# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bf115f4b-12ec-59a1-bcfa-12b775334d57
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.02.2025 D-446/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-446-2025_2025-02-10.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-446/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 0 .  F e b r u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Daniela Brüschweiler, 

mit Zustimmung von Richterin Contessina Theis;   

Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

beide Marokko,  

(…),   

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Flughafenverfahren (Asyl und Wegweisung);  

Verfügung des SEM vom 14. Januar 2025. 

 

 

 

D-446/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.   

A.a Die Beschwerdeführenden reichten am 23. Dezember 2024 am Flug-

hafen C._______ Asylgesuche ein. 

A.b Gleichentags wurde ihnen das rechtliche Gehör zu einer Einreisever-

weigerung und der Zuweisung in den Transitbereich des Flughafens 

C._______ gewährt. Dazu liessen sich die Beschwerdeführenden mit Ein-

gabe der ihnen zugewiesenen und bevollmächtigten Rechtsvertretung vom 

27. Dezember 2024 vernehmen. 

A.c Mit Verfügung vom 27. Dezember 2024 verweigerte das SEM vorläufig 

die Einreise in die Schweiz und wies den Beschwerdeführenden für die 

Dauer von maximal sechzig Tagen den Transitbereich des Flughafens 

C._______ als Aufenthaltsort zu. 

B.   

B.a Am 3. Januar 2025 fanden die Befragungen zur Person (BzP) und am 

8. Januar 2025 die Anhörungen zu den Asylgründen nach Art. 29 Abs. 1 

AsylG (SR 142.31) statt. 

B.b Dabei brachte der Beschwerdeführer zusammengefasst vor, er sei im 

Jahr 2020 zwecks beruflicher Weiterentwicklung von Marokko in die 

D._______ ausgereist, wo ihm eine Aufenthaltsbewilligung erteilt worden 

sei und er verschiedene berufliche Tätigkeiten ausgeführt habe. Im Januar 

2023 sei er über Facebook von einer ihm unbekannten Frau – einer Ma-

rokkanerin – kontaktiert worden. Diese habe um Hilfe gebeten, da sie in 

E._______ eingesperrt worden sei und Vergewaltigung(en) befürchte. Er 

sei zur Polizei gegangen und habe sich zusammen mit dieser zum fragli-

chen Standort begeben, wo sie die besagte Frau und einen Mann ange-

troffen hätten. Die Frau sei im Krankenhaus untersucht worden, dabei sei 

eine Vergewaltigung festgestellt worden. Der Mann, welcher festgenom-

men worden sei, habe ihm gedroht, ihn umzubringen. Die Frau habe ihm 

berichtet, dass es sich um eine Bande von Drogenhändlern handle. Eine 

Woche später habe sie ihm gesagt, dass sie nach Marokko zurückkehre, 

und seither hätten sie keinen Kontakt mehr gehabt. Im Juni 2023 sei er im 

besagten Zusammenhang zu einer Zeugenaussage vorgeladen worden. 

Vor der Verhandlung sei er von der Dolmetscherin – einer Marokkanerin – 

zu einer Falschaussage aufgefordert worden. Ein ebenfalls anwesender 

Mann habe ihn beleidigt und versucht, ihn zu schlagen. Er habe der Rich-

terin dennoch erzählt, was er damals gesehen habe. Seither habe er Angst 

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gehabt, zumal es zu verschiedenen Ereignissen gekommen sei. So habe 

man am Wohnort nach ihm gefragt, einmal sei er verfolgt und geschlagen 

worden und einmal hätten Personen vor seiner Haustür auf ihn gewartet, 

worauf er geflohen und zur Polizei gegangen sei. Von Ende Dezember 

2023 bis Mai 2024 habe er nur noch samstags und sonntags ausser Haus 

(als […]) gearbeitet, daneben von zu Hause aus (als […]). 

Die Beschwerdeführenden gaben weiter an, sie hätten sich im Dezember 

2023 über Facebook kennengelernt und die Beschwerdeführerin sei im Mai 

2024 von Marokko aus zum Beschwerdeführer in die D._______ gereist. 

Bei einem gemeinsamen Café-Besuch am 20. Juli 2024 hätten zwei Ma-

rokkaner sie angesprochen und gesagt, sie seien beim Beschwerdeführer 

zu Hause gewesen. Als sie (die Beschwerdeführenden) auf der Taxifahrt 

nach Hause Leute vor ihrem Gebäude hätten stehen sehen, seien sie wei-

tergefahren und hätten in einem Hotel übernachtet. Am (…). Juli 2024 

seien sie nach F._______ gereist und hätten dort mit dem Einverständnis 

der Familie der Beschwerdeführerin im (…) 2024 nach Brauch geheiratet. 

Nach anschliessenden Aufenthalten in G._______, H._______ und 

I._______ seien sie nun am Flughafen C._______ gelandet. 

Bei einer Rückkehr nach Marokko würden sie die Rache der Bande bezie-

hungsweise Drogenhändler fürchten, zumal sich unbekannte Personen 

auch bei den Eltern des Beschwerdeführers und der Beschwerdeführerin 

nach ihnen erkundigt hätten und sie Drohnachrichten erhalten hätten. Die 

marokkanischen Behörden könnten ihnen nicht helfen.  

Die Beschwerdeführerin brachte überdies vor, ihre Familie habe Probleme 

mit einem Nachbarn gehabt. Dieser habe sie (die Beschwerdeführerin) be-

leidigt und geschlagen und auch ihre Mutter und ihre Schwester hätten 

Probleme mit dem Nachbarn gehabt. Ihre Familie habe Anzeige erstattet, 

aber die Polizei habe nichts unternommen. Respektive von dem Angriff auf 

ihre Person habe sie ihren Eltern nichts erzählt.  

Bezüglich der weiteren Aussagen der Beschwerdeführenden wird auf die 

entsprechenden Befragungsprotokolle verwiesen (vgl. SEM-Akten […]-34, 

35, 37 und 38).  

B.c Im Verlauf des vorinstanzlichen Verfahrens reichten die Beschwerde-

führenden die in der angefochtenen Verfügung aufgeführten Dokumente 

zu den Akten. Als Identitätspapiere führten sie zwei unvollständige 

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Reisepässe mit sich. Zudem reichten sie eine Kopie der Identitätskarte des 

Beschwerdeführers sowie Kopien der fehlenden Passseiten ein. 

C.  

Mit Eingabe vom 13. Januar 2025 nahm die Rechtsvertretung namens der 

Beschwerdeführenden zum Entscheidentwurf des SEM Stellung. 

D.  

Das SEM stellte mit Verfügung vom 14. Januar 2025 – gleichentags eröff-

net – fest, dass die Beschwerdeführenden die Flüchtlingseigenschaft nicht 

erfüllen würden. Es lehnte die Asylgesuche ab, wies die Beschwerdefüh-

renden aus dem Transitbereich des Flughafens C._______ weg, verpflich-

tete sie, den Transitbereich dieses Flughafens am Tag nach Eintritt der 

Rechtskraft der Verfügung zu verlassen, ansonsten sie in Haft genommen 

und unter Zwang in ihren Heimatstaat zurückgeführt werden könnten, be-

auftragte den Kanton C._______ mit dem Vollzug der Wegweisung und 

händigte die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus. 

E.  

Die zugewiesene Rechtsvertretung informierte das SEM mit Schreiben 

vom 14. Januar 2025 über die Beendigung des Mandatsverhältnisses. 

F.  

Mit Eingabe vom 21. Januar 2025 (Übergabe an die Flughafenpolizei und 

Poststempel; Schreiben vom 19. Januar 2025) erhoben die Beschwerde-

führenden gegen diese Verfügung Beschwerde beim Bundesverwaltungs-

gericht. Sie beantragen, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben, ihre 

Flüchtlingseigenschaft sei festzustellen und es sei ihnen Asyl zu gewähren, 

der Vollzug der Wegweisung sei als unzulässig, unzumutbar und unmög-

lich festzustellen und die vorläufige Aufnahme sei anzuordnen. In verfah-

rensrechtlicher Hinsicht beantragen sie die Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung unter Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

sowie eine amtliche Rechtsvertretung. Eventualiter sei die aufschiebende 

Wirkung der Beschwerde wiederherzustellen.  

Mit der Beschwerde reichten die Beschwerdeführenden ein auf einem So-

zialen Medium veröffentlichtes Bild und den offenbar dazugehörigen Text, 

Abbildungen von Drohnachrichten, das Foto der Hand des Beschwerde-

führers sowie einen Bericht von Amnesty International «Maroc/Sahara oc-

cidental 2023» zu den Akten. 

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Seite 5 

G.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

22. Januar 2025 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). 

Gleichentags bestätigte das Gericht den Eingang der Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Die Be-

schwerdeführenden sind als Verfügungsadressaten zur Beschwerdefüh-

rung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist einzutreten (Art. 105 und Art. 108 Abs. 3 AsylG i.V.m. Art. 

52 Abs. 1 VwVG). 

1.2 Gemäss Art. 55 Abs. 1 VwVG hat die Beschwerde aufschiebende Wir-

kung und diese wurde von der Vorinstanz nicht entzogen (vgl. Art. 55 

Abs. 2 VwVG). Auf den Eventualantrag, es sei die aufschiebende Wirkung 

der Beschwerde wiederherzustellen, ist daher nicht weiter einzugehen. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).Ge-

stützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schrif-

tenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, 

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Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder we-

gen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 

sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu wer-

den (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die 

Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, 

die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifi-

schen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Das SEM führte zur Begründung seines Entscheides zusammenge-

fasst aus, die Vorbringen der Beschwerdeführenden würden den Anforde-

rungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standhal-

ten. Der marokkanische Staat sei grundsätzlich schutzwillig und schutzfä-

hig. Die geltend gemachte Verfolgung durch eine kriminelle Bande sowie 

durch den Nachbarn der Beschwerdeführerin sei deshalb flüchtlingsrecht-

lich nicht relevant. Hinzu komme, dass sich die Beschwerdeführerin den 

erlebten Behelligungen durch den Nachbarn und die Beschwerdeführen-

den den befürchteten Nachteilen angesichts der Nachfrage von Unbekann-

ten bei der Familie durch den Wegzug in einen anderen Teil des Heimat-

landes entziehen könnten. Weiter stellte das SEM fest, dass die Familie 

der Beschwerdeführerin noch immer am selben Ort wohne, was nicht für 

eine flüchtlingsrechtlich relevante Intensität der Behelligungen durch den 

Nachbarn spreche. In Bezug auf die Erlebnisse des Beschwerdeführers in 

der D._______ hielt es fest, er habe nach Beginn der Probleme noch ein 

Jahr dort gelebt, was ebenfalls nicht auf eine relevante Intensität schlies-

sen lasse. Die Verknüpfung der Erlebnisse in der D._______ mit dem Auf-

suchen der Familie in Marokko basiere sodann auf Spekulation.  

Bezüglich der Furcht des Beschwerdeführers vor Verfolgung wegen seiner 

Zeugenaussage in der D._______ erachtete es die Vorinstanz zudem als 

nicht wahrscheinlich, dass sich eine entsprechende Verfolgung in abseh-

barer Zukunft verwirklichen werde, nachdem die angebliche Todesdrohung 

weder zur Verhinderung der Zeugenaussage des Beschwerdeführers noch 

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im Nachgang zu dieser umgesetzt worden sei. Zudem würde eine Rache-

handlung zufolge Ereignissen in der D._______ nicht auf einem in Art. 3 

Abs. 1 AsylG genannten Motiv basieren. Dasselbe gelte für die erlebten 

und auch künftig befürchteten Behelligungen durch den Nachbarn der Be-

schwerdeführerin. 

Abschliessend merkte das SEM an, es bestünden gewisse Vorbehalte ge-

genüber der Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen.  

5.2 Die Beschwerdeführenden halten in ihrer ausführlichen Rechtsmittel-

schrift im Wesentlichen daran fest, im Heimatland nicht vor ihnen drohen-

der Verfolgung seitens einer kriminellen Bande und eines Nachbarn der 

Beschwerdeführerin geschützt zu sein. Sie legen dazu die allgemeine Si-

tuation in Marokko dar. Ergänzend bringen sie vor, beide würden sich 

(auch) für Personen des jeweils gleichen Geschlechts interessieren, was 

in Marokko ebenfalls zu Verfolgung führen würde. Der Beschwerdeführer 

macht überdies geltend, er müsse auch wegen seiner kritischen Einstel-

lung gegenüber der islamischen Religion mit Verfolgung rechnen.  

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum 

Schluss, dass die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, die Vorbringen 

der Beschwerdeführenden genügten den Anforderungen an die Flücht-

lingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG nicht. Auf die betreffenden Aus-

führungen in der angefochtenen Verfügung (vgl. die Zusammenfassung 

der entsprechenden Erwägungen in E. 5.1 des vorliegenden Urteils) kann 

mit den nachfolgenden Ergänzungen verwiesen werden. Die Ausführungen 

der Beschwerdeführenden in der Rechtsmitteleingabe halten dem nichts 

Stichhaltiges entgegen. 

6.2 Aufgrund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die 

Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft voraus, dass die betroffene Per-

son in ihrem Heimat- oder Herkunftsstaat keinen ausreichenden Schutz vor 

nichtstaatlicher Verfolgung finden kann. Der Schutz gilt als ausreichend, 

wenn eine funktionierende Schutzinfrastruktur zur Verfügung steht und 

diese dem Betroffenen zugänglich ist, wobei von einem Staat nicht erwartet 

werden kann, dass er jederzeit präventiv in alle Lebensbereiche seiner Bür-

ger eingreifen kann (vgl. zu dieser sogenannten Schutztheorie BVGE 

2011/51 E. 7.1-7.4, 2008/12 E. 7.2.6.2, 2008/4 E. 5.2). 

  

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Seite 8 

6.3  

6.3.1 In Bezug auf die von den Beschwerdeführenden geltend gemachten 

Probleme mit einer kriminellen Bande und einem Nachbarn der Beschwer-

deführerin hat das SEM zutreffend festgestellt, dass Marokko über eine 

funktionierende Infrastruktur zur Ahndung von Verfolgungshandlungen ver-

fügt und grundsätzlich von der Schutzfähigkeit und dem Schutzwillen der 

dortigen Behörden im Sinne der obgenannten Schutztheorie auszugehen 

ist (vgl. statt vieler Urteil des BVGer E-8101/2024 vom 6. Januar 2025 

E. 6.2). Im Falle der befürchteten Bedrohung seitens privater respektive 

nicht-staatlicher Dritter wären die Beschwerdeführenden demnach gehal-

ten, die marokkanischen Behörden um Schutz zu ersuchen. Mit dem pau-

schalen Einwand, die heimatlichen Behörden könnten sie nicht schützen, 

vermögen die Beschwerdeführenden die Schutzfähigkeit und den Schutz-

willen der marokkanischen Behörden nicht generell in Frage zu stellen. 

Den Akten lassen sich keine konkreten Hinweise für die Annahme entneh-

men, die heimatlichen Behörden würden den Beschwerdeführenden bei 

Bedarf den erforderlichen Schutz vor Behelligungen oder Übergriffen sei-

tens privater Drittpersonen verweigern. Im Übrigen läge der geltend ge-

machten Bedrohung durch kriminelle Dritte – auch darin ist der Vorinstanz 

zuzustimmen – auch keines der in Art. 3 AsylG genannten Verfolgungsmo-

tive zugrunde. Es sei vielmehr um Verhinderung respektive Rache für die 

in der D._______ erfolgte Zeugenaussage des Beschwerdeführers gegan-

gen. Dem besagten Vorbringen fehlt es somit auch aus diesem Grund an 

der flüchtlingsrechtlichen Relevanz. 

Hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin befürchteten Behelligung 

durch einen Nachbarn hat das SEM zudem zu Recht angeführt, dass es 

sich dabei um eine regional beschränkte Situation handelt. Es ist nicht er-

sichtlich, dass und weshalb die Beschwerdeführerin, die mittlerweile mit 

dem Beschwerdeführer zusammen ist, womit sich ihre persönliche Situa-

tion anders darstellt als vor ihrer Ausreise aus Marokko, auch an anderen 

Orten im Heimatland Nachstellungen des besagten (ehemaligen) Nach-

barn ausgesetzt sein würde. Konkrete Hinweise für eine landesweite Ge-

fährdung liegen nicht vor.  

Die in diesem Zusammenhang vorgelegten Beweismittel vermögen nicht 

zu einer anderen Beurteilung der besagten Vorbringen der Beschwerde-

führenden zu führen. 

6.3.2 Das erstmals auf Beschwerdeebene geltend gemachte Vorbringen 

beider Beschwerdeführenden, sich (auch) für Personen des jeweils 

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gleichen Geschlechts zu interessieren, ist – zumal als unsubstanziiert und 

nachgeschoben geschildert – als unglaubhaft zu qualifizieren. Im Übrigen 

ist gemäss konstanter Praxis der schweizerischen Asylbehörden in Ma-

rokko grundsätzlich nicht mit asylrelevanter Verfolgung aufgrund des Be-

kanntwerdens einer homosexuellen und/oder bisexuellen Orientierung zu 

rechnen. Auch der soziale Druck, dem homosexuelle Personen dort – na-

mentlich ausserhalb urbaner Gebiete – unter Umständen ausgesetzt sind, 

vermag grundsätzlich nicht die von Art. 3 Abs. 2 AsylG geforderte Intensität 

zu erreichen; mithin ist auch ein unerträglicher psychischer Druck, welcher 

den Beschwerdeführenden bei einer Rückkehr drohen würde, zu verneinen 

(vgl. etwa Urteil des BVGer E-3557/2024 vom 25. Juni 2024 E. 6.7.1 

m.w.H.). 

6.3.3 Der Beschwerdeführer macht sodann auf Beschwerdeebene erst-

mals geltend, er habe aufgrund einer Abkehr vom Islam begründete Furcht 

vor Verfolgung im Heimatstaat. Diesbezüglich ist festzustellen, dass der 

Beschwerdeführer im Rahmen der BzP zwar protokollieren liess, er fühle 

sich weder als Sunnit noch als Schiit, den Eintrag «Islam» als seine Reli-

gion aber nicht bemängelte (vgl. SEM-Akte […]-34 Ziff. 1.13). Weder dem 

Protokoll der BzP noch jenem der Anhörung sind denn auch Anhaltspunkte 

für eine vom Beschwerdeführer befürchtete Verfolgung wegen Apostasie 

zu entnehmen. Die entsprechenden Ausführungen auf Beschwerdeebene 

sind daher ebenfalls als nachgeschoben zu beurteilen. 

6.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es den Beschwerdeführen-

den nicht gelungen ist, eine im Sinne von Art. 3 AsylG relevante Verfolgung 

beziehungsweise Verfolgungsgefahr bei einer Rückkehr nach Marokko 

nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Sie erfüllen die 

Flüchtlingseigenschaft nicht und die Vorinstanz hat die Asylgesuche dem-

zufolge zu Recht abgelehnt. 

7.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 

AsylG). Die Beschwerdeführenden verfügen insbesondere weder über 

eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch 

auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu 

Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

 

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Seite 10 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

8.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-

mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-

handlung unterworfen werden. 

8.2.2 Das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement schützt nur 

Personen, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den Be-

schwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Ver-

fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführenden 

in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG recht-

mässig. 

8.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerde-

führenden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall 

einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahr-

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Seite 11 

scheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe 

oder Behandlung ausgesetzt wären. Gemäss der Praxis des Europäischen 

Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Fol-

terausschusses müssten die Beschwerdeführenden eine konkrete Gefahr 

("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer 

Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. 

Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kam-

mer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Nach den vorstehenden Ausführun-

gen gelingt ihnen das nicht. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation 

in Marokko lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht 

als unzulässig erscheinen. Im Falle einer tatsächlich Bedrohung durch Kri-

minelle wären die Beschwerdeführenden gehalten, sich an die marokkani-

schen Behörden zu wenden. 

8.2.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.3.1 In Marokko herrscht weder Krieg, Bürgerkrieg noch eine Situation all-

gemeiner Gewalt, aufgrund derer die Zivilbevölkerung als konkret gefähr-

det bezeichnet werden müsste. Der Wegweisungsvollzug ist grundsätzlich 

zumutbar (vgl. statt vieler Urteile des BVGer D-3307/2024 vom 22. August 

2024 E. 7.4.2 und E-2757/2024 vom 16. Mai 2024 E. 8.3.2 m.w.H.). 

8.3.2 Auch in individueller Hinsicht erweist sich der Wegweisungsvollzug 

als zumutbar. Die Beschwerdeführenden sind jung und haben an mehreren 

Orten im Heimatland (J._______, K._______ [vgl. SEM-Akten {…}-34 S. 8 

und {…}-35 S. 4]) familiäre Anknüpfungspunkte. Der Beschwerdeführer 

verfügt eigenen Angaben zufolge über die Matura sowie Arbeitserfahrung 

in verschiedenen Bereichen ([…]) und die Beschwerdeführerin kann eine 

Ausbildung zur (…) vorweisen (vgl. SEM-Akten […]-34 S. 5 f. und […]-35 

S. 5). Es darf daher erwartet werden, dass sie bei einer Rückkehr nach 

Marokko in der Lage sein werden, ein Auskommen zu finden. Allfällige an-

fängliche wirtschaftliche Reintegrationsschwierigkeiten vermögen dem 

Vollzug im Übrigen nicht entgegenzustehen, da blosse soziale oder 

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wirtschaftliche Schwierigkeiten, von denen die ansässige Bevölkerung be-

troffen ist (bspw. Mangel an Arbeitsplätzen), keine existenzbedrohende Si-

tuation zu begründen vermögen (vgl. BVGE 2010/41 E. 8.3.6). Die vorge-

brachten gesundheitlichen Probleme (Beschwerdeführer: […] vgl. SEM-

Akte […]-34 S. 11]; Beschwerdeführerin: […] [vgl. SEM-Akte {…}-35 S. 8 

und {…}-36 {Arztbericht, eingereicht am 6. Januar 2025}]) vermögen nicht 

gegen die Zumutbarkeit des Vollzugs zu sprechen. Von einer den Vollzug 

unzumutbar machenden existenziellen medizinischen Notlage (vgl. dazu 

ausführlicher BVGE 2011/50 E. 8.3 und 2009/2 E. 9.3.2) ist vorliegend 

nicht auszugehen. Für die Beurteilung des Wegweisungsvollzugs ist der 

medizinische Sachverhalt als ausreichend erstellt zu erachten, zumal Ma-

rokko generell über ein gut entwickeltes Gesundheitssystem und vor allem 

in städtischen Zentren über eine genügende Anzahl von Einrichtungen ver-

fügt, die auch psychiatrische oder psychologische Therapien anbieten (vgl. 

etwa das Urteil des BVGer D-3307/24 vom 22. August 2024 E. 7.4.4). Es 

kann folglich davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführenden 

dort bei Bedarf adäquat behandelt werden können. Insgesamt betrachtet 

ist somit nicht davon auszugehen, die Beschwerdeführenden würden bei 

einer Rückkehr nach Marokko aus individuellen Gründen wirtschaftlicher, 

sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine existenzielle Notlage geraten, 

die als konkrete Gefährdung im Sinne der zu beachtenden Bestimmung zu 

werten wäre (Art. 83 Abs. 4 AIG).  

8.3.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

8.4 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, sich bei der zustän-

digen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen 

Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG, vgl. dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

D-446/2025 

Seite 13 

10.  

10.1 Mit dem vorliegenden Urteil ist das Gesuch um Verzicht auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. 

10.2 Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und 

amtlichen Rechtsverbeiständung sind abzuweisen, da sich die Begehren 

entsprechend den vorstehenden Erwägungen von vornherein als aus-

sichtslos im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG erwiesen haben. Demzufolge 

sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 750.– (Art. 1–3 des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) den Beschwerde-

führenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-446/2025 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und amt-

lichen Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die Flugha-

fenpolizei C._______. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Susanne Burgherr 

 

 

Versand: