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**Case Identifier:** 1d3fd276-7bf1-5985-b11a-3fee88d1f18b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.09.2020 200 2019 921
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-921_2020-09-10.pdf

## Full Text

200 19 921 IV
KNB/SCC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 10. September 2020

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichterin Wiedmer 
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

und

Pensionskasse C.________
Beigeladene

betreffend Verfügung vom 31. Oktober 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/19/921, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1959 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich am 18. November 2014 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der IVB, Antwortbeilage 
[AB] 2). Nach Einholung eines medizinisches Gutachtens (AB 75.1, 86), 
durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 93, 97, 99) sowie einer Stel-
lungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 101) sprach die 
IVB dem Versicherten mit Verfügung vom 7. Juli 2017 rückwirkend ab Au-
gust 2015 bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente bzw. ab 
Februar 2016 bei einem Invaliditätsgrad von 40 % eine Viertelsrente zu (AB 
103). Mit Urteil vom 7. Dezember 2017 hiess das Verwaltungsgericht des 
Kantons Bern die hiergegen erhobene Beschwerde dahingehend gut, als 
dass die angefochtene Verfügung vom 7. Juli 2017 aufgehoben und die 
Sache an die IVB zurückgewiesen wurde, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge (IV/2017/767 [AB 
115]).

In der Folge holte die IVB beim behandelnden Psychiater die Krankenakten 
ein (AB 121). Zudem wurden weitere medizinische Berichte eingereicht 
(AB 127, 137, 138). Ferner veranlasste die IVB eine Begutachtung durch 
die D.________ (polydisziplinäres MEDAS-Gutachten vom 26. September 
2018 [AB 147.1], neurologisches Teilgutachten [AB 147.4], allgemein medi-
zinisch-internistisches Teilgutachten [AB 147.5], psychiatrisches Teilgut-
achten [AB 147.6] ophthalmologisches Teilgutachten [AB 147.7]). Nachdem 
der RAD im Bericht vom 5. April 2019 Stellung genommen hatte (AB 156), 
erfolgte ein ergänzender Bericht der MEDAS-Gutachter vom 27. Juni 2019 
(AB 167). Nach einer weiteren Stellungnahme des RAD vom 4. September 
2019 (AB 171) stellte die IVB mit Vorbescheid vom 6. September 2019 die 
Ablehnung von Leistungen in Aussicht (AB 172). Hiergegen erhob der Ver-
sicherte Einwand (AB 180). Mit Verfügung vom 31. Oktober 2019 verneinte 
die IVB einen Anspruch des Versicherten auf Leistungen mangels eines 
invalidisierenden Gesundheitsschadens (AB 186).

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B.

Am 4. Dezember 2019 erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
Dr. iur. B.________, beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Be-
schwerde. Er beantragte, es sei die Verfügung vom 31. Oktober 2019 auf-
zuheben und dem Beschwerdeführer ab dem 1. August 2015 eine ganze 
Rente zuzusprechen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 22. Januar 2020 beantragte die IVB die Ab-
weisung der Beschwerde.

Mit Eingabe vom 12. Februar 2020 hielt der Beschwerdeführer an seinem 
Antrag fest.

Nach deren Beiladung mit prozessleitender Verfügung vom 28. August 
2020 – unter Hinweis darauf, dass sich das Verfahren im Urteilsstadium 
befinde – verzichtete die Pensionskasse C.________ am 7. September 
2020 auf eine Stellungnahme.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 

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über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 31. Oktober 2019 
(AB 186), worin die Beschwerdegegnerin einen Leistungsanspruch man-
gels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens verneinte. Streitig und 
zu prüfen ist einzig der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). 

2.1.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-

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wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221).

2.1.2 Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 
ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrach-
tungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Person 
auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295). Die Sachverständigen 
sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechtsanwender nachvollzie-
hen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben tatsächlich eingehalten 
sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss 
höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer 
Gesundheitsschaden eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken ver-
mag, schliesslich anhand eines strukturierten normativen Prüfungsrasters 
(BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtli-
che psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.1.3 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche 
und andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben 
sich namentlich, wenn eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschil-
derten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese be-
steht, intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung 
jedoch vage bleibt, keine medizinische Behandlung und Therapie in An-
spruch genommen wird, demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sach-
verständigen unglaubwürdig wirken oder schwere Einschränkungen im 
Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend 
intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Ver-
halten hin. Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass nach plausibler ärzt-
licher Beurteilung die Anhaltspunkte auf eine Aggravation eindeutig über-

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wiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens klar 
überschritten sind, ohne dass das aggravatorische Verhalten auf eine ver-
selbständigte, krankheitswertige psychische Störung (vgl. BGE 127 V 294 
E. 5a S. 299) zurückzuführen wäre, fällt eine versicherte Gesundheitsschä-
digung ausser Betracht und ein Rentenanspruch ist ausgeschlossen, selbst 
wenn die klassifikatorischen Merkmale einer psychischen Störung gegeben 
sein sollten (vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG erster Satz). Soweit die betreffenden 
Anzeichen neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesundheits-
schädigung (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) auftreten, sind deren Auswir-
kungen derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

2.1.4 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-
dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
„funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie-
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Fol-
gen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person 
zu tragen (E. 6 S. 308).

2.1.5 Die sachverständige Person schätzt das Leistungsvermögen an-
hand der einschlägigen Indikatoren ein. Die Rechtsanwender überprüfen 
die betreffenden Angaben frei, insbesondere dahin, ob die Ärzte sich an die 
massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben, das 
heisst, ob sie ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt haben, 

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welche Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind, und ob die ver-
sicherungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter Grund-
lage erfolgt ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG; BGE 141 V 281 E. 5.2.2 S. 307). Eine 
davon losgelöste Parallelüberprüfung „nach besserem juristischen Wissen 
und Gewissen“ darf jedoch nicht stattfinden. Vielmehr ist im Rahmen der 
Beweiswürdigung zu fragen, ob die funktionellen Auswirkungen medizi-
nisch im Lichte der normativen Vorgaben widerspruchsfrei und schlüssig 
mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. 
Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkun-
gen einer Störung, welche im Rahmen des Sozialversicherungsrechts ab-
schliessend nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann (BGE 145 
V 361 E. 3.2.2; 144 V 50 E. 4.3 S. 54). 

2.1.6 Zur Grenzziehung zwischen der freien Überprüfung durch die 
rechtsanwendende Stelle in Anwendung der Standardindikatoren gemäss 
BGE 141 V 281 auf der einen und unzulässiger juristischer Parallelbeurtei-
lung auf der anderen Seite hat das Bundesgericht Folgendes festgehalten: 
Von einer lege artis, normorientierten, d.h. nach Massgabe von BGE 141 V 
281 erfolgten medizinischen Schätzung ist aus triftigen Gründen abzuwei-
chen. Solche liegen vor, wenn die medizinisch-psychiatrische Annahme 
einer Arbeitsunfähigkeit unter dem entscheidenden Gesichtswinkel von 
Konsistenz und materieller Beweislast der versicherten, rentenansprechen-
den Person zu wenig gesichert ist und insofern nicht überzeugt. Dabei ist 
zu beachten, dass die ärztliche Beurteilung Ermessenszüge aufweist, die 
auch den Rechtsanwender begrenzen. Für die Prüfung der Frage, ob und 
inwieweit die ärztlichen Experten ihre Arbeitsunfähigkeitsschätzung unter 
Beachtung der massgebenden Indikatoren (Beweisthemen) hinreichend 
und nachvollziehbar begründet haben, ist erforderlich, dass die Sachver-
ständigen substanziiert darlegen, aus welchen medizinisch-psychiatrischen 
Gründen die erhobenen Befunde das funktionelle Leistungsvermögen und 
die psychischen Ressourcen in qualitativer, quantitativer und zeitlicher Hin-
sicht zu schmälern vermögen. Insbesondere hat der medizinisch-
psychiatrische Sachverständige darzutun, dass, inwiefern und inwieweit 
wegen der von ihm erhobenen Befunde die beruflich-erwerbliche Arbeits-
fähigkeit eingeschränkt ist, und zwar – zu Vergleichs-, Plausibilisierungs- 
und Kontrollzwecken – unter Miteinbezug der sonstigen persönlichen, fami-

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liären und sozialen Aktivitäten der rentenansprechenden Person. Kommen 
die Experten dieser Aufgabe unter Berücksichtigung der durch BGE 141 V 
281 normierten Beweisthemen überzeugend nach, wird die medizinisch-
psychiatrische Folgenabschätzung auch aus der juristischen Sicht des 
Rechtsanwenders Bestand haben (BGE 145 V 361 E. 4.3). Der Beweis für 
eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähig-
keit kann somit als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der 
massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung 
ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen 
(Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, 
ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den 
Regeln über die (materielle) Beweislast zuungunsten der rentenanspre-
chenden Person auswirkt (BGE 145 V 361 E. 3.2.2; 144 V 50 E. 4.3 S. 54).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

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2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Laut VGE IV/2017/767 war der medizinische Sachverhalt punktuell 
ergänzungsbedürftig, insbesondere zur Frage, ob die bisher angebotenen 
Therapiemassnahmen adäquat gewesen seien, wie eine Therapie auszu-
gestalten und dem Beschwerdeführer die Teilnahme einer solchen im 
Rahmen der Schadenminderungspflicht aufzuerlegen wäre. Die Sache 
wurde in der Folge an die Verwaltung zurückgewiesen, damit sie nach Vor-
nahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge. Die Be-
schwerdegegnerin holte deshalb weitere medizinische Berichte und ein 
polydisziplinäres MEDAS-Gutachten ein; diesen ist im Wesentlichen das 
Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Der behandelnde Psychiater Dr. med. E.________ diagnostizierte 
im Verlaufsbericht vom 15. Mai 2018 eine narzisstische Persönlichkeitss-
törung (ICD-10 F60.8; AB 137 S. 4). Er hielt fest, es stehe nicht zwingend 
im Widerspruch zur Störung, dass diese bis im Jahr 2014 nicht zu psychia-
trischen Behandlungen geführt habe und der Patient über weitere Strecken 
beruflich erfolgreich gewesen sei. Weil die Störung schwerwiegend sei, sei 
die Kompensation des krankhaften Denkens, Fühlens und Wahrnehmens 
für den Patienten über die Jahre äusserst kräfteraubend und auch nur mög-
lich gewesen, z.B. dank seiner überdurchschnittlich intellektuellen Bega-
bung, welche viele Defizite habe auszugleichen vermögen (AB 137 S. 4 f.). 
Nach bald zweieinhalb Jahren Therapie habe sich gezeigt, dass der Patient 

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mit einer intensiveren Therapie tatsächlich überfordert wäre, dass ihn wohl 
sämtliche weiteren therapeutischen Bemühungen mehr belasten würden, 
als dass sie ihm nützen könnten und dass tiefgreifende Veränderungen des 
Verhaltens und der Wahrnehmung unrealistisch seien (AB 137 S. 5).

3.1.2 Im MEDAS-Gutachten vom 26. September 2018 (AB 147.1) hielten 
Dr. med. F.________, Facharzt für Neurologie, Dr. med. G.________, 
Facharzt für Prävention und Gesundheitswesen, Allgemeine Innere Medi-
zin, Dr. med. H.________, Fachärztin für Ophthalmologie, und med. prakt. 
I.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, fest, es domi-
nierten die rein psychischen Störungen (AB 147.1 S. 7 Ziff. 4.9). Die Exper-
ten diagnostizierten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine schwer-
gradige narzisstische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8; AB 147.1 S. 
4). Sie führten aus, die narzisstische Persönlichkeitsstörung sei eine sehr 
frühe Störung in der Entwicklungspsychologie des Menschen, was eine 
allgemeine Ich-Struktur-Schwäche zur Folge habe. Diese Ich-Struktur-
Schwäche bleibe gekoppelt mit diffuser narzisstischer Verwundbarkeit bei 
massivem mangelndem Selbstwertgefühl und immer fortbestehender gros-
ser Selbstwertproblematik. Dies sei dem Betroffenen aber nicht bewusst 
zugänglich. Depressive Krisen bis hin zu Suizidalität seien überdurch-
schnittlich häufig mit dieser Diagnose gekoppelt und müssten nach ICD-10 
nicht extra verschlüsselt werden, da dies in der Diagnose einer narzissti-
schen Persönlichkeitsstörung nach ICD-10 includiert sei. Akute Belas-
tungssituationen und Anpassungsstörungen seien ebenfalls überdurch-
schnittlich häufig im temporären Verlauf mit dieser Diagnose verbunden. 
Stattgehabte Traumatisierungen seien ebenfalls in der Diagnose einer nar-
zisstischen Persönlichkeitsstörung includiert. Zusammenfassend lasse sich 
aus dem psychotherapeutischen Kontext mitteilen, dass die Entwicklung 
und Ausdifferenzierung des Exploranden in der Selbst- und Objektreprä-
sentanz im Inneren in der psychosozialen Entwicklung ab Säuglingsalter 
beginnend beeinträchtigt gewesen sei. Bereits ab frühester Kindheit müsse 
es zu Auffälligkeiten im Mutter-Kind-Kontakt/Eltern-Kind-Kontakt gekom-
men sein. Nicht nur der schwere Mangel an elterlicher Empathie, die nicht 
beschützende Haltung der Mutter, sondern auch die sadistischen Grenzü-
berschreitungen des Vaters und ein drakonisches Strafmass beider Eltern-
teile, hätten zu schweren Defiziten in der Selbststruktur geführt. Dies habe 

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ein überhöhtes Ich-Ideal zur Ausbildung gebracht. Ein deutlich überhöhtes 
Leistungsdenken bei sehr hohem Intelligenzgrad habe zur Kompensation 
durch Erfolge und Anerkennung geführt. Eine Selbstwertregulation habe 
anders nicht entwickelt bzw. erlernt werden können. Ressourcen zur 
Selbstwertregulation und Resilienz bezüglich Selbstwertregulation lägen 
nicht vor. Diese Patienten versuchten sich mit Rationalisierungen und Intel-
lektualisierungen zu schützen. Falls dies nicht gelinge, komme es zu einem 
Einbruch des Selbstwertgefühles mit depressiven Episoden, bis hin zur 
Suizidalität. Bei Versagtbleiben der Möglichkeit einer Selbstwertregulation 
aus Erfolg und Anerkennung könne es anhaltend zur raptusartigen schwe-
ren depressiven Krise kommen, begleitet von Somatisierungs- und Suizid-
tendenzen. Wenn Konflikte eskalierten, entstehe fast zwangsläufig eine 
Spirale aus Versagen und zunehmend höheren Ansprüchen an die eigene 
Leistung, so dass realistische Zielsetzungen nicht mehr möglich seien. 
Würden diese Bedürfnisse nicht erfüllt (wenden sich Bezugspersonen nicht 
genügend zu oder gar ab), werde dies nicht toleriert und führe zu „narziss-
tischer Wut“. Bei Beschämung könne extremer Selbsthass entstehen, der 
zu suizidalen Handlungen führen könne. Das Problem, Hilfe von Anderen 
nicht annehmen zu können, könne gerade in schwer depressiven Krisen 
verhängnisvoll werden, Suizidimpulse drängten sich raptusartig auf und 
würden überdurchschnittlich oft vollzogen (AB 147.1 S. 6 Ziff. 4.4). 

Der Explorand sei nach der zuletzt ausgesprochenen Kündigung im August 
2014 in einer anhaltenden Krisensituation ohne Zugang zu seinen krank-
heitsbedingt ohnehin nicht stark ausgeprägten Ressourcen. In diesem spe-
ziellen Fall sei ein grosser Stabilisator und somit eine grosse Ressource 
der Erfolg in seiner hochdotierten Arbeit gewesen. Diese sei nun unwider-
ruflich weggebrochen, die hierdurch erfahrene Kränkung anhaltend aktiv. 
Zu dem Wegfall seiner Arbeitstätigkeit, seinem wichtigsten Stabilisator und 
der einzige Bereich, der grösstenteils selbstbestimmt gewesen sei, komme 
hinzu, dass er nun gänzlich in ein fremdbestimmtes Leben in einer ihn ab-
lehnenden Familie zurückgeworfen sei und einer subjektiven Einsamkeit 
anheim gefallen zu sein scheine. Tragende soziale Kontakte seien nicht 
vorhanden, einzig gegenüber dem Psychotherapeuten werde eine Möglich-
keit des „sich Öffnens in Massen beschrieben". Die Ressourcenlage, be-
reits zuvor nicht übermässig ausgebildet, habe im Rahmen der Dekompen-

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sation einen erheblichen Abbau nach Wegfall der Arbeitstätigkeit erfahren 
(AB 147.1 S. 6 Ziff. 4.4). Es beständen keine Hinweise für lnkonsistenzen. 
Es beständen gleichmässige Einschränkungen des Aktivitätsniveaus in 
vergleichbaren Lebensbereichen, der Leidensdruck sei sehr hoch. Therapi-
en würden durchgeführt, könnten aber am Chronifizierungsgrad wenig ver-
ändern, aber stabilisierend wirken (AB 147.1 S. 7 Ziff. 4.6). Zur Arbeits-
fähigkeit in der bisherigen Tätigkeit hielten die Gutachter fest, diese könne 
zum aktuellen Zeitpunkt nicht mehr durchgeführt werden. Es sei zum aktu-
ellen Zeitpunkt keine Stabilität und Belastbarkeit für eine wie auch immer 
geartete Arbeitstätigkeit gegeben. Dies sei gänzlich der psychiatrischen 
Grunderkrankung anzulasten. Diese Bewertung gelte seit August 2014 
(AB 147.1 S. 7 Ziff. 4.7). Zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 
führten sie aus, eine solche sei nicht gegeben; eine neu zu erschaffende 
Arbeitstätigkeit, wie auch immer geartet, würde den Versicherten subjektiv 
mit Versagensphantasien konfrontieren, dies würde wahrscheinlich weitere 
krisenhafte Verschlechterungen triggern. Eine affektive Begleitreaktion lies-
se sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht vermeiden (AB 147.1 S. 7 
Ziff. 4.8).

3.1.3 Im Bericht vom 5. April 2019 führte die RAD-Ärztin Dr. med. 
J.________, Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie sowie Psychothera-
pie, aus, gegen das Vorliegen einer leistungsrelevanten psychiatrischen 
Störung insbesondere gegen das Vorliegen einer chronischen Stress-
Folgeerkrankung (Depression, posttraumatische Belastungsstörung/Anpas-
sungsstörung etc.) beim Beschwerdeführer sprächen ebenfalls seine nor-
male kognitive Leistungsfähigkeit, das Vorhandensein hoher Kontrollstrate-
gien zur Stress-/Disstress-Bewältigung, die Fähigkeit zur gezielten Inan-
spruchnahme professioneller Versorgungsstrukturen, sein Durchhaltever-
mögen, seine Zielstrebigkeit und das Fehlen von Zeichen einer vorzeitigen 
(krankhaften) Erschöpfung. Seine Persönlichkeitsmerkmals-Ausprägungen 
seien „seit > dem 21. Lebensjahr“ vorhanden und ohne negative Auswir-
kungen auf seine berufliche Karriere und seine Leistungsfähigkeit in der 
angestammten Tätigkeit als … und … gewesen. Zusammengefasst lägen 
keine objektiven Befunde vor, die eine chronische Stress-Folgeerkrankung 
auswiesen (normaler Ernährungs- und Kräftezustand, keine Zeichen einer 
krankhaften/vorzeitigen Erschöpfung, normale kognitive Leistungsfähigkeit, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/19/921, Seite 13

normale Selbst- einschliesslich Affektkontrolle, erhaltene Übersichtsfähig-
keit und Situationskontrolle, erhaltene Autonomie/Selbst-
bestimmung/Selbstfürsorge/Zielstrebigkeit). Lediglich die dokumentierten 
Blutdruckwerte, insbesondere der grenzwertige diastolische Blutdruck, soll-
ten Anlass für eine Blutdrucklangzeitmessung geben, weil ein bisher unbe-
handelter Bluthochdruck vorliegen könnte. Die Leistungsbeurteilung im 
psychiatrischen Teilgutachten sei somit weder medizinisch plausibel noch 
fachärztlich objektiv begründet, da keine psychiatrische Komorbidität objek-
tiv ausgewiesen sei und auch keine leistungsrelevanten somatischen Er-
krankungen vorlägen (AB 156 S. 7 f.).

3.1.4 Im ergänzenden Bericht vom 27. Juni 2019 hielten die MEDAS-
Gutachter Dr. med. F.________ und med. prakt. I.________ fest, der Ein-
schätzung des RAD, dass die individuellen Persönlichkeitsmerkmale über 
den gesamten Verlauf des Berufslebens des Exploranden doch bestanden 
hätten, sinngemäss also nicht das Leistungsvermögen gestört hätten, müs-
se entgegengesetzt werden, dass gerade eben auch bei schweren narziss-
tischen Störungsbildern sehr wohl infolge kumulierter narzisstischer Verlet-
zungen, auch im Rahmen von Bilanzierungsprozessen mit dem Alter zu-
nehmend, die Kompensations- und Regulationsmöglichkeiten der fragilen 
und verletzbaren Selbstrepräsentanz überfordern könnten, die Kompensa-
tionsreserven nicht mehr genügten, und es auch erst nach Jahren zur De-
kompensation kommen könne. Es sei plausibel, dass zwar langjährig eine 
Kompensation der narzisstischen Störung möglich gewesen sei, insbeson-
dere infolge des hohen Intellektes, aber auch der anankastischen Struktu-
ren des Exploranden, welche er zur Selbstwertstabilisierung entwickelt ha-
be und die in der Berufswelt sicherlich auch teilweise für Erfolge verant-
wortlich gewesen seien. Jedoch sei mit dieser permanenten Abhängigkeit 
vom Gelingen dieser Selbstwertregulation, Angewiesensein auf Erfolge und 
externe Bestätigung, eine durchaus deutlich erhöhte Stressvulnerabilität 
verbunden (AB 167 S. 2). Es sei nicht richtig, dass hier so offensichtlich 
keine Stressfolgestörung bestehen solle. Z.B. sei die Somatisierungs-
störung, die eindrücklich auch in den multiplen abdominal-chirurgischen 
Abklärungen der anhaltenden Bauchbeschwerden, die bis zu stationären 
Behandlungen ihren Ausdruck gefunden hätten, ein klarer Hinweis auf die 
stark erhöhte psychovegetative Dysregulation; dies gelte auch für die in der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/19/921, Seite 14

aktuellen Begutachtung feststellbaren deutlich erhöhten Blutdruckwerte. 
Diese Symptome belegten die innerpsychische hohe Vulnerabilität und 
Belastung. Der Explorand habe sich bislang vorrangig durch berufliche Er-
folge versucht zu stabilisieren; vermutlich auch aufgrund seiner persönlich-
keitsbedingt schwierigen interpersonellen Interaktion, gewissen überheblich 
wirkenden narzisstischen Auftritten sei es wohl wiederholt und repetitiv-
dysfunktional zu mehrfachen Kündigungen, Kränkungen gekommen. In der 
Summe seien zunehmend weniger stabilisierende Erfahrungen geblieben, 
zuletzt sei es eben im Jahr 2014 zu einer erneut sehr erheblichen schwe-
ren Kränkung im Rahmen der mit offensichtlicher Aggressivität durchge-
setzten und völlig unerwarteten Kündigung gekommen (AB 167 S. 2 f.). 
Zusammenfassend seien zwar in der Vergangenheit im Rahmen der 
zwanghaft kompensierten Selbstregulation ursprünglich auch Zielstrebigkeit 
und Durchhaltevermögen vorhanden gewesen, immer aber im Kontext das 
„Grössenselbst“ zu bestätigen; dies sei mit hohem Energieaufwand ver-
bunden gewesen. In Wechselwirkung mit der auch hohen Stressvulnerabi-
lität, belegbar mit der Entwicklung der vegetativen Dysfunktionen bzw. der 
Somatisierungsstörung, den wiederholten „Nadelstichen“ der mehrfachen 
schweren narzisstischen Kränkungen, sei im Sinne der Bilanzierung bei 
zunehmendem Alter mit fehlenden anderen Kompensationsmöglichkeiten 
die nun nach Kündigung im Jahr 2014 bestehende Dekompensation der 
narzisstischen Persönlichkeitsstörung sehr wohl erklärbar (AB 167 S. 3). 
Zur Arbeitsfähigkeit in der angestammten und einer angepassten Tätigkeit 
führten die Gutachter aus, in Übereinstimmung mit der Bewertung des be-
handelnden Psychiaters sei davon auszugehen, dass eine Tätigkeit als … 
und … nicht mehr möglich sei. In einer leidensadaptierten Tätigkeit liege 
ebenso eine geringe Ressourcen- und eine hochgradige Gefährdungslage 
vor, so dass auch hier keine hinreichend nutzbare Arbeitsfähigkeit begrün-
det werden könne (AB 167 S. 3 f.).

3.1.5 In der RAD-Stellungnahme vom 4. September 2019 führte Dr. med. 
J.________ aus, die in den somatischen MEDAS-Teilgutachten dokumen-
tierten Normalbefunde (BMI 22 kg/m2, guter Allgemeinzustand bei athleti-
schem Körperbau, bei wiederholten Messungen normaler systolischer Blut-
druck 140 mm Hg, normales Atmen, normaler Augeninnendruck, normaler 
Muskeltonus, normales Reflexniveau, guter Rapport, „entspannt“, normale 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/19/921, Seite 15

kognitive Leistungen über mehrstündige Begutachtungen sowohl in der 
ersten als auch in der zweiten Tageshälfte an verschiedenen Tagen sowohl 
in Folge und als in mehrtätigem Abstand) sprächen in der Gesamtheit so-
wohl gegen das Vorliegen einer akuten Stress-/Disstress-Reaktion als auch 
gegen das Vorliegen (leistungsrelevanter) Stress-Folgeerkrankungen (af-
fektive Störung, Anpassungsstörung, PTBS etc.). Der Beschwerdeführer 
verfüge über zahlreiche individuelle Ressourcen (Schutzfaktoren) sowohl 
vor der Entwicklung von chronischen Stress-Folgeerkrankungen (Depressi-
onen, Angsterkrankungen etc.) als auch vor der Entwicklung von Suizida-
lität. Hierzu zählten unter Berücksichtigung des biopsychosozialen Krank-
heitsmodells der WHO zur Entstehung von Depressionen/Stress-
Folgeerkrankungen folgende individuelle Schutzfaktoren (individuelle Res-
sourcen): hohes Bildungsniveau, hoher sozioökonomischer Status, Extra-
version, hohes Autonomiestreben, die Fähigkeit zum Erkennen und Wahr-
nehmen der eigenen Bedürfnisse – auch gegen äussere Widerstände –, 
die Fähigkeit zur gezielten Inanspruchnahme sozialer Unterstützung durch 
professionelle Versorgungsstrukturen (…, … etc.) und die individuelle Ent-
scheidungsfähigkeit über Art und Umfang der Inanspruchnahme, die 
Fähigkeit zur Aufnahme neuer sozialer Kontakte (…), die Fähigkeit zur ak-
tiven Tages- und Freizeitgestaltung, die Pflege von Hobbies und die Für-
sorge um Haustiere (Hund), das Vorhandensein eines soziofamiliären 
Netzwerkes mit klaren Rahmenbedingungen. Seit 2014 sei keine (leis-
tungsrelevante) Komorbidität – weder im psychiatrischen noch im somati-
schen Fachgebiet – ausgewiesen worden. Zusammengefasst lägen keine 
Befunde vor, die eine quantitative und/oder qualitative berufliche Leis-
tungseinschränkung des Beschwerdeführers unter den Bedingungen des 
allgemeinen Arbeitsmarktes objektiv und plausibel nachvollziehbar begrün-
den könnten (AB 171 S. 10).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/19/921, Seite 16

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4 Die polydisziplinäre Einschätzung der Experten im MEDAS-
Gutachten vom 26. September 2018 (AB 147.1) und im ergänzenden Be-
richt vom 27. März 2019 (AB 188) sowie die Ausführungen in den Teilgut-
achten (neurologisch [AB 147.4], allgemein-medizinisch-internistisch 
[AB 147.5], psychiatrisch [AB 147.6]. ophthalmologisch [AB 147.7]) erfüllen 
die Voraussetzungen der Rechtsprechung an Expertisen (E. 3.3 hiervor) 
und erbringen vollen Beweis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). 

Mit Blick auf die Teilgutachten ist die Beurteilung, der objektivierbare medi-
zinische Sachverhalt sei vorrangig von der diagnostizierten schwerwiegen-
den narzisstischen Persönlichkeitsstörung geprägt (vgl. AB 147.1 S. 3), 
nachvollziehbar, sind doch keine zusätzlichen Einschränkungen durch an-
dere neurologische oder internistische Störungen zu berücksichtigen (vgl. 
AB 147.1 S. 5 Mitte). Die Ausführungen im neurologischen Teilgutachten, 
es seien aus neurologischer Sicht keine eigenständigen Beeinträchtigun-
gen zu objektivieren (AB 147.4 S. 14), es ergäben sich keine Zweifel an der 
Konsistenz der anamnestischen Angaben und der Beschwerdeführer sei 
aus neurologischer Sicht in der angestammten sowie einer Verweistätigkeit 
zu 100 % arbeitsfähig (AB 147.4 S. 17), überzeugen (vgl. auch AB 147.1 
S. 5). Aus internistischer Sicht diagnostiziert Dr. med. G.________ ein 
chronisches Reizdarmsyndrom (AB 147.5 S. 11 f.). Die Einschätzung, der 
Beschwerdeführer sei dennoch zu 100 % arbeits- und leistungsfähig, ist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/19/921, Seite 17

schlüssig (AB 147.5 S. 15). Ferner hat laut ophthalmologischen Teilgutach-
ten (AB 147.7) von Seiten der Augen, abgesehen von der Operation links 
vom 19. April 2018 und der nachfolgenden Rekonvaleszenz, nie eine Ar-
beitsunfähigkeit bestanden (AB 147.7 S. 6). 

Die Beurteilung der MEDAS-Gutachter ist auch in psychiatrischer Hinsicht 
schlüssig, begründen sie doch – wie auch med. prakt. I.________ im 
psychiatrischen Teilgutachten – ausführlich und eingehend, weshalb von 
der Diagnose einer schwerwiegenden narzisstischen Persönlichkeitss-
törung auszugehen ist (AB 147.6 S. 16 ff.). Die Experten äussern sich zu-
dem nachvollziehbar zu den funktionellen Auswirkungen des Gesundheits-
schadens, wonach der Beschwerdeführer aufgrund der psychischen Ge-
sundheitsstörung nach der Kündigung im August 2014 in einer anhaltenden 
Krisensituation gewesen sei ohne Zugang zu seinen krankheitsbedingt oh-
nehin nicht stark ausgeprägten Ressourcen und die grosse Ressource – 
der Erfolg seiner hochdotierten Arbeit – weggebrochen sowie die hierdurch 
erfahrene Kränkung anhaltend aktiv sei (AB 147.1 S. 5). Tragende soziale 
Kontakte seien nicht vorhanden, was mit Blick auf die Angaben zur sozia-
len Anamnese und zum Tagesablauf in den Teilgutachten nachvollziehbar 
ist (AB 147.4 S. 10 f., 147.5 S. 9, 147.6 S. 12). Überzeugend ist auch die 
Beurteilung, dass die Ressourcenlage, bereits nicht übermässig ausgebil-
det, nach Wegfall der Arbeitstätigkeit einen Abbau erfahren habe, eine trag-
fähige Stabilität und Belastbarkeit nicht gegeben sei, was auf die schwere 
narzisstische Persönlichkeitsstörung zurückgeführt wird (AB 147.1 S. 5).

3.5 An diesem Ergebnis ändert auch die Stellungnahme der RAD-Ärztin 
vom 5. April 2019, welche dagegen hält, es lägen keine objektiven Befun-
de, keine psychiatrische Komorbidität und keine leistungsrelevanten soma-
tischen Erkrankungen vor (AB 156 S. 8), nichts, setzen sich die MEDAS-
Gutachter doch damit im ergänzenden Bericht vom 27. Juni 2019 nochmals 
eingehend und überzeugend auseinander. Insbesondere stellen sie schlüs-
sig fest, es könne bei einer schweren narzisstischen Persönlichkeitsstörung 
infolge kumulierter narzisstischer Verletzungen, bei überforderten Kompen-
sations- und Regulationsmöglichkeiten und ungenügenden Kompensati-
onsreserven auch nach Jahren zur Dekompensation kommen (AB 167 S. 2 
ff.). Laut RAD-Ärztin (Stellungnahme vom 4. September 2019) lägen beim 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/19/921, Seite 18

Beschwerdeführer zwar individuelle Ressourcen vor (AB 171 S. 9 f.), was 
jedoch nicht völlig überzeugt. Denn demgegenüber gehen die MEDAS-
Gutachter nachvollziehbar davon aus, der Beschwerdeführer habe sich 
zuvor in die Arbeit geflüchtet, mit dem Wegfall der Arbeitstätigkeit sei ein 
wichtiger Stabilisator weggefallen und der Beschwerdeführer sei der sub-
jektiven Einsamkeit anheim gefallen, fühle sich gänzlich fremdbestimmt und 
seine sozialen Kontakte beschränkten sich auf die ablehnende Familie, 
wobei es ein Familien- oder Paarleben seit langem nicht mehr gäbe 
(AB 147.6 S. 6 f.). Es bestehen kein Freundeskreis und keine Kontakte zur 
Ursprungsfamilie. Dem Beschwerdeführer sei es seit einiger Zeit verwehrt, 
in grösseren Menschenmengen zu sitzen, mehr als drei Menschen könne 
er nicht ertragen (AB 147.6 S. 12). Den Akten ist zu entnehmen, dass der 
Beschwerdeführer zwar ein hohes Bildungsniveau hat, der hohe sozioöko-
nomische Status jedoch seit der Kündigung im Jahr 2014 weggefallen ist 
(AB 147.6 S. 10 f.) und die finanziellen Verhältnisse mittlerweile ange-
spannt sind (AB 147.6 S. 12). Auch der behandelnde Psychiater beschreibt 
im Verlaufsbericht vom 15. Mai 2018 Erlebnisse und Ängste bezüglich der 
Kontakte mit Mitmenschen und/oder Familienangehörigen (AB 147.3 S. 2 
f.); er geht davon aus, dass die Schilderungen über die Auswirkungen der 
Gesundheitsproblematik auf das Alltagsleben über die bisherigen zweiein-
halb Jahren therapeutischer Behandlung konsistent gewesen seien 
(AB 147.3 S. 6). Die Ausführungen der Gutachter zu den persönlichen 
Ressourcen und der Resilienz bezüglich Selbstwertregulation (AB 147.1 S. 
3) überzeugen. Die psychiatrische Gutachterin beschreibt die komplexen 
psychodynamischen Zusammenhänge ausführlich, detailliert und schlüssig 
(147.6 S. 16 ff.), worauf auch die anderen Experten im MEDAS-Gutachten 
verweisen (vgl. AB 147.1 S. 3 unten). Die Beurteilung, dass infolge kumu-
lierter narzisstischer Verletzungen, auch im Rahmen von Bilanzierungspro-
zessen mit dem Alter zunehmend, die Kompensationsreserven nicht mehr 
genügten und es nach Jahren zur Dekompensation kommen könne, ist 
nachvollziehbar und überzeugt (AB 167 S. 2). Die psychiatrische Gutachte-
rin führte denn auch aus, das Zusammenspiel der mentalen Funktionen, 
Fähigkeiten der Partizipation und Reaktionen auf die Umwelt seien auf-
grund der psychiatrischen Grunderkrankung schwer eingeschränkt. Eine 
tragfähige Stabilität und Belastbarkeit sei nicht gegeben. Dies sei vollstän-
dig auf die schwere narzisstische Persönlichkeitsstörung zurückzuführen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/19/921, Seite 19

(AB 147.6 S. 20). Die Ausführungen im MEDAS-Gutachten und im psychia-
trischen Teilgutachten zur Konsistenzprüfung und zu den Einschränkungen 
des Aktivitätenniveaus in vergleichbaren Lebensbereichen und zum Lei-
densdruck (AB 147.1 S. 7; 147.6 S. 19) sind ebenfalls schlüssig; die Exper-
ten erachten es als erstellt, dass der Beschwerdeführer die Funktionsein-
bussen glaubhaft berichtet habe, sie seien konsistent und plausibel (AB 
147.1 S. 7 Ziff. 4.6). Zur Frage des behandlungsanamnestisch ausgewie-
senen Leidensdrucks bzw. bezüglich der Fähigkeit zur Inanspruchnahme 
professioneller Versorgungsstrukturen – letztere interpretiert die RAD-
Ärztin als Ressource (vgl. AB 171 S. 10) – führen die Gutachter aus, dass 
der Beschwerdeführer sich in psychiatrische Behandlung begebe, sei für 
sich sicher kein Grund, eine geringere Schwere der psychischen Störung 
zu postulieren. Für narzisstische Persönlichkeitsstörungen sei es vielmehr 
ungewöhnlich, dass die Betroffenen sich freiwillig in psychiatrische Thera-
pie begäben; dies finde zumeist nur dann statt, gerade wenn eben schwer-
wiegende Beeinträchtigungen und Bedrohungssituationen entstünden, im 
Kontext eben von Dekompensationszuständen. Bei genügenden eigenen 
Ressourcen wäre eine Person mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung 
zumeist überzeugt, im Rahmen ihres überhöhten „Grössenselbst“, solche 
Behandlungen nicht zu benötigen. Dass der Beschwerdeführer sich in Be-
handlung begeben habe, sei vielmehr Hinweis auf die Schwere seiner psy-
chischen Störung und kein Gegenargument (AB 167 S. 3). Damit ist entge-
gen der Meinung des RAD (AB 171 S. 10) nicht überzeugend nachgewie-
sen, dass der Beschwerdeführer über zahlreiche Ressourcen und verinner-
lichte kombinierte Bewältigungsstrategien verfügt, so dass nicht von einem 
invalidisierenden Gesundheitsschaden auszugehen wäre. Die psychiatri-
sche Gutachterin und die Experten im MEDAS-Gutachten haben sich aus-
führlich und schlüssig zu den Belastungsfaktoren einerseits und den feh-
lenden Ressourcen andererseits sowie der Konsistenz und Plausibilität 
geäussert (147.1 S. 7, 147.6 S. 17 ff.); auf diese Einschätzung ist abzustel-
len.

3.6 Nachdem das Gericht in VGE IV/2017/767, E. 3.3.4, bezüglich the-
rapeutischer Optionen davon ausgegangen war, der Beschwerdeführer 
verweigere eine ihm zumutbare, insbesondere auf Selbstreflexion und In-
teraktion gerichtete Therapie und mithin sei mit einer entsprechenden Auf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/19/921, Seite 20

lage das Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchzuführen (vgl. Art. 21 Abs. 4 
ATSG), setzten sich die MEDAS-Gutachter mit der Frage der Behand-
lungsmöglichkeiten auseinander. Sie halten nachvollziehbar fest, der Be-
schwerdeführer habe – nach anfänglicher Ablehnung – eine psychothera-
peutische Behandlung aufgenommen bzw. befinde sich noch darin. Es 
scheine – nach den Aussagen des Beschwerdeführers und der Aktenlage – 
ein vertrauensvolles therapeutisches Verhältnis im psychotherapeutischen 
Setting erwachsen zu sein (AB 147.1 S. 7 unten). Dennoch sei es nicht so, 
dass die Behandlung einen Rückgang der schweren Persönlichkeitsstörung 
erzielen könne; eine tragfähige Stabilität und Belastbarkeit könne damit 
nicht erzielt werden, lediglich die Belastungssituation durch die aktuelle 
Lebenssituation könne angegangen und eventuell gelindert werden. Eine 
über das aktuelle Angebot stattfindenden Therapiemassnahmen empfahlen 
die Gutachter nicht (AB 147.1 S. 8). Auf diese schlüssigen Ausführungen, 
welche die MEDAS-Gutachter im ergänzenden Bericht vom 27. Juni 2019 
nochmals bestätigen (die therapeutischen Optionen seien höchst schwierig 
und realistisch kaum vorhanden [AB 167 S. 3 unten]), ist abzustellen. Da 
ein therapeutischer „Verfahrenswechsel“ (z.B. in Form einer konfrontativen 
Therapie) von den Gutachtern nicht als zielführend eingeschätzt wird, ent-
fällt somit auch ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren.

3.7 Haben sich die sachverständigen Personen bei der Einschätzung 
des Leistungsvermögens an den normativen Vorgaben gemäss BGE 141 V 
281 orientiert und genügt ihr Gutachten den allgemeinen Anforderungen an 
den Beweiswert ärztlicher Berichte (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232), sind die 
darin formulierten Stellungnahmen zur Arbeitsfähigkeit von den Organen 
der Rechtsanwendung grundsätzlich zu übernehmen. Eine davon 
losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des 
strukturierten Beweisverfahrens (vgl. E. 2.1.5 und 2.1.6 hiervor) soll nicht 
stattfinden (Entscheid des Bundesgerichts vom 22. Oktober 2019, 
9C_520/2019, E. 7.1). Vorliegend erfüllt das MEDAS-Gutachten die an den 
Beweiswert eines medizinischen Berichtes gestellten Anforderungen und 
die Gutachter haben sich an den normativen Vorgaben gemäss BGE 141 V 
281 orientiert. Vor allem haben sie die Anforderungen der Rechtsprechung 
erfüllt, wonach die Sachverständigen substanziiert darzulegen haben, aus 
welchen medizinisch-psychiatrischen Gründen die erhobenen Befunde das 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/19/921, Seite 21

funktionelle Leistungsvermögen und die psychischen Ressourcen in quali-
tativer, quantitativer und zeitlicher Hinsicht zu schmälern vermögen. Insbe-
sondere hat die medizinisch-psychiatrische Sachverständige substantiiert 
dargelegt, dass, inwiefern und inwieweit wegen der von ihr erhobenen Be-
funde die beruflich-erwerbliche Arbeitsfähigkeit vorliegend eingeschränkt 
ist, und zwar – zu Vergleichs-, Plausibilisierungs- und Kontrollzwecken – 
unter Miteinbezug der sonstigen persönlichen, familiären und sozialen Akti-
vitäten der rentenansprechenden Person (vgl. BGE 145 V 361 E. 4.3 S. 
368). Somit ist auch unter dem Gesichtspunkt der Indikatorenprüfung auf 
die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die MEDAS-Gutachter, wonach 
von einer vollen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten noch in einer an-
gepassten Tätigkeit auszugehen sei (AB 147.1 S. 7 Ziff. 4.7 und 4.8), ab-
zustellen.

4.

4.1 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-
telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein-
ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136; SVR 2019 BVG Nr. 16 
S. 64 E. 4.4.2). 

Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hy-
pothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- 
und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und 
allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum 
Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 S. 300, 
129 V 222).

4.2 Mit Blick auf die Anmeldung im November 2014 (AB 2) und der at-
testierten Arbeitsunfähigkeit ab August 2014 (AB 11 S. 2, 15) ist von einem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/19/921, Seite 22

Rentenbeginn ab August 2015 (vgl. AB 103 S. 5) auszugehen (Art. 28 
Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG). 

4.3 Da von einer vollen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten und in 
einer angepassten Tätigkeit auszugehen ist, resultiert ohne weiteres ein 
Invaliditätsgrad von 100 %. Der Beschwerdeführer hat somit ab 1. August 
2015 Anspruch auf eine ganze Rente.

4.4 In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung 
vom 31. Oktober 2019 (AB 186) aufzuheben und dem Beschwerdeführer ist 
ab 1. August 2015 eine ganze Rente zuzusprechen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 800.-- ist dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Diese sind mit Blick auf die 
angemessene Kostennote von Rechtsanwalt Dr. iur. B.________ vom 
12. Februar 2020 auf Fr. 2‘632.40 (Honorar von Fr. 2‘373.--, Auslagen von 
Fr. 71.20, MWSt. von Fr. 188.20 [7.7 % auf Fr. 2‘444.20]) festzusetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2020, IV/19/921, Seite 23

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 31. Oktober 2019 aufgehoben und dem Beschwer-
deführer ab August 2015 eine ganze Rente zugesprochen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihm nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2‘632.40 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt Dr. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers (samt 

Stellungnahme der Pensionskasse C.________ vom 7. September 
2020)

- IV-Stelle Bern (samt Stellungnahme der Pensionskasse C.________ 
vom 7.  September 2020) 

- Pensionskasse C.________
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.