# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f4abaeef-f7ef-5f59-a419-ba19571a8c4c
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-10
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 10.04.2024 S 2022 154
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2022-154_2024-04-10.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und lic. iur. Sarah Schneider
Gerichtsschreiberin: MLaw Miriam Habegger-Schneider

U R T E I L  vom 10. April 2024 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin
vertreten durch RA Dr. iur. Urs Sutter, advokaturzug derungs sutter, 
Alpenstrasse 12, Postfach, 6302 Zug

gegen

Arbeitslosenkasse des Kantons Zug, Rechtsdienst, Industriestrasse 24, 
Postfach 857, 6300 Zug 
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Arbeitslosenversicherung
(Anspruchsberechtigung)

S 2022 154

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Urteil S 2022 154

A. Die 1967 geborene A.________, gelernte Kauffrau, war zuletzt bei der 
B.________ AG unter Vertrag und über diese bei der C.________ taggeldversichert (ALK-
act. 49 und 59 f.). Am 3. Juni 2022 meldete sie sich beim Regionalen Arbeitsvermittlungs-
zentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung an (ALK-act. 54) und stellte mit Gesuch vom 8. Juni 
2022 bei der Arbeitslosenkasse des Kantons Zug (ALK) den Antrag auf Arbeitslosenent-
schädigung ab 1. Juli 2022 (ALK-act. 49). Dabei erwähnte sie, dass sie erst ab dem 1. Juli 
2022 wieder zu 100% arbeitsfähig sei und bis dahin noch Taggeld der Krankentaggeldver-
sicherung C.________ erhalte, sowie, dass ihre letzte Arbeitsstelle vom 8. März 2022 bis 
am 18. März 2022 bei der D.________ AG war – vermittelt durch die B.________ AG 
(ALK-act. 49). Die Arbeitslosenkasse verneinte daraufhin die Anspruchsberechtigung we-
gen Nichterfüllung der Beitragszeit und Nichtvorliegens eines Befreiungsgrundes (Verfü-
gung vom 8. Juli 2022 [ALK-act. 28]). Daran hielt sie mit Einspracheentscheid E 191 22 
vom 8. November 2022 fest (ALK-act. 1).

B. Hiergegen erhob A.________ (fortan: Beschwerdeführerin) am 5. Dezember 2022 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Sinngemäss verlangte sie die Aufhebung des Einspra-
cheentscheids sowie die Feststellung ihrer Anspruchsberechtigung ab 1. Juli 2022. Even-
tualiter fordert sie die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung zur 
Neubeurteilung der Anspruchsberechtigung an die Vorinstanz; alles unter Kosten- und 
Entschädigungsfolgen zu Lasten der Arbeitslosenkasse. Zudem beantragte sie im Verfah-
ren vorsorglich, dass die Einhaltung der Kontrollvorschriften und übrigen Voraussetzungen 
gemäss Art. 8 AVIG weiterhin – trotz dem laufenden Gerichtsverfahren – von der Arbeits-
losenkasse zu überprüfen seien (act. 1).

C. In einer beschränkten Stellungnahme vom 13. Dezember 2022 teilte die Arbeitslo-
senkasse (fortan: Beschwerdegegnerin) mit, dass sich die Beschwerdeführerin mit E-Mail 
vom 14. November 2022 von der Arbeitsvermittlung abgemeldet habe. Somit sei es nicht 
mehr erforderlich, dass die Kontroll- und übrigen Voraussetzungen gemäss Art. 8 AVIG 
eingehalten würden (act. 3). 

D. Infolge des soeben Dargelegten stellte das Gericht mit Schreiben vom 14. De-
zember 2022 fest, dass sich der entsprechende Verfahrensantrag, soweit darauf einzutre-
ten wäre, erledigt habe (act. 4). Dem wurde nicht widersprochen. 

E. Die Beschwerdegegnerin schloss mit Stellungnahme vom 29. Dezember 2022 un-
ter Verweis auf den Einspracheentscheid auf Abweisung der Beschwerde und wies darauf 

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hin, dass die Beschwerdeführerin schon mehrmals arbeitslos gewesen sei, wobei ihr die 
Anspruchsberechtigung schon wegen Nichterfüllung der Beitragszeit verweigert worden 
war (act. 5).

F. Mit Schreiben vom 30. Dezember 2022 wurde der Beschwerdeführerin die Ver-
nehmlassung der Beschwerdegegnerin zugestellt (act. 6). Es folgten keine weiteren Ein-
gaben.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften wird – soweit notwendig – in den 
Erwägungen eingegangen.

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1.
1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozia-
lversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen Einspracheentscheide oder Verfü-
gungen, gegen welche eine Einsprache ausgeschlossen ist, Beschwerde erhoben werden. 
Für die Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen einer kantonalen Amtsstelle ist 
– in Abweichung von Art. 58 Abs. 1 ATSG – das Versicherungsgericht desselben Kantons 
zuständig (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversi-
cherung und die Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Ver-
ordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIV; SR 837.02]). Die Beschwerdefrist beträgt 30 Tage (Art. 60 Abs. 1 ATSG). Im Kan-
ton Zug beurteilt das Verwaltungsgericht als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Gebiet der eidgenössischen Sozialversicherung, für die das Bundesrecht eine kanto-
nale Rechtsmittelinstanz vorsieht (§ 77 Abs. 1 des Gesetzes über den Rechtsschutz in 
Verwaltungssachen [Verwaltungsrechtspflegegesetz, VRG; BGS 162.1]).

1.2 Der angefochtene Einspracheentscheid wurde von der Arbeitslosenkasse des 
Kantons Zug erlassen, weshalb das Verwaltungsgericht des Kantons Zug zur Beurteilung 
der vorliegenden Beschwerde örtlich und sachlich zuständig ist. Er datiert vom 8. Novem-
ber 2022; die Beschwerde wurde am 5. Dezember 2022 somit rechtzeitig der Post über-
geben. Die Beschwerdeführerin ist durch den angefochtenen Entscheid direkt betroffen 

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und folglich zur Beschwerde legitimiert. Letztere entspricht schliesslich den formellen An-
forderungen an eine Beschwerde, weshalb sie zu prüfen ist. Die Beurteilung erfolgt auf 
dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO 
VG; BGS 162.11).

2.
2.1 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Da-
nach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung des 
rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Die Verwaltung als verfügende Instanz und – 
im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, 
wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht 
seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Be-
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines 
bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter und die 
Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen mögli-
chen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen (BGE 144 V 427 E. 3.2). Ab 
wann überwiegende Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, lässt sich kaum quantifizieren. 
Wie das Bundesgericht festhält, äussern sich Lehre und Rechtsprechung übereinstim-
mend dahingehend, dass die blosse Annahme einer Möglichkeit oder einer Hypothese 
nicht ausreicht, während anderseits auch nicht die strikte Annahme der zu beweisenden 
Tatsache (wie im Zivilprozess) zu verlangen ist. Die Wahrscheinlichkeit ist insoweit über-
wiegend, als der begründeten Überzeugung keine konkreten Einwände entgegenstehen 
(BGer 8C_448/2020 vom 3. März 2021 E. 2.4.1). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst 
die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des 
Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für die Zusam-
mentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen 
mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosig-
keit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebe-
nen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, 
wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund 
einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlich-
keit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 218 E. 6).

2.2 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben 

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worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 
134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätz-
lich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten 
oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten. Die Rechtspre-
chung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung aber als vereinbar erachtet, 
in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die 
Beweiswürdigung aufzustellen. So soll der Richter in Bezug auf Berichte von Hausärzten – 
wie auch von behandelnden Fachärzten – der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass 
diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen 
eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGer 8C_812/2007 vom 6. Oktober 2008 
E. 8.2). Andererseits kommt auch Berichten versicherungsinterner Fachpersonen nicht 
derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutach-
ten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. Die Tatsache allein, 
dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt 
jedoch nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. (BGE 135 
V 465 E. 4.4, BGer 8C_677/2010 vom 16. Dezember 2010 E. 4.5). An die Beweiswürdi-
gung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne 
Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur gerin-
ge Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, so sind 
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4).

2.3 Verwaltungsweisungen, wie etwa Wegleitungen oder Kreisschreiben, richten sich 
an die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. 
Dieses soll sie bei seiner Entscheidung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzel-
fall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestim-
mungen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungswei-
sungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben dar-
stellen. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine 
rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 146 V 
224 E. 4.4.2; 141 V 365 E. 2.4 mit Hinweisen). Dabei ist grundsätzlich diejenige Fassung 
mitzuberücksichtigen, die der Entscheidbehörde im Verfügungszeitpunkt vorgelegen hat 
(BGer 8C_503/2021 vom 18. November 2021 E. 4.2 mit Hinweis).

3. Gemäss Art. 8 AVIG hat eine versicherte Personen einen gesetzlichen Anspruch 
auf Arbeitslosenentschädigung, wenn sie ganz oder teilweise arbeitslos ist (Art. 10 AVIG), 

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einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat (Art. 11 und 11a AVIG), in der Schweiz 
wohnt (Art. 12 AVIG), die obligatorische Schulzeit zurückgelegt und das Referenzalter 
noch nicht erreicht hat (Art. 21 Abs. 1 des Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlasse-
nenversicherung [AHVG, SR 831.10]), die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung 
der Beitragszeit befreit ist (Art. 13 und 14 AVIG), vermittlungsfähig ist (Art. 15 AVIG) und 
die Kontrollvorschriften erfüllt (Art. 17 AVIG).

4. Streitig und zu prüfen ist, ob die Arbeitslosenkasse einen Anspruch der Be-
schwerdeführerin auf Arbeitslosenentschädigung ab 1. Juli 2022 zu Recht verneint hat. 
Dabei ist im Wesentlichen zu beurteilen, ob die Beitragszeit (Art. 8 lit. e AVIG) erfüllt ist.

5.
5.1 Ein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt gemäss Art. 8 Abs. 1 lit. e 
AVIG voraus, dass die versicherte Person die Beitragszeit (Art. 13 AVIG) erfüllt hat oder 
von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist (Art. 14 AVIG).

5.2
5.2.1 Für den Leistungsbezug und für die Beitragszeit gelten grundsätzlich zweijährige 
Rahmenfristen (Art. 9 Abs. 1 AVIG). Die Beitragszeit hat erfüllt, wer innerhalb der dafür 
vorgesehenen Rahmenfrist während mindestens zwölf Monaten eine beitragspflichtige 
Beschäftigung ausgeübt hat (Art. 13 Abs. 1 AVIG). Die Rahmenfrist für die Beitragszeit 
beginnt gemäss Art. 9 Abs. 3 AVIG zwei Jahre vor der Rahmenfrist für den Leistungsbe-
zug. Letztere wiederum beginnt gemäss Art. 9 Abs. 2 AVIG an jenem Tag, an dem die 
versicherte Person sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt.

5.2.2 Was eine beitragspflichtige Beschäftigung ist, ergibt sich aus Art. 2 Abs. 1 lit. a 
AVIG. Danach ist für die Arbeitslosenversicherung beitragspflichtig, wer nach dem AHVG 
obligatorisch versichert und für Einkommen aus unselbstständiger Tätigkeit beitragspflich-
tig ist. Die Beitragspflicht knüpft dabei allein an den massgebenden Lohn nach Art. 5 
AHVG an

5.2.3 Gemäss Art. 11 AVIV zählt jeder volle Kalendermonat, in dem die versicherte Per-
son beitragspflichtig ist, als Beitragsmonat (Abs. 1). Bei angebrochenen Kalendermonaten 
(Beginn oder Ende der ausgeübten Beschäftigung im Laufe des Monats) werden Beitrags-
zeiten, die nicht einen vollen Kalendermonat umfassen, zusammengezählt, wobei je 30 
Kalendertage als ein Beitragsmonat gelten (Abs. 2).

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5.2.4 Wer also als Arbeitnehmer in der zweijährigen Rahmenfrist für den Nachweis der 
beitragspflichtigen Beschäftigung während mindestens zwölf Monaten massgebenden 
Lohn im Sinne von Art. 5 Abs. 2 AHVG bezieht, erfüllt die erwähnte gesetzliche An-
spruchsvoraussetzung von Art. 13 Abs. 1 AVIG (BGE 122 V 249 E. 2b mit Hinweisen). 

Als der Beitragszeit gleichgestellte Zeiten sind zudem Zeiten zu berücksichtigen, in denen 
die versicherte Person zwar in einem Arbeitsverhältnis steht, jedoch wegen Krankheit oder 
Unfall keinen Lohn erhält und daher keine Beiträge bezahlt. Sie werden ebenfalls ange-
rechnet (vgl. Art. 13 Abs. 2 lit. c AVIG; vgl. die Weisung des Staatssekretariats für Wirt-
schaft [SECO] zur Arbeitslosenentschädigung [AVIG-Praxis ALE] B164).

5.3
5.3.1 Von der Erfüllung der Beitragszeit befreit sind gemäss Art. 14 Abs. 1 AVIG Perso-
nen, die innerhalb der Rahmenfrist (Art. 9 Abs. 3 AVIG) während insgesamt mehr als zwölf 
Monaten nicht in einem Arbeitsverhältnis standen und die Beitragszeit nicht erfüllen konn-
ten wegen einer Schulausbildung, Umschulung oder Weiterbildung, sofern sie während 
mindestens zehn Jahren in der Schweiz Wohnsitz hatten, wegen Krankheit (Art. 3 ATSG), 
Unfall (Art. 4 ATSG) oder Mutterschaft (Art. 5 ATSG), sofern sie während dieser Zeit 
Wohnsitz in der Schweiz hatten oder wegen eines Aufenthaltes in einer schweizerischen 
Haft- oder Arbeitserziehungsanstalt oder in einer ähnlichen schweizerischen Einrichtung.

5.3.2 Nach dem klaren Wortlaut von Art. 14 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person 
durch einen der in dieser Bestimmung genannten Gründe an der Ausübung einer bei-
tragspflichtigen Beschäftigung gehindert worden sein. Zwischen dem Befreiungsgrund und 
der Nichterfüllung der Beitragszeit muss ein Kausalzusammenhang bestehen. Dabei muss 
das Hindernis während mehr als zwölf Monaten bestanden haben (statt vieler: BGer 
8C_539/2019 vom 20. November 2019 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. auch AVIG-Praxis ALE 
B183 f.). Denn bei kürzerer Verhinderung bleibt der versicherten Person während der 
zweijährigen Rahmenfrist genügend Zeit, um eine ausreichende beitragspflichtige Be-
schäftigung auszuüben. Da eine Teilzeitbeschäftigung mit Bezug auf die Erfüllung der Bei-
tragszeit einer Vollzeitbeschäftigung gleichgestellt ist, liegt die erforderliche Kausalität zu-
dem nur vor, wenn es der versicherten Person aus einem der in Art. 14 Abs. 1 lit. a bis c 
AVIG genannten Gründe auch nicht möglich und zumutbar war, ein Teilzeitarbeitsverhält-
nis einzugehen (BGer 8C_539/2019 vom 20. November 2019 E. 3.2 mit Hinweisen, vgl. 
AVIG-Praxis ALE B184).

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5.3.3 Eine Krankheit oder ein Unfall sind massgebliche Gründe für eine Nichterwerbs-
tätigkeit, sofern sie eine Arbeitsunfähigkeit bewirken. Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle 
oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu 
leisten; bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder 
Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). Diese Definition der Arbeitsunfähigkeit ist 
sowohl bei der Invaliden- und Unfallversicherung als auch bei der Arbeitslosenversiche-
rung massgebend. Die im gesamten Bereich des Sozialversicherungsrechts geltende 
Schadenminderungspflicht und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast gebieten 
grundsätzlich, die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit möglichst früh 
zu beantworten. Die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbsfähigkeit steht fest, 
sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfest-
stellung erlauben (BGer 8C_404/2013 vom 14. November 2013 E. 3 mit Hinweisen). 

Ein Befreiungsgrund gemäss Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG ist nur dann zu bejahen, wenn es 
der versicherten Person – wie oben erwähnt – aus einem der genannten Gründe nicht 
möglich und zumutbar war, auch nur eine Teilzeitbeschäftigung als arbeitnehmende Per-
son auszuüben, ansonsten entfiele die geforderte Kausalität (vgl. oben E. 5.3.2)

5.3.4 Das Vorliegen des Befreiungstatbestandes Krankheit, Unfall oder Mutterschaft 
gemäss Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG wird grundsätzlich nach objektiver Betrachtungsweise 
und somit ex post bestimmt (BGer 8C_539/2019 vom 20. November 2019 E. 4.1 f.; 
8C_367/2013 vom 18. Juni 2013 E. 3.3 je mit Hinweisen). Abzustellen ist daher auf ärztli-
che Berichte, selbst wenn diese in einem späteren Zeitpunkt verfasst wurden. Massge-
bend ist, was objektiv zumutbar war, wobei nicht auf die Arbeitsfähigkeit im bisherigen Be-
ruf, sondern auf jene in allen (ohne vorgängige Eingliederung) in Betracht fallenden zu-
mutbaren Tätigkeiten abzustellen ist (EVG-Urteil C 238/05 vom 8. Mai 2006 E. 4.2). Ob 
sich eine versicherte Person nach eigener Einschätzung gesundheitsbedingt ausser Stan-
de sieht, eine beitragspflichtige (Teilzeit-) Beschäftigung auszuüben, ist demgegenüber 
nicht massgebend (BGer 8C_367/2013 vom 18. Juni 2013 E. 3.3 mit Hinweisen). Hatte die 
betroffene Person Kenntnis davon, dass eine Restarbeitsfähigkeit besteht oder hätte sie 
davon Kenntnis haben müssen und meldete sie sich daraufhin nicht zur Vermittlung einer 
Teilzeitbeschäftigung, so ergeben sich daraus Nachteile für die Beurteilung der Befreiung 
von der Beitragszeit, welche sie zu tragen hat (EVG-Urteil C 238/05 vom 8. Mai 2006 
E. 4.2). 

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5.4 Beitragszeit und Zeitperioden, in denen ein Befreiungsgrund von der Erfüllung von 
der Beitragszeit vorliegt, dürfen nicht zusammengezählt werden (BGE 141 V 674 E. 4.1 
mit weiteren Hinweisen; AVIG-Praxis ALE B 170). Die Befreiungstatbestände von Art. 14 
Abs. 1 AVIG sind im Verhältnis zur Beitragszeit subsidiär. Sie gelangen daher nur zur An-
wendung, wenn die in Art. 13 Abs. 1 AVIG verlangte Erfüllung der Mindestbeitragszeit aus 
den in Art. 14 Abs. 1 AVIG genannten Gründen nicht möglich ist (BGE 141 V 674 E. 2.1, 
BGer 8C_232/2021 vom 8. Juni 2021 E. 3.1).

6.
6.1 Die Beschwerdeführerin rügt im Wesentlichen eine unrichtige Rechtsanwendung 
und falsche Feststellung des erheblichen Sachverhalts. So dürfe für die Beurteilung der 
Anspruchsvoraussetzungen nicht auf das Schreiben der C.________ Versicherung vom 
22. April 2022, welches die Ergebnisse einer von dieser veranlassten ärztlichen Untersu-
chung zusammenfasst, abgestellt werden, da weder die medizinische Nachvollziehbarkeit 
noch der Inhalt überprüft worden sei und es sich dabei lediglich um eine Parteibehauptung 
handle. Damit habe die Beschwerdegegnerin ihre Abklärungspflicht verletzt, indem sie 
dieser Parteibehauptung die Qualität eines ärztlichen Berichts beimass (act. 1 Ziff. 2.2). So 
sei aus dem Schreiben der C.________ Versicherung auch nicht hervorgegangen, dass 
sich die Beschwerdeführerin arbeitslos melden sollte (act. 1 Ziff. 2.3). Weiter sei aus dem 
Schreiben nicht ersichtlich, dass die Einschätzungen ihrer behandelnden Ärztinnen ange-
zweifelt würden, insbesondere da die Taggelder weiterhin ausbezahlt wurden. Aufgrund 
dieser Vertrauensgrundlage habe die Beschwerdeführerin keinen Anlass gehabt, gegen 
das von der C.________ Versicherung Vorgebrachte vorzugehen (act. 1 Ziff. 2.4). Insge-
samt hält die Beschwerdeführerin dafür, dass für die Monate April bis Juni 2022 von einer 
vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei, die Vorinstanz ihre Abklärungspflicht ver-
letzt habe und keine Obliegenheit bestanden habe, sich früher arbeitslos zu melden. Somit 
bestehe eine mehr als 12-monatige volle Arbeitsunfähigkeit, weshalb auch die Anspruchs-
berechtigung gegeben sei. 

6.2 Die Beschwerdegegnerin geht hingegen davon aus, dass die erforderliche Bei-
tragszeit nicht erreicht ist. Begründend führt sie im angefochtenen Einspracheentscheid im 
Wesentlichen an, dass die erforderliche Beitragszeit infolge einer beitragspflichtigen Be-
schäftigung von lediglich 7.354 Monaten – was auch nicht bestritten werde – nicht erfüllt 
sei und auch keine ausreichende Beitragsbefreiung gegeben sei. So könne die Beschwer-
deführerin in den Zeiträumen vom 2. Juli 2020 bis 21. August 2020, vom 6. August 2021 

https://bger.li/AVIG_14
https://bger.li/AVIG_14
https://bger.li/AVIG_13
https://bger.li/AVIG_14
https://bger.li/141-V-674

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bis 7. März 2022 und vom 17. März 2022 bis 30. Juni 2022 aufgrund der attestierten 
100%igen Arbeitsunfähigkeit grundsätzlich als beitragsbefreit gelten. Dabei dürfe der Zeit-
raum vom 1. April bis 30. Juni 2022 jedoch dennoch nicht als beitragsbefreite Zeit berück-
sichtigt werden. Während dieser Zeit sei die Beschwerdeführerin nämlich gemäss einem 
Schreiben der C.________ Krankentaggeldversicherung vom 22. April 2022, welches an 
die Beschwerdeführerin adressiert war, gestützt auf eine konsiliarische Beurteilung durch 
Dr.  E.________ vom 16. Februar 2022, ab 1. April 2022 zu 50% und ab 1. Juni 2022 zu 
100% als Betriebsmitarbeiterin als arbeitsfähig zu betrachten gewesen. Wenn sich die Be-
schwerdeführerin dessen ungeachtet auf die Einschätzung ihrer behandelnden Ärztin stüt-
ze, welche sie bis 30. Juni 2022 als vollständig arbeitsunfähig einschätze, sei dies ihr Risi-
ko. Sie habe sich nicht darauf verlassen dürfen, dass die Einschätzung ihrer behandeln-
den Ärztin auch für alle Zweige der Sozialversicherung gelte. Daher sei die Beschwerde-
führerin schlussendlich nur für 9.286 Monate beitragsbefreit und somit nicht für die erfor-
derlichen zwölf Monate. Zudem habe die Beschwerdeführerin auch bereits am 23. Juni 
2022 eine Stelle bei der F.________ AG angetreten – trotz angeblicher Arbeitsunfähigkeit 
bis Ende Juni 2022 (ALK-act. 1 S. 4 ff.). 

7.
7.1 Gemäss den Akten ist erstellt und unbestritten, dass die Beschwerdeführerin 
während der hier massgebenden Beitragsrahmenfrist vom 1. Juli 2020 bis 30. Juni 2022 
die folgenden beitragspflichtigen Beschäftigungen ausübte: vom 6. Januar 2021 bis 
17. Juni 2021 bei der G.________, vom 18. Juni 2021 bis 5. August 2021 bei der 
B.________ AG und vom 8. März 2022 bis 18. März 2022 erneut bei der B.________ AG 
(ALV-act. 33, 55, 58, 61 und 62). Zudem trat die Beschwerdeführerin am 23. Juni 2022 ei-
ne Stelle bei der F.________ AG an (ALV-act. 27). 

7.2 Gemäss diversen Arbeitsunfähigkeitszeugnissen des Hausarztes und der behan-
delnden Ärzte war die Beschwerdeführerin während der massgebenden Beitragsrahmen-
frist mehrfach vollumfänglich arbeitsunfähig, namentlich vom 2. Juli 2020 bis 21. August 
2020, vom 16. bis 23. April 2021, vom 2. bis 17. Juni 2021 und vom 22. Juni 2021 bis 
30. Juni 2022 (ALV-act. 1 Ziff. 4b; ALV act. 43 f. und 46).

Aktenkundig ist auch ein Schreiben der C.________ Versicherung an die Beschwerdefüh-
rerin in welchem die Versicherung ausführt, dass der Versicherten, gestützt auf die konsi-
liarische Beurteilung der Versicherungsärztin vom 16. Februar 2022, eine Tätigkeit als Be-
triebsmitarbeiterin ab 1. April 2022 zu 50 % und ab 1. Juni 2022 zu 100 % wieder möglich 

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sei. Aus Kulanzgründen richtete die Versicherung allerdings noch bis Ende Juni 2022 
Taggelder aus (ALV-act. 40).

7.3 Zur Berechnung der Beitragszeit nach Art. 13 AVIG berücksichtigte die Beschwer-
degegnerin sämtliche Zeiten, in denen die Beschwerdeführerin in einem Arbeitsverhältnis 
stand, also einer beitragspflichtigen Beschäftigung nachging. Dies umfasst auch jene Zei-
ten, in denen die Beschwerdeführerin angestellt war, ihr jedoch gleichzeitig volle Arbeits-
unfähigkeit attestiert wurde, was zu Recht nicht beanstandet wird, da diese Zeiten, wenn 
nicht nach Art. 13 Abs. 1, dann mindestens nach Art. 13 Abs. 2 AVIG als Beitragszeit zu 
berücksichtigen sind (oben E. 5.2.4). Sodann gilt: solange eine versicherte Person ange-
stellt ist, generiert sie grundsätzlich Beitragszeit und kann sich nicht gleichzeitig auf den 
Befreiungstatbestand von Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG berufen (BGE 141 V 674 E. 4.3.3; vgl. 
auch oben E. 5.4 [Subsidiarität der beitragsbefreiten Zeiten]).

Unter Berücksichtigung der obgenannten beitragspflichtigen Beschäftigungen, mit Aus-
nahme jener ab dem 23. Juni 2022 (E. 7.1) errechnete die Beschwerdegegnerin eine Bei-
tragszeit von 7.354 Monaten (ALV-act. 30). Auf Basis der Akten steht somit fest und ist 
unbestritten, dass die Beschwerdeführerin innerhalb der hier massgebenden Beitragsrah-
menfrist vom 1. Juli 2020 bis 30. Juni 2022 nur eine Beitragszeit von 7.354 Monaten 
nachweisen kann und demzufolge die Mindestbeitragszeit von zwölf Monaten gemäss 
Art. 13 Abs. 1 AVIG deutlich nicht erfüllt. Daran vermöchte selbst eine zusätzliche Berück-
sichtigung der Beschäftigung ab dem 23. Juni 2022 (8 Tage) nichts zu ändern.

8.
8.1 Zu prüfen bleibt, ob sich die Beschwerdeführerin in der massgebenden Beitrags-
rahmenfrist vom 1. Juli 2020 bis 30. Juni 2022 auf einen Befreiungsgrund gemäss Art. 14 
AVIG berufen kann. Streitig ist, ob sie wegen Krankheit nach Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG von 
der Erfüllung der Beitragszeit befreit war. Dabei ist insbesondere zu beurteilen, ob die von 
der Beschwerdeführerin vorgebrachten Zeiträume der Arbeitsunfähigkeit bei der Beurtei-
lung der Dauer des Befreiungsgrundes vollständig zu berücksichtigen sind. 

8.2 Unbestrittenermassen lag bei der Beschwerdeführerin im massgeblichen Zeitraum 
phasenweise eine Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit vor, welche auch von verschiede-
nen Ärzten bestätigt wurde (E. 7.2). Auch bestand über längere Zeit kein Arbeitsverhältnis. 
Weiter ist belegt, dass die Beschwerdeführerin ab September 2021 bis Ende Juni 2022 
Krankentaggeldzahlungen gestützt auf eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % erhielt (ALK-act. 

12

Urteil S 2022 154

41, 45, 48) mit einem kleinen Unterbruch während der Beschäftigung durch die 
B.________ AG vom 8. bis 16. März 2022 (ALK-act. 35 S. 86).

8.3 Im angefochtenen Entscheid berücksichtigte die Beschwerdegegnerin die folgen-
den Zeiträume ohne Arbeitsverhältnis aufgrund einer attestierten Arbeitsunfähigkeit von 
100 % als Zeiten im Sinne von Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG: 2. Juli 2020 bis 21. August 2020, 
6. August 2021 bis 7. März 2022 sowie 17. März 2022 bis 31. März 2022. Sie anerkannte, 
dass es der Beschwerdeführerin in diesen Zeiträumen von insgesamt 9.286 Monaten auf-
grund von Krankheit nicht möglich war, ein Arbeitsverhältnis einzugehen und Beitragszei-
ten zu generieren, was nicht umstritten und auch nicht zu beanstanden ist.

8.4 Anders verhält es sich mit der Zeit vom 1. April bis 30. Juni 2022. Eine zusätzliche 
Berücksichtigung dieser drei Monate unter dem Titel von Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG würde 
voraussichtlich dazu führen, dass die in Art. 14 Abs. 1 AVIG geforderte Dauer von mehr 
als zwölf Monaten Verhinderung erreicht würde (vgl. ALV-act. 30), selbst wenn das per 
23. Juni 2022 angetretene Arbeitsverhältniss bei der F.________ AG berücksichtigt würde.

Obwohl der Beschwerdeführerin durch die behandelnde Ärztin Dr. H.________, FMH 
Psychiatrie und Psychotherapie, bis zum 30. Juni 2022 eine volle Arbeitsunfähigkeit attes-
tiert wurde (Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 6. Juni 2022, ALV-act. 43), anerkannte die 
Beschwerdegegnerin eine bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit nur bis zum 31. März 
2022. Sie stützte sich bei ihrer Einschätzung auf das bereits mehrfach erwähnte, an die 
Beschwerdeführerin gerichtete Schreiben der C.________ vom 22. April 2022 (E. 7.2), in 
welchem die Taggeldversicherung von einer ab 1. April 2022 bestehenden Arbeitsfähigkeit 
von 50% als Betriebsmitarbeiterin ausging. Daraus folgerte die Arbeitslosenkasse, dass 
die Beschwerdeführerin ab 1. April 2022 gehalten gewesen wäre, ein Teilarbeitsverhältnis 
einzugehen und eine beitragspflichtige Beschäftigung auszuüben. Die Beschwerdeführerin 
kritisiert, die Arbeitslosenkasse habe den Sachverhalt ungenügend abgeklärt, wenn sie 
sich allein auf dieses Schreiben der C.________ stützt.

Für die Beurteilung des Befreiungstatbestandes nach Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG ist auf ärzt-
liche Berichte abzustützen. Dabei ist nicht auf die Arbeitsfähigkeit im bisherigen Beruf, 
sondern in allen in Betracht fallenden zumutbaren Tätigkeiten abzustellen. Massgebend 
ist, was aufgrund von beweiswertigen medizinischen Unterlagen als zumutbar qualifiziert 
wird, wobei eine Teilerwerbsfähigkeit genügen würde (vgl. vorne E. 5.3.3). In der bundes-

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gerichtlichen Rechtsprechung wurde insbesondere dann davon ausgegangen, dass die 
betroffene Person objektiv wissen musste, dass sie aus Versicherungssicht als 
(teil-)arbeitsfähig gilt, wenn zuvor durch ein eingeholtes versicherungsexternes ärztliches 
Gutachten eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit attestiert worden war (vgl. BGer 
8C_539/2019 vom 20. November 2019 E. 4.2; 8C_367/2013 vom 18. Juni 2013 E. 3.3; 
EVG-Urteil C 238/05 vom 8. Mai 2006 E. 4.2). 

Das Schreiben der C.________ vom 22. April 2022 (ALV-act. 40) genügt den Anforderun-
gen an einen beweiswertigen Arztbericht (E. 2.2) selbstredend in keiner Art und Weise, 
was die Beschwerdegegnerin auch nicht behauptet. Vorliegend gibt dieses Schreiben 
zwar einen Hinweis, dass allenfalls entsprechende Unterlagen bestehen könnten, solche 
finden sich jedoch nicht in den Akten der Beschwerdegegnerin.

Die Arbeitslosenkasse verletzte ihre Untersuchungspflicht (vgl. E. 2.1), indem sie darauf 
verzichtete, die Akten der Krankentaggeldversicherung beizuziehen und sich ein eigenes 
Bild darüber zu verschaffen, wie der im Schreiben erwähnte konsiliarische Bericht vom 
Februar 2022 zustande gekommen war, ob darauf abgestellt werden darf und allenfalls 
wann davon auszugehen wäre, dass der Beschwerdeführerin bewusst hätte sein müssen, 
dass sie – entgegen ihrem Gefühl – wieder als (teil-)arbeitsfähig einzustufen war. Auch 
wäre ein ausführlicher Bericht der behandelnden Ärztin einzuholen gewesen, um ein aus-
gewogenes Bild der Situation zu erhalten. Unklar ist zudem, ob ein allfälliger Bericht der 
Versicherungsärztin den Anforderungen an einen beweistauglichen Arztbericht genügen 
(vorne E. 2.2) oder ob auch nur geringe Zweifel an dessen Schlüssigkeit bestehen wür-
den, die ein Abstellen darauf nicht mehr erlauben. Insbesondere wäre notwendig, dass der 
Bericht auf einer ausführlichen Anamnese beruhte. Der Sachverhalt ist somit unvollständig 
abgeklärt worden und bedarf der Ergänzung.

Es hilft der Beschwerdegegnerin auch nicht, wenn sie der Beschwerdeführerin zur Last 
legt, dass diese, trotz von der behandelnden Ärztin attestierter 100%iger Arbeitsunfähig-
keit, per 23. Juni 2022 eine Stelle bei der F.________ AG angetreten habe. Dieses Ar-
beitsverhältnis war – wie bereits jenes im März 2022 – von sehr kurzer Dauer und beinhal-
tete kaum Einsatztage. Der Temporäreinsatz endete bereits am 7. Juli 2022, nachdem die 
Beschwerdeführerin gemäss der Bescheinigung über den Zwischenverdienst vom 8. Juli 
2022 (ALV-act. 27) im Juni knapp eineinhalb Tage tatsächlich im Betrieb als Produktions-
mitarbeiterin tätig gewesen war. Unter diesen Umständen ist es durchaus möglich, dass 

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aus medizinischer Sicht durchgehend von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszugehen wä-
re.

8.5 Zusammenfassend lässt sich gestützt auf die vorhandenen Akten nicht abschlies-
send beurteilen, ob eine Beitragsbefreiung nach Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG vorliegt oder 
nicht. Unklar bleibt, ob die Beschwerdeführerin ab April 2022 davon hätte ausgehen müs-
sen, dass sie wieder teilweise arbeitsfähig sei und sich entsprechend hätte um Arbeit 
bemühen müssen. Dadurch, dass die Arbeitslosenkasse, ohne die entsprechenden medi-
zinischen Berichte einzuholen, deren Beweiswert zu klären und sie den gegenläufigen 
Einschätzungen der behandelnden Ärzte gegenüberzustellen, auf die Einschätzung der 
Krankentaggeldversicherung abstellte, verletzte sie ihre Abklärungspflicht. 

9. Nach dem Gesagten erweist sich der Sachverhalt als ungenügend abgeklärt, 
weshalb der angefochtenen Einspracheentscheid vom 8. November 2022 aufzuheben und 
die Sache zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung im Sinne der Erwägungen und zum 
anschliessenden Neuentscheid über die Anspruchsberechtigung zurückzuweisen ist. In-
soweit erweist sich die Beschwerde als begründet, weshalb sie gutzuheissen ist.

10. Mangels einer entsprechenden Bestimmung im AVIG ist das Verfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). Nach ständiger Recht-
sprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und 
neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E 2.1). Demnach ist der an-
waltlich vertretenen Beschwerdeführerin zulasten der Beschwerdegegnerin eine Parteien-
tschädigung nach Art. 61 lit. g ATSG auszurichten, welche ermessensweise auf 
Fr. 2'200.– (inkl. Barauslagen und MWST) festzusetzen ist.

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als der angefochtene Einspracheent-
scheid aufgehoben und die Sache zu weiteren Abklärungen im Sinne der Erwä-
gungen und zum anschliessenden Neuentscheid an die Beschwerdegegnerin 
zurückgewiesen wird.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der anwaltlich vertretenen Beschwerde-
führerin eine Parteientschädigung von Fr. 2'200.– (inkl. Barauslagen und MWST) 
zu bezahlen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (im Doppel), an die Be-
schwerdegegnerin sowie an das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), Bern.

Zug, 10. April 2024

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am