# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 422fa7ae-dd98-5ce6-8629-abfea977dba9
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 28.10.2021 A 2015 49
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2015-49_2021-10-28.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

A 15 49

4. Kammer 

Vorsitz Meisser

RichterInnen Pedretti und von Salis

Aktuarin ad hoc Morandi

URTEIL 

vom 28. Oktober 2021

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ AG,

vertreten durch Rechtsanwälte Kilian Perroulaz und

Prof. Dr. iur. René Matteotti,

Beschwerdeführerin

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin 1

und

Eidgenössische Steuerverwaltung, 

Beschwerdegegnerin 2

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betreffend Kantons- und direkte Bundessteuern 2009, 2010 und 2011

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I. Sachverhalt:

1. Die Beschwerdeführerin wurde 1952 mit dem Zweck gegründet, die Was-

serkräfte des B._____ und des C._____ sowie der angrenzenden Gebiete 

zu nutzen. Hierfür wurde in den Jahren 1953 – 1958 ein Kraftwerk errich-

tet, das seitdem von der Beschwerdeführerin betrieben wird. Die dafür 

benötigte Wasserkonzession wurde der Beschwerdeführerin von den zu-

ständigen Konzessionsgemeinden für einen Zeitraum von 80 Jahren ge-

währt.

Das Aktienkapital von CHF 50 Millionen ist in 500'000 Namenaktien à CHF 

100.00 aufgeteilt, die wie folgt auf die Aktionäre verteilt sind:

D._____ AG 28.8 %

E._____ AG 21.6 %

F._____ AG 21.6 %

G._____ Korporation (Gemeinden) 15.4 %

Kanton Graubünden 12.6 %

2. Im Jahr 1952 legten die damaligen Aktionäre der Beschwerdeführerin und 

die Beschwerdeführerin selbst die Bedingungen ihrer Beziehung durch ei-

nen sogenannten Partnervertrag fest. Gegenwärtig werden diese Bezie-

hungen durch einen Vertrag vom 17. Mai 1952 und durch dessen Ände-

rung vom 17. März 2008 (im Folgenden: "Vertrag") geregelt. 

Der Vertrag sieht vor, dass die von der Beschwerdeführerin produzierte 

Energie an ihre Partner (Aktionäre) weitergegeben wird, die im Gegenzug 

für die Deckung aller Ausgaben der Beschwerdeführerin im Verhältnis zu 

ihrem Anteil am Kapital der Beschwerdeführerin verantwortlich sind. Er 

sieht auch vor, dass die Aktionäre der Beschwerdeführerin ihr jährlich im 

Verhältnis zu ihrem Anteil am Kapital der Beschwerdeführerin einen "Divi-

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dendenaufschlag" von 5 % des einbezahlten Grundkapitals zahlen, der 

eine Gewinnausschüttung in der Höhe von 5 % des einbezahlten Aktien-

kapitals ermöglicht (im Folgenden: "Dividendenmodell"). Die Festlegung 

der Höhe der Dividende bleibt in der Zuständigkeit der Generalversamm-

lung der Beschwerdeführerin. Darüber hinaus zahlen die Aktionäre jährlich 

CHF 135'000.00 zwecks Rücklagenbildung.

Bis 2008 wurden bei der Beschwerdeführerin kantonale und kommunale 

Steuern sowie die direkte Bundessteuer auf die ausgewiesenen Gewinne 

erhoben, die sich aus dem in der Vereinbarung vorgesehenen Ver-

gütungssystem (Kosten plus 5 % des einbezahlten Aktienkapitals plus Be-

trag für Rücklagen) ergaben. 

Die Beschwerdegegnerin 1 hat diesen Mechanismus zur Vergütung der 

Beschwerdeführerin in Frage gestellt. 

3. Für die Steuerjahre 2009, 2010 und 2011 deklarierte die Beschwerdefüh-

rerin steuerpflichtige Gewinne von CHF 3'290'000.00, CHF 2'635'000.00 

bzw. CHF 2'635'000.00. Diese Gewinne resultieren aus der Anwendung 

des Vertrags. 

Am 17. November 2014 eröffnete die Beschwerdegegnerin 1 die definiti-

ven Veranlagungsverfügungen für die Kantons- und direkten Bundessteu-

ern der Jahre 2009, 2010 und 2011. In diesen wurde eine Korrektur der 

Verrechnungspreise gemäss separater Berechnung und Begründung 

ebenfalls vom 17. November 2014 vorgenommen und die steuerbaren Ge-

winne der Beschwerdeführerin für die Steuerperiode 2009 auf CHF 

6'539'700.00, für die Steuerperiode 2010 auf CHF 6'713'300.00 und für die 

Steuerperiode 2011 auf CHF 3'140'800.00 festgelegt.

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4. Dagegen erhob die Beschwerdeführerin am 18. Dezember 2014 Einspra-

che mit den Anträgen auf Aufhebung der angefochtenen Veranlagungs-

verfügungen vom 17. November 2014 und Veranlagung gemäss der von 

ihr für die Steuerperioden 2009, 2010 und 2011 eingereichten Steuerer-

klärungen. 

5. Mit Verfügung vom 5. Juni 2015 forderte die Beschwerdegegnerin 1 die 

Beschwerdeführerin auf, das Betriebsreglement, welches die Rechte und 

Pflichten für den Kraftwerkeinsatz der Beschwerdeführerin für die Ge-

schäftsjahre 2008/09, 2009/10 und 2010/11 zwischen den energiebezie-

henden Partnern und dem Betriebsführer sowie zwischen dem Betriebs-

führer und der Beschwerdeführerin regelt, die im Reglement referenzierten 

Dokumente, die vollständigen Anhänge zum Betriebsreglement, das 

Handbuch des Betriebsführers für das Risikomanagement der Jahre 

2008/09, 2009/10 und 2010/11 sowie einen Nachweis des Anteils an grü-

ner Energie in MWh für die Jahre 2008/09, 2009/10 und 2010/11 einzurei-

chen. 

6. Mit Schreiben vom 2. Juli 2015 reichte die Beschwerdeführerin der Be-

schwerdegegnerin 1 eine Übersicht Grüne Energie der Graubündner Part-

nerwerke für die Geschäftsjahre 2008/09, 2009/10, 2010/11 bzw. 2009, 

2010 und 2011 sowie die Betriebsreglemente vom 11. Januar 2008 und 

15. Februar 2011 und die Sub-KWB und Betriebsführungsverträge vom 

18. Dezember 2009 und 15. Dezember 2010 ein.

7. Mit Einspracheentscheiden betreffend Kantons- und direkte Bundessteuer 

2009, 2010 und 2011 vom 4. September 2015 hiess die Beschwerdegeg-

nerin 1 die Einsprache der Beschwerdeführerin vom 18. Dezember 2014 

teilweise gut und reduzierte die aufgerechneten Verrechnungspreise auf 

Fr. 3'249'799 in der Steuerperiode 2009, Fr. 4'078'390 in der Steuerperi-

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ode 2010 bzw. Fr. 505'889 in der Steuerperiode 2011. Zusammen mit den 

Einspracheentscheiden und der entsprechenden Begründung vom 

4. September 2015 stellte die Beschwerdegegnerin 1 der Beschwerdefüh-

rerin die aktualisierte Berechnung des Verrechnungspreises sowie das 

Gutachten von Prof. Dr. H._____ vom 1. September 2015 zu.

8. Gegen die Einspracheentscheide betreffend Kantons- und direkte Bun-

dessteuer 2009, 2010 und 2011 vom 4. September 2015 erhob die Be-

schwerdeführerin am 7. Oktober 2015 Beschwerde an das Verwaltungs-

gericht des Kantons Graubünden mit folgenden Anträgen: 

"1. Die Einspracheentscheide der Vorinstanz vom 4. September 2015 betreffend 
die Kantonalen Steuern und Direkte Bundessteuer 2009; die Kantonalen Steu-
ern und Direkte Bundessteuer 2010 sowie die Kantonalen Steuern und Direkte 
Bundessteuer 2011 seien aufzuheben, soweit diesbezüglich die Einsprachen 
der Beschwerdeführerin abgewiesen wurden. 

2. Die Beschwerdeführerin sei gemäss den von ihr für die Steuerperioden 2009, 
2010 und 2011 eingereichten Steuererklärungen zu veranlagen;

3. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuwei-
sen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Vorinstanz;"

Prozessualiter beantragte die Beschwerdeführerin was folgt:

"1. Es sei das von Prof. Dr. H._____ erstellte Gutachten vom 1. September 2015 
aus dem Recht zu weisen.

2. Die Vorinstanz sei zu verpflichten, darüber Auskunft zu erteilen, ob und wenn 
ja in welcher Funktion frühere oder derzeitige Mitarbeiter der Rechtsanwalts-
kanzlei I._____ […] bei den die Beschwerdeführerin betreffenden Veranlagun-
gen und Einspracheentscheiden beigezogen worden sind und um welche Per-
sonen es sich dabei gehandelt hat oder nach wie vor handelt.

3. Die Vorinstanz sei zu verpflichten, darüber Auskunft zu geben, ob und in wel-
cher Funktion weitere Dritte von der Vorinstanz betreffend die streitgegenständ-
lichen Veranlagungen und Einspracheentscheide beigezogen worden sind.

4. Es seien die Akten der Vorinstanz vollständig beizuziehen, inklusive Korrespon-
denz mit und Honorarnoten von allenfalls beigezogenen Drittpersonen.

5. Es sei der Beschwerdeführerin vollständige Einsicht in die Akten der Vorinstanz 
zu gewähren."

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Begründend führte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen was folgt 

aus:

• Die Beschwerdegegnerin 1 müsse den steuerbaren Gewinn aufgrund 
von Art. 58 Abs. 1 DBG und Art. 79 Abs. 1 StG und der hierzu ergange-
nen bundesgerichtlichen Judikatur auf der Grundlage der handels-
rechtskonformen Jahresrechnungen ermitteln. Aufgrund des Massge-
blichkeitsprinzips dürfe die Beschwerdegegnerin 1 die von der Be-
schwerdeführerin im Rahmen der Jahresrechnung gewählten handels-
rechtskonformen Ansätze nicht ersetzen (sog. Bilanzänderung). Dies 
wäre bloss möglich, wenn die von den Partnern an die Beschwerdefüh-
rerin entrichteten Entschädigungen nicht dem Drittvergleich standhiel-
ten und eine verdeckte Gewinnausschüttung vorläge. Eine solche 
werde nur angenommen, wenn das Missverhältnis von Leistung und 
Gegenleistung offensichtlich sei, wobei der Nachweis für das Vorliegen 
eines offensichtlichen Missverhältnisses durch die Steuerbehörden zu 
erbringen sei. 

• Die Beschwerdeführerin erfülle sämtliche Merkmale eines Partnerbe-
triebs. Die Strukturierung als Partnerwerk sei in der Schweizer Elektri-
zitätswirtschaft üblich. Sie stelle eine betriebswirtschaftlich begründete 
Gestaltungsform dar, ein Energieinfrastrukturprojekt mit ausserge-
wöhnlich hohem Finanzierungsbedarf von sehr hohen Risiken zu finan-
zieren. Das Bundesgericht habe die Ausgestaltung von Wasserkraft-
werken als Partnerwerke wiederholt als gerechtfertigt betrachtet. Da 
sämtliche Kosten der Beschwerdeführerin von den Partnern getragen 
würden, die Beschwerdeführerin nicht zur Produktion einer Mindest-
menge an elektrischer Energie verpflichtet sei und die Partner sämtliche 
von ihr erzeugte elektrische Energie abnähmen, sei die Beschwerde-
führerin gegen Verluste abgesichert und trage keinerlei wesentliche Ri-
siken. Die Beschwerdeführerin sei insbesondere allen Risiken und Ein-
flüssen entzogen, die bestünden, wenn sie die produzierte Energie sel-
ber am Elektrizitätsmarkt absetzen müsste. Alle Markt(preis)risiken, 
operationellen Risiken, Liefer- und Erfüllungsrisiken, Ausfall-, 
Vertrags- , Auflagen- und Katastrophenrisiken würden von den Part-
nern getragen. Dieses Funktions- und Risikoprofil sei für die Prüfung 
der Angemessenheit der von den Partnern entrichteten Entschädigun-
gen von entscheidender Bedeutung. Sowohl das Bundesgericht als 
auch das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden hätten dies in 
ihrer bisherigen Rechtsprechung anerkannt und Entschädigungen, wel-
che auf dem Dividendenmodell entrichtet worden seien, als mit dem 
Drittvergleich angemessen betrachtet. 

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• Die Beschwerdeführerin werde von ihren Partnern nicht nur für den ge-
samten Betriebsaufwand, sondern auch für die von ihr entrichteten 
Steuern und Finanzierungskosten entschädigt. Zusätzlich erhalte sie ei-
nen Kostenaufschlag in der Form einer Eigenkapitalrendite von 5 %. Bei 
der von der Beschwerdeführerin angewandten Methode handle es sich 
ohne Weiteres um eine Kostenaufschlagsmethode. Diese basiere auf 
betriebswirtschaftlichen Überlegungen: Für einen Betrieb, der von allen 
Risiken geschützt sei, sei es betriebswirtschaftlich sachgerecht, den zu 
erzielenden wirtschaftlichen Erfolg anhand eines Zinses auf dem Eigen-
kapital zu bestimmen und bei der Anwendung der Kostenaufschlags-
methode den Kostenaufschlag in der Form einer Eigenkapitalrendite 
vorzunehmen. 

• Mit Blick darauf, dass dem Aktienkapital der Beschwerdeführerin aus 
betriebswirtschaftlicher Sicht Fremdkapitalcharakter zukomme, erweise 
sich ein Aufschlag in Form einer Verzinsung des Aktienkapitals von 5 % 
als grosszügig. Dies gelte insbesondere, weil im Rahmen der ange-
wandten Kostenaufschlagsmethode auch die von der Beschwerdefüh-
rerin zu zahlenden Steuern und anderen Abgaben sowie Finanzie-
rungsaufwendungen (Zinsen) entschädigt würden; die Kostenbasis bei 
der von der Beschwerdeführerin angewandten Kostenaufschlagsme-
thode also viel breiter als bei einem international üblichen Kostenauf-
schlag sei, welcher auf den sog. Vollkosten (Betriebsaufwendungen, 
nicht aber auf Zinsen und Steuern) basiere. So werde in der Verrech-
nungspreisliteratur festgehalten, dass sich in der Verrechnungsprei-
spraxis ein Kostenaufschlag in der Höhe von 5 % bis 10 % oder 5 % bis 
15 % auf die Selbstkosten, d.h. die nach den Grundsätzen der betriebs-
wirtschaftlichen Kostenerrechnung ermittelten Vollkosten, als in der Re-
gel zweckmässig erwiesen. Dieser Kostenaufschlag werde − von aus-
serordentlichen Umständen abgesehen − als international üblich ange-
sehen. Rechne man die von der Beschwerdeführerin angewandte Kos-
tenaufschlagsmethode in eine international gebräuchliche Kostenauf-
schlagsmethode um, gelange man zu Kostenaufschlägen, welche mit-
nichten als offensichtlich unverhältnismässig zu Lasten der Beschwer-
deführerin betrachtet werden könnten. Die Kostenaufschläge, welche 
bei einer Umrechnung des von der Beschwerdeführerin angewandten 
Kostenaufschlags in Form einer Eigenkapitalrendite auf einen ge-
bräuchlichen Kostenaufschlag in der Form eines in einem Prozentsatz 
festgelegten Aufschlagssatz resultieren, bewegten sich damit in einer 
Bandbreite, welche ohne Weiteres als drittvergleichskonform zu be-
trachten sei. Selbst der von der Beschwerdegegnerin 1 beigezogene 
Gutachter führe in seiner Analyse aus, dass innerhalb der ausgewiese-
nen Jahresabschlüsse der Beschwerdeführerin für die Geschäftsjahre 

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2008/09, 2010 und 2011 der Marktwert der physischen Lieferung mit 
der Dividende abgegolten sei. 

• Die Beschwerdegegnerin 1 habe nicht rechtsgenüglich aufgezeigt, dass 
die von der Beschwerdeführerin empfangenen Entschädigungen offen-
sichtlich unangemessen seien. Das von der Beschwerdegegnerin 1 vor-
geschlagene Verrechnungspreismodell basiere auf zahlreichen gravie-
renden verfahrensrechtlichen und materiellen Mängeln. Es verletze die 
OECD-Verrechnungspreisleitlinien in zahlreicher Hinsicht. 

• Das von der Beschwerdegegnerin 1 angewandte Modell setze insbe-
sondere die Kenntnis von Daten (z.B. Jahresrechnungen von Partner-
werken, Ermittlung der produzierten Partnerenergie sowie der Jahres-
kosten der verschiedenen Partnerwerke) voraus, welche der Beschwer-
deführerin nicht zugänglich seien. Mithin wäre es der Beschwerdefüh-
rerin gar nicht möglich, aufgrund des von der Beschwerdegegnerin 1 
entwickelten Modells selbständig eine korrekte Steuerveranlagung zu 
erstellen. Die Beschwerdeführerin könnte damit bei Anwendbarkeit des 
von der Beschwerdegegnerin 1 entwickelten Verrechnungspreismo-
dells die von ihr zu entrichtende Steuer gar nicht im Voraus ermitteln. 
Das von der Beschwerdegegnerin 1 angewendete Verrechnungspreis-
modell erweise sich damit nicht nur als in der Praxis undurchführbar und 
in höchstem Masse unpraktikabel. Es verletze auch das in Art. 127 
Abs. 1 BV enthaltene Legalitätsprinzip, welches fordere, dass der Steu-
erpflichtige aufgrund der bestehenden gesetzlichen Grundlagen in der 
Lage sein müsse, seine steuerliche Belastung im Voraus zu bestimmen. 

• Auch die von der Beschwerdegegnerin 1 vorgenommene Verprobung 
mit dem ROCE-ähnlichen Ansatz erweise sich als untauglich, um die 
von der Beschwerdegegnerin 1 angewendete Kostenaufschlagsme-
thode zu bestätigen. Sie erweise sich als fehlerhaft und vermöge insbe-
sondere nicht den Nachweis zu erbringen, dass die Entschädigungen 
der Partner, welche gestützt auf die von der Beschwerdeführerin ange-
wendete und vom Bundesgericht bestätigte Kostenaufschlagsmethode 
entrichtet würden, offensichtlich unverhältnismässig seien. 

• Das von der Beschwerdegegnerin 1 eingereichte Gutachten von Prof. 
Dr. H._____ vermöge die Angemessenheit des Leistungsaustauschs 
zwischen der Beschwerdeführerin und den Partnern ebenfalls nicht in 
Frage zu stellen. Dieses weise in formeller und materieller Hinsicht der-
art schwere Mängel auf, dass es aus dem Recht gewiesen werden 
müsse. In verrechnungspreisrechtlicher Hinsicht erweise sich das Gut-
achten insbesondere auch deshalb als unbrauchbar, da es sich über 

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die Allokation der Funktionen, Risiken und Vermögensgegenstände 
zwischen Partnerwerken und Partnern im Allgemeinen sowie bezogen 
auf die Beschwerdeführerin und ihre Partner einfach hinwegsetze. Das 
Gutachten ignoriere wesentliche Faktoren (Allokation der Funktionen, 
Risiken und Vermögenswerte), welche es bei der Ermittlung einer mit 
dem Fremdvergleich angemessenen Entschädigung zu berücksichti-
gen gelte. Soweit das Gutachten ganz konkret auf die Entschädigung 
der für die physische Lieferung von Elektrizität an die Partner eingehe, 
bestätige es die Konformität der auf der von der Beschwerdeführerin 
angewandten Kostenaufschlagsmethode ermittelten Entschädigung auf 
der ganzen Linie. 

9. Die Beschwerdegegnerin 1 beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 

10. Dezember 2015 was folgt:

"1. Die prozessualen Anträge seien im Sinne der Erwägungen […] teilweise zu an-
erkennen, ansonsten aber abzuweisen.

2. Die materiellrechtlichen Rechtsbegehren seien vollumfänglich abzuweisen.
3. Unter gesetzlicher Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin."

Begründend führte die Beschwerdegegnerin 1 im Wesentlichen was folgt 

aus:

• Die Beschwerdeführerin sei ein Partnerwerk, das mit allen Produktions-
faktoren und den erforderlichen Konzessionsrechten für die flexible Be-
reitstellung und Lieferung von Strom ausgestattet sei. Als hoch flexibles 
Speicherkraftwerk produziere es Spitzen- und Superspitzenenergie und 
könne auch für das Vorhalten von Kapazitäten eingesetzt werden. 

• Die Beschwerdeführerin stelle ihre Kapazität während der gesamten 
Konzessionsdauer ausschliesslich ihren Partnern zur Verfügung. Die 
Partner kämen im Gegenzug für die Deckung der Jahreskosten auf. In 
diesen Jahreskosten sei auch eine Dividende von 5 % auf dem Grund-
kapital vorgesehen. Die Dividende bemesse sich nach Angaben der Be-
schwerdeführerin an der Rendite für risikolose Anlagen wie z.B. der 
Rendite auf Obligationen der Schweizer Eidgenossenschaft mit einer 
Laufzeit von 10 Jahren. Indem die Beschwerdeführerin auf eine Ent-
schädigung des Marktwerts der flexiblen Kapazität verzichte, erbräch-
ten die Partner eine ungenügende Gegenleistung für die vom Partner-
werk erbrachte Leistung. Das Missverhältnis zwischen Leistung und 
Gegenleistung sei offensichtlich, wie das Gutachten und die Stellung-

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nahme zur Beschwerde von Prof. Dr. H._____ zeigten. Auch die Ge-
winnkorrektur beim Kernkraftwerk J._____ AG oder die bisher von der 
Beschwerdeführerin akzeptierten Gewinnkorrekturen seien Indizien, 
dass die im handelsrechtlichen Erfolgsausweis ausgewiesenen Ent-
schädigungen ungenügend seien und damit ein offensichtliches Miss-
verhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung vorliege. 

• Die Beschwerdegegnerin 1 habe deshalb ermessensweise eine Korrek-
tur mittels der gesetzeskonformen Kostenaufschlags-Methode vorge-
nommen. Sie orientiere sich bei der Bemessung des Kostenaufschlags 
an den Gestehungskosten der Beschwerdeführerin im Vergleich zu den 
Gestehungskosten repräsentativer Speicherwerke und am Energiequa-
litätsfaktor (EQF), als Indikator für die Werthaltigkeit der angebotenen 
Flexibilität. Dieses Vorgehen werde durch die OECD-Verrechnungs-
preisleitlinien, aber auch durch das Grundlagenpapier von Vallen-
der/Athanas gestützt. Die Höhe der Korrektur sei aufgrund von Annah-
men erfolgt, weil es keine für einen Direktvergleich verfügbaren Daten 
gebe. Die für den Vergleich und die Verprobung herangezogenen Daten 
bestätigten, dass das Ermessen pflichtgemäss und vorsichtig wahrge-
nommen worden sei. 

10. Die Beschwerdegegnerin 2 hat sich in der Folge nicht vernehmen lassen.

11. Am 19. Februar 2016 hielt die Beschwerdeführerin replicando an ihren 

Rechtsbegehren und prozessualen Anträgen fest und beantragte darüber 

hinaus in prozessualer Hinsicht was folgt:

"1. Es sei die Vernehmlassung der Vorinstanz datiert auf den 10. Dezember 2015 
aus dem Recht zu weisen.

2. Es sei der Beschwerdeführerin vollständige Einsicht in die Akten der Vorinstanz 
zu gewähren; es seien insbesondere die folgenden Akten zu edieren:
a. Sämtliche Akten im Zusammenhang mit dem Auftrag zwischen K._____ 

und der Vorinstanz, insbesondere
i. die Auftragserteilung an K._____;
ii. (sämtliche) Honorarnoten im Detail, auch diejenigen, welche seine 

Tätigkeit im Mai 2015 betreffen;
iii. die K._____ gestellten Rechts- und Gutachterfragen;
iv. sämtliche Arbeitsergebnisse von K._____;
v. Instruktionen im Zusammenhang mit der Erarbeitung des Berech-

nungsmodells;
vi. allfällige Anmerkungen und Erläuterungen von K._____ zum Berech-

nungsmodell;

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vii. allfällige Rückfragen der Vorinstanz zum Berechnungsmodell bzw. 
zum Gutachten.

b. Sämtliche Akten im Zusammenhang mit dem Auftrag zwischen Prof. Dr. 
H._____ und der Vorinstanz, insbesondere
i. die Auftragserteilung an Prof. Dr. H._____;
ii. die Fragen an den Gutachter;
iii. allfällige Rückfragen des Gutachters;
iv. die dem Gutachter zur Verfügung gestellten Informationen;
v. die allenfalls von der Vorinstanz gestellten Zusatzfragen;
vi. sämtliche Korrespondenz zwischen der Vorinstanz und dem Gutach-

ter;
vii. sämtliche Honorarnoten des Gutachters im Detail."

Begründend führte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen was folgt 

aus:

• Die Beschwerdegegnerin 1 habe die Verfahrensrechte der Beschwer-
deführerin schwer verletzt. Der Beschwerdeführerin seien jegliche Mit-
wirkungsrechte im Zusammenhang mit dem von Prof. Dr. H._____ er-
stellten Gutachten versagt worden. Sie habe sich weder zur Person des 
Gutachters noch zu den Gutachterfragen noch zum Ergebnis des Gut-
achtens äussern können. Beim Gutachten von Prof. Dr. H._____ handle 
es sich um ein Gutachten von grosser finanzieller und politischer Trag-
weite. Diesem liege zudem ein äusserst komplexer und umstrittener 
Sachverhalt zugrunde. Eine Heilung der schweren Verletzung des 
rechtlichen Gehörs sei nicht möglich. Auch im Zusammenhang mit Prof. 
Dr. K._____, welcher angeblich mit der Beantwortung von Rechtsfragen 
beauftragt worden sei, seien die Verfahrensrechte der Beschwerdefüh-
rerin verletzt worden. Es habe sich herausgestellt, dass Prof. Dr. 
K._____ nicht nur (abstrakte) Rechtsfragen beantwortet habe, sondern 
auch Sachverhaltsfragen abgeklärt bzw. umstrittene Tatsachen recht-
lich gewürdigt habe. Er sei somit als externer Gutachter eingesetzt wor-
den. Der Beschwerdeführerin seien auch im Zusammenhang mit Prof. 
Dr. K._____ jegliche Mitwirkungsrechte verweigert worden. Dazu kä-
men weitere Verletzungen von Verfahrensrechten, namentlich die un-
zureichende Begründung der Einspracheentscheide und das wider-
sprüchliche Verhalten der Beschwerdegegnerin 1 bzw. eine Verletzung 
von Treu und Glauben. 

• Die nachlässige Verfahrensführung der Beschwerdegegnerin 1 zeige 
sich auch im Beschwerdeverfahren. Die Beschwerdegegnerin 1 habe 
es verpasst, die Vernehmlassung innert Frist einzureichen, weshalb 

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diese aus dem Recht zu weisen und im vorliegenden Verfahren nicht 
zu beachten sei. 

• Neben diversen Verfahrensfehlern sei der Entscheid der Beschwerde-
gegnerin 1 auch in materieller Hinsicht falsch. Der Entscheid beruhe auf 
einem Gutachten, welches auf falschen tatsächlichen Unterstellungen 
beruhe. Der Gutachter habe seinem Gutachten eine unzutreffende Aus-
legung des Partnervertrags zugrunde gelegt; entsprechend sei das Er-
gebnis des Gutachtens falsch. Der Entscheid beruhe auf einer fehler-
haften Auslegung der Partnerwerkbestimmungen und der OECD-Ver-
rechnungspreisleitlinien. Der Entscheid verletze das Legalitätsprinzip, 
das Leistungsfähigkeitsprinzip sowie das Praktikabilitätsprinzip des in-
terkantonalen Steuerrechts. Letztendlich führe der Entscheid zu einer 
Sollbesteuerung. 

• Der angefochtene Entscheid sei aufgrund der schweren Verletzungen 
der Verfahrensrechte der Beschwerdeführerin im beantragten Umfang 
aufzuheben. Die Veranlagung der Beschwerdeführerin sei gemäss den 
von ihr für die Steuerperioden 2009, 2010 und 2011 eingereichten Steu-
ererklärungen vorzunehmen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeur-
teilung an die Beschwerdegegnerin 1 zurückzuweisen. 

12. Am 22. April 2016 hielt die Beschwerdegegnerin 1 duplicando an ihren An-

trägen fest. Begründend brachte sie im Wesentlichen was folgt vor:

• Das streitberufene Verwaltungsgericht habe auf dem Deckblatt der Ver-
nehmlassung der Beschwerdegegnerin 1 vom 10. Dezember 2015 fäl-
schlicherweise den 11. Dezember 2015 als Datum des Poststempels 
aufgeführt. Richtig sei, dass die Beschwerdegegnerin 1 die Vernehm-
lassung bereits am 10. Dezember 2015 per Einschreiben der Post auf-
gegeben habe. Die Vernehmlassung sei somit fristgerecht eingereicht 
worden und folglich nicht aus zum Recht zu weisen.

• Das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin sei nicht verletzt. Der 
Gutachtensauftrag an Prof. Dr. H._____ habe dem Zweck der Erstel-
lung eines Parteigutachtens in Bezug auf die Frage der risikogerechten 
Entschädigung des Betreibers eines Partnerwerks gedient. Mithin sei 
damit nicht die Erstellung eines spezifischen amtlichen Gutachtens im 
Rahmen der Veranlagung der Beschwerdeführerin beabsichtigt gewe-
sen. Da es sich beim fraglichen Gutachten nicht um ein amtliches Gut-
achten gehandelt habe, sei die Einhaltung der für ein amtliches Gutach-
ten erforderlichen verfahrensrechtlichen Voraussetzungen nicht erfor-

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derlich gewesen. Das Gutachten von Prof. Dr. H._____ beantworte 
bloss technisch-betriebswirtschaftliche Fragen, nicht aber Rechtsfra-
gen. Selbst wenn sich das Gutachten − was bestritten werde − auch zu 
Rechtsfragen äussern würde, könnte die Beschwerdeführerin daraus 
nichts zu ihren Gunsten ableiten, da es sich um ein Parteigutachten 
handle, das sich zur verwaltungsinternen Meinungsbildung auch zu 
Rechtsfragen äussern könne. Sodann werde bestritten, dass die Tätig-
keit von Prof. Dr. K._____ für die Beschwerdegegnerin 1 über die 
Klärung von Rechtsfragen hinausgegangen sei. Prof. Dr. K._____ übe 
für die Beschwerdegegnerin 1 die Funktion eines externen Beraters 
aus. Soweit dessen Erkenntnisse in die Einspracheentscheide einge-
flossen seien, sei der Anspruch auf rechtliches Gehör der Beschwerde-
führerin mit der Beschwerdemöglichkeit ans Verwaltungsgericht ge-
wahrt. Seine Abklärungen hätten eine breitere Abstützung der internen 
Meinungsbildung hinsichtlich der Veranlagung der Beschwerdeführerin 
bezweckt, denen kein amtlicher Gutachtenscharakter zukomme. Die 
verfahrensrechtlichen Voraussetzungen für die Einholung eines amtli-
chen Gutachtens seien in Zusammenhang mit den Dienstleistungen 
von Prof. Dr. K._____ daher nicht anwendbar. 

• Es seien weitgehend die Entwicklungen seit dem Hinterrhein-Entscheid 
im Jahr 1985 und ganz speziell auch die aktuellen Entwicklungen am 
Strommarkt, welche aufzeigten, dass das Entschädigungskonzept des 
Partnervertrags wesentliche Mängel aufweise.

• Die Behauptung, das Partnerwerk sei aufgrund des Partnervertrags den 
Marktrisiken entzogen, sei eine Schönwetterbehauptung und ökono-
misch falsch. Das enge Zusammenwirken zwischen Partner und Part-
nerwerk bewirke, dass das Partnerwerk trotz Dividendengarantie dem 
Marktrisiko der Partner nicht völlig entzogen sei. Denn wenn die Strom-
preise am Markt über längere Zeit unter den Gestehungskosten der 
Stromanbieter lägen, sei es dem Partner ökonomisch nicht mehr mög-
lich, die vollen Jahreskosten inklusive vertraglich zugesicherter Divi-
dende zu übernehmen. 

• Die Einführung von neuen internationalen Strombörsen und der neue 
Markt für Systemdienstleistungen erlaube es flexiblen Partnerwerken, 
Geld auch ohne physische Lieferung durch zur Verfügung stellen von 
Turbinen- und evtl. Pumpkapazitäten zu verdienen. Dieses neue Wert-
schöpfungspotential, welches das Partnerwerk ihren Partnern seit Ein-
führung der Spotmärkte und dem Markt für Systemdienstleistungen zur 
Verfügung stelle, sei zu entschädigen. 

- 15 -

• Der Vergleich von Gestehungskosten von Werken mit vergleichbaren 
Produktionskapazitäten zeige, dass das Festhalten an einem Entschä-
digungskonzept, das an der Rendite des eingesetzten Aktienkapitals 
ansetze, zu wirtschaftlich unhaltbaren Gewinnausweisen führe, indem 
teurer gebauten Werken höhere Gewinne zugewiesen würden als güns-
tiger gebauten Werken. 

• Es sei deshalb sachgerecht, dass ökonomische Vorteile eines kosten-
günstigen Werks mit einem Effizienz-Markup und der Mehrwert der Fle-
xibilität, welcher von den Partnern mit dem Vorhalten von Kapazitäten 
neu realisiert werden könne und realisiert werde, mit dem Flexibilitäts-
Markup entschädigt würden. Das risikolose Zusatzgeschäft aus dem 
Vorhalten von flexiblen Kapazitäten, welches die Beschwerdeführerin 
ihren Partnern ermögliche, müsse der Beschwerdeführerin entschädigt 
werden. Der bestehende Partnervertrag würde es eigentlich erlauben, 
die lediglich bis auf weiteres festgelegten Entschädigungen den verän-
derten Gegebenheiten anzupassen. Darauf hätten die Partner verzich-
tet, deshalb liege eine geldwerte Leistung vor, deren Umfang vorsichtig 
ermittelt und erprobt worden sei. 

13. Am 20. Juni 2016 hielt die Beschwerdeführerin triplicando an ihren Anträ-

gen fest und vertiefte ihre Argumentation. 

14. Am 22. August 2016 hielt die Beschwerdegegnerin 1 quadruplicando an 

ihren Anträgen fest und vertiefte ihre bisherigen Standpunkte. 

15. Am 30. September 2016 reichte die Beschwerdeführerin noch eine Stel-

lungnahme zur Quadruplik der Beschwerdegegnerin 1 vom 22. August 

2016 ein. Dabei hielt sie an ihren Rechtsbegehren und prozessualen An-

trägen fest und vertiefte abermals ihre Argumentation. 

16. Die Beschwerdegegnerin 1 verzichtete mit Schreiben vom 20. Oktober 

2016 auf die Einreichung einer weiteren Stellungnahme und hielt gleich-

zeitig an ihren Rechtsbegehren fest. 

17. Am 16. Mai 2018 wurden die Parteien angefragt, ob sie zu einer Referen-

tenaudienz Hand bieten würden. Mit Einverständnis der Parteien wurde 

- 16 -

diese am 28. September 2018 durchgeführt. Eine Einigung zwischen den 

Parteien konnte nicht erzielt werden. Der Beschwerdeführerin wurde da-

her aufgetragen, den Verfahrensstand im Parallelverfahren betreffend 

Partnerwerke im Kanton Wallis, welcher beim Bundesgericht anhängig 

war, mitzuteilen.

18. Mit Schreiben vom 22. Oktober 2018 teilte die Beschwerdeführerin mit, 

dass der Fall vom Bundesgericht in Kürze entschieden würde, weshalb es 

angebracht erscheine, das Verfahren von Verwaltungsgericht bis spätes-

tens Ende April 2019 zu sistieren. Diesem Sistierungsantrag schloss sich 

die Beschwerdegegnerin 1 mit Schreiben vom 5. November 2018 an. 

19. Vor Ablauf der Sistierungsfrist stellte die Beschwerdeführerin am 18. April 

2019 einen Antrag auf Verlängerung der Sistierung, da gemäss Auskunft 

des Bundesgerichts das Urteil im Parallelverfahren bis spätestens Ende 

Juni 2019 erwartet werden könne. Diesem Antrag wurde mit Verfügung 

vom 23. April 2019 stattgegeben. 

20. Am 14. Juni 2019 teilte die Beschwerdeführerin mit, dass das Bundesge-

richt den Parallelfall im Kanton Wallis entschieden habe. Am 20. Juni 2019 

stellte die Beschwerdeführerin dem Verwaltungsgericht das entspre-

chende Urteil samt inoffizieller deutscher Übersetzung zu. 

21. Mit Schreiben vom 24. Juni 2019 hat das Verwaltungsgericht die Parteien 

aufgefordert, vor dem Hintergrund des Bundesgerichtsurteils zum weite-

ren Vorgehen Stellung zu nehmen. Die Beschwerdegegnerin 1 teilte am 

8. August 2019 mit, dass das Verfahren weiter zu führen sei und der Fokus 

mit Bezug auf das einzuholende Gutachten auf die von der Beschwerde-

gegnerin 1 gewählte Kostenaufschlagsmethode gelegt werden sollte. Die 

Beschwerdeführerin vertrat demgegenüber mit Eingabe vom 14. August 

2019 die Ansicht, dass auf Grund der Erwägungen des Bundesgerichts im 

- 17 -

Parallelfall die Beschwerde gutzuheissen sei, weshalb auf die Einholung 

eines Gutachtens verzichtet werden könne. Allenfalls könne eine Referen-

tenaudienz durchgeführt werden. 

22. Die Beschwerdegegnerin 1 teilte mit Stellungnahme vom 30. August 2019 

mit, dass eine einvernehmliche Lösung im Rahmen einer aussergerichtli-

chen Einigung ausgeschlossen werden könne, weshalb das Verfahren 

weiter zu führen sei. Das Verwaltungsgericht solle vielmehr ein Gerichts-

gutachten einholen. 

23. Am 2. September 2019 wiederholte die Beschwerdeführerin ihre Anträge 

auf Gutheissung der Beschwerde sowie allfälliger Durchführung einer Re-

ferentenaudienz. Zwischen den Parteien bestünde dem Grundsatz nach 

Einigkeit, dass das Bundesgericht die Kostenaufschlagsmethode als ge-

eignete Methode bezeichnet habe, welche herangezogen werden könne, 

um festzustellen, ob ein Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleis-

tung gegeben sei. Die Ausführungen des Bundesgerichts seien klar und 

daher die Einhaltung eines Gerichtsgutachtens nicht notwendig.

24. Mit prozessleitender Verfügung vom 13. September 2019 ordnete der In-

struktionsrichter gestützt auf Art. 11 und Art. 12 Abs. 1 lit. f) des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) im vorliegenden 

Verfahren die Einholung eines Sachverständigengutachtens an. Die Par-

teien wurden aufgefordert, ihre Fragen an den/die Gutachter/in dem Ver-

waltungsgericht bis 15. Oktober 2019 vorzulegen und wenn möglich dem 

Verwaltungsgericht einen bereits zwischen der Beschwerdeführerin und 

der Beschwerdegegnerin 1 bereinigten gemeinsamen Fragenkatalog ein-

zureichen. Der/die Gutachter/in würde in einem zweiten Schritt zu bestim-

men sein. Der Instruktionsrichter behielt sich vor, nach dem Vorliegen des 

- 18 -

definitiven Fragenkatalogs eine weitere prozessleitende Verfügung zu er-

lassen.

25. Innert letztmals erstreckter Frist reichte die Beschwerdeführerin am 2. De-

zember 2019 ihren Fragenkatalog ein. Sie bemerkte dazu unter anderem 

was folgt:

• Auf eine gemeinsame Eingabe habe man sich nicht einigen können. 
Immerhin habe man sich auf vier Punkte geeinigt, welche aufgrund des 
Bundesgerichtsurteils 2C_495/2017 und 2C_512/2017 vom 27. Mai 
2019 nicht mehr durch einen/eine Gutachter/in geklärt werden müssten. 
Aus prozessökonomischen Gründen habe sie auf eine zeitaufwändige 
Beschwerde gegen die Erstellung eines Gerichtsgutachtens verzichtet. 
Ein/eine Gutachter/in habe sich indessen an den vom Bundesgericht 
festgesetzten Rahmen zu halten. Das Gutachten habe sich deshalb al-
lein steuerrechtlichen und/oder verrechnungspreislichen Fragen zu wid-
men. Ein allgemeines energiewirtschaftliches Gutachten lehne sie ab. 
Ein/eine Gutachter/in werde von ihr aufgrund des in der Verfügung vom 
13. September 2019 festgesetzten zweistufigen Ablaufs jetzt nicht vor-
geschlagen. Die Änderung respektive Ergänzung der Fragen im Rah-
men des nachfolgenden Schriftenwechsels werde ausdrücklich vorbe-
halten. Ebenso behalte sie sich die Ausführungen zu einem/einer allfäl-
ligen Gutachter/in bereits im vorliegenden Verfahrensstadium vor, soll-
ten die Ausführungen der Beschwerdegegnerin 1 dazu Anlass geben.

26. Ebenfalls innert letztmals erstreckter Frist reichte die Beschwerdegegnerin 

1 am 2. Dezember 2019 ihren Fragenkatalog ein. Sie führte diesbezüglich 

unter anderem was folgt aus: 

• Die Parteien seien zuversichtlich gewesen, einen bereinigten gemein-
samen Fragenkatalog zu erstellen. Jedoch habe sich gezeigt, dass sich 
die Parteien diesbezüglich weder auf ein gemeinsames Vorgehen noch 
auf eine gegenseitige Vorlage resp. gemeinsame Bereinigung der Fra-
gen hätten einigen können. Daher reiche sie ihren allein ausgearbeite-
ten Fragenkatalog ein. Dieser sei der Beschwerdeführerin aufgrund der 
gescheiterten Zusammenarbeit nicht vorgelegt worden. Die der/dem 
Gutachter/in herauszugebenden Dokumente habe sie aufgelistet. Der 
Katalog enthalte Fragen, welche sowohl auf die verrechnungspreistech-

- 19 -

nischen Aspekte als auch auf die Betriebs- und stromwirtschaftlichen 
Erkenntnisse der Wasserkraftwerke eingingen.

27. Am 4. Dezember 2019 gewährte der Instruktionsrichter den Parteien Frist 

zur Stellungnahme zu den Fragen der jeweils anderen Partei an die/den 

Gutachter/in.

28. Am 10. Januar 2020 stellte die Beschwerdeführerin folgende Anträge: 

"1. Der/dem Gutachter/in seien ausschliesslich die Fragen der Beschwerdeführerin 
zu unterbreiten.

2. Eventualiter seien der/dem Gutachter/in sowohl der Fragenkatalog der Be-
schwerdeführerin als auch derjenige der Steuerverwaltung zu unterbreiten. 
Beim Fragenkatalog der Steuerverwaltung seien aber die energiewirtschaftli-
chen Fragen 1, 5, 7 und 8 zu streichen bzw. vorerst einmal zurückzustellen.

3. Subeventualiter sei ein energiewirtschaftliches Gutachten (erst dann) anzuord-
nen, falls das Verrechnungspreisgutachten zum Schluss gelange, dass ein-
zelne relevante energiewirtschaftliche Fragen beantwortet werden müssten. 
Die Fragen an den/die energiewirtschaftliche(n) Gutachter/in wären dabei erst 
definitiv festzulegen, wenn das verrechnungspreisliche Gutachten vorliege. Sie 
sei nach wie vor bereit, im Rahmen einer Referentenaudienz die nächsten pro-
zessualen Schritte zu besprechen bzw. eine einvernehmliche Lösung zu finden, 
die sich im Rahmen des bundesgerichtlichen Urteils 2C_495/2017 und 
2C_512/2017 vom 27. Mai 2019 bewege."

29. Ebenfalls am 10. Januar 2020 beantragte die Beschwerdegegnerin 1 was 

folgt: 

"1. Die Fragen an die/den Gutachter/in dürften nicht durch das Bundesgerichtsur-
teil 2C_495/2017 und 2C_512/2017 vom 27. Mai 2019 eingeengt werden und 
es erscheine überflüssig, bei jeder Frage die OECD-Richtlinien zu erwähnen. 

2. Die Fragen an die/den oder Gutachter/in sollten offen gestellt werden und die 
Differenzierungen, welche sich an die Bundesgerichtsurteile 2C_ 495/2017 und 
2C_512/2017 vom 27. Mai 2019 und die OECD-Verrechnungspreisleitlinien an-
lehnten, weggelassen werden.

3. Fragen 1, 2, 3, 4, 5, 8, 12d, 13f, 16 und 19 seien zu streichen. 
4. Fragen 13a, 13b, 13c und 13d seien sehr suggestiv formuliert, materiell sei de-

ren Kern durch ihre Fragen 5, 6, 7 und 8 abgedeckt und neutraler formuliert. 
5. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin, es stellten sich hier keine ener-

giewirtschaftlichen Fragen weshalb diesbezüglich kein Gutachten einzuholen 

- 20 -

sei, mache diese in ihrem Fragenkatalog in Frage 12e, 12f, 13a, 13c und 13d 
Aussagen, welche energiewirtschaftliche Kenntnisse voraussetzten. Fragen 1, 
5, 7, 8 und 12 der Steuerverwaltung müssten separat, ev. durch einen energie-
wirtschaftlichen Gutachter, beantwortet werden."

30. Mit prozessleitender Verfügung vom 28. Februar 2020 ordnete der Instruk-

tionsrichter gestützt auf Art. 11 und Art. 12 Abs. 1 lit. f) VRG an, dass die 

jeweiligen Fragenkataloge der Parteien unverändert dem/der noch zu be-

stimmenden Gutachter/in vorgelegt werden. Überdies verzichtete der In-

struktionsrichter auf eine erneute Durchführung einer Referentenaudienz 

und forderte die Parteien auf, bis zum 31. März 2020 höchstens je drei 

Vorschläge eines/einer Gutachter/in zu unterbreiten. Nach Möglichkeit 

sollten sich die Parteien auf einen/eine Gutachter/in einigen.

31. Am 30. März 2020 teilte die Beschwerdegegnerin 1 die Namen der in Ab-

sprache mit der Beschwerdeführerin festgelegten möglichen Gutachter 

mit. Mit Schreiben vom 31. März 2020 bestätigte die Beschwerdeführerin 

diese vorgeschlagenen Gutachter und machte Vorschläge für den Fragen-

katalog. 

32. In der Folge wurde den Parteien am 2. Juni 2020 der Entwurf zur Auftrags-

erteilung hinsichtlich der Gerichtsexpertise an Prof. Dr. L._____ zur Stel-

lungnahme unterbreitet. Hierzu äusserten sich die Parteien letztmals mit 

Stellungnahmen vom 10. Juli 2020 (Beschwerdegegnerin 1) und 13. Juli 

2021 (Beschwerdeführerin). Der Auftrag an den Gutachter erging am 17. 

Juli 2020.

33. Das Gutachten wurde am 28. September 2020 fertig gestellt und am 29. 

September 2020 an das Verwaltungsgericht versandt. Am 30. September 

2020 wurde das Gutachten an die Parteien zur Stellungnahme zugestellt. 

- 21 -

34. Am 30. November 2020 reichte die Beschwerdegegnerin 1 ihre Stellung-

nahme zum Gutachten ein. Sie bemerkte dazu im Wesentlichen, was folgt:

• Das Gutachten skizziere ein Verrechnungspreismodell, welches den 
anerkannten Verrechnungspreisvorgaben standhalte und in der Veran-
lagungspraxis umsetzbar sei. Das Modell zeige auf, wie die Verrech-
nungspreise für die seit Jahren umstrittene Frage der Partnerwerksbe-
steuerung festgelegt werden sollten.

• Obwohl die Antworten zu den Fragen der Beschwerdegegnerin 1 wie-
derholt anders ausgefallen seien, als es die Beschwerdegegnerin 1 er-
wartet hätte und teilweise Überlegungen der Beschwerdegegnerin 1 ab-
gelehnt würden, sei die Beschwerdegegnerin 1 mit den Schlussfolge-
rungen und dem Verrechnungspreismodell einverstanden.

• Besonders hervorzuheben sei, dass die Kostenaufschlagsmethode 
nicht in Zweifel gezogen werde. Jedoch werde die Ermittlung des Ver-
rechnungspreises auf Basis einer Pflichtdividende, wie von der Be-
schwerdeführerin beantragt, abgelehnt.

• Gemäss Gutachten werde eine kalkulatorische Verzinsung des Eigen-
kapitals zu 5 % in die Kostenbasis miteinbezogen. Dabei gebe es kei-
nen Hinweis, woher dieser Zinssatz stamme. Ein Blick auf die Verzin-
sung von vergleichbar langfristigen Ausleihungen der Jahre 2009-2011 
zeige, dass ein Zinssatz von 5 % durchaus dem Drittvergleich stand-
halte. In den Geschäftsberichten der Kernkraftwerke J._____ und 
M._____ zeige sich, dass diese die Rückstellungen für den Stilllegungs- 
und Entsorgungsfonds mit 5 % verzinsen würden und sich dabei auf die 
Verordnung über den Stilllegungs- und den Entsorgungsfonds für Ker-
nanlagen stützten, welche von einer Betriebsdauer von 50 Jahren aus-
gehe. Da bei der Beschwerdeführerin die Konzessionsdauer 80 Jahre 
betrage, könne der Zinssatz von 5 % als Drittvergleich für die Bestim-
mung des marktüblichen Zinssatzes für langfristig zur Verfügung ge-
stelltes Eigenkapital herangezogen werden.

• Im Gutachten würde bestätigt, dass Effizienzunterschiede in der Kos-
tenbasis zu berücksichtigen seien. Diese würden mit Blick auf Werte 
von Vergleichswerken mit 20 % bemessen, was einer vorsichtigen 
Schätzung entspräche. Zwar könne der richtige Wert nicht eindeutig be-
stimmt werden, es spreche verfahrensökonomisch nichts dagegen, 
dem im Gutachten gewählten Ansatz zu folgen.

- 22 -

• Auch mit Blick auf den im Gutachten angenommenen Kostenaufschlag 
von 10 % gibt es keinen konkreten Hinweis, worauf sich dieser abstütze. 
Eine mögliche Erklärung sei die Übernahme des bei einem anderen 
Partnerwerk für die Bestimmung des steuerlich korrekten Verrech-
nungspreises festgelegten Kostenaufschlags von 10 %. Die Daten aus 
der Jahresrechnung des Kernkraftwerks J._____ würden dies belegen. 

• Das Gutachten würde klar aufzeigen, dass die steuerbaren Gewinne 
auf Basis der darin ermittelten Verrechnungspreise deutlich höher 
seien, als die Gewinne gemäss Selbstdeklaration der Beschwerdefüh-
rerin. Das Kostenaufschlagsmodell gemäss Gutachten zeige Resultate, 
die innerhalb der Kostenaufschläge von Partnerwerken liegen würden. 
Es konnte einzig kein Indiz für die Höhe des Effizienzvorteils gefunden 
werden. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung hätten die Steu-
erbehörden bei einer Ermessensveranlagung darauf zu achten, dass 
alle Unterlagen berücksichtigt würden, welche ihr zur Verfügung stün-
den. Auch hätten die Steuerbehörden alle Umstände zu würdigen, auch 
wenn diese sich nicht aus den Akten ergeben würden und eine vorsich-
tige Schätzung vorzunehmen, ohne allerdings dazu verpflichtet zu sein, 
im Zweifelsfall die für den Steuerpflichtigen günstigere Annahme zu tref-
fen. Vor diesem Hintergrund könnte auf die im Gutachten dargelegten 
Parameter zurückgegriffen werden. Diese würden Drittvergleichen 
standhalten und den Anforderungen an eine ermessensweise vorge-
nommene Veranlagung entsprechen.

• Die in den Einspracheentscheiden veranlagten Gewinne würden auf 
Modellen beruhen, welche im Gutachten abgelehnt würden. Die Be-
schwerdegegnerin 1 akzeptiere diese Beurteilung, stelle aber gleichzei-
tig fest, dass die veranlagten Gewinne im Resultat nur unwesentlich von 
jenen gemäss Kostenaufschlagsmodell im Gutachten abweichen wür-
den. Würde man die Parameter im Gutachten nur ein klein wenig än-
dern, z.B. einen Kostenaufschlag von 13 % statt 10 % vorsehen, so 
würde das Gesamtresultat aus den drei relevanten Steuerperioden 
praktisch dem veranlagten Gesamtgewinn für die Steuerperioden 2009-
2011 entsprechen. Ein Kostenaufschlag von 13 % habe in den im Gut-
achten genannten Bandbreiten Platz. Es liege ein schlüssiges gutach-
terliches Ergebnis und ein daraus entwickeltes Kostenaufschlagsmodell 
vor, welches den international anerkannten Verrechnungspreisrichtli-
nien entspreche und in der Veranlagungspraxis leicht umsetzbar sei. 
Das Gutachten sei bestens geeignet für den Entscheid des Verwal-
tungsgerichts.

- 23 -

35. Innert letztmals erstreckter Frist reichte die Beschwerdeführerin am 10. 

Dezember 2020 ihre Stellungnahme zum Gutachten ein. Sie bemerkte 

dazu im Wesentlichen, was folgt:

• Das von der Beschwerdegegnerin 1 vertretene Modell (nachfolgend 
Modell GR) widerspreche dem Fremdvergleichsgrundsatz und könne 
somit nicht für die Verrechnungspreisermittlung verwendet werden. Die-
ses bestehe im Wesentlichen aus der Addition mehrerer Vergütungs-
komponenten. Das Gutachten habe das Modell GR in sämtlichen Ele-
menten verworfen, indem es eine doppelte Berücksichtigung von Effizi-
enzunterschieden in der Kostenbasis und im Aufschlag als nicht mit 
dem Fremdvergleich vereinbar und die konkrete Ausgestaltung des Ef-
fizienzzuschlags gar als willkürlich bezeichnet habe. Der EQF-Auf-
schlag sei sodann per se nicht anwendbar, da die diesbezüglichen 
Marktchancen ausschliesslich den Partnern zuzuordnen seien. Auch 
die ROCE-Verprobung weise gemäss Gutachten grundlegende Mängel 
auf. Angesichts dieser Erwägungen des unabhängigen Verrechnungs-
preisspezialisten würden sich weiter Ausführungen zum Modell GR erü-
brigen. Das Modell GR dürfe für das vorliegende Verfahren keine Rolle 
mehr spielen. Die Beschwerdegegnerin 1 habe damit den Nachweis ei-
nes offensichtlichen Missverhältnisses nicht erbracht, weshalb die Be-
schwerde bereits aus diesem Grund gutgeheissen werden müsste.

• Weiter gebe das Gutachten keine Indikation für die Annahme einer 
geldwerten Leistung. Die Partner würden der Beschwerdeführerin unter 
dem Dividendenmodell die Gesamtkosten (inkl. Steuern) und einen Auf-
schlag für die Ausschüttung einer Dividende sowie die Zuweisung an 
die gesetzlichen Reserven entschädigen. Dieser Aufschlag betrage 
rund 5.25 % auf dem Aktienkapital. Beim Dividendenmodell handle es 
sich um ein einfaches und praktikables Verrechnungspreismodell, wel-
ches insbesondere auch dem ökonomischen und verrechnungspreisli-
chen Grundsatz, wonach tiefe Risiken zu tiefen, aber stabilen Gewinnen 
führen sollten, Rechnung tragen würde. In seinem Urteil 2C_495/2017, 
2C_512/2017 habe das Bundesgericht festgehalten, es sei dem Steu-
erpflichtigen unbenommen, seine Entschädigung resp. seinen steuer-
baren Gewinn nach dem Dividendenmodell zu ermitteln. Den Steuer-
behörden sei dann aber eine Kontrollrechnung nach einer Methode 
gemäss Art. 58 Abs. 3 DBG zuzugestehen. Diese Vorgaben des Bun-
desgerichts würden dem Vorgehen der Beschwerdeführerin entspre-
chen. 

- 24 -

• Das Bundesgericht habe sämtliche Aufwandpositionen gemäss Jahres-
rechnung ausser der Position Ertragssteuern sowie unter Ausklamme-
rung des Kapitalsteueraufwandes als zulässige Kostenbasis erachtet. 
Die im Gutachten verwendete Differenzierung zwischen pagatorischen 
vs. kalkulatorischen Kosten dürfte wohl vor dem Hintergrund des deut-
schen Steuerrechts vorgenommen worden sein. Es sei stattdessen von 
verbuchtem (und steuerlich geschäftsmässig begründetem) Aufwand 
zu sprechen. Adaptiere man das Dividendenmodell der Beschwerde-
führerin auf die durch das Bundesgericht beschriebene Kostenbasis, 
gelange man zu Kostenaufschlägen zwischen 11.50 - 17.94 %. Bezo-
gen auf die ausgewiesenen Jahresgewinne würden sich Kostenauf-
schläge zwischen 11.75 - 14.09 % ergeben. Hinsichtlich des Kostenauf-
schlags habe das Bundesgericht in besagtem Urteil die Lehre zitiert, 
welche von einem Kostenaufschlag zwischen 3-15 % ausgeht. Die dar-
gelegten Kostenaufschläge würden allesamt 12 % oder mehr betragen, 
weshalb kein offensichtliches Missverhältnis und somit auch keine geld-
werte Leistung der Beschwerdeführerin vorliegen könne.

• Das Dividendenmodell sei eine Spielart der Kostenaufschlagsmethode, 
welche sich insbesondere dann als sachgerecht erweisen würde, wenn 
ein traditioneller Kostenaufschlag zu volatilen Ergebnissen führen 
würde, die sich aufgrund des Funktions- und Risikoprofils nicht recht-
fertigen lassen. Da es in der Regel den einen "richtigen" Verrechnungs-
preis im Sinne eines mathematisch fixierbaren Werts nicht geben 
würde, sei in der Lehre einhellig anerkannt, dass dem Steuerpflichtigen 
innerhalb einer Bandbreite angemessener Preise grosses Ermessen 
zukomme. So bestehe keine Verpflichtung, innerhalb einer zulässigen 
Bandbreite den höheren Preis zu wählen. Ein Wert, der sich innerhalb 
der ermittelten Bandbreite bewegen würde, könne entsprechend nie 
eine geldwerte Leistung darstellen. Insbesondere liege gemäss Bun-
desgerichtsurteil 2C_495/2017, 2C_512/2017 kein unverhältnismässi-
ger Verrechnungspreis vor, wenn er zu einem Gewinn führe, welcher 
"mehr oder weniger" das Doppelte von demjenigen beträge, welcher bei 
einem Kostenaufschlag von 5 % auf einer Kostenbasis gemäss ver-
buchtem Aufwand resultieren würde. Das Gutachten käme zum selben 
Schluss.

• Die Kostenaufschlagsmethode bestehe aus zwei Elementen – der Kos-
tenbasis und dem Kostenaufschlag. Gemäss OECD und Lehre läge die 
genaue Ermittlung der Kostenbasis im Ermessen des Geschäftsführers. 
Dabei seien jeweils direkte Kosten, indirekte Kosten und betriebliche 
Aufwendungen des Gesamtunternehmens zu berücksichtigen. Das Ab-
stellen auf verbuchte Aufwendungen sei nicht nur mit den OECD Ver-
rechnungspreisrichtlinien kompatibel, sondern würde auch der schwei-

- 25 -

zerischen Rechtsprechung entsprechen. Generell sei die handelsrecht-
liche Jahresrechnung für die steuerliche Gewinnermittlung massge-
blich. Nicht verbuchte Aufwendungen seien im Gegenzug steuerlich un-
beachtlich (umgekehrte Massgeblichkeit). In Bezug auf die Beurteilung, 
ob ein Kostenaufschlag fremdvergleichskonform sei, sei grundsätzlich 
immer der für den Steuerpflichtigen tiefste resp. günstigste Wert zu ver-
wenden. Je breiter die Kostenbasis umso tiefer solle der Kostenauf-
schlag sein. Aus der Sensitivitätsanalyse im Gutachten würde sich er-
geben, dass selbst bei Verwendung der breitesten Kostenbasis in sämt-
lichen strittigen Steuerperioden ein Kostenaufschlag von 5 % resul-
tierte, was innerhalb der vorgesehenen Bandbreite läge. 

• Im Gutachten würden beispielhafte Berechnungen dargestellt, welche 
vor dem Hintergrund der deutschen Verrechnungspreispraxis zu verste-
hen und auf schweizerische Gegebenheiten zu adaptieren seien. In Be-
zug auf die Berechnungsbeispiele sei darauf hinzuweisen, dass darin 
zusätzlich zu ohnehin schon breiten Kostenbasis zusätzlich eine Eigen-
kapitalverzinsung eingefügt werde und die Kostenbasis überdies um ein 
Effizienzelement ergänzt würde. 

• In Bezug auf die Eigenkapitalverzinsung sei im Gutachten mit einem 
kalkulatorischen Zinssatz von beispielhaft 5 % gerechnet worden, auf 
dem wiederum ein Kostenaufschlag vorgenommen worden sei. Aller-
dings ergebe sich aus dem Gutachten ebenfalls, das eine solche Erwei-
terung nicht zwingend erforderlich sei. Der Beschwerdeführerin seien 
keinerlei Fälle aus der Praxis, Gerichtsurteile oder Publikationen aus 
der Schweiz bekannt, in welchen jemals eine Eigenkapitalverzinsung 
angesprochen worden wäre. Vielmehr werde immer auf die Aufwendun-
gen gemäss handelsrechtlicher Jahresrechnung abgestellt. Dieser An-
satz entspreche der bundesgerichtlichen Praxis. So habe das Bundes-
gericht in BGE 2C_495/2017, 2C_512/2017 erkannt, dass das aussch-
liessliche Abstellen auf die verbuchten Aufwendungen bei der Ermitt-
lung der Kostenbasis keinen Ermessensmissbrauch darstelle. Die 
Berücksichtigung einer rein kalkulatorischen Eigenkapitalverzinsung 
stehe nicht im Einklang mit dem Massgeblichkeitsprinzip und der in der 
Schweiz gerichtlich gestützten Praxis. Das Gutachten beziehe sich in 
diesem Punkt wiederholt auf deutsche Dokumentationspflichten, wel-
che dem Schweizer Steuerrecht und der Schweizer Steuerpraxis fremd 
seien. So habe keine der Parteien jemals eine solche erweiterte Kos-
tenbasis auch nur angesprochen. Letzten Endes erkenne das Gutach-
ten ebenfalls, dass eine Eigenkapitalverzinsung mit Blick auf die OECD-
Verrechnungspreisrichtlinien nicht notwendig sei. Vor diesem Hinter-
grund habe eine kalkulatorische Eigenkapitalverzinsung in der Kosten-
basis zu unterbleiben.

- 26 -

• Die Berücksichtigung eines Effizienzelements sei ebenfalls fragwürdig. 
So werde im Gutachten diesbezüglich darauf hingewiesen, dass, sofern 
ein solches Effizienzelement überhaupt Berücksichtigung finden dürfe, 
dies nur in dem Umfang geschehen könne, als die Kosten tatsächlich 
vom jeweiligen Kraftwerk beinflussbar seien. Im Falle einer Effizienz-
berücksichtigung müsse bei jedem Kraftwerk einzeln geprüft werden, 
inwieweit der Anteil von Kostenpositionen tatsächlich optimiert werden 
könne. Dafür seien die einzelnen Verhältnisse im Detail zu prüfen und 
zu berechnen. Ein solches Vorgehen wäre nicht praktikabel und würde 
an diversen rechtlichen Schranken scheitern (Steuergeheimnis, Wett-
bewerbsrecht). Auch sei nicht nachvollziehbar, warum in Bezug auf die 
Beurteilung des Effizienzkriteriums auf Daten zwischen verbundenen 
Unternehmen abgestellt werden könne. Aus den OECD-Verrechnungs-
preisrichtlinien gehe explizit hervor, dass Transaktionen zwischen ver-
bundenen Unternehmen mit vergleichbaren Transaktionen zwischen 
unverbundenen Unternehmen zu vergleichen seien, was auch einen 
Vergleich der Kosten des getesteten Unternehmens mit einem ver-
gleichbaren unabhängigen Unternehmen beinhalte. 

• Schlussendlich werde im Gutachten nicht zuletzt auf Grund der Eigen-
kapitalverzinsung und des Effizienzelements auf eine sehr breite Kos-
tenbasis abgestellt, die über das hinausgehen würde, was in der 
Schweiz und vielen anderen Ländern üblich sei. Im Gutachten werde 
daher festgehalten, dass der Kostenaufschlag typischerweise umso tie-
fer ausfalle, je breiter die Kostenbasis sei. In diesem Zusammenhang 
sei zu erwähnen, dass der von der Beschwerdeführerin festgelegte Ver-
rechnungspreis selbst unter einer einseitigen Berücksichtigung der im 
Gutachten enthaltenen Parameter zu Gunsten des Fiskus in keinem of-
fensichtlichen Missverhältnis dazu stehen würde. Somit müsse ein Kos-
tenaufschlag bei 5 % angesetzt werden.

36. Innert Frist reichte die Beschwerdegegnerin 1 am 15. Januar 2021 ihre 

Stellungnahme zur Vernehmlassung der Beschwerdeführerin vom 10. De-

zember 2020 ein. Sie bemerkte dazu im Wesentlichen, was folgt:

• Sowohl das Bundesgericht (BGE 2C_495/2017; 2C_512/2017) als auch 
das Gutachten würden unmissverständlich aufzeigen, dass die Kosten-
aufschlagsmethode die vorliegend anzuwendende Methode sei. Das 
von der Beschwerdeführerin angewendete Dividendenmodell sei weder 
in Art. 58 Abs. 3 DBG noch in Art. 79 Abs. 3 StG enthalten und damit 
per se nicht gesetzeskonform. Die Beschwerdegegnerin 1 habe daher 
die eingereichten Steuererklärungen für die Jahre 2009 bis 2011 auf der 

- 27 -

Basis einer Kostenaufschlagsmethode vorgenommen. Auf Grund der 
mangelnden Kooperation der Beschwerdeführerin im Einsprachever-
fahren habe die Beschwerdegegnerin 1 auf Basis der spärlich vorhan-
denen Informationen eine Korrektur der Verrechnungspreise mittels 
Kostenaufschlagsmethode nach Ermessen vornehmen müssen. Das 
Gutachten habe bestätigt, dass für die Ermittlung einer fremdvergleichs-
konformen Stromlieferung die Kostenaufschlagsmethode zu verwen-
den sei. Dabei sei von einer breiten Kostenbasis und von einem Kos-
tenaufschlag zwischen 5 % bis 10 %, mitunter sogar 15 %, auszugehen. 
Daneben haben das Gutachten bestätigt, dass eine Berücksichtigung 
von Effizienzvorteilen den Vorgaben der OECD-Verrechnungspreis-
richtlinien entspreche und zwar nicht im Rahmen der Ermittlung des 
Kostenaufschlags, sondern bei der Ermittlung der zu erstattenden Kos-
ten.

• Die Anwendbarkeit der Kostenaufschlagsmethode nach Massgabe der 
OECD-Verrechnungspreisrichtlinien sei unbestritten. Diese Methode 
erfordere die Bestimmung sowohl einer sachgerechten Kostenbasis als 
auch eines fremdvergleichskonformen Kostenaufschlags. Zur Bestim-
mung einer sachgerechten Kostenbasis seien alle Kosten, die aus der 
Produktion oder Erbringung der Dienstleistung resultieren zu berück-
sichtigen. Dabei sei nicht einzig auf die rein handelsrechtlich ausgewie-
senen Kosten abzustellen. Vielmehr seien auch die Kosten für das ein-
gesetzte Eigenkapital zu berücksichtigen, da sich nur auf diese Weise 
ein sachgerechter Fremdvergleich zwischen Unternehmen, die eine un-
terschiedliche Eigenfinanzierung wählen, herstellen lasse. Eine rein von 
der Handelsbilanz abgeleitete Bestimmung der Kostenbasis zwecks 
Anwendung der Kostenaufschlagsmethode sei nach Massgabe der 
Schweizer Steuergesetze nicht sachgerecht.

• Mangels verfügbarer Daten in Bezug auf vergleichbare Transaktionen 
zwischen unabhängigen Dritten greife das Gutachten auf Erfahrungs-
sätze aus der Praxis zurück. Dabei würden regelmässig Kostenauf-
schläge zwischen 5 % und 1 0%, teilweise bis zu 15 % beobachtet. In 
der Folge werde im Gutachten auf den Mittelwert von 10 % abgestellt, 
was seitens der Beschwerdegegnerin 1 als sachgerecht qualifiziert 
werde.

• Für die Beurteilung, ob ein offensichtliches Missverhältnis zwischen 
Leistung und Gegenleistung und damit eine verdeckte Gewinnaus-
schüttung/Gewinnvorwegnahme vorliege, sei zentral, dass Verrech-
nungspreise, welche auf gleichen Kalkulationsgrundlagen beruhen, ver-
glichen werden. Die Gegenüberstellung der von der Beschwerdeführe-
rin verwendeten Verrechnungspreise gemäss Jahresrechnung mit den 

- 28 -

Verrechnungspreisvariationen gemäss Gutachten zeige, dass diese auf 
unterschiedlichen kalkulatorischen Grundlagen beruhen. Das Gutach-
ten rechne mit Verrechnungspreisen ohne Berücksichtigung der Er-
tragssteuern und des ausserordentlichen Erfolges. Demgegenüber 
würden die Verrechnungspreise der Beschwerdeführerin sowohl die Er-
tragssteuern als auch den ausserordentlichen Erfolg enthalten. Verglei-
che man die Verrechnungspreise auf gleicher Kalkulationsbasis, so 
zeige sich, dass die Verrechnungspreise auf Basis Cost plus 5 % immer 
höher seien, als die Verrechnungspreise der Beschwerdeführerin. Da-
mit zeige sich, dass die Beschwerdeführerin mit ihrer Methode ausser-
halb der im Gutachten vorgeschlagenen Bandbreiten liegen würde und 
damit keinen fremdvergleichskonformen Verrechnungspreis deklariere. 
So gehe das Dividendenmodell nicht von einer Bandbreite von Verrech-
nungspreisen aus, sondern lediglich von einem Preis (% Rendite auf 
dem Eigenkapital). Die Beschwerdeführerin habe im Rahmen des Ver-
fahrens auch keine solche Bandbreite nachgewiesen. 

• Die Beschwerdegegnerin 1 habe eine nach Ermessen erfolgte Korrek-
tur der Verrechnungspreise mittels Kostenaufschlagsmethode inner-
halb der vom Gutachten festgestellten Bandbreiten vorgenommen. Die 
Zulässigkeit einer ermessensweisen Bestimmung sei u.a. auch vom 
Verwaltungsgericht des Kantons Zürich im Entscheid vom 16. Dezem-
ber 2015 (SB2015.00005) festgehalten worden. Der im Gutachten ge-
machte Vorschlag sei einfach und praktikabel und könne bei den ande-
ren sistierten Fällen der Partnerwerksbesteuerung angewendet wer-
den. 

• Abschliessend werde auf die Problematik der Veranlagungsverjährung 
hingewiesen. Diese sei von der Beschwerdegegnerin 1 bereits anläss-
lich der Referentenaudienz vom 28. September 2018 angesprochen 
worden. 

37. Innert Frist reichte die Beschwerdeführerin am 12. Februar 2021 ihre Stel-

lungnahme zur Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin 1 vom 30. No-

vember 2020 ein. Sie bemerkte dazu im Wesentlichen, was folgt:

• Beim vorliegenden Rechtsstreit gehe es in erster Linie um die Frage, 
ob die Beschwerdeführerin für ihre Leistungen an die Partner fremdver-
gleichskonform entschädigt resp. ob eine verdeckte Gewinnausschüt-
tung vorliegen würde. Die Beschwerdeführerin mache geltend, dass die 
seit rund 60 Jahren angewandte Spielart der Kostenaufschlagsme-
thode, das sog. Dividendenmodell, weiterhin eine sachgerechte Me-

- 29 -

thode zur steuerlichen Gewinnermittlung darstellen würde und zu einem 
fremdvergleichskonformen Verrechnungspreis führe. Demgegenüber 
wolle die Beschwerdegegnerin 1 eine Gewinnkorrektur vornehmen. 
Dieselbe Absicht habe die Steuerverwaltung des Kantons Wallis in ei-
nem ähnlich gelagerten Fall gehabt, welches vom Bundesgericht mit 
Urteil BGE 2C_495/2017; 2C_512/2017 entschieden wurde. Das Bun-
desgericht habe erkannt, dass es dem Steuerpflichtigen unbenommen 
sei, den steuerbaren Gewinn nach dem Dividendenmodell zu ermitteln. 
Den Steuerbehörden sei jedoch eine Kontrollrechnung nach einer Me-
thode gemäss Art. 58 Abs. 3 DBG zuzugestehen. In casu sah das Bun-
desgericht keinen Anlass, von einer verdeckten Gewinnausschüttung 
auszugehen. Die Beschwerdegegnerin 1 versuche parallel zum Pilot-
verfahren im Kanton Wallis eine Gewinnaufrechnung mit einem weite-
ren, neuen Ansatz, welches vom Gutachten verworfen worden sei. 

• Die Beweislast für das Vorhandensein einer geldwerten Leistung trage 
die Beschwerdegegnerin 1. Das Gutachten habe klar aufgezeigt, dass 
die Grundlage für diese Behauptung untauglich sei, weshalb der Be-
schwerdegegnerin 1 der Nachweis nicht gelungen sei. Insbesondere 
ignoriere die Beschwerdegegnerin 1, dass die Berechnungen im Gut-
achten beispielhaft seien und der Schweizer Verrechnungspreispraxis 
fremd. Darüber hinaus beziehe sich die Expertise des Gutachters nicht 
auf Schweizer Steuerrecht. Bei der Umsetzung von international aner-
kannten Verrechnungspreisrichtlinien käme den einzelnen Staaten ein 
grosser Gestaltungsspielraum zu, weshalb sich der Gutachter hinsicht-
lich der Anwendung einer schweizerischen Sondernorm im interkanto-
nalen Steuerrecht nicht äussern könne. So liefere Art. 58 Abs. 3 DBG 
eine Legaldefinition der Kostenbasis, die den jeweiligen Gestehungs-
kosten des Partnerwerks entsprechen würde. Dabei können sich die 
Gestehungskosten im Lichte des Massgeblichkeitsprinzips nur nach 
den handelsrechtlich verbuchten Aufwendungen in der Jahresrechnung 
bestimmen. Auf Grund dessen sei die Berücksichtigung von kalkulato-
rischen Kosten, welche nicht von einer unabhängigen Stelle geprüft 
worden seien, nicht statthaft. 

• Das Gutachten habe das Dividendenmodell denn auch nicht verworfen. 
Vielmehr gehöre diese Methode, bei welcher die Kosten und ein Kos-
tenaufschlag in Form einer Eigenkapitalrendite entschädigt werden, zu 
den Kostenaufschlagsmethoden. Auch das Bundesgericht habe im 
oben zitierten Urteil das Dividendenmodell explizit für zulässig erklärt. 
Das Bundesgericht habe auch festgehalten, dass eine verdeckte Ge-
winnausschüttung ausgeschlossen werden könne, wenn die ausgewie-
senen Gewinne mehr oder weniger das Doppelte der Entschädigung 

- 30 -

betragen, die bei einer Kostenaufschlagsmethode mit breiter Kostenba-
sis und einem Kostenaufschlag von 5 % resultieren würde. 

• Die von der Beschwerdegegnerin 1 geltend gemachte Eigenkapitalver-
zinsung sei nicht sachgerecht und in Kombination mit einem Kostenauf-
schlag geradezu willkürlich ebenso wie die Zinshöhe von 5 %. Die Be-
schwerdegegnerin 1 versuche die im Gutachten beispielhaft eingeset-
zen 5 % auf ihre Weise herzuleiten, in dem sie auf bestimmte Aus-
führungen in den Geschäftsberichten 2009 der Kernkraftwerke 
M._____ und J._____ verweist. Dabei handle es sich nicht um Rück-
stellungen, wie von der Beschwerdeführerin 1 fälschlicherweise ange-
nommen, sondern um aktivierte Ansprüche gegenüber staatlichen 
Fonds, welche der Sicherstellung der Finanzierung der Stilllegung und 
Entsorgung von Kernkraftwerken und ihrer radioaktiven Abfälle dienen. 
Bei der angeführten Verzinsung geht es mithin um eine Sollrendite aus 
Optik der Kernkraftwerkbetreiber resp. des Fonds als Anleger in ein di-
versifiziertes Anlageportfolio mit einem höheren Risikoprofil. Bei einer 
Eigenkapitalverzinsung gehe es um in einen operativen (risikolosen) 
Betrieb investierte Eigenmittel, welche über einen Kostenaufschlag ren-
tieren und dann nochmals mit einem Aufschlag versehen werden sollen. 
Daraus ergebe sich, dass selbst wenn man eine fiktive Erweiterung der 
Kostenbasis vorsehen wollte, das Abstellen auf solche Sätze für die Er-
mittlung einer kalkulatorischen Eigenkapitalverzinsung in der Kostenba-
sis willkürlich wäre. 

• Mit Bezug auf das Effizienzkriterium werde nochmals betont, dass zu 
prüfen wäre, inwiefern die Kosten durch die Beschwerdeführerin beein-
flussbar wären. Dies könne nur mittels einer umfassenden Vergleich-
barkeitsanalyse gemacht werden, was während des gesamten bisheri-
gen Verfahrens nicht durchgeführt worden sei. Auch hier müsse die Be-
schwerdegegnerin 1 zunächst ein Tatsachenfundament schaffen, auf 
welches die Berücksichtigung eines Effizienzelements abstützen 
könne. 

• Die von der Beschwerdegegnerin 1 versuchte Herleitung eines Kosten-
aufschlags zwischen 10 % und 15 % sei willkürlich. Gemäss Gutachten 
sei von einer Bandbreite zwischen 5 % und 10 % auszugehen, da die 
15 % von älteren deutschen Entscheiden stammen würden, welche im 
Gutachten nicht mehr berücksichtigt worden seien. Das von der Be-
schwerdegegnerin 1 zitierte Kernkraftwerk sei ebenfalls ein Partner-
werk, womit ein eigentlicher Drittvergleich nicht möglich sei. Darüber 
hinaus sei es verkürzt, den Blick selektiv nur auf ein einziges Partner-
werk zu werfen. Es gäbe zahlreiche Partnerwerke, welche deutlich tie-
fere als die von der Beschwerdegegnerin kalkulierten Kostenaufschläge 

- 31 -

aufweisen würden. Dies würde sich aus den zu Demonstrationszwe-
cken aufgeführten Berechnungen zeigen. Es sei noch darauf hinzuwei-
sen, dass bei einem handelsrechtlich verbuchten Aufwand nicht auto-
matisch von einem entsprechend akzeptierten steuerbaren Gewinn 
ausgegangen werden könne. Auf Grund der jahrzehntelangen Diskus-
sionen um die Partnerwerksbesteuerung sei die Beschwerdeführerin 
auf Grund des handelsrechtlichen Vorsichtsprinzips gezwungen, den 
Rechtsunsicherheiten mit Steuerrückstellungen zu begegnen, welche 
deutlich über dem seien, was ihres Erachtens mit Blick auf den richti-
gerweise zu veranlagenden Gewinn liegen würden.

• Entgegen dem, was im Gutachten festgehalten sei, vergleiche die Be-
schwerdegegnerin 1 bei ihren Berechnungen ausschliesslich Gewinne 
statt Verrechnungspreise. Dennoch zeige die Gegenüberstellung des 
Dividendenmodells der Beschwerdeführerin mit den Berechnungen der 
Beschwerdegegnerin 1, dass die Abweichungen minim seien. Damit sei 
offensichtlich, dass die Beschwerdegegnerin 1 bis heute keine geld-
werte Leistung nachgewiesen habe. 

• Vorliegend sei auch kein Raum für eine Ermessenseinschätzung, wie 
sie von der Beschwerdegegnerin 1 vorgebracht werde. Eine Verletzung 
von Mitwirkungspflichten sei nie zur Debatte gestanden und habe sich 
auch im bisherigen formellen Ablauf nie gestellt. So enthalte weder die 
Veranlagungsverfügung selbst noch die Rechtsmittelbelehrung einen 
Hinweis auf eine Ermessenseinschätzung. Das Vorbringen der Be-
schwerdegegnerin 1 sei eine reine prozessuale Schutzbehauptung, da 
sie ohne gesetzliche Grundlage ihr eigenes Ermessen anstelle desjeni-
gen des Steuerpflichtigen setzen möchte. Es gehe vorliegend nicht 
darum eine Vergütung der Beschwerdeführerin schätzungsweise zu er-
mitteln, sondern darum, zu überprüfen, ob sich der vereinbarte Verrech-
nungspreis innerhalb einer verrechnungspreislich zulässigen Band-
breite bewege, welcher gemäss Ausführungen des Bundesgerichts im 
Walliser Pilotfall bei einer breiten, auf der Jahresrechnung basierenden 
Kostenbasis bei einem Kostenaufschlag von 5 % bis 10 % liegen würde. 

38. In ihrer Stellungnahme vom 9. März 2021 führt die Beschwerdeführerin zur 

Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin 1 vom 15. Januar 2021 weiter 

aus:

• Aufgrund der vom Bundesgericht bestätigten Gestaltungsfreiheit und 
den in den einschlägigen OECD-Verrechnungspreisleitlinien festgehal-
tenen Empfehlungen hätten Steuerbehörden die Überlegungen der 

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Steuerpflichtigen hinsichtlich der Anwendung des Fremdvergleichs-
grundsatzes zu berücksichtigen und ihre Analyse der Verrechnungs-
preisgestaltung aus diesem Blickwinkel vorzunehmen. Daraus folge, 
dass eine Steuerbehörde einen vereinbarten Verrechnungspreis nur 
korrigieren dürfe, wenn er offensichtlich unangemessen sei. Gemäss 
Bundesgericht sei ein zweistufiges Vorgehen zu befolgen. Wegen des 
Massgeblichkeitsprinzips und der Gestaltungsfreiheit sei in einem ers-
ten Schritt anhand einer in Art. 58 Abs. 3 DBG resp. Art. 79 Abs. 3 StG 
enthaltenen Methode zu prüfen, ob eine geldwerte Leistung vorliege. 
Erst wenn eine solche zu bejahen sei, dürfe in einem zweiten Schritt zur 
Korrektur geschritten werden. 

• Des Weiteren sei die Behauptung der Beschwerdegegnerin 1 haltlos, 
wenn sie eine Ermessensveranlagung geltend mache. Es handle sich 
hierbei um eine neue Tatsachenbehauptung, welche nach Abschluss 
des Schriftenwechsels nicht mehr vorgebracht werden dürfe. Überdies 
habe die Beschwerdegegnerin 1 die im Zusammenhang mit einer Er-
messensveranlagung vorgeschriebenen prozessualen Schritte nicht 
eingehalten und weder in der Veranlagung noch im Einsprachenent-
scheid auch nur ein Wort über angeblich fehlende Mitwirkung verloren. 
Vielmehr habe die Beschwerdegegnerin 1 während des gesamten Ver-
fahrens verschiedentlich grundsätzliche Verfahrensrechte der Be-
schwerdeführerin verletzt, u.a. im Zusammenhang mit dem Gutachten 
von Prof. Dr. H._____ resp. den Ausführungen von Prof. Dr. K._____. 
Die Beschwerdeführerin habe sich in beiden Fällen weder zur Person, 
noch zu den Fragen, noch zum Ergebnis äussern können. In beiden 
Fällen habe die Beschwerdegegnerin 1 gegen das Amts- und Steuer-
geheimnis verstossen.

• Vorliegend gehe es nicht um eine Einschätzung nach pflichtgemässem 
Ermessen, sondern darum, ob die von der Beschwerdeführerin vorge-
nommene Ermittlung eines angemessenen Verrechnungspreises dritt-
vergleichskonform sei. Die Festsetzung eines Verrechnungspreises 
stelle stets eine Schätzung dar, weil es den richtigen Verrechnungspreis 
nicht geben würde. Dieser Umstand dürfe aber nicht dazu verleiten, ein-
fach eine Ermessensveranlagung vorzunehmen und damit die Beweis-
last umzukehren. 

• Die Aussage der Beschwerdegegnerin 1, wonach ein sachgerechter 
Fremdvergleich zwischen Unternehmen, welche eine unterschiedliche 
Eigenfinanzierung wählen, nur möglich sei, wenn eine kalkulatorische 
Eigenkapitalverzinsung verwendet würde, sei eine neue Tatsachenbe-
hauptung, welche nach Abschluss des Schriftenwechsels nicht mehr 
vorgebracht werden könne. Nichtsdestotrotz gehe es hier um die Frage, 

- 33 -

ob mit der Beschwerdeführerin vergleichbare Unternehmen kalkulatori-
sche Eigenkapitalverzinsungen bei der Kostenrechnung berücksichti-
gen. Falls dem so wäre, dürfte eine Anpassung erfolgen. Die Beschwer-
degegnerin 1 nenne aber kein Beispiel eines vergleichbaren Unterneh-
mens, welches dies berücksichtigen würde. Auch in Bezug auf die Höhe 
des Kostenaufschlags sei festzuhalten, dass der von der Beschwerde-
gegnerin 1 geforderte Aufschlag von 10 % das obere Ende der im Gut-
achten festgehaltenen Bandbreite sei und nicht ein Mittelwert. 

• Auch in Bezug auf die von der Beschwerdegegnerin 1 dargelegten Be-
rechnungen sei festzuhalten, dass hier Äpfel mit Birnen verglichen wür-
den. Beim Dividendenmodell entspräche der zu überprüfende Betrag 
resp. der Verrechnungspreis den sog. Jahreskosten gemäss Partner-
vertrag (inkl. der darin enthaltenen Gewinnkomponente). Würde statt 
nach dem Dividendenmodell nach den Varianten im Gutachten gerech-
net (z.B. Variante inkl. kalkulatorische Eigenkapitalverzinsung sowie ei-
nes zusätzlichen Kostenaufschlags von 5 %), so würde dieser Betrag 
den Verrechnungspreis darstellen. Insofern sei nicht nachvollziehbar, 
weshalb die Beschwerdegegnerin 1 in ihren Berechnungen zusätzlich 
die Positionen "a.o. Erfolg" sowie "Ertragssteuern lt. JR" hinzuaddiere. 

• Bezüglich des von der Beschwerdegegnerin zitierten Urteils des Ver-
waltungsgerichts des Kantons Zürich sei anzumerken, dass das Gericht 
mit seiner Prüfreihenfolge deutlich mache, dass stets zuerst der Nach-
weis einer geldwerten Leistung zu erbringen sei. Erst wenn dies der Fall 
sei, könne eine Aufrechnung erfolgen. Sodann wäre im Rahmen einer 
tatsächlichen Aufrechnung auf Grund des Verhältnismässigkeitsprin-
zips innerhalb der zulässigen Bandbreite derjenige Verrechnungspreis 
zu wählen, welcher für den Steuerpflichtigen am günstigsten sei.

• Was den Themenkreis der Verjährung anbelange, so sei darauf hinzu-
weisen, dass lange über die Partnerwerksbesteuerung für die vorliegen-
den Steuerperioden zwischen Mittelland- und Gebirgskantonen verhan-
delt worden sei. Durch das Schreiben des Kantons Solothurn vom 28. 
Mai 2013 seien diese Verhandlungen abgebrochen worden. In der 
Folge habe die Beschwerdegegnerin 1 trotz wiederholter Kontaktauf-
nahme durch die Beschwerdeführerin rund 18 Monate bis zur Veranla-
gung am 17. November 2014 benötigt. Danach habe es rund 9 Monate 
bis zur Eröffnung der Einspracheentscheide am 4. September 2015 ge-
dauert. Dies könne nicht der Beschwerdeführerin angelastet werden. 

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39. In ihrer Vernehmlassung vom 9. März 2021 hält die Beschwerdegegnerin 

1 zum Schreiben der Beschwerdeführerin vom 12. Februar 2021 folgen-

des fest:

• Die wiederholte Behauptung der Beschwerdeführerin, die angewandte 
Entschädigungsmethode gemäss «Dividendenmodell» entspreche den 
Anforderungen einer Kostenaufschlagsmethode, entbehre jeglicher 
Grundlage. Dies werde auch vom Bundesgericht im mehrfach erwähn-
ten Entscheid BGE 2C_495/2017; 2C_512/2017 festgehalten. Die Be-
schwerdegegnerin 1 habe sich auch nicht von ihrem eigenen Modell 
abgewandt, welches einer Kostenaufschlagsmethode entsprechen 
würde, sondern lediglich die Auffassung des Gutachters akzeptiert, wo-
nach im vorliegenden Fall die Kostenaufschlagsmethode modifizierter 
anzuwenden sei. Die Beschwerdeführerin liege mit ihrer Methode aus-
serhalb der vom Gutachter vorgeschlagenen Bandbreite und habe da-
mit keinen fremdvergleichskonformen Verrechnungspreis deklariert. 
Der von beiden Parteien vorgeschlagene Sachverständigengutachter 
berücksichtige im Gutachten die Vorgaben der OECD-Verrechnungs-
preisgrundsätze. Es sei nicht ersichtlich, weshalb die Ergebnisse als 
willkürlich zu qualifizieren seien. Das Gutachten basiere auf den OECD-
Verrechnungspreisgrundsätzen, welche auch für Schweizer Zwecke 
zur Bestimmung von Verrechnungspreisen Anwendung finden würden. 
Die von der Beschwerdeführerin angeführte Gleichschaltung von Han-
delsrecht und Steuerrecht werde genau da durchbrochen, wo zu beur-
teilen sei, ob eine Transaktion bzw. deren Bepreisung dem Fremdver-
gleichsgrundsatz entspreche oder eine geldwerte Leistung darstellen 
würde. 

• Es sei geradezu befremdlich, wie die Beschwerdeführerin die Gutach-
terqualitäten des Gutachters in Frage stelle, wenn dessen Vorschläge 
zu ihrem Nachteil gereichen. Beispielsweise bei der Berücksichtigung 
der Eigenkapitalverzinsung. Nur bei einer Berücksichtigung der Kapital-
kosten von Fremd- und Eigenkapital liessen sich überhaupt Fremdver-
gleiche mit Unternehmen mit unterschiedlichen Eigenfinanzierungsgrad 
vornehmen. Würde man die Eigenkapitalkosten vernachlässigen, 
würde gegenüber einem Partnerwerk mit deutlich höherer Fremdfinan-
zierung ein zu tiefer Verrechnungspreis resultieren. Der angewendete 
Eigenkapitalzinssatz in Höhe von 5 % werde von der Beschwerdefüh-
rerin selbst in ihrem Dividendenmodell über die ganze Konzessions-
dauer von 80 Jahren angewendet. Ein Abstellen auf die Rendite einer 
zehnjährigen Bundesobligation sei nicht sachgerecht. Bei einem 80 

- 35 -

Jahre laufenden Vertrag müsste auf eine Bundesobligation mit gleicher 
Laufzeit als Referenz abgestellt werden.

• Auch sei nicht nachvollziehbar, weshalb eine Berücksichtigung von Ef-
fizienzvorteilen nicht den Vorgaben der OECD-Verrechnungspreis-
grundsätze entsprechen solle. Im Übrigen verweise die Beschwerde-
gegnerin 1 auf den bisherigen Schriftenwechsel und ihre Stellungnah-
men. Sie habe keine Ermessensveranlagung vorgenommen, sondern 
mangels vorhandener und verwertbarer Daten die Verrechnungspreise 
mittels Kostenaufschlagsmethode nach Ermessen korrigiert. Die im 
Gutachten vorgeschlagene Entschädigungsmethode (Kostenauf-
schlagsmethode sowie Bestimmung der Kostenbasis und Kostenauf-
schlag) lasse eine sachgerechte, dem Schweizer Steuerrecht entspre-
chende, fremdvergleichskonforme und zugleich praktikable Bestim-
mung der Verrechnungspreise zu. Diese sei für die Lösung des vorlie-
genden Streitgegenstandes (und künftiger, vergleichbarer Fälle) geeig-
net. 

40. In ihrer Stellungnahme vom 23. März 2021 bringt die Beschwerdeführerin 

in Bezug auf die Stellungnahme der Beschwerdegegnerin 1 vom 9. März 

2021 was folgt vor:

• Die Ausführungen der Beschwerdegegnerin 1 würden neue und/oder 
irreführende Angaben enthalten. Der Verrechnungspreis müsse dem 
Drittvergleich standhalten. Er sei bei der Kostenaufschlagsmethode das 
Ergebnis von Kostenbasis und Kostenaufschlag. Die steuerpflichtige 
Beschwerdeführerin verfüge bei der Festsetzung der Kostenbasis über 
ein grosses Ermessen. Ist die Kostenbasis schmal, ist ein höherer Kos-
tenaufschlag als bei einer breiten Kostenbasis zu wählen. Die Be-
schwerdeführerin habe sich dafür entschieden, die Kostenbasis anhand 
der in der Erfolgsrechnung verbuchten Aufwendungen zu bestimmen, 
da diese objektiv anhand der revidierten Jahresrechnung festgestellt 
werden können. Es gehe nicht an, dass die Beschwerdegegnerin 1 in 
den Ermessensspielraum der Beschwerdeführerin eingreife. Weder die 
OECD-Verrechnungspreisrichtlinien noch das Bundesgericht oder die 
Literatur würden einen kalkulatorischen Eigenkapitalzins fordern. Der 
Grund dafür sie einfach: Das Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital ei-
nes Unternehmens hänge von dessen Risikoprofil ab. Daraus resul-
tiere, dass vergleichbare Unternehmen über vergleichbare Eigenkapi-
talquoten verfügen würden. Ein Unternehmen, welches eine völlig an-
dere Kapitalstruktur aufweisen würde als das getestete Unternehmen, 
könne nicht als ein mit dem getesteten Unternehmen vergleichbares 

- 36 -

Unternehmen betrachtet werden. Darüber hinaus könne der kalkulato-
rische Eigenkapitalzins nicht als Aufwand verbucht werden. Damit stelle 
die Berücksichtigung desselben einen verdeckten Kostenaufschlag dar, 
welcher vorliegend zusätzlich zum eigentlichen Kostenaufschlag hinzu-
treten würde. Als verdeckter Gewinnzuschlag könne der Eigenkapital-
zins jedoch nicht als Anteil an den Gestehungskosten im Sinne von 
Art. 58 Abs. 3 DBG qualifiziert werden. Es gelange somit eine ge-
mischte Methode (Aufschlag auf den Gestehungskosten plus verdeck-
ter Aufschlag auf dem Eigenkapital) zur Anwendung, welche mit dem 
Urteil BGE 2C_495/2017; 2C_512/2017 kollidiere. 

• Der beim Dividendenmodell verwendete Dividendensatz beziehe sich 
auf das Aktienkapital und nicht auf das gesamte Eigenkapital, wie das 
beim kalkulatorischen Zins gemäss Gutachten der Fall sei. Der Dividen-
densatz stelle überdies die Kostenaufschlagskomponente dar, welche 
die Partner zusammen mit der vollständigen Übernahme sämtlicher 
Kosten für die Leistungen der Beschwerdeführerin im Rahmen der 
Stromproduktion entrichten würden. Aus einer ökonomischen Warte 
entstünden der Beschwerdeführerin gar keine Eigenkapitalkosten, da 
die Gewinne von den Partnern vollständig selber bezahlt werden. Der 
Grund hierfür liege im geringen Funktions- und Risikoprofil der Be-
schwerdeführerin. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin 
1 sehe das Gutachten die kalkulatorische Eigenkapitalverzinsung nicht 
als notwendigen Parameter an. Auch habe die Beschwerdegegnerin 1 
während des gesamten umfassenden Schriftenwechsels nie eine 
Berücksichtigung einer kalkulatorischen Eigenkapitalverzinsung bei der 
Bestimmung der Kostenbasis gefordert. 

• Zu keinem anderen Ergebnis gelange man, wenn man unterstelle, die 
Beschwerdeführerin hätte den 80-jährigen Produktions- und Lieferver-
trag mit einem unabhängigen Elektrizitätsunternehmen abgeschlossen. 
Die 80-jährige Vertragsdauer beziehe sich auf die Produktions- und Lie-
ferbeziehung und nicht auf das gesellschaftsrechtliche Verhältnis. 
Diese beiden Beziehungen müssten bei Partnerwerken daher ausein-
andergehalten werden. Es sei daher falsch, bei der Ermittlung einer Ka-
pitalverzinsung eine Bundesobligation mit 80-jähriger Laufzeit als Refe-
renz heranzuziehen. Bei einer Investition in ein risikoloses Unterneh-
men mit geringem Funktionsprofil sei es nicht unvernünftig, in Bezug 
auf Renditeerwartungen die Rendite einer zehnjährigen Bundesobliga-
tion als Benchmark heranzuziehen.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und in den an-

gefochtenen Einspracheentscheiden vom 4. September 2015 sowie auf die einge-

- 37 -

reichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Beschwer-

deverfahrens bilden die Einspracheentscheide vom 4. September 2015, 

betreffend Kantons- und direkte Bundessteuer 2009, 2010 und 2011 mit 

welchem die Beschwerdegegnerin 1 die Einsprache der Beschwerdefüh-

rerin vom 18. Dezember 2014 teilweise gutgeheissen und die aufgerech-

neten Verrechnungspreise auf Fr. 3'249'799 in der Steuerperiode 2009, 

Fr. 4'078'390 in der Steuerperiode 2010 bzw. Fr. 505'889 in der Steuerpe-

riode 2011 reduziert hat. Solche Entscheide können gemäss Art. 140 Abs. 

1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11) 

bzw. Art. 50 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der di-

rekten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG; SR 642.14) i.V.m. 

Art. 139 Abs. 1 des Steuergesetzes für den Kanton Graubünden (StG; BR 

720.000) mit Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubün-

den angefochten werden. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungs-

gerichtes ergibt sich aus Art. 49 Abs. 1 lit. b VRG, wonach das Verwal-

tungsgericht Beschwerden gegen Entscheide von Dienststellen der kanto-

nalen Verwaltung und von unselbständigen Anstalten des kantonalen 

Rechts beurteilt, soweit das kantonale Recht den direkten Weiterzug vor-

sieht, was hier gemäss Art. 139 Abs. 1 StG der Fall ist. Demzufolge fällt 

die Beurteilung der vorliegenden Streitsache in die Zuständigkeit des Ver-

waltungsgerichtes des Kantons Graubünden. Die Beschwerdeführerin ist 

als formelle und materielle Adressatin der angefochtenen Einspracheent-

scheide beschwert und damit ohne Weiteres zur Beschwerdeerhebung 

befugt (vgl. Art. 50 VRG). Auf die zudem frist- und formgerecht eingereich-

ten Beschwerde ist somit einzutreten.

- 38 -

2. Zunächst ist auf die verschiedenen formellen Vorbringen und Rügen der 

Parteien einzugehen. 

2.1. Mit Bezug auf den Hinweis hinsichtlich der Veranlagungsverjährung ist zu 

sagen, dass das Recht zur Einleitung des Veranlagungsverfahrens bei der 

direkten Bundessteuer sowie den Kantonssteuern grundsätzlich fünf Jahre 

nach Ablauf der Steuerperiode erlischt (Art. 120 DBG resp. Art. 125 StG). 

Die Veranlagungsverjährung wird unterbrochen und beginnt neu u.a. mit 

jeder auf Feststellung oder Geltendmachung der Steuerforderung gerich-

teten Amtshandlung (Art. 120 Abs. 3 lit. a DBG resp. Art. 125 Abs. 3 lit. a 

StG). Für die Vornahme der Steuerveranlagung besteht sowohl bei der 

direkten Bundessteuer als auch bei den Kantonssteuern eine absolute 

Verjährungsfrist von 15 Jahren nach Ablauf der Steuerperiode (Art. 120 

Abs. 4 DBG resp. Art. 125 Abs. 4 StG). Vorliegend bringt keine der Par-

teien vor, dass die Veranlagungsverjährung eingetreten sei, weshalb dar-

auf nicht weiter einzugehen ist. 

2.2. Die Beschwerdeführerin moniert in ihren diversen Stellungnahmen im 

Rahmen des ausführlichen Schriftenwechsels, dass die Beschwerdegeg-

nerin 1 verschiedentlich neue Vorbringen vorgebracht habe, was nicht 

zulässig sei. Gemäss Art. 51 Abs. 3 VRG sind im Rahmen des Beschwer-

deverfahrens neue Tatsachenbehauptungen und Beweisanträge zulässig. 

Überdies kommt dem Verwaltungsgericht eine umfassende Überprüfungs-

befugnis zu, d.h. das Verwaltungsgericht überprüft den Sachverhalt voll in 

tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht wie eine Veranlagungsbehörde im 

Veranlagungsverfahren (Art. 142 Abs. 4 DBG resp. Art. 140 Abs. 2 StG). 

Das Verwaltungsgericht ist somit nicht an die Anträge der Parteien gebun-

den und kann den Einspracheentscheid zugunsten der Beschwerdeführe-

rin aber auch zu deren Nachteil abändern. Auf Grund dessen ist zu sagen, 

dass, sofern überhaupt von neuen Vorbringen ausgegangen werden kann, 

- 39 -

diese im Rahmen des Beschwerdeverfahrens bis zum Abschluss des 

Schriftenwechsels grundsätzlich zulässig wären. Auf Grund der in sach-

verhaltlicher und rechtlicher Hinsicht umfassenden Kognition des Verwal-

tungsgerichts und dem Umstand, dass die Parteien im Verlauf des ganzen 

Verfahrens mehrmals Gelegenheit hatten, sich im Rahmen des ausführli-

chen Schriftenwechsels zu sämtlichen Vorbringen der Gegenseite zu äus-

sern, ist diese Rüge unbegründet.

2.3. Im Rahmen des Veranlagungs- resp. Einspracheverfahrens hat die Be-

schwerdegegnerin 1 Prof. Dr. H._____, Ordinarius für Operations Resea-

rch und Direktor des Instituts für Operations Research und Computational 

Finance (ior) an der Universität St. Gallen, am 12. Mai 2015 mit der Erstel-

lung eines Gutachtens beauftragt. Dieses Gutachten mit dem Titel "Leis-

tungsgerechte Entschädigung für den Betreiber des Partnerwerks 

A._____ AG" wurde am 1. September 2015 erstattet. Daneben hat die Be-

schwerdegegnerin 1 am 29. Oktober 2015 einen "Arbeitsauftrag für 

Steuer- und Verrechnungsdienstleistungen vom 1. Juni 2015" mit dem An-

waltsbüro N._____ AG in Zürich, vertreten durch Prof. Dr. K._____, schrift-

lich bestätigt. Der Umfang der Dienstleistungen beinhaltete: "Unterstüt-

zung bei der Veranlagung diverser Kraftwerke im Kanton Graubünden; 

Nach Bedarf, Unterstützung im Einsprache- und Rechtsmittelverfahren ge-

gen diverse Kraftwerke im Kanton Graubünden." 

2.3.1. Die Beschwerdeführerin beantragt bezüglich Gutachten von Prof. Dr. 

H._____ dessen Entfernung aus den Akten wegen schwerwiegenden for-

mellen und materiellen Mängeln. In ihrer Replik verlangt sie überdies 

vollständige Einsicht in sämtliche Akten bezüglich Auftragserteilung und 

dessen Abwicklung mit Bezug auf beide erwähnten beigezogenen aus-

senstehenden Auftragspersonen (Prof. Dr. H._____ und Prof. Dr. 

K._____). Diesbezüglich anerkennt die Beschwerdegegnerin 1 in ihrer 

- 40 -

Vernehmlassung ausdrücklich, dass in der Tatsache, dass das Gutachten 

von Prof. Dr. H._____ erst mit den Einspracheentscheiden bekannt gege-

ben worden sei, eine Verletzung des rechtlichen Gehörs erblickt werden 

könne. Dies könne aber geheilt werden, zumal die Verletzung nicht 

schwerwiegend sei und auch dem Verwaltungsgericht volle Kognition zu-

stehe. Demnach sei das Gutachten auch bei den Akten zu belassen. Im 

Rahmen der Replik reduziert die Beschwerdegegnerin 1 die Bedeutung 

des Gutachtens von Prof. Dr. H._____ vom amtlichen Gutachten zum rei-

nen Parteigutachten, zumal darin bloss technisch-betriebswirtschaftliche 

Fragen, nicht aber Rechtsfragen beantwortet würden. Das Parteigutach-

ten habe nur zur internen Meinungsbildung gedient. 

2.3.2. Grundsätzlich ergibt sich aus VGU R 14 76 E. 2 a – c, dass der durch 

Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101) gewährleistete An-

spruch auf rechtliches Gehör einerseits der Sachaufklärung dient und an-

dererseits ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der Parteien im 

Verfahren garantiert. Die Gehörsgarantie ist somit ein verfassungsmässig 

geschütztes Individualrecht, welchem der Charakter eines selbstständigen 

Grundrechts zukommt (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwal-

tungsrecht, Zürich 2020, Rz. 1001 ff.). Neben den sich aus Art. 29 Abs. 2 

BV und der langjährigen Bundesgerichtspraxis ergebenden Mindestgaran-

tien finden für die kantonalen Behörden die im kantonalen Recht vorgese-

henen Verfahrensvorschriften Anwendung (BGE 134 I 140 E.5.3; 131 I 

185 E.2.1). Der Anspruch auf rechtliches Gehör für das Verwaltungsver-

fahren im Kanton Graubünden wird generell durch Art. 16 VRG gewähr-

leistet. Er beinhaltet u.a. auch ausdrücklich das Recht auf Akteneinsicht 

(Art. 17 VRG; BGE 132 II 485 E.3). Das Akteneinsichtsrecht erstreckt sich 

grundsätzlich auf alle Akten, die geeignet sind, Grundlage für die spätere 

Entscheidung zu bilden, d.h. entscheidungsrelevant sind oder sein könn-

ten. Eine Ausnahme besteht jedoch hinsichtlich Akten des internen amtli-

- 41 -

chen Verkehrs. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts zu Art. 29 

Abs. 2 BV lässt sich aus dem Gehörsanspruch kein Anspruch auf Einsicht 

in interne Verwaltungsdokumente ableiten (BGE 125 II 473 E.4a mit wei-

teren Verweisen). Als solche gelten Unterlagen, denen für die Behandlung 

eines Falles kein Beweischarakter zukommt, sondern vielmehr aussch-

liesslich der verwaltungsinternen Meinungsbildung dienen und somit für 

den verwaltungsinternen Gebrauch bestimmt sind (Entwürfe, Anträge, No-

tizen, Mitberichte, Hilfsbelege usw.). Mit dem Ausschluss des Einsichts-

rechts in diese Akten soll verhindert werden, dass die interne Meinungs-

bildung der Verwaltung über die entscheidenden Aktenstücke und die er-

lassenen, begründeten Verfügungen hinaus vollständig vor der Öffentlich-

keit ausgebreitet wird (BGE 129 IV 141 E.3.3.1; 125 II 473 E.4a). Dies gilt 

insbesondere für Berichte verwaltungsinterner Fachstellen, die sich darauf 

beschränken, an sich feststehende Tatsachen sachverständig zu würdi-

gen. Keine internen Akten sind indes verwaltungsintern erstellte Berichte 

und Gutachten zu streitigen Sachverhaltsfragen (BGE 115 V 297 E.2g/bb 

sowie PVG 2011 Nr. 14/31 E.2b/aa). Im Steuerrecht sind die Bestimmun-

gen von Art. 114 Abs. 2 DBG bzw. 126a Abs. 1 StG zu berücksichtigen, 

wonach die übrigen Akten dem Steuerpflichtigen zur Einsicht offenstehen, 

sofern die Ermittlung des Sachverhalts abgeschlossen ist und soweit nicht 

öffentliche oder private Interessen entgegenstehen.

2.3.3. Das umstrittene Gutachten von Prof. Dr. H._____ wurde von der Be-

schwerdegegnerin 1 am 12. Mai 2015 in Auftrag gegeben. Es wurde ihr 

am 1. September 2015 zugestellt. Das Gutachten wurde somit während 

des Einspracheverfahrens erstellt (Einreichung Einsprache am 14. De-

zember 2014; Erlass Einspracheentscheide am 4. September 2015). 

Zunächst ist festzuhalten, dass das Gutachten nicht als formelles Sach-

verständigengutachten nach Art. 12 Abs. 2 lit. f VRG bzw. Art. 123 Abs. 2 

- 42 -

DBG bzw. 128 Abs. 2 StG betrachtet werden kann, da die Beschwerde-

führerin weder bei der Bezeichnung des Gutachters noch bei der Unter-

breitung der Gutachterfragen noch bei dessen Ablieferung und Würdigung 

irgendwie mitwirken konnte. Es handelt sich somit um ein reines Partei-

gutachten, das der Beschwerdeführerin erst zusammen mit den Einspra-

cheentscheiden eröffnet worden ist. Als solches kann es bei den Akten 

belassen werden, wobei das Verwaltungsgericht im Rahmen der freien 

Beweiswürdigung den Beweiswert des Parteigutachtens entsprechend 

festzulegen hat und es ansonsten objektiv prüft. Die Beschwerdeführerin 

ist mangels (rechtzeitiger) Mitwirkung berechtigt, im Rahmen ihrer materi-

ellen Beschwerdeeinwände sowohl die Kompetenz des Gutachters als 

auch dessen Vorgehen und Überlegungen samt Schlussfolgerungen um-

fassend zu würdigen. 

Die Beschwerdegegnerin 1 anerkennt, dass in der verspäteten Mitwirkung 

der Beschwerdeführerin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs erblickt 

werden könne. Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts kann von einer 

Aufhebung eines angefochtenen Entscheids und einer Rückweisung an 

die untere Instanz wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abge-

sehen werden, wenn diese nicht besonders schwer wiegt und dadurch ge-

heilt wird, dass die Parteien, deren Gehör verletzt wurde, sich vor einer 

Instanz äussern können, die sowohl Tat- als auch Rechtsfragen uneinge-

schränkt prüft (vgl. VGU R 07 65 vom 29. Januar 2008 E.1 sowie BGE 115 

V 305 E.2h). Wie oben in Erwägung 2.2. festgehalten, kommt dem Ver-

waltungsgericht in Bezug auf Sach- und Rechtsfragen volle Kognition zu, 

so dass eine Heilung der Verletzung des rechtlichen Gehörs im Rahmen 

des Beschwerdeverfahrens möglich ist. Überdies konnte sich die Be-

schwerdeführerin im Rahmen des umfangreichen Schriftenwechsels zur 

umstrittenen Thematik ausführlich und umfassend äussern. Es ist deshalb 

davon auszugehen, dass die Verletzung des rechtlichen Gehörs nicht be-

- 43 -

sonders schwer wiegt und eine Rückweisung der vorliegenden Angele-

genheit insofern einen prozessualen und verwaltungsökonomischen Leer-

lauf bedeuten würde, als die Beschwerdegegnerin 1 in Ausübung ihres 

Ermessens keinen abweichenden Entscheid fällen würde. Daher ist auf 

eine Rückweisung zu verzichten. 

2.3.4. Ferner anerkennt die Beschwerdegegnerin 1, Prof. Dr. K._____ als einzi-

gen eigenen Berater beigezogen zu haben und bezeichnet ihn im Rahmen 

der Replik als externen Berater, dessen Erkenntnisse in die Einspra-

cheentscheide eingeflossen sind. Prof. Dr. K._____ war seit dem 1. Juni 

2015 Partner im Steuerbereich der N._____ AG und vorher sowie derzeit 

Partner in der Steuerabteilung von I._____ AG. Hier sei der Anspruch auf 

rechtliches Gehör mit der Beschwerdemöglichkeit an das Verwaltungsge-

richt ebenfalls gewahrt. Überdies bestätigt die Beschwerdegegnerin 1 das 

Recht der Beschwerdeführerin auf Akteneinsicht und gewährt diese so-

wohl bezüglich Honorarnoten (mit Abdeckung der Beträge) und bezüglich 

der massgebenden Veranlagungsakten über die Edition derselben an das 

Verwaltungsgericht. 

Gestützt auf die Erwägungen unter 2.3.3. kann auch zu diesem Punkt fest-

gestellt werden, dass eine Heilung der Verletzung des rechtlichen Gehörs 

vorliegend möglich ist und sich daher eine Rückweisung in diesem Punkt 

ebenfalls nicht aufdrängt.

2.4. Der Vorwurf der mangelnden Begründung der Einspracheentscheide trifft 

nicht zu. Einerseits hat die Beschwerdegegnerin 1 ihren neuen Veranla-

gungen gemäss Einspracheentscheiden eine achtseitige Begründung bei-

gelegt und andererseits hat sie ihr die Details zur Berechnung des Ver-

rechnungspreises, Gewinnzuschlags und Verprobung sowie das Gutach-

ten von Prof. Dr. H._____ zur Verfügung gestellt. Damit ist der Begrün-

- 44 -

dungspflicht der Beschwerdegegnerin 1 im Rahmen des Einsprachever-

fahrens gemäss Art. 135 Abs. 2 DBG resp. Art. 138 Abs. 2 StG Genüge 

getan. Eine Begründung muss denn auch nicht auf jedes vorgebrachte Ar-

gument eines Beschwerdeführers eingehen. Die Behörde darf sich darauf 

beschränken, die wesentlichen Entscheidungsgründe festzuhalten (vgl. 

auch Urteil des Bundesgerichts 2C_495/2017; 2C_512/2017 vom 27. Mai 

2019 E. 2.2.1.). Zu offensichtlich haltlosen Vorbringen muss nicht Stellung 

genommen werden. Auf jeden Fall war die Beschwerdeführerin zweifels-

frei in der Lage, wie ihre Eingaben im vorliegenden Verfahren klar bewei-

sen, ihre Anträge und Begründungen umfassend und im Detail vorzubrin-

gen. Mithin kann nicht von einer ungenügenden Begründung der Einspra-

cheentscheide und einer daraus resultierenden Verweigerung des rechtli-

chen Gehörs ausgegangen werden. Eine solche würde, falls überhaupt 

gegeben, im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens geheilt. 

2.5. In ihrer Replik macht die Beschwerdeführerin noch geltend, dass die Be-

schwerdegegnerin 1 gemäss Stempel der Kanzlei des Verwaltungsgerich-

tes ihre Vernehmlassung erst am 11. Dezember 2015 eingereicht habe. 

Der letzte Termin sei auf den 10. Dezember 2015 festgelegt worden, wes-

halb die Eingabe aus den Akten zu entfernen sei. Gemäss Track & Trace 

Beleg der Post erfolgte die Postaufgabe tatsächlich am 10. Dezember 

2015 und somit rechtzeitig. Die Vernehmlassung ist daher bei den Akten 

zu belassen.

2.6. Auch die Anträge der Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer Stellung-

nahme zur Quadruplik bezüglich Streichung von Passagen in der Quadru-

plik der Beschwerdegegnerin 1 (als Verbesserung der Duplik etikettiert) 

aus prozessualen Gründen erscheinen überspitzt formalistisch und sind 

als solche abzuweisen.

- 45 -

2.7. Schliesslich ist zu bemerken, dass die zum Teil begründeten formellen 

Einwände der Beschwerdeführerin (vgl. die verschiedenen diesbezügli-

chen Anerkennungen der Beschwerdegegnerin 1) bei der Kostenauferle-

gung zu berücksichtigen sind. 

2.8. Zusammenfassend ergibt sich, dass die gerügten formellen Mängel, wel-

che zum Teil auch ausdrücklich durch die Beschwerdegegnerin 1 aner-

kannt werden, zum Teil unbegründet sind und im Übrigen geheilt werden 

können, sodass sie insgesamt abzuweisen sind. 

3. Beim vorliegenden Streitgegenstand geht es in materieller Hinsicht in ers-

ter Linie um die Frage, ob die von der Beschwerdegegnerin 1 im Rahmen 

der Veranlagungen resp. der Einspracheentscheide betreffend Kantons- 

und direkte Bundessteuern 2009, 2010 und 2011 vorgenommenen Auf-

rechnungen wegen geldwerter Leistungen zu Recht erfolgten und korrekt 

bestimmt wurden. Mithin ist darüber zu befinden, ob es aus steuerlicher 

Sicht zulässig ist, dass die Beschwerdeführerin (Partnerwerk) von ihren 

Partnern (Anteilsinhabern) für den von ihr produzierten elektrischen Strom 

resp. generell für die ihnen vorbehaltene Verfügbarkeit der Kapazität der 

Beschwerdeführerin wie bis anhin gemäss dem sogenannten Dividenden-

modell entschädigt wird. Im Übrigen sind die Veranlagungen nicht umstrit-

ten.

4. Zur Beantwortung dieser Frage ist zunächst festzuhalten, was unter einem 

Partnerwerk zu verstehen ist und wie die Vergütung der Beschwerdefüh-

rerin bis anhin funktioniert hat. 

4.1. Unter Partnerwerk versteht man eine juristische Person, die von mehreren 

Versorgungsunternehmen mit dem Ziel gegründet wurde, für diese lang-

fristig Dienstleistungen zu erbringen. Im Bereich der Stromerzeugung aus 

Wasserkraft verpflichtet sich ein Partnerwerk, das in der Regel die Form 

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einer Aktiengesellschaft hat und grundsätzlich ganz oder überwiegend in 

öffentlicher Hand gehalten wird, zugunsten der Anteilsinhaber im Verhält-

nis zu deren Teilnahme und in Ausführung eines langfristigen Vertrags, 

der die gleiche Laufzeit wie die dem Partnerwerk erteilte Wasserkonzes-

sion hat, elektrischen Strom zu produzieren. Die Anteilsinhaber verpflich-

ten sich ihrerseits, den produzierten Strom abzunehmen. Partnerwerke er-

füllen ausschliesslich oder wenigstens überwiegend zugunsten ihrer An-

teilsinhaber technische oder wirtschaftliche Aufgaben und üben damit eine 

Hilfsfunktion aus. Grundsätzlich übernimmt ein Partnerwerk kein unterneh-

merisches oder finanzielles Risiko. Dieses wird von den Anteilsinhabern 

getragen (Urteil des Bundesgerichts 2C_495/2017; 2C_512/2017 vom 27. 

Mai 2019 E. 7.1 mit weiteren Verweisen; JAGMETTI, Schweizerisches Bun-

desverwaltungsrecht, Band VII: Energierecht, Basel 2005, R