# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1ca3647b-3c38-5233-8089-9b2a8049abba
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-04-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 17.04.2012 S 2011 52
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2011-52_2012-04-17.pdf

## Full Text

S 11 52
2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 17. April 2012

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

1. a) Der Beschwerdeführer …, geboren 1958, war als angelernter Chemiearbeiter 

bei der … AG angestellt und dadurch bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch unfallversichert. Am 17. 

September 1997 erlitt der Beschwerdeführer einen ersten Verkehrsunfall, als 

ein Anhängerzug im … in … auf den von ihm gelenkten Lastwagen auffuhr, so 

dass dieser mit einem weiteren Personenwagen kollidierte. Dabei zog er sich 

eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS), eine Schulterkontusion rechts und 

eine basale rechtsseitige Rippenfraktur zu. In der Folge war der 

Beschwerdeführer  bis zum 17. Oktober 1997 zu 100 % und anschliessend 

noch während etwa zwei Wochen zu 50 % arbeitsunfähig, bevor er ab dem 3. 

November 1997 seine Arbeitstätigkeit wieder vollständig aufnahm.

b) Am 22. März 2009 erlitt der Beschwerdeführer als Beifahrer beim 

Grenzübergang … - im Tunnel vor dem … in … - erneut einen Verkehrsunfall in 

Form einer Auffahrtskollision. Infolge einer stehenden Kolonne im besagten 

Tunnel musste die Ehefrau des Beschwerdeführers als Lenkerin abbremsen, 

woraufhin der nachfolgende Personenwagen auf ihren Personenwagen auffuhr 

und diesen durch den Heckaufprall in das nächstvordere Fahrzeug schob. Nach 

dem Unfall wurden der Beschwerdeführer und seine Ehefrau noch gleichentags 

zur Erstversorgung ins Spital … gebracht. Die Röntgenbilder vom 22. März 

2009 zeigten eine Streckhaltung der HWS sowie eine Osteochondrose im 

Bewegungssegment C5/C6 mit leichter Retrolisthesis von HWK 5. Am nächsten 

Morgen konsultierte der Beschwerdeführer seinen Hausarzt, Dr. med. …, 

welcher unmittelbar nach dem Unfallereignis starke okzipitale Kopfschmerzen 

mit Ausstrahlung in den Nacken sowie beide Schultern, einen 

Schwankschwindel mit Brechreiz und Erbrechen und fragliche Doppelbilder 

feststellte und die Verletzungen gemäss Dokumentationsbogen für 

Erstkonsultationen nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma vom 22. 

April 2009 mit der Klassifikation QTF III (Quebec Task Force) bewertete. Später 

traten auch noch Kraftlosigkeit beim Faustschluss und Sensibilitätsstörungen in 

den Fingern II bis V auf. Bis auf weiteres war der Beschwerdeführer zu 100 % 

arbeitsunfähig.

c) Nach einem MRI der HWS vom 2. April 2009 und einer Untersuchung des 

Beschwerdeführers am 15. April 2009 (inkl. EEG und EMG) stellte Dr. med. … 

einen Zustand nach HWS-Distorsionstrauma mit zerviko-zephalem 

Schmerzsyndrom, Schwindelbeschwerden, Insomnie und 

Konzentrationsstörungen durch Auffahrkollision und ein leichtes Reiz- und 

Ausfallsyndrom der Nervenwurzel C7 links durch HWS-Distorsionstrauma bei 

vermutlich krankhaften, degenerativen Veränderungen im Bereich der 

Halswirbelsäule fest. Klinisch-neurologisch seien keine Hinweise auf fokale 

neurologische Ausfälle zu finden; auch das EEG sei im Normbereich.

d) Am 12. Juni 2009 meldete sich der Beschwerdeführer bei der 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden (IV-Stelle) zum Bezug 

von IV-Leistungen an. Mit Verfügung vom 5. März 2011 gewährte die IV-Stelle 

dem Beschwerdeführer eine befristete Rente vom 1. März 2010 bis zum 31. Juli 

2010 und lehnte mit Verfügung vom 9. März 2011 den Antrag auf berufliche 

Massnahmen ab. Dagegen erhob der Beschwerdeführer jeweils Beschwerde 

ans Verwaltungsgericht Graubünden (Verfahren S 11 51).

2. a) Trotz verschiedener medikamentöser, physio- und manualtherapeutischer 

Behandlungen litt der Beschwerdeführer weiter an Kopf- und Nackenschmerzen, 

Schwindel, Insomnie und Konzentrationsstörungen, weshalb weitere 

medizinische Abklärungen erfolgten. Auszugsweise hervorzuheben sind:

• Kantonsspital Graubünden, Dr. med. …, Leitender Arzt Radiologie (MRI 
Head und KHBW vom 11.05.2009): Es finde sich kein Hinweis auf einen 
intercerebralen Prozess. Insbesondere die Felsenbeinregion stelle sich 
regelrecht dar ohne Hinweis auf eine Raumforderung (keine traumatischen 
Läsionen).

• Dr. med. …, Spezialarzt FMH Ohren-, Nasen-, Halskrankheiten, Bericht vom 
18. Mai 2009: Es seien ein Tympanogramm, ein Reintonaudiogramm und 
eine Vestibularisprüfung durchgeführt worden. Festzustellen seien ein 
Status nach HWS-Schleudertrauma vom 22. März 2009 mit persistierenden 
Schwindelbeschwerden bei cervico-cephalem Schmerzsyndrom sowie eine 
mittelschwere Hochtonstörung mit Tinnitus (rechts). Dagegen seien keine 
Hinweise für eine periphere Vestibulopathie oder eine wesentliche 
vestibuläre zentrale Komponente zu finden. Vorhanden seien 
Linksnystagmen, welche als Reiznystagmus interpretiert würden.

• PD Dr. med. …, Facharzt für Ophthalmologie FMH/FEBO, Bericht vom 3. 
Juni 2009: Es sei eine Amotio (Netzhautablösung) älteren Datums 
festzustellen, welche auf ein Trauma und eine Operation vor 30 Jahren 
zurückzuführen sei. Ein Zusammenhang mit der Auffahrkollision vom 22. 
März 2009 sei nicht zu erkennen. Alle Augenbeschwerden seien nicht mit 
der Auffahrkollision in Verbindung zu setzen.

• Dr. Med. …, Spezialarzt FMH für Neurologie, Bericht vom 23. Juli 2009: 
Kein Nachweis von zentralen oder peripheren neurologischen Ausfällen an 
der linken oberen Extremität, speziell die Motorik und die Koordination der 
linken Hand seien normal. Die Beschwerden des Patienten liessen sich aus 
neurologischer Sicht nicht objektivieren; auch nicht die subjektiv erwähnten 
koordinativen Beeinträchtigungen der linken Hand.

• Rehaklinik …, Ambulantes Assessment mit Bericht vom 10. Juni 2009 und 
stationärer Aufenthalt (01.07.2009-12.08.2009) mit Bericht vom 24. August 
2009: Wegen mässiger Symptomausweitung, Selbstlimitierung und 
Inkonsistenz seien die Resultate der physischen Leistungstests für die 
Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. In einer 
adaptierten Tätigkeit (Schonarbeitsplatz mit leichten Tätigkeiten) bestehe 
eine volle Arbeitsfähigkeit ab dem 13. August 2009.

b) Im Anschluss an den stationären Aufenthalt in … wurde ab dem 13. August 2009 

ein Arbeitsversuch beim Arbeitgeber des Beschwerdeführers in einer leichten 

adaptierten Tätigkeit durchgeführt. Der Arbeitsversuch scheiterte, weil der 

Beschwerdeführer am 19. August 2009 infolge von Schwindel einen 

Treppensturz erlitt. Seither war er aufgrund des Schwindels wiederum zu 100 % 

arbeitsunfähig geschrieben. Am 1. September 2009 teilte der Beschwerdeführer 

der SUVA dann mit, dass er eine Behandlung bei Dr. phil. … ……er 

(Psychotherapeut) aufgenommen habe. Mit Schreiben vom 4. September 2009 

ersuchte der Rechtsanwalt des Beschwerdeführers den Psychotherapeuten um 

Prüfung einer Notfallintervention, da der Beschwerdeführer Suizidgedanken 

geäussert hatte.

c) Da sich die geklagten Beschwerden des Beschwerdeführers weiterhin nicht 

verbesserten, wurden weitere medizinische Untersuchungen und 

Behandlungen veranlasst, welche zu den folgenden Ergebnissen führten:

• Aufenthalt im Rehazentrum … vom 10.10.2009-30.10.2009, Bericht vom 
30.10.2009: Es sei eine Subluxation des Wirbels C5 mit Kompression auf 
die Wirbelmark als Traumafolge festzustellen (gemäss MRI vom 2. April 
2009). Sodann werde eine reaktive depressive Störung schweren Grades 
diagnostiziert.

Dr. med. …, Kantonsspital Graubünden, Nachtrag vom 13. November 2009: 
Eine erneute Prüfung des MRI vom 2. April 2009 habe keine Subluxation 
HWK 5/6 erkennen lassen. Es liege vielmehr eine Uncovertebralarthrose 
vor. Diese stelle eine chronisch degenerative Veränderung dar und basiere 
nicht auf einem traumatischen Mechanismus.

Dr. med. …, Facharzt für Radiologie, Bericht vom 21. Dezember 2009 nach 
einem Upright MRI der HWS vom 10.12.2009: Festzustellen seien 
degenerative Veränderungen an der HWS. Es fänden sich keine Hinweise 
auf eine Instabilität oder eine Subluxation.

• Dr. med. … Facharzt FMH für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten (SUVA), 
Bericht vom 7. Januar 2010 über die neurootologische Untersuchung vom 
06.01.2010: Es beständen Hinweise auf eine zentrale vestibuläre 
Funktionsstörung im weiteren Sinn mit einem etwas unklaren 
Spontannystagmus nach links und einer gestörten Blickfolge. Dabei handle 
es sich am ehesten um Nebenwirkungen der aktuellen Medikation.

Dr. med. …, Antwortschreiben vom 25. Januar 2010: Anhand 
Medikamentenspiegel glaube er nicht, dass der Schwindel medikamentös 
bedingt sei, dies umso mehr, weil Schwindel rasch nach dem Unfall 
aufgetreten sei und auch vor Verordnung der erwähnten Medikamente 
bestanden habe. 

Dr. med. …, Antwortschreiben vom 2. Februar 2010: Die 
Schwindelbeschwerden könnten durch Tramadol ihre Erklärung finden.

• Neuropsychologische Untersuchung an der Klinik … vom 12. Januar 2010, 
Bericht vom 9. Februar 2010: Zusammenfassend sei festzustellen, dass die 
Resultate aus neuropsychologischer Sicht schwierig einzuordnen seien. 
Wenn aus medizinischer Sicht die Ergebnisse nicht zu erklären seien, 
könnten die kognitiven Defizite von anderen als primär hirnorganischen 
Faktoren beeinflusst werden (emotionale Verfassung, Motivation, 
Stimmung, Schmerzen).

• …, Bewegungstherapeutin, Bericht vom 8. Februar 2010: Objektiv seien im 
Bereich der Hals- und oberen Rückenmuskulatur starke Myogelosen 
festzustellen. Aus biomechanischer und bewegungswissenschaftlicher Sicht 
könnten die bestehenden Myogelosen die vorhandene Schmerz- und 
Schwindelproblematik teilweise erklären.

• Dr. phil. …, Psychotherapeut SPV, Bericht vom 8. Februar 2010: Zu 
diagnostizieren seien eine posttraumatische Belastungsstörung (F43.1) 
nach Unfall mit Schleudertrauma vom 22. März 2009 und eine mittelgradige 
depressive Episode (F32.1) mit schwerer Schlaflosigkeit, latenter 
Suizidalität und neuerdings Arbeitslosigkeit (Z59.0).

d) Am 24. Februar 2010 wurde der Beschwerdeführer von Dr. med. … kreisärztlich 

untersucht. Mit Bericht vom gleichen Tag führt der Kreisarzt der SUVA aus, aus 

unfallmedizinischer Sicht stehe fest, dass keine somatischen Unfallfolgen mehr 

vorlägen. Die Nackenproblematik sei durch die fortgeschrittenen degenerativen 

Veränderungen vollumfänglich zu erklären. Es sei eine Fortführung der 

medizinischen Trainingstherapie 3x pro Woche angezeigt, um die leichten 

muskulären Defizite noch zu korrigieren. Aus somatischer unfallmedizinischer 

Sicht bestehe ab dem 15. März 2010 eine 50%ige und ab dem 6. April 2010 

eine volle Arbeitsfähigkeit.

e) Es folgten weitere medizinische Untersuchungen und Behandlungen des 

Beschwerdeführers:

• Dr. med. …, Spezialarzt FMH für Otorhinolaryngologie, Hals und 
Gesichtschirurgie, Bericht vom 22. Februar 2010 über die Untersuchung 
vom 11.01.2010: Als Diagnose zu stellen seien verschiedene unfallkausale 
Funktionsstörungen bei einem posttraumatischen cervico-encephalen 

Syndrom, einem cervico-brachialen Reiz- und Ausfallsyndrom (C7/8) mit 
carnio-mandibulärer Dysfunktion und einem beidseitigen posttraumatischen 
Tinnitus. Es sei die Durchführung eines Testverfahrens nach N. Bogduk 
durch Kollege Dr. … an der …-Klinik in … zu empfehlen.

Dr. med. …, Antwortschreiben vom 15. April 2010: Gesamthaft gesehen 
habe auch Dr. … den Nachweis einer relevanten organisch-strukturellen 
Läsion als Folge des erlittenen HWS-Traumas nicht erbringen können. 
Schlussendlich stelle Dr. … etwa die gleichen Befunde wie Dr. … und er 
selbst fest.

• Med. Pract. …, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, psychiatrische 
Beurteilung vom 28. April 2010: Es sei vorerst von einer Anpassungsstörung 
mit depressiven und ängstlichen Reaktionen (ICD-10 F43.2) auszugehen. 
Es beständen keine Anhaltspunkte für die Entwicklung einer 
posttraumatischen Belastungsstörung. Differentialdiagnostisch sei eine 
Angst- und depressive Störung gemischt (ICD-10 F41.2) und 
gegebenenfalls eine mittelschwere depressive Störung (ICD-10 F32.1) mit 
einer zusätzlichen Angststörung (ICD-10 F41) zu erwägen.  Die jetzige 
psychische Entwicklung stehe in natürlicher Teilkausalität mit dem 
Unfallereignis vom 22. März 2009.

• Dr. med. …, Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH, Ärztliche 
Beurteilung vom 30. April 2010: Weder in den von Dr. … wiedergegebenen 
Daten zur Anamnese noch in seinem Untersuchungsbefund ergäben sich 
irgendwelche Hinweise auf von Fazettengelenken an der HWS ausgehende 
Symptome; vielmehr sei anzunehmen, dass die degenerierten 
Bandscheiben an der unteren HWS Ursache der Schmerzen sein könnten. 
Dass Radiofrequenzverfahren nach Bogduk sei ausdrücklich für die 
palliative Behandlung von Schmerzen der Fazettengelenke entwickelt 
worden. Somit lasse sich hier keine Indikation für ein solches Verfahren 
stellen. 

• Schmerzzentrum Klinik …, Dr. .... …: Im März, April und Mai 2010 wurden 
an der Klinik … mehrere Interventionen der diagnostischen Blockaden an 
C2/3 und C5/6 sowie eine Infiltration des Musculus levator scapulae links 
durch Schmerztherapeut Dr. … vorgenommen. Am 17. Mai 2010 folgte eine 
funktionelle percutane Rhizotomie C3 beidseits, C5 beidseits und C6 
beidseits (Radiofrequenz-Neurotomie).

• Dr. med. …, Spezialarzt FMH für Otorhinolaryngologie, Hals und 
Gesichtschirurgie, Schreiben an Dr. … vom 18. Mai 2010: Der 
Beschwerdeführer sei in der bisherigen Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig. 
Einer adaptierten Tätigkeit könne er zu 50 % nachgehen.  

• Dr. med. …, Facharzt FMH für Neurochirurgie, Schreiben vom 20. Juli 2010 
und vom 8. Oktober 2010: Festzustellen sei ein Status nach 

zervikocephalem Akzelerations-/Dezelerationstrauma im Rahmen einer 
Heck- und Frontalkollision vom 22. März 2009 bei vorbestehenden, 
degenerativen Veränderungen der HWS sowie ein posttraumatisches, 
zervikozephales Syndrom mit Funktionsstörung des posturalen 
Kontrollsystems.

• …, Bewegungstherapeutin, Berichte vom 14. August 2010 und vom 18. 
September 2010: Die vorhandene Schmerz- und Schwindelproblematik 
könne durch die bestehenden starken Myogelosen und die muskuläre 
Dysbalance teilweise erklärt werden. Zusammenfassend lasse sich 
festhalten, dass die Entwicklung der Therapie sowie die Einstellung des 
Patienten erfreuliche Fortschritte machten. Die Fortsetzung des 
Trainingsprogramms sei aus bewegungswissenschaftlicher Sicht sehr zu 
empfehlen.

f) Letztlich hielt der Kreisarzt, Dr. med…, Ende August 2010 fest, dass er vom 

Erreichen des medizinischen Endzustands ausgehe. Die jetzigen Beschwerden 

seien durch krankhafte Veränderungen erklärbar.

3. a) Mit Verfügung vom 8. September 2010 teilte die SUVA dem Beschwerdeführer 

schliesslich mit, dass die Adäquanz der heute noch geklagten, organisch nicht 

hinreichend nachweisbaren Beschwerden zum Unfallereignis vom 22. März 2009 

zu verneinen sei, weshalb die Versicherungsleistungen auf den 30. September 

2010 eingestellt würden. Hiergegen erhob der Beschwerdeführer am 7. Oktober 

2010 Einsprache, unter anderem mit dem Antrag auf Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung und Erbringung der Leistungen gemäss UVG. 

Kritisiert werde die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch den Kreisarzt am 24. 

Februar 2010, welche ohne nachvollziehbare Begründung erfolgt sei. Die 

Mediziner der SUVA hätten auf der ganzen Linie versagt (fehlende Würdigung 

psychischer Gesundheitszustand, Tinnitus und Schlafstörung, verfehlte 

Annahme der Medikamentennebenwirkung, etc.). Noch immer lägen bei ihm 

erhebliche myofasziale Folgeschäden vor, deren weitere Behandlung durch 

Bewegungstherapie (…) und Radiofrequenzneurotomie (Dr. …) eine erhebliche 

Verbesserung des Gesundheitszustands zur Folge hätte. Der ausgeprägte 

Tinnitus und die Verletzung der Fazettengelenke C2/3 und C5/6 seien 

objektivierbare Unfallfolgen, weshalb die SUVA - auch ohne spezielle adäquate 

Rechtsprechung - die entsprechenden Leistungen zu erbringen habe. Entgegen 

der SUVA seien hier aber auch die Adäquanzkriterien erfüllt, da von einem 

mittelschweren Unfall, im Grenzbereich zu den schweren Unfällen, auszugehen 

sei. 

b) Im Rahmen des Einspracheverfahrens erfolgte eine weitere ärztliche 

Beurteilung durch Dr. med. …, welcher sich mit Bericht vom 11. März 2011 zur 

fehlenden Unfallkausalität des Tinnitus äusserte. Der SUVA Mediziner kam 

dabei zum Schluss, dass der Tinnitus durch das vorbestehende Hörleiden 

verursacht worden sei und nicht auf das Unfallereignis vom 22. März 2009 

zurückgeführt werden könne. Mit Entscheid vom 17. März 2011 wies die 

Vorinstanz die Einsprache schliesslich ab, soweit darauf eingetreten werden 

könne. Gegenstand der angefochtenen Verfügung sei einzig die Einstellung der 

Versicherungsleistungen auf den 30. September 2010, weshalb nur insofern auf 

die Einsprache einzutreten sei. Die noch geklagten Beschwerden könnten auf 

kein unfallbedingtes objektivierbares organisches Substrat zurückgeführt 

werden. Im Weiteren bestehe zwischen den psychischen Beschwerden und 

dem Unfall auch kein adäquater Kausalzusammenhang.

4. Dagegen erhob … am 6. April 2011 Beschwerde ans Verwaltungsgericht 

Graubünden mit dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Ihm 

seien ab dem 1. Oktober 2010 weiterhin Leistungen aus UVG zu gewähren. Die 

Sache sei zur Berechnung des Rentenanspruchs und einer 

Integritätsentschädigung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei ein 

gerichtliches Gutachten für weitere Abklärungen in Auftrag zu geben. Das 

Verfahren sei bis Ende August 2011 zu sistieren, damit er weitere Abklärungen 

tätigen und die entsprechenden Berichte einreichen könne:

• Der Beschwerdeführer habe am 22. März 2009 einen zweiten 
Verkehrsunfall erlitten, als er als Beifahrer in eine Auffahrkollision verwickelt 
worden sei. Gemäss unfallanalytischem Gutachten der DEKRA, welches 
von der Zürich Versicherung in Auftrag gegeben worden sei, habe sich 
zunächst ein seitlicher Heckanstoss mit einem Delta-V von 17-24 km/h 
ereignet. Anschliessend habe ein Frontanstoss mit einem Delta-V von 8-12 
km/h stattgefunden. Wegen der hohen Aufprallgeschwindigkeit und der 
beschädigten Rückenlehne sei davon auszugehen, dass sich der 

Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Frontaufpralls „out of position“ befunden 
habe. Die biomechanische Kurzbeurteilung habe ergeben, dass seine 
Beschwerden und Befunde eher erklärbar seien. Nach dem Unfall seien 
sofort Übelkeit mit Erbrechen, Schwindel, Doppelbilder/Augenflimmern und 
starke Hinterkopfschmerzen aufgetreten. Innert Stunden seien danach 
Nackenbeschwerden, Schulterbeschwerden und Taubheitsgefühle an 
einigen Fingern hinzugekommen. Insgesamt seien die Verletzungen als 
QTF III beurteilt worden.

• Vor einer Thematisierung der Rechtsprechung zur Adäquanz 
(Schleudertrauma- oder Psychopraxis) seien jene Beschwerden 
auszuscheiden, welche objektiviert werden könnten. Das gelte hier für die 
Störungen des Gleichgewichtssystems, die Hochtonstörungen, den Tinnitus 
und die Hyperakusis, welche auf den Unfall zurückzuführen seien, weshalb 
die Adäquanz insofern gegeben sei. Die Störungen des 
Gleichgewichtssystems könnten gemäss SUVA Tabelle 14 objektiviert 
werden. Grundlage für die Beurteilung seien neuro-otologische 
Untersuchungen, wozu hier zwei Gutachten vorlägen. Gemäss Dr. … seien 
die Einschränkungen auf die eingenommenen Medikamente 
zurückzuführen, was durch den Medikamentenspiegel nicht gestützt werde. 
Gemäss dem Hausarzt Dr. … und Dr. … müsse eine andere Ursache 
vorliegen. Dr. … erkenne eine posturale Funktionsstörung mit 
reproduzierbaren Spontannystagni nach links sowie eine mittelgradige 
visuelle Suppression des kalorischen Nystagmus, pathologische Befunde in 
den posturalen Prüfungen etc. Er beurteile die objektivierbaren 
Einschränkungen gemäss SUVA Tabelle 13/14 mit rund 40 %. 
Objektivierbar seien ferner auch die beidseitige Hochtonstörung bei 6000 Hz 
um 70 dB, der beidseitige Tinnitus von 10 dB und die Hyperakusis 
(Geräuschüberempfindlichkeit). Ursache dieser Beschwerden sei gemäss 
Dr. … der starke Crash- und Airbagknall beim Unfall vom 22. März 2009.

• Was die weiteren Beschwerden betreffe, sei entgegen der 
Beschwerdegegnerin nicht die Psychopraxis zur Anwendung zu bringen. Es 
fände sich nämlich ein objektivierbares Korrelat der Beschwerden, indem 
die MRI der HWS fortgeschrittene degenerative Veränderungen mit 
Wurzelkompressionen und Diskushernien zeigten. Gemäss dem SUVA 
Kreisarzt sei die Nackenproblematik durch die Veränderungen 
vollumfänglich zu erklären. Nach Dr. …habe der Unfall die radikuläre 
Affektion provoziert. Die psychischen Beschwerden seien erst im 
August/September 2009 und damit rund ein halbes Jahr nach dem 
Unfallereignis aufgetreten. Ursache der Probleme seien nach dem 
Psychiater der SUVA die Schmerzen, die Lärmempfindlichkeit und der 
Schwindel. Da nach kreisärztlicher Auffassung der status quo sine der 
HWS-Beschwerden erst anfangs April 2010 erreicht worden sei, seien diese 
Beeinträchtigungen bis zu jenem Zeitpunkt als unfallkausal zu betrachten. 
Somit ständen die psychischen Beschwerden offensichtlich im Hintergrund 
und seien lediglich Sekundärfolge der unfallkausalen Beschwerden, 
weswegen die Adäquanz nach der Schleudertrauma-Rechtsprechung zu 

beurteilen sei. Hier sei von einem Unfall im mittelschweren Bereich, 
allenfalls an der Grenze zum schweren Bereich auszugehen. Die relevanten 
Kriterien gemäss Rechtsprechung seien - mit Ausnahme des Kriteriums der 
besonders dramatischen Begleitumstände - allesamt erfüllt. 

• Die Sistierung des Verfahrens werde beantragt, damit ein präzisierender 
neuro-otologischer Bericht und ein ausführliches psychiatrisches Gutachten 
eingelegt werden könnten. Die Berichte seien notwendig, um einerseits eine 
Objektivierung der Störung des posturalen Kontrollsystems nachzuweisen 
und andererseits zu belegen, dass die psychischen Beschwerden 
gegenüber den physischen Beschwerden nicht in den Vordergrund getreten 
seien.

5. Mit Beschwerdeantwort vom 5. Mai 2011 beantragte die Vorinstanz die 

Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung ihres Einspracheentscheids 

vom 17. März 2011:

• Sie halte nach wie vor an ihrem Einspracheentscheid fest, welcher zu einem 
integrierenden Bestandteil der Rechtsschrift erklärt werde. In formeller 
Hinsicht sei der beschwerdeführerische Sistierungsantrag abzuweisen, da 
der Beschwerdeführer oft und gründlich untersucht und abgeklärt worden 
sei, da Stellungnahmen aller entscheidenden Fachrichtungen vorlägen. 
Diese Beurteilungen genügten für einen Entscheid, weswegen in 
antizipierter Beweiswürdigung auf die Abnahme weiterer Beweise zu 
verzichten sei. Der Beschwerdeführer vertrete die Auffassung, dass die 
Störungen des Gleichgewichtssystems und die Hörstörung objektivierbar 
und unfallkausal seien. In Bezug auf die übrigen Befunde wie 
Druckdolenzen, Verspannungen, Beweglichkeitseinschränkungen usw. sei 
der Beschwerdeführer entsprechend mit der beschwerdegegnerischen 
Einschätzung - keine Objektivierung - einverstanden.

• Es sei zutreffend, dass Störungen des Gleichgewichtssystems teilweise 
objektiviert werden könnten. Beim Beschwerdeführer sei indessen keine 
periphere vestibuläre Funktionsstörung diagnostiziert worden. Es bestehe 
ein unsystematisch auftretender horizontaler Nystagmus nach links. Was 
die von Dr. … gestellte Diagnose einer posturalen Funktionsstörung 
betreffe, habe Dr. … diesbezüglich eine starke funktionelle Überlagerung 
festgestellt. Schlussendlich hätten die beteiligten Neurootologen aber in 
etwa dieselben Befunde erhoben. Frage sei schlussendlich, ob die etwas 
unspezifischen Befunde unfallkausal seien. Die Einschätzung der 
Unfallkausalität gemäss Dr. … beruhe auf einer reinen post hoc, ergo 
propter hoc-Relation, welche es nicht erlaube, einen natürlichen 
Kausalzusammenhang mit der im Unfallversicherungsrecht geforderten 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Dr. … führe den 
Schwindel auf das eingenommene Tramadol zurück. Jedenfalls sei aber 

nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, dass der 
Schwindel auf den erlittenen Unfall zurückzuführen sei.

• Zu Unrecht gehe der Beschwerdeführer davon aus, dass vor dem Unfall nur 
eine Hochtonstörung rechts bestanden habe. Gemäss den Untersuchungen 
im Rahmen der Gehörschadenprophylaxe habe beim Beschwerdeführer seit 
dem Jahr 2003 eine dokumentierte, rechtsbetonte und demnach beidseitige 
Hochton-Innenohrschwerhörigkeit bestanden. Der Tinnitus des 
Beschwerdeführers stimme mit dem Bereich der Hochtonsenke überein, 
was belege, dass die Hochtonstörung die Ursache des Tinnitus sei und 
nicht etwa der Unfall. Die Hochtonstörung sei bereits zwei Jahre vor dem 
Unfall im Jahr 2007 deutlich progredient gewesen. Damit sei ebenfalls klar, 
dass die Hörstörungen des Beschwerdeführers nicht kausal auf das 
Unfallereignis vom 22. März 2009 zurückzuführen seien. Entsprechend leide 
der Beschwerdeführer an keinen objektivierbaren Unfallfolgen im Sinne der 
Rechtsprechung.

• Zu Recht sei die Prüfung der Adäquanz anhand der Psycho-Praxis erfolgt. 
Diesbezüglich und bezüglich der Adäquanzkriterien sei auf den 
angefochtenen Einspracheentscheid zu verweisen.

6. Nachdem die Instruktionsrichterin das beschwerdeführerische Sistierungsgesuch 

mit Schreiben vom 10. Mai 2011 zunächst bis Ende August 2011 gutgeheissen 

und anschliessend mit Schreiben vom 26. August 2011 bis Ende September 

2011 verlängert hatte, reichte der Beschwerdeführer mit Stellungnahme vom 28. 

September 2011 die angekündeten medizinischen Unterlagen (Arztbericht Dr. 

med. … vom 10. Juni 2011, Arztbericht Dr. med. D. … vom 27. Juni 2011 sowie 

psychiatrisches Gutachten Dr. med. … vom 8. September 2011 von der 

unabhängigen medizinischen Gutachtenstelle Zürich [UMEG]) ein und führte 

dazu aus:

• Bezüglich Schwindel lägen nach Dr. … und Dr. … objektivierbare 
pathodiagnostische Systembefunde vor; die beiden Ärzte beurteilten nur die 
Schwere der Befunde unterschiedlich, wobei Dr. … die posturalen 
Prüfungen nicht durchgeführt habe. Tatsache sei aber, dass nach dem 
Unfallereignis eine objektivierbare Störung des Gleichgewichtsystems 
aufgetreten sei. Die Erklärungen von Dr. … als SUVA Arzt, hierbei handle 
es sich um eine Folge der Medikation, könnten durch die objektivierten 
Befunde und den Medikamentenspiegel widerlegt werden. Auch aufgrund 
des Sturzes am Arbeitsplatz sei die Gleichgewichtsstörung mit an Sicherheit 
grenzender Wahrscheinlichkeit zumindest teilkausal. 

• Der Ärger von Dr. … im Bericht vom 27. Juni 2011 über die Beurteilungen 
anderer Ärzte in seinem Fachgebiet sei verständlich. Seine eingehende und 
umfassende Prüfung am 11. Januar 2010 gemäss anerkannten Richtlinien 
habe objektivierbare Befunde ergeben, weshalb eine Leistungspflicht der 
Beschwerdegegnerin ausgewiesen sei. 

• Nach dem Gutachten von Dr. … vom 8. September 2011 seien die 
psychischen Beschwerden Sekundärfolge der physischen Beschwerden, 
woraus sich später eine wechselseitige Beeinflussung entwickelt habe. 
Nichtsdestotrotz sei der vorliegende Fall nach der Schleudertrauma-Praxis 
zu beurteilen.

• Sowohl Dr. … von der SUVA als auch Dr. … kämen zum Schluss, dass das 
Unfallereignis für die bestehenden psychischen Beschwerden teilkausal 
gewesen sei. Nach Dr. … sei die Arbeitsfähigkeit zu 40 % aus 
psychiatrischer Sicht eingeschränkt. Aufgrund der Diagnose der 
somatoformen Schmerzstörung habe Dr. … die …-Kriterien geprüft und sei 
zum Schluss gekommen, dass eine psychiatrische Komorbidität gegeben 
sei. Ausserdem seien auch die weiteren Kriterien erfüllt, um ausnahmsweise 
von der Unzumutbarkeit der willentlichen Überwindung des Leidens 
auszugehen.

7. Hierzu nahm die Vorinstanz mit Schreiben vom 27. Oktober 2011 wie folgt 

Stellung:

• Die Beurteilung von Dr. … bestätigte die Feststellungen der 
Beschwerdegegnerin, dass beim Beschwerdeführer keine objektivierbaren 
unfallkausalen Befunde vorlägen. Denn Dr. … komme zum Schluss, dass 
sich keine Hinweise für eine peripher-vestibuläre Funktionsstörung finden 
liessen und eine vestibuläre Pathologie unwahrscheinlich erscheine. Ein 
zervikaler Nystagmus liege nicht vor. Der Tinnitus sei gemäss SUVA-
Kriterien plausibel, die Veränderungen im Tonaudiogramm jedoch nicht auf 
den Unfall zurückzuführen. Der Hörschwellenverlauf suggeriere keinerlei 
Hinweise für ein Knalltrauma oder eine commotio labyrinthi. Entgegen dem 
Beschwerdeführer gehe Dr. … entsprechend nicht von unfallkausalen 
objektivierbaren pathodiagnostischen Systembefunden aus.

• Zur Stellungnahme von Dr. … sei anzumerken, dass der angesprochene 
Screening-Bericht der UMEG in Zürich vom 4. Februar 2011 nicht bekannt 
sei. Offenbar scheine dieser die Position des Beschwerdeführers nicht zu 
stützen bzw. den Diagnosen von Dr. … zu widersprechen. 

• Der Gutachter Dr. … habe die Frage 9, auf die sich der Beschwerdeführer 
zur Geltendmachung der Schleudertraumpraxis berufe, missverstanden. Er 
gebe an, dass - was die anhaltend somatoforme Schmerzstörung betreffe - 
starke physische Beschwerden die psychische Symptomatik 

aufrechterhalten würden. Dass aber gerade diese Schmerzen nicht auf 
objektivierbare, somatische Befunde zurück zu führen seien, berücksichtige 
er nicht. Damit seien die physischen Befunde gegenüber den psychischen 
Beschwerden in den Hintergrund getreten.

8. a) Mit Schreiben vom 1. November 2011 verzichtete der Beschwerdeführer auf eine 

Replik. In der Folge veranlasste die Instruktionsrichterin gemäss dem 

beschwerdeführerischen Editionsbegehren den Beizug sämtlicher Akten zum 

Unfall vom 17. September 1997 (Nr. 13.31031.97.2). Der Beschwerdeführer 

verzichtete auf eine Stellungnahme zu den edierten SUVA-Akten, hielt aber 

fest, da keine Röntgenbilder mehr auffindbar seien, werde ihm der Nachweis 

verwehrt, dass jener Unfall zu den heute festgestellten Beschwerden 

beigetragen habe.

b) Am 9. Dezember 2011 ersuchte die Instruktionsrichterin den 

beschwerdeführerischen Rechtsvertreter um Einreichung des Screening-

Berichts von Dr. …(UMEG Zürich) vom 4. Februar 2011, welcher im Bericht von 

Dr. … vom 27. Juni 2011 thematisiert worden sei, bis zum 6. Januar 2012. Der 

Beschwerdeführer antwortete mit Schreiben vom 21. Dezember 2011, dass Dr. 

… Neurologe sei und den Auftrag gehabt habe, die medizinischen Akten aus 

neurologischer Sicht zu prüfen. Er habe sich in seinem Bericht auch zur 

fachfremden audio-neurootologischen Prüfung von Dr. … geäussert, was jenen 

zu dessen Stellungnahme im Bericht vom 27. Juni 2011 veranlasst habe. Da 

der Screening-Bericht für das Verfahren unbeachtlich sei, werde auf eine 

Einreichung verzichtet. Die Vorinstanz hielt mit Schreiben vom 13. Januar 2012 

dagegen, sie habe mit Erstaunen vernommen, dass der beschwerdeführerische 

Rechtsvertreter die klare Aufforderung des Gerichts zur Einreichung des 

Berichts missachtet habe. Aus ihrer Sicht genügten aber schon die 

vorhandenen Akten für eine Abweisung der Beschwerde.

c) Hierauf forderte die Instruktionsrichterin den beschwerdeführerischen 

Rechtsvertreter mit Schreiben vom 16. Januar 2012 erneut auf, den Screening-

Bericht von Dr. … vom 4. Februar 2011 bis zum 24. Januar 2012 einzureichen. 

Über die Relevanz des Berichts im Beschwerdeverfahren werde das Gericht 

entscheiden. Der beschwerdeführerische Rechtsvertreter reagierte darauf 

jedoch nicht, so dass die Instruktionsrichterin den betreffenden Bericht direkt 

bei Dr. … verlangte. Jener berief sich daraufhin indessen auf das 

Arztgeheimnis, von welchem ihn der Beschwerdeführer ausdrücklich nicht 

entbinden wolle.

d) Die Vorinstanz nahm zum Geschehen schliesslich mit Schreiben vom 7. 

Februar 2012 Stellung und führte aus, das beschwerdeführerische Verhalten 

sei unhaltbar und verstosse gegen die dem Beschwerdeführer gemäss Art. 28, 

43 und 61 lit. c ATSG auferlegten Mitwirkungspflichten. Es könne nicht 

angehen, dass der Beschwerdeführer nur die ihm genehmen ärztlichen 

Beurteilungen auflege, wenn er gleichzeitig offensichtlich nachteilige 

Beurteilungen unterdrücke. Besonders widersprüchlich sei das 

beschwerdeführerische Verhalten in Bezug auf die Beurteilungen von Dr. …. 

Diesem habe er den Screening-Bericht offensichtlich vorgelegt, um dazu 

Stellung zu nehmen. Diese Stellungnahme lege er nun auf und benutze sie, um 

seinen Standpunkt zu stärken. Ohne die Grundlage der Stellungnahme von Dr. 

… zu kennen, sei diese aber nicht nachvollziehbar und es mangle bereits aus 

diesem Grund an Beweiskraft im Sinne der Rechtsprechung.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, 

in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Verfahren ist der Einspracheentscheid der 

SUVA vom 17. März 2011, mit welchem die Vorinstanz die 

beschwerdeführerische Einsprache abgewiesen und die eigene Verfügung 

bestätigt hat. Streitig und zu prüfen ist, ob die Vorinstanz die 

Versicherungsleistungen zu Recht auf den 30. September 2010 eingestellt hat.

2. a) Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt nach dem Bundesgesetz über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) und dem 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) voraus, dass zwischen dem 

Unfallereignis und der gesundheitlichen Schädigung ein natürlicher und 

adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181). 

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhanges sind alle 

Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 

verwirklicht gedacht werden kann. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis 

und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang 

besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung und im Beschwerdefall der 

Richter nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit 

eines Sachzusammenhanges genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruches noch nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181). 

b) Als adäquate oder rechtserhebliche Ursache eines Erfolges hat ein Ereignis 

dann zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der 

allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des 

eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das 

Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 

V 456 E. 5a S. 461). Der Voraussetzung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs kommt die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu 

(BGE 125 V 456 E. 5c S. 462, 123 V 98 E. 3b S. 102). Sie hat bei allen 

Gesundheitsschädigungen, die aus ärztlicher Sicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit als natürliche Unfallfolgen gelten, Platz zu greifen. Die 

Frage der Adäquanz ist eine Rechtsfrage, sie ist nicht von medizinischen 

Sachverständigen, sondern vom Richter zu beurteilen (SVR 8-9/2003 UV Nr. 12 

E. 3.2.1 S. 36, 9/2002 UV Nr. 11 E. 2b S. 31). Dabei spielt die Adäquanz als 

rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang 

ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv 

ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate 

weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt. Anders verhält es sich bei 

natürlich unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv ausgewiesenen 

Beschwerden. Hier ist bei der Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen 

Geschehensablauf auszugehen, und es sind je nachdem weitere 

unfallbezogene Kriterien einzubeziehen (BGE 117 V 359 E. 6 S. 366 ff.). Nach 

der für psychische Fehlentwicklungen nach Unfall erarbeiteten sog. Psycho-

Praxis (BGE 115 V 133) werden diese Adäquanzkriterien unter Ausschluss 

psychischer Aspekte geprüft, während nach der bei Schleudertraumen und 

äquivalenten Verletzungen der HWS sowie Schädel-Hirntraumen anwendbaren 

sog. Schleudertrauma-Praxis (BGE 117 V 359, präzisiert in 134 V 109) auf eine 

Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet 

wird (Urteil des Bundesgerichts 8C_441/2010 vom 23. August 2010 E. 3; BGE 

134 V 109 E. 2.1 S. 112 mit mehreren Hinweisen). 

c) Für die Fortsetzung der beantragten Versicherungsleistungen über das 

angefochtene Einstelldatum vom 30. September 2010 hinaus müssen die 

beiden Erfordernisse des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs 

kumulativ erfüllt sein. Scheitert der geltend gemachte Anspruch an einer dieser 

zwei Voraussetzungen, entfällt die Leistungspflicht aus UVG ohne die Prüfung 

des anderen Kriteriums. Die zentrale Frage in Bezug auf die geklagten 

Beschwerden ist folglich vorerst nicht, ob diese oder jene medizinische 

Beurteilung korrekt oder mangelhaft ist, sondern ob hier unfallkausale, 

relevante strukturelle organische Befunde objektivierbar sind. Ist sie zu 

verneinen, bleibt zu prüfen, ob ein Leistungsanspruch - trotz organisch nicht 

ausgewiesener Gesundheitsbeschwerden - dennoch anhand der 

Adäquanzkriterien über das Einstelldatum per 30. September 2010 zu bejahen 

gewesen wäre. 

3. a) Gemäss beschwerdeführerischer Auffassung sind die Störungen des 

Gleichgewichtssystems, die Hochtonstörung, der Tinnitus und die Hyperakusis 

(Geräuschüberempfindlichkeit) als unfallkausale, objektivierte Befunde zu 

qualifizieren. Dabei stützt sich der Beschwerdeführer im Wesentlichen auf die 

ärztlichen Beurteilungen von Dr. …, Dr. … und Dr. …. Die Beschwerdegegnerin 

hingegen verneint das Vorliegen eines solchen unfallkausalen, objektivierbaren 

Substrats für die geklagten Beschwerden. Damit ist zunächst zu prüfen, ob die 

noch geklagten Beschwerden (Nacken-, Kopfschmerzen, Schulterschmerzen, 

Schwindel, Tinnitus, Schlaflosigkeit etc.) auf einem objektivierbaren 

organischen Substrat beruhen, welches auf das Unfallereignis vom  22. März 

2009 zurückzuführen ist.

b) In Bezug auf die Ergebnisse der durchgeführten apparativ-bildgebenden 

Verfahren (Röntgen, MRI), die neurologischen und ophthalmologischen 

Abklärungen sowie in Bezug auf die geklagten Druckdolenzen, Verspannungen, 

Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit und Myogelosen ist auf die 

zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz im Einspracheentscheid zu 

verweisen:

• Ergebnisse der apparativ-bildgebenden Verfahren: Weder die am Unfalltag 
erstellten Röntgenbilder (gemäss Dokumentationsbogen Dr. … vom 22. 
April 2009 und Bericht der Rehaklinik …. vom 10. Juni 2009) noch die am 
Kantonspital Graubünden am 2. April 2009 durchführte MRI-Untersuchung 
der HWS zeigen traumatische ossäre Läsionen; festgestellt werden 
vielmehr degenerative Veränderungen der HWS. Dasselbe gilt auch für das 
am 11. Mai 2009 ebenfalls am Kantonsspital Graubünden durchgeführte 
MRI des Schädels („Insbesondere die Felsenbeinregion stellt sich regelrecht 
dar ohne Hinweis auf eine Raumforderung“). Apparativ-bildgebend sind 
damit keine unfallbedingten, objektivierbaren Befunde nachgewiesen.

• Neurologisch wurde der Beschwerdeführer von Dr. … (Untersuchung vom 
15. April 2009, Bericht vom 17. April 2009) und von Dr. … (Untersuchung 
vom 22. Juli 2009, Bericht vom 23. Juli 2009) untersucht. Dr. … stellte einen 
Zustand nach HWS-Distorsionstrauma mit zerviko-zephalem 
Schmerzsyndrom, Schwindelbeschwerden, Insomnie und 
Konzentrationsstörungen durch Auffahrkollision und ein leichtes Reiz- und 
Ausfallsyndrom der Nervenwurzel C7 links durch HWS-Distorsionstrauma 
bei vermutlich krankhaften, degenerativen Veränderungen im Bereich der 
Halswirbelsäule fest. Klinisch-neurologisch seien keine Hinweise auf fokale 
neurologische Ausfälle zu finden; auch das EEG sei im Normbereich. Dr. … 
fand keinen Nachweis von zentralen oder peripheren neurologischen 
Ausfällen an der linken oberen Extremität; speziell die Motorik und die 
Koordination der linken Hand seien normal. Die Beschwerden des Patienten 
liessen sich aus neurologischer Sicht nicht objektivieren, auch nicht die 

subjektiv erwähnten koordinativen Beeinträchtigungen der linken Hand. 
Entsprechend sind neurologisch keine objektivierbaren Befunde für die 
geklagten Beschwerden festzustellen. Diese Schlussfolgerung wird 
schliesslich auch durch den Austrittsbericht des Rehazentrums …bestätigt, 
wonach keine fokalen Ausfälle und keine neuromuskulären Defizite 
feststellbar gewesen seien.

• In ophthalmologischer Hinsicht ist auf die medizinische Beurteilung von Dr. 
… abzustellen, welcher mit Bericht vom 3. Juni 2009 eine Amotio 
(Netzhautablösung) älteren Datums feststellte, die auf ein Trauma und eine 
Operation vor 30 Jahren zurückzuführen sei. Ein Zusammenhang mit der 
Auffahrkollision vom 22. März 2009 sei nicht zu erkennen. Die 
Augenbeschwerden seien nicht mit der Auffahrkollision in Verbindung zu 
setzen.

• Den vorinstanzlichen Erwägungen im Einspracheentscheid (S. 12) ist im 
Weiteren auch hinsichtlich Druckdolenzen, Verspannungen, 
Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit und Myogelosen zu folgen. Die 
Vorinstanz führt diesbezüglich unter Verweis auf die bundesgerichtliche 
Rechtsprechung zu Recht aus, dass alle diese Beschwerden - so sie denn 
nicht ohnehin krankhafter Natur seien - zwar organisch imponierten, da sie 
klinisch fassbar seien, es aber einem organischen Substrat im Sinne einer 
strukturellen Läsion fehle (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_889/2008 
vom 9. April 2009 E. 3.3.2.2, 8C_33/2008 vom 20. August 2008 E. 5.1, 
8C_806/2007 vom 7. August 2008 E. 8.3). Diese Ausführungen werden vom 
Beschwerdeführer - soweit ersichtlich - auch nicht in Zweifel gezogen.

c) Im Weiteren führt der Beschwerdeführer den geklagten Schwindel bzw. die 

Störungen des Gleichgewichtssystems auf das Unfallereignis vom 22. März 

2009 zurück:

• Der Beschwerdeführer hält vorab zu Recht fest, dass 
Gleichgewichtsstörungen teilweise objektiviert werden könnten (vgl. SUVA 
Tabelle 14). Dazu führt er aus, Grundlage für die Beurteilung der 
Objektivierung bildeten neuro-otologische Untersuchungen, wozu hier zwei 
Gutachten vorlägen. Gemäss Dr. … seien die Einschränkungen auf die 
eingenommenen Medikamente zurückzuführen, was durch den 
Medikamentenspiegel nicht gestützt werde. Gemäss dem Hausarzt Dr. … 
und Dr. … müsse eine andere Ursache vorliegen. Dr. … erkenne eine 
posturale Funktionsstörung mit reproduzierbaren Spontannystagni nach 
links sowie eine mittelgradige visuelle Suppression des kalorischen Nystag-
mus, pathologische Befunde in den posturalen Prüfungen etc. Er beurteile 
die objektivierbaren Einschränkungen gemäss SUVA Tabelle 13/14 mit rund 
40 %. Sowohl Dr. … als auch Dr. … kämen zum Schluss, dass objektivierte 
pathodiagnostische Systembefunde vorlägen. Die beiden Ärzte beurteilten 

die Schwere der Befunde unterschiedlich, wobei Dr. … die posturalen 
Prüfungen nicht durchgeführt habe.

• Die Beschwerdegegnerin hält dagegen, dass der Beschwerdeführer wegen 
des geklagten Schwankschwindels auch auf der HNO-Ebene verschiedene 
Male medizinisch untersucht worden sei (Dr. …, Bericht vom 18. Mai 2009; 
Dr. …, Bericht vom 7. Januar 2010; Dr. …, Bericht vom 22. Februar 2010; 
Dr. …, Antwort vom 15. April 2010). Insgesamt seien nach Dr. … und Dr. … 
frische traumatische Läsionen bei degenerativen Veränderungen 
auszuschliessen. Pathologisch festzustellen seien ein Spontannystagmus 
nach links sowie eine gestörte Blickfolge; diese könnten durch die 
Medikation verursacht werden. Eine periphere vestibuläre Funktionsstörung 
habe hingegen nicht diagnostiziert werden können. Demgegenüber führe 
Dr. … die beschwerdeführerischen Beschwerden klar auf das Unfallereignis 
zurück. Dr. … repliziere aber später zu diesem Bericht, dass die erhobenen 
Befunde und die lange Diagnoseliste aus neurootologischer Sicht keine 
grundlegenden neuen Erkenntnisse ergäben. Nach wie vor sei klar, dass 
keine periphere vestibuläre Funktionsstörung bestehe. Die Interpretation 
des Nystagmus nach links sei nach wie vor schwierig; auch Dr. … finde 
dafür keine schlüssige Erklärung. Gesamthaft seien somit relevante 
organisch-strukturelle Läsionen hinsichtlich des Gleichgewichtssystems als 
Folge des erlittenen HWS-Traumas auch aufgrund des Berichts von Dr. … 
nicht nachgewiesen. Unabhängig von der Frage der Objektivierbarkeit der 
geklagten Beschwerden müssten die unspezifischen Befunde sodann auch 
auf den Unfall zurück zu führen sein. Dr. … begründe die Kausalität mit 
einer reinen post hoc, ergo propter hoc-Relation, welche es nicht erlaube, 
den natürlichen Kausalzusammenhang mit dem im Unfallversicherungsrecht 
geforderten überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen (BGE 119 V 
335 E. 2b/bb S. 340). 

In der hier zu beurteilenden Konstellation liegen keine Hinweise auf ein 

objektivierbares organisches Substrat als Grundlage des geklagten Schwindels 

bzw. der geklagten Störungen des Gleichgewichtssystems vor. Im Weiteren ist 

auch der Nachweis, dass die geklagten Beschwerden mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 22. März 2009 zurückzuführen 

ist, nicht erbracht:

• Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht festhält konnte beim 
Beschwerdeführer keine periphere vestibuläre Funktionsstörung 
diagnostiziert werden (vgl. Berichte Dr. … und Dr. …). Auch die von Dr. … 
erhobenen Befunde und die Diagnoseliste ergeben gemäss Dr. … keine 
grundlegenden neuen Erkenntnisse. Gesamthaft sind somit relevante 
organisch-strukturelle Läsionen hinsichtlich des Gleichgewichtssystems als 
Folge des erlittenen HWS-Traumas auch aufgrund des Berichts von Dr. … 

nicht nachgewiesen. Diese nachvollziehbare Schlussfolgerung von Dr. … 
wird im Übrigen auch von dem beschwerdeführerisch nachgereichten 
medizinischen Bericht von Dr. … vom 10. Juni 2011 gestützt, welcher einen 
zervikalen Nystagmus als sicheres Zeichen für eine objektive Feststellung 
der beklagten Schwindelbeschwerden verneinte.

• Soweit der Beschwerdeführer auf den von ihm nachgereichten Bericht von 
Dr. … vom 27. Juni 2011 verweist, ist ihm seine verweigernde Haltung 
entgegenzuhalten. Der genannte Bericht von Dr. … kann im Rahmen des 
vorliegenden Verfahrens nicht berücksichtigt werden, da darin auf einen 
Screening-Bericht von Dr. … (UMEG) vom 4. Februar 2011 verwiesen wird, 
welcher sich gemäss Dr. … offenbar nachteilig für den Beschwerdeführer 
auswirkt und den Beurteilungen sowie Diagnosen von Dr. … widerspricht. 
Trotz mehrfacher Aufforderung hat der Beschwerdeführer diesen Bericht 
nicht eingereicht und auch den direkt kontaktierten Dr. … ausdrücklich nicht 
von der ärztlichen Schweigepflicht entbunden. Dieses Verhalten muss sich 
der Beschwerdeführer hier entgegen halten lassen. Da die Grundlage des 
Berichts von Dr. … vom 27. Juni 2011 nicht bekannt ist, ist der genannte 
Bericht nicht nachvollziehbar, weshalb er nicht weiter zu berücksichtigen ist.

• Unter Berücksichtigung aller im Recht liegenden medizinischen Unterlagen 
sind die geklagten Beschwerden sodann - entgegen den 
beschwerdeführerischen Behauptungen - auch nicht mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit unfallkausal. Die von Dr. … festgestellte Kausalität 
beruht ausschliesslich auf einer „post hoc, ergo propter hoc“-Relation, 
welche gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zum Nachweis des 
Kausalzusammenhangs unzureichend ist (Urteil des Bundesgerichts 
8C_309/2010 vom 22. Juni 2010). Die von Dr. … geäusserte Einschätzung, 
die geklagten Beschwerden könnten medikamentös bedingt sein, wird vom 
Hausarzt Dr. … bezweifelt, weshalb die Ursache der 
Schwindelbeschwerden bzw. der  Störungen des Gleichgewichtssystems 
nach wie vor nicht vollständig geklärt sind. Nachdem aber mehrere 
Mediziner zur Frage der Unfallkausalität der geklagten Beschwerden 
Stellung genommen und keine überzeugende Begründung für eine 
traumatische Natur der Beschwerden geliefert (Dr. …) bzw. eine solche 
abgelehnt haben (Dr. …, Dr. …), sind die Beschwerden nicht mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 22. März 
2009 zurückzuführen.

Auch in Bezug auf die geklagten Schindel bzw. die Störungen des 

Gleichgewichtssystems ist entsprechend den ausführlichen 

beschwerdegegnerischen Darlegungen im Einspracheentscheid (S. 9 ff.) und in 

der Beschwerdeantwort zu folgen. Den betreffenden Beschwerden liegt gemäss 

den im Recht liegenden Akten kein objektivierbares organisches Substrat 

zugrunde; die abweichende Auffassung von Dr. … ist weder nachvollziehbar 

noch findet sie eine Stütze in den übrigen medizinischen Berichten. Selbst 

wenn man aber zu Gunsten des Beschwerdeführers von objektivierbaren 

Befunden ausgehen wollte, könnten die Befunde nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 22. März 2009 zurückgeführt 

werden.

d) Auch den Tinnitus, die beidseitige Hochtonstörung sowie die Hyperakusis führt 

der Beschwerdeführer auf das Unfallereignis vom 22. März 2009 zurück:

• Objektivierbar sind gemäss beschwerdeführerischer Auffassung ferner auch 
die beidseitige Hochtonstörung bei 6000 Hz um 70 dB, der beidseitige 
Tinnitus von 10 dB und die Hyperakusis (Geräuschüberempfindlichkeit). 
Ursache dieser Beschwerden sei gemäss Dr. … der starke Crash- und 
Airbagknall beim Unfall vom 22. März 2009.

• Die Beschwerdegegnerin hält entgegen, Dr. … habe den Tinnitus gemäss 
Bericht vom 22. Februar 2010 auf das Unfallereignis zurückgeführt, wobei er 
die Hochtonsenke rechtsbetont als vorbestehend anerkannt habe. Der 
Tinnitus sei praktisch sofort am Unfallort durch den starken Crash- und 
Airbagknall ausgelöst worden und sei seit dem Unfall persistierend. Im Zuge 
des Einspracheverfahrens sei Dr. … zur Frage der Unfallkausalität des 
Tinnitus beigezogen worden, welcher sich mit ärztlicher Beurteilung vom 11. 
März 2011 zur fehlenden Unfallkausalität des Tinnitus geäussert habe. Dr. 
… habe festgestellt, dass die bereits bekannte Hochtonsenke rechts 
(bekannt seit 2003, progredient im Jahr 2007) den Tinnitus im 
Senkenbereich praktisch schwellenidentisch wieder abgebildet habe. 
Daraus ergebe sich, dass der Tinnitus auf ein vorbestehendes Leiden des 
Beschwerdeführers und nicht auf den Unfall zurückzuführen sei.

Nach noch geltender höchstrichterlicher Rechtsprechung sind die geklagten 

Beschwerden bzw. ist der geklagte Tinnitus als körperliches Leiden zu 

qualifizieren. Dennoch liegt kein traumatischer organischer Befund vor, bei 

welchem sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität mit der natürlichen 

Kausalität deckt (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 

116/03 vom 6. Oktober 2003 E. 2.1; Urteile des Bundesgerichts 8C_1048/2009 

vom 16. April 2010 E. 5, 8C_451/2009 vom 18. August 2010 E. 5.3; vgl. aber 

die neue bundesgerichtliche Rechtsprechung in den Entscheiden 8C_498/2011 

vom 3. Mai 2012 [zur Publikation vorgesehen] und 8C_849/2011 vom 29. Mai 

2012). Denn in der hier zu beurteilenden Konstellation sind die Hörleiden des 

Beschwerdeführers in Form einer Hochtonstörung, eines Tinnitus und einer 

Hyperakusis nicht auf das Unfallereignis vom 22. März 2009 zurückzuführen:

• Zwar qualifiziert Dr. … den Tinnitus als unfallkausal, wobei er ausführt, als 
Ursache sei der starke Crash- und Airbagknall infolge der Kollisionen zu 
qualifizieren; doch widerspricht diese ärztliche Einschätzung den 
nachvollziehbaren und begründeten Berichten von Dr. …, Dr. … und Dr. …. 

• Dr. … stellte fest, dass die bereits bekannte rechtsbetonte, beidseitige 
Hochtonsenke (Hochton-lnnenohrschwerhörigkeit) - bekannt seit 2003 im 
Rahmen der Gehörschadenprophylaxe, deutlich progredient im Jahr 2007 - 
den Tinnitus im Senkenbereich praktisch schwellenidentisch wieder 
abgebildet habe. Daraus ergebe sich, dass der Tinnitus auf ein 
vorbestehendes Leiden des Beschwerdeführers und nicht auf den Unfall 
zurückzuführen sei.

• Dr. … hatte bereits mit Bericht vom 18. Mai 2009 eine Hörschwelle in den 
Frequenzen von 125-3000 Hz zwischen 15 und 35 dB beidseitig mit einem 
Abfall auf 50-60 dB links und 70-75 dB rechts bei 6000-8000 Hz 
diagnostiziert, welche wahrscheinlich durch eine frühere akustische 
Belastung verursacht worden sei. Diese Schlussfolgerung ist insofern 
nachvollziehbar, als der Beschwerdeführer in der Beschwerde selbst 
ausführt, er sei bei seiner Tätigkeit in der … jeweils starken 
Lärmbelastungen ausgesetzt gewesen (vgl. Beschwerde, S. 2).

• Die ärztliche Einschätzung von Dr. … wird schliesslich von Dr. … bestätigt. 
Dieser erachtete die Plausibilitätskriterien der SUVA als erfüllt, stellte aber 
fest, dass der Hörschwellenverlauf keinerlei Hinweise für ein stattgehabtes 
Knalltrauma (z.B. Airbag beim Autounfall) oder einer Commotio labyrinthi 
suggeriere. Allenfalls könne die chronisch lärminduzierte Minderhörigkeit zu 
einem derartigen Hörschwellenverlauf führen.

Vor dem Hintergrund der seit geraumer Zeit bestehenden beidseitigen, aber 

rechtsbetonten Hörproblemen des Beschwerdeführers (Feststellung durch 

Gehörschadenprophylaxe) überzeugen die im Wesentlichen 

übereinstimmenden Berichte von Dr. …, Dr. … und Dr. …, welche eine 

Unfallkausalität ausschliessen. Daher sind der Tinnitus, die Hochtonstörung und 

die Hyperakusis - unter Berücksichtigung aller im Recht liegenden Unterlagen - 

nicht auf das Unfallereignis vom 22. März 2009, sondern auf ein Hörleiden, 

welches bereits vor dem Unfall bestanden hat, zurückzuführen. Unter diesen 

Umständen erübrigen sich auch weitere medizinische Abklärungen, da hiervon 

kein anderes Ergebnis zu erwarten wäre. Nach dem Grundsatz der antizipierten 

Beweiswürdigung (BGE 127 V 491 E. 1b S. 494, 124 V 90 E. 4b S. 94) ist auf 

die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten, weshalb dem 

beschwerdeführerischen Antrag auf Veranlassung eines gerichtlichen 

Gutachtens nicht zu entsprechen ist.

e) Gemäss den dargelegten übereinstimmenden ärztlichen Beurteilungen beruhen 

die vom Beschwerdeführer noch geklagten Beschwerden jeweils nicht auf 

einem objektivierbaren organischen Substrat. Entgegen der 

beschwerdeführerischen Auffassung verneint auch Dr. … ein solches Substrat 

in Bezug auf die geklagten Schwindelbeschwerden bzw. die Störungen des 

Gleichgewichtssystems. Die jeweils anders lautenden Beurteilungen von Dr. … 

sind nicht nachvollziehbar und werden durch alle anderen Arztberichte nicht 

bestätigt. Der vom Beschwerdeführer nachgereichte Bericht von Dr. … vom 27. 

Juni 2011 kann im vorliegenden Verfahren nicht berücksichtigt werden, da 

dessen Grundlage - Screening-Bericht von Dr. … (UMEG) vom 4. Februar 2011 

vom Beschwerdeführer in Verletzung seiner gesetzlichen Mitwirkungspflichten 

trotz mehrerer Aufforderungen nicht eingereicht wurde. Das hat zur Folge, dass 

der betreffende Bericht von Dr. … nicht nachvollziehbar ist und nicht zu 

berücksichtigen ist.

4. a) Nachdem nach Lage der Akten keine objektiven organischen Unfallfolgen 

ausgewiesen sind, bleibt zu prüfen, ob ein Leistungsanspruch anhand der 

Adäquanzkriterien bei Schleudertraumata oder äquivalenten HWS-

Verletzungen (inkl. Schädel-Hirntraumata) bzw. anhand den zu psychischen 

Fehlentwicklungen nach einem Unfall entwickelten Grundsätzen (Psycho-

Praxis) über das Einstelldatum per 30. September 2010 zu bejahen gewesen 

wäre. Nach der Rechtsprechung ist wie folgt zu differenzieren: Zunächst ist 

abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein HWS-Schleudertrauma, 

eine diesem äquivalente Verletzung oder ein Schädel-Hirntrauma erlitten hat. 

Ist dies nicht der Fall, gelangt die Psycho-Praxis (BGE 115 V 133) zur 

Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen, dass die versicherte Person 

eine der soeben erwähnten Verletzungen erlitten hat, muss beurteilt werden, ob 

die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden 

Beeinträchtigungen (BGE 119 V 335 E. 1.7 S. 337, 117 V 359 E. 4b S. 360) 

zwar (teilweise) vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz 

in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung 

ebenfalls die in BGE 115 V 133 für Unfälle mit psychischen Folgeschäden 

aufgestellten Grundsätze massgebend; andernfalls erfolgt die Beurteilung der 

Adäquanz nach der Schleudertrauma-Praxis gemäss den in BGE 134 V 109 

präzisierten Kriterien bzw. in BGE 117 V 359 festgelegten Kriterien (T. 

Ackermann, Kausalität, in: Schaffhauser René/Kieser Ueli (Hrsg.), Unfall und 

Unfallversicherung, Referate der Tagung vom 27. November 2008 in Luzern, 

St. Gallen 2009, S. 58 f.). 

b) Vorliegend war beim Beschwerdeführer gemäss übereinstimmenden 

Auffassungen der Parteien das typische Beschwerdebild eines HWS-Schleu-

dertraumas mit den dazu gehörenden Beeinträchtigungen weitgehend 

vorhanden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_181/2007 vom 17. April 2008 E. 

2.4; BGE 117 V 359 E. 4b S. 360; angefochtener Entscheid S. 13). Damit bleibt 

zu prüfen, ob die physischen Beschwerden im Vergleich zur psychischen 

Problematik nach dem Unfall ganz in den Hintergrund getreten sind, oder die 

physischen Beschwerden im Verlauf der ganzen Entwicklung vom Unfall bis 

zum Beurteilungszeitpunkt gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle 

gespielt haben (Urteil des Bundesgerichts 8C_957/2008 vom 1. Mai 2009 E. 

4.2):

• In psychischer Hinsicht hatte der Beschwerdeführer nach dem 
Unfallereignis vom 22. März 2009 bis zum August desselben Jahres keine 
aktenmässig belegten Beschwerden. So sind im Austrittsbericht der 
Rehaklinik …, wo sich der Beschwerdeführer vom 1. Juli 2009 bis zum 12. 
August 2009 in der Rehabilitation befunden hat, noch keine ausdrücklichen 
Anzeichen für psychische Beschwerden aufgeführt. Ein ambulantes 
Assessment vom 10. Juni 2009 hatte aber immerhin noch eine 
schmerzbedingte Stimmungsverschlechterung ohne weitere Gedanken an 
den Unfall sowie eine erhebliche Symptomausweitung ergeben. 

• Ein erstes Mal wird eine psychotherapeutische Behandlung des 
Beschwerdeführers durch ein Schreiben von Dr. … an den Kreisarzt Dr. … 
vom 2. September 2009 (psychotherapeutische Behandlung bei Dr. …) bzw. 
in einer telefonischen Benachrichtigung der SUVA über die Therapie am 1. 
September 2009 erwähnt. Auffällig und damit aktenkundig wurden 
psychische Beschwerden durch das Schreiben des beschwerdeführerischen 
Rechtsvertreters an Dr. … (Psychotherapeut) vom 4. September 2009, in 
welchem um sofortige Intervention infolge von Suizid-Gedanken ersucht 
wurde. Während dem anschliessenden Aufenthalt in der Klinik in … vom 10. 
Oktober bis zum 30. Oktober 2009 wurde dann eine reaktive depressive 
Störung schweren Grades mit wahnsinniger Hypochondriase und suizidalen 
Gedanken diagnostiziert. Insgesamt wurde der Beschwerdeführer somit 
rund 5 Monate nach dem Unfallereignis erstmals psychisch auffällig (vgl. 
dazu auch die Zusammenstellungen in der ärztlichen Beurteilungen von 
pract. med. … vom 28. April 2010).

• In der Folge diagnostizierte Dr. … beim Beschwerdeführer mit Bericht vom 
8. Februar 2010 eine posttraumatische Belastungsstörung (F43.1) nach 
Unfall mit Schleudertrauma vom 22. März 2009 und eine mittelgradige 
depressive Episode (F32.1) mit schwerer Schlaflosigkeit, latenter 
Suizidalität und neuerdings Arbeitslosigkeit (Z59.0). Pract. med. … 
diagnostizierte mit Bericht vom 28. April 2010 eine Anpassungsstörung mit 
depressiven und ängstlichen Reaktionen (ICD-10 F43.2). Es bestünden 
keine Anhaltspunkte für die Entwicklung einer posttraumatischen 
Belastungsstörung. Differentialdiagnostisch sei eine Angst- und depressive 
Störung gemischt (ICD-10 F41.2) und gegebenenfalls eine mittelschwere 
depressive Störung (ICD-10 F32.1) mit einer zusätzlichen Angststörung 
(ICD-10 F41) zu erwägen. Die jetzige psychische Entwicklung stehe in 
natürlicher Teilkausalität mit dem Unfallereignis vom 22. März 2009.

• Dr. … diagnostizierte im psychiatrischen Gutachten vom 8. September 2011 
eine prolongierte Anpassungsstörung mit Depression (ICD-10 F43.21 bzw. 
DSM-IV 309.28) und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-
10 F45.4) bei akzentuierter Persönlichkeit mit ängstlich angepassten Zügen 
(ICD-10 Z73.2).

Unter Berücksichtigung der Aktenlage sind die psychischen Beschwerden somit 

nicht unmittelbar nach dem Unfallereignis aufgetreten. Die psychischen 

Beschwerden sind aber bereits wenige Monate nach dem Unfallereignis 

erkennbar geworden und sind gegenüber den physischen Beschwerden im 

Verlaufe der Zeit immer mehr in den Vordergrund getreten, wobei dieser 

Prozess Ende August bzw. anfangs September 2009 seinen Anfang genommen 

hat. Das zeigt sich nicht auch zuletzt am Umstand, dass der Beschwerdeführer 

seit dem Aufenthalt in … mit Antidepressiva bzw. Psychopharmaka behandelt 

worden ist. Die vom Beschwerdeführer noch geklagten physischen 

Beschwerden (Gleichgewichtsstörungen, Tinnitus, Druckdolenzen, 

Verspannungen etc.) gerieten dadurch zusehends in den Hintergrund bzw. 

wurden insofern in eine sekundäre Rolle gedrängt, als ihr Verlauf vom 

psychischen Stimmungsbild abhängig war. Unter diesen Umständen ist nicht 

davon auszugehen, dass die psychischen Befunde lediglich Teil des 

(grundsätzlich gleichwertigen) Gemenges physischer und psychischer 

Symptome bilden, wie es die auf Unfallmechanismen zurückzuführenden 

Verletzungsbilder von Schleudertraumata teilweise kennzeichnet. Vielmehr liegt 

ein eigenständiges psychisches Geschehen vor, das die übrigen 

Gesundheitsstörungen im gesamten Verlauf dominierte (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_957/2008 vom 1. Mai 2009 E. 4.2).

c) Die Beschwerdegegnerin hält auch zu Recht fest, dass die Ausführungen von 

Dr. … im psychiatrischen Gutachten vom 8. September 2011 zu Frage Nr. 9, 

woraus der Beschwerdeführer eine Anwendung der Schleudertrauma-Praxis 

herleitet, nicht in diesem Sinne verstanden werden können:

• Frage Nr. 9: „Spielten die physischen Beschwerden im Gegensatz zu den 
psychischen im Verlauf der ganzen Entwicklung vom Unfall bis heute nur 
eine sehr untergeordnete Rolle und standen ganz im Hintergrund?“

• Antwort: „Nein. In den aufgeführten Diagnosen sind es v.a., was die 
anhaltend somatoforme Schmerzstörung betrifft, starke physische 
Beschwerden, welche die psychische Symptomatik aufrechterhalten. Es 
handelt sich hier um wechselseitige Beeinflussungen.“

Dr. … bezieht seine Äusserungen zu den starken physischen Beschwerden 

somit auf die von ihm diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung. 

Die Diagnose der somatoformen Schmerzstörung begründet der Mediziner mit 

dem Umstand, dass die vom Beschwerdeführer geäusserten Schmerzen nicht 

mehr durch einen physiologischen körperlichen Prozess erklärbar sind. Die von 

Dr. … angesprochenen physischen Beschwerden beruhen damit nicht auf einer 

unfallbedingten (objektivierbaren) Grundlage, weshalb diese im Rahmen der 

Beurteilung, ob die durch das Unfallereignis hervorgerufenen physischen 

Beschwerden gegenüber den psychischen Beschwerden ganz in den 

Hintergrund getreten sind, nicht hätten berücksichtigt werden dürfen. Aus 

diesem Grund ist der psychiatrischen Einschätzung von Dr. … nicht zu folgen 

und es ist nach wie vor von der Anwendung der Psycho-Praxis auszugehen.

d) Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Adäquanz gemäss den zu 

psychischen Fehlentwicklungen nach einem Unfall entwickelten Grundsätzen 

(Psycho-Praxis) und folglich unter Ausschluss psychischer Aspekte zu 

beurteilen ist. Ob zwischen den über den 30. September 2010 hinaus anhaltend 

geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis ein natürlicher 

Kausalzusammenhang besteht, kann vorliegend weitgehend offenbleiben, da - 

wie nachfolgende Prüfung aufzeigen wird - ein solcher Kausalzusammenhang 

jedenfalls nicht adäquat wäre. Aus demselben Grund kann auch auf eine 

weitere medizinische Begutachtung verzichtet werden (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_326/2007 E. 5.1, 8C_42/2007 E. 2, 8C_34/2010 vom 22. 

Februar 2010).

5. a) Nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung setzt bei psychischen 

Unfallfolgen die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs 

grundsätzlich voraus, dass dem Unfallereignis für die Entstehung einer 

psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung 

zukommt. Dies trifft dann zu, wenn es objektiv eine gewisse Schwere aufweist 

oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser 

Frage ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (BGE 115 V 133 E. 6 S. 

138 ff.) an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom 

augenfälligen Geschehensablauf - eine Katalogisierung der Unfälle in leichte 

(banale), im mittleren Bereich liegende und schwere Unfälle vorzunehmen ist. 

Bei leichten Unfällen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall 

und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint, 

bei schweren Unfällen bejaht werden. Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich 

lässt sich die Frage nicht auf Grund des Unfalls allein beantworten. Weitere, 

objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im 

Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon 

erscheinen, sind in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste 

Kriterien sind zu nennen (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183 f.; Urteil des 

Bundesgerichts 8C_441/2010 vom 23. August 2010 E. 7.2):

• besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit 
des Unfalls;

• die Schwere oder besondere Art der erlittenen (somatischen) Verletzungen, 
insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische 
Fehlentwicklungen auszulösen;

• ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
• (körperliche) Dauerschmerzen;
• ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
• schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
• Grad und Dauer der (physisch) bedingten Arbeitsunfähigkeit.

Die Einordnung des Unfalls in die verschiedenen Kategorien hat allein nach 

dem augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften 

zu erfolgen, nicht aber nach den Unfallfolgen oder Begleitumständen, die nicht 

Teil des Geschehensablaufs sind (SVR 2010 UV Nr. 3 E. 9.1 und 2008 UV Nr. 

8 E. 5.3.1; vgl. mittlerweile auch Urteil des Bundesgerichts 8C_498/2011 vom 3. 

Mai 2012 E. 6.2.1).

b) In der vorliegend zu beurteilenden Konstellation ist mit der Beschwerdegegnerin 

und entgegen dem Beschwerdeführer nach dem augenfälligen 

Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften von einem 

mittelschweren Unfall i.e.S., d.h. weder an der Grenze zu den leichten noch zu 

den schweren Unfällen auszugehen (vgl. angefochtener Entscheid S. 16 f.). 

Gemäss biomechanischer Kurzbeurteilung des AGU Zürich und Gutachten der 

DEKRA Automobil GmbH bewegten sich die kollisionsbedingten 

Geschwindigkeitsänderungen [delta-v] für den Heckanstoss innerhalb oder 

oberhalb eines Bereichs von 10-15 km/h (AGU) bzw. bei 17-24 km/h (DEKRA) 

und für den Frontanstoss unterhalb oder knapp innerhalb eines Bereichs von 

20-30 km/h (AGU) bzw. bei 8-12 km/h (DEKRA). Damit wurde beim 

Frontanstoss die im Normalfall angenommene Harmlosigkeitsgrenze von 20-30 

km/h unterschritten bzw. zumindest nicht überschritten. Betreffend Heckkollision 

dürfte die Harmlosigkeitsgrenze leicht überschritten worden sein (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_730/2011 vom 9. Dezember 2011 E. 6.1, 8C_51/2007 vom 

20. November 2007; vgl. zur Kasuistik der Unfallschwere Urteile des 

Bundesgerichts 8C_996/2010 vom 14. März 2011 E. 7.2, 8C_617/2010 vom 15. 

Februar 2011 E. 3.2.2 und 8C_609/2007 vom 22. August 2008 E. 4.1.3). Unter 

diesen Umständen müssen für die Bejahung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs zwischen den geklagten nicht objektivierbaren 

Beschwerden und dem Unfallereignis vom 22. März 2009 mindestens drei der 

hiervor erwähnten Kriterien in nicht ausgeprägter Weise erfüllt sein, sofern nicht 

(mindestens) eines der relevanten Adäquanzkriterien in besonders 

ausgeprägter bzw. auffallender Weise gegeben ist (Urteil des Bundesgerichts 

8C_769/2011 vom 31. Januar 2012 E. 6.1, mit Hinweisen). Dabei sind die 

genannten Kriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte zu prüfen (BGE 115 

V 133 E. 6c/aa S. 140; Urteil des Bundesgerichts 8C_441/2010 vom 23. August 

2010 E. 3 und E. 7.2).

c) Wie sogleich aufzuzeigen ist, ist keines der genannten Adäquanzkriterien erfüllt, 

weshalb zwischen den noch geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis 

kein adäquater Kausalzusammenhang besteht:

• (1) Beschwerdeführer und Beschwerdegegnerin sind sich unbestritten einig, 
dass das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder 
besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls nicht erfüllt ist. Daran ist 
festzuhalten, da die Akten keine Anzeichen für ein gegenteiliges Ergebnis 
erkennen lassen.

• (2) Das Kriterium der Schwere oder der besonderen Art der erlittenen 
(somatischen) Verletzungen ist ebenfalls nicht erfüllt. Diesbezüglich hat das 
Bundesgericht in konstanter Rechtsprechung festgehalten, dass die 
Diagnose einer HWS-Distorsion (oder einer anderen, adäquanzrechtlich 
gleich zu behandelnden Verletzung) für sich allein zu dessen Bejahung nicht 
genügt. Es bedarf vielmehr einer besonderen Schwere der für das 
Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, 
welche das Beschwerdebild beeinflussen können. Diese können 
beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen 

Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen. Indes 
gilt es zu beachten, dass eine HWS-Distorsion, welche eine bereits 
erheblich vorgeschädigte Wirbelsäule trifft, speziell geeignet ist, die 
"typischen" Symptome hervorzurufen, weshalb sie als Verletzung 
besonderer Art zu qualifizieren ist (Urteile des Bundesgerichts 8C_154/2009 
vom 5. Juni 2009 E. 5.3, 8C_785/2007 vom 11. Juni 2008 E. 4.4, 
8C_759/2007 vom 14. August 2008 E. 5.3). Auch erhebliche Verletzungen, 
welche sich die Beschwerdeführer Person neben dem Schleudertrauma, der 
äquivalenten Verletzung der HWS oder dem Schädel-Hirntrauma beim 
Unfall zugezogen hat, können bedeutsam sein (BGE 134 V 109 E. 10.2.2 S. 
128).

Solche Umstände liegen hier nicht vor. Als Unfallfolge ist eine HWS-
Distorsion ausgewiesen, indessen wurden aber keine zusätzlichen 
erheblichen Verletzungen diagnostiziert. Weder der vom Beschwerdeführer 
erwähnte Tinnitus noch die geltend gemachte Störung des 
Gleichgewichtssystems sind mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das 
Unfallereignis zurückzuführen. Die leichte Kopfdrehung nach links im 
Unfallzeitpunkt (vgl. Dokumentationsbogen für Erstkonsultationen nach 
kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma) ist nicht als unübliche 
Körperhaltung zu qualifizieren und dürfte mangels Ausmasses des dafür 
erforderlichen Rotationswinkels des Kopfes doch kaum zu einer 
zusätzlichen Gefährdung geführt haben (Urteil des Bundesgerichts 
8C_470/2007 vom 15. Mai 2008 E. 5.2.2). Zudem konnte die Kopfdrehung 
mangels genügender Angaben nicht in die Beurteilung der AGU Zürich 
einbezogen werden (vgl. biomechanische Kurzbeurteilung vom 27. Oktober 
2009 „keine belegte Abweichung vom Normalfall“). Im Weiteren kann auch 
nicht von einer durch einen früheren Unfall (17. September 1997) erheblich 
vorbeschädigten Wirbelsäule ausgegangen werden, nachdem der 
Beschwerdeführer bereits rund eineinhalb Monate nach jenem Unfall im 
Jahr 1997 wieder seine volle Arbeitsfähigkeit erreicht hatte, und bereits 
damals degenerative Veränderungen, aber keine Läsion, keine Luxation 
und ein intaktes Alignement festgehalten wurden (vgl. Suva-Dossier Nr. 
13.31031.97.2). Dass die entsprechende Röntgenaufnahme des 
Beschwerdeführers nicht mehr auffindbar ist, ändert daran nichts. Diagnose 
und Ergebnis der radiologischen Untersuchung ergeben sich hinreichend 
aus dem Bericht des Kantonsspitals Luzern über die Notfallkonsultation vom 
17. September 1997 (Suva-Dossier Nr. 13.31031.97.2). Letztlich sind die 
Verletzungen, die der Beschwerdeführer durch das Unfallereignis vom 22. 
März 2009 erlitten hat, auch nicht geeignet, psychische Fehlentwicklungen 
auszulösen, weswegen das Kriterium insgesamt nicht erfüllt ist.

• (3) Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen 
Behandlung setzt praxisgemäss eine länger dauernde, kontinuierliche, mit 
einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des 
Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung somatisch 
begründbarer Beschwerden voraus (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 E. 5.2.4; 
Urteil des Bundesgerichts 8C_605/2010 vom 9. November 2010 E. 6.2), 

wobei  Abklärungsmassnahmen und blossen ärztlichen Kontrollen nicht die 
Qualität einer regelmässigen, zielgerichteten Behandlung zukommt (Urteil 
des Bundesgerichts 8C_855/2009 vom 21. April 2010 E. 8.3.1). Zudem ist 
eine Behandlungsbedürftigkeit (im Sinne medikamentöser Schmerz- und 
Physiotherapie) während zwei bis drei Jahren nach einem HWS-
Schleudertrauma respektive äquivalenten Verletzungen mit ähnlichem 
Beschwerdebild durchaus üblich (Urteile des Bundesgerichts 8C_769/2011 
Urteil vom 31. Januar 2012 E. 6.2.2, 8C_806/2007 vom 7. August 2008 E. 
11.3.2).

Nach Lage der Akten absolvierte der Beschwerdeführer nach dem 
Unfallereignis eine Physiotherapie und seit November 2009 auch eine 
Therapie bei … (Bewegungstherapeutin). Daneben erfolgten eine 
medikamentöse Behandlung und regelmässige Kontrollen beim Hausarzt. 
Im Weiteren hat der Beschwerdeführer zwei Rehabilitations-Aufenthalte 
absolviert (Rehaklinik … vom 1. Juli 2009 bis 12. August 2009 mit dem Ziel 
der Arbeits-Reintegration und Klinik … vom 10. Oktober 2009 bis 30. 
Oktober 2009). Schliesslich wurde der Beschwerdeführer auf Indikation von 
Dr. … im Schmerzzentrum Klinik … behandelt. Die psychotherapeutische 
Behandlung bei Dr. … ist auf psychische Gründe zurückzuführen, weshalb 
diese im Rahmen der vorliegenden Prüfung der Adäquanzkriterien nicht zu 
berücksichtigen ist. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände 
dauerte die ärztliche Behandlung nicht ungewöhnlich lange, weshalb das 
Kriterium insgesamt nicht erfüllt ist.

• (4) Was das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen betrifft, so sind 
gewisse Schmerzen nach einem Unfall mit HWS-Distorsion nicht 
aussergewöhnlich. Entscheidend ist, wie lange die entsprechenden 
Unfallfolgen durch den erlittenen körperlichen Gesundheitsschaden in 
erheblichem Ausmass mitverursacht wurden (Urteile des Bundesgerichts 
8C_769/2011 Urteil vom 31. Januar 2012 E. 6.2.2, 8C_1026/ 2010 vom 7. 
Oktober 2011 E. 5.2). Die vom Beschwerdeführer gerügten Störungen des 
Gleichgewichtssystems und der Tinnitus bzw. die Hochtonstörung sind nicht 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 22. März 
2009 zurückzuführen und daher ausser Acht zu lassen. Zudem sind die 
aktuell noch geklagten Beschwerden, wie der Beurteilung von Dr. … zu 
entnehmen ist, infolge der somatoformen Schmerzstörung zu einem 
wesentlichen Teil psychisch bedingt und fallen daher hier ausser Betracht 
(Druckdolenzen, Verspannungen, Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit 
und Myogelosen). Somit ist auch das Kriterium der körperlichen 
Dauerschmerzen nicht erfüllt.

• (5) Ärztliche Fehlbehandlung: Die falsche Diagnose der Ärzte anlässlich des 
Rehabilitationsaufenthalts in … im Oktober des Jahres 2009 ist nicht als 
ärztliche Fehlbehandlung zu werten. Zwar haben die Ärzte tatsächlich 
fälschlicherweise eine Subluxation des Wirbels C5 mit Kompression auf die 
Wirbelmark als Traumafolge festgestellt. Doch hat sich daraus keine 
ärztliche Fehlbehandlung ergeben, denn sowohl Dr. … am 13. November 

2009 nach Prüfung des vorhandenen MRI als auch Dr. … am 21. Dezember 
nach einem erneuten MRI haben kurz darauf eine Subluxation 
ausgeschlossen. Inwiefern die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die 
Rehaklinik … und der gescheitere Arbeitsversuch (Treppensturz) als 
ärztliche Fehlbehandlung mit der Konsequenz der Verschlimmerung der 
Unfallfolgen zu qualifizieren ist, ist nicht ersichtlich. Das Kriterium der 
ärztlichen Fehlbehandlung ist daher nicht erfüllt.

• (6) Das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und/oder der 
erheblichen Komplikationen ist ebenfalls nicht erfüllt. Aus der ärztlichen 
Behandlung, anhaltenden Beschwerden sowie der Arbeitsunfähigkeit - 
Umstände, die im Rahmen der spezifischen Adäquanzkriterien zu 
berücksichtigen sind - darf nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf 
und/oder erhebliche Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf hierzu 
besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben. Die Einnahme 
vieler Medikamente und die Durchführung verschiedener Therapien 
genügen nicht zur Bejahung dieses Kriteriums. Gleiches gilt für den 
Umstand, dass trotz regelmässiger Therapien weder eine 
Beschwerdefreiheit noch eine (vollständige) Arbeitsfähigkeit in der 
angestammten Tätigkeit erreicht werden konnten (Urteile des 
Bundesgerichts 8C_806/2007 vom 7. August 2008, 8C_415/2007 vom 1. 
Juli 2008 E. 7.6). Solche besondere Gründe oder Umstände sind hier, 
entgegen der beschwerdeführerischen Auffassung, nicht ersichtlich. Aus der 
Tatsache, dass die somatischen Beschwerden weitgehend therapieresistent 
waren, lässt sich noch nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf und/oder 
erhebliche Komplikationen schliessen.

• (7) Bleibt als letztes Kriterium der Grad und die Dauer der physisch 
bedingten Arbeitsunfähigkeit zu prüfen. Gemäss Bericht der Rehaklinik vom 
24. Augst 2009 war der Beschwerdeführer ab dem 13. August 2009 in einer 
adaptierten Tätigkeit wieder voll arbeitsfähig. Infolge seines Treppensturzes 
war der Beschwerdeführer daraufhin wieder arbeitsunfähig, bevor er ab dem 
16. März 2010 zu 50 % und ab dem 6. April 2010 zu 100 % arbeitsfähig war 
(Kreisarzt Dr. …). Was den beschwerdeführerischen Hinweis auf Dr. med. , 
Facharzt FHM für Neurochirurgie, betrifft, so erwähnte dieser mit Bericht 
vom 20. Juli 2010 tatsächlich eine Arbeitsfähigkeit von 50 % im 
angestammten Beruf; jedoch ohne nähere Angaben und ohne Begründung. 
Im folgenden Bericht vom 8. Oktober 2010 erwähnt der Mediziner dann, er 
sei nicht kompetent, die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit zu 
beurteilen. Unklar ist in Bezug auf die beiden Berichte insbesondere, auf 
welcher Grundlage diese erfolgt sind bzw. auf welche Frage Dr. … die 
Einschätzung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf 
abgegeben hat. Daher kann auf die betreffende Beurteilung auch nicht 
abgestellt werden. Die von Dr. … im psychiatrischen Gutachten vom 8. 
September 2009 diagnostizierte Arbeitsfähigkeit von 50 % in der 
angestammten und 60 % in adaptierter Tätigkeit ist nicht zu berücksichtigen, 
da diese psychisch bedingt ist und deshalb im Rahmen der Prüfung der 
Adäquanzkriterien praxisgemäss ausser Acht zu bleiben hat. Damit ist das 

Kriterium der längeren Arbeitsunfähigkeit infolge somatischer Beschwerden 
ebenfalls nicht erfüllt.

d) Somit ist festzuhalten, dass keines der praxisgemäss zu prüfenden 

Adäquanzkriterien gemäss Psycho-Praxis erfüllt ist, weshalb die adäquate 

Kausalität der geklagten Beschwerden verneint werden muss. Die 

Beschwerdegegnerin ist daher nicht verpflichtet, dem Beschwerdeführer über 

den 30. September 2010 hinaus weitere Versicherungsleistungen zu erbringen. 

Ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung entfällt, da nach Lage der Akten 

keine objektiven organischen Unfallfolgen ausgewiesen sind.

6. a) An diesem Ergebnis - fehlende Adäquanz der geklagten Beschwerden - wäre 

selbst dann festzuhalten, wenn man mit dem Beschwerdeführer hypothetisch 

von der Anwendbarkeit der Schleudertrauma-Praxis anstelle der Psycho-Praxis 

ausgehen wollte. Denn dann wäre höchstens eines der zu prüfenden 

Adäquanzkriterien erfüllt:

• Unbestritten nicht erfüllt wäre das Kriterium (1) der besonders dramatischen 
Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls. Nach den 
vorstehenden Ausführungen ebenfalls nicht erfüllt wären im Weiteren das 
Kriterium der (2) Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen 
und das Kriterium der (3) der ärztlichen Behandlung. Bei Letzterem ist 
entscheidend, ob nach dem Unfall fortgesetzt eine spezifische, die 
beschwerdeführerische Person belastende ärztliche Behandlung bis zum 
Fallabschluss notwendig war. Dabei müssen Behandlungen mit einer 
erheblichen zusätzlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität verbunden 
sein (Urteile des Bundesgerichts 8C_402/2007 vom 23. April 2008 E. 5.2.3, 
8C_178/2007 vom 15. Mai 2008 E. 4.4.3). Nachdem der Beschwerdeführer 
vorliegend aber vorwiegend physio-, bewegungs- und psychotherapeutische 
Behandlungen absolviert hat, ist das Kriterium nicht erfüllt. Daran vermögen 
auch die beiden stationären Aufenthalte in … und in … nichts zu ändern.

• Auch das (4) Kriterium der anhaltenden erheblichen Beschwerden, welche - 
in der Zeitspanne zwischen dem Unfall sowie dem definitiven Fallabschluss 
für den Beschwerdeführer eine massgebliche Beeinträchtigung im 
Lebensalltag bedeutet hätten, ist angesichts der vorstehenden 
Ausführungen zu verneinen. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den 
glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die 
verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 
134 V 109 E. 10.2.4 S. 128). Dasselbe gilt mutatis mutandis ebenfalls für 
das (5) Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen 

erheblich verschlimmert hat, und für das (6) Kriterium des schwierigen 
Heilungsverlaufs und/oder der erheblichen Komplikationen (vgl. dazu Urteil 
des Bundesgerichts 8C_57/2008 vom 16. Mai 2008 E. 9.6.1).

• Beim (7) Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener 
Anstrengungen ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis 
mittelschweren Schleudertraumen der HWS ein längerer oder gar 
dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt 
aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit 
ist daher massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als 
solche, die zu überwinden die Beschwerdeführer Person ernsthafte 
Anstrengungen unternimmt. Darin liegt der Anreiz für sie, alles daran zu 
setzen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu werden Gelingt es ihr 
trotz solcher Anstrengungen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung des Kriteriums 
anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive 
Mitwirkung raschmöglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess 
einzugliedern. Dies gebietet schon der allgemeine 
sozialversicherungsrechtliche Grundsatz der Schadenminderungspflicht. 
Danach hat die Beschwerdeführer Person nach Eintritt des Schadens alle 
ihr möglichen und zumutbaren Massnahmen zu treffen, um diesen zu 
mindern oder zu beheben. Solche Anstrengungen der Beschwerdeführern 
Person können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz 
allfälliger persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei ist auch 
der persönliche Einsatz im Rahmen von medizinischen 
Therapiemassnahmen zu berücksichtigen. Sodann können Bemühungen 
um alternative, der gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung 
tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in der Zeit bis zum 
Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in erheblichem Masse 
arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann 
das Kriterium erfüllen (Urteile des Bundesgerichts 8C_806/2007 vom 7. 
August 2008; BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 129 f.).

Nachdem gemäss Schleudertrauma-Praxis alle geklagten gesundheitlichen 
Beschwerden des Beschwerdeführers zu berücksichtigen sind - unter 
anderem auch die psychischen Beschwerden - könnte das Kriterium in der 
hier zu beurteilenden Konstellation zumindest ansatzweise erfüllt sein: Ein 
einziger Arbeitsversuch im September 2009 ist zwar per se noch nicht 
ausreichend für die Bejahung des Kriteriums. Der Beschwerdeführer hat 
aber zusätzlich noch diverse Nachweise für seine Arbeitsbemühungen ins 
Recht gelegt (Absageschreiben), auch wenn keine Nachweise für weitere 
tatsächliche Arbeitsversuche ins Recht gelegt wurden. Zudem hat der 
Beschwerdeführer Therapiemassnahmen und eine Rehabilitation zur 
Arbeitsintegration in der Rehaklinik … absolviert (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 8C_364/2010 vom 27. September 2010 E. 4.2.1; Urteil des 
Verwaltungsgerichts S 09 94 vom 15. März 2010). Letztlich kann aber 
offenbleiben, ob das Kriterium erfüllt ist oder nicht, da auch eine Bejahung 
des Kriteriums nichts an der fehlenden Adäquanz zwischen den geklagten 
Beschwerden und dem Unfallereignis vom 22. März 2009 ändern könnte.

b) Im Ergebnis wäre die Adäquanz gemäss Schleudertrauma-Praxis ebenfalls zu 

verneinen. Die geklagten Beschwerden können also auch bei einer Anwendung 

der betreffenden Adäquanzkriterien nicht adäquat kausal auf das Unfallereignis 

vom 22. März 2009 zurückgeführt werden, weshalb die Einstellung der 

Versicherungsleistungen in jedem Fall zu Recht erfolgt ist.

7. Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin  die 

Versicherungsleistungen zu Recht auf den 30. September 2010 eingestellt hat. 

Eine darüber hinausgehende Pflicht zur Ausrichtung von 

Versicherungsleistungen entfällt, weil die noch geklagten Beschwerden 

einerseits nicht auf einem unfallbedingten, organischen und objektiven Substrat 

beruhen, und andererseits zwischen den geklagten Beschwerden und dem 

Unfallereignis vom 22. März 2009 kein adäquater Kausalzusammenhang 

besteht. Ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung ist nicht ausgewiesen, 

da nach Lage der Akten keine objektiven organischen Unfallfolgen 

ausgewiesen sind. Der angefochtene Entscheid erweist sich somit als 

rechtmässig, und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen. 

Gerichtskosten werden keine erhoben, da das kantonale Beschwerdeverfahren 

in Sozialversicherungsstreitigkeiten gemäss Art. 61 lit. a ATSG grundsätzlich 

kostenlos ist. Eine aussergerichtliche Entschädigung steht der 

Beschwerdegegnerin nicht zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.