# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6122c9c3-b20f-5f08-b77b-7392d47fc342
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-12-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.12.2016 D-7228/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7228-2016_2016-12-01.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-7228/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 .  D e z e m b e r  2 0 1 6  

Besetzung 
 Einzelrichter Thomas Wespi, 

mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn;  

Gerichtsschreiberin Mareile Lettau. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Ghana,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 14. November 2016 / N (…). 

 

 

D-7228/2016 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der aus B._______ (Ghana) stammende Beschwerdeführer am 18. 

Juli 2016 von der schweizerischen Grenzwache angehalten wurde und ge-

genüber dieser vorbrachte, er wolle um Asyl nachsuchen, 

dass der Beschwerdeführer im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) 

C._______ am 5. August 2016 zu seiner Person, seinem Reiseweg und 

summarisch zu seinen Asylgründen befragt wurde (Befragung zur Person, 

BzP) und hierbei im Wesentlichen vorbrachte, er sei im Jahr 2007 in sei-

nem Heimatland entführt und über Nigeria nach Libyen gebracht worden, 

wo er für einen arabischen Mann als Haushaltshilfe habe arbeiten müssen, 

dass er im Jahr 2008 nach Italien geflohen sei, wo ihm auch seine Finger-

abdrücke abgenommen worden seien, und sich zuerst in D._______ und 

nach einem Jahr in E._______, Sizilien, aufgehalten habe, wo er bei einem 

Landsmann untergekommen sei,  

dass er sich in Italien um eine Aufenthaltsbewilligung bemüht habe, aber 

die Behörden ihn schriftlich aufgefordert hätten, das Land zu verlassen, 

dass er daher keine andere Möglichkeit gesehen habe, als in die Schweiz 

zu reisen und ein Asylgesuch einzureichen, 

dass ihm in der BzP das rechtliche Gehör zu einem Nichteintretensent-

scheid beziehungsweise zur mutmasslichen Zuständigkeit Italiens für das 

Asyl- und Wegweisungsverfahren gewährt wurde, 

dass er hierbei vorbrachte, er könne und werde nicht nach Italien zurück-

kehren, 

dass das SEM am 10. August 2016 ein Informationsersuchen nach Art. 34 

der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des 

Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur 

Bestimmung des Mitgliedstaates, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist (Dublin-III-VO) an Italien rich-

tete, um zu erfragen, ob der Beschwerdeführer den italienischen Behörden 

bekannt sei und über welchen Status er in Italien verfügt habe, 

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dass die italienischen Behörden am 9. September 2016 antworteten, der 

Beschwerdeführer sei mehrfach erkennungsdienstlich erfasst worden, zu-

letzt am 28. Juni 2016, 

dass er in Italien eine Wegweisungsverfügung erhalten, Straftaten began-

gen und verhaftet worden sei, 

dass das SEM am 12. September 2016 ein Ersuchen um Übernahme des 

Beschwerdeführers gemäss Art. 13 Abs. 2 Dublin-III-VO an Italien richtete,  

dass sich der Beschwerdeführer am 25. September 2016 zur ambulanten 

Behandlung auf der Notfallstation des Kantonsspitals F._______ wegen ei-

ner Schwellung und Entzündung des (…) befand,  

dass die italienischen Behörden das Übernahmeersuchen unbeantwortet 

liessen, 

dass das SEM mit Verfügung vom 14. November 2016 – eröffnet am 

17. November 2016 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG 

(SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der 

Schweiz nach Italien anordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die 

Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwer-

deführer verfügte, 

dass es zur Begründung im Wesentlichen anführte, die italienischen Be-

hörden hätten auf das Informationsbegehren des SEM mitgeteilt, dass dem 

Beschwerdeführer in Italien mehrfach die Fingerabdrücke abgenommen 

worden seien, er eine Wegweisungsverfügung erhalten habe und im Ge-

fängnis gewesen sei, 

dass innerhalb der festgelegten Frist zum Übernahmeersuchen des SEM 

keine Stellung genommen worden sei, weshalb gemäss dem Abkommen 

vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft 

und der Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur 

Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mit-

gliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags (Dublin-Assoziie-

rungsabkommen, SR 0.142.392.68) und unter Anwendung von Art. 22 

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Abs. 7 Dublin-III-VO die Zuständigkeit, das Asyl- und Wegweisungsverfah-

ren durchzuführen, am 13. November 2016 an Italien übergegangen sei, 

dass der vom Beschwerdeführer geäusserte Wunsch nach einem weiteren 

Verbleib in der Schweiz keinen Einfluss auf die Zuständigkeit Italiens für 

das Asyl- und Wegweisungsverfahren habe, da es grundsätzlich nicht Sa-

che der betreffenden Person sei, den für ihr Asylverfahren zuständigen 

Staat selber zu bestimmen, sondern die Bestimmung des für sie zuständi-

gen Staates allein den beteiligten Dublin-Vertragsstaaten obliege, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 23. November 2016 (Post-

stempel) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerde erhob und dabei sinngemäss beantragte, die vorinstanzliche 

Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, sich im Rah-

men des Selbsteintrittsrecht für zuständig zu erklären, 

dass er in der Beschwerde vorbrachte, er ersuche um eine Chance, in der 

Schweiz zu bleiben, da die Zustände in Italien (generell) krank machen 

würden, 

dass die vorinstanzlichen Akten am 25. November 2016 beim Bundesver-

waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 1 AsylG), 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass die vorliegende Rechtsmitteleingabe nicht in einer Amtssprache des 

Bundes verfasst ist (Art. 70 Abs. 1 BV und Art. 33a Abs. 1 VwVG), jedoch 

auf die Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeverbesserung im Sinne von 

Art. 52 VwVG aus prozessökonomischen Gründen verzichtet werden kann, 

zumal die englischsprachige Beschwerde verständlich ist, so dass ohne 

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weiteres darüber befunden werden kann, wobei der Entscheid in deutscher 

Sprache ergeht (Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG),  

dass somit auf die frist- und – mit Ausnahme des genannten, jedoch nicht 

als wesentlich erachteten Mangels hinsichtlich der Sprache – formgerecht 

eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und 

Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-

teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die 

Vorinstanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Be-

schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorin-

stanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2012/4 

E. 2.2 m.w.H.), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG) und diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung 

kommt, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird, wobei die 

einzelnen Bestimmungskriterien in der Reihenfolge ihrer Auflistung im Ka-

pitel III Anwendung finden (Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

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dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-

geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt 

wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-

keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den 

eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 der Charta der Grund-

rechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000, nachfol-

gend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Regeln der 

Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt werden 

kann, 

dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist, 

einen Antragsteller, der in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag ge-

stellt hat, nach Massgabe der Art. 21, 22 und 29 Dublin-III-VO aufzuneh-

men (Art. 18 Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO), 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann, 

einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestell-

ten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in 

dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist 

(Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht), 

dass entweder der Mitgliedstaat, in dem ein Antrag auf internationalen 

Schutz gestellt worden ist und der das Verfahren zur Bestimmung des zu-

ständigen Mitgliedstaats durchführt, oder der zuständige Mitgliedstaat vor 

der Erstentscheidung in der Sache jederzeit einen anderen Mitgliedstaat 

ersuchen kann, den Antragsteller aus humanitären Gründen oder zum 

Zweck der Zusammenführung verwandter Personen aufzunehmen, wobei 

die betroffenen Personen dem schriftlich zustimmen müssen (Art. 17 

Abs. 2 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. humanitäre Klausel), 

dass den vorliegenden Akten (Angaben des Beschwerdeführers und der 

italienischen Behörden) zu entnehmen ist, dass sich der Beschwerdeführer 

vor seiner Einreise in die Schweiz acht Jahre lang in Italien aufgehalten 

hat, 

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dass das SEM die italienischen Behörden am 12. September 2016 um Auf-

nahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 13 Abs. 2 Dublin-III-VO er-

suchte, 

dass die italienischen Behörden innert der vorgeschriebenen zweimonati-

gen Frist keine Stellung nahmen zum Übernahmeersuchen (sogenannte 

Verfristung), weshalb sie die Zuständigkeit Italiens implizit anerkannten 

(Art. 22 Abs. 7 Dublin-III-VO), 

dass der Beschwerdeführer die grundsätzliche Zuständigkeit Italiens nicht 

bestreitet, da er den langjährigen Aufenthalt in Italien von Anfang an zugab, 

dass er sich demnach bis vor seiner Antragstellung in der Schweiz während 

eines ununterbrochenen Zeitraums von mehr als fünf Monaten in Italien 

aufgehalten hatte, womit Italien gemäss Art. 13 Abs. 2 Dublin-III-VO für das 

vorliegende Verfahren zuständig ist ("take charge"), 

dass die gegen den Beschwerdeführer verfügte Wegweisung der italieni-

schen Behörden der Zuständigkeit Italiens nicht entgegensteht, da gegen 

eine Überstellung des Beschwerdeführers aus der Schweiz nach Italien im 

Rahmen eines Dublin-Verfahrens kein Einreiseverbot greifen würde, 

dass damit die grundsätzliche Zuständigkeit Italiens für die Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens gegeben ist und der Wunsch des 

Beschwerdeführers um Verbleib in der Schweiz nichts daran zu ändern 

vermag, 

dass Italien Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens 

vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 

(SR 0.142.301) ist, 

dass der Beschwerdeführer kein konkretes und ernsthaftes Risiko darge-

tan hat, die italienischen Behörden würden sich weigern, ihn aufzunehmen 

und seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der Regeln 

der erwähnten Richtlinien zu prüfen, 

dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, 

Italien werde in seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement missach-

ten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, Leben oder 

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seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind 

oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land ge-

zwungen zu werden, 

dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

dass auch unter Berücksichtigung der Einwände in der Beschwerdeschrift, 

wonach die Zustände in Italien krank machen würden, und des aktuellen 

Berichtes der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH, Aufnahmebedingun-

gen in Italien, Zur aktuellen Situation von Asylsuchenden und Schutzbe-

rechtigten, insbesondere Dublin-Rückkehrenden in Italien, Bern, August 

2016), in dem die Mängel des italienischen Unterbringungssystems be-

leuchtet werden, nicht von der Annahme auszugehen ist, das Asylverfah-

ren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in Italien würden sys-

temische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschli-

chen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 EU–Grund-

rechtecharta mit sich bringen (vgl. auch Urteil des Europäischen Gerichts-

hof für Menschenrechte [EGMR] Tarakhel gegen Schweiz vom 4. Novem-

ber 2014, Grosse Kammer, Nr. 29217/12, § 114 f.), 

dass der Beschwerdeführer sich in der BzP als gesund bezeichnete  

(vgl. act. A7, S. 9) und in der Beschwerde keine gesundheitlichen Beein-

trächtigungen vorbringt, weshalb davon auszugehen ist, dass die zeitweise 

durch die Entzündung des (…) vorhanden Schmerzen und Beeinträchti-

gungen (vgl. act. A18/2) grundsätzlich nicht mehr aktuell sind, 

dass der Beschwerdeführer sodann als junger, alleinstehender und gesun-

der Mann grundsätzlich nicht zu den besonders schutzbedürftigen Perso-

nen im Sinne der Rechtsprechung des EGMR (Urteil Tarakhel; siehe auch 

das zur Publikation vorgesehene Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes 

D-6358/2015 vom 7. April 2016) gehört, deren Rücküberstellung eine indi-

viduelle Garantieerklärung der italienischen Behörden hinsichtlich der Un-

terbringung erfordert, auch wenn er mit gewissen Schwierigkeiten bei der 

Unterbringung konfrontiert würde (vgl. SFH, a.a.O., S. 66, m.w.H.), 

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dass sich der Beschwerdeführer, der in Italien bei einem Landsmann ge-

wohnt habe, anscheinend bisher nicht um Aufnahme in das italienische 

Asylverfahren bemüht hat und er sich betreffend Unterbringung an die zu-

ständigen Behörden und die vor Ort tätigen karitativen Organisationen 

wenden kann, 

dass er zudem die Möglichkeit hat, sich bei allfälligen Problemen bei der 

Unterbringung oder beim Zugang zum Asylverfahren an die zuständigen 

italienischen Justizbehörden zu wenden, 

dass schliesslich die Ermessensklausel von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO 

nicht direkt, sondern nur in Verbindung mit einer nationalen Norm (nament-

lich Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, 

SR 142.311], Selbsteintritt aus humanitären Gründen) oder internationalem 

Recht anwendbar ist (vgl. BVGE 2010/45 E. 5),  

dass sich weder aus den Akten noch aus der Beschwerde ergibt, dass die 

Überstellung vorliegend zu einer Verletzung des internationalen Rechts zu 

führen vermöchte, 

dass das SEM zu Recht darauf hinweist, dass allfällige gesundheitliche 

Probleme des aktuell gemäss Aktenlage gesunden Beschwerdeführers, 

der Ende September 2016 notfallmässig wegen einer Entzündung des Fin-

gers ambulant behandelt worden war, nicht gegen eine Überstellung spre-

chen, zumal Italien über eine ausreichende medizinische Infrastruktur ver-

fügt, weshalb eine adäquate Behandlung des Beschwerdeführers gewähr-

leistet erscheint,  

dass dem Bundesverwaltungsgericht im Übrigen in diesem Zusammen-

hang hinsichtlich des Ermessensentscheides des SEM keine Beurteilungs-

kompetenz mehr zukommt (vgl. BVGE 2015/9),  

dass das Bundesverwaltungsgericht demnach nur eingreift, wenn das SEM 

das ihm eingeräumte Ermessen über- beziehungsweise unterschreitet  

oder missbraucht und damit Bundesrecht verletzt, was vorliegend nicht der 

Fall ist,  

dass es nach dem Gesagten keinen Grund für eine Anwendung der Ermes-

sensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt, 

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dass an dieser Stelle festzuhalten ist, dass die Dublin-III-VO den Schutz-

suchenden kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber 

auszuwählen (vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3), 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und 

– weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts-  

oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die 

Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),  

dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss 

Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das 

Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-

eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 

2015/18 E. 5.2 m.w.H.),  

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen und die Verfügung 

des SEM zu bestätigen ist,  

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1‒

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.–  werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Thomas Wespi Mareile Lettau 

 

 

Versand: