# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7116bf45-055f-57b9-887c-d90fe3d65828
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-10-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 13.10.2008 ZF 2008 29
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2008-29_2008-10-13.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 13. Oktober 2008 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 08 29

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Präsident Brunner
RichterInnen Riesen-Bienz, Hubert, Zinsli und Michael Dürst 
Aktuarin ad hoc Ankes

——————

In der zivilrechtlichen Berufung

des Z., Beklagter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. 
Pius Fryberg, Quaderstrasse 8, 7000 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts I. vom 6. Dezember 2007, mitgeteilt am 22. Februar 
2008, in Sachen Y., Klägerin und Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanwalt 
lic. iur. Andrin Perl, Postfach 459, Tittwiesenstrasse 29, 7001 Chur, gegen den Be-
klagten und Berufungskläger, 

betreffend Nebenfolgen Ehescheidung,

hat sich ergeben:

2

A.1. Y., geboren am _ 1964 in A., und Z., geboren am _ 1963 in B., heira-
teten am _ 1988 in C.. Aus dieser Ehe sind die Söhne D., geboren am _1989, und 
E., geboren am _ 1991, hervorgegangen. Z. ist zudem Vater der Tochter F., geboren 
am _ 2003, welche aus der Beziehung mit seiner jetzigen Lebensgefährtin G. 
stammt.

2. Bis zu ihrer Trennung im Jahre 2002 bewirtschafteten die Parteien ge-
meinsam den Hof "H." in C..

B. Am 20. Februar 2002 liess Z. erstmals eheschutzrichterliche Mass-
nahmen beantragen. Gegen die hierauf erlassene Verfügung des Bezirksgerichts-
präsidiums I. vom 14. Mai 2002, mitgeteilt am 29. Mai 2002, liess Y. am 13. Juni 
2002 Rekurs beim Kantonsgerichtspräsidium Graubünden erheben.

C. In der Einigungsverhandlung vor Kantonsgerichtspräsidium Graubün-
den vom 18. Juli 2002 schlossen die Parteien einen gerichtlichen Vergleich, in dem 
sich Y. verpflichtete, die eheliche Wohnung bis spätestens 31. August 2002 zu ver-
lassen; im Gegenzug verpflichtete sich Z. zu Unterhaltszahlungen an seine Ehefrau 
während der auf den Auszug folgenden 12 Monate. 

D. Mit Unterhaltsvertrag vom 22. November 2003 verpflichtete sich Z., F. 
monatlichen Unterhalt wie folgt zu bezahlen: Fr. 200.─ von Geburt bis 31. März 
2009, Fr. 700.─ vom 1. April 2009 bis 31. März 2015 und Fr. 800.─ vom 1. April 
2015 bis zur Mündigkeit.

E. Aufgrund gemeinsamen Scheidungsbegehrens vom 18. Januar 2006 
fand am 14. Februar 2006 die getrennte und gemeinsame Anhörung der Eheleute 
vor Bezirksgerichtspräsidium I. statt. Dabei bekräftigten die Ehegatten ihren Schei-
dungswillen und erklärten, die Beurteilung sämtlicher strittiger Nebenfolgen dem 
Gericht überlassen zu wollen. Nach Ablauf der zweimonatigen Bedenkfrist bestätig-
ten die Ehegatten ihre Erklärungen, woraufhin das Bezirksgerichtspräsidium I. mit 
Verfügung vom 5. September 2006 das Verfahren in den streitigen Abschnitt über-
führte und der Ehefrau dabei die Klägerrolle zuwies.

F. Mit Prozesseingabe vom 19. Oktober 2006 liess Y. beantragen was 
folgt: 

"1. Die güterrechtliche Auseinandersetzung sei gemäss Gesetz anzuord-
nen und zu vollziehen.

2. An den im Eigentum des Ehemannes stehenden Liegenschaften sei der 
Ehefrau ein Gewinnbeteiligungsanspruch für die Dauer von 25 Jahren 
einzuräumen. Dabei sei das zuständige Grundbuchamt anzuweisen, 

3

den entsprechenden Eintrag für die Dauer von 25 Jahren ab Abschluss 
der güterrechtlichen Auseinandersetzung im Grundbuch vorzunehmen.

3. Die Aufteilung der Pensionskassenguthaben sei zu verweigern.

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge, zuzüglich jeweils gültige 
MWSt., zu Lasten des Ehemannes."

Die Klägerin habe von 1988 bis 2002 intensiv im ehelichen Landwirtschafts-
betrieb mitgearbeitet, wobei sämtliche Ersparnisse umgehend reinvestiert worden 
seien; auch sei der gesamte Viehbestand sowie weitere Fahrhabe während der 
Ehezeit angeschafft sowie ein neuer Grossstall erstellt worden. Da der Ehemann 
eine umfassende Darlegung seiner Vermögenssituation verweigere, sei eine Schät-
zung durch die Schätzungsabteilung des schweizerischen Bauernverbandes, 
Brugg/AG, vorzunehmen.

G. In seiner Prozessantwort vom 13. Dezember 2006 liess Z. Folgendes 
beantragen:

"1. Die Ehe der Parteien sei zu scheiden.

2. Die Obhut und elterliche Sorge über die beiden aus der Ehe hervorge-
gangenen Kinder

- D., geb. _1989, und

- E., geb. _ 1991,

sei alleine dem Vater zuzuweisen.

3. Regelung des Besuchs- und Ferienrechts.

4. Die Mutter sei zu verpflichten, an den Unterhalt der beiden Kinder einen 
monatlichen, pränumerando zahlbaren Beitrag in Höhe von je Fr. 550.─, 
allenfalls einen Betrag nach richterlichem Ermessen, zuzüglich der ver-
traglichen oder gesetzlichen Kinderzulagen, zu bezahlen.

5. Güterrechtliche Auseinandersetzung gemäss Gesetz.

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

Hinsichtlich der güterrechtlichen Auseinandersetzung wird dargelegt, der 
Ehemann habe mit Abtretungsvertrag vom 10. Oktober 1997 von seinem Vater ver-
schiedene Grundstücke in der Gemeinde C. zum Ertragswert von insgesamt Fr. 
94'500.─ übernehmen können, was durch einen zinsfreien Erbvorbezug von Fr. 
4'571.40, die Übernahme einer bestehenden Grundpfandschuld von Fr. 23'928.60 
und ein verzinsliches Darlehen von Fr. 30'000.─ von seinem Vater finanziert worden 
sei; der Rest der Schuld sei durch Wohnrechtsdarlehen von Fr. 24'000.─ (lebens-
langes Wohnrecht zugunsten seiner Eltern, Jahrgang 1940 und 1942) sowie Fr. 
12'000.─ (lebenslanges Wohnrecht zugunsten seiner Grossmutter, Jahrgang 1920) 
getilgt worden. Seinem Vater stehe an den übertragenen Grundstücken ein vererb-

4

liches Gewinnanteilsrecht gemäss Art. 28 ff. des Bundesgesetzes über das bäuer-
liche Bodenrecht (BGBB; SR 211.412.11) sowie ein Rückkaufsrecht gemäss Art. 55 
BGBB für den Fall, dass die Selbstbewirtschaftung innert 10 Jahren nach Über-
nahme aufgegeben werde, zu. Bei dem Landwirtschaftsbetrieb handle es sich um 
Eigengut des Ehemannes. Man gehe mit der Ehefrau einig, dass der für die güter-
rechtliche Auseinandersetzung massgebliche Wert durch eine Expertise zu ermit-
teln sei; als Experte sei J. vom Landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszen-
trum Plantahof, Landquart, zu beauftragen.

H. In ihrer Replik vom 12. Februar 2007 lässt die Klägerin vorbringen, der 
buchhalterische Reingewinn des Ehemannes sei keinesfalls mit dem tatsächlichen 
Einkommen gleichzusetzen, da Amortisationen, Abschreibungen und Naturalbe-
züge hinzuzurechnen seien. Bei dem - in der Ehezeit gemeinsam aufgebauten, fi-
nanzierten und amortisierten - Landwirtschaftsbetrieb handle es sich nicht um Ei-
gengut des Ehemannes, sondern - da abgesehen vom Erbvorbezug von Fr. 
4'571.40 entgeltlich erworben - um Errungenschaft. Zudem erscheine der von der 
Gegenpartei vorgeschlagene Experte befangen, da er der ständige landwirtschaft-
liche Berater des bündnerischen Bauernstandes sei.

I. Der Beklagtenvertreter verzichtete mit Schreiben vom 2_2007 auf eine 
explizite Duplik, führt jedoch aus, der von ihm vorgeschlagene Experte kenne die 
lokalen Verhältnisse und könne daher die Expertise mit vertretbarem Aufwand aus-
arbeiten. Konkret gehe es auch um die finanzielle Tragbarkeit einer allfälligen Aus-
gleichsforderung für den Ehemann, da davon auszugehen sei, dass der Landwirt-
schaftsbetrieb später an einen oder beide Söhne der Parteien übergehen werde.

J. In der Folge beauftragte das Bezirksgericht I. J. mit der Erstellung der 
Expertise, welche am 27. August 2007 dem Gericht übersandt wurde (act. VI/8). In 
ihr werden im Wesentlichen folgende Feststellungen getroffen:

1. Bei der Pachtübernahme des elterlichen Betriebs am 1. Mai 1990 hätten 
die Eheleute das Inventar vom Vater des Ehemannes zum Preis von Fr. 
22'000.─ übernommen; diese Schuld bestehe fort (S. 2, Ziff. 4). 

2. Die Eigentumsübertragung der Liegenschaften sei am 10. Oktober 1997 
rückwirkend auf den 1. Januar 1995 zum Preis von Fr. 94'000.─ (S. 2, 
Ziff. 6) erfolgt.

3. Zugunsten der Eltern und der Grossmutter des Ehemannes bestünden 
Wohnrechte im gemeinsamen Wohnhaus, welche mittels zinsloser 
Wohnrechtsdarlehen in Höhe von gesamt Fr. 36'000.─ (Eltern 24'000.─, 
Grossmutter 12'000.─) entschädigt würden. Nach Auflösung des Wohn-
rechtsdarlehens müsse dieses verzinst werden bzw. werde zur Rück-
zahlung fällig (S. 2, Ziff. 7 und 8).

5

4. Im Jahr 1998/99 sei ein neuer Stall zu Gesamtkosten von Fr. 607'000.─ 
errichtet worden. Neben Subventionen von Fr. 232'000.─ und Spenden 
der Berghilfe von Fr. 104'466.─ sei die Finanzierung durch eine Hypo-
thek von Fr. 112'000.─, einen zinslosen Investitionskredit von Fr. 
100'000.─, Eigenmittel von Fr. 20'000.─ und Eigenarbeit von Fr. 
38'434.─ (S. 3, Ziff. 10) erfolgt.

5. Im Jahr 2001 habe der Vater des Ehemannes diesem ein zinsloses Dar-
lehen von Fr. 80'000.─ zum Ankauf eines Transporters mit Zusatz-
geräten (S. 3, Ziff.11) gewährt.

6. Zur Hochzeit hätten die Eheleute eine Kuh im Wert von Fr. 3'000.─ als 
Geschenk (S. 3, Ziff. 12) erhalten.

7. Das Eigengut von Z. (1/2 Kuh, Auto Ford alt geschätzt, Inventar Maschi-
nen/Werkzeuge, Erbvorbezug bei Liegenschaftsübernahme) sei mit Fr. 
11'071.40 zu bewerten, dasjenige von Y. (1/2 Kuh, Aussteuer [An-
nahme]) mit Fr. 4'500.─. Die Aktiven Betrieb (neben Geldvermögen und 
Inventar Liegenschaften zum Ertragswert von gesamt Fr. 234'720.─) 
betrügen Fr. 438'345.37, die Passiven (Darlehen Vater Fr. 98'000.─, In-
vestitionskredit Fr. 70'000.─, Hypothek Fr. 125'950.─, Wohnrechtsdar-
lehen Fr. 36'000.─ und Transitorische Passiven Fr. 5'702.70) Fr. 
335'652.70, was ein Reinvermögen von Fr. 102'692.67 und nach Abzug 
des jeweiligen Eigenguts eine Errungenschaft von Fr. 87'121.27 ergebe 
(S. 4 und 5). 

8. Da die Liegenschaften fast ausschliesslich über Schuldübertragungen 
finanziert worden seien, seien sie als Errungenschaft zu werten (S. 6, 
Ziff. 3).

9. Der Ertragswert der Liegenschaften betrage insgesamt Fr. 175'400.─, 
davon mache der Ertragswert des neuen Stalls Fr. 72'700.─ aus. Der 
Anrechnungswert des Stalls betrage Fr. 132'020.─ (Ertragswert + 30% 
des Überhangs von Fr. 197'734.─  [Restkosten Stall nach Abzug der 
Drittzahlungen – Ertragswert] ) (S. 9 und 10, Anhang 1 und 2).

10. Der güterrechtliche Anspruch der Ehefrau betrage demnach (gerundet) 
Fr. 48'000.─ (1/2 Errungenschaft + Eigengut). Eine Auszahlung über die 
Aufnahme neuer Schulden sei für den Betrieb kaum tragbar; der An-
spruch sei ausstehenden Unterhaltszahlungen gegenüber zu stellen (S. 
5, Ziff. 4. und 5.; S. 7, Ziff. 7. zur Expertenfrage 2).

K. Mit Urteil vom 6. Dezember 2007, mitgeteilt am 22. Februar 2008, er-
kannte das Bezirksgericht I. wie folgt:

"1. Die am _ 1988 in C. geschlossene Ehe der Parteien wird geschieden.

2. Die elterliche Sorge über den gemeinsamen Sohn E., geboren am _ 
1991, wird dem Vater zugeteilt.

3. Y. wird verpflichtet, an den Unterhalt ihres Sohnes E. einen monatlich 
im Voraus zahlbaren Unterhaltsbeitrag von Fr. 400.─ zuzüglich allfälli-
ger vertraglicher oder gesetzlicher Kinderzulagen zu bezahlen. Diese 
Unterhaltspflicht dauert bis zur wirtschaftlichen Selbständigkeit des 
Sohnes, längstens bis zu seiner Mündigkeit. Art. 277 Abs. 2 ZGB bleibt 
vorbehalten.

6

4. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine güterrechtliche Aus-
gleichszahlung von Fr. 48'000.─ zu bezahlen, zahlbar in vier jährlichen 
auf den 31. Dezember fälligen Teilzahlungen von je Fr. 12'000.─, erst-
mals per 31. Dezember 2008.

5. Es wird festgestellt, dass Z. das landwirtschaftliche Gewerbe zu einem 
Wert unter dem derzeitigen Verkehrswert übernommen hat und Y. be-
rechtigt ist, ihr gesetzliches Gewinnbeteiligungsrecht zulasten der zum 
landwirtschaftlichen Gewerbe gehörenden Liegenschaften provisorisch 
im Grundbuch eintragen zu lassen.

6. Der von den Parteien erklärte Verzicht auf eine Aufteilung der Austritts-
leistungen der beruflichen Vorsorge wird genehmigt.

7. (Kosten)

8. (Mitteilung)"

a. Die Entscheidung hinsichtlich der güterrechtlichen Auseinanderset-
zung stützt sich im Wesentlichen auf die eingeholte Expertise. Dem Einwand der 
Klägerin, der Experte erscheine befangen, da er die Bündner Landwirtschaftsbe-
triebe und damit auch den Beklagten dauernd berate, hält das Gericht entgegen, 
der konkrete Einwand, J. sei seit Jahren Berater des Beklagten, sei erstmals an-
lässlich der Hauptverhandlung und damit verspätet vorgebracht worden; vorher sei 
lediglich in pauschaler Weise der Vorhalt angebracht worden, das Landwirtschaftli-
che Beratungszentrum Plantahof und damit J. berate dauernd die Bündner Land-
wirtschaftsbetriebe. Abgesehen davon, dass sich die Parteien im nichtstreitigen Ver-
fahrensabschnitt noch auf die Einholung eines Gutachtens von gerade diesem Ex-
perten geeinigt hätten, spreche die Tatsache, dass die Bündner Landwirte dauernd 
von den Experten des Plantahofs beraten würden, eher für diese, da sie sich mit 
den lokalen Verhältnissen auskennen würden. 

b. Schon das Gesetz sehe eine gewisse Bevorzugung desjenigen vor, 
der den landwirtschaftlichen Betrieb übernehmen wolle, indem es eine Bewertung 
zum Ertragswert erlaube; dieser sei im Übrigen in der Verordnung zum BGBB (VBB; 
SR 211.412.110) und vor allem durch die Schätzungsanleitung des Bundesrats de-
tailliert normiert. Auch gebe das Gutachten selbst zu keinen Beanstandungen An-
lass, weshalb es als Grundlage der güterrechtlichen Auseinandersetzung dienen 
könne. Der Ertragswert des Landwirtschaftsbetriebs sei korrekt geschätzt worden; 
die vorgenommene Erhöhung des Ertragswerts des neuen Stalls von Fr. 72'700.─ 
um Fr. 59'320.─ auf Fr. 132'020 sei gerechtfertigt, da Art. 213 des Schweizerischen 
Zivilgesetzbuchs (ZGB; SR 210) diese Möglichkeit vorsehe. Die Eigenleistungen, 
seitherigen Abzahlungen des Investitionskredits sowie die seitherige Amortisation 
des Hypothekardarlehens seien zweifellos der Errungenschaft zuzurechnen. Die 
vorgenommene Erhöhung des Ertragswerts mache nicht einmal ganz 2/3 der effek-

7

tiv in den Stall investierten Mittel der Errungenschaft aus, weshalb die entspre-
chende Erhöhung einen gerechten Ausgleich zwischen den beiderseitigen Interes-
sen der Ehegatten darstelle. Im Übrigen sei der Landwirtschaftsbetrieb - da während 
der Ehe grösstenteils entgeltlich erworben - als Errungenschaft zu qualifizieren, was 
an der Hauptverhandlung auch nicht mehr in Frage gestellt worden sei. Eine Teil-
zahlung der geschuldeten Leistung in vier Raten à Fr. 12'000.─ rechtfertige sich 
aufgrund der Einkommensverhältnisse des Ehemannes.

L.1. Gegen dieses Urteil liess Z. am 31. März 2008 Berufung erheben und 
beantragen:

"1. Die Ziff. 4 und 5 des Dispositivs des angefochtenen Urteils seien aufzu-
heben.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge."

2. Mit Verfügung vom 25. April 2008 ordnete das Kantonsgerichtspräsi-
dium das schriftliche Verfahren gemäss Art. 224 Abs. 2 ZPO an. In der innert ver-
längerter Begründungsfrist eingereichten Berufungsschrift vom 9. Juni 2008 änderte 
der Berufungskläger seine Anträge wie folgt ab:

"1. Die Ziff. 4 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei aufzuheben.

Es sei festzustellen, dass die Parteien güterrechtlich auseinanderge-
setzt sind.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge."

In der Begründung führt er aus, die von J. als Eigengut der Ehefrau aufge-
führte halbe Kuh im Wert von Fr. 1'500.─ sowie die Aussteuer von Fr. 3'000.─ seien 
nicht anzurechnen, da die Kuh vermutlich nicht mehr lebe und die Ehefrau beim 
Auszug aus der gemeinsamen Wohnung die persönlichen Sachen und eigenen Mö-
bel mitgenommen habe. Zudem stelle der landwirtschaftliche Betrieb Eigengut des 
Berufungsgegners dar; bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise überwiege der un-
entgeltliche Teil, da bei einem Übernahmepreis von Fr. 116'600.─ (Fr. 94'500.─ 
Grundstück, Fr. 22'000.─ Inventar) nur Fr. 23'928.60 durch Übernahme der Hypo-
thek getilgt worden seien. Die Ehefrau habe keinen Anspruch auf einen Mehrwert-
anteil gemäss Art. 206 ZGB bzw. 209 ZGB, da die Schulden den – auch gemäss 
Art. 212 f. ZGB allenfalls erhöhten – Ertragswert überstiegen. Eine Erhöhung 
gemäss Art. 213 ZGB sei ohnehin nicht gerechtfertigt, da eine  Auszahlung des 
güterrechtlichen Anspruchs für den Betrieb nicht tragbar sei. Auch hinsichtlich des 
im Jahre 2001 angeschafften Transporters stehe der Ehefrau kein Mehrwertanteil 
zu, da das bei Pachtantritt im Jahre 1990 übernommene Inventar Eigengut des Ehe-
mannes darstelle und demnach alle neuen Maschinen und Geräte Surrogate dar-

8

stellten. Im Übrigen halte der Berufungskläger keine eigenen Tiere, sondern ledig-
lich Aufzuchttiere in Vertrag. Weiter sei das Gewinnanteilsrecht des Vaters gemäss 
Art. 28 BGBB mit mindestens Fr. 50'000.─ zu bewerten und auch die Wohnrechte 
mit insgesamt mindestens Fr. 170'000.─ zu kapitalisieren. Auch seien Privatschul-
den von Fr. 10'000.─ in der Expertise nicht berücksichtigt worden. Insgesamt über-
stiegen daher die Passiven klar die Aktiven, weshalb der Ehefrau kein güterrechtli-
cher Anspruch zustehe.

