# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 08de8a48-48a1-51a5-b0ee-c80f40b483d5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-11-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.11.2017 E-359/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-359-2016_2017-11-15.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-359/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 5 .  N o v e m b e r  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), 

Richter David R. Wenger, Richterin Muriel Beck Kadima,    

Gerichtsschreiberin Regina Derrer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 18. Dezem-

ber 2015 / N (…). 

 

 

 

E-359/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer 

Ethnie mit letztem offiziellen Wohnsitz in (…), [bei] Jaffna – verliess seinen 

Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am 15. Januar 2011 und reiste am 

19. Januar 2011 von Jordanien und Italien her kommend in die Schweiz 

ein. Gleichentags stellte er im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) 

Basel ein Asylgesuch, wo er am 24. Januar 2011 summarisch zu seinen 

Gesuchsgründen und zu seiner Person befragt wurde. Am 7. Februar 2011 

fand die einlässliche Anhörung zu seinen Asylgründen statt. Bei diesen bei-

den Befragungen trug der Beschwerdeführer im Wesentlichen folgendes 

vor:  

Sein (jüngerer) Bruder sei im Jahr 1996 den Liberation Tigers of Tamil 

Eelam (LTTE) beigetreten und seither verschwunden. Zudem habe auch 

sein Schwager, der zwischenzeitlich in der Schweiz wohne, die Separatis-

ten unterstützt. Aus diesen Gründen sei er, der Beschwerdeführer, ver-

dächtigt worden, ebenfalls etwas mit den LTTE zu tun gehabt zu haben, 

weshalb er sich täglich bei der Armee in seinem Heimatdorf habe melden 

müssen. Er sei aber nie Mitglied der LTTE gewesen. Seine Mutter habe die 

Separatisten während der Zeit des Friedensabkommens lediglich mit Es-

sen unterstützt. Er habe zudem, ebenfalls in dieser Zeit, ein Zwangstraining 

der LTTE für Jugendliche absolviert. Nachdem das Friedensabkommen ge-

scheitert war, hätten Mitglieder der Separatisten überdies jeweils bei ihnen 

zu Hause übernachtet. Am 30. August 2010 seien neue Soldaten im Mili-

tärcamp stationiert worden, weshalb der Beschwerdeführer von diesen 

zum Grund seiner Meldepflicht befragt und bei diesem Anlass auch bedroht 

worden sei. Gleichentags seien Soldaten zu ihm nach Hause gekommen. 

Sie hätten sich bei ihm über die beiden [Verwandten] erkundigt, die bei ihm 

zu Besuch gewesen seien und beide ihre Männer im Krieg verloren hätten 

sowie verletzt worden seien. Sie hätten wissen wollen, ob die beiden 

Frauen Rebellinnen seien. Auch hätten sie den Beschwerdeführer gefragt, 

ob er weiterhin die LTTE unterstütze. Er selbst sei von den Soldaten ge-

schlagen und mit einer Zigarette am Arm verbrannt worden. In jener Nacht 

sei ein weisser Van bei ihm zu Hause vorgefahren. Er habe diesen bemerkt 

und habe über die Hintertür seines Hauses in den Wald fliehen können, 

von wo aus er sich am nächsten Morgen zu einem Freund in ein anderes 

Dorf begeben habe. Dort habe er sich versteckt gehalten, bis er über Co-

lombo in die Schweiz ausgereist sei. Was nach seiner Flucht bei ihm zu 

Hause genau vorgefallen sei, wisse er bis heute nicht. Finanziert worden 

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Seite 3 

sei seine Reise von seinem Schwiegervater respektive Onkel, der seinen 

Traktor bereits vor den Ereignissen im August 2011 vorsorglich verkauft 

habe. Er habe nach den Vorfällen im August 2011 auch seine Ausreise or-

ganisiert und sei kurz darauf vom Militär umgebracht worden. Seine Ehe-

frau und seine Schwiegermutter seien Anfang 2011 bei sich zu Hause vom 

Militär aufgesucht, bedroht und zur Übernahme der Meldepflicht des Be-

schwerdeführers gezwungen worden.  

Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer ne-

ben seiner Identitätskarte Fotografien von sich selbst und seinen beiden 

kriegsversehrten [Verwandten], Kopien seiner Heiratsurkunde und seines 

Führerscheins, eine Kopie des Todesscheins seines Schwiegervaters res-

pektive Onkels, einen Zeitungsartikel vom (…) 2010 betreffend die Um-

stände dessen Todes, eine diesen betreffende, am (…) 2010 in der Zeitung 

publizierte Todesanzeige, Fotografien des verstorbenen Schwiegervaters 

respektive Onkels, zwei diesen betreffende Todesanzeigen sowie Kopien 

von Urkunden betreffend die gerichtliche Untersuchung dessen Todes und 

betreffend die gerichtliche Freigabe des Leichnams.  

B.  

Mit Verfügung vom 15. Mai 2013 wies das SEM das Asylgesuch des Be-

schwerdeführers ab und ordnete seine Wegweisung aus der Schweiz so-

wie den Vollzug an. 

C.  

Dagegen liess der Beschwerdeführer von seinem damaligen Rechtsvertre-

ter am 17. Juni 2013 Beschwerde erheben. In Ergänzung des bereits be-

kannten Sachverhalts wurde darin ausgeführt, dass sein (älterer) Bruder 

ebenfalls mit den sri-lankischen Behörden Probleme gehabt habe und des-

wegen im Mai 2010 in der Schweiz eine vorläufige Aufnahme erhalten 

habe. Der (jüngere) Bruder, der in einer Kampfeinheit der LTTE gedient 

habe, halte sich zwischenzeitlich in [einer europäischen Stadt] auf, wo er 

in intensiver Weise exilpolitisch tätig sei und auch Geld für die LTTE ge-

sammelt habe. Auch der Beschwerdeführer selbst habe sich in der Schweiz 

für die tamilische Sache politisch engagiert. So habe er unter anderem an 

einer regimekritischen Demonstration am (…) 2013 in (…) teilgenommen 

und neben einem eindeutigen Schal auch LTTE-Plakate getragen. Zusam-

men mit der Rechtsmitteleingabe wurden ein Bestätigungsschreiben des 

Freundes des Beschwerdeführers, bei dem er nach seiner Flucht aus sei-

nem Heimatdorf kurzzeitig untergekommen sei, eine Kopie des den 

Schwiegervater respektive Onkel des Beschwerdeführers betreffenden 

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Auszugs aus dem Todesregister, eine deutsche Übersetzung des im vo-

rinstanzlichen Verfahren eingereichten Zeitungsartikels vom (…) 2010 so-

wie Fotografien einer regimekritischen tamilischen Demonstration in (…) 

vom (…) 2013, auf denen auch der Beschwerdeführer zu sehen ist, einge-

reicht. Im Laufe des Verfahrens wurde ferner ein Schreiben der Hauptpoli-

zeiwache (…) vom (…) 2013 eingereicht, wonach der Beschwerdeführer 

zur Einvernahme auf dem Polizeiposten zu erscheinen habe.  

D.  

Nachdem die Vorinstanz ihren Entscheid vom 15. Mai 2013 im Rahmen 

der vom Gericht eingeleiteten Vernehmlassung aufgehoben und das erst-

instanzliche Verfahren wieder aufgenommen hatte, schrieb das Bundes-

verwaltungsgericht das unter der Verfahrensnummer E-3484/2013 aufge-

nommene Beschwerdeverfahren mit Urteil vom 14. Mai 2014 wegen Ge-

genstandslosigkeit ab.  

E.  

Im Rahmen des von der Vorinstanz wiederaufgenommenen Verfahrens 

wurde der Beschwerdeführer am 12. Mai 2015 nochmals angehört. Dabei 

trug er in Ergänzung zu seinen Vorbringen anlässlich der Befragungen im 

Jahr 2011 im Wesentlichen folgendes vor:  

Seine Ehefrau sei nach einigen Monaten aus der Meldepflicht gegenüber 

der Armee entlassen worden und habe [dem offiziellen Wohnsitz] schliess-

lich verlassen, um in (…) zu leben. Er sei von den sri-lankischen Behörden 

(der Armee oder dem CID) ungefähr noch fünf oder sechs Mal bei seinen 

Eltern zu Hause gesucht worden, wobei seine Familie wiederholt einge-

schüchtert worden sei. Einmal, im Februar 2013, sei sein Vater zusammen-

geschlagen worden. Er habe dabei alle Zähne verloren und sei gewürgt 

worden. Danach habe er Mühe gehabt, zu schlucken, und sei für längere 

Zeit hospitalisiert gewesen. Dazu reichte der Beschwerdeführer Kopien 

von Arztberichten des General Teaching Hospital Jaffna ein. Da der Vater 

anschliessend kaum noch habe essen können, sei er am (…) 2014 gestor-

ben. Letztmals sei die Familie des Beschwerdeführers im April 2013 auf-

gesucht worden. Bei diesem Anlass sei ein Schreiben für ihn abgegeben 

worden, in dem er aufgefordert worden sei, sich bei der Polizei zu melden. 

Bis heute habe seine Familie den Behörden nicht offenbart, wo er sich auf-

halte, da ihnen dies wohl noch mehr Probleme beschert hätte. Nach April 

2013 sei die Polizei noch ein bis zwei Mal bei seinen Angehörigen vorbei-

gegangen, weil er nicht, wie angeordnet, erschienen sei. Die Polizei habe 

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Seite 5 

dann aber von weiteren Hausbesuchen abgesehen, weil die Familie wie-

derholt angegeben habe, keinen Kontakt mehr zu ihm zu haben, und weil 

es seinem Vater auch sehr schlecht gegangen sei. Die sri-lankischen Be-

hörden beobachteten das Haus seiner Familie aber weiterhin.  

Bezüglich der Kontakte seiner Familie zu den LTTE präzisierte der Be-

schwerdeführer, dass die Separatisten in den Jahren 2002 und 2006/2007 

regelmässig bei ihnen zu Hause übernachtet und sie ihnen auch Essen 

gegeben hätten. Seine gesamte Familie habe die LTTE unterstützt, aber 

nur sein (jüngerer) Bruder und sein Schwager seien Mitglieder gewesen. 

Während er nicht genau wisse, welche Funktion sein (jüngerer) Bruder inne 

gehabt habe, könne er von seinem Schwager sagen, dass dieser eine 

wichtige Person in der Bewegung und der Verantwortliche für [den Ort des 

letzten Wohnsitzes des Beschwerdeführers) gewesen sei. Sein (älterer) 

Bruder habe ein LTTE-Training im Vanni-Gebiet absolviert, sei danach aber 

aus Sri Lanka ausgereist. Auf sein Vorbringen in der ersten eingehenden 

Anhörung im Jahr 2011, wonach er ein Zwangstraining der LTTE für Ju-

gendliche absolviert habe, angesprochen, führte der Beschwerdeführer 

aus, dass dies zu einer Zeit gewesen sei, als man sich in der Region noch 

relativ frei habe bewegen können. Er habe den LTTE jeweils Essen ins 

Vanni-Gebiet gebracht und dort eine Waffe in die Hand gedrückt bekom-

men, mit der Aufforderung zu üben. Das sei nicht ein richtiges Training ge-

wesen. Während seines Aufenthaltes hier in der Schweiz, habe er, der Be-

schwerdeführer, nun erfahren, dass sein (jüngerer) Bruder, der Mitglied bei 

den LTTE gewesen sei, heute in [einer europäischen Stadt] lebe. Er unter-

stütze die Bewegung weiterhin und organisiere exilpolitische Anlässe und 

Demonstrationen. Auch der Beschwerdeführer selbst gab an, sich in der 

Schweiz regimekritisch betätigt zu haben. Er habe an sämtlichen tamilisch-

exilpolitischen Anlässen und Demonstrationen hierzulande teilgenommen. 

Teilweise seien Aufnahmen dieser Anlässe im Fernsehen in Sri Lanka (so 

z.B. über [Fernsehsender]) ausgestrahlt worden. Zu den Vorbringen betref-

fend Exilpolitik reichte der Beschwerdeführer neben Fotografien von De-

monstrationen aus dem Jahr 2015, auf denen auch er zu sehen ist, einen 

Link auf ein von (…) veröffentlichtes YouTube Video zur Demonstration 

vom (…) 2015 in (…) ein.    

Darauf angesprochen, ob er Narben am Körper habe, führte der Beschwer-

deführer aus, er habe [eine Narbe] am [Körperteile] eine Art Narbe von 

Schlägen mit einem Kabel.  

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Seite 6 

F.  

Mit Schreiben vom 28. Juli 2015 forderte die Vorinstanz den Beschwerde-

führer auf, die vollständigen Personalien sowie die N-Nummer seines in 

der Schweiz wohnhaften Schwagers bekannt zu geben sowie mitzuteilen, 

ob sein in [einem anderen europäischen Land] lebender (jüngerer) Bruder 

dort ein Asylgesuch eingereicht habe und falls ja, mit welcher Begründung 

dieses wie entschieden worden sei. Ferner gab sie dem Beschwerdeführer 

Gelegenheit, zur Tatsache Stellung zu nehmen, dass sein ebenfalls in der 

Schweiz weilender (älterer) Bruder wegen der allgemeinen Lage in Sri 

Lanka und nicht wegen der vom Beschwerdeführer geltend gemachten 

LTTE-Vergangenheit in der Schweiz vorläufig aufgenommen worden sei. 

Schliesslich ersuchte die Vorinstanz den Beschwerdeführer, den wesentli-

chen Inhalt der von ihm eingereichten fremdsprachigen Dokumente be-

kannt zu geben und zu erläutern, weshalb er diese Unterlagen eingereicht 

habe. 

G.     

Mit Eingabe vom 31. August 2015 kam der Beschwerdeführer diesen Auf-

forderungen nach und legte Erläuterungen und Übersetzungen zum Zei-

tungsartikel vom (…) 2010, zur Heiratsurkunde sowie zu den Urkunden be-

treffend die gerichtliche Untersuchung des Todes seines Schwiegervaters 

respektive Onkels und betreffend die gerichtliche Freigabe des Leichnams 

ein (vgl. Bst. A). Zum in der Schweiz lebenden Schwager gab er bekannt, 

dass es sich dabei um B._______ (N […]) handle, dem am 18. März 2008 

hierzulande Asyl gewährt worden sei. Dazu legte der Beschwerdeführer 

den positiven Entscheid des SEM ins Recht. Zu seinem in [einer europäi-

schen Stadt] wohnhaften (jüngeren) Bruder trug er unter Beilage der ent-

sprechenden Einbürgerungsurkunde vor, dass dieser zwischenzeitlich die 

(…) Nationalität erworben habe. Gemäss den ebenfalls eingereichten Un-

terlagen der [zuständigen Behörde] (und weiteren im Zusammenhang mit 

dem Asylverfahren in [einem anderen europäischen Land] ins Recht geleg-

ten Dokumenten) wurde dem (jüngeren) Bruder davor, das heisst im Sep-

tember 2009, während laufendem Asylverfahren, ein ausserordentliches 

Aufenthaltsrecht ausserhalb der Einwanderungsbestimmungen gewährt. 

In der Eingabe vom 31. August 2015 wurde dazu ausgeführt, dass darin 

die Rede von [„wegen den individuellen Umständen seines Falls“] sei, wo-

mit wohl die Verbindung des (jüngeren) Bruders zu den LTTE gemeint sei. 

Zum Dossier des in der Schweiz weilenden (älteren) Bruders führte der 

Beschwerdeführer aus, dass es durchaus zutreffen könne, dass dieser we-

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Seite 7 

gen der allgemeinen Lage in Sri Lanka in der Schweiz vorläufig aufgenom-

men worden sei. Dennoch habe sein (älterer) Bruder wahrscheinlich Ver-

bindungen zu den LTTE gepflegt.      

H.     

Am 25. September 2015 wandte sich das SEM mit den vom Beschwerde-

führer eingereichten Unterlagen des General Teaching Hospital Jaffna an 

die Schweizerische Botschaft in Colombo. Es wies die Botschaft darauf 

hin, dass diesen Unterlagen gemäss Übersetzung zu entnehmen sei, dass 

der Nacken des Vaters des Beschwerdeführers durch Misshandlungen 

durch sri-lankische Armeesoldaten schweren Schaden genommen habe 

und der Vater deswegen habe behandelt werden müssen. Das SEM er-

suchte die Botschaft darum, abzuklären, ob die beiden Dokumente echt 

seien. Ferner bat es die Botschaft, zum mit der Beschwerde vom 17. Juni 

2013 eingereichten Schreiben der Hauptpolizeiwache (…) vom (…) 2013 

Stellung zu nehmen.  

I.        

Am 21. Oktober 2015 äusserte sich die Botschaft zur Anfrage des SEM 

dahingehend, dass es sich gemäss Auskunft des General Teaching Hospi-

tal Jaffna bei den eingereichten Dokumenten des Spitals um Fälschungen 

handle. So sei der darauf vermerkte Patient dem Spital nicht bekannt. Die 

Unterschriften auf den Dokumenten seien zudem nicht echt. Auch sehe der 

Briefkopf des General Teaching Hospitals Jaffna anders aus. Das Schrei-

ben der Hauptpolizeiwache sei – unter Abdeckung aller Textteile, die auf 

den Beschwerdeführer hinwiesen – dem Chef des Postens vorgelegt wor-

den. Dieser habe schriftlich bestätigt, dass die Unterschrift auf dem Doku-

ment nicht von ihm stamme und die Polizei nur auf Papier mit Briefkopf 

korrespondiere, was beim eingereichten Schreiben nicht der Fall sei. Der 

Stempel sei ferner zu undeutlich, um dazu eine klare Aussage machen zu 

können.  

J.        

Mit Schreiben vom 2. November 2015 gewährte das SEM dem Beschwer-

deführer zu diesen Ergebnissen der Botschaftsanfrage das rechtliche Ge-

hör.  

K.        

Mit Eingabe vom 16. November 2015 nahm der Beschwerdeführer diese 

Gelegenheit wahr und führte dazu aus, dass er die fraglichen Dokumente 

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Seite 8 

von seiner Mutter zugeschickt bekommen habe. Er sei in guten Treuen da-

von ausgegangen, dass diese echt seien. Der Sachverhalt, den diese Do-

kumente wiedergäben, stimmten mit den mündlichen Angaben seiner El-

tern überein, nämlich, dass nach ihm gefahndet werde und dass sein Vater 

aufgrund von Schlägen schlussendlich zu Tode gekommen sei. Er habe 

von seiner Mutter zudem kürzlich ein Foto seines aufgebahrten Vaters zu-

geschickt erhalten, welches er ebenfalls zu den Akten reiche. Überdies 

nutzte der Beschwerdeführer die Gelegenheit, um auf seine fortgesetzte 

exilpolitische Tätigkeit hinzuweisen. So habe er an drei regimekritischen 

Demonstrationen in [der Schweiz] teilgenommen, genauer gesagt am (…) 

2013 sowie am (…) und am (…) 2015. Er habe ab den im Internet veröf-

fentlichten Videos der Demonstrationen vom (…) und vom (…) 2015 Ab-

züge erstellt, die er einreichte. Bei der ersten Demonstration habe er ein 

Portrait mit sich geführt, bei der zweiten eine Fahne. Er sei bei beiden 

Kundgebungen an prominenter Stelle mitgelaufen. Dies könne den sri-lan-

kischen Behörden kaum entgangen sein.   

L.  

L.a Mit Verfügung vom 18. Dezember 2015 verneinte das SEM die Flücht-

lingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte sein Asylgesuch ab und 

ordnete seine Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug an.  

L.b Den negativen Entscheid im Asylpunkt begründete das SEM wie folgt:  

L.b.a Zunächst legte es dar, dass der Beschwerdeführer nicht substantiiert 

und glaubhaft geschildert habe, inwiefern er und seine Familie den LTTE 

nahe gestanden seien. Insbesondere sei er nicht in der Lage gewesen, 

konkret und ausführlich über die LTTE-Vergangenheit seines (jüngeren) 

Bruders, die er als Ursache für seine Meldepflicht angegeben habe, zu be-

richten. Er habe nicht angeben können, in welcher Funktion der (jüngere) 

Bruder für die LTTE tätig gewesen sei und was dieser konkret für die Or-

ganisation gemacht habe. Auch über das exilpolitische Engagement seines 

mittlerweile in [einem anderen europäischen Land] wohnenden (jüngeren) 

Bruders habe er nichts Konkretes zu berichten gewusst. Seine diesbezüg-

lichen Äusserungen beschränkten sich lediglich auf Allgemeinplätze wie 

das Vorbereiten und Organisieren von Anlässen sowie die Teilnahme an 

Demonstrationen. Er habe aber nicht sagen können, für welche Organisa-

tionen sein (jüngerer) Bruder tätig sei. Überhaupt habe er keine näheren 

Angaben zu den Aktivitäten seines (jüngeren) Bruders in [einem anderen 

europäischen Land] machen können, obwohl er mit ihm in Kontakt stehe. 

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Dies erstaune umso mehr, als er sich angeblich selbst exilpolitisch enga-

giere. Ebenso wenig habe er über die Ausreiseumstände seines (jüngeren) 

Bruders zu berichten gewusst, noch habe er sagen können, wann dieser 

Sri Lanka verlassen habe. Mit Eingabe vom 31. August 2015 habe er auf 

Aufforderung des SEM hin Unterlagen zum Asylverfahren seines (jünge-

ren) Bruders in [einem anderen europäischen Land] zu den Akten gereicht. 

Aus diesen gehe hervor, dass die darin erwähnte Person am 4. April 1999 

in [einem anderen europäischen Land] ein Asylgesuch eingereicht habe 

und ihr am 21. September 2009 während hängigem Asylverfahren in [ei-

nem anderen europäischen Land] zunächst eine Niederlassungsbewilli-

gung gewährt worden sei. Später sei die Person eingebürgert worden. 

Dass dem (jüngeren) Bruder, wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht, 

aufgrund seiner LTTE-Vergangenheit die Niederlassungsbewilligung in [ei-

nem anderen europäischen Land] gewährt worden sei, gehe aus den 

Schreiben nicht hervor. Die [zuständige Behörde] sei im Gegenteil davon 

ausgegangen, dass die in den Unterlagen erwähnte Person mit Erhalt der 

Niederlassungsbewilligung ihr Asylgesuch zurückziehe. Auch der Satz 

[„wegen den individuellen Umständen seines Falls“] lasse keine eindeuti-

gen Rückschlüsse darauf zu, dass dem Betroffenen aufgrund einer allfälli-

gen LTTE-Vergangenheit die Niederlassungsbewilligung gewährt worden 

sei. Die genannten Unterlagen seien demnach nicht geeignet, die behaup-

teten LTTE-Verbindungen des (jüngeren) Bruders zu belegen. Genauso 

wenig sei der Beschwerdeführer in der Lage gewesen, die LTTE-Vergan-

genheit seines in der Schweiz wohnhaften Schwagers zu präzisieren. 

Seine diesbezüglichen Vorbringen beschränkten sich lediglich auf die Aus-

sage, wonach sein Schwager eine verantwortliche Person bei den LTTE 

und eine wichtige Person [im Ort des letzten Wohnsitzes des Beschwerde-

führers) gewesen sei. Auch zu den LTTE-Verbindungen seines ebenfalls in 

der Schweiz lebenden (älteren) Bruders, dessen Asylgesuch abgelehnt 

und der aufgrund der damaligen Wegweisungspraxis vorläufig aufgenom-

men worden sei, habe er nichts Genaueres zu berichten gewusst. Somit 

habe er nur oberflächliche und wenig aussagekräftige Angaben zu den an-

geblichen LTTE-Verbindungen seiner Brüder und seines Schwagers ma-

chen können. Seinem Schwager sei zwar die Flüchtlingseigenschaft zuer-

kannt worden. Die Vorbringen des Beschwerdeführers zu den angeblichen 

Überwachungsmassnahmen seitens der sri-lankischen Behörden wiesen 

aber – wie nachfolgend dargelegt werde – zahlreiche Ungereimtheiten auf. 

Es lägen deshalb keine konkreten Hinweise auf eine Gefährdung aufgrund 

der geltend gemachten verwandtschaftlichen LTTE-Verbindungen vor. 

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Seite 10 

Zu seinen eigenen Verbindungen zu den LTTE habe er im Verlauf des Ver-

fahrens widersprüchliche Aussagen gemacht: An der Befragung zur Per-

son habe er die Frage verneint, ob er jemals etwas mit der Organisation zu 

tun gehabt habe. An der ersten Anhörung habe er dieselbe Frage damit 

beantwortet, dass seine Mutter während der Friedensabkommenszeit die 

LTTE mit Nahrung unterstützt habe und er, der Beschwerdeführer, [im 

Vanni] ein Zwangstraining habe absolvieren müssen. Nach der Friedens-

abkommenszeit hätten Angehörige der LTTE hin und wieder bei ihm zu 

Hause übernachtet. Seine Angaben im Rahmen der Befragung zur Person 

und der ersten Anhörung seien somit widersprüchlich ausgefallen. An der 

ergänzenden Anhörung habe er dann angegeben, er selbst habe den LTTE 

im Jahr 2002 Nahrung gebracht. Dass er bei den Separatisten ein Zwangs-

training absolviert habe, habe er hingegen an der ergänzenden Anhörung 

nicht mehr geltend gemacht. Auf die widersprüchlichen Aussagen zwi-

schen der ersten und der ergänzenden Anhörung angesprochen, habe er 

erklärt, mehrmals [im Vanni] ein Training erhalten zu haben. Namentlich sei 

ihm dort beigebracht worden, wie man eine Waffe halte. Ein richtiges Trai-

ning habe er jedoch nie absolviert. Als er darauf aufmerksam gemacht wor-

den sei, dass er an der ersten Anhörung von einem Zwangstraining ge-

sprochen habe, habe er wiederum erklärt, dass es sich lediglich um ein 

allgemeines Fitnesstraining gehandelt habe. Abgesehen von den wider-

sprüchlichen Aussagen zu seinen eigenen Aktivitäten zugunsten der LTTE 

seien seine Vorbringen – so das SEM – insgesamt auch wenig substantiiert 

ausgefallen. Somit sei es ihm nicht gelungen, glaubhafte Angaben zu den 

geltend gemachten Verbindungen zwischen ihm, seiner Familie und den 

LTTE zu machen. 

L.b.b Ferner hielt das SEM fest, dass der Beschwerdeführer den Auslöser 

für seine Flucht – eine versuchte Entführung durch einen weissen Van, der 

er nur knapp entkommen sei – nicht habe substantiieren können, weshalb 

von einem konstruierten Sachverhalt auszugehen sei. So seien seine dies-

bezüglichen Schilderungen einsilbig ausgefallen und hätten sich auf we-

nige Sätze beschränkt: Er habe angegeben, sein Haus über die Hintertüre 

verlassen zu haben, nachdem er den Van habe kommen sehen. Danach 

habe er sich die ganze Nacht im Busch versteckt, von wo aus er seine 

Mutter habe schreien hören. Er habe aber nichts dazu sagen können, was 

sich am besagten Abend konkret zu Hause abgespielt habe. Vielmehr habe 

er angegeben, nicht zu wissen, was zu Hause passiert sei. Aufgrund der 

Tatsache, dass dieses Ereignis Auslöser für seine Flucht aus Sri Lanka ge-

wesen sei, erscheine diese Ahnungslosigkeit jedoch nicht plausibel. An der 

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Seite 11 

ergänzenden Anhörung habe er dazu ausgeführt, aus Angst, dass die Te-

lefongespräche abgehört würden, nicht mit seinen Angehörigen über den 

Vorfall gesprochen zu haben. Demgegenüber habe er zu einem früheren 

Zeitpunkt an der ergänzenden Anhörung vorgebracht, dass an jenem 

Abend das Haus durchsucht und Fenster und Türen zerschlagen worden 

seien. Auf diese widersprüchlichen Äusserungen angesprochen, habe er 

erklärt, diese Informationen stammten von seinem Freund, bei dem er sich 

nach dem Vorfall bis zur Ausreise während vier Monaten versteckt habe. 

Es leuchte aber nicht ein, dass der Beschwerdeführer die Hausdurchsu-

chung und das Zerschlagen von Fenstern und Türen nicht bereits zu einem 

früheren Zeitpunkt in den beiden Anhörungen erwähnt und stattdessen ge-

sagt habe, nicht zu wissen, was zu Hause passiert sei. Aufgrund dieser 

widersprüchlichen und insgesamt oberflächlichen Aussagen sei der Wahr-

heitsgehalt dieser Vorbringen zweifelhaft. Obwohl der Beschwerdeführer 

sich nach dem Entführungsversuch weitere vier Monate unweit seines Her-

kunftsortes aufgehalten habe und in dieser Zeit mit seinen Familienange-

hörigen in Kontakt gestanden sei, sei er nicht in der Lage gewesen, aus-

führlich über den Vorfall zu berichten. Ebensowenig habe er darüber Be-

scheid gewusst, wie die Armee reagiert habe, als er nach dem Vorfall vom 

30. August 2010 seiner täglichen Meldepflicht nicht mehr nachgekommen 

sei. Aufgrund dieser Überlegungen sei auf die Unglaubhaftigkeit seiner 

Vorbringen zu schliessen. An dieser Einschätzung könne auch die Bestäti-

gung seines Freundes vom 12. Juni 2013 – wonach der Beschwerdeführer 

von der Armee gesucht worden sei, weshalb er sich bei jenem Freund wäh-

rend vier Monaten versteckt habe – nichts ändern. Solche Empfehlungs-

schreiben von privaten Dritten seien aufgrund der subjektiven Einschät-

zung nicht geeignet, einen Sachverhalt zu belegen. Die vom Beschwerde-

führer eingereichten Fotografien der beiden [Verwandten] seien als Beleg 

für die geltend gemachten Ereignisse respektive als Beleg für die vom Be-

schwerdeführer behauptete persönliche Gefährdungssituation nicht geeig-

net, da den Bildern keine entsprechenden Hinweise zu entnehmen seien.   

L.b.c Bezüglich der vorgetragenen Ermordung des Schwiegervaters des 

Beschwerdeführers im September 2010 falle zunächst auf, dass der Vorfall 

an der Befragung zur Person keine Erwähnung gefunden habe. Des Wei-

teren habe der Beschwerdeführer nicht glaubhaft gemacht, dass ein Zu-

sammenhang zwischen seinen Gesuchsgründen, namentlich seinem Un-

tertauchen, und dem Tod seines Schwiegervaters bestehe. Seine Erklä-

rung, der Schwiegervater habe sonst keine anderen Feinde gehabt, könne 

diesen Zusammenhang allein nicht untermauern. Ausserdem sei der To-

desurkunde zu entnehmen, dass der Schwiegervater ertrunken sei. Von 

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Seite 12 

einem Genickbruch als Todesursache sei weder darin noch in den anderen 

behördlichen Dokumenten die Rede. Im Autopsiebericht sei als Todesursa-

che „Tod durch Ertrinken und Atemnot“ aufgeführt. Im Zeitungsauschnitt 

vom (…) 2010 werde zu den Todesumständen lediglich erwähnt, dass die 

Leiche des Schwiegervaters aus einem Brunnen geborgen worden sei. 

Über die Umstände, wie die Leiche in den Brunnen gekommen sei, werde 

hingegen nichts berichtet. Die übrigen Unterlagen nannten keine Todesur-

sache, sondern bestätigten lediglich das Ableben des Schwiegervaters.  

L.b.d Die Vorbringen, auch nach der Flucht aus Sri Lanka von den heimat-

lichen Behörden gesucht worden zu sein, seien nicht glaubhaft. Anlässlich 

der ersten Anhörung habe der Beschwerdeführer angeführt, die Armee sei 

nach seiner Ausreise Ende Januar 2011 zu ihm nach Hause gekommen 

und habe seine Ehefrau und seine Schwiegermutter bedroht. Seine Ehe-

frau müsse seither jeden Sonntag Unterschrift leisten. In der Beschwerde-

schrift vom 17. Juni 2013 habe er angegeben, seine Ehefrau unterliege seit 

Januar 2011 einer behördlichen Meldepflicht. Demgegenüber habe er an 

der ergänzenden Anhörung zu Protokoll gegeben, seine Ehefrau habe da-

mals bloss während zwei Monaten Unterschrift leisten müssen. Dies wider-

spreche nicht nur den Ausführungen in der Beschwerdeschrift vom 17. Ju-

ni 2013, sondern auch jenen anlässlich der ersten Anhörung. An der ergän-

zenden Anhörung habe der Beschwerdeführer geltend gemacht, nach sei-

ner Ausreise, welche im Januar 2011 erfolgt sei, wiederholt von den sri-

lankischen Behörden zu Hause gesucht worden zu sein. Zu diesem Sach-

verhalt habe er jedoch widersprüchliche Aussagen gemacht. Zunächst 

habe er angegeben, die Behörden hätten ihn nach seiner Ausreise fünf bis 

sechs Mal zu Hause aufgesucht, letztmals im April 2013, als seiner Familie 

eine Vorladung der Polizei übergeben worden sei. Später an derselben An-

hörung habe er demgegenüber ausgeführt, die Behörden hätten ihn nach 

April 2013 noch ein bis zwei Mal zu Hause aufgesucht. Demgegenüber 

habe er in seiner Beschwerdeschrift vom 17. Juni 2013 einzig den Vorfall 

von April 2013 aufgeführt. Dass er nach seiner Ausreise fünf bis sechs Mal 

von den Behörden zu Hause gesucht worden sei, habe er darin hingegen 

nicht geltend gemacht. Zu diesem Widerspruch habe er erklärt, er habe 

seinem Rechtsvertreter darüber berichtet und wisse nicht, weshalb dieser 

dies in der Beschwerdeschrift nicht erwähnt habe. Diese Erklärung – so 

das SEM – überzeuge aber nicht, da es sich um ein gewichtiges Element 

der behaupteten Gefährdungssituation handeln dürfte. Zudem falle auf, 

dass er zur behördlichen Suche keine näheren Angaben habe machen 

können. Seine diesbezüglichen Vorbringen beschränkten sich auf allge-

E-359/2016 

Seite 13 

meine Angaben, wonach Soldaten mit dem Motorrad zu Hause vorbei ge-

gangen seien und seine Familie eingeschüchtert hätten, oder wonach das 

Haus seiner Familie immer wieder beobachtet worden sei. Obwohl ihm an 

der ergänzenden Anhörung Gelegenheit gegeben worden sei, über diese 

Ereignisse zu sprechen, seien konkrete Ausführungen dazu unterblieben, 

was sich bei den geltend gemachten fünf bis sechs Behördenbesuchen bei 

ihm zu Hause abgespielt habe. Aufgrund dieser widersprüchlichen und we-

nig substantiierten Angaben sei der Wahrheitsgehalt seiner Vorbringen 

zweifelhaft. Bei der zur Untermauerung dieses Sachverhalts eingereichten 

Vorladung zur Einvernahme bei der Hauptpolizeiwache (…) vom (…) 2013 

handle es sich gemäss Abklärungen der Schweizerischen Vertretung in 

Colombo um eine Fälschung. Die im Rahmen des rechtlichen Gehörs dazu 

abgegebene Erklärung, der Beschwerdeführer habe diese Vorladung von 

seiner Mutter erhalten und sei von deren Echtheit ausgegangen, vermöge 

dieses Abklärungsergebnis nicht umzustossen. Vielmehr bestätige das ge-

fälschte und deshalb einzuziehende Dokument die Unglaubhaftigkeit sei-

ner Aussagen. 

L.b.e Auch die Vorbringen, der Vater des Beschwerdeführers sei im Zu-

sammenhang mit dessen Fluchtgründen ums Leben gekommen, seien an-

gesichts der Tatsache, dass die entsprechenden Beweisunterlagen des 

General Teaching Hospital Jaffna ebenfalls Fälschungen seien, nicht 

glaubhaft. Betreffend diese Unterlagen verfügte das SEM ebenfalls die Ein-

ziehung.  

L.c Den negativen Entscheid bezüglich der Flüchtlingseigenschaft auf-

grund von Nachfluchtgründen begründete das SEM wie folgt:  

L.c.a Zu den geltend gemachten exilpolitischen Tätigkeiten hielt es fest, 

dass der Beschwerdeführer seinen Angaben zufolge ein einfacher Teilneh-

mer der von ihm erwähnten Anlässe gewesen sei. Dies gehe sowohl aus 

dem Anhörungsprotokoll als auch aus den eingereichten Fotografien sowie 

den Videoclips auf der Internetplattform YouTube hervor, welche Massen-

kundgebungen zeigten, die als „(…)“ und „(…)“ bezeichnet würden. Folg-

lich könne nicht davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer 

im Rahmen der Kundgebungen den sri-lankischen Behörden respektive 

deren Spitzeln aufgefallen sei, geschweige denn für diese identifizierbar 

gewesen wäre. Des Weiteren sei einzig wegen des Mitlaufens im Demonst-

rationszug nicht von einem Interesse der sri-lankischen Behörden an der 

Person des Beschwerdeführers auszugehen, da weder aus den Fotogra-

E-359/2016 

Seite 14 

fien und den Videoclips noch aus seinen Aussagen erkenntlich sei, inwie-

fern er überhaupt eine der sri-lankischen Regierung gegenüber oppositio-

nelle Haltung eingenommen habe. So habe er im Rahmen der Anhörung 

nicht gewusst, wer die Initianten der Kundgebungen in [der Schweiz] ge-

wesen seien. Auch habe er keine tamilische Organisation in der Schweiz 

mit Namen nennen können, welche sich politisch für die Situation der Ta-

milen in Sri Lanka einsetze. Seine Ausführungen zum Ziel und Zweck der 

Kundgebungen, an denen er teilgenommen habe, verlören sich lediglich in 

Allgemeinplätzen wie dem Wunsch, ein eigenes Land haben zu wollen. Zu 

den als Beweismitteln dazu eingereichten Fotografien aus dem Jahr 2015 

habe der Beschwerdeführer an der ergänzenden Anhörung nicht einmal 

angeben können, in welchem Monat die entsprechende Kundgebung statt-

gefunden habe. In der Beschwerdeschrift vom 17. Juni 2013 sei festgehal-

ten worden, der Beschwerdeführer habe neben einem eindeutigen Schal 

auch ein Plakat getragen, auf dem die LTTE als einzig authentische Ver-

treterin der Tamilen bezeichnet worden sei, und auf einem zweiten Plakat 

habe er den „National Leader of Tamil Eelam“ vorgezeigt. Auf Aufforderung 

anlässlich der ergänzenden Anhörung, diesen Sachverhalt näher auszu-

führen, habe er – statt zu seiner persönlichen politischen Meinung Stellung 

zu nehmen – nur allgemein davon gesprochen, dass er sich auf diese 

Weise für sein Land eingesetzt habe. Folglich habe er nicht glaubhaft dar-

legen können, dass er eine Person sei, die sich vertieft für die tamilische 

Sache eingesetzt habe und die für die sri-Iankische Regierung von Inte-

resse wäre. 

L.c.b Im Übrigen führte das SEM zur Frage der Gefährdung des Beschwer-

deführers im Fall einer Rückkehr in sein Heimatland aus, dass die sri-Ian-

kischen Behörden gegenüber Personen tamilischer Ethnie, welche nach 

einem Auslandaufenthalt nach Sri Lanka zurückkehrten, eine erhöhte 

Wachsamkeit aufwiesen. Der Beschwerdeführer sei Tamile und habe Sri 

Lanka vor knapp fünf Jahren verlassen. Dies reiche jedoch gemäss herr-

schender Praxis nicht aus, um von Verfolgungsmassnahmen bei seiner 

Rückkehr auszugehen. Es bleibe somit zu prüfen, ob in seinem Fall weitere 

Faktoren vorlägen, die kumuliert mit seiner Zugehörigkeit zur tamilischen 

Ethnie und seiner mehrjährigen Landesabwesenheit eine Gefährdung im 

Sinne von Art. 3 AsyIG zu begründen vermöchten. Seine Herkunft aus dem 

Norden Sri Lankas und sein Alter von [unter 30] Jahren könnten die Auf-

merksamkeit der sri-lankischen Behörden ihm gegenüber im Rahmen der 

Wiedereinreise und Wiedereingliederung zusätzlich erhöhen. Es sei aber 

nicht davon auszugehen, dass diese beiden Faktoren eine Gefährdung im 

Sinne von Art. 3 AsyIG zu begründen vermöchten. Wie erwähnt, habe er 

E-359/2016 

Seite 15 

an den erwähnten Kundgebungen lediglich als einfacher Mitläufer teilge-

nommen. Dass er eine Person sei, die sich vertieft für die tamilische Sache 

engagiere und somit für die sri-Iankischen Behörden von Interesse wäre, 

habe er nicht überzeugend und glaubhaft darlegen können. Auch sei es 

ihm nicht gelungen, glaubhaft zu machen, dass er und seine Familie in Sri 

Lanka wegen Verdachts auf Verbindungen zu den LTTE Verfolgungs- oder 

Überwachungsmassnahmen ausgesetzt gewesen seien. Somit gebe es 

keinen hinreichend begründeten Anlass zur Annahme, dass er Massnah-

men zu befürchten habe, die über einen sogenannten „background check“ 

hinausgingen. Es bestehe daher kein begründeter Anlass zur Annahme, 

dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrschein-

lichkeit und in absehbarer Zukunft Verfolgungsmassnahmen zu befürchten 

habe.  

L.d Den Wegweisungsvollzug erachtete das SEM für zulässig, zumutbar 

und möglich. Zur Zulässigkeit führte es aus, das Non-Refoulement-Prinzip 

gemäss Art. 5 AsylG sei nicht anwendbar, da der Beschwerdeführer die 

Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle. Überdies rechtfertige es die aktuelle 

Menschenrechtssituation in Sri Lanka nicht, den Wegweisungsvollzug ge-

nerell für unzulässig zu erklären. So habe der Europäische Gerichtshof für 

Menschenrechte (EGMR) in mehreren Fällen festgestellt, dass Tamilen, die 

nach Sri Lanka zurückkehren würden, nicht in allgemeiner Weise einer un-

menschlichen Behandlung ausgesetzt seien. Vielmehr müsse im Einzelfall 

geprüft werden, ob eine Gefährdung vorliege. Im Fall des Beschwerdefüh-

rers seien den Akten keine Hinweise dafür zu entnehmen, dass dieser bei 

einer Rückkehr einer unmenschlichen Behandlung oder Strafe im Sinne 

von Art. 3 EMRK ausgesetzt wäre. Zur Zumutbarkeit führte das SEM aus, 

dass sich die generelle Sicherheitslage in Sri Lanka seit dem Ende des 

Bürgerkrieges deutlich verbessert habe. Der Beschwerdeführer stamme 

aus dem Raum Jaffna und mithin nicht aus einer Region, in welche der 

Wegweisungsvollzug ausgeschlossen wäre. Ferner lägen auch keine indi-

viduellen Gründe vor, welche der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

entgegenstünden. Da er mit seiner Ehefrau und seinen übrigen Familien-

angehörigen in Sri Lanka in regelmässigem Kontakt stehe, sei davon aus-

zugehen, dass er im Heimatland über ein tragfähiges Beziehungsnetz ver-

füge, womit auch eine gesicherte Wohnsituation angenommen werden 

könne. Er sei erst im Alter von (…) Jahren aus Sri Lanka ausgereist, womit 

er den grössten Teil seines Lebens im Heimatland zugebracht habe. Trotz 

einer Landesabwesenheit von fünf Jahren sollte es ihm möglich sein, sich 

dort wieder zu integrieren und sich eine wirtschaftliche Existenzgrundlage 

zu schaffen. Aus den Akten ergäben sich denn auch sonst keine Hinweise 

E-359/2016 

Seite 16 

darauf, dass er im Falle einer Rückkehr in die Heimat aus individuellen 

Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine exis-

tenzbedrohende Situation geraten würden, welche den Wegweisungsvoll-

zug unzumutbar erscheinen lassen würde. 

M.        

Mit Schreiben vom 29. Dezember 2015 teilte der aktuelle Rechtsvertreter 

des Beschwerdeführers dem SEM mit, dass dieser ihn mit der Wahrung 

seiner Interessen beauftragt habe und allfällige frühere Vertretungsverhält-

nisse damit aufgelöst seien. Ferner ersuchte er im Hinblick auf eine Be-

schwerdeerhebung um Einsicht in die vorinstanzlichen Akten.  

N.  

N.a Mit Eingabe vom 18. Januar 2016 (Poststempel) liess der Beschwer-

deführer von seinem aktuellen Rechtsvertreter gegen den Entscheid des 

SEM beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und beantra-

gen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache zur Fest-

stellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhalts 

und zur Neubeurteilung ans SEM zurückzuweisen, eventualiter sei seine 

Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm in der Schweiz Asyl zu ge-

währen, subeventualiter sei die Unzulässigkeit oder zumindest die Unzu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen. In prozessualer Hin-

sicht liess er ferner beantragen, es sei ihm vollständige Einsicht in die vo-

rinstanzlichen Asylakten von B._______ und C._______ (beide N […]), ver-

bunden mit einer angemessenen Frist zur Einreichung einer Beschwerde-

ergänzung, zu gewähren. Zudem sei ihm für das vorliegende Verfahren 

mitzuteilen, aus welchen Gerichtspersonen sich das Spruchgremium zu-

sammensetze, sowie zu versichern, dass diese Gerichtspersonen zufällig 

ausgewählt worden seien und zwischen ihnen und einer am Entscheid des 

SEM mitwirkenden Person keine besondere Freundschaft bestünde.  

N.b In der Begründung wurde vorab ausgeführt, dass der Beschwerdefüh-

rer ausgehend von der sorgfältigen Argumentation in der angefochtenen 

Verfügung eingestehe, dass die Vorladung zur Einvernahme bei der Poli-

zeihauptwache (…) und die ärztlichen Atteste des General Teaching Hos-

pital Jaffna sowie der in diesem Zusammenhang vorgebrachte Sachverhalt 

nicht zuträfen. Das Gleiche gelte für die Ausführungen zum Tod seines 

Schwiegervaters. Es bestehe lediglich die Vermutung, dass die Sicher-

heitskräfte für dessen Ableben verantwortlich sein könnten, auch wenn 

hierzu keine konkreten Beweise vorlägen. Auch mit Bezug zum geltend ge-

machten LTTE-Engagement seines in [einer anderen europäischen Stadt] 

E-359/2016 

Seite 17 

lebenden (jüngeren) Bruders sei – wiederum gestützt auf die Ausführungen 

im angefochtenen Entscheid – einzugestehen, dass dessen Engagement 

für die LTTE nicht wesentlich sei.  

Einziges Ziel der Beschwerde sei, zu klären, ob der Beschwerdeführer bei 

seiner Rückkehr nach Sri Lanka an den durch Art. 3 AsylG geschützten 

Rechten verletzt werden könnte. In diesem Zusammenhang sei darauf hin-

zuweisen, dass er seine wahren Asylgründe bislang nicht offengelegt habe, 

da diese mit allenfalls kritischen LTTE-Aktivitäten seines in der Schweiz 

lebenden Schwagers und seiner Schwester – welche deren Asylakten zu 

entnehmen seien – zusammenhängen würden. Er habe ihre Situation nicht 

gefährden wollen. Auch sei ihm seitens seiner Verwandten erklärt worden, 

dass er nicht über diese Angelegenheit sprechen dürfe. Nach Rücksprache 

mit seiner Familie und angesichts seiner Erkenntnis, dass er sich nun in 

einer Zwangslage befinde, sei er bereit, den relevanten Sachverhalt offen-

zulegen:  

In der Zeit von 2007 bis 2008 sei eine erhebliche Zahl von untergetauchten 

LTTE-Kämpfern im von der Regierung kontrollierten Norden Sri Lankas ak-

tiv gewesen. Unter dem direkten Befehl eines hochrangigen LTTE-Kaders, 

der bei Kriegsende durch die sri-lankischen Sicherheitskräfte festgenom-

men worden sei und danach seine ganze Entourage verraten habe, habe 

ein Unterstützungsnetz bestanden, dem auch der Beschwerdeführer ange-

hört habe. Der Beschwerdeführer habe eine untergeordnete Stellung ein-

genommen. Seine Tätigkeit habe darin bestanden, für die LTTE-Kämpfer, 

welche in der Gegend aktiv gewesen seien oder durchreisten, passende 

Unterkünfte zu finden, diesen einen Weg dorthin zu weisen und auch dafür 

zu sorgen, dass sie Lebensmittel erhielten. Der Beschwerdeführer sei da-

mals (…) respektive (…) Jahre alt gewesen und sei über seine in der 

Schweiz lebende Schwester und ihren Ehemann in diese Tätigkeit hinein-

gerutscht. Die untergeordnete Rolle, die er bei den LTTE eingenommen 

habe, erkläre, weshalb er nach dem Verrat durch das hochrangige Kader 

ab (…) 2010 vorerst nur einer Meldepflicht unterstellt und erst später stär-

ker verfolgt worden sei. In diesem Zusammenhang sei darauf hinzuweisen, 

dass eine kleine Möglichkeit bestehe, dass über die Bezahlung entspre-

chender Bestechungsgelder das Original oder allenfalls eine Kopie des 

Journals der sri-lankischen Armee über die Meldepflicht des Beschwerde-

führers in der Zeit von (…) bis (…) 2010 beschafft werden könne. Auch 

bestehe die Möglichkeit, das Schicksal weiterer Angehöriger des zuvor ge-

nannten Unterstützungsrings zu dokumentieren, was wiederum die neus-

E-359/2016 

Seite 18 

ten Vorbringen des Beschwerdeführers beweisen könnte. Allerdings be-

stehe tatsächlich eine kleine Wahrscheinlichkeit, dass solche Dokumente 

beschafft werden könnten. 

Neu komme hinzu, dass der Beschwerdeführer zwischenzeitlich für eine 

Tätigkeit bei der Tamil Guard angefragt worden sei. Bei der Tamil Guard 

handle es sich um eine Security, welche an Kundgebungen und Veranstal-

tungen in der Schweiz uniformiert für den sicheren Ablauf sorge und nöti-

genfalls auch erste Hilfe leiste. Deren Mitglieder trainierten regelmässig 

und etwa die Hälfte von ihnen habe eine Ausbildung bei den LTTE durch-

laufen. Die Tamil Guard werde als Untergruppe der politischen Vertretung 

der Exiltamilen von der sri-lankischen Regierung als mögliche Kampf-

truppe für einen künftigen Konflikt wahrgenommen und aufgrund des gut 

sichtbaren uniformierten Auftretens in der Öffentlichkeit seien Angehörige 

der Tamil Guard bei einer Rückkehr nach Sri Lanka alleine deswegen kon-

kret gefährdet. Der Beschwerdeführer habe verschiedene Kurse der Tamil 

Guard absolviert und am (…) seinen ersten öffentlichen Auftritt gehabt, was 

auch im Internet gut sichtbar gewesen sei. Eine Erklärung des für die Tamil 

Guard verantwortlichen Swiss Tamil Coordinating Committee (STCC) über 

die Aktivitäten des Beschwerdeführers für diese Organisation werde um-

gehend nachgereicht. Zudem legte der Beschwerdeführer vier Fotografien, 

auf denen er anlässlich des (…) zu sehen sei, ins Recht. Sein Einsatz habe 

den ganzen Tag gedauert und habe in Form von Filmen und Fotografien 

unter anderem in „[Webseiten]“ Niederschlag gefunden. 

N.c Folglich sei der rechtserhebliche Sachverhalt unvollständig und unrich-

tig festgestellt, weshalb die Sache aufgehoben und ans SEM zurückgewie-

sen werden müsse. Sollte das Bundesverwaltungsgericht anderer Ansicht 

sein, sei der Beschwerdeführer alternativ durch das Gericht anzuhören und 

zur Einreichung weiterer Beweismittel bezüglich seiner Tätigkeit für die Ta-

mil Guard aufzufordern. Die Beurteilung von Asyl und Flüchtlingseigen-

schaft könne erst nach Einsicht in die Dossiers der in der Schweiz weilen-

den Schwester und ihres Ehemanns erfolgen. In jedem Fall bestehe beim 

Beschwerdeführer aber die Gefahr, bei der Wiedereinreise in Sri Lanka Be-

helligung, Belästigung oder Misshandlung ausgesetzt zu sein.  

N.d Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer 

Einwilligungserklärungen betreffend den Beizug der vorinstanzlichen Akten 

seiner Schwester und seines Schwagers, Fotografien anlässlich des (…), 

auf denen er in Uniform zu sehen ist, sowie einen Bericht seines Rechts-

vertreters zu Sri Lanka ein.  

E-359/2016 

Seite 19 

O.        

In seiner Zwischenverfügung vom 20. Januar 2016 hielt das Bundesver-

waltungsgericht fest, dass der Beschwerdeführer den Ausgang des Verfah-

rens in der Schweiz abwarten könne. Zudem teilte es ihm die Zusammen-

setzung des Spruchgremiums mit und orientierte ihn darüber, dass dieses 

nach dem Zufallsprinzip bestimmt werde. Das Begehren, es sei dem Be-

schwerdeführer zu versichern, dass zwischen den am Entscheid mitwir-

kenden Gerichtspersonen und einer am Entscheid des SEM mitwirkenden 

Person keine besondere Freundschaft bestehe, wies es demgegenüber 

ab. Schliesslich forderte es den Beschwerdeführer unter Nichteintretens-

folge auf, innert Frist einen Kostenvorschuss zu bezahlen, und wies ihn 

darauf hin, dass auf die übrigen Anträge zu einem späteren Zeitpunkt zu-

rückgekommen werde.  

P.        

Mit Eingabe vom 4. Februar 2016 ersuchte der Beschwerdeführer das Ge-

richt um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Verzicht 

auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Ferner teilte er in Ergänzung 

seiner Beschwerdeschrift im Wesentlichen mit, dass er mit Blick auf sein 

Engagement für die LTTE folgende zusätzlichen Informationen habe er-

hältlich machen können: Beim hochrangigen LTTE-Kader handle es sich 

um den Leiter des politischen Flügels der LTTE in (…), Jaffna, der nach 

seinem umfassenden Verrat seiner Tätigkeit vor rund eineinhalb Jahren 

wieder freigelassen worden sein soll.  

Q.        

Mit Eingabe vom 9. Februar 2016 reichte der Beschwerdeführer die in Aus-

sicht gestellte Bestätigung des Swiss Tamil Coordinating Committee 

(STCC) vom (…) 2016 betreffend seine Mitgliedschaft bei der Tamil Guard 

ein.   

R.        

Mit Zwischenverfügung vom 16. Februar 2016 hiess das Gericht das Ge-

such um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut und verzich-

tete in Abänderung der Zwischenverfügung vom 20. Januar 2016 auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses.  

 

 

 

E-359/2016 

Seite 20 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist mithin 

einzutreten. 

1.4 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wird auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).  

E-359/2016 

Seite 21 

Personen, die erst wegen ihrer Ausreise oder ihrem Verhalten danach sol-

chen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind respektive begründete Furcht 

haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden, sind nach Art. 54 AsylG 

zwar als Flüchtlinge vorläufig aufzunehmen, indes wegen sogenannter 

subjektiver Nachfluchtgründe von der Asylgewährung auszuschliessen. 

Anspruch auf Asyl nach schweizerischem Recht hat demnach nur, wer im 

Zeitpunkt der Ausreise ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG 

ausgesetzt war (Vorfluchtgründe) oder aufgrund von äusseren, nach der 

Ausreise eingetretenen Umständen, auf die er keinen Einfluss nehmen 

konnte, bei einer Rückkehr ins Heimatland solche ernsthaften Nachteile 

befürchten müsste (sogenannte objektive Nachfluchtgründe). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen  

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Es stellt sich zunächst die Frage, ob der Beschwerdeführer im Zeit-

punkt seiner Ausreise aus Sri Lanka ernsthaften Nachteilen im Sinne von 

Art. 3 AsylG ausgesetzt war respektive solche zu befürchten hatte und mit-

hin Vorfluchtgründe vorliegen.  

4.2 Dies ist mit der Vorinstanz zu verneinen. Angesichts der vom Be-

schwerdeführer gemachten Eingeständnisse im Rahmen seiner Rechtmit-

teleingabe vom 18. Januar 2016 – wonach die von ihm eingereichten Be-

weismittel zu den Ereignissen nach seiner Ausreise aus Sri Lanka gefälscht 

und alle damit zusammenhängenden Vorbringen, einschliesslich des To-

des seines Schwiegervaters, erfunden seien – geht es vorliegend ohnehin 

nur noch um die Frage der Glaubhaftigkeit der Meldepflicht und des Ent-

führungsversuchs im August 2010. Zur Meldepflicht ist festzustellen, dass 

die dieser angeblich zugrunde liegende LTTE-Verbindung des Beschwer-

deführers, wie er sie in seiner Rechtsmitteleingabe nunmehr als wahre Ver-

sion darlegte, nicht zu überzeugen vermag. So wirkt die im Verhältnis zu 

den früheren Vorbringen intensivere Einbindung des Beschwerdeführers in 

die LTTE nachgeschoben. Dabei ist auch dem Umstand Rechnung zu tra-

gen, dass er angesichts der Aufhebung seiner ersten Verfügung vom 

E-359/2016 

Seite 22 

15. Mai 2013 und der danach durchgeführten ergänzenden Anhörung be-

reits wiederholt Gelegenheit gehabt hätte, diese nun für richtig ausgege-

bene Version vorzutragen. Stattdessen hat er sich – wie vom SEM in der 

Begründung der angefochtenen Verfügung eingehend dargelegt (vgl. 

Bst. L.b.a) – bei jeder weiteren Möglichkeit, sich zu seiner LTTE-Verbin-

dung zu äussern, in zusätzliche Widersprüche verstrickt. Die für sein ver-

spätetes Vorbringen auf Beschwerdeebene abgegebene Erklärung, er 

habe die Situation seiner Schwester und ihres Ehemannes in der Schweiz 

nicht gefährden wollen, ist überdies nicht nachvollziehbar. So mussten sich 

diese, angesichts der Tatsache, dass ihnen die Flüchtlingseigenschaft zu-

erkannt worden war, bereits zu den Umständen ihrer Flucht und zu allfälli-

gen Verbindungen zu den LTTE äussern. Inwiefern die Vorbringen des Be-

schwerdeführers die ihnen zugestandenen Rechte hätten gefährden sol-

len, leuchtet nicht ein, spielen sie in den Schilderungen des Beschwerde-

führers doch gar nicht wirklich eine Rolle. So erscheint in diesem Zusam-

menhang denn auch auffällig, dass die vom Beschwerdeführer in der 

Rechtsmitteleingabe dargelegten Aktivitäten in die Jahre 2007 bis 2008 fal-

len, eine Zeit, in der sein in der Schweiz lebender Schwager gemäss dem 

Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) bereits auf der Flucht 

war (Datum des Asylgesuchs in der Schweiz: […] 2007). Vor diesem Hin-

tergrund sind das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Einsicht in die 

vorinstanzlichen Akten der in der Schweiz lebenden Schwester und ihres 

Ehemannes und das damit einhergehende Begehren um Fristansetzung 

zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung abzuweisen.  

Bezüglich der Glaubhaftigkeit des Entführungsversuchs vom 30. Au-

gust 2010 kann vollumfänglich auf die sehr detailliert begründete Verfü-

gung des SEM verwiesen werden (vgl. insbes. Bst. L.b.b, aber auch 

Bst. L.b.d). Daraus lässt sich schliessen, dass es dem Beschwerdeführer 

nicht gelungen ist, den Entführungsversuch plausibel darzulegen.   

4.3 Nach dem Gesagten ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, das 

Bestehen einer begründeten Furcht vor Verfolgung durch die sri-lankischen 

Behörden im Zeitpunkt seiner Ausreise glaubhaft zu machen. 

5.  

5.1 In einem nächsten Schritt ist der Frage nachzugehen, ob dem Be-

schwerdeführer wegen seiner Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie bei ei-

ner Rückkehr nach Sri Lanka ernsthafte Nachteile drohen würden, weshalb 

seine Flüchtlingseigenschaft wegen Nachfluchtgründen anzuerkennen 

wäre.  

E-359/2016 

Seite 23 

5.2 In seinem Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 hielt das Bun-

desverwaltungsgericht fest, dass angesichts der in den vergangenen Jah-

ren aufgetretenen Verhaftungs- respektive Folterfälle von aus Europa zu-

rückkehrenden sri-lankischen Staatangehörigen tamilischer Ethnie davon 

auszugehen ist, dass die sri-lankischen Behörden gegenüber Personen ta-

milischer Ethnie, welche nach einem Auslandaufenthalt nach Sri Lanka zu-

rückkehren, eine erhöhte Wachsamkeit aufweisen. Da aber insbesondere 

aus statistischen Gründen nicht generell angenommen werden kann, dass 

jeder aus Europa respektive der Schweiz zurückkehrende tamilische Asyl-

suchende alleine aufgrund seines Auslandaufenthalts einer ernstzuneh-

menden Gefahr vor Verhaftung und Folter ausgesetzt ist, muss – so das 

Bundesverwaltungsgericht – ermittelt werden, ob gewisse Personen auf-

grund bestimmter Merkmale eher Gefahr laufen, von den sri-lankischen 

Behörden misshandelt zu werden (E. 8.1 und 8.3 m.w.H.).  

In den vom Bundesverwaltungsgericht konsultierten Quellen sind die fol-

genden, nicht abschliessend zu verstehenden Risikofaktoren identifiziert 

worden: eine tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder vergangene 

Verbindung zu den LTTE, Beziehung zu einer regimekritischen politischen 

Gruppe, Teilnahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen, das 

Vorliegen früherer Verhaftungen durch die sri-lankischen Behörden (übli-

cherweise im Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten Ver-

bindung zu den LTTE), Fehlen der erforderlichen Identitätspapiere bei der 

Einreise beziehungsweise Rückkehrende mit temporären Reisedokumen-

ten, zwangsweise Rückführung nach Sri Lanka oder durch die IOM (Inter-

nationale Organisation für Migration) begleitete Rückführung, (sichtbare) 

Narben, gewisse Aufenthaltsdauer in einem westlichen Land sowie wohl 

auch Strafverfahren beziehungsweise Strafregistereintrag (E. 8.4 m.w.H.). 

Vor dem Hintergrund dieser Risikofaktoren kam das Bundesverwaltungs-

gericht im genannten Referenzurteil zum Schluss, dass im Kern jene Rück-

kehrenden eine begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne 

von Art. 3 AsylG haben, denen seitens der sri-lankischen Behörden zuge-

schrieben wird, dass sie bestrebt sind, den nach wie vor als Bedrohung 

wahrgenommenen tamilischen Separatismus wiederaufleben zu lassen, 

und so den sri-lankischen Einheitsstaat zu gefährden; auch nach dem 

Machtwechsel im Januar 2016 scheint es nämlich ein wichtiges Ziel des 

sri-lankischen Staates zu sein, jegliches Aufflammen des tamilischen Se-

paratismus im Keim zu ersticken. Dabei fallen allerdings nicht nur beson-

ders engagierte respektive exponierte Personen unter einen entsprechen-

den Verdacht (E. 8.5.1). Hingegen sind nicht alle Rückkehrenden, die eine 

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irgendwie geartete tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder vergan-

gene Verbindung zu den LTTE aufweisen, einer flüchtlingsrechtlich rele-

vanten Gefahr vor Verfolgung ausgesetzt, sondern nur jene, die aus Sicht 

der sri-lankischen Regierung bestrebt sind respektive einen wesentlichen 

Beitrag dazu leisten könnten, den ethnischen Konflikt im Land wieder auf-

flammen zu lassen. Ob dies zu bejahen und einer Person mithin die Flücht-

lingseigenschaft zuzuerkennen ist, ist im Einzelfall zu erörtern, wobei eine 

asylsuchende Person die für diese Beurteilung relevanten Umstände 

glaubhaft machen muss (E. 8.5.3). Entsprechendes gilt für sri-lankische 

Staatsangehörige, die sich im Ausland regimekritisch betätigt haben 

(E. 8.5.4). Es sind jegliche glaubhaft gemachten (stark und/oder schwach) 

risikobegründenden Faktoren in einer Gesamtschau und in ihrer allfälligen 

Wechselwirkung sowie unter Berücksichtigung der konkreten Umstände in 

einer Einzelfallprüfung zu berücksichtigen, mit dem Ziel, zu erwägen, ob 

mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine flüchtlingsrechtlich relevante Ver-

folgung bejaht werden muss (E. 8.5.5). 

5.3 Vorliegend stellt sich in erster Linie die Frage, ob der Beschwerdeführer 

bei einer Rückkehr in sein Heimatland aufgrund seiner exilpolitischen Akti-

vitäten, insbesondere der vorgetragenen Tätigkeit für die Tamil Guard, ins 

Visier der sri-lankischen Behörden geraten könnte. Ein dadurch allenfalls 

ausgelöster Vorwurf, bestrebt zu sein, den tamilischen Separatismus wie-

deraufleben zu lassen, könnte zudem durch die Vergangenheit seines in 

der Schweiz lebenden Schwagers bei den LTTE und die Tatsache, dass er 

sich nun im gleichen Land wie dieser aufhält, verstärkt werden. So stellte 

das Bundesverwaltungsgericht im Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Ju-

li 2016 fest, dass die Bejahung von Vorfluchtgründen zwar ausser Betracht 

fällt, wenn eine Person vor ihrer Ausreise aus Sri Lanka trotz bereits vor-

handener Risikofaktoren nicht mit flüchtlingsrechtlich relevanten Nachtei-

len konfrontiert war, dass dies jedoch, da der Fokus der sri-lankischen Be-

hörden auf die tamilische Diaspora gerichtet ist, nicht ausschliesst, dass 

die betroffene Person bei ihrer Rückkehr nach Sri Lanka aufgrund dieser 

früheren Vorkommnisse sowie ihrer Ausreise im Sinne von Nachfluchtgrün-

den eine begründete Furcht vor Verhaftung und Folter und mithin ernsthaf-

ten Nachteilen hat (E. 8.5.6 m.w.H.). Hinzukommt, dass der Beschwerde-

führer anlässlich der Befragung zu seiner Person vom 24. Januar 2011 gel-

tend machte, nicht mehr über seinen Reisepass zu verfügen, da der 

Schlepper ihn zurückbehalten habe. Das SEM hat die Glaubhaftigkeit die-

ses Vorbringens in der angefochtenen Verfügung nicht geprüft. In jedem 

Fall erscheint diesbezüglich aber fraglich, ob das nach Angaben des Be-

schwerdeführers im Jahr 2006 ausgestellte Dokument heute überhaupt 

E-359/2016 

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noch gültig wäre. Auch gab der Beschwerdeführer anlässlich der ergän-

zenden Anhörung an, Narben am Körper zu haben. Dies blieb in der ange-

fochtenen Verfügung unberücksichtigt.  

Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass dem Beschwerdeführer aufgrund 

der zuvor dargelegten Umstände bei einer Rückkehr nach Sri Lanka ernst-

hafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG drohen, lässt sich gestützt auf 

die aktuelle Aktenlage nicht zuverlässig abschätzen. Folglich ist dies mit 

geeigneten Mitteln – beispielsweise einer erneuten Befragung des Be-

schwerdeführers respektive seines Umfeldes – abzuklären. Dabei ist ins-

besondere in Erfahrung zu bringen, wer genau die Tamil Guard sind und 

wie diese Organisation von den sri-lankischen Behörden (mit Blick auf den 

tamilischen Separatismus) wahrgenommen wird, was genau das Engage-

ment des Beschwerdeführers für die Tamil Guard war, ob er heute noch 

Mitglied der Gruppierung ist und inwiefern seine Aktivitäten für die Organi-

sation Medienwirksamkeit erlangt haben. Ferner ist abzuklären, inwiefern 

die relativ nahe Verwandtschaft zu einer Person mit früheren Verbindungen 

zu den LTTE für den Beschwerdeführer bei einer Wiedereinreise zusätzli-

ches Gefährdungspotenzial birgt. Weiter ist die Glaubhaftigkeit der Ausfüh-

rungen des Beschwerdeführers zu seinem Reisepass zu eruieren und al-

lenfalls der Frage nachzugehen, ob ein solches im Jahr 2006 ausgestelltes 

Dokument heute überhaupt noch gültig ist. Schliesslich ist bei dieser Gele-

genheit – nach Möglichkeit unter Beilage einer visuellen Dokumentation – 

zu erwägen, ob die vom Beschwerdeführer erwähnten Narben an seinem 

Körper ihm bei seiner Rückkehr nach Sri Lanka zum Verhängnis werden 

könnten. Da entsprechende Untersuchungen den Rahmen des Beschwer-

deverfahrens sprengen, erscheint es im vorliegenden Fall angezeigt, die 

Sache zwecks Vornahme der erforderlichen Abklärungen gestützt auf Art. 

61 Abs. 1 VwVG ans SEM zurückzuweisen. 

6.  

Vor dem Hintergrund obiger Erwägungen ist festzuhalten, dass die Verfü-

gung des SEM vom 18. Dezember 2015 im Asylpunkt zu bestätigen und 

die Beschwerde diesbezüglich mithin abzuweisen ist.   

Bezüglich der Frage der Flüchtlingseigenschaft ist die Beschwerde jedoch 

gutzuheissen. Die Ziffern 1 und 3 bis 5 der vorinstanzlichen Verfügung vom 

18. Dezember 2015 sind deshalb aufzuheben und die Sache in Anwen-

dung von Art. 61 Abs. 1 in fine VwVG zur Ermittlung des Sachverhaltes und 

Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen ans SEM zurückzuweisen.  

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Seite 26 

7.  

Die eine Hälfte der Verfahrenskosten im Umfang von Fr. 375.– sind dem 

Beschwerdeführer aufgrund seines Unterliegens im Asylpunkt aufzuerle-

gen (Art. 63 Abs. 1 VwVG und Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die mit Zwischenverfügung vom 16. Feb-

ruar 2016 angesichts der Erfolgsaussichten der Beschwerde bezüglich der 

Nachfluchtgründe gewährte unentgeltliche Prozessführung greift mit Blick 

auf den Asylpunkt nicht. So sind die Vorbringen des Beschwerdeführers 

bezüglich seiner Vorfluchtgründe eindeutig unglaubhaft respektive nachge-

schoben und damit offensichtlich unbegründet. Zudem räumte der Be-

schwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe (S. 8) selbst ein, dass er die 

für diesen Teil seiner Beschwerde anfallenden Verfahrenskosten tragen 

müsse, habe er das Verfahren doch durch sein eigenes treuwidriges Ver-

halten (Falschangaben und Einreichen gefälschter Beweismittel) verur-

sacht. Er durfte mithin zu keinem Zeitpunkt darauf vertrauen, dass seine 

Beschwerde hinsichtlich seiner angeblichen Vorfluchtgründe irgendwelche 

Aussichten auf Erfolg haben könnte.  

8.  

8.1 Im Umfang des Obsiegens des Beschwerdeführers – hier wie gesagt 

zur Hälfte – wäre er grundsätzlich von der Bezahlung der Verfahrenskosten 

befreit (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Ausnahmsweise können jedoch auch 

einer obsiegenden respektive teilweise obsiegenden Partei Verfahrenskos-

ten auferlegt werden, wenn diese durch Verletzung von Verfahrenspflichten 

verursacht worden sind (Art. 63 Abs. 3 VwVG). Dies ist typischerweise der 

Fall, wenn die beschwerdeführende Person das Beschwerdeverfahren 

und/oder das vorinstanzliche Verfahren durch Verletzung von Mitwirkungs-

pflichten unnötigerweise verursacht und in die Länge gezogen hat (vgl. 

BVGE 2012/21 E. 8.1, m.w.H.).  

Gemäss der auf Beschwerdeebene eigereichten Bestätigung des STCC 

(vgl. Bst. Q) ist der Beschwerdeführer seit September 2015 Mitglied bei der 

Tamil Guard. Da die angefochtene Verfügung vom 18. Dezember 2015 da-

tiert, hätte er seine Tätigkeit bei der Tamil Guard bereits im vorinstanzlichen 

Verfahren geltend machen können. Folglich ist die vorliegend notwendig 

gewordene Kassation auf sein eigenes Verhalten – die Verletzung seiner 

Mitwirkungspflicht bezüglich relevanter Vorbringen – zurückzuführen. Es 

rechtfertigt sich mithin, ihm auch die andere Hälfte der Verfahrenskosten 

im Umfang von Fr. 375.– aufzuerlegen.  

E-359/2016 

Seite 27 

8.2 Aus denselben Gründen können die dem Beschwerdeführer erwach-

senen Kosten für die Vertretung sowie allfällige weitere Auslagen nicht als 

notwendig im Sinne von Art. 64 Abs. 1 VwVG angesehen werden. Es ist 

dem Beschwerdeführer deshalb keine Parteientschädigung zuzusprechen 

(vgl. BVGE 2012/21 E. 8.2).  

(Dispositiv nächste Seite)  

E-359/2016 

Seite 28 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird bezüglich der Frage der Flüchtlingseigenschaft gut-

geheissen. Die Ziffern 1 und 3 bis 5 der Verfügung vom 18. Dezember 2015 

werden aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen zur Neube-

urteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.  

Im Asylpunkt wird die Beschwerde abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.- werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.  

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Luterbacher Regina Derrer 

 

 

Versand: