# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** da9318e0-3901-5b65-a47c-4cc098b493c0
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-05
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 05.02.2025 SB220392
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220392_2025-02-05.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB220392-O/U/nk

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. Bertschi, Präsidentin, Oberrichter lic. iur. Wen-

ker und Oberrichter lic. iur. Castrovilli sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw Brülisauer

Urteil vom 5. Februar 2025

in Sachen

A._____,
Beschuldigte und Berufungsklägerin

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____,

gegen

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,
Anklägerin und Berufungsbeklagte

sowie

1. B._____ Gesundheitsversicherung (vormals B._____ Krankenkasse),
2. C._____,
Privatkläger

1 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y1._____,

2 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y2._____,

betreffend qualifizierte Geldwäscherei etc. (Rückweisung des Schweizeri-
schen Bundesgerichtes)

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Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, I. Abteilung, vom 
23. Oktober 2013 (DG130022); Urteil des Obergerichtes des Kantons Zürich, 
II. Strafkammer, vom 4. September 2020 (SB130552); Urteil des Bundesge-
richtes, Strafrechtliche Abteilung, vom 20. Juni 2022 (6B_1362/2020)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 20. Februar 2013 ist 

diesem Urteil beigeheftet (Urk. HD57).

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 173 S. 79 ff.)

1. Die Beschuldigte ist schuldig in folgenden Punkten:

 qualifizierte Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 und 2 lit. c 
StGB (Anklage Ziff. I, Ziff. IV A, B und C)

 Diebstahl im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB (Anklage Ziff. I)
 Betrug im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB (Anklage Ziff. VII)
 mehrfache Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB (An-

klage Ziff. IV A und B)
 Erschleichung einer falschen Beurkundung im Sinne von Art. 253 

Abs. 1 StGB (Anklage Ziff. III)
 Gehilfenschaft zu mehrfachem Steuerbetrug im Sinne von § 261 Abs. 1 

StG in Verbindung mit Art. 25 StGB (Anklage Ziff. II) 
 Gehilfenschaft zu mehrfachem Steuerbetrug im Sinne von Art. 186 

Abs. 1 DBG in Verbindung mit Art. 25 StGB (Anklage Ziff. II)

2. In folgenden Punkten wird die Beschuldigte freigesprochen:

 Unterdrückung von Urkunden im Sinne von Art. 254 Abs. 1 StGB (An-
klage Ziff. V)

 qualifizierte Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 und 2 lit. c 
StGB (Anklage Ziff. VI)

 Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB (Anklage Ziff. VI)

3. Die Beschuldigte wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 

92 Tage durch Haft erstanden sind) sowie mit einer Geldstrafe von 100 Ta-

gessätzen zu Fr. 30.–. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 27 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (9 Monate, abzüg-

lich 92 Tage, die durch Haft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollzo-

gen. 

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5. Die Geldstrafe ist im Umfang von 25 Tagessätzen innert der von der Voll-

zugsbehörde anzusetzenden Frist zu bezahlen.

Der Vollzug der restlichen Geldstrafe von 75 Tagessätzen wird aufgescho-

ben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

6. Die Buchhaltungsunterlagen in den Ordnern 10.3.1-11 werden der Beschul-

digten nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen hin zurückgegeben. 

Werden diese Unterlagen nicht innert 90 Tagen zurückverlangt, so wird der 

Verzicht angenommen. 

7. Die Beschuldigte wird verpflichtet, Fr. 265'136.35 als Ersatzforderung für 

den unrechtmässig erlangten Vermögensvorteil an den Staat abzuliefern. 

8. Es wird festgestellt, dass die Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 1 

B._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadener-

satzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadener-

satzanspruches wird die Privatklägerin 1 B._____ im Übrigen auf den Weg 

des Zivilprozesses verwiesen. 

9. Der Privatkläger 2 C._____ wird mit seiner Zivilforderung auf den Weg des 

Zivilprozesses verwiesen. 

10. Die folgenden Konti/Depots werden zur Deckung der Geldstrafe, Ersatzfor-

derung und Verfahrenskosten verwendet:

 UBS (Beschlagnahmeverfügung vom 1. Oktober 2010, act. 25/12):
– 1 
– 2 
– 3 
– 4 

 Raiffeisen D._____: 
– 5 (Beschlagnahmeverfügung vom 1. Oktober 2010, act. 27/18)
– 6 (Beschlagnahmeverfügung vom 29. Oktober 2010, act. 27/19)

Ein allfälliger Mehrbetrag wird der Beschuldigten wieder herausgegeben 

bzw. die Konti/Depots werden in diesem Umfang wieder freigegeben. 

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11. Die folgenden Konti werden nach Eintritt der Rechtskraft freigegeben:

 ZKB (Beschlagnahmeverfügung vom 1. Oktober 2010, act. 30/23):
– 7
– 8 
– 9
– 10
– 11 

 Postfinance (Beschlagnahmeverfügung vom 1. Oktober 2010, 
act. 29/5): 
– 12
– 13

12. Die Kosten der Aufbewahrung des Ford Mustang GT in der Höhe von 

Fr. 484.20 werden vollumfänglich auf die Staatskasse genommen.

13. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 15'000.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 20'000.–   Gebühr für die Strafuntersuchung

Fr. 18'989.90   Auslagen Vorverfahren

Fr. 481.–   Kosten KAPO

Fr. 9'000.–
  Gerichtsgebühr gemäss Beschluss Obergericht vom 
28. Mai 2013
  (act. 83)

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden der 

Beschuldigten zu 9/10 auferlegt und zu 1/10 auf die Staatskasse genom-

men. 

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15. Der Beschuldigten wird

 eine Prozessentschädigung von Fr. 20'000.– für die erbetene Verteidi-
gung

 keine persönliche Umtriebsentschädigung
 keine Genugtuung 

aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

Das Verrechnungsrecht des Staates bleibt vorbehalten.

16. Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 für das gesamte Ver-

fahren eine Prozessentschädigung von Fr. 20'000.– (inkl. MwSt.) zu bezah-

len. 

Berufungsanträge:

a) Der amtlichen Verteidigung der Beschuldigten:
(Berufungsklägerin)

aa) Anträge erstes Berufungsverfahren (SB130552):
(Urk. 178 S. 3 f.) 

" 1. Auf die Anklage sei wegen Verletzung von Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO 
nicht einzutreten;
eventuell sei auf die Anklage zufolge der unterlassenen Prüfung der 
Anklage durch die Vorinstanz iSv Art. 329 StPO nicht einzutreten und 
die Sache sei zur Prüfung und allenfalls erneuter Durchführung der HV 
an die Vorinstanz zurückzuweisen, wobei die urteilenden Richter/innen 
in den Ausstand zu treten haben. 

2. Im Falle des Eintretens sei der angefochtene Entscheid bezüglich der 
angefochtenen Ziffern aufzuheben und die Beschuldigte sei in Abände-
rung von Ziff. 1 von sämtlichen Vorwürfen freizusprechen.
Eventuell sei die Beschuldigte in Abänderung der Ziff. 1 der Gehilfen-
schaft zum Steuerbetrug (Anklage Ziff. II) schuldig zu sprechen und in 
Abänderung der Ziff. 3 und 4 sowie Aufhebung der Ziff. 5 mit einer 
Geldstrafe von maximal 120 Tagessätzen à max. Fr. 30.– zu bestrafen, 
unter Gewährung des bedingten Vollzugs. 
Subeventuell sei die Beschuldigte in Abänderung der Ziff. 3 und 4 so-
wie Aufhebung von Ziff. 5 milder zu bestrafen, unter Gewährung des 
bedingten Vollzugs.

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Jedenfalls sei der Freispruch unter Ziff. 2 betreffend Urkundenfäl-
schung um Anklage Ziff. II zu ergänzen.

3. Ziff. 7 sei aufzuheben.
Ev. sei die Beschuldigte im Falle der Schuldigsprechung in Abände-
rung der Ziff. 7 zu verpflichten, maximal Fr. 211'727.65 als Ersatzforde-
rung an den Staat abzuliefern.

4. Auf die Zivilforderungen der Privatkläger sei in Abänderung der Ziff. 8 
und 9 nicht einzutreten; im Falle des Eintretens seien sie abzuweisen, 
subev. seien sie in Bestätigung der Ziff. 8 und 9 auf den Zivilweg zu 
verweisen.

5. Ziff. 10 sei aufzuheben, im Eventualfall gemäss Ziff. 3 vorstehend seien 
in Abänderung von Ziff. 10 nur so viele Vermögenswerte einzuziehen 
und zu verwenden wie nötig.

6. Die Entscheidgebühr sei in Abänderung der Ziff. 13 neu festzusetzen, 
und die vorinstanzlichen Kosten- Entschädigungsfolgen seien in Abän-
derung der Ziff. 14 ausgangsgemäss neu zu verteilen.

7. Es sei der Beschuldigten in Abänderung der Ziff. 15 die volle Prozes-
sentschädigung für die Verteidigung sowie eine angemessene persönli-
che Umtriebsentschädigung und Genugtuung für die unrechtmässige 
und ungerechtfertigte Haft, die weiteren unrechtmässigen und unge-
rechtfertigten Zwangsmassnahmen und die Untersuchung zuzuspre-
chen.

8. Der Privatklägerin 1 sei in Abänderung der Ziff. 16 keine Prozessent-
schädigung zuzusprechen.

9. Das Urteil sei in Abänderung der Ziff. 17 weder im Dispositiv noch be-
gründet gegenüber der Privatklägerin 1 hinsichtlich der sie nicht betref-
fenden Anklagepunkte (alles ausser Anklagepunkt VII) und dem Privat-
kläger 2 hinsichtlich der ihn nicht betreffenden Anklagepunkte (alle aus-
ser Anklagepunkt I) sowie gegenüber E._____ Rechtsanwälte (Vertre-
ter von F._____), G._____, H._____ und dem Bundesamt für Justiz, 
MROS, zu eröffnen.

10. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Staates 
und/oder der Privatkläger 1 und 2."

ergänzende Anträge:
(Urk. 357 S. 1; Urk. 332 S. 1 f.) 

" Zu Ziff. 2:
Die Beschuldigte sei von den irrtümlich im Dispositiv der Vorinstanz unter 
Ziffer 2 vergessen gegangenen Vorwürfen freizusprechen, ev. sei die Sa-
che an die VI zur Korrektur zurückzuweisen, nämlich: 

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– betr. Urkundenfälschung zu Anklage Ziff. II und
– betr. Urkundenfälschung zu Anklage Ziff. IV betreffend SVA-Abrech-

nungen.

Zu Ziff. 11:
Die irrtümlich von der VI mit dem Dispositiv nicht freigegebenen Konti 14 
der I._____ AG bei der Raiffeisenbank D._____ und 15 bei der Postfinance 
J._____, lautend auf A._____ seien freizugeben.

Neue Anträge aufgrund des Verfahrensverlaufs:
1. Auf die Anklage betreffend Erschleichen einer falschen Beurkundung 

(Ziff. III) sei infolge abgeurteilter Sache nicht einzutreten.
2. Es sei die Verletzung des Beschleunigungsgebots und das Ausmass 

der Berücksichtigung im Urteil festzustellen, das Verfahren sei zufolge 
massiver Verletzung des Beschleunigungsgebots iSv Art. 5 StPO ein-
zustellen, evtl. sei auf eine Strafe zu verzichten, subeventuell sei die 
Strafe iSv Art. 48 lit. e StGB zu mildern, je unter kumulativer Ausrich-
tung einer finanziellen Entschädigung und Kostenübernahme durch 
den Staat.

3. Ev. sei das Verfahren zur Vereinigung mit dem Verfahren G-2/2010/ 
1185 gegen F._____ an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen."

ab) Anträge aktuelles Berufungsverfahren (SB220392):
(Urk. 451 S. 2 ff.) 

" I. Prozessuale Anträge:

1. Der Staatsanwaltschaft sei die Legitimation zur Anschlussberufung ab-
zusprechen und es sei auf ihre Anschlussberufung nicht einzutreten.

2. Es sei festzustellen, dass
das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 23. Oktober 2013 
(DG130022) betreffend

Ziff. 2 (Freisprüche), Ziff. 6, Ziff. 7 im Umfang von Fr. 211'727.65, 
nämlich betreffend Fr. 126'327.65 (Provision K._____) und EUR 
70'000.– (Anteilszahlung L._____ an Beschuldigte à Fr. 1.22), 
Ziff. 11 und Ziff. 12 sowie

der Beschluss und
das Urteil der II. Strafkammer des Obergerichts vom 4. September 
2020 (SB130552) betreffend Ziff. 2 (Freispruch)
nicht angefochten wurden und in Rechtskraft erwachsen sind.

3. Es sei festzustellen, dass die Freisprüche vom Vorwurf der mehrfachen 
Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB durch das Aus-
füllen von SVA-Anmeldeformularen (Anklageziffern IV.A. und IV.B.) 

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durch die Vorinstanzen irrtümlich bzw. zu Unrecht nicht ins Dispositiv 
aufgenommen wurden. 

II. Einstellung des Verfahrens:

Es sei das Verfahren zufolge krasser Verletzung des Beschleunigungsge-
bots iSv Art. 6 Ziff. 1 EMRK und Art. 29 BV einzustellen, unter Regelung 
der Nebenfolgen gemäss Ziff. III.2. bis Ziff. V. nachstehend.

III. Materielle Anträge / Abänderungen:

1. Im Falle der Nichteinstellung sei das angefochtene Urteil des Bezirks-
gerichts Bülach vom 23. Oktober 2013 (DG130022) bezüglich der an-
gefochtenen Ziffern und Punkte aufzuheben,
und die Beschuldigte sei, in Abänderung der Ziff. 1, von sämtlichen 
Vorwürfen, inklusive mehrfache Urkundenfälschungen durch das Aus-
füllen von SVA-Anmeldeformularen (Anklageziffern IV.A. und IV.B.), 
freizusprechen,
im Falle einer Verurteilung sei, in Abänderung der Ziff. 3 bis 5 des Ur-
teils des Bezirksgerichts Bülach, iSv Art. 6 Ziff. 1 EMRK und Art. 29 BV 
und bezüglich Anklageziffer III. (Erschleichen einer Falschbeurkun-
dung) zudem iSv Art. 52 StGB auf eine Bestrafung zu verzichten,
evtl. sei die Strafe iSv Art. 6 Ziff. 1 EMRK und Art. 29 BV iVm Art. 48 
lit. e StGB zu mildern, unter Anrechnung der ausgestandenen Haft iSv 
Art. 51 StGB.

2. Ziff. 7 des Urteils des BG Bülach (bzw. Ziff. 5 des Urteils der II. SK des 
OG Zürich vom 4. September 2020) sei im Umfang von Fr. 53'408.70 
(= Fr. 265'136.35 minus Fr. Fr. 211'727.65; das sind EUR 70'000.– 
[à Fr. 1.22, Anteilszahlung L._____ an die Beschuldigte] plus 
Fr. 126'327.65 [Provision K._____]) aufzuheben,
und es sei festzustellen, dass die seit 23. Oktober 2013 rechtskräftige 
Ersatzforderung gegen die Beklagte in der Höhe von Fr. 211'727.65, 
das sind EUR 70'000.– (à Fr. 1.22, Anteilszahlung L._____ an die Be-
schuldigte) plus Fr. 126'327.65 (Provision K._____) inzwischen verjährt 
bzw. nicht mehr geschuldet ist.

3. Die Zivilforderung der Privatklägerin 1 (und des Privatklägers 2) sei im 
Sinne des Urteils 6B_1362/2020 des Bundesgerichts vom 20. Juni 
2022 in Bestätigung der Ziff. 8 (und 9) des Urteils des BG Bülach bzw. 
der Ziff. 6 (und 7) des Urteils der II. SK des OG Zürich vom 4. Septem-
ber 2020 auf den Zivilweg zu verweisen.

4. Ziff. 10 des Urteils des BG Bülach bzw. Ziff. 8 und 9 des Urteils der 
II. SK des OG Zürich vom 4. September 2020 seien im Sinne des Ur-
teils 6B_1362/2020 des Bundesgerichts vom 20. Juni 2022 aufzuhe-
ben, und von einer Einziehung bzw. Verwendung von beschlagnahm-

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ten Vermögenswerten der Beschuldigten sei abzusehen, und die Ver-
mögenswerte seien vollständig an die Beschuldigte freizugeben. 

5. Die Kosten für das ganze Verfahren, inklusive weitere Auslagen, Ge-
bühr für die Strafuntersuchung, Auslagen Vorverfahren, Kosten KAPO 
und Gerichtsgebühr sowie Kosten der amtlichen Verteidigung gemäss 
Ziff. 13 des Urteils des BG Bülach bzw. weitere Kosten und Kosten der 
amtlichen Verteidigung gemäss Ziff. 15 des Urteils der II. SK des OG 
Zürich vom 4. September 2020 seien in Abänderung der Ziff. 14 des 
Urteils des BG Bülach bzw. der Ziff. 13 und 16 des Urteils der II. SK 
des OG Zürich vom 4. September 2020 auf die Staatskasse zu neh-
men und/oder solidarisch, evtl. anteilsmässig den Privatklägern aufzu-
erlegen resp. ausgangsgemäss neu zu verteilen. 

6. Es sei eine gemäss Urteil 6B_1362/2020 des Bundesgerichts vom 
20. Juni 2022 massive, inzwischen krasse Verletzung des Beschleuni-
gungsgebots durch die über 15-jährige Verfahrensdauer festzustellen, 
namentlich durch

a) die rechtswidrige Verweigerung der Befragung des Zeugen F._____ 
(insbesondere zur verbotenen Beweiserhebungsmethode) durch die 
III. Strafkammer des OG Zürich und durch das Bezirksgericht Bülach 
im Jahr 2013,

b) die rechtswidrige Verweigerung der Würdigung der heimlich aufge-
nommen Gespräche mit F._____ vom 25. September und vom 
3. November 2012 sowie vom 22. November 2013,

c) die unnötige Sistierung des Verfahrens mit Beschluss der II. SK des 
OGZ vom 29. November 2014 und Wiederaufnahme erst wieder am 
4. September 2020,

d) die durch das grösstenteils willkürliche Urteil der II. SK des OGZ 
vom 4. September 2020 verursachten weiteren Verzögerungen auf-
grund des fast zweijährigen Verfahrens vor Bundesgericht bis 
20. Juni 2022 und 

e) die anschliessende Passivität der bisherigen Vertreter der II. SK, na-
mentlich hinsichtlich der vom Bundesgericht angeordneten Freigabe 
von beschlagnahmtem Vermögen, bis zu deren Ausstand, 

f) schliesslich die zu lange Dauer seit dem Bundesgerichtsurteil bis 
zum folgenden Endurteil voraussichtlich erst im Jahr 2025.

7. Es sei der Beschuldigten in Abänderung der Ziff. 15 des Urteils des BG 
Bülach vom 23. Oktober 2013 bzw. der Ziff. 13 des Urteils der II. SK 
des OG Zürich vom 4. September 2020 zu bezahlen:

a) Die volle Entschädigung für die Ausübung ihrer Verfahrensrechte bis 
vor Erstinstanz, mindestens in der Höhe von Fr. 192'572.65 plus 
5.00% Zins seit 1.03.2012 (mittlerer Verfall), sowie

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die volle Entschädigung für die Ausübung ihrer Verfahrensrechte vor 
Zweitinstanz, mindestens in der Höhe von Fr. 12'931.40 plus 5.00% 
Zins seit 1.01.2014 (mittlerer Verfall). 

b) Eine angemessene Entschädigung für wirtschaftliche Einbussen 
durch Verhinderung der Wiederaufnahme bzw. Ruinierung ihrer 
selbständigen Tätigkeit als Treuhänderin zufolge des über 15-jähri-
gen Strafverfahrens und der ungerechtfertigten Zwangsmassnah-
men, namentlich der Sperrung ihres ganzen Barvermögens von 
mehreren hunderttausend Franken, und der sich daraus ergebenden 
gesundheitlichen Schädigung bzw. ausbleibenden Genesung sowie 
der Rufschädigung der Beschuldigten und die unnötige Rufschädi-
gung und Ruinierung der M._____ AG in N._____. 

c) Eine angemessene Genugtuung für

aa) die aufgrund eines unwahren Gesuchs der Staatsanwaltschaft 
ungerechtfertigt ergebnislose monatelange Telefon- und 
E-Mailüberwachung,

ab) die ungerechtfertigte, erniedrigende und traumatisierende Ver-
haftung auf offener Strasse mit Prangerwirkung auf dem 100 m 
weiten Weg zum Polizeiauto in Handschellen sowie die unge-
rechtfertigte, traumatisierende Verhaftung vor ihrer neuen 
Wohnung,

ac) die zwei rechtswidrigen bzw. ungerechtfertigten, traumatisie-
renden Hausdurchsuchungen in den Wohnungen der Beschul-
digten in O._____ und die rechtswidrige bzw. ungerechtfertigte 
ruf- und geschäftsschädigende Hausdurchsuchung am Arbeits-
ort der Beschuldigten bei der M._____ AG in N._____, 

ad) die für die psychisch und physisch gesundheitlich angeschla-
gene Beschuldigte rechtswidrige bzw. ungerechtfertigte und 
traumatisierende zweimalige Untersuchungshaft von 37 und 
57 Tagen, 

ae) die rechtswidrige bzw. ungerechtfertigte Beschlagnahme des 
gesamten Vermögens der Beschuldigten und die rechtswidrige 
bzw. ungerechtfertigte traumatisierende Haltung auf dem Exis-
tenzminimum während über 3 Jahren und die anschliessende 
rechtswidrige Verweigerung der Auszahlung des Existenzmini-
mums aus ihrem eigenen Vermögen während 8 Jahren,

af) die weiteren rechtswidrigen bzw. ungerechtfertigten Zwangs-
massnahmen und die rechtswidrigen bzw. ungerechtfertigten 
Untersuchungshandlungen der Staatsanwaltschaft gegen die 
Beschuldigte, namentlich die unzulässige Beeinflussung des 
Zeugen F._____ zum Schaden der Beschuldigten, 

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ag) die ungerechtfertigte, ruf- bzw. geschäftsschädigende Einho-
lung von Auskünften über die Beschuldigte bei den Banken, 
den Mitarbeitern, den Geschäftspartnern, den Vermietern, den 
Bekannten etc.,

ah) die rechtswidrigen Geheimnisverletzungen gegenüber Bekann-
ten, die ungerechtfertigten und ruf- bzw. geschäftsschädigen-
den Einvernahmen von Geschäftspartnern und Mitarbeitern, 

ai) die über 15-jährige, das Beschleunigungsgebot krass verlet-
zende Verfahrensdauer mit übermässig starker Belastung der 
Beschuldigten,

aj) die mehrfachen schweren Persönlichkeitsverletzungen mit den 
haltlosen Vorverurteilungen und Herabsetzungen der Beschul-
digten durch die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl im Gesuch um 
Telefonüberwachung vom 5. März 2010 u.a.

(1) mit dem unwahren Vorwurf, es sei erstellt, dass die Be-
schuldigte jahrelang bandenmässig Drogenhandel betrie-
ben habe, obschon die Untersuchung später eingestellt 
wurde sowie

(2) als mehrfach vorbestrafte Betrügerin, obschon die Be-
schuldigte keine Vorstrafen hat; 

ak) die mehrfachen schweren Persönlichkeitsverletzungen mit den 
haltlosen Beschuldigungen, Diffamierungen bzw. Herabsetzun-
gen der Beschuldigten durch die Unterstellung folgender De-
likte durch die II. SK des OGZ (vormalige Besetzung) mit Urteil 
vom 4. September 2020:
(1) Qualifizierter Drogenhandel ("Zentrum des Drogenhan-

delsrings") trotz Einstellung im Jahr 2013, ohne Anklage 
und gegen die Beweislage,

(2) Unterdrückung von Urkunden (zur Beteiligung am Dro-
genhandel) trotz rechtskräftigen Freispruchs im Jahr 
2013, 

(3) Geldwäscherei durch Gründung von Scheinfirmen und 
Entgegennahme, Verwaltung sowie Transfer von Drogen-
geld, ohne Anklage und gegen die Beweislage,

(4) Fälschung des GV-Protokolls der I._____ AG (zur Abwahl 
von F._____) ohne Anklage und ohne Beweise,

(5) Fälschung der Anmeldung an das Handelsregisteramt auf 
der Grundlage von 4) ohne Anklage und ohne Beweise,

(6) Fälschung von Jahresrechnungen über Jahre hinweg 
ohne entsprechende Anklage und Beweise,

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(7) Fälschung der Krankmeldung zuhanden der Krankentag-
geldversicherung ohne Anklage und gegen die Beweis-
lage

und die Unterstellung weiterer haltloser, schwer persönlich-
keitsverletzender Diffamierungen als hinterhältige quasi Betrü-
gerin, perfide Egoistin, Lügnerin zur Täuschung der Ärzte, 
skrupellose Missachterin der Rechtsordnung etc.

8. In Abänderung der Ziff. 16 des Urteils des BG Bülach und Ziff. 14 
und 17 des Urteils der II. SK des OG Zürich vom 4. September 2020 
sei der Privatklägerin 1 keine Parteientschädigung zuzusprechen, es 
seien die Privatklägerin 1 und der Privatkläger 2 zu verpflichten, der 
Beschuldigten für das erst- und für das zweitinstanzliche Verfahren je 
eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, bezüglich Pri-
vatklägerin 1 mindestens in der Höhe von Fr. 38'000.– (inkl. MWST) für 
das erstinstanzliche Verfahren und Fr. 16'000.– (inkl. MWST) für das 
zweitinstanzliche Verfahren, evtl. seien ihnen die Verfahrenskosten in-
klusive Kosten der amtlichen Verteidigung im entsprechenden Umfang 
aufzuerlegen.

IV. Entschädigung amtliche Verteidigung:

Es sei festzustellen, dass für die Aufwände der amtlichen Verteidigung bis 
und mit 4. September 2020 bislang kein Beschluss über die Entschädigung 
gefasst wurde, und dem amtlichen Verteidiger sei der ganze Aufwand für 
das Berufungsverfahren bis dahin in der Höhe von Fr. 43'917.95 (inkl. Spe-
sen und MWST) zu vergüten. 

V. Kosten und Entschädigung:

Alles unter solidarischer Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) 
zulasten des Staates und/der der Privatkläger 1 und/oder 2."

ergänzende Anträge:
(Urk. 464 S. 1 S. 3 ff.) 

" An den Berufungsanträgen vom 30. August 2024 wird festgehalten, wobei 
Ziff. I.1. nach Rückzug der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft hin-
fällig geworden ist.

III. Materielle Anträge / Abänderungen

[…] 

7. […]

a) […]

b) Eine angemessene Entschädigung für wirtschaftliche Einbussen 
durch Verhinderung der Wiederaufnahme bzw. Ruinierung ihrer 

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selbständigen Tätigkeit als Treuhänderin zufolge des über 15-jähri-
gen Strafverfahrens und der ungerechtfertigten Zwangsmassnah-
men, namentlich der Sperrung ihres ganzen Barvermögens von 
mehreren hunderttausend Franken, und der sich daraus ergebenden 
gesundheitlichen Schädigung bzw. ausbleibenden Genesung sowie 
der Rufschädigung der Beschuldigten und die unnötige Rufschädi-
gung und Ruinierung der M.______ AG in N._____ zzgl. 5.00% Zins 
seit 30.09.2022 (mittlerer Verfall) für den Verdienstausfall als selb-
ständige Treuhänderin und seit 01.01.2021 (mittlerer Verfall) für den 
Verdienstausfall als Geschäftsführerin und Verwaltungsrätin der 
M.______ AG P._____ und seit 03.06.2011 für den Betrag von 
CHF 1'350.00. 

c) Eine angemessene Genugtuung für

aa) die aufgrund eines unwahren Gesuchs der Staatsanwaltschaft 
ungerechtfertigt ergebnislose monatelange Telefon- und 
E-Mailüberwachung, zzgl. 5.00% Zins seit 30.06.2010,

ab) die ungerechtfertigte, erniedrigende und traumatisierende Ver-
haftung auf offener Strasse mit Prangerwirkung auf dem 100 m 
weiten Weg zum Polizeiauto in Handschellen sowie die unge-
rechtfertigte, traumatisierende Verhaftung vor ihrer neuen 
Wohnung, zzgl. 5.00% Zins seit 30.06.2010,

ac) die zwei rechtswidrigen bzw. ungerechtfertigten, traumatisie-
renden Hausdurchsuchungen in den Wohnungen der Beschul-
digten in P._____ und die rechtswidrige bzw. ungerechtfertigte 
ruf- und geschäftsschädigende Hausdurchsuchung am Arbeits-
ort der Beschuldigten bei der M._____ AG in N._____, zzgl. 
5.00% Zins seit 30.06.2010,

ad) die für die psychisch und physisch gesundheitlich angeschla-
gene Beschuldigte rechtswidrige bzw. ungerechtfertigte und 
traumatisierende zweimalige Untersuchungshaft von 37 und 
57 Tagen, zzgl. 5.00% Zins seit 30.06.2010 evtl. seit mittlerem 
Verfall (30.08.2010),

ae) die rechtswidrige bzw. ungerechtfertigte Beschlagnahme des 
gesamten Vermögens der Beschuldigten und die rechtswidrige 
bzw. ungerechtfertigte traumatisierende Haltung auf dem Exis-
tenzminimum während über 3 Jahren und die anschliessende 
rechtswidrige Verweigerung der Auszahlung des Existenzmini-
mums aus ihrem eigenen Vermögen während 8 Jahren, zzgl. 
5.00% Zins seit 30.06.2010,

af) die weiteren rechtswidrigen bzw. ungerechtfertigten Zwangs-
massnahmen und die rechtswidrigen bzw. ungerechtfertigten 
Untersuchungshandlungen der Staatsanwaltschaft gegen die 
Beschuldigte, namentlich die unzulässige Beeinflussung des 

- 15 -

Zeugen F._____ zum Schaden der Beschuldigten, zzgl. 5.00% 
Zins seit 19.11.2011,

ag) die ungerechtfertigte, ruf- bzw. geschäftsschädigende Einho-
lung von Auskünften über die Beschuldigte bei den Banken, 
den Mitarbeitern, den Geschäftspartnern, den Vermietern, den 
Bekannten etc., zzgl. 5.00% Zins seit 30.06.2010,

ah) die rechtswidrigen Geheimnisverletzungen gegenüber Bekann-
ten, die ungerechtfertigten und ruf- bzw. geschäftsschädigen-
den Einvernahmen von Geschäftspartnern und Mitarbeitern, 
zzgl. 5.00% Zins seit 30.06.2010,

ai) die über 15-jährige, das Beschleunigungsgebot krass verlet-
zende Verfahrensdauer mit übermässig starker Belastung der 
Beschuldigten, zzgl. 5.00% Zins ab Rückweisungsurteil des 
OGZ,

aj) die mehrfachen schweren Persönlichkeitsverletzungen mit den 
haltlosen Vorverurteilungen und Herabsetzungen der Beschul-
digten durch die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl im Gesuch um 
Telefonüberwachung vom 5. März 2010 u.a., je zzgl. 5.00% 
Zins seit 05.03.2010,

(1) mit dem unwahren Vorwurf, es sei erstellt, dass die Be-
schuldigte jahrelang bandenmässig Drogenhandel betrie-
ben habe, obschon die Untersuchung später eingestellt 
wurde sowie

(2) als mehrfach vorbestrafte Betrügerin, obschon die Be-
schuldigte keine Vorstrafen hat; 

ak) die mehrfachen schweren Persönlichkeitsverletzungen mit den 
haltlosen Beschuldigungen, Diffamierungen bzw. Herabsetzun-
gen der Beschuldigten durch die Unterstellung folgender De-
likte durch die II. SK des OGZ (vormalige Besetzung) mit Urteil 
vom 4. September 2020, je zzgl. 5.00% Zins seit 04.09.2020:
(1) Qualifizierter Drogenhandel ("Zentrum des Drogenhan-

delsrings") trotz Einstellung im Jahr 2013, ohne Anklage 
und gegen die Beweislage,

(2) Unterdrückung von Urkunden (zur Beteiligung am Dro-
genhandel) trotz rechtskräftigen Freispruchs im Jahr 
2013, 

(3) Geldwäscherei durch Gründung von Scheinfirmen und 
Entgegennahme, Verwaltung sowie Transfer von Drogen-
geld, ohne Anklage und gegen die Beweislage,

(4) Fälschung des GV-Protokolls der I._____ AG (zur Abwahl 
von F._____) ohne Anklage und ohne Beweise,

- 16 -

(5) Fälschung der Anmeldung an das Handelsregisteramt auf 
der Grundlage von 4) ohne Anklage und ohne Beweise,

(6) Fälschung von Jahresrechnungen über Jahre hinweg 
ohne entsprechende Anklage und Beweise,

(7) Fälschung der Krankmeldung zuhanden der Krankentag-
geldversicherung ohne Anklage und gegen die Beweis-
lage

und die Unterstellung weiterer haltloser, schwer persönlich-
keitsverletzender Diffamierungen als hinterhältige quasi Betrü-
gerin, perfide Egoistin, Lügnerin zur Täuschung der Ärzte, 
skrupellose Missachterin der Rechtsordnung etc.

8. […]"

b) Der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl:
(Berufungsbeklagte und vormalige Anschlussberufungsklägerin)

ba) Anträge erstes Berufungsverfahren (SB130552):
(Urk. 360 S. 1 f.) 

" 1. Bestätigung der vorinstanzlichen Schuld- und Freisprüche gemäss Dis-
positiv Ziffern 1 und 2;

2. Bestrafung der Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren, 
unter Anrechnung der erstandenen Haft, sowie einer Geldstrafe von 
100 Tagessätzen zu Fr. 30.– (Dispositiv Ziffer 3);

3. Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe (Dispositiv Ziffern 4 
und 5),

4. Bestätigung der vorinstanzlichen Entscheide gemäss Dispositiv Zif-
fern 6 und 7;

5. Entscheid über die Zivilforderungen der Privatkläger 1 und 2 gemäss 
Dispositiv Ziffern 8 und 9;

6. Im übrigen Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils gemäss Dispositiv 
Ziffern 10 bis 18."

bb) Anträge aktuelles Berufungsverfahren (SB220392):
(Urk. 455 S. 1) 

Vormerknahme des Rückzugs der Anschlussberufung der Staatsanwalt-
schaft.

Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils vom 23. Oktober 2013, soweit dies 
unter Berücksichtigung des Urteils des Bundesgerichts vom 20. Juni 2016 
[sic] noch möglich ist. 

- 17 -

Überlassung des Entscheids über die weiteren Anträge der Verteidigung 
dem Ermessen des Gerichts.

c) Der erbetenen Vertretung der Privatklägerin 1 B._____ Gesundheits-
versicherung:
(vormalige Anschlussberufungsklägerin)

ca) Anträge erstes Berufungsverfahren (SB130552):
(Urk. 324 S. 1 f.) 

" Zur Berufung der Beschuldigten
1. Soweit die Privatklägerin 1 betreffend, sei die Berufung der Beschuldig-

ten abzuweisen und die Beschuldigte sei des Betrugs zum Nachteil der 
Privatklägerin 1 zu verurteilen und hierfür angemessen zu bestrafen.

Zur Anschlussberufung der Privatklägerin 1
2. Die Zivilklage sei gutzuheissen und die Beschuldigte zu verurteilen, der 

Privatklägerin 1 einen Betrag von Fr. 55'383.05 zzgl. Zins zu 5 % seit 
dem 1. Februar 2012 zu bezahlen.

3. Die Beschuldigte sei zu verurteilen, der Privatklägerin 1 für das erstin-
stanzliche Verfahren eine Parteientschädigung nach Art  433 Abs. 1 
StPO in der Höhe von Fr. 42'836.30 (inkl. MWST) zu bezahlen.

4. Das auf folgenden Konti/Depots beschlagnahmte Vermögen der Be-
schuldigten sei auch zur Deckung der beantragten Parteientschädi-
gung der Privatklägerin 1 für das erstinstanzliche Verfahren zu verwen-
den:
– UBS: 4, 1, 2 und 3
– Raiffeisen D._____: 16 (bisher 17 und 6).
Die bettreffende Bank sei anzuweisen, nach Eintritt der Rechtskraft ei-
nen Betrag von Fr. 42'836.30 auf das Klientengelderkonto IBAN CH 18, 
lautend auf die III Q._____ ag, zu überweisen.

5. Die Kosten für das Berufungsverfahren seien vollumfänglich der Be-
schuldigten aufzuerlegen.

6. Die Beschuldigte sei zu verurteilen, der Privatklägerin 1 für das Beru-
fungsverfahren eine Parteientschädigung nach Art. 436 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 433 Abs. 1 StPO in der Höhe der noch einzureichenden Kosten-
note zu bezahlen.

7. Das auf folgenden Konti/Depots beschlagnahmte Vermögen der Be-
schuldigten sei auch zur Deckung der beantragten Parteientschädi-
gung der Privatklägerin 1 für das Berufungsverfahren zu verwenden:
– UBS: 4, 1, 2 und 3
– Raiffeisen D._____: 16 (bisher 16 und 6).

- 18 -

Die bettreffende Bank sei anzuweisen, nach Eintritt der Rechtskraft ei-
nen entsprechenden Betrag auf das Klientengelderkonto IBAN CH 18, 
lautend auf die III Q._____ ag, zu überweisen."

cb) Anträge aktuelles Berufungsverfahren (SB220392):
(Urk. 459 S. 1) 

" 1. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die B._____ Gesundheitsversi-
cherung die Anschlussberufung vom 12.02.20214, sofern und soweit 
nicht bereits rechtskräftig beurteilt, zurückzieht;

2. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die B._____ Gesundheitsversi-
cherung keine Bestätigung des Schuldspruchs wegen Betrugs zu ihrem 
Nachteil verlangt.

3. Von der Zusprache einer Parteientschädigung der B._____ Gesund-
heitsversicherung an die Beschuldigte für das erst- und/oder oberin-
stanzlichen Verfahren sei abzusehen.

4. Von der Verurteilung der B._____ Gesundheitsversicherung zu Kosten 
im erst- und/oder oberinstanzlichen Verfahren sei abzusehen."

- 19 -

Erwägungen:

I. Verfahrensgang

1. Mit Urteil vom 4. September 2020 sprach das Obergericht des Kantons 

Zürich die Beschuldigte der qualifizierten Geldwäscherei (Anklageziffern I. bzw. 

IV. A, B und C), des Diebstahls (Anklageziffer I.), des Betrugs (Anklageziffer VII.), 

der mehrfachen Urkundenfälschung (Anklageziffer IV. A und B), der Erschlei-

chung einer falschen Beurkundung (Anklageziffer III.) sowie der Gehilfenschaft zu 

mehrfachem Steuerbetrug schuldig (Anklageziffer II.). Hinsichtlich des Vorwurfs 

der mehrfachen Urkundenfälschung in Anklageziffer II. erging ein Freispruch. 

Ebenso wurden die erstinstanzlichen Freisprüche betreffend die Vorwürfe der 

qualifizierten Geldwäscherei und der Urkundenfälschung in Anklageziffer VI. so-

wie der Unterdrückung von Urkunden in Anklageziffer V. bestätigt. Das Oberge-

richt bestrafte die Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren und einer 

bedingten Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu Fr. 100.–. Zudem wurde die von ihr 

an den Staat abzuliefernde Ersatzforderung auf Fr. 265'136.35 festgesetzt. Die 

adhäsionsweise geltend gemachten Zivilbegehren der Privatklägerschaft wurden 

auf den Klageweg (Privatklägerin 1 [B._____ Gesundheitsversicherung, vormals 

B._____ Krankenkasse]) resp. auf den Zivilweg (Privatkläger 2 [C._____]) verwie-

sen. Des Weiteren legte das Obergericht fest, dass die auf den sichergestellten 

Bankkonti/Wertschriftendepots der Beschuldigten lagernden Vermögenswerte zur 

Deckung der Ersatzforderung und der Verfahrenskosten beider Instanzen (inkl. 

Honorar amtliche Verteidigung) zu verwenden sind. Ferner wurde die Anordnung 

getroffen, die sich bei den Akten befindlichen Buchhaltungsunterlagen nach Ein-

tritt der Rechtskraft der Beschuldigten herauszugeben und die von der Verteidi-

gung eingereichten Audiodateien samt Abschriften bis zum Abschluss des Verfah-

rens unter Verschluss zu halten und danach zu vernichten. Schliesslich übernahm 

das Obergericht die erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsregelung, mit 

Ausnahme der von der Beschuldigten an die Privatklägerin 1 zu zahlende Partei-

entschädigung, die von Fr. 20'000.– auf Fr. 38'000.– erhöht wurde. Die Kosten 

des Berufungsprozesses auferlegte das Obergericht vollumfänglich der Beschul-

digten, wobei es mit Bezug auf die Kosten der amtlichen Verteidigung den Vorbe-

- 20 -

halt der vollständigen Rückzahlungspflicht anbrachte. Daneben wurde die Be-

schuldigte verpflichtet, der Privatklägerin 1 für das zweitinstanzliche Verfahren 

eine zusätzliche Parteientschädigung von Fr. 1'600.– zu leisten (zum Ganzen: 

Urk. 366). 

2. Am 20. Juni 2022 hiess das Bundesgericht eine von der Beschuldigten er-

hobene Beschwerde in Strafsachen teilweise gut, hob den Entscheid vom 4. Sep-

tember 2020 auf und wies die Sache zur Neubeurteilung an das Obergericht zu-

rück (Urk. 391), worauf am 28. Juli 2022 bei der erkennenden Kammer das vorlie-

gende Verfahren angelegt wurde.

3.1. Gestützt auf die bundesgerichtlichen Erwägungen im vorgenannten Rück-

weisungsentscheid, gemäss denen das Obergericht u.a. angewiesen wurde, zeit-

nah über den Umfang der Vermögensbeschlagnahme für die Dauer des zweiten 

Berufungsprozesses zu entscheiden, setzte die Verfahrensleitung mit Präsidial-

verfügung vom 24. August 2022 den Parteien Frist an, um sich zu dieser Frage zu 

äussern (Urk. 401). Nachdem die Verteidigung fristgerecht davon Gebrauch ge-

macht hatte (Urk. 404), während die übrigen Verfahrensbeteiligten entweder aus-

drücklich auf eine Stellungnahme verzichtet hatten oder sich nicht hatten verneh-

men lassen (Urk. 403; Urk. 406), wurden die bestehenden Kontosperren mit Be-

schluss vom 29. September 2022 im den Betrag von Fr. 400'000.– übersteigen-

den Umfang aufgehoben und die entsprechenden Vermögenswerte wieder an die 

Beschuldigte freigegeben (Urk. 410). 

3.2. Ferner hiess die I. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich am 

13. Dezember 2022 das von der Beschuldigten im Nachgang zum bundesgericht-

lichen Rückweisungsentscheid gestellte Ausstandsgesuch gegen den Spruchkör-

per des aufgehobenen obergerichtlichen Urteils vom 4. September 2020 gut (vgl. 

Urk. 418). Daraufhin wurde am 14. Juli 2023 mit geänderter Gerichtsbesetzung 

beschlossen, dass die ursprünglich von der Verteidigung eingereichten Audioda-

teien samt Abschriften wieder uneingeschränkt zu den Akten genommen werden. 

Sodann wurden zwecks Vervollständigung der Prozessunterlagen Akten aus an-

deren, mit der vorliegenden Strafsache zusammenhängenden Verfahren beigezo-

- 21 -

gen und es wurde im Sinne einer Beweisergänzung die Zeugeneinvernahme von 

F._____ angeordnet (Urk. 419).

3.3. Am 19. April 2024 wurde die Beweisverhandlung durchgeführt, in der 

F._____ als Zeuge einvernommen wurde (Prot. II S. 10 ff.). Mit Eingabe vom 

27. Mai 2024 stellte die Verteidigung diesbezüglich ein Protokollberichtigungsbe-

gehren (Urk. 439), dem stattgegeben wurde (Urk. 441; vgl. auch Prot. II S. 51 ff.). 

Zudem erging mit Beschluss vom 19. Juni 2024 infolge verspäteter Berufungsan-

meldung hinsichtlich der ursprünglich angehobenen Zweitberufung des Privatklä-

gers 2 ein Nichteintreten (Urk. 443). 

3.4. Bereits anlässlich der Verhandlung vom 19. April 2024 hatten die Be-

schuldigtenseite und der Vertreter der Staatsanwaltschaft zugestimmt, dass das 

Berufungsverfahren schriftlich fortgesetzt werde (Prot. II S. 89). Dem schloss sich 

die Vertretung der Privatklägerin 1 am 22. April 2024 an (Urk. 431). Schliesslich 

war dem Privatkläger 2 mit Verfügung vom 7. Mai 2024 Frist zur Erklärung ange-

setzt worden, ob er ebenfalls mit der schriftlichen Weiterführung des Appellations-

prozesses einverstanden sei, wobei ihm ausdrücklich angedroht worden war, 

dass bei Säumnis angenommen würde, er opponiere nicht dagegen (Urk. 432). 

Hierzu liess sich der Privatkläger 2 nicht vernehmen, worauf am 19. Juni 2024 

präsidialiter die schriftliche Fortsetzung des Berufungsverfahrens verfügt wurde 

(Urk. 445). 

3.5. In der Folge erstattete die Beschuldigte mit Eingabe vom 30. August 2024 

die Begründung ihrer Berufung (Urk. 451). Mit Präsidialverfügung vom 12. Sep-

tember 2024 wurde der Staatsanwaltschaft und der Privatklägerin 1 Frist zur 

schriftlichen Stellung der Berufungsanträge und zur Berufungsantwort angesetzt 

(Urk. 453). Daraufhin zog am 19. September 2024 die Staatsanwaltschaft ihre An-

schlussberufung zurück und verzichtete auf weitere Stellungnahme (Urk. 455). 

Ebenso erklärte am 18. November 2024 die Privatklägerin 1 den Rückzug ihrer 

Anschlussberufung (Urk. 459). Am 26. November 2024 reichte der neu einge-

setzte Rechtsvertreter des Privatklägers 2 seine Mandatsanzeige ein und er-

suchte um Akteneinsicht (Urk. 460). Gemäss Beschluss vom 27. November 2024 

wurde vom Rückzug der staatsanwaltschaftlichen und privatklägerischen An-

- 22 -

schlussappellationen Vormerk genommen und der Beschuldigten Frist zur absch-

liessenden Stellungnahme angesetzt (Urk. 462). Diese erging am 18. Dezember 

2024 (Urk. 464). Mit Verfügung vom 7. Januar 2025 wurde der betreffende Schrift-

satz der Verteidigung den anderen Verfahrensbeteiligten zugestellt (Urk. 466). 

Daraufhin teilte die Staatsanwalt unaufgefordert mit, dass sie erneut auf Ver-

nehmlassung verzichte (Urk. 468).

3.6. In der Folge gelangte die Verteidigung mit Eingabe vom 16. Januar 2025 

erneut ans Gericht und beantragte, es sei dem vom Privatkläger 2 mandatierten 

Rechtsvertreter wegen möglicher Interessenkonflikte die Akteneinsicht zu verwei-

gern (Urk. 470). Am 21. Januar 2025 reichte die Verteidigung schliesslich ihre Ho-

norarnote ein (Urk. 472). Damit ist der Schriftenwechsel abgeschlossen.

II. Prozessuales

A. Anwendbares Recht

1. Hebt die Rechtsmittelinstanz einen Entscheid auf, nachdem in der Zwi-

schenzeit eine Total- oder Teilrevision der Verfahrensbestimmungen erfolgt ist, 

endet grundsätzlich die Anwendbarkeit des alten Rechts. Nach einer Rückwei-

sung des Bundesgerichts gelangt deshalb bei der Neubeurteilung des Falles 

durch die Berufungsinstanz das neue Recht zur Anwendung (Art. 453 Abs. 2 

StPO). Erging der kassatorische Bundesgerichtsentscheid hingegen vor der Revi-

sion des Strafprozessrechts, ist im neuen Berufungsverfahren weiterhin bisheri-

ges Recht anwendbar, selbst wenn der neue Berufungsentscheid anschliessend 

erst nach Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen gefällt wird (Urteile des Bun-

desgerichts 6B_330/2012 vom 14. Januar 2013 E. 1; 6B_425/20211 vom 10. April 

2012 E. 2.2). 

2. Der Rückweisungsentscheid des Bundesgerichts vom 20. Juni 2022 er-

ging unter der bis zum 31. Dezember 2023 geltenden Fassung der Strafprozess-

ordnung (StPO). Die zwischenzeitlich auf den 1. Januar 2024 in Kraft getretene 

StPO-Revision hat mithin grundsätzlich keine Auswirkungen auf den vorliegenden 

Entscheid. Vielmehr gelangt das frühere Verfahrensrecht zur Anwendung, wobei 

- 23 -

Verfahrenshandlungen, die unter früherem Recht, teilweise sogar noch unter der 

Herrschaft der kantonalzürcherischen Strafprozessbestimmungen (StPO ZH / 

GVG ZH) vorgenommen wurden (d.h. bis zum 31. Dezember 2010), ohnehin ihre 

Gültigkeit behalten (Art. 448 Abs. 2 StPO). 

B. Umfang der Berufung

1. Heisst das Bundesgericht eine Beschwerde gut und weist es die Angele-

genheit zur neuen Beurteilung an das Berufungsgericht zurück, darf sich dieses 

von Bundesrechts wegen nur noch mit denjenigen Punkten befassen, die das 

Bundesgericht kassierte. Die anderen Teile des Urteils haben Bestand und sind in 

das neue Urteil zu übernehmen. Irrelevant ist, dass das Bundesgericht mit seinem 

Rückweisungsentscheid formell in der Regel das ganze angefochtene Urteil auf-

hebt. Entscheidend ist nicht das Dispositiv, sondern die materielle Tragweite des 

bundesgerichtlichen Entscheids. Die neue Entscheidung der kantonalen Instanz 

ist somit auf diejenige Thematik beschränkt, die sich aus den bundesgerichtlichen 

Erwägungen als Gegenstand der neuen Beurteilung ergibt. Das Verfahren wird 

nur insoweit neu in Gang gesetzt, als es notwendig ist, um den verbindlichen Er-

wägungen des Bundesgerichts Rechnung zu tragen (BGE 143 IV 214 E. 5.2.1; 

vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 6B_186/2023 vom 17. April 2023 E. 1.2.1; 

6B_676/2022 vom 27. Dezember 2022 E. 1.3.1; 6B_1478/2021 vom 4. November 

2022 E. 1; 6B_1312/2021 vom 18. Mai 2022 E. 3.2 m.w.H.). Die übrigen Punkte 

sind rechtskräftig entschieden, auch wenn sie – der Vollständigkeit halber – im 

Dispositiv des neuen Urteils wiederholt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_280/2020 vom 17. Juni 2020 E. 1.2).

2.1.1. Ausgehend von den Schlussanträgen der Beschuldigten gelten in Bezug 

auf den erstinstanzlichen Entscheid die Dispositivziffer 2 betreffend Freispruch 

von den Vorwürfen der qualifizierten Geldwäscherei und der Urkundenfälschung 

in Anklageziffer VI. bzw. der Unterdrückung von Urkunden in Anklageziffer V. so-

wie die Dispositivziffer 11 betreffend Aufhebung der Kontosperre bei der Zürcher 

Kantonalbank bzw. der Postfinance und die Dispositivziffer 12 betreffend Verle-

gung der Aufbewahrungskosten für das beschlagnahmte Fahrzeug als unange-

fochten (Urk. 451 S. 8). In diesem Umfang ist daher auch im Rahmen des heuti-

- 24 -

gen Berufungsentscheids vorab mittels Beschluss festzuhalten, dass das Urteil 

der I. Abteilung des Bezirksgerichts Bülach vom 23. Oktober 2013 in Rechtskraft 

erwachsen ist. 

2.1.2. Nicht zu hören ist die Verteidigung hingegen, wenn sie geltend macht, die 

Bemessung der Ersatzforderung gemäss Dispositivziffer 7 des erstinstanzlichen 

Entscheids sei berufungshalber von Anfang an nur teilweise angefochten worden, 

weshalb bezüglich dieses Punkts die Feststellung der Rechtskraft der Ersatzfor-

derung im anerkannten Umfang (Fr. 126'327.65) nachzuholen sei (Urk. 451 S. 9, 

S. 47). So war die teilweise Anerkennung der Ersatzforderung in der Berufungser-

klärung noch explizit als Eventualantrag ("für den Fall der Schuldigsprechung") 

formuliert (Urk. 178 S. 3), woraus abgeleitet werden muss, dass im Hauptstand-

punkt die betreffende Dispositivziffer von der Beschuldigten eben doch vollum-

fänglich angefochten wurde. Darüber hinaus hängt die Entscheidung über die Er-

satzforderung massgeblich von der Beurteilung mehrerer Anklagepunkte ab, über 

die zum Teil noch nicht abschliessend befunden worden ist (Anklageziffern II. so-

wie IV. A, B und C). Angesichts dieses engen Sachzusammenhangs kann über 

Bestand und Höhe der Ersatzforderung nur als Ganzes entschieden werden. Eine 

lediglich partielle Feststellung der Rechtskraft, wie sie von der Verteidigung ver-

langt wird, ist demgegenüber nicht zulässig. 

2.2.1. Des Weiteren ist im aufgehobenen obergerichtlichen Entscheid vom 

4. September 2020 mit Bezug auf den Vorwurf der mehrfachen Urkundenfäl-

schung in Anklageziffer II. ein weiterer Freispruch ergangen (Urk. 366 S. 90 f.), 

gegen den von keiner Seite Beschwerde erhoben wurde. Damit gilt dieser Teilfrei-

spruch als abschliessend beurteilt, weshalb er unverändert ins Dispositiv des vor-

liegenden Entscheids zu übernehmen ist.

2.2.2. Ebenso unangefochten blieb ferner zum einen die im aufgehobenen Beru-

fungsentscheid bestätigte Verweisung der vom Privatkläger 2 (C._____) adhäsi-

onsweise geltend gemachten Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren auf den 

Zivilweg durch die Erstinstanz (Urk. 366 S. 124 f.). Dasselbe gilt zum anderen für 

die ebenfalls adhäsionsweise geltend gemachte Schadenersatzforderung der Pri-

vatklägerin 1 (B._____ Gesundheitsversicherung), hat es doch gemäss Bundes-

- 25 -

gericht bei der Verweisung des Begehrens auf den Zivilweg, wie dies im Disposi-

tiv des aufgehobenen Berufungsurteils letztlich festgehalten wurde, sein Bewen-

den (Urk. 391 S. 77 f. E. 21.1 ff.). Im Übrigen wird der Umstand, dass die Forde-

rung der Privatklägerin 1 abschliessend beurteilt ist, sowohl von der Verteidigung 

wie auch von Privatklägerseite akzeptiert (Urk. 464 S. 1; Urk. 459 S. 3). Infolge-

dessen ist auch die Regelung der Zivilbegehren der Privatkläger 1 und 2 so zu 

belassen und ins Dispositiv des vorliegenden Entscheids zu übernehmen.

2.3. Schliesslich hat das Bundesgericht die Beschwerde der Beschuldigten 

hinsichtlich der Vorwürfe der Gehilfenschaft zu mehrfachem Steuerbetrug in An-

klageziffer II. und der Erschleichung einer falschen Beurkundung in Anklagezif-

fer III. abgewiesen sowie festgehalten, dass die entsprechenden Schuldsprüche 

wegen Widerhandlung gegen Art. 186 Abs. 1 DBG bzw. § 261 Abs. 1 StG ZH in 

Verbindung mit Art. 25 StGB und wegen Verstosses gegen Art. 253 Abs. 1 StGB 

nicht bundesrechtswidrig sind (Urk. 391 S. 52 ff. E. 16.1 ff.; S. 57 ff. E. 17). Nach-

dem das Bundesgericht die von der Beschuldigten vorgebrachten Rügen in die-

sen beiden Anklagepunkten vollständig abgehandelt hat, besteht kein Raum für 

eine abweichende Beurteilung. Zudem blieb diesbezüglich auch eine von der Be-

schuldigten erhobene Revision gegen den bundesgerichtlichen Entscheid erfolg-

los (vgl. Urk. 409). Folgerichtig ist die Verurteilung wegen Gehilfenschaft zu mehr-

fachem Steuerbetrug sowie Erschleichung einer falschen Beurkundung auch im 

aktuellen Berufungsverfahren zu bestätigen. 

3.1. Zu prüfen verbleiben demnach die Vorwürfe des Diebstahls (resp. der quali-

fizierten Veruntreuung) und der qualifizierten Geldwäscherei in Anklageziffer I., 

der qualifizierten Geldwäscherei in Anklageziffer IV. A, B und C bzw. der mehrfa-

chen Urkundenfälschung in Anklageziffer IV. A und B sowie des Betrugs in Ankla-

geziffer VII. 

3.2. Dabei ist zu beachten, dass sich das Berufungsgericht angesichts der Rü-

ckweisung diesbezüglich nochmals mit der Beweislage befassen muss, sodass 

eine neue, abweichende Beweiswürdigung ebenso zulässig ist wie die Abnahme 

neuer Beweise, selbst wenn solche bereits in einem früheren Verfahrensstadium 

hätten erhoben werden können, soweit der entsprechende Sachverhalt mit einer 

- 26 -

Willkürrüge vor Bundesgericht noch angefochten werden kann und demnach noch 

nicht verbindlich feststeht (vgl. BGE 143 IV 214 E. 5.3.2 und E. 5.4). Dies bedeu-

tet, dass die Erstellung des Sachverhalts und die Beweiswürdigung in den noch 

offenen Anklagepunkten grundsätzlich von neuem vorzunehmen ist, wobei das 

Beweisergebnis vorliegend – insbesondere unter Einbezug der durchgeführten 

Beweisergänzung in Form der Zeugeneinvernahme von F._____ (s. dazu hinten 

Erw. II. D. 3.1. ff.) und unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus den Audioda-

teien samt Abschriften der aufgezeichneten Telefongespräche, die zwischen der 

Beschuldigten und F._____ geführt wurden (s. dazu hinten Erw. II. D. 1.) – einer 

erneuten rechtlichen Würdigung zu unterziehen ist. Aufgrund der Bindungswir-

kung bundesgerichtlicher Rückweisungsentscheide ist es indessen dem Beru-

fungsgericht abgesehen von allenfalls zulässigen Noven verwehrt, der Beurteilung 

des Rechtsstreits einen anderen als den bisherigen Sachverhalt zu unterstellen 

oder die Sache unter rechtlichen Gesichtspunkten zu prüfen, die im Rückwei-

sungsentscheid ausdrücklich abgelehnt oder überhaupt nicht in Erwägung gezo-

gen worden sind (BGE 143 IV 214 E. 5.3.3 m.w.H.; Urteile des Bundesgerichts 

7B_270/2022 vom 23. Oktober 2023 E. 2.2.3; 7B_241/2022 vom 20. September 

2023 E. 3.2 m.w.H.). 

C. Antrag auf Verfahrenseinstellung

1. Die Verteidigung moniert eine krasse Verletzung des strafprozessualen 

Beschleunigungsgebots und fordert gestützt darauf die Einstellung des Strafver-

fahrens (Urk. 451 S. 42 ff.). Das Bundesgericht hat konstatiert, dass das Strafver-

fahren bis zum erstinstanzlichen Urteil vom 23. Oktober 2013 ohne grössere Ver-

zögerungen vorangetrieben worden sei. Demgegenüber seien zwischen dem erst-

instanzlichen und dem inzwischen aufgehobenen zweitinstanzlichen Entscheid 

vom 4. September 2020 beinahe 7 Jahre verstrichen, was in erster Linie darauf 

zurückzuführen gewesen sei, dass das Obergericht beschlossen habe, den da-

mals hängigen Berufungsprozess bis zur rechtskräftigen Erledigung der Strafan-

zeigen der Beschuldigten gegen die untersuchungsführende Staatsanwältin 

lic. iur. R._____ zu sistieren. Die dadurch verursachte überlange Dauer des ers-

ten Berufungsverfahrens komme einer massiven Verfahrensverzögerung gleich. 

- 27 -

Nachdem aber immerhin das erstinstanzliche Urteil innert nützlicher Frist ergan-

gen sei, liege insgesamt doch keine derart krasse Verletzung des Beschleuni-

gungsgebots vor, die eine sofortige Verfahrenseinstellung rechtfertigen würde 

(Urk. 391 S. 10 ff. E. 3.4.1 f.). 

2. Zwar hat sich nunmehr auch der zweite Berufungsprozess über rund 

2 ½ Jahre hingezogen. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass diverse Verfah-

rensschritte unternommen werden mussten, welche die Prozessdauer ausdehn-

ten. Es musste zunächst über den von der Verteidigung verlangten Ausstand des 

Spruchkörpers des ersten Appellationsentscheids entschieden werden (Urk. 418). 

Anschliessend hatten diverse Beweismassnahmen zu erfolgen, wozu namentlich 

die nochmalige Einvernahme des Belastungszeugen F._____ zählt (Urk. 419; 

Prot. II S. 51 ff.). Schliesslich wurde mit ausdrücklichem Einverständnis aller Beru-

fungsparteien das schriftliche Verfahren angeordnet (Urk. 445), in dessen Verlauf 

eine weitere umfangreiche Rechtsschrift (vgl. dazu die 105-seitige Berufungsbe-

gründung der Beschuldigten [Urk. 451]) produziert wurde. Zwar ist die Zeitspanne 

zwischen dem Entscheid über das Ausstandsbegehren, der am 13. Dezember 

2022 erging, und dem Beschluss der erkennenden Kammer vom 14. Juli 2023, 

mit dem verschiedene Beweisanordnungen getroffen wurden, wie auch das an-

schliessende Abwarten des Verhandlungstermins vom 19. April 2024, bei dem 

F._____s Einvernahme stattfand, als überlang zu werten, ohne dass die Beschul-

digte dies zu vertreten hätte. Alles in allem hat das Verfahren gegen die Beschul-

digte demnach auch im zweiten Berufungsprozess einige Verzögerungen erlitten. 

Dabei konnten allerdings die durch die anhaltende Dauer spürbaren Folgen des 

Strafverfahrens für die Beschuldigte immerhin dadurch etwas gemildert werden, 

dass bereits im Frühstadium des aktuellen Berufungsprozesses ein erheblicher 

Teil der beschlagnahmten Vermögenswerte wieder freigegeben worden war 

(Urk. 410). Entsprechend ist ein extremer Fall von Verstoss gegen das Beschleu-

nigungsgebot, der nach der Rechtsprechung als ultima-ratio-Massnahme die Ein-

stellung des Strafverfahrens nach sich ziehen müsste (BGE 143 IV 373 E. 1.4.1; 

135 IV 12 E. 3.6; Urteile des Bundesgerichts 7B_279/2022 vom 24. Juni 2024; 

6B_16/2023 vom 17. Mai 2024 E. 5.3.3.3; 6B_1068/2022 vom 8. Februar 2023 

E. 5.2 m.w.H.), nach wie vor nicht gegeben. Der diesbezügliche Antrag der Vertei-

- 28 -

digung ist demzufolge abzuweisen (zu den Folgen der Verletzung des Beschleu-

nigungsgebots bei der Strafzumessung s. hinten Erw. IV. E. 3.3.2.1. ff. und 

Erw. IV. F. 3.). 

D. Verwertbarkeit von Beweisen

1. In strafprozessualer Hinsicht hat das Bundesgericht in Gutheissung der 

entsprechenden Rüge der Verteidigung die beweismässige Verwertbarkeit der 

von der Beschuldigten aufgenommenen Telefongespräche mit F._____ bejaht 

(Urk. 391 S. 37 ff. E. 14.1 ff.). Diese bundesgerichtliche Beurteilung ist für die er-

kennende Berufungskammer verbindlich. Demgemäss wurden die betreffenden 

Audiodateien samt den dazugehörigen Abschriften wieder ordnungsgemäss zu 

den Akten genommen (Urk. 131/44-46 sowie Urk. 179/1-2) und der Inhalt der auf-

gezeichneten Telefonate wird bei der nachfolgend vorzunehmenden Beweiswürdi-

gung mitzuberücksichtigen sein. 

2. Sodann hat das Bundesgericht die Aussagen von S._____ mangels Kon-

frontation mit der Beschuldigten als unverwertbar eingestuft (Urk. 391 S. 30 f. 

E. 11.1 ff.). Wiederum ist diese Beurteilung für die Berufungsinstanz verbindlich. 

S._____s Aussagen sind mithin bei der Beweiswürdigung vollständig ausser Acht 

zu lassen. 

3.1. Ferner wird im bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheid dem Beru-

fungsgericht zur Prüfung aufgegeben, ob F._____ von Staatsanwältin R._____ di-

rekt oder indirekt kommuniziert wurde, die Weiterführung des gegen ihn eröffne-

ten Strafverfahrens wegen der in der Schweiz verübten Betäubungsmitteldelikte 

sowie wegen des Diebstahls zum Nachteil des Privatklägers 2 (C._____) bzw. die 

mögliche Einstellung dieses Verfahrens aus Opportunitätsgründen und der Um-

fang der deliktischen Vermögenswerte hänge von seiner Kooperation in der Stra-

funtersuchung gegen die Beschuldigte ab, namentlich davon, inwieweit er diese 

belaste, läge doch darin klarerweise eine unzulässige Beeinflussung des Belas-

tungszeugen, was zur absoluten Unverwertbarkeit seiner Aussagen führen würde. 

Dabei hebt das Bundesgericht hervor, dass ein Verstoss gegen die strafprozessu-

alen Beweisverwertungsvorschriften nicht nur bei einer formellen Abrede zwi-

- 29 -

schen der untersuchungsführenden Staatsanwältin und F._____ zu bejahen sei, 

sondern auch dann gegeben sein könne, wenn Letzterem lediglich auf konkluden-

ter Weise der Eindruck vermittelt worden sei, sein Aussageverhalten gegenüber 

der Beschuldigten habe einen Einfluss auf sein eigenes strafrechtliches Schicksal, 

d.h. auf die Frage einer möglichen Zusatzstrafe und eines allfälligen Entgegen-

kommens der Strafbehörden beim stellvertretenden Strafvollzug der österreichi-

schen Freiheitsstrafe sowie bei der Vermögenseinziehung (Urk. 391 S. 26 

E. 10.3.6). Gemäss den bundesgerichtlichen Vorgaben, die für die Berufungsin-

stanz verbindlich sind, hat die Beurteilung, ob und inwiefern die Erwartungshal-

tung der Staatsanwaltschaft an F._____s Aussagen diesem kommuniziert wurde 

resp. er zumindest subjektiv eine solche empfand, unabhängig davon zu erfolgen, 

dass das in diesem Zusammenhang gegen Staatsanwältin R._____ eingeleitete 

Strafverfahren inzwischen rechtskräftig eingestellt ist (Urk. 391 S. 26 f. E. 10.3.7). 

3.2.1. Es trifft zu, dass Staatsanwältin R._____ am Vortag vor der Konfrontati-

onseinvernahme vom 29. November 2011 zwischen F._____ und der Beschuldig-

ten, ein Faxschreiben von den österreichischen Strafverfolgungsbehörden erhielt, 

in dem "auf ihre Anfrage" mitgeteilt wird, dass eine neuerliche Verurteilung von 

F._____ in Österreich zulässig wäre, sollte sich – wie von der Staatsanwältin an-

gesprochen – im Sinne einer hinreichend dringenden Verdachtslage herausstel-

len, dass dieser zusätzlich zur rechtskräftigen Verurteilung in Österreich zu einer 

10-jährigen Freiheitsstrafe weitere Betäubungsmitteldelikte in der Schweiz began-

gen hat (Urk. 359/12). Hierzu befragt gab F._____ anlässlich der Einvernahme 

vom 6. Oktober 2015 zu Protokoll, er habe sich bereits im Vorfeld geweigert, an-

lässlich der besagten Konfrontationseinvernahme mit der Beschuldigten auszusa-

gen. Staatsanwältin R._____ habe ihm vor Beginn der Einvernahme aber das Fa-

xschreiben der österreichischen Behörden vorgehalten, damit Druck auf ihn aus-

geübt und ihm für den Fall, dass er die Aussage verweigern sollte, mit einer sofor-

tigen Rückführung nach Österreich gedroht (Urk. 301 D1/15/3 S. 32 ff. [weisser 

Ordner 3 Beizugsakten "F._____ falsche Anschuldigung"]). Die Staatsanwältin 

habe ihm gesagt, das Strafverfahren gegen die Beschuldigte werde mit seinen 

belastenden Aussagen stehen oder fallen; er habe 1 ½ Stunden gekämpft 

(Urk. 301 D1/15/3 S. 34 [weisser Ordner 3 Beizugsakten "F._____ falsche An-

- 30 -

schuldigung"]). Er sei davon ausgegangen, dass er in der Schweiz bleiben könne, 

wenn er sich für die Konfrontation entscheide. Staatsanwältin R._____ habe ihm 

gesagt, sie bestimme, wo er seine Strafe vollziehen werde (Urk. 301 D1/15/3 

S. 35 [weisser Ordner 3 Beizugsakten "F._____ falsche Anschuldigung"). Danach 

seien die Aussagen vom 29. November 2011 nur noch ein "Abfallprodukt" gewe-

sen. Er sei sehr glücklich gewesen, dass er in der Schweiz habe bleiben können 

(Urk. 301 D1/15/3 S. 36 [weisser Ordner 3 Beizugsakten "F._____ falsche An-

schuldigung"]). 

3.2.2. Bei der Beurteilung, ob F._____ von Staatsanwältin R._____ im Hinblick 

auf seine Belastung der Beschuldigten unter Druck gesetzt wurde oder dass ihm 

gegenüber Versprechen abgegeben wurden, kann allerdings dessen höchst wi-

dersprüchliches und unstetes Aussageverhalten nicht ausser Acht gelassen wer-

den. So gestand F._____ am 29. November 2011 und am 8. Dezember 2011 ein, 

die Beschuldigte anlässlich seiner früheren Einvernahme in Österreich falsch be-

lastet zu haben, Fr. 100'000.– in seine Hanfgärtnerei investiert zu haben. Als 

Grund für die Falschaussage gab er an, er habe zu viele Medikamente genom-

men (Urk. HD 6.2/1 S. 21; Urk. HD 6.2/2 S. 14). Daneben führte F._____ aber 

auch ins Feld, dass er wütend auf die Beschuldigte gewesen sei, weil sie der Poli-

zei seinen Laptop herausgegeben habe, und er sie, nachdem er Kenntnis davon 

erlangt habe, deswegen zu belasten begonnen habe, während er sie zuvor noch 

entlastet habe (vgl. Urk. HD 6.2/1 S. 11; Urk. HD 6.2/2 S. 8). Anlässlich seiner Be-

fragung durch das Berufungsgericht am 19. April 2024 stellte er sich schliesslich 

wiederum auf den Standpunkt, zu jenem Zeitpunkt unter einer schweren Medika-

mentensucht gelitten zu haben, ebenso habe er monatelang kein Essen zu sich 

genommen und sei suizidgefährdet gewesen, weshalb er gar nicht zurechnungs-

fähig gewesen sei und all seine damaligen Aussagen "für nichts" gewesen seien 

(Prot. II S. 63 f.). Unabhängig davon, ob der Grund für die ursprüngliche Falsch-

belastung der Beschuldigten hinsichtlich einer angeblichen Investition in die Hanf-

gärtnerei in einem exzessiven Medikamentenkonsum oder in der Wut über die 

Beschuldigte wegen der Herausgabe seines Laptops an die Polizei lag, zeigt sich 

bereits in diesem Zusammenhang deutlich F._____s Neigung, seine Aussagen si-

tuativ zu ändern und mäandrierend dem Lauf der Untersuchung anzupassen. Es 

- 31 -

war denn auch gerade dieses ständige Hin und Her in den Schilderungen von 

F._____, das die befragende Staatsanwältin dazu bewog, bei der Einvernahme 

vom 8. Dezember 2011 entnervt auszurufen: "Weshalb sollte man Ihnen über-

haupt noch eine Anschuldigung glauben?" (Urk. HD6/2/2 S. 21). 

3.2.3. Bei genauer Betrachtung ist es offenkundig auf die vorstehend darge-

legte, äusserst wechselhafte Aussagestrategie zurückzuführen, dass F._____ die 

Beschuldigte zeitweilig schwer belastete (nur um später dann seine Belastungen 

wieder zurückzunehmen), als dass der nachträglich von ihm erhobene Vorwurf, 

von Staatsanwältin R._____ erpresst worden zu sein, sein Beweggrund gewesen 

wäre, um gegen die Beschuldigte auszusagen. So fällt diesbezüglich seine über-

triebene Wortwahl auf, sprach er doch im Rahmen des aufgezeichneten Telefon-

gesprächs vom 3. November 2012, das zwischen der Beschuldigten und ihm ge-

führt wurde, von "verbaler Folter", welche die Staatsanwältin ihm gegenüber aus-

geübt haben soll (Urk. 131/45 S. 1 f.; so auch wieder im aktuellen Berufungspro-

zess: Prot. II S. 58). Im Gegensatz dazu gab er hingegen bei der Einvernahme 

vom 12. November 2015, als er mit seinen im Verlauf des Verfahrens deponierten 

Aussagen konfrontiert wurde, wonach er von der Beschuldigten unter Druck ge-

setzt worden sei, indem sie ihn aufgefordert habe, er solle seine Belastungen ge-

gen sie bei der Staatsanwaltschaft zurückziehen, dann würde er das gewünschte 

Aktienzertifikat der I._____ AG zurückerhalten, zu Protokoll: "Nach meiner Emp-

findung, so wie es abgelaufen war, so wie es vereinbart war, müsste ich jetzt ei-

gentlich auch sagen, ich sei [von der Beschuldigten] erpresst worden. Diesen 

Ausdruck habe ich ja schon einmal gegen Frau R._____ verwendet. Ich würde sa-

gen, im konkreten Fall betreffend Anklagerückzug/Aktienzertifikat trifft das Wort 

Erpressung eher zu als im Fall von StAin R._____" (Urk. 301 D1/15/5 S. 14 [weis-

ser Ordner 3 Beizugsakten "F._____ falsche Anschuldigung"]). Gemäss dieser 

Version erscheint also selbst aus Sicht von F._____ der von der Beschuldigten 

angeblich ausgeübte Druck, er solle seine Belastungen gegen sie zurücknehmen, 

grösser als die behauptete Druckerzeugung durch die untersuchungsführende 

Staatsanwältin, gegen die Beschuldigte auszusagen. Damit hat F._____ zum ei-

nen die Schwere der von ihm geltend gemachten "Erpressung" stark relativiert. 

Zum anderen macht sich F._____ darüber hinaus selbstredend sehr unglaubwür-

- 32 -

dig, wenn er den Vorwurf, im Hinblick auf ein bestimmtes Aussageverhalten unter 

Druck gesetzt worden zu sein, abwechslungsweise zuerst an die Adresse von 

Staatsanwältin R._____ und dann an diejenige der Beschuldigten erhebt. Kommt 

hinzu, dass ein Schreiben des Bundesamts für Justiz vom 21. November 2021 

vorliegt, in dem darauf Bezug genommen wird, dass F._____ am 14. November 

2011, d.h. nur rund 2 Wochen vor dem Termin der angeprangerten Konfrontati-

onseinvernahme vom 29. November 2021 bei Staatsanwältin R._____, beantragt 

hat, nach Österreich zurückgeführt zu werden (Urk. 86/49/18 [grüner Ordner 7 

Beizugsakten "F._____ Wid. BetmG"]). Ebenso hat F._____ bei der Einvernahme 

vom 6. Oktober 2015 angeführt, Staatsanwältin R._____ habe ihm erst eröffnet, 

dass seine auf 3 Monate beschränkte "Durchlieferung" in die Schweiz auch ver-

längert werden könne, als er verlangt habe, nach Österreich zurückgeliefert zu 

werden (Urk. 301 D1/15/3 S. 32 [weisser Ordner 3 Beizugsakten "F._____ falsche 

Anschuldigung"]). Und auch in der jüngsten Befragung vom 19. April 2024 hat er 

sich gegenüber dem Berufungsgericht dahingehend geäussert, dass er damals 

angesichts der Entwicklung im schweizerischen Strafverfahren gesagt habe, er 

gehe lieber nach Österreich zurück (Prot. II S. 61). Demzufolge ist aktenkundig, 

dass F._____ seinerzeit mehrmals von sich aus den Wunsch geäussert hat, in 

den Strafvollzug nach Österreich zurückzukehren. Unter diesen Umständen er-

scheint es als unwahrscheinlich, dass die von ihm behauptete Androhung einer 

Rücklieferung nach Österreich durch die untersuchungsführende Staatsanwältin 

geeignet war, ihn damals derart unter Druck zu setzen, dass er sich lediglich 

durch (erneute) Falschbelastung der Beschuldigten zu behelfen gewusst hätte. 

3.2.4. Erstellt ist zudem, dass Staatsanwältin R._____ F._____ im Anschluss an 

dessen zweite Konfrontationseinvernahme mit der Beschuldigten vom 8. Dezem-

ber 2011 noch am selben Tag in einer separaten Einvernahme eröffnete, sie 

werde das gegen ihn geführte schweizerische Strafverfahren wegen Marihuana-

handels einstellen, und dass sie den Umfang der Vermögenseinziehung mit die-

sem besprach, wobei F._____ u.a. angab, er möchte beispielsweise den Merce-

des für seine Ehefrau behalten und sei mit der Verwertung der Gärtnerei in 

T._____, über welche eine Grundbuchsperre verfügt worden war, nicht einver-

standen (Urk. 359/6 S. 1, S. 3). Die Staatsanwältin hob daraufhin die Grundbuch-

- 33 -

sperre über das besagte Grundstück mit Verfügung vom 9. Dezember 2011 auf, 

was damit erklärt wurde, dass eine Einziehung nicht mehr in Frage komme (vgl. 

Urk. 359/7). Zuvor war F._____ am 5. Dezember 2011 von der Staatsanwaltschaft 

der vorzeitige Strafvollzug bewilligt worden (Urk. 359/5/47). Sodann wurde das 

Strafverfahren gegen F._____ wegen der Betäubungsmitteldelikte, die er in der 

Schweiz begangen hatte, am 6. Januar 2012 formell eingestellt. Zur Begründung 

wird in der staatsanwaltschaftlichen Einstellungsverfügung ausgeführt, es komme 

angesichts der in Österreich ausgesprochenen rechtskräftigen Freiheitsstrafe von 

10 Jahren wegen des Transports von 154 kg Marihuana von U._____ nach 

V._____ (Österreich) nur noch eine nicht ins Gewicht fallende Zusatzstrafe in Be-

tracht. Von der Einstellungsverfügung miterfasst wird überdies der von F._____ – 

gemäss seinen Aussagen gemeinsam mit der Beschuldigten – begangene Dieb-

stahl der Gelder des Privatklägers 2 aus dem Schliessfach in Liechtenstein. Zu-

dem werden grössere Bargeldbeträge (darunter Fr. 401'500.– und Fr. 133'000.–) 

sowie mehrere Kontoguthaben und verschiedene (Wert-) Gegenstände eingezo-

gen, bezüglich derer davon Vormerk genommen wird, dass F._____ mit der Ein-

ziehung einverstanden sei (zum Ganzen: Urk. 86/54 [grüner Ordner 7 Beizugsak-

ten "F._____ Wid. BetmG"]). Davon abgesehen liegt ein Schreiben vom 23. Au-

gust 2013 bei den Akten, in dem sich F._____ bei Staatsanwältin R._____ dafür 

bedankt, dass sie sich Zeit genommen habe, um sein Anliegen bezüglich der 

I._____ AG betreffend die Beschuldigte zu besprechen, und in dem er abschlies-

send erwähnt, dass die bevorstehende Gerichtsverhandlung vom Oktober 2013 

(gemeint ist die Hauptverhandlung vom 15./16. Oktober 2013 im Strafverfahren 

gegen die Beschuldigte vor dem Bezirksgericht Bülach) in vielen Anklagepunkten 

"im Zweifel für den Angeklagten" enden werde, ausser sie (die Staatsanwältin) er-

gänze ihre Anklageschrift wie besprochen und dann sei er bereit, gegen die Be-

schuldigte als Zeuge auszusagen (Urk. 229/5; Urk. 359/3). 

3.2.5. In der Tat erscheint das Vorgehen von Staatsanwältin R._____ gegen-

über F._____ teilweise als befremdlich, wobei insbesondere der Umstand, dass 

der Vorwurf des Diebstahls zum Nachteil des Privatklägers 2 laut Begründung der 

staatsanwaltschaftlichen Einstellungsverfügung aus reinen Opportunitätsgründen 

fallen gelassen wurde, aufhorchen lässt. Dessen ungeachtet sind auch in diesem 

- 34 -

Kontext die über weite Strecken irritierenden Aussagen von F._____ zu beachten. 

Demnach gab dieser an, als ihm im Rahmen der Einvernahme vom 6. Oktober 

2015 diverse Textpassagen aus der Korrespondenz mit der Staatsanwaltschaft 

vorgehalten wurden, in denen er die Zusammenarbeit zwischen Staatsanwältin 

R._____ und ihm herausstreicht, die Wortwahl sei "ironisch" gewesen, er habe ei-

gentlich "Kooperation" gemeint (vgl. Urk. 301 D1/15/3 S. 28 [weisser Ordner 3 

Beizugsakten "F._____ falsche Anschuldigung"]). So gesehen spricht mithin auch 

F._____ nicht ausdrücklich von einer formellen Absprache, die er mit Staatsan-

wältin R._____ getroffen haben soll, was er bei der Befragung durch das Beru-

fungsgericht am 19. April 2024 denn auch nochmals explizit bestätigt hat (Prot. II 

S. 58). Im Übrigen ist zwar nicht gänzlich auszuschliessen, dass F._____ selbst 

eine gewisse Erwartungshaltung seitens der Staatsanwaltschaft verspürt haben 

mag, gegen die Beschuldigte auszusagen, die noch dadurch verstärkt worden 

sein könnte, dass die Behörde seinen zuweilen forschen Forderungen, etwa in 

Bezug auf den Umfang der Vermögenseinziehung, in gewissem Ausmass tat-

sächlich auch nachkam. Insgesamt betrachtet fehlt es indessen an hinreichend 

konkreten Anzeichen dafür, die eine derart erhebliche Beeinträchtigung der Wil-

lensfreiheit resp. Denkfähigkeit von F._____ nahelegen würden, dass daraus im 

Sinne von Art. 140 StPO eine absolute Unverwertbarkeit all seiner Aussagen ab-

zuleiten wäre. Vielmehr lässt sich dem Umstand, dass das Aussageverhalten von 

F._____ teilweise durchaus den Eindruck erweckt, als habe er sich bei seinen De-

positionen zur Beschuldigten davon leiten lassen, wie sich dies auf sein eigenes 

strafrechtliches Schicksal (z.B. auf die Frage einer möglichen Zusatzstrafe und ei-

nes Entgegenkommens der Staatsanwaltschaft beim stellvertretenden Strafvoll-

zug der österreichischen Freiheitsstrafe) auswirken könnte, ohne weiteres im 

Rahmen der nachfolgend vorzunehmenden Beweiswürdigung angemessen Rech-

nung tragen. 

3.3. Darüber hinaus hat das Bundesgericht die Rügen der Verteidigung in dem 

Umfang verworfen, als moniert wurde, die Aussagen von F._____, welche ohne 

ihr Beisein erfolgt seien, dürften nicht gegen die Beschuldigte verwertet werden 

(Urk. 391 S. 19 f. E. 10.1). Genauso hat das Bundesgericht die Kritik der Verteidi-

gung an der Protokollierung der Geschehnisse während der 1 ½ -stündigen War-

- 35 -

tezeit vor der Konfrontationseinvernahme vom 29. November 2011 zwischen 

F._____ und der Beschuldigten bzw. der fehlenden Protokollierung der Gründe für 

die verspätete Durchführung der damaligen Einvernahme als unbegründet zu-

rückgewiesen (Urk. 391 S. 20 E. 10.2). Diese bundesgerichtliche Beurteilung ist 

für das Berufungsgericht bindend. Entsprechend erübrigen sich an dieser Stelle 

weitere Erörterungen dazu. 

E. Weitere prozessuale Rügen

1. Sodann hat sich das Bundesgericht mit einer Reihe weiterer verfahrens-

rechtlicher Einwände der Verteidigung befasst, die allesamt abgelehnt wurden 

(Urk. 391 S. 7 ff. E. 3.1 ff. [Verletzung des Anspruchs auf ein verfassungsmässi-

ges, unparteiisches, unbefangenes und unvoreingenommenes Gericht]; Urk. 391 

S. 12 E. 4 [Befangenheit von Staatsanwältin R._____]; Urk. 391 S. 13 f. E. 5.1 f. 

[Verletzung des Anspruchs auf Vollständigkeit der Verfahrensakten]; Urk. 391 

S. 14 ff. E. 6.1 ff. [Verstoss gegen das "ne bis in idem"-Verbot]; Urk. 391 S. 16 f. 

E. 7.1 f. [Unverwertbarkeit der in den Ordnern 10.3.1-11 enthaltenen Buchhal-

tungsunterlagen]; Urk. 391 S. 18 f. E. 9.1 ff. [Unverwertbarkeit der Aussagen der 

Beschuldigten bei der Hafteinvernahme vom 1. Juli 2010]; Urk. 391 S. 30 f. 

E. 12.1 f. [Unverwertbarkeit der Aussagen des Privatklägers 2 bzw. von W._____ 

und L._____]; Urk. 391 S. 94 E. 24.1 f. [unzulässiger Mitteilungssatz]). Infolge der 

Bindungswirkung des bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheids ist auf diese 

Rügen nicht mehr zurückzukommen. 

2. Dasselbe gilt, soweit die Verteidigung nunmehr erneut geltend macht, die 

Genehmigung der bei ihr angeordneten Telefonüberwachung sei mittels verzerrter 

Darstellung der Verdachtslage erschlichen worden, weshalb nicht nur die daraus 

gewonnenen Erkenntnisse, sondern auch sämtliche Folgebeweise, namentlich die 

im Verlauf der Strafuntersuchung durchgeführten Hausdurchsuchungen, beweis-

mässig unverwertbar seien (vgl. Urk. 451 S. 35 ff.). Denn das Bundesgericht hat 

bereits im Rahmen der Überprüfung des ersten Berufungsentscheids auch diese 

Einrede der unrechtmässig erlangten Genehmigung der Telefonüberwachung be-

urteilt und sie ebenfalls verworfen (Urk. 391 S. 17 f. E. 8.1 ff.). Es ist der Beschul-

digten daher verwehrt, diese Rügen im vorliegenden Verfahren zu wiederholen. 

- 36 -

Damit fällt im jetzigen Prozessstadium nicht nur die Grundlage für eine nochma-

lige Prüfung des Genehmigungsentscheids hinsichtlich der Telefonüberwachung, 

sondern auch für die Beurteilung der daraus abgeleiteten Folgebeweise auf deren 

strafprozessuale Verwertbarkeit hin weg. 

3. Nicht zu hören ist die Verteidigung ferner, soweit sie vorbringt, der man-

datierte Rechtsvertreter des Privatklägers 2 sei in der Vergangenheit bereits von 

mehreren Beteiligten, namentlich von AA._____ und W._____, bevollmächtigt 

worden, weshalb ihm keine Akteneinsicht zu gewähren sei (vgl. Urk. 470 S. 1 f.). 

Diesem wurde nach der Mandatsanzeige lediglich Einsicht in jene Akten erteilt, 

welche die (verspätete) Berufungsanmeldung des Privatklägers 2 betreffen 

(Urk. 463A), was zweifellos zulässig ist. Ansonsten ist er bislang nicht in Erschei-

nung getreten. Kommt hinzu, dass die von der Verteidigung zitierten Personen 

(AA._____ bzw. W._____) im vorliegenden Berufungsverfahren keine Parteirolle 

einnehmen. Entsprechend besteht für das Gericht auch unter dem Gesichtspunkt 

der Vorschriften über die anwaltlichen Berufsregeln (Art. 12 BGFA) kein Anlass zu 

Weiterungen. 

4. Auf die vorstehend noch nicht abgehandelten formellen Einwände, welche 

die Verteidigung im Verlauf des zweiten Berufungsprozesses erhoben hat, wird 

schliesslich – soweit angezeigt – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen zur 

materiellen Beurteilung des Falles einzugehen sein. Davon abgesehen wurden 

von keiner anderen Seite Vorfragen aufgeworfen oder Beweisbegehren gestellt. 

Folgerichtig erweist sich das Verfahren als spruchreif.

F. Begründungspflicht

Nach ständiger Rechtsprechung ist die Begründungspflicht eingehalten, wenn aus 

den Urteilserwägungen die Gründe erkennbar sind, von denen sich das Gericht 

bei seinem Entscheid hat leiten lassen (Urteile Bundesgericht 6B_219/2021 vom 

19. April 2023 E. 2.2; 6B_1097/2021 vom 26. Oktober 2022 E. 3.4; 6B_85/2022 

vom 25. August 2022 E. 1.2 m.w.H.). Zugleich ist darauf hinzuweisen, dass sich 

die urteilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinander-

setzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss. Vielmehr 

- 37 -

kann sich das Berufungsgericht auf die für seinen Entscheid wesentlichen Ge-

sichtspunkte beschränken (BGE 147 IV 409 E. 5.3.4; 146 IV 297 E. 2.2.7; 141 IV 

249 E. 1.3.1; Urteile des Bundesgerichts 6B_1135/2022 vom 21. September 2023 

E. 3.2.3; 6B_1354/2021 vom 22. März 2023 E. 4.4.2 m.w.H.).

III. Sachverhalt und rechtliche Würdigung

A. ND3: Veruntreuung / evtl. Diebstahl, Geldwäscherei C._____ 
(Anklageziffer I.)

1. Der Beschuldigten wird unter Anklageziffer I. vorgeworfen, sie habe dem 

Privatkläger 2 (C._____), der in Besitz einer grösseren Menge Bargeld gewesen 

sei und einen geeigneten Aufbewahrungsort dafür gesucht habe, in ihrer Funktion 

als Buchhalterin und Treuhänderin garantiert, das Geld gegen ein jährliches Ent-

gelt von Fr. 500.– sicher aufzubewahren. Am 12. September 2007 sei sie zusam-

men mit dem Privatkläger 2 bei der Liechtensteinischen Landesbank in AB._____ 

(Liechtenstein) gewesen und habe dort ein Schrankfach eröffnet, worin der Privat-

kläger 2 gleichentags in ihrer Gegenwart und mit ihrer Billigung einen in der Höhe 

nicht bekannten Bargeldbetrag deponiert habe. Im weiteren Verlauf habe der Pri-

vatkläger 2 in mehreren Tranchen weiteres Geld im betreffenden Schliessfach 

hinterlegt, wobei die Beschuldigte gewusst oder zumindest in Kauf genommen 

habe, dass ein Teil der Gesamtsumme, mindestens Fr. 100'000.–, aus dem quali-

fizierten Drogenhandel stamme und dass die Hinterlegung der Barschaft dazu ge-

dient habe, die Herkunft der Mittel zu verschleiern und deren Beschlagnahme zu 

erschweren. In der Folge habe die Beschuldigte zusammen mit F._____ be-

schlossen, das privatklägerische Geld aus dem Schrankfach an sich zu nehmen 

und für eigene Zwecke zu verwenden resp. es mit F._____ zu teilen. Am 16. Ok-

tober 2009 sei sie mit F._____ nach Liechtenstein gefahren, habe dort einen Be-

trag von Fr. 497'000.– aus dem Schliessfach an sich genommen und dieses sal-

diert (Urk. HD57 S. 2 ff.).

2.1. Unbestritten ist, dass am 12. September 2007 bei der Liechtensteinischen 

Landesbank auf den Namen der Beschuldigten eine Kontobeziehung samt dazu-

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gehörigem Schrankfach eröffnet wurde, wobei der Privatkläger 2 daran mit allen 

Rechten bevollmächtigt wurde, die auch ihr selber zustanden (Urk. ND3/2/6; 

Urk. ND3/2/9). Hinsichtlich des Vorwurfs, sie habe die Herkunft der vom Privatklä-

ger 2 deponierten Barmittel nicht hinterfragt, macht die Beschuldigte geltend, sie 

habe nicht gewusst, dass jener das Schliessfach dazu missbraucht habe, Drogen-

gelder darin zu lagern. Zu Beginn habe sie angenommen, er wolle dort persönli-

che Dokumente und Akten hinterlegen für den Fall, dass ihm etwas zustosse. 

Dass sich Geld darin befinde, habe sie erst erfahren, als ihr F._____ das nach der 

Rückkehr aus Liechtenstein erzählt habe (Urk. HD6/1/12 S. 6; Urk. ND3/5/1 

S. 15). Diese Bestreitungen werden durch den Privatkläger 2 zunächst insoweit 

bestätigt, als dieser mehrfach bekräftigt hat, er selbst habe der Beschuldigten nie 

gesagt, dass er im Hanfhandel tätig sei (Urk. ND3/5/1 S. 10; Prot. I S. 75). Seine 

Geschäftsbeziehung mit der Beschuldigten schildert der Privatkläger 2 vielmehr 

dahingehend, dass er sich an sie gewandt habe, weil er auf der Suche nach einer 

Möglichkeit gewesen sei, Geld, das aus dem Kioskbetrieb seines Badirestaurants 

stamme, zu lagern. Da er damals Probleme mit seiner Ex-Frau gehabt habe, habe 

er sich bei der Beschuldigten erkundigt, wo man Schwarzgeld hintun könne und 

wie man es am besten sauber mache. Die Beschuldigte habe ihm daraufhin emp-

fohlen, das Geld in Liechtenstein in einem Schliessfach zu deponieren, wobei sie 

ihm erläutert habe, dass es Steueramnestien gebe, bei denen man Schwarzgeld 

offenlegen könne, ohne dass man dafür bestraft werde (Urk. ND3/5/1 S. 8 f.). 

Ebenfalls in Übereinstimmung mit den Vorbringen der Beschuldigten, wonach der 

Privatkläger 2 ihr nicht vertraut habe (Urk. 358 S. 63), führte dieser zudem aus, er 

habe in ihrer Abwesenheit lediglich einen Plastiksack im Schrankfach verstaut; die 

Beschuldigte habe zwar gewusst, dass sich darin Geld befinde, aber nicht wie viel 

(Urk. ND3/5/1 S. 9). Die übrige Summe habe er erst zu einem viel späteren Zeit-

punkt nach und nach hinterlegt, als er sich sicher gewesen sei, dass die Beschul-

digte nie ans Schliessfach gegangen sei (Urk. ND3/4/1/2 S. 2).

2.2.1. Im angefochtenen Entscheid erwägt die Vorinstanz, dass die Beschul-

digte auch wenn ihr vom Privatkläger 2 nicht direkt mitgeteilt worden sei, dass ein 

Teil der Barschaft, die er im liechtensteinischen Schrankfach deponiert habe, aus 

dem Drogenhandel stamme, sie doch aufgrund der verdächtigen Umstände zwin-

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gend hätte erkennen müssen, dass etwas an diesem Geld "nicht ganz korrekt" 

sein könne. Sie habe jedenfalls in Kauf genommen, dass sich im ausserhalb der 

Schweiz gelegenen Schliessfach Geld befinden müsse, das "nicht oder zumindest 

nicht vollständig deklariert" gewesen sei. Gerade in ihrer Funktion als Treuhände-

rin habe sie damit rechnen müssen, dass in diesem Schrankfach "illegales Geld" 

versteckt worden sei (zum Ganzen: Urk. 173 S. 22 f.). Wie das Bundesgericht in 

seinem Rückweisungsentscheid konstatiert hat, genügt dies jedoch nicht, um ei-

nen Schuldspruch wegen qualifizierter Geldwäscherei zu begründen (Urk. 391 

S. 51 E. 15.4). Der Geldwäschereitatbestand nach Art. 305bis Ziff. 1 StGB verlangt 

neben dem Nachweis der eigentlichen Tathandlung, die auf Vereitelung der Her-

kunftsermittlung, der Auffindung oder der Einziehung von kriminellen Vermögens-

werten abzielt, sowohl den Nachweis der zwingend als Verbrechen einzustufen-

den Vortat wie auch den Nachweis, dass die betreffenden Vermögenswerte aus 

einer ebensolchen Vortat stammen (BGE 145 IV 335 E. 3.2; 126 IV 255 E. 3a 

m.w.H.; Urteile des Bundesgerichts 7B_171/2022 vom 15. April 2024 E. 2.4.4; 

6B_1201/2019 vom 1. Mai 2020 E. 3.3). In diesem Zusammenhang heisst es im 

bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheid, dass Steuervergehen erst ab dem 

1. Januar 2016 und auch seither lediglich in qualifizierter Begehungsform als 

Geldwäschereivortaten zu qualifizieren sind (vgl. hierzu den heutigen Art. 305bis 

Ziff. 1bis StGB). Einfache Steuerdelikte wie die Steuerhinterziehung, wofür gerade 

die Hinterlegung von grösseren Bargeldsummen in Schliessfächern ausländischer 

Bankinstitute entsprechend dem Vorgehen des Privatklägers 2 typisch ist, vermö-

gen hingegen kein strafbares Geldwäschereiverhalten zu begründen (Urk. 391 

S. 48 f. E. 15.2.3). Ebenso betont das Bundesgericht darin, dass es für den Nach-

weis einer vorsätzlichen Verletzung der Geldwäschereistrafnorm nicht ausreicht, 

wenn – wie bei der Beschuldigten, die in der Anklage als Buchhalterin und Treu-

händerin bezeichnet wird – der Vorwurf des Nichtwissens um die verbrecherische 

Herkunft der inkriminierten Vermögenswerte einzig darauf abgestützt wird, dass 

sie ihren gesetzlichen Abklärungspflichten als Finanzintermediärin nicht nachge-

kommen ist (Urk. 391 S. 49 E. 15.2.4). Diese bundesgerichtlichen Erwägungen 

sind für das Berufungsgericht bindend. 

- 40 -

2.2.2. Soweit die Vorinstanz den Schuldspruch sodann unter Hinweis auf 

F._____s Aussage begründet, wonach die Beschuldigte gewusst habe, in wel-

chem "Business" der Privatkläger 2 tätig gewesen sei, stellt dies gemäss dem Rü-

ckweisungsentscheid des Bundesgerichts eine unzulässige Delegation der Be-

weiswürdigung an Ersteren dar (Urk. 391 S. 51 E. 15.4). Diese Feststellung ist für 

die Berufungsinstanz wiederum verbindlich. Kommt hinzu, dass sich F._____ an-

lässlich der Zeugenbefragung vom 19. April 2024 nicht mehr darauf festlegen 

konnte oder wollte, ob die Beschuldigte von den drogenhändlerischen Aktivitäten 

des Privatklägers 2 Kenntnis hatte, bevor man nach der Leerung des Schliess-

fachs aus Liechtenstein zurückgekehrt war (Prot. II S. 72 f.). Auch damit lässt sich 

somit nicht herleiten, dass die Beschuldigte, solange die privatklägerischen Ver-

mögenswerte im auf ihren Namen lautenden Schliessfach aufbewahrt waren, um 

die Herkunft eines Teils derselben aus qualifizierter Betäubungsmitteldelinquenz 

wusste. 

2.2.3. Schliesslich hat das Bundesgericht die Auffassung der Vorinstanz zurück-

gewiesen, aufgrund des Umstands, dass sich zeitweilig im Umfeld der Beschul-

digten mehrere inzwischen rechtskräftig verurteilte Hanfhändler befunden hätten 

(F._____, W._____ und S._____), müsse darauf geschlossen werden, dies gelte 

auch für den Privatkläger 2 (Urk. 391 S. 51 E. 15.4). Zudem wurden auch im zwei-

ten Berufungsprozess keine Anhaltspunkte zutage gefördert, mit denen sich frei 

von rechtlich erheblichen Zweifeln der Beleg erbringen liesse, dass der Beschul-

digten während der Laufzeit der Schrankfachmiete bekannt war, dass der Privat-

kläger 2 ebenfalls im Betäubungsmittelhandel tätig war. 

2.3. In Nachachtung der Vorgaben gemäss dem bundesgerichtlichen Rück-

weisungsentscheid vom 20. Juni 2022 ergibt sich schlussfolgernd, dass es im Zu-

sammenhang mit der Eröffnung des Schrankfachs für den Privatkläger 2 bei der 

Liechtensteinischen Landesbank im September 2007 und der anschliessenden 

Lagerung von Bargeld darin am rechtsgenügenden Nachweis des Wissens der 

Beschuldigten um die teilweise drogenhändlerische Herkunft der deponierten Ver-

mögenswerte fehlt. Mangels (Eventual-) Vorsatz hinsichtlich einer tatbestands-

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mässigen Vortat kommt demnach eine Verurteilung wegen Geldwäscherei nicht in 

Frage. 

3.1. Des Weiteren ist mit Bezug auf den Vorwurf der Wegnahme des Geldes 

aus dem Schliessfach vorerst zu beachten, dass die Darstellung der Beschuldig-

ten, wonach sie im Oktober 2009 auf den Privatkläger 2 wütend wurde, weil er 

weder für die Miete des Schrankfachs bei der Liechtensteinischen Landesbank 

aufkam, noch für sie erreichbar war (Urk. ND3/5/1 S. 14 f.), mit F._____s Anga-

ben korrespondiert. Dieser schilderte, wie man damals bei einem Treffen zu zweit 

auf den Privatkläger 2 und den Umstand zu sprechen gekommen sei, dass er der 

Beschuldigten Geld schulde und sie von ihm nie zurückgerufen werde. Nachdem 

der Privatkläger 2 auch beim besagten Treffen den Anruf der Beschuldigten nicht 

beantwortet habe, wohl aber seinen (F._____s Anruf) sofort entgegengenommen 

habe, sei die Beschuldigte erbost gewesen und habe ihn gefragt, ob er sie nach 

Liechtenstein begleite (Urk. HD6/2/1 S. 22; vgl. auch Prot. II S. 69). In Überein-

stimmung mit der Beschuldigten (Urk. HD6/1/12 S. 5 f.) führte F._____ sodann 

aus, dass wenige Tage später (am 16. Oktober 2009 [vgl. zu dieser Zeitangabe 

Urk. ND3/2/10]) beide zusammen zum liechtensteinischen Bankinstitut gefahren 

seien, wo die Kontobeziehung aufgelöst und das für den Privatkläger 2 eröffnete 

Schliessfach geleert worden sei (Urk. HD6/2/1 S. 22 f.; Prot. II S. 41). 

3.2.1. Demgegenüber widersprechen sich die Aussagen der Beschuldigten und 

von F._____ mit Bezug auf die Frage, wie mit dem Inhalt aus dem geleerten 

Schliessfach verfahren werden sollte. Entsprechend ist nachfolgend zu prüfen, ob 

F._____s Version zu übernehmen ist, die sinngemäss darin besteht, dass die Be-

schuldigte das Geld des Privatklägers 2 mit ihm habe teilen wollen, nachdem er 

es nach der Rückkehr aus Liechtenstein gezählt haben würde, er ihr aber nur den 

Betrag von Fr. 380'000.– genannt und ihr schliesslich in zwei Tranchen insgesamt 

Fr. 180'000.– übergeben habe, oder ob auf die Angaben der Beschuldigten abzu-

stellen ist, gemäss denen sie F._____ beauftragt habe, den Inhalt des Schrank-

fachs dem Privatkläger 2 auszuhändigen, sie den genauen Geldbetrag gar nie ge-

kannt habe und davon auch nichts erhalten habe. 

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3.2.2. Wohl spricht gegen die Beschuldigte, dass sie im Dezember 2009 bei ei-

nem Telefonat mit dem Privatkläger 2 behauptete, sie sei nach der Auflösung des 

Schliessfachs in der Bank überfallen worden, wobei sie diese nachweisbare 

Falschaussage einzig damit begründen konnte, dass F._____ sich geweigert 

habe, das Geld weiterzuleiten, und der Privatkläger 2 sie deswegen telefonisch 

terrorisiert habe, wodurch sie sich in die Enge getrieben gefühlt habe und der Pri-

vatkläger 2 ihr diese Erklärung aufgezwungen habe (Urk. ND3/5/1 S. 19). Auf der 

anderen Seite ist nicht zu verkennen, dass F._____ in Bezug darauf, was mit dem 

Geld des Privatklägers 2 zu geschehen hätte, nachdem es ihm angeblich zum 

Zählen übergeben worden war, wie hoch die Summe war, die er ihr nach seiner 

Zählung tatsächlich kommunizierte, sowie ob mit der Beschuldigten abgemacht 

war, dass er ihr später davon etwas abgeben soll – und wenn ja, wieviel er ihr 

schliesslich überliess –, höchst widersprüchliche Aussagen machte (im Einzelnen 

von der Verteidigung aufgelistet in Urk. 452/1), was sich ebenfalls bei der Befra-

gung durch das Berufungsgericht am 19. April 2024 fortsetzte (Prot. II S. 67 ff., 

S. 81 ff.). Bezeichnend ist denn auch, wenn F._____ bei der Konfrontationseinver-

nahme vom 29. November 2011 aussagt, die Idee zur Leerung des Schliessfachs 

sowie zur "Fifty-fifty-Aufteilung" des darin aufbewahrten Geldes des Privatklä-

gers 2 sei von der Beschuldigten ausgegangen (Urk. HD6/2/1 S. 23 f.), auf die 

sinngemässe Rückfrage der verwunderten Staatsanwältin, weshalb die Beschul-

digte das Geld mit ihm teilen sollte, wenn sie schon vorhat, den Privatkläger 2 zu 

bestehlen und als Einzige Zugang zum Schliessfach hat, er sich jedoch nicht in 

der Lage sieht, eine plausible Erklärung zu liefern, sondern zu Protokoll gibt: "Das 

hätte ich auch nicht gemacht. Mich hatte es erstaunt. Was soll ich Ihnen sagen? 

Ich sage es Ihnen so, wie es gewesen ist" (Urk. HD6/2/1 S. 25). Bereits daraus er-

hellt das inkonsistente und wenig glaubhafte Aussageverhalten von F._____. 

3.2.3. In eklatantem Widerspruch zu den vorstehend wiedergegebenen Aussa-

gen, welche F._____ gegenüber den Strafbehörden deponiert hat, stehen sodann 

seine Äusserungen, die er bei mehreren – beweismässig verwertbaren (s. dazu 

vorn Erw. II. D. 1.) – Telefonaten gegenüber der Beschuldigten abgegeben hat. 

Namentlich hat er beim Gespräch vom 25. September 2012 ausdrücklich bestä-

tigt, dass es ihr lediglich darum gegangen sei, den Privatkläger 2 loszuwerden, sie 

- 43 -

ihm aber nichts habe wegnehmen wollen (Urk. 131/44 S. 1). Zudem hat er im Ver-

lauf der telefonischen Unterredung vom 22. November 2013 bekräftigt, dass zwi-

schen der Beschuldigten und ihm abgemacht gewesen sei, man werde den Inhalt 

aus dem Schrankfach an den Privatkläger 2 weiterleiten, wozu es aber nicht mehr 

gekommen sei, weil das Geld von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden 

sei (Urk. 179/1 S. 18 f.). In völliger Abkehr seiner bisherigen Aussagen erwiderte 

F._____ dann aber wieder in der Einvernahme vom 6. Oktober 2015 auf Vorhalt 

der Abschriften der genannten Telefongespräche, er habe die Beschuldigte damit 

entlasten wollen und bei dieser Gelegenheit absichtlich die Unwahrheit gesagt, 

um die Verantwortung für die Wegnahme des Geldes vom Privatkläger 2 auf sich 

zu nehmen. Sie beide hätten in diesem Zusammenhang etliche Gespräche ge-

führt, wie man ihr helfen könne, und seien übereingekommen, dass man den vor-

besprochenen Inhalt im Rahmen eines Telefongesprächs wiederholen sollte 

(Urk. 301 D1/15/5 S. 2 ff. [weisser Ordner 3 Beizugsakten "F._____ falsche An-

schuldigung"]). Obschon F._____ mit diesem Erklärungsversuch offenkundig den 

Eindruck erwecken wollte, als seien die aufgezeichneten Telefongespräche mit 

der Beschuldigten einstudiert und regelrecht inszeniert gewesen, verhielt sich in 

der Folge freilich keiner der beiden so, als seien sie – wie von Ersterem nunmehr 

dargestellt – ein Zweigespann, dass sich darauf verständigt hatte, dass er die 

Schuld auf sich nimmt, damit sie vom entsprechenden Vorwurf entlastet wird. 

Vielmehr geht aus den Akten hervor, dass im Oktober 2013, d.h. während der 

Zeitspanne zwischen den zwei genannten Telefonaten, die Beschuldigte F._____ 

(ein zweites Mal) aus dem Verwaltungsrat der I._____ AG abberufen hat (vgl. 

Urk. 179/3 f.), worauf F._____ Strafanzeige gegen die Beschuldigte erstattet hat, 

weil er ihr vorwarf, sie habe das ihm gehörende Aktienzertifikat der besagten Ge-

sellschaft veruntreut (vgl. Urk. 301 D1/15/13/7 [weisser Ordner 3 Beizugsakten 

"F._____ falsche Anschuldigung"]). Wenn F._____ dann anlässlich der Beweis-

verhandlung vom 19. April 2024 im Gegensatz zum soeben dargelegten Stand-

punkt wiederum weit von sich weist, dass er gewusst haben könnte, dass die da-

maligen Telefongespräche von der Beschuldigten aufgezeichnet wurden (Prot. II 

S. 70 f.), und behauptet, es habe keine Abmachung gegeben, gemäss der man 

sich das Geld des Privatklägers 2 untereinander aufteilen soll (Prot. II S. 82), be-

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legt dies analog zur angeblich erlittenen Erpressung durch die untersuchungsfüh-

rende Staatsanwältin (s. dazu vorn Erw. II. D. 3.2.1. ff.) nochmals eindrucksvoll, 

wie widersprüchlich und sprunghaft sich sein Aussageverhalten jeweils präsen-

tiert. 

3.2.4. Mit Blick auf die Frage, ob und was vereinbart war, als man den Inhalt des 

Schliessfachs in der liechtensteinischen Bank an sich nahm, kann letztlich nicht 

hinreichend ausgeschlossen werden, dass F._____ sich gewisse positive Auswir-

kungen auf das Schicksal des gegen ihn selber laufenden Strafverfahrens in der 

Schweiz versprach, als er die Beschuldigte (zwischenzeitlich) belastete. Demzu-

folge darf auf die für die Beschuldigte belastenden Aussagen von F._____ nicht 

abgestellt werden. Nachdem die Abmachung einzig zwischen der Beschuldigten 

und F._____ getroffen wurde, bestehen abgesehen von den Direktbeteiligten na-

turgemäss auch keine weiteren Beweismittel, die zur Aufklärung des Sachverhalts 

in diesem Punkt herangezogen werden können. Namentlich fallen diesbezüglich 

auch die Aussagen sowohl von W._____ wie auch des Privatklägers 2 ausser Be-

tracht, beschränken sie sich doch im Wesentlichen darauf, äussere Vorgänge wie 

das Abholen des Geldes oder die Geschichte mit dem vorgeschobenen Überfall 

wiederzugeben (Urk. HD6/2/3 S. 15; Urk. ND3/4/1/2 S. 2 f.; Prot. I S. 77), was von 

der Beschuldigten allerdings gar nicht in Frage gestellt wird. Demgemäss fehlt der 

rechtsgenügende Nachweis dafür, dass die Beschuldigte beabsichtigte, das Geld 

dauerhaft dem Privatkläger 2 vorzuenthalten, sondern muss zu ihren Gunsten an-

genommen werden, dass sie F._____ beauftragte, den dem Schrankfach entnom-

menen Inhalt an den Privatkläger 2 weiterzuleiten, ohne dass sie selbst je etwas 

davon erhalten hätte.

3.3.1. Der von der Vorinstanz und im aufgehobenen obergerichtlichen Urteil 

vom 4. September 2020 zur Anwendung gebrachte Diebstahl (Art. 139 StGB) 

setzt tatbestandsmässig – wie übrigens auch die in der Anklageschrift aufgeführte 

Veruntreuungsstrafnorm (Art. 138 StGB), auf die sich inzwischen aber keine Par-

tei mehr beruft und die auch nicht Gegenstand des bundesgerichtlichen Rückwei-

sungsentscheids bildete – eine Aneignungsabsicht voraus. Nach der Rechtspre-

chung besteht die Aneignung darin, dass der Täter eine fremde Sache wirtschaft-

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lich seinem eigenen Vermögen einverleibt, um sie zu behalten, zu verbrauchen 

oder sie an einen anderen zu veräussern, wer also wie ein Eigentümer über die 

Sache verfügt, ohne diese Eigenschaft zu haben (BGE 118 IV 148 E. 2a; 114 IV 

136 E. 2a; 104 IV 158 E. 1b; 95 IV 4; 85 IV 19 E. 2). Der Täter muss einerseits 

den Willen auf dauernde Enteignung des bisherigen Eigentümers und anderer-

seits den Willen auf mindestens vorübergehende Zueignung haben (BGE 129 IV 

223 E. 6.2.1 m.w.H.). Aneignung scheidet folglich in der Regel aus, wenn der Tä-

ter den Gegenstand dem Berechtigten von Anfang an zurückgeben will (vgl. BSK 

StGB II-NIGGLI/RIEDO, Art. 137 StGB N 26; STRATENWERTH/BOMMER, Schweizeri-

sches Strafrecht BT I, 8. Aufl. 2022, S. 288; TRECHSEL/CRAMERI, Praxiskommentar 

StGB 4. Aufl. 2021, vor Art. 137 StGB N 7; SIMMLER/SELMAN, StGB Annotierter 

Kommentar, Vor Art. 137 ff. StGB N 13; DONATSCH, Strafrecht III, 11. Aufl. 2018, 

S. 121).

3.3.2. Nach Massgabe der vorstehenden Erwägungen ist davon auszugehen, 

dass die Beschuldigte den Inhalt des Schrankfachs bei der Liechtensteinischen 

Landesbank – ungeachtet dessen, ob und zu welchem Zeitpunkt ihr bekannt war, 

dass bzw. wie viel Geld sich darin befindet – an F._____ übergab mit der Anwei-

sung, die Sachen dem daran berechtigten Privatkläger 2 weiterzuleiten. Anhand 

des bestehenden Beweisfundaments kann ihr hingegen nicht in rechtsgenügen-

der Weise nachgewiesen werden, dass sie selbst mit dem Willen gehandelt hätte, 

dem Privatkläger 2 sein Geld dauernd vorzuenthalten. Damit entfällt das Tatbe-

standselement der Aneignungsabsicht und es kann schon aus sachverhaltsmässi-

gen Gründen keine Verurteilung ergehen. 

4. Zusammengefasst ist die Beschuldigte demnach hinsichtlich Anklagezif-

fer I. von sämtlichen Tatvorwürfen (qualifizierte Veruntreuung gemäss Art. 138 

Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 StGB resp. Diebstahl gemäss Art. 139 

Ziff. 1 StGB und qualifizierte Geldwäscherei gemäss Art. 305bis Ziff. 1 in Verbin-

dung mit Ziff. 2 lit. c StGB) freizusprechen. Entsprechend braucht auf die weiteren 

Einwände, welche die Verteidigung in Bezug auf diesen Anklagepunkt vorge-

bracht hat (vgl. Urk. 451 S. 19 f., S. 27 f.), nicht eingegangen zu werden. 

- 46 -

B. HD: Urkundenfälschung, Geldwäscherei F._____ / W._____
(Anklageziffer IV. A/B)

1.1. Der Beschuldigten wird unter Anklageziffer IV. A und B zusammengefasst 

vorgeworfen, sie sei damit beauftragt gewesen, die Bilanz und Erfolgsrechnung 

der Kollektivgesellschaft F1._____ sowie der W1._____ GmbH für das Jahr 2006 

zu erstellen. Obschon sie gewusst habe, dass F._____ und W._____ ihren Le-

bensunterhalt in dieser Zeit ausschliesslich mit qualifiziertem Marihuanahandel 

verdient hätten, habe sie in der Erfolgsrechnung 2006 der F1._____ einen Han-

delsertrag von Fr. 163'004.25 bzw. einen Dienstleistungsertrag von Fr. 361'391.20 

und in der Erfolgsrechnung 2006 der W1._____ GmbH unter der Kontobezeich-

nung "Dienstleistungen" den Betrag von Fr. 175'972.– bzw. unter der Kontobe-

zeichnung "Kommissionsverkäufe Textilien" einen solchen von Fr. 39'402.95 auf-

geführt. Um die Ertragszahlen für das Jahr 2006 zu plausibilisieren, habe die Be-

schuldigte sodann in der Zeit zwischen Juli 2007 und Dezember 2007 fiktive 

Rechnungen im Namen der F1._____ an die AC._____ GmbH im Gesamtbetrag 

von Fr. 101'626.– sowie ebenfalls fiktive Rechnungen im Namen der W1._____ 

GmbH an die AC._____ GmbH im Gesamtbetrag von Fr. 172'248.– ausgestellt. 

Darüber hinaus habe sie für das Jahr 2007 weitere fiktive Rechnungen im Namen 

der F1._____ sowie der W1._____ GmbH an die AC._____ GmbH ausgestellt. 

Dabei habe die Beschuldigte gewusst, dass das fiktive Erstellen und teilweise 

Verbuchen der Rechnungen u.a. geeignet gewesen sei, unter Vortäuschung eines 

legalen Einkommens die wahre Quelle der Einnahmen von F._____ und W._____ 

zu vertuschen, sowie dass es den Behörden dadurch verunmöglicht oder zumin-

dest erheblich erschwert würde, den Ursprung der Einkünfte zu ermitteln (vgl. Urk. 

HD57 S. 13 ff.).

1.2. Zum vorstehend wiedergegebenen Anklagevorhalt ist in Nachachtung des 

bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheids einleitend klarzustellen, dass der 

Beschuldigten weder vorgeworfen wird, an der Gründung der F1._____ sowie der 

W1._____ GmbH in irgendeiner Form mitgewirkt zu haben, noch dass sie das 

Geld von F._____ aus dem Drogenhandel entgegengenommen und es treuhän-

derisch verwaltet habe (Urk. 391 S. 62 f. E. 18.2.2 f.). Des Weiteren ist zu beach-

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ten, dass die Vorinstanz mit Bezug auf den ebenfalls unter diesem Anklagepunkt 

enthaltenen Vorwurf der Falschdeklaration von W._____s Lohnsummen für die 

Jahre 2006 bis 2009 gegenüber der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zü-

rich keinen Straftatbestand als erfüllt erachtet hat (Urk. 173 S. 38 f.), was ange-

sichts des strafprozessualen Verschlechterungsverbots (vgl. Art. 391 Abs. 2 

StPO) so zu belassen ist. Um den Anklagevorwurf erschöpfend abzuhandeln, ist 

dieser Teilfreispruch allerdings auch formell ins Dispositiv aufzunehmen, was hier-

mit nachzuholen ist. Zu beurteilen ist nachfolgend demnach einzig, ob sich erstel-

len lässt, dass die Beschuldigte im Namen der Gesellschaften von F._____ und 

W._____ fiktive Rechnungen angefertigt und diese teilweise verbucht hat. 

2.1. In rechtlicher Hinsicht umfasst die Anklage zum einen den Tatbestand der 

mehrfachen Urkundenfälschung und zum anderen jenen der qualifizierten Geld-

wäscherei (vgl. Urk. HD57 S. 21). 

2.2.1. Nach Art. 251 Ziff. 1 StGB macht sich strafbar, wer in der Absicht, jeman-

den am Vermögen oder an anderen Rechten zu schädigen oder sich oder einem 

anderen einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen, eine Urkunde fälscht oder 

verfälscht oder wer eine Urkunde dieser Art zur Täuschung gebraucht. Die kauf-

männische Buchhaltung und ihre Bestandteile (Belege, Bücher, Buchhaltungsaus-

züge über Einzelkonten, Bilanzen und Erfolgsrechnungen) sind kraft Gesetzes 

(Art. 957 ff. OR) bestimmt und geeignet, Tatsachen von rech