# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3fb87c1a-540a-5571-98f4-696d6aaf9eee
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-03-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.03.2025 D-4717/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4717-2023_2025-03-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4717/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  M ä r z  2 0 2 5    

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richter Walter Lang, 

Gerichtsschreiberin Sarah Rutishauser. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

(…), 

Sri Lanka, 

Beschwerdeführer, 

  

  
Gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl; 

Verfügung des SEM vom 27. Juli 2023 / N (…). 

 

 

 

D-4717/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – ein sri-lankischer Staatsangehöriger, in der 

Schweiz geboren und aufgewachsen – befand sich infolge zahlreicher 

Straftaten vom 17. Januar 2018 bis zum 10. April 2018 sowie vom 3. März 

2019 bis zum 5. Juni 2019 in Untersuchungshaft und vom 11. April 2018 

bis zum 2. März 2019 im vorzeitigen Strafvollzug. Seit dem 18. November 

2024 befindet er sich in der Strafanstalt B._______. 

B.  

Das Obergericht des Kantons C._______ verurteilte den Beschwerdefüh-

rer mit Entscheid vom (…) 2020 ([…]) zu einer Freiheitsstrafe von 48 Mo-

naten sowie zu einer Busse von Fr. 1'500.–, und bestätigte einen erstin-

stanzlichen Widerruf eines bedingten Vollzugs zweier Strafbefehle aus den 

Jahren 2015 und 2016 sowie die Anordnung einer Massnahme nach 

Art. 61 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0). Gleich-

zeitig verwies es den Beschwerdeführer gemäss Art. 66abis StGB des Lan-

des und ordnete die Eintragung im Schengener Informationssystem (SIS) 

an. 

C.  

Die strafrechtliche Abteilung des Bundesgerichts wies mit Urteil  

(…) vom (…) das vom Beschwerdeführer erhobene Rechtsmittel gegen 

den Entscheid des Obergerichts des Kantons C._______ vom 18. August 

2020 ab, womit dieser rechtskräftig wurde. 

D.  

Am 10. Januar 2023 suchte der Beschwerdeführer in der Schweiz um Asyl 

nach. Er wurde dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region Nordost-

schweiz zugewiesen. 

E.  

Am 20. Januar 2023 wurde er summarisch zu seiner Person (PA) befragt 

und am 15. Juni 2023 vertieft zu seinen Asylgründen (nach Art. 29 AsylG 

[SR 142.31]) angehört. 

Zur Begründung seines Asylgesuchs führte der Beschwerdeführer haupt-

sächlich aus, er sei bei seiner Mutter in der Schweiz aufgewachsen. In sei-

ner Kindheit sei er vor der Scheidung seiner Eltern ungefähr zwei bis drei 

Mal mit ihnen in Sri Lanka gewesen. Er erinnere sich an wenig. Beispiels-

weise sei sein Vater einmal auf dem Nachhauseweg angegriffen worden, 

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Seite 3 

weil seine Mutter sich für die «Tamil Tigers» eingesetzt habe. Die Asylge-

suche seiner Eltern in der Schweiz seien in den neunziger Jahren abge-

lehnt worden. Im Weiteren habe ihm der ehemalige, gewalttätige Freund 

(singhalesischer Ethnie) seiner Mutter gedroht, ihn nach seiner Ausschaf-

fung aus der Schweiz von seinen am Flughafen tätigen Verwandten in Sri 

Lanka töten zu lassen. Er (der Beschwerdeführer) befürchte zudem in Sri 

Lanka wegen des Engagements seiner Mutter für Menschenrechte, insbe-

sondere für Frauenrechte und gegen sexuelle Belästigungen und Gewalt 

an Frauen in Sri Lanka, Nachteile zu erleiden. Im Weiteren spreche er we-

der eine sri-lankische Sprache genügend noch kenne er die Kultur gut. Er 

sei weder politisch aktiv noch Mitglied eines tamilischen Vereins. Im Übri-

gen habe er mit einer Schweizerin eine gemeinsame Tochter und sei mit 

einer anderen schweizerischen Staatsangehörigen verlobt. 

Zum Nachweis seiner Identität reichte er Kopien der ersten Seite des sri-

lankischen Reisepasses sowie zur Stützung seiner Vorbringen hauptsäch-

lich betreffend die Mutter verschiedene Dokumente (Gerichtsakten, Mit-

gliedschaft bei den Liberation Tigers of Tamil Eelam [LTTE], Schreiben vom 

21. November 2022) und diverse Fotos zu den Akten.  

F.  

Das Asylgesuch des Beschwerdeführers wurde mit Verfügung vom 

16. Juni 2023 dem erweiterten Verfahren zugewiesen und der Beschwer-

deführer mit Verfügung vom 20. Juni 2023 dem Kanton C._______ zuge-

teilt. 

G.  

Mit am 2. August 2023 eröffneter Verfügung vom 27. Juli 2023 lehnte das 

SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 10.  Januar 2023 unter 

Verneinung der Flüchtlingseigenschaft ab und stellte gleichzeitig fest, der 

Entscheid über den Vollzug der Landesverweisung falle in die Zuständig-

keit der kantonalen Behörden. 

