# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 974c9475-614c-5ed9-9c3a-51993d65f0a6
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-21
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 21.09.2023 3-RV.2022.130
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2022-130_2023-09-21.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-RV.2022.130       
P 146 
 

 

 

 

Urteil vom 21. September 2023 
 
 

 
 

Besetzung  Präsident Fischer  

Richter Loser  

Richterin Sramek  

Gerichtsschreiber Lenarcic          

 

 
 

   

Rekurrent 1  A._____  

 

Rekurrentin 2  B._____  

   

 

 
 
 

Gegenstand  Einspracheentscheid der Steuerkommission Q._____ 

vom 16. August 2022 

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2020 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Mit Verfügung vom 23. Juni 2021 wurden A._____ und B._____ von der 

Steuerkommission Q._____ für das Jahr 2020 zu einem steuerbaren 

Einkommen von CHF 74'600.00 veranlagt. In Abweichung von der Selbst-

deklaration wurden anstelle der geltend gemachten Liegenschaftsunter-

haltskosten von CHF 9'784.00 lediglich CHF 6'732.00 zum Abzug zugelas-

sen. 

 

2. 

Gegen die Verfügung vom 23. Juni 2021 erhoben A._____ und B._____ 

mit Schreiben vom 7. Juli 2021 Einsprache und beantragten, die deklarier-

ten Maschinen und Gartengeräte seien als Liegenschaftsunterhaltskosten 

zum Abzug zuzulassen. 

 

3. 

Mit Entscheid vom 16. August 2022 reduzierte die Steuerkommission 

Q._____ in teilweiser Gutheissung der Einsprache das steuerbare Einkom-

men auf CHF 73'631.00. 

 

4. 

Den Einspracheentscheid vom 16. August 2022 (Zustellung am 21. Sep-

tember 2022) haben A._____ und B._____ mit rechtzeitigem Rekurs vom 

3. Oktober 2022 (Postaufgabe am 4. Oktober 2022) an das Spezialverwal-

tungsgericht, Abteilung Steuern, weitergezogen. Sie beantragen,  

 

es seien CHF 116.00 für die C._____ Kettensäge, CHF 119.80 für die D._____ 

Versenk-Viereckregner OS 140 und CHF 1'128.00 für die Wall Box als 

Unterhaltskosten zum Abzug zuzulassen. 

 

Auf die Begründung wird, soweit für die Entscheidung erforderlich, in den 

Erwägungen eingegangen. 

 

5. 

Die Steuerkommission Q._____ und das Kantonale Steueramt beantragen 

die Gutheissung des Rekurses betreffend die Kosten des Versenk-

Viereckregners und der Wall Box-Ladestation. 

 

6. 

A._____ und B._____ haben eine Replik erstattet. 

 

  

 - 3 - 

 

 

 
   

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der vorliegende Rekurs betrifft die Kantons- und Gemeindesteuern 2020. 

Massgebend für die Beurteilung sind das Steuergesetz vom 15. Dezember 

1998 (StG) und die Verordnung zum Steuergesetz vom 11. September 

2000 (StGV). 

 

2. 

Bei Liegenschaften im Privatvermögen können unter anderem die Unter-

haltskosten abgezogen werden (§ 39 Abs. 2 Satz 1 StG). Als Kosten für 

den Unterhalt von Liegenschaften gelten bloss die werterhaltenden Auf-

wendungen (§ 24 Abs. 1 StGV).  

 

3. 

3.1. 

Die Rekurrenten beantragen, es seien CHF 119.80 für den Ersatz der de-

fekten Versenkregner und CHF 1'128.00 (CHF 530.00 + CHF 124.70 + 

CHF 322.55 + CHF 71.20 + CHF 79.55) für den Ersatz der Ladestation als 

Unterhalt zum Abzug zuzulassen (vgl. Liste der Rekurrenten betreffend 

"ausgeführte Leistung").  

 

3.2. 

Die Steuerkommission Q._____ beantragt, der Rekurs sei in diesen 

Punkten gutzuheissen (vgl. Vernehmlassung vom 19. Dezember 2022). 

 

3.3. 

Das Kantonale Steueramt beantragt ebenfalls die Gutheissung in diesen 

beiden Punkten (vgl. Vernehmlassung vom 3. Januar 2023). 

 

3.4. 

Es liegen somit diesbezüglich übereinstimmende Anträge vor. 

 

3.5. 

Verwaltungsgericht und Spezialverwaltungsgericht betrachten es in lang-

jähriger, konstanter Praxis auch vor dem Hintergrund der Offizialmaxime 

als zulässig, übereinstimmenden Anträgen der Beteiligten zur Erledigung 

des Verfahrens stattzugeben, sofern sich diese – nach einer summarischen 

Prüfung – als gesetzmässig erweisen und allfällige Zugeständnisse der Be-

teiligten innerhalb des Spielraumes bleiben, den das Gesetz ohnehin ge-

währt (VGE vom 20. Februar 2004 [BE.2003.00301]; SGE vom 

1. September 2022 [3-RV.2021.85]). Das ist vorliegend der Fall. Es sind 

daher zusätzlich (aufgerundet) CHF 1'248.00 (CHF 119.80 + 

CHF 1'128.00) als Liegenschaftsunterhalt zum Abzug zuzulassen. 

 

 - 4 - 

 

 

4. 

4.1. 

Die Rekurrenten beantragen weiter, es seien CHF 116.00 für den Ersatz 

der alten Kettensäge als Unterhalt zum Abzug zuzulassen. Sie würden 

diese ausschliesslich für die Pflege von Hecken und Feldgehölze und den 

kleinen Wald benötigen. Dafür würden sie ein Gerät brauchen, welches di-

ckes Holz schneide.  

 

4.2. 

Die Steuerkommission Q._____ hat die Kosten nicht zum Abzug zuge-

lassen, weil eine Kettensäge nicht nur ausschliesslich für den Unterhalt des 

Geländes verwendet werden könne (vgl. Einspracheentscheid, S. 2). 

 

4.3. 

Gemäss dem Merkblatt "Liegenschaftsunterhalt (LUK)" des Steueramtes 

des Kantons Aargau, Stand 1. Juli 2020 (im Folgenden: MB LUK), sind die 

Kosten für den gleichwertigen Ersatz von Rasenmähern, Heckenscheren 

und Gartenhäckslern, Vertikutierern, Motorsensen, Fadenscheidern und 

Düngerwägelchen vollumfänglich abzugsfähig (S. 34), obwohl sie wegen 

der fehlenden qualifizierten Verbindung mit einem Gebäude Mobiliarcha-

rakter haben, was einen Abzug grundsätzlich ausschliesst (vgl. SGE vom 

22. Juni 2023 [3-RV.2022.59]; MB LUK, S. 36). In Analogie dazu hat das 

Spezialverwaltungsgericht auch die Kosten für den Ersatz eines 

Saugbläsers zum Abzug zugelassen (SGE vom 24. September 2020 [3-

RV.2020.14]; vgl. auch RGE vom 26. April 2007 [3-RV.2005.50213] mit 

Analogie zur Abzugsfähigkeit von Kosten für den Ersatz eines 

gleichwertigen Rasenmähers). All diese Geräte dienen ausschliesslich 

dem Garten- bzw. Liegenschaftsunterhalt. 

 

4.4. 

4.4.1. 

Das aargauische Verwaltungsgericht führt betreffend die Kosten eines 

Dampfreinigers das Folgende aus (VGE vom 1. Dezember 2008 

[WBE.2007.154]): 

 

"II. 

4.2. 

[…] 

Gemäss Art. 32 Abs. 2 Satz 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundes-

steuer (DBG; SR 642.11) können bei Liegenschaften im Privatvermögen u.a. 

die Unterhaltskosten von den steuerbaren Einkünften abgezogen werden. Die 

Reinigungskosten der selbstbewohnten Liegenschaft gehören demgegenüber 

zu den Lebenshaltungskosten und sind in der Regel nicht abzugsberechtigt 

(FELIX RICHNER / WALTER FREI / STEFAN KAUFMANN, Handkommentar 

zum DBG, Zürich 2003, Art. 34 N 8, Art. 32 N 65). Die Regelung im aargaui-

schen Steuergesetz weicht nicht von der Lösung ab, welche im DBG vorgese-

 - 5 - 

 

 

hen ist und auch das Merkblatt LUK orientiert sich an dieser Aufteilung. Steu-

erharmonisierungsrechtlich verbleibt dem Kanton zur Abzugsfähigkeit von Un-

terhaltskosten kaum ein Freiraum (Art. 9 Abs. 4 StHG; DIETER EGLOFF, in: 

Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, Band 1, 2. Aufl., Muri-Bern 2004, § 39 

N 3). 

 

4.3. 

Beim Dampfreiniger handelt es sich um ein Heimwerkergerät, welches – wie 

schon die Vorinstanz ausführte – auf vielfältigste Weise eingesetzt werden 

kann. Bereits hier besteht ein Unterschied zu den Fremdkosten der periodisch 

von einem Fachmann ausgeführten Reinigungsarbeiten, die ausschliesslich 

und eindeutig dem abzugsberechtigten Zweck dienen. Der Dampfreiniger dient 

primär der Reinigung der Liegenschaft und nicht ausschliesslich dem von Zeit 

zu Zeit notwendigen Liegenschaftsunterhalt, dessen Nichtvornahme zu einer 

Wertverminderung der Liegenschaft führen würde. Die Ablehnung eines Ab-

zugs für die Neuanschaffung eines Dampfreinigers ist daher nicht zu beanstan-

den." 

 

4.4.2. 

Weil ein Dampfreiniger nicht ausschliesslich dem von Zeit zu Zeit notwen-

digen Liegenschaftsunterhalt dient, sind gemäss der dargelegten verwal-

tungsgerichtlichen Rechtsprechung dessen Kosten bei der erstmaligen An-

schaffung nicht als Liegenschaftsunterhalt abziehbar. Aufgrund der funkti-

onalen Betrachtungsweise gilt dies auch für die Kosten der Ersatzanschaf-

fung. 

 

4.5. 

Das Spezialverwaltungsgericht hat die Kosten für den Ersatz einer Leiter in 

Anlehnung an die dargelegte verwaltungsgerichtliche Rechtsprechung 

nicht als Liegenschaftsunterhalt zum Abzug zugelassen, weil eine Leiter 

auf vielfältigste Weise (z.B. Obst pflücken, Haus oder Pflanzen mit Weih-

nachtsbeleuchtung versehen etc.) eingesetzt werden kann, also nicht aus-

schliesslich dem von Zeit zu Zeit notwendigen Liegenschaftsunterhalt dient 

(SGE vom 23. März 2023 [3-RV.2021.73]). 

 

4.6. 

Es ist der Vorinstanz beizupflichten, dass gemäss der aargauischen Recht-

sprechung die Kosten für (mobile) (Garten-)Geräte, welche nicht aus-

schliesslich dem notwendigen Liegenschaftsunterhalt dienen, nicht abzieh-

bar sind. Weil die Kosten für Geräte mit Mobiliarcharakter, wie bereits er-

wähnt, grundsätzlich nicht abziehbar sind, also im Bereich des Gartenun-

terhalts eine aus der Praxis stammende (rechtlich nicht nachvollziehbare) 

Ausnahmeregelung besteht, ist diese restriktiv anzuwenden. Es sind also 

nur zurückhaltend die Kosten weiterer (mobiler) (Garten-)Geräte als Lie-

genschaftsunterhalt zum Abzug zuzulassen. 

 

 

 

 - 6 - 

 

 

4.7. 

Eine Kettensäge dient grundsätzlich dazu, Holz zu bearbeiten. Dabei gibt 

es verschiedene Einsatzarten. So können damit Bäume und Sträucher zu-

rückgeschnitten bzw. gefällt werden, was als (abzugsfähigen) Liegen-

schaftsunterhalt zu qualifizieren ist. Desweitern kommt eine Kettensäge 

auch bei der Erstellung neuer (kleinerer oder grösserer) Bauten aus Holz 

zum Einsatz, was steuerlich gesehen eine (nicht abzugsfähige) Investition 

darstellt. Es können mit einer Kettensäge aber auch Hölzer zugeschnitten 

werden, um sie nachher zu spalten und als Brennholz zu verwenden. Die 

dadurch entstehenden Kosten sind steuerlich als (nicht abzugsfähige) Le-

benshaltungskosten zu qualifizieren. Diese Einsatzmöglichkeiten auch 

ausserhalb des Liegenschaftsunterhalts haben zur Folge, dass eine Ket-

tensäge nicht zu den (Garten-)Geräten gehört, deren Kosten steuerlich ab-

zugsfähig sind (vgl. auch Richtlinie des Kantonalen Steueramtes Nidwal-

den vom 21. Januar 2010, Stand 12.12.2022, wonach die Kosten für "Werk-

zeuge für den Haushalt" [u.a. Leiter, Säge usw.] bei selbstgenutzten Lie-

genschaften nicht abzugsfähig sind [S. 18]). Daran vermag der Umstand 

nicht zu ändern, dass die Rekurrenten glaubwürdig darlegen, dass sie für 

das Sägen von Brennholz keinen Bedarf hätten, da sie zum Heizen eine 

Wärmepumpe einsetzen würden (vgl. Rekurs). Bereits die theoretische Ein-

satzmöglichkeit der Kettensäge (auch) ausserhalb des steuerlichen Unter-

haltsbereichs schliesst den Abzug von deren Kosten aus. Da die Gründe, 

welche zu Liegenschaftsaufwendungen führen, bei der Beurteilung der 

steuerlichen Abzugsfähigkeit grundsätzlich irrelevant sind (SGE vom 

24. Januar 2019 [3-RV.2018.145]), ist es unerheblich, dass sich das 

unterhaltene Grundstück in der Landschaftsschutzzone befindet, dessen 

Pflege und Unterhalt in der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) der 

Gemeinde Q._____ beschrieben wird und dafür eine Kettensäge benötigt 

wird. Ebenfalls nicht von Belang ist der Umstand, dass die Pflege der 

Gehölze durch einen Gärtner zu einem viel höheren steuerlichen Abzug 

führen würde (vgl. die aktenkundige Rechnung aus dem Jahre 2012), da 

dies keinen Einfluss auf die steuerliche Beurteilung der Ersatzbeschaffung 

einer Kettensäge hat, und nur effektiv angefallene Kosten abgezogen wer-

den können. 

 

4.8. 

Der Rekurs erweist sich in diesem Punkt somit als unbegründet und ist ab-

zuweisen. 

 

5. 

In teilweiser Gutheissung des Rekurses ist somit das steuerbare Einkom-

men von CHF 73'631.00 um CHF 1'248.00 auf CHF 72'383.00 herabzuset-

zen. 

 

 

 

 - 7 - 

 

 

6. 

Gemessen an ihren Anträgen obsiegen die Rekurrenten zu mehr als 90 %. 

Dies ist einem vollständigen Obsiegen gleichzusetzen (SGE vom 22. Mai 

2014 [3-RV.2013.107]). Die Kosten des Rekursverfahrens sind daher auf 

die Staatskasse zu nehmen (§ 189 Abs. 1 StG). Den nicht vertretenen 

Rekurrenten ist keine Parteikostenentschädigung auszurichten (§ 189 Abs. 

2 StG).  

 

 

 

  

 - 8 - 

 

 

 
   

Das Gericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung des Rekurses wird das steuerbare Einkommen 

auf CHF 72'383.00 festgesetzt. 

 

2. 

Die Kosten des Rekursverfahrens werden auf die Staatskasse genommen. 

 

3. 

Es wird keine Parteikostenentschädigung ausgerichtet. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

die Rekurrenten 

das Kantonale Steueramt  

das Gemeindesteueramt Q._____ 

 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung  

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Laurenzenvorstadt 9, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit dem 7. Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie 

der Entscheid zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizu-

legen (§§ 28 und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

4. Dezember 2007 [VRPG] in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 der Schwei-

zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO]; §§ 187, 

196 und 198 des Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998 [StG]). 

 

  

 - 9 - 

 

 

 
   

Aarau, 21. September 2023 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Fischer Lenarcic