# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4bca02d4-e068-5865-9290-a58c7859f214
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-16
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Verwaltungskommission 16.04.2015 VV150004
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_004_VV150004_2015-04-16.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
Verwaltungskommission    

 

 

Geschäfts-Nr.: VV150004-O/U 

 

Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. R. Naef, Vizepräsident lic. iur. 

M. Burger, Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Oberrichter lic. iur. P. Helm 

und Oberrichter lic. iur. M. Langmeier sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. A. Leu 

 

 

Beschluss vom 16. April 2015 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Kläger 

 

gegen 

 
B._____,  

Beklagte 

 

 

 
betreffend Umteilung Prozess Nr. FE150009-.. in Sachen A._____ und 
B._____, … / … … [Ort] des Bezirksgerichts C._____ betreffend Eheschei-
dung / Scheidung auf Klage 

 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Am 25. Februar 2015 ging beim Bezirksgericht C._____ die Scheidungskla-

ge von A._____ (nachfolgend: Kläger) gegen B._____ (nachfolgend: Beklag-

te) ein (act. 2/1). Gleichentags eröffnete das Bezirksgericht C._____ das 

Scheidungsverfahren FE150009-.. und überwies die Akten an die Verwal-

tungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich mit dem Ersuchen, 

den Prozess einem anderen Bezirksgericht zuzuweisen. Zur Begründung 

brachte es vor, beim Kläger handle es sich um den … Staatsanwalt der 

Staatsanwaltschaft D._____, weshalb sich alle Gerichtsmitarbeitenden be-

fangen im Sinne von Art. 47 Abs. 1 lit. f ZPO fühlten (act. 1).  

2. Der Kläger erklärte bereits in seiner Scheidungsklage vom 24. Februar 

2015, mit der Umteilung an ein anderes Gericht einverstanden zu sein 

(act. 2/1). Mit Verfügung vom 27. Februar 2015 wurde der Beklagten Frist 

angesetzt, um zum Umteilungsersuchen Stellung zunehmen (act. 3). Nach 

Ablauf der zehntägigen Frist stellte die Beklagte mit Eingabe vom 28. März 

2015 den Antrag auf Überweisung des Verfahrens an das Kantonsgericht 

Schaffhausen (act. 5).  

II. 

1. Zuständig zur Behandlung des vorliegenden Gesuchs um Umteilung ist die 

Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich als unmittel-

bare Aufsichtsbehörde über die ihm unterstellten Gerichte (§ 80 Abs. 1 lit. b 

GOG). 

2. Kann ein Gericht infolge Ausstands nicht mehr durch den Beizug von Er-

satzmitgliedern besetzt werden oder ist der Beizug von solchen nicht ange-

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bracht, so überweist die Aufsichtsbehörde die Streitsache einem anderen 

Gericht gleicher sachlicher und funktionaler Zuständigkeit (§ 117 GOG). 

3. Beim Bezirksgericht C._____ handelt es sich um ein kleineres Landgericht. 

Der Kläger des besagten Scheidungsverfahrens ist als … Staatsanwalt bei 

der Staatsanwaltschaft D._____ tätig. Die Staatsanwaltschaft D._____ bear-

beitet die in den Bezirken C._____, E._____, F._____ und G._____ began-

genen Delikte im Bereich "Strafverfolgung Erwachsene", welche nicht in die 

Zuständigkeit der Besonderen Staatsanwaltschaften fallen. Die Mitarbeiten-

den der Staatsanwaltschaft D._____ nehmen damit als Anklagebehörde an 

Strafverfahren teil, welche insbesondere am Bezirksgericht C._____ durch-

geführt werden. Unter diesen Umständen ist glaubhaft, dass zwischen den 

Richtern des Bezirksgerichts C._____ und der … der Staatsanwaltschaft 

D._____ ein kollegiales Verhältnis besteht. Es erscheint damit nicht als an-

gebracht, die Richterinnen und Richter ein Verfahren behandeln zu lassen, 

in welchem der … Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft D._____ Partei ist. 

Gegen Aussen könnte dadurch der Eindruck erweckt werden, die Richterin-

nen und Richter seien nicht ausreichend unabhängig, auch wenn sie sich 

vorliegend selbst nicht zur Frage des Ausstandes geäussert haben. Glei-

ches gilt für die juristischen Mitarbeiter des Gerichts, weshalb davon abzu-

sehen ist, für die Behandlung der Klage Ersatzmitglieder heranzuziehen. 

Demzufolge ist die Klage bzw. das Verfahren an ein anderes Gericht zu 

überweisen. 

4.1. Die Beklagte ersucht - wie dargelegt - um Überweisung des Verfahrens an 

das Kantonsgericht Schaffhausen (act. 5), da die Befangenheitsproblematik 

bei allen Bezirksgerichten im Kanton Zürich bestehe (act. 4). Die Stellung-

nahme der Beklagten erfolgte nach Ablauf der Frist von zehn Tagen, wes-

halb androhungsgemäss von einem Stellungnahmeverzicht auszugehen ist 

(act. 3 Dispositiv Ziffer 1 letzter Satz). Selbst wenn man ihren Antrag jedoch 

als rechtzeitig eingegangen behandeln würde, so könnte ihm nicht gefolgt 

werden.  

- 4 - 

4.2. Die Zuständigkeit der Staatsanwaltschaften ergibt sich aus Art. 31 ff. der 

Strafprozessordnung (StPO). Diese knüpft grundsätzlich an den Handlungs- 

bzw. subsidiären Erfolgsort einer Tat an (Art. 31 StPO). Zuständig zur Ahn-

dung von Delikten sind somit in aller Regel die Behörden des Ortes, an wel-

chem die Tat verübt wurde. Nur in Ausnahmefällen führen Behörden ein 

Verfahren ausserhalb ihres Zuständigkeitsbereichs durch (Art. 38 StPO). Als 

… Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft D._____ befasst sich der Kläger 

damit primär mit Delikten, welche in den Bezirken C._____, E._____, 

F._____ und G._____ verübt wurden. Dementsprechend ist er hauptsächlich 

in Gerichtsverfahren involviert, welche in diesen Bezirken durchgeführt wer-

den. Lediglich in seltenen Fällen nimmt er an Gerichtsverfahren ausserhalb 

der besagten Bezirke teil. Wenn sich somit das Bezirksgericht C._____ für 

die Behandlung der Scheidungsklage als zu wenig unabhängig erachtet, so 

gilt dies nicht automatisch für die übrigen Bezirksgerichte, welche nicht im 

Zuständigkeitsgebiet der Staatsanwaltschaft D._____ liegen, da der Kläger 

mit diesen - wenn überhaupt - nur in seltenen Fällen beruflich zu tun hat. 

Dies gilt namentlich für das Bezirksgericht Zürich. Eine Überweisung des 

Verfahrens an ein ausserkantonales Gericht drängt sich daher nicht auf. 

Vielmehr ist das Scheidungsverfahren dem Bezirksgericht Zürich zur weite-

ren Behandlung zu überweisen.  

 

Es wird beschlossen: 

1. Das beim Bezirksgericht C._____ anhängige Scheidungsverfahren 

FE150009-.. wird dem Bezirksgericht Zürich zur Behandlung überwiesen. 

2. Schriftliche Mitteilung, je gegen Empfangsschein, an: 

- den Kläger, unter Beilage einer Kopie von act. 5,  

- die Beklagte, 

- das Bezirksgericht Zürich sowie 

- 5 - 

- das Bezirksgericht C._____ schriftlich gegen Empfangsschein, unter Rück-

sendung der Akten und mit dem Hinweis, die Akten des Verfahrens 

FE150009-.. nach Abschreibung am Register direkt dem Bezirksgericht Zü-

rich zu übersenden. 

3. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an ge-

rechnet, bei der Rekurskommission des Obergerichts, Hirschengraben 

13/15, Postfach 2401, 8021 Zürich, schriftlich Rekurs eingereicht werden. 

Die Rekursschrift muss einen Antrag und dessen Begründung enthalten. Der 

angefochtene Entscheid ist beizulegen. Die angerufenen Beweismittel sind 

genau zu bezeichnen und soweit möglich beizulegen. 

Der Rekurs hat keine aufschiebende Wirkung. 

 

 
Zürich, 16. April 2015 

__________________________________ 

OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH 

Verwaltungskommission 

Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

lic. iur. A. Leu 
versandt am:   

	Beschluss vom 16. April 2015
	
	Erwägungen:
	I.
	II.
	1. Zuständig zur Behandlung des vorliegenden Gesuchs um Umteilung ist die Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich als unmittelbare Aufsichtsbehörde über die ihm unterstellten Gerichte (§ 80 Abs. 1 lit. b GOG).
	Es wird beschlossen:
	1. Das beim Bezirksgericht C._____ anhängige Scheidungsverfahren FE150009-.. wird dem Bezirksgericht Zürich zur Behandlung überwiesen.
	2. Schriftliche Mitteilung, je gegen Empfangsschein, an:
	- den Kläger, unter Beilage einer Kopie von act. 5,
	- die Beklagte,
	- das Bezirksgericht Zürich sowie
	- das Bezirksgericht C._____ schriftlich gegen Empfangsschein, unter Rücksendung der Akten und mit dem Hinweis, die Akten des Verfahrens FE150009-.. nach Abschreibung am Register direkt dem Bezirksgericht Zürich zu übersenden.
	3. Rechtsmittel:
	Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, bei der Rekurskommission des Obergerichts, Hirschengraben 13/15, Postfach 2401, 8021 Zürich, schriftlich Rekurs eingereicht werden.
	Die Rekursschrift muss einen Antrag und dessen Begründung enthalten. Der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Die angerufenen Beweismittel sind genau zu bezeichnen und soweit möglich beizulegen.
	Der Rekurs hat keine aufschiebende Wirkung.