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**Case Identifier:** 97097970-d056-5784-b298-b01496dc3a73
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-03-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.03.2021 BVGE 2021 V/1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2021-V-1_2021-03-18.pdf

## Full Text

Krankenversicherung. Kantonale Spitalplanung 2021 V/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF V 1 

 

2021 V/1 

Auszug aus dem Urteil der Abteilung III 
i. S. Spitäler Frutigen Meiringen Interlaken AG gegen 

Regierungsrat des Kantons Bern 
C–2827/2019 vom 18. März 2021 

Krankenversicherung. Kantonale Spitalplanung. Prüfung der Versor-

gungsrelevanz eines Spitals in einem Leistungsbereich. 

Art. 39 Abs. 1 Bst. d KVG. Art. 58a Abs. 1 KVV. 

1. Darstellung des Spitalplanungs-Leistungsgruppenkonzepts 
(SPLG; E. 8.4). 

2. Die Prüfung der Versorgungsrelevanz eines Spitals in einem Leis-
tungsbereich erfolgt idealtypisch auf der Basis jener Leistungen, 

deren Versorgung auf der zu erlassenden Spitalliste sichergestellt 

werden soll (E. 8.6). 

3. Führen konzeptionelle Anpassungen an den SPLG-Leistungs-
gruppen dazu, dass die bei der Prüfung der Versorgungsrelevanz 

verwendeten Leistungsdaten bei Erlass der neuen Spitalliste offen-

sichtlich überholt beziehungsweise nicht mehr aussagekräftig 

sind, kann es zur Vermeidung willkürlicher Ergebnisse geboten 

sein, die aktuellste Version der SPLG-Leistungsgruppen in die lau-

fende Spitalplanung miteinzubeziehen (E. 8.7). 

Assurance-maladie. Planification hospitalière cantonale. Examen de 

l'importance d'un hôpital pour la couverture des besoins en soins dans 

un domaine de prestations. 

Art. 39 al. 1 let. d LAMal. Art. 58a al. 1 OAMal. 

1. Présentation du concept de Groupes de prestations pour la plani-
fication hospitalière (GPPH; consid. 8.4). 

2. L'examen de l'importance d'un hôpital pour la couverture des be-
soins en soins dans un domaine de prestations s'effectue idéale-

ment sur la base des prestations dont la fourniture doit être garan-

tie par la liste hospitalière à adopter (consid. 8.6). 

3. Si des adaptations de nature conceptuelle apportées aux GPPH ont 
pour conséquence de rendre les données sur lesquelles se fonde 

2021 V/1 Krankenversicherung. Kantonale Spitalplanung 

 

 

2 V BVGE / ATAF / DTAF  

 

l'examen de l'importance d'un hôpital pour la couverture des be-

soins en soins manifestement dépassées ou sans pertinence au mo-

ment de l'adoption de la nouvelle liste hospitalière, il peut être né-

cessaire, afin d'éviter des résultats arbitraires, d'inclure la version 

la plus récente des GPPH dans la planification hospitalière en 

cours (consid. 8.7). 

Assicurazione malattie. Pianificazione ospedaliera cantonale. Esame 

dell'importanza di un ospedale per la copertura del fabbisogno di cure 

in un settore di prestazioni. 

Art. 39 cpv. 1 lett. d LAMal. Art. 58a cpv. 1 OAMal. 

1. Descrizione del modello dei gruppi di prestazioni per la pianifica-
zione ospedaliera (GPPO; consid. 8.4). 

2. L'esame dell'importanza di un ospedale per la copertura del fabbi-
sogno di cure in un settore di prestazioni avvieneidealmente, sulla 

base delle prestazioni la cui fornitura deve essere assicurata tra-

mite l'adozione dell'elenco degli ospedali (consid. 8.6). 

3. Se a seguito di adeguamenti di natura concettuale dei GPPO, i dati 
utilizzati per l'esame dell'importanza dell'attività per la copertura 

del fabbisogno di cure risultano manifestamente superati o non 

più significativi al momento dell'adozione del nuovo elenco degli 

ospedali, può essere necessario includere la versione più recente 

dei GPPO nella pianificazione ospedaliera corrente al fine di evi-

tare risultati arbitrari (consid. 8.7). 

 

Die Spitäler Frutigen Meiringen Interlaken AG war auf der Spitalliste 

Akutsomatik 2014 des Kantons Bern mit einem Leistungsauftrag für ver-

schiedene Leistungsbereiche aufgeführt, der neben dem Basispaket Chi-

rurgie und Innere Medizin (BP) unter anderem die Leistungsgruppe Visze-

ralchirurgie (VIS1) umfasste. 

Der Regierungsrat des Kantons Bern (nachfolgend: Regierungsrat oder 

Vorinstanz) erliess an seiner Sitzung vom 8. Mai 2019 gestützt auf die Ver-

sorgungsplanung 2016 die ab 1. Juli 2019 anwendbare neue Spitalliste 

Akutsomatik für den Kanton Bern (nachfolgend: Spitalliste Akutsomatik 

2019). Im Anhang zur neuen Spitalliste Akutsomatik wurden auf der Basis 

der SPLG-Systematik verschiedene Leistungsgruppen mit leistungsspezi-

Krankenversicherung. Kantonale Spitalplanung 2021 V/1 

 

 

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fischen Anforderungen, insbesondere bezüglich Personal und Infrastruk-

tur, definiert. Für 26 Leistungsgruppen wurden Mindestfallzahlen pro Spi-

tal festgelegt (SPLG-Systematik Akutsomatik BE, Version 2017_02.00). 

Mit Beschluss vom 8. Mai 2019 (RRB Nr. 422/2019) erteilte der Regie-

rungsrat der Spitäler Frutigen Meiringen Interlaken AG für die Standorte 

Frutigen und Interlaken auf der Spitalliste Akutsomatik 2019 je einen Leis-

tungsauftrag für diverse Leistungsgruppen gemäss der SPLG-Systematik 

Akutsomatik BE. Zum Gesuch um Erteilung eines Leistungsauftrags für 

die Leistungsgruppen VIS1 und VIS1.4 (Bariatrische Chirurgie) am Stand-

ort Interlaken hielt die Vorinstanz fest, dass dieses die Anforderungen der 

SPLG-Systematik Akutsomatik BE für diese Leistungsgruppen erfülle und 

daher grundsätzlich für die Erbringung der entsprechenden medizinischen 

Leistungen geeignet sei. Das Spital Interlaken sei im Bereich Viszeral-

chirurgie aufgrund der Fallzahlen der Jahre 2014 bis 2016 jedoch als nicht 

versorgungsrelevant für die Berner Bevölkerung eingestuft worden. Da die 

Schwelle zur Versorgungsrelevanz nur knapp nicht erreicht worden sei, er-

teilte der Regierungsrat dem Spital Interlaken jedoch einen bis zum 30. Ju-

ni 2020 befristeten Leistungsauftrag für die Leistungsgruppen VIS1 und 

VIS1.4, um nach Ablauf dieser Frist die Versorgungsrelevanz anhand der 

Fallzahlen der Jahre 2017 bis 2019 nochmals überprüfen zu können. 

Gegen den RRB Nr. 422/2019 erhebt die Spitäler Frutigen Meiringen In-

terlaken AG (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 7. Juni 

2019 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragt unter an-

derem die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, soweit ihr in den Be-

reichen VIS1 und VISl.4 für den Standort Interlaken kein unbefristeter 

Leistungsauftrag erteilt wurde. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Be-

schluss insoweit aufgehoben, als der Beschwerdeführerin am Standort In-

terlaken nicht ein unbefristeter Leistungsauftrag für die Leistungsgruppen 

VIS1 und VIS1.4 erteilt worden ist. Die Sache wird zur Vornahme weiterer 

Abklärungen und zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die 

Vorinstanz zurückgewiesen. 

Aus den Erwägungen: 

8.  
Weiter ist die Rüge zu prüfen, es sei willkürlich und treuwidrig, dass die 

Vorinstanz die Versorgungsrelevanz der Beschwerdeführerin im Bereich 

der Viszeralchirurgie auf der Basis von Fallzahlen gemäss den Versionen 

2021 V/1 Krankenversicherung. Kantonale Spitalplanung 

 

 

4 V BVGE / ATAF / DTAF  

 

2014.1, 2015.1 und 2016.1 der SPLG-Systematik beurteilt hat, obwohl 

sich bei Erlass der Spitalliste Akutsomatik 2019 aufgrund der SPLG-Sys-

tematik Version 2019.1 nun deutlich mehr Eingriffe in der Leistungsgrup-

pe VIS1 befunden hätten, als dies in den Referenzjahren 2014 bis 2016 der 

Fall gewesen sei. 

8.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass über die Jahre 2014 bis 
2019 immer mehr viszeralchirurgische Eingriffe vom BP in die speziali-

sierte Leistungsgruppe VIS1 überführt worden seien. So hätten sich im 

Jahr 2014 mit Ausnahme der Rektumresektionen keine resezierenden 

Koloneingriffe in der Leistungsgruppe VIS1 befunden. Diese Eingriffe 

seien damals noch alle dem BP zugeordnet gewesen. Im Jahr 2017 seien 

dann zuerst die erweiterten Kolonteilresektionen und im Jahr 2019 sämt-

liche Kolonresektionen in die Leistungsgruppe VIS1 überführt worden. 

Eine ähnliche Veränderung sei bei den Eingriffen am Magen, den trans-

rektalen Resektionen und den Eingriffen am Dünndarm ersichtlich. Folg-

lich hätten sich bei Erlass der Spitalliste Akutsomatik 2019 deutlich mehr 

Eingriffe in der Leistungsgruppe VIS1 befunden als noch in den Referenz-

jahren 2014 bis 2016. Diese verschobenen Leistungen, insbesondere die 

im Spital Interlaken durchgeführten Koloneingriffe, seien bei der Berech-

nung der Fallzahlen VIS1 der Jahre 2014 bis 2016 nicht berücksichtigt 

worden, da sie damals ja noch dem BP zugeordnet gewesen seien. Die Be-

urteilung der Versorgungsrelevanz für das Jahr 2019 anhand der Fallzahlen 

der Jahre 2014 bis 2016 führe daher (zulasten der Beschwerdeführerin) zu 

einer fehlerhaften prozentualen Abdeckung und sei im Ergebnis willkür-

lich. Die Versorgungsrelevanz müsse anhand jener Leistungen beurteilt 

werden, die sich im Zeitpunkt bei Erlass der neuen Spitalliste Akutsomatik 

2019 in der Leistungsgruppe VIS1 befunden hätten. Wende man auf die 

Fälle der Referenzjahre 2014 bis 2016 die Kriterien des SPLG-Groupers 

2019 an, würden sich im Bereich Viszeralchirurgie im Spital Interlaken 

deutlich höhere Fallzahlen ergeben, was die Vorinstanz hätte berücksich-

tigen müssen. Es gehe nicht an, dass sich die Behörde bei der Umteilung 

der Eingriffe von einem Leistungsbereich in einen anderen auf ihr Ermes-

sen berufen könne, aber gleichzeitig die umgeteilten Eingriffe bei der 

Berechnung der Versorgungsrelevanz ebenfalls unter Berufung auf ihr Er-

messen nicht berücksichtige. Dies sei willkürlich und verletze den Grund-

satz von Treu und Glauben (Verbot widersprüchlichen Verhaltens). Laut 

der gerichtsnotorischen Medizinischen Statistik seien im Jahr 2016 im 

Kanton Bern 1401 Koloneingriffe durchgeführt worden. Die Beschwerde-

führerin habe 75 dieser Eingriffe am Standort Interlaken durchgeführt, was 

einem Versorgungsanteil von 5,35 % entspreche (2015: 3,82 %; 2014: 

Krankenversicherung. Kantonale Spitalplanung 2021 V/1 

 

 

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3,5 %). Würden diese Zahlen zu den VIS1-Fällen der Jahre 2014 bis 2016 

hinzugerechnet, so überschreite die Beschwerdeführerin in allen drei Re-

ferenzjahren die versorgungsrelevante Schwelle von 2 %. 

8.2 Die Vorinstanz beruft sich in ihrer Vernehmlassung auf ihr gros-
ses Ermessen, das ihr beim Erlass einer Spitalliste zukomme, insbesondere 

in Bereichen, in denen die Steuerung durch Rechtsnormen gering sei oder 

(wie bei der Zuteilung der ICD [internationales Diagnoseverzeichnis] und 

CHOP [Schweizerische Operationsklassifikation]-Codes zu den einzelnen 

SPLG) ganz fehle. Sie weist darauf hin, dass sie die Zürcher SPLG-Syste-

matik gestützt auf die Empfehlungen der Arbeitsgruppe Spitallistenanfor-

derungen (ASLA) punktuell an die Berner Verhältnisse angepasst habe. 

Die so bereinigten SPLG-Anforderungen seien dem Bewerbungsverfahren 

der Spitalliste Akutsomatik 2019 zugrunde gelegt worden. Basierend auf 

der Medizinischen Statistik würden mit einer Software die ICD- und 

CHOP-Kataloge der stationär behandelten Patientinnen und Patienten den 

einzelnen SPLG zugeordnet. Diese Zuteilung erfolge mit dem sogenann-

ten « Spitalplanungs-Leistungsgruppen-Grouper ». Die Verwendung die-

ser vom Kanton Zürich entwickelten und jährlich weiterentwickelten Soft-

ware werde von der Schweizerischen Gesundheitsdirektorenkonferenz 

(GDK) empfohlen. Der Kanton Bern habe die SPLG-Grouper-Software 

unverändert vom Kanton Zürich übernommen. Dass unter Umständen 

auch eine andere Grouper-Software hätte verwendet werden können, be-

deute noch keine Rechtsverletzung. 

8.3 Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hält fest, dass sich bezüg-
lich der Frage, welchen Grouper die Vorinstanz zur Beurteilung der 

Versorgungsrelevanz des Leistungsbereichs Viszeralchirurgie hätte ver-

wenden müssen, aus dem Willkürverbot nichts zugunsten der Beschwerde-

führerin ableiten lasse. Die Vorinstanz habe sich bei der Beurteilung der 

Versorgungsrelevanz auf sachliche Empfehlungen der GDK und der 

ASLA gestützt. Angesichts ihres weiten Ermessensspielraums sei es nicht 

Sache des Gerichts, zu entscheiden, ob die Auswahl des Groupers ange-

messen sei oder ob es zweckmässiger wäre, einen anderen Grouper zu 

verwenden. Problematisch wäre die Beurteilung der Versorgungsrelevanz 

erst dann, wenn der verwendete Grouper zu einer Unterversorgung führen 

würde und damit gegen das bundesrechtliche Gebot der bedarfsgerechten 

Planung verstossen würde. Aus den Akten würden sich hierfür jedoch 

keine Anhaltspunkte ergeben. 

8.4 Zunächst ist das SPLG-Konzept, das von der Gesundheitsdirek-
tion des Kantons Zürich in Zusammenarbeit mit Fachärzten der Zürcher 

2021 V/1 Krankenversicherung. Kantonale Spitalplanung 

 

 

6 V BVGE / ATAF / DTAF  

 

Spitäler mit der Umstellung auf die leistungsorientierte Spitalplanung im 

Jahr 2012 erarbeitet wurde (vgl. Beschluss des Regierungsrats des Kan-

tons Zürich vom 21. September 2011 [RRB Nr. 1134/2011] betreffend 

Festsetzung der Zürcher Spitalliste 2012 Akutsomatik und Rehabilitation, 

S. 6), näher zu betrachten. 

8.4.1 Die SPLG-Systematik unterteilt die akutsomatischen Leistungen 
in 27 Leistungsbereiche und fasst diese in rund 150 Leistungsgruppen mit 

leistungsspezifischen Anforderungen zusammen. Die Liste der Leistungs-

gruppen ist in elektronischer Form auf der Homepage der Gesundheitsdi-

rektion des Kantons Zürich publiziert. Die rund 20 Leistungsgruppen der 

Grundversorgung sind in einem BP vereinigt. Diese Leistungen werden im 

Spitalalltag in der Regel von den Fachärztinnen und Fachärzten für Innere 

Medizin und Chirurgie ohne Beizug von weiteren Fachärztinnen und 

Fachärzten erbracht. Das BP bildet die Grundlage für alle Spitäler mit 

einer Notfallstation und ist für diese obligatorisch. Das BP ist zudem eine 

Voraussetzung für alle Leistungsgruppen mit einem hohen Anteil an Not-

fallpatientinnen und Notfallpatienten. Da Notfallpatientinnen oder Not-

fallpatienten oft mit unklaren Beschwerden ins Spital kommen, ist nicht 

nur das Führen einer adäquaten Notfallstation, sondern auch das Angebot 

einer breiten Basisversorgung wichtig. Nur dies garantiert, dass bei Not-

fallpatientinnen und Notfallpatienten mit unklaren Beschwerden eine um-

fassende Differentialdiagnose und gegebenenfalls eine sofortige Erstbe-

handlung vorgenommen werden kann. Als wichtige Basis sind am Spital 

die Abteilungen Innere Medizin und Chirurgie vertreten (Anforderungen 

und Erläuterungen SPLG Akutsomatik BE [Version 2017_02.00], S. 28). 

8.4.2 Die Zuteilung von Leistungen zu den SPLG erfolgt anhand der 
CHOP und des ICD. Die einzelnen konkreten Fälle werden aufgrund der 

ICD- und CHOP-Codes und gewisser zusätzlicher Variablen durch einen 

Algorithmus (SPLG-Grouper) der entsprechenden Leistungsgruppe zuge-

wiesen (vgl. Anwenderhandbuch SPLG-Grouper 10, S. 4). Das SPLG-

Konzept (Systematik und Anforderungen) wird laufend unter der Feder-

führung der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich weiterentwickelt. 

Dabei werden technische Anpassungen (vor allem Nachvollzug CHOP-

Anpassungen, Grouper) jährlich vorgenommen. Konzeptionelle Anpas-

sungen im Rahmen einer Aktualisierung (SPLG, Anforderungen) werden 

in der Regel alle 3 Jahre durchgeführt. Eine konzeptionelle Totalrevision 

(komplett neues Konzept/Systematik) wird sodann in der Regel alle  

9–10 Jahre geprüft (vgl. Empfehlung der GDK vom 25. Mai 2018 zur 

Krankenversicherung. Kantonale Spitalplanung 2021 V/1 

 

 

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Anwendung einer Spitalleistungsgruppensystematik im Rahmen der kan-

tonalen Spitalplanung, nachfolgend: Empfehlung GDK). Jedes Jahr wird 

parallel zur neuen SPLG-Definition auch eine neue Version des SPLG-

Groupers veröffentlicht, in der die angepasste SPLG-Definition hinterlegt 

wird (vgl. Anwenderhandbuch SPLG-Grouper 10, S. 4; Factsheet SPLG-

Grouper). 

8.4.3 Aus Sicht der GDK handelt es sich beim Zürcher SPLG-Konzept 
um ein gutes Instrument für die Klassifikation der akutsomatischen Spital-

leistungen im Rahmen der leistungsorientierten Spitalplanung. Zwecks in-

terkantonaler Koordination der Spitalplanungen empfiehlt die GDK den 

Kantonen, die SPLG bei der Definition des Leistungsspektrums im Rah-

men der Leistungsaufträge anzuwenden (vgl. Empfehlung GDK). Die 

Spitalliste des Kantons Bern basiert auf der Zürcher SPLG-Systematik, die 

vom Kanton Bern nahezu integral übernommen und nur wo nötig – ge-

stützt auf Empfehlungen der ASLA – an die Verhältnisse des Kantons Bern 

angepasst wurde. Ebenso verwendet der Kanton Bern die gleiche Software 

wie der Kanton Zürich zum Gruppieren der Leistungen entsprechend der 

Zürcher SPLG-Systematik (Anforderungen und Erläuterungen SPLG 

Akutsomatik BE [Version 2017_02.00], S. 4). Die Vorinstanz hat im ange-

fochtenen Beschluss festgehalten, dass die ICD- und CHOP-Kataloge 

(inkl. der entsprechenden Grouper-Software) des Kantons Zürichs für die 

Spitalliste des Kantons Bern verbindlich seien. Diese seien von der Über-

prüfung durch die ASLA ausgeschlossen und würden nicht an bernische 

Verhältnisse angepasst ([…]). 

8.5 Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz bei der Ausschreibung 
der Leistungsaufträge für die neue Spitalliste die interessierten Leistungs-

erbringer aufgefordert, in ihrer Bewerbung die Leistungsmengen pro Leis-

tungsbereich (Anzahl abgeschlossener stationärer Fälle [A-Fälle]) zu 

deklarieren, die (pro Standort) in den betreffenden Leistungsgruppen in 

den Referenzjahren 2014 bis 2016 zugunsten der Berner Patientinnen und 

Patienten in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) er-

bracht wurden ([…]). Gestützt auf diese deklarierten Fallzahlen, die auf 

den SPLG-Grouperversionen 2014, 2015 und 2016 basieren, hat die Vorin-

stanz die Erfüllung des Kriteriums der Versorgungsrelevanz geprüft ([…]). 

Die Beschwerdeführerin hat erstmals in ihrer Beschwerde darauf hinge-

wiesen, dass im Jahr 2017 und im Jahr 2019 in der SPLG-Systematik vis-

zeralchirurgische Leistungen (insb. Darmeingriffe) aus dem BP in die spe-

zialisierte Leistungsgruppe VIS1 verschoben wurden. Laut einer mit der 

Beschwerde eingereichten Auflistung handelt es sich dabei um 9 Eingriffe 

2021 V/1 Krankenversicherung. Kantonale Spitalplanung 

 

 

8 V BVGE / ATAF / DTAF  

 

im Jahr 2017 und 28 Eingriffe im Jahr 2019 ([…]), was sich bei einem 

Vergleich der Zusammensetzung des BP und der Leistungsgruppe VIS1 in 

den jeweiligen Versionen bestätigt. Mit der Beschwerdeführerin ist daher 

davon auszugehen, dass zumindest 37 viszeralchirurgische Eingriffe, die 

in den Jahren 2014 bis 2016 (SPLG-Versionen 2014.1, 2015.1 und 2016.1) 

noch dem BP zugeordnet waren, seit 2017 (SPLG-Version 2017.1) bezie-

hungsweise seit 2019 (SPLG-Version 2019.1) nur noch mit einem spezia-

lisierten Leistungsauftrag für die Leistungsgruppe VIS1 zulasten der OKP 

erbracht und abgerechnet werden können. Das heisst, die Versorgung der 

Berner Bevölkerung mit diesen verschobenen Leistungen kann auf der 

neuen Spitalliste 2019 nicht mehr mit Leistungsaufträgen für das BP ge-

sichert, sondern muss mittels der Vergabe von Leistungsaufträgen für die 

Leistungsgruppe VIS1 sichergestellt werden. 

8.6 Die Vorinstanz hat zu gewährleisten, dass bei Erlass der neuen 
Spitalliste 2019 der Bedarf ihrer Bevölkerung nach viszeralchirurgischen 

Leistungen gemäss der SPLG-Systematik Version 2019.1 gedeckt ist. Die 

Beurteilung der Versorgungsrelevanz wäre daher idealtypisch auf der Ba-

sis jener Leistungen erfolgt, deren Versorgung auf der neuen Spitalliste 

sichergestellt werden muss. Dazu hätten die in den Jahren 2014 bis 2016 

erbrachten Fälle (aller Spitäler) mit der im Zeitpunkt des Erlasses des an-

gefochtenen Beschlusses aktuellsten Grouper-Software (Version 2019.1) 

neu den einzelnen SPLG zugeordnet werden müssen. Indem die Vorin-

stanz die Versorgungsrelevanz im Bereich Viszeralchirurgie aber anhand 

den von den Spitälern eingereichten Fallzahlen, die den SPLG-Versionen 

2014.1, 2015.1 und 2016.1 entsprechen, geprüft hat, hat sie nicht alle im 

Spital Interlaken in den Jahren 2014 bis 2016 erbrachten viszeral-

chirurgischen Leistungen, die im Zeitpunkt bei Erlass der Spitalliste Akut-

somatik 2019 gemäss SPLG-Version 2019.1 in die Leistungsgruppe VIS1 

gehören, berücksichtigt. Die Aussagekraft der von der Vorinstanz so ver-

wendeten Fallzahlen der Jahre 2014 bis 2016 ist für die Frage nach der 

Versorgungsrelevanz im Bereich der Viszeralchirurgie im Zeitpunkt bei 

Erlass der Spitalliste daher eingeschränkt. Es fragt sich, ob das Abstellen 

auf diese Leistungsdaten Bundesrecht verletzt, namentlich willkürlich ist. 

8.7 Wie bereits erwähnt, kann die Evaluation des Angebots der Leis-
tungserbringer und damit auch die Prüfung der Versorgungsrelevanz 

systembedingt nur retrospektiv erfolgen (vgl. Urteile des BVGer  

C–2907/2008 vom 26. Mai 2011 E. 8.3.5.1; C–3413/2014 vom 11. Mai 

2017 E. 10.4.1). Das bringt grundsätzlich mit sich, dass gewisse Abstriche 

bei der Aktualität der verwendeten Leistungsdaten hinzunehmen sind. Zu 

Krankenversicherung. Kantonale Spitalplanung 2021 V/1 

 

 

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beachten ist weiter, dass eine Spitalplanung ein zeitaufwendiger und kom-

plexer Prozess ist, der in mehreren Schritten zu erfolgen hat (vgl. Urteil 

des BVGer C–6007/2016 vom 7. Februar 2018 E. 7.8), weshalb eine ge-

wisse Pauschalisierung und Schematisierung bei einer Spitalplanung prak-

tisch unvermeidlich ist. Zudem ist auch dem Bedürfnis des planenden 

Kantons nach Praktikabilität Rechnung zu tragen (vgl. Urteile des BGer 

2C_572/2010 vom 23. März 2011 E. 5.4 und 5.5.4; 8C_612/2013 vom 

30. Dezember 2013 E. 6.4 m.H.). Wenn der planende Kanton nicht jede 

Änderung der SPLG, die erst im Laufe eines Spitalplanungsverfahrens 

vorgenommen wird, bei der Prüfung der Versorgungsrelevanz berücksich-

tigt beziehungsweise auf Leistungsdaten vergangener Jahre abstellt, die 

nicht mit der aktuellsten Version der Grouper-Software gruppiert wurden, 

kann das nicht von vornherein als stossend bezeichnet werden. Dies gilt 

insbesondere dann, wenn es sich um bloss technische Anpassungen am 

SPLG-Konzept handelt, die jährlich vorgenommen werden (siehe vorne 

E. 8.4.2). Konzeptionelle Anpassungen an den Leistungsgruppen können 

aber dazu führen, dass die bei der Prüfung der Versorgungsrelevanz ver-

wendeten Leistungsdaten bereits bei Erlass der Spitalliste offensichtlich 

überholt beziehungsweise nicht mehr aussagekräftig sind (vgl. dazu auch 

Urteile C–2907/2008 E. 8.3.5.1; C–3413/2014 E. 10.4.1), weshalb es zur 

Vermeidung willkürlicher Ergebnisse (ausnahmsweise) geboten sein kann, 

die aktuellste Version der SPLG in die laufende Planung miteinzubezie-

hen, zumal der SPLG-Grouper neben dem Gruppieren des aktuellsten 

Datenjahres auch Daten der Vorjahre gruppieren kann (vgl. Factsheet 

SPLG-Grouper 10). Zu prüfen ist daher vorliegend, ob die Prüfung der 

Versorgungsrelevanz des Spitals Interlaken im Bereich Viszeralchirurgie 

auf der Basis von Fallzahlen gemäss den SPLG-Versionen 2014.1, 2015.1 

und 2016.1 zu einem derart fehlerhaften Ergebnis führt, dass das Bundes-

verwaltungsgericht korrigierend eingreifen muss. 

8.8 Im vorliegenden Fall hat die Beschwerdeführerin aufgezeigt, dass 
die Verschiebung von Leistungen aus dem BP in die spezialisierte Leis-

tungsgruppe VIS1 zur Folge hat, dass eine nicht unbedeutende Anzahl von 

Darmeingriffen, die sie in den Jahren 2014 bis 2016 im Spital Interlaken 

im Rahmen des damaligen BP durchgeführt hat, bei der Beurteilung der 

Versorgungsrelevanz für die Leistungsgruppe VIS1 nicht berücksichtigt 

worden ist, obwohl diese Eingriffe bei Erlass der Spitalliste 2019 zur spe-

zialisierten Leistungsgruppe VIS1 gemäss SPLG-Version 2019.1 gehören. 

Die Beschwerdeführerin hat zwar keine eigenen Leistungsdaten einge-

reicht, aus denen ersichtlich ist, wie viele der von ihr in den Jahren 2014 

bis 2016 durchgeführten Eingriffe von der konzeptionellen Verschiebung 

2021 V/1 Krankenversicherung. Kantonale Spitalplanung 

 

 

10 V BVGE / ATAF / DTAF  

 

aus dem BP in die Leistungsgruppe VIS1 konkret betroffen sind. Sie hat 

aber im Rahmen ihrer Schlussbemerkungen anhand von Zahlen aus der 

Medizinischen Statistik aufgezeigt, dass ihr Versorgungsanteil bei Eingrif-

fen bei Erkrankungen von Dickdarm und Enddarm (Indikator E.4.1.M 

« Kolorektale Resektionen insgesamt ») bei 5,35 % (2016), 3,82 % (2015) 

und 3,5 % (2014) und damit über der Schwelle von 2 % lag. Zwar ist es 

aufgrund der vorliegenden Akten und der vom BAG im Internet publizier-

ten Fallzahlen nicht möglich, abschliessend zu prüfen, ob es sich bei den 

Eingriffen « Kolorektale Resektionen insgesamt » ausschliesslich um Ein-

griffe handelt, die von der Verschiebung vom BP in die Leistungsgruppen 

VIS1 betroffen waren. Aus der von der Beschwerdeführerin eingereichten 

Aufstellung lässt sich daher entgegen ihrer Ansicht nicht ohne Weiteres 

auf die Versorgungsrelevanz des Spitals Interlaken im Bereich der Visze-

ralchirurgie schliessen. Da es sich bei den « Kolorektalen Resektionen ins-

gesamt » aber – mit Ausnahme der Rektumresektionen – grösstenteils um 

Eingriffe handeln dürfte, die in den Referenzjahren 2014 bis 2016 noch 

dem BP zugeordnet waren, bestehen doch gewichtige Hinweise darauf, 

dass die Beschwerdeführerin als nicht versorgungsrelevant eingestuft wur-

de, obwohl ihr Beitrag an die viszeralchirurgische Versorgung der Berner 

Bevölkerung gemäss den Kriterien der SPLG-Version 2017.1 beziehungs-

weise 2019.1 in den Jahren 2014 bis 2016 faktisch mehr als 2 % betragen 

hat. 

8.9 Insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass die Beschwerde-
führerin gemäss dem angefochtenen Beschluss die prozentuale Schwelle 

der Versorgungsrelevanz im Bereich Viszeralchirurgie nur sehr knapp 

nicht erreicht hat, erscheint es im vorliegenden Fall nicht haltbar, dass die 

Vorinstanz darauf verzichtet hat, den Einfluss der Veränderung in der Zu-

sammensetzung der Leistungsgruppe auf die Versorgungsrelevanz abzu-

klären. Sie hat sich dazu überdies weder im angefochtenen Beschluss noch 

in der Vernehmlassung geäussert. Auch wenn die jährlichen Anpassungen 

der SPLG und der Grouper-Software von der Gesundheitsdirektion des 

Kantons Zürichs vorgenommen werden, liegt es im Verantwortungsbe-

reich der Vorinstanz, dass deren Anwendung nicht zu einer rechtsverlet-

zenden Entziehung von Leistungsaufträgen führt. Der massgebende 

Sachverhalt erweist sich damit als ungenügend abgeklärt. Die von der Vor-

instanz vorgenommene Beurteilung der Versorgungsrelevanz im Bereich 

der Viszeralchirurgie ist daher anhand der mittels der Kriterien des SPLG-

Groupers 2019 neu gruppierten Fälle der Referenzjahre 2014 bis 2016 

nachzuprüfen. Sollte diese Nachprüfung zum Ergebnis führen, dass die 

Beschwerdeführerin die prozentuale Schwelle der Versorgungsrelevanz 

Krankenversicherung. Kantonale Spitalplanung 2021 V/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF V 11 

 

erreicht, wäre es nicht haltbar, sie aufgrund fehlender Versorgungsrelevanz 

von der Vergabe eines unbefristeten Leistungsauftrags im Bereich VIS1 

auszuschliessen. Sollte sich das bisherige Ergebnis bestätigen, ist die Ver-

sorgungsrelevanz, wie von der Vorinstanz angekündigt ([…]), aufgrund 

der Fallzahlen 2017 bis 2019 nochmals zu prüfen. Die Sache ist daher an 

die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie die entsprechenden Abklärungen 

vornehme. Die hierzu erforderlichen Daten hat sie von der Beschwerde-

führerin und allen anderen Berner Listenspitälern einzufordern, sofern sie 

nicht bereits vorliegen. Dabei sind jedoch nicht nur die von der Beschwer-

deführerin aufgeführten 37 Eingriffe in die Beurteilung miteinzubeziehen, 

sondern darüber hinaus auch sämtliche anderen Leistungen, die im Zeit-

raum von 2014 bis 2019 aus einem anderen Leistungsbereich in den Leis-

tungsbereich Viszeralchirurgie verschoben wurden. So ergibt ein Vergleich 

der Leistungsgruppen VIS1 in den Versionen 2014.1 und 2019.1, dass 

auch verschiedene Eingriffe aus den Leistungsgruppen NCH1 (Neurochi-

rurgie), HNO1.1 (Hals- und Gesichtschirurgie) und GEF2 (Gefässchirur-

gie intraabdominale Gefässe) in die Leistungsgruppe VIS1 verschoben 

wurden. Der Umstand, dass in diesem Zeitraum auch Eingriffe aus den 

HSM-Leistungsgruppen VIS1.1 (Grosse Pankreaseingriffe), VIS1.2 

(Grosse Lebereingriffe), VIS1.3 (Oseuphaguschirurgie) und VIS1.5 (Tiefe 

Rektumresektion) in die Leistungsgruppe VIS1 (Version 2019.1) verscho-

ben wurden, ist für die Prüfung der Versorgungsrelevanz nicht von Belang, 

da hierfür die ganze Leistungsgruppe und nicht nur einzelne Leistungs-

gruppen betrachtet werden.