# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 77ced8cd-8f04-54eb-b4dd-1fc5eb3c14fd
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-25
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 25.04.2016 UH160068
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UH160068_2016-04-25.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: UH160068-O/U/BEE 

 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Präsident, und lic. iur. W. Meyer, 

Ersatzoberrichter lic. iur. A. Schärer sowie Gerichtsschreiber  

lic. iur. C. Tschurr 

 

Beschluss vom 25. April 2016 

 

in Sachen 

 

A._____, 

Beschwerdeführer 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin Dr. X._____ 

 

gegen 

 
Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

Beschwerdegegnerin 

 

betreffend Beweisantrag  
 
Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons 
Zürich vom 7. März 2016, B-2/2016/10001681 

 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (Beschwerdegegnerin im 

vorliegenden Verfahren, nachfolgend nur noch bezeichnet als Staatsanwaltschaft) 

führt eine Strafuntersuchung gegen A._____ (Beschwerdeführer im vorliegenden 

Verfahren) wegen sexueller Handlungen mit einem Kind (Urk. 9 [Akten der 

Staatsanwaltschaft B-2/2016/10001681]). Dem Beschwerdeführer wird gestützt 

auf die Belastungen seiner Tochter B'._____, geb. tt.mm.2001 (nachfolgend nur 

noch bezeichnet als B._____), vorgeworfen, sie ab September 2014 (Urk. 9/1/1 S. 

3) über den Zeitraum von ca. eineinviertel Jahren immer wieder in der Wohnung 

an der … [Adresse] sexuell massiv missbraucht zu haben (Urk. 9/15/6/1 S. 2, 

9/15/6/3 S. 2). Er bestreitet diese Vorwürfe (Urk. 9/5/1 - Urk. 9/5/3, Urk. 2 S. 7). 

2. Der Beschwerdeführer war am 14. Januar 2016 verhaftet (Urk. 9/15/2) 

und ist vom Haftrichter am 5. April 2016 in Gutheissung eines Haftentlassungs-

gesuches unter Anordnung von Ersatzmassnahmen, so einem Verbot, mit 

B._____ in irgendeiner Weise Kontakt aufzunehmen oder aufnehmen zu lassen, 

aus der Haft entlassen worden (Urk. 9/15/6/9). 

3. Mit Eingabe vom 10. Februar 2016 stellte die amtliche Verteidigerin bei 

der Staatsanwaltschaft die Beweisanträge, es seien das von B._____ im mut-

masslichen Zeitraum benutzte Mobiltelefon mit der dazugehörigen SIM-Karte und 

der von ihr benutzte Laptop sicherzustellen und auszuwerten (Urk. 9/11/5 = Urk. 

3/2 S. 3 f.). Mit Verfügung vom 7. März 2016 wies die Staatsanwaltschaft diesen 

Beweisantrag ab (Urk. 9/11/6 = Urk. 3/1). Gegen diese Verfügung reichte der Be-

schwerdeführer mit Eingabe vom 21. März 2016 bei der hiesigen Kammer eine 

Beschwerde ein mit den Anträgen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, 

der Beweisantrag vom 10. Februar 2016 zur Sicherstellung und Auswertung des 

von B._____ im mutmasslichen Zeitraum benutzten Mobiltelefons (mit SIM-Karte) 

sei gutzuheissen und die Staatsanwaltschaft sei anzuweisen, dieses Beweismittel 

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unverzüglich sicherzustellen, zu beschlagnahmen und auszuwerten (Urk. 2 S. 2; 

der Laptop bildet nicht Gegenstand der Beschwerde [Urk. 2 S. 2 f.]). 

Die Staatsanwaltschaft beantragte unter Verzicht auf eine Vernehmlassung 

die Abweisung der Beschwerde (Urk. 8). Die Sache ist spruchreif. 

II. 

1. Die angefochtene Verfügung wurde dem Beschwerdeführer am 9. März 

2016 zugestellt (Urk. 9/11/9). Die am Montag, 21. März 2016 zur Post gegebene 

Beschwerde (Urk. 4) erfolgte innert der 10-tägigen Frist gemäss Art. 396 Abs. 1 

StPO (Art. 90 f. StPO) und ist rechtzeitig. 

2. Die Staatsanwaltschaft erklärte in der angefochtenen Verfügung, gegen 

diese sei gemäss Art. 318 Abs. 3 StPO kein Rechtsmittel zulässig (Urk. 3/1 S. 2). 

Der Beschwerdeführer macht geltend, es liege kein Anwendungsfall von Art. 318 

StPO vor, weil die Untersuchung noch gar nicht abgeschlossen sei. Im Übrigen 

sei nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung selbst im Anwendungsbereich 

von Art. 318 StPO eine Beschwerde gegen eine Ablehnung von Beweisanträgen 

zulässig, wenn ein Beweisverlust drohe (Urk. 2 S. 4), was vorliegend der Fall sei 

(Urk. 2 S. 5 ff.). 

3. Tatsächlich ist die Strafuntersuchung gegen den Beschwerdeführer noch 

nicht abgeschlossen. Art. 318 Abs. 3 StPO ist nicht anwendbar. Anwendbar sind 

die Art. 393 Abs. 1 lit. a und Art. 394 lit. b StPO. Demnach ist gegen die Ableh-

nung von Beweisanträgen durch die Staatsanwaltschaft eine Beschwerde (nur) 

zulässig, wenn der Antrag nicht ohne Rechtsnachteil vor dem erstinstanzlichen 

Gericht wiederholt werden kann. 

4. Der Beschwerdeführer macht geltend, bei Ablehnung des Beweisantrags 

drohe ein Beweisverlust. Es müsse damit gerechnet werden, dass das Mobiltele-

fon von B._____, das sie im fraglichen Zeitraum benutzt habe, ohne Sicherstel-

lung verloren gehe, entsorgt oder veräussert werde, bevor das Verfahren vor dem 

erstinstanzlichen Gericht hängig werde und der Beweisantrag dort wiederholt 

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werden könne. C._____, die Ehefrau des Beschwerdeführers und Stiefmutter von 

B._____, habe mitgeteilt, dass B._____ kurz nach Beginn der Strafuntersuchung 

einen neuen Mobiltelefonvertrag abgeschlossen habe, weil das bisherige Mobilte-

lefon defekt gewesen sei (Urk. 2 S. 6). 

5. Nach der Rechtsprechung ist der in Art. 394 lit. b StPO genannte Rechts-

nachteil gleichbedeutend mit dem nicht wiedergutzumachenden Nachteil im Sinne 

von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG. Von einem solchen Nachteil wird gesprochen, wenn 

dieser auch durch ein nachfolgendes günstiges Urteil nicht oder nicht mehr voll-

ständig behoben werden kann. Dies ist im Zusammenhang mit der Ablehnung ei-

nes gestellten Beweisantrags der Fall, wenn ein Beweisverlust droht. Beispiele für 

einen Beweisverlust sind der Zeuge, der lebensbedrohlich erkrankt ist oder kurz 

vor der Ausschaffung in sein Heimatland steht, eine Unfallkreuzung, an welcher 

noch ein Augenschein durchgeführt werden soll, bevor sie umgebaut wird, oder 

der Ablauf der Aufbewahrungsfrist für Akten. 

Der Nachweis eines solchen Nachteils bzw. Beweisverlusts obliegt nach 

dieser Rechtsprechung dem Beschwerdeführer, ansonsten auf die Beschwerde 

nicht einzutreten ist. Somit muss der Beschwerdeführer einerseits darlegen, wes-

halb der abgelehnte Beweisantrag für das Verfahren von entscheidender Bedeu-

tung ist, und andererseits den Nachweis erbringen, dass ein Zuwarten mit der 

Beweisabnahme aller Voraussicht nach zu einem Beweisverlust führen würde  

(ZR 113 [2014] Nr. 87 S. 300, 302 f. E. 2.2 mit weiteren Hinweisen). 

6. Nach den Aussagen von B._____ waren bei den dem Beschwerdeführer 

vorgeworfenen sexuellen Taten in der Familienwohnung in … nur sie und der Be-

schwerdeführer anwesend (Urk. 9/1/1 S. 3 f., Urk. 9/1/2 = Urk. 9/6/2). Weitere di-

rekte Zeugen gab es demnach nicht. Der Beschwerdeführer bestreitet die Vorwür-

fe. Die Aussagen von B._____ sind deshalb von entscheidender Bedeutung für 

dieses Strafverfahren. 

6.1. Der Beschwerdeführer will mit den beantragten Beweismitteln bewei-

sen, dass sich B._____ vor der Anzeigeerstattung mit pornographischem Material 

und/oder sexuellen Praktiken befasst hat, dass sie bestrebt gewesen ist, ihre 

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Stiefmutter und ihren Vater auseinanderzubringen und dass sie einen Grund ge-

sucht hat, nach Brasilien zurückgeschickt zu werden (Urk. 2 S. 9, Urk. 3/2 S. 3 f.). 

Diese Tatsachen belegten eine anderweitige Sexualisierung von B._____, eine 

"Erfindungskompetenz", die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihre Aussagen ohne Er-

lebnisgrundlage konstruiert habe und ein Motiv für eine falsche Belastung des 

Beschwerdeführers (Urk. 3/1 S. 4, Urk. 2 S. 7). Damit soll die Glaubhaftigkeit von 

B._____'s belastenden Aussagen erschüttert werden. Der Beschwerdeführer be-

zeichnet deshalb B._____'s Mobiltelefon als einen zentralen potentiellen Entlas-

tungsbeweis (Urk. 2 S. 7). 

6.2. Die beantragte Beweisabnahme betrifft damit nicht direkt eine Tatsache 

zum Schuld- oder Strafpunkt, sondern kann für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit 

von B._____'s Aussagen wichtig sein. Es handelt sich um sogenannte Hilfstatsa-

chen, die für die Beurteilung des Werts oder der Beweiskraft eines Beweismittels 

von Bedeutung sind und damit durchaus auch rechtlich erheblich sein können  

(BGE 113 IV 77, 80 E. 3.a). 

6.3. Die Staatsanwaltschaft misst solchen Hilfstatsachen auch im vorliegen-

den Verfahren durchaus auch eine Bedeutung zu: 

C._____ übergab der Staatsanwaltschaft einen USB-Stick und erklärte dazu, 

zu Hause sei ein USB-Stick herumgelegen. Sie habe reingeschaut. B._____ habe 

auf diesen Stick ein Backup gemacht (offenkundig gemeint: ein Backup von den 

Daten ihres Mobiltelefons). Sie habe auf dem Smartphone nach den Begriffen 

"Dunkle Lust" oder ähnlich gesucht, vom Buch "Fifty Shades of Grey" per 

WhatsApp Fotos verschickt, den Film oder das Buch rot eingekreist. C._____ ha-

be auch diverse Fotos von Männern in aufreizender Pose gefunden, zwei Videos 

mit eindeutig sexuellem Hintergrund, einen Film mit dem Striptease eines Man-

nes, der am Schluss nackt dastehe. C._____ habe B._____ diesen Stick zurück-

gegeben, aber eine Kopie gemacht, welche sie einreichte (Urk. 9/7/2 S. 15 f.). 

Mit der Erklärung, auf eine Vernehmlassung zur Beschwerde zu verzichten, 

erklärte die Staatsanwaltschaft, dieser Datenstick sei zur Auswertung bei der Kan-

tonspolizei Zürich (Urk. 8). Die Staatsanwaltschaft erachtet also die Daten auf 

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diesem Stick, die von B._____'s Mobiltelefon übertragen worden sein sollen, als 

möglicherweise relevant für das Strafverfahren. Diese Relevanz kann auch dem 

Mobiltelefon selber mit der zugehörigen SIM-Karte bzw. den darin enthaltenen 

Daten zukommen. 

6.4. Sind die Aussagen von B._____ von entscheidender Bedeutung für das 

Strafverfahren, kann auch den vom Beschwerdeführer angeführten Hilfstatsachen 

für die Würdigung der Glaubhaftigkeit dieser Aussagen und damit dem Beweisan-

trag dafür entscheidende Bedeutung zukommen. Dieses Erfordernis der Recht-

sprechung für die Zulässigkeit einer Beschwerde gegen die Ablehnung von Be-

weisanträgen ist erfüllt. 

7. Der Beschwerdeführer begründete, weshalb ein Beweisverlust drohe, 

nämlich weil das fragliche Mobiltelefon mit SIM-Karte verloren gehen oder ent-

sorgt werden könnte, bevor er seinen diesbezüglichen Beweisantrag vor einem 

erstinstanzlichen Gericht wiederholen könne (Urk. 2 S. 5). Dass diese Möglichkeit 

nicht nur theoretisch vorhanden ist, sondern auch praktisch tatsächlich droht, 

machte der Beschwerdeführer mit der Darstellung glaubhaft, B._____ habe einen 

neuen Mobiltelefonvertrag abgeschlossen, weil das bisherige - streitgegenständ-

liche - Mobiltelefon defekt gewesen sei (Urk. 2 S. 6). Mehr kann vom Beschwer-

deführer, der keinen Kontakt mit B._____ aufnehmen darf (Urk. 9/15/6/9), diesbe-

züglich nicht verlangt werden. Er hat damit den Nachweis erbracht, dass bei Zu-

warten mit der Beweisabnahme bzw. der Sicherstellung (vgl. nachfolgend Erw. 

III.5) ein Beweisverlust droht. Auch dieses Erfordernis der Rechtsprechung für die 

Zulässigkeit einer Beschwerde gegen die Ablehnung von Beweisanträgen ist er-

füllt. Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

III. 

1. Die Parteien haben das Recht, Beweisanträge zu stellen (Art. 107 Abs. 1 

lit. e StPO). Das rechtliche Gehör umfasst das Recht der Parteien, die für die Be-

urteilung bedeutsamen Beweise nennen zu können, und die Pflicht der Behörden, 

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rechtzeitig, formgerecht gestellte und erhebliche Anträge zu berücksichtigen (BSK 

StPO-Vest/Horber, N 34 zu Art. 107). 

2. Über Tatsachen, die unerheblich, offenkundig, der Strafbehörde bekannt 

oder bereits rechtsgenügend erwiesen sind, wird nicht Beweis geführt (Art. 139 

Abs. 2 StPO). Die Staatsanwaltschaft darf (grundsätzlich nur) solche Beweisan-

träge ablehnen. 

Die Staatsanwaltschaft verwies in der Begründung der angefochtenen Ver-

fügung auf diesen Grundsatz, wenn auch unter einer anderen gesetzlichen Be-

stimmung (nämlich Art. 318 Abs. 2 StPO; Urk. 3/1 S. 1 Erw. 2). Anschliessend 

hielt die Staatsanwaltschaft fest, dass B._____ nicht Beschuldigte, sondern Opfer 

sei, wobei die gestellten Beweisanträge nicht geeignet seien, hinsichtlich der im 

Raume stehenden Vorwürfe entlastend zu wirken (Urk. 3/1 S. 2 Erw. 3). 

3. Beim Beweisantrag geht es vorab um die Sicherstellung des Mobiltelefons 

mit SIM-Karte. Es ist nicht ersichtlich, welche Bedeutung der Umstand, dass 

B._____ nicht Beschuldigte, sondern Opfer ist, dabei hat. Der Beschwerdeführer 

macht zu Recht geltend, dass Beweismittel auch bei einem Opfer sichergestellt 

werden können (Urk. 2 S. 9 f.; vgl. Art. 246 f., Art. 263 - 265 StPO). 

4. Die Staatsanwaltschaft erläuterte nicht, weshalb die gestellten Beweisan-

träge nicht geeignet seien, hinsichtlich der im Raume stehenden Vorwürfe entlas-

tend zu wirken. Das ist auch nicht ersichtlich. Zwar wirkte es, wenn die im Raume 

stehenden Vorwürfe erstellt wären, kaum entlastend, wenn sich B._____ vor der 

Anzeigeerstattung mit pornographischem Material und/oder sexuellen Praktiken 

befasst hätte, wenn sie bestrebt gewesen wäre, ihre Stiefmutter und ihren Vater 

auseinanderzubringen oder wenn sie einen Grund gesucht hätte, nach Brasilien 

zurückgeschickt zu werden. Bei der Frage, ob die im Raum stehenden Vorwürfe 

erstellt sind, können die beantragten Beweismittel als Hilfstatsachen für die Beur-

teilung der Glaubhaftigkeit der Aussagen von B._____ aber durchaus relevant 

sein und in dem Sinne entlastend wirken, indem sie allenfalls die Glaubhaftigkeit 

dieser Aussagen erschüttern können (vorstehend Erw. II.6). 

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5. Die - vom Beschwerdeführer beantragte - Sicherstellung von Gegenstän-

den und Unterlagen dient der späteren Durchsuchung und allfälligen Beschlag-

nahme durch die Strafuntersuchungsbehörden (vgl. etwa OGer ZH, III. Strafkam-

mer, Geschäfts-Nr. UH140302, Beschluss vom 27. November 2014 Erw. II.5). Die 

Sicherstellung von Gegenständen und Unterlagen als Beweismittel ist als Begriff 

gesetzlich nicht erwähnt, bildet indes Bestandteil der in der StPO unter dem 

4. Kapitel des 5. Titels (Zwangsmassnahmen) geregelten Durchsuchungen und 

Untersuchungen. Unter den Voraussetzungen, unter denen Hausdurchsuchungen 

und Untersuchungen von Aufzeichnungen und von Gegenständen zulässig sind, 

sind es auch dabei vorgenommene bzw. vorzunehmende Sicherstellungen. 

Mobiltelefone und SIM-Karten sind Datenträger. Datenträger dürfen durch-

sucht werden (unter dem Vorbehalt der Siegelung und Entsiegelung), wenn zu 

vermuten ist, dass sich darin Informationen befinden, die der Beschlagnahme un-

terliegen (Art. 246 StPO). Der Beschlagnahme unterliegen u.a. Gegenstände (da-

runter auch Datenträger; BSK StPO-Bommer/Goldschmid, N 27 zu Art. 263) einer 

beschuldigten Person oder einer Drittperson, wenn sie voraussichtlich als Be-

weismittel gebraucht werden (Art. 263 Abs. 1 lit. a StPO). Als Beweismittel kom-

men Objekte in Betracht, welche beweisrelevante Informationen enthalten können 

(Heimgartner, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizeri-

schen Strafprozessordnung, 2. Auflage 2014, N 15 zu Art. 263). Relevant, recht-

lich erheblich sind auch Hilfstatsachen, die für die Beurteilung des Werts oder der 

Beweiskraft eines Beweismittels von Bedeutung sind (BGE 113 IV 77, 80 E. 3.a 

m.w.H.). 

Aufgrund des von C._____ eingereichten USB-Sticks mit als Hilfstatsachen 

rechtlich erheblichen Informationen aus dem Mobiltelefon von B._____ ist zu ver-

muten, dass sich auf B._____'s Mobiltelefon mit SIM-Karte Informationen befin-

den, die der Beschlagnahme unterliegen. Diese Datenträger können sichergestellt 

werden. Ob wegen eines Aussageverweigerungsrechts keine Herausgabepflicht 

besteht, ist dann allenfalls im Rahmen von Art. 265 StPO abzuklären. 

6. Der Beweisantrag betrifft nicht Tatsachen, die unerheblich, offenkundig, 

der Strafbehörde bekannt oder bereits rechtsgenügend erwiesen sind, sondern 

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als solche möglicherweise relevante Hilfstatsachen. Ohne die beantragte Sicher-

stellung droht das Beweismittel verloren zu gehen. Dem Beweisantrag ist stattzu-

geben. Die Ablehnung erfolgte zu Unrecht. In Gutheissung der Beschwerde ist 

deshalb die angefochtene Verfügung aufzuheben, und die Sache ist im Sinne der 

Erwägungen, d.h. zur beantragten Sicherstellung des von B._____ im mutmassli-

chen Tatzeitraum benutzten Mobiltelefons mit SIM-Karte zurückzuweisen. 

7. Die Staatsanwaltschaft ist indes nicht anzuweisen, dieses Mobiltelefon mit 

SIM-Karte zu beschlagnahmen und auszuwerten. Einerseits kann B._____ die 

Siegelung verlangen, worauf ggfs. in einem separaten Verfahren darüber zu be-

finden wäre, ob die Datenträger durchsucht werden dürfen. Andererseits ist mit 

der Sicherstellung dieser Datenträger dem drohenden Beweisverlust vorgebeugt. 

Einen Antrag, die sichergestellten Datenträger zu beschlagnahmen und auszu-

werten, kann der Beschwerdeführer ohne Rechtsverlust vor dem erstinstanzlichen 

Gericht wiederholen. Eine Beschwerde gegen den diesbezüglichen Entscheid der 

Staatsanwaltschaft ist nicht zulässig (Art. 394 lit. b StPO). 

IV. 

Ausgangsgemäss sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens, inklusive die 

Kosten der amtlichen Verteidigung, auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 428 

Abs. 1 StPO). 

Die Entschädigung der amtlichen Verteidigerin für ihre Aufwendungen im 

Beschwerdeverfahren wird durch die Staatsanwaltschaft oder das urteilende Ge-

richt am Ende des Strafverfahrens festzusetzen sein (Art. 135 Abs. 2 StPO). 

 

Es wird beschlossen: 
 

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Staatsanwaltschaft 

IV des Kantons Zürich vom 7. März 2016 (Beweisergänzungsentscheid) im 

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Verfahren B-2/2016/10001681 aufgehoben, und die Sache wird im Sinne der 

Erwägungen an die Staatsanwaltschaft zurückgewiesen. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, eingeschlossen die Kosten der amt-

lichen Verteidigung für dieses Verfahren, werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen. 

3. Schriftliche Mitteilung an: 

− die amtliche Verteidigerin des Beschwerdeführers, zweifach, für sich 
und für den Beschwerdeführer (per Gerichtsurkunde) 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, ad B-2/2016/10001681, 
unter gleichzeitiger Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 9) 
(gegen Empfangsbestätigung) 

4. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann unter den einschränkenden Voraussetzungen 
von Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes Beschwerde in Strafsachen er-

hoben werden. 
Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 

Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 

14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise 

schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 
Zürich, 25. April 2016 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
 

Präsident: 
 
 
 

lic. iur. Th. Meyer 

Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. C. Tschurr 
 

	Beschluss vom 25. April 2016
	
	Erwägungen:
	I.

	II.
	III.
	IV.
	1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 7. März 2016 (Beweisergänzungsentscheid) im Verfahren B-2/2016/10001681 aufgehoben, und die Sache wird im Sinne der Erwägungen an die Staatsanwaltscha...
	2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, eingeschlossen die Kosten der amtlichen Verteidigung für dieses Verfahren, werden auf die Gerichtskasse genommen.
	3. Schriftliche Mitteilung an:
	 die amtliche Verteidigerin des Beschwerdeführers, zweifach, für sich und für den Beschwerdeführer (per Gerichtsurkunde)
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, ad B-2/2016/10001681, unter gleichzeitiger Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 9) (gegen Empfangsbestätigung)

	4. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann unter den einschränkenden Voraussetzungen von Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Ersten öffent...