# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9e1089da-0210-5e85-9785-d5d4a7df16c8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-04-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.04.2025 D-2139/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2139-2022_2025-04-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2139/2022 und D-5234/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  A p r i l  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Contessina Theis (Vorsitz), 

Richter William Waeber,  

Richterin Daniela Brüschweiler,    

Gerichtsschreiberin Martina von Wattenwyl. 

   

Parteien 

 
A._______,  

geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

und die Kinder 

C._______, geboren am (…),  

D._______, geboren am (…), 

E._______, geboren am (…), 

alle Kolumbien,   

alle vertreten durch Victoria Zelada,  

(…),  

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügungen des SEM vom 4. April 2022 und  

vom 17. August 2023 / N (…). 

D-2139/2022 und D-5234/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der kolumbianische Beschwerdeführer reiste eigenen Angaben zufolge am 

9. November 2021 aus Kolumbien aus. Am 13. November 2021 reiste er in 

die Schweiz ein und stellte am 1. Dezember 2021 ein Asylgesuch im Bun-

desasylzentrum (BAZ) der Region F._______.   

B.  

B.a Am 14. Dezember 2021 fand die Personalienaufnahme (PA) statt.  

B.b Gleichentags zeigte die dem Beschwerdeführer zugewiesene Rechts-

vertretung des BAZ ihr Mandat an.  

C.  

C.a Am 16. Februar 2022 fand die Anhörung zu den Asylgründen und am 

9. März 2022 eine ergänzende Anhörung statt. 

C.b Hinsichtlich seines Lebenslaufs brachte der Beschwerdeführer zusam-

menfassend vor, er sei in G._______ geboren und als Jugendlicher mit 

seiner Familie 1991 nach H._______ (Departement Quindío) umgezogen. 

Nach seinem Maturaabschluss habe er eine Ausbildung als (…) absolviert. 

Von 2012 bis zu seiner Ausreise habe er als (…) gearbeitet. Seine Leben-

spartnerin B._______ (nachfolgend: die Beschwerdeführerin), mit welcher 

er seit 2018 offiziell in einem Konkubinat lebe, sein Sohn D._______ und 

seine Stieftochter C._______ (nachfolgend: die Tochter), über deren Sor-

gerecht er verfüge, seien in H._______ geblieben.  

C.c Zu seinen Asylgründen führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen 

aus, dass er und seine Familie 1991 in eine andere Gegend – nach 

H._______ – umgezogen seien, nachdem eine kriminelle Bande unter der 

Führung von I._______, der im Drogenhandel aktiv gewesen sei, die dor-

tige Dorfbevölkerung unter Druck gesetzt und versucht habe, die Bewoh-

ner zu ihren Zwecken zu rekrutieren respektive zu bewaffnen. Diejenigen 

Personen, welche sich geweigert hätten, seien schikaniert oder bedroht 

worden. Nach dem Umzug sei er 2016 zum Präsidenten respektive zum 

sozialen Führer des Quartiers J._______ in H._______ gewählt worden 

und habe für die Lösung diverser sozialer Probleme des Quartiers sorgen 

müssen. Zu dieser Zeit hätten Vandalismus, Überfälle, Morde und Drogen-

konsum bei Jugendlichen stark zugenommen. Er habe sich mit anderen 

sozialen Führern anderer Quartiere zusammengeschlossen und auch mit 

der Polizei, insbesondere mit dem dortigen Polizeichef sowie dem 

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Regierungssekretariat zusammengearbeitet. Die Behörden hätten jedoch 

nicht genügend gegen die Kriminalität unternommen. Er sei nie Mitglied 

einer Partei oder einer politischen Bewegung gewesen. 2017 und 2018 

habe er sogenannte «Frühanzeigen» erstattet, die dazu geführt hätten, 

dass 80 Mitglieder der in der Gegend aktiven kriminellen Bande Los Fla-

cos, die mit der paramilitärischen Bewegung La Cordillera zusammenar-

beitet hätten, festgenommen worden seien. Mitglieder der Los Flacos hät-

ten den Drogenhandel auf Mikroebene kontrolliert und versucht, Jugendli-

che als Drogenverkäufer im Park vor ihrem Haus zu rekrutieren. Nach einer 

Verhaftungswelle seien jedoch die Hälfte der inhaftieren Bandenmitglieder 

wieder freigelassen worden. Da er sich nicht mehr sicher gefühlt habe und 

seine Partnerin schwanger gewesen sei, seien sie und die Tochter zu deren 

Vater respektive Grossvater nach K._______ umgezogen. Später seien sie 

nach H._______ zurückgekehrt, hätten jedoch aus Sicherheitsgründen in 

zwei verschiedenen Wohnungen gelebt. 2018 habe eine Führungsperson 

der Fuerza Alternativa Revolucionaria des Comun (FARC) und der heuti-

gen Partido de Comun in der Gegend um H._______ die Bevölkerung dazu 

aufgerufen, sich ihnen anzuschliessen und sie anlässlich der Wahlen 2021 

im Wahlkampf zu unterstützen. Er (der Beschwerdeführer) habe seine Un-

terstützung verweigert und befürchte deshalb, wie andere soziale Führer 

umgebracht zu werden. Als er am 22. August 2021 mit seiner Familie in 

einem Park gewesen sei, hätten ihm zwei Männer der Gruppierung La Cor-

dillera, die er von seiner Kindheit her gekannt habe, gedroht. Ende Sep-

tember 2021 sei er von Personen in einem Auto in seiner Wohnsiedlung 

beobachtet worden. Danach habe es in seinem Dorf mehrere Anschläge 

auf den Regierungssekretär gegeben. Nachdem am 30. August 2021 vier-

zig Mitglieder der Los Flacos auf freien Fuss gesetzt worden seien, habe 

er sich Sorgen um sein Leben gemacht. Er habe jedoch nie um Schutz bei 

den Behörden respektive dem Opferschutz Unidad Nacional de Protección 

(UNP) ersucht, da die Bearbeitung eines gemeldeten Falles Monate dau-

ern würde, um lediglich als einzigen Schutz eine kugelsichere Weste zu 

erhalten.  

Dem Gesuch liegen neben dem Pass, der Identitätskarte, der E-Identitäts-

karte sowie zwei Führerscheinen des Beschwerdeführers ein von ihm 

handschriftlich verfasstes Schreiben vom 1. Dezember 2021 sowie Kopien 

von Bestätigungen seiner Arbeitstätigkeit und als sozialer Führer, Listen 

von 2021 und 2022 ermordeten sozialen Führern, verschiedene Berichte 

über soziale Führer und kriminelle Personen, Gruppierungen und über die 

Lage in Kolumbien, Bilder verschiedener Attentate, Artikel über die 

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Seite 4 

Aussagen des Innenministers über die Bekämpfung von La Cordillera und 

einer Bestätigung des Konkubinats bei.  

D.  

D.a Mit Verfügung vom 11. März 2022 wurde der Beschwerdeführer dem 

erweiterten Verfahren zugeteilt und am 16. März 2022 dem Kanton 

L._______ zugewiesen.  

D.b Am 14. März 2022 legte die Rechtsvertretung ihr Mandat nieder.  

E.  

Mit Vollmacht vom 30. März 2022 zeigte die rubrizierte Rechtsvertreterin 

ihr Mandat an.  

F.  

Mit Verfügung vom 4. April 2022 stellte die Vorinstanz fest, dass der Be-

schwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, wies sein Asylge-

such ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und deren Vollzug. 

Er wurde verpflichtet, das Staatsgebiet der Schweiz sowie den Schengen-

Raum bis zum Tag nach Eintritt der Rechtskraft der Verfügung zu verlas-

sen, ansonsten die Wegweisung unter Zwang vollzogen werden könne. 

Der Kanton L._______ wurde mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragt 

und es wurden ihm die editionspflichtigen Akten ausgehändigt. 

G.  

Der Beschwerdeführer focht die Verfügung des SEM vom 4. April 2022 mit 

Eingabe vom 9. Mai 2022 beim Bundesverwaltungsgericht an und bean-

tragte die Aufhebung der Verfügung, die Anerkennung als Flüchtling und 

die Gewährung von Asyl. Eventualiter sei die vorinstanzliche Verfügung 

aufzuheben und die Unzulässigkeit respektive die Unzumutbarkeit des 

Vollzugs der Wegweisung festzustellen und ihm die vorläufige Aufnahme 

zu gewähren. Subeventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben 

und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In 

prozessualer Hinsicht ersuchte er um unentgeltliche Prozessführung inklu-

sive des Verzichts auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und um Ein-

setzung der rubrizierten Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin.  

H.  

Mit Zwischenverfügung vom 19. Mai 2022 wurde der Beschwerdeführer 

aufgefordert, innert der ihm gesetzten Frist seine aktuelle finanzielle Situa-

tion zu belegen. Danach werde über die Gesuche um Gewährung der un-

entgeltlichen Rechtspflege sowie um die Beiordnung der rubrizierten 

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Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin befunden. Gleichzeitig 

wurde die Vorinstanz zur Vernehmlassung eingeladen.  

I.  

Am 30. Mai 2022 reichte die Vorinstanz eine Vernehmlassung ein, welche 

dem Beschwerdeführer am 1. Juni 2022 zur Kenntnis gebracht wurde.  

J.  

Mit Eingabe vom 3. Juni 2022 reichte der Beschwerdeführer eine Fürsor-

gebestätigung vom selbigen Tag zu den Akten. 

K.  

Die Beschwerdeführerin und ihre beiden Kinder, ebenfalls kolumbianische 

Staatsangehörige, reisten eigenen Angaben zufolge am 17. November 

2022 in die Schweiz ein und ersuchten am 21. November 2022 um Asyl.  

Den Gesuchen wurden die drei kolumbianischen Pässe der Beschwerde-

führenden und die Identitätskarte der Beschwerdeführerin beigelegt.  

L.  

Mit E-Mailnachricht vom 24. November 2022 wurde das SEM durch die 

Rechtsvertretung des BAZ in M._______ darüber informiert, dass die Be-

schwerdeführenden auf eine Anhörung zu ihren Asylgründen verzichteten 

und gestützt auf Art. 51 Abs. 1 AsylG in die Flüchtlingseigenschaft des Be-

schwerdeführers einbezogen werden möchten. Der Nachricht wurde eine 

von der Rechtsvertretung unterzeichnete Bestätigung vom selbigen Tag 

und die Vollmachten der Beschwerdeführenden, ebenfalls vom selbigen 

Tag, zu den Akten gereicht.  

 

M.  

M.a Am 25. November 2022 fand die PA der Beschwerdeführerin und ihrer 

Tochter statt.  

M.b Darin erklärte die Beschwerdeführerin, dass sie seit 2016 in einer Be-

ziehung mit dem Beschwerdeführer stehe. Ungefähr 2019 hätten sie ihr 

Konkubinat offiziell eintragen lassen. Sie sei wegen den Problemen des 

Beschwerdeführers ausgereist.  

N.  

Mit Verfügung vom 28. November 2022 wurden die Beschwerdeführerin 

und die beiden Kinder dem Kanton L._______ zugewiesen.  

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O.  

O.a Am 7. Juli 2023 fand die Anhörung zu den Asylgründen der Beschwer-

deführerin und der Tochter statt.  

O.b Die Beschwerdeführerin legte dar, dass sie mit ihren Familienangehö-

rigen in K._______ aufgewachsen sei, wo sie die Schule bis zur elften 

Klasse besucht habe. 2016 sei sie nach H._______ gezogen, habe dort bis 

zu ihrer Ausreise gelebt und stets gearbeitet. Der Vater ihrer Tochter sei 

verstorben und sie lebe seit 2018 in einem offiziell beglaubigten Konkubinat 

mit dem Beschwerdeführer, welcher politisch aktiv gewesen und der Orga-

nisation «SIPIS» beigetreten sei, die sich für würdigen Wohnraum einge-

setzt habe. Als sozialer Führer habe er sich vor allem für den finanzierbaren 

und subventionierten Wohnungsbau eingesetzt. Sie habe ihn zu den Ver-

sammlungen begleitet und habe auch nach seiner Ausreise weiterhin teil-

genommen, bis der Vorsitzende der Organisation von Unbekannten, mut-

masslich von durch La Cordillera beauftragten Drogensüchtigen, bedroht 

worden sei. La Cordillera sehe sich durch die Aktivitäten des Wohnungs-

baues bedroht, weil ihnen dadurch Land für den Anbau illegaler Substan-

zen weggenommen werden könne und sabotiere diese Bemühungen in je-

der Hinsicht. In Kolumbien seien mehrere soziale Führer verfolgt oder um-

gebracht worden, Hilfe seitens der Polizei sei nicht zu erwarten.    

Nach der Ausreise des Beschwerdeführers sei sie zu ihrer Mutter (in 

H._______) gezogen, um sich den ständigen Überwachungen durch ihr 

unbekannte Personen vor ihrem Wohnhaus, ihrem Arbeitsplatz und dem 

Schulweg der Tochter zu entziehen. Eines Nachts habe jemand versucht, 

über das Hausdach in die Wohnung einzudringen und einmal seien die Ka-

meras an ihrem Haus gestohlen worden. Sie habe den Vorfall zur Anzeige 

bei der Polizei gebracht, diese hätte ihr jedoch nicht helfen können, son-

dern hätte nur ihre Präsenz im Quartier verstärkt. Die Polizei sei jeweils 

gekommen, wenn sie sie gerufen habe. Auch nach dem Umzug zu ihrer 

Mutter hätten die stetigen Überwachungen nicht aufgehört. Da sie um die 

Sicherheit ihrer Kinder gefürchtet habe, habe sie ihnen Begleitpersonen für 

den Schulweg organisiert und sie ansonsten nicht mehr aus dem Haus ge-

lassen. Sie seien in Gefahr gewesen, hätten aber aufgrund finanzieller 

Schwierigkeiten nicht früher ausreisen können. Erst nachdem der Be-

schwerdeführer in der Schweiz eine Arbeit gefunden und ihnen ihre Aus-

reise habe finanzieren können, sei sie ausgereist. Nach ihrer Ausreise aus 

Kolumbien seien sei die Patrouille, die das Quartier bewacht habe und ihre 

Schwiegermutter angegriffen sowie ein Mitarbeiter des Bürgermeisters be-

droht worden.  

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O.c Die Tochter führte in ihrer Anhörung aus, dass sie in Kolumbien die 

Schule besucht habe. Ihre Familienangehörigen hätten sie praktisch nicht 

mehr aus dem Haus gelassen und hätten sie überall begleitet. Den Grund 

für diese Einschränkungen und für die Reise in die Schweiz kenne sie 

nicht.  

P.  

Am 7. Juli 2023 wurden die Beschwerdeführerin und die beiden Kinder 

dem erweiterten Verfahren zugeteilt.  

Q.  

Mit Verfügung vom 17.  August 2023 stellte die Vorinstanz fest, dass die 

Beschwerdeführerin und die Kinder die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüll-

ten, wies ihre Asylgesuche ab und verfügte die Wegweisung aus der 

Schweiz sowie deren Vollzug. Sie wurden verpflichtet, das Staatsgebiet der 

Schweiz sowie den Schengen-Raum bis zum Tag nach Eintritt der Rechts-

kraft der Verfügung zu verlassen, ansonsten die Wegweisung unter Zwang 

vollzogen werden könne. Der Kanton L._______ wurde mit dem Vollzug 

der Wegweisung beauftragt. 

R.  

Am 24. August 2023 legte die Rechtsvertretung ihr Mandat nieder.  

S.  

Die Beschwerdeführerin und ihre Kinder fochten mit Eingabe vom 25. Sep-

tember 2023 die vorinstanzliche Verfügung vom 17. August 2023 beim 

Bundesverwaltungsgericht an und beantragten die Aufhebung der ange-

fochtenen Verfügung, die Anerkennung der Beschwerdeführerin als Flücht-

ling und die Gewährung von Asyl in der Schweiz. Eventualiter sei die Ver-

fügung des SEM aufzuheben und die Unzulässigkeit des Vollzugs der 

Wegweisung festzustellen. Subeventualiter sei die angefochtene Verfü-

gung aufzuheben und der Vollzug der Wegweisung auszusetzen, bis über 

die Beschwerde des Beschwerdeführers (Verfahren D-2139/2022) ent-

schieden worden sei. In prozessualer Hinsicht beantragten sie die unent-

geltliche Prozessführung inklusive des Verzichts auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses und die Einsetzung der rubrizierten Rechtsvertreterin 

als amtliche Rechtsbeiständin, sowie die Vereinigung ihres Verfahrens mit 

demjenigen des Beschwerdeführers.  

Der Beschwerde wurden nebst einer Kopie des Entscheids des SEM, eine 

Vollmacht der Rechtsvertretung vom 6. September 2023, eine Kopie des 

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Asylentscheids des Beschwerdeführers vom 4. April 2022 sowie ein pos-

talischer Sendeverlauf beigelegt.  

T.  

Mit Zwischenverfügung vom 4. Oktober 2023 wurden die Gesuche um Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive Verzicht auf die Er-

hebung eines Kostenvorschusses sowie um Einsetzung einer amtlichen 

Rechtsverbeiständung gutgeheissen und die rubrizierte Rechtsvertreterin 

wurde als amtliche Rechtsbeiständin eingesetzt. Gleichzeitig wurde ihr 

Verfahren antragsgemäss mit demjenigen des Beschwerdeführers verei-

nigt.  

U.  

Am (…) wurde das gemeinsame Kind der Beschwerdeführerin und des Be-

schwerdeführers geboren.  

V.  

V.a Mit Verfügung vom 11. September 2024 wurde die Vorinstanz zur Ver-

nehmlassung eingeladen. 

V.b Die Vernehmlassung des SEM vom 26. September 2024 wurde den 

Beschwerdeführenden am 3. Oktober 2024 zur Kenntnis gebracht.   

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

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Seite 9 

1.3 Beide Beschwerden sind frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerden legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerden ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).  

3.  

Die Verfahren D-2139/2022 und D-5234/2023 wurden aufgrund des engen 

sachlichen und persönlichen Zusammenhangs mit Zwischenverfügung 

vom 4. Oktober 2023 antragsgemäss vereinigt, weshalb in einem einzigen 

Urteil über die beiden Beschwerden befunden wird. 

4.  

4.1 Der Beschwerdeführer rügte in seiner Beschwerde die Verletzung der 

Begründungspflicht. Formelle Rügen sind vorab zu prüfen, da sie allenfalls 

geeignet sein könnten, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung her-

beizuführen (vgl. BVGE 2013/34 E. 4.2). 

4.2 Die Begründungspflicht, welche sich aus dem Anspruch auf rechtliches 

Gehör gemäss Art. 29 VwVG ergibt, verlangt, dass die Behörde ihren Ent-

scheid so begründet, dass die betroffene Person ihn gegebenenfalls sach-

gerecht anfechten kann und sich sowohl sie als auch die Rechtsmittel-in-

stanz über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können (vgl. 

BVGE 2007/30 E. 5.6). Dabei kann sich die verfügende Behörde auf die 

wesentlichen Gesichtspunkte beschränken, hat jedoch wenigstens die 

Überlegungen kurz anzuführen, von denen sie sich leiten liess und auf wel-

che sie ihren Entscheid stützt (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.2). Nicht erforder-

lich jedoch ist, dass sich die Begründung mit allen Parteipunkten einläss-

lich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich wider-

legt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1). 

4.3 Der Beschwerdeführer stellte sich auf den Standpunkt, dass sich die 

Vorinstanz ungenügend mit dem Umstand auseinandergesetzt habe, dass 

er aufgrund seiner Tätigkeit als sozialer Führer einer sozialen Gruppe im 

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Seite 10 

Sinne des Asylgesetzes angehöre. Ausserdem sei in Bezug auf die Art und 

Weise der täglichen Ermordungen sozialer Führer in Kolumbien eine zu 

wenig detaillierte Auseinandersetzung erfolgt. Nach Durchsicht der Akten 

kommt das Gericht zum Schluss, dass keine Hinweise vorhanden sind, 

dass die Vorinstanz ihre Verfügung vom 4. April 2022 ungenügend begrün-

det hätte. Sie hat hinreichend ausführlich dargelegt, weshalb sie zum 

Schluss gelangte, dass der Beschwerdeführer – insbesondere auch auf-

grund seiner Tätigkeit als sozialer Führer – nicht auf den Schutz der 

Schweiz angewiesen ist und die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt (vgl. 

SEM-Akte A29/8 S. 4). Der blosse Umstand, dass der Beschwerdeführer 

die Einschätzung der Vorinstanz nicht teilt, stellt nicht bereits eine Verlet-

zung der Begründungspflicht beziehungsweise des Anspruchs auf rechtli-

ches Gehör dar, sondern betrifft die Frage der materiellen Beurteilung (vgl. 

E. 7 hiernach).   

4.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass sich die formelle Rüge als unbe-

gründet erweist. Eine Kassation der angefochtenen Verfügung ist demnach 

nicht angezeigt.   

 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Nach Lehre und Praxis setzt die Anerkennung der Flüchtlingseigen-

schaft im Sinne von Art. 3 AsylG voraus, dass die asylsuchende Person 

ernsthafte Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat respektive sol-

che im Fall einer Rückkehr in den Heimatstaat mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss. Die Nachteile 

müssen gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive drohen oder 

zugefügt worden sein. Die betroffene Person muss zudem einer landes-

weiten Verfolgung ausgesetzt sein. Ausgangspunkt für die Beurteilung der 

Flüchtlingseigenschaft ist die Frage, ob im Zeitpunkt der Ausreise eine Ver-

folgung oder eine begründete Furcht vor einer solchen bestand. Die 

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Seite 11 

Verfolgungsfurcht muss im Zeitpunkt des Asylentscheids noch aktuell sein 

(vgl. dazu BVGE 2013/11 E. 5.1; 2010/57 E. 2 und 2008/12 E. 5 je m.w.H.). 

5.3 Begründet ist die Furcht vor Verfolgung, wenn ein konkreter Anlass zur 

Annahme besteht, letztere hätte sich – aus der Sicht im Zeitpunkt der Aus-

reise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit verwirk-

licht oder werde sich – auch aus heutiger Sicht – mit ebensolcher Wahr-

scheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirklichen. Es müssen damit hin-

reichende Anhaltspunkte für eine konkrete Bedrohung vorhanden sein, wo-

bei die Furcht aus objektivier und subjektiver Sichtweise zu beurteilen ist 

(vgl. BVGE 2014/27 E. 6.1 und 2010/57 E. 2). 

5.4 Erstrecken sich Verfolgungsmassnahmen neben der primär betroffe-

nen Person auch auf Familienangehörige und Verwandte, liegt eine Re-

flexverfolgung vor. Diese ist flüchtlingsrechtlich relevant, wenn die von der 

Reflexverfolgung betroffene Person ernsthaften Nachteilen im Sinne von 

Art. 3 Abs. 2 AsylG ausgesetzt ist oder sie die Zufügung solcher Nachteile 

mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründet 

befürchten muss (vgl. BVGE 2007/19 E. 3.3 m.w.H.). Die erlittene Verfol-

gung beziehungsweise die begründete Furcht vor zukünftiger (Reflex-)Ver-

folgung muss ferner sachlich und zeitlich kausal für die Ausreise aus dem 

Heimat- oder Herkunftsstaat und grundsätzlich auch im Zeitpunkt des Asy-

lentscheides aktuell sein. 

5.5 Eine Verfolgung durch nicht-staatliche Akteure kann dann flüchtlings-

rechtlich relevant sein, wenn es der betroffenen Person nicht möglich ist, 

im Heimatstaat adäquaten Schutz zu finden. Die Flüchtlingseigenschaft 

setzt jedoch auch dann voraus, dass der geltend gemachten Verfolgung 

oder der staatlichen Schutzverweigerung ein flüchtlingsrechtlich relevantes 

Motiv gemäss Art. 3 Abs. 1 AsylG (Rasse, Religion, Nationalität, Zugehö-

rigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe, politische Anschauungen) zu-

grunde liegt. Nach der sogenannten Schutztheorie (vgl. hierzu BVGE 

2011/51 E. 7.1-7.4 m.w.H.) ist nicht-staatliche Verfolgung flüchtlingsrecht-

lich nur dann relevant, wenn der Staat unfähig oder nicht willens ist, Schutz 

vor einer solchen Verfolgung zu bieten. Eine Garantie für langfristigen indi-

viduellen Schutz der von nicht-staatlicher Verfolgung bedrohten Person 

kann dabei nicht verlangt werden. So kann es keinem Staat gelingen, je-

derzeit und überall die absolute Sicherheit seiner Bürgerinnen und Bürger 

zu gewährleisten. Hingegen muss der Staat eine funktionierende und effi-

ziente Schutzinfrastruktur zur Verfügung stellen. Zu denken ist an funktio-

nierende polizeiliche Einrichtungen und ein verlässliches Rechts- und 

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Seite 12 

Justizsystem. Zudem muss die Inanspruchnahme des Schutzsystems der 

betroffenen Person objektiv zugänglich und individuell zumutbar sein, was 

jeweils im Rahmen einer Einzelfallprüfung unter Berücksichtigung des län-

der-spezifischen Kontextes zu beurteilen ist (vgl. BVGE 2011/51 E. 7.3 f. 

m.w.H. und Urteil des BVGer E-4446/2018 vom 23. Januar 2018 E. 6.2.1).   

5.6 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

6.  

6.1  

6.1.1 Die Vorinstanz kam bezüglich der Vorbringen des Beschwerdefüh-

rers zum Schluss, dass seine Fluchtgründe asylrechtlich nicht relevant 

seien. Bei den von ihm geschilderten Vorfällen handle es sich nicht um 

Verfolgungshandlungen durch staatliche Institutionen, sondern durch Dritte 

respektive durch kriminelle Gruppierungen. Seine Begründung, dass die 

Behörden oder die UNP keinen wirksamen Schutz bieten würden, weil ein 

sozialer Führer aus H._______ trotz deren Schutzgewährung ermordet 

worden sei, überzeuge nicht. In der eingereichten Liste ermordeter sozialer 

Führer der Jahre 2021 und 2022 tauche weder der Name dieses sozialen 

Führers noch einer anderen Person aus dem Departement N._______ auf 

und es fehlten konkretere Angaben über diese Personen und die Um-

stände deren Ermordungen. Einzig aufgrund dieser Listen könne nicht von 

seiner eigenen Gefährdung ausgegangen und dem kolumbianischen Staat 

die Schutzfähigkeit abgesprochen werden. Es sei auch nicht nachvollzieh-

bar, weshalb er keinen staatlichen Schutz angefordert habe, zumal gemäss 

seinen Aussagen sogar der Innenminister bemüht gewesen sei, die sozia-

len Führungspersönlichkeiten besser zu schützen. Ausserdem habe er auf-

grund der Zusammenarbeit mit dem lokalen Polizeichef direkte Kontakte 

zur Polizei gehabt und hätte einfacher um Hilfe ersuchen können. Ferner 

sei es ihm trotz mehrmaliger Nachfrage nicht gelungen, konkrete Hinweise 

oder Ereignisse seiner Befürchtungen vor einer Verfolgung zu schildern, 

vielmehr habe er lediglich auf die allgemeine Lage sowie die allgemeinen 

Probleme hingewiesen, welche diese Gruppierungen in Kolumbien verur-

sachen würden. Gemäss bundesverwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung 

D-2139/2022 und D-5234/2023 

Seite 13 

sei von der grundsätzlichen Schutzfähigkeit und Schutzwilligkeit der kolum-

bianischen Strafverfolgungsbehörden auszugehen.    

 

6.1.2 Der Beschwerdeführer äusserte sich in seiner Beschwerde unter Ver-

weis auf verschiedene Quellen zunächst eingehend zur Qualifikation eines 

sozialen Führers sowie zur allgemeinen Verfolgungsgefahr solcher Per-

sönlichkeiten in Kolumbien. Entgegen der vorinstanzlichen Ansicht seien 

seine Ausreisegründe asylrechtlich relevant, zumal er aufgrund seiner Ak-

tivitäten als sozialer Führer einer sozialen Gruppe im Sinne des Asylgeset-

zes angehöre. Er sei in konkreter sowie individueller Hinsicht bedroht wor-

den und werde nach wie vor durch die kriminellen Gruppen gesucht, gegen 

deren Interessen er mit seiner Arbeit als sozialer Führer agiert habe. Be-

reits als Vierzehnjähriger sei er wegen Drohungen durch kriminelle bewaff-

nete Gruppierungen gezwungen gewesen, seine Heimatregion zu verlas-

sen. Aufgrund seiner Arbeit als Vorsitzender und sozialer Führer sei er den 

bewaffneten Gruppen Los Flacos und La Cordillera, die in seiner Wohnre-

gion aktiv seien, persönlich bekannt. Mindestens zwei Mal sei er durch de-

ren Mitglieder überwacht und ausspioniert worden, und sie würden ihn su-

chen, da er einige ihrer Mitglieder hinter Gitter gebracht habe. Angesichts 

dieser Vorfälle sei von einer konkreten, individuellen und einer hinreichend 

intensiven Verfolgungsgefahr auszugehen. Dem Vorhalt der Vorinstanz, 

dass er keinen Schutz bei den heimatlichen Behörden gesucht habe, sei 

zu entgegen, dass der Schutz der kolumbianischen Behörden und insbe-

sondere der UNP ungenügend sei. Verschiedenen Berichten sowie eines 

Urteils des Bundesverwaltungsgerichts zufolge seien diese langsam, inef-

fizient und könnten lediglich eine äusserst kleine Anzahl Schutzsuchender 

und nur in unzureichender Form beschützen. Angesichts der Langsamkeit 

und der Dysfunktion des staatlichen Schutzes gegenüber Personen mit 

ähnlichen Verfolgungsmotiven wie seinen, könne ihm nicht vorgeworfen 

werden, dass er sich nicht um behördlichen Schutz bemüht habe.  

 

6.2  

6.2.1 Die Vorinstanz stellte in ihrer Verfügung bezüglich der Schilderungen 

der Beschwerdeführerin und der Kinder zusammenfassend fest, dass die 

Beschwerdeführerin eine Verfolgung durch Drittpersonen respektive Furcht 

vor einer solchen geltend gemacht habe. Die vorgebrachten Observierun-

gen seien asylrechtlich jedoch nicht relevant, da ihr Heimatstaat Kolumbien 

grundsätzlich schutzwillig respektive schutzfähig sei. Bis zu ihrer Ausreise 

hätten weder sie noch ihre Kinder jemals persönliche konkrete Nachteile 

durch die sie beobachtenden Personen erfahren. Sie habe ungehindert 

weiterarbeiten können und habe ihre Arbeitsstelle lediglich in Vorbereitung 

D-2139/2022 und D-5234/2023 

Seite 14 

auf ihre Ausreise aus Kolumbien gekündigt. Die hypothetische Befürch-

tung, dass ihre Kinder (künftig) schweren Nachteilen ausgesetzt sein könn-

ten, genüge den Anforderungen von Art. 3 AsylG nicht. Vielmehr obliege es 

ihr, bei den heimatlichen Behörden um Schutz zu ersuchen. Ihre Erklärun-

gen, weshalb sie sich nicht an die heimatlichen Behörden gewandt habe, 

überzeugten nicht. Gemäss aktueller Rechtsprechung verfüge der kolum-

bianische Staat über ausreichende Strukturen zum Schutz seiner Staats-

angehörigen und insbesondere über einen funktionierenden Polizei- und 

Justizapparat. Schliesslich habe auch die Tochter keine eigenen Asyl-

gründe geltend gemacht, sondern sei aufgrund des Entschlusses der Be-

schwerdeführerin ausgereist.   

6.2.2 Die Beschwerdeführerin und die Kinder machten in ihrer Beschwerde 

hauptsächlich eine Reflexverfolgung aufgrund der Verfolgungsmotive des 

Beschwerdeführers geltend, welcher sich gegen Bandenkriminalität und 

Drogenkonsum eingesetzt sowie als sozialer Führer mit der Polizei zusam-

mengearbeitet habe. Nachdem verschiedene Kriminelle wegen ihm verur-

teilt und manche wieder aus der Haft entlassen worden seien, sei er aus 

Angst vor Vergeltung gezwungen gewesen, Kolumbien zu verlassen. Da-

nach seien die zurückgelassene Beschwerdeführerin und die Kinder durch 

die Verfolger des Beschwerdeführers überwacht worden. Aus Sicherheits-

gründen hätten sie ihre Wohnung gewechselt, seien zu ihrer Mutter res-

pektive Grossmutter gezogen und die schulpflichtige Tochter habe auf dem 

Schulweg begleitet werden müssen. Sie seien bereits aufgrund der Aktivi-

täten des Beschwerdeführers überwacht sowie eingeschüchtert worden 

und befürchteten eine zukünftige Verfolgung. 

 

7.  

7.1 Einleitend ist festzustellen, dass die Vorinstanz den Vorbringen der Be-

schwerdeführenden die Glaubhaftigkeit nicht explizit abgesprochen hat. 

Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten ebenfalls 

zum Schluss, dass die Ausführungen des Beschwerdeführers und der Be-

schwerdeführerin insgesamt als glaubhaft zu qualifizieren sind. Der Be-

schwerdeführer fungierte unbestrittenermassen während mehrerer Jahre 

als sozialer Führer respektive Präsident der (…) in der Gemeinde 

H._______ im Departement N._______. Zudem war er gemäss dem ein-

gereichten Ausweis ein aktives Mitglied der Vereinigung «(…)» in 

H._______. Auch hat er seine Tätigkeiten als sozialer Führer und die dies-

bezüglichen Verknüpfungen zu den jeweiligen Akteuren aus Gesellschaft, 

Behörden und Politik überzeugend sowie substanziiert dargelegt und mit 

dem eingereichten Anerkennungsbeschluss als sozialer Führer belegt. Die 

D-2139/2022 und D-5234/2023 

Seite 15 

Beschwerdeführerin bestätigte mit ihren Aussagen übereinstimmend des-

sen Tätigkeiten und schilderte ihr eigenes Engagement respektive die Teil-

nahmen an Sitzungen für die SIPIS, an welchen sie auch nach der Ausreise 

des Beschwerdeführers teilgenommen hat (vgl. SEM-Akten A19/11 F42, 

A22/13 F7-9, F18-23, F42 und A38/17 F62, F67-68; ID/007). 

 

7.2 Der Beschwerdeführer stellte sich auf den Standpunkt, dass er auf-

grund seiner Position als sozialer Führer einer sozialen Gruppe im Sinne 

des Asylgesetzes angehöre. Es sei allgemein bekannt, dass soziale Führer 

täglich von kolumbianischen bewaffneten Truppen getötet würden. Ge-

mäss Rechtsprechung impliziert die Tätigkeit als sozialer Führer oder so-

ziale Führerin in Kolumbien allein für sich gesehen jedoch keine begrün-

dete Frucht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne des Asylgesetzes 

(vgl. hierzu das Urteil des BVGer E-4503 /2024 vom 30. August 2024 E. 5.2 

m.w.H.).  

 

7.3  

7.3.1 Bei den Schilderungen des Beschwerdeführers, wonach er nach der 

Erstattung sogenannter «Frühanzeigen» die Rache zahlreicher Personen 

der lokalen kriminellen Bande Los Flacos und der paramilitärischen Gruppe 

La Cordillera befürchtete, handelt es sich wie bei den verbalen Drohungen 

im Park am 22. August 2021 durch zwei patrouillierende Männer, die mut-

masslich der paramilitärischen La Cordillera angehören, um Behelligungen 

durch Drittpersonen. Die zweistündige Observierung seiner Familie in sei-

nem Wohnquartier Ende September 2021 wurde ebenfalls von Drittperso-

nen verursacht (vgl. SEM-Akte A22/13 F7-9, F11-13, F25-31, F38). Die von 

der Beschwerdeführerin geltend gemachten Observierungen (mutmasslich 

durch Drogensüchtige), der nächtliche Einbruchversuch sowie der Dieb-

stahl von Überwachungskameras an ihrem Haus sind ebenfalls durch Dritt-

personen respektive nicht-staatliche Akteure verübt worden (vgl. SEM-Akte 

A38/17 F59 [S. 8f.], F65-66, F73-74). 

7.3.2 Gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts gelten die 

kolumbianischen Behörden grundsätzlich als schutzfähig und auch als 

schutzwillig (vgl. unter vielen etwa die Urteile des BVGer E-4503/2024 vom 

30. August 2024 E: 5.3; D-3441/2023 und D-3442/2023 vom 13. Juli 2023 

E. 8.2; D-2760/2022 vom 16. März 2023 E. 6.5.1). Neben der grundsätzli-

chen Schutzwilligkeit der der kolumbianischen Behörden ist vorliegend 

auch von der individuellen Zumutbarkeit für die Beschwerdeführenden, um 

entsprechenden Schutz zu ersuchen, auszugehen. Die Beschwerdeführe-

rin hatte bereits erfolgreich Hilfe bei der Polizei angefordert, wobei die 

D-2139/2022 und D-5234/2023 

Seite 16 

Polizei nach dem von ihr gemeldeten nächtlichen Einbruchversuch einge-

schritten ist und ihre Präsenz mittels vermehrter Kontrollen im Wohnquar-

tier verstärkt hat (vgl. SEM-Akte A38/17 F59 [S.9, zweiter Abschnitt], F62, 

F64-65). Der Umstand, dass die Täter nicht gefasst werden konnten, stellt 

keinen mangelnden Schutzwillen der heimatlichen Behörden dar, zumal es 

keinem Staat gelingen kann, die absolute Sicherheit aller seiner Bürger und 

Bürgerinnen jederzeit und überall zu garantieren (vgl. BVGE 2008/4 

E. 5.2). Ausserdem handelt es sich bei den von ihr erlittenen Behelligungen 

um gemeinrechtliche Delikte (Einbruch und Diebstahl), deren Vergehen 

durch das Asylrecht ohnehin nicht geschützt sind. Auch dem Beschwerde-

führer gelang es nicht, überzeugend darzulegen, dass die kolumbianischen 

Behörden oder die UNP ihm gegenüber nicht schutzwillig- oder fähig wä-

ren, zumal er sich bisher nie an eine staatliche Institution gewandt und um 

Schutz ersucht hat. Es sind keine Gründe ersichtlich, weshalb ihm – insbe-

sondere vor dem Hintergrund seiner guten Vernetzung und den Kontakten 

zur lokalen Polizei – deren Inanspruchnahme nicht zuzumuten wäre oder 

verweigert werden würde.   

 

7.3.3 Sodann beruht die Befürchtung des Beschwerdeführers, aufgrund 

seiner verweigerten Unterstützung eines Lokalpolitikers anlässlich der 

Wahlen 2018 umgebracht zu werden, auf reinen Hypothesen und steht 

ausserdem nicht in kausalem Zusammenhang mit seiner Ausreise, zumal 

er nach seiner Weigerung noch ungefähr drei Jahre unbehelligt in Kolum-

bien gelebt hat (SEM-Akten A19/11 F42; A22/19 F7-9, F32-34). Desglei-

chen haben weder die Beschwerdeführerin noch der Beschwerdeführer 

konkrete sie betreffende Nachteile aufgrund der Teilnahme anlässlich der 

Sitzungen der SIPIS geltend gemacht. Es ist davon auszugehen, dass sie 

auch in Zukunft keine solchen zu befürchten haben (vgl. SEM-Akte A38/17 

F59 [S.9], F62 [S. 11], F63, F67-68).  

7.4 Unbesehen davon weisen die erlebten Nachteile (die verschiedenen 

Observierungen durch Dritte) nicht die für eine Asylrelevanz notwendige 

Intensität auf. Dem Beschwerdeführer gelang es nicht überzeugend darzu-

legen, dass er in individueller Hinsicht verfolgt worden wäre. Wie die Vor-

instanz in ihrer Verfügung richtigerweise festgestellt hat, erweist sich die 

eingereichte Liste der ermordeten Personen als ungeeignet, um von einer 

gezielten Verfolgung des Beschwerdeführers auszugehen. Überdies 

stammte keine der ermordeten Person aus dem Departement N._______ 

und es fehlen auch Informationen über die konkreten Umstände der Ermor-

dungen. Die diesbezüglich eingereichten Berichte mit fehlendem konkre-

tem Bezug zur Person des Beschwerdeführers vermögen diese 

D-2139/2022 und D-5234/2023 

Seite 17 

Einschätzung ebenfalls nicht umzustossen (vgl. SEM-Akten ID/008, 

ID/009, ID/015; ID/017, ID/018, ID/020).  

7.5 Schliesslich liegen nach dem Gesagten auch keine Anhaltspunkte vor, 

die auf eine Reflexverfolgung hinweisen würden. Die Beschwerdeführerin 

und die Kinder lebten vielmehr unbehelligt noch rund ein Jahr nach der 

Ausreise des Beschwerdeführers in Kolumbien, ohne dass ihnen flücht-

lingsrechtlich relevante Nachteile widerfahren waren (vgl. E. 7.3 hiervor). 

Den Aussagen der Beschwerdeführerin zufolge war der Zeitpunkt ihrer 

Ausreise rein finanzieller Natur geschuldet und ist erst erfolgt, nachdem 

der Beschwerdeführer in der Schweiz eine Arbeit gefunden und die Reise 

finanzieren konnte (vgl. SEM-Akte A38/17 F58, F59 [S. 9], F70).  

7.6 Zusammenfassend kommt das Gericht zum Schluss, dass die Vorbrin-

gen der Beschwerdeführenden den Anforderungen an Art. 3 AsylG nicht 

genügen. Die Vorinstanz hat die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerde-

führenden somit zur Recht verneint und ihre Asylgesuche abgelehnt.  

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

8.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrechtli-

che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. 

BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AuG). 

 

9.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-

weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

 

D-2139/2022 und D-5234/2023 

Seite 18 

9.3  

9.3.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der ausländischen Person in den Heimat-, 

Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 

9.3.2 Da die Beschwerdeführenden die Flüchtlingseigenschaft nicht erfül-

len, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 

des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge 

(FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG – wie in der angefochtenen Verfügung 

zutreffend bemerkt wurde – nicht anwendbar.  

 

9.3.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdefüh-

renden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer 

Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wären. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtsho-

fes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschus-

ses müssten die Beschwerdeführenden eine konkrete Gefahr («real risk») 

nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschie-

bung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des 

EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 

37201/06, §§ 124−127 m.w.H.). Das ist ihnen jedoch nicht gelungen.  

9.3.4 Der Vollzug der Wegweisung ist demnach zulässig. 

9.4  

9.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

9.4.2 Weder die allgemeine Lage in Kolumbien noch individuelle Gründe 

wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur lassen auf eine kon-

krete Gefährdung der Beschwerdeführenden im Falle einer Rückkehr 

schliessen (vgl. Urteile des BVGer D-5208/2023 vom 4. September 2024 

E. 7.3.2; E-4503/2024 vom 30. August 2024 E. 7.3.2 m.w.H.; D-1026/2024 

vom 8. März 2024 E. 8.3.2;). 

D-2139/2022 und D-5234/2023 

Seite 19 

9.4.3 Es sprechen keine individuellen Gründe gegen einen Vollzug der 

Wegweisung. Der Beschwerdeführer hat das Gymnasium besucht, verfügt 

über eine Ausbildung als (…) sowie über mehrjährige Berufserfahrung, un-

ter anderem als (…). Neben einem familiären Netzwerk in Kolumbien ([…] 

Geschwister, seine Eltern) kann er auf eine breite soziale Vernetzung auf-

grund seiner Tätigkeit als sozialer Führer zurückgreifen. Die Beschwerde-

führerin hat elf Schuljahre absolviert und verschiedene Kurse belegt. Sie 

weist ebenfalls vielfältige Berufserfahrung insbesondere als (…), (…), (…) 

und (…) auf. Ihre Geschwister und die Eltern leben ebenfalls in Kolumbien. 

Ausserdem hat sie ihre wirtschaftliche Lage vor ihrer Ausreise als gut be-

zeichnet (vgl. SEM-Akten A19/11 F17-18, F24-28; A38/17 F18-23, F40-43, 

F67). Angesichts der breiten familiären und sozialen Vernetzung wird es 

ihnen möglich sei, sich erneut in ihrem Heimatland in wirtschaftlicher Hin-

sicht zu reintegrieren und auch eine Wohngelegenheit zu finden, wobei sie 

in der ersten Zeit nötigenfalls erneut bei der Mutter der Beschwerdeführerin 

unterkommen könnten (vgl. SEM-Akte A38/17 F21-23). Aus den Akten geht 

ausserdem nicht hervor, dass sie in medizinischer Behandlung oder auf 

eine regelmässige Therapie angewiesen wären. Die beim Beschwerdefüh-

rer durchgeführte (…) (Entfernung des […]) sei gemäss der Abschlusskon-

trolle am 13. Dezember 2021 zufriedenstellend verlaufen (vgl. SEM-Akte 

A12/1). Die gesundheitlichen Beschwerden von (…) sind bereits in Kolum-

bien behandelt worden (vgl. SEM-Akte A38/17 F9-10). Bei Bedarf wird das 

Kind in Kolumbien erneut ärztliche Hilfe beanspruchen können. Eine medi-

zinische Notlage ist demnach auszuschliessen. Auch aus Sicht des Kin-

deswohls gemäss Art. 3 Abs. 1 des Übereinkommens vom 20. November 

1989 über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107) spricht nichts gegen 

einen Vollzug der Wegweisung. Angesichts der kurzen Anwesenheit in der 

Schweiz ist ohnehin nicht von einer Verwurzelung in der Schweiz auszu-

gehen. Die beiden (…) sind im Zeitpunkt des Urteils (…) Jahre respektive 

(…) Jahr alt. Aufgrund ihres Alters sind die Hauptbezugspersonen nach wie 

vor ihre Eltern, mit welchen sie gemeinsam nach Kolumbien zurückkehren. 

Das ältere Kind wird den bereits zuvor besuchten Schulunterricht in Kolum-

bien wieder aufnehmen oder eine Ausbildung in Angriff nehmen können 

(vgl. SEM-Akte A39/5 F12).  

9.4.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

9.5 Die Beschwerdeführenden besitzen einen bis zum 6. Januar 2027 (Be-

schwerdeführer) respektive bis zum 16. Mai 2032 (Beschwerdeführerin) 

respektive 7. Juni 2032 ([…]) respektive bis zum 17. Mai 2032 ([…]) gültige 

D-2139/2022 und D-5234/2023 

Seite 20 

Reisepässe (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), 

und einer Papierbeschaffung für das jüngste, in der Schweiz geborene 

Kind steht nichts entgegen, weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als 

möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).  

9.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtenen Verfügungen 

Bundesrecht nicht verletzt, der rechtserhebliche Sachverhalt richtig sowie 

vollständig feststellt wurde (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüg-

lich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerden sind abzuweisen.  

11.  

11.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Beschwer-

deführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1-3 des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Nachdem jedoch die mit 

den Beschwerden eingegangenen Gesuche um Gewährung der unentgelt-

lichen Prozessführung mit Verfügung vom 4. Oktober 2023 gutgeheissen 

wurde und weiterhin von der Bedürftigkeit der Beschwerdeführenden aus-

zugehen ist, sind keine Verfahrenskosten zu erheben. 

 

11.2 Die Rechtsvertreterin hat keine Kostennote zu den Akten gereicht. 

Der notwendige Vertretungsaufwand lässt sich jedoch aufgrund der Akten 

zuverlässig abschätzen, weshalb auf die Einholung einer solchen verzich-

tet werden kann (Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). Gestützt auf die in Betracht 

zu ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 9-13 VGKE) entrichtet das Bun-

desverwaltungsgericht ein amtliches Honorar von insgesamt auf 

Fr. 2'500.— (inklusive Ausgaben und Mehrwertsteuer) an die Rechtsvertre-

terin der Beschwerdeführenden. 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-2139/2022 und D-5234/2023 

Seite 21 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerden werden abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Der amtlichen Rechtsvertreterin wird zulasten der Gerichtskasse ein amtli-

ches Honorar von Fr. 2’500.– zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Martina von Wattenwyl 

 

 

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