# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 58f5ef7a-6078-57a6-959a-fe69731a4492
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-01-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.01.2014 E-143/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-143-2014_2014-01-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-143/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m   2 1 .  J a n u a r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichter Daniel Willisegger, 

mit Zustimmung von Richter Bruno Huber;   

Gerichtsschreiber David Wenger. 

   Parteien 
 

A._______, geboren am (…), 

Serbien,  

(…),   

Beschwerdeführerin, 

 

mit ihren Kindern 

 

B._______, geboren am (…), 

Serbien,  

(…),   

C._______, geboren am (…), 

Serbien,  

(…),   

D._______, geboren am (…), 

Kosovo,  

(…),   

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Zuweisung der Asylsuchenden an die Kantone;  

Verfügung des BFM vom 11. Dezember 2013 / N (…). 

E-143/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Mit Verfügung vom 25. April 2001 wurde die Beschwerdeführerin aus der 

Schweiz weggewiesen, wobei das BFM gleichzeitig ihre vorläufige Auf-

nahme anordnete und sie dem Kanton Zürich zuwies.  

B.  

Mit Eingabe vom 1. März 2012 beantragte die Beschwerdeführerin für 

sich und ihre Kinder einen Kantonswechsel in den Kanton Luzern, wo der 

Vater ihrer drei Kinder wohnte. Das BFM bewilligte den Antrag. 

C.  

Mit Eingabe vom 15. Januar 2013 beantragte die Beschwerdeführerin zu-

sammen mit ihrem Lebenspartner einen Wechsel zurück in den früheren 

Wohnkanton Zürich. Der Lebenspartner und Vater der drei Kinder finde im 

Kanton Luzern keine Arbeitsstelle und sie erhoffe sich im Kanton Zürich 

Unterstützung durch die dort lebenden Verwandten bei der Betreuung der 

Kinder, damit sie die Möglichkeit hätte, einer Erwerbstätigkeit nachzuge-

hen. 

D.  

Mit Schreiben vom 18. März 2013 teilte die Gemeinde E._______ (LU) 

dem Migrationsamt des Kantons Zürich mit, dass die Familie sich nach 

F._______(ZH) abgemeldet habe.  

E.  

Mit Schreiben vom 2. Juli 2013 teilte das Migrationsamt des Kantons Zü-

rich dem BFM mit, dass das Kantonswechselgesuch sowohl des Lebens-

partners als auch der Beschwerdeführerin und ihrer Kinder abgelehnt 

worden sei.  

F.  

Mit Schreiben vom 6. August 2013 teilte die Beschwerdeführerin dem 

BFM mit, dass sie sich von ihrem Lebenspartner getrennt habe und allein 

im Kanton Zürich bleiben wolle.  

G.  

Am 19. September 2013 wurde der Beschwerdeführerin das rechtliche 

Gehör zur beabsichtigten Abweisung ihres Kantonswechselgesuchs  

gewährt. Hierzu äusserte sie sich mit Eingabe vom 4. Oktober 2013 da-

hingehend, dass das Verhältnis zu ihrem Lebenspartner zerrüttet und er 

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Seite 3 

alleine in den Kanton Luzern zurückgekehrt sei. Sie selbst habe in Win-

terthur eine Wohnung bezogen. Wenn sie mit ihren Kindern in den Kanton 

Luzern zurückkehren müsste, hätte sie dort keine Unterkunft. Es liege ein 

schwerwiegender Härtefall im Sinne von Art. 22 Abs. 2 der Asylverord-

nung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) vor. Ihre Verwandten 

würden in der Nähe ihres neuen Wohnorts leben und sie sei auf deren 

Unterstützung angewiesen.  

H.  

Mit Verfügung vom 11. Dezember 2013 lehnte das BFM das Kantons-

wechselgesuch ab. 

I.  

Mit Eingabe vom 8. Januar 2014 reichte die Beschwerdeführerin beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragte sinngemäss 

die Aufhebung der angefochtenen Verfügung. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von 

Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 

20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) 

zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie 

auch vorliegend – endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-

richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]; Art. 105 des Asyl-

gesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]).  

1.2 Beim Entscheid über die Zuweisung einer asylsuchenden Person an 

einen Kantons gemäss Art. 27 Abs. 3 AsylG handelt es sich um eine beim 

Bundesverwaltungsgericht selbständig anfechtbare Zwischenverfügung 

(Art. 107 Abs. 1 AsylG). 

1.3 Die Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwer-

deführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG und) ist 

einzutreten. 

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Seite 4 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich 

Missbrauch und Überschreitung des Ermessens, die unrichtige und un-

vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes sowie Un-

angemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im 

Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

Richters (Art. 111 Bst. e AsylG) ohne Weiterungen und mit summarischer 

Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

4.  

4.1 Gemäss Art. 27 Abs. 3 letzter Satz AsylG – welcher als lex specialis 

der allgemeinen Regel von Art. 106 Abs. 1 AsylG vorgeht (Art. 106 Abs. 2 

AsylG) – kann der Zuweisungsentscheid nur mit der Begründung ange-

fochten werden, er verletze den Grundsatz der Einheit der Familie.  

4.2 Auf den Schutz von Art. 8 der Konvention vom 4. November 1950 

zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 

0.101) können sich neben den Mitgliedern der Kernfamilie (Ehegatten 

und ihre minderjährigen Kinder) auch weitere nahe Angehörige wie On-

kel/Tante und Neffe/Nichte berufen, sofern eine nahe, echte und tatsäch-

lich gelebte Beziehung unter ihnen besteht. Gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung setzt eine über die eigentliche Kernfamilie hinaus ge-

hende schützenswerte verwandtschaftliche Beziehung voraus, dass zwi-

schen diesen Personen ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis besteht 

(vgl. BVGE 2008/47 E. 4.1.1).  

5.  

5.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, 

dass sich die Beschwerdeführerin, nachdem sie sich vom Vater ihrer drei 

Kinder getrennt habe, nicht mehr auf den Grundsatz der Einheit der Fami-

lie berufen könne und dass zudem keine schwerwiegende Gefährdung im 

Sinne von Art. 22 Abs. 2 AsylV1 vorliege.  

5.2 In der Rechtsmitteleingabe wiederholt die Beschwerdeführerin im 

Wesentlichen ihre Vorbringen. Damit setzt sie sich mit der Begründung 

der angefochtenen Verfügung nicht auseinander und zeigt nicht auf, in-

wiefern der Grundsatz der Einheit der Familie verletzt sein soll. Solches 

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ist auch nicht zu ersehen. Weder aus den Akten noch aus der Rechtsmit-

teleingabe geht hervor, dass es sich bei den Verwandten im Kanton Zü-

rich um Mitglieder der Kernfamilie handelt oder ein besonderes Abhän-

gigkeitsverhältnis zwischen den Familienmitgliedern bestehen würde. 

Ebenso wenig vermag die Beschwerdeführerin darzulegen, inwiefern ein 

Fall schwerwiegender Gefährdung vorliegen könnte, der einen Kantons-

wechsel erfordern würde. Der Wunsch, in der Nähe der Verwandten zu 

wohnen und insoweit von deren Unterstützung profitieren zu können, ist 

zwar verständlich, stellt aber keinen gesetzlichen Grund für einen Kan-

tonswechsel dar. Die Vorinstanz hat somit das Gesuch um einen Wechsel 

in den Kanton Zürich zu Recht abgelehnt. 

6.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1 

– 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä-

digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE], SR 173.320.2) der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).  

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 6 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden der Beschwerdeführerin  

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 

Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Daniel Willisegger David Wenger 

 

 

Versand: