# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e2505812-3693-53fc-85e1-97c0a5d5bba5
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-12
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Sonstiges 12.05.2022 BS 2021 81
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_999_BS-2021-81_2022-05-12.pdf

## Full Text

20220412_161553_ANOM.docx

I. Beschwerdeabteilung BS 2021 81

Oberrichter lic.iur. St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter lic.iur. F. Ulrich
Oberrichter lic.iur. P. Huber
Gerichtsschreiber lic.iur. C. Schwegler

Beschluss vom 12. Mai 2022 [rechtskräftig]

in Sachen

B.________,
verbeiständet gestützt auf Art. 306 Abs. 2 ZGB durch RA lic.iur. C.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, I. Abteilung, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug,
vertreten durch STA MLaw E.________,
Beschwerdegegnerin,

betreffend

Nichtanhandnahme

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Sachverhalt

1. Am 23. Juni 2021 kontaktierte A.________ die Herberge für Frauen und erkundigte sich nach 
den Unterbringungsmöglichkeiten. Im Rahmen des Gesprächs äusserte sie den Verdacht, 
dass ihr Ehemann F.________ (nachfolgend: Beschuldigter) sexuelle Handlungen mit der 
gemeinsamen Tochter B.________ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) vorgenommen haben 
könnte. Die Herberge für Frauen verständigte die Opferhilfe des Kantons Zug. Am 24. Juni 
2021 kontaktierte eine Mitarbeiterin der Opferhilfe die Zuger Polizei.

2. Am 8. Juli 2021 wurde A.________ polizeilich einvernommen. Dabei gab sie zu Protokoll, sie 
habe in den letzten drei Monaten vor der Einvernahme diverse Beobachtungen gemacht, 
welche einzeln betrachtet nicht besorgniserregend seien. Die Summe der Feststellungen 
habe sie jedoch dazu veranlasst, Hilfe zu holen. Insbesondere die Tatsache, dass die 
Beschwerdeführerin wieder vermehrt eingenässt und eingekotet habe, sei für sie verdächtig. 
Zudem habe sie festgestellt, dass der Beschuldigte die Beschwerdeführerin massiert habe. 
Im Weiteren sei die Beschwerdeführerin nach einem Ausflug mit dem Beschuldigten und 
ihrem Bruder breitbeinig gelaufen und mit schmerzverzerrtem Gesicht nach Hause 
gekommen. Zudem habe sie merkwürdige Geräusche und Bewegungen unter der Decke 
festgestellt, wenn die Beschwerdeführerin beim Beschuldigten geschlafen habe (Vi act. 2/1 
Ziff. 2).

Die Beschwerdeführerin konnte am 3. August 2021 durch eine Fachperson der Zuger Polizei 
befragt werden, nachdem eine Befragung vom 14. Juli 2021 abgebrochen werden musste 
(Vi act. 1/1).

3. Mit Verfügung vom 24. September 2021 nahm die Staatsanwaltschaft die Strafuntersuchung 
gegen den Beschuldigten betreffend sexuelle Handlungen mit Kindern nicht an die Hand. Die 
Verfahrenskosten wurden auf die Staatskasse genommen und dem Beschuldigten wurden 
keine Entschädigung und keine Genugtuung ausgerichtet. 

4. Gegen diese Verfügung erhob der Prozessbeistand der Beschwerdeführerin mit Eingabe 
vom 7. Oktober 2021 Beschwerde bei der I. Beschwerdeabteilung des Obergerichts mit 
folgenden Anträgen:

1. Die Verfügung der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 24. September 2021 sei aufzuheben.

2. Die Staatsanwaltschaft sei anzuweisen, eine Strafuntersuchung gegen den Beschuldigten zu 
eröffnen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates.

5. Die Staatsanwaltschaft beantragte in der Vernehmlassung vom 12. Oktober 2021 die 
kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde.

6. Der Beschuldigte beantragte in der innert erstreckter Frist eingereichten Stellungnahme vom 
3. November 2021 die Abweisung der Beschwerde unter gesetzlicher Kosten- und 
Entschädigungsfolge. Am 15. Februar 2022 reichte er eine ergänzende Eingabe ein.

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Erwägungen

1. Die Staatsanwaltschaft begründete die Nichtanhandnahme der Strafuntersuchung im 
Wesentlichen wie folgt:

1.1 Die Vorwürfe, welche A.________ gegen den Beschuldigten erhebe, basierten einzig auf 
ihren Beobachtungen bzw. vielfach auf ihren Interpretationen von Verhaltensweisen, welche 
sie bei der Beschwerdeführerin beobachtet habe, oder von Situationen zwischen dem 
Beschuldigten und der Beschwerdeführerin, welchen sie beigewohnt habe. Diese 
Situationen, die sexuelle Handlungen zum Nachteil der Beschwerdeführerin aufzeigen 
sollten, stellten jedoch keine strafrechtlich relevanten Handlungen dar, sondern seien als 
alltägliche Situationen zwischen Eltern und Kindern zu qualifizieren. Ein sexueller Bezug sei 
bei Handlungen wie Kuscheln, Beschenkungen oder Rückenmassagen nicht zu erkennen. Zu 
den Verhaltensveränderungen der Beschwerdeführerin, insbesondere der Inkontinenz, sei 
anzumerken, dass diese offenbar just mit der Trennung der Eltern begonnen habe. Daraus 
lasse sich allerdings nicht ableiten, dass der Beschuldigte sexuelle Handlungen mit der 
Beschwerdeführerin vorgenommen habe. Sodann habe die Beschwerdeführerin gegenüber 
ihrer Mutter keine Handlungen seitens des Beschuldigten beschrieben, welche als sexuelle 
Handlungen i.S. von Art. 187 Ziff. 1 StGB zu qualifizieren wären.

1.2 Die Beschwerdeführerin habe auch im Rahmen der Einvernahme keine Handlungen 
beschrieben, welche einen sexuellen Bezug aufweisen würden. Obschon die 
Beschwerdeführerin sehr jung sei, bestehe aufgrund ihres Verhaltens und ihrer Aussagen 
kein Grund, am Wahrheitsgehalt der Aussagen bzw. an der Aussagetauglichkeit der 
Beschwerdeführerin zu zweifeln. Sie habe zu keinem Zeitpunkt den Eindruck erweckt, dass 
der Beschuldigte sexuelle Handlungen mit ihr vorgenommen habe. Auch gebe es keine 
Anhaltspunkte, dass die Beschwerdeführerin über Erlebtes absichtlich nicht berichten wolle. 

1.3 Dem Bericht des Universitäts-Kinderspitals Zürich vom 6. Juli 2021 sei zu entnehmen, dass 
Rötungen interlabial und perianal festgestellt worden seien. Gemäss fachärztlicher Auskunft 
würden die meisten Mädchen im Alter der Beschwerdeführerin aufgrund mechanischer 
Reizung durch die Kleider und falscher Intimpflege Rötungen im Intimbereich aufweisen. Die 
Untersuchung des Universitäts-Kinderspitals Zürich habe somit ebenfalls keine Hinweise auf 
sexuelle Handlungen ergeben.

2. Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber geltend, die Inkontinenz sei nicht im 
Zusammenhang mit der Trennung der Eltern aufgetreten, sondern vorher. Die 
Paarbeziehung sei bereits im Jahr 2020 und in den ersten Monaten des Jahres 2021 nicht 
gut gewesen. Ein Einnässen bzw. Einkoten bei der Beschwerdeführerin sei erst im März 
2021 aufgetreten. Die Trennung innerhalb der Wohnung sei erst Anfang Juni 2021 erfolgt. 
Diese sei den Kindern auf Drängen des Beschuldigten nicht mitgeteilt worden. Deshalb sei 
davon auszugehen, dass die körperlichen und verhaltensmässigen Auffälligkeiten der 
Beschwerdeführerin nicht aufgrund der Trennung aufgetreten seien. Das Einkoten habe sich 
zudem nach dem letzten Kontakt mit dem Vater umgehend eingestellt. Nach dem Umzug ins 
Frauenhaus sei ebenfalls kein Einnässen mehr zu registrieren gewesen. 

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Einzelne Beobachtungen im Mai/Juni 2021 hätten für A.________ erst ca. ab dem 13. Juni 
2021 ein konkreteres Bild ergeben, da die Anzahl der Beobachtungen zugenommen und sich 
die körperlichen Anzeichen wie auch die Verhaltensauffälligkeiten der Beschwerdeführerin 
immens verstärkt hätten. Zum Zeitpunkt des Einreichens des Eheschutzgesuches habe der 
Verdacht noch nicht bestanden. Ein aus Sicht von A.________ alarmierendes Erlebnis vom 
13. Juni 2021 habe sie in ihrem aktenkundigen Bericht beschrieben (Ausflug mit dem Vater, 
danach breitbeinig gelaufen, Schmerzen am Po, heftige Rötung Intimbereich). Es mute 
seltsam an, dass eine Ärztin des Kinderspitals Zürich ohne Untersuchung der 
Beschwerdeführerin darauf hinweise, dass Mädchen in diesem Alter solche Rötungen hätten 
(durch Wischen im Intimbereich und zu enge Hosen). Mittlerweile könne A.________ bei der 
Beschwerdeführerin keine Rötungen mehr feststellen. Die jetzige Kleidung sei mit derjenigen 
zu vergleichen, welche die Beschwerdeführerin auch vor dem Weggang am 23. Juni 2021 
jeweils getragen habe. Ausserdem sei die Beschwerdeführerin der Ärztin erst am 28. Juni 
2021 vorgestellt worden. Der letzte Kontakt mit dem Vater habe nachweislich am 23. Juni 
2021 stattgefunden. Selbst Tage danach sei noch eine Rötung vorhanden gewesen. 

Es dränge sich auf, das Kind durch einen spezialisierten Gutachter zu befragen. Ein 
Gutachter hätte sich ferner mit dem Thema zu befassen, wie "leicht" sich (mögliche) 
Missbrauchsopfer im Vorschulalter erfahrungsgemäss tun, über Erlebtes in diesem Bereich 
zu sprechen, erst recht dann, wenn es sich bei den Tätern um nahestehende Verwandte 
handle. Gemäss Einschätzung der Fachstelle D.________ sei die Opfereigenschaft der 
Beschwerdeführerin wahrscheinlich. Deshalb lasse sich gestützt auf den derzeitigen 
Aktenstand nicht sagen, der Tatbestand von Art. 187 StGB sei eindeutig nicht erfüllt.

3. Gemäss Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO eröffnet die Staatsanwaltschaft eine Strafuntersuchung, 
wenn sich aus den Informationen und Berichten der Polizei, aus der Strafanzeige oder aus 
ihren eigenen Feststellungen ein hinreichender Tatverdacht ergibt. Nach Abs. 4 derselben 
Bestimmung verzichtet sie auf die Eröffnung einer Untersuchung, wenn sie sofort eine 
Nichtanhandnahmeverfügung oder einen Strafbefehl erlässt. Gemäss Art. 310 Abs. 1 StPO 
verfügt sie die Nichtanhandnahme der Untersuchung, sobald aufgrund der Strafanzeige oder 
des Polizeirapports feststeht, dass die fraglichen Straftatbestände oder die 
Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind (lit. a) oder wenn Verfahrenshindernisse 
bestehen (lit. b).

Ein Strafverfahren kann mithin in sachverhaltsmässig und rechtlich klaren Fällen gemäss 
Art. 310 Abs. 1 StPO durch Nichtanhandnahme erledigt werden. Dies ist der Fall bei 
offensichtlicher Straflosigkeit, wenn der Sachverhalt mit Sicherheit nicht unter einen 
Straftatbestand fällt, oder bei eindeutig fehlenden Prozessvoraussetzungen. Ein 
Straftatbestand gilt nur dann als eindeutig nicht erfüllt, wenn kein zureichender Verdacht auf 
eine strafbare Handlung besteht oder der zu Beginn der Strafverfolgung gegebene 
Anfangsverdacht sich vollständig entkräftet hat. Ergibt sich indes aus den Informationen und 
Berichten der Polizei, aus der Strafanzeige oder aus den eigenen Feststellungen der 
Staatsanwaltschaft ein hinreichender Tatverdacht, so eröffnet sie eine Untersuchung (Art. 
309 Abs. 1 StPO). Die zur Eröffnung einer Strafuntersuchung erforderlichen tatsächlichen 
Hinweise auf eine strafbare Handlung müssen allerdings erheblich und konkreter Natur sein. 
Blosse Gerüchte oder Vermutungen genügen nicht. Der Anfangsverdacht muss auf einer 
plausiblen Tatsachengrundlage beruhen, aus welcher sich die konkrete Möglichkeit der 

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Begehung einer Straftat ergibt (BGE 141 IV 87 E. 1.3.1 m.H.). Im Zweifelsfall, wenn die 
Nichtanhandnahmegründe nicht mit absoluter Sicherheit gegeben sind, muss das Verfahren 
eröffnet werden (vgl. BGE 143 IV 241 E. 2.2 m.H.).

4. Sexuelle Handlungen mit Kindern begeht, wer mit einem Kind unter 16 Jahren eine sexuelle 
Handlung vornimmt, es zu einer solchen Handlung verleitet oder es in eine sexuelle 
Handlung einbezieht (Art. 187 Ziff. 1 StGB). Sexuelle Handlungen lassen sich nach der 
Eindeutigkeit ihres Sexualbezugs abgrenzen. Keine sexuellen Handlungen sind 
Verhaltensweisen, die nach ihrem äusseren Erscheinungsbild keinen unmittelbaren 
sexuellen Bezug aufweisen. Als sexuelle Handlungen im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB 
gelten hingegen Verhaltensweisen, die für den Aussenstehenden nach ihrem äusseren 
Erscheinungsbild eindeutig sexualbezogen sind. Bei dieser objektiven Betrachtungsweise 
bleiben das subjektive Empfinden, die Motive oder die Bedeutung, die das Verhalten für den 
Täter oder das Opfer hat, ausser Betracht. Eindeutig sexualbezogene Handlungen erfüllen 
stets den objektiven Tatbestand. Auf die Motive des Täters kommt es nicht an (BGE 125 IV 
58 E. 3b m.H.).

5. A.________ stützt ihren Verdacht, der Beschuldigte könnte mit der Beschwerdeführerin 
sexuelle Handlungen vorgenommen haben, auf verschiedene Beobachtungen. So stellte sie 
fest, dass die Beschwerdeführerin vermehrt eingenässt und eingekotet und der Beschuldigte 
die Beschwerdeführerin massiert habe. Als verdächtig erachtet sie zudem den Vorfall vom 
13. Juni 2021, als die Beschwerdeführerin nach einem Ausflug des Beschuldigten mit den 
Kindern breitbeinig gelaufen und mit schmerzverzerrtem Gesicht nach Hause gekommen sei. 
Weiter bezieht sich Beschwerdeführerin auf den zweiten Bericht des Universität-Kinderspitals 
Zürich über die Untersuchung vom 19. Oktober 2021, gemäss welchem bei der 
Beschwerdeführerin u.a. "unauffällige innere und äussere Schamlippen" sowie "Anus reizlos" 
festgestellt worden sei. Gemäss dem ersten Bericht des Kinderspitals vom 6. Juli 2021 sei 
dagegen bei der Beschwerdeführerin noch eine "Rötung interlabial und im Bereich des 
Introuitus" sowie eine "Rötung perianal" feststellbar gewesen. Die damals noch vorhandenen 
Rötungen seien daher, so die Beschwerdeführerin, nicht auf das Tragen zu enger Kleidung 
oder zu heftiges Abwischen zurückzuführen, da sich die Art der Kleidung der 
Beschwerdeführerin und wie sie sich nach dem Toilettengang abwische, seit Juni 2021 nicht 
verändert hätten. Dazu komme, dass sich das Verhalten der Beschwerdeführerin nach dem 
letzten Kontakt zum Beschuldigten völlig verändert habe und sie ein völlig entspanntes 
Verhalten ohne Angst und Aggression an den Tag lege.

6. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin sowie von A.________ lässt sich indes 
aus diesen Umständen und Beobachtungen kein hinreichender Verdacht auf sexuelle 
Handlungen des Beschuldigten mit der Beschwerdeführerin i.S. von Art. 187 Ziff. 1 StGB 
herleiten:

6.1 So beruhen die gegenüber dem Beschuldigten geäusserten Vorwürfe grösstenteils auf 
Vermutungen von A.________ bzw. auf Beobachtungen. Die beobachteten Handlungen wie 
Kuscheln, Rückenmassagen und Geschenke Machen stellen aber nicht sexuelle Handlungen 
dar, sondern – wie die Staatsanwaltschaft zu Recht ausführt – vielmehr alltägliche 
Situationen zwischen Eltern und Kindern. Auch die Befragung der Beschwerdeführerin durch 
eine Fachperson der Zuger Polizei lieferte keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschuldigte 

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sexuelle Handlungen mit der Beschwerdeführerin vorgenommen haben könnte. So gab 
Letztere auf die Frage, ob es Dinge gebe, die sie nicht gerne mit ihrem Vater spiele, keine 
konkrete Antwort. Auf die Frage, wo ihr Vater sie beim Kuscheln angefasst habe, gab sie an, 
er habe sie ein bisschen am Bein berührt, was für sie in Ordnung sei. Ausserdem merkte sie 
an, dass ihr Vater sie auch schon massiert habe, dies sei am Rücken gewesen und sie habe 
dies gemocht. Weder die Beobachtungen von A.________ noch die Antworten der 
Beschwerdeführerin lassen somit darauf schliessen, dass der Beschuldigte mit der 
Beschwerdeführerin Handlungen vorgenommen hätte, welche nach äusserem 
Erscheinungsbild einen unmittelbaren sexuellen Bezug aufweisen würden.

6.2 Was die Inkontinenz bei der Beschwerdeführerin betrifft, so ist insoweit unbestritten, dass 
eine solche bei der Beschwerdeführerin phasenweise immer wieder aufgetreten ist und sich 
die Eltern der Beschwerdeführerin deswegen auch immer wieder mit anderen Personen 
ausgetauscht haben. Es bestehen jedoch keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass die 
wieder auftretende Inkontinenz auf ein strafrechtlich relevantes Verhalten des Beschuldigten 
zurückzuführen wäre. Dass die Inkontinenz gemäss den Ausführungen der 
Beschwerdeführerin im März 2021 wieder aufgetreten ist, sich nach dem letzten Kontakt zum 
Beschuldigten umgehend eingestellt hat und nach dem Umzug ins Frauenhaus nicht mehr 
aufgetreten ist, lässt diesen Schluss jedenfalls nicht zu. Als durchaus plausibel erscheint 
hingegen, dass diese Probleme bei der Beschwerdeführerin aufgrund der Trennungssituation 
und den entsprechenden Spannungen zwischen den Elternteilen resultierten und wieder 
abklangen, nachdem eine räumliche Trennung zwischen den Elternteilen erfolgt und die 
Beschwerdeführerin diesen Spannungen nicht mehr ausgesetzt war.

6.3 Wenn der Beschuldigte zum Vorfall vom 13. Juni 2021 erklärte, die Beschwerdeführerin sei 
auf der Fahrt nach Hause eingeschlafen und habe in die Hosen gemacht, weshalb es zu 
Rötungen gekommen sei, so erscheint dies ohne Weiteres glaubhaft. Nicht gefolgt werden 
kann sodann der Auffassung der Beschwerdeführerin bzw. von A.________, der Umstand, 
dass die vom Kinderspital am 6. Juli 2021 bei der Beschwerdeführerin diagnostizierten 
Rötungen bei der zweiten Untersuchung vom 19. Oktober 2021 verschwunden seien, sei 
darauf zurückzuführen, dass die Beschwerdeführerin seit Juni 2021 keinen persönlichen 
Kontakt zum Beschuldigten mehr gehabt habe. Ebenso gut kann die Ursache für diese 
Tatsache darin liegen, dass die Inkontinenz bei der Beschwerdeführerin seit Ende Juni 2021 
nicht mehr aufgetreten ist.

7. Die Vorwürfe der Beschwerdeführerin bzw. von A.________ vermögen nach dem Gesagten 
keinen konkreten Tatverdacht zu begründen, da es im Ergebnis an einem ausreichenden 
Anfangsverdacht gegen den Beschuldigten für die Eröffnung einer Strafuntersuchung fehlt. 
Die Strafuntersuchung gegen den Beschuldigten betreffend sexuelle Handlungen mit Kindern 
i.S. von Art. 187 Ziff. 1 StGB wurde von der Staatsanwaltschaft folglich zu Recht nicht an die 
Hand genommen. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen.

8. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens 
oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Im vorliegenden Fall ist jedoch aus Gründen der 
Billigkeit von diesem Grundsatz abzusehen und die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind 
auf die Staatskasse zu nehmen (vgl. zum Abweichen vom Grundsatz: Domeisen, Basler 
Kommentar, 2. A. 2014, Art. 428 StPO N 5). 

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9. Der Beschuldigte, der eine Stellungnahme und eine weitere Eingabe einreichte und die 
Abweisung der Beschwerde beantragte, ist mit seinem Standpunkt im vorliegenden 
Verfahren durchgedrungen. Gemäss neuester bundesgerichtlicher Rechtsprechung (BGE 
147 IV 47 E. 4.2) wird die unterliegende Privatklägerschaft, soweit sie den Rechtsweg allein 
beschreitet, der beschuldigten Person sowohl im Berufungs- wie im Beschwerdeverfahren 
entschädigungspflichtig, wenn es um ein Antragsdelikt geht (Art. 436 Abs. 1 in Verbindung 
mit Art. 432 Abs. 2 StPO). Bei von Amtes wegen zu verfolgenden Delikten trägt hingegen die 
gegen eine Einstellungsverfügung Beschwerde führende Privatklägerschaft ein latent 
weiterbestehendes öffentliches Strafverfolgungsinteresse mit, da der staatliche 
Strafverfolgungsanspruch erst mit einem freisprechenden Urteil abschliessend eingelöst wird. 
Im Beschwerdeverfahren betreffend Offizialdelikte hat daher, im Gegensatz zum 
Berufungsverfahren, nach Auffassung des Bundesgerichts der Staat und nicht die 
unterliegende Privatklägerschaft die beschuldigte Partei zu entschädigen. Gleiches muss bei 
einer Nichtanhandnahme gelten, da auch in diesem Falle der staatliche 
Strafverfolgungsanspruch noch nicht abschliessend eingelöst wurde.

Vorliegend geht es um ein Offizialdelikt. Der Beschuldigte ist mithin vom Staat für seinen 
notwendigen Aufwand im Beschwerdeverfahren (Art. 429 Abs. 1 i.V.m. Art. 436 Abs. 1 StPO) 
zu entschädigen.

Beschluss

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten dieses Verfahrens betragen

CHF 800.00 Gebühren
CHF 50.00 Auslagen
CHF 850.00 Total

und werden auf die Staatskasse genommen. 

3. F.________ wird für seine Aufwendungen im Beschwerdeverfahren mit CHF 1'800.00 (inkl. 
MWST) aus der Staatskasse entschädigt.

4. Gegen diesen Entscheid ist die Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 78 ff. des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich nach Art. 95 ff. 
BGG. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich, 
begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheides und der 
Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, 
einzureichen.

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5. Mitteilung an:
- Parteien (an die Staatsanwaltschaft unter Rückgabe der eingereichten Akten)
- RA lic.iur. G.________ (z.H. F.________)
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
I. Beschwerdeabteilung

lic.iur. St. Scherer lic.iur. C. Schwegler
Abteilungspräsident Gerichtsschreiber

versandt am: