# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fdfe1105-3cdd-5ecc-8a8b-faead79c4bd4
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-24
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 24.11.2022 HG190119
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG190119_2022-11-24.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 

 

Geschäfts-Nr.: HG190119-O U/dz 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. Claudia Bühler, Vizepräsidentin, und Oberrichterin 

Judith Haus Stebler, die Handelsrichterin Dr. Myriam Gehri, die 

Handelsrichter Peter Schweizer und Ulrich Ritter sowie der Ge-

richtsschreiber Dr. Giulio Donati 

Urteil vom 24. November 2022 

 

in Sachen 

 

A._____ SA,  
Klägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____,  

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X2._____, 

 

gegen 

 

B._____ Limited,  
Beklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y1._____,  

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y2._____,  

 

betreffend Forderung  

- 2 - 

Rechtsbegehren: 
(act. 1 S. 2) 

"1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Edelmetallkonto der Klä-
gerin bei C._____ AG … [Ortschaft] (Konto NR. 1, Swift 2), bin-
nen 10 Tagen seit Urteilszustellung 54.7963 kg Palladium gutzu-
schreiben. 

2. Eventualiter: Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin 
CHF 1'626'805 nebst Zins zu 5% p.a. seit dem 18. Mai 2018 zu 
bezahlen. 

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Be-
klagten." 

Sachverhalt und Verfahren 

A. Sachverhaltsübersicht 

a. Parteien 

Die Klägerin ist eine im Handelsregister des Kantons Wallis eingetragene Aktien-

gesellschaft, die die Herstellung von Produkten und die Erbringung von Dienst-

leistungen auf dem Gebiet der Chemie, der pharmazeutischen Industrie oder an-

derer verwandter Bereiche sowie den Handel mit Waren aller Art, insbesondere in 

den Bereichen Chemie und Pharmazeutika, bezweckt (act. 1 Rz. 10; act. 3/1). Die 

Beklagte ist eine im Companies House eingetragene Gesellschaft englischen 

Rechts mit Sitz in D._____, Grossbritannien, die im Bereich der Verarbeitung von 

Edelmetallen tätig ist (act. 1 Rz. 11; act. 3/2–3). 

b. Prozessgegenstand  

Die Klägerin stellt pharmazeutische Wirkstoffe (active pharmaceutical ingredients) 

für ihre Kunden aus der Pharmabranche her. Zur Herstellung verwendet sie einen 

Katalysator mit einem bestimmten Anteil des Edelmetalls Palladium (Katalysator 

Palladium 5% auf Aluminiumoxid). Die gebrauchte Katalysatormasse wird zur 

Wiedergewinnung der wertvollen Edelmetalle an spezialisierte Unternehmen zu-

gestellt. Die Klägerin bringt im Wesentlichen vor, die Beklagte zur Wiedergewin-

nung von Palladium aus dem in ihrer Produktion eingesetzten Katalysator heran-

gezogen zu haben. Sie habe mit der Beklagten im Dezember 2017 und im März 

- 3 - 

2018 zwei Werkverträge (im Sinne von Art. 363 ff. OR) abgeschlossen (act. 1 

Rz. 22 ff. und Rz. 150), die zwei klägerische Lieferungen an die Beklagte (die 

zweite Lieferung unterteilt in zwei Teillieferungen) umfasst hätten. In den Purcha-

se Orders habe die Klägerin jeweils den theoretischen Metallgehalt des geliefer-

ten Materials angegeben. Innerhalb der Bandbreite 82–100% des angegebenen 

theoretischen Palladiumgehalts hätte eine vertragskonforme Erfüllung vorgelegen. 

Die Klägerin ist der Auffassung, die Beklagte habe nicht genug Palladium extra-

hiert bzw. ihr zu wenig Palladium gutgeschrieben. Mit ihrer Klage fordert die Klä-

gerin von der Beklagten die Gutschreibung von (zusätzlich) 54.7963 kg Palladium 

auf ihr Edelmetallkonto, eventualiter die Bezahlung von Schadenersatz in der Hö-

he von CHF 1'626'805.00 nebst Zins zu 5% seit dem 18. Mai 2018 (act. 1 S. 2 

und Rz. 139 ff.). Die Beklagte verneint das Vorliegen eines Werkvertragsverhält-

nisses und geht vielmehr von einem Auftragsverhältnis aus. Sie bestreitet ein 

Fehlverhalten und bestreitet insbesondere, dass das zur Weiterverarbeitung gelie-

ferte klägerische Ausgangsmaterial den klägerseits behaupteten Palladiumgehalt 

aufgewiesen habe (act. 38 Rz. 24, Rz. 129; act. 62 Rz. 20, Rz. 26).  

B. Prozessverlauf  

Am 23. Juli 2019 (Datum Poststempel) reichte die Klägerin ihre Klage beim Han-

delsgericht des Kantons Zürich ein (act. 1; act. 3/1–47). Den ihr mit Verfügung 

vom 25. Juli 2019 auferlegten Vorschuss für die Gerichtskosten in der Höhe von 

CHF 47'200.00 leistete die Klägerin fristgerecht (act. 8). Mit Eingabe vom 

14. August 2019 reichte die Klägerin aufforderungsgemäss ein aktuelles Doku-

ment betreffend die Zeichnungsberechtigung der Beklagten ein (act. 4, act. 6 und 

act. 7/48–50). Mit Verfügung vom 12. September 2019 wurde der Beklagten auf 

dem Wege der internationalen Rechtshilfe Frist zur Einreichung der Klageantwort 

sowie zur Bezeichnung eines Zustellungsdomizils in der Schweiz angesetzt 

(act. 9). Mit Eingabe vom 29. Januar 2020 (Datum Poststempel) beantragte die 

Beklagte, das vorliegende Verfahren sei bis zum Entscheid des High Court of Jus-

tice, Queens Bench Division, Commercial Court, über dessen Zuständigkeit zu 

sistieren. Weiter sei der Beklagten die Frist zur Erstattung der Klageantwort abzu-

nehmen. Eventualiter sei das Verfahren auf die Zuständigkeitsfrage des hiesigen 

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Gerichts zu beschränken und subeventualiter sei der Beklagten die Frist zur Er-

stattung der Klageantwort zu erstrecken (vgl. act. 18). Mit Verfügung vom 

4. Februar 2020 wurden sämtliche Anträge der Beklagten abgewiesen (act. 21). 

Gegen diese Verfügung legte die Beklagte Beschwerde beim Bundesgericht ein 

(act. 24). Das Bundesgericht wies das hiesige Gericht mit Verfügung vom 

21. April 2020 an, das vorliegende Verfahren bis zum Entscheid des Bundesge-

richts über die Beschwerde zu sistieren und der Beklagten die Frist zur Erstattung 

der Klageantwort abzunehmen (act. 28), was das hiesige Gericht mit Verfügung 

vom 23. April 2020 tat (act. 29). Mit Verfügung vom 16. Juni 2020 schrieb das 

Bundesgericht die Beschwerde als gegenstandslos geworden ab, da sich das im 

Vereinigten Königreich angerufene Gericht zwischenzeitlich als unzuständig er-

klärt hatte (act. 35). Das vorliegende Verfahren wurde in der Folge wieder aufge-

nommen und der Beklagten eine verkürzte Frist zur Erstattung der Klageantwort 

angesetzt (act. 36). Am 24. August 2020 ging innert Frist die Klageantwort vom 

21. August 2020 hierorts ein (act. 38; act. 39/1–28). Am 3. November 2020 war 

eine Vergleichsverhandlung vorgesehen (act. 42), die infolge der Covid-Pandemie 

nicht stattfinden konnte (vgl. act. 43 und act. 44/1–2). Aufgrund der weiterhin 

grassierenden Covid-Pandemie wurde auf die Durchführung einer Vergleichsver-

handlung verzichtet und ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (vgl. act. 45–

47). Mit der Replik, die am 13. April 2021 innert Frist hierorts einging, beantragte 

die Klägerin unter anderem Schutzmassnahmen (act. 49 und act. 50/53–213). 

Nach Eingang der Stellungnahmen wurden die beantragten Schutzmassnahmen 

mit Beschluss vom 14. Juli 2021 gutgeheissen (act. 57). In der Folge reichte die 

Beklagte ihre Duplik vom 2. November 2021 fristgerecht am 3. November 2021 

ein (act. 62). Mit Verfügung vom 8. November 2021 wurde der Aktenschluss ver-

fügt (act. 63). Mit Eingabe vom 19. November 2021 reichte die Klägerin eine Stel-

lungnahme zur Duplik ein (act. 65). Auf diese Stellungnahme der Klägerin reagier-

te die Beklagte mit Eingabe vom 30. November 2021 und beantragte, die klägeri-

sche Eingabe sei aus dem Recht zu weisen (act. 66). Dieser prozessuale Antrag 

der Beklagten wurde mit Verfügung vom 1. Dezember 2021 abgewiesen (act. 67). 

Mit Verfügung vom 20. Januar 2022 wurde den Parteien bekanntgegeben, dass 

der vorliegende Prozess nunmehr Oberrichterin Judith Haus Stebler anstelle von 

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Oberrichterin Dr. Helen Kneubühler als Instruktionsrichterin zugeteilt sei, da Ober-

richterin Dr. Helen Kneubühler per Ende Januar 2022 pensioniert werde (act. 69). 

Mit Verfügung vom 6. Oktober 2022 wurde den Parteien Gelegenheit eingeräumt, 

um auf die Durchführung einer Hauptverhandlung zu verzichten (act. 71). Die 

Klägerin verzichtete mit Schreiben vom 10. Oktober 2022 und die Beklagte mit 

Schreiben vom 13. Oktober 2022 auf die Durchführung einer Hauptverhandlung 

(act. 73 und act. 74). Der Prozess ist spruchreif (Art. 236 Abs. 1 ZPO). 

Erwägungen 

1. Formelles 

1.1. Örtliche  und sachliche Zuständigkeit 

Die Klägerin hat ihren Sitz in der Schweiz, die Beklagte ihren Sitz im Vereinigten 

Königreich (act. 1 Rz. 10 f.; act. 3/1–3). Es liegt ein internationaler Sachverhalt 

vor, welcher in den Anwendungsbereich des Übereinkommens über die 

gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von 

Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen (Lugano-Übereinkommen, LugÜ) 

fällt. Die Klägerin stützt sich für die örtliche Zuständigkeit auf eine 

Gerichtsstandsvereinbarung in Ziffer 14.2 ihrer AGB, die als ausschliesslichen 

Gerichtsstandsort Zürich vorsieht (vgl. act. 1 Rz. 26 f.). Die Beklagte bestritt 

zunächst die örtliche Zuständigkeit des hiesigen Gerichts und leitete ein 

Verfahren vor dem Commercial Court in London ein (vgl. act. 1 Rz. 46 ff.). Das 

englische Gericht verneinte in der Folge seine Zuständigkeit (act. 32 und 

act. 33/51–52). Es liegt denn auch eine gültige Gerichtsstandsvereinbarung vor. 

Zudem hat sich die Beklagte in der Klageantwort vorbehaltslos auf die Klage 

eingelassen. Die örtliche Zuständigkeit des Handelsgerichts des Kantons Zürich 

ist damit gegeben. Die sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts folgt aus 

Art. 6 Abs. 2 ZPO i.V.m. § 44 lit. b GOG. 

1.2. Anwendbares Recht 

Die Parteien erklären in Ziffer 14.1 der klägerischen AGB Schweizer Recht unter 

Ausschluss des Wiener Kaufrechts für anwendbar. Es liegt eine gültige Rechts-

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wahl vor (Art. 116 Abs. 1 IPRG). Anwendbar ist damit Schweizer Recht unter 

Ausschluss des Wiener Kaufrechts. 

2. Sachverhalt, Streitpunkte 

2.1. Unbestrittener Sachverhalt 

Unbestritten ist der Abschluss von zwei Verträgen zwischen den Parteien betref-

fend die Wiedergewinnung von Palladium (act. 1 Rz. 22; act. 38 Rz. 44). Ebenso 

unbestritten sind zwei klägerische Lieferungen von gebrauchter Katalysatormasse 

an die Beklagte im Januar 2018 und im April 2018 à insgesamt 124 Chargen (die 

zweite Lieferung erfolgte in zwei Teillieferungen). Die gebrauchte Katalysator-

masse aus der ersten Lieferung stammte aus der Produktion der E._____, die das 

Werk in F._____ vor der Klägerin führte; die zweite Lieferung stammte aus der 

Produktion der Klägerin, nachdem diese das Werk von der E._____ übernommen 

hatte (act. 1 Rz. 85–87 und Rz. 99; act. 38 Rz. 111, Rz. 115, Rz. 117 und 

Rz. 135). Einig sind sich die Parteien auch darin, dass die Beklagte das erhaltene 

Material bearbeitete, um das darin enthaltene Palladium wiederzugewinnen. Wei-

ter ist unbestritten, dass die Beklagte nach erfolgter Bearbeitung der gebrauchten 

Katalysatormasse insgesamt 53.4637 kg Palladium auf das Edelmetallkonto der 

Klägerin gutschrieb (act. 1 Rz. 6; act. 38 Rz. 25). 

2.2. Streitpunkte 

2.2.1. Die Klägerin macht geltend, der Palladiumgehalt der gebrauchten, an die 

Beklagte gelieferten Katalysatormasse sei mit den beiden Purchase Orders ver-

traglich vereinbart worden (vgl. act. 49 Rz. 34 f., Rz. 103). Der Palladiumgehalt 

der Katalysatormasse könne zudem vom Palladiumwert des ungebrauchten Kata-

lysators abgeleitet werden, weil das Palladium während der Produktion der kläge-

rischen pharmazeutischen Wirkstoffe unverändert bleibe. Es befinde sich nach 

der Verwendung noch vollständig – mit Ausnahme von geringen Verlusten im 

Grammbereich – in der Katalysatormasse (act. 1 Rz. 67, Rz. 116). Laut der Klä-

gerin beläuft sich sodann – im Sinne eines Industriestandards – eine realistische 

Wiedergewinnungsrate auf mindestens 82% des in der gebrauchten Katalysator-

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masse enthaltenen Palladiums (act. 1 Rz. 70, Rz. 110). Gestützt auf eine Wieder-

gewinnungsrate von 82% hätte die Beklagte bei richtiger Ausführung der Wieder-

gewinnungsarbeiten mindestens 108.26 kg Palladium wiedergewinnen können 

(Total Palladium: 132.03 kg; 82% = 108.26 kg) und nicht bloss 53.4637 kg. Die 

Beklagte schulde die Differenz von 54.7963 kg Palladium (vgl. act. 1 Rz. 141; 

108.26 kg minus 53.4637 kg). 

2.2.2. Die Beklagte bringt zusammenfassend vor, die Klägerin weise den Palladi-

umgehalt der gebrauchten Katalysatormasse nicht nach; dieser bleibe unbekannt. 

Das der Beklagten von der Klägerin zur Bearbeitung überlassene Material habe 

einen viel tieferen Palladiumgehalt aufgewiesen als von der Klägerin angegeben 

(act. 38 Rz. 24, Rz. 129; act. 62 Rz. 20, Rz. 26). Der Palladiumgehalt der ge-

brauchten Katalysatormasse sei jedenfalls nie vertraglich vereinbart worden 

(act. 62 Rz. 45, Rz. 51). Unzutreffend sei auch die klägerische Behauptung, wo-

nach der Palladiumgehalt des ungebrauchten Katalysators mit jenem des ge-

brauchten Katalysators übereinstimme (vgl. act. 38 Rz. 21, Rz. 83, Rz. 124, 

Rz. 190). Schliesslich bestreitet die Beklagte die klägerische Behauptung, eine 

Wiedergewinnungsrate von mindestens 82% sei Industriestandard (vgl. act. 38 

Rz. 84; act. 62 Rz. 49, Rz. 56). 

2.2.3. Aus diesen Parteibehauptungen werden die zwei entscheidenden Themen-

felder des vorliegenden Falles ersichtlich: Zum einen ist der Palladiumgehalt der 

gebrauchten, an die Beklagte zur Wiedergewinnung des Palladiums gelieferten 

Katalysatormasse entscheidend. Die Palladiummenge im gebrauchten Katalysa-

tor beeinflusst fraglos die Palladiummenge, die wiedergewinnbar ist. Zum anderen 

stellt sich in einem zweiten Schritt – sofern der Palladiumgehalt der gelieferten 

Katalysatormasse feststeht – die Frage, ob die Klägerin zutreffend von einer Wie-

dergewinnungsquote von mindestens 82% als Industriestandard ausgehen und 

demnach darauf gestützt die wiederzugewinnende Palladiummenge berechnen 

darf. 

 

 

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3. Rechtliches 

3.1. Behauptungs- und Beweislast 

Wo das Gesetz es nicht anders bestimmt, hat derjenige das Vorhandensein einer 

behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet (Art. 8 ZGB). Die 

Beklagte bestreitet, dass die von der Klägerin gelieferte Katalysatormasse den 

von dieser behaupteten Palladiumgehalt aufgewiesen habe. Für den mutmassli-

chen Palladiumgehalt der gelieferten Katalysatormasse trägt die Klägerin die Be-

hauptungs- und Beweislast, da sie aus dem behaupteten Palladiumgehalt der ge-

brauchten Katalysatormasse ihren Anspruch – nämlich gestützt auf eine behaup-

tete Wiedergewinnungsquote eine bestimmte Menge wiedergewonnenes Palladi-

um – ableitet. 

3.2. Vertragsauslegung  

3.2.1. Ziel der Vertragsauslegung ist es, in erster Linie den übereinstimmenden 

wirklichen Willen der Parteien festzustellen (vgl. Art. 18 Abs. 1 OR). Diese subjek-

tive Vertragsauslegung beruht auf Beweiswürdigung, die vorbehältlich der Aus-

nahmen von Art. 97 und 105 BGG der bundesgerichtlichen Überprüfung entzogen 

ist (vgl. BGE 144 III 93 E. 5.2.2 S. 98; 132 III 268 E. 2.3.2 S. 274; je mit Hinwei-

sen). Steht eine tatsächliche Willensübereinstimmung fest, bleibt für eine Ausle-

gung nach dem Vertrauensgrundsatz kein Raum (BGE 132 III 626 E. 3.1 S. 632; 

128 III 70 E. 1a S. 73). Erst wenn eine tatsächliche Willensübereinstimmung un-

bewiesen bleibt, sind zur Ermittlung des mutmasslichen Parteiwillens die Erklä-

rungen der Parteien aufgrund des Vertrauensprinzips so auszulegen, wie sie nach 

ihrem Wortlaut und Zusammenhang sowie den gesamten Umständen verstanden 

werden durften und mussten. Das Bundesgericht überprüft diese objektivierte 

Auslegung von Willenserklärungen als Rechtsfrage, wobei es an Feststellungen 

des kantonalen Richters über die äusseren Umstände sowie das Wissen und 

Wollen der Beteiligten grundsätzlich gebunden ist (Art. 105 Abs. 1 BGG; BGE 144 

III 93 E. 5.2.3 S. 99; 133 III 61 E. 2.2.1 S. 67; je mit Hinweisen). Massgebend ist 

dabei der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses. Nachträgliches Parteiverhalten ist 

bei der Auslegung nach dem Vertrauensprinzip nicht von Bedeutung; es kann 

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höchstens – im Rahmen der Beweiswürdigung – auf einen tatsächlichen Willen 

der Parteien schliessen lassen (BGE 144 III 93 E. 5.2.3 S. 99; 133 III 61 E. 2.2.1 

S. 67).  

 

3.3. Zur Relevanz der Vertragsqualifikation 

3.3.1. Die rechtliche Qualifikation der Verträge ist zwischen den Parteien strittig. 

Die Klägerin qualifiziert die Verträge als Werkverträge, während die Beklagte von 

einem Auftragsverhältnis ausgeht. Grundlage für die rechtliche Qualifikation eines 

Vertrages bildet dessen Inhalt. 

