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**Case Identifier:** 95abe0f0-8b77-5768-92d6-eb306e294014
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 21.12.2021 IV 2020/244
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2020-244_2021-12-21.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/244

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 13.06.2022

Entscheiddatum: 21.12.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 21.12.2021
Würdigung eines polydisziplinären Gutachtens. Rückwirkender befristeter 
Rentenanspruch angesichts der retrospektiven Annahmen zur 
Arbeitsunfähigkeit gemäss Teilgutachten (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. Dezember 2021, IV 
2020/244).

Entscheid vom 21. Dezember 2021

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus (Vorsitz), Monika Gehrer-Hug und 

Corinne Schambeck; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Geschäftsnr.

IV 2020/244

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Kurt Gemperli, advokatur am brühl, 

Scheffelstrasse 2, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich am 14. Juni/5. Juli 2016 (IV-act. 1) bei der 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug von Leistungen 

der Invalidenversicherung (berufliche Integration/Rente) an. Er sei 199_ in die Schweiz 

gekommen. Am _. Februar 2015 habe er einen Bandscheibenvorfall erlitten und sei bis 

2. Juni 2015 arbeitsunfähig gewesen, danach wieder voll arbeitsfähig. Zuletzt sei er 

vom 3. Juni 2015 bis 15. Dezember 2015 bei einer ___unternehmung zu 100 % als 

Bauarbeiter tätig gewesen. Danach sei er bis zum _. Januar 2016 bei der 

Arbeitslosenkasse gemeldet gewesen. An jenem Tag habe er einen Rückfall erlitten. 

Anschliessend sei eine Rückenoperation erfolgt. - Am 14. Juli 2016 (IV-act. 9) ergänzte 

er, er sei von August 2004 bis November 2014 in einer C.___ angestellt (und danach bis 

zum 2. Juni 2015 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum, RAV, angemeldet bzw. 

tätig) gewesen. - Die gut vierzehn Jahre davor hatte er gemäss IK-Auszug (IV-act. 11) in 

einem anderen Arbeitsverhältnis gestanden. - In einer Arbeitgeberbescheinigung vom 

22. Juli 2016 (IV-act. 12) bestätigte die ___unternehmung die erwähnte 

Anstellungsdauer und gab die Arbeitszeit (7.__ von 8._ betriebsüblichen Stunden) und 

den Stundenlohn des Versicherten ab 14. Dezember 2015 ([...]) an.

A.a. 

Dr. med. D.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, gab in einem 

IV-Arztbericht zur Eingliederung vom 19. August 2016 (IV-act. 16) an, es liege beim 

Versicherten eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt 

vor, die sich seit Frühling 2016 schleichend entwickelt habe. Zurzeit bestehe keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Der Versicherte brauche dringend berufliche 

Massnahmen zum Aufbau des Vertrauens in die eigene körperliche und geistige 

A.b. 

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Leistungsfähigkeit. Nachher könne von einer verwertbaren Arbeitsfähigkeit für eine den 

körperlichen Leiden angepasste Tätigkeit ausgegangen werden.

Dr. med. E.___, Facharzt für allgemeine Medizin und Pneumologie FMH, erklärte in 

seinem IV-Arztbericht zur Eingliederung vom 6. September 2016 (IV-act. 17), es 

bestünden ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom, eine mediale 

Diskushernie L4/L5 und eine Spinalkanalstenose sowie ein St. n. neurochirurgischer 

Diskektomie L3/4, L4/5, L5/S1 links und Diskektomie L4/5 rechts 11.2.2016. Der 

Versicherte sei seit dem _. Januar 2016 arbeitsunfähig. Eine Tätigkeit mit Abwechslung, 

bei der er nicht schwer heben und tragen müsse, sei an sechs bis acht Stunden pro 

Tag zumutbar.

A.c. 

Am 3. November 2016 fand ein Assessmentgespräch statt. Dabei wurde 

vereinbart, dass sich der Versicherte zu 20 % arbeitsfähig schreiben lassen und beim 

Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) anmelden werde (IV-act. 44-4). - In 

einem Strategie-Protokoll vom 24. November 2016 (IV-act. 25) wurde festgehalten, der 

Versicherte wolle unbedingt so schnell wie möglich wieder arbeiten und wäre froh um 

eine Unterstützung durch die Invalidenversicherung. Da er immer auf dem Bau 

gearbeitet habe, sei für ihn zwar schwer vorstellbar, in einem anderen Tätigkeitsbereich 

zu arbeiten, doch er wolle es gern versuchen. Es sei von einer Arbeitsfähigkeit von 

80 %, steigerungsfähig auf 100 %, auszugehen. - Im Januar 2017 wurde ein 

Eingliederungsplan berufliche Abklärung/Einsatzprogramm unterzeichnet, wonach der 

Versicherte im Rahmen einer beruflichen Abklärung in einer Institution bei der 

Stellensuche unterstützt werde. - Am 26. Januar 2017 (IV-act. 32) erteilte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Versicherten entsprechend Gutsprache für 

die Kosten einer beruflichen Abklärung vom 9. Januar 2017 bis 8. April 2017 (mit 

Taggeld, vgl. IV-act. 35).  

A.d. 

In einem Assessment- und Verlaufsprotokoll (vom 12. Mai 2017, IV-act. 44) wurde 

festgehalten, am 14. Februar 2017 habe der Versicherte erklärt, es gefalle ihm in der 

Institution sehr gut und die Arbeit tue ihm gut. Er arbeite bereits in vollem Pensum. Er 

habe jedoch immer Schmerzen und seit der Arbeitsaufnahme habe er auch die Dosis 

der Schmerzmedikation erhöhen müssen. Er hoffe aber, dass sich das noch etwas 

stabilisieren werde. Am besten gehe es ihm, wenn er sitzend arbeiten könne. Von 

A.e. 

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Seiten der Institution sei berichtet worden, der Versicherte sei sehr zuverlässig und 

erbringe eine sehr gute Arbeitsqualität. Als er einen Auftrag erhalten habe, bei dessen 

Erfüllung er längere Zeit habe stehen müssen, sei klar geworden, dass das nicht 

möglich sei. Der Versicherte habe daraufhin eingesehen, dass eine Rückkehr auf den 

Bau nicht mehr möglich sei. - Am 8. März 2017 habe er erklärt, die Arbeit gefalle ihm 

gut. Er habe bessere und schlechtere Tage. Die Beschwerden habe er aber ohnehin 

ständig, also gehe er lieber arbeiten. Das Vollpensum sei allerdings schon sehr viel für 

ihn. Seitens der Institution sei berichtet worden, der Versicherte verrichte seine Arbeit 

sehr gut und weitgehend selbständig. Qualität und Quantität seien genügend bis gut. 

Es bestehe eine Leistungsminderung von 40 bis 50 %, die aufgrund der Schmerzen 

nachvollziehbar und dem Versicherten auch anzusehen sei. Das Vollpensum sei (als 

Anforderung) eher etwas grenzwertig. - Am 30. März 2017 habe der Versicherte 

mitgeteilt, seine körperlichen Beschwerden hätten in letzter Zeit wieder stark 

zugenommen. Er habe vor allem verstärkte Rückenschmerzen auf der linken Seite und 

die Gefühlsstörungen im rechten Bein seien ebenfalls stärker geworden, weshalb 

zurzeit weitere Abklärungen bei Dr. med. F.___, Facharzt FMH für Neurochirurgie, 

durchgeführt würden. Der Mitarbeiter der Institution habe angegeben, das Vollpensum 

sei eindeutig zu viel für den Versicherten. Er sei wegen der grossen Schmerzen oft 

früher (nach etwa 6.5 Stunden) nach Hause geschickt worden. - Am 3. April 2017 (IV-

act. 36) hielt die IV-Eingliederungsverantwortliche fest, der Gesundheitszustand des 

Versicherten sollte nochmals eingehend abgeklärt werden, denn nach Angaben der 

Institution sei eine Arbeitsfähigkeit im zweiten Arbeitsmarkt von 60 % eruiert worden, 

die einer im ersten Arbeitsmarkt verwertbaren Arbeitsfähigkeit von 30 bis 40 % 

entspreche.

In einem Verlaufsbericht vom 19. April 2017 (IV-act. 37) erklärte Dr. D.___, der 

Gesundheitszustand des Versicherten habe sich verbessert. Es bestehe ein Zustand 

nach Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt, gegenwärtig - 

seit Januar/Februar 2017 - weitgehend remittiert. Es müsse jedoch immer noch von 

einer angstbedingten reduzierten allgemeinen psychischen Belastbarkeit ausgegangen 

werden. Einzig Nachtarbeit sei dem Versicherten nicht zumutbar. 

A.f. 

Am 10. Mai 2017 (IV-act. 45) wurde der Schlussbericht über die berufliche 

Abklärung/Berufsberatung erstellt. In Bezug auf den ersten Arbeitsmarkt bestehe eine 

A.g. 

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Leistungsfähigkeit des Versicherten von 20 bis 30 % (bei einem Pensum von 60 %). Er 

benötige einen adaptierten Nischenarbeitsplatz, eventuell in einer Institution. Ein 

weiterer Faktor seien die knappen Deutschkenntnisse. Es würden die Rentenprüfung 

und eine Anstellung im geschützten Rahmen empfohlen. - Am 11. Mai 2017 (IV-act. 43) 

wurde von der Arbeitslosenversicherung mitgeteilt, der Versicherte habe ab 10. April 

2017 Anspruch auf 90 ALV-Taggelder. Seine Arbeitsfähigkeit betrage zurzeit gemäss 

Arztzeugnis 20 %. - Der RAD hielt am 16. November 2017 (IV-act. 51) fest, die im 

Abklärungsbericht beschriebene Arbeitsfähigkeit von 20 bis 30 % sei nicht plausibel. 

Es müsste in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit eine solche von mindestens 

60 % vorliegen, steigerungsfähig auf ein volles Pensum.   

Dr. E.___ gab in einem IV-Arztbericht vom 21. Dezember 2017 (IV-act. 53, 

Eingangsdatum) bekannt, es bestünden ein chronisches lumbovertebrales Syndrom bei 

Spinalkanalstenose L4/5 und ein Z. n. komplexer neurochirurgischer Operation L3 - S1 

2016. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei nicht möglich (vgl. IV-act. 53-4). Mit 

einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit könne nicht gerechnet werden. Welche 

Einschränkungen bestünden, sei dem Befund des Neurochirurgen Dr. F.___ zu 

entnehmen. - Dr. F.___ hatte ihm (dem Arzt) ehemals am 15. August 2016 (IV-act. 55) 

bekanntgegeben, es bestünden beim Versicherten einerseits ein chronisches 

lumbovertebrogenes und akutes lumboradikuläres Schmerzsyndrom links bei 

Spinalkanalstenose (Spondylarthrose) und medianer Diskushernie L5/S1, 

Spinalkanalstenose (ausgeprägte Spondylarthrose) und paramedianer Diskushernie L4/

L5 links sowie mässiger Stenose (Spondylarthrose) und paramedianer Diskushernie L3/

L4 links und linkskonvexer Skoliose, und anderseits ein St. n mikrochirurgischer 

Diskektomie L3/L4, L4/L5, L5/S1 links und Diskektomie L4/L5 rechts am 11.02.2016. 

Es habe sich postoperativ ein guter Verlauf gezeigt. Als Bauarbeiter sei der Versicherte 

zu 100 % arbeitsunfähig.

A.h. 

In einem IV-Arztbericht vom 8. März 2018 (IV-act. 67) gab Dr. D.___ bekannt, der 

Versicherte habe eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige 

Episode mit somatischen Symptomen. Aus rein psychiatrischer Sicht liege in der 

Längsschnittbeurteilung seit Juli 2016 eine Arbeitsunfähigkeit von ca. 50 % vor. 

Aufgrund der Rückenbeschwerden solle der Versicherte erneut operiert werden. Er 

habe berichtet, seit der Erkrankung seines Sohnes im Kindesalter (mit der Folge einer 

A.i. 

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bleibenden ___, Versterben im Jahr 200_) habe er nie wieder richtige Lebensfreude 

verspüren können. Er habe jahrelang funktioniert und habe das Gefühl, seit der 

Krankschreibung im Dezember 2015 seien wieder alte Belastungen aus der Kindheit 

hochgekommen. Er sei längere Zeit bedrückt und unglücklich gewesen, habe aber 

immer arbeiten wollen, weil ihm die Aktivitäten lebenslang geholfen hätten. Von seinen 

Problemen wolle er Abstand nehmen. 

Auf 29. Mai 2018 wurde eine Rückenoperation vorgesehen (IV-act. 78).A.j. 

Am 31. Januar 2019 (IV-act. 85) ging ein Bericht der Klinik für Intensivmedizin am 

Kantonsspital St. Gallen vom 22. Januar 2019 über einen damaligen Eintritt des 

Versicherten ein. Es lägen ein Vd. a. COPD GOLD 2(B), ED 12/2018, ein Vd. a. OSAS 

(obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom), ein Vd. a. ischämischen Hirninfarkt am 

22.01.2019, ein radikuläres Reiz- und sensorisches Ausfallsyndrom links vom Typ L5 

und eine morbide Adipositas vor. Der Versicherte habe sich initial wegen einer neuen 

Dysarthrie und eines hängenden Mundwinkels und seit zwei Wochen zunehmender 

Dyspnoe auf der ZNA vorgestellt. Es hätten sich keine Blutung und keine Hinweise auf 

eine akute Ischämie gezeigt. Eine TVT (wohl: tiefe Venenthrombose) links sei 

duplexsonographisch ausgeschlossen worden. Im Verlauf sei es zu einer progredienten 

respiratorischen Insuffizienz mit CO -Retention gekommen, weshalb die Verlegung auf 

die MIPS (wohl: medizinische Intensivpflegestation) erfolgt sei.   

A.k. 

2

Dr. D.___ berichtete am 4. Februar 2019 (IV-act. 87), seit März 2018 sei es zu einer 

zunehmenden Verschlechterung des psychischen Zustands (Zunahme der depressiven 

Symptomatik) gekommen. Es liege eine mittelgradige bis schwere depressive Episode, 

wahrscheinlich im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung, vor. Der 

Versicherte lebe sehr zurückgezogen und habe grosse Mühe, ohne berufliche 

Anforderungen zurechtzukommen. Aufgrund der körperlichen Beschwerden sei er bei 

den Aktivitäten stark eingeschränkt, was die depressive Symptomatik massiv 

akzentuiert habe. Er sei rein psychiatrisch gesehen mindestens zu 50 % (wohl) 

arbeitsunfähig.

A.l. 

In einem IV-Arztbericht vom 22. Februar 2019 (IV-act. 92) gab Dr. F.___ bekannt, 

der Versicherte sei bis 13. Februar 2019 im Kantonsspital hospitalisiert gewesen und 

A.m. 

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befinde sich nun in stationärer Rehabilitation. Für schwere und mittelschwere 

Tätigkeiten sei er wegen der anhaltenden chronischen bewegungs- und 

belastungsabhängigen Lumbalgien und der vorübergehenden Lumboischialgie rechts 

voll arbeitsunfähig, für leichtere, wechselbelastende Tätigkeiten sei er zu 30 % - täglich 

an 2 Stunden bzw. 2 bis 2.5 Stunden - arbeitsfähig. - Dr. E.___ reichte weitere Berichte 

von Dr. F.___ ein (IV-act. 97-5 bis 16). Am 24. August 2018 hatte dieser u.a. einen 

Status nach mikrochirurgischer dekompressiver Fensterung L5/S1, L4/L5, und L3/L4 

rechts ohne Diskektomie vom 29. Mai 2018 diagnostiziert. Der Versicherte beklage seit 

ein paar Wochen Kribbelparästhesien im Oberschenkel lateral. Insgesamt sei der 

Verlauf gut.

Die Klinik für Pneumologie und Schlafmedizin am Kantonsspital St. Gallen gab in 

einem Austrittsbericht vom 27. Februar 2019 (IV-act. 97-20 ff.; über den Aufenthalt des 

Versicherten vom 21. Januar 2019 bis 13. Februar 2019) an, es lägen (verkürzt 

wiedergegeben) eine Haemophilus influenzae-Pneumonie (BAL 22.01.19), ein 

chronisches hyperkapnisches Atemversagen bei schwergradigem obstruktivem Schlaf-

Apnoe-Syndrom (OSAS) und Adipositas-Hyperventilations-Syndrom, eine chronisch 

obstruktive Pneumopathie (COPD) GOLD Stadium 2(B), ED 12/2018, ein unklares 

neurologisches und febriles Zustandsbild (Vd. a. malignes Neuroleptika-Syndrom, DD 

medikamentös [Drug fever]), eine Anpassungsstörung mit depressiver Komponente 

(aktuell hyperaktives Delir während MIPS-Aufenthalt), eine akute 

Nierenfunktionsverschlechterung AKIN 3 mit erhaltener Diurese, ein Diabetes mellitus, 

a.e. Typ 2, ED 23.01.2019, ein radikuläres Reiz- und sensorisches Ausfallsyndrom links 

vom Typ L5 und eine morbide Adipositas (der Versicherte sei fremdanamnestisch nur 

noch in der Wohnung mobil) vor. Der Versicherte sei intubiert worden. Nach einem 

prolongierten Aufwachversuch sei es zu einer Hyperthermie gekommen. Bei u.a. höher 

dosiertem Seroquel [Wirkstoff Quetiapin, atypisches Neuroleptikum] habe ein malignes 

Neuroleptika-Syndrom nicht ausgeschlossen werden können. Für die prolongierte 

Vigilanzminderung habe sich keine Erklärung gefunden. Die 

Nierenfunktionsverschlechterung sei a.e. prärenal im Rahmen der Sepsis und der 

Rhabdomyolyse interpretiert worden. Neu seien beim kardial grenzwertig 

kompensierten Versicherten Beinödeme aufgetreten. Echokardiographisch seien eine 

erhaltene "EF" von 65 % und ein dilatierter rechter Ventrikel sichtbar geworden. Der 

A.n. 

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leichte Schwindel bei Mobilisation sei a.e. im Rahmen der Blutdrucknormalisierung 

nach der Beatmungstherapie interpretiert worden.

Das Rehazentrum G.___ hatte in einem provisorischen Austrittsbericht vom 

26. Februar 2019 (IV-act. 97-17 bis 19; über einen Aufenthalt des Versicherten vom 

13. Februar 2019 bis 26. Februar 2019) bekannt gegeben, bei Eintritt habe der 

Versicherte über eine starke Dekonditionierung und leichten Schwindel (bei St. n. 

Pneumonie) berichtet. Am pulmologisch orientierten Rehabilitationsprogramm habe er 

motiviert und engagiert teilgenommen. Bei Austritt sei der Versicherte für 1200 m ohne 

Hilfsmittel mobil gewesen und er habe 48 Treppenstufen steigen können und eine 

minimale periphere Sauerstoffsättigung von 88 % aufgewiesen. Er sei in gebessertem 

Allgemeinzustand entlassen worden. - Im Austrittsbericht vom 13. März 2019 (IV-

act. 102) attestierte das Rehazentrum dem Versicherten eine volle Arbeitsunfähigkeit 

bis 10. März 2019 (danach Beurteilung durch die nachbehandelnden Ärzte).

A.o. 

Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung ging am 18. März 

2019 (IV-act. 98) von einer Arbeitsfähigkeit des Versicherten für vier Stunden pro Tag in 

adaptierten Tätigkeiten aus. - In einem Besprechungsprotokoll vom 7. Mai 2019 (IV-

act. 104) wurde festgehalten, die IV-Eingliederungsverantwortliche halte dafür, dass 

aus somatischer und psychischer Sicht keine verwertbare Arbeitsfähigkeit vorhanden 

sei und sich die medizinische Situation seit der letzten Zuteilung (an sie) eher 

verschlechtert als verbessert zu haben scheine. Gemäss RAD bestehe die Möglichkeit, 

dass sich die Sauerstoffsättigung von weniger als 88 % vor zwei Monaten, womit keine 

Arbeitsfähigkeit bestanden habe, verbessert habe. Das lasse sich ohne Unterlagen 

aber nicht beurteilen. Es könne davon ausgegangen werden, dass keine verwertbare 

Arbeitsfähigkeit bestehe. - In einem Verlaufsprotokoll vom 7. Mai 2019 (IV-act. 105) 

wurde berichtet, aus der Sicht der IV-Eingliederungsverantwortlichen und der 

behandelnden Ärzte bestehe eine Arbeitsfähigkeit von weniger als 50 %. Eine 

Eingliederung sei nicht realistisch. Eine verwertbare Arbeitsfähigkeit bestehe nicht 

(gemäss Assessment- und Verlaufsprotokoll vom gleichen Tag medizinisch zurzeit volle 

Arbeitsunfähigkeit, IV-act. 106).

A.p. 

Am 4. Juni 2019 (IV-act. 108) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem 

Versicherten mit, es bestehe kein Anspruch auf weitere berufliche Massnahmen, da 

solche aufgrund des Gesundheitszustands zurzeit nicht möglich seien.

A.q. 

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Dr. E.___ gab am 10. August 2019 (IV-act. 109) an, die Leistungsverminderung des 

Versicherten betrage 80 bis 100 %. - Die Klinik für Pneumologie und Schlafmedizin am 

Kantonsspital St. Gallen hatte in einem Sprechstundenbericht vom 4. Juni 2019 (IV-

act. 109-6 bis 9) bekanntgegeben, es sei zu einem stabilen Verlauf ohne Infekte/

Exazerbationen gekommen. Im Vordergrund stünden die Beschwerden am Rücken. 

Lungenfunktionell finde sich weiterhin eine mittelschwere Obstruktion mit normaler 

Diffusionskapazität. - Dr. D.___ berichtete am 23. August 2019 (IV-act. 111), seit 

Februar 2019 habe der Versicherte unter einer anhaltenden mittelschweren 

depressiven Symptomatik gelitten, allerdings stark angstbetont im Sinn einer 

zusätzlichen reaktiven stress- bzw. schmerzbedingten generalisierten Angststörung. Es 

sei zur Wiederherstellung des Tag-/Nachtrhythmus gekommen. Der Versicherte 

unternehme regelmässige kurze Spaziergänge und pflege wieder Kontakte in seinem 

engen Familienkreis. Es lägen gleichzeitig eine rasche geistige und körperliche 

Erschöpfung, anhaltende Ängstlichkeit und Antriebsstörungen vor. Nur theoretisch 

bestehe rein psychiatrisch betrachtet eine Arbeitsfähigkeit von höchstens 50 %. Es sei 

von einem chronifizierten und psychiatrisch teil-therapieresistenten Krankheitsverlauf 

auszugehen. Dazu leide der Versicherte eindeutig und sehr glaubhaft unter 

therapieresistenten Schmerzen, die zu einer anhaltenden Störung der 

Stressmodulationsfähigkeit mit den Symptomen der generalisierten Ängstlichkeit 

führten.

A.r. 

In seinem polydisziplinären Gutachten vom 28. Januar 2020 (IV-act. 122; 

Untersuchungen im November und Dezember 2019) gab das Ärztliche 

Begutachtungsinstitut ABI bekannt, beim Versicherten lägen als Diagnosen mit Einfluss 

auf die Arbeitsfähigkeit (verkürzt wiedergegeben) ein chronisches lumbovertebrales 

Schmerzsyndrom, eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 

Faktoren, eine sonstige rezidivierende depressive Störung, eine chronisch obstruktive 

Ventilationsstörung und ein obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom vor. Ohne Einfluss auf 

die Arbeitsfähigkeit seien ein metabolisches Syndrom, ein St. n. Haemophilus 

influenzae-Pneumonie und ein Nikotinabusus. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit sei 

seit Februar 2016 von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Adaptierte 

Tätigkeiten (mit den genannten Anforderungen) seien dem Versicherten an sieben bis 

acht Stunden pro Tag zumutbar. Ein leicht erhöhter Pausenbedarf bedinge dabei eine 

A.s. 

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gewisse Leistungseinbusse. Die Arbeitsfähigkeit betrage 80 %, und zwar orthopädisch, 

psychiatrisch und pneumologisch bedingt. Diese Arbeitsfähigkeit könne gemittelt über 

die Zeit seit Februar 2016 angenommen werden.  

Mit Vorbescheid vom 12. Februar 2020 (IV-act. 126) kündigte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung seines Gesuchs 

vom 5. Juli 2016 bei einem Invaliditätsgrad von 28 % (Valideneinkommen Fr. 67'102.--; 

Invalideneinkommen Fr. 48'313.--, nach Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzugs 

von 10 %) an. - Mit Einwand vom 18. März 2020 (IV-act. 132) liess der Versicherte 

vorbringen, das ABI habe den Verlauf der beruflichen Massnahmen bei aktenkundig 

bester Motivation nicht in Betracht gezogen. Die dahinter stehende Auffassung, die 

Einschätzungen der entsprechenden Fachpersonen seien für die Taxation der 

Arbeitsfähigkeit unbeachtlich, sei widerrechtlich. Sollte sich bei einer Abklärung 

ergeben, dass entgegen der Auffassung des ABI-Orthopäden, der diese als nicht 

nachvollziehbar bezeichnet habe, Operationsindikationen bestanden hätten, sei die 

Würdigung der Vorberichte von Dr. F.___ durch den Gutachter nicht schlüssig. Das 

Gutachten sei dann zur Gänze nicht mehr haltbar. Der ABI-Orthopäde habe zudem 

alles, was den Akten zu entnehmen sei, verworfen und pauschal seine Klinik dagegen 

gesetzt. Zum psychiatrischen Teilgutachten habe der behandelnde Facharzt im 

beigelegten Bericht vom 9. März 2020 (IV-act. 132-4 f.) Stellung genommen. Eine 

mangelnde Compliance bei der Medikamenteneinnahme könne bei dem zu seiner 

Wiedereingliederung stets sehr motivierten Versicherten ausgeschlossen werden. Die 

Tatsache, dass zwei Jahre lang eine Anpassungsstörung habe diagnostiziert werden 

müssen, bilde einen neuen, in die Beurteilung einzubeziehenden Sachverhalt. Der ABI-

Gutachter gehe fehl, wenn er schreibe, es liege nach wie vor eine reaktive 

Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion vor, die aber aus formalen 

Gründen anders klassifiziert werden müsse. Er vermöge die Diagnostik von Dr. D.___ 

nicht zu widerlegen. Eine generalisierte Angststörung und eine rezidivierende 

depressive Störung seien gemäss Dr. D.___ per definitionem eigenständig und 

selbstunterhaltend. Der Gutachter gehe fehl, wenn er solche Störungen verneine. Auf 

das psychiatrische Gutachten könne angesichts dieser Mängel nicht abgestellt werden. 

- Dr. D.___ hatte dem Rechtsvertreter am 9. März 2020 auf vier Fragen geantwortet und 

dabei ausgeführt, der Gutachter habe sich weder mit seiner diagnostischen Beurteilung 

A.t. 

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noch mit den etablierten therapeutischen Massnahmen fachgerecht 

auseinandergesetzt. Aufgrund der chronischen Schmerzen sei es beim Versicherten 

initial zum Ausbruch einer generalisierten Angststörung und im Verlauf zu einer 

depressiven Störung gekommen. Mittlerweile müsse von einer eigenständigen und sich 

selbst unterhaltenden psychischen Störung mit Krankheitswert und langfristigem 

Einfluss auf die Leistungsfähigkeit ausgegangen werden. Das habe der Gutachter 

diagnostisch selbst festgestellt. Eine rezidivierende depressive Störung sei per 

definitionem eine eigenständige und sich selbst unterhaltende depressive Störung. Es 

könne beim Versicherten nicht mehr nur von einem reaktiven Geschehen ausgegangen 

werden. Die Angabe des Gutachters zur Compliance zeige seine Wissenslücken 

(betreffend Pharmakokinetik) und seine fehlende therapeutische Erfahrung. Das 

Antidepressivum Valdoxan nehme der Versicherte abends ein, weil es auch eine 

schlaffördernde Wirkung habe. Da es höchstens eine Stunde danach im Blut 

festzustellen sei, könne es am folgenden Tag nicht im therapeutischen Bereich 

nachgewiesen werden. Das Neuroleptikum Solian werde dem Versicherten wegen der 

generalisierten Angststörung verschrieben. Der therapeutische Bereich der 

Neuroleptika sei für die Behandlungen von psychotischen Zuständen bestimmt, 

während bei anderen Indikationen wie Schlafförderung, Angstdämpfung oder 

Beruhigung in der Regel eine niedrigere Dosis angewendet werde. Beim Versicherten 

werde der therapeutische Bereich gar nicht angestrebt.

Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle richtete drei vom RAD ausgearbeitete 

Fragen (vgl. IV-act. 133 f.) an die Gutachterstelle. - Das ABI antwortete am 14. April 

2020 (IV-act. 135). Berufsberatung und Eingliederung könnten nur von derjenigen 

Arbeitsfähigkeit ausgehen, die konkret auch umgesetzt werden könne und die mit der 

subjektiven Arbeitsfähigkeit und Motivation korreliere. Die medizinisch-theoretische 

Arbeitsfähigkeit, die gutachterlich festzulegen sei, bemesse sich an der aufgrund der 

objektiven Befunde möglichen Arbeitsfähigkeit. Wenn es weder klinisch noch 

bildgebend eine Indikation für eine Operation gebe, sei es nicht am gutachterlichen 

Untersucher, das ausführlich darzulegen. Vielmehr müsste umgekehrt ein Operateur 

darlegen, weshalb ohne neurologische Mituntersuchung und ohne motorische Ausfälle 

eine solche Operation nötig sein sollte. Die sowohl klinisch wie radiologisch 

objektivierbaren Befunde vermöchten nicht zu begründen, weshalb die Arbeitsfähigkeit 

A.u. 

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des Versicherten in leichten, gut adaptierten Tätigkeiten wesentlich eingeschränkt sein 

sollte, und das erst noch so stark, wie es nicht einmal für eine auf einen Rollstuhl 

angewiesene Person nachvollzogen werden könnte. Es hätten keine Hinweise 

gefunden werden können, dass eine Angststörung vorliegen sollte. Daher könne das 

auch nicht ausführlich begründet werden. Umgekehrt müsste vielmehr Dr. D.___ 

ausführlich begründen, weshalb plötzlich eine Angststörung - und mit welchen Kriterien 

- vorliegen sollte. Für eine mögliche Einschränkung (der Arbeitsfähigkeit) sei das 

Ausmass der depressiven Störung entscheidend. Eine wesentliche Einschränkung 

durch die affektive Störung sei nicht begründbar, weil sich eine höhergradige oder 

mittelgradige depressive Störung nicht habe nachweisen lassen.

Am 2. Juni 2020 (IV-act. 138, Eingangsdatum) reichte der Rechtsvertreter des 

Versicherten einen Arztbericht von Dr. F.___ vom 20. Mai 2020 (IV-act. 139) und einen 

Arztbericht von Dr. D.___ vom 26. Mai 2020 (IV-act. 140) ein. - Dr. F.___ hatte erklärt, 

der Versicherte klage über anhaltende Lumbalgien und Lumboischialgie rechts. 

Deshalb sei er körperlich und psychisch dekonditioniert. Die aktuellen klinischen und 

neuroradiologischen Befunde hätten keine Operationsindikation ergeben. Aus 

neurochirurgischer Sicht sei der Versicherte auch für leichtere adaptierte Tätigkeiten zu 

70 % arbeitsunfähig. Seit der Pneumonie im Januar/Februar 2019 habe sich sein 

Allgemeinzustand verschlechtert. Bei körperlichen Belastungen habe er Atemnot. - 

Dr. D.___ hielt dafür, die Antwort des Gutachters auf seine fachliche Begründung sei 

alles andere als eine fachliche Stellungnahme eines Experten. Es mangle diesem 

offenbar an therapeutischer Erfahrung, sonst hätte er gewusst, dass eine reaktive 

generalisierte Angststörung bei chronischen Schmerzpatienten als häufigste 

psychiatrische Komorbidität vorhanden sei. Als Störung der Stressmodulationsfähigkeit 

manifestiere sie sich mit anhaltenden inneren Anspannungen, Gereiztheit, 

Konzentrationsstörungen, allgemeiner Ängstlichkeit, unsinnigen Sorgen, 

Schlafstörungen, motorischen Anspannungen mit konsequenten (ev. gemeint 

konsekutiven) Muskelverspannungen vor allem im Nackenbereich, vegetativer Über­

erregbarkeit und einer Vielzahl funktioneller Beschwerden (wie Attacken von Herzrasen, 

Schweissausbrüchen, Schwindelgefühlen). Alle diese Symptome habe der Versicherte 

gehabt, doch seien sie beim ABI nicht erhoben worden, weil der Gutachter eine 

psychiatrische Krankheits- bzw. Symptomentwicklung weder nachgefragt noch 

A.v. 

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dokumentiert habe. Mittlerweile habe sich die psychische Verfassung des Versicherten 

erheblich verschlechtert mit sogar ___ H.___, weshalb er in die tagesklinische 

Behandlung aufgenommen worden sei. [...] Derzeit sei er wegen der schweren 

depressiven Symptomatik wieder voll arbeitsunfähig.

Der RAD nahm am 3. Juni 2020 (IV-act. 141) zu den Berichten Stellung und 

empfahl, einen aktuellen psychiatrischen Bericht von der Tagesklinik einzuholen.

A.w. 

Der Rechtsvertreter des Versicherten reichte am 15. Juni 2020 (IV-act. 144) einen 

Bericht des Zentrums für Schlafmedizin am Kantonsspital St. Gallen vom 12. Juni 2020 

(IV-act. 145) ein. Darin wurde dargelegt, bei der Lungenfunktionsprüfung gemäss 

Teilgutachten, fünf Tage nach der letzten Messung im berichtenden Zentrum, habe sich 

erfreulicherweise eine Zunahme der Einsekundenkapazität bei jedoch Abnahme der 

Vitalkapazität ergeben. Das könne an der unterschiedlichen Umsetzung der Messung 

durch den Versicherten liegen, doch falle differenzialdiagnostisch bei diesen 

schwankenden Werten auch ein Asthma bronchiale in Betracht. Es sei auch eine 

signifikante Sauerstoffabnahme beim Treppensteigen erwähnt worden, was für eine 

Einschränkung der Leistungsfähigkeit spreche. Es sei nach Ablauf von inzwischen 

sechs Monaten eine Spiroergometrie, allenfalls mit vorgängig erneuter 

Lungenfunktionsprüfung zur Objektivierung der Voluminaschwankungen, zu empfehlen.

A.x. 

Dr. D.___ gab in einem IV-Arztbericht vom 8. August 2020 (IV-act. 150) an, es liege 

beim Versicherten eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige 

Episode mit somatischen Symptomen, vor. Die bisherige Tätigkeit sei dem Versicherten 

zu maximal 50 %, eine adaptierte sei ihm zu 50 % zumutbar. Vom 1. Mai 2020 bis 

30. Juni 2020 sei er in allen Tätigkeiten voll arbeitsunfähig gewesen. Seit dem Bericht 

vom 8. März 2018 sei es zu wiederkehrenden schweren depressiven 

Dekompensationen mit ___ H.___ gekommen. Zurzeit sei auch eine ___ H.___ nicht 

vorhanden, doch berichte der Versicherte immer wieder über [...]. Es bestünden eine 

eingeschränkte Konzentrationsdauer, rasche körperliche und geistige Ermüdung, 

Konzentrationsstörungen, Antriebsstörungen, eine verlangsamte Psychomotorik und 

Störungen der sozialen Interaktionen. Die Tagesstruktur sei knapp erhalten, es gebe ein 

unterstützendes Familiennetz. Der Versicherte verfüge über gute Sprachkenntnisse für 

Hilfsarbeitertätigkeiten.

A.y. 

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B.

Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Kurt Gemperli für den 

Betroffenen am 23. November 2020 erhobene Beschwerde (act. G 1). Der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beantragt, die angefochtene Verfügung sei 

aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei eine Rente zuzusprechen, unter Kosten- 

und Entschädigungsfolge (zuzüglich MwSt). Im Anschluss an die Begutachtung habe 

der Beschwerdeführer eine Reihe medizinischer Berichte vorgelegt, die gegen die 

Schlüssigkeit des Gutachtens sprächen. Die Beschwerdegegnerin habe in diesem 

Zusammenhang nicht kohärent gehandelt und die Untersuchungsmaxime verletzt. Das 

Gutachten sei nicht schlüssig. Dr. D.___ habe überzeugend begründet, dass der 

Beschwerdeführer seine Medikamente korrekt einnehme. Hierzu habe sich das ABI 

nicht vernehmen lassen und die Annahme einer Malcompliance ziehe sich ohne weitere 

Begründung durch alle RAD-Stellungnahmen und werde in der angefochtenen 

Verfügung festgehalten. Bekanntlich würden Gutachter von einer unzuverlässigen 

Das ABI nahm am 25. August 2020 (IV-act. 153) zu den Berichten des Zentrums 

für Schlafmedizin am Kantonsspital St. Gallen und von Dr. D.___ Stellung. Dem ersten 

Kurzbericht sei nichts zu entnehmen, das als in irgendeiner Weise konträr zum 

Gutachten erachtet werden könnte. Dr. D.___ habe im Verlaufsbericht genau die 

gleichen Diagnosen gestellt wie in den vorangehenden Berichten, insbesondere in 

jenem vom 23. August 2019. Dieser Bericht sei im Gutachten bereits kommentiert 

worden. Insgesamt ergebe sich eine unveränderte Situation. Eine Angststörung habe 

Dr. D.___ nun offensichtlich auch nicht mehr finden können.

A.z. 

Am 23. September 2020 (IV-act. 156) brachte der Rechtsvertreter des 

Versicherten vor, die begründete Beurteilung der Eingliederungsfachpersonen 

widerspreche den Schlussfolgerungen des ABI diametral. Dem renommierten 

Neurochirurgen werde unterstellt, ohne medizinisch relevanten Grund schwere 

Operationen durchgeführt zu haben. Und der (sc. behandelnde) Psychiater sei selber 

Gutachter und habe mit erheblichem Aufwand am Verfahren mitgewirkt, sei aber 

schlicht nicht gehört worden. Auf einer solchen Grundlage sei die Ablehnung eines 

Leistungsgesuchs juristisch nicht akzeptabel.

A.aa. 

Mit Verfügung vom 20. Oktober 2020 (IV-act. 159) wies die Sozialversicherungs­

anstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Leistungsgesuch des Versicherten (wie am 

12. Februar 2020 in Aussicht gestellt) ab.   

A.ab. 

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Medikamenteneinnahme stets auf einen geringen Leidensdruck schliessen und das mit 

Gewicht in die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einfliessen lassen, auch wenn das 

gelegentlich nicht offen deklariert werde. Es handle sich somit um einen schweren 

Mangel des Gutachtens. Weiter sei der Hinweis auf nicht-organische 

Beschwerdekomponenten in der Verfügung verfehlt. Wenn zum Beleg bestimmter 

Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit auf den Verlauf von beruflichen Massnahmen 

und die Angaben der dort involvierten Fachpersonen verwiesen werde, laute die 

routinemässige Erwiderung von Gutachterseite, massgebend seien nicht die 

subjektiven Angaben einer versicherten Person, sondern die objektivierbaren Befunde 

und Funktionseinschränkungen. Beim Beschwerdeführer hingegen sei berichtet 

worden, er sei motiviert und wolle arbeiten, könne eine Arbeitstätigkeit aber 

gesundheitsbedingt nicht umsetzen. Aus der Sicht der IV-

Eingliederungsverantwortlichen bestehe eine Arbeitsfähigkeit von weniger als 50 % 

und eine Eingliederung sei nicht realistisch. In der Folge seien berufliche Massnahmen 

verwehrt worden. Es gebe somit hier Feststellungen der Beschwerdegegnerin, die zu 

einer Abweisung eines Leistungsanspruchs geführt hätten, und zwar ausdrücklich nicht 

wegen mangelnder Motivation, sondern wegen des Gesundheitszustands des 

Beschwerdeführers aus objektiver Sicht der Fachpersonen. Die Weigerung, dies zu 

würdigen, bilde einen weiteren schweren Mangel des Gutachtens und der 

angefochtenen Verfügung. Mit dem substanzlosen Satz, die vom Beschwerdeführer 

neu eingereichten Berichte legten keinen neuen Sachverhalt dar bzw. es könne keine 

Angststörung nachgewiesen werden, würden sich die Einwände der behandelnden 

Ärzte gegen das Gutachten nicht wegwischen lassen. Die Stellungnahme des ABI vom 

14. April 2020 sei offensichtlich ohne Aktenkenntnis und in befremdlicher 

gutachterlicher Oberflächlichkeit abgegeben worden. Letztlich werde dem 

Beschwerdeführer eine schlechte Motivation unterstellt, obwohl diese stets sehr gut 

gewesen sei. Solche gutachterlichen Fehlleistungen hätten einen ungünstigen Einfluss 

auf die Taxation der Arbeitsfähigkeit. Die Stellungnahme des RAD zum Bericht von 

Dr. F.___ (vom 20. Mai 2020) schliesse mit der Feststellung, der Arzt lege seine 

Operationsindikation nicht klar und plausibel dar, weshalb auf die Einschätzung der 

Gutachter abgestellt werden könne. Stattdessen hätte der RAD die Frage mit dem 

Operateur klären müssen. Die Antwort des ABI zur Angststörung stelle eine 

Verweigerung dar, denn es lasse sich durchaus auch diskutieren, weshalb 

Diagnosekriterien nicht gegeben seien. Danach sei eine Kommunikationspanne 

passiert. Die Beschwerdegegnerin habe von Dr. D.___ einen Verlaufsbericht ohne die 

vom RAD vorgesehene besondere Fragestellung eingeholt. Als Dr. D.___ diesen 

Verlaufsbericht erstellt habe, sei er selbstverständlich davon ausgegangen, dass sein 

vorangegangener Bericht vom 26. Mai 2020 bekannt sei. Jener Bericht sei dem ABI 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/33

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aber nicht zur Kenntnis gebracht worden, als man die Gutachterstelle um eine weitere 

Stellungnahme ersucht habe. Der Beschwerdeführer habe dann auf diesen Umstand 

hingewiesen. Mit der Stellungnahme des ABI vom 25. August 2020 sei die vom RAD 

aufgeworfene Frage betreffend den Bericht des Zentrums für Schlafmedizin am 

Kantonsspital St. Gallen nicht beantwortet worden. Zusammenfassend sei 

festzustellen, dass das Gutachten, zum Beispiel in der psychiatrischen 

Gesamtbeurteilung, für sich schon mager sei. Dem Wunsch des RAD nach einer 

eingehenden Diskussion der Stellungnahmen der behandelnden Ärzte sei nicht 

entsprochen worden. Faktenwidrig sei dem Beschwerdeführer schlechte Motivation 

unterstellt worden, obwohl seine seriöse Arbeitseinstellung als positive Ressource 

durchaus Erwähnung gefunden habe. Dem Beschwerdeführer, der sich stets 

kooperativ und motiviert gezeigt habe, werde man mit dem Gutachten und der 

angefochtenen Verfügung nicht gerecht.

C.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 4. Februar 2021 (act. G 4) beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Das ABI habe festgehalten, bei 

den vorliegenden somatischen Komorbiditäten könne von der vorgeschlagenen 

Optimierung der Psychopharmaka-Medikation keine höhere als die attestierte 

Arbeitsfähigkeit erwartet werden. Die im Gutachten erwähnte Malcompliance bei der 

Medikamenteneinnahme habe daher keinen Einfluss auf die Höhe der Arbeitsfähigkeit. 

Der Gutachter der Psychiatrie habe auch nachvollziehbar dargelegt, dass die 

psychische Symptomatik in engem Zusammenhang mit den körperlichen Beschwerden 

stehe, so dass keine eigenständige depressive Störung festgestellt werden könne. Die 

ängstliche Zukunftserwartung des Beschwerdeführers sei im Rahmen des depressiven 

Syndroms zu sehen. Die Stellungnahme von Dr. D.___ vom 26. Mai 2020 sei zwar dem 

ABI nicht vorgelegt worden, doch habe der RAD dazu dargelegt, dass unklar sei, 

weshalb der Arzt die Symptomatik einer Angststörung erst da beschrieben habe. Dem 

Gutachter habe der Bericht von Dr. D.___ vom 23. August 2019 vorgelegen, in welchem 

dieser bereits eine reaktive generalisierte Angststörung diagnostiziert habe. Entgegen 

den Vorbringen des Beschwerdeführers seien Dr. D.___ auch die Fragen gemäss RAD 

mit Schreiben vom 3. Juni 2020 (Beilage) vorgelegt worden. Auch zur Frage der 

Operationsindikation sei vom ABI und vom RAD ausführlich Stellung genommen 

worden. Der Hinweis auf eine nicht-organische Beschwerdekomponente sei keinesfalls 

mit einer Aggravation oder bewusstseinsnahen Symptomverdeutlichung gleichzusetzen 

und bilde keinen Widerspruch im Gutachten. Die Arbeitsfähigkeit sei nach der 

Rechtsprechung ausschliesslich medizinisch-theoretisch zu bestimmen. Der RAD habe 

am 16. November 2017 festgehalten, die im Abklärungsbericht beschriebene 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/33

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Arbeitsfähigkeit von lediglich 20 bis 30 % sei nicht plausibel. Es müsse eine solche von 

mindestens 60 %, steigerungsfähig auf ein volles Pensum, vorliegen. Abgesehen von 

der vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit zurzeit der Sauerstoffsättigung von 88 % sei 

der RAD aufgrund der objektiven Befundlage immer von einer erheblich höheren 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ausgegangen, als sie anlässlich der 

beruflichen Abklärung festgestellt worden sei. Aus den Angaben des 

Beschwerdeführers werde eine subjektive Krankheitsüberzeugung ersichtlich, habe er 

doch erklärt, sich eine Tätigkeit an zwei bis drei Stunden pro Tag vorstellen zu können 

bzw. eine Tätigkeit im Pensum von 30 bis 40 % aufnehmen zu wollen. Das 

Ausscheiden allfälliger Motivationsmängel vom willentlich nicht steuerbaren 

Unvermögen, eine volle Leistung zu erbringen, sei nicht möglich. Der Bericht der 

beruflichen Abklärung stelle daher keine taugliche Beweisgrundlage dar. Dem ABI-

Gutachten komme voller Beweiswert zu.

D.

Mit Replik vom 11. Juni 2021 (act. G 12) bringt der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers vor, wenn zu Unrecht Malcompliance angenommen worden sei, sei 

das ein schwerer Fehler bei der Taxation der Arbeitsfähigkeit. Von festgestellter 

Malcompliance werde immer auf einen verminderten Leidensdruck geschlossen, 

unabhängig davon, ob von besserer Compliance eine höhere Arbeitsfähigkeit erwartet 

werde oder nicht. Die betreffenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin gingen 

somit an der Sache vorbei. Das ABI habe sich einzig mit dem Bericht von Dr. D.___ 

vom 8. August 2020 befasst, mit den Angaben im Bericht vom 26. Mai 2020 aber nicht. 

Dass die Stellungnahme auf unvollständiger Aktengrundlage erfolgt sei, entwerte sie 

stark. Stehe die von medizinischen Gutachtern ermittelte Einschätzung der 

Leistungsfähigkeit in offensichtlicher und erheblicher Diskrepanz zu der gemäss 

Einschätzung von Berufsfachleuten objektiv realisierbaren Leistung, vermöge das nach 

der Rechtsprechung ernsthafte Zweifel an den ärztlichen Annahmen zu begründen und 

sei das Einholen einer klärenden Stellungnahme unabdingbar. Das ABI habe diese 

Berichte weder bei der Erstellung des Gutachtens noch gemäss den nachfolgenden 

Äusserungen zur Kenntnis genommen, sondern halte dafür, das sei nicht notwendig. 

Das sei ein schwerer Mangel des Gutachtens. Es könne der Beschwerdegegnerin nicht 

gelingen, die klaren Aussagen ihrer eigenen Berufsfachleute als blosse Wiedergabe 

subjektiver Einschätzungen zu diskreditieren. 

E.

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/33

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Die Beschwerdegegnerin hat am 23. Juni 2021 (act. G 14) an ihrem Antrag festgehalten 

und im Übrigen auf die Erstattung einer Duplik verzichtet.  

Erwägungen

1.

Im Streit liegt die Verfügung vom 20. Oktober 2020, mit welcher die 

Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch des Beschwerdeführers abgelehnt hat. 

Weitere berufliche Massnahmen zu gewähren, hatte die Beschwerdegegnerin zuvor mit 

Mitteilung vom 4. Juni 2019 abgelehnt, da solche aufgrund des Gesundheitszustands 

des Beschwerdeführers zurzeit nicht möglich seien. Der Beschwerdeführer lässt in der 

Beschwerde allein Rentenleistungen beantragen.  

2.

Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder 

verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1) gewesen sind (lit. b) 

und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). - 

Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsfähigkeit im Sinn von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG 

liegt vor, wenn die versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen 

voll arbeitsfähig war (Art. 29  IVV; Bundesgerichtsurteile vom 16. Februar 2018, 

8C_633/2017 E. 3.4, und vom 10. August 2016, 9C_289/2016 E. 3.2). - Nach Art. 28 

Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte 

Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 

zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch 

auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch 

auf eine Viertelsrente. - Nach Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch 

frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des 

Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG. Die Schaffung dieser Bestimmung hat 

keine Veränderung des (nämlich in Art. 4 IVG und Art. 28 IVG geregelten) Zeitpunkts 

des Eintritts des Versicherungsfalls mit sich gebracht (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 

14. Dezember 2015, 9C_655/2015 E. 4; Entscheid des Versicherungsgerichts des 

Kantons St. Gallen vom 19. Oktober 2015, IV 2013/52 E. 1.2). Der Anspruch entsteht 

nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 beanspruchen kann.

ter

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/33

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3.  

Der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sind in 

der Zeit vom 19. November 2019 bis 9. Dezember 2019 polydisziplinär medizinisch 

begutachtet und eingeschätzt worden.

3.1. 

Zunächst lässt sich festhalten, dass dabei die geklagten Beschwerden erfragt 

wurden und Berücksichtigung fanden: Über die allgemeininternistische (fallführende) 

Untersuchung wurde im entsprechenden Teil des Gutachtens festgehalten, der 

Beschwerdeführer habe vor allem lumbale Rückenschmerzen, manchmal Schmerzen 

im rechten Oberschenkel, ausserdem ein fehlendes Gefühl in Dig. I und II des linken 

Fusses, eine Unsicherheit des linken Fusses und Atemnot bei Anstrengung beklagt. 

Nachts trage er eine Atemmaske und verspüre oft Beinkrämpfe. Er sei auch allgemein 

schneller ermüdbar und nervös. Seit er Solian nehme, gehe es diesbezüglich besser 

und dank der Einnahme von Sirdalud und Valdoxan abends schlafe er eigentlich 

ordentlich, sei aber am Morgen noch müde. Er fühle sich ausserdem unwichtig und 

wertlos (vgl. IV-act. 122-19 f.). Er könnte sich eine körperlich leichte Tätigkeit allenfalls 

an zwei bis drei Stunden pro Tag vorstellen (vgl. IV-act. 122-21). - Bei der 

psychiatrischen Begutachtung ergab sich gemäss Angaben im Gutachten, dass der 

Beschwerdeführer erklärt habe, es gehe ihm gesundheitlich nicht gut. Er habe 

Probleme mit dem Rücken, Schmerzen und Gefühlsstörungen und er könne nicht lange 

stehen oder sitzen. Besser gehe es, wenn er gehe oder liege. Die Rückenoperationen 

2016 und 2018 hätten eine Besserung gebracht, doch seien Restsymptome verblieben. 

Ausserdem habe er Probleme mit der Lunge (Atemnot). Wegen des Verlusts der Arbeit 

und der körperlichen Behinderungen fühle er sich menschlich wie ohne Wert. Seine 

Stimmung sei depressiv, oft störe ihn alles. Er verliere so den Mut. Oft werde ihm alles 

zu viel. Diese depressiven Zustände würden sich wellenförmig verhalten (vgl. IV-

act. 122-25 f.). - Anlässlich der orthopädischen Begutachtung gab der 

Beschwerdeführer gemäss den Darlegungen im Gutachten an, die 

Rückenbeschwerden hätten 2014 begonnen und stetig zugenommen. Der erste Eingriff 

habe guten Effekt mit Beschwerdefreiheit für drei bis vier Monate gezeigt, der zweite 

bei wieder einsetzenden Rückenschmerzen mit Ausstrahlung ins linke Bein habe nur 

vorübergehend geholfen. Geringe Linderung für zwei Wochen würden die beiden 

monatlich verabreichten Spritzen bringen. Während dieser Zeit benötige er das Seractil 

forte nicht. Er habe eine beidseitige Ausstrahlung und ein nicht eigentlich 

schmerzhaftes Kribbeln und Stechen vom distalen rechten lateralen Oberschenkel bis 

auf Höhe der Hüfte, weswegen er dann liegen oder sitzen bzw. die Position wechseln 

müsse. An den Zehen I/II der linken Seite bestehe ein Taubheitsgefühl. Daneben habe 

3.2. 

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er Lungenprobleme und sei froh, überlebt zu haben. Er habe im Januar 2019 zehn Tage 

lang im Koma gelegen (vgl. IV-act. 122-32 f.). - Bei der pneumologischen Exploration 

berichtete der Beschwerdeführer gemäss dem Gutachten, es gehe ihm von Seiten der 

Lunge in den letzten Monaten unter Therapie recht gut. 2015 habe er auch bei 

körperlich schwerer Arbeit keine Probleme mit der Atmung gehabt. Erst seit 2018, nach 

Körpergewichtszunahme um 25 kg in den letzten Jahren, habe er Atembeschwerden 

und Müdigkeit verspürt. Nach der Pneumonie habe er wieder (bisher) 24 kg Gewicht 

abgenommen. Er leide unter einer Anstrengungsdyspnoe II; nachts unter CPAP-

Therapie sei das nicht der Fall (vgl. IV-act. 122-41).  

Die Gutachter erhoben die Befunde und schätzten die zumutbare Arbeitsfähigkeit 

ein:

3.3. 

Der Gutachter der Allgemeinen Inneren Medizin hielt aufgrund der Verhaltens­

beobachtung fest, der Beschwerdeführer habe nach etwa 25 Minuten der 

Begutachtung wegen der Rückenbeschwerden aufstehen müssen (vgl. IV-act. 122-21). 

Ganz im Vordergrund stünden bei ihm die Schmerzsymptomatik, die 

belastungsabhängige Atemnot und die seelische Verfassung (vgl. IV-act. 122-23). Aus 

allgemeininternistischer Sicht sei der Beschwerdeführer an acht Stunden pro Tag bzw. 

zu 100 % arbeitsfähig. Auch in der Vergangenheit habe keine längerdauernde 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorgelegen (vgl. IV-act. 122-23).  

3.3.1. 

Der Gutachter der Orthopädie befasste sich eingehend mit den vom 

Beschwerdeführer beklagten Beschwerden. Er erhob die klinischen orthopädischen 

Untersuchungsbefunde. Zudem veranlasste er ein aktuelles MRI der LWS (vom 

21. November 2019; vgl. IV-act. 122-34 f.). Er beschrieb nachvollziehbar, welche 

orthopädischen, neurologischen und radiologischen Einschränkungen vorgefunden 

wurden (vgl. IV-act. 122-36 f.). Zusammenfassend hielt er fest, die beklagten 

Beschwerden würden sich durch die klinischen und radiologischen Befunde 

weitgehend begründen lassen. Die klinisch etwas inkonstante Präsentation weise aber 

doch auf eine gewisse nicht-organische Beschwerdekomponente hin. Die im Alltag 

geltend gemachten Einschränkungen bezüglich körperlich höherer Belastungen 

einerseits und bezüglich einer Schmerzzunahme bei fehlenden Positionswechseln 

anderseits könnten nachvollzogen werden (vgl. IV-act. 122-37). Der Gutachter schloss, 

für körperlich andauernd mittelschwere und schwere Verrichtungen sowie für solche, 

die mit der Einnahme von Zwangshaltungen verbunden seien (einschliesslich jener auf 

dem Bau), bestehe eine bleibende und vollständige Arbeitsunfähigkeit seit dem 

11. Februar 2016. Für körperlich leichte Verrichtungen unter Wechselbelastung 

3.3.2. 

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hingegen bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 90 % bei ganztägigem Pensum mit um 

10 % reduzierter Leistung aufgrund eines vermehrten Pausenbedarfs. Das wiederholte 

Heben und Tragen von Lasten über 10 kg sollte dabei ebenso vermieden werden wie 

die Einnahme von Zwangshaltungen (vgl. IV-act. 122-38). Für entsprechende 

Verrichtungen könne auf Ebene des Bewegungsapparates von einer praktisch 

uneingeschränkten Einsetzbarkeit ausgegangen werden (vgl. IV-act. 122-37). Die in den 

Vorakten attestierte volle Arbeitsunfähigkeit für die körperlich schwere Tätigkeit auf 

dem Bau sei dezidiert zu bestätigen, doch gehe aus den klinischen Angaben nicht 

hervor, weshalb für körperlich angepasste Verrichtungen eine höhergradige 

Arbeitsunfähigkeit resultieren sollte (vgl. IV-act. 122-37). 

Der Gutachter der Pneumologie erhob die Befunde, unter anderem auch durch 

eine aktuelle Plethysmographie (vom 9. Dezember 2019) und den Epworth Sleepiness 

Score. Der Beschwerdeführer habe langsam drei Stockwerke hochsteigen können und 

habe dann bei Sauerstoffsättigungsabfall auf 89 % und maximaler Herzfrequenz von 

103/Min. anhalten müssen. Innerhalb von sechs Minuten habe er sich erholt (vgl. IV-

act. 122-41 f.). Unter Inhalationstherapie liege nach der schweren COPD-Exazerbation 

mit notwendiger Intubation und Beatmung im Januar 2019 inzwischen (im Dezember 

2019) eine stabile pulmonale Situation mit einer lungenfunktionell leichten obstruktiven 

Ventilationsstörung vor. Das Schlaf-Apnoe-Syndrom sei erfolgreich therapiert. 

Aufgrund der Anamnese und der lungenfunktionellen und schlafmedizinischen Befunde 

sowie unter Berücksichtigung der Arbeitshypoxämie liege eine medizinisch-

theoretische Ateminvalidität der Klasse II bzw. ein Impairment von 20 % vor. Für die 

zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Bauarbeiter bestehe aus rein pneumologischer Sicht 

volle Arbeitsunfähigkeit, in körperlich vorwiegend leichten Arbeiten ohne Exposition 

gegenüber Kälte, Nässe oder Staub betrage sie 20 %, und zwar beides seit der 

Diagnose der COPD im Mai 2018 (vgl. IV-act. 122-44 f.).  

3.3.3. 

Der Gutachter der Psychiatrie erfragte die Angaben des Beschwerdeführers zu 

seinen Beschwerden sowie die Anamnese unter den verschiedenen Gesichtspunkten 

(vgl. IV-act. 122-25 ff.). Er hielt fest, der Beschwerdeführer habe erklärt, er sei durch die 

Rücken- und Beinschmerzen behindert und habe deswegen keine Ausdauer bei der 

Arbeit. Bei der Arbeitsabklärung habe man ihm eine Arbeitsfähigkeit von 30 bis 40 % 

auf dem ersten Arbeitsmarkt attestiert (vgl. IV-act. 122-26). Er würde gern eine leichte 

körperliche Tätigkeit (wie dort etwa das Herstellen von Blindenstöcken oder das 

Zuschneiden von Drähten) dieses Pensums aufnehmen und habe sich auch mehrfach 

beworben, finde aber keine Anstellung. Bei günstigen Verhältnissen sei ihm vielleicht 

eine Steigerung bis 50 % möglich (vgl. IV-act. 122-27). Der Gutachter erhob und 

3.3.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 22/33

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4.  

beschrieb den Befund und erklärte, im Affekt sei eine bedrückte Stimmungslage 

erkennbar gewesen, doch hätten Hinweise für eine schwer depressive Symptomatik 

nicht vorgelegen (vgl. IV-act. 122-28). Auf den Verlust der Arbeitskraft und der 

Arbeitsstelle habe der Beschwerdeführer depressiv reagiert. Es bestünden u.a. ein 

Wertverlust, ein Verlust des Selbstvertrauens, eine Teilresignation und eine bedrückte 

Stimmungslage. Die depressiven Schwankungen stellten eine Reaktion auf die 

anhaltenden körperlichen Beeinträchtigungen (Schmerzen) dar, seien also als 

Anpassungsstörung einzustufen. Da für solche Störungen aber in den Internationalen 

Klassifikationen formal eine höchstens zweijährige Dauer vorgesehen sei und der 

Beschwerdeführer diese Dauer überschritten habe, sei das depressive Geschehen als 

sonstige rezidivierende depressive Störung einzuordnen. Klinisch im Vordergrund stehe 

eine anhaltende Schmerzsymptomatik mit psychischen und somatischen Faktoren (vgl. 

IV-act. 122-29). Der Beschwerdeführer habe trotz mehrerer Vorbelastungen 25 Jahre 

lang eine Arbeit als Bauarbeiter leisten können. Die psychiatrische Symptomatik werde 

in starkem Mass durch den körperlichen Zustand bestimmt (vgl. IV-act. 122-29). Im 

Alltag seien deutliche Restaktivitäten vorhanden (vgl. IV-act. 122-29). Bei der 

Auseinandersetzung mit den Arztberichten von Dr. D.___ erklärte der Gutachter, eine 

eigenständige depressive Störung könne nicht festgestellt werden. Für eine 

eigenständige generalisierte Angststörung hätten sich keine Befunde ergeben. Im 

Vordergrund stehe eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Diese bestimme die 

Dynamik des Krankheitsgeschehens (vgl. IV-act. 122-29 f.). Der Beschwerdeführer 

zeige sich an einer weiteren Tätigkeit interessiert. Seine bisherige seriöse 

Arbeitseinstellung und seine stabilen familiären Ressourcen gäben Anlass zur 

Annahme, dass die Prognose für eine Restarbeitsfähigkeit nicht ungünstig sei (vgl. IV-

act. 122-30). Aus psychiatrischer Sicht seien in einer angepassten Tätigkeit gewisse 

Einschränkungen der Leistung zu erwarten. Eine Präsenz von sieben bis acht Stunden 

pro Tag wäre jedoch möglich. Insgesamt betrage die Arbeitsfähigkeit 80 % (vgl. IV-

act. 122-30 f.). Durchschnittlich könne seit (Frühjahr) 2016 von einer solchen 

Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden (vgl. IV-act. 122-31). 

Gegen die Stichhaltigkeit des Begutachtungsergebnisses lässt der Beschwerde­

führer verschiedene Einwände erheben.

4.1. 

So beanstandet er am orthopädischen Teil des Gutachtens den Hinweis, die 

Indikationen für die vorgenommenen Operationen seien nicht (klar) nachvollziehbar. 

Diese Äusserung machte der Gutachter im Zusammenhang mit der 

Auseinandersetzung mit den Vorakten und den früheren Untersuchungen (vgl. IV-

4.2. 

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act. 122-37), wie sie bei einer Begutachtung erwartet wird. Dabei zeigte er die dort 

gestellten Diagnosen und klinischen Feststellungen auf. Er hielt dafür, es würden 

Radikulopathien erwähnt, die aber nicht klar ausgewiesen worden seien, so dass die 

Operationsindikationen nicht (bzw. nicht klar, IV-act. 122-36) nachvollziehbar seien (vgl. 

IV-act. 122-37). Es wird ersichtlich, dass die diesbezügliche Einschätzung durch den 

Experten der Orthopädie medizinisch begründet wurde, was ihr Gewicht gibt. Der 

Gutachter hat auch zur Kenntnis genommen, dass der Beschwerdeführer zumindest 

den ersten Eingriff betreffend von einem guten Effekt berichtet hat. Er hat seine 

Schlussfolgerungen insgesamt auf umfassende Abklärungen gestützt. Für die 

zurückliegende Zeit hat er ab den beiden Wirbelsäuleneingriffen für je längstens sechs 

Monate eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert, vorher und nachher jeweils die 

Arbeitsunfähigkeit von 10 %. Ein Grund, auf das gutachterliche Ergebnis nicht 

abzustellen, zeigt sich nicht. Ergänzende Abklärungen zur Frage der 

Operationsindikationen sind nicht erforderlich. 

Gegen die psychiatrische Begutachtung lässt der Beschwerdeführer unter 

anderem vorbringen, ihr Ergebnis sei diagnostisch unzutreffend. Der Gutachter hatte 

wie erwähnt festgehalten, die depressiven Schwankungen des Beschwerdeführers 

seien als (reaktive) Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion einzustufen. 

Da sie länger als zwei Jahre angehalten hätten, seien sie aber als "sonstige 

rezidivierende depressive Störung" zu klassifizieren. Der behandelnde Psychiater 

Dr. D.___ hat am 23. August 2019 eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

mittelgradige Episode mit somatischen Symptomen (sowie eine reaktive generalisierte 

Angststörung), diagnostiziert. Diese und die früheren Einschätzungen von Dr. D.___ hat 

der Gutachter der Psychiatrie aufgenommen (vgl. IV-act. 122-29 f.). Aufgrund seiner 

Exploration hat er erklärt, dass die psychische Symptomatik des Beschwerdeführers 

nach wie vor in engem Zusammenhang mit den körperlichen Beschwerden stehe, so 

dass eine eigenständige depressive Störung nicht festzustellen sei. - Die gutachterliche 

Begründung (vgl. IV-act. 122-30) erscheint nach der Aktenlage gut nachvollziehbar. Mit 

ihr berücksichtigte der Gutachter auch die Belastungen aus der Lebensgeschichte des 

Beschwerdeführers (vgl. IV-act. 122-29 Ziff. 7.1), die durchlebten depressiven 

Schwankungen und die vorhandenen Beeinträchtigungen (vgl. IV-act. 122-29 Ziff. 6.3). 

Ein Mangel ist diesbezüglich nicht zu erkennen, weshalb die abweichende Auffassung 

von Dr. D.___ (wonach mittlerweile eine eigenständige und sich selbst unterhaltende 

psychische Störung vorliege) dagegen im Beweiswert nicht anzukommen vermag. 

Letzteres gilt auch für den Hinweis von Dr. D.___, dass eine reaktive generalisierte 

Angststörung als häufigste Komorbidität bei chronischen Schmerzpatienten auftrete 

und der Beschwerdeführer zahlreiche entsprechende Symptome aufgewiesen habe. 

4.3. 

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Was diese von Dr. D.___ diagnostizierte Störung betrifft, wies der Gutachter darauf hin, 

dass sich bei der Begutachtung für eine eigenständige generalisierte Angststörung 

keine Befunde ergeben hätten. Er berücksichtigte indessen, dass eine ängstliche 

Zukunftserwartung bestehe, und erklärte, diese sei im Rahmen des depressiven 

Syndroms zu erklären. Im Arztbericht vom 8. August 2020 erwähnte Dr. D.___ diesen 

Aspekt (der Angst) im Übrigen - soweit erkennbar - nicht mehr. Der Experte seinerseits 

diagnostizierte (nebst der depressiven Störung) in erster Linie eine chronische 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Massgebend ist zudem 

im Ergebnis weniger die diagnostische Ebene als vielmehr, welche Auswirkungen die 

Beeinträchtigungen haben. Den beiden Leiden mass der Gutachter der Psychiatrie in 

Kenntnis der Vorakten und nach Erhebung von Anamnese und Befunden eine 

Arbeitsunfähigkeit von 20 % zu. 

Des Weiteren macht der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers geltend, eine 

mangelnde Compliance bei der Medikamenteneinnahme sei beim stets sehr 

motivierten Beschwerdeführer ausgeschlossen. Die gegenteilige Feststellung des 

Gutachters der Psychiatrie habe Dr. D.___ überzeugend widerlegt. - Dieser Einwand 

zielt nach der Aktenlage auf die Antwort des Gutachters der Psychiatrie auf die im 

Gutachtensauftrag an ihn gerichtete Frage, ob die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers durch medizinische Massnahmen relevant verbessert werden 

könne. Darin legte der Gutachter dar, aus den Serumspiegelmessungen für Amisulprid 

und Agomelatin lasse sich schliessen, dass die Psychopharmaka-Einnahme nur 

unzureichend bzw. unregelmässig erfolge. Durch eine verbesserte Compliance lasse 

sich die Wirkung der Medikamente erhöhen, was sich auch hinsichtlich der 

Arbeitsfähigkeit auswirken müsste (vgl. IV-act. 122-31). Der Beschwerdeführer hatte 

dem Gutachter berichtet, er nehme morgens ein Solian (Wirkstoff Amisulprid, 

atypisches Neuroleptikum; zur Behandlung von akuten und chronischen schizophrenen 

Störungen) 100 mg und abends zwei Valdoxan (Wirkstoff Agomelatin, Antidepressivum) 

25 mg ein (vgl. IV-act. 122-26). - Die genannte Äusserung zur möglichen Verbesserung 

der Compliance machte der Gutachter der Psychiatrie wie erwähnt im Zusammenhang 

mit den Möglichkeiten einer künftigen therapeutischen Behandlung, nicht im Sinn einer 

Wertung des Leidensdrucks. Was die Kritik an der fachlichen Qualifikation des 

Gutachters hinsichtlich der Pharmakokinetik und ihre Begründung betrifft, ist 

festzuhalten, dass das entsprechende Schreiben von Dr. D.___ vom 9. März 2020 dem 

ABI zwar nicht zur Stellungnahme vorgelegt wurde (stattdessen formulierte der RAD 

eigene Fragen und liess lediglich das Einwandschreiben mitsenden, vgl. IV-act. 133-2), 

was als Manko erscheint. Dasselbe gilt im Weiteren für den Umstand, dass auch die 

Stellungnahme von Dr. D.___ vom 26. Mai 2020 nicht vorgelegt worden ist. Indessen 

4.4. 

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hat der Gutachter sowohl um die angegebenen Dosierungen der beiden Medikamente 

wie um die (gemäss Arzneimittelkompendium auch so vorgesehene abendliche) 

Tageszeit der Einnahme von Valdoxan gewusst. Bei der Begutachtung erfolgten die 

entsprechenden Serumspiegelmessungen (vgl. IV-act. 122-49). Die Labormessung des 

Antidepressivums im Serum vom 19. November 2019 ergab einen Wert von weniger als 

0.5 (bei einem Referenzbereich eine bis zwei Stunden nach Einnahme von 50 mg von 7 

bis 300) µg/l. Die betreffende Messung umfasste zudem eigens einen Stoff zur 

Compliance-Kontrolle (Metabolit; der länger nachweisbar ist, vgl. https://www.team-

w.ch/de/profile/4384?highlightquery=agomelatin), welcher negativ ausfiel (vgl. IV-

act. 122-49). Der Serumspiegel von Amisulprid lag mit 9 µg/l ebenfalls weit unter dem 

therapeutischen Bereich von 100 bis 320 (vgl. hierzu auch den Umstand, dass ein 

malignes Neuroleptika-Syndrom nicht hatte ausgeschlossen werden können). 

Polydisziplinär wurde im Gutachten empfohlen, die Serumspiegel regelmässig zu 

kontrollieren, und festgehalten, angesichts der Komorbiditäten aus somatischer Sicht 

könne davon allerdings keine höhere als die attestierte Arbeitsfähigkeit in einer dem 

somatischen Leiden adaptierten Verweistätigkeit erwartet werden (vgl. IV-act. 122-10). 

Ein Grund zu einem relevanten Zweifel am gesamten Begutachtungsergebnis ergibt 

sich unter diesem einzelnen Aspekt (Medikamenteneinsatz) mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nicht. Konsistenz und Plausibilität waren gemäss dem 

psychiatrischen Gutachten gegeben (vgl. IV-act. 122-29), die Tagesaktivitäten 

berücksichtigt worden (vgl. 122-27).

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Ferner stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, die begründeten 

Beurteilungen der Eingliederungsfachpersonen widersprächen den Schlussfolgerungen 

des ABI diametral. Sie nähmen eine Arbeitsfähigkeit von weniger als 50 % an und die 

Beschwerdegegnerin habe dem Beschwerdeführer daher (weitere) berufliche 

Massnahmen verwehrt. Die Institution hat in ihrem Schlussbericht vom 10. Mai 2017 

erklärt, der Beschwerdeführer habe mit einem Pensum von 50 % begonnen und dieses 

innerhalb von zwei Wochen auf eigene Initiative auf 100 % gesteigert. Es habe sich 

aber gezeigt, dass die Belastung erheblich zugenommen habe. Er habe nach der Arbeit 

eine Erholungszeit von 30 bis 60 Minuten gebraucht und den Schmerzmittelkonsum 

erhöht. Die Arbeitszeit sei dann auf sechs Stunden pro Tag reduziert worden. Der 

Beschwerdeführer sei bei der Arbeit motiviert gewesen und seine Arbeiten hätten den 

Qualitätsvorgaben vollumfänglich entsprochen. Die Quantität habe den Anforderungen 

hingegen nicht entsprochen. Er habe ein Pensum von 60 % geleistet und bezogen auf 

den ersten Arbeitsmarkt eine Leistungsfähigkeit von 20 bis 30 % gehabt (vgl. IV-

act. 45-5).

4.5. 

Nach der Rechtsprechung ist die Frage nach den noch zumutbaren Tätigkeiten 

und Arbeitsleistungen nach Massgabe der objektiv feststellbaren 

Gesundheitsschädigung in erster Linie durch die Ärzte und nicht durch die 

Eingliederungsfachleute auf der Grundlage der von ihnen erhobenen, subjektiven 

Arbeitsleistung zu beantworten (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 21. Februar 2018, 

8C_802/2017 E. 5.1.1). Den Erkenntnissen der Eingliederungsfachpersonen im Rahmen 

von beruflichen Abklärungen ist bezüglich der Beurteilung der Arbeits- und 

Leistungsfähigkeit zwar eine gewisse Aussagekraft zuzuerkennen. Solche Berichte 

basieren in der Regel jedoch nicht auf vertieften medizinischen Untersuchungen, 

sondern auf berufspraktischen Beobachtungen, welche in erster Linie die von ihnen 

erhobene, subjektive Arbeitsleistung der versicherten Person wiedergeben. Die Frage 

nach einem organischen Korrelat der Schmerzen und der daraus resultierenden 

Einschränkungen lässt sich gestützt darauf nicht restlos beantworten (vgl. 

Bundesgerichtsurteil vom 16. März 2017, 9C_646/2016 E. 4.2.2). Steht eine 

medizinische Einschätzung der Leistungsfähigkeit jedoch in offensichtlicher und 

erheblicher Diskrepanz zu einer Leistung, wie sie während einer ausführlichen 

beruflichen Abklärung bei einwandfreiem Arbeitsverhalten und -einsatz der versicherten 

Person effektiv realisiert wurde und gemäss Einschätzung der Berufsfachleute objektiv 

realisierbar ist, vermag dies ernsthafte Zweifel an den ärztlichen Annahmen zu 

begründen. Das Einholen klärender medizinischer Stellungnahmen ist diesfalls 

grundsätzlich unabdingbar (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 15. Februar 2019, 

4.5.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 27/33

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5.  

9C_534/2018 E. 2.2, und vom 6. Mai 2020, 8C_30/2020 E. 5.2.1). Die abschliessende 

Beurteilung der sich aus einem Gesundheitsschaden ergebenden funktionellen 

Leistungsfähigkeit obliegt indessen in der Hauptsache den ärztlichen Fachpersonen 

und nicht den Eingliederungsfachpersonen (vgl. Bundesgerichturteil vom 17. Juli 2019, 

8C_278/2019 E. 3.2.1). 

Wie vom Beschwerdeführer vorgebracht sind seine Motivation und die gute 

Qualität seiner Arbeit bestätigt worden und sie sind auch aufgrund der Aktenlage 

nachvollziehbar geworden und anerkennenswert. Eine Arbeitszeit von sechs Stunden 

(wie im Schlussbericht festgehalten) entspricht allerdings einem Pensum von rund 

70 %. Am 30. März 2017 war gar noch von einer Arbeitszeit des Beschwerdeführers 

von rund 77 % die Rede gewesen (nämlich von 6.5 Stunden pro Tag). Eine 

Arbeitsleistung dieses Ausmasses wurde zudem im September 2016 auch von 

ärztlicher Seite als zumutbar bezeichnet (vgl. IV-act. 17). An der medizinischen 

Zumutbarkeit sind wie erwähnt auch die Leistungen bei einer beruflichen Abklärung zu 

messen. Die namhafte Differenz zwischen dem genannten Pensum und der nach 

Angaben der Institution auf dem ersten Arbeitsmarkt verwertbaren Leistung (von 

lediglich 20 bis 30 %) erscheint zudem nicht ausreichend nachvollziehbar (vgl. hierzu 

auch die Einschätzung des RAD, IV-act. 51). Zu beachten ist ferner insbesondere, dass 

die Gutachter ihre Beurteilung in Kenntnis des Ergebnisses der beruflichen Abklärung 

abgegeben und in ihrer späteren Stellungnahme auf den Massstab der objektiven 

Befunde hingewiesen haben. 

4.5.2. 

Damit kann auf das Gutachten abgestellt werden. Den vom Ergebnis der polydis­

ziplinären Arbeitsfähigkeitsschätzung (für die Begutachtungszeit) abweichenden 

Beurteilungen der behandelnden Ärzte kommt kein Beweiswert zu, der massgebliche 

Zweifel hieran rechtfertigen könnte. 

4.6. 

Nach Art. 16 ATSG (vgl. Art. 28a Abs. 1 IVG) wird für die Bestimmung des 

Invaliditätsgrads das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der 

Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen). 

5.1. 

Bei der Ermittlung des Valideneinkommens wird in der Regel am zuletzt erzielten, 

nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten 

5.2. 

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Verdienst angeknüpft, da es der Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne 

Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 

6. Oktober 2020, 9C_316/2020 E. 3.1, und vom 22. August 2019, 9C_868/2018 E. 3.1, 

BGE 139 V 28 E. 3.3.2, BGE 129 V 222). - Beim Beschwerdeführer kann das 

Valideneinkommen nicht anhand eines solchen Einkommens an einer konkreten Stelle 

bemessen werden, da er beim Auftreten des ersten Bandscheibenvorfalls nach der 

Aktenlage am _. Februar 2015 die letzte der langjährigen Anstellungen (gemäss den 

Einträgen im IK-Auszug hat er dort im Jahr 2014, von elf auf zwölf Monate 

umgerechnet, ein Einkommen von Fr. 65'282.-- erzielt) nicht mehr innegehabt hat. 

Vielmehr rechtfertigt es sich, für die Bemessung des Valideneinkommens auf den 

statistischen Durchschnitt der Einkommen von Männern für einfache Tätigkeiten 

körperlicher oder handwerklicher Art, also des Kompetenzniveaus 1 (vgl. Anhang 2 der 

Textausgabe Invalidenversicherung, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, 

Gesetze und Verordnungen, 2019, herausgegeben von der Informationsstelle AHV/IV, 

S. 228, basierend auf der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung, LSE, des 

Bundesamtes für Statistik), abzustellen, wie es die Beschwerdegegnerin getan hat. Das 

entsprechende Durchschnittseinkommen betrug etwa im Jahr 2014 Fr. 66'453.--, im 

Jahr 2017 Fr. 67'102.-- (a.a.O.). 

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. 

Übt sie - wie der Beschwerdeführer - nach Eintritt der Invalidität keine Erwerbstätigkeit 

aus, namentlich weil sie nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls 

keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, können 

insbesondere LSE-Tabellenlöhne herangezogen werden (vgl. Bundesgerichtsurteile 

vom 27. August 2019, 9C_228/2019 E. 4.2.2, und vom 22. November 2019, 

8C_590/2019 E. 5.1). Das setzt voraus, dass die medizinische Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt, wie ihn Art. 16 ATSG 

voraussetzt, als verwertbar zu betrachten ist. Dieser massgebliche theoretische und 

abstrakte ausgeglichene Markt (vgl. BGE 134 V 64, BGE 129 V 480 E. 4.2.2) dient dazu, 

die Risiken von Arbeitslosigkeit und Invalidität voneinander abzugrenzen (vgl. Entscheid 

des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [seit 1. Januar 2007: Schweizerisches 

Bundesgericht] vom 10. Juli 2006, I 186/05 E. 2.3, Bundesgerichtsurteil vom 

23. September 2014, 9C_192/2014 E. 3.1; BGE 110 V 276 E. 4b). Der 

Beschwerdeführer verfügt gemäss gutachterlicher Beurteilung noch über eine 

Arbeitsfähigkeit von 80 %. Die Voraussetzungen einer adaptierten Tätigkeit sind nicht 

so einschränkend, dass sie eine Verwertung auf dem genannten massgeblichen 

Arbeitsmarkt nicht mehr zuliessen, umfasst dieser doch eine Vielzahl 

5.3. 

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unterschiedlichster Arbeitsmöglichkeiten - und selbst Nischenarbeitsplätze (vgl. 

Bundesgerichtsurteile vom 5. November 2018, 9C_304/2018 E. 5.1.1, und vom 

10. April 2019, 8C_811/2018 E. 4.4.1, vom 18. Dezember 2019, 9C_693/2019 E. 5.1.3, 

und vom 28. November 2014, 9C_485/2014). - Für das Valideneinkommen und als 

Ausgangswert für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist demnach derselbe 

Einkommensbetrag zu wählen. Der Invaliditätsgrad entspricht unter solchen 

Verhältnissen dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen 

Abzugs (zur Ermittlung des Invalideneinkommens) gemäss BGE 126 V 75 (vgl. 

Bundesgerichtsurteile vom 9. Mai 2016, 8C_934/2015 E. 2.1, und vom 20. April 2010, 

9C_215/2010 E. 5.2). 

Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre 

gesundheitlich zumutbare verbleibende (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen 

Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist 

ein Abzug von den Tabellenlöhnen zu machen. Bei der Bestimmung der Höhe des 

Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das 

Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu 

schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. 

BGE 134 V 322 E. 5.2 und BGE 126 V 75). - Der Beschwerdeführer kann gemäss dem 

Gutachten keine vollzeitliche Arbeit mehr leisten, sondern lediglich eine solche von 

sieben bis acht Stunden pro Tag (vgl. IV-act. 122-10). Deshalb fällt zwar allenfalls ein 

Teilzeitabzug in Betracht, doch wirkt sich die Teilzeitarbeit bei diesen Gegebenheiten 

(von rund 89 % Teilzeitarbeit) gemäss Tabelle T18 des Bundesamtes für Statistik (2018) 

bei Männern ohne Kaderfunktion (bei einem Beschäftigungsgrad von 75 bis 89 %) im 

Vergleich zur Vollzeitbeschäftigung nicht lohnmindernd aus. Arbeiten des 

Kompetenzniveaus 1, von welchen bei der Bemessung des Invalideneinkommens wie 

dargelegt ausgegangen wird, erfordern im Übrigen keine guten Sprachkenntnisse (vgl. 

Bundesgerichtsurteile vom 18. April 2019, 8C_687/2018 E. 5.3, vom 10. September 

2019, 8C_314/2019 E. 6.2, vom 29. Mai 2018, 9C_266/2017 E. 3.4.4, und vom 

18. August 2014, 9C_426/2014 E. 4.2). Die Beschwerdegegnerin hat indessen einen 

Abzug von 10 % vorgenommen, weil dem Beschwerdeführer lediglich noch leichte 

Tätigkeiten zumutbar sind (vgl. IV-act. 159-2), während er früher jahrelang auf dem Bau 

tätig gewesen ist. Ein Abzug wegen nicht mehr zumutbarer körperlich belastenderer 

Arbeit fällt, da der genannte Tabellenlohn (des Kompetenzniveaus 1) bereits eine 

Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst, nach der 

Rechtsprechung nicht ohne weiteres in Betracht (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 

20. April 2018, 9C_833/2017 E. 5.1, und vom 24. Mai 2018, 8C_884/2017 E. 4.2). Bei 

5.4. 

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6.  

einer Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers von 20 % kann dahingestellt bleiben, 

ob in das Ermessen der Beschwerdegegnerin einzugreifen wäre.

Ein rentenbegründendes Ausmass an Invalidität liegt jedenfalls (während der Zeit 

der Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers von 20 % in adaptierter Tätigkeit) nicht 

vor. 

5.5. 

Was den Sachverhalt in der zurückliegenden Zeit betrifft, wurde im Gutachten 

polydisziplinär festgehalten, es könne seit Februar 2016 in angestammter Tätigkeit eine 

volle und in adaptierter Verweistätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % (vgl. IV-

act. 122-10 Ziff. 4.11) bzw. "über die Zeit gemittelt" eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % 

(vgl. IV-act. 122-10 Ziff. 4.7.5) angenommen werden. - Im orthopädischen 

Teilgutachten war allerdings - was nachvollziehbar erscheint - festgehalten worden, die 

retrospektive Einschätzung der Arbeitsfähigkeit anhand anamnestischer Angaben und 

vorliegender Akten sei schwierig. Es sei jedoch jeweils nach den Wirbelsäuleneingriffen 

vom 11. Februar 2016 und vom 29. Mai 2018 von einer vollen Arbeitsunfähigkeit für 

sämtliche Tätigkeiten auszugehen und spätestens sechs Monate postoperativ von der 

Arbeitsunfähigkeit von 10 % (vgl. IV-act. 122-38). Dies ist überzeugend; die 

Arbeitsunfähigkeitsschätzung mittels eines Durchschnitts über die Zeit hinweg entfällt 

dagegen bei diesen Gegebenheiten. - Auch im pneumologischen Teilgutachten wurde 

eine separate Arbeitsfähigkeitsschätzung zum retrospektiven Verlauf abgegeben. Dort 

wurde dargelegt, diesbezüglich bestehe die Arbeitsunfähigkeit von 20 % in adaptierter 

Tätigkeit ab der Diagnose der COPD im Mai 2018 (vgl. IV-act. 122-44 f.).

6.1. 

Wird zudem der echtzeitliche Ablauf mitberücksichtigt, zeigt sich, dass der 

Beschwerdeführer (nach der Arbeitsunfähigkeit wegen des ersten 

Bandscheibenvorfalls, nach der Aktenlage am _. Februar 2015) vom 3. Juni 2015 bis 

7. Januar 2016 wieder arbeitsfähig war (womit eine allfällige Wartezeit unterbrochen 

wurde).

6.2. 

Ab 11. Februar 2016 erfolgten die Operation und die erste postoperative Phase. 

Im August 2016 war psychiatrisch gesehen keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden 

(vgl. IV-act. 16-1) und Dr. E.___ hatte im September 2016 Angaben gemacht, die (im 

Durchschnitt) auf eine Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers (in adaptierter 

Tätigkeit) von 17 % (IV-act. 17) schliessen lassen. Zudem wurde von einer 

Verbesserung des psychiatrischen Gesundheitszustands seit Januar/Februar 2017 (IV-

act. 37) berichtet. Bei einem möglichen Ablauf einer Wartezeit im Februar 2017 ist 

6.2.1. 

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demnach nicht von einer rentenbegründenden Arbeitsunfähigkeit in adaptierter 

Tätigkeit auszugehen und bezog der Beschwerdeführer ein IV-Taggeld (vgl. IV-act. 35), 

womit ein Rentenanspruch entfällt. - Im Dezember 2017 wurde von zunehmenden 

Rückenbeschwerden mit voller Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 53) und im März 2018 (IV-

act. 67) wurde von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % aus psychiatrischen Gründen 

berichtet. Diesen Arbeitsfähigkeitsschätzungen kann indessen in Anbetracht der 

Angaben im Gutachten nicht gefolgt werden.

Ab 29. Mai 2018 erfolgte indessen eine zweite postoperative Phase, die gemäss 

dem Teilgutachten bis längstens November 2018 dauerte. In dieser Zeit war der 

Beschwerdeführer auch für adaptierte Tätigkeiten voll arbeitsunfähig. Da er in seiner für 

die Wartezeit massgeblichen angestammten Tätigkeit auch in einem vor diesem 

Zeitpunkt (von Mai 2018) liegenden Jahr (immer noch) voll arbeitsunfähig war (vgl. 

Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG, Bundesgerichtsurteil vom 5. Oktober 2017, 9C_412/2017 E. 4; 

und im Übrigen seit dem erstmöglichen Ablauf ohne anschliessende Invalidität noch 

keine drei Jahre vergangen sind, vgl. Bundesgerichtsurteil vom 3. Juli 2013, 

9C_677/2012 E. 2.3 e contrario), sind mit dem Auftreten der längerdauernden vollen 

Erwerbsunfähigkeit bzw. Invalidität (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG; sowie Art. 28 Abs. 1 

lit. a IVG), die mit der Arbeitsunfähigkeit in adaptierter Tätigkeit ab Mai 2018 während 

eines halben Jahres verbunden ist, die Anspruchsvoraussetzungen für eine Rente 

erfüllt. - Der Beschwerdeführer hat demnach ab 1. Mai 2018 Anspruch auf eine ganze 

Rente.

6.2.2. 

Spätestens im November 2018 - mit Ablauf der postoperativen Phase - 

reduzierte sich gemäss dem Teilgutachten die Arbeitsunfähigkeit des 

Beschwerdeführers für adaptierte Tätigkeiten auf die im Übrigen attestierten 20 %. - 

Gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV ist die anspruchsbeeinflussende Änderung für die 

Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung bei einer Verbesserung der 

Erwerbsfähigkeit von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen 

werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 

berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate 

angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. - Noch bevor die 

genannte Verbesserung allerdings drei Monate hätte angehalten haben können, trat 

beim Beschwerdeführer ab Januar 2019 wegen des schweren, intensivmedizinische 

Versorgung erforderlich machenden Leidens (mit zehn Tage lang Koma, vgl. auch IV-

act. 122-32 f.; damals fremdanamnestisch nur noch in der Wohnung mobil, IV-

act. 97-22) nochmals bis März 2019 volle Arbeitsunfähigkeit ein. Der Verlauf war 

gemäss der Klinik für Pneumologie und Schlafmedizin am Kantonsspital St. Gallen in 

6.2.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 32/33

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7.

Betreffend den Sachverhalt in der Zeit nach der Begutachtung vom November/

Dezember 2019 bis zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 

20. Oktober 2020 ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine relevante 

Veränderung mehr anzunehmen, kann doch gemäss der Stellungnahme des ABI vom 

25. August 2020 aufgrund der vorgelegten Berichte der behandelnden Ärzteschaft vom 

12. Juni 2020 und vom 8. August 2020 insgesamt von einem unveränderten Zustand 

ausgegangen werden.

8.  

der Folge erfreulich und die Klinik legte im Juni 2019 dar, im Vordergrund stünden die 

Rückenbeschwerden des Beschwerdeführers (vgl. IV-act. 109-8). Daher rechtfertigt es 

sich anzunehmen, es sei damals wieder der vorbestehende Zustand hergestellt 

gewesen. Dem Bericht von Dr. D.___ vom 23. August 2019 (IV-act. 111) lässt sich im 

Übrigen auch psychiatrisch eine gewisse Verbesserung entnehmen. Drei Monate nach 

Anhalten der Verbesserung ab Juni 2019, somit ab 1. Oktober 2019, ist gemäss 

Art. 88a Abs. 1 IVV bei dem einer Arbeitsunfähigkeit von 20 % entsprechenden 

Invaliditätsgrad kein Rentenanspruch mehr gegeben. 

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung vom 20. Oktober 2020 teilweise gutzuheissen und dem 

Beschwerdeführer ist für die Zeit vom 1. Mai 2018 bis 30. September 2019 eine ganze 

Rente zuzusprechen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.

8.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (vgl. Art. 69 Abs. 1 IVG, Fassungen vor und nach 1. Januar 2021). 

Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint der durchschnittlich aufwendigen Sache 

angemessen. - Nach Art. 95 Abs. 1 des st. gallischen Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRP/SG; sGS 951.1; vgl. Art. 61 Ingress ATSG) hat in 

Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder 

teilweise abgewiesen werden. Zu berücksichtigen ist, dass der Beschwerdeführer 

gemäss diesem Ausgang des Verfahrens die Verfügung zu Recht mittels des 

Beschwerdeverfahrens als unzutreffend beanstanden musste (vgl. Entscheid des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. November 2018, IV 2016/357 

E. 4.2; vgl. auch jenen vom 21. Juni 2021, IV 2020/120 E. 6.3). Indessen wird ihm, der 

unter anderem eine ungenügende Abklärung des Sachverhalts geltend gemacht hat, 

8.2. 

bis 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 33/33

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

20. Oktober 2020 aufgehoben und dem Beschwerdeführer wird für die Zeit vom 1. Mai 

2018 bis 30. September 2019 eine ganze Rente zugesprochen. Im Übrigen wird die 

Beschwerde abgewiesen.

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- bezahlen der Beschwerdeführer und die 

Beschwerdegegnerin je im Umfang von Fr. 300.--. Der geleistete Kostenvorschuss von 

Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer an seinen Anteil angerechnet und der 

Restbetrag von Fr. 300.-- wird ihm zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 2'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

womit er unterlegen ist, einzig eine befristete Rente für eine zurückliegende Zeit 

zugesprochen, so dass es sich (auch ohne Abweichung vom offen formulierten 

Wortlaut des gestellten Antrags; so auch im Entscheid des Versicherungsgerichts des 

Kantons St. Gallen vom 14. Juni 2021, IV 2019/191) rechtfertigt, für die Kostenfrage 

von einem lediglich teilweisen Obsiegen auszugehen (vgl. für einen befristeten 

Rentenanspruch das Bundesgerichtsurteil vom 12. Februar 2016, 8C_478/2015 E. 5), 

ermessensweise von einem solchen zur Hälfte. Dem Beschwerdeführer und der 

Beschwerdegegnerin sind daher je Fr. 300.-- an Gerichtskosten aufzuerlegen. An den 

Anteil des Beschwerdeführers ist sein geleisteter Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

anzurechnen und der Restbetrag von Fr. 300.-- ist ihm zurückzuerstatten.

Der Beschwerdeführer hat bei teilweisem Obsiegen Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung 

der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 

lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Die (anteilsmässige) Parteientschädigung ist auf 

pauschal Fr. 2'000.-- (die Hälfte von Fr. 4'000.--; einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) festzulegen.

8.3. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 21.12.2021
	Würdigung eines polydisziplinären Gutachtens. Rückwirkender befristeter Rentenanspruch angesichts der retrospektiven Annahmen zur Arbeitsunfähigkeit gemäss Teilgutachten (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. Dezember 2021, IV 2020/244).

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