# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 503614ed-876e-5c0e-b9f5-648d701e2542
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-06-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.06.2009 C-8297/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-8297-2007_2009-06-25.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-8297/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 5 .  J u n i  2 0 0 9

Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 
Richter Andreas Trommer, Richterin Marianne Teuscher, 
Gerichtsschreiberin Susanne Stockmeyer.

M._______
vertreten durch 
Rechtsanwalt lic. iur. Bernhard Zollinger, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Ausdehnung der kantonalen Wegweisung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-8297/2007

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer  Mustafa Corca (Jahrgang 1982)  stammt aus 
der  Türkei.  Vermutlich  reiste  er  Mitte  August  2005 illegal  in  die 
Schweiz ein. 

B.
Am 18. Januar 2006 heiratete der Beschwerdeführer eine aus der do-
minikanischen  Republik  stammende  Schweizer  Bürgerin  (Jahrgang 
1963). Aufgrund dieser Ehe wurde dem Beschwerdeführer eine Auf-
enthaltsbewilligung – vorerst  bis  zum 17. Januar  2007 – erteilt. Am 
30. Januar 2007 wurde die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerde-
führers letztmals bis 17. Januar 2008 verlängert.

C.
Mit Strafbescheid vom 2. März 2007 wurde der Beschwerdeführer we-
gen eines ausländerrechtlichen Vergehens und einer Übertretung zu 
einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen à Fr. 30.- verurteilt. 

D.
Mit Verfügung vom 30. Juli 2007 widerrief das Migrationsamt des Kan-
tons  Zürich  (nachfolgend  Migrationsamt)  die  Aufenthaltsbewilligung 
des  Beschwerdeführers.  Gleichzeitig  setzte  es  ihm  eine  Frist  bis 
1. Oktober 2007 um das Kantonsgebiet zu verlassen. Gründe für den 
Widerruf  bildeten  der  konkrete  Verdacht  auf  das  Vorliegen  einer 
Scheinehe mit der Schweizer Bürgerin sowie die Verurteilung wegen 
eines  Vergehens  bzw.  einer  Übertretung  mit  Strafbescheid  vom 
2. März 2007. Die entsprechende Verfügung erwuchs unangefochten 
in Rechtskraft. 

E.
Am 1. Oktober  2007 ersuchte der  Beschwerdeführer  –  zwecks Teil-
nahme an der Scheidungsverhandlung – beim Migrationsamt um eine 
Kurzaufenthaltsbewilligung. Dieses Gesuch lehnte das Migrationsamt 
am 30. November 2007 ab. 

F.
Nachdem die Vorinstanz dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör 
gewährt  hatte,  dehnte sie die kantonale Wegweisung mit  Verfügung 
vom 2. November 2007 auf die ganze Schweiz und das Fürstentum 

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Liechtenstein  aus.  Einer  allfälligen  Beschwerde  wurde  die 
aufschiebende Wirkung entzogen. 

G.
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  6. Dezember  2007  beantragt  der  Be-
schwerdeführer  die Aufhebung dieser  Verfügung und im Sinne einer 
vorsorglichen Massnahme die Aussetzung des Vollzugs bis  zum Be-
schwerdeentscheid.  Zur  Begründung  macht  er  im  Wesentlichen  gel-
tend, die Sachlage habe sich verändert, da er wieder mit seiner Ehe-
frau zusammenlebe. Zudem würde ein Vollzugshindernis im Sinne von 
Art. 14a ANAG vorliegen: Er stamme aus dem kurdischen Osten der 
Türkei und wäre im Falle einer Rückkehr dorthin akut an Leib und Le-
ben  gefährdet.  Seine  "einzigen  zuverlässigen"  Verwandten  und  Be-
kannten lebten in der Schweiz. Aus diesen Gründen sei ein Wegwei-
sungsvollzug unzulässig und unzumutbar. 

H.
In  der  Folge  wies  das  Bundesverwaltungsgericht  das  Begehren  um 
Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung  bzw. um Anordnung 
vorsorglicher Massnahmen mit Zwischenverfügung vom 18. Dezember 
2007 ab. 

I.
Die  Vorinstanz  beantragt  mit  ihrer  Vernehmlassung  vom  21. Januar 
2008 die Abweisung der Beschwerde.

J.
In  seiner  Replik  vom 8. Februar  2008 hält  der  Beschwerdeführer  an 
seinen Anträgen fest. 

K.
Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit notwendig, in den Erwägun-
gen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.  
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht – un-
ter Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen – Beschwer-

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den gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021), 
welche von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wur-
den. Darunter fallen Verfügungen des BFM betreffend Ausdehnung der 
kantonalen Wegweisung auf das ganze Gebiet der Schweiz. In diesem 
Bereich entscheidet  das Bundesverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 
Bst. c Ziff. 4 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 
173.110]).

1.2 Der  Beschwerdeführer  ist  als  Verfügungsadressat  aufgrund  von 
Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Anfechtung der Verfügung legitimiert. Auf die 
frist-  und formgerecht  eingereichte Beschwerde ist  somit  einzutreten 
(Art. 49 ff. VwVG).

2.
2.1 Mit  Inkrafttreten  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005 
über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) am 1. Janu-
ar 2008 wurde das Bundesgesetz vom 26. März 1931 über Aufenthalt 
und Niederlassung der Ausländer (ANAG, BS 1 121)  aufgehoben (Art. 
125  i.V.m.  Anhang  2  AuG).  Das  bisherige  Recht  bleibt  jedoch  auf 
Verfahren  anwendbar,  die  vor  dem Inkrafttreten  des  AuG eingeleitet 
wurden (Art. 126 Abs. 1 AuG; vgl. dazu BVGE 2008/1 E.2 mit weiteren 
Hinweisen). 

2.2 Gemäss der Übergangsbestimmung von Art. 126 Abs. 2 AuG ist 
auf Gesuche, welche vor Inkrafttreten des AuG am 1. Januar 2008 ein-
gereicht  wurden,  das  neue  Verfahrensrecht  anwendbar.  Sofern  das 
VGG nichts anderes bestimmt, richtet sich das Verfahren vor dem Bun-
desverwaltungsgericht nach dem VwVG (Art. 37 VGG).

3.
3.1 Nach Art. 12 Abs. 3 ANAG kann die eidgenössische Behörde die 
Pflicht  zur  Ausreise  aus  einem Kanton  auf  die  ganze  Schweiz  aus-
dehnen. Art. 17 Abs. 2 der Vollziehungsverordnung vom 1. März 1949 
zum Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer 
(ANAV, AS 1949 228)  präzisiert  diese Norm, indem die Ausdehnung 
zur Regel erklärt wird, von der nur abzuweichen ist, wenn dem Auslän-
der aus besonderen Gründen Gelegenheit geboten werden soll, in ei-
nem anderen Kanton um eine Bewilligung nachzusuchen. Die Ausdeh-
nung ist somit nur noch der konsequente Vollzug eines rechtskräftigen 
Entscheides und wird daher nur in Ausnahmefällen unterbleiben (vgl. 

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statt  vieler  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichtes  C-604/2006 
vom 15. August 2007 E. 2.1 mit weiteren Hinweisen).

3.2 Zum Verständnis  dieser  Regelung  ist  vorweg  auf  Art.  1a  ANAG 
hinzuweisen. Danach ist  ein Ausländer dann zur Anwesenheit  in der 
Schweiz  berechtigt,  wenn  er  über  eine  Aufenthalts-  oder  Niederlas-
sungsbewilligung verfügt oder nach dem Gesetz keiner solchen bedarf 
(zu  letzterem  vgl.  Art.  2  ANAG  und  Art.  1  ANAV).  Besitzt  er  keine 
Bewilligung und kann er sich auch nicht auf ein gesetzliches Bleibe-
recht berufen, ist sein Aufenthalt illegal, und er ist von Gesetzes we-
gen verpflichtet, die Schweiz zu verlassen (Art. 12 und Art. 18 ANAG, 
vgl. auch  (vgl.  NICOLAS WISARD,  Les renvois  et  leur exécution en droit 
des étrangers et en droit  d'asile,  Basel/Frankfurt  a.M. 1997, S. 102). 
Seine Wegweisung ist  vor diesem Hintergrund kein Eingriff  in  ein ir-
gendwie  geartetes  Anwesenheitsrecht,  sondern  eine  exekutorische 
Massnahme zur Beseitigung eines rechtswidrigen Zustandes (ANDREAS 
ZÜND,  Beendigung  der  Anwesenheit,  Entfernung  und  Fernhaltung  in: 
Peter  Uebersax/Peter  Münch/Thomas  Geiser/Martin  Arnold  [Hrsg.], 
Ausländerrecht,  Handbücher  für  die  Anwaltspraxis  Bd.  VIII,  Basel 
2002, Rz. 6.53 mit Hinweisen). Zugleich ist die Wegweisung dessen lo-
gische  und  nicht  in  Frage  zu  stellende  Konsequenz  (Art.  12  Abs. 3 
zweiter Satz ANAG verleiht der Behörde kein Entschliessungsermes-
sen; vgl. dazu WISARD, a.a.O., S. 130). Die Wegweisung kann bei dieser 
Konstellation namentlich nicht dadurch in Frage gestellt werden, dass 
die Ausreisepflicht thematisiert wird, beispielsweise indem geltend ge-
macht wird, es bestehe ein überwiegendes privates Interesse am wei-
teren Verbleib in der Schweiz. Vorbringen, die solches zum Inhalt ha-
ben, sind in das Bewilligungsverfahren oder – nach Verweigerung ei-
ner Bewilligung – in das dafür vorgesehene Rechtsmittelverfahren ein-
zubringen (vorbehalten bleiben Vollzugshindernisse im Sinne von Art. 
14a ANAG, dazu weiter unten; vgl. ferner WISARD, a.a.O., S. 103).

3.3 Das Gesagte gilt grundsätzlich auch für die ebenfalls exekutorisch 
wirkende Ausdehnungsverfügung. Wurde der Ausländer im Anschluss 
an einen negativen kantonalen Bewilligungsentscheid aus dem Kanton 
weggewiesen, und hat er als Folge davon kein Recht zum Aufenthalt in 
der Schweiz (Art. 1a ANAG), kann er die Ausreiseverpflichtung selbst 
nicht  zum Thema des Verfahrens machen (vorbehalten bleiben auch 
hier Vollzugshindernisse im Sinne von Art. 14a ANAG). Es ist ihm na-
mentlich verwehrt, Interessen einzubringen, die auf den weiteren Ver-
bleib in der Schweiz gerichtet sind; denn die Ausreiseverpflichtung ist 

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die gesetzliche Folge des fehlenden Aufenthaltsrechts, und ein Aufent-
haltsrecht, das notwendig wäre, um die Ausreisepflicht zu beseitigen, 
wird  dem Ausländer  durch den Verzicht  auf  eine Ausdehnungsverfü-
gung nicht  vermittelt.  Dies  ist  schon deshalb  nicht  möglich,  weil  die 
sachliche Zuständigkeit  zur  Legalisierung des Aufenthaltes  nach der 
geltenden  bundesstaatlichen  Kompetenzausscheidung  nicht  beim 
Bund, sondern bei den Kantonen liegt. Der Bund hat wohl die Möglich-
keit, im Einzelfall eine fremdenpolizeiliche Regelung durch den Kanton 
zu verhindern, umgekehrt besitzt er aber keine Kompetenz, einen Kan-
ton  zur  fremdenpolizeilichen  Regelung  eines  Ausländers  anzuhalten 
oder diesen auch nur zu dulden (Art. 18 ANAG; vorbehalten bleiben 
das Asylrecht, das hier nicht Bedeutung ist, sowie die vorläufige Auf-
nahme, dazu weiter hinten).

3.4 Vor diesem Hintergrund ist auch die Regelung des Art. 17 Abs. 2 
ANAV zu  verstehen,  wonach  auf  die  Ausdehnung  verzichtet  werden 
kann, wenn der ausländischen Person aus besonderen Gründen Gele-
genheit gegeben werden soll, in einem anderen Kanton um eine Bewil-
ligung nachzusuchen. Da auf der einen Seite der Verzicht auf die Aus-
dehnung an der Illegalität des Aufenthaltes nichts ändert, und es auf 
der anderen Seite nicht angeht, einen rechtswidrigen Zustand in Kauf 
zu  nehmen,  wird  Art.  17  Abs. 2  ANAV praxisgemäss  in  dem Sinne 
ausgelegt,  dass  von  einer  Ausdehnung  Abstand  genommen  wird, 
wenn in  einem Drittkanton ein  Bewilligungsverfahren hängig ist,  und 
der Drittkanton der ausländischen Person den Aufenthalt während des 
Verfahrens gestattet. Eine analoge Regelung gegenüber dem wegwei-
senden Kanton ist nicht notwendig. Denn da die Ausdehnung gegen-
über der kantonalen Wegweisung akzessorisch ist,  sie  also in  ihrem 
Bestand und ihrer Wirksamkeit vom Bestand und der Wirksamkeit der 
kantonalen Wegweisung abhängt, kann der wegweisende Kanton auf 
seinen Entscheid zurückkommen und der Ausdehnung die Grundlage 
entziehen, ohne dass es hierzu einer Anordnung der Bundesbehörden 
bedürfte.

4.
4.1 Der  Beschwerdeführer  besitzt  nach dem vom Migrationsamt  am 
30. Juli  2007 verfügten und in Rechtskraft erwachsenen Widerruf der 
Aufenthaltsbewilligung keinen Rechtstitel, der ihm den weiteren recht-
mässigen Verbleib in der Schweiz ermöglichen würde. Es wird in der 
Beschwerde sodann nicht geltend gemacht, dass ein anderer Kanton 
bereit  wäre, den Aufenthalt des Beschwerdeführers zu regeln. Daher 

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besteht kein Spielraum, um vom Grundsatz der Ausdehnung der kan-
tonalen Wegweisung auf die ganze Schweiz abzuweichen. Das hat zur 
Folge, dass im vorliegenden Verfahren keine Argumente mehr vorge-
bracht werden können, die das rechtskräftig abgeschlossene Aufent-
haltsverfahren  betreffen,  bzw.  dort  hätten  geltend  gemacht  werden 
müssen. 

4.2 Die  beschwerdeweise  geltend  gemachten  veränderten  Sachum-
stände – der Beschwerdeführer lebe wieder mit seiner Ehefrau zusam-
men und das Migrationsamt des Kantons Zürich habe gestützt darauf 
offenbar  seine  Widerrufs-  und  Wegweisungsverfügung  vom  30. Juli 
2007 in Wiedererwägung gezogen, weshalb er anfangs November von 
der  Fremdenkontrolle  seiner  Wohngemeinde  ein  Formular  betr.  Ver-
fallsanzeige und Verlängerungsgesuch zur  Aufenthaltsbewilligung er-
halten  habe  –  sind  weder  nachvollziehbar  noch  glaubhaft.  Der  Be-
schwerdeführer wurde am 30. November 2007 im Rahmen seines Ver-
fahrens um Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung vom Migrations-
amt  explizit  nochmals  darauf  hingewiesen,  dass  eine  rechtskräftige 
Wegweisung aus dem Kantonsgebiet bestehe, die in der Zwischenzeit 
(unter Entzug der aufschiebenden Wirkung einer allfälligen Beschwer-
de) auf die ganze Schweiz ausgedehnt worden sei und die es entspre-
chend zu beachten gelte (vgl. auch die Ausführungen in der Zwischen-
verfügung des Bundesverwaltungsgerichts  vom 18. Dezember 2007). 
Die Ausdehnung der kantonalen Wegweisung auf die ganze Schweiz 
ist somit unter Berücksichtigung dieses Gesichtspunktes nicht zu be-
anstanden. 

5.
Unabhängig von der Bestätigung der Ausdehnungsverfügung bleibt zu 
prüfen, ob dem Vollzug der Wegweisung Hindernisse entgegenstehen 
(Art. 14a Abs. 2 – 4 ANAG) und das zuständige Bundesamt deshalb 
gestützt auf Art. 14a Abs. 1 ANAG die vorläufige Aufnahme hätte ver-
fügen müssen. In diesem Zusammenhang gilt es darauf hinzuweisen, 
dass die vorläufige Aufnahme als Ersatzmassnahme für den undurch-
führbaren Vollzug der Wegweisung ausgestaltet ist. Sie tritt neben die 
Wegweisung, deren Bestand sie nicht tangiert, sondern vielmehr vor-
aussetzt  (BBl 1990 647;  WALTER KÄLIN,  Grundriss des Asylverfahrens, 
Basel/Frankfurt a. M. 1990, S. 200). Vollzugshindernisse können somit 
die Ausdehnungsverfügung als solche nicht in Frage stellen (Verwal-
tungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 62.52).

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6.
6.1 Der Vollzug der Wegweisung ist nicht möglich, wenn die ausländi-
sche Person weder in den Herkunfts- oder in den Heimatstaat noch in 
einen Drittstaat verbracht werden kann. Er ist nicht zulässig, wenn völ-
kerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  in  den 
Heimat-, Herkunfts- oder Drittstaat entgegenstehen. Der Vollzug kann 
insbesondere nicht zumutbar sein, wenn er für die ausländische Per-
son eine konkrete Gefährdung darstellen würde (Art. 14a Abs. 2 – 4 
ANAG).

6.2 Der  Beschwerdeführer  macht  in  seiner  Beschwerde  geltend,  er 
stamme aus dem kurdischen Osten der Türkei, wo die Lage von ethni-
schen Spannungen geprägt sei. Im Falle des Wegweisungsvollzugs sei 
er akut an Leib und Leben gefährdet. Seine "einzigen zuverlässigen" 
Verwandten und Bekannten würden hier in der Schweiz leben. Unter 
dem  Gesichspunkt  der  Unzulässigkeit  des  Wegweisungsvollzugs 
(Art. 14a Abs. 3 ANAG) beruft sich der Beschwerdeführer zudem aus-
drücklich auf Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schut-
ze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101)  und 
macht  diesbezüglich geltend, er sei  in seiner Heimat erheblicher To-
desgefahr ausgesetzt. 

6.3 Dass  einer  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  keine  technischen 
Hindernisse im Wege stehen, ist unbestritten. Aus den Akten ergeben 
sich auch keine Anhaltspunkte dafür, dass dem Beschwerdeführer mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  eine  nach  Art. 3  EMRK  verbotene 
Strafe oder Behandlung drohen würde. Gemäss Praxis der Strassbur-
ger  Organe  sowie  jener  des  UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der 
Beschwerdeführer  in  einer  Konstellation  wie  der  vorliegenden  (der 
Betroffene hat nie ein Asylverfahren durchlaufen) eine konkrete Gefahr 
nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Falle einer Rückkehr 
Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohten  (siehe  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts C-644/2006 vom 26. Februar 2008 E. 7.1 
oder D-3797/2006 vom 20. Juni 2007 E. 4.2). Der Beschwerdeführer 
bringt  in  diesem  Zusammenhang  lediglich  vor,  er  sei  vor  Ort  einer 
erheblichen Todesgefahr ausgesetzt. Das Vorbringen einer solch allge-
mein formulierten und in keiner Weise erläuterten blossen Behauptung 
genügt  jedoch  nicht,  um  die  genannten  Anforderungen  zu  erfüllen, 
weshalb der Wegweisungsvollzug als zulässig zu erachten ist. 

