# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 819a5cfa-d6bf-5090-a3d9-e762bab2eb77
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-07-09
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 09.07.2009 I/1-2008/220
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_I-1-2008-220_2009-07-09.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/5

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: I/1-2008/220

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Abgaben und öffentliche Dienstpflichten

Publikationsdatum: 09.07.2009

Entscheiddatum: 09.07.2009

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 09.07.2009
Art. 26 Abs. 1 lit. d DBG (SR 642.11). Bei einem MBA-Studium handelt es sich 
um Ausbildung und nicht um Weiterbildung (Verwaltungsrekurskommission, 
Abteilung I/1, 9. Juli 2009, I/1-2008/220).

Sachverhalt:

Die Beschwerdeführerin arbeitete bis 30. Juni 2005 als Corporate Finance Consult bei 

der X. AG in Zürich. Danach absolvierte sie vollzeitlich das 18 Monate dauernde 

Studium "Master of Business Administration" an der Universität St. Gallen (MBA-

Studium) und erzielte in geringem Umfang Einkünfte aus unselbständiger Tätigkeit.

Aus den Erwägungen:

2.- Zu entscheiden ist, ob für 2006 die Auslagen für das MBA-Studium an der 

Universität St. Gallen steuerlich als Weiterbildungskosten abziehbar sind. … Die 

Vorinstanz hat das MBA-Studium im Einsprache-Entscheid grundsätzlich als 

abzugsfähige Weiterbildung qualifiziert. Auch wenn diese Frage im 

Beschwerdeverfahren nicht umstritten ist, ist die Verwaltungsrekurskommission nicht 

an diese Beurteilung gebunden. Sie hat volle Überprüfungsbefugnis und entscheidet, 

ohne an die Anträge der Beteiligten gebunden zu sein (Art. 143 Abs. 1 DBG).

a) In der Beschwerde wird im Wesentlichen geltend gemacht, dass die 

Beschwerdeführerin in der Finanzindustrie gearbeitet und sich während dieser Zeit 

intern sowie extern weitergebildet habe. So sei sie beruflich aufgestiegen. In der 

Finanzbranche seien Weiterbildungen kurzlebig und die Ansprüche an neu 

Anzustellende würden stetig höher. Für "gewöhnliche" Analysten-Jobs werde bereits 

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ein CFA-Diplom oder ein MBA verlangt, selbst wenn man nicht im Management 

beschäftigt werde.

b) Bei der direkten Bundessteuer werden zur Ermittlung des Reineinkommens von den 

gesamten steuerbaren Einkünften die Aufwendungen und die allgemeinen Abzüge nach 

Art. 26-33 DBG abgezogen (Art. 25 DBG). Nach Art. 26 Abs. 1 lit. d DBG können 

Unselbständigerwerbende als Berufskosten unter anderem die mit dem Beruf 

zusammenhängenden Weiterbildungs- und Umschulungskosten vom 

Erwerbseinkommen in Abzug bringen. Nach Art. 8 der Verordnung über den Abzug von 

Berufskosten der unselbständigen Erwerbstätigkeit bei der direkten Bundessteuer (SR 

642.118.1) sind die mit der gegenwärtigen Berufsausübung unmittelbar 

zusammenhängenden Weiterbildungs- und Umschulungskosten abziehbar. Nicht 

abzugsfähig sind eigentliche Ausbildungskosten (Art. 34 lit. b DBG).

c) Abzugsfähig sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung alle, auch die nicht 

völlig unerlässlichen Kosten der Weiterbildung, die objektiv mit dem gegenwärtigen 

Beruf des Steuerpflichtigen im Zusammenhang stehen und die dieser zur Erhaltung 

seiner beruflichen Stellung als angezeigt hält. Als mit dem Beruf zusammenhängende 

Weiterbildungskosten sind nur solche abziehbar, die im Rahmen des bereits erlernten 

und ausgeübten Berufs anfallen. Zur Anerkennung als abzugsfähige 

Weiterbildungskosten ist darauf abzustellen, ob die Aufwendungen für die Erzielung 

des Einkommens nützlich sind und nach der Verkehrsauffassung im Rahmen des 

Üblichen liegen. Dazu gehören vor allem auch verbesserte Kenntnisse für die 

Ausübung des gleichen Berufs. Hingegen sind Auslagen für eine Fortbildung, die zum 

Aufstieg in eine eindeutig vom bisherigen Beruf zu unterscheidende höhere 

Berufsstellung dient, keine solchen Weiterbildungskosten; diese sogenannten 

Berufsaufstiegskosten werden letztlich für eine neue Ausbildung erbracht. Auslagen, 

die das Erlernen notwendiger Fähigkeiten und Kenntnisse zur Ausübung eines 

eigentlichen Berufs betreffen (z.B. Lehre, Handelsschule, Matura, Studium, 

Nachdiplomstudium), sind demnach als Ausbildungskosten auch dann nicht abziehbar, 

wenn die Ausbildung berufsbegleitend absolviert wird (BGE 124 II 29 E. 3a und 3d, 

BGE 2C_589/2007 vom 9. April 2008 E. 3.2 mit Hinweisen).

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In der Praxis wurden etwa die Auslagen für den Besuch eines Nachdiplomstudiums in 

Unternehmungsführung durch einen ausgebildeten Juristen, durch einen Mathematiker 

oder Computerfachmann, die Kosten für den Besuch eines Lehrgangs zum 

diplomierten Wirtschaftsinformatiker für einen Juristen oder die Auslagen des 

Primarlehrers, der sich zum Mittelschullehrer ausbilden lässt, nicht als 

Weiterbildungskosten akzeptiert. Insbesondere wurde auch die berufsbegleitend 

absolvierte Ausbildung zum Master of Business Administration (MBA) eines 

Steuerpflichtigen, der sein Ökonomiestudium abgebrochen hatte, sich später zum 

Bachelor of Business Administration (BBA) ausbildete und in der Folge noch den MBA 

erwarb, nicht zum Abzug zugelassen (BGE 2A.671/2004 vom 6. Juli 2005 E. 2.2 mit 

Hinweisen). Ebenso wurde keine Weiterbildung oder Umschulung bei einem 

kaufmännischen Angestellten in der Versicherungsbranche angenommen, der ein 

juristisches Studium absolviert (SGE 2007 Nr. 23).

d) Eigenen unbestrittenen Angaben zufolge war die Beschwerdeführerin zuletzt in der 

Finanzbranche als Corporate Finance Consult bei der X. AG in Zürich tätig. Nach 

Aufgabe dieser Tätigkeit absolvierte sie vollzeitlich das 18 Monate dauernde MBA-

Studium. Dieses richtet sich insbesondere an Führungskräfte. Es erfasst im 

Hauptmodul die Fächer "Einführung in das St. Galler Managementmodell/Einführung in 

die Volkswirtschaftslehre", "Ökonomische Rahmenbedingungen der 

Unternehmensführung: Makroökonomie", "Integratives Management", "Ökonomische 

Rahmenbedingungen der Unternehmensführung: Mikroökonomie", "Strategisches 

Management", "Entrepreneurship", "Marketing", "Finanzielle Rechnungslegung und 

Revision", "Controlling", "Management finanzieller Investitionen" und "Leadership und 

Sozialkompetenz". Zudem sind Wahlmodule und ein Auslandsmodul zu absolvieren. 

Zulassungsvoraussetzungen sind eine abgeschlossene Erstausbildung an einer 

anerkannten Universität, Hochschule oder Fachhochschule sowie eine mindestens 

fünfjährige Berufserfahrung, davon mindestens drei Jahre Führungserfahrung. In 

begründeten Ausnahmefällen können Nichtakademiker zum Bewerbungsverfahren 

zugelassen werden (max. zehn Prozent). Erfolgreiche Absolventen des MBA-Studiums 

erhalten den akademischen Grad "Executive MBA HSG" der Universität St. Gallen 

verliehen (vgl. www.emba.unisg.ch).

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Die Ausbildung zum MBA stellt grundsätzlich eine eigentliche Grundausbildung dar. 

Eine abgeschlossene Erstausbildung ist vorausgesetzt. Sie führt zu einem 

eigenständigen Berufsabschluss, der für den Absolventen über einen Eigenwert 

verfügt. Auch bei bereits vorhandener ökonomischer Grundausbildung bedeutet der 

MBA nicht lediglich eine Vertiefung und Aktualisierung der schon vorhandenen 

Kenntnisse etwa an einzelnen Tagungen oder einwöchigen Weiterbildungskursen, 

sondern er führt zu wesentlichen Zusatzkenntnissen mit einem zusätzlichen Titel mit 

eigenem Wert (BGE 2A.623/2004 vom 6. Juli 2005, E. 3.2). Beim MBA-Studium handelt 

es sich daher nicht lediglich um eine Vertiefung und Aktualisierung bereits vorhandener 

Kenntnisse; ein unmittelbarer ursächlicher Zusammenhang mit dem früher ausgeübten 

Beruf der Beschwerdeführerin fehlt. Das wird auch anhand der Studienfächer deutlich. 

Ob das MBA-Studium berufsbegleitend oder vollzeitlich absolviert wird, ist nicht 

entscheidend.

Auch die Kursdauer, die Höhe der Kurskosten und der Umstand, dass ein 

akademischer Titel erworben werden kann, machen deutlich, dass es sich beim MBA-

Studium nicht um eine Weiterbildung handelt, die nur dazu dient, bereits vorhandenes 

Wissen zu vertiefen, zu wiederholen oder anzupassen. Vielmehr werden der 

Beschwerdeführerin umfangreiche Kenntnisse vermittelt, welche fachlich weit über den 

Rahmen ihrer angestammten Tätigkeit als Corporate Finance Consult hinausgehen. 

Das MBA-Studium stellt folglich für die Beschwerdeführerin einen Gegenwert dar; sie 

erhöht aufgrund des zusätzlich erworbenen Wissens ihre berufliche Leistungsfähigkeit 

und Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Die gesamten Kurskosten belaufen sich auf Fr. 

52'000.--. Eine solche Summe bildet einen klaren Anhaltspunkt dafür, dass es um eine 

langfristige Investition und nicht lediglich um die Auffrischung des bereits vorhandenen 

Ausbildungsniveaus geht (vgl. BGE 2A.623/2004 vom 6. Juli 2005 E. 3.3).

3.- Zusammengefasst steht fest, dass es sich beim MBA-Studium im Fall der 

Beschwerdeführerin nicht um eine Weiterbildung oder Umschulung handelt, sondern 

um eine Ausbildung, die für sie einen dauernden Gegenwert darstellt, indem sie 

aufgrund des zusätzlich erworbenen Wissens ihre berufliche Leistungsfähigkeit und 

ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt erheblich erhöht. Zudem kann der betriebene 

Aufwand nicht mehr als im Rahmen des Üblichen liegend angesehen werden. Bei den 

aufgebrachten Auslagen handelt es sich daher nicht um abzugsfähige 

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Weiterbildungskosten, sondern um Ausbildungskosten, die nicht vom steuerbaren 

Einkommen abgezogen werden können.

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