# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 255b8ba9-e1d9-5e6e-9ad9-f7ff3b397dfd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-12-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.12.2018 E-1748/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1748-2017_2018-12-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1748/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  D e z e m b e r  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richterin Constance Leisinger (Vorsitz), 

Richter Walter Lang, Richter Grégory Sauder,    

Gerichtsschreiberin Arta Rapaj. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch MLaw Cora Dubach, Freiplatzaktion Basel,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 15. Februar 2017 / N (…). 

 

 

 

E-1748/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer, sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie 

mit letztem Wohnsitz in B._______, verliess seinen Heimatstaat eigenen 

Angaben zufolge am 20. Juli 2016 und gelangte am 12. November 2016 in 

die Schweiz, wo er am 21. November 2016 um Asyl nachsuchte.  

B.  

B.a Am 2. Dezember 2016 wurde der Beschwerdeführer zu seiner Person, 

dem Reiseweg und summarisch zu seinen Gesuchsgründen befragt (Be-

fragung zur Person BzP). Am 10. Januar 2017 fand eine einlässliche An-

hörung statt.  

Dabei führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, er sei in 

C._______, Nordprovinz, geboren. Kurz vor Ende des Bürgerkrieges sei er 

im Alter von 16 Jahren mit seiner Mutter und seinen Geschwistern nach 

Jaffna gezogen, wo er die Schule (A-Level) bis zum Jahr 2012 besucht 

habe. Danach sei er im familieneigenen Betrieb als Schreiner tätig gewe-

sen. Sein Vater habe bei den LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) als 

Leibwächter des LTTE-(…) D._______ gearbeitet. Er sei im Dezember 

2008 verschwunden. Seither fehle von ihm jede Spur. Nach dem Ver-

schwinden seines Vaters sei seine Mutter mehrmals von den sri-lankischen 

Behörden mitgenommen und zum Aufenthaltsort seines Vaters befragt 

worden. Er selbst sei deswegen im März 2013, als er auf dem Weg zur 

Kirche gewesen sei, von Militärangehörigen entführt und etwa drei bis vier 

Tage festgehalten worden. Man habe ihn zum Aufenthaltsort seines Vaters 

befragt und körperlich misshandelt. Aus Angst vor weiteren Nachteilen 

habe er sich, bis seine Mutter seine Ausreise nach Katar organisiert habe, 

versteckt gehalten. Im Mai 2013 sei er über den Flughafen in Colombo 

nach Katar gereist und habe sich bis im Mai 2016 dort aufgehalten und 

gelegentlich gearbeitet. Während seines Aufenthaltes in Katar sei er von 

den sri-lankischen Behörden zu Hause gesucht worden. 

Nachdem in Sri-Lanka ein neuer Präsident gewählt worden sei, sei er auf 

Bitten seiner Mutter Anfang Mai 2016 über den Flughafen in Colombo wie-

der nach Hause zurückgekehrt. Den Flughafen habe er problemlos passie-

ren können. Bereits eine Woche nach seiner Rückkehr habe aber die Su-

che nach ihm ihren Fortgang genommen, bis er am 10. Juni 2016 von zwei 

in zivil gekleideten Personen gewaltsam von zuhause mitgenommen und 

an einen unbekannten Ort verbracht worden sei. Man habe ihn erneut kör-

perlich misshandelt und zum Aufenthaltsort seines Vaters sowie zu seinem 

E-1748/2017 

Seite 3 

Aufenthalt in Katar befragt. Am folgenden Tag sei er wieder freigelassen 

worden. Nachdem er zwei weitere Male aufgesucht worden sei und es ihm 

aufgrund des Erlebten sehr schlecht gegangen sei, sei er auf Anraten sei-

ner Mutter im Juli 2016 aus Sri Lanka ausgereist.  

B.b Zum Nachweis seiner Identität reichte der Beschwerdeführer seine 

Identitätskarte (in Kopie) und seinen Geburtsschein (in Kopie, inkl. Über-

setzung) zu den Akten. 

C.  

Mit Verfügung vom 15. Februar 2017, eröffnet am 20. Februar 2017, ver-

neinte das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte 

sein Asylgesuche ab und ordnete seine Wegweisung aus der Schweiz so-

wie den Vollzug an.  

D.  

Mit Eingabe vom 22. März 2017 erhob der Beschwerdeführer, handelnd 

durch die bevollmächtigte Rechtsvertreterin, beim Bundesverwaltungsge-

richt Beschwerde. Dabei beantragte er, es sei die aufschiebende Wirkung 

der Beschwerde festzustellen, es sei die angefochtene Verfügung aufzu-

heben und es sei ihm Asyl zu gewähren, eventualiter sei er infolge Unzu-

lässigkeit, allenfalls Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig in 

der Schweiz aufzunehmen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er 

um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, um Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung und um Beiordnung der bevollmäch-

tigten Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin. 

Seiner Eingabe legte der Beschwerdeführer ein auf seinen Namen ausge-

stelltes Online-Visum von Katar vom 13. März 2013 (in Kopie), ein ärztli-

ches Rezept des Spitals E._______, Jaffna, vom 9. Mai 2016 (in Kopie), 

ein auf Singalesisch verfasstes Einladungsschreiben (in Kopie), ein Fami-

lienfoto (in Kopie), einen Bericht von Dr. med. F._______ vom 14. März 

2017, eine Fürsorgebestätigung vom 17. März 2017 und die Kostennote 

seiner Rechtsvertreterin bei. 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 18. April 2017 hiess die damals zuständige 

Instruktionsrichterin das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses. Ebenfalls hiess sie das Gesuch um Gewährung der amtlichen Verbei-

ständung gut und ordnete dem Beschwerdeführer in der Person von MLaw 

E-1748/2017 

Seite 4 

Cora Dubach eine amtliche Rechtsbeiständin bei. Das SEM wurde gleich-

zeitig zur Vernehmlassung eingeladen. 

F.  

Am 27. April 2017 liess sich das SEM zur Beschwerde vernehmen. Dazu 

nahm der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 18. Mai 2017 Stellung und 

reichte gleichzeitig ein weiteres Foto, welches die LTTE-Tätigkeit seines 

Vaters belegen sollte, sowie eine aktualisierte Kostennote seiner Rechts-

vertreterin zu den Akten.  

G.  

Mit Eingaben vom 19. Mai 2017, 2. Juni 2017 und 8. November 2017 

reichte der Beschwerdeführer drei Arztberichte der Ambulanten Dienste, 

(…), vom 15., 16. Mai 2017 und vom 25. Oktober 2017 zu den Akten.  

H.  

Mit Eingabe vom 6. März 2018 reichte der Beschwerdeführer einen hand-

geschriebenen Brief seiner Mutter und einen weiteren Arztbericht (beides 

in Singalesisch verfasst, je in Kopie) zu den Akten. Nachdem der Be-

schwerdeführer mit Verfügung vom 4. April 2018 dazu aufgefordert wurde, 

die fremdsprachigen Dokumente in eine Amtssprache des Bundes über-

setzt einzureichen, liess er mit Eingabe vom 17. April 2018 eine deutsch-

sprachige Übersetzung des handgeschriebenen Briefes nachreichen. 

I.  

Mit Eingaben vom 20. April und 18. Mai 2018 reichte der Beschwerdeführer 

weitere Arztberichte der Ambulanten Dienste, (…), vom 21. März und vom 

8. Mai 2018 sowie eine aktualisierte Kostennote zu den Akten. 

J.  

Mit Zwischenverfügung vom 17. Oktober 2018 wurde dem Beschwerdefüh-

rer angezeigt, dass die bisherige Instruktionsrichterin, Esther Marti, aus or-

ganisatorischen Gründen im Geschäftsbetrieb der Abteilung V für das vor-

liegende Verfahren nicht mehr zuständig sei und ab dem 16. Oktober 2018 

neu Constance Leisinger als Instruktionsrichterin eingesetzt werde. Gleich-

zeitig wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, dass das Gericht beabsich-

tige, die mit Zwischenverfügung vom 18. April 2017 gewährte unentgeltli-

che Prozessführung zu widerrufen, nachdem der Beschwerdeführer ge-

mäss aktueller Aktenlage seit knapp neun Monaten erwerbstätig sei. Ver-

bunden mit der Androhung, dass nach ungenutzter Frist die gewährte un-

E-1748/2017 

Seite 5 

entgeltliche Prozessführung widerrufen werde, forderte die zuständige In-

struktionsrichterin den Beschwerdeführer auf, sich innert Frist zum beab-

sichtigen Widerruf zu äussern. Der Beschwerdeführer liess die Frist unge-

nutzt verstreichen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG SR 142.31; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Auf das Begehren um Feststellung der aufschiebenden Wirkung der Be-

schwerde ist nicht einzutreten, zumal dieser von Gesetzes wegen aufschie-

bende Wirkung zukommt (Art. 55 Abs. 1 VwVG). 

E-1748/2017 

Seite 6 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).  

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 

2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 

5.  

5.1 Das SEM äussert in der angefochtenen Verfügung zunächst Zweifel 

am Wahrheitsgehalt der Vorbringen des Beschwerdeführers. Es führt 

hierzu im Wesentlichen aus, es widerspreche der allgemeinen Erfahrung 

und Logik, dass der Beschwerdeführer erst im März 2013 nach dem Ver-

bleib seines Vaters befragt worden sein soll, nachdem dieser bereits seit 

dem Jahr 2008 als verschollen gelte. Die Erklärung des Beschwerdefüh-

rers, er sei vorher noch zu klein gewesen, um befragt zu werden, mache 

vor dem Hintergrund, dass er bereits im Juli 2011 die Volljährigkeit erreicht 

habe, wenig Sinn. Weiter habe der Beschwerdeführer in der BzP ausge-

sagt, illegal nach Katar gereist zu sein. In Widerspruch dazu habe er an 

der Anhörung zu Protokoll gegeben, legal nach Katar gereist zu sein und 

dort auch legal gearbeitet zu haben. Zudem seien seine Angaben nicht 

überprüfbar, da er dem SEM bis zum Entscheidzeitpunkt seinen sri-lanki-

schen Reisepass vorenthalten habe. Bezeichnend sei dieser Umstand ins-

besondere deshalb, da er durch die Abgabe seines Passes ein zentrales 

E-1748/2017 

Seite 7 

Vorbringen, nämlich seine Rückkehr nach Sri Lanka im Jahr 2016, hätte 

untermauern können.  

Im Weiteren erwägt das SEM, dass die Ereignisse vom März 2013 auch 

nicht asylrelevant seien, weil zwischen den damals erlittenen Nachteilen 

und der erfolgten Ausreise aus Sri Lanka im Juni 2016 kein genügend en-

ger Kausalzusammenhang bestehe. Dies gelte umso mehr, als dass der 

Beschwerdeführer augenscheinlich über kein politisches Profil verfüge, 

welches auch nach den angeblichen Geschehnissen im Jahr 2013 ein be-

hördliches Interesse an ihm als wahrscheinlich erachten liesse, zumal er 

gemäss eigenen Angaben im Mai 2016 legal und ohne Probleme über den 

Flughafen Colombo nach Sri Lanka eingereist sei. Sodann handle es sich 

bei der Entführung und den Misshandlungen seitens der in zivil gekleideten 

Personen um Übergriffe durch Dritte, an deren Aufdeckung die sri-lanki-

schen Behörden mutmasslich ein Interesse bekundet hätten, da der Be-

schwerdeführer selbst nie behördenkundig gewesen sei. Wenn er sich 

nicht an die zuständigen Behörden gewandt habe, obwohl es ihm zumutbar 

gewesen wäre, könne diesen weder mangelnder Schutzwille noch man-

gelnde Schutzfähigkeit angelastet werden.  

Im Zusammenhang mit der Prüfung, ob der Beschwerdeführer im Falle der 

Rückkehr nach Sri Lanka  trotz der Unglaubhaftigkeit seiner Vorbringen 

und der mangelnden Asylrelevanz begründete Furcht vor künftigen Verfol-

gungsmassnahmen im Sinne von Art. 3 AsylG hat, stellte das SEM mit Blick 

auf die vom Bundesverwaltungsgericht im Urteil E-1866/2015 vom 15. Juli 

2016 festgelegten Risikofaktoren fest, der Beschwerdeführer sei bis Juni 

2016 in Sri Lanka wohnhaft gewesen und habe damit – nebst dem Aufent-

halt in Katar – nach Kriegsende noch mehr als vier Jahre in seinem Hei-

matstaat gelebt. Allfällige, im Zeitpunkt der Ausreise bestehende Risikofak-

toren hätten folglich kein Verfolgungsinteresse auszulösen vermocht. Es 

sei aufgrund der Aktenlage nicht ersichtlich, weshalb der Beschwerdefüh-

rer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nunmehr in den Fokus der Behörden 

geraten und in asylrelevanter Weise verfolgt werden sollte. Somit bestehe 

auch kein Anlass zur Annahme, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka 

mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft asylrelevan-

ten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt sein werde. Auch eine allfällige 

Befragung am Flughafen im Falle einer Rückkehr und die Einleitung eines 

Strafverfahrens gegen den Beschwerdeführer wegen illegaler Ausreise 

seien blosse Kontrollmassnahmen am Herkunftsort und würden grundsätz-

lich kein asylrelevantes Ausmass annehmen.  

E-1748/2017 

Seite 8 

5.2 Der Beschwerdeführer wiederholt in seiner Rechtsmitteleingabe zu-

nächst den aktenkundigen Sachverhalt. Zusätzlich bringt er vor, das erste 

Mal im März 2013 auf der Strasse von vier in zivil gekleideten Männern 

überfallen worden zu sein. Danach sei er von drei Männern verhört worden. 

Wenn er jeweils auf Nachfrage hin erklärt habe, dass er nichts über seinen 

Vater wisse, sei er geschlagen und angeschrien worden. Man habe ihn da-

nach ausgezogen und misshandelt. Auch sei er gefragt worden, ob er 

selbst für die LTTE tätig gewesen sei. Am letzten Tag sei er nach der Be-

fragung mit einem Holzstab, der mit stachelartigen, metallischen Stäben 

versehen gewesen sei, stark auf das rechte Knie geschlagen worden. Noch 

immer leide er unter den Folgen der Folter und habe Schmerzen am Knie 

und an den Handgelenken. Die Schläge hätten auch Spuren auf seiner 

Haut hinterlassen. Hierzu verweist der Beschwerdeführer auf den ärztli-

chen Bericht von Dr. med. F._______ vom 14. März 2017, welcher bestä-

tige, dass die Symptome auf Gewalteinwirkung schliessen lassen würden. 

Den Erwägungen des SEM hält er sodann Folgendes entgegen: Was die 

Ausreise nach Katar betreffe, habe er sowohl in der BzP als auch an der 

Anhörung ausgesagt, mit einem Visum ausgereist zu sein. Mit der Aussage 

in der BzP, er sei illegal nach Katar ausgereist, habe er darauf hinweisen 

wollen, dass er trotz seines Visums am Flughafen Bestechungsgelder ge-

zahlt habe, um bei der Ausreise keine Probleme zu bekommen. Seine 

Rückkehr nach Sri Lanka im Mai 2016 könne weiter dadurch belegt wer-

den, dass er wegen einer Augeninfektion am 9. Mai 2016 ein Spital in 

E._______/Jaffna aufgesucht und am 20. Mai 2016 an einer Familienfeier 

teilgenommen habe. Dies würden die auf Beschwerdeebene eingereichten 

Beweismittel (ärztliches Rezept, Einladungsschreiben und Familienfoto) 

belegen.  

In der Anhörung habe er die Frage 52 ferner so verstanden, dass er danach 

gefragt worden sei, ob ihm (anlässlich der zweiten Entführung) noch wei-

tere Fragen zu seinem Vater gestellt worden seien. Er habe deshalb keine 

detaillierteren Angaben dazu gemacht, dass er selbst der Unterstützung 

der LTTE verdächtigt und dazu befragt worden sei. Man habe ihn anlässlich 

dieser Befragungen sodann brutal geschlagen. Unter anderem habe man 

ihm Schläge auf die rechte Hand verpasst. Davon habe er heute noch 

Schmerzen. Nachdem er noch weitere zwei Mal zuhause aufgesucht wor-

den sei, habe ihm die Mutter einen Schlepper organisiert, der ihm zur Aus-

reise am 2. Juli 2016 verholfen habe. Dieser habe ihm seinen Reisepass 

abgenommen, was der üblichen Praxis entspreche. Er sei mit gefälschten 

Papieren in die Schweiz eingereist.  

E-1748/2017 

Seite 9 

Das SEM bestreite weiter nicht, dass er Opfer einer Entführung und eines 

tagelangen Verhörs unter Anwendung von Folter geworden sei. Es be-

zweifle lediglich, dass die (erste) Entführung im Jahr 2013, mithin 4 Jahre 

nach Kriegsende, stattgefunden habe. Dabei verkenne es, dass der sri-

lankische Staat alles daran setze, ein Wiederstarken der LTTE zu verhin-

dern und zu diesem Zweck die tamilische Bevölkerung nach wie vor über-

wache. Es sei davon auszugehen, dass den Behörden die LTTE-Verbin-

dung des Vaters zunächst nicht bekannt gewesen sei, da er nicht unter den 

2009 verhafteten Rebellen gewesen sei. Möglicherweise sei sein Name 

erst Jahre nach dem Krieg von einem Kollegen im Rahmen eines Verhörs 

verraten worden. Darüber hinaus sei die Familie nach Jaffna geflohen, 

weshalb der Prozess der Informationsauswertungen über den Namen und 

Aufenthaltsort der Familie einige Jahre in Anspruch genommen habe. Ge-

mäss dem Bundesverwaltungsgericht sei bis heute nicht von einem abneh-

menden Verfolgungsinteresse des Staates gegenüber Personen mit ver-

meintlichen oder tatsächlichen LTTE-Verbindungen auszugehen und es 

habe ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Angst vor dem Einschal-

ten der Behörden für Tamilen durchaus nachvollziehbar sei.  

Er wisse weiter nicht mit Sicherheit, wer ihn entführt habe, aufgrund des 

Ablaufs des Verhörs und der erlittenen Folter sei aber klar, dass eine Ver-

bindung zu den Sicherheitsbehörden bestehe, weshalb es ihm auch nicht 

zuzumuten gewesen sei, die Behörden über seine Entführungen zu infor-

mieren. 

Im Zusammenhang mit der Frage, ob er über ein Risikoprofil verfüge, auf-

grund dessen er begründete Furcht vor künftiger Verfolgung habe, wendet 

der Beschwerdeführer schliesslich ein, das SEM habe keine gründliche 

Analyse durchgeführt. Dass er als Sohn eines hochrangigen LTTE-Mit-

glieds grundsätzlich einem grossen Risiko systematischer Verfolgung aus-

gesetzt sei, sei im Entscheid nicht einmal angesprochen worden. Er werde 

von den sri-lankischen Behörden schon aus diesem Grund verdächtigt, 

sich an einem Wiederaufleben der LTTE zu beteiligen. Zusätzliche Risiko-

faktoren seien zudem sein Auslandsaufenthalt in Katar und das Durchlau-

fen eines Asylverfahrens in der Schweiz. Sowohl nach einer objektivierten 

Sichtweise als auch in Anbetracht des individuell Erlebten sei demzufolge 

eine begründete Furcht vor Verfolgung zu bejahen.  

5.3 In seiner Vernehmlassung hält das SEM an seinen Erwägungen im an-

gefochtenen Entscheid fest. Es merkt im Weiteren an, dass es merkwürdig 

anmute, wenn der Beschwerdeführer die Personen, welche ihn das erste 

E-1748/2017 

Seite 10 

Mal entführt hätten, als in zivil gekleidet beschreibe, habe er diese während 

des vorinstanzlichen Verfahrens doch als Armeeleute oder Personen des 

Militärs bezeichnet. Weiter werfe die Kopie des eingereichten Visums für 

Katar Fragen zur Glaubhaftigkeit seiner Aussagen auf, da schwer nachvoll-

ziehbar sei, dass der Beschwerdeführer am 9. März 2013 entführt und be-

reits am 13. März 2013 das katarische Visum ausgestellt erhalten habe. 

Bezüglich der Risikoanalyse sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer 

gemäss eigenen Angaben im Mai 2016 problemlos und mit dem eigenen 

Pass über den Flughafen Colombo wieder in sein Heimatstaat habe einrei-

sen können. Es scheine somit keinerlei behördliches Interesse daran be-

standen zu haben, den Beschwerdeführer in Bezug auf verdächtige LTTE-

Tätigkeiten oder auf Verwandte, welche für die LTTE tätig gewesen seien, 

zu befragen. Insoweit sei die angebliche Entführung nach seiner Einreise 

im Juni 2016 auch vor diesem Hintergrund als unglaubhaft einzustufen. 

Ausserdem scheine es merkwürdig, dass der Vater des Beschwerdefüh-

rers ein hochrangiges LTTE-Mitglied gewesen sei, der Beschwerdeführer 

dies aber weder mit Fotos noch mit anderen Unterlagen zu untermauern 

versucht habe.  

5.4 In der Replik entgegnet der Beschwerdeführer im Wesentlichen, das 

SEM würde die beiden Entführungen isoliert voneinander betrachten, in-

dem es sich auf den Standpunkt stelle, die erste Entführung habe zur Aus-

reise nach Katar und die zweite zur Ausreise in die Schweiz geführt. Die 

beiden Vorfälle dürften aber nicht isoliert voneinander betrachtet werden. 

Vielmehr müsse bei einer Bewertung einer individuellen Gefahrenlage die 

Vorgeschichte mitberücksichtigt werden. Dass er bei seiner Rückkehr nach 

Sri Lanka nicht nur zu seinem Aufenthalt in Katar befragt, sondern mit den 

gleichen Vorwürfen wie nach der ersten Entführung konfrontiert worden 

sei, lege den Schluss nahe, dass diese beiden Entführungen in einem Zu-

sammenhang stehen. Was den Widerspruch bezüglich seiner Entführer bei 

der ersten Entführung betreffe, habe er im vorinstanzlichen Verfahren keine 

Angaben zu ihrer Bekleidung gemacht. Er habe bei jeder Befragung das 

Zimmer wechseln müssen und habe dabei feststellen können, dass er sich 

in einem Militärcamp befunden habe. Daher rühre auch seine Vermutung, 

dass er durch das Militär befragt worden sei. Es sei auch durchaus denk-

bar, dass er von Personen in ziviler Kleidung entführt worden sei, an-

schliessend vom Militär während Tagen verhört, gefoltert und misshandelt 

worden sei. Bezüglich des Umstandes, dass er bei seiner Wiedereinreise 

nach Sri Lanka den Flughafen problemlos habe passieren können, sei auf 

verschiedene Berichte hinzuweisen, wonach es vorkommen könne, dass 

E-1748/2017 

Seite 11 

verdächtige Personen aus dem Ausland bei ihrer Rückkehr nach Sri Lanka 

den Flughafen unbehelligt verlassen könnten, später aber zu Hause wieder 

eng überwacht oder gar behelligt werden würden. 

6.  

6.1 Soweit der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift vorbringt, 

das SEM habe im Zusammenhang mit der Frage, ob er über ein Risikoprofil 

verfüge, den Umstand, dass er als Sohn eines hochrangigen LTTE-Mit-

glieds grundsätzlich einem grossen Risiko systematischer Verfolgung aus-

gesetzt sei, im Entscheid nicht einmal angesprochen, macht er damit vor-

nehmlich eine Verletzung seines Rechts auf Prüfung der Parteivorbringen, 

mithin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, geltend. Diese Rüge ist 

vorab zu prüfen, da diese bei Begründetheit allenfalls zu einer Rückwei-

sung des Verfahrens an die Vorinstanz führen könnte. 

6.2 Mit dem Gehörsanspruch (Art. 29 VwVG) korreliert die Pflicht der Be-

hörden, die erheblichen und rechtzeitigen Parteivorbringen tatsächlich zu 

hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfindung angemessen zu 

berücksichtigen (Art. 32 Abs. 1 VwVG). Das gilt für alle form- und fristge-

rechten Äusserungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung der konkre-

ten Streitfrage geeignet und erforderlich erscheinen. Die Begründung muss 

so abgefasst sein, dass der oder die Betroffene den Entscheid gegebenen-

falls sachgerecht anfechten kann. Sie muss kurz die wesentlichen Überle-

gungen nennen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die 

sie ihren Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung 

mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes ein-

zelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1 

S. 188). 

6.3 Aus der angefochtenen Verfügung geht hervor, dass das SEM die we-

sentlichen Vorbringen des Beschwerdeführers gewürdigt hat und eine 

sachgerechte Anfechtung ohne weiteres möglich war. Zunächst fasst das 

SEM im Sachverhalt, welchen sie ihren Erwägungen zugrunde gelegt hat, 

die Vorbringen des Beschwerdeführers – darunter auch die geltend ge-

machte Verbindung seines Vaters zu den LTTE – korrekt zusammen 

(vgl. angefochtene Verfügung, S. 2, Ziff. 2). Im Weiteren stuft es die Flucht-

vorbringen des Beschwerdeführers (Entführungen, Misshandlungen und 

behördliche Nachstellungen) als unglaubhaft ein,  weshalb es im Rahmen 

der Risikoanalyse zum Schluss kommt, dass „allfällige, im Zeitpunkt der 

Ausreise bestehende Risikofaktoren“ – darunter ist zweifelsohne auch die 

vorgebrachte Verbindung des Vaters zu den LTTE zu subsumieren – kein 

E-1748/2017 

Seite 12 

Verfolgungsinteresse seitens der sri-lankischen Behörden auszulösen ver-

mocht hätten (vgl. angefochtene Verfügung, S. 5, Ziff. 5). Entgegen der 

Auffassung des Beschwerdeführers kann somit keine Rede davon sein, 

dass das SEM wesentliche Vorbringen im angefochtenen Entscheid nicht 

angesprochen respektive unberücksichtigt gelassen hätte. Die formelle 

Rüge des Beschwerdeführers erweist sich als unbegründet.  

7.  

Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten sodann 

zum Schluss, dass das SEM die geltend gemachten Vorfluchtgründe des 

Beschwerdeführers zu Recht als unglaubhaft qualifiziert hat.  

7.1 Vorab ist entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers in seiner 

Rechtmitteileingabe festzuhalten, dass das SEM nicht lediglich Zweifel be-

züglich dem Zeitpunkt der ersten Entführung im Jahr 2013 geäussert hat. 

Vielmehr geht aus den Formulierungen in der angefochtenen Verfügung 

hervor, dass das SEM die Entführungen und folglich auch Inhaftierungen, 

Befragungen und Misshandlungen insgesamt als nicht glaubhaft eingestuft 

hat, wobei es zur Begründung lediglich beispielhaft auf einige Aussagen 

des Beschwerdeführers in den Befragungen eingegangen ist (vgl. dazu an-

gefochtenen Verfügung S. 3, Ziff. 1 und 2; S. 5, Ziff. 5).  

7.2 Dem SEM ist zunächst Recht zu geben, wenn es festhält, es sei nicht 

logisch, dass der Beschwerdeführer erst im März 2013 und damit rund fünf 

Jahre nach dem Verschwinden seines Vaters zu dessen Aufenthaltsort be-

fragt worden sein soll. Die Erklärung des Beschwerdeführers, wonach er 

zuvor noch zu jung gewesen sei, um befragt zu werden (act. A7, F97), 

überzeugt angesichts der Tatsache, dass er im Jahr 2011 volljährig gewor-

den ist, tatsächlich nicht. 

7.3 Das SEM hat in der Vernehmlassung im Zusammenhang mit der Aus-

stellung des katarischen Visums weiter zutreffend festgestellt, dass es 

schwer nachvollziehbar ist, dass der Beschwerdeführer am 9. März 2013, 

und damit nur wenige Tage vor der Ausstellung des katarischen Visums 

– dieses wurde am 13. März 2013 ausgestellt (Beschwerdeeingabe, Bei-

lage Nr. 5) – entführt worden sein soll, zumal es der Mutter des Beschwer-

deführers in dieser kurzen Zeit kaum gelingen konnte, die Ausreise ihres 

Sohnes zu organisieren und ihm gleichzeitig eine Arbeit in Katar zu be-

schaffen (vgl. hierzu die Ausführungen des Beschwerdeführers, act. A9, 

F33). Bezeichnenderweise hält der Beschwerdeführer dieser Feststellung 

des SEM in seiner Replikeingabe nichts entgegen.  

E-1748/2017 

Seite 13 

7.4 Gegen die Glaubhaftmachung der Fluchtvorbringen spricht aber insbe-

sondere das Unvermögen des Beschwerdeführers, die beiden Entführun-

gen, die Verhöre, die erlittenen Misshandlungen und die Nachstellungen 

nach seiner Freilassung, welche die Kernvorbringen seiner Fluchtge-

schichte betreffen, substantiiert und anschaulich zu schildern. 

So führte der Beschwerdeführer bezüglich der ersten Entführung im Rah-

men eines freien Berichts lediglich aus, er sei damals auf dem Weg zur 

Kirche gewesen, als er von vier Personen mit einem weissen Van entführt 

und tagelang in einem dunklen Raum festgehalten worden sei. Man habe 

ihn bezüglich seines Vaters befragt. Er sei mit einem mit Sand gefüllten 

Plastikrohr geschlagen worden und man habe ihn sexuell misshandelt. 

Nach seiner Freilassung sei er dorthin zurückgebracht worden, wo man ihn 

entführt habe (act. A7, F33). Auf die Aufforderung hin, er solle detailliert 

beschreiben, wie es zur zweiten Entführung gekommen sei, führte der Be-

schwerdeführer weiter aus, er habe am 10. Juni 2016 zu Hause gerade 

gegessen, als er nachmittags gegen 14 Uhr aufgesucht worden sei. Man 

habe ihm die Augen verbunden und mit einem Pick-up weggebracht 

(act. A7, F64). Auch auf Aufforderung hin konnte er dieses Ereignis jedoch 

nicht dezidiert beschreiben (act. A7, F65). Zur Freilassung nach der zwei-

ten Entführung befragt, gab der Beschwerdeführer lediglich zu Protokoll, er 

sei einen Tag nach der Entführung, um etwa sechs Uhr morgens, bei einer 

Kreuzung, die sich in der Nähe seines Elternhauses befinde, freigelassen 

worden (act. A7, F67).  

Wäre der Beschwerdeführer tatsächlich wie von ihm vorgebracht, zweimal 

entführt, mehrere Tage lang festgehalten, verhört und körperlich misshan-

delt worden, wäre von ihm zu erwarten gewesen, dass er von sich aus 

zumindest (nähere) Angaben über die Entführer, über das Verbringen vom 

Entführungsort zum Ort, wo er später festgehalten worden sein soll, über 

die Räumlichkeiten, wo er inhaftiert und verhört worden sein soll, über die 

Personen, welche ihn verhört haben sollen, über die Haftbedingungen und 

über die genauen Umstände seiner Freilassung hätte machen können. 

Dies ist ihm – insbesondere in Bezug auf die geltend gemachten Misshand-

lungen (vgl. dazu act. A7, F33, F48, F53, F58, F103) – jedoch nicht gelun-

gen. Seine Ausführungen lassen vielmehr jegliche Interaktionsschilderun-

gen, Realkennzeichen und individualisierte Beschreibungen vermissen. Es 

ist mithin nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer das Ge-

schilderte tatsächlich selbst erlebt hat. 

E-1748/2017 

Seite 14 

7.5 Der Beschwerdeführer hat sich ferner in einen wesentlichen Wider-

spruch verwickelt, indem er zu den während der Haft erlittenen Misshand-

lungen in der BzP auf Nachfrage hin ausdrücklich erklärte, dass nebst der 

von ihm geschilderten sexuellen Misshandlung (act. A4, Ziff. 7.02), keine 

weiteren (sexuellen) Misshandlungen stattgefunden hätten. Dagegen 

bringt er auf Beschwerdeebene neu vor, bei der zweiten Entführung habe 

man ihn darüber hinaus auch anderweitig sexuell misshandelt (Be-

schwerde, Ziff. 10, S. 8). 

7.6 Soweit der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe nun vor-

bringt, man habe ihn während der ersten Inhaftierung im Verhörzimmer zu-

sätzlich mit einem Holzstab, der mit stachelartigen, metallischen Stäben 

versehen gewesen sei, stark auf das rechte Knie (Beschwerde, S. 5) und 

anlässlich der zweiten Inhaftierung mehrfach auf die rechte Hand geschla-

gen (Beschwerde, S. 8), wovon er heute noch Schmerzen am Knie und an 

den Handgelenken habe, muss dies als Versuch gewertet werden, den im 

vorinstanzlichen Verfahren unsubstantiiert gebliebenen Aussagen mehr 

Ausdruck zu verleihen und überdies auf den Inhalt des ärztlichen Berichts 

von Dr. med. F._______ vom 14. März 2017 abzustimmen. In diesem Be-

richt wird unter anderem festgehalten, dass der Beschwerdeführer 

Schmerzen am Knie und an den Handgelenken beklagt habe (Be-

schwerde, Beilage Nr. 4). Dieser Versuch gelingt dem Beschwerdeführer 

aber insoweit nicht, als er im vorinstanzlichen Verfahren mehrfach aus-

drücklich erklärte, dass es ihm gesundheitlich gut gehe (act. A4, Ziff. 8.02, 

S. 8 f.; act. A7, F111), und dass er von den Misshandlungen keine Verlet-

zungen davongetragen habe (act. A9, F71 f.). Zwar führte er aus, er habe 

von den Misshandlungen Schmerzen gehabt. Dabei zeigte er jedoch auf 

seinen Schulter- und Brustbereich, und nicht etwa auf sein Knie und seine 

Handgelenke (act. A7, F71 f.). 

7.7 Auch das Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach ihm eigene Ver-

bindungen zu den LTTE angelastet worden sein sollen, erweist sich als 

nachgeschoben, zumal er die Frage, ob ihm (nebst den Fragen zu seinem 

Vater) noch andere Fragen gestellt worden seien, in der Anhörung aus-

drücklich verneinte (act. A7, F52). Der Einwand, er habe die entsprechende 

Frage falsch verstanden, weshalb er keine detaillierteren Angaben zum 

Verdacht der Verbindungen zu den LTTE gemacht habe, erweist sich als 

Schutzbehauptung, zumal er an mehreren Stellen in der Anhörung erklärte, 

ihm seien Fragen zu seinem Vater gestellt worden (act. A7, F33, F48, F51) 

und auf die Frage, welches Interesse die sri-lankischen Behörden oder an-

dere Gruppierungen heute noch an ihm hätten, sinngemäss ausführte, es 

E-1748/2017 

Seite 15 

bestehe lediglich wegen seines Vaters ein Interesse an seiner Person 

(act. A7, F101).  

7.8 Was die erstmals auf Beschwerdeebene geltend gemachten gesund-

heitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers betrifft, ist diesbe-

züglich festzuhalten, dass ihm die behandelnden Ärzte zwar eine posttrau-

matische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) und eine mittlere depressive 

Episode (ICD-10 F32.1) diagnostiziert haben (Beschwerdeakten, act. 9, 

Beilage, S. 3), diese Diagnosen jedoch massgeblich auf die Schilderungen 

des Beschwerdeführers, welche vorliegend als unglaubhaft erachtet wur-

den, abstellen. Insoweit sind die eingereichten ärztlichen Berichte nicht ge-

eignet, die Fluchtvorbringen des Beschwerdeführers zu belegen. Im Ge-

genteil geht aus diesen hervor, dass der Beschwerdeführer sich erst nach 

Ergehen des negativen Asylentscheides in ärztliche Behandlung begeben 

hat. Ohne auf weitere – im Übrigen zahlreich vorhandene – Unglaubhaftig-

keitselemente in den Aussagen des Beschwerdeführers einzugehen, ist 

nach dem Gesagten die von der Vorinstanz vorgenommene Beurteilung, 

wonach es dem Beschwerdeführer nicht gelungen sei, seine Vorflucht-

gründe glaubhaft darzulegen, zu bestätigen. Die weiteren Ausführungen in 

der Rechtsmitteleingabe und die eingereichten Beweismittel vermögen an 

dieser Einschätzung nichts zu ändern. 

7.9 Folglich kann auch die Frage, ob die Vorbringen des Beschwerdefüh-

rers asylrelevant im Sinne von Art. 3 AsylG sind, offen gelassen werden.  

8.  

Zu prüfen bleibt indes, ob dem Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in 

sein Heimatland wegen seiner Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie oder 

aus anderen Gründen ernsthafte Nachteile drohen.  

8.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1866/2015 vom 

15. Juli 2016 eine aktuelle Analyse der Situation von Rückkehrenden nach 

Sri Lanka vorgenommen (vgl. a.a.O. E. 8) und festgestellt, dass aus Eu-

ropa respektive der Schweiz zurückkehrende tamilische Asylsuchende 

nicht generell einer ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter 

ausgesetzt seien (vgl. a.a.O., E. 8.3). Das Gericht orientiert sich bei der 

Beurteilung des Risikos von Rückkehrenden, Opfer ernsthafter Nachteile 

in Form von Verhaftung und Folter zu werden, an verschiedenen Risiko-

faktoren. Dabei handelt es sich um das Vorhandensein einer tatsächlichen 

oder vermeintlichen, aktuellen oder vergangenen Verbindung zu den LTTE, 

um die Teilnahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen, und um 

E-1748/2017 

Seite 16 

das Vorliegen früherer Verhaftungen durch die sri-lankischen Behörden, 

üblicherweise im Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten 

Verbindung zu den LTTE (sog. stark risikobegründende Faktoren, vgl. 

a.a.O., E. 8.4.1–8.4.3). Einem gesteigerten Risiko, genau befragt und 

überprüft zu werden, unterliegen ausserdem Personen, die ohne die erfor-

derlichen Identitätspapiere nach Sri Lanka einreisen wollen, die zwangs-

weise zurückgeführt werden, oder die über die Internationale Organisation 

für Migration (IOM) nach Sri Lanka zurückkehren, sowie Personen mit gut 

sichtbaren Narben (sog. schwach risikobegründende Faktoren, vgl. a.a.O., 

E. 8.4.4 und 8.4.5). Das Gericht wägt im Einzelfall ab, ob die konkret glaub-

haft gemachten Risikofaktoren eine asylrechtlich relevante Gefährdung der 

betreffenden Person ergeben. Dabei zieht es in Betracht, dass insbeson-

dere jene Rückkehrenden eine begründete Furcht vor ernsthaften Nachtei-

len im Sinne von Art. 3 AsylG haben, denen seitens der sri-lankischen Be-

hörden zugeschrieben wird, dass sie bestrebt sind, den tamilischen Sepa-

ratismus wiederaufleben zu lassen (vgl. a.a.O., E. 8.5.1). 

8.2 Dem Beschwerdeführer ist es nicht gelungen, glaubhaft zu machen, 

dass er vor seiner Ausreise aufgrund der (jahrelang zurückliegenden) Ver-

bindung seines Vaters zu den LTTE oder aufgrund des Verdachts, selbst 

der LTTE anzugehören, ins Visier der sri-lankischen Behörden geraten 

wäre. Es ist folglich davon auszugehen, dass er – auch bei Annahme einer 

LTTE-Verbindung seines Vaters – jahrelang unbehelligt in seinem Heimat-

staat leben und nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Katar sogar prob-

lemlos wiedereinreisen konnte (vgl. dazu die Ausführungen des Beschwer-

deführers, act. A7, F84  F91). Der Beschwerdeführer war also weder Mit-

glied bei den LTTE noch hat er sich vor seiner Ausreise politisch betätigt 

(act. A7, F99), weshalb nicht anzunehmen ist, dass ihm seitens der sri-

lankischen Behörden ein überzeugender Aktivismus mit dem Ziel der Wie-

derbelebung des tamilischen Separatismus zugeschrieben werden könnte. 

Somit erfüllt der Beschwerdeführer keine der oben erwähnten stark risiko-

begründenden Faktoren. Weiter wurde er keiner Straftat angeklagt oder 

verurteilt und verfügt somit auch nicht über einen Strafregistereintrag. Al-

leine aus der tamilischen Ethnie, der Asylgesuchseinreichung in der 

Schweiz und der nunmehr zweieinhalbjährigen Landesabwesenheit kann 

er keine Gefährdung ableiten. Es ist nicht anzunehmen, dass ihm persön-

lich im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka ernsthafte Nachteile im Sinne 

von Art. 3 AsylG drohen.  

 

E-1748/2017 

Seite 17 

9.  

Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer nichts vorgebracht, das ge-

eignet wäre, seine Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest 

glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat sein Asylgesuch zu Recht abge-

lehnt.  

10.  

Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus 

der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder nicht darauf eintritt. 

Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent-

haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen 

(vgl. BVGE 2009/50 E. 9). Die Wegweisung wurde demnach zu Recht an-

geordnet. 

11.  

11.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt die Vorinstanz das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

11.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AuG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker-

rechtliche Verpflichtungen der Schweiz eine Weiterreise der Ausländerin 

oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-

gegenstehen. Vorliegend kommt dem Beschwerdeführer keine Flüchtlings-

eigenschaft zu. Das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von 

Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung 

der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG ist daher nicht anwend-

bar. Die Zulässigkeit des Vollzugs beurteilt sich vielmehr nach den allge-

meinen verfassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 

BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und 

andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). 

11.2.1 Der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf 

eine EMRK-widrige Behandlung namentlich für Tamilen, die aus einem eu-

ropäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst 

(vgl. EGMR, R.J. gegen Frankreich, Urteil vom 19. September 2013, Be-

schwerde Nr. 10466/11; T.N. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, 

Beschwerde Nr. 20594/08; P.K. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 

2011, Beschwerde Nr. 54705/08; N.A. gegen Grossbritannien, Urteil vom 

E-1748/2017 

Seite 18 

17. Juli 2008, Beschwerde Nr. 25904/07). Dabei unterstreicht der Gerichts-

hof, dass nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehren-

den Tamilen drohe eine unmenschliche Behandlung. Vielmehr müssten im 

Rahmen der Beurteilung, ob der oder die Betroffene ernsthafte Gründe für 

die Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Be-

fragung ein Interesse, verschiedene Aspekte – welche im Wesentlichen 

durch die in Erwägung 8.1 identifizierten Risikofaktoren abgedeckt sind 

(vgl. EGMR, T.N. gegen Dänemark, a.a.O., § 94) – in Betracht gezogen 

werden. Dabei sei der Umstand zu beachten, dass diese einzelnen As-

pekte, auch wenn sie für sich alleine betrachtet möglicherweise kein "real 

risk" darstellen, bei einer kumulativen Würdigung diese Schwelle erreichen 

könnten.  

11.2.2 Der Beschwerdeführer konnte nicht glaubhaft darlegen, dass er bei 

einer Rückkehr in sein Heimatland befürchten müsse, die Aufmerksamkeit 

der sri-lankischen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich relevanten Aus-

mass auf sich zu ziehen. Es bestehen deshalb auch keine Anhaltspunkte 

dafür, dass ihm aus demselben Grund eine menschenrechtswidrige Be-

handlung in Sri Lanka droht. 

11.3  

11.3.1 Nach Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf 

Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 

11.3.2 Gemäss der aktuellen, in einer Aufdatierung des Grundsatzurteils 

BVGE 2011/24 vorgenommenen Lagebeurteilung kommt das Bundesver-

waltungsgericht im bereits oben zitierten Urteil E-1866/2015 vom 15. Juli 

2016 zum Schluss, dass der Wegweisungsvollzug in die Nord- und Ostpro-

vinz Sri Lankas ([damals] mit Ausnahme des „Vanni-Gebiets“), worunter 

auch der Wohnort des Beschwerdeführers, Jaffna zu zählen ist, zumutbar 

ist, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskriterien (insbeson-

dere die Existenz eines tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungs-

netzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsitu-

ation) bejaht werden kann (a.a.O. E. 13.4). 

11.3.3 Der Beschwerdeführer erfüllt die genannten Bedingungen. Er 

stammt aus dem Norden Sri Lankas und verfügt mit seiner dort lebenden 

Mutter und den Geschwistern über ein tragfähiges Familiennetz, das ihm 

E-1748/2017 

Seite 19 

bei der Rückkehr eine Unterkunft und weitere Hilfe bei der Wiedereinglie-

derung bieten kann. Die Familie lebt in offensichtlich geordneten und wohl-

habenden Verhältnissen. Ausserdem wird sie finanziell von einem Bruder 

des Beschwerdeführers aus dem Ausland unterstützt (act. A7, F24 ff.). Ab-

gesehen davon hat der mittlerweile 25-jährige, junge Beschwerdeführer, 

welcher über mehrjährige Arbeitserfahrungen verfügt, bereits mit seinem 

Aufenthalt in Katar unter Beweis gestellt, dass er durchaus in der Lage ist, 

auf eigenen Beinen zu stehen. Es ist ihm sodann möglich und zumutbar, 

sich bezüglich allfälliger medizinischer Beschwerden in seinem Heimatland 

in ärztliche Behandlung zu begeben und die begonnenen psychiatrisch-

psychotherapeutischen Behandlungen dort weiterzuführen.  

11.3.4 Insgesamt ist somit nicht anzunehmen, dass der Beschwerdeführer 

bei seiner Rückkehr nach Sri Lanka in eine existenzielle Notlage geraten 

würde. Aufgrund des Vorliegens begünstigender Faktoren erweist sich der 

Vollzug der Wegweisung als zumutbar. 

11.4 Schliesslich verfügt der Beschwerdeführer über eine gültige Identi-

tätskarte (act. A4 Ziff. 4.03), womit es ihm möglich sein sollte, sich bei der 

zuständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr allenfalls 

notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und 

dazu auch BVGE 2008/34 E. 12). Der Vollzug der Wegweisung ist als mög-

lich zu bezeichnen (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

11.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

12.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

13.  

13.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diesem ist mit Zwi-

schenverfügung vom 18. April 2017 – unter Vorbehalt einer nachträglichen 

Veränderung seiner finanziellen Verhältnisse – die unentgeltliche Prozess-

führung bewilligt worden. Aus dem Verlaufsbericht vom 8. Mai 2018 der 

(…) (Beschwerdeakten, act. 15, Beilage 1), welchen der Beschwerdeführer 

E-1748/2017 

Seite 20 

mit Eingabe vom 18. Mai 2018 zu den Beschwerdeakten gereicht hat, geht 

hervor, dass er zwischenzeitlich eine Erwerbstätigkeit aufnehmen konnte. 

Eine Prüfung des Zentralen Migrationsinformationssystems (ZEMIS) ergibt 

sodann, dass der Beschwerdeführer seit dem 1. März 2018 eine Tätigkeit 

als Betriebsmitarbeiter bei der Firma G._______ GmbH in H._______ auf-

genommen hat.  

Nachdem der Beschwerdeführer trotz der Aufforderung des Gerichts bis 

zum heutigen Zeitpunkt keine Stellung zu einer möglichen Verbesserung 

seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit genommen hat, ist davon auszu-

gehen, dass seine Bedürftigkeit im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit der 

Aufnahme der Erwerbstätigkeit nachträglich weggefallen ist. Bei dieser 

Ausgangslage ist die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung zu 

widerrufen. Dem Beschwerdeführer sind folglich die Verfahrenskosten von 

Fr. 750.– aufzuerlegen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]; Art. 63 Abs. 1 i.V.m. Art. 68 Abs. 2 VwVG). 

13.2 Mit dem Wegfall der unentgeltlichen Prozessführung entfällt auch die 

Grundlage der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung (vgl. Art. 110a Abs. 1 

[erster Halbsatz] AsylG). Die Rechtsbeiständin des Beschwerdeführers ist 

deshalb aus ihrem Amt zu entlassen. 

13.3 Praxisgemäss wirkt der Widerruf der Rechtsverbeiständung bei gut-

gläubiger Rechtsvertretung ex nunc; die Rechtsbeiständin ist damit für die 

notwendigen Aufwendungen bis zum Entzug zu entschädigen, falls ihr die 

in Rede stehenden Umstände nicht bekannt waren (vgl. zum Ganzen 

KNEER/SONDEREGGER, Die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbei-

ständung im Asylbeschwerdeverfahren, Asyl 2/2017, S. 13 ff.).  

13.4 Gestützt auf die vorliegenden Akten muss davon ausgegangen wer-

den, dass die Rechtsbeiständin des Beschwerdeführers spätestens ab 

dem 18. Mai 2018 (Versanddatum des Verlaufsberichts vom 8. Mai 2018 

der […]) Kenntnis davon hatte, dass sich die finanziellen Verhältnisse des 

Beschwerdeführers zwischenzeitlich verändert haben. Es rechtfertigt sich 

deshalb, die amtlich gewährte Rechtsverbeiständung ab dem 18. Mai 2018 

zu widerrufen und die geltend gemachten Stunden ab diesem Zeitpunkt bei 

der Berechnung des amtlichen Honorars in Abzug zu bringen, wobei dies 

vorliegend lediglich einen zeitlichen Aufwand von einer Stunde betrifft. 

E-1748/2017 

Seite 21 

13.5 Der in der (aktualisierten) Kostennote (Beschwerdeakten, act. 15, Bei-

lage 2) geltend gemachte zeitliche Aufwand bis zum 18. Mai 2018 von 19 

Stunden erscheint angesichts der konkreten Verfahrensumstände als zu 

hoch. Hingegen erweist sich der aufgeführte Stundenansatz von Fr. 150.– 

als angemessen. Unter Berücksichtigung der in Betracht zu ziehenden Be-

messungsfaktoren (Art. 9–13 VGKE) und der Praxis in Vergleichsfällen ist 

der Rechtsvertreterin ein Honorar in der Höhe von Fr. 2‘500.– (inkl. Ausla-

gen) zulasten der Gerichtskasse auszurichten. Die Parteientschädigung 

umfasst keinen Mehrwertsteuerzuschlag im Sinne von Art. 9 Abs. 1 Bst. c 

VGKE.   

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-1748/2017 

Seite 22 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die mit Zwischenverfügung vom 18. April 2018 gewährte unentgeltliche 

Prozessführung wird widerrufen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Die mit Zwischenverfügung vom 18. April 2018 gewährte amtliche Rechts-

verbeiständung wird widerrufen. 

MLaw Cora Dubach wird mit Datum per 18. Mai 2018 aus ihrem Amt als 

amtliche Rechtsbeiständin des Beschwerdeführers entlassen. 

5.  

Das bis zum Widerruf der Rechtsverbeiständung aufgelaufene Honorar der 

amtlichen Rechtsbeiständin wird auf Fr. 2500.– festgesetzt und durch die 

Gerichtskasse vergütet. 

6.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

Constance Leisinger Arta Rapaj