# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2e2fe2fb-763a-528a-a5c9-71586702766e
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-05
**Language:** de
**Title:** Revisionsvoraussetzungen nach 20-jährigem Rentenbezug gegeben; Depression ist verschwunden, die verbleibende somatoforme Schmerzstörung überwindbar, kein 6a-Anwendungsfall; Eingliederungsmassnahmen wurden durchgeführt
**Docket/Reference:** IV.2013.01005
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2013.01005.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2013.01005
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiber Sonderegger
Urteil
vom
5. Februar 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Ivo Wiesendanger
Advokaturbureau
Bertschinger Isler Wiesendanger
Oberfeldstrasse 158, Postfach 5, 8408 Winterthur
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
,
geboren 1961, arbeitete zuletzt ab
1.
September
1990 bis 3
1.
Mai 1993 als Schweisser bei der
Y.___
AG, wobei er seit 1
4.
Jul
i 1992 arbeitsunfähig geschrieben wurde (
Urk.
8/15). Am 1
4.
April 1993 meldete er sich unter Hinweis auf Rückenschmerzen bei Diskushernie bei der Invali
den
versicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/9
Ziff.
6.2). Nach medizi
nischen und beruflichen Abklärungen, unter anderem der Einholung eines Gut
achtens der Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS)
Z.___
(datierend vom
1
7.
Januar 1995,
Urk.
8/30), sprach ihm die Sozialversicherungsanstalt des
Kan
tons Zürich (SVA), IV-Stelle, bei den Hauptdiagnosen eines
Panvertebral
syn
droms
sowie einer Major-Depression vom chronischen Typus mit
somato
former
Schmerzstörung (
Urk.
8/30 S.
18 und
Urk.
8/31) mit Verfügung vom 1
1.
Juli 1995
(
Urk.
8/35) mit Wirkung ab
1.
Juli 1993 basierend auf einem
In
validitäts
grad
von 100
%
eine ganze Rente der Invalidenversicherung samt
Zu
satzrenten
für Ehefrau und zwei Kinder zu.
Diese
Rentenzusprache
wurde revisionsweise mehrfach bestätigt (Verfügungen vom
1.
Februar 1996 [
Urk.
8/39] und 2
4.
März 1998 [
Urk.
8/43] sowie Mittei
lungen vom 1
6.
Mai 2001 [
Urk.
8/48], 2
3.
August 2004 [
Urk.
8/56], und
4.
Januar 2008
[
Urk.
8/66]).
1.2
Im März 2010 (
Urk.
8/71) kontaktierte die IV-Stelle den Versicherten und the
ma
tisierte den beruflichen Wiedereinstieg. Mit Verfügung vom 2
1.
Juli 2010 (
Urk.
8/76) sprach
sie
ihm Arbeitsvermittlung in Sinne von Beratung und Un
terstützung bei der Stellensuche während eines Jahres bei der
A.___
AG zu, wel
ches Programm er in der Folge absolvierte (
Urk.
8/86). Die IV-Stelle veran
lasste sodann eine Begutachtung des Versicherten durch das
B.___
, welche Expertise am 3
0.
August 2012 (
Urk.
8/93) erstattet wurde.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/100-101,
Urk.
8/105 und
Urk.
8/116), in dessen Verlauf verschiedene Arztberichte aufgelegt wurden (
Urk.
8/104/2
,
Urk.
8/108
und
Urk.
8/115) und ergänzende Auskünfte der
B.___
-Ärzte eingingen (
Urk.
8/111), hob die IV-Stelle die Rente mit Verfügung vom
3.
Oktober 2013 (
Urk.
2) auf das Ende des der Zustellung folgenden Monats auf.
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am
4.
November 2013 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung und
Weiter
aus
richtung
der bisherigen ganzen Invalidenrente (
Urk.
1 S.
2). Die IV-Stelle schloss
am
6.
Dezember 2013 (
Urk.
7) auf Abweisung der Beschwerde, was dem Versi
cherten am
1
6.
Oktober 2013
(
Urk.
9) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desge
setzes
über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
ein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt
zu
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2
ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zu
kunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Ge
sundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hin
weisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszu
stan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im
Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechts
kräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheent
scheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditätsbe
messung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
te
n
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a,
122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
2.1.1
Dr.
med.
C.___
, FMH Innere Medizin, Chefarzt, und
Dr.
med.
D.___
, Allgemeine
Medizin FMH, MEDAS
Z.___
, verwiesen in ihrem Gutachten vom 1
7.
Janu
ar 1995 (
Urk.
8/30) unter Einbezug je eines rheumatologischen, neuro
lo
gi
schen und psychiatrischen Konsiliums (S.
13 ff.) auf die sich im März 1992 manifestierten Schmerzen in der Lendenwirbelsäule (LWS) und im linken Bein anlässlich des Hochhebens einer schweren Last. Sie führten aus, der
initial
e
kli
nische und computertomographische Verdacht
auf
eine
lumb
osakrale
Diskus
her
nie
sei später mittels Myelographie und
Myelo
-CT der LWS entkräftet wor
de
n. Ebenso unauffällig sei eine Skelettszintigraphie ausgefallen. Trotz inten
siver, zum Teil stationärer Therapie seien die Beschwerden progredient gewesen und hätten in der Folge als
Panvertebralsyndrom
mit Tendenz zu einer gene
ralisier
ten
Tendomyopathie
imponiert. Eine anfangs 1994 durchgeführte beruf
liche Ab
klärung sei nicht richtungsweisend gewesen, da sich der
Beschwerde
führer
weder als psychisch noch physisch belastbar gezeigt habe.
Aktuell berichte der
Beschwerdeführer
über belastungsverstärkte
Dauerschmer
zen
in der ganzen Wirbelsäule, vor allem im Nacken und in der LWS sowie im ganzen linken Bein, welches manchmal einschlafe und wo er das Gefühl „wie Feuer“ empfinde. Der Schlaf sei dadurch deutlich gestört. Zusätzlich schlafe sei
t
zwei bis drei Jahren die ganze rechte Hand ein, vor allem nachts, oder aber beim Zupacken. Eigentlich traurig empfinde er sich nicht, er mache sich aber wegen seines chronischen Leidens und seiner sozialen Situation viele Gedanken. Die ganze Familie leide unter der Krankheit (S. 16 f.).
2.1.2
Die Gutachter bestätigten unter Hinweis auf ihre Abklärungen das Vorliegen eines
Panvertebralsyndroms
bei leichter
Fehlform
und Fehlhaltung der Wirbel
säule. Wesentliche degenerative Veränderungen seien radiologisch nicht fass
bar. Die Nackenbeschwerden seien möglicherweise durch die geringe
Kipplage
des Atlas teilweise erklärt. Ein Leiden aus dem entzündlichen rheumatologi
schen Formenkreis sei aufgrund der unauffälligen Szintigraphie von 1992 sehr un
wahrscheinlich. In diesem Zusammenhang müsse aber trotzdem die leichte Leukozytose erwähnt werden. Auch jetzt fehlten weitere Entzündungszeichen in den Laboruntersuchungen. Klinisch sei lediglich ein kariöses Gebiss gefunden worden. Möglicherweise sei die Leukozytose auch stressbedingt. Die Schmerzen im linken Bein müssten aufgrund der Voruntersuchungen und der aktuellen neurologischen Abklärung als
pseudoradikulär
bezeichnet werden. Das geklagte Einschlafen der rechten Hand könne aufgrund des unauffälligen EMGs nicht auf
ein Karpaltunnelsyndrom zurückgeführt werden. Die Arbeitsfähigkeit werde durc
h die rheumatologischen Befunde mässig stark eingeschränkt.
Die psychiatrische Exploration habe die Diagnose einer Major-Depression vom chronischen Typ mit
somatoformer
Schmerzstörung ergeben. Die Arbeitsfähig
keit werde durch die depressive Verstimmung weitgehend verunmöglicht (S. 17).  Der psychiatrische Konsiliararzt
Dr.
med.
E.___
führte hierzu aus, beim
Be
schwerdeführer
falle eine schwere depressive Verstimmung ohne psychotische Merkmale auf, welche in engem Zusammenhang mit seinen Schmerzen stehe. Diese würden wegen der depressiven Verstimmung stark wahrgenommen. Die
Be
deutungszuschreibung
sei durch die depressive Sichtweise gekennzeichnet. Der
Beschwerdeführer
erlebe den Verlust der vollständigen körperlichen Integ
rität als äusserst bedrohlich. Die Schmerzen wirkten als Verstärker für die de
pressive
Verstimmung. Für eine Major-Depression sprächen insbesondere fol
gende Symp
to
me: depressive Verstimmung, deutlich vermindertes Interesse an vielen Akti
v
i
täten, Schlafstörung, Energieverlust, Gefühl der Wertlosigkeit, verminderte
Kon
zentration
s
- und Entscheidungsfähigkeit, wiederkehrende Ge
danken an den Tod.
Die Differenz zwischen den neurologischen/orthopädischen Befunden und dem subjektiven Erleben des
Beschwerdeführer
s sei mit dem Vorliegen einer
somatoformen
Schmerzstörung zu begründen, deren Haupt
merkmal die über
mässige Beschäftigung mit Schmerzen bei fehlenden adäqua
ten körperlichen Befunden, die den Schmerz oder seine Intensität erklären könnten, sei. Im der
zei
tigen Zustand sei der
Beschwerdeführer
auf seinem Beruf nicht arbeitsfähig. Die Voraussetzungen für eine Umschulung müssten im Rah
men einer Therapie zuerst geschaffen werden (S. 15 f.).
2.1.3
Die Gutachter diagnostizierten ein
Panvertebralsyndrom
mit leichter
Fehlhal
tung
und
Fehlform
der Wirbelsäule inklusive leichter Fehlstellung des Atlas so
wie
pseudoradikulärer
Symptomatik im linken Bein und eine Major-Depression vom chronischen Typus mit
somatoformer
Schmerzstörung (S. 18).
2.1.4
Sowohl in der früher ausgeübten Tätigkeit als Kranführer und als Zimmermann
wie auch in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Schweisser schätzten die Ex
per
ten die Arbeitsfähigkeit auf 0
%
der Norm. Limitierend wirkten sich die psy
cho
pathologischen, weniger die rheumatologischen Befunde aus. Auch jede an
dere Tätigkeit sei dem
Beschwerdeführer
zurzeit
nicht zumutbar (S. 18).
2.2
2.2.1
Vom 3
0.
April bis
4.
Mai 2012 wurde der
Beschwerdeführer
von den
Dres
. med.
F.___
, Psychiatrie,
G.___
, Rheumatologie, und
H.___
, Innere Medizin,
vom
B.___
untersucht. Mit Expertise vom 3
0.
August 2012 (
Urk.
8/93) verwiesen die Ärzte auf die erhobene Krankheitsanamnese, wonach der
Beschwerdeführer
laut
Akten im März 1992 eine schwere Eisentüre habe hochheben wollen und dabei einschiessende Schmerzen im Rücken verspürt habe. Eine ambulante Behand
lung mittels Schmerzmittel und Physiotherapie sei ohne Erfolg gewesen, er sei
auch im Spital
I.___
hospitalisiert gewesen, eine Besserung sei jedoch nicht
eingetreten. Auch eine
Hospitalisation
in der
Klinik J.___
sei er
folglos gewesen. Seit dem Bezug der Rente 1993 sei keine Besserung der
Schmerz
symp
tomatik
eingetreten (S. 8 f.).
2.2.2
Im Rahmen der rheumatologischen Untersuchung wurde keine Änderung der Beurteilung gegenüber der Einschätzung der Ärzte der MEDAS
Z.___
im Jahr 1994 festgestellt. Der Rheumatologe führte aus, klinisch bestehe ein ver
tebrales Lumbalsyndrom mit im Vordergrund stehender Schmerzangabe und
Be
wegungseinschränkung
, jedoch im Sinne von unspezifischen Kreuzschmer
zen.
Es fänden sich keine klinischen Zeichen eines Facettensyndroms oder von
disko
genen
Beschwerden oder einer
radikulären
Reiz- oder Ausfallsymptomatik. Die da
malige Diagnose eines panvertebralen Schmerzsyndroms könne jedoch nicht bestätig werden. Die weiter proximal gelegenen Beschwerden entsprächen nicht vertebralen Schmerzen. Es fänden sich einerseits muskuläre
Dysbalancen
des
Tra
pezius
rechts, die dann andererseits
myotendinogen
gegen distal aus
strahl
ten.
Ein pathologischer Befund an der Halswirbelsäule (HWS) oder
Brust
wirbelsäule
(BWS) finde sich – abgesehen von der Hyperkyphose, die jedoch nicht stark aus
geprägt sei – nicht. Diesbezüglich müsse auch der früher er
wähnte
Röntgen
be
fund
mit möglicher Atlasfehlhaltung relativiert werden. Es könnte sich einer
seit
s um eine projektionsbedingte Asymmetrie handeln, ande
rerseits sei diese ent
sprechend den klinischen Befunden nicht relevant. Es fän
den sich sehr häufig Asymmetrien in diesem Bereich, die nur bei klinisch loka
lisierbaren Befunden von Relevanz sein könnten. Seit der damaligen Abklärung seien keine
bildge
ben
den
Kontrollen durchgeführt worden. Dies könne an sich nachvollzogen werden, da die damaligen Befunde praktisch normal ausgefallen seien und sich
die Beschwerden nicht verändert hätten. Andererseits lägen auch keine typi
schen
Beschwerden vor, die an ein relevantes morphologisches Sub
strat denken lassen würden.
Im Rahmen der aktuellen Begutachtung sei trotzdem eine Verlaufskontrolle der LWS mittels konventioneller Röntgendarstellung durchgeführt worden. Entspre
chend den klinischen Befunden und anamnestischen Angaben sei kein relevan
te
r pathologischer Befund dargestellt worden.
In Anbetracht der zusätzlich bestehenden positiven
Waddell
-Zeichen im Sinne
eines vermehrten Schmerzgebarens müsse gefolgert werden, dass der überwie
gen
de Teil der vom
Beschwerdeführer
wahrgenommenen Beschwerden nicht soma
tisch erklärt werden könne. Auch dies stehe eigentlich nicht im Wider
spruch zu
r
früheren rheumatologischen Beurteilung im Jahr 199
4.
Die da
malige Schlussfol
ge
rung, dass bei unauffälligem radiologischem
Abklärungs
befund
trotzdem eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus rheumatologi
scher Sicht angenommen
worden sei, sei nur insofern nachvollziehbar, als of
fenbar damals vorwiegend auf
die anamnestischen Schmerzangaben abgest
ellt
worden sei. Unter der Beurtei
lung der nun doch auch deutlich vorhandenen Zeichen eines vermehrten
Schmerzgebarens, die damals in dieser Art nicht ge
prüft worden seien, müsse nun
doch beurteilt werden, dass keine eigentlichen rheumatologischen Gründe für eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorlä
gen. Es sei allerdings wichtig zu betonen, dass es sich hierbei lediglich um eine andere Beurteilung des praktisch identischen klinischen und radiologischen Befundes handle. In diesem Sinne könne aus rein rheumatologischer Sicht keine Besserung des Gesundheits
zu
standes bestätig
t
werden. Dies sei bei praktisch normalen radiologischen
Abklä
rungsresultaten
auch nicht zu erwarten. Im Ge
genteil sei damit zu rechnen, dass entsprechend dem natürlichen Verlauf 20 Jahre nach der Erstbegutachtung nun auch degenerative Veränderungen mit der Zeit in Erscheinung träten, respektive verstärkt auftreten würden. Diesbezüglich sei aber die Klinik führend mit aktuell weiterhin fehlenden klaren Zeichen einer somatischen Schmerzgenese.
Auch die beschriebenen pseudoneurologischen Ausfälle, wie die nicht
Derma
tom
bezogenen sensiblen oder auch motorischen Störungen, passten gut in die Beur
teilung des vorwiegend nicht-somatischen Beschwerdebildes.
Zusammenfassend könne aktuell weder aufgrund der klinischen Untersuchungs
befunde noch der radiologischen Dokumente eine relevante qualitative oder quan
titative Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht bestätigt werden (S. 15 ff.).
2.2.3
Im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung verwies der Gutachter auf eine freundliche und adäquate Begrüssung durch den
Beschwerdeführer
anlässlich der Untersuchung, eine geordnete und bereitwillige Auskunftserteilung
;
auf Er
kundigung nach seinem aktuellen Befinden berichte er, es gehe wie mit dem
Wetter, bei schlechtem Wetter habe er mehr Beschwerden (Schmerzen ausge
hend
vom Nacken über den gesamten Rücken nach unten bis und mit in das linke
Bein). Bis auf einen linksseitigen Tinnitus und nächtliches Einschlafen der Finge
r IV und V beider Hände mit Ameisenlaufen seien – so der Gutachter – keine
weiteren psychosomatischen und psychovegetativen Befunde
erhebbar
. Zum affek
tiven Befinden befragt meine der
Beschwerdeführer
, dass
es
„
benis
simo
“ gehe. Er fühle sich gut, er habe keinerlei psychische Probleme. An seine Schmerzen habe er sich nach 20 Jahren gewöhnt, hier mache er sich im Ge
gen
satz zu früher keine Sorgen mehr um seine gesundheitliche Situation. Seine fami
liären Beziehungen seien ausserordentlich gut, er sehe ausserhalb seiner kör
perlichen Beschwerden keinerlei Probleme, weder psychisch noch sozial.
Objektiv kontrastiere das Selbstbild etwas mit dem effektiven Verhalten, der
Be
schwerdeführer
wirke hier objektiv etwas zurückhaltend, gelegentlich seufze er, sei ernsthaft, die Stimmung sei wenig moduliert. Er wirke etwas torpide und resigniert. Insgesamt müsse objektiv von einer leichten, vorwiegend apathisch-gehemmt depressiven Stimmungslage ausgegangen werden. An larviert-depres
siven Symptomen werde über eine Schlafstörung geklagt, die allerdings auf die nächtlichen Schmerzen zurückgeführt w
e
rde. Bezüglich der kognitiven Leis
tungsfähigkeit würden keinerlei Einschränkungen geklagt. Sowohl die Kon
zen
trationsfähigkeit, die Merkfähigkeit, das Frischegedächtnis sowie die
All
tags
ge
dächtnisfunktionen
würden als uneingeschränkt erlebt, ebenso die
Orien
tie
rungs
fähigkeit
. Der
Beschwerdeführer
sei sodann örtlich, zeitlich und
auto
psy
chisch
voll orientiert und bei klarem Bewusstsein und
vigilant
. Die formalen Gedan
kengänge seien in sich kohärent und logisch und ohne Hinweise auf eine Psychose oder Konfabulation. Auch das inhaltliche Denken sei unauffällig. Es fehlten sodann Hinweise auf Ich- oder Wahrnehmungsstörungen (S. 19 f.).
In der psychiatrischen Beurteilung wurde ausgeführt, subjektiv erlebe sich der
Beschwerdeführer
psychisch völlig gesund und ausgeglichen, er klage weder über kognitive Leistungseinbussen noch über irgendwelche affektive Störungen. Die formalen Gedankengänge seien intakt, objektiv liessen sich ausser einer
leichten, apathisch-gehemmten Symptomatologie, die in einem gewissen Ge
gen
satz zur Eigenschilderung einer völlig problemlosen und unbelasteten Per
sön
lichkeit stehe, keine pathologischen Befunde erheben. Im somatischen Be
reich fänden sich die im rheumatologischen Teilstatus dargestellten Klagen über Be
schwerden im Bewegungsapparat, der Wirbelsäule von oben bis unten und im linken Bein. Darüber hinaus könne aber kein typischer Mix von
psychovegeta
tiven
und psychosomatischen Beschwerden exploriert werden. Dennoch bestehe
n
aheliegender
w
eise
ein Verdacht auf eine psychosomatische Überlagerung der an
sich bescheidenen objektivierbaren Befunde als Erklärung für das ausge
prägte Schmerzempfinden des
Beschwerdeführer
s. Eine bewusste Aggravation könne nicht festgestellt werden. Es fehlten aber auch hintergründige Konflikte, der
Be
schwerdeführer
sehe weder in seiner Vergangenheit noch in der Gegen
wart
irgendwelche psychisch belastenden Momente, auch soziale Faktoren seien nicht
zu eruieren (S. 20 f.).
2.2.4
Die Gutachter stellten keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie (S. 22 f.):
-
chronisches
Lumbovertebralsyndrom
im Sinne von unspezifischen Kreuz
schmerzen mit
pseudoradikulärer
Ausstrahlung ins linke Bein seit 1992 bei radiologisch unauffälligen Verhältnissen
-
begleitende
Ansatztendinose
am medialen Beckenkamm links, ebenfalls mit
pseudoradikulärer
Schmerzausstrahlung links
-
Hyperkyphose der BWS
-
muskuläre
Dysbalance
Trapezius
rechts mehr als links
-
Hallux
valgus
beidseits
-
Hinweis für so genannt vermehrtes Schmer
z
gebaren bei
-
Verdacht auf
somatoforme
Schmer
z
störung
-
Nikotinabusus
-
Rhinitis
allergica
-
leichte depressive Episode
Zur Arbeitsfähigkeit führten die Ärzte aus, im somatischen Bereich bestünden
lediglich Klagen über somatische Beschwerden im Rücken, vom Nacken bis in das
linke Bein, die somatisch nicht objektiviert werden könnten. Somit bestehe ob
jektiv keine Einschränkung für eine Arbeitstätigkeit in irgendeiner berufli
chen Richtung. Auch aus internistischen Gründen sei der
Beschwerdeführer
in seiner Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt. Ebenso wenig sei er dies aufgrund seiner aktuellen psychiatrischen Symptomatik mit einer leichten, objektivierba
ren
Depressivität und einem sich selbst aber nicht depressiv fühlen. Für den
Be
schwer
deführer
seien einzig seine geklagten Schmerzen Ursache dafür, dass er nicht arbeitstätig sein könne (S. 24).
2.3
2.3.1
In dem im
Vorbescheidverfahren
aufgelegten Bericht des
Spitals K.___
vom 2
9.
Januar 2013 (
Urk.
8/104/2) betreffend MR-Untersuchung der Wirbelsäule wurde in Bezug auf die LWS eine konzentrische
Protrusion
der Bandscheibe L4/5 mit medianem transversalem
Anulus
-Riss ohne direkte Kom
pression der Nervenwurzel sowie eine
Spondylarthrose
L4/5 und L5/S1 geschil
dert. Bezüglich HWS erwähnte die untersuchende Oberärztin
Dr.
med.
L.___
eine mediane (rechts paramediane)
subligamentäre
Diskushernie C5/6 mit en
ge
m Kontakt zur Nervenwurzel C6
,
aber ohne direkte Kompression, eine
links
betonte
Uncovertebralarthrose
C4-7 mit Punktum
maximum
C5/6 sowie eine konzen
trische
Bandscheibenprotrusion
C6/
7.
2.3.2
Am
8.
Februar 2013 (
Urk.
8/108/1-3) berichteten
Dr.
med.
M.___
,
Assistenz
ärz
tin
, und
Dr.
med.
N.___
, Oberarzt, vom
K.___
über ihre Untersu
chungen un
d verwiesen auf ihren
initialen
Verdacht auf ein
lumboradikuläres
Reizsyndrom
L5/S1, allerdings hätten sich im Untersuch eine Selbstlimitierung und ein dis
kre
pantes Verhalten gezeigt. Der
Lasègue
sei bei 40° pseudo-positiv gewesen, der
Langsitz
jedoch möglich. Die durchgeführte MRI-Untersuchung der LWS habe keine Wurzelkompression zeigen können. Sie beurteilten die Problematik als
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom. Ausserdem habe
initial
auch
der Verdacht auf ein mögliches
zervikoradikuläres
Reizsyn
drom
C5 rechts be
standen. Auch hier habe sich im MRI keine
Wurzelkompres
sion
gezeigt, sodass auch hier ein
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom be
stehe. Zusätzlich hätten
die durchgeführten Röntgen der Knie keine ausgeprägte
Gonarthrose
, jedoch eine
ossäre
Ausziehung am Ansatz der
Quadrizepssehne
gezeigt. Somit liege hier eine leichte
Periostose
vor. Es ergäben sich keine Indi
kationen für
i
n
filtrative
oder operative Massnahmen (S. 2).
Die
K.___
-Ärzte empfahlen die Durchführung einer externen Physiotherapie mit
Hauptgewicht auf rumpf- sowie nackenstabilisierenden Übungen sowie allen
falls
zusätzlich
einer
iontophoretische
n
Behandlung der Knie/
Patellae
. Zusätz
lich scheine jedoch die psychosoziale Belastungssituation
im Vordergrund
zu stehen bei einem
Beschwerdeführer
,
der während 20 Jahren eine 100%
ige IV-Rente er
halten habe und nun als 100
%
arbeitsfähig beurteilt werde. Ausserdem lägen nun klare Hinweise für eine Depression vor, weshalb die Durchführung einer psychiatrischen Beurteilung empfohlen werde.
Aus rein rheumatologischer Sicht erachteten sie den
Beschwerdeführer
als zu 100
%
arbeitsfähig für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten (maximales Heben von Gewichten von 10-15 kg). Ob zusätzlich aus psychiatrischer Sicht eine Ar
beitsunfähigkeit bestehe, konnten sie nicht beurteilen (S. 3).
2.4
Die
B.___
-Ärzte
Dres
.
F.___
und
G.___
nahmen am 2
4.
April 2013 (
Urk.
8/111) zum
K.___
-Bericht
Stellung
und hielten fest, dass aufgrund der neuen MRI-Auf
nahmen der LWS und HWS eine Nervenwurzelkompression auszuschliessen sei.
Die erwähnten degenerativen Veränderungen seien altersentsprechend. Aus MRI-
Studien bei beschwerdefreien Probanden sei bekannt, dass gut 60
%
der unter
such
ten Personen
Diskusprotrusionen
und gut 30
%
Diskushernien hätten. Be
züg
lich der Wertigkeit derartiger Veränderungen sei die Klinik führend. Im Bericht des
K.___
sei eine freie Beweglichkeit der HWS bestätigt worden wie auch
Zeichen eines vermehrten Schmerzgebarens, sodass die Kreuzschmerzen über
wie
gend wahrscheinlich einem nicht-somatischen Krankheitsbild zugeord
net werden
müssten.
Entsprechend sei die Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht auch von den
K.___
-Ärzten als vollständig erhalten beurteilt worden für leichte bis mittel
schwere Tätigkeiten. Diese Einschränkung sei allerdings nicht begründet worden und auch nicht nachvollziehbar. Die bildgebenden Befunde fänden sich erfah
rungsgemäss nicht sel
t
en bei beschwerdefreien über 50-jährigen Probanden, so
dass nicht per se wegen diesen nicht-fortgeschrittenen degenerativen Verände
rungen eine Einschränkung der Belastbarkeit begründet werden könne. Einzig
aufgrund des MRI-Befundes der HWS müsse festgehalten werden, dass repeti
tive
oder ständige Überkopfarbeiten mit
reklinierter
HWS möglicherweise zu ver
mehrten lokalen Beschwerden führen könnten, sodass diese zu vermeiden seien. Anderweitige Einschränkungen könnten nicht begründet werden (S. 2).
In psychiatrischer Hinsicht sei die aktuelle Situation während der
Untersuch
ungs
woche
dargelegt und korrekt geschildert worden. Es sei auch darauf hinge
wiesen worden, dass nach 20-jähriger Berentung eine Korrektur der für den
Beschwerdeführer
gewohnten Situation in normalpsychologisch zu er
wartender Weise zu eher negativen Reaktionen führen dürfte. Dass der
Be
schwerdeführer
nach jahrlanger Entwöhnung vom Arbeitsmarkt und in seinem Alter grösste Mühe in einer beruflichen Reintegration haben dürfte, sei nah
e
lie
gend (S. 3).
2.5
Am
2.
September 2013 berichteten
Dr.
med.
O.___
, Oberärztin, und med.
pract
.
P.___
, Assistenzarzt, von der
Q.___
über ihre Untersuchungen und Behandlungen zwischen Juni und August 201
3
(Urk. 3/6)
.
Sie diagnostizierten eine anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
sowie eine Anpassungsstörung.
Die Ärzte schilderten einen zu allen vier Qualitäten orientierten
Beschwerdefüh
rer
, welcher im Kontakt anfänglich fordern
d
, klagend, unzufrieden und vor
wurfs
voll gewesen sei, später freundlich und entspannt. Die Sprache sei pha
sen
weise schwer verständlich, im späteren Kontakt sei eine gute Verständigung mög
lich gewesen. Sie verneinten Aufmerksamkeits- oder
Konzentrationsstörun
gen
,
erwähnten jedoch subjektiv angegebene Gedächtnisprobleme. Der Gedan
ken
gan
g sei leicht umständlich, persev
er
ierend, inhaltlich zunächst auf die kör
perlichen Schmerzen und später auf eine mögliche Arbeitsrehabilitation fokus
siert. Sie
ver
neinten Hinweise auf Sinnestäuschungen, Wahn, Ich-Störungen oder Zwänge
und Ängste. Weiter habe eine leicht deprimierte Stimmung in der Anfangsphase der Exploration bestanden, diese sei später durch eine ausgegli
chene, mit hoff
nungsvollen positiven Zukunftsperspektiven ersetzt worden. Die
Schwingungs
fähigkeit
im Gespräch sei phasenweise schwankend. Psychomoto
risch sei der
Beschwerdeführer
unauffällig. Es bestünden keine Hinweise auf
ei
nen
sozialen
Rückzug. Der
Beschwerdeführer
leide unter Ein- und Durchschlaf
störungen sowie
schwankendem
Appetit. Es bestehe keine Selbst- oder
Fremd
gefährdung
.
Die Ärzte verwiesen in ihrer Zusammenfassung und Beurteilung auf die
chroni
fizierte
Schmerzstörung sowie die seit 1993 ausgerichtete ganze IV-Rente sowie das grosse Interesse des
Beschwerdeführer
s an einer beruflichen Eingliederung im Rahmen einer angepassten oder geschützten Tätigkeit. Mit Unterstützung
durch den hausinternen Sozialdienst habe der
Beschwerdeführer
bereits mehrere
Termine mit den geschützten Arbeitsstätten organisiert bekommen, worüber er sich
freue. In der
R.___
werde er an den wöchentlichen Gruppensitzungen für Menschen mit chronischen Schmerzen teilnehmen. Am
bulante Behandlungstermine erschienen momentan nicht dringend notwendig.
3.
3.1
Massgebender Vergleichszeitpunkt für die Prüfung einer Veränderung ist die
ursprüngliche
Rentenzusprache
am 1
1.
Juli 1995 (
Urk.
8/35). Die seither erfolg
ten
Rentenbestätigungen (
Urk.
8/39,
Urk.
8/43,
Urk.
8/48,
Urk.
8/56 und
Urk.
8/66) basierten allesamt nicht auf einlässlichen medizinischen Abklärun
gen, sondern auf knapp gehaltenen Formularberichten, in welchen ohne Angabe von neuen
Untersuchungsresultaten summarisch auf unveränderte Verhältnisse hingewie
sen
wurde (
Urk.
8/37,
Urk.
8/41,
Urk.
8/45,
Urk.
8/54,
Urk.
8/61 und
Urk.
8/64).
3.2
Die ursprüngliche
Rentenzusprache
erfolgte
gestützt
auf d
ie
Diagnosen eines
Panvertebralsyndroms
sowie einer Major-Depression vom chronischen Typus mit
somatoformer
Schmerzstörung. Aufgrund des Gutachtens der MEDAS
Z.___
vom 1
7.
Januar 1995 (E. 2.1) ging die
Beschwerdegegnerin
da
von aus, dass der
Beschwerdeführer
primär
wegen
seiner psychopathologischen Befunde vollumfänglich arbeitsunfähig sei (
Urk.
8/32).
In der Tat gingen die MEDAS-Gutachter davon aus, dass die Arbeitsfähigkeit durch
die rheumatologischen Befunde nur mässig stark eingeschränkt, durch die depressive Verstimmung indes weitgehend verunmöglich wird. So ergab sich dann
zumal eine schwere depressive Verstimmung ohne psychotische Merkmale im Zusammenhang mit den Schmerzen (E
.
2.1)
.
3.3
Zur Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführer
s lie
gen praktisch einhellige ärztliche Stellungnahmen vor. Vorweg ist festzuhalten, dass das
B.___
-Gutachten vom 3
0.
August 2012 (E.
2.2) den praxisgemässen An
forderungen an den Beweiswert einer Expertise entspricht. So ist es für die strei
tigen Belange umfassend, gibt es doch Antwort auf die Frage nach dem Ge
sundheitszustand, der Arbeitsfähigkeit und allfälligen Veränderungen zu früh
eren Einschätzungen. Weiter beruht es auf den notwendigen Untersuchun
gen in internistischer, rheumatologischer und psychiatrischer Hinsicht und schildert es ausführlich die geklagten Beschwerden. Sodann wurde es in Kennt
nis der
und
in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(
Gutachten der MEDAS
Z.___
vom 1
7.
Januar 1995
;
E. 2.1) abgegeben und leuchtet es in der Beurteilung der
medizinischen Situation ein. Schliesslich erscheinen die Schlussfolgerungen als begründet.
In diesem Sinn legten die Gutachter einlässlich dar, dass eine gewisse
Rücken
pathologie
besteht, welche aber nicht über
dem
im Alter des
Beschwerdeführer
s zu Erwartende
n
liegt. In psychiatrischer Hinsicht verneinten die Gutachter so
dann das Vorliegen einer Depression überhaupt und damit auch einer schweren Depression, aufgrund welcher dem
Beschwerdeführer
die Rente damals zuge
sprochen worden war.
3.4
3.4.1
Diese Einschätzung stimmt mit den übrigen aktenkundigen ärztlichen Beurtei
lungen im Wesentlichen überein.
3.4.2
In organischer Hinsicht ist festzuhalten, dass auch die vom
Beschwerdeführer
konsultierten Ärzte des
K.___
, welche ergänzend MRI-Bilder anfertigten, keine rele
vante Pathologie in der LWS ersahen. Jedenfalls verneinten sie eine
Wurzel
be
teiligung
der ausgewiesenen degenerativen Veränderungen und erachteten weder
infiltrative
noch operative Massnahmen als angezeigt. Demgemäss schlosse
n auch sie auf eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit
,
allerdings in einer angepassten (leichten, wechselbelastenden) Tätigkeit (E. 2.3.2).
Aufgrund des Dargelegten steht fest, dass der
Beschwerdeführer
aus organischer Sicht vollumfänglich arbeitsfähig ist. Ob sich dies auf jegliche Tätigkeit (ohne Nackenbelastung gemäss den
B.___
-Ärzten) oder aber auf eine leichte, wechsel
belastende (gemäss
K.___
-Ärzten) bezieht, ist nicht von
entscheidwesentlicher
Bedeutung. Selbst wenn zugunsten des
Beschwerdeführer
s von einem vermin
derten Stellenprofil ausgegangen wird, ergibt sich kein abweichendes Resultat.
Eine massgebliche Veränderung der Situation ist in organischer Hinsicht nicht ausgewiesen und solches wurde auch nicht geltend gemacht (vgl. hierzu den Hinweis des
Beschwerdeführer
s auf eine leichte Verschlimmerung, ohne jedoch
daraus
eine weitergehende Arbeitsunfähigkeit abzuleiten,
Urk.
1 S. 18).
3.4.3
Im Vordergrund steht die psychische Situation des
Beschwerdeführer
s. Hierzu ergibt sich aus den Akten mit aller Deutlichkeit, dass die vorbestehende schwere Depression nicht mehr vorliegt.
Dies
wurde vom
Beschwerdeführer
denn auch nicht substantiiert
bestritten
.
Der
Blick auf die geschilderten Befunde ist eindeutig: So herrschten früher eine depressive Verstimmung, deutlich vermindertes Interesse an vielen Aktivitäten, eine Schlafstörung, Energieverlust, Gefühl der Wertlosigkeit, verminderte
Kon
zentration
s
- und Entscheidungsfähigkeit sowie wiederkehrende Gedanken an den
Tod vor (E. 2.1.2). Aktuell konnten die
B.___
-Gutachter keine Pathologie erken
nen
und verwiesen auf eine freundliche und adäquate Begrüssung durch den
Be
schwerdeführer
, eine geordnete und bereitwillige Auskunftserteilung, dass
es
ihm
„
benissimo
“ gehe, er sich gut fühle und keinerlei psychische Probleme habe. Auch berichtet
e
er von einer Schmerzgewöhnung und davon, dass er sich im Gegensatz zu früher
keine
Sorgen mehr um seine gesundheitliche Situation mache. Seine familiären Beziehungen seien ausserordentlich gut, er sehe aus
ser
halb seiner körperlichen Beschwerden keinerlei Probleme, weder psychisch noch sozial (E. 2.2.3). Ausser den Schlaf- und leichten Sensibilitätsstörungen in den Händen wurden keine Auffälligkeiten geschildert.
Nichts anderes ist der Einschätzung der
Q.___
-Ärzte zu entnehmen. Auch sie be
richteten von einem freundlichen und entspannten
Beschwerdeführer
, welcher keine grösseren Auffälligkeiten gezeigt habe. Auch sei die anfänglich leicht de
primierte Stimmung in der Anfangsphase durch eine ausgeglichene, mit hoff
nungsvollen positiven Zukunftsperspektiven ersetzt worden (E.
2.5). Angesichts
dieser eindeutigen Aktenlage erübrigt sich eine Auseinandersetzung
mit
der vom
Beschwerdeführer
vorgebrachten Kritik am psychiatrischen Teilgutachten des
B.___
(
Urk.
1 S. 17).
Damit steht fest, dass sich die psychische Situation des
Beschwerdeführer
s da
hingehend verbessert hat, dass die schwere Depression nicht mehr vorliegt.
3.5
Der
Beschwerdeführer
verwies darauf, dass früher wie aktuell eine
somatoforme
Schmerzstörung diagnostiziert worden sei, weshalb keine Änderung der Ver
hält
nisse eingetreten sei (
Urk.
1 S. 18).
In der Tat diagnostizierten die Ärzte der MEDAS
Z.___
im Gutachten vom 1
7.
Januar 1995 eine
somatoforme
Schmerzstörung, welche sie indes im Rahmen der Major-Depression thematisierten (
E.
2.1.3).
Währenddem
die
B.___
-
Experten
nurmehr
einen Verdacht auf eine
somatoforme
Schmerzstörung nannten
(E. 2.2.4)
,
gingen die
Q.___
-Ärzte vom Vorliegen einer solchen aus.
Damit ist auch aktuell vom Vorliegen einer
somatoformen
Schmerstörung aus
zugehen. Dass deswegen aber keine Änderung der Verhältnisse erfolgt ist,
trifft nicht zu. Im Vordergrund der
Rentenzusprache
stand nicht die
Schmerzproble
ma
tik
als solche, sondern die schwere Depression, in deren Rahmen der Be
schwerdeführer die Schmerzen
verstärkt
wahr
nahm.
Der
Beschwerdeführer
er
leb
t
e den Verlust der vollständigen körperlichen Integrität als äusserst bedroh
lich
(
E.
2.1.3)
.
Dies ist heute nicht mehr der Fall
,
macht er sich
doch
nach 20 Jah
ren Schmerzgewöhnung keine Sorgen mehr
um seine gesundheitliche Situa
tion
(E. 2.2.3)
.
Ist damit eine Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes ausgewie
sen, liegt kein Anwendungsfall von
lit
. a der Schlussbestimmungen IVG der Re
vision 6a vor, weshalb sich Weiterungen
(vgl. die entsprechenden Vorbringen des Beschwerdeführers,
Urk.
1 S. 18 f.)
erübrigen.
3.6
3.6.1
Damit verbleibt zu prüfen, inwieweit der Beschwerdeführer aufgrund des neu festgestellten (verbesserten) Gesundheitszustandes arbeitsfähig ist. Da in psychi
atrischer Hinsicht einzig eine
somatoforme
Schmerzstörung im Raum steht, ist deren invaliden
versicherungsrechtliche Relevanz
zu prüfen.
3.6.2
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung
einer psychischen
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprä
gung
und Dauer. Massgebend sein können auch weitere mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllte Faktoren, so: chronische körperliche
Begleiterkrankun
gen
; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progre
dienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung; ein ausgewiese
ner so
zialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeu
tisch nich
t
mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich miss
glückten, psy
chisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer
Krank
heitsgewinn
; „Flucht
in die Krankheit"); ein
unbefriedigendes
Behandlungser
gebnis
trotz kon
se
quent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Be
handlung (auch mit
unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und geschei
terte
Rehabilitations
massnahmen
bei vorhandener Motivation und
Eigenan
strengung
(kooperative Hal
tung)
der versicherten Person. Je mehr dieser Krite
rien zutreffen und je aus
ge
prägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind
–
aus
nahms
weise - die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu ver
neinen (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2, 139 V 547 E. 3).
3.6.3
Beim Beschwerdeführer liegt keine (weitere) Erkrankung vor, welche als
komor
bid
zu fassen wäre. Die
B.___
-Ärzte stellen gar keine entsprechende Diagnose und die
Q.___
-Ärzte gingen von einer
Anpassungsstörung
aus. Diese Diagnose entspricht indes keiner
Komorbidität
, sondern einem Krankheitsbild, auf welche die erwähnte Rechtsprechung (E.
3.6.2) ebenfalls Anwendung findet
(vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts 9C_408/2010 vom 2
2.
November 2010 E.
5.2 sowie 8C_1055/2010 vom 1
7.
Februar 2011 E. 4.3).
Sodann sind die praxisgemäss zu prüfenden Kriterien klarerweise nicht im erfor
derlichen Ausmass gegeben: Eine c
hronische körperliche Begleiterkrankung
liegt nicht
in der notwendigen Ausprägung
vor.
Das chronische
Lumboverteb
ral
syndrom
wurde lediglich im Sinne von unspezifischen Kreuzschmerzen ge
schil
dert. Die objektivierbaren Befunde
(
Protrusion
der Bandscheibe L4/5 mit media
nem
transversalem
Anulus
-Riss
,
Spondylarthrose
L4/5 und L5/S1
,
medi
ane
subli
gamentäre
Diskushernie C5/6
,
linksbet
onte
Uncovertebralarthrose
C4-7,
kon
zentrische
Bandscheibenprotrusion
C6/7
;
E.
2.3.1) wurden von den Ärzten nicht als derart schmerzauslösend geschildert.
Ein
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter Symptomatik ohne länger
dauernde Rückbildung
liegt vor, klagt doch der Beschwerdeführer über unveränderte Schmerzen. E
in ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens
besteht nicht
. Im Gegenteil hat der Beschwerdeführer
ausgewiese
nermassen
ein ausgeprägtes soziales Leben. Von einem
verfestigte
n
, therapeu
tisch nicht mehr beeinflussbare
n
innerseelische
n
Verlauf einer an sich miss
glückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung
kann bei Fehlen jeg
li
cher therapeutischer Bemühungen nicht gesprochen werden;
ebenso wenig
von
einem
unbefriedigende
n
Behandlungsergebnis
trotz konsequent durchge
führter ambulanter und/oder stationärer Behandlung (auch mit unterschiedli
chem the
rapeutischem Ansatz)
oder
gescheiterte
n
Rehabilitationsmassnahmen bei vorhan
dener Motivation und Eigenanstrengung der versicherten Person.
Damit reduzieren sich die relevanten Umstände auf die unveränderten (subjekti
ven) Schmerzklagen, alle weiteren Kriterien sind nicht gegeben. Die Folgen der
somatoforme
Schmerzstörung gelten deshalb als überwindbar und führen nicht zu
r
Leistung
spflicht
der Invalidenversicherung.
3.7
Der medizinische Sachverhalt ist demgemäss als in dem Sinne erstellt zu erach
ten,
dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers insofern verbes
sert hat, als ihm - zumindest eine
leichte bis mittelschwere
- Arbeitstä
tigkeit
voll
zeitlich
zumutbar ist.
4.
4.1
4.1.1
Da die Beschwerdegegnerin von der Zumutbarkeit der angestammten Tätigkeit
ausging
, ermittelte sie keine erwerblichen Auswirkungen (ausgehend von den Tabellenlöhnen des Bundesamtes für Statistik
, LSE
,
im Bereich Bauhilfsarbeiter
in der Höhe von
Fr.
67‘601.--) und damit einen Invaliditätsgrad von 0
%
(
Urk.
2)
.
4.1.2
Der Beschwerdeführer brachte dagegen vor, er h
abe schon vor 20 Jahren als
30-j
ähriger einen
Lohn von
Fr.
58‘000.-- erzielt. Heute würde er mit Sicherheit ei
nen erheblich höheren Lohn erzielen. Nur bereits die Nominallohnentwicklung ergebe ein höheres Einkommen. Zudem dürfe davon ausgegangen werden, dass
sich
der damals (1992) noch
junge
Arbeitnehmer weiter gebildet hätte. Ein
Vali
deneinkommen
von
Fr.
97‘500.-- sei jedenfalls angemessen.
Betreffend Invalideneinkommen brachte der Beschwerdeführer - neben abwei
chenden Annahmen betreffend
Arbeitsfähigkeit
- vor, es kämen nur noch kör
perlich leichte Arbeiten in Frage. Es müsse zwingend ein leidensbedingter Ab
zug von 20
%
gemacht werden (
Urk.
1 S. 21 f.).
4.2
4.2.1
Für die Ermittlung des ohne Gesundheitsschaden erzielbaren Einkommens (
Vali
deneinkommen
) ist entscheidend, was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit ohne den Gesundheitsschaden, aber bei sonst unveränderten Ver
hältnissen verdienen würde (vgl. BGE 135 V 58 E. 3.1; RKUV 1993 Nr. U 168 S.
100
E. 3b mit Hinweis
)
.
4.2.2
Ein Heranziehen des letzten Lohnes des Beschwerdeführers aus dem Jahr 1992 fällt ausser Betracht,
da seine damalige Arbeitgeberin nicht mehr existiert und er deshalb auch nicht mehr dort beschäftigt wäre (
Urk.
10/1-2).
Damit sind die Tabellenlöhne heranzuziehen.
Geht man zugunsten des Beschwerdeführers davon aus, dass er bei intakter Ge
sundheit weiterhin im Baugewerbe tätig wäre, ergibt sich im
Anforderungsni
veau
4 der von der Beschwerdegegnerin ermittelte Lohn von
Fr.
67‘601.-- (per 2012) beziehungsweise
Fr.
68‘095.-- (per 2013 unter Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung von Index 2188 auf Index 2204, Die Volkswirtschaft 12-2014 S. 93 Tabelle B 10.3).
4.2.3
Bei der Festsetzung des
Valideneinkommens
ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch ein beruflicher Aufstieg im Gesundheitsfall zu berück
sich
tigen, den eine versicherte Person normalerweise vollzogen hätte; dazu ist allerdings erforderlich, dass konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ein beruflicher Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen tatsächlich realisiert worden wären. Die Absicht, beruflich weiterzukommen, muss durch konkrete Schritte wie Kursbesuche, Ablegung von
Prüfungen etc. kundgetan worden sein. Die theoretisch vorhandenen berufli
chen
Entwicklungs- oder Aufstiegsmöglichkeiten sind nur dann zu berücksich
tigen,
wenn sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eingetreten wären (BGE 96 V 29;
AHI 1998 S.
166 E.
5a, I 287/95; RKUV 1993 Nr. U 168 S.
97 E.
3b, U 110/92; Urteil des Bundesgerichts 9C_787/2010 vom 24. November 2010 E.
4.2 mit Hin
weisen).
Dass der Beschwerdeführer eine berufliche Karriere durchlaufen hätte, ist nicht erstellt.
Er war in der Schweiz stets als Hilfsarbeiter tätig (
Urk.
8/8
Ziff.
5.3.1,
Urk.
8/11 und
Urk.
8/14-16), ohne dass irgendwelche Bemühungen um Weiter
bildung erkennbar gewesen wären. Bei dieser Ausgangslage ist die Annahme einer beruflichen Weiterentwicklung nicht überwiegend wahrscheinlich.
4.3
4.3.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steh
t.
Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil
die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jeden
falls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so
können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss LSE herangezogen werden
(BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
4.3.2
Ausgehend vom Tabellenlohn für
mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten
(
An
forderungsniveau
4)
betrauten
Männer
n
im gesamten privaten Sektor von monatlich
Fr.
4'901.-- (LSE 2010 Tabelle TA1, Neuchâtel 2012, S. 26) ergibt sich umgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden
(Die Volkswirtschaft 12-2014, S.
92, Tabelle B 9.2) und angepasst an die
Nomi
nal
lohnentwicklung
für Männer (Die Volkswirtschaft 12-2014 S. 93 Tabelle B10.3,
Index 2150 auf 2
204
)
im Jahr 2013
ein Jahr
eseinkommen von
Fr.
62‘851.--.
Wollte man zusätzlich einen Abzug vom Tabellenlohn von 10
%
gewähren (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75), resultierte ein Einkommen von
Fr.
56‘566.--.
Für einen weitergehenden Abzug besteht kein Raum, ist doch der
Beschwerdeführer noch vollzeitlich
arbeitsfähig
und steht i
h
m eine breite Palette von möglichen Tä
tigkeiten offen.
4.4
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von
Fr.
68‘095.-- mit dem
Invalidenein
kommen
von
Fr.
56‘566.-- ergibt eine Lohneinbusse von
Fr.
11‘529.-- und da
mit
einen Invaliditätsgrad von 17
%
. Bei diesem Resultat hat der Beschwerde
führer grundsätzlich keinen Anspruch mehr auf Rentenleistungen der Invali
denver
si
che
rung.
5.
5.1
Der Beschwerdeführer machte sodann geltend, die Aufhebung der Invaliden
rente
bei versicherten Personen, die das 5
5.
Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit
mehr als 15 Jahren bezogen hätten, sei nur zulässig, wenn
zuvor Ein
glie
de
rungsmassnahmen durchgeführt worden seien (
Urk.
1 S. 21).
5.2
Dies ist zutreffend: Rechtsprechungsgemäss ist
vom Grundsatz
auszugehen
, dass
aus einer medizinisch attestierten Verbesserung der Arbeitsfähigkeit in der Re
ge
l unmittelbar auf eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit geschlossen und damit ein entsprechender Einkommensvergleich (mit dem Ergebnis eines tiefe
ren
Inva
liditätsgrades
) vorgenommen werden kann
.
Eine rentenbestimmende
Invalidi
täts
bemessung
setzt aber auch im Revisionsfall (
Art.
17 ATSG) voraus, dass ange
zeigte
Eingliederungsmassnahmen
durchgeführt worden sind. Dem
entsprechend ist der Eingliederungsbedarf im Falle einer Revision oder
Wieder
erwägung
in gleicher Weise wie im Rahmen einer erstmaligen
Invaliditätsbe
messung
abzu
klären. Wie das Bundesgericht erkannte, ist diese Praxis jedoch auf Sachver
hal
t
e zu beschränken, in denen die revisions- oder
wiedererwä
gungsweise
Herab
setzung oder Aufhebung der Invalidenrente eine versicherte Person betrifft, die das 5
5.
Altersjahr zurückgelegt hat oder die Rente mehr als 15 Jahre bezogen hat
(Urteil des Bundesgerichts 8C_493/2011 vom 2
3.
November 2011 E. 5.
2 mit Hinweisen
).
5.3
Da der Beschwerdeführer während rund
20
Jahren eine Invalidenrente bezogen hat, ist grundsätzlich nicht von der sofortigen Verwertbarkeit der medizinisch attestierten Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf dem Wege der
Selbsteinglie
de
rung
auszugehen.
Vorliegend steht fest und ist unbestritten, dass die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer m
it
Verfügung vom 2
1.
Juli 2010 (
Urk.
8/76) Arbeitsvermitt
lung in Sinne von Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche während
eines Jahres bei der
A
.___
AG zusprach, welches Programm der Beschwerde
füh
rer
in der Folge
denn auch
absolvierte (
Urk.
8/86).
Im Abschlussbericht
vom 3
0.
August 2011 (
Urk.
8/86)
hielten
die Verantwortli
chen der
A
.___
AG fest, in der Beratungsarbeit sei
en
ein komplett neuer Lebens
lauf erstellt und Bewerbungen versandt worden. Der Beschwerdeführer könne jetzt selbständig am Computer arbeiten, aktiv Stellen suchen, E-Mails ver
fassen und Dokumente bearbeiten; seine Fertigkeiten hätten kontinuierlich ge
steigert werden können. In den einzelnen Beratungsterminen seien ver
schiedene Berei
che
beworben
worden.
Es seien
Spontanbewerbungen im
Kar
tona
gebereich
so
wie Bewerbungen auf offene Stellenausschreibungen
erfolgt
. Ziel der Beratung sei auch die Förderung der
Selbständigkeit
des Beschwerde
führers gewesen, was bezüglich der
Benützung
des Computers als Hilfsmittel sehr
gut funktioniert habe. Auch zu erwähnen sei die Zuverlässigkeit und Pünkt
lich
keit des Be
schwerdeführers. Die Chancen, eine Anstellung im
1.
Arbeits
markt zu finden, seien sicherlich vorhanden. Eine Möglichkeit für weitere Schritte sei, über ein Praktikum einen Einstieg zu ermöglichen. Leider seien die
Rück
mel
dungen
auf Bewerbungen aufgrund des Alters und der Rückeneinschränkung nicht positiv gewesen.
5.4
Bei dieser Aktenlage steht fest, dass die Beschwerdegegnerin ihren
diesbezügli
chen
Pflichten nachgekommen ist und entsprechende
Eingliederungsmassnah
men
veranlasst hat. Dass diese vor der medizinischen Abklärung und der Eröff
nung der Renteneinstellung stattfanden, schadet nicht
(vgl. dazu
Urteil des Bun
des
ge
richts 8C_493/2011 vom 2
3.
November 2011 E.
5.3).
Wesentlich ist, dass die
Be
schwerdegegnerin
unter den gegebenen Umständen von weiteren
Eingliede
rungs
massnahmen
absehen durfte, hatten diese doch schon stattgefun
den, war der Beschwerdeführer wieder an eine
ausserhäusliche
Tätigkeit heran
geführt worden und hatte er sich Kenntnisse im Umgang mit Computern erar
beitet, was für die Stellensuche von Vorteil ist.
Dass er in dieser Zeit keine Stelle gefunden hat, ändert hieran nichts.
5.5
Anzufügen bleibt, dass der Beschwerdeführer - vermittelt durch das
Q.___
- ab dem
2
0.
August 2013 an einem geschützten Arbeitsplatz bei der Stiftung
S
.___
tätig war. Die Spezialisten berichteten am 2
9.
Oktober 2013 (
Urk.
3/8)
über seinen Einsatz für körperlich leichte Arbeiten sowie Sägearbeiten stehend und sitzend an kleiner Bandsäge,
aufzeichnen
, aussägen,
bohren
, fasen und schleifen eine
r
zusammenhängenden Serie. Diese
Arbeiten
habe er sehr gut er
ledigen können. Ab Mitte Oktober seien auch Versuche mit körperlich strenge
re
n Arbeiten durchgeführt worden, z.B. Reparatur von
Gemüsepaloxen
, was we
gen Schmerzen nicht erfolgreich gewesen sei
(
S.
1 f.). Die Betreuer führten aus, der Beschwerdeführer sei willig und motiviert, zu arbeiten. Er bringe von seinen
handwerklichen und sozialen Kompetenzen her die Voraussetzungen mit sich, um
sich auch im
1.
Arbeitsmarkt wieder mindestens teilweise integrieren zu können
.
Direkt ein 100
%
-Pensum dauerhaft bewältigen zu können, hielten sie für un
realistisch. Er könne einfachere Arbeiten, bei denen es keine
grossen
Las
ten zu heben gebe, konstant und in guter Qualität ausführen. Er sei auch in der Lage, neue Arbeitsgänge in nützlicher Frist zu erlernen (S. 2).
Damit hat der Beschwerdeführer eine weitere
Eingliederungsmassnahme
durch
laufen, weshalb eine erneute Vorstellung bei der Beschwerdegegnerin umso we
niger als notwendig erscheint. Dass die subjektiven Schmerzen eine weiterge
hende
Arbeitstätigkeit aus Sicht der Betreuer nicht erlauben, ist nicht von
inva
lidenversicherungsrechtlicher
Relevanz.
5.6
Dem Beschwerdeführer ist es nach dem Gesagten zumutbar, seine berufliche
Eingliederung
selber voranzutreiben. Damit erweist sich die
Renteneinstellung als zulässig, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG kostenpflichtig, wo
bei die Kosten nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgelegt werden. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens s
ind die ermessensweise auf
Fr.
8
00.-- anzusetzenden Gerichtskosten de
m
unterliegenden Beschwerdeführer
aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Ivo Wiesendanger
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubSonderegger