# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fa96fcbd-0eed-55c2-b196-8eb1370d5edb
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-01-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.01.2011 UV 2010/18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2010-18_2011-01-11.pdf

## Full Text

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Fall-Nr.: UV 2010/18

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 26.03.2020

Entscheiddatum: 11.01.2011

Entscheid Versicherungsgericht, 11.01.2011
Art. 18 UVG. Art. 16 ATSG. Abklärung der Arbeitsfähigkeit und Bemessung 
einer Unfallrente (Validen- und Invalideneinkommen) (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. Januar 2011, UV 
2010/18)

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 11. Januar 2011

in Sachen

T.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Christe, Bahnstrasse 5, Postfach 403, 

8603 Schwerzenbach,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Bachmann, Schwanenplatz 4, 6004 Luzern,

betreffend

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Invalidenrente

Sachverhalt:

A.       

T.___ war als arbeitslose Person bei der Suva unfallversichert, als sie sich am 28. 

November 2007 infolge eines Fehltritts auf der Treppe das rechte Knie verdrehte (UV-

act. 1, 4f). Wegen persistierender Knieschmerzen erfolgte am 15. und 20. Dezember 

2007 eine ambulante Behandlung im Spital Linth, Uznach (UV-act. 3). Am 9. Januar 

2008 diagnostizierte Dr. med. A.___, Orthopädische Chirurgie FMH, eine Läsion des 

rechten Innenmeniskus. Am 18. Februar 2008 wurde eine arthroskopische 

Hinterhornteilresektion des medikalen Meniskus sowie ein Knorpeldébridement des 

medialen Femurkondylus und der Trochlea des rechten Knies durchgeführt (UV-act. 2, 

10, 11). Nach anfänglicher Beschwerdebesserung gab die Versicherte am 20. Mai 2008 

gegenüber dem Suva-Kreisarzt Dr. med. B.___, Facharzt FMH für Chirurgie, weiterhin 

Beschwerden an. Der Arzt bescheinigte einen etwas protrahierten Verlauf (UV-act. 15). 

Nach Durchführung von weiteren Behandlungen und Abklärungen eröffnete die Suva 

der Versicherten mit Verfügung vom 11. Dezember 2009 den Anspruch auf eine 

Invalidenrente mit Wirkung ab 1. Dezember 2009 auf der Basis eines Invaliditätsgrads 

von 10 % und eines versicherten Jahresverdiensts von Fr. 47'500.-- sowie eine 

Integritätsentschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von 20 % (UV-act. 87). Die 

gegen diese Verfügung erhobene Einsprache (UV-act. 88) hiess die Suva mit 

Einspracheentscheid vom 12. Februar 2010 in dem Sinn teilweise gut, dass sie den der 

zugesprochenen Rente zugrunde liegenden Invaliditätsgrad von 10 auf 11 % abänderte 

(UV-act. 92).

B.       

B.a   Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt D. Christe, Schwerzenbach, für die 

Versicherte mit Eingabe vom 10. März 2010 Beschwerde mit den Anträgen, der 

Entscheid sowie die Verfügung vom 11. Dezember 2009 seien aufzuheben, und die 

Sache sei zur ergänzenden medizinischen Beurteilung und zum Neuentscheid über die 

Invalidenrente an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Eventualiter sei der 

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Beschwerdeführerin eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 15 

% zuzusprechen. Zur Begründung führte der Rechtsvertreter unter anderem aus, die 

verschiedenen Arztberichte seien im Vergleich widersprüchlich und gäben kein klares 

Bild über die effektive Schwere der bleibenden, unfallbedingten Verletzungen ab. Der 

Kreisarzt setze sich mit seinem Abschlussbericht einerseits und der gleichentags 

erstellten Beurteilung des Integritätsschadens anderseits in Widerspruch. Anhand einer 

ergänzenden orthopädischen Abklärung sei festzulegen, ob die von der 

Beschwerdeführerin geäusserten Schmerzen und Einschränkungen objektiv als 

Unfallfolge erklärt werden könnten. Nachdem die Beschwerdeführerin im 

Unfallzeitpunkt arbeitslos und nicht mehr an ihrem bisherigen Arbeitsplatz tätig 

gewesen sei, sei das Valideneinkommen anhand der LSE-Tabellenlöhne zu bemessen. 

Dabei sei auf den Tabellenlohn für sämtliche Hilfsarbeiten im Anforderungsniveau 4 

abzustellen.

B.b   In der Beschwerdeantwort vom 15. April 2010 beantragte Rechtsanwalt lic. iur 

R. Bachmann, Luzern, für die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde und 

Bestätigung des angefochtenen Einspracheentscheids. Zur Begründung verwies der 

Rechtsvertreter auf die Darlegungen im angefochtenen Entscheid und führte unter 

anderem aus, die kreisärztliche Zumutbarkeitsbeurteilung (UV-act. 69) sei korrekt und 

gut begründet. Die objektivierbaren Befunde seien mit dem Geklagten nicht vereinbar. 

Bei der Beschwerdeführerin bestehe eine Tendenz zur Selbstlimitierung und 

maladaptiven Schmerzüberzeugung. Der Kreisarzt habe im Bericht vom 20. Oktober 

2009 sämtliche bildgebenden Untersuchungen erwähnt und diesbezüglich einen 

Verlauf mit gewissen degenerativen Veränderungen beschrieben. Eine 

Widersprüchlichkeit liege nicht vor. Neue medizinische Erkenntnisse seien von einer 

weiteren orthopädischen Untersuchung nicht zu erwarten. Nachdem die 

Beschwerdeführerin vor Eintritt der Arbeitslosigkeit während längerer Zeit als 

Raumpflegerin tätig gewesen sei und ihr auch vom RAV solche Tätigkeiten zugewiesen 

worden seien (UV-act. 7), sei davon auszugehen, dass sie am ehesten in dieser 

Branche eine Stelle gefunden hätte. Das Valideneinkommen sei deshalb anhand des 

LSE-Werts dieser Branche festzusetzen. Beim Invalideneinkommen sei ein 

Leidensabzug von höchstens 10 % gerechtfertigt. Die Zusprechung einer Rente auf der 

Basis eines Invaliditätsgrades von 11 % sei grosszügig. Der angefochtene Entscheid 

erweise sich als rechtens.

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B.c   Mit Replik vom 3. Mai 2010 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

einen weiteren Arztbericht des Spitals Linth vom 27. April 2010 (act. G 5.1) ein und be­

stätigte seine Anträge und Ausführungen (act. G 5). In der Duplik vom 10. Mai 2010 

hielt der Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin an seinem Standpunkt fest (act. G 

7).

Erwägungen:

1.        

1.1    Streitig ist, welcher Invaliditätsgrad Basis für die der Beschwerdeführerin für die 

Restfolgen des Unfallereignisses vom 28. November 2007 mit Wirkung ab 1. Dezember 

2009 zugesprochenen Rentenleistungen bildet. Die Beschwerdegegnerin legte im 

angefochtenen Entscheid (Erwägungen 2a-d, 3a, 3b) die rechtlichen Grundlagen der 

Bemessung von Rentenleistungen zutreffend dar; darauf kann verwiesen werden.

1.2    Der Orthopäde Dr. A.___ bescheinigte nach dem operativen Eingriff am 14. April 

2008 wegen der Restbeschwerden am rechten Knie eine (volle) Arbeitsunfähigkeit (UV-

act. 11). Vom 4. August bis 4. September 2008 hielt sich die Beschwerdeführerin in der 

Rehaklinik Bellikon auf. Im Austrittsbericht der Klinik vom 5. September 2008 wurden 

die Diagnosen eines Treppensturzes mit Knieverrenkung rechts und schmerzhafter 

Funktionseinschränkung des rechten Knies sowie einer Anpassungsstörung mit leichter 

depressiver Reaktion (maladaptive Schmerzüberzeugungen und Bewältigungsmuster 

mit Schonverhalten) gestellt. Trotz intensiver stationärer Behandlung habe die 

Schmerzsymptomatik nicht relevant beeinflusst werden können, so dass aktuell keine 

ambulante Physiotherapie empfohlen werde. Das instruierte Heimprogramm sei 

weiterzuführen. Infolge erheblicher Symptomausweitung, Selbstlimitierung und 

Inkonsistenz seien die Resultate von physischen Leistungstests für die Beurteilung der 

zumutbaren Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. Das Ausmass der demonstrierten 

physischen Einschränkungen lasse sich mit den relativ geringfügigen objektivierbaren 

pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärung 

sowie der Diagnose aus somatischer Sicht nur zum Teil erklären. Die Beurteilung der 

Zumutbarkeit stütze sich daher primär auf medizinisch-theoretische Überlegungen, 

ergänzt durch die Beobachtungen bei den Leistungstests und im 

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Behandlungsprogramm. Eine weitergehende Einschränkung der Belastbarkeit lasse 

sich medizinisch-theoretisch nicht begründen. Aus psychologisch-psychiatrischer Sicht 

bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Es sei zu erwarten, dass eine 

berufliche Tätigkeit sich positiv auf die nur leicht depressive Symptomatik auswirken 

könnte. Eine berufliche Tätigkeit als Reinigungsfrau (ganztags stehende/gehende 

Tätigkeit) sei nicht mehr zumutbar. Zumutbar sei ganztags eine leichte bis 

mittelschwere wechselbelastende Arbeit, ohne längerdauernde kniende Stellung oder 

in der Hocke und mit nur minimalem Anteil an repetitivem Leiter-/Treppensteigen. Die 

Patientin erachte sich für keinerlei Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt als 

arbeitsfähig (UV-act. 25, 28).

1.3    Eine Abklärung in der Universitätsklinik Balgrist ergab gemäss Bericht vom 

30. Oktober 2008 die Diagnosen einer kombinierten Restmeniskus-Läsion medial am 

rechten Knie mit medialbetonter beginnender Gonarthrose und einer leichten 

depressiven Reaktion. Als erster Schritt werde eine Entfernung des Restmeniskus 

vorgeschlagen (UV-act. 32). Während der Kreisarzt Dr. B.___ sich dieser Empfehlung 

anschloss (UV-act. 33), lehnte Dr. A.___ eine Resektion des Restmeniskus ab mit dem 

Hinweis, dass diese nicht die Lösung des Problems wäre. Zusätzlich belastend sei der 

Knorpelschaden im Bereich der Trochlea, was zu einer Femoropatellararthrose führe. 

Eine Gewichtsreduktion bleibe erfahrungsgemäss Wunschdenken. Wegen der 

femoropatellären Situation sei weiterhin Physiotherapie zu empfehlen (Bericht vom 19. 

Februar 2009; UV-act. 40). Der Hausarzt Dr. med. C.___, FMH für Allgemeine Medizin, 

teilte am 23. Februar 2009 mit, dass die Beschwerdeführerin zu einer solchen 

Operation nicht bereit sei (UV-act. 41). Anlässlich einer MR-Untersuchung des rechten 

Knies im Röntgeninstitut Jona am 7. Mai 2009 wurde eine fortgeschrittene mediale 

Gonarthrose festgestellt, jedoch kein eindeutiger Riss des Meniskus. Im Schreiben vom 

13. Mai 2009 stimmte Dr. A.___ nunmehr einem operativen Eingriff 

(Tibiakopfvalgisationsosteotomie, unikondyläre Knieprothese) zu (UV-act. 45, 46; vgl. 

auch UV-act. 50). Eine wegen unspezifischer Kopfschmerzen vorgenommene 

neurologische Untersuchung im Spital Linth vom 30. Juni 2009 ergab unauffällige 

Befunde und differentialdiagnostisch eine im Vordergrund stehende Depression (UV-

act. 61). Am 30. Oktober 2009 fand die kreisärztliche Abschlussuntersuchung statt. Im 

entsprechenden Bericht hielt Dr. B.___ unter anderem fest, dass die 

Beschwerdeführerin keinen weiteren Eingriff durchführen lassen wolle, obwohl ein 

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solcher durch die Uniklinik Balgrist empfohlen worden sei. Partiell seien die 

Beschwerden im Rahmen der diffusen Schmerzsymptomatik mit Kopf-/

Rückenschmerzen zu sehen. Entsprechend sei die Operationsindikation insgesamt mit 

Zurückhaltung zu stellen. Dies sei ebenfalls in Anbetracht der neuen Röntgenbilder zu 

sehen. Eine Zunahme der gonarthrotischen Veränderungen sei im Vergleich zu den 

Vorbildern nicht aufgetreten. Der Beschwerdeführerin sei eine leichte bis mittelschwere 

wechselbelastende Arbeit ganztägig zuzumuten. Zwangshaltungen wie knien und 

kauern sowie häufiges Treppen- und Leiternsteigen und das Begehen von unebenem 

Gelände seien ungeeignet (UV-act. 69). Dr. B.___ schätzte den unfallbedingten 

Integritätsschaden auf 20 % (UV-act. 70).

2.        

2.1    Während im Bericht der Uniklinik Balgrist vom 5. Juni 2008 noch ein relativ 

ausgeprägter Kniegelenkserguss beschrieben worden war (UV-act. 18), wurden im 

späteren Bericht der Uniklinik vom 30. Oktober 2008 unter anderem eine reizlose 

Operationsnarbe und "kaum Erguss" festgehalten (UV-act. 32). Die Berichterstatter der 

Rehaklinik Bellikon erachteten am 5. September 2008 eine schwere, ganztags 

stehende/gehende Arbeit (Reinigungsfrau) oder eine solche mit längerdauernder 

kniender Stellung oder in der Hocke sowie mit erheblichem Anteil an repetitivem 

Treppen- und Leiternsteigen als nicht mehr zumutbar. Für eine leichte bis 

mittelschwere Tätigkeit mit Wechselbelastung bescheinigten sie demgegenüber eine 

vollzeitige Einsetzbarkeit. Sie verneinten sodann eine psychisch bedingte 

Arbeitsunfähigkeit, wiesen jedoch auf erhebliche Selbstlimitierungen und 

Inkonsistenzen, maladaptive Schmerzüberzeugung, Eheprobleme, eine Belastung 

durch die kranken Eltern sowie eine mögliche Überforderungssituation durch 

Betreuung von vier Kindern neben einer vollzeitlichen Arbeitstätigkeit hin (UV-act. 25 

S. 3, 28). Die Auswirkungen der letztgenannten Umstände haben vorliegend als 

unfallfremd ausser Betracht zu bleiben. Letzteres gilt auch für die im Spital Linth 

abgeklärte Kopfschmerzproblematik (UV-act. 61). Was sodann die psychischen 

Beschwerden betrifft, erübrigt sich eine eigenständige Adäquanzprüfung (BGE 115 V 

133) bei einem leichten/banalen Unfallereignis, da die Adäquanz zum vornherein zu 

verneinen ist.

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Bei der in Frage stehenden Zumutbarkeitsbeurteilung geht es um die gesundheitlichen 

Verhältnisse im Zeitraum ab Dezember 2009. Ärztlicherseits wurden am 7. Mai 2009 

eine fortgeschrittene mediale Gonarthrose im Bereich des rechten Knies bestätigt, ein 

eindeutiger Meniskusriss wie auch ein Gelenkserguss jedoch verneint (vgl. UV-act. 45, 

46). Nachdem eine weitere radiologische Untersuchung am Röntgeninstitut Jona vom 

20. Oktober 2009 mit Ausnahme einer kleinen osteophytären Reaktion medialseits eine 

normale Corticalis und Spongiostruktur und im Übrigen unauffällige Verhältnisse 

ergeben hatte (UV-act. 68), verneinte Dr. B.___ im Abschlussbericht vom 30. Oktober 

2009 eine Zunahme der gonarthrotischen Veränderungen im Vergleich zu den 

Voraufnahmen. Er wies darauf hin, dass der Aufenthalt in Zurzach infolge zunehmender 

Verspannungen und Kopfschmerzen erfolgt sei. Da bereits durch die Anwendungen im 

Thermalbad mit Lockerung der Muskulatur eine Linderung der Beschwerden habe 

erreicht werden können (vgl. Angaben der Beschwerdeführerin, Bericht S. 3), sei davon 

auszugehen, dass nur ein Teil der Beschwerden aufgrund der radiologisch 

nachgewiesenen Veränderung zu erklären sei. Einer Operation stand er - insbesondere 

auch mit Blick auf die erwähnten unfallfremden Umstände - mit Zurückhaltung 

gegenüber, und die Beschwerdeführerin stimmte einer solchen denn auch nicht zu (UV-

act. 69 S. 4). Die Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. B.___ stimmt mit derjenigen der 

Rehaklinik im Wesentlichen überein und steht im Einklang mit den erwähnten 

bildgebenden Befunden vom Mai und Oktober 2009 sowie mit den von Dr. B.___ selbst 

erhobenen klinischen Befunden (UV-act. 69 S. 4). Die Zumutbarkeitsbeurteilung 

erscheint auch insofern nachvollziehbar, als eine abwechselnd stehend, gehend und 

sitzend ausgeübte Tätigkeit insgesamt zu einer Entlastung bzw. angemessenen 

Belastung des rechten Knies führen dürfte. Aus dem Umstand, dass eine 

Integritätsentschädigung von 20 % zugesprochen wurde, lassen sich entgegen der 

Auffassung des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin keine direkten 

Schlussfolgerungen hinsichtlich der zumutbaren Arbeitsfähigkeit ziehen, zumal die 

beiden Leistungsarten unterschiedlich bemessen werden (Betrachtung der 

wirtschaftlichen Auswirkungen eines Unfallschadens bei der Invaliditätsbemessung; 

abstrakt egalitäre Bemessung bei der Integritätsentschädigung) und auch 

unterschiedliche Ziele verfolgen (Ausgleich immaterieller Unbill bei der 

Integritätsentschädigung und der materiellen Erwerbseinbusse bei der Rente). 

Dementsprechend muss auch ein relativ grosser Integritätsschaden nicht zwingend mit 

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einer Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit einhergehen. Der Bericht der 

ärztlichen Abschlussuntersuchung (UV-act. 69) und derjenige der Integritätsschadens-

Beurteilung (UV-act. 70) stützen sich im Übrigen auf dieselben medizinischen Befunde 

und Diagnosen; ein Widerspruch ist diesbezüglich nicht ersichtlich.

2.2    Im angefochtenen Entscheid hielt die Beschwerdegegnerin fest, obwohl die 

Beschwerdeführerin eine zumutbare Behandlung abgelehnt habe, sei auf die 

Durchführung eines Mahnverfahrens (Art. 21 Abs. 4 in Verbindung mit Art. 43 Abs. 3 

ATSG) und auf die Formulierung eines die Beschwerdeführerin in aller Regel 

"belastenderen" Zumutbarkeitsprofils (unter der Annahme, dass eine Operation 

erfolgreich verlaufen wäre) verzichtet worden (UV-act. 92 S. 8). Dieses Vorgehen lässt 

sich insofern nicht beanstanden, als die Operationsindikation - und damit die 

Erfolgschance einer Operation - vor allem auch in Anbetracht der konkreten 

(unfallfremden) Gegebenheiten von Dr. B.___ aus nachvollziehbaren Überlegungen als 

unsicher eingeschätzt wurde. Im hier zur Diskussion stehenden Zeitraum von 

Dezember 2009 bis 12. Februar 2010 (Datum des Einspracheentscheids) ergab sich 

nach Lage der Akten keine Gonarthrose-Entwicklung am rechten Knie dahingehend, 

dass die vollzeitliche Ausübung einer wechselbelastenden Tätigkeit im dargelegten 

Sinn verunmöglicht worden wäre. Nichts anderes lässt sich auch dem 

Untersuchungsbericht von Dr. med. D.___, Spital Linth, vom 27. April 2010 entnehmen. 

Dort wurde unter anderem festgehalten, zwischenzeitlich sei die ganze Familie deutlich 

geplagt und die psychosoziale Komponente dürfe nicht unterschätzt werden. Am 3. 

Februar 2010 sei eine Infiltration des rechten Kniegelenks durchgeführt worden. Die 

Beschwerdeführerin habe am 31. März 2010 angegeben, von der Infiltration in keiner 

Weise profitiert zu haben. Somit stelle sich die Frage, ob die von der Patientin 

angegebenen Beschwerden wirklich vom Knie ausgehen würden. Er (der Arzt) sei 

deshalb mit der Indikation für die Implantation einer Knie-Teilprothese vorsichtig und 

empfehle eine Zweitmeinung. Er habe das Kantonsspital St. Gallen empfohlen, und die 

Beschwerdeführerin sei damit einverstanden (act. G 5.1). Was die in diesem Bericht 

erneut bestätigte Arthrosebildung am rechten Kniegelenk betrifft, so ist festzuhalten, 

dass Grundlage der kreisärztlichen Abschlussbeurteilung unter anderen auch das 

Vorliegen einer Gonarthrose bildete, wobei eine Zunahme derselben im Vergleich zu 

früher erstellten Bildern verneint wurde (UV-act. 69 S. 5). Eine Arthrose-Zunahme lässt 

sich auch dem Bericht von Dr. D.___ vom 27. April 2010 nicht entnehmen. Dort ist 

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vielmehr ausschliesslich von einer beginnenden Gonarthrose die Rede. Ein Anlass, für 

das vorliegende Verfahren die Ergebnisse der von Dr. D.___ veranlassten Zweitmeinung 

abzuwarten, liegt nicht vor, zumal dies nicht mehr den streitigen Zeitraum betrifft. Auch 

besteht, bezogen auf den streitigen Zeitraum, kein begründeter Anlass für weitere 

medizinische (orthopädische) Abklärungen. Sollten sich für den Zeitraum nach dem 12. 

Februar 2010 in der Folge tatsächlich veränderte Verhältnisse ergeben haben, besteht 

die Möglichkeit des Rückfallmelde- bzw. Revisionsrechts (Art. 17 ATSG).

3.         

3.1    Bei der Ermittlung des ohne Gesundheitsschaden mutmasslich erzielten 

Verdiensts (Valideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung entscheidend, was die 

versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen 

würde. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und 

Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer 

Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden 

fortgesetzt worden wäre. Hat eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen 

wie geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde 

Deutschkenntnisse oder beschränkte Anstellungsmöglichkeiten zufolge 

Saisonnierstatus ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen bezogen, ist diesem 

Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern 

keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem 

bescheideneren Einkommen begnügen wollte. Praxisgemäss wird diese so genannte 

Parallelisierung der Vergleichseinkommen entweder auf Seiten des Valideneinkommens 

durch eine entsprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Lohns oder durch 

Abstellen auf statistische Werte oder aber auf Seiten des trotz Invalidität realisierbaren 

Verdiensts durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Werts 

vorgenommen (BGE 135 V 297 Erw. 5.1). Den Erheblichkeitsgrenzwert der Abweichung 

des ohne Gesundheitsschaden effektiv erzielten Verdiensts vom branchenüblichen 

LSE-Tabellenlohn, ab welchem sich eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen 

rechtfertigen kann, setzte das Bundesgericht auf 5 % fest (BGE 135 V 297 Erw. 6.1.2). 

Zur Vermeidung eines willkürlich erscheinenden, erheblichen sprunghaften Anstiegs 

des Invaliditätsgrads gleich um mehrere Prozentpunkte bei im Grenzbereich des 

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5%igen Erheblichkeitswerts liegenden Abweichungen befand es - in Änderung der 

Rechtsprechung -, dass jeweils nur in dem Umfang zu parallelisieren sei, in welchem 

die prozentuale Abweichung den Erheblichkeitswert von 5 % übersteigt. Weil die 

Parallelisierung nur den Ausgleich einer deutlichen - also nicht jeder kleinsten - 

Abweichung des tatsächlich erzielten Verdienstes vom tabellarisch bestimmten 

branchenüblichen Referenzlohn bezweckt, sei an der bisherigen Praxis, welche bei 

gegebenen Voraussetzungen die Parallelisierung jeweils im vollen Ausmass der ganzen 

prozentualen Unterdurchschnittlichkeit vornahm, nicht länger festzuhalten (BGE 135 V 

297 Erw. 6.1.3).

3.2    Für die Festlegung des Valideneinkommens 2008 von Fr. 48'570.-- ging die 

Beschwerdegegnerin von den Angaben der früheren Arbeitgeberin für 2006 aus 

(Stundenlohn von Fr. 20.-- x 41.6 Stunden pro Woche x 52 Wochen zuzüglich 13. 

Monatslohn [8.33 %]; UV-act. 29, 30) und berücksichtigte für 2007 und 2008 

teuerungsbedingte Anpassungen von 1.6 % und 2 % (UV-act. 84f). Für 2009 resultiert 

nominell angepasst (+ 2.1 %) und unter Berücksichtigung der betriebsüblichen 

Arbeitszeit 2009 von 41.7 Stunden ein Wert von Fr. 49'709.--. Die Beschwerdegegnerin 

zog zum Vergleich das Einkommen gemäss LSE-Tabelle 2008 TA7 für die Grossregion 

Ostschweiz, Position 35 (Reinigung und öffentliche Hygiene), Anforderungsniveau 4 

Frauen heran und errechnete für 2009 (nach Berücksichtigung einer 

Nominallohnsteigerung von 2.1 % und 41.6 Wochenarbeitsstunden) einen Betrag von 

Fr. 50'089.10 (Fr. 3'931.-- x Monate : 40 x 41.6 + 2.1 %). Sie kam zum Schluss, dass 

dieses Einkommen zwar nur unwesentlich höher sei als das von ihr berechnete effektiv 

erzielte Einkommen (Fr. 49'590.--), dass jedoch zugunsten der Beschwerdeführerin 

vom höheren Betrag ausgegangen werde (UV-act. 92 S. 11).

Die Annahme der Beschwerdegegnerin, dass die Beschwerdeführerin als Gesunde 

(ohne Eintritt des Unfalls) überwiegend wahrscheinlich weiterhin im Reinigungsbereich 

tätig gewesen wäre, zumal sie auch nach Eintritt der Arbeitslosigkeit in diesem Bereich 

arbeitete (UV-act. 7), erscheint durchaus begründet, so dass auch die Einkommen aus 

diesem Erwerbsbereich für die Bemessung des Valideneinkommens heranzuziehen 

sind. Zwar hätte für die Beschwerdeführerin grundsätzlich die Möglichkeit bestanden, 

auch eine andere Tätigkeit, ausserhalb der Reinigungsbranche, anzunehmen (act. G 5 

S. 3). Sie hat dies aber nicht getan. Es besteht somit kein Grund, den allgemeinen 

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Durchschnittswert für sämtliche Hilfsarbeiten zur Anwendung zu bringen. Festzuhalten 

ist jedoch, dass für die Ermittlung von Validen- und Invalideneinkommen 

rechtsprechungsgemäss die Tabelle nach Grossregionen der Lohnstrukturerhebung 

(LSE) nicht zugezogen werden darf (SZS 2007, 64 mit Hinweis auf Urteil des 

Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006 Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] 

vom 12. Oktober 2006 [U 75/03]). Die Beschwerdeführerin war zur Zeit des Unfalls vom 

28. November 2007 arbeitslos. Das letzte Arbeitsverhältnis als Raumpflegerin hatte 

bereits auf Ende April 2006 geendet (vgl. UV-act. 31, 85). Mit Blick auf die Tatsache, 

dass die Kündigung dieses Arbeitsverhältnisses zum vornherein keinen unfallbedingten 

Hintergrund haben konnte, da sie im Unfallzeitpunkt schon lange zurücklag, erscheint 

es gerechtfertigt, für die Bemessung des Valideneinkommens das zuletzt tatsächlich 

erzielte Einkommen mit entsprechenden statistischen Werten zu vergleichen. Auf diese 

Weise lässt sich gleichzeitig die von der Beschwerdeführerin implizit geltend gemachte 

Unterdurchschnittlichkeit des von ihr tatsächlich erzielten Einkommens prüfen.

Die Beschwerdeführerin wohnt seit 1994 in der Schweiz und war zuletzt vom 1. 

November 2001 bis 30. April 2006 als Raumpflegerin tätig. Sie verfügt nach Lage der 

Akten nur über geringe Deutschkenntnisse (vgl. UV-act. 29, 31, 63, 69 S. 3, 85). 

Ausgehend vom gesamtschweizerischen Wert (LSE 2008 TA7 Position 35 Frauen 

Anforderungsniveau 4) von Fr. 3'967.-- errechnet sich für 2009 ein Jahresbetreffnis von 

50'669.-- (Fr. 3'967.-- x 12 : 40 x 41.7 + 2.1 %). Das effektiv bei der bisherigen 

Arbeitgeberin im Gesundheitsfall erzielte Einkommen von Fr. 49'709.-- liegt weniger als 

5 % unter dem erwähnten Tabellenwert. Eine Unterdurchschnittlichkeit im dargelegten 

Sinn steht damit nicht zur Diskussion.

4.        

4.1    Das Invalideneinkommen legte die Beschwerdegegnerin anhand der LSE fest und 

stellte dabei auf den Durchschnittswert gemäss Tabelle 1 (Privater Sektor) Niveau 4 

(einfache und repetitive Tätigkeiten) ab. Zugrunde zu legen sind - wie beim 

Valideneinkommen - die Zahlen des Jahres 2009. Die Beschwerdeführerin ist zwar auf 

leichtere Hilfsarbeiten beschränkt, aber sie wäre in der Lage, ihre Restarbeitsfähigkeit 

in vielen Branchen zu verwerten, sowohl im Sektor Produktion als auch im Sektor 

Dienstleistungen. Auszugehen ist deshalb vom allgemeinen Durchschnittslohn aller 

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Branchen. Aus der LSE 2008 TA 1 Niveau 4 ist für Frauen ein Monatssalär von Fr. 

4'116.-- ersichtlich. Das hieraus errechnete Jahressalär von Fr. 49'392.-- basiert auf 40 

Wochenstunden und ist auf die betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit 2009, d.h. 

auf 41.7 Stunden, aufzurechnen, woraus sich ein Betrag von Fr. 51'491.-- ergibt. Im 

Jahr 2009 stiegen die Nominallöhne um 2.1%, woraus für dieses Jahr ein Betrag von 

Fr. 52'572.-- resultiert.

4.2    Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ihre Erwerbsfähigkeit auf 

dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt wegen der unfallbedingten Einschränkungen im 

rechten Kniegelenk insofern eingeschränkt verwerten kann, als für sie lediglich eine 

wechselbelastend (sitzend/stehend) ausgeübte Tätigkeit ohne Heben und Tragen von 

schwereren Gewichten in Betracht fällt; hierfür steht ein Leidensabzug zur Diskussion. 

Im Übrigen ist jedoch die Verwertbarkeit einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in 

leidensangepassten Tätigkeiten nicht in Frage gestellt. Insbesondere ist wegen der 

Nationalität - die Beschwerdeführerin verfügt über die Niederlassungsbewilligung C 

(UV-act. 77) - kein zusätzlicher Abzug vorzunehmen. Die Beschwerdegegnerin hat 

einen Abzug von 15 % zugestanden. Ein Anlass, diese Ermessensausübung zu 

korrigieren, liegt nicht vor, auch wenn der Abzug mit Blick auf die bisherige 

Rechtsprechung als eher grosszügig bemessen erscheint (vgl. die im angefochtenen 

Entscheid zitierten Urteile des Bundesgerichts vom 19. August 2008 [9C_605/2009] i/S 

K., Erw. 2.1.1, und vom 22. November 2007 [U 49/06] i/S B., Erw. 3.4). Unter 

Berücksichtigung eines Leidensabzuges von 15% ergibt sich ein Invalideneinkommen 

von Fr. 44'686.--. Der Vergleich mit dem Valideneinkommen von Fr. 49'709.-- zeigt, 

dass jedenfalls kein Grund besteht, den von der Beschwerdegegnerin festgelegten 

Invaliditätsgrad von 11 % zu erhöhen.

5.        

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten 

sind keine zu erheben Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/13

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entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 11.01.2011
	Art. 18 UVG. Art. 16 ATSG. Abklärung der Arbeitsfähigkeit und Bemessung einer Unfallrente (Validen- und Invalideneinkommen) (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. Januar 2011, UV 2010/18)

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