# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2f1f962d-ef1f-5831-b221-495d9dbdee8e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-10-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.10.2021 D-3828/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3828-2021_2021-10-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3828/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  O k t o b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richter Yanick Felley;  

Gerichtsschreiberin Bettina Hofmann. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Staat unbekannt,   

vertreten durch Lea Hungerbühler, Rechtsanwältin,  

AsyLex,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung  

(Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid);  

Verfügung des SEM vom 30. Juli 2021 / N (…). 

 

 

 

D-3828/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

I. 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer suchte am 6. April 2017 in der Schweiz um Asyl 

nach. 

 

A.b Zu seinem persönlichen Hintergrund und zur Begründung seines Asyl-

gesuchs machte er im Wesentlichen geltend, er sei libyscher Staatsange-

höriger arabischer Ethnie und stamme aus B._______, wo er bis zu seiner 

Ausreise gelebt habe. Dort sei er aufgrund der unehelichen Schwanger-

schaft seiner damaligen Freundin von deren Familienangehörigen mit dem 

Tod bedroht worden. Darüber hinaus sei die allgemeine Lage in Libyen auf-

grund des herrschenden Bürgerkrieges schwierig und instabil gewesen. 

Vor diesem Hintergrund habe er Libyen im Februar 2017 auf dem Seeweg 

verlassen.  

 

A.c Er reichte keine Identitätsdokumente und Beweismittel zu den Akten.  

 

B.  

B.a Mit Schreiben vom 31. Juli 2020 teilte das SEM dem Beschwerdefüh-

rer mit, aufgrund der ungereimten Angaben zu seiner Herkunft werde be-

absichtigt, seine Staatsangehörigkeit von «Libyen» auf «Staat unbekannt» 

abzuändern und das Asylgesuch abzuweisen. Gleichzeitig räumte es dem 

Beschwerdeführer Gelegenheit ein, diesbezüglich bis zum 12. August 

2020 Stellung zu nehmen. 

B.b In seiner Stellungnahme vom 10. August 2020 hielt der Beschwerde-

führer – unter Beilage diverser medizinischer Unterlagen aus der Schweiz 

(betreffend […]) – an seinen Aussagen fest.  

B.c Am 18. August 2020 änderte das SEM in seinem Datenbearbeitungs-

system seine Staatsangehörigkeit von «Libyen» auf «Staat unbekannt» ab. 

C.  

Mit Verfügung vom 31. August 2020 stellte das SEM fest, der Beschwer-

deführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab 

und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an.  

D.  

Auf die dagegen am 28. September 2020 erhobene Beschwerde trat das 

D-3828/2021 

Seite 3 

Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D-4790/2020 vom 29. Oktober 2020 – 

infolge Nichtleistung des einverlangten Kostenvorschusses – nicht ein. 

II. 

E.  

E.a Mit einer als «Wiedererwägungsgesuch» bezeichneten Eingabe der 

rubrizierten Rechtsvertreterin vom 26. Mai 2021 gelangte der Beschwerde-

führer wiederum an das SEM und ersuchte um die Gewährung von Asyl, 

eventualiter um die Anordnung der vorläufigen Aufnahme.  

E.b Zur Begründung führte er im Wesentlichen an, sein Gesundheitszu-

stand habe sich massiv verschlechtert. Namentlich leide er gemäss den 

beiliegenden Arztberichten vom 22. Oktober 2020 und 28. April 2021 an 

(...), (...), (...) sowie einer akuten Suizidalität. Aus denselben Berichten er-

gebe sich sodann, dass er sich seit dem 20. Februar 2020 in regelmässiger 

psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung befinde und auf diverse 

Medikamente angewiesen sei. Der Arztbericht vom 22. Oktober 2020 sei 

aufgrund einer Mandatsniederlegung seiner früheren Rechtsvertretung im 

bisherigen Verfahren unverschuldet unberücksichtigt geblieben. Vor die-

sem Hintergrund müsse die bisherige Einschätzung des SEM bezüglich 

der Unglaubhaftigkeit der Herkunft aus Libyen und der Gesuchsvorbringen 

revidiert werden, zumal psychische Beeinträchtigungen deutliche Auswir-

kungen auf das Aussageverhalten einer Person und damit auf die Grund-

lage der Glaubhaftigkeitsprüfung hätten. Im Rahmen einer erneuten Anhö-

rung werde sich zeigen, dass seine Vorbringen glaubhaft und asylrelevant 

seien. Ferner stellten die Arztberichte einen Teilbeweis für die von ihm gel-

tend gemachten traumatischen Erlebnisse in Libyen dar. Ungeachtet des-

sen wäre der Wegweisungsvollzug wegen seiner Gesundheitsprobleme 

unzulässig und unzumutbar, zumal die angeordneten therapeutischen 

Massnahmen aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten 

in seinem Heimatland, wie sich aus den beiliegenden Berichten zur allge-

meinen Lage in Libyen ergebe, keinesfalls garantiert seien. Ferner würde 

die Konfrontation mit den dortigen Geschehnissen seinen psychischen Ge-

sundheitszustand massiv verschlechtern. Insbesondere sei die akute Sui-

zidalität im Rahmen der drohenden Wegweisung erhöht. 

E.c Der Eingabe lagen – nebst Kopien einer Vollmacht vom 31. März 2021, 

einer Substitutionsvollmacht vom 29. März 2021 und einer Bestätigung 

über den Bezug von Nothilfe vom 15. April 2021 – zwei ärztliche Berichte 

der ambulanten Dienste der (…) (von Dr. med. C._______ [Assistenzarzt] 

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Seite 4 

und Dr. rer. med. D._______ [Leitende Psychologin] vom 22. Oktober 2020 

sowie von E._______ [Psychologin] und Dr. med. F._______ [Oberärztin] 

vom 28. April 2021) und mehrere Berichte zur allgemeinen Lage in Libyen 

bei.  

F.  

Das SEM setzte den Vollzug der Wegweisung mit Zwischenverfügung vom  

1. Juni 2021 einstweilen aus. 

G.  

Das SEM qualifizierte die Eingabe vom 26. Mai 2021 als Wiedererwä-

gungsgesuch, wies dieses mit Verfügung vom 30. Juli 2021 (eröffnet am 

2. August 2021) ab und stellte die Rechtskraft und Vollstreckbarkeit seiner 

Verfügung vom 31. August 2020 fest. Ferner erhob es eine Gebühr von 

Fr. 600.– und führte an, dass einer allfälligen Beschwerde keine aufschie-

bende Wirkung zukomme. 

H.  

Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe seiner 

Rechtsvertreterin vom 27. August 2021 (Datum des Poststempels) beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, die angefochtene 

Verfügung sei aufzuheben und ihm unter Zuerkennung der Flüchtlingsei-

genschaft Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Unzulässigkeit respektive 

die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vor-

läufige Aufnahme anzuordnen. Subeventualiter sei die Sache zur Neube-

urteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hin-

sicht ersuchte er um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Be-

schwerde, um Erlass vorsorglicher Massnahmen sowie um Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses.  

Der Beschwerde lagen – nebst Kopien der angefochtenen Verfügung und 

den bereits aktenkundigen Vollmachten – eine ärztliche Bestätigung von 

Dr. med. G._______ (Facharzt für Allgemeine Innere Medizin; […]) vom 

23. August 2021 sowie eine Therapiebestätigung von E._______ und 

Dr. rer. med. D._______ vom 27. August 2021 bei.  

I.  

Mit Zwischenverfügung vom 2. September 2021 wies der Instruktionsrich-

ter den Beschwerdeführer darauf hin, dass weder die Unterschrift auf der 

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Seite 5 

Beschwerdeschrift noch die Vollmacht im Original entsprechend den An-

forderungen von Art. 52 Abs. 1 VwVG vorliegen würden, und setzte ge-

mäss Art. 110 Abs. 1 AsylG (SR 142.31) – unter Androhung des Nichtein-

tretens im Säumnisfall – eine siebentägige Nachfrist zur Verbesserung der 

Beschwerde an. Gleichzeitig wies er die Gesuche um Erteilung der auf-

schiebenden Wirkung der Beschwerde sowie um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung unter Hinweis auf die Aussichtslosigkeit der Be-

schwerde ab und forderte den Beschwerdeführer – wiederum unter Andro-

hung des Nichteintretens im Säumnisfall – auf, bis zum 17. September 

2021 einen Kostenvorschuss von Fr. 1‘500.– zu leisten. 

J.  

Mit Eingabe vom 9. September 2021 liess der Beschwerdeführer innert 

Frist eine Beschwerdeverbesserung (Unterschrift auf der Beschwerde-

schrift sowie Vollmacht im Original) ins Recht legen.  

K.  

Am 17. September 2021 ging der Kostenvorschuss fristgerecht beim Bun-

desverwaltungsgericht ein.    

L.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

30. August 2021 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 6 AsylG). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer-

den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem Gebiet 

des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsad-

ressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und 

formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 6 

AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

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Seite 6 

3.  

