# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fbb493ad-dfed-5eb5-8312-b34cb7e9a545
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-06-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.06.2021 E-2160/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2160-2021_2021-06-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2160/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 .  J u n i  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichterin Barbara Balmelli, 

mit Zustimmung von Richterin Camilla Mariéthoz Wyssen;   

Gerichtsschreiberin Nathalie Schmidlin. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Syrien,   

vertreten durch lic. iur. Kathrin Stutz,  

(…),  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (ohne Vollzug);  

Verfügung des SEM vom 31. März 2021 / N (…). 

 

 

 

E-2160/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin verliess ihren Heimatstaat gemäss eigenen Anga-

ben im November 2020. Am 7. Januar 2021 reiste sie in die Schweiz ein 

und suchte gleichentags um Asyl nach. Am 13. Januar 2021 fand die Per-

sonalienaufnahme (PA) statt. Gleichentags bevollmächtigte die Beschwer-

deführerin die ihr zugewiesene Rechtsvertretung. 

B.  

Am 15. Januar 2021 führte die Vorinstanz das persönliche Gespräch ge-

mäss Art. 5 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parla-

ments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und 

Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines 

von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitglied-

staat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (Dublin-III-

VO) durch. Gleichentags beendete die Vorinstanz das Dublin-Verfahren 

und nahm das nationale Asyl- und Wegweisungsverfahren auf. 

C.  

Die Vorinstanz hörte die Beschwerdeführerin am 27. Januar 2021 einläss-

lich zu ihren Asylgründen an. 

Dabei gab die Beschwerdeführerin im Wesentlichen an, sie sei ethnische 

Kurdin und stamme aus B._______. Zuletzt habe sie mit ihren Eltern und 

(…) Geschwistern in C._______ gelebt. Seit dem Jahr 2015 sei sie mit 

D._______ verlobt, welcher in der Schweiz lebe. Die Schule habe sie (…) 

Jahre lang besucht. Die (…)prüfungen habe sie aus finanziellen Gründen 

nicht absolvieren können. Nach einem (…) an einem kurdischen (…) sei 

sie (…) Jahre lang als (…) an einer (…) tätig gewesen. Dort hätten zwei 

kurdische und (…) arabische (…). Als (…) habe sie eine (…)monatige mi-

litärische Ausbildung machen müssen. Aufgrund des Corona Virus habe 

(…) mehrmals schliessen müssen. 

Zu ihren Asylgründen führte die Beschwerdeführerin aus, im November 

2020 habe sie und der andere kurdische (…) (…) Drohbriefe erhalten. Den 

ersten Drohbrief hätten sie nicht ernst genommen. Am folgenden Tag habe 

sie wiederum einen Drohbrief erhalten. Gleichentags sei der andere kurdi-

sche (…) entführt und drei Tage später ermordet worden. Am Tag nach der 

Entführung ihres Kollegen sei sie zur (…) gegangen und kurze Zeit später 

aus Angst wieder nach Hause zurückgekehrt. Die folgenden Tage habe sie 

zu Hause verbracht und die Situation beobachtet. Es seien ihr Drohbriefe 

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mit Blutflecken nach Hause geschickt worden. Da sie nicht mehr habe ar-

beiten und ihr Verlobter in der Schweiz sie aufgrund seines Aufenthaltssta-

tus nicht habe zu sich holen können, habe ihre Familie von ihr verlangt, die 

Verlobung aufzulösen und ihren Cousin zu heiraten. Sie habe sich gewei-

gert, worauf sie von ihren Familienmitgliedern geschlagen und mit dem Tod 

bedroht worden sei. Im Übrigen habe sie an Kundgebungen gegen die Tür-

kei, das Regime und den sogenannten Islamischen Staat teilgenommen.  

Als Beweismittel gab die Beschwerdeführerin ihre Identitätskarte im Origi-

nal zu den Akten.  

D.  

Am 29. Januar 2021 legte die der Beschwerdeführerin zugewiesene Recht-

vertreterin ihr Mandat nieder. 

E.  

Die Vorinstanz hörte die Beschwerdeführerin am 22. März 2021 ergänzend 

zu ihren Asylgründen an. 

Dabei machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, im Sep-

tember 2020 habe sie an zwei aufeinander folgenden Tagen Drohbriefe 

(…) erhalten. Beim ersten Drohbrief hätten sich die (…) gedacht, die (…) 

hätten sich einen Scherz erlaubt. Tags darauf sei die andere bedrohte kur-

dische (…) entführt worden. Am dritten Tag sei sie – die Beschwerdeführe-

rin – zwar zur (…) gegangen. Aus Angst sei sie aber umgehend nach 

Hause zurückgekehrt. In der Folge habe sie sich nur noch zu Hause auf-

gehalten, wo sie innerhalb von zwei Tagen zwei weitere Drohbriefe erhalten 

habe. Da sie nicht mehr habe arbeiten können und zu Hause gewesen sei, 

habe sie Probleme mit ihrer Familie bekommen. Ihr Vater habe sie mit ei-

nem Cousin verheiraten wollen. Sie habe sich geweigert, worauf sie von 

ihrem Vater, ihrem Onkel und vom Cousin geschlagen worden sei.  

