# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5088b206-5981-5077-9a60-3f56fcee6feb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-11-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.11.2021 D-4736/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4736-2021_2021-11-04.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4736/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  4 .  N o v e m b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichterin Chiara Piras, 

mit Zustimmung von Richterin Jenny de Coulon Scuntaro; 

Gerichtsschreiberin Kathrin Rohrer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Marokko, 

(…), 

Beschwerdeführer, 

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 12. Oktober 2021 / N (…). 

 

 

D-4736/2021 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass A._______(nachfolgend: der Beschwerdeführer) – ein marokkani-

scher Staatsangehöriger – erstmals am 2. September 2013 ein Asylge-

such in der Schweiz stellte, 

dass das damalige Bundesamt für Migration (BFM; heute Staatssekretariat 

für Migration [SEM]) mit Entscheid vom 19. Dezember 2013 auf sein Asyl-

gesuch nicht eintrat und ihn nach Frankreich wegwies, wohin er am 

(…) 2014 überstellt wurde (vgl. ZEMIS-Eintrag), 

dass er mit Verfügungen vom (…) 2014, (…) 2014 sowie vom (…) 2014 

aus der Schweiz weggewiesen und in der Folge am (…) 2014, (…) 2014 

sowie am (…) 2014 wiederum nach Frankreich überstellt wurde 

(vgl. ZEMIS-Einträge), 

dass der Beschwerdeführer am 19. August 2021 erneut in die Schweiz ein-

reiste und tags darauf im Bundesasylzentrum (BAZ) der Region B._______ 

um Gewährung von Asyl nachsuchte, 

dass am 24. August 2021 die Personalienaufnahme (PA) stattfand und er 

dabei vom SEM zu seiner Person, zu seinen Reise- und Identitätspapieren 

sowie zu seinem Reiseweg befragt wurde, 

dass der Beschwerdeführer mit Vollmacht vom 25. August 2021 die ihm 

zugewiesene Rechtsvertretung mandatierte, 

dass am 1. September 2021 das persönliche Dublin-Gespräch durchge-

führt wurde, wobei dem Beschwerdeführer – im Beisein seines Rechtsver-

treters – das rechtliche Gehör zur mutmasslichen Zuständigkeit Frank-

reichs für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens, zu ei-

ner allfälligen Rückkehr nach Frankreich sowie zum medizinischen Sach-

verhalt gewährt wurde, 

dass er bezüglich der Zuständigkeit Frankreichs und der allfälligen Weg-

weisung dorthin vorbrachte, er sei seit 2003 mit der Schweizer Bürgerin 

C._______ in einer Beziehung, wobei sie im Jahr 2019 in Frankreich ein 

Ehevorbereitungsverfahren eingeleitete hätten, welches aktuell noch hän-

gig sei, 

dass er des Weiteren geltend machte, "automatische" Drohungen von der 

(mutmasslich marokkanischen) Armee erhalten zu haben und er kein 

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Seite 3 

Recht habe zurückzukehren, weil sein biologischer Vater, welcher in den 

D._______ lebe, als (…) tätig gewesen sei, 

dass des Weiteren sein Adoptiv-Vater in E._______ und F._______ lebe, 

wobei er ihn nicht mehr sehen würde und seine Adoptiv-Mutter sich nor-

malerweise in B._______ aufhalte, 

dass er hinsichtlich seines Gesundheitszustandes vorbrachte, er nehme 

seit 2015 regelmässig Medikamente gegen (…) sowie (…), 

dass der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Eingabe vom 1. Sep-

tember 2021 diverse medizinische Dokumente zu den Akten reichte und 

beantragte, es sei eine psychologische Abklärung vorzunehmen, um den 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zu ermitteln, 

dass das SEM die französischen Behörden am 1. September 2021 ge-

stützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b der der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des 

Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festle-

gung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der 

für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen 

in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zu-

ständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) und unter Hinweis auf die bis am 

(…) 2029 gültige französische Aufenthaltsbewilligung, um Wiederauf-

nahme des Beschwerdeführers ersuchte, 

dass die französischen Behörden am 1. Oktober 2021 diesem Ersuchen 

der Vorinstanz gestützt auf Art. 12 Abs. 1 Dublin-III-VO zustimmten, 

dass das SEM im Nachgang dazu mit Verfügung vom 12. Oktober 2021 

– eröffnet am 27. Oktober 2021 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. b des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG; SR 142.31) auf das 

Asylgesuch nicht eintrat, dessen Wegweisung aus der Schweiz in den zu-

ständigen Dublin-Staat (Frankreich) anordnete, den Beschwerdeführer 

gleichzeitig aufforderte, die Schweiz bis spätestens am Tag nach Ablauf 

der Beschwerdefrist zu verlassen und den Kanton B._______ mit dem Voll-

zug der Wegweisung beauftragte, 

dass es ferner dem Beschwerdeführer die editionspflichtigen Akten ge-

mäss Aktenverzeichnis aushändigte und festhielt, einer allfälligen Be-

schwerde gegen die Verfügung komme keine aufschiebende Wirkung zu, 

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dass die zugewiesene Rechtsvertretung des Beschwerdeführers mit 

Schreiben vom 28. Oktober 2021 dem SEM die Beendigung des Mandats-

verhältnisses mitteilte, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 28. Oktober 2021 (Datum 

Poststempel) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht 

selbständig Beschwerde erhob und darin mittels vorgefertigter Formular-

beschwerde beantragte, der genannte Nichteintretensentscheid sei aufzu-

heben und sein Asylgesuch sei in der Schweiz zu prüfen, 

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht darum ersuchte, ihm sei die un-

entgeltliche Prozessführung, inklusive Verzicht auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses, zu gewähren und zudem sei der Beschwerde die auf-

schiebende Wirkung zu erteilen, 

dass er zur Begründung sinngemäss vorbrachte, er sei von den französi-

schen Behörden bedroht worden, ein Ehevorbereitungsverfahren sei hän-

gig, er an chronischen Erkrankungen leide und zudem erst kürzlich eine 

Tante (mütterlicherseits) in der Schweiz verstorben sei, 

dass seiner Beschwerde – entgegen dem Beilagenverzeichnis – lediglich 

eine Kopie der angefochtenen Verfügung beilag, 

dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am 

29. Oktober 2021 in elektronischer Form respektive am 2. November 2021 

in physischer Form vorlagen, 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 

20. Dezember 1986 [VwVG; SR 172.021]) des SEM entscheidet 

(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 des Bundesgesetzes über das Bundes-

verwaltungsgericht vom 17. Juni 2005 [VGG; SR 173.32]; Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 

[BGG; SR 173.110]), 

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 

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Seite 5 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist 

(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass mit asylrechtlicher Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (ein-

schliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die un-

richtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-

halts gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin entschieden wird 

(Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um 

eine solche handelt, weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist 

(Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1 

und 2012/4 E. 2.2, je m.w.H.), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG) und das SEM in diesem Fall in der Regel die Wegwei-

sung aus der Schweiz verfügt und den Vollzug anordnet (Art. 44 AsylG), 

dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird, 

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dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) 

die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort 

aufgeführten Reihenfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskrite-

rien; vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden sind, und dabei von der 

Situation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen ist, in dem der Asylsu-

chende erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Art. 7 

Abs. 2 Dublin-III-VO), 

dass demgegenüber im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: 

take back) grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapi-

tel III stattfindet (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 

m.w.H.), 

dass nach Art. 12 Abs. 1 Dublin-III-VO derjenige Mitgliedstaat für die Prü-

fung des Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist, der dem Antrag-

steller einen Aufenthaltstitel ausgestellt hat, 

dass den vorliegenden Akten zu entnehmen ist, dass sich der Beschwer-

deführer vor der (Wieder-) Einreise in die Schweiz in Frankreich aufgehal-

ten hat, wo er seit dem (…) 2019 über einen gültigen Aufenthaltstitel ver-

fügt, 

dass das SEM infolgedessen in der angefochtenen Verfügung zum 

Schluss gelangte, Frankreich sei nach Art. 12 Abs. 1 Dublin-III-VO für ihn 

zuständig, 

dass dieser Schluss mit Blick auf die klare Bestimmung von Art. 12 

Abs. 1 Dublin-III-VO zu bestätigen ist, zumal aufgrund der Aktenlage als 

unbestritten erscheint, dass dem Beschwerdeführer von Frankreich eine 

bis zum (…) 2029 gültige Aufenthaltsbewilligung ereilt worden ist, 

dass denn auch die französischen Behörden dem Gesuch des SEM am 

1. Oktober 2021 innert der in Art. 22 Abs. 1 Dublin-III-VO vorgesehenen 

Frist gestützt auf Art. 12 Abs. 1 Dublin-III-VO ausdrücklich zustimmten ha-

ben, 

dass nach dem Gesagten das SEM zu Recht die Zuständigkeit von Frank-

reich festgestellt hat, womit die Grundlage für einen Nichteintretensent-

scheid in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG gegeben ist, 

dass es sodann keine wesentlichen Gründe für die Annahme gibt, das Asyl-

verfahren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in Frankreich 

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weise systemische Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 

3 Dublin-III-VO auf, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdi-

genden Behandlung im Sinne des Art. 4 der EU-Grundrechtecharta mit 

sich bringen würden, 

dass der Beschwerdeführer auch nicht aufzeigte, eine Überstellung nach 

Frankreich würde völkerrechtliche Normen verletzen, 

dass er in seiner Rechtsmitteleingabe zwar ausführte, er sei von den fran-

zösischen Behörden bedroht worden, 

dass er dieses Vorbringen jedoch nicht weiter substantiierte und hierfür 

auch keine Beweismittel zu den Akten reichte, 

dass Frankreich ein Rechtsstaat mit funktionierendem Justizsystem ist und 

der Beschwerdeführer bei der zuständigen Stelle Beschwerde einreichen 

könnte, sollte er sich ungerecht oder rechtswidrig behandelt fühlen, 

dass Frankreich Signatarstaat der Konvention zum Schutze der Men-

schenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 1950 (EMRK; 

SR 0.101), des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter 

und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung o-

der Strafe (FoK; SR 0.105) und des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK; SR 0.142.30) sowie des Zusatzpro-

tokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) ist und seinen diesbe-

züglichen völkerrechtlichen Verpflichtungen nachkommt, was vom SEM 

zutreffend festgehalten wurde, 

dass die Schweiz gleichzeitig auch davon ausgegangen darf, Frankreich 

anerkenne und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den 

Richtlinien des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 

26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aber-

kennung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 

2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Auf-

nahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnah-

merichtlinie) ergeben, 

dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 

Satz 2 Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt ist, 

dass des Weiteren festzuhalten ist, dass der Beschwerdeführer und seine 

Verlobte – wie nachfolgend aufgezeigt wird – nicht als Familienangehörige 

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im Sinne von Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO respektive Art. 8 EMRK zu qualifi-

zieren sind, womit die den Schutz der Familieneinheit bezweckenden zwin-

genden Bestimmungen des Kapitels III der Dublin-III-VO vorliegend nicht 

zur Anwendung kommen (vgl. CHRISTIAN FILZWIESER/ANDREA SPRUNG, 

Dublin III-Verordnung, 2014, K23 f. zu Art. 2, S. 88), 

dass sich die Zuständigkeit der Schweiz nach den Kriterien des Kapitels III 

überdies auch weder mit der angeblich vor ihrem Tod in der Schweiz wohn-

haft gewesenen Tante des Beschwerdeführers noch mit dessen angeblich 

normalerweise in B._______ wohnhaften Adoptiv-Mutter begründen lässt, 

dass ferner die Anwendung der Ermessensklausel von Art. 17 Abs. 1 Dub-

lin-III-VO respektive der – das Selbsteintrittsrecht im Landesrecht konkre-

tisierenden – Bestimmung von Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 

11. August 1999 (AsylV 1; SR 142.311) zu prüfen ist, gemäss welcher das 

SEM das Asylgesuch "aus humanitären Gründen" auch dann behandeln 

kann, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass zwar die Vermutung, Frankreich halte seine völkerrechtlichen Ver-

pflichtungen ein, im Einzelfall widerlegt werden kann, es hierfür aber kon-

kreter und ernsthafter Hinweise bedarf, die gegebenenfalls vom Betroffe-

nen glaubhaft darzutun sind (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4 f.), 

dass der Beschwerdeführer kein konkretes und ernsthaftes Risiko darge-

tan hat, die französischen Behörden würden sich weigern ihn aufzuneh-

men und seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der Re-

geln der erwähnten Richtlinien zu prüfen, 

dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, 

Frankreich werde in seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement 

missachten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, 

sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG 

gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein sol-

ches Land gezwungen zu werden, 

dass der Beschwerdeführer keine konkreten und ernsthaften Hinweise für 

die Annahme dargetan hat, Frankreich würde ihm dauerhaft die ihm ge-

mäss Aufnahmerichtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen 

vorenthalten, und er sich bei einer vorübergehenden Einschränkung im Üb-

rigen nötigenfalls an die französischen Behörden wenden und die ihm zu-

stehenden Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg einfordern könnte 

(vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie), 

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dass der Beschwerdeführer mit seinem Hinweis auf seine gesundheitlichen 

Probleme implizit die Anwendung von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO respek-

tive Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 fordert, 

dass beim Beschwerdeführer eine (…) sowie eine (…) diagnostiziert wurde 

(vgl. SEM-Akte 1106294-21/2), welche in der Folge mit (…) und (…) medi-

kamentös behandelt wurde (vgl. SEM-Akte 1106294-21/2 und 1106294-

22/1), 

dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen 

Problemen nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK 

darstellen kann (vgl. BVGE 2011/9 E. 7 m.w.H. sowie das Urteil des EGMR 

Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016, Grosse Kammer, 41738/10, 

§§ 180–193 m.w.H.), 

dass im Falle des Beschwerdeführers – ohne seine psychischen Be-

schwerden zu verharmlosen – nicht von einer solchen Situation ausgegan-

gen werden kann, 

dass im Übrigen allgemein bekannt ist, dass Frankreich über eine ausrei-

chende medizinische Infrastruktur verfügt, und die geltend gemachten psy-

chischen Beschwerden des Beschwerdeführers – entgegen dem pauscha-

len und nicht weiter differenzierten Einwand auf Beschwerdeebene – dort 

behandelt werden können, 

dass diesbezüglich auch auf die zu bestätigenden Erwägungen in der an-

gefochtenen Verfügung zu verweisen ist, 

dass die Mitgliedstaaten den Antragstellenden die erforderliche medizini-

sche Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die unbedingt er-

forderliche Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen Stö-

rungen umfasst, zugänglich machen müssen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahme-

richtlinie), und den Antragstellenden mit besonderen Bedürfnissen die er-

forderliche medizinische oder sonstige Hilfe (einschliesslich erforderlichen-

falls einer geeigneten psychologischen Betreuung) zu gewähren haben 

(Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtlinie), 

dass er gemäss eigenen Angaben während seines rund sechsjährigen Auf-

enthalts in Frankreich schon Zugang zu medizinischer Behandlung gefun-

den hat (vgl. SEM-Akte 1106294-21/2) und davon ausgegangen werden 

darf, er finde auch zukünftig Zugang zu Behandlung, sollte er darauf ange-

wiesen sein, 

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Seite 10 

dass es dem Beschwerdeführer demnach offensteht, nötigenfalls medizi-

nische Betreuung in Anspruch zu nehmen beziehungsweise dass die ge-

gebenenfalls erforderlichen weiteren medizinischen Abklärungen auch in 

Frankreich möglich sind und dass auch die Verfügbarkeit von Medikamen-

ten gewährleistet ist, 

dass vor diesem Hintergrund nicht ersichtlich ist, inwiefern eine im Schrei-

ben vom 1. September 2021 beantragte psychologische Abklärung des 

Beschwerdeführers hinsichtlich der Zulässigkeit der Überstellung allenfalls 

zu einer anderen Einschätzung zu führen vermocht hätte, 

dass im Übrigen für das weitere Dublin-Verfahren einzig die Reisefähigkeit 

ausschlaggebend ist, welche erst kurz vor der Überstellung definitiv beur-

teilt wird, 

dass die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochten 

Verfügung beauftragt sind, den medizinischen Umständen bei der Bestim-

mung der konkreten Modalitäten der Überstellung der Beschwerdeführen-

den Rechnung tragen und die französischen Behörden vorgängig in geeig-

neter Weise über die spezifischen medizinischen Umstände informieren 

werden (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO), 

dass die französischen Behörden in ihrer Zustimmung um Aufnahme des 

Beschwerdeführers ihrerseits darum ersucht haben, dass allfällige psychi-

sche und physische Einschränkungen sowie notwendige besondere Vor-

kehrungen bei beziehungsweise nach der Überstellung den französischen 

Behörden vorab mitzuteilen seien, womit davon ausgegangen werden 

kann, dass die medizinischen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers 

bei der Überstellung, falls notwendig, Berücksichtigung finden werden, 

dass sich aus der Überstellung nach Frankreich mithin auch unter Berück-

sichtigung der gesundheitlichen Vorbringen des Beschwerdeführers keine 

Verletzung von Art. 3 EMRK oder anderer völkerrechtlicher Verpflichtun-

gen ergibt, 

dass sich somit ein Selbsteintritt gestützt auf Art. 17 Dublin-III-VO und 

Art. 3 EMRK vorliegend nicht gebietet, 

dass sodann zu prüfen ist, ob die geltend gemachte Verlobung des Be-

schwerdeführers mit der Schweizer Staatsangehörigen, C._______, wel-

che in G._______ wohnhaft sei, beziehungsweise das angeblich in Frank-

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Seite 11 

reich eingeleitete Ehevorbereitungsverfahren einer Überstellung im Rah-

men des vorliegenden Dublin-Verfahren entgegensteht beziehungsweise 

ob eine Rückführung des Beschwerdeführers nach Frankreich gegen 

Art. 8 EMRK (Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens) versto-

sen würde, 

dass Art. 8 EMRK weder ein Recht auf Einreise oder Aufenthalt in einem 

bestimmten Staat noch auf Wahl des für das Familienleben am geeignets-

ten erscheinenden Ortes gewährt, der Schutzbereich der Norm jedoch ver-

letzt sein kann, wenn einer Ausländerin oder einem Ausländer, deren Fa-

milienangehörige hier weilen, die Anwesenheit untersagt und damit das 

Familienleben vereitelt wird (vgl. BGE 130 II 281 E. 3.1 m.w.H.), 

dass sich auf den Schutz von Art. 8 EMRK zunächst die Mitglieder der 

Kernfamilie berufen können, mithin die Ehegatten und ihre minderjährigen 

Kinder, 

dass gemäss Rechtsprechung der vormals zuständigen Schweizerischen 

Asylrekurskommission (ARK), welche vom Bundesverwaltungsgericht wei-

tergeführt wird, sodann Konkubinatspartner den Ehegatten gleichgestellt 

sind, 

dass es für die Inanspruchnahme der Garantie von Art. 8 EMRK gemäss 

der Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) 

auf ein tatsächlich bestehendes Familienleben ankommt (vgl. hierzu etwa 

Urteil des EGMR i.S. K. und T. gegen Finnland vom 12. Juli 2001, Grosse 

Kammer, Nr. 25702/94, § 150), 

dass dabei als wesentliche Faktoren für eine tatsächlich gelebte Beziehung 

das gemeinsame Wohnen respektive der gemeinsame Haushalt, die finan-

zielle Verflochtenheit, die Länge und Stabilität der Beziehung sowie das 

Interesse und die Bindung der Partner aneinander zu berücksichtigen sind 

(vgl. CHRISTOPH GRABENWARTER/KATHARINA PABEL, Europäische Men-

schenrechtskonvention, 6. Aufl., München 2016, S. 288 § 22 Rz. 16; MARK 

E. VILLIGER, Handbuch der Europäischen Menschenrechtskonvention, 

2. Aufl., 1999, S. 365), 

dass die Verlobte des Beschwerdeführers gemäss dessen Angaben in 

G._______ lebt (vgl. SEM-Akte 1106294-9/6, Ziff. 1.14 und 3), währendem 

er im BAZ B._______ untergebracht ist (vgl. Eintrag im ZEMIS), 

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dass sie sich damit an unterschiedlichen Adressen aufhalten, weshalb es 

bereits an einem gemeinsamen Wohnsitz als wesentlichen Faktor für eine 

tatsächlich gelebte Beziehung fehlt, 

dass der Beschwerdeführer ferner im Rahmen des rechtlichen Gehörs an-

lässlich des Dublin-Gesprächs angab, sie hätten sich früher öfter gesehen 

(vgl. SEM-Akte 1106294-14/3), 

dass diese Umstände nicht auf eine im soeben dargelegten Sinne tatsäch-

lich gelebte Beziehung als notwendige Voraussetzung für die Anwendbar-

keit von Art. 8 EMRK schliessen lassen, 

dass der Beschwerdeführer aufgrund der fehlenden tatsächlich gelebten 

Beziehung auch aus der Tatsache, dass seine Verlobte schweizerische 

Staatsangehörige ist, nichts für sich abzuleiten vermag, 

dass die in der Beschwerde geäusserte Heiratsabsicht zu keiner anderen 

Einschätzung führen kann, zumal der Beschwerdeführer ein allfälliges in 

Frankreich angestrengtes Ehevorbereitungsverfahren auch dort abwarten 

kann, 

dass es dem Beschwerdeführer und seiner Verlobten trotz der Überstel-

lung nach Frankreich möglich sein wird, ihre Beziehung fortzusetzen und 

den Kontakt mittels Telefon oder via moderne Kommunikationsmittel 

(SMS, E-Mail, WhatsApp, Skype, Facebook, usw.) zu pflegen, 

dass der Beschwerdeführer schliesslich auch mit den Hinweisen auf seine 

angeblich erst kürzlich in der Schweiz verstorbenen Tante und seiner an-

geblich normalerweise in C._______ wohnhaften Adoptiv-Mutter nichts zu 

seinen Gunsten abzuleiten vermag, 

dass die Überstellung nach Frankreich damit keinen unzulässigen Eingriff 

in das Familienleben im Sinne von Art. 8 EMRK darstellt, 

dass nach dem Gesagten keine Veranlassung zu einem Selbsteintritt im 

Sinne von Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO i.V.m. Art. 8 EMRK besteht, 

dass es angesichts der vorstehenden Erwägungen keine Gründe für eine 

Anwendung der Ermessensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt und an 

dieser Stelle festzuhalten bleibt, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchen-

den kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber zu be-

stimmen (BVGE 2010/45 E. 8.3), 

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Seite 13 

dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts Ermessen zukommt (vgl. 

BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine gesetzeswid-

rige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) durch die 

Vorinstanz zu entnehmen sind, 

dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer 

Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält, 

dass andere Gründe, die der Schweiz Anlass geben könnten oder sie gar 

verpflichten würden, von ihrem Selbsteintrittsrecht nach Art. 17 Abs. 1 

Satz 1 Dublin-III-VO Gebrauch zu machen, weder geltend gemacht wer-

den noch ersichtlich sind, 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 

ist und – weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufent-

halts- oder Niederlassungsbewilligung – in Anwendung von Art. 44 

AsylG die Überstellung nach Frankreich angeordnet hat (Art. 32 

Bst. a AsylV 1), 

dass nach dem Gesagten die Beschwerde als offensichtlich unbegründet 

abzuweisen und die Verfügung des SEM zu bestätigen ist, 

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb die verfahrensrechtlichen Anträge auf Zuerkennung der aufschie-

benden Wirkung sowie auf Befreiung von der Kostenvorschusspflicht ge-

genstandslos geworden sind, 

dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG – ungeachtet der 

allfälligen Bedürftigkeit des Beschwerdeführers – abzuweisen ist, da die 

Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aus-

sichtlos zu bezeichnen waren und es daher an einer gesetzlichen Grund-

lage zu deren Gewährung fehlt, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE; SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

D-4736/2021 

Seite 14 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-4736/2021 

Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Chiara Piras Kathrin Rohrer 

 

 

Versand: