# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 49a91533-4109-5811-bbcb-8505ccc33bd4
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-23
**Language:** de
**Title:** Schadenersatz nach Art. 52 AHVG; Schaden ist durch definitive Pfändungsverlustscheine ausgewiesen; die in Aussicht gestellte Bezahlung des Schadens durch die Arbeitgeberin ist nur zu einem kleinen Teil erfolgt.
**Docket/Reference:** AK.2015.00016
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/AK.2015.00016.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
AK.2015.00016
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Ersatzrichterin Bänninger Schäppi
Gerichtsschreiber Hübscher
Urteil
vom
23. März 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
weitere Verfahrensbeteiligte:
Y.___
Beigeladener
Sachverhalt:
1.
Y.___
war seit der Eintragung der
Z.___
AG im Handels
register des Kantons Zürich am 7. Mai 2007 Mitglied des Verwaltungsrates die
ser Gesellschaft. Von 1
9.
August 2010 (Tagebucheintrag) bis zur Löschung
im R
egist
er am 2
2.
Januar 2013 amtete er
sodann
als Präsident des Verwaltungs
rates.
X.___
wurde am
2.
März 2010 als Mit
glied des Ver
waltungsrates
i
m Handelsregister eingetragen (
Internet-Handels
re
gisteraus
zug
). Die
Z.___
AG ist der
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zü
rich,
Aus
gleichskasse
,
als beitragspflichtige Arbeitgeberin ange
schlossen
(
Urk.
8/8)
.
Auf Betreibung von Lohnbeiträgen hin erwirkte die
Ausgleichskasse
diverse
Verlust
scheine
gegenüber der
Z.___
AG
(Urk.
8/155
-166
).
Mit Ver
fü
gungen vom 2
6.
Januar 2015
verpflichtete sie
Y.___
und
X.___
in solidarischer Haftung zum Schadenersatz für ihr entgangene
Lohn
beiträge
(inkl. Mahn-, Verwaltungs-, Betreibungskosten und Verzugs
zinsen) im Betrag von Fr.
42‘813.6
5 (Urk.
8/174-175
).
Gegen die sie betreffen
den Ver
fü
gung
en er
ho
ben
X.___
und
Y.___
am 2
5.
beziehungsweis
e
2
7.
Febru
ar 2015 jeweils Einsprache (
Urk.
8/177,
Urk.
8/180)
. Mit Entscheid vom
1.
April 2015 trat die Ausgleichskasse auf die verspätet erhobene Einspra
che
von
Y.___
nicht ein (
Urk.
8/182).
Die von
X.___
erho
bene Ein
sprache
hiess die Ausgleichskasse mit Entscheid vom
1.
April 2015 teilweise
gut
und verpflichtete
X.___
, Schadenersatz in der Höhe von Fr. 41‘657.65 zu leisten
(
Urk.
2)
.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 1. April 2015 erhob
X.___
am 30. April 2015 Beschwerde und beantragte dessen Aufhebung (Urk. 1 S.
2). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
7.
Mai 2015 Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 7, unter Beilage der Kassenakten [Urk. 8/1-187]
)
. Mit Verfügung vom
1.
Juni 2015 wurde
Y.___
zum Prozess bei
gela
den und dem Beschwerdeführer eine Kopie der Beschwerdeantwort vom 27.
Mai 2015 (Urk. 7) zugestellt
(
Urk.
11)
. Der Beigeladene liess
s
ich mit Eingabe vom 25. Juni 2015 vernehmen (
Urk.
13), was den übrigen Verfahrensbeteiligten mit Verfügung vom
1.
Juli 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
1
4
). Mit Ein
gabe vom
4.
März 2016 (
Urk.
15) reichte die Beschwerdegegnerin den Konto-Auszug und die Beitragsübersicht vom selben Tag (
Urk.
16/1-2) ein.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 52 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenver
sicherung
(AHVG) hat ein Arbeitgeber, der durch absichtliche oder
grobfahr
lässi
ge
Missachtung von Vorschriften der Versicherung einen Schaden zufügt, diesen zu ersetzen. Handelt es sich beim Arbeitgeber um eine juristische Person, so haften subsidiär die Mitglieder der Verwaltung und alle mit der Geschäfts
führung oder Liquidation befassten Personen. Sind mehrere Personen für den
gleichen Schaden verantwortlich, so haften sie für den ganzen Schaden solida
risc
h (Art. 52 Abs. 2 AHVG).
1.2
Die Vorschriften über die Arbeitgeberhaftung nach
Art.
52 AHVG sowie die dazu entwickelte Rechtsprechung des Bundesgerichts finden mangels eigener
Bestim
mungen sinngemäss Anwendung auf die Invalidenver
sicherungs- (
Art.
66
des Bundesgesetzes über die Invalidenver
sicherung), Erwerbsersatz- (
Art.
21
Abs.
2
des Bundesgesetzes über
den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft) und Arbeitslosenversicherungsbeiträge
(
Art.
6 des Bun
desgesetzes
über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
Insolven
zentschä
di
gung
)
sowie auf jene
an die Familienausgleichskassen (FAK) gemäss dem Bun
des
gesetz über die Familienzulagen (
Art.
25
lit
. c).
2.
2.1
2.1.1
Voraussetzung für eine Haftung nach
Art.
52 AHVG ist zunächst das Vorliegen eines Schadens. Dieser besteht darin, dass der AHV ein ihr gesetzlich geschul
de
ter Beitrag entgeht. Die Höhe des Schadens entspricht dabei dem Betrag, dessen die Kasse verlustig geht (Thomas Nussbaumer, Die Ausgleichskasse als Partei im Schadenersatzprozess nach Artikel 52 AHVG, ZAK 1991 S. 383 ff. und 433 ff.). Verwaltungs- und Betreibungskosten, Veranlagungs- und Mahnge
bühren sowie die Verzugszinsen bilden Bestandteil des Schadens, welcher der Ausgleichskasse
zu ersetzen ist (BGE 121 III 382 E.
3bb; vgl. auch BGE 109 V 95 oben, 108 V 189
E.
5). Im Hinblick auf die in
Art.
14
Abs.
1 AHVG normierte Beitrags- und
Ab
rechnungs
pflicht
des Arbeitgebers gehören auch die
Arbeitge
berbeiträge
zum mass
ge
blichen Schaden (BGE 98 V 26 E. 5).
2.1.2
Der Schaden gilt als eingetreten, sobald anzunehmen ist, dass die geschul
de
ten
Beiträge aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht mehr erhoben wer
den
können (BGE  126 V 443 E.
3a mit Hinweisen). Dies trifft im zweiten Fall dann zu, wenn die Beiträge wegen der Zahlungsunfähigkeit des Arbeit
gebers nicht mehr im Verfahren nach Art. 14 ff. AHVG erhoben werden können (BGE 123 V 12 E. 5b, 112 V 156 E.
2; ZAK 1990 S. 287 E. 3b/
aa
).
Eine solche tatsächliche
Uneinbringlichkeit
und damit ein Schaden liegt vor, wenn
die Ausgleichskasse in der gegen den Arbeitgeber eingeleiteten Be
trei
bung auf Pfändung vollständig zu Verlust gekommen ist. Der
Pfändungs
ver
lustschein
gemäss Art. 115 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 149 des Bundesge
set
zes über
Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG), welcher den Schaden grund
sätzlich und
in
masslicher
Hinsicht fest umschreibt, manifestiert, dass der Ar
beitgeber seine Beitragspflicht nicht erfüllt hat und damit
realistischerweise
auch der Schaden
er
satzpflicht nach Art. 52
Abs.
