# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6db6dcd3-3a1a-5aac-b586-2b982f4b8294
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-04-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.04.2013 IV 2011/173
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2011-173_2013-04-25.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2011/173

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 25.04.2013

Entscheiddatum: 25.04.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 25.04.2013
Art. 28 Abs. 2, 29 Abs. 1 IVG, Art. 16 ATSG, Art. 88a IVV. Rentenanspruch 
bejaht bei einem Invaliditätsgrad von 55%. Kein Abstellen auf das ABI-
Gutachten, da die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung angesichts der 
objektivierbaren kardiologischen Einschränkungen des Beschwerdeführers 
insgesamt zu optimistisch erscheint (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St.Gallen vom 25. April 2013, IV 2011/173). Bestätigt durch Urteil 
des Bundesgerichts 9C_425/2013.

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane Gallati 

Schneider,Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiberin Della Batliner

 

Entscheid vom 25. April 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Kristina Herenda, Trauffer Herenda 

Rechtsanwälte, Löwenstrasse 21, Postfach, 8953 Dietikon,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend

Rente

 

 

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___ (nachfolgend: der Versicherte) meldete sich am 5. Juni 2008 zum Bezug von 

IV-Leistungen an (IV-act. 2). Zuvor hatte er seit 3. Mai 2004 bei der B.___ AG gearbeitet 

und bezog zum Anmeldungszeitpunkt Krankentaggelder (IV-act. 3, 4, 11, 13, 20).

A.b  Gemäss Angaben des Hausarztes Dr. med. C.___, Arzt für Allgemeinmedizin, vom 

9. Juni 2008 waren die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende Diagnosen ein Status nach 

Herzinfarkt Oktober 2007, eine koronare Herzkrankheit bei vierfacher Bypass-

Operation im Oktober 2007, Rückenschmerzen bei degenerativen Veränderungen seit 

Jahren sowie Schulterschmerzen rechts seit Oktober 2007 (IV-act. 9). Dr. med. D.___, 

Nachfolger von Dr. C.___, liess mit gekürztem Arztzeugnis vom 23. November 2008 – 

worin er vom 1. August bis 30. September 2008 eine 100%-ige, vom 1. Oktober bis 

1. Dezember 2008 eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit attestierte – die medizinischen 

Unterlagen zukommen und teilte mit, dass der Versicherte sich neu von Dr. med. E.___ 

hausärztlich betreuen lasse (IV-act. 23, 25).

A.c  Ein Arbeitsversuch beim bisherigen Arbeitgeber scheiterte, da dieser ihm keine 

Arbeit an der Wärme zuweisen konnte (IV-act. 20-4/5). Am 28. November 2008 wurden 

berufliche Massnahmen (Arbeitsvermittlung) zur Verwertung der – vom Regionalen 

Aerztlichen Dienst (RAD) festgehaltenen – 100%-igen Arbeitsfähigkeit in einer 

leidensadaptierten, leichten bis mittelschweren Tätigkeit in temperierten Räumen ohne 

besondere Stresssituationen ergriffen (IV-act. 26, 27, 28).

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A.d  Am 17. Februar 2009 berichtete Dr. med. F.___, Spezialarzt Orthopädische 

Chirurgie FMH, Sportmedizin (SGSM), über eine Omarthrose rechts sowie eine 

Chondrocalcinose des rechten Kniegelenks mit Verdacht auf Meniskusläsion (IV-

act. 44-7/21f.).

A.e  Am 11. März 2009 teilte die IV-Stelle mit, dass aufgrund des instabilen 

Gesundheitszustands zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich 

seien (IV-act. 34). Per Ende April 2009 wurde das Arbeitsverhältnis des Versicherten 

gekündigt (IV-act. 30).

A.f   Mit Arztbericht vom 22. Juni 2009 diagnostizierte Dr. med. G.___, Fachärztin 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, unter anderem eine Anpassungsstörung, längere 

depressive Reaktion (ICD: F 43.21) und chronische Rückenschmerzen bei Diskopathien 

der Lendenwirbelsäule.

A.g  Am 18. September 2009 erlitt der Versicherte einen Fahrradunfall mit 

Radiusköpfchenfraktur Typ Mason I links, Commotio Cerebri und BWS-Kontusion und 

befand sich bis 28. September 2009 im Spital Linth, Uznach, weshalb die auf den 

14. und 21. Oktober 2009 vorgesehene interdisziplinäre Abklärung beim Aerztlichen 

Begutachtungsinstitut GmbH (ABI), Basel, zurückgestellt wurde (IV-act. 48, 49, 50, 

71-14/26). Am 25. September 2009 wurde eine Schraubenosteosynthese durchgeführt 

(IV-act. 51, 56).

A.h  Mit Gutachten des ABI vom 12. April 2010 (IV-act. 74-1/87ff.) erachteten die 

Gutachter den Versicherten aus polydisziplinärer Sicht für eine körperlich angepasste, 

leichte, wechselbelastende Tätigkeit zu 80% arbeits- und leistungsfähig, in einem 

ganztägigem Pensum verwertbar. Mit Stellungnahme vom 15. Mai 2010 bestätigte 

RAD-Ärztin Dr. med. H.___ diese Beurteilung.

A.i   Mit Vorbescheid vom 28. Juni 2010 ermittelte die IV-Stelle einen 

rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 21% und stellte die Abweisung des 

Leistungsbegehrens des Versicherten in Aussicht (IV-act. 81).

B.    

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B.a  Der dagegen erhobene Einwand vom 8. Juli 2010 (IV-act. 84) mit Begründung vom 

2. September 2010 (IV-act. 87) wurde gestützt auf die RAD-ärztliche Beurteilung von 

Dr. H.___ vom 25. März 2011 (IV-act. 111) mit Verfügung vom 29. März 2011 (IV-

act. 112; act. G 1.2) abgelehnt.

B.b  Mit Schreiben vom 20. April 2011 beantragte die Rechtsvertreterin des 

Versicherten, Rechtsanwältin lic.iur. Kristina Herenda, Dietikon, bei der IV-Stelle die 

wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom 29. März 2011 und Sistierung 

des

Verfahrens bis zum Vorliegen des abschliessenden Berichts des Medizinischen 

Zentrums Z.___ (IV-act. 116).

B.c  Mit Schreiben vom 28. April 2011 hielt die IV-Stelle an ihrer Verfügung vom 

29. März 2011 fest (IV-act. 118).

C.    

C.a  Mit Beschwerde vom 19. Mai 2011 liess der Versicherte durch Rechtsanwältin 

Herenda beantragen, die Verfügung vom 29. März 2011 sei aufzuheben und ihm sei 

eine Invalidenrente auszurichten; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen 

zulasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung verwies die Rechtsvertreterin auf 

die Einwandbegründung vom 2. September 2010 und brachte im Wesentlichen vor, die 

auf dem Gutachten des ABI Basel gründende Einschätzung der Beschwerdegegnerin, 

dass dem Beschwerdeführer eine Erwerbstätigkeit zu 80% für leichte und 

wechselbelastende Tätigkeiten möglich sein soll, sei viel zu positiv. Die Stellungnahme 

und der Untersuchungsbericht von Dr. I.___ seien vom RAD überhaupt nicht 

berücksichtigt worden. Zu beanstanden sei auch, dass sich die Beschwerdegegnerin 

trotz entsprechendem Sistierungsbegehren nicht bereit befunden habe, mit dem Erlass 

der definitiven Verfügung zuzuwarten, bis vom Medizinischen Zentrum Z.___ sämtliche 

Untersuchungsergebnisse vorlagen. Die Suva habe sich im Gegensatz zur 

Beschwerdegegnerin hierzu bereit erklärt. Dem Beschwerdeführer werde indirekt 

unterstellt, es würde bei ihm am Willen fehlen, bei der Evaluation der funktionellen 

Leistungsfähigkeit kooperativ mitzuwirken, was als willkürliche Behauptung zu werten 

sei. Zur Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht finde sich an 

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keiner Stelle eine Auseinandersetzung mit den gegenläufigen Arztberichten. Die 

Beschwerdegegnerin habe sowohl den Untersuchungsgrundsatz wie auch den 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung missachtet. In der Verfügung vom 29. März 

2011 fänden sich auch keine Ausführungen zum geltend gemachten Leidensabzug.

C.b  Das Gericht sistierte das Verfahren bis zum Vorliegen der vollständigen 

medizinischen Berichte (act. G 7).

C.c  Am 30. November 2011 reichte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers die 

medizinischen Unterlagen ein (act. G 8).

C.d  Mit Beschwerdeantwort vom 13. Januar 2012 schloss die Beschwerdegegnerin 

auf Abweisung der Beschwerde (act. G 11). Zur Begründung führte sie insbesondere 

an, das ABI-Gutachten entspräche den Anforderungen der Rechtsprechung und es 

könne darauf abgestellt werden. Der vom Versicherten im Beschwerdeverfahren 

eingereichte Bericht enthalte ausser der Alkoholabhängigkeit und der mittelgradig 

depressiven Episode die gleichen Diagnosen wie das ABI-Gutachten. Gemäss 

Stellungnahme von RAD-Ärztin Dr. H.___ vom 28. Dezember 2011 seien die 

angegebenen Einschränkungen in beiden Gutachten vergleichbar, die Ärzte der Z.___ 

seien mehrheitlich auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers eingegangen 

und hätten ohne kritische Beurteilung und ohne adäquaten Bezug auf die tatsächlichen 

objektivierbaren Einschränkungen darauf abgestellt. Die neue Einschätzung des 

Medizinischen Zentrums Z.___ sei weder geeignet Zweifel an der Richtigkeit der 

Angaben im Gutachten zu wecken noch gar die Angaben im Gutachten zu widerlegen 

und selbst zu überzeugen. Zum Einwand, dass der Bericht von Dr. I.___ nicht 

berücksichtigt worden sei, werde auf die ausführliche RAD-Stellungnahme vom 

25. März 2011 verwiesen. Ein 25%-iger Leidensabzug sei eindeutig nicht vorzunehmen.

C.e  Mit Schreiben vom 14. Februar 2012 (act. G 13) beantragte die Rechtsvertreterin 

des Beschwerdeführers eine Erstreckung der Frist und teilte mit, dass dieser aufgrund 

seines schlechten gesundheitlichen Zustands im Dezember 2011 infolge 

Herzinsuffizienz erneut habe hospitalisiert werden müssen. Es wurde ein ärztliches 

Attest vom 18. Januar 2012 von Dr. med. J.___, Facharzt für Innere Medizin FMH, 

beigelegt (act. G 13.1). Das ABI-Gutachten enthalte erhebliche Mängel und darüber 

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hinaus unzutreffende Diagnosen, weshalb es dem Medizinischen Zentrum Z.___ zur 

Stellungnahme unterbreitet werde.

C.f   Mit Replik vom 30. April 2012 beantragte die Rechtsvertreterin des Beschwerde­

führers die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente, eventualiter die Ausrichtung einer 

Invalidenrente nach Einholung eines arbeitsmedizinischen Gutachtens, subeventualiter 

die Rückweisung der Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin mit der Verpflichtung, 

den Beschwerdeführer umfassend arbeitsmedizinisch abzuklären; alles unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin (act. G 17). Gestützt auf 

die Stellungnahme des Medizinischen Zentrums Z.___ (act. G 17.1) vertrat die 

Rechtsvertreterin die Ansicht, dass es sich beim ABI-Gutachten um ein 

Gefälligkeitsgutachten mit vielen Fehlern gehandelt habe. Indem die Stellungnahme 

des RAD vom 25. März 2011 der Verfügung vom 29. März 2011 lediglich beigeheftet 

worden sei, habe die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers auf 

Gewährung des rechtlichen Gehörs aufs Gröbste verletzt.

C.g  Mit Schreiben vom 14. Mai 2012 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag 

und den bisherigen Ausführungen fest und verzichtete auf die Einreichung einer Duplik 

(act. G 19, 20).

C.h  Mit Eingabe vom 5. März 2013 (act. G 21) reichte die Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers aktuelle Unterlagen zur nochmaligen Verschlechterung des 

Gesundheitszustands des Versicherten ein (act. G 21.1, 21.2), welche der 

Beschwerdegegnerin zur Kenntnisnahme zugestellt wurden (act. G 22).

 

Erwägungen:

1.     

Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine 

Invalidenrente zu Recht abgelehnt hat.

2.     

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2.1   Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Sie kann Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2   Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40% auf eine Viertelsrente.

2.3   Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung gestellt haben. Nach dem 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung 

der gestellten Fragen umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der 

untersuchten Person auseinandersetzt, was vor allem bei psychischen 

Fehlentwicklungen nötig ist, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung 

mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der 

medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen des medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass 

die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann (vgl. BGE 125 V 351 

E. 3a, 122 V 157 E. 1c, je mit Hinweisen).

3.     

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3.1   Der Beschwerdeführer lässt vorab rügen, die Beschwerdegegnerin habe sowohl 

den Untersuchungsgrundsatz wie auch den Grundsatz der freien Beweiswürdigung 

missachtet, indem sie trotz entsprechendem Ersuchen nicht mit dem Erlass der 

definitiven Verfügung zugewartet habe, bis vom Medizinischen Zentrum Z.___ sämt­

liche Untersuchungsergebnisse vorlagen. Zudem sei der Anspruch auf Gewährung des 

rechtlichen Gehörs aufs Gröbste verletzt worden, indem die Stellungnahme des RAD 

vom 25. März 2011 der Verfügung vom 29. März 2011 lediglich beigeheftet worden sei.

3.2   Die Untersuchungen sind einzustellen, wenn die Akten vollständig sind, das heisst 

wenn die inhaltlichen und beweismässigen Anforderungen, welche an die einzelnen 

Beweismittel zu stellen sind, erfüllt sind und eine Würdigung dieser Beweismittel mit 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit einen bestimmten Sachverhalt 

ergibt. Es besteht insoweit kein Anspruch darauf, zusätzliche "second opinions" 

einzuholen, und zwar weder seitens der versicherten Person noch seitens des 

Versicherungsträgers (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Auflage 2009, N. 17 zu Art. 43 

mit Hinweis). Die Beschwerdegegnerin hat den Untersuchungsgrundsatz nicht verletzt, 

indem sie auf ein weiteres Zuwarten auf den vom Beschwerdeführer zum Beweis 

offerierten Bericht verzichtete. Nach Erlass des Vorbescheids am 28. Juni 2010 hatte 

die Beschwerdegegnerin bis zum Verfügungserlass am 29. März 2011 bereits einen in 

Aussicht gestellten Bericht von Dr. G.___ und von Dr. E.___ entgegengenommen, 

letzterer sollte gar noch ergänzt werden (vgl. IV-act. 94), was jedoch mit Verweis auf 

eine bevorstehende Stellungnahme des Kardiologen und des Orthopäden unterblieb 

(IV-act. 98). Nachdem die Beschwerdegegnerin für die Einreichung weiterer 

medizinischer Berichte eine angemessene Frist angesetzt und mit der 

Nachfristansetzung auf die Folgen – nämlich Erlass der Verfügung aufgrund der 

vorliegenden Akten – hingewiesen hatte (vgl. IV-act. 101, 103), bestand keine 

Veranlassung für ein weiteres Zuwarten. Die Rechtsprechung erachtet es im Rahmen 

der freien Beweiswürdigung sogar als zulässig, wenn eine Beurteilung des 

medizinischen Sachverhalts einzig gestützt auf versicherungsinterne Grundlagen erfolgt 

(vgl. BGE 122 V 157).

3.3   Eine allfällige Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör wäre als geheilt 

anzusehen, da der Beschwerdeführer keine Rückweisung der Streitsache aus 

formellrechtlichen Gründen, sondern in erster Linie eine materiellrechtliche Beurteilung 

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beantragt hat und er die der Beschwerdegegnerin zum Beweis offerierten 

medizinischen Berichte im vorliegenden Verfahren mit Eingabe vom 30. November 

2011 (act. G 8) einreichen konnte.

4.     

4.1   Zu klären ist zudem die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine 

rechtsgenügliche Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt 

bzw. ob sich Zweifel an der Zuverlässigkeit des ABI-Gutachtens vom 12. April 2010 (IV-

act. 74) ergeben. Dabei ist festzuhalten, dass bei dieser Beurteilung das ärztliche Attest 

vom 18. Januar 2012 von Dr. J.___ nicht berücksichtigt werden kann, da vorliegend ein 

Sachverhalt zu beurteilen ist, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung 

(29. März 2011) entwickelt hat und Dr. J.___ den Beschwerdeführer erst seit Juni 2011 

betreut (vgl. act. G 13.1). Auch die mit Eingabe vom 5. März 2013 eingereichten 

medizinischen Unterlagen zur Problematik am rechten Ohr (act. G 21) müssen aus 

denselben Gründen in der vorliegenden Beurteilung unbeachtet bleiben, da solche 

Beschwerden bis anhin nicht beklagt wurden. Bei der Bemessung des Invaliditätsgrads 

hat sich die Beschwerdegegnerin auf die Expertise des ABI abgestützt und eine 

Arbeitsfähigkeit in einer leichten und wechselbelastenden Tätigkeit von 80% als 

zumutbar erachtet.

4.1.1         Mit ABI-Gutachten vom 12. April 2010 (IV-act. 74) wurden als Diagnosen mit 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit Angst und depressive Störung, gemischt, eine 

Schmerzverarbeitungsstörung, ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom rechts 

bei intermittierender radikulärer Reizung L5 möglich, bei ausgeprägten degenerativen 

Veränderungen vor allem im Segment L4/5 und L5/S1 mit Osteochondrosen und 

ventralen Spondylosen sowie rechtsseitigen Diskushernien mit Kompression der 

Wurzel L5 rechts, ein Impingement-Syndrom der rechten Schulter (ICD-10: M75.4) mit 

Supra- und Infraspinatustendinose (ICD-10: M75.1) sowie ausgeprägter 

möglicherweise posttraumatischer Omarthrose rechts (ICD-10: M19.11) bei Verdacht 

auf alte Benett-Läsion am Humeruskopf, Verdacht auf beginnende 

Femoropatellararthrose rechts (ICD-10: M17.9) bei radiologisch Chondrokalzinose 

rechts, Status nach offener Reposition und Schraubenosteosynthese am 

25. September 2009 wegen wenig dislozierter Radiusköpfchen-Mason-Fraktur links 

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wegen Sturz am 18. September 2009 bei verminderter Belastbarkeit und regredienter 

Beweglichkeitseinschränkung Ellbogen links, koronare Herzkrankheit (ICD-10: I25.1) 

bei Status nach vierfachem aortokoronarem Bypass am 10. Oktober 2007, 

eingeschränkter linksventrikulärer Funktion, EF 43%, kardiovaskulärer Risikofaktoren, 

positiver Familienanamnese und metabolischem Syndrom erhoben. Aus 

rheumatologischer Sicht sei eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für körperlich schwere 

und mittelschwere Tätigkeiten wie die angestammte Tätigkeit als Dachdecker und 

Gerüstbauer gerechtfertigt. Für eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit 

bestehe aus rheumatologischer Sicht eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80%. 

Die subjektiv stärker verminderte Leistungsfähigkeit sei bei der psychiatrischen 

Untersuchung als psychische Überlagerung im Sinn einer 

Schmerzverarbeitungsstörung diagnostiziert worden. Aus psychiatrischer Sicht bestehe 

eine Arbeitsunfähigkeit von 20%. Im internistischen Status sei die Herz-

Kreislauffunktion in Ruhe kompensiert gewesen. Die bei der letzten kardiologischen 

Untersuchung im Januar 2010 festgestellte linksventrikuläre Auswurffraktion von 42% 

rechtfertige eine verminderte Leistungsfähigkeit, so dass keine mittelschweren und 

schweren, sondern nur leichten Tätigkeiten zumutbar seien. Die übrigen internistischen 

und anderweitigen somatischen Befunde und Diagnosen hätten keinen Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit. Zusammengefasst sei der Beschwerdeführer aus polydisziplinärer 

Sicht für eine körperlich angepasste, leichte, wechselbelastende Tätigkeit zu 80% 

arbeits- und leistungsfähig, in einem ganztägigen Pensum verwertbar. Die 

Arbeitsunfähigkeiten aus psychiatrischer und somatischer Sicht könnten nicht 

kumuliert werden, da dieselben Zeitabschnitte für vermehrt notwendige Pausen und 

verlangsamtes Arbeiten genutzt werden könnten.

4.1.2         Mit Stellungnahme vom 2. September 2010 (IV-act. 91) berichtete Dr. G.___, 

dass sich der Beschwerdeführer seit 10. Februar 2009 aufgrund einer dominierenden 

Angst mit depressiver Symptomatik, die sich bei körperlichen Belastungen verstärke, 

bei ihr in Behandlung befinde. Aus rein psychiatrischer Sicht sei der Beschwerdeführer 

für alle Tätigkeiten zu 50% (vier Stunden täglich) arbeitsunfähig. Dabei seien 

Tätigkeiten mit sehr hohen Anforderungen an die Konzentration, wie z.B. 

Fliessbandarbeit, Tätigkeiten mit sehr viel äusseren Reizen, Arbeit unter Lärm und Kälte 

sowie Nachtarbeit nicht zu empfehlen. Der Beschwerdeführer habe massive Ängste vor 

einem erneuten Herzinfarkt oder einem chirurgischen Eingriff, da er seine koronare 

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Gefässerkrankung und vierfache ACB (Aortacoronare Bypassoperation) nicht 

verarbeitet habe. Er zeige massiven Ärger auf seinen ehemaligen Hausarzt, der 

angeblich seinen ersten Herzinfarkt nicht erkannt und keine rechtzeitige Behandlung 

der kardiovaskulären Risikofaktoren in die Wege geleitet habe. Es handle sich um eine 

Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion auf ein Ereignis (schwere 

koronare Dreigefäss-Erkrankung). Zum Gutachten des ABI vom 12. April 2010 befragt, 

befand Dr. G.___ die psychiatrische Diagnose "Angst und depressive Reaktion 

gemischt" sowie die Arbeitsunfähigkeitseinschätzung aus psychiatrischer Sicht als zu 

niedrig eingestuft. Es bestehe Medikamenten-Compliance. Die Diagnose 

"Schmerzverarbeitungsstörung" sei unbefriedigend. Die Schmerzausweitung sowie 

Angst und Depression sollten im Rahmen des metabolischen Syndroms betrachtet 

werden. Es handle sich um einen psychosomatisch belasteten Patienten mit Heredität 

für das metabolische Syndrom.

4.1.3         Dr. E.___ berichtete am 24. September 2010 (IV-act. 93), dass der 

Beschwerdeführer als Dachdecker seit dem 28. November 2008 bis auf weiteres zu 

100% arbeitsunfähig sei und dass sie diesbezüglich die Meinung des ABI teile. Sie 

erachte keine Tätigkeiten als zumutbar, und wies darauf hin, dass alles Andere nur 

hypothetisch möglich sei. Hierzu wolle sie keine Stellung nehmen.

4.1.4         Mit Untersuchungsbericht vom 23. November 2010 (IV-act. 106-3/8ff.) 

diagnostizierte Dr. med. I.___, leitender Arzt der medizinischen Klinik Kardiologie, Spital 

Linth, eine Koronare Dreigefässerkrankung bei Status nach vierfachem ACB am 

10. Oktober 2007 (LIMA an RIVA, Vene an RCA, Vene an Diagonalast II und RCX, 

mittelschwer eingeschränkte systolische LV-Funktion; EF 38%, infero-posteriore 

Akinesie, laterale Hypokinesie, beginnendes Aneurysma posterobasal, Kardio-MRI vom 

9. September 2008: keine Ischämie), eine paroxismal nächtliche Dyspnoe bei mässiger 

bis mittelschwerer LV-Dysfunktion, nächtlicher Cheyne-Stokes-Atmung und leichtem 

obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom, einen Status nach Schwindelattacke am 

18. September 2009 (Velounfall mit Commotio cerebri, Radiusköpfchenfraktur links), 

chronische Rückenschmerzen bei degenerativen Veränderungen der gesamten 

Wirbelsäule sowie einen Status nach Helicobacter-Erydakationstherapie wegen 

Ulkuskrankheit im Oktober 2007. Der Beschwerdeführer sei in seiner Lebensqualität 

einerseits beeinträchtigt durch die Schmerzsymptomatik degenerativer Veränderungen 

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des Bewegungsapparates, andererseits aber auch durch eine latente 

Linksherzinsuffizienz bei einer mittelschweren LV-Dysfunktion. Von Seiten des 

muskuloskelettalen Apparats bestünden Schmerzen im lumbosakralen 

Übergangsbereich, Knie- und Schulterschmerzen rechts sowie halbseitige 

Kopfschmerzen links mit Chemosis des linken Auges. Echokardiographisch habe sich 

die linksventrikuläre Globalfunktion gegenüber den bisherigen Voruntersuchungen 

leicht verschlechtert, wahrscheinlich im Sinn eines Remodelings. Die paroxysmale 

nächtliche Dyspnoe werde wahrscheinlich durch das bekannte obstruktive 

Schlafapnoe-Syndrom verstärkt, zumal in der Polygraphie vom 9. Juni 2009 eine 

Cheyne-Stokes-Atmung dokumentiert worden sei. Im aktuellen Belastungs-EKG 

liessen sich fragliche pektanginöse Beschwerden, jedoch keine ischämieverdächtigen 

EKG-Veränderungen auslösen, bei eingeschränkter körperlicher Leistungsfähigkeit. Die 

druckartigen retrosternalen Schmerzen seien bis anhin rezidivierend aufgetreten, ohne 

Anstrengungsabhängigkeit und offenbar auch durch manuellen Druck auslösbar. Eine 

erneute Myokardischämie erscheine aufgrund der anamnestischen Angaben, des 

bisherigen Verlaufs und dem fehlenden Ischämienachweis im Kardio-CT vor zwei 

Jahren wenig wahrscheinlich. Von grösster Dringlichkeit sei in der Herzinsuffizienz-

Behandlung das Aufhalten des LV-Remodelings.

4.1.5         Mit Stellungnahme vom 27. Januar 2011 (IV-act. 106-1/8f.) berichtete 

Dr. I.___ über eine langsam progrediente Linksherzinsuffizienz, welche sich mit einer 

körperlichen Leistungsintoleranz und Anstrengungsdyspnoe NYHA II, aber auch mit 

einer paroxysmalen nächtlichen Dyspnoe manifestiere. Parallel zur progredienten 

Symptomatik habe sich auch die systolische LV-Funktion verschlechtert, 

wahrscheinlich im Sinne eines Remodelings des linken Ventrikels nach Myokardinfarkt. 

Die körperliche Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers sei durch die 

Linksherzinsuffizienz grundsätzlich beeinträchtigt, zu berücksichtigen sei dabei die 

nächtliche Atemnot, welche mit dem Schlafapnoe-Syndrom assoziiert sei und welche 

aufgrund der damit verbundenen Angstgefühle auch psychische Auswirkungen habe 

und die nächtlichen Erholungsphasen beschneide. Für eine Tätigkeit im 

Hochbauwesen sei der Beschwerdeführer mit Sicherheit nicht mehr arbeitsfähig. Zur 

arbeitsmedizinischen Beurteilung einer zumutbaren Tätigkeit könne er nicht Stellung 

nehmen. Aus kardiologischer Sicht würde er den Grad der Arbeitsunfähigkeit auf 

50-60% einschätzen. Zur Begutachtung des ABI Basel vom 12. April 2010 konstatierte 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/22

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Dr. I.___, dass lediglich eine momentane Standortbestimmung berücksichtigt worden 

sei. Damals sei von ihm eine mässig eingeschränkte linksventrikuläre Funktion (EF 

43%) festgestellt worden. Zu berücksichtigen sei aber der klinische Gesamtverlauf seit 

dem 10. Oktober 2007. Dieser sei durch eine zunehmende systolische linksventrikuläre 

Dysfunktion gekennzeichnet.

4.1.6         Mit Stellungnahme vom 25. März 2011 (IV-act. 123) befand RAD-Ärztin 

Dr. H.___, dass die kardiologische Situation durch den internistischen Begutachter des 

ABI sehr wohl angemessen berücksichtigt worden sei, indem dieser nachträglich die 

kardiologische Untersuchung mittels Bericht des Kardiologen Dr. I.___ vom 12. Januar 

2010 in seine Beurteilung mit einbezogen habe. Mit der Herz-Auswurffraktion des 

linken Ventrikels von 43% bestehe eine deutliche Verbesserung zu derjenigen vom 

21. April 2009 mit 35%, nachdem am 10. September 2008 eine von 50% gemessen 

worden sei bei vierfachem aortokoronarem Bypass am 10. Oktober 2007 nach 

Myokardinfarkt. Aufgrund dieser Auswurffraktion attestiere der Gutachter 

vorsichtshalber eine leidensadaptierte Einschränkung für körperlich schwere und 

mittelschwere Tätigkeiten. Im aktuellen Bericht des Kardiologen verzeichne dieser eine 

schleichende Verschlechterung der kardialen Gesamtsituation. Dass die behandelnden 

Ärzte ihre Patienten gelegentlich anders einschätzten, sei bekannt und zum Beispiel auf 

teilweises Einbeziehen von IV-fremden oder nicht sicher die Arbeitsfähigkeit 

einschränkenden Faktoren zurückzuführen. Die medizinisch-theoretische Beurteilung 

aufgrund nachweisbarer medizinischer Befunde erscheine auch in dieser Beurteilung 

angebracht. Insbesondere bei fraglicher Motivation oder Angst könne auch eine EFL 

nicht die gewünschte detaillierte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bringen, da der 

Versicherte sich voraussichtlich gar nicht an die Leistungsgrenzen heranführen lassen 

würde. Aus arbeits- und versicherungsmedizinischer Sicht sei eine sichere relevante 

somatische Einschränkung für leichte körperliche Tätigkeiten zum jetzigen Zeitpunkt 

nicht begründbar.

4.1.7         Mit interdisziplinärem Bericht vom 8. Juni 2011 (act. G 8.1) stellten die Ärzte 

des Medizinischen Zentrums Z.___ die Diagnosen eines chronischen 

lumbospondylogenen Syndroms rechts mit/bei intermittierender radikulärer Reizung L5 

rechts, ausgeprägten degenerativen Veränderungen vor allem L4/5 und L5/S1 mit 

Osteochondrosen und ventralen Spondylosen, Discopathie L4/5 und L5/S1, 

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rechtsseitigen Diskushernien mit Kompression der Wurzel L5 rechts, Verdacht auf 

beginnende Femoropatellararthrose rechts, Omarthrose rechts, Status nach dislozierter 

Radiusköpfchen-Mason-Fraktur links mit/bei Sturz mit Fahrrad am 18. September 

2009, Commotio cerebri, BWS-Kontusion und Status nach offener Reposition und 

Schraubenosteosynthese am 25. September 2009, Status nach inferiorem 

Myokardinfarkt mit/bei Status nach vierfachem aortokoronarem Bypass am 

10. Oktober 2007, Status nach Ulcus duodeni 1987, ein leichtes obstruktives 

Schlafapnoesyndrom, eine mittelgradige depressive Episode, anhaltende somatoforme 

Schmerzen sowie eine Alkoholabhängigkeit. Der Beschwerdeführer sei zu 100% 

arbeitsunfähig auch für angepasste Tätigkeiten. Eine Arbeitstätigkeit sei ihm nicht 

zuzumuten.

4.1.8         Am 22. August 2011 berichtete Dr. med. K.___, Spezialarzt FMH für 

Chirurgie, Wirbelsäulenleiden, Schleudertrauma und orthopädische Traumatologie, 

Belegarzt Medizinisches Zentrum Z.___, Zürich, über drei Problemkreise, nämlich 

erstens Restbeschwerden im Bereich des linken Ellbogens bei Status nach 

Radiusköpfchenosteosynthese mit Pseudarthrose, zweitens ein chronisch 

rezidivierendes lumbovertebrales Syndrom mit radikulärer Ausstrahlung L5 rechts – 

wobei im Bereich der Lendenwirbelsäule deutliche degenerative Veränderungen mit 

Osteochondrose L4/L5 und L5/S1 und begleitender Spondylarthrose in diesen 

Segmenten mit einer mediolateralen rechtsseitigen Protrusion L3/L4 und konsekutiver 

Einengung des Recessus lateralis rechts und zusätzlich Einengung des Recessus 

lateralis L4/L5 rechts mit Tangierung der Nervenwurzel L5 rechts und entsprechendem 

klinischen Korrelat einer radikulären L5-Reizung rechts vorhanden sei, und drittens 

habe bezüglich der Schulterbeschwerden rechts die Abklärungsuntersuchung eine 

Omarthrose rechts sowie eine AC-Gelenksarthrose rechts ergeben (act. G 8.2).

4.1.9         Mit Bericht vom 19. Oktober 2011 (act. G 8.3) ergänzte Dr. K.___, dass die 

degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule durch die 1994 und 2009 erlittenen 

Unfälle sicher richtungsgebend verstärkt worden seien. Durch die verminderte 

Belastbarkeit des Achsenorgans bestehe beim Beschwerdeführer für alle Tätigkeiten 

mit schwerem Heben oder Tragen von Lasten sowie in wirbelsäulenbelastenden 

Tätigkeiten in Zwangshaltungen, für langandauerndes reines Stehen insbesondere in 

vornübergeneigter Körperhaltung, für alle Tätigkeiten mit repetitivem Rumpf- oder 

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HWS-rotierenden Stereotypien sowie Arbeiten überwiegend im Überkopfbereich, keine 

Eignung. Zumutbar aus wirbelsäulemedizinischer Sicht seien körperlich leichte 

Tätigkeiten in wirbelsäulenadaptierten Wechselpositionen mit der Möglichkeit zum 

Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen; insbesondere kein Heben von schweren 

Lasten, nicht mehr als 5kg kurzfristig und 2kg längerfristig. In einer solchen der 

Behinderung angepassten Tätigkeit wäre der Beschwerdeführer aus 

wirbelsäulenmedizinischer Sicht 50% arbeitsfähig.

4.1.10      Mit Stellungnahme vom 27. März 2012 von Dr. med. L.___, Facharzt 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH und Dr. phil. M.___, Klinischer Psychologe und 

Supervisor Zürich, wurde deutliche Kritik an der Qualität des psychiatrischen ABI-

Teilgutachtens von Dr. N.___ geäussert (act. G 17.1). Das psychiatrische Gespräch 

habe gemäss der draussen wartenden Tochter ca. 20 Minuten gedauert und das sei für 

eine Exploration deutlich zu wenig. Der Übersetzerin sei gesagt worden, sie solle nur 

bei Bedarf eingreifen, was zu völlig falschen Informationserhebungen und 

anschliessend zu völlig falschen Schlussfolgerungen geführt habe. Die Symptome 

seien oberflächlich aufgenommen worden und fehlerhaft. Der Tagesablauf sei deutlich 

positiv überzeichnet. Der Patient sei aufgrund des positiven und negativen 

Leistungsbilds, der neuropsychologisch bestätigten Depression, der Diagnose sowie 

der Fremdanamnese als 100% arbeitsunfähig auch für angepasste Tätigkeiten 

einzustufen. Dem Gutachten sei jeglicher Beweiswert abzusprechen.

4.2   Ein im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholtes Gutachten von externen 

oder internen Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und 

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 

Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der 

Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien gegen die 

Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 ff. E. 3b/bb und 3b/ee). Das gilt 

auch vorliegend für das ABI-Gutachten.

4.3   Aufgrund der vorstehend erläuterten medizinischen Aktenlage steht zweifellos 

fest, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Dachdecker und 

Gerüstbauer, aber auch in jeder anderen schweren oder mittelschweren Tätigkeit, zu 

100% arbeitsunfähig ist. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten 

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Tätigkeit sind verschiedene Einschätzungen vorhanden, wobei grundsätzlich dieselben 

somatischen Diagnosen als deren Grundlage dienen. Zur Hauptsache leidet der 

Beschwerdeführer den Akten zufolge an einer koronaren Herzkrankheit und an 

muskuloskelettalen Beschwerden. Während dem Beschwerdeführer im ABI-Gutachten 

vom 12. April 2010 in einer leidensadaptierten Tätigkeit eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit 

attestiert wird, schätzt Dr. I.___ die Arbeitsunfähigkeit aus kardiologischer Sicht mit 

50-60% ein und auch Dr. K.___ erachtet aus wirbelsäulemedizinischer Sicht lediglich 

eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit als zumutbar. Die Ärzte des Medizinischen Zentrums 

Z.___ sehen bei interdisziplinärer Beurteilung eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit 

als gegeben an. Auch Dr. E.___ geht von einer vollen Arbeitsunfähigkeit aus. Die 

Hausärztin schliesst allerdings die hypothetische Möglichkeit zur Ausübung einer 

anderen Tätigkeit grundsätzlich nicht aus, möchte sich jedoch nicht näher dazu 

äussern. Eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit erscheint auch mit Blick auf die weitere 

Aktenlage und die körperlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers nicht 

überzeugend und geht bei genauer Betrachtung auch nicht vorbehaltlos aus den 

einzelnen Beurteilungen der Teilgutachter des Medizinischen Zentrums Z.___ hervor. 

Die von Teilgutachter Dr. med. O.___, Facharzt für Rheumatologie FMH, Medizinisches 

Zentrum Z.___, erhobenen Befunde eines paravertebralen endgradig schmerzhaft 

eingeschränkten Druckschmerzes im LWS-Bereich, von unauffälligen Verhältnissen im 

HWS- und BWS-Bereich, einer ebenso unauffälligen Beweglichkeit der Schultergelenke 

wie der übrigen Extremitätengelenke, einer endgradigen Einschränkung der 

Beweglichkeit im linken Ellbogen vor allem für Pro- und Supination, sowie die AC 

Belastungsteste rechts und der Unauffälligkeit des peripher neurologischen Befunds 

widersprechen sich mit einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit, wobei diese von Dr. O.___ 

ausschliesslich unter Berücksichtigung aller Facetten der Persönlichkeit des Patienten 

– und nicht etwa aufgrund der wegen objektivierten Beschwerden noch möglichen 

medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit – attestiert wird. Der Teilgutachter Dr. med. 

P.___, Facharzt für Anästhesiologie FMH, äussert sich lediglich zur Arbeitsunfähigkeit in 

der angestammten Tätigkeit als Dachdecker, welche 100% betrage. Eine Einschätzung 

der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit lässt sich nicht finden. Dr. K.___ 

vertritt im Rahmen des Teilgutachtens die Ansicht, dass der Beschwerdeführer 

aufgrund der vor allem belastungsabhängigen Beschwerden zurzeit bis auf Weiteres 

keine Tätigkeit zugemutet werden könne. In einem ca. vier Monate nach dem 

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interdisziplinären Teilgutachten verfassten Stellungnahme sieht er eine 50%-ige 

Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit als zumutbar an. Nach Ansicht des 

Teilgutachters Dr. med. Q.___, Facharzt für orthopädische Chirurgie FMH, kann dem 

Beschwerdeführer nur sehr leichte Arbeit bezüglich Belastung Ellbogen links und 

Schulter rechts zugemutet werden. Eine quantitative Einschränkung wird von ihm 

offensichtlich nicht als notwendig angesehen. In der vom Beschwerdeführer 

eingereichten Stellungnahme vom 27. März 2012 von Dr. L.___ und Dr. M.___ 

(act. G 17.1) ist zwar ebenfalls von einer vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit die Rede; 

diese Stellungnahme enthält jedoch weder in Kenntnis der gesamten Aktenlage 

erhobene, objektive Befunde, noch gibt sie eine eigene Arbeitsfähigkeitsschätzung ab. 

Sie beschränkt sich auf Kritik des ABI-Gutachtens vom 12. April 2010, die jedoch von 

vornherein nicht geeignet ist, um ihm jeglichen Beweiswert abzusprechen. Für die 

Behauptung, dass das Gespräch lediglich 20 Minuten gedauert haben soll, finden sich 

in den Akten keine Hinweise. Für das psychiatrische Gespräch wurden gemäss 

Untersuchungsprogramm sogar zwei Stunden vorgesehen (IV-act. 63-2/2). Eine völlig 

falsche Informationserhebung erscheint angesichts der unbestrittenen Tatsache, dass 

eine Übersetzerin anwesend war, unglaubwürdig, da diese bei Bedarf hätte eingreifen 

müssen. Auf die sich mit der subjektiven Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung deckende 

Einschätzung einer vollen Arbeitsunfähigkeit ist daher nicht abzustellen. Jedoch kann 

deswegen nicht die Beurteilung des ABI-Gutachtens unbesehen übernommen werden, 

obwohl dieses in Kenntnis der gesamten Aktenlage verfasst wurde, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht und die beklagten Leiden des Beschwerdeführers 

berücksichtigt. Nach dem ABI-Gutachten besteht aufgrund des chronischen 

lumbospondylogenen Syndroms bei ausgeprägten degenerativen Veränderungen der 

LWS sowie dem Impingement-Syndrom der rechten Schulter bei einer Omarthrose und 

der Beweglichkeitseinschränkung am linken Ellbogen nach Schraubenosteosynthese 

einer dislozierten Radiusköpfchenfraktur eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für 

körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten wie die angestammte Tätigkeit als 

Dachdecker und Gerüstbauer. Für eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit 

bestehe aus rheumatologischer Sicht eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80%. 

Zwar wird anschliessend festgehalten, dass die Ergebnisse der kardiologischen 

Untersuchung im Januar 2010 (linksventrikuläre Auswurffraktion von 42%) eine 

verminderte Leistungsfähigkeit rechtfertigen, allerdings wird diesem Umstand lediglich 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/22

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durch eine (bereits aus rheumatologischen Gründen erfolgte) qualitative Einschränkung 

(leichte Tätigkeit) Rechnung getragen. Angesichts der objektivierbaren kardiologischen 

Einschränkungen des Beschwerdeführers erscheint dies ungenügend und die 

Beurteilung insgesamt zu optimistisch. Obwohl im Untersuchungsbericht vom 

23. November 2010 und in der Stellungnahme vom 27. Januar 2011 von Dr. I.___ über 

eine schleichende Verschlechterung der systolischen LV-Funktion berichtet wird, 

äussert sich der RAD nicht zur Arbeitsfähigkeitseinschätzung von Dr. I.___ und 

begründet das Festhalten an der medizinisch-theoretischen 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung des ABI lediglich damit, dass die behandelnden Ärzte ihre 

Patienten gelegentlich anders einschätzten und eine Diskrepanz zum Beispiel auf 

teilweises Einbeziehen von IV-fremden oder nicht sicher die Arbeitsfähigkeit 

einschränkenden Faktoren zurückzuführen sei. Diese Erklärung vermag nicht zu 

überzeugen und lässt mit Blick auf die Arbeitsfähigkeitseinschätzung von Dr. I.___ in 

der Tat auch Zweifel an der Schlussfolgerung des ABI-Gutachtens aufkommen. Bei 

Dr. I.___ handelt es sich um einen vom Spital Linth angestellten leitenden Arzt und 

Kardiologen, der die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

ausschliesslich aus kardiologischer Sicht beurteilt hat. Diese monodisziplinäre 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung ist überzeugend und nachvollziehbar. In Anbetracht der 

vom ABI geschätzten höheren polydisziplinären Arbeitsfähigkeit rechtfertigt es sich 

jedoch, neben den kardiologischen auch die rheumatologischen Einschränkungen und 

die von Dr. G.___ bescheinigte psychisch bedingte Arbeitsfähigkeit von 50% in einer 

50%-igen Arbeitsfähigkeit als konsumiert zu betrachten. Weil auf die 

Arbeitsfähigkeitseinschätzung von Dr. I.___ abgestellt werden kann, erübrigen sich 

weitere Abklärungen. Dem Beschwerdeführer ist damit eine 50%-ige leidensadaptierte 

Tätigkeit zuzumuten.

5.     

5.1   Gemäss Art. 16 ATSG wird bei der Bemessung des Invaliditätsgrads das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

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Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen).

5.2   Nach Art. 29 Abs. 1 IVG (in der seit 1. Januar 2008 gültigen Fassung) entsteht der 

Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung 

des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG. Die Anmeldung zum 

Leistungsbezug erfolgte vorliegend im Juni 2008. Eine allfällige Rentenleistung kann 

damit frühestens ab Dezember 2008 beginnen. Der Einkommensvergleich hat somit auf 

Grundlage der Einkommenszahlen im Jahr 2008 zu erfolgen.

5.3   Die Beschwerdegegnerin ging bei der Bemessung des Valideneinkommens vom 

Jahresverdienst 2007 über Fr. 60'450.-- (13x Fr. 4'650.--) aus, den der 

Beschwerdeführer bei der B.___ AG zuletzt generiert hatte (IV-act. 78). Die Höhe dieses 

Einkommens wurde durch die Angaben der Arbeitgeberin bestätigt und geht auch aus 

dem IK-Auszug hervor (IV-act. 12, 13-4/8). Angepasst an die Nominallohnentwicklung 

(+ 2.2%) resultiert für das Jahr 2008 ein Valideneinkommen von Fr. 61'779.90.

5.4   Da im vorliegenden Fall kein tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen vorhanden 

ist, sind bei der Bestimmung des Invalideneinkommens die LSE-Tabellenlöhne 

beizuziehen (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Gemäss Tabelle TA1, Anforderungsniveau 4, 

Total, Männer, betrug im Jahr 2008 der aufgrund einer 40-Stundenwoche erhobene 

Monatslohn Fr. 4'806.--. Dieses Einkommen ist auf die durchschnittliche 

betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit 2008 (41.6 Stunden) aufzurechnen. Daraus 

ergibt sich für das Jahr 2008 ein Gehalt von Fr. 64'977.12. Eine Parallelisierung kann 

vorliegend unterbleiben, da die Differenz zwischen Validen- und Invalideneinkommen 

weniger als 5% ausmacht. Wird zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf die 

LSE-Tabellenlöhne abgestellt, so kann zusätzlich ein Abzug vom statistischen Lohn 

von maximal 25% vorgenommen werden (zum Abzug vom Tabellenlohn vgl. BGE 129 

V 472 E. 4.2.3). Vorliegend erscheint aufgrund der leidensbedingten Beschränkungen 

des Beschwerdeführers auf körperlich angepasste, leichte, wechselbelastende 

Arbeiten sowie der Tatsache, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des 

Verfügungserlasses bereits 59 Jahre alt war und in diesem fortgeschrittenen Alter nur 

noch über eine Teilleistungsfähigkeit verfügt (vgl. zur Benachteiligung von Personen ab 

50 Jahren auch Bundesamt für Statistik, Erwerbstätigkeit der Personen ab 50 Jahren, 

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2008, S. 12) bzw. ihm nun lediglich noch eine Aktivitätsdauer von weniger als fünf 

Jahren verbleibt, ein Tabellenlohnabzug von 15% als angemessen. Unter zusätzlicher 

Berücksichtigung der 50%-igen Restarbeitsfähigkeit resultiert damit ein 

Invalideneinkommen von Fr. 27'615.28 (Fr. 64'977.12 x 0.5 x 0.85).

5.5   Bei der Gegenüberstellung des Valideneinkommens (Fr. 61'779.90) und des 

Invalideneinkommens (Fr. 27'615.28) resultiert ein Invaliditätsgrad von abgerundet 

55%. Damit hat der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine halbe Rente.

6.     

Wie bereits oben erwähnt beginnt der Rentenanspruch im Dezember 2008 (vgl. E. 5.2). 

Nach dem Velounfall vom 18. September 2009 bestand unbestrittenermassen bis Ende 

Januar 2010 eine volle Arbeitsunfähigkeit auch in adaptierten Tätigkeiten (IV-

act. 74-22/87; vgl. auch IV-act. 56, 58, 74-48/87, 74-45/87, 74-43/87, 74-42/87 und 

74-39/87f.). Bei der Verlaufskontrolle am 23. Februar 2010 berichtete Dr. med. R.___, 

Chirurgische Klinik Spital Linth, Uznach, dass keine wesentlichen Schmerzen bis auf 

etwas Knacken bei Bewegungen bestünden. Die Pro- und Supination sei frei und es 

bestehe eine aktive Beweglichkeit bei Extension/Flexion (0°-10°-130°). Es wurde mit 

dem Muskelaufbau begonnen (act. G 11.2 Verlaufseinträge Ambulatorien Dossier 

Chirurgie). Bei der kreisärztlichen Untersuchung vom 17. März 2010 erachtet Dr. med. 

S.___, Facharzt FMH für Chirurgie, eine schrittweise Erhöhung der Belastung als 

zumutbar (act. G 11.2). Insofern ist ab Februar 2010 von einer stetigen Verbesserung 

auszugehen, welche wieder eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten 

Tätigkeit ermöglichte. Da eine Verschlechterung und eine Verbesserung der 

Erwerbsfähigkeit erst zu berücksichtigen sind, sobald sie ohne wesentliche 

Unterbrechung drei Monate gedauert hat (Art. 88a der Verordnung über die 

Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]), ist dem Beschwerdeführer für die Monate 

Januar bis April 2010 ein befristeter Anspruch auf eine ganze Rente zuzusprechen.

7.     

7.1   Zusammengefasst ist die angefochtene Verfügung vom 29. März 2011 in 

teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und dem Beschwerdeführer 

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rückwirkend für die Zeit vom 1. Dezember 2008 bis 31. Dezember 2009 eine halbe, für 

die Zeit vom 1. Januar 2010 bis 30. April 2010 eine ganze und ab 1. Mai 2010 wieder 

eine halbe Rente zuzusprechen. Die Sache ist zur Festsetzung und Ausrichtung der 

geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im Übrigen ist 

die Beschwerde abzuweisen.

7.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

teilweisen Obsiegen entsprechend bezahlen die Beschwerdegegnerin und der 

Beschwerdeführer die Gerichtsgebühr je im Betrag von Fr. 300.--. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer im Umfang von Fr. 300.-- 

daran anzurechnen und im Umfang von Fr. 300.-- zurückzuerstatten.

7.3   Da der Beschwerdeführer teilweise obsiegt, hat er einen reduzierten Anspruch auf 

eine Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist. Bei vollständigem Obsiegen wäre eine Parteientschädigung von Fr. 3‘500.-- 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen. Wegen des nur teilweisen 

Obsiegens erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 1‘750.-- als gerechtfertigt. Die 

Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer somit eine Parteientschädigung von 

Fr. 1‘750.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

 

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

29. März 2011 aufgehoben und dem Beschwerdeführer wird rückwirkend für die Zeit 

vom 1. Dezember 2008 bis 31. Dezember 2009 eine halbe, für die Zeit vom 1. Januar 

bis

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2010 bis 30. April 2010 eine ganze und ab 1. Mai 2010 wieder eine halbe Rente 

zugesprochen. Die Sache wird zur Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten 

Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Im Übrigen wird die 

Beschwerde abgewiesen.

2.      Die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- bezahlen die Beschwerdegegnerin und der

Beschwerdeführer je im Betrag von Fr. 300.--. Der geleistete Kostenvorschuss von 

Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer daran angerechnet und im Umfang von 

Fr. 300.-- zurückerstattet.

3.      Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 1‘750.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 25.04.2013
	Art. 28 Abs. 2, 29 Abs. 1 IVG, Art. 16 ATSG, Art. 88a IVV. Rentenanspruch bejaht bei einem Invaliditätsgrad von 55%. Kein Abstellen auf das ABI-Gutachten, da die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung angesichts der objektivierbaren kardiologischen Einschränkungen des Beschwerdeführers insgesamt zu optimistisch erscheint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St.Gallen vom 25. April 2013, IV 2011/173). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_425/2013.

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