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**Case Identifier:** ec7b49a8-bcfe-5626-8b8b-33efa1b1c305
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-05
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 05.09.2023 SST.2022.260
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2022-260_2023-09-05.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 2. Kammer 

 

 

SST.2022.260 
(ST.2022.89; StA.2021.640) 

 

 

Urteil vom 5. September 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Plüss, Präsidentin 

Oberrichterin Möckli 

Oberrichter Fedier 

Gerichtsschreiberin Gall 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau, 

Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg 

 

    
    

Beschuldigter   A._____, 

geboren am tt.mm.1985, von Bäretswil, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Roger Baumberger, 

[…] 

 

 

 
 

Gegenstand  Pornografie 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau erhob gegen den Beschuldigten 

am 19. April 2022 folgende, hier auszugsweise wiedergegebene Anklage 

(vgl. act. 427 ff.): 

 

1. Dossier 1.1 

Versuchte Pornografie (Art. 197 Abs. 5 Satz 2 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 

StGB) 

Der Beschuldigte hat vorsätzlich, d.h. mit Wissen und Willen, versucht, 

Gegenstände oder Vorführungen im Sinne von Art. 197 Abs. 1 StGB, die 

tatsächliche sexuelle Handlungen mit Minderjährigen zum Inhalt haben, 

zum Eigenkonsum über elektronische Mittel oder sonst wie zu beschaffen. 

 

Tatort: Q-Strasse 

Tatzeit: 20.12.2020 bis 02.02.2021 

Tatmittel: PC Bigtower Thermaltake Tai-Chi (Datenträger […]) 

 

Zwischen dem 20.12.2020 und dem 02.02.2021, zu einem nicht näher 

bestimmbaren Zeitpunkt, in Q-Strasse, hat der Beschuldigte die nachfol-

genden Suchbegriffe in die Suchmaske der Filesharing-Software «eMule» 

eingetippt und somit nach kinderpornografischen Inhalten gesucht (Report 

«Kinderpornografie Beschaffung Verbreitung» / «Emule Search Key-

words»): 

 

«Juljailbait», «julybait», «16yo», «15yo», «14yo», «molested», «rxped», 

«ptxx», «opva», «ptsc», «cp lolita», «scpx», «cp», «pthc». 

 

Der Beschuldigte wusste, dass es sich bei den von ihm verwendeten Such-

begriffen um Begriffe resp. Abkürzungen handelte, die eindeutig auf kin-

derpornografische Inhalte abzielen. Er hat diese Begriffe willentlich in der 

Suchmaske von «eMule» eingegeben, um an kinderpornografisches Mate-

rial zu gelangen. 

 

2. Dossier 1.2 

Versuchte Pornografie (Art. 197 Abs. 5 Satz 2 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 

StGB) 

Der Beschuldigte hat vorsätzlich, d.h. mit Wissen und Willen, versucht, Ge-

genstände oder Vorführungen im Sinne von Art. 197 Abs. 1 StGB, die tat-

sächliche sexuelle Handlungen mit Minderjährigen zum Inhalt haben, zum 

Eigenkonsum herzustellen, über elektronische Mittel oder sonst wie zu be-

schaffen und zu besitzen. 

 

Tatort: Q-Strasse 

Tatzeit: 20.12.2020 bis 22.12.2020 

Tatmittel: PC Bigtower Thermaltake Tai-Chi (Datenträger […]) 

 

 - 3 - 

 

 

 

Zwischen dem 20.12.2020 und dem 22.12.2020, zu einem nicht näher be-

stimmbaren Zeitpunkt, in Q-Strasse, hat der Beschuldigte die nachfolgen-

den 78 Bild- und Videodateien über die Filesharing-Software «eMule» zu-

mindest teilweise auf seinen Rechner heruntergeladen (Report «Kinder-

pornografie Beschaffung Verbreitung» / «Emule Known.met Recor-

ds»), ohne diese zugleich Drittpersonen zum Download zur Verfügung zu 

stellen: 

 

 Felixxx New Pies Lolita Cmc Babes Suck Two Cocks Monsters 

Cplk.jpg 

 […] 

 

Der Beschuldigte wusste, dass er potenziell kinderpornografisches Materi-

al aus dem Internet auf seinen Rechner lud, zugleich abspeicherte und 

damit auch reproduzierte. Dabei handelte der Beschuldigte mit dem Ziel, 

sich kinderpornografisches Material zu beschaffen und dieses auch zu 

konsumieren. 

 

3. Dossier 1.3 

Versuchte Pornografie (Art. 197 Abs. 4 Satz 2 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 

StGB) 

Der Beschuldigte hat vorsätzlich, d.h. mit Wissen und Willen, versucht, 

Gegenstände oder Vorführungen im Sinne von Art. 197 Abs. 1 StGB, die 

tatsächliche sexuelle Handlungen mit Minderjährigen zum Inhalt haben, 

herzustellen, in Verkehr zu bringen, zu überlassen, zugänglich zu machen 

und über elektronische Mittel zu beschaffen. 

 

Tatort: Q-Strasse 

Tatzeit: 20.12.2020 bis 22.12.2020 

Tatmittel: PC Bigtower Thermaltake Tai-Chi (Datenträger […]) 

 

Zwischen dem 20.12.2020 und dem 22.12.2020, zu einem nicht näher be-

stimmbaren Zeitpunkt, in Q-Strasse, hat der Beschuldigte die nachfolgen-

den 60 Dateien (hauptsächlich Bild- und Videodateien), in nachfolgend be-

schriebenem Umfang, über die Filesharing-Software «eMule» einer unbe-

kannten Anzahl Drittpersonen zum Download zur Verfügung gestellt 

(Report «Kinderpornografie Beschaffung Verbreitung» / «Emule 

Known.met Records» mit dem Tag «Uploaded»), während er die Datei-

en selbst von anderen Netzwerk-Benutzern auf seinen Rechner lud: 

 

 Japan Lolita -15Yo Girl In 3 Clips - By Bancho Ush-45 li b k93N ★ No 

18-698 Sfr.avi 

 […] 

Anzahl hochgeladene Bytes: 11308886 

Der Beschuldigte wusste, dass er potenziell kinderpornografisches Materi-

al aus dem Internet auf seinen Rechner lud, zugleich abspeicherte, repro-

duzierte und einer unbekannten Zahl von Personen zum Download zur 

Verfügung stellte. Das Ziel des Beschuldigten bestand primär darin, selbst 

an kinderpornografisches Material zu gelangen. Dass er im Zuge seiner 

 - 4 - 

 

 

 

Beschaffungshandlungen die von ihm aus dem Internet geladenen Dateien 

auch Dritten zum Download preisgab, nahm der Beschuldigte zumindest 

in Kauf. 

 

4. Dossier 1.4 

Versuchte Pornografie (Art. 197 Abs. 5 Satz 2 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 

StGB) 

Der Beschuldigte hat vorsätzlich, d.h. mit Wissen und Willen, versucht, Ge-

genstände oder Vorführungen im Sinne von Art. 197 Abs. 1 StGB, die 

tatsächliche sexuelle Handlungen mit Minderjährigen zum Inhalt haben, zu 

konsumieren. 

 

Tatort: Q-Strasse 

Tatzeit: 20.12.2020 bis 02.02.2021 

Tatmittel: PC Bigtower Thermaltake Tai-Chi (Datenträger […]) 

 

Zwischen dem 20.12.2020 und dem 02.02.2021, zu einem nicht näher be-

stimmbaren Zeitpunkt, in Q-Strasse, hat der Beschuldigte die nachfolgen-

den 26 Videodateien mit der Applikation VLC Media Player geöffnet und 

angeschaut (Report «Kinderpornografie Konsum» / «VLC Recently 

Played Files»): 

 

 PTHC%20Compilation%20%28Volume%20%231%20~%20Nibra%20

Productions%29%20---

%20%5B2014%2Copva%2C10yo%2C11yo%2C12yo%2Clolita%2Cch

ildren%2Cpreteen%2Cpedo%2Ckids%2Cnovinha%5D.mpg 

 […] 

 

Zudem hat der Beschuldigte, zwischen dem 20.12.2020 und dem 

02.02.2021, zu verschiedenen, teils nicht näher bestimmbaren Zeitpunk-

ten, in Q-Strasse, die nachfolgenden 143 Dateien auf seinem Rechner 

geöffnet und angeschaut (Report «Kinderpornografie Konsum» / 

«LNK Files»): 

 

 C:\Users\[…]\Downloads\eMule\lncoming\(12Yo & 13Yo) Russian - 

Suck, Fuck, Masturbate Pjk - Pthc - Kdv - (Rbv) - Pedo — 02 — Sk — 

Starskysh — Boys -13Yo - 14Yo – Russian - 40-05Mi.mpg 

 […] 

 

Der Beschuldigte wusste, dass es sich um Dateien mit potenziell kinder-

pornografischem Inhalt handelte. Er entschied sich dennoch dazu, die Da-

teien anzuklicken und zu betrachten. Dabei handelte der Beschuldigte mit 

dem Ziel, sich kinderpornografische Inhalte anzuschauen. 

 

5. Dossier 1.5 

Pornografie (Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB) 

Der Beschuldigte hat vorsätzlich, d.h. mit Wissen und Willen, Gegenstände 

oder Vorführungen im Sinne von Art. 197 Abs. 1 StGB, die tatsächliche 

sexuelle Handlungen mit Minderjährigen zum Inhalt haben, zum Eigenkon-

sum besessen. 

 

 - 5 - 

 

 

 

Tatort: Q-Strasse 

Tatzeit: 02.02.2021 

Tatmittel: PC Bigtower Thermaltake Tai-Chi (Datenträger […]) 

 

Am 02.02.2021, in Q-Strasse, war der Beschuldigte im Besitz («Report 

Kinderpornografie Medien» / «Pictures», «Thumbcache Pictures» 

und «Videos») von 27 Bilddateien und einer Videodatei mit folgendem In-

halt: 

 

 Nacktes Kind weiblichen Geschlechts auf dem Rücken auf einem Bett 

liegend; 

 erwachsene Person streift ihren erigierten Penis am Mund eines Kindes 

weiblichen Geschlechts; 

 nackte erwachsene Frau verübt Oralverkehr am Geschlechtsteil eines 

Kindes weiblichen Geschlechts; 

 nackte erwachsene Frau befindet sich auf einem Sofa mit einem nack-

ten Kind weiblichen Geschlechts, welches sich vornüberbeugt, sodass 

die Vagina des Kindes ersichtlich ist; 

 Kind weiblichen Geschlechts mit entblösstem Unterkörper sitzt auf dem 

Penis einer erwachsenen männlichen Person und wird von dieser Per-

son vaginal penetriert; 

 Kind weiblichen Geschlechts mit entblösstem Unterkörper liegt auf 

einem Bett, während sich eine nackte erwachsene männliche Person 

über das Kind beugt; 

 nicht identifizierbare Person nimmt den erigierten Penis eines Kindes 

männlichen Geschlechts in den Mund; 

 weibliche Person hält den erigierten Penis eines Kindes männlichen 

Geschlechts in der Hand; 

 Kind weiblichen Geschlechts mit entblösstem Unterkörper liegt auf ei-

nem Bett und hält die Arme nach oben; der Genitalbereich des Kindes 

ist ersichtlich; 

 erwachsene männliche Person penetriert die Scheide eines Kindes 

weiblichen Geschlechts; 

 Kind weiblichen Geschlechts, auf dem Bett liegend, hält sich einen 

weissen Vibrator an den entblössten Schambereich; in einer weiteren 

Szene nimmt selbiges Kind den erigierten Penis einer nackten männli-

chen Person in den Mund (Videodatei). 

 

Der Beschuldigte wusste, dass er im Besitz besagter Dateien war, und 

wollte diese auch besitzen, um sie anschauen zu können. 

 

2. 

2.1. 

Nach durchgeführter Hauptverhandlung entschied die Präsidentin des Be-

zirksgerichts Aarau mit Urteil vom 20. Juni 2022 Folgendes: 

 

1. 
Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf 
der versuchten Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB (Dos-
sier 1.3). 

 - 6 - 

 

 

 

 

2. 
Der Beschuldigte ist schuldig 
der mehrfachen versuchten Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 
StGB (Dossier 1.1, Dossier 1.2 und Dossier 1.4), 
der Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB (Dossier 1.5). 
 
3. 
Der Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziffer 2 erwähnten Bestimmun-
gen und gestützt auf Art. 34, Art. 47 und Art. 49 Abs. 1 StGB zu 
180 Tagessätzen Geldstrafe verurteilt. Der Tagessatz wird auf Fr. 100.00 
festgesetzt. Die Geldstrafe beläuft sich auf Fr. 18'000.00. 
 
4. 
Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 42 StGB für die Geldstrafe der 
bedingte Strafvollzug gewährt. Die Probezeit wird gestützt auf Art. 44 
Abs. 1 StGB auf 3 Jahre festgesetzt. 
 
Der Beschuldigte wird entsprechend der Vorschrift von Art. 44 Abs. 3 StGB 
über die Bedeutung und die Folgen der bedingten Strafe aufgeklärt. Wenn 
er sich bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, d.h. keine Verbrechen oder 
Vergehen mehr begeht, so wird gemäss Art. 45 StGB die aufgeschobene 
Strafe nicht mehr vollzogen. Begeht er aber während der Probezeit ein 
Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere 
Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht die bedingte Strafe 
(Art. 46 Abs. 1 StGB). 
 
5. 
Dem Beschuldigten mit Strafbefehl vom 14. September 2020 für die Geld-
strafe von 40 Tagessätzen gewährte bedingte Strafvollzug wird nicht wi-
derrufen. 
 
Stattdessen wird der Beschuldigte gestützt auf Art. 46 Abs. 2 StGB ver-
warnt, und es wird die ihm damals bestimmte Probezeit von 2 Jahren um 
1 Jahr verlängert. 
 
6. 
6.1. 
Der Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziffer 2 erwähnten Bestimmun-
gen und gestützt auf Art. 106 i.V.m. Art. 42 Abs. 4 StGB zu einer Busse 
von Fr. 2'000.00 verurteilt. 
 
6.2. 
Wird die Busse schuldhaft nicht bezahlt, so wird eine Ersatzfreiheitsstrafe 
von 20 Tagen vollzogen. 
 
7. 
7.1. 
Gestützt auf Art. 197 Abs. 6 StGB wird der folgende Gegenstand eingezo-
gen und vernichtet: 
 
- Speicher, Marke Samsung, Typ 960 Pro Seagate, Seriennummer […] 
 

  

 - 7 - 

 

 

 

7.2. 
Die folgenden Waffen werden strafrechtlich nicht eingezogen:  
 
- Pistolengriff zu SIG P320, schwarz 
- Schlitten zu SIG P320, schwarz, 1282-00, […] 
- Schliessfeder zu SIG P320 
- Wechsellauf zu SIG P320, 9x 19 
- Magazin zu SIG P320 mit 15 Schuss 9x 19 
- Magazin zu SIG P320 mit 10 Schuss 9x 19 
- Faustfeuerwaffe, SIG P320, schwarz, .357 SIG, […] 
- Magazin zu SIG P320 mit 10 Schuss .357 SIG 
- Faustfeuerwaffe, Beretta PICO, schwarz / silber, .380 Auto, […] 
- Magazin zu Beretta PICO mit 6 Schuss .380 Auto 
- Magazin mit Verlängerung zu Beretta PICO mit 6 Schuss .380 Auto 
- Munition .357 SIG, 75 Schuss 
- Munition .380 Auto, 13 Schuss 
- Munition 9x 19, 21 Schuss 
- Munition .223, 20 Schuss (ungeöffnet) 
- Munition .223, 50 Schuss (lose) 
- Munition GP11, 1 Schuss 
 
Über die definitive Rückgabe bzw. die definitive Einziehung der beschlag-
nahmten Waffen hat die SIWAS im Rahmen des verwaltungsrechtlichen 
Verfahrens zu entscheiden. 
 
8. 
Die Verfahrenskosten bestehen aus: 
a) der Gerichtsgebühr von    Fr. 1'200.00 
b) der Anklagegebühr von     Fr. 1'550.00 
c) den Kosten für die amtliche Verteidigung Fr. 4'584.15 
d) andere Auslagen    Fr.  6'287.90 
Total      Fr.       13'622.05 
 
Dem Beschuldigten werden die Gerichtsgebühr und die Anklagegebühr 
sowie die Kosten gemäss lit. d im Gesamtbetrag von Fr. 9'037.90 aufer-
legt. 
 
Die Kosten für die amtliche Verteidigung von Fr. 4'584.15 (inkl. Fr. 327.75 
MwSt.) werden einstweilen von der Gerichtskasse bezahlt. Der Beschul-
digte ist verpflichtet, dem Kanton Aargau die Kosten für die amtliche Ver-
teidigung zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 
erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 
 
9. 
Dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten wird eine Entschädigung 
von Fr. 4'584.15 (inkl. Fr. 327.75 MwSt.) zu Lasten der Staatskasse zuge-
sprochen. 

 

2.2. 

Mit Eingabe vom 25. Juli 2022 (act. 518) meldete der Beschuldigte Beru-

fung gegen das ihm gleichentags (act. 517) zugestellte Urteilsdispositiv an. 

Das begründete Urteil wurde ihm in der Folge am 14. Oktober 2022 

(act. 592) eröffnet. 

 

 - 8 - 

 

 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 1. November 2022 verlangte der Beschuldigte 

einen vollumfänglichen Freispruch (Dispo-Ziffer 2) und eine dementspre-

chende Aufhebung der Ziffern 3 bis 8 des angefochtenen Urteils. 

 

3.2. 

Mit Eingabe vom 9. November 2022 teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass 

sie darauf verzichte, einen Nichteintretensantrag zu stellen bzw. An-

schlussberufung zu erklären. 

 

3.3. 

Der Beschuldigte reichte am 22. November 2022 vorgängig zur Berufungs-

verhandlung eine schriftliche Berufungsbegründung ein. 

 

3.4. 

Mit vorgängiger schriftlicher Berufungsantwort vom 12. Dezember 2022 be-

antragte die Staatsanwaltschaft, die Berufung sei unter Kostenfolge abzu-

weisen. 

 

3.5. 

Mit Eingabe vom 22. Dezember 2022 nahm der Beschuldigte zur Beru-

fungsantwort der Staatsanwaltschaft Stellung. 

 

3.6. 

Die Berufungsverhandlung mit der Befragung des Beschuldigten fand am 

5. September 2023 statt. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen sämtliche erstinstanz-

lich erfolgten Schuldsprüche (Dispo-Ziffer 2) und die damit zusammenhän-

genden Punkte (Dispo-Ziffer 3-8). Nicht angefochten und somit nach 

Art. 404 Abs. 1 StPO nicht zu überprüfen ist demgegenüber der Freispruch 

vom Vorwurf der versuchten Pornografie gemäss Anklageziffer 3 (Dos-

sier 1.3) und die dem amtlichen Verteidiger betragsmässig zugesprochene 

Entschädigung (Dispo-Ziffer 9). 

 

2. 

2.1. 

Der Pornografie nach Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB macht sich schuldig, wer 

pornografische Schriften, Ton- oder Bildaufnahmen, Abbildungen, andere 

Gegenstände solcher Art oder pornografische Vorführungen, die tatsächli-

che sexuelle Handlungen mit Minderjährigen zum Inhalt haben, konsumiert 

 - 9 - 

 

 

 

oder zum eigenen Konsum herstellt, einführt, lagert, erwirbt, sich über elek-

tronische Mittel oder sonst wie beschafft oder besitzt. 

 

Auf die zutreffenden rechtlichen Erwägungen der Vorinstanz zum Tatobjekt 

und der Tathandlungen im Sinne von Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB sowie 

zum Vorsatz wird verwiesen (vorinstanzliches Urteil E. 3.2.2). Ebenso wird 

auf die korrekten vorinstanzlichen Ausführungen zum Versuch (Art. 22 

Abs. 1 StGB; vorinstanzliches Urteil E. 3.2.3) verwiesen. 

 

Zu ergänzen ist, dass Gegenstände oder Vorführungen gemäss der obge-

nannten Bestimmung nicht pornografisch sind, wenn sie einen schutzwür-

digen kulturellen oder wissenschaftlichen Wert haben (Art. 197 Abs. 9 

StGB). 

 

2.2. 

2.2.1. 

Die Vorinstanz legte in einem ersten Schritt dar, welche Beweismittel vor-

handen sind. Sie fasste dabei die Aussagen des Beschuldigten vom 2. Fe-

bruar 2021 (act. 277 ff.), 3. Februar 2021 (act. 303 ff.), 31. März 2021 

(act. 392 ff.) und 20. Juni 2022 (act. 473.1 ff.) sowie den Bericht der IT-Fo-

rensik der Kantonspolizei Aargau vom 12. Januar 2022 (act. 173 ff.) und 

deren ergänzende Ausführungen vom 9. Februar 2022 (act. 184 f.) zusam-

men (vorinstanzliches Urteil E. 2.2.1 f. S. 22-26). In einem nächsten Schritt 

würdigte das Bezirksgericht Aarau die Beweismittel. Es erwog, der Be-

schuldigte habe unterschiedlich und widersprüchlich ausgesagt. Er habe 

bei der ersten Einvernahme die Vorwürfe nahezu vollumfänglich eingestan-

den. Am darauffolgenden Tag die Vorwürfe dann aber abgestritten und in 

der Folge angegeben, dass es sich bei den gemachten ersten Aussagen 

lediglich um Angaben zu einem Traum gehandelt habe und nichts der-

gleichen vorgefallen sei. Die Vorinstanz beurteilte die Aussagen des Be-

schuldigten schliesslich gesamthaft als unglaubhaft. Den technischen Er-

klärungen des Beschuldigten, die nicht vollends nachvollziehbar seien, hielt 

die Vorinstanz die Ausführungen der IT-Forensik entgegen. Das Bezirks-

gericht Aarau kam alsdann zum Schluss, der Anklagesachverhalt hinsicht-

lich der Dossier 1.1, 1.2, 1.4 und 1.5 sei erstellt (vorinstanzliches Urteil 

E. 2.3.2). In einem weiteren Schritt subsumierte die Vorinstanz die festge-

stellten Sachverhalte unter Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB und sprach den 

Beschuldigten wegen mehrfacher versuchter Pornografie (Dossier 1.1, 1.2 

und 1.4) sowie wegen Pornografie (Dossier 1.5) schuldig (vorinstanzliches 

Urteil E. 3.3). 

 

2.2.2. 

Der Beschuldigte bringt dagegen im Wesentlichen vor, er habe keine un-

lauteren Absichten gehabt (Berufungsbegründung S. 5). Er verweist auf 

seine erste Aussage vom 2. Februar 2021, wonach er sich zu wissenschaft-

 - 10 - 

 

 

 

lichen Zwecken Rohmaterial für die Erstellung einer "Objekt Detection" be-

sorgt habe. Daher komme Art. 197 Abs. 9 StGB zur Anwendung, wonach 

Gegenstände und Vorführungen im Sinne der Absätze 1-5 nicht porno-

grafisch seien, wenn sie einen schutzwürdigen kulturellen oder wissen-

schaftlichen Wert hätten (Berufungsbegründung S. 10 f.). Weiter macht der 

Beschuldigte geltend, er sei nicht der Einzige gewesen, der Zugriff auf sei-

nen Computer gehabt habe. Dieser habe weder ein Passwort noch einen 

Screenblock gehabt. Damit komme auch sein zum vermuteten Tatzeitpunkt 

anwesender Gast als Täter in Frage. Der Beschuldigte stellt zudem eine 

Manipulation oder einen Hackerangriff in den Raum. Es stehe jedenfalls 

nicht fest, dass er den Computer bedient habe (Berufungsbegründung S. 5-

8). Ferner hält er der vorinstanzlichen Würdigung entgegen, im Kern habe 

er immer wieder die gleichen Aussagen gemacht, ohne sich zu widerspre-

chen (Berufungsbegründung S. 5, 12; vgl. auch Eingabe des Beschuldigten 

vom 22. Dezember 2022). Weiter macht der Beschuldigte geltend, die Vor-

instanz sei offensichtlich voreingenommen gewesen, habe sich mit seinen 

Aussagen nicht ernsthaft auseinandergesetzt und de facto das Urteil unge-

nügend begründet (Berufungsbegründung S. 8 f.). 

 

2.2.3. 

Die Staatsanwaltschaft verweist in erster Linie auf die ihrer Meinung nach 

zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz. Im Übrigen führt sie aus, der Be-

schuldigte verstricke sich auch in der Berufungsbegründung in Widersprü-

che, wenn er einerseits geltend mache, irgendeine unbekannte Drittperson 

habe einen Besuch zum Herunterladen von kinderpornografischem Materi-

al benützt, und andererseits sinngemäss angebe, er habe kinderpornografi-

sches Material aus dem Internet heruntergeladen, um eine künstliche Intel-

ligenz zur Erkennung von solchem Material zu erschaffen (Berufungsant-

wort S. 1). 

 

2.3. 

2.3.1. 

Das rechtliche Gehör nach Art. 107 Abs. 1 StPO und Art. 29 Abs. 2 BV ver-

langt, dass die Behörde die Vorbringen des von einem Entscheid in seiner 

Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in seiner Ent-

scheidfindung berücksichtigt. Nicht erforderlich ist, dass sie sich mit allen 

Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vor-

bringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Ent-

scheid wesentlichen Punkte beschränken. Es müssen wenigstens kurz die 

Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten 

lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (BGE 146 IV 297 E. 2.2.7 mit 

Hinweisen). 

 

 - 11 - 

 

 

 

2.3.2. 

Eine Verletzung der vorinstanzlichen Begründungspflicht ist entgegen den 

Ausführungen des Beschuldigten (Berufungsbegründung S. 8 f.) nicht er-

sichtlich. Die Vorinstanz befasste sich mit sämtlichen Beweisen und legte 

nachvollziehbar dar, wessen Beweiskraft sie diesen beimass und weshalb 

sie den angeklagten Sachverhalt (Dossier 1.1, 1.2, 1.4 und 1.5) für erstellt 

erachtet hat (vgl. E. 2.2.1 hiervor). Die Vorinstanz war im Übrigen nicht ge-

halten, sich mit allen Vorbringen des Beschuldigten im Einzelnen ausein-

anderzusetzen. Sie konnte sich vielmehr auf die für den Entscheid wesent-

lichen Punkten beschränken, was sie getan hat. Daraus folgt, dass auch 

dem Einwand des Beschuldigten, die Vorinstanz sei voreingenommen ge-

wesen, die Grundlage entzogen ist. 

 

2.4. 

2.4.1. 

Zu prüfen ist, ob das Bezirksgericht Aarau den Beschuldigten zu Recht we-

gen mehrfacher, teilweise versuchter Pornografie verurteilt hat. 

 

2.4.2. 

Der Beschuldigte sagte bei seiner ersten Einvernahme vom 2. Februar 

2021 unter anderem aus, er habe kinderpornografisches Material beschafft, 

wahrscheinlich bei eMule (act. 279 Ziff. 14, 28). Er habe explizit danach 

gesucht (act. 280 Ziff. 17). Er habe mit dem Suchbegriff CP (Childporn) be-

gonnen und sich dann von den Dateinamen – es gebe einen eigenen Slang 

dafür – bei der weiteren Suche inspirieren lassen (act. 282 Ziff. 36). Es ge-

be viele Abkürzungen wie "10yo" für "years old" (act. 282 Ziff. 39). Er habe 

die Kinderpornos heruntergeladen, in einem anderen Ordner abgespei-

chert (act. 279 Ziff. 14) und gesichtet (act. 279 ff. Ziff. 14, 31, 38). Er habe 

in ca. 10 bis 20 bzw. 15 bis 20 solche Clips reingeschaut bzw. er habe alle 

Daten, die er heruntergeladen habe, angeschaut und die Kinderpornografie 

in den Ordner "1" abgelegt (act. 281 Ziff. 29-31, 34; act. 383 Ziff. 43). Diese 

ersten und detaillierten Angaben des Beschuldigten sind glaubhaft. Seine 

Aussage zeigt auch, dass er über Täterwissen verfügte. Denn wie der tech-

nischen Auswertung durch die IT-Forensik der Kantonspolizei Aargau ent-

nommen werden kann, wurde mit dem PC des Beschuldigten im von ihm 

genannten Peer-to-Peer-Programm eMule mit den Suchbegriffen "14yo", 

"pthc" und "cp lolita" spezifisch nach Kinderpornografie gesucht (act. 178). 

Von diesem Programm wurden – wie vom Beschuldigten angenommen – 

Dateien mit kinderpornografischem Inhalt sowie Dateien mit entsprechen-

den Titeln heruntergeladen und im "VLC Media Player" geöffnet (act. 177). 

Nachdem der Beschuldigte bei der ersten Einvernahme am 2. Februar 

2021 angegeben hatte, er habe diese Daten wieder gelöscht und "gepur-

ged" (act. 280 Ziff. 18), ist auch nachvollziehbar, weshalb die IT-Forensik 

lediglich noch Hinweise auf das kinderpornografische Material im 

"Tumbcache", bei den lokal aufgerufenen Dateien des Windows Datei-Ex-

plorer, in den "Jump Lists" und unter den kürzlich geöffneten Dateien finden 

 - 12 - 

 

 

 

konnte (act. 177). Aus dem Umstand, dass die Polizei auf seinem Compu-

ter keine ohne Weiteres sichtbaren und abrufbaren Dateien gefunden hat, 

kann der Beschuldigte aber nichts zu seinen Gunsten ableiten (vgl. Beru-

fungsbegründung S. 9). Dies ändert nämlich nichts daran, dass er kinder-

pornografisches Bildmaterial vorsätzlich suchte, teilweise heruntergeladen, 

gespeichert (besessen) und gesichtet hat. Betreffend das Dossier 1.5 liegt 

der bildmässige Beweis in den Akten vor, dass es sich effektiv um kinder-

pornografisches Material gehandelt hat (act. 176, 386 ff.). Gleiches ist be-

züglich der Hash-Werte der von der C. gemeldeten und vom Beschuldigten 

teilweise heruntergeladenen Dateien erstellt (act. 23 f.; vgl. act. 178 oben 

i.V.m. act. 181, 305 ff.). Ferner räumte der Beschuldigte auch ein, dass er 

sich mehrere Dateien mit Kinderpornografie angesehen hat (vgl. etwa 

act. 281 f. Ziff. 29-31, 34, 38, 42, 54). Soweit der Beschuldigte im Übrigen 

betreffend die anderen Dateien einwendet, aus den Dateinamen und dem 

Speicherort könnten keine Rückschlüsse gezogen werden, dass es sich bei 

den in der Anklage genannten Dateien um illegale Pornografie handle (Be-

rufungsbegründung S. 11; vgl. auch Protokoll der Berufungsverhandlung 

S. 5), ist dem entgegenzuhalten, dass Dateinamen wie "lolita", "16yo Drug-

ged Rape", "7yo Daughter […] pthc" etc. eindeutig auf einen illegalen por-

nografischen Inhalt hinweisen. Ferner hat der Beschuldigte angegeben, 

dass er im "Ordner 1" die Kinderpornos gespeichert habe. Das Obergericht 

hat daher und aufgrund der Gesamtumstände keine Zweifel, dass es sich 

bei diesen Dateien um Kinderpornografie handelt. 

 

Hinsichtlich der Aussagen des Beschuldigten nach dem 2. Februar 2021 ist 

festzuhalten, dass diese nicht glaubhaft und als Schutzbehauptungen ein-

zustufen sind. Insbesondere ist völlig abwegig, dass der Beschuldigte nach 

der Hausdurchsuchung (act. 40) bei der Befragung am 2. Februar 2021 ab 

10:13 Uhr derart verwirrt war, dass er dort in Verkennung von tatsächlich 

Geschehenem Geträumtes geschildert hat (act. 394 f. Ziff. 15 f.; 

act. 473.4). Ebenso wenig ist glaubhaft, dass eine Drittperson für die auf 

dem Computer des Beschuldigten gefundenen Dateien verantwortlich sein 

soll (Gast, Hackerangriff), zumal dies den initialen Aussagen des Beschul-

digten widerspricht. Es scheint ferner auch nicht glaubhaft, dass der Be-

schuldigte als eine seit Jahren im IT-Bereich tätige Person (act. 8, 473.12) 

einem Gast – insbesondere auch während der Abwesenheit des Beschul-

digten (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 5 f.) – freien Zugriff auf 

seinen Computer gibt und jedermann auf sein Netzwerk mit Internet zu-

greifen lässt. Ferner war der Beschuldigte auch nicht bereit, den Namen 

seines Gastes zu nennen (act. 473.4 f.; vgl. auch Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 6), obwohl er aufgrund der Entlassung durch seine Arbeit-

geberin bereits erahnen musste, dass ihm bei einer strafrechtlichen Verur-

teilung auch ernstliche berufliche Nachteile widerfahren können 

(act. 473.12). Das Obergericht ist daher davon überzeugt, dass der vom 

Beschuldigten erwähnte, aber unbekannt gebliebene Gast als Täter eine 

 - 13 - 

 

 

 

nachgeschobene Schutzbehauptung darstellt. Schliesslich gab der Be-

schuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung zu Protokoll, seine Aus-

sage im Rahmen der Einvernahme vom 2. Februar 2021 müsse ein Miss-

verständnis gewesen sein. Er habe sich mit dem Fall noch nicht befasst 

gehabt und gedacht, das müsse etwas mit ihm zu tun haben. Es sei eine 

Erklärung für ihn selbst gewesen, wie es überhaupt so weit habe kommen 

können, dass hier etwas sein sollte (Protokoll der Berufungsverhandlung 

S. 5, 7 und 10). Es bestehen für das Obergericht auch bezüglich dieser 

Begründung des Beschuldigten keine Zweifel, dass es sich dabei ebenfalls 

um eine Schutzbehauptung handelt. Es ergibt sich dem Obergericht unter 

den vorliegenden Umständen nicht, weshalb der Beschuldigte – insbeson-

dere bei fehlender Kenntnis über den Fall – Vorwürfe der vorliegenden Art 

einfach eingestehen und im Rahmen der Einvernahme vom 2. Februar 

2021 zudem detaillierte Ausführungen hierzu vornehmen soll, wenn sich 

dies gar nicht ereignet haben soll. 

 

2.5. 

2.5.1. 

Betreffend die Subsumtion des Anklagesacherhalts 1 erwog die Vorinstanz 

zutreffend, dass der Beschuldigte vorsätzlich nach kinderpornografischen 

Inhalten suchte. Damit hat sich der Beschuldigte grundsätzlich wegen ver-

suchter Pornografie nach Art. 197 Abs. 5 Satz 2 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB 

schuldig gemacht. Zu beachten ist jedoch, dass entgegen dem vorinstanz-

lichen Urteil gemäss den grundsätzlich glaubhaften ersten Angaben des 

Beschuldigten vom 2. Februar 2021 (vgl. act. 280 ff., insb. Ziff. 59) zu des-

sen Gunsten davon auszugehen ist, dass diese Suchanfragen zum ver-

suchten Beschaffen von Kinderpornografie (Dossier 1.2), Besitz von Kin-

derpornografie (Dossier 1.5) und Konsum von Kinderpornografie (Dos-

sier 1.4) geführt haben. Das Suchen nach Kinderpornografie stellte hier so-

mit keine eigenständige versuchte strafbare Handlung dar. 

 

2.5.2. 

Der Beschuldigte versuchte – wie in Ziffer 2 angeklagt – wissentlich und 

willentlich diverse Bild- und Videodateien mit kinderpornografischem Inhalt 

auf seinen Rechner herunterzuladen. Wie die technische Auswertung zeigt, 

folgte das Herunterladen jedoch unvollständig (vgl. Temp File Name: […]-

part, in: act. 366 ff.). Der Beschuldigte erlangte somit in Bezug auf diese 

Dateien keine Verfügungsgewalt, weshalb hier ein Versuch vorliegt (vgl. 

ISENRING/KESSLER, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, 

N. 52j [in fine] zu Art. 197 StGB). 

 

2.5.3. 

In Bezug auf den Anklagesachverhalt 4 ist festzuhalten, dass der Beschul-

digte am 2. Februar 2021 einräumte, er habe in 10 bis 20 bzw. 15 bis 20 

Clips mit Kinderpornografie reingesehen bzw. er habe die als Kinderporno-

 - 14 - 

 

 

 

grafie qualifizierten, im Ordner "1" abgelegten Dateien angesehen. Es be-

stehen somit angesichts der Angaben des Beschuldigten, der Dateinamen 

und/oder des Speicherortes für das Obergericht keine Zweifel, dass er Kin-

derpornografie konsumiert hat. Der Beschuldigte hat somit nicht nur ver-

sucht, Kinderpornografie zu konsumieren, sondern hat sich die Dateien mit 

der Kinderpornografie effektiv angesehen. Der Beschuldigte wäre daher 

wegen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB zu verurteilen. 

Eine solche Verurteilung stellte jedoch eine Verschlechterung im Vergleich 

zum einzig vom Beschuldigten angefochtenen vorinstanzlichen Urteil dar, 

weshalb es bei den Schuldsprüchen der Vorinstanz sein Bewenden hat 

(Art. 391 Abs. 2 StPO; BGE 139 IV 282 E. 2.5). 

 

2.5.4. 

Hinsichtlich der rechtlichen Qualifizierung des Anklagesachverhalts 5 

durch die Vorinstanz, welche vom Beschuldigten nicht bestritten wird und 

zu keinen Beanstandungen Anlass gibt, kann auf die vorinstanzliche Erwä-

gung 3.3.4 verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 

2.6. 

Soweit sich der Beschuldigte auf Art. 197 Abs. 9 StGB beruft, sind ihm zu-

nächst die Ausführungen im Bericht der IT-Forensik der Kantonspolizei 

Aargau vom 12. Januar 2022 entgegenzuhalten, wonach auf den vorhan-

denen und vom Beschuldigten genannten Datenträgern keine Hinweise auf 

die Programmierung einer künstlichen Intelligenz gefunden wurde 

(act. 178). Daran vermag das nun im Berufungsverfahren eingereichte "Py-

thon-Script" ("Objekt Detection Script"), welches die Fähigkeit aufweisen 

soll, anhand von vorgefertigten Modellen Inhalte von Videostreams zu er-

kennen und gezielt nach diesen zu suchen (Berufungserklärung S. 3 

Ziff. 4), nichts zu ändern. Denn damit ist keine "künstliche Intelligenz" zum 

Suchen von Kinderpornografie und des behaupteten programmierten Virus 

ersichtlich. Der Beschuldigte macht ferner hierzu auch widersprüchliche 

Angaben, indem er bei der bezirksgerichtlichen Verhandlung angab, dass 

das mit der bei der Polizei angegebenen künstlichen Intelligenz nicht stim-

me. Das müsse ein Traum gewesen sein (act. 473.4). Ferner leuchte auch 

nicht ein, dass der Beschuldigte nach Kinderpornografie betreffend 14-

jährigen sucht (act. 178), wenn er zum Schutz seiner damals 5 1/2-jährigen 

Tochter (act. 7) eine Software programmieren will. Hinzu kommt weiter, 

dass kinderpornografische Aufnahmen, die mit dem Ziel einen Virus zu ent-

wickeln, unplanmässig gesichtet und heruntergeladen werden, um eine 

andere Person illegal auszuspionieren (vgl. act. 279 Ziff. 14), kein schutz-

würdiger wissenschaftlicher Wert für Lehre und Forschung beigemessen 

werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_954/2019 vom 20. Mai 

2020 E. 1.4.3 mit Hinweisen). 

 

2.7. 

Die vorinstanzlichen Schuldsprüche sind zu bestätigen.  

 - 15 - 

 

 

 

3. 

3.1. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; 144 IV 313 E. 1.2; 141 IV 61 

E. 6.1.1; 136 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit Hinweisen). Entsprechendes gilt für die 

Bildung der Einsatz- und der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB in An-

wendung des Asperationsprinzips (BGE 144 IV 313 E. 1.1, 217 E. 2 f.; 141 

IV 61 E. 6.1.2; je mit Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden. 

 

3.2. 

Vorab ist festzuhalten, dass mit Blick auf das angefochtene Urteil vom 

20. Juni 2022 und die Verurteilung des Beschuldigten mit Strafbefehl vom 

2. März 2023 wegen am 1. August 2022 begangener Delikte (vgl. aktueller 

Strafregisterauszug) hier keine Zusatzstrafe auszufällen ist (BGE 138 IV 

113 E. 3.4.2; 129 IV 113 E. 1.3; Urteil 6B_572/2019 vom 8. April 2020 

E. 2.3.1, nicht publ. in BGE 146 IV 172; Urteil des Bundesgerichts 

6B_721/2021 vom 22. Dezember 2021 E. 3.4.1). 

 

3.3. 

Der Strafrahmen für Kinderpornografie reicht von Geldstrafe bis zu drei 

Jahren Freiheitsstrafe (Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB). Die Vorinstanz er-

kannte auf eine Geldstrafe. Darauf ist aufgrund des Verschlechterungsver-

bots (Art. 391 Abs. 2 StPO) nicht zurückzukommen. 

 

3.4. 

3.4.1. 

Mit der Vorinstanz ist die Einsatzstrafe betreffend den Sachverhalt gemäss 

Anklageziffer 5 zu bilden (vorinstanzliches Urteil E. 4.2.3). Dies insbeson-

dere, da der Beschuldigte bezüglich dieser Dateien über mehrere Wochen 

Verfügungsmacht hatte. Im angefochtenen Urteil wurde zur Tatkomponen-

te zutreffend erwogen, dass es um den Besitz von 27 Bilddateien sowie 

einer Videodatei jeweils mit kinderpornografischem Inhalt geht, mithin im 

Vergleich zu anderen Fällen von Pornografie um keine auffällig grosse 

Menge an strafbaren Dateien. Inhaltlich zeigten die Aufnahmen teilweise 

einen schweren Kindesmissbrauch, so wird darin etwa ein Kind im Vor-

schulalter von einem erwachsenen Mann vaginal penetriert (act. 386, 

388 f.). Hinsichtlich des Tatverschuldens ist weiter zu berücksichtigen, dass 

der Beschuldigte objektiv betrachtet über ein grosses Mass an Entschei-

dungsfreiheit verfügte, ob er Kinderpornografie besitzen will oder nicht. Ins-

gesamt ist das Tatverschulden im unteren Bereich einzustufen, weshalb in 

Relation zum Strafrahmen, der von Geldstrafe bis zu drei Jahre Freiheits-

strafe reicht, eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen angemessen ist. 

 

Hinsichtlich des Konsums der Kinderpornografie (Anklageziffer 4) ist zu be-

rücksichtigen, dass dieser mit dem Besitz von Kinderpornografie in engem 

zeitlichem und sachlichem Zusammenhang steht. Die Tathandlung(en) 

 - 16 - 

 

 

 

fand(en) zudem gemäss den mit den Erkenntnissen der technischen Aus-

wertung vereinbaren Angaben des Beschuldigten (act. 285 Ziff. 59; 

act. 181) an bloss zwei aufeinanderfolgenden Tagen statt. Auf der anderen 

Seite ist jedoch zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte sich eine 

grössere Menge kinderpornografischer Dateien (26 und 143 Dateien) an-

geschaut hat und diese teilweise auch wieder schweren Kindesmissbrauch 

beinhalteten. Der Beschuldigte gab an, das Grausamste sei gewesen, als 

ein Baby von einem Mann auf dem Bett genommen worden sei (act. 284 

Ziff. 54). Betreffend die Entscheidungsfreiheit und das Motiv kann auf das 

hiervor Erwogene verwiesen werden. Insgesamt ist das Tatverschulden 

auch hier im unteren Bereich einzustufen. Es ist daher angemessen, die 

Einsatzstrafe um 60 Tagessätze zu erhöhen. Eine Reduktion wegen des 

aufgrund des Verschlechterungsverbots im Dispositiv festzuhaltenden ver-

suchten Konsums von Kinderpornografie (vgl. E. 2.5.3 hiervor), ist bei der 

Strafzumessung nicht vorzunehmen (vgl. BGE 139 IV 282 E. 2.7). 

 

Das Herunterladen der kinderpornografischen Dateien (Anklageziffer 2) 

steht mit den vorgenannten Handlungen in engem zeitlichem und sachli-

chem Zusammenhang. Es geht dabei um keine nur geringe Menge von 

Dateien mehr (78 Bild- und Videodateien) und diese beinhalten, wie die 

Dateinamen zeigen (beispielsweise "[…] torture Pthc […]", "Felixxx Bdsm 

Pthc Neckfuck […]", "12yo slace girl deep throats […]" oder "Nami 5yo Girl 

Pt1 Drugged Fucked Ass […]"), teilweise schweren Kindesmissbrauch. Be-

treffend die Entscheidungsfreiheit und das Motiv kann auf das hiervor Er-

wogene verwiesen werden. Für das vollendete Delikt wäre eine Straferhö-

hung von 60 Tagessätzen angemessen, da es vorliegend bei einem Ver-

such geblieben ist, ist eine Straferhöhung von 30 Tagessätzen gerechtfer-

tigt. 

 

3.4.2. 

Hinsichtlich der Täterkomponente ist Folgendes auszuführen: Der Beschul-

digte ist vorbestraft (vgl. aktueller Strafregisterauszug). Konkret wurde er 

mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 14. Septem-

ber 2020 wegen mehrerer Straftaten im Zusammenhang mit dem Strassen-

verkehrsrecht zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 40 Tagessät-

zen verurteilt, bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie zu einer Busse 

von Fr. 2'100.00. Zudem wurde der Beschuldigte während des laufenden 

Berufungsverfahrens mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgar-

ten vom 2. März 2023 zu einer – zwischenzeitlich in Rechtskraft erwachse-

nen (vgl. Protokoll der Berufungsverhandlung S. 4 f.) – unbedingten Geld-

strafe von 120 Tagessätzen zu Fr. 30.00 und einer Busse von Fr. 100.00 

verurteilt, weil er am 1. August 2022 Betäubungsmittel konsumierte 

(Art. 19a Ziff. 1 BetmG) und in fahrunfähigem Zustand ein Motorfahrzeug 

lenkte (Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG). Weder das laufende Strafverfahren noch 

die Verurteilung vom 14. September 2020 – nur rund drei Monate vor der 

 - 17 - 

 

 

 

Begehung der vorliegend zu beurteilenden Delikte – haben den Beschul-

digten von einer weiteren Delinquenz abgehalten. Die fehlende Appellwir-

kung wird ferner eindrücklich untermauert, indem der Beschuldigte die Stra-

fe vom 14. September 2020 anlässlich der bezirksgerichtlichen Hauptver-

handlung u.a. als Witz bezeichnet hat (act. 473.13). Nachdem im Übrigen 

keine besonderen Umstände ersichtlich sind, ist es angezeigt, die Strafe 

wegen der negativ zu bewertenden Täterkomponente um 30 Tagessätze 

zu erhöhen. 

 

3.4.3. 

Aus dem Dargelegten folgt eine das gesetzliche Höchstmass (vgl. Art. 34 

Abs. 1 StGB) und das Strafmass der Vorinstanz übersteigende Geldstrafe 

von 240 Tagessätzen, weshalb es bei der von der Vorinstanz festgesetzten 

Geldstrafe von 180 Tagessätzen (und der Verbindungsbusse) sein Bewen-

den hat. 

 

3.5. 

Die Tagessatzhöhe bestimmt sich nach den persönlichen und wirtschaftli-

chen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils (Art. 34 Abs. 2 

StGB). Der Beschuldigte erwirtschaftet monatlich rund Fr. 7'180.00 netto 

(vgl. anlässlich der Berufungsverhandlung eingereichter Auszug aus dem 

E-Banking vom Februar 2023; vgl. auch Protokoll der Berufungsverhand-

lung S. 2). Neben einem Pauschalabzug für die Krankenkasse, die Steuern 

und notwendige Berufsauslagen von 20 % erfolgt ein Abzug für das unter-

stützungspflichtige Kind in der Höhe der vom Beschuldigten geschuldeten 

monatlichen Unterhaltspflichten von Fr. 1'700.00 (vgl. anlässlich der Beru-

fungsverhandlung eingereichter Auszug aus dem E-Banking vom August 

2023; vgl. auch Protokoll der Berufungsverhandlung S. 3 f.). Weiter ist für 

die hohe Anzahl an Tagessätzen ein Abzug von 20 % vorzunehmen (BGE 

134 IV 60 E. 6.5.2). Im Ergebnis resultiert ein Tagessatz von gerundet 

Fr. 90.00. 

 

3.6. 

Die Vorinstanz gewährte den bedingten Strafvollzug (vorinstanzliches Ur-

teil E. 4.3.2). Darauf kann wegen des Verschlechterungsverbots nicht zu-

rückgekommen werden. 

 

Die Probezeit setzte das Bezirksgericht auf 3 Jahre fest (vorinstanzliches 

Urteil E. 4.3.3). Das erscheint angemessen, zumal mit Blick auf die beiden 

Vorstrafen nicht unerhebliche Bedenken an der Legalbewährung des Be-

schuldigten bestehen. 

 

3.7. 

Eine bedingt ausgesprochene Geldstrafe kann mit einer Busse verbunden 

werden (Art. 42 Abs. 4 StGB). Vorliegend ist die Verbindung der bedingt 

 - 18 - 

 

 

 

ausgesprochenen Geldstrafe mit einer Busse angezeigt, um dem Beschul-

digten die Ernsthaftigkeit der Sanktion und die Konsequenzen seines Han-

delns deutlich vor Augen zu führen. Unter Berücksichtigung der unterge-

ordneten Bedeutung der Verbindungsbusse (BGE 135 IV 188 E. 3.4.4 

S. 191) sowie der wirtschaftlichen Verhältnisse und des Verschuldens des 

Beschuldigten ist diese auf Fr. 4'000.00 festzusetzen. Eine Herabsetzung 

der von der Vorinstanz ausgefällten Verbindungsbusse von Fr. 2'000.00 er-

scheint nicht angezeigt. Gemäss Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO darf die 

Rechtsmittelinstanz Entscheide nicht zum Nachteil der beschuldigten oder 

verurteilten Person abändern, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Gunsten 

ergriffen worden ist. Vorbehalten bleibt eine strengere Bestrafung aufgrund 

von Tatsachen, die dem erstinstanzlichen Gericht nicht bekannt sein konn-

ten (Art. 391 Abs. 2 Satz 2 StPO). Eine Erhöhung der Verbindungsbusse 

entsprechend dem erhöhten Tagessatz stellt keine Verletzung des Ver-

schlechterungsverbotes dar. Die Busse soll – wie auch die Geldstrafe – das 

Verschulden des Beschuldigten sanktionieren. Wenn dieser nun wirtschaft-

lich bessergestellt ist als zur Zeit des erstinstanzlichen Urteils, darf die Bus-

se gestützt auf Art. 391 Abs. 2 StPO ebenfalls entsprechend erhöht wer-

den. Die Verbindungsbusse ergibt sich zudem aus der Geldstrafe (Anzahl 

und Höhe der Tagessätze) und ist letztlich ein Teil dieser. Sie ist auch daher 

analog zur Geldstrafe den verbesserten Verhältnissen anzupassen. An-

sonsten kann dem Prinzip, wonach der wirtschaftlich Starke von einer Geld-

strafe nicht minder hart getroffen werden darf als der wirtschaftlich Schwa-

che, nicht Rechnung getragen werden (vgl. Urteil des Obergerichts Solo-

thurn STBER.2021.45 vom 4. Mai 2022 E. 6 mit Verweis auf BGE 144 IV 

198 E. 5.4.3) und es bestünde die Gefahr, dass die Busse ihre Wirkung 

verfehlt. 

 

Für den Fall, dass die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, ist eine Ersatz-

freiheitsstrafe von mindestens einem Tag und höchstens 3 Monaten auszu-

sprechen (Art. 106 Abs. 2 StGB). Hat das Gericht die Höhe des Tages-

satzes für eine Geldstrafe und damit die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit 

des Täters bereits ermittelt, erscheint es sachgerecht, die Tagessatzhöhe 

als Umrechnungsschlüssel zu verwenden, indem der Betrag der Busse 

durch jene dividiert wird. Dabei muss in jedem Fall auf mindestens einen 

Tag Ersatzfreiheitsstrafe erkannt werden (Art. 106 Abs. 2 StGB), also auch, 

wenn die Höhe des Tagessatzes den Bussenbetrag übersteigt (BGE 134 

IV 60 E. 7.3.3 S. 77). Die Tagessatzhöhe ist vorliegend auf Fr. 90.00 fest-

gesetzt worden. Damit ist für die Verbindungsbusse eine Ersatzfreiheits-

strafe von 45 Tagen festzusetzen. 

 

3.8. 

Die Vorinstanz hat darauf verzichtet, den bedingten Vollzug der Geldstrafe 

gemäss Strafbefehl vom 14. September 2020 zu widerrufen und hat den 

Beschuldigten stattdessen verwarnt und die mit besagtem Strafbefehl fest-

gesetzte Probezeit um ein Jahr verlängert (vorinstanzliches Urteil E. 5.2). 

 - 19 - 

 

 

 

Auf den Verzicht des Widerrufs ist – entgegen dem anlässlich der Beru-

fungsverhandlung gestellten Antrag der Staatsanwaltschaft (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 9) – wegen des Verschlechterungsverbots nicht 

zurückzukommen. Zudem scheint eine Verwarnung und Verlängerung der 

Probezeit mit Blick auf die angesichts der neuen Straftaten vom 1. August 

2022 mittlerweile getrübte Legalprognose ohne Weiteres gerechtfertigt. 

 

4. 

Die Vorinstanz sah von einem Tätigkeitsverbot (Art. 67 Abs. 3 lit. d Ziff. 2 

StGB) und der Erstellung eines DNA-Profils (Art. 257 lit. b StPO) ab (vorin-

stanzliches Urteil E. 6). Das Verschlechterungsverbot verbietet ein Zurück-

kommen darauf. Weiterungen dazu erübrigen sich somit. 

 

5. 

5.1. 

Die Vorinstanz hat entschieden, ein Datenspeicher (Seriennummer […]) 

werde gestützt auf Art. 197 Abs. 6 StGB eingezogen und vernichtet. 

 

Gemäss Art. 197 Abs. 6 StGB werden Gegenstände, welche harte Porno-

grafie beinhalten, eingezogen. Im Gegensatz zu Art. 69 StGB ist keine ge-

sonderte Prüfung erforderlich, ob die Gegenstände die Sicherheit von 

Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche Ordnung gefährden (ISEN-

RING/KESSLER, a.a.O., N. 61 zu Art. 197 StGB). Dem generellen Interesse 

der Öffentlichkeit ist unter Berücksichtigung der Eigentumsgarantie sowie 

des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes mit der Vernichtung im Sinne einer 

Löschung der pornografischen Daten genüge getan (vgl. Urteil des Bun-

desgerichts 1B_355/2020 vom 19. Mai 2021 E. 5.2). Denn es ist nicht erfor-

derlich, dass bei einer forensischen Analyse keinerlei Spuren auf gelöschte 

(aber nicht mehr vorhandene und wiederherstellbare) Dateien vorhanden 

sind. Der beschlagnahmte Datenträger wird dem Beschuldigten auf Antrag 

hin innert 30 Tagen seit Rechtskraft des vorliegenden Urteils und nach er-

folgter dauerhafter Löschung der verbotenen pornografischen Daten auf 

seine Kosten herausgegeben. Mit dem Vollzug wird die Staatsanwaltschaft 

beauftragt (§ 45 Abs. 2 EG StPO). 

 

5.2. 

Die Vorinstanz hat angeordnet, dass diverse sichergestellte Waffen, Waf-

fenbestandteile und Waffenzubehöre dem Polizeikommando des Kantons 

Aargau, Fachstelle Sicherheitsdienste, Waffen und Sprengmittel (SIWAS) 

überlassen werden und diese über die definitive Rückgabe entscheide (vor-

instanzliches Urteil E. 7.2). Der Beschuldigte begründet nicht, weshalb das 

nicht rechtens sein soll und dies ist auch nicht ersichtlich. Daher sind diese 

Gegenstände in Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils gestützt auf 

Art. 31 WG i.V.m. § 30 Abs. 1 der Polizeiverordnung (PolV) der Fachstelle 

SIWAS zu überweisen. 

 

 - 20 - 

 

 

 

6. 

6.1. 

Die Berufung des Beschuldigten erweist sich als unbegründet und ist abzu-

weisen. Ausgangsgemäss sind dem Beschuldigten die obergerichtlichen 

Verfahrenskosten vollumfänglich aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

Diese sind auf Fr. 2’000.00 festzusetzen (§ 18 VKD). 

 

6.2. 

Der amtliche Verteidiger ist für das Berufungsverfahren gestützt auf die als 

angemessen erachtete und an die tatsächliche Dauer der Berufungsver-

handlung angepasste Kostennote mit gerundet Fr. 2'325.00 (inkl. Auslagen 

und MwSt.) aus der Staatskasse zu entschädigen (Art. 135 Abs. 1 StPO 

i.V.m. § 9 Abs. 1 und Abs. 3bis AnwT). Diese Entschädigung ist vom Be-

schuldigten zurückzufordern, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 

erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 

 

7. 

7.1. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selbst einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person 

die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. Entsprechend dem Verfah-

rensausgang sind somit die vorinstanzlichen Kosten von Fr. 9'037.90 (inkl. 

Anklagegebühr) vollumfänglich dem Beschuldigten aufzuerlegen, zumal 

der Freispruch (vgl. Dossier 1.3) mit den Schuldsprüchen in engem sachli-

chem Zusammenhang steht. 

 

7.2. 

Die dem amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche Verfahren zugespro-

chene Entschädigung von Fr. 4'584.15 ist mit Berufung betragsmässig 

nicht angefochten worden, weshalb darauf im Berufungsverfahren nicht 

mehr zurückgekommen werden kann (Urteil des Bundesgerichts 

6B_1299/2018 vom 28. Januar 2019). 

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten – wie in der vorinstanzlichen 

Erwägung E. 9.2 festgehalten – zurückzufordern, sobald es seine wirt-

schaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 

 

8. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO). 

 
  

 - 21 - 

 

 

 

   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf  

- der versuchten Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB (Dos-

sier 1.3). 

 

2. 

Der Beschuldigte ist schuldig 

- der mehrfachen versuchten Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 

i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB (Dossier 1.1 i.V.m. Dossier 1.2 und Dos-

sier 1.4), 

- der Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB (Dossier 1.1 

i.V.m. Dossier 1.5). 

 

3. 

Der Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziffer 2 erwähnten Bestimmun-

gen und gestützt auf Art. 34, Art. 47 und Art. 49 Abs. 1 StGB zu 180 Tages-

sätzen Geldstrafe verurteilt. Der Tagessatz wird auf Fr. 90.00 festgesetzt. 

Die Geldstrafe beläuft sich auf Fr. 16'200.00. 

 

4. 

Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 42 StGB für die Geldstrafe der 

bedingte Strafvollzug gewährt. Die Probezeit wird gestützt auf Art. 44 

Abs. 1 StGB auf 3 Jahre festgesetzt. 

 

5. 

Der dem Beschuldigten mit Strafbefehl vom 14. September 2020 für die 

Geldstrafe von 40 Tagessätzen gewährte bedingte Strafvollzug wird nicht 

widerrufen. 

 

Stattdessen wird der Beschuldigte gestützt auf Art. 46 Abs. 2 StGB ver-

warnt, und es wird die ihm damals bestimmte Probezeit von 2 Jahren um 

1 Jahr verlängert. 

 

6. 

6.1. 

Der Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziffer 2 erwähnten Bestimmun-

gen und gestützt auf Art. 106 i.V.m. Art. 42 Abs. 4 StGB zu einer Busse von 

Fr. 4'000.00 verurteilt. 

 

6.2. 

Wird die Busse schuldhaft nicht bezahlt, so wird eine Ersatzfreiheitsstrafe 

von 45 Tagen vollzogen. 

 

 - 22 - 

 

 

 

7. 

7.1. 

Dem Beschuldigten wird auf Antrag innert 30 Tagen seit Rechtskraft des 

vorliegenden Urteils und nach erfolgter dauerhafter Löschung der verbo-

tenen pornografischen Daten auf seine Kosten der Speicher, Marke 

Samsung, Typ 960 Pro Seagate, Seriennummer […], herausgegeben. Bei 

ungenutztem Ablauf dieser Frist wird dieser eingezogen. Die Staatsanwalt-

schaft trifft die sachgemässen Verfügungen. 

 

7.2. 

Die folgenden Waffen werden strafrechtlich nicht eingezogen: 

 

- Pistolengriff zu SIG P320, schwarz 

- Schlitten zu SIG P320, schwarz, 1282-00, […] 

- Schliessfeder zu SIG P320 

- Wechsellauf zu SIG P320, 9x 19 

- Magazin zu SIG P320 mit 15 Schuss 9x 19 

- Magazin zu SIG P320 mit 10 Schuss 9x 19 

- Faustfeuerwaffe, SIG P320, schwarz, .357 SIG, […] 

- Magazin zu SIG P320 mit 10 Schuss .357 SIG 

- Faustfeuerwaffe, Beretta PICO, schwarz / silber, .380 Auto, […] 

- Magazin zu Beretta PICO mit 6 Schuss .380 Auto 

- Magazin mit Verlängerung zu Beretta PICO mit 6 Schuss .380 Auto 

- Munition .357 SIG, 75 Schuss 

- Munition .380 Auto, 13 Schuss 

- Munition 9x 19, 21 Schuss 

- Munition .223, 20 Schuss (ungeöffnet) 

- Munition .223, 50 Schuss (lose) 

- Munition GP11, 1 Schuss 

 

Über die definitive Rückgabe bzw. die definitive Einziehung der beschlag-

nahmten Waffen hat die SIWAS im Rahmen des verwaltungsrechtlichen 

Verfahrens zu entscheiden. Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen 

Verfügungen. 

 

8. 

8.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer Gerichtsge-

bühr von Fr. 2’000.00 und den Auslagen von Fr. 128.00, insgesamt 

Fr. 2'128.00, werden vollumfänglich dem Beschuldigten auferlegt. 

 

8.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger für das 

Berufungsverfahren eine Entschädigung von Fr. 2'325.00 auszurichten. 

 

 - 23 - 

 

 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

9. 

9.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 9'037.90 (inkl. Anklagege-

bühr) werden dem Beschuldigten auferlegt. 

 

9.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

stattgefunden hat – angewiesen, dem amtlichen Verteidiger für das erstin-

stanzliche Verfahren eine Entschädigung von Fr. 4'584.15 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

 

 Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe  

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ausgefällten bedingten Geld- oder Freiheitsstrafe wird der Vollzug aufgeschoben. 

Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. Hat 

sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene Strafe 

nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht bezahlen 

bzw. die Freiheitsstrafe nicht anzutreten ist. Begeht der Verurteilte während der Probezeit 

aber ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten 

verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46 Abs. 1 

StGB).  

 
 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der voll-

ständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das Schweizeri-

sche Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und 

Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde-

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend.  

 - 24 - 

 

 

 

   

Aarau, 5. September 2023 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 2. Kammer 

Die Präsidentin:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Plüss     Gall