1 AHVG nicht nachkommen kann. Deshalb steht vom Zeitpunkt der Ausstellung des
Pfändungsver
lust
schei
nes
an einer Be
langung der subsidiär haft
baren Organe nichts im Wege. In die
sem Moment hat die Ausgleichskasse auch Kenntnis des Schadens, was die zweijährige Ver
jährungs
frist nach
Art.
52
Abs.
3 AHVG in Gang setzt (BGE 113 V 256; SVR 2000 AHV Nr. 8; ZAK 1991 S. 125, 1988 S. 300).
2.2
2.
2
.1
Der Schaden setzt sich
vorliegend
aus den unbezahlt gebliebenen
Aktontobei
trägen
Dezember 2011, der unbezahlt gebliebenen Jahresabrechnung 2011, den unbezahlt gebliebenen
Akontobeiträgen
Januar sowie April bis De
zember 2012 (inkl. Nebenkosten) im Betrag von total zusammen
Fr.
38‘349.35
zusammen
(vgl. Pos.
2011 0013 sowie
2012
0001
,
0004, 0005
bis 0013 des Konto-Auszugs
vom
4.
März 2016 [Urk.
16/1]).
Dieser Schaden ist durch die folgen
d
en
de
fini
ti
ven
Pfändungsverlustscheine des Betreibungsamtes
A.___
verbrieft
:
-
Akontobeiträge
Dezember 2012
(inkl. Nebenkosten) im Betrag von total
Fr. 2‘625.5
0
: Verlustschein vom
7.
Februa
r 2014 in der Betreibung Nr.
B.___
(
Urk.
8/155);
-
Akontobeiträge
November 2012
(inkl. Nebenkosten) im Betrag von total Fr. 2‘635.20
: Verlustschein vom
7.
Februa
r
2014 in der Betreibung Nr.
C.___
(
Urk.
8/156
);
-
Akontobeiträge
September 2012
(inkl. Nebenkosten) im Betrag von total Fr. 2‘134.20
: Verlustschein vom
7.
Februa
r
2014 in der Betreibung Nr.
D.___
(
Urk.
8/157
);
-
Akontobeiträge
Oktober 2012
(inkl. Nebenkosten) im Betrag von total Fr. 2‘6
4
4.90
: Verlustschein vom
7.
Februa
r
2014 in der Betreibung Nr.
E.___
(
Urk.
8/158
);
-
Akontobeiträge
August 2012
(inkl. Nebenkosten) im Betrag von total Fr. 2‘664.30
: Verlustschein vom
7.
Februa
r
2014 in der Betreibung Nr.
F.___
(
Urk.
8/159
);
-
Akontobeiträge
Juli 2012
(inkl. Nebenkosten) im Betrag von total   Fr. 2‘674.--
: Verlustschein vom
7.
Februa
r
2014 in der Betreibung Nr.
G.___
(
Urk.
8/160
);
-
Akontobeiträge
Juni 2012
(inkl. Nebenkosten) im Betrag von total Fr. 2‘596.60
: Verlustschein vom
7.
Februa
r
2014 in der Betreibung Nr.
H.___
(
Urk.
8/161
);
-
Akontobeiträge
Mai 2012
(inkl. Nebenkosten) im Betrag von total Fr. 2‘693.35
: Verlustschein vom
7.
Februa
r
2014 in der Betreibung Nr.
I.___
(
Urk.
8/162
);
-
Akontobeiträge
April 2012
(inkl. Nebenkosten) im Betrag von total Fr. 2‘703.05
:
Verlustschein vom
7.
Februa
r
2014 in der Betreibung Nr.
J.___
(
Urk.
8/163
);
-
Akontobeiträge
Januar 2012
(inkl. Nebenkosten) im Betrag von total Fr. 2‘732.15
: Verlustschein vom
7.
Februa
r
2014 in der Betreibung Nr.
K.___
(
Urk.
8/164
);
-
Akontobeiträge
Dezember 2011
(inkl. Nebenkosten) im Betrag von total Fr. 2‘101.65
: Verlustschein vom
7.
Februa
r
2014 in der Betreibung Nr.
L.___
(
Urk.
8/165
);
-
Jahresabrechnung 2011
(inkl. Nebenkosten) im Betrag von total Fr. 10‘144.45
: Verlustschein vom 7.
Februa
r
2014 in der Betreibung Nr.
M.___
(
Urk.
8/166)
;
2.2.2
Ferner
forderte die Beschwerdegegnerin vom Beschwerdeführer auch Scha
denersatz für die bei Erlass der Schadenersatzverfügung vom 26. Januar 2015 (Urk. 8/175)
grösstenteils
unbezahlt gebliebene Jahresabrechnung 2013
vom 11.
April 2014 (
Urk.
8/170
) – inklusive
Neben
kosten –
, so dass zusammen
mit
der durch die definitiven
Pfändungsverlust
scheine
verbrieften Forderung
en
eine
Schadenssumme
von total
Fr. 42‘813.65
resul
tierte
(
Urk.
8/175/1)
.
Zuvor wurde
der
Z.___
AG am 1.
Oktober 2014
hinsichtlich
Jahresabrechnung 2013 für die damals noch offene Teilforderung von Fr.
5‘780.-- ein Zahlungsau
fschub mit Ratenplan (10 Raten à
Fr.
578
.--) bewilligt (
Urk.
8/173). Hierzu hielt die
Beschwerde
geg
nerin
im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
1.
April 2015 fest, dass die Abzahlungsvereinbarung vom
1.
Oktober 2014 nicht eingehalten
worden sei, womit die ganze Beitragsschuld gemäss Rechnung vom 1
1.
April 2014
sofort fällig geworden sei. Es sei überwiegend wahrscheinlich, dass
nach durchgeführ
ter Betreibung auch für diese Forderung ein Verlustschein ausge
stellt worden wäre (
Urk.
2 S. 3). Dies kann vorliegend offen bleiben, denn dem Konto-Auszug der Beschwerdegegnerin
vom
4.
März
2016
ist zu ent
neh
men,
dass nach Erlass der Schadenersatzverfügungen vom 26. Januar 2015 (Urk. 8/174-175)
bis zum 27. Juli 2015
erneut
Ratenzahlungen geleistet wur
de
n
, so dass schliesslich noch
Fr.
146.20 offen waren, welche die
Be
schwerde
geg
nerin
allerdings mit Gutschriften für CO
2
-Rückvergütungen in der
selben Höhe verrechnet hat (Urk. 16/1 S. 9). Dafür, dass die
Z.___
AG mit diesen
Z
ahlungen die durch die Verlustscheine
verurkundeten
Forderungen hätte teil
weise be
gleichen wollen (vgl. hierzu namentlich
Art.
149a
Abs.
2
und
Art.
150
SchKG
; Ueli Huber, in: Adrian
Staehelin
/Thomas Bauer/Daniel
Staeh
e
lin
, Basler Kommentar SchKG I,
Art.
1-158 SchKG,
2.
Aufl., Basel 2010, N 10 ff. zu
Art.
149a SchKG
und N 3 ff. zu
Art.
150 SchKG)
,
finden sich in den Akten keine Hinweise
. Hier
bei ist zu be
rücksichtigen, dass die Beschwerdegegnerin die
Z.___
AG mit Schrei
ben vom
6.
Mai 2015 angewiesen hat, die Zahlungen zur Lö
schung des
Verlustscheins beim Betreibungsamt
A.___
zu veranlassen (Urk.
8/186).
Im Um
fang der als Schaden geltend gemachten Jahresrechnung 2013 ist der Prozess daher gegenstandslos geworden.
2.2.3
Unbezahlt
sind
aber nach wie
vor
die durch die definitiven Verlustscheine ver
briefte
n
Forderung
en
im Betrag von Fr.
38‘349.35 (
E. 2.2.1,
Urk.
16/1 S.
10). Der Schaden ist aufgrund der Akten ausgewiesen und wird vom Beschwerdeführer in
mass
licher
Hinsicht nicht bestritten.
3.
3.1
Art.
14
Abs.
1 AHVG und die
Art.
34 ff. der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVV) schreiben vor, dass der Arbeitgeber bei je
der Lohnzahlung die Arbeitnehmerbeiträge in Abzug zu bringen und zusammen mit den Arbeitgeberbeiträgen der Ausgleichskasse zu entrichten hat. Die Arbeit
geber haben den Ausgleichskassen periodisch Abrechnungsunterlagen über die von ihnen an ihre Arbeitnehmer ausbezahlten Löhne zuzustellen, damit die ent
sprechenden paritätischen Beiträge ermittelt und verfügt werden können. Die
Bei
tragszahlungs
- und Abrechnungspflicht des Arbeitgebers ist eine ge
setzlich vor
geschriebene
öffentlichrechtliche
Aufgabe. Die Nichterfüllung dieser
öffent
lich
rechtlichen
Aufgabe bedeutet eine Missachtung von Vor
schrif
ten im Sinne von
Art.
52
Abs.
1 AHVG und zieht die volle Schaden
deckung nach sich (BGE 118 V 193 E. 2a; vgl. BGE 132 III 523 E. 4.6).
3.2
Den Kassenakten ist zu entnehmen, dass die
Z.___
AG
mehrfach zur Beitragszahlung gemahnt und für unbezahlt gebliebene Lohnbeiträge betrie
ben
werden musste.
Die
Aktontobeiträge
De
zember 2011
,
die
Jahresabrechnung 2011
sowie
die
Akontobeiträge
Januar sowie April bis De
zember 2012 (inkl. Ne
ben
kos
ten) im Betrag von total zusammen Fr. 38‘349.35 (vgl. Pos. 2011 0013 sowie
2012 0001, 0004, 0005 bis 0013 des Konto-Auszugs vom
4.
März 2016 [Urk. 16/1
]
) blieben unbezahlt.
Damit ist die
Z.___
AG
ihren Pflichten als Arbeit
geberin nicht nachgekommen und hat
öf
fentlichrechtliche
Vorschrif
ten missachtet.
Zu prüfen bleibt, ob und inwieweit der dadurch entstandene Schaden auf quali
fiziert schuldhaftes Verhalten de
s
Beschwerdeführer
s
zurückzuführen ist.
4.
4.1
4.1.1
Die wesentliche Voraussetzung für die Schadenersatz
pflicht besteht nach dem Wortlaut des
Art.
52 AHVG darin, dass der Arbeit
geber absichtlich oder
grob
fahrlässig
Vorschriften verletzt hat und dass durch diese Missachtung ein Schaden verursacht worden ist (BGE 108 V 183 E.
1a). Absicht beziehungsweise Vor
satz und Fahrlässigkeit sind verschiedene Formen des Verschuldens.
Art.
52 AHVG statuiert demnach eine Verschuldenshaftung, und zwar handelt es sich um eine Verschuldenshaftung aus öffentlichem Recht. Die Schadenersatzpflicht ist im konkreten Fall nur dann begründet, wenn nicht Umstände gegeben sind, welche das fehlerhafte Verhalten des Arbeitgebers als gerechtfertigt erscheinen lassen oder sein Verschulden im Sinne von Absicht oder grober Fahrlässigkeit ausschliessen. In diesem Sinne ist es denkbar, dass ein Arbeitgeber zwar in vor
sätzlicher Missachtung der AHV-Vorschriften der Ausgleichskasse einen Scha
den zufügt, aber trotzdem nicht schadenersatz
pflichtig wird, wenn beson
dere Umstände die Nichtbefolgung der einschlägigen Vorschriften als erlaubt oder nicht schuldhaft erscheinen lassen (BGE 108 V 183 E. 1b; ZAK 1985 S. 576 E. 2 und S. 619 E. 3a).
4.1.2
Nicht jedes einer Firma als
solcher anzulastende Ver
schulden
muss auch ein solches ihrer sämtlichen Organe sein. Vielmehr hat man abzuwägen, ob und in
wieweit eine Handlung der Firma einem bestimmten Organ im Hinblick auf dessen rechtliche und faktische Stellung innerhalb der Firma zuzurechnen ist. Ob ein Organ schuldhaft gehandelt hat, hängt demnach entscheidend von der Verantwortung und den Kompetenzen ab, die ihm von der juristischen Person übertragen wurden (BGE 108 V 199 E. 3a; ZAK 1985 S. 620 E. 3b). Bei ein
fa
chen Verhältnissen muss vom einzigen Verwaltungsrat einer Aktienge
sell
schaft, der als solcher die Verwaltung der Gesellschaft als einzige Person in
Organstel
lung
zu besorgen hat, in der Regel der Überblick über alle wesent
lichen Belange der Firma verlangt werden, und dies selbst dann, wenn er seine Befugnisse weitgehend an einen Geschäftsführer delegiert hat. Er kann mit der Delegation der Geschäftsführung nicht zugleich auch seine Verantwortung als einziges Verwaltungsorgan an den Ge
schäftsführer delegieren (BGE 108 V 199 E. 3b).
4.1.3
Grobe Fahrlässigkeit liegt praxisgemäss vor, wenn ein Arbeitgeber das ausser Acht lässt, was jedem verständigen Menschen in gleicher Lage und unter glei
chen Umständen als beachtlich hätte einleuchten müssen. Das Mass der zu ver
langenden Sorgfalt ist abzustufen entsprechend der Sorg
faltspflicht, die in den kaufmännischen Belangen jener Arbeitgeberkategorie, welcher die betreffende Person angehört, üblicherweise erwartet werden kann und muss (BGE 112 V 156 E. 4 mit Hinweisen; vgl. BGE 132 III 523 E. 4.6).
4.2
4.2.1
Der Beschwerdeführer ist sei
t
2.
März 2010 als Mitglied des Ver
waltungsrates der
Z.___
AG
im Handelsregister eingetragen (
Internet-Handels
re
gis
ter
auszug
). Er war in der Zeit, in welcher die unbezahlt gebliebenen
Lohnbei
träge
zu entrichten gewesen wären (E.
2.2 vorstehend), formelles Organ
dieser Ge
sellschaft. Gemäss Jahresabrechnung 2011
(
Urk.
8/66) und
Lohnde
klaration
2012 (
Urk.
8/115) beschäftig
t
e die
Z.___
AG
– ohne den Beschwer
deführer
–
in Jahren 2011 und 2012 zwischen drei und vier Mitarbeite
rinnen be
ziehungsweise
Mitarbeiter
(einschliesslich des Beigeladenen)
.
Bei derart ein
fachen und über
schau
baren Verhält
nissen sind praxisgemäss erhöhte Anforde
rungen an die Über
wachung zu stel
len.
Der Beschwerde
führer hätte insbe
son
dere auch dafür besorgt sein müssen, dass von der Gesellschaft die ge
setzlichen Vorschriften, wozu auch das
Bei
tragswesen
gehört, eingehalten werden.
Sodann ist darauf hinzuweisen, das ein Unterneh
men nur so viel Lohn auszahlen
darf
, dass auch die darauf ent
fallen
den Sozial
versicherungsbeiträge noch gedeckt sind (Urteil des Bundes
ge
richts H 90/00 vom 20. Juni 2001 E. 4d mit Hinweis).
4.2.2
D
er
Beschwerde
führer macht geltend
, dass
der
Z.___
AG von einem
Kunden die Begleichung von
dessen
Verbindlichkeiten in den nächsten Wochen in Aussicht gestellt worden sei. Mit dem zu erwarteten Zahlun
gseingang von ca.
Fr.
50‘000.--
sei die
Z.___
AG in der Lage, den Ausstand gegenüber der Beschwerdegegnerin zu begleichen. Die
Z.___
AG habe „grosse Forderungen“
gegenüber ihren Kunden
. Es könne davon ausgegangen werden, dass die
Z.___
AG ihre Ausstände bis Ende des Jahres 2015
begleichen
könne
(
Urk.
1 S.
1)
. Dem Konto-Auszug der Beschwerdegegnerin vom
4.
März 2016 sind allerdings keine solche
n
Zahlungen der
Z.___
AG zu ent
nehmen, vielmehr waren am
4.
März 2016 noch die
durch
Verlustscheine ver
briefte
n
Forderung
en
im
Umfang
von Fr.
38‘349.35 offen (
Urk.
16/1 S. 10). Wie festge
halten (E.
2.1.2),
durf
te die Beschwerdegegnerin nach Erhalt dieser
Ver
lust
scheine
auch den als formelles Organ subsidiär haftenden Beschwerde
führer ins Recht fassen.
Schliesslich bringt der Beschwerdeführer vor, dass die
Abzah
lungsvereinbarung
vom
1.
Oktober 2014 bisher eingehalten worden sei
(
Urk.
1 S. 1)
. Hin
sichtlich der noch offenen, durch die Verlustscheine verbriefte
n
For
derung
en
im Betrag von Fr. 38‘349.35 kann der Beschwerdeführer
daraus
jedoc
h
nichts zu seinen
Gunsten ableiten
. Gleiches gilt hinsichtlich der Ausführungen des Beigeladenen (
Urk.
13).
5.
5.1
Schliesslich setzt die Schadenersatzpflicht des Arbeitgebers nach Art. 52
Abs.
1 AHVG voraus, dass zwischen der absichtlichen oder grobfahrlässigen Missach
tung von Vorschriften und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang gegeben ist (BGE 119 V 401 E. 4a mit Hinweisen auf die Lehre, 103 V 120 E. 4).
Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Er
folges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des
eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereig
nis
allge
mein als begünstigt erscheint (BGE 119 V 401 E. 4a mit Hin
weisen; vgl. auch BGE 122 V 189 sowie 119
Ib
334 E. 3c).
5.2
Das vorwerfbare Verhal
ten führte zum Schaden der Beschwerdegegnerin. Wäre
die
Z.___
AG
unter der Mit
ver
antwortung
des
Be
schwer
deführer
s
ihren Zahlungspflichten recht
zeitig und vollstän
dig nach
gekommen
und wären nur so
weit Löhne ausbezahlt worden, als die darauf geschuldeten Abgaben bei Fällig
keit hätten beglichen werden können
, wäre der Schaden nicht ein
ge
treten.
6.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde, soweit der Prozess nicht infolge Zah
lungen im Umfang von Fr. 3‘308.30 auf Anrechnung an den geltend gemachten Schaden (Fr. 41‘657.65 ./. Fr. 38‘349.35) als gegenstandslos geworden abzu
schreiben ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit der Prozess nicht als gegenstandslos gewor
den abzuschreiben ist. Der Beschwerdeführer wird verpflichtet, der
Beschwerdegeg
nerin
in solidarischer Haftung mit dem
Beigeladenen Schadenersatz im Betrag von Fr. 38‘349.35 zu leisten.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
unter Beilage je einer Kopie von
Urk.
1
6/1-2
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
-
Y.___
unter Beilage je einer Kopie von
Urk.
1
6/1-2
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
4.
Da der Streitwert
Fr.
30'000.-- übersteigt, kann gegen diesen Entscheid innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff., ins
besondere
Art.
85, in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundes
ge
richt, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstHübscher