# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 11fe2868-9208-5a29-b9f0-a13c9fd929dd
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP ARGVP 2008 2278
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_ARGVP-2008-2278_nodate.pdf

## Full Text

B. Gerichtsentscheide 2278 

 

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Bauen ausserhalb der Bauzonen. Das generelle Eingliederungs-
gebot (Art. 112 Abs. 2 BauG) und die insbesondere bei der 
Materialwahl erhöhten Anforderungen in den kantonalen Landschafts-
schutzzonen (Art. 82 Abs. 2 BauG) gelten auch bei der Renovation 
eines geschützten Kulturobjektes kumulativ zu den Bestimmungen in 
Art. 86 BauG. Die demnach erforderliche Anpassung der Fassaden-
verkleidungen an die herkömmliche Bauart ist bei Umbauten, Reno-
vationen und Neubauten zwingend verlangt, da diese Einordnungs-
vorschriften auch in der Fassung nach neuem Baugesetz nicht unter 
einem Abwägungsvorbehalt stehen.  

 Sachverhalt: 
 Das Gasthaus R. wurde bekannt durch die im Saaltrakt (nördlicher 
Gebäudeteil) durchgeführten Sennenbälle. Dieser Saaltrakt wurde 
1981 durch eine Gasexplosion stark beschädigt und danach wieder 
aufgebaut. Beim Wiederaufbau wurden am Saaltrakt hinterlüftete 
Holzschindelschirme angebracht, welche aufgrund dieser Hinter-
lüftung rasch anfaulten und in der Folge wetterseitig im Rahmen einer 
Ausnahmebewilligung durch Eternitschindelschirme ersetzt wurden. 
Der Holzschindelschirm an der Ostfassade des Saaltraktes blieb aber 
unverändert. Der Südtrakt des Gasthauses, mit Gaststube, Wohnung 
und Terrasse wurde bei der Gasexplosion weniger stark beschädigt. 
Er weist strassenseitig nach wie vor eine herkömmlich gestemmte 
Holztäferfassade auf. Auch dessen Südfassade wies noch bis ins Jahr 
2006 einen herkömmlichen (nicht hinterlüfteten) Holzschindelschirm 
auf; die Ostfassade dieses Südtraktes ist bis heute mit herkömmlichen 
Holzschindeln verkleidet. Das Gasthaus R. liegt in der kantonalen 
Landschaftsschutzzone und ist im kantonalen Schutzzonenplan von 
1991 als Ganzes als "Kulturobjekt ausserhalb der Bauzone Nr. 1.9" 
verzeichnet (für die Rechtswirkung wird im kantonalen Schutz-
zonenplan noch auf Art. 16 des inzwischen aufgehobenen EG zum 
RPG vom 28. April 1985 verwiesen). Dieser von der Baudirektion 
erlassene kantonale Schutzzonenplan lag in den Gemeinden vom 3. 
Juni bis 2. Juli 1991 öffentlich auf, wurde in der vorliegend mass-
gebenden Fassung mit seiner Auflage rechtswirksam und ist heute 
noch gültig (vgl. Art. 18 Abs. 4 des EG zum RPG und Abl. 1991, 
S. 483). Gemäss dem aktuell gültigen Zonenplan der Gemeinde liegt das 

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Gasthaus in der Landwirtschaftszone. Mit Baugesuch vom 11. Januar 
2006 ersuchten die Eigentümer um Bewilligung einer Sanierung der 
Südfassade des Gasthaus- und Wohntraktes mittels Schiefereternit 
nach. Das Planungsamt erteilte die raumplanerische Bewilligung mit 
der Auflage, dass anstelle der vorgesehenen Eternitschindeln 
wiederum Holzschindeln anzubringen seien; ferner seien Baudetails, 
Materialien und Farben mit dem kantonalen Denkmalpfleger zu 
besprechen und nach Absprache zu bemustern. Diesen Entscheid 
des Planungsamtes fochten die Eigentümer mit Rekurs, später mit 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde und zuletzt beim Bundesgericht 
erfolglos an. Weil die Beschwerdeführer schon im Verlauf des Re-
kursverfahrens die herkömmlichen Holzschindeln an der Südfassade 
entfernt und entgegen der Auflage durch Eternitschindeln ersetzt 
haben, ordnete das Departement Bau und Umwelt mit seinem 
Rekursentscheid auch die Entfernung dieser Eternitschindeln und 
deren Ersatz durch Holzschindeln an. Die Frist zur Wiederherstellung 
wurde auf drei Monate ab Rechtskraft festgesetzt. Auch dieser Teil 
des Rekursentscheides wurde vor Verwaltungsgericht und Bundes-
gericht erfolglos angefochten. 
 
 Aus den Erwägungen: 
 2. Dass für die Sanierung der Südfassade des ausserhalb der 
Bauzonen gelegenen Gasthauses R. die Voraussetzungen im Sinne 
von Art. 24c und Art. 24d RPG und von Art. 42 der Raum-
planungsverordnung (RPV; SR 700.1) erfüllt sind, ist unbestritten. 
Nicht mehr bestritten ist ferner, dass das Gasthaus R. im kantonalen 
Schutzzonenplan von 1991 rechtskräftig als Kulturobjekt Nr. 1.9 
verzeichnet ist und damit nach wie vor rechtsgültig unter Schutz steht 
(nach Art. 123 Abs. 2 des am 1. Januar 2004 in Kraft getretenen 
BauG bleiben Schutz- und Nutzungspläne und damit auch der 
kantonale Schutzzonenplan von 1991 bis zu ihrer Anpassung in Kraft; 
eine Anpassung ist bis dato weder erfolgt, noch dem Vernehmen nach 
beabsichtigt). Auch die Beschwerdeführer selber liessen dartun, dass 
sie zu keiner Zeit die Aufhebung der Unterschutzstellung des 
Gasthauses beantragt haben. Unter diesen Umständen besteht nun 
spätestens vor Gericht weder Anlass noch Handhabe, die 
Schutzwürdigkeit des Gasthauses R. als Kulturobjekt im Sinne von 
Art. 86 Abs. 4 BauG zu überprüfen. [...] Nach den Akten steht ohnehin 
fest, dass diese Unterschutzstellung im Rahmen eines öffentlichen 

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Auflage- und Einspracheverfahrens erfolgt ist, so dass den 
betroffenen Grundeigentümern schon damals die Möglichkeit offen 
stand, ihre Interessen zu vertreten […].  
 Ergänzend ist einzig auf folgendes hinzuweisen: Soweit in der 
Legende zum kantonalen Schutzzonenplan von 1991 für die Rechts-
wirkung der Bezeichnung als Kulturobjekt (und die Bezeichnung als 
Teil der Landschaftsschutzzone) noch auf Art. 16 (bzw. Art. 13) des 
EG zum RPG vom 28. April 1985 verwiesen wird, ergibt sich aus 
Art. 125 Abs. 1 des neuen BauG, dass diese Gesetzesbestimmungen 
nun zwar formell aufgehoben sind. Es ist indessen zu Recht 
unbestritten, dass an Stelle dieser altrechtlichen Schutzbestimmungen 
nun die nach Wortlaut und Inhalt im Wesentlichen identischen 
Schutzbestimmungen in Art. 86 Abs. 2, 3 und 5 (für Kulturobjekte) 
sowie in Art. 82 BauG (für Bauten in den Landschaftsschutzzonen) 
auf das strittige Bauvorhaben anwendbar sind, und zwar in Ver-
bindung mit dem unverändert in Kraft gebliebenen kantonalen 
Schutzzonenplan (von 1991). Da der umstrittene Eternitschindel-
schirm auch offenkundig erst nach dem Inkrafttreten des neuen BauG 
ohne rechtskräftige Baubewilligung angebracht wurde, kann im 
Folgenden wie schon seitens der Vorinstanz ausschliesslich auf die 
neurechtlichen Schutz- und Gestaltungsbestimmungen in den Art. 82, 
86 und 112 BauG abgestellt werden.  
 3. Für alle Bauten und Anlagen gilt nach kantonalem Recht 
generell, dass diese sich so in ihre bauliche und landschaftliche 
Umgebung einzufügen haben, dass eine gute Gesamtwirkung ent-
steht und dass diese das Orts-, Quartier- und Landschaftsbild nicht 
wesentlich beeinträchtigen (Art. 112 Abs. 1 BauG). Ausserhalb der 
Bauzonen haben sich Neubauten sowie Umbauten und Renovationen 
an traditionellen Gebäuden überdies der herkömmlichen Bauart 
zumindest in Bezug auf Gebäude- und Dachform sowie Material- und 
Farbwahl anzupassen, und die Umgebung ist möglichst unverändert 
zu belassen (Art. 112 Abs. 2 BauG). Weil das Vorhaben ein Gebäude 
ausserhalb der Bauzone betrifft, muss die umstrittene Renovation der 
Südfassade diesen erhöhten Anforderungen insbesondere auch be-
züglich der Materialwahl genügen. Dies umso mehr als vorliegend 
eine herkömmliche Holzschindelfassade am Südtrakt ersetzt werden 
soll (bzw. ersetzt wurde), welche sowohl gegen Westen als auch 
gegen Osten hin je direkt an Holzfassaden herkömmlicher Bauart 
anschliesst (Westfassade: herkömmliche Holztäferung; Ostfassade: 

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herkömmlicher Holzschindelschirm). Dazu kommt, dass der um-
strittene Eternitschindelschirm an einer Baute in der kantonalen 
Landschaftsschutzzone gemäss Schutzzonenplan von 1991 anstelle 
eines herkömmlichen Holzschindelschirms angebracht werden soll 
(bzw. wurde). Das umstrittene Vorhaben hat deshalb in Bezug auf 
Gestaltung, Farbgebung und Einpassung ins Landschaftsbild zu-
sätzlich den erhöhten Anforderungen in  Art. 82 Abs. 2 und 3 BauG zu 
genügen: Nach Art. 82 Abs. 3 BauG haben Neubauten, Umbauten 
und Renovationen sich der herkömmlichen Bauart insbesondere in 
Bezug auf die Gliederung und Verkleidung der Fassaden, die 
Fenstereinteilung und die Umgebungsgestaltung anzupassen. Nach 
der zur altrechtlichen, jedoch gleichlautenden Bestimmung in Art. 13 
Abs. 2 und 3 EG zum RPG ergangenen und daher weiterhin 
massgebenden Rechtsprechung des Verwaltungsgericht, haben 
selbst Neubauten und erst recht Umbauten und Renovationen sich 
zwingend am herkömmlichen Baustil zu orientieren, und die An-
passung daran kann nicht von einer Interessenabwägung abhängig 
gemacht werden. Nachdem der Gesetzgeber in Art. 82 Abs. 3 BauG 
unverändert am gleichen Wortlaut festgehalten hat, ist für das 
vorliegende Vorhaben daraus zu schliessen, dass mangels eines 
Abwägungsvorbehaltes eine Anpassung namentlich der Fassaden-
verkleidungen an die herkömmliche Bauart nach wie vor zwingend 
verlangt ist. An traditionellen Bauten und selbst an Neubauten, welche 
in der kantonalen Landschaftsschutzzone realisiert werden, sind 
daher unverändert stilgerechte Bauteile verlangt und können stil-
fremde Materialien untersagt werden (VGer in: AR GVP 9/1997, Nr. 
2160). Für die umstrittene Materialwahl (Eternit- anstelle eines 
herkömmlichen Holzschindelschirms) sind es vorab diese für alle 
Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen und in der 
Landschaftsschutzzone geltenden Anforderungen (Art. 112 Abs. 2 
und Art. 82 Abs. 3 BauG), welchen das Bauvorhaben zu genügen hat. 
 Dass es sich bei der betroffenen Baute überdies auch um ein 
geschütztes Kulturobjekt gemäss dem Schutzzonenplan von 1991 
handelt (vgl. AR GVP 18/2006, Nr. 1437), ist zu beachten, aber 
demnach nicht allein entscheidend. Die umstrittene Materialwahl hat 
auch bei diesem Kulturobjekt kumulativ dem an sich schon strengen 
Massstab in Art. 112 Abs. 2 und Art. 82 Abs. 3 BauG zu genügen. 
Deshalb kann es im Folgenden nicht allein auf die bei der Vorinstanz 
umstrittene Auslegung des für dieses Kulturobjekt auch geltenden, auf 

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Substanzerhaltung abzielenden Art. 86 BauG ankommen. Ferner ist 
zu beachten, dass ein herkömmlicher Holzschindelschirm naturge-
mäss eine beschränkte Lebensdauer aufweist und deshalb im 
Rahmen der gesetzlichen Unterhaltspflicht auch an Kulturobjekten 
periodisch zu ersetzen ist (Art. 86 Abs. 3 und Art. 87 Abs. 1 BauG), 
ohne dass dadurch deren Schutzwürdigkeit in Frage gestellt wäre. Es 
ist deshalb verfehlt, wenn die Beschwerdeführer aus der (eigen-
mächtigen) Entfernung des bis 2006 an der Südfassade vor-
handenen Holzschindelschirms schliessen, dass damit schutzwürdige 
Substanz verloren gegangen und das Kulturobjekt deshalb nicht 
länger schutzwürdig sei. Dass das Gasthaus R. weiterhin als 
Kulturobjekt Nr. 1.9 unter Schutz steht, hat zur Folge, dass dieses 
Kulturobjekt einerseits in seiner baulichen Substanz, aber auch in 
seinem Charakter zu erhalten ist (Art. 86 Abs. 3 BauG). Als 
Grundeigentümer dieses Kulturobjektes sind die Beschwerdeführer 
demnach verpflichtet, es diesem Schutzzweck entsprechend zu 
pflegen und zu unterhalten. Für einen verwitterten Holzschindelschirm 
kann dies nur bedeuten, dass ein solcher schon im Rahmen dieser 
Unterhaltspflicht periodisch durch einen neuen Holzschindelschirm zu 
ersetzen ist, denn in aller Regel kann der Charakter des 
Kulturobjektes nur so erhalten werden. Nach Art. 86 Abs. 5 BauG sind 
Bauten und Anlagen in der Umgebung so zu gestalten, dass sie das 
geschützte Kulturobjekt nicht beeinträchtigen und in ihrer optischen 
Wirkung dem Schutzziel nicht widersprechen. Werden solche Schutz-
objekte (wie hier beispielsweise der Saaltrakt) zerstört oder 
beeinträchtigt, kann die Wiederherstellung des ursprünglichen Zu-
standes angeordnet werden (Art. 87 Abs. 2 BauG). 
 3.1  Die umstrittene Südfassade des in der Landschaftsschutz-
zone gelegenen Gasthauses R. war bis 2006 noch mit einem 
herkömmlichen Holzschindelschirm verkleidet, wie dies bei einer 
Nebenfassade eines herkömmlichen Appenzeller Hauses und auch im 
Falle eines herkömmlichen Gasthauses typisch und weit verbreitet ist. 
Auch seine Ostfassade weist angrenzend an die umstrittene 
Südfassade nach wie vor einen herkömmlichen Holzschindelschirm 
auf, genauso wie strassenseitig die Westfassade nach wie vor ein 
stilgerecht gestemmtes Holztäfer aufweist, wie dies für die Haupt-
fassade eines herkömmlichen Appenzeller Hauses typisch ist. Den 
bemalten Holzschindelschirm an der Südfassade haben die Be-

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schwerdeführer im Jahr 2006 noch während des damals hängigen 
Rekursverfahrens und damit formell rechtswidrig entfernt.  
 3.2  Da nebst Neubauten auch Umbauten und Renovationen sich 
in der Landschaftsschutzzone der herkömmlichen Bauart insbeson-
dere in Bezug auf die Verkleidung, Gliederung und Verkleidung der 
Fassaden anzupassen haben, ist das Anbringen eines Eternit- 
anstelle eines herkömmlichen Holzschindelschirms vorab schon mit 
Art. 82 Abs. 3 BauG nicht zu vereinbaren. Eternit ist beim 
Appenzellerhaus offenkundig kein herkömmliches Material zur 
Fassadenverkleidung. Es wird zwar an Nebenfassaden ausserhalb 
der Bauzonen seit längerem da und dort als pflegeleichter Holz-
schindelersatz bewilligt, jedoch jeweils nur an der wetterseitigen 
Nebenfassade (vgl. AR GVP 19/2007, Nr. 1449; Planungsamt 
Appenzell A.Rh, Baugestaltung ausserhalb der Bauzone, St. Gallen 
2001, S. 22). In der Landschaftsschutzzone verlangt Art. 82 Abs. 3 
BauG unmissverständlich, dass sich insbesondere auch Renova-
tionen in Bezug auf die Verkleidung der Fassaden der herkömmlichen 
Bauart anzupassen haben. Selbst Eternitschindeln entsprechen 
dieser Anforderung nicht, da sie im Nahbereich erkennbar anders als 
der entfernte, vorliegend bemalte herkömmliche Holzschindelschirm in 
Erscheinung treten. Weil die Südfassade vorliegend auch je an die 
noch herkömmlich mit Holz verkleideten Fassaden im Westen und 
Osten angrenzt, entsteht durch den Eternitschirm eine den Charakter 
des Gasthaus- und Wohntraktes deutlich beeinträchtigende Lücke in 
der Fassadenmaterialisierung. Dazu kommt, dass der an der Süd-
fassade eigenmächtig entfernte Holzschindelschirm noch bis 2006 je 
von einem herkömmlichen Eck-Pilaster eingerahmt war; beides 
prägende Fassadenelemente, welche durch die durchgehende Ver-
kleidung mit Eternit nun verloren gingen. Die durchgehend mit Eternit 
verkleidete Südfassade kann somit weder von ihrer Gliederung noch 
ihrem Material her für sich beanspruchen, sie trete der herkömmlichen 
Bauart (Holzschindelschirm mit Eck-Pilastern) angepasst in Erschei-
nung. Wenn die Vorinstanzen und mit ihr die kantonale Denkmal-
pflege für die Südfassade unverändert auf einer Verkleidung mit 
herkömmlichen Holzschindeln bestehen, so besteht dafür allein schon 
in Art. 82 Abs. 3 BauG eine hinreichend bestimmte gesetzliche Grund-
lage. Dazu kommt, dass der Ersatz des herkömmlichen Holzschindel-
schirms mit je einem Eck-Pilaster durch den Eternitschindelschirm 
auch offenkundig nicht geeignet ist, den Charakter dieser Südfassade 

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als prägender und gut einsehbarer Teil des geschützten Kulturob-
jektes zu wahren (Art. 86 Abs. 3 BauG). Da die Erhaltung des 
Charakters als Kulturobjekt und die erforderliche Anpassung an die 
herkömmliche Bauart nach den einschlägigen Bestimmungen in 
Art. 82 Abs. 3 und Art. 86 Abs. 3 BauG nicht unter einem Ab-
wägungsvorbehalt stehen, ist nicht zu beanstanden, dass die 
Vorinstanz der ohne Baubewilligung angebrachten Eternitverkleidung 
die nachträgliche Baubewilligung verweigert hat.  
 3.3  […] 
 3.4  […] Daran ändert schliesslich auch nichts, dass an der 
Südfassade die Fensteranordnung im Laufe der Zeit einige Ände-
rungen erfahren hat. Dass eine ursprünglich vorhandene Symmetrie 
der Südfassade weggefallen und dadurch die Schutzwürdigkeit des 
Südtraktes nicht mehr gegeben sei, trifft nicht zu. Die Beschwer-
deführer verkennen, dass im Unterschied zur symmetrischen Strenge 
klassizistischer Bauten (z.B. im Ortsbild von Heiden) beim her-
kömmlichen Appenzeller Haus namentlich an den Nebenfassaden bei 
der Anordnung der Fenster die Symmetrie nie massgebend war, 
sondern dessen "hoher Reiz […] gerade in der ungezwungenen, nur 
der inneren Zweckmässigkeit entsprungenen Ungleichmässigkeit" 
liegt (Salomon Schlatter, Das Appenzeller Haus und seine Schön-
heiten, 3. A., 1944, S. 28). […] 
 3.5. Zusammenfassend steht damit fest, dass die Vorinstanz der 
ohne Baubewilligung angebrachten Eternitfassade zu Recht die 
nachträgliche Bewilligung verweigert hat. Der damit einhergehende 
Materialwechsel und die Aufgabe auch der herkömmlichen Fassaden-
gliederung (mit Eck-Pilastern) ist mit den für dieses Kulturobjekt in der 
Landschaftsschutzzone geltenden Schutz- und Gestaltungsbestim-
mungen nicht zu vereinbaren. Zu prüfen bleibt indessen, ob das als 
Auflage verfügte Entfernen der Eternitschindeln und Wiederanbringen 
eines herkömmlichen Holzschindelschirms von den Beschwerdefüh-
rern zu Recht als unverhältnismässig und mit dem Gutglaubensschutz 
nicht vereinbar gerügt wird. 
 4. Die Beschwerdeführer anerkennen, dass sie den Eternitschirm 
im Juni 2006 angebracht haben, obschon das Planungsamt das An-
bringen eines Holzschindelschirms (anstelle des im Baugesuch be-
antragten Eternitschindelschirms) verfügt hatte und der dagegen er-
hobene Rekurs in diesem Zeitpunkt noch hängig war; insofern 

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anerkennen sie ausdrücklich, dass sie dadurch bösgläubig gehandelt 
haben. […] 
 4.1  Ist eine Baute oder ein Bauteil materiell rechtswidrig, hat ein 
Abbruch nur zu erfolgen, wenn dieser im öffentlichen Interesse liegt 
und verhältnismässig ist. Vor dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit 
hält ein Abbruch als Grundrechtseingriff nur stand, wenn er zur 
Erreichung des angestrebten Ziels geeignet und erforderlich ist, und 
das verfolgte Ziel in einem vernünftigen Verhältnis zu den einge-
setzten Mitteln steht (BGE 128 I E. 33/cc). Ist die Abweichung vom 
Gesetz jedoch gering und vermögen die berührten allgemeinen 
Interessen den Schaden, der dem Eigentümer durch den Abbruch 
entstünde, nicht zu rechtfertigen, ist ein Beseitigungsbefehl unverhält-
nismässig (Urteil BGer 1P.708/2006 vom 13.04.2007, E. 5.1, auch 
zum Folgenden). Dabei kann sich grundsätzlich auch der Bauherr, 
der nicht gutgläubig gehandelt hat, gegenüber einem Abbruch- 
oder Wiederherstellungsbefehl auf den Grundsatz der Verhält-
nismässigkeit berufen. Er muss aber in Kauf nehmen, dass die 
Behörden aus grundsätzlichen Erwägungen, nämlich zum Schutz der 
Rechtsgleichheit und der baurechtlichen Ordnung, dem Interesse an 
der Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustandes erhöhtes Ge-
wicht beimessen und die dem Bauherrn erwachsenden Nachteile 
nicht oder nur in verringertem Mass berücksichtigen (BGE 111 Ib 
213). 
 4.2  Dass den Beschwerdeführern im Jahr 2003 am Saaltrakt zwei 
Eternitfassaden bewilligt wurden, vermag an ihrer zugestandenen 
Bösgläubigkeit, die sich aus ihrem Handeln entgegen der Auflage im 
angefochtenen Bauentscheid des Planungsamtes ergibt, nichts zu än-
dern. Denn auch der Bauentscheid betreffend den Saaltrakt erging im 
Jahre 2003 vom Planungsamt, so dass die Beschwerdeführer daraus 
von vornherein nicht ableiten konnten, wie die bislang in keines der 
beiden Verfahren involvierte Rekursinstanz entscheiden wird; weil die 
Rekursinstanz dem Planungsamt übergeordnet ist und mit voller 
Kognition entscheidet, konnten die Beschwerdeführer aus dem 
früheren Bauentscheid des Planungsamtes auch nicht auf eine 
präjudizielle, die Rekursinstanz bindende Wirkung schliessen. Die 
Berufung auf die Vorgeschichte und damit auf den Vertrauens-
grundsatz geht fehl. Letzteres auch deshalb, weil jedenfalls die 
Beschwerdeführerin als Architektin um diese Zuständigkeits- und 
Rechtsmittelordnung wusste oder bei pflichtgemässer Aufmerksam-

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keit hätte wissen müssen. Dieses Wissenmüssen muss sich nach der 
oben zuletzt zitierten Rechtsprechung der Beschwerdeführer als Mit-
eigentümer ohne weiteres anrechnen lassen. Unter diesen Um-
ständen kann das eigenmächtige Vorgehen der Beschwerdeführer 
auch nicht als "bloss formalrechtlich bösgläubig" bezeichnet werden. 
Daher ist jedenfalls nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz dem 
Interesse an der Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustandes 
(Entfernen der Eternitschindeln, erneutes Anbringen eines 
Holzschindelschirms) erhöhtes Gewicht beigemessen hat. 
 4.3  Dass dem Verzicht auf die Entfernung der Eternitschindeln 
keine präjudizielle Bedeutung zukommen soll, ist mit der Vorinstanz 
zu verneinen. Bei der Südfassade handelt es sich in der Tat nicht 
einfach um eine unscheinbare Nebenfassade, sondern diese ist Teil 
einer herkömmlichen Baute in der Landschaftsschutzzone und eines 
geschützten Kulturobjektes. Der Augenschein hat bestätigt, dass die 
Südfassade angesichts ihrer Grösse und guten Einsehbarkeit gegen 
den Gartensitzplatz und auch gegen die Schwägalpstrasse hin 
geradezu repräsentativ in Erscheinung tritt. Erst die Entfernung der 
Eternitschindeln und die Wiederherstellung als Holzschindelschirm 
wird sicherstellen, dass der südliche Gast- und Wohnhaustrakt wieder 
geschlossen als herkömmliche, mit Holz verkleidete Baute appen-
zellischer Bauart in Erscheinung treten kann. Weil für solche Bauten 
namentlich für die Verkleidung der Fassaden eine Anpassung an die 
herkömmliche Bauart verlangt ist (Art. 82 Abs. 3 BauG) und beim 
Appenzeller Haus für solche Verkleidungen traditionell Holz 
Verwendung findet, trifft nicht zu, dass mit dem modernen Baustoff 
Eternit nur geringfügig von der gesetzlich erlaubten Bauart 
abgewichen wird. Denn die planen und formgleichen Eternitschindeln 
lassen eine Baute im Nahbereich deutlich anders als mit einem 
herkömmlichen Holzschindelschirm in Erscheinung treten. Dass die 
kantonale Bewilligungspraxis ausserhalb der Bauzonen an Neben-
fassaden auf der jeweiligen Wetterseite kleinformatige Eternit-
schindeln zulässt (Planungsamt, Baugestaltung ausserhalb Bauzone, 
2001, S. 22; AR GVP 19/2007, Nr. 1449) trifft zu, denn Art. 112 Abs. 2 
BauG lässt für untergeordnete Bauteile Ausnahmen zu. Dies ändert 
aber nichts daran, dass für die Verkleidung von Fassaden an Bauten 
in der Landschaftsschutzzone und an Kulturobjekten nach Art. 82 
Abs. 2 und 86 BauG erhöhte Anforderungen gelten, so dass an der 
umstrittenen Südfassade auch als Nebenfassade nicht von einem 

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geringfügigen Abweichen von der gesetzlichen Ordnung gesprochen 
werden kann, wenn anstelle einer gesetzeskonform wieder mit Holz-
schindeln verkleideten Fassade dort auf die Entfernung der Eternit-
verkleidung verzichtet würde.  
 4.4  Dass es sich anders als bei den Fassaden des wieder-
aufgebauten Saaltraktes bei der umstrittenen Südfassade um eine der 
Sonne und dem zumeist trockenen Föhn zugewandte Nebenfassade 
handelt, rechtfertigt unter präjudiziellen Gesichtspunkten erst recht, 
dass dort auf dem Anbringen einer herkömmlichen Holzverkleidung 
bestanden wird. Die Gebote der Rechtsgleichheit und der Rechts-
sicherheit verlangen, dass auch hier wie anderswo bei der Sanierung 
eines Kulturobjektes oder einer Baute in der Landschaftsschutzzone 
nicht nur bei der getäferten Hauptfassade, sondern auch bei den 
gegen Süden und Osten orientierten Nebenfassaden auf einer 
herkömmlichen Holzverkleidung bestanden wird. Dagegen müsste 
eine Eternitverkleidung wohl bestenfalls an einer dem Wetter 
besonders ausgesetzten Westfassade toleriert werden, wie dies am 
wieder aufgebauten Saaltrakt bereits früher im Rahmen einer 
Ausnahmebewilligung geschehen ist.  
 Dass den Beschwerdeführern durch das Entfernen der Eternit-
schindeln erhebliche Kosten entstehen, trifft zu, aber die Wieder-
herstellung mit Holzschindeln wird vorab deshalb als verhältnismässig 
beurteilt, weil die Beschwerdeführer diesen Schaden durch das 
zumutbare Abwarten des Rekursentscheides ohne weiteres hätten 
vermeiden können. Angesichts auch der Bösgläubigkeit der Be-
schwerdeführer kommt das Gericht wie schon die Vorinstanz zum 
Schluss, dass dem Interesse an der Wiederherstellung des gesetz-
mässigen Zustandes zum Schutz der Rechtsgleichheit und der 
baurechtlichen Ordnung ein erhöhtes und die Kosten überwiegendes 
Gewicht beigemessen werden muss. Ein Verzicht auf die Entfernung 
der Eternitverkleidung und auf das Wiederanbringen eines Holz-
schindelschirms hätte nämlich die präjudizielle Folge, dass künftig 
auch anderswo an geschützten Kulturobjekten und an den zahl-
reichen Bauten in den Landschaftsschutzzonen die Verwendung von 
Holz als herkömmliches Material zur Fassadenverkleidung kaum noch 
durchgesetzt werden könnte, wenn dieses, wie vorliegend, eigen-
mächtig durch Eternit ersetzt würde. Dabei ist auch in Betracht zu 
ziehen, dass die heute noch weit verbreiteten Holzschindelschirme 
naturgemäss periodisch ersetzt werden müssen, weshalb die reelle 

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Gefahr besteht, dass an solchen Objekten Eternit als langlebigeres 
oder günstigeres Fassadenmaterial die herkömmlichen Holzver-
kleidungen rasch und in den Landschaftsschutzzonen auch weit-
räumig verdrängen könnte. Diese präjudizielle Wirkung und nicht 
pönale Überlegungen führen das Gericht zum Schluss, dass das 
öffentliche Interesse an der Entfernung der Eternitschindeln und am 
Ersatz wiederum durch einen Holzschindelschirm insgesamt die 
gegenläufigen, vorab finanziell beachtlichen Interessen der Be-
schwerdeführer überwiegt […]. Die Beschwerde erweist sich durch-
wegs als unbegründet und ist abzuweisen.  

VGer, 27.06.2007 
 
Das Bundesgericht hat eine gegen dieses Urteil erhobene Be-
schwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten abgewiesen, 
soweit darauf einzutreten war (1C_231/2008, Urteil vom 11. Dezem-
ber 2008).  

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