# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** edc43065-9ae6-5b73-adab-0420d94081b2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.10.2008 C-272/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-272-2008_2008-10-31.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-272/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 1 .  O k t o b e r  2 0 0 8

Richter Jürg Kölliker (Vorsitz),
Richter Stefan Mesmer,
Richter Francesco Parrino,
Gerichtsschreiberin Christine Schori Abt.

A.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Jürg Dommer,
Technikumstrasse 1A, Postfach, 9471 Buchs SG 1,
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

IV; Invalidenrente

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-272/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IV-Stelle) 
am 3. Oktober 2005 ein erstes Rentengesuch der 1967 geborenen, in 
Österreich wohnhaften österreichischen Staatsangehörigen A._______ 
abwies  (act.  22)  und  diese  Verfügung  unangefochten  in  Rechtskraft 
erwuchs;

dass die IV-Stelle im Nachgang an ein Revisionsgesuch der Versicher-
ten  dieser  mit  Verfügung  vom 10.  Dezember  2007  für  die  Zeit  vom 
1. Mai  2006 bis 31. Juli  2006 eine Viertelsrente und mit  Wirkung ab 
1. August  2006 eine Dreiviertelsrente der  schweizerischen Invaliden-
versicherung zusprach (act. 69 f.);

dass  die  Versicherte  (nachfolgend:  Beschwerdeführerin)  am 12. Mai 
2008 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht einreichte und be-
antragte, es sei ihr ab 1. Oktober 2005 eine ganze IV-Rente auszurich-
ten und es sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren;

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  das  Gesuch  um  unentgeltliche 
Rechtspflege  mit  Zwischenverfügung  vom  18.  Februar  2008  abwies 
und die Beschwerdeführerin in der Folge einen Kostenvorschuss von 
CHF 400.-- leistete;

dass  die  IV-Stelle  am 19. Mai  2008  ihre  Vernehmlassung  einreichte 
und beantragte, die Beschwerde sei dahingehend teilweise gutzuheis-
sen, als der Beschwerdeführerin ab Dezember 2005 eine halbe Rente 
und ab April 2006 eine ganze Rente zuzusprechen sei;

dass die Beschwerdeführerin in der Folge durch ihren Rechtsvertreter 
mitteilen liess, sie schliesse sich diesem Antrag der Vorinstanz an;

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung 
mit  Art. 69 Abs. 1 lit. b  des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die  Invalidenversicherung  (IVG,  SR 831.20)  zur  Beurteilung  von Be-
schwerden gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 und 
34 VGG zuständig ist;

dass die  IV-Stelle  eine Vorinstanz gemäss Art. 33  lit. d  VGG ist  und 
vorliegend keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt;

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dass die Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 59 des Bundesgeset-
zes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversi-
cherungsrechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist;

dass die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht beim Bundes-
verwaltungsgericht  eingereicht  wurde (Art. 60  ATSG und Art. 52  des 
Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah-
ren [VwVG, SR 172.021]) und somit darauf einzutreten ist;

dass gestützt auf die von der Vorinstanz im Beschwerdeverfahren er-
hobenen neuen Akten, insbesondere das Ärztliche Gesamtgutachten 
vom 26. Februar 2008 (act. 77) und die Berichte des IV-Stellenarztes 
Dr. Arquint vom 28. April 2008 und 13. Mai 2008 (act. 80, 82) ab März 
2003 eine Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin von 50% in der 
zuletzt  ausgeübten Tätigkeit  und ab  Januar  2006  eine generelle  Ar-
beitsunfähigkeit von 80% gegeben ist;

dass der Versicherungsfall  nach Ablauf der einjährigen Wartefrist ge-
mäss Art. 29 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die  Invalidenversicherung  (IVG,  SR  831.20)  grundsätzlich  im  März 
2004  eingetreten  ist,  die  Beschwerdeführerin  angesichts  der  rechts-
kräftigen Abweisung des ersten Leistungsgesuchs und in sinngemäs-
ser Anwendung von Art. 88bis Abs. 1 lit. c der Verordnung vom 17. Ja-
nuar  1961  über  die  Invalidenversicherung  (IVV, SR 831.201)  jedoch 
frühestens ab  Dezember 2005, dem Eingang des Revisionsgesuches 
inkl. Arztzeugnis,  eine  halbe Invalidenrente  beanspruchen kann (vgl. 
BGE 110 V 291 E. 3d);

dass  die  Rente  aufgrund  der  im  Januar  2006  eingetretenen  Ver-
schlechterung der Erwerbsfähigkeit nach Ablauf von drei Monaten zu 
erhöhen ist (Art. 88a Abs. 2 IVV), vorliegend mithin per April 2006;

dass die Beschwerde daher gestützt auf den übereinstimmenden An-
trag der Parteien gutzuheissen ist;

dass  bei  diesem  Verfahrensausgang  praxisgemäss  keine  Verfah-
renskosten zu erheben sind und der geleistete Kostenvorschuss der 
Beschwerdeführerin  auf  ein  von  ihr  noch  anzugebendes  Konto 
zurückzuerstatten ist (Art. 63 VwVG);

dass der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin trotz ausdrücklicher 
Aufforderung des Bundesverwaltungsgerichts keine Kostennote einge-

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reicht  hat  und  die  Parteientschädigung  daher  ermessensweise  auf 
CHF 2'000.-- festzusetzen ist (Art. 64 VwVG; Art. 7 und 14 Abs. 2 des 
Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschä-
digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung der IV-Stelle für 
Versicherte im Ausland vom 10. Dezember 2007 aufgehoben. Der Be-
schwerdeführerin wird ab 1. Dezember 2005 eine halbe und ab 1. April 
2006 eine ganze Invalidenrente zugesprochen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Kostenvorschuss von 
CHF 400.--  wird  der  Beschwerdeführerin  zurückerstattet.  Zu  diesem 
Zweck hat sie dem Bundesverwaltungsgericht ihre Kontonummer be-
kannt zu geben.

3.
Die Vorinstanz wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin innert 30 Ta-
gen nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils eine Partei-
entschädigung von CHF 2'000.-- auszurichten.

4.
Dieses Urteil geht an: 
- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (...)
- Bundesamt für Sozialversicherung

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die folgende Seite verwiesen.

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Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Jürg Kölliker Christine Schori Abt

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]). Die Rechtsschrift  hat die Begehren, deren Begründung 
mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der an-
gefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  be-
schwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art. 42 
BGG).

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