M. In ihrer innert mehrfach erstreckter Frist eingereichten Berufungsant-
wort vom 12. September 2008 beantragt die Berufungsbeklagte kostenfällige Ab-
weisung der Berufung. Soweit das Gutachten - das im Übrigen durch den vom Be-
rufungskläger vorgeschlagenen Experten verfasst worden sei - in Zweifel gezogen 
werde, dürfe dies nur auf Basis einer gutachterlichen Erläuterung oder einer Ober-
expertise gemäss Art. 195 ZPO erfolgen. Die zur Hochzeit geschenkte Kuh sei in 
Form von Ersatzanschaffungen noch immer im Vermögen der Ehegatten vorhan-
den; die Aussteuer und die eigenen Möbel, welche die Ehefrau bei ihrem Auszug 
mitgenommen habe, seien nicht identisch. Der landwirtschaftliche Betrieb inklusive 
dem neu erbauten Stall sowie die Maschinen und Geräte stellten Errungenschaft 
dar, da sie in den Ehejahren gemeinsam erwirtschaftet worden seien. Das mit dem 
Vater vereinbarte Rückkaufsrecht sei im Jahr 2007 abgelaufen. Die Behauptung, 
das Inventar sei nicht vom Ehepaar, sondern allein vom Ehemann übernommen 
worden, sei sowohl falsch als auch verspätet. Gleiches gelte für das Vorbringen, es 
würden keine eigenen Tiere gehalten. Der Abzug eines Gewinnanteilsrechts von Fr. 
50'000.─ sei nicht gerechtfertigt, ebenso wenig eine Kapitalisierung der bestehen-
den Wohnrechte. Die Härteklausel des Art. 213 ZGB sei ohne weiteres anwendbar. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften, den In-
halt der Expertise und der übrigen beigezogenen Unterlagen sowie auf die Erwä-
gungen im vorinstanzlichen Urteil wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen ein-
gegangen.

Die Zivilkammer zieht in Erwägung :

1.a. Die am 31. März 2008 beim Bezirksgericht I. eingereichte Berufung 
erfolgte - unter Berücksichtigung der Oster-Gerichtsferien (Art. 62 Abs. 1 der Zivil-
prozessordnung des Kantons Graubünden [ZPO; BR 320.000]) - fristgerecht; da sie 
auch im Übrigen den formellen Anforderungen gemäss Art. 218, 219 und 224 Abs. 
2 ZPO genügt, ist auf sie einzutreten.

9

b. Nachdem in der Berufungsbegründung vom 9. Juni 2008 die Beru-
fungsanträge abgeändert wurden, ist nur noch Ziff. 4 des Dispositivs des angefoch-
tenen Urteils streitig. Auch gegen die Person des Experten werden vor Kantonsge-
richt keine Einwände mehr erhoben. Zu klären ist demnach einzig, ob und in welcher 
Höhe ein Anspruch der Ehefrau aus Güterrecht besteht. Stichtag für die Bewertung 
der Vermögenswerte ist der 18. Januar 2006, der Tag der Einreichung des Schei-
dungsbegehrens (Art. 5 Abs. 1 des kantonalen Einführungsgesetzes zum Schwei-
zerischen Zivilgesetzbuch [EGzZGB; BR 210.100], Art. 50 Abs. 2 ZPO).

2. Unbestritten unterstehen die Ehegatten dem gesetzlichen Güterstand 
der Errungenschaftsbeteiligung. Umstritten ist jedoch zunächst, ob der landwirt-
schaftliche Betrieb Errungenschaft oder Eigengut darstellt. 

a. Errungenschaft sind die Vermögenswerte, die ein Ehegatte während 
der Dauer des Güterstandes entgeltlich erwirbt (Art. 197 Abs. 1 ZGB). Eigengut sind 
gemäss Art. 198 ZGB von Gesetzes wegen die Gegenstände, die einem Ehegatten 
ausschliesslich zum persönlichen Gebrauch dienen (Ziff. 1), die Vermögenswerte, 
die einem Ehegatten zu Beginn des Güterstandes gehören oder ihm später durch 
Erbgang oder sonst wie unentgeltlich zufallen (Ziff. 2), Genugtuungsansprüche (Ziff. 
3) sowie Ersatzanschaffungen für Eigengut (Ziff. 4).

b. Die Errungenschaft gilt als durch das Zusammenwirken beider Ehe-
gatten erwirtschaftet. Zwar steht sie im Eigentum des einzelnen Ehegatten, doch 
hat sie ihren Grund in der Arbeitsteilung unter beiden Ehegatten (Heinz Haus-
heer/Regina Aebi-Müller in: Honsell/Vogt/Geiser, Basler Kommentar, Zivilgesetz-
buch I, 3. Auflage Basel 2006, N. 1 zu Art. 197). Für den entsprechenden Vermö-
genswert muss seitens der ehelichen Gemeinschaft eine Gegenleistung erbracht 
worden sein (vgl. Hausheer/Aebi-Müller, a.a.O., N. 2 zu Art. 197). Erfolgt die Ge-
genleistung jedoch aus dem Eigengut, liegt zwar entgeltlicher Erwerb vor, indessen 
führt er nicht zur Errungenschaft; Art. 198 Ziff. 1 und 4 sind insofern vorbehalten 
(Hausheer/Aebi-Müller, a.a.O., N. 3 und 8 zu Art. 197, mit Hinweisen). Gemischte 
Rechtsgeschäfte mit teilweiser Entgeltlichkeit und teilweiser Liberalität führen je 
nach Übergewicht zu Errungenschaft oder Eigengut. Der anderen Gütermasse steht 
eine anteilsmässige, grundsätzlich variable Ersatzforderung nach Art. 209 Abs. 3 
ZGB zu (Hausheer/Aebi-Müller, a.a.O., N. 9 zu Art. 197, N. 19 ff zu Art. 209). Auch 
ist für die Zuordnung der Grundsatz des engsten sachlichen Zusammenhangs und 
damit insbesondere des quantitativen Übergewichts der einen oder anderen Güter-
masse anzuwenden (Heinz Hausheer/Ruth Reusser/Thomas Geiser in: Berner 

10

Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Bd. II 1.3.1., Art. 181 – 220 ZGB, 
Bern 1992, N. 46 zu Art. 196).

c. Vorliegend wurde der landwirtschaftliche Betrieb im Jahre 1997 
gemäss Abtretungsvertrag vom 10. Oktober 1997 (rückwirkend auf 1. Januar 1995) 
zum Ertragswert von Fr. 94'500.─ mit Ausnahme eines Betrags von Fr. 4'571.─, 
welcher einen zinsfreien Erbvorbezug darstellte, auf Kredit erworben (bestehende 
Hypothek in Höhe von Fr. 23'928.60, Fr. 30'000.─ verzinsliche Schuld gegenüber 
dem Vater, Fr. 24'000.─ [Eltern] sowie Fr. 12'000 [Grossmutter] Darlehen, welches 
mit den jeweiligen Wohnrechten verrechnet wurde). Damit liegt das Übergewicht 
eindeutig beim entgeltlichen Erwerb während der Ehezeit, weshalb das landwirt-
schaftliche Gewerbe der Errungenschaft zuzurechnen ist. 

d. An dieser Zuordnung vermag auch die vom Vertreter des Ehemannes 
ins Feld geführte Literaturstelle (Thomas Geiser, Landwirtschaftliche Betriebe  im 
Güterrecht und in der Scheidung, in: FamPra 2006, S. 886 ff.) nichts zu ändern: die 
dort aufgeworfene Überlegung, es sei sachgerechter, beim reinen Kreditkauf in Ab-
weichung zu den allgemeinen Grundsätzen eine Zuweisung zum Eigengut vorzu-
nehmen, da der Preis nicht dem Markt unterliege, sondern durch familienrechtliche 
Bande bedingt sei, wurde weder in Literatur noch in Rechtsprechung jemals aufge-
nommen. Eine solche Zuordnung wäre im Übrigen auch nicht sachgerecht, da damit 
der Ehegatte, welcher in einen landwirtschaftlichen Betrieb "einheiratet", weiter be-
nachteiligt würde: der angeheiratete Ehegatte erleidet in der güterrechtlichen Aus-
einandersetzung schon dadurch eine erhebliche Einbusse, dass der Landwirt-
schaftsbetrieb gemäss 212 f. ZGB lediglich zum Ertrags- und nicht zum Marktwert 
bewertet wird. Wollte man der Meinung von Geiser folgen und den Betrieb dem 
Eigengut des aus der "Ursprungsfamilie" stammenden Ehepartners zuordnen, be-
deutete dies, dass sämtliche Beiträge (finanziell oder durch Arbeit) des "angeheira-
teten" Ehepartners, die dieser während der Ehezeit zu Erwerb und Erhaltung des 
Landwirtschaftsbetriebes geleistet hätte, im Falle von Tod oder Scheidung gleich-
sam "verfielen" bzw. ihm allenfalls eine Ausgleichsforderung zustünde. Dieses Er-
gebnis vermag in keiner Weise zu befriedigen, weshalb der bisherigen Praxis zu 
folgen und der Betrieb als Errungenschaft zu qualifizieren ist. 

e. Im Übrigen ist auch das Argument Geisers, der Preis werde durch fa-
miliäre Bande bestimmt, nicht stichhaltig: Gemäss Art. 1 BGBB bezweckt dieses 
Gesetz insbesondere, das bäuerliche Grundeigentum zu fördern und namentlich 
Familienbetriebe als Grundlage eines gesunden Bauernstandes und einer leis-
tungsfähigen, auf eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung ausgerichteten Landwirt-

11

schaft zu erhalten und ihre Struktur zu verbessern (lit. a), die Stellung des Selbst-
bewirtschafters einschliesslich diejenige des Pächters beim Erwerb landwirtschaft-
licher Gewerbe und Grundstücke zu stärken (lit. b) sowie übersetzte Preise für land-
wirtschaftlichen Boden zu bekämpfen (lit. c). Die Übernahme landwirtschaftlicher 
Gewerbe zum Ertragswert ist im BGBB festgeschrieben (insb. Art. 17 Abs. 1, 24 
Abs. 2, 37 Abs. 1, 51 Abs. 3 BGBB), so dass der Preis - im Übrigen auch für den 
nicht verwandten, gemäss Art. 47 BGBB übernahmeberechtigten Pächter - zwin-
gend gemäss BGBB zu berechnen ist. Es kann daher keine Rede davon sein, dass 
dieser gesetzlich vorgeschriebene Anrechnungswert einzig auf familiären Bezie-
hungen beruht.  

f. Entgegen der in der Berufungsschrift (S. 5) geäusserten Ansicht über-
wiegt auch bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise der entgeltliche Teil. Bei dem ver-
zinslichen Darlehen des Vaters und den Wohnrechtsdarlehen handelt es sich kei-
nesfalls um "Geschenke", da ihnen jeweils eine Gegenleistung (Zins- und evtl. 
Rückzahlungspflicht gegenüber dem Vater, Gewährung des Wohnrechts gegenü-
ber Eltern und Grossmutter) gegenübersteht, welche in Geld messbar ist. 

g. Daran würde auch die Hinzurechnung des zum Betrieb gehörigen In-
ventars im Wert von Fr. 22'000.─, welches - gemäss Expertise - die Eheleute bei 
Übernahme der Pacht im Jahre 1990 übernommen haben, nichts ändern; nach ei-
genen Angaben des Berufungsklägers besteht eine Schuld in gleicher Höhe zu-
gunsten seines Vaters, weshalb auch diesbezüglich von Entgeltlichkeit auszugehen 
ist. Soweit der Berufungskläger vorbringt, das Inventar sei ihm damals allein über-
tragen worden, ist dieses Vorbringen als verspätet zu qualifizieren, da gegen die 
entsprechende Feststellung in der Expertise vor der Vorinstanz keine Einwände er-
hoben wurden. Er kann deshalb mit diesem Einwand vor Kantonsgericht nicht 
gehört werden. 

4. Der Berufungskläger lässt vorbringen, er halte keine eigenen Tiere; 
bei den in der Bilanz aufgeführten Tieren handle es sich um Fremdtiere, welche wie 
eigene bewertet worden seien. Dieses Vorbringen ist indes unglaubwürdig. Ihm wi-
dersprechen sowohl die Auflistung in der Bilanz per 31. Dezember 2005, wo bei den 
Aktiva der Viehbestand mit Fr. 39'600.─ aufgeführt ist (act. IV/1, Pos. 1075) als auch 
die entsprechende Position in der Steuererklärung 2005 (act. IV/2, Ziff. 30.5). Es 
hätte dem Kläger oblegen, diese klar ausgewiesenen Zahlen zu widerlegen; dies 
hat er indes nicht getan. Zudem bringt der Klägervertreter erstmals in der Beru-
fungsschrift vor, sein Klient verfüge nicht über einen eigenen Viehbestand. Nach-
dem jedoch eben dieser in der Expertise des Plantahofs ausgewiesen ist und sich 

12

der Kläger gegen diese Annahme nicht zur Wehr gesetzt hat, ist das entsprechende 
Vorbringen ohnehin als verspätet anzusehen und nicht zu hören. 

5. Nicht bestritten wird hingegen, dass der im Jahre 1999 fertig gestellte 
Stall Errungenschaft darstellt. Der Kläger wendet sich gegen die Vornahme eines 
Zuschlags zum Ertragswert in Höhe von 30% der den Ertragswert übersteigenden 
Restkosten gestützt auf "Art. 18 Abs. 3 BGBB" (recte: Art. 213 ZGB) durch den Ex-
perten. Diese Ansicht ist jedoch - wie nachfolgend aufgezeigt wird - nicht zu teilen. 

a. Gemäss Art. 213 Abs. 1 ZGB kann der Anrechnungswert angemessen 
erhöht werden, wenn besondere Umstände es rechtfertigen. Als besondere Um-
stände gelten insbesondere die Unterhaltsbedürfnisse des überlebenden Ehegat-
ten, der Ankaufspreis des landwirtschaftlichen Gewerbes einschliesslich der Inves-
titionen oder die Vermögensverhältnisse des Ehegatten, dem das landwirtschaftli-
che Gewerbe gehört. 

b. Der Berufungskläger bringt vor, seine Vermögensverhältnisse recht-
fertigten einen solchen Zuschlag nicht, da der dadurch erhöhte güterrechtliche An-
spruch seiner vormaligen Ehefrau für den Betrieb nicht tragbar sei. Dieser Ansicht 
ist indes nicht zu folgen. Die Tragbarkeit ist nicht das einzige Kriterium, nach der die 
Zulässigkeit, einen solchen Zuschlag vorzunehmen, zu beurteilen ist. Auch der "An-
kaufspreis einschliesslich Investitionen" wird als Kriterium ausdrücklich genannt. 
Sowohl Erwerbspreis als auch Investitionen sind als besondere Umstände zu 
berücksichtigen, sofern - was hier zutrifft - die entsprechenden Mittel der Errungen-
schaft entnommen worden sind. Unter diesen Umständen führt nämlich die Anrech-
nung zum Ertragswert regelmässig zu einer wesentlichen Minderung der Errungen-
schaft, weil mehr geleistet werden musste, als der Ertragswert ausmacht (Haus-
heer/Aebi-Müller, a.a.O., N. 7 zu Art. 213). Zwar sind auch die Vermögensverhält-
nisse des Ehegatten zu berücksichtigen; dies kann indes nicht dazu führen, dass 
immer dann, wenn die Auszahlung dem Betriebsinhaber gewisse Schwierigkeiten 
bereitet, auf eine entsprechende Erhöhung zu verzichten ist. Art. 213 ZGB enthält 
eine Härteklausel. Ihr Ziel ist es, das Güterrecht flexibel auszugestalten und die 
Strenge des Ertragswertsprinzips etwas auszugleichen. Der Gesetzgeber konnte 
nicht übersehen, dass je nach den Umständen dem Ehegatten des Hofbesitzers 
oder der Hofbesitzerin mit der Anrechnung des landwirtschaftlichen Gewerbes zum 
Ertragswert ein zu grosses Opfer abverlangt würde. Art. 213 ZGB dient daher der 
Einzelfallgerechtigkeit, wobei in Abs. 1 eine Generalklausel verankert ist, die in Ab-
satz 2 durch - nicht abschliessende - Beispiele ergänzt wird (Hausheer/Reus-
ser/Geiser, a.a.O., N. 64 zu Art. 212 und 213). Vorliegend erscheint die Erhöhung 

13

des Anrechnungswerts vom Grundsatz her zunächst unter folgendem Aspekt sach-
gerecht: Hätte das Ehepaar nicht in den Hof investiert, wäre das Geld noch vollstän-
dig vorhanden und zum "tatsächlichen" Wert in die Berechnung einzubeziehen (vgl. 
Benno Studer in: Christoph Bandli u.a., Kommentar zum BGBB, Brugg 1995, N. 29 
zu Art. 18). Ob und wie angesichts der konkreten Umstände eine Erhöhung tatsäch-
lich vorgenommen werden kann, ist nachfolgend zu prüfen.

c. Betrachtet man die Berechnungen der Expertise (S. 3 Ziff. 10 Finan-
zierung), stehen den Erstellungskosten des Stalls von Fr. 607'000.─ Subventionen 
à fonds perdu von Fr. 232'100.─ sowie Spenden der Berghilfe von Fr. 104'466.─ 
gegenüber. Der noch zu finanzierende Betrag von Fr. 270'434.─ wurde durch eine 
Hypothek von Fr. 112'000.─, einen zinslosen Investitionskredit von Fr. 100'000.─, 
Eigenmittel von Fr. 20'000.─ sowie Eigenarbeit von Fr. 38'434.─ erbracht. Nur die 
beiden letzten Posten tangieren - da der Rest fremdfinanziert wurde und die Schul-
den auch nach der güterrechtlichen Auseinandersetzung dem Ehemann als Ei-
gentümer des Stalls verbleiben - die Errungenschaft. Hinzu kommt, dass mittler-
weile Fr. 30'000.─ des Investitionskredits amortisiert wurden (s. Expertise, act. VI/8, 
Passiven Betrieb per 18.1.2006: Investitionskredit beläuft sich noch auf Fr. 
70'000.─). Mangels gegenteiliger Hinweise ist auch hier davon auszugehen, dass 
die Amortisation aus der Errungenschaft erfolgte. Zwar könnte aus den vorliegen-
den Zahlen der Schluss gezogen werden, dass die Eheleute auch ca. Fr. 10'000.─ 
der bestehenden Hypothek aus Errungenschaft amortisiert haben (bestehende Hy-
pothek bei Betriebsübernahme Fr. 23'928.60 + Hypothek für Stallneubau Fr. 
112'000.─ = Fr. 135'928.60; Hypothekenbestand per 18.1.2006 Fr. 125'950.─); be-
legt ist dies jedoch nicht. Zudem kann nicht klar unterschieden werden, ob sich die 
Amortisation auf die ursprüngliche Hypothek von Fr. 23'928.60 (Übernahme der Lie-
genschaften im Jahr 1997) oder auf die neue (Stallneubau 1998/99) bezog. Diese 
ca. Fr. 10'000.─ haben daher für die Berechnung ausser Betracht zu bleiben. Gesi-
chert und als Berechnungsgrundlage zu verwenden ist damit nur, dass der Stall zu 
Fr. 88'434.─ aus Errungenschaft finanziert wurde.

d. Im Rahmen von Art. 213 ZGB kann der Zuschlag indes nicht - wie vom 
Experten vorgenommen - einfach durch Annahme eines nicht näher begründeten 
prozentualen Anteils der Finanzierungsrestkosten vorgenommen werden. Insbe-
sondere erscheint es unbillig, die dem Berufungskläger verbleibenden Schulden in 
Höhe von noch Fr. 182'000.─ nicht mit einzubeziehen. Vielmehr entspricht es dem 
Grundsatz von Recht und Billigkeit (Art. 4 ZGB), den Zuschlag auf Basis dessen, 
was die Eheleute aus der Errungenschaft in den Stall investiert haben, nämlich Fr. 
88'434.─ (s. E. 5.c.), zu bestimmen.

14

e. Zu berücksichtigen ist, dass der Ehemann durch den Stallneubau den 
Wert des landwirtschaftlichen Betriebs, der in seinem Alleineigentum steht, massiv 
steigern konnte; in dieses Bauvorhaben sind nur wenige Jahre vor der gerichtlichen 
Ehetrennung erhebliche Errungenschaftsmittel geflossen, weshalb der Stall gleich-
sam ein "Gemeinschaftswerk" der Eheleute darstellt. Dem Kantonsgericht erscheint 
es daher ex aequo et bono (Art. 4 ZGB) angemessen, einen Zuschlag von 50% 
dessen, was aus Errungenschaftsmitteln in den Stall investiert wurde, vorzuneh-
men. Sowohl die Drittzahlungen à fonds perdu in Höhe von Fr. 336'000.─ als auch 
die mit dem Stallneubau in Zusammenhang stehenden Schulden verbleiben unge-
schmälert dem Ehemann, weshalb sie bei der Berechnung des Zuschlags ausser 
Betracht bleiben. Für den Stall ist somit nach den Umständen des konkreten Falles, 
aber auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass durch die Erhöhung die Fort-
führung des Betriebs nicht in Frage gestellt werden soll (vgl. Hausheer/Reusser/Gei-
ser, a.a.O., N. 69 zu Art. 212 und 213; zur Tragbarkeit vgl. auch unten E. 8.) ein 
Anrechnungswert von Fr. 116'917.─ (Ertragswert Fr. 72.700.─ + Zuschlag Fr. 
44'217.─ [Fr. 88'434.─ : 2]) einzusetzen.

6. Die übrigen vom Berufungskläger vorgebrachten Einwände vermögen 
indes - wie nachfolgend aufgezeigt wird - an der Bewertung der Errungenschaft 
nichts zu ändern:

a. Der Berufungskläger lässt vorbringen, das Gewinnanteilsrecht seines 
Vaters gemäss Art. 28 ff. BGBB sei in die Berechnung einzubeziehen und mit min-
destens Fr. 50'000.─ zu bewerten. 

aa. Latente Lasten sind als wertvermindernde Faktoren bei der Bewertung 
eines Landwirtschaftsbetriebes grundsätzlich zu berücksichtigen. Für deren Bewer-
tung ist die Frage bestimmend, ob und gegebenenfalls wann sie sich verwirklichen 
könnte. Es liegt in der Natur der Sache, dass in quantitativer Hinsicht in aller Regel 
keine exakten Angaben darüber gemacht werden können, wie sich eine latente Last 
auf den Wert eines Vermögensgegenstandes auswirkt. Der Richter wird sich daher 
häufig damit behelfen müssen, die in Rechnung zu stellenden künftigen Belastun-
gen "ex aequo et bono" zu ermitteln (BGE 125 III 50, 54 f.). 

bb. Das Gewinnanteilsrecht gemäss Art. 28 BGBB besteht nur dann, 
wenn das Grundstück innert 25 Jahren nach dem Erwerb veräussert wird (Abs. 3). 
Dies erscheint vorliegend praktisch ausgeschlossen. Der Berufungskläger bewirt-
schaftet den Hof seit 1990 und hat ihn im Jahre 1997 von den Eltern übernommen; 
zudem hat er vor kurzem grosse Summen in den Stallneubau investiert. All dies 

15

lässt ohne weiteres den Schluss auf eine starke Verwurzelung sowohl in C. als auch 
auf seinem Hof, auf dem auch Eltern und Grosseltern lebenslanges Wohnrecht ha-
ben, zu. Es deutet nichts darauf hin (und auch der Vertreter des Berufungklägers 
bringt nichts Derartiges vor), dass mittelfristig (innerhalb der nächsten 14 Jahre) die 
Bewirtschaftung durch Z. aufgegeben würde. Vielmehr besteht offenbar die Absicht, 
den Hof zu einem späteren Zeitpunkt auf einen Sohn oder beide Söhne zu über-
schreiben (s. Schreiben des Beklagtenvertreters vom 2_2007, act. I/5, S. 2).

cc. Die 10-Jahres-Frist des angesprochenen Rückkaufrechts gemäss Art. 
55 BGBB ist - wie vom Beklagtenvertreter richtig festgestellt - ohnehin bereits ab-
gelaufen. 

dd. Die Absicht, den Betrieb nicht weiter selbst zu bewirtschaften, würde 
im Übrigen dazu führen, dass der Betrieb nicht gemäss Art. 212 Abs. 1 ZGB zum 
Ertragswert, sondern zum Verkehrswert in die Berechnung der Errungenschaft ein-
fliessen müsste, was keinesfalls im Interesse des Berufungsklägers sein kann.

ee. Auch wäre es widersprüchlich und damit unzulässig, einerseits den 
Betrieb aufgrund der Weiterbewirtschaftungsabsicht zum "günstigen" Ertragswert 
einzusetzen, andererseits eben diesen Betrieb im Rahmen der güterrechtlichen 
Auseinandersetzung mit einer Last zu belegen, die nur dann besteht, wenn der Be-
trieb eben nicht weiter bewirtschaftet würde. Selbst im - unwahrscheinlichsten - 
Falle eines Verkaufes, der nicht zum Ertragswert erfolgen würde (was gemäss 
BGBB voraussetzte, dass weder die Söhne noch ein sonstiger Verwandter den Hof 
übernehmen wollten), würde der Berufungskläger einen Gewinn erzielen, womit ihm 
nach Abzug des entsprechenden Gewinnanteils gemäss Art. 28 BGBB immer noch 
bedeutend mehr Geld als der Ertragswert verbliebe. 

ff. Insgesamt rechtfertigt es sich daher ohne weiteres, keine weitere Re-
duktion des Ertragswerts aufgrund von Art. 28 BGBB vorzunehmen. 

b. Soweit der Berufungskläger vorbringen lässt, das Inventar habe er auf 
den 1. Mai 1990 zum Preis von Fr. 22'000.─ von seinem Vater übernommen, welche 
als Schuld gegenüber seinem Vater weiter bestünden, ist auch dieses - erstmals in 
der Berufungsschrift erwähnte - Vorbringen als verspätet zu qualifizieren: die Ex-
pertise geht davon aus, dass das Inventar von beiden Eheleuten übernommen wor-
den ist. Hätte sich der Berufungskläger gegen diese Darlegung wehren wollen, hätte 
er dies bereits im vorinstanzlichen Verfahren tun müssen. Im Übrigen wird auf S. 5 
der Berufungsschrift die gerade gegensätzliche Behauptung aufgestellt, nämlich 
dass "der Berufungskläger den Kaufpreis für das Inventar in Höhe von Fr. 22'000.─ 

16

nicht zu bezahlen" gehabt habe, dieses somit unentgeltlich übernommen habe. Er 
kann daher mit dem Einwand, es bestehe eine zusätzliche Schuld gegenüber sei-
nem Vater in dieser Höhe, nicht durchdringen.

c. Der Berufungskläger lässt weiter vorbringen, es seien Privatschulden 
in Höhe von Fr. 10'000.─ (K.-Stiftung Fr. 9'000.─; Steuerschuld Fr. 1'000.─) bei den 
Passiven zu berücksichtigen. Diese Zahlen ergeben sich zwar aus der Steuerer-
klärung 2005, werden jedoch in der Expertise nicht ausgewiesen. Dies hat der Be-
rufungskläger vor der Vorinstanz nicht bemängelt, weshalb auch dieses Vorbringen 
verspätet und vor Kantonsgericht nicht zu hören ist. 

d. Das Gericht sieht auch keinen Grund, die Wohnrechte anders zu be-
werten, als dies der Berufungskläger und seine Verwandten im Übernahmevertrag 
vom 10. Oktober 1997 selbst getan haben; es geht nicht an, die Liegenschaft zwar 
nur zum Ertragswert, die Wohnrechte hingegen mittels Kapitalisierung der Mietzinse 
zum effektiven Wert einzusetzen, wobei an dieser Stelle nicht zu der Frage Stellung 
zu nehmen ist, ob in diesem Falle das Wohnrecht der Eltern tatsächlich mit  Fr. 
150'000.─ und dasjenige der Grossmutter mit Fr. 20'000.─ zu bewerten wären. Im 
Übrigen kann davon ausgegangen werden, dass auch in der amtlichen Schätzung 
aus dem Jahre 2002 die Wohnrechte entsprechend berücksichtigt wurden (s. Ex-
pertise S. 8 Ziff. 15). 

e. Die Bewertung des Eigenguts des Berufungsklägers von Fr. 11'071.40 
ist (auch hinsichtlich der Einordnung der ½ Kuh, welche die Eheleute zur Hochzeit 
bekamen) unstreitig; soweit die angenommene Ausscheidung des Eigenguts der 
Berufungsbeklagten von Fr. 4'500.─ in Zweifel gezogen wird, ist Folgendes anzu-
merken:

aa. Der Einwand des Klägers, die zur Hochzeit geschenkte Kuh lebe nicht 
mehr, überzeugt schon deshalb nicht, da von einer Ersatzanschaffung ausgegan-
gen werden kann, die Kuh mithin "wertmässig" noch vorhanden ist. Im Übrigen 
würde sich - wollte man die Meinung des Berufungsklägers teilen - eine Nicht-
berücksichtigung der Kuh auch auf Seiten des Ehemannes durch eine Reduktion 
des Eigenguts von Fr. 1'500.─ auswirken, wodurch sich der Vorschlag um insge-
samt Fr. 3'000.─ erhöhen würde, was eine Erhöhung des der Berufungsbeklagten 
geschuldeten Betrags um Fr. 1'500.─ - und damit das gleiche Ergebnis - zur Folge 
hätte. Zudem wird die Zuordnung der Kuh zum Eigengut erst in der Berufungsschrift 
und damit verspätet bemängelt. 

17

bb. Entsprechend erfolgte auch der erstmals vor Kantonsgericht erhobene 
Einwand, die Ehefrau habe durch die Mitnahme persönlicher Sachen und Möbel 
ihre Aussteuer von Fr. 3'000.─ bereits wieder an sich genommen, verspätet. Im Üb-
rigen wird in der Expertise festgehalten, dass gemäss den Angaben des Berufungs-
klägers keine Übergabe von Wertgegenständen aus dem Inventar an seine Frau 
erfolgt ist (Expertise S. 3 Ziff. 13). Es kann daher ohne weiteres davon ausgegangen 
werden, dass sich in der Wohnung noch mehr Gegenstände (oder Ersatzanschaf-
fungen für diese) befinden, die der Aussteuer der Berufungsbeklagten zuzurechnen 
sind. Ein Ansatz von Fr. 3'000.─ erscheint daher durchaus angemessen, weshalb 
die Bewertung der Aussteuer mit Fr. 3'000.─ unter keinem Gesichtspunkt zu bean-
standen ist. 

7.a. Die in Anhang 2 zur Expertise vorgenommene Berechnung ist somit 
wie folgt zu korrigieren: 

Ertragswert Stall Fr. 72.700.─

½ investierte Eigenmittel Fr. 29'217.─

½ Rückzahlung Hypothek Fr. 15'000.─

Total Anrechnungswert Stall Fr.  116'917.─

b. Hieraus ergibt sich folgende Korrektur der Berechnung der Vermö-
gensverhältnisse per 18. Januar 2006 (S. 4 der Expertise):

Aktiven (Stall nunmehr mit Fr. 116'917.─ bewertet) Fr. 423'262.37

Passiven Fr. 335'652.70

Reinvermögen Fr.  87'609.67

c. Die Errungenschaft per 18. Januar 2006 berechnet sich danach wie 
folgt:

Reinvermögen Fr.  87'609.67

Abzüglich Eigengut Ehemann Fr.  11'071.40

Abzüglich Eigengut Ehefrau Fr.    4'500.─

Errungenschaft Fr.  72'038.27

d. Der güterrechtliche Anspruch der Berufungsbeklagten beträgt somit:

½ Errungenschaft Fr. 36'019.14

Zuzüglich Eigengut Fr.   4'500.─

Total Fr. 40'519.14

Rund Fr. 40'519.─

18

8. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Berufungsbe-
klagten aus Güterrecht Fr. 40'519.─ zustehen. Es ist der Klägerseite zuzugestehen, 
dass die Entrichtung dieses Betrages auf einmal den Kläger und seinen Betrieb 
möglicherweise in finanzielle Bedrängnis bringen könnte; ihm ist daher zu gestatten, 
den Betrag in vier jährlichen Raten zu entrichten.

9.a. Die Berufung ist somit teilweise gutzuheissen. Aufgrund der im Ergeb-
nis geringfügigen Änderung des angefochtenen Urteils, welches nur in einem Teil-
punkt angefochten worden ist, rechtfertigt sich keine Änderung des vorinstanzlichen 
Kostenentscheids.

b. Für die Kosten des Berufungsverfahrens gilt Art. 122 Abs. 1 ZPO: 
demnach wird der unterliegende Teil in der Regel zur Übernahme sämtlicher Kosten 
des Verfahrens verpflichtet; hat keine Partei vollständig obsiegt, können die Kosten 
verhältnismässig  verteilt werden. Gemäss Art. 122 Abs. 2 ZPO wird die unterlie-
gende Partei in der Regel verpflichtet, der obsiegenden Partei alle ihr durch den 
Rechtsstreit verursachten, notwendigen Kosten zu ersetzen. Die aussergerichtli-
chen Kosten sind dabei nach den gleichen Grundsätzen wie die gerichtlichen zu 
verteilen. Da vorliegend aufgrund der Berufung die von der Vorinstanz zugespro-
chene Ausgleichszahlung aus Güterrecht von Fr. 48'000.─ auf Fr. 40'519.─ redu-
ziert wurde, sind die Kosten der Berufung von Fr. 3'600.─  (inkl. Schreibgebühren) 
dem Berufungskläger zu 5/6 und der Berufungsbeklagten zu 1/6 aufzuerlegen. Der 
Berufungskläger hat entsprechend die Berufungsbeklagte aussergerichtlich im Um-
fang von 2/3 ihres Aufwandes zu entschädigen. Als angemessen erscheint hierfür 
ein Betrag von Fr. 1'200.─ (inkl. MWST). 

c. Den Parteien wurde mit Verfügung des Kantonsgerichtspräsidiums 
vom 13. Oktober 2008 (PZ 08 75 bzw. PZ 08 80) die unentgeltliche Prozessführung 
bewilligt. Die ihnen anfallenden amtlichen Kosten des Berufungsverfahrens und die 
in diesem Verfahrensabschnitt entstandenen Kosten ihrer Rechtsvertretung sind 
demnach - unter Vorbehalt der Rückforderung - der Gemeinde L. bzw. der Ge-
meinde C. in Rechnung zu stellen (Art. 47 Abs. 1 und 2 ZPO, Art. 45 Abs. 2 ZPO). 

19

Demnach erkennt die Zivilkammer :

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen und Ziffer 4. des angefochtenen 
Entscheids wird aufgehoben.

2. Z. wird verpflichtet, Y. Fr. 40'519.─ aus Güterrecht zu bezahlen. Dieser Be-
trag ist zahlbar in 4 jährlichen Raten. Die erste Rate von Fr. 10'519.─ ist fällig 
am 31. Dezember 2008, die drei weiteren Raten in Höhe von je Fr. 10'000.─ 
sind spätestens zahlbar jeweils per 31. Dezember 2009, 31. Dezember 2010 
und 31. Dezember 2011.

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 3'600.─ (inklusive Schreibge-
bühren) gehen zu 1/6 zu Lasten von Y. und zu 5/6 zu Lasten von Z., welcher 
zudem Y. mit Fr. 1'200.─ (inklusive MWST) aussergerichtlich zu entschädi-
gen hat. 

4. a) Die dem Berufungskläger auferlegten amtlichen Kosten des Berufungsver-
fahrens werden aufgrund der erteilten Bewilligung der unentgeltlichen 
Rechtspflege unter Vorbehalt der Rückforderung gemäss Art. 45 Abs. 2 ZPO 
der Gemeinde C. in Rechnung gestellt. 

b) Die der Berufungsbeklagten auferlegten amtlichen Kosten des Berufungsver-
fahrens werden aufgrund der erteilten Bewilligung der unentgeltlichen 
Rechtspflege unter Vorbehalt der Rückforderung gemäss Art. 45 Abs. 2 ZPO 
der Gemeinde L. in Rechnung gestellt. 

5. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens 30'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das 
Schweizerische Bundesgericht geführt werden. Diese ist dem Bundesgericht 
schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der 
Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise 
einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren 
Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 
72 ff. und 90 ff. BGG. 

6. Mitteilung an:

__________

Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Präsident: Die Aktuarin ad hoc: