, äusserte sich der Beschwerdeführer auch widersprüchlich 
bezüglich der An- respektive Abwesenheit seiner Schwester, als diese 
von ihrem Ehemann zur Rückkehr aufgefordert worden war (vgl. A14, 
S. 9 und 10). So gab er vorerst zu Protokoll, sein Schwager habe seine 
Ehefrau ein zweites Mal zur Rückkehr aufgefordert, wobei sie sich er-
neut geweigert habe. Daraufhin hätten er und seine Brüder das Feuer 
eröffnet (a.a.O., S. 9). Kurz darauf antwortete er auf die Frage, wer bei 
dieser  Schiesserei  anwesend  gewesen  sei,  seine  Schwester  sei  an 
diesem Tag nicht dort  gewesen,  da sie bereits vorher verschwunden 
sei (a.a.O., S. 10). Im Weiteren kam es zwischen den Aussagen des 
Beschwerdeführers und der Beschwerdeführerin zu erheblichen Wider-
sprüchen. So gab der Beschwerdeführer anlässlich der kantonalen Be-
fragung zu Protokoll, sein Haus sei im Krieg zerstört worden. Es habe 
ihm  niemand  geholfen.  Deshalb  habe  er  bei  seiner  Schwester 

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G._______  in  H._______  gewohnt.  Seine  Schwester  J._______, 
welche mit ihrem Ehemann in T._______ gewohnt habe, sei nach ihrer 
Trennung auch nach H._______ gekommen und habe bei G._______ 
gewohnt  (vgl.  A14,  1.  Teil,  S.  8).  Demgegenüber  gab  die 
Beschwerdeführerin diesbezüglich an, ihr Ehemann habe, da er kein 
Haus  mehr  gehabt  habe,  seit  fünf  Jahren  bei  seiner  Schwester  in 
H.________  gewohnt.  Dort  hätten  sie  später  Probleme  bekommen. 
Diese  Schwester,  bei  der  sie  gewohnt  hätten,  habe  Probleme  mit 
ihrem  Ehemann  gehabt  (vgl.  A14,  2.  Teil,  S.  6).  Weiter  gab  der 
Beschwerdeführer als Datum der Schiesserei  eine Woche vor seiner 
zweiten Ausreise - also Ende Juni 2004 - an (vgl. A14, 1. Teil, S. 9). Die 
Beschwerdeführerin hingegen machte auf die Frage nach dem Datum 
geltend, dies sei fünf Tage vor ihrer Ausreise, im Mai 2004 gewesen. 
Sie  sei  zuvor  in  der  Schweiz  gewesen  und  gerade  in  den  Kosovo 
zurückgekehrt,  als dies geschehen sei  (vgl. A14,  2. Teil,  S. 7). Auch 
hinsichtlich der angeblichen Schiesserei machten die Beschwerdefüh-
rer unterschiedliche Aussagen. So führte der Beschwerdeführer aus, 
sein Schwager habe in seine Richtung geschossen (vgl. A14, 1. Teil S. 
8 und 10): „Sie wollten mich umbringen“ (a.a.O., S. 9). Die Beschwer-
deführerin  machte  demgegenüber  geltend,  die  vielen  Brüder  des 
Schwagers  ihres  Ehemannes  hätten  begonnen,  umherzuschiessen. 
Sie hätten einfach wahllos umhergeschossen (vgl. A14, 2. Teil, S. 7).

Diese unterschiedlichen Aussagen können entgegen der Einwände auf 
Beschwerdeebene  nicht  mit  Übersetzungsproblemen erklärt  werden, 
zumal die Beschwerdeführer auch auf entsprechende Nachfragen das-
selbe  wiedergaben.  Der  Einwand  in  der  Beschwerdeschrift,  wonach 
die festgestellten Divergenzen möglicherweise auf Verständigungspro-
bleme zurückzuführen seien, ist ebenso unbegründet und findet in den 
Akten keine Stütze, zumal daraus keine Anhaltspunkte dafür hervorge-
hen und die Beschwerdeführer ihre Aussagen rückübersetzt erhalten 
und mit ihrer Unterschrift als richtig und vollständig anerkannt haben. 
Auch die zu beiden Anhörungen beigezogenen Hilfswerksvertreterin-
nen haben diesbezüglich keine Bemerkungen angebracht.

Schliesslich  konnten  die  vorgebrachten  Drohungen  seitens  eines 
Schwagers  des  Beschwerdeführers  auch  durch die  auf  Vernehmlas-
sungsebene  vorgenommenen  Abklärungen  des  Verbindungsbüros  in 
Pristina nicht bestätigt werden. Vielmehr sollen gemäss diesen die Mit-
glieder  der  Familie  R._______  untereinander  enge  Beziehungen 
pflegen und in fast täglichem Kontakt zueinander stehen. Weiter gebe 

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es in der familiären Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer und 
seinem  Schwager  kein  spezielles  Problem.  Das  Bundesverwal-
tungsgericht gelangt daher zum Schluss, dass die Beschwerdeführer 
im Falle einer Rückkehr in den Kosovo keiner Gefahr ausgesetzt wä-
ren. Soweit sich die Beschwerdeführer in ihrer Stellungnahme auf den 
Standpunkt stellen, die Auskünfte seien falsch, wobei die Informatio-
nen  der  Auskunftsperson  möglicherweise  von  Seiten  des  dem  Be-
schwerdeführer  feindlich  gesinnten  Schwagers  und  dessen  Familie 
stammen  würden,  kann  dieser  Betrachtungsweise  nicht  gefolgt  wer-
den.  Selbst  wenn  einzelne  Informationen  überholt  oder  übertrieben 
oder gar falsch sein sollten, so ist nicht einzusehen, weshalb die Aus-
kunft  gebende  Person,  welche  aus  dem  gleichen  Dorf  wie  der  Be-
schwerdeführer  –  I._______  -  stammt,  derart  ausführliche  falsche 
Angaben zu verschiedenen Personen (Lebenssituation der Schwester 
J._______,  frühere  Aufenthalte  des  Beschwerdeführers  im  Ausland 
und  im  Kosovo  sowie  dessen  Lebenssituation  und  die  erneute 
Ausreise)  hätte  machen  sollen,  zumal  das  Schweizerische 
Verbindungsbüro  diese  spontan  aufgesucht  hat  und  daher  nicht 
vorgängig  vom  Schwager  und/oder  dessen  Familie  hat  instruiert 
werden  können.  Es  ist  daher  von  der  Richtigkeit  der  Auskünfte 
auszugehen. Im Übrigen ist auch höchst fraglich, dass der Beschwer-
deführer und seine Familie seit der Zerstörung ihres Hauses im Jahre 
1999 nie mehr in I._______ - wo der Beschwerdeführer nach wie vor 
angemeldet  sein  soll  (vgl.  A1,  S.  1;  Heiratsurkunde;  A11:  Kopie 
Reisepass,  ausgestellt  am  28.  August  2001)  -  gewesen  seien 
respektive keinen Kontakt zu dort lebenden Verwandten gehabt hätten, 
zumal  sie  dort  nach  wie  vor  ein  Haus  respektive  ein  Grundstück 
besitzen  sollen  und  der  Beschwerdeführer  I._______  in  der  Emp-
fangsstelle als seinen letzten Wohnsitz angegeben hat (vgl. A1, S. 1). 
Schliesslich machte der Beschwerdeführer selber geltend, er habe in 
der Landwirtschaft gearbeitet und sei deswegen jeweils in „sein Dorf“ 
gegangen (vgl. A14, 1. Teil, S. 7). I._______ befindet sich überdies nur 
wenige Kilometer - „zirka zehn Minuten“ - von H._______ entfernt, wo 
die Familie  des  Beschwerdeführers  leben soll,  und liegt  ebenfalls  in 
der Gemeinde E._______. 

4.3 Soweit  auf  Beschwerdeebene schliesslich geltend gemacht wird, 
die psychische Erkrankung der Beschwerdeführerin sei durch die Er-
lebnisse sowie die Streitigkeiten mit dem Schwager des Beschwerde-
führers - Schüsse auf den Beschwerdeführer - ausgelöst worden, wird 
die  ärztliche  Diagnose  einer  posttraumatischen  Belastungsstörung 

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(PTBS)  nicht  in  Abrede gestellt.  Jedoch ist  dazu festzustellen,  dass 
nicht  jedes festgestellte  Erscheinungsbild  einer  seelischen Traumati-
sierung oder  jedes Krankheitsbild  einer  PTBS auf  asylrechtlich rele-
vanten Übergriffen beruhen. Für das Vorliegen entsprechender Symp-
tome kann es auch andere Ursachen, wie Unfälle, Naturkatastrophen, 
Entwurzelungsprozesse,  interfamiläre  Spannungen  (Fehlgeburten, 
schwere Erkrankungen oder Tod von Familienmitgliedern, usw.), geben 
(vgl.  WILHELM TREIBER,  Flüchtlingstraumatisierung  im  Schnittfeld  zwi-
schen Justiz und Medizin, in ZAR 8/2002 S. 286; GEHARD EBNER/JOACHIM 
GARDEMANN/VOLKER DITTMANN, Psychiatrische Arztzeugnisse und Gutach-
ten  im  Asylverfahren,  in  Forum  Gesundheitsrecht,  Psychiatrie  und 
Recht Zürich, Basel, Genf 2005 S. 363; HANSPETER KUHN/URSULA STEINER-
KÖNIG, Ärztliche Berichte und Gutachten im Asylbereich, ausgewählte 
Aspekte aus Sicht der FMH in ASYL 3/02 S. 7). 

Hinsichtlich der psychischen Erkrankung der Beschwerdeführerin kann 
den Akten zwar entnommen werden, dass diese bereits in der Emp-
fangsstelle erwähnt hat, sie fühle sich seit den Ereignissen im Zusam-
menhang mit der Schussabgabe auf ihren Ehemann krank (vgl. A2, S. 
4). Dies machte sie auch anlässlich der kantonalen Befragung geltend 
(vgl. A14,  2. Teil,  S. 6 f.). Hingegen kommen gestützt  auf  die einge-
reichten Arztberichte und die Akten als mögliche Ursache der psychi-
schen Erkrankung der Beschwerdeführerin andere einschneidende Er-
eignisse in Frage. So wird im Arztbericht vom 4. Februar 2009 u.a. da-
rauf hingewiesen, die von ihrem in der Schweiz wohnhaften Vater (Be-
willigung  C)  wiederholt  eingereichten  Gesuche  um  Familiennachzug 
seien jeweils  abgelehnt  worden. Die Beschwerdeführerin werfe ihren 
Eltern vor,  dass sie nicht  bereits zu einem früheren Zeitpunkt  in  die 
Schweiz habe einreisen dürfen. Schliesslich machte die Beschwerde-
führerin  anlässlich  der  kantonalen  Befragung  geltend,  sie  habe  vor 
drei Monaten (März/April 2004) zwecks Besuchs ihrer schwer kranken 
Mutter im Spital ein einwöchiges Visum für eine Reise in die Schweiz 
im März/April 2004 erhalten (vgl. A14, 2. Teil, S. 6). Weiter ist den Ak-
ten zu entnehmen, dass sie kurz nach ihrer  Einreise in die Schweiz 
erstmals  Mutter  geworden  ist.  (...) 2005  und  damit  kurz  vor  der 
negativen Verfügung des BFM vom 13. April 2005 verstarb ihre Mutter 
(vgl.  Beilage  Beschwerdeschrift).  Gemäss  den  vorliegenden  Arztbe-
richten begab sich die Beschwerdeführerin kurz danach, am 18. April 
2005, erstmals in ärztliche Behandlung. In den Arztberichten wird zu-
dem auf die eigene schwierige Rolle der Beschwerdeführerin als Mut-
ter, welche von Schuldgefühlen geprägt sei, die Überforderung bei der 

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Betreuung ihrer Kinder sowie angeblich auch Kriegserlebnisse, hinge-
wiesen.

Bei dieser Sachlage können die festgestellten psychischen Beschwer-
den der Beschwerdeführerin nicht mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit auf die von den Beschwerdeführern vorgetragenen, hievor als un-
glaubhaft qualifizierten Nachstellungen mit dem Schwager und dessen 
Familie zurückgeführt werden, sondern müssen von den einschneiden-
den Ereignisse (Geburt,  Tod der Mutter, Rolle als Mutter, etc.)  sowie 
die  schwierigen  Lebensumstände  (Wohnungssuche,  Arbeitssuche, 
etc.), in denen sich die Beschwerdeführerin und ihre Familie befinden, 
stammen.

4.4 Insgesamt vermochten die Beschwerdeführer die Nachstellungen 
durch einen Schwager und dessen Familie nicht glaubhaft zu machen. 
Entgegen den anders lautendenden Ausführungen in der Beschwerde 
liegen  auch  keine  konkreten  Hinweise  vor,  die  auf  eine  begründete 
Furcht vor künftigen Verfolgungen schliessen lassen.

4.5 Der Sachverhalt  ist  aufgrund der Akten genügend abgeklärt  und 
hinreichend erstellt. Es besteht somit keine Veranlassung für eine er-
neute  Abklärung  durch  das  Schweizerische  Verbindungsbüro  bezie-
hungsweise die Schweizer Botschaft in Pristina, weshalb der entspre-
chende Antrag abzuweisen ist.

Bei dieser Sachlage erübrigt es sich, auf die weiteren Ausführungen in 
der Beschwerde weiter einzugehen, da diese am Ausgang des Verfah-
rens nichts ändern können. Demzufolge erfüllen die Beschwerdeführer 
die  Anforderungen  von Art.  3  AsylG in  Verbindung mit  Art.  7  AsylG 
nicht,  weshalb ihnen die Flüchtlingseigenschaft  nicht  zuerkannt  wer-
den kann. Die Vorinstanz hat die Asylgesuche demnach zu Recht ab-
gelehnt.

5.

5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Die Beschwerdeführer verfügen weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-

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ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweize-
rischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 

6.

6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5  Abs.  1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

6.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den Beschwer-
deführern nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung 
nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  das  in  Art. 5  AsylG 
verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-Refoulements  im 
vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr  der 

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Beschwerdeführer in den Kosovo ist demnach unter dem Aspekt von 
Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführer 
noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer 
Ausschaffung in den Kosovo dort  mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 
einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Be-
handlung  ausgesetzt  wären.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Ge-
richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Fol-
terausschusses müssten die Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr 
("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall ei-
ner  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen 
würde  (vgl.  EMARK  2001  Nr.  16  S.  122,  mit  weiteren  Hinweisen; 
EGMR, EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. 
Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 - 127, mit weiteren 
Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimat-
staat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als 
unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Weg-
weisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Be-
stimmungen zulässig.

6.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist - unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 
7  AuG -  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

6.4.1 Im  Heimatland  der  Beschwerdeführer  herrscht  zurzeit  weder 
Krieg  noch  Bürgerkrieg  noch  eine  Situation  allgemeiner  Gewalt,  so 
dass eine Rückkehr der Beschwerdeführer, welche der Bevölkerungs-
mehrheit  der ethnischen Albaner  angehören,  grundsätzlich zumutbar 
ist.

6.4.2 Hinsichtlich der geltend gemachten Erkrankung der  Beschwer-
deführerin ist  vorab darauf hinzuweisen, dass aufgrund gesundheitli-
cher Probleme eines abgewiesenen Asylbewerbers nur dann auf die 
Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs geschlossen werden kann, 
wenn eine notwendige medizinische Behandlung im Heimatland nicht 
zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensge-

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fährdenden Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes der betroffe-
nen Person führt. Dabei wird als wesentlich die allgemeine und drin-
gende medizinische Behandlung erachtet, welche zur Gewährleistung 
einer menschenwürdigen Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbar-
keit  liegt jedenfalls dann nicht vor, wenn im Heimat- oder Herkunfts-
staat eine nicht dem schweizerischen Standard entsprechende medizi-
nische Behandlung möglich ist. Wenn die notwendige Behandlung im 
Heimat-  oder  Herkunftsstaat  sichergestellt  ist,  so ist  der  Vollzug der 
Wegweisung als zumutbar zu beurteilen (EMARK 2003 Nr. 24 E. 5a 
und b).

6.4.3 Wie  den  drei  eingereichten  ärztlichen  Berichten  entnommen 
werden kann,  ist  die  Beschwerdeführerin  seit  dem 18. April  2005 in 
ärztlicher Behandlung. Aufgrund einer anlässlich des ersten Behand-
lungstermins festgestellten Dekompensation und der dabei geäusser-
ten  Suizidalität  wurde  die  Beschwerdeführerin  in  die  P._______ 
überwiesen,  die  sie  einige  Tage später  auf  eigenen  Wunsch  wieder 
verliess.  Anlässlich  der  zweiten  Besprechung  habe  sie  von 
Erlebnissen  aus  dem  Krieg,  von  Konzentrationsproblemen,  innerer 
Unruhe  und,  dass  sie  wegen  Kleinigkeiten  die  Nerven  verliere, 
berichtet.  Dabei  seien  weitere  Belastungsfaktoren  hinzugekommen 
(Flucht,  Geburt  des  ersten  Kindes  und  neue  Rolle  als  Mutter,  un-
sicherer  Aufenthaltsstatus,  Tod ihrer  Mutter,  negativer  Entscheid des 
BFM). In einem weiteren Arztbericht vom 22. Oktober 2007 wurde die 
Diagnose  bestätigt  und  festgehalten,  dass  der  gesundheitliche  Zu-
stand der Beschwerdeführerin mit  einer Medikation mit  5mg Zyprexa 
habe stabilisiert werden können, wobei nach wie vor zeitweise grosse 
Unruhe, Nervosität und Ängste vorkommen würden, die es ihr verun-
möglichen würden, den Alltag zu bewältigen. Die Behandlungstermine 
würden alle drei bis vier Wochen stattfinden. Die Vorstellung in den Ko-
sovo zurückkehren zu müssen, würden bei ihr Panikgefühle auslösen, 
da  ihre  Familie  (damit  sind  Vater  und  Schwester  gemeint)  in  der 
Schweiz wohnhaft  sei. In einem weiteren Arztbericht  vom 4. Februar 
2009 werden eine psychiatrische Behandlung - diese finde meist alle 
drei  Wochen, in Krisensituationen auch häufiger, statt  -  und Medika-
mente weiterhin als notwendig erachtet. In den letzten Monaten seien 
weitere  schwierige  Umstände -  Wohnungssuche,  Arbeitssuche,  unsi-
cherer Aufenthaltsstatus - hinzugekommen. Diese Situation habe bei 
der Beschwerdeführerin Flash-Backs ausgelöst an ihre Erlebnisse in 
ihrem Heimatland. Sie habe berichtet, in der Heimat zwei Kriege miter-
lebt  und  dabei  wiederholt  tote  Menschen  gesehen  zu  haben.  Das 

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Haus, in dem sie gewohnt habe, sei in Brand gesteckt worden, im Gar-
ten seien Bomben explodiert. Ihrem Mann gegenüber seien Morddro-
hungen ausgesprochen worden. Im Zusammenhang mit einer drohen-
den Wegweisung aus der Schweiz habe sie sich suizidal geäussert. In 
ihrer Heimat Mazedonien lebe nur noch ihr Bruder. Vater und Schwes-
ter  hätten in  der  Schweiz eine Bewilligung C. Der behandelnde Arzt 
bezeichnete  die therapeutischen Bedingungen unter  den gegebenen 
Umständen als desaströs. Die Beschwerdeführerin benötige dringend 
eine spezifische Traumabehandlung. Eine solche sei  aus finanziellen 
Gründen und wegen des gegenwärtigen unsicheren Aufenthaltsstatus 
nicht möglich. Die aktuelle Untersuchung habe zu einer Retraumatisie-
rung beigetragen, so dass die erreichte Stabilisierung in Frage gestellt 
sei und in einem langwierigen Behandlungsprozess wieder aufgebaut 
werden müsse. Sie sei derzeit akut psychiatrisch behandlungsbedürf-
tig.  Eine  Wegweisung  aus  der  Schweiz  stelle  subjektiv  und  objektiv 
eine Bedrohung dar. Unter der aktuellen Retraumatisierung sei eine la-
tente Suizidalität gegeben. Es bestehe ein erhebliches Suizidrisiko im 
Falle einer Ausweisung, so dass die Beschwerdeführerin nicht mehr im 
ambulanten  Setting  aufgefangen  werden  könne  und  wiederum  eine 
stationäre Behandlung medizinisch indiziert sei, um das erhebliche Ri-
siko eines Suizids einzugrenzen. Am 24. Juni 2009 (Faxeingabe) hielt 
der  zuständige  Arzt  der  P._______  zur  aktuellen  gesundheitlichen 
Situation der Beschwerdeführerin fest, diese habe über eine im Garten 
explodierenden  Granate,  von  Kriegsopfern,  die  sie  selber  gesehen 
habe,  sowie  von  einer  Morddrohung  ihrem  Ehemann  gegenüber 
berichtet, wobei sich Ort und Zeit nicht näher eingrenzen liessen. Die 
Beschwerdeführerin  sei  bereits  im  Kosovo  in  psychiatrischer 
Behandlung gewesen, wobei sie lediglich mit Medikamenten behandelt 
worden  sei.  Ob  eine  prämorbide  Persönlichkeit  bereits  vor  den 
traumatisierenden Ereignissen im Heimatland vorgelegen habe, könne 
nicht  rekonstruiert  werden.  Jedenfalls  habe  die  Beschwerdeführerin 
die  Geschehnisse  bisher  nicht  verarbeiten  können.  Dies  liege 
entweder  an  individuellen  psychischen  Faktoren  oder  sei  das 
chronifizierte  Zustandsbild  durch  das  Fehlen  einer  früheren  (zeit-
nahen) therapeutischen Begleitung. Wegen des hängigen Asylverfah-
rens, das die Beschwerdeführerin nach wie vor als bedrohlich erlebe, 
sei  es  nahezu  unmöglich,  einen  therapeutischen  „Schutzraum“  zu 
schaffen, welcher eine psychische Veränderung zulassen würde. Wei-
ter führte der Arzt aus, die Beschwerdeführerin benötige eine kontinu-
ierliche,  hochfrequente  spezifische  Traumatherapie,  welche  in  einer 
unbedrohten Umgebung - in der Schweiz - durchgeführt werden müs-

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se. In ihrer Replik vom 5. August 2009 bestätigen die Beschwerdefüh-
rer diese Ausführungen des Arztes.

6.4.4 Wie weiter oben ausgeführt, sind die geltend gemachten Nach-
stellungen seitens eines Schwagers des Beschwerdeführers nicht ur-
sächlich für  die bei  der Beschwerdeführerin  diagnostizierte posttrau-
matische Belastungsstörung. Zudem kann offen gelassen werden, ob 
diese auf persönlich erfahrene Kriegserlebnisse im Kosovo zurückzu-
führen sind. Zwar soll die Beschwerdeführerin ihren Angaben zufolge 
bis  zu ihrer  Heirat  im Jahre  2003 in  Mazedonien gelebt  haben (vgl. 
A14,  2. Teil,  S. 4),  wobei,  wie  weiter  vorne  erwähnt  (Ziff.  4.1),  nicht 
ausgeschlossen werden kann, dass sie sporadisch Verwandte im Ko-
sovo besucht hat. Schliesslich soll sie gemäss Arztbericht vom 24. Juni 
2009 bereits im Kosovo in psychiatrischer Behandlung gewesen sein, 
dabei  jedoch  lediglich  Medikamente  erhalten  haben. Es  kann  davon 
ausgegangen werden, dass dadurch eine gewisse Stabilität ihres psy-
chischen  Gesundheitszustandes  erlangt  worden  war. Zumindest  sah 
sich die Beschwerdeführerin anlässlich der Befragungen nicht veran-
lasst, von den angeblich persönlich erlebten Kriegsereignissen im Ko-
sovo zu berichten. Vielmehr berichtete sie über andere traumatisieren-
de Ereignisse, welche jedoch hievor als unglaubhaft qualifiziert worden 
sind. Weiter ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass für das Er-
scheinungsbild  einer  seelischen  Traumatisierung  oder  jedes  Krank-
heitsbildes einer PTBS auch andere Ursachen, wie Unfälle, Naturkata-
strophen, familiäre Spannungen (Fehlgeburten, schwere Erkrankungen 
oder Tod von Familienangehörigen) in Frage kommen. Solche hat die 
Beschwerdeführerin denn auch geltend gemacht (Geburt des ältesten 
Kindes,  fast  zeitgleicher  negativer  Entscheid  des  BFM  und  Tod der 
Mutter), weshalb davon auszugehen ist, dass diese Ereignisse die von 
den behandelnden Ärzten dargelegte Traumatisierung ausgelöst  res-
pektive verstärkt haben und für die nach wie vor auftretenden akuten 
Situationen verantwortlich sind. Ferner ist festzustellen, dass es durch-
aus nachvollziehbar ist, dass die in der Schweiz durchgeführten thera-
peutischen Gespräche eine gewisse Retraumatisierung von früheren 
Ereignissen ausgelöst haben können. In den zwei letzten Arztberichten 
wird  eine  spezifische,  intensivierte  Traumabehandlung  weiterhin  als 
dringend bezeichnet und auf ein erhebliches Suizidrisiko hingewiesen. 

6.4.5 Was  die  medizinische  Versorgungslage  im  Kosovo  betrifft,  ist 
festzuhalten, dass der Zugang zur Gesundheitsversorgung durch Ka-
pazitätsprobleme,  weite  Distanzen  und  die  mangels  Existenz  eines 

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umfassenden Krankenversicherungssystems hohen Kosten nur einge-
schränkt gewährleistet ist. Zahlreiche Behandlungen und Medikamente 
sind für einen bedeutenden Teil der Bevölkerung unerschwinglich. Dies 
trifft insbesondere auf die Behandlungsmöglichkeiten von psychischen 
Erkrankungen  zu,  bei  welchen  sich  die  öffentliche  Grundversorgung 
auf medikamentöse Behandlungen beschränkt und kaum psychothera-
peutische Behandlungen durchgeführt  werden. Die Behandlungszent-
ren für  psychische Krankheiten (Community  Mental  Health Centers), 
derzeit acht an der Zahl, fokussieren sich weitgehend auf die Rehabili-
tierung chronisch und schwer erkrankter  - nicht an posttraumatischen 
Belastungsstörungen leidender - Personen. Zudem muss ein einzelnes 
Zentrum eine Bevölkerungsgruppe von 250'000 Personen abdecken. 
Daneben führen nur wenige Spitäler psychiatrische Abteilungen, wobei 
sich die dortigen Behandlungen zumeist auf die Überprüfung der Me-
dikamenteneinnahme beschränken (keine Psychotherapie) und gene-
rell  grosse  Kapazitätsprobleme  herrschen.  Allgemein  lässt  sich  ein 
Mangel an kompetentem Fachpersonal - insbesondere an ausgebilde-
ten Psychiatern  -  und eine beschränkte Anzahl  geeigneter  medizini-
scher  Einrichtungen  feststellen,  was  aufgrund  des  gesteigerten  Be-
dürfnisses  der  Bevölkerung  an  Behandlungen  von  psychischen  Er-
krankungen akute  Kapazitätsprobleme zur  Folge hat.  Nichtstaatliche 

Organisationen  (NGO's)  wie  auch  das  UNHCR  beurteilen  bis  zum 

heutigen Zeitpunkt insgesamt die Behandelbarkeit schwerer und chro-

nischer  psychischer  Krankheiten nicht  als  ausreichend (vgl.  UNHCR 

Position  on  the  Continued  International  Protection  Needs  of  Indivi-

duals from Kosovo [March 2005],  Ziff.  10 ff.  und 18;  United Nations 

Kosovo Team, Erste Beobachtungen zu Defiziten im Gesundheitsver-

sorgungssystem  im  Kosovo  [Januar  2007],  Ziff.  III;  RAINER MATTERN, 

SFH, Kosovo, Zur Lage der medizinischen Versorgung, Update vom 7. 

Juni 2007; HANS WOLFGANG GIERLICHS, Neue Erkenntnisse zur psychiatri-

schen  Versorgung  im  Kosovo:  in  Zeitschrift  für  Ausländerrecht  und 

Ausländerpolitik 2008, S. 185 ff.; IOM, Fact-Sheet Kosovo, April 2008, 

S. 5 - 6). 

6.4.6 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt  vor diesem Hintergrund 
und gestützt auf die oben erwähnten Arztberichte zum Schluss, dass 
sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit  2005 trotz 
regelmässiger  Therapie  nicht  massgeblich  verbessert  hat  und  nach 
wie vor als labil zu bezeichnen ist. Ob eine spezifische Traumabehand-
lung vor diesem Hintergrund zum gewünschten Erfolg - einem angst-

freien Leben,  Hoffnung und Friede -  führen würde,  kann deshalb in 

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Frage gestellt werden. Vorliegend ist davon auszugehen, dass die von 
der Beschwerdeführerin benötigten Medikamente im Kosovo erhältlich 
sein  dürften.  Im  Arztbericht  vom  24. Juni  2009  (Faxeingabe)  wurde 
denn auch erwähnt,  dass die Beschwerdeführerin  im Kosovo bereits 
mit  entsprechenden  Medikamenten  behandelt  worden  war. Anderer-
seits kann sie einen entsprechenden Medikamentenvorrat mitnehmen. 
Zudem besteht die Möglichkeit, dass die in der Schweiz lebenden Fa-
milienangehörigen  der  Beschwerdeführerin  (Vater  und  Schwester) 
oder die in anderen westlichen Ländern lebenden Schwestern des Be-
schwerdeführers (vgl. A1, S. 2) ihr die von ihr weiter benötigten Medi-
kamente zukommen lassen bzw. sie beim Erwerb derselben im Kosovo 
finanziell unterstützen. Auch wenn die Beschwerdeführerin Schwierig-
keiten bekundet, sich in neuen Situationen zurecht zu finden, ist es ihr 
zuzumuten, sich - allenfalls mit Hilfe ihres Ehemannes - an die im Ko-
sovo vorhandenen medizinischen Institutionen zu wenden, um die not-
wendige Behandlung fortsetzen zu können. Dabei ist darauf hinzuwei-
sen, dass am Universitätsspital in Prishtina - unweit des gemeinsamen 
Wohnortes der Beschwerdeführer E._______ - bereits im Jahre 2005 
eine  psychiatrische  Intensivpflegeabteilung  eröffnet  wurde  und  dort 
qualifizierte Pflegeleistungen erbracht werden können (vgl. IOM, Fact-
Sheet Kosovo, April 2008, S. 5). Im Weiteren ist darauf hinzuweisen, 

dass  die  medizinische  Versorgungslage  im  Kosovo  zwar  nicht  auf 

westeuropäischem Niveau liegt, jedoch angesichts der dort bestehen-

den medizinischen Strukturen bei  einer  Rückkehr  in das Heimatland 

keine  drastische  und  lebensbedrohende  Verschlechterung  des  Ge-

sundheitszustandes der Beschwerdeführerin droht (vgl. dazu die wei-

terhin zutreffende Rechtsprechung der ARK in EMARK 2004 Nr. 7 E. 

5d S. 50 ff., 2003 Nr. 24 E. 5b S. 157 f.). Es ist somit davon auszuge-

hen, dass eine weiterhin benötigte medikamentöse und psychiatrische 

Behandlung im Kosovo vorzufinden und zugänglich wäre. Hinsichtlich 

der im Arztbericht vom 4. Februar 2009 gemachten Feststellungen, die 

Beschwerdeführerin habe sich für den Fall  einer erzwungenen Rück-

kehr in den Kosovo suizidal geäussert, ist festzuhalten, dass ein un-

ausweichlich bevorstehender Wegweisungsvollzug bei den damit kon-

frontierten ausländischen Personen zu einer nicht unerheblichen psy-

chischen  Belastung  führen  kann.  Dieser  Belastung  kommt  aber  im 

asyl- und ausländerrechtlichen Kontext grundsätzlich keine Bedeutung 

zu, weil eine geltend gemachte Gefährdung konkrete Formen aufwei-

sen muss, um zur Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs gemäss 

Art. 83 Abs. 4 AuG führen zu können. Im Einzelfall kann eine reaktiv 

auf einen bevorstehenden Wegweisungsvollzug auftretende und ernst-

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haft gesundheitsgefährdende psychische Störung lebensbedrohlichen 

Ausmasses für  die Frage der Zumutbarkeit  relevant sein. Vorliegend 

kann für die Zeit vor und während der Rückreise in den Kosovo einer 

allfälligen  zeitweiligen  Verschlechterung  des  psychischen  und  allen-

falls auch physischen Zustandes der Beschwerdeführer medikamentös 

und mit einer angespassen persönlichen Betreuung begegnet werden. 

Ohne die  damit  verbundene  Beeinträchtigung der  Lebensqualität  zu 

verkennen, kann somit von den bei ihr vorliegenden gesundheitlichen 

Beschwerden insgesamt nicht auf eine konkrete Gefährdung in Form 

einer medizinischen Notlage nach dem Verständnis von Art. 83 Abs. 4 

AuG geschlossen werden. 

Überdies können die Beschwerdeführer bei der Vorinstanz unter Vorla-

ge entsprechender ärztlicher Atteste medizinische Rückkehrhilfe bean-

tragen (Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG i.V.m. Art. 75 der Asylverordnung 2 

vom  11. August  1999  über  Finanzierungsfragen  (AsylV 2,  SR 

142.312), womit die Beschwerdeführer in einer ersten Phase nach ih-

rer Rückkehr hinsichtlich der Organisation der medizinischen Behand-

lung der Beschwerdeführer nicht vor unüberwindbare Schwierigkeiten 

gestellt sind. 

6.4.7 Schliesslich leben gemäss den Angaben des Beschwerdeführers 
dessen Eltern sowie vier Schwestern (vgl. A1, S. 2 und A14, S. 6) wei-
terhin im Kosovo. Damit verfügen die Beschwerdeführer dort über ein 
familiäres Beziehungsnetz, das ihnen eine Reintegration bestimmt er-
leichtern wird. Zudem werden diese mehrheitlich weiblichen Verwand-
ten  der  psychisch  angeschlagenen  Beschwerdeführerin  den  nötigen 
Halt geben können und ihr bei der Bewältigung des Alltags sowie der 
Betreuung der zwei noch kleinen Kinder (geb. 2004 und 2006) behilf-
lich  sein. Weiter  kommt hinzu,  dass  die  Beschwerdeführerin  mit  der 
kurz bevorstehenden Einschulung ihrer älteren Tochter die Möglichkeit 
haben wird, ihr Beziehungsnetz in ihrem Sprach- und Kulturkreis zu er-
weitern, wobei sie mit einem zusätzlichen Rückhalt rechnen kann. Wie 
den Akten ferner entnommen werden kann, hat die Beschwerdeführe-
rin in der Schweiz mit schwierigen Umständen zu kämpfen, was den 
Rückschluss auf  ein -  wohl  nicht  zuletzt  sprachlich  und kulturell  be-
dingt  -  eher  beschränktes  soziales  Netz  in  der  Schweiz  schliessen 
lässt. Schliesslich  verfügt  der  Beschwerdeführer,  der  selber  offenbar 
gesund  und  arbeitswillig  ist,  über  verschiedene  berufliche  Erfahrun-
gen, die es ihm erleichtern werden, im Kosovo eine Arbeit zu finden, 
um für den Unterhalt seiner Familie aufzukommen. Insgesamt können 

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die Prognosen einer Bewältigung der gesundheitlichen Probleme der 
Beschwerdeführerin  sowie  der  Überwindung  anfänglicher  Schwierig-
keiten im Alltag durch die Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in den 
Kosovo als positiv gewertet werden. Die unter dem Aspekt des Kindes-
wohls zu berücksichtigenden Elemente sprechen ebenfalls nicht gegen 
eine Rückkehr der Beschwerdeführer in den Herkunftsstaat, da der Le-
bensmittelpunkt ihrer heute knapp noch nicht fünfjährigen Tochter und 
ihres  noch  jüngerer  Sohnes  klar  noch  bei  ihren  Eltern  liegt  (vgl. 
EMARK 2005 Nr. 6 E. 6 S. 57 f.), weshalb auch ihnen eine Integration 
im Kosovo gelingen sollte.

Der Vollzug der Wegweisung erweist sich unter diesen Umständen als 

zumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG.

6.5 Schliesslich  obliegt  es  den Beschwerdeführern,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 
83 Abs. 2 AuG).

7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

8.

8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Verfahrenskosten 
in der Höhe von Fr. 600.-- den Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 
63 Abs. 1 VwVG, Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 des Reg-
lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 
vor dem Bundesverwaltungsgericht  ([VGKE, SR 173.320.2]). Die Be-
schwerdeführer  ersuchten  indessen  um  Gewährung  der  unentgeltli-
chen Rechtspflege.

Gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG wird eine Partei, die nicht über die erfor-
derlichen Mittel verfügt, auf Antrag hin von der Bezahlung der Verfah-
renskosten befreit, wenn ihr Begehren im Zeitpunkt der Gesuchseinrei-
chung  nicht  aussichtslos  erscheint.  Diese  Voraussetzungen  sind  im 
konkreten Fall  erfüllt,  da die  vorliegende Beschwerde nicht  als  aus-
sichtslos  bezeichnet  werden  konnte  und  die  Beschwerdeführer  ge-

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mäss Aktenlage bedürftig sind. Das Gesuch um Befreiung von der Be-

zahlung der Verfahrenskosten ist daher gutzuheissen. Es werden keine 
Verfahrenskosten erhoben.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
gutgeheissen. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3.
Dieses  Urteil  geht  an den  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführer, 
T._______.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Muriel Beck Kadima Alexandra Püntener

Versand: 9. September 2009

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