Die vorliegende Beschwerde erweist sich – wie nachstehend aufgezeigt – 

als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), 

ohne Weiterungen und mit summarischer Begründung zu behandeln 

(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

4.  

4.1 Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich ge-

regelt (vgl. Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist dem SEM 

innert 30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schrift-

lich und begründet einzureichen; im Übrigen richtet sich das Verfahren 

nach den revisionsrechtlichen Bestimmungen von Art. 66–68 VwVG 

(Art. 111b Abs. 1 AsylG). 

 

4.2 In seiner praktisch relevantesten Form bezweckt das Wiedererwä-

gungsverfahren die Anpassung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung 

an eine nachträglich eingetretene erhebliche Veränderung der Sachlage 

(vgl. BVGE 2014/39 E. 4.5 m.w.H.). Falls die abzuändernde Verfügung un-

angefochten blieb oder – wie vorliegend – ein eingeleitetes Beschwerde-

verfahren mit einem blossen Prozessentscheid abgeschlossen wurde, kön-

nen auch Revisionsgründe einen Anspruch auf Wiedererwägung begrün-

den (vgl. zum sogenannten "qualifizierten Wiedererwägungsgesuch" 

BVGE 2013/22 E. 5.4 m.w.H.). Gemäss Art. 111b Abs. 1 AsylG in Verbin-

dung mit Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG hat die Partei diesfalls neue erhebli-

che Tatsachen oder Beweismittel beizubringen. Analog zur Revision wird 

dabei vorausgesetzt, dass die entsprechenden Tatsachen oder Beweismit-

tel auch bei zumutbarer Sorgfalt nicht im Rahmen des ordentlichen Verfah-

rens hätten eingereicht werden können. Die Erheblichkeit ist zu bejahen, 

wenn die neu angerufenen Tatsachen oder Beweismittel geeignet sind, die 

beurteilten Asylvorbringen in einem anderen Licht erscheinen zu lassen 

(vgl. statt vieler Urteil des BVGer D-705/2021 vom 28. Mai 2021 E. 4). 

 

5.  

5.1 Vorliegend hat die Vorinstanz den grundsätzlichen Anspruch des Be-

schwerdeführers auf Behandlung seines Wiedererwägungsgesuchs vom 

26. Mai 2021 nicht in Abrede gestellt und ist auf dieses eingetreten. Das 

Bundesverwaltungsgericht hat somit nachfolgend zu prüfen, ob sie zutref-

fend das Bestehen der geltend gemachten Wiedererwägungsgründe ver-

neint und zu Recht an der ursprünglichen Verfügung festgehalten hat. 

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Seite 7 

5.2 Der Beschwerdeführer stützt sich in seinem Wiedererwägungsgesuch 

hauptsächlich auf den ärztlichen Bericht der ambulanten Dienste der (…) 

vom 28. April 2021. Er enthält dieselben Diagnosen wie derjenige vom 

22. Oktober 2020, weshalb sich grundsätzlich die Frage stellt, ob er die 

vorgebrachten Tatsachen nicht bereits im ordentlichen Asylverfahren hat 

beibringen können. Da dem Bericht – wie nachfolgend aufgezeigt – ohne-

hin die Erheblichkeit abzusprechen ist, kann die Frage aber letztlich offen-

gelassen werden.  

5.3 Insofern sich der Beschwerdeführer in seinem Wiedererwägungsge-

such auf das Vorliegen eines neuen Beweismittels beruft, welches eine 

vorbestandene Tatsache belegen soll, ist der Vorinstanz namentlich darin 

Recht zu geben, dass der eingereichte ärztliche Bericht vom 28. April 2021 

nicht geeignet ist, zu einer anderen Einschätzung zu führen. Der Umstand, 

dass der Beschwerdeführer aufgrund psychischer Beschwerden nicht in 

der Lage gewesen sein soll, detailliert, widerspruchsfrei und ausführlich 

über seine Asylgründe zu berichten, findet im besagten Bericht keine Be-

stätigung. Abgesehen davon obliegt es zwar den Ärzten, nach wissen-

schaftlichen Methoden eine Diagnose zu stellen. Es ist aber die Aufgabe 

der Asylbehörden, die gestellte Diagnose im Gesamtkontext der vorge-

brachten Asylgründe zu beurteilen und zu prüfen. Wie die Vorinstanz zu-

treffend ausführte, hat der Beschwerdeführer bereits im ordentlichen Asyl-

verfahren eine erhöhte Vergesslichkeit geltend gemacht, was bei der Ent-

scheidfindung berücksichtigt wurde. Ferner vermag der ärztliche Bericht –

dies ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz festzustellen – zwar die da-

rin gestellten Diagnosen zu belegen, lässt aber keine Rückschlüsse auf die 

geltend gemachten Asylgründe zu. Nach dem Gesagten vermag der Be-

schwerdeführer auch aus den auf Beschwerdeebene eingereichten ärztli-

chen Bestätigungen vom 23. August 2021 und 27. August 2021 nichts zu 

seinen Gunsten abzuleiten. Folglich erweist sich das Festhalten des Be-

schwerdeführers an seinen Asylgründen in der Rechtsmitteleingabe (Be-

schwerde S. 7 f.) als unbehelflich und ist darauf nicht weiter einzugehen. 

5.4 Soweit der Beschwerdeführer in seinem Wiedererwägungsgesuch ge-

sundheitliche Beschwerden geltend macht, die einem Wegweisungsvoll-

zug nach Libyen entgegenstünden, ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass 

der Beschwerdeführer bis heute weder Reise- noch Identitätspapiere zu 

den Akten gereicht hat, die es erlauben würden, Rückschlüsse auf seine 

Identität (vgl. dazu Art. 1a Bst. a AsylV 1) zu geben. Angesichts des Um-

standes, dass der Beschwerdeführer der ihm obliegenden und zumutbaren 

Mitwirkungspflicht (Art. 8 AsylG) hinsichtlich Herkunft, Staatsangehörigkeit 

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Seite 8 

und Identität nicht nachzukommen gewillt ist, hat er die Folgen seiner man-

gelhaften Mitwirkung zu tragen, indem vermutungsweise davon auszuge-

hen ist, dass keine individuellen Gründe für eine konkrete Gefährdung im 

Falle einer Wegweisung in seinen tatsächlichen Heimatstaat bestehen (vgl. 

statt vieler Urteil des BVGer E-878/2019 vom 5. Mai 2021 E. 8.2). Auf die 

Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe zur Zulässigkeit und Zumutbar-

keit des Wegweisungsvollzugs nach Libyen (Beschwerde S. 9 ff.) ist dem-

nach nicht weiter einzugehen.  

5.5 Was die akute Suizidalität des Beschwerdeführers anbelangt, ist der 

Vorinstanz überdies darin beizupflichten, dass jener im Rahmen der Voll-

zugsmodalitäten Rechnung zu tragen ist (vgl. dazu beispielsweise das Ur-

teil des BVGer E-2118/2018 vom 10. Juni 2020 E. 9.4.2.2 in fine). Soweit 

der Beschwerdeführer in der Rechtsmitteleingabe geltend macht, dass die 

Suizidgefahr nicht nur im Zeitpunkt der Wegweisung bestehe (Beschwerde 

S. 9), ist er an dieser Stelle auf die Möglichkeit der Ausrichtung von medi-

zinischer Rückkehrhilfe zu erinnern, zumal er, soweit ersichtlich, noch nicht 

mit einem entsprechenden Ersuchen an das SEM gelangt ist (vgl. dazu 

Art. 93 Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 62 ff. Asylverordnung 2 vom 11. August 

1999 über Finanzierungsfragen [AsylV 2, SR 142.312]).  

5.6 Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz den im Zusammenhang mit den 

eingereichten Beweismitteln gestellten Beweisantrag, der Beschwerdefüh-

rer sei erneut anzuhören, zu Recht keine Folge gegeben. Von einer Verlet-

zung des rechtlichen Gehörs in diesem Zusammenhang kann nicht die 

Rede sein (Beschwerde S. 10). Ebenso wenig stellt die Beweiswürdigung 

der Vorinstanz eine unrichtige Sachverhaltserstellung dar (Beschwerde 

S. 10). Auch im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens besteht 

kein Anlass, den Beschwerdeführer erneut anzuhören; der entsprechende 

Beweisantrag (Beschwerde S. 10 f.) ist abzuweisen. Dasselbe gilt für den 

Beweisantrag, dass individuelle Zusicherungen bezüglich der nötigen me-

dizinischen Versorgung in Libyen einzuholen seien (Beschwerde S. 11).  

5.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz zu Recht das Bestehen von Wie-

dererwägungsgründen verneint, die geeignet wären, die Rechtskraft seiner 

Verfügung vom 31. August 2020 zu beseitigen.  

6.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 Abs. 1 AsylG und Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen.  

D-3828/2021 

Seite 9 

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 1’500.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Begleichung 

der Verfahrenskosten verwendet.  

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-3828/2021 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1’500.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Der in gleicher Höhe einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezah-

lung der Verfahrenskosten verwendet.  

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Bettina Hofmann 

 

 

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