# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 94968d7a-acc1-5969-9f2a-e9f2fdd1cc80
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-04-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.04.2022 E-5959/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5959-2019_2022-04-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5959/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  A p r i l  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Barbara Balmelli (Vorsitz), 

Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger,  

Richter Markus König,    

Gerichtsschreiber Olivier Gloor. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 30. September 2019 / N (…). 

 

 

 

E-5959/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess Sri Lanka gemäss eigenen Angaben am 

17. Januar 2015. Am 9. Februar 2015 reiste er in die Schweiz ein und 

suchte gleichentags um Asyl nach. Am 19. Februar 2015 wurde er im Emp-

fangs- und Verfahrenszentrum zur Person befragt (BzP). Die Vorinstanz 

hörte ihn am 21. März 2016 zu den Asylgründen an. 

Im Wesentlichen machte der Beschwerdeführer geltend, er stamme aus 

B._______ Distrikt C._______, wo auch seine Eltern leben würden. Seine 

Ehefrau und die beiden Kinder lebten in D._______. Er habe einen (…)-

Abschluss gemacht und später ein (…) am (…) begonnen, welches er je-

doch nicht abgeschlossen habe. Sein Vater besitze ein (…), in welchem er 

gelegentlich ausgeholfen habe. Die Familie verfüge zudem über (…), wel-

che sie (…).  

Ab 20(…) sei er als (…) für das E._______ (nachfolgend: […]) tätig gewe-

sen. Im Juli 20(…) sei er wegen dieser Tätigkeit in einem weissen Van ent-

führt und für mehrere Stunden festgehalten und dabei misshandelt worden. 

Im Dezember 20(…) sei er zu Hause aufgesucht worden, habe seinen Pei-

nigern jedoch entkommen können. Er habe sich in der Folge versteckt ge-

halten. Im April 20(…) habe er das Land verlassen und in F._______ um 

Asyl ersucht. Das Asylgesuch sei jedoch abgelehnt worden und er sei im 

November 20(…) nach Sri Lanka zurückgereist. Bei der Einreise sei er am 

Flughafen Colombo festgenommen und für zirka (…) Wochen in Haft ge-

setzt worden, während welcher er befragt und misshandelt worden sei. Ge-

gen die Bezahlung von Geld sei er freigekommen.  

Nach seiner Freilassung habe er den G._______, H._______ (nachfol-

gend: K.T.), kennengelernt. Dieser habe ihn mit I._______ (nachfolgend: 

B.J) bekannt gemacht, welche (…). (…) sei nach Kriegsende von der Ar-

mee verhaftet worden. Um dessen Freilassung zu bewirken, habe er Briefe 

für sie verfasst, unter anderem an Menschenrechtsorganisationen und 

NGOs. B.J. habe im November 20(…) an einer Demonstration teilgenom-

men und (…) J._______ ein Interview gegeben, in welchem sie über (…) 

gesprochen habe. Sie sei deshalb im März 20(…) von den Behörden ver-

haftet worden. K.T. sei ebenfalls verhaftet worden. Die Behörden hätten 

auch nach ihm gesucht und seien im August 20(…), nachdem sie sich be-

reits im Juni 20(…) bei seinen Angehörigen nach ihm erkundigt hätten, sei-

ner habhaft geworden. Er sei (…) Monate in Haft gewesen, während wel-

cher er unter anderem zu seiner Verbindung zu B.J. befragt und so schwer 

E-5959/2019 

Seite 3 

misshandelt worden sei, dass er im Oktober 20(…) habe in C._______ 

hospitalisiert werden müssen. Trotz Bewachung sei es ihm gelungen, aus 

dem Spital zu flüchten und anschliessend bei einem (…) und danach bei 

einem Freund unterzutauchen. In der Zwischenzeit hätten die Behörden 

sein Zuhause durchsucht und seine Angehörigen bedrängt. Den Eltern sei 

nur wenige Tage vor seiner Flucht eine polizeiliche Vorladung übergeben 

worden.  

Der Beschwerdeführer gab unter anderem seine Identitätskarte, seinen 

Geburtsausweis, einen Arbeitsausweis, ein anwaltliches Schreiben, ein be-

hördliches Dokument vom Januar 20(…), diverse ausländische Spitalun-

terlagen sowie mehrere Fotografien und Medienartikel zu den Akten. 

B.  

Am 26. Oktober 2016 beauftragte die Vorinstanz die Schweizerische Bot-

schaft in Colombo mit Abklärungen betreffend die Vorbringen des Be-

schwerdeführers. 

C.  

Gemäss dem Bericht der Botschaft vom 6. Dezember 2016 an die Vor-

instanz hätten die Abklärungen ergeben, dass K.T. den Beschwerdeführer 

nicht kenne. Das Schicksal und die Verhaftung von B.J. seien ferner allge-

mein bekannt und sowohl lokale als auch internationalen Medien hätten 

darüber berichtet. Die Nachforschungen beim E._______ hätten keine Hin-

weise dafür ergeben, dass der Beschwerdeführer jemals dort gearbeitet 

habe. Die polizeiliche Faxkorrespondenz betreffend Vorladung/Haftbefehl 

vom Januar 20(…) sei sodann echt.  

D.  

Die Vorinstanz räumte dem Beschwerdeführer am 15. Dezember 2016 Ge-

legenheit ein, zu den Abklärungsergebnissen der Botschaft Stellung zu 

nehmen. 

E.  

Mit Schreiben vom 27. Dezember 2016 ersuchte der Beschwerdeführer um 

Akteneinsicht sowie um Gewährung von Fristverlängerung für die Stellung-

nahme. 

 

E-5959/2019 

Seite 4 

F.  

Am 6. Januar 2017 hiess die Vorinstanz das Akteneinsichtsgesuch des Be-

schwerdeführers teilweise gut und gewährte Fristverlängerung zur Einrei-

chung einer Stellungnahme. Im Übrigen verwies sie in Bezug auf das Ak-

teneinsichtsgesuch auf die laufenden Untersuchungshandlungen. 

G.  

Einem weiteren Fristerstreckungsgesuch des Beschwerdeführers vom 

16. Januar 2017 wurde durch die Vorinstanz mit Schreiben vom 18. Januar 

2017 stattgegeben. 

H.  

Nach Gewährung der beantragten Akteneinsicht äusserte sich der Be-

schwerdeführer innert erstreckter Frist mit Stellungnahme vom 30. Januar 

2017 zur Botschaftsanfrage. Dabei führte er unter Hinweis auf ein beige-

legtes Schreiben aus, K.T. habe im Rahmen der Botschaftsabklärung nicht 

korrekt ausgesagt, weil er bloss telefonisch befragt worden sei; zudem 

kenne er ihn. Weiter verweist er auf ein Schreiben von K._______ (nach-

folgend: V.B.), welcher der ehemalige Geschäftsleiter von E._______ und 

sein direkter Vorgesetzter gewesen sei. Dieser bestätige, dass er ab Feb-

ruar 20(…) bei E._______ gearbeitet habe. Schliesslich sei seine Tätigkeit 

für E._______ auch aufgrund der bereits eingereichten Fotografien belegt. 

Zusammen mit der Stellungnahme gab der Beschwerdeführer zwei Schrei-

ben von Drittpersonen sowie einen Zeitungartikel zu den Akten. 

I.  

Am 2. Februar 2017 gab der Beschwerdeführer eine Identitätskarte, ein 

Arbeitszeugnis sowie mehrere Schreiben zu den Akten.  

J.  

Die Vorinstanz ersuchte die Schweizer Botschaft in der Folge um weitere 

Abklärungen. In den Antworten vom 10. März 2017 sowie 9. Mai 2017 hielt 

die Botschaft fest, K.T. habe anlässlich eines zweiten Gesprächs erklärt, er 

habe sich bei der ersten Befragung nicht an den Beschwerdeführer erin-

nern können, bei der zweiten Befragung jedoch erklärt, ihn unter dem Na-

men L._______ zu kennen. Ihm sei der richtige Name bisher nicht bekannt 

gewesen. Gemäss einem zweiten Gespräch mit Exponenten von 

E._______ sei der Name des Beschwerdeführers dort nicht bekannt. Des 

Weiteren habe ein Gespräch mit B.J. geführt werden können. Auf dem ihr 

vorgelegten Foto habe sie den Beschwerdeführer nicht erkannt. Sie kenne 

E-5959/2019 

Seite 5 

aber eine Person namens L._______, welcher heute mit seiner Familie in 

der Schweiz lebe. Das Verfahren gegen sie sei nach wie vor offen und sie 

empöre sich über den Umstand, dass Personen ihre Geschichte missbrau-

chen würden, um im Ausland Asyl zu erhalten. 

K.  

Die Vorinstanz gewährte dem Beschwerdeführer am 11. Juni 2018 das 

rechtliche Gehör zu weiteren Abklärungen der Schweizerischen Vertretung 

in Colombo. 

L.  

In seiner Stellungnahme vom 29. Juni 2018 führte der Beschwerdeführer 

aus, die Botschaftsabklärungen sei abermals nur mangelhaft durchgeführt 

worden. Sodann seien die Aussagen der Exponenten von E._______ vor 

dem Hintergrund deren politischen Gesinnung zu würdigen. Das Kader (…) 

würde den amtierenden Machthabern politisch näherstehen als der tamili-

schen Gemeinschaft. Sodann habe B.J. dem Beschwerdeführer telefo-

nisch mitgeteilt, dass sie im Rahmen der Botschaftsabklärung aus Furcht 

falsch ausgesagt habe. 

Zusammen mit der Stellungnahme gab der Beschwerdeführer diverse Me-

dienberichte und Fotografien zu den Akten.  

M.  

Anfangs November 2018 ersuchte die Vorinstanz die Schweizer Botschaft 

erneut um Abklärungen vor Ort. In der Antwort vom 23. Februar 2019 hielt 

diese fest, es würden keine Aufzeichnungen darüber existierten, dass der 

Beschwerdeführer am 2. oder 3. Oktober 20(…) im Spital von C._______ 

eingeliefert worden sei. Laut Aussagen seiner Eltern habe er während des 

Krieges für die Liberation Tigers of Tamil Eelam (nachfolgend: LTTE) Gel-

der gesammelt, als (…) für (…) M._______ und ab dem Jahre 20(…) für 

N._______ gearbeitet. Im Jahre 20(…) sei er attackiert beziehungsweise 

von einem Auto angefahren worden und habe deshalb hospitalisiert wer-

den müssen. Weitere Spitalaufenthalte seien den Eltern nicht bekannt. So-

dann hätten sie erklärt, nach seiner Heirat im Jahre 20(…) habe er für (…) 

Monate seine Schwester in F._______ besucht. Später habe er seine ei-

gene (…) gegründet und diese Tätigkeit bis zu seiner Ausreise ausgeübt. 

Er habe Probleme mit Gangs beziehungsweise Unbekannten erhalten und 

die Polizei habe ihn vor seiner Ausreise einmal verhaften wollen, wobei das 

exakte Datum nicht mehr rekonstruierbar sei. Gemäss dem Vater sei nach 

E-5959/2019 

Seite 6 

der Ausreise des Beschwerdeführers nicht mehr nach diesem gesucht wor-

den, gemäss der Mutter würden Unbekannte weiterhin nach ihm suchen.  

Der Bericht hält weiter fest, die Ehefrau des Beschwerdeführers habe er-

klärt, sie hätten im Jahre 20(…) geheiratet und ihr Ehemann sei im Jahre 

20(…) nach F._______ gezogen. Im November 20(…) sei er wieder nach 

Sri Lanka zurückgekehrt. Am Flughafen sei er festgenommen, (…) Tage 

lang festgehalten und nur dank einer Lösegeldzahlung eines Onkels wie-

der freigelassen worden. Später sei er von einem Gericht freigesprochen 

worden. Ab dem Jahre 20(…) habe er als (…) und (…) bei E._______ ge-

arbeitet, diese Tätigkeit jedoch aufgegeben, da er Probleme mit Unbekann-

ten bekommen habe. Im Jahre 20(…) sei er von der (…) verhaftet und sie 

selbst sei ebenfalls von den Behörden befragt sowie tätlich angegriffen 

worden. In diesem Jahr habe sie den Kontakt zum Beschwerdeführer ver-

loren und erst im Jahre 20(…) erfahren, dass er sich in der Schweiz auf-

halte. Nach seiner Ausreise hätten unbekannte Personen regelmässig an 

das Gartentor geklopft, sie habe jedoch nicht geöffnet. 

N.  

Die Vorinstanz räumte dem Beschwerdeführer am 30. April 2019 Gelegen-

heit ein, zum Botschaftsbericht vom 23. Februar 2019 Stellung zu nehmen. 

O.  

Der Beschwerdeführer nahm mit Schreiben vom 17. Mai 2019 Stellung und 

kritisierte erneut die Qualität der Abklärungen. Weiter führte er aus, der 

Umstand, dass seine Einlieferung im Spital von C._______ dort nicht ak-

tenkundig sei, sei damit zu erklären, dass Einlieferungen von Verhafteten 

nur informell erfolgen würden. Des Weiteren würden die Eltern aufgrund 

ihres fortgeschrittenen Alters diverse Erinnerungslücken aufweisen. Er 

habe nie Geld für die LTTE gesammelt und sei nicht bloss für (…) Monate 

als Tourist nach F._______ gereist. Die Demenz des Vaters sei aufgrund 

dieser Aussagen offensichtlich. Auch die Ehefrau habe sich angesichts des 

Umstandes, dass sie telefonisch an ihrem Arbeitsort kontaktiert worden sei, 

nicht in freier Weise äussern können. Sie arbeite für (…) und private Tele-

fongespräche seien verboten. 

P.  

Am 26. September 2019 gewährte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer 

Akteneinsicht in die Verfahrensakten, deren Offenlegung sie am 6. Januar 

2017 unter Hinweis auf die laufenden Untersuchungshandlungen noch ver-

weigerte hatte. 

E-5959/2019 

Seite 7 

Q.  

Mit Verfügung vom 30. September 2019 stellte die Vorinstanz fest, der Be-

schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylge-

such ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnetet den Voll-

zug der Wegweisung an. 

R.  

Der Beschwerdeführer erhob mit Eingabe vom 11. November 2019 Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er beantragt, es sei ihm voll-

ständige Einsicht in die gesamten Akten der Vorinstanz zu gewähren, ins-

besondere in die Aktenstücke A13/3 und A15/5, und im Anschluss ange-

messene Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung anzusetzen. 

Sodann habe das Gericht unverzüglich darzulegen, welche Gerichtsperso-

nen mit der Behandlung der vorliegenden Sache betraut würden und 

gleichzeitig bekannt zu geben, ob diese zufällig ausgewählt worden seien 

und andernfalls die im vorliegenden Verfahren konkreten objektiven Krite-

rien bekannt zu geben, nach denen diese Gerichtspersonen ausgewählt 

worden seien. Des Weiteren sei die angefochtene Verfügung wegen Ver-

letzung des Anspruchs auf Gewährung des rechtlichen Gehörs aufzuheben 

und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei die an-

gefochtene Verfügung wegen Verletzung der Begründungspflicht aufzuhe-

ben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. Subeventualiter sei 

die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur Feststellung 

des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhaltes und zur 

Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Sub-subeventualiter sei 

die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Flüchtlingseigenschaft 

des Beschwerdeführers festzustellen und ihm in der Schweiz Asyl zu ge-

währen. Sub-sub-subeventualiter seien die Dispositivziffern 4 und 5 aufzu-

heben und es sei die Unzulässigkeit oder zumindest die Unzumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzuges festzustellen. Im Sinne von Beweisanträgen 

ersucht der Beschwerdeführer sodann um Abklärung seines Gesundheits-

zustandes beziehungsweise um Ansetzung einer angemessenen Frist zur 

Einreichung fachärztlicher Berichte zu seinem Gesundheitszustand, um 

Befragungen seines ehemaligen Vorgesetzten sowie um nochmalige Be-

fragung – unter angemessenen Umständen – seiner Ehefrau. Schliesslich 

sei dieser Frist zur Einreichung von medizinischen Unterlagen anzusetzen. 

Der Beschwerdeführer reichte zusammen mit der Beschwerde eine CD-

ROM mit zwei Dateiordnern, welche die elektronischen Dokumente 4 – 164 

(Ordner: O._______ AAAA […]) sowie 1 – 409 (Ordner Beilagen Länder-

E-5959/2019 

Seite 8 

bericht […]) enthalten, zu den Akten. Weiter reichte er Unterlagen in physi-

scher Form, nummeriert als Beilagen 1, 15, 17, 18, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 

sowie 142 – 151, zu den Akten. 

S.  

Mit Zwischenverfügung vom 15. November 2019 teilte die Instruktionsrich-

terin dem Beschwerdeführer die Besetzung des Spruchkörpers mit, trat auf 

den Antrag betreffend Bestätigung der Zufälligkeit der Spruchkörperbildung 

nicht ein, forderte ihn dazu auf, innert Frist einen Kostenvorschuss zu leis-

ten, hiess das Akteneinsichtsgesuch in Bezug auf die Aktenstücke A13/3 

sowie A15/5 gut und räumte ihm Frist zur Stellungnahme ein.  

T.  

Der geforderte Kostenvorschuss ging am 3. Dezember 2019 beim Gericht 

ein. 

U.  

Mit Eingabe vom 3. Dezember 2019 nahm der Beschwerdeführer Stellung 

zu den zur Einsicht offengelegten Aktenstücken A13/3 (Arztbericht vom 

1. März 2015) sowie A15/5 (Meldung medizinischer Fälle) und machte er-

gänzende Ausführungen zur Lage in Sri Lanka. Zudem gab er eine weitere 

CD-ROM mit den Dokumenten 154 – 189 zu den Akten. Ferner beantragt 

er sinngemäss, die Vorinstanz sei anzuweisen, abzuklären, ob im Zusam-

menhang mit der Verhaftung einer Botschaftsmitarbeiterin Informationen 

über den Beschwerdeführer an die sri-lankischen Behörden gelangt seien.  

V.  

Am 3. März 2020 ging beim Gerichte eine auf den 2. März 2019 datierte 

Eingabe ein, in welcher sich der Beschwerdeführer zur aktuellen Lage in 

Sri Lanka äussert. Zusammen mit der Eingabe gab er einen auf den 23. Ja-

nuar 2020 datierten Lagebericht sowie eine CD-ROM mit den Unterlagen 

1 – 482 zu den Akten. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision des AsylG vom 26. Juni 1998 

(AS 2016 3101; SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfah-

ren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 

E-5959/2019 

Seite 9 

1.2 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember 

2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und 

Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Der vorliegend anzuwendende Ge-

setzesartikel (Art. 83 Abs. 1–4) ist unverändert vom AuG ins AIG übernom-

men worden. Das Gericht wird nachfolgend die neue Gesetzesbezeich-

nung verwenden. 

2.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Der Beschwerde-

führer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert 

(Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).  

4.  

4.1 Die vom Beschwerdeführer erhobenen formellen Rügen der Verletzung 

des rechtlichen Gehörs sowie der unrichtigen Sachverhaltserstellung sind 

vorab zu behandeln, da sie geeignet sein könnten, eine Kassation der       

vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. 

4.2 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung der Pflicht zur sorgfältigen 

Sachverhaltsabklärung, weil die Abklärungen der Schweizer Botschaft me-

thodisch mangelhaft durchgeführt worden seien. Unter anderem bemän-

gelt er, dass die befragten Personen telefonisch kontaktiert worden und 

nicht zur Botschaft geladen worden seien. Weiter macht er sinngemäss 

geltend, die persönlichen Eigenschaften und politischen Hintergründe der 

Befragten würden es teilweise nicht zulassen, deren Aussagen bei der 

Glaubhaftigkeitsprüfung zu berücksichtigen.  

Es ist festzuhalten, dass der Botschaft oder den von ihr Beauftragten bei 

der Abklärung von Sachverhalten ein gewisser Entscheidungsspielraum 

bezüglich der zu wählenden Abklärungsmodalitäten beziehungsweise Ab-

klärungsmittel einzuräumen ist. Je nach Länderkontext dürften dabei Risi-

E-5959/2019 

Seite 10 

ken und Gefahren nie gänzlich zu vermeiden sein, selbst bei einer Befra-

gung auf der Botschaft nicht. Es ist jeweils im Einzelfall zu prüfen, ob die 

Abklärungshandlung in einer adäquaten Form erfolgte und ob insbeson-

dere das daraus gewonnene Abklärungsergebnis einen für die Einschät-

zung der Frage der Flüchtlingseigenschaft relevanten und zuverlässigen 

Beitrag leisten kann. Die im Rahmen der vorliegenden drei Botschaftsan-

fragen gewählten Methoden – persönliche und telefonische Gespräche – 

sind grundsätzlich nicht zu beanstanden. Es ist in diesem Zusammenhang 

sodann festzustellen, dass die befragten Personen teilweise gefragt wur-

den, ob sie die Befragung persönlich oder telefonisch durchführen möchten 

und sich zumindest in einem Fall nachträglich herausgestellt hatte, dass 

der Einfluss von Sicherheitsbedenken auf das Aussageverhalten nur vor-

geschoben war (vgl. SEM-Akten A39/15 S. 1). Ferner ist grundsätzlich nicht 

davon auszugehen, dass sich Personen wegen Sicherheitsbedenken stets 

der Unwahrheit bedienen würden, da es ihnen im Rahmen von Botschafts-

abklärungen freisteht, die Kontaktaufnahme zu verweigern oder mitzutei-

len, wie und wo das Gespräch ihrer Meinung nach durchzuführen sei. Wie 

die Aussagen im Einzelfall vor dem Hintergrund des gesundheitlichen oder 

psychischen Zustandes der Befragten beziehungsweise deren politischen 

Gesinnung zu beurteilen sind, tangiert weniger die Frage der Erhebungs-

methode, sondern wird vielmehr im Rahmen der Glaubhaftigkeitsprüfung 

zu behandeln sein (vgl. nachfolgend E. 8). Soweit der Beschwerdeführer 

verlangt, die Befragung der Ehefrau sei zu wiederholen, erweist sich der 

Antrag als unbegründet. 

Im Ergebnis ist festzuhalten, dass aufgrund der Art der Durchführung der 

Botschaftsabklärungen keine Verletzung der Verfahrensrechte des Be-

schwerdeführers festzustellen ist.  

4.3 Der Beschwerdeführer erblickt im Zusammenhang mit dem Länderbe-

richt des SEM zumindest implizit eine Verletzung der Pflicht zur sorgfältigen 

Sachverhaltsabklärung. Dazu ist festzuhalten, dass nicht zu beanstanden 

ist, dass die Vorinstanz praxisgemäss den Länderbericht aus dem Jahre 

2016 als Ausgangslage für ihre Einschätzung der Ländersituation beizieht, 

ergänzt durch die relevanten Entwicklungen, welche in der Zwischenzeit 

stattgefunden haben. Insbesondere mit dem in der Rechtsmitteleingabe 

enthaltenen Hinweis auf nicht offengelegte Referenzen und der darauf ba-

sierenden Mutmassung, der Bericht stütze sich auf manipulierte bezie-

hungsweise nichtexistierende Quellen, kann die Qualität und Vertrauens-

würdigkeit des Berichts nicht ernsthaft in Frage gestellt werden. Insofern 

der Beschwerdeführer geltend macht, die Vorinstanz würde vor dem sich 

E-5959/2019 

Seite 11 

präsentierenden Länderhintergrund (der Beschwerdeführer bezieht sich 

dabei auf die politische Situation in Sri Lanka, wie sie sich im Jahre 2019 

präsentierte) zu einer falschen Einschätzung seiner Gefährdungslage ge-

langen, rügt er im Kern die Würdigung von länderspezifischen Sachverhalt-

selementen, welche im Rahmen der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft 

unter E. 8 zu behandeln sein wird. 

4.4 Die weiteren unter Ziffer 5.3.2 der Beschwerde erhobenen Rügen im 

Zusammenhang mit der Sachverhaltsfeststellung weisen einen starken Be-

zug zur Frage der Glaubhaftigkeit der Flüchtlingseigenschaft auf bezie-

hungsweise werden darin materielle und formelle Aspekte vermengt. Es 

wird nachfolgend unter E. 8, im Rahmen der materiellen Prüfung der 

Glaubhaftigkeit, darauf einzugehen sein. 

4.5 Soweit der Beschwerdeführer eine Verletzung der Begründungspflicht 

darin erblickt, dass die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung seine 

Körpernarben nicht erwähnt habe, rügt er damit im Kern die Art der Würdi-

gung eines allenfalls wesentlichen Aspekts seiner Fluchtvorbringen, was 

nachfolgend unter der materiellen Frage der Flüchtlingseigenschaft zu be-

handeln sein wird (vgl. E. 8.5.2). Gleiches gilt für die von ihm unter Beru-

fung auf das Willkürverbot erhobene Rüge, dass seiner Ansicht nach wei-

tere relevante Elemente seiner Vorbringen falsch oder gar nicht gewürdigt 

worden seien. 

4.6 Die in der Rechtsmitteleingabe geäusserte Vermutung, der Beschwer-

deführer könnte durch sri-lankische Sicherheitskräfte sexuell misshandelt 

worden sein, lässt sich aufgrund der Akten nicht genügend erhärten (vgl. 

auch das nachfolgend unter E. 11 Ausgeführte). Weitere ärztliche Untersu-

chungen zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers erscheinen 

deshalb nicht als angezeigt und der entsprechende Antrag ist abzuweisen. 

Im Übrigen hätte es ihm jederzeit freigestanden, medizinische Unterlagen 

beim Gericht einzureichen (vgl. ferner die in Art. 8 AsylG statuierte Mitwir-

kungspflicht). Der Antrag um entsprechende Fristansetzung ist ebenfalls 

abzuweisen. Gleiches gilt für den nicht näher begründeten Antrag, der Ehe-

frau des Beschwerdeführers sei Frist zur Einreichung medizinischer Unter-

lagen anzusetzen. 

4.7 Der Beschwerdeführer stellt ferner den Antrag, es sei abzuklären, ob 

sein Name auf dem Mobiltelefon der entführten Schweizerischen Bot-

schaftsangestellten zu finden sei. Diesbezüglich kann ihm mitgeteilt wer-

den, dass sich gemäss Auskunft der Botschaft keine Daten über sich in der 

E-5959/2019 

Seite 12 

Schweiz aufhaltende, asylsuchende Personen aus Sri Lanka auf dem be-

schlagnahmten Mobiltelefon der vom Sicherheitsvorfall betroffenen lokalen 

Angestellten der Schweizer Botschaft befanden und auch anderweitig 

keine Informationen in Bezug auf die erwähnten Personen an Dritte ge-

langten. 

4.8 Die formellen Rügen erweisen sich insgesamt als unbegründet, wes-

halb keine Veranlassung besteht, die Sache aus formellen Gründen aufzu-

heben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die diesbezüglichen 

Rechtsbegehren sind somit abzuweisen. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).  

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 

E. 6.5.1 sowie 2012/5 E. 2.2).  

6.  

Zur Begründung wird in der angefochtenen Verfügung ausgeführt, der Be-

schwerdeführer habe anlässlich der Anhörung erklärt, er habe von 20(…) 

bis 20(…) für E._______ gearbeitet, sei im Jahre 20(…) verhaftet worden 

und habe das Land im Jahre 20(…) verlassen. Anlässlich der BzP habe er 

dagegen vorgebracht von 20(…) bis 20(…) für (…) gearbeitet zu haben. 

E-5959/2019 

Seite 13 

Seine Ehefrau habe wiederum erklärt, er habe ab dem Jahre 20(…) als (…) 

und (…) bei E._______ gearbeitet und diese Stelle aufgegeben, weil er 

Probleme mit Unbekannten bekommen habe. Die Eltern hätten anlässlich 

der Botschaftsabklärungen die Tätigkeit für E._______ gar nie erwähnt, 

sondern unter anderem erklärt, er habe für die Organisation N._______ 

gearbeitet, was der Beschwerdeführer und seine Ehefrau hingegen nie er-

wähnt hätten. Die nicht belegten gesundheitlichen Probleme der Eltern ver-

möchten die Unstimmigkeiten nicht zu klären, ebenso die angeführte Angst 

der Ehefrau. Die Botschaftsabklärungen hätten darüber hinaus nicht be-

stätigt, der Beschwerdeführer sei jemals für E._______ tätig gewesen. Da 

auch den diesbezüglichen Beweismitteln kein relevanter Beweiswert be-

ziehungsweise keine relevante Beweiskraft attestiert werden könne, sei 

das Vorbringen im Ergebnis nicht glaubhaft. Zudem wäre dieser Tätigkeit 

selbst bei Wahrunterstellung der genügende Kausalzusammenhang zur 

Ausreise im Jahre 20(…) abzusprechen. Sodann seien auch der geltend 

gemachte (…) Haftaufenthalt sowie der anschliessende Spitalaufenthalt im 

Jahre 20(…) nicht glaubhaft, da einerseits die Abklärungen nicht bestätigt 

hätten, er habe sich zum angegebenen Zeitpunkt in besagten Spital aufge-

halten und die Angaben seiner Angehörigen zur Verhaftung und zum 

Haftaufenthalt von seinen eigenen abweichen würden. Die geltend ge-

machten Umstände, welche zur Verhaftung geführt haben sollen, seien fer-

ner unplausibel. Insbesondere erstaune es, dass er wegen seiner Bezie-

hung zu B.J. erhebliche Probleme mit den Behörden bekommen haben soll 

und deshalb aus dem Land habe flüchten müssen, während diese selber 

sich in Sri Lanka auch heute noch offen politisch engagiere.  

7.  

Der Beschwerdeführer macht in der Rechtsmitteleingabe – unter Verweis 

auf die politische Wiedererstarkung der Rajapaksa-Familie sowie die sich 

im Frühjahr 2019 ereigneten Terroranschläge – geltend, die Gefährdungs-

lage habe sich namentlich für (…) tätige Personen stark akzentuiert. Auf-

grund der zu beobachtenden Entwicklungen sei von einer Zunahme von 

Folter und anderer fundamentaler Menschenrechtsverletzungen auszuge-

hen. Er habe während des Bürgerkrieges für E._______ gearbeitet und 

(…). Später habe er die bekannte tamilische Aktivistin B.J. unterstützt. We-

gen dieser Tätigkeiten stehe er im Fokus der heimatlichen Behörden, wel-

che ihm darüber hinaus vorwerfen würden, Informationen an ausländische 

Medien weitergegeben zu haben. Dass er im Heimatland bereits verfolgt 

worden sei, werde unter anderem mit der bereits eingereichten polizeili-

chen Vorladung aus dem Jahre 20(…) untermauert. Die von der Vorinstanz 

E-5959/2019 

Seite 14 

vorgenommene Glaubhaftigkeitsprüfung sei fehlerhaft und bei der Ein-

schätzung der flüchtlingsrechtlichen Relevanz lasse sie sich von falschen 

Überlegungen leiten. Sodann habe er in der Schweiz zweimal den Heros 

Day in P._______ besucht. Aufgrund seines Profils sei es naheliegend, 

dass er bei einer Rückkehr in das Heimatland in flüchtlingsrechtlich rele-

vanter Weise verfolgt würde. Damit rügt der Beschwerdeführer zum einen, 

die Vorinstanz habe den Massstab des Glaubhaftmachens nicht richtig an-

gewendet, zum andern ihn zu Unrecht nicht als Flüchtling anerkannt. 

8.  

8.1  

8.1.1 Ausgangspunkt der Fluchtvorbringen des Beschwerdeführers ist 

seine geltend gemachte Tätigkeit für E._______. Die Ereignisse, welche 

zur Ausreise nach F._______ geführt haben sollen, waren gemäss seinen 

Aussagen ein erlittener Übergriff im Juli 20(…) und ein Zwischenfall bei ihm 

zu Hause im Dezember 20(…). Dabei geht aus seinen Schilderungen nicht 

klar hervor, was genau der Grund für die Übergriffe im Jahre 20(…) gewe-

sen sein soll. Einerseits erklärt er, die Karuna-Gruppe habe damals Prob-

leme mit anderen Parteien gehabt und unschuldige Menschen seien von 

Regierungstruppen mitgenommen und getötet worden. Anderseits verweist 

er auch auf seine (…) und erklärt dann etwas später, Verhaftungsgrund sei 

Letzteres gewesen (vgl. SEM-Akten A27/21 F129 und F133). Die Vorbrin-

gen erscheinen einerseits widersprüchlich und bezüglich der geltend ge-

machten (…) ist nicht aus sich selber heraus nachvollziehbar, weshalb ihn 

die Autoritäten deshalb bedrängt haben sollen. Aus seinen Ausführungen 

muss sodann geschlossen werden, dass er nach der behaupteten mehr-

stündigen Misshandlung im Jahre 20(…) unbehelligt in seinem Heimatland 

leben konnte, bis er – ohne ersichtlichen Grund – im Dezember 20(…) von 

Unbekannten aufgesucht worden sein soll. Da er noch vor deren Ankunft 

aus dem Haus geflohen sei (vgl. a.a.O. A27/21 F134), kann über die Iden-

tität dieser Personen und das Motiv ihres Erscheinens nur spekuliert wer-

den. Aus dem Erzählkontext drängt sich jedenfalls nicht zwingend die An-

nahme auf, der Zwischenfall im Dezember 20(…) habe irgendeinen Zu-

sammenhang mit seiner geltend gemachten (…) Tätigkeit gehabt, zumal 

er unter anderem aussagte, nach der Verhaftung im Jahre 20(…) auf den 

(…) der Familie gearbeitet zu haben (vgl. SEM-Akten A7/20 N. 1.17.05). 

Auch gibt er einmal an, von 20(…) bis 20(…) für (…) gearbeitet zu haben, 

ein anderes Mal erklärt er, von 20(…) bis 20(…) beziehungsweise von 

20(…) bis 20(…) dort gearbeitet zu haben (vgl. a.a.O. A7/20 N. 1.17.05 und 

N. 7.04, S. 7 Beschwerdeschrift). Sodann machte der Beschwerdeführer 

E-5959/2019 

Seite 15 

sowohl im erstinstanzlichen Verfahren als auch auf Beschwerdeebene we-

nig substantiierte Angaben zu seiner angeblichen (…) Tätigkeit bei 

E._______, welche es nachvollziehbar machen könnten, dass und wes-

halb er bis in das Jahr 20(…) in flüchtlingsrechtlich relevanter Weise im 

Fokus der Behörden gestanden haben soll.  

8.1.2 Ferner ist festzuhalten, dass trotz beachtlicher Abklärungsbemühun-

gen durch die Vorinstanz in Form von mehreren Botschaftsanfragen eine 

Verbindung zwischen dem Beschwerdeführer und E._______ nicht zuver-

lässig hergestellt werden konnte. Der Beschwerdeführer macht in diesem 

Zusammenhang sinngemäss geltend, die befragten leitenden Mitarbeiter 

(…) – welche seine behauptete Tätigkeit bei E._______ verneinten – seien 

ihm aufgrund ihrer politischen Orientierung nicht gut gesinnt, würden fal-

sche Angaben machen und hätten während seiner Anstellung andere 

Funktionen ausgeübt. Selber reicht er unter anderem ein Schreiben eines 

angeblichen ehemaligen Vorgesetzen, V.B., zu den Akten, welcher erklärt, 

der Beschwerdeführer habe im Jahre 20(…) (…) zu arbeiten begonnen 

(vgl. Beilage 150 der Beschwerdeschrift). Seine Ehefrau erklärte wiede-

rum, er habe erst nach seiner Rückkehr aus Q._______ nach Sri Lanka, 

im Jahre 20(…), seine Tätigkeit für den (…) aufgenommen (vgl. SEM-Akten 

A45/3). Die Eltern ihrerseits erwähnten keine Tätigkeit für (…). Unter an-

derem geben sie an, er habe bis zu seiner Ausreise ein (…) geführt (vgl. 

a.a.O.).   

Soweit der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang vorbringt, die Be-

fragungen vor Ort hätten nicht unter angemessenen Bedingungen stattge-

funden, ist festzustellen, dass es den Befragten grundsätzlich freigestan-

den hat, die Befragungen zu verweigern (vgl. auch das bereits unter E. 4.1 

Ausgeführte). Namentlich hätte die Ehefrau darauf hinweisen können, dass 

sie nicht an ihrem Arbeitsort befragt werden möchte beziehungsweis dürfe. 

Auch wenn die Hinweise des Beschwerdeführers auf die mentale Verfas-

sung seiner Eltern sowie den politischen Hintergrund der befragten Perso-

nen bei E._______ und die aufgezeigten zeitlichen Zusammenhänge ge-

eignet sind, die Korrektheit der Aussagen dieser Personen zumindest in 

Frage zu stellen, ist andererseits darauf hinzuweisen, dass er aus dem 

Umstand, dass diese seine Vorbringen in zentralen Punkten nicht bestäti-

gen, grundsätzlich nichts zu seinen Gunsten abzuleiten vermag. Sodann 

ist aufgrund der politischen Gesinnung oder des Alters beziehungsweise 

der psychischen Verfassung der Befragten nicht in genereller Weise zu 

schliessen, deren Aussagen seien per se unzutreffend. Auch ist festzustel-

len, dass die vom Beschwerdeführer selber eingereichten Beweismittel die 

E-5959/2019 

Seite 16 

Verbindung zu E._______ nicht genügend überzeugend darzulegen ver-

mögen. Dies gilt unter anderem für die eingereichten Fotografien, auf wel-

chen er zumeist gar nicht abgebildet ist oder die ihn mit Personen zeigen, 

welche für E._______ gearbeitet haben sollen. Auch das Bestätigungs-

schreiben seines angeblich ehemaligen Vorgesetzten V.B. – dessen Unter-

schrift auf dem eingereichten Mitarbeiterausweis des Beschwerdeführers 

enthalten sein soll – lässt keinen zuverlässigen Rückschluss auf die be-

hauptete Tätigkeit bei E._______ zu. Nebst dem Umstand, dass das 

Schreiben äusserst knapp gehalten ist, bestehen unter anderem keine ver-

lässlichen Hinweise dafür, dass der Verfasser selber tatsächlich und in der 

geltend gemachten Position bei E._______ arbeitete. Da der Beschwerde-

führer mit dieser Person in Kontakt zu stehen scheint, wäre es ihm – auch 

vor dem Hintergrund seiner Mitwirkungspflicht (Art. 8 AsylG) – zumutbar 

gewesen, diesbezüglich substantiiertere Angaben zu machen beziehungs-

weise Informationen zu beschaffen. Der in diesem Zusammenhang ge-

stellte Beweisantrag auf Befragung des Vorgesetzten des Beschwerdefüh-

rers ist mithin abzuweisen. Dem Bestätigungsschreiben eines ehemaligen 

Mitarbeiters von E._______, D.S., vom 29. Januar 2017 (vgl. SEM-Akten 

A37/9 S. 9), in welchem dieser erklärt, er habe mit dem Beschwerdeführer 

im beziehungsweise bis zum Jahre 20(…) dort gearbeitet, steht unter an-

derem die Erklärung der Ehefrau, der Beschwerdeführer habe ab 20(…) 

dort gearbeitet, entgegen. Ergänzend ist zu erwähnen, dass das Schreiben 

des angeblichen Mitarbeiters so verstanden werden kann, dass er den Be-

schwerdeführer während ihrer (…)jährigen Zusammenarbeit kennege-

lernte habe (vgl. a.a.O. A37/9 S. 9), obwohl der Beschwerdeführer gemäss 

eigenen Aussagen ab 20(…) beziehungsweise 20(…) und der Verfasser 

des Schreibens von 20(…) bis 20(…) beim Sender gearbeitet haben soll. 

Gemäss den bei E._______ Verantwortlichen hätten die Verfasser der ein-

gereichten Schreiben, V.B. und D.S, nicht beim Sender gearbeitet (vgl. 

a.a.O. A39/15 S. 2 f.). Der Beschwerdeführer reichte auf Beschwerde-

ebene Fotografien ein, von welchen er in der Beschwerdeschrift behauptet, 

sie würden V.B. und ein Kadermitglied (…), R._______ (nachfolgend 

S.S.K.), zusammen zeigen und dass damit dargelegt sei, dass die Verant-

wortlichen bei E._______ falsch aussagen würden. Im Beweismittel selber 

werden die abgebildeten Personen als N.S und S.S.K. bezeichnet, wobei 

die Personenangaben, insbesondere bezüglich des Letzteren, für das Ge-

richt nicht verlässlich verifizierbar sind (vgl. S. 17 der Beschwerdeschrift 

sowie die Beweismittel 17 und 18).  

8.1.3 In Anbetracht der dargelegten Widersprüche und Inkonsistenzen ver-

mögen in Bezug auf die behauptete Tätigkeit des Beschwerdeführers für 

E-5959/2019 

Seite 17 

E._______ weder die Beweiserhebungen der Vorinstanz noch die einge-

reichten Beweismittel diesbezüglich genügende Anhaltspunkte zu liefern. 

Es ist jedoch festzuhalten, dass bereits aufgrund der nicht schlüssigen Aus-

führungen des Beschwerdeführers – und selbst unter der Annahme, er 

hätte dort gearbeitet – nicht überzeugend dargelegt ist beziehungsweise 

wäre, dass er bei seiner ersten Ausreise im Jahre 20(…) tatsächlich im 

Fokus der Behörden stand (vgl. das bereits Ausgeführte). Nur ergänzend 

ist festzuhalten, dass das im Jahre 20(…) in F._______ eingeleitete Asyl-

verfahren, welchem die vorliegend behandelten Fluchtvorbringen zu-

grunde liegen mussten (andernfalls wäre der Beschwerdeführer der Un-

wahrheit überführt; entsprechende Verfahrensakten liegen dem Gericht 

nicht vor; vgl. dazu auch SEM-Akten A27/21 F127), nicht zu einer Anerken-

nung der Flüchtlingseigenschaft führten. 

8.1.4 Aufgrund des Ausgeführten ist nicht glaubhaft dargelegt, der Be-

schwerdeführer habe wegen (…) Tätigkeiten für (…) E._______ in flücht-

lingsrechtlich relevanter Weise im Fokus der Behörden gestanden.  

8.1.5 Unter Berücksichtigung des vorstehend Dargelegten ergeben sich 

auch starke Zweifel an der Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Verhaf-

tung am Flughafen anlässlich der Rückkehr aus F._______ im Jahre 20(…) 

und der anschliessenden Misshandlungen. Weiter bestätigten die Eltern – 

welche gemäss Aussagen des Beschwerdeführers seine Freilassung in die 

Wege geleitet haben sollen (vgl. SEM-Akten A27/21 F16) – anlässlich der 

Botschaftsabklärung nicht, dass diese Verhaftung tatsächlich stattgefun-

den hat (vgl. a.a.O. A45/3). Die Ehefrau ihrerseits bestätigte zwar den Vor-

fall, merkte jedoch an, der Beschwerdeführer sei im Zusammenhang mit 

dieser Verhaftung später von einem Gericht freigesprochen worden (vgl. 

a.a.O. A45/3), was die Gefahr, dass er deshalb weiterhin im Fokus der Be-

hörden stehen könnte, deutlich relativiert. Da nicht glaubhaft dargelegt ist, 

dass der Beschwerdeführer vor seiner Ausreise im Jahre 20(…) in flücht-

lingsrechtlich relevanter Weise verfolgt wurde, wäre selbst bei Wahrunter-

stellung nicht zwingend davon auszugehen, die Festnahme im Jahre 

20(…) sei aus flüchtlingsrechtlich relevanten Motiven erfolgt. Das anwaltli-

che Schreiben vom 20. Februar 2015 (vgl. a.a.O. A3, Beweismittel 4), wel-

ches sich unter anderem auf die Verhaftung im Jahre 20(…) bezieht, äus-

sert sich nicht konkret über die Hintergründe der Verhaftung. Misshandlun-

gen werden darin nicht erwähnt.  

E-5959/2019 

Seite 18 

8.2 Im Zusammenhang mit der geltend gemachten Verfolgung, welche aus 

der unterstützenden Tätigkeit für B.J. resultiert haben soll, ist vorab festzu-

halten, dass den Aussagen von K.T. aufgrund ihrer Widersprüchlichkeit im 

Ergebnis kein massgebender Beweiswert attestiert werden kann. Dieser 

gab im Rahmen der ersten Botschaftsanfrage ursprünglich an, den Be-

schwerdeführer nicht zu kennen. Im Schreiben vom 20. Dezember 2016 

erklärt K.T. dagegen, er habe den Beschwerdeführer gut gekannt und im 

Rahmen der ersten Botschaftsabklärung aus Sicherheitsgründen falsche 

Angaben gemacht (vgl. SEM-Akten A37/9 S. 5 und 6). Anlässlich der zwei-

ten Botschaftsabklärung im Februar 2017 erklärte er dann, er habe den 

Beschwerdeführer nur unter dem Pseudonym L._______ ge- beziehungs-

weise wiedererkannt und bei den geltend gemachten Sicherheitsbedenken 

habe es sich um eine Notlüge seinerseits gehandelt (vgl. a.a.O. A39/15 

S. 1). Auch hier und nur ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass K.T. die 

Befragungen im Rahmen der Botschaftsabklärungen hätte verweigern kön-

nen, wenn er mit den Modalitäten der Gesprächsführung nicht einverstan-

den gewesen wäre, wobei anzumerken ist, dass er diese bei der Zweitbe-

fragung selber bestimmte (vgl. a.a.O. A39/15 S. 1). Sodann ist festzuhal-

ten, dass die Aussagen von K.T. zum Pseudonym L._______ in Wider-

spruch zu den diesbezüglichen Angaben von B.J. stehen, gemäss welchen 

es sich bei L._______ und dem Beschwerdeführer nicht um dieselbe Per-

son handelt. B.J., welcher ebenfalls eine Person namens L._______ be-

kannt ist, wurde im Rahmen der Botschaftsanfrage eine Fotografie des Be-

schwerdeführers vorgelegt, worauf sie erklärte, diesen nicht zu kennen 

(vgl. a.a.O. A39/15 S. 3 f.).   

Der Beschwerdeführer macht seinerseits geltend, B.J. habe aus Angst 

falsch ausgesagt. Es ist diesbezüglich abermals festzuhalten, dass es den 

im Rahmen der Botschaftsabklärung Befragten freisteht, ob sie die an sie 

gerichteten Fragen unter den gegebenen Umständen beantworten wollen 

oder nicht. Insofern ist vorliegend nicht ersichtlich, weshalb B.J., hätte sie 

sich nicht sicher gefühlt, sich überhaupt zu einer Aussage veranlasst gese-

hen hätte (zur Rüge der nicht sachgerecht durchgeführten der Botschafts-

abklärungen siehe sodann das bereits unter E. 4.2 Ausgeführte). 

Im Zusammenhang mit B.J. ist weiter festzuhalten, dass deren Geschichte 

in den Medien prominent aufgearbeitet wurde und sich Interessierte mit 

relativ wenig Aufwand über deren Aktivismus und Probleme mit den Behör-

den informieren können (vgl. z.B. https://en. wikipedia. org/wiki/ S._______ 

und die dort angegebenen Quellen, abgerufen am 04.04.2022). Sodann 

erfolgte die Verhaftung von B.J. im März 20(…) im Rahmen eines 

E-5959/2019 

Seite 19 

Grossaufgebots an Sicherheitskräften (https://www.tamilguar-

dian.com/(…); abgerufen am 04.04.2022). Insofern ist zumindest bemer-

kenswert, dass trotz des behaupteten behördlichen Interesses am Be-

schwerdeführer es offenbar erst im August 20(…) gelang, seiner habhaft 

zu werden (vgl. SEM-Akten A27/21, F55 ff.). Des Weiteren waren zu die-

sem Zeitpunkt bereits mehrere nationale und internationalen Presseartikel 

über das Schicksal von B.J. veröffentlicht worden. Der Colombo Telegraph 

schrieb zum Beispiel bereits am (…) 20(…) darüber, dass Beweise dafür 

aufgetaucht seien, dass der verschwundene Sohn von B.J. (…) worden sei 

und seine allfällige Tötung Beweis dafür liefern würde, dass nach wie vor 

Kriegsverbrechen in Sri Lanka begangen würden (https://www.colombote-

legraph.com/index.(…); abgerufen am 04.04.2022). Insofern erhellt nicht 

ohne Weiteres, was die Behörden mit der Verschleppung des Beschwer-

deführers im August 20(…) und dessen mehrwöchigen Gefangenschaft so-

wie Misshandlung hätten erreichen wollen beziehungsweise hätten verhin-

dern können. Ferner erklärte seine Ehefrau im Rahmen der Botschaftsab-

klärung, der Beschwerdeführer sei im Jahre 20(…) festgenommen worden, 

jedoch nach wenigen Tagen wieder freigelassen worden (vgl. a.a.O. A45/3 

S. 2), was der vorgebrachten mehrwöchigen Gefangenschaft widerspricht.  

Aufgrund des Ausgeführten, insbesondere des Umstandes, dass B.J. sel-

ber aussagte, den Beschwerdeführer nicht zu kennen, bestehen starke 

Zweifel an der Glaubhaftigkeit der diesbezüglichen Vorbringen. Dies auch 

unter Berücksichtigung, dass der Beschwerdeführer B.J. nach eigenen 

Aussagen zwischen zehn- und fünfzehnmal gesehen haben soll (a.a.O. 

A27/21 F42). Dass, wie der Beschwerdeführer behauptet, sie ihm gegen-

über geäussert haben soll, sie habe anlässlich der Botschaftsabklärung 

aus Furcht falsch ausgesagt, ist durch nichts belegt und im Ergebnis nicht 

glaubhaft. Hinzukommt, dass sich im Rahmen der Botschaftsanfragen 

keine Hinweise für einen Spitalaufenthalt in C._______ ergaben. Der Be-

schwerdeführer hält dem zwar in nicht unplausibler Weise entgegen, durch 

die Sicherheitskräfte eingelieferte Personen würden nicht registriert, je-

doch vermag dies an den erheblichen Zweifeln seiner Vorbringen im Er-

gebnis nichts zu ändern. Gleiches gilt für die in der Rechtsmitteleingabe 

geäusserte Vermutung, er sei allenfalls in ein Militärspital eingeliefert wor-

den. 

8.3 Bei dieser Ausgangslage kann der – von der Vorinstanz anerkannte – 

Umstand, dass der Beschwerdeführer im Januar 20(…) behördlich vorge-

E-5959/2019 

Seite 20 

laden worden sein soll, an der dargelegten Unglaubhaftigkeit seiner Flucht-

vorbringen nichts zu ändern. Dies nicht zuletzt auch deshalb, da unbestrit-

ten ist, dass der Grund für die Vorladung nicht bekannt ist. 

8.4  

8.4.1 Im Zusammenhang mit der aktuellen politischen Lage in Sri Lanka ist 

festzuhalten, dass auch vor dem Hintergrund der jüngeren politischen Er-

eignisse, insbesondere dem Machtwechsel nach den Präsidentschafts-

wahlen im November 2019, kein Grund zur Annahme besteht, ganze Be-

völkerungsgruppen wären kollektiv einer Verfolgungsgefahr ausgesetzt. 

Bei der Einschätzung der Gefährdungslage beziehungsweise möglicher 

Risikofaktoren ist auf den Einzelfall abzustellen (vgl. statt vieler: Urteil des 

BVGer E-3943/2019 vom 3. August 2021 E. 7.3.3 sowie Referenzurteil des 

BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli 2016; Human Rights Watch [HRW], Sri 

Lanka: Families of "Disappeared" Threatened, 16.02.2020).  

8.4.2 Im Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 hat das Bundesver-

waltungsgericht eine Analyse der Situation von Rückkehrenden nach Sri 

Lanka vorgenommen und festgestellt, dass aus Europa respektive der 

Schweiz zurückkehrende tamilische Asylsuchende nicht generell einer 

ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt seien 

(vgl. a.a.O. E. 8.3). Diese Rechtsprechung behält auch vor dem Hinter-

grund der aktuellen Situation ihre Gültigkeit. Das Bundesverwaltungsge-

richt hielt im erwähnten Referenzurteil fest, bestimmte Risikofaktoren (Ein-

trag in die „Stop-List“, Verbindung zu den LTTE und exilpolitische Aktivitä-

ten) seien als stark risikobegründend zu qualifizieren, da sie unter den im 

Entscheid dargelegten Umständen bereits für sich alleine genommen zur 

Bejahung einer begründeten Furcht führen könnten. Demgegenüber wür-

den das Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente, eine zwangsweise res-

pektive durch die Internationale Organisation für Migration (IOM) begleitete 

Rückführung sowie gut sichtbare Narben schwach risikobegründende Fak-

toren darstellen. Dies bedeute, dass diese in der Regel für sich alleine ge-

nommen keine relevante Furcht vor ernsthaften Nachteilen zu begründen 

vermöchten. Jegliche glaubhaft gemachten Risikofaktoren seien in einer 

Gesamtschau und in ihrer Wechselwirkung sowie unter Berücksichtigung 

der konkreten Umstände in einer Einzelfallprüfung zu berücksichtigen, mit 

dem Ziel, zu erwägen, ob mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine flücht-

lingsrechtlich relevante Verfolgung bejaht werden müsse (vgl. a.a.O. 

E. 8.5.5). 

E-5959/2019 

Seite 21 

8.4.3 Es wurde vorstehend dargelegt, dass der Beschwerdeführer nicht 

glaubhaft machen konnte, im Zeitpunkt seiner Ausreise im Jahre 20(…) in 

flüchtlingsrechtlich relevanter Weise im Fokus der heimatlichen Behörden 

gestanden zu haben. Seine geltend gemachten exilpolitischen Aktivitäten 

in Form von zwei Teilnahmen an Heldentag sind als absolut niederschwel-

lig zu qualifizieren. Aufgrund der bei den Akten liegenden Fotografien ist 

sodann nicht davon auszugehen, der Beschwerdeführer würde gut sicht-

bare Körpernarben aufweisen. Bei dieser Ausgangslage vermögen sein 

mehrjähriger Aufenthalt im Exil und der Umstand, dass er im Jahre 20(…) 

allenfalls behördlich vorgeladen wurde, keine flüchtlingsrechtlich relevan-

ten Risikofaktoren im beschriebenen Sinne zu begründen.  

8.5  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz die Flüchtlingsei-

genschaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint und sein Gesuch ab-

gelehnt hat.  

9.  

9.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

9.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

10.  

10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 

44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG). 

10.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-

weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

 

 

E-5959/2019 

Seite 22 

11.  

11.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist 

das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Voll-

zuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen verfassungs- und völ-

kerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkom-

mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, un-

menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; 

Art. 3 EMRK). 

11.2 Weder aufgrund der Aussagen des Beschwerdeführers noch auf-

grund der übrigen Akten ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass er für den 

Fall einer Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrschein-

lichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes 

für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri 

Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als un-

zulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung 

sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen 

zulässig. 

11.3  

11.3.1 Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Auslän-

der unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund 

von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-

scher Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung fest-

gestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Auf-

nahme zu gewähren. 

11.3.2 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und 

den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka 

E-5959/2019 

Seite 23 

weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt. Nach einer eingehen-

den Analyse der sicherheitspolitischen Lage in Sri Lanka ist das Bundes-

verwaltungsgericht zum Schluss gekommen, dass der Wegweisungsvoll-

zug in die Nordprovinz zumutbar ist, wenn das Vorliegen der individuellen 

Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähigen familiä-

ren oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte 

Einkommens- und Wohnsituation) bejaht werden kann (vgl. Referenzurteil 

des BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 13.2). In einem ebenfalls als 

Referenzurteil publizierten Entscheid erachtet das Bundesverwaltungsge-

richt auch den Wegweisungsvollzug ins „Vanni-Gebiet“ als zumutbar (vgl. 

Urteil des BVGer D-3619/2016 vom 16. Oktober 2017 E. 9.5). 

11.3.3 Der Beschwerdeführer verfügt – wie sich aufgrund der Botschafts-

anfragen ergibt – in seinem Heimatland über ein intaktes soziales Bezie-

hungsnetz sowie Arbeitserfahrung (vgl. SEM-Akten A7/20 N. 1.17.04 sowie 

N. 3.01). Gemäss eigenen Aussagen besitze die Familie Grundeigentum, 

welches (…) (a.a.O. 1.17.05). Es kann deshalb davon ausgegangen wer-

den, dass dem Beschwerdeführer bei seiner Rückkehr in sein Heimatland 

die soziale und wirtschaftliche Reintegration gelingen wird. Die von ihm 

geltend gemachten (…)beschwerden und (…)schmerzen kann er bei Be-

darf auch in seinem Heimatland behandeln lassen. Der Wegweisungsvoll-

zug erweist sich somit als zumutbar.  

11.4 Der Beschwerdeführer verfügt über eine sri-lankische Identitätskarte 

und es obliegt ihm, sich bei der zuständigen Vertretung des Heimatstaates 

die für eine Rückkehr weiteren notwendigen Reisedokumente zu beschaf-

fen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb 

der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 

Abs. 2 AIG). 

11.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

12.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

E-5959/2019 

Seite 24 

13.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf Fr. 1'500.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE; 

SR 173.320.2]). Der am 3. Dezember 2019 geleistete Kostenvorschuss in 

gleicher Höhe ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-5959/2019 

Seite 25 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfah-

renskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Barbara Balmelli Olivier Gloor 

 

 

Versand: