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**Case Identifier:** 04016c3f-67b4-5417-b02c-4bcdde52a200
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 14.06.2021 IV 2019/191
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2019-191_2021-06-14.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2019/191

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 20.12.2021

Entscheiddatum: 14.06.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 14.06.2021
Die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung vermag nur für die Zeit nach 
der zweiten teilstationären psychiatrischen Behandlung zu überzeugen. 
Zuvor ist auf die Einschätzungen der behandelnden Ärzte abzustellen. 
Zusprache einer befristeten halben Rente (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. Juni 2021, IV 
2019/191).

Entscheid vom 14. Juni 2021

Besetzung

Präsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Markus Jakob

Geschäftsnr.

IV 2019/191

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___, gelernter Elektromechaniker EFZ (nachfolgend: Versicherter), arbeitete 

zuletzt (bis Anfang 2010) für eine Temporärfirma als Maschinenmonteur. Danach war er 

arbeitslos bzw. nichterwerbstätig, absolvierte jedoch verschiedene vom Regionalen 

Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) und vom Sozialamt organisierte Arbeitsprogramme 

(IV-act. 1, 3, 9, 22-1).

A.a. 

Ab dem 17. August 2016 wurde dem Versicherten von den Ärzten des 

Psychiatrischen Zentrums B.___ eine krankheitsbedingte 50%ige und ab dem 10. 

Oktober 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (IV-act. 6). Am 2. Dezember 

2016 (Eingang IV-Stelle: 5. Dezember 2016) meldete sich der Versicherte zum Bezug 

von IV-Leistungen an (Berufliche Integration/Rente; IV-act. 1). Im Arztbericht des 

Psychiatrischen Zentrums B.___ vom 21. Dezember 2016 diagnostizierten Dr. med. 

C.___ und lic. phil. D.___ eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), sowie einen schädlichen Gebrauch von Alkohol 

(ICD-10: F10.26), gegenwärtig episodischer Substanzgebrauch (IV-act. 10). In der 

Stellungnahme vom 4. Januar 2017 ging RAD-Ärztin med. pract. E.___, Fachärztin für 

Psychiatrie und Psychotherapie, gestützt auf die Akten von einem gewissen 

Eingliederungspotential respektive von einer zirka 50%igen Arbeitsfähigkeit des 

Versicherten ab Mitte Januar 2017 aus (IV-act. 14). Im Austrittsbericht vom 13. Februar 

2017 über die Behandlung des Versicherten in der Tagesklinik des Psychiatrischen 

Zentrums B.___ vom 12. September 2016 bis 20. Januar 2017 diagnostizierten Dr. 

C.___ und lic. phil. D.___ noch eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11). Bescheinigt wurde 

eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis 31. Januar 2017. Die Nachbehandlung des 

Versicherten fand im Ambulatorium des Psychiatrischen Zentrums B.___ statt (IV-act. 

21). Im Februar/März 2017 absolvierte der Versicherte eine vom Sozialamt organisierte 

A.b. 

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vierzehntägige Schnupperphase in der Schreinerei der Institution F.___. Die berufliche 

Abklärung ergab eine Nichteignung des Versicherten für den ersten Arbeitsmarkt. Der 

F.___ bot dem Versicherten eine Anstellung mit einem 50%-Pensum ab dem 3. April 

2017 an. Die IV-Stelle erachtete eine Integrationsmassnahme mit dem Ziel der 

Wiederintegration in den ersten Arbeitsmarkt als zweckmässiger als eine Anstellung im 

zweiten Arbeitsmarkt im F.___. Nach Rücksprache mit der behandelnden Psychiaterin 

entschied sich der Versicherte für die Anstellung im F.___ mit dem Ziel, zumindest 

vorerst eine Stabilität im zweiten Arbeitsmarkt aufzubauen (IV-act. 23). Im Arztbericht 

des Psychiatrischen Zentrums B.___ vom 11. Juli 2017 wurde dem Versicherten – bei 

gleicher Diagnose – eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit 

als Maschinenmonteur ab dem 27. Februar 2017 attestiert. Im Weiteren wurde erwähnt, 

dass der Versicherte unter körperlichen Einschränkungen leide. So führten 

wiederkehrende Abszesse, bei denen jeweils operativ interveniert werden müsse, zu 

längerfristigen Krankheitsabsenzen. Zudem leide der Versicherte an Schmerzen an den 

Händen und Deformationen an den Handgelenken (IV-act. 27).

In der Stellungnahme vom 30. August 2017 erklärte RAD-Ärztin med. pract. E.___, 

dass sie die diagnostische Einschätzung der behandelnden Ärzte nicht nachvollziehen 

könne, denn die im psychopathologischen Befund angegebenen Symptome 

entsprächen einer leicht- bis maximal mittelgradigen depressiven Störung (ohne 

somatisches Syndrom). Sie schätzte aus psychiatrischer Sicht die Arbeitsfähigkeit auf 

dem ersten Arbeitsmarkt auf mindestens 50 % und schloss eine Steigerung nicht aus 

(IV-act. 29).

A.c. 

Mit Schreiben vom 1. September 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Abweisung des Leistungsbegehrens um berufliche Massnahmen mit, denn gemäss der 

Eingliederungsverantwortlichen der IV-Stelle sehe er sich nicht in der Lage, an 

beruflichen Massnahmen teilzunehmen (IV-act. 32).

A.d. 

In einem undatierten Arztbericht (Eingang IV-Stelle: 16. November 2017) 

diagnostizierte med. pract. G.___, Facharzt für Allgemeinmedizin, rezidivierende 

Abszess-Bildungen wechselhafter Lokalisation sowie eine rezidivierende depressive 

Störung, mittelgradig, mit somatischen Symptomen. Wegen Rückenschmerzen sei der 

A.e. 

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Versicherte in physiotherapeutischer Behandlung. Aus medizinischer Sicht sei ihm die 

bisherige Tätigkeit in einem 50%-Pensum zumutbar (IV-act. 37).

Von 12. Februar bis 12. April 2018 war der Versicherte erneut in der Tagesklinik 

des Psychiatrischen Zentrums B.___ in Behandlung. Im Arztbericht vom 3. April 2018 

wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), und ohne Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit anamnestisch psychische Störungen und Verhaltensstörungen durch 

den schädlichen Gebrauch von Alkohol (seit ca. 8 Jahren episodischer 

Substanzgebrauch; ICD-10: F10.1) diagnostiziert. Zur Arbeitsfähigkeit wurde erklärt, 

dass derzeit eine Teilzeitbeschäftigung im geschützten Rahmen – jedoch nicht im 

ersten Arbeitsmarkt – möglich sei (IV-act. 47). Am 11. Juni 2018 wurde der Versicherte 

in der Psychiatrie H.___, testpsychologisch untersucht. Die Untersuchung zeigte, dass 

die Kriterien für eine selbstunsichere und depressive Persönlichkeitsstörung erfüllt 

waren, wobei jedoch die depressive Persönlichkeit aufgrund der Achse-I-Störung 

überlagert sein dürfte. Zudem gebe es Hinweise auf eine rezidivierende depressive 

Symptomatik, aktuell teilremittiert (IV-act. 54-3ff.). Im Arztbericht vom 2. Juli 2018 

erklärte Dr. med. I.___, Hautarztpraxis I.___ AG, dass der Versicherte keine IV-relevante 

dermatologische Diagnose habe (IV-act. 55; vgl. dazu den Arztbericht des 

Departements Innere Medizin, Infektiologie/Spitalhygiene, des Kantonsspitals St. 

Gallen [nachfolgend: KSSG] vom 4. Juli 2018, IV-act. 58). Aufgrund der Stellungnahme 

des RAD vom 24. August 2018 (IV-act. 62) veranlasste die IV-Stelle eine 

polydisziplinäre Begutachtung (Allgemeine Innere Medizin, Neuropsychologie, 

Orthopädie und Psychiatrie) des Versicherten (IV-act. 63ff.).

A.f. 

Das polydisziplinäre Gutachten der estimed AG vom 15. Februar 2019 (IV-act. 74) 

beruht auf den IV-Akten sowie der allgemeinen internistischen Untersuchung vom 13. 

November 2018 durch Dr. med. J.___, Fachärztin für Innere Medizin FMH, der 

psychiatrischen Untersuchung vom 21. November 2018 durch med. pract. K.___, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, der neuropsychologischen Untersuchung 

vom 11. Dezember 2018 durch lic. phil. L.___, Neuropsychologin, und Dipl.-Psych. 

M.___, Fachpsychologin für Neuropsychologie und Psychotherapie, sowie der 

orthopädischen Untersuchung vom 16. Januar 2019 durch Dr. med. N.___, Facharzt für 

Orthopädie und Rheumatologie, (vgl. IV-act. 74-8, 74-106). Die Fachpersonen stellten 

A.g. 

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ausschliesslich Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: eine 

Hypothyreose, rezidivierende Abszess-Bildungen und Follikulitiden wechselhafter 

Lokalisation (akten-anamnestisch seit Ende 2017), Acne inversa ED 03/2018, 

Nikotinkonsum kumulativ ca. 12 pack years, ein Zustand nach rezidivierenden 

depressiven Störungen, nicht näher bezeichnet (ICD-10: F33.9), eine Dysthymia 

(ICD-10: F34.1), psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol, 

Abhängigkeitssyndrom, aktuell Substanzgebrauch (ICD-10: F10.2), psychische und 

Verhaltensstörungen durch Cannabinoide, Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig 

Substanzgebrauch (ICD-10: F12.2), Zustand nach psychischer und Verhaltensstörung 

durch multiplen Substanzgebrauch und Konsum anderer psychotroper Substanzen, 

Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent, sowie eine akzentuierte Persönlichkeit 

(dependente, asthenische, selbstunsichere, dysthyme strukturierte 

Primärpersönlichkeit mit soziophoben "Einsprengseln", ICD-10: Z73.1; IV-act. 74-13). 

Ausgegangen wurde sowohl bezüglich der angestammten Tätigkeit als auch einer 

Verweistätigkeit von einer vollen Arbeitsfähigkeit seit mindestens 1. Januar 2018 (IV-

act. 74-15ff.).

In der Stellungnahme vom 25. März 2019 erachtete RAD-Ärztin med. pract. E.___ 

die Arbeitsfähigkeit ausser während der beiden teilstationären Behandlungen in den 

Jahren 2016/2017 und 2018 als nicht eingeschränkt (IV-act. 75).

A.h. 

Mit Vorbescheid vom 8. Mai 2019 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass 

vorgesehen sei, das Gesuch um eine Invalidenrente abzuweisen, denn die Abklärungen 

hätten ergeben, dass aus versicherungsmedizinischer Sicht keine objektivierbare 

Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vorliege. Demzufolge könne von einer 

vollen Arbeitsfähigkeit in der angestammten wie auch in jeder adaptierten Tätigkeit 

ausgegangen werden (IV-act. 77). Am 12. Juni 2019 erhob der Versicherte Einwand 

gegen den Vorbescheid vom 8. Mai 2019 und beantragte Eingliederungsmassnahmen 

(IV-act. 86).

A.i. 

Mit Verfügung vom 24. Juni 2019 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab. Zur 

Begründung wurde angeführt, dass aus versicherungsmedizinischer Sicht keine 

objektivierbare Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vorliege, weshalb von 

einer vollen Arbeitsfähigkeit in der angestammten wie auch in jeder adaptierten 

A.j. 

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B.  

Tätigkeit ausgegangen werden könne. Der Invaliditätsgrad betrage 0 %. Zum Einwand 

des Beschwerdeführers vom 12. Juni 2019 wurde erklärt, der vorliegende primäre 

Suchttyp schliesse eine Rentenleistung von vorherein aus. Zu den geforderten 

beruflichen Massnahmen wurde ausgeführt, dass solche eine Invalidität voraussetzen 

würden. Da die Arbeitsunfähigkeit vor allem durch das Abhängigkeitsverhalten 

begründet sei, liege keine Invalidität im Sinne des IV-Gesetzes vor (IV-act. 87).

Gegen die Verfügung vom 24. Juni 2019 richtet sich die vorliegende Beschwerde 

vom 14. Juli 2019. Der Beschwerdeführer beantragt darin die Überprüfung der 

Invalidität, denn er leide an einer schweren Depression, weshalb er erneut in der 

Tagesklinik des Psychiatrischen Zentrums B.___ angemeldet sei, und habe extreme 

Rückenschmerzen. Im Weiteren rügt er, dass weder ihm noch seinem Arzt med. pract. 

G.___ Akteneinsicht gewährt worden sei (act. G 1). Der Beschwerde beigelegt war der 

Arztbericht vom 14. Mai 2019 von Dr. med. O.___, FMH Radiologe, Klinik P.___, über 

die am gleichen Tag durchgeführte Magnetresonanztomographie der 

Lendenwirbelsäule. Die Untersuchung hatte eine nach kaudal hin zunehmende 

multisegmentale Facettengelenksarthrose und mässige Osteochondrose ergeben, 

akzentuiert bei L5/S1, mit zarten zirkulären Diskusprotrusionen und relativer Einengung 

des Spinalkanals bei L2/3, L3/4 und L4/5 (act. G 1.2).

B.a. 

Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 29. August 

2019 die Abweisung der Beschwerde. Begründet wird dies insbesondere damit, dass 

eine Verletzung des rechtlichen Gehörs nicht vorliege, denn die Akten seien zweimal 

dem vom Beschwerdeführer bezeichneten Arzt med. pract. G.___ sowie der vom 

Beschwerdeführer zur Akteneinsicht autorisierten Pro Infirmis zugestellt worden. Die 

Gutachter der estimed AG hätten ihre Diagnosen und Einschätzungen der 

Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar dargelegt, weshalb vollumfänglich auf das Gutachten 

abgestellt werden könne. Da eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert worden sei, 

bestehe kein Rentenanspruch, und berufliche Massnahmen würden ebenfalls entfallen. 

Zum geltend gemachten Bandscheibenvorfall wurde erklärt, dass dieser bei 

Verfügungserlass noch nicht bestanden habe. Zudem gehe aus dem Arztbericht von 

B.b. 

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Erwägungen

1.

Vorliegend streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Rente 

der Invalidenversicherung hat. Der Beschwerdeführer ist sinngemäss der Ansicht, dass 

seine gesundheitliche Situation unzutreffend gewürdigt worden sei, und weist hin auf 

das Vorliegen von schweren Depressionen, weswegen er erneut in der Tagesklinik des 

Psychiatrischen Zentrums B.___ angemeldet sei, sowie ein Rückenleiden 

(Bandscheibenvorfälle, Facettengelenksarthrose; act. G 1). Die Beschwerdegegnerin 

verneint insbesondere gestützt auf das polydisziplinäre Gutachten der estimed AG vom 

15. Februar 2019 einen Rentenanspruch und hält den Sachverhalt für ausreichend 

abgeklärt (act. G 8).

2.  

Dr. O.___ vom 14. Mai 2019 nicht hervor, dass die Thorakolumbalgie eine Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit habe (act. G 8).

Am 5. September 2019 bewilligte das Versicherungsgericht das Gesuch des 

Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den 

Gerichtskosten; act. G 9).

B.c. 

Der Beschwerdeführer verzichtete innert der angesetzten Frist auf die Einreichung 

einer Replik, woraufhin der Schriftenwechsel für abgeschlossen erklärt wurde (act. G 

10f.).

B.d. 

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 

Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 

2.1. 

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Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie 

aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 

sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.2. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 

Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten 

Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen).

2.3. 

Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a). Die 

Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise umfassend und pflichtgemäss zu 

würdigen. Für das gesamte Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG). Für das Beschwerdeverfahren bedeutet 

dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von 

wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach 

entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 

der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 

351 E. 3a mit Hinweis).

2.4. 

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3.

Vorweg zu prüfen ist die Rüge des Beschwerdeführers, dass weder ihm noch seinem 

Arzt med. pract. G.___ Einsicht in die IV-Akten gewährt worden sei (act. G 1).

In der Beschwerdeantwort vom 29. August 2019 (act. G 8) führte die 

Beschwerdegegnerin dazu insbesondere aus, dass sie am 7. Juni 2019 die Akten an 

den vom Beschwerdeführer am 31. Mai 2019 bezeichneten Arzt med. pract. G.___ 

zugesandt habe. Am 16. Juli 2019 habe der Beschwerdeführer den Nichterhalt der 

Akten gemeldet, woraufhin die Akten dem Arzt am 18. Juli 2019 nochmals zugestellt 

worden seien. Zudem seien die Akten auch der vom Beschwerdeführer für die 

Akteneinsicht bevollmächtigten Pro Infirmis zugestellt worden. Dem Einwand vom 12. 

Juni 2019 könne entnommen werden, dass der Beschwerdeführer von den IV-Akten 

Kenntnis gehabt habe (act. G 8).

3.1. 

Gemäss Art. 47 Abs. 1 lit. a ATSG steht der versicherten Person, sofern 

überwiegende Privatinteressen gewahrt bleiben, für die sie betreffenden Daten die 

Akteneinsicht zu. Falls es sich um Gesundheitsdaten handelt, deren Bekanntgabe sich 

für die zur Einsicht berechtigte Person gesundheitlich nachteilig auswirken könnte, so 

kann von ihr verlangt werden, dass sie einen Arzt oder eine Ärztin bezeichnet, der oder 

die ihr diese Daten bekannt gibt (Abs. 2).

3.2. 

Dass die Beschwerdegegnerin die IV-Akten nicht direkt dem Beschwerdeführer, 

sondern einem bzw. einer von ihm bezeichneten Arzt oder Ärztin zustellen wollte, 

begründete sie dem Beschwerdeführer gegenüber damit, dass in medizinischen 

Unterlagen sehr oft mit Fachbegriffen gearbeitet werde, die falsch interpretiert werden 

könnten (IV-act. 80). Ob dies ein hinreichender Grund ist für die Zustellung der Akten 

an den behandelnden Arzt anstelle einer Direktzustellung an den Beschwerdeführer 

und ob die Aktenzusendung an med. pract. G.___ letztlich verspätet erfolgte (vgl. dazu 

die beiden Begleitbriefe zu den Akten-CDs in IV-act. 85 und 89), braucht vorliegend 

nicht geprüft zu werden. Denn eine Verletzung des rechtlichen Gehörs durch 

verspätete Akteneinsicht liegt jedenfalls nicht vor. Die IV-Akten wurden nämlich 

zusätzlich am 4. Juni 2019 der vom Beschwerdeführer zur Akteneinsicht ebenfalls 

bevollmächtigten Pro Infirmis elektronisch zugestellt bzw. ihr zum Abruf zur Verfügung 

gestellt (vgl. IV-act. 82, 84). Im Einwand vom 12. Juni 2019 (IV-act. 86) machte der 

Beschwerdeführer nicht geltend, dass ihm die Akteneinsicht noch nicht gewährt 

worden sei. Wie aus dem Einwand ersichtlich ist, hat die Pro Infirmis, welche Kenntnis 

der IV-Akten hatte, den Beschwerdeführer bei der Ausfertigung des Einwands 

3.3. 

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4.

Nachstehend zu prüfen ist, ob der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers ausreichend geklärt sind.

unterstützt. Festzuhalten ist somit, dass die Beschwerdegegnerin dem 

Beschwerdeführer im Ergebnis rechtsgenüglich Akteneinsicht gewährt hat.

Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann zunächst nur relevant sein, wenn 

sie Folge einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Gesundheitsbeeinträchtigung 

ist (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 15. Mai 2017, 8C_95/2017; BGE 130 V 396).

4.1. 

Da die diagnostische Einordnung einer psychischen Störung allein das objektiv 

bestehende tatsächliche Leistungsvermögen nicht festlegt, legte das Bundesgericht 

hinsichtlich der versicherungsrechtlichen Beurteilung von psychischen Leiden fest, 

dass die funktionellen Folgen der Gesundheitsschädigung qualitativ zu erfassen und 

quantitativ einzuschätzen sind (vgl. BGE 141 V 281 E. 3.1, 143 V 418 E. 4.1.2 und E. 

7.1f.). Für die Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens sind – unter 

Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von 

Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – gemäss BGE 141 V 281 also in 

der Regel diverse Standardindikatoren beachtlich. Diese hat das Bundesgericht wie 

folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.1.3): Kategorie "funktioneller Schweregrad" (E. 

4.3) mit den Komplexen "Gesundheitsschädigung" (Ausprägung der 

diagnoserelevanten Befunde und Symptome; Behandlungs- und Eingliederungserfolg 

oder -resistenz; Komorbiditäten [E. 4.3.1]), "Persönlichkeit" (Persönlichkeitsentwicklung 

und -struktur, grundlegende psychische Funktionen [E. 4.3.2]) und "sozialer 

Kontext" (E. 4.3.3) sowie Kategorie "Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens [E. 

4.4]) mit den Faktoren gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen 

vergleichbaren Lebensbereichen (E. 4.4.1) und behandlungs- und 

eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck (E. 4.4.2).

4.1.1. 

Im Urteil vom 11. Juli 2019 zur invalidenversicherungsrechtlichen Relevanz von 

Abhängigkeitssyndromen (psychische Störungen durch psychotrope Substanzen; BGE 

145 V 215) legte das Bundesgericht fest, dass neu auch primäre 

Abhängigkeitssyndrome grundsätzlich einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 

141 V 281 zu unterziehen seien, denn in der final konzipierten Invalidenversicherung 

bestehe keine Grundlage dafür, das Herbeiführen einer Suchterkrankung durch den 

willentlichen Konsum von Suchtmitteln zum Anlass zu nehmen, einen versicherten 

Gesundheitsschaden zum vornherein zu verneinen und mit der Begründung eines 

4.1.2. 

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Selbstverschuldens der versicherten Person auf jegliche weitere Prüfung der 

funktionellen Einschränkungen zu verzichten (vgl. BGE 145 V 215 insb. Ingress und E. 

5.3.1). Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sei dem Schweregrad der 

Abhängigkeit im konkreten Einzelfall Rechnung zu tragen, denn bei 

Abhängigkeitserkrankungen liege oft eine Gemengelage aus krankheitswertiger 

Störung sowie psychosozialen und soziokulturellen Faktoren vor. Letztere seien 

selbstverständlich auch bei Abhängigkeitserkrankungen auszuklammern, wenn sie 

direkt negative funktionelle Folgen zeitigten. Eine krankheitswertige Störung müsse 

umso ausgeprägter vorhanden sein, je stärker psychosoziale oder soziokulturelle 

Faktoren das Beschwerdebild mitprägten (vgl. BGE 145 V 215 E. 6.3).

Über den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

gibt insbesondere das polydisziplinäre Gutachten der estimed AG vom 15. Februar 

2019 Auskunft (IV-act. 74).

4.2. 

Die orthopädische Untersuchung des Beschwerdeführers fand am 16. Januar 2019 

statt. Gutachter Dr. N.___ hatte dabei Kenntnis von den Röntgenbildern vom 3. Mai 

2017, welche eine mässige Osteochondrose L4-S1 mit leichter 

Bandscheibenhöhenminderung und eine leichte diffuse Spondylose, teilweise mit 

kleinen Spondylophyten, zeigten (IV-act. 74-70). Die Untersuchung ergab ansonsten 

jedoch keine Auffälligkeiten im Bereich des gesamten Bewegungsapparates, 

insbesondere lagen weder Einschränkungen bei der Wirbelsäulenbeweglichkeit noch 

nennenswerte Verspannungen der Rückenmuskulatur vor. Eine 

Behandlungsbedürftigkeit bestand nicht. Dr. N.___ erhob aus orthopädischer Sicht 

keine Diagnosen mit Relevanz auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 74-69ff.; vgl. auch die 

Ausführungen zum Bewegungsapparat im internistischen Teilgutachten, IV-act. 74-41). 

In der Beschwerde vom 14. Juli 2019 (act. G 1) machte der Beschwerdeführer eine 

Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit infolge eines Rückenleidens geltend und reichte 

dazu als Beweis den Arztbericht von Dr. O.___ vom 14. Mai 2019 ein. Die dazumal von 

Dr. O.___ durchgeführte MRI-Untersuchung ergab eine nach kaudal hin zunehmende 

multisegmentale Facettengelenksarthrose und mässige Osteochondrose, akzentuiert 

bei L5/S (zutreffend wohl: S1), mit zarten zirkulären Diskusprotrusionen und relativer 

Einengung des Spinalkanals bei L2/3, L3/4 und L4/5. Die mässige Osteochondrose war 

im Wesentlichen bereits für Dr. N.___ auf der Bildgebung vom 3. Mai 2017 ersichtlich 

gewesen. Der Spinalkanal zeigte sich im MRI vom 14. Mai 2019 nur an einigen 

Segmenten "relativ" eng, an anderen nicht (act. G 1.2). Hinweise darauf, dass aufgrund 

vermehrter Rückenschmerzen die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im 

Verfügungszeitpunkt relevant eingeschränkt gewesen sein könnte, ergeben sich aus 

4.3. 

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dem Bericht zum neuen MRI jedenfalls nicht. Auch med. pract. G.___, an den der MRI-

Bericht adressiert war, äusserte sich nicht in diese Richtung. Zudem erklärte der 

Beschwerdeführer noch anlässlich der gutachterlichen Untersuchung vom 16. Januar 

2019 (und damit nur vier Monate vor dem neuen MRI), dass auf orthopädischem Gebiet 

in den vergangenen Jahren keine wesentlichen Erkrankungen festgestellt oder 

Behandlungen durchgeführt worden seien. Zwar sei im Vorjahr eine Vorstellung bei 

einem Orthopäden erfolgt wegen allgemeiner Rückenschmerzen, eine wesentliche 

Erkrankung sei jedoch nicht festgestellt worden. Es liege eher an der schlechten 

Haltung und Muskulatur (vgl. IV-act. 74-65). Dass sich die Situation bezüglich der 

Rückenschmerzen zwischen der Begutachtung vom 16. Januar 2019 und dem 

Verfügungserlass relevant verändert haben könnte, belegt der Bericht zum MRI vom 

14. Mai 2019 jedenfalls nicht. Auch weitere Akten, die belegen könnten, dass zum 

Verfügungszeitpunkt (24. Juni 2019) eine orthopädisch bedingte Arbeitsunfähigkeit 

bestanden haben könnte, liegen nicht im Recht. Es ist daher auf das schlüssige und 

nachvollziehbare orthopädische Teilgutachten von Dr. N.___ abzustellen und aus 

orthopädischer Sicht von einer unbeeinträchtigten Arbeitsfähigkeit ausgehen. Sollte 

sich der Gesundheitszustand seit dem Zeitpunkt der Verfügung verschlechtert haben, 

steht es dem Beschwerdeführer frei, ein erneutes Gesuch um IV-Leistungen zu stellen 

(vgl. dazu die Beschwerdeantwort vom 29. August 2019, act. G 8-4, Ziff. 4).

Die internistische Gutachterin Dr. J.___ konnte ebenfalls nur Diagnosen ohne 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erheben (Hypothyreose, rezidivierende Abszess-

Bildungen und Follikulitiden wechselhafter Lokalisation, Acne inversa, Nikotinkonsum; 

IV-act. 74-49/52). Diese Einschätzung vermag zu überzeugen, zumal bei operativen 

Eingriffen insbesondere wegen der rezidivierenden Abszess-Bildungen nur mit einer 

zeitlich begrenzten Arbeitsunfähigkeit zu rechnen ist. Anderes macht auch der 

Beschwerdeführer nicht geltend. Für weitere internistische Abklärungen besteht daher 

auch keine Notwendigkeit.

4.4. 

Psychiater med. pract. K.___ hatte den Beschwerdeführer am 21. November 2018 

untersucht. Das psychiatrische Teilgutachten stammt vom 28. November 2018 

(Fertigstellungszeitpunkt, vgl. IV-act 74-109).

4.5. 

Das psychiatrische Teilgutachten wurde noch vor der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechungsänderung zur invalidenversicherungsrechtlichen Relevanz von 

Abhängigkeitssyndromen (psychische Störungen durch psychotrope Substanzen) vom 

11. Juli 2019 (BGE 145 V 215) erstellt. Da das Bundesgericht bereits zuvor entschieden 

hatte, dass vor BGE 141 V 281 (bzw. vor BGE 143 V 418) erstattete medizinische 

4.5.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/21

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(psychiatrische) Gutachten ihren Beweiswert nicht per se verlieren würden und 

vielmehr in jedem einzelnen Fall zu prüfen sei, ob die Sachverständigengutachten, 

gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten, eine schlüssige 

Beurteilung im Licht der massgeblichen Indikatoren erlauben würden oder nicht (vgl. 

BGE 141 V 281 E. 8; vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 18. Mai 2017, 8C_842/2016), 

ist bei Abhängigkeitssyndromen gleichermassen vorzugehen.

Med. pract. K.___ stufte, da er anlässlich der Untersuchung keine Anzeichen für 

eine Depression erheben konnte, die Symptomatik als geringfügig bzw. remittiert ein. 

Er schloss jedoch nicht aus, dass es früher ausgeprägtere depressive Phasen gegeben 

und sich aufgrund der "psychosozialen Aufwuchsbedingungen" eine Dysthymie 

entwickelt haben könnte, jedoch seien weder eine Dysthymie noch eine leichte bis 

mittelgradig ausgeprägte depressive Störung geeignet, eine Arbeitsunfähigkeit auf 

Dauer, insbesondere im rentenbegründenden Ausmass, zu bedingen. Im Weiteren ging 

er von einer Persönlichkeitsakzentuierung aus. Die Symptomatik gehe jedoch nicht 

soweit, dass von einer Persönlichkeitsstörung gesprochen werden könne. Die 

Abhängigkeitserkrankungen stufte er, da sich im Rahmen des Substanzgebrauchs 

keine weitere psychische Erkrankung von wesentlicher Schwere habe explorieren 

lassen und das Abhängigkeitssyndrom nicht zu einer irreversiblen Gesundheitsstörung 

geführt habe, als primär und damit versicherungspsychiatrisch als nicht relevant ein (IV-

act. 74-131ff.).

4.5.2. 

Festzustellen ist, dass der psychiatrische Gutachter eine systematische und 

ausführliche Anamnese (IV-act. 74-115ff.) und Befunderhebung (u.a. in Anlehnung an 

das AMDP System; IV-act. 74-128f.) wiedergab und die Ergebnisse der 

testpsychiatrischen Untersuchungen sowie der Laboruntersuchungen berücksichtigte 

(IV-act. 74-129).

4.5.3. 

Med. pract. K.___ konnte weder im Rahmen der persönlichen Untersuchung 

noch testpsychologisch eine depressive Symptomatik (im relevanten Ausmass) 

erheben. Lediglich in den Bereichen Flexibilität und Umstellungsfähigkeit sowie 

Widerstands- und Durchhaltefähigkeit fanden sich leichte und in den Bereichen 

Selbstbehauptungsfähigkeit, Konversations- und Konfliktfähigkeit zu Dritten, 

Gruppenfähigkeit, Fähigkeit zu engen dyadischen Beziehungen sowie Mobilitäts- und 

Verkehrsfähigkeit leichte bis mässig ausgeprägte Beeinträchtigungen (vgl. IV-act. 

74-130ff.). Selbst der Beschwerdeführer ging nur noch vom Vorliegen einer leichten 

Depression aus (vgl. IV-act. 74-93). Zudem erklärte er, dass er derzeit weder in einer 

psychiatrischen oder psychotherapeutischen Behandlung sei noch aktiv nach einer 

4.5.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/21

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Behandlungsmöglichkeit suche. Auch nehme er mit Ausnahme des "Notfall"-

Medikaments Temesta (Wirkstoff Lorazepam; maximal einmal pro Monat) keine 

Medikamente ein (vgl. IV-act. 74-94/116/125). Der gutachterlichen Einschätzung, dass 

zum Begutachtungszeitpunkt die Depression remittiert gewesen sei und diese daher 

keine Auswirkung mehr auf die Arbeitsfähigkeit gezeitigt habe, ist zu folgen, zumal 

keine Arztberichte vorliegen, welche sich mit den Beurteilungen und Einschätzungen im 

psychiatrischen Gutachten auseinandersetzen und ernsthafte Zweifel daran zu 

begründen vermögen. Dass sich der Beschwerdeführer später erneut für die 

Behandlung in der Tagesklinik angemeldet hat, vermag daran nichts zu ändern, ist 

doch der Eintritt nach seiner Angabe erst für den 2. September 2019 und damit nach 

dem Verfügungserlass vorgesehen gewesen (vgl. act. G 1). Wie bereits in Erwägung 4.3 

erwähnt, kann sich der Beschwerdeführer bei anhaltender Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes seit Verfügungserlass erneut zum Bezug von IV-Leistungen 

anmelden.

Bezüglich der Suchterkrankungen (psychische und Verhaltensstörungen durch 

Alkohol, Abhängigkeitssyndrom, aktuell Substanzgebrauch [ICD-10: F10.2], Psychische 

und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide, Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig 

Substanzgebrauch [ICD-10: F12.2], Zustand nach psychischer und Verhaltensstörung 

durch multiplen Substanzgebrauch und Konsum anderer psychotroper Substanzen, 

Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent) ist festzustellen, dass beim 

Beschwerdeführer eine familiäre Belastung für Abhängigkeitserkrankungen sowie die 

"psychosozialen Aufwuchsbedingungen" und die damalige Psychodynamik zur 

Ausprägung der Dependenz mit beigetragen haben dürften. Zum derzeitigen 

Suchtmittelkonsum befragt, erklärte der Beschwerdeführer, dass er keine "harten" 

Drogen mehr konsumiere und den Alkoholkonsum reduziert habe. So konsumiere er 

nur noch geringe Mengen an Bier (ein- bis zweimal pro Woche) und der 

Cannabiskonsum beschränke sich vorwiegend auf den Konsum von Cannabidiol-

Produkten (CBD; IV-act. 74-119f./133ff.; vgl. auch IV-act. 74-42/90/94). Die Akten 

enthalten keine Hinweise darauf, dass wegen des Suchtmittelkonsums – selbst wenn 

der Alkoholkonsum grösser gewesen wäre als vom Beschwerdeführer angegeben (vgl. 

IV-act. 74-129) – im Verfügungszeitpunkt eine Behandlungsbedürftigkeit bestand. Auch 

ist nicht davon auszugehen, dass suchtbedingt die Arbeitsfähigkeit wesentlich 

eingeschränkt ist. Allenfalls wären bestimmte Tätigkeiten wie das Autofahren oder das 

Bedienen bestimmter Maschinen ausgeschlossen, doch auch diesbezüglich liefern die 

gesamten Akten keinerlei Anhaltspunkte.

4.5.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/21

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Im Weiteren führte der psychiatrische Gutachter nachvollziehbar und schlüssig 

aus, weshalb er lediglich vom Vorliegen einer akzentuierten Persönlichkeit (ICD-10: 

Z73.1) und nicht von einer Persönlichkeitsstörung ausgeht. So habe er beim 

Beschwerdeführer im Vergleich zur Mehrzahl der Bevölkerung keine deutliche 

Abweichung im Wahrnehmen, Denken, Fühlen, in den Beziehungen zu anderen 

Menschen sowie im Verhalten feststellen können. Er ging beim Beschwerdeführer von 

einer dependenten, asthenischen, selbstunsicheren, dysthymen strukturierten 

Primärpersönlichkeit mit soziophoben "Einsprenkeln" aus (vgl. IV-act. 74-132); dass er 

diesen Feststellungen jedoch keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zubilligte, ist 

angesichts der geschilderten persönlichen, beruflichen und gesundheitlichen 

Entwicklung durchaus plausibel.

4.5.6. 

Auch die neuropsychologische Untersuchung vom 11. Dezember 2018 ergab 

keine relevanten Beeinträchtigungen. So erhoben die Neuropsychologinnen in Bezug 

auf alters-, geschlechts- und bildungskorrelierte Normen gesamthaft einen kognitiven 

Normalbefund und stellten keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit fest. Als 

Ressourcen nannten sie das gute kognitive Leistungsniveau des Beschwerdeführers: 

Trotz des langjährigen Überkonsums verschiedenster Substanzen seien die 

Hirnleistungsfunktionen nicht eingeschränkt (IV-act. 74-102/104f.).

4.5.7. 

Festzuhalten ist insoweit, dass die Einschätzungen der Neuropsychologinnen 

und des Psychiaters bezüglich der Zeit ab der Begutachtung nachvollziehbar und 

schlüssig sind. Dagegen fehlen im Gutachten zum zeitlichen Verlauf der Entwicklung 

der Arbeitsfähigkeit vor der Begutachtung begründete und überzeugende 

Einschätzungen. So erklärte der psychiatrische Gutachter, dass früher ausgeprägtere 

depressive Symptome bestanden haben könnten. Eine nachvollziehbare und 

überzeugende Begründung der retroperspektiven Arbeitsfähigkeitsschätzung (mögliche 

100%ige Arbeitsfähigkeit nach der zweiten teilstationären Behandlung) fehlt. Dies gilt 

ebenso für die im Konsens getroffene gutachterliche Einschätzung, dass der 

Beschwerdeführer nun bereits seit dem 1. Januar 2018 100 % arbeitsfähig gewesen 

sein soll, obwohl er in den Monaten Februar bis April 2018 noch in teilstationärer 

psychiatrischer Behandlung war (IV-act. 74-15f.). Ferner erfolgte weder eine 

Auseinandersetzung mit den Diagnosen und Arbeitsfähigkeitseinschätzungen des 

Psychiatrischen Zentrums B.___ noch wurden fremdanamnestische Auskünfte (bspw. 

beim Arbeitgeber des Beschwerdeführers oder bei der Institution F.___) eingeholt (vgl. 

IV-act. 74-138). In Anbetracht dessen ist für die Zeit vor der psychiatrischen 

Begutachtung am 21. November 2018 (d.h. vom 1. August 2017 [frühester 

Rentenbeginn, vgl. nachfolgende Erwägung 5.1] bis 20. November 2018 [Tag vor der 

4.5.8. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/21

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psychiatrischen Begutachtung, vgl. IV-act. 74-109]) prioritär auf die echtzeitlichen 

Berichte der behandelnden Ärzte sowie des RAD abzustellen. Gestützt auf die 

ausführlichen und nachvollziehbaren Arztberichte des Psychiatrischen Zentrums B.___ 

vom 11. Juli 2017 (IV-act. 27) und 3. April 2018 (IV-act. 47) ist bis Ende des 

teilstationären Klinikaufenthalts am 12. April 2018 vom Vorliegen einer rezidivierenden 

depressiven Störung, mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: 

F33.11), und anschliessend gestützt auf den Arztbericht der Psychiatrie H.___ vom 12. 

Juni 2018 (IV-act. 54-3ff.) von einer teilremittierten rezidivierenden depressiven Störung 

auszugehen. In der Zeit vom 1. August 2017 bis 11. Februar 2018 attestierten die Ärzte 

des Psychiatrischen Zentrums, der RAD sowie der Hausarzt dem Beschwerdeführer 

eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 27, 29, 37). Dass diese Arbeitsfähigkeit nicht 

realisiert wurde – der Beschwerdeführer arbeitete weiterhin in einem rund 50%igen 

Teilzeitpensum im zweiten Arbeitsmarkt in der Schreinerei des F.___ (IV-act. 47; vgl. IV-

act. 74-122f.) –, dürfte nicht dem Gesundheitszustand, sondern mehrheitlich anderen 

Faktoren (wie möglicherweise unzureichender Motivation des Beschwerdeführers) 

zuzuschreiben sein. So wies er während der Begutachtung mehrmals darauf hin, dass 

ein höherer Verdienst nicht ihm zugute käme, sondern zur Deckung der (Alimenten-) 

Schulden verwendet würde (vgl. IV-act. 74-46/93/118). Während der teilstationären 

Behandlung im Psychiatrischen Zentrum vom 12. Februar 2018 bis 12. April 2018 ist 

jedenfalls von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen, zumal die Indikation zu 

dieser Therapie nicht in Frage gestellt wurde (vgl. IV-act. 47). Zur nachfolgenden Zeit 

fehlt eine prozentuale Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die behandelnden Ärzte. 

Sie erklärten zwar, dass für den Beschwerdeführer nur eine Tätigkeit im geschützten 

Rahmen, nicht jedoch im ersten Arbeitsmarkt in Frage komme. Eine nachvollziehbare 

Begründung dazu fehlt jedoch. Die von den Ärzten nach dem zweiten teilstationären 

Aufenthalt empfohlene ambulante psychiatrische Behandlung wurde nicht etabliert. 

Eine therapeutische psychiatrische Medikation erfolgte überdies nach Beendigung der 

zweiten tagesklinischen Behandlung offenbar nicht (vgl. dazu IV-act. 47-2 Ziff. 1.5). In 

Anbetracht dessen und des verbesserten Gesundheitszustands des 

Beschwerdeführers (das depressive Leiden war gemäss Bericht der Psychiatrie H.___ 

vom 12. Juni 2018 teilremittiert; IV-act. 54-7) sowie in Berücksichtigung der 

gutachterlichen Erklärung, wonach insbesondere nach der Beendigung der zweiten 

teilstationären Behandlung im Jahr 2008 [korrekt 2018] die aktuell feststellbare 

Arbeitsfähigkeit bestanden habe und die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des 

Versicherten mit Sicherheit zum Zeitpunkt der Erstellung des psychiatrischen 

Gutachtens bestehe (IV-act. 74-138), ist das Fortdauern einer Arbeitsunfähigkeit aus 

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psychischen Gründen nach Beendigung der zweiten tagesklinischen Behandlung am 

12. April 2018 nicht mehr überwiegend wahrscheinlich bewiesen.

Wie nachfolgend ersichtlich, ergibt die Prüfung anhand der Indikatoren (vgl. dazu 

Erwägung 4.1.1) ein stimmiges Gesamtbild hinsichtlich des Leistungsvermögens des 

Beschwerdeführers.

4.6. 

Zur Kategorie "funktioneller Schweregrad" ist festzustellen, dass zumindest ab 

dem Zeitpunkt der psychiatrischen Untersuchung nur noch geringfügige 

diagnoserelevante Befunde vorlagen. So war die Depression remittiert (anlässlich der 

neuropsychologischen Untersuchung erklärte der Beschwerdeführer zu seiner 

psychischen Verfassung, dass er noch leicht depressiv sei, vgl. IV-act. 74-93). Die 

Suchterkrankung bewegte sich in einem sozialverträglichen Rahmen und trotz der 

Persönlichkeitsakzentuierung nahm der Beschwerdeführer (in Rahmen der finanziellen 

Möglichkeiten) am sozialen Leben teil. Dabei half ihm sicherlich sein gutes kognitives 

Leistungsniveau (vgl. IV-act. 74-104). Zum Behandlungs- und Eingliederungserfolg 

bzw. zur Therapieresistenz ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer seit dem Jahr 

2016 zweimal in teilstationärer psychiatrischer Behandlung war, wobei er die zweite 

Behandlung bereits nach zwei Monaten im April 2018 vorzeitig abbrach. Danach 

erfolgte noch eine ambulante Behandlung. Spätestens zum Zeitpunkt der 

psychiatrischen Begutachtung bestand jedoch keine psychiatrische oder 

psychotherapeutische Behandlungsbedürftigkeit mehr (vgl. IV-act. 74-93f./125). Auch 

hinsichtlich des Suchtmittelkonsums wurden weder von den Ärzten noch vom 

Beschwerdeführer Behandlungsmassnahmen gefordert bzw. empfohlen. Eine 

diesbezügliche Behandlungsbedürftigkeit ist damit nicht überwiegend wahrscheinlich 

erstellt, sodass sich die Frage der Therapieresistenz gar (noch) nicht stellt.

4.6.1. 

Der Beschwerdeführer erlebte eine schwierige Jugend. Trotzdem kann noch von 

einer normalen Sozialisation ausgegangen werden. Der Beschwerdeführer war fähig 

sich in der Berufswelt zu integrieren. So absolvierte er eine Lehre als Elektromechaniker 

und war danach als Maschinenmonteur tätig. Nach einem mehrjährigen 

Erwerbsunterbruch ging er ab April 2017 wieder einer Arbeit nach, wenn auch nur in 

einem reduzierten Pensum (ca. 50 %) und dies im zweiten Arbeitsmarkt. Der 

Beschwerdeführer lebt zwar alleine, jedoch pflegt er regelmässig Kontakte zu weiteren 

Personen (vgl. IV-act. 74-44: erwähnt wird der Kontakt zu einer guten Kollegin und zwei 

guten Kollegen sowie zu seinem Vater; vgl. IV-act. 74-67/117f.). Angesichts dessen ist 

nicht von einer erheblichen krankheitsbedingten sozialen Beeinträchtigung 

auszugehen.

4.6.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/21

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Bezüglich der Kategorie "Konsistenz" ist festzustellen, dass der 

Beschwerdeführer durchaus in der Lage ist, seinen Alltag selbstständig zu organisieren 

(bspw. Einkaufen, Haushaltsführung, vgl. IV-act. 74-45/97) und seine Freizeit im 

Rahmen der bescheidenen finanziellen Möglichkeiten zu gestalten (erwähnt werden 

schwimmen im See, Frisbee spielen, lesen, Musik hören, kochen, vgl. IV-act. 

74-45/117). Eine krankheitsbedingte Reduktion der persönlichen Aktivitäten ist daher 

nicht hinreichend ausgewiesen. Eine wesentliche Diskrepanz zur beruflichen 

Leistungsfähigkeit ist nicht ersichtlich.

4.6.3. 

Was den behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen 

Leidensdruck angeht, ist festzustellen, dass dieser sowohl zum 

Begutachtungszeitpunkt als auch zum Verfügungszeitpunkt eher gering gewesen sein 

dürfte, denn den Akten insgesamt kann nichts Gegenteiliges entnommen werden. Wie 

bereits erwähnt, brach der Beschwerdeführer den teilstationären Aufenthalt in der 

Tagesklinik vorzeitig ab. Dass er sich später intensiv um psychiatrische oder (mit Blick 

auf die im Beschwerdeverfahren geklagten Rückenschmerzen) somatische Therapien 

bemüht hätte, ist nicht ausgewiesen. Überdies war er in den Jahren 2017/2018 nicht 

bereit, eine Arbeitsstelle im ersten Arbeitsmarkt mit einem höheren Pensum zu suchen. 

Dies begründete er damit, dass ihm selbst bei einem höheren Einkommen aufgrund der 

hohen Alimentenschulden nie mehr Geld zur Verfügung stände (vgl. IV-act. 74-46/93; 

zu den Schulden und der fehlenden Motivation eine Tätigkeit auf dem ersten 

Arbeitsmarkt zu suchen vgl. auch IV-act. 74-118). Die behandelnden Ärzte sowie die 

Eingliederungsberaterin der IV-Stelle wiesen denn auch auf die fehlende Motivation, die 

Selbstlimitation bzw. den Rentenwusch des Beschwerdeführers hin (IV-act. 23-3, 27-3, 

37-2). Erst anlässlich der neuropsychologischen Untersuchung am 11. Dezember 2018 

schloss der Beschwerdeführer nicht mehr aus, künftig – bei verbesserter 

Gesundheitslage – wieder auf dem ersten Arbeitsmarkt zu arbeiten (vgl. IV-act. 

74-93/96/98). Festzuhalten ist somit, dass ein Leidensdruck spätestens im Zeitpunkt 

der psychiatrischen Begutachtung (21. November 2018) nicht mehr ausgewiesen ist.

4.6.4. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass ab Ende der zweiten teilstationären 

psychiatrischen Behandlung im Wesentlichen noch ein Zustand nach rezidivierenden 

depressiven Störungen, eine Persönlichkeitsakzentuierung und Hinweise auf ein 

Abhängigkeitssyndrom (Alkohol) in geringfügigem Ausmass gegeben waren. Da diese 

Leiden nach plausibler gutachterlicher Einschätzung keine relevante Auswirkung auf 

die Arbeitsfähigkeit haben, ist von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in der 

angestammten wie auch in einer angepassten Tätigkeit ab dem 13. April 2018 

auszugehen. Für die Zeit zuvor (d.h. vom 1. August 2017 bis 12. April 2018) rechtfertigt 

4.7. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/21

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5.

Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen vorzunehmen.

es sich, insbesondere gestützt auf die Diagnosestellungen des Psychiatrischen 

Zentrums B.___ und der Psychiatrie H.___ vom Vorliegen eines erheblichen 

psychischen Leidens sowie von einer 50%igen bzw. während der teilstationären 

Behandlung von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.

Der Beschwerdeführer meldete sich am 2. Dezember 2016 zum Leistungsbezug an 

(IV-act. 1). Die behandelnden Ärzte attestieren ihm ab dem 17. August 2016 im Schnitt 

eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als 40 % (vgl. IV-act. 6), womit das Wartejahr am 17. 

August 2017 erfüllt war. In Nachachtung von Art. 28 Abs. 1 lit. b und Art. 29 Abs. 1 und 

3 IVG kann ein Rentenanspruch frühestens am 1. August 2017 entstehen.

5.1. 

Der Beschwerdeführer ging bereits einige Jahre vor Eintritt des 

Gesundheitsschadens im Jahr 2016 keiner ordentlichen Erwerbstätigkeit mehr nach. 

Der Validenlohn ist daher gestützt auf die Tabellenlöhne gemäss der 

Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik zu bestimmen. Da der 

Beschwerdeführer über eine qualifizierte Berufsausbildung als Elektromechaniker sowie 

mehrjährige Berufserfahrung als Maschinenmonteur verfügt, erscheint es angemessen, 

auf den Tabellenlohn des Kompetenzniveaus 2, Männer, abzustellen. Für die Zeit ab 

der psychiatrischen Begutachtung am 21. November 2018 ist dem Beschwerdeführer 

sowohl die angestammte Tätigkeit als Elektromechaniker als auch eine angepasste 

Tätigkeit in einem 100 %-Pensum zumutbar. Daher ist beim Invalidenlohn ebenfalls auf 

den Tabellenlohn des Kompetenzniveaus 2, Männer, abzustellen. Bei gleicher 

Bemessungsgrundlage kann der Invaliditätsgrad folglich im Rahmen eines 

Prozentvergleichs ermittelt werden (siehe zum Prozentvergleich etwa Urteil des 

Bundesgerichts vom 6. April 2016, 8C_628/2015, E. 5.3.1 mit Hinweisen).

5.2. 

In der Zeit vom 1. August 2017 bis 12. April 2018 beträgt bei 50%iger Arbeitsun­

fähigkeit der Invaliditätsgrad 50 %, welcher Anspruch auf eine halbe Rente begründet. 

Die höhere Arbeitsunfähigkeit während des teilstationären Aufenthalts vom 12. Februar 

bis 12. April 2018 ist unbeachtlich, da es sich nicht um eine dauerhafte Änderung 

(zumindest drei Monate gemäss Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die 

Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]) handelte. Aufgrund der Art der 

Beeinträchtigungen ist mit gewissen Nachteilen bei der Entlöhnung auf dem 

Arbeitsmarkt zu rechnen. Da aber selbst bei Gewährung des aufgrund der gesamten 

Umstände maximal in Betracht zu ziehenden Tabellenlohnabzugs von 15 % lediglich 

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/21

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6.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

24. Juni 2019 aufgehoben und dem Beschwerdeführer befristet für die Zeit vom 1. 

August 2017 bis 31. Juli 2018 eine halbe Rente zugesprochen. Zur Festsetzung und 

ein Invaliditätsgrad von 58 % (50 % + [50 % x 0.15]) resultieren würde, sodass die 

zuzusprechende Rente unverändert bliebe, kann die genaue Festsetzung des Abzugs 

mangels Relevanz unterbleiben. Die ab 13. April 2018 rechtsgenüglich ausgewiesene 

und dauerhafte gesundheitliche Verbesserung (100%ige Arbeitsfähigkeit, 

Invaliditätsgrad 0 %) führt unter Berücksichtigung der bei der Rentenanpassung 

gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV geltenden dreimonatigen Frist zur Renteneinstellung am 31. 

Juli 2018. Folglich ist dem Beschwerdeführer für die Dauer vom 1. August 2017 bis 31. 

Juli 2018 eine halbe Invalidenrente zuzusprechen.

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 24. Juni 2019 

aufzuheben und dem Beschwerdeführer befristet für die Zeit vom 1. August 2017 bis 

31. Juli 2018 eine halbe Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der 

Rentenleistung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

6.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis 

Fr. 1'000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Da die 

Beschwerde lediglich teilweise betreffend einen rückwirkend befristeten 

Rentenanspruch gutgeheissen wird, ist praxisgemäss von einem Obsiegen des 

Beschwerdeführers von einem Drittel auszugehen. Dem teilweisen Obsiegen 

entsprechend haben der Beschwerdeführer einen Anteil von Fr. 400.- und die 

Beschwerdegegnerin einen Anteil von Fr. 200.- an der Gerichtsgebühr zu bezahlen. 

Zufolge gewährter unentgeltlicher Rechtspflege (act. G 9) ist der Beschwerdeführer von 

der Bezahlung zu befreien.

6.2. 

bis

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

6.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/21

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Ausrichtung der Rentenleistung wird die Sache an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Die Beschwerdegegnerin hat einen Anteil an der Gerichtsgebühr in der Höhe von 

Fr. 200.- und der Beschwerdeführer einen solchen in der Höhe von Fr. 400.- zu 

bezahlen. Der Beschwerdeführer wird von der Bezahlung seines Anteils zufolge 

unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 14.06.2021
	Die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung vermag nur für die Zeit nach der zweiten teilstationären psychiatrischen Behandlung zu überzeugen. Zuvor ist auf die Einschätzungen der behandelnden Ärzte abzustellen. Zusprache einer befristeten halben Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. Juni 2021, IV 2019/191).

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		2025-07-19T02:44:16+0200
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