# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fde0502f-e932-58a0-827a-a5dff6b109fe
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-12
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 12.03.2024 SST.2023.238
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2023-238_2024-03-12.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 2. Kammer 

 

SST.2023.238 
(ST.2022.237; STA.2021.8753) 

 

 

Urteil vom 12. März 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Plüss, Präsidentin  

Oberrichter Egloff  

Oberrichterin Möckli  

Gerichtsschreiber i.V. Wildi 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau, 

Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg  

 

Privatklägerin   A._____, 

[...] 

vertreten durch Fürsprecher Andrea Janggen,  

[...] 

    
    

Beschuldigte   C._____,  

geboren am tt.mm.1981, von Ungarn, 

[...] 

verteidigt durch Rechtsanwalt Peter Niggli,  

[...] 

 

  

 
 

Gegenstand  Mehrfache Urkundenfälschung 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Mit Strafbefehl vom 2. November 2022 verurteilte die Staatsanwaltschaft 

Lenzburg-Aarau die Beschuldigte wegen mehrfacher Urkundenfälschung 

gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB zu einer bedingten Geldstrafe von 150 Ta-

gessätzen à Fr. 90.00 und einer Busse von Fr. 3'300.00 aufgrund des fol-

genden Sachverhalts: 

 

"Tatort: [...] 
 

Tatzeitraum: Zwischen Ende des Jahres 2020 und Anfang des Jahres 2021 
 
Privatklägerin:  A._____ (Zivil- und Strafklägerin) 

v.d. Andrea Janggen, Rechtsanwalt, [...] 
 
Vorgehen: 
Die Beschuldigte ist seit Februar 2017 einzige Gesellschafterin und Geschäftsführerin der 
G._____ GmbH, welche den B._____ in [...] betreibt. Im Zeitraum von April 2017 bis Januar 
2021 war die Privatklägerin, bei der G._____ GmbH als Allrounderin angestellt und bezog 
monatlich einen Lohn, welcher ihr von der Beschuldigten jeweils in bar ausgehändigt 
wurde. Zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt meldete sich der Buchhalter der G._____ 
GmbH bei der Beschuldigten und verlangte die Quittungen für die an die Privatklägerin 
ausbezahlten Monatslöhne in den Jahren 2017 bis 2021 sowie den aktuellen Arbeitsvertrag 
mit der Privatklägerin. Die Beschuldigte, welche von der Privatklägerin für gewisse Lohn-
auszahlungen keine Quittung verlangt und andere Quittungen verloren hatte, meldete sich 
bei der Privatklägerin, um die notwendigen Unterschriften auf den Quittungen und dem 
aktuell gültigen - nicht schriftlich vereinbarten - Arbeitsvertrag nachträglich einzuholen. Die 
Privatklägerin verweigerte jedoch die nachträgliche Unterschrift auf den genannten Doku-
menten. Um der Aufforderung des Buchhalters nachzukommen, erstellte die Beschuldigte 
zwischen Ende des Jahres 2020 und Anfang des, Jahres 2021 im B._____ in [...] die feh-
lenden Lohnquittungen aus den Jahren 2017 (von April bis Dezember) und 2019 bis 2020 
jeweils von Januar bis Dezember) sowie 2021 (Januar) und bildete darauf jeweils die Un-
terschrift der Privatklägerin nach. Im gleichen Zeitraum und am gleichen Ort verschriftlichte 
die Beschuldigte auch einen Arbeitsvertrag vom 4. September 2020 zwischen der G._____ 
GmbH und der Privatklägerin mit einem unregelmässigen Arbeitspensum und bildete da-
rauf die Unterschrift der Privatklägerin nach. Gesamthaft bildete die Beschuldigte die Un-
terschrift der Privatklägerin auf 34 Lohnquittungen aus den Jahren 2017 sowie 2019 bis 
2021 und auf dem Arbeitsvertrag vom 4. September 2020 nach. 
 
Mit der Nachbildung der Unterschriften auf den 34 Lohnquittungen und dem Arbeitsvertrag 
vom 4. September 2020 wollte die Beschuldigte der Aufforderung des Buchhalters nach-
kommen und dafür, sorgen, dass der Buchhalter für die G._____ GmbH eine vorschrifts-
gemässe Buchhaltung erstellen kann. 
 
Nachdem das Arbeitsverhältnis zwischen der G._____ GmbH und der Privatklägerin per 
31. Januar 2021 aufgelöst wurde, machte die Privatklägerin unter anderem vor dem Ar-
beitsgericht am Bezirksgericht Aarau gegenüber der G._____ GmbH Lohnforderungen gel-
tend. In einer angesetzten Schlichtungsverhandlung legte die Beschuldigte als Geschäfts-
führerin der G._____ GmbH die 34 nachgebildeten Lohnquittungen und den nachgebilde-
ten Arbeitsvertrag vom 4. September 2020 vor, um damit den Nichtbestand der Forderung 
zu beweisen und die Klage abzuwehren. Ihr war stets bewusst, dass sie sich durch das 
beschriebene Vorgehen einen ihr nicht zustehenden Vorteil verschaffen wollte." 

 - 3 - 

 

 

1.2. 

Gegen diesen Strafbefehl erhob die Beschuldigte am 8. November 2022 

Einsprache, woraufhin die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau den zur An-

klage erhobenen Strafbefehl am 10. November 2022 an das Bezirksgericht 

Aarau zur Durchführung des Hauptverfahrens überwies. 

 

2. 

2.1. 

Mit Urteil vom 25. Januar 2023 erkannte das Präsidium des Strafgerichts 

Aarau: 

 

"1. 
Die Beschuldigte ist schuldig  

- der mehrfachen Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB. 
 
2. 
Die Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziffer 1 erwähnten Bestimmun-gen und gestützt 
auf Art. 34, Art. 47 und Art. 49 Abs. 1 StGB zu 120 Tagessätzen Geldstrafe verurteilt. Der 
Tagessatz wird auf Fr. 90.00 festgesetzt. Die Geldstrafe beläuft sich auf Fr. 10'800.00. 
 
3. 
Der Beschuldigten wird gestützt auf Art. 42 StGB für die Geldstrafe der bedingte Strafvoll-
zug gewährt. Die Probezeit wird gestützt auf Art. 44 Abs. 1 StGB auf 2 Jahre festgesetzt. 
 
Die Beschuldigte wird entsprechend der Vorschrift von Art. 44 Abs. 3 StGB über die Be-
deutung und die Folgen der bedingten Strafe aufgeklärt. Wenn er sich bis zum Ablauf der 
Probezeit bewährt, d.h. keine Verbrechen oder Vergehen mehr begeht, so wird gemäss 
Art. 45 StGB die aufgeschobene Strafe nicht mehr vollzogen. Begeht er aber während der 
Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere 
Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht die bedingte Strafe (Art. 46 Abs. 1 StGB). 
 
4. 
4.1. 
Die Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziffer 1 erwähnten Bestimmungen und gestützt 
auf Art. 106 StGB i.V.m. Art. 42 Abs. 4 StGB zu einer Busse von Fr. 1'500.00 verurteilt. 
 
4.2. 
Wird die Busse schuldhaft nicht bezahlt, so wird eine Ersatzfreiheitsstrafe von 16 Tagen 
vollzogen. 
  
5. 
Die Verfahrenskosten bestehen aus: 
a)    der Gerichtsgebühr von   Fr. 1'200.00 
b)    der Anklagegebühr von    Fr. 1'200.00 
c)    andere Auslagen    Fr.  5'605.10 
 
Total    Fr.  8'005.10 
 
Der Beschuldigten werden die Gerichtsgebühr und die Anklagegebühr sowie die Kosten 
gemäss lit. c im Gesamtbetrag von Fr. 8'005.10 auferlegt. 
 
6. 
Die Beschuldigte hat der Zivil- und Strafklägerin die gerichtlich auf Fr. 3'477.95 (inkl. 248.65 
MwSt.) festgesetzten Parteikosten zu ersetzen (Art. 433 StPO). 
 

 - 4 - 

 

 

7. 
Die Beschuldigte trägt ihre Parteikosten selbst." 

 

2.2. 

Mit Eingabe vom 7. Februar 2023 meldete die Beschuldigte gegen das ihr 

am 31. Januar 2023 im Dispositiv zugstellte Urteil Berufung an. In der Folge 

wurde der Beschuldigten das begründete Urteil am 3. Oktober 2023 zuge-

stellt. 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 11. Oktober 2023 stellt die Beschuldigte die 

folgenden Anträge: 

 

"1.  Es sei das vorinstanzliche Urteil vollumfänglich aufzuheben und die Berufungsklägerin 
sei vom Vorwurf der mehrfachen Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB frei-
zusprechen. 

 

2.  Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) für das Vorverfahren, das 
erstinstanzliche Verfahren und das Berufungsverfahren zulasten der Staatskasse des 
Kantons Aargau." 

 

3.2. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau verzichtete mit Eingabe vom 

17. Oktober 2023 auf einen Nichteintretensantrag und eine Anschlussbe-

rufung. 

 

3.3. 

Mit Eingabe vom 2. November 2023 erklärte die Privatklägerin, am Beru-

fungsverfahren als Partei teilzunehmen. 

 

3.4. 

Mit Verfügung der Verfahrensleitung vom 16. November 2023 wurde im 

Einverständnis der Parteien das schriftliche Berufungsverfahren angeord-

net. 

 

3.5. 

Am 8. Januar 2024 reichte die Beschuldigte die Berufungsbegründung ein 

und stellte die folgenden Anträge: 

 

"1.  Die Beschuldigte sei von Schuld und Strafe freizusprechen. Eventualiter sei die Be-
schuldigte wegen des Vorliegens eines besonders leichten Falls zu einer bedingten 
Geldstrafe von Fr. 1'000.00 zu verurteilen. 

 
2. Eine allfällige Zivilforderung sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann, 

allenfalls ist sie auf den Zivilweg zu verweisen. 
 
3.  Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Staates eventualiter zulasten 

der Privatklägerin.in allen Instanzen." 

 - 5 - 

 

 

3.6. 

Mit Berufungsantwort vom 24. Januar 2024 beantragte die Staatsanwalt-

schaft Lenzburg-Aarau die kostenfällige Abweisung der Berufung und ver-

wies für die Begründung auf die Erwägungen des angefochtenen erstin-

stanzlichen Urteils. 

 

3.7. 

Mit Berufungsantwort vom 29. Januar 2024 beantragte die Privatklägerin 

ebenfalls die kostenfällige Abweisung der Berufung. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Vorinstanz hat die Beschuldigte der mehrfachen Urkundenfälschung 

gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB schuldig gesprochen. Die Beschuldigte bean-

tragt mit Berufung einen Freispruch von Schuld und Strafe. Das vorinstanz-

liche Urteil ist damit vollumfänglich angefochten und deshalb umfassend zu 

überprüfen (art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

2. 

2.1. 

Die Beschuldigte rügt vorab, wie bereits vor Vorinstanz, eine Verletzung 

des Anklagegrundsatzes, indem sie im Wesentlichen geltend macht, die 

Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau unterstelle ihr einen angestrebten Vor-

teil, erkläre jedoch in keinem Wort, worin dieser Vorteil bestehen würde 

(Berufungsbegründung Rz. 2). 

 

2.2. 

Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegen-

stand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 9 und Art. 325 

StPO; Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und 

b EMRK). Das Gericht ist an den in der Anklage wiedergegebenen Sach-

verhalt gebunden (Immutabilitätsprinzip), nicht aber an dessen rechtliche 

Würdigung durch die Anklagebehörde (vgl. Art. 350 Abs. 1 StPO). Die An-

klage hat die der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem 

Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver 

und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. Entscheidend ist, 

dass die Betroffene genau weiss, welcher konkreter Handlungen sie be-

schuldigt und wie ihr Verhalten rechtlich qualifiziert wird, damit sie sich in 

ihrer Verteidigung richtig vorbereiten kann. Sie darf nicht Gefahr laufen, erst 

an der Gerichtsverhandlung mit neuen Anschuldigungen konfrontiert zu 

werden (statt vieler: BGE 143 IV 63). 

 

 - 6 - 

 

 

2.3. 

Aus dem Anklagesachverhalt geht klar hervor, worin der angestrebte Vor-

teil der Beschuldigten bestehen soll. So habe die Beschuldigte gemäss An-

klagschrift einerseits mit den eigens erstellten und unterzeichneten Quit-

tungen (für die Jahre 2017 und 2019 bis 2021) sowie dem Arbeitsvertrag 

vom 4. September 2020 der Aufforderung ihres Buchhalters nachkommen 

und dafür sorgen wollen, dass der Buchhalter der G._____ GmbH eine vor-

schriftsgemässe Buchhaltung habe erstellen können. Andererseits habe 

die Beschuldigte diese Unterlagen während einer Schlichtungsverhandlung 

vorgelegt, um so den Nichtbestand einer geltend gemachten Lohnforde-

rung durch die Privatklägerin beweisen und die Klage entsprechend ab-

wehren zu können. Mit diesen Umschreibungen enthält die Anklageschrift 

mit Blick auf den angestrebten Vorteil hinreichend präzise Formulierungen, 

womit aus der Anklageschrift ohne Weiteres hervorgeht, welche (beiden) 

Vorteile die Beschuldigte angestrebt haben soll. 

 

Eine Verletzung des Anklagegrundsatzes ist demnach mit der Vorinstanz 

zu verneinen (vgl. vorinstanzliches Urteil E. 3.2.2 S. 5). 

 

3. 

3.1. 

Der Beschuldigten wird mit Anklageschrift zunächst vorgehalten, zwischen 

Ende des Jahres 2020 und Anfang des Jahres 2021 den Arbeitsvertrag 

vom 4. September 2020 sowie 34 Lohnquittungen aus den Jahren 2017, 

2019, 2020 und 2021 gefälscht zu haben, indem sie diese Dokumente er-

stellt und die Unterschrift der Privatklägerin jeweils nachgebildet haben soll. 

Dies habe die Beschuldigte deshalb getan, um der Aufforderung ihres 

Buchhalters nachkommen zu können, damit dieser eine vorschriftsge-

mässe Buchhaltung habe erstellen können (Anklagesachverhalt 1; 

act. 202 f., Absatz 1 und 2 [Vorgehen]). 

 

3.2. 

Es ist unbestritten und erstellt, dass die Beschuldigte seit Februar 2017 

Geschäftsführerin und einzige Gesellschafterin der G._____ GmbH ist 

(act. 196 Ziff. 59). Zwischen April 2017 und Januar 2021 war die Privatklä-

gerin bei der G._____ GmbH angestellt und bezog von der Beschuldigten 

für ihre Arbeit als Allrounderin einen monatlichen Lohn, welcher ihr von der 

Beschuldigten jeweils bar ausbezahlt wurde (act. 127 Ziff. 18 f., act. 128 

Ziff. 27 f., act. 271 f.). Zu einem unbekannten Zeitpunkt verlangte der Buch-

halter der G._____ GmbH von der Beschuldigten für die Jahre 2017 bis 

2021 die einzelnen Lohnquittungen für die an die Privatklägerin (in bar) 

ausbezahlten Monatslöhne sowie den dannzumal gültigen Arbeitsvertrag 

(act. 198 Ziff. 86). Daraufhin meldete sich die Beschuldigte bei der Privat-

klägerin, um fehlende Unterschriften auf insgesamt 34 Lohnquittungen so-

wie dem – ursprünglich mündlich vereinbarten – Arbeitsvertrag nachträg-

lich bei der Privatklägerin einzuholen. Die Beschuldigte konnte diese 

 - 7 - 

 

 

Unterschriften bei der Privatklägerin jedoch nicht (mehr) erhältlich machen, 

weshalb sie zwischen Ende des Jahres 2020 und Anfangs 2021 die 34 feh-

lenden Lohnquittungen aus den Jahren 2017 (April bis Dezember), 2019 

und 2020 (jeweils Januar bis Dezember) sowie 2021 (Januar) selbst er-

stellte und jeweils die Unterschrift der Privatklägerin nachbildete (act. 145-

183, act. 197 Ziff. 77, act. 274). Zusätzlich verschriftlichte sie den Arbeits-

vertrag zwischen der G._____ GmbH und der Privatklägerin, datierend vom 

4. September 2020, welcher neu ein unregelmässiges und reduziertes Ar-

beitspensum vorsah. Auch darauf bildete die Beschuldigte die Unterschrift 

der Privatklägerin nach (act. 143 f., act. 191 Ziff. 35 f.). Den Nachweis für 

die Nachbildung der jeweiligen Unterschriften durch die Beschuldigte lie-

ferte – neben dem Geständnis der Beschuldigten – auch das eingeholte 

Gutachten des H._____ vom 4. August 2022 (act. 31-45).  

 

3.3. 

3.3.1. 

Gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB wird wegen Urkundenfälschung bestraft, wer 

in der Absicht, jemanden am Vermögen oder an anderen Rechten zu schä-

digen oder sich oder einem andern einen unrechtmässigen Vorteil zu ver-

schaffen, eine Urkunde fälscht oder verfälscht, die echte Unterschrift oder 

das echte Handzeichen eines andern zur Herstellung einer unechten Ur-

kunde benützt, eine rechtlich erhebliche Tatsache unrichtig beurkundet 

oder beurkunden lässt oder eine Urkunde dieser Art zur Täuschung ge-

braucht. Urkunden sind Schriften, die bestimmt und geeignet sind, oder 

Zeichen, die bestimmt sind, eine Tatsache von rechtlicher Bedeutung zu 

beweisen (Art. 110 Abs. 4 StGB). 

 

3.3.2. 

Die Urkundenfälschung i.e.S. nach Art. 251 Ziff. 1 Abs. 2 StGB meint das 

Herstellen einer unechten Urkunde. Eine Urkunde ist unecht, wenn sie nicht 

von dem aus ihr ersichtlichen Aussteller, sondern von einem anderen 

stammt bzw. wenn sie den Anschein erweckt, sie rühre von einer anderen 

Person als ihrem tatsächlichen Urheber. Der Urheber verwendet also bei 

seiner Erklärung einen falschen, ihm nicht zustehenden Namen, sie etwa 

unterzeichnet, indem er eine fremde Unterschrift nachahmt (STRATEN-

WERTH/BOMMER, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil II: Straftaten 

gegen Gemeininteressen, § 36 N 4, 6). Eine Urkunde ist demgegenüber 

echt, wenn der tatsächliche Urheber und der aus ihr ersichtliche Aussteller 

identisch sind. Mit anderen Worten ist die Urkundenfälschung eine Täu-

schung über die Identität ihres Urhebers (BGE 142 IV 119 E. 2.1). Ferner 

ist eine Urkunde als wahr zu qualifizieren, wenn ihr Inhalt Vorstellungen 

erweckt, die nach der Verkehrsauffassung des Adressatenkreises mit der 

Wirklichkeit übereinstimmen. Unwahr ist sie hingegen, wenn der Sachver-

halt, zu dem sie sich äussert, sich überhaupt nicht oder in anderer Weise 

ereignet hat (BOOG, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, N. 66 

zu Art. 251 StGB). Wahrheit und Echtheit der Urkunden sind scharf zu 

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trennen. Ist eine Urkunde unecht, so ist die Strafbarkeit stets nach dem 

Tatbestand der Urkundenfälschung i.e.S. zu beurteilen. Die Frage nach der 

Wahrheit der Urkunde stellt sich in diesen Fällen nicht mehr (BGE 138 IV 

209 E. 5.3; BGE 131 IV 125 E. 4.3). 

 

3.3.3. 

Der subjektive Tatbestand erfordert neben Vorsatz hinsichtlich aller objek-

tiven Tatbestandsmerkmale auch eine Täuschungsabsicht (BGE 121 IV 

216 E. 4). Der Täter muss die Urkunde im Rechtsverkehr als echt bzw. 

wahr verwenden lassen wollen, wobei der täuschende Gebrauch der Ur-

kunde schon darin liegt, dass sie in den Rechtsverkehr gebracht wird (BGE 

141 IV 369 E. 7.4). Zusätzlich ist alternativ erforderlich, dass der Täter in 

der Absicht handelt, jemanden am Vermögen oder an anderen Rechten zu 

schädigen (Schädigungsabsicht) oder sich oder einem anderen einen un-

rechtmässigen Vorteil zu verschaffen (Vorteilsabsicht). Das Handeln in Vor-

teilsabsicht hat sich nicht auf einen Vorteil vermögensrechtlicher Natur zu 

richten; es genügt jede Besserstellung, sei sie vermögensrechtlicher oder 

sonstiger Natur (BGE 141 IV 369 E. 7.4; 137 IV 167 E. 2.4). Der Täter selbst 

hat dabei nicht genau zu wissen, worin der angestrebte Vorteil liegt (BGE 

138 IV 130 E. 3.2.4). 

 

4. 

4.1. 

Die Beschuldigte bringt mit Berufung vor, mit ihrer Vorgehensweise keinen 

(vermögensmässigen) Vorteil angestrebt zu haben. Dies insbesondere 

auch deshalb, weil der Inhalt der Quittungen wahrhaftig und richtig sei (Be-

rufungsbegründung Rz. 4, 6). Entsprechend könne auch gar keine Täu-

schungsabsicht vorliegen (Berufungsbegründung Rz. 5). Ebenfalls fehle es 

ihr am erforderlichen Vorsatz. Sie habe nicht beabsichtigt, sich bzw. der 

G._____ GmbH einen Vorteil zu verschaffen. Die Beschuldigte sei deshalb 

von Schuld und Strafe freizusprechen (Berufungsbegründung Rz. 4, 7). 

 

4.2. 

Bei den 34 Lohnquittungen und beim Arbeitsvertrag vom 4. September 

2020 handelt es sich um Urkunden gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB (vgl. vor-

instanzliches Urteil E. 5.4.1 S. 7). Indem die Beschuldigte die Unterschriften 

auf die einzelnen Urkunden setzte, erweckte sie den Anschein, dass die 

Privatklägerin die Ausstellerin der Urkunden war. Infolgedessen ist von un-

echten Urkunden und damit von einer Urkundefälschung im engeren Sinn 

auszugehen. Entgegen dem Vorbringen der Beschuldigten stellt sich damit 

die Frage nicht weiter (vgl. Berufungsbegründung Rz. 4 f.), ob der Inhalt 

der einzelnen Quittungen bzw. des Arbeitsvertrages darüber hinaus inhalt-

lich unwahr ist (vgl. auch E. 3.3.2 hiervor). Die Beschuldigte hat den objek-

tiven Tatbestand der Urkundenfälschung erfüllt. 

 

 - 9 - 

 

 

4.3. 

4.3.1. 

In subjektiver Hinsicht ist mit der Vorinstanz von einem vorsätzlichen Han-

deln auszugehen (vgl. vorinstanzliches Urteil E. 5.4.2 S. 7). Diesbezüglich 

ist insbesondere unerheblich, dass die Beschuldigte durch die Einreichung 

der gefälschten Urkunden nicht über die Identität der Privatklägerin täu-

schen, sondern einzig eine rechtmässige und rechtzeitige Buchhaltung 

möglich machen wollte. 

 

4.3.2. 

Mit Blick auf die Täuschungsabsicht ist festzuhalten, dass die Beschuldigte 

die Fälschung der jeweiligen Quittungen sowie des Arbeitsvertrages gezielt 

vornahm. Mit anderen Worten hatte die Beschuldigte die Absicht, diese Ur-

kunden als vorgeblich echt zu verwenden. Die Beschuldigte gab während 

der vorinstanzlichen Hauptverhandlung an, die 34 Lohnquittungen sowie 

den Arbeitsvertrag vom 4. September 2020 aus zeitlichen Gründen selbst 

(und alle auf einmal) mit dem Namen der Privatklägerin unterzeichnet zu 

haben (act. 274, 276). Es sei ihr darum gegangen, im Zusammenhang mit 

der Buchhaltung der G._____ GmbH keine Zeit zu verlieren und das Quar-

tal schnellstmöglich abzuschliessen, vor allem auch deshalb, weil die Pri-

vatklägerin dannzumal kaum mehr erreichbar gewesen sei (act. 191 Ziff. 34 

f., 274 f.). Die Beschuldigte wollte demzufolge dem Buchhalter eine (ver-

meintlich) ordnungsgemässe und rechtzeitige Buchhaltung ermöglichen. 

Eine Täuschungsabsicht kann damit bejaht werden. 

 

4.3.3. 

Hinsichtlich der Vorteilsabsicht ist sodann darauf hinzuweisen, dass die Be-

schuldigte anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 

7. Oktober 2022 ausführte, es habe das Risiko bestanden, dass sie den 

von der Privatklägerin eigenhändig unterzeichneten Arbeitsvertrag vom 

4. September 2020 sowie die fehlenden Lohnquittungen nicht rechtzeitig 

bzw. gar nicht mehr dem Buchhalter der G._____ GmbH hätte vorlegen 

können (act. 191 Ziff. 35). Das Ziel der Beschuldigten bestand demnach, 

wie angeklagt, darin, dem Buchhalter der G._____ GmbH, deren Ge-

schäftsführerin und einzige Gesellschafterin die Beschuldigte war, recht-

zeitig die geforderten Unterlagen zu liefern und damit eine vorschriftsge-

mässe Buchhaltung zu gewährleisten. Dies stellt ohne Weiteres einen Vor-

teil im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB dar, wobei der Vorteil unrechtmässig 

ist, da er durch die Vorlage von gefälschten Urkunden erlangt wurde. An 

dieser Stelle gilt es überdies darauf hinzuweisen, dass der angestrebte Vor-

teil gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB – entgegen dem Vorbringen der Beschul-

digten (Berufungsbegründung Rz. 4) – nicht schon als solcher unrechtmäs-

sig zu sein hat. So wäre indes auch strafbar, wenn die Beschuldigte versu-

chen würde, mit gefälschten Urkunden einen rechtmässigen Anspruch 

durchzusetzen oder einen ungerechtfertigten Nachteil abzuwenden (vgl. 

 - 10 - 

 

 

auch Urteil des Bundesgerichts 6B_447/2021 vom 16. Juli 2021 E. 3.3.; 

BGE 128 IV 265 E. 2.2). 

 

4.3.4. 

Damit ist dargetan, dass die Beschuldigte bei der Fälschung der Unter-

schriften sowohl vorsätzlich als auch mit Täuschungs- bzw. mit Vorteilsab-

sicht agierte. Der subjektive Tatbestand ist demnach erfüllt. 

 

4.4. 

Die Beschuldigte hat sich damit gestützt auf den Anklagesachverhalt 1 der 

Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB strafbar gemacht, indem 

sie 34 Lohnquittungen und den Arbeitsvertrag vom 4. September 2020  

eigenhändig erstellte und darauf jeweils die Unterschrift der Privatklägerin 

nachbildete. 

 

5. 

5.1. 

Weiter wird der Beschuldigten mit Anklageschrift vorgeworfen, die 34 Lohn-

quittungen und den Arbeitsvertrag vom 4. September 2020 anlässlich einer 

angesetzten Schlichtungsverhandlung vorgelegt zu haben, um damit den 

Nichtbestand der von der Privatklägerin geltend gemachten Forderung be-

weisen und die Klage abweisen zu können (Anklagesachverhalt 2; act. 203, 

Absatz 3 [Vorgehen]). 

 

5.2. 

Es ist unbestritten, dass am 31. Januar 2021 das Arbeitsverhältnis zwi-

schen der G._____ GmbH und der Privatklägerin nach ausgesprochener 

Kündigung im Dezember 2020 aufgelöst wurde (act. 129 Ziff. 36). Darauf-

hin machte die Privatklägerin sowohl in Aarau (9. Oktober 2021) als auch 

in Zug (5. September 2021) einen Prozess bezüglich ausstehender Lohn-

forderungen gegenüber der G._____ GmbH anhängig (act. 77 ff., 

act. 82 ff., act. 194 f. Ziff. 52 f., act. 273 f.). In diesem Zusammenhang wur-

den anlässlich einer angesetzten Schlichtungsverhandlung vor dem Ar-

beitsgericht in Aarau unter anderem die 34 Lohnquittungen und der Arbeits-

vertrag vom 4. September 2020 ins Recht gelegt, um den Nichtbestand der 

geltend gemachten Forderung beweisen zu können. 

 

5.3. 

Gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB ist (auch) strafbar, wer eine Urkunde dieser 

Art (d.h. eine echte oder unechte Urkunde) zur Täuschung gebraucht. Ge-

brauch ist dabei die Benutzung im Rechtsverkehr, d.h. die gefälschte Ur-

kunde muss der zu täuschenden Person zugänglich gemacht werden, mit-

hin muss diese in ihren Machtbereich gelangen. Der Gebrauch des Falsifi-

kats ist in der Regel eine straflose Nachtat, wenn der spätere Gebrauch 

schon bei den Fälschungshandlungen vom ursprünglichen Täterplan um-

fasst war (BGE 120 IV 122 E. 5c/cc). Geht die spätere Verwendung jedoch 

 - 11 - 

 

 

über den ursprünglichen Tatplan hinaus, ist das Gebrauchmachen eine 

selbständige Handlung und beruht auf einem neuen Entschluss (BOOG, in: 

Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, N. 220 zu Art. 251 StGB). 

Der Täter muss indes die Urkunde nicht selbst zu gebrauchen beabsichti-

gen: Es genügt, wenn ihm im Sinne eines Eventualvorsatzes bewusst ist, 

dass ein Dritter von der Urkunde täuschenden Gebrauch macht, um den 

Adressaten zu einem rechtserheblichen Verhalten zu veranlassen (BGE 

135 IV 12 E. 2.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_1306/2020 vom 2. März 

2021 E. 3.3). 

 

5.4. 

5.4.1. 

Die Beschuldigte macht mit Berufung geltend, die Treuhandstelle habe  

ihrem Verteidiger die Urkunden zugesandt, damit diese die Einrede der Til-

gung würde erheben können. Sie habe jedoch nicht gewusst, dass diese 

Urkunden beim Arbeitsgericht eingereicht würden. Die Unterstellung der 

Vorinstanz, sie habe die Vorlage der gefälschten Urkunden mit ihrem Ver-

teidiger abgesprochen, sei "wider jede Vernunft". Der Gesetzgeber ver-

lange beim Gebrauch der gefälschten Urkunden ein Zugänglichmachen für 

das Opfer. Durch die Deponierung der Urkunden beim Buchhalter seien 

diese jedoch der Privatklägerin noch nicht zugänglich gemacht worden; 

dies sei erst durch die Vorlage beim Arbeitsgericht erfolgt (Berufungsbe-

gründung Rz. 4). 

 

5.4.2. 

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Ver-

fahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen unüber-

windliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der 

angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für den Beschuldigten güns-

tigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Bloss abstrakte und theoreti-

sche Zweifel genügen nicht, weil solche immer möglich sind. Der Grundsatz 

"in dubio pro reo "verlangt indes nicht, dass bei sich widersprechenden Be-

weismitteln unbesehen auf den für den Angeklagten günstigeren Beweis 

abzustellen ist. Die Entscheidregel ist erst anwendbar, nachdem alle aus 

Sicht des urteilenden Gerichts notwendigen Beweise ausgewertet worden 

sind und nach erfolgter Beweiswürdigung als Ganzem relevante Zweifel 

bestehen (BGE 144 IV 345; Urteil des Bundesgerichts 6B_1395/2019 vom 

3. Juni 2020 E. 1.1). Der Indizienbeweis ist dem direkten Beweis gleichge-

stellt (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.4; Urteil des Bundesgerichts 6B_1059/2019 

vom 10. November 2020 E. 3.3.3). 

 

5.5. 

5.5.1. 

Während der polizeilichen Einvernahme vom 30. Juni 2021 gab die Privat-

klägerin zu Protokoll, die Beschuldigte habe anlässlich eines Termins beim 

Zivilgericht wegen ausstehender Lohnzahlungen einen unterzeichneten 

 - 12 - 

 

 

Vertrag und viele unterzeichnete Quittungen vorgelegt bzw. dem Gericht 

abgegeben (act. 126 Ziff. 11 f.). Sie sei deswegen schockiert gewesen und 

habe gemerkt, dass etwas nicht stimmen könne. Das Gericht habe ihr an-

schliessend die Möglichkeit gegeben, die vorgelegten Dokumente anzu-

schauen, wobei sie festgestellt habe, dass sie die Quittungen und den Ar-

beitsvertrag gar nie unterschrieben habe. Das Gericht habe dann die Ver-

handlung unterbrochen und ihr gesagt, sie solle zur Polizei gehen (act. 126 

Ziff. 11). 

 

Die Beschuldigte machte demgegenüber im Rahmen der polizeilichen Ein-

vernahme vom 15. November 2021 geltend, nichts von gefälschten Doku-

menten im Zusammenhang mit der Verhandlung gewusst zu haben; sie 

habe keine Ahnung, woher die Privatklägerin diese Idee habe (act. 134 

Ziff. 12). Auch anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 

7. Oktober 2022 führte sie aus, zum zivilrechtlichen Verfahren nicht viel sa-

gen zu können (act. 194 Ziff. 52). 

 

5.5.2. 

Im vorliegenden Fall ist davon auszugehen, dass die Beschuldigte von  

ihrem Verteidiger über sein Vorhaben (Erhebung der Einrede der Tilgung) 

und entsprechend über das diesbezügliche Einholen der Urkunden bei der 

Treuhandstelle in Kenntnis gesetzt wurde. Mithin bedurfte es – für den Fall, 

dass sie die Urkunden ihrem Verteidiger nicht persönlich übergeben hat – 

zumindest einer Ermächtigung seitens der Beschuldigten, damit ihr Vertei-

diger bei der Treuhandstelle die entsprechenden Urkunden einholen 

konnte. Insbesondere muss davon ausgegangen werden, dass der Vertei-

diger seine Handlungen gegenüber dem Gericht vorab mit der Beschuldig-

ten abgesprochen hat, zumal er im Sinne seiner anwaltlichen Sorgfalts-

pflicht hierzu auch verpflichtet ist (vgl. Art. 12 lit. a BGFA; BGE 146 IV 218 

E. 3.2.2). Demzufolge musste es der Beschuldigten zumindest bewusst ge-

wesen sein, dass ihr Verteidiger von den gefälschten Urkunden im Hinblick 

auf den zivilrechtlichen Prozess Gebrauch machen würde. Dies, um die von 

der Privatklägerin geltend gemachten Lohforderungen bestreiten zu kön-

nen. 

 

5.6. 

Nach dem Dargelegten ist demnach erstellt, dass die Beschuldigte um den 

Umstand wusste, dass die gefälschten Urkunden durch ihren Verteidiger 

vor Arbeitsgericht eingereicht würden; solches nahm sie zumindest in Kauf. 

Damit hat sich die Beschuldigte im Zusammenhang mit dem Anklagesach-

verhalt 2 sowohl in objektiver wie auch in subjektiver Hinsicht der Urkun-

denfälschung (Gebrauch gefälschter Urkunden) gemäss Art. 251 Ziff. 1 

StGB schuldig gemacht. 

 

 - 13 - 

 

 

6. 

6.1. 

Schliesslich macht die Beschuldigte mit Berufung eventualiter einen beson-

ders leichten Fall im Sinne von Art. 251 Ziff. 2 StGB geltend. Die Tathand-

lungen der Beschuldigten seien nicht über Jahre, sondern anlässlich einer 

einzigen Aktion erfolgt, nachdem die Privatklägerin die unterschriftliche Be-

stätigung der Zahlungen hartnäckig verweigert habe, weshalb ein beson-

ders leichter Fall vorläge (vgl. Berufungsbegründung Rz. 8). 

 

6.2. 

Der Deliktszeitpunkt umfasst den Zeitraum zwischen Ende des Jahres 

2020 und Anfang des Jahres 2021 und liegt damit vor der Aufhebung des 

Art. 251 Ziff. 2 aStGB, welche seit dem 1. Juli 2023 in Kraft ist. Gemäss 

Art. 2 Abs. 2 StGB ist jenes Recht anwendbar, das im Zeitpunkt der Ver-

übung der Tat anwendbar ist, es sei denn, das neue Gesetz sei das mildere 

(sog. lex mitior). Mit Art. 251 Ziff. 2 aStGB konnte in besonders leichten 

Fällen auf eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren (statt bis zu fünf Jahren) 

oder Geldstrafe erkannt werden. Insofern zeitigt die Aufhebung dieses Ar-

tikels für den vorliegenden Fall keine Auswirkungen resp. erweist sich diese 

nicht als milder. Es ist demnach für den vorliegenden Fall das zum Tatzeit-

punkt geltende Recht (d.h. Art. 251 Ziff. 2 aStGB) anwendbar. 

 

6.3. 

6.3.1. 

Ein besonders leichter Fall nach Art. 251 Ziff. 2 aStGB ist gegeben, wenn 

das inkriminierte Verhalten in objektiver und subjektiver Hinsicht Bagatell-

charakter aufweist. Da lediglich besonders leichte Fälle privilegiert sind, ist 

ein strenger Massstab anzulegen. Bei der Auslegung dieses unbestimmten 

Rechtsbegriffs steht dem Richter ein dem Ermessen ähnlicher Beurtei-

lungsspielraum zu (vgl. BGE 114 IV 126 betreffend Art. 251 Ziff. 3 aStGB, 

dem Art. 251 Ziff. 2 StGB entspricht). Kriterien sind die Bedeutung des ge-

fälschten Dokuments im Rechtsverkehr, das Mass der Abweichung der Fäl-

schung von der wahren Sachlage, Art und Umfang des angestrebten Vor-

teils bzw. der beabsichtigten Schädigung sowie das Tatmotiv (BGE 114 IV 

126 E. 2c). 

 

6.3.2. 

Die Beschuldigte betonte mehrmals, stets mit der Absicht gehandelt zu ha-

ben, ihrem Buchhalter mithilfe der gefälschten Unterlagen eine korrekte 

Buchführung zu ermöglichen (act. 274 f.). In Anbetracht der Vielzahl von 

Fälschungen (34 Lohnquittungen und 1 Arbeitsvertrag) und der Begehung 

dieser Tat im Rahmen ihrer Berufsausübung ist jedoch von Vornherein 

nicht von einem Bagatellcharakter auszugehen. Es wäre denn auch ein 

Leichtes für die Beschuldigte gewesen, die Quittungen mit dem Hinweis, 

dass sie die Löhne (in bar) überwiesen hat und dass der Arbeitsvertrag mit 

der Privatklägerin nur mündlich vereinbart wurde, zu erstellen. Ein 

 - 14 - 

 

 

besonders leichter Fall im Sinne von Art. 251 Ziff. 2 aStGB ist demnach zu 

verneinen. 

 

6.4. 

Nachdem weder Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe ersicht-

lich sind, ist die Beschuldigte bezüglich des Anklagesachverhalts 1 (Fäl-

schung des Arbeitsvertrags und von 34 Lohnquittungen) sowie im Zusam-

menhang mit dem Anklagesachverhalt 2 (Verwendung der gefälschten Ur-

kunden vor Gericht) wegen mehrfacher Urkundenfälschung gemäss 

Art. 251 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

 

7. 

7.1. 

Die Vorinstanz hat die Beschuldigte zu einer bedingten Geldstrafe von 

120 Tagessätzen à Fr. 90.00, d.h. total Fr. 10'800.00, Probezeit 2 Jahre, 

verurteilt. 

 

Die Beschuldigte beantragt mit Berufung einen Freispruch vom Vorwurf der 

mehrfachen Urkundenfälschung, eventualiter eine bedingte Geldstrafe in 

der Höhe von Fr. 1'000.00 aufgrund des Vorliegens eines besonders leich-

ten Falles. 

 

7.2. 

Art. 251 Ziff. 1 StGB sieht eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren oder Geld-

strafe vor. 

 

Hinsichtlich der Sanktionsart hat die Vorinstanz eine Geldstrafe ausgespro-

chen. Dies ist nicht zu beanstanden, zumal mit Blick auf das Verschlechte-

rungsverbot i.S.v. Art. 391 Abs. 2 StPO keine andere Sanktion ausgespro-

chen werden kann. Gleiches gilt betreffend den bedingten Strafvollzug und 

die auf das gesetzliche Minimum festgesetzte Probezeit von 2 Jahren. 

 

7.3. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt. Entsprechendes gilt für die Bildung der Einsatz-

strafe und der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB in Anwendung des 

Asperationsprinzips (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 144 IV 217; 

BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit Hinweisen). Darauf 

kann verwiesen werden. 

 

7.4. 

7.4.1. 

Ausgangspunkt für die Strafzumessung bildet die Schwere der Verletzung 

oder Gefährdung des betreffenden Rechtsguts (Art. 47 Abs. 2 StGB). Ge-

schütztes Rechtsgut von Art. 251 StGB ist in erster Linie das besondere 

 - 15 - 

 

 

Vertrauen, das im Rechtsverkehr einer Urkunde als Beweismittel entgegen-

gebracht wird (BGE 129 IV 53 E. 3.2). 

 

7.4.2. 

Die Beschuldigte hat zwischen Ende des Jahres 2020 und Anfang des Jah-

res 2021 gesamthaft 34 Lohnquittungen aus den Jahren 2017 (von April 

bis Dezember), 2019 bis 2020 (jeweils von Januar bis Dezember) und 2021 

(Januar) sowie den Arbeitsvertrag vom 4. September 2020 gefälscht. Die 

Beschuldigte gab an, diese Fälschungen aus zeitlichen Gründen alle auf 

einmal vorgenommen zu haben (vgl. E. 4.3.2 hiervor), weshalb entgegen 

der Vorinstanz vorliegend nicht von einer mehrfachen Tatbegehung, son-

dern von einer auf einem einheitlichen Willensakt der Beschuldigten beru-

henden Tatbegehung auszugehen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_783/2018 vom 6. März 2019 E. 1.5). 

 

Die Beschuldigte hat den ursprünglich mündlich vereinbarten Arbeitsver-

trag mit der Privatklägerin sowie die 34 Lohnquittungen eigenhändig ver-

schriftlicht und dabei auch jeweils die Unterschrift der Privatklägerin nach-

gebildet, um den Aufforderungen ihres Buchhalters nachkommen zu kön-

nen. Auch wenn die einzelnen Tathandlungen in einem engen sachlichen 

Zusammenhang stehen, wirkt sich vorliegend die (hohe) Anzahl der ge-

fälschten Lohnquittungen sowie eines gefälschten Vertrages verschuldens-

erhöhend aus. Die Art und Weise bzw. die Verwerflichkeit der Tatbegehung 

ist jedoch nicht wesentlich über die blosse Erfüllung des Tatbestands hin-

ausgegangen, was sich neutral auswirkt. Dennoch verfügte die Beschul-

digte über ein hohes Mass an Entscheidungsfreiheit. Sie führte mehrmals 

aus, die Privatklägerin für das Einholen der erforderlichen Unterschrift nicht 

mehr erreicht haben zu können. Sie hat jedoch gar nicht erst versucht, statt 

der Fälschung der Unterschrift beispielsweise einen diesbezüglichen Hin-

weis resp. Vermerk auf dem Arbeitsvertrag oder den Lohnquittungen anzu-

bringen (vgl. auch E. 6.3.2 hiervor). Je leichter es aber für sie gewesen 

wäre, sich an die Rechtsordnung zu halten, desto schwerer wiegt die Ent-

scheidung dagegen (BGE 117 IV 112 E. 1 mit Hinweisen). Insgesamt ist 

unter Berücksichtigung des breiten Spektrums denkbarer Urkundenfäl-

schungen von einem gerade noch leichten Tatverschulden und von einer 

dafür angemessenen Geldstrafe von 120 Tagessätzen auszugehen. 

 

Unter Berücksichtigung des Verschlechterungsverbots nach Art. 391 

Abs. 2 StPO erübrigt sich eine weitere Erhöhung der Geldstrafe mit Blick 

auf die Urkundenfälschung im Zusammenhang mit der Einreichung der ge-

fälschten Urkunden beim Gericht (Anklagesachverhalt 2), womit es bei der 

Geldstrafe von 120 Tagessätzen sein Bewenden hat. 

 

7.5. 

Hinsichtlich der Täterkomponente kann auf die Vorstrafenlosigkeit der Be-

schuldigten hingewiesen werden, welche sich neutral auswirkt (vgl. BGE 

 - 16 - 

 

 

136 IV 1 E. 2.6.2). Die hängigen Strafverfahren gegen die Beschuldigte 

werden wegen der Unschuldsvermutung nicht miteinbezogen. Aus den per-

sönlichen und familiären Verhältnissen der Beschuldigten ergeben sich für 

die Strafzumessung keine relevanten Faktoren. Insgesamt wirkt sich damit 

die Täterkomponente neutral aus, womit es bei den 120 Tagessätzen Geld-

strafe bleibt. 

 

7.6. 

Die Höhe des Tagessatzes ist gemäss Art. 34 Abs. 2 StGB nach den per-

sönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des 

Urteils zu bemessen, insbesondere nach dem Einkommen und Vermögen, 

dem Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten so-

wie dem Existenzminimum. Das Bundesgericht hat die Kriterien für die Be-

messung der Geldstrafe dargelegt (BGE 142 IV 315 E. 5; BGE 134 IV 60 

E. 5 f.; BGE 135 IV 180 E. 1.4). Darauf kann verwiesen werden. 

 

Die Beschuldigte bringt diesbezüglich keine Einwendungen vor und eine 

Veränderung der wirtschaftlichen Verhältnisse ist nicht ersichtlich. Es hat 

daher beim Urteil des Bezirksgerichts Aarau sein Bewenden. Die Geld-

strafe beläuft sich aufgrund des Dargelegten auf Fr. 10'800.00 (120 x 

Fr. 90.00). 

 

7.7. 

Vorliegend erscheint die Verbindung der bedingt ausgesprochenen Geld-

strafe mit einer Busse im Sinne von Art. 42 Abs. 4 StGB angezeigt, um der 

Beschuldigten die Ernsthaftigkeit der Sanktion und die Konsequenzen ihres 

Handelns deutlich vor Augen zu führen. Unter Berücksichtigung der Denk-

zettelfunktion, der untergeordneten Bedeutung der Verbindungsbusse, der 

wirtschaftlichen Verhältnisse und des Verschuldens der Beschuldigten so-

wie des Umstands, dass das Bundesgericht die Obergrenze der Verbin-

dungsstrafe auf 20 % der schuldangemessenen gesamten Strafe festge-

legt hat (BGE 149 IV 321 E. 1.3; 146 IV 145 E. 2.2; 135 IV 188 E. 3.4.4), 

erscheint mit der Vorinstanz eine Verbindungsbusse von Fr. 1'500.00 an-

gemessen. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem Nichtbezahlen der 

Busse ist gestützt auf Art. 106 Abs. 2 StGB, ausgehend vom als Umrech-

nungsschlüssel zu verwendenden Tagessatz von Fr. 90.00 (BGE 134 IV 

60 E. 7.3.3), auf 16 Tage Freiheitsstrafe festzusetzen. 

 

8. 

8.1. 

Die Parteien tragen die Kosten für das Berufungsverfahren nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei 

im Berufungsverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon 

ab, in welchem Ausmass ihre vor Obergericht gestellten Anträge gutgeheis-

sen werden (Urteil des Bundesgerichts 6B_330/2016 vom 10. November 

2017 E. 4.3). 

 - 17 - 

 

 

8.2. 

Die Beschuldigte unterliegt mit ihrer Berufung vollumfänglich. Unter diesen 

Umständen rechtfertigt es sich daher, die obergerichtlichen Verfahrenskos-

ten der Beschuldigten aufzuerlegen. Im Übrigen ist ihr keine Parteientschä-

digung zuzusprechen, präjudiziert der Kostenentscheid doch die Entschä-

digungsfrage (BGE 147 IV 47 E. 4.1; 137 IV 352 E. 2.4). 

 

8.3. 

Gemäss Art. 433 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 436 StPO hat die Privatkläger-

schaft gegenüber der beschuldigten Person Anspruch auf angemessene 

Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Verfahren, wenn sie ob-

siegt oder die beschuldigte Person nach Art. 426 Abs. 2 StPO kostenpflich-

tig ist. Dabei hat sie ihre Entschädigungsforderung bei der Strafbehörde zu 

beantragen, zu beziffern und zu belegen (Art. 433 Abs. 2 StPO). 

 

Da die Privatklägerin hinsichtlich des Schuldpunkts obsiegt, sind ihr die im 

Berufungsverfahren entstandenen zusammenhängenden Anwaltskosten 

oder anderweitige Auslagen zu entschädigen. Der Rechtsvertreter der Pri-

vatklägerin macht mit Kostennote vom 23. Februar 2024 einen Aufwand 

von insgesamt Fr. 648.30 geltend, wobei er einen Stundenansatz von 

Fr. 250.00 in Rechnung stellt. Dieser in Rechnung gestellte Stundenansatz 

ist zu korrigieren: Einerseits rechtfertigt die Bedeutung und Komplexität des 

vorliegenden Berufungsverfahrens keine Abweichung vom gesetzlich in § 9 

Abs. 2bis AnwT i.V.m. Art. 9 Abs. 3 AnwT vorgesehenen Regelstundenan-

satz, so dass der geltend gemachte Zeitaufwand grundsätzlich gestützt da-

rauf abzugelten ist. Andererseits ist mit Bezug auf die Höhe dieses Regel-

stundenansatzes weiter zu differenzieren, ob die fraglichen Leistungen vor 

oder nach dem 1. Januar 2024 erbracht wurden, da der in § 9 Abs. 2bis 

AnwT i.V.m. Art. 9 Abs. 3 AnwT vorgesehene Stundenansatz per diesem 

Datum von Fr. 220.00 auf Fr. 240.00 erhöht wurde (vgl. Urteil des Oberge-

richts des Kantons Aargau SST.2023.62 vom 26. Januar 2024 E. 4.2.2). 

 

In der Konsequenz sind sämtliche bis zum 31. Dezember 2023 erbrachten 

Leistungen des Rechtsvertreters der Privatklägerin mit Fr. 220.00, sämtli-

che ab dem 1. Januar 2024 erbrachten Leistungen mit Fr. 240.00 zu ent-

schädigen. Insgesamt resultiert damit ein Gesamtbetrag von gerundet 

Fr. 623.05 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer). Die Beschuldigte ist dem-

nach verpflichtet, der Privatklägerin für das Berufungsverfahren eine Par-

teientschädigung in der Höhe von Fr. 623.05 auszurichten. 

 

9. 

9.1. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO i.V.m Art. 426 Abs. 1 StPO). 

 

 - 18 - 

 

 

Die vorinstanzliche Kostenverlegung erweist sich nach wie vor als korrekt 

und bedarf keiner Korrektur. Die Beschuldigte wird verurteilt und hat des-

halb die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 8'005.10 und ihre Par-

teikosten selbst zu tragen (Art. 428 Abs. 3 i.V.m. Art. 426 Abs. 1 StPO; 

Art. 429 e contrario StPO). 

 

9.2. 

Die Privatklägerin obsiegte gegenüber der kostenpflichtigen Beschuldigten 

im vorinstanzlichen Verfahren vollumfänglich. Entsprechend erscheint es 

sachgerecht, die Beschuldigte gestützt auf Art. 433 Abs. 1 StPO zu ver-

pflichten, der Privatklägerin die Vertretungskosten vor Vorinstanz in der 

Höhe von Fr. 3'477.95 zu ersetzen. 

 

10. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO). Dies ist auch der Fall, wenn eine Berufung vollumfänglich 

abgewiesen wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_761/2017 vom 17. Januar 

2018 E. 4 mit Hinweisen). 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschuldigte ist der mehrfachen Urkundenfälschung gemäss Art. 251 

Ziff. 1 StGB schuldig. 

 

2. 

Die Beschuldigte wird hierfür in Anwendung der in Ziff. 1 genannten Geset-

zesbestimmung sowie Art. 47 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 34 StGB, 

Art. 42 Abs. 1 und 4 StGB, Art. 44 StGB und Art. 106 StGB 

 

zu einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen à Fr. 90.00, d.h. 

10'800.00, Probezeit 2 Jahre, 

 

und zu einer Verbindungsbusse von Fr. 1'500.00, ersatzweise 16 Tage 

Freiheitsstrafe, verurteilt. 

 

3. 

3.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer Gerichtsge-

bühr von Fr. 1'500.00 sowie den Auslagen von Fr. 130.00, gesamthaft 

Fr. 1'630.00, werden der Beschuldigten auferlegt. 

 

 - 19 - 

 

 

3.2. 

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin für das obergerichtli-

che Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 623.05 auszurichten. 

 

4. 

4.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 8'005.10 (inkl. Anklagege-

bühr) werden der Beschuldigten auferlegt. 

 

4.2. 

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin für das erstinstanzli-

che Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 3'477.95 auszurichten. 

 

5. 

Die Beschuldigte trägt ihre Parteikosten für das erst- und zweitinstanzliche 

Verfahren selbst. 

 

 

 Zustellung an: 

[...] 

 

 
   

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe  

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ausgefällten bedingten Geld- oder Freiheitsstrafe wird der Vollzug aufgeschoben. 

Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. Hat 

sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene Strafe 

nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht bezahlen 

bzw. die Freiheitsstrafe nicht anzutreten ist. Begeht der Verurteilte während der Probezeit 

aber ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten 

verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46 Abs. 1 

StGB). 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der voll-

ständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das Schweize-

rische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und 

Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

 - 20 - 

 

 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerd-

elegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 12. März 2024 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 2. Kammer 

Die Präsidentin:    Der Gerichtsschreiber i.V.: 

 

 

 

Plüss     Wildi