# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d7af84e5-9ca9-5356-a767-a137c7c54bde
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.05.2010 D-3662/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3662-2010_2010-05-31.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3662/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 1 .  M a i  2 0 1 0

Einzelrichter Martin Zoller, 
mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn;
Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr.

A._______, geboren (...),
Haiti,
c/o (...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin); 
Verfügung des BFM vom 29. April 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3662/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer am 1. März 2010 in der Schweiz um Asyl 
nachsuchte,  nachdem er  zuvor  bereits  in  Frankreich  ein  Asylgesuch 
eingereicht hatte, wie er im Rahmen der Befragung im Empfangs- und 
Verfahrenszentrum B._______  vom 5. März  2010  bestätigte  (vgl.  A1 
S. 6), 

dass der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend machte, er habe 
sich vom 30. Dezember 2005 bis zum 8. November 2009 in Frankreich 
aufgehalten und dort ein Asylverfahren durchlaufen, das im Jahr 2007 
mit einem negativen Entscheid geendet habe, 

dass  er  am 8. November  2009 ohne jegliche Reisedokumente  –  als 
haitianischer  Staatsangehöriger  benötige  er  keine  –  von  Frankreich 
nach Haiti zurückgeflogen sei, 

dass nach dem Erdbeben in Haiti  vom 12. Januar 2010,  bei  dem er 
zwei  seiner  drei  Kinder  verloren habe, alles zerstört  sei  und er kein 
Dach mehr über dem Kopf gehabt habe, 

dass er  deshalb sein  Heimatland mit  der  Hilfe eines Afrikaners,  der 
sich  um alles  gekümmert  habe  (z. B. Dokumentenbeschaffung),  am 
25. Februar 2010 erneut verlassen habe (zu Fuss) und am 26. Februar 
2010  mit  einer  ihm  unbekannten  Fluggesellschaft  via  Madrid  nach 
Zürich geflogen und illegal in die Schweiz eingereist sei,

dass er sich gegen eine Rückkehr nach Frankreich ausspreche, da die 
französischen  Behörden  sein  Asylgesuch  abgelehnt  hätten,  er  dort 
keine Familie habe und zuletzt in C._______ im Ghetto gelebt habe, 

dass in der Schweiz vier D._______ lebten, die er besuchen möchte,

dass bezüglich  der  weiteren  Aussagen  beziehungsweise der  Einzel-
heiten des rechtserheblichen Sachverhalts  auf  das Protokoll  bei  den 
Akten verwiesen wird (vgl. A1), 

dass das BFM am 23. März 2010 ein Rückübernahmeersuchen an die 
französischen Behörden stellte, welches am 5. April  2010 positiv be-
antwortet wurde, 

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dass das BFM auf das Asylgesuch mit Verfügung vom 29.  April 2010 – 
eröffnet  am 15. Mai  2010 –  in  Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d 
des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht eintrat, 
die  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  nach  Frankreich  und  den 
Wegweisungsvollzug anordnete und gleichzeitig feststellte, dass einer 
allfälligen Beschwerde keine aufschiebende Wirkung zukomme, 

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen ausführte, Frankreich 
sei  gestützt  auf  die  einschlägigen  internationalen  Abkommen  (ins-
besondere  das  Abkommen  vom  26. Oktober  2004  zwischen  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemein-
schaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zu-
ständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in 
der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  [Dublin-Assoziierungsabkommen 
(DAA), SR 0.142.392.68] und das Übereinkommen vom 17. Dezember 
2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der Republik 
Island  und  dem  Königreich  Norwegen  über  die  Umsetzung,  An-
wendung und  Entwicklung des  Schengen-Besitzstands und über  die 
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für 
die  Prüfung  eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  ge-
stellten  Asylantrags  [Übereinkommen  vom  17. Dezember  2004, 
SR 0.362.32]) für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig und 
habe einer Rückübernahme des Beschwerdeführers am 5. April 2010 
zugestimmt, 

dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung 
oder  Verlängerung  (Art. 19 f.  der  Verordnung  [EG] Nr. 343/2003  des 
Rates  vom 18. Februar  2003  zur  Festlegung  der  Kriterien  und  Ver-
fahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines 
Asylantrags zuständig ist, der ein Staatsangehöriger eines Drittlandes 
in einem Mitgliedstaat gestellt hat [Dublin-II-VO]) – bis zum 5. Oktober 
2010 zu erfolgen habe, 

dass keine relevanten Gründe vorlägen, die einer Rückkehr des Be-
schwerdeführers nach Frankreich entgegenstünden,

dass Frankreich seinen aus dem  Abkommen vom 28. Juli  1951 über 
die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30)  und  der  Kon-
vention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  erwachsenden  Verpflichtungen 
nachkomme und  der  Beschwerdeführer  nicht  damit  rechnen  müsse, 

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von  dort  aus  in  einen  möglichen  Verfolgerstaat  zurückgeschickt  zu 
werden, wenn er eine entsprechende Gefährdung geltend mache,

dass  zudem die  D._______  des  Beschwerdeführers  in  der  Schweiz 
nicht zur Kernfamilie im Sinne von Art. 2 Bst. i Dublin-II-VO gehörten,

dass der Vollzug der Wegweisung nach Frankreich zulässig, zumutbar 
und möglich sei, 

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom 21. Mai  2010  (Datum 
Poststempel;  Schreiben  datiert  vom 20. Mai  2010)  beim  Bundesver-
waltungsgericht  Beschwerde  erhob,  worin  um  Aufhebung  der  vor-
instanzlichen Verfügung und um Anweisung des BFM, das Asylgesuch 
materiell zu prüfen, ersucht wurde, 

dass zudem sinngemäss darum ersucht  wurde,  der  Beschwerde die 
aufschiebende Wirkung zuzuerkennen,

dass  im  Weiteren  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvor-
schusses und damit sinngemäss auch um Gewährung der unentgelt-
lichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes 
vom 20. Dezember  1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 
172.021) ersucht  wurde,  wobei  die  Nachreichung  einer  Fürsorge-
abhängigkeitsbestätigung in Aussicht gestellt wurde, 

dass  der  Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  geltend machte,  er  sei 
freiwillig  von Frankreich  nach Haiti  zurückgekehrt,  und er  habe  sich 
aufgrund neuer Vorkommnisse im Heimatland in die Schweiz begeben, 

dass das BFM aufgrund des Nichteintretens auf  das Asylgesuch die 
Wegweisung nach Art. 44 AsylG und mithin auch die Frage einer vor-
läufigen  Aufnahme  gemäss  Art. 83  des  Bundesgesetzes  vom 
16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 
142.20) hätte prüfen müssen, 

dass der Vollzug der Wegweisung nach Haiti unzumutbar sei im Sinne 
von Art. 83 Abs. 4 AuG, 

dass er  in  der  Schweiz  über  ein  familiäres  Beziehungsnetz  verfüge, 
das ihm sowohl  moralische als auch materielle  Unterstützung bieten 
könne,

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dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom 
25. Mai 2010 den Vollzug der Wegweisung provisorisch aussetzte, 

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  im  Bereich  des  Asyls  endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen (Art. 5  VwVG) des  BFM ent-
scheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-33  des  Verwaltungsgerichts-
gesetzes vom 17. Juni  2005  [VGG, SR 173.32]; Art. 83  Bst. d  Ziff. 1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde  legitimiert  ist,  weshalb  auf  die  frist-  und  formgerecht  ein-
gereichte  Beschwerde  einzutreten  ist  (Art. 108  Abs. 2  AsylG  sowie 
Art. 105  AsylG  i.V.m. Art. 37  VGG und  Art. 48  Abs. 1  sowie  Art. 52 
VwVG), 

dass der  vorliegende Entscheid  in  deutscher  Sprache ergeht,  da  im 
Beschwerdeverfahren  die  Sprache  der  angefochtenen  Verfügung 
massgebend ist (Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  kann  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG), 

dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art.  111 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend – wie nachfolgend aufgezeigt – 
um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel 
verzichtet wurde, 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-

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schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, 

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretens-
entscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen 
materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und 
die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.), 

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs indes 
materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  dies-
bezüglich  grundsätzlich  volle  Kognition  zukommt,  wobei  sich  diese 
Fragen –  namentlich  diejenigen hinsichtlich  des Bestehens von Voll-
zugshindernissen  (Durchführbarkeit  der  Überstellung  an  den  zu-
ständigen  Staat)  –  in  den  Dublin-Verfahren  bereits  vor  Erlass  des 
Nichteintretensentscheides stellen,

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl -
suchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  der  für  die  Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), 

dass  sich  die  vorinstanzlichen  Erwägungen  aufgrund  der  Akten  als 
zutreffend  erweisen,  weshalb  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen 
vorab auf die nicht zu beanstandenden Ausführungen des BFM in der 
angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann, 

dass  der  vorgängige  Aufenthalt  in  Frankreich  und  die  Zustimmung 
Frankreichs zur Rückübernahme des Beschwerdeführers aufgrund der 
Aktenlage feststehen, 

dass  die  in  der  Schweiz  geltend  gemachten  Asylgründe  daher  in 
Frankreich, das sich staatsvertraglich zuständig erklärt hat, zu prüfen 
sein werden, 

dass, auch wenn das Asylverfahren des Beschwerdeführers in Frank-
reich bereits rechtskräftig abgewiesen wurde und er deshalb kein An-
recht  mehr  auf  Unterbringung  oder  weitergehende  staatliche  oder 
nichtstaatliche  Unterstützung  hat,  Frankreich  gemäss  Art.  16  Abs. 2 
Bst. e Dublin-II-VO weiterhin für das Verfahren des Beschwerdeführers 
bis zu einem allfälligen Wegweisungsvollzug zuständig ist (Art. 16 Abs. 

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4  Dublin-II-VO  sowie  CHRISTIAN FILZWIESER/ANDREA SPRUNG,  Dublin  II-
Verordnung, 3., überarb. Aufl.,  Wien/Graz 2010, K 25 zu Art. 16 Abs. 
4), 

dass keine konkreten Anhaltspunkte dafür vorliegen, Frankreich werde 
sich  als  Signatarstaat  der  FK  und  der  EMRK  nicht  an  die  daraus 
resultierenden völkerrechtlichen Verpflichtungen, insbesondere an das 
Rückschiebungsverbot, halten, 

dass  auch kein  Grund zur  Annahme besteht,  Personen,  die  sich  im 
Rahmen  eines  Asylverfahrens  in  Frankreich  aufhalten,  würden  auf-
grund der dortigen Aufenthaltsbedingungen in eine existenzielle  Not-
lage versetzt, 

dass die in der Schweiz lebenden D._______ des Beschwerdeführers 
keine  Familienangehörigen  im  Sinne  von  Art. 2  Bst. i  Dublin-II-VO 
(Ehegatten,  minderjährige  Kinder)  sind,  weshalb  der  Beschwerde-
führer  aus  Art. 7  Dublin-II-VO  nichts  zu  seinen  Gunsten  abzuleiten 
vermag, 

dass gemäss Art. 8 EMRK auch über die Kernfamilie hinausgehende 
verwandtschaftliche  Bande  –  namentlich  auch  diejenigen  zwischen 
Geschwistern – unter den Schutz der Einheit der Familie fallen, sofern 
eine  nahe,  echte  und  tatsächlich  gelebte  Beziehung  zwischen  den 
Angehörigen  besteht  (vgl.  Entscheide des  Schweizerischen  Bundes-
verwaltungsgerichts [BVGE] 2008/47 E. 4.1.1),

dass  die  Berufung  auf  den  Grundsatz  der  Familieneinheit  bei  Ver-
wandten ausserhalb der Kernfamilie jedoch nicht nur eine nahe, echte 
und  tatsächlich  gelebte  Beziehung,  sondern  ein  darüber  hinaus-
gehendes  besonderes  Abhängigkeitsverhältnis  voraussetzt  (vgl. 
BGE 129 II 11 E. 2 S. 14), 

dass aufgrund der Akten nicht ersichtlich ist, inwiefern zwischen dem 
soweit  aktenkundig  gesunden  Beschwerdeführer  und  seinen 
D._______ in der Schweiz eine derartige, durch ein besonderes Ab-
hängigkeitsverhältnis  gekennzeichnete  Beziehung  besteht,  zumal  er 
sich  erst  durch  die  am  26. Februar  2010  erfolgte  Einreise  in  die 
Schweiz  in  die  Nähe  der  D._______  begab,  obwohl  er  sich  zuvor 
bereits  während  mehreren  Jahren  im  Nachbarland  Frankreich  auf-
gehalten hatte, 

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dass somit nicht davon auszugehen ist, das BFM hätte Veranlassung 
zu einem Selbsteintritt (Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO) gehabt, 

dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 
Bst. d  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  ein-
getreten ist, 

dass die Anordnung der Wegweisung nach Frankreich der Systematik 
des  Dublin-Verfahrens  –  bei  dem  es  sich  um ein  Überstellungsver-
fahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuchs  zuständigen  Staat 
handelt – entspricht und im Einklang mit der Bestimmung von Art.  44 
Abs. 1  AsylG  steht,  wobei  in  Verfahren  nach  Art. 34  Abs. 2  Bst. d 
AsylG  die  Frage  nach  der  Zulässigkeit  und  Möglichkeit  des  Weg-
weisungsvollzugs  regelmässig  bereits  Voraussetzung  (und  nicht  erst 
Regelfolge) des Nichteintretensentscheids ist, und hier nicht mehr zu 
prüfen ist, 

dass sich auch die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 
in einem Dublin-Verfahren nicht unter dem Aspekt von Art.  83 Abs. 1 
und  4  AuG stellt,  sondern  eine  entsprechende  Prüfung  soweit  not-
wendig vielmehr bereits im Rahmen der Entscheidfindung hinsichtlich 
der  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts  stattfinden  muss  (vgl.  vor-
stehende Erwägungen), 

dass  vorliegend  –  wie  aufgezeigt  –  kein  Anlass  zur  Ausübung  des 
Selbsteintrittsrechts (Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO) besteht,  weshalb der 
vom BFM verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist, 

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  
oder  unangemessen  ist  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, 

dass mit vorliegendem Urteil ohne vorgängige Instruktion die Gesuche 
um Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und um 
Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  gegenstandslos 
geworden sind,

dass die Beschwerde aufgrund obiger Erwägungen als aussichtslos zu 
qualifizieren ist  und daher das sinngemässe Gesuch um Gewährung 
der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG – 

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ungeachtet  der allfälligen Bedürftigkeit  des Beschwerdeführers – ab-
zuweisen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten von Fr. 600.- 
(Art. 1-3  des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  nach  Versand  des  vor-
liegenden Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 

Kurier; in Kopie)
- (...)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Martin Zoller Susanne Burgherr

Versand:

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