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**Case Identifier:** 3f4773cf-0381-5180-a318-6a48af5fd7ec
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 13.03.2025 IV 2024/33
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2024-33_2025-03-13.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2024/33

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 25.04.2025

Entscheiddatum: 13.03.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 13.03.2025
Art. 43, 44 und 61 ATSG; Art. 28 und 29 IVG. Beweiswert eines 
psychiatrischen Teilgutachtens. Berücksichtigung der Ergebnisse 
beruflicher Abklärungen im versicherungsmedizinischen Kontext. 
Unzulässigkeit der Einholung einer second opinion. Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit aus medizinischer und rechtlicher Sicht (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. März 2025, IV 
2024/33).

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/22 

 

 
 
Versicherungsgericht 

Abteilung I 

 

 

 

 

 

 

 Entscheid vom 13. März 2025 

Besetzung  Präsidentin Marie Löhrer, Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt 
Lehmann und Tanja Petrik-Haltiner; Gerichtsschreiberin Felicia Sterren  

   

Geschäftsnr.   IV 2024/33 

   

Parteien 

 

 A.___,  

Beschwerdeführerin,  

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Amanda Guyot, graf niedermann 

büchel fachanwälte, St. Leonhard-Strasse 20, Postfach, 9001 St. Gallen,  
 
 

  gegen 

  I V - S t e l l e  d e s  K a n t o n s  S t .  G a l l e n ,  Postfach 368, 

9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  

 

 

 
  

Gegenstand  Rente 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/33 
 

 

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Sachverhalt 

A.  

A.a A.___ meldete sich über ihren Krankentaggeldversicherer wegen einer mittelschweren 

Depression am 29. Januar 2019 bei der Invalidenversicherung zum Bezug von Leistungen an (IV-act. 1 

ff.).  

A.b Mit vom damaligen Krankenversicherer in Auftrag gegebenem Gutachten vom 17. Juni 2019 

diagnostizierte Prof. Dr. med. B.___, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie, 

der Versicherten eine depressive Episode, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10 F32.1), eine nicht näher 

bezeichnete Verhaltensauffälligkeit bei körperlichen Störungen und Faktoren (psychogene Polydipsie; 

ICD-10 F59) und ein psychophysisches Erschöpfungssyndrom (ICD-10 Z73.0; act. G4.2/4-25). Aus 

gutachterlicher Sicht sei die 100%ige Arbeitsunfähigkeit begründet (vgl. act. G4.2/4-27). Auch in einer 

adaptierten Tätigkeit bestehe aufgrund der Minderung der Dauerbelastbarkeit, der Durchhaltefähigkeit, 

der Reduktion der Stresstoleranz und der Durchsetzungsfähigkeit bei instabilem psychischem 

Gesundheitszustand aktuell weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G4.2/4-28).  

A.c Vom 27. Juni bis 8. August und vom 28. August bis 10. Oktober 2019 befand sich die Versicherte 

in stationärer Behandlung in der Klinik C.___ (vgl. IV-act. 35 f.). Vom 14. September 2020 bis 

14. Februar 2021 wurde ein Belastbarkeitstraining bei den D.___ durchgeführt (vgl. IV-act. 66, 69, 88 

und 91). Im Anschluss fand bis zum 30. September 2021 ein Aufbautraining in der gleichen Institution 

statt (vgl. IV-act. 104, 106, 126, 128, 154, 156 und 174-8).  

A.d Mit Mitteilung vom 25. Oktober 2021 wies die IV-Stelle weitere berufliche Massnahmen mit der 

Begründung ab, eine für den ersten Arbeitsmarkt verwertbare Arbeitsfähigkeit habe im Rahmen der 

Integrationsmassnahmen nicht erreicht werden können. Zurzeit würden medizinische 

Behandlungsmassnahmen im Vordergrund stehen (IV-act. 178). 

A.e Am 11. Februar 2022 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, sie erachte zur Klärung der 

Leistungsansprüche eine bidisziplinäre medizinische Untersuchung (Orthopädie und Psychiatrie) für 

erforderlich (IV-act. 187). Die Begutachtung wurde bei der Neurologie Toggenburg AG in Auftrag 

gegeben (IV-act. 190 und 192).  

A.f Mit Gutachten vom 27. Mai 2022 diagnostizierten die Gutachter der Neurologie Toggenburg AG, 

Dr. med. E.___, Facharzt für Orthopädie, und med. pract. F.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11) mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sowie eine geringe Belastungsminderung von Hals- und 

Lendenwirbelsäule ohne Nervenwurzelreizerscheinungen ohne relevante Funktionseinschränkungen 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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(ICD-10: M54.5), eine beginnende Aufbrauchveränderung des linken Hüftgelenks (ICD-10: M16.1) und 

eine Persönlichkeitsakzentuierung mit selbstunsicheren und kompensatorischen leistungsorientierten 

Anteilen (ICD-10: Z73.1) ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 205-5 f.). Aus psychiatrischer 

Sicht sei seit ca. Sommer 2018 in sämtlichen Tätigkeiten keine Arbeitsfähigkeit mehr vorhanden (IV-

act. 205-6 f.). Überwiegend wahrscheinlich sei bei inzwischen chronifiziertem Verlauf keine Besserung 

der Arbeitsfähigkeit durch medizinische Massnahmen mehr möglich. Eine Aggravation oder Simulation 

könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden (IV-act. 205-8).  

A.g Mit Stellungnahme vom 7. Juni 2022 äusserte RAD-Ärztin G.___, Fachärztin für Psychiatrie und 

Psychotherapie, Zweifel an der von med. pract. F.___ attestierten Arbeitsunfähigkeit der 

Beschwerdeführerin. Auf das Gutachten der Neurologie Toggenburg AG müsse formal und materiell 

abgestellt werden. Die daraus abgeleitete Arbeitsfähigkeit sei jedoch versicherungsmedizinisch nicht 

plausibel (vgl. IV-act. 206). 

A.h Im Rahmen interner Abklärungen kam der zuständige IV-Mitarbeiter zum Schluss, gemäss dem 

Fallverlauf und da die Versicherte sich subjektiv nicht arbeitsfähig sehe, seien weitere berufliche 

Massnahmen nicht zielführend. Das Gesuch verbleibe deshalb in der Rentenprüfung (vgl. IV-act. 208-

2; vgl. auch IV-act. 207).  

A.i Am 28. September 2022 stellte die IV-Stelle Rückfragen an die Neurologie Toggenburg AG bzw. 

med. pract. F.___ (IV-act. 212). Dieser beantwortete die Rückfragen mit Schreiben vom 6. Oktober 

2022. Ergänzend wies er darauf hin, die Gesamtsituation werde durch den RAD anscheinend deutlich 

anders eingeschätzt als durch ihn. Nach seiner langjährigen Erfahrung könne man oftmals zu einer 

anderen Einschätzung gelangen, wenn man die versicherte Person nicht persönlich untersucht habe. 

Das Studium der Akten vermöge eine persönliche Untersuchung nicht zu ersetzen. Im Zweifelsfall 

empfehle er deshalb, dass der RAD die Versicherte aufbiete und sich einen persönlichen Eindruck 

verschaffe (IV-act. 214, insbesondere 214-5).  

A.j Mit Stellungnahme vom 19. Oktober 2022 hielt RAD-Ärztin G.___ fest, der psychiatrische 

Sachverständige stelle stark auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin ab. Das 

Gesamtergebnis überzeuge nicht. Es würden zu viele Fragen offenbleiben. Da der Gutachter die 

Rückfragen als tendenziös eingeschätzt habe, seien erneute Rückfragen nicht zielführend. Auf das 

psychiatrische Teilgutachten könne nicht abgestellt werden (IV-act. 215). Gestützt auf diese RAD-

Stellungnahme entschied die IV-Stelle, eine erneute psychiatrische Begutachtung zur Klärung des 

medizinischen Sachverhalts in Auftrag zu geben. Mit der Begutachtung beauftragte sie Dr. med. H.___, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (vgl. IV-act. 216, 219 und 225). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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A.k Mit Gutachten vom 16. August 2023 kam Dr. H.___ zum Schluss, die Versicherte leide an keiner 

psychiatrischen Störung. Sie sei aus psychiatrischer Sicht nicht in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt 

(IV-act. 237-37).  

A.l Mit Stellungnahme vom 12. September 2023 hielt RAD-Ärztin G.___ fest, auf die Einschätzung 

von Dr. H.___ könne abgestellt werden (IV-act. 242). Mit Vorbescheid vom 2. November 2023 stellte 

die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-act. 243). 

Dagegen erhob die Versicherte am 10. bzw. am 30. November 2023, nun vertreten durch 

Rechtsanwältin Amanda Guyot, Einwand (IV-act. 251 f.).  

A.m Mit Verfügung vom 11. Januar 2024 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab. Aus 

versicherungsmedizinischer Sicht würden keine Diagnosen vorliegen, welche eine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit begründen würden (IV-act. 254). 

B.  

B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 9. Februar 2024. Die 

Beschwerdeführerin, weiterhin vertreten durch Rechtsanwältin Amanda Guyot, beantragt unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen, die Verfügung vom 11. Januar 2024 sei aufzuheben und die 

Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr ab 1. August 2019 eine ganze Rente auszurichten. 

Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, weitere 

medizinische Abklärungen (in Form eines persönlichen RAD-Untersuchs) vorzunehmen. Zur 

Begründung führt sie aus, gemäss dem vom Krankentaggeldversicherer eingeholten ersten 

psychiatrischen Gutachten vom 17. Juni 2019 habe Prof. B.___ ihr eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % 

attestiert. Diese gutachterliche Einschätzung stimme mit der Beurteilung des langjährigen und intensiv 

therapierenden behandelnden Psychiaters Dr. med. I.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, sowie den Klinikaustrittsberichten überein. Damit übereinstimmend sei auch das von 

der Beschwerdegegnerin korrekt mittels der zufallsbasierten MED@P-Plattform vergebene 

bidisziplinäre Gutachten der Neurologie Toggenburg AG vom 27. Mai 2022 zum Ergebnis gekommen, 

dass die Beschwerdeführerin seit Sommer 2018 psychiatrisch zu 100 % arbeitsunfähig sei. Nebst 

diesen beiden Gutachten seien auch die Erhebungen im Rahmen der beruflichen 

Integrationsmassnahmen beachtlich und geeignet, Zweifel an der fragwürdigen Begutachtung von Dr. 

H.___ zu schüren. Aus dem ausführlichen Schlussbericht vom 14. Oktober 2021 zu den sich über 

12 Monate erstreckenden Integrationsmassnahmen ergebe sich, dass die Beschwerdeführerin trotz 

subjektiver Eingliederungsbereitschaft sowohl bei der D.___ als auch bei einem externen Arbeitgeber 

objektiv nur eine sehr geringe Leistung habe erbringen können. Dem Ergebnis leistungsorientierter 

beruflicher Abklärungen dürfe nicht jegliche Aussagekraft für die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit 

abgesprochen werden. Durch frühere RAD-Stellungnahmen, die Einschätzung anlässlich der 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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beruflichen Massnahmen, die Behandler, Prof. B.___ und das Gutachten der Neurologie Toggenburg 

AG sowie die mehrfachen Klinikaufenthalte würden diverse Einschätzungen und Anhaltspunkte 

vorliegen, wonach dauerhaft keine verwertbare Arbeitsleistung bzw. eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % 

bestehe. Die Beschwerdegegnerin habe nicht das Recht, eine second opinion zum bereits in einem 

Gutachten festgestellten Sachverhalt einzuholen, wenn ihr das Ergebnis nicht gefalle. Für das Vorliegen 

einer unzulässig eingeholten second opinion spreche auch die Tatsache, dass auf das erste IV-

Gutachten (Neurologie Toggenburg AG) gemäss der Stellungnahme der RAD-Ärztin vom 7. Juni 2022 

formal und materiell abgestellt werden müsse. Besonders stossend sei, dass die second opinion in 

Form eines bloss monodisziplinären Gutachtens erfolgt sei und die Beschwerdegegnerin so freihändig 

über die Gutachtensvergabe an einen ihr genehmen Gutachter habe entscheiden können, von dem sie 

sich versprochen habe, dass eine Gesundschreibung erfolgen würde. Der vorgängig nicht vertretenen, 

rechtsunkundigen Beschwerdeführerin sei es nicht möglich gewesen, sich gegen die Veranlassung 

einer second opinion zu wehren. Sie habe sich dieser unterzogen. Dies ändere aber nichts daran, dass 

der medizinische Sachverhalt bereits davor beweiskräftig abgeklärt gewesen sei. Schliesslich könne 

auch inhaltlich nicht auf das Gutachten von Dr. H.___ abgestellt werden. Dieses stehe konträr zu den 

früheren Einschätzungen, ohne dass sich Anhaltspunkte für eine gesundheitliche Veränderung oder 

dafür, dass die früheren Einschätzungen falsch wären, ergeben würden. Der Erklärungsansatz Dr. 

H.___s, dass die Beschwerdeführerin für sich entschieden habe, in ihrem Leben schon genug 

gearbeitet zu haben, sei eine völlig haltlose Behauptung. Er widerspreche den Aufzeichnungen seitens 

beruflicher Massnahmen, in welchen immer eine grosse Motivation der Beschwerdeführerin 

beschrieben worden sei. Es könne nicht angehen, dass durch eine unzulässige, auch inhaltlich nicht 

überzeugende second opinion der ganze bisherige Verlauf und selbst die vom RAD als ausgewiesen 

erachtete hochgradige Arbeitsunfähigkeit bestritten werde. Sollte das Gericht zum Schluss kommen, 

dass weitere medizinische Abklärungen erfolgen müssten, so sei unter Verweis darauf, dass eine 

nochmalige umfassende Begutachtung nach bereits drei erfolgten Begutachtungen kaum zumutbar sei, 

der Vorschlag von med. pract. F.___, wonach sich der RAD ein persönliches Bild machen solle, zu 

befolgen (act. G1). 

B.b Mit Beschwerdeantwort vom 19. April 2024 beantragt die Beschwerdegegnerin die Abweisung 

der Beschwerde. Eventualiter sei ein Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben. Aus der RAD-

Stellungnahme gehe hervor, dass die Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der 

medizinischen Situation gemäss dem psychiatrischen Teilgutachten von med. pract. F.___ nicht 

einleuchte, die Schlussfolgerungen nicht nachvollziehbar begründet worden seien und die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände und Akten nicht schlüssig sei. 

Dieses Teilgutachten entspreche damit nicht den Vorgaben der Rechtsprechung und es bestünden 

konkrete Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen würden. Ihm habe deshalb kein 

Beweiswert zugesprochen werden können, sodass die Beschwerdegegnerin entschieden habe, eine 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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weitere psychiatrische Begutachtung in Auftrag zu geben. Bei der erneuten Expertise handle es sich 

gerade nicht um eine second opinion. Das orthopädische Teilgutachten sei demgegenüber 

beweiskräftig, sodass diesbezüglich keine weitere Begutachtung habe in Auftrag gegeben werden 

müssen und auch nicht hätte in Auftrag gegeben werden dürfen, weil dies eine unerlaubte second 

opinion gewesen wäre. Die Beschwerdegegnerin habe deshalb zu Recht eine monodisziplinäre 

psychiatrische Begutachtung in Auftrag gegeben. Das Gutachten von Dr. H.___ sei beweiskräftig, 

sodass die Beschwerdegegnerin zu Recht darauf abgestellt habe. Die angefochtene Verfügung sei 

demnach nicht zu beanstanden (act. G4). 

B.c Mit Replik vom 17. Mai 2024 macht die Beschwerdeführerin geltend, dem psychiatrischen 

Teilgutachten von med. pract. F.___ komme sehr wohl umfassender Beweiswert zu, zumal auch die 

Rückfragen nachvollziehbar und schlüssig beantwortet worden seien. Für eine erneute Begutachtung 

habe keine Veranlassung bestanden. Demgegenüber sei das Gutachten von Dr. H.___ mangelhaft. 

Vorliegend bestehe kein Raum für ein Gerichtsgutachten. Gestützt auf das überzeugende Gutachten 

der Neurologie Toggenburg AG, welches sich mit den Erkenntnissen der monatelangen Eingliederungs-

massnahmen decke, sei die Sache spruchreif und es könne über den Rentenanspruch befunden 

werden (act. G6).  

B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G8).  

Erwägungen 

1.  

1.1 Am 1. Januar 2022 trat das revidierte Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) in Kraft (Weiterentwicklung der IV [WEIV]; Änderung vom 19. Juni 2020, AS 2021 705, BBl 

2017 2535). Per 1. Januar 2024 trat zudem eine Änderung betreffend die Bestimmung des 

Invalideneinkommens (Art. 26bis Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 

831.201]) in Kraft. Entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Grundsätzen (vgl. BGE 144 

V 210 E. 4.3.1) ist nach der bis zum 31. Dezember 2021 geltenden Rechtslage zu beurteilen, ob bis zu 

diesem Zeitpunkt ein Rentenanspruch entstanden ist. Trifft dies zu, so erfolgt ein allfälliger Wechsel 

zum neuen stufenlosen Rentensystem nur unter bestimmten, in den Übergangsbestimmungen 

vorgesehenen Umständen (vgl. lit. b und c der Übergangsbestimmungen des IVG zur Änderung vom 

19. Juni 2020; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 5. Juni 2023, 9C_540/2022, E. 3.1). 

1.2 Vorliegend hat die Beschwerdeführerin sich am 29. Januar 2019 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung angemeldet. Aufgrund der Karenzfrist von sechs Monaten (Art. 29 Abs. 1 IVG) 

kann der zu prüfende Rentenanspruch somit frühestens per 1. Juli 2019 entstanden sein, wobei 

vorliegend gestützt auf die seit 17. August 2018 echtzeitlich attestierte Arbeitsunfähigkeit eine Rente ab 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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August 2019 beantragt wird. Demnach sind nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen 

Grundsätzen und unter Beachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung in zeitlicher Hinsicht 

vorliegend grundsätzlich die materiellen Bestimmungen in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung 

anwendbar. Da die Beschwerdeführerin am 1. Januar 2022 das 30. Altersjahr bereits zurückgelegt, das 

55. Altersjahr hingegen noch nicht vollendet hatte, bleibt ein allfälliger bisheriger Rentenanspruch so 

lange bestehen, bis sich ihr Invaliditätsgrad nach Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ändert (vgl. lit. b der 

Übergangsbestimmungen des IVG zur Änderung vom 19. Juni 2020). Die materiellen Bestimmungen 

werden dementsprechend nachfolgend in der bis 31. Dezember 2021 anwendbaren Fassung zitiert. 

2.  

2.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG versicherte Personen, die ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, während eines Jahres 

ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und 

nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch 

auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

50 % besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % 

ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist 

der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 

ATSG). Für die Beurteilung einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus 

objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 

2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, sind die Verwaltung und im Beschwerdefall das 

Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 

(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (Urteil 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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des Bundesgerichts vom 20. November 2024, 9C_765/2023, E. 3.2; BGE 125 V 351 E. 3a, je mit 

Hinweisen). Auf von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholte, den 

Anforderungen der Rechtsprechung entsprechende Gutachten externer Spezialärzte (sogenannte 

Administrativgutachten) ist abzustellen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der 

Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 135 V 466 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts vom 19. Mai 

2022, 8C_84/2022, E. 2.2).  

2.3 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des 

rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 157 E. 1a). Rechtserheblich sind dabei alle 

Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu 

entscheiden ist. Weitere Abklärungen sind etwa vorzunehmen, wenn der festgestellte Sachverhalt 

unauflösbare Widersprüche enthält oder wenn eine entscheidwesentliche Tatfrage bisher auf einer 

unvollständigen Beweisgrundlage beantwortet wurde. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden 

und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu 

veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden 

Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 146 V 240 E. 8.1 mit Hinweisen; UELI KIESER, ATSG-

Kommentar, 4. Aufl., 2020, Art. 61 N 107 und N 111). 

2.4 Zwar statuiert Art. 43 Abs. 1 ATSG die Sachverhaltsabklärung von Amtes wegen 

(Untersuchungsgrundsatz), wobei es im Ermessen des Versicherungsträgers liegt, darüber zu befinden, 

mit welchen Mitteln diese zu erfolgen hat. Im Rahmen der Verfahrensleitung kommt ihm ein grosser 

Ermessensspielraum bezüglich der Notwendigkeit, des Umfangs und der Zweckmässigkeit von 

medizinischen Erhebungen zu (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Mai 2007, U 571/06, E. 4.1). Die 

medizinische Begutachtung liegt jedoch nicht im uneingeschränkten Ermessen der rechtsanwendenden 

Stellen. Diese haben sich von rechtsstaatlichen Grundsätzen leiten zu lassen, wozu die Verpflichtung 

zur Objektivität und Unvoreingenommenheit ebenso gehört wie der Grundsatz der rationellen 

Verwaltung. Insbesondere beinhalten die für die Beurteilung des Leistungsanspruchs von Amtes wegen 

durchzuführenden notwendigen Abklärungen im Sinne von Art. 43 ATSG nicht das Recht des 

Versicherungsträgers, eine Zweitmeinung (second opinion) zum bereits in einem Gutachten 

festgestellten Sachverhalt einzuholen, wenn ihm dieser nicht passt. Diese Möglichkeit steht auch der 

versicherten Person sowie im Beschwerdefall dem kantonalen Gericht nicht offen. Es geht hier 

namentlich darum, in welchem Umfang und in welcher Tiefe Abklärungen vorzunehmen sind, damit der 

rechtserhebliche Sachverhalt als mit dem massgebenden Beweisgrad erstellt gelten kann. Dabei ergibt 

sich die Notwendigkeit der Anordnung eines weiteren Gutachtens aus der Beantwortung der Frage, ob 

bereits bei den Akten liegende (Administrativ-)Gutachten die inhaltlichen und beweismässigen 

Anforderungen an eine zu erstattende ärztliche Expertise erfüllen. Sprechen konkrete Indizien gegen 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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die Zuverlässigkeit einer Expertise, so hat sich der Versicherungsträger bzw. im Beschwerdefall das 

Gericht mit den im betreffenden Fall bei den Akten befindlichen medizinischen Berichten 

auseinanderzusetzen und zu begründen, weshalb nicht auf ein nach Art. 44 ATSG eingeholtes 

Administrativgutachten abgestellt werden kann, bevor ein weiteres Gutachten angeordnet wird. 

Andernfalls setzen sie sich dem Vorwurf aus, mit dem zusätzlichen Gutachten lediglich eine unzulässige 

second opinion einzuholen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 29. Mai 2007, U 571/06, E. 4.2, vom 

25. August 2021, 8C_133/2021, E. 4.2, vom 25. Januar 2022, 8C_604/2021, E. 8, vom 14. Juli 2023, 

8C_60/2023, E. 6.1, und vom 15. November 2023, 9C_542/2022, E. 2.3). 

2.5 Im Sozialversicherungsrecht gilt des Weiteren der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 

lit. c ATSG) und das Gericht hat seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes 

vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 

E. 5b und BGE 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen). 

2.6 Im Rahmen der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) dürfen sich die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht weder über die (den beweisrechtlichen Anforderungen genügenden) 

medizinischen Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sich die ärztliche Einschätzung und 

Schlussfolgerung zur Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten sozialversicherungsrechtlichen 

Relevanz und Tragweite zu eigen machen. Die medizinischen Fachpersonen und die Organe der 

Rechtsanwendung prüfen die Arbeitsfähigkeit je aus ihrer Sicht. Die rechtsanwendenden Behörden 

haben mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, ob die ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch 

invaliditätsfremde Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und soziokulturelle 

Belastungsfaktoren) mitberücksichtigt, die vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus 

unbeachtlich sind. Wo psychosoziale Einflüsse das Bild prägen, ist bei der Annahme einer 

rentenbegründenden Invalidität Zurückhaltung geboten (Urteile des Bundesgerichts vom 15. Mai 2017, 

8C_753/2016, E. 2.3, und vom 17. September 2024, 8C_48/2024, E. 5.4.2.1; BGE 141 V 281, je mit 

Hinweisen).  

2.7 Nach der früheren bundesgerichtlichen Rechtsprechung wurde bei leichten bis mittelschweren 

Störungen aus dem depressiven Formenkreis in der Regel angenommen, dass – aufgrund der nach 

gesicherter psychiatrischer Erfahrung regelmässig guten Therapierbarkeit – aus diesen keine 

invalidenversicherungsrechtlich relevanten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit resultiere. Solange 

diese Erkrankungen therapeutisch angehbar seien, fehle es ihnen an einem hinreichenden 

Schweregrad für eine invalidisierende Störung. Eine Therapieresistenz müsse überwiegend 

wahrscheinlich nachgewiesen sein und dürfe nur angenommen werden, wenn die aus fachärztlicher 

Sicht indizierten zumutbaren Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nachhaltig 

ausgeschöpft worden seien (vgl. beispielhaft Urteil des Bundesgerichts vom 15. Mai 2017, 

8C_753/2016, E. 3.2 und E. 4.3). Seit BGE 143 V 409 sind sämtliche psychischen Leiden, namentlich 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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auch depressive Störungen leicht- bis mittelgradiger Natur, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

grundsätzlich einem strukturierten Beweisverfahren anhand der sogenannten Standardindikatoren 

nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (siehe insbesondere BGE 143 V 409 E. 4.5.2; 

siehe auch Urteil des Bundesgerichts vom 20. Juni 2024, 9C_31/2024, E. 2.3, mit Hinweisen). Bei 

leichten bis mittelschweren depressiven Störungen ist, wie bei jeder geltend gemachten 

gesundheitsbedingten Erwerbsunfähigkeit, demnach im Einzelfall danach zu fragen, ob und wie sich 

die Krankheit leistungslimitierend auswirkt, wobei eine leistungs-, insbesondere rentenbegründende 

Invalidität jedenfalls eine psychiatrische, lege artis gestellte Diagnose voraussetzt (BGE 143 V 409 

E. 4.5.2).  

3.  

3.1 Die Beschwerdegegnerin stellt für ihre Beurteilung des Rentenanspruchs auf das Gutachten vom 

16. August 2023 von Dr. H.___ ab. Die Beschwerdeführerin will hingegen auf das Gutachten vom 

27. Mai 2022 der Neurologie Toggenburg AG, insbesondere auf das psychiatrische Teilgutachten von 

med. pract. F.___ abstellen. Es ist daher in erster Linie zu prüfen, von welchem medizinischen 

Sachverhalt auszugehen ist.  

3.2 Vorab ist festzuhalten, dass das Gutachten der Neurologie Toggenburg AG die Anforderungen 

der Rechtsprechung an ein beweiskräftiges Gutachten erfüllt. Es ist für die streitigen Belange 

umfassend und beruht auf einer persönlichen Untersuchung der Beschwerdeführerin durch die mit der 

Anamnese vertrauten Gutachter. Deren medizinische Einschätzungen sind sodann nachvollziehbar und 

einleuchtend (vgl. zum Ganzen IV-act. 205). Der Beweiswert des Gutachtens wurde denn auch vom 

RAD ursprünglich grundsätzlich anerkannt (vgl. IV-act. 206). 

3.3 Die RAD-Ärztin kritisierte mit ihrer Stellungnahme vom 7. Juni 2022 zwar, der 

psychopathologische Befund passe nicht ganz. Die psychiatrischen Einschränkungen und die 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien kaum nachvollziehbar. Aus versicherungsmedizinischer 

Sicht sei nicht nachvollziehbar, wie eine im privaten Alltag unauffällig funktionierende Person im 

beruflichen Kontext völlig arbeitsunfähig sein könne. Die seitens des psychiatrischen Gutachters 

gesehene "gute Fassade" sei soweit glaubhaft. Es sei plausibel, dass die Versicherte über ihre 

depressive Stimmung ein wenig hinwegtäusche. Nicht glaubhaft sei aber die völlige Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit einer ungelernten Arbeiterin mit einer mittelgradigen Depression mit somatischem 

Syndrom (IV-act. 206). 

3.4 Dem ist entgegenzuhalten, dass die RAD-Ärztin nicht darlegte, inwiefern die von med. pract. 

F.___ festgestellten Befunde und Einschränkungen unzutreffend sein sollen. Insbesondere ging sie von 

unzutreffenden Voraussetzungen aus, indem sie annahm, die Beschwerdeführerin funktioniere im 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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privaten Alltag unauffällig. So ist etwa einer Situationsabklärung einer Kundenbesucherin des 

damaligen Krankentaggeldversicherers vom 21. Januar 2019 zu entnehmen, dass die 

Beschwerdeführerin ihren Haushalt über Wochen hinweg vernachlässigt hatte (nichts mehr 

abgewaschen, Briefkasten nicht mehr geleert usw.), die Wohnung nur noch für Arzttermine verliess und 

für Tätigkeiten wie Einkaufen oder Spazierengehen von aussen motiviert werden musste (vgl. 

act. G4.2/1-69 ff.). Zeitweise war sie auf psychiatrische Spitex angewiesen (vgl. IV-act. 94-4). Aus 

einem Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. I.___ vom 8. Mai 2020 ergibt sich, dass bei der 

Beschwerdeführerin eine soziale Desintegration stattgefunden habe und keine regelmässigen 

Aktivitäten mehr stattfinden würden (vgl. IV-act. 47-3). Auch die Eingliederungsverantwortliche der 

Beschwerdegegnerin hielt am 8. Dezember 2020 wie auch am 10. Mai 2021 fest, gemäss der 

Bereichsleitung aus dem Einsatzprogramm des D.___s sei schon im Stillen beobachtet worden, dass 

die Beschwerdeführerin nach der Arbeit "total am Limit" sei. Die Beschwerdeführerin sei sehr motiviert 

für die berufliche Massnahme, wende jedoch einen grossen Aufwand auf, um deren Anforderungen zu 

erfüllen. Sie habe ausserhalb der Arbeitszeit keine Energie mehr und bleibe abgesehen vom Besuch 

von Therapien tatenlos zu Hause (vgl. IV-act. 122 und 175-8 ff.). Weiter ergibt sich aus den Akten, dass 

die Beschwerdeführerin immer wieder Mühe mit der Selbstfürsorge hatte und teilweise in leicht 

ungepflegtem bzw. lediglich durchschnittlich gepflegtem oder ausreichendem Allgemeinzustand zu 

Terminen erschien (vgl. beispielhaft act. G4.2/1-42, G4.2/4-17, IV-act. 184-3). Dies steht in frappantem 

Gegensatz zum Eindruck, den die Arbeitszeugnisse der Beschwerdeführerin vermitteln. Insbesondere 

ergibt sich aus einem Arbeitszeugnis aus der Gastrobranche, dass das Auftreten der 

Beschwerdeführerin jederzeit gepflegt und sauber war (IV-act. 58-1). Die Beschwerdeführerin war auch 

in verschiedenen anderen Branchen und Funktionen tätig, in denen der Kundenkontakt eine wichtige 

Rolle spielte. Diesbezüglich wurde ihr Verhalten in den Arbeitszeugnissen (mit Ausnahme der 

Arbeitsbestätigung des letzten Arbeitgebers, IV-act. 58-2; vgl. hierzu E. 4.5.2 nachstehend) stets positiv 

bewertet (vgl. IV-act. 58), was darauf hindeutet, dass sie damals ebenfalls beständig gepflegt 

aufgetreten ist. Dass die Beschwerdeführerin im hier interessierenden Zeitraum demgegenüber öfters 

knapp gepflegt wirkte, objektiviert demnach ebenfalls, dass sie im privaten Alltag entgegen der 

Einschätzung des RAD eben gerade nicht mehr unauffällig funktionierte. 

3.5 Hinzu tritt, dass die Beschwerdeführerin eine starke Leistungsorientierung, wenig eigene 

Wertschätzung (vgl. hierzu auch die Stellungnahme der früher für den Fall zuständigen RAD-Ärztin 

Dr. J.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 25. Juni 2020, IV-act. 52-2) und damit 

verbunden eine Tendenz hat, ihre Beschwerden zu verbergen. Das ergibt sich beispielsweise aus den 

Akten betreffend die beruflichen Massnahmen, wonach die Beschwerdeführerin betonte, ihr sei die 

Arbeit wichtig und es gehe ihr schlechter (psychisch), wenn sie zu Hause bleiben müsse (vgl. 

beispielhaft IV-act. 174-8). Sie war nachweislich bemüht, Verbindlichkeiten einzuhalten, in quantitativer 

wie qualitativer Hinsicht gute Arbeit zu leisten und die berufliche Massnahme durch nichts zu gefährden. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Zu diesem Zweck stellte sie ihre persönlichen Bedürfnisse zurück und versuchte trotz privater 

Erschöpfung, das Arbeitspensum weiter zu steigern, arbeitete vor, wenn ein auswärtiger Termin in ihre 

Arbeitszeit fiel, wollte eher Ferien beziehen als sich krankschreiben lassen und erschien auch dann zur 

Arbeit, wenn es ihr nicht gut ging (vgl. beispielhaft IV-act. 94-3, 94-4, 101-3, 116-4 f., 151-3, 175-10 und 

175-19). Ein weiterer Hinweis darauf, dass die Beschwerdeführerin ihr Leiden eher überspielt, findet 

sich im Bericht der Klinik K.___ vom 22. Dezember 2021, wo erwähnt wird, die Beschwerdeführerin 

habe Witze über sich selbst und ihren Leidensdruck gemacht, um sich nicht mit ihren Emotionen 

konfrontieren zu müssen (vgl. IV-act. 184-4). Med. pract. F.___ hielt in seinem Teilgutachten fest, die 

Beschwerdeführerin habe zunächst versucht, eine vordergründig humorvoll-ironisch getönte Fassade 

aufrechtzuerhalten, sei dann aber im Weiteren subdepressiv bis depressiv herabgestimmt gewesen, 

dann auch in der Modulation und Auslenkbarkeit vermindert. Schuldgefühle und Insuffizienzerleben 

seien ausgeprägt vorhanden gewesen (IV-act. 205-52). Der Gutachter leitete nachvollziehbar her, dass 

die Beschwerdeführerin kein ausreichendes Gefühl für eigene Grenzen habe ausbilden können, 

offensichtlich dazu neige, sich zu überfordern und zu erschöpfen (IV-act. 205-53). Sie sei für die 

beruflichen Massnahmen motiviert und engagiert gewesen und habe inhaltlich Freude daran gehabt. 

Sie sei aber nicht ausreichend belastbar gewesen und habe vordergründig mit somatischen 

Symptomen, eigentlich im Wesentlichen mit psychosomatischen Reaktionen auf Überforderung 

reagiert. Bei entsprechender Exploration habe sich auch ergeben, dass sie psychisch stark 

beeinträchtigt geblieben sei, insbesondere bei anhaltender Erschöpfung und Erschöpfbarkeit keine 

adäquate Leistungsfähigkeit habe aufbauen können (IV-act. 205-62). Insofern ist, wie auch die RAD-

Ärztin G.___ in ihrer Stellungnahme vom 7. Juni 2022 anerkannte, anzunehmen, dass die 

Beschwerdeführerin in der Regel eine "gute Fassade" aufrechtzuerhalten versucht. 

3.6 Während die RAD-Ärztin dann aber die Meinung vertrat, die völlige Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit einer ungelernten Arbeiterin mit einer mittelgradigen Depression mit somatischem 

Syndrom sei nicht glaubhaft (IV-act. 206), hat med. pract. F.___ einleuchtend erklärt, weshalb er eine 

vollständige Arbeitsunfähigkeit attestierte (vgl. IV-act. 205-53 ff.). Insbesondere legte med. pract. F.___ 

detailliert dar, dass die Behandlung der Beschwerdeführerin – bestehend aus einer umfassenden 

Medikation, die mehrfach gewechselt wurde, einer intensiven ambulanten (seit 2018 wöchentliche bis 

zweiwöchentliche Gesprächstermine, siehe beispielhaft act. G4.2/1-42, G4.2/1-69, IV-act. 74-3, 101-4) 

sowie einer tagesklinischen Behandlung und mehrerer stationärer Behandlungen – leitliniengerecht war 

und trotz guter Compliance nicht zu einer signifikanten Verbesserung geführt hat, sodass mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit ein chronischer Verlauf vorliegt (vgl. hierzu IV-act. 205-60 und 205-

52). Die intensive Therapie und gute Compliance lassen vorliegend rechtsprechungsgemäss auf einen 

erheblichen Leidensdruck der Beschwerdeführerin schliessen (vgl. hierzu auch BGE 143 V 409 E. 4.4). 

Dass dennoch keine Besserung eingetreten ist (selbst Dr. H.___ behauptet in seinem Gutachten keine 

Verbesserung des Gesundheitszustands, sondern geht davon aus, dass nie eine psychiatrische 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Diagnose bestanden habe, vgl. IV-act. 237-33 f. und 237-35), deutet darauf hin, dass die Erkrankung 

bisher therapieresistent war. Dies ist zwar für eine mittelschwere Störung aus dem depressiven 

Formenkreis ungewöhnlich (vgl. E. 2.7 vorstehend), wird aber vorliegend sowohl durch die 

Stellungnahme der früher zuständigen RAD-Ärztin vom 25. Juni 2020 als auch durch med. pract. F.___ 

nachvollziehbar damit erklärt, dass die Beschwerdeführerin eine starke Leistungsorientierung und 

wenig eigene Wertschätzung besitzt (IV-act. 52-2) bzw. eine sich in Verbindung mit der depressiven 

Erkrankung negativ auswirkende Persönlichkeitsakzentuierung mit selbstunsicheren und 

kompensatorisch leistungsorientierten Anteilen aufweist (IV-act. 205-5 f.). So hielt RAD-Ärztin J.___ in 

ihrer Stellungnahme vom 25. Juni 2020 insbesondere fest, wegen der starken Leistungsorientierung 

und der tiefen eigenen Wertschätzung sollte Teil der beruflichen Massnahme das Verbessern der 

Wahrnehmung der eigenen Belastbarkeitsgrenzen sein können (IV-act. 52-2). Sie setzte damit eine 

Steigerbarkeit der Arbeitsfähigkeit auch in leidensadaptierter Tätigkeit nicht als gegeben voraus, zumal 

sie für diesen Fall vorerst eine Rücksprache mit dem behandelnden Psychiater empfahl (vgl. IV-act. 52-

2). Selbst wenn in der Mehrzahl der Fälle depressive Episoden, adäquat behandelt, günstig verlaufen 

und es zu einer vollständigen Remission oder Teilremission innert weniger Monate kommt, kann es 

trotz lege artis durchgeführten Behandlungsmassnahmen zu chronischen Verläufen mit über 

zweijähriger Dauer kommen, wobei komorbide Leiden die Behandlungsdauer wesentlich beeinflussen 

können (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.3 mit Hinweisen). Der medizinische Sachverständige hat deshalb die 

Aufgabe, nachvollziehbar aufzuzeigen, weshalb trotz lediglich leichter bis mittelschwerer Depression 

und an sich guter Therapierbarkeit der Störung im Einzelfall funktionelle Leistungseinschränkungen 

resultieren, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken (vgl. hierzu auch BGE 143 V 409 E. 4.5.2). Dies 

ist im vorliegenden Fall, wie aufgezeigt, geschehen. 

3.7 Soweit RAD-Ärztin G.___ vorbrachte (IV-act.206), sowohl Prof. B.___ als auch die früheren RAD-

Einschätzungen seien von einer positiven Prognose ausgegangen, ist Folgendes klarzustellen: 

Prof. B.___ hielt in seinem Gutachten vom 17. Juni 2019 fest, unter den bisherigen therapeutischen 

Massnahmen sei keine nachhaltige Besserung des Störungsbildes eingetreten. Gegenwärtig halte er 

eine berufliche Eingliederung für verfrüht. Eine Intensivierung der Massnahmen mit stationärem 

Aufenthalt sei angezeigt. Der psychische Gesundheitszustand sei bis anhin als instabil einzustufen. Aus 

gutachterlicher Sicht sehe er weiterhin den Schwerpunkt auf diagnostischen und therapeutischen 

Massnahmen und daher eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als begründet an, wenn die vorgeschlagene 

Intensivierung der Massnahmen erfolge (act. G4.2/4-27). Es trifft also nicht zu, dass Prof. B.___ von 

einer hochprozentigen Wiedereingliederung ausging, wie die RAD-Ärztin meinte. Die von ihm angeregte 

Intensivierung der Behandlung (stationärer psychiatrischer Aufenthalt) fand in der Folge statt. Der 

behandelnde Psychiater Dr. I.___ ging ursprünglich davon aus, dass sich der Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin unter Behandlung bessern würde, musste seine Prognose aber aufgrund der 

andauernden Depression nach und nach anpassen (vgl. hierzu beispielhaft act. G4.2/1-43, G4.2/2-35 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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und IV-act. 164-3). Dasselbe gilt auch für die früheren RAD-Einschätzungen. Diese stellten zwar initial 

eine vorsichtig-positive Prognose (vgl. beispielhaft IV-act. 52-2), die jeweils betrauten RAD-

Fachpersonen mussten ihre Prognose dann aber ebenfalls anpassen (vgl. beispielhaft IV-act. 165).  

3.8 Auch durch die Indikatorenprüfung im strukturierten Beweisverfahren (vgl. hierzu E. 2.7 

vorstehend sowie BGE 145 V 215 E. 6 und BGE 143 V 418 E. 7.2) ergibt sich vorliegend, dass sich im 

Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild der Einschränkung der 

Beschwerdeführerin in allen Lebensbereichen ergibt. Med. pract. F.___ hat substanziiert dargelegt, aus 

welchen medizinisch-psychiatrischen Gründen die erhobenen Befunde das funktionelle 

Leistungsvermögen und die psychischen Ressourcen in qualitativer, quantitativer und zeitlicher Hinsicht 

schmälern und hat die sozialen Faktoren korrekt ausgeklammert, soweit sie direkt negative funktionelle 

Folgen zeitigten (IV-act. 205-44 ff. und 205-50 ff.; vgl. zu den funktionellen Folgen von psychosozialen 

und soziokulturellen Belastungsfaktoren BGE 141 V 281 E. 3.4.2.1 und E. 4.3.3 sowie Urteil des 

Bundesgerichts vom 7. Oktober 2019, 9C_371/2019, E. 5.1.3). Auf Nachfrage der RAD-Ärztin bzw. der 

Beschwerdegegnerin legte er die entsprechenden Einschränkungen mit Stellungnahme vom 6. Oktober 

2022 noch einmal ausführlich dar. Insbesondere zeigte er auf, inwiefern er die Beschwerdeführerin in 

ihren sozialen, beruflichen und sonstigen Funktionen leidensbedingt für beeinträchtigt hielt und dass 

die Beschwerdeführerin trotz vollständiger Arbeitsunfähigkeit kürzere Strecken mit dem Auto 

zurücklegen könne (siehe zum Ganzen IV-act. 214). In Bezug auf die Konsistenz und Plausibilität 

vermerkte der Gutachter, Anhaltspunkte für eine Aggravation oder Simulation bezogen auf psychische 

oder psychosomatische Einschränkungen hätten sich nicht ergeben. Vielmehr habe die 

Beschwerdeführerin dazu geneigt, eine Fassade aufrechtzuerhalten. Der von ihr geschilderte 

Tagesablauf widerspiegle das von ihr vorgegebene Beeinträchtigungsausmass. In der 

Gegenübertragung sei eine namhafte psychische Beeinträchtigung entsprechend auch aufspürbar. Die 

Beschwerdeführerin habe motiviert an Eingliederungsmassnahmen und verschiedenen 

therapeutischen Massnahmen teilgenommen (IV-act. 205-53 f.). 

3.9 Nachdem die depressive Erkrankung mit somatischem Syndrom somit bisher therapieresistent 

war und med. pract. F.___ dazu auch die Indikatorenprüfung nachvollziehbar und einleuchtend 

vorgenommen hat, ist gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung eine invalidisierende 

Wirkung der mittelgradigen Störung zu bejahen. 

3.10 Die RAD-Ärztin G.___ ging in diesem Zusammenhang unzutreffend davon aus, die 

Beschwerdeführerin habe im Rahmen der beruflichen Massnahmen eine Arbeitsfähigkeit von 50 % 

erreicht, sodass mindestens in diesem Rahmen, wenn nicht sogar zu 80 % Eingliederungspotential 

bestehe (IV-act. 206-3). Wie die Eingliederungsverantwortliche der Beschwerdegegnerin am 

25. Oktober 2021 festhielt, konnte nach einem Jahr Integrationsmassnahme trotz hohem Engagement 

der Beschwerdeführerin bis zur privaten Erschöpfung eben gerade keine verwertbare Arbeitsfähigkeit 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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für den ersten Arbeitsmarkt erreicht werden (IV-act. 177 und 175-19; vgl. auch IV-act. 191-2, wo die 

Beschwerdegegnerin unter dem Titel "IV-rechtliche Überlegungen" festhielt, der Verlauf habe gezeigt, 

dass auch nach tatkräftiger Unterstützung durch die Eingliederungsverantwortlichen keine verwertbare 

Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt habe erreicht werden können). Die Verantwortlichen des D.___s 

betonten zwar stets, dass die Beschwerdeführerin bei hoher Leistungsbereitschaft und Motivation 

speditiv arbeitete und die Qualität der Arbeit gut war (vgl. beispielhaft IV-act. 174-8). Dennoch sah der 

Einsatzbetrieb am Ende der beruflichen Massnahme offenkundig keine Arbeitsfähigkeit im ersten 

Arbeitsmarkt mehr als gegeben an, zumal er festhielt, sollte die Beschwerdeführerin eine Rente 

erhalten, biete man ihr eine Daueranstellung für ein Pensum von 47 % zu einem Monatslohn von 

Fr. 595.-- an (IV-act. 174-8), was offensichtlich nicht einem Lohn auf dem ersten Arbeitsmarkt 

entspricht. Demnach gingen auch die Verantwortlichen des D.___s am Ende der beruflichen 

Massnahme davon aus, dass die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit nicht mehr auf dem 

ersten Arbeitsmarkt werde verwerten können. 

3.11 Als Zwischenfazit ist nach dem Gesagten festzuhalten, dass das Gutachten der Neurologie 

Toggenburg AG die beweisrechtlichen Anforderungen (vgl. hierzu E. 2.2 vorstehend) erfüllt, sodass 

darauf abzustellen ist. 

4.  

4.1 Auch RAD-Ärztin G.___ kam in ihrer Stellungnahme vom 7. Juni 2022 noch zum Schluss, 

zusammenfassend müsse auf das Gutachten der Neurologie Toggenburg AG formal und materiell 

abgestellt werden. Die Diagnostik und die resultierenden Einschränkungen seien weitgehend plausibel 

(IV-act. 206-3). Dennoch erachtete sie die daraus abgeleitete Arbeitsfähigkeit als 

versicherungsmedizinisch nicht plausibel, wobei sie ihre Einschätzung nicht mit medizinischen Fakten 

belegte (IV-act. 206-3; zwar formulierte die RAD-Ärztin am 27. September 2022 Rückfragen an med. 

pract. F.___ [IV-act. 211], aber auch daraus ergeben sich keine wesentlichen medizinischen Tatsachen, 

welche der Gutachter unberücksichtigt gelassen oder unzutreffend gewürdigt hätte). Es handelt sich 

mithin um eine andere Einschätzung des gleichen medizinischen Sachverhalts durch die RAD-Ärztin. 

Die Arbeitsfähigkeit ist zudem, wie unter E. 2.6 vorstehend dargelegt, auch von der Rechtsanwendung 

zu prüfen. Diese Prüfung ergibt vorliegend, dass auf die fachärztliche Einschätzung von med. pract. 

F.___ abgestellt werden kann (siehe E. 3 vorstehend). 

4.2 Unter den gegebenen Umständen war es somit unzulässig, eine weitere psychiatrische 

Begutachtung anzuordnen. Dies hätte der Beschwerdegegnerin klar sein müssen, zumal RAD-Ärztin 

G.___ selbst ursprünglich die Auffassung vertrat, das medizinische Setting sei ausgeschöpft (IV-

act. 206), und erst nach der Beantwortung der Rückfragen an med. pract. F.___ aufgrund ihrer eigenen, 

vom Gutachter abweichenden Einschätzung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit der 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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16/22 

Beschwerdeführerin eine weitere Begutachtung empfahl. Da das medizinische Setting als ausgeschöpft 

betrachtet wurde und das Gutachten von med. pract. F.___ beweiskräftig ist, durfte keine neuerliche 

Begutachtung angeordnet werden. Vielmehr stand in diesem Fall einfach eine ärztliche Einschätzung 

(med. pract. F.___) einer anderen (RAD-Ärztin G.___) gegenüber. Zudem stimmte vorliegend die 

medizinisch-theoretische Einschätzung des Gutachters auch mit den Erkenntnissen der beruflichen 

Abklärungen überein, weshalb sich auch bezüglich der Frage der Eingliederungsfähigkeit keine 

nochmalige Begutachtung aufdrängte.  

4.3 Beim Gutachten von Dr. H.___ handelt es sich somit um eine second opinion, die nicht hätte 

eingeholt werden dürfen. Dass die Beschwerdeführerin sich dagegen nicht zum Vornherein zur Wehr 

gesetzt hat, ist nachvollziehbar, zumal sie damals noch keine Rechtsvertretung hatte und ihr 

dementsprechend das erforderliche Fachwissen fehlte und die Unzulässigkeit des Vorgehens der 

Beschwerdegegnerin im vorliegenden Einzelfall für einen Laien nicht ohne Weiteres erkennbar war. 

Verfahrensrechtliche Einwendungen sind zwar angesichts des auch für Private geltenden Grundsatzes 

von Treu und Glauben und des Verbots des Rechtsmissbrauchs so früh wie möglich, das heisst nach 

Kenntnisnahme eines Mangels bei erster Gelegenheit, vorzubringen. Verspätet vorgebrachte formelle 

Rügen (etwa betreffend den Ausstand) sind nicht zu berücksichtigen bzw. verwirkt. Indessen ist der 

Einwand, es handle sich bei einer Begutachtung um eine unzulässige second opinion, gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht formeller, sondern materieller Natur, weshalb er im Rahmen 

der Beweiswürdigung in der Hauptsache behandelt werden kann. Gegen die Anordnung einer 

Begutachtung kann somit zum einen unmittelbar durch Verlangen eines Zwischenentscheids darüber 

und Erheben eines Rechtsmittels dagegen beim kantonalen Versicherungsgericht (bzw. 

Bundesverwaltungsgericht) Beschwerde erhoben werden oder wenn davon kein Gebrauch gemacht 

wurde, kann – vorbehalten Ausstandsgründe, die unmittelbar geltend gemacht werden müssen – die 

Zweitbegutachtung, die sich auf den Inhalt der Endverfügung auswirkt, auch noch mit der Beschwerde 

gegen die Endverfügung angefochten werden (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 2. November 2020, 

9C_174/2020, E. 6.2.1, und vom 15. November 2023, 9C_542/2022, E. 4.1). Den Ausführungen der 

Beschwerdeführerin in der Beschwerde (act. G1) ist somit insofern beizupflichten, als sie sich im 

vorliegenden Beschwerdeverfahren gegen das Gutachten von Dr. H.___ mit dem Argument zur Wehr 

setzen kann, es handle sich dabei um eine unzulässige Zweitmeinung. 

4.4 Da bereits ein beweiskräftiges Administrativgutachten von med. pract. F.___ vorliegt, ist auf 

dieses abzustellen und erübrigt sich somit die Einholung weiterer medizinischer Stellungnahmen. Da 

sich der rechtlich relevante Sachverhalt somit als rechtsgenüglich abgeklärt erweist, ist auf die 

Eventualanträge der Beschwerdeführerin und -gegnerin nicht weiter einzugehen bzw. kann in 

antizipierter Beweiswürdigung auf die Einholung weiterer medizinischer Abklärungen verzichtet werden. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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17/22 

4.5 Selbst wenn das Gutachten von Dr. H.___ nicht als unzulässige second opinion eingestuft würde, 

weist es doch erhebliche Mängel auf, wie nachfolgend aufgezeigt wird.  

4.5.1 Die Beschwerdeführerin beanstandet, die Beschwerdegegnerin habe deshalb eine 

monodisziplinäre Abklärung in Auftrag gegeben, weil sie dadurch den Gutachter frei habe auswählen 

können, und impliziert damit, die Beschwerdegegnerin habe einen Gutachter beauftragt, bei dem sie 

davon ausging, er würde in ihrem Sinne entscheiden. Tatsächlich hat RAD-Ärztin G.___ spezifisch 

darum ersucht, entweder Dr. H.___ oder Dr. L.___ mit der neuerlichen Begutachtung zu beauftragen. 

Begründet hat sie dies damit, es brauche einen erfahrenen Gutachter, der den 

versicherungsmedizinischen Rahmen beherrsche. Im Gutachten von med. pract. F.___ sei die 

versicherungsmedizinische Schlussfolgerung nicht zufriedenstellend gewesen (vgl. IV-act. 221-2). 

Auch wenn das Anliegen der RAD-Ärztin verständlich ist, führte es vorliegend dazu, dass für die 

Fachperson, welche mit der zweiten Begutachtung beauftragt wurde, klar war, welches Ergebnis der 

RAD als zutreffend ansehen würde. Nachdem die RAD-Ärztin selbst in einer früheren Stellungnahme 

eine Arbeitsfähigkeitsschätzung von mindestens 50, wenn nicht sogar 80 % abgegeben hatte (IV-

act. 206-3) und das Gutachten F.___ hauptsächlich in Bezug auf dessen Arbeitsfähigkeitsschätzung 

kritisierte, ist naheliegend, dass sie sich von Dr. H.___ (bzw. Dr. L.___) erhoffte, dass er eine 

Arbeitsfähigkeit mindestens in dieser Höhe attestieren würde. Zwar darf von einem zertifizierten 

Gutachter erwartet werden, dass er sich durch die Erwartungshaltung des RAD nicht unsachlich in 

seiner Beurteilung beeinflussen lässt. Das gewählte Vorgehen war vorliegend aber jedenfalls nicht 

optimal.  

4.5.2 Dr. H.___ stützt sich für seine Einschätzung offenbar wesentlich auf die Angaben des letzten 

Arbeitgebers der Beschwerdeführerin. Er leitet daraus ab, dass die Angaben der Beschwerdeführerin 

in Bezug auf den letzten Arbeitsplatz "gemäss den Fremdauskünften in keiner Art und Weise stimmen" 

dürften (IV-act. 237-33), weswegen man auch ihre anderen Angaben in Frage hätte stellen müssen. 

Diese Argumentation überzeugt nicht. In der erwähnten letzten Anstellung entstand bereits nach kurzer 

Zeit ein Konflikt. Der Beschwerdeführerin wurde von ihrem Behandler eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit attestiert und der Krankentaggeldversicherer des Arbeitgebers richtete in der Folge 

über einen Zeitraum von zwei Jahren Leistungen aus (vgl. zum Ganzen act. G4.2). Der Arbeitgeber 

hegte als Folge davon offenbar einen erheblichen Groll gegen die Beschwerdeführerin. Gegenüber der 

Beschwerdegegnerin bezeichnete er die Beschwerdeführerin dementsprechend als Lügnerin und 

Betrügerin und in keiner Weise arbeitswillig. Sie habe nie angeschlagen oder auffällig im Sinne von 

krank gewirkt (vgl. IV-act. 89-1). Diese Aussage steht im Gegensatz zu den übrigen bei den Akten 

liegenden Arbeitszeugnissen der Beschwerdeführerin (IV-act. 58), welche sich positiv bis sehr positiv 

über ihre Leistungen und ihr Verhalten äusserten. Ausserdem steht sie auch in krassem Widerspruch 

zu den Abklärungsergebnissen des Krankentaggeldversicherers des letzten Arbeitgebers, namentlich 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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18/22 

dem von diesem veranlassten Gutachten von Prof. B.___ (act. G4.2/4-8 ff.), welcher der 

Beschwerdeführerin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit explizit bescheinigte. Dass Dr. H.___ aufgrund 

der in keiner Art und Weise belegten Behauptungen des letzten Arbeitgebers sämtliche Angaben der 

Beschwerdeführerin in Frage stellte (IV-act. 237-33), geht deshalb nicht an, zumal sich aus den 

(medizinischen) Vorakten eine hohe Leistungsbereitschaft im Job sowie ein Aufrechterhalten der 

Fassade bis zur Erschöpfung ergibt. Insbesondere blendete Dr. H.___ die Ergebnisse der beruflichen 

Massnahmen aus, bzw. unterstellt, dass die Beschwerdeführerin nicht nur die 

Eingliederungsverantwortliche der Beschwerdegegnerin, sondern auch die Fachpersonen des D.___s 

über den Zeitraum von rund einem Jahr konstant in die Irre geführt habe. Dies leuchtet nicht ein. Im 

Rahmen der beruflichen Massnahmen wurde das Verhalten der Beschwerdeführerin auch im Stillen 

beobachtet (vgl. IV-act. 175-9) und blieb über den Zeitraum von rund einem Jahr widerspruchsfrei 

zuverlässig, motiviert und engagiert (vgl. IV-act. 175-19). So richtete die Beschwerdeführerin sich etwa 

ihren Arbeitsplatz selbständig und kreativ mit Hilfsmitteln ein, um die Arbeitsschritte zu vereinfachen 

(vgl. beispielhaft IV-act. 163-2), holte Arbeit vor, um nicht wegen Behandlungsterminen das 

Tagespensum reduzieren zu müssen (vgl. beispielhaft IV-act. 120-3), und zeigte sich auch bei einem 

externen Arbeitgeber als zuverlässig und arbeitswillig, sodass dieser sehr zufrieden mit ihr war (vgl. IV-

act. 117). Es war denn auch nicht die Beschwerdeführerin, welche für sich keine Arbeitsfähigkeit mehr 

auf dem ersten Arbeitsmarkt sah, sondern die Eingliederungsverantwortliche und die Fachpersonen 

des D.___s.  

4.5.3 Hinweise auf Simulation, Aggravation oder auch nur Verdeutlichung finden sich in den Vorakten 

denn auch keine (beide Gutachter der Neurologie Toggenburg AG haben keine entsprechenden 

Tendenzen festgestellt, sondern vielmehr festgehalten, der Beschwerdevortrag der 

Beschwerdeführerin sei sachlich und angemessen, vgl. IV-act. 205-5, 205-8, 205-21 und 205-53). Im 

Gegenteil scheint die Beschwerdeführerin, wie bereits dargelegt, ihre schlechte Verfassung jeweils eher 

heruntergespielt oder verborgen zu haben (vgl. hierzu E. 3.5 vorstehend), wie med. pract. F.___ in 

seinem Gutachten auch festhielt (IV-act. 205-53). 

4.5.4 Dass Dr. H.___ kritisierte, die Beschwerdeführerin hätte "wegen Erfolglosigkeit längst den 

Psychiater gewechselt", wenn sie gesund werden und wieder hätte arbeiten wollen (IV-act. 237-35), ist 

angesichts der überzeugenden Ausführungen von med. pract. F.___, wonach die Therapie 

leitliniengerecht erfolgt sei (vgl. hierzu IV-act. 205-59 f.; siehe auch E. 3.6 vorstehend), nicht 

nachvollziehbar. 

4.5.5  Dr. H.___ stellte unter anderem deshalb keine psychiatrische Diagnose, weil er während der 

persönlichen Untersuchung keine Einschränkungen bei der Beschwerdeführerin feststellte (vgl. IV-

act. 237-27 f. und 237-31). In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass schon Prof. B.___ 

Unkonzentriertheit und trotz Offenheit und Kooperationswilligkeit Schwierigkeiten, den Sachverhalt 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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nachvollziehbar darzustellen, bei der Beschwerdeführerin bemerkt hatte (act. G4.2/4-17). Auch im 

Bericht der Klinik M.___ vom 15. März 2019 über die ambulante Behandlung wurde festgehalten, die 

Beschwerdeführerin sei im Kontakt offen und zugewandt gewesen, Konzentrations-, Merkfähigkeits- 

und Aufmerksamkeitsdefizite seien aber deutlich erkennbar gewesen (IV-act. 21-2). Ebenso wurde im 

Bericht der Klinik K.___ vom 22. Dezember 2021 ausgeführt, bei der Beschwerdeführerin liege eine 

leichte Konzentrations- und Gedächtnisstörung vor (IV-act. 184-3 und 184-5). Schliesslich stellte auch 

med. pract. F.___ bei der Beschwerdeführerin eine mitunter leicht eingeschränkte Konzentration fest 

(IV-act. 205-51). Dr. H.___ kann deshalb nicht gefolgt werden, soweit er die Meinung vertrat, "die ganze 

Geschichte" präsentiere sich in den Akten sehr auffällig im Sinne von widersprüchlich (IV-act. 237-31). 

Namentlich legte Dr. H.___ nicht dar, inwiefern sowohl Prof. B.___ als auch med. pract. F.___ nicht 

lege artis vorgegangen sein sollten, indem sie unabhängig voneinander die Diagnose des 

behandelnden Psychiaters nach sorgfältiger Anamneseerhebung und persönlicher Untersuchung 

bestätigten. Er beschränkte sich hauptsächlich darauf, seine eigene Meinung an die Stelle jener des 

Vorgutachters zu stellen, die Einschätzung von med. pract. F.___ als "schlicht falsch" zu bezeichnen 

(vgl. IV-act. 237-35) und ansonsten lediglich auszuführen, dass die Diagnose einer depressiven 

Episode falsch gewesen sei, zeige sich anhand der Arbeitsintegrationsversuche, bei denen die 

Beschwerdeführerin zum Teil sehr gute Leistungen gezeigt habe, dies jedoch immer wieder "durch 

irgendwelche angeblichen somatischen Krankheiten selbst torpediert" habe (IV-act. 237-35). Dr. 

H.___s Beurteilung, welche die Beschwerdeführerin im Wesentlichen als nicht motivierte Lügnerin mit 

Rentenbegehrlichkeit und arbeitsverweigerndem Verhalten (vgl. zu letzterem IV-act. 237-36) darstellt, 

lässt sich nicht mit den in sich stimmigen Vorakten vereinbaren. Insbesondere passt sie eben gerade 

nicht zum Bild, welches sich aus den Unterlagen zu den beruflichen Massnahmen ergibt.  

4.5.6 Nach der Rechtsprechung obliegt die abschliessende Beurteilung der sich aus einem 

Gesundheitsschaden ergebenden funktionellen Leistungsfähigkeit in der Hauptsache den ärztlichen 

Fachkräften. Allerdings darf den Ergebnissen leistungsorientierter beruflicher Abklärungen nicht 

jegliche Aussagekraft für die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit abgesprochen werden. Es wäre aber 

auch nicht sachgemäss, allein auf diese Evaluationen abzustellen, weil sie in der Regel auf 

berufspraktischen Beobachtungen beruhen, welche in erster Linie die dabei erhobene, subjektive 

Arbeitsleistung der versicherten Person wiedergeben. Steht indessen eine medizinische Einschätzung 

der Leistungsfähigkeit in offensichtlicher und erheblicher Diskrepanz zu einer Leistung, wie sie während 

einer ausführlichen beruflichen Abklärung bei einwandfreiem Arbeitsverhalten/-einsatz der versicherten 

Person effektiv realisiert und gemäss Einschätzung der Berufsfachleute objektiv realisierbar ist, vermag 

dies ernsthafte Zweifel an den ärztlichen Annahmen zu begründen und ist die Einholung einer klärenden 

medizinischen Stellungnahme grundsätzlich unabdingbar (Urteile des Bundesgerichts vom 24. April 

2024, 8C_606/2023, E. 4.2.1, und vom 31. Mai 2023, 9C_462/2022, E. 4.2.2.1, je mit Hinweisen). In 

solchen Fällen ist es Sache der Verwaltung oder des Gerichts, gemäss dem Grundsatz der freien 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Beweiswürdigung die Bewertungen der Ärzte und Berufsfachleute zu vergleichen und gegebenenfalls 

weitere Abklärungen zu veranlassen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2019, 

9C_441/2019, E. 3.1, und vom 16. Januar 2014, 9C_512/2013, E. 5.2.1). 

4.5.7 Vorliegend steht die medizinische Einschätzung Dr. H.___s in offensichtlicher und erheblicher 

Diskrepanz zu den Leistungen, welche die Beschwerdeführerin während der beruflichen Massnahmen 

erbracht hat. Nachdem die Beschwerdeführerin von allen Seiten (Eingliederungsverantwortliche, 

Fachkräfte des D.___s, externer Arbeitgeber und Behandler) während des Zeitraums von rund einem 

Jahr als durchwegs zuverlässig, sehr engagiert und motiviert wahrgenommen wurde, vermag die 

Beurteilung von Dr. H.___ nicht zu überzeugen.  

4.6 Wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt, kann der Einschätzung der RAD-Ärztin, 

welche das Gutachten von Dr. H.___ als "sehr gut nachvollziehbare Beurteilung" angesehen hat (vgl. 

IV-act. 242), nicht gefolgt werden. Auf das Gutachten von Dr. H.___ könnte selbst dann nicht abgestellt 

werden, wenn es sich dabei nicht um eine unzulässige second opinion handeln würde (vgl. dazu vorne 

E. 4.3), da es sich aufgrund der soeben in E. 4.5 aufgezeigten Mängel als nicht beweiskräftig erweist.  

4.7 Demgegenüber ist das Gutachten der Neurologie Toggenburg AG, insbesondere auch das 

Teilgutachten von med. pract. F.___, beweiskräftig, sodass darauf abzustellen ist. Dies schliesst nicht 

aus, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in Zukunft stabilisieren und verbessern 

könnte, sodass neuerliche berufliche Massnahmen und im Optimalfall eine Reintegration in den ersten 

Arbeitsmarkt möglich würden, zumal die Beschwerdeführerin stets zum Ausdruck gebracht hat, dass 

sie gerne wieder arbeiten würde und die Tagesstruktur einer Erwerbsbeschäftigung sehr schätzt. Ob 

es zu einer Verbesserung des Gesundheitszustands kommt, wird im Rahmen der ordentlichen 

Revisionsverfahren zu prüfen sein.  

5.  

5.1 Aufgrund des beweiskräftigen Gutachtens von med. pract. F.___ ist die Beschwerdeführerin 

überwiegend wahrscheinlich seit Sommer 2018 in sämtlichen Tätigkeiten 100 % arbeitsunfähig (IV-

act. 205-6 f.). Nachdem seit 17. August 2018 eine Arbeitsunfähigkeit ärztlich bestätigt ist (vgl. IV-act. 1-

7; act. G4.2/1-8), ist das Wartejahr nach Art. 28 IVG im Sommer 2019 abgelaufen, sodass die 

Beschwerdeführerin ab 1. August 2019 Anspruch auf eine Invalidenrente hat. Bei einer vollständigen 

Arbeitsunfähigkeit liegt der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin unstreitig bei mehr als 70 %, 

sodass sich Ausführungen zur Berechnung des Invaliditätsgrades, zum Einkommensvergleich bzw. 

zum Prozentvergleich und zum Tabellenlohnabzug (vgl. zum Ganzen Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 

ATSG sowie Urteile des Bundesgerichts vom 20. April 2018, 9C_833/2017, E. 2.2, und vom 23. Mai 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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2019, 9C_851/2018, E. 5.1) erübrigen und die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine ganze Rente hat 

(Art. 28 Abs. 2 IVG). 

5.2 Die Beschwerde ist nach dem Gesagten gutzuheissen. Die angefochtene Verfügung vom 

11. Januar 2024 ist aufzuheben und der Beschwerdeführerin ist ab 1. August 2019 eine ganze Rente 

zuzusprechen. Die Sache ist zur Berechnung der Invalidenrente an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Bei der Ausrichtung der Rentenleistungen wird die Beschwerdegegnerin zu beachten 

haben, dass die Beschwerdeführerin während der beruflichen Abklärungen (14. September 2020 bis 

30. September 2021) IV-Taggeldleistungen bezog (vgl. beispielhaft IV-act. 69 f., 72 bzw. IV-act. 82 

[Neuberechnung]; siehe auch IV-act. 108, 131 und 158). Dies führt – unter Vorbehalt von Art. 20ter 

Abs. 1 IVV – dazu, dass für die IV-Taggeldperiode keine Rentenleistungen geschuldet sind bzw. der 

Rentenanspruch unterbrochen wird (Art. 29 Abs. 2 IVG; ULRICH MEYER/MARCO REICHMUTH, 

Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], in Hans-Ulrich Stauffer/Basile Cardinaux [Hrsg.], 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl., 2022, Art. 29 N 10 f.). 

5.3 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 

und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis 

IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit 

angemessen. Ausgangsgemäss ist die Gerichtsgebühr der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.  

5.4 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei Anspruch auf Ersatz 

der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne 

Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht 

nach Art. 22 Abs. 1 lit. b Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. 

Im vorliegenden Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- (inkl. Barauslagen 

und Mehrwertsteuer) als angemessen. 

  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Entscheid 

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  

In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 11. Januar 2024 aufgehoben und der 

Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. August 2019 eine ganze Rente zugesprochen. Zur Berechnung 

und Auszahlung der Rentenleistungen wird die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 

2.  

Die Beschwerdegegnerin bezahlt die Gerichtskosten von Fr. 600.--. Der Beschwerdeführerin wird der 

geleistete Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 

3.  

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteienschädigung von Fr. 4'000.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 13.03.2025
	Art. 43, 44 und 61 ATSG; Art. 28 und 29 IVG. Beweiswert eines psychiatrischen Teilgutachtens. Berücksichtigung der Ergebnisse beruflicher Abklärungen im versicherungsmedizinischen Kontext. Unzulässigkeit der Einholung einer second opinion. Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer und rechtlicher Sicht (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. März 2025, IV 2024/33).

		2026-01-28T04:37:14+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen