# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7e720cfe-e624-52da-bf7c-39de76c23908
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-09-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.09.2017 C-38/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-38-2015_2017-09-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-38/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  S e p t e m b e r  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richterin Franziska Schneider (Vorsitz), 

Richter Beat Weber, Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz,    

Gerichtsschreiber Michael Rutz. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

vertreten durch lic. iur. Stephan Müller, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Rentenanspruch, Verfügung vom 

20. November 2014. 

 

 

 

C-38/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der 1957 geborene, in seiner Heimat wohnhafte deutsche Staatsangehö-

rige A._______ (nachfolgend: Versicherter oder Beschwerdeführer) ist ge-

lernter medizinischer Masseur und ging bis 1996 einer Tätigkeit in diesem 

Bereich nach, zuletzt als Leiter der physikalischen Therapie einer geriatri-

schen Klinik (IV-act. 35 S. 5). Wegen Rückenproblemen gab er diese Tä-

tigkeit auf und absolvierte von 1996 bis 1999 eine Zweitausbildung zum 

Logopäden (IV-act. 1 und 16). Seitdem ist er in der Schweiz in diesem Be-

ruf als Grenzgänger erwerbstätig und leistete dabei Beiträge an die schwei-

zerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV; IV-

act. 12). Seit dem 1. Oktober 2007 ist er an einer Primarschule angestellt, 

wobei er ein 100 %-Pensum ausübte (IV-act. 33), ehe er wegen eines Er-

schöpfungssyndroms ab 14. Mai 2012 zu 100 % krankgeschrieben wurde. 

Nach einer stationären Behandlung vom 29. Mai bis 10. Juli 2012 nahm er 

seine bisherige Arbeit am 13. August 2012 mit einem reduzierten Pensum 

von 40 % wieder auf. In der Folge wurde das Arbeitspensum schrittweise 

bis auf 75 % ab 1. Januar 2013 erhöht (IV-act. 19), ab August 2013 jedoch 

aus gesundheitlichen Gründen wieder auf 60 % reduziert (IV-act. 35 S. 4; 

BVGer-act. 1, Beilage 3). 

B.  

Am 8. Januar 2013 meldete sich der Versicherte unter Angabe einer mittel-

schweren bis schweren Depression, eines schwer einstellbaren insulin-

pflichtigen Diabetes mellitus mit Nierenfunktionseinschränkung, eines Dis-

kusprolaps (HWS C5-C6), einer Sehminderung links (Einäugigkeit) und ei-

ner Funktionsbehinderung des rechten Hüftgelenks bei der IV-Stelle 

B._______ (nachfolgend: kantonale IV-Stelle) zum Leistungsbezug an (IV-

act. 1). Diese klärte die erwerblichen Verhältnisse, das Eingliederungspo-

tential (Mitteilung vom 7. Juni 2013; IV-act. 26) sowie die gesundheitliche 

Situation ab. Sie holte insbesondere Berichte der behandelnden Ärzte so-

wie ein bidisziplinäres psychiatrisch-neurologisches Gutachten vom 

30. November/21. Dezember 2013 (IV-act. 34 und 35) ein. Nachdem der 

Regionale Ärztliche Dienst (nachfolgend: RAD) am 5. Februar 2014 zu den 

medizinischen Akten Stellung genommen hatte (IV-act. 37), stellte die kan-

tonale IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 25. März 2014 die 

Abweisung des Leistungsbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 20 % 

in Aussicht (IV-act. 38). Dagegen erhob der nunmehr rechtlich vertretene 

Versicherte am 7. April 2014 (IV-act. 40) und am 21. Mai 2014 (IV-act. 44) 

C-38/2015 

Seite 3 

Einwände und reichte einen neuen Bericht seines behandelnden Psychia-

ters vom 14. Mai 2014 (IV-act. 44) sowie einen Bescheid des Landratsamts 

C._______ vom 17. Juli 2014 bezüglich Feststellung der Schwerbehinder-

teneigenschaft (IV-act. 52) ein. Im Rahmen des Einwands liess der Versi-

cherte insbesondere geltend machen, dass aufgrund der vorliegenden Ge-

sundheitsschäden ein polydisziplinäres Gutachten einzuholen sei. Die kan-

tonale IV-Stelle verneinte gestützt auf die Stellungnahmen des RAD vom 

7. Juli 2014 (IV-act. 46), vom 9. Juli 2014 (IV-act. 47), vom 11. Juli 2014 

(IV-act. 50) und vom 6. November 2014 (IV-act. 54) die Notwendigkeit einer 

polydisziplinären Begutachtung. Daraufhin wies die IV-Stelle für Versi-

cherte im Ausland (nachfolgend: Vorinstanz) mit Verfügung vom 20. No-

vember 2014 gestützt auf die Feststellungen der kantonalen IV-Stelle das 

Leistungsbegehren in Bestätigung des Vorbescheides ab (IV-act. 59). 

C.  

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte durch seinen Rechtsvertre-

ter mit Eingabe vom 5. Januar 2015 (Poststempel) Beschwerde beim Bun-

desverwaltungsgericht und stellte folgende Rechtsbegehren (BVGer-

act. 1): 

1. Es sei die Verfügung der Vorinstanz vom 20. November 2014 aufzuheben.  

2a. Es sei dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Juli 2013 eine Viertels-

rente zuzusprechen. 

2b. Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die  

Vorinstanz zurückzuweisen. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Vorinstanz. 

D.  

Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 12. Februar 2015 

unter Hinweis auf eine Stellungnahme der kantonalen IV-Stelle vom 9. Feb-

ruar 2015 die Abweisung der Beschwerde (BVGer-act. 3). 

E.  

Der mit Zwischenverfügung vom 3. März 2015 beim Beschwerdeführer ein-

geforderte Kostenvorschuss von Fr. 400.– (BVGer-act. 4) wurde am 

9. März 2015 geleistet (BVGer-act. 6). 

F.  

Der Beschwerdeführer hielt in seiner Replik vom 17. April 2015 an den 

Rechtsbegehren und Ausführungen gemäss Beschwerde vom 5. Januar 

2015 vollumfänglich fest (BVGer-act. 7).  

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Seite 4 

G.  

In ihrer Duplik vom 7. Mai 2015 schloss die Vorinstanz unter Hinweis auf 

eine Stellungnahme der kantonalen IV-Stelle vom 4. Mai 2015 weiterhin 

auf Abweisung der Beschwerde (BVGer-act. 9). 

H.  

Im Rahmen der Triplik vom 18. Juni 2015 (BVGer-act. 11) und der 

Quadruplik vom 17. Juli 2015 (BVGer-act. 13) hielten die Verfahrensbetei-

ligten an ihren Anträgen fest. 

I.  

Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften ist – soweit 

erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. 

  

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der Beschwerde zu-

ständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG; Art. 69 Abs. 1 Bst. b IVG [SR 

831.20]). Der Beschwerdeführer ist als Adressat der angefochtenen Verfü-

gung durch diese besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse 

an deren Aufhebung oder Abänderung, weshalb er zur Erhebung der Be-

schwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG; siehe auch Art. 59 ATSG [SR 

830.1]). Nachdem auch der Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde, 

ist auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten 

(Art. 22a Abs. 1 Bst. c, Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG; siehe auch 

Art. 38 Abs. 4 Bst. c und Art. 60 ATSG). 

2.  

Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die 

Verfügung vom 20. November 2014. Wie in der Zuständigkeitsregelung 

des Art. 40 Abs. 2 IVV (SR 831.201) vorgesehen, hat die kantonale IV-

Stelle, in deren Tätigkeitsgebiet der Beschwerdeführer in seiner Eigen-

schaft als Grenzgänger eine Erwerbstätigkeit ausübt, das Leistungsbegeh-

ren entgegengenommen und geprüft, während die Vorinstanz die ange-

fochtene Verfügung erlassen hat. Prozessthema ist der Anspruch des Be-

schwerdeführers auf eine schweizerische Invalidenrente im Rahmen einer 

Erstanmeldung.  

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Seite 5 

3.  

3.1 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger und wohnt in 

Deutschland. Damit gelangen das Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni 

1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und die Regelwerke der Gemeinschaft zur 

Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss Anhang II des 

FZA zur Anwendung. Soweit weder das FZA und die gestützt darauf an-

wendbaren gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte abweichende Bestim-

mungen vorsehen noch allgemeine Rechtsgrundsätze dagegen sprechen, 

richtet sich die Ausgestaltung des Verfahrens und die Prüfung des Renten-

anspruchs alleine nach der schweizerischen Rechtsordnung (BGE 130 V 

253 E. 2.4; Urteil des BGer 8C_707/2014 vom 19. Januar 2015 E. 2). 

3.2 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-

sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen 

Verwaltungsverfügung (hier: 20. November 2014) eingetretenen Sachver-

halt ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither 

verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwal-

tungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). 

3.3 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-

geblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechts-

folgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1), 

weshalb jene Vorschriften Anwendung finden, die spätestens beim Erlass 

der Verfügung vom 20. November 2014 in Kraft standen; weiter aber auch 

Vorschriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, 

die aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprü-

che von Belang sind. 

4.  

Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung hat, 

wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (vgl. Art. 8 Abs. 1 ATSG) und beim 

Eintritt der Invalidität während der gesetzlich vorgesehenen Dauer Beiträge 

an die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV) geleis-

tet hat, das heisst während mindestens drei Jahren laut Art. 36 Abs. 1 IVG. 

Der Beschwerdeführer hat unbestrittenermassen während mehr als drei 

Jahren Beiträge an die schweizerische AHV/IV geleistet, so dass die Vo-

raussetzung der Mindestbeitragsdauer für den Anspruch auf eine ordentli-

che Invalidenrente erfüllt ist.  

C-38/2015 

Seite 6 

5.  

5.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-

tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 

Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-

lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-

mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-

weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des 

Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä-

higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchti-

gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, 

volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich 

zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tä-

tigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 

ATSG). 

5.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherte Anspruch auf eine 

Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungs-

massnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min-

destens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (Bst. b), und nach Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Bst. c). Art. 29 Abs. 1 IVG 

sieht vor, dass der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Mo-

naten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 

ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters-

jahrs folgt, entsteht. 

5.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 

wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreivier-

telsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-

nem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertels-

rente. Nach Art. 29 Abs. 4 IVG werden Renten, die einem Invaliditätsgrad 

von weniger als 50 % entsprechen, nur an Versicherte ausgerichtet, die 

ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz 

haben, soweit nicht völkerrechtliche Vereinbarungen eine abweichende 

Regelung vorsehen. Eine solche Ausnahme gilt seit dem 1. Juni 2002 für 

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Seite 7 

Staatsangehörige eines Mitgliedstaates der EU und der Schweiz, sofern 

sie in einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz haben (BGE 130 V 253 E. 2.3 

und 3.1). 

5.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades bei Erwerbstätigen wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 

und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-

gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegli-

chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-

werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wäre sie nicht invalid geworden 

(Art. 16 ATSG). 

5.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und 

im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche 

und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-

ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 

zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-

züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im 

Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be-

urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 

noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4; 125 V 256 E. 4).  

5.6 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 

der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-

suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-

gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der me-

dizinischen Situation einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der Expertin 

oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a) 

und ob der Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt 

(Urteil des BGer 9C_736/2009 vom 26. Januar 2010 E. 2.1). 

6.  

6.1 Die Vorinstanz geht in der angefochtenen Verfügung gestützt auf das 

neurologisch-psychiatrische Gutachten vom 30. November/21. Dezember 

2013 davon aus, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung seiner ange-

stammten Tätigkeit als Logopäde sowie jeglicher seinen Leiden angepass-

ten Verweistätigkeiten zu 80 % zumutbar ist. Gestützt darauf ermittelte sie 

einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 20 %. Im Rahmen 

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Seite 8 

der Invaliditätsbemessung hat sie dabei zur Bestimmung des Invalidenein-

kommens das effektive Einkommen des Beschwerdeführers im Jahr 2013 

bei einem 60 %-Pensum auf ein 80 %-Pensum umgerechnet. 

6.2 Der Beschwerdeführer geht demgegenüber davon aus, dass ihm die 

Ausübung der Tätigkeit als Logopäde wie auch einer leidensangepassten 

Verweistätigkeit lediglich noch zu 60 % zumutbar ist. Er stützt sich dabei 

im Wesentlichen auf die Einschätzung seines behandelnden Psychiaters. 

Er beanstandet, dass der medizinische Sachverhalt ungenügend abgeklärt 

worden sei, weil trotz der vielschichtigen Gesundheitsschäden keine poly-

disziplinäre Begutachtung durchgeführt worden sei. Er geht aber davon 

aus, dass auch bereits aufgrund der vorliegenden medizinischen Aktenlage 

ein Rentenanspruch bestehen würde, weil im Rahmen der Schadenminde-

rungspflicht von ihm nicht verlangt werden könne, eine andere Stelle zu 

suchen, bei der er mit dem maximal zumutbaren Pensum von 80 % arbei-

ten könnte, da dies die Erwerbseinbusse erhöhen würde. Seine Arbeitge-

berin sei nicht bereit, sein aktuelles 60 %-Pensum zu erhöhen. Für die Be-

stimmung des Invalideneinkommens sei daher von der aktuellen Stelle mit 

einem Pensum von 60 % auszugehen. Auf eine Rückweisung der Sache 

könne daher verzichtet werden. Eine Rückweisung zur Neuabklärung 

werde jedoch als Eventualbegehren beantragt. 

7.  

In den Akten finden sich zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers 

und zur Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen die folgenden 

Angaben:  

7.1 Dr. med. D._______, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie, be-

richtete am 17. Mai 2004, dass der Beschwerdeführer seit 1972 an einem 

Diabetes mellitus Typ I (E11.90 G) leidet, wobei sich keine diabetische Ne-

phropathie entwickelt habe. Als weitere Diagnose hielt Dr. med. D._______ 

eine arterielle Hypertonie (I10.90 G) fest (IV-act. 13 S. 14). 

7.2 Laut dem Bericht des Augenarztes Dr. med. E._______ vom 17. No-

vember 2008 leidet der Beschwerdeführer an einer angeborenen Seh-

schwäche. Die Sehschärfe auf dem rechten Auge mit Brillenkorrektur be-

trage 100 %, auf dem linken Auge etwa 10 % (IV-act. 13 S. 21). Im Bericht 

vom 5. Oktober 2010 führte Dr. med. E._______ als Diagnosen eine Myo-

pie rechts und eine Schielamblyopie links auf. Hinweise auf diabetische 

Hintergrundsveränderungen fand er nicht (IV-act. 13 S. 13). 

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Seite 9 

7.3 Am 11. Oktober 2008 stürzte der Beschwerdeführer beim Abstellen sei-

nes Motorrades auf die Schulter (vgl. Schadenmeldung vom 16. Oktober 

2008; IV-act. 14 S. 3) und erlitt dabei eine AC-Gelenksluxation Typ Tossy 

III links. Das Schultergelenk wurde am 14. Oktober 2008 in der Klinik 

F._______ operativ mittels einer Platte stabilisiert (Bericht vom 20. Oktober 

2008; act. 14 S. 5 ff.). Wegen einer Instabilität wurde am 3. November 2008 

eine Re-Osteosynthese durchgeführt (Bericht vom 3. November 2008; IV-

act. 14 S. 8 ff). Am 13. Februar 2009 wurde die Platte bei stabilen Verhält-

nissen am AC-Gelenk wieder entfernt (Bericht 13. Februar 2009; IV-act. 14 

S. 12 ff). Gemäss Zwischenbericht des behandelnden Orthopäden vom 

15. Mai 2009 konnte der Beschwerdeführer die Arbeit am 9. März 2009 

wieder zu 100 % aufnehmen (IV-act. 14 S. 20). Im Rahmen der postopera-

tiven Kontrolluntersuchungen wurde hinsichtlich der Schulter ein positiver 

Verlauf geschildert. Es wurde jedoch ein Verdacht auf eine Arthritis des 

oberen linken Sprunggelenks geäussert (IV-act. 14 S. 21 ff.). Im Ver-

laufseintrag vom 3. August 2009 wurde eine posttraumatische Sprungge-

lenksverletzung links nach Motoradunfall vom 11. Oktober 2008 mit Status 

nach Abpunktion eines hämorrhagischen Gelenksergusses am 13. Novem-

ber 2008 aufgeführt (IV-act. 14 S. 24). Am 6. August 2009 schilderte der 

Beschwerdeführer bereits eine deutliche Verbesserung der Beschwerden 

am Sprunggelenk, so dass auf die Vornahme weiterer Abklärungen ver-

zichtet wurde (IV-act. 14 S. 26).  

7.4 Eigenen Angaben zufolge litt der Beschwerdeführer in der Vergangen-

heit bereits mehrmals (1993, 1994/1995 und 1999) an depressiven Episo-

den (IV-act. 17 S. 3). Am 15. Mai 2012 berichtete der behandelnde Psychi-

ater Dr. med. G._______, dass es dem Beschwerdeführer laut eigenen An-

gaben seit rund fünf Jahren wieder zunehmend schlecht gehe. Er nannte 

als Diagnose eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symp-

tome (ICD-10: F32.2; IV-act. 13 S. 12). Vom 29. Mai bis 10. Juli 2012 wurde 

der Beschwerdeführer in der psychiatrischen Klinik H._______ stationär 

behandelt. Im ausführlichen Austrittsbericht vom 14. August 2012 wurden 

als psychiatrische Diagnosen eine mittelgradige depressive Episode (ICD-

10: F32.1; Differenzialdiagnose: ICD-10: F33.1), ein Erschöpfungssyndrom 

(ICD-10: Z73.0), akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1) sowie 

Belastungen am Arbeitsplatz (ICD-10: Z56) aufgeführt. Als somatische Di-

agnosen wurden ein Diabetes mellitus Typ I (ICD-10: E10.2) mit Nephro-

pathie und hervorragender Einstellung mit Insulin in Eigenregie, eine arte-

rielle Hypertonie (ICD-10: I10), eine Coxarthrose links bei Status nach  

Epiphysenlösung/Operation beidseits 1970, ein Status nach Diskushernie 

C5/6 mit radikulärem Reiz- und Ausfallsyndrom links sowie ein Status nach 

C-38/2015 

Seite 10 

Töffunfall 2008 mit Hämarthrose OSG links und Acromionluxation links ge-

nannt. Die Klinikärzte attestierten eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis 

zum 25. Juli 2012 und empfahlen einen schrittweisen Arbeitseinstieg mit 

einem Pensum von zunächst rund 40-50 % für die ersten vier bis sechs 

Wochen und eine schrittweise Erhöhung nach weiterer Stabilisierung auf 

60 % und danach auf 80 % (IV-act. 17). Dr. med. G._______ berichtete am 

26. Juli 2012, dass der Aufenthalt in der Klinik dem Beschwerdeführer 

sichtlich gut getan habe. Als Diagnose nannte er eine gesicherte schwere 

depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.2 G; IV-

act. 13 S. 9). 

7.5 Der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med. I._______, Facharzt 

für Innere Medizin, berichtete im IV-Arztbericht (Eingang: 19. Januar 2013) 

von einer seit Jahren bestehenden, mittelgradigen depressiven Episode 

(ICD-10: F 32.1; DD: Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mit-

telgradige Episode [ICD-10: F33.1]). Weiter nannte er in seinem hand-

schriftlichen, zum Teil nur schwer entzifferbaren Bericht als Diagnosen 

ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit einen Diabetes mellitus Typ I 

(insulinpflichtig, bisher kein Hinweis auf Spätsyndrom), eine beginnende 

Coxarthrose links bei einem Status nach einer Operation wegen einer  

Epiphysiolyse in der Jugend, einen Status nach einem Bandscheiben-

prolaps C5/6 (konservativ behandelt, Restparese im linken Arm), einen 

Status nach Operation einer AC-Gelenksluxation nach einem Töffunfall im 

Oktober 2008, arterielle Hypertonie sowie eine Amblyopie auf dem linken 

Auge. Der Beschwerdeführer habe sein Pensum bereits auf 80 % reduziert 

und sei zurzeit noch arbeitsfähig. Aufgrund der Belastung am Arbeitsplatz 

sei mit einer Arbeitsunfähigkeit zu rechnen. Es sei nicht absehbar, in wel-

chem Umfang eine behinderungsangepasste Tätigkeit möglich sein werde 

(IV-act. 13 S. 1 ff.).  

7.6 Auf Veranlassung des seit 10. Juli 2012 behandelnden Psychiaters 

Dr. med. Dipl. Psych. J._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe-

rapie, wurde eine MRI-Untersuchung des Schädels (IV-act. 22 S. 13) sowie 

eine neuropsychologische Untersuchung im Spital K._______ durchge-

führt. Dr. phil. L._______, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, hielt 

in ihrem Bericht vom 25. März 2013 als Diagnosen leichte bis mittelgradige 

neuropsychologische Störungen (Exekutivfunktionen, Aufmerksamkeit), 

eine rezidivierende Depression (aktuell leichte Episode) sowie eine zere-

brovaskuläre Mikroangiopathie (MRI vom 11. Februar 2013) fest. Sie führte 

aus, dass nach Angaben des Beschwerdeführers ein Arbeitspensum von 

75 % die obere Belastungsgrenze darstelle. Eine Pensumserhöhung 

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Seite 11 

scheine vor dem Hintergrund der sich nicht verbessernden körperlichen 

Beschwerden nicht realistisch zu sein (IV-act. 22 S. 9 ff.).  

7.7 Im IV-Arztbericht (Eingang am 8. April 2013) hielten Dr. med. Dipl. 

Psych. J._______ und die Psychologin lic. phil. M._______ als Diagnosen 

eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10: F33; letzte Episode seit 

Mai 2012) sowie ein primär insulinabhängiger Diabetes mellitus Typ I seit 

der Kindheit fest. Als Folgeschäden des Diabetes nannten sie leichte bis 

mittelgradige neuropsychologische Störungen (Exekutivfunktionen, Auf-

merksamkeit) und eine cerebrovaskuläre Mikroangiopathie. Sie attestier-

ten eine Arbeitsunfähigkeit von 40 % für die Tätigkeit als Logopäde seit 

1. Mai 2012 bis auf Weiteres (IV-act. 22). 

7.8 Der Beschwerdeführer wurde am 26. November 2013 bzw. am 29. No-

vember 2013 im Auftrag der kantonalen IV-Stelle bidisziplinär begutachtet: 

7.8.1 Im neurologischen Gutachten von Dr. med. N._______ vom 30. No-

vember 2013 wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits-

fähigkeit gestellt: 

– Verdacht auf kognitive Defizite mit/bei unspezifischen Läsionen im periventri-

kulären Marklager beidseits bei 

– Diabetes mellitus I 

– Arterieller Hypertonie 

– Linksseitiges, mässig ausgeprägtes, unteres Cervikalsyndrom mit  

– residuellen diskreten motorisch-radikulären Ausfällen C5 links 

– schmerzhafter Funktion ohne relevante Funktionseinschränkung 

– Status nach AC-Gelenksluxation Typ Tossy III links im Bereich der linken 

Schulter am 11.10.08 

– Status nach operativer Stabilisation mit Balser-Platte am 14.10.08 

– Status nach Re-Osteosynthese bei Schraubenlockerung am 03.11.08 

– Status nach Arthroskopie mit subakromialer Adhäsiolyse und Metallent-

fernung am 13.02.09 

Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte der Gut-

achter: 

– Arterielle Hypertonie 

– Angeborene Amblyopie und ausgeprägte Visusminderung links 

C-38/2015 

Seite 12 

– Adipositas I 

Aufgrund der cervikalen Problematik und auch der Schulterproblematik 

links (deren Symptome und Auswirkungen nicht sicher voneinander abge-

grenzt werden könnten), attestierte der Gutachter aus neurologischer Sicht 

eine Unzumutbarkeit für körperlich schwere Tätigkeiten, insbesondere 

auch für repetitive Arbeiten über Schultergürtelhöhe. Er bestätigte die von 

der Neuropsychologin Dr. phil. L._______ getroffene Annahme, dass die 

kognitive Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers im Rahmen von 

schwankenden Blutzuckerwerten schwanken könnte. Diese Schwankun-

gen führten zu einer Einschränkung der Arbeitseffizienz infolge schwan-

kender Leistungen, vorwiegend für Tätigkeiten mit überdurchschnittlichen 

kognitiven Anforderungen, wie bei der Tätigkeit als Logopäde. Die Ein-

schränkung der quantitativen Leistungsfähigkeit im Beruf als Logopäde 

könne angesichts der beruflichen Anforderungen auf 20 % bezogen auf ein 

volles Pensum eingeschätzt werden. Die Einschränkung gelte seit spätes-

tens März 2013, als die neuropsychologische Abklärung erfolgt sei. Wahr-

scheinlich bestehe sie schon länger, was aber aufgrund der Datenlage 

nicht mit genügender Sicherheit definiert werden könne. Zumutbar seien 

körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne repetitive Arbeiten 

über Schulterhöhe ganztags. Bei überdurchschnittlichen Anforderungen an 

die kognitive Leistungsfähigkeit sei ebenfalls ein volles Pensum mit einer 

Einschränkung der Effizienz von 20 % zumutbar. 

7.8.2 Im psychiatrischen Gutachten von Dr. med. O._______ vom 21. De-

zember 2013 wurde eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwär-

tig knapp leichtgradiger Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10: 

F33.00) mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert. Als Diagnosen 

ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit führte der Gutachter akzentuierte (im-

pulsive/narzisstische) Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1), Probleme in 

Verbindung mit der Berufstätigkeit (ICD-10: Z56) sowie sonstige, nicht nä-

her bezeichnete Probleme in der primären Bezugsgruppe (ICD-10: Z63.8) 

auf. Der Gutachter kam zum Schluss, dass sich aus rein psychiatrischer 

Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 % begründen lasse 

ohne zusätzliche Verminderung der Leistungsfähigkeit. Während des sta-

tionären Klinikaufenthalts vom 29. Mai bis 10. Juli 2012 sei von einer Ar-

beitsunfähigkeit von 100 % auszugehen. Danach sei ein langsamer Wie-

dereinstig in das Erwerbsleben erfolgt. Spätestens seit Ende 2012 lasse 

sich aus psychiatrischer Sicht lediglich noch eine Einschränkung der Ar-

beitsfähigkeit von 20 % begründen ohne zusätzliche Verminderung der 

Leistungsfähigkeit. Es könne nicht davon ausgegangen werden, dass der 

C-38/2015 

Seite 13 

Beschwerdeführer in einer alternativen Tätigkeit seine verbleibenden Fä-

higkeiten besser verwerten könnte, die Beschwerden seitens der Depres-

sion dürften sich in allen Tätigkeiten in etwa gleichem Ausmass auswirken.  

7.8.3 In der Konsensbesprechung vom 9. Dezember 2013 wurde festge-

halten, dass sowohl aus neurologischer wie auch aus psychiatrischer Sicht 

aktuell eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in gleich hohem Ausmass 

vorliege; es ergebe sich aber kein additiver Effekt. In bidisziplinärem Kon-

sens bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 % sowohl in 

der angestammten als auch in einer alternativen Tätigkeit seit spätestens 

Ende 2012. Zuvor sei der Beschwerdeführer während der Hospitalisation 

vom 29. Mai bis 10. Juli 2012 vollständig arbeitsunfähig gewesen. 

7.9 Der RAD-Arzt Dr. med. P._______, Facharzt für Psychiatrie und Psy-

chotherapie, hielt in seiner Stellungnahme vom 5. Februar 2014 folgende 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest:  

– Depression, leichtgradig und ohne somatisches Syndrom (F33.00) 

– Verdacht auf Kognitionsverminderung bei Zuckerkrankheit / Blutdruckerhö-

hung (F06.71) 

– Cervikalsyndrom (M53) 

– Status nach Schulterluxation (2008) 

Die Arbeitsfähigkeit als Logopäde und in Verweistätigkeiten legte der RAD-

Arzt auf 80 % fest. 

7.10 Im einwandweise eingereichten Bericht von Dr. med. Dipl. Psych. 

J._______ vom 14. Mai 2014 wurde ausgeführt, dass der Beschwerdefüh-

rer angesichts des bisherigen Krankheitsverlaufs und der vorliegenden Un-

tersuchungsergebnisse (Neuropsychologie und Bildgebung) primär an ei-

ner organisch (vor allem durch den immer wieder entgleisenden juvenilen 

insulinpflichtigen Diabetes) bedingten Einschränkung seiner Leistungsfä-

higkeit leide, die sich sekundär im Sinne einer depressiven Verarbeitung 

und Bedrohung seines Selbstwertgefühls psychisch auswirke. Daher seien 

die Diagnosen einer organisch bedingten psychischen Störung (affektive 

und kognitive Störung gemischt, ICD-10: F06.9) sowie einer (reaktiven) re-

zidivierenden depressiven Störung, zurzeit sicher wieder mittelgradig mit 

somatischem Syndrom (ICD-10: F33.1), zu stellen. Aus seiner Sicht sei 

dem Beschwerdeführer ein Arbeitspensum über 60 % als Logopäde in kei-

nem Fall zumutbar (IV-act. 44). 

C-38/2015 

Seite 14 

8.  

Zu prüfen ist, ob die Vorinstanz zu Recht davon ausgeht, dass der Be-

schwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Logopäde (und in 

Verweistätigkeiten) zu 80 % arbeitsfähig ist bzw. ob sich der medizinische 

Sachverhalt als genügend abgeklärt erweist. 

8.1 Die Vorinstanz stützt sich massgeblich auf das im Verfahren nach 

Art. 44 ATSG eingeholte bidisziplinäre Gutachten von Dr. med. N._______ 

und Dr. med. O._______ vom 30. November/21. Dezember 2013, das die 

Fachrichtungen der Neurologie und der Psychiatrie umfasst. Die beiden 

Gutachter verfügen über entsprechende Facharzttitel und waren somit in 

ihren Fachgebieten grundsätzlich zur Beurteilung des Gesundheitszustan-

des und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers befähigt. Für die vor-

liegend umstrittene Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerde-

führers als Logopäde stehen die kognitiven Defizite (verminderte Belast-

barkeit, verminderte Konzentrationsfähigkeit, verminderte Gedächtnisleis-

tung und reduzierte Aufnahmefähigkeit) und die depressive Erkrankung im 

Vordergrund, die in den Fachbereich der Neurologie und der Psychiatrie 

fallen und zu deren Beurteilung die beiden Gutachter zweifellos fachlich 

qualifiziert waren. Gemäss der Einschätzung der begutachtenden und be-

handelnden Ärzte stehen die Hirnleistungsprobleme im Zusammenhang 

mit dem seit vielen Jahren bestehenden Diabetes mellitus Typ I. Daneben 

leidet der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung an 

Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule, der Schulter und der Hüfte. 

Zudem besteht seit Geburt eine starke Sehschwäche auf dem linken Auge. 

8.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, es habe aufgrund der zahlrei-

chen gesundheitlichen Beeinträchtigungen einer polydisziplinären und 

nicht nur bidisziplinären Begutachtung bedurft. Er ist der Ansicht, dass die 

gesundheitlichen Probleme nicht offensichtlich klar auf die Fachgebiete der 

Neurologie und der Psychiatrie beschränkt seien. So seien gemäss den 

Arztberichten Schädigungen von Blutgefässen, die das Fachgebiet der An-

giologie beträfen, bekannt. Weiter bestünden ein schwerer Diabetes sowie 

Beschwerden an der Halswirbelsäule, die alle zumindest möglicherweise 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit haben könnten. Er verweist zudem 

auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach die Erstbegutachtung 

grundsätzlich polydisziplinär und damit zufallsbasiert anzulegen sei. In sei-

ner Replik lässt der Beschwerdeführer vorbringen, dass es sich beim Dia-

betes um eine Stoffwechselerkrankung handle. Ein Bezug zum Nervensys-

tem und damit zum Fachgebiet der Neurologie sei nicht erkennbar. Da bei 

einer HWS-Problematik oft auch Nerven beeinträchtigt seien, bestehe zwar 

C-38/2015 

Seite 15 

eine gewisse Nähe zum Fachgebiet eines Neurologen, dennoch falle die 

Beurteilung von Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates in das 

Fachgebiet der Orthopädie oder der Rheumatologie. Der Beschwerdefüh-

rer beruft sich zudem auf den Bericht des behandelnden Psychiaters 

Dr. med. Dipl. Psych. J._______ vom 14. Mai 2014, wonach die multifak-

torielle Genese der Einschränkungen des Beschwerdeführers im bidiszip-

linären Gutachten völlig unzureichend gewürdigt worden sei. Insbesondere 

fehle eine dringend erforderliche internistische gutachterliche Stellung-

nahme des chronischen und schwer einstellbaren juvenilen Diabetes und 

der daraus entstandenen Mikroangiopathie (Schädigung der kleinen Ge-

fässe), die in einem Schädel-MRI nachweisbar gewesen sei. Die Komple-

xität der Symptome und Einschränkungen erfordern laut Dr. med. Dipl. 

Psych. J._______ dringend ein multidisziplinäres Gutachten durch eine ge-

eignete Institution (IV-act. 44). 

8.3 Die Vorinstanz stellt sich dagegen auf den Standpunkt, dass der für den 

Rentenanspruch relevante Gesundheitsschaden des Beschwerdeführers 

ausschliesslich die Fachdisziplinen der Neurologie und der Psychiatrie be-

treffe, weshalb die vom Beschwerdeführer verlangte polydisziplinäre Be-

gutachtung nicht nötig sei. In ihrer Vernehmlassung hielt sie fest, dass dem 

Diabetes im bidisziplinären Gutachten ausführlich Rechnung getragen wor-

den sei. Der Umstand, dass der Diabetes möglicherweise an den neu-

ropsychologischen Störungen mitbeteiligt sei, sei mit der Leistungsminde-

rung von 20 % berücksichtigt worden. Die aus neurologischer Sicht attes-

tierte Unzumutbarkeit für körperlich schwere Tätigkeiten sowie für repeti-

tive Tätigkeiten über Schulterhöhe würde die HWS-Problematik genügend 

beachten. Damit seien alle geklagten Beschwerden im Rahmen des bidis-

ziplinären Gutachtens berücksichtigt worden.  

8.4 Nach der Rechtsprechung ist die umfassende administrative Erstbe-

gutachtung regelmässig polydisziplinär anzulegen, sofern die medizinische 

Situation nicht offenkundig ausschliesslich ein oder zwei Fachgebiete be-

schlägt (BGE 139 V 349 E. 3.2; 137 V 210 E. 1.2.4). Allein der Umstand, 

dass Beschwerden verschiedener Art vorliegen, bedingt aber noch nicht, 

dass eine polydisziplinäre Begutachtung durchzuführen ist (Urteil des BGer 

8C_863/2015 vom 12. Februar 2016 E. 3; 8C_38/2015 vom 1. Juni 2015 

E. 4.2.2). Beschlägt der Gesundheitszustand verschiedene Aspekte, be-

stehen aber keine hinreichenden Anhaltspunkte darauf, dass diese zu ei-

ner (zusätzlichen) Einschränkung in einer leidensangepassten Tätigkeit 

führen, kann auf eine polydisziplinäre Begutachtung verzichtet werden (vgl. 

Urteil des BGer 8C_863/2015 vom 12. Februar 2016 E. 3; vgl. auch Urteil 

C-38/2015 

Seite 16 

des BGer 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.2). Zudem ist zu beachten, 

dass rechtsprechungsgemäss zwischen ärztlich gestellten Diagnosen und 

Arbeitsunfähigkeit – und zwar sowohl bei somatisch dominierten als auch 

bei psychisch dominierten Leiden – keine Korrelation besteht (BGE 140 V 

193 E. 3.1). Vielmehr sind die funktionellen Auswirkungen der Beschwer-

den für die Belange der Invalidenversicherung entscheidend (Urteil des 

BGer 9C_617/2008 vom 6. August 2009 E. 4.5). 

8.5 Die zur Beurteilung des Gesundheitsschadens notwendigen Fachdis-

ziplinen sind in erster Linie von Medizinern zu bezeichnen, das heisst auch 

vom Regionalen Ärztlichen Dienst als beratende Stelle der IV-Stellen 

(Art. 59 Abs. 2bis IVG, Art. 49 IVV; Urteil 9C_344/2012 vom 24. Oktober 

2012 E. 4.2 mit Hinweis). Es ist zudem Sache der beauftragten Gutachter, 

allenfalls weitere notwendige Fachdisziplinen beizuziehen oder die Auf-

traggeberin auf die ihrer Meinung nach zutreffenden Fachdisziplinen hin-

zuweisen, was unter Umständen zu einer Rückgabe des Auftrags führen 

kann (vgl. BGE 139 V 349 E. 3.3). Vorliegend wurde die bidisziplinäre Be-

gutachtung auf Anweisung des RAD-Arztes Dr. med. P._______ vom 14. 

Juni 2013 veranlasst. Dieser erteilte den Auftrag in Kenntnis der Aktenlage 

und der verschiedenen Leiden des Beschwerdeführers (IV-act. 29 S. 2). Es 

lag in der Kompetenz des RAD, die Fachrichtungen Neurologie und Psy-

chiatrie für die Begutachtung vorzusehen, nicht aber zusätzliche Fachrich-

tungen. Am 11. Juli 2014 bestätigte auch die RAD-Ärztin Dr. med. 

Q._______, Fachärztin für Innere Medizin, dass keine Einschränkungen in 

anderen Disziplinen bestünden, weshalb auf eine polydisziplinäre Begut-

achtung verzichten werden könne (IV-act. 50). Des Weiteren haben auch 

die beiden Gutachter in Kenntnis der gesamten medizinischen Aktenlage, 

insbesondere des MRI-Befundes vom 11. Februar 2013, keinen Hinweis 

angebracht, dass noch zusätzliche Abklärungen in einem weiteren medizi-

nischen Fachbereich für eine Begutachtung erforderlich sein sollten, um 

eine umfassende Beurteilung vorzunehmen (vgl. dazu Urteil des BGer 

9C_656/2013 vom 11. Dezember 2013 E. 3.2). 

8.6 In Bezug auf die vorliegenden Diagnosen betreffend Stütz- und Bewe-

gungsapparat ergeben sich keine Anhaltspunkte aus den Akten, dass diese 

die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als Logopäde beeinträchtigen. 

Den geklagten Schmerzen im Bereich der Hüfte und im Nacken sowie den 

Kraftverlust auf der linken Seite der Schulter und im Oberarmbereich (ohne 

Gefühlsstörungen) wurde mit der vom neurologischen Gutachter attestier-

ten Unzumutbarkeit für körperlich schwere Arbeiten und repetitiven Arbei-

C-38/2015 

Seite 17 

ten über Schulterhöhe ausreichend Rechnung getragen. Es ist davon aus-

zugehen, dass ein Facharzt für Neurologie, welcher sich mit der Erfor-

schung, Diagnostik und Behandlung der Erkrankungen des Nervensys-

tems und der Muskulatur befasst (Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch 

2013, 264. Aufl. 2012, S. 1458), fachlich qualifiziert ist, die Beschwerden 

im Bereich des Nackens, die sich mit jenen der Schulter überschneiden, 

mit Blick auf ein radikuläres Geschehen ebenso wie die Notwendigkeit wei-

terer Abklärungen zuverlässig beurteilen kann (vgl. Urteil des BGer 

9C_432/2014 vom 10. Dezember 2014 E. 3.3.2 und 9C_851/2012 vom 

5. März 2013 E. 4.4.2). Zwar hat der Gutachter darauf hingewiesen, dass 

er zur Beurteilung der Hüftbeschwerden nicht kompetent sei. Es ist aber 

nicht ersichtlich, inwiefern die Hüftprobleme die Arbeit als Logopäde zu-

sätzlich einschränken würden. So sind auch dem Bericht des Hausarztes, 

der sämtliche somatischen Beschwerden unter den Diagnosen ohne Aus-

wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt hat, keine derartigen Hin-

weise zu entnehmen (IV-act. 13). Schliesslich ist festzuhalten, dass der 

Beschwerdeführer trotz der seit längerer Zeit bestehenden Beschwerden 

im Bereich des Stütz- und Bewegungsapparates während Jahren voll-

schichtig als Logopäde erwerbsfähig war.  

8.7 Was den seit 1973 bestehenden Diabetes anbelangt, so richtet sich 

eine daraus ergebende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nach der 

Schwere des Diabetes, nach der Einstellbarkeit und nach Art und Ausmass 

der diabetischen Spätkomplikationen (vgl. Wegleitung zur Einschätzung 

der zumutbaren Arbeitstätigkeit nach Unfall und bei Krankheit der Swiss 

Insurance Medicine [SIM], 2013, S. 18). Nach der Rechtsprechung ist da-

von auszugehen, dass mit einem adäquat behandelten, gut eingestellten 

Diabetes mellitus in der Regel keine Arbeitsunfähigkeit verbunden ist. An-

ders als bei einem entgleisten Diabetes, der eine dauernde Arbeitsunfähig-

keit bewirken kann, ergibt sich eine Einschränkung hier allenfalls aus dem 

Risiko einer plötzlichen Unterzuckerung, weshalb gewisse Berufe wegen 

Fremd- oder Eigengefährdung, wie der Arbeit an Maschinen, mit Fahrzeu-

gen oder sonstigem hohem Gefahrenpotential nicht als geeignet erschei-

nen. Das gilt auch für Tätigkeiten, bei denen sich der Diabetiker nicht um 

seine Stoffwechselkontrolle kümmern kann (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts I 94/06 vom 23. August 2006 E. 3.3; vgl. auch Urteil 

des BGer 8C_903/2014 vom 13. August 2015 E. 4.3). Diesem Risikoprofil 

trägt die Tätigkeit als Logopäde zweifellos Rechnung. Laut dem neurologi-

schen Gutachter ergaben sich im klinischen Status keine Hinweise auf di-

abetische Folgeschäden, insbesondere keine Polyneuropathie. Das stimmt 

C-38/2015 

Seite 18 

mit der Einschätzung des Hausarztes überein, der den Diabetes als Diag-

nose ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt und festgehal-

ten hat, dass keine Hinweise auf ein Spätsyndrom vorlägen (IV-act. 13). 

Die Aussage des behandelnden Psychiaters, dass der Diabetes schlecht 

eingestellt sei (IV-act. 22), stützt sich nicht auf eigene Untersuchungen und 

findet in den medizinischen Akten keine Stütze. Im Gegenteil wird im Aus-

trittsbericht der Klinik H._______ vom 14. August 2012, der auch von einer 

Allgemeinmedizinerin mitunterzeichnet wurde und auf einer Laboruntersu-

chung basierte, festgehalten, dass der Diabetes bisher nur geringe klini-

sche Folgeerkrankungen zeige und stabil eingestellt sei, obwohl dort eine 

Nephropathie als Folgeerscheinung genannt wurde (IV-act. 17). 

8.8 Gemäss der überzeugenden Stellungnahme des RAD sind allfällige 

Folgeschäden des Diabetes im Rahmen der neurologischen Begutachtung 

genügend berücksichtigt worden. Der RAD-Arzt Dr. med. P._______ hielt 

dazu am 7. Juli 2014 fest, dass die eventuellen, funktionellen Einschrän-

kungen durch ein Hirn-Blutgefäss-Leiden ohnehin im psychiatrischen oder 

neurologischen Bereich münden würden. Das sei im neurologisch-psychi-

atrischen Gutachten gewürdigt worden. Für den erwähnten MRI-Befund sei 

also keine zusätzliche Begutachtung nötig. Zum juvenilen Diabetes müsse 

bemerkt werden, dass die Zuckerkrankheit heutzutage im Prinzip keine 

Funktionseinschränkungen bzw. keine Arbeitsfähigkeitsverminderung mit 

sich bringe, weil die modernen Behandlungsmethoden inzwischen eine 

sehr gute, erfolgreiche Behandelbarkeit der Zuckerkrankheit ermöglichten 

(IV-act. 46). Die RAD-Ärztin Dr. med. Q._______ hielt in ihrer Stellung-

nahme vom 9. Juli 2014 fest, dass sich Dr. med. N._______ im neurologi-

schen Teilgutachten ausführlich mit dem Diabetes auseinandergesetzt 

habe. Der Diabetes sei möglicherweise mitbeteiligt an den neuropsycholo-

gischen Störungen. Dem sei mit einer Leistungsminderung von 20 % Rech-

nung getragen worden (IV-act. 47). Konkrete Hinweise darauf, dass wei-

tere Folgeerkrankungen des Diabetes bestehen könnten, die im Rahmen 

der neurologischen Begutachtung nicht berücksichtigt worden sind, beste-

hen nicht.  

8.9 Schliesslich ist nicht davon auszugehen, dass die Sehschwäche die 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als Logopäde beeinflusst, was 

dieser auch nicht geltend macht (vgl. dazu Urteil des BGer 8C_508/2014 

vom 4. November 2014 E. 3.3). 

8.10 Insgesamt ergeben sich keine hinreichenden Anhaltspunkte aus den 

Akten darauf, dass sich die weiteren Leiden auf die Arbeitsfähigkeit des 

C-38/2015 

Seite 19 

Beschwerdeführers als Logopäde auswirken. Die Anordnung eines neuro-

logisch-psychiatrischen Gutachtens und der Verzicht auf eine polydiszipli-

näre Begutachtung erweist sich unter diesen Umständen als vertretbar. 

Folglich basiert das neurologisch-psychiatrische Gutachten auf für die strit-

tigen Belange hinreichenden Untersuchungen. Es erfüllt auch die übrigen 

bundesgerichtlichen Anforderungen an ein medizinisches Gutachten (vor-

stehend E. 5.6). Der Beschwerdeführer bestreitet den Beweiswert der bei-

den Teilgutachten in Bezug auf die beiden darin beurteilten Fachgebiete 

der Psychiatrie und Neurologie denn auch nicht (siehe Replik S. 2).  

8.11 Die abweichende Beurteilung des behandelnden Psychiaters 

Dr. med. Dipl. Psych. J._______ vom 14. Mai 2014, der eine Arbeitsunfä-

higkeit von 40 % attestierte (IV-act. 44), vermag das bidisziplinäre Gutach-

ten nicht in Frage zu stellen. Im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten 

Gutachten externer Spezialärzte, welche wie hier den Anforderungen der 

Rechtsprechung entsprechen, kommt grundsätzlich (voller) Beweiswert zu, 

solange nicht konkrete Indizien gegen deren Zuverlässigkeit sprechen 

(BGE 137 V 210 E. 2.2.2; 135 V 465 E. 4.4). In diesem Sinne vermag die 

Beurteilung behandelnder Ärzte ein Administrativgutachten grundsätzlich 

nur dann in Frage zu stellen und zumindest Anlass zu weiteren Abklärun-

gen zu geben, wenn sie wichtige Aspekte benennen, die im Rahmen der 

Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des BGer 

9C_425/2013 vom 16. September 2013 E. 4.1 mit Hinweisen). Das ist hier 

nicht der Fall. Nichts zu seinen Gunsten kann der Beschwerdeführer auch 

aus dem Bescheid des Landratsamtes C._______ vom 17. Juli 2014 be-

treffend Feststellung der Schwerbehinderteneigenschaft (IV-act. 52) ablei-

ten, enthält dieses Dokument doch lediglich eine Aufzählung der überwie-

gend bereits bekannten Diagnosen ohne weitere Spezifikationen und An-

gaben zum Schweregrad. Der RAD-Arzt Dr. med. P._______ weist in sei-

ner Stellungnahme vom 6. November 2014 überzeugend darauf hin, dass 

die aufgeführten Störungen entweder invalidenrechtlich nicht relevant sind 

(Sehminderung, Bluthochdruck, Prostatavergrösserung) oder im Rahmen 

der Begutachtung bereits berücksichtigt wurden (IV-act. 54). 

8.12 Der medizinische Sachverhalt ist nach dem Gesagten als dahinge-

hend erstellt zu erachten, dass der Beschwerdeführer mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit in der aktuell noch ausgeübten Tätigkeit als Logopäde 

sowie in einer seinen Leiden angepassten Verweistätigkeit (keine körper-

lich schwere Arbeit, keine repetitiven Tätigkeiten über Schulterhöhe) in sei-

ner Arbeitsfähigkeit zu 20 % eingeschränkt ist. 

C-38/2015 

Seite 20 

9.  

Zu prüfen ist weiter die beruflich-erwerbliche Seite der Invaliditätsbemes-

sung. 

9.1 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 

ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommens-

vergleichs, das heisst mittels eines Vergleichs von Validen- und Invaliden-

einkommen auf zeitidentischer Grundlage zu bestimmen (vgl. BGE 130 V 

343 E. 3.4.2 mit Hinweisen; 129 V 222 E. 4). Hierbei ist grundsätzlich auf 

die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Rentenbeginns (hier: 

1. Juli 2013) abzustellen (BGE 128 V 174; 129 V 222). In diesem Rahmen 

ist unbestritten, dass das vom Beschwerdeführer ohne Gesundheitsscha-

den hypothetisch erzielbare Valideneinkommen im Jahr 2013 laut den An-

gaben der Arbeitgeberin Fr. 114‘762.– betragen hätte (IV-act. 19). Umstrit-

ten ist jedoch das trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch re-

alisierbare Einkommen (Invalideneinkommen). 

9.2 Im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung arbeitete der Beschwerde-

führer bei seinem bisherigen Arbeitgeber an seinem angestammten Ar-

beitsplatz als Logopäde mit einem Pensum von 60 %. Die Vorinstanz geht 

davon aus, dass die Tätigkeit als Logopäde dem Anforderungsprofil ent-

spricht, nicht aber das ausgeübte Pensum. Für die Bestimmung des Inva-

lideneinkommens rechnete sie deshalb den effektiven Lohn des Beschwer-

deführers bei 60 % auf das ihm zumutbare Pensum von 80 % hoch, was 

für das Jahr 2013 ein Invalideneinkommen von Fr. 91‘810.– ergab. Vergli-

chen mit dem Valideneinkommen von Fr. 114‘762.– resultierte ein renten-

ausschliessender Invaliditätsgrad von 20 %. Der Beschwerdeführer ist da-

gegen der Ansicht, dass das Invalideneinkommen anhand des effektiven 

Einkommens bei einem 60 %-Pensum von Fr. 68‘850.– zu bemessen und 

dementsprechend von einem anspruchsbegründenden Invaliditätsgrad 

von 40 % auszugehen sei. 

9.3 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der be-

ruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Per-

son steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei 

der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und 

anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutba-

rer Weise voll ausschöpft, sowie das Einkommen aus der Arbeitsleistung 

als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint, gilt grundsätzlich der 

von ihr erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich er-

C-38/2015 

Seite 21 

zieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Per-

son nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr 

an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, können nach 

der Rechtsprechung die Tabellenlöhne gemäss LSE beigezogen werden 

(BGE 135 V 297 E. 5.2; Urteile des BGer 9C_508/2016 vom 21. November 

2016 E. 5.1 und 8C_749/2013 vom 6. März 2014 E. 4.1). Wenn eine versi-

cherte Person trotz der gesundheitlichen Einschränkungen in der Lage ist, 

die bisher ausgeübte Erwerbstätigkeit weiterzuführen, allenfalls mit einge-

schränkter Leistungsfähigkeit, besteht keine Notwendigkeit, statistische 

Werte beizuziehen (Urteil des BGer 9C_576/2016 vom 13. Juni 2017 E. 5 

mit Hinweisen). 

9.4 Der Beschwerdeführer ist seit 2007 bei der aktuellen Arbeitgeberin tä-

tig, womit ein stabiles Arbeitsverhältnis vorliegt. Es ist zudem davon aus-

zugehen, dass er für seine Arbeit angemessen entlöhnt wird. Die Arbeit als 

Logopäde entspricht überdies dem gutachterlich festgelegten Zumutbar-

keitsprofil. Mit der Arbeit als Logopäde zu 60 % schöpft der Beschwerde-

führer die im bidisziplinären Gutachten auf 80 % festgelegte Arbeitsfähig-

keit quantitativ jedoch nicht voll aus. Das beim aktuellen Arbeitgeber er-

zielte Einkommen kann jedoch nicht auf 80 %-Pensum hochgerechnet 

werden. Denn gemäss Schreiben vom 19. Dezember 2014 (Beilage 3 zu 

BVGer-act. 1) schliesst der Arbeitgeber eine Erhöhung des Pensums auf 

80 % ausdrücklich aus (vgl. Urteil des BGer 8C_7/2014 vom 10. Juli 2014 

E. 7.2; Urteil des BVGer C-4635/2014 vom 22. August 2016 E. 5.3; vgl. 

auch THOMAS ACKERMANN, Die Bemessung des Invaliditätsgrads, in: Sozi-

alversicherungsrechtstagung 2012, S. 33). Das wurde von der Vorinstanz 

im Rahmen der Vernehmlassung ausdrücklich anerkannt.  

9.5 Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist jedoch deshalb nicht 

ohne Weiteres auf das effektiv erzielte Einkommen bei einem 60 %-Pen-

sum abzustellen. Bevor die versicherte Person Leistungen der IV verlangt, 

hat sie aufgrund der Schadenminderungspflicht vielmehr alles ihr Zumut-

bare selber vorzukehren, um die Folgen der Invalidität bestmöglich zu min-

dern. Ein Rentenanspruch ist zu verneinen, wenn sie selbst ohne Einglie-

derungsmassnahmen, nötigenfalls mit einem Berufswechsel, zumutbarer-

weise in der Lage ist, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu 

erzielen. Für die Auslegung des unbestimmten Rechtsbegriffs der zumut-

baren Tätigkeit sind die gesamten subjektiven und objektiven Gegebenhei-

ten des Einzelfalles zu berücksichtigen. Im Vordergrund stehen bei den 

subjektiven Umständen die verbliebene Leistungsfähigkeit sowie die wei-

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=8C_7%2F2014&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-V-297%3Ade&number_of_ranks=0#page297

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teren persönlichen Verhältnisse, wie Alter, berufliche Stellung, Verwurze-

lung am Wohnort etc. Bei den objektiven Umständen sind insbesondere 

der ausgeglichene Arbeitsmarkt und die noch zu erwartende Aktivitäts-

dauer massgeblich (vgl. dazu Urteil des BGer 9C_644/2015 vom 3. Mai 

2016 E. 4.3.1 m.H.). 

9.6 Die Vorinstanz geht davon aus, dass der Beschwerdeführer zwecks 

Ausschöpfung seiner Restarbeitsfähigkeit verpflichtet sei, eine Arbeits-

stelle mit einem Pensum von 80 % zu suchen, und er dabei in der Lage 

wäre, auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt gemäss dem massgebenden 

Tabellenlohn ein Einkommen von Fr. 79‘301.– zu erzielen, was höher sei 

als sein aktuelles Einkommen bei einem 60 %-Pensum. Als diplomierter 

Logopäde verfüge er über einen Hochschulabschluss, weshalb das Invali-

deneinkommen anhand der LSE 2012 Tabelle T11 (höhere Berufsausbil-

dung, Fachschule, ohne Kaderfunktion) zu berechnen sei. Der entspre-

chende Durchschnittslohn betrage Fr. 7‘954.–, was unter Berücksichtigung 

eines Pensums von 80 %, der betriebsüblichen Arbeitszeit sowie der No-

minallohnentwicklung ein Invalideneinkommen von Fr. 79‘301.– ergebe. 

Bei einem Valideneinkommen von Fr. 114‘762.– resultiere somit eine Er-

werbseinbusse von Fr. 35‘461.–, was einem nicht anspruchsbegründen-

dem Invaliditätsgrad von 31 % entspreche. In ihrer Duplik hielt die Vo-

rinstanz fest, dass es sich bei der Ausbildung zum Logopäden zweifellos 

um ein Studium an einer Fachhochschule oder sogar Universität handle, 

weshalb sogar auf die Tabelle T11 Fachhochschule oder Universität abge-

stellt werden könnte.  

9.7 Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein, dass er bei einer anderen 

Stelle auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als Logopäde mit dem maxi-

mal zumutbaren Pensum von 80 % gemäss LSE 2012 (Kompetenzniveau 

2, Wirtschaftszweige: Schul-, Gesundheits- oder Sozialwesen) unter Be-

rücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit und der Nominallohnent-

wicklung lediglich ein Einkommen von Fr. 57‘861.– erzielen könnte. Dieses 

Einkommen sei deutlich tiefer als sein aktuelles Einkommen mit einem 

60 %-Pensum. Ein Stellenwechsel aufgrund der Schadenminderungs-

pflicht sei somit nicht angezeigt, da ein solcher die Erwerbseinbusse nicht 

vermindern, sondern sogar erhöhen würde. 

9.8 Die Verfahrensbeteiligten sind sich zu Recht dahingehend einig, dass 

zur Bestimmung des Einkommens, das der Beschwerdeführer bei einem 

80 %-Pensum verdienen könnte, auf die Tabellenlöhne gemäss LSE 2012 

C-38/2015 

Seite 23 

abzustellen ist, zumal ihm die Erhöhung des Arbeitspensums beim aktuel-

len Arbeitgeber wie erwähnt nicht möglich ist. Bezüglich der umstrittenen 

Frage nach der massgebenden Tabelle ist festzuhalten, dass gemäss der 

Rechtsprechung für die Bestimmung des Invalideneinkommens anhand 

von Tabellenlöhnen in der Regel die Monatslöhne gemäss LSE-Tabelle 

TA1 (Zeile «Total») heranzuziehen sind (BGE 124 V 321 E. 3b/aa), biswei-

len aber auch auf Löhne einzelner Sektoren oder gar einzelner Branchen 

abgestellt werden kann, wenn dies als sachgerecht erscheint, um der im 

Einzelfall zumutbaren erwerblichen Verwertung der verbleibenden Arbeits-

fähigkeit Rechnung zu tragen. Dies geschieht namentlich bei Personen, die 

vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit in diesem Bereich tätig gewe-

sen sind und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage 

kommt. Es besteht jedoch kein Grundsatz, wonach stets auf die Tabelle 

TA1 abzustellen ist. So kann bei qualifizierten Berufsleuten mit Fach- und 

Hochschulabschluss das Heranziehen der Tabelle TA11 (ab LSE 2012: Ta-

belle T11; vgl. IV-Rundschreiben Nr. 328 vom 22. Oktober 2014) nach den 

konkreten Umständen des Einzelfalls angezeigt erscheinen (vgl. Urteil des 

BGer 9C_841/2013 vom 7. März 2014 E. 4 mit Hinweisen).  

9.9 Der Beschwerdeführer verfügt unbestrittenermassen über eine Ausbil-

dung als Logopäde. Das allein rechtfertigt es aber noch nicht, das Invali-

deneinkommen auf der Basis von schwergewichtig die berufliche Ausbil-

dung berücksichtigenden tabellarischen Ansätzen (Tabelle T11) zu eruie-

ren. Vielmehr sind die konkreten Umstände des Einzelfalls zu berücksich-

tigen. Der Beschwerdeführer ist seit dem Abschluss seiner (Zweit-)Ausbil-

dung im Jahr 1999 als Logopäde im Bereich der Volksschule tätig. Es ist 

nicht davon auszugehen, dass er dadurch befähigt wäre, ausserhalb die-

ses Berufs seine Kenntnisse gleichermassen – im Sinne einer ähnlich an-

spruchsvollen Tätigkeiten in etwa derselben Einkommensklasse – im Rah-

men einer anderen beruflichen Tätigkeit einbringen zu können. Vorliegend 

rechtfertigen es die konkreten Umstände damit nicht, ausnahmsweise eine 

von TA1 abweichende Tabelle heranzuziehen (vgl. Urteil des BGer 

8C_704/2009 vom 27. Januar 2010 E. 4.2.1.2). Es ist davon auszugehen, 

dass der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit am besten in sei-

nem angestammten Beruf als Logopäde verwerten kann, weshalb es an-

gezeigt ist, die Löhne des Sektors 85 («Erziehung und Unterricht») der Ta-

belle TA1 der LSE 2012 (Kompetenzniveau 3, Spalte Männer) heranzuzie-

hen. Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.5 

Stunden und der Nominallohnentwicklung von 0.8 % bis 2013 ist davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer auf dem ausgeglichenen Arbeits-

markt bei einem 80 %-Pensum als Logopäde ein Invalideneinkommen von 

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Seite 24 

Fr. 70‘197.45 erzielen könnte, was nur unmassgeblich mehr wäre, als sein 

aktueller Verdienst von Fr. 68‘857.20 bei einem 60 %-Pensum. Unter dem 

Aspekt der Schadenminderungspflicht kann der Beschwerdeführer daher 

nicht angehalten werden, seine überdurchschnittlich bezahlte Arbeitsstelle 

aufzugeben. In einer solchen Konstellation ist es vielmehr gerechtfertigt, 

dass der Beschwerdeführer seine Arbeitsstelle beibehält und der daraus 

erzielte Lohn als Teil des Invalideneinkommens angerechnet wird (vgl. Ur-

teil des BGer 8C_7/2014 vom 10. Juli 2014 E. 8.1). Im Übrigen erschiene 

es auch nicht zumutbar, dass der bereits über 55 Jahre alte Beschwerde-

führer seine stabile und gut entlöhnte Arbeitsstelle beim aktuellen Arbeit-

geber im Hinblick auf eine rein theoretisch zwar mögliche, in der Praxis 

aber nicht ohne Weiteres realisierbare andere Arbeit kündigen würde (vgl. 

dazu auch Urteil des BVGer C-172/2016 vom 16. Mai 2017 E. 3.6.4). 

9.10 Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer verpflichtet ist, zwecks vol-

ler Ausschöpfung seiner Arbeitsfähigkeit für das verbleibende, ihm aus me-

dizinischer Sicht zumutbare Restpensum von 20 % eine zusätzliche Ar-

beitsstelle zu suchen. Dabei wäre für das nicht ausgeschöpfte Arbeitspen-

sum der LSE-Tabellenlohn zu ermitteln und zum Invalideneinkommen da-

zuzurechnen, so wie das die Vorinstanz unter Berufung auf die bundesge-

richtliche Rechtsprechung (8C_7/2014 E. 8.1) verlangt. Der Beschwerde-

führer bestreitet, dass ihm die Aufnahme einer zusätzlichen 20 %-Stelle 

zumutbar sei bzw. dass die verbleibende Restarbeitsfähigkeit von 20 % auf 

dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwertbar sei.  

9.11 Was die Verwertbarkeit des verbleibenden 20 %-Pensum anbelangt, 

so ist gemäss der Rechtsprechung davon auszugehen, dass der für die 

Bestimmung des Invalideneinkommens massgebliche ausgeglichene Ar-

beitsmarkt gekennzeichnet ist durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen 

Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften und einen Fächer verschie-

denster Tätigkeiten aufweist. Das gilt sowohl bezüglich der dafür verlang-

ten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen als auch hinsichtlich 

des körperlichen Einsatzes. Dabei ist nicht von realitätsfremden Einsatz-

möglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die 

unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gege-

benheiten des Einzelfalles zumutbar sind. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt 

(Art. 16 ATSG) umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stel-

len- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Ent-

gegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Von einer 

Arbeitsgelegenheit kann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumut-

bare Tätigkeit nurmehr in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie 

C-38/2015 

Seite 25 

der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter 

nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitge-

bers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von 

vornherein ausgeschlossen erscheint (vgl. Urteil des BGer 9C_277/2016 

vom 15. März 2017 E. 4.1 mit Hinweisen). 

9.12 Selbst wenn nicht auszuschliessen wäre, dass auf dem ausgegliche-

nen Arbeitsmarkt 20 %-Stellen existieren, die dem Anforderungsprofil des 

Beschwerdeführers entsprechen, ist vorliegend zu berücksichtigen, dass 

der Beschwerdeführer das zusätzliche 20 %-Pensum nur ausserhalb sei-

ner Arbeitszeiten seines 60 %-Pensum beim aktuellen Arbeitgeber ausü-

ben könnte, was eine Stellensuche erschweren würde. Dazu kommt, dass 

der aktuelle Arbeitgeber einer 80 %-Erwerbstätigkeit ablehnend gegen-

übersteht (vgl. Schreiben vom 19. Dezember 2014 [Beilage 3 zu BVGer-

act. 1]). Auch dürften die ärztlich beschriebenen gesundheitlichen Ein-

schränkungen bei der Suche nach einer Stelle erschwerend ins Gewicht 

fallen. Schliesslich war der Beschwerdeführer im massgebenden Zeitpunkt 

des Feststehens der medizinischen Zumutbarkeit der Erwerbsfähigkeit (bi-

disziplinäres Gutachten vom 30. November/21. Dezember 2013; vgl. BGE 

138 V 457 E. 3.3) immerhin schon 56.5 Jahre alt. Unter Berücksichtigung 

dieser konkreten Gegebenheiten, welchen Rechnung getragen werden 

muss, erscheint das zusätzliche 20 %-Pensum auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht verwertbar. Folg-

lich ist als Invalideneinkommen das beim aktuellen Arbeitgeber im Jahr 

2013 erzielte Einkommen bei einem 60 %-Pensum als Logopäde einzuset-

zen. Ein ziffernmässiger Einkommensvergleich erübrigt sich unter diesen 

Umständen (vgl. Urteil des BGer 8C_558/2013 vom 2. April 2014 E. 4.3). 

Der Prozentvergleich ergibt einen Invaliditätsgrad von 40 %, was einen An-

spruch auf eine Viertelsrente begründet.  

9.13 Laut den Angaben des RAD (IV-act. 37 S. 2) betrug die Arbeitsunfä-

higkeit von Mai bis Juli 2012 100 %, von August bis Dezember 2012 60 % 

und seit Januar 2013 20 %, womit das Wartejahr im Sinne von Art. 28 

Abs.1 Bst. b IVG Ende April 2013 abgelaufen war. Der Beschwerdeführer 

hat sich am 8. Januar 2013 bei der kantonalen IV-Stelle zum Leistungsbe-

zug angemeldet. Nach Art. 29 Abs. 1 entsteht der Rentenanspruch frühes-

tens sechs Monate nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs, wes-

halb der Anspruch auf eine Viertelsrente ab 1. Juli 2013 besteht. Dement-

sprechend ist die Beschwerde gutzuheissen und die angefochtene Verfü-

gung aufzuheben.  

C-38/2015 

Seite 26 

10.  

10.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis i.V.m. 

Art. 69 Abs. 2 IVG), wobei das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 63 

Abs. 1 VwVG die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei 

auferlegt. Dem obsiegenden Beschwerdeführer sind keine Kosten aufzu-

erlegen und der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 400.– ist ihm nach Ein-

tritt der Rechtskraft dieses Urteils zurückzuerstatten. Der Vorinstanz sind 

ebenfalls keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 

10.2 Der obsiegende, anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat gemäss 

Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 des Reglements vom 21. Feb-

ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-

tungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Parteientschädi-

gung zu Lasten der Vorinstanz. Da der Vertreter keine Kostennote einge-

reicht hat, ist die Entschädigung aufgrund der Akten festzusetzen (Art. 14 

Abs. 2 Satz 2 VGKE). Unter Berücksichtigung des Verfahrensausgangs, 

des gebotenen und aktenkundigen Aufwands, der Bedeutung der Streitsa-

che und der Schwierigkeit des vorliegend zu beurteilenden Verfahrens so-

wie in Anbetracht der in vergleichbaren Fällen gesprochenen Entschädi-

gungen ist eine Parteientschädigung von Fr. 2‘800.– gerechtfertigt (inkl. 

Auslagen, ohne Mehrwertsteuer [vgl. dazu auch Urteil des BVGer C-

6173/2009 vom 29. August 2011 mit Hinweis]; Art. 9 Abs. 1 in Verbindung 

mit Art. 10 Abs. 2 VGKE [Stundenansatz für nichtanwaltliche Vertreter und 

Vertreterinnen mindestens Fr. 100.– und höchstens Fr. 300.–]).  

C-38/2015 

Seite 27 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung vom 

20. November 2014 aufgehoben. Der Beschwerdeführer hat ab 1. Juli 2013 

Anspruch auf eine Viertelsrente. 

2.  

Die Akten gehen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils an die Vo-

rinstanz zurück zur Berechnung der entsprechenden Rente. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird 

der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 400.– nach Eintritt der Rechtskraft 

des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 

4.  

Dem Beschwerdeführer wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschä-

digung von Fr. 2‘800.– zugesprochen. 

5.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde; Beilage: Formular 

Zahladresse) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Franziska Schneider Michael Rutz 

 

 

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Seite 28 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-

scheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Hän-

den hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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