# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 93d733ad-5247-5f38-a40e-d005f86c1899
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-05-02
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 02.05.2025 SV2 2024 71
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SV2-2024-71_2025-05-02.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Graubünden
Dretgira superiura dal chantun Grischun
Tribunale d'appello del Cantone dei Grigioni

Urteil vom 2. Mai 2025

Referenz SV2 24 71

Instanz Zweite sozialversicherungsrechtliche Kammer

Besetzung von Salis, Vorsitz
Gees, Aktuar

Parteien A._____
Beschwerdeführerin

gegen

Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden
Beschwerdegegner

Gegenstand Anspruch nach AVIG (Vermittlungsfähigkeit)

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Sachverhalt

A. A._____, Jahrgang 1996, war zuletzt als Reinigungsangestellte tätig und ist 
Mutter von zwei Kindern. Am 21. März 2024 meldete sie einen Anspruch auf 
Arbeitslosenversicherungstaggeld im Umfang von 80 % ab dem 1. Juni 2024 an.

B. Mit E-Mail vom 5. Juni 2024 reichte A._____ die (erste), vom Amt für 
Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden (nachfolgend: KIGA) angeforderte, 
"Bescheinigung Kinderbetreuung (Obhutsnachweis)" ein, worin ihre in Frankreich 
lebende Mutter sowie ihr Ehemann als Betreuungspersonen für die Kinder 
aufgeführt wurden.

C. Daraufhin wurde A._____ am 3. Juli 2024 vom KIGA aufgefordert, die 
Kinderbetreuung neu zu regeln und dazu einen erneuten Obhutsnachweis 
einzureichen. Begründend wurde im Wesentlichen ausgeführt, die 
Betreuungssituation scheine nicht abschliessend geregelt. Es sei eine Kopie der 
Aufenthaltsbewilligung notwendig, falls die aufgeführte Aufsichtsperson nicht 
Schweizerin oder Schweizer sei.

D. Am 9. Juli 2024 reichte A._____ aufforderungsgemäss zwei neue 
Obhutsnachweise ein, wonach nicht mehr ihre Mutter, sondern eine gute Bekannte 
(B._____) sowie ihr Ehemann die Kinderbetreuung übernähmen.

E. Mit Verfügung vom 15. Juli 2024 bejahte das KIGA die Vermittlungsfähigkeit 
der Versicherten, hielt jedoch fest, dass sie sich dem Arbeitsmarkt wegen diverser 
Einschränkungen im Zusammenhang mit der Kinderobhut nur im Umfang von 60 % 
einer Vollzeitstelle zur Verfügung stellen könne.

F. Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 29. Juli 2024 Einsprache 
und beantragte, ihre Vermittlungsfähigkeit sei auf 80 % festzulegen. Sie suche nicht 
nur eine Stelle als Küchenhilfe, sondern auch in der Reinigung. Unter der Woche 
würde eine Verwandte/Cousine (vorgenannte B._____) und am Wochenende ihr 
Ehemann die Kinderbetreuung übernehmen. In der Einsprache erweiterte sie 
zudem die möglichen Betreuungszeiten von B._____.

G. Mit Einspracheentscheid vom 9. August 2024 wies das KIGA die Einsprache 
ab. Es führte im Wesentlichen aus, dass es der Versicherten nicht gelungen sei, 
überzeugend darzustellen, dass sie sich an weiteren Tagen und zu weiteren 
Uhrzeiten dem Arbeitsmarkt so zur Verfügung stellen könne, wie eine Arbeitskraft 
im Normalfall auch in Anspruch genommen werde. Die Nationalität, der 
Aufenthaltsstatus sowie die Arbeitssituation der Betreuungsperson seien auch nach 

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der Aufforderung zur Nachreichung von Unterlagen nach wie vor unklar. Zudem 
seien die angegebenen Zeitfenster unter Berücksichtigung von jeweils 30 Minuten 
Arbeitsweg zu knapp bzw. eher früh für einen Frühstücksdienst, Abenddienst und 
Reinigungsdienstleistungen.

H. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A._____ (nachfolgend: 
Beschwerdeführerin) am 3. September 2024 (Datum Poststempel) sinngemäss 
Beschwerde beim damaligen Verwaltungsgericht und heutigen Obergericht des 
Kantons Graubünden. Wie bereits in ihrer Einsprache vom 29. Juli 2024 schilderte 
sie ihren Standpunkt bezüglich der Kinderbetreuung – unter Angabe von erneut 
geänderten möglichen Arbeitszeiten – und bat um ein Bewusstsein für ihre Notlage.

I. In seiner Stellungnahme vom 24. September 2024 beantragte das KIGA 
(nachfolgend: Beschwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde und hielt im 
Wesentlichen an seinem Einspracheentscheid vom 9. August 2024 fest. Er führte 
zudem aus, der Ehemann der Beschwerdeführerin sei im Zeitpunkt ihres ersten 
Gesprächs mit der Personalberaterin am 3. April 2024 zum Bezug von 
Arbeitslosenentschädigung gemeldet gewesen. Die am 5. Juni 2024 auf 
Aufforderung hin eingegangene Bescheinigung habe den Verdacht der nicht 
vollends geregelten Kinderbetreuung erhärtet, zumal darauf die in Frankreich 
lebende Mutter und der Kindsvater als Kinderobhut aufgelistet gewesen seien. In 
den auf entsprechenden Hinweis des Beschwerdegegners hin am 9. Juli 2024 
eingereichten Obhutsnachweisen habe die Beschwerdeführerin angegeben, dass 
ihr Ehemann jeweils freitags von 20.00 bis 22.00 Uhr und samstags und sonntags 
jeweils von 06.00 bis 15.00 Uhr und dass jeweils montags bis freitags von 05.00 bis 
08.00 Uhr ihre Verwandte B._____ die Kinderbetreuung übernehmen könne. Im 
Rahmen des Einspracheverfahrens habe die Beschwerdeführerin diese 
Arbeitszeiten noch mit zusätzlichen Zeitfenstern von Montag bis Donnerstag 
zwischen 16.30 und 19.30 Uhr sowie samstags und sonntags bis 16.00 Uhr ergänzt. 
Als Folge der von der Beschwerdeführerin angegebenen Zeitfenster habe sich das 
KIGA mit der Frage auseinandergesetzt, ob sich bei einer ausgeglichenen 
Arbeitsmarktlage ein Arbeitgeber finden würde, der sie trotz der zeitlichen 
Einschränkungen im Umfang von 80 % beschäftigen würde. Ihre 
Vermittlungsfähigkeit sei im Grundsatz zu bejahen. Aus den Arbeitsbemühungen 
sei ersichtlich, dass sie Stellen als Küchenhilfe oder Reinigungskraft suche. 
Grundsätzlich seien in diesen Branchen Arbeitszeiten früh morgens, abends und 
am Wochenende gut möglich. Der Verfügbarkeit der Beschwerdeführerin seien 
zeitlich allerdings sehr enge Grenzen gesetzt. Das Zeitfenster am Vormittag sei 
unter Berücksichtigung des Anfahrtsweges von jeweils 30 Minuten pro Arbeitsweg 

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weder für den Frühstücksdienst geeignet noch für die Reinigung typisch. Auch das 
Zeitfenster von 16.30 bis 19.30 Uhr sei unter Berücksichtigung der Anfahrt zu knapp 
für den Abenddienst in der Gastronomie und etwas früh für 
Reinigungsdienstleistungen. Die Zeitfenster am Wochenende bis 16.00 Uhr 
könnten ebenfalls nicht vollumfänglich ausgeschöpft werden. Unter 
Berücksichtigung einer 5-Tage-Woche sowie des Anfahrtswegs vor und nach der 
Arbeit von jeweils 30 Minuten, könne sich die Beschwerdeführerin bestenfalls im 
Umfang von 60 % einer Vollzeitstelle zur Verfügung stellen. Zudem habe sie im 
Rahmen des Beschwerdeverfahrens ihre Arbeitsfenster erneut erweitert. So solle 
sie nunmehr dem Arbeitsmarkt morgens von 05.00 bis 10.00 Uhr und nicht mehr 
lediglich bis 08.00 Uhr zur Verfügung stehen. Diese Erweiterung sei allerdings für 
die Prüfung der Rechtmässigkeit des zu überprüfenden Entscheids nicht relevant, 
zumal sie höchstens, wenn überhaupt, ab Einreichung der Beschwerde 
Auswirkungen auf den Vermittlungsgrad der Beschwerdeführerin haben könne.

J. Mit Schreiben vom 27. September 2024 wurde die Beschwerdeführerin von 
der Vorsitzenden ersucht auszuführen, ob die Betreuungsperson B._____ 
arbeitstätig sei, und, wenn ja, deren Arbeitsvertrag sowie allfällige Schichtpläne 
zuzustellen.

K. Am 8. Oktober 2024 reichte die Beschwerdeführerin dem Gericht drei 
separate Schreiben ein. In einem ersten schilderte sie die Umstände von B._____ 
(mit Aufenthaltsbewilligung B) und bezeichnete einen weiteren, pensionierten 
Verwandten (mit Niederlassungsbewilligung C), den sie für die Kinderbetreuung 
engagiert hätten, wenn B._____ bzw. deren Töchter sich nicht um die Kinder 
kümmern könnten. Die Beschwerdeführerin hielt zudem fest, dass sie B._____ 
betreffend die angeforderten Schichtpläne nicht belästigen wolle, indem sie diese 
danach frage. In einem zweiten Schreiben führte sie aus, sie hätte das Schreiben 
der Vorsitzenden vom 27. September 2024 falsch verstanden. Das 
Einsatzprogramm ihres Mannes ende im August; sie arbeite momentan 30 – 60 % 
in einer Pizzeria. Im dritten Schreiben hielt sie fest, sie suche eine Stelle von Montag 
bis Donnerstag von 05.00 bis 10.00 Uhr und abends von 16.00 oder 16.30 bis 22.00 
Uhr, nebst den bisher genannten Zeiten Freitag abends und am Wochenende. Sie 
hätten dafür gesorgt, dass sich zu diesen Zeiten jemand um ihre Kinder kümmere.

L. Am 25. Oktober 2024 verzichtete der Beschwerdegegner auf die Einreichung 
einer Duplik.

M. Im Januar 2025 teilte die Vorsitzende den Parteien mit, dass aufgrund der 
Zusammenlegung des Kantons- und Verwaltungsgerichts zum neuen Obergericht 

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des Kantons Graubünden per 1. Januar 2025 das hängige Verfahren S 24 71 ab 
sofort von der zweiten sozialversicherungsrechtlichen Kammer unter der Nummer 
SV2 24 71 weitergeführt werde.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie auf den 
angefochtenen Einspracheentscheid wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen

1.1. Nach Art. 1 Abs. 1 AVIG (SR 837.0) i.V.m. Art. 2 sowie Art. 56 Abs. 1 und 
Art. 57 ATSG (SR 830.1) kann gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der 
Arbeitslosenversicherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht 
erhoben werden. Gemäss Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 2 AVIV 
(SR 837.02) ist für die Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen 
(Einspracheentscheide) einer kantonalen Amtsstelle das Versicherungsgericht 
desselben Kantons örtlich zuständig. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 
9. August 2024 wurde vom KIGA als kantonale Amtsstelle im Sinne von Art. 85 
AVIG erlassen.

1.2. Das Obergericht des Kantons Graubünden ist per 1. Januar 2025 aus der 
Zusammenführung des Kantonsgerichts und des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Graubünden hervorgegangen. Verfahren, die am 1. Januar 2025 beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden hängig waren, wurden gemäss 
Art. 122 Abs. 5 GOG (BR 173.000) dem Obergericht des Kantons Graubünden 
übertragen. Die vorliegende Beschwerde vom 3. September 2024 (Datum 
Poststempel) wurde beim damaligen Verwaltungsgericht eingereicht und per 
1. Januar 2025 gestützt auf Art. 122 Abs. 5 GOG dem Obergericht übertragen. Das 
Obergericht ist somit für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde örtlich und 
sachlich zuständig.

1.3. Nach der übergangsrechtlichen Bestimmung von Art. 85 Abs. 1 VRG werden 
bei Inkrafttreten dieses Gesetzes hängige Verfahren vor der jeweiligen Instanz nach 
bisherigem Recht zu Ende geführt. Nach aArt. 43 Abs. 1 VRG entscheidet das 
Gericht in der Regel in der Besetzung mit drei Richterinnen und Richtern. Es 
entscheidet in einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert CHF 5'000.00 
nicht überschreitet und keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist (aArt. 43 Abs. 2 
und 3 lit. a VRG) bzw. wenn ein Rechtsmittel offensichtlich unzulässig oder 
offensichtlich begründet oder unbegründet ist (aArt. 43 Abs. 3 lit. b VRG). Der 
versicherte Verdienst der Beschwerdeführerin beträgt CHF 2'015.00 und wird im 

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Umfang von 80 % entschädigt (vgl. KIGA-act. 1). Mit Verfügung vom 15. Juli 2024 
(KIGA-act. 8), bestätigt durch den vorliegend angefochtenen Einspracheentscheid 
vom 9. August 2024 (KIGA-act. 12), wurde der Umfang der Vermittlungsfähigkeit 
der Beschwerdeführerin anstelle der von ihr ersuchten 80 % einer Vollzeitstelle auf 
60 % festgelegt. Punkto Taggeldbezug erreicht die Differenz von 20 % für die Dauer 
vom Beginn des Leistungsbezugs bis zum Datum des angefochtenen 
Einspracheentscheids den Streitwert von CHF 5'000.00 nicht und es ist keine 
Fünferbesetzung vorgeschrieben. Zudem erweist sich die Beschwerde, wie 
nachfolgend ausgeführt wird, als offensichtlich unbegründet. Demnach ist die 
einzelrichterliche Zuständigkeit gegeben.

2. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob der Beschwerdegegner die 
Vermittlungsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu Recht auf 60 % – anstatt wie von 
dieser beantragt auf 80 % – festsetzte.

3.1. Art. 8 AVIG regelt, unter welchen Voraussetzungen eine versicherte Person 
Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hat. Eine dieser 
Anspruchsvoraussetzungen besteht darin, dass die versicherte Person 
vermittlungsfähig ist (vgl. Art. 8 Abs. 1 lit. f AVIG). Vermittlungsfähig ist, wer bereit, 
in der Lage sowie berechtigt ist, eine zumutbare Arbeit anzunehmen und an 
Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen (Art. 15 Abs. 1 AVIG). Der Begriff der 
Vermittlungsfähigkeit enthält folgende Elemente, welche kumulativ erfüllt sein 
müssen: Die Vermittlungsbereitschaft (subjektives Element), die Arbeitsfähigkeit 
(objektives Element), die Arbeitsberechtigung (objektives Element) sowie die 
Bereitschaft zur Teilnahme an Eingliederungsmassnahmen (siehe Weisung AVIG 
ALE [AVIG-Praxis ALE], herausgegeben vom Staatssekretariat für Wirtschaft 
[SECO], Stand 1. Juli 2024, Rz. B215).

3.2. Die Teilelemente der Vermittlungsfähigkeit sind aufgrund der persönlichen 
Umstände der betreffenden versicherten Person abzuklären und zu bestimmen 
(siehe KUPFER BUCHER, in: Stauffer/Cardinaux [Hrsg.], Rechtsprechung des 
Bundesgerichts zum Bundesgesetz über die Arbeitslosenversicherung, 6. Aufl., 
Zürich/Genf 2025, S. 73). Eine versicherte Person, die arbeiten will, kann und darf, 
und die sich um Arbeit bemüht, gilt grundsätzlich, unabhängig von der 
arbeitsmarktabhängigen Vermittlungschance als vermittlungsfähig. Persönliche, 
familiäre oder auch zeitliche Gründe können jedoch dazu führen, dass die 
versicherte Person ihre Arbeitskraft auf dem für sie in Betracht fallenden 
allgemeinen Arbeitsmarkt nicht so einsetzen kann oder will, wie es ein Arbeitgeber 
normalerweise verlangt, so dass Vermittlungsunfähigkeit vorliegt (AVIG-Praxis ALE, 
Rz. B217).

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3.3. Unter Arbeitsfähigkeit (in der Lage sein) ist insbesondere die körperliche und 
geistige Leistungsfähigkeit sowie die örtliche und zeitliche Verfügbarkeit zu 
verstehen. Die versicherte Person muss in der Lage sein, ihre Arbeitskraft auf dem 
allgemeinen Arbeitsmarkt zu verwerten (AVIG-Praxis ALE, Rz. B222). Kann eine 
versicherte Person aus persönlichen oder familiären Gründen ihre Arbeitskraft nicht 
so einsetzen, wie es ein Arbeitgeber normalerweise verlangt, ist sie nicht 
vermittlungsfähig. Dabei ist noch keine Vermittlungsunfähigkeit anzunehmen, wenn 
die versicherte Person sich im Hinblick auf anderweitige, namentlich familiäre 
Verpflichtungen oder besondere persönliche Umstände nur während gewisser 
Tages- und Wochenstunden dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen will (AVIG-
Praxis ALE, Rz. B224). Von Vermittlungsunfähigkeit ist hingegen auszugehen, 
wenn der versicherten Person durch die Bindungen und Dispositionen bei der 
Auswahl des Arbeitsplatzes so enge Grenzen gesetzt sind, dass das Finden einer 
Stelle sehr ungewiss ist. Der Grund für die Einschränkung in den 
Arbeitsmöglichkeiten spielt dabei keine Rolle (BGE 112 V 215 E. 1a).

3.4. Eine versicherte Person mit betreuungsbedürftigen Kindern muss hinsichtlich 
der Vermittlungsfähigkeit, namentlich in Bezug auf die Verfügbarkeit, die gleichen 
Bedingungen erfüllen wie alle anderen Personen. Dementsprechend liegt es an ihr, 
ihr Privat- und Familienleben so zu gestalten, dass sie nicht daran gehindert ist, im 
Umfang des geltend gemachten Beschäftigungsgrades bzw. Arbeitsausfalles einer 
unselbständigen Erwerbstätigkeit nachzugehen (AVIG-Praxis ALE, Rz. B225).

4. Vor diesem Hintergrund und aus den nachfolgenden Gründen vermag die 
Beschwerdeführerin nicht substanziiert darzulegen, weshalb ihre 
Vermittlungsfähigkeit – anstelle der vom Beschwerdegegner verfügten 60 % – auf 
80 % festzusetzen sei.

4.1. Insbesondere stellt sich die Frage der ausreichenden Kinderbetreuung. 
Erscheint die Vermittlungsfähigkeit aufgrund der Kinderbetreuung als zweifelhaft, ist 
die zuständige Amtsstelle verpflichtet, die Vermittlungsfähigkeit im Hinblick auf die 
konkrete Möglichkeit einer Kinderbetreuung zu prüfen. Zu diesem Zwecke kann sie 
einen Obhutsnachweis verlangen (vgl. AVIG-Praxis ALE, Rz. B225a; Urteile des 
Verwaltungsgerichts S 22 124 vom 4. Juli 2023 E. 4.3, S 21 65 vom 28. November 
2022 E. 4.3.1, S 17 49 vom 11. Januar 2018 E. 4c). Die zwei Kinder der 
Beschwerdeführerin waren im Zeitpunkt des angefochtenen Einspracheentscheids 
knapp drei Jahre und eineinhalb Jahre alt (Geburtsdaten _____ und _____; KIGA-
act. 5) und ihr Ehemann war ebenfalls berufstätig bzw. stellensuchend (vgl. KIGA-
act. 6). Folglich war der Beschwerdegegner berechtigt, von der Beschwerdeführerin 

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einen Obhutsnachweis zu verlangen, was im Übrigen von der Beschwerdeführerin 
nicht moniert wird.

4.2.1. Gemäss der ersten – auf den 8. April 2024 datierten und beim 
Beschwerdegegner am 5. Juni 2024 per E-Mail eingegangenen – Bescheinigung 
Kinderbetreuung (Obhutsnachweis) gab die Beschwerdeführerin an, ihre beiden 
Kinder würden jeweils montags bis freitags von 08.00 bis 14.00 Uhr bzw. freitags 
bis 10.00 Uhr sowie samstags von 14.00 bis 17.00 Uhr durch ihren Ehemann sowie 
ihre in Frankreich lebende Mutter betreut (KIGA-act. 5). Daraufhin wurde die 
Beschwerdeführerin am 3. Juli 2024 vom Beschwerdegegner aufgefordert, die 
Kinderbetreuung neu zu regeln, und zwar ohne ihren Ehemann, welcher in einem 
Einsatzprogramm tätig war und somit nicht die Obhut der Kinder übernehmen 
könne. Mit der Begründung, die Betreuungssituation scheine nicht abschliessend 
geregelt, habe die Beschwerdeführerin einen erneuten Obhutsnachweis 
einzureichen. Sie wurde darauf hingewiesen, eine Kopie der Aufenthaltsbewilligung 
beizulegen, falls die aufgeführten Aufsichtspersonen nicht Schweizer/innen seien 
(KIGA-act. 6).

4.2.2. Am 9. Juli 2024 reichte die Beschwerdeführerin sodann zwei neue 
Obhutsnachweise ein, wonach eine Verwandte (B._____) jeweils montags bis 
freitags von 05.00 bis 08.00 Uhr sowie ihr Ehemann jeweils freitags von 20.00 bis 
22.00 Uhr sowie samstags und sonntags von 06.00 bis 15.00 Uhr die 
Kinderbetreuung übernehme (KIGA-act. 7). Nachdem der Beschwerdegegner mit 
Verfügung vom 15. Juli 2024 die Vermittlungsfähigkeit auf 60 % festlegte (KIGA-
act. 8), erweiterte die Beschwerdeführerin anlässlich ihrer Einsprache erneut die 
Zeitfenster, an welchen die Betreuungsperson B._____ die Kinderbetreuung 
übernehme: Neben jeweils montags bis freitags von 05.00 bis 08.00 Uhr soll diese 
zudem montags bis donnerstags von 16.30 bis 19.30 Uhr sowie freitags von 20.00 
bis 22.00 Uhr für die Kinderbetreuung besorgt sein (KIGA-act. 9).

4.2.3. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren zeichnet die Beschwerdeführerin 
abermals ein anderes Bild. Zunächst tat sie dar, von 05.00 bis 10.00 Uhr 
einsatzbereit zu sein und zudem montags bis donnerstags von 16.00 bis 19.30 Uhr; 
dies nebst den gleichbleibenden Zeiten Freitag abends und am Wochenende 
(act. A.1). Zudem legte sie mit ihrer Beschwerde erstmals eine schriftliche 
Bestätigung von B._____, dass diese sich um die Kinder kümmern würde (act. B.1), 
sowie eine Kopie von deren Aufenthaltstitel (B-Bewilligung; act. B.2) ins Recht. 
Anlässlich ihrer replizierenden Eingabe vom 8. Oktober 2024 legte die 
Beschwerdeführerin denn neuerdings dar, sie hätten einen weiteren nahen und 
pensionierten Verwandten engagieren können, wenn B._____ bzw. deren zwei 

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Töchter nicht in der Lage seien, sich um die Kinder zu kümmern. Sie reichte dabei 
ebenfalls dessen Aufenthaltstitel (C-Bewilligung; act. B.3) sowie eine schriftliche 
Bestätigung seinerseits (act. B.4) ein.

4.3. Der Beschwerdeführerin gelingt es indessen nicht, die Gewährleistung der 
Kinderbetreuung in der Zeit, in der sie einem Arbeitspensum von 80 % nachginge, 
rechtsgenüglich darzutun. Stattdessen wechselt sie im Zusammenhang mit der 
Kinderbetreuung laufend die Betreuungszeiten, indem sie diese bei jeder neuen 
Stellungnahme gegenüber dem KIGA bzw. im vorliegenden Beschwerdeverfahren 
in der Summe stetig ausbaut (vgl. KIGA-act. 5 [29 Wochenstunden {WS}], 7 
[25 WS], 9 [49 WS]; act. A.1 [61 WS], act. A.3.3 [mindestens 64 WS]). Wie die 
Beschwerdeführerin selbst (erst) in der replizierenden Eingabe vom 8. Oktober 
2024 ausführt, arbeitet die Betreuungsperson B._____ jeweils von 07.00 bis 08.30 
Uhr und abends von 19.00 bis 21.00 Uhr (act. A.3.1). Weitere Belege zum 
Arbeitsverhältnis von B._____ hat die Beschwerdeführerin entgegen 
entsprechender expliziter Aufforderung durch das KIGA wie auch durch die 
Vorsitzende im Beschwerdeverfahren bis dato nicht eingereicht – angeblich, um 
B._____ nicht zu belästigen (vgl. act. F.2; KIGA-act. 12 S. 5 E. 5). Der Umstand, 
dass die Betreuungsperson B._____ jeweils zu einem Teil der vorgesehenen 
Betreuungszeiten selbst arbeitstätig ist, widerspricht der Darstellung der 
Beschwerdeführerin, wonach B._____ sich um ihre Kinder kümmern werde, 
massgeblich. Nähere Angaben zu deren beiden Töchtern, die für die Mutter 
einspringen würden, fehlen vollständig und auch sie wurden erst in der 
replizierenden Eingabe vom 8. Oktober 2024 ins Feld geführt (vgl. act. A.3.1). Der 
ebenfalls erst mit replizierender Eingabe vom 8. Oktober 2024 genannte 
pensionierte Verwandte, der von den Kindseltern für die Betreuung ausgewählt 
worden sein soll (vgl. act. A.3.1, B.3, B.4), war im Zeitpunkt des angefochtenen 
Einspracheentscheids vom 9. August 2024 noch nicht bekannt, so dass das 
entsprechende Vorbringen der Beschwerdeführerin im vorliegenden 
Beschwerdeverfahren unbehelflich ist. Ob die mehrfach abgeänderten bzw. 
erweiterten Zeitfenster für die Kinderbetreuung mit einer von ihr angestrebten Arbeit 
in einem Pensum von 80 % vereinbar sind, bleibt somit weiterhin ungewiss.

4.4. Die Beschwerdeführerin trifft eine Schadenminderungspflicht (Art. 17 AVIG). 
Sie hat auf Weisung der zuständigen Amtsstelle die Unterlagen für die Beurteilung 
ihrer Vermittlungsfähigkeit oder der Zumutbarkeit einer Arbeit zu liefern (Art. 17 
Abs. 3 lit. c AVIG). Dagegen hat sie entgegen expliziter Aufforderung durch den 
Beschwerdegegner vom 3. Juli 2024 (KIGA-act. 6), aber auch durch die 
Vorsitzende im vorliegenden Beschwerdeverfahren am 27. September 2024 

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(act. F.2), verstossen. Exemplarisch erklärte die Beschwerdeführerin in ihrer 
Eingabe vom 8. Oktober 2024, dass sie B._____ nicht nach einem Schichtplan 
gefragt habe, weil sie sie damit nicht belästigen wolle (act. A.3.1). Der 
Beschwerdegegner ging folglich zu Recht davon aus, dass die Formulare zum 
Obhutsnachweis (KIGA-act. 5, 7 und 9) sowie die Vorbringen der 
Beschwerdeführerin eine ersuchte Vermittlungsfähigkeit von 80 % nicht zu 
bestätigen vermögen und die Betreuung der Kinder somit für eine 60 % 
übersteigende Vermittlungsfähigkeit nicht sichergestellt ist.

5. Zusammenfassend ist festzustellen, dass nicht mit dem im 
Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit erstellt ist, dass die Betreuung der beiden Kinder der 
Beschwerdeführerin mit allfälligen beruflichen Verpflichtungen der 
Betreuungsperson(en) vereinbar und die Betreuung tatsächlich sichergestellt wäre. 
Daraus folgt, dass den eingereichten Beweismitteln nicht entnommen werden kann, 
dass die Beschwerdeführerin auch tatsächlich zu 80 % vermittlungsfähig ist. Die 
Tatsache, dass der Beschwerdegegner die Vermittlungsfähigkeit der 
Beschwerdeführerin auf 60 % festgelegt hat, ist nicht zu beanstanden und ebenso 
wenig der angefochtene Einspracheentscheid vom 9. August 2024. Die dagegen 
erhobene Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist 
abzuweisen.

6.1. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten über Leistungen 
kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist; sieht das 
Einzelgesetz keine Kostenpflicht bei solchen Streitigkeiten vor, so kann das Gericht 
einer Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhält, Gerichtskosten auferlegen. 
Da das AVIG keine Kostenpflicht statuiert und weder Mutwilligkeit noch Leichtsinn 
vorliegen, sind der Beschwerdeführerin keine Kosten aufzuerlegen.

6.2. Dem obsiegenden Beschwerdegegner steht kein Anspruch auf Ersatz der 
Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

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Es wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

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4. [Mitteilungen]