# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fc685bf7-4fb4-5de7-92f2-a9c9699afb08
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-14
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 14.10.2022 S 2021 88
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2021-88_2022-10-14.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: Dr. iur. Diana Oswald, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter
Gerichtsschreiber: MLaw Patrick Trütsch

U R T E I L  vom 14. Oktober 2022 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführer
vertreten durch RA B.________,

gegen

Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Unfallversicherung 
(Leistungen)

S 2021 88

2

Urteil S 2021 88

A.
A.a. Der 1970 geborene A.________ leidet an Multipler Sklerose (Erstdiagnose 2007, 
vgl. etwa Austrittsbericht des Spitals C.________ vom 25. November 2013, Suva-act. 27). 
Er bezog ab dem 1. Juni 2010 vorübergehend eine ganze bzw. ab dem 1. Oktober 2010 
eine halbe Rente der Invalidenversicherung (IV; Verfügungen der IV-Stelle Zug vom 
17. Februar 2011, Suva-act. 443 S. 13 ff.). Er war als Reinigungskraft bei der D.________, 
in E.________, durch die Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als 
er im Oktober 2013 bei der Arbeit von einer Leiter stürzte und sich Verletzungen u.a. am 
rechten Bein und am linken Ellenbogen zuzog (Schadenmeldung vom 8. Oktober 2013, 
Suva-act. 1; Austrittsbericht des Spitals C.________ vom 25. November 2013, Suva-act. 
27). Die Suva erbrachte bis zum 31. Juli 2016 Heilkosten- und Taggeldleistungen 
(Mitteilung vom 16. Juni 2016, Suva-act. 285 S. 1 f.). Mit Verfügung vom 27. Februar 2017 
(Suva-act. 314) sprach sie dem Versicherten eine Integritätsentschädigung von 30 % zu 
(Fr. 37'800.–) und verneinte einen Rentenanspruch, was sie – nach Beteiligung an einem 
durch die IV in Auftrag gegebenen, polydisziplinären Gutachten der medaffairs AG, in 
Basel (Expertise vom 16. Juli 2018, Suva-act. 406; ergänzende Angaben vom 27. März 
2019, Suva-act. 420) – auf Einsprache hin bestätigte (Einspracheentscheid vom 31. Juli 
2019, Suva-act. 430), ebenso wie in der Folge das Verwaltungsgericht (VGer ZG S 2019 
115 vom 7. September 2020, Suva-act. 551) sowie das Bundesgericht (BGer 
8C_633/2020 vom 25. März 2021, Suva-act. 577). Am 11. Juli 2019 sprach die IV 
A.________ rückwirkend ab 1. Januar 2014 eine ganze Rente zu (Suva-act. 428).

A.b. Gestützt u.a. auf eine kreisärztliche Beurteilung vom 21. August 2020 (Suva-
act. 531) sprach die Suva dem Versicherten am 2. September 2020 zufolge 
Vergrösserung des unfallbedingten Integritätsschadens (unfallkausale Beinlängendifferenz 
von 3,5 cm nach zahlreichen operativen Eingriffen) eine zusätzliche 
Integritätsentschädigung von 10 % zu (Suva-act. 547), was sie – nach erneuter Vorlage an 
den Kreisarzt (Suva-act. 553, 564) – mit Einspracheentscheid vom 10. Mai 2021 bestätigte 
(Suva-act. 581). 

B. Gegen den Einspracheentscheid vom 10. Mai 2021 erhob A.________ am 
11. Juni 2021 (Poststempel) Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Er verlangt dessen 
Aufhebung sowie die Zusprache einer zusätzlichen Integritätsentschädigung von 
mindestens 30 %. Die Sache sei zur gutachterlichen Abklärung der Integritätseinbusse im 
Zusammenhang mit den Rücken- und Hüftbeschwerden an die Suva zurückzuweisen (act. 
1 S. 2). 

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Urteil S 2021 88

C. Die Suva schliesst mit Beschwerdeantwort vom 25. Juni 2021 auf Abweisung der 
Beschwerde und Bestätigung ihres Entscheids vom 10. Mai 2021 (act. 3). 

D. In der Folge hielten die Parteien an ihren jeweiligen Anträgen fest (Replik des 
Beschwerdeführers vom 17. November 2021, act. 8; Duplik der Suva vom 2. Dezember 
2021, act. 10). 

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] i.V.m. § 77 Abs. 1 des Verwaltungs-
rechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1]). Örtlich zuständig ist das Versicherungsgericht 
desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung 
ihren Wohnsitz hat (Art. 58 Abs. 1 ATSG). Der Beschwerdeführer hat Wohnsitz in 
E.________. Damit ist das Verwaltungsgericht des Kantons Zug in Anwendung von § 4 
Abs. 1 lit. b der kantonalen Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz über die 
Unfallversicherung (BGS 842.5) örtlich und sachlich zuständig. Die Beschwerdegegnerin 
erliess den angefochtenen Einspracheentscheid am 10. Mai 2021; der Rechtsvertreterin 
des Beschwerdeführers wurde er am 12. Mai 2021 zugestellt. Die Beschwerdeschrift 
wurde am 11. Juni 2021 der Post übergeben. Damit wurde die Beschwerde rechtzeitig am 
letzten Tag der 30-tägigen Frist gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG eingereicht. Die 
Beschwerdeschrift entspricht den formellen Anforderungen und der Beschwerdeführer ist 
als direkt Betroffener beschwerdelegitimiert. Somit ist die Beschwerde vom Gericht zu 
prüfen. Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der 
Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11).

2. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles 
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids (in 
casu 10. Mai 2021) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. BGE 121 V 362 E. 1b). Dabei sind 
in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Verwirklichung des 
zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 146 V 364 E. 7.1).

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Urteil S 2021 88

Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November  
2016 verabschiedeten, geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Entsprechend den allgemeinen übergangsrechtlichen 
Regeln sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des 
UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 
ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, 
nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten 
Übergangsbestimmungen). Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 2. Oktober 2013 
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den 
vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden. 

3.
3.1 Erleidet der Versicherte durch einen Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung 
seiner körperlichen oder geistigen Integrität, so hat er Anspruch auf eine angemessene 
Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Dauernd bedeutet, dass der Schaden 
voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht 
(Art. 36 Abs. 1 UVV). Die Entschädigung wird gleichzeitig mit der Rente festgesetzt oder, 
falls kein Rentenanspruch besteht, bei Beendigung der ärztlichen Behandlung (Art. 24 
Abs. 2 UVG). Die Schädigung im Sinne der obgenannten Bestimmung besteht in der 
Regel in einem anatomischen, funktionellen oder geistigen bzw. psychischen Defizit. Die 
abstrakt-egalitäre Bemessung des Schadens nach dem medizinischen Befund schliesst 
aus, dass eine allfällige Korrektur durch Hilfsmittel berücksichtigt wird. Ziel der 
Entschädigung ist es nämlich, den körperlichen oder geistigen, immateriellen 
Gesundheitsschaden finanziell auszugleichen (vgl. eingehend Rumo-Jungo/Holzer, 
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über 
die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, ad Art. 24 Abs. 1 UVG, mit Hinweisen). Anhang 3 zur 
UVV enthält eine nicht abschliessende Skala der Integritätsschäden (vgl. BGE 124 V 29 E. 
1b mit Hinweisen, in E. 1c auch auf die gestützt auf Anhang 3 erlassenen 
Verwaltungsweisungen der Suva). 

Die Integritätsentschädigung wird nach Art. 25 Abs. 1 UVG in Form einer Kapitalleistung 
gewährt. Voraussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens werden gemäss 
Art. 36 Abs. 4 UVV angemessen berücksichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall 
möglich, wenn die Verschlimmerung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar 

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Urteil S 2021 88

war. Eine voraussehbare Verschlimmerung liegt vor, wenn im Zeitpunkt der Festsetzung 
der Integritätsentschädigung eine Verschlimmerung als wahrscheinlich prognostiziert und 
damit auch geschätzt werden kann. Die blosse Möglichkeit einer Verschlimmerung des 
Integritätsschadens genügt nicht. Diese Prognose im Sinne einer fallbezogenen 
medizinischen Beurteilung über die voraussichtliche künftige Entwicklung der 
Gesundheitsbeeinträchtigung ist, wie die Beurteilung der einzelnen Integritätsschäden an 
sich, eine Tatfrage, die ein Mediziner zu beurteilen hat (BGer 8C_244/2012 vom 
14. Januar 2013 E. 4.2).

3.2 Der Unfallversicherer haftet für einen Gesundheitsschaden nur insoweit, als dieser 
in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis 
steht (BGE 129 V 177 E. 3). Ein solcher ist namentlich auch bei Rückfällen und Spätfolgen 
von Unfällen verlangt (Art. 11 UVV; BGE 118 V 293 E. 2c; BGer 8C_421/2018 vom 
28. August 2018 E. 3.1). Nach konstanter Rechtsprechung ist es Sache der Ärzte, 
Feststellungen zur natürlichen Kausalität als Tatfrage zu machen; demgegenüber ist die 
Adäquanz eine Rechtsfrage, die nur vom Rechtsanwender, mithin der Versicherung und 
im Beschwerdefall dem Gericht, beantwortet werden kann (vgl. statt vieler BGer 
8C_15/2021 vom 12. Mai 2021 E. 7.3 mit Hinweisen). 

3.3 Die Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche muss auf 
verlässlichen medizinischen Entscheidgrundlagen beruhen (vgl. etwa BGer 8C_253/2021 
vom 2. Juli 2021 E. 3). Nach dem im Sozialversicherungsprozess geltenden Beweismass 
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ist ein Sachverhalt nicht bereits dann bewiesen, 
wenn er bloss möglich ist. Vielmehr muss das Gericht aufgrund der Würdigung aller 
relevanter Sachumstände zur Überzeugung gelangen, dass er der wahrscheinlichste aller 
in Betracht fallender Geschehensabläufe ist und zudem begründeterweise angenommen 
werden darf, dass weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts 
mehr ändern (vgl. etwa BGE 126 V 353 E. 5b; BGer 8C_765/2020 vom 4. März 2021 
E. 3.2.2). In der Würdigung der einzelnen Beweismittel ist das Gericht frei. Hinsichtlich des 
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die 
Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind. Praxisgemäss kann 
auch auf versicherungsinterne ärztliche Feststellungen abgestellt werden, sofern sie als 
schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und 

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keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit sprechen. Bestehen jedoch auch nur geringe 
Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit, sind weitere Abklärungen vorzunehmen 
(BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a; 139 V 225 E. 5.2). 

4. Unbestritten und durch die Akten belegt ist, dass der Beschwerdeführer am 
2. Oktober 2013 einen Unfall im Rechtssinne erlitten hat und danach unfallkausale 
Beschwerden aufgetreten sind. Die Beschwerdegegnerin hat denn auch Heilbehandlungs- 
und Taggeldleistungen sowie eine Integritätsentschädigung von initial 30 % ausgerichtet. 
Letzteres aufgrund der unfallkausalen, erheblichen Arthrose des oberen Sprunggelenks 
rechts mit fast vollständiger funktioneller Beweglichkeitseinschränkung (nur noch 
Wackelsteifigkeit) und hälftiger Einschränkung der Beweglichkeit des unteren 
Sprunggelenks (vgl. Einspracheentscheid der Suva vom 31. Juli 2019, Suva-act. 430 
E. 3.2). Die Integritätsentschädigung hat sie in der Folge um 10 % erhöht, da es durch 
erneute Operationen zu einer zusätzlichen Beinlängendifferenz kam (Einspracheentscheid 
der Suva vom 10. Mai 2021, Suva-act. 581 E. 2.1). Strittig ist der Anspruch auf eine 
weitergehende zusätzliche Integritätsentschädigung aufgrund von Instabilität des rechten 
Beins, Einschränkung des Zehenspiels rechts sowie Beschwerden im Lenden- und 
Hüftbereich (act. 1). 

4.1 Die Suva hat einen 10 % übersteigenden Anspruch auf zusätzliche 
Integritätsentschädigung verneint unter Verweis auf den fehlenden natürlichen 
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 2. Oktober 2013 und den neu 
beschriebenen Hüftbeschwerden. Diese seien überwiegend wahrscheinlich nicht auf die – 
schuhtechnisch versorgte – Beinlängendifferenz zurückzuführen, sondern auf 
degenerative Veränderungen und mithin auf Krankheit, nicht Unfall. Sinngemäss hat sie 
dabei festgehalten, diese Einschätzung sowohl ihres Kreisarztes als auch der 
behandelnden Neurologin (Berichte vom 21. August, 30. September und 22. Dezember 
2020 bzw. vom 24. August 2020, Suva-act. 531, 536, 553, 569) überzeuge umso mehr 
angesichts der Tatsache, dass die fraglichen Beschwerden nach Ausgleich der 
Beinlängendifferenz mit Hilfsmitteln persistierten, und auch der Hausarzt nicht darlege, 
inwiefern die vorübergehende Fehlbelastung aufgrund der Beinlängendifferenz zu 
strukturellen und irreversiblen Veränderungen geführt haben sollte. Zur Schwäche des 
rechten Beines, der Einschränkung des Zehenspiels rechts sowie den Beschwerden im 
Bereich der Lendenwirbelsäule hielt die Beschwerdegegnerin fest, diese seien bereits bei 
der Begutachtung durch die medaffairs bekannt gewesen, hätten da aber nicht als 

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Unfallfolgen identifiziert werden können (Einspracheentscheid vom 10. Mai 2021, Suva-
act. 581). 

4.2 Der Beschwerdeführer rügt, die Suva habe der deutlichen Verschlimmerung des 
Bildes seines unfallbetroffenen rechten Beines nicht genügend Rechnung getragen. 
Mittlerweile bestehe eine Instabilität des gesamten rechten Beines, das er weder zum 
Laufen noch zum Stehen benutzen könne. Infolgedessen sei eine 
Integritätsentschädigung von mindestens 50 % zuzusprechen (act. 1 Ziff. 21 f.). 
Eventualiter sei auch die Versteifung der Zehen mit einer Integritätsentschädigung von 
10 % abzugelten (act. 1 Ziff. 23). Sodann leide er unter erheblichen lumbalen 
Beschwerden und unter Hüftbeschwerden rechts, wobei die dafür ursächliche 
degenerative Entwicklung zumindest durch die unfallkausale Beinlängendifferenz 
mitverursacht worden sei (act. 1 Ziff. 26). Diesbezüglich habe die Suva den Sachverhalt 
ungenügend abgeklärt, zumal mehr als nur geringe Zweifel an der kreisärztlichen 
Beurteilung bestünden (act. 1 Ziff. 27 ff.). 

4.3 Die Suva verweist im weiteren Schriftenwechsel insbesondere darauf, die 
Zusprache einer Integritätsentschädigung von gesamthaft 40 % entspreche gemäss der 
Skala in Anhang 3 zur UVV der Entschädigung für den gänzlichen Verlust eines Beins im 
Kniegelenk (act. 3 Ziff. 4.4), während der Beschwerdeführer sich u.a. darauf beruft, es 
habe der Suva-Kreisarzt bereits Ende 2019 festgestellt, dass die Beschwerden im Bereich 
der Lendenwirbelsäule und der Hüften zumindest teilweise durch die Beinlängendifferenz 
verstärkt bzw. mitverursacht seien (act. 8). 

4.4
4.4.1 Bezüglich der vom Beschwerdeführer geltend gemachten, seit der ursprünglichen 
Zusprache der Integritätsentschädigung verstärkten, Beschwerden im Bereich der 
Lendenwirbelsäule und der Hüften hielt der Kreisarzt der Suva mit Bericht vom 
19. November 2019 fest, die degenerativen Beschwerden im Bereich der 
Lendenwirbelsäule und der Hüften seien auf eine vorbestehende, unfallunabhängige 
lumbale Bandscheibendegeneration auf mehreren Ebenen zurückzuführen. Sie seien 
indes durch die erst kürzlich ausgeglichene Beinlängendifferenz vorübergehend 
verschlimmert worden (Suva-act. 462 S. 5 unten). Mit Bericht vom 22. Dezember 2020 
verneinte er – nach Vorlage einer zwischenzeitlich erfolgten Bildgebung der 
Lendenwirbelsäule (Suva-act. 563) – eine Unfallkausalität der bleibenden Beschwerden. 
Diese seien beidseitig vorhanden und überwiegend wahrscheinlich durch die lumbalen 

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degenerativen Veränderungen bedingt. Die unfallkausale Beinlängendifferenz sei 
schuhtechnisch versorgt; das Röntgenbild zeige keine strukturell nachweisbaren Läsionen, 
die unfallkausal wären (Suva-act. 569; eine unfallfremde, vorbestehende Diskushernie im 
Bereich der Lendenwirbelsäule hatte der Kreisarzt n.B. bereits am 9. März 2016 erhoben, 
vgl. Suva-act. 252). Nichts anderes ergibt sich aus einem Kurzbericht der behandelnden 
Neurologin Dr. med. F.________ vom 24. August 2020 (Suva-act. 536), welche die 
(bleibenden) Wirbelsäulenveränderungen ebenfalls als rein degenerativ bedingt 
einordnete. Dem orthopädischen Teilgutachten der medaffairs ist zu entnehmen, dass die 
vorübergehende Fehlbelastung (mit)ursächlich gewesen sei für die Beschwerden im 
Bereich der Lendenwirbelsäule mit muskulären Verspannungen (Suva-act. 406 S. 86); als 
überwiegend wahrscheinlich unfallkausal wurden aber auch hier explizit nur die 
Beschwerden am oberen Sprunggelenk rechts angeführt (Suva-act. 406 S. 90). Der 
Hausarzt Dr. med. G.________ argumentierte zwar in seinem Bericht vom 10. September 
2019 (Suva-act. 444), es könnte sich die langdauernde Fehlbelastung "durchaus auf die 
entstehenden degenerativen Veränderungen im LWS-Bereich ausgewirkt haben". 
Abgesehen davon, dass er sich mit keinem Wort zur vorübergehenden oder dauernden 
Natur der möglichen Auswirkungen äussert, reicht die blosse Möglichkeit einer 
Verschlimmerung der vorbestehenden degenerativen Veränderungen durch die 
vorübergehende Fehlbelastung aufgrund der Beinlängendifferenz nicht zur Begründung 
eines Leistungsanspruchs. Die dahingehenden, weitgehend spekulativen, Bemerkungen 
des Hausarztes vermögen auch keine hinreichenden Zweifel an der nachvollziehbar 
begründeten Einschätzung des Kreisarztes zur Unfallkausalität zu begründen, die eine 
externe Begutachtung rechtfertigen würden. Dies gilt umso mehr, als – wie der Kreisarzt 
bereits am 30. September 2020 nachvollziehbar festhielt (Suva-act. 553) – selbst die 
Behandler keine weiteren Abklärungen (etwa: MRI-Bilder) bezüglich der Hüfte tätigten und 
an der Lendenwirbelsäule keine unfallkausalen Befunde objektiviert werden konnten. 
Mithin ist der Suva keine Verletzung ihrer Abklärungspflicht (Art. 43 ATSG) vorzuwerfen. 

4.4.2 Soweit der Versicherte sich auf sein eingeschränktes Zehenspiel am rechten Fuss 
beruft, ist darauf hinzuweisen, dass diese Einschränkung bereits im Zeitpunkt der 
Begutachtung durch die medaffairs bestand (Suva-act 406 S. 86 f.). Eine Unfallkausalität 
der betreffenden Beschwerden konnte jedoch weder dort attestiert werden noch wurde 
eine solche – wie überhaupt das eingeschränkte Zehenspiel – in den Berichten der 
Behandler seither erwähnt. Bei dieser Ausgangslage bestand für den Suva-Kreisarzt 
angesichts des offenbar stationären Beschwerdebildes und mangels neuer Hinweise auf 
Unfallkausalität der Beschwerden kein Anlass, sich zur Thematik (erneut) zu äussern. Es 

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kommt hinzu, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht darauf hinweist, dass der 
Beschwerdeführer mit einer Integritätsentschädigung in Höhe von 40 % bereits in gleicher 
Höhe kompensiert wurde wie für den gänzlichen Verlust eines Beines im Kniegelenk (vgl. 
Anhang 3 zur UVV). Mit Blick darauf erschiene es zum vornherein als stossend, wenn er 
zusätzlich dazu noch für Einschränkungen am rechten Fuss (als Teil des rechten Beines 
im Sinne der genannten Tabelle) kompensiert würde. 

4.4.3 Schliesslich macht der Versicherte geltend, sein ganzes rechtes Bein im 
Wesentlichen nicht mehr benutzen zu können, was mit einer höheren als der gewährten 
Integritätsentschädigung abzugelten sei (act. 1 Ziff. 21 f.). Tatsächlich attestierte sein 
Hausarzt am 10. September 2019, es liege eine "einschränkende und gefährliche 
Gangstörung (…) vorwiegend durch die Beinlängendifferenz und länger dauernde 
Fehlbelastung" vor (Suva-act. 444). Die von ihm angesprochene Fehlbelastung ist indes 
mittlerweile mit der schuhtechnischen Hilfsmittelversorgung entfallen. Die damit erfolgte 
Korrektur der Beinlängendifferenz entbindet die Suva zwar nicht von der Leistung einer 
Integritätsentschädigung für die Beinlängendifferenz selber; soweit damit jedoch der 
Eintritt weiterer, dauerhafter Folgeschäden verhindert werden kann, sind diese aber nicht 
zu entschädigen. Dass im vorliegenden Fall die vorübergehende Fehlbelastung aufgrund 
der Beinlängendifferenz zu einer dauernden erheblichen Schädigung geführt hätte, welche 
die Korrektur der Fehlbelastung überdauern würde, konnten weder die behandelnden 
Ärzte noch der Kreisarzt objektivieren, so dass es für die Zusprache einer weitergehenden 
Integritätsentschädigung am Erfordernis der dauernden erheblichen Schädigung gebricht, 
die natürlich kausal durch das Unfallereignis verursacht wurde (vgl. oben E. 3.1 und 3.2). 
Dies gilt umso mehr, als eine Gangataxie (d.h. im Wesentlichen eine Bewegungsstörung 
mit unsicherem, oft breitbeinigem oder kleinschrittigem Gang) bereits seit Februar 2010 
aktenkundig ist, d.h. bereits vor dem Unfall bestand (vgl. etwa Suva-act. 406 S. 69 unten) 
und auch im Nachgang zu diesem in der Klinik H.________ nicht unfallbedingt, sondern im 
Rahmen der vorbestehenden Multiplen Sklerose eingeordnet wurde (Austrittsbericht vom 
13. Februar 2014, Suva-act. 57 S. 2). Mit Blick darauf hat die Suva kein Recht verletzt, 
indem sie die Gangstörung als überwiegend wahrscheinlich krankheitsbedingt qualifizierte 
und in antizipierter Beweiswürdigung auf weitere Abklärungen hierzu verzichtete. 

4.5 Zusammenfassend ist die Beschwerde als unbegründet abzuweisen.

5. Bei sozialversicherungsrechtlichen Streitigkeiten über Leistungen ist das 
Verfahren kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist (Art. 61 lit. 

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Urteil S 2021 88

fbis ATSG). Eine solche Kostenpflicht ist im Bereich der Unfallversicherung nicht 
vorgesehen, so dass das Verfahren für die Parteien kostenlos ist. Gemäss Art. 61 lit. g 
ATSG ist weder dem vollständig unterliegenden Beschwerdeführer noch der obsiegenden 
Sozialversicherungsträgerin eine Parteientschädigung zuzusprechen.

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (im Doppel), an die 
Beschwerdegegnerin sowie an das Bundesamt für Gesundheit, Bern.

Zug, 14. Oktober 2022

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Die Vorsitzende

Der Gerichtsschreiber

versandt am