# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c2e2743d-36f0-58e4-b2d4-e86f34b279fb
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-23
**Language:** de
**Title:** Verneinung Rentenanspruch; multiple Leiden, woraus Hausarzt nach Freistellung des Versicherten AUF ableitete; abgestellt auf RAD und psychiatrisches Gutachten des Krankentaggeldversicherers, Herzleiden erst nach Verfügungserlass mit Beschwerden manifestiert; da Stellenprofil (anspruchsvolle IT-Aufgaben) nicht dem psychiatrischen Zumutbarkeitsprofil (durchschnittliche IT-Aufgabe ohne Bereitschaftsdienst) entspricht, vorsichtshalber EK-Vergleich (falls nicht bloss z-kodiertes Burnout). (BGE 8C_303
**Docket/Reference:** IV.2019.00818
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2019.00818.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2019.00818
V. Kammer
Sozialversicherungsrichter Vogel, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter
Ersatzrichterin Gasser Küffer
Gerichtsschreiberin Bonetti
Urteil
vom
23. Februar 2021
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Michael
Ausfeld
Werdstrasse
36, Postfach, 8036 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren
1962, verfügt über einen Lehrabschluss als Maschi
nenmechaniker sowie ein
eidgenössisches
Diplom als IDV-Techniker TS
(
Urk.
5/
5)
. Zuletzt arbeitete er ab Oktober 2008
als Executive IT
Supporter
bei
einer Grossbank
(
Urk.
5/10/2 und 5/6/6)
.
Nach einem zerebralen Insult im Jahr 2011 (
Urk.
5/34/2
und 5/50/7
) reduzierte
er
sein
Vollzeitpensum
per Juni 2012
auf
8
0 % (
Urk.
5/50/5
)
. I
m
Frühjahr
2
018 stellte die
Arbeitgeberin
ihn
aus betrieb
lichen Gründen
frei
(vgl.
Urk.
5/11/25 und
5/50/10
)
.
1.2
Im September 2018 meldete sich der Versicherte
wegen
«
Streifung
(Sommer 2011
), Arterienverschluss, Tinnitus, motorischen Störungen, Schmerzen im Daumen
sattelgelenk,
Duputren
, Konzentrationsschwierigkeiten, Gedächtnis- und Se
hstö
rungen,
Frozen
Shoulder
,
Bro
ken
Heart-Syndrom, Schulter- und Nacken
schmer
zen»
bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (
Urk.
5/6).
Diese holte einen Auszug aus dem Individuellen Konto (
IK;
Urk.
5/10)
sowie Auskünfte bei der Arbeitgeberin ein (
Urk.
5/15)
. Zudem
zog
sie
die Akten des Krankentaggeldversicherers
bei (Urk.
5/11
,
5/17-20
und 5/28
). Darin enthalten
insbesondere
ein
Bericht zum
psychiatrische
n
Konsil
der Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
Dr.
med.
Y.___
,
datiert vom 7.
Oktober 2018 (Urk.
5/11/22 ff.).
Derweilen zog si
ch der Versicherte
bei einem Sturz (
Urk.
5/25/3) eine Rippenfraktur zu (
Urk.
5/25/6
-10
)
und
wurde
infolge einer Netzhautablösung am 3
0.
November
2018 am linken Auge operiert (
Urk.
5/36/1)
.
Die IV-Stelle holte
noch
einen
Formularbericht
beim Hausarzt
ein,
der
diesen zusammen mit diversen
medizinische
Unterlagen einreichte
(
Urk.
5/
32
-39
und 5/41
)
. Alsdann legte sie die Akten dem
Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD)
zur Prüfung vor. Aufgrund seiner
Stellungnahme
vom 16. April 2019 (
Urk.
5/42/5 f.) forderte sie
aktuelle
Berichte bei der Augenklinik des Universitätsspitals
Z.___
an (
Urk.
5
/41).
Gestützt auf eine weitere Stellungnahme des RAD vom
5.
Juni 2019 (
Urk.
5/42/6
f.
)
stellte
die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 1
2.
Juni 2019
in Aussicht,
einen Rentenanspruch zu verneinen (
Urk.
5/43). Bereits
mit formlosem Schreiben vom
2
7.
März 2019 hatte sie
ihm
mitgeteilt, d
ass derzeit keine Einglie
derungsmassnahmen angezeigt seien (
Urk.
5/40)
. Der Einwand des Versicherten gegen den Vorbescheid datiert vom
5.
Juli
2019 (
Urk.
5/46) und wurde von ihm am 2
9.
August 2019 (
Urk.
5/50) und 1
6.
September 2019 (Urk. 5/51) jeweils unter Beilage verschiedener Unterlagen ergänzt.
Am 23.
Oktober 2019 verfügte die IV-Stelle wie angekündigt
(
Urk.
2)
.
2.
Dagegen
erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt
Ausfeld
, mit Ein
gabe vom 1
5.
November 2019 Beschwerde
(
Urk.
1)
. Darin beantragte er, die ange
fochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung und neuen Entscheidung an die IV-Stelle zurückzuweisen; unter Kosten- und Ent
schä
digungsfolgen zulasten derselben (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle schloss in der
Beschwerdeantwort vom 1
0.
Januar 2020 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
4). Mit Verfügung vom 1
3.
Januar 2020 ordnete das Gericht einen zweiten Schriften
wechsel an (
Urk.
6). In der Replik vom
7.
Februar 2020 hielt der Versicherte unter Beilage eines neuen Arztberichts (
Urk.
8) an seinem Antrag fest (
Urk.
7)
. Die
IV-Stelle
verzichtete
auf d
as
Einr
eich
en
einer Duplik
(
Urk.
10).
Am 3
1.
Mai
2020 erlitt der Versicherte
beim Lenken eines Personenwagens
eine Synkope und
prallte
frontal gegen
eine Lichtsignalanlage
.
A
m
5.
Juni 2020
wurde ihm
ein Herzschrittmacher
implantier
t (
Urk.
13/1-2). Die IV-Stelle verzichtete
am 6.
Juli 2020 (
Urk.
16) auf eine Stellungnahme zur
diesbezüglichen
Eingabe des Versicherten vom 1
9.
Juni 2020 (Urk. 12) samt
Beilagen
(
Urk.
13/1-2)
. Darüber wurde
er
mit Schreiben vom
9.
Juli 2020 in Kenntnis gesetzt (
Urk.
17).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt
dabei
von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bin
dung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdi
gen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbe
sondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische Th
ese abstellen (BGE 125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erw
og im angefochtenen Entscheid, bei Ablauf des Wartejahres
habe
d
er Beschwerdeführer wieder ein rentenausschl
iessendes Ein
kommen erzielen
können
. Für die Diagnostik sei sie nicht
zuständig. Verdachts
diagnosen und
behandelbare
respektive
keine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit auslösende Leiden seien invalidenversicherungsrechtlich irrelevant. Eine demen
tielle Entwicklung sei nicht plausibilisiert (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer hielt
in der Beschwerde
indessen dafür, es handle sich nicht
nur
um Differenzialdiagnosen.
Die
diagnostizierte schwere Anpassungsstörung
werde
vorab durch die festgestellte
höhergradi
ge
Herzrhythmusstörung gestützt
. Der Hausarzt bestätige eine volle Arbeitsunfähigkeit auch für körperlich leichte Arbeiten wegen Erschöpfung, muskulärer Beschwerden, Vergesslichkeit, Sehstö
rungen und Abges
chlagenheit. Dies zu ignorieren
verletze die gesetzliche Abkl
ä
rungspflicht (
Urk.
1
Ziff.
4). Er sei schon
ab
dem Jahr 2011 nur noch 80
%
arbeitsfähig
gewesen
(
Urk.
1
Ziff.
5).
Die von der Krankentaggeldversicherung
beauftragte Psychiaterin
habe zutreffend
festgehalten,
die
körperliche
n
Be
schw
er
den
könnten
in der psych
i
atrischen Befundung nicht
näher beurteilt werden, jedoch
hätte sie eine vorhandene Schmerzproblematik miteinbeziehen müssen. Auch der Tinnitus könne sich unmittelbar auf die Leistungsfähigkeit auswirken und zu psychischen Problemen führen (
Urk.
1
Ziff.
6).
2.3
Die
Beschwerdegegnerin
ergänzte
in der Beschwerdeantwort, die Reduktion des Arbeitspensums im Jahr 2011 sei auf eigenen Wunsch und die Kündigung im Jahr 2018 wegen Kosteneinsparungen erfolgt (
Urk.
4
Ziff.
3).
Sodann verwies sie auf die von der Krankentaggeldversicherung in Auftrag gegebenen, beweis
kräf
tigen Beurteilungen der psychischen und somatischen Beschwerden (
Urk.
4
Ziff.
4-6)
sowie die Stellungnahme des RAD (
Urk.
4
Ziff.
8)
.
Sie betonte,
Dr.
A.___
habe lediglich den Verdacht auf eine dementielle Entwicklung ge
äussert, diesen aber selbst nicht weiter untersucht (
Urk.
4
Ziff.
7). Somit sei sie dem Untersuchungsgrundsatz nachgekommen (
Urk.
4
Ziff.
10).
2.4
In der Replik
erwiderte
der Beschwerdeführer
seit dem Jahr 2011 an einem Tinnitus sowie Vergesslichkeit etc. nach einer
Streifung
zu leiden
; v
erschiedene Hobbies
könne er
nicht mehr ausüben
(
Urk.
7 ad 3
und
ad
8
)
.
Unstrittig habe
über Jahre eine
Belastungssituation bestanden, verbunden mit einer erhöhten Verletz
lichkeit und einem Verlust von Resilienz. Die Beschwerdegegnerin habe ihn nie auf die Notwendigkeit einer psychiatrischen-psychologischen Therapie hinge
wiesen (
Urk.
7 ad 4).
Aus den
Unterlagen
der Krankentaggeldversicherung sei nicht ersichtlich, ob und von wem allenfalls fachärztliche Abklärungen
getätigt
worden seien (
Urk.
7 ad 6).
Eine Verdachtsdiagnose sei nur
dann
nicht zu be
rücksichtigen, wenn zuvor eine u
mfassende Abklärung
erfolgt sei
(
Urk.
7 ad 7). Der RAD-Arzt sei kein Psychiater und habe auffällig just nach Ablauf des Wartejahres eine volle Arbeits
f
ähigkeit festgestellt. Gemäss den Berichten der Augenklinik bestehe
weiterhin
eine Behandlungsbedürftigkeit, eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei darin nicht enthalten.
Nicht berücksichtigt
habe der RAD
die vom Hausarzt unter Hinweis auf
Radiologie-Berichte festgestellten Schmer
zen
, die seine Konzentrationsfähigkeit einschränkten
(
Urk.
7 ad 8).
Im MRI zur
Abklärung eines epileptisch
en Geschehens seien zwei
ältere Marklagerläsionen festgestellt worden (
Urk.
7 ad 9).
Schliesslich würde er
in einer angepassten Tätigkeit weniger v
erdienen, weshalb z.B. eine Arbeitsunfähigkeit von 30
%
be
reits zu einer Berentung führe
(
Urk.
7 ad 10).
Dem fügte er
am
1
9.
Juni 2020
an
, er habe
– wie schon im Jahr 2019
–
eine Synkope
und infolgedessen
mit dem Motorfahrzeug
eine Frontalkollision erlitten.
Inzwischen
sei ein Herzschritt
macher implantiert worden (Urk.
12).
3.
3.1
S
treitig und zu prüfen ist,
ob
der Beschwerdeführer
nach Ablauf des Wartejahres, welches unstrittig im März 2019 endete,
Anspruch auf eine
R
ente hat
.
Im Zentrum steht dabei die Frage,
ob die Beschwerdegegnerin ihrer Untersuchungspflicht nachgekommen ist und den medizinischen Sachverhalt hinreichend abgeklärt hat.
Dass
aufgrund der bisherigen Akten bereits
eine rentenrelevante Arbeitsun
fähigkeit mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit erstellt ist, wird auch vom Beschwerdeführer nicht
geltend gemacht
.
3.2
Das Administrativverfahren
vor der Beschwerdegegnerin
wie auch der kantonale
Sozialversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (
Art.
43
Abs.
1,
Art.
61 lit. c ATSG). Gemäss
Art.
43
Abs.
1 ATSG prüft der Versiche
rungs
träger die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Der Untersuchungsgrundsatz weist enge Bezüge zum - auf Verwaltungs- und Gerichtsstufe geltenden - Grundsatz
der freien Beweiswürdigung auf.
Führen die im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes von Amtes wegen vorzu
nehmenden Abklärungen den Versicherungsträger oder das Gericht bei umfas
sender, sorgfältiger, objektiver und inhaltsbezogener Beweiswürdigung (BGE 132 V 393 E. 4.1) zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich (BGE 126 V 353 E. 5b; 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen) zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so liegt im Verzicht auf die Abnahme weiterer Beweise keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (antizipierte Be
weiswürdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3). Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an der Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der getroffenen Tatsachenfeststellung be
stehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen Abklärungs
mass
nah
men
noch neue wesentliche Erkenntnisse erwartet werden können (Urteil
des Bundes
gerichts
8C_364/2007 vom 1
9.
November 2007 E. 3.2). Welche konkreten Abklä
rungsmassnahmen im Einzelfall geboten sind, lässt sich angesichts der Besonder
heiten jedes einzelnen Falls nicht allgemein sagen
(zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 8C_398/2018 vom
5.
Dezember 2018 E. 3.1).
3.
3
Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn der Beweisfüh
rungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache der verfügenden Verwaltungsstelle (
Art.
43
Abs.
1 ATSG) oder des Sozialversicherungsgerichts (
Art.
61 lit. c ATSG) ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Die Parteien tragen in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen ge
bliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungs
grundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu e
ntsprechen (BGE 138 V 218 E. 6
mit Hinweisen
; zum Ganzen: erwähntes Bundesgerichtsurteil 8C_398/2018 vom
5.
Dezember 2018 E. 3.
2
).
4.
4.1
Hinsichtlich der «
Streifung
» im Jahr 2011
konnten in
der Koronarangiographie vom 1
6.
November 2011 relevante Steno
sen der
epikardialen
Koronarart
er
i
en als Ursache der apikalen
Hypokinesie
ausgeschlossen werden. Die apikale RIVA sei fein, so dass differentialdiagnostisch eine
vasospastische
Ätiologie oder ein
Takotsubo
-Syndrom in Frage komme. Eine lokalisierte Myokarditis sei ebenfalls möglich, jedoch wenig wahrscheinlich. Es bestehe aber auch eine spastische Problematik (apikale RIVA, deutlicher Spasmus der Arterie bei
Radialiszugang
), so dass die
CVI
auch im Rahmen einer
zerebrovaskulären
Gefässproblematik interpretiert werden könne. Allenfalls könne der Befund des Schädel-MRI weiter
helfen (
Urk.
5/50/8).
Hierbei wurde a
m 28.
September 2011 ein
e
kleine ak
ute
Ischämie im
Gyrus
praecentralis
rechts bei ansonsten normaler
Darstellung des Hirnparenchyms
und normalen Hirnbasisarterien (als
Variante hypoplastisches V4-Seg
ment der rech
ten
Vertebralarterie
)
festgestellt (
Urk.
5/50/7).
4.2
Im
Laufe
der
aktuellen
Abklärungen wurden
ebenfall
s
einige
apparative Unter
such
ungen
durchgeführt
. In der
Bildgebung des Schädels
vom 1
1.
April 2018
zeigten sich
e
in
zerebellärer
kortikaler Defekt rechts kaudal und eine kleine Laku
n
e im rechten
P
utamen
, am ehesten altpostischämisch. Eine subakute ischämische
Läsion liess sich nicht na
c
hweisen.
Festgestellt wurde n
eben
einer
Sinusitis
zudem
eine leichtgradige generalisierte
supratentoriell
e
Atrophie
frontoparietal
(Urk.
5/11/14).
Im
MRI vom 1
5.
Januar 2020, durchgeführt aufgrund eines epilep
ti
schen Anfalls zwei Wochen zuvor,
liess
en
sich ähnlich zwei kleine Markla
gerläsionen
insulär
rechts und
zerebellär
rechts bestätigen,
die als unspezifisch beurteilt wurden
und
älteren postischämischen Läsionen entsprechen könnten.
Ansonsten stellte sich das Hirnparenchym wiederum normal dar.
Erneut
festge
stellt wurde
eine Sinusitis
. Hingegen sah der zwei Jahr
e
später mit der Inter
pretation der nochmaligen MRI-Untersuchung (
nativ und mit Kontrastmittelgabe
)
befasste Radiologe offenbar keinen Anlass für die Konstatierung einer leicht
gradigen Atrophie
frontoparietal
(
Urk.
8).
Bezüglich des
vom Beschwerdeführer geklagten punktförmig stechenden Schmer
z
es
im
Bereich des
linken Gesässes zeigten sich am 1
8.
Juni 2018 keine An
haltspunkte für
hämodynamisch
signifikante Stenosen
illiako-femoral
links (
Urk.
5/50/15).
B
eim Röntgen
a
m
5.
Oktober 2018
zur Abklärung der klinischen Angaben chronische
r
Schmerzen und Tinnitus
wurden
e
ine schwere Daumen
sattelgelenksarthrose links mehr als rechts, beidseits mit leichter dorsaler Subluxation und
ostephytären
Anbauten am Os
trapezium
festgestellt
.
Es fanden
sich eine Streckstellung der Halswirbelsäule (HWS) mit leichter rechtskonvexer Skoliose und erhaltenem Alignement, eine leichte Höh
enminderung der Band
scheibe C5/C
6 und ein
e leichte
Spondylarthrose
(Urk.
5/18).
4.
3
Fachärztlich psychiatrisch abgeklärt wurde der Beschwerdeführer gemäss
einer nicht unterzeichneten A
ktennotiz
erstmals am
1
2.
April 2018
durch
Dr.
med.
B.___
auf Zuweisung des Hausarztes.
Gemäss
vorläufige
r
Einschätzung der Psychiaterin
bestand
eine depressive Störung, mindestens mittelgradiger Schwere (ICD-10: F32.1). Zudem
habe der Alkoholkonsum
in den letzten Jahren
schleichend zuge
nommen
(3 Liter Bier pro Tag)
,
verbunden mit der Gefahr der Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit
(ICD-10: F10.1). Die Situation sei wegen anhaltender ge
sundheitlicher Probleme, Stellenverlust
s
und Ehekonflikt
s
belastet. Der Be
schwer
deführer sei nur aufgrund eines Ultimatums seiner Frau gekommen und wünsche
k
eine weiterführende Behandlung (
Urk.
5/50/10). Ergänzend
hielt
damals eine
Psychotherapeutin zum Psychostatus fest, der Beschwerdeführer sei im Affekt deutlich deprimiert, niedergeschlagen, gereizt und stark betroffen wegen des Jobverlusts mit Gefühlen der Kränkung. Der Antrieb sei stark reduziert, der Appetit vermindert und es bestehe ein sozialer Rückzug (
Urk.
5/10/15).
Am
4.
September 2018 liess d
er
Krankentaggeldversicherer
den Beschwerdeführer
durch
Dr.
Y.___
psychiatrisch explorier
en.
Sie kam zum Schluss, angesichts des
klaren Kontextes von Kündigung und depressiver Stimmung, Erschöpfung, Per
spektiv- und Motivationslosigkeit sowie finanziellen Sorgen für die Zukunft sei – bei fehlenden Hinweisen auf eine eigenständige Angsterkrankung oder eine schwere Depression – am ehesten von einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reakt
ion (ICD-10: F43.2) auszugehen
(
Urk.
5/11/27).
Im Vordergrund stehe
eine Überlastung durch jahrelanges hohes zeitliches und persönliches Enga
gement. Die sich daraus entwickelnde Ersch
öpfung sei durch eine Kränkung [
gemeint: Massregelung durch ein Kadermitglied
]
und die betriebsbedingte Kün
digung verstärkt worden. Eine Arbeitsunfähigkeit von vier Monaten ab Erhalt der Kündigung sei psychiatrisch nachvollziehbar.
Es sei nicht bekannt, wie sich
der
Zustand
hernach von
Juni bis August 2018 entwickelt habe.
Es
sei
nicht
ersicht
lich, w
elche Bemühungen
der Beschwerdeführer
unternommen habe, um seine beruflichen Veränderungspläne (soziale Tätigkeit) in die Tat umzusetzen
, und
keine detaillierte
fachpsychiatrische Anamnese und Diag
nostik durchgeführt worden
. Die
Blockade in der beruflichen Weiterentwicklung werde vor allem durch die Kränkung durch die Kündigung aufrechterhalten. Dies sei nachvoll
ziehbar, habe aber keinen
Krankheitswert (Urk.
5/11/2
8
).
Der Beschwerdeführer habe berichtet, sich von der Welt der Banker distanziert zu haben. Früher habe er regelmässig an
Abendessen und Kneipenbe
suchen
teilgenommen. Dieses Jahr sei er nicht mehr mit seinen Freunden unterwegs gewesen. Durch die Kündigung habe er auch den Kontakt zu seinen früheren Mitarbeitern verloren,
wobei
er nicht als einziger die Kündigung erhalten
habe
. Insofern könne nicht von einem depressiven sozialen Rückzug die Rede sein;
er
habe dies eher aus weltan
schau
lichen bzw. privaten Gründen getan. Schon seit zehn Jahren habe er
das
Tauchen
und
sei
t
einigen Jahren
auch
das Gleitschirmfliegen nicht mehr gepflegt, dies vorwiegend aus körperlichen Gründen. Es sei daher nicht von einem akut de
pressiv-gefärbten Interessenverlust auszugehen.
Typische
Anzeichen einer An
triebs
störung im engeren Sinne
würden verneint
.
Er könne
einen regelmässigen Tagesablauf ei
nhalten und die morgendliche Mü
digkeit und Motivations
schwie
rigkeiten willentlich überwinden, wenn es sein müsse. Als seine Frau im Urlaub gewesen sei, habe er grosse Mühe gehabt, den Tagesablauf weiter einzuhalten (
Urk.
5/11/26).
Es fänden sich
somit
keine psychiatrischen Befunde, die eine weitere Krankschreibung begründen könnten. Ab
1.
September 2018 sei der Be
schwerdeführer in einer durchschnittlichen Tätigkeit ohne Bereitschaftsdienst und in einem wohlwollenden Arbeitsklima wieder zu 80
%
arbeitsfähig (Urk. 5/11/29). Die
frühere
Pensumsreduktion
um 20
%
sei [wegen leichter kogni
tiver Einbussen, vgl.
Urk.
5/11/27] auf seinen Wunsch erfolgt (
Urk.
5/11/28).
4.
4
Als weiteren Facharzt
suchte der Beschwerdeführer im Jahr 2018 den Neurologen
Dr.
med.
A.___
auf. Dieser berichtete am 1
2.
Dezember 2018 zuhanden des Krankentaggeldversicherers,
der Beschwerdeführer gebe muskuläre Beschwerden, Vergesslichkeit, Sehstörungen, Abgeschlagenheit, Erschöpfung und einen Tinni
tus an (
Urk.
5/28/15). Die Behandlung mit Johanniskraut sei ohne Nutzen ge
wesen und wieder sistiert worden (
Urk.
5/28/17).
Dr.
A.___
diagnostizierte eine mittelgradige depressive Episode, einen Status nach Schlaganfall im Jahr 2011 und erwähnte möglicherweise einen Nachweis einer zerebralen Atrophie (vgl.
Urk.
5/28/15 f.). Der Beschwerdeführer sei körperlich und geistig reduziert belast
bar, was zu fehlerhaftem Arbeiten und zunehmender Erschöpfung führen könne. Dieser sei nicht arbeitsfähig. Er empfehle eine Psychotherapie und bei Besserung der Beschwerden eine neue Evaluation (
Urk.
5/28/16 f.).
Gleichentags
berichtete
er
dem
Hausarzt
, dass er
eine psychosomatische Ursache der multiplen körperlichen und kognitiven Beschwerden
vermute
, am ehesten im Rahmen einer chronischen Depression. Prädisponierende Ursache
n seien
die lang
jährige psychosoziale Belastungssituation am Arbeitsplatz als auch die uner
war
tete Kündigung im Frühjahr. Zusätzlich wäre in Anbetracht des MRI-Befundes mit Nachweis einer leichten
frontoparietalen
Atrophie an eine beginnende
fronto
temporale
Demenz zu denken. Bis auf eine leichte Ataxie in der rechten unteren Extremität und ein
em
Reflex-Übergewicht in den linken Extremitäten liessen sich klinisch keine Residuen nach dem zerebralen Insult im Jahr 2011 feststellen. Therapeutisch habe er die Behandlung
einer
Depression besprochen. Der Be
schwerdeführer wolle
sich
psychotherapeutisch vorstellen
,
eine psychopharma
kologische Behandlung lehne
er
vorerst ab (Urk.
5/34/2)
.
4.
5
Weitere
f
achärztliche
Bericht
e
stammen von
der Augenklinik des
Z.___
.
Gemäss Austrittsbericht vom
3.
Dezember 2018 zeigten sich am ersten postoperativen Tag nach unkompliziertem intraoperativem Verlauf der Pars-
plana
-
Vitrektomie
am 3
0.
November 2018 zeitgerechte und
reizarme
Befunde (
Urk.
5/36/1).
Zu ver
meiden seien eine Rückenlage in der Nacht, Aufenthalte in grosser Höhe, Flug
zeugreisen und das Heben von Lasten über 8 kg. Eine Vollbelastung sei nach ca. vier Wochen wieder möglich (
Urk.
5/36/2).
Gemäss Formularbericht vom
20.
Mai 2019 erfolgte der Behandlungsabschluss am 2
6.
März 2019 (
Urk.
5/41/2). Bei stabilem Befund wurden ein trockenes Auge
und
ein Status nach Netzhautoperation mit
Macula
off-Situation mit reduziertem Visus von 0,6 diagnostiziert
. Es wurde
angemerkt, die
Diagnosen könnten sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken (
Urk.
5/41/3).
Trotz Kenntnis des bisherigen
Arbeitspensums von 80
%
als
IT-
Supp
o
rte
r
konnte
die Frage nach möglichen Einschränkungen in dieser Tätigkeit
nicht beantwortet werden
(vgl.
Urk.
5/41/4)
.
Indessen wurde
festgehalten
,
die bisherige Tätigkeit sei nach Eingewöhnung, abhängig vom Verlauf
,
bis zum vormaligen Pensum zumutbar (
Urk.
5/
41
/5).
4.6
In Kenntnis
der vorstehenden
fachärztlichen Abklärungen berichtete
Dr.
med.
C.___
, praktischer Arzt, am 2
1.
Juni 2018 zunächst, der Beschwerdeführer leide an einer Stimmungsminderung und diffusen körperlichen Schmerzen
(vgl. Urk. 5/11/8: HWS, linke Schulter,
Dupuytren
-Kontrakturen linke Hand)
. Seit dem 2
6.
März 2018 sei dieser voll arbeitsunfähig (
Urk.
5/11/10).
Am
1.
November 2018 stellte er
beim Beschwerdeführer
anhaltende Schmerzen im Bereich von HWS und Kopf mit organischen Befunden
,
ausstrahlende Schmer
zen in beiden Hä
nde und Schmerzen im linken Bein
fest
(
Urk.
5/20/1). Immer vor dem PC zu sitzen
,
sei
dem Beschwerdeführer
nicht möglich:
Dessen
Konzentra
tionsfähigkeit sei eingeschränkt,
seine
Hände schmerzten und er habe Schmerzen im Bereich der HWS (
Urk.
5/20/3).
Dr.
C.___
diagnos
tizierte
eine
Fibromatose
(
ICD-10: M72.0)
,
eine
Spondolyse
(ICD-10: M47.0),
eine
mittelgradige depressive
Episode (ICD-10: F32.1)
und sonstige abnorme
Hörempfindungen (ICD-10: H9
3.2)
.
Er
erachtete den
Beschwerdeführer
als
weiterhin
voll arbeitsunfähig
(
Urk.
5/20/5).
Im
Bericht vom 2
5.
März 2019 führte
Dr.
C.___
aus, es bestünden anhaltende Schmerzen beider Daumen und Schultern (
Kapsulitis
rechts, links Schmerzen seit dem Jahr 2016
) sowie im Berei
ch der HWS
. Zudem leide der Beschwerdeführer an einem Tinni
tus, einer Depression und dementiellen Entwicklung (
Urk.
5/32/1). Dazu stell
t
e er die Diagnosen Polyarthrose (ICD-10: M15.0), mittelgradige de
pressive Episode (ICD-10: F32.1), idiopathischer Hörsturz (ICD-10: F91.2),
Zervi
kal
neural
gie
(ICD-10: M54.2) und
Takotsubo
-Syndrom (ICD-10: I51.81).
Auch körperlich leichte Arbeiten seien
dem Beschwerdeführer
nicht möglich. Er sei nich
t belastbar und verfüge aktuell
über keine Ressourcen (
Urk.
5/32/5). Im Haushalt seien die Wäsche und der Einkauf nicht möglich (
Urk.
5/32/7).
Ergänzend ergibt sich aus
dem Bericht der Physiotherapeutin vom
8.
Februar 2019
,
die Therapie
bei ihr
sei beendet. Die Nackenschmerzen seien rückläufig, das Kribbeln in den Fingern praktisch nicht mehr vorhanden. Der Beschwerdeführer habe starke Triggerpunkte im
Musculus
Infraspinatus
beidseits,
di
e
das Kribbeln in den Fingern auslösen würden
. Der Tinnitus habe mittels
Detonisation
nicht verändert werden können (
Urk.
5/35/2).
4.7
Im
Rahmen des
Vorbescheidverfahren
s
veranlasste der Hausarzt
so
dann eine arbeitsmedizinische Abklärung bei
Dr.
med.
D.___
, Facharzt für Allgemeine Medizin und Arbeitsmedizin.
Er
diagnostizierte eine schwere
Anpassungsstörung im Rahmen eines Erschöpfungsprozesses (Burnout) bei Erfüllung aller Haupt- und
mehrerer Nebenkriterien einer Depression
,
schwerer
Degeneration von Sympathi
kus und Parasympathikus im Rahmen einer chronischen Stresskrankheit
(diffe
ren
tialdiagnostisch Diabetes mellitus II)
, multiplen psychosomatischen Beschwer
den und voller Arbeitsunfähigkeit
. Dazu erläuterte er, der Beschwerdeführer befinde sich in einer schweren depressiven Episode – ausgelöst durch eine chronische Stressbelastung in den letzten zehn Jahren am Arbeitsplatz, endend mit einer Kündigung.
Er empfahl eine psychotherapeutische Behandlung, allenfalls eine antidepressive Therapie, einen
Mindfulness
Based
Stress
Reduction
(MBSR)-Kurs, einen stationären Aufenthalt in einer
Burnoutklinik
sowie das Erle
r
nen von Ent
spannungstechniken.
Des
W
eiteren stell
t
e
Dr.
D.___
im 24-Stunden
-Elektro
kar
dio
gramm (EKG) ein
e
höhergradige
Rhythmusstörung
fest und empfahl eine sofortige Kontrolle beim Kardiologen.
Sollte das Vorhofflimmern länger als 30
Sekunden pro 24 Stunden andauern, wäre eine Antikoagulation einzuführen (
Urk.
5/51/2
und 5/51/11
).
Unter Hinweis auf die vorstehende Erstdiagnose im September 2019 wurde im Kurzaustrittsberichts des Kantonsspitals
E.___
vom
5.
Juni 2020 ein anfallsartiges
Vorhofflimmern/-flattern mit einem
Status nach Synkopen
in den Jahren
2019/2020 diagnostiziert.
Aus dem Bericht ergibt sich, dass in der Tele
metrie vom
2.
Juni 2020, durchgeführt nach einer Synkope mit Verkehrsunfall am 3
1.
Mai 2020
(vgl.
Urk.
13/2)
, ein Vorhofflattern mit einer Frequenz bis zu 150-mal pro Minute und eine
Asystolie
von 7 Sekunden dokumentiert wurden
, worauf dem Beschwerdeführer
am
5.
Juni
2020
ein DDDR-Schrittmacher im
plantiert
und am
6.
Juni 2020 eine Antikoagulation
begonnen wurde
.
Weiter
diagnostizierte
man
eine k
oronare
Eing
efässerkrankung
,
erstmals festgestellt
im Jahr 2011,
wobei die pr
oximale RIVA
mit 75
%
gemäss der
Koronarangiographie vom
2.
Juni 2020
nicht interventionsbedürftig sei.
Aufgrund der Echokardio
graphie vom
3.
Juni 2020 wurde
zudem
erstmals eine atypische Form der api
kalen Form der hypertrophen Kardiomyopathie
bei
insbesondere
befriedigender
linksventrikuläre
r
Funktion
(LV)
diagnostiziert.
Abschliessend
wurde auf den Status nach
zerebrovaskulärem
Infarkt im Jahr 2011
ohne Sekundärprophylaxe mit Aspirin (abgelehnt vom Beschwerdeführer) und
seither
Verschluss der
Arteria
radials
links
hingewiesen
. Erwähnt wurden ferner anamnestisch der Verdacht auf einen Alkoholüberkonsum sowie ein gelegentlicher Cannabiskonsum
(Urk.
13/1).
5.
5.1
D
ie
Argumentation der
Beschwerdegegnerin stützt
sich in
erster Linie auf die Stellungnahme
n
des RAD-Arztes
Dr.
med.
F.___
, Fachar
zt für Chirurgie.
Er
kam
am 1
6.
April 2019 zum Schluss, das p
sychiatrische Gutachten von Dr.
Y.___
sei nachvollziehbar; es könne darauf abgestellt werden. Die vom Hausarzt angeführ
ten psychischen Beschwerden würden derzeit bei Weigerung des Beschwerde
führers nicht therapiert und könnten daher nicht als relevant angesehen werden. Die angeführte
Streifung
(Schlaganfall) im Jahr 2011 habe sieben Jahre lang keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gehab
t; es sei dem
Beschwerdeführer möglich gewesen, in de
r angestammten, intellektuell
anspruchsvol
len Tätigkeit weiterzuarbeiten.
Somatische Beschwerden (
HWS
-Syndrom, Schulter- und Dau
men
schmerzen) seien nicht nachvollziehbar objektiviert; es liege keine oder keine
sym
ptombegründende Diagnostik vor. Indessen sei aufgrund der Augen-Opera
tion
mit einer vorübergehenden Einschränk
ung der Sehleistung zu rechnen
(
Urk.
5/42/5 f.).
Zu den nachträglich eingeholten
ophthalmologischen Berichten
hielt derselbe
RAD-Arzt am
5.
Juni 2019 fest,
es sei von einer
deutlichen
Besserung der links
seitigen Augenerkrankung auszugehen. Nach gebührender Eingewöhnung sei mit dem Erreichen des normalen Pensums zu rechn
en. Die operative Sanierung der
rhegmatogenen
Amotio
retinae
mittels einer Pars
plana-Vitrektomie
liege nun sechs Monate zurück
. E
ine Verschlechterung oder Komplikationen würden nicht beschrieben, so dass aus versicherungsmedizinisch theoret
ischer Sicht bis zu
seiner vorangehenden
Stellungnahme ausreichend Zeit zur Eingewöhnung bestan
den habe. Demnach sei dem Beschwerdeführer seine bisherige Tätigkeit aus versicherungsmedizinischer Sicht anhand der Aktenlage seit dem
1.
April 2019 wieder vollumfänglich zumutbar (
Urk.
5/42/6 f.).
5.2
Nach der Rechtsprechung ist es zulässig, im Wesentlichen oder einzig auf ver
sicherungsinterne medizinische Unterlagen abzustellen. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 142 V 58 E. 5.1; 122 V 157 E. 1d). Selbst nicht auf eigenen Untersuchungen beruhende Berichte und Stellungnahmen des RAD können beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte fach
ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 9C_730/2018 vom 2
7.
März 2019 E 5.1.2 und 5.1.3 mit weiteren Hinweisen).
5.3
Im Zusammenhang mit den geklagten
Hand-, Schulter- und Nackenschmerzen
liegen
als objektive Befunde eine Daumensattelgelenksarthrose sowie
Dupuytren
-Kontrakturen neben geringfügigen degenerativen Veränderungen an der HWS
ohn
e Tangierung von Nervenwurzeln
vor
(vgl. E. 4.2)
. Keiner dieser Befunde
ver
mag eine
abrupt
einsetzende
höhere
Arbeitsunfähigkeit zu erklären
. Insbesondere entwickeln sich
solche Befunde
für gewöhnlich langsam, d.h.
sie führen zu einer Zunahme der Beschwerden im Laufe der Jahre.
E
ine
medikamentöse Behandlung, Infiltrationen oder gar eine operative Sanierung
sind soweit aus den Akten ersichtlich
indessen
(noch)
kein
Thema
(vgl. Alfred M.
Debrunner
,
Orthopädie. Orthopädische Chirurgie,
4.
Auflage, 2005, S. 766, 768 und 801 f.)
.
K
linische oder bildgebende Befunde bezüglich der Schultern
, insbesondere
betreffend eine
adhäsiven
Kapsulitis
,
sind keine aktenkundig.
Zudem lässt der
Schmerz
bei
der genannten
Erkrankung
in der Regel
nach einigen Wochen bis Monaten
nach
, nur die Bewegungseinschränkung hält über längere Zeit an
(vgl. Alfred M.
Debrunner
,
a.a.O
, S. 733)
. Die geklagten langjährigen Schmerzen
, die sich
erst nach
einem Dreiviertel
ja
h
r
auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten (angebliche Erstdiagnose vor Juli 2017, vgl.
Urk.
5/50/2),
passen daher nicht ins Bild.
Es verwundert
somit
nicht, dass d
ie Physiotherapie
schon
im Februar 2019,
also
noch
vor Ablauf des Wartejahres
,
erfolgreich abgeschlossen
werden
konnte, indem aus objektiver Sicht
d
ie
Nackenschmerzen
als
rückläufig
und das
Kribbeln
in den Fingern
als fast nicht mehr vorhanden beschrieb
en wurden
.
Zutreffend
sprach d
er Hausarzt im Juni 2018
zunächst selbst von „diffusen Schmerzen“
, woran
entgegen seiner Auffassung
die
späteren
Röntgenaufnahmen vom 5.
Oktober 2018
im Wesentlichen nichts
zu ändern
vermögen
.
Es kann
vollumfänglich
dem RAD-Arzt gefolgt werden,
der auf seinem Fachgebiet zum Schluss kam, es liege
keine oder keine symptombegründende Diagnostik
vor.
Nichts Anderes
gilt
für
die
Beinschmerz
en
. Eine Durchblutungsstörung
wurde
ausgeschlossen
(vgl. E. 4.2)
. Ein Beschwerdeausmass, dass einer Behandlung und
infolgedessen
weiterer Abk
lärungen bedurft hätte, besteht
offenbar
nicht
.
Jeden
falls fehlt es an o
bjektive
n
Hinweise
n
auf ein
tatsächliches
Leiden
.
5.4
Aus neurologischer Sicht ist hervorzuheben, dass gemäss
Dr.
A.___
nach dem zerebralen Insult im Jahr 2011 einzig eine leichte Ataxie in der rechten unteren Extremität und ein Reflex-Übergewicht in den linken Extremitäten verblieben. Hinweise auf eine organisch bedingte Einschränkung der kognitiven Fähigkeiten
, wie vom Beschwerdeführer als Grund für die
Pensumsreduktion
im Jahr 2012 angegeben,
sind auch aus den übrigen Akten keine ersichtlich.
Inwiefern
aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer das Tauchen und Gleitschirmfliegen aufgab, auf eine durch kognitive Einbussen eingeschränkte
Arbeitsfähigkeit
als IT-
Supporter
zu schliessen wäre
(vgl.
Urk.
1 S. 4), ist nicht ersichtlich.
Nur im Bericht zuhanden des Hausarztes erwähnte
Dr.
A.___
alsdann, dass in Anbetracht des MRI-Befundes mit Nachweis einer leichten
frontoparietalen
Atrophie auch an eine beginnende
frontotemporale
Demenz zu denken wäre. Im Bericht zuhanden des Krankentaggeldversicherers betonte er demgegenüber die eingeschränkte Aussagekraft eines einzelnen Bildbefundes, indem er vermerkte, es liege «möglicherweise» ein Nachweis für eine Atrophie vor
.
Die übrigen Bild
befunde erachtete er augenscheinlich nicht als erwähnenswert
(vgl. E. 4.4). Bei den genau gleichen Untersuchungen im Januar 2020 liess sich
besagte Atrophie
offenbar
nicht mehr bestätigen, geschweige denn eine fortschreitende Erkrankung feststellen (vgl. E. 4.2). Es bestehen somit nicht hinreichend bzw. keine objektiven Anhaltspunkte für eine dementielle Entwicklung, die der weiteren Abklärung durch die Invalidenversicherung bedürften.
Andere neurologische Erkrankungen stehen nicht zur Diskussion.
Wie vom Be
schwerdeführer zutreffend erkannt, handelt es sich bei den
jüngsten
Bildbefunden
des Schädels
nicht um ein aktuelles Geschehen, sondern erstens
um
«
unspezi
fische
»
und zweitens
«
ältere
»
Marklagerläsionen, differentialdiagnostisch um ältere postischämische Läsionen. Es ist nicht ersichtlich,
inwiefern es sich hierbei um neue Erkenntnis
im Vergleich zur Voruntersuchung im Jahr 2018
handeln soll und
was der Beschwerdeführer daraus ableiten
will
(vgl.
Urk.
1 S. 5)
.
5.
5
Wie vom RAD-Arzt festgehalten, sind aus den ophthalmologischen Berichten keine Komplikationen im Zusammenhang mit der operierten Netzhautablösung, welche nur
ein
Auge betraf, ersichtlich
(vgl. E. 4.5)
. Weder in den Berichten der Augenklinik des
Z.___
noch in den Eingaben des Beschwerdeführers wurden bezüglich des linken Auges über das Wartejahr hinaus bestehende Einschrän
kunge
n in Beruf und Alltag dargetan
. Solche sind auch aus dem Patienten
tage
buch von Anfang September 2019 (
Urk.
5/51/4) nicht ersichtlich. Bereits zu Be
ginn des Jahres 2019 war der Beschwerdeführer zudem in der Lage, nach Indien zu reisen (vgl.
Urk.
5/41/8
).
Die im letzten Bericht empfohlene
Eingewöhnung entsprechend dem
Verlauf ist daher medizinisch unbegründet. Die offene For
mulierung,
wonach sich die Steigerung des Arbeitspensums
letztlich
ganz
nach dem Empfinden des Beschwerdeführers richten soll, bestätigt vielmehr die Erfah
rungstatsache, dass behandelnde Arztpersonen im Zweifelsfall eher zugunsten ihre
r
Patienten aussagen
, bedingt durch das zwischen ihnen bestehende Ver
trauensverhältnis sowie die
Natur des Behandlungsauftrages
.
Ergänzend ist zur Argumentation des Beschwerdeführers anzufügen, dass die blosse Behandlungsbedürftigkeit – insbesondere eine gewöhnliche befeuchtende Therapie mit
Lacrycon
Augentropfen und
Bepanthen
Nasensalbe zur Nacht bei trockenem Auge – kein Indiz für eine Arbeitsunfähigkeit darstellt.
5.6
Nicht zur Stellungnahme unterbreitet wurden dem RAD die
später vom Be
schwerdeführer
nachgereichten kardiologischen Abklärungen. Der Bericht des
E.___
weist auf eine Verschlechterung
der
bereits im Jahr 2011 festgestellten
(vgl. E. 4.1)
, die Arbeitsfähigkeit damals jedoc
h effektiv nicht beeinflussenden Beein
trächtigung des Herzens h
in. Erwähnt werden diesbezüglich Synkopen in den Jahren 2019 und 202
0.
Für das Jahr 2019 aktenkundig ist indessen nur ein einziges anfallsartiges Leiden Ende 2019, das
– zunächst
interpretiert als
mög
liches
epileptisches Geschehen
–
zwei Wochen später bzw. Mitte Januar 2020 zu einer bildgebenden Untersuchung des Schädels führte
(vgl. E. 4.2)
. Die erste
Syn
kope trat folglich, wenn auch nur wenige Monate, erst na
ch Erlass der ange
foch
tenen Verfügung auf.
Bereits im Juni 2020 wurde dem Beschwerdeführer ein
Herzschrittmacher
ein
gesetzt und mit der Gabe
eines
gerinnungshemmenden Medikament
s
begonnen. Inwiefern
angesichts der getroffenen
medizinischen
Massnahmen,
der ausdrück
lich
nicht interventionsbedürftigen k
oronaren
Eingefässerkrankung
und ansons
ten im Wesentli
chen befriedigenden bis normalen
Funktion des Herzens eine Einschränkung in
der
Tätigkeit
als IT-
Supporter
bestehen soll,
ist
(
vor allem
unter
zusätzlicher
Berücksichtigung des von
Dr.
Y.___
aufgezeigten, weniger anfor
derungsreichen
Zumutbarkeitsprofils) nicht
ohne weiteres
ersichtlich. So wird auch im Bericht des
E.___
keine Arbeitsunfähigkeit attestiert, sondern einzig darauf hingewiesen, dass Autofahren in vier Wochen wieder erlaubt sei, sollten
sich bis
dahin keine relevanten Probleme
ergeben (vgl.
Urk.
13/1).
Auch
Dr.
D.___
attestierte aufgrund der Darstellung klar nur mit Bezug auf die Anpassungsstörung eine Arbeitsunfähigkeit.
Auf eine Überweisung der Eingabe vom 1
9.
Juni 2020 (
Urk.
12) als Neuanmeldung an die Beschwerdegegnerin w
ird deshalb verzichtet
. Es
steht dem Beschwerdeführer
jedoch
frei,
diesbezüglich eine Veränderung des Invaliditätsgrades glaubhaft zu machen und
sich erneut zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung anzumelden.
5.
7
Nicht zu überzeugen vermögen schliesslich die Einwände des Beschwerdeführers gegen die psychiatrische Beurteilung von
Dr.
Y.___
.
Weder ist eine
höher
gradige
Herzrhythmusstörung
(welche auch erst im September 2019 festgestellt und hernach konkrete Auswirkungen zeitigte)
per se geeignet,
eine schwere Depression
hervorzurufen, noch bestehen
aufgrund des vorstehend Ausgeführten
Anhaltspunkte für erhebliche objektivierbare somatische Schmerzen. In keinem der
medizinischen Berichte finden sich zudem Hinweise auf eine Schmerzstörung, insbesondere eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung.
Vielmehr wird aus den Berichten von
Dr.
B.___
und
Dr.
Y.___
(vgl. E. 4.3)
wie
auch
von
Dr.
D.___
(vgl. E. 4.7)
, der
allerdings
kein Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie ist, deutlich, dass der Beschwerdeführer aufgrund der
jahre
langen
hohen Anforderungen seines Stellenprofils als
Executive IT
Supporter
erschöpft war und die Kündigung
als äusserst kränkend empfand. Ergänzend ist auf
den
Arbeitgeberbericht vom 30. Oktober 2018 hinzuweisen, wonach der Be
schwerdeführer vorwiegend sehr anspruchsvolle Anwender aus dem höheren Management mit wenig Geduld und hohen Anforderungen an den persönlichen Auftritt und die sozialen Kompetenzen betreute (vgl.
Urk.
5/15/6).
Fraglich ist, ob damit überhaupt eine invalidenversicherungsrechtlich relevante, d.h. von der soziokulturellen oder psychosozialen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störung vorl
iegt
(vgl. Urteil des Bun
desgerichts 9C_609/2018 vom
6.
März 2019 E. 3.4 mit Hinweisen, insbesondere auf die
Bundesgerichtsurteile
9C_848/2016 vom 12. Mai
2017 E.
4.1 und 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.1 zur invalidenversicherungsrechtlich feh
lenden Erheblichkeit z-kodierter Diagnosen
wie "Burnout" [ICD-10: Z73.0]).
Dies wurde von
Dr.
Y.___
ausdrücklich verneint
. Dagegen sprechen auch d
ie von
Dr.
D.___
vorgeschlagenen Therapie
n, insbesondere der empfohlene Aufenthalt in einer «Burnout»-Klinik.
5.8
Das Bundesgericht hat
mit BGE 143 V 418 zudem entschieden, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen
,
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Dies gilt praxisgemäss auch in Konstellationen, in welchen
keine organisch objektiv ausgewiesene Schä
digung als Ursache für den Tinnitus
erstellt ist (vgl. Urteil des Bu
nd
esgerichts 8C_175/2018
vom 2
7.
September 2018
E. 6 mit Hinweisen, insbesondere
auf BGE
138 V 248).
Der Hausarzt des Beschwerdeführers kodierte diesbezüglich eine idiopathische Erkrankung
,
eine Beeinflussung mittels
Detonisation
war offenbar nicht möglich (vgl. E. 4.7). Indizien für eine organische Ursache
des Tinnitus
fehlen
auch
in der Bildgebung vom
5.
Oktober 2018 (vgl. E. 4.2).
H
ervorzuheben ist
zudem
, dass der Tinnitus gemäss Angaben des Beschwerdeführers
langjährig
besteht
(vgl.
Urk.
5/11/23,
Urk.
1
Ziff.
6)
, bis zur Kündigung offenbar keine Aus
wirkungen auf die A
rbeitsfähigkeit zeitigte, also kompensiert war, und keine Verschlechterung dieses Leidens behauptet wurde
.
Auch
in
der aktuellen Be
schwerdeklage stand der Tinnitus nie im Vordergrund; er fand in
keine der
Begründungen der
Arbeitsfähigkeitseinschätzungen von Hausarzt, Neurologe, Arbeits
mediziner oder Psychiaterin
Eingang, obschon zumeist Beschwerden ausserhalb des eigenen Fachgebiets mitberücksichtigt wurden.
Ebenfalls einem strukturieren Beweisverfahren zu unterziehen wäre gemäss der mit BGE 145
V
215 geänderten Rechtsprechung eine Alkoholabhängigkeit, wobei vorliegend nur Hinweise auf einen Alkoholübergebrauch
(und gelegentlichen Cannabiskonsum)
bestehen
(vgl. E. 4.3 und E. 4.7). W
eder
die
darauf hinweisenden
Ärzte noch
der
Beschwerdeführer
s
e
hen darin
offenbar
ein Suchtleiden.
Die Ka
tegorie «funktioneller Schweregrad»
umfasst die
K
omplex «Gesundheits
schädigung»,
«Persönlichkeit»
und
«Sozialer Kontext»
(
BGE 141 V 281 E. 4.3).
Dr.
D.___
konstatierte,
ohne über
entsprechende
Fachkenntnisse zu verfügen oder dem Aktivitätsniveau des Beschwerdeführers trotz fehlender
psychiatrischer
Behandlung Rechnung zu tragen, eine schwere Depression. Dr.
Y.___
legte hin
gegen
nachvollziehbar dar, dass weder der Bruch mit
d
en
Bankern
auf einen sozialen Rückzug
, noch
die
längst
aufgeg
ebenen
Hobbies
auf einen Interessen
verlust noch die
erhaltene
Tagesstruktur
bzw. willentliche Überwindbarkeit von Motivationsschwierigkeiten
auf eine eigentliche Antriebsstörung schliessen lassen
(vgl. E. 4.3
; detaillierte
r
Befund, Urk. 5/11/26 f.
)
.
Der Tinn
i
t
us war über Jahre hinweg kompensiert, eine relevante Verschlechterung wurde nicht behaup
tet.
Mehr als eine leichtgradige Ausprägung der diagnoserelevanten Befun
de ist
– bei auch fehlende
m
Hinweis
auf starke Schwankungen oder eine zunehmende Verschlechterung im Längsverlauf
-
daher
nicht
überwiegend wahrscheinlich
.
Die Netzhautablösung stellte nur eine
kurzfristige
Komorbidität
dar
(vgl. E. 5.5)
und das Herzleiden
zeitigte
er
st
nach Erlass der angefochtenen Verfügung
Auswir
kungen in Form von Synkopen
.
Ein relevantes Schmerzgeschehen lässt
sich
wie dargelegt
nicht eruieren.
S
trukturelle Defizite im Sinne einer eigentlichen Per
sönlichkeitsproblematik oder eine erhebliche Störung komplexer Ich-Funktionen
sin
d
weder in den
medizinischen Berichte
n
noch in der
Biographie
des Beschwer
deführers
(vgl.
Urk.
5/10 und 5/11/25)
auszumachen.
Er
lebt zudem weiterhin mit seiner Ehefrau zusammen
,
auch wenn die Ehe belastet ist (vgl.
Urk.
5/50/10)
.
Als ressourcenhemmend
müssen
in der ersten
Kategorie somit vorderhand
die Hin
weise auf einen Alkoholübergebrauch gelten
; eine Alkoholabhängigkeit
steht
für den relevanten Zeitraum
nicht zur Diskussion
(vgl.
Urk.
5/50/10 und 13/1/2).
Die
Kategorie «Konsistenz»
umfasst einerseits die
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen
und andererseits den
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesene
n
Leidens
druck
(
BGE 141 V 281 E. 4.4).
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
D
er Eintrag im Patiententagebuch
von Anfang September 2019 (
Urk.
5/51/4)
zeigt, dass
der Beschwerdeführer seinen Tag
,
wie
in der Exploration
von
Dr.
Y.___
angegeben
,
zu strukturieren
vermag
und insbesondere Kon
zen
tration erfordernde Aktivitäten
ausüben
, sich am Haushalt
beteiligen
und am
Computer
arbeiten kann
.
Ebenso zeigte er Interesse am Geschehen in der Welt und einem sozialen Austausch, indem er
die Zeitung las und im Chat disku
tierte.
Im Frühjahr 2019 unternahm er zudem eine Reise nach Indien, wo sich die von seinen Eltern gegründete und von ihm
über viele Jahre
geleitete Hilfsorganisation für Kinder befindet (vgl.
Urk.
5/11/25
)
.
Die fehlende Inanspruchnahme einer psychotherapeutischen und
psychopharmakologischen
Behandlung, obschon von
diversen
Ärzten dringend empfohlen und
von
der eigenen Ehefrau forciert, stellt zudem
seinen
Leidensdruck erheblich in Frage. Nach eigenen Angaben
hat
er
sich
darüber hinaus
im Jahr 2018 auf
verschiedene
Stellen
beworben (vgl.
Urk.
11/28/30
).
Gesamthaft betrachtet kann
anhand der Standardindikatoren
, insbesondere
auf
grund der
geringfügigen
Befunde,
der
fehlenden Einschränkungen im Privatleben und
des
behandlungsanamnestisch nicht ersichtlichen Leidensdruck
s
aus juris
tischer Sicht
somit
keine nennenswerte Arbeitsunfähigkeit bestätigt werden
.
5.
9
Zusammenfassend bestand
nach
Ablauf des Wartejahres
– soweit
aus psychia
tri
scher Sicht
überhaupt von einem invalidisierenden Gesundheitsschaden aus
zu
gehen ist –
allenfalls
noch
eine Einschränkung auf eine durchschnittliche Tätig
keit als IT-
Supporter
, ohne Bereitschaftsdienst und
in
rücksichtsvoller Um
gebung
, entsprechend
dem Gutachten von
Dr.
Y.___
.
Dies würde
zwar
die bis
herige Tätigkeit für Kadermitglieder ausschliessen, hätte jedoch, wie die nach
folgenden Erwägungen zeigen,
auch unter Berücksichtigung des von
Dr.
Y.___
genannten 80%-Pensums
keinen rentenbegrünenden Invaliditätsgrad zur Folge. Hinsichtlich de
r übrigen, vor Erlass der angefochtenen Verfügung aufgetretenen Leiden kann
vollumfänglich
dem RAD
gefolgt werden
.
Die
medizinischen Unterlagen der Behandler, soweit
sie
überhaupt abweichende Beurteilung
en
enthalten,
vermögen
daran
keine Zweifel zu wecken.
Zu Recht hat d
ie Beschwerdegegnerin auf weitere Abklärungen verzichtet. Auf
gabe der Invalidenversicherung ist es
in erster Linie
festzustellen, ob ein
vorhan
denes Leiden das Ausmass
eine
s
invalidisierenden Gesundheitsschaden
s
erreicht und welche erwerblichen Auswirkungen es hat. Nicht zu ihren Aufgaben zählt es
, aufgrund der Angaben von Versicherten
nach
möglichen
Leiden zu forschen.
Dies würden den Untersuchungsgrundsatz sprengen.
Bestehen also nicht genügend objektive Anhaltspunkte für ein
konkretes
Leiden
, das Auswirkungen auf die A
rbeitsfähigkeit
haben könnte
, so kann es nicht Aufgabe der Invaliden
ver
sicherung sein, die Abklärungskosten für die Diagnostik und Behandlungs
be
dürftigkeit zu übernehmen.
Diese Abklär
ungen sind soweit erforderlich
im
Rahmen der ärztlichen Sorgfaltspflicht von den behandelnden Ärzten zu veran
lassen und deren Kosten von der Krankenkasse zu
tragen
.
6.
6.1
Nach Einschätzung von
Dr.
Y.___
kann der Beschwerdeführer weiterhin in einer
seiner Ausbildung und Berufserfahrung entsprechenden durchschnittlichen Täti
g
keit als IT-
Supporter
ohne Bereitschafsdienst und in wohlwollendem Arbeitsklima t
ätig sei
n; dem entspricht das bisherige Stellenprofil mit Betreuung anspruchs
voller Kadermitglieder rund um die Uhr eher weniger.
Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss
Art.
16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung ge
setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworde
n wäre (sog. Valideneinkommen).
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung unter anderem Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik
(BFS)
periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden
(BGE 129
V 472 E. 4.2.1 mit Hinweisen).
Für
das Valideneinkommen
wird
in der Regel auf das zuletzt erzielte Einkommen abgestellt (BGE 144 I 103 E. 5.3; 134 V
322 E. 4.1). Dies gilt allerdings nur für Fälle, bei welchen angenommen werden kann,
der Versicherte
wäre ohne Gesundheitsschaden nach wie vor an der zuletzt innegehabten Stelle tätig.
Insbesondere wenn der Versicherte als Gesunder nicht mehr an der bisherigen Arbeitsstelle tätig wäre, ist es praxisgemäss mittels statis
tischer Werte zu bestimmen (
vgl. Urteil
e
des Bunde
s
gerichts 8C_314/2019 vom 1
0.
September 2019 E. 6.1
und 8C_551/2017 vom
2.
August 2018 E. 5
).
Kann eine versicherte Person ihre gesundheitsbedingt eingeschränkte Arbeits
fähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt mutmasslich nur mit unterdurch
schnittlichem erwerblichen Erfolg verwerten, so ist von den Tabellenlöhnen der LSE gegebenenfalls ein Abzug von maximal 25
%
vorzunehmen (vgl. BGE 129 V
472 E. 4.2.3, 126 V 75 E. 5b/
bb
;
U
rteil des Bundesgerichts 8C_211/2018 vom
8.
Mai 2018 E. 3.3).
6.2
Wäre das Valideneinkommen anhand der Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin
für das Jahr 2018
festzusetzen, so wäre von einem Fixgehalt von
Fr.
94'400.
--
(
vgl. Urk.
5/15/
3
)
zuzüglich
Sonntags-, Feiertags- und Nach
t
zu
lagen
,
Pikettent
schädigung
und variable
n
Boni (vgl.
Urk.
5/15/26 ff.)
auszugehen
.
Gemäss IK-Aus
zug
betrug d
er
durchschnittliche Jahreslohn
2015 bis 2017
Fr.
105'914.--
(
Urk.
5
/10).
Allerdings hat
der Beschwerdeführer die gemäss eigenen Angaben besonders gut bezahlte Arbeitsstelle bei der Grossbank noch vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit aus betrieblichen Gründen verloren
und hätte
auch im Ge
sundheitsfall
im Zeitpunkt des
frühstmöglichen
Rentenbeginns im März 2019
nicht mehr dort
gearbeitet
.
Bereits auf den ersten Blick einige Tausend Franken tiefer fällt das Valideneinkommen aus, wird es
dementsprechend
basierend auf dem
standardisierte
n
Monatslohn
für Männer
gemäss LSE 2016
, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Position 62-63 «Informationstechnologie und Informati
ons
dienstleistungen» im Kompetenzniveau 3 von
Fr.
7'419.-- berechnet.
Dieses
monatliche Einkommen ist unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeits
zeit im Jahr 2018 von 41,3 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008], in Stun
den pro Woche, 2004-2018, J62-63) und unter Berücksichtigung der Nominal
lohnentwicklung bei Männern bis ins Jahr 2018 (Indexstand 104.9 [2016] auf 107.4 [2018] Punkte; vgl. Bundesamt für Statistik,
Tabelle T1.1.10, 2011-201
8
, im Wirtschaftszweig
58-63, «Information und Kommunikation») auf ein Jahres
einkommen von Fr. 94’112.-- für ein Vollzeitpensum hochzurechnen (Fr. 7’419.--
x 12 : 40 x 41,3 : 104.9 x 107.4).
Wie bereits a
usgeführt
,
ist
ferner
nicht erw
ie
sen, dass beim Beschwerdeführer bereits im Jahr 2012 eine um 20
%
eingeschränkte Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
bestand
.
Entsprechend ist auch das Valideneinkommen nach Massgabe eines Beschäftigungsgrades von 80 % zu bemessen und beträgt mithin Fr. 75'290.-- (Fr. 94'112.-- x 0.8).
6.3
Für das Invalideneinkommen ist auf das standardisierte monatliche Einkomm
en für
Männer
gemäss
LSE 2016, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Position 62-63
«
Informationstechnologie und Informationsdienstleistungen
»
mindestens
im Kompetenzniveau 2 von
Fr.
6'356.-- abzustellen. Dieses monatliche Einkommen ist unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 2018 von 41,
3
Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche, 2004-2018,
J62-63
) und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bei Männern bis ins Jahr 2018 (Indexstand
104.9
[2016] auf
107.4
[2018]
Punkte
; vgl. Bundesamt für Statistik,
Tabelle T1.1.10, 2011-201
8
, im Wirtschaftszweig
58-63
, «
Information und Kommunikation
»
)
auf ein Jahreseinkommen von Fr. 80’
62
8
.-- für ein Vollzeitpensum hochzurechnen (
Fr.
6'356.-- x 12 : 40 x 41,
3
:
104.9
x
107.4
). Allerdings foku
s
sierte
Dr.
Y.___
auf das bisherige
P
ensum von 80
%
und äusserte sich nicht dazu, ob im Rahmen der Schadenminderungspflicht ein Vollzei
t
pensum zumutbar wäre.
Unter
Berücksichtigung
einer 80%ige
n
Tätigkeit
ergibt sich
ein
E
inkommen von
Fr.
6
4’502
.--.
6.4
U
nter Berücksichtigung einer aus psychischen Gründen um 20
%
verminderten Arbeitsfähigkeit in einer weniger anspruchsvollen Tätigkeit als bisher
,
ist somit
einem
Valideneinkommen von
Fr.
7
5'
2
9
0
.-- ein Invalideneinkommen von min
des
tens
Fr.
64'502.--
gegenüberzustellen
. Es resultiert
ein
nicht rentenbegrün
dender
Invaliditätsgrad
von 14
%
.
Gründe für einen leidensbedingten Abzug sind
im
Kompetenzniveau
2
, das
keine
komplexe
n
Tätigkeiten
umfasst
,
übrigens
nicht
ersichtlich und werden vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht.
7.
Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
ge
stützt auf die
bisherigen Akten
mit Verfügung vom
4.
Oktober
2019
einen Ren
tenanspruch verneinte. Der Beschwerdeführer vermochte mit seinen Ausfüh
run
gen
keinen weiteren
medizinischen
Abklärungsbedarf aufzuzeigen. Die Leiden, für
di
e objektive Anhaltspunkte bestehen und
die geeignet sind, die
Arbeitsfähigkeit
zu
beeinflussen
,
sind hinreichend abgeklärt.
Selbst unter Berücksichtigung des von
Dr.
Y.___
definierten, leicht eingeschränkten Z
umutbarkeitsprofil
s
wird
d
er
Mindestinvaliditätsgrad für eine Rente von 40
%
nicht erreicht.
Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
8.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rens
aufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1‘000.-- festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Diese sind auf
Fr.
800.-- festzusetzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Michael
Ausfeld
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
VogelBonetti