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**Case Identifier:** e132feb2-444f-5316-98b2-2504659ce50c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 01.06.2017 100 2016 306
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2016-306_2017-06-01.pdf

## Full Text

100.2016.306/307U
HAT/SBE/KIB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 1. Juni 2017

Verwaltungsrichter Burkhard, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, Verwaltungsrichter Häberli
Gerichtsschreiberin Streun

A.________ und B.________
vertreten durch Fürsprecher …
Beschwerdeführer 

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern
Brünnenstrasse 66, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin 

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern
Sägemattstrasse 2, Postfach 54, 3097 Liebefeld

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuer 
2001 und 2002; Nachsteuern (Entscheide der Steuerrekurskommission des 
Kantons Bern vom 20. September 2016; 100 10 83, 200 10 67)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 01.06.2017, Nrn. 100.2016.306/
307U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Am 12. Januar 2006 leitete die Steuerverwaltung des Kantons Bern ein 
Nach- und Strafsteuerverfahren gegen A.________ und B.________ ein, 
weil diese in ihren Steuererklärungen über Jahre ein Darlehen und entspre-
chende Zinsforderungen (teilweise) nicht deklariert hatten. Mit Einsprache-
entscheiden vom 7. Januar 2010 erhob sie für die Steuerperioden 
1995/1996, 1997/1998, 1999/2000, 2001 und 2002 Nachsteuern in der 
Höhe von insgesamt Fr. 88'764.75 bei den Kantons- und Gemeindesteuern 
und Fr. 20'887.-- bei der direkten Bundessteuer. Weiter auferlegte die 
Steuerverwaltung A.________ wegen vollendeter (fahrlässig begangener) 
Steuerhinterziehung Strafsteuern von Fr. 44'382.45 bei den Kantons- und 
Gemeindesteuern und Fr. 10'443.50 bei der direkten Bundessteuer. 

B.

Dagegen erhoben A.________ und B.________ am 5. Februar 2010 
Rekurs und Beschwerde bei der Steuerrekurskommission des Kantons 
Bern (StRK), welche die Verfahren betreffend Nachsteuern bis zur 
Erledigung der Steuerstrafverfahren sistierte (Verfügung vom 9.2.2010). 

Nachdem sie am 14. Januar 2016 (im zweiten Rechtsgang; vgl. 
VGE 2013/380/381 vom 27.5.2014) über die Strafsteuern entschieden 
hatte, nahm die StRK am 12. Mai 2016 die Verfahren betreffend Nachsteu-
ern wieder auf. Anstatt eine Beschwerdeantwort einzureichen, erliess die 
Steuerverwaltung am 20. Juni 2016 neue Verfügungen bzw. Einsprache-
entscheide zugunsten von A.________ und B.________: Sie erhob nur 
noch für die Jahre 2001 und 2002 Nachsteuern von insgesamt Fr. 54'801.-- 
bei den Kantons- und Gemeindesteuern und Fr. 12'177.-- bei der direkten 
Bundessteuer. Bezüglich der Steuerperioden 1995/1996 bis 1999/2000 an-
erkannte sie den Eintritt der Veranlagungsverjährung. Mit Entscheid vom 
20. September 2016 wies die StRK Rekurs und Beschwerde betreffend die 
Nachsteuern 2001 und 2002 ab. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 01.06.2017, Nrn. 100.2016.306/
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C.

In einer einzigen Rechtsschrift vom 24. Oktober 2016 haben A.________ 
und B.________ sowohl bezüglich der Kantons- und Gemeindesteuern als 
auch der direkten Bundessteuer 2001 und 2002 Verwaltungsgerichtsbe-
schwerde erhoben. Sie stellen folgende Rechtsbegehren:

«1. Der Entscheid der StRK vom 20. September 2016 sei aufzuheben 
und die Sache sei zwecks Sachverhaltsergänzung bzw. -klärung zur 
neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

2. Eventuell: Der Entscheid der StRK vom 20. September 2016 sei in 
Bezug auf die Steuerjahre 2001 und 2002 aufzuheben und der Be-
schwerdeführer sei vom Vorwurf der Steuerhinterziehung frei zu 
sprechen.

3. Subeventuell: Der Entscheid der StRK vom 20. September 2016 sei 
in Bezug auf die Steuerjahre 2001 und 2002 aufzuheben und der 
anzuwendende Zinssatz für die Berechnung der Nachsteuer sei auf 
maximal 6 % festzusetzen.»

Mit Verfügung vom 25. Oktober 2016 hat der Abteilungspräsident die Ver-
fahren betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern sowie die direkte 
Bundessteuer vereinigt.

Die Steuerverwaltung und die StRK beantragen mit Beschwerdeantwort 
vom 7. November 2016 bzw. mit Vernehmlassung vom 16. November 2016 
je die Abweisung der Beschwerden.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerden als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 
21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] und Art. 145 Abs. 1 des Bundesgesetzes 
vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11] 

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sowie Art. 9 Abs. 3 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Voll-
zug der direkten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Die Beschwerdefüh-
renden haben am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, sind durch die 
angefochtenen Entscheide besonders berührt und haben ein schutzwürdi-
ges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; 
vgl. auch Art. 201 Abs. 2 StG sowie Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 140 Abs. 1 
DBG). Dabei schadet nicht, dass die Verwaltungsgerichtsbeschwerden 
allein im Namen des Beschwerdeführers erhoben wurden: Soweit die Ver-
anlagung beider Eheleute zur Diskussion steht, kommt unter Ehegatten die 
gesetzliche Vertretungsvermutung zum Tragen (Art. 156 Abs. 3 
StG; Art. 113 Abs. 3 DBG; zuletzt etwa VGE 2015/192/193 vom 22.10.2015 
E. 1.1). Auf die form- und fristgerecht eingereichten Beschwerden ist – un-
ter Vorbehalt der folgenden E. 1.2 – einzutreten.

1.2 Der Entscheid in der Sache ist auf den Verfahrensgegenstand be-
grenzt, der sich ausgehend vom angefochtenen Erkenntnis, dem sog. An-
fechtungsobjekt, bestimmt. Dieses gibt den Rahmen der Streitigkeit vor, 
zumal im Beschwerdeverfahren grundsätzlich nicht über das hinausgegan-
gen werden kann, was die Vorinstanz geregelt hat. Der konkrete Streitge-
genstand bestimmt sich innerhalb des Anfechtungsgegenstands anhand 
der von den Parteien formulierten Anträge (allenfalls unter Rückgriff auf die 
Begründung). Daraus ergibt sich der Umfang, in dem das mit dem ange-
fochtenen Entscheid geregelte Rechtsverhältnis (noch) umstritten ist (vgl. 
BVR 2011 S. 391 E. 2.1; BGE 136 II 457 E. 4.2, 133 II 35 E. 2, 
Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, 
Art. 72 N. 6). – Mit verfahrensleitender Verfügung vom 9. Februar 2010 
trennte die StRK die Steuerstrafverfahren ab und sistierte die 
Nachsteuerverfahren (vorne Bst. B). Nachdem sie diese 
wiederaufgenommen hatte, beurteilte sie mit Entscheiden vom 
20. September 2016 die Nachsteuern, soweit letztere nach den (neuen) 
Einspracheentscheiden vom 20. Juni 2016 noch im Streit lagen. Verfah-
rensgegenstand bilden hier daher allein die Nach- und nicht auch die 
Strafsteuern. Soweit die Beschwerdeführenden mit ihrem Eventualantrag 
und den zugehörigen Vorbringen (Beschwerden S. 7-9) einen «Freispruch» 
bzw. die Aufhebung der Entscheide bezüglich Strafsteuern verlangen, ge-
hen sie über den Anfechtungs- und Streitgegenstand des 

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verwaltungsgerichtlichen Verfahrens hinaus. Insoweit ist auf die Be-
schwerden nicht einzutreten. 

1.3 Sind sowohl Entscheide bezüglich der Kantons- und Gemeindesteu-
ern als auch der direkten Bundessteuer angefochten, so muss das Ver-
waltungsgericht zwei Urteile fällen, zumal es sich um verschiedene Steuern 
handelt, die unterschiedlichen Gemeinwesen zustehen. Allerdings können 
die Entscheide in ein und derselben Urteilsschrift getroffen werden (vgl. 
BGE 135 II 260 E. 1.3.1, 130 II 509 E. 8.3). – Die für die Erhebung der 
Nachsteuer einschlägigen Vorschriften des StG und des DBG lauten gleich. 
Es rechtfertigt sich deshalb die gemeinsame Beurteilung der Streitigkeit 
hinsichtlich kommunaler, kantonaler und eidgenössischer Steuern in einem 
Urteil.

1.4 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtenen Entscheide auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).

2. 

Im Streit liegen Nachsteuern der Steuerjahre 2001 und 2002. Zu Gunsten 
der Steuerpflichtigen ist von Amtes wegen zu prüfen, ob in Bezug auf alle 
oder einzelne Steuerperioden die Verjährung eingetreten ist (vgl. etwa 
BGE 138 II 169 E. 3.4). – Das Recht, ein Nachsteuerverfahren einzuleiten, 
erlischt zehn Jahre nach Ablauf der Steuerperiode, für die eine Veranla-
gung zu Unrecht unterblieben oder eine rechtskräftige Veranlagung unvoll-
ständig ist (Art. 207 Abs. 1 StG; Art. 152 Abs. 1 DBG). Das Recht, die 
Nachsteuer festzusetzen, erlischt 15 Jahre nach Ablauf der Steuerperiode, 
auf die sie sich bezieht (Art. 207 Abs. 3 StG; Art. 152 Abs. 3 DBG). Die 
Eröffnung der Nachsteuerverfahren ist mit Schreiben vom 12. Januar 2006 
und damit bezüglich der Steuerjahre 2001 und 2002 vor Ablauf der Zehn-
jahresfrist erfolgt (Vorakten Steuerverwaltung [act. 4B] pag. 57). Hingegen 
ist betreffend das Steuerjahr 2001 die Veranlagungsverjährung eingetreten: 
Diese begann am 1. Januar 2002 zu laufen und endete am 31. Dezember 
2016, womit der Nachsteueranspruch am 1. Januar 2017, während Hän-
gigkeit des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens, verwirkt ist. Diesbezüglich 

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sind die Beschwerden gutzuheissen und die angefochtenen Entscheide 
ersatzlos aufzuheben, soweit sie die Nachsteuern für das Jahr 2001 be-
treffen. Bezüglich der Nachsteuern des Jahres 2002 wird die Veranla-
gungsverjährung erst am 1. Januar 2018 eintreten.

3. 

Die Beschwerdeführenden verlangen mit ihrem Hauptantrag eine Rückwei-
sung der Sache zu erneutem Entscheid an die StRK. Sie begründen dies 
damit, dass die Vorinstanz den Untersuchungsgrundsatz und den Anspruch 
auf rechtliches Gehör (Art. 21 ff. VRPG; Art. 26 Abs. 2 der Verfassung des 
Kantons Bern [KV; BSG 101.1]; Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; 
SR 101]) verletzt sowie den Sachverhalt in Missachtung des Willkürverbots 
(Art. 9 BV; Art. 11 Abs. 1 KV) festgestellt habe.

3.1 In der Sache geht es um die nachträgliche Besteuerung von (nicht 
deklarierten) Einkünften aus einem verzinslichen Darlehen. Was die Frage 
der Zulässigkeit der Nachsteuererhebung betrifft, war im vorinstanzlichen 
Verfahren im Wesentlichen strittig, ob der Beschwerdeführer im Jahr 2002 
tatsächlich eine Zinsforderung realisiert hat bzw. ob überhaupt eine Steuer-
verkürzung eingetreten ist, was Voraussetzung für die Erhebung von Nach-
steuern bildet (Art. 206 Abs. 1 StG; Art. 151 Abs. 1 DBG; vgl. 
BGer 2P.233/2002 vom 27.1.2003, in StE 2003 B 21.1 Nr. 11 E. 3 [betr. 
Schneeballsystem]; Zweifel/Casanova, Schweizerisches Steuerverfahrens-
recht, Direkte Steuern, 2008, § 26 N. 10). – Einkommen gilt steuerrechtlich 
grundsätzlich als realisiert, wenn die steuerpflichtige Person einen festen 
Rechtsanspruch darauf erwirbt, über den sie tatsächlich verfügen kann 
(sog. «Soll-Methode»; BGer 2C_78/2015 und 2C_79/2015 vom 10.9.2015, 
in StE 2015 B 24.4 Nr. 82 E. 4.2, 2C_941/2012 und 2C_942/2012 vom 
9.11.2013, in ASA 82 S. 375 und StR 69/2014 207 E. 2.5 je auch zum Fol-
genden; Peter Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, 2001, Art. 16 N. 18). 
Von diesem Grundsatz kann ausnahmsweise abgewichen und mit der Be-
steuerung bis zur tatsächlichen Erfüllung der Forderung zugewartet werden 
(sog. «Ist-Methode»; BGer 2C_342/2016 und 2C_343/2016 vom 
23.12.2016 E. 2.3.1 ff. [betr. Schneeballsystem] auch zum Folgenden), falls 

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die Erfüllung der Forderung besonders unsicher erscheint. Dies kann etwa 
zutreffen, wenn eine Forderung als kaum einbringlich und daher beschränkt 
werthaltig oder wertlos erscheint, weil die Schuldnerschaft nicht zahlungs-
fähig oder -willig ist (vgl. Peter Locher, a.a.O., Art. 16 N. 21 f.).

3.2 Aus dem Untersuchungsgrundsatz ergibt sich die Pflicht (und das 
Recht) der Veranlagungsbehörde, den rechtserheblichen Sachverhalt von 
Amtes wegen abzuklären; sie hat insbesondere die Steuererklärung zu 
prüfen und die erforderlichen Untersuchungen vorzunehmen, um den mate-
riell wahren Sachverhalt zu erforschen (vgl. Art. 166 Abs. 3 Satz 1, Art. 174 
Abs. 1 StG; Art. 123 Abs. 2 Satz 1, Art. 130 Abs. 1 DBG). Die steuerpflich-
tige Person hat ihrerseits alles zu tun, um eine vollständige und richtige 
Veranlagung zu ermöglichen (Art. 167 Abs. 1 StG; Art. 126 Abs. 1 DBG). – 
Die StRK hat in den Nachsteuerverfahren die aktenkundigen Beweismittel 
gewürdigt und ist zum Schluss gelangt, die Erfüllung der Zinsforderung sei 
nicht als besonders unsicher anzusehen gewesen. Sie stützte sich dabei 
insbesondere auf eine vom Beschwerdeführer selber verfasste Zusam-
menstellung der Entwicklung seiner wirtschaftlichen Beziehung zum Darle-
hensnehmer mit Angaben zu Darlehenshöhe, Zinsen und Honorarforde-
rungen in den Jahren 1994-2006 (act. 4B pag. 65) sowie auf die Aussagen, 
die der Beschwerdeführer anlässlich seiner Einvernahme in den Steuer-
strafverfahren gemacht hatte (vgl. angefochtene Entscheide E. 8.1 f.). Die 
Beschwerdeführenden werfen der Vorinstanz insoweit eine Verletzung des 
Untersuchungsgrundsatzes vor und rügen insbesondere, der entscheidwe-
sentliche Sachverhalt könne nicht ohne Anhörung des Darlehensnehmers 
erhellt werden.

3.3 Die Beschwerdeführenden machen geltend, im Steuerstrafverfahren 
mehrmals eine Befragung des Darlehensnehmers als Auskunftsperson 
verlangt zu haben. Auf diesen Umstand hätten sie in ihrer Eingabe vom 
18. Juli 2016 hingewiesen (vgl. Vorakten StRK [act. 4A] pag. 55-53), womit 
der betreffende Antrag implizit auch im Nachsteuerverfahren gestellt wor-
den sei (Beschwerden S. 5). Die StRK hätte die angefochtenen Entscheide 
nicht ohne Befragung des Darlehensnehmers fällen dürfen. – Ob ein ent-
sprechender Beweisantrag durch blossen Verweis auf Eingaben bzw. Rü-
gen gestellt werden kann, die in parallel geführten Verfahren gemacht wur-

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den, erscheint fraglich. Wie es sich damit verhält, kann indes offenbleiben, 
da die Sachverhaltsabklärung der StRK so oder anders nicht unvollständig 
erscheint:

3.3.1 Diese hat erwogen, die Darlehensforderung sei darum nicht als be-
sonders unsicher zu betrachten gewesen, weil der Beschwerdeführer die 
bestehende Darlehenssumme in den Jahren 2001 und 2002 weiter erhöht 
und gleichzeitig vom Darlehensnehmer nicht unerhebliche Beträge (als 
Amortisationszahlungen) erhalten habe (vgl. hierzu auch die vom Be-
schwerdeführer am 28.4.2006 eingereichte Zusammenstellung [act. 4B 
pag. 65] sowie die insoweit übereinstimmende Aufstellung des Darlehens-
nehmers [act. 4B pag. 70]). Aufgrund dieser Umstände durfte die Vor-
instanz annehmen, der Beschwerdeführer sei selber nicht von einer man-
gelnden Bonität des Darlehensnehmers ausgegangen. Immerhin war er 
von Letzterem als Finanzberater mandatiert und entsprechend umfassend 
bevollmächtigt worden (Vollmacht vom 2.10.1999 [act. 4B pag. 97], Schrei-
ben vom 17.3.1997 [act. 4A pag. 28]), sodass er genaue Kenntnis von den 
finanziellen Verhältnissen des Schuldners gehabt haben musste (jedenfalls 
bevor es offenbar zu Spannungen gekommen ist; vgl. Schreiben des Be-
schwerdeführers vom 28.4.2006 [act. 4B pag. 66]). Der Beschwerdeführer 
hat denn auch ausdrücklich erklärt, noch im Herbst 2000 an eine erfolgrei-
che Schuldensanierung geglaubt zu haben (Schreiben vom 10.2.2006, 
act. 4B pag. 60). 

3.3.2 Bei diesen Gegebenheiten waren weitere Sachverhaltsabklärungen 
nicht erforderlich, wobei die von den Beschwerdeführenden angesprochene 
Einvernahme des Darlehensschuldners ohnehin nicht zielführend gewesen 
wäre: Die Frage nach dessen Zahlungsfähigkeit liess sich von vornherein 
nicht aufgrund von mündlichen Ausführungen anlässlich einer Befragung 
klären. Vielmehr wären hiefür schriftliche Unterlagen erforderlich gewesen. 
Sollten die Beschwerdeführenden eine Befragung des Darlehensnehmers 
als Auskunftsperson verlangt haben, wäre deshalb nicht zu beanstanden, 
wenn die StRK diesen Beweisantrag in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. 
dazu BGE 141 I 60 E. 3.3; BVR 2015 S. 159 E. 3.4, 2012 S. 252 E. 3.3.3) – 
durch Verweis auf ihre Entscheide betreffend die Strafsteuern (angefoch-

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tene Entscheide E. 8.2) ebenso implizit wie die Antragstellung – abgewie-
sen hätte. 

3.4 Durfte die StRK den entscheidwesentlichen Sachverhalt als erstellt 
betrachten und auf eine Befragung des Darlehensschuldners verzichten, so 
liegt weder eine Missachtung des Untersuchungsgrundsatzes noch eine 
Verletzung von Gehörsansprüchen vor. Gleichzeitig ist ausgeschlossen, 
dass gegen das Willkürverbot verstossen wurde, stützen die Beschwerde-
führenden ihre dahingehende Rüge doch auf das gleiche angebliche Ver-
säumnis der Vorinstanz. Mithin erweist sich der Hauptantrag auf Rückwei-
sung der Sache an die StRK zu neuem Entscheid sowohl bezüglich der 
Kantons- und Gemeindesteuern als auch der direkten Bundessteuer als 
unbegründet.

4. 

Mit ihrem (Sub)Eventualantrag verlangen die Beschwerdeführer, es sei von 
einer tieferen Verzinsung des Darlehens auszugehen und die Höhe des 
nachbesteuerten Einkommens entsprechend zu reduzieren.

4.1 Die Steuerverwaltung hat die im Jahr 2002 nachzubesteuernden 
Einkünfte aus Darlehen ermessensweise auf Fr. 107'432.-- festgesetzt, 
indem sie auf das (unbestrittenermassen) verzinsliche Darlehen in der 
Höhe von Fr. 1'261'911.-- einen Zinssatz von 8,5 % angewandt hat (vgl. 
Einspracheentscheide vom 20.6.2016; act. 4A pag. 45). Die StRK hat dies 
mit der Begründung geschützt, insoweit sei auf den einzigen aktenkundigen 
Darlehensvertrag vom 17. Februar 1992 (act. 4A pag. 24-23) abzustellen, 
mit dem ein Zinssatz von 8,5 % plus 0,25 % Kreditkommission vereinbart 
worden sei. Ein Zins in dieser Höhe sei gerechtfertigt, wenn das wirtschaft-
liche Umfeld in den Jahren 2001 und 2002 betrachtet werde, in denen der 
Zins für Festhypotheken zwischen 3 % und 5,25 % gelegen habe. Ange-
sichts der Höhe des Darlehens und des Umstands, dass es ungesichert 
gewesen sei, erscheine ein Zinssatz von 8,5 % angemessen (angefochtene 
Entscheide E. 10). – Die Beschwerdeführenden wenden ein, der Darle-
hensvertrag aus dem Jahr 1992 könne zur Bestimmung der im Jahr 2002 

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geschuldeten Darlehenszinsen nicht relevant sein, da sich das Zinsniveau 
in der Zwischenzeit stark verändert habe. Sie halten dafür, dass der auf 
das Darlehen anzuwendende Zins anhand der vom Beschwerdeführer 
«persönlich in seiner Steuererklärung […] deklarierten Zinsaufwände» zu 
bestimmen sei, was einen Zinssatz von 5,3 % für das Jahr 2001 und von 
4,12 % für das Jahr 2002 ergebe, zuzüglich eines Zuschlags von 1,5 % für 
ein ungesichertes Darlehen.

4.2 Die Vorbringen der Beschwerdeführenden sind nicht stichhaltig: Sie 
haben in den Steuererklärungen der Jahre 2001 und 2002 gerade keine 
Zinserträge deklariert (vgl. Wertschriftenverzeichnisse 2001 [act. 4B 
pag. 19] und 2002 [act. 4B pag. 44]), was erst den Anlass für die streitige 
Nachbesteuerung gab. Inwiefern Vereinbarungen, die der Beschwerdefüh-
rer im Zusammenhang mit andern Darlehen abgeschlossen hatte, mit den 
Konditionen für die streitbetroffenen Kredite vergleichbar sein könnten, wird 
nicht dargelegt. Mangels Belegen für die Höhe des vereinbarten Zinssatzes 
mussten die Steuerbehörden die Zinserträge ermessensweise festlegen. 
Wenn sie sich dabei am Darlehensvertrag vom 17. Februar 1992 als einzi-
gem verfügbaren Beweismittel orientiert haben, ist dies nicht zu beanstan-
den. Eine solche Einschätzung nach pflichtgemässem Ermessen können 
die Steuerpflichtigen nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit anfechten 
(Art. 174 Abs. 2 i.V.m. Art. 208 Abs. 5 StG; Art. 132 Abs. 3 i.V.m. Art. 153 
Abs. 3 DBG), wobei der Unrichtigkeitsnachweis auf zwei Arten erbracht 
werden kann: Einerseits kann durch das Beibringen von Beweismitteln die 
bisher vorhandene Ungewissheit bezüglich des Sachverhalts beseitigt und 
auf diese Weise die zuverlässige Ermittlung der Steuerfaktoren ermöglicht 
werden. Andererseits ist möglich, anhand der beigebrachten Beweismittel 
darzutun, dass die angefochtene Veranlagung offensichtlich übersetzt ist. 
Offensichtlich unrichtig ist eine Schätzung, die einen wesentlichen Ge-
sichtspunkt übergangen oder falsch gewürdigt hat (anstatt vieler BGer 
2C_136/2011 vom 30.4.2012 E. 4.2.1 mit zahlreichen Hinweisen; 
Zweifel/Hunziker, in Zweifel/Beusch [Hrsg.], Bundesgesetz über die direkte 
Bundessteuer, 3. Aufl. 2017, Art. 132 N. 32 ff.). Die Beschwerdeführenden 
bringen nichts vor, was einen derartigen Mangel der Schätzung der Zinser-
träge aufzuzeigen vermöchte. Es fehlt überhaupt an einer substantiierten 
Argumentation, weshalb die Ermessensausübung der Steuerbehörden 

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qualifiziert falsch sein sollte. Soweit die Beschwerdeführenden schliesslich 
geltend machen, der Darlehensnehmer könnte erläutern, welcher Zinssatz 
vereinbart worden sei (Beschwerde S. 11), ist aktenkundig, dass der Be-
schwerdeführer mit dem Darlehensnehmer über die Höhe der Zinsen im 
Streit liegt (Schreiben vom 10.2.2006; act. 4B pag. 61-59), weshalb nicht zu 
erwarten ist, dass eine Befragung entscheidwesentliche Erkenntnisse ver-
mitteln könnte. Den Steuerpflichtigen gelingt der Nachweis der offensichtli-
chen Unrichtigkeit der Ermessenseinschätzung somit nicht. Es erweist sich 
damit auch der (Sub)Eventualantrag als unbegründet. 

5. 

5.1 Zusammenfassend sind die angefochtenen Entscheide aufzuheben, 
soweit sie die Kantons- und Gemeindesteuern sowie die direkte Bundes-
steuer 2001 betreffen. Im Übrigen sind die Beschwerden abzuweisen, so-
weit auf sie einzutreten ist.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Beschwerdeführenden 
als zur Hälfte obsiegend zu betrachten. Sie haben somit die Hälfte der 
Kosten des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens zu tragen. Die übrigen 
Verfahrenskosten sind nicht zu erheben (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 
und 2 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 1 DBG). Zudem hat ihnen 
der Kanton Bern (Steuerverwaltung) die Parteikosten zur Hälfte zu ersetzen 
(Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 3 und Art. 104 Abs. 1 VRPG; Art. 145 
Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 4 DBG und Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes 
vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; 
SR 172.021]). Diese werden ermessensweise auf Fr. 5'000.-- (inkl. 
Auslagen und MWSt) bestimmt. 

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird dahin gutgeheissen, dass der Entscheid der 
Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 20. September 2016 
betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2001 aufgehoben wird. 
Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten 
wird.

2. Die Beschwerde wird dahin gutgeheissen, dass der Entscheid der Steu-
errekurskommission des Kantons Bern vom 20. September 2016 be-
treffend die direkte Bundessteuer 2001 aufgehoben wird. Im Übrigen 
wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3'500.--, werden den Beschwerdeführen-
den zur Hälfte, ausmachend Fr. 1'750.--, auferlegt.

4. Der Kanton Bern (Steuerverwaltung) hat den Beschwerdeführenden für 
das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht die Parteikosten, bestimmt 
auf Fr. 5'000.-- (inkl. Auslagen und MWSt), zur Hälfte, ausmachend 
Fr. 2'500.-- (inkl. Auslagen und MWSt), zu ersetzen.

5. Zu eröffnen:
- den Beschwerdeführenden
- der Steuerverwaltung des Kantons Bern
- der Steuerrekurskommission des Kantons Bern
- der Eidgenössischen Steuerverwaltung

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 01.06.2017, Nrn. 100.2016.306/
307U, Seite 13

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.