# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 31bc2110-49ff-56a4-99ee-c0416eaf7125
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-24
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 24.11.2022 NP220015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_NP220015_2022-11-24.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: NP220015-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender,  

Oberrichter lic. iur. M. Spahn und Oberrichterin lic. iur. B. Schärer 

sowie Gerichtsschreiber lic. iur. M. Hochuli 

Urteil vom 24. November 2022 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beklagte und Berufungsklägerin 

 

gegen 

 

1. B._____,  
2. C._____,  
Kläger und Berufungsbeklagte 

 

betreffend Nachbarrecht 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am 
Bezirksgericht Zürich, 1. Abteilung, vom 23. August 2022 (FV210161-L) 
 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 

A. der Kläger und Berufungsbeklagten 

zur Klage (Urk. 2 S. 1): 

" 1. Die Beklagte sei zu verpflichten, die Abdeckungen der Lichtöffnungen 
der Loggia an der D._____-Strasse 1, E._____ [Ortschaft], 2. Stock 
unverzüglich zu entfernen. 

 2. Der Beklagten sei, unter Strafandrohung wegen Ungehorsams 
gegen eine amtliche Verfügung im Sinne von Art. 292 StGB im 
Widerhandlungsfall, zu verbieten, die Lichtöffnungen der Loggia 
an der D._____-Strasse 1, E._____, 2. Stock künftig in irgendei-
ner Form abzudecken. 

 3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen samt Friedensrich-
terkosten zulasten der Beklagten." 

zur Widerklage (Prot. I S. 24; sinngemäss): 

 1. Die Widerklage sei vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf einzutre-
ten ist. 

 2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Widerklä-
gerin. 

B. der Beklagten und Berufungsklägerin 

zur Klage (Urk. 13 S. 1): 

" 1. Die Klage sei umfangreich abzuweisen, soweit es einzutreten ist. 
 2. Alles unter Kosten zu Lasten der Klägerinnen." 

zur Widerklage (Urk. 1 S. 2): 

" 1. Die klagende und widerbeklagte Partei sei zu verpflichten, alle Blumen 
und Pflanzen, Bäume und sonstige Gegenstände unverzüglich aus 
dem Garten der Stockwerkeigentümergemeinschaft zu entfernen. 

 2. Die klagende und widerbeklagte Partei sei zu verpflichten, alle Über-
wachungskameras unverzüglich aus dem Garten der Stockwerkeigen-
tümergemeinschaft und aus der Loggia im 1. OG zu entfernen. 

 3. Die klagende und widerbeklagte Partei sei zu verpflichten, alle Fahr-
zeuge parkiert ausserhalb der markierten Parkplätze unverzüglich aus 
der Tiefgarage der Stockwerkeigentümergemeinschaft zu entfernen. 

 4. Die klagende und widerbeklagte Partei sei zu verpflichten, das Schloss 
auf die Hintertüre im Erdgeschoss in den Garten unverzüglich zu ent-
fernen. 

 Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der klagenden und wider-
beklagten Partei." 

- 3 - 

Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Zürich, 1. Abteilung,  
vom 23. August 2022: 

(Urk. 62 S. 14 f.) 

1. Die Beklagte wird verpflichtet, die Abdeckungen der Lichtöffnungen der Log-
gia an der D._____-Strasse 1, E._____, 2. Stock, unverzüglich zu entfernen. 

2. Der Beklagten wird unter Strafandrohung wegen Ungehorsams gegen eine 
amtliche Verfügung im Sinne von Art. 292 StGB im Widerhandlungsfall ver-
boten, die Lichtöffnungen der Loggia an der D._____-Strasse 1, E._____, 2. 
Stock, künftig in irgendeiner Form abzudecken. 
Art. 292 StGB lautet wie folgt: 
Wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten 
unter Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassenen Verfü-
gung nicht Folge leistet, wird mit Busse bestraft. 

3. Ziffer 1 der Widerklage wird abgewiesen. 
4. Auf Ziffer 2 der Widerklage wird nicht eingetreten. 
5. Ziffer 3 der Widerklage wird abgewiesen. 
6. Ziffer 4 der Widerklage wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden 

kann. 
7. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'150 festgesetzt. 
8. Die Gerichtskosten werden der Beklagten auferlegt und mit dem von den 

Klägern geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 
9. Die Beklagte wird verpflichtet, den Klägern den Kostenvorschuss (Fr. 3'150) 

sowie die Kosten des Schlichtungsverfahrens (Fr. 250) zu ersetzen. 
10. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine Parteientschädigung von 

Fr. 600 zu bezahlen. 
Weitere Parteientschädigungen werden nicht zugesprochen. 

11. (Schriftliche Mitteilung) 
12. (Rechtsmittelbelehrung) 

Berufungsanträge: 

der Beklagten und Berufungsklägerin (Urk. 61 S. 1 ff.): 

" 1  - Das Urteil vom 23. August 2022 sei für nichtig zu erklären und aufzu-
heben und die Sache der Vorinstanz zurückzuweisen, in rechtskonform 
und verfässungskonform zu erfassen. 

2  - Dispositiv 1 des Urteil vom 23. August 2022 sei für nichtig zu erklären 
und aufzuheben und die eingereichte Klageschrift vom 7. September 
2022 für nichtig zu erklären und aufzuheben und die eingeeichte Klage 
vollumfangreich abzuweisen, sowie es einzutreten sei. 

- 4 - 

3  - Dispositiv 2 des Urteil vom 23. August 2022 sei für nichtig zu erklären 
und aufzuheben und die Antrag auf Androhung von Strafmassnahme 
sei abzuweisen, soweit diesen Antrag einzutreten ist. 

4  - Eventuelle sei Dispositiv 3 des Urteil vom 23. August 2022 sei für nich-
tig zu erklären und aufzuheben und die Sache der Vorinstanz zurück-
zuweisen, eine Verhandlung vorschriftgemäss durchzuführen und Be-
zirksrichter Häusermann / Gerichtsschreiberin Gathuler mit unparteii-
sche Richter und Gerichtsschreiber zu ersetzen. 

