# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 32947a15-e9c8-5153-afcb-fae99134cad8
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-05-14
**Language:** de
**Title:** Schwyz Kantonsgericht Beschwerdekammer 14.05.2025 BEK 2025 57
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Gerichte/SZ_KG_004_BEK-2025-57_2025-05-14.pdf

## Full Text

Kantonsgericht Schwyz

Beschluss vom 14. Mai 2025
BEK 2025 57

Mitwirkend Kantonsgerichtspräsident Reto Heizmann,
Kantonsrichterinnen Annelies Inglin und Viviane Liebherr,
Gerichtsschreiber Mathis Bösch.

In Sachen A.________,
Beschuldigter und Beschwerdeführer,
amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin B.________,

gegen

Staatsanwaltschaft, 1. Abteilung, Einsiedlerstrasse 55, 8836 Bennau,
Strafverfolgungsbehörde und Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Staatsanwalt C.________, 

betreffend Untersuchungshaft
(Beschwerde gegen die Verfügung der Einzelrichterin am Zwangsmass-
nahmengericht vom 11. April 2025, ZME 2025 78);-

hat die Beschwerdekammer,

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nachdem sich ergeben und in Erwägung:

1. Der Beschuldigte ist des Diebstahls, der Sachbeschädigung, des Haus-
friedensbruchs, des betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsan-
lage in mehrfacher Tatbegehung und weiterer Delikte in 57 Dossiers verdäch-
tig. Die Einzelrichterin am Zwangsmassnahmengericht ordnete gegen ihn am 
11. April 2025 wegen Fluchtgefahr Untersuchungshaft bis am 8. Juli 2025 an. 
Die amtliche Verteidigerin erhob am 24. April 2025 rechtzeitig Beschwerde mit 
den Anträgen, die Haftanordnungsverfügung sei aufzuheben und der Be-
schuldigte unverzüglich aus der Haft zu entlassen, eventualiter sei ersatzwei-
se eine Überwachung von bestimmten Aufenthaltsorten mit einer Fussfessel 
anzuordnen. Unter Hinweis auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid 
verzichtete die vorinstanzliche Richterin (KG-act. 4) auf eine Stellungnahme. 
Sie beantragte wie der Staatsanwalt (KG-act. 5) die kostenfällige Abweisung 
der Beschwerde, verneinte indes mit Verfügung vom 29. April 2025 in teilwei-
ser Gutheissung eines Haftentlassungsgesuchs Wiederholungsgefahr und 
begrenzte die Untersuchungshaft wegen Fluchtgefahr bis am 8. Juni 2025 
(KG-act. 7).

2. Untersuchungshaft ist zulässig, wenn der Beschuldigte eines Verbre-
chens oder Vergehens dringend verdächtig und ernsthaft zu befürchten ist, 
dass er sich durch Flucht dem Strafverfahren oder der zu erwartenden Sankti-
on entzieht (Art. 221 Abs. 1 lit. a StPO). Im vorliegenden Beschwerdeverfah-
ren ist der allgemeine Haftgrund des dringenden Tatverdachts nicht umstritten 
(dazu angef. Verfügung E. 7). Der Beschwerdeführer räumt ein, sich nicht in 
einer stabilen Lebenssituation zu befinden und im laufenden Strafverfahren 
Einvernahmetermine verpasst zu haben. Er bestreitet jedoch eine Untertauch-
absicht, habe er sich doch wegen eines Einvernahmetermins mit dem Staats-
anwalt telefonisch in Verbindung gesetzt. Zudem könne die Staatsanwalt-

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schaft ihn zu polizeilichen Verfahrenshandlungen wie in der Vergangenheit 
auch schon geschehen polizeilich vorführen lassen.

a) Fluchtgefahr als besonderer Haftgrund im Sinne von Art. 221 Abs. 1 lit. a 
StPO setzt ernsthafte Anhaltspunkte dafür voraus, dass der Beschuldigte sich 
dem Strafverfahren oder der zu erwartenden Sanktion durch Flucht entziehen 
könnte. Sie darf nicht schon angenommen werden, wenn die Möglichkeit der 
Flucht in abstrakter Weise besteht. Es braucht eine gewisse Wahrscheinlich-
keit, dass sich der Beschuldigte, wenn er in Freiheit wäre, dem Vollzug der zu 
erwartenden Strafe durch Flucht entzöge. Im Vordergrund steht eine mögliche 
Flucht ins Ausland, denkbar ist jedoch auch ein Untertauchen im Inland. Es 
müssen Gründe bestehen, die eine Flucht nicht nur als möglich, sondern als 
wahrscheinlich erscheinen lassen. Ob Fluchtgefahr besteht, ist aufgrund einer 
Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände zu beurteilen. Die Schwere 
der drohenden Strafe darf als Indiz für Fluchtgefahr gewertet werden, genügt 
jedoch für sich allein nicht, um den Haftgrund zu bejahen (BGer 7B_200/2024 
vom 8. März 2024 E. 3.2.1 m.H. auf BGE 145 IV 503 E. 2.2 und 143 IV 160 
E. 4.3). Neben der objektiven Möglichkeit des Untertauchens ist der Fluchtwil-
le des Beschuldigten massgeblich (Gfeller/Bigler/Bonin, Untersuchungshaft, 
Rz 299), wobei allein dessen Lebensstil nicht ohne Weiteres eine Absicht indi-
ziert, sich dem Strafverfahren oder einer Strafe zu entziehen 
(BGer 7B_200/2024 vom 8. März 2024 E. 3.3). 

b) Der Beschuldigte bestreitet in objektiver Hinsicht nicht, einschlägig mit 
einer unbedingten Freiheitsstrafe vorbestraft zu sein (vgl. U-act. 1.1.031/06 f.) 
und dass ihm wiederum eine unbedingte Freiheitsstrafe drohe, die ihm Anreiz 
zum Untertauchen im Inland bieten könnte. Zudem räumt er ausdrücklich ein, 
in unsteten Verhältnissen zu leben, Einvernahmetermine der Strafverfolgungs-
behörden nicht wahrgenommen und sich wegen der Verhaftung „verarscht“ 
gefühlt zu haben (dazu einlässlich angef. Verfügung E. 8). Dass die Einzel-

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richterin aufgrund dieser Umstände befürchtet, der Beschuldigte könnte sich 
den Strafverfolgungsbehörden entziehen, und zumindest implizit subjektiv 
auch einen diesbezüglichen Willen annimmt, ist daher nicht zu beanstanden. 
Daran ändert nichts, dass der Beschuldigte sich einmal per E-Mail seiner Ver-
teidigerin gegenüber in Bezug auf einen Einvernahmetermin vom 31. März 
2025 entschuldigt hatte, weil er sich nicht gut gefühlt habe, da er in den letzten 
Tagen nicht gut geschlafen und Angst habe (U-act. 2.1.012/02), und sich zu-
dem beim Staatsanwalt telefonisch gemeldet hatte, erschien der Beschuldigte 
doch auch an dem danach anberaumten Termin wiederum nicht (U-
act. 2.1.014). Selbst nach seiner Verhaftung scheint er davon auszugehen, 
dass die Teilnahme an einer Einvernahme in seinem Belieben stehe (U-
act. 2.1.015), wie dies auch früher der Fall war (etwa U-act. 8.55.001 S. 4 f.). 
Er entzieht sich somit regelmässig dem Strafverfahren, was nicht unabsichtlich 
geschehen kann und eher unwahrscheinlich auf behauptetes blosses Verges-
sen (dazu U-act. 10.1.006 Rz 306 ff.), aber möglicherweise auf Persönlich-
keitsstörungen zurückzuführen ist. Letztere werden Gegenstand der im Hin-
blick auf seine Schuldfähigkeit in Aussicht genommenen ergänzenden psych-
iatrischen Begutachtung sein. Die Staatsanwaltschaft befürchtet daher nicht 
grundlos, dass sich der Beschuldigte nicht nur der Strafe, sondern auch dieser 
Begutachtung durch Untertauchen entziehen könnte (vgl. Vi-act. 1 S. 2).

3. Angesichts einer zu erwartenden, möglicherweise unbedingten Frei-
heitsstrafe ist auch der Schluss der Zwangsmassnahmenrichterin nicht zu 
beanstanden, die Haft sei verhältnismässig und die Untertauchensgefahr las-
se sich zurzeit nicht mit milderen Massnahmen bannen, weil der Beschuldigte 
sich nicht an Abmachungen und Termine halte (angef. Verfügung E. 9). Denn 
abgesehen davon, dass Ersatzmassnahmen wie eine regelmässige Melde-
pflicht oder eine Pflicht, sich nur an einem bestimmten Ort aufzuhalten, ein 
Untertauchen nicht verhindern könnten, würden sie voraussetzen, dass der 
Beschwerdeführer ihnen voraussichtlich zuverlässig Folge leisten könnte 

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(BGer 7B_200/2024 vom 8. März 2024 E. 3.4). Davon ist nach dem Gesagten 
beim Beschwerdeführer nicht auszugehen. Mit den konkreten Haftmodalitäten 
verbundene gesundheitliche Probleme sind nicht im Haftungsprüfungsverfah-
ren, sondern mit Haftvollzugsbeschwerde zu beanstanden (Art. 235 StPO). 
Dass sich die Haft auf eine mit ihrem Zweck nicht vereinbare Art und Weise 
auf die Gesundheit des Beschuldigten auswirken würde, ist vorliegend weder 
dargetan noch ersichtlich (vgl. zum Ganzen BGer 1B_90/2021 vom 18. März 
2021 E. 3.2). 

4. Aufgrund dieser Erwägungen ist die Beschwerde kostenfällig (Art. 428 
Abs. 1 sowie Art. 135 Abs. 2 StPO) abzuweisen. Der verfassungsrechtliche 
Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege umfasst nicht auch das Recht, von 
Verfahrens- oder Vertretungskosten generell befreit zu werden, so dass 
Art. 29 Abs. 3 BV mit Abschluss des Beschwerdeverfahrens einer Kostenauf-
lage (Art. 421 Abs. 2 lit. c StPO) nicht entgegensteht (BGer 6B_847/2017 vom 
7. Februar 2018 E. 5; BEK 2017 198 vom 12. März 2018 E. 5);-

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beschlossen:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1’500.00 werden dem 
Beschwerdeführer auferlegt.

3. Die Entschädigung der amtlichen Verteidigerin verbleibt bei der Haupt-
sache.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach 
Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Strafsa-
chen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Be-
schwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

5. Zufertigung an die amtliche Verteidigerin (2/R), die Staatsanwaltschaft 
(je 1/A an die 1. Abteilung und die Amtsleitung/zentraler Dienst), die Vor-
instanz (1/ü) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/ES, 
mit den Akten) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv). 

Namens der Beschwerdekammer
Der Kantonsgerichtspräsident Der Gerichtsschreiber

Versand 19. Mai 2025  amu