# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 740b4d6d-2f87-5187-96d7-13d2d385076f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-03-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.03.2025 E-1313/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1313-2025_2025-03-04.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1313/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  4 .  M ä r z  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter David R. Wenger, 

mit Zustimmung von Richter Simon Thurnheer;   

Gerichtsschreiber Lukas Rathgeber. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch Lea Hungerbühler, Rechtsanwältin, und 

Muriel Spring, AsyLex, 

Beschwerdeführerin,  

  

  
Gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(sicherer Drittstaat - Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG);  

Verfügung des SEM vom 20. Februar 2025. 

 

 

 

E-1313/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin suchte am 20. Dezember 2024 in der Schweiz um 

Asyl nach. 

B.  

Ein Abgleich mit der Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) ergab, dass die 

Beschwerdeführerin am 22. Oktober 2024 in Griechenland ein Asylgesuch 

eingereicht hatte.  

C.  

Am 6. Januar 2025 ersuchte die Vorinstanz die griechischen Behörden um 

Rückübernahme der Beschwerdeführerin gestützt auf die Richtlinie 

2008/115/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezem-

ber 2008 über gemeinsame Normen und Verfahren in den Mitgliedstaaten 

zur Rückführung illegal aufhältiger Drittstaatsangehöriger und das Abkom-

men vom 28. August 2006 zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und 

der Regierung der Hellenischen Republik über die Rückübernahme von 

Personen mit irregulärem Aufenthalt (SR 0.142.113.729). 

Dem Ersuchen stimmten die griechischen Behörden am 20. Januar 2025 

zu und bestätigten, dass die Beschwerdeführerin in Griechenland am 19. 

November 2024 als Flüchtling anerkannt worden sei und über eine bis am 

18. November 2027 gültige Aufenthaltsbewilligung verfüge. 

D.  

Am 27. Januar 2025 führte die Vorinstanz ein persönliches Gespräch mit 

der Beschwerdeführerin und gewährte ihr das rechtliche Gehör zum beab-

sichtigten Nichteintretensentscheid  und einer Wegweisung nach Grie-

chenland.  

Sie führte im Wesentlichen aus, dass sie in Griechenland von einem Dol-

metscher im Asylverfahren vergewaltigt worden sei. Eine Anzeige habe sie 

nicht erstattet, da er für sie zum System des Staates gehört habe. Er habe 

ihr gedroht, dass sich eine Anzeige negativ auf ihr Asylverfahren auswirken 

würde. Von den griechischen Behörden habe sie nie Unterstützung erhal-

ten, die Situation für Flüchtlinge und insbesondere für sie als Frau sei ka-

tastrophal. In der Schweiz habe sie hingegen Familie (Bruder / Tante).  

Betreffend ihre gesundheitliche Lage trug sie vor, dass es ihr körperlich gut 

gehe. Psychisch sei sie etwas angeschlagen, wisse aber nicht, ob sie ein 

psychisches Problem habe, oder nicht.  

E-1313/2025 

Seite 3 

E.  

Mit Schreiben vom 19. Februar 2025 nahm die Beschwerdeführerin durch 

ihre Rechtsvertretung schriftlich Stellung zu dem am 18. Februar 2025 aus-

gehändigten Entscheidentwurf (mit allen entscheidrelevanten Akten). Sie 

führte aus, dass sie nicht mit dem Entscheid einverstanden sei und wieder-

holte im Wesentlichen die zuvor erwähnten Gründe. 

Betreffend den Gesundheitszustand führte die Rechtsvertretung aus, dass 

der Sachverhalt diesbezüglich nicht ausreichend erstellt sei, da der 

Wunsch nach einer psychiatrischen Behandlung nicht gewährt worden sei. 

Aufgrund der traumatischen Ereignisse in Griechenland könne der Sach-

verhalt nicht als erstellt gelten und es bestehe bei einer Rückkehr nach 

Griechenland das Risiko einer Retraumatisierung. 

F.  

Mit Verfügung vom 20. Februar 2025 – gleichentags eröffnet – trat die Vo-

rinstanz auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht ein und ordnete 

die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. 

Die Vorinstanz begründete ihre Verfügung im Wesentlichen damit, dass 

sich Griechenland, wo die Beschwerdeführerin als Flüchtling anerkannt 

sei, bereit erklärt habe, sie zurückzunehmen. Griechenland sei vom Bun-

desrat als sicherer Drittstaat anerkannt, weshalb auf das Asylgesuch nicht 

einzutreten sei. 

In Bezug auf den Wegweisungsvollzug führte sie aus, dass weder die in 

Griechenland herrschende Situation noch andere individuelle Gründe ge-

gen die Zulässigkeit und Zumutbarkeit der Wegweisung spreche (mit Ver-

weis auf das Referenzurteil des Bundesverwaltungsgerichts E-3427/2021 

bzw. E-3431/2021 vom 28. März 2022). 

Bei der Beurteilung der individuellen Situation der Beschwerdeführerin 

nahm die Vorinstanz Bezug auf die geltend gemachte Vergewaltigung in 

Griechenland und verwies auf die Rechtstaatlichkeit Griechenlands, wo-

nach davon auszugehen sei, dass es für die Beschwerdeführerin möglich 

sei sich an die Polizeibehörden zu wenden. Die familiäre Beziehung der 

Beschwerdeführerin zu ihrem Bruder und ihrer Tante in der Schweiz falle 

nicht unter den Schutzbereich der EMRK.  

Der medizinische Sachverhalt sei für die Vorinstanz für die Beurteilung der 

Wegweisung nach Griechenland ausreichend erstellt. Es würden vorlie-

gend keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die Beschwerdeführerin in 

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Seite 4 

Griechenland keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung habe. Es handle 

sich bei der Beschwerdeführerin nicht um eine besonders vulnerable Per-

son im Sinne der bundesverwaltungsrechtlichen Rechtsprechung. 

G.  

Am 20. Februar 2025 legte die zugewiesene Rechtsvertretung ihr Mandat 

nieder. 

H.  

Mit Eingabe vom 27. Februar 2025 erhob die Beschwerdeführerin durch 

ihre neu mandatierte Rechtsvertretung beim Bundesverwaltungsgericht 

Beschwerde gegen die Verfügung der Vorinstanz und beantragte dabei die 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung, verbunden mit einem Eintreten 

auf das Asylgesuch, eventualiter die Gewährung der vorläufigen Auf-

nahme. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen und subeventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, von 

den zuständigen Behörden Zusicherungen einzuholen, dass ab dem Zeit-

punkt der Ankunft umgehend Obdach, Nahrung und eine adäquate medi-

zinische Behandlung zur Verfügung stehe. 

In prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um aufschie-

bende Wirkung und um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Die 

Aussetzung des Wegweisungsvollzugs sei superprovisorisch zu verfügen 

und auf einen Kostenvorschuss sei zu verzichten. 

Die Beschwerdeführerin machte im Wesentlichen geltend, dass ihr auf-

grund der in Griechenland vorherrschenden Bedingungen bei einer Rück-

kehr dorthin ein reales Risiko unmenschlicher Behandlung drohe. Es sei 

zu erwarten, dass sie in diesem Falle in eine existentielle Notlage geraten 

würde. Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz handle es sich bei ihr 

aufgrund ihrer traumatischen Erlebnisse in Griechenland um eine Person, 

die als besonders vulnerabel einzustufen sei. 

Ferner machte die Beschwerdeführerin geltend, dass der Entscheid der 

Vorinstanz betreffend den medizinischen Sachverhalt angesichts des Un-

tersuchungsgrundsatzes Mängel aufweise, weshalb eventualiter die Sache 

an die Vorinstanz zurückgewiesen werden müsse. 

I.  

Am 28. Februar 2025 ging eine weitere Beschwerdeschrift vom Solidari-

tätsnetz Bern beim Bundesverwaltungsgericht ein. Die Rechtsbegehren 

und der Inhalt decken sich im Wesentlichen mit der Beschwerde der 

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Seite 5 

rubrizierten Rechtsvertretung, mit dem Unterschied, dass eventualiter we-

der eine vorläufige Aufnahme, noch eine Zusicherung von Garantien im 

Falle einer Überstellung beantragt wird.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend – 

endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3. Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 

1.4. Auf den Antrag um Gewährung der aufschiebenden Wirkung ist man-

gels Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten, da der Beschwerde von 

Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zukommt. Gleiches gilt für den 

Antrag um Aussetzung des Wegweisungsvollzugs als superprovisorische 

Massnahme. Im Übrigen ist auf die Beschwerde einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1. Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

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Seite 6 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.). 

3.2. Hinsichtlich der Frage der Wegweisung und des Wegweisungsvollzugs 

hat die Vorinstanz eine materielle Prüfung vorgenommen, weshalb das Bun-

desverwaltungsgericht diese Punkte insoweit ohne Einschränkung prüft. 

4.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. Eine vorgängige Klärung des Vertretungsver-

hältnisses erscheint vorliegend ebenfalls nicht notwendig, da der Inhalt der 

Beschwerdeschriften im Wesentlichen deckungsgleich ist und aufgrund 

des Verfahrensausgangs weder ein Honorar noch eine Parteientschädi-

gung geschuldet ist. Gemäss Art. 12 Abs. 2 AsylG wird das vorliegende 

Urteil der rubrizierten Rechtsvertretung, als dem Gericht zuerst bezeichne-

ten Rechtsvertretung, zugestellt. Der nachträglich angezeigten Rechtsver-

tretung (Solidaritätsnetz Bern) ist eine Kopie des Urteils zuzustellen.  

5.  

Die Beschwerdeführerin hat im Sinne eines Eventualbegehrens die Rück-

weisung der Sache an die Vorinstanz zur weiteren Sachverhaltsabklärung 

beantragt. Vor dem Hintergrund der nachfolgenden Erwägungen ist jedoch 

von einem in entscheidrelevanter Hinsicht bereits hinreichend erstellten 

Sachverhalt auszugehen, weshalb das Gericht in der Sache zu entschei-

den hat (Art. 61 Abs. 1 VwVG). 

6.  

6.1. Gemäss Art. 31a Abs. 1 lit. a AsylG wird auf ein Asylgesuch in der Re-

gel nicht eingetreten, wenn die asylsuchende Person in einen nach 

Art. 6a Abs. 2 lit. b AsylG als sicher bezeichneten Drittstaat zurückkehren 

kann, in dem sie sich vorher aufgehalten hat.   

6.2. Bei Griechenland als Mitgliedstaat der EU handelt es sich um einen 

sicheren Drittstaat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 lit. b AsylG. Den vorinstanz-

lichen Akten ist sodann zu entnehmen, dass der Beschwerdeführerin in 

Griechenland internationaler Schutz gewährt worden ist und die 

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Seite 7 

griechischen Behörden ihrer Rückübernahme ausdrücklich zugestimmt ha-

ben. Demnach sind die Voraussetzungen für einen Nichteintretensent-

scheid gegeben. 

6.3. Die Vorinstanz ist demnach zu Recht in Anwendung von 

Art. 31a Abs. 1 lit. a AsylG nicht auf das Asylgesuch der Beschwerdeführe-

rin eingetreten. 

7.  

Tritt die Vorinstanz auf ein Asylgesuch nicht ein, so verfügt sie in der Regel 

die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an 

(Art. 44 AsylG). Die Beschwerdeführerin verfügt in der Schweiz weder über 

eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch 

auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht 

angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je 

m.w.H). 

 

8.  

8.1. Im Folgenden ist zu prüfen, ob es Gründe gibt, die dem Vollzug der 

Wegweisung der Beschwerdeführerin nach Griechenland entgegenstehen. 

Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht 

möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetz-

lichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 

Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.  

9.1. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die 

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Seite 8 

Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 

BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und 

andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der 

Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung 

unterworfen werden. 

9.2. Gemäss Art. 6a Abs. 2 lit. b AsylG besteht zugunsten sicherer Dritt-

staaten die Vermutung, dass diese ihre völkerrechtlichen Verpflichtungen, 

darunter im Wesentlichen das Refoulement-Verbot und grundlegende 

menschenrechtliche Garantien, einhalten (vgl. statt vieler Urteil des BVGer 

E-4040/2021 vom 7. Oktober 2021 E. 9.3). 

9.3. Das Bundesverwaltungsgericht hat sich in seinem Referenzurteil 

E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 einlässlich mit der Situation 

in Griechenland auseinandergesetzt und an seiner bisherigen Rechtspre-

chung festgehalten, wonach der Vollzug der Wegweisung nach Griechen-

land für Personen, die dort einen Schutzstatus erhalten haben, grundsätz-

lich zulässig ist.  

9.4. Diese Regelvermutung kann im Einzelfall umgestossen werden, wobei 

es der betroffenen Person obliegt, ernsthafte Anhaltspunkte dafür vorzu-

bringen, dass die griechischen Behörden im konkreten Fall das Völkerrecht 

verletzen, ihr nicht den notwendigen Schutz gewähren oder sie menschen-

unwürdigen Lebensumständen aussetzen würden (vgl. Referenzurteil 

E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 E. 11.4). 

9.5. Bezüglich der gesundheitlichen Aspekte ist festzuhalten, dass eine 

zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Problemen 

nur ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellt.  

9.6. Die geltend gemachten psychischen Probleme der Beschwerdeführe-

rin sind keineswegs derart gravierend, dass im Falle einer Rückkehr nach 

Griechenland mit dem Risiko einer ernsten, raschen und unwiederbringli-

chen Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Sinne der vorge-

nannten Rechtsprechung gerechnet werden müsste. Zudem ist davon aus-

zugehen, dass die medizinische Versorgung in Griechenland gewährleistet 

ist. 

9.7. Hinsichtlich der geltend gemachten Vergewaltigung durch einen Dol-

metscher und des Risikos der Beschwerdeführerin, in Griechenland Men-

schenhandel oder sexueller Ausbeutung ausgesetzt zu werden, ist der 

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Seite 9 

Vorinstanz dahingehend zuzustimmen, dass ein solches Risiko nicht mit 

hoher Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann. Die Vorinstanz 

führte zudem korrekterweise aus, dass Griechenland über funktionierende 

Behörden verfüge, die sowohl als schutzwillig als auch als schutzfähig gel-

ten. So sollte es der Beschwerdeführerin möglich sein, sollte sie sich in 

Zukunft vor Übergriffen von Drittpersonen fürchten, sich an die entspre-

chenden Behörden zu wenden und Schutz zu verlangen. 

9.8.  

Der Beschwerdeführerin ist es vorliegend nicht gelungen, die Regelvermu-

tung der Zulässigkeit umzustossen. Ein Wegweisungsvollzug der Be-

schwerdeführerin nach Griechenland ist somit als zulässig zu qualifizieren. 

 

10.  

10.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie aufgrund von Situationen wie Krieg, 

Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret ge-

fährdet sind. 

10.2. Gestützt auf Art. 83 Abs. 5 AIG besteht die Vermutung, dass eine 

Wegweisung in einen EU- oder EFTA-Staat in der Regel zumutbar ist (vgl. 

Referenzurteil E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 E. 11.3). Die 

Legalvermutung der Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung gilt be-

treffend Griechenland selbst für vulnerable Personen, wie zum Beispiel 

Personen, die an gesundheitlichen Problemen leiden, die nicht als schwer-

wiegende Erkrankung einzustufen sind (vgl. ebd. E. 11.5.1). Auch diese 

Beurteilung vermag die Beschwerdeführerin mit ihren Beschwerdeausfüh-

rungen nicht in einem anderen Licht erscheinen zu lassen. 

Die Vermutung der Zumutbarkeit kann im Einzelfall umgestossen werden, 

wobei es wiederum der betroffenen Person obliegt, ernsthafte Anhalts-

punkte dafür vorzubringen, dass sie in Griechenland aufgrund von indivi-

duellen Umständen sozialer, wirtschaftlicher oder gesundheitlicher Art in 

eine existenzielle Notlage geraten würde (vgl. ebd. E. 11.4). 

Der Vorinstanz ist dahingehend zuzustimmen, dass der Gesundheitszu-

stand der Beschwerdeführerin nicht als derart schwerwiegend zu qualifi-

zieren ist, dass sie eine besonders vulnerable Person im Sinne der zitierten 

Rechtsprechung darstellt.  

10.3. Auch im Übrigen vermochte die Beschwerdeführerin nichts vorzu-

bringen, was zur Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach 

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Seite 10 

Griechenland zu führen vermöchte. Dem Gericht sind die schwierigen Ver-

hältnisse in Griechenland bekannt. Trotzdem hat die Beschwerdeführerin 

nicht aufzeigen können, inwiefern sie nicht in der Lage sein sollte, sich bei 

einer Rückkehr an die griechischen Gesundheitsinstitutionen zu wenden 

und die rechtlichen Garantien nötigenfalls auf dem Rechtsweg einzufor-

dern. 

Ein Wegweisungsvollzug der Beschwerdeführerin nach Griechenland ist 

somit als zumutbar zu qualifizieren. 

10.4. Bei dieser Sachlage besteht auch kein Anlass zur Einholung einer 

individuellen Zusicherung von Seiten der griechischen Behörden (vgl. u.a. 

Urteil des BVGer E-2779/2023 vom 23. November 2023 E. 7.4.). Das ent-

sprechende Subeventualbegehren ist somit abzuweisen. 

11.  

Der Vollzug der Wegweisung erweist sich auch als möglich (Art. 83 Abs. 2 

AIG), nachdem die griechischen Behörden einer Rückübernahme der Be-

schwerdeführerin ausdrücklich zugestimmt haben. 

12.  

Zusammenfassend kommt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, 

dass die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug nach Griechenland zu Recht 

als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnete, weshalb die Anordnung 

der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1-4 AIG). 

13.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG und Art. 49 VwVG). Die 

Beschwerde ist folglich abzuweisen. 

14.  

14.1. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist 

ungeachtet der geltend gemachten prozessualen Bedürftigkeit abzuwei-

sen, da sich die Beschwerdebegehren entsprechend den vorstehenden Er-

wägungen von vornherein als aussichtlos erwiesen haben. 

14.2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwer-

deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

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Seite 11 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

David R. Wenger Lukas Rathgeber 

 

 

Versand: