# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e776770a-b26b-5634-ab25-0813df9aac7c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 28.08.2020 IV 2019/335
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2019-335_2020-08-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2019/335

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 19.03.2021

Entscheiddatum: 28.08.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 28.08.2020
Art. 16 ATSG. Würdigung von medizinischen Akten, insbesondere von zwei 
polydisziplinären Gutachten. Zurückweisung des Vorwurfs der 
Beschwerdeführerin, dem zweiten Gutachten komme der Charakter einer 
unzulässigen second opinion zu. Invaliditätsbemessung mittels 
Einkommenvergleichs (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 28. August 2020, IV 2019/335).

Entscheid vom 28. August 2020

Besetzung

Präsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichter Joachim Huber und 

Versicherungsrichterin Marie-Theres Rüegg Haltinner; a.o. Gerichtsschreiberin Melanie 

Rickenbach

Geschäftsnr.

IV 2019/335

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Fürsprecher Marco Büchel, LL.M., K & B Rechtsanwälte, 

Freudenbergstrasse 24, Postfach 213, 9240 Uzwil,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im Oktober 2014 unter Hinweis auf Rückenschmerzen zum 

Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 1). Sie hatte im März 

2014 eine BWK-12-Fraktur bei Osteoporose erlitten. Im August 2014 hatte bei 

chronischem Alkoholabusus eine akute chronische Leberzirrhose eine Hospitalisation 

notwendig gemacht (vgl. IV-act. 12-1, 19-1). Ihr Hausarzt Dr. med. B.___ bescheinigte 

am 23. Dezember 2014 eine seit dem 6. März 2014 bestehende und weiter andauernde 

volle Arbeitsunfähigkeit. Allenfalls könnte eine Teilzeittätigkeit von weniger als 50% in 

Form von Bürotätigkeit ausgeführt werden, «maximal 4 Stunden pro Tag» (IV-act. 15-1). 

Die Psychiaterin med. pract. C.___ erwähnte im Arztbericht vom 12. Januar 2015 eine 

längere depressive Reaktion und Störungen durch Alkohol, schädlicher Gebrauch. Seit 

Therapieende am 6. November 2014 sollten jedoch keine wesentlichen psychischen 

Einschränkungen mehr bestehen, eine Arbeitsunfähigkeit sei nicht attestiert worden (IV-

act. 17-2 f.).

A.a. 

Im Rahmen eines Assessmentgesprächs mit einer Eingliederungsberaterin der IV-

Stelle sagte die Versicherte am 12. Februar 2015 aus, ihr Arzt habe sie ab März 2015 

wieder zu 50% arbeitsfähig geschrieben. Sie erledige seit Jahren das Büro im Geschäft 

für Spenglerei und Bedachungen, das ihr Ehemann betreibe. Das Pensum dort betrage 

mehr als 50%. Der Arbeitsplatz sei gesichert (IV-act. 25-2 f.). Mit Mitteilung vom 16. 

April 2015 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf berufliche Massnahmen (IV-

act. 28).

A.b. 

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B.  

Dr. B.___ hielt am 22. April 2015 fest, die Versicherte könne lediglich während 4 

Stunden täglich Büroarbeiten in verminderter Leistungsfähigkeit sowie sehr leichte 

körperliche Tätigkeiten ausführen (IV-act. 30-3). Am 10. Juni 2015 fand eine 

Haushaltabklärung statt. Dort wurde ein Anteil Haushalt von 60% und Erwerbstätigkeit 

von 40% ermittelt. Auf dieser Basis berechnete die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 

16% (IV-act. 37-12). Mit Verfügung vom 9. November 2015 lehnte sie einen 

Rentenanspruch der Versicherten ab (IV-act. 40, siehe auch den Vorbescheid vom 24. 

September 2015, IV-act. 39). Die Verfügung erwuchs in Rechtskraft.

A.c. 

Im Oktober 2016 meldete sich die Versicherte erneut zum IV-Leistungsbezug an. 

Sie lebte seit November 2015 von ihrem Ehemann getrennt (IV-act. 44-2). Auf Ende 

März 2016 war das Arbeitsverhältnis der Versicherten mit der D.___ AG beendet 

worden (vgl. IV-act. 48-1). Am ___ 2016, dem Geburtstag des Ehemanns, war die 

Versicherte unter Alkoholeinfluss mit dem Auto in die Hausmauer des vom Ehemann 

weiterhin bewohnten Hauses gefahren (vgl. IV-act. 58-1). Ab diesem Tag bis zum 28. 