5  - Eventuelle sei Dispositiv 4 des Urteil vom 23. August 2022 sei für nich-
tig zu erklären und aufzuheben und die Sache der Vorinstanz zurück-
zuweisen, eine Verhandlung vorschriftgemäss durchzuführen und Be-
zirksrichter Häusermann / Gerichtsschreiberin Gathuler mit unparteii-
sche Richter und Gerichtsschreiber zu ersetzen. 

6  - Eventuelle sei Dispositiv 5 des Urteil vom 23. August 2022 sei für nich-
tig zu erklären und aufzuheben und die Sache der Vorinstanz zurück-
zuweisen, eine Verhandlung vorschriftgemäss durchzuführen und Be-
zirksrichter Häusermann / Gerichtsschreiberin Gathuler mit unparteii-
sche Richter und Gerichtsschreiber zu ersetzen. 

7  - Eventuelle sei Dispositiv 6 des Urteil vom 23. August 2022 sei für nich-
tig zu erklären und aufzuheben und die Sache der Vorinstanz zurück-
zuweisen, eine Verhandlung vorschriftgemäss durchzuführen und Be-
zirksrichter Häusermann / Gerichtsschreiberin Gathuler mit unparteii-
sche Richter und Gerichtsschreiber zu ersetzen. 

8  - Eventuelle sei Dispositiv 7 des Urteil vom 23. August 2022 sei für nich-
tig zu erklären und aufzuheben und der Streitwert richtig festzustellen 
und auf Grund das richtiges Streitwert, den Entscheidgebühr entspre-
chend richtig festzulegen. 

9  - Dispositiv 8 des Urteil vom 23. August 2022 sei für nichtig zu erklären 
und aufzuheben und den Entscheidsgebühren der Klägerinnen vollum-
fangreich aufzulegen, weiterhin ist die Kosten des Schlichtungsverfah-
ren von CHF250 auf Grund vom Streitwert festzulegen. 

10 - Dispositiv 9 des Urteil vom 23. August 2022 sei für nichtig zu erklären 
und aufzuheben und die Gerichtskosten der Klägerinnen aufzulegen. 

11 - Dispositiv 10 des Urteil vom 23. August 2022 sei für nichtig zu erklären 
und aufzuheben und den Antrag auf Parteientschädigung vollumfang-
reich abzuweisen soweit es einzutreten ist. 

12 - Der Streitwert der Klage und Widerklage sei vom Obergericht Zürich 
festzustellen. 

13 - Der Vorinstanz sei gerichtlich anzuweisen, das Protokoll der Verhand-
lung umgehend zu berichtigen. 

14 - Die Akten seien der Vorinstanz zurückzuweisen und die Vorinstanz sei 
gerichtlich anzuweisen alle eingereichten Akten bezüglich Strafsachen 

- 5 - 

von der Akten zu entfernen bzw alle Akten im Bezug auf Strafsachen 
seien von der Akten zu entfernen 

15 - Die Verhandlung sowie das Protokoll der Verhandlung sind für nichtig 
zu erklären und die Vorinstanz sei gerichtlich anzuweisen das Protokoll 
der Verhandlung zu löschen. 

16 - Alles unter Kosten und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagte." 

Erwägungen: 

1.1. Die Parteien sind Stockwerkeigentümer in derselben Liegenschaft, wobei die 

Wohnung der Beklagten und Berufungsklägerin (fortan: Beklagte) über der Woh-

nung der Kläger und Berufungsbeklagten (fortan: Kläger) liegt.  

1.2. Am 8. September 2021 erhoben die Kläger bei der Vorinstanz unter Beilage 

der Klagebewilligung des Friedensrichteramtes der Stadt Zürich, Kreise …+…, 

vom 24. Juni 2021 (Urk. 1) eine Klage betreffend eine nachbarrechtliche Streitig-

keit (reglementswidrige Abdeckung von Lichtöffnungen der Loggia durch die Be-

klagte; Urk. 2). Der weitere Prozessverlauf kann dem angefochtenen Entscheid 

entnommen werden (Urk. 62 S. 3 f.). Am 23. August 2022 erliess die Vorinstanz 

das eingangs wiedergegebene Urteil (Urk. 51 S. 14 f. = Urk. 62 S. 14 f.). 

1.3. Hiergegen erhob die Beklagte mit Eingabe vom 30. September 2022 recht-

zeitig (vgl. Art. 311 Abs. 1 ZPO und Urk. 54) Berufung mit den eingangs wieder-

gegebenen Anträgen (Urk. 61). Der mit Verfügung vom 6. Oktober 2022 eingefor-

derte Kostenvorschuss von Fr. 3'150.– wurde innert der mit Verfügung vom 

28. Oktober 2022 angesetzten Nachfrist geleistet (Urk. 67, 69 und 70). 

1.4. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-60 und Urk. 66/61-

64). Da sich die Berufung – wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird – sogleich als 

offensichtlich unbegründet erweist, erübrigt sich das Einholen einer Berufungsan-

twort (Art. 312 Abs. 1 ZPO). 

2.1. Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige Fest-

stellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). In der schrift-

lichen Berufungsbegründung (Art. 311 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, 

inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehler-

- 6 - 

haft zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet. Das setzt (im 

Sinne einer von Amtes wegen zu prüfenden Eintretensvoraussetzung) voraus, 

dass die Berufungsklägerin die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die sie 

anficht, sich argumentativ mit diesen auseinandersetzt und mittels genügend prä-

ziser Verweisungen auf die Akten aufzeigt, wo die massgebenden Behauptungen, 

Erklärungen, Bestreitungen und Einreden erhoben wurden bzw. aus welchen Ak-

tenstellen sich der geltend gemachte Berufungsgrund ergeben soll. Die pauschale 

Verweisung auf frühere Vorbringen oder deren blosse Wiederholung genügen 

nicht. Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanforderungen 

entsprechenden Weise beanstandet wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz 

nicht überprüft zu werden; diese hat sich – abgesehen von offensichtlichen Män-

geln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen zu beschränken, die 

in der schriftlichen Begründung formgerecht gegen den erstinstanzlichen Ent-

scheid erhoben werden (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4 m.H.; BGE 141 III 569 

E. 2.3.3 = Pra 105 [2016] Nr. 99; BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 4A_56/2021 vom 

30. April 2021, E. 5.2; BGer 5A_164/2019 vom 20. Mai 2020, E. 5.2.3). 

2.2. Neue Tatsachen und Beweismittel (Noven) können gemäss Art. 317 

Abs. 1 ZPO im Berufungsverfahren nur noch berücksichtigt werden, wenn diese 

ohne Verzug vorgebracht wurden (lit. a) und wenn sie trotz zumutbarer Sorgfalt 

nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (lit. b). Dabei hat, wer 

sich auf Noven beruft, deren Zulässigkeit darzutun (vgl. BGE 144 III 349 E. 4.2.1; 

BGE 143 III 42 E. 4.1; BGer 4A_193/2021 vom 7. Juli 2021, E. 3.1; BGer 

4A_24/2020 vom 26. Mai 2020, E. 4.1.4.3). Werden Tatsachenbehauptungen 

oder Beweisanträge im Berufungsverfahren bloss erneuert, ist unter Hinweis auf 

konkrete Aktenstellen aufzuzeigen, dass und wo sie bereits vor Vorinstanz einge-

bracht wurden; andernfalls gelten sie als neu. 

3.1. Die Vorinstanz erwog, es sei unbestritten, dass die Beklagte die drei Ober-

lichter der Loggia der Kläger am 21. April 2021 vollständig mit schwarzen Abfall-

säcken abgedeckt und damit die Belichtung von deren Terrasse blockiert bzw. die 

Terrasse sowie die angrenzenden Wohnräume merklich verdunkelt habe. Die Ein-

rede der Beklagten, sie habe die Oblichter abgedeckt, weil die Kläger in deren 

- 7 - 

Loggia eine Kamera aufgestellt hätten, die auf die Oblichter gerichtet sei und sie 

(die Beklagte bzw. die Loggia der Beklagten, von unten her) filme, habe sich bei 

einem Augenschein als unzutreffend erwiesen, da die Kamera nicht auf die Ob-

lichter gerichtet gewesen sei. Die Oblichter im Boden zwischen den Loggien der 

Parteien dienten offensichtlich der (zusätzlichen) Belichtung der darunter liegen-

den Loggia/Stockwerkeinheit der Kläger. Dies zeige sich schon darin, dass die 

Oblichter im Reglement ausdrücklich als Lichtöffnungen bezeichnet würden. Zu-

dem werde ausdrücklich festgehalten, dass es nicht gestattet sei, die Lichtöffnun-

gen der Loggia abzudecken (mit Verweis auf Urk. 3/5). Anders ausgedrückt müss-

ten die Oblichter frei gelassen werden, damit Licht durch sie dringen könne. Durch 

die Abdeckung der Oblichter werde der Stockwerkeinheit der Kläger Licht entzo-

gen. Dies sei als negative Immission zu qualifizieren. Dabei handle es sich nach 

neuerer Lehre um eine Einwirkung im Sinn von Art. 684 ZGB (mit Verweis auf 

BSK ZGB II-Rey/Strebel, Art. 684 N 32). In der Liegenschaft der Parteien sei es 

gemäss Reglement nicht gestattet, die Lichtöffnungen abzudecken. Insofern seien 

die Stockwerkeigentümer in der Ausübung ihres Eigentumsrechts beschränkt. 

Schon daraus folge, dass die Abdeckung der Oblichter durch die Beklagte eine 

übermässige (verbotene) Einwirkung auf das Grundstück der Kläger im Sinn von 

Art. 684 Abs. 2 ZGB darstelle. Zudem seien die Loggien wie erwähnt (durch 

Lichtöffnungen) so beschaffen, dass durch den Boden Licht auf/in die darunter 

liegende Loggia/Stockwerkeinheit gelangen solle. Die Beklagte habe mit der Ab-

deckung der Oblichter ihr Eigentumsrecht überschritten und die Kläger hätten 

dadurch eine Beeinträchtigung (weniger Licht in der Loggia und den angrenzen-

den Wohnräumen) erfahren, die sie nicht hinnehmen müssten. Eine solche Beein-

trächtigung (bzw. ein Nachteil oder eine Verletzung rechtlich geschützter Interes-

sen) genüge für die Anwendbarkeit von Art. 679 ZGB; eine Schädigung oder ein 

Schaden im rechtlichen/technischen Sinn sei entgegen dem Gesetzeswortlaut 

nicht erforderlich (mit Verweis auf BK ZGB-Meier-Hayoz, Grundeigentum I, 

Art. 655-679, Art. 679 N 6). Damit seien die Voraussetzungen von Art. 679 und 

684 ZGB erfüllt. Gestützt auf diese Bestimmungen hätten die Kläger Anspruch auf 

Beseitigung der Abdeckungen. Weniger weit gehende Schutzvorkehrungen o.Ä. 

kämen nicht in Betracht. Der (nicht zutreffende) Einwand der Beklagten, sie bzw. 

- 8 - 

ihre Loggia/Stockwerkeinheit werde von einer Kamera in der Loggia der Kläger 

durch die Oblichter hindurch gefilmt, lasse ernstlich befürchten, dass die Beklagte 

die Oblichter weiterhin oder wieder abdecke, ohne dazu berechtigt zu sein (mit 

Verweis auf KUKO ZPO-Oberhammer/Weber, Art. 84 N 9 f.). Die Kläger hätten 

einen entsprechenden Unterlassungsanspruch. Mildere Massnahmen würden 

ausser Betracht fallen (mit Verweis auf BSK ZGB II-Rey/Strebel, Art. 679 N 17). 

Das Gericht könne die beantragte Strafdrohung nach Art. 292 StGB anordnen 

(Art. 236 Abs. 3 i.V.m. Art. 337 Abs. 1 und Art. 343 Abs. 1 lit. a ZPO). Im Ergebnis 

sei daher die Klage vollumfänglich gutzuheissen (Urk. 62 S. 6 ff.). 

3.2. Bezüglich der Widerklage der Beklagten erwog die Vorinstanz, es sei nicht 

ersichtlich, aus welchem Grund die Beklagte ihre Widerklage gegen die Kläger 

gerichtet habe. Selbst wenn zuträfe, dass sich die Kläger durch ihre Nutzung des 

Gartens, das Abstellen einer Harley Davidson ausserhalb eines Parkplatzes in der 

Tiefgarage oder das Abschliessens der Tür zum Garten reglementswidrig verhal-

ten hätten und die Stockwerkeigentümerversammlung eine solche reglementswid-

rige Nutzung geduldet und einen Antrag auf Einhaltung des Reglements nicht be-

handelt hätte, hätte die Beklagte ihre Widerklage gegen die Stockwerkeigentü-

mergemeinschaft und nicht gegen die Kläger richten müssen. Insoweit sei die Wi-

derklage mangels Passivlegitimation abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. 

Soweit die Beklagte die Entfernung der (beiden) Überwachungskameras in der 

Loggia sowie im Garten der Kläger verlange und dies mit einer Beeinträchtigung 

ihrer Privatsphäre begründe, handle es sich um ein Beseitigungsbegehren ge-

mäss Art. 28a Abs. 1 Ziff. 2 ZGB, mithin um eine nicht vermögensrechtliche Strei-

tigkeit, welche (anders als die übrigen Widerklagebegehren) im ordentlichen Ver-

fahren zu behandeln sei. Insoweit sei auf die Widerklage mangels Zulässigkeit der 

Verfahrensart nicht einzutreten (Urk. 62 S. 9 ff.). 

4.1. Die Beklagte rügt, die vorinstanzliche Gerichtsbesetzung sei befangen ge-

wesen. Die Tochter der Kläger, F._____, habe deren Klageschrift verfasst, obwohl 

sie als Auditorin oder Gerichtsschreiberin am Bezirksgericht Zürich arbeite und 

"sehr eng bzw intim befreundet" sei mit Bezirksrichter Häusermann und Gerichts-

schreiberin Gabathuler. Bei den vor Vorinstanz geführten Vergleichsgesprächen 

- 9 - 

habe Bezirksrichter Häusermann starken Druck auf sie ausgeübt, die Klage anzu-

erkennen, denn nur so hätte er für "seine Geliebte F._____" ein Obsiegen von de-

ren Eltern sicherstellen können (Urk. 61 S. 6 ff.). 

Die Beklagte legt nicht dar, wann sie von der angeblichen intimen Freund-

schaft Kenntnis erhalten haben will. Sie muss sich daher vorhalten lassen, sie ha-

be ihr Ausstandsbegehren nicht unverzüglich gestellt (vgl. zu diesem Erfordernis 

Art. 49 Abs. 1 ZPO). Infolgedessen hat sie ihr Ablehnungsrecht verwirkt. Abgese-

hen davon begründet die Beklagte mit keinem Wort, weshalb sie davon ausgeht, 

die am angefochtenen Entscheid Mitwirkenden seien mit der Tochter der Kläger 

"sehr eng bzw intim befreundet". Allein der Umstand, dass diese Personen am 

Bezirksgericht Zürich tätig sind, lässt jedenfalls nicht auf solches schliessen. Ent-

sprechend vermag sie den geltend gemachten Ausstandsgrund auch nicht glaub-

haft zu machen. 

4.2. Die Beklagte beanstandet weiter, der Streitwert der auf der Klagebewilligung 

aufgeführten Rechtsbegehren übersteige Fr. 30'000.– (Urk. 61 S. 3 ff.).  

 Die Vorinstanz hatte diesbezüglich erwogen, der Streitwert des gerichtlichen 

Verfahrens sei durch das Rechtsbegehren gemäss Klagebewilligung nicht fixiert 

worden. Massgebend für die Verfahrensart und die sachliche Zuständigkeit sei 

das Rechtsbegehren gemäss der dem Gericht eingereichten Klage (Urk. 62 S. 4 

mit Verweis auf BK ZPO-Sterchi, Vor Art. 91-94 N 3, BSK ZPO-Rüegg/Rüegg, 

Art. 91 N 7, KUKO ZPO-Kölz, Art. 91 N 2, ZK ZPO-Stein-Wigger, Art. 91 N 12 

[wonach der Streitwert des anschliessenden gerichtlichen Verfahrens nicht not-

wendigerweise jenem des Schlichtungsverfahrens entspricht], OFK ZPO-Mohs, 

Art. 91 N 7, sowie BGE 141 III 137, BGE 140 III 65 und BGer 4A_222/2017 vom 

8. Mai 2018, E. 4, insb. 4.1.2). Mit dieser zutreffenden Erwägung setzt sich die 

Beklagte nicht einmal ansatzweise auseinander und genügt damit ihrer Begrün-

dungsobliegenheit (vgl. dazu oben Ziff. 2.1) nicht. 

4.3.1. Die Beklagte rügt sodann, auch der Streitwert der (bei der Vorinstanz ein-

gereichten) Klage übersteige Fr. 30'000.– bei Weitem. So habe bereits das 

Rechtsbegehren Ziff. 1 einen Streitwert von mindestens Fr. 40'000.–. Der Streit-

- 10 - 

wert des Rechtsbegehrens Ziff. 2 belaufe sich auf Fr. 100'000.– bis 

Fr. 1'000'000.–. Das Rechtsbegehren Ziff. 3 (gemäss Klagebewilligung vom 

24. Juni 2021), das die Vorinstanz zu Unrecht nicht berücksichtigt habe, weise ei-

nen jedenfalls Fr. 30'000.– übersteigenden Streitwert auf (Urk. 61 S. 5 und S. 9). 

 Massgebend für die Streitwertberechnung ist das Rechtsbegehren der beim 

Gericht eingereichten Klage (vgl. oben Ziff. 4.2), weshalb nicht zu beanstanden 

ist, dass die Vorinstanz bei der Streitwertberechnung das von den Klägern fallen-

gelassene Rechtsbegehren Ziff. 3 gemäss Klagebewilligung vom 24. Juni 2021 

nicht berücksichtigte. Das Rechtsbegehren Ziff. 2 betrifft sodann eine Vollstre-

ckungsmassnahme und ist daher bei der Streitwertberechnung nicht zu berück-

sichtigen (ZK ZPO-Stein-Wigger, Art. 91 N 39).  

 Bezüglich des Rechtsbegehrens Ziff. 1 hatte die Vorinstanz den Streitwert in 

Anwendung von Art. 91 Abs. 2 ZPO auf Basis der mutmasslichen Wertminderung 

der Stockwerkeinheit der Kläger aufgrund der durch das Abdecken der Oberlich-

ter resultierenden Verdunkelung der Terrasse auf Fr. 20'000.– geschätzt, nach-

dem die Kläger sich mit einer solchen Schätzung einverstanden erklärt hatten 

(Urk. 7) und die Beklagte sich diesbezüglich innert angesetzter Frist nicht hatte 

vernehmen lassen (vgl. Urk. 8 S. 2 ff.). In der Berufungsschrift setzt sich die Be-

klagte nicht mit den Überlegungen der Vorinstanz zu den Grundlagen ihrer Schät-

zung des Streitwerts auseinander, sondern beharrt erneut ohne jegliche Begrün-

dung auf ihrem Standpunkt, wonach beim Rechtsbegehren Ziff. 1 von einem 

Fr. 30'000.– übersteigenden Streitwert auszugehen sei (vgl. Urk. 61 S. 6). Damit 

genügt sie ihrer Begründungsobliegenheit nicht (vgl. oben Ziff. 2.1), weshalb nicht 

weiter darauf einzugehen ist. 

4.3.2. Die Beklagte bemängelt weiter, der Streitwert ihrer Widerklage sei nicht 

festgestellt worden, was rechtswidrig sei. Sie gehe für die Widerklage von einem 

Streitwert von Fr. 27'000.– aus. Selbst wenn man dazu nur den von der Vorin-

stanz viel zu niedrig geschätzten Streitwert der Hauptklage addiere, ergebe sich 

ein Streitwert von insgesamt Fr. 52'000.–, was zur Zuständigkeit des Kollegialge-

richts führe (Urk. 61 S. 8 f.). 

- 11 - 

 Entgegen der Ansicht der Beklagten sind die Streitwerte von Klage und Wi-

derklage grundsätzlich nicht zusammenzurechnen. Der Streitwert des Verfahrens 

bestimmt sich vielmehr nach dem «höheren Rechtsbegehren» (Art. 94 Abs. 1 

ZPO) bzw. dem höheren Streitwert der durch Klage und Widerklage vorgetrage-

nen Rechtsbegehren (ZK ZPO-Stein-Wigger, Art. 94 N 4; BSK ZPO-

Rüegg/Rüegg, Art. 94 N 1). 

4.3.3. Da bei der Hauptklage von einem Streitwert von Fr. 20'000.– auszugehen 

ist, erweisen sich die Rügen bezüglich fehlender sachlicher Zuständigkeit sowie 

falscher Verfahrensart so oder anders als unbegründet, da vermögensrechtliche 

Streitigkeiten mit einem Streitwert unter Fr. 30'000.– vom Einzelgericht im verein-

fachten Verfahren zu beurteilen sind (Art. 243 Abs. 1 ZPO und § 24 lit. a 

GOG/ZH). Nur der Vollständigkeit halber ist schliesslich festzuhalten, dass die Vo-

rinstanz entgegen den Ausführungen der Beklagten den Streitwert der vermö-

gensrechtlichen Widerklagebegehren bestimmte, indem sie diesen auf insgesamt 

Fr. 5'000.– schätzte (Urk. 62 S. 5). 

4.4. Die Beklagte beanstandet weiter, die Vorinstanz sei für die Beurteilung der 

behaupteten Verstösse gegen das Reglement der Stockwerkeigentümergemein-

schaft nicht zuständig. Gemäss Art. 712s ZGB sei vielmehr der Verwalter für die 

Überwachung von Sonderrechten zuständig. Ihrer Ansicht nach gehörten die 

Loggias nicht zu den Wohnungen, sondern deren jeweilige Eigentümer hätten ein 

Sonderrecht zur Benutzung. Die Kläger hätten daher einen Antrag an die Stock-

werkeigentümergemeinschaft richten müssen (Urk. 61 S. 9 f.). Sinngemäss be-

streitet sie damit erneut ihre Passivlegitimation.  

 Die Vorinstanz hatte dazu erwogen, bewirke die reglementswidrige Nutzung 

einer Stockwerkeinheit eine Störung des Eigentumsrechts oder des Besitzes einer 

anderen Stockwerkeigentümerin, so könne die letztere ihre zivilrechtlichen Ab-

wehransprüche nach Eigentums- oder Besitzesrecht geltend machen. Diese An-

sprüche bestünden auch im Verhältnis unter den Stockwerkeigentümern. Soweit 

mit anderen Worten eine reglementswidrige Nutzung Substanzeingriffe oder 

übermässige Immissionen für eine andere Stockwerkeinheit zur Folge habe, sei 

die betreffende Stockwerkeigentümerin zur Abwehrklage legitimiert (mit Verweis 

- 12 - 

auf Schmid, Die Unterlassungsklage zur Durchsetzung des Reglements beim 

Stockwerkeigentum, in: Der Bernische Notar 2014, S. 307 ff., 308, mit Hinweis auf 

BGer 5A_640/2012, E.2, und BGE 132 III 9 E. 3.6; vgl. auch Schmid/Hürlimann-

Kaup, Sachenrecht, Rz. 1045b, und ZK-Wermelinger, Art. 712l ZGB N 146.β 

m.w.H.; BGE 145 III 121 E. 4.3.3). Vorliegend stützten die Kläger ihre Klage auf 

Art. 684 i.V.m. Art. 679 ZGB, d.h. auf zivilrechtliche Abwehransprüche nach Ei-

gentumsrecht. Die Klage der Kläger gegen die Beklagte sei daher zulässig 

(Urk. 62 S. 7 f.). Mit diesen zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz im ange-

fochtenen Entscheid setzt sich die Beklagte in ihrer Berufungsschrift nicht ausei-

nander und genügt damit ihrer Begründungsobliegenheit (vgl. dazu oben Ziff. 2.1) 

nicht, weshalb nicht weiter darauf einzugehen ist. 

4.5. Die Beklagte trägt in ihrer Berufungsschrift weiter vor, die Kläger seien vom 

Verwalter der Stockwerkeigentümergemeinschaft begeistert gewesen, der sie 

schamlos bevorzugt habe. Deswegen seien sie gegen eine Abberufung des Ver-

walters gewesen, so dass sie ein gerichtliches Verfahren habe einleiten müssen 

(Urk. 61 S. 10). 

 Inwiefern dieses Vorbringen einen Zusammenhang mit dem angefochtenen 

Entscheid oder dem Streitgegenstand hat, ist weder dargetan noch ersichtlich, 

weshalb nicht weiter darauf einzugehen ist. 

4.6. Die Beklagte rügt, vor Vorinstanz sei unbestritten geblieben, dass die Kläger 

sie heimlich filmen und stalken würden. Die Vorinstanz habe erklärt, dass sie in 

einem solchen Fall berechtigt sei, die Oblichter abzudecken (Urk. 61 S. 10). 

 Entgegen der Darstellung der Beklagten bestritten die Kläger, dass die Ka-

meras auf die Oblichter gerichtet seien (Prot. I S. 19 f.). Darüber hinaus hatte die 

Vorinstanz die Behauptung der Beklagten mit dem Argument verworfen, ein Au-

genschein habe ergeben, die Kamera in der Loggia der Kläger sei nicht auf die 

Oblichter gerichtet gewesen (Urk. 62 S. 7 mit Verweis auf Prot. I S. 33 und 

Urk. 37/1-5). Damit setzt sich die Beklagte in ihrer Berufung nicht auseinander 

und genügt somit ihrer Begründungsobliegenheit (vgl. dazu oben Ziff. 2.1) nicht, 

weshalb nicht weiter darauf einzugehen ist. 

- 13 - 

4.7. Die Beklagte beanstandet, die Kläger hätten weder behauptet noch belegt, 

dass die Verdunkelung in der Wohnung auf die Abdeckung der Oblichter zurück-

zuführen sei (Urk. 61 S. 16). 

 Das Vorbringen der Beklagten ist aktenwidrig: Bereits in der Klageschrift 

vom 7. September 2021 hatten die Kläger behauptet, durch die lichtdichte Abde-

ckung der Oblichter werde die Belichtung der Terrasse und von oben her voll-

ständig blockiert und die Terrasse sowie die an die Terrasse grenzenden Wohn-

räume (drei Schlafzimmer sowie das Wohnesszimmer) damit insgesamt merklich 

verdunkelt (Urk. 2 S. 4). Da die Beklagte nicht darlegt, dass sie im vorinstanzli-

chen Verfahren eine entsprechende Bestreitung vorbrachte (vgl. dazu oben 

Ziff. 2.2), ist davon auszugehen, dass die Behauptung der Kläger unbestritten 

blieb und daher nicht zu beweisen war (Art. 150 Abs. 1 ZPO). Entsprechend ist 

nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz darauf abstellte. 

4.8. Die Beklagte bringt sodann vor, der Kläger 2 habe gesagt, dass er Fotos von 

ihr auf seinem Mobiltelefon habe. Die Klägerin 1 habe dazu ausgeführt, die Fotos 

seien am nächsten Tag gelöscht worden. Weiter habe sie vor Vorinstanz geltend 

gemacht, dass die Kläger sie beim Hauseingang gefilmt und fotografiert und sie 

überdies wegen Sachbeschädigung angezeigt hätten, wenn sie die Kameras ab-

gedreht habe. In diesem Zusammenhang habe sie die Befragung einer Stadtpoli-

zistin beantragt, welcher Antrag aber von der Vorinstanz grundlos bzw. ohne Be-

gründung abgelehnt worden sei (Urk. 61 S. 11). 

 Die Beklagte zeigt nicht auf, wo sie im vorinstanzlichen Verfahren die angeb-

lich von der Vorinstanz übergangenen Behauptungen aufstellte und Beweisoffer-

ten machte. Insofern genügt sie ihrer Begründungsobliegenheit (vgl. dazu oben 

Ziff. 2.2) nicht. Abgesehen davon ist ein Zusammenhang dieser Vorbringen mit 

dem Streitgegenstand des vorinstanzlichen Verfahrens weder dargetan noch er-

sichtlich, weshalb auch aus diesem Grund nicht weiter darauf einzugehen ist. 

4.9. Die Beklagte rügt, Teile ihrer Aussagen seien gar nicht protokolliert worden. 

Die Verhandlung (vom 24. März 2022) habe partiell im Garten der Stockwerkei-

gentümergemeinschaft stattgefunden und sei nicht auf Tonband aufgenommen 

- 14 - 

worden. Sie habe eine Berichtigung des Protokolls verlangt (Urk. 61 S. 11 mit 

Verweis auf Urk. 65/2). 

 Was die Beklagte daraus zu ihren Gunsten ableiten möchte, erschliesst sich 

nicht. Sofern sie mit diesem Vorbringen eine Berichtigung des Protokolls verlan-

gen wollte, wäre darauf mangels Zuständigkeit nicht einzutreten, da ein Gesuch 

um Protokollberichtigung bei jener Instanz zu stellen ist, über deren Verfahren das 

Protokoll Aufschluss gibt (Pahud, DIKE-Komm-ZPO, Art. 235 N 22 und 25; BK 

ZPO I-Killias, Art. 235 N 20; BSK ZPO-Willisegger, Art. 235 N 41). Im Übrigen 

bleibt festzuhalten, dass das von der Beklagten bei der Vorinstanz eingereichte 

Protokollberichtigungsbegehren (Urk. 66/61) mit Verfügung vom 5. Oktober 2022 

abgewiesen wurde (Urk. 66/62). Die dagegen erhobene Beschwerde wurde von 

der erkennenden Kammer mit Urteil vom 11. November 2022 abgewiesen, soweit 

darauf eingetreten wurde (Geschäfts-Nr. PP220039-O). 

4.10. Die Beklagte beanstandet weiter, die Anordnung der Vollstreckungsmass-

nahme sei nicht begründet worden. Sie erachte die Anordnung als unverhältnis-

mässig, da die Loggia zu ihrer Wohnung gehöre und sie daher das Recht haben 

müsse, die Oblichter abzudecken, um zu verhindern, dass sie von den Klägern 

gefilmt und fotografiert werde. Ausserdem müsse sie gleich wie die übrigen 

Stockwerkeigentümer behandelt werden. Wenn diese ungestraft die Oblichter zu 

ihrer Loggia abdecken könnten, sei es offensichtlich rechts- und verfassungswid-

rig, ihr unter Strafandrohung zu verbieten, die Oblichter abzudecken. Abgesehen 

davon sei die Vorinstanz für die Beurteilung dieses Antrags gar nicht zuständig 

gewesen (Urk. 61 S. 11 f.). 

 Das erkennende Gericht kann auf Antrag der obsiegenden Partei bereits in 

seinem Urteil Vollstreckungsmassnahmen für Nichtgeldforderungen anordnen 

(Art. 236 Abs. 3 ZPO). Einen entsprechenden Antrag stellten die Kläger bereits in 

der Klageschrift vom 7. September 2021 (Urk. 2 S. 2 Rechtsbegehren Ziff. 2). Das 

Gesetz sieht keine weiteren Voraussetzungen vor. Insbesondere ist nicht erfor-

derlich, dass die obsiegende Partei Anhaltspunkte für die Nichterfüllung der An-

ordnung im Endentscheid glaubhaft macht (KUKO ZPO-Sogo/Naegeli, Art. 236 

N 18; Kriech, DIKE-KOMM-ZPO, Art. 236 N 21). Wenn allerdings keine Anzeichen 

- 15 - 

dafür bestehen, dass sich die unterliegende Partei nicht dem Urteil unterziehen 

wird, kann das Gericht von einer direkten Vollstreckung absehen (BSK ZPO-

Steck/Brunner, Art. 236 N 43 und ZK ZPO-Staehelin, Art. 236 N 25, je mit Verweis 

auf BGer 5A_839/2010 vom 9. August 2011, E. 6.3). Dafür bestand vorliegend je-

doch kein Anlass, zumal die Beklagte die diesbezügliche Erwägung der Vorin-

stanz nicht in Frage stellt, wonach ihre unzutreffende Argumentation, sie bzw. ihre 

Loggia/Stockwerkeinheit werde von einer Kamera in der Loggia der Kläger durch 

die Oblichter hindurch gefilmt, ernstlich befürchten lasse, dass sie die Oblichter 

weiterhin oder wieder abdecke, ohne dazu berechtigt zu sein (Urk. 62 S. 9). Ent-

sprechend erweist sich die Rüge, die Vorinstanz habe zu Unrecht Vollstre-

ckungsmassnahmen angeordnet, als offensichtlich unbegründet. 

4.11. Die Beklagte bemängelt, in den vorinstanzlichen Akten befänden sich auch 

Akten aus Strafverfahren, welche ihr nie gezeigt worden seien, ansonsten sie de-

ren Entfernung beantragt hätte. Da die Vorinstanz ein "Strafverfahren mit einem 

Zivilrechtlichen Verfahren gemischt" habe, sei die Verhandlung und das Protokoll 

der Verhandlung für nichtig zu erklären. Im Strafverfahren habe die beschuldigte 

Person das Recht zu schweigen. Gemäss ZPO gelte hingegen als anerkannt, was 

nicht bestritten werde. Vor der Befragung sei unklar gewesen, ob die Vorinstanz 

ein Straf- oder ein Zivilverfahren führe. Im Protokoll stehe, dass der Kläger 2 ge-

sagt habe, dass bei ihr anlässlich einer Hausdurchsuchung Pestizide gefunden 

worden seien, was sie bestreite. Sie könne sich nicht an diese Aussage erinnern, 

sei aber der Ansicht, dass "Strafverfahren und Zivilrechtlichen Verfahren nicht 

vom Bezirksgericht Zürich gemischt werden darf. Da es besteht eine Gefahr, dass 

man etwas nicht hört und auf Grund dessen nicht bestreitet" (Urk. 61 S. 13 ff.). 

 Zunächst ist der Klarheit halber festzuhalten, dass die Vorinstanz eine zivil-

rechtliche Streitigkeit zu beurteilen hatte. Das Verfahren richtete sich demnach 

einzig nach der Schweizerischen Zivilprozessordnung (Art. 1 lit. a ZPO). Daran 

ändert auch die Thematisierung von Strafverfahren mit Beteiligung der Parteien 

nichts (vgl. u.a. Prot. I S. 21 f.). Des Weiteren zog die Vorinstanz keine Akten von 

Strafverfahren bei. Bei den vorinstanzlichen Akten finden sich vielmehr lediglich 

die von den Klägern eingereichten Nichtanhandnahmeverfügungen der Staatsan-

- 16 - 

waltschaft Zürich-Limmat vom 27. Juli 2021 und 13. Dezember 2021 sowie zwei 

Verfügungen und ein Beschluss der III. Strafkammer im Zusammenhang mit den 

von der Beklagten gegen die Nichtanhandnahmeverfügungen erhobenen Be-

schwerden (Prot. I S. 22 und Urk. 30-34). Inwiefern dies unzulässig sein soll, ist 

weder hinreichend dargetan noch ersichtlich, zumal die Vorinstanz aufgrund der 

ihr obliegenden Aktenführungspflicht alles zu den Akten nehmen hatte, was von 

den Parteien eingereicht wurde (vgl. Göksu, DIKE-Komm-ZPO, Art. 53 N 33). 

4.12. Die Beklagte rügt schliesslich, die Vorinstanz habe den Klägern zu Unrecht 

eine Parteientschädigung zugesprochen. So habe die Klägerin 1 erklärt, dass sie 

beide Kläger vor Gericht vertrete. Ihren Antrag auf Parteientschädigung habe sie 

jedoch zurückgezogen und der Kläger 2 habe keinen Anspruch auf eine solche, 

da die Klägerin 1 für beide gesprochen habe. Weiter habe der Kläger 2 seinen 

Antrag auf Parteientschädigung nicht begründet. Darüber hinaus sei sie nicht auf-

gefordert worden, Stellung dazu zu nehmen, wodurch ihr rechtliches Gehör ver-

letzt worden sei. Ausserdem habe der Kläger 2 behauptet, dass er als selbständi-

ger Architekt arbeite und damit Fr. 150.– pro Stunde verdiene. Dies erscheine un-

glaubhaft, da er "vollzeit" beschäftigt sei, sie zu stalken, heimlich zu filmen und zu 

fotografieren. Weiter habe er ausgeführt, er habe den Termin am Nachmittag auf 

den Abend verschieben können, weshalb keine Parteientschädigung geschuldet 

sei. Darüber hinaus sei nicht belegt worden, dass der Kläger 2 tatsächlich als 

selbständiger Architekt arbeite und einen geschäftlichen Termin habe verschieben 

müssen. Ebenso wenig sei belegt worden, dass der Kläger 2 an diesem Nachmit-

tag an den "Objekten G._____-Strasse 2, H._____-Platz 3" hätte arbeiten müs-

sen, zumal es gemäss Google gar keinen Bau an dieser Adresse gebe. Infolge-

dessen sei davon auszugehen, dass der Kläger 2 dies nur erfunden habe (Urk. 61 

S. 12 f.). 

 Die Vorinstanz lud die Parteien am 2. Februar 2022 zur Hauptverhandlung 

am 24. März 2022 vor, wobei sie diese aufforderte, persönlich zu erscheinen 

(Urk. 23 S. 2). Dementsprechend nahm der Kläger 2 persönlich an der Hauptver-

handlung teil (Prot. I S. 6) und konnte währenddessen nicht arbeiten. Dies genügt, 

um einen Anspruch auf Umtriebsentschädigung zu begründen, sofern die Voraus-

- 17 - 

setzung für einen begründeten Fall i.S.v. Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO erfüllt sind. Die 

Kläger machten diesbezüglich vor Vorinstanz im Rahmen des ersten Parteivor-

trags geltend, der Kläger 2 sei selbständiger Architekt und habe für vier Arbeits-

stunden à Fr. 150.– frei nehmen müssen, so dass ihm Fr. 600.– entgangen seien 

(Prot. I S. 7). Der Beklagten stand es frei, zu diesem Antrag in ihren Parteivorträ-

gen Stellung zu nehmen. Inwiefern die Vorinstanz in diesem Zusammenhang ihr 

das rechtliche Gehör verweigert haben soll, ist weder dargetan noch ersichtlich. 

Da die Beklagte sodann nicht aufzeigt, dass sie die Ausführungen der Kläger be-

züglich Parteientschädigung bereits vor Vorinstanz bestritt, ist bei ihren Vorbrin-

gen in der Berufungsschrift von unzulässigen neuen Tatsachenbehauptungen 

bzw. Bestreitungen auszugehen, zumal weder dargetan noch ersichtlich ist, wes-

halb die Beklagte diese nicht bereits vor Vorinstanz vorbringen konnte (vgl. 

Art. 317 Abs. 1 lit. b ZPO und oben Ziff. 2.2). Infolgedessen ist nicht zu beanstan-

den, dass die Vorinstanz auf Basis der (unbestritten gebliebenen) Vorbringen der 

Kläger von einem begründeten Fall i.S.v. Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO ausging und 

dem Kläger 2 eine Parteientschädigung in Höhe von dessen Verdienstausfall zu-

sprach. 

4.13. Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung in allen genannten Punkten 

als offensichtlich unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist, soweit darauf einzu-

treten ist. 

5.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von § 5 

Abs. 1 und 2 in Verbindung mit § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG auf Fr. 3'150.– fest-

zusetzen und ausgangsgemäss der Beklagten aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 

ZPO). 

5.2. Für das Berufungsverfahren sind keine Parteientschädigungen zuzuspre-

chen, der Beklagten zufolge ihres Unterliegens (Art. 106 Abs. 1 ZPO), den Klä-

gern mangels relevanter Umtriebe (Art. 95 Abs. 3 ZPO). 

Es wird erkannt: 

1. Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

- 18 - 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'150.– festgesetzt. 

3. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Beklag-

ten auferlegt und mit ihrem Kostenvorschuss verrechnet. 

4. Für das Berufungsverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen. 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Kläger unter Beilage des Dop-

pels von Urk. 61, sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein. 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine nicht 
vermögensrechtliche Angelegenheit. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine 
aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

 
 
Zürich, 24. November 2022 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Der Vorsitzende: 
 
 
 

lic. iur. A. Huizinga 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. M. Hochuli 
 
versandt am: 
ip 

	Urteil vom 24. November 2022
	Rechtsbegehren:
	Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Zürich, 1. Abteilung,  vom 23. August 2022: (Urk. 62 S. 14 f.)
	1. Die Beklagte wird verpflichtet, die Abdeckungen der Lichtöffnungen der Loggia an der D._____-Strasse 1, E._____, 2. Stock, unverzüglich zu entfernen.
	2. Der Beklagten wird unter Strafandrohung wegen Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung im Sinne von Art. 292 StGB im Widerhandlungsfall verboten, die Lichtöffnungen der Loggia an der D._____-Strasse 1, E._____, 2. Stock, künftig in irgendeiner For...
	Art. 292 StGB lautet wie folgt:
	Wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassenen Verfügung nicht Folge leistet, wird mit Busse bestraft.
	3. Ziffer 1 der Widerklage wird abgewiesen.
	4. Auf Ziffer 2 der Widerklage wird nicht eingetreten.
	5. Ziffer 3 der Widerklage wird abgewiesen.
	6. Ziffer 4 der Widerklage wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.
	7. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'150 festgesetzt.
	8. Die Gerichtskosten werden der Beklagten auferlegt und mit dem von den Klägern geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.
	9. Die Beklagte wird verpflichtet, den Klägern den Kostenvorschuss (Fr. 3'150) sowie die Kosten des Schlichtungsverfahrens (Fr. 250) zu ersetzen.
	10. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine Parteientschädigung von Fr. 600 zu bezahlen.
	Weitere Parteientschädigungen werden nicht zugesprochen.
	11. (Schriftliche Mitteilung)
	12. (Rechtsmittelbelehrung)
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'150.– festgesetzt.
	3. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Beklagten auferlegt und mit ihrem Kostenvorschuss verrechnet.
	4. Für das Berufungsverfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Kläger unter Beilage des Doppels von Urk. 61, sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...