# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c30de278-d3f0-5faf-992c-e19cf98a8309
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-01-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.01.2018 B-5333/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-5333-2017_2018-01-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

 

Postfach 

CH-9023 St. Gallen 

Telefon +41 (0)58 465 25 60 

Fax +41 (0)58 465 29 80 

www.bundesverwaltungsgericht.ch 

 

Geschäfts-Nr. B-5333/2017 

urh/ret/lse 

 
  

 Z w i s c h e n e n t s c h e i d  

v o m  2 4 .  J a n u a r  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richter Hans Urech (Vorsitz), 

Richter Pascal Richard, Richter Ronald Flury,    

Gerichtsschreiber Thomas Reidy. 

  In der Beschwerdesache 

   
Parteien 

 A._______ AG,  

Beschwerdeführerin,  

 

  gegen 

  
Schweizerische Bundesbahnen SBB,  

Vergabestelle,  

 

B._______ AG,  

vertreten durch die Rechtsanwälte  

PD Dr. Peter Reetz und/oder lic. iur. Martin Sohm,  

Reetz Sohm Rechtsanwälte,  

Obere Wiltisgasse 52, Postfach 441, 8700 Küsnacht ZH,  

Beschwerdegegnerin,  

 

Gegenstand 
 Öffentliches Beschaffungswesen - Systeme, Komponenten 

und Leistungen für Sprachalarmierungsanlagen (SAA)  

nach EN60849/EN50849 (SIMAP-Meldungsnummer 983945; 

Projekt-ID 150160), 

 

B-5333/2017 

Seite 2 

stellt das Bundesverwaltungsgericht fest: 

A.  

Am 13. Januar 2017 schrieb die SBB AG Infrastruktur (im Folgenden: 

Vergabestelle) auf der Internetplattform SIMAP (Informationssystem über 

das öffentliche Beschaffungswesen in der Schweiz) unter dem Projekttitel 

"Systeme, Komponenten und Leistungen für Sprachalarmierungsanlagen 

(SAA) nach EN60849/EN50849" einen Dienstleistungsauftrag im offenen 

Verfahren aus (Meldungsnummer 949437; Projekt-ID 150160).  

B.  

In der Folge gingen insgesamt neun Offerten ein, darunter diejenige der 

A._______ AG  sowie diejenige der B._______. 3 Angebote erfüllten die 

Anforderungen nach formeller Prüfung nicht und ein weiterer Anbieter zog 

sein Angebot zurück.  

Am 1. September 2017 wurde der Zuschlag vom 15. August 2017 an die 

Robert Bosch AG auf der Internetplattform SIMAP veröffentlicht (Meldungs-

nummer 983945). Als Begründung für den Zuschlagsentscheid wurde an-

gegeben: "Der Anbieter hat unter Berücksichtigung der in den Ausschrei-

bungsbedingungen aufgezeigten Zuschlagskriterien die höchste Punktzahl 

erreicht und somit das wirtschaftlich günstigste Angebot eingereicht" 

(Ziff. 3.3 des Zuschlags). Ebenfalls am 1. September 2017 wurden der Be-

schwerdeführerin die Gründe für die Nichtberücksichtigung ihres Angebots 

anlässlich eines Gesprächs erläutert (vgl. Aktennotiz Debriefing A._______ 

AG vom 1. September 2017; Vernehmlassungsbeilage p. 332).  

C.  

Gegen die Zuschlagsverfügung erhebt die Beschwerdeführerin mit Ein-

gabe vom 19. September 2017 beim Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerde. Sie beantragt, die Zuschlagsverfügung vom 1. September 2017 

sei aufzuheben, die Beschwerdegegnerin sei aus dem Verfahren auszu-

schliessen und der Zuschlag sei der Beschwerdeführerin selbst zu erteilen. 

Eventualiter sei festzustellen, dass der Zuschlag vom 1. September 2017 

widerrechtlich erfolgt sei. In prozessualer Hinsicht beantragt die Beschwer-

deführerin, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen, wo-

bei dies in einem ersten Schritt superprovisorisch zu geschehen habe, so-

wie, es sei der Beschwerdeführerin umfassende Einsicht in die Vergabe-

akten zu gewähren.  

Die Beschwerdeführerin rügt die Nichterfüllung der technischen Mindest-

anforderungen seitens der Beschwerdegegnerin, da deren auf dem Markt 

B-5333/2017 

Seite 3 

verfügbaren Systeme die im Pflichtenheft geforderte Anzahl Audiokanäle 

nicht erfülle und zudem liege auch die verlangte SN EN 54-16 Zertifizierung 

des Geräteverbundes nicht vor.  

D.  

Die Vergabestelle beantragt in der Vernehmlassung vom 11. Oktober 2017 

die Abweisung der Beschwerde. In prozessualer Hinsicht beantragt sie, der 

Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung sei abzuweisen und der 

Beschwerde die superprovisorisch gewährte aufschiebende Wirkung zu 

entziehen. Die Akteneinsicht sei auf die explizit genannten Aktenstücke zu 

beschränken, und es sei über die Gewährung der aufschiebenden Wirkung 

ohne weiteren Schriftenwechsel zu entscheiden.   

Der Verweis auf die am Markt verfügbaren Komponenten der Beschwerde-

gegnerin sei nicht geeignet, die Erfüllung der technischen Mindestanforde-

rungen zu bestreiten. Die von der Beschwerdegegnerin angebotene Lö-

sung erfülle entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin sämtliche 

Mindestanforderungen, so auch diejenige betreffend die 32 Audiokanäle. 

Der in den Unterlagen der Beschwerdeführerin beschriebene Systemauf-

bau stimme zudem nicht mit demjenigen überein, der von der Beschwer-

degegnerin offeriert worden sei. Entgegen den Ausführungen der Be-

schwerdeführerin beschlage schliesslich die Mindestanforderung der Zer-

tifizierung nicht den Systemverbund, sondern die Komponenten dessel-

ben. Schliesslich hätten weder die Beschwerdeführerin noch ein anderer 

Anbieter Konformitätserklärungen nach SN EN 54-16 für den Systemver-

bund des zentralen Steuersystems der Sprachalarmierungen vorgelegt.  

E.  

Die B._______ AG (im Folgenden: Beschwerdegegnerin) konstituierte sich 

mit Eingabe vom 11. Oktober 2017 und stellte in der Stellungnahme vom 

1. November 2017 unter anderem den Antrag, es seien die prozessualen 

Anträge der Beschwerdeführerin abzuweisen, soweit darauf einzutreten 

sei. Im Besonderen sei der Beschwerde die superprovisorisch erteilte auf-

schiebende Wirkung zu entziehen und es sei der Antrag auf Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Zu-

dem sei der Beschwerdeführerin bis zum Entscheid über die aufschie-

bende Wirkung keine Einsicht in die von der Beschwerdegegnerin einge-

reichten Unterlagen sowie in die Vergabeunterlagen zu gewähren.  

B-5333/2017 

Seite 4 

Sie macht geltend, dass sie sämtliche technische Voraussetzungen, wel-

che die Ausschreibungsunterlagen an die BTA-Kanäle stellen, erfülle. Dar-

über hinaus verfüge sie über alle notwendigen Zertifizierungen. 

F.  

Mit Verfügung vom 6. November 2017 wurde den Verfahrensbeteiligten 

Frist zur Einreichung allfälliger Schlussbemerkungen zu den prozessualen 

Anträgen gesetzt. 

Während die Vergabestelle mit Schreiben vom 15. November 2017 auf 

Schlussbemerkungen verzichtete, reichten sowohl die Beschwerdeführerin 

als auch die Beschwerdegegnerin solche jeweils mit Eingaben vom 16. No-

vember 2017 ein.   

Auf diese und weitere Vorbringen der Verfahrensbeteiligten ist, soweit er-

forderlich, in den Erwägungen einzugehen. 

 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gegen Verfügungen betreffend den Zuschlag oder den Ausschluss in 

Vergabeverfahren steht die Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht 

offen (Art. 27 Abs. 1 i. V. m. Art. 29 Bst. a und d des Bundesgesetzes vom 

16. Dezember 1994 über das öffentliche Beschaffungswesen [BöB, 

SR 172.056.1]). Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet auch über Ge-

suche um Erteilung der aufschiebenden Wirkung (Art. 28 Abs. 2 BöB).  

1.2 Für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht sind die Vor-

schriften des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 

(VwVG, SR 172.021) massgebend, soweit das BöB und das Verwaltungs-

gerichtsgesetz vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) nichts anderes be-

stimmen (Art. 26 Abs. 1 BöB und Art. 37 VGG). Gemäss Art. 31 BöB kann 

die Unangemessenheit vor Bundesverwaltungsgericht nicht gerügt wer-

den. 

B-5333/2017 

Seite 5 

1.3 Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vergabestelle teilge-

nommen (Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG) und ist durch die angefochtene Ver-

fügung – der Zuschlag wurde einer Mitbewerberin erteilt – besonders be-

rührt (Art. 48 Abs. 1 Bst. b VwVG).  

1.3.1 Nach der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung genügt der 

Umstand, dass jemand am Offertverfahren teilgenommen hat und nicht be-

rücksichtigt worden ist, nicht, um die Legitimation zu bejahen. Der unterle-

gene Anbieter ist zur Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht nur 

legitimiert, wenn er eine reelle Chance besitzt, den Zuschlag selber zu er-

halten (vgl. BGE 141 II 14 E. 4 ff.).  

1.3.2 Die Beschwerdeführerin beantragt, der Zuschlag sei aufzuheben und 

an sie selbst zu erteilen.  

Würde das Gericht dieser Argumentation Folge leisten, so hätte die Be-

schwerdeführerin als an zweiter Stelle rangierte Anbieterin eine reelle 

Chance, den Zuschlag zu erhalten. Sie hat daher ein schutzwürdiges Inte-

resse an der Aufhebung der angefochtenen Verfügung, weshalb sie zur 

Beschwerde legitimiert ist (BGE 141 II 14 E. 4.4 und 4.6 m.H. Urteil des 

BVGer B-4637/2016 vom 17. März 2017 E. 1.2).  

1.4 Die Anfechtung der am 1. September 2017 publizierten Zuschlagsver-

fügung ist fristgerecht erfolgt (Art. 30 BöB). Die Form der Beschwerde ist 

gewahrt (Art. 52 Abs. 1 VwVG). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass 

sich die Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 11. Oktober 2017 als Be-

schwerdegegnerin konstituiert hat und in Bezug auf die Erteilung der auf-

schiebenden Wirkung eigene Anträge stellt. Ihre Rechtsvertreter haben 

sich rechtsgenüglich durch Vollmacht ausgewiesen (Art. 11 Abs. 2 VwVG). 

1.5 Über das Begehren um Erteilung der aufschiebenden Wirkung im Rah-

men der Anfechtung eines Zuschlags bzw. eines impliziten Ausschlusses 

entscheidet das Bundesverwaltungsgericht gemäss ständiger Rechtspre-

chung in Dreierbesetzung (Zwischenentscheid des BVGer B-3402/2009 

vom 2. Juli 2009 "Microsoft", auszugsweise publiziert in BVGE 2009/19 

E. 1.2 m.H.). 

2.  

Gegenstand des vorliegenden Zwischenentscheids ist der Antrag der Be-

schwerdeführerin auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung.  

B-5333/2017 

Seite 6 

Ist das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der anhängig ge-

machten Beschwerde zuständig, so entscheidet es auch über Gesuche um 

Erteilung der aufschiebenden Wirkung (vgl. Art. 28 Abs. 2 BöB).  

2.1 Das BöB erfasst nur Beschaffungen, welche dem GATT/WTO-Überein-

kommen vom 15. April 1994 über das öffentliche Beschaffungswesen 

(Government Procurement Agreement [GPA, SR 0.632.231.422]) unter-

stellt sind (BVGE 2008/48 E. 2.1 m.H.). Es ist anwendbar, wenn die Auf-

traggeberin dem Gesetz untersteht (Art. 2 Abs. 1 BöB), wenn der Beschaf-

fungsgegenstand sachlich erfasst wird (Art. 5 BöB), der geschätzte Wert 

des zu vergebenden öffentlichen Auftrages den entsprechenden Schwel-

lenwert von Art. 6 Abs. 1 BöB erreicht und keiner der Ausnahmetatbe-

stände von Art. 3 BöB gegeben ist. 

2.2 Mit dem Inkrafttreten des bilateralen Abkommens vom 21. Juni 1999 

zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen 

Gemeinschaft über bestimmte Aspekte des öffentlichen Beschaffungswe-

sens (Bilaterales Abkommen Schweiz-EG, SR 0.172.052.68) auf den 

1. Juni 2002 wurden die Anbieter von Dienstleistungen des Schienenver-

kehrs den Regeln über das öffentliche Beschaffungswesen unterstellt 

(Art. 3 Abs. 2 Bst. d und Abs. 3 Bilaterales Abkommen Schweiz-EG sowie 

Anhang II B). Im Sektorenbereich Eisenbahnen (Bau und Betrieb von Ei-

senbahnanlagen) sind die SBB AG, die Unternehmen, bei denen diese die 

Aktienmehrheit besitzen, und die anderen Betreiber von Eisenbahnanla-

gen, die unter dem beherrschenden Einfluss des Bundes stehen, dem BöB 

direkt unterstellt (Zwischenentscheid des BVGer B-3644/2017 vom 23. Au-

gust 2017 E. 2.2, Urteil des BVGer B-6350/2015 vom 22. Februar 2016 

E. 3.1 "Sanierung Geldwechsel SBB"). Ausgenommen sind alle Tätigkeiten 

dieser Unternehmen, die nicht unmittelbar etwas mit dem Bereich Verkehr 

zu tun haben (Art. 2 Abs. 2 BöB i.V.m. Art. 2a Abs. 2 Bst. b Verordnung vom 

11. Dezember 1995 über das öffentliche Beschaffungswesen [VöB, SR 

172.056.11], wobei an das Erfordernis des „unmittelbaren“ Zusammen-

hangs keine zu hohen Anforderungen zu stellen sind (Urteil des BVGer 

B-4958/2013 vom 30. April 2014 E. 1.5 "Projektcontrollingsystem Alp Tran-

sit"; vgl. PETER GALLI/ANDRÉ MOSER/ELISABETH LANG/MARC STEINER, Pra-

xis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 

2013, Rz. 158). 

2.3 Gemäss Ziff. 2.6 der Ausschreibungspublikation beinhaltet der Be-

schaffungsgegenstand Systeme, Komponenten und Leistungen für 

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Seite 7 

Sprachalarmierungsanlagen (SAA nach EN60849/EN50849) in Bahnhö-

fen. Gemäss Ausschreibung wird ein Vertragspartner gesucht, welcher als 

Integrator von Sprachalarmierungsanlagen (SAA) für die Führung von Per-

sonen bei Evakuationen, die nachfolgenden Leistungen abdecken kann:  

– Zusammenarbeit mit mehreren Fachplanern und deren Beratung 

– Planungsbegleitung 

– Beschaffung sowie Lieferung der Komponenten 

– Inbetriebnahme 

– Funktionsverantwortung (störungsfreier Betrieb und Unterhalt) 

 

Da es zum Zeitpunkt der Ausschreibung kein genau definiertes Mengen-

gerüst gab, wurde mit einem Beispielbahnhof gearbeitet, welcher als Re-

ferenzmengengerüst für die Bahnhöfe Bern und Basel dienen sollte.  

 

2.4 Dem soeben beschriebenen Gegenstand der Beschaffung ist zunächst 

ein unmittelbarer Zusammenhang mit dem Bereich Verkehr der SBB AG 

zuzuerkennen. Entsprechend fällt die zu beurteilende Vergabe in den An-

wendungsbereich des BöB (Art. 2 Abs. 2 BöB i. V. m. Art. 2a Abs. 2 Bst. b 

VöB). Dies wird im Übrigen weder von der Vergabestelle noch von der Be-

schwerdegegnerin bestritten. 

2.5 Die Vergabestelle geht in Ziffer 1.8 ihrer Ausschreibung vom 13. Januar 

2017 von einem "Dienstleistungsauftrag" aus. Nach Art. 5 Abs. 1 Bst. b BöB 

bedeutet der Begriff "Dienstleistungsauftrag" einen Vertrag zwischen der 

Auftraggeberin und einem Anbieter über die Erbringung einer Dienstleis-

tung nach Anhang 1 Annex 4 GPA. Anders als Bauleistungen und Lieferun-

gen, die in sachlicher Hinsicht grundsätzlich allesamt dem staatsvertragli-

chen Vergaberecht und damit auch dem BöB unterstellt sind, gilt für Dienst-

leistungen nach GPA (vgl. Anhang I Annex 4) eine sogenannte Positivliste 

(so auch der Anhang 1a VöB). Entsprechend verweist Art. 5 Abs. 1 Bst. b 

BöB auf den Anhang I Annex 4 GPA. Nur Dienstleistungen, die auf dieser 

Positivliste aufgeführt sind, unterstehen den Staatsverträgen und damit 

dem BöB. Massgebend sind insoweit die Referenz-Nummern der (proviso-

rischen) Zentralen Produkteklassifikation (Central Product Classification, 

CPC; BVGE 2011/17 E. 5.2.1 f.).  

Demgegenüber bezeichnet der Begriff "Lieferauftrag" gemäss Art. 5 Abs. 1 

Bst. a BöB einen Vertrag zwischen der Auftraggeberin und einem Anbieter 

über die Beschaffung beweglicher Güter, namentlich durch Kauf, Leasing, 

Miete, Pacht oder Mietkauf. Erfasst werden grundsätzlich alle Arten von 

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Seite 8 

Lieferungen, auch Immaterialgüterrechte und immaterielle Güter, wie z.B. 

Standardsoftware bzw. entsprechende Lizenzen, oder auch Strom (vgl. 

GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 219).  

2.6 In der Ausschreibung wies die Vergabestelle die Beschaffung folgen-

den CPV (Common Procurement Vocabulary)-Kategorien zu (vgl. Ziff. 2.5 

der Ausschreibung): 

 

48952000  "Beschallungsanlagen" 

35121700  "Alarmsysteme" 

79711000  "Überwachung von Alarmanlagen" 

32342000  "Lautsprecher" 

32343000  "Verstärker" 

 

2.7 Die von der Vergabestelle in der Ausschreibung und im Zuschlag vor-

genommene Qualifikation der nachgefragten Leistungen als "Dienstleis-

tungsauftrag" überzeugt nicht uneingeschränkt, zumal hinsichtlich der Lie-

ferung von Komponenten für die Sprachalarmierungs-Anlagen (SAA) von 

einem "Lieferauftrag" auszugehen ist. Handelt es sich folglich um einen 

gemischten Auftrag, wäre in einem nächsten Schritt festzustellen, welcher 

Leistung der Charakter als Hauptleistung und welcher derjenige als Ne-

benleistung zukommt (sog. Schwergewichts- oder Präponderanztheorie; 

vgl. Urteil des BVGer B-1470/2010 vom 29. September 2010 E. 1.3 

m.w.H.). Entsprechend wäre der vorliegend zu beurteilende Auftrag ge-

samtheitlich als Lieferauftrag zu qualifizieren, wenn der Wert der Lieferun-

gen höher wäre als der Wert der Dienstleistungen. Im umgekehrten Fall 

läge ein Dienstleistungsauftrag vor.  

Da, wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, auch die ausgeschriebenen 

Dienstleistungen in den Geltungsbereich des BöB fallen, kann die Frage, 

welche Leistung effektiv wertmässig überwiegt, offengelassen werden.  

2.8 Nebst der Beschaffung sowie Lieferung der Komponenten für die 

Sprachalarmierungs-Anlagen (SAA) soll die Leistung gemäss den Aus-

schreibungsbedingungen die Zusammenarbeit mit mehreren Fachplanern 

und deren Beratung, die Planungsbegleitung, die Inbetriebnahme und die 

Funktionsverantwortung (störungsfreier Betrieb und Unterhalt) beinhalten. 

Es soll ein Rahmenwerkvertrag über 6 Jahre für die Integration von Sprach-

alarmierungsanlagen sowie ein Instandhaltungsvertrag über 10 Jahre mit 

einer Option auf insgesamt 10 Jahre Verlängerung resultieren.  

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Seite 9 

Die im vorliegenden Fall nachgesuchte Dienstleistung lässt sich am ehes-

ten der CPCprov-Subklasse 86723 "Engineering design services for me-

chanical and electrical installations for buildings" zuordnen. Diese CPCprov 

Referenznummer ist sowohl in der Positivliste von Anhang 1 Annex 4 GPA 

als auch im Anhang 1a Ziff. 14 zu Art. 3 Abs. 2 VöB aufgeführt ("Technische 

Beratung und Planung, integrierte technische Leistungen, zugehörige wis-

senschaftliche und technische Beratung, technische Versuche und Analy-

sen, soweit nicht Bauvorhaben betreffend"). Der Beschaffungsgegenstand 

fällt damit in den sachlichen Anwendungsbereich des BöB.  

 

2.9 Vorliegend liegt der Preis des berücksichtigten Angebots bei 

CHF 2‘273‘479 (exkl. MWST) und übersteigt damit zweifelsfrei den 

Schwellenwert für Lieferungen und Dienstleistungen von CHF 700‘000 ge-

mäss Art. 1 Bst. d Ziffer 1 der Verordnung des WBF über die Anpassung 

der Schwellenwerte im öffentlichen Beschaffungswesen für die Jahre 2016 

und 2017 vom 23. November 2015, AS 2015 4743). 

2.10 Da auch kein Ausnahmetatbestand im Sinne von Art. 3 BöB vorliegt, 

fällt die vorliegend angefochtene Beschaffung in den Anwendungsbereich 

des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen.  

2.11 Das Bundesverwaltungsgericht ist daher prima facie für die Beurtei-

lung der vorliegenden Streitsache zuständig.  

3.  

Gegenstand des vorliegenden Zwischenentscheids bildet der Antrag auf 

Erteilung der aufschiebenden Wirkung. Im Unterschied zu Art. 55 Abs. 1 

VwVG sieht Art. 28 Abs. 1 BöB vor, dass der Beschwerde von Gesetzes 

wegen keine aufschiebende Wirkung zukommt. Demnach kann diese vom 

Bundesverwaltungsgericht nur auf Gesuch hin erteilt werden (Art. 28 Abs. 

2 BöB). Vorliegend enthält die Beschwerde ein entsprechendes Begehren. 

3.1 Das BöB nennt keine Kriterien, welche für die Frage der Gewährung 

oder Verweigerung der aufschiebenden Wirkung zu berücksichtigen sind. 

Es können indes die Grundsätze übernommen werden, die Rechtspre-

chung und Lehre zur Anwendung von Art. 55 VwVG entwickelt haben. Da-

nach ist anhand einer Interessenabwägung zu prüfen, ob die Gründe, die 

für eine sofortige Vollstreckbarkeit sprechen, gewichtiger sind als jene, die 

für die gegenteilige Lösung angeführt werden können (BGE 129 II 286 E. 3; 

Zwischenentscheid des BVGer B-6837/2010 vom 16. November 2010 

E. 2.1 m.H. "Lüftung Belchentunnel"). Dass der Gesetzgeber im BöB den 

B-5333/2017 

Seite 10 

Suspensiveffekt in Abweichung zum VwVG nicht von Gesetzes wegen ge-

währte, zeigt, dass er sich der Bedeutung dieser Anordnung im Submissi-

onsrecht bewusst war und eine individuelle Prüfung dieser Frage als not-

wendig erachtete, nicht aber, dass er diesen nur ausnahmsweise gewährt 

haben wollte (vgl. zum Ganzen den Zwischenentscheid des BVGer 

B-3402/2009 vom 2. Juli 2009 "Microsoft", auszugsweise publiziert in 

BVGE 2009/19 E. 2.1 m.H.). 

3.2 Liegt ein Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung vor, so ist 

im Sinne einer prima facie-Würdigung der materiellen Rechtslage in einem 

ersten Schritt zu prüfen, ob aufgrund der vorliegenden Akten davon auszu-

gehen ist, dass die Beschwerde offensichtlich unbegründet ist. Ist dies der 

Fall, ist die aufschiebende Wirkung von vornherein nicht zu gewähren. 

Dasselbe gilt für den Fall, dass auf die Beschwerde aller Voraussicht nach 

nicht eingetreten werden kann (Zwischenentscheid des BVGer 

B-5293/2015 vom 4. November 2015 "E-Mail-Services für Ratsmitglieder" 

E. 3.1). Werden der Beschwerde hingegen Erfolgschancen zuerkannt oder 

bestehen darüber Zweifel, so ist über das Begehren um aufschiebende 

Wirkung aufgrund der erwähnten Interessenabwägung zu befinden. In die 

Abwägung einzubeziehen sind nach der ständigen Praxis der Eidgenössi-

schen Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen (BRK), 

die sich das Bundesverwaltungsgericht mit dem Entscheid BVGE 2007/13 

(E. 2.2) "Vermessung Durchmesserlinie" im Grundsatz zu eigen gemacht 

hat, einerseits die Interessen der Beschwerdeführerin an der Aufrechter-

haltung der Möglichkeit, den Zuschlag zu erhalten, wobei zugleich ein ge-

wichtiges öffentliches Interesse an der Gewährung effektiven Rechtsschut-

zes besteht (Zwischenentscheid des BVGer B-6177/2008 vom 20. Oktober 

2008 E. 2 "Hörgeräte"). Diesen gegenüber stehen die öffentlichen Interes-

sen, die die Auftraggeberin wahrzunehmen hat. So wird in der GATT-Bot-

schaft 2 vom 19. September 1994 namentlich festgehalten, gegen den au-

tomatischen Suspensiveffekt spreche die Gefahr von Verzögerungen und 

erheblichen Mehrkosten (BBl 1994 IV 950 ff., insbes. S. 1197; vgl. auch 

S. 1199; vgl. zum Ganzen den Zwischenentscheid des BVGer 

B-3402/2009 vom 2. Juli 2009 "Microsoft", auszugsweise publiziert in 

BVGE 2009/19 E. 2.1). Entsprechend hält das Bundesgericht im Rahmen 

der Auslegung von Art. 17 Abs. 2 der Interkantonalen Vereinbarung über 

das öffentliche Beschaffungswesen vom 15. März 2001 (IVöB) fest, dass 

dem öffentlichen Interesse an einer möglichst raschen Umsetzung des 

Vergabeentscheides von vornherein ein erhebliches Gewicht zukommt (Ur-

teil des BGer 2P.103/2006 vom 29. Mai 2006 E. 4.2.1 m.H.; in diesem Sinne 

auch BVGE 2008/7 E. 3.3 "Prestations de planification à Grolley/FR"). Auch 

B-5333/2017 

Seite 11 

allfällige Interessen Dritter, namentlich der übrigen an einem Beschaffungs-

geschäft Beteiligten, sind nach der ständigen Praxis zu berücksichtigen. 

Ausgangspunkt muss dabei - insbesondere auch in Anbetracht der Zielset-

zung von Art. XX Ziff. 2 und 7 Bst. a GPA - die Gewährung eines effektiven 

Rechtsschutzes und die Verhinderung von Zuständen sein, welche das 

Rechtsmittel illusorisch werden lassen (BVGE 2007/13 E. 2.2 m.H.; vgl. 

GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1341; zum Ganzen Zwischenent-

scheid des BVGer B-3644/2017 vom 23. August 2017 E. 3.3). 

4.  

Im Folgenden ist prima facie zu prüfen, ob die Beschwerde materiell offen-

sichtlich unbegründet ist.  

In materieller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin, die von der Beschwer-

degegnerin verfügbaren Systeme erfüllten die technischen Mindestanfor-

derungen gemäss Pflichtenheft nicht, weshalb sie aus dem Vergabeverfah-

ren auszuschliessen sei.  

4.1 Gemäss Art. 12 Abs. 1 BöB bezeichnet die Auftraggeberin die erforder-

lichen technischen Spezifikationen in den Ausschreibungs-, den Vergabe- 

und den Vertragsunterlagen. Produktanforderungen sind – soweit sich aus 

der Ausschreibung nichts anderes ergibt – absolute Kriterien; ihre Nichter-

füllung führt unabhängig vom Vergleich mit den anderen Angeboten zur 

Nichtberücksichtigung des Angebots (Urteil des BVGer B-3526/2013 vom 

20. März 2014 E. 6.2 m.H. "HP-Monitore"; HANS RUDOLF TRÜEB, BöB-Kom-

mentar in: Oesch/Weber/Zäch [Hrsg.], Wettbewerbsrecht II, Zürich 2011, 

Rz. 2 zu Art. 12 BöB). Gemäss Art. 16a VöB beschreibt die Auftraggeberin 

die Anforderungen an die geforderte Leistung (insbesondere deren techni-

sche Spezifikationen) in hinreichender Klarheit und Ausführlichkeit (Art. 

16a Abs. 1 VöB) und teilt in jedem Fall mit, welche Anforderungen zwin-

gend zu erfüllen sind (Art. 16a Abs. 3 VöB; vgl. zum Ganzen den Zwischen-

entscheid des BVGer B-7753/2016 vom 1. Februar 2017 E. 4.3.2 "Mobile 

Warnanlagen"). 

4.2 Im Rahmen der Ausschreibung formulierte Beurteilungskriterien sind 

so auszulegen, wie sie von den Anbietern in guten Treuen verstanden wer-

den konnten und mussten; auf den subjektiven Willen der Vergabestelle 

beziehungsweise der dort tätigen Personen kommt es nicht an (BGE 141 

II 14 E. 7.1 m.H. „Bahntechnik Monte Ceneri“). Die Anbietenden dürfen 

grundsätzlich darauf vertrauen, dass die Vergabestelle die ausgewählten 

Beurteilungskriterien im herkömmlichen Sinn versteht. Tut sie dies nicht, 

B-5333/2017 

Seite 12 

muss das betreffende Kriterium entsprechend (möglichst detailliert) um-

schrieben werden, damit die Anbieter erkennen können, welchen Anforde-

rungen sie bzw. ihre Offerten genügen müssen (Urteil des BVGer 

B-4958/2013 vom 30. April 2014 E. 2.6.1 m.H. "Projektcontrollingsystem 

AlpTransit"). 

Gemäss Ziff. 2.7.1 der Ausschreibungsbedingungen (Formelle Prüfung) ist 

ein vollständiges Angebot auf der Grundlage der Ausschreibungsunterla-

gen einzureichen. Alle Angebote inkl. alle geforderten Nachweise werden 

nur bewertet, wenn sie vollständig, unterzeichnet und fristgerecht einge-

reicht worden sind. Gemäss Ziff. 2.7.3 der Ausschreibungsbedingungen 

geht hervor, dass die Mindestanforderungen eingehalten werden müssen. 

"Die Mindestanforderungen sind zwingend einzuhalten, ansonsten wird 

das Angebot nicht in die Bewertung einbezogen." Unter Ziffer 2.7.3.1 mit 

dem Titel "Technische Mindestanforderungen (technische Spezifikatio-

nen)" führt die Vergabestelle aus, dass die technischen Mindestanforde-

rungen an das Produkt im Pflichtenheft mit dem Hinweis "zwingend erfor-

derlich" bezeichnet seien. Bei Nichterfüllung der technischen Mindestan-

forderungen werde das Angebot der Anbieterin nicht in die Bewertung ein-

bezogen. Für Anforderungen, die nicht mit "zwingend erforderlich" gekenn-

zeichnet seien, könne eine begründete Abweichung als Alternative ange-

boten werden. Die geforderten Nachweise zu den technischen Mindestan-

forderungen seien dem Pflichtenheft zu entnehmen.  

4.3 Die Beschwerdeführerin rügt vorab, dass die Systeme der Beschwer-

degegnerin die nach Pflichtenheft verlangte Funktion von bis zu maximal 

32 gleichzeitigen Betriebstelefonieanlage-Kanälen (BTA-Kanäle) nicht er-

füllen würden. So seien mit dem für Grossanlagen ausgelegten System 

"X._______" maximal 28 Kanäle und mit dem für kleinere und mittlere An-

lagen verfügbare System "P._______" lediglich 4 Kanäle möglich. 

Mit dieser Rüge behauptet die Beschwerdeführerin sinngemäss, dass die 

Beschwerdegegnerin die Anforderungen an die technische Leistungsfähig-

keit nicht erfülle, was, sofern es sich um eine zwingend zu erfüllende Min-

destanforderung handeln sollte, zum Ausschluss des Angebots führen 

würde.  

4.3.1 Die Vergabestelle betont in ihrer Vernehmlassung vom 11. Oktober 

2017 die Wichtigkeit der Anforderungen betreffend BTA-Anbindung ge-

mäss Pflichtenheft damit die Durchgängigkeit der Kundeninformation vom 

zentralen Ausgabesystem der SBB bis zum Lautsprecher als Teil der 

http://links.weblaw.ch/BVGer-B-4958/2013

B-5333/2017 

Seite 13 

Sprachalarmierungsanlage gewährleistet werde. Deshalb sei bei allen An-

bietern bei mehreren Gelegenheiten auf die Wichtigkeit dieser Anforderun-

gen hingewiesen worden. Zudem seien die Lösungsvorschläge mehrmals 

diskutiert worden, um Missverständnisse hinsichtlich der Funktionsweise 

zu vermeiden. Bei den technischen Präsentationen mit allen Anbietern 

habe die Vergabestelle die Details der BTA-Anbindung präsentiert. Dabei 

sei insbesondere auch die Anzahl der verlangten Audiokanäle geklärt wor-

den.  

Die Beschwerdegegnerin macht geltend, es sei ihr möglich, die erforderli-

che Anzahl BTA-Kanäle infolge Optimierung des Grundsystems P._______ 

zu gewährleisten. Entsprechend habe sie entgegen der Annahme der Be-

schwerdeführerin auch keine Alternativen im Sinne von Ziff. 2.7.3.1 der 

Ausschreibungsbedingungen anbieten müssen.  

4.3.2 Bezüglich des Kundeninformationssystems wird im Pflichtenheft un-

ter Ziff. 2.2.4 festgehalten, dass die Anlage neben der Sprachalarmierung 

standardmässig auch zur Kundeninformation genutzt werden soll. Dazu 

werden über die BTA (Betriebstelefonie Anlage SBB) Durchsagen ausge-

führt. Hinsichtlich BTA-Anbindung (Anzahl Audiokanäle) wird in derselben 

Ziff. festgehalten, dass mehrere (maximal 32) BTA-Kanäle pro System zu 

übergeben sind.  

4.3.3 Vorab ist festzuhalten, dass die Anforderungen bezüglich BTA-Anbin-

dung (Anzahl Audiokanäle) nicht mit dem Vermerk "zwingend erforderlich" 

gekennzeichnet wurden. Entsprechend handelt es sich bei der geforderten 

Anzahl Audiokanäle nicht um eine Mindestanforderung (vgl. E. 4.2), wes-

halb die Beschwerdegegnerin selbst bei Nichterfüllung dieser Anforderung 

nicht ohne Weiteres aus dem Verfahren auszuschliessen wäre. 

4.3.4  Sowohl im Pflichtenheft (Ziff. 2.2.4) als auch anlässlich der techni-

schen Präsentation verlangte die Vergabestelle eine Lösung, die bis zu 32 

BTA-Kanäle, die gleichzeitig angesteuert werden, enthält. Dem Protokoll 

vom 19. Mai 2017 betreffend "Präsentation des technischen Teils des An-

gebots Öffentliche Ausschreibung Sprachalarmierungsanlagen" kann hin-

sichtlich der BTA-Anbindung Folgendes entnommen werden: "Präzisierung 

SBB: Ein BTA-Kanal beinhaltet folgende Linien: 1 Audio in, 8 GPI in und 1 

GPI out. Es gibt bis zu 32 BTA-Kanäle, die gleichzeitig angesteuert werden. 

Die Anforderungen sind damit klar." [GPI: General Purpose Interface be-

zeichnet eine plattformübergreifende Schaltverbindung zwischen Geräten 

verschiedener Hersteller].  

B-5333/2017 

Seite 14 

4.3.5 Zu prüfen bleibt, ob sich aus den Akten Anhaltspunkte ergeben, um 

an der technischen Leistungsfähigkeit der Beschwerdegegnerin hinsicht-

lich der Anforderung bezüglich BTA-Anbindung (Anzahl Audiokanäle) zu 

zweifeln.  

Die Beschwerdegegnerin hat in ihrem ersten Angebot vom 17. März 2017 

unterschriftlich bestätigt, keine Vorbehalte gegen das Pflichtenheft zu ha-

ben. Sie hielt ausdrücklich fest, dass sich sämtliche im Pflichtenheft gefor-

derten Merkmale mit der offerierten P._______ Anlage realisieren lassen. 

Auch würden sich keine Einschränkungen in Funktionalität oder bezüglich 

geforderter Zertifizierungen erkennen lassen (Ordner 4 der Vorakten: act. 

449). 

Nach der technischen Angebotspräsentation vom 19. Mai 2017 wurden die 

einzelnen Punkte der BTA-Anbindung und Fragen seitens der Vergabe-

stelle besprochen. Gestützt darauf reichte die Beschwerdegegnerin eine 

aktualisierte Angebotspräsentation ein. Auch anlässlich der technischen 

Verhandlung vom 8. Juni 2017 bestätigte die Beschwerdegegnerin auf Hin-

weis der Vergabestelle auf die geforderten 32 Kanäle, dass sie alle Anfor-

derungen, die in der Ausschreibung bezüglich BTA-Anbindung gestellt 

sind, bestätige (vgl. entsprechendes Protokoll; Vernehmlassungsbeilage 7, 

S. 1). Mit Schreiben vom 15. September 2017 stellte der Geschäftsführer 

der Beschwerdegegnerin ein weiteres Mal klar, dass die geforderten Anfor-

derungen vollumfänglich erfüllt würden.  

Die Beschwerdegegnerin zeigt in ihrer Stellungnahme vom 1. November 

2017 und in den Schlussbemerkungen vom 16. November 2017 auf, mit 

welchem System sie die Anforderungen erfüllen will. Entgegen der Vermu-

tung der Beschwerdeführerin stützt sich die Beschwerdegegnerin in der 

Offerte weder auf das System "X._______" noch auf das Grundsystem des 

Systems "P._______". Es handelt sich gemäss den Ausführungen der Be-

schwerdegegnerin vielmehr um ein optimiertes System "P._______".  Die 

Optimierung erfolge durch den Einsatz einer Vernetzungskarte auf den vier 

P._______ Controllern. Der Einsatz von P._______ Verstärkern führe so-

dann dazu, dass eingangs- und ausgangsseitig zusätzliche BTA-Kanäle 

gewährleistet werden könnten. Mit diesem System sei die Beschwerdegeg-

nerin in der Lage, sogar wesentlich mehr BTA-Kanäle als notwendig zu 

gewährleisten. Die Beschwerdegegnerin veranschaulicht die Funktions-

weise dieses Systems mit verschiedenen Diagrammen.  

B-5333/2017 

Seite 15 

Diese Angaben erscheinen prima facie schlüssig und als nachvollziehbar. 

Da zudem sämtliche eingereichten Dokumente, wie die Vergabestelle in 

ihrer Vernehmlassung ausführt, von ihr beigezogenen externen Experten 

unterbreitet und hinsichtlich ihrer Konsistenz geprüft wurden, sind im Rah-

men einer prima facie Prüfung keine Anhaltspunkte ersichtlich, wonach die 

Beschwerdegegnerin nicht in der Lage wäre, mit dem offerierten System 

die geforderten 32 und gleichzeitig ansteuerbaren BTA-Kanäle anzubieten. 

4.4 Die Beschwerdeführerin rügt weiter, die Beschwerdegegnerin habe we-

der zum massgebenden Zeitpunkt der Eingabe (20. März 2017) noch zum 

Zeitpunkt der Publikation des Zuschlags (1. September 2017) über die ver-

langte EN54-16 Zertifizierung des Geräteverbunds verfügt, weshalb ein 

zwingendes Kriterium nach Pflichtenheft nicht erfüllt werde. 

4.4.1 Die Vergabestelle bringt in ihrer Vernehmlassung vom 11. Oktober 

2017 vor, dass die Mindestanforderungen der Zertifizierung nicht wie von 

der Beschwerdeführerin behauptet werde, den Systemverbund, sondern 

lediglich die einzelnen Komponenten desselben beschlage. Hintergrund 

dieser Forderung sei, dass einzelne Zentralen eines Sprachalarmierungs-

systems im Bahnhof örtlich voneinander getrennt installiert würden. Die 

Kabelverbindungen der Systemteile seien nicht Teil der Ausschreibung, 

sondern würden von der SBB AG realisiert. Im Übrigen habe weder die 

Beschwerdeführerin noch ein anderer Anbieter Konformitätserklärungen 

für den Systemverbund des zentralen Steuersystems der Sprachalarmie-

rungsanlage vorgelegt.  

4.4.2 Die Beschwerdegegnerin macht ihrerseits geltend, dass sie über alle 

erforderlichen Zertifizierungen des Systems P._______ verfüge, wobei die 

Zertifizierungen sowohl in Bezug auf die einzelnen Komponenten als auch 

in Bezug auf die Vernetzung des Systems P._______ vorliegen würden.    

4.4.3 Die Anforderungen an die Komponenten der Sprachalarmierungsan-

lagen werden im Pflichtenheft unter Ziff. 2.1 aufgeführt. Danach müssen 

die Lautsprecher SN EN 54-24 (Ziff. 2.1.1), die Systemverstärker (Ziff. 

2.1.2), die zentralen Steuersysteme (Ziff. 2.1.3) und die Sprechstellen (Ziff. 

2.1.4) SN EN 54-16 zertifiziert sein.  

Auf entsprechende Frage hat die Vergabestelle im Zusammenhang mit der 

Zertifizierung präzisiert, dass sowohl betreffend die Zertifizierung SN EN 

54-24 als auch betreffend die Zertifizierung SN EN 54-16 eine durch einen 

Notified Body ausgestellte EU-Konformitätserklärung verlangt werde (vgl. 

B-5333/2017 

Seite 16 

Frage 14 der Übersicht vom 28. Februar 2017 betreffend Fragen und Ant-

worten zum Projekt–ID 150160; Beilage 6 zur Stellungnahme der Be-

schwerdegegnerin vom 1. November 2017).  

4.4.4 Vorab ist festzuhalten, dass die Anforderungen bezüglich Zertifizie-

rung der Komponenten der Sprachalarmierungsanlagen im Pflichtenheft 

mit dem Vermerk "zwingend erforderlich" gekennzeichnet wurden. Ent-

sprechend handelt es sich bei diesen Anforderungen um Mindestanforde-

rungen (vgl. E. 4.2), weshalb das Angebot der Beschwerdegegnerin bei 

deren Nichterfüllung nicht in die Bewertung einbezogen werden dürfte. 

4.4.5 Im Pflichtenheft wurde nicht die Zertifizierung des Systemverbunds 

der zentralen Steuersysteme sondern die Zertifizierung der Komponenten, 

nämlich der Lautsprecher, der Verstärker, der Komponenten der zentralen 

Steuersysteme und der Sprechstellen gefordert. Dabei wurden als Konfor-

mitätserklärungen gemäss Vergabestelle einerseits die Zertifikate von No-

tified Bodies oder andererseits Leistungserklärungen der jeweiligen Her-

stellerfirmen, die als Bestätigung der Zertifizierung gelten, anerkannt.  

Prima facie konnte die Beschwerdegegnerin mit der Einreichung ihres An-

gebots für alle geforderten Komponenten eine rechtsgenügliche Konformi-

tätserklärung vorweisen. Im Weiteren reichte sie im Rahmen des Be-

schwerdeverfahrens noch einmal für die zentralen Steuersysteme und der 

übrigen Komponenten (Lautsprecher, Systemverstärker und Sprechstel-

len) sämtliche Zertifizierungen zu den Akten. Die Beschwerdeführerin 

macht denn auch nicht geltend, dass die einzelnen Komponenten der Be-

schwerdegegnerin die massgebenden Normen nicht erfüllen würden. Wei-

tergehendes, insbesondere die Zertifizierung des Systemverbunds, wird je-

doch gemäss den Ausschreibungsunterlagen nicht gefordert. Entspre-

chend braucht nicht geprüft zu werden, ob sich die Zertifizierung auch auf 

die Vernetzung des Systems P._______ der Beschwerdegegnerin er-

streckt. 

5.  

Zusammenfassend und nach einer prima-facie-Würdigung ist nicht ersicht-

lich, inwieweit die Vergabestelle einen qualifizierten Ermessensfehler be-

gangen hätte, indem sie die technische Leistungsfähigkeit der Beschwer-

degegnerin und somit ihre grundsätzliche Geeignetheit als gegeben erach-

tete und diese am Vergabeverfahren teilnehmen liess.  

B-5333/2017 

Seite 17 

Da die Beschwerdegegnerin alsdann die höchste Punktzahl erreichte, 

verstösst auch der Zuschlag an sie nicht gegen Bundesrecht.  

6.  

Insgesamt ergibt die prima-facie-Würdigung somit, dass die Beschwerde 

als offensichtlich unbegründet erscheint.  

Bei diesem Ergebnis ist es nicht erforderlich, in einem nächsten Schritt ab-

zuwägen, ob die Interessen der Vergabestelle an einer sofortigen Vollstre-

ckung gewichtiger sind als das Interesse der Beschwerdeführerin, dass 

ihre Chance auf einen Zuschlag durch die Gewährung der aufschiebenden 

Wirkung gewahrt werde.  

Ebenfalls ist es nicht erforderlich, auf den Antrag der Beschwerdeführerin 

auf Einholung einer Expertise einzugehen. 

7.  

Der Antrag der Beschwerdeführerin um Erteilung der aufschiebenden Wir-

kung ist daher abzuweisen. 

8.  

In Bezug auf das letztmals in den Schlussbemerkungen erneute Gesuch 

um vollumfängliche Einsicht in die Verfahrensakten ist festzuhalten, dass 

der Beschwerdeführerin vor Ergehen des Zwischenentscheids zur auf-

schiebenden Wirkung teilweise Einsicht in die Vergabeakten gewährt 

wurde.  

Die bisher gewährte Akteneinsicht entspricht der angezeigten Prozessdis-

ziplin, wonach die Akteneinsicht mit Blick auf das für das Zwischenverfah-

ren betreffend die Erteilung der aufschiebenden Wirkung geltende qualifi-

zierte Beschleunigungsgebot teilweise ins Hauptverfahren verschoben 

werden kann (GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1371). Dement-

sprechend bleiben instruktionsrichterliche Anordnungen zur Akteneinsicht 

im Hauptverfahren vorbehalten. Aufgrund der ihr zur Verfügung stehenden 

Unterlagen ist die Beschwerdeführerin jedenfalls in der Lage, sich ein hin-

reichendes Bild zur Ausgangslage namentlich mit Blick auf die Anfechtung 

des vorliegenden Entscheids zu machen (vgl. die Zwischenverfügung 

B-2297/2017 E. 7.2 mit Hinweis). 

9.  

Über die Kosten- und Entschädigungsfolgen dieses Zwischenentscheids 

B-5333/2017 

Seite 18 

ist mit dem Entscheid in der Hauptsache zu befinden. Die weiteren Instruk-

tionen des Hauptverfahrens erfolgen mit separater Verfügung. 

Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Erteilung der aufschiebenden 

Wirkung wird abgewiesen. 

2.  

2.1 Der Akteneinsichtsantrag der Beschwerdeführerin wird einstweilen ab-

gewiesen, soweit diesem nicht bereits im Rahmen der Instruktion entspro-

chen worden ist. 

2.2 Weitere Anordnungen betreffend die Akteneinsicht im Hauptverfahren 

bleiben vorbehalten. 

3.  

Die Instruktion des Schriftenwechsels im Hauptverfahren erfolgt mit sepa-

rater Verfügung. 

4.  

Über die Kosten- und Entschädigungsfolgen des vorliegenden Zwi-

schenentscheids wird mit dem Endentscheid befunden. 

5.  

Diese Verfügung geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; vorab per Fax) 

– die Vergabestelle (Ref-Nr. SIMAP-Projekt-ID 150160; Gerichtsurkunde; 

vorab in elektronischer Form) 

– die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde; vorab in elektronischer Form) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.  

 

 

 

 

 

B-5333/2017 

Seite 19 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

Hans Urech Thomas Reidy 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechts-

schrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. 

Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Be-

schwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Versand: 29. Januar 2018