# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fb19a96d-e211-5fd9-b4f0-cd0fa14bd260
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-12-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.12.2023 F-6660/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-6660-2023_2023-12-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-6660/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  7 .  D e z e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichterin Susanne Genner, 

mit Zustimmung von Richter David R. Wenger;   

Gerichtsschreiberin Susanne Flückiger. 

   

Parteien 

 
A.________, geboren am (…), 

Syrien,   

vertreten durch Idris Hajo,  

c/o DAMAS ZENTRUM,  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 24. November 2023 / N (…). 

 

 

 

F-6660/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 4. November 2023 in der Schweiz um 

Asyl nach. Ein Abgleich seiner Fingerabdrücke mit der europäischen Fin-

gerabdruck-Datenbank (Eurodac) ergab, dass er am 27. Oktober 2023 in 

Österreich einen Antrag auf internationalen Schutz gestellt hatte. 

B.  

Am 9. November 2023 ersuchte das SEM die österreichischen Behörden 

um Übernahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b der 

Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-

stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO). 

Diesem Gesuch wurde am 13. November 2023 entsprochen.  

C.  

Am 24. November 2023 gewährte das SEM dem Beschwerdeführer im 

Rahmen des Dublin-Gesprächs das rechtliche Gehör zur voraussichtlichen 

Wegweisung aus der Schweiz und zur Überstellung nach Österreich. Der 

Beschwerdeführer gab dazu an, er habe in der Schweiz Schutz gesucht; in 

Österreich sei er quasi gezwungen worden, ein Asylgesuch einzureichen. 

Er sei in Österreich in Gefahr. Er habe Angst vor einem [Verwandter], der 

ihn bedrohe, weil er vom Islam zum Christentum konvertiert sei. Ein (…), 

(…) und Freunde dieses [Verwandten] würden in Österreich wohnen. In der 

Schweiz lebe seine [Familienangehörige], bei der er sich sicher fühle. Sie 

sei wie eine [Familienangehörige] für ihn und seine wichtigste Person. Er 

habe psychische Probleme. Wenn er nicht hier bei ihr bleiben dürfe, werde 

er sich etwas antun oder verrückt werden. 

D.  

Mit Verfügung vom 24. November 2023 (eröffnet am 27. November 2023) 

trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) 

auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete seine Weg-

weisung nach Österreich an und forderte ihn auf, die Schweiz am Tag nach 

Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, ansonsten er unter Zwang in den 

zuständigen Dublin-Mitgliedstaat zurückgeführt werden könne. Gleichzei-

tig verfügte es die Aushändigung der editionspflichtigen Akten und stellte 

fest, einer allfälligen Beschwerde gegen den Entscheid komme keine auf-

schiebende Wirkung zu. 

F-6660/2023 

Seite 3 

E.  

Mit Beschwerde vom 1. Dezember 2023 (Poststempel) an das Bundesver-

waltungsgericht beantragte der Beschwerdeführer, die Verfügung vom 

24. November 2023 sei aufzuheben und sei in der Schweiz zu behandeln. 

Der Beschwerde sei aufschiebende Wirkung zu verleihen und die Überstel-

lung sei einstweilen zu stoppen. Es sei auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses zu verzichten und die unentgeltliche Prozessführung zu gewäh-

ren.  

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 4. Dezember 2023 ordnete die Instruktions-

richterin einen superprovisorischen Vollzugsstopp an.  

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG 

[SR 142.31]). 

1.2. Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die üb-

rigen Sachurteilsvoraussetzungen (Legitimation [Art. 48 Abs. 1 VwVG], 

Frist [Art. 108 Abs. 3 AsylG] und Form [Art. 52 Abs. 1 VwVG] sind erfüllt. 

Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

2.1. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb 

sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines 

zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e 

AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summari-

scher Begründung, zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

Der Beschwerdeführer macht sinngemäss geltend, die Vorinstanz habe 

den Sachverhalt unvollständig festgestellt. 

F-6660/2023 

Seite 4 

3.1. Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes 

wegen fest und bedient sich nötigenfalls der unter Buchstaben a–e aufge-

listeten Beweismittel. Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der 

Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird 

oder Beweise falsch gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn 

nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksich-

tigt werden (vgl. BVGE 2008/43 E. 7.5.6; siehe ferner BENJAMIN SCHIND-

LER, in: Kommentar zum VwVG, 2. Aufl. 2019, Art. 49 N. 29). 

3.2. Der Beschwerdeführer rügt namentlich, die Vorinstanz habe nicht be-

achtet, dass er zu den besonders verletzlichen und gefährdeten Personen 

zähle und suizidgefährdet sei. Seinem Gesundheitszustand sei zu wenig 

Aufmerksamkeit geschenkt worden, obwohl ärztlich bestätigt worden sei, 

wie gross sein Bedarf an seiner Familie in der Schweiz und wie wichtig die 

Familie für die Behandlung und die Genesung sei.  

3.3. Wie aus der nachfolgenden E. 5.3.1 ff. hervorgeht, hat die Vorinstanz 

den medizinischen Sachverhalt – soweit im Entscheidzeitpunkt bekannt – 

vollständig ermittelt und ihrem Entscheid zu Grunde gelegt (vgl. Akten SEM 

[…]-16/1). Angesichts der vorhandenen medizinischen Dokumentation fin-

den sich keine Belege für einen psychischen (Ausnahme)-Zustand, der 

seine Anwesenheit in der Schweiz erfordern würde. Die sinngemäss erho-

bene Rüge, der Sachverhalt sei ungenügend ermittelt worden, erweist sich 

als unbegründet. 

4.  

4.1. Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

4.2. Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständi-

gen Mitgliedstaats wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals 

ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rahmen des 

Wiederaufnahmeverfahrens (Art. 23–25 Dublin-III-VO) findet grundsätzlich 

keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III Dublin-III-VO mehr 

statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1). 

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Seite 5 

4.3. Nachdem der Beschwerdeführer am 27. Oktober 2023 in Österreich 

ein Asylgesuch eingereicht hatte, handelt es sich um ein «take back»-Ver-

fahren gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO. Die österreichischen Be-

hörden haben innert der in Art. 25 Abs. 1 Dublin-III-VO festgelegten Frist 

dem Wiederaufnahmegesuch der Vorinstanz zugestimmt. Somit ist die Zu-

ständigkeit Österreichs grundsätzlich gegeben. 

5.  

Der Beschwerdeführer macht zu Recht nicht geltend, dass das österreichi-

sche Asylverfahren systemische Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 

zweiter und dritter Satz Dublin-III-VO, die eine Gefahr einer unmenschli-

chen Behandlung im Sinne von Art. 4 der EU-Grundrechtecharta und Art. 3 

EMRK mit sich bringen würden, vorlägen (BVGer F-3813/2023 vom 3. Au-

gust 2023 E. 5 m.H.). 

6.  

6.1. Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat 

beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-

tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn 

er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-

fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO). Dieses soge-

nannte Selbsteintrittsrecht ist zwingend auszuüben, wenn die Überstellung 

der betroffenen Person in den an sich zuständigen Mitgliedstaat zu einer 

Verletzung völkerrechtlicher Verpflichtungen der Schweiz führen würde 

(BVGE 2015/9 E. 8.2.1). Gemäss Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 

vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) kann zudem das SEM das 

Asylgesuch «aus humanitären Gründen» auch dann behandeln, wenn da-

für gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre. Bei dieser Ent-

scheidung kommt dem SEM Ermessen zu; das Bundesverwaltungsgericht 

darf sein eigenes Ermessen nicht an dessen Stelle setzen (BVGE 2015/9 

E. 7.6 und E. 8.1 in fine). 

7.  

7.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, er sei psychisch stark ange-

schlagen und benötige medizinische Hilfe in der Schweiz. Er zähle zu den 

besonders verletzlichen und gefährdeten Personen und sei suizidgefähr-

det. Gemäss Arztzeugnis vom 28. November 2023 leide er unter einer psy-

chischen Belastungssituation mit akuten Angstzuständen. Seine in der 

Schweiz wohnende [Familienangehörige] sei seine engste Familie und 

seine wichtigste Bezugsperson. In Österreich sei er seinen Suizidgedan-

ken ausgesetzt. Er sei dringend selbstgefährdet und befinde sich seit län-

gerer Zeit in psychiatrischer Behandlung; wegen einer suizidalen Krise 

F-6660/2023 

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habe er stationär behandelt werden müssen. Neben einer medizinisch be-

darfsgerechten Grundversorgung sei in Österreich kein soziales Umfeld 

gewährleistet. Auf sich gestellt komme er in Österreich nicht klar. Dazu 

komme, dass er wegen seines Glaubenswechsels mit familiären und reli-

giösen Konsequenzen in Österreich rechnen müsse. Eine Überstellung 

nach Österreich sei nicht zumutbar. 

7.2.  

7.2.1. Gemäss den vorinstanzlichen Akten machte der Beschwerdeführer 

in gesundheitlicher Hinsicht geltend, er sei psychisch angeschlagen und 

möchte bei seiner [Familienangehörige], die in D._______ wohne, sein 

(SEM […]-3/1, […]-5/1, […]-13/9 S. 4). Zum medizinischen Sachverhalt fin-

det sich in den SEM-Akten die Angabe, der Gesuchsteller habe über einen 

erlittenen Autounfall berichtet, wovon er Narben habe. Zudem habe er 

Schmerzen am Herzen und Husten geltend gemacht. Es sei eine Wunde 

am Fuss festgestellt worden. Weiter habe er Mühe beim Einschlafen be-

kundet. Nach seiner Verlegung nach (B._______) vom 14. November 2023 

habe er sich nicht beim Gesundheitsdienst vorgestellt. Es seien auch keine 

Arzttermine geplant (SEM […]-16/1). Im Rahmen des Dublin-Gesprächs 

machte er Schlafprobleme wegen der Angst geltend. Weiter ist diesem Ge-

spräch zu entnehmen, er habe in Irak nach einem Unfall eine Herzopera-

tion gehabt, seither habe er Atembeschwerden und auch Schmerzen im 

Herzen bekommen. Gegen die Albträume habe er Tabletten erhalten, die 

aber nicht geholfen hätten. Er sei aufgefordert worden, sich im aktuellen 

Zentrum aktiv beim Gesundheitsdienst zu melden, was er offenbar nicht 

tat. Schliesslich findet sich das mit der Beschwerde eingereichte Arztzeug-

nis der C._______-Ärzte D.________ vom 28. November 2023, dem zu 

entnehmen ist, dass der Patient unter einer psychosozialen Belastungssi-

tuation mit akuten Angstzuständen und Depression leide. Die [Familienan-

gehörige] des Patienten, die wie eine [Familienangehörige] für ihn sei, 

wohne in E._______. Der Patient sei ab 28. November 2023 wegen Krank-

heit arbeitsunfähig.  

7.2.2. Gestützt auf die aktenkundigen Angaben ist grundsätzlich nicht zu 

bezweifeln, dass der Beschwerdeführer medizinische Probleme hat und 

psychisch angeschlagen sein könnte. Jedoch sind die Vorbringen zur gel-

tend gemachten Schwere der psychischen Erkrankung des Beschwerde-

führers weder glaubhaft gemacht noch nachvollziehbar. Insbesondere hin-

sichtlich des Vorbringens, der Beschwerdeführer sei potenziell suizidal 

oder könnte es wieder werden, finden sich keine Belege. Wie die Vor-

instanz zu Recht ausführt, wurde der Beschwerdeführer nach der Verle-

gung ins neue Zentrum am 14. November 2023 offenbar nicht beim 

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Gesundheitsdienst vorstellig, was dafür spricht, dass er diesbezüglich 

keine Hilfe benötigte. Weiter erweist sich die Behauptung, er sei seit län-

gerer Zeit in psychiatrischer Behandlung, nicht als nachvollziehbar, zumal 

er nach seinen Angaben seit 1. August 2023 auf der Flucht aus dem Irak 

war, über [EU-Staat] und zuletzt Österreich am 28. Oktober 2023 in der 

Schweiz ankam und weder aus dem Irak noch im Rahmen der Reise noch 

aus der Schweiz Hinweise für eine laufende psychiatrische Behandlung 

ersichtlich sind oder entsprechende Belege eingereicht wurden. Daran än-

dert das Arztzeugnis vom 28. November 2023 nichts, das einzig eine (nicht 

weiter definierte) Arbeitsunfähigkeit bei einer psychosozialen Belastungs-

situation, akuten Angstzuständen und einer Depression feststellt, ohne 

weitere Auskunft oder Beschreibung der Schwere dieser Zustände oder ei-

nes Behandlungsplans.  

7.2.3. Wie die Vorinstanz – die sich in ihrem Entscheid ausführlich mit der 

damals bekannten medizinischen Situation des Beschwerdeführers ausei-

nandersetzte – zu Recht ausführte, sind die geltend gemachten gesund-

heitlichen Beschwerden auch in Österreich behandelbar, sollte der Be-

schwerdeführer nach seiner Rückkehr dorthin eine medizinische bzw. eine 

psychiatrische Behandlung benötigen. Österreich verfügt über eine ausrei-

chende medizinische Infrastruktur und ist gemäss Art. 19 Abs. 1 der Richt-

linie 2013/33/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

26. Juni 2013 (sogenannte Aufnahmerichtlinie) verpflichtet, ihm die erfor-

derliche medizinische Versorgung, welche zumindest die Notversorgung 

und die unbedingt erforderliche Behandlung von Krankheiten und schwe-

ren psychischen Störungen umfasst, zu gewähren. Im Rahmen des Dublin-

Systems ist davon auszugehen, dass der zuständige Dublin-Staat ange-

messene medizinische Versorgungsleistungen erbringen kann und den Zu-

gang zu notwendiger medizinischer Behandlung gewährleistet. Antragstel-

lenden Personen mit besonderen Bedürfnissen ist die erforderliche medi-

zinische oder sonstige Hilfe, einschliesslich psychologischer Betreuung, zu 

gewähren (Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtlinie). Eine dahingehend notwen-

dige Behandlung in Österreich dürfte dem Beschwerdeführer demnach 

nicht verweigert werden.  

7.2.4. Weiter ergeben sich auch zur geltend gemachten familiären Situa-

tion des Beschwerdeführers keine nachvollziehbaren Hinweise, die seine 

vagen Angaben untermauern könnten. Er hat seine [Familienangehörige], 

welche eine enge Bezugsperson sei und in der Region D._______ lebe, 

nie namentlich benannt oder ihre Adresse bekanntgegeben. Dem Arzt-

zeugnis vom 28. November 2023 ist einzig zu entnehmen, sie wohne in 

E._______. Ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis im Sinne von Art. 16 

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Seite 8 

Abs. 1 Dublin-III-VO zwischen ihm und dieser Schwester ist nicht ersicht-

lich. Wie die Vorinstanz dazu im Übrigen zu Recht ausführte, können die 

geltend gemachten – aber unbelegten – Beschwerden auch nicht als 

schwere Krankheit im Sinne von Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO bezeichnet 

werden. Somit kann die – ebenfalls nicht belegte – in Anwesenheit der [Fa-

milienangehörige] in der Schweiz deren Zuständigkeit nicht begründen. 

7.2.5. Der Beschwerdeführer macht schliesslich geltend, in Österreich leb-

ten [Verwandte] und Bekannte, die ihn wegen seiner Konvertierung zum 

christlichen Glauben bedrohten. Genauere Angaben dazu macht er nicht. 

Wie die Vorinstanz hierzu zu Recht ausführt, ist Österreich ein Rechtsstaat, 

welcher über eine funktionierende Polizeibehörde verfügt, die sowohl als 

schutzwillig wie auch als schutzfähig gilt. Sollte der Beschwerdeführer sich 

in Österreich vor Übergriffen durch Privatpersonen fürchten oder sogar sol-

che erleiden, so kann er sich an die zuständigen staatlichen Stellen wen-

den.  

7.2.6. Nach dem Gesagten besteht kein Grund für eine Anwendung der 

Ermessensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO. Der Vollständigkeit halber ist 

festzuhalten, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht ein-

räumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch 

BVGE 2010/45 E. 8.3). 

7.3. Die Vorinstanz hat das Selbsteintrittsrecht gemäss Art. 17 Dublin-III-

VO sowie Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 zu Recht nicht ausgeübt. Weder ist die 

Schweiz völkerrechtlich verpflichtet, auf das Asylgesuch einzutreten, noch 

liegen humanitäre Gründe vor, welche einen Selbsteintritt nahelegen wür-

den. 

8.  

Das SEM ist demnach zu Recht gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG 

auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten und hat die 

Wegweisung nach Österreich angeordnet. 

9.  

Die Beschwerde ist abzuweisen. Mit dem vorliegenden Urteil fällt der am 

4. Dezember 2023 verfügte einstweilige Vollzugsstopp dahin. Das Gesuch 

um Erteilung der aufschiebenden Wirkung ist gegenstandslos geworden. 

  

 

 

F-6660/2023 

Seite 9 

10.  

10.1. Die Begehren erweisen sich als aussichtslos, weshalb das Gesuch 

um unentgeltliche Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG) abzuweisen 

ist.  

10.2. Die Verfahrenskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen 

(Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-

gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

11.  

Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

F-6660/2023 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Susanne Genner Susanne Flückiger 

 

 

Versand: