# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 88d53b75-d5fc-5bcb-8355-55b1ba0ae205
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-07-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.07.2015 D-3880/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3880-2015_2015-07-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-3880/2015 

law/fes 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  J u l i  2 0 1 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Walter Lang, 

mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo;   

Gerichtsschreiberin Sarah Ferreyra. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren (…), 

Türkei,   

vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer,  

Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende (ZBA),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM);  

zuvor Bundesamt für Migration (BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 21. Mai 2015 / N (…). 

 

 

 

D-3880/2015 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer, eigenen Angaben zufolge ein türkischer 

Staatsangehöriger kurdischer Ethnie aus Z._______ mit letztem Wohnsitz 

in Istanbul am 17. Januar 2012 bei der Schweizer Botschaft in Ankara ein 

Asylgesuch aus dem Ausland stellte, wo er am 26. Januar 2012 zu seinen 

Asylgründen angehört wurde, 

dass die Schweizer Botschaft mit Begleitschreiben vom 22. Februar 2012 

die Akten samt den von ihm eingereichten Beweismittel an das damalige 

BFM zur weiteren Prüfung weiterleitete, 

dass der Beschwerdeführer sodann ohne den Ausgang des Verfahrens im 

Ausland abzuwarten, am 9. oder 10. April 2012 von Istanbul in einem Lkw 

durch unbekannte Länder am 16. April 2012 in die Schweiz einreiste, wo 

er am 18. April 2012 um Asyl nachsuchte, 

dass das BFM am 18. April 2012 im Empfangs- und Verfahrenszentrum 

EVZ) Kreuzlingen die Personalien des Beschwerdeführers erhob und ihn 

summarisch zum Reiseweg sowie zu den Gründen für das Verlassen des 

Heimatlandes befragte, 

dass das BFM das Asylgesuch aus dem Ausland am 20. April 2012 als 

gegenstandslos geworden abschrieb, 

dass das BFM den Beschwerdeführer am 24. Juli 2013 einlässlich zu den 

Asylgründen anhörte, 

dass der Beschwerdeführer zur Begründung seines Asylgesuches im We-

sentlichen geltend machte, er habe bis unlängst nie Probleme mit den tür-

kischen Behörden gehabt und sich nie mit Politik befasst,  

dass er im Januar 2007 als Inhaber eines Wettbüros von einem mit ihm 

weit Verwandten und Journalisten beziehungsweise einem Wettkunden 

angefragt worden sei, ob er vorübergehend zwei Männer beziehungsweise 

eine Frau bei sich zu Hause beherbergen könne, was er im Lichte der tra-

ditionellen türkischen Gastfreundschaft bejaht habe, worauf wenige Tage 

später kurz nacheinander zwei Männer bei ihm zu Hause angeklopft und 

um Einlass gebeten hätten, 

D-3880/2015 

Seite 3 

dass, nachdem er die Gäste zwei Tage beherbergt gehabt habe, Polizisten 

seine Wohnung gestürmt, durchsucht und die beiden Männer festgenom-

men hätten, 

dass sie ihn vorübergehend auf den Posten mitgenommen und nach zwei 

Tagen in Polizeigewahrsam wieder aus der Haft entlassen hätten, 

dass sich die beiden Gäste als aktive Mitglieder der linksextremen Vereini-

gung DHKP-C (Devrimici Halk Kurtuluş Partisi-Cephesi, zu Deutsch Revo-

lutionäre Volksbefreiungspartei-Front) entpuppt hätten, denen verschie-

dene Straftaten vorgeworfen worden seien, weshalb auch gegen ihn ein 

Strafverfahren eröffnet worden sei, obwohl er über den einschlägigen Hin-

tergrund seiner beiden Gäste nichts gewusst habe, 

dass er am (…) 2007 von der Staatsanwaltschaft Y._______ angeklagt 

worden sei, 

dass er in der Folge mit erstinstanzlichem Urteil des (...)-Gerichtes 

Y._______ vom (…) 2011 wegen "Unterstützung und Beherbergung einer 

Terrororganisation" und wegen indirekter "Mitgliedschaft bei einer Terroror-

ganisation " zu einer Haftstrafe von sechs Jahren und drei Monaten verur-

teilt worden sei,  

dass er sich aus Angst vor einer rechtskräftigen Verurteilung und einer 

Festnahme im Frühjahr 2012 zur Ausreise aus der Türkei entschlossen 

habe, 

dass nach seiner Ausreise seine Familienangehörigen zu seinem Aufent-

haltsort befragt worden seien und das Telefon abgehört werde, 

dass er gegen das Urteil vom (…) 2011 Beschwerde erhoben habe, worauf 

das Kassationsgericht mit Urteil vom (…) 2013 aufgrund einer inzwischen 

eingetretenen Gesetzesänderung das erstinstanzliche Urteil aufgehoben 

und das Verfahren an die erste Instanz zurückgewiesen habe, 

dass ihn 2013 das (...)-Gericht Y._______ mit erneutem erstinstanzlichem 

Urteil vom (…) 2013 unter Berücksichtigung dieser Gesetzesänderung und 

in Anwendung des milderen Rechts, nunmehr zu einer Freiheitsstrafe von 

drei Jahren und 15 Tagen verurteilt habe, 

dass er bei einer allfälligen Rückkehr befürchte, die gegen ihn ausgespro-

chene Haftstrafe verbüssen zu müssen, 

D-3880/2015 

Seite 4 

dass er seine türkische Identitätskarte (Nüfus), die Anklageschrift sowie die 

Urteile als Beweismittel zu den Akten reichte, 

dass er am 5. Februar 2014 handelnd durch seinen Rechtsvertreter das 

Urteil vom 31. Oktober 2013 mit Übersetzung einreichte, 

dass das SEM mit tags darauf eröffneter Verfügung vom 21. Mai 2015 fest-

stellte, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, des-

sen Asylgesuch vom 18. April 2012 ablehnte, die Wegweisung aus der 

Schweiz verfügte und deren Vollzug anordnete, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 19. Juni 2015 handelnd durch 

seinen Rechtsvertreter gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungs-

gericht Beschwerde erheben liess und beantragte, die angefochtene Ver-

fügung sei aufzuheben, ihm Asyl zu gewähren oder jedenfalls die Flücht-

lingseigenschaft festzustellen, eventualiter sei die Unzulässigkeit des Voll-

zugs der Wegweisung festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuord-

nen, 

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht zudem beantragen liess, es sei 

ihm die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG (SR 

172.021) i.V.m. Art. 110a AsylG, (SR 142.31) zu gewähren und auf die Er-

hebung eine Kostenvorschusses zu verzichten,  

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 

über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM entschei-

det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor 

welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG 

i.V.m. Art. 31–33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

[VGG, SR 173.32], Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 

17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),  

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 

vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

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Seite 5 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich 

vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb 

der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 

Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-

wechsel verzichtet wurde, 

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 

AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG), 

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 

gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), 

dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde 

ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält, 

dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in wesent-

lichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden, 

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Seite 6 

dass die Flucht vor einer rechtstaatlich legitimen Strafverfolgung im Hei-

matland grundsätzlich keinen Grund für die Anerkennung der Flüchtlings-

eigenschaft und für die Asylgewährung bildet, 

dass ausnahmsweise die Durchführung eines Strafverfahrens wegen eines 

gemeinrechtlichen Delikt eine Verfolgung im asylrechtlichen Sinne darstel-

len kann, wenn einer Person eine gemeinrechtliche Tat untergeschoben 

wird, um sie wegen ihrer äusseren oder inneren Merkmale, namentlich ih-

rer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten 

Gruppe oder ihrer politischen Anschauungen, zu verfolgen, oder wenn die 

Situation eines Täters, der ein gemeinrechtliches Delikt tatsächlich began-

gen hat, aus einem solchen Motiv in bedeutender Weise erschwert wird, 

dass eine solche Erschwerung der Lage (sogenannter Politmalus) insbe-

sondere dann anzunehmen ist, wenn deswegen eine unverhältnismässig 

hohe Strafe ausgefällt wird (sogenannter Malus im absoluten Sinn), wenn 

das Strafverfahren rechtsstaatlichen Ansprüchen klarerweise nicht zu ge-

nügen vermag oder wenn der asylsuchenden Person in Form der Strafe 

oder im Rahmen der Strafverbüssung eine Verletzung fundamentaler Men-

schenrechte, insbesondere Folter droht (vgl. BVGE 2014/28 E. 8.3; 

2013/25 E. 5.1 mit Hinweis auf 2011/10 E. 4.3), 

dass das SEM in der angefochtenen Verfügung nach Sichtung der Akten 

zutreffend ausführte, es handle sich bei der strafrechtlichen Verfolgung ei-

ner Beherbergung von behördlich gesuchten mutmasslichen Straftätern 

vom strafrechtlichen Gegenstand her auch aus hiesiger Rechtssicht um ein 

im Kern legitimes Strafverfahren, vergleichbar etwa mit dem hiesigen Straf-

tatbestand der Begünstigung (vgl. Art. 305 Strafgesetzbuch [StGB]), 

dass er sich im Hinblick auf die genauen Umstände des Ersuchens um 

Beherbergung in einem bedeutenden Punkt widersprochen habe, da er an-

lässlich der Anhörung auf der Schweizer Botschaft angegeben habe, ein 

weiter Verwandter habe zwei Männer zu ihnen nach Hause gebracht und 

ihn angefragt, ob er jene vorübergehend bei sich beherbergen könne; dem-

gegenüber habe er anlässlich der hiesigen Anhörung geltend gemacht, ein 

Wettkunde von ihm habe ihn angefragt, ob er eine Frau vorübergehend 

beherbergen wolle, worauf er eingewilligt habe und überrascht gewesen 

sei, als sich innerhalb von zehn Minuten nacheinander zwei Männer an 

seiner Tür gemeldet und um Einlass ersucht hätten,  

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Seite 7 

dass bei Lichte betrachtet davon auszugehen sei, dass er – entgegen sei-

ner Behauptung – keineswegs gleichsam zufällig für die Beherbergung der 

beiden DHKP-C-Mitglieder ausgesucht worden sein dürfte und er gänzlich 

ahnungslos gewesen sei, denn diesfalls sei das Risiko offenkundig zu 

gross gewesen, dass er angesichts des ungewöhnlichen Erscheinungsbil-

des und Verhaltens seiner Gäste bei einem auch nur geringen Verdacht 

entweder die beiden Gäste des Hauses verwiesen oder gar vorsorglich die 

Polizei eingeschalten hätte, 

dass er in Wirklichkeit gezielt – wohl durch seinen weit Verwandten und 

nicht durch einen ihm unbekannten Wettkunden – angefragt worden sei 

und dass er durch seine Gastfreundschaft zumindest in Kauf genommen 

habe, potentiellen Straftätern aus dem Umfeld der von ihm selbst als terro-

ristisch bezeichnenden DHKP-C einen vorübergehenden Unterschlupf zu 

gewähren, 

dass aufgrund der gesamten Aktenlage keine Rede davon sein könne, 

dass ihm eine gemeinstrafrechtliche Tat von den türkischen Behörden ge-

zielt unterschoben worden wäre, da ja der Sachverhalt der Beherbergung 

an sich auch seinerseits unbestritten sei, im Weiteren auch keine gezielte 

Erschwerung seiner Situation im Strafverfahren ersichtlich sei, zumal bei 

einem Strafmass von drei Jahren und 15 Tagen nicht von einer unverhält-

nismässig hohen Strafe gesprochen werden könne und diese aus hiesiger 

Sicht auch verhältnismässig erscheine und die relative Gravität des Delikts 

und das keineswegs als gering zu veranschlagende Verschulden wieder-

spiegle, 

dass das Strafmass durchaus vergleichbar sei mit der europäischen Praxis 

in ähnlich gelagerten Fällen, so reiche etwa das abstrakte Strafmass der 

Begünstigung gemäss Art. 305 StGB ebenfalls bis zu drei Jahren Freiheits-

strafe,  

dass auch keine Anhaltspunkte dafür bestünden, dass das Strafverfahren 

rechtstaatlichen Ansprüchen klarerweise nicht zu genügen vermöchte, 

wozu auf die insgesamt drei – ausführlich begründeten – Strafurteile zu 

verweisen sei, die unter Berücksichtigung einer inzwischen erfolgten Ge-

setzesänderung und in Anwendung des milderen Rechts schliesslich zum 

Strafurteil vom (…) 2013 geführt hätten, welches das erwähnte Strafmass 

von drei Jahren und 15 Tage beinhalte, 

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Seite 8 

dass das bisherige Strafverfahren für ihn mit einer zweitägigen Polizeihaft 

"bei offener Tür" verbunden gewesen sei, die ebenfalls in keiner Weise zu 

beanstanden sei, 

dass schliesslich ihm im Lichte der insgesamt verbesserten Menschen-

rechtslage in der Türkei auch im Rahmen des Strafvollzugs keine Verlet-

zung fundamentaler Menschenrechte, namentlich etwa in Form von 

schwerwiegenden Misshandlungen oder gar Folter drohen würden, 

dass demzufolge die gerichtliche Verurteilung von ihm zu einer Freiheits-

strafe von drei Jahren und 15 Tagen keine Asylrelevanz zu entfalten ver-

möge, 

dass in der Beschwerde geltend gemacht wird, für die Erfüllung des Straf-

tatbestandes der Begünstigung sei in subjektiver Hinsicht Vorsatz voraus-

gesetzt, wer fahrlässig begünstige, bleibe straffrei, weshalb er in der 

Schweiz, davon ausgehend, dass er nicht gewusst habe, dass er Mitglieder 

der DHKP-C bei sich beherberge, nach schweizerischer Rechtsauffassung 

nicht bestraft werden könne, 

dass die Bejahung des Sachverhalts nichts über seine inneren Motive aus-

sage, die Bestätigung des Sachverhalts ihn zudem glaubwürdig mache, 

dass er in der Schweiz für das ihm vorgeworfene Verhalten allerhöchstens 

zu einer dreijährigen Strafe hätte verurteilt werden können und es dafür 

einer äusserst überzeugenden Urteilsbegründung bedürfe, wenn der mut-

massliche Straftäter den Tatbestand abstreite und nicht den geringsten 

Zweifel daran bestehe, dass er in Kenntnis aller Umstände zwei Terroristen 

bei sich aufgenommen habe, welche Anschläge planen würden, was bei 

einem unbescholtenen (…)-jährigen Bürger, welcher sich nie in seinem Le-

ben einer Organisation angeschlossen habe, doch eher schwierig zu be-

werkstelligen sei, sogar davon ausgehend, er habe eventualvorsätzlich 

zwei Mitglieder der DHKP-C bei sich aufgenommen, sich die volle Aus-

schöpfung des Strafrahmen niemals rechtfertigen würde, 

dass die Bestrafung über das Höchstmass der in der Schweiz vorgesehe-

nen Strafe hinausgehe, die Einschätzung, das Urteil sei im Vergleich zur 

europäischen Praxis verhältnismässig, als falsch bezeichnet werden 

müsse, 

dass gemäss türkischem Urteil keine Verbindung zwischen ihm und der 

DHKP-C habe festgestellt werden können und er in seinem ganzen Leben 

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Seite 9 

noch nie in ein Strafverfahren verwickelt gewesen sei, die türkischen Straf-

behörden dennoch davon ausgegangen seien, er habe gewusst, um was 

für Personen es sich handle, eine nachvollziehbare Begründung im Straf-

urteil fehle, 

dass nicht in Abrede gestellt werden könne, dass er sich widersprüchlich 

geäussert habe bezüglich der Person, welche ihn um Beherbergung ge-

fragt habe, und er dies nicht schlüssig habe erklären können,  

dass aber fraglich sei, inwiefern die Anhörung auf der Botschaft herange-

zogen werden dürfe, um die Unglaubhaftigkeit der Aussagen zu begrün-

den, da diese nicht durch geschulte Mitarbeiter des SEM durchgeführt wor-

den sei und nicht stark gewichtet werden dürfe, 

dass das SEM nicht sage, weshalb er seine Gäste als Terroristen hätte 

erkennen sollen, es realitätsfremd erscheine, davon auszugehen, diese 

würden sich als solche zu erkennen geben, und er eben genau geltend 

mache, dies nicht bemerkt zu haben, 

dass es offensichtlich sei, dass die türkischen Behörden ihm eine derart 

hohe Strafe auferlegen würden, weil sie ihm selber dem Umfeld der DHKP-

C zuordnen, sonst hätte man ihn nicht so schwer bestraft, was einer in der 

Türkei gängigen Vorgehensweise entspreche, wenn es den Behörden nicht 

gelinge, den vermuteten Bezug zu einer kriminellen Organisation zu erbrin-

gen, 

dass nicht zu vergessen sei, dass die Gefängnisstrafe zunächst auf sechs-

einhalb Jahre angesetzt gewesen sei und nur aufgrund einer Gesetzände-

rung im laufenden Verfahren habe reduziert werden müssen, 

dass nicht massgebend sei, ob die gemeinstrafrechtliche Tat gänzlich un-

terschoben worden sei oder ob er für ein begangenes Delikt letztlich mit 

einer viel zu hohen Strafe belegt worden sei, sondern es sei relevant fest-

zustellen, dass das über ihn verhängte Urteil einen Politmalus darstelle, da 

ihm eine derart hohe Gefängnisstrafe für sein Verhalten nicht auferlegt wer-

den dürfe, 

dass der Einwand, die türkischen Strafbehörden seien zu Unrecht davon 

ausgegangen, er habe gewusst, um was für Personen es sich handle, wel-

che er beherbergt habe, von vornherein ins Leere stösst, weil es nicht Sa-

che der schweizerischen Asylbehörden sein kann, ausländische Strafur-

teile einer materiellen Prüfung zu unterziehen, 

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Seite 10 

dass in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen ist, dass selbst ein 

Fehlurteil für sich allein keine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung dar-

stellt (vgl. BVGE 2014/28 E. 8.1), 

dass dessen ungeachtet gemäss dem eingereichten Urteil des (...)-Gerich-

tes Y._______ vom (…) 2011 ein Code ("mich hat Mahir geschickt", vgl. 

S. 3 und 11 der Übersetzung, vgl. auch Akte B16/19 F62) vereinbart wurde, 

damit der Beschwerdeführer die Gäste erkennen könne, und ihm das Ge-

richt deshalb seine Beteuerung, er habe nicht gewusst, aus welchem Um-

feld die beherbergten Gäste stammten, keinen Glauben schenkte (vgl. 

S. 12 der Übersetzung), 

dass das Gericht somit offensichtlich von einer vorsätzlichen Tatbegehung 

ausging und die Begründung hierfür nachvollziehbar ist, 

dass der Beschwerdeführer ausserdem anlässlich der Anhörung erklärte, 

er habe mit denen nicht einmal reden wollen, er habe seinen Fehler sofort 

eingesehen, er hätte von Beginn an nein sagen sollen (vgl. Akte B16/19 

F70), was verdeutlicht, dass er über den Hintergrund seiner Gäste sehr 

wohl im Bilde war, 

dass in der Eingabe vom 5. Februar 2014 zudem erwähnt wird, der Be-

schwerdeführer sei Mitglied der DHKP-C gewesen, was mit der Aussage 

in der Anklageschrift der Oberstaatsanwaltschaft vom (…) 2007 überein-

stimmen würde, wonach bekannt sei, dass kein Organisationsmitglied bei 

jemandem Unterschlupf suche, der nicht auch in der Organisation sei (vgl. 

S. 6 der Übersetzung), 

dass insofern kein Grund für die Annahme besteht, der Beschwerdeführer 

sei aus asylrechtlich relevanten Gründen zu Unrecht wegen eines gemein-

rechtlichen Delikts verurteilt worden,  

dass auch das Strafmass von drei Jahren und 15 Tagen unter Hinweis auf 

die zutreffenden Ausführungen des SEM nicht als klarerweise unverhält-

nismässig zu erachten ist,  

dass aus den Akten zudem auch keine Anhaltspunkte ergeben, die darauf 

hindeuten, dass das Strafverfahren rechtsstaatlichen Ansprüchen offen-

sichtlich nicht genügt hätte, sondern im Gegenteil selbst die strafmildern-

den Umstände wie die Vergangenheit des Beschwerdeführers, seine sozi-

alen Beziehungen, seine Verhaltensweise während des gesamten Verfah-

rens und der Prozesse und unter Beachtung der möglichen Auswirkungen 

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Seite 11 

auf seine Zukunft berücksichtigt wurden und ein Strafnachlass gewährt 

wurde (vgl. Urteil der vom (…) 2013, S. 9 der Übersetzung), 

dass der Beschwerdeführer sodann während der zweitägigen Haft keine 

Misshandlungen geltend machte (vgl. Akte B16/19 F102) und danach wie-

der entlassen worden ist,  

dass deshalb vorliegend nicht von einem Politmalus auszugehen ist und 

die gerichtliche Verurteilung zu drei Jahren und 15 Tagen nicht asylrelevant 

ist, 

dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelingt, die Flüchtlingseigen-

schaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, weshalb das 

SEM das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat, 

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 

Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 

(Art. 44 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt 

hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. 

BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.), weshalb die verfügte Weg-

weisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-

nach vom SEM zu Recht angeordnet wurde, 

dass das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim-

mungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Weg-

weisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]), 

dass in der Beschwerde nur die Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs 

gerügt und entsprechend begründet wurde und nicht geltend gemacht 

wurde, der Vollzug der Wegweisung sei unmöglich oder unzumutbar, wes-

halb auch aufgrund fehlender Anhaltspunkte in den Akten sich diesbezüg-

liche Erwägungen erübrigen, 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtliche 

Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 

Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste-

hen (Art. 83 Abs. 3 AuG), 

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

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Seite 12 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), 

dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass-

geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es 

dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche 

Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in 

Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement 

im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet,  

dass in der Beschwerde geltend gemacht wird, es müsse davon ausge-

gangen werden, dass der Beschwerdeführer als politischer Gefangener 

angesehen werde, weshalb nicht ausgeschlossen werden könne, dass er 

im Gefängnis unmenschlicher Behandlung ausgesetzt wäre, 

dass zwar die Gefahr, von den Sicherheitskräften in Gewahrsam misshan-

delt oder gefoltert zu werden, in der Türkei nach wie vor nicht gänzlich aus-

geschlossen werden kann, Folter in den Gefängnissen aber dank Refor-

men markant reduziert werden konnte (vgl. BVGE 2013/25 E. 5.2.2), 

dass vorliegend unter Verweis auf die vorstehenden Erwägungen keinerlei 

verdichtete Anhaltspunkte bestehen, welche im Falle des Beschwerdefüh-

rers auf eine menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 

Abs. 3 BV, von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) beziehungsweise der Praxis zu Art. 3 

EMRK hinweisen, 

dass somit keine Wegweisungshindernisse vorliegen, weshalb die Anord-

nung der vorläufigen Aufnahme nicht in Betracht fällt, 

dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechts-

erheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 

AsylG) und – soweit überprüfbar – angemessen ist, weshalb die Be-

schwerde abzuweisen ist, 

dass der Antrag, es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu ver-

zichten, aufgrund des direkten Entscheides gegenstandslos wird, 

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im 

Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 110a AsylG – unbesehen der 

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Seite 13 

geltend gemachten prozessualen Bedürftigkeit – abzuweisen ist, da die 

Beschwerdebegehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt 

– als aussichtslos zu bezeichnen sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1–

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-3880/2015 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und 

Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Walter Lang Sarah Ferreyra 

 

 

Versand: