# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a7fb242e-ec12-5e64-9b3e-4a583805b97e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.06.2010 C-2353/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2353-2008_2010-06-07.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-2353/2008/mas
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  J u n i  2 0 1 0

Richter Stefan Mesmer (Vorsitz), 
Richterin Madeleine Hirsig, 
Richter Francesco Parrino, 
Gerichtsschreiberin Susanne Marbet Coullery.

X._______, 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Urs Rudolf, Ober-
Emmenweid 46, Postfach 1846, 6021 Emmenbrücke,
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

Invalidenversicherung, Verfügung vom 7. März 2008.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-2353/2008

Sachverhalt:

A.
Die  spanische  Staatsangehörige  X._______  ( im  Folgenden: Be-
schwerdeführerin),  geboren  1953,  arbeitete  in  den  Jahren  1987  bis 
1990 in der Schweiz als Küchenhilfe und Reinigungskraft. Danach war 
sie mehrere Jahre (vor allem in Spanien) als Hausfrau tätig, bis sie im 
Jahr 2000 wieder in die Schweiz einreiste. Von Juli 2000 bis Oktober 
2000 sowie im März 2001 arbeitete sie wiederum als Küchenhilfskraft.  
Während ihrer  gesamten Erwerbstätigkeit  in  der  Schweiz entrichtete 
sie die obligatorischen Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen- und In-
validenversicherung  (AHV/IV).  Aufgrund  eines  infizierten  Choles-
teatoms rechts mit lateraler Bogengangsfistel musste sie sich am 24. 
April  2001  notfallmässig  operieren  lassen,  wobei  es  zu  einer  iatro-
genen Verletzung des Nervus facialis  und einer  peripheren Fazialis-
parese  rechts  kam. Seither  war  die  Beschwerdeführerin  nicht  mehr 
erwerbstätig.  Am  12.  März  2004  (Eingangsdatum;  kant.  Vorakten, 
Dokument 2) reichte sie bei der IV-Stelle Luzern eine Anmeldung zum 
Bezug von Leistungen der schweizerischen Invalidenversicherung ein. 
Unter Berücksichtigung des Berichtes vom 7. April 2004 von Dr. med. 
A._______ (kant. Vorakten, Dokument 8) wies die IV-Stelle Luzern das 
Leistungsbegehren mit Verfügung vom 22. November 2004 ab mit der 
Begründung,  es  liege  keine  Gesundheitsschädigung  vor,  welche  die 
Erwerbsfähigkeit  beeinträchtige;  der  Versicherten  sei  eine  100%ige 
Tätigkeit zuzumuten (kant. Vorakten, Dokument 10). Nach einem eben-
falls  negativen  Einspracheentscheid  reichte  die  Beschwerdeführerin 
beim  Verwaltungsgericht  des  Kantons  Luzern  eine  Beschwerde  ein, 
die  mit  Urteil  vom  8. Februar  2006  gutgeheissen  und  die  Sache 
zwecks  weiterer  medizinischer  Abklärungen  an  die  IV-Stelle  Luzern 
zurückgewiesen  wurde  (kant.  Vorakten,  Dokument  24).  In  der  Folge 
wurde  die  Beschwerdeführerin  neurologisch  sowie  psychiatrisch  be-
gutachtet. Ende März 2007 kehrte sie mit ihrem Ehemann zurück nach 
Spanien, weshalb die weitere Bearbeitung des Falles der Schweizeri-
schen  Invalidenversicherung,  IV-Stelle  für  Versicherte  im  Ausland 
(IVSTA; im Folgenden auch: Vorinstanz), übertragen wurde (act. 63).

B.
Nach Würdigung der medizinischen Unterlagen kam der medizinische 
Dienst  der  IVSTA zum Schluss,  dass die  Beschwerdeführerin in  der 
bisherigen Tätigkeit zu 100% ab dem 24. April 2001 resp. zu 30% ab 
dem 1. August 2001 und für  Arbeiten im Haushalt  zu 100% ab dem 

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24. April 2001 resp. zu 20% ab dem 1. August 2001 arbeitsunfähig war 
(act. 74), weshalb das Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin mit 
Verfügung vom 7. März 2008 abgewiesen wurde (act. 84). Zur Begrün-
dung führte die IVSTA aus, die Gutachter seien nach gesamtheit licher 
Betrachtung der gesundheitlichen Situation zum Schluss gelangt, dass 
die Versicherte zu 6 bis 8 Stunden pro Tag arbeitsfähig sei, bei einer 
verminderten Leistungsfähigkeit von 30%. 

C.
Am  10.  April  2008  erhob  die  Beschwerdeführerin  gegen  diese  Ver-
fügung beim Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde und beantragte, 
in Aufhebung der Verfügung vom 7. März 2008 sei die Vorinstanz zu 
verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen zu erbringen, eventualiter 
sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen – unter Kos-
ten- und Entschädigungsfolgen.

Zur  Begründung führte  sie aus,  sie  sei  zu  Unrecht  als  Nichterwerb-
stätige eingestuft worden, zumal sie vor Eintritt des Gesundheitsscha-
dens zu 100% erwerbstätig gewesen sei. Die Vorinstanz habe es je-
doch unterlassen darzulegen, von welchem Status sie ausgegangen 
sei und welche Bemessungsmethode sie für die Bestimmung des In-
validitätsgrades  herangezogen  habe.  Damit  sei  der  Anspruch  auf 
rechtliches Gehör  verletzt  worden. Auch habe sie  keine Berechnung 
des Invaliditätsgrades vorgenommen.

Auf Grund ihrer  gesundheitlichen Beeinträchtigungen sei  sie nicht  in 
der Lage, eine Erwerbstätigkeit in rentenausschliessender Weise aus-
zuüben, weshalb sie Anspruch auf Leistungen der Invalidenversiche-
rung  habe. Die  Einschränkung  der  Arbeitsfähigkeit  als  Putzfrau  und 
Küchenhilfe  betrage  gemäss  neurologischem Gutachten  20-30%. Im 
anschliessend  erstellten  psychiatrischen Gutachten sei  alsdann eine 
zusätzliche Einschränkung  der  Restarbeitsfähigkeit  aus  psychiatri-
scher Sicht  klar bejaht worden. Die beiden Gutachten seien von der 
Ärztin des medizinischen Dienstes der Vorinstanz nicht richtig gewür-
digt worden; deren Aussagen seien widersprüchlich und nicht nachvoll-
ziehbar. Selbst wenn sie als Nichterwerbstätige zu quali fizieren wäre, 
würde sie in ihrer Tätigkeit im Haushalt eine rentenbegründende Ein-
schränkung aufweisen. 

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D.
In  ihrer  Vernehmlassung vom 3. Juli  2008 beantragte  die IVSTA die 
Abweisung  der  Beschwerde und  die  Bestätigung  der  angefochtenen 
Verfügung.  Zur  Begründung  führte  sie  aus,  bei  der  Statusfrage  sei 
aufgrund der dürftigen Unterlagen berücksichtigt worden, dass die Be-
schwerdeführerin in den Jahren 1987 – 1990 in der Schweiz gearbeitet 
habe, bis zu ihrer Wiedereinreise im Jahr 2000 in Spanien als Haus-
frau tätig  und anschliessend bis zur Operation im April  2001 wieder  
während einigen Monaten, aber nicht durchgehend erwerbstätig gewe-
sen sei. Aus diesem Grund erscheine die Anwendung der gemischte 
Methode der Invaliditätsbemessung am plausibelsten. 

Bezüglich  Arbeitsfähigkeit  führte  die  Vorinstanz  aus,  den  Gutachten 
sei  zu  entnehmen,  dass  aus  somatischer  Sicht  eine  Einschränkung 
der  Arbeitsfähigkeit  von  20-30% und  aus  psychiatrischer  Sicht  eine 
Einschränkung von maximal 30% bestehe. In Bezug auf die Haushalts-
tätigkeit habe die Beschwerdeführerin gegenüber dem Psychiater an-
gegeben, noch 90% der Arbeiten selbst  erledigen zu können. Damit 
bestehe  keine  psychiatrisch  begründete  Arbeitsunfähigkeit,  welche 
über die bereits aus somatischen Gründen bestehende Arbeitsunfähig-
keit  hinausgehen würde,  und es erfolge auch keine Addition der Ar-
beitsunfähigkeitsgrade. Es bestehe sowohl in der Erwerbstätigkeit wie 
auch in  der  Haushaltstätigkeit  eine Arbeitsunfähigkeit  von höchstens 
30%,  woraus  unabhängig  von  der  Bemessungsmethode  keine  an-
spruchsbegründende Invalidität  resultiere  und sich  die  Durchführung 
eines Einkommensvergleichs erübrige.

E.
In ihrer Replik vom 28. Juli  2008 machte die Beschwerdeführerin er-
neut geltend, sie habe ab Juni 2000 in einem 100%-Pensum gearbeitet 
und sei auch per 1. März 2001 als Küchenhilfskraft mit einem Arbeits -
pensum  von  100%  angestellt  worden.  Ohne  Gesundheitsschaden 
hätte sie auch weiterhin vollzeitig gearbeitet, was bei der Statusfrage 
zu berücksichtigen sei.

Weiter  führte  sie  aus,  es  sei  dem  neurologischen  Gutachten  vom 
21. Juni 2006 zu entnehmen, dass sie in  ihrer  Tätigkeit  als  Putzfrau 
und Küchenhilfe aus rein somatischer Sicht 20-30% eingeschränkt sei. 
Allerdings sei nicht nachvollziehbar, weshalb die medizinisch begrün-
dete Arbeitsfähigkeit erst seit März 2004 bestehen solle, da aus den 
Akten klar hervor gehe, dass sie seit Eintritt der Fazialisparese im April 

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2001 unter den bekannten somatischen Beschwerden leide, und von 
2001 bis Anfang 2004 gar eine grössere Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit  bestanden haben dürfte, was detaillierter  abzuklären sei. In 
psychischer Hinsicht sei gemäss Gutachter von einer zusätzlichen Ein-
schränkung von 20-30% auszugehen, so dass bei korrekter Würdigung 
ihrer  gesundheitlichen  Beeinträchtigungen  eine  Erwerbsunfähigkeit 
von mindestens 50% resultiere.

F.
Mit Schreiben vom 15. August 2008 teilte die IVSTA dem Bundesver-
waltungsgericht  mit,  dass  sie  an  den  bisherigen  Ausführungen  und 
den gestellten Anträgen festhalte.

G.
Auf die Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen 
wird  – soweit erforderlich  – in den nachfolgenden Erwägungen näher 
eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Angefochten ist die Verfügung der IVSTA vom 7. März 2008, mit wel-
cher das Gesuch der Beschwerdeführerin um Ausrichtung einer Rente 
der schweizerischen Invalidenversicherung abgewiesen worden ist.

1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172. 
021),  sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als  Vorins-
tanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden. Zu diesen ge-
hört auch die IVSTA, die mit Verfügungen über Rentengesuche befin-
det (Art. 33 Bst. d VGG; vgl. Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes 
vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG, SR 831.20]). 

1.2 Nach Art. 59 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den 
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) ist 
zur Beschwerdeführung vor dem Bundesverwaltungsgericht legitimiert, 
wer  durch  die  angefochtene  Verfügung  berührt  ist  und  ein  schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (vgl. auch 

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Art.  48  Abs.  1  VwVG).  Die  Beschwerdeführerin,  die  am  vorinstanz-
lichen Verfahren  teilgenommen hat,  ist  als  Adressatin  durch  die  an-
gefochtene Verfügung besonders berührt und hat an deren Aufhebung 
bzw. Änderung ein schutzwürdiges Interesse. Nachdem der Kostenvor-
schuss fristgerecht bezahlt worden ist, kann auf die frist- und formge-
recht eingereichte Beschwerde eingetreten werden.

2.
Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich im We-
sentlichen  nach  den  Vorschriften  des  VGG,  des  VwVG (vgl.  Art.  37 
VGG) sowie des ATSG (vgl. Art. 3 Bst. dbis VwVG). Dabei finden nach 
den  allgemeinen  intertemporalrechtlichen  Regeln  diejenigen  Verfah-
rensvorschriften Anwendung, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebe-
urteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2, vgl. auch Art. 53 Abs. 2 
VVG).

2.1 Mit  der  Beschwerde kann gerügt  werden,  die angefochtene Ver-
fügung verletze Bundesrecht (einschliesslich der Überschreitung oder 
des  Missbrauchs  von Ermessen),  beruhe  auf  einer  unrichtigen oder 
unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts oder 
sei unangemessen (Art. 49 VwVG). 

2.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  gemäss  dem  Grundsatz  der 
Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Be-
gehren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Be-
schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gut -
heissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Be-
gründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. FRITZ 
GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 212).

2.3 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – 
das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, 
wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (MAX KUMMER, Grundriss 
des Zivilprozessrechts, 4. Aufl., Bern 1984, S. 136).

2.3.1 Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, 
sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Be-
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse 
Möglichkeit  eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanfor-
derungen nicht.  Der  Richter  und  die  Richterin  haben vielmehr  jener 
Sachverhaltsdarstellung  zu  folgen,  die  sie  von  allen  möglichen  Ge-
schehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen (BGE 126 V 360 

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E. 5b, BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen). Führen die von Amtes 
wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwaltung oder das Gericht 
bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein bestimm-
ter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und 
weitere Beweismassnahmen könnten an diesem feststehenden Ergeb-
nis nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu 
verzichten  (antizipierte  Beweiswürdigung;  UELI KIESER,  Das  Verwal-
tungsverfahren  in  der  Sozialversicherung,  Zürich  1999,  S.  212,  Rz. 
450;  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und  Verwal-
tungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 111 und 320; 
GYGI, a.a.O., S. 274; vgl. auch BGE 122 II 469 E. 4a, BGE 120 1b 229 
E. 2b, BGE 119 V 344 E. 3c mit Hinweisen).

2.3.2 Der  Sozialversicherungsprozess  ist  vom  Untersuchungsgrund-
satz beherrscht. Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die rich-
tige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu 
sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet 
zum einen sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 
125 V 195 E. 2, BGE 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Zum anderen 
umfasst  die  behördliche  und  richterliche  Abklärungspflicht  nicht  un-
besehen  alles,  was  von  einer  Partei  behauptet  oder  verlangt  wird. 
Vielmehr  bezieht  sie  sich  nur  auf  den  im  Rahmen  des  streitigen 
Rechtsverhältnisses (Streitgegenstand) rechtserheblichen Sachverhalt. 
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, 
ob  über  den  streitigen  Anspruch  so  oder  anders  zu entscheiden ist 
(GYGI, a.a.O., S. 43 und 273). In diesem Rahmen haben Verwaltungs-
behörden  und  Sozialversicherungsgericht  zusätzliche  Abklärungen 
stets  vorzunehmen  oder  zu  veranlassen,  wenn  hierzu  aufgrund  der 
Parteivorbringen  oder  anderer  sich  aus  den  Akten  ergebender  An-
haltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a mit 
Hinweis;  Urteil  des  Eidgenössischen  Versicherungsgerichts  [EVG] 
I 520/99 vom 20. Juli 2000).

2.3.3 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweis-
mittel  zu  würdigen  sind.  Für  das  gesamte  Verwaltungs-  und  Be-
schwerdeverfahren  gilt  der  Grundsatz  der  freien  Beweiswürdigung. 
Danach  haben  Versicherungsträger  und  Sozialversicherungsgerichte 
die Beweise frei, d.h. ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend 
und  pflichtgemäss  zu  würdigen.  Für  das  Beschwerdeverfahren  be-
deutet  dies,  dass  das  Gericht  alle  Beweismittel,  unabhängig  davon, 
von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden 

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hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des 
streitigen  Rechtsanspruchs  gestatten. Ein  erhöhter  Beweiswert  kann 
allerdings  ärztlichen  Gutachten  zukommen,  welche  für  die  streitigen 
Belange  umfassend  sind,  auf  allseitigen  Untersuchungen  beruhen, 
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis der Vor-
akten (Anamnese) abgegeben worden und  in der Darlegung der Zu-
sammenhänge sowie der Beurteilung der medizinischen Situation ein-
leuchtend sind, und in welchen die Schlussfolgerungen der Experten 
begründet werden  (BGE 125 V 352 E. 3a, BGE 122 V 160 E. 1c mit 
Hinweisen; AHI 2001 S. 113 E. 3a; RKUV 1999 Nr. U 332 S. 193 E. 
2a/bb und RKUV 1998 Nr. U 313 S. 475 E. 2a).

3.
In  materiellrechtlicher  Hinsicht  sind grundsätzlich  diejenigen Rechts-
sätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führen-
den Tatbestandes Geltung haben. Ein allfälliger Leistungsanspruch ist 
für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bisherigen und ab 
diesem Zeitpunkt  nach den neuen Normen zu prüfen (pro rata tem-
poris; vgl. BGE 130 V 445). 

3.1 Die Beschwerdeführerin ist Staatsangehörige von Spanien und hat 
dort ihren Wohnsitz, so dass vorliegend das am 1. Juni 2002 in Kraft 
getretene  Abkommen  vom  21.  Juni  1999  zwischen  der  Schweizeri-
schen  Eidgenossenschaft  einerseits  und  der  Europäischen  Gemein-
schaft  andererseits  über  die  Freizügigkeit  (Freizügigkeitsabkommen, 
im Folgenden: FZA, SR 0.142.112.681) anwendbar ist (Art.  80a IVG in 
der Fassung gemäss Ziff. I 4 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 
2001 betreffend die Bestimmungen über die Personenfreizügigkeit im 
Abkommen  zur  Änderung  des  Übereinkommens  zur  Errichtung  der 
EFTA, in Kraft  seit  1. Juni 2002). Das Freizügigkeitsabkommen setzt 
die  verschiedenen  bis  dahin  geltenden  bilateralen  Abkommen  zwi-
schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und den einzelnen Mit-
gliedstaaten der Europäischen Union insoweit aus, als darin derselbe 
Sachbereich  geregelt  wird  (Art. 20  FZA). Gemäss Art.  8  Bst. a  FZA 
werden die Systeme der sozialen Sicherheit koordiniert, um insbeson-
dere die Gleichbehandlung aller Mitglieder der Vertragsstaaten zu ge-
währleisten. Nach Art. 3 Abs. 1 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des 
Rates vom 14. Juni 1971 (SR 0.831.109.268.1) haben die Personen, 
die im Gebiet eines Mitgliedstaates wohnen, für die diese Verordnung 
gilt, die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der Rechtsvorschriften 
eines  Mitgliedstaates  wie  die  Staatsangehörigen  dieses  Staates 

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selbst, soweit besondere Bestimmungen dieser Verordnung nichts an-
deres vorsehen. 

Die Frage, ob und gegebenenfalls ab wann Anspruch auf Leistungen 
der  IV besteht,  bestimmt sich daher  vorliegend alleine aufgrund der 
schweizerischen  Rechtsvorschriften.  Für  die  Beurteilung  eines  Ren-
tenanspruchs  sind  die  Feststellungen  ausländischer  Versicherungs-
träger, Krankenkassen, Behörden und Ärzte bezüglich Invaliditätsgrad 
und  Anspruchsbeginn  für  die  rechtsanwendenden  Behörden  in  der 
Schweiz nicht  verbindlich (BGE 130 V 253 E. 2.4,  AHI-Praxis  1996, 
S. 179; vgl. auch ZAK 1989 S. 320 E. 2). Vielmehr unterstehen aus län-
dische  Beweismittel  der  freien  Beweiswürdigung  des  Gerichts  (vgl. 
E. 2.3.3 hiervor; Urteil des EVG vom 11. Dezember 1981 i.S. D).

3.2 Im  vorliegenden  Verfahren  finden  demnach  grundsätzlich  jene 
schweizerischen  Rechtsvorschriften  Anwendung,  die  bei  Erlass  der 
angefochtenen Verfügung vom 7. März 2008 in Kraft  standen; weiter 
aber auch solche Vorschriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser 
Kraft getreten waren, die aber für die Beurteilung eines allenfalls frü-
her entstandenen Rentenanspruchs von Belang sind (für das IVG: ab 
dem 1. Januar 2003 in der Fassung vom 6. Oktober 2000 [AS 2002 

3371 und 3453], ab dem 1. Januar 2004 in der Fassung vom 21. März 
2003 [AS 2003 3837; 4. IVG-Revision] und ab dem 1. Januar 2008 in 
der Fassung vom 6. Oktober 2006 [AS 2007 5129; 5. IV-Revision]; die 
Verordnung in den entsprechenden Fassungen).

Am 1. Januar 2003 sind das ATSG sowie die entsprechende Verord-
nung vom 11. September 2002 (ATSV, SR 830.11) in Kraft  getreten, 
welche  für  die  Beurteilung  des  vorliegend  geltend  gemachten  Leis-
tungsanspruchs  ab  diesem Zeitpunkt  anwendbar  sind.  Da  die  darin 
enthaltenen Formulierungen der Arbeitsunfähigkeit,  der Erwerbsunfä-
higkeit, der Invalidität und der Einkommensvergleichsmethode den bis-
herigen  von der  Rechtsprechung  dazu  entwickelten  Begriffen  in  der 
Invalidenversicherung  entsprechen  und  die  von  der  Rechtsprechung 
dazu  herausgebildeten  Grundsätze  unter  der  Herrschaft  des  ATSG 
weiterhin Geltung haben (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.1, 3.2 und 3.3), wird 
im Folgenden auf die dortigen Begriffsbestimmungen verwiesen. 

3.3 Gemäss  Art.  48  Abs.  2  IVG in  der  bis  am 31.  Dezember  2007 
gültig gewesenen Fassung werden die Leistungen in Abweichung von 
Art. 24 Abs. 1 ATSG lediglich für  die zwölf  der Anmeldung vorange-

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henden Monate ausgerichtet, wenn sich eine versicherte Person mehr 
als zwölf Monate nach Entstehen des Anspruchs anmeldet. Im vorlie-
genden Fall  ist  die Anmeldung der Beschwerdeführerin am 12. März 
2004 bei der IV-Stelle Luzern eingegangen, so dass allfällige Leis tun-
gen der IV frühestens ab März 2003 ausgerichtet werden könnten.

Rechts-  und Sachverhaltsänderungen,  die nach dem massgebenden 
Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Entscheides (7. März 2008) ein-
traten, sind im vorliegenden Verfahren grundsätzlich nicht zu berück-
sichtigen (vgl. BGE 130 V 329, BGE 129 V 1 E. 1.2 mit  Hinweisen). 
Allerdings  können  Tatsachen,  die  den  Sachverhalt  seither  verändert 
haben, unter Umständen Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfü-
gung sein (vgl. BGE 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen).

Vorliegend ist damit zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin in der Zeit 
vom 12. März 2003 bis zum 7. März 2008 im Sinne des Gesetzes in-
valid gewesen bzw. geworden ist.

4.
Anspruch auf  eine Rente  der  schweizerischen  Invalidenversicherung 
hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (Art. 8 ATSG) und beim Ein-
tritt  der  Invalidität  während  der  vom Gesetz  geforderten  Dauer  Bei-
träge an die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/ 
IV) geleistet hat (Art. 36 Abs. 1 IVG). Diese Bedingungen müssen ku-
mulativ  gegeben  sein;  fehlt  eine,  so  entsteht  kein  Rentenanspruch, 
selbst wenn die andere erfüllt ist.

Die Beschwerdeführerin hat unbestrittenermassen während mehr als 
drei Jahren Beiträge an die AHV/IV geleistet, so dass sie die gesetz-
liche Mindestbeitragsdauer  sowohl  nach den bis  zum 31. Dezember 
2007 als auch nach den seither gültigen Bestimmungen erfüllt (Art. 36 
Abs. 1 IVG).

4.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG), 
die  Folge  von  Geburtsgebrechen,  Krankheit  oder  Unfall  sein  kann 
(Art. 4 Abs. 1 IVG). Invalidität ist somit der durch einen Gesundheits-
schaden verursachte und nach zumutbarer Behandlung oder Einglie-
derung verbleibende länger dauernde (volle oder teilweise) Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf  dem in Betracht  kommenden ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt resp. der Möglichkeit, sich im bisherigen Aufgaben-
bereich zu betätigen. Der Invaliditätsbegriff enthält damit zwei Elemen-

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te  (vgl.  UELI KIESER,  ATSG-Kommentar,  2.  Aufl.,  Zürich  2009,  Art. 8 
Rz. 7): Ein medizinisches (Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf 
die Arbeitsfähigkeit) und ein wirtschaftliches im weiteren Sinn (dauer-
hafte oder länger dauernde Einschränkung der Erwerbsfähigkeit oder 
der Tätigkeit im Aufgabenbereich). 

Arbeitsunfähigkeit  ist  die  durch  eine  Beeinträchtigung  der  körperli-
chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teil -
weise Unfähigkeit,  im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut-
bare  Arbeit  zu  leisten.  Bei  langer  Dauer  wird  auch  die  zumutbare 
Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt 
(Art. 6 ATSG). 

Erwerbsunfähigkeit  ist  der  durch  Beeinträchtigung  der  körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumut-
barer  Behandlung  und  Eingliederung  verbleibende  ganze  oder  teil-
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen-
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). 

4.2 Anspruch auf  eine ganze Rente bestand gemäss Art. 28 Abs. 1 
IVG in  der  bis  zum 31. Dezember  2003 gültig  gewesenen Fassung, 
wenn  die  versicherte  Person  mindestens  zu  zwei  Dritteln,  derjenige 
auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zur Hälfte und derjenige 
auf  eine Viertelsrente,  wenn sie  mindestens zu 40% invalid  ist. Ge-
mäss Abs. 1ter dieser Norm werden Renten, die einem Invaliditätsgrad 
von weniger als 50% entsprechen, jedoch nur an Versicherte ausge-
richtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) 
in der Schweiz haben.  Nach dem am 1.  Januar 2004 in Kraft  getre-
tenen Art. 28 Abs. 1 IVG hatte ein Versicherter Anspruch auf eine Vier-

telsrente bei einem Invaliditätsgrad von 40%, auf eine halbe Rente bei 

einem solchen von 50%, auf eine Dreiviertelsrente bei einem Grad der 

Invalidität von 60% und auf eine ganze Rente bei einem solchen von 

70%. Hieran hat die 5. IV-Revision nichts geändert (Art.  28 Abs. 2 IVG 
in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung). 

Laut  Art.  28  Abs.  1ter IVG (in  der  bis  Ende  2007  gültig  gewesenen 
Fassung) bzw. Art. 29 Abs. 4 IVG (in der ab 1. Januar 2008 geltenden 
Fassung) werden jedoch Renten, die einem Invaliditätsgrad von weni-
ger als  50% entsprechen, nur an Versicherte  ausgerichtet,  die ihren 
Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz 
haben.  Nach  der  Rechtsprechung  des  Eidg.  Versicherungsgerichts 

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C-2353/2008

(EVG; ab 1. Januar 2007: Bundesgericht) stellt  diese Regelung nicht 
eine  blosse  Auszahlungsvorschrift,  sondern  eine  besondere  An-
spruchsvoraussetzung  dar  (BGE 121  V  275  E. 6c).  Eine  Ausnahme 
von diesem Prinzip gilt seit dem 1. Juni 2002 für Schweizer Bürger und 
Staatsangehörige  der  Europäischen  Gemeinschaft,  denen  auch  bei 
einem Invaliditätsgrad ab 40% eine Rente ausgerichtet wird, wenn sie 
–  wie  die  Beschwerdeführerin  –  in  einem Mitgliedstaat  der  Europäi-
schen Gemeinschaft Wohnsitz haben. 

4.3 Nach den Vorschriften der 4. IV-Revision entsteht der Rentenan-
spruch  frühestens  in  dem Zeitpunkt,  in  dem die  versicherte  Person 
mindestens zu 40% bleibend erwerbsunfähig (Art. 7 ATSG) geworden 
ist  oder während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-
schnittlich mindestens zu 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen 
war (Art. 29 Abs. 1 Bst. a und b IVG in der von 2004 bis Ende 2007 
gültig gewesenen Fassung). Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG in der ab dem 
1. Januar 2008 geltenden Fassung haben jene Versicherten Anspruch 
auf eine Rente, welche ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich 
im  Aufgabenbereich  zu  betätigen,  nicht  durch  zumutbare  Eingliede-
rungsmassnahmen wieder  herstellen,  erhalten  oder  verbessern  kön-
nen  (lit. a),  und  die  zusätzlich  während  eines  Jahres  ohne  wesent -
lichen  Unterbruch  durchschnittlich  mindestens  40%  arbeitsunfähig 
(Art. 6 ATSG) gewesen sind und auch nach Ablauf dieses Jahres zu 
mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c).*

4.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die 
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund-
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem 
Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person ar-
beitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichti -
ge Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen 
der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 
256 E. 4, BGE 115 V 133 E. 2; AHI-Praxis 2002 S. 62 E. 4b/cc). 

Aufgrund des im gesamten Sozialversicherungsrecht geltenden Grund-
satzes der Schadenminderungspflicht ist ein dauernd in seiner Arbeits-
fähigkeit eingeschränkter Versicherter gehalten, innert nützlicher Frist 
Arbeit  im angestammten oder einem anderen Berufs-  oder Erwerbs-
zweig zu suchen und anzunehmen, soweit sie noch möglich und zu-

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mutbar erscheint  (vgl. BGE 113 V 28 E. 4a,  BGE 111 V 239 E.  2a). 
Deshalb  ist  es  am  behandelnden  Arzt  bzw.  am  Vertrauensarzt  der 
IVSTA, aus medizinischer Sicht zu entscheiden, in welchem Ausmass 
ein Versicherter seine verbliebene Arbeitsfähigkeit bei zumutbarer Tä-
tigkeit und zumutbarem Einsatz auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
einsetzen kann. Diese Arbeitsmöglichkeit hat sich der Versicherte an-
rechnen zu lassen (leidensangepasste Verweisungstätigkeit; vgl. ZAK 
1986 S. 204 f.),  wobei es unerheblich ist,  ob er  seine Restarbeitsfä-
higkeit tatsächlich verwertet oder nicht.

4.5 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte  Person nach Eintritt  der Invalidität  und 
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-
gliederungsmassnahmen durch eine ihr  zumutbare Tätigkeit  bei aus-
geglichener  Arbeitsmarktlage  erzielen  könnte  (sog.  Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen, 
Art. 16 ATSG).

4.5.1 Der Einkommensvergleich  bei  Erwerbstätigen hat  in  der  Regel 
so  zu  erfolgen,  dass  die  beiden  hypothetischen  Erwerbseinkommen 
ziffernmässig  möglichst  genau  ermittelt  und  einander  gegenüberge-
stellt  werden, worauf  sich aus der Einkommensdifferenz der Invalidi -
tätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode). 

4.5.2 Bei  nicht  erwerbstätigen  Versicherten,  welche  im Aufgabenbe-
reich (meistens im Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer 
Erwerbstätigkeit  nicht  zugemutet  werden kann (Art. 8  Abs. 3 ATSG), 
wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG 
darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich in diesem 
Aufgabenbereich zu betätigen (vgl. Art. 28 Abs. 2bis IVG in der bis Ende 
2007 gültig gewesenen Fassung, bzw. Art. 28a Abs. 2 IVG in der ab 
dem 1. Januar 2008 geltenden Fassung; spezifische Methode).

4.5.3 Bei  Versicherten,  die  nur  zum Teil  erwerbstätig  sind  oder  die 
unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, 
wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren 
sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig,  so wird der Invaliditäts-
grad für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 3 IVG (in der ab 1. Januar 
2008 geltenden Fassung resp. Art. 28 Abs. 2ter IVG in  der  bis  Ende 
2007 gültig gewesenen Fassung) berechnet. In diesem Falle wird der 
Invaliditätsgrad  entsprechend  der  Behinderung  in  beiden  Bereichen 

Seite 13

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bemessen (gemischte Methode,  vgl. dazu das Urteil  des Bundesge-
richts I 725/04 vom 20. Januar 2006 mit  Verweis auf  BGE 131 V 51 
und BGE 125 V 146).

5.
Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie sei aufgrund ihrer gesund-
heitlichen Beeinträchtigungen zu mindestens 50% erwerbsunfähig, so 
dass sie Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung habe. 

5.1 Für  die  Beurteilung  des  Gesundheitszustandes  und  damit  der 
Arbeitsfähigkeit  der  Beschwerdeführerin  hat  sich  die  Vorinstanz  ins-
besondere  auf  die  Ausführungen  in  den  beiden  umfassenden 
Gutachten abgestützt.

5.1.1 Im  neurologisch-otorhinolaryngologischen  Gutachten  vom 
21. Juni 2006 (kant. Vorakten, Dokument 46) wurde diagnostiziert: 

- ein  Belastungsschwindel  bei  apparativ  eindeutig  nachweisbarem 
rechtsseitigem peripher-vestibulärem Funktionsausfall  wegen  eines 

infizierten Cholesteatoms mit Bogengangsfistel,

- eine Fazialisparese rechts infolge einer iatrogenen Resektion bei der 
Operation des infizierten Cholesteatoms; Status nach Rekonstruktion 

mittels Nerveninterponat,

- eine depressive Entwicklung seit 2001 sowie

- neuralgiformer Narbenschmerz.

Als  weitere  Diagnosen  ohne  Auswirkungen  auf  die  Arbeitsfähigkeit 
wurden zudem erwähnt:

- ein leicht sensibles Hemisyndrom rechts (Beginn unklar)

- sowie  eine  (seit  vielen  Jahren  bestehende)  substituierte  Hypo-
thyreose.

Die vestibuläre Unterfunktion bezeichneten die Gutachter als schlecht 
kompensiert  und wiesen darauf  hin,  dass  die  Patientin  nur  einmalig 
und  für  kurze  Zeit  eine  Physiotherapie  gehabt  und  nach  anfänglich 
leichter  Verbesserung  des  Schwindels  ein  deutliches  Rückzugsver-
halten entwickelt hätte, und ein physiotherapeutisches Gleichgewichts-
training und eine Verhaltenspsychotherapie – unter Einsatz eines akti-
vierenden  Antidepressivums  – zu  einer  deutlichen  funktionellen  Ver-
besserung führen könnte. Bei der Fazialisparese sei durch die Rekons-
truktion mittels Nerveninterponat der Augenschluss ermöglich worden, 

Seite 14

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mit einer weiteren Verbesserung sei nicht mehr zu rechnen und wei-
tere  operative Massnahmen seien nicht  angezeigt. Zur Verhinderung 
einer  Dekonditionierung sei  das regelmässige Beüben der  Gesichts-
muskulatur wichtig. Wegen der starken psychischen Belastung der Pa-
tientin  aufgrund  der  Lähmung im  Bereich  des Mundwinkels  und  der 
Wange sowie der daraus resultierenden Gesichtsasymmetrie empfah-
len die  Gutachter  eine psychologische Betreuung. In  Bezug auf  das 
Schmerzsyndrom hielten die Gutachter eine medikamentöse Behand-
lung  für  angezeigt.  Trotz  der  vollständigen  Taubheit  rechts  und  der 
kombinierten  mittelgradigen  Schwerhörigkeit  auf  der  linken  Seite  er-
achteten sie die Patientin als anamnestisch nicht gestört, weshalb eine 
diesbezügliche  Intervention  nicht  notwendig  sei.  Falls  das  Gehör  in 
den  Vordergrund  treten  sollte,  wäre  eine  Hörgeräteversorgung  mög-
lich.

Die Beeinträchtigungen (qualitativ und quantitativ)  aufgrund der fest-
gestellten Störungen schätzten die Gutachter bei Tätigkeiten, welche 
Balance erfordern oder bei Arbeiten in gefährlicher Umgebung (Sturz- 
und Verletzungsgefahr)  wegen des Schwindels  auf  20-30%,  bei  Be-
rufen mit  hohen Ansprüchen an  die  Balance  (z.B. Tanzlehrerin  etc.) 
noch höher. Aufgrund der Fazialisparese wurde die Einschränkung bei 
Berufen mit  hohem ästhetischem Repräsentationsgehalt  auf maximal 
50%  geschätzt.  Insgesamt  wurde  die  Arbeitsunfähigkeit  in  der  bis-
herigen Tätigkeit  als Putzfrau und Küchenhilfe mit  20-30% seit  März 
2004 beziffert. Auf psychisch-geistiger Ebene wurde eine reaktiv ver-
ursachte  depressive  Verstimmung  festgestellt,  die  nach  Ansicht  der 
Gutachter auch auf  die schlechte Integration in  der Schweiz zurück-
geführt  werden  könnte.  Dementsprechend  wurde  eine  genauere 
Abklärung der quantitativen Beeinträchtigung durch die psychosoziale 
Medizin  empfohlen.  Abschliessend  wurde  festgehalten,  dass  der 
vordringliche  Teil  der  Beschwerden  auf  die  depressive  Verstimmung 
der Patientin zurückzuführen sei.

5.1.2 Aufgrund des Verdachts auf Somatisierung wurde eine psychia-
trische  Abklärung  durchgeführt.  In  seinem  umfassenden  Gutachten 
vom 28. März 2007 (kant. Vorakten, Dokument 56) diagnostizierte Dr. 
med. B._______ eine depressive Störung, gegenwärtig leichte depres-
sive  Episode  mit  somatischem Syndrom (ICD-10  F32.01),  erachtete 
die Prognose jedoch als günstig, da es sich um eine gut behandelbare 
Krankheit handle. Allerdings wies er auf die komplizierenden Faktoren 
im Sinne der  anhaltenden Folgeerscheinungen der  Ohroperation mit 

Seite 15

C-2353/2008

Fazialisparese  und  Schwerhörigkeit  hin,  verbunden  mit  der  sozialen 
Stigmatisierung,  hohem  Schamgefühl  und  Rückzugsverhalten  der 
Beschwerdeführerin. Er  erwähnte,  dass  diese Faktoren eine depres-
sive Symptomatik aufrechterhalten bzw. verstärken und eine allfällige 
Remission  noch  behindern  könnten,  dass  jedoch  bei  einer  fach-
ärztlichen Behandlung eine Verbesserung zu erzielen sein sollte. Die 
Arbeitsfähigkeit  aus  psychiatrischer  Sicht  schätzte  er  sowohl  in  der 
bisherigen Tätigkeit als auch in anderen angepassten Tätigkeiten auf 
70-80% und schlug als Therapiemassnahmen eine fachärztliche psy-
chiatrische  Behandlung  vor. Aufgrund  des  sozialen  Rückzugsverhal-
tens und zunehmender Dekonditionierung erachtete er einen gezielten 
Arbeitsversuch  – zuerst  im  geschützten  Rahmen  – als  sinnvoll,  der 
eine Reintegration in den Arbeitsprozess und die Erhöhung der körper-
lichen Belastbarkeit,  die  Gewöhnung an den Arbeitsprozess und die 
Zunahme von Sicherheit bezüglich der eigenen beruflichen Leistungs-
fähigkeit und Stärken ermöglichen sollte. 

5.2 In  beiden  Gutachten  wurde  hinreichend  dargelegt,  inwiefern  die 
Beschwerdeführerin  in  ihren  körperlichen  oder  geistigen  Funktionen 
leidensbedingt  eingeschränkt  ist. Die  geklagten  Beschwerden  sowie 
die Vorakten wurden berücksichtigt und die Beurteilung der medizini-
schen Situation und Zusammenhänge durch die untersuchenden Ärzte 
sind  nach  Ansicht  des  Bundesverwaltungsgerichtes  durchaus  ein-
leuchtend und nachvollziehbar. Auch werden die Schlussfolgerungen 
der Experten ausführlich begründet. Den beiden Gutachten kommt da-
her erhöhte Beweiskraft zu und es ist nicht zu beanstanden, dass sich 
die  Vorinstanz  bei  der  Bestimmung der  Restarbeitsfähigkeit  der  Be-
schwerdeführerin auf die beiden Gutachten abgestützt hat. 

5.3 Keine Einigkeit besteht allerdings bei den Gutachten in Bezug auf 
den Beginn der  20-30%igen Arbeitsunfähigkeit: während im neurolo-
gischen Gutachten von einer 20-30%igen Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit ab März 2004 – dem Datum des Leistungsgesuchs – ausge-
gangen wurde, bezeichnete der Psychiater den Zeitpunkt der Opera-
tion (24. April 2001) als Beginn der medizinisch begründeten Arbeits-
unfähigkeit.

Angesichts  der  schwerwiegenden Konsequenzen der  Operation  vom 
24. April 2001 ist die IVSTA zu Recht von einer anfänglichen, auf rund 
drei  Monate  begrenzten  100%igen  Arbeitsunfähigkeit  in  sämtlichen 
Bereichen ausgegangen und hat die Beschwerdeführerin nach Ablauf 

Seite 16

C-2353/2008

dieser dreimonatigen Rekonvaleszenz ab dem 1. August 2001 als zu 
70% arbeitsfähig in der bisherigen Tätigkeit eingestuft. Diese Einschät-
zung ist durchaus nachvollziehbar und vom Bundesverwaltungsgericht 
nicht zu beanstanden, liegen doch keine medizinischen Anhaltspunkte 
vor, die eine andere Schlussfolgerung nahe legen würden.

5.4 Zum Vorwurf der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz hätte bei der 
Berechnung  des  Invaliditätsgrades  die  Einschränkung  der  Arbeits-
fähigkeit aus psychiatrischer Sicht zur Einschränkung aus somatischer 
Sicht hinzurechnen müssen, ist festzuhalten, dass es sich bei der In-
validenversicherung um eine final konzipierte Versicherung handelt, da 
Art. 4 Abs. 1 IVG nicht  nach Art  und Genese des Gesundheitsscha-
dens  fragt,  welcher  die  Erwerbsunfähigkeit  verursacht.  Der  Gesund-
heitszustand  ist  folglich  immer  gesamtheitlich  zu  betrachten.  Sind 
mehrere Gesundheitsschäden vorhanden, so ist zu prüfen, wie sie sich 
gemeinsam auf die Invalidität auswirken. Kausal konzipiert ist die Inva-
lidenversicherung nur insofern, als die Erwerbsunfähigkeit durch einen 
Gesundheitsschaden verursacht sein muss (vgl.  ULRICH MEYER-BLASER, 
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 1997, S. 14 mit 
weiteren Hinweisen). 

Dem neurologischen Gutachten vom 21. Juni 2006 ist zu entnehmen, 
dass  die  subjektiven  Beschwerden  mit  den  neurologisch-otologisch 
objektivierbaren Befunden nicht vollumfänglich erklärbar sind und der 
vordringliche  Teil  der  Beschwerden  auf  die  depressive  Verstimmung 
der  Patientin  zurückzuführen  sind.  Eine  andere  Interpretation  ergibt 
sich  aus  dem  psychiatrischen  Gutachten  nicht,  hielt  doch  Dr. 
B._______ klar fest, dass die Beschwerdeführerin auch aus psychiat-
rischer Sicht aufgrund der leichten depressiven Störung sowohl in der 
bisherigen Tätigkeit als auch in anderen Tätigkeiten insgesamt zu 20-
30% in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Diese Einschränkung 
umfasst  sämtliche  festgestellten  Leiden,  so  dass  eine  Zusammen-
rechnung  der  somatisch  und  der  psychiatrisch  bedingten  Arbeits-
unfähigkeit nicht angezeigt ist.

6.
Zu  prüfen  ist  im  Weiteren  die  Statusfrage,  zumal  die  Beschwerde-
führerin  geltend  macht,  sie  sei  von  der  Vorinstanz  zu  Unrecht  als 
Teilerwerbstätige eingestuft worden. Die in diesem Zusammenhang er-
hobene Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs wurde – soweit 
sie überhaupt berechtigt ist – im vorliegenden Verfahren geheilt  (vgl. 

Seite 17

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zur Heilung von Gehörsverletzungen etwa BGE 132 V 387 E. 5.1, BGE 
127 V 431 E. 3d/aa; BERNHARD WALDMANN/JÖRG BICKEL, in: Praxiskommen-
tar VwVG, Art. 29 N. 118).

6.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbs-
tätig oder als nicht erwerbstätig einzustufen ist  – was je zur Anwen-
dung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung führt –, ergibt 
sich aus der Prüfung, was diese Person bei im Übrigen unveränderten 
Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestün-
de. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die per-
sönlichen,  familiären,  sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso 
wie  allfällige  Erziehungs-  und  Betreuungsaufgaben  gegenüber  Kin-
dern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie 
die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die 
Statusfrage beurteilt  sich  praxisgemäss nach den Verhältnissen,  wie 
sie  sich  bis  zum Erlass  der  Verwaltungsverfügung entwickelt  haben, 
wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausge-
übten  (Teil-)Erwerbstätigkeit  der  im Sozialversicherungsrecht  übliche 
Beweisgrad  der  überwiegenden  Wahrscheinlichkeit  erforderlich  ist 
(BGE 125 V 146 E. 2c, BGE 133 V 477 E. 6.3, BGE 133 V 504 E. 3.3, 
je mit Hinweisen).

6.2 Die Vorinstanz ist  aufgrund der Tatsache, dass die Beschwerde-
führerin vor Eintritt  des Gesundheitsschadens voll erwerbstätig, nach 
ihrer Rückkehr in die Heimat jedoch ausschliesslich als Hausfrau tätig 
gewesen war, davon ausgegangen, dass die gemischte Methode zur 
Anwendung gelangt. Diese Einschätzung ist allerdings nicht ohne wei-
teres nachvollziehbar, kommt doch bei  voll  Erwerbstätigen die allge-
meine Methode und bei ausschliesslich im Haushalt Tätigen die spezi -
fische Methode der Invaliditätsbemessung zur Anwendung.  

Nach  der  Praxis  des  Bundesgerichts  dient  die  gemischte  Methode 
nicht einzig dem Schutz derjenigen Personen, denen eine Vollzeit-Er-
werbstätigkeit  im Gesundheitsfall  nicht zugemutet werden kann, son-
dern  einer  möglichst  wirklichkeitsgerechten Bemessung  des Invalidi -
tätsgrades. Sie findet demnach auch dann Anwendung, wenn der ver-
sicherten  Person  ohne  gesundheitliche  Beeinträchtigung  zwar  eine 
volle  Erwerbstätigkeit  zumutbar  wäre,  sie aber  trotzdem eine solche 
nicht  ausüben  würde.  Entscheidend  ist  somit  auch  im  vorliegenden 
Fall, ob die Beschwerdeführerin hypothetisch, d.h. ohne Gesundheits-

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schaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, in einem Vollpensum 
erwerbstätig wäre (BGE 133 V 477 E. 6.3). 

6.3 Den Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin in den 
Jahren 1987 bis  1990 jeweils  zwischen 9 und 12 Monaten pro Jahr 
erwerbstätig  gewesen  war  und  bisweilen  sogar  für  zwei  Arbeitgeber 
während  derselben  Arbeitsperiode  gearbeitet  hatte.  In  den  Jahren 
1991 bis Ende 1999 war sie nicht mehr erwerbstätig, um sich der Er -
ziehung  ihrer  Töchter  zu  widmen.  Nach  ihrer  Wiedereinreise  in  die 
Schweiz war sie von Juli  bis und mit  Oktober 2000 wieder erwerbs-
tätig. Dem Arbeitsvertrag für ihre zuletzt  ausgeübte Tätigkeit  als Kü-
chenhilfe ist  zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin ihre Arbeit 
als  Vollzeitmitarbeiterin  am 1. März 2001 aufgenommen hat  und der 
Vertrag auf unbestimmte Zeit abgeschlossen wurde. Daraus kann ge-
schlossen  werden,  dass  die  Beschwerdeführerin  ohne  Gesundheits-
schaden auch  weiterhin  voll  erwerbstätig  gewesen wäre,  so  dass in 
ihrem Fall die allgemeine Methode der Invaliditätsbemessung zur An-
wendung kommt.

6.4 Die  Vorinstanz  hat  auf  die  Durchführung  eines  Einkommensver-
gleichs verzichtet, da ein rentenbegründender Invaliditätsgrad (bei An-
wendung der gemischten Methode) auszuschliessen war. 

Die  Restarbeitsfähigkeit  der  Beschwerdeführerin  beträgt  seit  dem 
1. August 2001 sowohl in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als auch in 
anderen  Tätigkeiten  mindestens  70%.  Wird  das  ohne  Invalidität  er -
zielbare hypothetische Erwerbseinkommen mit 100% bewertet und das 
Invalideneinkommen  auf  einen  entsprechend  kleineren  Prozentsatz 
veranschlagt, ergibt sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad 
(zum sog. Prozentvergleich vgl. BGE 114 V 310). Da ein leidensbe-
dingter Abzug bei der Anwendung des Prozentvergleichs grundsätzlich 
nicht  vorzunehmen  ist  (vgl.  das  Urteil  des  Bundesgerichts  9C_129/ 
2008 vom 7. August 2008 E. 3.3.1 mit Hinweis auf BGE 126 V 75 E. 
5b), beträgt vorliegend der Invaliditätsgrad – auch bei Anwendung der 
allgemeinen Methode  – angesichts einer Restarbeitsfähigkeit  im bis-
herigen Beruf von 70% weit weniger als 40%.

7.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die gesundheitliche Situation 
der Beschwerdeführerin zu keiner invalidenversicherungsrechtlich rele-
vanten Einkommenseinbusse führt  und die Vorinstanz das Bestehen 

Seite 19

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eines Leistungsanspruchs im Ergebnis zu Recht verneint hat. Die Be-
schwerde ist daher abzuweisen. 

8.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige 
Parteientschädigung. 

8.1 Als  unterliegende  Partei  hat  die  Beschwerdeführerin  die  Verfah-
renskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG), die sich aus der Gerichts-
gebühr und den Auslagen zusammensetzen. Sie werden unter Berück-
sichtigung des Umfanges und der Schwierigkeit der Streitsache im vor-
liegenden Verfahren auf Fr. 400.–  festgesetzt (Art. 63 Abs. 4bis VwVG, 
Art. 1, 2 und 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 
173.320.2]) und  mit  dem  bereits  geleisteten  Verfahrenskostenvor-
schuss in gleicher Höhe verrechnet. 

8.2 Der  obsiegenden  Partei  kann  von  Amtes  wegen  oder  auf  Be-
gehren eine Entschädigung für  ihr erwachsene und verhältnismässig 
hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als Bun-
desbehörde  hat  die  IVSTA jedoch  keinen  Anspruch auf  eine  Partei-
entschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE). 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 400.– werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Sie werden mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss von 
Fr. 400.– verrechnet.

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Seite 20

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4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. xxxx)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Stefan Mesmer Susanne Marbet Coullery

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit  
Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten. Der  an-
gefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  be-
schwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

Versand: 

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