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6.4 Des  Weiteren  macht  der  Beschwerdeführer  das  Bestehen  einer 
konkreten Gefährdung im Sinne von Art. 14a Abs. 4 ANAG geltend. 
Diesbezüglich gilt es auszuführen, dass davon in erster Linie Gewalt-
flüchtlinge, das heisst Personen betroffen sind, welche Unruhen, Bür-
gerkiegssituationen und allgemeiner Missachtung der Menschenrechte 
entfliehen wollen, ohne bereits individuell  verfolgt zu sein. Ferner fin-
det  die Bestimmung Anwendung auf  Personen,  die nach ihrer  Rück-
kehr ebenfalls einer konkreten Gefährdung ausgesetzt wären, weil sie 
die absolut  notwendige medizinische Versorgung nicht  erhalten kön-
nen oder – aus objektiver Sicht – wegen den herrschenden Verhältnis-
sen im Heimatland mit grosser Wahrscheinlichkeit unwiederbringlich in 
völlige  Armut  gestossen  würden,  dem  Hunger  und  somit  einer  Ver-
schlechterung ihres Gesundheitszustandes, der Invalidität oder sogar 
dem Tod ausgeliefert  wären  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
C-2799/2007 vom 26. Februar 2008 E. 6.1, C-7523/2006 vom 6. De-
zember 2007 E. 7.3 [mit Hinweisen]). 

Die vom Beschwerdeführer unter dem Gesichtspunkt der Unzumutbar-
keit des Wegweisungsvollzugs geltend gemachte konkrete Gefährdung 
an Leib und Leben wird replikweise dahingehend erläutert,  dass die 
auf kurdischem Gebiet stattfindenden gewalttätigen Militäraktionen no-
torische Tatsachen seien, die es nicht speziell zu beweisen gelte; jeder 
der sich als "Nichtmilitär" in den kurdischen Osten begebe, sei konkret 
an Leib und Leben gefährdet. Zwar ist dem Beschwerdeführer dahin-
gehend zuzustimmen, dass im Osten und Südosten der Türkei weiter-
hin  lokal  bewaffnete  Auseinandersetzungen  zwischen  der  PKK  und 
türkischen  Sicherheitskräften  nicht  auszuschliessen  sind,  ansonsten 
herrscht in diesem Landesteil jedoch weder Krieg noch eine Situation 
allgemeiner  Gewalt. In  Bezug auf  diesen Landesteil  liegen aktuell  – 
ausser dem Hinweis auf gewisse Sperrgebiete – denn auch keine kon-
kreten Hinweise auf eine Gefährdung vor. Schliesslich sind auch keine 
persönlichen Gründe ersichtlich, welche gegen die Rückkehr des Be-
schwerdeführers sprechen, womit der Vollzug der Wegweisung zumut-
bar ist.

6.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass sich der Vollzug der Wegwei-
sung des Beschwerdeführers als möglich, zulässig und zumutbar er-
weist (Art. 14a Abs. 2 – 4 ANAG). Die Vorinstanz hat zu Recht keine 
vorläufige Aufnahme verfügt.

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7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt rich-
tig und vollständig feststellt; sie ist auch angemessen (Art. 49 VwVG). 
Die Beschwerde ist daher abzuweisen.

8.
Bei diesem Verfahrensausgang sind dem Beschwerdeführer die Kos-
ten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 2 ff. des Reglements 
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv S. 11)

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Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.
Die Verfahrenskosten von Fr 700.- werden dem Beschwerdeführer auf-
erlegt.  Sie  werden  mit  dem in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvor-
schuss von Fr. 700.- verrechnet. 

3.
Dieser Entscheid geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. 2 280 638; Einschreiben)
- das Migrationsamt des Kantons Zürich in Kopie.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Antonio Imoberdorf Susanne Stockmeyer

Versand: 

Seite 11