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**Case Identifier:** 27a1162f-0ea2-5def-b8d7-0434d9491c4d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-08-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.08.2017 BVGE 2017 II/1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2017-II-1_2017-08-09.pdf

## Full Text

Tarife für Gepäck- und Warentransport 2017 II/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF II 1 

 

2017 II/1 

Auszug aus dem Urteil der Abteilung I 
i.S. Bettmeralp Bahnen AG gegen Bundesamt für Verkehr (BAV) 

A–3060/2016 vom 9. August 2017 

Tarife für Gepäck- und Warentransport. Aufsichtsbefugnisse des 

Bundesamtes für Verkehr über Tarife. Tarifgestaltungsautonomie der 

Verkehrsbetriebe. 

Art. 15 Abs. 1 und 5, Art. 23 Abs. 1 und Art. 52 PBG. Art. 19 und 

Art. 49a TG. Art. 62 und Art. 63 Abs. 1 Bst. b VPB. Art. 2 Abs. 4 und 

Art. 46a RVOG. Art. 24 Abs. 2 RVOV. Art. 1 Bst. a und Art. 2 GebV-

BAV.  

1. Aufsichtsbefugnisse im Rahmen der Verbands- oder Organisa-
tionsaufsicht (E. 5.2.2).  

2. Aufsicht und Tarifgestaltungsautonomie. Angesichts der grund-
sätzlichen Autonomie der Verkehrsbetriebe bei der Tarifgestal-

tung hat sich das Bundesamt für Verkehr bei seiner Aufsichts-

tätigkeit eine grosse Zurückhaltung bei der Überprüfung der 

Rechtmässigkeit des Tarifsystems eines Unternehmens aufzuerle-

gen. Es darf nur bei einem (offensichtlichen) Missbrauch eingrei-

fen (E. 5.2.3 f. und E. 5.3). 

3. Der Tarifgestaltungsautonomie sind betreffend das Handgepäck 
insoweit Grenzen gesetzt, als die gesetzlich vorgegebene Kategorie 

unentgeltlich zu befördernder Güter nicht ausgehöhlt werden darf 

und sämtliche tariflichen Regeln den Gleichbehandlungsgrund-

satz zu achten haben (E. 6.1.2.1 f.). 

4. Differenzierung zwischen der Kognition und den Aufsichtsbefug-
nissen der Aufsichtsbehörde (E. 6.4).  

5. Kostenverlegung im (erstinstanzlichen) Aufsichtsverfahren. An-
wendung des Unterliegerprinzips trotz grundsätzlicher Geltung 

des Verursacherprinzips (E. 8.3.3).  

Tarifs pour le transport de bagages et de marchandises. Pouvoir de 

surveillance de l'Office fédéral des transports dans le domaine des 

tarifs. Autonomie tarifaire des entreprises de transport. 

2017 II/1 
Tarife für Gepäck- und Warentransport 

 

 

2 II BVGE / ATAF / DTAF  

 

Art. 15 al. 1 et 5, art. 23 al. 1 et art. 52 LTV. Art. 19 et art. 49a LTP. 

Art. 62 et art. 63 al. 1 let. b OTV. Art. 2 al. 4 et art. 46a LOGA. Art. 24 

al. 2 OLOGA. Art. 1 let. a et art. 2OEmol-OFT. 

1. Pouvoir de surveillance dans le cadre de la surveillance des asso-
ciations et des organisations (consid. 5.2.2).  

2. Surveillance et autonomie tarifaire. Au vu de l'autonomie dont 
jouissent en principe les entreprises de transport pour définir leurs 

tarifs, l'Office fédéral des transports est tenu d'observer la plus 

grande réserve dans sa qualité d'autorité de surveillance lorsqu'il 

examine la légalité du système tarifaire d'une entreprise. Il ne doit 

intervenir qu'en cas d'abus (manifeste; consid. 5.2.3 s. et 5.3). 

3. En matière de transport de bagages à main, l'autonomie tarifaire 
est limitée dans la mesure où la catégorie des marchandises trans-

portables gratuitement prévue par la loi n'en est pas vidée de son 

sens et toutes les règles tarifaires respectent le principe de l'égalité 

de traitement (consid. 6.1.2.1 s.). 

4. Distinction entre le pouvoir d'examen et le pouvoir de l'autorité de 
surveillance (consid. 6.4). 

5. Répartition des frais dans la procédure de surveillance (en 
première instance). Application du principe de la partie qui 

succombe malgré l'applicabilité générale du principe de causalité 

(consid. 8.3.3). 

Tariffe per il trasporto di bagagli e merci. Competenze dell'Ufficio 

federale dei trasporti in materia di vigilanza sulle tariffe. Autonomia 

delle imprese di trasporto nella definizione delle tariffe.  

Art. 15 cpv. 1 e 5, art. 23 cpv. 1 e art. 52 LTV. Art. 19 e art. 49a LTP. 

Art. 62 e art. 63 cpv. 1 lett. b OTV. Art. 2 cpv. 4 e art. 46a LOGA. 

Art. 24 cpv. 2 OLOGA. Art. 1 lett. a e art. 2 OEm-UFT 

1. Competenze in materia di vigilanza sulle associazioni e organizza-
zioni (consid. 5.2.2).  

2. Vigilanza e autonomia tariffaria. Data la sostanziale autonomia ri-
conosciuta alle imprese di trasporto nella definizione delle tariffe, 

l'Ufficio federale dei trasporti, nell'ambito della propria attività di 

vigilanza, è tenuto ad esercitare grande riserbo nel verificare la 

legalità del sistema tariffario di un'impresa. Esso può intervenire 

soltanto in caso di abuso (manifesto; consid. 5.2.3 seg. e 5.3). 

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3. Per quanto riguarda il trasporto del bagaglio a mano, gli unici li-
miti posti all'autonomia tariffaria consistono nel fatto che la cate-

goria prevista dalla legge delle merci da trasportare gratuitamente 

non può essere svuotata della propria sostanza, e che tutte le 

norme tariffarie devono rispettare il principio della parità di trat-

tamento (consid. 6.1.2.1 seg.). 

4. Differenza tra potere d'esame e poteri di vigilanza dell'autorità di 
vigilanza (consid. 6.4). 

5. Ripartizione delle spese nella procedura di vigilanza (di prima 
istanza). Applicazione del principio della soccombenza nonostante 

l'applicabilità in linea generale del principio di causalità 

(consid. 8.3.3). 

 

Die Bettmeralp Bahnen AG (BAB, nachfolgend auch: Beschwerdefüh-

rerin) betreibt auf der Linie Betten Talstation ‒ Bettmeralp drei Seilbahn-

linien. Hierfür verfügt sie über eine Personenbeförderungskonzession. Zu 

ihren Seilbahnlinien gehören eine direkte Verbindung mit einer Doppel-

pendelbahn (zwei Kabinen à je 117 Personen) und die beiden Seilbahnen 

Betten Talstation ‒ Betten Dorf (eine Kabine à 48 Personen) sowie Betten 

Dorf ‒ Bettmeralp (zwei Kabinen à je 48 Personen). Sämtlichen Linien 

kommt Erschliessungsfunktion zu.  

Am 12. und 18. August 2015 wandte sich eine Kundin der BAB an das 

Bundesamt für Verkehr (BAV, nachfolgend auch: Vorinstanz) und bean-

standete deren tarifliche Regeln für den Transport von privaten Gütern 

(nicht Reisegepäck) auf gebührenpflichtigen Rollwagen.  

Das BAV leitete in der Folge ein Aufsichtsverfahren zur Überprüfung der 

massgeblichen Tarifbestimmungen der BAB ein.  

Mit Verfügung vom 14. April 2016 traf die Vorinstanz die folgenden An-

ordnungen:  

« 1. Die Bettmeralp Bahnen AG wird aufsichtsrechtlich angewiesen, 

sämtliche ungefährlichen Gegenstände, welche ein Reisender pro-

blemlos tragen kann und gleichzeitig mit sich führt, als Handge-

päck unentgeltlich zu befördern, sofern der Reisende für diese 

beim Betreten des Fahrzeugs genügend Stellfläche vorfindet. 

2. Die Bettmeralp Bahnen AG wird aufsichtsrechtlich angewiesen, 

ihre eigenen tariflichen Regeln in Einklang mit Ziffer 1 dieses Dis-

positivs zu bringen. 

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Tarife für Gepäck- und Warentransport 

 

 

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3. Die Bettmeralp Bahnen AG wird aufsichtsrechtlich angewiesen, 

darauf hinzuwirken, dass Ziffer 27 des Tarifs 600 im (recte: in) 

Einklang mit Ziffer 1 dieses Dispositivs gebracht wird.  

4. Der Bettmeralp Bahnen AG wird eine Gebühr von Fr. 900.‒ aufer-

legt. […] » 

Dagegen erhebt die BAB am 17. Mai 2016 Beschwerde beim Bundesver-

waltungsgericht und verlangt die Aufhebung der angefochtenen Verfü-

gung. Das Bundesverwaltungsgericht heisst die Beschwerde gut.  

Aus den Erwägungen: 

3. An erster Stelle sind die massgeblichen gesetzlichen Grundlagen 
und die tariflichen Bestimmungen der Beschwerdeführerin darzulegen. 

3.1 Als Inhaberin einer Personenbeförderungskonzession unterliegt 
die Beschwerdeführerin verschiedenen Grundpflichten (Art. 6 Abs. 2 des 

Personenbeförderungsgesetzes vom 20. März 2009 [PBG, SR 745.1]). Da-

runter fällt einerseits die sogenannte Transportpflicht. Entsprechend hat 

die Beschwerdeführerin jeden Transport auszuführen, wenn die reisende 

Person die Gesetzes- und Tarifbestimmungen einhält (Art. 12 Abs. 1 Bst. a 

PBG). Andererseits trifft sie eine sogenannte Tarifpflicht. Danach hat die 

Beschwerdeführerin für ihre Leistungen Tarife aufzustellen, welche die 

Voraussetzungen nennen, unter denen ein bestimmter Preis für die Beför-

derung und damit zusammenhängende Leistungen verlangt wird (Art. 15 

Abs. 1 PBG). Diese Tarife müssen gegenüber allen gleich angewendet 

werden und sind zu veröffentlichen (Art. 15 Abs. 5 PBG). 

3.2 Sodann dürfen Reisende leicht tragbare Gegenstände (Handge-
päck) unentgeltlich in das Fahrzeug mitnehmen, wenn es die Verhältnisse 

gestatten (Art. 23 Abs. 1 PBG). Unter Fahrzeuge im Sinn des Personen-

beförderungsgesetzes fallen auch die Kabinen der Seilbahnen (Art. 2 

Abs. 2 Bst. b PBG). Im Gegensatz zum Handgepäck ist für die Beför-

derung des Reisegepäcks ein Entgelt geschuldet (Art. 24 Abs. 1 PBG). 

3.3 Die Ausführungsbestimmungen zum Personenbeförderungsge-
setz halten im Grundsatz fest, dass die Tarife regeln, welche Gegenstände 

als Handgepäck mitgenommen werden dürfen (Art. 62 der Verordnung 

über die Personenbeförderung vom 4. November 2009 [VPB, SR 745.11]). 

Art. 63 Abs. 1 Bst. b VPB ergänzt ferner, dass Sachen, die den Tarifbe-

stimmungen über Masse, Umfang und Verpackung nicht entsprechen, 

nicht als Handgepäck mitgenommen werden dürfen.  

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3.4 Sodann konkretisiert der Allgemeine Personentarif T600 vom 
01. Juni 2017 des Vereins ch-direct, Direkter Verkehr Schweiz (nach-

folgend: Tarif 600, < http://www.ch-direct.org > Themen > Tarife und Vor-

schriften >Aktuelle DV-Tarife >, abgerufen am 27.07.2017), die Be-

stimmungen zum Handgepäck. Dieser gilt ‒ neben zahlreichen anderen 

beziehungsweise beinahe sämtlichen Transportunternehmen in der 

Schweiz ‒ auch für die Beschwerdeführerin auf all ihren Seilbahnlinien 

(vgl. Ziff. 1 des Tarifs 600). Nach Ziffer 27.0.000 des Tarifs 600 gelten als 

Handgepäck leicht tragbare Gegenstände, die für den persönlichen Bedarf 

bestimmt sind. Dessen maximale Abmessungen betragen 1.20 x 0.80 x 

1.00 m. Zugelassen als Handgepäck sind sodann unabhängig der maxi-

malen Abmessungen: 

- Skis und Snowboards, 

- Schlitten und Skibobs, 

- Kinderwagen, 

- Fahrräder. 

3.5 Darüber hinaus wendet die Beschwerdeführerin die folgenden 
Tarife auf ihren Seilbahnlinien an:  

- 2 Gepäckstücke pro Person sowie Einkaufswagen sind gratis, 

- Privates Gepäck auf einem Handwagen oder Schlitten kostet Fr. 5.‒ 

pro Fahrt, 

- Mietwagen der Beschwerdeführerin kosten Fr. 10.‒ pro Fahrt, 

- Mobiliar wie Fernseher, Betten, Sofas etc. werden ab Fr. 19.45 trans-

portiert. 

4. Im vorliegenden Fall sind auf der einen Seite die Aufsichtskom-
petenzen der Vorinstanz umstritten (vgl. E. 5). Auf der anderen Seite ist 

strittig, ob sich die von der Beschwerdeführerin angewandten Tarifbe-

stimmungen betreffend das Handgepäck innerhalb des von Art. 23 PBG 

vorgegebenen Rahmens bewegen beziehungsweise ob die Beschwerde-

führerin autonom über die tarifliche Ausgestaltung des Begriffs des Hand-

gepäcks befinden kann (vgl. E. 6.1). Dies ist letztlich entscheidend für die 

Frage, ob die Vorinstanz zu Recht aufsichtsrechtliche Anordnungen getrof-

fen hat (vgl. E. 6.2). Darauf ist in der genannten Reihenfolge einzugehen. 

5.  

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Tarife für Gepäck- und Warentransport 

 

 

6 II BVGE / ATAF / DTAF  

 

5.1 Die Beschwerdeführerin bestreitet zunächst die Aufsichtskompe-
tenzen der Vorinstanz. Sie macht geltend, dass die Vorinstanz nur ein-

schreiten dürfe, wenn unter anderem eine wiederholte oder wiederholbare 

Verletzung von klarem materiellem Recht vorliege. Vorliegend gehe es je-

doch um die Frage der Auslegung des Begriffs des Handgepäcks sowie 

dessen tariflicher Ausgestaltung. Die konkrete tarifliche Ausgestaltung fal-

le aber in die Hoheit der Transportunternehmen und liege nicht bei der 

Vorinstanz. Deshalb dürfe die Vorinstanz nur mit grosser Zurückhaltung 

und nur bei einem Missbrauch eingreifen. Dies sei jedoch vorliegend nicht 

der Fall, weshalb das aufsichtsrechtliche Einschreiten der Vorinstanz un-

zulässig sei. 

Nach Ansicht der Vorinstanz handle sie innerhalb ihrer aufsichtsrecht-

lichen Kompetenzen, wenn sie einschreite, weil ein konzessioniertes 

Transportunternehmen gegen die Bestimmungen des Personenbeförde-

rungsgesetzes verstosse. Hier lägen sowohl wiederholte als auch wieder-

holbare Widerhandlungen vor, da die Beschwerdeführerin ihre Tarife min-

destens seit dem Jahr 2010 anwende und keine Absicht hege, diese 

gesetzeskonform auszugestalten. Schliesslich bestehe die Autonomie der 

Transportunternehmen nur im Rahmen der geltenden Gesetze; sie ermäch-

tige die Unternehmen dagegen nicht, sich über die gesetzlichen Grund-

lagen hinwegzusetzen. Entsprechend könne sie bei jedem Verstoss gegen 

das Personenbeförderungsgesetz und nicht nur im Falle von einem Miss-

brauch einschreiten, andernfalls es eine Kategorie von zulässigen Ge-

setzesverstössen gäbe.  

5.2  
5.2.1 Gemäss Art. 52 PBG untersteht die Personenbeförderung im öf-
fentlichen Verkehr der Aufsicht des BAV. Es ist befugt, Beschlüsse und 

Anordnungen von Organen oder Dienststellen der Unternehmen aufzuhe-

ben oder ihre Durchführung zu verhindern, wenn sie gegen das Personen-

beförderungsgesetz, die Konzession, die Bewilligung oder internationale 

Vereinbarungen verstossen oder wichtige Landesinteressen verletzen.  

Gestützt auf diese Bestimmung hat die Vorinstanz nach Kenntnisnahme 

der Anzeige der Reisenden am 12. August 2015 ein aufsichtsrechtliches 

Verfahren eingeleitet und das Tarifsystem der Beschwerdeführerin sowie 

die massgeblichen Bestimmungen des Tarifs 600 auf ihre Rechtmässigkeit 

hin überprüft.  

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5.2.2 Die Aufsichtsbehörde hat sich bei ihrer Kontrolltätigkeit eine 
grosse Zurückhaltung aufzuerlegen. Sie greift in Tätigkeiten der beauf-

sichtigten Verwaltungseinheit, Anstalt, Körperschaft oder Person nur ein, 

wenn eine wiederholte oder wiederholbare Verletzung von klarem mate-

riellem Recht oder von Verfahrensrecht vorliegt oder wenn wichtige öf-

fentliche Interessen offensichtlich missachtet werden (vgl. BGE 136 II 457 

E. 3.1; Urteil des BVGer A‒2742/2009 vom 14. Dezember 2009 E. 2.4; 

OLIVER ZIBUNG, in: Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Art. 71 

N. 12; STEFAN VOGEL, in: Kommentar zum Bundesgesetz über das Ver-

waltungsverfahren [VwVG], 2008, Art. 71 N. 17). Zwar ist umstritten, in-

wieweit eine derartige Zurückhaltung mit dem Gesetzmässigkeitsprinzip 

nach Art. 5 Abs. 1 BV vereinbar ist (vgl. die Kritik bei VOGEL, a.a.O., 

Art. 71 N. 17). Dennoch erachtet das Bundesgericht in Fällen, in denen es 

nicht um die Aufsichtstätigkeit einer voll weisungsbefugten, hierarchisch 

übergeordneten gegenüber einer untergeordneten Einheit der Zentralver-

waltung geht (sog. Dienstaufsicht), sondern wie hier um die Aufsicht ge-

genüber einer ausgegliederten Gesellschaft mit eigener Rechtspersön-

lichkeit (sog. Verbands- oder Organisationsaufsicht), die Zurückhaltung 

der Aufsichtsbehörde für gerechtfertigt, zumindest dort, wo die Körper-

schaft über eine gewisse Autonomie verfügt (BGE 136 II 457 E. 3.1; vgl. 

PIERRE MOOR, Droit administratif, Bd. III, 1992, S. 57; TSCHANNEN/ 

ZIMMERLI/MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 2014, § 5 

N. 33). Wie weit somit die Organisationsaufsicht im konkreten Fall reicht, 

hängt vom Autonomiebereich des betroffenen Verkehrsbetriebes ab (vgl. 

auch TSCHANNEN/LOCHER, Einflussmöglichkeiten des Bundes auf die 

Tarifgestaltung im Personenfernverkehr, in: Verwaltungsorganisations-

recht ‒ Staatshaftungsrecht ‒ öffentliches Dienstrecht, 2009, S. 133 f.). 

5.2.3 Die Aufsichtstätigkeit der Vorinstanz und die Autonomie der Ver-
kehrsbetriebe wandelten sich im historischen Kontext deutlich. So wurde 

mit dem Inkrafttreten des Transportgesetzes (TG, AS 1986 1974) am 1. Ja-

nuar 1987 das ursprünglich geltende System der Tarifgenehmigung im 

Bereich der öffentlichen Transporte auf eine Missbrauchskontrolle be-

schränkt. Danach konnte die Vorinstanz nur noch gegen offensichtlich 

missbräuchliche Tarife ‒ insbesondere wenn sie gegen den zentralen 

Grundsatz der Gleichbehandlung verstiessen ‒ einschreiten; auf Preis-

bildungsvorschriften wurde hingegen verzichtet, um den Unternehmen 

grösstmögliche Freiheit zu gewähren (Botschaft vom 23. Februar 1983 

über Transporte des öffentlichen Verkehrs, BBl 1983 II 167, 182 f., nach-

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folgend: Botschaft zum Transportgesetz; vgl. zum Grundsatz der tarif-

lichen Gleichbehandlung bereits die Botschaft vom 16. Juni 1871 an die 

h. Bundesversammlung zum revidierten Bundesgesetz über den Bau und 

Betrieb von Eisenbahnen im Gebiete der schweizerischen Eidgenossen-

schaft, BBl 1871 II 647, 694). Später, auf den 1. Januar 1996 hin, wurde 

diese beschränkte Tarifaufsicht ganz aufgehoben und durch die allgemeine 

Aufsicht gemäss Art. 49a TG (AS 1995 3522) ersetzt (TSCHANNEN/ 

LOCHER, a.a.O., S. 137). Bezweckt wurden damit einerseits der Abbau der 

Aufsichtsaufgaben des Bundes und andererseits die Erweiterung des un-

ternehmerischen Handlungsspielraums der Transportunternehmen (Bot-

schaft vom 19. Oktober 1994 über die Sanierungsmassnahmen 1994 für 

den Bundeshaushalt, BBl 1995 I 89, 133). Die Aufsicht des Bundes im 

Tarifbereich ist damit allerdings nicht ausgeschlossen. Sie ist jedoch wie-

derum auf eine Missbrauchskontrolle beschränkt und unterliegt den allge-

meinen, das heisst keinen besonderen Regeln der Aufsichtstätigkeit. Dabei 

ist aber der Handlungsspielraum der Transportunternehmen zu respek-

tieren (vgl. BBl 1995 I 89, 135; BGE 136 II 457 E. 3.2). Art. 49a TG 

wurde schliesslich ohne Anpassungen in den heutigen Art. 52 PBG 

überführt (vgl. Botschaft vom 23. Februar 2005 zur Bahnreform 2, BBl 

2005 2415, 2495, nachfolgend: Botschaft zur Bahnreform 2). 

5.2.4 Was sodann die Tarifgestaltungsautonomie anbelangt, enthält das 
Personenbeförderungsgesetz für die Unternehmen nunmehr im Wesent-

lichen die Vorgaben, einen Tarif für ihre Leistungen aufzustellen und 

diesen gegenüber allen gleich anzuwenden (Art. 15 Abs. 1 und 5 PBG). 

Zur eigentlichen Tarifgestaltung äussert sich das Gesetz kaum, sieht man 

vom Grundsatz der tariflichen Gleichbehandlung ab (TSCHANNEN/ 

LOCHER, a.a.O., S. 137). Mithin geniessen die Transportunternehmen in 

diesem Bereich eine grundsätzliche Autonomie, soweit sie nicht aus-

drücklich durch tarifarische Vorgaben des Personenbeförderungsgesetzes 

beschränkt wird. 

5.3 Nach dem Gesagten kann die Vorinstanz die Rechtmässigkeit des 
Tarifsystems der Beschwerdeführerin nur mit grosser Zurückhaltung über-

prüfen und darf nur bei einem (offensichtlichen) Missbrauch einschreiten. 

Der vom Gesetzgeber den Transportunternehmen eingeräumte Ermessens-

spielraum bei der Tarifgestaltung ist zu respektieren. Ein Einschreiten 

rechtfertigt sich nur, wenn der Beschluss oder die Anordnung klar gegen 

das Gesetz, das heisst insbesondere gegen die vorliegend relevanten tarif-

lichen Regelungen, verstösst oder allgemeine Rechts- und Verwaltungs-

grundsätze missachtet (vgl. auch Urteil A‒2742/2009 E. 2.5).  

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6. Es bleibt zu prüfen, ob die Vorinstanz mit ihrem Einschreiten den 
Ermessensspielraum der Beschwerdeführerin respektiert und ihre Kogni-

tion nicht überschritten hat.  

6.1 Dies hängt zunächst davon ab, wie weit die Tarifgestaltungsau-
tonomie der Beschwerdeführerin bezüglich der Konkretisierung des Be-

griffs des Handgepäcks reicht beziehungsweise ob ihr diesbezüglich vom 

Personenbeförderungsgesetz Grenzen gesetzt werden.  

6.1.1  
6.1.1.1 Die Vorinstanz führt aus, dass sich der Begriff des Handgepäcks 
einzig nach der Legaldefinition von Art. 23 Abs. 1 PBG richte, welcher 

darunter grundsätzlich sämtliche leicht tragbaren Gegenstände verstehe. 

Die Art. 62 und Art. 63 Abs. 1 Bst. b VPB seien hingegen missverständ-

lich formuliert, da sie dahingehend aufgefasst werden können, dass die 

Transportunternehmen frei regeln können, welche Gegenstände als Hand-

gepäck gelten und welche nicht. Eine derartige Auslegung würde es aber 

erlauben, bestimmte Gegenstände von der unentgeltlichen Beförderung 

auszuschliessen, obwohl sie für den jeweiligen Reisenden leicht tragbar 

wären und die Mitreisenden nicht stärker beeinträchtigen würden als ver-

gleichbare, nach den Tarifbestimmungen zugelassene Gegenstände. Eine 

grundrechts- und gesetzeskonforme Auslegung der VPB führe jedoch zum 

Ergebnis, dass die Transportunternehmen gerade keine freie Befugnis hät-

ten, bestimmte Gegenstände von der Beförderung auszuschliessen.  

6.1.1.2 Demgegenüber erachtet die Beschwerdeführerin die Auslegun-
gen der Vorinstanz als zu weit. Ihrer Auffassung nach folgt insbesondere 

aus einer teleologisch-historischen Auslegung der relevanten Normen, 

dass zwar grundsätzlich die unentgeltliche Mitnahme leicht zu tragender 

Gepäckstücke vorgesehen sei. Dennoch werde den Transportunternehmen 

die Möglichkeit gewährt, Einschränkungen in Bezug auf Art, Ausmass und 

Gewicht der Gepäckstücke zu machen. Obwohl Art. 63 Abs. 1 Bst. b VPB 

dies ausdrücklich vorsehe, habe sich die Vorinstanz in der angefochtenen 

Verfügung nicht damit auseinandergesetzt.  

6.1.2  
6.1.2.1 Die Tarifgestaltungsautonomie wird einerseits durch den Grund-
satz der tariflichen Gleichbehandlung (Art. 15 Abs. 5 PBG) beschränkt. 

Daneben kennt das Personenbeförderungsgesetz aber noch weitere, inhalt-

liche Vorgaben zur Tarifgestaltung. So verlangt Art. 23 Abs. 1 PBG für das 

Handgepäck ‒ im Gegensatz zum kostenpflichtigen Reisegepäck ‒ dessen 

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Tarife für Gepäck- und Warentransport 

 

 

10 II BVGE / ATAF / DTAF  

 

unentgeltliche Beförderung. Damit schafft das Gesetz mit dem Handge-

päck eine besondere Kategorie von Gegenständen, deren tarifliche Hand-

habung vorgegeben wird. Art. 23 Abs. 1 PBG bestimmt sodann, dass unter 

den Begriff des Handgepäcks sämtliche leicht tragbare Gegenstände fallen 

und diese unentgeltlich zu befördern sind, sofern es die Verhältnisse ge-

statten. Weitere Vorgaben bezüglich des Handgepäcks lassen sich dem Ge-

setz hingegen nicht entnehmen. Die Verordnung hält dazu weiter fest, dass 

die Tarife einerseits regeln, welche Gegenstände als Handgepäck mitge-

nommen werden dürfen (Art. 62 VPB). Andererseits definieren die Tarife, 

welches Gewicht, welchen Umfang und welche Verpackung das Hand-

gepäck aufweisen muss, damit es im Fahrzeug mitgenommen werden darf 

(vgl. Art. 63 Abs. 1 Bst. b VPB). Dass diese Verordnungsbestimmung 

‒ wie die Vorinstanz geltend macht ‒ den Transportunternehmen keine Be-

fugnisse einräume, um Gepäckstücke mit bestimmten Eigenschaften von 

der Beförderung als Handgepäck auszuschliessen, ist jedoch nicht einzu-

sehen. Vielmehr war der Gesetzgeber beim Erlass von Art. 19 TG (AS 

1986 1979) der Ansicht, die unentgeltliche Mitnahme von Handgepäck 

setze voraus, dass die betreffenden Gepäckstücke « gewisse Anforderun-

gen (Art, Ausmass und Gewicht) » erfüllen (vgl. Botschaft zum Transport-

gesetz, BBl 1983 II 167, 187). Die Bestimmung setzte mithin voraus, dass 

gewisse Vorgaben gemacht werden dürfen. Art. 19 TG wurde schliesslich 

unverändert in Art. 23 Abs. 1 PBG überführt, womit diesem dieselben 

Wertungen zugrunde liegen (Botschaft zur Bahnreform 2, BBl 2005 2415, 

2488). Entsprechend erlaubt auch Art. 23 Abs. 1 PBG, den Begriff der 

leichten Tragbarkeit mittels objektiven Kriterien zu konkretisieren. 

6.1.2.2 Die Verordnung bestimmt die im Gesetz enthaltenen unbestimm-
ten Begriffe (« leicht tragbar » und « Handgepäck ») sodann aber nicht 

näher. Vielmehr delegiert sie deren weitere Präzisierung an die Tarife, in-

dem sie es diesen überlässt, über die Vorgaben zum Gewicht, zum Aus-

mass und zur Verpackung des Handgepäcks, die darunterfallenden Gegen-

stände zu bestimmen. Zudem ist der Begriff des Handgepäcks nach dem 

Gesetzeswortlaut kein statischer, sondern die Qualifikation eines Gegen-

stands als Handgepäck hängt jeweils immer auch von den konkreten 

Verhältnissen, insbesondere vom Fahrzeug, ab (Art. 23 Abs. 1 PBG). Da 

letztlich das Recht und die Pflicht zur Tarifgestaltung den Unternehmen 

anheimgestellt ist, obliegt es ihnen, innerhalb der gesetzlichen Vorgaben 

den Begriff des Handgepäcks zu konkretisieren. Dies ist letztlich Ausfluss 

der Tarifgestaltungsautonomie, die im konkreten Fall des Handgepäcks 

Tarife für Gepäck- und Warentransport 2017 II/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF II 11 

 

dort ihre Grenze findet, dass die gesetzlich vorgegebene Kategorie unent-

geltlich zu befördernder Güter nicht ausgehöhlt werden darf und sämtliche 

tariflichen Regeln den Gleichbehandlungsgrundsatz zu achten haben.  

6.1.3 Mithin kann die Beschwerdeführerin innerhalb der dargelegten 
Vorgaben autonom über die tarifliche Handhabung des Handgepäcks be-

finden. Die Überprüfungsbefugnis der Vorinstanz beschränkt sich diesbe-

züglich auf eine schlichte Missbrauchskontrolle (vgl. E. 5.3).  

6.2 Die Vorinstanz qualifizierte den Tarif der Beschwerdeführerin in 
mehrfacher Hinsicht als rechtswidrig. Darauf ist nun im Einzelnen einzu-

gehen (E. 6.2.1‒6.2.6). 

6.2.1  
6.2.1.1 Zunächst erachtet die Vorinstanz die Beschränkung, wonach ma-
ximal zwei Gepäckstücke pro Person sowie Einkaufswagen gratis beför-

dert werden, als unzulässig. Denn einerseits kenne der Tarif 600 keine 

solche Höchstgrenze und andererseits könne ein Reisender allenfalls auch 

mehr als zwei Gepäckstücke leicht tragen. Entsprechend weist die Vorin-

stanz die Beschwerdeführerin aufsichtsrechtlich an, beliebig viele Ge-

päckstücke als Handgepäck zu befördern, solange sie ein Reisender leicht 

tragen könne und genug Stellfläche vorhanden sei.  

Dagegen sieht die Beschwerdeführerin in der Beschränkung auf zwei Ge-

päckstücke eine zulässige Konkretisierung des unbestimmten Rechtsbe-

griffs der leichten Tragbarkeit. Da ein Mensch nur über zwei Hände ver-

füge, könne er auch nur zwei Gepäckstücke leicht tragen. Zudem gelte es, 

die konkreten Verhältnisse in einer schwankenden Seilbahnkabine sowie 

die Sicherheit der anderen Passagiere zu berücksichtigen. 

6.2.1.2 Wie bereits dargelegt, ist der Begriff des Handgepäcks nicht sta-
tisch, sondern dynamisch zu verstehen. Entsprechend ist für die Frage, ob 

die Beschränkung auf zwei Gepäckstücke zulässig ist, an erster Stelle auf 

die konkreten Verhältnisse in einer Seilbahn einzugehen. Zu Recht weist 

die Beschwerdeführerin darauf hin, dass die Kabinen einer Seilbahn 

schaukeln und nur wenige Möglichkeiten bestünden, sich festzuhalten. 

Darüber hinaus ist auch das Platzangebot ‒ insbesondere verglichen mit 

der Eisenbahn, dem Tram oder dem Bus ‒ beschränkt und es gilt die 

Sicherheit der Passagiere zu gewährleisten, damit diese beispielsweise im 

Falle einer Notbremsung nicht von Gepäckstücken getroffen werden. Vor 

diesem Hintergrund liegt es auf der Hand, dass das Handgepäck nicht aus 

2017 II/1 
Tarife für Gepäck- und Warentransport 

 

 

12 II BVGE / ATAF / DTAF  

 

beliebig vielen Gepäckstücken bestehen kann. Insoweit verstösst die Be-

stimmung nicht gegen klares, übergeordnetes Recht, sondern stellt viel-

mehr eine zulässige Konkretisierung dar.  

6.2.1.3 Ferner ist die Bestimmung auch im Lichte des (tariflichen) 
Gleichbehandlungsgebots zu prüfen. Vorliegend erscheint es angezeigt, 

die rechtsgleiche Ausgestaltung eines generell-abstrakten Tarifs analog der 

Praxis zur Rechtsgleichheit in der Rechtssetzung zu beurteilen 

(TSCHANNEN/LOCHER, a.a.O., S. 139). Danach verletzt ein Erlass das 

Rechtsgleichheitsgebot gemäss Art. 8 Abs. 1 BV, wenn er rechtliche 

Unterscheidungen trifft, für die ein vernünftiger Grund in den zu regelnden 

Verhältnissen nicht ersichtlich ist, oder Unterscheidungen unterlässt, die 

sich aufgrund der Verhältnisse aufdrängen (vgl. BGE 131 I 1 E. 4.2). Mit 

der vorliegenden Beschränkung auf maximal zwei Gepäckstücke wird den 

besonderen Verhältnissen in den Seilbahnkabinen der Beschwerdeführerin 

Rechnung getragen. Zugleich stellt die Gepäcksbeschränkung eine rechts-

gleiche Nutzung des in der Seilbahnkabine verfügbaren, knappen Platzan-

gebots durch andere, gleichzeitig beförderte Passagiere sicher, indem für 

jeden derselbe Raum zur Verfügung steht. Im Übrigen sind im Interesse 

der Praktikabilität des Tarifsystems gewisse Schematisierungen und Pau-

schalisierungen hinzunehmen und werden verfassungsrechtlich durchaus 

als zulässig erachtet (BGE 136 II 457 E. 7.1 und 135 II 224 E. 3.3; Urteil 

A‒2742 E. 7.5.1). Entsprechend müssen ‒ entgegen der Vorinstanz, wel-

che eine subjektive Auslegung des Begriffs der leichten Tragbarkeit for-

dert ‒ keine unterschiedlichen Kategorien von Reisenden anhand deren 

körperlicher Konstitution gebildet werden, um die Frage nach der leichten 

Tragbarkeit beantworten zu können, auch wenn diese Vorgabe für ver-

schiedene Menschen unterschiedlich zu beantworten ist. Insgesamt wird 

durch die konkrete Gepäckbeschränkung der Grundsatz der tariflichen 

Gleichbehandlung nicht verletzt. 

6.2.1.4 Zusammengefasst verstösst die Regelung nicht gegen klares 
Recht oder allgemeine Rechtsgrundsätze und der Begriff des Handgepäcks 

wird dadurch nicht seines Gehalts entleert. Demnach hat die Vorinstanz 

mit ihrer Vorgabe, wonach grundsätzlich beliebig viele Gepäckstücke als 

Handgepäck zu befördern seien, in unzulässiger Weise in die Tarifgestal-

tungsautonomie der Beschwerdeführerin eingegriffen.  

6.2.2  
6.2.2.1 Weiter hält die Vorinstanz die Bestimmung für rechtswidrig, wel-
che für ein privates Gepäckstück auf einem privaten Handwagen oder 

Tarife für Gepäck- und Warentransport 2017 II/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF II 13 

 

Schlitten Fr. 5.‒ pro Fahrt verlangt. So sei kein sachlicher Grund erkenn-

bar, weshalb Handgepäck auf einem Handwagen oder Schlitten generell 

von der unentgeltlichen Beförderung ausgenommen werde, sofern ein Rei-

sender dieses problemlos tragen könne. Dies verstosse gegen Art. 23 

Abs. 1 PBG. 

Dies wird seitens der Beschwerdeführerin bestritten. Die Rollwagen selbst 

seien in der Regel nicht ohne Weiteres tragbar und würden im Übrigen 

gerade deshalb eingesetzt, um Gepäck zu transportieren, das aufgrund sei-

nes Gewichts nicht von Hand getragen werden könne. Liesse man die un-

entgeltliche Beförderung von Gepäck mittels Rollwagen zu, würden damit 

letztlich die Bestimmungen zum Handgepäck unterlaufen. Immerhin sei 

aber dann für den Transport keine Kostenpflicht vorgesehen, wenn beides 

‒ das Gefährt und das Gepäckstück ‒ leicht tragbar sei.  

6.2.2.2 Die Zulässigkeit dieser Tarifvorgabe hängt zunächst einmal von 
deren konkreter Handhabung ab. Wie die Beschwerdeführerin darlegt, ist 

die Bestimmung nicht gegen Gepäckstücke und Transportmittel gerichtet, 

die offensichtlich beide gleichzeitig leicht tragbar sind. Erfasst werden von 

der Tarifbestimmung somit lediglich schwere und allenfalls sperrige Ge-

päckstücke, die aus diesem Grund mit einem Handwagen oder Schlitten 

transportiert werden sollen. Derart verstanden ist die Regelung nicht zu 

beanstanden. Vorliegend findet die Auffassung der Beschwerdeführerin 

zwar keinen Niederschlag im Wortlaut ihres Tarifs. Immerhin hat sie in 

ihren Tarifbestimmungen aber Fotografien entsprechender gebühren-

pflichtiger Gepäcktransporte mit Handwagen oder Schlitten aufgenom-

men, welche darauf hindeuten, dass schwere Gepäckstücke erfasst werden 

sollen (…). Mithin lässt dies auf eine gesetzeskonforme Tarifbestimmung 

schliessen. Selbst wenn die Beschwerdeführerin ihre Bestimmung im 

Einzelfall aber strenger handhaben würde, stünde dies nicht in einem of-

fensichtlichen Widerspruch zum Gesetz und erschiene nicht als miss-

bräuchlich, da der Transport mit einem Handwagen oder Schlitten gerade 

vermuten lässt, das transportierte Gepäckstück sei nicht mehr leicht trag-

bar. Zudem erlaubt die Tarifbestimmung, auf einfache, pragmatische Wei-

se zu bestimmen, ob Handgepäck vorliegt oder nicht. Dies ist, wie bereits 

dargelegt wurde (s. E. 6.2.1.3), ohne Weiteres mit der Rechtsgleichheit zu 

vereinbaren, da gewisse Pauschalisierungen im konkreten Fall zulässig 

sind.  

2017 II/1 
Tarife für Gepäck- und Warentransport 

 

 

14 II BVGE / ATAF / DTAF  

 

6.2.2.3 Mithin ist in der tariflichen Regelung kein Verstoss zu erblicken, 
der ein aufsichtsrechtliches Einschreiten der Vorinstanz rechtfertigen wür-

de. Entsprechend erweist sich ihre aufsichtsrechtliche Anordnung auch in 

dieser Hinsicht als unzulässig.  

6.2.3  
6.2.3.1 Nach Ansicht der Vorinstanz ist es ferner unzulässig, für die Be-
förderung von Mobiliar ein Entgelt zu verlangen. Könne nämlich ein Rei-

sender das Mobiliar problemlos tragen und finde es im Fahrzeug Platz, 

müsse es als Handgepäck unentgeltlich befördert werden. 

6.2.3.2 Die Beschwerdeführerin regelt in ihren Tarifbestimmungen, dass 
für die Beförderung von Mobiliar, wie Fernseher, Betten, Sofas et cetera, 

ein Entgelt verlangt wird. Aus dieser nicht abschliessenden Aufzählung 

von kostenpflichtigem Mobiliar folgt, dass damit grosse, sperrige oder 

schwere Gepäckstücke gemeint sind, welche gewöhnlich nicht mehr als 

leicht tragbar bezeichnet werden können. Folglich präzisiert diese Tarifbe-

stimmung das Kriterium der leichten Tragbarkeit, weshalb sie nicht zu 

bestanden ist. Dies gilt erst Recht, da die gesetzlichen Normen es den 

Tarifen überlassen, mittels Vorgaben zum Gewicht und zu den Dimen-

sionen grosse, sperrige oder schwere Gegenstände von der unentgeltlichen 

Beförderung im Fahrzeug auszuschliessen (Art. 63 Abs. 1 Bst. b VPB; 

vgl. E. 6.1.2). Mit anderen Worten definieren die Tarife folglich die 

Grenze, bis zu welcher Gepäckstücke und damit grundsätzlich auch 

Mobiliar ‒ sofern es denn überhaupt unter den Begriff des Handgepäcks 

fällt (s. E. 6.2.4) ‒ als leicht tragbar gilt und folglich unentgeltlich 

befördert werden muss. Im Übrigen ist der Ausschluss von Mobiliar im 

oben dargelegten Sinn auch Sicherheitsgründen geschuldet, da es die 

Passagiere im Falle einer Notbremsung gefährden könnte. Dies ist ohne 

Weiteres zulässig, da Art. 63 Abs. 1 Bst. d VPB ausdrücklich Sachen von 

der Beförderung als Handgepäck ausnimmt, welche den Mitreisenden 

einen Schaden verursachen könnten. Von einem missbräuchlichen Tarif 

kann nach dem Gesagten jedenfalls keine Rede sein, zumal die gesetzlich 

vorgegebene Kategorie des unentgeltlich zu befördernden Handgepäcks 

durch die Ausnahme von Mobiliar im genannten Sinn nicht ausgehöhlt 

wird. 

6.2.3.3 Zusammengefasst verstösst der Tarif für die Beförderung von 
Möbeln nicht gegen klares Recht, weshalb die Vorinstanz dagegen nicht 

aufsichtsrechtlich einschreiten durfte. 

  

Tarife für Gepäck- und Warentransport 2017 II/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF II 15 

 

6.2.4  
6.2.4.1 Überdies erachtet die Vorinstanz Ziffer 27 des Tarifs 600 teil-
weise als rechtswidrig. So sei insbesondere dessen Einschränkung unzu-

lässig, wonach nur Gegenstände des persönlichen Bedarfs als Handgepäck 

mitgeführt werden dürfen. Das Personenbeförderungsgesetz differenziere 

hingegen gerade nicht nach dem Verwendungszweck des Gepäckstücks. 

Folglich komme es weder darauf an, ob das Gepäck im Eigentum des 

Reisenden stehe oder ob es für dessen persönlichen Bedarf oder eine ge-

werbliche Nutzung bestimmt sei beziehungsweise ob es sich um Handels-

güter, Baumaterialien oder Einrichtungsgegenstände handle. Ein tarifli-

cher Ausschluss gewisser Gegenstände als Handgepäck sei nur zulässig, 

wenn dies aus Gründen der Sicherheit oder wegen der Unzumutbarkeit für 

die Mitreisenden erforderlich sei.  

Für die Beschwerdeführerin fallen demgegenüber unter den Begriff des 

Handgepäcks nach dem allgemeinen Sprachgebrauch nur persönliche Ge-

genstände, die für die Reise oder für den Aufenthalt am Bestimmungsort 

benötigt werden. Dies treffe nun aber nicht auf Baumaterialien, Handels-

güter oder Einrichtungsgegenstände zu. Für diese bestünden andere Beför-

derungsmöglichkeiten.  

6.2.4.2 Es trifft zu, dass das Personenbeförderungsgesetz das Vorliegen 
von Handgepäck nicht nach dessen Gebrauchszweck bestimmt oder an die 

Eigentumsverhältnisse anknüpft. Nichtsdestotrotz ist es an den Unterneh-

men zu entscheiden, welche Gegenstände als Handgepäck mitgenommen 

werden dürfen (Art. 62 VPB). Dies ist Ausfluss ihrer Tarifgestaltungsau-

tonomie und ist so lange zu tolerieren, als der Begriff des Handgepäcks 

nicht seines Gehalts entleert wird. Für die Beschwerdeführerin fallen unter 

den Begriff des Handgepäcks sämtliche Güter, die für die Reise bezie-

hungsweise am Aufenthaltsort verwendet werden, mithin Gegenstände, 

die dem persönlichen Bedarf der Reisenden dienen. Diese Auslegung 

schränkt den Begriff des Handgepäcks zwar deutlich ein. Sie erscheint 

aber zumindest nicht als missbräuchlich, zumal gerade aufgrund der be-

grenzten Platzverhältnisse in den Seilbahnkabinen der Beschwerdefüh-

rerin die Beschränkung auf das zwingend benötigte Handgepäck als halt-

bar erscheint beziehungsweise der Ausschluss allen anderen Gepäcks 

(Baumaterialien, Handelsgüter, Einrichtungsgegenstände) von der Beför-

derung im Fahrzeug hinzunehmen ist.  

2017 II/1 
Tarife für Gepäck- und Warentransport 

 

 

16 II BVGE / ATAF / DTAF  

 

6.2.4.3 Somit bewegt sich die in Ziffer 27 des Tarifs 600 vorgesehene 
Beschränkung des Handgepäcks auf Gegenstände des persönlichen Be-

darfs im konkreten Fall innerhalb des Ermessensspielraums der Beschwer-

deführerin. Mithin greift die Vorinstanz zu Unrecht in die Tarifgestal-

tungsautonomie der Beschwerdeführerin ein, wenn sie die unentgeltliche 

Beförderung sämtlicher Gegenstände unabhängig ihres Verwendungs-

zwecks fordert.  

6.2.5  
6.2.5.1 Schliesslich hält die Vorinstanz die Vorgaben in Ziffer 27 des Ta-
rifs 600 betreffend die maximalen Abmessungen des Handgepäcks in-

sofern für unzulässig, als nur für bestimmte, abschliessend aufgezählte 

Gegenstände Ausnahmen vorgesehen sind. Solange weitere, übergrosse 

Gegenstände ebenfalls problemlos von einem Reisenden getragen werden 

können und genug Platz im Fahrzeug vorhanden sei, seien die betreffenden 

Gegenstände ebenfalls als Handgepäck unentgeltlich zu befördern. 

Nach Ansicht der Beschwerdeführerin verkennt die Vorinstanz die Tarifge-

staltungsautonomie der Transportunternehmen. So halte Art. 63 Abs. 1 

Bst. b VPB ausdrücklich fest, dass die Tarifbestimmungen Vorgaben zum 

Umfang eines Gepäckstücks machen dürfen. Die Bestimmung in Ziffer 27 

des Tarifs 600 stütze sich auf Art. 63 VPB und lege damit zu Recht die 

Höchstmasse für Handgepäck sowie die Ausnahmen fest. Zudem habe sich 

bis vor Kurzem die Vorinstanz selber auf die im Tarif 600 festgelegten 

Masse berufen.  

6.2.5.2 Wie bereits oben dargelegt wurde (E. 6.1.2.), regeln die Unter-
nehmen gemäss Art. 63 Abs. 1 Bst. b VPB in Verbindung mit Art. 15 

Abs. 1 PBG, welche Abmessungen und welches Gewicht das Handgepäck 

haben darf. Damit erscheint die Bestimmung in Ziffer 27 des Tarifs 600 

nicht als offensichtlich unzulässig. Dies gilt zumindest insoweit, als die 

Bestimmung den Begriff der leichten Tragbarkeit präzisiert und dadurch 

die mit Art. 23 PBG geschaffene Kategorie von unentgeltlich als Hand-

gepäck zu befördernden Gegenständen nicht ausgehöhlt wird. Da solches 

weder vorliegt noch die Maximalmasse des Handgepäcks zur Konkretisie-

rung der Tragbarkeit als unhaltbar zu bezeichnen sind, ist die Regelung 

nicht zu beanstanden. Dies wird im Übrigen auch von der Vorinstanz nicht 

in Abrede gestellt.  

Tarife für Gepäck- und Warentransport 2017 II/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF II 17 

 

6.2.5.3 Steht es nun aber einem Unternehmen zu, die maximalen Dimen-
sionen und das Gewicht des Handgepäcks zu definieren, ist es ihm unbe-

nommen, auch Ausnahmen davon vorzusehen. Dies gilt zumindest so lan-

ge, als der Tarif mit dem Rechtsgleichheitsgebot vereinbar ist.  

6.2.5.4 Die Beschwerdeführerin führt aus, dass es sich bei den einzelnen 
Ausnahmegegenständen um Güter handle, die häufig von den Reisenden 

mitgeführt werden und am Bestimmungsort beziehungsweise bereits wäh-

rend der Reise gebraucht werden. Würde strikt auf den maximalen Ab-

messungen beharrt, so die Beschwerdeführerin, würden grosse Personen-

gruppen, insbesondere Personen mit Kinderwagen oder Sportausrüstung, 

faktisch von der Beförderung ausgeschlossen.  

6.2.5.5 Mit der Beschwerdeführerin ist davon auszugehen, dass der Sinn 
und Zweck der Ausnahmeregelung darin besteht, bestimmten Reisenden 

die Mitnahme einer besonderen Kategorie von Gegenständen im Fahrzeug 

zu ermöglichen. Dies dürfte einerseits Praktikabilitätsgründen geschuldet 

sein, da insbesondere im Fall von Kleinkindern die Mitnahme des Kinder-

wagens die Beförderung vereinfacht. Andererseits verhindert die Ausnah-

mebestimmung, dass einem grossen Teil der Reisenden die Beförderung 

unnötig erschwert wird, da ansonsten Kinderwagen oder Sportgeräte bei 

jeder Fahrt separat als Reisegepäck aufgegeben und nach der Ankunft wie-

der entgegengenommen werden müssten. Insoweit erscheint die Bestim-

mung sachlich gerechtfertigt; weitergehende Ausnahmen drängen sich 

hingegen nicht auf. Dass Ziffer 27 des Tarifs 600 die Ausnahmegegen-

stände abschliessend normiert, ist sodann auch im Lichte der Rechts-

gleichheit nicht zu beanstanden. Denn der Beschwerdeführerin ist aus 

Gründen der Praktikabilität zuzugestehen, bei den betreffenden Gegen-

ständen einfache Regeln vorzusehen, die ihr erlauben, ohne Weiteres auf 

eine leichte Tragbarkeit zu schliessen. Wären die Ausnahmen nicht ab-

schliessend aufgeführt, müsste hingegen bei jedem übergrossen Gegen-

stand jeweils einzeln geprüft werden, ob er für die reisende Person tatsäch-

lich einfach tragbar ist. Dies kann der Beschwerdeführerin jedoch nicht 

zugemutet werden. 

6.2.5.6 Zusammengefasst ist nicht ersichtlich, dass die Bestimmung in 
Ziffer 27 des Tarifs 600 im konkreten Fall missbräuchlich ist. Die Vorin-

stanz überschreitet vielmehr ihre Aufsichtskompetenzen, wenn sie anord-

net, dass die Beschwerdeführerin sämtliche ungefährlichen Gegenstände, 

unabhängig ihrer Dimensionen, unentgeltlich befördern müsse, wenn sie 

unter anderem von einem Reisenden problemlos getragen werden können.  

2017 II/1 
Tarife für Gepäck- und Warentransport 

 

 

18 II BVGE / ATAF / DTAF  

 

6.2.6 Schliesslich gibt das Vorgehen der Vorinstanz betreffend den Ta-
rifs 600 zu weiteren Bemerkungen Anlass:  

Die Vorinstanz hat in den Erwägungen der angefochtenen Verfügung an 

mehreren Stellen die Unvereinbarkeit des Tarifs 600 mit dem übergeord-

neten Gesetzesrecht festgestellt und der Beschwerdeführerin die Anwen-

dung der betreffenden Bestimmungen (implizit) untersagt. Der Tarif 600 

gilt neben der Beschwerdeführerin für eine Vielzahl weiterer Transport-

unternehmen (vgl. Ziff. 1 des Tarifs 600). Verbietet die Vorinstanz nun 

aber einzig der Beschwerdeführerin die Anwendung der strittigen Tarifbe-

stimmungen, führt dies zu einer stossenden Ungleichbehandlung gegen-

über den weiteren dem Tarif 600 unterstellten Transportunternehmen. Dies 

kann nicht angehen. Vielmehr hätte die Vorinstanz ein Aufsichtsverfahren 

gegenüber sämtlichen betroffenen Transportunternehmen eröffnen müssen 

und ihnen allesamt ‒ bei festgestellter Missbräuchlichkeit ‒ die Anwen-

dung der strittigen Bestimmungen untersagen müssen. Demnach erschei-

nen die einzig gegenüber der Beschwerdeführerin getroffenen Anordnun-

gen der Vorinstanz als willkürlich.  

6.3 Nach dem Gesagten bewegen sich sämtliche strittigen Tarifbe-
stimmungen der Beschwerdeführerin sowie die betreffenden Regeln des 

Tarifs 600 im konkreten Fall innerhalb des vom Personenbeförderungs-

gesetz gewährten Ermessensspielraums. Es sind weder Verstösse gegen 

klares Recht noch gegen allgemeine Rechts- und Verwaltungsgrundsätze 

ersichtlich. Indem die Vorinstanz die Beschwerdeführerin dazu angehalten 

hat, sämtliche ungefährlichen Gegenstände, welche ein Reisender prob-

lemlos tragen kann und mit sich führt, als Handgepäck unentgeltlich zu 

befördern, sofern hierzu genug Stellfläche im Fahrzeug vorhanden ist, hat 

sie folglich zu Unrecht in die Tarifgestaltungsautonomie der Beschwerde-

führerin eingegriffen und ihre Aufsichtskompetenzen überschritten. Damit 

sind die Dispositiv-Ziffern 1 und 2 der angefochtenen Verfügung aufzu-

heben.  

6.4 An dieser Stelle ist schliesslich auf einen weiteren Aspekt einzu-
gehen. Die bisherigen Ausführungen beschlagen allesamt die Kognition 

der Vorinstanz in Aufsichtssachen sowie die Frage der Tarifgestaltungs-

autonomie. Damit ist aber noch nichts zu den Aufsichtsbefugnissen der 

Vorinstanz gesagt, die ihr im Tarifbereich kraft Gesetz zustehen (Art. 24 

Abs. 2 der Regierungs- und Verwaltungsorganisationsverordnung vom 

25. November 1998 [RVOV, SR 172.010.1] i.V.m. Art. 2 Abs. 4 des 

Tarife für Gepäck- und Warentransport 2017 II/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF II 19 

 

Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetzes vom 21. März 1997 

[RVOG, SR 172.010]; ZIBUNG, a.a.O., Art. 71 N. 28). 

Die Vorinstanz hat im konkreten Fall der Beschwerdeführerin nicht nur die 

Anwendung gewisser Tarifbestimmungen untersagt, sondern sie zugleich 

zu einer bestimmten Handhabung ihres Tarifsystems angehalten (Dis-

positiv-Ziffern 1 und 2). Mithin greift sie gestaltend in das Tarifsystem ein. 

Art. 52 PBG räumt der Vorinstanz aber lediglich ein, Beschlüsse und An-

ordnungen aufzuheben oder deren Durchführung zu verhindern. Eine klare 

Grundlage, um positive, das heisst tarifgestaltende Anordnungen treffen 

zu können, lässt sich zumindest dem Wortlaut der Bestimmung nicht ent-

nehmen. Vor diesem Hintergrund ist fraglich, ob die Vorinstanz überhaupt 

die Kompetenz besitzt, positive Anordnungen zu treffen. Zumindest wäre 

die Vorinstanz aber gehalten gewesen, sich eingehend mit ihren Befug-

nissen auseinanderzusetzen, bevor sie kurzerhand ins Tarifsystem der Be-

schwerdeführerin eingreift. Wie es sich damit verhält, kann letztlich aber 

offenbleiben, da bereits festgestellt wurde, dass die Vorinstanz mit den 

getroffenen Anordnungen ihre Aufsichtskompetenzen überschritten hat 

(vgl. E. 6.3). 

7. Die Beschwerdeführerin verlangt sodann die Aufhebung von Dis-
positiv-Ziffer 3, in welcher sie aufgefordert wird, darauf hinzuwirken, dass 

Ziffer 27 des Tarifs 600 in Einklang mit der aufsichtsrechtlichen Anord-

nung in Dispositiv-Ziffer 1 gebracht wird.  

Nachdem bereits festgestellt wurde, dass die Vorinstanz ihre Aufsichts-

kompetenzen überschritten hat und Dispositiv-Ziffer 1 vollumfänglich 

aufzuheben ist, entfällt zugleich die Grundlage für die aufsichtsrechtliche 

Anordnung in Dispositiv-Ziffer 3. Die Anordnung ist somit ebenfalls auf-

zuheben. Ohnehin erscheint die Anordnung als unzulässig, denn die 

Anpassung des Tarifs 600 fällt in die alleinige Kompetenz des Vereins ch-

direct (vgl. < http://www.ch-direct.org/ > Themen > Tarife und Vorschrif-

ten, abgerufen am 27.07.2017). Entsprechend hätte ihr die Beschwerde-

führerin gar keine Folge leisten können, da sie eine Anpassung des Tarifs 

600 nicht alleine veranlassen kann.  

8.  
8.1 Weiter beantragt die Beschwerdeführerin mit der vollumfäng-
lichen Aufhebung der angefochtenen Verfügung auch die Kassation von 

Dispositiv-Ziffer 4, wonach ihr eine Gebühr von Fr. 900.‒ auferlegt wird.  

8.2 Die Vorinstanz stützte die Gebührenpflicht auf die Gebührenver-
ordnung BAV vom 25. November 1998 (GebV-BAV, SR 742.102). Diese 

2017 II/1 
Tarife für Gepäck- und Warentransport 

 

 

20 II BVGE / ATAF / DTAF  

 

Verordnung regelt unter anderem die Gebühren für Dienstleistungen und 

Verfügungen der Aufsichts- und Verwaltungsbehörde im Bereich der Seil-

bahnen (Art. 1 Bst. a GebV-BAV). Sie statuiert diesbezüglich, dass derje-

nige eine Gebühr bezahlen muss, der eine Dienstleistung oder Verfügung 

nach Art. 1 der Verordnung veranlasst (Art. 2 GebV-BAV). Folglich wer-

den die Gebühren des (erstinstanzlichen) Aufsichtsverfahrens nach dem 

Verursacherprinzip verlegt. Mithin gilt die Kostenpflicht grundsätzlich 

unabhängig vom Unterliegen oder Obsiegen, da ausschliesslich darauf 

abgestellt wird, wer die aufsichtsrechtlichen Massnahmen veranlasst (vgl. 

Art. 2 GebV-BAV). Entsprechend hat auch das Bundesverwaltungsgericht 

in einem Entscheid die Tragung der erstinstanzlichen Kosten durch das 

beaufsichtigte Transportunternehmen trotz teilweiser Gutheissung dessen 

Beschwerde geschützt (vgl. Urteil A‒2742/2009 E. 9.2).  

8.3 Vorliegend erscheint fraglich, ob im konkreten Fall, in dem fest-
gestellt wurde, dass kein Grund für ein aufsichtsrechtliches Einschreiten 

gegeben war und die Beschwerdeführerin insoweit mit ihrer Beschwerde 

vollständig durchdringt, überhaupt von einem Veranlassen der Verfügung 

seitens der Beschwerdeführerin die Rede sein kann. Wie es sich damit 

verhält, kann jedoch aufgrund der folgenden Ausführungen offenbleiben.  

8.3.1 Die GebV-BAV stützt sich auf Art. 63 Abs. 2 PBG und im Übri-
gen auf Art. 46a RVOG. Die letztgenannte Bestimmung wurde im Zuge 

des Entlastungsprogramms 2003 für den Bundeshaushalt im Regierungs- 

und Verwaltungsorganisationsgesetz aufgenommen und diente insbeson-

dere der Verankerung einer neuen gesetzlichen, allgemeinen Gebühren-

regelung zur Fortführung und Verstetigung der bisherigen Gebührenpolitik 

des Bundes. Die Bestimmung entspricht dabei der bisherigen Praxis des 

Bundesgerichts im Bereich der Verwaltungsgebühren; materiellrechtliche 

Änderungen sieht sie nicht vor (vgl. Botschaft vom 2. Juli 2003 zum Ent-

lastungsprogramm 2003 für den Bundeshaushalt [EP 03], BBl 2003 5615, 

5747 f.). Sie löste damit den wortgleichen Art. 4 des Bundesgesetzes vom 

4. Oktober 1974 über Massnahmen zur Verbesserung des Bundeshaus-

haltes (AS 1975 65) ab.  

8.3.2 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bot der damalige 
Art. 4 des Bundesgesetzes über Massnahmen zur Verbesserung des Bun-

deshaushaltes nun aber keine gesetzliche Grundlage, um den Verfahrens-

aufwand in jedem Fall dem Verursacher einer Untersuchung zu überwäl-

zen. Das Bundesgericht erwog, dass der Gesetzgeber mit dieser Bestim-

mung die Kostenpflicht in erstinstanzlichen Verfahren ‒ soweit diese nicht 

Tarife für Gepäck- und Warentransport 2017 II/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF II 21 

 

auf eigenes Gesuch hin durchgeführt werden ‒ in sinngemässer Anwen-

dung des Unterliegerprinzips einführen wollte. Entsprechend könne nicht 

jedes Setzen eines Anlasses zu einer Untersuchung beziehungsweise jede 

Form des Verursachens Grund für die Belegung mit Verfahrenskosten sein. 

Folglich würden Fälle existieren, in denen sich das Verursacherprinzip 

nicht mit dem Unterliegerprinzip decke und hinter dieses zurückzutreten 

habe. Daraus leitete das Bundesgericht für die konkret zu beurteilende 

Bestimmung in Art. 2 der Gebührenverordnung KG vom 25. Februar 1998 

(GebV-KG, SR 251.2) ab, welche für das kartellrechtliche Untersuchungs-

verfahren das Verursacherprinzip statuiert, dass diese zu weit gefasst sei 

und nicht in allen möglichen Anwendungsfällen eine genügende gesetz-

liche Basis aufweise (vgl. BGE 128 II 247 E. 6.1 f.).  

8.3.3 Diese Ausführungen treffen auch auf Art. 2 GebV-BAV zu. Diese 
Bestimmung stützt sich auf Art. 46a RVOG, welchem derselbe Gehalt zu-

kommt wie Art. 4 des Bundesgesetzes über Massnahmen zur Verbesserung 

des Bundeshaushaltes. Im einen wie im anderen Fall kann die Verord-

nungsbestimmung somit nicht auf die strikte Umsetzung des Verursacher-

prinzips gerichtet sein. Vielmehr sind auch in Aufsichtsverfahren der Vor-

instanz Konstellationen denkbar, in denen das Verursacherprinzip hinter 

das Unterliegerprinzip zurücktreten muss. 

8.4 Solches ist vorliegend der Fall. Wie die vorstehenden Ausführun-
gen zeigen, ist die Vorinstanz zu Unrecht aufsichtsrechtlich eingeschritten. 

Mit dem vorliegenden Entscheid mussten sämtliche aufsichtsrechtlichen 

Anordnungen der Vorinstanz aufgehoben werden, weshalb die Beschwer-

deführerin insoweit als vollständig obsiegend zu betrachten ist. Demnach 

bleibt für eine Kostenauflage nach dem Verursacherprinzip kein Raum. 

Mithin ist die angefochtene Verfügung auch bezüglich der Gebührener-

hebung (Dispositiv-Ziffer 4) aufzuheben.