# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ded071af-4861-5062-991e-dec6465c8259
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-11
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 11.12.2017 RU170068
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RU170068_2017-12-11.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: RU170068-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. P. Diggelmann, Vorsitzender, Oberrichter Dr. P. 

Higi und Ersatzrichter lic. iur. A. Huizinga sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw R. Schneebeli 

Urteil vom 11. Dezember 2017 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Beklagter und Beschwerdeführer, 

 

gegen 

 
B._____ AG,  

Klägerin und Beschwerdegegnerin, 

 

betreffend Forderung 

Beschwerde gegen ein Urteil des Friedensrichteramtes Winterthur vom  

11. September 2017 (GV.2017.00225 / SB.2017.00276) 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

Sachverhalt und Prozessgeschichte 

1. Mit Eingabe vom 9. August 2017 (Datum Poststempel) stellte die Klägerin 

und Beschwerdegegnerin (fortan Klägerin) ein Schlichtungsgesuch beim Frie-

densrichteramt Winterthur, nach dem der Beklagte und Beschwerdeführer (fortan 

Beklagter) zu verpflichten sei, ihr Fr. 350.– nebst 5 % Zins seit dem 10. Juli 2017 

sowie Betreibungskosten von Fr. 33.30 zu bezahlen. Zudem verlangte sie die Be-

seitigung des Rechtsvorschlags in der Betreibung Nr. … des Betreibungsamtes 

Arth (Zahlungsbefehl vom 28. Juli 2017), alles unter Regelung der Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zulasten des Beklagten (act. 1). 

2. Am 11. August 2017 wurden die Parteien unter Hinweis auf die Säumnisfol-

gen gemäss Art. 206 Abs. 1 - 3 ZPO zur Schlichtungsverhandlung auf den 

11. September 2017, 10:00 Uhr, vorgeladen. Die Vorladung zur Schlichtungsver-

handlung wurde beiden Parteien am 14. August 2017 per Gerichtsurkunde zuge-

stellt (act. 2). 

3. Zur Schlichtungsverhandlung vom 11. September 2017 erschien namens 

der Klägerin C._____, Mitglied des Verwaltungsrats mit Einzelunterschrift. Der 

Beklagte ist zur Schlichtungsverhandlung unentschuldigt nicht erschienen (Prot. 

Vorinstanz, S. 1). 

4. In der Verhandlung vom 11. September 2017 stellte die Klägerin den Antrag 

auf einen Entscheid durch das Friedensrichteramt Winterthur (Art. 212 Abs. 1 

ZPO; vgl. Prot. Vorinstanz, S. 2). Mit unbegründetem Urteil vom 11. September 

2017 entschied das Friedensrichteramt wie folgt (act. 6 S. 3): 

1. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin Fr. 350.00 nebst 5 % Zins 
seit 10.07.2017 und Fr. 33.30 Betreibungskosten zu bezahlen. 

In der Betreibung Nr. … des Betreibungsamtes Arth (Zahlungsbefehl vom 
28.07.2017) wird der Rechtsvorschlag in diesem Umfang aufgehoben. 

 2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 150.00 festgesetzt. 

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 3. Die Kosten werden dem Beklagten auferlegt und von der Klägerin bezogen. 
Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin die Gerichtsgebühr von 
SFr. 150.00 zurückzuzahlen. 

 4. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen. 

 5. [Schriftliche Mitteilung]. 

 6. [Rechtsmittelbelehrung]. 

5. Das unbegründete Urteil des Friedensrichteramtes wurde den Parteien am 

13. September 2017 zugestellt (act. 7/1-2). Mit Schreiben vom 20. September 

2017 verlangte der Beklagte rechtzeitig die Begründung des friedensrichterlichen 

Entscheides (act. 8). Der begründete Entscheid wurde am 3. Oktober 2017 an die 

Parteien versandt (act. 9 [= act. 13], nachfolgend zitiert als act. 13). 

6. Dagegen erhob der Beklagte mit Eingabe vom 30. Oktober 2017 (Datum 

Poststempel) rechtzeitig Beschwerde. Er beantragt die Abweisung des klägeri-

schen Begehrens um Erteilung der Rechtsöffnung und die Zusprechung einer an-

gemessenen Parteientschädigung (act. 15). Da der Beklagte in der Begründung 

zudem den Bestand der Forderung der Klägerin bestreitet, beantragt er mit der 

Beschwerde zumindest sinngemäss auch die Aufhebung des friedensrichterlichen 

Entscheides und die Abweisung der klägerischen Forderung. 

7. Die Akten der Vorinstanz wurden beigezogen (Prot. Vorinstanz und act.  

1 - 11). Die Beschwerde erweist sich ‒ wie noch zu zeigen sein wird ‒ als offen-

sichtlich unbegründet. Gestützt auf Art. 322 Abs. 1 ZPO kann deshalb auf das 

Einholen einer Beschwerdeantwort verzichtet werden. Das Verfahren ist damit 

spruchreif. 

II.  

Zur Beschwerde im Einzelnen 

1. Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsanwendung und offensichtlich 

unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO). 

Die Beschwerde ist innerhalb der 30-tägigen Rechtsmittelfrist schriftlich, begrün-

det und mit Rechtsmittelanträgen versehen einzureichen. Bei Rechtsmitteleinga-

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ben von Laien genügt als Antrag eine Formulierung, aus der sich mit gutem Willen 

herauslesen lässt, wie das Obergericht entscheiden soll. Die Begründung ist ge-

nügend, wenn darin auch nur ganz rudimentär zum Ausdruck kommt, an welchen 

Mängeln der angefochtene Entscheid leidet resp. weshalb der angefochtene Ent-

scheid nach Auffassung der Beschwerde führenden Partei unrichtig sein soll. Sind 

auch diese Voraussetzungen nicht gegeben, wird auf eine Beschwerde nicht ein-

getreten (Art. 321 Abs. 1 und 2 ZPO; vgl. OGer ZH PF130050 vom 25. Oktober 

2013, E. II./2.1; vgl. BK ZPO-STERCHI, 2012, Art. 321 N 18 und 22). Neue Anträ-

ge, neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel sind im Beschwerde-

verfahren ausgeschlossen (Art. 326 Abs. 1 ZPO). Das Novenverbot ist umfassend 

und gilt sowohl für echte wie auch für unechte Noven (ZK ZPO-

FREIBURGHAUS/AFHELDT, 3. A. 2016, Art. 326 N 4). 

2. Die Friedensrichterin erwog, der Beklagte sei zur Schlichtungsverhandlung 

unentschuldigt nicht erschienen, obwohl er unter Androhung der gesetzlichen 

Säumnisfolgen (Art. 206 Abs. 2 ZPO) vorgeladen worden sei. Aufgrund der Aus-

führungen der Klägerin bzw. deren Vertreter anlässlich der Schlichtungsverhand-

lung und gestützt auf die Akten ging die Friedensrichterin davon aus, dass zwi-

schen den Parteien ein schriftlicher Auftrag zustande gekommen sei. Der Auftrag 

der Klägerin, für welche gemäss schriftlichem Auftrag ein vom Beklagten zu be-

zahlendes Entgelt von monatlich Fr. 600.– (sog. Sanierungsgebühr) vereinbart 

worden sei, habe die Kontaktaufnahme mit Schuldnern und das Führen von 

Schuldsanierungsverhandlungen umfasst. Die Ausführungen der Klägerin, wo-

nach sie diese Vertragspflichten vereinbarungsgemäss erfüllt habe, seien unbe-

stritten geblieben. Im Übrigen entsprächen die von der Klägerin gemachten Aus-

führungen den Akten, weshalb die von ihr gegenüber dem Beklagten geltend ge-

machte restliche Sanierungsgebühr von Fr. 350.– geschuldet und auch fällig sei 

(act. 13 S. 2). 

3. Der Beklagte führt in der Beschwerde vom 30. Oktober 2017 demgegenüber 

aus, zwischen ihm und der Klägerin sei nie ein Schuldensanierungs-Vertrag zu-

stande gekommen, da das entsprechende Schriftstück (act. 3) von der Klägerin 

nie unter- bzw. gegengezeichnet worden sei. Zudem sei ihm der Sanierungsplan 

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erst nach mehrfacher Aufforderung und erst im Juni 2017 zugestellt worden, also 

erst nachdem das Sanierungsmandat durch die Klägerin niedergelegt worden sei. 

Daher habe er auch keine weiteren Zahlungen an die Klägerin geleistet. Schliess-

lich sei der von der Klägerin erstellte Sanierungsplan fehlerhaft gewesen; Forde-

rungen seien darin teilweise nicht korrekt oder doppelt aufgeführt worden (vgl. 

zum Ganzen act. 15). Mit der Beschwerde vom 30. Oktober 2017 legte der Be-

klagte zudem diverse Urkunden ins Recht (act. 16/2 - 7). 

4. In der Beschwerdeschrift vom 30. Oktober 2017 setzt sich der Beklagte mit 

dem vorinstanzlichen Entscheid nicht auseinander. Vielmehr begnügt er sich da-

mit, einen Vertragsschluss mit der Klägerin an sich zu bestreiten, um dann aber 

im nächsten Satz eine unsorgfältige Ausführung des (angeblich nie erteilten) Auf-

trages durch die Klägerin zu bemängeln (act. 15). Damit genügt die Beschwerde-

schrift bereits den formellen Anforderungen an eine Beschwerde nicht. 

5. Hinzu kommt, dass der Beklagte mit seinen erstmals in der Beschwerde 

vorgetragenen Argumenten gegen den Bestand der von der Klägerin geltend ge-

machten Forderung und mit den erst im Beschwerdeverfahren eingereichten Ur-

kunden verspätet ist: Der Beklagte wurde ordnungsgemäss zur Schlichtungsver-

handlung vom 11. September 2017 vorgeladen, wobei er insbesondere auch auf 

die Säumnisfolgen von Art. 206 Abs. 2 ZPO und auf die Entscheidkompetenz der 

Schlichtungsbehörde hingewiesen wurde (act. 2). Nach Art. 206 Abs. 2 ZPO ver-

fährt die Schlichtungsbehörde bei Säumnis der beklagten Partei an der Schlich-

tungsverhandlung, wie wenn keine Einigung zu Stande gekommen wäre, somit 

nach den Regeln der Art. 209 - 212 ZPO. Gestützt auf Art. 212 Abs. 1 ZPO kann 

die Schlichtungsbehörde in vermögensrechtlichen Streitigkeiten bis zu einem 

Streitwert von Fr. 2'000.– einen Entscheid erlassen, sofern die klagende Partei 

einen entsprechenden Antrag stellt. Einen Antrag auf Entscheid kann die klagen-

de Partei noch anlässlich der Schlichtungsverhandlung stellen (ZK ZPO-HONEG-

GER, 3. Auflage 2016, Art. 212 N 2), was die Klägerin vorliegend getan hat (Prot. 

Vorinstanz, S. 2). Der Beklagte musste demnach damit rechnen, dass das Frie-

densrichteramt bei Säumnis seinerseits auf Antrag der Klägerin in der Sache ei-

nen Entscheid fällen wird. Im vorinstanzlichen Verfahren hätte der Beklagte Gele-

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genheit gehabt, zu den Vorbringen der Klägerin umfassend Stellung zu nehmen 

und den relevanten Sachverhalt aus seiner Sicht zu schildern. Indem der Beklagte 

zur Schlichtungsverhandlung vom 11. September 2017 in Kenntnis der Säumnis-

folgen dennoch unentschuldigt nicht erschienen ist, hat er auf das ihm zustehen-

de Äusserungsrecht verzichtet; die Sachverhaltsdarstellung der Klägerin blieb zu-

dem unbestritten. Das Friedensrichteramt war berechtigt, auf Antrag der Klägerin 

einen Entscheid zu treffen. Der Beklagte kann sein Versäumnis nun nicht im Be-

schwerdeverfahren nachholen, denn wie bereits vorstehend ausgeführt, sind im 

Beschwerdeverfahren weder neue Tatsachenbehauptungen noch neue Beweis-

mittel zulässig (vgl. Art. 326 Abs. 1 ZPO und vorstehende E. 1). Die im Be-

schwerdeverfahren erstmals vorgetragenen Argumente sowie die dabei erstmals 

eingereichten Urkunden sind unzulässige neue Vorbringen und deshalb nicht zu 

berücksichtigen. Die Beschwerde enthält deshalb keine genügende Begründung. 

Sie ist ebenso aus diesem Grund abzuweisen, soweit darauf überhaupt eingetre-

ten werden kann. 

III. 

Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Die Kosten des vorliegenden Verfahrens sind ausgangsgemäss dem Be-

klagten aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO), wobei die Gerichtsgebühr ausgehend 

von einem Streitwert von Fr. 350.– gestützt auf § 12 Abs. 1 und 2 i.V.m. § 2 

Abs. 1 und § 4 Abs. 1 und 2 GebV OG auf Fr. 150.– festzusetzen ist. 

2. Parteientschädigungen sind keine zuzusprechen: Dem Beklagten nicht, weil 

er vollständig unterliegt, der Klägerin nicht, weil ihr im Beschwerdeverfahren keine 

Umtriebe angefallen sind, die es zu entschädigen gölte. 

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Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 150.– festgesetzt. 

3. Die Kosten für das Beschwerdeverfahren werden dem Beklagten und Be-

schwerdeführer auferlegt. 

4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin und Beschwerdegeg-

nerin unter Beilage von Doppeln der Beschwerdeschrift samt Beilagen 

(act. 15 und act. 16/2-7), sowie an das Friedensrichteramt Winterthur und an 

die Obergerichtskasse, je gegen Empfangsschein. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 350.–. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 
 
 
 

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Obergericht des Kantons Zürich 

II. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw R. Schneebeli 
 
 
versandt am: 

	Urteil vom 11. Dezember 2017
	Erwägungen:
	I.
	Sachverhalt und Prozessgeschichte
	II.
	Zur Beschwerde im Einzelnen
	III.

	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 150.– festgesetzt.
	3. Die Kosten für das Beschwerdeverfahren werden dem Beklagten und Beschwerdeführer auferlegt.
	4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin und Beschwerdegegnerin unter Beilage von Doppeln der Beschwerdeschrift samt Beilagen (act. 15 und act. 16/2-7), sowie an das Friedensrichteramt Winterthur und an die Obergerichtskasse, je geg...
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...