F.  

Mit Verfügung vom 31. März 2021 verneinte die Vorinstanz die Flüchtlings-

eigenschaft der Beschwerdeführerin, lehnte das Asylgesuch ab und ver-

fügte die Wegweisung aus der Schweiz. Den Vollzug der Wegweisung 

schob sie infolge Unzumutbarkeit zugunsten einer vorläufigen Aufnahme 

auf. Gleichzeitig beauftragte sie den zuständigen Kanton mit deren Umset-

zung und stellte der Beschwerdeführerin die editionspflichtigen Akten ge-

mäss Aktenverzeichnis zu.  

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Seite 4 

G.  

Mit Eingabe vom 7. Mai 2021 erhob die Beschwerdeführerin beim Bundes-

verwaltungsgericht Beschwerde. Sie beantragt, der Entscheid des SEM 

vom 31. März 2021 sei in den Dispositivziffern 1, 2 und 3 aufzuheben. Es 

sei die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und Asyl zu gewähren. In pro-

zessualer Hinsicht sei ihr die unentgeltliche Prozessführung, inklusive Ver-

zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, und die amtliche Verbei-

ständung zu gewähren. 

Als Beweismittel reichte sie eine Bestätigung der (…) ein.  

H.  

Am 10. Mai 2021 bestätigte das Gericht den Eingang der Beschwerde.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Die Beschwerde-

führerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerdeführung legitimiert 

(Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 

(Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 

2.  

Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens sind die Fragen der 

Flüchtlingseigenschaft, des Asyls und der verfügten Wegweisung. Der Voll-

zug der Wegweisung ist nicht mehr zu prüfen, nachdem die Vorinstanz die 

Beschwerdeführerin infolge Unzumutbarkeit vorläufig aufgenommen hat. 

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

4.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin beziehungsweise ei-

nes zweiten Richters entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend 

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aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur summa-

risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-

haftmachen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und 

folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden 

(vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, 2012/5 E. 2.2). 

6.  

6.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, 

die Vorbringen der Beschwerdeführerin hielten weder den Anforderungen 

an das Glaubhaftmachen nach Art. 7 AsylG noch denjenigen an die Flücht-

lingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG stand.  

Betreffend den Zeitpunkt der Bedrohungen und ihres letzten Arbeitstages 

habe sie sich unvereinbar geäussert. Anlässlich der ersten Anhörung habe 

sie angegeben, im November 2020 bedroht worden zu sein. Zwei Monate 

später habe sie in der ergänzenden Anhörung geltend gemacht, im Sep-

tember 2020 bedroht worden zu sein. Der Zeitpunkt der Bedrohungen 

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werde ferner in Frage gestellt, da sie angegeben habe, ungefähr fünf Mo-

nate vor der ergänzenden Anhörung (im Oktober/November 2020) mehrere 

(…) ihrer (…) aufgrund des Corona Virus nach Hause geschickt zu haben 

und die (…) habe für einen Monat schliessen müssen. Dies wäre jedoch 

gemäss ihren Angaben gar nicht möglich gewesen, da sie zu diesem Zeit-

punkt aufgrund der Drohungen bereits nicht mehr als (…) tätig gewesen 

sei. Im Übrigen könne von einer Person mit (…) Jahren Ausbildung erwar-

tet werden, dass sie sich an solche Details erinnere. 

Ferner seien die Aussagen der Beschwerdeführerin zum Aussehen der 

Drohbriefe vage ausgefallen. Danach gefragt, habe sie in der ersten Anhö-

rung angegeben, es sei einfach ein Brief gewesen, auf dem ihr Name, der-

jenigen des anderen Kurdisch (…) und die Drohung geschrieben gewesen 

sei. Anlässlich der ergänzenden Anhörung habe sie ausgeführt, es habe 

sich um ein weisses Papier mit ihrem Namen gehandelt. Der Absender sei 

nicht bekannt. Es erstaune daher, dass sie sich durch das Regime bedroht 

gefühlt habe, ohne zu wissen, vom wem die Drohbriefe stammen würden. 

Nicht schlüssig sei ferner, weshalb sie einerseits ausgesagt habe, die 

Drohbriefe, welche sie in der (…) und zu Hause erhalten habe, hätten sich 

nicht unterschieden. Andererseits habe sie angegeben, auf denjenigen 

Briefen, welche sie an ihrem Arbeitsplatz erhalten habe, sei im Gegensatz 

zu den Briefen, die sie daheim erhalten habe, ihr Name aufgeführt worden. 

Ihre Erklärung, wonach sonst nicht klar gewesen wäre, an welche (…) sich 

die Drohungen richten würden, vermöge nicht zu überzeugen, zumal nur 

zwei (…) Kurdisch (…) hätten. Dies umso mehr, als in den Drohbriefen ge-

standen habe, sie sollten aufhören, Kurdisch zu (…). Unverständlich sei 

sodann, dass sie plötzlich bedroht worden sein solle, nachdem sie bereits 

seit (…) Jahren Kurdisch (…) und keine Probleme gehabt habe. Sie habe 

auch nicht erklären können, weshalb von zwei kurdischen (…), die gleich-

zeitig bedroht worden seien, die eine unmittelbar nach Erhalt der ersten 

Drohung entführt und ermordet worden sein soll – ohne je die Möglichkeit 

erhalten zu haben, die Arbeit einzustellen –, während dem ihr selbst wei-

tere Drohbriefe zugestellt worden sein sollen. Bezeichnenderweise habe 

die Beschwerdeführerin die Drohbriefe denn auch nicht als Beweismittel zu 

den Akten gegeben.  

Sodann seien ihre Schilderungen zur drohenden Zwangsheirat mit ihrem 

Cousin vage und oberflächlich ausgefallen. Gemäss ihren Angaben sei bis 

kurz vor ihrer Ausreise eine Zwangsheirat kein Thema gewesen. Begrün-

det habe sie dies damit, ihr Verlobter habe versucht, sie zu sich in die 

Schweiz zu holen. Da sie aber nicht mehr habe arbeiten können, habe sich 

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die Situation verändert. Es sei indes nicht nachvollziehbar, weshalb die El-

tern plötzlich einen solchen Druck auf sie ausüben sollten, obwohl sie noch 

ältere unverheiratete Schwestern habe. Ferner wäre die drohende 

Zwangsheirat zeitlich nur mit ihren Angaben vereinbar, wenn die Drohun-

gen im September 2020 stattgefunden hätten.  

Bezüglich der Teilnahme an Demonstrationen gegen die Türkei, die Regie-

rung und den sogenannten Islamischen Staat habe sie keine Probleme mit 

den Behörden erwähnt. Soweit sie schliesslich vorbringe, sie habe als (…) 

eine (…)monatige militärische Ausbildung machen müssen, sei festzuhal-

ten, dass sie in diesem Zusammenhang keine flüchtlingsrechtlich relevan-

ten Nachteile geltend gemacht habe.  

6.2 In der Rechtmitteleingabe hält die Beschwerdeführerin an der Glaub-

haftigkeit und Asylrelevanz ihrer Vorbringen fest und rügt damit eine Ver-

letzung von Art. 7 und Art. 3 AsylG. Sie sei in Syrien massiv gefährdet. Die 

zweite kurdische (…) an der (…) sei entführt und ermordet worden, womit 

die Drohungen bereits umgesetzt worden seien. Die unterschiedlichen An-

gaben zum Zeitpunkt des Erhalts der Drohbriefe seien darauf zurückzufüh-

ren, dass es ihr am Tag der ergänzenden Anhörung aufgrund ihrer (…) ge-

sundheitlich nicht gut gegangen und sie müde gewesen sei. Betreffend den 

Zeitpunkt ihres letzten Arbeitstages seien die Angaben anlässlich der ers-

ten Anhörung richtig. Das SEM pauschalisiere, dass Personen mit einer 

höheren Bildung ein besseres Erinnerungsvermögen hätten. Aus Angst vor 

einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses, sei sie am dritten Tag nach Erhalt 

der Drohbriefe nochmals zur (…) gegangen. Sie sei nicht über die Entfüh-

rung des anderen (…) informiert worden. Zu Beginn ihrer Tätigkeit als (…) 

in C._______ seien die Kurden an der Macht gewesen, weshalb sie zuvor 

nicht bedroht worden sei. Schliesslich drohe ihr eine Zwangsheirat mit ei-

nem Cousin. Sie sei von ihren Familienmitgliedern gezwungen worden, die 

Verlobung aufzulösen sowie mehrfach geschlagen und mit dem Tod be-

droht worden.  

7.  

7.1 Die vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Mit der 

Vorinstanz ist festzustellen, dass sich die Beschwerdeführerin anlässlich 

der Anhörungen zum Zeitpunkt der Drohungen und jenem des letzten Ar-

beitstages unvereinbar geäussert hat. Soweit sie diesbezüglich vorbringt, 

die widersprüchlichen Angaben seien auf ihren schlechten Gesundheitszu-

stand infolge der (…) anlässlich der ergänzenden Anhörung zurückzufüh-

ren, ist festzustellen, dass sie zu Beginn dieser angab, es gehe ihr gut aber 

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sie sei auf dem Weg hierher sehr müde gewesen (vgl. SEM-Akten 

1085314-33/19 F5 ff.). Dem Protokoll lassen sich indes keine Anhalts-

punkte entnehmen, dass die Beschwerdeführerin nicht in der Lage gewe-

sen wäre, der Anhörung zu folgen und die Fragen zu beantworten. Nament-

lich hat auch die an der Anhörung anwesende Rechtvertreterin weder auf 

die (…) hingewiesen noch Einwände gegen die Anhörungssituation erho-

ben. Auch wenn eine (…) – wie von der Beschwerdeführerin vorgebracht – 

etwas Persönliches ist, ist die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Mitwir-

kungspflicht (vgl. Art. 8 AsylG) verpflichtet, die Vorinstanz über wesentliche 

Ereignisse zu informieren, die bei der Prüfung des Asylgesuchs zu berück-

sichtigen sind, und die Fragen anlässlich der Anhörungen wahrheitsge-

mäss zu beantworten. Die Beschwerdeführerin hat sich demnach bei ihren 

Aussagen zu behaften.  

Die Vorinstanz führte sodann betreffend die geltend gemachten Bedrohun-

gen zutreffend aus, dass nicht nachvollziehbar erscheint, weshalb die eine 

kurdische (…) gleich am Tag nach Erhalt des ersten Drohbriefes entführt 

und wenige Tage später umgebracht worden sein soll, und die andere – die 

Beschwerdeführerin – zwar noch weitere Drohbriefe erhalten habe, welche 

aber keine weiteren Konsequenzen gehabt hätten. Ebenso wenig nachvoll-

ziehbar erscheint, wieso die Beschwerdeführerin von den anderen (…) 

nicht über die Entführung informiert worden ist, zumal sie angab, es habe 

eine WhatsApp-Gruppe für (…) und den (…) gegeben (vgl. a.a.O. F40). 

Auch die Ausführungen der Beschwerdeführerin zur drohenden Zwangs-

heirat blieben stereotyp und vage. So gab sie jeweils an, sie sei von einigen 

Familienmitgliedern geschlagen worden, als sie sich geweigert habe, ihre 

Verlobung aufzulösen und ihren Cousin zu heiraten (a.a.O. F62 ff. und 

F80). Insbesondere nicht nachvollziehbar erscheint, weshalb die Familien-

mitglieder derart Druck auf die Beschwerdeführerin ausgeübt haben sollen, 

obwohl sie noch ältere unverheiratete Schwestern hat. Es ist folglich nicht 

davon auszugehen, dass ihr gedroht hätte beziehungsweise bei einer 

Rückkehr drohen würde, Opfer eines Ehrenmords zu werden. Schliesslich 

legt die Beschwerdeführerin mit dem Wiederholen ihrer Aussagen und dem 

Festhalten an der einen oder anderen Version ihrer Vorbringen nicht dar, 

inwiefern die Vorinstanz vorliegend Bundesrecht verletzt hat. Um Wieder-

holungen zu vermeiden, kann auf die zutreffenden Ausführungen in der an-

gefochtenen Verfügung verwiesen werden.  

7.2 Im vorliegenden Fall bleibt anzumerken, dass sich aus den vorstehen-

den Erwägungen nicht der Schluss ergibt, die Beschwerdeführerin sei zum 

heutigen Zeitpunkt angesichts der allgemeinen Situation in Syrien in ihrem 

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Seite 9 

Heimatstaat nicht gefährdet. Der bürgerkriegsbedingten Gefährdungslage 

und der fortbestehenden Volatilität und Dynamik der Entwicklung in Syrien 

wurde jedoch durch die Anordnung der vorläufigen Aufnahme durch die 

Vorinstanz Rechnung getragen. 

7.3 Zusammenfassend hat die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft der 

Beschwerdeführerin zu Recht verneint und das Asylgesuch abgelehnt.  

8.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 

AsylG). 

Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche Auf-

enthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. 

Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 

2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Die Beschwerdeführerin beantragt die Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung und der amtlichen Verbeiständung. Aufgrund der vor-

stehenden Erwägungen ergibt sich, dass ihre Vorbringen als aussichtslos 

zu erachten sind, womit einer der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzun-

gen gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG und Art. 102m AsylG nicht gegeben ist, 

weshalb die Gesuche abzuweisen sind. 

10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerde-

führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

10.3 Mit dem vorliegenden Urteil wird der Antrag auf Verzicht auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses gegenstandslos.  

(Dispositiv nächste Seite) 

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und amt-

lichen Verbeiständung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Barbara Balmelli Nathalie Schmidlin 

 

 

Versand: