# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7d61b0e3-886f-585d-aefa-c26252fa4105
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-03-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.03.2022 E-2571/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2571-2019_2022-03-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2571/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  M ä r z  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Roswitha Petry (Vorsitz), 

Richter David R. Wenger,  

Richterin Camilla Mariéthoz Wyssen, 

Gerichtsschreiberin Sandra Bodenmann. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch MLaw Cora Dubach, Freiplatzaktion Basel, 

Asyl und Integration, (…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 23. April 2019 / N (…). 

 

 

 

E-2571/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess gemäss eigenen Angaben sein Heimatland 

am 25. September 2015 auf dem Luftweg und gelangte über Malaysia in 

die Türkei. Von dort reiste er auf dem Seeweg nach Griechenland und an-

schliessend auf dem Landweg in die Schweiz, wo er am 16. März 2016 ein 

Asylgesuch stellte.    

B.  

Am 30. März 2016 wurde die Befragung zur Person (BzP) durchgeführt 

(vgl. Akte A8). Am 9. März 2018 wurde der Beschwerdeführer einlässlich 

zu seinen Asylgründen angehört (vgl. A17).  

Zu seinen persönlichen Verhältnissen trug er dabei vor, er sei sri-lankischer 

Staatsangehöriger tamilischer Ethnie und hinduistischen Glaubens aus 

B._______, Distrikt Jaffna (Nordprovinz). Er habe von Geburt bis Oktober 

2014 mit seinen Eltern und Schwestern in der Region von B._______ ge-

lebt. Die Schule habe er bis zur 13. Klasse besucht und im Jahr 2010 das 

A-Level abgeschlossen. Danach habe er eine Berufslehre ([…]) gemacht. 

Von anfangs 2011 bis Oktober 2014 habe er in C._______ in einem (…) 

gearbeitet; danach habe er versteckt gelebt. 

  

Während seines Studiums sei sein politisches Interesse geweckt worden. 

Er habe bereits im Jahr 2012 an einer ersten Demonstration teilgenommen 

und sei dabei mitgenommen und befragt worden. Bei den Kampagnen zu 

den Provincial Council Wahlen im Jahr 2013 habe er den Kandidaten der 

TNA (Tamil National Alliance) D._______ unterstützt. Von Juli bis Septem-

ber 2013 habe er in der ganzen Nordprovinz Plakate aufgehängt und Flyer 

verteilt. Auch einige Angehörige der LTTE (Liberation Tigers of Tamil 

Eelam), die er bei Kundgebungen im Jahr 2013 kennengelernt habe, hät-

ten dabei mitgeholfen. Er habe während den Wahlen insbesondere mit ei-

nem gewissen E._______ guten Kontakt gepflegt, welcher seinerseits ein 

ehemaliger Kämpfer der LTTE gewesen und später rehabilitiert worden sei. 

 

Zum ersten Mal habe er im August 2013 an einer Protestkundgebung teil-

genommen. Im November 2013 respektive im Jahr 2014 (BzP) habe er in 

Jaffna an einer zweiten Demonstration mitgemacht, an welcher die Teil-

nehmenden eine Untersuchung für die im Krieg Vermissten verlangt hät-

ten. Der britische Premierminister sei damals bei einem Staatsbesuch in 

Sri Lanka gewesen. Seine dritte Kundgebungsteilnahme habe im März 

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2014 stattgefunden. Dabei hätten sie für die Freilassung der Mutter eines 

Verschollenen demonstriert. 

 

Am 27. Oktober 2014 sei er anlässlich einer Ausweiskontrolle von den Be-

hörden, angeblich Mitarbeitende des TID (Terrorist Investigation Depart-

ment), angehalten und befragt worden, ob er Mitglied der LTTE sei. Zudem 

seien ihm Fotos vorgeführt worden, auf welchen er Personen hätte identi-

fizieren sollen. Auf einer Fotoaufnahme habe er sich und besagten 

E._______ identifizieren müssen. Er sei entführt und eine Woche in einem 

Camp zusammen mit weiteren drei Personen inhaftiert, verhört, bedroht 

und geschlagen worden. Nach einer Woche Haft sei er auf einem Feld frei-

gelassen worden. Seine Freilassung sei erfolgt, nachdem er zugesichert 

habe, mehr Informationen über E._______ zu sammeln. Dabei sei ihm 

seine Tötung angedroht worden, falls er keine Informationen zu E._______ 

liefere. Aufgrund der gemeinsamen Fotoaufnahmen habe man angenom-

men, dass er enge Kontakte zu diesem pflege. E._______ sei im Novem-

ber 2014 respektive im März 2015 erschossen worden. Als er von dessen 

Tod erfahren habe, sei er untergetaucht und habe bei einem Bekannten 

seines Vaters in F._______ gelebt. Während seines dortigen Aufenthalts 

hätten dieselben Leute bei seinen Freunden und bei seiner Familie zu 

Hause vorgesprochen und ihn dort gesucht, insbesondere im März 2015 

und letztmals im August 2017.   

 

Ansonsten habe er sich weder politisch noch religiös aktiv betätigt und sei 

– wie seine übrigen Familienangehörigen – nicht Mitglied der LTTE gewe-

sen. Er sei psychisch und physisch gesund. In der Schweiz habe er sich 

nicht politisch betätigt.   

 

Er habe einen im Jahr 2011 ausgestellten, zehn Jahre gültigen, Reisepass 

besessen, den er jedoch für die Ausreise aus Sri Lanka nicht verwendet 

habe.  

 

Auf seiner Reise sei er in Mazedonien verschleppt worden. Dabei habe er 

Misshandlungen erlitten und sei sexuell belästigt worden. Er wolle nicht 

über diese Vorfälle sprechen.   

 

Im Anschluss an die eigentliche Anhörung hielt die anwesende Hilfswerks-

vertretung fest, der Beschwerdeführer sei schreckhaft gewesen. Es wurde 

angeregt, die Ursachen für die Unruhe psychologisch und medizinisch ab-

zuklären. Zudem seien die Gesten und die Unsicherheiten des Beschwer-

deführers bei der Rückübersetzung häufig nicht protokolliert worden.   

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Seite 4 

  

C.  

Mit Verfügung vom 23. April 2019 – eröffnet am 25. April 2019 – lehnte das 

SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab, weil seine Vorbringen 

den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit und an die Asylrelevanz nicht 

genügen würden.  

Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, die Schilderungen des 

Beschwerdeführers seien teilweise widersprüchlich ausgefallen und wür-

den der allgemeinen Lebenserfahrung und der Logik des Handelns wider-

sprechen. Zudem gebe es keine Anzeichen dafür, dass die sri-lankische 

Regierung ihm ein Interesse am Wiederaufflammen des tamilischen Sepa-

ratismus zuschreiben und ihn deshalb verfolgen würde.  

Der Wegweisungsvollzug sei zulässig, zumutbar und möglich.  

D.  

Mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 27. Mai 2019 liess der Beschwer-

deführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und bean-

tragen, die Verfügung der Vorinstanz sei vollumfänglich aufzuheben und 

ihm sei Asyl zu gewähren; eventualiter sei die Unzulässigkeit, allenfalls die 

Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges festzustellen und die vorläu-

fige Aufnahme anzuordnen.    

In prozessualer Hinsicht wurde die unentgeltliche Rechtspflege inklusive 

Beiordnung einer amtlichen Rechtsvertretung beantragt. Der Rechtsmitte-

leingabe wurde eine Kostennote der Rechtsvertreterin vom 24. Mai 2019 

beigelegt.    

E.  

Mit Instruktionsverfügungen vom 28. Mai 2019 und 14. Juni 2019 hielt das 

Bundesverwaltungsgericht fest, der Beschwerdeführer könne den Aus-

gang des Asylverfahrens in der Schweiz abwarten. Gleichzeitig wurde das 

Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive 

Rechtsverbeiständung – unter Vorbehalt der Nachreichung eines Bedürf-

tigkeitsbelegs – gutgeheissen und MLaw Cora Dubach, Freiplatzaktion Ba-

sel, als amtliche Rechtsvertreterin eingesetzt. Die Verfahrensakten wurden 

dem SEM zur Vernehmlassung überwiesen. 

F.  

Mit Vernehmlassung vom 21. Juni 2019 hielt das SEM an seinen bisherigen 

Erwägungen fest. 

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Seite 5 

G.  

Mit Begleitschreiben vom 28. Juni 2019 wurde eine Fürsorgebestätigung 

der Gemeinde G._______ vom 20. Mai 2019 nachgereicht. 

H.  

Mit Replikeingabe vom 16. Juli 2019 nahm der Beschwerdeführer zur Ver-

nehmlassung des SEM Stellung. 

I.  

Mit Eingabe vom 10. September 2019 reichte der Beschwerdeführer einen 

am 12. August 2019 datierten medizinischen Bericht zur Erstkonsultation 

der Psychiatrischen Dienste H._______ nach und trug ergänzend vor, die 

Rechtsvertreterin sei mit der behandelnden Ärztin im Gespräch, um einen 

geeigneten Psychologen zu finden.   

In ihrem Bericht zur Erstkonsultation vom 15. August 2019 hielt die behan-

delnde Fachärztin der H._______ fest, dass der Beschwerdeführer be-

wusstseinsklar wahrgenommen worden sei. Seine Aufmerksamkeit und 

Konzentration seien unauffällig, sein Gedächtnis erscheine normal, wobei 

er konkrete Aussagen zu Jahreszahlen, Dauer und Orten vermeide.  For-

malgedanklich habe er sich kohärent und logisch verhalten. Anamnestisch 

seien «Flashbacks, getriggert von verschiedenen Situationen» festgestellt 

worden. Zum Zeitpunkt des Gesprächs seien keine Anhaltspunkte für eine 

unmittelbare Selbst- oder Fremdgefährdung vorhanden. Der Beschwerde-

führer wünsche eine Psychotherapie in englischer Sprache. Eine medika-

mentöse Therapie werde zurzeit von ihm abgelehnt.  

In der Beurteilung wird festgehalten, es bestehe der «Verdacht auf eine 

Reaktion auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen (posttrau-

matische Belastungsstörung); ICD 10-F43.1». Eine Tagesstrukturierung, 

eventuell die Verarbeitung des Traumas sowie eine Gesprächstherapie bei 

einem tamilisch sprechenden Therapeuten werden empfohlen, wobei der 

Beschwerdeführer zu letzterem wenig motiviert erscheine.  

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das vorliegende Verfahren richtet sich nach altem Recht (Abs. 1 der 

Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG [SR 142.31] vom 

25. September 2015). 

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Seite 6 

1.2 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember 

2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und 

Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Der vorliegend anzuwendende Ge-

setzesartikel (Art. 83) ist unverändert vom AuG ins AIG übernommen wor-

den. 

1.3 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.4 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).  

1.5 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Die Vorinstanz stellt sich in ihrem Asylentscheid auf den Standpunkt, 

der Beschwerdeführer habe im Verlauf des Asylverfahrens in wesentlichen 

Punkten unterschiedliche Angaben gemacht.  

So habe er bei der BzP vorgetragen, im Jahr 2013 bei der Wahlkampagne 

für die TNA mit ehemaligen LTTE-Mitgliedern zusammengearbeitet zu ha-

ben, die er an einer Demonstration kennengelernt habe, die vor 2013 statt-

gefunden habe. Zudem habe er dort angegeben, im Jahr 2012 von den 

Behörden mitgenommen und befragt worden zu sein, weil er an einer De-

monstration teilgenommen habe. Bei der Anhörung habe er demgegenüber 

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bekundet, erstmals im August 2013 an einer Protestkundgebung teilge-

nommen zu haben; bis zu seiner Verhaftung im Oktober 2014 habe er 

keine Probleme mit den Behörden oder dem Militär gehabt. Dem Be-

schwerdeführer sei es nicht gelungen, auf entsprechenden Vorhalt hin 

diese Widersprüche aufzuklären. Zudem erstaune es, dass er im Jahr 2012 

an einem kleinen Schülerprotest teilgenommen habe, obwohl er bereits 

2010 seine Schule abgeschlossen habe und zu diesem Zeitpunkt berufs-

tätig – und noch nicht politisch aktiv – gewesen sei.  

In der BzP habe er ferner angegeben, im Jahr 2014 an einer Demonstration 

teilgenommen zu haben und kurz darauf – im Oktober 2014 – festgenom-

men worden zu sein. In der Anhörung habe er hingegen vorgetragen, seine 

letzte Teilnahme an einer Demonstration sei im März 2014 gewesen. Zwi-

schen seiner letzten Teilnahme und seiner Festnahme würden sieben Mo-

nate liegen. Deshalb sei seine Angabe, kurz nach der Kundgebung im Jahr 

2014 festgenommen worden zu sein, widersprüchlich. Im Weiteren sei die 

Entführung durch die TID gemäss seinen Angaben in der BzP auf dem Weg 

zur Arbeit erfolgt, während er bei der Anhörung zu Protokoll gegeben habe, 

auf dem Nachhauseweg von der Arbeit entführt worden zu sein.  

Die Antworten auf die Fragen zu den Haftbedingungen seien zudem un-

plausibel ausgefallen. Er habe zu Protokoll gegeben, im Raum, in welchem 

er festgehalten worden sei, seien mehrere Schlagstöcke herumgelegen. 

Es erstaune, dass Sicherheitskräfte Waffen in einem Raum zurückliessen, 

wo sich Inhaftierte aufhielten. Zudem habe er sich widersprüchlich zur 

Kommunikation mit den Mitinhaftierten geäussert.  

Der Beschwerdeführer habe auch auf Nachfrage hin nicht plausibel darle-

gen können, weshalb das Interesse der sri-lankischen Sicherheitskräfte an 

seiner Person nach dem Tod von E._______ weiterhin bestanden habe 

respektive weshalb er Angst gehabt habe und untergetaucht sei.  

In der BzP habe er vorgetragen, im März 2015 letztmals bei den Eltern 

behördlich gesucht worden zu sein, zu einem Zeitpunkt, als er sich in 

F._______ aufgehalten habe. Einige Male seien zudem Leute zum Sport-

platz gegangen und hätten bei seinen Kollegen nach ihm gefragt. In der 

Anhörung habe er demgegenüber angegeben, dass sich Personen, die wie 

Geheimdienstmitarbeitende ausgesehen hätten, im März 2015 bei seinen 

Freunden über ihn erkundigt hätten; ansonsten sei er nirgends gesucht 

worden. Erst nach seiner Einreise in die Schweiz, im August 2017, hätten 

sich Leute zu Hause nach ihm erkundigt. Er sei insgesamt je einmal bei 

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seinen Freunden und bei seiner Familie gesucht worden. Der Beschwer-

deführer habe diese Unstimmigkeiten nicht aufklären können.    

Angesichts der aufgezeigten Widersprüche zu den Vorfluchtgründen könne 

auf die Prüfung der Asylrelevanz verzichtet werden.  

Es sei auch nicht davon auszugehen, dass Risikofaktoren im Sinne des 

Referenzurteils vom 15.  Juli 2016 (BVGer E-1866/2015 E. 8, 9.1) vorliegen 

würden. Aufgrund der Akten sei nicht ersichtlich, weshalb der Beschwerde-

führer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka in den Fokus der heimatlichen 

Behörden geraten und in asylbeachtlicher Weise verfolgt würde. Es gebe 

keine Anzeichen dafür, dass die sri-lankische Regierung ihm ein Interesse 

am Wiederaufflammen des tamilischen Separatismus zuschreibe und ihn 

verfolgen würde.  

Der Wegweisungsvollzug sei unter Verweis auf das Beziehungsnetz des 

Beschwerdeführers sowie dessen Ausbildung und Berufserfahrung durch-

führbar; es liege kein Wegweisungsvollzugshindernis vor.    

3.2 In seiner Rechtsmitteleingabe wiederholte der Beschwerdeführer im 

Wesentlichen den bereits im vorinstanzlichen Verfahren vorgetragenen 

Sachverhalt. Ergänzend führte er aus, er sei auf seiner Reise nach Europa 

im Februar 2016 in Mazedonien während zwei Tagen gefoltert und verge-

waltigt worden. Man habe bei seiner Familie ein Lösegeld für seine Frei-

lassung verlangt. Er sei bei der einen Monat später durchgeführte BzP un-

ter Schock gestanden und habe deshalb nicht widerspruchsfreie Aussagen 

gemacht. Die Unstimmigkeiten in den Angaben zur Festnahme im Oktober 

2014 seien dadurch erklärbar. Er sei in einer psychisch labilen Verfassung 

und es falle ihm äussert schwer, sich zu diesen Vorfällen zu äussern. Er 

habe bisher noch keine psychologische Behandlung in Anspruch nehmen 

können. In seiner Asylunterkunft in der Schweiz sei er auch von männlichen 

Landsleuten gehänselt worden wegen der erlittenen Vergewaltigung.  

Die Widersprüche zwischen den Angaben in der BzP und der Anhörung 

dürften nicht ohne Mitberücksichtigung seiner psychischen Verfassung 

herangezogen werden. In der Anhörung seien die traumatischen Erleb-

nisse auf der Flucht mit keiner Frage gestreift worden, wodurch ihm verun-

möglicht worden sei, schlüssig aufzuklären, weshalb es zu den festgestell-

ten Unstimmigkeiten gekommen sei. Es sei daher fraglich, ob das SEM 

durch die Nichterwähnung dieser Erlebnisse trotz deutlicher Hinweise nicht 

den Untersuchungsgrundsatz verletzt habe.  

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Unter Berücksichtigung seines Alters sei es durchaus nachvollziehbar, 

dass er seine im Jahr 2012 erfolgte Teilnahme an Schülerprotesten nicht 

als politische Aktion verstanden habe. Diese Teilnahme habe auch keine 

Relevanz für die Beurteilung seiner geltend gemachten Verfolgung. Die 

Entführung und die irreguläre Inhaftierung durch Beamte des TID hätten 

die für die Ausreise ausschlaggebenden Ereignisse dargestellt.  

Die von ihm geschilderten Schlagstöcke seien im Verhörzimmer und nicht 

in seiner Gefängniszelle herumgelegen. Der Beschwerdeführer habe auch 

nicht gewusst, ob es sich bei seinen Mitgefangenen um LTTE-Angehörige 

gehandelt habe, weshalb er mit diesen kaum gesprochen habe. Seine dies-

bezüglichen Schilderungen seien daher durchaus plausibel.   

Weil er nicht mehr auf der Familienkarte aufgelistet sei, würden die Behör-

den zu Hause nicht mehr nach ihm fragen. Er habe aber erfahren, dass 

kurz nach der Tötung von E._______ bei Freunden nach ihm gesucht wor-

den sei. 

Er erfülle mehrere Risikofaktoren im Sinne des publizierten Referenzurteils 

des BVGer E-1866/2015. Aufgrund seiner Kontakte zu E._______ seien 

ihm LTTE-Verbindungen unterstellt und er sei eine Woche lang irregulär 

festgehalten worden. Zudem müsste er ohne Reisepapiere nach Sri Lanka 

zurückkehren. Die Verfolgung sei gezielt gegen seine Person erfolgt und 

fusse auf seiner ethnischen Herkunft und politischen Überzeugung. Es 

gebe keine Hinweise dafür, dass das behördliche Interesse an seinem Ver-

bleib nachgelassen habe. Ein Wegweisungsvollzug sei mit den völker- und 

menschenrechtlichen Verpflichtungen der Schweiz nicht vereinbar.  

Zurzeit würden noch zwei Schwestern und seine Eltern im Heimatdorf le-

ben. Die Familie habe ihre Felder verkaufen müssen, um die Ausreise des 

Beschwerdeführers zu finanzieren. 

3.3 In seiner Vernehmlassung vom 21. Juni 2019 führte das SEM ergän-

zend aus, es könne grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass sich 

der Beschwerdeführer auch nach längerer Verfahrensdauer noch an den 

überwiegenden Teil des Kerngeschehens, wie traumatische und belas-

tende Vorfälle, erinnern könne, wenn sich die Aussagen auf wichtige auto-

biographische Ereignisse beziehen würden. Lebensereignisse, die eine 

Person emotional und kognitiv forderten, blieben in der Regel gut in Erin-

nerung. Das gelte auch für Personen, die traumatische Ereignisse erlebt 

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hätten und unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden wür-

den. Es sei daher nicht nachvollziehbar, inwiefern die psychische Verfas-

sung des Beschwerdeführers bei der BzP seine im Laufe des Verfahrens 

vorgebrachten widersprüchlichen Asylvorbringen zu erklären vermöchten. 

Vom Beschwerdeführer könne durchaus erwartet werden, dass er sich kon-

sistent an die zutreffenden Begleitumstände sowie den ungefähren Zeit-

punkt im Tagesverlauf, an welchem er vom TID mitgenommen worden sei, 

zu erinnern vermöge. Dies gelte umso mehr, als er in der Lage gewesen 

sei, sich an das exakte Datum und den Wochentag seiner Verhaftung zu 

erinnern. Der vom SEM aufgezeigte Widerspruch zum Ablauf der Verhaf-

tung betreffe ein zentrales Asylvorbringen.  

3.4 In seiner Replikeingabe vom 16. Juli 2019 trug der Beschwerdeführer 

vor, das SEM habe in der Vernehmlassung unterschlagen, dass er sich 

sehr wohl an die erlebten Kerngeschehen habe erinnern können, jedoch 

teilweise nicht an die Details. Dies könne einerseits auf seine psychische 

Verfassung und andererseits auf potentielle Konzentrationsschwierigkeiten 

zurückgeführt werden.  

Aktuell sei eine psychologische Behandlung im Kanton I._______ er-

schwert. Der den Beschwerdeführer behandelnde Hausarzt habe keine In-

stitution zur Überweisung nennen können, die über Dolmetscherdienste 

verfüge. Da er die Kraft nicht habe, seine traumatische Geschichte vielen 

verschiedenen Personen zu berichten, habe die Rechtsvertreterin ver-

sucht, mittels Vorabklärungen ein passendes Behandlungssetting aufzu-

gleisen. Es bestehe der Verdacht, dass der Beschwerdeführer Opfer von 

Menschenhandel gewesen sei, weshalb die FiZ (Fachstelle Frauenhandel 

und Frauenmigration) kontaktiert worden sei. Bisher habe der Beschwer-

deführer nicht einmal einen HIV-Test machen können, da er bei Arztbesu-

chen immer durch einen Landsmann als Übersetzungshilfe begleitet gewe-

sen sei. Er habe unbedingt vermeiden wollen, dass man erfahre, dass er 

Opfer sexueller Gewalt geworden sei. Sobald ein medizinischer Bericht 

vorliege, werde unter Berücksichtigung der gestellten Diagnosen und ihrer 

Begleitsymptome auf die vorgehaltenen Widersprüche weiter eingegan-

gen.    

4.  

In der Beschwerde wird im Sinne einer formellen Rüge vorgebracht, es sei 

fraglich, ob das SEM durch die Nichterwähnung respektive Nichtberück-

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Seite 11 

sichtigung der vom Beschwerdeführer angedeuteten traumatischen Erleb-

nisse auf seiner Flucht in genügender Weise seiner Untersuchungspflicht 

nachgekommen sei (vgl. Beschwerde, Ziffer 26, letzter Satz).   

4.1 Im Verwaltungs- und namentlich im Asylverfahren gilt der Untersu-

chungsgrundsatz, das heisst die Behörde stellt den rechtserheblichen 

Sachverhalt von Amtes wegen fest (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG; vgl. 

Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Für das erstinstanzliche Asylverfahren be-

deutet dies, dass das SEM zur richtigen und vollständigen Ermittlung und 

zur Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts verpflichtet ist und 

auch nach allen Elementen zu forschen hat, die zugunsten der asylsuchen-

den Person sprechen. Der Untersuchungsgrundsatz gilt nicht uneinge-

schränkt, zumal er sein Korrelat in der Mitwirkungspflicht des Asylsuchen-

den findet (Art. 13 VwVG und Art. 8 AsylG; vgl. Christoph Auer, in: 

Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das 

Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Aufl. 2019, Art. 12 Rz. 9; BVGE 2012/21 

E. 5.1). Die entscheidende Behörde darf sich trotz des Untersuchungs-

grundsatzes in der Regel darauf beschränken, die Vorbringen einer asyl-

suchenden Person zu würdigen und die von ihr angebotenen Beweise ab-

zunehmen, ohne weitere Abklärungen vornehmen zu müssen. Nach Lehre 

und Praxis besteht eine Notwendigkeit für über die Befragung hinausge-

hende Abklärungen insbesondere dann, wenn aufgrund der Vorbringen der 

asylsuchenden Person und der von ihr eingereichten oder angebotenen 

Beweismittel Zweifel und Unsicherheiten am Sachverhalt weiterbestehen, 

die voraussichtlich mit Ermittlungen von Amtes wegen beseitigt werden 

können (vgl. BVGE 2009/50 E. 10.2.1 S. 734 m.H.a. Entscheidungen und 

Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1995 

Nr. 23 E. 5a). 

4.2 Nach Durchsicht der Akten erweist sich die erhobene formelle Rüge als 

unbegründet.  

4.2.1 Das SEM hat die relevanten Sachumstände geprüft und in seiner Ent-

scheidfindung berücksichtigt. Es ist in ausreichender Weise auf die vom 

Beschwerdeführer vorgetragenen Asylgründe eingegangen und hat in den 

Erwägungen dargelegt, aus welchen Überlegungen es diese als unglaub-

haft respektive nicht asylbeachtich eingeschätzt hat (vgl. angefochtene 

Verfügung, Ziffer II/1 und 2).  

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Seite 12 

4.2.2 Soweit konkret beanstandet wird, das SEM habe zu den vom Be-

schwerdeführer in der BzP angedeuteten traumatischen Erlebnissen in der 

Anhörung keine Fragen gestellt, ist Folgendes festzuhalten: 

Die bei der Anhörung anwesende Hilfswerksvertretung hat in den Fragen 

142 ff. die vom Beschwerdeführer in der BzP angesprochenen Erlebnisse 

auf seiner Reise nach Europa thematisiert. Dabei gab der Beschwerdefüh-

rer ausdrücklich zu Protokoll, er wolle diesen «Vorfall» nicht im Rahmen 

seines Asylgesuches behandelt haben («Ich möchte, dass dieser Vorfall 

von meinem Asylgesuch gelöscht wird»). Diesen Wunsch bekräftigte er im 

Rahmen seiner Antwort 143 nochmals. Zudem trug er vor, er wolle nicht, 

dass andere Leute von seinen Erlebnissen Kenntnis erhielten. Hierauf ver-

sicherte der Befrager des SEM dem Beschwerdeführer, dass er keine 

Angst haben müsse; die bei der Anhörung anwesenden Personen sowie 

alle Personen, die mit der weiteren Behandlung seines Asylgesuches be-

traut würden, würden seine Angaben vertraulich behandeln; keine Informa-

tionen würden nach aussen gelangen. Hierauf gab der Beschwerdeführer 

nochmals zu Protokoll, er wolle, dass niemand über seine Erlebnisse er-

fahre (vgl. Frage und Antwort 144). Der Befrager betonte in Frage 145 

nochmals, dass keine Angaben des Beschwerdeführers gegen aussen, 

das heisst an Drittpersonen, gelangen würden. 

4.2.3 Entgegen der anderslautenden Behauptung in der Beschwerde trifft 

es nicht zu, dass das SEM nicht versucht hat, auf die vom Beschwerdefüh-

rer auf seiner Reise erlittenen Vorfälle, einzugehen. Es liegt vielmehr in der 

Verantwortung des Beschwerdeführers, dass er sich bei seiner einlässli-

chen Anhörung zu den Asylgründen nicht zu den in der BzP vorgebrachten, 

in Mazedonien erlittenen Übergriffen äussern wollte.   

4.2.4 Der Beschwerdeführer wurde auch im Verlauf der Anhörung auf die 

Unstimmigkeiten zwischen seinen Angaben in der BzP und seinen Schil-

derungen in der Anhörung hingewiesen und es wurde ihm hinreichend Ge-

legenheit eingeräumt, sich hierzu zu äussern (vgl. A17, Antworten 74, 127 

und 128). 

4.2.5 Von einer Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes kann nach dem 

Gesagten keine Rede sein. Insgesamt stellt das Bundesverwaltungsgericht 

keine Verletzungen von Verfahrensvorschriften fest. Die Vorgehensweise 

der Vorinstanz bei der Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts ist 

nicht zu beanstanden. Es besteht daher kein Anlass, die Verfügung aus 

formellen Gründen aufzuheben.  

E-2571/2019 

Seite 13 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-

haftmachen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei stän-

diger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 

6.5.1; vgl. auch Urteil des BVGer D-2282/2018 vom 5. April 2019 E. 5.1). 

6.2 Nach Durchsicht der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht zur 

Auffassung, dass die Vorinstanz zu Recht und mit zutreffender Begründung 

die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint und folglich 

das Asylgesuch abgewiesen hat.  

Das SEM ist zum Schluss gelangt, dass der Sachverhaltsvortrag des Be-

schwerdeführers insgesamt unglaubhaft und der allgemeinen Logik des 

Handels widersprechend ausgefallen sei.  

6.2.1 Dem SEM ist darin zuzustimmen, dass die Schilderungen des Be-

schwerdeführers in Kernelementen seiner Asylvorbringen Widersprüche 

und Unstimmigkeiten aufweisen, die er auch auf Vorhalt hin respektive mit 

der Argumentation in der Rechtsmitteleingabe nicht zu entkräften vermag.  

6.2.2 Namentlich weisen seine Angaben zur angeblich ersten behördlichen 

Mitnahme Ungereimtheiten auf. In der BzP trug er vor, im Jahr 2012 an 

einer Demonstration teilgenommen zu haben, in deren Folge er von den 

E-2571/2019 

Seite 14 

Behörden zur Befragung mitgenommen worden sei (vgl. A8, Ziffer 7.02). Er 

machte zwar keine spezifischen Angaben zur Art der von ihm besuchten 

Kundgebung, er gab dieses Ereignis jedoch auf die Frage nach Inhaftie-

rungen oder Gerichtsverfahren zu Protokoll. Den Umstand, dass er bei der 

Anhörung einerseits die behördliche Mitnahme zur Befragung im Jahr 2012 

nicht erwähnte und andererseits seine erste Demonstrationsteilnahme im 

August 2013 datierte, hat das SEM zutreffend als Unglaubhaftigkeitsele-

ment gewürdigt.  

6.2.3 Zur Begründung seines Asylgesuches machte der Beschwerdeführer 

insbesondere seine Teilnahme an Kundgebungen und die angeblich dar-

aus folgenden behördlichen Repressalien geltend. Deshalb erscheint der 

Umstand, dass er die angeblich erste behördliche Mitnahme im Jahr 2012 

in der Anhörung nicht erwähnte, nicht plausibel. Bei der Anhörung gab er 

in Frage 72 an, er habe bis zu seiner Verhaftung im Oktober 2014 keine 

Probleme mit den sri-lankischen Behörden gehabt; er habe «so ein Gefühl» 

gehabt, dass er «von jemandem verfolgt würde» (vgl. A17, Antwort 72). Es 

bleibt nicht nachvollziehbar, weshalb er nicht ansatzweise darauf hinwies, 

dass er bereits im Jahr 2012 von den heimatlichen Behörden mitgenom-

men und befragt worden sei, nachdem es sich bei diesem Vorfall für den 

jungen Beschwerdeführer um ein persönlich einschneidendes Ereignis ge-

handelt hätte.    

6.2.4 Hinzu kommt, dass er auch den Zeitpunkt seiner Verhaftung unter-

schiedlich schilderte. In der BzP trug er vor, im Jahr 2014 an einer De-

monstration teilgenommen zu haben; «kurz danach» sei er festgenommen 

worden. Seine erste Festnahme sei im Oktober 2014 erfolgt (vgl. A8, Ziffer 

7.02). In der Anhörung gab er demgegenüber an, zwischen seiner letzten 

Teilnahme an einer Kundgebung (im März 2014; vgl. A17, Antwort 64) und 

seiner Festnahme (im Oktober 2014) würden sieben Monate liegen, was 

mit seiner Angabe in der BzP, er sei «kurz» nach der Demonstration im 

Jahr 2014 festgenommen worden, nicht übereinstimmt.  

Bei der Schilderung dieser Festnahme handelt es sich gemäss den eige-

nen Angaben des Beschwerdeführers um ein ausreiseauslösendes Ereig-

nis. Entgegen den Ausführungen in der Beschwerde durfte auch dieser 

krasse Widerspruch in einem Kernelement der Asylvorbringen vom SEM 

bei der Beurteilung des Asylgesuches herangezogen werden.   

E-2571/2019 

Seite 15 

6.2.5 Auch die Schilderungen der Haftumstände weisen unplausible Ele-

mente und Unstimmigkeiten auf. Der Beschwerdeführer gab in der Anhö-

rung zunächst zu Protokoll, er habe mit seinen Mitinhaftierten keinerlei 

Kontakte unterhalten (vgl. Antwort 85). Anschliessend trug er vor, man 

habe sich gegenseitig Handzeichen gegeben, aber nie miteinander ge-

sprochen (vgl. Antwort 86), um unmittelbar anschliessend die Kommunika-

tion per Handzeichen wieder in Abrede zu stellen (vgl. Antwort 87). Dieses 

unstimmige Aussageverhalten bestärkt die Zweifel am Wahrheitsgehalt der 

Vorbringen.  

6.2.6 Auch die Angaben des Beschwerdeführers während seiner einlässli-

chen Anhörung weisen Unstimmigkeiten in Kernelementen auf. So trug er 

einerseits vor, E._______ sei im November 2014 umgebracht worden  

(vgl. A17, Antwort 105), was seiner späteren Angabe widerspricht, wonach 

derselbe im März 2015 getötet worden sein soll (vgl. Antwort 132). Nach-

dem seine angeblichen Kontakte zu diesem LTTE-Kämpfer die Basis für 

die behauptungsgemäss gegen den Beschwerdeführer bestehende be-

hördliche Verfolgung dargestellt haben soll, handelt es sich bei dieser zeit-

lichen Unstimmigkeit um ein weiteres, massgebliches Unglaubhaftigkeit-

selement.   

6.3 Dem Beschwerdeführer ist es auch nicht gelungen, plausibel aufzuzei-

gen, weshalb die sri-lankischen Behörden an ihm ein Verfolgungsinteresse 

gehabt haben sollen. Hieran vermag der Umstand, dass der Beschwerde-

führer gemäss eigenen Angaben traumatische Erlebnisse auf seiner Reise 

in Mazedonien erlitten haben soll, nichts zu ändern. Nachdem sich der Be-

schwerdeführer an gewisse Details innerhalb seines Sachverhaltsvortra-

ges präzise zu erinnern vermochte, ist nicht nachvollziehbar, weshalb er 

sich hinsichtlich der ausreiseauslösenden Vorfälle dermassen in Wider-

sprüche verstrickt hat.  Hierzu kann auf die grundsätzlich zutreffenden Aus-

führungen in der Vernehmlassung des SEM verwiesen werden (vgl. E. 3.3)  

6.4  

6.4.1 Auch das Fehlen eines politischen Gefährdungsprofils lässt 

die vorgetragene Verfolgungssituation nicht als überwiegend wahr-

scheinlich erscheinen. Der Beschwerdeführer gab im Rahmen beider 

Anhörungen unmissverständlich zu Protokoll, dass er im Heimatland 

nie politisch oder religiös aktiv (vgl. A8, Ziffer 7.02) und in 

seiner Familie niemand LTTE-Mitglied gewesen sei (vgl. A17, Antwort 

137).  

E-2571/2019 

Seite 16 

Bei dieser Sachlage erscheint es unwahrscheinlich, dass der Be-

schwerdeführer alleine aufgrund des Umstandes, dass er gemeinsam 

mit einem angeblichen LTTE-Kämpfer auf einer Fotoaufnahme abgebil-

det worden sei, in der geltend gemachten Intensität ein behördli-

ches Verfolgungsinteresse ausgelöst haben soll. Er und seine Fami-

lie hatten nie Kontakte zu den LTTE oder anderweitigen oppositio-

nellen Gruppierungen. Abgesehen von seiner unterstützenden Tätig-

keit für einen Kandidaten der TNA bei den Provinzwahlen im Jahr 

2013 trat der Beschwerdeführer nie in irgendeiner Form politisch 

oder in einer anderweitigen exponierten, pointierten Position auf, 

weshalb er seitens seiner heimatlichen Behörden kaum als politisch 

missliebige Person wahrgenommen werden konnte. Zudem muss ange-

sichts des bekanntlich rigorosen Vorgehens der sri-lankischen Be-

hörden bei entsprechendem Verdacht auf Handlungen zur Unterstützung 

des tamilischen Widerstands mit grosser Wahrscheinlichkeit ange-

nommen werden, dass die Behörden es nicht mit einer bloss einwö-

chigen Festnahme oder weiteren Einschüchterungsversuchen hätten 

bewenden lassen, sondern konkretere, härtere Ermittlungsmassnahmen 

gegen den Beschwerdeführer eingeleitet hätten, wenn sie ihn spezi-

fisch einer massgeblichen oppositionellen Tätigkeit verdächtigt 

hätten.    

6.4.2 Den Schilderungen des Beschwerdeführers sind ansonsten kei-

nerlei Hinweise zu entnehmen, die ihn oder seine Familie in den 

Kreis der LTTE oder anderer aus Sicht der sri-lankischen Machthaber 

als politisch missliebig erachtete Gruppierungen rücken würden. Er 

hat im Rahmen seines Asylverfahrens nicht geltend gemacht, dass die sri-

lankischen Sicherheitskräfte Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit 

aus ihrer Sicht missliebigen politischen Tätigkeiten gegen ihn eingeleitet 

hätten. Auch hat er nicht zu Protokoll gegeben, dass er verhaftet, angeklagt 

oder verurteilt worden wäre.  

6.5 Andere Vorfluchtgründe hat der Beschwerdeführer nicht vorgetragen.  

6.6 Nach dem Gesagten muss die vom Beschwerdeführer geltend ge-

machte angeblich politisch motivierte Verfolgung als insgesamt unwahr-

scheinlich eingestuft werden.  

6.7 Das Gericht hat keine konkrete Veranlassung daran zu zweifeln, dass 

der Beschwerdeführer während seiner Flucht respektive auf seiner Durch-

reise durch Europa traumatische Erlebnisse erlitten haben könnte. Die in 

E-2571/2019 

Seite 17 

der Beschwerde als Vergewaltigung durch muslimische Landsleute in Ma-

zedonien spezifizierten Übergriffe sind zwar äusserst bedauernswert. Sie 

vermögen jedoch keine Asylrelevanz zu entfalten, da sie sich nicht im Hei-

matland zugetragen haben und der sri-lankische Staat respektive dessen 

fehlende Schutzfähigkeit oder -willigkeit diesbezüglich nicht verantwortlich 

gemacht werden kann.   

7.  

Zu prüfen bleibt, ob dem Beschwerdeführer aufgrund seiner Flucht aus 

heutiger Sicht eine begründete Furcht vor Verfolgung zuzuerkennen ist. 

7.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich nach Beendigung des Bürger-

krieges im Mai 2009 wiederholt und eingehend mit der (nach wie vor pre-

kären) Menschenrechtslage in Sri Lanka im Allgemeinen und mit der Situ-

ation von Rückkehrenden tamilischer Ethnie im Besonderen befasst (sog. 

Returnee-Problematik; vgl. insb. BVGE 2011/24 E. 8, und Urteil 

E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 [als Referenzurteil publiziert] E. 8 je mit 

umfassender Quellenanalyse). Nach wie vor besteht seitens der sri-lanki-

schen Behörden gegenüber Personen tamilischer Ethnie, die aus dem 

Ausland zurückkehren, eine erhöhte Wachsamkeit. Indessen kann nicht 

generell angenommen werden, jeder aus Europa oder der Schweiz zurück-

kehrende tamilische Asylsuchende sei alleine aufgrund seines Ausland-

aufenthaltes der ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter 

ausgesetzt (vgl. Urteil E-1866/2015 E. 8.3).  

Im Kern geht die Rechtsprechung davon aus, dass jene Rückkehrer eine 

begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG 

haben, denen seitens der sri-lankischen Behörden Bestrebungen zuge-

schrieben werden, den nach wie vor als Bedrohung wahrgenommenen ta-

milischen Separatismus wiederaufleben zu lassen respektive den sri-lanki-

schen Einheitsstaat zu gefährden. Die in diesem Zusammenhang geltend 

und glaubhaft gemachten Risikofaktoren sind in einer Gesamtschau, inklu-

sive ihrer allfälligen Wechselwirkung und unter Berücksichtigung der kon-

kreten Umstände, in einer Einzelfallprüfung dahingehend zu prüfen, ob sie 

mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit für eine flüchtlingsrelevante Verfolgung 

sprechen (vgl. Urteil E-1866/2015 E. 8.5.5). Als stark risikobegründende 

Faktoren, welche bereits für sich allein genommen zur Bejahung einer be-

gründeten Furcht vor asylrelevanter Verfolgung bei der Rückkehr nach Sri 

Lanka führen können, hat die Rechtsprechung dabei namentlich einen Ein-

trag in die sogenannte „Stop-List“ (d.h. das Vorhandensein eines Eintrags 

E-2571/2019 

Seite 18 

mit Hinweis auf ein Strafurteil, eine gerichtliche Anordnung oder einen Haft-

befehl im Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten Verbin-

dung zu den LTTE; vgl. Urteil E-1866/2015 E. 8.2, 8.4.1, 8.4.3 und 8.5.2), 

Verbindungen zu den LTTE (vgl. a.a.O E. 8.4.1 und 8.5.3) und die regime-

kritische Betätigung im Ausland (vgl. a.a.O. E. 8.4.2 und 8.5.4) identifiziert. 

Demgegenüber stellen schwach risikobegründende Faktoren (namentlich) 

dar: Das Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente bei der Einreise in Sri 

Lanka, eine zwangsweise respektive durch die IOM begleitete Rückfüh-

rung oder Narben (vgl. a.a.O. 8.4.4, 8.4.5 und 8.5.5); der Dauer eines Auf-

enthaltes im Ausland kommt keine direkte Risikorelevanz zu (vgl. a.a.O. 

E. 8.4.6, 9.2.4). Diese Risikofaktoren verstehen sich nicht als abschlies-

send (a.a.O. E. 9.1).  

7.2 Die Vorinstanz nahm – nach dem Hinweis darauf, dass die geltend ge-

machte Vorverfolgung nicht glaubhaft gemacht sei – eine Prüfung anhand 

dieser vor (angefochtener Entscheid, Ziff. II/2). Sie hielt fest, der Beschwer-

deführer habe nicht glaubhaft machen können, vor seiner Ausreise asylre-

levanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt gewesen zu sein. Er sei bis 

nach Kriegsende Schüler gewesen. Weder er noch jemand aus seiner Fa-

milie seien LTTE-Mitglied gewesen. Es bestünden keine Risikofaktoren im 

Sinne des Referenzurteils. Er sei weder exilpolitisch tätig noch weise er 

sichtbare Narben auf. Er sei im Jahr 2012 zwar kurz befragt, aber wieder 

freigelassen worden, nachdem er erklärt habe, noch zur Schule zu gehen. 

Auch die Wahlkampftätigkeiten für die TNA und die Teilnahmen an Protest-

kundgebungen seien nicht geeignet, ein Interesse der heimatlichen Behör-

den an seiner Person auszulösen. Die TNA habe die Wahl in der Nordpro-

vinz im Jahr 2013 gewonnen und kontrolliere die Provinzregierung. Aus-

serdem stehe die Partei seit den nationalen Parlamentswahlen 2015 in ei-

ner konstruktiven Oppositionsrolle. Sie sei national eingebunden und un-

terstütze den nationalen Versöhnungsprozess. Es sei nicht ersichtlich, 

dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka in den Fo-

kus der dortigen Behörden geraten und verfolgt werden solle respektive 

dass ihm ein Interesse am Wiederaufflammen des tamilischen Separatis-

mus zugeschrieben würde.   

7.3 Der Beschwerdeführer hält dem entgegen, er erfülle mehrere Risiko-

faktoren im Sinne des zitierten Referenzurteils. Er sei irregulär verhaftet 

und eine Woche lang inhaftiert und dabei misshandelt worden. Ihm werde 

unterstellt, Teil des LTTE-Netzwerkes zu sein (vgl. Beschwerde, Ziffern 36 

und 39). 

E-2571/2019 

Seite 19 

 

 

7.4  

7.4.1 In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist das Vorliegen eines rele-

vanten Risikoprofils zu verneinen. Der Beschwerdeführer hat gemäss ei-

genen Angaben keine Verbindungen zu den LTTE gehabt. Dasselbe gilt 

auch für seine Familienangehörigen. Er war, abgesehen von seiner unter-

stützenden Tätigkeit für einen Kandidaten der TNA bei den Wahlen in der 

Nordprovinz nie politisch aktiv (vgl. auch E. 6.4 oben). Er hat keine Beweis-

mittel eingereicht, die die behaupteten, angeblich anhaltenden behördli-

chen Repressionen gegen ihn stützen würden. Es bestehen keine Anhalts-

punkte dafür, dass er ein politisches Profil aufweist, welches das Augen-

merk der heimatlichen Behörden auf ihn lenken würde.  

7.4.2 Der Beschwerdeführer hat auch im Rahmen des Rechtsmittelverfah-

rens keine im Nachgang zu den im November 2019 erfolgten Präsident-

schaftswahlen persönlich erlittenen Nachteile vorgetragen.  

7.4.3 Aus den Darlegungen des Beschwerdeführers lassen sich insgesamt 

keine Anhaltspunkte ersehen, die den Schluss nahelegen würden, der sri-

lankische Staat könnte in ihm jemanden vermuten, der dem tamilischen 

Separatismus zum Wiedererstarken verhelfen wollte. Es kann folglich nicht 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass 

er bei einer Rückkehr Ziel behördlicher Verfolgungsmassnahmen in asyl-

relevantem Ausmass werden könnte. An dieser Einschätzung vermag vor-

liegend auch die im Zuge des Regierungswechsels veränderte politische 

Lage in Sri Lanka nichts zu ändern. In einer Gesamtwürdigung ist seine 

geltend gemachte subjektive Furcht, im Heimatland asylrelevanten Nach-

teilen ausgesetzt zu sein, objektiv nicht begründet.  

7.5 Das SEM hat zusammenfassend die Flüchtlingseigenschaft des Be-

schwerdeführers zu Recht verneint und dessen Asylgesuch zutreffend ab-

gelehnt.  

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

E-2571/2019 

Seite 20 

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

9.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

9.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

E-2571/2019 

Seite 21 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–

127 m.w.H.). Auch der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im 

Hinblick auf eine EMRK-widrige Behandlung namentlich für Tamilen, die 

aus einem europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wie-

derholt befasst (vgl. EGMR, R.J. gegen Frankreich, Urteil vom 19. Septem-

ber 2013, Nr. 10466/11; T.N. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, 

Nr. 20594/08; P.K. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, Nr. 

54705/08; J.G. gegen Polen, Entscheidung vom 11. Juli 2017, 

Nr. 44114/14). Dabei unterstreicht der Gerichtshof, dass nicht in genereller 

Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe eine un-

menschliche Behandlung. An dieser Einschätzung vermögen die politi-

schen Entwicklungen insbesondere im Umfeld der Kommunalwahlen vom 

Februar 2018 (vgl. Urteil des BVGer D-5880/2018 vom 12. Februar 2019 

E. 11.2.2), die Ende 2019 erfolgten Präsidentschaftswahlen sowie die Par-

lamentswahlen vom August 2020 nichts Grundlegendes zu ändern. 

Es bestehen aufgrund der Akten keine konkreten Hinweise, dass der Be-

schwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen so genann-

ten "Background Check" (Befragung und Überprüfung von Tätigkeiten im 

In- und Ausland) hinausgehen würden, oder dass er persönlich gefährdet 

wäre. Seine Mutmassungen über Massnahmen seitens der sri-lankischen 

Behörden gegen ihn sind rein spekulativer Art.  

Weder die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat noch indi-

viduelle Faktoren in Bezug auf die Situation des Beschwerdeführers lassen 

demnach den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt als unzulässig 

erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl 

im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

E-2571/2019 

Seite 22 

9.3  Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

9.3.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Frage der generellen Zumut-

barkeit der Wegweisung nach Sri Lanka im schon erwähnten Referenzur-

teil E-1866/2015 (E. 13) geprüft und sich im Sinne einer Aufdatierung der 

davor letzten Lagebeurteilung eingehend mit der aktuellen politischen und 

allgemeinen Lage in Sri Lanka auseinandergesetzt (E. 13.2 f.). Dabei kam 

es zum Schluss, der Vollzug der Wegweisung in die Nord- und Ostprovinz 

sei grundsätzlich zumutbar, sofern das Vorliegen der individuellen Zumut-

barkeitskriterien bejaht werden könne, insbesondere die Existenz eines 

tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten 

auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation. Bezüglich der im Re-

ferenzurteil E-1866/2016 noch offen gelassenen Frage der Zumutbarkeit 

des Vollzugs von Wegweisungen ins sogenannte Vanni-Gebiet (siehe dazu 

BVGE 2011/24 E. 13.2.2.1) stellte das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil 

D-3619/2016 vom 16. Oktober 2017 (E. 9.5; als Referenzurteil publiziert) 

fest, dass dieser ebenfalls zumutbar ist.  

Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid (Ziff. III/2) zum Schluss, 

es liege keine Situation allgemeiner Gewalt im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG 

vor. Ausgehend vom eben genannten Referenzurteil E-1866/2015 

(E. 13.3.3) prüfte sie die individuellen Zumutbarkeitskriterien und stufte den 

Wegweisungsvollzug als zumutbar ein.   

9.3.2 Der Beschwerdeführer ist ein junger Mann und hat sich bei der BzP 

als physisch und psychisch gesund bezeichnet (vgl. A8, Ziffer 8.02).  

Im Verlauf des Rechtsmittelverfahrens wurde zwar ein Facharztbericht 

vom 15. August 2019 eingereicht, aus welchem hervorgeht, dass beim Be-

schwerdeführer der Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstö-

rung ohne Selbst- oder Fremdgefährdung vorliegt. Eine medikamentöse 

Behandlung hat er verweigert. Weitere medizinische Unterlagen, die auf 

eine Verschlechterung des physischen oder psychischen Gesundheitszu-

stands des Beschwerdeführers hinweisen würden, wurden nicht beige-

bracht.  

E-2571/2019 

Seite 23 

9.3.3 Bei einer Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Proble-

men ist praxisgemäss nur dann von einer medizinisch bedingten Unzumut-

barkeit auszugehen, wenn die ungenügende Möglichkeit einer Weiterbe-

handlung eine drastische und lebensbedrohliche Verschlechterung des 

Gesundheitszustands nach sich zöge. Diese Schwelle ist nach dem Ge-

sagten nicht erreicht. Die notwendige medizinische Versorgung in Sri 

Lanka ist zudem für den Beschwerdeführer grundsätzlich gewährleistet 

(vgl. hierzu: Urteil des BVGer E-4556/2017 E. 9.3 vom 14. August 2019). 

9.3.4 In diesem Zusammenhang ist zudem auf die Möglichkeit einer medi-

zinischen Rückkehrhilfe (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG) hinzuweisen, so 

dass auch eine allenfalls erforderliche Medikamentation für die Anfangs-

phase nach der Rückkehr nach Sri Lanka sichergestellt werden kann.   

9.3.5  Der Beschwerdeführer lebte vor seiner Ausreise in der Region 

B._______, Distrikt Jaffna, Nordprovinz. Gemäss seinen eigenen Angaben 

leben seine Eltern und zwei Schwestern nach wie vor dort. Er verfügt über 

eine gute Schulbildung (A-Level-Abschluss), hat eine Berufslehre im (…) 

absolviert (vgl. A17, Antworten 32 und 33) und entsprechende Berufserfah-

rung gesammelt. Er verfügt zudem über ein tragfähiges familiäres Bezie-

hungsnetz in Sri Lanka. Es ist daher davon auszugehen, dass er nach sei-

ner Rückkehr wieder bei seiner Familie wohnen und dort eine Berufstätig-

keit aufnehmen kann, so dass seine Reintegration nicht gefährdet er-

scheint.   

Der Vollzug der Wegweisung ist nach dem Gesagten als zumutbar zu qua-

lifizieren.   

9.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

E-2571/2019 

Seite 24 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.   

11.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätz-

lich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Mit In-

struktionsverfügung vom 14. Juni 2019 wurde die unentgeltliche Prozess-

führung inklusive Rechtsverbeiständung gewährt. 

Nachdem weiterhin von der prozessualen Bedürftigkeit auszugehen ist, ist 

von einer Kostenerhebung abzusehen. 

11.2 Die amtliche Rechtsvertretung ist unbesehen des Ausgangs des Ver-

fahrens für den notwendigen Aufwand zu entschädigen (vgl. Art. 7 ff., 

insb. Art. 8, des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]). Die Rechtsvertreterin wurde in der Ernennungsverfügung über 

den anwendbaren Kostenrahmen informiert.  

In der am 27. Mai 2019 eingereichten Honorarnote wird ein Aufwand von 

15.25 Honorarstunden sowie Auslagen von Fr. 8.- geltend gemacht, was 

im Vergleich zu ähnlich gelagerten Verfahren zu hoch erscheint und des-

halb auf 11 Stunden zu kürzen ist. Der geltend gemachte Stundenansatz 

von Fr. 150.– ist reglementskonform. Ebenfalls zu entschädigen ist der Auf-

wand für die Eingaben der Rechtsvertreterin vom 16. Juli und 10. Septem-

ber 2019. Ausgehend vom zeitlichen Vertretungsaufwand von insgesamt 

12.5 Stunden und unter Berücksichtigung der Auslagen von Fr. 8.- ergibt 

sich eine amtliche Entschädigung von total Fr. 1'883.-. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-2571/2019 

Seite 25 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

3.  

Der amtlichen Rechtsvertreterin wird vom Bundesverwaltungsgericht ein 

Honorar in der Höhe von Fr. 1'883.- zugesprochen.  

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Roswitha Petry Sandra Bodenmann 

 

 

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