# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fedccc4e-215c-5931-87a7-b08e7ebe3b3d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-06-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.06.2016 D-5099/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5099-2014_2016-06-15.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-5099/2014 

thc/kna/ 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 5 .  J u n i  2 0 1 6  

Besetzung 

 
Richterin Contessina Theis (Vorsitz), 

Richter Hans Schürch, Richterin Claudia Cotting-Schalch,    

Gerichtsschreiberin Anne Kneer. 

   Parteien 
 

A._______, geboren am (…), 

gemäss eigenen Angaben: Eritrea,   

vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan,  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM;  

zuvor Bundesamt für Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 11. August 2014 / N (…). 

 

 

 

D-5099/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin – eine eritreische Staatsangehörige geboren in 

Äthiopien – verliess gemäss eigenen Angaben Eritrea Anfang 2003 und 

hielt sich fortan bis im Jahr 2007 in Äthiopien auf. Zwischen 2007 und Juli 

2011 lebte sie im Sudan, von wo sie im Juli 2011 per Flugzeug zunächst 

nach Italien reiste, von dort mit dem Auto am 13. Juli 2011 in die Schweiz 

gelangte und gleichentags um Asyl nachsuchte. Am 28. Juli 2011 wurde 

sie summarisch befragt und am 18. November 2013 eingehend angehört.  

Zur Begründung ihres Asylgesuchs machte sie im Wesentlichen geltend, 

sie sei in Z._______, Äthiopien geboren und habe bis 1999 dort gelebt, 

bis sie zusammen mit ihrer Familie zurück nach Eritrea deportiert worden 

sei. Dort seien sie in einem Lager registriert worden. Fortan habe sie mit 

ihrer Familie in Y._______ respektive X._______ gewohnt, wo sie ihrer 

Mutter im Haushalt geholfen und auf den Feldern gearbeitet habe. Im 

Jahr 2000 seien ihre beiden Brüder ins Militär einberufen worden. Seither 

habe sie nichts mehr von ihnen gehört. Ende 2002 habe sie zum ersten 

Mal eine Vorladung des Militärs erhalten. Es seien drei bis vier weitere 

solche Vorladungen gefolgt, welchen sie aber keine Folge geleistet habe. 

Eines Abends seien Soldaten gekommen, hätten sie mitgenommen und 

rund einen Monat in Haft genommen. Im Gefängnis habe sie sich mit ei-

ner Frau angefreundet, welche sich gut mit einem Wächter respektive 

dem Chef verstanden habe. Dieser habe dann eines Nachts die Türe ge-

öffnet respektive eines Nachts sei die Türe offen gewesen. Diese Frau 

habe sie geweckt, woraufhin sie beide mit zwei anderen Frauen geflohen 

seien. Sie seien schliesslich zusammen mit Männern, welche sie getrof-

fen hätten, zu Fuss über die Grenze, wo sie schliesslich von äthiopischen 

Soldaten aufgegriffen worden seien, welche sie in ein Flüchtlingslager 

gebracht hätten.  

B.  

Am 31. Juli 2012 (Eingang BFM) sowie am 11. Juli 2014 (Eingang BFM) 

ersuchte die Beschwerdeführerin schriftlich um Beschleunigung ihres Ver-

fahrens.  

C.  

Mit Verfügung vom 11. August 2014 – eröffnet am 13. August 2014 – stell-

te das BFM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigen-

schaft nicht, lehnte ihr Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus 

der Schweiz.  

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Seite 3 

D.  

Mit Eingabe vom 11. September 2014 erhob die Beschwerdeführerin –

 handelnd durch ihren Rechtsvertreter – gegen diesen Entscheid beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte die Aufhebung 

der angefochtenen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft 

und die Gewährung von Asyl, eventualiter die Anordnung der vorläufigen 

Aufnahme. In formeller Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unent-

geltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 

Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 110a AsylG (SR 142.31) und um Ver-

zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

Zur Stützung ihrer Vorbringen reichte die Beschwerdeführerin eine Depor-

tationskarte (im Original inkl. deutsche Übersetzung) ins Recht.  

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 22. September 2014 stellte die Instruktions-

richterin fest, die Beschwerdeführerin könne den Ausgang des Verfahrens 

in der Schweiz abwarten, hiess die Gesuche um unentgeltliche Prozess-

führung und Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG in 

Verbindung mit Art. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG gut, ordnete Herr lic. iur. Ta-

rig Hassan, LL.M., W._______ als amtlichen Rechtsbeistand bei und ver-

zichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Gleichzeitig wurde 

die Vorinstanz eingeladen, eine Vernehmlassung einzureichen.  

F.  

Am 25. September 2014 reichte das BFM eine Vernehmlassung zu den 

Akten, wobei es feststellte, dass die Beschwerdeschrift keine neuen er-

heblichen Tatsachen oder Beweismittel enthalte, welche eine Änderung 

des Standpunktes rechtfertigen könne. Die erwähnte Deportationskarte 

liege nicht vor, weshalb diese nicht beurteilt werden könne.  

G.  

Mit Verfügung vom 1. Oktober 2014 wurde die eingereichte Deportations-

karte der Vorinstanz zugestellt und diese ersucht, eine zweite Vernehm-

lassung einzureichen.  

H.  

Am 9. Oktober 2014 reichte das BFM eine zweite Vernehmlassung zu 

den Akten und nahm insbesondere zur Deportationskarte Stellung.  

I.  

Am 28. Oktober 2014 nahm die Beschwerdeführerin – nach entsprechen-

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der Aufforderung durch das Bundesverwaltungsgericht – zu den beiden 

Vernehmlassungen des BFM Stellung. Dabei reichte sie eine Anfrage an 

den Suchdienst des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK), einen Brief 

sowie ein Foto der Mutter der Beschwerdeführerin ins Recht.  

J.  

Am 15. Dezember 2014 reichte die Beschwerdeführerin eine Bestätigung 

des SRK bezüglich der Echtheit der Deportationskarte zu den Akten. 

K.  

Am 7. Mai 2015 wurde die Beschwerdeführerin vom Bundesverwaltungs-

gericht aufgefordert, innert Frist eine Stellungnahme bezüglich der Fäl-

schungsmerkmale des Fotos auf der Deportationskarte einzureichen, da 

das Foto der Deportationskarte offensichtlich digital bearbeitet zu sein 

scheine, wobei nicht das Mädchen auf dem Foto (die Beschwerdeführe-

rin) aus dem optischen Rahmen falle, sondern die männliche Person 

oben in der Mitte. Bei dieser Person würden weder Grösse und Kleidung, 

noch der Schärfegrad und Farbton mit dem restlichen Foto übereinstim-

men scheinen, weshalb die Deportationskarte objektive Fälschungs-

merkmale aufweise. 

L.  

Mit Eingabe vom 22. Mai 2015 nahm die Beschwerdeführerin zu den Fäl-

schungsmerkmalen Stellung.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu 

den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bun-

desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im 

Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 

entscheidet – wie auch vorliegend – auf dem Gebiet des Asyls endgültig, 

ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor wel-

chem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; 

Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

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Seite 5 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 

BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist fristgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführerin 

hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die ange-

fochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Inte-

resse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 

AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

2.  

Mit Beschwerde kann im Geltungsbereich des AsylG die Verletzung von 

Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermes-

sens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtser-

heblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Soweit 

den Wegweisungsvollzug betreffend (Art. 83 Abs. 1 - 4 AuG [SR 142.20]), 

kann zudem die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 37 VGG i.V.m. 

Art. 49 VwVG; vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden 

(Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge-

fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, 

die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli-

chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

 

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4.  

4.1 Zur Begründung der angefochtenen Verfügung führte das BFM im 

Wesentlichen aus, die Beschwerdeführerin habe sich in ihren Vorbringen 

in mehrere Widersprüche verwickelt. So habe sie in der Befragung ange-

ben im Quartier V._______ in X._______ gelebt zu haben, als sie im Jahr 

1999 nach Eritrea zurückgekehrt sei. In der Anhörung habe sie zu Proto-

koll gegeben, dass sie und ihre Familie damals in einem Dorf namens 

Y._______ gelebt hätten. Auf Vorhalt habe sie lediglich entgegnet, sie ha-

be nicht gesagt, dass sie in X._______ gelebt habe, sie kenne X._______ 

gar nicht. Damit habe sie den Widerspruch nicht aufklären können. Des 

Weiteren habe sie bei der Befragung angegeben, dass sie bei ihrer Ver-

haftung zu einer Polizeistation gebracht und in dessen Gefängnis sie ei-

nen Monat festgehalten worden sei. Danach gefragt, wie sie nach dem 

Ausbruch an die äthiopische Grenze gelangt sei, habe sie ausweichend 

angegeben, dass sie X._______ nicht gut kenne. Sie habe einfach ihr 

Glück versucht und sei auf die Männer gestossen, die ihr den Weg ge-

zeigt hätten. Danach gefragt, weshalb sie nicht wisse, in welchem Ge-

fängnis sie festgehalten worden sei, habe sie angegeben, dass sie im 

Gefängnis immer drinnen gewesen sei und sich vorher in X._______ 

nicht gross bewegt habe. In der Anhörung habe sie plötzlich ausgesagt, 

dass sie nach der Festnahme in ein Gefängnis namens U._______ in 

T._______ gebracht worden sei. Zuletzt habe sie in der Befragung ange-

geben, dass sie oft probiert habe, ob die Türen abgeschlossen seien und 

eines Tages sei ihr die Flucht gelungen, da die Tür offen gewesen sei und 

die Polizisten geschlafen hätten. Anlässlich der Anhörung habe sie er-

zählt, dass sei mit Hilfe einer Frau das Gefängnis verlassen habe. Dies 

sei ihr erster Fluchtversuch gewesen. Auf Vorhalt habe sie entgegnet, 

dass es möglich sei, dass sie die Frau aufgrund der Kürze der Befragung 

nicht erwähnt habe. Sie habe jedoch nicht gesagt, dass sie mehrmals 

versucht habe, die Tür zu öffnen, dies sei ja nicht möglich, sondern nur 

ein Gedankenspiel gewesen. Damit könne sie die Ungereimtheiten aber 

nicht auflösen. Aufgrund dieser Widersprüche könne ihr die geltend ge-

machte Haft nicht geglaubt werden. Mehr noch erweckten die aufgeführ-

ten Widersprüche grosse Zweifel darüber, dass sie sich überhaupt jemals 

in Eritrea aufgehalten habe. So würden auch ihre Ausführungen zur ei-

gentlichen Deportation, ihrer Herkunft und ihrem Leben in Eritrea völlig 

unsubstanziiert bleiben und der allgemeinen Erfahrung widersprechen. 

So habe sie kaum Angaben zur Prozedur der Deportation machen kön-

nen. Sie beschränke sich auf einfache kurze Sätze und habe sich bei 

konkreten Nachfragen immer wieder in Schutzbehauptungen geflüchtet. 

Nach dem Leben in Eritrea gefragt, habe sie als Antwort gegeben, sie 

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hätten sich ein Haus gemietet. Auf genaueres, mehrmaliges Nachfragen, 

was sie denn in Eritrea gemacht habe, habe sie mit "Nichts" geantwortet. 

Ebenso inhaltslos seien ihre Aussagen zu den Fragen ihrer Vorfahren 

gewesen. Die Geschichte ihrer Eltern kenne die Beschwerdeführerin 

nicht, ebenso wenig diejenige ihrer Grosseltern. Auf die Frage, weshalb 

sie das alles nicht wisse, sei sie nicht eingegangen. Sie habe auch keine 

Auskunft über die grösseren Verwaltungseinheiten, in die der Ort, an dem 

sie angeblich gelebt habe, eingegliedert sei, geben können. Auf entspre-

chenden Vorhalt habe sie lediglich entgegnet, dass sie noch jung gewe-

sen sei, sich nicht dafür interessiert habe und nicht viel rausgegangen 

sei. All dies widerspreche der allgemeinen Erfahrung. So sei das Wissen 

über ihre Herkunft und Abstammung für eritreische Tigrinya von zentraler 

Bedeutung und sie sei nicht so jung gewesen, als dass sie das alles nicht 

mitbekommen hätte. Aufgrund dessen sei nicht glaubhaft, dass sie sich 

jemals in Eritrea aufgehalten habe. Mehr noch sei davon auszugehen, 

dass es sich bei ihr nicht um eine eritreische, sondern um eine äthiopi-

sche Staatsangehörige handle. Ihre Vorbringen hielten den Anforderun-

gen an die Glaubhaftigkeit nicht stand, so dass deren Asylrelevanz nicht 

geprüft werden müsse.  

4.2 In ihrer Beschwerde machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen 

geltend, sie habe lediglich vier Jahre in Eritrea und nie in X._______ ge-

lebt. In der Befragung habe sie mit X._______ nicht die Stadt, sondern 

den Begriff für den Grossraum X._______ beziehungsweise einfach Erit-

rea gemeint. Dafür spreche auch, dass es in X._______ kein Quartier 

namens V._______ gebe. Das Dorf Y._______ hingegen liege tatsächlich 

nahe der Grenze zu Äthiopien. Weiter sei diese Sachverhaltsdarstellung 

auch im Lichte der neu eingereichten Deportationskarte stimmig, da dort 

belegt werde, dass sie zusammen mit ihrer Familie in die Provinz 

S._______ deportiert worden sei und das Dorf Y._______ in dieser Pro-

vinz liege. Auch die Aussage der Befragung, sie kenne X._______ nicht 

so gut, mache Sinn, wenn man X._______ als Bezeichnung für Eritrea 

verstehe. Da sie nicht gewusst habe, wo sich das Gefängnis befunden 

habe, habe es auch keine grosse Rolle gespielt, ob sie X._______ gut 

kenne, sondern vielmehr den Weg von Eritrea nach Äthiopien. Weiter ha-

be sie erst in der Schweiz im Gespräch mit anderen Eritreerinnen erfah-

ren, wie das zweite Gefängnis in Eritrea geheissen habe. Aus der Tatsa-

che, dass sie in der Befragung die Verlegung nicht erwähnt habe, lasse 

sich kein Widerspruch ableiten. Dies sei kein relevanter Punkt, da sie nur 

kurz im Gefängnis gewesen sei. Bezüglich des Ausbruchs aus dem Ge-

fängnis habe sie in der Befragung nicht gesagt, dass ihr die Flucht auf-

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grund einer offenen Türe gelungen sei. Die Befragung sei zudem so kurz 

gewesen, dass sie nicht von der Frau habe erzählen können. Daraus 

liesse sich aber keinen Widerspruch ableiten. Sie habe die Flucht in der 

Anhörung entgegen den Vorwürfen der Vorinstanz detailliert und überein-

stimmend mit der Befragung geschildert. Sie habe spontan verschiedene 

Details über die Umstände, zum Beispiel die Glassplitter auf der Mauer, 

ihre instabilen Schuhe und ihre Verletzung, geäussert. Ferner habe sie 

bezüglich der Deportation, so gut wie sie sich habe erinnern können, ein-

fache Antworten gegeben. Sie habe spontane Äusserungen gemacht, wie 

beispielsweise, dass der Bus voll gewesen sei. Dass sie im Alter von (…) 

Jahren keine detaillierten Angaben zur Reiseroute und zur Registrierung 

habe machen können, sei nachvollziehbar, insbesondere da sie mit ihren 

Eltern unterwegs gewesen sei. Es sei nicht entscheidend, dass sie nicht 

viele Angaben zu ihrem Leben in Eritrea gemacht habe, da es glaubhaft 

sei, dass sie in Eritrea nicht viel gemacht habe. Genauere Kenntnisse 

über die Geschichte der Vorfahren könnten überdies für die Beurteilung 

der Glaubhaftigkeit nicht wesentlich sein. Ihre Herkunft werde mit der De-

portationskarte eindeutig belegt. Sie zeige, dass sie zusammen mit ihrer 

Familie im Jahr 1999 von Äthiopien nach Eritrea deportiert worden sei, 

und beweise somit ein wesentliches Element des Sachverhalts. Sie ver-

füge über kein Aufenthaltsrecht in Äthiopien, obschon sie einen grossen 

Teil der Kindheit in Z._______ verbracht habe. Eritreern, welche aus Äthi-

opien deportiert worden seien, sei die äthiopische Staatsangehörigkeit 

entzogen worden. Eine Wiedereinsetzung sei nur für Personen, welche 

seit dem Jahr 1991 ununterbrochen in Äthiopien gelebt hätten, eine Opti-

on. Ihre Vorbringen seien detailliert, enthielten Realkennzeichen und 

stimmten in beiden Befragungen überein.  

Sie sei im militärdienstpflichtigen Alter. Sie habe schon mehrere Vorla-

dungen erhalten, auf welche sie nicht reagiert habe. Diese Vorladungen 

würden gemäss ständiger Rechtsprechung für die Annahme einer be-

gründeten Furcht genügen. Dass sie noch minderjährig gewesen sei, 

spreche nicht von vornherein gegen die Glaubhaftigkeit dieser Aussage, 

da die Rekrutierung von Minderjährigen dokumentiert sei. Sie sei zudem 

Ende (…) fast volljährig gewesen und im Jahr 2003 seien weitere Vorla-

dungen gefolgt. Zudem seien ihre beiden älteren Brüder in den Militär-

dienst eingezogen worden. Ein konkreter Kontakt bestehe weiter vor al-

lem durch die Inhaftierung. Durch die Flucht aus dem Gefängnis ins Aus-

land habe sie sich der Dienstverweigerung schuldig gemacht, wobei die 

Flucht ins Ausland auch noch strafverschärfend wirke. Zudem seien De-

portationen aus Äthiopien nach Eritrea gemäss Rechtsprechung geeig-

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net, einen unerträglichen psychischen Druck zu erzeugen. Sie habe zu-

dem nach ihrer Flucht aus dem Gefängnis Eritrea illegal verlassen. Selbst 

wenn die Flucht aus dem Gefängnis als unglaubhaft betrachtet werden 

würde, scheine klar, dass sie die restriktiven Ausreisevoraussetzungen 

nicht erfüllt haben könne. Sie sei daher als Flüchtling vorläufig aufzuneh-

men. Da sie Eritreerin sei, müsse auch die Wegweisung nach Eritrea ge-

prüft werden. Sie nun wieder nach Eritrea zurückzuschicken, wobei 

Rückkehrende als Aussässige behandelt würden, sei klarerweise nicht 

zumutbar. Ihr drohe zudem ein zeitlich nicht begrenzter Wehrdienst und 

überdies werde, wer lange im Ausland gelebt habe, rasch als oppositio-

nelle Person betrachtet. Auch das Stellen eines Asylgesuchs gelte als Kri-

tik der Regierung. Es bestehe eine reale Gefahr der Folterung und un-

menschlichen Behandlung, weshalb die Wegweisung auch unzulässig 

sei.  

4.3 In seiner Vernehmlassung vom 9. Oktober 2014 stellte das BFM im 

Wesentlichen fest, die Deportationskarte weiche sowohl bezüglich des 

Formats, als auch der Qualität erheblich vom Vergleichsmaterial ab. Auch 

die eingefügte Fotografie sei eindeutig manipuliert worden. Es handle 

sich bei diesem Dokument zweifellos um eine Fälschung, weshalb es 

nicht geeignet sei, eine Änderung seines Standpunktes zu rechtfertigen.  

4.4 In ihrer Replik vom 28. Oktober 2014 machte die Beschwerdeführerin 

im Wesentlichen geltend, gemäss dem Vergleichsmaterial ihres Rechts-

vertreters handle es sich um eine echte Deportationskarte. Die einge-

reichte Briefkorrespondenz zeige auf, dass ihre Mutter heute noch in Erit-

rea lebe, was ihre Vorbringen betreffend ihrer Herkunft untermauern wür-

de.  

4.5 In der Beweismitteleingabe vom 15. Dezember 2014 machte die Be-

schwerdeführerin weiter geltend, die Anfragebeantwortung des Such-

dienstes des SRK bestätige, dass es sich bei der Deportationskarte um 

eine Original "Green Card" handle, wie sie von der Eritran Relief an Refu-

gee Commission (ERREC) in dieser Periode ausgestellt worden sei. Den 

Vorbringen der Vorinstanz, dass sich die Karte bezüglich Format und 

Qualität erheblich vom Vergleichsmaterial unterscheide und das Foto ein-

deutig manipuliert worden sei, weshalb es sich um eine Fälschung hand-

le, seien damit nicht Folge zu leisten. Vielmehr bestünden nun keine 

Zweifel mehr, dass es sich bei dem Dokument um ein Original handle.  

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4.6 Mit Eingabe vom 22. Mai 2015 nahm die Beschwerdeführerin zu den 

Fälschungsmerkmalen des Fotos Stellung und machte zur Hauptsache 

geltend, dass die männliche Person in der Mitte, wobei es sich um ihren 

Bruder handle, nachträglich mithilfe eines Fotobearbeitungsprogramms 

eingefügt worden sei. Der Bruder sei an diesem Tag nicht anwesend ge-

wesen, weshalb das Familienfoto ohne ihn gemacht worden sei. In Eritrea 

und in Äthiopien sei es üblich, abwesende Familienangehörige nachträg-

lich einzufügen. Das Foto sei somit nicht in der Absicht entstanden, es 

später für ein offizielles Dokument als Fälschung zu verwenden. Als die 

Green-Card 1999 für die gesamte Familie ausgestellt worden sei, sei kein 

neues Foto mehr gemacht worden. Der Umstand, dass das Foto bearbei-

tet worden sei, ändere an der Echtheit der Deportationskarte nichts. Das 

SKR habe bereits bestätigt, dass es sich um eine originale Green-Card 

handle.  

5.  

5.1 Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet – im 

Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt 

durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen 

des Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die Richtig-

keit der gesuchstellerischen Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwie-

gen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen. Ei-

ne wesentliche Voraussetzung für die Glaubhaftmachung eines Verfol-

gungsschicksals ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, substantiier-

te, im Wesentlichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung der dar-

gelegten Vorkommnisse. Die wahrheitsgemässe Schilderung einer tat-

sächlich erlittenen Verfolgung ist gekennzeichnet durch Korrektheit, Ori-

ginalität, hinreichende Präzision und innere Übereinstimmung. Unglaub-

haft wird eine Schilderung von Erlebnissen insbesondere bei wechseln-

den, widersprüchlichen, gesteigerten oder nachgeschobenen Vorbringen. 

Bei der Beurteilung der Glaubhaftmachung geht es um eine Gesamtbeur-

teilung aller Elemente (Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen 

Sachverhaltes, Substantiiertheit und Plausibilität der Angaben, persönli-

che Glaubwürdigkeit usw.), die für oder gegen den Gesuchsteller spre-

chen. Glaubhaft ist eine Sachverhaltsdarstellung, wenn die positiven 

Elemente überwiegen. Für die Glaubhaftmachung reicht es demnach 

nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdi-

gung der gesamten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände 

gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen (vgl. BVGE 

2013/11 E. 5.1, BVGE 2010/57 E. 2.3, m.w.H,). 

D-5099/2014 

Seite 11 

5.2 Bei der Durchsicht der Akten ist festzustellen, dass die Vorbringen der 

Beschwerdeführerin als unsubstanziiert beschreiben werden müssen. So 

sind ihre Antworten über die gesamte Anhörung hinweg kaum länger als 

einen Satz respektive wenige Worte und beschreiben das Erlebte nicht in 

detaillierter und lebensnaher Weise, weshalb kein Bild der Erlebnisse 

entsteht. Auch rein deskriptiv gehaltene Fragen zur Umgebung oder zu 

ihren familiären Verhältnissen vermochte die Beschwerdeführerin nicht 

ausführlich darzulegen. Trotz beispielsweise der zweifachen Nachfragen 

bezüglich ihres Dorfes in Eritrea konnte sie weder Anhaltspunkte zu des-

sen ungefährer Grösse (vgl. act. A17/19 F14 ff.) noch zu sonstigen 

Merkmalen (vgl. A17/19 F73 ff.) darlegen. Ihre Schilderungen sowohl zur 

Umgebung als auch zu ihren Asylgründen weisen kaum Realkennzeichen 

wie nebensächliche Details, Gefühle oder Aussagen von Drittpersonen 

auf, weshalb die Aussagen neben der Kürze sehr allgemein und distan-

ziert wirken (vgl. z. B. A17/19 F85 [zum Gefängnisaufenthalt], F87 [zur 

Deportation], F110 [zur Vorladung zum Militärdienst]). Zwar ist der Be-

schrieb der Flucht aus dem Gefängnis in der Anhörung im Vergleich zu 

den übrigen Schilderungen etwas detaillierter und substanziierter, jedoch 

weisen gerade diese Schilderungen profunde Widersprüche zur Schilde-

rung in der Befragung auf: In der Befragung brachte die Beschwerdefüh-

rerin insbesondere vor, sie hätten schon oft probiert, ob die Türe abge-

schlossen sei. Als die Polizei geschlafen habe, seien sie gegen Mitter-

nacht rausgegangen (vgl. A4/15 S. 7). In der Anhörung hatte sie demge-

genüber angegeben mit Hilfe einer Frau geflohen zu sein, welche die 

Flucht organisiert habe (vgl. A17/19 F140 ff.). Auch unter Berücksichti-

gung des summarischen Charakters sowie der sinngemässen und nicht 

wortwörtlichen Protokollierung der Befragung – wobei im Gegensatz zum 

Argument in der Beschwerde die Befragung als eher lange und ausführ-

lich bezeichnet werden kann – ist diese Darstellung dieses Kernvorbrin-

gens als zu widersprüchlich und somit als nicht glaubhaft zu werten. Auf 

Widersprüche zur Befragung angesprochen, versuchte sie nicht diese zu 

erklären, sondern verneinte dies je gesagt zu haben (vgl. A17/19 F 173 

ff.). Die Beschwerdeführerin hat jedoch das Protokoll der Befragung rück-

übersetzt erhalten und unterzeichnet, weshalb sie sich ihre dabei ge-

machten Äusserungen anzurechnen hat. An dieser Stelle ist darauf hin-

zuweisen, dass der Befrager der Beschwerdeführerin mehrere Hilfestel-

lungen anbot, in dem er mehrmals die gleiche Frage in anderen Worten 

stellte, nachfragte und einmal sogar selber ein einfaches Beispiel einer 

detaillierten Schilderung gab und damit sicherstellen wollte, dass die Be-

schwerdeführerin verstand, was er unter einem Beschrieb eines Hand-

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lungsablaufs verstand (vgl. A17/19 F99). Die Befragungstechnik dieser 

Anhörung ist demnach als sehr positiv zu werten.  

Im Sinne eines Zwischenfazits ist festzustellen, dass die Asylvorbringen 

der Beschwerdeführerin – namentlich die Vorladungen in den Militär-

dienst, die Inhaftierung sowie die Flucht mit der dazugehörigen Grenz-

überschreitung – als nicht glaubhaft zu werten sind.  

5.3  

In einem zweiten Schritt ist schliesslich auf die geltend gemachte eritrei-

sche Staatsangehörigkeit der Beschwerdeführerin und die diesbezüglich 

relevante Deportation von Äthiopien nach Eritrea im Alter von (…) Jahren 

näher einzugehen.  

5.3.1 Auch diese Schilderungen der Beschwerdeführerin in Bezug auf die 

geltend gemachte Deportation vermögen den Anforderungen der Glaub-

haftigkeit nicht zu genügen. So sind sie als unsubstanziiert und allgemein 

zu bezeichnen, insbesondere da die Beschwerdeführerin weder die Raz-

zia, noch die Fahrt im Bus oder die Ankunft in Eritrea zu schildern ver-

mochte. Sie antwortete auf mehrere Fragen pauschal mit „ich weiss es 

nicht“ respektive „ich kann mich nicht erinnern“ (vgl. A17/19 F88, F90, 

F91, F94, F99, F101), obschon ein einfacher Beschrieb der Geschehnis-

se trotz der damaligen Minderjährigkeit der Beschwerdeführerin erwartet 

werden könnte. Auch die sonstigen Schilderungen, welche als relevant für 

die Feststellung der Staatsangehörigkeit zu bezeichnen sind (so bei-

spielsweise Verwandtschaft [A17/19 F33 ff.], Beschrieb der Örtlichkeiten 

[A17/19 F13 ff. und F73 ff.], oder Tagesablauf in Eritrea [A17/19 F103 ff.]), 

vermögen den Anforderungen der Glaubhaftigkeit insbesondere aufgrund 

der ausgeprägten Substanzlosigkeit der Aussagen nicht gerecht zu wer-

den.  

5.3.2 Weiter weist die eingereichte Deportationskarte beim Vergleich mit 

Vergleichsmaterial diverse objektive Fälschungsmerkmale auf. So er-

scheint die Echtheit der Karte neben dem verfälschten Familienfoto – wo-

bei bereits die diesbezügliche schriftliche Erklärung der Beschwerdefüh-

rerin, es sei in Eritrea normal, fehlende Familienangehörige nachträglich 

ins Bild einzufügen, schon in Anbetracht der Herstellung vor dem Jahr 

1999 erste Zweifel aufwirft – insbesondere aufgrund des Formats und der 

Druckqualität fraglich. Ferner spricht der Stempel auf der Innenseite von 

der „Eritrean Relief & Refuse Commission“ anstelle der „Eritrean Relief & 

Refugee Commission“, was ein deutliches Fälschungsmerkmal darstellt. 

D-5099/2014 

Seite 13 

Diesen starken Indizien, welche für eine Fälschung sprechen, stellt die 

Beschwerdeführerin das Bestätigungsschreiben des SRK entgegen, wel-

ches gemäss Abklärungen mit dem Internationale Komitee des Roten 

Kreuzes (IKRK) in X._______ die Karte überprüft habe, und schriftlich 

bestätigt, dass es sich um eine Original „Green Card“ handle, wie sie von 

der Eritrean Relief and Refugee Commission ausgestellt worden sei. Die 

individuelle Dokumentennummer könne nicht bestätigt werden. Das Ge-

richt stellt diesbezüglich fest, dass dem SRK lediglich eine Kopie der Kar-

te (in einem PDF-Format) zugestellt wurde, was die Überprüfung dersel-

ben bereits erheblich erschwert und diverse Fälschungsmerkmale un-

kenntlich macht. Zudem fällt auf, dass weder das angehängte PDF-

Dokument noch das direkte Antwortschreiben des IKRK X._______ zu 

den Akten gelegt wurde. Angesichts der deutlichen objektiven Fäl-

schungsmerkmalen und der Relativierung des Bestätigungsschreibens 

insbesondere durch die fehlenden Dokumente, ist das Gericht davon 

überzeugt, dass es sich bei der Deportationskarte um eine Fälschung 

handelt, weshalb sie gestützt auf Art. 10 Abs. 4 AsylG einzuziehen ist.  

5.3.3 Die weiteren eingereichten Beweismittel, namentlich das hand-

schriftliche Schreiben der Mutter sowie das Foto, vermögen als Schreiben 

Dritter in diesem Kontext kaum Beweiswert zu entfalten, welche zu Guns-

ten der geltend gemachten eritreischen Staatsangehörigkeit oder der 

Asylvorbringen sprechen würden.  

5.3.4 Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass die Beschwerde-

führerin durch ihre unglaubhaften Vorbringen und gefälschten Beweismit-

tel ihre Staatsangehörigkeit bewusst verheimlicht. Allerdings lässt sich 

auch die von der Vorinstanz vermutete äthiopische Staatsangehörigkeit 

durch die Akten nicht stützen, weshalb die Herkunft der Beschwerdefüh-

rerin als unbekannt einzustufen ist.  

6.  

Zusammenfassend ist es der Beschwerdeführerin nicht gelungen, eine 

bestehende oder unmittelbar drohende asylrelevante Verfolgung gemäss 

Art. 3 AsylG sowie auch ihre eritreische Staatsangehörigkeit glaubhaft zu 

machen. Die Vorinstanz hat zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint 

und das Asylgesuch abgewiesen.  

7.  

7.1 Lehnt die Vorinstanz das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 

so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

D-5099/2014 

Seite 14 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der 

Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 

7.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

Abs. 1 AsylG; BVGE 2012/31 E. 6; BVGE 2009/50 E. 9 m.w.H.). 

8.  

8.1  

8.1.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 

Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

8.1.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt 

gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstan-

dard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind 

zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls we-

nigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Die Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit des Vollzugs (Art. 44 

Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 AuG sind grundsätzlich von Amtes wegen zu 

prüfen; diese Untersuchungspflicht findet jedoch nach Treu und Glauben 

ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht der asylsuchenden Person, die im 

Übrigen auch die Substanziierungslast trägt (Art. 7 und 8 AsylG). Aus den 

vorangehenden Erwägungen geht hervor, dass die Herkunft der Be-

schwerdeführerin aufgrund ihrer unglaubhaften Vorbringen sowie den 

eingereichten gefälschten Beweismitteln nicht feststeht. Es kann aber 

nicht Sache der Asylbehörden sein, nach allfälligen Wegweisungsvoll-

zugshindernissen in hypothetischen Herkunftsregionen zu forschen. Die 

Beschwerdeführerin hat die Folgen ihrer mangelhaften Mitwirkung res-

pektive Verheimlichung ihrer wahren Identität und Herkunft zu tragen, in-

dem nur eine eingeschränkte Prüfung von Vollzugshindernissen erfolgt. 

Vielmehr können im Rahmen der freien Beweiswürdigung (Art. 40 des 

Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess 

[BZP, SR 273] i.V.m. Art. 19 VwVG) allenfalls gewisse Rückschlüsse auf 

die für sie im Heimat- bzw. Herkunftsland tatsächlich bestehende Situati-

on gezogen werden. 

 

D-5099/2014 

Seite 15 

8.3  

8.3.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in 

den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 

Abs. 3 AuG).  

8.3.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-

nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr 

läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 

Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 

1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Dieses 

flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot schützt nur Personen, die die 

Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG respektive Art. 1A FK er-

füllen. Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der 

Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand in einen Staat ausgeschafft werden, 

in dem ihm Folter oder eine andere Art unmenschlicher oder erniedrigen-

der Strafe oder Behandlung droht.  

8.3.3 Da die Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, 

kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 

Rückschiebungsverbots vorliegend nicht zur Anwendung gelangen.  

8.3.4 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdefüh-

rerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer 

Ausschaffung mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK 

oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre, 

zumal die geltend gemachte eritreische Staatangehörigkeit nicht glaub-

haft gemacht werden konnte (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen 

Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-

127, mit weiteren Hinweisen). 

8.3.5 Der Vollzug der Wegweisung ist damit sowohl im Sinne der asyl- als 

auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.  

8.4  

8.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 

und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat 

aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 

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Seite 16 

medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Ge-

fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die 

vorläufige Aufnahme zu gewähren. 

8.4.2 Indessen ist wie bereits mehrfach erwähnt, aufgrund mangelhafter 

Mitwirkung nicht klar, woher die Beschwerdeführerin stammt. Die Folgen 

dieser Unklarheit hat jedoch die Beschwerdeführerin selbst zu tragen. Un-

ter diesen Umständen besteht praxisgemäss die Vermutung, dass die 

Beschwerdeführerin in ihrem Heimatstaat nicht als Folge eines Krieges, 

Bürgerkrieges oder allgemeiner Gewalt konkret gefährdet sind. 

8.4.3 An dieser Stelle ist in ergänzender Weise auf des nach wie vor gel-

tende Urteil BVGE 2011/25 hinzuweisen, wonach die Rückkehrsituation 

von alleinstehenden Frauen nach Äthiopien erschwert ist, weshalb be-

günstigende Umstände vorliegen müssten, aufgrund deren gewährleistet 

ist, dass sich die betroffene Frau nach ihrer Rückkehr nicht in einer exis-

tenzbedrohenden Situation wiederfindet. In casu ist jedoch nicht als er-

stellt zu erachten, dass es sich bei der Beschwerdeführerin um eine äthi-

opische Staatsangehörige handelt, weshalb die Behörden nicht gehalten 

sind, nach positiven Hinweisen zu forschen, welche für eine Wegweisung 

sprechen. Es liegen darüber hinaus keine individuellen Vollzugshinder-

nisse vor; die Beschwerdeführerin ist jung, gesund und grundsätzlich ar-

beitsfähig. Die gemachten Angaben zum familiären Hintergrund sind wie 

vorangehend ausgeführt nicht glaubhaft. Somit sind auch unter Berück-

sichtigung dieser Rechtsprechung keine Gründe ersichtlich, welche ge-

gen den Wegweisungsvollzug sprechen.  

8.4.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

8.5 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen 

Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als 

möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

9.  

Nach dem Gesagten ist sowohl die Anordnung der Wegweisung aus der 

Schweiz als auch deren Vollzug zu bestätigen. Die Vorinstanz hat den 

Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erklärt, 

D-5099/2014 

Seite 17 

womit die beantragte Anordnung einer vorläufigen Aufnahme in der 

Schweiz ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist 

abzuweisen. 

11.  

11.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Be-

schwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1-3 des Reg-

lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Nachdem jedoch 

das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtspflege mit Verfügung vom 22. September 2014 gutgeheissen 

wurde, werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

11.2 Mit der gleichen Verfügung vom 22. September 2014 wurde ausser-

dem das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung gestützt auf Art. 110a 

Abs. 1 AsylG gutgeheissen und der Beschwerdeführerin ihr Rechtsvertre-

ter (Herr lic. iur. Tarig Hassan, L.L.M.) als amtlicher Rechtsbeistand bei-

geordnet. Die Festsetzung des amtlichen Honorars erfolgt in Anwendung 

der Art. 8-11 sowie Art. 12 VGKE. Der Rechtsvertreter der Beschwerde-

führerin hat am 15. Dezember 2014 eine Kostennote zu den Akten ge-

reicht, wobei ein Gesamtaufwand von 9,5 Stunden zu einem Stundenan-

satz von Fr. 300.– ausgewiesen wurden. Dieser Stundenansatz von 

Fr. 300.– ist jedoch als übersetzt zu bezeichnen und gemäss Praxis auf 

Fr. 150.– zu kürzen, da bei amtlichen Vertretungen in der Regel von ei-

nem Stundenansatz von Fr. 100.– bis Fr. 150.– für nicht-anwaltliche Ver-

treterinnen und Vertreter ausgegangen wird (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 

Abs. 2 VGKE). Indessen wurden zwei weitere Eingaben bis zum Urteils-

zeitpunkt eingereicht. Auf die Nachforderung einer aktualisierten Kosten-

note kann jedoch verzichtet werden, da sich der diesbezügliche Aufwand 

aufgrund der Akten hinreichen zuverlässig abschätzen lässt. Das amtliche 

Honorar für den eingesetzten Rechtsvertreter der unterliegenden Be-

schwerdeführerin beträgt damit insgesamt Fr. 2000.– (inkl. Auslagen und 

Mehrwertsteuer) und geht zulasten der Gerichtskasse des Bundesverwal-

tungsgerichts. 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die eingereichte Deportationskarte wird eingezogen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Das amtliche Honorar für den eingesetzten Rechtsvertreter beträgt 

Fr. 2000.- und geht zulasten der Kasse des Bundesverwaltungsgerichts. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Anne Kneer 

 

    

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