# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 88881d22-df6d-5f4d-bbda-941aeecb651a
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-21
**Language:** de
**Title:** Die Beschwerdeführerin arbeitet derzeit in dem ihr aus medizinischer Sicht zumutbaren Pensum in der angestammten Tätigkeit, Anwendung der gemischten Methode ergibt keinen rentenbegründenden Invaliditätsgrad; Abweisung.
**Docket/Reference:** IV.2018.00371
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2018.00371.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2018.00371
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Sager
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiberin Meierhans
Urteil
vom
2
1.
August 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1968,
Mutter zweier 1992 und 2000 geborener Kinder, arbeitete zuletzt seit dem
1.
März
2014 al
s Sachbearbeiterin bei der
Y.___
in
Z.___
in ei
nem Pensum von 80
%
(vgl.
Urk.
7/19 S. 1 f.
Ziff.
2.1,
Ziff.
2.7-2.9
). Am 1
9.
November 2015 meldete sie
sich unter Hinweis auf eine
Fro
zen
Shoulder
bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (vgl.
Urk.
7/11 S. 4
Ziff.
6.2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische
sowie
erwerbliche Situation ab
und gewährte der Versicherten Frühinterventionsmassnahmen in Form von Arbeits
platzerhalt und
-
anpassung (vgl. Mitteilung vom 1
0.
März 2016,
Urk.
7/33). Am 2
9.
Juli 2016 wurde der Arbeitsplatzerhalt abgeschlossen (
Urk.
7/38). Die IV-Stelle tätigte weitere Abklärungen und veranlasste
insbesondere eine orthopädisch-
chirur
gische Untersuchung durch den Regio
nalen Ärztlichen Dienst (RAD), über welche am 1
2.
Juni 2017 berichtet wurde (
Urk.
7/49). Ausserdem veranlasste sie eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt, über welche am 2
5.
Juli 2017 berichtet wurde (
Urk.
7/53).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/56;
Urk.
7/61) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
6.
Februar 2018 (
Urk.
7/66 =
Urk.
2) einen Rentenanspruch der Versicherten.
2.
Die Versicherte erhob am
9.
März 2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
6.
Februar 2018 (
Urk.
2) und beantragte sinngemäss, diese sei aufzuheben
und
es sei der Invaliditätsgrad neu zu berechnen
(
Urk.
1/1-3
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
9.
Mai 2018 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
5.
Juni 2018 (
Urk.
8) zur Kenntnis gebracht und gleichzeitig wurde sie auf
gefordert, dem Gericht
Unterlagen zu ihrer
aktuellen
erwerblichen Situation einzureichen. Am 2
6.
Juni 2018 reichte die Beschwerdeführerin die
einverlangten
Unterlagen ein (
Urk.
10;
Urk.
11/1-3). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine
Stellungnahme hierzu (
Urk.
13), was der Beschwerdeführerin am 1
6.
Juli 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
14).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Rentenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invalidi
tätsbemessung (
Art.
28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Beson
deren sind die persönlichen,
familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
1.4
Am 1. Januar 2018 sind die geänderten Bestimmungen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 1. Dezember 2017 in Kraft getreten. Mit dieser Änderung wurde für die Festlegung des Invaliditätsgrades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art
. 28a Abs. 3 IVG
) in Art. 27
bis
Absatz 2–4 IVV ein neues Berechnungsmodell eingeführt.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist am
1
6.
Februar 2018
und somit nach Inkrafttre
ten der Verordnungsänderung ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Verordnungsbestimmungen am 1. Januar 2018 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2017 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeit
punkt auf die revidierten Verordnungsbestimmungen abzustellen (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006 E. 1).
1.5
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgaben
bereich tätig, so wird
die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgelt
lichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125 V 146; vgl.
Art.
27 und 27
bis
IVV in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV vom
1.
Dezember 2017, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und der
jenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invali
dität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkom
mens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die ver
sicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität ergibt sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermit
telten und gewichteten
Teilinvaliditäten
(BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
1.6
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung (IVV)
per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätigkeit richtet sich nach
Art.
16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teiler
werbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads, den die ver
sicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Ein
schränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem
Beschäftigungsgrad nach Absatz 3 lit. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Die RAD stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzun
gen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenver
sicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgaben
bereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüf
methoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht– gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundes
gerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Praxisgemäss kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und die Schluss
folgerungen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des Bundesgerichts
8C_971/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den
p
raxis
gemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis ver
sicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte
in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2)
einen Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin
mit der Begründung,
dass diese seit Jun
i 2016
wieder
zu 60
%
arbeitsfähig sei. Sie sei als zu 80
%
im Erwerbsbe
reich und zu 20
%
im Haushalt Tätige zu
qualifizieren
. Nach Vornahme der Einkommensvergleiche
nach der bis Ende 2017 sowie der ab Januar 2018 gelten
den Berechnungsmethoden
und unter Berücksichtigung der Ein
schränkung im Haushalt von 12.5
%
resultiere
jeweils
ein nicht rentenbegründender Gesamtin
validitätsgrad (vgl. S. 1 f.).
In der Beschwerdeantwort (
Urk.
6) führte die Beschwerdegegnerin ergänzend aus, dass anlässlich der
RAD-
Untersuchung sämtliche Einschränkungen vollumfäng
lich berücksichtigt worden seien. Darauf könne abgestellt werden. Der RAD habe eine neurologische Abklärung zur endgültigen Diagnosestellung empfohlen, da mit einer entsprechenden Therapie sogar eine 100%
ige Arbeitsfähigkeit möglich wäre
. Die Beschwerdeführerin sei derzeit in einem Pensum von 60
%
tätig, was die Einschätzung des
RAD bestätige (S. 1 f.).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, die Ein
schränkungen seien neu zu beurteilen. Sie
verspüre
bei Belastung der Schulter täglich Schmerzen. Die Beweglichkeit sei schlechter geworden und sie sei auch bei der Haushaltsarbeit eingeschränkt. Der Invaliditätsgrad sei daher ne
u zu berechnen (vgl.
Urk.
1/1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
3.
3.1
Dr.
med. A.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
diagnos
tizierte
mit Bericht vom
1.
Januar 2016 (
Urk.
7/14) eine seit zirka Mitte Dezember 2014 bestehende
Frozen
Shoulder
rechts nach einer ungeschickten Bewegung als mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte er
Folgendes (S. 1
Ziff.
1.1):
-
Status nach
Frozen
Shoulder
links
mit
arthroskopischer
Ka
psulotomie
und
Débridement
,
ab
Dezember 2003
-
chronische Nasenatmungsbehinderun
g
bei Schiefnase,
Septumdeviation
und leichter hyperreakt
iver
Rhinopathie
, Erstdiagnose (ED)
Dezembe
r 2003
-
Doppelniere mit Ureter
fissus
recht
s, r
ezidivierende
Pyelonephriti
den
bei leichter Schwangerschaftshydronephrose rechts
Es
liege
weiterhin eine starke Bewegungseinschränkung
vor
und
es bestünden
Schmerzen, welche langsam leicht bessernd seien.
Frozen
Shoulder
würden oft
mals nach langsamem
Verlauf
heilen. Der individuelle Verlauf sei jedoch nicht vorhersehbar (S. 2
Ziff.
1.4). Die Beschwerdeführerin sei in der bisherigen Tätig
keit vom
2.
Juli bis 3
0.
November
(richtig wohl: Oktober)
2015 vollständig arbeitsunfähig gewesen. Seit dem
1.
November 2015 liege eine 70%ige Arbeits
unfähigkeit vor. Die Arbeitsfähigkeit sei in den nächsten Wochen und Monaten langsam zu steigern (S. 2
Ziff.
1.6).
3.2
M
it Bericht vom
9.
August 2016 (
Urk.
7/42)
äusserten die Ärzte der
B.___
den Ve
rdacht auf ein
Parsonage
-Turner-
Syndrom der rechten Schulter, Differentialdiagnose (DD)
Frozen
Shoulder
, nach im November 2014 erlittenem Bagatelltrauma und Status nach dreimaliger Infiltration mit gutem Ansprechen. In der Untersuchung zeige sich ein nicht klar einzuordnendes Beschwerdebild mit passiv deutlich besserer Beweglichkeit als aktiv.
Bei
sonograph
isch
intakter
Rotatorenmanschette
sei am ehesten von einem neurologischen Problem
auszu
gehen,
oder von einem kognitiv-propriozeptiven Defizit mit Unfähigkeit die Mus
kulatur anzusteuern.
E
ine neurologische Abklärung
werde
empfohlen (S. 1 f.).
3.3
Am 3
1.
August 2016 erfolgte die neurologische Abklärung in der
B.___
(vgl. Bericht vom 3
1.
August 2016,
Urk.
11/1). Die Ärzte diagnostizierten im Wesentlichen einen chronischen rechtsseitigen Schulter- und Oberarmschmerz mit
Bewegungseinschränkung, DD:
Frozen
Shoulder
. Von neurologischer Seite
her
gebe es keine Hinweise für eine Nervenläsion, insbesondere keine
amyotrophe
Schulteratrophie. Die sehr diskrete Asymm
etrie zuungunsten des rechten
Muscu
lus
deltaoideus
sei auf eine prolongierte Schonhaltung zurückzuführen. Elektro
physiologisch gebe es keine Hinweise für eine akute o
der chronische
Denervation
im
Musculus
deltoideus
rechts. Auch
gebe
es
weder anamnestisch noch klinisch Hinweise für eine
Radikulopathie
oder
Plexopathie
. Die vor allem schmerzhaft eingeschränkte Abduktionsbeweglichkeit bleibe unklar. Eine
Frozen
Shoulder
wäre denkbar. Ein kognitives propriozeptives Defizit mit Unfähigkeit der Ansteu
erung der Muskulatur könnte begleitend vorhanden sein. Hierzu passend wäre die vereinzelt aufgetretene fehlende Muskelaktivierung während der schmerzhaf
ten
Na
delmyographie
(S. 1 f.).
3.4
Dem Bericht der
C.___
vom 2
3.
November 2016 (
Urk.
7/43/6-8) sind folgende Diagnosen zu entnehmen (S. 1):
-
Frozen
Shoulder
rechts bei Status nach Bagatelltrauma im November 2014
-
Status nach Schulterarthroskopie mit
Kapsulotomie
und
Débridement
links am 1
4.
Januar 2005 bei Status nach
Frozen
Shoulder
links
K
linisch
zeige sich das Bild einer
Frozen
S
houlder
rechts.
Es sei weiterhin
Physiotherapie
durchzuführen
(S. 2
Ziff.
1.4-1.5). Zur genauen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bedürfe es einer arbeitsmedizinischen Beurteilung (S. 3
Ziff.
1.6).
3.5
Mit Bericht vom 1
4.
Februar 2017 (
Urk.
7/44/4-6)
informierten
die Ärzte d
er
C.___
über einen stationären
Gesundheitszustand. Als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
nannten
sie eine ausgeprägte
Scapu
ladyskinese
/
Scapuladéfense
der rechten Schulter bei
Frozen
Shoulder
nach im November 2014 erlittenem Bagatelltrauma (S. 1
Ziff.
1.1-1.2). Die Beweglichkeit des rechten Armes sei eingeschränkt. Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bedürfe es einer arbeitsmedizinischen Beurtei
lung (S. 1 f.
Ziff.
2.1-2.2). Zum Training der
Scapula
sei eine intensive Physiotherapie eingeleitet worden. Die we
itere Prognose sei abhängig von
d
er
Therapie (S. 2
Ziff.
3.3).
3.6
Dr.
A.___
bestätigte mit Bericht vom
1.
März 2017 (
Urk.
7/46/4-6) die von ihm
im Januar 2016 gestellten Diagnosen
. Dabei
erklärte
er
, dass sich die Fach
leute nun streiten würden, ob wirklich noch eine
Frozen
Shoulder
vorliege, oder ob der Schmerz
nun nicht sekundär und durch eine
Scapuladyskinese
/
Scapuladéfense
zustande gekommen sei. Es
lägen
behindernde Schmerzen im Bereich des Oberarms/Schulter bei längerer Arbeit
vor
. Der Gesundheitszu
stand habe sich verbessert. In der ersten
Hälfte des Jahres 2016 habe sich der Schmerz langsam reduziert und die Arbeitsfähigkeit habe
erhöht werden können
. Seit Juni 2016 sei der Zustand praktisch stationär (S. 1
Ziff.
1.1-1.3). Seit dem
1.
Juni 2016 bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 60
%
(S. 1
Ziff.
2.2). Es müsse damit gerechnet werden, dass der Endzustand (fast) erreicht sei (S. 2
Ziff.
3.3).
Eine
relevante Besserung
sei wahrscheinlich nicht
mehr zu erwarten (S. 2
Ziff.
4.1). Die Beschwerdeführerin fühle sich am Arbeitsplatz gemobbt und habe deshalb gekündigt (S. 3
Ziff.
4.4).
3.7
Am
9.
Juni 2017 erfolgte eine
orthopädisch-
chirurgische Untersuchung durch RAD-Arzt
Dr.
med. D.___
, Facharzt für Chirurgie. Mit Bericht vom 1
2.
Juni 2017 (
Urk.
7/49)
stellte er folgende Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 7
Ziff.
8):
-
massive Bewegungseinschränkung bei Abduktion und Anteversion des rechten Schultergelenks mit/bei:
-
Status nach Bagatelltrauma im November 2014
-
anhaltende
r
Schmerzsymptomatik
-
DD
Frozen
Shoulder
-
ausgeprägte
r
Scapuladyskinesie
-
Verdacht auf neuralgische
Schulteramyotrophie
bei
Scapula
alata
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit erwähnte
er einen Status nach
Frozen
Shoulder
links im Jahr 2005, einen beginnenden
Hallux
valgus
beidseits sowie einen Status nach Bissverletzung an der linken Hand/Zeigefingergrundgelenk (S. 7
Ziff.
8).
Anhand der Akten sei die Beschwer
deführerin vom
2.
Juli bis 3
0.
November
(richtig wohl: Oktober)
2015 vollständig arbeitsunfähig, vom
1.
November 2015 bis 3
1.
Januar 2016 zu 70
%
und vom
1.
Februar bis 3
1.
Mai 2016 zu 60
%
arbeitsunfähig gewesen. Seit dem
1.
Juni 2016 bestehe eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 2
Ziff.
4).
Bei der Beschwerdeführerin sei ein somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen,
welcher
die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige. In der bisherigen Tätigkeit als Sac
h
bearbeiterin bestehe seit der am
9.
Juni 2017 erfolgten RAD-Untersuchung
eine 60%ige Arbeitsfähigkeit. Aus medizinischer Sicht sollten
Tätigkeiten mit
häufigen Schlägen und Vibrationseinwirkungen auf die rechte Schulter sowie Überkopfarbeiten und Arbeiten in ständiger Armvorhalteposition, insbesondere repetitive Tätigkeiten mit Belastung des linken Armes
,
nicht mehr zugemutet werden. Das Heben, Tragen und T
ransportieren von Lasten über 5 bis
8 kg (unter ungünstigen Hebeln), in günstiger Belastungsposition (körpernah, bi
s Lenden
höhe) über 20 kg sollte
vermieden werden. Leichte (angepasste) Tätigkeiten in Wechselbelastung unter Ausschluss ungünstiger Witterungsbedingungen, auch mit gelegentlichem Heben, Tragen und
Transportieren von Lasten bis maximal 10 kg körpernah, ohne Verharren in Zwangshaltungen, seien medizinisch theo
retisch zumutbar. Die bisherige Tätigkeit entspreche einer angepassten Tätigkeit. Aufgrund des unklaren Befundes, insbesondere der noch fehlenden neurologi
schen Abklärung wie auch der anhaltenden Symptomatik mit massiver Bewegungs
einschränkung der rechten Schulter und anhaltender Schmerzsymp
tomatik, sei weiterhin von einer 40%igen Arbeitsunfähigke
it auszugehen. Eine überwiegend
schreibende Tätigkeit könne nicht
durchgängig durchgeführt werden. E
s seien vermehrte Pausen erforderlich. Eine neurologische Symptomatik stehe im Vordergrund, wofür auch die
Scapula
alata
spreche. Auch sei eine erneute Intensivierung der Physiotherapie erforderlich (S. 8
Ziff.
10).
E
s sei eine neurologische Abklärung
zur
Diagnose
stellung
einer neuralgi
schen
Schulteramy
otrophie
bei
Sc
apula
alata
vorzunehmen. Unter entsprechender Therapie wäre eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit auf 100
%
möglich (vgl.
Urk.
7/62 S. 7).
3.8
Am 1
8.
Juli 2017 erfolgte eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (vgl. Abklärungsbericht vom 2
5.
Juli 2017,
Urk.
7/53). Die Beschwerdeführerin habe dabei erklärt, dass sich seit der RAD-Untersuchung nichts
ver
ändert habe. Sie habe keine Beschwerden, solange sie die Schulter schone. Sobald sie die Schulter belaste, träten Schmerzen auf. Sie sei Rechtshän
derin und betroffen sei die rechte Schulter. Sie belaste nun die linke Schulter mehr. Dies sei allerdings nicht gut, da diese auch schon operiert worden sei (S. 1 f.
Ziff.
1). Sie habe zuletzt vom
1.
Februar 2014 bis 3
0.
April 2017 al
s Sachbear
beiterin bei der
Y.___
in
Z.___
als Sach
bearbeiterin in einem Pensum von 80
%
gearbeitet. Aus gesundheitlichen Gründen sei sie aus
gefallen. Ab dem
1.
Juni 2016 habe sie wieder
zu
60
%
gearbeitet
. Sie habe die Stelle
allerdings
gekündigt, weil sie sich gemobbt gefühlt habe. Seit dem
8.
Mai 2017 arbeite sie bei der
E.___
als Sachbearbeiterin in einem Pensum von 60
%
. Das Pensum sei aus gesundheitlichen Gründen 60
%
(S. 3
Ziff.
2.3).
Die Beschwerdeführerin habe
weiter
angegeben, dass sie fast immer 80
%
gearbeitet habe und dies auch bei guter Gesundheit weiterhin tun würde. Die restlichen 20
%
wende sie für den Haushalt auf (S. 3
Ziff.
2.5). Die Abklärungsperson legte dem
entsprechend die Qualifikation als zu 80
%
Erwerbs
tätige und zu 20
%
im Haus
halt Tätige fest (S. 4
Ziff.
2.6). Sodann erkannte die Abklärungsperson ab Ablauf des Wartejahres im Juli 2016 Einschränkungen bei der Ernährung, bei der Woh
nungspflege und Verschieden
em im Umfang von insgesamt 12.5
%
(S. 5 ff.
Ziff.
6).
4.
4.1
Anhand der vorhandenen Akten ist
in
medizinischer
Hins
icht unbestrittener
massen die Problematik der rechten Schulter
von Relevanz
.
Die bereits vor Jahren ebenfalls diagnostizierte und in der Zwischenzeit operativ sanierte
Frozen
Shoulder
links ist in
Bezug auf die Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführeri
n nicht ausschlaggebend
, zumal diese
Rechtshänderin ist
(vgl.
Urk.
7/17/14;
Urk.
7/42 S. 1;
Urk.
7/43/6-8 S. 1;
Urk.
7/53 S. 2 oben). Eine eindeutige Diagnosestellung bezüglich der
Beschwerden an der
rechten Schulter
erfolgte nach Lage der Akten bisher
zwar
noch nicht. So war nebst einer
Frozen
Shoulder
auch von einem kognitiven propriozeptiven Defizit mit Unfähigkeit der Ansteuerung der Musku
latur oder von einer ausgeprägten
Scapuladyskinese
/
Scapuladéfense
die Rede. Überdies wurde auch der Ve
rdacht auf ein
Parsonage
-Turner-
S
yndrom geäussert (vgl.
Urk.
7/14 S. 1
Ziff.
1;
Urk.
7/42 S. 1;
Urk.
7/43/6-8 S. 1;
Urk.
7/44/4-6 S. 1
Ziff.
1.2;
Urk.
7/46/4-6 S. 1
Ziff.
1.1;
Urk.
7/49 S. 7
Ziff.
8;
Urk.
11/1 S. 1).
Aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht sind indessen nicht die Diagnosen und deren Anzahl entscheidend, sondern die Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf die Ar
beitsfähigkeit (BGE 136 V 279 E.
3.2.1 mit Hinweis auf BGE 127 V 294). Diesbezüglich
gehen
Dr.
A.___
sowie RAD-Arzt
Dr.
D.___
übereinstimmend davon aus, dass die Beschwerdeführerin
in der bisherigen sowie jeglicher angepassten Tätigkeit
– nach einer zuvor höheren Arbeitsunfähigkeit -
seit
dem
1.
Juni 2016 wiederum zu 60
%
arbeitsfähig ist (vgl.
Urk.
7/14 S. 2
Ziff.
1.6;
Urk.
7/46/4-6 S. 1
Ziff.
2.2;
Urk.
7/49 S. 2
Ziff.
4 und S. 8
Ziff.
10
).
Die übrigen Ärzte äussern sich nicht zur verbliebenen Arbeits
fähigkeit. Die
Zumutbarkeit der von ärztlicher Seite her
vorgenommene
n
Arbeitsfähig
keitseinschätzung wird dadurch be
stätigt,
dass die Beschwerde
führerin seither auch in diesem Pens
um erwerbstätig ist (
vgl.
Urk.
7/39 S. 2
;
Urk.
7/53 S. 3
Ziff.
2.3;
Urk.
11/2
).
Das anlässlich der RAD-Untersuchung erstellte Belastungs
profil berücksichtigt
sämtliche
durch die Schulterproblematik bestehen
den Ein
schränkungen gebührend. Darauf kann abgestellt werden und weitere Abklärun
gen erübrigen sich. Soweit die Beschwerdeführerin eine verschlechterte Beweg
lichkeit beklagt (vgl.
Urk.
1/1), finden sich in den Akten keine Hinweise, wonach seit der RAD-Untersuchung eine
relevante
Verschlechte
rung eingetreten sein könnte
. Die von der Beschwerdeführerin ebenfalls erwähnten Einschränkungen bei der Ausübung der Haushaltsarbeit (vgl.
Urk.
1/1) wurden bereits berücksich
tigt (vgl. nachstehend E. 5.2).
4.2
Nach dem Gesagten steht fest, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der Bewegungseinschränkung des rechten Schultergelenks in der bisherigen sowie einer
angepassten Tätigkeit seit dem
1.
Juni
2016
nach einer zuvor höheren Arbeitsunfähigkeit wiederum
zu 60
%
arbeitsfähig ist.
5.
5.1
Hinsichtlich der sozialversicherungsrechtlichen Qualifikation der Beschwerdefüh
rerin (vorstehend E. 1.3) stützte sich die Beschwerdegegnerin auf den Haushalts
abklärungsbericht vom Juli 2017 (vorstehend E. 3.8), worin die Beschwerdefüh
rerin als zu 80
%
Erwerbstätige und zu 20
%
im Haushalt Tätige qualifiziert wurde (vgl.
Urk.
7/53 S. 4
Ziff.
2.6). Dies ist unbestritten und in Anbetracht der Erwerbsbiographie der Beschwerdeführerin nicht zu beanstanden.
5.2
Die von der Abklärungsperson aufgrund der Ausfü
hrungen der Beschwerdefüh
rerin
ermittelten Einschränkungen
bei der Ernährung, bei der Wohnungspflege und Verschieden
em im Umfang von insgesamt 12.5
%
(vgl.
Urk.
7/53 S. 5 ff.
Ziff.
6
) erscheinen in Anbetracht der festgestellten
gesundheitlichen Einschrän
kung
und der geltenden Schadenminderungspflicht von im
Haushalt
tätigen Ver
sicherten (BGE 133 V 504 E. 4.2) als plausibel und nachvollziehbar. Es sind keine Anzeichen dafür ersichtlich, dass diese Beurteilung auf klar feststellbaren Fehleinschätzungen beruhte. Die Erhebung erfolgte detailliert und in Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse. Der Abklärungsbericht ist somit auch hinsichtlich der ermittelten Einschränkung voll beweiskräftig, weshalb darauf ab
zustellen ist (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_817/2013 vom 2
8.
Mai 2014 E. 5.1
).
5.3
Nach dem Gesagten ist die Beschwerdeführerin somit mit dem im Sozialversiche
rungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als zu 80
%
Erwerbstätige und zu 20
%
im Haushalt Tätige zu qualifizieren. Die Ein
schränkung i
m Haushaltsbereich beträgt 12.5
%
.
6
.
6
.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen vorzunehmen. Da die Beschwerdeführerin – wie zuvor ausgeführt (vorstehend E. 5)
-
als zu 80
%
Erwerbstätige und zu 20
%
im Haushalt Tätige zu qualifizieren ist, gelangt die gemischte Methode zur Anwendung (vorstehend E. 1.4
-1.6
).
Anhand der
medizinischen
Akten ist seit
dem
2.
Juli 2015
ununterbrochen
eine mindestens 40
%ige Arbeitsunfähigkeit
ausgewiesen
(vgl.
Urk.
7/14 S. 2
Ziff.
1.6;
Urk.
7/46/4-6 S. 1
Ziff.
2.2;
Urk.
7/49 S. 2
Ziff.
4
), womit das Wartejahr
im Sinne von
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG (vorstehend E. 1.2
)
am
2.
Juli 2016 erfüllt war. In diesem Zeitpunkt war angesichts der am
3.
Dezember 2015 bei der Beschwerde
gegnerin eingegangenen Anmeldung (vgl.
Urk.
7/11; Aktenverzeichnis zu
Urk.
7
S. 1
)
auch die sechsmonatige Frist gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG abgelaufen. Ein Rentenanspruch würde somit frühestens ab Juli 2016 bestehen.
6
.2
Die Beschwerdegegnerin ermittelte
das hypothetische
Validen
einkommen
– wobei entscheidend ist, was
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmög
lichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich
keit als Gesunde tatsächlich verdient hätte
(BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1;
134 V 322 E. 4.1) – gestützt auf die Angaben der
Y.___
, wonach die Beschwerdeführerin
Fr.
66'300.-- brutto
im
Jahr
2016
in einem 80%-Pensum
verdient hätte
(vgl.
Urk.
7/19 S. 2
Ziff.
2.10 und S. 7 f.). Diese Anstellung kündigte sie per Ende April 2017, da sie sich gemobbt gefühlt habe (vgl.
Urk.
7/45). Ob dabei auch die gesundheitlichen Beschwerden ausschlag
gebend waren
oder
sie diese Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte (vgl. hierzu
BGE 139 V 28 E. 3.3.2;
128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2
015 vom 12. April 2016 E. 4.2)
, kann anhand der
vorhandenen
Akten nicht zweifelsfrei beurteilt werden. Mit der Beschwerde
gegnerin ist daher von einem hypothetischen
Valideneinkommen
von
Fr.
66'300.-- auszugehen.
6
.3
G
egenwärtig
ist die Beschwerdeführerin
seit dem
8.
Mai 2017 als kaufmännische Allrounderin bei der
E.___
in
F.___
in einem Pensum von 60
%
angestellt
. Dabei verdient sie monatlich
Fr.
3'780.-- brutto, wobei ein dreizehnter Monatslohn ausbezahlt wird
(vgl. Arbeitsvertrag vom
8.
Mai 2017,
Urk.
11/2
S. 1 f.
; vgl. auch die Lohnabrechnungen in
Urk.
11/3
).
Damit schöpft sie die ihr aus medizinischer Sicht zumutbare Arbeitsleistung voll aus. Da es sich um ein stabiles Arbeitsverhältnis handelt und das Einkommen nicht als Soziallohn erscheint (vgl.
hierzu BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
), ist der tatsächlich erzielte Verdienst als hypothetisches In
validenein
kommen heranzuziehen und beträgt somit
Fr.
49'
140
.-- (13
x
Fr.
3'780.--).
6
.4
Somit ergibt sich für die Zeit bis 3
1.
Dezember 2017
(
vgl. hierzu
vorstehend E. 1.5)
folgende Berechnung
:
Wird das
Valideneinkommen
von
Fr.
66'300.--
dem
Invalideneinkommen von
Fr.
49'14
0.--
gegenübergestellt, resul
t
iert eine Erwerbseinbusse von 17’160
.--
.
Dies kommt
einer Einschränkung von rund 26
%
gleich. Bei der vorliegend massgebenden Gewichtung des Erwerbsbereichs mit 80
%
ergibt dies somit
einen Teilinvaliditätsgrad von 20
.8
%
(26
%
x 0.8).
Die Einschränkung i
m Haushaltsbereich beträgt 12.5
%
(vorstehend E. 5), was bei einer Gewichtung von 20
%
einem
Teilinvaliditätsgrad von 2.5
%
(12.5
%
x 0.2) entspricht.
Nach Addition der Teilinvaliditätsgrade im Erwerbs- un
d
im Haushaltsbereich resultiert
schliesslich
ein
nicht rentenbegründende
r
Gesamtinvaliditätsgrad von
gerundet 23
%
(20
.8
%
+ 2.5
%
)
.
6.5
Für die Zeit ab
1.
Januar 2018 ergibt sich
nach dem neuen Berechnungsmodell (vorstehend E. 1.6)
Folgendes:
Das auf ein 100%-
Pensum hochgerechnete
Valideneinkommen
beträgt
Fr.
82'875.--. Aus der Gegenüberstellung mit dem Invalideneinkommen von
Fr.
49'
14
0.-- resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
33'
735
.-- und dami
t eine Einschränkung von rund 41
%
. Bei der vorliegend massgebenden Gewichtung des Erwerbsbereichs mit 80
%
ergibt dies somit einen Teilinvaliditätsgrad von 32
.8
%
(4
1
%
x 0.8).
Der Teilinvaliditätsgrad im Haushaltsbereich
beträgt
unverändert 2.5
%
.
Damit
ergibt
sich
schliesslich ein nicht rentenbegründende
r
Gesamtinva
liditätsgrad von gerundet 35
%
(32
.8
%
+ 2.5
%
).
6.6
Zusammenfassend
resultieren
jeweils nicht rentenbegründende Gesamtinvalidi
tätsgrade von 23
%
bis 3
1.
Dezember 2017 und von 35
%
ab
1.
Januar 201
8.
Die Beschwerdegegnerin verneinte somit einen Rentenanspruch der Beschwerdefüh
rerin zu Recht.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was
zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
7
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
7
00
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannMeierhans