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**Case Identifier:** f94f66a9-8716-5ba5-9172-f98b11d2e0a8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.03.2025 200 2024 398
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2024-398_2025-03-20.pdf

## Full Text

ALV 200 2024 398 
KNB/SCC/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. März 2025

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Prof. tit. Dr. iur. Fürsprecher und Notar B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern 
Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 6. Mai 2024

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. März 2025, ALV 200 2024 398

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Sachverhalt:

A.

Die 1965 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war befristet vom 1. Mai bis 31. Dezember 2023 mit einem Pensum von 
100 % bei der C.________ als ... angestellt (Akten der Arbeitslosenkasse 
Zahlstelle ... [act. II] 69 ff., 77 ff.). Am 13. Februar 2024 meldete sie sich 
beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zur Stellenvermittlung 
in einem Pensum von 100 % an (act. II 81 f.) und am 19. Februar 2024 
stellte sie bei der Arbeitslosenversicherung Antrag auf Arbeitslosenent-
schädigung (ALE) ab dem 13. Januar 2024 (act. II 44 ff.). Mit Verfügung 
vom 1. März 2024 verneinte die Arbeitslosenkasse, Zahlstelle ..., einen 
Anspruch der Versicherten auf ALE für die Zeit ab dem 13. Februar 2024 
mit der Begründung, die Versicherte könne während der Rahmenfrist für 
die Beitragszeit vom 13. Februar 2022 bis zum 12. Februar 2024 lediglich 
für acht Monate eine beitragspflichtige Beschäftigung nachweisen und ein 
Befreiungsgrund von der Beitragspflicht bestehe nicht, da sie vor ihrer Ar-
beitsunfähigkeit einer selbstständigen Erwerbstätigkeit nachgegangen sei 
(act. II 40 ff.). Hiergegen erhob die Versicherte am 27. März 2024 Einspra-
che und reichte Arztzeugnisse sowie Bewerbungsschreiben ein (act. II 21 
ff.). Mit Entscheid vom 6. Mai 2024 wies das Amt für Arbeitslosenversiche-
rung (AVA bzw. Beschwerdegegner) die Einsprache ab (act. II 10 ff.).

B.

Am 31. Mai 2024 erhob die Versicherte, vertreten durch Prof. tit. Dr. iur. 
Fürsprecher und Notar B.________, beim Verwaltungsgericht des Kantons 
Bern Beschwerde und beantragte das Folgende:

1. Es sei der Einspracheentscheid vom 06.05.2024 aufzuheben. 

2. Die Beschwerdeführerin sei von der Erfüllung der Beitragszeit zu be-
freien.

3. Es seien der Beschwerdeführerin die ihr zustehenden gesetzlichen 
Leistungen zuzusprechen.

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4. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 
rückzuweisen; 

unter Kosten und Entschädigungsfolge

Mit Beschwerdeantwort vom 1. Juli 2024 schloss der Beschwerdegegner 
auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die 
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 1 und Art. 119 Abs. 1 der Verordnung 
vom 31. August 1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und 
die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmun-
gen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 
Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die 
Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die 
Beschwerde einzutreten. 

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 6. Mai 2024 
(act. II 10 ff.), mit welcher der Beschwerdegegner die verfügte Ablehnung 
eines Anspruchs auf ALE ab dem 13. Februar 2024 mit der Begründung 
bestätigte, es sei weder die Beitragszeit erfüllt noch liege ein Befreiungs-
grund von der Beitragspflicht vor. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch 
der Beschwerdeführerin auf ALE ab dem 13. Februar 2024.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 Abs. 1 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Nach Art. 8 Abs. 1 lit. e AVIG hat die versicherte Person Anspruch 
auf ALE, wenn sie die Betragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Bei-
tragszeit befreit ist.

2.2 Gemäss Art. 13 Abs. 1 AVIG erfüllt die Beitragszeit, wer innerhalb 
der Rahmenfrist (Art. 9 Abs. 3 AVIG) während mindestens zwölf Monaten 
eine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat. Die Rahmenfrist für die 
Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor dem Tag, an welchem die versicherte 
Person erstmals sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt (Art. 9 Abs. 3 
i.V.m. Abs. 2 AVIG). Was eine beitragspflichtige Beschäftigung ist, ergibt 
sich aus Art. 2 Abs. 1 lit. a AVIG. Danach ist für die Arbeitslosenversiche-
rung beitragspflichtig, wer nach AHVG versichert und für Einkommen aus 
unselbstständiger Tätigkeit beitragspflichtig ist (BGE 122 V 249 E. 2b 
S. 251). Gemäss Art. 11 AVIV zählt als Beitragsmonat jeder volle Kalen-
dermonat, in dem die versicherte Person beitragspflichtig ist (Abs. 1); Bei-
tragszeiten, die nicht einen vollen Kalendermonat umfassen, werden zu-
sammengezählt, wobei je 30 Kalendertage als ein Beitragsmonat gelten 
(Abs. 2). 

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2.3 Von der Erfüllung der Beitragszeit ist gemäss Art. 14 Abs. 1 AVIG 
u.a. befreit, wer innerhalb der Rahmenfrist während insgesamt mehr als 
zwölf Monaten infolge Krankheit (lit. b) nicht in einem Arbeitsverhältnis 
stand und deshalb die Beitragszeit nicht erfüllen konnte. 

Bei Aufgabe einer selbstständigen Erwerbstätigkeit besteht kein Versiche-
rungsschutz, es sei denn aus einer früheren Arbeitnehmertätigkeit wird die 
Beitragszeit in der Rahmenfrist noch erfüllt. Die Arbeitnehmereigenschaft, 
welche Grundvoraussetzung dafür ist, dass eine Person Versicherungs-
schutz geniesst, kann nicht dadurch hergestellt werden, dass im Nachhin-
ein eine Person für diejenige Zeit, während welcher eine selbstständige 
Tätigkeit ausgeübt wurde, als von der Erfüllung der Beitragszeit befreit er-
klärt wird. Die Befreiungstatbestände können die fehlende Versichertenei-
genschaft nicht schaffen. Sie übernehmen vielmehr die Funktion der Bei-
tragszeit als Anspruchsvoraussetzung. Die fehlende Versicherteneigen-
schaft infolge Ausübung einer ganztägigen selbstständigen Tätigkeit in der 
Zeit vor Anrufung eines Befreiungsgrundes nach Art. 14 AVIG schliesst 
nach dem Gesagten die Berufung auf diese Ausnahmeregelung aus. Die 
Befreiung von der Erfüllung der Beitragszeit ist bloss möglich, wenn die 
versicherte Person vor Eintritt einer geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit 
nebst der selbstständigen Erwerbstätigkeit noch unselbstständig erwerbs-
tätig gewesen ist (vgl. BGE 125 V 123 E. 2c S. 126 sowie Entscheid des 
Bundesgerichts vom 8. Juni 2021, 8C_232/2021).

2.3.1 Nach dem klaren Wortlaut von Art. 14 Abs. 1 AVIG muss die versi-
cherte Person durch einen der in dieser Bestimmung genannten Gründe an 
der Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung gehindert worden 
sein. Zwischen dem Befreiungsgrund und der Nichterfüllung der Beitrags-
zeit muss ein Kausalzusammenhang bestehen. Dabei muss das Hindernis 
während mehr als zwölf Monaten bestanden haben. Denn bei kürzerer 
Verhinderung bleibt der versicherten Person während der zweijährigen 
Rahmenfrist genügend Zeit, um eine ausreichende beitragspflichtige Be-
schäftigung auszuüben. Da eine Teilzeitbeschäftigung mit Bezug auf die 
Erfüllung der Beitragszeit einer Vollzeitbeschäftigung gleichgestellt ist 
(Art. 11 Abs. 4 Satz 1 AVIV), liegt die erforderliche Kausalität zudem nur 
vor, wenn es der versicherten Person aus einem der in Art. 14 Abs. 1 AVIG 

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genannten Gründe auch nicht möglich und zumutbar war, ein Teilzeit-
Arbeitsverhältnis einzugehen, d.h. dass sie während mehr als zwölf Mona-
ten infolge Krankheit zu 100 % arbeitsunfähig war (vgl. BGE 141 V 625 E. 2 
S. 627, 674 E. 4.3.1 S. 678, 139 V 37 E. 5.1 S. 38; ARV 2020 S. 382 
E. 3.3.1).

2.3.2 Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG erfordert eine durch Krankheit, Unfall oder 
Mutterschaft bedingte Arbeitsunfähigkeitsperiode von mehr als einem Jahr, 
wobei Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Un-
fähigkeit ist, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit 
zu leisten; bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem 
anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG; BGE 141 
V 625 E. 2 S. 627).

2.4 Art. 14 AVIG bildet die Ausnahmeregelung zur Hauptbestimmung 
des Art. 13 AVIG, welche eine mindestens zwölfmonatige beitragspflichtige 
Beschäftigung vorsieht. Bei genügender Beitragszeit, d.h. wenn die versi-
cherte Person innerhalb der Rahmenfrist während mindestens zwölf Mona-
ten eine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat, kommt die Befrei-
ungsregelung daher nicht zum Zug (BGE 126 V 384 E. 2b S. 387; 
ARV 2012 S. 86 E. 7.2, S. 207 E. 5.2). 

2.5 Der Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt die notwendigen 
Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte 
ein (Art. 43 Abs. 1 ATSG). Er bestimmt die Art und den Umfang der not-
wendigen Abklärungen (Art. 43 Abs. 1bis ATSG). Der Untersuchungsgrund-
satz besagt, dass die verfügende Instanz den rechtserheblichen Sachver-
halt von Amtes wegen, aus eigener Initiative und ohne Bindung an die Vor-
bringen oder Beweisanträge der Parteien, abklären und feststellen muss. 
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob 
über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem 
Rahmen haben Verwaltungsbehörden zusätzliche Abklärungen stets vor-
zunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen 
oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte hinreichender 
Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a S. 283). Der Untersuchungsgrund-
satz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mit-

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wirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2 S. 195, 122 V 157 
E. 1a S. 158; SVR 2020 KV Nr. 23 S. 111 E. 8.3.2).

Die Versicherten und ihre Arbeitgeber haben beim Vollzug der Sozialversi-
cherungsgesetze unentgeltlich mitzuwirken. Wer Versicherungsleistungen 
beansprucht, muss unentgeltlich alle Auskünfte erteilen, die zur Abklärung 
des Anspruchs, zur Festsetzung der Versicherungsleistungen und zur 
Durchsetzung des Regressanspruchs erforderlich sind (Art. 28 Abs. 1 und 
2 ATSG). 

2.6 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – 
das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn 
sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat 
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes 
vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 
fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt die-
sen Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachver-
haltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen 
als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429; SVR 2022 
UV Nr. 41 S. 163 E. 3.3).

2.7 Im Sozialversicherungsrecht gilt die Beweismaxime, wonach die 
sogenannten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbe-
fangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst 
oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher 
oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 143 V 168 E. 5.2.2 S. 174, 
121 V 45 E. 2a S. 47). Darin ist keine unzulässige Beweismaxime zu erbli-
cken, weil es sich nicht um eine förmliche Beweisregel, sondern lediglich 
um eine im Rahmen der freien Beweiswürdigung zu berücksichtigende 
Entscheidungshilfe handelt. Sie kann zudem nur zur Anwendung gelangen, 
wenn von zusätzlichen Beweismassnahmen keine neuen Erkenntnisse zu 
erwarten sind (SVR 2018 UV Nr. 16 S. 56 E. 4.2.1; RKUV 2004 U 524 
S. 548 E. 3.3.4).

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3.

3.1 Aufgrund der Akten ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin befris-
tet vom 1. Mai bis 31. Dezember 2023 mit einem Pensum von 100 % bei 
der C.________ als ... angestellt war (act. II 69 ff., 77 ff.). Die Beschwerde-
führerin konnte somit während der Rahmenfrist für die Beitragszeit vom 
13. Februar 2022 bis zum 12. Februar 2024 (act. II 81 f.) lediglich eine bei-
tragspflichtige Beschäftigung für acht Monate nachweisen. Damit erfüllte 
sie die Mindestbeitragszeit von zwölf Monaten – soweit bisher erkennbar – 
nicht (vgl. E. 2.2 hiervor; vgl. allerdings S. 3 Art. 3 der Beschwerdeantwort 
"Unklar ist, was die Beschwerdeführerin nach Ende des Arbeitsverhältnis-
ses per 31. Dezember 2021 beabsichtigte," bzw. was genau sie im Januar 
2022 für eine unselbstständige oder selbstständige Tätigkeit ausübte).  

3.2 Der Beschwerdegegner prüfte in der Folge, ob eine Befreiung von 
der Beitragszeit vorliegt (vgl. E. 2.3 hiervor). Im angefochtenen Einspra-
cheentscheid vom 6. Mai 2024 hielt er fest, die Beschwerdeführerin sei vor 
Eintritt des Befreiungstatbestandes gemäss Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG 
selbstständig erwerbend gewesen; bei allen Befreiungsgründen sei die 
Verhinderung an der Ausübung einer arbeitnehmenden Tätigkeit entschei-
dend; sei eine versicherte Person vor Eintritt des Befreiungstatbestandes 
selbstständig erwerbend gewesen, so fehle diese Kausalität (act. II 13; vgl. 
auch Beschwerdeantwort S. 2 f. Art. 1). Die Beschwerdeführerin macht 
geltend, sie sei vom 1. Februar 2022 bis 31. März 2023 ununterbrochen 
vorerst zu 100 %, danach im April 2023 zu 90 %, dann zu 70 % und zuletzt 
zu 50 % krankgeschrieben gewesen, weshalb sie infolge Krankheit keiner 
Erwerbstätigkeit habe nachgehen können (Beschwerde S. 6 Art. 3 Rz. 11). 
Beschwerdeweise wird sodann erstmals vorgebracht, dass die Einzelunter-
nehmung nie die Haupteinnahmequelle gewesen und sie stets – fast lü-
ckenlos – einer unselbstständigen Erwerbstätigkeit nachgegangen sei (Be-
schwerde S. 6 f. Art. 4 Rz. 12). Gemäss Rechtsprechung könne eine Be-
freiung von der Erfüllung der Beitragszeit infolge Krankheit auch bei Vorlie-
gen einer Selbstständigkeit erfüllt sein, sofern die krankgeschriebene Per-
son nicht in der Lage sei, einer (selbstständigen) Arbeit nachzugehen, was 
ein Arzt zu bescheinigen habe (Beschwerde S. 7 Art. 4 Rz. 15). Eine gene-
relle Annahme, dass ein Kausalzusammenhang nie gegeben sei, wenn 

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eine Person Inhaberin eines Einzelunternehmens sei, lasse sich mit der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht vereinbaren (Beschwerde S. 8 
Art. 5 Rz. 18 f.). Die Beschwerdeführerin sei während der Krankschreibung 
nicht in der Lage gewesen, einer Arbeit nachzugehen, weder unselbststän-
dig noch selbstständig, was ihr durchgehend ärztlich bescheinigt worden 
sei (Beschwerde S. 7 Art. 4 Rz. 14, 16). Es sei glaubwürdig und nachvoll-
ziehbar, dass sie ohne Krankheit einer unselbstständigen Erwerbstätigkeit 
nachgegangen wäre, wodurch die geltend gemachte Krankheit kausal für 
die fehlende Beitragszeit sei (Beschwerde S. 9 Art. 6 Rz. 22).

3.3 Im vorliegenden Beschwerdeverfahren reichte die Beschwerdefüh-
rerin einen Lebenslauf ein: Mit Blick auf ihre Angaben war sie seit 2011 bis 
heute als selbstständig Erwerbende für das Einzelunternehmen 
D.________ tätig. Ferner arbeitete sie von April 2012 bis Februar 2016 mit 
einem Beschäftigungsgrad von 90 % als "..." für das E.________ Weiter 
war sie von Januar 2019 bis Dezember 2021 während rund 2000 ...stunden 
bzw. mit einem Beschäftigungsgrad von 60 % als ... für die F.________ 
gmbh, ..., tätig (Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 8, vgl. act. II 46; act. I 
8). 

Dem Handelsregisterauszug ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführe-
rin die D.________ am 26. Juli 2017 im Handelsregister eintragen liess 
(act. II 48). Weiter reichte die Beschwerdeführerin Arztzeugnisse ein, worin 
der Hausarzt Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medi-
zin, vom 1. Februar 2022 bis 31. März 2023 eine Arbeitsunfähigkeit von 
100 % (act. II 73), vom 1. bis 16. April 2023 von 90 % (act. II 74), vom 
17. bis 23. April 2023 von 70 % (act. II 75) und vom 24. bis 30. April 2023 
von 50 % attestierte (act. II 76). Zudem reichte die Beschwerdeführerin im 
Einspracheverfahren vier Bewerbungsschreiben vom November und De-
zember 2022 sowie vom Januar und März 2023 ein (act. II 21 ff.). Weitere 
Unterlagen bzw. vorgenommene Abklärungen des Beschwerdegegners zur 
Erwerbstätigkeit und der geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit finden sich 
nicht in den Akten.

3.4 Vorliegend ist der Sachverhalt ungenügend abgeklärt: Der Be-
schwerdegegner bestreitet zwar (vorerst) weder die Dauer noch den Um-
fang der Arbeitsunfähigkeit. In der Beschwerdeantwort (S. 3 Art. 3) äusser-

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te er dennoch (indirekt) Zweifel mit der Bemerkung, es seien anhand der 
vorliegenden Arztzeugnisse keine Rückschlüsse auf eine spezifische Er-
krankung möglich, die es der Beschwerdeführerin während der angegebe-
nen Krankheitsphase (1. Februar 2022 bis 31. März 2023 bzw. im April 
2023) verunmöglicht hätte, einer (un-)selbstständigen Erwerbstätigkeit 
nachzugehen. Zudem erfolgten lediglich die ärztlichen Zeugnisse vom 
28. März 2023 (Arbeitsunfähigkeit von 90 % vom 1. bis 16. April 2023) und 
vom 17. April 2023 (Arbeitsunfähigkeit von 70 % vom 17. bis 23. April 2023 
sowie von 50 % vom 24. bis 30. April 2023 [act. II 34 ff. = 74 ff.]) echtzeit-
lich. Das ärztliche Zeugnis, mit welchem eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 
für die Zeit vom 1. Februar 2022 bis 31. März 2023 attestiert wurde (vgl. 
act. II 32 = 73), erstellte der Hausarzt nicht echtzeitlich, sondern erst viel 
später, dieses datiert vom 13. Februar 2024, d.h. zum gleichen Zeitpunkt 
wie die Anmeldung der Beschwerdeführerin beim RAV erfolgte (act. II 81). 
Der Hausarzt attestierte zwar eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit von mehr 
als zwölf Monaten. Es ist jedoch zutreffend, dass namentlich auch dem 
nachträglichen ärztlichen Zeugnis betreffend die attestierte längere 
vollständige Arbeitsunfähigkeit keine weiteren Angaben zur Erkrankung, 
Diagnose und Behandlung zu entnehmen sind, was Fragen insbesondere 
auch zum Umfang der Arbeitsunfähigkeit aufwirft und bereits in dieser Hin-
sicht gewichtige Gründe für eine weitere Abklärung bestehen.

Wie in E. 2.3 hiervor dargelegt ist eine Befreiung von der Erfüllung der Bei-
tragszeit grundsätzlich möglich, wenn die Beschwerdeführerin vor Eintritt 
der Arbeitsunfähigkeit nebst der selbstständigen Erwerbstätigkeit noch un-
selbstständig erwerbstätig gewesen ist. Bezüglich der Tätigkeit der Be-
schwerdeführerin als unselbstständig Erwerbende hielt der Beschwerde-
gegner jedoch bereits in der Stellungnahme zur Einsprache (act. II 17) fest, 
es müssten allenfalls Abklärungen erfolgen (act. II 17). In der Beschwerde-
antwort (S. 3 Art. 3) bemerkte er dann, es sei unklar, ob die Beschwerde-
führerin bei der F.________ gmbh als Arbeitnehmerin angestellt gewesen 
sei oder ob sie möglicherweise (zusätzlich) als selbstständig Erwerbende 
abgerechnet habe und was sie – nach ihrer Tätigkeit für die F.________ 
gmbh mit einem Pensum von 60 % – ab Januar 2021 "beabsichtigt habe". 
Der Beschwerdegegner nahm (erst im Beschwerdeverfahren) lediglich eine 
Internetrecherche vor. Diesbezüglich hielt er bloss fest, "möglicherweise 

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hat die Beschwerdeführerin mit der F.________ GmbH zusammengearbei-
tet, jedoch auf eigene Faust abgerechnet" (Beschwerdeantwort S. 4 Art. 3). 
Die vom Beschwerdegegner aufgeworfenen Fragen blieben letztlich unbe-
antwortet; weitere Abklärungen nahm dieser nicht vor. Die Beschwerdefüh-
rerin machte beschwerdeweise lediglich geltend, sie sei aus Krankheits-
gründen nicht in der Lage gewesen, Arbeitsleistungen zu erbringen (vgl. 
auch Beschwerde S. 7 Art. 4 Rz. 16), und verwies auf fehlende Einnahmen 
(act. I 9 f.). Der Beschwerdegegner selbst führte in der Beschwerdeantwort 
(S. 4 Art. 3) auch diesbezüglich aus, es sei zu klären, ob die Beschwerde-
führerin im Jahr 2022 effektiv keine selbstständige Erwerbstätigkeit aus-
geübt habe, da sie gemäss den Steuerbelegen einen steuerbaren Erfolg 
von Fr. 14'881.-- gemeldet habe (Beschwerdeantwort S. 4 Art. 3). Es müss-
te vorab die Beschäftigung der Beschwerdeführerin im Januar 2022 abge-
klärt werden (Beschwerdeantwort S. 4 Art. 4). Aufgrund der eingereichten 
Steuererklärung 2022 (act. I 10) bestünden ebenfalls Anhaltspunkte, dass 
die Beschwerdeführerin Anfang 2022 eine selbstständige Erwerbstätigkeit 
ausübte, eventuell auch für einen längeren Zeitraum und in einem reduzier-
ten Pensum. 

Vorliegend ergibt sich, dass sich dies mit den bisherigen vom Beschwerde-
gegner getätigten Abklärungen jedoch letztlich nicht beantworten lässt.

Zur Beurteilung eines allfälligen Leistungsanspruchs der Beschwerdeführe-
rin bedarf es verlässlicher Entscheidgrundlagen. In der nachträglichen 
Verwaltungsrechtspflege ist diesbezüglich vorab die Verwaltung für die 
vollständige und rechtsgenügliche Abklärung des Sachverhalts zuständig 
(E. 2.5 hiervor). Danach hat das Verwaltungsgericht den angefochtenen 
Einspracheentscheid auf Beschwerde hin auf seine Rechtsmässigkeit zu 
(über)prüfen. Letzteres kann im vorliegenden Fall jedoch nicht erfolgen, hat 
doch die Verwaltung den Sachverhalt klar ungenügend abklärt. So ging der 
Beschwerdegegner ja bereits im Verwaltungsverfahren davon aus, dass 
unklar sei, ob die Beschwerdeführerin vor der Arbeitsunfähigkeit effektiv 
nur einer selbstständigen Erwerbstätigkeit nachgegangen sei (act. I 17). Es 
ist nicht am Gericht dies nachzuholen, würde doch diese Abklärung ins 
Beschwerdeverfahren verschoben und ginge der Beschwerdeführerin da-
durch eine Rechtsmittelinstanz verloren. 

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3.5 Unter diesen Umständen ist die Sache an den Beschwerdegegner 
zurückzuweisen. Dieser hat vorab beim Hausarzt und/oder bei den allfällig 
behandelnden Fachärzten die vollständigen Patientenakten ab Dezember 
2021 einzuholen sowie bei Unklarheiten nachzufragen, wobei die Be-
schwerdeführerin die Ärzte vorgängig von der Schweigepflicht zu entbinden 
hat. Gegebenenfalls sind bei der jeweiligen Krankenkasse (allenfalls auch 
einer Taggeldversicherung) auch die Unterlagen für die Jahre 2021 bis 
2023 zu verlangen. Dabei geht es vorab darum, für welchen Zeitraum mög-
lichst echtzeitlich eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit überwiegend wahr-
scheinlich erstellt ist. Der Beschwerdegegner hat zudem Abklärungen zu 
einer allfälligen unselbstständigen Erwerbstätigkeit vorzunehmen. Dabei 
hat er zumindest die Steuerklärungen und Steuerveranlagungen für die 
Jahre 2021 bis 2023 einzuholen. Sodann hat er mittels Unterlagen der 
Ausgleichskasse(n) betreffend die Jahre 2021 bis 2023 – samt aktualisier-
tem individuellen Konto der Beschwerdeführerin – die Frage der selbst-
ständigen bzw. unselbstständigen Erwerbstätigkeit im Jahr 2022 bis Ende 
April 2023, insbesondere auch im Zeitraum der geltend gemachten Ar-
beitsunfähigkeit mit Blick auf die medizinischen Unterlagen zu klären. Auch 
diesbezüglich sei die Beschwerdeführerin an ihre Mitwirkungspflicht erin-
nert (vgl. E. 2.5 hiervor). 

3.6 Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde begründet. Diese ist 
gutzuheissen und die Sache ist an den Beschwerdegegner zurückzuwei-
sen, damit er die obgenannten Abklärungen vornehme und hernach erneut 
über den Anspruch der Beschwerdeführerin auf ALE verfüge.

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Mit Kostennote vom 7. August 
2024 macht Prof. tit. Dr. iur. Fürsprecher und Notar B.________ ein Hono-
rar von Fr. 2'325.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 67.70 und MWST von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. März 2025, ALV 200 2024 398

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Fr. 193.80 (8.1 % von Fr. 2'392.70), total Fr. 2'586.50 geltend, was nicht zu 
beanstanden ist. Der Beschwerdegegner hat somit der Beschwerdeführerin 
die Parteikosten von Fr. 2'586.50 zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspra-
cheentscheid des Amtes für Arbeitslosenversicherung des Kantons 
Bern vom 6. Mai 2024 aufgehoben und die Sache an den Beschwer-
degegner zurückgewiesen, damit er – nach Vornahme der Abklärun-
gen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Der Beschwerdegegner hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2'586.50 (inkl. Auslagen und MWST), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Prof. tit. Dr. iur. Fürsprecher und Notar B.________ z.H. der Be-

schwerdeführerin
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst 
- Staatssekretariat für Wirtschaft – SECO

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. März 2025, ALV 200 2024 398

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.