H.  

Mit Eingabe seiner damaligen Rechtsvertretung vom 1. September 2023 

erhob der Beschwerdeführer gegen den Entscheid des SEM vom 27. Juli 

2023 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Darin wurde die Auf-

hebung der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung der Sache an 

die Vorinstanz unter Feststellung der Verletzung des Anspruchs auf recht-

liches Gehör, eventualiter der Verletzung der Begründungspflicht, sube-

ventualiter zur Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes und zur 

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Seite 4 

Neubeurteilung, subsubeventualiter die Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung und unter Feststellung der Flüchtlingseigenschaft die Gewäh-

rung von Asyl, subsubsubeventualiter unter Feststellung der Unzulässig-

keit des Wegweisungsvollzugs die Aufhebung der Ziffern 3 bis 5 der ange-

fochtenen Verfügung, beantragt. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um Bekanntgabe des Spruchkör-

pers und um Bestätigung von dessen zufälligen Auswahl ersucht, andern-

falls seien die objektiven Kriterien für die Auswahl des Spruchkörpers be-

kanntzugeben. Dazu sei Einsicht in die Datei der Software des Bundesver-

waltungsgerichts zu gewähren, mit welcher diese Auswahl nach Eingang 

der Beschwerde kreiert worden sei, und es sei offenzulegen, wer diese 

Auswahl getroffen habe, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

Der Beschwerde lagen unter anderem das Urteil des Obergerichts des 

Kantons C._______ vom 18. August 2020 (strafrechtliche Widerhandlun-

gen), das Urteil (…) der strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts vom 

(…) 2021 (Abweisung der Beschwerde) und zwei Schreiben des Migrati-

onsamtes des Kantons C._______ vom (…) 2021 (Erlöschen der Nieder-

lassungsbewilligung, Vollzug Landesverweis) und (…) 2021 (Ausschaf-

fung) bei. 

I.  

Mit Schreiben vom 4. September 2023 bestätigte das Bundesverwaltungs-

gericht den Eingang der Beschwerde. 

J.  

Der Instruktionsrichter forderte den Beschwerdeführer mit Verfügung vom 

6. September 2023 zur Leistung eines Kostenvorschusses auf. Gleichzei-

tig gab er die Zusammensetzung des Spruchkörpers – unter Vorbehalt der 

Anwendung von Art. 111 AsylG sowie allfälliger Wechsel bei Abwesenhei-

ten – bekannt. Der Kostenvorschuss wurde fristgerecht am 21. September 

2023 bezahlt. 

K.  

Mit E-Mail vom 8.  Februar 2024 beziehungsweise Zustellung von Doku-

menten vom 9. Februar 2024 und 21. Februar 2024 (Datum der Postauf-

gabe) reichte das zuständige kantonale Amt beim Bundesverwaltungsge-

richt eine Eintrittsmeldung des (…) und weitere Strafakten des Beschwer-

deführers ein. 

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Seite 5 

L.  

Die Staatsanwaltschaft des Kantons D._______ erhielt auf ihr Ersuchen 

vom 4. März 2024 Einsicht in die Beschwerdeakten des Bundesverwal-

tungsgerichts. 

M.  

Der damalige Rechtsvertreter des Beschwerdeführers legte das Mandat 

am 9. Oktober 2024 nieder. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem 

Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 

Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG. Der Beschwerdeführer ist als Verfü-

gungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die 

frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist – und Vorbehalt nach-

stehender Erwägung 1.2 – nach Leistung des Kostenvorschusses einzu-

treten (Art. 105 und 108 Abs. 2 AsylG, Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

1.2 Soweit in der Beschwerde subsubsubeventualiter beantragt wird, die 

angefochtene Verfügung sei betreffend die Ziffern 3 bis 5 aufzuheben und 

die Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen (Beschwerde, 

Ziff. I/6), erweist sich die Beschwerde mangels Zuständigkeit der Vo-

rinstanz als unzulässig respektive gegenstandslos, da die Vorinstanz den 

ausländerrechtlichen Staus des Beschwerdeführers in der angefochtenen 

Verfügung nicht geregelt und insbesondere weder die Wegweisung verfügt 

noch den Wegweisungsvollzug angeordnet hat. Die Ziffer 3 des Dispositivs 

der angefochtenen Verfügung bezieht sich auf die Zuständigkeit des Voll-

zugs der Landesverweisung, während die Ziffern 4 und 5 nicht existieren. 

Der Beschwerdeführer wurde mit Entscheid des Obergerichts des Kantons 

C._______ vom (…) 2020 unter anderem rechtskräftig des Landes verwie-

sen (Art. 66a StGB). Die Prüfung von Wegweisungsvollzugshindernissen 

beziehungsweise die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme fällt nicht in 

die Zuständigkeit des SEM beziehungsweise des Bundesverwaltungsge-

richts (vgl. Art. 83 Abs. 9 AIG; Urteil des BVGer D-4573/2021 vom 22. Feb-

ruar 2025 E. 1.3). Auf das entsprechende Rechtsbegehren ist nicht einzu-

treten. 

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Seite 6 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

3.  

Der Spruchkörper setzt sich im Sinne der Instruktionsverfügung vom 

6. September 2023 zusammen und die Richterin sowie die Richter wurden 

im Auftrag des Abteilungspräsidiums durch das EDV-basierte Zuteilungs-

system des Bundesverwaltungsgerichts automatisiert bestimmt. Ein manu-

eller Eingriff wurde nicht vorgenommen. Der Antrag auf Einsicht in die Soft-

ware oder in entsprechende Auszüge betreffend die Spruchkörperbildung 

ist abzuweisen (Beschwerde, Ziff. I/1; vgl. BVGE 2022 I/2 E. 4.5 m.w.H.). 

4.  

Die vorliegende Beschwerde erweist sich – wie nachfolgend aufgezeigt – 

als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), 

ohne einen Schriftenwechsel und mit summarischer Begründung, zu be-

handeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

5.  

5.1 In der Beschwerde werden zur Begründung des Rückweisungsantrag 

formelle Rügen (Verletzung des rechtlichen Gehörs und der Begründungs-

pflicht, ungenügende Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts, 

Willkür; Ziff. I/1 bis 4) erhoben. Insoweit sich diese Rügen jedoch auf die 

Wegweisung und den Wegweisungsvollzug (Beschwerde, insbesondere 

Ziff. II/B./8, teilweise Ziff. II/B./4 bis 6) beziehen, erübrigen sich, da im Sinne 

vorstehender E. 1.2 weder die Wegweisung noch der Wegweisungsvollzug 

(Unzumutbarkeit, Unzulässigkeit) Gegenstand des Verfahrens sind, dies-

bezügliche Erwägungen zum Vornherein. Soweit die formellen Rügen den 

Antrag auf Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und auf Gewährung 

von Asyl betreffen, sind sie zu prüfen; gegebenenfalls sind sie geeignet 

sind, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. 

5.2  

5.2.1 Im Verwaltungsverfahren und insbesondere im Asylverfahren gilt der 

Untersuchungsgrundsatz, das heisst die Behörde stellt den rechtserhebli-

chen Sachverhalt von Amtes wegen fest (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG; 

vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Für das erstinstanzliche Asylverfahren 

bedeutet dies, dass das SEM zur richtigen und vollständigen Ermittlung 

und Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts verpflichtet ist und 

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Seite 7 

auch nach allen Elementen zu forschen hat, die zugunsten der asylsuchen-

den Person sprechen. Der Untersuchungsgrundsatz gilt aber nicht unein-

geschränkt, zumal er sein Korrelat in der Mitwirkungspflicht des Asylsu-

chenden findet (Art. 13 VwVG und Art. 8 AsylG; vgl. CHRISTOPH AUER/ANJA 

MARTINA BINDER, in: AUER/MÜLLER/SCHINDLER [Hrsg.], Kommentar zum 

Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Aufl. 2019, 

Art. 12 Rz. 9; BVGE 2012/21 E. 5.1). Die entscheidende Behörde darf sich 

trotz des Untersuchungsgrundsatzes in der Regel darauf beschränken, die 

Vorbringen einer asylsuchenden Person zu würdigen und die von ihr ange-

botenen Beweise abzunehmen, ohne weitere Abklärungen vornehmen zu 

müssen. Nach Lehre und Praxis besteht die Notwendigkeit für über die Be-

fragung hinausgehende Abklärungen insbesondere dann, wenn aufgrund 

der Vorbringen der asylsuchenden Person und der von ihr eingereichten 

oder angebotenen Beweismittel Zweifel und Unsicherheiten am Sachver-

halt weiterbestehen, die voraussichtlich mit Ermittlungen von Amtes wegen 

beseitigt werden können (vgl. BVGE 2009/50 E. 10.2.1 S. 734 m.H.a. Ent-

scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 

[EMARK] 1995 Nr. 23 E. 5a). 

5.2.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 2009/ 

35 E. 6.4.1 mit Hinweisen). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht 

der Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und 

in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforder-

lich ist dagegen, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten 

einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich 

widerlegt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2). 

5.2.3 Das Verwaltungs- respektive Asylverfahren wird vom Untersuchungs-

grundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Die Sachverhalts-

feststellung ist unrichtig, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidri-

ger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt wor-

den sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswe-

sentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERT-

SCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 

3. Aufl., 2013, Rz. 1043). 

5.2.4 Willkür liegt nur dann vor, wenn ein Entscheid offensichtlich unhaltbar 

ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm 

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oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz klar verletzt oder in stossen-

der Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (vgl. MÜLLER/SCHE-

FER, Grundrechte in der Schweiz, 4. Aufl. 2008, S. 11; BGE 133 I 149 E. 3.1 

m.w.H.). Eine Beweiswürdigung erweist sich dann als willkürlich, wenn sie 

Sinn und Tragweite eines Beweismittels offensichtlich verkennt, ohne sach-

lichen Grund ein wichtiges und entscheidwesentliches Beweismittel unbe-

rücksichtigt lässt oder auf der Grundlage der festgestellten Tatsachen un-

haltbare Schlussfolgerungen zieht. Allein der Umstand, dass die von der 

Vorinstanz gezogenen Schlüsse nicht mit der Darstellung der beschwerde-

führenden Partei übereinstimmen, belegt noch keine Willkür (vgl. BGE 140 

III 264 E. 2.3 m.w.H., Urteil des BVGer E-3320/2020 vom 22. November 

2023 E. 4.3.7). 

5.3 Wie sich auch aus nachstehenden Erwägungen ergibt, hat die Vo-

rinstanz den Sachverhalt insgesamt rechtsgenüglich abgeklärt und sich 

hinreichend differenziert mit den zentralen Vorbringen und den Beweismit-

teln des Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Einerseits wurde die 

Mutter des Beschwerdeführers an dessen Anhörung nach der Pause zu-

gelassen und ebenfalls befragt (vgl. SEM-act. A25/11, F71 ff.). Anderer-

seits zog die Vorinstanz die Gerichtsakten der Mutter bei und nahm ent-

sprechende Abklärungen vor (vgl. SEM-act. A28/2). Der Beschwerdeführer 

konnte in Ergänzung zur Anhörung dazu Stellung nehmen (vgl. SEM-act. 

A33/3). Aus dem Anhörungsprotokoll gehen – entgegen der Behauptung in 

der Beschwerde (vgl. Ziff. II/B./4.3) und ungeachtet dessen, dass es sich 

formell um seine eigene Anhörung,und nicht um die der Mutter, handelte – 

keine Anhaltspunkte für eine ungenügende Befragung der Mutter hervor. 

Die Vorinstanz befragte die Mutter selbst nach deren politischen Aktivitä-

ten, wobei diese unter anderem angab, vor 25 Jahren letztmals in Sri Lanka 

gewesen zu sein (vgl. SEM-act. A25/11 F72 ff.). Zudem untersteht der – 

erwachsene – Beschwerdeführer insbesondere auch für die Feststellung 

des Sachverhalts der Mitwirkungspflicht (Art. 8 AsylG). Insofern die Ein-

schätzung seines Gefährdungsprofils, wie auch das der Mutter, sowie des 

Schutzwillens und der Schutzfähigkeit der sri-lankischen Behörden bemän-

gelt wird (vgl. Beschwerde, Ziff. II/B./4.3), wird die Frage der formellen Ob-

liegenheiten der Vorinstanz mit der rechtlichen Würdigung der Sache ver-

mengt (vgl. Beschwerde, Ziff. II/B./4.4. und 5; Länderinformationen). Es ist 

von einem rechtsgenüglich erstellten Sachverhalt auszugehen. Das erstin-

stanzliche Verfahren erwies sich im Zeitpunkt des Erlasses ohne weitere 

Abklärungen als entscheidungsreif. Dasselbe gilt für das vorliegende Be-

schwerdeverfahren. Es ist weder Willkür, Verletzung des rechtlichen Ge-

hörs noch der Begründungspflicht ersichtlich. 

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Seite 9 

5.4 Demgemäss besteht entgegen den Einwänden in der Beschwerde (vgl. 

Ziff. II/B./5) keine Veranlassung, die Vorinstanz anzuweisen, den ehemali-

gen Lebenspartner der Mutter sowie diese selbst als Zeugen einzuverneh-

men, zusätzliche Akten von Drittpersonen einzubeziehen und weitere Ab-

klärungen zum Länderhintergrund vorzunehmen. 

5.5 Nach dem Gesagten besteht keine Veranlassung, die angefochtene 

Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache an das SEM 

zurückzuweisen. Der entsprechende Hauptantrag (Ziff. I/2) und die dazu-

gehörigen (Sub-)Eventualanträge (Ziff. I/3 und 4) sind abzuweisen. 

6.  

6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

6.2 Erstrecken sich Verfolgungsmassnahmen neben der primär betroffe-

nen Person auf Familienangehörige und Verwandte, liegt eine Reflexver-

folgung vor. Diese ist flüchtlingsrechtlich relevant, wenn die von der Re-

flexverfolgung betroffene Person ernsthaften Nachteilen im Sinne von 

Art. 3 Abs. 2 AsylG ausgesetzt ist (zum Begriff der Reflexverfolgung vgl. 

BVGE 2007/19 E. 3.3 m.H.a. EMARK 1994 Nr. 5 E. 3h, 1994 Nr. 17). 

6.3 Asylsuchende sind auch dann als Flüchtlinge anzuerkennen, wenn sie 

erst aufgrund von Ereignissen nach ihrer Ausreise im Falle einer Rückkehr 

in ihren Heimat- oder Herkunftsstaat in flüchtlingsrechtlich relevanter Wei-

se verfolgt würden. Zu unterscheiden ist dabei zwischen objektiven und 

subjektiven Nachfluchtgründen. Objektive Nachfluchtgründe liegen vor, 

wenn äussere Umstände zur drohenden Verfolgung führen, auf welche die 

asylsuchende Person keinen Einfluss nehmen konnte; der von einer Ver-

folgung bedrohten Person ist in solchen Fällen Asyl zu gewähren. Subjek-

tive Nachfluchtgründe liegen vor, wenn eine asylsuchende Person erst 

durch die unerlaubte Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder 

wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise eine Verfolgung zu befürchten 

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Seite 10 

hat; in diesen Fällen wird kein Asyl gewährt (Art. 54 AsylG; vgl. BVGE 

2010/44 E. .5 m.w.H.). 

6.4 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 AsylG; vgl. dazu auch BVGE 

2015/3 E. 6.5.1, 2012/5 E. 2.2). 

7.  

7.1 Zur Begründung ihrer Verfügung hält die Vorinstanz im Wesentlichen 

fest, der Beschwerdeführer mache keine eigene asylrelevante Vorverfol-

gung geltend, sondern eine Reflexverfolgung aufgrund des Engagements 

seiner Mutter für Menschen- und Frauenrechte der tamilischen Bevölke-

rung sowie ihrer Mitgliedschaft bei den LTTE. So sei er nie in Sri Lanka 

wohnhaft gewesen, habe Fotos von sich mit einer LTTE-Fahne vor Jahren 

als Jugendlicher auf Facebook hochgeladen und nur einige Male mit seiner 

Mutter an Kundgebungen teilgenommen. Zudem sei er weder Mitglied ei-

ner tamilischen Vereinigung noch übe er aktuell politische Aktivitäten aus. 

Seine Äusserungen, weder etwas über den damaligen Krieg in Sri Lanka 

zu wissen noch darüber, ob seine Mutter noch aktiv sei oder sie einem 

tamilischen Verein angehöre, lasse auf sein fehlendes Interesse an der Po-

litik schliessen. Es bestehe kein Anlass zur Annahme, die sri-lankischen 

Behörden würden ihn als oppositionell beziehungsweise als Person mit be-

sonderen Beziehungen zu den LTTE betrachten. Das Engagement der 

Mutter sei alsdann nicht als derart heikel zu qualifizieren, dass der Be-

schwerdeführer deswegen eine Reflexverfolgung zu befürchten hätte. Den 

eingereichten Beweismitteln sei lediglich zu entnehmen, sie habe an An-

lässen (…) und an Kundgebungen zu Gunsten der LTTE teilgenommen 

und sich für Frauen- und Menschenrechte eingesetzt. Es sei weder eine 

herausragende Rolle bei den LTTE, bei den Veranstaltungen und Kundge-

bungen noch irgendein überdurchschnittliches in Erscheinungtreten er-

sichtlich. Daher sei nicht anzunehmen, die sri-lankischen Behörden wür-

den von ihrer massgeblichen Beteiligung am Wiederaufbau/-aufleben der 

LTTE ausgehen. Auf den eingereichten Beweismitteln sei der Beschwer-

deführer einzig auf zwei Fotos und nur schwer zu erkennen. Die restlichen 

Beweismittel würden die Mutter betreffen und vermöchten keine gegen den 

Beschwerdeführer gerichtete Verfolgung zu belegen. Bei einer Rückkehr 

nach Sri Lanka sei nicht davon auszugehen, die dortigen Behörden würden 

den Beschwerdeführer zu jener Gruppe zählen, die den tamilischen Sepa-

ratismus wiederaufleben lassen wollen würden. 

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Seite 11 

Im Weiteren vermöge das Vorbringen, der ehemalige Partner der Mutter 

habe dem Beschwerdeführer gedroht, ihn im Falle der Ausschaffung nach 

Sri Lanka aus Rache an der Mutter töten zu lassen, keine objektiv begrün-

dete Furcht vor einer gegen ihn gerichtete Verfolgungsgefahr zu begrün-

den. So habe der Beschwerdeführer in der Anhörung angegeben, in der 

Schweiz einmal während seines Gefängnisaufenthaltes von einer ihm mut-

masslich unbekannten Person einen Drohanruf erhalten zu haben. Der An-

rufer habe ihn auf Tamilisch nach seinem Aufenthaltsort gefragt, danach 

jedoch schneller, wütender und bedrohlich sowie für ihn unverständlich ge-

sprochen. Der Beschwerdeführer wisse zwar von einem ähnlichen Anruf 

bei seinem Vater, jedoch kenne er keine Einzelheiten dazu. Den Kontakt 

zum ehemaligen Partner der Mutter habe er abgebrochen, als er von den 

Tätlichkeiten ihr gegenüber erfahren habe. Ausser dem Wissen von am 

Flughafen in Colombo arbeitenden Verwandten des ehemaligen Partners 

habe er nichts über die potentiellen Verfolger gewusst. Gemäss seinen An-

gaben sei abgesehen von einem einmaligen Anruf nichts weiter passiert. 

Weder seine Vorbringen noch die eingereichten Gerichtsakten der Mutter 

vermöchten eine gegen ihn gerichtete Verfolgungsgefahr zu belegen. Die 

aktuelle politische Situation in Sri Lanka vermöge diese Einschätzung man-

gels persönlichen Bezugs nicht umzustossen und es seien den Akten keine 

Hinweise auf eine relevante Verschärfung seiner persönlichen Situation zu 

entnehmen. 

Die Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie und die Landesabwesenheit für 

sich allein reichten nicht aus, künftige Verfolgungsmassnahmen bei einer 

Rückkehr nach Sri Lanka befürchten zu müssen. Es fehle an der hinrei-

chenden Begründung eines aktuellen Interesses an ihm, mithin seien die 

Anforderungen an die Annahme einer begründeten Verfolgungsfurcht, bei 

einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in 

absehbarer Zukunft flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsmassnah-

men ausgesetzt zu werden, nicht gegeben. Ferner seien die Asylgesuche 

seiner Eltern in den neunziger Jahren abgelehnt worden und aus ihren bei-

gezogenen Asylakten sei kein Zusammenhang zu seinen Asylvorbringen 

ersichtlich. Der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht. 

7.2 In der Beschwerde wird dem in hauptsächlicher Wiederholung des 

Sachverhaltes im Wesentlichen entgegnet, die Eltern des Beschwerdefüh-

rers seien früher Mitglieder der LTTE gewesen und hätten in der Schweiz 

Asyl erhalten. Der Beschwerdeführer habe die Mutter als Jugendlicher in 

der Schweiz an Demonstrationen begleitet und pro-tamilische Fotos 

(LTTE-Flagge) auf Facebook hochgeladen. Die exilpolitischen Aktivitäten 

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Seite 12 

der Mutter seien mittels Beweismittel nachgewiesen, wobei die Vorinstanz 

ihr politisches Profil falsch eingeschätzt habe. Die langjährigen, exponier-

ten exilpolitischen Tätigkeiten der Mutter würden stark risikobegründende 

Faktoren darstellen, auch wenn eine exilpolitische Exponierung gemäss 

bundesverwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung nicht nötig sei. Es ge-

nüge, wenn der Person seitens der sri-lankischen Behörden ein überzeug-

ter Aktivismus mit dem Ziel der Wiederbelebung des tamilischen Separa-

tismus zugeschrieben werde. Dies treffe auf die Mutter aufgrund ihrer Vor-

geschichte in Sri Lanka und des langjährigen Auslandaufenthalts in der 

Schweiz zu. Der Beschwerdeführer wohne in der Schweiz mit der Mutter 

zusammen und das Risiko von Verhaftung und Folter sei bei nahestehen-

den Personen von ehemaligen LTTE-Mitgliedern äusserst hoch. Grund-

sätzlich setze die aktuelle angespannte politische Lage in Sri Lanka alle 

aus dem Ausland zurückkehrenden Tamilen einer generellen Verfolgungs-

gefahr aus, weshalb der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri 

Lanka nicht nur mit einem Background-Check beziehungsweise einem 

Verhör, sondern auch mit längerer Inhaftierung rechnen müsse. Alsdann 

sei Sri Lanka schutzunwillig und der Beschwerdeführer sei der persönli-

chen Verfolgung durch den ehemaligen Partner der Mutter und damit auch 

den Machenschaften krimineller Gruppen schutzlos ausgeliefert. 

8.  

8.1 Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist in Übereinstimmung mit 

der Vorinstanz festzustellen, dass die Asylvorbringen des Beschwerdefüh-

rers den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG 

nicht standzuhalten vermögen, weshalb auf die zutreffenden Erwägungen 

der Vorinstanz zu verweisen ist. Untenstehend ist in Ergänzung und Präzi-

sierung dazu das Folgende festzustellen: 

8.2 Unabhängig von der auffällig unsorgfältigen Arbeitsweise des damali-

gen Rechtsvertreters (beispielsweise trifft es nicht zu, die Eltern hätten in 

der Schweiz Asyl erhalten; […]) vermag der Beschwerdeführer aus den 

blossen (Gegen-) Behauptungen zum politischen Profil der Mutter und ei-

nem angeblichen anhaltenden Verfolgungsinteresse der sri-lankischen Be-

hörde an ihr, nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Um eine begründete 

Furcht vor einer Reflexverfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu bejahen, 

muss ein begründeter Anlass zur Annahme bestehen, eine solche Verfol-

gung werde sich mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zu-

kunft auch in Bezug auf die Angehörigen verwirklichen. Es müssen kon-

krete Indizien dargelegt werden, die die Furcht vor einer real drohenden 

Verfolgung nachvollziehbar erscheinen lassen (vgl. EMARK 1994 Nr. 5; 

D-4717/2023 

Seite 13 

Urteil des BVGer D-4573/2021 vom 22. Februar 2024 E. 8.3 m.w.H.). Zu-

nächst hat die Vorinstanz einen Kausalzusammenhang des damaligen – 

abgelehnten – Asylgesuchs (1992) der inzwischen in der Schweiz einge-

bürgerten Mutter mit den Asylvorbringen des Beschwerdeführers zu Recht 

verneint, zumal sie seit 25 Jahren nicht mehr in Sri Lanka war (vgl. SEM-

act. A25/11 F72 f.). Alsdann hat die Mutter selbst angegeben, bei (mut-

masslich) vereinzelten exilpolitischen Aktivitäten als blosse Teilnehmerin 

beteiligt gewesen zu sein (vgl. SEM-act. A25/11 F 77 f.), weshalb nicht von 

einer herausragenden exilpolitischen Rolle auszugehen ist (vgl. SEM-act. 

A25/11 F 75 ff.: Anlässe für Frauen- und Menschenrechte (…), LTTE Kund-

gebungen). Entgegen der Behauptung in der Beschwerde ist daher nicht 

davon auszugehen, die sri-lankischen Behörden würden sie als über-

zeugte Aktivistin mit dem Ziel der Wiederbelebung des tamilischen Sepa-

ratismus betrachten. Die eingereichten Beweismittel beinhalten hauptsäch-

lich Fotos der Mutter an solchen Anlässen und sie sind insgesamt unge-

eignet, auf eine andere Einschätzung schliessen zu lassen. Unabhängig 

vom niedrigen Beweiswert der Kopie – mangels Überprüfbarkeit der Echt-

heit sowie der Möglichkeit eines Gefälligkeitsschreibens – der Bestätigung 

einer mutmasslichen Mitgliedschaft der Mutter bei den LTTE vom 21. No-

vember 2022 betrifft diese den Beschwerdeführer wiederum nicht persön-

lich und es ist nicht ohne Weiteres ein Verfolgungsinteresse der sri-lanki-

schen Behörden daraus abzuleiten. Bei einer Gesamtbetrachtung ist nicht 

davon auszugehen, die Mutter sei mit den exilpolitischen Aktivitäten asyl-

rechtlich relevant ins Visier derselben gelangt. Ihre niederschwelligen exil-

politischen Aktivitäten in der Schweiz sind nicht für die Begründung einer 

Reflexverfolgung des Beschwerdeführers geeignet. Eine Reflexverfolgung 

des Beschwerdeführers ist zu verneinen. 

8.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1886/2015 vom 

15. Juli 2016 festgestellt, dass Angehörige der tamilischen Ethnie bei einer 

Rückkehr nach Sri Lanka nicht generell einer ernstzunehmenden Gefahr 

von Verhaftung und Folter ausgesetzt sind (vgl. E. 8.3). Vielmehr hat das 

Gericht im Einzelfall abzuwägen, ob die konkret glaubhaft gemachten Risi-

kofaktoren eine flüchtlingsrechtlich relevante Gefährdung der betreffenden 

Person ergeben. Bestimmte Risikofaktoren (Eintrag in die «Stop-List», Ver-

bindungen zu den LTTE, frühere Verhaftungen und exilpolitische Aktivitä-

ten) sind als stark risikobegründend zu qualifizieren, da sie unter den im 

Entscheid dargelegten Umständen bereits für sich allein genommen zur 

Bejahung einer begründeten Furcht führen können. Demgegenüber stellen 

das Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente, gut sichtbare Narben und 

eine gewisse Aufenthaltsdauer in einem westlichen Land schwach risiko-

D-4717/2023 

Seite 14 

begründende Faktoren dar. Von den Rückkehrenden, die diese weitrei-

chenden Risikofaktoren erfüllten, habe jedoch nur jene kleine Gruppe tat-

sächlich mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ernsthafte Nachteile im Sinne 

von Art. 3 AsylG zu befürchten, die nach Ansicht der sri-lankischen Behör-

den bestrebt sei, den tamilischen Separatismus wieder aufleben zu lassen 

(vgl. a.a.O. E. 8.5.1; Urteil D-1227/2022 vom 13. November 2024 E. 8.3.2). 

Diese Rechtsprechung gilt auch vor dem Hintergrund des im Jahre 2022 

stattgefundenen Regierungswechsels (vgl. statt vieler: Urteil des BVGer E-

3280/2019 vom 5. Juni 2023 E. 7.2 m.w.H.) und der jüngst erfolgten Präsi-

dentschaftswahl in Sri Lanka am 21. September 2024 weiter (vgl. Urteil des 

BVGer E-3685/2023 vom 4. Oktober 2024 E. 9.3). 

Entgegen den Behauptungen in der Beschwerde ist nicht von einem aktu-

ellen Verfolgungsinteresse der sri-lankischen Behörden am Beschwerde-

führer auszugehen. Es bestehen weder gemäss den Akten noch seinen 

Angaben hinreichende Anhaltspunkte für stark risikobegründende Fakto-

ren, zumal er keiner tamilischen Vereinigung angehört und in der Kindheit 

(bis zum 11. Lebensjahr) in der Schweiz nur als Teilnehmer an Demonst-

rationen mit seiner Mutter dabei war (vgl. SEM-act. A25/11 F65 ff.). Alsdann 

vermögen schwache Risikofaktoren (beispielsweise das Asylverfahren, 

Aufenthalt in der Schweiz) die Annahme von flüchtlingsrechtlich relevanter 

Gefährdung nicht zu rechtfertigen. Obwohl nicht auszuschliessen ist, dass 

der Beschwerdeführer bei seiner Rückkehr im Rahmen eines sogenannten 

«Background Checks» (Befragung und Überprüfung von Tätigkeiten im In- 

und Ausland) von den sri-lankischen Behörden befragt wird, vermag dieser 

Umstand noch keine Asylrelevanz zu entfalten, zumal nicht davon auszu-

gehen ist, dass die behördlichen Massnahmen darüber hinausgehen wür-

den. Unter Würdigung aller Umstände ist somit anzunehmen, dass der Be-

schwerdeführer für die sri-lankische Regierung keine Gefahr für den sri-

lankischen Einheitsstaat darstellt und an ihm kein flüchtlingsrechtlich rele-

vantes Verfolgungsinteresse besteht. Es ist nicht davon auszugehen, dass 

ihm persönlich im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka ernsthafte Nachteile 

im Sinne von Art. 3 AsylG drohen. Des Weiteren ist ein massgebliches Ri-

sikoprofil beziehungsweise ein konkreter Bezug der geltend gemachten 

politischen und menschenrechtlichen Entwicklungen in Sri Lanka zur Per-

son des Beschwerdeführers zu verneinen. Die Ausführungen in der Be-

schwerde vermögen hinsichtlich der Entwicklungen in Sri Lanka keinen 

konkreten Bezug zu den Vorbringen des Beschwerdeführers aufzuzeigen. 

8.4 Alsdann kann die Frage zum vom Beschwerdeführer vorgebrachten 

fehlenden Schutzwillen der sri-lankischen Behörden offengelassen 

D-4717/2023 

Seite 15 

werden, weil es sich bei der Befürchtung von privaten Drittpersonen in Sri 

Lanka aufgrund der zerrütteten Beziehung der Mutter mit ihrem ehemali-

gen Lebenspartner verfolgt zu werden, um reine Spekulation handelt. Aus 

dem vor mehreren Jahren während des Gefängnisaufenthaltes erfolgten 

einzigen vermeintlichen Drohanruf eines Unbekannten, der für den Be-

schwerdeführer gemäss eigenen Angaben in tamilischer Sprache und da-

her schwer verständlich für ihn war (vgl. SEM-act. A25/11 F43 ff.), ist nicht 

ohne Weiteres auf Verfolgungsmassnahmen in Sri Lanka zu schliessen. 

Alsdann kann der Beschwerdeführer aus den (teilweise) aus dem Kontext 

gerissenen Ausführungen in der Beschwerde zur bundesverwaltungsge-

richtlichen Rechtsprechung nichts zu seinen Gunsten ableiten. Bei einer 

Gesamtbetrachtung wird in der Beschwerde nichts Substantielles vorge-

bracht, das die Einschätzung der Vorinstanz zu ändern vermag. 

8.5 Zusammenfassend ist es dem Beschwerdeführer somit nicht gelungen, 

eine relevante Verfolgungsgefahr im Sinne von Art. 3 AsylG darzutun. Die 

Vorinstanz hat folglich zu Recht seine Flüchtlingseigenschaft verneint und 

sein Asylgesuch abgelehnt. 

9.  

Für einen abgewiesenen Asylsuchenden wird nach der Ablehnung eines 

Asylgesuch die Wegweisung durch das SEM nicht verfügt, wenn er von 

einer rechtskräftigen Landesverweisung nach Art. 66a StGB betroffen ist 

(Art. 32 Abs. 1 Bst. d der Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen vom 

11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]; Art. 44 AsylG). Ebenso wird im Fall 

einer rechtskräftigen Landesverweisung die vorläufige Aufnahme nicht ver-

fügt (Art. 83 Abs. 9 AIG [SR 142.20]). Vielmehr obliegt es der kantonalen 

Vollzugsbehörde, das Vorliegen von Vollzugshindernissen zu prüfen (vgl. 

Urteil des BVGer E-1127/2023 vom 9. März 2023 E. 7.2 m.w.H.). Das SEM 

hat demnach zu Recht von einer Anordnung der Wegweisung des Be-

schwerdeführers abgesehen. Die Frage der Durchführbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs stellt sich demnach, wie bereits erwähnt, vorliegend nicht. 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen, soweit auf diese einzutreten ist. 

11.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

D-4717/2023 

Seite 16 

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.‒ 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Der am 21. September 2023 in gleicher Höhe geleistete 

Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-4717/2023 

Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.‒ werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezahlung 

der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Sarah Rutishauser