Juli 2016 hatte sich die Versicherte im psychiatrischen Zentrum E.___ aufgehalten. Im 

Austrittsbericht vom 15. August 2016 waren die Diagnosen psychische und 

Verhaltensstörungen durch Alkohol: Abhängigkeitssyndrom, biliäre Zirrhose und akute 

Belastungsreaktion genannt worden (IV-act. 63-8).

B.a. 

Dr. B.___ berichtete am 13. Januar 2017 über eine wiederum volle 

Arbeitsunfähigkeit der Versicherten seit dem 4. Juli 2016. Gegenwärtig sei eine Reha-

Massnahme in der Klinik F.___ vorgesehen (IV-act. 63-2). Ein Vorgespräch in der Klinik 

F.___ fand am 18. Januar 2017 statt. Obwohl die dortigen Fachpersonen eine 

stationäre Behandlungsbedürftigkeit bejahten, entschied sich die Versicherte – offenbar 

nach einer anschliessenden telefonischen Auseinandersetzung mit einer der 

Fachpersonen – gegen einen Klinikaufenthalt (vgl. dazu IV-act. 74-9).

B.b. 

Im Bericht vom 14. Juli 2017 bezeichnete Dr. B.___ Büroarbeiten mindestens 

halbtags für zumutbar (4-6 Stunden täglich bei um ca. 30% verminderter 

Leistungsfähigkeit, IV-act. 74-4). Mit dem Hinweis, dass in der Stellensuche keine 

Einschränkung vorliege, verneinte die IV-Stelle am 2. August 2017 einen Anspruch der 

Versicherten auf berufliche Massnahmen (IV-act. 79). Mit Vorbescheid vom 24. August 

B.c. 

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2017 stellte sie ihr zudem die Verweigerung einer Rente in Aussicht (IV-act. 82). Am 2. 

November 2017 verfügte sie entsprechend (IV-act. 90). Dagegen erhob die Versicherte, 

vertreten durch Fürsprecher Marco Büchel, Uzwil, am 9. Januar 2018 Beschwerde (IV-

act. 97, zur Begründung siehe auch IV-act. 108). Die IV-Stelle widerrief die Verfügung 

am 23. Februar 2018 (IV-act. 115), woraufhin das Gerichtsverfahren abgeschrieben 

wurde (IV-act. 123).

Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH, 

Basel (nachfolgend: ABI), am 3. September 2018 ein polydisziplinäres Gutachten. 

Beteiligt waren die Disziplinen Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie, Psychiatrie, 

Neurologie und Gastroenterologie. Genannt wurden insbesondere die Diagnosen 

Leberzirrhose, Zustand nach Zoster oticus mit persistierendem Restschwindel, 

alkoholtoxische Polyneuropathie, Epilepsie (toxisch mit anamnestisch komplex-

partiellen Anfällen, anfallsfrei seit vier Jahren), chronisches lumbospondylogenes 

Schmerzsyndrom, Schulterimpingementsyndrom rechts und Osteoporose (für die 

detaillierten Diagnosen siehe IV-act. 137-8). Die Versicherte könne in der zuletzt 

ausgeübten Tätigkeit 6-7 Stunden anwesend sein. Unter Berücksichtigung aller 

somatischen Diagnosen bestehe eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 

10-20% aufgrund von Ermüdbarkeit oder Konzentrationsstörungen. Im Rahmen der 

Konsensus-Besprechung ergebe sich eine 75%-ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit (IV-

act. 137-10). Rückfragen der IV-Stelle (vgl. IV-act. 139 und 141) wurden seitens des 

ABI am 1. Oktober und 14. November 2018 beantwortet (IV-act. 140, 142).

B.d. 

Die IV-Stelle erachtete eine erneute Begutachtung für notwendig, was sie der 

Versicherten am 29. Januar 2019 mitteilte (IV-act. 143; zur anschliessenden 

Korrespondenz mit dem Rechtsvertreter vgl. IV-act. 145-1 und 146; zur Begründung 

des RAD betreffend Notwendigkeit der Neubegutachtung vgl. IV-act. 148). Die 

Medizinische Abklärungsstelle Bern ZVMB GmbH erstattete der IV-Stelle das 

Gutachten am 5. August 2019. Es hatten Untersuchungen durch Fachärzte der 

Neurologie, Psychiatrie, Allgemeinen Inneren Medizin, Gastroenterologie und durch 

eine Neuropsychologin stattfunden. Genannt und als arbeitsfähigkeitsrelevant 

bezeichnet werden insbesondere die Diagnosen psychische und Verhaltensstörung 

durch Alkohol, gegenwärtig abstinent, mit Alkoholfolgeschädigung, multifaktorielle 

leichte neuropsychologische Störung und äthyltoxische Leberzirrhose. Die 

B.e. 

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C.  

Arbeitsfähigkeit wurde in der bisherigen Tätigkeit integral auf 80% geschätzt. Für eine 

optimal adaptierte Tätigkeit mit geringen kognitiven Anforderungen könne keine 

quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründet werden (IV-act. 157, insbes. 

S. 8 und 11). Der RAD hielt am 9. September 2019 fest, auf das Gutachten könne 

abgestützt werden (IV-act. 158).

Die IV-Stelle qualifizierte die Versicherte als Vollerwerbstätige, errechnete einen 

Invaliditätsgrad von 18% und kündigte mit Vorbescheid vom 8. Oktober 2019 die 

Abweisung des Rentengesuchs an (IV-act. 161). Dagegen erhob die Versicherte 

Einwand und beantragte die Ausrichtung mindestens einer halben Invalidenrente. 

Bemängelt wurde insbesondere, dass mit dem zweiten Gutachten eine unzulässige 

second opinion eingeholt worden sei. Es sei auf das ABI-Gutachten bzw. eine 

Arbeitsfähigkeit von 75% abzustellen (IV-act. 164). Die IV-Stelle verfügte am 

13. November 2019 dennoch die Rentenabweisung (act. G 1.2).

B.f. 

Gegen die Verfügung vom 13. November 2019 richtet sich die von Fürsprecher 

Büchel für die Versicherte erhobene Beschwerde vom 13. Dezember 2019. Beantragt 

werden unter Kosten- und Entschädigungsfolge die Aufhebung der Verfügung und die 

Zusprache mindestens einer halben Invalidenrente. Das ABI-Gutachten entspreche den 

beweismässigen Anforderungen der Rechtsprechung. Nicht verwertbar sei hingegen 

das ZVMB-Gutachten. Es sei nicht nachvollziehbar, dass in einer adaptierten Tätigkeit 

eine volle Arbeitsfähigkeit vorliegen solle, zumal festgehalten worden sei, dass die 

Beschwerdeführerin bereits bei einfachen Aufgaben teilweise verlangsamt arbeite und 

ihre Konzentration über die Zeit schwanke. Auch gelänge es ihr nur ungenügend, sich 

neue Informationen einzuprägen und sie profitiere zu wenig von Wiederholungen. Es 

sei offensichtlich, dass auch Einschränkungen bei Tätigkeiten mit geringen kognitiven 

Anforderungen beständen. Bei der Festsetzung des Invalideneinkommens wird die 

Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzugs von 25% beantragt und ein 

Invaliditätsgrad von 54% berechnet. Überdies wird die Frage aufgeworfen, ob die 

Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin überhaupt noch verwertbar sei (act. G 1).

C.a. 

Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 26. Februar 2020 

die Abweisung der Beschwerde. Sie bestreitet, dass es sich beim ZVMB-Gutachten um 

C.b. 

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Erwägungen

1.  

eine unzulässige second opinion handle. Der RAD habe klar festgehalten, dass diverse 

Ungereimtheiten und im ABI-Gutachten widersprüchliche Angaben zur Arbeitsfähigkeit 

beständen sowie keine interdisziplinäre Konsensbesprechung der erhobenen Befunde 

und der zumutbaren Arbeitsfähigkeit vorgenommen worden sei. Das ZVMB-Gutachten 

bezeichnet sie hingegen als beweiskräftig. Daran ändere auch die testpsychologische 

Untersuchung nichts, da neuropsychologische Untersuchungsergebnisse stets im 

Kontext der übrigen medizinischen Aktenergebnisse zu würdigen seien. In der 

Gesamtbeurteilung werde im Gutachten festgehalten, dass sich gemäss dem 

neuropsychologischen Teilgutachten zwar aktuell leichte Minderleistungen feststellen 

liessen, in Tätigkeiten ohne wesentlich erhöhte kognitive Beanspruchung jedoch keine 

Leistungseinschränkung begründet werden könne. Die Restarbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin sei sodann verwertbar, wofür auch ihre lange Berufserfahrung 

spreche. Ein Tabellenlohnabzug sei nicht gerechtfertigt (act. G 4).

Die Beschwerdegegnerin liess in der Replik vom 28. April 2020 unverändert an 

ihren Anträgen festhalten und ihre Standpunkte unterstreichen. Unter Hinweis auf die 

anhaltende Alkoholsucht wird neu die Einholung eines gerichtlichen Gutachtens 

inklusive Fremdauskünften beantragt (act. G 6).

C.c. 

Die Beschwerdegegnerin hielt am 27. Mai 2020 an ihrem Abweisungsantrag fest 

und verzichtete auf weitere Ausführungen (act. G 8).

C.d. 

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der 

Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Die entsprechende Prüfung der 

Beschwerdegegnerin erfolgte gestützt auf die Wiederanmeldung der 

Beschwerdeführerin zum Leistungsbezug vom Oktober 2016 (IV-act. 44).

1.1. 

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 

arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% 

1.2. 

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invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für 

die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit 

liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG).

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Art. 16 ATSG).

1.3. 

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht 

ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% 

ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

1.4. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines 

Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 

352 E. 3a).

1.5. 

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2.  

Zwischen den Parteien umstritten ist, ob der Sachverhalt und damit die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in medizinischer Hinsicht ausreichend 

abgeklärt wurden.

2.1. 

Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, das ABI-Gutachten sei eine 

taugliche Grundlage, um insbesondere ihre Arbeitsfähigkeit von 75% in einer 

adaptierten Tätigkeit zu beweisen. Sie wirft der Beschwerdegegnerin vor, mit dem 

ZVMB-Gutachten eine unzulässige second opinion eingeholt zu haben.

2.2. 

In formeller Hinsicht ist diesbezüglich festzuhalten, dass der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin sich auf eine Rückfrage bei der Beschwerdegegnerin beschränkte, 

als die zweite Begutachtung angekündigt worden war (vgl. IV-act. 143, 145). Er erhielt 

daraufhin von der Beschwerdegegnerin die Auskunft, die Prüfung des ABI-Gutachtens 

durch ihren RAD habe ergeben, dass sie nicht darauf abstützen könne (IV-act. 146). In 

diesem Rahmen ging ihm auch die ausführliche RAD-Stellungnahme zu diesem Thema 

zu (IV-act. 148). Dass die Beschwerdeführerin sich vor der zweiten Begutachtung 

gegen deren Durchführung gewehrt hätte, ist nicht aktenkundig. Vor diesem 

Hintergrund erscheint die erstmals im Rahmen des Einwands zum Vorbescheid 

vorgebrachte Rüge, das ZVMB-Gutachten stelle eine unzulässige second opinion dar, 

verspätet.

2.2.1. 

In materieller Hinsicht dokumentieren insbesondere die RAD-Stellungnahmen 

nachvollziehbar, worin die Zweifel der Beschwerdegegnerin an der Überzeugungskraft 

und damit am Beweiswert der relevanten Schlussfolgerungen des ABI-Gutachtens 

lagen. Nach Durchsicht des ABI-Gutachtens notierte die zuständige RAD-Ärztin am 14. 

September 2018, es fehle eine kritische Würdigung der Arbeitsfähigkeitsschätzung 

durch den Hausarzt. Zudem konnte sie die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung mit der 

Einschränkung um 25% nicht uneingeschränkt nachvollziehen, da lediglich eine 

Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 10-20% aufgrund von Ermüdbarkeit oder 

Konzentrationsstörungen angegeben worden sei (IV-act. 148-1). Der fallführende 

internistische Gutachter verneinte das Vorliegen allgemeininternistischer Pathologien 

und Einschränkungen und bezeichnete die Arbeitsfähigkeit weder angestammt noch 

adaptiert als eingeschränkt (IV-act. 137-26 f.). Im rheumatologischen Teilgutachten 

wurde einerseits festgehalten, die Beschwerdeführerin könne in der zuletzt ausgeübten 

Tätigkeit 7 Stunden anwesend sein, eine Einschränkung der Leistung bestehe während 

dieser Anwesenheitszeit nicht. Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit 

wurde auf 90% geschätzt. Nicht damit in Einklang bringen lässt sich die Aussage im 

2.2.2. 

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nächsten Absatz, wonach aus rein rheumatologischer Sicht zu keinem Zeitpunkt eine 

Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als 

kaufmännische Angestellte bestanden habe (IV-act. 137-34). Der psychiatrische 

Teilgutachter erhob keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (IV-

act. 137-40 ff.). Der neurologische Teilgutachter sah die vorgebrachten Beschwerden 

überwiegend auf psychiatrischem und rheumatologischem Gebiet liegend. Die 

geschilderten Einschränkungen seien von neurologischer Seite her nicht hinreichend 

erklärbar. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert dieser Gutachter ebenfalls 

nicht (IV-act. 137-50). Der gastroenterologische Teilgutachter dokumentierte, die 

Beschwerdeführerin verspüre von Seiten der Leber keine spezifischen Symptome. 

Insbesondere verneine sie auch vermehrte Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen. 

Sie könne wegen Rücken- und Schulterproblemen sowie Schwindels nicht mehr voll 

arbeiten (IV-act. 137-52). Der Gutachter führte den Number Connection Test durch, der 

bei zwei Testläufen eine Verlangsamung ergab. Dies sei formal mit einer leichtgradigen 

Enzephalopathie vereinbar. Einschränkend hielt er aber fest, dass die 

Beschwerdeführerin nach einem langen Tag und vielen Untersuchungsgesprächen sehr 

ermüdet sei, was die Befunde auch erklären könnte (IV-act. 137-54). Der RAD wies 

diesbezüglich darauf hin, dass der gastroenterologische Untersuch abends nach 17 

Uhr stattgefunden habe (IV-act. 148-5). In der Beurteilung äusserte sich der 

Gastroenterologe vage: Im Alltag bestehe keine wesentliche Einschränkung der 

Tätigkeit, allerdings scheine die Beschwerdeführerin bei gewissen Arbeiten schneller zu 

ermüden. Er attestierte schliesslich in der angestammten Tätigkeit eine 

Anwesenheitszeit von 6 bis 7 Stunden. Bei Vorliegen einer Leberzirrhose sei durchaus 

plausibel, dass eine Einschränkung der Leistung von 10-20% aufgrund von 

Ermüdbarkeit und Konzentrationsstörungen vorliege. Die Arbeitsfähigkeit insgesamt 

schätzte er auf 75% (IV-act. 137-56). Dem RAD ist darin beizupflichten, dass diese 

Angaben insgesamt eine Einschränkung von 25% nicht hinreichend zu beweisen 

vermögen. Insbesondere fällt auf, dass die Beschwerdeführerin selbst in der Befragung 

vermehrte Müdigkeit und Konzentrationsstörungen verneinte. Dass der erwähnte Test 

einen etwas verlangsamten Wert ergab, kann selbst nach Auffassung des 

gastroenterologischen Gutachters daran liegen, dass dessen Untersuchung die letzte 

war nach vier vorangegangenen Teilbegutachtungen, die den ganzen Tag gedauert 

hatten. Die RAD-Ärztin erwähnte dazu im Übrigen zu Recht, dass die übrigen Gutachter 

Ermüdbarkeit "oder" Konzentrationsstörungen nicht festgestellt hätten (IV-act. 148-5). 

Nachvollziehbar erscheint auch, dass sich der RAD nicht zufrieden gab mit der 

Erklärung im Schreiben des ABI vom 1. Oktober 2018, wonach sich die Einschränkung 

der Leistungsfähigkeit von 10-20% nicht auf ein Vollpensum beziehe (vgl. IV-act. 140; 

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ausführlich dazu die RAD-Stellungnahme in IV-act. 148-2). Insgesamt ist materiell bei 

dieser Aktenlage nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin eine zweite 

Begutachtung in Auftrag gab.

Am ZVMB-Gutachten bemängelt die Beschwerdeführerin insbesondere, die 

Ergebnisse der neuropsychologischen Testung seien bei der Gesamtwürdigung der 

Gutachter nicht ausreichend berücksichtigt worden. Die Neuropsychologin lic. phil. 

G.___ hielt in ihrer Beurteilung vom 9. Juli 2019 fest, innerhalb der 4 Stunden 5 Minuten 

dauernden Untersuchung (unterbrochen durch 1 Stunde Mittagspause) seien weder 

zunehmende Ermüdungszeichen wie Gähnen und kleine Augen noch ein sichtbarer 

Leistungsabfall beobachtbar gewesen. Das Arbeitstempo bezeichnete sie als 

schwankend, teilweise bereits bei einfachen Aufgaben langsam. Sie erwähnte eine 

Tendenz, rasch aufzugeben, bezeichnete das Vorgehen aber als strukturiert mit rascher 

Fehlerkontrolle. Zur Affektivität erwähnte sie "wirkt eher etwas gereizt, manchmal 

unmotiviert wirkend" (IV-act. 157-99). Die objektivierbaren Defizite, zusammen mit den 

klinischen Auffälligkeiten, entsprächen am ehesten einer leichten 

neuropsychologischen Störung. Die Beschwerdeführerin tendiere dazu, bei 

Schwierigkeiten rasch aufzugeben und nicht noch weiter zu überlegen. Aufgrund 

dieses Faktors habe sie nicht immer ihr tatsächliches Leistungsprofil zeigen können (IV-

act. 157-102 f.). Insbesondere die deutlich defizitären verbalen Gedächtnisleistungen 

praktisch ohne jegliche Erinnerung seien im gezeigten Ausmass nicht glaubwürdig und 

widersprächen dem klinischen Bild. Mit hoher Wahrscheinlichkeit entsprächen die 

gezeigten verbalen Gedächtnisleistungen daher nicht der tatsächlichen 

Leistungsfähigkeit. Die Neuropsychologin wertete dies aber im Rahmen der 

Persönlichkeit der Beschwerdeführerin und nicht im Sinn einer bewussten 

Leistungsverzerrung. Würdigend wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin sei 

bereits bei einfachen Aufgaben verlangsamt. Ihre Konzentration schwanke über die 

Zeit. Es gelinge ihr nur ungenügend, sich neue Informationen einzuprägen. Dabei 

profitiere sie zu wenig von Wiederholungen. Einen grossen Teil von neu Gelerntem 

vergesse sie nach einer Ablenkung oder zeitlichen Verzögerungen wieder, wobei sie 

hier rasch aufgebe. Logische Zusammenhänge verstehe sie schlechter als 

Gleichaltrige. Sie finde punktuell nicht immer die richtigen Wörter. Neben dieser 

Schilderung der beobachteten Einschränkungen nannte die Neuropsychogin aber 

durchaus auch Ressourcen. So arbeite die Beschwerdeführerin vereinzelt bei 

einfachen, klar strukturierten Aufgaben in einem adäquaten Arbeitstempo und löse 

diese sorgfältig. Bei kurzen Tätigkeiten oder im Gespräch verliere sie den Faden nicht 

öfters als Gleichaltrige. Sie habe eigene Ideen, was das Lösen von Problemen 

erleichtern könne. An Aufgaben gehe sie strukturiert heran, könne einfache Probleme 

2.3. 

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lösen und Schritte vorausplanen. Sie sei mental flexibel. Informationen lerne sie im 

Altersvergleich gleich gut, könne sich auch nach einer Ablenkung oder Verzögerung 

noch gut daran erinnern. Sie könne altersentsprechend Texte lesen und verstehen, 

schreiben und rechnen. Auch einem normalen Gespräch könne sie ohne 

Schwierigkeiten folgen und sich mündlich klar und verständlich ausdrücken. Für die 

Dauer von gut 4 Stunden sei sie ausreichend belastbar, auch wenn sie von Beginn weg 

müde wirke (IV-act. 157-104 f.). Zur Arbeitsfähigkeit hielt die Neuropsychologin fest, die 

objektiven Defizite führten in der bisherigen Tätigkeit zu einer Einschränkung von 20%. 

Die ideal adaptierte Tätigkeit beschrieb die Neuropsychologin folgendermassen: Etwas 

mehr Zeit zur Verfügung haben, wenig Ablenkung und serielle, sich wiederholende 

Tätigkeiten. Würden diese Anpassungen vorgenommen, seien keine relevanten 

Einschränkungen zu erwarten (Leistungsfähigkeit von 100%; IV-act. 157-105). Diese 

Beurteilung lässt entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin hinreichend zuverlässig 

darauf schliessen, dass die erhobenen Defizite bei geeigneter Arbeit und 

Arbeitsgestaltung soweit kompensierbar sind, dass sie nicht mehr relevant ins Gewicht 

fallen. Im Übrigen konnte die Neuropsychologin nicht ausschliessen, dass die 

erhobenen Einschränkungen motivational ungünstig beeinflusst sein könnten, sodass 

die Leistungsbereitschaft der Beschwerdeführerin nicht klar ausgewiesen erscheint.

Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht in der Replik geltend, dass 

diese alkoholsüchtig sei, diesbezüglich Fremdauskünfte einzuholen seien und sich ein 

gerichtliches Gutachten aufdränge (act. G 6 S. 5 Ziff. 8). Der Alkoholkonsum der 

Beschwerdeführerin ist in den medizinischen Akten von Beginn weg ein zentrales 

Thema. Es ist zwar nicht auszuschliessen, dass die Beschwerdeführerin bezüglich des 

Ausmasses des Konsums teilweise bagatellisiert hat (vgl. dazu etwa IV-act. 137-41). 

Gerade auch vor dem Hintergrund der Leberzirrhose und des alkoholisiert verursachten 

Selbstunfalls vom 4. Juli 2016 mit anschliessendem stationärem Aufenthalt in einem 

psychiatrischen Zentrum (vgl. Sachverhalt lit. B.a) wurde der Alkoholproblematik jedoch 

stets besonderes Augenmerk geschenkt. Im Rahmen der ABI-Begutachtung wurde der 

CDT-Wert bestimmt; dieser lag mit 1.2% im Normbereich, sodass die Gutachter die 

von der Beschwerdeführerin behauptete weitgehende Alkoholabstinenz seit 2014 nicht 

in Frage stellten (vgl. IV-act. 137-8). Im Rahmen der ZVMB-Begutachtung sagte die 

Beschwerdeführerin aus, den früheren Alkohol-Überkonsum auch zum Selbstschutz 

beendet und dann überwiegend nur noch episodisch in den Krisensituationen wieder 

vermehrt getrunken zu haben. Sie stehe es selber gut durch, abstinent zu bleiben (IV-

act. 157-47). In der Labor-Untersuchung vom 17. April 2019 waren die Alkoholmarker 

denn auch wiederum unauffällig, auch der CDT-Wert lag im Normbereich (IV-

act. 157-51). Die biologische Halbwertszeit nach Alkoholabstinenz liegt bei immerhin 

2.4. 

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3.

Hinreichende Gründe für die Verneinung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin, wie diese sie geltend macht, bestehen nicht. Diesbezüglich ist auf 

die zutreffenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort zu 

verweisen (act. G 4 Ziff. III/4). In den Bereichen Büro und Reinigung konnte die 

Beschwerdeführerin langjährige Berufserfahrung sammeln. Freilich ist nachvollziehbar, 

dass ihr der konkrete Arbeitsmarkt als im Verfügungszeitpunkt 60-Jährige erschwerte 

Verhältnisse bietet. Dies ist auf dem für die Invaliditätsbemessung massgebenden 

hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt, in dem sich Angebot an und Nachfrage 

nach Stellen die Waage halten, jedoch nicht der Fall. Das der Beschwerdeführerin noch 

mögliche Tätigkeitsprofil (vgl. dazu IV-act. 157-10 f.) ist breit genug, als dass sie nicht 

nur unter unrealistischem Entgegenkommen eines Arbeitgebers eine Anstellung finden 

könnte. Die Verneinung der Verwertbarkeit, die in der Praxis restriktiv gehandhabt wird, 

fällt folglich ausser Betracht.

2-3 Wochen (vgl. Analysen-Auskunftssystem des Universitären Zentrums für 

Labormedizin und Pathologie des Universitätsspitals Zürich, Stichwort CDT, abrufbar 

unter http://www.uzl.usz.ch/fachwissen/uzl-analysen-auskunftssystem/Seiten/ 

default.aspx, abgerufen am 7. August 2020), sodass die Labor-Untersuchungen im 

Rahmen der Begutachtungen nicht lediglich Punktaufnahmen darstellen. Vor diesem 

Hintergrund und mangels Hinweisen in den medizinischen Akten auf einen dauerhaften 

erheblichen Alkoholkonsum zum vorliegend relevanten Zeitpunkt des Erlasses der 

angefochtenen Verfügung (November 2019) erscheinen die Hinweise in der Replik zum 

Konsumverhalten der Beschwerdeführerin zu vage, als dass sie einen weiteren 

Abklärungsbedarf zu begründen vermöchten. In antizipierender Beweiswürdigung ist 

daher auf weitere Abklärungen wie die Veranlassung eines Gerichtsgutachtens zu 

verzichten.

Zusammenfassend ist entsprechend der Gesamtwürdigung der ZVMB-Gutachter 

eine Arbeitsfähigkeit von 80% in der angestammten Bürotätigkeit und eine quantitativ 

uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in einer optimal adaptierten Tätigkeit 

rechtsgenüglich bewiesen. Darauf ist abzustellen. Die Gutachter haben übrigens 

explizit festgehalten, dass die Wechselwirkungen und Interaktion der 

Gesundheitsstörungen und psychosozialen Belastungen bereits in der 

Arbeitsfähigkeitsbewertung berücksichtigt worden seien.

2.5. 

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4.  

In der Invaliditätsbemessung, die der angefochtenen Verfügung vom 13. November 

2019 zugrunde liegt, hat die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin 

unbestrittenermassen zu Recht als Vollerwerbstätige qualifiziert und den 

Invaliditätsgrad gestützt auf Art. 16 ATSG nach der ordentlichen Methode des 

Einkommensvergleichs bemessen. Der frühestmögliche Rentenbeginn liegt bei 

Anmeldung im Oktober 2016 unter Berücksichtigung von Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG am 

1. April 2017. Für den Einkommensvergleich sind daher die Werte per 2017 

massgebend.

4.1. 

Im Berechnungsblatt zum Einkommensvergleich hat die Beschwerdegegnerin als 

massgebenden Jahreslohn Fr. 66'242.- (Basis 2015) angegeben und "EKV vom 

08/2017" vermerkt (IV-act. 159). Im August 2017 hatte sie im damaligen 

Berechnungsblatt jedoch den im IK-Auszug (IV-act. 52-1) vermerkten Jahreslohn von 

Fr. 32'500.- per 2012 und das in der Haushaltabklärung ermittelte Erwerbspensum von 

40% genannt (IV-act. 80, Abklärungsbericht Haushalt in IV-act. 37). Es ist nicht 

überwiegend wahrscheinlich belegt, dass die Beschwerdeführerin im Betrieb ihres 

Ehemanns einerseits ein Pensum von 40% geleistet und andererseits dafür ein 

effektives Einkommen von Fr. 32'500.- erzielt hat. Die Beschwerdeführerin verfügt nicht 

über eine kaufmännische Ausbildung, sondern lediglich über eine Anlehre im Verkauf 

und über einen Grundkurs für Bürotätigkeiten (IV-act. 37-3). Sie gab in der 

Haushaltabklärung an, vor Eintritt des Gesundheitsschadens 12-14 Stunden 

wöchentlich Büroarbeit und 4-5 Stunden Reinigungsarbeit geleistet zu haben. 

Spezifiziert wurden die Arbeiten mit "allgemeine Büroarbeiten, Löhne, Offerten ins 

Reine schreiben, Abrechnungen, Zahlungsverkehr etc." sowie "Reinigung der 

Büroräumlichkeiten, sanitären Anlagen und periodisch Fensterreinigung". Es ist 

offenkundig, dass diese Arbeiten insgesamt nicht dem deutlich überdurchschnittlichen 

Lohnniveau von Fr. 81'250.- (Fr. 32'500.- gemäss IK-Auszug, hochgerechnet auf 

100%) entsprechen. Folglich ist dieser Wert als Valideneinkommen beweismässig nicht 

hinreichend ausgewiesen. Die genaue Festsetzung des Valideneinkommens kann 

jedoch unterbleiben. Denn selbst wenn zugunsten der Beschwerdeführerin auf den 

Lohn von Fr. 81'250.- abgestellt würde (eine Nominallohnaufrechnung auf das Jahr 

2017 fällt bereits deshalb ausser Betracht, weil eine entsprechende Erhöhung seit dem 

Jahr 2006 nie gewährt wurde), resultiert bei der Gegenüberstellung des LSE-

Tabellenlohns für Hilfsarbeiterinnen im Jahr 2017 von Fr. 54'783.- (vgl. Anhang 2 der 

IVG-Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2019) kein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad von 40%. Dies wäre selbst bei Gewährung eines 

4.2. 

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- zu bezahlen. 

Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihr daran angerechnet.

Tabellenlohnabzugs von 10% nicht der Fall. Folglich ist die abweisende 

Rentenverfügung der Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden.

Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen die Verfügung 

vom 13. November 2019 abzuweisen.

4.3. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der 

unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- 

aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss in derselben Höhe ist ihr daran 

anzurechnen. Entsprechend dem Verfahrensausgang ist der Beschwerdeführerin keine 

Parteientschädigung zuzusprechen.

4.4. 

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 28.08.2020
	Art. 16 ATSG. Würdigung von medizinischen Akten, insbesondere von zwei polydisziplinären Gutachten. Zurückweisung des Vorwurfs der Beschwerdeführerin, dem zweiten Gutachten komme der Charakter einer unzulässigen second opinion zu. Invaliditätsbemessung mittels Einkommenvergleichs (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. August 2020, IV 2019/335).

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		2024-05-26T23:47:23+0200
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