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**Case Identifier:** ee1d0bf4-e4dc-5b32-b8b8-6c1639250a08
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-21
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 21.02.2022 S 2020 139
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2020-139_2022-02-21.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter
Gerichtsschreiberin: MLaw Andrea Henggeler

U R T E I L  vom 21. Februar 2022 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführer
vertreten durch RA MLaw B.________

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung 
(Leistungen)

S 2020 139

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Urteil S 2020 139

A. Der Versicherte, A.________, Jahrgang 1982, meldete sich am 12. März 2010 
erstmals bei der IV-Stelle Zug zum Leistungsbezug an (IV-act. 1). Damals litt er unter den 
Folgen einer Osteochondrose L5/S1 und einer breitbasigen links paramedianen Diskus-
hernie (IV-act. 3). Die IV-Stelle gab eine berufliche Abklärung bei der C.________ in 
Auftrag (IV-act. 32 f. und 39). Der Versicherte seinerseits war zum damaligen Zeitpunkt 
aber noch nicht bereit, sich auf eine Umschulung einzulassen und machte sich mit einer 
Bar selbständig (vgl. IV-act. 55). Am 8. Mai 2016 erlitt der Versicherte sodann einen 
Verkehrsunfall (IV-act. 56). Die IV-Stelle holte in der Folge bei den behandelnden Ärzten 
aktuelle Berichte ein und liess erneut eine berufliche Abklärung durchführen; diesmal vom 
2. November 2017 bis zum 1. Februar 2018 in der D.________ mit anschliessendem 
Arbeitstraining bis zum 1. August 2018 (IV-act. 86, 97). Dabei wurde eine Präsenzzeit von 
knapp 50 % erreicht. Eine Steigerung des Pensums war wegen Absenzen aufgrund 
starker Rückenprobleme nicht realistisch (IV-act. 114). In der Folge übernahm die IV-Stelle 
auch die Kosten für das von der D.________ vom 29. August bis 28. November 2018 
durchgeführte Job Coaching (IV-act. 116). Schliesslich erachtete die IV-Stelle eine 
polydisziplinäre Begutachtung (Allgemeine/Innere Medizin, Neuropsychologie, Neurologie, 
Orthopädie und Psychiatrie) für notwendig (IV-act. 126). Das Gutachten der estimed AG 
datiert vom 17. April 2019. Die Gutachter attestierten dem Versicherten eine vollständige 
Arbeitsunfähigkeit für die bisherige Tätigkeit als Barkeeper. In einer angepassten Tätigkeit 
gingen sie von einer 20 bis 30%igen Arbeitsunfähigkeit aus (IV-act. 138). Ausgehend 
davon sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 8. April 2020 (IV-
act. 147) bzw. Verfügung vom 14. September 2020 (IV-act. 156 und 158 f.) eine ganze 
Rente vom 1. Mai bis 30. November 2016 sowie eine halbe Rente vom 1. Dezember 2016 
bis 31. Januar 2017 zu. 

B. Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 15. Oktober 2020 liess A.________ 
beantragen, die Verfügung vom 14. September 2020 sei teilweise aufzuheben, es sei ihm 
über den 31. Januar 2017 hinaus eine Invalidenrente nach Gesetz zuzusprechen und er 
sei durch das Gericht begutachten zu lassen. Eventualiter sei die Sache zwecks 
Neubegutachtung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; alles unter Kosten- und 
Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. Begründend stellte sich der 
Beschwerdeführer im Wesentlichen auf den Standpunkt, die Gutachter hätten sich in 
keiner Weise mit den Ergebnissen der beruflichen Eingliederung auseinandergesetzt; dies 
obwohl die praktischen Erkenntnisse des Arbeitstrainings in deutlichem Widerspruch zu 
ihren medizinisch-theoretischen Feststellungen gestanden hätten. Damit komme dem 
Gutachten der estimed AG kein Beweiswert zu. 

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Urteil S 2020 139

C. Der mit Verfügung vom 16. Oktober 2020 verlangte Kostenvorschuss von 
Fr. 800.– wurde vom Beschwerdeführer fristgerecht bezahlt.

D. Mit Vernehmlassung vom 23. November 2020 beantragte die IV-Stelle die 
vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. 

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1.
1.1 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles 
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (in casu: 
14. September 2020) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. auch BGE 121 V 362 E. 1b). 
Dabei sind in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der 
Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 130 
V 445 E. 1.2.1). 

1.2 Am 1. Januar 2021 sind die am 21. Juni 2019 verabschiedeten geänderten 
Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. Dementsprechend sieht 
Art. 82a ATSG vor, dass für im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 21. Juni 
2019 beim erstinstanzlichen Gericht hängige Beschwerden das bisherige Recht gilt. Die 
hier zu beurteilende Beschwerde wurde am 15. Oktober 2020 der Post übergeben, 
weshalb die bis 31. Dezember 2020 gültigen Normen des ATSG auf den vorliegenden Fall 
Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden. 

1.3 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des Bundesgesetzes über 
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil die angefochtene 
Verfügung vor dem Inkrafttreten dieser IVG-Änderung datiert, finden die bis 31. Dezember 
2021 gültigen Normen des IVG auf den vorliegenden Fall Anwendung und werden in 
dieser Fassung zitiert.

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Urteil S 2020 139

2. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 ATSG i.V.m. § 77 Abs. 1 des Verwaltungs-
rechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] und § 12 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zu 
den Bundesgesetzen über die Alters- und Hinterlassenenversicherung und die 
Invalidenversicherung [BGS 841.1]). Die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts 
des Kantons Zug ist vorliegend gestützt auf Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG – Zuständigkeit am Ort 
der IV-Stelle – fraglos gegeben. Die IV-Stelle erliess die strittige Verfügung am 
14. September 2020; diese ging tags darauf bei der Rechtsvertreterin des 
Beschwerdeführers ein. In Anwendung von Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG ist dagegen direkt 
Beschwerde beim zuständigen Versicherungsgericht einzureichen. Die Beschwerdeschrift 
wurde am 15. Oktober 2020 der Post übergeben und ging tags darauf beim 
Verwaltungsgericht ein. Die gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG vorgesehene 30-tägige 
Beschwerdefrist wurde somit gewahrt. Der Beschwerdeführer ist von der angefochtenen 
Verfügung direkt betroffen und zur Beschwerde legitimiert. Die Beschwerdeschrift enthält 
sodann Antrag und Begründung. Damit ist den formellen Anforderungen Genüge getan, 
weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist. Die Beurteilung erfolgt auf dem 
Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO VG; 
BGS 162.11). 

3.
3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die 
ihre Erwerbstätigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 
können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Bei einer Invalidität 
von 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, ab 50 % auf eine halbe, ab 60 % auf 
eine Dreiviertels- und ab 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 

3.2 Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder länge-
re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Bei erwerbstätigen Versicher-
ten wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalidenein-

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kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn 
sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; sog. Einkommensvergleich). 

3.3 Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer 
Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und 
andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisions-
gründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der 
Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a der 
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) festzusetzen ist (vgl. BGE 
121 V 264 E. 6b/dd mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung 
des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung 
erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts 
im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der 
Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d in fine; 125 
V 368 E. 2; 109 V 262 E. 4a; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5.2).

3.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der 
Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig 
ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten 
Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc). 
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts oder eines Gutachtens kommt es 
entscheidend darauf an, ob die betreffenden Angaben für die streitigen Belange 
umfassend sind, auf allseitigen Untersuchungen beruhen, auch die geklagten 
Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 
sind, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen 
Situation einleuchten und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 
134 V 231 E. 5.1 mit Hinweisen). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich 
somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten 
oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten. Die 
Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung aber als vereinbar 
erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten 
Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. So ist namentlich den im Rahmen des 

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Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche 
aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die 
Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 
gelangen, bei der Beweiswürdigung grundsätzlich volle Beweiskraft zuzuerkennen, 
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. 
Demgegenüber darf und soll der Richter in Bezug auf Berichte von Hausärzten – wie auch 
von behandelnden Fachärzten (EVG I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4) – der 
Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftrags-
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen. 
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind Berichte der behandelnden Ärzte 
aufgrund der Verschiedenheit von Expertise und Therapie grundsätzlich mit Vorbehalt zu 
würdigen. Dies gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt, den behandelnden 
Spezialarzt und namentlich für den therapeutischen Psychiater mit seinem besonderen 
Vertrauensverhältnis zum Patienten, welcher die geklagten Beschwerden als Faktum 
hinzunehmen hat (BGer 9C_420/2008 vom 23. September 2008 E. 3 mit Hinweisen). 
Immerhin verpflichtet aber jede substanziiert vorgetragene Einwendung den Richter, den 
von der Rechtsprechung aufgestellten Richtlinien für die Beweiswürdigung folgend zu 
prüfen, ob sie in rechtserheblichen Fragen die Auffassungen und Schlussfolgerungen 
eines vom Gericht oder von der Verwaltung förmlich bestellten Gutachters derart zu 
erschüttern vermag, dass davon abzuweichen ist (vgl. zum Ganzen BGE 125 V 351 E. 3 
mit zahlreichen Hinweisen).

4. Zum Gesundheitszustand und zur Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit des 
Beschwerdeführers lässt sich den Akten im Wesentlichen Folgendes entnehmen:

4.1 Zum Zeitpunkt der Anmeldung bei der IV-Stelle im März 2010 litt der Versicherte 
unter den Folgen einer Osteochondrose L5/S1 und einer breitbasigen links paramedianen 
Diskushernie, die bei ihm ein belastungsabhängiges lumbovertebrales Syndrom 
verursachten (IV-act. 3). Hausärztlicherseits wurde dem Versicherten eine 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit seit Oktober 2009 attestiert (IV-act. 7 S. 21 und IV-act. 12). Der RAD 
ging in der angestammten Tätigkeit als Kanalreiniger ebenfalls von einer 100%igen 
Arbeitsunfähigkeit aus. In einer angepassten Tätigkeit (körperlich leicht, wechselbelastend, 
ohne Zwangshaltungen, Stösse und Vibrationen auf das Achsenskelett) wurde ab dem 
Zeitpunkt der Reise nach L.________ (Reise vom 21. Februar bis 21. Mai 2010 [IV-
act. 18]) eine volle Arbeitsfähigkeit angenommen (IV-act. 19). 

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4.2 In der Folge sprach die IV-Stelle dem Versicherten Berufsberatung und Abklärung 
der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten zu (IV-act. 21). Vom 31. Januar bis 6. März 
2012 fand eine 4-wöchige berufliche Abklärung in der C.________ in E.________ statt. 
Dem entsprechenden Abklärungsbericht vom 15. Juni 2012 kann entnommen werden, 
dass der Versicherte in seinen bisherigen Tätigkeiten als Carrosseriespengler, 
Motorradmechaniker und Kanalreiniger wegen eines hartnäckigen lumboradikulären 
Schmerzsyndroms nicht weiter einsetzbar sei. Möglich seien körperlich leichte bis 
gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten in Wechselhaltung. Zu vermeiden seien Arbeiten 
mit Besteigen von Leitern und Gerüsten, mit starken Erschütterungen und häufigen 
Drehbewegungen des Rumpfes. Bei gesundheitlich angepassten Arbeiten sei der 
Versicherte ganztags und ohne Leistungseinbussen einsetzbar. Weiter ist im genannten 
Abklärungsbericht nachzulesen, dass der Versicherte über gute schulische und 
intellektuelle Ressourcen verfüge und er motiviert sei, sich eine neue berufliche Zukunft 
aufzubauen. An einer Umschulung sei er sehr interessiert. Ebenfalls wird im 
Abklärungsbericht festgehalten, dass es dem Versicherten schwer falle, sich aus der Fülle 
möglicher handwerklicher, technischer oder auch kaufmännischer Tätigkeiten auf nur eine 
berufliche Tätigkeit festzulegen. Am Ende der Abklärung habe er sich dann doch noch für 
den Beruf des Konstrukteurs entscheiden können. Dementsprechend wurde ihm auch 
seitens der beruflichen Abklärungsstelle die Umschulung zum Konstrukteur empfohlen (IV-
act. 39). Nach anfänglichem Interesse war der Versicherte schliesslich aber nicht bereit, 
dies umzusetzen und machte sich mit einer Bar selbständig (vgl. IV-act. 55). In der Folge 
meldete er sich am 30. November 2015 erneut bei der IV-Stelle (IV-act. 42), weil sich die 
gesundheitlichen Probleme wiederum bemerkbar machten und ihm die Tätigkeiten in der 
Bar körperlich zu anstrengend wurden. Der Versicherte hatte wieder einige Ideen und 
wollte sich sogleich für Stellen bewerben. Daraufhin hörte die Berufsberaterin jedoch bis 
Ende August 2016 nichts mehr von ihm (IV-act. 55). 

4.3 Inzwischen hatte der Versicherte am 8. Mai 2016 einen Verkehrsunfall erlitten, bei 
dem er sich eine Kompressionsfraktur des BWK 12, ein komplexes Knietrauma rechts mit 
Riss des lateralen Kollateralbandes, des medialen Kollateralbandes und des M. popliteus 
zuzog. Weiter erlitt er eine Commotio Cerebri mit frontaler Rissquetschung. Die erlittenen 
Verletzungen erforderten eine dorsale Spondylodese BWK 11-LWK 1 beidseitig am 9. Mai 
2016 und einen 12-tägigen stationären Spitalaufenthalt. Nach dem Spitalaufenthalt trat der 
Versicherte direkt zur stationären Rehabilitation in die Klinik F.________ ein (IV-act. 56 
S. 1 ff.). 

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4.4 Um mehr über die Leistungsfähigkeit des Versicherten und seine Ressourcen 
nach dem Unfall zu erfahren, wurde vom 2. November 2017 bis zum 1. Februar 2018 eine 
berufliche Abklärung im kaufmännisch-administrativen Bereich bei der D.________ 
durchgeführt. Der Versicherte nahm während dieser Zeit an einem Arbeitstraining teil, 
währenddessen er 20 Stunden in der Woche arbeitete. Aufgrund der Beschwerden im 
Rücken mit Schmerzen und Lähmungserscheinungen im Bein sowie der Migräne konnte 
er sein Arbeitspensum nicht über 50 % steigern. Am Ende der Massnahme wurde daher 
empfohlen, das Arbeitstraining um sechs Monate zu verlängern (IV-act. 99), was von der 
IV-Stelle bewilligt wurde (IV-act. 97). Ziel des Arbeitstrainings war es, die Belastbarkeit 
und Einsatzfähigkeit des Versicherten zu erproben. Der Gesundheitszustand sollte in 
dieser Zeit stabilisiert und die Präsenz möglichst gesteigert werden. Gleichzeitig sollte im 
Hinblick auf die aufgetretenen Konzentrationsschwierigkeiten eine neuropsychologische 
Abklärung stattfinden. Im neuropsychologischen Bericht vom 8. Mai 2018 wurden 
unauffällige testdiagnostische Befunde ausgewiesen (IV-act. 106). Das Arbeitstraining 
wurde nach Ablauf der sechs Monate wie geplant beendet. Dem Bericht der D.________ 
vom 20. August 2018 über das sechsmonatige Arbeitstraining lässt sich entnehmen, dass 
der Versicherte immer wieder Absenzen zufolge Rückenschmerzen oder Migräne 
aufgewiesen habe. Der Versicherte habe oft, wenn nicht fast täglich, Schmerzen. 
Zusammengefasst könne festgestellt werden, dass das Pensum von 50 % nur knapp 
erreicht worden sei, dies dürfte einem Pensum von maximal 40 % im ersten Arbeitsmarkt 
entsprechen. Eine Steigerung sei nicht realistisch gewesen. In den verschiedenen 
Einsatzbereichen seien keine Auffälligkeiten wahrnehmbar gewesen. Das 
Beobachtungsjournal sei durch den Versicherten entgegen der getroffenen Vereinbarung 
nicht regelmässig oder nur unvollständig geführt worden und könne deshalb nicht für eine 
Aussage verwendet werden. Weiter ist im Bericht nachzulesen, dass der Versicherte an 
vielseitigen Tätigkeiten interessiert gewesen sei und er in diversen Bereichen innerhalb 
der D.________ habe eingesetzt werden können. Aufgrund der geringen Präsenzzeit sei 
eine Umschulung im Moment nicht realistisch. Das Finden einer Arbeitsstelle könnte den 
gesundheitlichen Verlauf positiv beeinflussen und sich auf sein körperliches Befinden 
auswirken und längerfristig ein höheres Pensum zulassen (IV-act. 114). Um den 
Versicherten dennoch weiter zu unterstützen, wurde ein Job Coaching während drei 
Monaten (vom 29. August bis 28. November 2018) durch D.________ organisiert. Im 
entsprechenden Abschlussbericht vom 30. November 2018 wurde festgehalten, dass man 
den Versicherten zunächst als eher unzuverlässigen Mitarbeiter kennengelernt habe. Den 
zweiten und dritten Gesprächstermin habe er aus privaten Gründen verschoben. Der 
Versicherte sei viel beschäftigt gewesen und habe seine Prioritäten nicht auf Job 

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Coachings gesetzt. Ab Mitte Oktober sei er dann wie verwandelt gewesen und habe sich 
interessiert, ausdauernd und zuverlässig gezeigt. Der Versicherte sei als höfliche und 
zuvorkommende Person wahrgenommen worden, welche fähig sei, ihre Aufgaben 
engagiert und in guter Qualität auszuführen. Neue berufliche Tätigkeiten schienen ihn zu 
motivieren. Der Versicherte habe 18 Bewerbungen eingereicht, jedoch nur Absagen 
erhalten. Die Diskrepanzen zwischen den persönlichen Interessen und der momentanen 
Fachkompetenz bezüglich Funktion, Umfeld und Rahmenbedingungen schienen gross zu 
sein (IV-act. 131). 

4.5 Mit Stellungnahme vom 22. Oktober 2018 hielt RAD-Arzt G.________, Facharzt 
für Allgemeinmedizin (D), unter anderem fest, dass die medizinische Aktenlage inzwischen 
annähernd vollständig sei und frühere Einschätzungen korrigiert werden müssten. Nach 
dem Unfall vom 8. Mai 2016 müsse mindestens bis zum 20. September 2017 vollständige 
Arbeitsunfähigkeit angenommen werden. Danach dürfte eine 50%ige Arbeitsfähigkeit 
bestanden haben, die der Versicherte ansatzweise auch im geschützten Rahmen von 
D.________ grenzwertig umgesetzt habe. Von welcher beruflichen Leistungsfähigkeit 
dauerhaft ausgegangen werden könne, lasse sich ohne weitere vertiefte Abklärungen 
anhand der vorliegenden Dokumentation nicht beantworten. Hierfür sei eine 
polydisziplinäre Begutachtung in den Disziplinen Allgemeine Innere Medizin, 
Neuropsychologie, Neurologie und Orthopädie erforderlich. Eventuell müsse auch das 
Fach Psychiatrie berücksichtigt werden (IV-act. 123). 

4.6 In der Folge wurde die estimed AG mit der polydisziplinären Begutachtung 
beauftragt. Das Gutachten datiert vom 17. April 2019. Als Diagnosen mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter einen Status nach Verkehrsunfall am 8. Mai 
2016 und ein chronisches lumbovertebrales Syndrom. Folgenden weiteren Diagnosen 
massen die Gutachter keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu: Status nach 
anamnestisch Asthma-Beschwerden 2002 bis 2006, vollständig abgeklungen (ICD-10 
J45.0Z), DD: bei früherer Pollinosis, ebenso abgeklungen und Migräne ohne Aura. In der 
interdisziplinären Gesamtbeurteilung kamen die Gutachter zum Schluss, dass der 
Versicherte aufgrund der orthopädischen Einschränkungen in der früheren Tätigkeit als 
Barkeeper vollständig und in einer leidensangepassten Verweistätigkeit aus 
neurologischen Gründen zu 20 bis 30 % eingeschränkt sei. Aus interdisziplinärer Sicht 
ergebe sich insgesamt eine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 100 % 
und in einer Verweistätigkeit von 20 bis 30 %. Dabei gelte das im neurologischen und 
orthopädischen Teilgutachten geäusserte Fähigkeitsprofil (Tätigkeit mit Wechselbelastung 

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mit leichter körperlicher Arbeit und Vermeiden von Heben und Tragen über 5 kg). Zum 
zeitlichen Verlauf gaben die Gutachter an, dass nach dem operativen Eingriff vom Mai 
2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für drei bis vier Monate attestiert werden könne. 
Danach während zwei weiterer Monate eine 50%ige Arbeitsfähigkeit und spätestens sechs 
Monate nach dem Unfall vom 8. Mai 2016 sollte die Restarbeitsfähigkeit von 70 bis 80 % 
bestanden haben (IV-act. 138). 

4.7 Am 21. November 2019 nahm der für den Fall neu zuständige RAD-Arzt 
Dr. med. H.________, Facharzt Innere Medizin und Arbeitsmedizin (D), zum estimed-
Gutachten Stellung. Er führte dazu aus, dass vollumfänglich auf das Gutachten abgestützt 
werden könne. Es sei für die strittigen Belange umfassend, auf allseitigen Untersuchungen 
beruhend, in Kenntnis der Vorakten erstellt und in der Beurteilung der medizinischen 
Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtend. Die Schlussfolgerungen 
seien begründet. Der neurologische Gutachter beschreibe eine deutliche Schwächung der 
Schultergürtelmuskulatur links mit Atrophie und interpretiere diesen Befund als 
neuralgische Schultermyatrophie. Der orthopädische Gutachter könne allerdings keine 
muskulären Auffälligkeiten feststellen und sehe vor allem die Wirbelsäulen- und 
Knieproblematik leistungslimitierend an. Internistisch, psychiatrisch und 
neuropsychologisch hätten sich keine massgeblichen Pathologien erheben lassen. Die 
Arbeitsunfähigkeit in den angestammten Tätigkeiten als Motorradmechaniker, 
Kanalreiniger und Berufskraftfahrer sei nachvollziehbar. In einer optimal angepassten 
Verweistätigkeit sollte medizinisch-theoretisch unter Einbeziehung des chronischen 
Schmerzgeschehens eine 70 bis 80%ige Arbeitsfähigkeit erzielt werden können (IV-
act. 143). 

5. Wie sich aus den medizinischen Akten ergibt, ist der Beschwerdeführer seit 
Oktober 2009 in seiner Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt. Die involvierten Ärzte 
sind sich einig, dass der Beschwerdeführer seine angestammten Tätigkeiten als 
Motorradmechaniker, Kanalreiniger und Berufskraftfahrer aufgrund seiner 
Rückenproblematik nicht mehr ausüben kann. Als erstellt gilt sodann, dass noch vor 
Ablauf der einjährigen Wartezeit in einer angepassten Tätigkeit – bis zu mittelschwere 
Tätigkeit im Wechsel von Stehen, Gehen und Sitzen (vorwiegend sitzend), ohne 
Zwangshaltungen für den Rücken, ohne das regelmässige Besteigen von Leitern und 
Gerüsten (vgl. IV-act. 69) – eine vollständige Arbeitsfähigkeit bestand. Bei einem 
errechneten Invaliditätsgrad von 15 % bestand kein Anspruch auf eine IV-Rente, was 
seitens des Beschwerdeführers nicht beanstandet wird. Im weiteren Verlauf gilt eine 

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Verschlechterung des Gesundheitszustandes und eine damit einhergehende 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit ab dem 8. Mai 2016 (Datum des Verkehrsunfalls) als ausgewiesen. Die 
Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer ab dem 1. Mai 2016 dementsprechend 
auch eine ganze Rente zugesprochen. Was den weiteren Verlauf anbelangt, stellte die 
Beschwerdegegnerin auf das estimed-Gutachten vom 17. April 2019 ab, wonach in einer 
angepassten Tätigkeit ab September 2016 (vier Monate nach dem Unfall) eine 50%ige 
und ab November 2016 (sechs Monate nach dem Unfall) eine 70 bis 80%ige 
Arbeitsfähigkeit besteht. Ausgehend davon setzte die Beschwerdegegnerin die Rente 
nach einer jeweiligen Karenzfrist von drei Monaten per 1. Dezember 2016 auf eine halbe 
Rente herab (IV-Grad von 55 %) bzw. hob sie per 1. Februar 2017 ganz auf (IV-Grad von 
32 %). Die Herabsetzung der Rente per 1. Dezember 2016 auf eine halbe Rente ist 
unbestritten geblieben und auch vom Gericht nicht zu beanstanden, da der 
Beschwerdeführer die 50%ige Arbeitsfähigkeit ansatzweise – allerdings im geschützten 
Rahmen – auch im Rahmen der beruflichen Eingliederungsmassnahmen umgesetzt hat. 
Die Beschwerde richtet sich gegen die Rentenaufhebung bzw. -befristung per 31. Januar 
2017. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin stellt sich der Beschwerdeführer 
auf den Standpunkt, dem Gutachten der estimed AG komme kein Beweiswert zu.

5.1 Würdigend ist festzustellen, dass das polydisziplinäre Gutachten der estimed AG 
die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen 
Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.4 vorstehend) erfüllt. Das Gutachten ist 
umfassend und basiert auf Kenntnis der Vorakten sowie auf einer eingehenden inter-
nistischen, neurologischen, neuropsychologischen, orthopädischen und psychiatrischen 
Abklärung. Zudem enthält das Gutachten anamnestische Angaben, es berücksichtigt die 
vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und vermittelt ein vollständiges Bild 
seines Gesundheitszustandes. Die Schlussfolgerungen sind zudem begründet, 
einleuchtend und nachvollziehbar. Dem Gutachten kommt damit grundsätzlich voller 
Beweiswert zu. Im Folgenden bleibt zu prüfen, ob die vom Beschwerdeführer 
vorgebrachten Rügen und Einwendungen gegen das Gutachten stichhaltig sind und an 
dessen Beweiswert etwas zu ändern vermögen.

5.2 Der Beschwerdeführer begründet die mangelhafte Beweiskraft des Gutachtens 
damit, dass sich die Gutachter in keiner Weise mit den Ergebnissen der beruflichen 
Eingliederung auseinandergesetzt hätten, obwohl die praktischen Erkenntnisse des 
Arbeitstrainings in deutlichem Widerspruch zu den medizinisch-theoretischen 
Feststellungen der Gutachter stünden. 

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5.2.1 Zwar obliegt die abschliessende Beurteilung der sich aus einem 
Gesundheitsschaden ergebenden funktionellen Leistungsfähigkeit in der Hauptsache dem 
Arzt oder der Ärztin, nicht den Fachleuten der Berufsberatung/beruflichen Eingliederung. 
Mit Blick auf die rechtsprechungsgemäss enge, sich gegenseitig ergänzende 
Zusammenarbeit zwischen der Ärzteschaft und der Berufsberatung ist jedoch einer 
konkret leistungsorientierten beruflichen Abklärung nicht jegliche Aussagekraft für die 
Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit abzusprechen. Steht eine medizinische Einschätzung 
der Leistungsfähigkeit in offensichtlicher und erheblicher Diskrepanz zu einer Leistung, wie 
sie während einer ausführlichen beruflichen Abklärung bei einwandfreiem 
Arbeitsverhalten/-einsatz der versicherten Person effektiv realisiert wurde und gemäss 
Einschätzung der Berufsfachleute objektiv realisierbar ist, vermag dies ernsthafte Zweifel 
an den ärztlichen Annahmen zu begründen und ist das Einholen einer klärenden 
medizinischen Stellungnahme grundsätzlich unabdingbar (BGer 8C_563/2018 vom 
14. November 2018 E. 6.1.1). 

5.2.2 Aktenkundig ist, dass die Beschwerdegegnerin der Gutachterstelle mit 
Gutachtensauftrag vom 28. November 2018 zusammen mit einer Fallzusammenfassung, 
in der explizit auch die Ergebnisse der beruflichen Eingliederung erwähnt wurden (vgl. IV-
act. 130 S. 3 f.), sämtliche IV-Akten zur Verfügung gestellt hat (vgl. IV-act. 129). Die 
seitens der IV-Stelle in der Fallzusammenfassung niedergeschriebenen Ergebnisse der 
beruflichen Eingliederung wurden unter Ziff. 3 des Gutachtens (Anlass und Umstände der 
Begutachtung gemäss Auftrag) denn auch eins zu eins so übernommen (vgl. IV-act. 138 
S. 9 f.). Die gleichen Ausführungen finden sich im Rahmen der fächerübergreifenden 
Aktenzusammenfassung (vgl. IV-act. 138 S. 23 f.). Der Beschwerdegegnerin ist somit 
zuzustimmen, dass den Gutachtern die durchgeführten beruflichen 
Eingliederungsmassnahmen – Abklärung vom 31. Januar bis 6. März 2012 sowie vom 
2. November 2017 bis 1. Februar 2018, Arbeitstraining vom 2. Februar bis 1. August 2018 
und Job Coaching vom 29. August bis 28. November 2018 – und deren Ergebnisse 
bekannt waren. Zu berücksichtigen ist aber auch, dass die einzelnen Berichte und 
Protokolle, die detailliert Auskunft über die durchgeführten beruflichen 
Eingliederungsmassnahmen geben (IV-act. 99, 114 und 131), – mit Ausnahme des 
Abklärungsberichts der C.________ vom 15. Juni 2012 (IV-act. 39, vgl. IV-act. 138 S. 32 
f.) – im Rahmen der Aktenzusammenfassung unerwähnt blieben, auch wenn diese der 
estimed AG unbestrittenermassen ebenfalls vorlagen. Darüber hinaus äusserten sich die 
Sachverständigen im Gutachtenstext nicht weiter zu den Ergebnissen der beruflichen 

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Abklärungen und des Arbeitstrainings. Weder wird Stellung genommen zu den einzelnen 
Berichten und Protokollen noch wird näher auf die Zusammenfassung der IV-Stelle und 
die dort festgehaltenen Ergebnisse der beruflichen Eingliederung eingegangen. Die 
Auseinandersetzung mit den beruflichen Eingliederungsmassnahmen und deren 
Ergebnisse bestand somit allein darin, die seitens der IV-Stelle erstellte 
Zusammenfassung im Aktenverzeichnis aufzuführen. Zudem wird in den einzelnen 
Teilgutachten an wenigen Stellen wiedergegeben, was der Beschwerdeführer über die 
berufliche Eingliederung berichtete bzw. dass eine solche stattfand (vgl. IV-act. 138 S. 90, 
115, 135, 137, 157 und 160). Damit kann aber nicht von einer kritischen 
Auseinandersetzung die Rede sein. Als Zwischenfazit ist dem Beschwerdeführer somit 
Recht zu geben, dass sich die Gutachterstelle mit den Ergebnissen der beruflichen 
Eingliederung nicht auseinandergesetzt hat. 

Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin wäre dies im vorliegenden Fall 
angesichts der erheblichen Diskrepanz zwischen den Resultaten der beruflichen 
Abklärungsmassnahmen und der medizinisch-theoretischen Beurteilung jedoch gerade 
angezeigt gewesen. Während nämlich die Sachverständigen von einer medizinisch-
theoretischen Restarbeitsfähigkeit von 70 bis 80 % ausgingen (vgl. IV-act. 138 S. 15), 
erreichte der Beschwerdeführer während dem insgesamt neun Monate dauernden 
Arbeitstraining bei der D.________ nur knapp ein Arbeitspensum von 50 %. Insbesondere 
gelang es dem Beschwerdeführer gerade nicht, sein Pensum über 50 % zu steigern. 
Grund hierfür waren zahlreiche entschuldigte Absenzen zufolge Rückenschmerzen und 
Migräne. Angesichts dessen wurde die Arbeitsfähigkeit seitens der D.________ auf dem 
ersten Arbeitsmarkt mit 40 % in deutlicher Abweichung zur medizinischen Beurteilung sehr 
viel tiefer geschätzt (vgl. IV-act. 114). Die IV-Stelle befasste sich im Rahmen der 
angefochtenen Verfügung mit der Diskrepanz der beiden Einschätzungen und kam zum 
Schluss, dass das erreichte Pensum von 50 % wohl nicht die objektive Leistungsfähigkeit 
des Versicherten für angepasste, körperlich leichte Tätigkeiten wiedergespiegelt habe. Zur 
Begründung wies sie darauf hin, dass sich im Verlauf der beruflichen 
Eingliederungsmassnahmen nicht das einheitliche Bild eines voll motivierten, prioritär auf 
eine angepasste und realistische berufliche Wiedereingliederung ausgerichteten 
Versicherten gezeigt habe (vgl. IV-act. 156 S. 4). Diesbezüglich trifft es zwar zu, dass sich 
der Beschwerdeführer nach der C.________-Abklärung im Jahr 2012 gegen eine 
Umschulung zum Konstrukteur entschieden hat. Nicht unberücksichtigt bleiben darf 
jedoch, dass er in der Folge selbständig wieder Fuss fassen konnte, indem er sich mit 
einer Bar selbständig machte und diese während einiger Zeit angeblich auch recht 

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erfolgreich führte. Als er feststellte, dass diese Tätigkeit körperlich doch recht anstrengend 
ist, und dann insbesondere auch nachdem sich sein Gesundheitszustand im Verlaufe des 
Jahres 2016 infolge des erlittenen Verkehrsunfalles verschlechtert hatte, meldete sich der 
Beschwerdeführer sodann erneut bei der IV-Stelle und war ab diesem Zeitpunkt auch 
bereit, sich auf eine Umschulung bzw. auf die seitens der Berufsberaterin 
vorgeschlagenen Massnahmen einzulassen (vgl. IV-act. 85). Zu berücksichtigen ist weiter, 
dass seine Arbeit während dem Arbeitstraining in der D.________, bei dem es gerade 
darum ging, die Belastbarkeit und Ersatzfähigkeit zu erproben, durchwegs als gut 
eingestuft wurde und dies obwohl er fast täglich unter Schmerzen litt. Von den 
zuständigen Leitern wurde der Beschwerdeführer als sehr zuverlässig und pflichtbewusst 
beschrieben. Ebenso ist in den entsprechenden Berichten von seiner Motivation einer 
Arbeit nachzugehen und seinem Interesse an vielseitigen Tätigkeiten und verschiedenen 
Berufen die Rede. Als einziger Kritikpunkt wurde aufgeführt, dass der Beschwerdeführer 
das Beobachtungsjournal entgegen der getroffenen Vereinbarung nicht regelmässig oder 
nur unvollständig geführt hat (vgl. IV-act. 99 und 114). Abgesehen davon muss das 
Arbeitsverhalten und der Einsatz des Beschwerdeführers während dem Arbeitstraining bei 
der D.________ als einwandfrei bezeichnet werden. Insbesondere konnte eine mangelnde 
Motivation während dem neunmonatigen Arbeitstraining, welches für die Fachleute gerade 
Grundlage war, um von einer 40%igen Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt 
auszugehen, nie beobachtet werden. Auch wenn es daraufhin im weiteren Verlauf der 
beruflichen Eingliederung wohl zu einem kurzen Durchhänger des Beschwerdeführers 
kam – zu Beginn des Job Coachings wurde er als unzuverlässiger Mitarbeiter 
beschrieben, der verschiedene Gesprächstermine aus privaten Gründen verschob – 
gelang es ihm in der Folge offensichtlich wieder, seine Motivation zu finden. So erschien 
er bereits einen Monat nach dem Erstgespräch motiviert und gut vorbereitet zum zweiten 
Gespräch. In der Folge zeigte er sich engagiert und zielgerichtet. Insgesamt reichte er 18 
Spontanbewerbungen ein und er bewarb sich auf zwei konkrete Stellenangebote (Sport- 
und Fitnesscenter in I.________ und J.________ in K.________). Dementsprechend 
wurde er ab Mitte Oktober 2018 auch von den Fachleuten der D.________ berufliche 
Eingliederung als interessiert, ausdauernd, einsatzfreudig und zuverlässig beschrieben. 
Weiter ist im Bericht nachzulesen, dass er sich von einer kooperativen und auch 
kritikfähigen Seite gezeigt habe. Sie hätten den Versicherten als höfliche und 
zuvorkommende Person kennengelernt, welche fähig sei, ihre Aufgaben engagiert und in 
guter Qualität auszuführen. Neue berufliche Perspektiven würden ihn motivieren (vgl. IV-
act. 131). 

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Nach dem soeben Ausgeführten bestehen keine Zweifel an der grundsätzlichen 
Bereitschaft des Beschwerdeführers, den ihm zumutbaren subjektiven 
Eingliederungswillen für den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt aufzubringen. Sodann ist 
in den Berichten und Protokollen betreffend die berufliche Eingliederung auch nicht von 
selbstlimitierenden Verhaltensweisen die Rede, welche zuverlässige Angaben zur objektiv 
noch realisierbaren Leistung verunmöglichten. Die darauf basierenden Wertungen 
vermögen daher zumindest konkrete Zweifel an der Aussagekraft der vorhandenen 
medizinischen Akten zu erwecken. Unter diesen Umständen wäre die 
Beschwerdegegnerin verpflichtet gewesen, eine derart unterschiedliche Einschätzung der 
Restarbeitsfähigkeit durch Rückfragen an die Begutachtungsstelle medizinisch zu klären. 
Allein die Hinweise der Beschwerdegegnerin vermögen die deutlich unterschiedlichen 
Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit jedenfalls nicht zu erklären.

6. Aus den dargelegten Gründen ist die Sache zur ergänzenden 
Sachverhaltsabklärung bzw. zu entsprechenden Rückfragen und zum anschliessenden 
Neuentscheid über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers ab dem 1. Februar 2017 
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In diesem Sinne erweist sich die 
Beschwerde als begründet und ist gutzuheissen. Nachdem es lediglich darum geht, eine 
Präzisierung bzw. Ergänzung der gutachterlichen Ausführungen einzuholen, erweist sich 
eine Rückweisung auch unter dem Gesichtswinkel des BGE 139 V 99 E. 1.1 als 
rechtmässig. 

7. Das Verfahren ist gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG kostenpflichtig. Es ist demnach 
eine Spruchgebühr zu erheben, welche auf Fr. 800.– festgesetzt wird und entsprechend 
dem Ausgang des Verfahrens von der Beschwerdegegnerin zu tragen ist. Praxisgemäss 
wird die Rückweisung einem Obsiegen gleichgestellt, womit dem anwaltlich vertretenen 
Beschwerdeführer eine Parteientschädigung zusteht. Dem Beschwerdeführer ist zulasten 
der Beschwerdegegnerin eine Parteientschädigung nach Art. 61 lit. g ATSG auszurichten, 
welche ermessensweise auf Fr. 2'000.– (inkl. Auslagen und MWST) festgesetzt wird. 

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der IV-Stelle Zug vom 
14. September 2020 insoweit aufgehoben, als sie den Rentenanspruch des 
Beschwerdeführers ab 1. Februar 2017 verneint. Die Sache wird an die IV-Stelle 
Zug zurückgewiesen, damit diese nach erfolgter Abklärung im Sinne der 
Erwägungen über den Rentenanspruch neu verfüge. 

2. Der Beschwerdegegnerin wird eine Spruchgebühr von Fr. 800.– auferlegt. Dem 
Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.– 
zurückerstattet.

3. Dem Beschwerdeführer wird zulasten der Beschwerdegegnerin eine 
Parteientschädigung im Betrage von Fr. 2'000.– (inklusive Auslagen und MWST) 
zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (im Doppel), an die IV-
Stelle Zug (Rechnung folgt nach Rechtskraft des Urteils), an das Bundesamt für 
Sozialversicherungen, Bern, und zum Vollzug von Ziffer 2 im Dispositiv an die 
Finanzverwaltung des Kantons Zug.

Zug, 21. Februar 2022

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am