# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cdea5439-3568-53c8-8624-f9db5e5df7bd
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 11.12.2023 SK2 2022 26
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2022-26_2023-12-11.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Beschluss vom 11. Dezember 2023

Referenz SK2 22 26

Instanz II. Strafkammer 

Besetzung Nydegger, Vorsitzender
Hubert und Richter
Nyfeler, Aktuarin

Parteien A._____
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Matthias Brunner
Gartenhofstrasse 15, Postfach 8022, 8036 Zürich 

gegen

B._____
Beschwerdegegner
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Michael Fleischhauer
Churweg 7, 7203 Trimmis

Gegenstand Amtsmissbrauch etc.

Anfechtungsobj. Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden 
vom 20.06.2022, mitgeteilt am 23.06.2022 
(Proz. Nr. _____/Dossier 4a)

Mitteilung 14. Dezember 2023

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Sachverhalt

A. A._____ wurde am 15. Juni 2017 durch die Interventionseinheit 
"C._____" der Kantonspolizei Graubünden (nachfolgend: Kantonspolizei) in 
D._____ angehalten, festgenommen und auf den Polizeiposten E._____ ver-
bracht, wobei dem Postenchef des Polizeipostens E._____, B._____, eine Rolle in 
Zusammenhang mit diesem Polizeieinsatz zukam. Nach Durchführung einer Un-
tersuchung auf dem Polizeiposten ordnete der Bezirksarzt F._____ eine fürsorge-
rische Unterbringung von A._____ in der Klinik G._____ an. Die gleichentags statt-
findende Verbringung von A._____ in die Klinik erfolgte durch Mitglieder der ge-
nannten Interventionseinheit. Am 19. Juni 2017 wurde A._____ von der Klinik ent-
lassen. Die Kantonspolizei führte am 15. Juni 2017 eine Hausdurchsuchung an 
dessen Wohnort durch. Am 16. Juni 2017 erfolgte eine Durchsuchung des Mai-
ensässes von A._____, an welcher unter anderem auch B._____ beteiligt war. 
Bereits am 19. Dezember 2016 war das Wohnhaus von A._____ durchsucht wor-
den, wobei verschiedene Waffen sichergestellt wurden; auch an dieser Haus-
durchsuchung war B._____ beteiligt gewesen. Im Nachgang zu diesem Polizeiein-
satz soll A._____ am 19. und am 21. Dezember 2016 gegenüber B._____ Dro-
hungen ausgesprochen haben. Am 21. Dezember 2016 erstellte B._____ einen 
Vorermittlungsrapport betreffend A._____, in welchem dieser als gewaltbereite 
Person eingeschätzt wurde. Am 17. November 2017 leistete die Kantonspolizei 
dem Regionalgericht H._____ im Rahmen eines Polizeieinsatzes Rechtshilfe bei 
der Vollstreckung einer superprovisorischen Verfügung betreffend die Herausgabe 
von Gegenständen durch A._____.

B. Mit Eingabe vom 25. April 2018 erstattete das Departement für Justiz, 
Sicherheit und Gesundheit Graubünden (nachfolgend: DJSG) bei der Staatsan-
waltschaft Graubünden (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) Anzeige gegen Unbe-
kannt in Sachen A._____, dies unter Hinweis auf eine entsprechende Berichter-
stattung im Onlinemagazin "I._____". Das DJSG präzisierte diese Anzeige mit 
Eingabe vom 3. Mai 2018 dahingehend, dass – mit Blick auf die Artikel des ge-
nannten Onlinemagazins, in welchen der Polizeieinsatz vom 15. Juni 2017 und 
weitere Anweisungen der Behörden detailliert beschrieben und kritisiert würden – 
die Staatsanwaltschaft darum ersucht werde, zu untersuchen, ob am 15. Ju-
ni 2017 strafrechtliche Tatbestände erfüllt worden seien.

C. Am 8. Mai 2018 reichte A._____ gemeinsam mit seiner Schwester 
J._____ bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen Unbekannt unter anderem 
wegen Freiheitsberaubung gemäss Art. 183 StGB und Amtsmissbrauchs gemäss 

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Art. 312 StGB in Zusammenhang mit den zwei Polizeieinsätzen vom 15. Juni 2017 
respektive vom 17. November 2017 ein und konstituierte sich als Privatkläger.

D. Am 22. Mai 2018 bestellte die Regierung des Kantons Graubünden 
(nachfolgend: Regierung) K._____ als ausserordentliche Staatsanwältin für die 
Durchführung von Strafuntersuchungen in Zusammenhang mit den Ereignissen 
vom 15. Juni 2017 und 17. November 2017.

E. Mit Verfügung vom 20. Juni 2018 eröffnete die Staatsanwaltschaft eine 
Strafuntersuchung gegen Unbekannt wegen Verdachts auf Amtsdelikte etc.

F. Mit Eingabe vom 5. September 2018 beantragte A._____ unter Bezug-
nahme auf seine Strafanzeige vom 8. Mai 2018, im Sinne einer Ausdehnung der 
genannten Strafanzeige, es sei unter anderem gegen B._____ eine Strafuntersu-
chung wegen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB sowie wegen Amtsmiss-
brauchs gemäss Art. 312 StGB in Zusammenhang mit den zwei Hausdurchsu-
chungen vom 17. Juni 2017 (recte: 16. Juni 2017) respektive vom 29. August 2017 
(recte: 15. Juni 2017) zu eröffnen; die Eingabe sei als Strafantrag betreffend die 
genannten Sachverhalte entgegenzunehmen.

G. Anlässlich der Sitzung vom 27. November 2018 bestellte die Regierung 
neu L._____ als ausserordentlichen Staatsanwalt für die Weiterführung des an 
K._____ übertragenen Mandats bzw. für die Weiterführung der bereits hängigen 
Strafverfahren sowie für die Durchführung weiterer damit zusammenhängender 
Strafuntersuchungen.

H. Am 15. März 2019 verfügte die Staatsanwaltschaft, dass die mit Verfü-
gung vom 20. Juni 2018 gegen Unbekannt eröffnete Strafuntersuchung betreffend 
Amtsdelikte einstweilen auf B._____ sowie eine unbekannte Täterschaft ausge-
dehnt respektive individualisiert werde. Die Strafuntersuchung sei unter der Pro-
zessnummer _____ zu führen. Am 13. August 2020 dehnte die Staatsanwaltschaft 
die genannte Strafuntersuchung unter anderem gegen B._____ als Beschuldigten 
auf den Tatverdacht des Amtsmissbrauchs gemäss Art. 312 StGB, eventuell der 
Freiheitsberaubung gemäss Art. 183 StGB, aus.

I. Die Staatsanwaltschaft beauftragte M._____ am 30. September 2021 mit 
der Erstellung eines Gutachtens betreffend unter anderem die Beurteilung des 
(Entscheid-)Verhaltens von B._____ von Dezember 2016 bis Juni 2017. Das Gut-
achten wurde am 7. Dezember 2021 erstattet. Die Ergänzung des Gutachtens 
durch den Gutachter (Klärungen und Beantwortung von Ergänzungsfragen) datiert 
vom 23. März 2022.

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J. Am 4. Mai 2022 teilte die Staatsanwaltschaft den Parteien den Abschluss 
der Strafuntersuchung gegen B._____ wegen Amtsmissbrauchs gemäss Art. 312 
StGB (eventuell Freiheitsberaubung und Entführung gemäss Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 
StGB) mit und stellte ihnen die Einstellung gestützt auf Art. 319 ff. StPO in Aus-
sicht.

K. Mit Einstellungsverfügung vom 20. Juni 2022, mitgeteilt am 23. Ju-
ni 2022, entschied die Staatsanwaltschaft, wie folgt:

1. Das Strafverfahren gegen B._____ wegen Amtsmissbrauchs gemäss 
Art. 312 StGB (eventuell Freiheitsberaubung gemäss Art. 183 Ziff. 1 
Abs. 1 StGB) wird eingestellt.

2. Die Verfahrenskosten trägt der Kanton.

3.a) Dem Beschuldigten, B._____, wird eine Entschädigung von 
CHF 37'778.70 (inkl. Auslagen ohne Mehrwertsteuer) sowie eine Ent-
schädigung von CHF 594.40 ausgerichtet. Eine Genugtuung wird nicht 
ausgerichtet.

   b) Die Finanzverwaltung Graubünden wird angewiesen – nach Eintritt der 
Rechtskraft dieser Verfügung – die B._____ zugesprochenen Ent-
schädigungen auf das Konto mit der IBAN ____________, lautend auf 
Rechtsanwalt lic. iur. Michael Fleischhauer, zu überweisen.

4. Über die Entschädigung des privatklägerischen Rechtsbeistands wird 
mit separater Verfügung entschieden.

L. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe 
vom 11. Juli 2022 Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden und stellte 
folgende Anträge:

1. Die Einstellungsverfügung sei aufzuheben.

2. Die Sache sei an die Beschwerdegegnerin 2 zurückzuweisen zur 
Fortsetzung des Strafverfahrens sowie zur Anklageerhebung.

3. Die Kosten seien auf die Staatskasse zu nehmen.

4. Dem Beschwerdeführer sei eine angemessene Parteientschädigung 
auszurichten.

Verfahrensantrag:

Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilli-
gen und es sei ihm in der Person des unterzeichnenden Rechtsan-
walts ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen.

M. B._____ (nachfolgend: Beschwerdegegner) liess sich mit Eingabe vom 
25. Juli 2022 mit den folgenden Anträgen vernehmen:

1. Die Beschwerde vom 11.07.2022 sei vollumfänglich abzuweisen.

2. Das Gesuch um Erteilung der Bewilligung zur unentgeltlichen Rechts-
pflege sei abzuweisen.

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3. Es sei die Ausfällung einer Ordnungsbusse nach Massgabe von 
Art. 64 StPO gegen Rechtsanwalt Brunner wegen mutwilliger Be-
schwerdeführung zu prüfen.

4. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Be-
schwerdeführers A._____.

N. Mit Stellungnahme vom 8. August 2022 beantragte die Staatsanwalt-
schaft, unter Hinweis auf die Akten und die angefochtene Verfügung, die kosten-
fällige Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne.

O. Die Replik des Beschwerdeführers datiert vom 23. Dezember 2022. Der 
Beschwerdegegner liess sich mit Eingabe vom 12. Januar 2023 (Poststempel) 
erneut vernehmen.

P. Mit Schreiben vom 30. Januar 2023 teilte der Vorsitzende den Parteien 
mit, dass der Schriftenwechsel abgeschlossen sei. Das Verfahren sei spruchreif 
und befinde sich in der Phase der Urteilsberatung, womit weitere (Noven-)Ein-
gaben ausgeschlossen seien.

Q. Am 31. Januar 2023 liess der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, 
Rechtsanwalt Brunner, dem Kantonsgericht eine korrigierte Endfassung der Replik 
vom 23. Dezember 2022 zukommen. Der Vorsitzende teilte den Parteien mit 
Schreiben vom 1. Februar 2023 mit, dass das Kantonsgericht sich bei der Fallbe-
arbeitung an die Replik vom 23. Dezember 2022 halten werde, sich jedoch vorbe-
halte, bei Verständnisproblemen bzw. zwecks Behebung allfälliger Unklarheiten 
auf die korrigierte Endfassung zurückzugreifen; eine inhaltliche Ergänzung sei 
selbstverständlich ausgeschlossen.

R. Für das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege 
wurde ein separates Verfahren eröffnet (SK2 22 33). Mit Verfügung des Vorsitzen-
den der II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden vom 12. Okto-
ber 2022 wurde das Gesuch gutgeheissen und dem Beschwerdeführer mit Wir-
kung ab Gesuchseinreichung die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege im 
vorliegenden Verfahren erteilt. Zum unentgeltlichen Rechtsbeistand wurde 
Rechtsanwalt Matthias Brunner ernannt.

S. Die Akten des Verfahrens mit der Prozessnummer _____ (exklusive 
Ordner IIA, IIB, IIC, VIII und IX) wurden beigezogen. Die Sache erweist sich als 
spruchreif.

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Erwägungen

1. Prozessuales

1.1. Gegen Einstellungsverfügungen der Staatsanwaltschaft kann beim Kan-
tonsgericht Beschwerde geführt werden (Art. 322 Abs. 2 StPO; Art. 393 Abs. 1 
lit. a StPO; Art. 22 EGzStPO [BR 350.100]). Die Behandlung der Beschwerde fällt 
in die Zuständigkeit der erkennenden Kammer (Art. 10 Abs. 1 KGV [BR 173.100]). 
Gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO gelten die Parteien als beschwerdelegitimiert, so-
fern sie ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung ei-
nes Entscheides haben. Die Beschwerde ist innert zehn Tagen schriftlich und be-
gründet einzureichen (Art. 322 Abs. 2 StPO; Art. 396 Abs. 1 StPO). Die beschwer-
deführende Partei hat dabei genau anzugeben, welche Punkte der Verfügung sie 
anficht, welche Gründe einen anderen Entscheid nahelegen und welche Beweis-
mittel sie anruft (Art. 385 Abs. 1 StPO).

1.2. Die vorliegend angefochtene Einstellungsverfügung vom 20. Juni 2022 
ging dem Beschwerdeführer bzw. dessen Rechtsvertreter am 29. Juni 2022 zu 
(StA act. 1a.10.1). Die mit Eingabe vom 11. Juli 2022 erhobene Beschwerde er-
weist sich damit als rechtzeitig (act. A.1; vgl. Art. 90 Abs. 2 StPO). Sie ist zudem 
grundsätzlich hinreichend begründet (act. A.1; vgl. jedoch E. 2.3). Der Beschwer-
deführer gilt nach seiner Konstituierung als Privatkläger (StA act. 2b.1, Ziff. 12 
u. Antrag Ziff. 3; StA act. 2b.3, Antrag Ziff. 1; vgl. Art. 118 Abs. 1 u. 2 StPO) als 
beschwerdelegitimiert. Die weiteren Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen 
Bemerkungen Anlass. Auf die Beschwerde ist somit im Grundsatz einzutreten.

1.3. Der Beschwerdegegner beantragte, es sei die Ausfällung einer Ord-
nungsbusse nach Massgabe von Art. 64 StPO wegen mutwilliger Beschwerde-
führung gegen den Beschwerdeführer bzw. dessen Rechtsvertreter zu prüfen 
(act. B.2, Antrag Ziff. 3). Trölerische und mutwillige Beschwerden sind vom Ge-
setzgeber in der StPO nicht erfasst worden und können daher grundsätzlich nur 
sanktioniert werden, wenn eine eigentliche Störung des Geschäftsgangs vorliegt. 
Dies ist bloss mit Zurückhaltung anzunehmen (Tom Frischknecht / Christoph Reut, 
in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafpro-
zessordnung, 3. Aufl., Basel 2023, N 1 zu Art. 64 StPO). Vorliegend führt die Be-
schwerde des Beschwerdeführers nicht zu einer Störung des Geschäftsgangs. 
Vielmehr erweist sie sich, wie noch zu zeigen sein wird, in mehreren Punkten als 
begründet. Die Ausfällung einer Ordnungsbusse erscheint demnach nicht als an-
gezeigt.

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1.4. Mit Beschwerde können gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO sowohl Rechts-
verletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, 
Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), als auch die unvollständige 
oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) gerügt werden. Ferner kann 
die Rüge der Unangemessenheit (lit. c) erhoben werden. Die Beschwerdeinstanz 
verfügt in diesem Sinne über freie bzw. volle Kognition (Patrick Guidon, in: Nigg-
li/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessord-
nung, 3. Aufl., Basel 2023, N 15 zu Art. 393 StPO m.w.H.).

2. Gegenstand der Einstellungsverfügung und des Beschwerdeverfahrens 
sowie konnexe Verfahren

2.1. Für die Bestimmung des Gegenstands der Einstellungsverfügung ist in 
einem ersten Schritt zu ermitteln, welche Sachverhalte zur Anzeige gebracht oder 
von der Polizei rapportiert wurden. Hält die Staatsanwaltschaft die Anzeige oder 
den Rapport ganz oder teilweise für offensichtlich aussichtslos, verfügt sie eine 
Nichtanhandnahme (Art. 310 Abs. 1 StPO). Sind die Voraussetzungen für eine 
Nichtanhandnahme nicht erfüllt, hat die Staatsanwaltschaft grundsätzlich ein 
Strafverfahren zu eröffnen, wobei sie in der Eröffnungsverfügung die beschuldigte 
Person und die ihr zur Last gelegte(n) Straftat(en) bezeichnet (Art. 309 
Abs. 3 StPO). Kommen während der Untersuchung weitere mutmassliche Strafta-
ten der gleichen beschuldigten Person dazu, ist die Untersuchung durch Erlass 
einer weiteren Eröffnungsverfügung auszudehnen (Art. 311 Abs. 2 StPO). Der in 
diesem Sinne festgelegte Gegenstand der Untersuchung unterliegt dem Erledi-
gungsprinzip gemäss Art. 2 Abs. 2 StPO. Demnach müssen sämtliche untersuch-
ten Lebenssachverhalte in einer gesetzlich vorgesehenen Form, das heisst ent-
weder mittels Einstellung (Art. 319 ff. StPO; vgl. dazu E. 4.1), Anklage 
(Art. 324 ff. StPO) oder Strafbefehl (Art. 352 ff. StPO), abgeschlossen werden 
(zum Ganzen KGer GR PKG 2018 Nr. 20 E. 1.3 u. 1.5; vgl. Wolfgang Wohlers, 
in: Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung [StPO], 3. Aufl., Zürich 2020, N 16 zu Art. 2 StPO). Mit der 
Einstellung wird das Strafverfahren beendet. Folge ist, dass es betreffend den 
eingestellten Sachverhalt (unter Vorbehalt einer Wiederaufnahme gemäss 
Art. 323 StPO) zu keinem auf eine Verurteilung der betreffenden Person gerichte-
ten Strafverfahren mehr kommt (BGE 144 IV 362 E. 1.3.1 f.; KGer GR 
PKG 2018 Nr. 20 E. 1.3; PKG 2015 Nr. 20 E. 1b; KGer GR SK1 18 23 
v. 18.4.2019 E. 2.2). Gegenstand der Einstellung bildet stets ein Lebenssachver-
halt und nicht ein bestimmter Straftatbestand (KGer GR SK2 21 76 v. 24.10.2022 

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E. 5; SK2 20 54 v. 4.6.2021 E. 3.4 m.w.H.; vgl. BGE 148 IV 124 E. 2.6.5 f.; 
144 IV 362 E. 1.3.1 u. 1.4).

2.2. Demnach hat zwecks Feststellung des Gegenstands der angefochtenen 
Einstellungsverfügung eine Analyse der zugrundeliegenden Strafanzeigen, der 
durchgeführten Untersuchungen sowie der Einstellungsverfügung selbst zu erfol-
gen (vgl. KGer GR PKG 2018 Nr. 20 E. 1.5; 2015 Nr. 20 E. 1c).

2.2.1. Die präzisierte Anzeige des DJSG betraf die Ereignisse vom 15. Ju-
ni 2017 (StA act. 2a.7 m.V.a. StA act. 2a.1). Mit seiner ersten Strafanzeige vom 
8. Mai 2018 verlangte der Beschwerdeführer die Eröffnung einer Untersuchung 
gegen Unbekannt unter anderem wegen Freiheitsberaubung gemäss 
Art. 183 StGB und Amtsmissbrauchs gemäss Art. 312 StGB in Zusammenhang 
mit den zwei Polizeieinsätzen vom 15. Juni 2017 respektive vom 17. Novem-
ber 2017 (StA act. 2b.1). Mit Verfügung vom 20. Juni 2018 eröffnete die Staats-
anwaltschaft ein Verfahren gegen Unbekannt wegen Verdachts auf Amtsdelikte 
etc. (StA act. 4a.1). Am 5. September 2018 beantragte der Beschwerdeführer im 
Sinne einer Ergänzung seiner ersten Strafanzeige, es sei unter anderem gegen 
den Beschwerdegegner eine Strafuntersuchung wegen Hausfriedensbruchs 
gemäss Art. 186 StGB sowie wegen Amtsmissbrauchs gemäss Art. 312 StGB in 
Zusammenhang mit den zwei Hausdurchsuchungen vom 17. Juni 2017 (rec-
te: 16. Juni 2017) respektive vom 29. August 2017 (recte: 15. Juni 2017) zu eröff-
nen; die Eingabe sei als Strafantrag betreffend die genannten Sachverhalte ent-
gegenzunehmen (StA act. 2b.3). Im Sinne einer Konkretisierung der Eröffnungs-
verfügung vom 20. Juni 2018 wurde die Strafuntersuchung betreffend Amtsdelikte 
mit Verfügung vom 15. März 2019 einstweilen auf den Beschwerdegegner ausge-
dehnt bzw. individualisiert (StA act. 4a.19). Am 13. August 2020 hielt die Staats-
anwaltschaft in einer Verfügung betreffend Ausdehnung der Strafuntersuchung 
fest, dass unter anderem gegen den Beschwerdegegner eine Strafuntersuchung 
wegen Tatverdachts auf Amtsdelikte gemäss Art. 312 StGB, eventuell auf Frei-
heitsberaubung gemäss Art. 183 StGB, geführt werde (StA act. 4a.31).

2.2.2. Die Strafuntersuchungen gegen den Beschwerdegegner und insbeson-
dere dessen staatsanwaltschaftliche Einvernahme als Beschuldigter 
(StA act. 5a.10) betrafen zunächst die Durchsuchung des Wohnhauses des Be-
schwerdeführers vom 19. Dezember 2016 und die anlässlich dieser Hausdurchsu-
chung erfolgte Sicherstellung von Waffen, an welchen der Beschwerdegegner be-
teiligt war (vgl. insb. StA act. 5a.10, Fragen 6 ff.). Die Strafuntersuchung bezog 
sich weiter auf angeblich am 19. und 21. Dezember 2016 durch den Beschwerde-
führer gegenüber dem Beschwerdegegner ausgesprochene Drohungen bzw. auf 

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deren Wiedergabe durch Letzteren (vgl. insb. StA act. 5a.10, Fragen 61 ff.; 
StA act. 5a.26). Sodann wurde gegen den Beschwerdegegner in Zusammenhang 
mit der Erstellung eines Vorermittlungsrapports betreffend den Beschwerdeführer 
(Einschätzung als gewaltbereite Person) vom 21. Dezember 2016 und dem weite-
ren Vorgehen in dieser Hinsicht ermittelt (vgl. insb. StA act. 5a.10, Fragen 45 ff.). 
Gegenstand der Untersuchung bildeten weiter die Ereignisse vom 15. Juni 2017, 
namentlich die Anhaltung und Festnahme des Beschwerdeführers und dessen 
Verbringung auf den Polizeiposten E._____ durch die Interventionseinheit 
"C._____" der Kantonspolizei (vgl. insb. StA act. 5a.10, Fragen 88 ff.), die Unter-
suchung und Anordnung einer fürsorgerischen Unterbringung des Beschwerdefüh-
rers in der Klinik G._____ durch den Bezirksarzt F._____ (vgl. insb. StA act. 5a.10, 
Fragen 144 ff.) sowie die anschliessende Verbringung des Beschwerdeführers in 
die genannte Klinik durch Mitglieder der Interventionseinheit (vgl. insb. 
StA act. 5a.10, Fragen 147 ff.) bzw. die Rolle des Beschwerdegegners im Vorfeld 
und bei der Durchführung dieser Massnahmen. Schliesslich betraf die Untersu-
chung auch die Durchsuchung des Wohnhauses und des Maiensässes des Be-
schwerdeführers vom 15. Juni 2017 respektive vom 16. Juni 2017 
(vgl. insb. StA act. 5a.10, Fragen 150 ff.).

2.2.3. Die angefochtene Einstellungsverfügung betrifft das Dossier 4a in Bezug 
auf den Beschwerdegegner (act. B.1, S. 1 u. Ziff. 1.1). Dieses Dossier wurde unter 
dem Titel "Amtsdelikte" geführt (vgl. Aktenverzeichnis zu Dossier 4a). Dem Verfü-
gungsdispositiv zufolge stellte die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren gegen 
den Beschwerdegegner hinsichtlich Amtsmissbrauchs gemäss Art. 312 StGB 
(eventuell Freiheitsberaubung gemäss Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB) ein (act. B.1, 
Dispositiv-Ziff. 1). Da sich dem Dispositiv nicht entnehmen lässt, in Bezug auf wel-
che Lebenssachverhalte (vgl. E. 2.1) das Verfahren eingestellt wurde, ist diesbe-
züglich auf die Begründung der Verfügung abzustellen. Demnach bezieht sich die 
Einstellungsverfügung in erster Linie auf den Polizeieinsatz vom 15. Juni 2017 
sowie die Anordnung einer fürsorgerischen Unterbringung des Beschwerdeführers 
respektive die Rolle des Beschwerdegegners bei deren Vorbereitung (inklusive 
der angeblich bereits im Vorfeld erfolgten Planung) bzw. Durchführung 
(vgl. act. B.1, Ziff. 1.4 u. 2.2 ff.). In den Erwägungen werden – im Rahmen einer 
exemplarischen Aufzählung von (einen Anfangsverdacht begründenden) "Unge-
reimtheiten" im Verhalten des Beschwerdegegners – unter anderem auch eine 
unvollständige Hausdurchsuchung im Dezember 2016, ein allfällig inkonsequentes 
Verhalten im Kontext der Sicherstellung von Waffen beim Beschwerdeführer, ein 
"teilweise unbedarftes" Vorgehen beim Erstellen des Vorermittlungsrapports und 
ein Unterlassen dessen Fertigstellung erwähnt; dies unter Hinweis darauf, dass 

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sämtliche dieser "Ungereimtheiten" selbst in einer Gesamtschau keine Amts-
pflichtverletzungen in der von Art. 312 StGB in objektiver Hinsicht geforderten 
Schwere bildeten (act. B.1, Ziff. 3.2; vgl. auch act. B.1, Ziff. 2.1). Weiter wird in der 
Einstellungsverfügung auf den Transport des Beschwerdeführers nach N._____ 
sowie die in Zusammenhang mit dem Einsatz vom 15. Juni 2017 polizeilich vorge-
nommenen Hausdurchsuchungen Bezug genommen, wobei diesbezüglich (ledig-
lich) festgehalten wird, dass sich kein Tatverdacht gegen den Beschwerdegegner 
oder eine andere individualisierbare Person ergeben habe (act. B.1, Ziff. 3.6). 
Sämtliche in der Verfügungsbegründung erwähnten Lebenssachverhalte, inklusive 
der Hausdurchsuchungen (vgl. OGer ZH UE210189 v. 29.11.2022 E. II.6), könn-
ten potentiell einen Amtsmissbrauch darstellen, einzelne könnten überdies mögli-
cherweise als Freiheitsberaubung qualifiziert werden (vgl. dazu allgemein E. 4.3). 
Sie werden daher von Dispositivziffer 1 der angefochtenen Verfügung umfasst.

2.2.4. Aus den vorstehenden Ausführungen ergibt sich, dass unter anderem die 
Hausdurchsuchung und die Sicherstellung von Waffen beim Beschwerdeführer 
vom 19. Dezember 2016 Gegenstand der staatsanwaltschaftlichen Untersuchun-
gen bildeten; dies, auch wenn die Strafanzeigen des DJSG sowie des Beschwer-
deführers sich nicht explizit auf diese bezogen. Dieser Lebenssachverhalt dürfte 
auch von der Eröffnungs- bzw. Ausdehnungsverfügung vom 13. August 2020 
(Tatverdacht betreffend Amtsdelikte) gedeckt sein. Anhand der Aufführung als ei-
ne der angeblich keine Straftat begründenden "Ungereimtheiten" im Verhalten des 
Beschwerdegegners wird der Wille der Staatsanwaltschaft ersichtlich, dass das 
Strafverfahren in Bezug auf den genannten Sachverhalt beendet werden soll 
bzw. diesbezüglich keine weiteren Untersuchungshandlungen mehr erfolgen sol-
len. Die Massnahmen vom 19. Dezember 2016 bilden damit Gegenstand der an-
gefochtenen Einstellungsverfügung (Sachverhalt 1). Was die angeblichen Dro-
hungen des Beschwerdeführers vom 19. und 21. Dezember 2016 bzw. deren 
Wiedergabe durch den Beschwerdegegner anbelangt, erfolgten zwar entspre-
chende Untersuchungshandlungen. Indessen scheint dieser Sachverhaltskomplex 
– soweit ein strafbares Verhalten des Beschwerdegegners zur Frage steht – Ge-
genstand des Dossiers 4b (und nicht des Dossiers 4a) zu bilden bzw. gebildet zu 
haben (vgl. StA act. 5a.26; vgl. ferner act. B.1, Ziff. 1.2). Insbesondere aber wird 
dieser Sachverhalt in der angefochtenen Einstellungsverfügung nicht erwähnt und 
erfolgt demnach diesbezüglich keine Einstellung, was der Beschwerdeführer zu 
übersehen scheint (vgl. act. A.1, II.2). Gegen den Beschwerdegegner wurde wei-
ter in Bezug auf sein – wohl als mögliches Amtsdelikt von der Eröffnungs- 
bzw. Ausdehnungsverfügung umfasstes – Vorgehen in Zusammenhang mit dem 
Vorermittlungsrapport betreffend den Beschwerdeführer (Einschätzung als ge-

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waltbereite Person) vom 21. Dezember 2016 ermittelt, welches ebenfalls als nicht 
strafbare "Ungereimtheit" im Vorgehen des Beschwerdegegners qualifiziert wurde. 
Anhand dieser Erwähnung lässt sich wiederum erkennen, dass die Staatsanwalt-
schaft eine Beendigung des Strafverfahrens in Bezug auf den genannten Lebens-
sachverhalt beabsichtigte. Dieser bildet mithin Gegenstand der vorliegenden Ein-
stellungsverfügung (Sachverhalt 2).

Hauptgegenstand der staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen (sowie bereits der 
Strafanzeigen des DJSG und des Beschwerdeführers) bildete der Polizeieinsatz 
vom 15. Juni 2017 respektive die Rolle des Beschwerdegegners bei dessen Vor-
bereitung und Durchführung. Dieser Lebenssachverhalt, welcher potentiell unter 
die Tatbestände des Amtsmissbrauchs und/oder der Freiheitsberaubung subsu-
miert werden kann, wurde auch von der Eröffnungs- bzw. Ausdehnungsverfügung 
umfasst und in der angefochtenen Einstellungsverfügung gewürdigt. Die Handlun-
gen bzw. das Verhalten des Beschwerdegegners in Zusammenhang mit der Vor-
bereitung und Durchführung des Polizeieinsatzes vom 15. Juni 2017 bilden dem-
nach Gegenstand der angefochtenen Einstellungsverfügung (Sachverhalt 3). Das-
selbe gilt auch für die Begutachtung des Beschwerdeführers durch den Bezirks-
arzt F._____ auf dem Polizeiposten E._____ und die durch diesen angeordnete 
fürsorgerische Unterbringung in der Klinik G._____ bzw. die diesbezügliche Rolle 
des Beschwerdegegners (Sachverhalt 4). Obschon zwischen Sachverhalt 3 und 
Sachverhalt 4 sowohl in zeitlicher als auch in räumlicher Hinsicht ein naher Zu-
sammenhang besteht, sind die zwei Sachverhaltskomplexe aufgrund der jeweils 
unterschiedlichen Rolle bzw. Beteiligung des Beschwerdegegners separat zu be-
urteilen. Aus demselben Grund hat auch in Bezug auf die Verbringung des Be-
schwerdeführers vom Polizeiposten E._____ in die Klinik G._____ in N._____ eine 
separate Beurteilung zu erfolgen. Gemeinsam mit den weiteren Ereignissen des 
15. Juni 2017 bildete dieser Sachverhalt Gegenstand der Strafanzeige des Be-
schwerdeführers sowie der staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen. Indem die 
Staatsanwaltschaft in der Einstellungsverfügung ausführte, dass sich diesbezüg-
lich kein Tatverdacht gegen den Beschwerdegegner (oder eine andere individuali-
sierbare Person) ergeben habe, brachte sie zum Ausdruck, hinsichtlich dieses 
Sachverhalts kein Strafverfahren gegen den Beschwerdegegner (weiter-)führen zu 
wollen. Damit bildet auch der genannte Transport des Beschwerdeführers Gegen-
stand der angefochtenen Verfügung (Sachverhalt 5). Den soeben gemachten Aus-
führungen kommt auch hinsichtlich der Hausdurchsuchungen vom 
15. und 16. Juni 2017 Geltung zu. Diese bilden mithin ebenfalls Gegenstand der 
Einstellung (Sachverhalt 6).

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Nicht Gegenstand der vorliegenden Einstellungsverfügung bildet hingegen der 
Polizeieinsatz vom 17. November 2017. Zwar bezog sich die Strafanzeige des 
Beschwerdeführers gegen Unbekannt auch auf diesen Sachverhalt, jedoch erfolg-
ten diesbezüglich keine (vertieften) Untersuchungen gegen den Beschwerdegeg-
ner (vgl. einzig StA act. 5a.10, Frage 160) und bildete der Sachverhalt mithin nicht 
Teil des Dossiers 4a. Entsprechend erfolgte denn auch keine Auseinandersetzung 
damit in der Einstellungsverfügung.

2.3. Was den Sachverhalt 5 (Verbringung des Beschwerdeführers vom Poli-
zeiposten E._____ zur Klinik G._____ in N._____) anbelangt, so nahm der Be-
schwerdeführer darauf in seiner Beschwerde an keiner Stelle Bezug. Die Be-
schwerdeinstanz hat sich mit diesem Sachverhalt folglich nicht weiter zu befassen. 
Auf den Antrag des Beschwerdeführers auf Aufhebung der (gesamten) Einstel-
lungsverfügung ist hinsichtlich Sachverhalt 5 nicht einzutreten.

2.4. Sowohl die Staatsanwaltschaft in ihrer Einstellungsverfügung (act. B.1, 
Ziff. 3.7) als auch die Parteien in ihren Eingaben (act. A.1, IV.2 zu Ziff. 3.7; 
act. A.2, II.5 S. 9 f.) äusserten sich zum (ergänzten) Gutachten von M._____ so-
wie zu den Einwänden des Beschwerdeführers gegen die Person des Gutachters 
und gegen das Gutachten selbst. Der Beschwerdeführer macht in seiner Be-
schwerde jedoch nicht geltend, dass und inwiefern die Staatsanwaltschaft sich bei 
der Einstellung des Verfahrens zu Unrecht auf das (seiner Ansicht nach un-
brauchbare) Gutachten von M._____ gestützt hätte. Er zeigt mit anderen Worten 
nicht auf, weshalb die von ihm behauptete Mangelhaftigkeit des Gutachtens zu 
einer Aufhebung der angefochtenen Einstellungsverfügung führen sollte. Unter 
diesen Umständen hat sich die Beschwerdeinstanz mit den Einwänden des Be-
schwerdeführers gegen die Gutachterperson und das (ergänzte) Gutachten nicht 
auseinanderzusetzen. Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass die 
Staatsanwaltschaft bei der Würdigung eines Gutachtens, das sie mangels eigener 
Fachkenntnis bei einer sachverständigen Person in Auftrag gegeben hat, 
grundsätzlich frei ist (Grundsatz der freien Beweiswürdigung). Sie ist somit nicht 
an den Befund oder die Stellungnahme der sachverständigen Person gebunden, 
darf in Fachfragen jedoch nicht ohne triftige Gründe vom Gutachten abrücken und 
muss Abweichungen begründen. Erscheint ihr die Schlüssigkeit eines Gutachtens 
in wesentlichen Punkten zweifelhaft, hat sie nötigenfalls ergänzende Beweise zur 
Klärung dieser Zweifel zu erheben. Ein Gutachten stellt namentlich dann keine 
rechtsgenügliche Grundlage dar, wenn gewichtige, zuverlässig begründete Tatsa-
chen oder Indizien seine Überzeugungskraft ernstlich erschüttern. Das trifft etwa 
zu, wenn die sachverständige Person die an sie gestellten Fragen nicht beantwor-

13 / 45

tet, ihre Erkenntnisse und Schlussfolgerungen nicht begründet oder diese in sich 
widersprüchlich sind oder die Expertise sonstwie an Mängeln krankt, die derart 
offensichtlich sind, dass sie auch ohne spezielles Fachwissen erkennbar sind (vgl. 
BGE 146 IV 114 E. 2.1; 141 IV 369 E. 6.1). Diesen Grundsätzen hat die Staats-
anwaltschaft bei der Würdigung des Gutachtens respektive bei der Begründung 
der Einstellungsverfügung Rechnung zu tragen.

2.5. Die (teilweise) mit dem Dossier 4a zusammenhängenden Strafverfahren 
gegen den Beschwerdeführer selbst werden durch die angefochtene Einstellungs-
verfügung nicht berührt (vgl. act. B1, Ziff. 1.2). Von der vorliegenden Einstellungs-
verfügung unberührt bleiben auch die Strafverfahren betreffend andere Vorwürfe 
(vgl. unter anderem vorstehend E. 2.2.4) und gegen andere Beschuldigte in Zu-
sammenhang mit verschiedenen (Teil-)Sachverhalten (vgl. act. B.1, Ziff. 1.1 f.). Es 
ist jedoch darauf hinzuweisen, dass mit (separater) Verfügung vom 20. Juni 2022 
auch das Verfahren gegen O._____, den vormaligen Chef Regionenpolizei und 
ehemaligen Vorgesetzten des Beschwerdegegners, wegen Amtsmissbrauchs 
gemäss Art. 312 StGB, eventuell Freiheitsberaubung gemäss Art. 183 Ziff. 1 
Abs. 1 StGB (Proz. Nr. _____, Dossier 4a), eingestellt wurde (StA act. 1a.8) und 
der Beschwerdeführer auch gegen diese Einstellungsverfügung Beschwerde an 
das Kantonsgericht erhob. Diese Beschwerde wird im Verfahren SK2 22 27 be-
handelt. Mit der Begründung, dass sich für den Beschwerdegegner und O._____ 
die gleichen Fragen stellten und deshalb die Vornahme einer Gesamtbeurteilung 
angezeigt sei, beantragte der Beschwerdegegner den Einbezug der Vernehmlas-
sung von O._____ aus dem genannten Verfahren (act. A.2, II.5 S. 9). Diesem An-
trag kann nicht stattgegeben werden. Entgegen der Ansicht des Beschwerdegeg-
ners stellen sich im vorliegenden Verfahren sowie im Beschwerdeverfahren SK2 
22 27 nämlich nicht die gleichen, sondern lediglich ähnliche bzw. verwandte Fra-
gen; so sind denn auch die gegenüber dem Beschwerdegegner respektive 
O._____ erhobenen (strafrechtlichen) Vorwürfe nicht identisch. Dem Umstand, 
dass die beiden Beschwerdeverfahren (teilweise) dieselben Lebenssachverhalte 
betreffen, wird dadurch hinreichend Rechnung getragen, dass vorliegend sämtli-
che Akten des Verfahrens mit der Prozessnummer _____ (mit Ausnahme von vier 
Ordnern) beigezogen wurden (vgl. Sachverhalt lit. S) und demnach die Einver-
nahmen von O._____ sowie dessen Eingaben im staatsanwaltschaftlichen Verfah-
ren grundsätzlich vorliegen.

2.6. Neben den erwähnten Strafverfahren gegen verschiedene Beschuldigte 
wurden auch mehrere Verfahren nicht strafrechtlicher Natur zur Abklärung und 
Aufarbeitung verschiedener den Beschwerdeführer betreffenden Ereignisse eröff-

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net und (teilweise) bereits abgeschlossen. Namentlich setzte der Grosse Rat des 
Kantons Graubünden eine Parlamentarische Untersuchungskommission 
"P._____" (nachfolgend: PUK P._____) ein (vgl. Proz. Nr. _____, Dossiers 8f 
u. 8g) und erfolgte eine Administrativuntersuchung durch Q._____ 
(vgl. Proz. Nr. _____, Dossier 8h [in den beigezogenen Akten nicht enthalten]). 
Das DJSG führte auf Aufsichtsbeschwerde des Beschwerdeführers hin je ein Auf-
sichtsverfahren gegen die KESB R._____, die Kantonspolizei und den Beschwer-
degegner sowie gegen den Bezirksarzt F._____ durch (vgl. Proz. Nr. _____, Dos-
siers 8a-c u. 8e). Die Akten der genannten Verfahren befinden sich teilweise in 
den beigezogenen Akten des Strafverfahrens mit der Prozessnummer _____ (vgl. 
E. S; act. B.1, Ziff. 1.3). Auf die Ergebnisse dieser Verfahren wird hier indessen 
grundsätzlich nicht abgestellt, zumal die zugrundeliegenden Untersuchungen in 
erster Linie politischer respektive administrativer Natur waren, weshalb ihnen für 
das vorliegende strafrechtliche Verfahren keine unmittelbare Bedeutung zukom-
men kann.

3. Begründung der Einstellungsverfügung

3.1. Eine Einstellungsverfügung muss schriftlich und begründet ergehen 
(Art. 80 Abs. 2 StPO). Dadurch soll namentlich der Nachvollzug der staatsanwalt-
schaftlichen Schlussfolgerungen und gegebenenfalls die sachgerechte Anfechtung 
der Verfügung ermöglicht werden. In der Begründung müssen wenigstens kurz die 
Überlegungen genannt werden, von denen sich die Staatsanwaltschaft hat leiten 
lassen und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, 
dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbestandlichen Behauptung und jedem 
rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für 
den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken. Kommt die Staatsan-
waltschaft ihrer Begründungspflicht bei einer Einstellung nicht nach, stellt dies eine 
Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 3 Abs. 2 
lit. c StPO) und damit desjenigen auf ein faires Verfahren (Art. 6 Ziff. 1 EMRK) dar 
(BGer 6B_948/2013 v. 22.1.2015 E. 2.2.3; KGer GR PKG 2015 Nr. 20 E. 2b; 
vgl. Daniela Brüschweiler/Reto Nadig/Rebecca Schneebeli, in: Do-
natsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Straf-
prozessordnung [StPO], 3. Aufl., Zürich 2020, N 2 zu Art. 80 StPO m.w.H.; 
vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2).

Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur, weshalb seine Verletzung 
grundsätzlich ungeachtet der materiellen Begründetheit des Rechtsmittels zur 
Gutheissung der Beschwerde und zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids 
führt (BGE 148 IV 22 E. 5.5.2; 144 I 11 E. 5.3; 143 IV 380 E. 1.4.1, je m.w.H.). Ei-

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ne nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs kann je-
doch ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglich-
keit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl den Sach-
verhalt als auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser Voraussetzung 
ist darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des Mangels – selbst bei einer 
schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von einer 
Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die 
Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzöge-
rungen führen würde (BGE 147 IV 340 E. 4.11.3; 137 I 195 E. 2.3.2; 
BGer 6B_173/2023 v. 26.5.2023 E. 2.2.2, je m.w.H.). Bei unterbliebener oder 
mangelhafter Begründung im Besonderen lässt das Bundesgericht eine Heilung 
zu, wenn der betroffenen Partei daraus kein Nachteil erwächst. Nach der Recht-
sprechung kann ein solcher Mangel im Rechtsmittelverfahren durch das Nachrei-
chen einer rechtsgenüglichen Begründung geheilt werden, wenn die betroffene 
Partei dazu in einer Beschwerdeergänzung bzw. im Rahmen eines zweiten Schrif-
tenwechsels Stellung nehmen und damit ihre Rechte wahrnehmen kann 
(BGE 107 Ia 1 E. 1; BGer 1B_129/2017 v. 18.10.2017 E. 2.3; KGer GR PKG 2015 
Nr. 20 E. 2d, je m.w.H.).

3.2. Die Staatsanwaltschaft begründete die Einstellung des Verfahrens gegen 
den Beschwerdegegner im Wesentlichen damit, dass sich im Verlaufe der einläss-
lichen Untersuchung kein Tatverdacht bezogen auf Art. 312 StGB oder 
Art. 183 StGB gegen diesen erhärtet habe (act. B.1, Ziff. 3.2). Nach einer Wieder-
gabe einzelner Aussagen des Beschwerdegegners (act. B.1, Ziff. 2.1 f.), Bemer-
kungen zum Sachverhalt (act. B.1, Ziff. 2.3) sowie rechtlichen Ausführungen all-
gemeiner Natur (act. B.1, Ziff. 3.1) führte sie insbesondere aus, die einzelnen den 
Anfangsverdacht begründenden Ungereimtheiten im Vorgehen des Beschwerde-
gegners (beispielsweise allfälliges inkonsequentes Verhalten im Kontext der Si-
cherstellung von Waffen beim Privatkläger; unvollständige Hausdurchsuchung im 
Dezember 2016; teilweise unbedarftes Vorgehen beim Erstellen des Vorermitt-
lungsrapports; Unterlassen der Fertigstellung des Vorermittlungsrapports; Ver-
schweigen von Informationsquellen; Unterlassen weiterer Abklärungen nach dem 
Telefonat vom 15. Juni 2017 mit der Frau des Privatklägers; allenfalls unvollstän-
diger Bericht gegenüber Vorgesetzten am 15. Juni 2017; allfällige ungenügende 
Beachtung von Ausstandsregeln etc.) bildeten selbst in einer Gesamtschau keine 
Amtspflichtverletzungen in der von Art. 312 StGB in objektiver Hinsicht geforderten 
Schwere. Abgesehen von einer Ausnahme sei der Beschwerdegegner in Zusam-
menhang mit seinem Verhalten gegenüber dem Privatkläger zu keinem Zeitpunkt 
von Vorgesetzten gemahnt, gerügt oder anderweitig zurechtgewiesen worden. 

16 / 45

Zudem seien im Verlaufe der Untersuchung keine Verbindungen des Beschwer-
degegners zum P._____ zu Tage getreten und habe dieser sich am Festnahme-
einsatz vom 15. Juni 2017 nicht respektive nur marginal beteiligt. Der Beschwer-
degegner habe am Morgen des 15. Juni 2017 aufgrund der Meldung der damali-
gen Ehefrau des Privatklägers (und deren Umstände) sowie seiner Kenntnisse der 
Vorgeschichte – im Sinne einer ex ante-Sichtweise – von einer dringlichen Situati-
on bzw. einer sicherheitspolizeilich zu adressierenden Gefahrenlage ausgehen 
müssen, woran auch das vorangehende Telefonat mit dem Regionalen Sozial-
dienst H._____ nichts ändere. Es habe nicht von ihm gefordert werden können, 
untätig zu bleiben oder weitere bzw. gar erschöpfende Sachabklärungen vorzu-
nehmen, sondern es habe rasch entschieden und reagiert werden müssen. Der 
Beschwerdegegner habe sich auf die Weitergabe der Informationen an seine Vor-
gesetzten beschränkt, wobei er (zumindest aus seiner Sichtweise) in Überein-
stimmung mit den diesbezüglichen, ihm an diesem Tag erstmals mitgeteilten An-
weisungen des Kommandos gehandelt habe. Eine ergebnisoffene Zuführung an 
den Bezirksarzt gehöre zur polizeilichen Aufgabe im Rahmen der sicherheitspoli-
zeilichen Gefahrenprüfung und -abwehr. Der Beschwerdegegner habe auf die 
Entscheidung des Pikettoffiziers sowie auf den Bezirksarzt respektive das Ergeb-
nis der Prüfung betreffend fürsorgerische Unterbringung keinen Einfluss genom-
men und dazu auch keine Möglichkeit gehabt. Ihm könne auch mit Blick auf die 
Folgen der Weiterleitung der Meldung der Ehefrau des Privatklägers an seine 
Vorgesetzten kein strafrechtlich relevanter Vorwurf gemacht werden. Die spätere 
Einschränkung der persönlichen Freiheit des Privatklägers sei von den Entschei-
dungen weiterer Personen abhängig gewesen; dem Beschwerdegegner habe es 
an der Tatherrschaft gefehlt. Er könne deshalb für die polizeiliche Festnahme und 
die Verbringung auf den Polizeiposten des Privatklägers nicht verantwortlich ge-
macht werden, selbst wenn er sich nicht gemäss seinen amtlichen Verpflichtungen 
verhalten haben sollte. Schliesslich sei es im Rahmen der Handhabe sicherheits-
polizeilicher Gefahrensituationen weder unüblich noch unzulässig, in Varianten zu 
denken und zu planen, weshalb nicht erstellt sei, dass der betreffende Plan (Zu-
führung des Privatklägers durch Spezialeinheit an den Amtsarzt bei Eskalation) 
nicht korrekt oder gar eine persönliche Abrechnung des Beschwerdegegners mit 
dem Privatkläger gewesen sein könnte. Sein Handeln sei in der Zeit ab Dezem-
ber 2016 ohnehin nicht darauf gerichtet gewesen, dem Privatkläger zu schaden, 
sondern er habe nur den Schutz von Leib und Leben dessen Frau und Kind 
(wohl: Kindern) sowie von diesem selbst bezweckt. Damit sei auch kein Handeln 
mit Vorsatz und Vorteils- oder Nachteilszufügungsabsicht erkennbar geworden. 
Insgesamt erfülle der Beschwerdegegner damit den Tatbestand von Art. 312 StGB 
weder in objektiver noch in subjektiver Hinsicht. Mit Blick auf die Modalitäten des 

17 / 45

Transports des Privatklägers nach N._____ und die Umstände der in Zusammen-
hang mit dem Einsatz vom 15. Juni 2017 polizeilich vorgenommenen Hausdurch-
suchungen habe sich kein Tatverdacht gegen den Beschwerdegegner (oder eine 
andere individualisierbare Person) ergeben. Zusammenfassend erfülle der Be-
schwerdegegner weder den Tatbestand des Amtsmissbrauchs noch jenen der 
Freiheitsberaubung (act. B.1, Ziff. 2.1 u. 3.2 ff.).

3.3. Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde unter anderem gel-
tend, dass die Staatsanwaltschaft die ihr obliegende Begründungspflicht und damit 
seinen Gehörsanspruch verletzt habe. Es bestünden diverse Anhaltspunkte für ein 
strafbares Verhalten des Beschwerdegegners, welche im Sinne von 
Art. 183 StGB, Art. 186 StGB und Art. 312 StGB von Bedeutung seien und in der 
Einstellungsverfügung zu würdigen gewesen wären. Die Staatsanwaltschaft habe 
keinen dieser Anhaltspunkte einlässlich aufgegriffen, sich nicht geäussert, ob sie 
diese als erstellt oder nicht erstellt erachte und erst recht nicht begründet darge-
legt, aus welchen Gründen sie diese nicht zum Anlass einer Anklage nehme. Auf 
zahlreiche Verdachtsmomente sei sie überhaupt nicht eingegangen, andere habe 
sie summarisch als "Ungereimtheiten" aufgelistet, wobei unklar geblieben sei, ob 
es sich ihres Erachtens um Rechtsverstösse handle oder nicht. Sie habe aus-
drücklich offen gelassen, ob und mit Bezug auf welche Verstösse sich der Be-
schwerdegegner "nicht gemäss seinen amtlichen Verpflichtungen verhalten" habe. 
Dies sei umso unverständlicher, als Expertisen vorlägen, die diverse Pflichtverlet-
zungen sehr deutlich kritisierten. Der Mangel wiege umso schwerer, als bei der 
rechtlichen Beurteilung des Amtsmissbrauchs der Blick nicht isoliert auf einzelne 
Pflichtverletzungen zu richten, sondern eine "Gesamtschau" vorzunehmen sei. 
Ebenso sei unklar, ob und inwiefern die Staatsanwaltschaft sich auf die Gutachten 
von M._____ stütze. Die Begründung sei umso weniger nachvollziehbar, als die 
Staatsanwaltschaft selbst mit ihren Vorhalten in Befragungen, aber auch in ihrem 
Gutachtensauftrag an M._____, eine Vielzahl mutmasslicher Rechtsverletzungen 
thematisiert und das Verhalten des Beschwerdegegners wiederholt als problema-
tisch qualifiziert habe. Nach aufwändiger Strafuntersuchung und Auftragserteilung 
für ein Gutachten zur Klärung der Verdachtsmomente erfolge keine Auseinander-
setzung mit diesen kritischen Punkten mehr. Die Staatsanwaltschaft äussere sich 
auch weder zu den diametral anders lautenden Einschätzungen der PUK P._____, 
von Q._____ und S._____ noch setze sie sich mit den Vorbringen des Beschwer-
deführers in seinen diversen Eingaben auseinander (act. A.1, insb. IV.1, IV.2 zu 
Ziff. 3.2, IV.2 zu Ziff. 3.3 i.f. u. IV S. 21 Ziff. 1).

18 / 45

In seiner Replik brachte der Beschwerdeführer sodann vor, da die Staatsanwalt-
schaft auf eine Vernehmlassung zur Beschwerde verzichtet habe, könne von einer 
Heilung des Mangels bzw. der Verletzung der Begründungspflicht nicht die Rede 
sein (act. A.4, I.3; vgl. act. A.4, II.4.1). Die Staatsanwaltschaft hätte auch nach 
Massgabe von Art. 426 Abs. 2 und Art. 430 StPO prüfen müssen, ob der Be-
schwerdegegner sich rechtswidrig verhalten habe oder nicht (act. A.4, I.7). Da sich 
die Einstellungsverfügung trotz rechtzeitig gestelltem Strafantrag betreffend Haus-
friedensbruch nicht zu den Hausdurchsuchungen vom 15. und 16. Juni 2017 
geäussert habe, sei die Strafuntersuchung betreffend Hausfriedensbruch nach wie 
vor pendent (act. A.4, II.9).

3.4. Die Staatsanwaltschaft äusserte sich in der angefochtenen Einstellungs-
verfügung relativ ausführlich zu den Ereignissen vom 15. Juni 2017 bzw. zu den 
Sachverhalten 3 und 4 (vgl. dazu nachfolgend E. 3.7). Hingegen enthält die Ein-
stellungsverfügung keine nennenswerte Auseinandersetzung mit den übrigen 
Sachverhalten. Was den Sachverhalt 1 anbelangt, so beschränkte die Staatsan-
waltschaft sich darauf, das "allfällige inkonsequente Verhalten im Kontext der Si-
cherstellung von Waffen" beim Beschwerdeführer sowie die "unvollständige Haus-
durchsuchung im Dezember 2016" als Beispiele für den Anfangsverdacht begrün-
dende "Ungereimtheiten" im Vorgehen des Beschwerdegegners aufzuführen. 
Ebenfalls nur als Beispiele für "Ungereimtheiten" im Vorgehen des Beschwerde-
gegners werden dessen "teilweise unbedarftes Vorgehen" beim Erstellen des Vor-
ermittlungsrapports sowie das Unterlassen der Fertigstellung des Rapports ge-
nannt (act. B.1, Ziff. 3.2). In Bezug auf Sachverhalt 6 führte die Staatsanwaltschaft 
einzig aus, mit Blick auf die Umstände der in Zusammenhang mit dem Einsatz 
vom 15. Juni 2017 polizeilich vorgenommenen Hausdurchsuchungen habe sich 
kein Tatverdacht gegen den Beschwerdegegner (oder eine andere individualisier-
bare Person) ergeben (act. B.1, Ziff. 3.6). Weitere Ausführungen betreffend die 
tatsächliche und rechtliche Würdigung der Sachverhalte 1, 2 und 6 bzw. eine wei-
tere Auseinandersetzung mit diesen fehlen hingegen gänzlich. Die Staatsanwalt-
schaft äussert sich weder dazu, ob sie die genannten Sachverhalte als erstellt er-
achtet, noch lässt sich der angefochtenen Verfügung entnehmen, weshalb sie die 
Einstellungsgründe von Art. 319 Abs. 1 lit. a u. lit. b StPO (vgl. act. B.1, Ziff. 3.8) 
hinsichtlich der Sachverhalte 1, 2 und 6 als gegeben erachtet bzw. auf welche 
Überlegungen sie ihre Schlussfolgerungen stützt. Während eine Begründung sich 
auf die entscheidwesentlichen Gesichtspunkte beschränken kann, sich mithin 
nicht im Detail zu sämtlichen Punkten der Untersuchung äussern und sich nicht 
mit allen Ausführungen der Parteien auseinandersetzen muss, ist sie jedenfalls 
dann als nicht ausreichend zu erachten, wenn sie, wie vorliegend, lediglich die 

19 / 45

Schlussfolgerungen der Staatsanwaltschaft wiedergibt und ansonsten auf jegliche 
Erläuterung vollständig verzichtet. Eine solche nicht bzw. mangelhaft begründete 
Verfügung kann von den Parteien nicht sachgerecht angefochten werden. Dem 
Beschwerdeführer blieb denn auch nichts anderes übrig, als erneut seinen bishe-
rigen Standpunkt zu den Sachverhalten 1, 2 und 6 wiederzugeben (vgl. act. A.1, 
II.1, II.3-5 u. II.9) und auf die mangelnde bzw. mangelhafte Begründung hinzuwei-
sen; eine eigentliche Auseinandersetzung mit der staatsanwaltschaftlichen Verfü-
gung war ihm mangels (rechtsgenüglicher) Begründung nicht möglich. Im Ergeb-
nis ist die Einstellungsverfügung hinsichtlich der Sachverhalte 1, 2 und 6 als man-
gelhaft begründet zu erachten, was eine Verletzung des rechtlichen Gehörs des 
Beschwerdeführers darstellt.

3.5. Zu prüfen bleibt die Möglichkeit einer Heilung der festgestellten Gehörsver-
letzung hinsichtlich der Sachverhalte 1, 2 und 6. Der Beschwerdeinstanz kommt 
grundsätzlich volle Kognition zu (vgl. E. 1.4), womit eine Heilung grundsätzlich als 
möglich erscheint. Nach dem Gesagten setzt die Heilung einer durch fehlende 
oder mangelhafte Begründung verursachten Gehörsverletzung zunächst voraus, 
dass die betreffende Behörde im Rechtsmittelverfahren eine rechtsgenügliche Be-
gründung nachreicht, zu welcher die betroffene Partei Stellung nehmen und damit 
ihre Rechte wahrnehmen kann. Vorliegend hat die Staatsanwaltschaft darauf ver-
zichtet, eine Begründung nachzureichen; in ihrer Stellungnahme zur Beschwerde 
des Beschwerdeführers beantragte sie einzig deren Abweisung (act. A.3). Damit 
ist eine Heilung der Gehörsverletzung ausgeschlossen. Eine Prüfung der weiteren 
Heilungsvoraussetzungen (vgl. E. 3.1) erübrigt sich.

3.6. Die festgestellte, nicht heilbare Verletzung des rechtlichen Gehörs des Be-
schwerdeführers führt daher hinsichtlich des Sachverhalts 1 (Hausdurchsuchung 
und Sicherstellung von Waffen beim Beschwerdeführer vom 19. Dezember 2016), 
des Sachverhalts 2 (Vorgehen in Zusammenhang mit dem Vorermittlungsrapport 
betreffend den Beschwerdeführer vom 21. Dezember 2016) und des Sachver-
halts 6 (Hausdurchsuchungen beim Beschwerdeführer vom 15. und 16. Juni 2017) 
zur Gutheissung der Beschwerde, zur Aufhebung der angefochtenen Einstel-
lungsverfügung und zur Rückweisung der Sache an die Staatsanwaltschaft. Nach 
einer Rückweisung steht es der Staatsanwaltschaft grundsätzlich frei, wie sie das 
Verfahren weiterführen will. Sie wird die zur Anzeige gebrachten Lebenssachver-
halte 1, 2 und 6 umfassend, auf sämtliche (möglicherweise) einschlägigen Straf-
tatbestände hin zu überprüfen und das Verfahren durch einen rechtsgenüglich 
begründeten Entscheid zum Abschluss zu bringen haben. Der Staatsanwaltschaft 
diesbezüglich weitere Weisungen zu erteilen, ist unter den gegebenen Umständen 

20 / 45

nicht erforderlich, zumal sich das Kantonsgericht als Beschwerdeinstanz im Falle 
der Aufhebung einer Verfahrenseinstellung praxisgemäss Zurückhaltung bei der 
Erteilung von Weisungen nach Art. 397 Abs. 3 StPO auferlegt (vgl. statt vieler 
KGer GR PKG 2017 Nr. 25 E. 2.6; KGer GR SK2 22 49 v. 3.5.2023 E. 4.3; 
SK2 21 76 v. 24.10.2022 E. 6). Von der Erteilung von Weisungen im Sinne von 
Ziffer 2 der Anträge des Beschwerdeführers ist abzusehen. Der Entscheid über 
das weitere Vorgehen wird der Staatsanwaltschaft belassen.

3.7. Wie bereits erwähnt, befasste sich die Staatsanwaltschaft in der Einstel-
lungsverfügung in erster Linie mit den Sachverhalten 3 und 4. Der Beschwerde-
führer rügt auch in dieser Hinsicht eine mangelhafte Begründung der Verfügung. 
Anders als bezüglich der Sachverhalte 1, 2 und 6 hat sich die Staatsanwaltschaft 
mit den Sachverhalten 3 und 4 bzw. der Beteiligung (im untechnischen Sinne) des 
Beschwerdegegners daran explizit auseinandergesetzt und diese rechtlich gewür-
digt. Zwar fällt auf, dass sie die genannten Sachverhalte grundsätzlich lediglich im 
Lichte von Art. 312 StGB prüfte. Jedoch lässt sich die entsprechende Argumenta-
tion mindestens teilweise (nämlich jedenfalls soweit, als diese die angeblich feh-
lende Tatherrschaft des Beschwerdegegners betrifft) bzw. zumindest sinngemäss 
auch auf den Tatbestand von Art. 183 StGB übertragen. Anhand von Ziffer 3.8 der 
angefochtenen Verfügung lässt sich sodann erkennen, dass sich – nach dem Ver-
ständnis der Staatsanwaltschaft – die vorangehende rechtliche Würdigung der 
Sachverhalte 3 und 4 sowohl auf Art. 312 StGB als auch auf Art. 183 StGB bezog, 
sie ihre Erwägungen mithin als für beide Tatbestände relevant erachtete. Es wäre 
zu begrüssen gewesen, wenn die Staatsanwaltschaft auch hinsichtlich des letzt-
genannten Tatbestands eine explizite Prüfung vorgenommen hätte. Jedoch ergibt 
sich aus der angefochtenen Verfügung (wenn in Bezug auf Art. 183 StGB auch 
nur sinngemäss), weshalb die Staatsanwaltschaft eine Strafbarkeit des Beschwer-
degegners für die Sachverhalte 3 und 4 verneinte und das Verfahren folglich ge-
stützt auf Art. 319 Abs. 1 lit. a und lit. b StPO einstellte. Damit lässt sich der Verfü-
gung (knapp) entnehmen, von welchen Überlegungen sich die Staatsanwaltschaft 
bei der Einstellung des Verfahrens hinsichtlich der Sachverhalte 3 und 4 hat leiten 
lassen. Die Staatsanwaltschaft ist grundsätzlich nicht verpflichtet, sich in der Ein-
stellungsverfügung mit den Ergebnissen anderer, nicht strafrechtlicher Untersu-
chungen, wie beispielsweise der PUK P._____ oder der Administrativuntersu-
chung durch Q._____, auseinanderzusetzen. Hingegen hätte sie sich, wie der Be-
schwerdeführer zu Recht vorbringt, dazu äussern müssen, inwieweit sie sich für 
ihre Beurteilung auf das in Auftrag gegebene Gutachten von M._____ stützte re-
spektive ob und weshalb sie im Gegenteil (teilweise) von diesem abwich. Dieses 
Versäumnis führt jedoch nicht dazu, dass die Begründung der Verfügung als ge-

21 / 45

radezu ungenügend zu bezeichnen wäre. Dasselbe gilt in Bezug auf die unterblie-
bene Auseinandersetzung mit den verschiedenen Eingaben des Beschwerdefüh-
rers (vgl. act. A.1, I.3 u. IV.1). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die Be-
gründung es dem Beschwerdeführer erlaubte, die Verfügung hinsichtlich der 
Sachverhalte 3 und 4 sachgerecht anzufechten (vgl. E. 1.2 u. 4.2.2). Insgesamt ist 
die Begründung der Einstellungsverfügung bezüglich der Sachverhalte 3 und 4 als 
gerade noch rechtsgenüglich zu bezeichnen und folglich eine Verletzung des 
rechtlichen Gehörs des Beschwerdeführers in dieser Hinsicht zu verneinen. Damit 
ist zu prüfen, ob die Einstellung hinsichtlich der Sachverhalte 3 und 4 zu Recht 
erfolgte.

4. Einstellung des Verfahrens

4.1. Rechtliche Grundlagen

Gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO ist ein Strafverfahren unter anderem dann ein-
zustellen, wenn der ursprünglich vorhandene Anfangsverdacht nicht in einem 
Mass erhärtet werden konnte, dass sich eine Anklage rechtfertigt. Dies ist dann 
der Fall, wenn unter einer Gesamtwürdigung der Beweise nicht mit einem verurtei-
lenden Erkenntnis des Gerichts gerechnet werden kann und auch keine konkret zu 
erhebenden Beweismittel mehr erkennbar sind, die das Resultat im gegenteiligen 
Sinn beeinflussen könnten (KGer GR SK2 22 54 v. 7.3.2023 E. 2; SK2 21 76 
v. 24.10.2022 E. 3.2). Im Weiteren hat nach Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO die Einstel-
lung des Verfahrens zu erfolgen, wenn kein Straftatbestand erfüllt ist, das heisst 
wenn das inkriminierte Verhalten – selbst wenn es nachgewiesen wäre – nicht den 
objektiven oder subjektiven Tatbestand einer Strafnorm erfüllt (KGer GR SK2 20 4 
v. 22.10.2020 E. 4; SK2 14 56 v. 5.2.2015 E. 2, je m.w.H.). Aus dem Legalitäts-
prinzip (Art. 5 Abs. 1 BV; Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 319 Abs. 1 u. Art. 324 
Abs. 1 StPO) folgt, dass eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft grundsätz-
lich nur bei klarer Straflosigkeit oder offensichtlich fehlenden Prozessvorausset-
zungen angeordnet werden darf, wobei der Staatsanwaltschaft bei der Beurteilung 
dieser Frage ein gewisser Spielraum zusteht. Hingegen ist – in Anwendung des 
Grundsatzes "in dubio pro duriore" – Anklage zu erheben, wenn eine Verurteilung 
wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Falls sich die Wahrscheinlichkeit 
eines Freispruchs und einer Verurteilung in etwa die Waage halten, drängt sich in 
der Regel, insbesondere bei schweren Delikten, ebenfalls eine Anklageerhebung 
auf. Bestehen Zweifel in Bezug auf die tatsächlichen Voraussetzungen der ange-
klagten Tat oder deren rechtliche Würdigung, so darf keine Einstellung ergehen. 
Bei zweifelhafter Beweis- oder Rechtslage hat nicht die Staatsanwaltschaft, son-
dern das für die materielle Beurteilung zuständige Gericht über die Stichhaltigkeit 

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des strafrechtlichen Vorwurfs zu entscheiden (BGE 146 IV 68 E. 2.1; 143 IV 241 
E. 2.2.1; 138 IV 186 E. 4.1; BGer 6B_790/2022 v. 15.6.2023 E. 4.2.1; Matthias 
Heiniger/Ronny Rickli, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, 
Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2023, N 8 zu Art. 319 StPO). 
Der Grundsatz, wonach im Zweifel nicht eingestellt werden darf, ist auch bei der 
Überprüfung von Einstellungsverfügungen zu beachten, wobei der Beschwerdein-
stanz ein gewisser Beurteilungsspielraum zusteht (BGE 143 IV 241 E. 2.2.1; 138 
IV 186 E. 4.1; BGer 6B_790/2022 v. 15.6.2023 E. 4.2.1).

4.2. Standpunkte der Parteien

4.2.1. Im Folgenden werden die Ausführungen der Parteien lediglich insoweit 
wiedergegeben, als diese sich (auch) auf die Sachverhalte 3 und 4 beziehen. Da 
hinsichtlich des Sachverhalts 5 auf die Beschwerde nicht eingetreten wird und die 
Sache in Bezug auf die Sachverhalte 1, 2 und 6 aufgrund der festgestellten 
Gehörsverletzung ohnehin an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen ist, erübrigt 
sich eine (weitere) Auseinandersetzung mit diesen Sachverhalten.

4.2.2. Der Beschwerdeführer rügt in seiner Beschwerde im Wesentlichen, die 
Einstellungsverfügung missachte in eklatanter Weise den Grundsatz "in dubio pro 
duriore". Mehrfach entscheide die Staatsanwaltschaft, statt dies dem Sachrichter 
zu überlassen, so beispielsweise hinsichtlich der strafrechtlichen Gewichtung von 
Amtspflichtverletzungen oder der Beurteilung des Verhältnismässigkeitsprinzips 
und des subjektiven Tatbestandes (act. A.1, IV S. 21 Ziff. 2). Verschiedene Erwä-
gungen der Staatsanwaltschaft seien vor dem Hintergrund des konkreten Sach-
verhalts nicht nachvollziehbar bzw. unverständlich. Die Aussage, wonach sich der 
Beschwerdegegner am Festnahmeeinsatz vom 15. Juni 2017 nicht bzw. nur mar-
ginal beteiligt habe, sei nicht akzeptabel; es handle sich dabei offensichtlich nicht 
um ein objektives Beweisergebnis. Nicht nachvollziehbar sei auch die Erwägung, 
dass der Beschwerdegegner am 15. Juni 2017 aufgrund der Meldung der damali-
gen Ehefrau des Beschwerdeführers sowie wegen seiner Kenntnisse der Vorge-
schichte von einer dringlichen Situation habe ausgehen müssen. Die verschiede-
nen (angeblichen) Tatsachen, welche Anlass zu Befürchtungen gegeben haben 
sollen, seien dem Beschwerdegegner entweder bereits vor dem 15. Juni 2017 be-
kannt gewesen, seien nicht besorgniserregend gewesen oder hätten durch wenige 
Abklärungen entkräftet werden können. Ebenfalls nicht nachvollziehbar sei die 
Erwägung, das vorangehende Telefonat mit dem Regionaldienst ändere nichts; 
dieses Telefonat zeige vielmehr auf, dass der Beschwerdegegner am 15. Ju-
ni 2017 einen längst gehegten Plan durchgezogen und dazu die vorgesetzten Of-
fiziere eingespannt habe. Bei dem (unbegründeten) Standpunkt der Staatsanwalt-

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schaft, wonach im Rahmen sicherheitspolizeilicher Gefahrenabwehr rasch reagiert 
und entschieden werden müsse, weshalb keine Zeit für lange Erörterungen oder 
Abklärungen geblieben sei, handle es sich um eine pauschale Behauptung. Die 
Strafuntersuchung habe nicht etwa ergeben, dass Abklärungen aus zeitlichen oder 
anderen Gründen nicht möglich gewesen wären, sondern es darum gegangen sei, 
den schon lange gefassten Plan durchzuziehen. Sodann bedürfe es angesichts 
der von allen Beteiligten bestätigten tragenden Rolle des Beschwerdegegners 
(praktisch einzige Informationsquelle, wesentliche Mitwirkung bei der Beratung, 
Mitentscheidung bezüglich Antragstellung an den Pikettoffizier) keiner weiteren 
Begründung, dass dieser tatherrschaftlich am Einsatz der Interventionseinheit und 
damit an der gewaltsamen Festnahme und am Freiheitsentzug des Beschwerde-
führers (mit-)beteiligt gewesen sei. In der Einstellungsverfügung sei festgehalten 
worden, dass es nicht unzulässig sei, in Varianten zu denken und zu planen. Völlig 
unbegreiflich sei aber, dass nicht – zur Vermeidung einer massiven Grundrechts-
verletzung – Abklärungen betreffend das tatsächliche Bestehen einer möglichen 
Gefahrenlage vorgenommen und Präventivmassnahmen zur Begegnung einer 
allfälligen Gefährdung ergriffen worden seien; im Gegenteil habe der Beschwer-
degegner seine Bedenken gegenüber dem Beschwerdeführer verheimlicht und 
diesen "reinlaufen" lassen mit dem Ziel, den gehegten Plan durchzuziehen. 
Schliesslich sei der Standpunkt der Staatsanwaltschaft, wonach das Handeln des 
Beschwerdegegners nur den Schutz von Leib und Leben bezweckt habe, absolut 
unverständlich. Die gezielte Unterlassung von Abklärungen und Präventivmass-
nahmen sowie die heimliche Vorbereitung des Einsatzes am Morgen des 15. Ju-
ni 2017 belegten den Vorsatz des Beschwerdegegners (vgl. act. A.1, IV.2). Es be-
stehe zumindest ein anklageerheblicher Verdacht, dass der Beschwerdegegner 
bei einer Gesamtschau der ihm vorzuwerfenden Amtspflichtverletzungen miss-
bräuchlich im Sinne von Art. 312 StGB gehandelt habe. Ferner sei diesem eine 
(mit-)täterschaftliche Beteiligung an der widerrechtlichen Freiheitsberaubung im 
Sinne von Art. 183 StGB anzulasten (act. A.1, IV S. 21 Ziff. 3).

4.2.3. Der Beschwerdegegner macht in seiner Stellungnahme insbesondere 
geltend, dass der Zugriff auf den Beschwerdeführer am 15. Juni 2017 durch die 
Umstände mehr als geboten gewesen sei. Es könne nicht im Geringsten die Rede 
davon sein, dass er seine Machtbefugnis unrechtmässig eingesetzt hätte. Der Zu-
griff durch die Polizeigrenadiere habe auf einer gemeinsamen Entscheidung nach 
Rücksprache mit dem Pikettoffizier basiert. Beim Zugriff auf den Beschwerdefüh-
rer sei es nur um die Beurteilung der Frage gegangen, ob dieser eine Gefahr für 
die Familie und/oder die Öffentlichkeit darstelle bzw. ob die Voraussetzungen für 
die Anordnung einer fürsorgerischen Unterbringung gegeben seien; diese Frage 

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habe nur durch eine Fachperson (Arzt) beurteilt werden können. Nach der Ver-
bringung des Beschwerdeführers auf den Polizeiposten E._____ habe die Verant-
wortung einzig bei F._____ – der nach einer Erstkonsultation die Überführung in 
die psychiatrische Klinik G._____ in N._____ angeordnet habe – bzw. beim Fach-
arzt in N._____ gelegen. Der geschilderte Ablauf zeige, dass er zu keinem Zeit-
punkt etwas mit der angeblichen Freiheitsberaubung zu tun gehabt habe. Eine 
Gesamtbeurteilung führe demnach zum Ergebnis, dass ihm keine strafbaren 
Handlungen angelastet werden könnten. Der Beschwerdeführer lege den Sach-
verhalt unkorrekt dar. Dem Bericht der PUK P._____ komme aufgrund des (im 
Laufe der Untersuchung erfolgten) Ausstands deren Präsidenten nur beschränkte 
Aussagekraft zu (act. A.2, II.3 ff.).

4.3. In Frage kommende Straftatbestände

4.3.1. Gemäss Art. 312 StGB machen sich Mitglieder einer Behörde oder Be-
amte, die ihre Amtsgewalt missbrauchen, um sich oder einem andern einen un-
rechtmässigen Vorteil zu verschaffen oder einem andern einen Nachteil zuzufü-
gen, des Amtsmissbrauchs strafbar.

Der hinsichtlich der Tathandlung sehr allgemein umschriebene Straftatbestand ist 
nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung einschränkend dahingehend aus-
zulegen, dass nur derjenige die Amtsgewalt missbraucht, der die Machtbefugnis-
se, die ihm sein Amt verleiht, unrechtmässig anwendet, das heisst kraft seines 
Amtes verfügt oder Zwang ausübt, wo es nicht geschehen dürfte. Art. 312 StGB 
umfasst demnach nicht sämtliche pflichtwidrigen Handlungen, die ein mit Zwangs-
gewalt ausgestatteter Beamter bei Gelegenheit der Erfüllung seiner Pflichten aus-
führt; ihm sind vielmehr nur solche unzulässigen Verfügungen und Massnahmen 
unterstellt, die der Täter kraft seines Amtes bzw. in Ausübung seiner hoheitlichen 
Gewalt trifft (BGE 127 IV 209 E. 1a/aa u. 1b; 114 IV 41 E. 2; 113 IV 29 E. 1; 
BGer 6B_825/2019, 6B_845/2019 v. 6.5.2021 E. 7.2; 6B_934/2015 v. 5.4.2016 
E. 4.3, je m.w.H.). Art. 312 StGB erfasst somit nicht jede Amtspflichtverletzung, 
entgegen dem deutschen Randtitel nicht einmal jeden Missbrauch des Amtes. 
Tatbestandsmässig ist ausschliesslich der Missbrauch von Amtsgewalt. Eine ein-
fache Verletzung von Amtspflichten, bei der es am kennzeichnenden Kriterium des 
Zwanges fehlt, fällt daher nicht unter Art. 312 StGB (BGE 88 IV 69 E. 1; 
BGer 6B_825/2019, 6B_845/2019 v. 6.5.2021 E. 7.2; 6B_934/2015 v. 5.4.2016 
E. 4.4; Stefan Heimgartner, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, 
Strafrecht II, 4. Aufl., Basel 2019, N 2, 6 f. u. 21 zu Art. 312 StGB). Ein Amtsmiss-
brauch liegt etwa vor, wenn ein Beamter in Grundfreiheiten eingreift, ohne dass 
die dazu gesetzlich notwendigen Voraussetzungen gegeben sind. Erfasst ist somit 

25 / 45

regelmässig die widerrechtliche Anordnung von Zwangsmassnahmen. Allerdings 
ist nicht gleich bei jeder Verfügung Amtsmissbrauch anzunehmen, wenn sich im 
Nachhinein ─ etwa im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens ─ herausstellt, dass 
die gesetzlichen Voraussetzungen nicht vorgelegen haben. Vielmehr besteht ein 
gewisser Ermessensspielraum, sodass erst bei einem eigentlichen Ermessens-
missbrauch von einem Missbrauch der Amtsgewalt auszugehen ist 
(BGer 1C_313/2012 v. 9.11.2012 E. 3.1; Heimgartner, a.a.O., N 8 zu 
Art. 312 StGB; vgl. BGer 6B_391/2013 v. 27.6.2013 E. 1.4). Unrechtmässig ist 
ferner der Einsatz von Amtsgewalt zu sachfremden Zwecken respektive aus un-
sachlichen Beweggründen sowie der Einsatz unverhältnismässiger Mittel 
bzw. übermässigen Zwangs zu an sich legitimen Zwecken (BGE 127 IV 209 E. 1b; 
113 IV 29 E. 1; 104 IV 22 E. 2; BGer 6B_1212/2018 v. 5.7.2019 E. 2.3; Heimgart-
ner, a.a.O., N 10 f. zu Art. 312 StGB, je m.w.H.).

In subjektiver Hinsicht ist (Eventual-)Vorsatz erforderlich. Daran fehlt es etwa, 
wenn der Amtsträger im Glauben handelt, er übe seine Machtbefugnisse pflicht-
gemäss aus. Vorausgesetzt ist zudem die Absicht, sich oder einem Dritten einen 
unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen oder einem anderen einen (unrechtmässi-
gen) Nachteil zuzufügen, wobei Eventualabsicht genügt. Die beabsichtigten Vor- 
bzw. Nachteile können sowohl materieller als auch immaterieller Natur sein. Die 
Absicht kann etwa darin bestehen, das Ansehen einer Person zu schädigen oder 
dieser einen "Denkzettel" zu verpassen (BGer 6B_825/2019, 6B_845/2019 
v. 6.5.2021 E. 7.2; 1C_57/2018 v. 19.11.2018 E. 3; 6B_987/2015 v. 7.3.2016 
E. 2.6; Heimgartner, a.a.O., N 22 f. zu Art. 312 StGB, je m.w.H.).

4.3.2. Gemäss Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB macht sich der Freiheitsberaubung 
strafbar, wer jemanden unrechtmässig festnimmt oder gefangen hält oder jeman-
dem in anderer Weise unrechtmässig die Freiheit entzieht.

Das Opfer wird unrechtmässig festgesetzt bzw. durch beliebige Mittel daran ge-
hindert, sich von einem bestimmten Ort fortzubewegen (BGE 141 IV 10 E. 4.4.1; 
128 IV 73 E. 2a; BGer 6B_27/2020 v. 20.4.2020 E. 1.3.1; Vera Delnon/Bernhard 
Rüdy, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl., Ba-
sel 2019, N 20 zu Art. 183 StGB). Die Freiheitsberaubung ist unrechtmässig, wenn 
es an der Einwilligung des Opfers fehlt und keine Rechtfertigungsgründe nach 
Art. 14 ff. StGB vorliegen. Die Bewegungsfreiheit hinsichtlich des eigenen Aufent-
haltsortes wird in verschiedenen Fällen von Gesetzes wegen aufgehoben. Nicht 
tatbestandsmässig sind unter anderem öffentlich-rechtliche Eingriffe wie etwa eine 
vorläufige Festnahme oder eine fürsorgerische Unterbringung. Diese grundsätzlich 
rechtmässigen Eingriffe in die Bewegungsfreiheit einer Person stehen jedoch un-

26 / 45

ter dem Vorbehalt der Verhältnismässigkeit (BGE 141 IV 10 E. 4.4.1; 
BGer 6B_521/2021 v. 20.8.2021 E. 1.1.4; KGer BL 470 20 180 v. 3.11.2020 
E. 2.6; Delnon/Rüdy, a.a.O., N 53 ff. zu Art. 183 StGB m.w.H.). Auch zur Ausü-
bung von staatlichem Zwang berufene Amtspersonen können tatbestandsmässig 
handeln, wenn sie Personen unrechtmässig festnehmen oder gefangen halten 
(KGer SZ STK 2020 18 v. 15.12.2020 E. 3b; Delnon/Rüdy, a.a.O., N 22 zu 
Art. 183 StGB; vgl. BGer 1C_355/2018 v. 14.11.2018 E. 4.2; 6B_391/2013 
v. 27.6.2013 E. 1.4). Der Tatbestand ist grundsätzlich restriktiv auszulegen 
(BGE 141 IV 10 E. 4.4.1; Andreas Donatsch, in: Donatsch [Hrsg.], 
StGB/JStG Kommentar, 21. Aufl., Zürich 2022, N 7 zu Art. 183 StGB).

In subjektiver Hinsicht ist (Eventual-)Vorsatz erforderlich. Der Vorsatz des Täters 
muss sich nicht nur auf den Freiheitsentzug, sondern auch auf die Unrechtmäs-
sigkeit richten. Eine fahrlässige Freiheitsberaubung ist nicht strafbar; sie kann aber 
eine Garantenpflicht begründen, wenn der fahrlässige Täter das Opfer nach Er-
kenntnis des Irrtums nicht befreit (Delnon/Rüdy, a.a.O., N 56 zu Art. 183 StGB; 
Donatsch, a.a.O., N 10 zu Art. 183 StGB).

4.4. Einstellung des Verfahrens hinsichtlich des Sachverhalts 3

4.4.1. Tatherrschaft des Beschwerdegegners

4.4.1.1. Die Staatsanwaltschaft verneinte die Strafbarkeit des Beschwerdegeg-
ners namentlich mit der Begründung dessen angeblich fehlender Tatherrschaft 
(vgl. E. 3.2). Der Beschwerdegegner verfolgt eine vergleichbare Argumentationsli-
nie (vgl. E. 4.2.3). Mit der Staatsanwaltschaft und dem Beschwerdegegner ist fest-
zuhalten, dass der Entscheid betreffend Durchführung des Polizeieinsatzes (An-
haltung und Festnahme des Beschwerdeführers durch die Interventionseinheit der 
Kantonspolizei) vom 15. Juni 2017 nicht durch den Beschwerdegegner, sondern 
durch den dafür zuständigen Pikettoffizier, T._____, gefällt wurde (vgl. insb. StA 
act. 3c.5; StA act. 5a.5, Fragen 7 u. 8; StA act. 5a.15, Frage 60; StA act. 5a.20, 
Fragen 12, 16 u. 18; StA act. 8e.75; vgl. ferner StA act. 8g.3, Fragen 21 u. 22). 
Sodann steht fest, dass dieser Entscheid auf Antrag eines Vorgesetzten des Be-
schwerdegegners, des Chefs Regionenpolizei Ost O._____, hin erging, welcher 
den Pikettoffizier telefonisch kontaktiert hatte (vgl. insb. StA act. 5a.5, Fragen 7, 8 
u. 10; StA act. 5a.10, Frage 88; StA act. 5a.15, Fragen 30, 41, 47, 50 u. 60; vgl. 
ferner StA act. 8g.2, Fragen 47 u. 48; StA act. 8g.3, Fragen 21, 22 u. 24). Hinge-
gen greift es zu kurz, aufgrund dieser Feststellungen eine Verantwortlichkeit des 
Beschwerdegegners für die Anordnung des Polizeieinsatzes – und damit eine 
mögliche Strafbarkeit – von Vornherein auszuschliessen. Bei einer solchen Argu-

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mentation wird insbesondere ausser Acht gelassen, dass nebst der unmittelbaren 
Alleintäterschaft noch weitere Beteiligungsformen bestehen. Hinzuweisen ist in 
diesem Zusammenhang zunächst auf die mittelbare Täterschaft und die Mittäter-
schaft. Zudem stellt das Gesetz in Form der Anstiftung (Art. 24 StGB) und der Ge-
hilfenschaft (Art. 25 StGB) auch "tatfernere" Mitwirkungsweisen – sogenannte ak-
zessorische Teilnahmeformen – unter Strafe (BGer 1B_467/2016 v. 16.5.2017 
E. 4.5; AppGer BS BES.2022.117 v. 20.10.2022 E. 3.1; Urs Bartetzko, 
in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafpro-
zessordnung, 3. Aufl., Basel 2023, N 6 zu Art. 29 StPO; ausführlich Marc Forster, 
in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl., Ba-
sel 2019, N 7 ff. vor Art. 24 StGB).

4.4.1.2. Vorliegend ist insbesondere die Möglichkeit einer mittelbaren Täterschaft 
in Betracht zu ziehen. Bei dieser missbraucht der mittelbare Täter den Tatmittler 
als willenloses oder jedenfalls nicht vorsätzlich handelndes Instrument der Tataus-
führung (sogenannt doloses Werkzeug). Der mittelbare Täter nützt entweder intel-
lektuelle oder psychische Defizite des Tatmittlers wie beispielsweise einen Sach-
verhaltsirrtum oder schuldausschliessende Interessenkonflikte aus, oder er nötigt 
den Tatmittler zur Tatausführung. Der mittelbare Täter wird bestraft, wie wenn er 
die Tat selbst ausgeführt hätte. Beim vorsatzlos handelnden Tatmittler ist jeweils 
(gerade bei Irrtumsfällen) fahrlässige Nebentäterschaft zu prüfen. Sofern aber der 
"Tatmittler" vorsätzlich handelt, wäre eine Mittäterschaft zu prüfen (BGE 120 IV 17 
E. 2d; BGer 1C_592/2019 v. 16.12.2019 E. 4.4; 1B_467/2016 v. 16.5.2017 E. 4.5; 
Forster, a.a.O., N 28 ff. vor Art. 24 StGB). Bei der Mittäterschaft handelt es sich 
um ein vorsätzliches, massgebliches Zusammenwirken mehrerer Täter bei der 
Entschliessung, Planung oder Ausführung eines Delikts, sodass alle Täter als 
Hauptbeteiligte dastehen, wobei es darauf ankommt, ob der Tatbeitrag (nach den 
Umständen des konkreten Falls und dem Tatplan) für die Ausführung des Delikts 
so wesentlich ist, dass diese mit ihm steht oder fällt (BGE 135 IV 152 E. 2.3.1; 
133 IV 76 E. 2.7; 130 IV 58 E. 9.2.1; Forster, a.a.O., N 7 ff. vor Art. 24 StGB).

4.4.1.3. Aus den Einvernahmen der Beteiligten geht hervor, dass es der Be-
schwerdegegner war, der die alarmierende, die Ereignisse vom 15. Juni 2017 in 
Gang setzende Mitteilung der damaligen Ehefrau des Beschwerdeführers, 
U._____, anlässlich eines Telefongesprächs am Morgen des 15. Juni 2017 entge-
gennahm (vgl. insb. StA act. 5a.10, Frage 88; StA act. 5a.15, Frage 41; StA act. 
5a.36, Frage 12; vgl. ferner StA act. 8g.8, Fragen 68 u. 71). Den Aussagen des 
Beschwerdegegners zufolge soll U._____ ihm mitgeteilt haben, dass der Be-
schwerdeführer Jokertage beziehen wolle und sie befürchte, dass er mit den Kin-

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dern in einem abbruchreifen Auto auf die Jagdhütte fahren wolle. Sie habe herum-
liegende Notizen und Briefe erwähnt, aus denen sich Suizidabsichten ergeben 
hätten, und habe ihre Angst geäussert, dass etwas passieren könnte 
(StA act. 5a.10, Frage 88; vgl. ferner StA act. 8g.8, Fragen 68 u. 72). U._____ 
nannte anlässlich ihrer Einvernahme als Anlass für ihren Telefonanruf zunächst 
nur ihre Befürchtungen in Zusammenhang mit dem seltsamen Verhalten des Be-
schwerdeführers, der erstmaligen körperlichen Gewalt, der Nachfrage nach Joker-
tagen sowie dem Plan des Beschwerdeführers, mit den Kindern (erstmals und mit 
einem nicht fahrtüchtigen Auto) alleine auf die Hütte zu fahren (StA act. 5a.1, Fra-
gen 4 u. 13). Erst auf mehrmalige Nachfrage hin erklärte sie, wohl gegenüber dem 
Beschwerdegegner auch einen bzw. mehrere Briefe mit Suiziddrohungen erwähnt 
zu haben, wobei die entsprechenden Antworten relativ ausweichend ausfielen 
(vgl. StA act. 5a.1, Fragen 14 ff.). Unbestrittenermassen gab der Beschwerdegeg-
ner den Inhalt des Telefongesprächs gegenüber O._____ und einem weiteren 
Vorgesetzten, V._____, wieder, welche sich zusammen mit ihm an einem Polizei-
rapport in W._____ befanden (vgl. insb. StA act. 5a.10, Frage 88; StA act. 5.15, 
Frage 41; StA act. 5a.36, Frage 8; vgl. ferner StA act. 8g.2, Frage 44; StA act. 
8g.8, Frage 68). Nach einer gemeinsamen Besprechung wurde entschieden, dass 
O._____ als ranghöchster Anwesender den (mündlichen) Antrag auf Einsatz einer 
Sondereinheit beim Pikettoffizier stellen solle (vgl. insb. StA act. 5a.10, Frage 88; 
StA act. 5a.15, Frage 41; StA act. 5a.36, Fragen 8, 17 u. 18; vgl. ferner StA act. 
8g.2, Fragen 44, 46 u. 47; StA act. 8g.8, Frage 68).

4.4.1.4. O._____ erklärte, sich hinsichtlich der Antragstellung nur auf die Informa-
tionen des Beschwerdegegners betreffend durch U._____ gefundene Notizen mit 
suizidalen Anmerkungen, Jokertage für die Kinder, eine Hütte und vor nicht allzu 
langer Zeit erfolgte häusliche Gewalt gestützt zu haben. Dazu seien die aktenkun-
dige Vorgeschichte und die nicht vergessenen Ereignisse vom Dezember gekom-
men. Er sei deshalb von einer Gefahrenlage bzw. von einer Selbst- und Fremdge-
fährdung (insbesondere in Bezug auf die Kinder) durch den Beschwerdeführer 
ausgegangen. Der Beschwerdegegner habe ihn wohl auf eine Dringlichkeit oder 
Gefahr hingewiesen, ansonsten er den Antrag an den Pikettoffizier nicht gestellt 
hätte. Er habe die ihm gegenüber gemachten Schilderungen an den Pikettoffizier 
weitergegeben. Er könne sich nicht erinnern, irgendwelche eigenen Abklärungen 
getroffen zu haben (vgl. insb. StA act. 5a.15, Fragen 47-54, 60 u. Erg.-Frage 7; 
StA act. 5a.36, Fragen 5, 9, 10, 14, 15, 21, 23, 24, 26 u. 54; vgl. ferner StA act. 
8g.2, Fragen 44, 49-55, Erg.-Frage S. 13 oben, Fragen 104, 114 u. 128). Der Pi-
kettoffizier erklärte, den Zugriff auf den Beschwerdeführer insbesondere aufgrund 
der Information angeordnet zu haben, dass dieser in einem am 15. Juni 2017 von 

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U._____ gefundenen Schreiben Suizidabsichten, auch in Zusammenhang mit den 
Kindern, offengelegt habe; dies sei für ihn ausschlaggebend gewesen. Ausserdem 
sei ihm geschildert worden, dass es bereits (mehrmals) zu häuslicher Gewalt ge-
kommen sei, Waffen vorhanden seien und der Beschwerdeführer Jokertage für die 
Kinder nehmen wolle. Er selbst habe ausserdem gewusst, dass im Dezem-
ber 2016 bereits Waffen beim Beschwerdeführer beschlagnahmt worden seien. Er 
habe den Namen A._____ deshalb nicht das erste Mal gehört; an diesem Tag sei 
es anscheinend ausgeartet. Man habe Angst gehabt, dass der Beschwerdeführer 
sich selbst und den Kindern etwas antue. Es habe Gefahr in Verzug bzw. Dring-
lichkeit bestanden (vgl. insb. StA act. 5a.5, Fragen 7, 8 u. 16; vgl. ferner StA act. 
8g.3, Fragen 16, 17, 30, Erg.-Frage S. 7 oben, Frage 31 u. Erg.-Fragen S. 9).

4.4.1.5. Aus den vorangehenden Ausführungen ergibt sich, dass O._____ bei der 
Antragstellung sowie (folglich) der Pikettoffizier T._____ bei der Gutheissung die-
ses Antrags (vgl. StA act. 5a.5, Frage 8; vgl. ferner StA act. 8g.3, Frage 22) bzw. 
beim Entscheid betreffend den Einsatz der Interventionseinheit sich in erster Linie 
auf die Informationen des Beschwerdegegners stützten. Zwar verfügten sowohl 
O._____ als auch (in einem geringeren Masse) der Pikettoffizier bereits über ge-
wisse Vorkenntnisse, insbesondere in Zusammenhang mit der Hausdurchsuchung 
und der Sicherstellung von Waffen beim Beschwerdeführer im Dezember 2016. 
Davon abgesehen war jedoch der Beschwerdegegner die einzige Informations-
quelle bzw. kam ihm hinsichtlich der für die Anordnung des Polizeieinsatzes vom 
15. Juni 2017 relevanten Informationen gewissermassen eine Monopolstellung zu. 
Namentlich tätigten O._____ und T._____ keine eigenen Abklärungen oder Nach-
fragen bei weiteren Personen. Dieser Umstand ist insbesondere dadurch zu er-
klären, dass sie – wohl massgeblich gestützt auf die entsprechende Einschätzung 
des Beschwerdegegners – anscheinend von einer erheblichen Dringlichkeit re-
spektive einer unmittelbar anzugehenden Gefahrenlage ausgingen. Sodann ist zu 
berücksichtigen, dass es sich beim Beschwerdegegner um den Postenchef des 
Polizeipostens E._____ und einen erfahrenen Polizisten handelte, der sich darü-
ber hinaus speziell mit dem Beschwerdeführer und den diesen involvierenden Vor-
fällen befasste (vgl. StA act. 5a.10, Frage 139; StA act. 5a.39, Frage 21) und da-
mit über eine umfassende Fallkenntnis verfügte, was dem Vorgesetzten und dem 
Pikettoffizier wohl zumindest teilweise bekannt war. Im Ergebnis ist festzuhalten, 
dass der Entscheid über den Einsatz der Interventionseinheit vom 15. Juni 2017 
primär auf den Informationen des Beschwerdegegners und dessen Einschätzung 
der sich an diesem Tag präsentierenden Situation beruhte und dem Beschwerde-
gegner diesbezüglich somit eine wesentliche Bedeutung zukam.

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4.4.1.6. Bei einer Analyse der vorgängig wiedergegebenen Aussagen der ver-
schiedenen Beteiligten ergeben sich einige Auffälligkeiten. Bemerkenswert ist ins-
besondere, dass – wohl gestützt auf die Schilderungen des Beschwerdegegners – 
sowohl für den Vorgesetzten als auch für den Pikettoffizier ein bzw. mehrere 
Schreiben oder Notizen, in denen der Beschwerdeführer Absichten betreffend ei-
nen erweiterten, seine Kinder umfassenden Suizid geäussert haben soll und wel-
che von U._____ am 15. Juni 2017 bzw. kurz davor gefunden worden sein sollen, 
ausschlaggebend gewesen zu sein scheinen. Dies überrascht einerseits, da sich 
aus den Aussagen von U._____ ergibt, dass (mehrere) Schreiben mit Hinweisen 
auf suizidale Gedanken des Beschwerdeführers bereits länger "herumlagen" 
(vgl. StA act. 5a.1, Fragen 15, 16, 21 u. 23) und Anhaltspunkte dafür bestehen, 
dass der Beschwerdegegner bereits im Januar 2017 Kenntnis von diesen hatte 
(vgl. insb. StA act. 5a.11, Fragen 29, 30 u. 33; StA act. 8a.23, S. 1 i.f.; vgl. ferner 
StA act. 8g.5, Fragen 30 u. 31; vgl. jedoch StA act. 8g.8, Fragen 61 u. 62). Aus-
serdem befindet sich zumindest in den beigezogenen Akten, soweit ersichtlich, 
kein (auf Deutsch übersetztes) Schreiben des Beschwerdeführers, aus welchem 
sich Absichten betreffend einen erweiterten, die Kinder umfassenden Suizid ent-
nehmen liessen (vgl. einzig StA act. 6.88.1 bzw. act. C.4), weshalb sich die Frage 
stellt, ob ein Schreiben mit diesem Inhalt überhaupt existiert. Auffallend ist auch, 
dass U._____ zunächst lediglich andere Gründe für ihre Befürchtungen bzw. ihren 
Hilferuf an die Polizei nannte und erst auf mehrmalige Nachfrage hin sinngemäss 
bestätigte, am 15. Juni 2017 gegenüber dem Beschwerdegegner auch Briefe mit 
Suiziddrohungen erwähnt zu haben, wobei weiterhin nicht explizit von einem 
Schreiben betreffend erweiterte Suiziddrohungen die Rede war. Auch in Bezug auf 
die Schilderung des Beschwerdegegners betreffend häusliche Gewalt sowie das 
Vorhandensein von Waffen beim Beschwerdeführer ergeben sich einige Fragezei-
chen. So bezog sich der Pikettoffizier (wohl gestützt auf die Informationen des Be-
schwerdegegners) auf mehrere Fälle häuslicher Gewalt, obschon sich lediglich ein 
Vorfall am 9. Juni 2017 ereignete (vgl. insb. StA act. 5a.1, Frage 4; StA act. 8c.50 
ff.). Es erscheint überdies unklar, weshalb der Beschwerdegegner seinen Aussa-
gen zufolge bereits vor dem Telefongespräch mit U._____ Kenntnis von diesem 
Vorfall hatte (vgl. StA act. 5a.10, Fragen 92 u. 100), obwohl die Anzeigeerstattung 
gemäss dem entsprechenden Polizeirapport erst am 15. Juni 2017 erfolgte 
(StA act. 8c.50). Was die anscheinend vom Beschwerdegegner erwähnten, beim 
Beschwerdeführer vorhandenen Waffen (und die deshalb angeblich vom Be-
schwerdeführer ausgehende Gefahr) anbelangt, so fällt auf, dass die Hausdurch-
suchung und die Sicherstellung mehrerer Waffen beim Beschwerdeführer bereits 
vom 19. Dezember 2016 datieren und der Beschwerdeführer den Beschwerde-
gegner im Dezember 2016 gar darauf hingewiesen zu haben scheint, dass sich 

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weitere Waffen in seinem Besitz befänden (vgl. insb. StA act. 5a.26, Fragen 1 
u. 24; vgl. ferner StA act. 8g.8, Frage 68; StA act. 8g.15, Fragen 32, 38 u. Erg.-
Fragen S. 19). Es erstaunt, dass zwar zwischen Dezember 2016 und Juni 2017 
keine (sicherheitspolizeilichen) Massnahmen in dieser Hinsicht ergriffen wurden, 
der Beschwerdegegner den Waffenbesitz des Beschwerdeführers jedoch in Zu-
sammenhang mit der Beschreibung der (angeblichen) Gefahrenlage am 15. Ju-
ni 2017 aufbrachte respektive seinen Vorgesetzten speziell darauf hinwies. Dies 
überrascht auch deshalb, weil U._____, soweit ersichtlich, die beim Beschwerde-
führer vorhandenen Waffen anlässlich des Telefongesprächs mit dem Beschwer-
degegner nicht erwähnte bzw. keine diesbezüglichen Befürchtungen äusserte. 
Insgesamt bestehen demnach gewisse Hinweise darauf, dass der Beschwerde-
gegner allenfalls gegenüber O._____ neben der Wiedergabe des Inhalts des Tele-
fongesprächs mit U._____ auch mehrere weitere Umstände erwähnte, die mögli-
cherweise nicht (vollständig) den objektiven Tatsachen entsprachen oder die zeit-
lich bereits weiter zurücklagen und ihm bereits seit längerem bekannt waren, ohne 
dies entsprechend offenzulegen.

4.4.1.7. Aus den vorangehenden Ausführungen ergeben sich gewisse Hinweise 
darauf, dass der Vorgesetzte des Beschwerdegegners und der Pikettoffizier bei 
der Antragstellung respektive beim Entscheid über den Einsatz der Interventions-
einheit möglicherweise einem (Sachverhalts-)Irrtum hinsichtlich der tatsächlich 
bestehenden Situation bzw. Gefahrenlage unterlagen, der auf die Darstellung der 
(angeblichen) Situation durch den Beschwerdegegner zurückzuführen sein könn-
te. Dafür, dass die (weitgehend übereinstimmenden) Aussagen von O._____ und 
T._____ betreffend die ihnen vom Beschwerdegegner mitgeteilten Informationen 
(vgl. E. 4.4.1.4) nicht der Wahrheit entsprechen würden, sind keine Anhaltspunkte 
ersichtlich. Es kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass der Beschwerde-
gegner die Herbeiführung eines (Sachverhalts-)Irrtums bei seinem antragstellen-
den Vorgesetzten respektive beim entscheidenden Pikettoffizier und damit im Er-
gebnis die Anordnung des (möglicherweise nicht rechtmässigen [vgl. dazu nach-
folgend E. 4.4.2]) Polizeieinsatzes gegen den Beschwerdeführer vom 15. Ju-
ni 2017 beabsichtigte oder zumindest in Kauf nahm. Dies insbesondere deshalb, 
weil dem Beschwerdegegner als erfahrenem Polizisten bewusst gewesen sein 
dürfte, dass sein Vorgesetzter und der zuständige Pikettoffizier in der (seinen Be-
hauptungen zufolge) bestehenden Gefahrenlage wohl kaum eigene Abklärungen 
treffen oder die von ihm übermittelten Informationen kritisch hinterfragen würden, 
sondern in erster Linie auf seine Darstellung und Einschätzung der Situation ab-
stellen würden. Der Vorgesetzte des Beschwerdegegners und der Pikettoffizier 
wären damit hinsichtlich einer gegebenenfalls durch die Anordnung des Polizei-

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einsatzes begangenen Straftat (vgl. nachfolgend E. 4.4.2) allenfalls als vorsatzlos 
handelnde Tatmittler zu bezeichnen, während der Beschwerdegegner als mittelba-
rer Täter einer solchen Straftat in Frage käme. Von der Begehung einer allfälligen 
Straftat durch den Beschwerdegegner, O._____ und/oder T._____ in Mittäter-
schaft ist hingegen unter den vorliegenden Umständen zumindest prima facie 
nicht auszugehen. Im Ergebnis kann jedenfalls eine Tatherrschaft des Beschwer-
degegners hinsichtlich einer möglicherweise durch den Entscheid betreffend 
Durchführung des Polizeieinsatzes vom 15. Juni 2017 zum Nachteil des Be-
schwerdeführers begangenen Straftat nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden. 
Entgegen der Staatsanwaltschaft ist eine diesbezügliche Strafbarkeit des Be-
schwerdegegners (möglicherweise als mittelbarer Täter) zumindest zu prüfen.

4.4.2. Hinweise auf tatbestandsmässiges Verhalten des Beschwerdegegners

4.4.2.1. Nach dem Gesagten bestehen gewisse Anhaltspunkte dafür, dass der 
Beschwerdegegner mittelbar für die Anordnung des Einsatzes der Interventions-
einheit der Kantonspolizei vom 15. Juni 2017 verantwortlich ist, in dessen Rahmen 
der Beschwerdeführer angehalten, festgenommen und auf den Polizeiposten 
E._____ verbracht wurde. Eine Amtsperson bzw. ein Beamter kann sich durch die 
Anordnung oder Durchführung der Anhaltung, Festnahme oder Verbringung einer 
Person an einen anderen Ort insbesondere nach Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 
und/oder nach Art. 312 StGB strafbar machen, sofern die entsprechenden Vor-
aussetzungen nicht gegeben sind oder die Massnahme nicht verhältnismässig ist, 
es sich mithin um eine unrechtmässige Zwangsmassnahme handelt (vgl. E. 4.3).

4.4.2.2. Vorliegend bestehen gewisse Hinweise darauf, dass der Polizeieinsatz 
vom 15. Juni 2017 (in seiner konkreten Ausgestaltung) möglicherweise nicht 
rechtmässig gewesen sein könnte. Namentlich lässt sich nicht ausschliessen, 
dass am 15. Juni 2017 überhaupt keine den Einsatz der polizeilichen Intervention-
seinheit rechtfertigende Gefährdungssituation vorlag, sondern – basierend auf ei-
ner unzutreffenden Darstellung bzw. Einschätzung des Beschwerdegegners – irr-
tümlicherweise von einer solchen ausgegangen wurde, die Voraussetzungen für 
den Polizeieinsatz mithin nicht gegeben waren. Weiter ist vorstellbar, dass zwar 
tatsächlich eine gewisse Gefahrenlage bestand, diese Gefahr dem Beschwerde-
gegner jedoch bereits seit längerer Zeit bekannt war und ihr durch frühere, mildere 
Massnahmen hätte begegnet werden können, wodurch sich der Polizeieinsatz 
vom 15. Juni 2017 hätte vermeiden lassen; dieser würde sich demnach als unver-
hältnismässig erweisen. Bei dieser Beurteilung sind nicht nur isoliert die Ereignis-
se und das Verhalten des Beschwerdegegners am 15. Juni 2017 (insbesondere 
die möglicherweise unzutreffende Darstellung der Sach- und Gefahrenlage ge-

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genüber seinem Vorgesetzten sowie das Unterlassen weiterer Sachverhaltsab-
klärungen) zu betrachten, sondern auch die Entwicklungen und die (teilweise 
ebenfalls Gegenstand der Strafanzeigen bildenden) Handlungen respektive Unter-
lassungen des Beschwerdegegners vor diesem Zeitpunkt. Dazu zählen nament-
lich die Hausdurchsuchung und die (teilweise) Sicherstellung von Waffen beim 
Beschwerdeführer vom 19. Dezember 2016 (Sachverhalt 1), das Vorgehen des 
Beschwerdegegners in Zusammenhang mit dem Vorermittlungsrapport (Sachver-
halt 2) sowie seine Untätigkeit zwischen Ende Dezember 2016 und Juni 2017. 
Insgesamt kann nicht von Vornherein ausgeschlossen werden, dass der Be-
schwerdegegner in Zusammenhang mit den (Zwangs-)Massnahmen gegen den 
Beschwerdeführer vom 15. Juni 2017 (insbesondere) den objektiven Tatbestand 
des Amtsmissbrauchs und/oder jenen der Freiheitsberaubung erfüllte. Der dem 
Beschwerdegegner gemachte Vorwurf bezieht sich dabei in erster Linie auf des-
sen Rolle bei der Anordnung des Polizeieinsatzes vom 15. Juni 2017. Der Um-
stand, dass er bei der Durchführung des (einmal angeordneten) Einsatzes selbst 
nicht (wesentlich) beteiligt war (vgl. einzig StA act. 5a.10, Frage 138; 
StA act. 5a.39, Frage 53; vgl. ferner StA act. 5a.38, Frage 54), führt nicht dazu, 
dass eine Strafbarkeit von Vornherein zu verneinen wäre.

4.4.2.3. Die Staatsanwaltschaft erwog in subjektiver Hinsicht, der Beschwerde-
gegner habe mit seinem Vorgehen einzig den Schutz von Leib und Leben be-
zweckt und habe über keinen Vorsatz und keine Vorteils- oder Nachteilszufü-
gungsabsicht verfügt; es sei nicht erstellt, dass sein Plan für den Fall einer Eskala-
tion nicht korrekt oder gar eine persönliche Abrechnung gewesen sein könnte. 
Entgegen der Staatsanwaltschaft kann die Erfüllung des subjektiven Tatbestands 
von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und Art. 312 StGB durch den Beschwerdegegner 
jedoch nicht von Vornherein verneint werden. So schliesst namentlich der Um-
stand, dass der Beschwerdegegner möglicherweise in der Tat in erster Linie mit 
dem Ziel handelte, eine Gefahrensituation zu entschärfen sowie Leib und Leben 
des Beschwerdeführers und dessen Familie zu schützen, nicht aus, dass er dabei 
(im Sinne eines Eventualvorsatzes) bewusst in Kauf nahm, dass die Vorausset-
zungen für einen Einsatz der Interventionseinheit am 15. Juni 2017 allenfalls nicht 
gegeben waren, er durch dessen (mittelbare) Herbeiführung möglicherweise seine 
Machtbefugnisse überschritt und der Beschwerdeführer in dessen Rahmen un-
rechtmässig in seiner Freiheit beschränkt werden könnte. Der Umstand, dass der 
Beschwerdegegner einen Polizeieinsatz wie jenen vom 15. Juni 2017 womöglich 
bereits seit Dezember 2016 bzw. Januar 2017 geplant hatte (vgl. insb. 
StA act. 5a.4; StA act. 5a.11, Fragen 31-34; StA act. 5a.29, Frage 98; 
StA act. 8a.23, S. 1 f.; vgl. ferner StA act. 8g.5, Fragen 24, 32, 33, StA act. 8g.8, 

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Fragen 61, 65 u. Erg.-Frage S. 25 f.), vermag sodann durchaus auf ein bewusstes 
Vorgehen des Beschwerdegegners hinzudeuten, woran auch die Tatsache, dass 
im Polizeialltag wohl regelmässig und sinnvollerweise mit verschiedenen Varian-
ten und Plänen gearbeitet wird, nichts ändert. Schliesslich lässt sich vor dem Hin-
tergrund der gegebenen Umstände auch nicht ausschliessen, dass der Beschwer-
degegner allenfalls beabsichtigte, dem Beschwerdeführer einen "Denkzettel" zu 
verpassen oder diesem "eins auszuwischen", nachdem es bereits zu verschiede-
nen (problembehafteten) Kontakten zwischen dem Beschwerdeführer und der Po-
lizei bzw. insbesondere dem Beschwerdegegner persönlich gekommen war; darin 
wäre bereits eine Schädigungsabsicht gemäss Art. 312 StGB zu erblicken. Aus 
den dargelegten Gründen lässt sich die Schlussfolgerung der Staatsanwaltschaft, 
wonach der Beschuldigte die Tatbestände von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und 
Art. 312 StGB (auch) in subjektiver Hinsicht klarerweise nicht erfüllt habe, nicht 
halten. Aus den Akten ergibt sich vielmehr auch diesbezüglich keine klare, eine 
Einstellung rechtfertigende Straflosigkeit.

4.4.3. Fazit betreffend Sachverhalt 3

Zusammenfassend kann, entgegen den Ausführungen der Staatsanwaltschaft, 
nicht von Vornherein zweifelsfrei ausgeschlossen werden, dass der Beschwerde-
gegner sich in Zusammenhang mit der Anordnung des Polizeieinsatzes gegen den 
Beschwerdeführer vom 15. Juni 2017 einer Straftat schuldig gemacht haben könn-
te. Es kann somit nicht von einer derart klaren Sach- und Rechtslage gesprochen 
werden, dass eine Einstellung des Strafverfahrens gerechtfertigt wäre. Die durch 
die Staatsanwaltschaft verfügte Einstellung des Strafverfahrens erweist sich man-
gels klar erstellter Straflosigkeit als nicht zulässig. Die Beschwerde ist daher hin-
sichtlich des Sachverhalts 3 gutzuheissen, die angefochtene Einstellungsverfü-
gung in diesem Punkt aufzuheben und die Angelegenheit an die Staatsanwalt-
schaft zur Fortführung des Verfahrens zurückzuweisen. Diese wird alsdann zu 
prüfen haben, ob sich der Sachverhalt 3 anhand der aktuellen Beweislage beurtei-
len lässt, oder ob allenfalls weitere Beweise zu erheben bzw. namentlich weitere 
Einvernahmen durchzuführen sind. Sodann wird sie den Lebenssachverhalt 3 auf 
sämtliche (möglicherweise) einschlägigen Straftatbestände hin zu überprüfen und 
das Verfahren durch einen rechtsgenüglich begründeten Entscheid zum Ab-
schluss zu bringen haben. Sollten nach Abschluss der Untersuchung weiterhin 
Zweifel hinsichtlich der Strafbarkeit des Beschwerdegegners bestehen bzw. könn-
te nach wie vor eine nicht unerhebliche Wahrscheinlichkeit für eine Verurteilung 
des Beschwerdegegners gegeben sein, so wäre – in Nachachtung des Grundsat-
zes "in dubio pro duriore" – Anklage zu erheben, sodass das für die materielle Be-

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urteilung zuständige Gericht über die Frage der strafrechtlichen Relevanz des be-
schwerdegegnerischen Verhaltens befinden könnte. Auf die Erteilung von Wei-
sungen im Sinne von Ziffer 2 der Anträge des Beschwerdeführers wird wiederum 
verzichtet; der Entscheid über das weitere Vorgehen wird der Staatsanwaltschaft 
belassen (vgl. E. 3.6).

4.5. Einstellung des Verfahrens hinsichtlich des Sachverhalts 4

4.5.1. Auch in Bezug auf den Sachverhalt 4 verneinte die Staatsanwaltschaft 
eine Strafbarkeit des Beschwerdegegners namentlich mit der Begründung dessen 
fehlender Tatherrschaft. Eine ergebnisoffene Zuführung an den Bezirksarzt gehöre 
zur polizeilichen Aufgabe im Rahmen der sicherheitspolizeilichen Gefahrenprüfung 
und -abwehr (vgl. E. 3.2).

4.5.2. Der Bezirksarzt F._____ führte bezüglich den Sachverhalt 4 im Wesentli-
chen aus, der Beschwerdegegner habe ihn am Vormittag angerufen und ihm mit-
geteilt, im Konflikt der Familie A._____ sei die Situation eskaliert. Der Beschwer-
deführer wolle mit den Kindern mit einem fahruntüchtigen Auto in die Alphütte fah-
ren und U._____ gedenke, die gemeinsame Wohnung zu verlassen. Der Be-
schwerdegegner habe von ihm eine Beurteilung des Beschwerdeführers bezüglich 
einer fürsorgerischen Unterbringung (nicht jedoch die Anordnung einer solchen) 
gewünscht. Der Beschwerdegegner habe zunächst vorgeschlagen, dass er beim 
Beschwerdeführer vorbeigehen solle, was er jedoch nur unter der Bedingung von 
Polizeischutz akzeptiert habe. Der Beschwerdegegner habe dies abgelehnt und 
erklärt, dies sei nicht das Vorgehen an diesem Tag; wenn eine Gefährdung vor-
handen sei, werde man mit der Sondereinheit vorgehen (StA act. 5a.2, Fragen 1 
u. 29; StA act. 5a.29, Fragen 17, 23, 69, 93 u. 102; vgl. StA act. 5a.3; vgl. ferner 
StA act. 5a.35, Frage 43; StA act. 8a.1; StA act. 8g.9, Frage 32). Die Aussage be-
treffend Vorhandensein einer Gefährdung und Vorgehen mit der Sondereinheit 
habe ihn sicher nachdenklich gemacht und beeinflusst (StA act. 5a.29, Frage 26; 
vgl. ferner StA act. 8g.9, Frage 36). Der Beschwerdegegner habe ihm gesagt, er 
solle keinen Kontakt mit U._____ aufnehmen, damit der Einsatz nicht behindert 
werde (StA act. 5a.29, Frage 89; vgl. StA act. 5a.3, S. 1; vgl. ferner StA act. 8g.9, 
Frage 32). Vor der Untersuchung des Beschwerdeführers habe er auch noch ein 
Telefongespräch mit X._____ vom Regionalen Sozialdienst H._____ geführt. Die-
se habe ihm von der Anfrage betreffend Bezug von Jokertagen erzählt, von wel-
cher sie von U._____ erfahren habe. In diesem Moment hätten bei ihnen beiden 
die Alarmglocken geläutet und die Gefahr eines erweiterten Suizids, welche 
X._____ zum ersten Mal anlässlich eines Telefongesprächs vom 27. Januar 2017 
ins Spiel gebracht habe, sei ihnen möglich erschienen. Auch von Y._____ des 

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Z._____ habe er auf Anfrage Hinweise auf familiäre Probleme erhalten 
(StA act. 5a.2, Fragen 1, 22, 23 u. 25; StA act. 5a.29, Fragen 29, 66 u. 86-88; 
vgl. StA act. 5a.3, S. 1 f.; StA act. 5a.4; vgl. ferner StA act. 8a.1; StA act. 8g.9, 
Fragen 37 u. 39-41). Am Nachmittag sei er von der Polizei gebeten worden, auf 
den Polizeiposten zu kommen, wo er nach einer längeren Wartephase eine Befra-
gung des Beschwerdeführers vorgenommen habe. Er habe keinen affektiven 
Rapport zu diesem gefunden. Die fürsorgerische Unterbringung habe er insbe-
sondere angeordnet, weil er es vor dem Hintergrund des Hinweises von X._____ 
auf einen geplanten erweiterten Suizid, der Gewaltbereitschaft (häusliche Gewalt) 
des Beschwerdeführers und dessen Vorgeschichte mit Medikamentenmissbrauch 
nicht habe verantworten können, diesen ohne psychiatrische Beurteilung freizu-
lassen. Zentral sei gewesen, dass er die Frage, ob der Beschwerdeführer suizidal 
gewesen sei oder nicht, nicht abschliessend habe beantworten können. Aufgrund 
der Umstände, namentlich der polizeilichen Verbringung des Beschwerdeführers 
auf den Polizeiposten und der belastenden Untersuchungssituation (Untersuchung 
auf dem Polizeiposten in Anwesenheit eines bewaffneten Polizisten; angespannte 
Atmosphäre), habe aber auch eine Drucksituation bestanden (StA act. 5a.2, Fra-
gen 1, 19 u. 34; StA act. 5a.29, Fragen 29, 66, 70-72 u. 84; vgl. StA act. 5a.3, 
S. 2 f.; vgl. ferner StA act. 8g.9, Fragen 50, 52, 57-59 u. 67). Aus schriftlichen No-
tizen von F._____ geht hervor, dass der Beschwerdegegner ihm Ende 2016 an-
lässlich eines Telefongesprächs mitgeteilt habe, dass beim Beschwerdeführer 
Schusswaffen konfisziert worden seien, dieser massive Drohungen ausgespro-
chen habe und ein erhebliches Gefährdungspotenzial bestehe. Bei einem Zerfall 
der Familie habe eine Diskussion betreffend eine Hospitalisation auf der Akut-
psychiatrie zu erfolgen (StA act. 5a.3; StA act. 5a.4; vgl. StA act. 5a.2, Frage 25; 
StA act. 5a.29, Frage 17; vgl. ferner StA act. 8g.9, Fragen 33, 34 u. 42-44). In der 
Einvernahme führte F._____ diesbezüglich aus, der Beschwerdegegner habe ihm 
bereits vor dem 27. Januar 2017 gesagt, dass wohl eine psychiatrische Beurtei-
lung des Beschwerdeführers erfolgen müsse. Er habe diesem jedoch nie gesagt, 
dass er eine fürsorgerische Unterbringung aussprechen werde. Das mit der 
Fremdgefährdung habe er ihm auch nicht wirklich abgenommen; erst, als der An-
ruf von X._____ vom 27. Januar 2017 dazugekommen sei, habe das in ihm einen 
Denkprozess ausgelöst (StA act. 5a.29, Fragen 95, 98 u. 100).

Der Beschwerdegegner bestätigte die Aussagen von F._____ im Wesentlichen 
(StA act. 5a.10, Fragen 109-111; vgl. aber StA act. 8g.8, Erg.-Fragen S. 26). Auf 
einen allfälligen vorbesprochenen Plan für den Fall einer Festnahme des Be-
schwerdeführers angesprochen, führte der Beschwerdegegner aus, es sei ent-
schieden worden, dass nach der Festnahme eine Beurteilung durch den Bezirks-

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arzt stattzufinden und dieser über eine fürsorgerische Unterbringung zu entschei-
den habe (StA act. 5a.10, Frage 116).

4.5.3. Es ist unbestritten, dass nach der Verbringung des Beschwerdeführers 
auf den Polizeiposten E._____ durch die polizeiliche Interventionseinheit eine Be-
gutachtung durch den Bezirksarzt F._____ vorgenommen wurde, welcher im An-
schluss die fürsorgerische Unterbringung des Beschwerdeführers in der Klinik 
G._____ verfügte (vgl. soeben E. 4.5.2; StA act. 3c.7). Der Beschwer