# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ce193222-85e8-5b81-87a6-55ca98b3ec64
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 23.03.2022 IV 2021/80
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2021-80_2022-03-23.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2021/80

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 29.08.2022

Entscheiddatum: 23.03.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 23.03.2022
Art. 28 IVG. Festlegung der Arbeitsfähigkeit und des Invaliditätsgrads im 
Verlauf. Einkommensvergleich. Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. März 2022, IV 
2021/80).

Entscheid vom 23. März 2022

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Christiane 

Gallati Schneider und Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiberin Katja Blättler

Geschäftsnr.

IV 2021/80

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Roger Peter, Neumünsterstrasse 30, 8008 Zürich,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand

Rente (Beginn)

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im März 2013 (Posteingang IV-Stelle: 5. März 2013) zum Bezug 

von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 1).

A.a. 

Am 13. August 2010 war der Versicherte bei der Arbeit ausgerutscht und auf den 

ausgestreckten rechten Arm gestürzt. Dr. med. B.___, Facharzt FMH für 

Allgemeinmedizin, hatte die verletzte rechte Schulter konservativ behandelt (vgl. Suva-

act. 4). Am 17. Januar 2011 war der Versicherte erneut ausgerutscht und auf seine 

linke Schulter gestürzt. Bei einem Verdacht auf Zerrung der Rotatorenmanschette links 

hatte ihn Dr. B.___ konservativ behandelt und keine Arbeitsunfähigkeit attestiert. 

Nachdem am 19. März 2011 eine Abschlussuntersuchung erfolgt war, hatte der 

Versicherte Dr. B.___ am 8. November 2011 erneut wegen Schulterschmerzen links 

konsultiert (Suva-act. 73-7, 73-9). Ein am 5. Januar 2012 durchgeführtes MRT des 

rechten Schultergelenks hatte eine Ruptur der Supraspinatus- und Subscapularissehne 

sowie eine fettige Atrophie des Musculus Subscapularis zur Darstellung gebracht 

(Suva-act. 3). Die damalige Arbeitgeberin C.___ GmbH hatte der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (Suva) am 19. Januar 2012 einen Rückfall gemeldet, worauf 

diese (erneut) die Kosten der Heilbehandlung übernommen hatte (Suva-act. 8, 16).

A.b. 

Am 6. Juni 2012 hatte sich der Versicherte im Kantonsspital St. Gallen 

(nachfolgend: KSSG) einer partiellen Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion und einer 

Weichteil-Bicepstenodese rechts unterzogen (Suva-act. 28). In ihrem Austrittsbericht 

vom 13. Juni 2012 hatten die behandelnden Ärzte des KSSG festgehalten, es liege eine 

irreparable Rotatorenmanschettenruptur rechts vor. Sie hatten dem Versicherten vom 

5. Juni bis 7. Oktober 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% attestiert (Suva-act. 29, 

34, 37, 40). Vom 25. Oktober bis 29. November 2012 hatte sich der Versicherte 

stationär in der Rehaklinik D.___ befunden. Die dort behandelnden Ärzte hatten 

berichtetet, es bestünden permanente Schulterschmerzen beidseits rechtsbetont sowie 

A.c. 

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eine deutlich eingeschränkte Schulterbeweglichkeit vor allem rechts. Sie hatten die 

angestammte Tätigkeit als Hilfsschreiner für nicht, eine adaptierte Tätigkeit hingegen 

für ganztags zumutbar erachtet (IV-act. 129-160 ff.).

Der Versicherte wurde am 22. April 2013 im Sinne einer Zweitmeinung durch Dr. 

med. E.___, Facharzt FMH für Chirurgie, untersucht. Dieser beurteilte am 24. April 

2013, im rechten Schultergelenk könne nur noch die Implantation einer Inversprothese 

eine Verbesserung bringen. Bezüglich des linken Schultergelenks sei seiner Ansicht 

nach mit einer antero-lateralen Deltoideuslappenplastik eine erhebliche Verbesserung 

erreichbar (Suva-act. 116).

A.d. 

Am 8. August 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, aufgrund seines 

Gesundheitszustandes seien derzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen 

möglich (IV-act. 17).

A.e. 

Am 10. September 2013 führte Dr. E.___ eine Défilée-Erweiterung und Akromion-

Aufrichteosteotomie, eine AC-Gelenksresektion, eine Rekonstruktion der grossen Rota­

torenmanschetten-Ruptur mit einer anterolateralen Deltoideuslappenplastik sowie eine 

Bicepstenotomie und eine Schlüsselloch-Tenodese der langen Bicepssehne im Sulcus 

intertubercularis links durch (IV-act. 129-158 f.). Dr. E.___ attestierte dem Versicherten 

eine Arbeitsunfähigkeit von 100% (Suva-act. 150, 155, 163, 173).

A.f. 

Am 19. September 2014 stürzte der Versicherte von einer Leiter und prallte mit 

seiner rechten Körperhälfte auf den Boden. Die behandelnden Ärzte des Kantonsspitals 

F.___, wo er sich vom 19. bis 29. September 2014 stationär befand, berichteten über 

eine Rippenserienfraktur rechts 3-12 mit LWK-1 Querfortsatz-Fraktur, mit 

Schürfwunden sowie einer Rissquetschwunde am rechten Oberarm mit 

Schulterkontusion und mit einem zunehmenden Pleuraerguss rechts (IV-act. 63-19 f.).

A.g. 

Eine am 9. Dezember 2014 durchgeführte CT der Schulter rechts ergab eine 

ausgeprägte AC-Gelenks-Arthrose, eine Omarthrose mit beginnender Dekonfiguration 

des Humeruskopfs und einen Humeruskopfhochstand (IV-act. 27-32). Am 4. Mai 2015 

wurde dem Versicherten im KSSG eine inverse Schulter-Totalprothese rechts 

implantiert. Die behandelnden Ärzte attestierten ihm vom 4. Mai bis 14. Juni 2015 eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100% (IV-act. 63-29 ff.).

A.h. 

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Dr. med. G.___, Fachärztin für Neurologie FMH, befand am 25. Mai 2015, es liege 

wahrscheinlich eine obere Plexusläsion nach inverser Oberarmprothese rechts am 4. 

Mai 2015 vor (IV-act. 63-27 f.). Am 3. Juni 2015 hielt sie die Plexusläsion noch für 

möglich (IV-act. 63-36 f.). Am 22. Januar 2016 wurde der Versicherte im Spital H.___ 

untersucht. Die zuständige Ärztin berichtete am 17. März 2016 unter anderem über 

einen Verdacht auf eine C6-Neuralgie rechts mit Beginn der Symptomatik im Anschluss 

an den Schulterprothesen-Eingriff 2015 (Suva-act. 242).

A.i. 

Am 24. August 2016 fand eine Untersuchung durch Suva-Kreisarzt med. pract. 

I.___, Facharzt für Neurochirurgie, statt. Dieser hielt gleichentags als Diagnosen einen 

Status nach inverser Schulter-Totalprothese rechts am 4. Mai 2015 sowie einen Status 

nach der Operation vom 10. September 2013 bei grossem 

Rotatorenmanschettendefekt links fest. Eine adaptierte Tätigkeit sei ganztags 

umsetzbar. Nach Fallabschluss sei der Versicherte auf weitere Behandlungen 

angewiesen (IV-act. 63-66 ff.). RAD-Arzt Dr. med. J.___ befand am 21. Dezember 2016, 

die angestammte Tätigkeit als Zimmermann sei dem Versicherten auf Dauer nicht mehr 

zuzumuten. Ab dem Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung bestehe eine 

vollumfängliche Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit. Dem 

Zumutbarkeitsprofil des Kreisarztes könne vollumfänglich zugestimmt werden (IV-act. 

37).

A.j. 

Dr. med. K.___, Leitender Arzt, Spital H.___, hatte am 15. September 2016 

befunden, es bestehe nun auch links eine wahrscheinlich nicht mehr reparable 

Rotatorenmanschettenruptur mit kompletter Ruptur der Supraspinatus- und subtotaler 

Ruptur der Subscapularissehne bei Status nach antero-lateraler 

Deltoideuslappenplastik und Acromionaufrichteosteotomie von 2013. Daneben bestehe 

auch eine beginnende Omarthrose mit deutlicher AC-Arthrose. Wahrscheinlich werde 

auch an der linken Schulter die Implantation einer inversen Schultertotalprothese nicht 

zu umgehen sein (IV-act. 63-86 f.).

A.k. 

Die Suva hatte die Taggeldleistungen mit Schreiben vom 29. August 2016 per 1. 

Oktober 2016 eingestellt und angekündigt, weiterhin für die Behandlungskosten 

aufzukommen (IV-act. 63-59 f.). Mit Verfügung vom 31. August 2016 hatte sie dem 

Versicherten mit Wirkung ab 1. Oktober 2016 eine Invalidenrente bei einem 

A.l. 

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Invaliditätsgrad von 25 % sowie eine Integritätsentschädigung basierend auf einer 

Integritätseinbusse von 40 % zugesprochen (Suva-act. 266). Dagegen hatte der 

Versicherte am 21. September 2016 Einsprache erhoben (Suva-act. 278, vgl. 

Ergänzung in Suva-act. 284). Mit Entscheid vom 30. Mai 2018 wies die Suva die 

Einsprache ab (Suva-act. 310). Die vom Versicherten dagegen erhobene Beschwerde 

wies das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 3. März 2020 

(UV 2018/47) ebenfalls ab.

Aufgrund einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10: F32.1) hatte sich der 

Versicherte ab 5. Dezember 2017 in ambulanter psychotherapeutischer Behandlung bei 

den Psychiatrie-Diensten L.___ befunden (IV-act. 63-98 ff.).

A.m. 

Mit Vorbescheid vom 5. Juni 2018 hatte die IV-Stelle dem Versicherten die Ab­

weisung des Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 25 % in Aussicht gestellt 

(IV-act. 49). Nachdem der Versicherte am 15. Juni 2018 dagegen Einwand erhoben 

hatte (IV-act. 52), hatte die IV-Stelle diverse Berichte bei den behandelnden Ärzten 

eingeholt (IV-act. 63, 66, 79, 87).

A.n. 

Am 14. Juni 2019 hatte die IV-Stelle dem Versicherten mitgeteilt, es sei eine 

polydisziplinäre Begutachtung durch das ZMB geplant (IV-act. 108). Nachdem der 

Versicherte diverse Einwände gegen die gewählte Gutachterstelle, die medizinischen 

Fachgebiete und einzelne Gutachter erhoben hatte (vgl. IV-act. 109), hatte die IV-Stelle 

mit Verfügung vom 24. Juli 2019 an der Abklärungsstelle inklusive der angekündigten 

Gutachter festgehalten (IV-act. 118). Der Versicherte wurde im April 2020 durch Ärzte 

des ZMB polydisziplinär (internistisch, orthopädisch, neurologisch, psychiatrisch) 

abgeklärt. In ihrem Gutachten vom 24. Juni 2020 nannten diese als Diagnosen mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische Schmerzstörung mit somatischen 

und psychischen Faktoren. In der bisherigen Tätigkeit als Hilfszimmermann/-schreiner 

sei keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben. In optimal angepasster Tätigkeit bestehe eine 

Arbeitsfähigkeit von 70 % (IV-act. 129).

A.o. 

Mit Vorbescheid vom 5. Januar 2021 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Zusprache einer Dreiviertelsrente vom 1. Dezember 2018 bis 31. August 2019 und einer 

halben Rente mit Wirkung ab 1. September 2019 in Aussicht (IV-act. 159, ersetzte den 

A.p. 

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B.  

Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist der Rentenanspruch des 

Beschwerdeführers gegenüber der Beschwerdegegnerin. Der Beschwerdeführer hat 

nur die Abweisung eines Rentenanspruchs für den Zeitraum vom 1. August 2013 bis 

30. November 2018 angefochten (act. G1).  Da es sich bei der erstmaligen 

Rentenzusprache um ein einheitliches Rechtsverhältnis handelt (vgl. BGE 131 V 164), 

ist - entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (act. G1, G8) - jedoch der 

Vorbescheid vom 5. Juni 2018; vgl. IV-act. 49). Der Versicherte erhob am 19. Januar 

2021 dagegen Einwand und unterbreitete der IV-Stelle einen Vergleichsvorschlag (IV-

act. 160).

Am 25. März 2021 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid (IV-act. 

163, 166 f.).

A.q. 

 Dagegen erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 23. April 

2021 Beschwerde. Er beantragte damit, die Verfügung vom 25. März 2021 sei insofern 

aufzuheben, als ein Rentenanspruch vom 1. August 2013 bis 30. November 2018 

verneint werde. Es sei ihm zusätzlich zu den verfügten Renten eine ganze Rente vom 1. 

August 2013 bis 30. September 2016 und eine Dreiviertelsrente vom 1. Oktober 2016 

bis 30. November 2018 zu gewähren, dies je mit Verzugszinsen; alles unter Kosten- 

und Entschädigungsfolge (act. G1).

B.a. 

Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 18. Juni 2021, die 

Verfügung vom 25. März 2021 sei aufzuheben und es sei dem Beschwerdeführer vom 

1. Dezember 2017 bis 31. August 2019 eine Dreiviertelsrente und ab 1. September 

2019 eine Viertelsrente zuzusprechen (act. G4).

B.b. 

Mit Replik vom 9. Juli 2021 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest 

(act. G8).

B.c. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 3. August 2021 auf die Einreichung einer 

Duplik (act. G10).

B.d. 

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Rentenanspruch für den gesamten Zeitraum, also auch ab 1. Dezember 2018, 

Gegenstand der gerichtlichen Überprüfung.

Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) wird unter Invalidität die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit 

verstanden. Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der 

körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird 

gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das 

Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der 

Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in 

Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20 [in der hier 

anwendbaren, bis Ende 2021 gültig gewesenen Fassung]) besteht Anspruch auf eine 

ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von 

mindestens 50 % vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40 % auf eine Viertelsrente.

1.1. 

Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht 

und der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der 

Versicherungsträger oder im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen 

Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien 

gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben 

zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a am Schluss, BGE 117 V 282 E. 4.a).

1.2. 

Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 

1.3. 

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2.

Vorerst ist die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Verlauf zu beurteilen. Der 

Beschwerdeführer hat sich im März 2013 zum Bezug von Leistungen der 

Beschwerdegegnerin angemeldet (IV-act. 1). Damit fällt unter Berücksichtigung der 

sechsmonatigen Frist im Sinne von Art. 29 Abs. 1 IVG ein Rentenanspruch ab 1. 

September 2013 in Betracht. Damals war das Wartejahr (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG), 

was unbestritten (vgl. act. G1, G4) und aktenmässig ausgewiesen ist (vgl. IV-act. 

129-59), abgelaufen.

261 E. 4). Das Gericht hat zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine 

zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen 

Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a). 

Die angefochtene Verfügung vom 25. März 2021 stützt sich in medizinischer 

Hinsicht im Wesentlichen auf das Gutachten des ZMB vom 24. Juni 2020 (IV-act. 129, 

163, 166 f.). Die begutachtenden Fachärzte nannten darin als Diagnose mit Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit einzig eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und 

psychischen Faktoren. Sie beurteilten, in der bisherigen Tätigkeit als 

Hilfszimmermann/-schreiner sei keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben. Eine angepasste 

Tätigkeit wäre vollschichtig möglich, aber mit einer 30%-igen Einschränkung des 

Rendements. Diese sei vor allem durch die psychiatrische Erkrankung bedingt. Es 

kämen lediglich leichte Tätigkeiten in Frage, zu vermeiden seien Tätigkeiten mit Einsatz 

der Arme über Brustniveau oder Tätigkeiten mit stärkeren, respektive repetitiven 

Rotationsbewegungen der Schultergelenke sowie das Heben und Tragen von Lasten 

über 5 kg, Vibrationsbelastungen der Arme, Hämmern oder Schlagen sowie Besteigen 

von Leitern oder Gerüsten. Die Tätigkeit sollte im Idealfall wechselbelastend sein 

(sitzend und gehend/stehend). Die Tätigkeit müsse dem Bildungsniveau und dem 

sozialen Hintergrund sowie den sprachlichen Fähigkeiten des Beschwerdeführers 

entsprechen. Die Angaben bezüglich der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit 

seien ab dem Gutachtensdatum, also ab 24. Juni 2020, gültig (IV-act. 129-10 f.). Die 

psychiatrische Teilgutachterin Dr. med. M.___, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, 

befand hingegen, die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von 70 % gelte ab zirka Mitte 

2.1. 

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2019. Der Beschwerdeführer habe im September 2018 eine mittelgradige depressive 

Episode gehabt, die sich dann unter Medikation allmählich zurückgebildet habe (IV-act. 

129-80). Es ist damit - entsprechend der angefochtenen Verfügung (vgl. IV-act. 163) - 

aufgrund der Beurteilung von Dr. M.___ ab 1. Juni 2019 von einer Arbeitsfähigkeit von 

70 % in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen.

Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde einen Rentenanspruch 

bereits ab 1. August 2013 geltend (act. G1), anerkannte in seiner Replik (act. G8) 

jedoch, dass ein solcher erst ab 1. September 2013 in Betracht fällt (vgl. E. 2). Er bringt 

vor, die Suva habe Taggelder auf der Basis der attestierten Arbeitsunfähigkeiten 

gewährt und er habe während der Taggeldphase mehrere Schulteroperationen mit 

schwierigen Heilungs- und Therapiephasen gehabt. Die Leistungsfähigkeit sei daher 

analog der attestierten Arbeitsunfähigkeiten und der darauf basierenden Taggelder 

festzustellen. Er sei vom 1. August 2013 bis zum Ende der Taggeldzahlungen am 30. 

September 2016 vollständig arbeitsunfähig gewesen (act. G1). Wie die 

Beschwerdegegnerin jedoch zu Recht geltend macht (act. G4), wird das Unfalltaggeld 

aufgrund der Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ausgerichtet und sagt 

nichts über die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit aus. Die Gutachter des 

ZMB äusserten sich nicht konkret zur Arbeitsfähigkeit im Zeitraum der 

Taggeldzahlungen durch die Suva, sondern gaben lediglich auszugsweise den 

aktenkundigen Behandlungsverlauf wieder (IV-act. 129-4 ff.). Aus psychiatrischer Sicht 

ist erst ab Dezember 2017 eine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen (vgl. E. 2.4). Die 

somatischen Teilgutachter des ZMB gingen von keiner quantitativen Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit aus und erwähnten auch keine solche für 

die Vergangenheit (IV-act. 129). Der Beschwerdeführer wurde am 10. September 2013, 

mithin kurz nach dem frühestmöglichen Rentenbeginn am 1. September 2013, an der 

linken Schulter operiert (IV-act. 129-158 f.). Dr. E.___ attestierte dem Beschwerdeführer 

in der Folge eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %, äusserte sich jedoch nicht konkret zu 

einer solchen in einer adaptierten Tätigkeit. Er hielt am 22. Oktober 2013 lediglich fest, 

der Beschwerdeführer werde natürlich auch von Seiten der ebenfalls hochgradig 

eingeschränkten Schulter rechts behindert (Suva-act. 150). Am 27. November 2013, 

14. Januar 2014 und 8. Mai 2014 berichtete er über den Heilungsverlauf und hielt eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit fest. Am 14. Januar 2014 machte er zusätzlich 

Ausführungen zu Beschwerden an der rechten Schulter und möglichen 

Behandlungsoptionen derselben, äusserte sich jedoch erneut nicht zu allfälligen 

Adaptionskriterien (Suva-act. 155, 163). Insgesamt ist damit während der Rehabilitation 

nach der Operation vom 10. September 2013 keine längerdauernde erhebliche 

Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit nachgewiesen. Am 19. September 

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/15

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2014 verunfallte der Beschwerdeführer erneut und verletzte sich unter anderem an der 

Schulter rechts (IV-act. 63-19 f.). Dr. E.___ hielt am 4. Dezember 2014 fest, der 

Beschwerdeführer könne keine Arbeitsfähigkeit erreichen, beklage permanente 

Schmerzen und habe eine hochgradige schmerzhafte Funktionsbeeinträchtigung. 

Daher neige er - Dr. E.___ - dazu, die Inversionsprothesen-Implantation rechts eher 

früher durchzuführen, als es für diese Operation üblich sei. Durch die Implantation 

vermöge der Beschwerdeführer eine Lebensqualität zu erhalten, die ihn über Jahre 

hinweg wieder im Normalleben integrieren könne (IV-act. 27-34 f.). Am 5. Februar 2015 

befand Dr. E.___ sodann, der Beschwerdeführer werde in seinem derzeitigen Zustand 

nie eine Arbeit finden. Er könne praktisch nur Sortier- oder Packarbeiten unterhalb der 

Horizontalen, das heisse mit adduzierten Armen, ausführen. Er habe ihm daher 

dringend empfohlen, sich die rechte Schulter mit einer Inversprothese operieren zu 

lassen, damit er wieder eine gute Beweglichkeit und Kraft (beidseitig) erhalten könne 

(IV-act. 27-25 f.). Dr. E.___ verneinte damit zwar eine Arbeitsfähigkeit bzw. die 

Verwertbarkeit derselben grundsätzlich, nannte aber dennoch Kriterien für eine 

adaptierte Tätigkeit. Demnach ist davon auszugehen, dass auch Dr. E.___ der Ansicht 

war, dass der Beschwerdeführer in einer solchen Tätigkeit einsetzbar wäre. Am 4. Mai 

2015 erfolgte sodann die empfohlene Implantation einer inversen Schulter-

Totalprothese rechts. Die behandelnden Ärzte des KSSG gingen vom 4. Mai bis 14. 

Juni 2015 von einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % aus (IV-act. 63-29 ff.). Diverse 

behandelnden Ärzte attestierten dem Beschwerdeführer darauf weiterhin (bis 

mindestens August 2016) eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (vgl. Suva-act. 223, 236 

ff., 240, 243, 246, 257), äusserten sich jedoch weder zu den Gründen derselben, noch 

zu einer allfälligen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit. Dr. N.___ hielt in 

seinem Arztzeugnis vom 21. September 2016 fest, der Beschwerdeführer sei seit 2012 

andauernd zu 100 % arbeitsunfähig. Derzeit könnten keine Tätigkeiten ausgeführt 

werden (Suva-act. 287). Dr. N.___ begründete diese Einschätzung jedoch nicht. Dr. 

K.___ befand am 22. September 2016, eine adaptierte Tätigkeit sei dem 

Beschwerdeführer nicht ganztags zumutbar, da auch die dadurch eventuell 

resultierenden Schmerzen berücksichtigt werden müssten. Seines Erachtens wären 

diese Arbeiten für höchstens vier bis maximal sechs Stunden täglich zumutbar, was 50 

bis maximal 75 % entspreche. Dr. K.___ begründete die eingeschränkte 

Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen mit einem vermehrten Pausenbedarf und der 

Vermeidung einer Schmerzzunahme (IV-act. 129-127 ff.). Diese zusätzlichen 

Einschränkungen sind bei einer ideal adaptierten Tätigkeit mit entsprechender 

Schonung der beiden Schultern jedoch nicht nachvollziehbar. Auch Suva-Kreisarzt 

med. pract. I.___, welcher sich im August 2016 zur Arbeitsfähigkeit äusserte (vgl. unten 

E. 2.3, IV-act. 63-66 ff.), ging von keiner quantitativen Einschränkung aus. Insgesamt ist 

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damit im Zeitraum vom 1. September 2013 bis 30. September 2016 eine 

Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Dies jedenfalls nicht in einem Ausmass, dass sie 

einen Rentenanspruch begründen würde. Weitere medizinische Abklärungen betreffend 

die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit während des genannten Zeitraums 

erübrigen sich insofern, als solche die Arbeitsfähigkeit lediglich retrospektiv beurteilen 

könnten und deren Beweiskraft damit ohnehin beschränkt wäre.

Die Gutachter des ZMB hielten fest, über den genauen Verlauf der Arbeitsfähigkeit 

ab dem 1. Oktober 2016 könnten sie keine anderen Angaben machen, als in den Akten 

festgehalten (IV-act. 129-8). Ab diesem Zeitpunkt hatte die Suva ihre Taggeldleistungen 

eingestellt. Sie hatte sich dabei auf die Beurteilung ihres Kreisarztes med. pract. I.___ 

gestützt, welcher nach einer Untersuchung vom 24. August 2016 befunden hatte, eine 

adaptierte Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer ganztags zumutbar (IV-act. 63-66 ff.). 

RAD-Arzt Dr. J.___ hatte am 21. Dezember 2016 befunden, auf diese Beurteilung 

könne vollumfänglich abgestellt werden (IV-act. 37). Folglich ist ab dem 1. Oktober 

2016 bis zum Beginn der psychiatrischen Behandlung (vgl. unten E. 2.4) mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer 

adaptierten Tätigkeit auszugehen.

2.3. 

Im Mai 2017 vermuteten die behandelnden Ärzte des KSSG aktenkundig erstmals 

eine gewisse psychische Co-Morbidität der ausgeprägten Schmerzsymptomatik (Suva-

act. 298). Ab Dezember 2017 befand sich der Beschwerdeführer sodann aufgrund einer 

mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10: F32.1) in ambulanter psychiatrischer 

Behandlung bei den Psychiatrie-Diensten L.___ (IV-act. 63-98 ff.). Am 7. September 

2018 beurteilten die dort zuständigen medizinischen Fachpersonen, aufgrund der 

psychischen und körperlichen Einschränkungen bestehe eine verminderte 

Arbeitsfähigkeit. Der Beschwerdeführer verfüge grundsätzlich über eine ausreichende 

psychische Stabilität, so dass eine Basis für eine unterstützte Wiedereingliederung 

bestehe und die Prognose zum Erreichen einer Teilarbeitsfähigkeit von 50 % bei 

langsamem Belastungsaufbau realistisch erscheine (IV-act. 66). Dem Bericht ist nicht 

zu entnehmen, seit wann diese Arbeitsfähigkeitsschätzung galt. Aufgrund der Angaben 

der behandelnden medizinischen Fachpersonen ist davon auszugehen, dass sich die 

depressive Symptomatik während der seit Dezember 2017 dauernden Behandlung 

tendenziell verbesserte bzw. zumindest nicht verschlechterte. Demnach ist bereits seit 

Behandlungsbeginn im Dezember 2017 bis zum 31. Mai 2019 von einer Arbeitsfähigkeit 

von 50 % in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen. Diese Ansicht wird im 

Beschwerdeverfahren auch von beiden Parteien vertreten (act. G1, G4; wobei der 

2.4. 

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3. Basierend auf den vorgenannten Arbeitsfähigkeiten ist nachfolgend der 

Invaliditätsgrad zu bestimmen.

Beschwerdeführer davon abweichend bereits seit 1. Oktober 2016 von einer 

Arbeitsfähigkeit von 50 % ausgeht). Eine darüberhinausgehende Arbeitsunfähigkeit ist 

in diesem Zeitraum nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen.

Zusammengefasst ist seit dem frühestmöglichen Rentenbeginn am 1. September 

2013 bis zum 30. November 2017 eine Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit 

nicht rechtsgenüglich nachgewiesen. Vom 1. Dezember 2017 bis 31. Mai 2019 ist 

sodann von einer Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 50 % und ab 1. 

Juni 2019 von einer solchen von 70 % auszugehen.

2.5. 

Massgebend für das Valideneinkommen ist, was die versicherte Person aufgrund 

ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen Renten­

beginns verdient hätte. Für die Bestimmung des Valideneinkommens wird 

grundsätzlich am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen 

Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die 

bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 139 V 28 

E. 3.3.2, 125 V 58 E. 3.1; Urteile des Bundesgerichts vom 18. März 2015, 

8C_590/2014, E. 5.1, und 21. August 2013, 8C_196/2013, E. 3.1). Der 

Beschwerdeführer war bis am 28. Februar 2013 bei der C.___ als Hilfsschreiner 

beschäftigt (IV-act. 5). Gemäss Angaben der Arbeitgeberin hätte er dort (ohne die 

erlittenen Unfälle) im Jahr 2013 ein monatliches Bruttoeinkommen von Fr. 5'300.-- 

erzielt (Suva-act. 230-2), was einem Jahreseinkommen von Fr. 68'900.-- (13 x Fr. 

5'300.--) entspricht. 2016 hätte der Beschwerdeführer sodann ein hypothetisches 

Bruttoeinkommen von monatlich Fr. 5'500.-- generieren können (Suva-act. 230-2), 

woraus sich ein Jahreseinkommen von Fr. 71'500.-- (13 x Fr. 5'500.--) ergibt. 

Angepasst an die Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2017 resultiert ein 

massgebliches Valideneinkommen von Fr. 71'819.-- (Index 2016: 2'239, 2017: 2'249) 

bzw. bis ins Jahr 2019 ein solches von Fr. 72'777.-- (Index 2016: 2'239, 2019: 2'279).

3.1. 

Art. 16 ATSG umschreibt das Invalideneinkommen als hypothetisches Einkommen. 

Nach der ständigen Verwaltungspraxis und Rechtsprechung steht der Beizug von 

Tabellen und vergleichbaren Übersichten im Vordergrund (Ueli Kieser, ATSG-

Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 66 f. zu Art. 16). Da dem Beschwerdeführer im 

Invalidenfall allgemeine Hilfsarbeitertätigkeiten zumutbar sind, rechtfertigt es sich, das 

Invalideneinkommen für den frühestmöglichen Rentenbeginn im Jahr 2013 gestützt auf 

3.2. 

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die LSE 2012, Tabelle TA1, Total sämtlicher Wirtschaftszweige, Kompetenzniveau 1, 

Männer, zu bestimmen. Dieses belief sich auf Fr. 5'210.-- monatlich bzw. Fr. 62'520.-- 

jährlich. Angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden und die 

Nominallohnentwicklung bis 2013 (Index 2012: 2'188, 2013: 2'204) resultiert ein 

Jahreseinkommen von Fr. 65'654.--. Für die Jahre 2017 und 2019 ist das 

Invalideneinkommen sodann gestützt auf die LSE 2016, Tabelle TA1, Total sämtlicher 

Wirtschaftszweige, Kompetenzniveau 1, Männer, zu bestimmen. Dieses belief sich auf 

Fr. 5'340.-- pro Monat bzw. Fr. 64'080.-- pro Jahr. Aufgerechnet auf die 

betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden ergibt sich ein Jahreseinkommen von Fr. 

66'803.--. Angepasst an die Nominallohnentwicklung bis 2017 (Index 2016: 2'239; 

2017: 2'249) resultiert bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 % ein massgebliches 

Einkommen von Fr. 33'551.--. Bei einer Anpassung an die Nominallohnentwicklung bis 

2019 (Index 2016: 2'239, 2019: 2'279) und einer Arbeitsfähigkeit von 70 % ergibt sich 

ein massgebliches Invalideneinkommen von Fr. 47'598.--.

Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich 

beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten (Hilfsarbeiter-)Tätigkeiten behindert 

sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren 

arbeitnehmenden Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit 

unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand 

Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer 

versicherten Person, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder 

Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe 

haben können (BGE 129 V 481 E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2). Wie die 

Gutachter der ZMB festhielten, hat der Beschwerdeführer zahlreiche qualitative 

Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit (nur leichte, wechselbelastende Tätigkeiten, kein 

Einsatz der Arme über Brustniveau, keine stärkeren bzw. repetitiven 

Rotationsbewegungen der Schultergelenke, kein Heben und Tragen von Lasten über 5 

kg, keine Vibrationsbelastungen der Arme, kein Hämmern oder Schlagen, kein 

Besteigen von Leitern oder Gerüsten; vgl. IV-act. 129-11). Er ist im Vergleich zu voll 

leistungsfähigen Arbeitnehmern damit lohnmässig benachteiligt und muss mit 

unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen (vgl. zum Ganzen Philipp Geertsen, Der 

Tabellenlohnabzug, in Ueli Kieser/Miriam Lendfers [Hrsg.]: Jahrbuch zum 

Sozialversicherungsrecht 2012, S. 139 ff.). Die Beschwerdegegnerin legte den 

Tabellenlohnabzug in ihrer Verfügung vom 25. März 2021 auf 25 % fest (vgl. IV-act. 

163). Die Frage nach der Höhe des Tabellenlohnabzugs ist eine typische 

Ermessensfrage. Das kantonale Gericht darf sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund 

an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich somit auf Gegebenheiten 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

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4.  

abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender 

erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 S. 73, 126 V 75 E. 6 S. 81). Vorliegend machte 

die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort vom 18. Juni 2021 zwar selbst 

geltend, ein Tabellenlohnabzug von 25 % sei nicht gerechtfertigt. Stattdessen sei ein 

Abzug von 15 % angemessen (act. G4). Sie brachte jedoch keine triftigen Argumente 

vor, welche eine von der Verfügung abweichende Ermessensausübung naheliegender 

erscheinen liesse. Solche sind denn auch nicht ersichtlich. Dementsprechend 

rechtfertigt es sich, den Tabellenlohnabzug bei 25% zu belassen. Folglich reduzieren 

sich die massgeblichen Invalideneinkommen für das Jahr 2013 auf Fr. 49'241.-- (0.75 x 

Fr. 65'654.--), für das Jahr 2017 auf Fr. 25'163.-- (0.75 x Fr. 33'551.--) und für das Jahr 

2019 auf Fr. 35'699.-- (0.75 x Fr. 47'598.--).

Für den Zeitraum vom 1. September 2013 bis 30. November 2017 ergibt sich 

ausgehend von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer adaptierten 

Hilfsarbeitertätigkeit, einem Valideneinkommen von Fr. 68'900.-- und einem 

Invalideneinkommen von Fr. 49'241.-- ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad 

von rund 29 %. Vom 1. Dezember 2017 bis 31. Mai 2019 resultiert bei einer 

Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer adaptierten Hilfsarbeitertätigkeit, einem 

Valideneinkommen von Fr. 71'819.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 25'163.-- 

ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von rund 65 %. Der Beschwerdeführer hat 

daher unter Berücksichtigung der dreimonatigen Frist von Art. 88a der Verordnung 

über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) vom 1. Dezember 2017 bis 31. 

August 2019 einen Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Ab 1. September 2019 ergibt 

sich bei einer Arbeitsfähigkeit von 70 % in einer adaptierten Tätigkeit, einem 

Valideneinkommen von Fr. 72'777.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 35'699.-- 

ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von rund 51 %. Ab 1. September 2019 besteht 

damit ein Anspruch auf eine halbe Rente.

3.4. 

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung vom 25. März 2021 gutzuheissen und dem 

Beschwerdeführer vom 1. Dezember 2017 bis 31. August 2019 eine Dreiviertelsrente 

sowie ab 1. September 2019 eine halbe Rente zuzusprechen. Die Sache ist zur 

Festsetzung und Ausrichtung der Leistung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

4.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

4.2. 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf://137-V-71:de&number_of_ranks=0#page71
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf://126-V-75:de&number_of_ranks=0#page75

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 25. März 

2021 aufgehoben und dem Beschwerdeführer vom 1. Dezember 2017 bis 31. August 

2019 eine Dreiviertelsrente sowie ab 1. September 2019 eine halbe Rente 

zugesprochen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Leistung wird die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 4‘000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Ausgangsgemäss 

hat die Beschwerdegegnerin die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. 

Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer 

zurückzuerstatten.

bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis 

Fr. 15'000.--. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle 

eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) als angemessen.

4.3. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 23.03.2022
	Art. 28 IVG. Festlegung der Arbeitsfähigkeit und des Invaliditätsgrads im Verlauf. Einkommensvergleich. Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. März 2022, IV 2021/80).

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