# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9aa37790-2af7-5648-83cd-64e9b303c994
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-12-13
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 13.12.2018 RR.2018.268
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RR-2018-268_2018-12-13.pdf

## Full Text

Entscheid vom 13. Dezember 2018 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Giorgio Bomio-Giovanascini, Vorsitz, 

Cornelia Cova und Stephan Blättler,  

Gerichtsschreiberin Inga Leonova  

   
 

Parteien 

  

A. S.A., vertreten durch Rechtsanwalt Urs Bürgin, 

 

Beschwerdeführerin 

 

 gegen 

   

STAATSANWALTSCHAFT III DES KANTONS  

ZÜRICH,  

 

Beschwerdegegnerin 

 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an  

Russland 

 

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2018.268 

  

 

 

 

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Sachverhalt: 

 

A. Die russischen Strafverfolgungsbehörden führen seit dem 14. Oktober 2013 

gegen B., C., D., E. und F. ein Strafverfahren wegen des Verdachts des Be-

truges nach russischem Recht (Verfahrensakten, Ordner 1, Lasche 2, 

Urk. 2). 

 

 

B. Am 10. April 2015 erstattete die Bank G. bei der Meldestellte für Geldwä-

scherei (MROS) zwei Verdachtsmeldungen betreffend unter anderem auf B. 

und die A. S.A., an welcher B. sowohl zeichnungsberechtigt als auch wirt-

schaftlich berechtigt ist, lautenden Konten. Am 21. April 2015, ergänzt am 

21. September 2015, leitete die MROS die bei ihr eingereichten Verdachts-

meldungen der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich (nachfolgend 

„StA ZH“) weiter (Verfahrensakten, blaues Dossier, Urk. 1 bis 5/1-5, 9). 

 

 

C. Mit Schreiben vom 25. September 2015 erstattete das Bundesamt für Justiz 

(nachfolgend „BJ“) im Auftrag der StA ZH bei der Generalstaatsanwaltschaft 

der Russischen Föderation (nachfolgend „GStA RU“) eine Meldung nach 

Art. 67a IRSG und setzte diese über den bei der StA ZH gemeldeten Sach-

verhalt in Kenntnis (Verfahrensakten, blaues Dossier, Urk. 6, 10). 

 

 

D. Am 27. November 2015 gelangte die GStA RU mit Rechtshilfeersuchen vom 

10. November 2015 an die Schweiz und ersuchte unter anderem um Infor-

mation, ob B. in der Schweiz Bankkonten habe und um Zustellung der ent-

sprechenden Bankunterlagen an die russischen Behörden sowie um Sper-

rung dieser Konten (Verfahrensakten, Ordner 1, Lasche 2, Urk. 2; Ordner 1, 

Lasche 3, Urk. 3/2).  

 

 

E. Am 3. Dezember 2015 übergab das BJ das russische Ersuchen der StA ZH 

zum Vollzug (Verfahrensakten, Ordner 1, Lasche 3, Urk. 3/3). Mit Eintretens- 

und Zwischenverfügung Nr. 2 vom 11. Dezember 2015 entsprach die StA ZH 

dem Ersuchen und forderte die Bank G. auf, ihr Kontounterlagen zu den auf 

B. und A. S.A. lautenden Konten einzureichen (Verfahrensakten, Ordner 1, 

Lasche 4, Urk. 4; Ordner 1, Lasche 5, Urk. 5). Die Bank G. kam dieser Auf-

forderung am 31. Dezember 2015 nach (Verfahrensakten, Bankunterlagen 

Bank G., Ordner 1/3, pag. 1 000 f.). 

 

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F. Mit Schlussverfügung Nr. 2 vom 15. August 2018 verfügte die StA ZH die 

Herausgabe der in der Verfügung genannten Unterlagen zum Konto bei der 

Bank G. mit der Stammnummer 1, lautend auf die A. S.A. (act. 1.2).  

 

 

G. Dagegen liess A. S.A. bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 

am 20. September 2018 Beschwerde erheben. Sie beantragt zusammenge-

fasst, die Ziffer 2 der Schlussverfügung Nr. 2 sei unter Kosten- und Entschä-

digungsfolgen aufzuheben. Eventualiter sei die Schlussverfügung Nr. 2 auf-

zuheben und an die StA ZH zur Neubeurteilung zurückzuweisen, subeven-

tualiter sei bei der rechtshilfeersuchenden Behörde Rücksprache betreffend 

die rechtskräftige Erledigung der Gerichtssache Nr. […] am Simonovski Be-

zirksgericht der Stadt Moskau zu nehmen (act. 1).  

 

 

H. Da die A. S.A. ihren Sitz auf den Britischen Jungferninseln hat, wurde sie am 

25. September 2018 aufgefordert, dem Gericht Dokumente einzureichen, 

welche ihre Existenz nachweisen und woraus die Identität des Vollmachts-

unterzeichners sowie dessen Berechtigung hervorgehen, die A. S.A. zu ver-

treten. Diese Aufforderung erfolgte unter Hinweis, dass bei Säumnis auf die 

Beschwerde nicht eingetreten werde (act. 3). 

 

 

I. Mit Eingabe vom 8. Oktober 2018 reichte die A. S.A. dem Gericht eine Kopie 

des Passes von B., Basisdokumente der Bank G. sowie Gründungsunterla-

gen von A. S.A. aus dem Jahre 2008 zu den Akten. Zugleich merkte A. S.A. 

an, dass sie bei der British Virgin Islands Financial Services Commission 

Dokumente bestellt habe, insbesondere ein Certificate of Goodstanding 

(act. 7). 

 

 

J. Am 22. Oktober 2018 reichte die A. S.A. weitere Unterlagen zu den Akten, 

die ihrer Angaben nach die Vertretungsberechtigung von B. als deren allei-

nigen Direktor und wirtschaftlich Berechtigten belegen, und wies darauf hin, 

dass das bei der British Virgin Islands Financial Services Commission be-

stellte Dokument noch ausstehe (act. 9).  

 

 

K. Sowohl die StA ZH als auch das BJ beantragten mit Eingaben vom 31. Ok-

tober und 2. November 2018 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde, 

soweit darauf eingetreten werden könne (act. 12, 13). Die A. S.A. liess sich 

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hierzu innert erstreckter Frist mit Schreiben vom 26. November 2018 verneh-

men, ohne das bei der British Virgin Islands Financial Services Commission 

bestellte Dokument einzureichen (act. 8, 10, 16).  

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, sofern 

erforderlich, in den folgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genommen.  

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Für die Rechtshilfe zwischen der Schweiz und der Russischen Föderation ist 

das Europäische Übereinkommen vom 20. April 1959 über die Rechtshilfe in 

Strafsachen (EUeR; SR 0.351.1) massgebend. Soweit der Staatsvertrag be-

stimmte Fragen weder ausdrücklich noch stillschweigend regelt, bzw. das 

schweizerische Landesrecht geringere Anforderungen an die Rechtshilfe 

stellt (sog. Günstigkeitsprinzip; BGE 142 IV 250 E. 3; 140 IV 123 E. 2; 136 

IV 82 E. 3.1; 135 IV 212 E. 2.3; ZIMMERMANN, La coopération judiciaire inter-

nationale en matière pénale, 4. Aufl. 2014, N. 229), sind das Bundesgesetz 

vom 20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; 

SR 351.1) und die dazugehörige Verordnung vom 24. Februar 1982 (IRSV; 

SR 351.11) anwendbar (Art. 1 Abs. 1 IRSG; BGE 143 IV 91 E. 1.3; BGE 136 

IV 82 E. 3.2; 130 II 337 E. 1; vgl. auch Art. 54 StPO). Vorbehalten bleibt die 

Wahrung der Menschenrechte (BGE 139 II 65 E. 5.4 letzter Absatz; 135 IV 

212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c; ZIMMERMANN, a.a.O., N. 211 ff., 223 ff., 680 ff.).  

 

1.2 Auf das vorliegende Beschwerdeverfahren sind zudem die Bestimmungen 

des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah-

ren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021; Art. 39 Abs. 2 lit. b 

i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a StBOG; BGE 139 II 404 E. 6/8.2; ZIMMERMANN, 

a.a.O., N. 273) anwendbar. 

 

 

2.  

2.1 Die Schlussverfügung der ausführenden kantonalen Behörde unterliegt der 

Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts (Art. 80e 

Abs. 1 IRSG). Die entsprechende Beschwerdefrist beträgt 30 Tage (Art. 80k 

IRSG). Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer persönlich und direkt von 

einer Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse 

an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b IRSG). Als persönlich 

und direkt betroffen wird im Falle der Herausgabe von Kontoinformationen 

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an den ersuchenden Staat der jeweilige Kontoinhaber angesehen (Art. 9a 

lit. a IRSV; Übersicht über die Rechtsprechung in BGE 137 IV 134 E. 5; 

TPF 2010 47 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 1C_126/2014 vom 16. Mai 

2014 E. 1.3; ZIMMERMANN, a.a.O., N. 524–535).  

 

2.2 Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen eine Schlussverfügung der 

ausführenden kantonalen Behörde und wurde form- und fristgerecht erho-

ben.  

 

2.3 Die Beschwerdeführerin ist gemäss den vorliegenden Unterlagen die Inha-

berin des von der Rechtshilfe betroffenen Kontos bei der Bank G. mit der 

Stamm-Nr. 1. Zudem reichte die Beschwerdeführerin dem Gericht zwecks 

Nachweis ihrer Existenz sowie der Berechtigung ihres Vertreters diverse Un-

terlagen ein, ausser das von ihr zwei Mal in Aussicht gestellte, bei der British 

Virgin Islands Financial Services Commission angeforderte Dokument. Es 

stellt sich deshalb die Frage, ob die Beschwerdeführerin zum gegenwärtigen 

Zeitpunkt nicht mehr existiert und auf ihre Beschwerde androhungsgemäss 

nicht einzutreten wäre (vgl. Art. 52 Abs. 3 VwVG; Urteil des Bundesgerichts 

1C_407/2018 vom 31. August 2018 E. 2.2). Wie nachfolgend aufzuzeigen 

sein wird, ist die Beschwerde ohnehin unbegründet, weshalb die Frage der 

Beschwerdelegitimation offengelassen werden kann.  

 

 

3.  

3.1 Die Beschwerdeführerin bringt zunächst vor, dem russischen Rechtshilfeer-

suchen sei gestützt auf Art. 5 Abs. 1 lit. b IRSG und Art. 1 Ziff. 1 EUeR e 

contrario nicht zu entsprechen. B. sei in Russland zu einer dreijährigen Frei-

heitsstrafe verurteilt worden, die er bereits vollständig verbüsst habe. Das 

Urteil des Bezirksgerichts Simonovskij der Stadt Moskau vom 5. April 2016 

sei am 7. Juni 2016 rechtskräftig geworden, mithin sei im ersuchenden Staat 

kein Strafverfahren mehr hängig. Zudem sei die Zivilklage der Geschädigten 

auf Schadenersatz in Höhe von RUB 1‘191‘636‘948.75 abgewiesen worden 

und weder gegen die Beschwerdeführerin noch gegen B. sei eine Ersatzfor-

derung, Einziehung oder Sicherstellung ausgesprochen worden. Der Beizug 

der Bankunterlagen sei für das abgeschlossene Verfahren irrelevant und ein 

separates zivilrechtliches Verfahren sei nicht eingeleitet worden, wofür auch 

keine Rechtshilfe in Strafsachen zu leisten wäre (act. 1, S. 3 f.; act. 16, 

S. 2 ff.).  

 

3.2 Die internationale Rechtshilfe in Strafsachen kann nur gewährt werden, 

wenn dies der strafrechtlichen Verfolgung im ersuchenden Staat dient, was 

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voraussetzt, dass dort ein Strafverfahren eröffnet wurde (vgl. Urteil des Bun-

desgerichts 1A.149/2006 vom 27. November 2006 E. 3.2; BGE 123 II 161 

E. 3a S. 165; 118 Ib 457 E. 4b S. 460; Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2007.89 vom 20. August 2007 E. 3.2). Das Rechtshilfeerfordernis des 

hängigen Strafverfahrens im ersuchenden Staat ergibt sich zum einen be-

reits aus Art. 1 Ziff. 1 EUeR e contrario (Urteil des Bundesgerichts 

1A.32/2000 vom 19. Juni 2000 E. 7). In diesem Sinne bestimmt auch Art. 5 

Abs. 1 lit. b IRSG, dass einem Rechtshilfeersuchen nicht entsprochen wird, 

wenn die Sanktion bereits vollzogen wurde. Eine Sanktion ist dann vollzo-

gen, wenn sie nach Massgabe des anwendbaren Vollzugsrechts verbüsst 

wurde und im Vollzugsstaat keine weiteren Folgen eintreten können (Ent-

scheid des Bundesstrafgerichts RR.2007.98+114 vom 4. Oktober 2007 

E. 6). Ist in der Schweiz ein gültiges Rechtshilfeersuchen eingegangen, so 

hat sich die ersuchte Behörde jedoch grundsätzlich nicht zu den zwischen-

zeitlich im ersuchenden Staat ergangenen Entscheiden zu äussern. Es kann 

nicht Aufgabe der schweizerischen Behörden sein, derartige in der Zwi-

schenzeit im ersuchenden Staat ergangene Entscheide zu interpretieren. 

Solange das Rechtshilfeersuchen nicht zurückgezogen worden ist, ist es zu 

vollziehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_559/2009 vom 11. Feb-

ruar 2010 E. 1, mit Hinweisen; Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2013.291 vom 3. Juli 2014 E. 6.2).  

 

3.3  

3.3.1 Im russischen Rechtshilfeersuchen vom 10. November 2015, das den ge-

setzlichen Anforderungen gemäss Art. 14 EUeR sowie Ar. 28 Abs. 3 lit. a 

IRSG genügt, wurde ausgeführt, dass sich B. und H. seit 15. November 2013 

in Haft befänden und die beschuldigte E. unter Hausarrest stünde. Die Be-

schuldigten und weitere Personen hätten Betrug und Vertrauensmissbrauch 

in besonders grossem Ausmass begangen, indem sie die Unternehmung I. 

in 2007-2008 in den Einkauf von Anlagen zwischengeschaltet hätten, um auf 

diese Weise die Unternehmung J. durch Überfakturierung von Dienstleistun-

gen im Bereich Bau und Montage von Anlagen zu schädigen. Die Höhe des 

der Unternehmung J. mutmasslich zugefügten Schadens belaufe sich auf 

mindestens RUB 1‘191‘636‘948.75. Am 29. September 2014 sei gegen die 

Beschuldigten Anklage erhoben worden und das Strafverfahren werde vor 

dem Kreisgericht Simonovsky in Moskau behandelt. D. und C. seien am 

23. Mai und 26. November 2014 zur internationalen Fahndung ausgeschrie-

ben worden (Verfahrensakten, Ordner 1, Lasche 2, Urk. 2).  

3.3.2 In der Folge wandten sich die russischen Behörden mit Schreiben vom 

20. Oktober 2016 und 20. November 2017 an das BJ (Verfahrensakten, Ord-

ner 1, Lasche 3, Urk. 3/20; Ordner 1, Lasche 16). Obschon in diesen beiden 

Schreiben der rechtskräftige Abschluss des Verfahrens gegen B. per 7. Juni 

http://links.weblaw.ch/1A.149/2006
http://links.weblaw.ch/BGE-123-II-161
http://links.weblaw.ch/BGE-118-IB-457
http://links.weblaw.ch/BSTGER-RR.2007.89
http://links.weblaw.ch/1A.32/2000
http://links.weblaw.ch/BSTGER-RR.2007.98+114
http://links.weblaw.ch/1C_559/2009

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2016 erwähnt wurde, zogen die russischen Behörden das Rechtshilfeersu-

chen nicht zurück. Stattdessen wurden im Schreiben vom 20. Oktober 2016 

die von der Schweiz rechtshilfeweise angeordnete Kontosperre und deren 

Aufrechterhaltung erwähnt. Insbesondere wurde am Ende des Schreibens 

Folgendes ausgeführt: „In diesem Zusammenhang bestätigen wir die Not-

wendigkeit der Erfüllung des Ersuchens vom 27. November 2015 in Bezug 

auf Vorlegung der Information über Konten in der schweizerischen Bank G. 

AG und der Sperrung der auf diesem Konto befindlichen Geldmittel.“ (Ver-

fahrensakten, Ordner 1, Lasche 3, Urk. 3/20). Aufgrund dieser Ausführungen 

durfte die Beschwerdegegnerin davon ausgehen, dass die russischen Be-

hörde an ihrem Ersuchen festzuhalten beabsichtigen. 

3.3.3 An der vorgängigen Schlussfolgerung vermag der von der Beschwerdefüh-

rerin ins Recht gelegte Auszug aus dem Urteil des Simonovski Bezirksge-

richts der Stadt Moskau vom 5. April 2016, das am 7. Juni 2016 in Rechts-

kraft erwuchs (act. 1.3), nichts zu ändern. Aus diesem geht hervor, dass B., 

H., E. und F. angeklagt und zu Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren verur-

teilt wurden. Obschon die im Rechtshilfeersuchen und im Urteil vom 5. April 

2016 erwähnte Geschädigte Unternehmung J. und die von ihr behauptete 

Höhe des ihr erwachsenen Schadens identisch sind, kann nicht mit Sicher-

heit gesagt werden, dass es sich beim Urteil vom 5. April 2016 um das End-

urteil in der vorliegenden Sache handelt. Soweit aus den Akten ersichtlich 

ist, sind D. und C. weiterhin zur Verhaftung ausgeschrieben, mithin liegt noch 

kein rechtskräftiger Entscheid hinsichtlich aller Beschuldigten vor. Selbst 

wenn B. seine Freiheitsstrafe verbüsst haben sollte, ist das gegen D. und C. 

geführte Strafverfahren noch hängig und die herauszugebenden Unterlagen 

sind zumindest im Hinblick auf das gegen sie geführte Strafverfahren von 

Bedeutung. Unter diesen Umständen ist von einer Rücksprache betreffend 

die rechtskräftige Erledigung des Verfahrens abzusehen und der Eventu-

alantrag ist abzuweisen.  

 

3.3.4 Dass die Beschwerdegegnerin unter den vorgenannten Umständen von ei-

nem Nachfragen bei den russischen Behörden abgesehen hat, ist nicht zu 

beanstanden. Die Rüge geht fehl. 

 

4.  

4.1 Des Weiteren rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung des Verhältnis-

mässigkeitsgrundsatzes (act. 1, S. 5 f.). 

 

4.2 Rechtshilfemassnahmen haben generell dem Prinzip der Verhältnismässig-

keit zu genügen (statt vieler Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2011.193 vom 9. Juli 2012 E. 8.2). Die internationale Zusammenarbeit 

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kann nur abgelehnt werden, wenn die verlangten Unterlagen mit der verfolg-

ten Straftat in keinem Zusammenhang stehen und offensichtlich ungeeignet 

sind, die Untersuchung voranzutreiben, so dass das Ersuchen nur als Vor-

wand für eine unzulässige Beweisausforschung («fishing expedition») er-

scheint (BGE 142 II 161 E. 2.1.2 S. 166 f.; 139 II 404 E. 7.2.2 S. 424; 136 IV 

82 E. 4.1 S. 85). Ob die verlangten Auskünfte für das Strafverfahren im er-

suchenden Staat nötig oder nützlich sind, ist eine Frage, deren Beantwor-

tung grundsätzlich dem Ermessen der Behörden dieses Staates anheimge-

stellt ist. Der ersuchte Staat ist verpflichtet, dem ersuchenden Staat alle die-

jenigen Aktenstücke zu übermitteln, die sich auf den im Rechtshilfeersuchen 

dargelegten Sachverhalt beziehen können; nicht zu übermitteln sind nur die-

jenigen Akten, die für das ausländische Strafverfahren mit Sicherheit nicht 

erheblich sind (sog. potentielle Erheblichkeit; BGE 128 II 407 E. 6.3.1 S. 423; 

122 II 367 E. 2c; TPF 2009 161 E. 5.1 S. 163 m.w.H.). Hierbei ist auch zu 

beachten, dass für das ausländische Strafverfahren nicht nur belastende, 

sondern auch entlastende Beweismittel von Bedeutung sein können, um ei-

nen bestehenden Verdacht allenfalls zu widerlegen (TPF 2011 97 E. 5.1 

S. 106 m.w.H.).  

Dabei darf die ersuchte Rechtshilfebehörde über ein im Rechtshilfeersuchen 

gestelltes Begehren nicht hinausgehen (Übermassverbot; BGE 136 IV 82 

E. 4.1 S. 85 f.). Die Rechtsprechung hat diesen Grundsatz derweil insofern 

präzisiert, als das Rechtshilfeersuchen nach Massgabe des Zwecks der an-

gestrebten Rechtshilfe weit ausgelegt werden kann, solange alle Vorausset-

zungen für die Gewährung der Rechtshilfe erfüllt sind. Auf diese Weise kann 

eine andernfalls notwendige Ergänzung des Rechtshilfeersuchens vermie-

den werden (BGE 136 IV 82 E. 4.1 S. 86; vgl. zum Ganzen auch TPF 2009 

161 E. 5.1 S. 164). Zielt das Rechtshilfeersuchen auf die Ermittlung ab, auf 

welchem Weg Geldmittel möglicherweise strafbarer Herkunft verschoben 

worden sind, so sind die Behörden des ersuchenden Staates grundsätzlich 

über alle Transaktionen zu informieren, die von Gesellschaften und über 

Konten getätigt worden sind, welche in die Angelegenheit verwickelt sind 

(BGE 129 II 462 E. 5.3 S. 468; TPF 2011 97 E. 5.1 S. 106 m.w.H.) 

 

4.3 Wie vorgängig festgestellt (vgl. E. 3.3 hiervor), können die herauszugeben-

den Unterlagen für das russische Strafverfahren von Bedeutung sein und 

sind deshalb herauszugeben. Das Argument der Beschwerdeführerin, das 

Rechtshilfeersuchen basiere auf einem in der Schweiz erschienenen und 

von einem Dritten gelesenen Medienartikel, vermag nicht zu überzeugen. 

Das Ersuchen seitens der russischen Behörden erfolgte im Nachgang an die 

seitens des BJ erstattete Meldung i.S.v. Art. 67a IRSG, die gestützt auf die 

Verdachtsmeldungen der Bank G. an die MROS erfolgte. Nachdem die Be-

schwerdegegnerin das Ersuchen als zu breit gefasst erachtete und die 

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Rechtshilfemassnahme auf die bereits bekannte Bankbeziehungen redu-

zierte (Verfahrensakten, Ordner 1, Lasche 5), ist eine Verletzung des Ver-

hältnismässigkeitsprinzips nicht zu erkennen.  

 

 

5. Die Beschwerde erweist sich nach dem Gesagten als unbegründet. Andere 

Hindernisse, welche der zu gewährenden Rechtshilfe entgegenstünden, 

werden weder geltend gemacht noch sind solche ersichtlich. Die Be-

schwerde ist daher abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.  

 

 

6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der Beschwer-

deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr ist auf 

insgesamt Fr. 5'000.-- festzusetzen (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 

StBOG sowie Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a des Reglements des Bundesstrafge-

richts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigun-

gen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]), unter Anrechnung 

des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe. 

 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf darauf eingetreten wird. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 5‘000.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt, 

unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe. 

 

 

Bellinzona, 14. Dezember 2018 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Urs Bürgin 

- Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).