# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 12b5d7ff-a4f9-5d9a-b48b-3ea5357f9edf
**Source:** TA (TA)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-04
**Language:** de
**Title:** Schiedsgerichte Schweizer Sportgericht 04.04.2025 SSG 2024/E/36
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/TA_SST/TA_SST_001_SSG-2024-E-36_2025-04-04.pdf

## Full Text

1 

 

 

SSG 2024/E/36 - SSI v. A.________ 
 

 

 
 
 

 
Entscheid 

 

des 

 

SCHWEIZER SPORTGERICHTS 

 

in folgender Besetzung: 

 

Vorsitzender Richter:  Arthur Brunner, Rechtsanwalt, St. Gallen 

Richterin:   Charlotte Frey, Rechtsanwältin, Lausanne 

Richter:   Leonid Shmatenko, Rechtsanwalt, Zürich 

 

 

In der Sache zwischen 

 

 

 

Stiftung Swiss Sport Integrity (SSI), Eigerstrasse 60, 3007 Bern 

vertreten durch Hanjo Schnydrig, Rechtsdienst, und Alexander Schütz, Rechtsanwalt, Eversheds 

Sutherland AG, Bern 

 

- Antragstellerin - 

 

und 

 

A.________ 

 

- Angeschuldigte Person - 

 

 

 

 
  

 

 

 

 

2 

I. Die Parteien 

1. Die Stiftung Swiss Sport Integrity (nachfolgend "SSI" bzw. "Antragstellerin") ist eine Stiftung 

nach schweizerischem Recht mit Sitz in Bern (Schweiz). Seit dem 1. Januar 2022 ist SSI 

sowohl als Nationale Agentur zur Bekämpfung von Doping (Art. 19 Abs. 2 SpoFöG1 und 

Art. 73 SpoFöV2) als auch als Nationale Meldestelle für Ethikverstösse und Missbrauchsfälle 

im Schweizer Sport (Art. 72f SpoFöV) zuständig. 

 

2. A.________ (nachfolgend "angeschuldigte Person" bzw. "Trainer"), geb. 1972, betätigt(e) 

sich bei Swiss Sliding als Trainer. In dieser Funktion betreute er im [...] insbesondere auch 

mehrere Athleten bei der Skeleton-Weltmeisterschaft der Junioren in X.________. 

 

3. Die SSI und die angeschuldigte Person werden im Weiteren gemeinsam als "Parteien" 

bezeichnet. 

II. Sachverhalt und Prozessgeschichte  

4. Das vorliegende Verfahren betrifft einen möglichen Verstoss gegen das Ethik-Statut des 

Schweizer Sports von Swiss Olympic (nachfolgend "Ethik-Statut").3   
  

5. Nachfolgend wird eine Zusammenfassung der wichtigsten Elemente des Sachverhalts 

gemäss den Schilderungen der Parteien in ihren schriftlichen Eingaben sowie im Rahmen 

der mündlichen Verhandlung wiedergegeben. Für weiterführende Details wird auf die 

Verfahrensakten verwiesen. Soweit für die Beurteilung der relevanten Fragen erforderlich, 

werden diese im materiellen Teil des Entscheids behandelt.  

A. Anzeige 

6. Am 18. März 2022 erstattete A.________ bei SSI eine "Meldung betreffend Ethikverstösse" 

in der Zeit zwischen 31.12.2021 bis Ende Februar 2022. 

 

7. Danach habe der Athlet C.________ anlässlich eines Skeleton-Trainings bzw. danach in der 

Umkleidekabine am 30. Dezember 2021 und am 31. Dezember 2021 die damals geltenden 

Corona-Vorgaben missachtet. So habe C.________ am 31. Dezember 2021 gegen 17:00 Uhr 

erfahren, dass er Corona positiv getestet worden sei. Trotzdem habe er sich an die Bahn 

und in die gleiche Kabine wie alle anderen Athletinnen begeben (Vorbringen 1). 

 

8. Zudem seien die beiden Söhne des Melders (A.________), E.________ und F.________, 

anlässlich der Skeleton Schweizermeisterschaften vom [...] (nachfolgend "SM") durch die 

angeschuldigte Person, damals Trainer bei Swiss Sliding, diskriminiert und ungleich 

behandelt und in ihrer psychischen Integrität verletzt worden. Dies sei dadurch geschehen, 

dass die angeschuldigte Person eine Stunde vor den SM in die Kabine getreten sei und allen 

anwesenden Athletinnen mitgeteilt habe: "Die Schlitten der E.________ und F.________ 

werde ich nicht an den Start tragen". Dies bedeute, dass er die Schlitten vor dem Start nicht 

auf das Eisbett gelegt habe. Die beiden Athleten hätten dann keine Zeit, sich auf den Start 

 
1  Bundesgesetz über die Förderung von Sport und Bewegung vom 17. Juni 2011, SR 415.0 

(Sportförderungsgesetz, SpoFöG). 
2  Verordnung über die Förderung von Sport und Bewegung vom 23. Mai 2012, SR 415.01 

(Sportförderungsverordnung, SpoFöV). 
3  Anwendbar ist vorliegend (noch) die ab 1. Februar 2022 gültige Fassung des Ethik-Statuts (im 

Folgenden zit. als "Ethik-Statut"). Die am 1. Januar 2025 in Kraft getretene (neue) Fassung des Ethik-
Statuts wird im Folgenden - wo nötig - als "Ethik-Statut 2025" zitiert. 

 

 

 

 

3 

vorzubereiten, geschweige denn die Jacke auszuziehen, den Helm aufzusetzen und die 

Schuhe zu säubern (Vorbringen 2).  

 

9. Auch sei es anlässlich der Skeleton Junioren-Weltmeisterschaften [...] in X.________ (WM) 

zu einer Diskriminierung und Ungleichbehandlung sowie einer Verletzung der psychischen 

Integrität von F.________ und seiner Freundin G.________ durch die angeschuldigte Person 

gekommen. Zuerst habe die angeschuldigte Person die beiden am 10. Januar 2022 an der 

Skeleton-Bahn im Y.________ gesehen und - obwohl die Selbstquarantäne von F.________ 

an diesem Tag beendet gewesen sei - beim Verband bewirkt, dass sie für die WM 

suspendiert worden seien. Erst aufgrund einer juristischen Intervention des Bob Clubs 

V.________ hätten die beiden dann doch nach Z.________ reisen dürfen. Anlässlich der 

WM seien sie durch die angeschuldigte Person sodann erneut diskriminiert worden. So 

hätten die beiden betroffenen Athleten u.a. teilweise an einem vom Schweizer Team 

separaten Tisch essen müssen, der Bus von Swiss Sliding habe sie nicht zur Bahn befördert 

und sie hätten sich teils nicht in der gleichen Kabine wie die anderen Athleten umziehen 

dürfen. Zudem seien wichtige Informationen wie Übungszeiten und Trainings-Videos mit 

den beiden nicht oder nur widerwillig geteilt worden (Vorbringen 3). 

B. Vorabklärungen 

10. In der Folge tätigte SSI verschiedene Vorabklärungen: 

 

11. Am 18. Mai 2022 führte SSI mit G.________ ein Telefonat. Darin bestätigte diese die 

Vorwürfe des Melders im Wesentlichen. Bezüglich der Junioren-WM in X.________ brachte 

sie insbesondere vor, F.________ und sie seien wegen ihrer Corona-Infektion einen Tag 

später als die anderen Athleten an die WM angereist. Beide seien vom internationalen Bob- 

und Skeletonverband (IBSF) akkreditiert worden und ihre Corona-Tests seien negativ 

gewesen. Trotzdem habe der Chef vom IBSF ihnen anschliessend mitgeteilt, dass sie nicht 

in dieselbe Garderobe dürften, wie die anderen Athleten. Sie vermute, dass die 

angeschuldigte Person dem IBSF mittgeteilt habe, dass der IBSF es so handhaben solle. Nach 

dem Training hätten sie sich im Hotel zu den anderen Athleten und Betreuern hinsetzen 

wollen. H.________, der Masseur und Betreuer von Swiss Sliding, welcher auch an der WM 

als Betreuer vor Ort gewesen sei, hätte dann aber gesagt, dass sie sich nicht zum restlichen 

Skeleton-Team hinsetzen dürften. Während der Bahnbegehung habe er auch gesagt, dass 

sie Abstand halten müssten. F.________ und sie (G.________) seien sich wie Aussätzige 

vorgekommen und dies, obwohl die Corona-Tests negativ ausgefallen seien und sie genesen 

gewesen seien. Auch sei die Bedienung im Hotel auf F.________ und sie zugekommen und 

hätte ihnen gesagt, dass sie kein Zertifikat hätten, obwohl dies nicht stimme. Sie vermute, 

dass dies auch von der angeschuldigten Person aus gekommen sei. Auch die Information, 

dass das Schweizer Team jeden Tag einen Selbsttest gemacht habe, hätten sie erst ein paar 

Tage später erhalten. Da die Betreuer von Swiss Sliding das Gefühl gehabt hätten, dass 

F.________ und sie noch immer Corona-positiv gewesen seien, hätten die beiden die ersten 

Tage auch nur mit Maske im Team-Bus mitfahren dürfen. Auch hätten sie sich am ersten 

Tag der WM nicht wie die anderen Athleten am Rodelstart umziehen dürfen. Sie vermute, 

dass dies auch die angeschuldigte Person im Hintergrund so organisiert habe. Letztlich 

hätten F.________ und sie immer nachfragen müssen, was das Programm sei, ansonsten 

wären die Informationen nicht bis zu den ihnen durchgedrungen. Die Vorkommnisse seien 

dem Verband bekannt, sie hätten sich aber nicht bei ihnen gemeldet. 

 

12. Am 25. Mai 2022 führte SSI sodann ein telefonisches Gespräch mit F.________. Auch er 

bestätigte die Vorwürfe des Melders im Wesentlichen. Bezüglich der WM in X.________ 

brachte F.________ im Wesentlichen vor, G.________ und er hätten dazu ein gültiges 

 

 

 

 

4 

Corona-Zertifikat gehabt. Die angeschuldigte Person habe die beiden aber sehr schlecht 

empfangen. So habe er zwei Meter Abstand gehalten und keine Hände geschüttelt. Dies, 

obwohl der Schnelltest vor Ort ebenfalls negativ gewesen sei. Die Bahnbegehung habe er 

dann in sehr schnellem Durchlauf und auch nicht richtig gemacht. Nachdem die 

angeschuldigte Person mit dem IBSF gesprochen habe, habe der IBSF G.________ und ihm 

mitgeteilt, dass sie sich beim Juniorenstart umziehen müssten. Das Ganze sei aber von der 

angeschuldigten Person ausgegangen. Sie hätten auch nicht richtig einlaufen können und 

auch die Schlitten hätten sie selber holen müssen. Ohne sein eigenes Auto wäre dies nicht 

gegangen. Das ganze Training sei dann sehr aufwendig gewesen. Nach dem Training hätten 

sie sich dann zu den anderen vom Team an den Tisch setzen wollen. Es habe aber geheissen, 

dass sie sich an einen anderen Tisch setzen sollten. Er habe dies als sehr grenzwertig 

empfunden. Es sei sodann zu einer angespannten Lage zwischen ihm, der angeschuldigten 

Person und H.________ gekommen. Dieser habe die beiden dann auch nicht betreuen 

wollen. Zudem seien die beiden über nichts benachrichtigt worden, weil sie an einem 

anderen Tisch gesessen hätten. Sie hätten sich um alles selbst kümmern müssen. Die 

Betreuer hätten zwar über den Chat geschrieben. Trotzdem sei ihnen vieles gar nicht 

mitgeteilt worden. Auch hätten sie ihre Schlitten nicht im selben Schlittenraum vorbereiten 

dürfen wie die anderen. Sie hätten mit dem Auto rund 20 Minuten fahren müssen, um die 

Kufen ihrer Schlitten schleifen zu können. Die Trainings seien sie somit mit alten Kufen 

gefahren. Für das Athletik-Training hätten sie FFP2 Masken anziehen müssen. Sie seien in 

dieser Woche "wie der letzte Dreck" behandelt worden. Es sei klar gewesen, dass nach solch 

einer Woche die Leistung am Renntag nicht wie gewohnt hätte abgerufen werden können. 

Es habe keinen Grund gegeben, wieso sie anders hätten behandelt werden sollen als die 

anderen. 

 

13. Am 8. Juni 2023 telefonierte SSI sodann mit I.________, Vorstandsmitglied vom Bob Club 

V.________. Dieser teilte SSI mit, dass G.________ und F.________ sich nicht sportlich 

verhalten hätten, da sie Anfang Januar 2022 eine Covid-Quarantäne zu früh verlassen 

hätten. Sie seien danach aufgrund dieser Geschichte abgestraft worden, indem Swiss Sliding 

ihnen mitteilt habe, dass sie nicht an die WM gehen dürften. Der Bob Club V.________ habe 

Swiss Sliding dann aber gesagt, dass dies so nicht gehe. Daraufhin sei der Staff von Swiss 

Sliding vom Vorstand zurückbeordert worden. Er (I.________) sei dann als 

Verbindungsperson eingesetzt worden, da die Fronten verhärtet gewesen seien. Er sei so 

auch Teil des Chats gewesen, zusammen mit der angeschuldigten Person, H.________ und 

allen anderen Athletinnen. Die Abklärungen, ob F.________ und G.________ überhaupt 

nach Z.________ gehen dürften, habe alle er gemacht und nicht der Verband. Der Verband 

hätte eigentlich bemüht sein sollen, dass seine Athletinnen anreisen können, hätte sie 

akkreditieren müssen etc. Der Support sei aber gleich null gewesen. Er habe das Gefühl 

gehabt, als ob der Verband den jungen Athleten eher noch Steine in den Weg legen wollte. 

Als F.________ und G.________ ein oder zwei Tage verspätet an die WM nach X.________ 

gekommen seien, seien sie im Team nicht willkommen geheissen worden. So hätten sie zum 

Beispiel an einem separaten Tisch essen müssen. Das habe er als nicht korrekt empfunden 

und dies Swiss Sliding auch so gesagt. Er gehe davon aus, dass das Verhalten der 

angeschuldigten Person als Gegenreaktion angesehen werden könne, weil die beiden 

Athleten doch an der WM hätten teilnehmen dürfen. Er habe (am 21. Februar 2022) auch 

ein Schreiben an Swiss Sliding vorbereitet, in welchem er den Verband auf das komische 

Verhalten der Betreuer aufmerksam gemacht habe. 

 

14. Am 30. Juni 2022 nahm SSI sodann mit der angeschuldigten Person Kontakt auf. Diese 

schilderte, die meldende Person - Vater von F.________ und E.________ - habe ihm im 

Vorfeld zu den SM vorgeworfen, dass er deren Schlitten zu spät an den Start gebracht hätte. 

Das habe zuerst abgeklärt werden müssen, bevor er wieder Schlitten an den Start habe 

 

 

 

 

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bringen könnten. Er habe dann alle Athletinnen gefragt, wer die Schlitten zum Start bringen 

soll. Er habe so reagieren müssen, da der Vorwurf im Raum gestanden habe, dass er es nicht 

korrekt gemacht habe. Das habe aber alle Athletinnen betroffen. Bis diese Aussage geklärt 

gewesen sei, habe er die Schlitten nicht mehr zum Start bringen können. Es sei korrekt, dass 

F.________ und G.________ anlässlich der WM aufgrund von Corona-Tests an einem 

separaten Tisch hätten sitzen müssen. Er könne nicht nachvollziehen, wieso sie sich deshalb 

ungerecht oder diskriminiert behandelt fühlten. Die Bobfahrer hätten dies so gewünscht, 

weil die Olympiade angestanden habe und sie unbedingt einen positiven Corona-Test 

hätten vermeiden wollen. Auch er sei für die Olympiade in W.________ nominiert gewesen 

und hätte unbedingt negativ bleiben müssen. Swiss Sliding habe nicht gewusst, ob 

F.________ und G.________ Covid-positiv oder -negativ gewesen seien. Die beiden hätten 

nie die Wahrheit gesagt. Auch hätten sie in X.________ nie einen negativen Test vorgelegt, 

dies trotz mehrmaliger Aufforderung. Stattdessen hätten sie stets gesagt, dass sie ein 

gültiges Zertifikat besässen. Das bedeute aber noch nicht, dass sie nicht infektiös gewesen 

wären und andere hätten anstecken können. Er habe eine Bestätigung für seine eigene 

Sicherheit gewollt. Er habe ihnen aber nie verboten, im Mannschaftsbus mitzufahren. Jeder 

hätte mit dem Mannschaftsbus mitfahren dürfen. F.________ und G.________ hätten ihm 

ferner auch mitgeteilt, dass sie nicht zur Trainingshalle kommen wollten und hätten sich mit 

Händen und Füssen gegen alle Angebote seinerseits gewehrt. Er habe alle Athleten 

anlässlich der Junioren-WM gleichbehandelt. Sein Angebot zum Videostudium hätten 

F.________ und G.________  jedoch nicht wahrnehmen wollen, da sie ja einen besseren, 

eigenen Trainer hätten. Er sei an der Bahn filmen gewesen und habe anschliessend per Funk 

ein Feedback geben wollen. F.________ und G.________ seien aber nicht zum Funk 

gegangen. Die beiden hätten gegen ihn gearbeitet. 

C. Untersuchungsverfahren 

15. Mit Schreiben vom 13. September 2022 teilte SSI A.________ (als angeschuldigte Person), 

Swiss Sliding (als betroffenem Verband) sowie G.________ und F.________ (als potenziellen 

Opfern eines Ethik-Verstosses) mit, dass eine Untersuchung wegen möglicher 

Diskriminierung und Ungleichbehandlung von Athleten, insbesondere anlässlich der 

Skeleton Junioren-WM 2022 in X.________ eröffnet werde. 

 

16. Am 9. Februar 2023 fand die offizielle Befragung G.________ durch SSI statt; G.________ 

wurde dabei von ihrem Vater begleitet. Gemäss der Aussage von G.________ hätte sich die 

Schwester von F.________ wohl anlässlich der SM mit Corona angesteckt. Die Schwester 

von F.________ sei dann positiv getestet worden und ab dem 1. Januar 2022 seien sie alle 

in Selbstquarantäne gegangen. G.________ selber hätte am 5. Januar 2022 Symptome 

verspürt und sei am 6. Januar 2022 positiv auf Corona getestet worden. Gemäss ihrem Vater 

sei zu diesem Zeitpunkt aber gerade der Wechsel betreffend Quarantänedauer gewesen. 

F.________ und sie seien am 10. Januar 2022 zu Fuss und mit Maske für den Weltcup an die 

Bahn runtergelaufen. Die angeschuldigte Person hätte sie dort gesehen, was die Sanktion 

ausgelöst habe - beide seien von der WM ausgeschlossen worden. Gemäss G.________ 

hätten die beiden diesen Entscheid dann erfolgreich angefochten. F.________ und sie 

hätten aber erst mit einem Tag Verspätung, also am 17. Januar 2022, nach X.________ 

reisen dürfen. Der Corona-Test bei der Akkreditierung in X.________ sei bei beiden negativ 

ausgefallen. Das heisst, beide seien negativ getestet worden, seien "genesen" gewesen und 

hätten ein gültiges Zertifikat besessen. Jemand von der IBSF habe ihnen aber trotzdem 

mitgeteilt, dass sie in eine andere Garderobe hätten gehen müssen. F.________ und sie 

hätten den Verdacht, dass dies von der angeschuldigten Person aus gekommen sei. Auch 

die Bahnbegehung mit der angeschuldigten Person an ihrem ersten Tag sei "schnell, schnell" 

gewesen und die angeschuldigte Person habe ihnen als erstes gesagt "Abstand bitte". Es 

 

 

 

 

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hätte sie in X.________ nie jemand darauf angesprochen, ob sie ein negatives Corona-

Testergebnis gehabt hätten. Auch hätten ihnen die Betreuer von Swiss Sliding erst Mitte 

Woche mitgeteilt, dass das Swiss Sliding-Team jeden Tag einen Selbsttest machen würde. 

Von Montag bis Mittwochabend hätten sie von dem nichts gewusst. Hinsichtlich 

Ungleichbehandlung brachte G.________ vor, dass F.________ und sie sich am ersten Tag 

im Hotel beim Mittagessen zum Team hätten hinsetzen wollen, der Betreuer H.________ 

die beiden jedoch an einen anderen Tisch verwiesen hätte. Dies sei auch nach ihren 

(negativen) Corona-Selbsttests die ganze Woche so gewesen. Sie seien vom Team einfach 

ausgeschlossen worden. Die angeschuldigte Person habe nicht im Hotel, sondern zuhause 

übernachtet. Für Besprechungen sei er aber nur zum anderen Tisch gegangen. F.________ 

und sie hätten somit kaum Informationen erhalten. Auch hätten sie mit dem Schlitten in 

den Bus einsteigen wollen, seien aber abgewiesen worden. Zwar seien auch F.________ und 

sie von den Betreuern von Swiss Sliding gefilmt worden. Aber ein gemeinsames 

Videostudium, wie dies normalerweise üblich sei, habe es nicht gegeben. Sie "hätte auch 

mehr zum Funk gehen können", habe sich aber gedacht, wenn die angeschuldigte Person 

sie so ausschliesse, müsse sie "auch nicht noch etwas von ihm hören". Einmal sei auch die 

Bedienung im Hotel auf sie zugekommen und hätte sie um ein gültiges Corona-Zertifikat 

gefragt. Sie vermute, dass die angeschuldigte Person der Bedienung mitgeteilt hätte, dass 

sie kein Zertifikat hätten. Ihre Vermutung sei, dass die angeschuldigte Person F.________ 

und sie "in die Pfanne [habe] hauen" wollen , da sie sich gegen ihn durchgesetzt hätten. 

Gemäss G.________ seien ihnen die Trainingszeiten nur auf ihre Nachfrage hin mitgeteilt 

worden. Sie hätten aber auf Nachfrage dann auch mitkommen dürfen. Im Bus hätten sie die 

Maske aufziehen müssen, die anderen Athletinnen jedoch nicht. Auch habe es einen 

Trainingsplan gegeben, wovon die beiden nichts gewusst hätten; sie hätten das erst 

herausgefunden, als sie Mitte Woche die Selbsttests gemacht hätten. 

 

Im Nachgang an das Gespräch reichten G.________ und ihr Vater SSI ein kurzes Video ein, 

in dem zu sehen ist, dass F.________ und sie beim Morgenessen an einem anderen Tisch 

als die anderen Athletinnen sassen. 

 

17. Am 8. März 2023 befragte SSI die angeschuldigte Person zu den Vorwürfen. Dieser führte 

aus, er habe in den letzten 20 Jahren verschiedene Tätigkeiten als Trainer im Skeleton-Sport 

ausgefüllt. In seiner Funktion als Trainer bei Swiss Sliding hätte ihm die Familie von 

F.________ nie den nötigen Respekt erbracht. Insbesondere hätten sie auch einen 

Privattrainer gehabt. Die Familie von F.________ habe immer wieder versucht, Vorwürfe 

gegen seine Person zu machen. Diese Vorwürfe seien aber meist haltlos gewesen. 

Hinsichtlich der SM brachte die angeschuldigte Person vor, dass das Problem bereits 

anlässlich der Qualifikation vom 10. bis am 17. Oktober 2021 in U.________ entstanden sei. 

Damals hätte er allen Athletinnen angeboten, ihre Schlitten zum Start zu bringen. Am 

Vorabend der SM sei dann J.________, Sportchefin von Swiss Sliding, zu ihm gekommen 

und hätte ihm mitgeteilt, dass die Familie von F.________ Beschwerde eingelegt hätte, dass 

er ihre Schlitten nicht rechtzeitig zum Start hingelegt hätte. Bis dieses Problem geklärt 

gewesen sei bzw. weil der Vorwurf noch im Raum gestanden habe, hätte er den Athleten 

nicht anbieten können, die Schlitten zum Block zu bringen. Dies habe er der Familie von 

F.________ auch so mitgeteilt, insbesondere auch rechtzeitig vor dem Start. J.________ 

hätte dieses Vorgehen zudem am Vorabend der SM auch gutgeheissen. Als Nationaltrainer 

sei er für die Betreuung an einer Schweizer Meisterschaft zudem gar nicht zuständig 

gewesen. Er hätte dort lediglich mitgeholfen. Hinsichtlich der WM brachte die 

angeschuldigte vor, bei der SM hätte sich herausgestellt, dass ein Athlet Corona-positiv 

gewesen sei, er aber am Rennen teilgenommen habe. Nach der SM habe der Weltcup in 

L.________ begonnen. Alle Athleten hätten vom Verband mehrmals ein Schreiben erhalten, 

wie sie mit einem positiven Corona-Fall oder Verdachtsfall vorzugehen hätten. Am 10. 

 

 

 

 

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Januar 2022, also am Weltcup in L.________, sei F.________ an der Bahn dann zu ihm 

gekommen und habe ihn gefragt, ob er und G.________ am Weltcup-Rennen Spurlauf 

fahren könnten. Er habe gesagt "ja klar, ich kläre das mit der Bahn ab und melde mich". Die 

Bahn hätte dann einen negativen Corona-Test verlangt. Der negative Corona Test hätte aber 

nie gemacht werden können, denn - wie sich im Nachhinein herausgestellt habe - seien die 

beiden Athleten am 7. Januar 2022 Corona-positiv getestet worden. F.________ habe sich 

ihm am 10. Januar 2022 dennoch ohne Schutzmaske gegenübergestellt und ihn gefragt, ob 

er Spurlauf fahren könne. Nach der WM in X.________ sei die Olympiade in W.________ 

gewesen und er sei in einem Anstellungsverhältnis mit Swiss Sliding gestanden, hätte also 

in einem positiven Corona-Fall seinem Job nicht nachgehen können. F.________ und 

G.________ hätten aufgrund der damaligen Quarantäne-Regelung somit am 16. Januar 

2022 nicht mit den anderen Team-Mitgliedern an die WM reisen können und hätten den 

Corona-Eingangstest am 16. Januar 2022 in X.________ nicht wie vom IBSF verlangt machen 

können. Es sei der IBSF bzw. der Veranstalter gewesen, der entschieden habe, dass die 

beiden Athleten nicht die gleiche Kabine hätten benützen dürfen, wie die anderen Athleten. 

Das habe er gar nicht entscheiden können und habe damit nichts zu tun gehabt. Die 

Umkleidekabinen würden der Bahn gehören. Er selber habe jeweils zu Hause übernachtet, 

sei aber jeden Tag ins Hotel gefahren. Nicht er habe entschieden/angewiesen, dass die 

beiden an einem separaten Tisch hätten essen müssen. Dies sei K.________ von Swiss 

Sliding gewesen. Dieser habe überhaupt nicht gewollt, dass die beiden im Speisesaal vom 

Hotel essen würde, da er seine Athleten habe schützen wollen. Es stimme auch nicht, dass 

er Videos vom Training nicht oder nur widerwillig mit F.________ und G.________ geteilt 

habe. Sie hätten alle gleichbehandelt. Sie seien mit fünf Kameras an der Bahn gewesen und 

hätten sich im Kreisel getroffen und allen Athletinnen ein Video-Feedback gegeben. 

F.________ und G.________ seien aber nicht ans Funkgerät gegangen, auch nicht auf seine 

Nachfrage hin, ob sie ein Video-Feedback wollten. Sie hätten sich nicht der Mühe wert 

gefunden, mit ihm zu kommunizieren, seien nicht einmal ans Funkgerät gegangen. Sie 

hätten den ganzen Winter über einen Privattrainer gehabt, die Videos von ihm aber immer 

erhalten. Er habe die Videos auf dem Laptop gehabt und sie H.________ gegeben, welcher 

sie den Athletinnen weitergegeben habe. Auch stimme es nicht, dass er im Hotel einer 

Serviererin gesagt hätte, die beiden hätten kein Corona-Zertifikat. Er hätte gar nicht im 

Hotel übernachtet und sei nur ab und zu dort gewesen. Zudem hätte er F.________ und 

G.________ auch nicht vom Swiss Sliding-Bus abgewiesen. Er habe auch nie eine solche 

Anweisung gegeben. F.________ und G.________ seien - aufgrund ihres positiven Corona-

Tests - zuerst selbständig bzw. verspätet nach X.________ angereist. Zudem würden sie 

ohnehin immer in ihrem Privatauto an die Wettkämpfe anreisen. Auch stimme es nicht, dass 

er die Wochenplanung nicht oder nur widerwillig F.________ und G.________ mitgeteilt 

habe. Es sei aufgrund ihrer eigenen Faulheit gewesen, dass sie nicht zum Athletik-Training 

gegangen seien. Zudem sei es H.________ gewesen, welcher mit den Athleten die Athletik-

Training ausgemacht habe. Das Bahntraining gebe die Zeit vor, wann dieses stattfinde. Auch 

das könne er gar nicht entscheiden, sondern nur kommunizieren - das gelte für alle Athleten 

gleich. Die Trainings seien am Team-Captains-Meeting am 16. Januar 2022 besprochen 

worden, gestützt darauf sei die Wochenplanung gemacht worden. Er müsse dies ja wissen, 

damit er die Räume reservieren und bezahlen könne. F.________ und G.________ hätten - 

wie alle anderen Athleten - die Wochenzeiten erhalten. Die Kommunikation im Team sei 

über den Frühstückstisch gelaufen und über WhatsApp. F.________ und G.________ seien 

ganz normal in den Chat integriert worden. Er hätte sie über den ganzen Winter 

gleichbehandelt, auch anlässlich der WM. Die Anreise zur WM werde vom Verband 

organisiert, nicht von ihm. Auch Hotelbuchungen etc. würden über das Büro von Swiss 

Sliding gemacht. Das sei den ganzen Winter über gleich gewesen. Die Schnelltests im Swiss 

Sliding-Team seien von H.________ gemacht bzw. organisiert worden, nicht von ihm. Ob 

F.________ und G.________ diese gemacht hätten, könne er nicht beurteilen. 

 

 

 

 

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Im Nachgang an das Gespräch hat die angeschuldigte Person SSI verschiedene Unterlagen 

und Videos eingereicht, welche seine Aussagen belegen sollten. 

 

18. Nachdem verschiedene Versuche zur Ansetzung eines Gesprächs gescheitert waren, 

befragte SSI am 13. März 2023 F.________. Das von F.________, trotz mehrmaliger 

Nachfrage, nicht unterzeichnete Gesprächsprotokoll enthält die Aussage, dass die 

angeschuldigte Person am 31. Dezember 2021 die Schlitten von ihm und seinem Bruder 

E.________ nicht in die Bahn legen wollt. Die angeschuldigte Person habe gemeint, 

E.________ und F.________ hätten viel besseres Material als die anderen Athletinnen, insb. 

auch wegen des Geldes. Dadurch seien sie ohnehin bevorzugt. Deshalb habe die 

angeschuldigte Person die Schlitten nicht an die Bahn tragen wollen. Er habe dies zwar nie 

so gesagt, aber indirekt darauf aufmerksam gemacht, dass die Leistungen ohne das Material 

so nicht möglich wären. Die SM habe rund eine Woche gedauert. An den SM hätten sich 

seine Schwester und er mit Corona angesteckt. Sie seien danach in Selbst-Quarantäne 

gegangen. Am 7. Januar 2022 habe er sich nicht gut gefühlt und sei zum Arzt testen 

gegangen. Er sei positiv auf Corona getestet worden und bis zum 15. Januar 2022 in 

Quarantäne gewesen. Am 15. Januar 2022 sei er beim Arzt gewesen und sei negativ getestet 

worden. Am selben Tag seien G.________ und er dann entsprechend auch an die Bobbahn 

gegangen. Dort sei auch die angeschuldigte Person gewesen. Er habe ihn begrüsst und kurz 

"Hallo" gesagt. Ansonsten hätten sie nichts zusammen gesprochen. Die angeschuldigte 

Person habe gemeint, G.________ und er seien noch in Quarantäne. Deshalb habe er dies 

dann so dem Verband gemeldet. Der Verband habe G.________ und ihn sodann für die WM 

gesperrt. Sie hätten dann aber erfolgreich Rekurs gegen diesen Entscheid eingereicht. Auf 

explizite Nachfrage von SSI, ob sich das Ganze an der Bahn in L.________ wirklich am 15. 

Januar 2022 zugetragen habe, bestätigte F.________ dies; er habe auch noch das Corona-

Test Ergebnis von diesem Tag. G.________ und er hätten dann erst einen Tag verspätet (am 

17. Januar 2022) nach X.________ an die WM gehen dürfen. Sie seien am Vormittag früh 

privat/selbst angereist, damit sie schon am Morgen an der Bahn hätten sein können. Sie 

hätten dann beim IBSF u.a. auch einen Corona-Test machen müssen; dieser sei negativ 

ausgefallen und sie seien vom IBSF zur WM zugelassen worden. Die angeschuldigte Person 

habe sie aber bereits sehr komisch und unfreundlich begrüsst. Das erste, was er ihnen 

gesagt habe, sei "Bitte Abstand halten" gewesen. Die Bahnbegehung sei dann schnell 

gegangen, insb. auch weil die angeschuldigte Person ihnen sehr schnell und schlampig 

erklärt habe, wie sie zu fahren hätten. Am gleichen Tag hätten sie noch ein Training gehabt. 

Die angeschuldigte Person habe ihnen dann gesagt, dass sie sich weiter unten in der Damen-

Kabine umziehen müssten, da sie noch Leute anstecken könnten. Danach sei auch die 

zuständige Person von IBSF auf sie zugegangen, und habe sie gebeten, sich in der Damen-

Kabine weiter unten umzuziehen. Nach dem Training seien sie ins Hotel zurückgekehrt. Sie 

hätten sich beim Essen zu den Kollegen setzen wollen. Die angeschuldigte Person oder 

H.________ - dazu sei er sich nicht mehr ganz sicher, die angeschuldigte Person habe nur 

am Abend mit ihnen gegessen - habe ihnen dann aber gesagt, dass sie sich nicht zu ihnen 

an den gleichen Tisch setzen dürften. Das habe die ganze Woche so gegolten. Am nächsten 

Tag (Dienstag, 18. Januar 2022) hätten sie zunächst gar keine Informationen im Chat 

erhalten. Da sie beim Essen nicht am gleichen Tisch gesessen seien, hätten sie auch sonst 

keine Informationen erhalten. H.________ sei für den Chat bzw. diese Organisation 

zuständig gewesen. Auf Nachfrage hätten sie dann die Möglichkeit erhalten, ins 

Hallentraining zu gehen. Sie hätten in den Bus gedurft, aber hätten FFP-2-Masken tragen 

müssen. Am Folgetag, dem 19. Januar 2022, hätten sie sodann erfahren, dass die anderen 

Athleten sowie die Betreuer von Montag bis Mittwoch jeden Tag ohne sie einen Schnell-

Test gemacht hätten. Erst am Donnerstag hätten sie dann auch einen Schnelltest machen 

dürfen - dieser sei für beide negativ ausgefallen. Am Donnerstag sei ein weiteres Training 

gewesen. Da sie mit dem Team vorher ja bereits im Bus in die Halle gefahren seien, hätten 

 

 

 

 

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sie gedacht, dass sie mit ihnen im Verbandsbus auch an die Bahn fahren könnten. Das 

hätten sie aber nicht gedurft. Als G.________ ihren Schlitten habe einladen wollen, habe 

H.________ gesagt "ihr fährt dann mit Eurem Auto". Sie seien dann mit seinem Auto zum 

Training gefahren. Vor dem Rennen hätten sie sodann die Schlitten fürs Rennen nicht mit 

den anderen Athleten präparieren / Kufen schleifen dürfen. Die Begründung sei gewesen, 

dass sie die anderen hätten anstecken können. Sie seien dann in ein nicht benutztes 

Restaurant von einem Kollegen der Familie gegangen, das ca. 20 Auto Fahrminuten von 

X.________ entfernt gewesen sei, um ihre Schlitten zu präparieren. Schlitten könnten nicht 

einfach irgendwo präpariert werden. Zum einen brauche es Strom. Zum anderen 

verursachten die Politurpasten und die Schleifreste Spuren in der Umgebung. Bezüglich der 

Bedienung im Hotel brachte F.________ vor, dass die angeschuldigte Person kurz 

aufgestanden sei und mit der Serviererin in Richtung Küche verschwunden sei. Dann sei die 

Serviererin zu ihnen gekommen und habe sie nach dem Corona-Zertifikat gefragt, welches 

sie ihr natürlich gezeigt hätten. Weiter brachte F.________ vor, die Wochenplanung sei sehr 

schlecht gewesen. Zuerst hätten sie gar keine Informationen gehabt, weil sie nicht in der 

gleichen Chat-Gruppe gewesen seien. Später seien sie zur Gruppe zugelassen worden, aber 

nur schlecht informiert worden. Normalerweise würden die Athleten beim Abendessen am 

Tisch sitzen und alles zusammen besprechen. Da sie aber nicht am Tisch mit den anderen 

gesessen seien, hätten die anderen Athleten wohl das Programm besprochen und 

G.________ und er seien nicht informiert worden, auch nicht im Chat. Am nächsten Tag 

seien sie dann jeweils aufgeschmissen gewesen und hätten sich selber jedes Mal aktiv 

informieren müssen. Bei der Videoanalyse seien sie in den ersten paar Tagen gar nicht dabei 

gewesen. Danach hätten sie die Videos zwar erhalten, sie seien aber nur kurz besprochen 

worden. Insbesondere habe die angeschuldigte Person diese nur elektronisch verschickt. 

 

19. Am 16. März 2023 sprach SSI mit J.________, Chefin Leistungssport und Spartenchefin 

Skeleton bei Swiss Sliding. J.________ äusserte, sie sei vor zwei Jahren zu Swiss Sliding 

gekommen und habe dafür gesorgt, dass das Schweizer Team immer mit zwei 

Betreuungspersonen unterwegs sei, d.h. dass neben dem Trainer also immer eine weitere 

Begleitperson (Physiotherapeut oder Masseur) dabei sei. Die angeschuldigte Person habe 

in einem Arbeitsverhältnis zu Swiss Sliding gestanden und sei als "lce Coach Skeleton 

Nachwuchs" im Europacup bei Swiss Sliding angestellt gewesen. Bis Ende Saison 2022 habe 

Swiss Sliding mit ihm ein gutes Verhältnis gehabt. Eine Vertragsverlängerung als Trainer sei 

aber nicht zustande gekommen. Ferner habe Swiss Sliding gemerkt, dass er auch noch eine 

andere Seite habe. Teils sei er sehr nachtragend. Zudem könne er auch "hässig" werden, 

wenn es nicht so laufe wie er wolle. Auch habe er teils Mühe damit, wenn andere nicht 

seiner Meinung seien. Aber er habe auch alles für die Athleten gemacht. Er sei eigentlich 

ein guter Trainer gewesen. Der Melder sei schwierig. Er habe mit allen Trainern ein Problem, 

welche nicht genau das machten, was er wolle. Es habe keinen Trainer gegeben, welcher 

dem Melder passe. Nie sei dem Melder etwas recht, nie sei es gut. Auch sie sei schon von 

ihm angegriffen worden. Wenn es nicht laufe, wie er es sich vorstelle, würde man von ihm 

angegriffen. Sie habe nichts davon gehört, dass E.________ und F.________ anlässlich der 

SM durch die angeschuldigte Person ungleich behandelt worden wären. Einer der Söhne 

des Melders sei an einem Selektionsrennen vor den SM (ca. im Oktober 2021) disqualifiziert 

worden, weil er zu spät gestartet sei. Die Familie des Melders habe dann K.________ 

vorgeworfen, dass dieser die Schlitten zu spät in die Spur gelegt habe. Sie habe dies der 

angeschuldigten Person so kommuniziert. Die angeschuldigte Person habe dann gesagt, er 

würde der Familie des Melders die Schlitten nicht in die Spur legen. Denn er wolle nicht 

schuld daran sein, etwas falsch zu machen. Sie - J.________ - habe ihm nur gesagt: "Das ist 

eine SM, das ist ohnehin nicht unserer/Deine Aufgabe, den Schlitten in die Bahn zu legen". 

Eigentlich seien die Schweizer Meisterschaften eine Sache der Clubs und eine private Sache. 

Insoweit sei er nur als Trainer und nicht als Betreuer dort gewesen. Zudem sei er zusammen 

 

 

 

 

10 

mit ihr Materialkontrolleur und in der Jury gewesen. Das sei das Einzige gewesen, was seine 

Aufgabe gewesen sei. Es sei gar nicht seine offizielle Aufgabe an der SM gewesen, die 

Schlitten in die Bahn zu legen, das sei Club-Sache. Nach der SM sei ein Weltcup in 

L.________ gewesen. Swiss Sliding hätte im Vorfeld auch immer kommuniziert, wie man 

vorzugehen habe, wenn man Corona habe etc. F.________ und G.________ seien dann aber 

Corona-positiv an die Bahn gekommen. Das sei anlässlich des ersten Trainings für den 

Weltcup (nicht am Rennen selber), an einem Sonntag gewesen - entweder dem 9. oder dem 

10. Januar 2022. F.________ habe dort mit der angeschuldigten Person gesprochen und ihn 

gefragt, ob er Spurfahren dürfe. Zu diesem Zeitpunkt habe die angeschuldigte Person noch 

nicht gewusst, dass F.________ Corona-positiv gewesen sei. Die angeschuldigte Person 

habe dann bei der Bahn nachgefragt, ob F.________ und G.________ Spurfahren dürfen 

bzw. habe das organisieren wollen. Das habe ihm die Bahn auch betätigt. Dafür wäre aber 

ein negativer Corona-Test der Athleten nötig gewesen. Diesen hätten die beiden aber nicht 

liefern können. Die angeschuldigte Person habe dann mehrfach gesagt, dass sie einen 

negativen Corona-Test bräuchten, sonst könnten sie nicht fahren. Dann hätten die beiden 

einen positiven Corona-Test geliefert. Sie seien also trotz positivem Corona-Test an die Bahn 

gekommen und hätten mit der angeschuldigten Person gesprochen. Die 

Selektionskommission habe sie deshalb nicht für die WM nominieren wollen. Viele Athleten 

seien später an die Olympiade gegangen und mit den strikten Vorgaben für die Olympiade 

in W.________ seien viele gefährdet gewesen, auch die angeschuldigte Person. Es habe 

dann einen Rekurs eines Clubs gegeben und der Vorstand von Swiss Sliding habe den Rekurs 

gutgeheissen, sodass F.________ und G.________ an die WM hätten gehen dürfen. Die 

angeschuldigte Person sei mit dem Entscheid nicht zufrieden gewesen. Er habe "die 5 nicht 

geradestehen lassen" können. Sie habe erst nach der WM von F.________ und G.________ 

gehört, dass sie an einem Einzeltisch hätten sitzen müssen und nicht in den Team-Bus 

hätten einsteigen dürfen. Sie sei aber nicht vor Ort gewesen, habe erst nach der WM von 

den Athleten, der angeschuldigten Person bzw. H.________ verschiedene Sachen gehört. 

Es sei schwierig für sie einzuschätzen, was korrekt sei. Sie könne sich schon vorstellen, dass 

die angeschuldigte Person unfair gewesen sei. Umgekehrt könne sie sich aber auch 

vorstellen, dass die Vorwürfe gegen ihn ungerechtfertigt seien. Während der WM sei nichts 

an Swiss Sliding herangetragen worden. Swiss Sliding sei für die Organisation vom Hotel etc. 

zuständig. Vor Ort würden dann nur die Umstände des Trainings etc. durch den Trainier und 

den Physio organisiert. 

 

Im Nachgang an das Gespräch hat J.________ diverse Unterlagen bei SSI eingereicht, so z.B. 

das Aufgabenheft der angeschuldigten Person, die Informationen an die Athletinnen bzgl. 

Umgang mit Corona sowie eine Zusammenfassung des Fehlverhaltens von F.________ und 

G.________ anlässlich ihrer Anwesenheit an der Bobbahn vom 10. Januar 2022. 

 

20. Am 27. März 2023 hat SSI sodann mit H.________, Masseur und Betreuer von Swiss Sliding, 

telefoniert. H.________ berichtete, er sei an Grossanlässen zum Teil auch Delegationsleiter 

und zuständig für die Organisation. An den SM sei er nicht vor Ort gewesen und könne nicht 

sagen, was genau vorgefallen sei. F.________ und G.________ seien am Skeleton-Weltcup 

2022 in V.________, welcher kurz vor der WM stattgefunden habe, anwesend gewesen und 

hätten dort mit der angeschuldigten Person gesprochen. Im Nachhinein habe sich 

herausgestellt, dass die beiden positiv auf Corona getestet worden seien und dies gewusst 

hätten, aber trotzdem an die Bahn gegangen seien und mit der angeschuldigten Person 

Kontakt aufgenommen hätten. Die Situation im Swiss Sliding-Team sei aufgrund von Corona 

und der bevorstehenden Olympiade in W.________ (welche sehr strenge Covid-Regeln 

hatte) sowieso schon äusserst angespannt gewesen. Die angeschuldigte Person sei damals 

aufgrund dieses Vorfalls ausser sich gewesen. Eine Covid-lnfektion hätte das Aus für die 

Olympiade bedeuten können. Für einige Athleten wäre das ein Verlust von vier Jahren 

 

 

 

 

11 

gewesen. Er habe diese Reaktion im Hinblick auf die Olympiade verstehen können. Seit dem 

Vorfall am Weltcup habe sich die Kommunikation zwischen der angeschuldigten Person und 

F.________ und G.________ noch schwieriger gestaltet. Nach Gutheissung ihres Rekurses 

seien F.________ und G.________ alleine zu den WM angereist. Sie hätten bereits einen 

Chat eröffnet über WhatsApp und darin vereinbart, dass sie im Bus alle Masken tragen und 

sich jeden Tag testen würden. Dies hätten F.________ und G.________ aufgrund dessen, 

dass sie nachgerückt seien, (zuerst) nicht mitbekommen. Dadurch, dass F.________ und 

G.________ erst später angereist seien, habe es sich so ergeben, dass sie an einem 

separaten Tisch hätten sitzen müssen. Sie hätten schon von Anfang an einen kleineren Tisch 

gehabt, als die beiden noch nicht da gewesen seien. Sie seien alle unsicher gewesen und 

hätten kein Risiko eingehen wollen. Er wisse nicht mehr, wer das so entschieden habe. Die 

beiden seien dann nicht mehr an ihren Tisch gekommen. Sie hätten das ihm gegenüber auch 

nicht zum Thema gemacht. Es sei aber schon komisch gewesen, dass sie alleine dort hätten 

sitzen müssen und es sei auch nicht in Ordnung gewesen. Die zentrale Kommunikation sei 

über den Gruppenchat gelaufen. Das habe er in Absprache mit der angeschuldigten Person 

koordiniert. Aufgrund dessen, dass nicht alle am selben Tisch gesessen seien, hätten 

F.________ und G.________ vielleicht schon gewisse Informationen nicht erhalten. Der 

Hauptkanal betreffend die Informationen sei aber über den Chat gelaufen. F.________ und 

G.________ seien nicht aus der Wochenplanung ausgeschlossen worden. Sie hätten sie 

genauso wie die anderen Athleten behandelt, und sie hätten auch mit ihnen ins 

Athletiktraining gehen können. Sie hätten sich teils aber selber abgesondert, z.B. beim 

Athletiktraining. Auch seien die beiden in die Video-Analyse integriert worden. Sie hätten 

immer Videos gemacht. Diese seien ihnen auch zugestellt worden. F.________ und 

G.________ hätten sie aber nicht mit ihnen besprechen wollen, sondern hätten sie mit ihren 

eigenen Betreuern analysiert. Zu Beginn hätten sich F.________ und G.________ in einer 

separaten Garderobe umziehen müssen. Das sei aber vom IBFS ausgekommen. Alle, die 

nicht ganz gesund gewesen seien etc., hätten sich zur Sicherheit in einer anderen Garderobe 

umziehen müssen. Man habe F.________ und G.________ einmal gesagt, dass sie nicht im 

Bus mitfahren dürften. Erst als sie sich dann auch (auf Covid) getestet hätten, hätten sie 

mitfahren dürfen. Es habe grundsätzlich nicht viel Platz vor Ort gehabt, um die Kufen zu 

schleifen. Er habe nicht mitbekommen, dass ihnen jemand anderes gesagt hätte, dass sie 

nicht in den Raum im Hotel gehen dürften. Es wäre für sie ebenfalls möglich gewesen, dort 

die Kufen zu schleifen. Zudem habe es unten im Hotel weitere Räume gegeben, die sie 

hätten nutzen können. Normalerweise würden dies die Athletinnen selber organisieren. 

F.________ und G.________ hätten wohl auch nicht danach gefragt. Man habe gemunkelt, 

dass F.________ und G.________ keine echten Coronazertifikate hätten und diese gefälscht 

hätten. Dieses Gerücht sei im Umlauf gewesen und sei dann wahrscheinlich auch zum 

Servicepersonal gekommen. Er habe das Servicepersonal nicht angewiesen und hätte das 

auch nicht mitbekommen, dass es sonst jemand gemacht hätte. Grundsätzlich seien die 

beiden korrekt behandelt worden in X.________. Dass im Hotel nicht alle am selben Tisch 

platziert worden seien, sei nicht korrekt gewesen. Dies habe dann wohl auch Nachteile für 

die beiden an diesem Anlass gehabt. Die Beziehung zwischen den beiden Athleten und der 

angeschuldigten Person sei schon immer etwas belastet gewesen, da die beiden einen 

privaten Coach gehabt hätten.  

 

21. Am 9. Oktober 2023 finalisierte SSI seinen Untersuchungsbericht wegen allfälligen 

Verstosses gegen das Ethik-Statut des Schweizer Sports.   

 

 

 

 

12 

D. Verfahren vor der Disziplinarkammer des Schweizer Sports 

22. Am 31. Oktober 2023 überwies SSI seinen Untersuchungsbericht vom 9. Oktober 2023 mit 

24 Beilagen und Beilagenverzeichnis der Disziplinarkammer des Schweizer Sports. Es 

wurden folgende Anträge gestellt:  
  

"1.  Es sei durch die Disziplinarkammer des Schweizer Sports in Feststellung ihrer 
Zuständigkeit ein Verfahren gegen A.________ zu eröffnen. 

2.  Das in Übereinstimmung mit Ziff. 1 eröffnete Verfahren sei in deutscher 
Sprache zu führen.  

3.  Es sei aufgrund klarer Verhältnisse ein Zirkularentscheid zu fällen, dies nach 
dem Einholen des diesbezüglichen, schriftlichen Einverständnisses der übrigen 
Parteien. 

4.  Es sei durch die Disziplinarkammer des Schweizer Sports ein durch A.________  
begangener Verstoss gegen Art. 2.1.5 Ethik-Statut des Schweizer Sports von 
Swiss Olympic festzustellen.  

5.  A.________ sei im Sinne von Ziff. 6.1 Abs. 1 lit. a Ethik-Statut schriftlich zu 
verwarnen. 

6.  Ein Teil der Kosten des Untersuchungsverfahrens vor der Stiftung Swiss Sport 
Integrity im Betrag von CHF 500 sei A.________ zu überbürden. 

7.  Die Verfahrenskosten vor der Disziplinarkammer seien A.________ 
aufzuerlegen. 
Eventualiter: Der Stiftung Swiss Sport Integrity seien keine Verfahrenskosten 
aufzuerlegen. 

8.  Es sei zu Gunsten von Swiss Sport Integrity durch A.________ zu begleichender 
Ersatz der Parteikosten zu sprechen. 
Eventualiter: Es seien keine Parteikosten zu Lasten der Stiftung Swiss Sport 
Integrity zu sprechen." 

  

23. Mit Präsidialverfügung vom 24. März 2024 nahm die Disziplinarkammer des Schweizer 

Sports vom Eingang des Untersuchungsberichts Kenntnis und eröffnete ein Verfahren 

wegen möglichen Verstosses insbesondere gegen Art. 2.1.5 Ethik-Statut.  

III. Verfahren vor dem Sportgericht  

24. Die DK hat ihre Tätigkeit gemäss einem Beschluss vom 24. November 2023 des 

Sportparlaments von Swiss Olympic am 30. Juni 2024 eingestellt. Gemäss diesem Beschluss 

gehen sämtliche Kompetenzen der DK an die Stiftung Schweizer Sportgericht über. 

 

25. Die DK reichte die vollständige Akte am 7. August 2024 beim Sekretariat des Schweizer 

Sportgerichts ein. 

 

26. Mit Schreiben vom 7. November 2024 setzte der Direktor der Stiftung Schweizer 

Sportgericht die Beteiligten darüber in Kenntnis, dass das Verfahren zwischen SSI und der 

angeschuldigten Person mit sofortiger Wirkung von der Stiftung Schweizer Sportgericht 

übernommen werde. Mit gleichem Schreiben wurde den Beteiligten die Bestellung des 

Gerichts, die zuständige Kammerbesetzung (Art. 1 Abs. 1 des Reglements betreffend das 

Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht [VerfRegl]) sowie die Verfahrenssprache (Art. 2 

VerfRegl) mitgeteilt. A.________, E.________, F.________ und G.________ (als Personen, 

welche einen Ethikverstoss geltend machen [Art. 4 Abs. 3 lit. c VerfRegl) sowie dem Swiss 

Sliding (als nationaler Sportverband der angeschuldigten Person [Art. 4 Abs. 3 lit. a 

VerfRegl]) wurde eine Frist von 10 Arbeitstagen gesetzt, um die Parteistellung in 

vorliegendem Verfahren zu beantragen (Art. 5 Abs. 4 VerfRegl). Schliesslich wurden die 

Parteien darüber informiert, dass sie bis zum 28. November 2024 in schriftlicher oder 

 

 

 

 

13 

mündlicher Form Stellung nehmen und Anträge stellen könnten, und dass für das Gericht - 

mit dem Einverständnis aller Parteien - gegebenenfalls die Möglichkeit bestehe, auf die 

Durchführung einer mündlichen Verhandlung zu verzichten und einen Zirkularentscheid zu 

fällen (Art. 20 VerfRegl).  

 

27. Swiss Sliding, A.________, E.________, F.________ und G.________ liessen sich innert der 

mit Schreiben vom 7. November 2024 angesetzten Frist nicht vernehmen, womit sie 

stillschweigend auf Parteistellung verzichteten.  
  

28. Mit E-Mail vom 28. November 2024 teilte SSI - in Wiederholung der Anträge gemäss 

Untersuchungsbericht - mit, dass es auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung 

verzichte. A.________ liess sich zu der Frage nicht vernehmen. Weil damit nicht beide 

Parteien verzichteten, entschied das Gericht mit Verfügung vom 23. Dezember 2024, dass 

eine mündliche Verhandlung stattfinden werde.  

  

29. Mit Verfügung vom 29. Januar 2025 lud das Gericht die Parteien auf den 5. Februar 2025, 

10.30 Uhr, zur Hauptverhandlung vor, und informierte darüber, dass diese in Form einer 

Videokonferenz durchgeführt werde. Ferner orientierte es über den in Aussicht 

genommenen Ablauf der Hauptverhandlung.  

  

30. Am 5. Februar 2025 fand die mündliche Hauptverhandlung statt, wobei SSI an den bereits 

gestellten Anträgen festhielt und A.________ sinngemäss um vollumfänglichen Freispruch 

ersuchte. Im Rahmen der Hauptverhandlung befragte das Gericht A.________ ausführlich 

zur Sache.  
  

31. Am 10. Februar 2025 übermittelte SSI dem Sportgericht auf entsprechendes Ersuchen hin 

(nochmals) das von G.________ eingereichte Video. A.________ nahm dazu mit E-Mail vom 

19. Februar 2025 Stellung, wobei er verschiedene zusätzliche Beweismittel (Whatsapp-

Chatverlauf der Gruppe "JWCH- X.________") zu den Akten reichte. 

 

32. Am 6. März 2025 entschied der Direktor der Stiftung Schweizer Sportgericht, dem Antrag 

des vorsitzenden Richters auf Verlängerung des Verfahrens im Sinne von Art. 19 Abs. 3 

VerfRegl um zwei Monate stattzugeben. Die Frist wurde bis zum 5. April 2025 verlängert.  

IV. Zuständigkeit 

33. Gemäss Art. 11 Abs. 1 VerfRegl entscheidet das Schweizer Sportgericht selbst über seine 

Zuständigkeit.  
  

34. Das Schweizer Sportgericht ist eine Stiftung, die von Swiss Olympic per 1. Juli 2024 

gegründet wurde. Ihr Zweck besteht darin, ein unabhängiges Gericht zu betreiben, das über 

Streitigkeiten im Sport oder mögliche Regelverstösse entscheidet. Als unabhängige 

Disziplinarstelle im Sinne von Art. 72g Abs. 1 lit. a SpoFöV ist es zuständig für die Beurteilung 

der ihm von der Meldestelle überwiesenen Fälle mutmasslichen Fehlverhaltens oder 

mutmasslicher Missstände. 
  

35. Art. 1.2 Abs. 10 der Statuten von Swiss Olympic vom 24. November 2023 (Version mit 

Inkrafttreten am 1. Juli 2024) sieht vor, dass die Stiftung Schweizer Sportgericht für die 

Beurteilung von Fällen zuständig ist, die ihr von der SSI (als Meldestelle) im Zusammenhang 

mit potenziellen Verstössen gegen das Ethik-Statut unterbreitet werden. Zudem sieht 

Art. 10 Abs. 2 der Statuten von Swiss Olympic vor, dass die Stiftung Schweizer Sportgericht 

auch über noch nicht abgeschlossene Verfahren im Zusammenhang mit dem Ethik-Statut 

 

 

 

 

14 

entscheidet, für die vor ihrer Gründung die DK zuständig war. Schliesslich ist das Schweizer 

Sportgericht für sämtliche Verfahren zuständig, die gemäss den Vorschriften des VerfRegl 

eröffnet werden oder bereits eröffnet worden sind (Art. 30 Abs. 2 VerfRegl).  
  

36. Die Zuständigkeit des Sportgerichts ist damit vorliegend grundsätzlich zu bejahen (vgl. zur 

fehlenden Zuständigkeit des Sportgerichts, Sachverhalte zu beurteilen, die sich vor dem 

1. Januar 2022 zugetragen haben, Rz. 38 hiernach). 

V. Anwendbares Recht 

A. Anwendbares materielles Recht 

37. Rechtsgrundlage zur Definition, Untersuchung, Beurteilung und Sanktionierung von 

Ethikverstössen sowie des dazugehörigen Verfahrens bildet das Ethik-Statut. Dieses trat per 

1. Januar 2022 in Kraft (vgl. Art. 8.3 Abs. 1 Ethik-Statut), nachdem es vom Sportparlament 

anlässlich seiner 25. Versammlung vom 26. November 2021 (inkl. entsprechender 

Statutenänderungen von Swiss Olympic per 1. Januar 2022) genehmigt worden war. 

 

38. Wie das Sportgericht kürzlich unter Hinweis auf Art. 72g Abs. 1 lit. a Ziff. 2 SpoFöV 

entschieden hat, fällt allein die Beurteilung von Zuwiderhandlungen gegen das Ethik-Statut 

in seine Zuständigkeit; nicht von der Zuständigkeit des Sportgerichts erfasst sind 

demgegenüber Fälle, die materiell noch nach den Ethikreglementen der 

Mitgliederverbände von Swiss Olympic zu beurteilen sind, die bis zum 31. Dezember 2021 

anwendbar waren (vgl. Entscheid 2024.E.15 vom 26. Februar 2025, Rz. 116 ff.).  

 

39. Vorliegend ist daher auf die Vorbringen 1 und 2 (vgl. Rz. 7-8 hiervor), die sich auf Vorgänge 

im Rahmen der Schweizer Meisterschaften vom 30. bzw. 31. Dezember 2021 beziehen, 

nicht weiter einzugehen. Anders präsentiert sich die Ausgangslage für das Vorbringen 3, das 

Vorgänge im Kontext der Skeleton-WM der Junioren in X.________zum Gegenstand hat, die 

Ende Januar 2022 stattgefunden hat und damit in den zeitlichen Anwendungsbereich des 

Ethik-Statuts fällt. 

 

40. Die angeschuldigte Person war damals (noch) als Trainer bei Swiss Sliding angestellt. Swiss 

Sliding ist eine Sportorganisation im Sinne von Art. 1.1 Abs. 2 lit. b Ethik-Statut. Die 

angeschuldigte Person untersteht folglich in persönlicher Hinsicht dem Ethik-Statut (Art. 1.1 

Abs. 3 lit. d Ethik-Statut).   

 

41. Hinsichtlich des sachlichen und räumlichen Geltungsbereichs findet das Ethik-Statut gemäss 

Art. 1.2 Abs. 1 Anwendung auf jegliches Verhalten der in Art. 1.1 genannten Organisationen 

und Personen, unabhängig davon, ob es im In- oder Ausland erfolgt, sofern es im 

Zusammenhang mit dem Sportbetrieb steht oder das Ansehen des Sports in der 

Öffentlichkeit beeinflussen kann. Das vorliegend in Frage stehende Verhalten der 

angeschuldigten Person steht in direktem Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit als 

Juniorennationaltrainer bei Swiss Sliding; dass es sich in Z.________ zugetragen hat, fällt 

mit Blick auf Art. 1.2 Abs. 1 Ethik-Statut nicht ins Gewicht. Daher untersteht die 

angeschuldigte Person mit Blick auf Vorbringen 3 nicht nur in zeitlicher (vgl. Rz. 39 hiervor), 

sondern auch in persönlicher, sachlicher und räumlicher Hinsicht dem Ethik-Statut. 

B. Anwendbares Verfahrensrecht  

42. Die anwendbaren Verfahrensvorschriften finden sich gestützt auf Art. 72g Abs. 1 lit. b Ziff. 1 

SpoFöV in Verbindung mit Art. 29 Abs. 1 VerfRegl (Fassung vom 1. Juli 2024) im VerfRegl. 

 

 

 

 

15 

Gemäss Art. 29 Abs. 1 VerfRegl findet dieses auf alle Verfahren Anwendung, die im 

Zeitpunkt seines Inkrafttretens eröffnet sind oder danach eröffnet werden. Da das 

vorliegende Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht am 7. November 2024 eröffnet 

wurde, gilt damit die Fassung des VerfRegl vom 1. Juli 2024 (vgl. Art. 30 Abs. 2 VerfRegl i.V.m 

Art. 50 der Schiedsordnung des Schweizer Sportgerichts, gültig seit 1. März 2025). 

VI. Materielles 

A. Massgebliche Ethikbestimmungen 

43. SSI eröffnete seine Untersuchung zunächst aufgrund des Verdachts, die angeschuldigte 

Person könnte F.________ und G.________ diskriminiert bzw. ohne sachliche Gründe 

ungleich behandelt haben (vgl. Art. 2.1.1 Ethik-Statut). Im vorliegenden Verfahren stellt es 

sich nur mehr auf den Standpunkt, die angeschuldigte Person habe ihre Fürsorgepflicht 

vernachlässigt (vgl. Art. 2.1.5 Ethik-Statut). Art. 2.1.1 und Art. 2.1.5 Ethik-Statut haben den 

folgenden Wortlaut: 

 
"Art. 2.1.1 Diskriminierung und Ungleichbehandlung 
Unter diesen Tatbestand fallen die Diskriminierung und sachlich nicht gerechtfertigte 
Ungleichbehandlung anderer Personen wegen ihrer Hautfarbe, Abstammung, 
Nationalität, sozialen Herkunft, ihres Geschlechts, ihres Alters, einer Behinderung, 
einer psychischen Krankheit, ihrer Sprache, Religion, politischen oder anderen 
Meinung, ihres Status, ihrer sexuellen Orientierung, Geschlechtsidentität oder aus 
anderen Gründen." 
 
"Art. 2.1.5 Vernachlässigung einer Fürsorgepflicht 
Diesen Tatbestand erfüllt eine Person, welche wahrnimmt, dass eine von ihr betreute 
Sportlerin oder ein von ihr betreuter Sportler Opfer einer Handlung im Sinne von 
Artikel 2.1.1-2.1.4 ist und keine Massnahmen zur Verhinderung der 
Verletzungshandlung oder zum Schutz des Opfers vornimmt." 

 

44. Der Tatbestand von Art. 2.1.5 Ethik-Statut setzt demnach unter anderem voraus, dass eine 

Sportlerin oder ein Sportler Opfer einer Handlung im Sinne von Artikel 2.1.1-2.1.4 Ethik-

Statut geworden ist. Neben Art. 2.1.1 Ethik-Statut, dessen Wortlaut oben bereits 

wiedergegeben worden ist, käme vorliegend allenfalls auch eine Anknüpfung an Art. 2.1.2 

Ethik-Statut in Frage, dessen Abs. 1 und 2 wie folgt lauten: 

 
"Art. 2.1.2 Verletzung der psychischen Integrität 
1 Unter diesen Tatbestand fallen Belästigungen durch systematische 

Äusserungen und Mobbing sowie Handlungen, mit denen eine andere Person 
ausgegrenzt oder in ihrer Würde verletzt wird, oder das Stalking, d.h. das 
Nachstellen gegen deren Willen. 

 
2 Eine psychische Beeinträchtigung liegt insbesondere dann vor, wenn eine 

Person unter Ausnützung ihrer Machtposition oder eines 
Abhängigkeitsverhältnisses gegenüber einer anderen Person durch 
absichtliches, anhaltendes oder wiederholendes kontaktloses Verhalten eine 
krankheitswertige Veränderung bei der betroffenen Person hervorruft." 

 

45. Ob eine dieser Ethikbestimmungen verletzt ist, ist nachfolgend zu prüfen. Hierfür gilt es 

vorab, den massgeblichen Sachverhalt festzustellen. 

 

 

 

 

16 

B. Feststellung des massgeblichen Sachverhalts 

1. Anwendbares Beweismass 

46. Das Ethik-Statut enthält keine Bestimmungen zum Beweismassstab für die Feststellung 

eines Ethikverstosses. Es ist daher Sache des Schweizer Sportgerichts, diesen zu 

bestimmen.4 Die Rechtsprechung des CAS sieht die Anwendung des "comfortable 

satisfaction"-Massstabs vor, sofern das anwendbare Regelwerk keine ausdrücklichen 

Vorgaben enthält.5 

 

47. Das seit dem 1. Januar 2025 geltende Ethik-Statut konkretisiert diesen Beweismassstab 

(vgl. Art. 7.2 Ethik-Statut, Version mit Inkrafttreten am 1. Januar 2025). Für den von der 

angeschuldigten Person zu führenden entlastenden Gegenbeweis gilt das Beweismass der 

leicht überwiegenden Wahrscheinlichkeit (Art. 7.2 Abs. 2 Ethik-Statut, Version mit 

Inkrafttreten am 1. Januar 2025). Diese Präzisierung ist im vorliegenden Verfahren 

sinngemäss anzuwenden.6 

2. Feststellungen im konkreten Fall 

48. Auf Grundlage der von SSI getätigten Untersuchungen (vgl. zu deren Ergebnissen Rz. 10 ff. 

und Rz. 15 ff. hiervor), die im Untersuchungsbericht überzeugend gewürdigt und - soweit 

entscheiderheblich - von keiner Seite bestritten werden, legt das Sportgericht seinem 

Entscheid die folgenden tatsächlichen Begebenheiten zugrunde: 

 

− F.________ und G.________ haben sich am 10. Januar 2022 im Rahmen eines 

Weltcuprennens an die Bahn in V.________ begeben, obschon sie damals unter 

Corona-Quarantäne standen. F.________ hat in diesem Kontext - im Wissen darum, 

dass er noch in Quarantäne hätte sein sollen - persönlich mit der angeschuldigten 

Person gesprochen und um einen Spurlauf gebeten. Dieses Verhalten wurde von der 

angeschuldigten Person, wie auch von anderen Verbandsvertretern, als eigentlicher 

Vertrauensbruch gewertet, zumal wenig später (4. Februar 2022 - 20. Februar 2022) 

die Olympischen Spiele in W.________ anstanden und eine Ansteckung mit dem 

Coronavirus angesichts der strengen Regeln, die diesbezüglich zu befolgen waren, für 

betroffene Sportler wie auch Betreuungspersonen das Olympia-Aus (und damit das 

Verpassen des eigentlichen Höhepunkts des vierjährigen Olympiazyklus) hätte 

bedeuten können (vgl. Rz. 98 des Untersuchungsberichts sowie Befragung der 

angeschuldigten Person durch das Sportgericht). 

− F.________ und G.________ reisten aufgrund ihrer Covid-Quarantäne verspätet zu 

der Junioren-WM in Z.________ an. Sie hatten dort eine andere Garderobe zu 

benutzen als die anderen Athleten. Dies geschah auf Anweisung des IBSF, ohne dass 

die angeschuldigte Person involviert gewesen wäre (vgl. Rz. 101 des 

Untersuchungsberichts). 

− Die angeschuldigte Person ist nicht dafür verantwortlich, dass F.________ und 

G.________ vom Physiotherapeuten H.________ (einmal) vom Teambus abgewiesen 

worden sind; soweit sie im weiteren Verlauf der Woche verpflichtet wurden, im Bus 

eine Maske zu tragen, hatte diese Massnahme angesichts der damals geltenden 

 
4  Vgl. RIGOZZI ANTONIO/QUINN BRIANNA, Evidentiary issues before CAS, in: Bernasconi (Hrsg.), International 

Sports Law and Jurisprudence of the CAS, 4th CAS and SAV-FSA Conference Lausanne 2012, Bern 2014, 
25 und 29. 

5  Vgl. CAS 2017/A/5003 (Jérôme Valcke v. FIFA), Rz. 175; CAS 2009/A/1920 (FK Pobeda, Aleksandar 
Zabrcanec, Nikolce Zdraveski v. UEFA), Rz. 84 f. 

6  Vgl. BGer 5A_21/2011 vom 10. Februar 2012, E. 5.4.3. 

 

 

 

 

17 

Regeln zur Covid-Prävention, dem Anliegen, eine Covid-Ansteckung mit Blick auf die 

anstehenden Olympischen Spiele um jeden Preis zu vermeiden, sowie der 

Vorgeschichte sachliche Gründe. Ferner wurde F.________ und G.________ wie 

allen anderen selektionierten Athleten die Gelegenheit gegeben, am Athletiktraining 

teilzunehmen, und die angeschuldigte Person hat ihnen auch ein Video-Feedback 

angeboten; auf dieses Feedback haben F.________ und G.________ aus eigenen 

Stücken (teilweise) verzichtet (vgl. Rz. 102 des Untersuchungsberichts). 

− Es lässt sich nicht nachweisen, dass die angeschuldigte Person das Servicepersonal 

im Hotel angewiesen bzw. darauf aufmerksam gemacht hätte, dass sie das Corona-

Zertifikat von F.________ bzw. G.________ überprüfen solle (vgl. Rz. 105 des 

Untersuchungsberichts). 

− Es lässt sich nicht nachweisen, dass die angeschuldigte Person angeordnet hat, 

F.________ und G.________ müssten getrennt vom übrigen Team an einem eigenen 

Tisch essen. Allerdings hatte die angeschuldigte Person von dieser 

Ungleichbehandlung Kenntnis und ist gegen die separate Platzierung nicht 

vorgegangen. Infolge der separaten Platzierung hat der Informationsfluss zwischen 

Betreuungsstaff und Athleten gelitten (vgl. Rz. 107 des Untersuchungsberichts). 

C. Verstoss gegen das Ethik-Statut  

49. Wie aus der Verfahrensgeschichte hervorgeht (vgl. Rz. 15 hiervor) richtete SSI die 

Untersuchung zunächst auf den Verdacht aus, die angeschuldigte Person könnte 

F.________ und G.________ ungleich behandelt oder diskriminiert haben (vgl. Art. 2.1.1 

Ethik-Statut) bzw. ihre psychische Integrität verletzt haben (vgl. Art. 2.1.2 Ethik-Statut). 

Nachdem sich diese Vorwürfe im Verlaufe der Untersuchungen nicht erhärten bzw. 

zumindest nicht der angeschuldigten Person zuordnen liessen (vgl. Ziff. 45 hiervor), hat sich 

das Augenmerk von SSI (richtigerweise) verschoben: Die Argumentation lautet nun, die 

angeschuldigte Person habe ihrer Fürsorgepflicht vernachlässigt bzw. gegen Art. 2.1.5 Ethik-

Statut verstossen. Angeknüpft wird dabei an die separate Platzierung von G.________ und 

F.________ im Speisesaal des Teamhotels; darin soll nach Auffassung von SSI eine 

ungerechtfertigte Ungleichbehandlung zu erblicken sein. 

 

50. Die Erfüllung des Tatbestands von Art. 2.1.5 Ethik-Statut setzt objektiv verschiedene 

Elemente voraus: Zunächst muss eine Sportlerin oder ein Sportler Opfer einer Handlung im 

Sinne von Art. 2.1.1-2.1.4 Ethik-Statut geworden sein (vgl. dazu Rz. 52 ff. hiernach); sodann 

muss eine Person, der gegenüber der betroffenen Sportlerin bzw. dem betroffenen Sportler 

eine Fürsorgepflicht zukommt7 (vgl. dazu Rz. 56 hiernach), diese Verletzung des Ethik-

Statuts wahrnehmen (vgl. dazu Rz. 55 hiernach); schliesslich muss sie eine - ihr mögliche 

und zumutbare8 - Massnahme zur Verhinderung der Verletzungshandlung oder zum Schutz 

des Opfers unterlassen. 
  

51. Vorliegend gelingt es SSI nicht, darzutun, dass die vorerwähnten Voraussetzungen erfüllt 

sind: 

 

52. Überaus fraglich ist schon, ob G.________ und F.________ Opfer einer Handlung im Sinne 

von Art. 2.1.1-2.1.4 Ethik-Statut geworden sind. In Frage kämen diesbezüglich eine 

ungerechtfertigte Ungleichbehandlung (Art. 2.1.1 Ethik-Statut) bzw. ein Eingriff in die 

psychische Integrität (Art. 2.1.2 Ethik-Statut). Zu beiden Varianten lassen sich dem 

Untersuchungsbericht von SSI keine aussagekräftigen Ausführungen entnehmen; auch 

 
7  Klarer diesbezüglich Art. 2.1.5 Abs. 1 Ethik-Statut 2025. 
8  So ausdrücklich Art. 2.1.5 Abs. 2 lit. b Ethik-Statut 2025. 

 

 

 

 

18 

anlässlich der mündlichen Verhandlung vom 5. Februar 2025 substanziierte SSI seine 

diesbezügliche Position nicht rechtsgenüglich. 

 

53. Es ist diesbezüglich im Auge zu behalten, dass die Skeleton-WM der Junioren im Jahr 2021 

in eine Zeit fiel, in welcher die globale Gesundheitslage aufgrund der Verbreitung des Covid-

19-Virus allgemein als angespannt betrachtet wurde. Entsprechend galten für die kurz 

später stattfindenden Olympischen Winterspiele in W.________ strengste Auflagen. So 

mussten Personen, die als Athleten oder Trainer an den Spielen teilnehmen wollten, schon 

Wochen vor der Anreise auf einer App täglich über ihren Gesundheitszustand berichten 

(tägliches Temperatur-Monitoring; vgl. Ausführungen der angeschuldigten Person im 

Rahmen der Hauptverhandlung). Es erscheint nachvollziehbar, dass selektionierte Athleten 

und Staffmitglieder vor diesem Hintergrund sehr besorgt darum waren, eine Ansteckung 

mit dem Coronavirus zu verhindern; alles andere hätte ihre Teilnahme an den Spielen in 

Frage gestellt. Solches Verhalten kann retrospektiv unter Umständen als übervorsichtig 

erscheinen. Es wäre jedoch unstatthaft, der Beurteilung dieses Verhaltens den heutigen 

Wissensstand zugrundezulegen; alles andere liefe auf einen Rückschaufehler hinaus.9  

 

54. Im konkreten Fall erscheint es aufgrund der sehr besonderen Umstände des Einzelfalls (vgl. 

Rz. 48 hiervor), die auf der Grundlage des damals vorhandenen Wissens um die 

Übertragbarkeit und Gefährlichkeit des Coronavirus gewürdigt werden müssen (vgl. Rz. 53 

hiervor), nicht als unbegründet, dass G.________ und F.________ nach ihrer (verspäteten) 

Ankunft an der Junioren-WM jedenfalls für eine erste Phase angewiesen wurden, sich an 

einem separaten Tisch zu verpflegen. Zu betonen ist, dass diese Anweisung nach Lage der 

Akten nicht von der angeschuldigten Person auskam, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach 

von K.________, Ice Coach Bob bei Swiss Sliding. Dass diese Platzierung sodann im Verlauf 

der weiteren Woche aufrechterhalten wurde, muss nicht in einer (gewollten) 

Ungleichbehandlung von G.________ und F.________ begründet liegen; es ist ohne 

Weiteres denkbar, dass schlicht und einfach die ganze Woche über an der ursprünglichen 

"Konfiguration" der Tische im Verpflegungssaal des Athletenhotels festgehalten wurde. 

Insgesamt ist daher höchst fraglich, ob überhaupt von einer ungerechtfertigten 

Ungleichbehandlung im Sinne von Art. 2.1.1 Ethik-Statut auszugehen ist. Eine Verletzung 

von Art. 2.1.2 Ethik-Statut (Verletzung der psychischen Integrität) fällt aufgrund der 

geringen Eingriffsschwere ausser Betracht. 

 

55. Entscheidend ist sodann aber, dass sich den Akten keine Hinweise entnehmen lassen, dass 

F.________ und/oder G.________ die angeschuldigte Person im Verlaufe der Junioren-WM 

in X.________ darauf aufmerksam gemacht hätten, dass sie sich an der separaten 

Platzierung im Verpflegungssaal störten. Das Video, auf das sich SSI im vorliegenden 

Verfahren wesentlich abstützt, zeigt bloss, dass die beiden Athleten mit der Situation nicht 

einverstanden waren. Dies bedeutet nicht, dass dies der angeschuldigten Person auch zur 

Kenntnis gebracht worden wäre. Angesichts des Alters von F.________ und G.________, 

ihrer - nicht zuletzt im Kontext der individuell per Auto erfolgten Anreise zur Schau 

gestellten - Selbständigkeit und ihrer (durch die Anfechtung der ursprünglich von Swiss 

Sliding verweigerten WM-Selektion [Untersuchungsberichts-Beilage 19]) bestens 

dokumentierten Fähigkeit, für ihre Interessen einzustehen, hätte von ihnen ohne Weiteres 

erwartet werden können, dass sie sich bemerkbar gemacht hätten, wenn sie sich an der - 

angeblichen - Ungleichbehandlung substanziell störten. Selbst wenn eine Ethik-Verletzung 

als Anknüpfungspunkt für eine Interventionspflicht der angeschuldigten Person vorliegend 

bejaht würde (vgl. hierzu Rz. 52 ff. hiervor), fehlte es also am Nachweis dafür, dass die 

 
9  Vgl. BGer, Urteil 2C_290/2021 vom 3. September 2021, E. 5.5.4, nicht publ. in: BGE 148 I 19; zum 

Rückschaufehler auch MARK SCHWEIZER, Rückschaufehler oder ich wusste, dass das schief gehen 
musste, Schweizer Richterzeitung 2008/1, insb. Rz. 11 ff. 

 

 

 

 

19 

angeschuldigte Person davon auch Kenntnis hatte (bzw. davon hätte Kenntnis haben 

müssen). 

 

56. Nicht auf der Hand liegt im Weiteren, dass der angeschuldigten Person im hier 

interessierenden Kontext wirklich eine Fürsorgepflicht zukam. Die angeschuldigte Person 

hat im Rahmen der mündlichen Hauptverhandlung vor dem Sportgericht überzeugend 

dargelegt, im Rahmen der Junioren-WM in X.________ zuhause übernachtet zu haben und 

nur für sportlichen Aspekte zuständig gewesen zu sein; die persönliche Betreuung habe 

demgegenüber H.________ übernommen, der auch im Hotel übernachtet habe. Auch die 

Aussagen von J.________ im Rahmen des Untersuchungsverfahrens lassen nicht auf 

anderes schliessen (vgl. Untersuchungsberichts-Beilage 18, Fragen 14-15). Im Übrigen ist 

festzuhalten, dass das Ausmass der Fürsorgepflicht einer Betreuungsperson erheblich von 

der Fürsorgebedürftigkeit der betroffenen Athleten abhängt. Vorliegend stand mit der 

separaten Platzierung im Essraum eine höchstens marginale Beeinträchtigung in Frage, bei 

der zum Vornherein fraglich ist, ob sie in den Anwendungsbereich des Ethik-Statuts fällt; 

jedenfalls hätte aber angesichts der oben (vgl. Rz. 55 hiervor) aufgeführten Umstände von 

den Athleten ohne Weiteres erwartet werden dürfen, dass sie ihre Interessen diesbezüglich 

geltend gemacht bzw. zumindest die angeschuldigte Person zu einer Intervention 

aufgefordert hätten. 

 

57. Insgesamt liegt daher - entgegen der Auffassung von SSI - keine Verletzung des Ethik-Statuts 

vor, welche von der angeschuldigten Person zu verantworten wäre. Die Anträge von SSI, es 

sei eine Verletzung von Art. 2.1.4 Ethik-Statut festzustellen und die angeschuldigte Person 

sei zu verwarnen (vgl. Rz. 22, 28 und 30 hiervor), sind abzuweisen.  

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen  

A. Kosten des Verfahrens vor dem Schweizer Sportgericht  

1. Höhe der Verfahrenskosten  

58. Nach Art. 25 Abs. 1 VerfRegl befindet das Schweizer Sportgericht in seinem Entscheid über 

die Kosten des Verfahrens. 

  

59. Unter Berücksichtigung der Umstände des vorliegenden Falls - es handelt sich hier im 

Vergleich mit weiteren Ethikfällen (auch unter dem Aspekt des Verfahrensaufwands) um 

einen Fall mittlerer Komplexität - werden die Verfahrenskosten vor dem Schweizer 

Sportgericht auf CHF 1'500 festgelegt. Dabei ist festzuhalten, dass dieser Betrag bei Weitem 

nicht kostendeckend ist.  

2. Verteilung der Verfahrenskosten  

60. Im Falle einer Verurteilung werden die Kosten gemäss Art. 25 Abs. 2 VerfRegl in der Regel 

der angeschuldigten Person auferlegt. Kommt es nicht zu einer Verurteilung, so werden die 

Kosten dem betreffenden Sportverband oder der SSI auferlegt. Das Schweizer Sportgericht 

kann von diesen Verteilungsgrundsätzen abweichen und die Kosten nach Ermessen 

verteilen, wenn die Umstände es rechtfertigen. Die Art. 107 und 108 ZPO gelten sinngemäss 

(Art. 25 Abs. 2 VerfRegl).  
  

61. Aufgrund des Verfahrensausgangs sind die Verfahrenskosten vorliegend SSI aufzuerlegen.  

 

 

 

 

20 

B. Parteikostenersatz  

62. Gemäss Art. 25 Abs. 5 VerfRegl hat die angeschuldigte Person im Falle eines Freispruchs 

Anspruch auf ganzen oder teilweisen Ersatz der Parteikosten, sofern sie nicht das Verfahren 

in rechtlich vorwerfbarer Weise veranlasst oder sonst dessen Durchführung erschwert hat.  
 

63. Die angeschuldigte Person beantragt keinen Parteikostenersatz. Im vorliegenden Verfahren 

sind folglich keine Parteikosten zu sprechen.  
  

 

 

 

 

21 

Aus diesen Gründen  
  

entscheidet das Schweizer Sportgericht:  
  
  
1. A.________ wird vom Vorwurf, gegen Art. 2.1.5 des Ethik-Statuts vom 1. Januar 2022 

verstossen zu haben, freigesprochen.  
 
2. Die Verfahrenskosten werden auf CHF 1'500.00 festgesetzt und SSI auferlegt.  
 
3. Es wird kein Parteikostenersatz zugesprochen. 
 
4. Die weiteren Anträge werden abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 
  
  
Bern, Schweiz  
Datum: 4. April 2025  
  
  
  

SCHWEIZER SPORTGERICHT  
  
  
  

  
    Arthur Brunner 

Vorsitzender Richter 
   

  
Charlotte Frey 

Richterin 

    
Leonid Shmatenko 

Richter