3.3.2. Die rechtliche Vertragsqualifikation kann vorliegend offen bleiben. Selbst 

wenn der Klägerin gefolgt und ein Werkvertrag angenommen würde, müsste die 

Klägerin gleichwohl den mutmasslichen Palladiumgehalt der gebrauchten und ge-

lieferten Katalysatormasse nachweisen. Beim Werkvertrag muss der Unterneh-

mer das vom Besteller gelieferte Material (hier: die gebrauchte Katalysatormasse) 

zwar untersuchen, um in bestimmten Konstellationen einer Mängelhaftung zu 

entgehen (vgl. zum Ganzen GAUCH, Peter, Das Werkvertragsrecht, 6. Aufl., Zü-

rich/Basel/Genf 2019, N 1985 ff.). Der Palladiumgehalt der gebrauchten Katalysa-

tormasse kann aber – folgt man den spärlichen Parteibehauptungen – erst nach 

der Bearbeitung präzise festgestellt werden. Selbst wenn aber angenommen wür-

de, der Palladiumgehalt der gebrauchten Katalysatormasse lasse sich mit einer 

Analyse vor erfolgter Bearbeitung feststellen, hat die Klägerin nicht behauptet, 

dass die Beklagte als Unternehmerin dazu verpflichtet gewesen wäre. Eine derar-

tige Prüfungspflicht hätte vertraglich besonders vereinbart werden müssen (vgl. 

GAUCH, Peter, a.a.O., N 2000). 

4. Palladiumgehalt der gebrauchten, gelieferten Katalysatormasse 

Laut der Klägerin lässt sich der Palladiumgehalt der gebrauchten Katalysatormas-

se präzise feststellen. Sie macht einerseits geltend, die Parteien hätten den Pal-

ladiumgehalt der gebrauchten, gelieferten Katalysatormasse (Ausgangsmasse) 

vertraglich vereinbart. Andererseits bringt sie vor, das Palladium als inerte Sub-

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stanz könne im Rahmen der klägerischen Produktion nicht untergehen, und es sei 

auch nie zu Palladiumverlusten gekommen. Der Palladiumgehalt der gebrauchten 

Katalysatormasse stimme mit dem Palladiumgehalt des ungebrauchten Katalysa-

tors überein (Deckungsgleichheit zwischen Palladiumgehalt des ungebrauchten 

Katalysators und des Palladiumgehalts der gebrauchten Katalysatormasse). 

Auf diese Behauptungen ist in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. 

4.1. Vertragliche Vereinbarung des Palladiumgehalts der Ausgangsmasse 

4.1.1. Die Klägerin macht geltend, sie habe in den Purchase Orders vom 

20. Dezember 2017 (erste Lieferung) und vom 26. März 2018 (zweite Lieferung), 

mit welchen sie die Leistungen der Beklagten bestellte, jeweils den theoretical-

metal-Gehalt der gelieferten gebrauchten Katalysatormasse festgehalten (vgl. 

act. 49 Rz. 34; act. 3/11 und act. 3/19). Die Beklagte habe nie gegen diesen theo-

retischen Palladiumgehalt remonstriert, der so zum Vertragsinhalt und verbindlich 

geworden sei. Die Beklagte dürfe darum nicht von einem tieferen Palladiumgehalt 

der gebrauchten Katalysatormasse ausgehen (act. 49 Rz. 35). Die Beklagte be-

streitet, dass die Parteien einen bestimmten Palladiumgehalt der gebrauchten Ka-

talysatormasse vereinbart hätten. Die Klägerin spreche selbst von einem theoreti-

schen Palladiumgehalt, womit bereits feststehe, dass es sich demnach nicht um 

einen tatsächlichen Palladiumgehalt gehandelt habe (act. 38 Rz. 46; act. 62 

Rz. 45). 

4.1.2. Die Klägerin unterscheidet nicht zwischen einem tatsächlichen und einem 

normativen Konsens, sondern behauptet einzig die Vereinbarung bestimmter Pal-

ladiumwerte. Ein tatsächlicher Konsens betreffend die vertragliche Vereinbarung 

des Palladiumgehalts wurde nicht näher substanziert, ist zudem nicht ersichtlich 

und somit auch nicht erwiesen. Sodann ist zu prüfen, ob sich im Zusammenhang 

mit den beiden Bestellungen (act. 3/11 und act. 3/19), mit denen die Klägerin die 

Beklagte mit der Wiedergewinnung des Palladiums betraute, ein normativer Kon-

sens ergibt.  

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4.1.3. Auszugehen ist vom Wortlaut der Bestellungen. In den Bestellungen 

Nr. 4500175402 vom 20. Dezember 2017 sowie Nr. 4500120647 vom 26. März 

2018 sind mehrere Angaben der Klägerin zur Lieferung ersichtlich: Das Totalge-

wicht der Lieferung, das Totalgewicht des ungebrauchten Katalysators (in der Be-

stellung vom 26. März 2018 fehlt das Total, jedoch finden sich die einzelnen Posi-

tionen des ungebrauchten Katalysators) sowie – und um diese Formulierung geht 

es vorliegend – eine Gewichtsangabe unter dem Titel "Total Theoretical Metal". 

4.1.4. Die Begriffe theoretical und metal weisen nicht auf einen tatsächlich ge-

messenen Palladiumgehalt der gebrauchten Katalysatormasse hin. Es geht viel-

mehr um den von der Klägerin angenommenen (theoretisch vorhandenen) Palla-

diumgehalt der gebrauchten Katalysatormasse. Anders musste die Beklagte die 

Worte "Total Theoretical Metal" nicht verstehen. Auch die Klägerin scheint den 

Metallgehalt einzig aus der Überlegung abzuleiten, dass das Palladium nach ihrer 

Darstellung im Rahmen der Hydrierung, die in ihrem Produktionswerk stattfindet, 

nicht untergehe (vgl. act. 49 Rz. 37). Der Wortlaut der Purchase Orders bestätigt 

das behauptete klägerische Verständnis somit nicht. 

4.1.5. Auch aus dem Schweigen der Beklagten kann die Klägerin nichts zu ihren 

Gunsten ableiten. Können die Texte der Purchase Orders bereits nicht im klägeri-

schen Sinne verstanden werden, kann auch das blosse Schweigen der Beklagten 

kein anderes Verständnis zeitigen. Dass die Beklagte die klägerseits angenom-

menen Palladiumgehalte gleichsam als zu erreichende Gehalte des Wiederge-

winnungsprozesses akzeptieren wollte, lässt sich aus dem Schweigen jedenfalls 

nicht ableiten. 

4.1.6. Zusammenfassend lässt sich aus den Formulierungen in den Purchase Or-

ders nicht ableiten, dass die Beklagte diese nach Treu und Glauben so verstehen 

musste, dass die jeweiligen Gewichtsangaben unter dem Titel "Total Theoretical 

Metal" dem jeweiligen tatsächlichen Palladiumgehalt der gebrauchten Katalysa-

tormasse entsprach. 

4.2. Deckungsgleichheit zwischen Palladiumgehalt des ungebrauchten Kataly-

sators und Palladiumgehalt der gebrauchten Katalysatormasse 

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4.2.1. Die Klägerin behauptet zwar einerseits, der Palladiumgehalt des unge-

brauchten Katalysators stimme mit dem Palladiumgehalt der gebrauchten Kataly-

satormasse überein, weil der Palladiumgehalt durch die Verwendung des Kataly-

sators nicht verändert werde. In ihrer Produktion könne das Palladium nicht un-

tergehen und im Herstellungsprozess des pharmazeutischen Wirkstoffes sei es 

nie zu Störungen gekommen. Andererseits räumt die Klägerin ein, dass nach 

Vornahme des Hydrierungsprozesses eine zweifache Filtrierung erfolge und dabei 

in den der Beklagten anschliessend nicht mitgeschickten Mikrofiltern Palladium in 

geringen Mengen aufgefangen würde, nämlich rund 5 Gramm pro Charge (act. 1 

Rz. 91 f.). Damit stimmt der Palladiumgehalt der gebrauchten Katalysatormasse 

gemäss eigenen Angaben der Klägerin mit demjenigen des ungebrauchten Kata-

lysators nicht überein, auch wenn sich die Abweichung im Grammbereich pro 

Charge bewegen soll. Jedenfalls genügt die ungefähre Angabe der durchschnittli-

chen Verluste («rund») nicht; vielmehr hätte die Klägerin die eingetretenen Ver-

luste für jede Charge genau angeben müssen. Damit ist schon unklar, wieviel Pal-

ladium in den jeweiligen Chargen konkret in den Mikrofiltern aufgefangen wurde, 

mithin um wieviel sich das Palladium in den jeweiligen Chargen der gebrauchten 

Katalysatormasse durch die Filtrierung reduziert hatte. 

4.2.2. Selbst wenn davon ausgegangen würde, die Klägerin wollte geltend ma-

chen, der Palladiumgehalt der gebrauchten Katalysatormasse decke sich mit 

demjenigen des ungebrauchten Katalysators, abzüglich rund 5 Gramm pro Char-

ge (d.h. mal 124), und diese Behauptung als genügend konkret erachtet würde, 

müsste die Klägerin darlegen und nachweisen, dass der Palladiumgehalt der un-

gebrauchten Katalysatoren und derjenige der der Beklagten übergebenen Kataly-

satormasse – mit Ausnahme der in den Mikrofiltern hängen gebliebenen 5 Gramm 

Palladium pro Charge – unverändert geblieben ist. Die Klägerin ist nämlich der 

Auffassung, dass der Palladiumgehalt während der Produktion der pharmazeuti-

schen Wirkstoffe unverändert bleibt (act. 1 Rz. 67 und 116). Demgegenüber be-

streitet die Beklagte, dass der Palladiumgehalt unverändert bleibt und dass durch 

den Hydrierungsprozess kein Palladium verloren geht. Sie macht geltend, dass 

die nach Durchführung des Hydrierungsprozesses anfallende gebrauchte Kataly-

satormasse nicht mehr denselben Palladiumgehalt aufweise wie das ursprüngli-

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che trockene Katalysatorpulver. Gründe, welche zu einer Abnahme des Palladi-

umgehalts während der Produktion führten, seien namentlich Auslaugungen, Ab-

lagerungen, Auswaschungen (act. 38 Rz. 21, Rz. 83, Rz. 124, Rz. 190).  

Massgebend ist somit, wie der ungebrauchte Katalysator in der klägerischen Pro-

duktion konkret eingesetzt wurde und wie sich die klägerische Verwendung des 

ungebrauchten Katalysators auf den Palladiumgehalt der gebrauchten Katalysa-

tormasse auswirkte. Zum Produktionsvorgang hat die Klägerin lediglich ausge-

führt, dass im bei ihr vorgenommenem Hydrierungsprozess, in welchem das Pal-

ladium 5% auf Aluminiumoxid als Katalysator verwendet werde, eine Temperatur 

von lediglich 16–25 Grad Celsius und ein Druck von 2 Bar herrschten (act. 1 Rz. 

67). Weitere konkrete Angaben zum Verarbeitungsprozess – insbesondere zum 

konkreten Ablauf des Herstellungsprozesses jeder einzelnen der 124 streitgegen-

ständlichen Chargen – hat die Klägerin nicht gemacht. Mangels Darlegung des 

Produktionsprozesses kann nicht beurteilt werden, wie sich die konkrete Produk-

tion auf den Erhalt des Palladiumgehalt auswirkte, namentlich durch Auslaugun-

gen, Ablagerungen und/oder Auswaschungen. Die Klägerin hätte für jede einzel-

ne Produktionscharge des Wirkstoffes zu behaupten und nachzuweisen gehabt, 

dass bei der Verwendung des Katalysators in der klägerischen Produktion kein 

Palladium untergegangen ist oder untergehen konnte bzw. dass dieses vollstän-

dig in den (später an die Beklagte gelieferten) Filterbehältern verblieben ist. 

4.2.3. Die Klägerin vermag für beide streitgegenständlichen Lieferungen anhand 

von Tabellen aufzuzeigen, dass sie bei jeder Produktionscharge jeweils 21.3 kg 

ungebrauchten Katalysator verwendete: Die als Beweismittel eingereichten Proto-

coles de Fabrication enthalten für jede Produktionscharge bestimmte Kenndaten 

der Produktion. Insbesondere wird auch der verwendete (ungebrauchte) Katalysa-

tor unter Angabe der SAP-Lot-Nummer aufgezeichnet. Die Protokolle sind jeweils 

durch Mitarbeiter der E._____ bzw. (betreffend die zweite Lieferung) der Klägerin 

visiert (vgl. für die erste Lieferung act. 49 Rz. 81; act. 50/60–135 und für die zwei-

te Lieferung act. 50/144–167 und act. 50/179–205). Es lassen sich gestützt auf 

die klägerischen Tabellen die verwendeten Chargen des ungebrauchten Katalysa-

tors individualisieren und einer Produktionscharge zuordnen. Die Klägerin belegt 

- 14 - 

ihre tabellarisch dargestellten Behauptungen ausreichend. Damit ist erwiesen, 

dass die Klägerin für jede Produktionscharge des herzustellenden Wirkstoffs stets 

21.3 kg ungebrauchten Katalysator verwendete. 

4.2.4. Sodann ordnet die Klägerin in ihren Tabellen jede ungebrauchte Katalysa-

torcharge (Spalte 2 in der Tabelle) einer SAP-Nummer der gebrauchten Katalysa-

tormasse zu (Spalte 1; vgl. beispielhaft act. 49 Rz. 80 Seite 36 Zeile 1 der Tabel-

le: SAP-Nummer ungebrauchter Katalysator: 10939067 ist der SAP-

Materialnummer für gebrauchten Katalysator 703956 zugeordnet). Sie erklärt aber 

nicht, worauf sich diese Zuordnung stützt und woraus sich diese ergibt. Der Kon-

nex zwischen ungebrauchtem Katalysator und gebrauchter Katalysatormasse ist 

nicht ersichtlich. Unklar ist insbesondere, wie die Klägerin in ihrer Tabelle von der 

Spalte 2 zur Spalte 1 gelangt (worauf die Beklagte zu Recht hinweist: act. 62 

Rz. 116). Die Zuordnung erscheint zufällig, was den prozessrechtlichen Vorgaben 

nicht genügt. Wie die Produktion der einzelnen Chargen ablief, behauptet die Klä-

gerin nicht, ausser der pauschalen Bemerkung, ihre Produktion sei stets einwand-

frei abgelaufen. Es bleibt folglich unbekannt, was während der Produktion der 

einzelnen Chargen tatsächlich geschah. Da die Klägerin die einzelnen Verarbei-

tungsprozesse nicht näher darlegt, kann auch nicht beurteilt werden, ob und in-

wiefern es durch die jeweilige Verwendung der Katalysatoren zu Verlusten von 

Palladium kommen konnte.  

4.2.5. Weiter behauptet die Klägerin, die Produktionschargen seien in den Fäs-

sern gewesen, die mit den Lieferungen an die Beklagte versandt worden seien. 

Als Beweismittel offeriert sie den Catalysis Process Report sowie eine Zeugen-

aussage (vgl. act. 49 Rz. 82, Rz. 85 und Rz. 88). Die Frage, welche Produktions-

chargen (bzw. der nach der Produktion übrig bleibenden gebrauchten Katalysa-

tormasse) tatsächlich an die Beklagten gesandt wurden, stellt sich aber erst, 

wenn der Palladiumgehalt der gebrauchten Katalysatormasse erstellt wäre. Ent-

scheidend ist zuerst die Zusammensetzung des Ausgangsmaterials und demnach 

die konkrete Verwendung des ungebrauchten Katalysators. Erst aus dem Ablauf 

jeder einzelnen Produktion liessen sich Schlüsse hinsichtlich des Palladiumge-

halts der übrig gebliebenen gebrauchten Katalysatormasse ziehen. Hierzu macht 

- 15 - 

die Klägerin allerdings keine näheren Angaben. Eine Abnahme der offerierten 

Beweismittel kann daher unterbleiben.  

4.2.6. Die klägerischen Behauptungen erlauben es nicht, die konkrete Verwen-

dung des ungebrauchten Katalysators für jede Produktionscharge lückenlos 

nachzuvollziehen. Folglich braucht auch der Palladiumgehalt des ungebrauchten 

Katalysators nicht ermittelt zu werden. Da unbekannt ist, was mit dem eingesetz-

ten ungebrauchten Katalysator tatsächlich geschah, ist es nicht möglich, relevante 

Schlüsse hinsichtlich der Zusammensetzung der Ausgangsmasse zu ziehen. All-

gemeine Behauptungen, wonach die klägerische Produktion stets einwandfrei 

gewesen sei, oder wonach der Hydrierungsprozess nicht einwandfrei im vorgege-

benen Zeitfenster funktionieren würde, wenn nicht der Katalysator Palladium 5% 

auf Aluminiumoxid in der korrekten Zusammensetzung verwendet würde (act. 1 

Rz. 123), vermögen nicht zu genügen. Aufzuzeigen wäre die Verwendung des 

ungebrauchten Katalysators für jede Produktionscharge, die später zur Lieferung 

von gebrauchter Katalysatormasse an die Beklagte führte. Ebenso wenig reicht 

es, auf angebliche naturwissenschaftliche Erkenntnisse zu verweisen, wonach die 

gebrauchte Katalysatormasse unverändert gleichviel Palladium enthalte wie der 

ungebrauchte Katalysator (vgl. act. 1 Rz. 121 f.). Erst anhand der konkreten Ver-

wendung des Katalysators, mithin die einzelnen Produktionschargen der Klägerin, 

die später zu einer Lieferung an die Beklagten führten, lässt sich beurteilen, ob 

bei der Produktion der einzelnen Chargen das Palladium vollständig erhalten 

blieb. Auch der tabellarische Verweis auf mehrere Urkunden genügt den Substan-

tiierungsanforderungen nicht. Es ist nicht Aufgabe des Gerichts, die Urkunden zu 

durchforsten und zusammenzutragen, um ein ungenügendes Behauptungsfun-

dament zu vervollständigen.   

4.2.7. Die Klägerin verweist weiter auf GMP-Vorschriften (GMP = Good Manufac-

turing Practice), die sie in ihrer Produktion befolge. Diese würden garantieren, 

dass die klägerische Produktion stets die höchsten Qualitätsanforderungen erfülle 

(vgl. act. 1 Rz. 72; act. 49 Rz. 69). In diesem Zusammenhang weist sie auch da-

rauf hin, dass sie strengen behördlichen Kontrollen (namentlich durch Swissmedic 

und der amerikanischen FDA) unterliege (act. 1 Rz. 73; act. 49 Rz. 123). Die Be-

- 16 - 

achtung dieser Vorschriften und die erfolgten behördlichen Kontrollen vermögen 

für sich allein nicht den Nachweis zu erbringen, dass jede streitgegenständliche 

Charge mit der gebrauchten Katalysatormasse, die später an die Beklagte gelie-

fert wurde, mangelfrei war bzw. aus einer mangelfreien Produktionscharge 

stammte. Ein geltender Standard garantiert im Einzelfall nicht ausnahmslos ein 

mangelfreies Produkt, ebenso wenig wie behördliche Kontrollen. Wiederum erfol-

gen diese klägerischen Ausführungen nicht substantiiert in Bezug auf die konkre-

ten streitgegenständlichen Produktionschargen. 

4.2.8. Sodann trägt die Klägerin vor, dass sämtliche hergestellten Wirkstoffe auf 

Verunreinigung analysiert würden. Zu keinem Zeitpunkt hätten sich Palladium-

Spuren in dem unter Zuhilfenahme des Katalysators hergestellten pharmazeuti-

schen Wirkstoff befunden (act. 49 Rz. 69, vgl. auch act. 1 Rz. 91, Rz. 93). Die 

Klägerin hat aber kein einziges dieser anscheinend vorhandenen Analysezertifika-

te eingereicht. 

4.2.9. Schliesslich möchte die Klägerin aus dem Vergleich verschiedener Ge-

wichtswerte die Zusammensetzung der gelieferten Ausgangsmasse ableiten:  

4.2.9.1. Die Klägerin will zunächst gestützt auf einen Vergleich zwischen dem 

Nettogewicht der gebrauchten Katalysatormasse und demjenigen des unge-

brauchten Katalysators aufzeigen, dass der von ihr behauptete Palladiumgehalt 

der gebrauchten Katalysatormasse zutreffend ist. Sie vergleicht das Nettogewicht 

des pro Charge eingesetzten ungebrauchten Katalysators mit dem Gewicht der 

aus einer Produktionscharge resultierenden gebrauchten Katalysatormasse. Er-

fahrungswerte würden zeigen, dass das Nettogewicht des feuchten gebrauchten, 

in den Filtern zurückgebliebenen Katalysators etwas mehr als doppelt so hoch wie 

das Gewicht des reinen Katalysators sei. Das Nettogewicht des gebrauchten Ka-

talysators setze sich aus rund 45% Katalysator und 55% Wasser/Feuchtigkeit und 

Filtermaterial zusammen (act. 49 Rz. 41). Die Beklagte bestreitet, dass sich aus 

dem Gewicht eines sog. Filterbeutels dessen Inhalt feststellen lasse, und sie be-

streitet auch den behaupteten Erfahrungswert (act. 62 Rz. 34, Rz. 60, Rz. 75, vgl. 

auch Rz. 11).  

- 17 - 

4.2.9.2. Die Klägerin offeriert keine Beweise für ihre Behauptung, gestützt auf Er-

fahrungswerte setze sich das Nettogewicht des gebrauchten Katalysators aus 

rund 45% Katalysator und 55% Wasser/Feuchtigkeit und Filtermaterial zusam-

men. Beim von der Klägerin angerufenen Erfahrungswert handelt es sich weder 

um eine offenkundige oder gerichtsnotorische Tatsache noch um einen allgemein 

anerkannten Erfahrungssatz. Die Klägerin muss die bestrittene Behauptung dem-

nach beweisen (vgl. Art. 150 f. ZPO). Fachpublikationen, welche die Behauptung 

der Klägerin zu stützen vermöchten, hat sie nicht eingereicht. Zudem ist fraglich, 

von welchen Erfahrungswerten für den vorliegenden Fall ausgegangen werden 

müsste, wurden doch die hierzu nötigen Einzelheiten der klägerischen Produktion 

nicht dargelegt. Ist der behauptete Erfahrungswert nicht erstellt, können aus den 

klägerischen Gewichtsangaben auch keine Schlüsse gezogen werden. 

4.2.9.3. Weiter bringt die Klägerin vor, die von der Beklagten angegebenen 

Aschenmengen nach der Erhitzung des Ausgangsmaterials seien angesichts des 

Gewichts des gelieferten Ausgangsmaterials zu tief. Sie zieht diesen Schluss aus 

dem Gewicht der von anderen Wiedergewinnungsunternehmen erzielten 

Aschenmengen (act. 49 Rz. 56 ff.). Die Beklagte hält dagegen, dass die Klägerin 

beweisen müsse, welches Ausgangsmaterial sie der Beklagten zur Bearbeitung 

geliefert habe, wobei sie zusätzlich bestreitet, dass die anderen Wiedergewin-

nungsunternehmen das gleiche Ausgangsmaterial wie die Beklagte erhalten hät-

ten. Die Klägerin sei ausserstande zu beweisen, welche Menge an organischen 

Stoffen und Wasser der ebenfalls unbekannte Ausgangsstoff enthalten habe 

(act. 62 Rz. 76 f.)  

4.2.10. Die Argumentation der Klägerin verfängt nicht. Entscheidend ist die kon-

krete Zusammensetzung des gelieferten Ausgangsmaterials, die sich eben auch 

auf das Gewicht der nach der Erhitzung des Ausgangsmaterials resultierenden 

Asche auswirkt. Der Beklagten ist darin zu folgen, dass die Klägerin nicht behaup-

tet, welche Menge an organischen Stoffen und Wasser der Ausgangsstoff ent-

hielt. Auch ein Vergleich mit den von anderen Wiedergewinnungsunternehmen 

erzielten Gewichtswerten hilft der Klägerin nicht weiter. Ein solcher Vergleich 

vermag die genaue Zusammensetzung des an die Beklagte gelieferten Aus-

- 18 - 

gangsmaterials nicht nachzuweisen, zumal – wie die Beklagte zu Recht einwen-

det – ohnehin nicht erstellt ist, dass die anderen Wiedergewinnungsunternehmen 

das gleiche Ausgangsmaterial wie die Beklagte erhielten.  

4.2.11. Steht nicht fest, welchen Palladiumgehalt das an die Beklagte gelieferte 

Material aufwies, braucht auch nicht festgestellt zu werden, ob die Beklagte bei 

der Ausführung der vertraglich geschuldeten Leistungen die nötige Sorgfalt walten 

liess. Daher muss auf den Bearbeitungsprozess des klägerischen Materials durch 

die Beklagte nicht weiter eingegangen werden. 

5. Neue Vereinbarung im Zusammenhang mit der zweiten Palladiumlieferung 

5.1. Der klägerische Anspruch auf Gutschreibung von zusätzlichen 25.1595 kg 

Palladium (vgl. act. 1 Rz. 104 i.V.m. Rz. 86 und Rz. 87) bzw. auf Bezahlung eines 

zusätzlichen entsprechenden Betrages aus der zweiten Lieferung scheitert auch 

an der neu getroffenen Vereinbarung der Parteien vor der vollständigen Bearbei-

tung der zweiten Lieferung, wie nachfolgend aufzuzeigen ist: 

5.1.1. Unbestrittenermassen vereinbarten die Parteien angesichts des betreffend 

die erste Lieferung erzielten unbefriedigenden Wiedergewinnungsresultats, hin-

sichtlich der zweiten Lieferung zunächst nur 10% der gelieferten Ausgangsmasse 

dem thermal pre-treatment zuzuführen, um die daraus resultierende Aschenmen-

ge festzustellen (act. 38 Rz. 91; act. 39/9). Die Beklagte meldete der Klägerin an-

schliessend am 31. Mai 2018 das erzielte Ergebnis dieser Vorprobe mit einer 

Schätzung der Wiedergewinnungsmenge für die gesamte zweite Lieferung. Die 

Klägerin wies die Beklagte daraufhin am 5. Juni 2018 in Kenntnis des Resultats 

aus der Vorprobe an, auch die restlichen 90% Ausgangsmasse der zweiten Liefe-

rung zu bearbeiten (act. 38 Rz. 91 mit Verweis auf act. 39/10–11). Das Wieder-

gewinnungsergebnis betreffend die restlichen 90% der Ausgangsmasse fiel in der 

Folge gar leicht besser aus als dasjenige der Schätzung gestützt aus der Vorpro-

be (act. 38 Rz. 6, Rz. 92). 

5.1.2. Der Umstand, dass die Beklagte vorab nur 10% der Ausgangsmasse aus 

der zweiten Lieferung als Vorprobe bearbeitete und nicht die ganze zweite Liefe-

- 19 - 

rung, deutet darauf hin, dass sich insbesondere die Klägerin vor Freigabe der ge-

samten zweiten Lieferung zur Bearbeitung durch die Beklagte ein Bild über die zu 

erwartende Palladiummenge machen wollte, was unbestritten ist. In der Folge 

meldete die Beklagte der Klägerin, dass sie gestützt auf das Resultat des thermal 

pre-treatment der Vorprobe und anhand der Erfahrungswerte der ersten Lieferung 

eine Palladiummenge von 21.78 kg (wohl für die gesamte zweite Lieferung) er-

warte (act. 39/10; act. 62 Rz. 148). Aus diesem Vorgehen lässt sich schliessen, 

dass für die Klägerin das Ergebnis der Vorprobe entscheidend war für die Freiga-

be der restlichen 90% der Ausgangsmasse zur Bearbeitung durch die Beklagte, 

und dass die Beklagte mit diesem Vorgehen einverstanden war. Unbestritten ist 

denn auch die Behauptung der Beklagten, die Vereinbarung sei getroffen worden, 

um der Klägerin die Möglichkeit einzuräumen, nach Kenntnis der Resultate der 

10% Vorprobe des Ausgangsmaterials die restlichen 90% von einem anderen Un-

ternehmen bearbeiten zu lassen. Dies habe die Klägerin aber bewusst unterlas-

sen (act. 38 Rz. 91; act. 62 Rz. 147). Indem die Klägerin die Beklagte – nach 

Kenntnisnahme der Resultate der Vorprobe samt Schätzung der zu erwartenden 

Palladiummenge – anwies, auch mit der Bearbeitung der restlichen 90% der Aus-

gangsmasse der zweiten Lieferung fortzufahren, akzeptierte sie das Ergebnis der 

Vorprobe zumindest als Richtwert für die wiedergewinnbare Palladiummenge in 

den restlichen 90% der Ausgangsmasse. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, 

dass die Klägerin bei der Bearbeitung der restlichen 90% einen höhere Palladi-

ummenge als die geschätzte Menge erwarten durfte. In der Folge fiel das Ergeb-

nis aus der Bearbeitung der 90% Ausgangsmasse letztlich sogar besser aus als 

die Schätzung, da die Beklagte aus der zweiten Lieferung eine höhere Palladi-

ummenge erreichte, nämlich insgesamt 25.9605 kg (vgl. act. 1 Rz. 104). Die Ver-

tragsparteien vereinbarten das besondere Vorgehen betreffend die zweite Liefe-

rung (Bearbeitung einer Vorprobe) gerade wegen des bei der ersten Lieferung er-

zielten, unbefriedigenden Resultats (vgl. auch act. 39/9). Darum überzeugt auch 

das klägerische Vorbringen nicht, es habe gemäss den Angaben der Beklagten 

eine substantiell zu geringe Aschenmenge vorgelegen. Die Klägerin habe nach 

Treu und Glauben nicht annehmen müssen, dass sich dieses Szenario nach der 

ersten Lieferung bei der zweiten Lieferung wiederholen würde (act. 49 Rz. 101 

- 20 - 

zweites Lemma). Diesem Verständnis der Klägerin steht die vereinbarte Vorprobe 

entgegen, deren Ergebnis sie kannte. In einer solchen Situation wäre von der 

Klägerin zu erwarten gewesen, dass sie nach dem Vorliegen des Resultats der 

Vorprobe samt Schätzung, welches sie nunmehr wiederum als unbefriedigend 

empfindet, die Beklagte nicht einfach angewiesen hätte, mit der Bearbeitung fort-

zufahren. Die Klägerin kannte aufgrund der Schätzung die in der zweiten Liefe-

rung zu erwartende Palladiummenge. Auch die Beklagte durfte davon ausgehen, 

dass sie Palladium in derselben Grössenordnung erzielen musste und durfte. 

Demnach ergibt sich aus dem Verhalten der Parteien im Zusammenhang mit der 

zweiten Lieferung, dass die Klägerin die gestützt auf die Vorprobe (10% der zwei-

ten Lieferung) geschätzte Palladiummenge akzeptierte. 

5.1.3. Was die von der Klägerin vorgebrachte mangelnde Vertretungsbefugnis ih-

rer Mitarbeiterin G._____ anbelangt (vgl. act. 49 Rz. 100), fällt zunächst auf, dass 

die Kommunikation seitens der Klägerin mit der Beklagten – soweit ersichtlich – 

stets über G._____ lief. Deshalb liegt mindestens eine Duldungsvollmacht vor. 

Entscheidend ist aber, dass in der E-Mail vom 5. Juni 2018, mit welcher G._____ 

der Beklagten mitteilte, sie solle auch die restlichen 90% der Ausgangsmasse be-

arbeiten, der Mitarbeiter der Klägerin H._____ einkopiert war (vgl. act. 39/11; act. 

62 Rz. 156 mit Verweis auf Rz. 133). H._____ war gemäss der Klägerin für die 

Kommunikation mit der Beklagten verantwortlich (vgl. act. 1 Rz. 138 zweites 

Lemma). Er hatte somit als Verantwortlicher seitens der Klägerin Kenntnis von der 

klägerischen Anweisung, mit der Bearbeitung fortzufahren, und segnete diese 

somit ab. 

5.1.4. Laut der Klägerin ist sie gemäss Ziffer 6.2 ihrer AGB befugt, während zwei 

Jahren ab Ablieferung Mängel in der Vertragsausführung geltend zu machen. Da-

ran ändere auch die Einkopierung von H._____ in die entsprechenden E-Mails 

nichts (act. 49 Rz. 99). Die Klägerin übersieht, dass sie in Kenntnis des Resultats 

aus der Bearbeitung der Vorprobe die Beklagte beauftragte, auch die restlichen 

90% des Ausgangsmaterials zu bearbeiten. Die Parteien vereinbarten hinsichtlich 

der zweiten Lieferung ein besonderes Vorgehen, welches zum Vertragsinhalt 

wurde. Die Klägerin kann sich ein besseres Resultat nicht Jahre später damit 

- 21 - 

ausbedingen, dass sie sich auf ein Rügerecht in ihren AGB beruft. Als Einzelab-

rede ging das vereinbarte Vorgehen betreffend die Vorprobe und der anschlies-

sende Entscheid betreffend die restlichen 90% des Ausgangsmaterials den AGB 

der Klägerin vor. 

5.2. Zusammenfassend vereinbarten die Parteien betreffend die zweite Liefe-

rung, zunächst eine Vorprobe von 10% des Ausgangsmaterials zu bearbeiten. In 

Kenntnis des Ergebnisses aus der Vorprobe entschied sich die Klägerin, die Be-

klagte gleichwohl mit der Bearbeitung auch der restlichen 90% des Ausgangsma-

terials zu betrauen. Deren Ergebnis überstieg dann sogar die geschätzte zu er-

wartende Palladiummenge, womit hinsichtlich der zweite Lieferung eine vertrags-

konforme Erfüllung vorliegt. Die Klägerin muss sich ihr Verhalten entgegenhalten 

lassen und hat auch aus diesem Grund keinen Anspruch gegen die Beklagte aus 

der zweiten Lieferung. 

6. Zusammenfassung der Tat- und Rechtsfragen 

6.1. Die Klägerin übergab der Beklagten zwei Lieferungen mit gebrauchter Ka-

talysatormasse, damit die Beklagte das darin enthaltene Palladium wiedergewin-

nen konnte. Die Vereinbarung eines bestimmten zu extrahierenden Palladiumge-

halts der gebrauchten Katalysatormasse bzw. Zusicherung durch die Beklagte 

vermochte die Klägerin nicht nachzuweisen. Ebenso wenig vermochte die Kläge-

rin  den Palladiumgehalt der gebrauchten Katalysatormasse, welche sie der Be-

klagten jeweils geliefert hat, nachzuweisen, weder anhand von Vergleichen ver-

schiedener Gewichtswerte, noch durch Ableitung vom Palladiumgehalt der unge-

brauchten Katalysatoren. Insbesondere hat die Klägerin den jeweiligen Herstel-

lungsprozess der einzelnen Chargen nicht genügend dargelegt, welcher Rück-

schlüsse auf den (vollständigen) Erhalt des Palladiums zuliesse, zumal die Kläge-

rin überdies zu pauschal und ungenau ausgeführt hat, dass in den der Beklagten 

anschliessend nicht mitgeschickten Mikrofiltern Palladium in geringen Mengen 

aufgefangen würden, nämlich rund 5 Gramm pro Charge, mithin die der Beklag-

ten gelieferte Katalysatormasse "ca." 5 Gramm weniger Palladium pro Charge 

enthalten haben soll als die ungebrauchten Katalysatoren.  

- 22 - 

6.2. Betreffend die zweite Lieferung kommt die Vereinbarung der Parteien hin-

zu, im Sinne einer Vorprobe zunächst nur 10% der Ausgangsmasse durch die 

Beklagte bearbeiten zu lassen. In Kenntnis des Resultats dieser Vorprobe und der 

Schätzung entschied sich die Klägerin, gleichwohl die Beklagte mit der Bearbei-

tung der restlichen 90% der Ausgangsmasse zu betrauen. Deren Ergebnis über-

traf die von der Beklagten aufgrund der Vorprobe geschätzte Menge. Die Klägerin 

hat auch aus diesem Grund aus der Vertragserfüllung betreffend die zweite Liefe-

rung keinen Anspruch gegen die Beklagte. 

6.3. Demnach konnte die Klägerin nicht dartun, dass die Beklagte mehr Palla-

dium hätte extrahieren können bzw. ihr mehr Palladium hätte gutschreiben müs-

sen. Daher ist die Klage abzuweisen. 

7. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

7.1. Gerichtskosten 

Die Höhe der Entscheidgebühr bestimmt sich nach der Gebührenverordnung des 

Obergerichts vom 8. September 2010 (GebV OG; Art. 96 ZPO i.V.m. § 199 Abs. 1 

GOG) und richtet sich in erster Linie nach dem Streitwert (§ 2 Abs. 1 lit. a GebV 

OG). Der Streitwert wird gemäss Art. 91 Abs. 1 ZPO durch das Rechtsbegehren 

bestimmt. Soweit relevant, ist jeweils der Kurswert im Zeitpunkt der Begründung 

der Rechtshängigkeit massgebend. Zinsen und Kosten des laufenden Verfahrens 

sowie allfällige Eventualbegehren werden nicht hinzugerechnet. Der Streitwert be-

trägt demnach CHF 2'640'853.00 (Palladiumkurs am 29. Mai 2018, Datum 

Rechtshängigkeit: CHF 48'194.00 pro Kilogramm, vgl. act. 1 Rz. 58; act. 3/21; 

act. 38 Rz. 64). Die Grundgebühr beträgt rund CHF 47'200.00. Die Entscheidge-

bühr ist auf diesen Wert festzusetzen. Hinzu kommen CHF 7'920.00 Überset-

zungskosten (vgl. act. 13; Art. 95 Abs. 2 lit. d ZPO). Die Gerichtskosten sind aus-

gangsgemäss der Klägerin aufzuerlegen und vorab teilweise aus dem von der 

Klägerin geleisteten Kostenvorschuss zu beziehen. 

- 23 - 

7.2. Parteientschädigungen 

Die Beklagte hat Anspruch auf eine Parteientschädigung für ihre berufsmässige 

Vertretung. Die Höhe der Parteientschädigung ist nach der Verordnung über die 

Anwaltsgebühren vom 8. September 2010 zu bemessen (AnwGebV; Art. 105 

Abs. 2 ZPO). Grundlage ist auch hier der Streitwert (§ 2 Abs. 1 lit. a AnwGebV). 

Bei einem Streitwert von CHF 2'640'853.00 beträgt die Grundgebühr rund 

CHF 47'800.00. Sie ist mit der Begründung bzw. Beantwortung der Klage ver-

dient. Für die Teilnahme an zusätzlichen Verhandlungen und für weitere notwen-

dige Rechtsschriften wird ein Zuschlag von je höchstens der Hälfte der Grundge-

bühr berechnet (§ 11 Abs. 1 und 2 AnwGebV i.V.m. § 4 Abs. 1 AnwGebV). Vorlie-

gend fand keine Vergleichsverhandlung statt. Aufgrund der zusätzlichen Rechts-

schriften ist eine Erhöhung der Grundgebühr um 25% angemessen. Die Partei-

entschädigung beläuft sich somit auf CHF 59'800.00. 

Das Handelsgericht erkennt: 

1. Die Klage wird abgewiesen. 

2. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf CHF 47'200.00. Die weiteren Aus-

lagen betragen CHF 7'920.00 (Übersetzungskosten). 

3. Die Kosten werden der Klägerin auferlegt. Sie werden vorab teilweise aus 

dem von der Klägerin geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. 

4. Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung von 

CHF 59'800.00 zu bezahlen. 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien. 

6. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb 
von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

- 24 - 

und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der Streit-

wert beträgt CHF 2'640'853.00. 

Zürich, 24. November 2022 
 

Handelsgericht des Kantons Zürich 
 

Die Vizepräsidentin: 
 
 
 

Dr. Claudia Bühler 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

Dr. Giulio Donati 
 

	Urteil vom 24. November 2022
	Rechtsbegehren: (act. 1 S. 2)
	Sachverhalt und Verfahren
	A. Sachverhaltsübersicht
	a. Parteien
	Die Klägerin ist eine im Handelsregister des Kantons Wallis eingetragene Aktiengesellschaft, die die Herstellung von Produkten und die Erbringung von Dienstleistungen auf dem Gebiet der Chemie, der pharmazeutischen Industrie oder anderer verwandter Be...
	b. Prozessgegenstand
	Die Klägerin stellt pharmazeutische Wirkstoffe (active pharmaceutical ingredients) für ihre Kunden aus der Pharmabranche her. Zur Herstellung verwendet sie einen Katalysator mit einem bestimmten Anteil des Edelmetalls Palladium (Katalysator Palladium ...

	B. Prozessverlauf
	Am 23. Juli 2019 (Datum Poststempel) reichte die Klägerin ihre Klage beim Handelsgericht des Kantons Zürich ein (act. 1; act. 3/1–47). Den ihr mit Verfügung vom 25. Juli 2019 auferlegten Vorschuss für die Gerichtskosten in der Höhe von CHF 47'200.00 l...

	Erwägungen
	1. Formelles
	1.1. Örtliche  und sachliche Zuständigkeit
	Die Klägerin hat ihren Sitz in der Schweiz, die Beklagte ihren Sitz im Vereinigten Königreich (act. 1 Rz. 10 f.; act. 3/1–3). Es liegt ein internationaler Sachverhalt vor, welcher in den Anwendungsbereich des Übereinkommens über die gerichtliche Zustä...
	1.2. Anwendbares Recht
	Die Parteien erklären in Ziffer 14.1 der klägerischen AGB Schweizer Recht unter Ausschluss des Wiener Kaufrechts für anwendbar. Es liegt eine gültige Rechtswahl vor (Art. 116 Abs. 1 IPRG). Anwendbar ist damit Schweizer Recht unter Ausschluss des Wiene...

	2. Sachverhalt, Streitpunkte
	2.1. Unbestrittener Sachverhalt
	Unbestritten ist der Abschluss von zwei Verträgen zwischen den Parteien betreffend die Wiedergewinnung von Palladium (act. 1 Rz. 22; act. 38 Rz. 44). Ebenso unbestritten sind zwei klägerische Lieferungen von gebrauchter Katalysatormasse an die Beklagt...
	2.2. Streitpunkte
	2.2.1. Die Klägerin macht geltend, der Palladiumgehalt der gebrauchten, an die Beklagte gelieferten Katalysatormasse sei mit den beiden Purchase Orders vertraglich vereinbart worden (vgl. act. 49 Rz. 34 f., Rz. 103). Der Palladiumgehalt der Katalysato...
	2.2.2. Die Beklagte bringt zusammenfassend vor, die Klägerin weise den Palladiumgehalt der gebrauchten Katalysatormasse nicht nach; dieser bleibe unbekannt. Das der Beklagten von der Klägerin zur Bearbeitung überlassene Material habe einen viel tiefer...
	2.2.3. Aus diesen Parteibehauptungen werden die zwei entscheidenden Themenfelder des vorliegenden Falles ersichtlich: Zum einen ist der Palladiumgehalt der gebrauchten, an die Beklagte zur Wiedergewinnung des Palladiums gelieferten Katalysatormasse en...

	3. Rechtliches
	3.1. Behauptungs- und Beweislast
	Wo das Gesetz es nicht anders bestimmt, hat derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet (Art. 8 ZGB). Die Beklagte bestreitet, dass die von der Klägerin gelieferte Katalysatormasse den von dieser beh...
	3.2. Vertragsauslegung
	3.2.1. Ziel der Vertragsauslegung ist es, in erster Linie den übereinstimmenden wirklichen Willen der Parteien festzustellen (vgl. Art. 18 Abs. 1 OR). Diese subjektive Vertragsauslegung beruht auf Beweiswürdigung, die vorbehältlich der Ausnahmen von A...
	3.3. Zur Relevanz der Vertragsqualifikation
	3.3.1. Die rechtliche Qualifikation der Verträge ist zwischen den Parteien strittig. Die Klägerin qualifiziert die Verträge als Werkverträge, während die Beklagte von einem Auftragsverhältnis ausgeht. Grundlage für die rechtliche Qualifikation eines V...
	3.3.2. Die rechtliche Vertragsqualifikation kann vorliegend offen bleiben. Selbst wenn der Klägerin gefolgt und ein Werkvertrag angenommen würde, müsste die Klägerin gleichwohl den mutmasslichen Palladiumgehalt der gebrauchten und gelieferten Katalysa...

	4. Palladiumgehalt der gebrauchten, gelieferten Katalysatormasse
	Laut der Klägerin lässt sich der Palladiumgehalt der gebrauchten Katalysatormasse präzise feststellen. Sie macht einerseits geltend, die Parteien hätten den Palladiumgehalt der gebrauchten, gelieferten Katalysatormasse (Ausgangsmasse) vertraglich vere...
	Auf diese Behauptungen ist in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.
	4.1. Vertragliche Vereinbarung des Palladiumgehalts der Ausgangsmasse
	4.1.1. Die Klägerin macht geltend, sie habe in den Purchase Orders vom 20. Dezember 2017 (erste Lieferung) und vom 26. März 2018 (zweite Lieferung), mit welchen sie die Leistungen der Beklagten bestellte, jeweils den theoretical-metal-Gehalt der gelie...
	4.1.2. Die Klägerin unterscheidet nicht zwischen einem tatsächlichen und einem normativen Konsens, sondern behauptet einzig die Vereinbarung bestimmter Palladiumwerte. Ein tatsächlicher Konsens betreffend die vertragliche Vereinbarung des Palladiumgeh...
	4.1.3. Auszugehen ist vom Wortlaut der Bestellungen. In den Bestellungen Nr. 4500175402 vom 20. Dezember 2017 sowie Nr. 4500120647 vom 26. März 2018 sind mehrere Angaben der Klägerin zur Lieferung ersichtlich: Das Totalgewicht der Lieferung, das Total...
	4.1.4. Die Begriffe theoretical und metal weisen nicht auf einen tatsächlich gemessenen Palladiumgehalt der gebrauchten Katalysatormasse hin. Es geht vielmehr um den von der Klägerin angenommenen (theoretisch vorhandenen) Palladiumgehalt der gebraucht...
	4.1.5. Auch aus dem Schweigen der Beklagten kann die Klägerin nichts zu ihren Gunsten ableiten. Können die Texte der Purchase Orders bereits nicht im klägerischen Sinne verstanden werden, kann auch das blosse Schweigen der Beklagten kein anderes Verst...
	4.1.6. Zusammenfassend lässt sich aus den Formulierungen in den Purchase Orders nicht ableiten, dass die Beklagte diese nach Treu und Glauben so verstehen musste, dass die jeweiligen Gewichtsangaben unter dem Titel "Total Theoretical Metal" dem jeweil...
	4.2. Deckungsgleichheit zwischen Palladiumgehalt des ungebrauchten Katalysators und Palladiumgehalt der gebrauchten Katalysatormasse
	4.2.1. Die Klägerin behauptet zwar einerseits, der Palladiumgehalt des ungebrauchten Katalysators stimme mit dem Palladiumgehalt der gebrauchten Katalysatormasse überein, weil der Palladiumgehalt durch die Verwendung des Katalysators nicht verändert w...
	4.2.2. Selbst wenn davon ausgegangen würde, die Klägerin wollte geltend machen, der Palladiumgehalt der gebrauchten Katalysatormasse decke sich mit demjenigen des ungebrauchten Katalysators, abzüglich rund 5 Gramm pro Charge (d.h. mal 124), und diese ...
	Massgebend ist somit, wie der ungebrauchte Katalysator in der klägerischen Produktion konkret eingesetzt wurde und wie sich die klägerische Verwendung des ungebrauchten Katalysators auf den Palladiumgehalt der gebrauchten Katalysatormasse auswirkte. Z...
	4.2.3. Die Klägerin vermag für beide streitgegenständlichen Lieferungen anhand von Tabellen aufzuzeigen, dass sie bei jeder Produktionscharge jeweils 21.3 kg ungebrauchten Katalysator verwendete: Die als Beweismittel eingereichten Protocoles de Fabric...
	4.2.4. Sodann ordnet die Klägerin in ihren Tabellen jede ungebrauchte Katalysatorcharge (Spalte 2 in der Tabelle) einer SAP-Nummer der gebrauchten Katalysatormasse zu (Spalte 1; vgl. beispielhaft act. 49 Rz. 80 Seite 36 Zeile 1 der Tabelle: SAP-Nummer...
	4.2.5. Weiter behauptet die Klägerin, die Produktionschargen seien in den Fässern gewesen, die mit den Lieferungen an die Beklagte versandt worden seien. Als Beweismittel offeriert sie den Catalysis Process Report sowie eine Zeugenaussage (vgl. act. 4...
	4.2.6. Die klägerischen Behauptungen erlauben es nicht, die konkrete Verwendung des ungebrauchten Katalysators für jede Produktionscharge lückenlos nachzuvollziehen. Folglich braucht auch der Palladiumgehalt des ungebrauchten Katalysators nicht ermitt...
	4.2.7. Die Klägerin verweist weiter auf GMP-Vorschriften (GMP = Good Manufacturing Practice), die sie in ihrer Produktion befolge. Diese würden garantieren, dass die klägerische Produktion stets die höchsten Qualitätsanforderungen erfülle (vgl. act. 1...
	4.2.8. Sodann trägt die Klägerin vor, dass sämtliche hergestellten Wirkstoffe auf Verunreinigung analysiert würden. Zu keinem Zeitpunkt hätten sich Palladium-Spuren in dem unter Zuhilfenahme des Katalysators hergestellten pharmazeutischen Wirkstoff be...
	4.2.9. Schliesslich möchte die Klägerin aus dem Vergleich verschiedener Gewichtswerte die Zusammensetzung der gelieferten Ausgangsmasse ableiten:
	4.2.9.1. Die Klägerin will zunächst gestützt auf einen Vergleich zwischen dem Nettogewicht der gebrauchten Katalysatormasse und demjenigen des ungebrauchten Katalysators aufzeigen, dass der von ihr behauptete Palladiumgehalt der gebrauchten Katalysato...
	4.2.9.2. Die Klägerin offeriert keine Beweise für ihre Behauptung, gestützt auf Erfahrungswerte setze sich das Nettogewicht des gebrauchten Katalysators aus rund 45% Katalysator und 55% Wasser/Feuchtigkeit und Filtermaterial zusammen. Beim von der Klä...
	4.2.9.3. Weiter bringt die Klägerin vor, die von der Beklagten angegebenen Aschenmengen nach der Erhitzung des Ausgangsmaterials seien angesichts des Gewichts des gelieferten Ausgangsmaterials zu tief. Sie zieht diesen Schluss aus dem Gewicht der von ...
	4.2.10. Die Argumentation der Klägerin verfängt nicht. Entscheidend ist die konkrete Zusammensetzung des gelieferten Ausgangsmaterials, die sich eben auch auf das Gewicht der nach der Erhitzung des Ausgangsmaterials resultierenden Asche auswirkt. Der ...
	4.2.11. Steht nicht fest, welchen Palladiumgehalt das an die Beklagte gelieferte Material aufwies, braucht auch nicht festgestellt zu werden, ob die Beklagte bei der Ausführung der vertraglich geschuldeten Leistungen die nötige Sorgfalt walten liess. ...

	5. Neue Vereinbarung im Zusammenhang mit der zweiten Palladiumlieferung
	5.1. Der klägerische Anspruch auf Gutschreibung von zusätzlichen 25.1595 kg Palladium (vgl. act. 1 Rz. 104 i.V.m. Rz. 86 und Rz. 87) bzw. auf Bezahlung eines zusätzlichen entsprechenden Betrages aus der zweiten Lieferung scheitert auch an der neu getr...
	5.1.1. Unbestrittenermassen vereinbarten die Parteien angesichts des betreffend die erste Lieferung erzielten unbefriedigenden Wiedergewinnungsresultats, hinsichtlich der zweiten Lieferung zunächst nur 10% der gelieferten Ausgangsmasse dem thermal pre...
	5.1.2. Der Umstand, dass die Beklagte vorab nur 10% der Ausgangsmasse aus der zweiten Lieferung als Vorprobe bearbeitete und nicht die ganze zweite Lieferung, deutet darauf hin, dass sich insbesondere die Klägerin vor Freigabe der gesamten zweiten Lie...
	5.1.3. Was die von der Klägerin vorgebrachte mangelnde Vertretungsbefugnis ihrer Mitarbeiterin G._____ anbelangt (vgl. act. 49 Rz. 100), fällt zunächst auf, dass die Kommunikation seitens der Klägerin mit der Beklagten – soweit ersichtlich – stets übe...
	5.1.4. Laut der Klägerin ist sie gemäss Ziffer 6.2 ihrer AGB befugt, während zwei Jahren ab Ablieferung Mängel in der Vertragsausführung geltend zu machen. Daran ändere auch die Einkopierung von H._____ in die entsprechenden E-Mails nichts (act. 49 Rz...
	5.2. Zusammenfassend vereinbarten die Parteien betreffend die zweite Lieferung, zunächst eine Vorprobe von 10% des Ausgangsmaterials zu bearbeiten. In Kenntnis des Ergebnisses aus der Vorprobe entschied sich die Klägerin, die Beklagte gleichwohl mit d...

	6. Zusammenfassung der Tat- und Rechtsfragen
	6.1. Die Klägerin übergab der Beklagten zwei Lieferungen mit gebrauchter Katalysatormasse, damit die Beklagte das darin enthaltene Palladium wiedergewinnen konnte. Die Vereinbarung eines bestimmten zu extrahierenden Palladiumgehalts der gebrauchten Ka...
	6.2. Betreffend die zweite Lieferung kommt die Vereinbarung der Parteien hinzu, im Sinne einer Vorprobe zunächst nur 10% der Ausgangsmasse durch die Beklagte bearbeiten zu lassen. In Kenntnis des Resultats dieser Vorprobe und der Schätzung entschied s...
	6.3. Demnach konnte die Klägerin nicht dartun, dass die Beklagte mehr Palladium hätte extrahieren können bzw. ihr mehr Palladium hätte gutschreiben müssen. Daher ist die Klage abzuweisen.

	7. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	7.1. Gerichtskosten
	Die Höhe der Entscheidgebühr bestimmt sich nach der Gebührenverordnung des Obergerichts vom 8. September 2010 (GebV OG; Art. 96 ZPO i.V.m. § 199 Abs. 1 GOG) und richtet sich in erster Linie nach dem Streitwert (§ 2 Abs. 1 lit. a GebV OG). Der Streitwe...
	7.2. Parteientschädigungen
	Die Beklagte hat Anspruch auf eine Parteientschädigung für ihre berufsmässige Vertretung. Die Höhe der Parteientschädigung ist nach der Verordnung über die Anwaltsgebühren vom 8. September 2010 zu bemessen (AnwGebV; Art. 105 Abs. 2 ZPO). Grundlage ist...

	Das Handelsgericht erkennt:
	1. Die Klage wird abgewiesen.
	2. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf CHF 47'200.00. Die weiteren Auslagen betragen CHF 7'920.00 (Übersetzungskosten).
	3. Die Kosten werden der Klägerin auferlegt. Sie werden vorab teilweise aus dem von der Klägerin geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.
	4. Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung von CHF 59'800.00 zu bezahlen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien.
	6. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff...