# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6bb14681-e398-5437-99e2-1d7f02d23b0f
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-10
**Language:** de
**Title:** Borreliose ist nicht überwiegend wahrscheinlich für die gesundheitliche Entwicklung der Beschwerdeführerin verantwortlich. Natürlicher Kausalzusammenhang fehlt somit. Abweisung.
**Docket/Reference:** UV.2013.00240
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2013.00240.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2013.00240
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Käch
Ersatzrichterin Romero-Käser
Gerichtsschreiberin Schüpbach
Urteil
vom
10. März 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
gegen
Helsana Unfall AG
Zürichstrasse
130, 8600 Dübendorf
Beschwerdegegnerin
Zustelladresse: Helsana Versicherungen AG
Versicherungsrecht
Postfach, 8081 Zürich Helsana
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 197
6, war
bei der
Y.___
AG als kaufmänni
sche Angestellte
angestellt und damit bei der Helsana Unfall AG (nachfolgend: Helsana) versichert. Mit Schadenmeldu
ng vom 2
3.
Dezember 2012 liess sie
eine Borreliose
mit unklarer Ansteckung melden, welche zu einer Arbeitsunfähigkeit seit dem
1.
November
2011 geführt habe. Als Schadendatum wurde „unklar,
seit
mindestens einem Jahr“ angegeben (
Urk.
8/K1 =
Urk.
3/
7
).
Nach getätigten Abklärungen
verneinte
die Helsana den Anspruch auf Leis
tung
en aus der obli
gatorischen Unfallversicherung mit Verfügung vom 6. Mai 2013 (Urk. 8/K7 =
Urk.
3/
9
)
, da die natürliche Kausalität nicht mit dem erforderli
chen Beweisgrad nachgewiesen sei.
Die von der
Versicherten am
5.
Juni 2013 erhobene Einsprache (Urk.
8/K11 =
Urk.
3/10
) wies die Helsana am 1
0.
September 2013 ab (Urk. 8
/
K13 = Urk. 2).
2.
Die
Versicherte erhob am 1
4.
Oktober 2013 Beschwerde (Urk. 1) gegen den
Ein
spracheentscheid
vom 1
0.
September 2013 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei aufzuheben (S. 2
Ziff.
1) und die
Einsprachegegnerin
sei zu verpflichten, ih
r
die nach UVG ordentlich geschuldeten Versicherungsleistungen (Taggelder, Renten, Integritätsentschädigung) zuzüglich 5
%
Zins seit dem 1
2.
September 2011 zu erbringen (S. 2
Ziff.
2).
Mit Beschwerdea
ntwort vom 2
9.
November 2013 (Urk. 7) beantragte die Hel
sana die Abweisung der Beschwerde. Di
es wurde der
Beschwerdeführer
in
am
4.
Dezember 2013 zur Kenntnis gebracht (Urk. 9). Gleichzeitig wurde das Ver
fah
ren bis zum Vorliegen der medizinischen Berichte von
Dr.
Z.___
und
Dr.
A.___
sistiert.
Mit Eingabe vom
8.
Sep
tember 2014 (
Urk.
12) reichte die
Beschwerdeführer
in
einen
Bericht
von
Dr.
A.___
ein (
Urk.
13
), wozu die Beschwerdegegnerin am
2.
Oktober 2014 Stellun
g nahm (
Urk.
16). Dies wurde der
Beschwerdeführer
in
am
6.
Oktober 2014 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
17).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG) die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi
gende
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen Kör
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Ge
sundheit oder den Tod zur Folge hat (BGE 129 V 402 E. 2.1).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
Bundesgesetz über die Un
fallversicherung (UVG)
setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis
und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kau
salzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzu
sam
men
hangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungs
weise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um
schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammen
hangs nicht erfor
derlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesund
heit
licher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele
(BGE 129 V 177 E.
3.1, 402 E.
4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hin
weisen).Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer ge
sund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, wo
rü
ber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Ge
richt im Rah
men der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozial
versicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E.
3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Nach der Rechtsprechung erfüllt der Zeckenbiss sämtliche Merkmale des
Unfall
begriffs
gemäss
Art. 4 ATSG (BGE 122 V 230).
Bei der durch Zeckenbiss über
tragenen
Lyme
-Borreliose handelt es sich um eine Infektionskrankheit mit komplexem Krankheitsbild, welches aus unspezifischen Allgemein- und spezi
fischen Symptomen besteht, die aus dem Befall der einzel
nen Organe resul
tie
ren. Zu den wichtigsten Allgemeinsymptomen gehören Mü
dig
keit, Malaise, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Fieber, Arthralgien, My
algien
,
Heiserkeit, Nausea, Erbrechen, Konjunktivitis, Gewichtsverlust, Diarrhöe. Bekannt
sind auch Beeinträchtigungen der Psyche wie insbesondere depressive Ver
stimmun
gen (vgl. Norbert Satz, Klinik der
Lyme
-Borreliose, 2. Aufl. Bern 2002, S. 95 ff.).
Der erfolgte Kontakt mit dem Borreliose-Erreger kann zwar mittels serologi
schen
Untersu
chungen belegt werden, diese genügen für den Schluss auf eine daraus entstandene
Lyme
-Borreliose indes nicht. Die Diagnose einer
Lyme
-Bor
re
liose –
gleich welchen Stadiums – setzt vielmehr ein entsprechendes klini
sches
Be
schwerdebild
und den Ausschluss von Differentialdiagnosen voraus, wobei je nach dem Krankheitsstadium ein pathologischer laborchemischer Test die Wahr
scheinlich
keit der Diagnose erhöhen kann (Urteil des Bundesgerichtes U 208/05 vom 18. Januar 2006, E. 4 mit Verweis auf das Urteil U 217/03 vom 15. April, E. 4 mit Hinweis auf: Norbert Satz, Klinik der
Lyme
-Borreliose, 2. Auflage, Bern 2002, S. 70).
1.4
Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der
Beweisfüh
rungslast
begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungsgerichts (oder
der verfügen
den Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammentragung des Be
weismaterials besorgt zu sein (BGE 115 V 111 E. 3d/
bb
; Maurer,
Sozialversi
che
rungsrecht
, Bd. I, 2. unveränderte Aufl., Bern 1983, S. 438
Ziff.
7a). Im
Sozi
al
versicherungsprozess
tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten
wollte
(BGE 115 V 133 E. 8a). Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des
Untersuchungs
grundsatzes
aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrschein
lichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete im angefochtenen Entscheid
(Urk. 2)
die
Verweigerung von Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung da
mit,
dass ein Kausalzusammenhang zwischen den Beschwer
den und dem unklaren Unfallereignis bloss möglich sei. Vorliegend seien keine klinischen Manifes
ta
tionen (Symptome) gegeben, welche jedoch für die Diag
nose einer Borreliose in
Kombination mit den Laborbefunden zwingend nötig seien. Somit sei auch un
klar
, in welchem Stadium sich die Krankheit befinde. Die Diagnose sei aus
schliess
lich aufgrund der vorliegenden Laborresultate ge
stellt worden, was für die Diagnostizierung einer Borreliose jedoch nicht ge
nüge. Die Serologie diene
nur zur Unterstützung der klinischen Diagnose. Es lasse sich auch nicht belegen, dass es sich um eine aktive Borreliose handle (S. 5).
2.2
D
emgegenüber machte die
Beschwerdeführer
in
geltend (
Urk.
1),
Dr.
Z.___
habe nicht – wie von der Beschwerdegegnerin behauptet – eine Borreliose aufgrund des Laborberichts diagnostiziert, sondern genau umgekehrt. Er habe eine Borre
liose diagnostiziert und deshalb – zur Unterstützung der klinischen Diagnose – ein
en
Laboruntersuch angeordnet
(S. 5)
. Auch
Dr.
A.___
habe aufgrund der kli
ni
schen Manifestation ebenfalls eine Borreliose diagnostiziert (S.
6 oben
). Die Beschwerdegegnerin habe zu Unrecht den Schluss gezogen, dass die Kausalität v
orliegend zu verneinen sei (S. 8
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die g
eltend gemachten Beschwerden der
Be
schwer
deführer
in
Ausdruck einer durch einen Zeckenbiss ausgelösten Borreliose sind.
3.
3.1
Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts (Urteil U 208/05 vom 18. Januar 2006, E. 5.3) ist e
s nicht entscheidend, ob sich die
Beschwerdeführer
in
an einen Zeckenbiss erinnern kann oder nicht. Die entscheidende Frage ist, ob aufgrund der fachärztlichen Stellungnahmen darauf geschlossen werden kann, dass im Zeitpunkt der vorhandenen Versicherungsdeckung mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit von einem Zeckenbiss auszugehen ist, der die
Gesundheitsbeein
trächtigung
bewirkt hat.
Es ist somit zu prüfen, ob aufgrund de
r klinischen Symptome, welche die
Be
schwer
deführer
in
erstmals
Anfang
201
2
veranlasst hatten, einen Arzt aufzusu
chen und auch zur Arbeitsunfähigkeit geführt hatten, der erhobenen
Laborbe
funde
und des festgestellten wei
teren Krankheitsverlaufs aus fachärztlicher Sicht
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit von einem Zeckenbiss auszugehen ist, der
die Gesundheitsbeeinträchtigung bewirkt hat.
3.2
Dem Schadeninspektoren-Bericht vom
5.
März 2013 (
Urk.
8/K4) ist zu entneh
men, dass d
ie gesundheitlichen Probleme der
Beschwerdeführer
in
und
ihres
Ehe
mannes
in den Ferien in
B.___
im September 2011 beg
onnen haben. Einen Arzt
hätten sie
und
ihr
Ehe
mann
dort nicht aufgesucht. Die
Beschwerde
führer
in
habe in den folgenden Monaten unter
ähnlichen
Beschwerden
wie ihr Ehemann
mit Übelkeit, Magen-Darm Problemen, Schwindel, Ohren-Pfei
fen/Rauschen, Beein
träch
tigungen des Geschmacksinns, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust, Kraft
losigkeit, Schlafproblemen, innerer Unruhe im ganzen Körper, Flecken am ganzen
Körper, Sehstörungen, Ziehen/Taubheitsgefühl in Backen- und Stirnbereich, Zieh
en in Brust und Rücken mit Ausstrahlungen in den linken Arm, Kribbeln in
zwei kleinen Fingern der linken Hand, Gelenk
schmerzen sowie
Konzentra
tions
schwierigkeiten
gelitten
(S. 2
unten
).
3.
3
Dr.
med.
C.___
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, be
richte
te am 2
4.
Januar 2013 (
Urk.
8/M3
) und
führte aus, die
Beschwerdeführer
in sei bei ih
r
erstmals im Februar 2012
in Behandlung gewesen
. Die Beschwer
de
führerin leide unter Übelkeit, Inappetenz, Mundwinkelrhagaden, raschem Puls und rascher Erschöpfbarkeit bei körperlicher Leistung.
Die
D
iagnose zum Zeit
punkt der Behandlung im
Februar
201
2
sei
ein Erschöpfungszustand mit
Palpi
tationen
. Ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis sei nicht ausgestellt worden. Die Be
schwer
deführerin sei allerdings seit Herbst 2011 in der Ausführung ihrer kauf
männischen Arbeit deutlich eingeschränkt gewesen.
3.4
Dr.
med.
Z.___
, praktischer Arzt, berichtete am 1
5.
April 2013 (
Urk.
8/M
5
)
, nannte als Diagnose eine Borreliose
und führte aus,
es sei nach der Behandlung mit Ganzkörperhyperthermie und Antibiotika eine Besse
rung der Symptomatik eingetreten (
Ziff.
2).
Gegenwärtig bestehe keine Be
handlung (
Ziff.
3).
3.5
Dr.
med.
D.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, beratender Arzt
der
Beschwerdegegnerin
, nahm am 1
9.
April 2013 Stellung (
Urk.
8/M
6
) und führte aus, die erhobenen Diagnosen stünden möglicherweise zumindest teil
weise
(50
%
oder weniger) in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum erwähn
ten
Ereignis, da kein Zeckenbiss, k
eine
Hinweise auf eine Borreliose, keine passen
den
Symp
tome und keine entsprechenden Laborbefunde
vorlägen. Die Beschwer
den seien alle unfallfremd.
3.6
Dr.
Z.___
(vorstehend E.
3.4)
berichtete erneut am 2
3.
Juni 2013 (
Urk.
3/11) und führte aus, bei
der
Beschwerdeführer
in
und de
r
en Ehe
mann
sei gemäss dem Be
richt des
E.___
eine Borreliose diagnostiziert worden. Diese deutlich sensibleren Analysen seien hier in der Schweiz noch weitgehend unbekannt, was jedoch die Aussagekraft der Analytik n
icht in Frage stellen dürfe.
3.7
Dr.
D.___
(vorstehend E.
3.5)
nahm am 2
3.
August
2013 erneut Stel
lung (
Urk.
8/M7
)
und führte aus, gemäss den schweizerischen Guidelines zur Borre
liose der schweizerischen Gesellschaft für
Infektiologie
(
S. 2333
)
ergebe sich die Diagnose aus den klinischen Manifestationen in Kombination mit den
La
bor
befunden
. Vorliegend sei es unklar,
wor
auf die Diagnose beruhe. Es seien keine klinischen Manifestationen (Symptome oder Befunde) angegeben worden. Dem
ent
sprechend sei auch unklar, ob
es sich um ein
Borreliose-Stadium 1, 2 oder 3 handeln solle. Ohne entsprechende Symptomatik könne aber keine Bor
reliose diagnostiziert werden.
Bei den Laborbefunden handle es sich um
La
borunter
suchungen
, die in der Schweiz nicht in der Analysenliste aufgeführt seien. Es sei
unklar, wieso Untersuchungen in einem deutschen Labor durchge
führt worden
seien. Es scheine, dass auch hier die Diagnose ausschliesslich auf
grund der vorliegenden Laborresultate gestellt worden sei. Gemäss der erwähn
ten Guide
lines
(
S.
2333
)
diene die Serologie nur zur Unterstützung der klinischen Diag
nose. E
ine
solche fehle jedoch.
Zudem sei die Interpretation der
Laborresul
tate
falsch. Diese Resultate seien kein Beleg für eine aktive Borreliose irgendei
ner
Form. Es fänden sich sogenannte
IgG
-Antikörper für vier verschiedene
Borre
lien
arten
, aber negative
IgM
-Antikörper. Wenn diese Resultate stimmen würden, hätte die Beschwerdeführerin irgendwann in ihrem Leben Kontakt mit alle
n die
sen
Borrelienarten
gehabt. Eine vergangene oder aktive Borreliose lasse sich mit diesen Laborresultaten nicht belegen.
Sonderbar mute übrigens auch die thera
peutische Option an mit einer Empfehlung für eine dreimonatige
Anti
biotika
be
handlung
, ohne dass Angaben über die Art der
Borrelienerkrankung
oder des Stadiums vorlägen (S. 2).
Die pauschale Diagnose stütze sich einzig auf die Laboruntersuchungen eines deutschen Labors und deren Interpretation.
Es
fehlten jegliche
Angaben über
klinische Symptome
oder Manifestationen
, welche eine
Borrelienerkrankung
über
wiegend wahrscheinlich machen würden und die Angaben eines
Zecken
bisses
fehlten ebenso.
Die vorliegenden Blutuntersuchungen mit negativen
IgM
-
Antikörper zeigten ebenso wenig Hinweise für eine aktive Borreliose irgendei
nes
Stadiums
(S. 2 f.).
3.8
Dr.
med.
A.___
nahm am 2
7.
Februar 2014 zuhanden de
r
B
e
schwer
deführer
in
Stellung
(Urk. 13)
und führte aus, die Diag
nose der Borreliose werde durch die Anamnese (Zeckenstich), die klinischen Manifestationen sowie serologische respektive
Liquorbefunde
, Hautbiopsien und Gelenkpunktionen ge
stellt. Die in der Schweiz üblichen serologischen Befunde hätten eine Zuver
lässigkeit von 20 – 30
%
, bei den
Liquoruntersuchungen
von knapp 20
%
. Einzig
das Resultat der Biopsie wie auch der Punktion könne
durch das Auftreten der betreffenden
Bakterien
be
weisend sein
. Zu erwähnen sei auch, dass auch andere
stechende Insekten
Borrelien
übertragen könnten. Bei einem Zeckenstich könnten
über 80 Erreger von der Zecke auf den Wirt über
tragen werden, so dass man auch von Co-Infektionen der Borreliose spreche, welche entweder eine Borre
liose begleiten würden oder nur als solche, ohne
Borrelienbefall
aufzutreten ver
möchten. Diese Co-Infektionen würden punkt
o
Schweregrad, Verlauf und Beschwerdebild ähnliche Bilder wie eine Borreliose erzeugen. Eine Borreliose könne über 100 Symptome erzeugen, wobei es ausser dem Erythema
migrans
und anderer seltener Hauterscheinungen keine spezifi
schen
Borreliensymptome
gebe (S. 1 f.).
Er behandle die
Beschwerdeführer
in
erst seit Anfang Mai 2
013, so dass er den Verlauf ihrer
Erkrankung seit September 2011 nicht mitbekommen habe. Die Borreliose sei im
Januar
201
3
antibiotisch behandelt worden, jedoch zu wenig konsequent und mit einem Konzept, das nur schwer einer Borreliose-Therapie zuzuordnen
sei. Schon allein die Tatsache
, dass eine Vielzahl unterschied
lichster Symptome auf allen psychischen, mentalen und körperlichen Ebenen, hingegen keine eindeutig objektiv
eruierbaren
Befunde vorlägen sowie die Chronizität des Verlaufs gäben einen Hinweis, dass es sich wahrscheinlich um eine Borreliose respektive eine oder mehrere der Co-Infektionen handle (S. 2 f.). Nach der Sich
tung der Unterlagen
und eingehender Untersuchung der
Be
schwerdeführer
in
im Mai 2013 sei er zur Überzeugung gelangt, dass es sich vorliegend um eine
Lyme
-Borreliose wie auch um eine Neuroborreliose handle (S.
3 oben). Wenn ein
derart vielfältiges Krankheitsbild derart eindeutig auf eine antibiotische Thera
pie reagiere, könne davon ausgegangen werden, dass es sich um eine Borreliose oder um eine andere chronische bakteriologische Erkran
kung (zum Beispiel Co-In
fektion) handle (S. 3 unten).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin wies das Leistungsbegehren gestützt auf die Beurtei
lung
durch
Dr.
D.___
(vorstehend E. 3.7)
ab.
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass die Beurteilung
durch
Dr.
D.___
die von der
Beschwerdeführer
in
geklagten Beschwerden in ange
messener Weise berücksichtigt, in Kenntnis der und in Auseinanderset
zung mit den
Vorakten
erstattet wurde und der konkreten medi
zinischen Situa
tion Rech
nung trägt. So zeigte er in nachvollziehbarer Weise auf, dass sich die Diagnose einer Borreliose aus den klinischen Manifestationen in Kombination mit den Laborbefunden ergebe, wobei vorliegend unklar sei, auf was die gestellte Diag
nose beruhe, zumal keine klinischen Manifestationen a
n
gegeben worden seien
. Er legte ausserdem plausibel dar, dass hier die Diagnose ausschliesslich auf
grund der vorliegenden Laborresultate ge
stellt worden sei, wobei die Serologie gemäss der erwähnten Guidelines nur zur Unterstützung der klinischen Diag
nose diene. Weiter setzte sich
Dr.
D.___
dif
feren
ziert mit den Resultaten der Laboruntersuchung auseinander und nahm ausdrücklich Stellung zur empfoh
le
nen antibiotischen Therapie.
Die
Beurteilung leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hän
ge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand de
r
Beschwerdeführerin
werden ausführlich begründet. So zeigte
Dr.
D.___
in nach
vollziehbarer Weise auf, dass sich vorliegend keine Angaben über klinische
Symptome fänden, welche
eine
Borrelienerkrankung
überwiegend wahrschein
lich machen würden
.
Die Beurteilung
durch
Dr.
D.___ ist
nach dem Gesagten für die Be
ant
wortung der gestellten Frage umfassend.
Der Bericht erfüllt damit die
praxisgemässen
Kriterien (vgl. vorstehend E.
1.5) vollumfäng
lich, so dass für die
Entscheidfin
dung
da
rauf abgestellt werden kann.
4.2
Die Stellungnahme von
Dr.
A.___
(
vorstehend E. 3.
8
) steht soda
nn entgegen den Ausführungen der
Beschwerdeführer
in
den Schlussfolgerungen im Bericht von
Dr.
D.___
nicht entgegen. Vielmehr
äusserte
sich
Dr.
A.___
einleitend
zu
stim
mend
zu
den Ausführungen von
Dr.
D.___
über das Zustandekommen der Diag
nose einer Borreliose und machte sodann darauf aufmerksam, dass er den Verlauf der Erkrankung
der
Beschwerdeführer
in
seit September 2011 nicht mit
bekommen habe. Wie bereits
Dr.
D.___
befand auch
Dr.
A.___
die antibioti
sche Therapie als zu wenig konsequent und als ein Konzept, das einer Borreli
ose-
Therapie nur schwer zuzuordnen sei. Entgegen
den Ausführungen der
Be
schwer
deführer
in
bestätigte
Dr.
A.___
sodann die Diagnose einer Borreliose nicht ohne weiteres, sondern erachtete diese als ebenso wahrscheinlich wie eine andere chronische bakteriologische Erkrankung wie zum Beispiel eine oder mehrere Co-Infektionen.
Auf die
Bericht
e
von
Dr.
Z.___
(
vorstehend E.
3.4 und E.
3.6
) kann demge
gen
über
nicht abgestellt werden. Er führte in seinen Berichten einzig aus, dass sich
die Symptome de
r
Beschwerdeführer
in der
Behandlung
mit Antibiotika ge
bessert
hätten.
Die Diagnose einer Borreliose stellte er sodann einzig aufgrund der Labor
analysen.
Dr.
Z.___
erläuterte weder die genauen Symptome
, unter welchen die
Beschwerdeführer
in
leide, noch legte er erhobene Befunde dar. Er begründete weder seine aktuelle Einschätzung näher noch
gab
er eine nach
vollziehbare und durch Befunde untermauerte Herleitung seiner
Diagnosestel
lung
. Abgesehen da
von machte er weder Angaben zu f
unktionellen Einschrän
kungen der
Beschwer
deführer
in
noch äusserte er sich zu anderslautenden Ein
schätzungen. Dement
sprechend ist nicht ersichtlich, ob und inwiefern sich
Dr.
Z.___
bei der
Diag
no
sestellung
auf allfällige klinische Manifestationen be
rief.
Nach dem Gesagten vermögen
entgegen den Ausführungen der
Beschwerde
füh
rer
in
weder der Bericht von
Dr.
A.___
noch die Einschätzung von
Dr.
Z.___
die nachvollziehbar begründete Beurteilung durch
Dr.
D.___
zu entkräften.
4.3
Zusammenfassend wurden die von der
Beschwerdeführer
in
geklagten Beschwer
den somit von keinem der involvierten Ärzte
mit überwiegender Wahrschein
lichkeit
dem komplexen Krankheitsbild einer Borreliose zugeordnet. Lediglich die
von
Dr.
Z.___
ange
ordnete laborchemische Unter
suchung (vgl. vorstehend E. 3.6
)
ergab einen po
sitiven Befund für das Vorliegen der
IgG
-Antikörper für vier ver
schiedene
Bor
relienarten
im Blut der
Beschwerdeführer
in
, wobei d
ie
Ig
M
-Anti
körper alle ne
gativ waren. Dieser positive Befund ist jedoch nach dem Gesagten nicht ohne weiteres Ausdruck einer aktiven oder durchgemachten Borreliose-In
fektion, sondern lediglich ein möglicher Hinweis
auf
eine
n
irgendw
ann durch
ge
machten Kontakt
mit allen diesen
Borreli
enarten
.
Auch die dritte Voraus
setzung, wel
che eine Diagnose einer Borreliose neben einem entsprechenden klinischen
Be
schwerdebild
und einem pathologischen laborchemischen Test
vor
aussetzt,
nämlich
der Ausschluss von Differentialdiagnosen, ist vorliegend nich
t erfüllt. Aufgrund der Akten konnten im Rahmen des Ausschlussverfahrens nicht alle Differentialdi
agnosen ausgeschlossen werden.
4.4
Entscheidend ist jedoch, ob zwischen den Beschwerden und einer dafür geltend gemachten Ursache mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein Kausalzusam
menhang besteht. Die blosse Möglichkeit, dass die geltend gemachte Ursache zu den aktuellen Beschwerden geführt hat, genügt nicht (vgl. vorstehend E.
1.2). Lässt sich aufgrund der Beweiswürdigung ein anspruchsgenügender Sachverhalt nicht als zumindest wahrscheinlich taxieren, geht dies zu Lasten der Seite, die daraus Ansprüche ableitet (vgl. vorstehend E. 1.4).
Dies
ist vorliegend der Fall. Dass die
Beschwerdeführer
in
in der fraglichen Zeit an einer durch einen Zeckenbiss ausgelösten Borreliose gelitten hat bezie
hungs
weise leidet, ist gestützt auf die vorhandenen Unterlagen und medizini
schen Be
urteilungen
zwar
als möglich zu betrachten, keineswegs jedoch als überwie
gend
wahrscheinlich. Für diese Beurteilung sprechen die vorstehend gewürdig
ten Um
stände und die schlüssige Beurteilung
durch
Dr.
D.___
, während die an
derslau
ten
de Einschätzung von
Dr.
Z.___
nicht überzeugt.
4.5
Somit bleibt es, gestützt auf die schlüssig begründete Beurteilung
durch
Dr.
D.___
bei der Feststellung, dass es höchstens möglich, nicht aber wahr
schein
lich oder gar überwieg
end wahrscheinlich ist, dass die
Beschwerdeführe
r
in
an einer Borreliose gelitten hat beziehungsweise leidet.
Mit der Beschwerdegegnerin ist die Borreliose somit als eine von mehreren mög
lichen Beschwerdeursachen zu betrachten und damit weder eindeutig noch überwiegend wahrscheinlich für die gesundheitliche Entwicklung der letzten Jahre verantwortlich.
Diese blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruches nicht, was zu
r
Abweisung der Beschwerde führt.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Helsana Versicherungen AG
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundes
gericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zu
zu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
hal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkun
den sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannSchüpbach