# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c801bea7-3543-5c8c-826f-b34aee83cc38
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2001-03-21
**Language:** de
**Title:** Bundesgericht Eidgenössisches Versicherungsgericht 21.03.2001 U 272/99
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BGer/CH_BGer_016_U-272-99_2001-03-21.html

## Full Text

[AZA 7] 

U 272/99 Gb 

 

 

 

IV. Kammer 

 

Bundesrichter Borella, Rüedi und Bundesrichterin Leuzinger; 

Gerichtsschreiber Attinger 

 

 

Urteil vom 21. März 2001 

 

in Sachen 

 

A.________, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt 

Dr. Marco Barbatti, Zürichbergstrasse 66, Zürich, 

 

gegen 

 

Kantonale Unfallversicherungskasse Aargau, Beschwerdegegnerin, 

vertreten durch das Aargauische Versicherungsamt, 

Bahnhofstrasse 101, Aarau, 

und 

 

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, Winterthur 

 

 

 

In Erwägung, 

 

dass die 1956 geborene A.________, Dr. med., Fachärztin 

für Innere Medizin, seit 1. März 1994 mit einem 

Pensum von 50 % als Assistenzärztin an der Medizinischen 

Klinik des Spitals X.________ arbeitete und bei der Kantonalen 

Unfallversicherungskasse Aargau (KUK) gegen die 

Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert war, 

dass sie am 10. August 1994 als Beifahrerin in eine 

Auffahrkollision verwickelt wurde, in deren Folge sie 

sofort an lumbalen Rückenschmerzen und am nächsten Tag auch 

an solchen im Bereich der Halswirbelsäule und des Schultergürtels 

litt, 

dass die KUK bis Ende 1995 für Heilbehandlungskosten 

aufkam und der Versicherten ebenso lange ein Taggeld ausrichtete, 

mit Verfügung vom 30. April 1996 und Einspracheentscheid 

vom 10. Juni 1996 jedoch einen Anspruch auf weitere 

Versicherungsleistungen verneinte, 

dass das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich 

die hiegegen erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 15. Juni 

1999 abwies, 

dass A.________ Verwaltungsgerichtsbeschwerde führt 

mit dem Antrag, es seien ihr "die gesetzlichen Leistungen 

aus dem UVG (Taggelder, Heilungskosten, Invalidenrente, 

Integritätsentschädigung usw.) weiterhin zu erbringen", 

dass die KUK ausdrücklich auf eine Stellungnahme zur 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde verzichtet, während sich das 

Bundesamt für Sozialversicherung dazu nicht hat vernehmen 

lassen, 

dass das kantonale Gericht im angefochtenen Entscheid 

die vorliegend massgebenden, von der Rechtsprechung aufgestellten 

Grundsätze, namentlich diejenigen zum von Art. 6 

Abs. 1 UVG geforderten natürlichen Kausalzusammenhang zwischen 

dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden 

(Krankheit, Invalidität, Tod; BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 

289 Erw. 1b, je mit Hinweisen), richtig wiedergegeben hat, 

worauf verwiesen werden kann, 

dass die Vorinstanz überdies in einlässlicher Würdigung 

der medizinischen Unterlagen zum zutreffenden Schluss 

gelangte, dass die bei Einstellung der Unfallversicherungsleistungen 

(Ende 1995) vorhandenen Beschwerden (häufiges 

Fallenlassen von Gegenständen, weil diese nicht richtig 

gespürt werden; vermindertes Palpationsvermögen bei der 

klinischen Untersuchung von Patienten; Gangstörungen, insbesondere 

unter erschwerten Bedingungen [bei geschlossenen 

Augen bzw. im Dunkeln, beim Treppensteigen, Strichgang, 

komplizierteren Gangarten), welche die bisherige berufliche 

Tätigkeit verunmöglichen und als Spitalärztin nur mehr 

administrative und wissenschaftliche Arbeiten zulassen, 

nicht zumindest teilweise in einen ursächlichen Zusammenhang 

mit dem am 10. August 1994 (oder dem zweiten, am 

16. Juni 1995) erlittenen Unfall gebracht werden können, 

sondern vielmehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausschliesslich 

der vorbestehenden Polyneuropathie zuzuschreiben 

sind, 

dass sämtliche in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde 

vorgebrachten Einwendungen diese Beurteilung nicht in Zweifel 

zu ziehen vermögen, 

dass insbesondere die Behauptung, es habe "sich innert 

weniger Tage nach dem Unfall eine invalidisierende Polyneuropathie 

aktiviert oder manifestiert" und diese habe "innert 

weniger Tage zur langdauernden Arbeitsunfähigkeit" 

geführt (was mit dem Unfallereignis zusammenhängen müsse), 

der Aktenlage widerspricht, 

dass nämlich zum einen die nach der Auffahrkollision 

vom 10. August 1994 eingetretene Arbeitsunfähigkeit zunächst 

auf die Traumatisierung der ebenfalls vorbestehenden 

Spondylolisthesis L5/S1 zurückzuführen war (Arztzeugnis des 

Spitals X.________ vom 1. September 1994) und zum anderen 

die Polyneuropathie - obwohl sie erst nach dem Unfall diagnostiziert 

wurde und vor diesem die Leistungsfähigkeit im 

Beruf und im Haushalt mit zwei Kleinkindern nicht beeinträchtigt 

hatte - retrospektiv schon mehrere Jahre zuvor 

deutlich in Erscheinung getreten war (dem Arztbericht des 

Neurologen PD Dr. F.________, Spital Y.________, vom 2. April 

1995 lässt sich u.a. entnehmen, dass seit Jahren das 

Gehen in leichtem Schuhwerk erschwert war, "seit wenigen 

Jahren gehäuftes Einknicken im rechten Sprunggelenk, Schwächegefühl 

im Knie sowie Stand- und Gangunsicherheit, insbesondere 

ohne visuelle Kontrolle", zu verzeichnen waren, 

"welche wiederholt Stürze bedingt haben", und vor zwei Jahren 

an beiden Unterschenkeln Ulzera mit schlechter Heilungstendenz 

auftraten; PD Dr. K.________, Chefarzt Neurologie 

an der Klinik Z.________, erwähnte in seinem vom 

2. Februar 1996 datierten Gutachten, dass seit Jahren 

"Zoccoli oder ähnliches Schuhwerk nicht mit den Füssen gekrallt 

gehalten werden" konnten, es bei geschlossenen Augen 

zu einer Standunsicherheit kam und "seit der ersten Schwangerschaft 

1991 rezidivierendes Einknicken in beiden Knien" 

konstatiert wurde [überdies "hätten kürzlich Bekannte" die 

Beschwerdeführerin "darauf hingewiesen, dass sie schon früher 

immer wieder Gegenstände habe fallen lassen"]), 

dass ferner aus dem Bericht von Prof. Dr. S.________, 

Chefarzt der Neurologischen Klinik am Spital Q.________, 

vom 31. Oktober 1996 hervorgeht, dass die Beschwerden der 

Versicherten gegenüber dem Zeitpunkt der Begutachtung durch 

PD Dr. K.________ (15. November 1995) weiter zugenommen haben 

(nach Prof. S.________ besteht denn auch "eine schleichende 

Entwicklung einer sensiblen und ataktischen axonalen 

Polyneuropathie seit Jahren"), 

dass nach dem Gesagten der Verlauf der Polyneuropathie 

bei der Beschwerdeführerin - entgegen deren Vorbringen - 

nicht als (seit dem Unfallereignis) "sprunghaft", sondern 

insgesamt durchaus als langsam progredient, d.h. für diese 

Krankheit typisch bezeichnet werden kann, 

dass auch sonst keiner der bei den Akten liegenden 

umfassenden medizinischen Berichte einen Anhaltspunkt für 

eine Unfallkausalität des invalidisierenden Beschwerdebildes 

liefert, weshalb von der beantragten neuerlichen Begutachtung 

ohne weiteres abgesehen werden kann, 

 

erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: 

 

I. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen. 

 

II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. 

 

III. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht 

des Kantons Zürich und dem Bundesamt für 

Sozialversicherung zugestellt. 

 

Luzern, 21. März 2001 

 

Im Namen des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

Der Präsident der IV. Kammer: 

 

 

 

 

 

Der Gerichtsschreiber: