# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5e3ac6de-e7c5-52ed-8e1f-ad3aecbee72b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-03-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.03.2022 D-1708/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1708-2020_2022-03-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1708/2020  

law/gnb 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 .  M ä r z  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richter Walter Lang (Vorsitz), 

Richter Yanick Felley, 

Richterin Nina Spälti Giannakitsas, 

Gerichtsschreiberin Barbara Gysel Nüesch. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

und ihre Tochter 

B._______, geboren am (…) 

beide vertreten durch Samuel Häberli, 

Beschwerdeführerinnen, 

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Wegweisung und Wegweisungsvollzug 

(Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid); 

Verfügung des SEM vom 24. Februar 2020 / N (…). 

 

 

 

D-1708/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a A._______ (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) und ihre Tochter 

B._______ verliessen ihren Heimatstaat Georgien gemäss eigenen Anga-

ben am 28. Mai 2019 und reisten gleichentags auf dem Luftweg in die 

Schweiz ein, wo sie am 29. Mai 2019 um Asyl nachsuchten. Am 5. Juni 

2019 beauftragte die Beschwerdeführerin die Mitarbeitenden des Rechts-

schutzes für Asylsuchende im Bundesasylzentrum (BAZ) Region 

C._______ mit der Wahrung ihrer Rechte im Asylverfahren. Am 6. Juni 

2019 fand die Personalienaufnahme (PA) und am 11. Juni 2019 das Dub-

lin-Gespräch statt. In der Folge wurde die Beschwerdeführerin am 20. Juni 

2019 und am 10. Oktober 2019 einlässlich zu ihren Asylgründen angehört 

(vgl. Art. 26 Abs. 3 und Art. 29 AsylG [SR 142.31]). 

A.b Zum persönlichen Hintergrund und zur Begründung ihres Asylgesuchs 

machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, sie sei in 

D._______, Rayon E._______, Region F._______, Georgien, geboren und 

aufgewachsen. Ihre Eltern seien vor über zehn Jahren verstorben, die 

Schwester lebe in G._______ und die Brüder würden im Elternhaus woh-

nen. Nach Abschluss der Mittelschule habe sie an der (…) studiert und sich 

zur (…) ausbilden lassen. In der Folge habe sie im Dorf als (…) gearbeitet. 

Im Jahre (…) sei sie nach Tiflis gezogen, wo sie (…) studiert und im Jahre 

(…) abgeschlossen habe. Danach habe sie in Tiflis gewohnt und gearbei-

tet. Im Jahr (…) habe sie geheiratet und mit ihrem Ehemann und später 

der gemeinsamen Tochter in der Einzimmerwohnung ihres Ehemannes in 

Tiflis gewohnt. Nach der Geburt der Tochter sei sie nicht mehr berufstätig 

gewesen. Ihr Ehemann sei saisonal bei einer (…) tätig gewesen, sei jedoch 

im Jahre 2019 nicht mehr aufgeboten worden. 

Ihr Heimatland habe sie verlassen, weil ihr Ehemann ihr gegenüber gewalt-

tätig gewesen sei. Schon bald nach der Heirat habe er sie immer wieder 

erniedrigt und beleidigt. Nach der Geburt der Tochter im Jahre (…) habe 

sie dann um jede finanzielle Ausgabe für die Familie, sei es für Nahrungs-

mittel oder Medikamente, kämpfen müssen. Auch sei sie regelmässig ge-

schlagen worden. Als die Tochter einmal krank gewesen sei und sie eine 

Ambulanz gerufen habe, sei ihr Mann derart wütend geworden, dass er sie 

bis zur Bewusstlosigkeit geschlagen habe. Danach seien die Misshandlun-

gen stetig schlimmer geworden. Er habe sie sexuell genötigt, sie mit den 

Füssen getreten, geschlagen und gar mit dem Bügeleisen verbrannt. Er 

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Seite 3 

habe zudem angefangen, ihr die Tochter zu entziehen, indem er diese im-

mer überallhin mitgenommen habe. Sie habe Angst gehabt, denn ihr Mann 

habe getrunken und nicht gut auf die Tochter aufgepasst. Er habe ihr zu-

dem gedroht, er würde sie in einer psychiatrischen Klinik einsperren las-

sen. Sie habe bereits vor einigen Jahren versucht, ihren Mann zu verlassen 

und sei zu ihrem Bruder zurück ins Dorf geflüchtet. Bei ihm habe sie jedoch 

nicht bleiben können, weshalb sie wieder zu ihrem Ehemann zurückge-

kehrt sei. Sie habe sich nicht scheiden lassen, weil sie keinen Ort gehabt 

habe, wo sie hätte hingehen können. Im (…) 2018 sei die Situation derart 

schwierig geworden, dass sie sich ans Zentrum (…) gewandt habe, wo sie 

psychologische und medizinische Hilfe gefunden habe. Man habe dort ihre 

Verletzungen fotografiert und ihr eine Bescheinigung ausgestellt, welche 

sie als Opfer von häuslicher Gewalt klassifiziert habe. Auch die Tochter, 

welche sehr aggressiv geworden sei, habe im Zentrum psychologische 

Hilfe erhalten. Sie habe um eine Unterbringung gebeten, man habe ihr je-

doch mitgeteilt, es gebe keinen freien Platz. Nachdem sie einen Monat 

später erneut von ihrem Ehemann zusammengeschlagen worden sei, 

habe sie wieder bei (…) um Unterschlupf ersucht, jedoch dieselbe Antwort 

erhalten. Danach habe sie angefangen, ihre Ausreise zu planen. Schliess-

lich hätten ihre Schwester und Freunde, welche ihre Situation gekannt hät-

ten, Geld für die Reise gegeben. Da die Tochter dem Vater erzählt habe, 

dass sie weggehen würden, habe sie eine Lüge erfinden müssen und ge-

sagt, ihre Freunde hätten ihr einen Urlaub geschenkt. Deshalb habe ihr 

Mann gewusst, dass sie für einige Tage in die Schweiz kommen würde und 

ihr die Erlaubnis gegeben. Seit der Ankunft in der Schweiz habe sie mit 

ihrem Mann keinen Kontakt mehr. Mittlerweile habe er aber ihre Schwester 

kontaktiert und Drohungen gegen sie (die Beschwerdeführerin) ausgespro-

chen. 

A.c Mit Verfügung vom 18. Oktober 2019 stellte das SEM fest, die Be-

schwerdeführerinnen würden die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen, 

lehnte ihre Asylgesuche ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und 

ordnete den Wegweisungsvollzug an. 

Das SEM begründete seinen Entscheid im Wesentlichen mit der fehlenden 

Asylrelevanz der geltend gemachten Asylgründe aufgrund der Schutzfä-

higkeit und Schutzwilligkeit des georgischen Staates sowie einer gegebe-

nen innerstaatlichen Fluchtalternative. Im Weiteren sei der Wegweisungs-

vollzug zulässig, zumutbar und möglich. Insbesondere würden weder der 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin noch derjenige ihrer Tochter 

gegen eine Rückkehr nach Georgien sprechen. 

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Seite 4 

A.d Die mandatierte Rechtsvertretung erklärte gleichentags das Mandats-

verhältnis als beendet. 

A.e Auf die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde vom 24. Okto-

ber 2019 trat das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D-5614/2019 vom 

28. November 2019 nicht ein. 

A.f Die Beschwerdeführerinnen wurden vom SEM am 29. Oktober 2019 

dem Aufenthaltskanton C._______ zugewiesen. 

B.  

B.a Am 7. Februar 2020 reichte die Beschwerdeführerin für sich und ihre 

Tochter eine als "Wiedererwägungsgesuch" bezeichnete Eingabe beim 

SEM ein und beantragte in materieller Hinsicht, es sei festzustellen, dass 

der Vollzug der Wegweisung gegenwärtig unzumutbar erscheine, und sie 

seien in der Schweiz vorläufig aufzunehmen. 

B.b Zur Begründung führte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus, 

aus einem neuen Bericht der (…) ([…]) vom 3. Februar 2020 gehe hervor, 

dass ihre Tochter an einer komplexen posttraumatischen Belastungsstö-

rung (PTBS) leide. Auslöser dafür sei die seit der Geburt andauernde se-

quentielle Traumatisierung. Die Tochter sei immer wieder Zeugin gewor-

den, wie die Mutter (die Beschwerdeführerin) durch den Vater häuslicher 

und sexueller Gewalt ausgesetzt gewesen sei. Die Tochter sei auch einige 

Male vom Vater geschlagen und mehrere Stunden eingesperrt worden. Ge-

mäss Bericht leide die Tochter an Ein- und Durchschlafstörungen und ver-

ringertem Appetit. Zudem äussere das erst (…)jährige Mädchen seit etwa 

zwei Monaten Suizidgedanken. Sie (die Beschwerdeführerin) selbst leide 

auch an einer PTBS und es bestehe ein erhöhtes Suizidrisiko. Bei der 

Tochter sei wegen der PTBS eine traumafokussierte Psychotherapie be-

gonnen worden, auf welche sie bereits positive Reaktionen zeige. Die The-

rapie sollte unbedingt fortgesetzt werden, wobei ein sicheres Behandlungs-

Setting für eine erfolgreiche Therapie unabdingbar sei. 

Der Vollzug der Wegweisung bedeute für sie und die Tochter eine schwer-

wiegende Gefährdung. Der ärztliche Bericht halte klar fest, dass eine Rück-

kehr nach Georgien zu einer Retraumatisierung führen würde. Ferner wür-

den bislang gemachte Behandlungserfolge zunichtegemacht. Nach Ein-

schätzung der behandelnden Therapeuten sei für eine erfolgreiche Thera-

pie Sicherheit bezüglich der Aufenthalts- und Wohnsituation sowie Distanz 

zum Täter unabdingbar. In Georgien wäre dies klar nicht gegeben. Dem 

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Seite 5 

Kind würde mit einer Wegweisung die Chance auf eine normale Kindheit 

genommen. Der Bericht stelle zudem klar fest, dass sich die gesundheitli-

che Situation der Tochter soweit verschlimmern könnte, dass das Suizidri-

siko sehr wahrscheinlich werde. Die gleiche Situation stelle sich bei ihr (der 

Beschwerdeführerin) selbst. Die Anforderungen zur Annahme einer kon-

kreten Gefährdung seien bei einem Kind entsprechend gesenkt. Das Kin-

deswohl sei gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts 

nicht erst gefährdet, wenn das Kind in eine existenzielle Notlage gerate. 

Unabhängig davon, ob die Tochter in Georgien eine vergleichbare Therapie 

erhalten würde wie in der Schweiz, liege in der Rückkehr selbst bereits eine 

konkrete Gefährdung des Kindeswohls vor. Hinzu komme, dass auch eine 

Verschlechterung bei ihr (der Beschwerdeführerin) angenommen werden 

müsse, was sich wiederum negativ auf den Zustand der Tochter auswirken 

würde. Es erscheine ferner zweifelhaft, dass sie und ihre Tochter in Geor-

gien eine angemessene ambulante psychotherapeutische Behandlung er-

halten würden. Damit bestehe ein reelles Risiko, dass die Tochter in Geor-

gien keine oder bloss eine ungenügende Fortsetzung ihrer Therapie erhal-

ten würde. 

C.  

Das SEM ersuchte das kantonale Migrationsamt mit Schreiben vom 

18. Februar 2020, den Vollzug der Wegweisung einstweilen auszusetzen. 

D.  

Mit Verfügung des SEM vom 24. Februar 2020 – eröffnet am 25. Februar 

2020 – wies die Vorinstanz das Wiedererwägungsgesuch ab und stellte 

fest, die Verfügung vom 28. November 2019 (recte: 18. Oktober 2019) sei 

rechtskräftig und vollstreckbar. Gleichzeitig hiess das SEM das Gesuch um 

Erlass der Verfahrenskosten gut, verzichtete auf die Erhebung von Gebüh-

ren und beendete die Aussetzung des Vollzugs. 

E.  

Die Beschwerdeführerin liess gegen diesen Entscheid mit Eingabe des 

rubrizierten Rechtsvertreters vom 25. März 2020 beim Bundesverwal-

tungsgericht Beschwerde erheben und beantragen, die angefochtene Ver-

fügung sei vollständig aufzuheben, die Verfügung des SEM vom 18. Okto-

ber 2019 sei in den Ziffern 4 und 5 aufzuheben und ihnen sei wegen Un-

zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme zu ertei-

len. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie, es sei der Be-

schwerde die aufschiebende Wirkung zu gewähren und das Migrationsamt 

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Seite 6 

des Kantons C._______ sei im Sinne vorsorglicher Massnahmen anzuwei-

sen, den Vollzug während der Behandlung des Beschwerdeverfahrens 

auszusetzen. Sodann sei ihnen die unentgeltliche Prozessführung zu ge-

währen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. 

Der Eingabe lagen eine Vollmacht und die angefochtene Verfügung bei. 

F.  

Am 26. März 2020 setzte der zuständige Instruktionsrichter den Vollzug der 

Wegweisung per sofort einstweilen aus. 

G.  

Mit Eingabe vom 2. April 2020 liess die Beschwerdeführerin einen Verlaufs-

bericht der (…) vom 1. April 2020 B._______ betreffend nachreichen. Die-

ser gebe insbesondere Einblick in die traumaspezifische Teilearbeit im 

Rahmen der Spieltherapie. 

H.  

Der Instruktionsrichter erteilte der Beschwerde mit Verfügung vom 16. April 

2020 die aufschiebende Wirkung und stellte fest, die Beschwerdeführerin-

nen dürften den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. Im Wei-

teren hiess er das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung unter Vorbehalt der Veränderung der finanziellen Lage der Beschwer-

deführerinnen gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses. Gleichzeitig lud er das SEM zur Einreichung einer Vernehmlassung 

ein. 

I.  

Das SEM liess sich mit Eingabe vom 4. Mai 2020 zur Beschwerde verneh-

men. 

J.  

Mit Verfügung vom 7. Mai 2020 wurde den Beschwerdeführerinnen Gele-

genheit gegeben, eine Replik einzureichen. 

K.  

In der Folge liessen sie innert erstreckter Frist mit Eingabe ihres Rechts-

vertreters vom 5. Juni 2020 replizieren und gleichzeitig einen Bericht der 

(…) vom 4. Juni 2020 die Tochter betreffend ("Ergänzende Erläuterungen 

zu unseren Berichten vom 3.2.2020 sowie 1.4.2020") einreichen. 

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Seite 7 

L.  

Der Instruktionsrichter forderte die Beschwerdeführerin mit Zwischenverfü-

gung vom 18. Juni 2021 auf, dem Gericht bis zum 5. Juli 2021 mitzuteilen, 

ob ihre Tochter gegenwärtig in psychologisch-psychiatrischer Behandlung 

sei, und gegebenenfalls einen aktuellen Arztbericht einzureichen. 

M.  

Die Beschwerdeführerin liess innert erstreckter Frist mit Eingabe vom 

19. Juli 2021 einen Verlaufsbericht der (…) vom 15. Juli 2021 einreichen. 

Gleichzeitig wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin sei wieder in psy-

chiatrischer Behandlung. Der behandelnde Psychiater, Dr. med. 

H._______, sei angefragt worden, so rasch als möglich einen ärztlichen 

Bericht zu erstellen. Dieser werde, sobald er vorliege, eingereicht. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 6 

AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Die 

Beschwerdeführerinnen haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und 

haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungs-

weise Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legiti-

miert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

  

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Seite 8 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 

2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Das SEM führt zur Begründung seiner Verfügung aus, das eingereichte 

Gutachten der (…) basiere hauptsächlich auf Aussagen, welche die Be-

schwerdeführerin vor der Psychologin und/oder der Oberärztin über die 

Symptomatik ihrer Tochter gemacht habe. Über das von den Psychologen 

beobachtete Verhalten von B._______ selbst wisse der Bericht lediglich zu 

sagen, dass sie erschreckt gewirkt habe, als im Gespräch ihr Vater erwähnt 

worden sei, und schreckhaft reagiert habe, als in der Untersuchungssitua-

tion eine Schachtel Buntstifte zu Boden gefallen sei. Alle weiteren Aussa-

gen im Bericht würden auf der Beschreibung der Symptomatik durch die 

Beschwerdeführerin und nicht auf Beobachtungen durch eine Psychologin 

oder einen Psychologen beruhen. Vor den Psychologen habe die Be-

schwerdeführerin angegeben, die psychologischen Beeinträchtigungen ih-

rer Tochter hätten sich bereits in Georgien gezeigt. Zudem habe sie gesagt, 

ihr Ehemann habe ihre Tochter geschlagen. Diesbezüglich erstaune, dass 

sie im Rahmen der beiden Befragungen beim SEM zwar erwähnt habe, ihr 

Ehemann habe die Tochter einmal in ein Zimmer eingesperrt und nicht gut 

auf sie geachtet, wenn er – oft alkoholisiert – mit ihr unterwegs gewesen 

sei, jedoch mit keinem Wort Schläge erwähnt habe. Zum Zeitpunkt der 

zweiten Befragung beim SEM sei sie zudem lediglich der Meinung gewe-

sen, ihre Tochter brauche aufgrund ihrer (…) eine (…) Behandlung. Weil 

diese oft Kopf- und Bauchschmerzen habe, würde sie noch zu einem 

Psychologen geschickt. Die gravierenden psychologischen Beeinträchti-

gungen der Tochter, welche sie später im Rahmen der psychologischen 

Abklärungen geltend gemacht habe, habe sie somit zum Zeitpunkt der ers-

ten und zweiten Befragung nicht thematisiert. Sie habe lediglich ein ag-

gressives Verhalten ihrer Tochter ihr gegenüber erwähnt, als sie noch in 

Georgien gewesen seien. Es sei somit fraglich, ob B._______ tatsächlich 

die von der Beschwerdeführerin im psychologischen Gutachten geschilder-

ten Symptome wie Selbstmordgedanken zeige. 

Sollte B._______ tatsächlich an einer komplexen PTBS leiden, könne sie 

an das (…) (Anmerkung des Gerichts: "[…]") (…), verwiesen werden, in 

welchem Psychologen und Psychiater auf Kinderpsychiatrie spezialisiert 

seien. Dabei müsse der Standard der medizinischen Versorgung im Hei-

mat- beziehungsweise Herkunftsstaat nicht dem schweizerischen Niveau 

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Seite 9 

entsprechen. Der Einwand, die vor der Ausreise für die Beschwerdeführe-

rin zuständige Psychologin sei mittlerweile ausgewandert, sei kein Hinder-

nis für eine Wegweisung. Sie könne sich nach einer Rückkehr beispiels-

weise ans (…) wenden. Personen, welche an einer PTBS leiden würden, 

würden dort eine Psychotherapie erhalten. Es sei nicht ersichtlich, weshalb 

der individuelle Zugang zu den benötigten Behandlungen für die Be-

schwerdeführerin und ihre Tochter aus asylrelevanten Gründen nicht ge-

währleistet sein sollte. Zudem würden sich die genannten Institutionen in 

Tiflis befinden, wo die Beschwerdeführerin die letzten Jahre wohnhaft ge-

wesen sei, und seien für sie leicht erreichbar. Als vulnerable Person könne 

sie neben medizinischer Rückkehrhilfe auch eine finanzielle Zusatzhilfe be-

antragen, mit welcher ihr der Zugang zu den genannten Institutionen – bis 

sie selbst in Georgien wieder Fuss gefasst und eine Unterkunft sowie eine 

Erwerbstätigkeit gefunden habe – auch in finanzieller Hinsicht ermöglicht 

werde. Soweit sie geltend mache, eine Voraussetzung für einen therapeu-

tischen Erfolg bei B._______ sei die Vermeidung einer Retraumatisierung, 

was nur möglich sei, wenn eine Distanz zum Täter gewahrt werde, sei auf 

die Erwägungen im Asylentscheid vom 18. Oktober 2019 zu verweisen, wo 

mehrere Möglichkeiten zur Herstellung und Wahrung dieser Distanz aufge-

zeigt worden seien. Es könne von der Beschwerdeführerin erwartet wer-

den, dass sie sich – um ihr eigenes und das Wohl ihrer Tochter zu gewähr-

leisten – mit Hilfe der in Georgien hierfür zuständigen Stellen von ihrem 

Ehemann trenne und ein finanziell unabhängiges Leben aufbaue. 

3.2 In der Beschwerde wird dem entgegengehalten, bei der Behandlung 

von Kindern seien psychologische Fachpersonen zwangsläufig auf zusätz-

liche Informationen durch die Eltern beziehungsweise Elternteile angewie-

sen. Es gebe keinen Grund, die Informationen der Beschwerdeführerin ge-

genüber den psychologisch-psychiatrischen Fachpersonen in Frage zu 

stellen, zumal ihre Aussagen im Asylverfahren als glaubhaft erachtet wor-

den seien. B._______ sei bereits seit dem 27. September 2019 in der (…) 

in regelmässiger (wöchentlicher) Behandlung und es finde bereits eine 

traumafokussierte Psychotherapie (im Rahmen der Spieltherapie) statt. 

Aufgrund der zahlreichen Sitzungen, die im letzten halben Jahr stattgefun-

den hätten, würden die behandelnden psychologisch-psychiatrischen 

Fachpersonen zweifellos über fundierte Eigeneinschätzungen verfügen. 

Die Qualität des Berichts, der im Übrigen sachlich, ausführlich, nachvoll-

ziehbar und transparent sei, sei folglich nicht zu beanstanden, weshalb bei 

B._______ vom Bestehen einer komplexen PTBS, einer andauernden Per-

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Seite 10 

sönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung sowie einer erhöhten Sui-

zidalität ausgehen sei. Die gesundheitliche Beeinträchtigung von 

B._______ sei folglich als schwerwiegend zu beurteilen. 

Zutreffend sei, dass die Beschwerdeführerin im Asylverfahren die von ihrer 

Tochter erlittene Gewalt und die daraus erfolgenden psychischen Auswir-

kungen nicht in den Vordergrund gestellt und dabei insbesondere die 

Schläge durch den Kindsvater nicht erwähnt habe. Dies sei dadurch zu 

erklären, dass sie subjektiv ihre eigene Situation als für die Asylbehörden 

entscheidrelevanter gewichtet habe als das Schicksal ihres Kindes, das sie 

stets als mit ihrem eigenen verbunden betrachtet habe. Damit könnte ihr 

die Verletzung ihrer Mitwirkungspflicht vorgeworfen werden. Jedoch seien 

inhaltliche Gewichtungen und Abwägungen im Rahmen des Vorbringens 

der Asylgründe in Asylverfahren nie ganz zu verhindern. Angesichts der 

vom SEM ansonsten als glaubhaft erachteten Vorbringen seien daher die 

erst im Rahmen der ärztlichen Berichte vorgebrachten Schläge des Kinds-

vaters gegenüber seiner Tochter nicht als nachgeschoben zu erachten. 

Dass B._______ in Georgien einer enormen Stresssituation ausgesetzt ge-

wesen sei, sei den Akten eindeutig zu entnehmen. Darauf lasse auch das 

erwähnte "aggressive Verhalten" in Georgien schliessen. Sodann lasse 

sich aus der Bemerkung der Beschwerdeführerin, sie wolle ihre Tochter 

wegen "Kopf- und Bauchschmerzen" zu einem Psychologen schicken, 

schliessen, dass sie deren schwerwiegende psychische Beeinträchtigung 

schon frühzeitig erkannt habe. Es sei allgemein bekannt, dass psychische 

Störungen in anderen kulturellen Kontexten häufig somatisiert und gerade 

mit Kopf- und Magenschmerzen in Verbindung gebracht würden. 

Die psychologisch-psychiatrische Versorgung in Georgien sei mit Verweis 

auf einen Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) weiterhin als 

mangelhaft zu qualifizieren. Trotz Verbesserungen in den letzten Jahren 

gebe es weiterhin systemische Mängel beim Zugang zur Behandlung psy-

chischer Erkrankungen. Es stünden zu wenig finanzielle Mittel zur Verfü-

gung, was zur Folge habe, dass es einen massiven Mangel an Psychothe-

rapeuten gebe und diese oft ungenügend ausgebildet seien. Der Fokus der 

Regierung liege bei stationären Behandlungen, was diese Mängel bei der 

ambulanten Behandlung noch verstärke. Personen, die eine ambulante 

psychotherapeutische Behandlung benötigen würden, könnten daher nicht 

darauf zählen, eine solche zu erhalten, obwohl die Kosten grundsätzlich 

übernommen würden. Es sei davon auszugehen, dass der kinderpsychia-

trische/-psychologische Bereich von den Mängeln besonders betroffen sei. 

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Der Website der vom SEM erwähnten Institution (…) sei jedoch zu entneh-

men, dass die Kinderpsychiatrie eine unter mehreren medizinischen Abtei-

lungen sei, womit sich insbesondere Fragen hinsichtlich personeller Kapa-

zitäten stellen würden, sollte diese die einzige zuverlässige kinderpsychi-

atrische Institution in Georgien sein. Eine ambulante und kontinuierliche 

Behandlung von B._______ in Georgien sei nicht mit ausreichender Si-

cherheit gewährleistet. Sollte sie tatsächlich Zugang zum Spital (...) erhal-

ten, so sei aufgrund fragwürdiger personeller Kapazitäten davon auszuge-

hen, dass die Behandlung in qualitativer Hinsicht als unterdurchschnittlich 

qualifiziert werden müsste. 

Die Vorinstanz unterlasse eine umfassende Gesamtbeurteilung. Die Diag-

nosen von B._______ seien insbesondere in ihrer Gesamtheit als schwer-

wiegend zu bezeichnen. Folglich seien die Anforderungen an eine erfolg-

reiche Behandlung beziehungsweise an die Verhinderung einer existenz-

gefährdenden, dem Kindeswohl widersprechenden Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes entsprechend hoch. Solche Anforderungen würden 

vorliegend voraussetzen, dass für B._______ in Georgien eine ambulante 

kontinuierliche Behandlung gewährleistet sei und dass die Beschwerdefüh-

rerin in diesem zweifellos schwierigen Behandlungsprozess ausreichend 

unterstützend wirken könne beziehungsweise sich in einem ausreichend 

stabilen Zustand (insbesondere psychisch) befinde. Vorliegend seien ge-

nau diese beiden Voraussetzungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

nicht gegeben. Die Beschwerdeführerin gehöre zur Gruppe der vulnerab-

len Personen. Sie sei in Georgien Opfer von massiver häuslicher Gewalt 

geworden, sei bei schlechter psychischer Gesundheit und befinde sich in 

psychotherapeutischer-psychiatrischer Behandlung. Bei ihr seien eine 

PTBS sowie eine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert worden. 

Sie sei stark von der erlittenen häuslichen Gewalt gezeichnet und ihre 

Furcht vor erneuten gewalttätigen Übergriffen durch den Kindsvater sei 

gross. Ob diese Furcht aus objektiver Perspektive nachvollziehbar sei, 

spiele letztlich eine untergeordnete Rolle. Aus der subjektiven Perspektive 

der Beschwerdeführerin sei die Gefahr, in Georgien erneuter Gewalt aus-

geliefert zu sein, real, und sie beeinträchtige ihre Gesundheit beziehungs-

weise ihre psychische Stabilität erheblich. Die Rückkehr nach Georgien sei 

somit mit äusserst grosser Unsicherheit und Ungewissheit verbunden. Ent-

sprechend sei von einer erheblich instabilen psychischen Situation der Be-

schwerdeführerin auszugehen, womit eine elementare Voraussetzung für 

den Behandlungserfolg ihrer Tochter in Georgien mit überwiegender Wahr-

scheinlichkeit nicht gewährleistet sein dürfte. Es sei deshalb mit überwie-

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Seite 12 

gender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sich der gesundheitli-

che Zustand von B._______ im Fall einer Rückkehr nach Georgien erheb-

lich verschlechtern beziehungsweise eine existenzgefährdende Ver-

schlechterung des Gesundheitszustandes eintreten würde, die mit dem 

Kindeswohl im Sinne von Art. 3 des Übereinkommens über die Rechte des 

Kindes (KRK, SR 0.107) nicht zu vereinbaren wäre. Zumindest könne ein 

solches Szenario nicht mit ausreichender Sicherheit ausgeschlossen wer-

den. 

3.3 In seiner Vernehmlassung wendet das SEM ein, B._______ habe sich 

zum Zeitpunkt der Erstellung des Gutachtens am 3. Februar 2020 bereits 

seit über vier Monaten in einer wöchentlichen Therapie befunden. Trotz-

dem stütze sich die Beurteilung durch die Psychologen ausschliesslich auf 

die Verhaltensbeschreibungen der Kindsmutter. Wären von den Psycholo-

gen im Rahmen der Therapie tatsächlich Verhaltensauffälligkeiten bei 

B._______ festgestellt worden, hätten diese Beobachtungen mit Sicherheit 

Eingang in das psychologische Gutachten gefunden. Es bestünden folglich 

starke Zweifel am von der Mutter geschilderten angeblich gravierenden 

psychologischen Zustand ihrer Tochter. Zudem gehöre es nicht zum offen-

sichtlichen Aufgabenbereich eines Psychologen oder einer Psychologin, 

die Aussage einer Patientin – in diesem Fall der Kindsmutter – anzuzwei-

feln. Das SEM hingegen müsse die Aussagen und das Aussageverhalten 

der Kindsmutter einer Glaubhaftigkeitsprüfung unterziehen. Aus dem Um-

stand, dass die Beschwerdeführerin zu einem früheren Zeitpunkt im Ver-

fahren die Wahrheit gesagt habe, könne nicht geschlossen werden, dass 

sie dies auch vor den Psychologen tue. Das Gegenteil sei anzunehmen, 

denn die Beschwerdeführerin beschreibe vor den Psychologen eine Ge-

walteskalation gegenüber der Tochter, welche sie im Rahmen der Anhö-

rungen durch das SEM nicht erwähnt habe. Auch B._______s psychologi-

schen Zustand stelle sie vor den Psychologen gravierender dar, als sie dies 

im Rahmen der Befragungen durch das SEM getan habe. Dort habe sie 

lediglich erwähnt, ihre Tochter habe in Georgien ihr gegenüber ein aggres-

sives Verhalten gezeigt. Seit B._______ in der Schweiz sei, habe sie oft 

Kopf- und Bauchschmerzen. Vergleiche man die Aussagen, werde deut-

lich, dass laut Schilderung der Beschwerdeführerin seit der Einreise in die 

Schweiz zu den Beschwerden B._______s laufend schwerwiegende 

Symptome bis hin zu Selbstmordäusserungen hinzukommen würden. Dies 

sei verwunderlich, zumal sich B._______ seit über elf Monaten in einem 

sicheren, gewaltfreien Umfeld fernab vom mutmasslichen Täter befinde. 

Dass die Beschwerdeführerin die Schläge des Vaters gegenüber der Toch-

ter im Rahmen der Befragungen durch das SEM nicht erwähnt habe, weil 

D-1708/2020 

Seite 13 

sie ihre eigene Situation in den Vordergrund gestellt habe, sei als Ausrede 

zu werten. Im Rahmen der Anhörung habe sie auf die Frage, ob es Situa-

tionen gegeben habe, in welchen die Tochter tatsächlich in Gefahr gewe-

sen sei, erwähnt, dass der Kindsvater B._______ einmal in einem Zimmer 

eingesperrt habe. Sie sei auch in Sorge gewesen, wenn der Kindsvater mit 

der Tochter allein unterwegs gewesen sei, denn dieser habe ständig Alko-

hol konsumiert. Es müsse davon ausgegangen werden, dass in diesem 

Zusammenhang tatsächliche körperliche Misshandlungen Erwähnung ge-

funden hätten, wenn sich diese tatsächlich ereignet hätten.  

Im Verlaufsbericht vom 1. April 2020 werde eine Sitzung im Rahmen einer 

traumaspezifischen Teilearbeit mit B._______ beschrieben, während wel-

cher ihr Verhalten bei der Wahl von – und im Spiel mit – Tierfiguren analy-

siert werde. Bezeichnenderweise sei besagter Bericht erst eingereicht wor-

den, nachdem das Wiedererwägungsgesuch abgelehnt worden sei. Über 

die Schlussfolgerungen des Verlaufsberichts und darüber, ob basierend 

auf die Tierwahl und das Spielverhalten des Kindes auf dessen gravieren-

den psychologischen Zustand geschlossen werden könne, urteile das SEM 

nicht. Es überlasse es dem Gericht zu beurteilen, inwiefern die Mutter ihre 

Tochter instrumentalisiere und deren Wohl für ihren eigenen Wunsch, in 

der Schweiz zu bleiben, aufs Spiel setze. Die Beschwerdeführerin habe 

eine (…) genossen, womit es ihr nicht schwerfallen könne, angebliche 

Symptome der Tochter zu beschreiben oder B._______ entsprechend zu 

beeinflussen. 

Sollte eine Behandlung tatsächlich angebracht sein, bestünden für die Be-

schwerdeführerin und ihre Tochter Behandlungsmöglichkeiten in Tiflis. Es 

könne von der Beschwerdeführerin erwartet werden, dass sie sich dort um 

den Zugang zu einer Behandlung für sich und ihre Tochter bemühe, wenn 

nötig mit Hilfe dortiger NGOs und Ombudsstellen. 

3.4 In der Replik wird auf die "Ergänzenden Erläuterungen zu unseren Be-

richten vom 3.2.2020 sowie 1.4.2020" der (…) vom 4. Juni 2020 verwiesen. 

Der Bericht vom 1. April 2020 sei deshalb eingereicht worden, um den Vor-

halten der Vorinstanz in deren Verfügung fachgerecht entgegnen zu kön-

nen. Hinsichtlich Fachkompetenz der Unterzeichnenden und inhaltliche 

Sachlichkeit des Berichts (beziehungsweise der Berichte) sei anzumerken, 

dass dieser von der leitenden Ärztin des ambulanten Bereichs, Dr. med. 

I._______, mitunterzeichnet worden sei. 

D-1708/2020 

Seite 14 

Im genannten Bericht wird sodann ausgeführt, in der Kinder- und Jugend-

psychiatrie und -psychotherapie erfolge die Erhebung der persönlichen, 

der Familien- sowie der störungsspezifischen Anamnese regelhaft und 

standardmässig über die Elternteile. Die Aussagen von Kindern sowie Ju-

gendlichen würden wenn immer möglich ergänzend hinzugezogen. Im vor-

liegenden Fall seien die von der Mutter geschilderten traumatischen Ereig-

nisse durch den Vater von B._______ verbal glaubhaft im Rahmen von 

therapeutischen Gesprächen bestätigt worden. Auch der Verlauf der 

traumafokussierten Psychotherapie mit B._______ entspreche dem klassi-

schen Muster der Therapie von traumatisierten Kindern. 

Ein Grund, weshalb die Mutter die Gewalteskalationen gegenüber dem 

SEM nicht erwähnt haben dürfte, sei wohl der Umstand, dass diese die 

Verhaltensauffälligkeiten ihrer Tochter nicht in Beziehung zur PTBS habe 

einordnen können und dies deshalb als nicht erwähnenswert eingestuft 

habe. Im Rahmen der in der traumafokussierten Psychotherapie regelhaft 

stattfindenden Psychoedukation von Betroffenen sei der Mutter dieser Um-

stand zwischenzeitlich sehr wohl bewusst und vermöge ihr dabei zu helfen, 

mit den Verhaltensauffälligkeiten der Tochter einen besseren Umgang zu 

finden. Sodann würden Menschen, die schwer psychisch verletzt worden 

seien (Trauma), zum Schutz ihrer Persönlichkeit Abwehrmechanismen ge-

gen die mit der Verletzung verbundenen Schmerz- und Angstgefühle ent-

wickeln. Es würden sogenannte Täterintrojekte gebildet. Das Opfer einer 

Misshandlung identifiziere sich mit dem Täter, da dieser als „der Stärkere" 

erscheine, bilde den Täter in der eigenen Psyche ab und übernehme dabei 

dessen Werte, Inhalte, Antriebe und Emotionen. Bei B._______ seien die 

aggressiven Täterintrojekte sowohl gegen sich selbst (Suizidalität) als auch 

fremdaggressiv, also nach aussen gegen die Mutter, gerichtet. Wie gravie-

rend sich dies auf die Beziehungsgestaltung auswirken könne, würden die 

jüngsten Ereignisse zeigen. Im Verlauf der vergangenen Wochen habe sich 

aufgrund der fehlenden Präsenzbeschulung und der mangelnden Struktur 

zu Hause eine Zuspitzung der Mutter-Kind-Interaktion abgezeichnet, die 

Anfang Mai einen eskalativen Höhepunkt erreicht habe, indem B._______ 

wiederholt deutlich fremdaggressiv und suizidal reagiert habe. Die Pflege-

fachpersonen des Durchgangszentrums hätten den Notfallpsychiater invol-

vieren müssen, es sei ein Notfallprozedere aufgestellt worden und es habe 

eine medikamentöse und teilstationäre Behandlung im Raum gestanden. 

Im Weiteren seien sowohl die Aggression gegenüber der Mutter sowie das 

selbstverletzende Verhalten B._______s bereits in Georgien aufgetreten, 

womit eine grundsätzliche Zunahme der Symptomatik nicht zu verzeichnen 

sei, sondern situativ unterschiedlich stark ausgeprägt zu sein scheine. 

D-1708/2020 

Seite 15 

Was die Teile-Arbeit (Ego-State-Therapie) anbelange, werde diese in den 

USA seit Jahrzehnten erfolgreich angewendet, insbesondere in der Be-

handlung von schwer traumatisierten Patientinnen und Patienten. Da in der 

spezifischen Arbeit mit Kindern nicht die Sprache, sondern das Spiel das 

primäre Medium der Therapie sei, falle dem therapeutischen Spiel mit Kin-

dern eine grosse Bedeutung zu. Im Unterschied zu Erwachsenen vermöch-

ten Kinder nicht über ihre Probleme zu reden. Es falle ihnen leichter, ihre 

Konfliktsituationen psychodramatisch (nach Moreno) etwa mittels Tierfigu-

ren zu reinszenieren und sich den mit den Szenen verbundenen Gefühlen 

wie Ohnmacht und Trauer erneut auszusetzen. Im Symbolspiel, dem "Kö-

nigsweg" der Kinder, würden sie auf diese Weise ihre innere Wirklichkeit 

darstellen, diese sich aneignen und umgestalten. Bei der Referentin handle 

es sich um eine sehr erfahrene Kinder-, Jugend- und Familientherapeutin 

mit Fokus auf die traumazentrierte Psychotherapie. Sodann sei nur be-

kannt, dass die Mutter gelernte (…) sei, weshalb ihr sämtliches traumas-

pezifische Fachwissen fern sein dürfte. 

Die Mutter vermöge in bestimmten Situationen auf das Verhalten der Toch-

ter noch nicht optimal zu reagieren, so dass Konfliktsituationen zwischen 

Mutter und Tochter wiederholt eskalativ verlaufen würden und aufgrund der 

dabei bis anhin auftretenden Selbst- und Fremdgefährdung die Entwick-

lung von B._______ zeitweise gefährdet erscheine. Bei einer Rückführung 

wäre mit einer deutlichen Zunahme solcher eskalativen Situationen zwi-

schen Mutter und Tochter beziehungsweise mit einer noch höheren Ge-

fährdung der Entwicklung der Patientin zu rechnen. Zudem scheine in Ge-

orgien eine vergleichsweise deutlich geringere spezialisierte kinder- und 

jugendorientierte psychologisch-psychiatrische Versorgung zu bestehen, 

die dem schweren Störungsbild der komplexen PTBS als späte, chronifi-

zierte Folge von mehreren traumatischen Ereignissen gerecht werden 

könnte. So finde etwa auf der Homepage der (…) in Tiflis eine allfällige 

Behandlung von PTBS nebst anderen Störungsbildern keine Erwähnung. 

4.  

Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht 

möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetz-

lichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 

Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

D-1708/2020 

Seite 16 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

5.  

In der Beschwerde wird – wie im Wiedererwägungsgesuch – lediglich die 

Anordnung einer vorläufigen Aufnahme infolge Unzumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs beantragt. Die Frage, ob sich der Vollzug der Wegwei-

sung als zulässig erweist, bildet somit nicht Gegenstand des vorliegenden 

Beschwerdeverfahrens. 

6.  

6.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

6.2  

6.2.1 Im Wiedererwägungsgesuch werden gesundheitliche Probleme vor-

gebracht, die gegen den Wegweisungsvollzug sprechen würden. Dazu 

wurden mehrere ärztliche Berichte B._______ betreffend eingereicht, auf 

welche nachfolgend eingegangen wird. 

6.2.2 Dem Untersuchungsbericht der (…) vom 3. Februar 2020 ist zu ent-

nehmen, dass B._______ an einer PTBS (ICD-10 F43.1), einer andauern-

den Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0) und 

einer somatoformen Störung, nicht näher bezeichnet (ICD-10 F45.9) leide. 

Sodann wurde eine deutliche soziale Beeinträchtigung festgestellt. Seit 

dem Erstgespräch am 27. September 2019 hätten nebst einer Abklärungs-

phase mit B._______ auch mehrere Einzeltermine mit der Mutter stattge-

funden. Nach Abschluss der Abklärung sei mit B._______ eine traumafo-

kussierte Psychotherapie begonnen worden, welche sich mitten im Pro-

zess befinde. Bei B._______ handle es sich um ein (…)-jähriges Mädchen 

mit einer seit Geburt dauernden sequentiellen Traumatisierung und einer 

daraus entstandenen Traumafolgestörung mit zahlreichen Hinweisen auf 

das Vorliegen von Täterintrojekten von aggressivem Charakter (autoag-

gressiv sowie gegen die Mutter). Aufgrund der Anamnese sowie der Be-

funde könne die Diagnose einer komplexen PTBS nach ICD-10 F62.0 ge-

stellt werden als späte, chronifizierte Folge von mehreren traumatischen 

D-1708/2020 

Seite 17 

Ereignissen. Diese äussere sich in Symptomen wie Übererregung (Suizi-

dalität, Selbstdestruktivität, Somatisierungsstörungen), Intrusion (Alb-

träume, Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen) und Konstriktion (anhaltende 

Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit). Eine traumafokussierte Behandlung sei 

dringend indiziert, um allfällige weitere Spätfolgen der komplexen posttrau-

matischen Belastungsreaktion wie die Entwicklung von Persönlichkeitsstö-

rungen zu verhindern. Die Mutter habe ebenfalls über eigene Suizidgedan-

ken berichtet. Sie werde aktuell aufgrund einer PTBS psychiatrisch-psy-

chotherapeutisch von Frau J._______ behandelt. Eine zwangsweise Rück-

führung der Familie zum aktuellen Zeitpunkt würde bei Mutter und Tochter 

zu einer schweren Retraumatisierung führen. Ein Suizid der Mutter oder 

selbstgefährdendes Verhalten von B._______ seien nicht auszuschlies-

sen. Aus kinder- und jugendpsychiatrischer Sicht seien eine Ausweisung 

und Rückführung nach Georgien nicht zu verantworten. Die traumafokus-

sierte Behandlung zeige bereits positive Reaktionen und sollte unbedingt 

fortgeführt werden. Damit die Therapie weiterhin erfolgreich weitergeführt 

werden könne, sei die Sicherheit bezüglich Aufenthalts- und Wohnsituation 

sowie eine Distanz zum Täter eine wichtige unabdingbare Voraussetzung. 

6.2.3 Im ergänzenden Verlaufsbericht der (…) vom 1. April 2020 wird er-

läutert, es würden im Rahmen der traumaspezifischen Teilearbeit mit 

B._______ mit Tierfiguren und dem Symbolspiel Symptome und Probleme 

als innere Anteile und Bedürfnisse dargestellt und im Rahmen von Rein-

szenierungen traumatischer Inhalte ein heilend wirkender Spielverlauf her-

beigeführt. B._______ habe sich von Beginn an auf die ihr zur Auswahl 

gestellten Tiere und den Prozess einzulassen vermocht und zwar auf eine 

Art und Weise, wie sie sich als typisch in der Arbeit mit traumatisierten Kin-

dern zeige. Im Verlauf der Therapiesitzungen zeige sich jenes für von Ge-

walt betroffene traumatisierte jüngere Kinder typische sogenannte trauma-

tische Spiel, indem B._______ traumatisch erlebte Inhalte auf immer wie-

derholende Art und Weise reinszeniere, ohne dass dies einen katharti-

schen Effekt herbeiführen würde. Aktuell befinde sich die traumabearbei-

tende Spieltherapie inmitten des Prozesses, die Täterintrojekte aufzulösen 

und somit die Auto- sowie die nach aussen gerichteten Aggressionen zu 

beheben. Die Weiterführung der Behandlung sei nach wie vor dringend in-

diziert. Ein aufgrund einer Rückführung der Familie bedingter Therapieab-

bruch zum aktuellen Zeitpunkt würde bei B._______ zu einer schweren 

Retraumatisierung und zu einer Instabilität des aktuell noch fragilen neu 

gewonnenen Gleichgewichts führen. Ein selbstgefährdendes Verhalten 

von B._______ wäre nicht auszuschliessen. 

D-1708/2020 

Seite 18 

6.2.4 Der Verlaufsbericht der (…) vom 15. Juli 2021 hält als Diagnosen 

eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 

F62.0) im Sinne einer komplexen PTBS (ICD-10 ad F62.0) fest. Aktuell be-

stünden bei B._______ keine Suizidgedanken und -impulse. Fremdaggres-

sives Verhalten sei auf den familiären Rahmen (gegenüber der Mutter) be-

schränkt. Die Mutter werde aktuell aufgrund einer PTBS psychiatrisch von 

Dr. med. H._______ behandelt. Mutter und Tochter seien im (…) 2021 vom 

Durchgangsheim in eine Wohnsiedlung versetzt worden, womit B._______ 

seit (…) 2021 im Rahmen einer regulären (…) Klasse beschult werde, was 

ihr aufgrund ihrer kognitiven Ressourcen zugutekomme. Sie habe sich gut 

in der neuen Klasse einleben können und gelte als "rechte Hand" der bei-

den Lehrpersonen. Sie habe in den Pausen zunächst aufgrund der noch 

schwer verständlichen Mundartsprache eine erschwerte soziale Integration 

gezeigt. Zwischenzeitlich werde sie ins Spiel miteinbezogen. In ihrer Frei-

zeit halte sie sich vornehmlich mit der Mutter auf. Abgesehen von den wäh-

rend der Schulzeit stattfindenden sozialen Kontakte gebe es keinerlei Kon-

takt zu anderen. Seit dem 15. Januar 2020 würden Sitzungen mit 

B._______ im Einzelsetting sowie alternierend regelmässige Gespräche 

mit der Mutter stattfinden. Zu Beginn hätten psychodiagnostische Sitzun-

gen im Vordergrund gestanden, wobei schnell und in aller Deutlichkeit das 

Bild und das Ausmass einer Traumafolgestörung bei B._______ sichtbar 

geworden sei. Die Behandlung sei nur kurzzeitig aufgrund der Covid-19-

Pandemie unterbrochen worden und habe aufgrund der eskalativ anmu-

tenden Zuspitzung der Symptomatik bei B._______ in Form von akuter Su-

izidalität gar intensiviert werden müssen. Im Verlauf der traumaorientierten 

Psychotherapie hätten sich eine Abnahme bis hin zum gänzlichen Weg-

bleiben der autoaggressiven Verhaltensweisen sowie eine Abnahme von 

Suizidäusserungen beziehungsweise Lebensüberdrussgedanken gezeigt. 

Die aggressiven Täterintrojekte B._______s, die im Rahmen der mehrjäh-

rigen Traumatisierung entstanden seien, seien nun nicht mehr gegen sich 

selber gerichtet. Dagegen würden die fremdaggressiven Verhaltensweisen 

vornehmlich gegenüber der Mutter persistieren, wenn auch in abgemilder-

ter Form. Die tätliche Gewalt gegenüber der Mutter komme deutlich selte-

ner vor, jedoch trete die verbale Gewalt noch auf. B._______ scheine durch 

die zahlreichen, regelmässig stattgefundenen Misshandlungen der Mutter, 

deren Zeugin sie gewesen sei, einer Überflutung von Ängsten um die Mut-

ter und sich selber hilf- und machtlos ausgesetzt gewesen zu sein. Das 

Ausbleiben von Beruhigung durch und Aufmerksamkeit von der Mutter ver-

möge damals zusätzlich traumatisierend gewesen sein und stelle offenbar 

bis dato einen Trigger dar, den B._______ zu vermeiden versuche. Jegli-

che Abgrenzung beziehungsweise minimale Distanzierung der Mutter 

D-1708/2020 

Seite 19 

scheine für B._______ nur schwer aushaltbar. Bei Grenzsetzungen der 

Mutter reagiere B._______ jeweils mit Widerstand und Weinen, dies über 

Stunden hinweg. Während sich insgesamt im Verlauf eine gewisse Stabili-

sierung bei B._______ zeige, habe sich die psychische Befindlichkeit der 

Mutter im Vergleich zum Vorjahr deutlich verschlechtert. Sie weine bei jeder 

Sitzung, fühle sich energie- und mutlos und hege wiederkehrende Sui-

zidgedanken und eine Todessehnsucht, ohne konkrete Suizidpläne zu ha-

ben. Zusätzlich zur deutlichen depressiven Symptomatik seien vor allem 

seit dem Transfer neu aufgetretene agoraphobisch anmutende Ängste hin-

zugekommen. Die Mutter äussere immer wieder Ängste davor, dass der 

Vater herausfinden könnte, wo sie sich aufhalten würden. Sie habe den 

Kontakt zu ihren leiblichen Verwandten in Georgien seit ihrer Flucht sehr 

eingeschränkt. Aus den wenigen Kontakten höre sie, wie der Vater noch 

immer nach ihr suche und sich an ihr rächen wolle. Aus Angst, dass aus 

der kleinen georgischen Gemeinschaft in C._______ Informationen nach 

Georgien gelangen könnten, isoliere sie sich und meide jeglichen Kontakt 

zu georgischstämmigen in der Schweiz wohnhaften Personen. Die begon-

nene psychiatrische Behandlung der Mutter sei von ihr bald wieder sistiert 

worden, da die traumaorientierte Behandlung emotional zu belastend ge-

wesen sei. Seit circa Mai 2021 befinde sie sich wieder in psychiatrischer 

Behandlung, die auch eine medikamentöse Behandlung beinhalte. Es 

werde dringend eine Weiterführung der psychologisch-psychotherapeuti-

schen traumaorientierten Behandlung von B._______ sowie die Begleitung 

ihrer Mutter empfohlen. Die Stabilisierung B._______s sei noch fragil und 

somit gefährdet. Eine Rückführung der Familie zum aktuellen Zeitpunkt 

würde bei B._______ zu einer schweren Retraumatisierung führen. Die bis 

zum aktuellen Zeitpunkt erfolgte Stabilisierung von B._______ und des Fa-

miliensystems sei im Falle eines Therapieabbruchs klar gefährdet und es 

sei mit einer erneuten Suizidalität und Gefährdung B._______s zu rech-

nen. 

6.3 Nach konstanter Praxis kann aus medizinischen Gründen nur dann auf 

Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs geschlossen werden, wenn 

eine notwendige medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur Verfü-

gung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden 

Beeinträchtigung des Gesundheitszustands der betroffenen Person führen 

würde. Als wesentlich wird dabei die allgemeine und dringende medizini-

sche Behandlung erachtet, welche zur Gewährleistung einer menschen-

würdigen Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit liegt jedenfalls 

dann noch nicht vor, wenn die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten 

D-1708/2020 

Seite 20 

im Heimatstaat nicht dem schweizerischen Standard entsprechen (vgl. 

etwa BVGE 2011/50 E. 8.3 und 2009/2 E. 9.3.2 je mit weiteren Hinweisen). 

6.4 Das SEM zweifelt an den von der Beschwerdeführerin gegenüber den 

psychotherapeutischen Fachpersonen geschilderten gravierenden psychi-

schen Problemen von B._______. Insbesondere erachtet es als fraglich, 

ob B._______ tatsächlich die von der Beschwerdeführerin geschilderten 

Symptome wie Selbstmordgedanken zeige. Der Vorinstanz ist insoweit zu-

zustimmen, als zu erwarten gewesen wäre, die Beschwerdeführerin hätte 

bereits im ordentlichen Verfahren die Schläge des Vaters B._______ ge-

genüber thematisiert. Überdies erstaunt, dass die Beschwerdeführerin, 

welche eigenen Angaben zufolge unter anderem über einen Studienab-

schluss in (…) und (…) verfügt (vgl. SEM-act. […]-21/21 F22 f.), erst im 

Rahmen der traumaorientierten Behandlung B._______s über das Aus-

mass von deren – bereits in Georgien bestehenden – Verhaltensauffällig-

keiten berichtete. Gleichzeitig erscheint aufgrund der vorstehend angeführ-

ten Berichte (vgl. E. 6.2) und der ergänzenden Erläuterungen vom 4. Juni 

2020 (vgl. E. 3.4) überzeugend dargelegt, aufgrund welcher Überlegungen 

und Eigeneinschätzungen die behandelnden Fachleute ihre Schlüsse ge-

zogen haben beziehungsweise zu ihren Diagnosen B._______ betreffend 

gelangt sind. Auch wird nachvollziehbar aufgezeigt, dass der Verlauf der 

traumabearbeitenden Spieltherapie von B._______ dem klassischen Mus-

ter der Therapie von traumatisierten Kindern entspreche. Im Weiteren hält 

bereits der Untersuchungsbericht vom 3. Februar 2020 fest, dass – neben 

Einzelterminen mit der Mutter – eine Abklärungsphase mit B._______ statt-

gefunden habe, nach deren Abschluss mit einer traumafokussierten Psy-

chotherapie begonnen worden sei. Die Schlussfolgerungen der Therapeu-

ten basieren damit offensichtlich zu einem gewichtigen Teil auf der direkten 

therapeutischen Arbeit mit B._______ und basieren nur teilweise auf den 

Aussagen der Mutter. Insgesamt sind keine Gründe ersichtlich, welche An-

lass zu Zweifeln an der Seriosität der eingereichten Berichte und der darin 

enthaltenen Diagnosen geben könnten. Dass weitere Berichte nach der 

Ablehnung des Wiedererwägungsgesuchs eingereicht wurden, erscheint 

angesichts der vom SEM geäusserten Skepsis nachvollziehbar und ist der 

Beschwerdeführerin nicht negativ anzulasten. 

6.5 Georgien verfügt über ein funktionierendes Gesundheitssystem, wel-

ches vor allem in den letzten Jahren grosse Fortschritte gemacht hat (vgl. 

Urteil des BVGer E-4637/2019 vom 19. September 2019 S. 9 f. m.w.H.). 

Hinsichtlich der Finanzierung ist einerseits auf ein Sozialhilfeprogramm für 

D-1708/2020 

Seite 21 

Armutsbetroffene, andererseits auf das staatlich finanzierte allgemeine Ge-

sundheitsprogramm "Universal Health Care Programme" (UHCP) zu ver-

weisen (vgl. etwa Urteil des BVGer E-5563/2021 vom 6. Januar 2022 

E. 7.2.3.4 m.w.H.). Für die Behandlung von psychischen Problemen in Ge-

orgien besteht ein staatliches Programm ("State Programme for Mental 

Health"), welches allen georgischen Bürgern offensteht und kostenlos ist 

(vgl. etwa Urteile des BVGer E-2301/2020 vom 3. Januar 2022 E. 8.3.3 

m.w.H.). Im Weiteren hat Georgien in letzter Zeit Anstrengungen zur Re-

form der psychischen Gesundheitsfürsorge unternommen. Im Rahmen des 

von der Regierung verabschiedeten "Concept on Mental Health Care" und 

der beiden Strategiepläne für 2014–2020 und 2021–2031 wurden die De-

institutionalisierung und der Ausbau von gemeindenahen Gesundheitsein-

richtungen für psychisch Kranke gefördert. Seit 2018 sind neue Versor-

gungsstandards für psychiatrische Ambulatorien und mobile Teams vorge-

schrieben und entsprechend finanziert. Auch wenn noch weitere Anstren-

gungen erforderlich sind, haben die neuen Standards für Ambulatorien und 

mobile Teams den Zugang zu und die Abdeckung von psychiatrischer Ge-

sundheitsfürsorge im ganzen Land verbessert (vgl. CHKONIA/GE-

LEISHVILI/SHARASHIDZE/KURATASHVILI/ KHUNDADZE/CHEISHVILI, The Quality 

of Care Provided by Outpatient Mental Health Services in Georgia, in: Con-

sortium Psychiatricum, 2021, Volume 2, Issue 4, S. 54 ff., https://consor-

tium-psy.com/jour/article/view/109, abgerufen am 10.02.2022). Die Vo-

rinstanz hat zudem zu Recht auf das Bestehen des (…) Spitals "(…)" ver-

wiesen, wo im Bereich Kinderpsychiatrie die Behandlung von – unter an-

derem – "(…)" angeboten wird (vgl. (…), abgerufen am 10.02.2022). Nach 

dem Gesagten kann davon ausgegangen werden, dass eine adäquate Be-

handlung sowohl der Beschwerdeführerin als auch von B._______ in Ge-

orgien gewährleistet ist, und die Rückkehr in den Heimatstaat – gegebe-

nenfalls unter Inanspruchnahme von medizinischer Rückkehrhilfe gemäss 

Art. 75 der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 (AsylV 2, SR 142.312) 

– nicht zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung ihres 

Gesundheitszustands führen wird. Staatsangehörige aus Staaten, die für 

einen Aufenthalt bis zu drei Monaten von der Visumspflicht befreit sind, 

sind zwar gemäss Art. 76a Abs. 1 Bst. a AsylV 2 von der individuellen 

Rückkehrhilfe grundsätzlich ausgeschlossen, jedoch kann das SEM ge-

mäss Art. 76a Abs. 2 AsylV 2 für Personen mit besonderen persönlichen, 

sozialen oder beruflichen Reintegrationsbedürfnissen im Zielstaat Ausnah-

men gewähren. Es ist deshalb nicht von vornherein ausgeschlossen, dass 

die Beschwerdeführerinnen, falls erforderlich, entsprechende Unterstüt-

zungsleistungen beanspruchen könnten, zumal das SEM in der angefoch-

tenen Verfügung ausdrücklich auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht 

D-1708/2020 

Seite 22 

hat (vgl. a.a.O. S. 5). Schliesslich ist festzuhalten, dass der Umstand, dass 

die Qualität der verfügbaren Behandlungen und Therapien in Georgien 

möglicherweise nicht den schweizerischen Standards entspricht, nicht zur 

Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs führt. 

6.6  

6.6.1 Auch unter Berücksichtigung des Kindeswohles ist der Wegwei-

sungsvollzug nicht unzumutbar. Nach geltender Rechtsprechung sind bei 

der Auslegung von Art. 83 Abs. 4 AlG im Lichte von Art. 3 Abs. 1 KRK unter 

dem Aspekt des Wohls des Kindes namentlich folgende Kriterien im Rah-

men einer gesamtheitlichen Beurteilung von Bedeutung: Alter, Reife, Ab-

hängigkeiten, Art (Nähe, Intensität, Tragfähigkeit) seiner Beziehungen, Ei-

genschaften seiner Bezugspersonen, Stand und Prognose bezüglich Ent-

wicklung/Ausbildung sowie der Grad der erfolgten Integration bei einem 

längeren Aufenthalt in der Schweiz (vgl. BVGE 2015/30 E. 7.2 m.w.H.). 

6.6.2 In der Beschwerde wird – zu Recht – ausgeführt, eine stabile psychi-

sche Situation der Mutter sei eine elementare Voraussetzung für den Be-

handlungserfolg der Tochter. Diesbezüglich ist zunächst festzuhalten, dass 

die Beschwerdeführerin entgegen der Ankündigung in der Eingabe vom 

19. Juli 2021 bis heute keinen eigenen Arztbericht eingereicht hat, obwohl 

sie aktuell aufgrund einer PTBS (wieder) psychiatrisch behandelt werde 

(vgl. Bst. M und E. 6.2.4) und bereits zu einem früheren Zeitpunkt eine 

PTBS und eine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert worden 

seien (vgl. E. 3.2). Dem Verlaufsbericht vom 15. Juli 2021 ist überdies zu 

entnehmen, dass die Beschwerdeführerin die ursprünglich begonnene 

psychiatrische Behandlung bald wieder sistiert habe, da die traumaorien-

tierte Behandlung emotional zu belastend gewesen sei (vgl. E. 6.2.4). Es 

erscheint deshalb zumindest fraglich, ob sich die Beschwerdeführerin der-

zeit noch in psychiatrischer Behandlung befindet und alles ihr Zumutbare 

unternimmt, um ihre eigene psychische Gesundheit und Stabilität zu ver-

bessern. 

6.6.3 Aus dem Verlaufsbericht vom 15. Juli 2021 geht sodann hervor, die 

psychische Befindlichkeit der Beschwerdeführerin habe sich im Vergleich 

zum Vorjahr deutlich verschlechtert und es bestehe eine deutlich depres-

sive Symptomatik. Sie hege wiederkehrende Suizidgedanken und eine To-

dessehnsucht, ohne konkrete Suizidpläne zu haben. Hinzugekommen 

seien agoraphobisch anmutende Ängste. Sie äussere auch immer wieder 

Ängste, dass B._______s Vater herausfinden könnte, wo sie sich aufhalten 

D-1708/2020 

Seite 23 

würden, weshalb sie sich isoliere und jeglichen Kontakt zur georgischstäm-

migen Gemeinschaft in der Schweiz meide (vgl. E. 6.2.4). Letztere subjek-

tive Angst und der sich daraus ergebende soziale Rückzug stellen zweifel-

los eine grosse psychische Belastung dar. Dass gleichzeitig die Furcht der 

Beschwerdeführerin, bei einer Rückkehr nach Georgien erneuter Gewalt 

durch den Kindsvater ausgeliefert zu sein, gross ist und als real erlebt wird, 

wird nicht bezweifelt. So hat sie offenbar den Kontakt zu ihren leiblichen 

Verwandten in Georgien seit ihrer Flucht sehr eingeschränkt. Aus den we-

nigen Kontakten höre sie, wie B._______s Vater noch immer nach ihr su-

che und sich an ihr rächen wolle. Trotz der Angst vor neuen Übergriffen in 

Georgien ist jedoch davon auszugehen, dass es der Beschwerdeführerin 

etwa in der Millionenstadt Tiflis subjektiv gefahrloser erscheinen dürfte, aus 

der sozialen Isolation auszubrechen und neue Kontakte zu Landsleuten zu 

knüpfen oder an bestehende wieder anzuknüpfen, was eine positive Wir-

kung auf ihre Befindlichkeit haben dürfte. Sodann darf von der Beschwer-

deführerin als Mutter erwartet werden, dass sie im Interesse des Kindes-

wohls um eine eigene adäquate psychiatrisch-psychotherapeutische Un-

terstützung besorgt ist, um einerseits eine Verbesserung ihres eigenen 

psychischen Gesundheitszustandes zu erreichen und andererseits eskala-

tiven Situationen zwischen ihr und B._______ entgegenzuwirken (vgl. auch 

E. 3.4). Auch wird es – mit Verweis auf die Erwägungen in der angefochte-

nen Verfügung (vgl. E. 3.1) – in der Verantwortung der Beschwerdeführerin 

liegen, Distanz zum Ex-Partner beziehungsweise Kindsvater herzustellen 

und zu wahren, um zur eigenen Stabilisierung beizutragen und eine Ret-

raumatisierung der Tochter zu vermeiden. 

6.6.4 B._______ befindet sich seit gut zwei Jahren in einer traumaorien-

tierten Psychotherapie. Dem Bericht vom 15. Juli 2021 ist zu entnehmen, 

dass eine gewisse Stabilisierung ihres Zustandes erreicht wurde. Aller-

dings sei diese noch fragil und im Falle eines Therapieabbruchs klar ge-

fährdet. Es steht ausser Frage, dass die aktuelle Diagnose B._______s – 

andauernde Persönlichkeitsänderungen nach Extrembelastung im Sinne 

einer komplexen PTBS (ICD-10 F62.0/Ad F62.0) – schwerwiegend und das 

Kind auf eine adäquate und kontinuierliche Weiterbehandlung angewiesen 

ist (vgl. E. 6.2.4). Der Zugang zu einer solchen ist mit Verweis auf die Er-

wägung 6.5 in Georgien gewährleistet. Es wird Aufgabe der Beschwerde-

führerin sein, allenfalls mit Hilfe der in Georgien hierfür zuständigen Stellen, 

für eine nahtlose Weiterführung der psychologisch-psychotherapeutischen 

Behandlung von B._______ zu sorgen. Vor diesem Hintergrund spricht das 

Kindeswohl trotz der gesundheitlichen Probleme B._______s nicht gegen 

eine Rückkehr ins Heimatland. 

D-1708/2020 

Seite 24 

6.6.5 Auch im Aufenthalt und der damit verbundenen Integration von 

B._______ in der Schweiz kann kein Verstoss gegen das Kindeswohl im 

Falle des Vollzugs der Wegweisung erblickt werden. Sie ist nun (...) Jahre 

alt und hält sich seit bald drei Jahren in der Schweiz auf, was als nicht 

besonders lange erscheint. Sie besucht hier die Schule, wo sie laut Ver-

laufsbericht vom 15. Juli 2021 zwar im Klassenverband integriert sei, je-

doch keine ausserschulischen sozialen Kontakte mit anderen Kindern 

stattfinden würden (vgl. E. 6.2.4). Es bestehen damit nur lose soziale Bin-

dungen neben der Beziehung zu ihrer Mutter, an welche sie auch aufgrund 

ihres Alters noch in erster Linie orientiert ist. Aufgrund ihrer ersten Soziali-

sierung ist B._______ überdies mit der georgischen Kultur und Sprache 

vertraut. 

6.7 Schliesslich lassen weder die allgemeine Lage in Georgien noch indi-

viduelle Gründe wirtschaftlicher und sozialer Natur auf eine konkrete Ge-

fährdung der Beschwerdeführerinnen in ihrer Heimat schliessen. Diesbe-

züglich kann vollumfänglich auf die angefochtene Verfügung und die nach 

wie vor gültigen Erwägungen in der Verfügung des SEM vom 18. Oktober 

2019 verwiesen werden. 

6.8 Der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerinnen nach Geor-

gien erweist sich nach dem Gesagten nach wie vor als zumutbar. Das SEM 

hat zu Recht festgestellt, es würden keine Gründe vorliegen, welche die 

Rechtskraft der Verfügung vom 18. Oktober 2019 beseitigen könnten. 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und auch sonst nicht zu 

beanstanden ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Beschwerde-

führerinnen aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1‒3 des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Aufgrund der mit Instrukti-

onsverfügung vom 16. April 2020 gewährten unentgeltlichen Prozessfüh-

rung sind jedoch keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-1708/2020 

Seite 25 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerinnen, das SEM und die zu-

ständige kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Walter Lang Barbara Gysel Nüesch 

 

 

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