# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cffea210-0f41-5dc0-8571-82fbd5968ac3
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-05-08
**Language:** de
**Title:** Selbstverschuldete Arbeitslosigkeit infolge Kündigung und mangels Unzumutbarkeit des Verbleibens bejaht; Kündigungsgrund war Verweis durch Arbeitgeber mit anschliessender Krankschreibung.
**Docket/Reference:** AL.2024.00193
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/AL.2024.00193.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
AL.2024.00193
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna als Einzelrichterin
Gerichtsschreiberin Hediger
Urteil
vom
8. Mai 2025
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch
Protekta
Rechtsschutz-Versicherung AG
Direktion Bern
Monbijoustrasse
5, Postfach, 3011 Bern
gegen
Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich
Einkaufszentrum Neuwiesen
Zürcherstrasse
8, Postfach 474, 8405 Winterthur
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Die 197
9
geborene
X.___
arbeitete
vom
1.
Juli
2023
bis 31.
Dezember 2023
befristet
als Sachbearbeiterin BW/Controlling
bei der
Y.___
Genossenschaft
in
Z.___
; s
eit dem
1.
Februar 202
4
bestand ein unbefristetes Arbeitsverhältnis
,
welches die Versicherte
am 2
9.
Februar 2024
per 3
1.
M
ärz
202
4
kündigte
(Urk.
7/113,
Urk.
7/319
,
Urk.
7/133
,
Urk.
7/139
). Am
4.
März
202
4
meldete sich die Versicherte beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum Zürich (RAV)
Dietikon
zur Arbeitsvermittlung
an (
Urk.
7/321
) und beantragte am
6.
April
202
4
Arbeitslosenentschädigung ab dem
6.
März 2024
(
Urk.
7/309
ff.). Mit Verfügung vom
1
7.
April
202
4
stellte die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich (ALK) die Versicherte infolge selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit ab dem
1.
April
202
4
für die Dauer von 3
6
Tagen in der Anspruchsberechtigung ein (
Urk.
7/101
). Die dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
7/98,
Urk.
7/82
)
hiess
die ALK
mit
Einspracheentscheid
vom
8.
Oktober
2024
insoweit
teilweise gut
, als dass sie
die
Versicherte
ab dem
1.
April 2024 für 31 Tage in der Anspruchsberechtigung ein
stellte
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X.___
am
1
6.
Oktober
2024 (
Eingang
) Beschwerde und beantragte, es sei in Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom
8
.
Oktober
2024 von einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung abzusehen (
Urk.
1
S. 2
). Mit Beschwerdeantwort vom 1
3
.
November
2024 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6
), was der Beschwerdeführerin am 2
0.
November
2024 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
9
).
Die Einzelrichterin
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert Fr. 30’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
1.2
Gemäss Art. 30 Abs. 1
lit
. a des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslo
senversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) ist die versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos ist. Die Arbeitslosigkeit gilt insbesondere dann als selbst verschuldet, wenn die versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus
aufgelöst hat, ohne dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihr das Ver
bleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (Art. 44 Abs. 1
lit
. b der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insol
venzentschädigung, AVIV).
1.3
Nach der Rechtsprechung ist bei der Frage der Unzumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz ein strenger Massstab anzulegen
, weil der versicherten Person aufgrund der ihr obliegenden Schadenminderungspflicht (Art. 17 Abs. 1 AVIG) im Regelfall zugemutet werden darf, für eine begrenzte Zeit im unbefriedigenden Arbeitsverhältnis zu verbleiben und sich aus diesem heraus um eine neue Stelle zu bemühen
. Ein schlechtes Arbeitsklima und Meinungsverschiedenheiten mit Vorgesetzten oder Arbeitskollegen können grundsätzlich keine Unzumutbarkeit der Fortführung des Arbeitsverhältnisses begründen. Belegt die versicherte Person allerdings durch ein eindeutiges ärztli
ches Zeugnis (oder allenfalls durch andere geeignete Beweismittel), dass ihr die Weiterarbeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich gewesen ist, ist grundsätzlich von einer Unzumutbarkeit aus gesundheitlichen Gründen auszu
gehen (BGE 124 V 234 E. 4b/
bb
; Urteile des Bundesgerichts 8C_513/2018 vom 7. November 2018 E. 2.2, 8C_943/2012 vom 13. März 2013 E. 2).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin, es sei unbestritten, dass der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Auflösung des Arbeitsverhältnisses keine nachfolgende Stelle zugesichert gewesen sei.
Letztere mache geltend, der Verbleib an der Arbeitsstelle sei
ihr
aus gesundheitlichen Gründen unzumutbar gewesen. Im Arztzeugnis vom
1.
März 2024 habe
Dr.
med.
A.___
, Facharzt für Allgemeine Medizin
,
bestätigt, dass er der Beschwerdeführerin eine Kündigung empfohlen habe, da eine weitere Beschäftigung nicht mehr zumutbar gewesen wäre. Aktenkundig sei ferner das Arbeitszeugnis betreffend Auflösung des Arbeitsverhältnisses aus gesundheitlichen Gründen vom 3.
Oktober 202
4.
Darin
habe
Dr.
A.___
bestätigt, dass die Beschwerdeführerin seit dem
1.
März 2024 in ärztlicher Behandlung sei und eine psychische Überlastung bei der Arbeit beklagt habe. Letzteres könne zu einer Depression führen. Eine Krankschreibung habe die Beschwerdeführerin nicht gewünscht. Damit seien die Voraussetzungen einer Unzumutbarkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht erfüllt.
Insbesondere sei eine fachärztlich diagnostizierte Depression nicht ausgewiesen. Es ergebe sich auch nicht, dass und weshalb es der Beschwerdeführerin bis zum Abschluss eines neuen Arbeitsvertrags
zumindest
überbrückend nicht zuzumuten gewesen wäre,
an der bisherigen Arbeitsstelle zu verbleiben. Im Übrigen sei nicht belegt, dass die Beschwerdeführerin vor ihrer Kündigung einen Arzt aufgesucht habe; sämtliche Arztzeugnisse datierten nach der Kündigung. Vielmehr sei vorliegend davon auszugehen, dass die bereits am 2
9.
Februar 2024 verfasste Kündigung, welche dem Arztbesuch vom
1.
März 2024 vorausgegangen sei, auf eigenen Entschluss der Beschwerdeführerin ergangen sei. Es fehle am Beweis, dass die Kündigung auf ärztlichen Rat ergangen sei. Damit sei davon auszugehen, dass es der Beschwerdeführerin zuzumuten gewesen wäre, vorübergehend bis zum Abschluss eines neuen Arbeitsvertrages an der bisherigen Arbeitsstelle zu verbleiben. Andernfalls hätte sie schon früher medizinische Hilfe in Anspruch genommen. Soweit die Beschwerdeführerin ausserdem geltend mache, seit der
arbeitgeberischen
Verwarnung vom
2
9.
Februar 2024 sei die Fortführung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar gewesen, sei dem entgegenzuhalten, dass ein schlechtes Arbeitsklima oder Meinungsverschiedenheiten
grundsätzlich keine Unzumutbarkeit zu begründen vermöchten. Im Übrigen habe die Beschwerdeführerin diesbezüglich keine näheren Angaben gemacht. Mithin sei von einer selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit auszugehen.
Als
verschuldensmindernd
seien der legitime Kündigungsgrund und die geltend gemachten gesundheitlichen Probleme
zu berücksichtigen
. Mithin
sei die Beschwerdeführerin in teilweiser Gutheissung der Einsprache ab dem
1.
April 2024 für 31 Tage in der Anspruchsberechtigung einzustellen (Urk. 2).
2.2
Dagegen wandte die Beschwerdeführerin ein, der behandelnde Arzt habe sowohl im Arztzeugnis vom
1.
März 2024 als auch im Fragebogen zum
3.
Oktober 2024 bestätigt, dass er zur Kündigung
geraten
habe. Im zweitgenannten Schreiben habe er zudem ausgeführt, dass die psychische Gesundheit der Beschwerdeführer
in
stark angeschlagen gewesen sei und er den Verbleib am bisherigen Arbeitsplatz als unzumutbar erachte
t habe
, da eine langfristige psychische Überlastung zur Depression führen könne. Soweit die Beschwerdegegnerin geltend mache, es liege keine fachärztlich diagnostizierte Erkrankung vor, habe sie einen Bundesgerichtsentscheid zitiert, welcher
für
IV-Verfahren, nicht aber im vorliegenden Fall einschlägig sei. Gemäss AVIG-Praxis B290 sei die Unzumutbarkeit aus gesundheitlichen
Gründen durch ein aussagekräftiges Arztzeugnis oder allenfalls andere geeignete Beweismittel zu belegen. Mithin
genüge das eingereichte Arztzeugnis den Anforderungen nach AVIG-Praxis allemal. Dass die Beschwerdeführerin trotz gesundheitliche
r
Beschwerden längere Zeit keinen Arzt aufgesucht habe, läge an ihrem unbändigen Willen, weiterhin zur Arbeit zu gehen. Dies zeige sich auch daran, dass
sie
gegenüber Dr.
A.___
ausdrücklich gewünscht habe, nicht krankgeschrieben zu werden. Zu beachten
sei schliesslich auch, dass die Verwarnung des Arbeitgebers vom 2
9.
Februar 2024 unvermeidlich
zur
Verschlimmerung der psychischen Überlastung geführt habe. Nebst den gesundheitlichen Gründen habe die Kündigung auch aus fristwahrenden Gründen noch gleichentags erfolgen
müssen
; der Arztbesuch habe bereits am Folgetag stattgefunden.
Dr.
A.___
habe im Fragebogen bestätigt, dass die psychische Gesundheit der Beschwerdeführer
in
stark angeschlagen gewesen sei. Bekanntermassen würden psychische Beschwerden über einen längeren Zeitraum auftreten. Es
sei
damit kaum anzuzweifeln, dass die psychischen Beschwerden bereits im Februar 2024 vorgelegen hätten (
Urk.
1).
3.
3.1
Zunächst ist unbestritten, dass d
ie
Beschwerdeführe
rin
das
unbefristete
Arbeitsverhältnis mit der
Y.___ Genossenschaft
am 2
9.
Februar 2024 per 3
1.
März 2024
gekündigt hat
(
Urk.
7/319)
,
ohne dass ih
r
eine andere Stelle zugesichert war
(
Urk.
1
, vgl. auch
Urk.
7/
120
).
Damit hat
sie
ihr
e Arbeitslosigkeit im Sinne von Art. 30 Abs. 1
lit
. a AVIG in Verbindung mit Art. 44 Abs. 1
lit
. b AVIV selbst verschuldet, sofern das Verblei
ben an der Arbeitsstelle nicht als unzumutbar zu qualifizieren ist.
3.2
Im Zeugnis vom
1.
März 2024 hielt
Dr.
A.___
fest, er habe der Beschwerdeführerin
eine Kündigung der aktuellen Stelle aus gesundheitlichen Gründen empfohlen. Eine Weiterbeschäftigung sei ihr nicht mehr zumutbar gewesen (
Urk.
7/320).
3.3
Im Fragebogen zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch die Arbeitnehmerin führte die Beschwerdeführerin am 1
6.
April 2024 aus,
sie habe die
arbeitgeberische
Verwarnung vom 2
9.
Februar 2024
weder
akzeptiert
noch
unterschrieben. Eine weitere Zusammenarbeit sei ab diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich gewesen, da kein produktives und konstruktives Gespräch geführt worden sei (
Urk.
7/120).
Der beigelegten Verwarnung
vom 2
9.
Februar 2024
ist zu entnehmen, dass die
Leistungen der
Beschwerdeführerin
nicht den Erwartungen entsprechen würde
n
. Insbesondere fehle ihr
die erforderliche Sachkompetenz
betreffend
Umgang mit den Systemen, Programmen und finanzspezifische
n
Prozessen. Dies trotz wiederholten Erklärungen. Zudem fehle es der Beschwerdeführerin am Verständnis für die grundlegenden Begriffe wie Nettoerlös, Manko und Überschuss. Des Weiteren gehe die Beschwerdeführerin aktiv auf andere Mitarbeiter zu und würde Tatsachen sowie Vorkommnisse nicht wahrheitsgetreu
schildern. Dabei würde sie insbesondere ihrem nächsten Vorgesetzten übel nachreden
. Ein solches Verhalten werde nicht toleriert und es werde eine Steigerung der Fachkompetenz erwartet. Andernfalls und bei weiteren Vorfällen der geschilderten Art werde das Arbeitsverhältnis au
f
gelöst (
Urk.
7/119).
3.4
Im Fragebogen betreffend Auflösung des Arbeitsverhältnisses aus gesundheitlichen Gründen führte
Dr.
A.___
am
3.
Oktober 2024 aus, die Beschwerdeführerin stehe seit de
r Erstkonsultation am
1.
März 2024 in seiner Behandlung.
Dabei habe sie Probleme bei der Arbeit geklagt
. Es bestehe eine psychische Überlastung.
Dr.
A.___
bestätigte, dass es der Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen Gründen nicht zumutbar gewesen sei, am bisherigen Arbeitsplatz zu verbleiben
. Eine langfristige psychische Überlastung könne zu einer Depression führen. Die psychische Gesundheit der Beschwerdeführerin sei stark angeschlagen. Es sei ihr
eine
Kündigung empfohlen worden. Die Beschwerdeführerin habe keine Krankschreibung gewünscht. Langfristig sei dies für die Psyche auch besser, sonst fehle ein Abschluss. Derzeit sei sie für sämtliche erlern
ten
Tätigkeiten arbeitsfähig (
Urk.
7/39 f.).
4.
4.1
Wie aus den Akten erhellt, ist d
ie
Beschwerdeführer
in
erstmals am
1.
März 2024 und damit nach der Kündigung vom 2
9.
Februar 2024
bei
Dr.
A.___
vorstellig geworden. Dass die Beschwerdegegnerin dessen
Empfehlung
(als Allgemeinmediziner)
zur Kündigung
gemäss Zeugnis vom
1.
März 2024
(vgl. E.
3.2)
nicht als hinreichenden Beweis für eine Unzumutbarkeit anerkannte, ist nachvollziehbar, zumal diese
nach der Kündigung vom 2
9.
Februar 2024 erging,
nicht näher begründet wurde und - bei einem erstmaligen Kontak
t
notgedrungen - im Wesentlichen auf der Schilderung de
r
Beschwerdeführer
in
beruhte.
Soweit Dr.
A.___
in seiner Stellungnahme
vom
3.
Oktober 2024
die Ansicht vertrat
,
de
r
Beschwerdeführer
in
wäre eine Weiterarbeit am bisherigen Arbeitsplatz aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zumutbar gewesen
, begründete er dies lediglich mit dem pauschalen
und im Konjunktiv formulierte
n Hinweis darauf
,
dass
eine langfristige psychische Überlastung zu einer Depression führen
könne
(vgl. E. 3.4).
Eine
zumindest arbeitsplatzbezogene Arbeitsunfähigkeit
bestand zu keinem Zeitpunkt.
Andere ärztliche Beurteilungen des Gesundheitszustandes vor der erfolgten Kündigung liegen nicht vor. Ein eindeutiges ärztliches Zeugnis (oder ein anderes geeignetes Beweismittel), das (echtzeitlich) eine Unzumutbarkeit aus gesundheitlichen Gründen belegt, liegt somit nicht vor.
Damit gehen auch die beschwerdeweisen Argumente ins Leere.
Hervorzuheben ist schliesslich auch, dass
die Beschwerdeführerin ihre Kündigung im Fragebogen vom 1
6.
April 2024 mit der Verwarnung
durch die Arbeit
geb
erin
begründete und mit keinem Wort gesundheitliche Probleme nannte
(vgl. auch der Antrag auf Arbeitslosenentschädigung, worin die Beschwerdeführerin als Grund der Kündigung «unzumutbare Arbeitsbedingungen» angegeben hat,
Urk.
7/310)
. Unter Hinweis auf d
ie
eingangs erläuterte Rechtslage
und wie bereits von der Beschwerdegegnerin zutreffend ausgeführt,
vermögen e
in schlechtes Arbeitsklima und Meinungsverschiedenheiten mit Vorgesetzten grundsätzlich keine Unzumutbarkeit der Fortführung des Arbeitsverhältnisses begründen
(vgl. E. 1.3)
.
4.
2
Demnach ist nicht zu beanstanden, wenn
die Beschwerdegegnerin d
ie
Beschwer
deführer
in
wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit im Sinne von Art. 30 Abs. 1
lit
. a AVIG in Verbindung mit Art. 44 Abs. 1
lit
. b AVIV in der Anspruchsberechtigung eingestellt hat.
5.
5.1
Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30 Abs. 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittel
schwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 AVIV).
Ein schweres Verschulden liegt nach Art. 45 Abs. 4 AVIV vor, wenn die versi
cherte Person ohne entschuldbaren Grund eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle aufgegeben (
lit
. a) oder eine zumutbare Arbeit abgelehnt hat (
lit
. b). Liegen besondere Umstände im Einzelfall vor, kann dieser Rahmen unterschritten werden. Vorausgesetzt ist dabei ein entschuldbarer Grund, der - ohne zur Unzumutbarkeit zu führen - das Verschulden als lediglich mittelschwer oder leicht erscheinen lässt. Dieser kann die subjektive Situation der betroffenen Person (etwa gesundheitliche Probleme, familiäre Situation, Religi
onszugehörigkeit) oder eine objektive Gegebenheit (zum Beispiel die Befristung der Stelle) beschlagen (Urteil des Bundesgerichts 8C_24/2021 vom 10. Juni 2021 E. 3.2.1 mit Hinweis auf BGE 130 V 125 E. 3.5, vgl. auch Urteil des Bundesge
richts 8C_342/2017 vom 28. August 2017 E. 4.3).
5.2
Die Beschwerdegegnerin ist in einer Gesamtwürdigung von einem schweren Ver
schulden im untersten Bereich ausgegangen, wobei sie
als verschuldens
mindernd
die
«legitimen Beweggründe» infolge der Verwarnung sowie geltend gemachten gesundheitlichen Probleme
berücksichtigte (vgl.
Urk.
2),
und hat eine Einstellungsdauer von 31 Tagen angeordnet, was nicht zu beanstanden ist. Insbesondere
darf das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne trif
tigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen (BGE 141 V 365 E. 2.4 mit Hinweisen).
6.
Nach dem Gesagten erweist sich der angefochtene
Einspracheentscheid
als rech
tens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
Die Einzelrichterin erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Protekta
Rechtsschutz-Versicherung AG
-
Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich
-
seco
- Direktion für Arbeit
-
Amt für Arbeit (AFA)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit dem 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift
der
beschwerdeführenden
Partei oder ihrer Rechtsvertretung
zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die EinzelrichterinDie Gerichtsschreiberin
Arnold GramignaHediger