# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 530194d3-a644-5b24-8e07-1b3b697295eb
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 16.10.2020 ZK1 2020 145
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2020-145_2020-10-16.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

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Entscheid vom 16. Oktober 2020

Referenz ZK1 20 145

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Michael Dürst, Vorsitzende
Pedrotti und Nydegger
Straumann, Aktuarin ad hoc

Parteien A._____
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Tim Walker
Unterdorf 5, 9043 Trogen 

Gegenstand fürsorgerische Unterbringung

Anfechtungsobj. Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Prätti-
gau/Davos vom 30.09.2020, mitgeteilt gleichentags

Mitteilung 26. Oktober 2020

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I. Sachverhalt

A. A._____, von O.1_____, geboren am _____ 1956, wurde am _____ 2020 
von Dr. med. B._____ für maximal sechs Wochen fürsorgerisch in die Klinik 
C._____ (nachfolgend: C._____), in O.2_____ eingewiesen. Die Einweisung erfol-
ge aufgrund einer akuten Psychose bei bekannter Schizophrenie. 

B. Mit Schreiben vom 16. September 2020 beantragte Dr. med. D._____, 
Oberarzt Klinik C._____, bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (nach-
folgend: KESB) Prättigau/Davos, dass A._____ anschliessend an die ärztliche für-
sorgerische Unterbringung weiterhin behördlich untergebracht werde.

C. Mit Verfügung vom 21. September 2020 beauftragte die KESB Prätti-
gau/Davos Dr. med. E._____, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 
mit der Begutachtung von A._____. 

D. Dr. med. E._____ untersuchte den Beschwerdeführer am 22. September 
2020 persönlich und erstellte am 26. September 2020 ein Kurzgutachten, in wel-
chem sie die behördliche Unterbringung von A._____ befürwortete, bis dessen 
medikamentöse Behandlung ausserhalb der Klinik sichergestellt sei.

E. Die KESB Prättigau/Davos hörte A._____ betreffend die fürsorgerische Un-
terbringung gestützt auf die Covid-19-Verordnung Justiz und Verfahrensrecht am 
30. September 2020 telefonisch an.

F. Mit Entscheid vom 30. September 2020, berichtigt am 7. Oktober 2020, ver-
längerte die KESB Prättigau/Davos die fürsorgerische Unterbringung von A._____ 
auf unbestimmte Zeit. Gleichzeitig wurde die Leitung der Klinik C._____ angewie-
sen, der KESB Prättigau/Davos einen Verlaufsbericht einzureichen, sobald sich 
abzeichne, dass die Voraussetzungen für die fürsorgerische Unterbringung von 
A._____ nicht mehr gegeben seien, spätestens jedoch per 28. Februar 2021. 

G. Gegen diese Verfügung erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) 
mit Eingabe vom 7. Oktober 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht von 
Graubünden.

H. Die KESB Prättigau/Davos stellte dem Kantonsgericht mit Schreiben vom 
12. Oktober 2020 die Verfahrensakten zu und beantragte unter gesetzlicher Kos-
ten- und Entschädigungsfolge die Abweisung der Beschwerde, wobei, unter Ver-
weis auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid und auf die Akten, auf 
eine einlässliche Beschwerdeantwort verzichtet wurde. Grundsätzlich verzichtet 
wurde auch auf die Teilnahme an einer allfälligen Hauptverhandlung.

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I. Mit Schreiben vom 14. Oktober 2020 reichte die ärztliche Leitung der Klinik 
C._____ einen Bericht betreffend den Gesundheitszustand des Beschwerdefüh-
rers ein. In diesem wird bezüglich die Notwendigkeit der fürsorgerischen Unter-
bringung des Beschwerdeführers zunächst auf den Antrag zur behördlichen Un-
terbringung vom 16. September 2020 verwiesen. Insgesamt wird die Weiter-
führung der stationären Behandlung des Beschwerdeführers als notwendig erach-
tet, weil aufgrund der fehlenden Krankheits- und Behandlungseinsicht und man-
gels geregelter Nachsorge die Gefahr bestehe, dass der Beschwerdeführer seine 
Medikamente absetze und dadurch eine erneute Psychose erleide. 

J. Die Hauptverhandlung in dieser Sache fand am 16. Oktober 2020 in Anwe-
senheit des Beschwerdeführers und dessen Rechtsvertreter statt. Bezüglich der 
richterlichen Befragung des Beschwerdeführers sowie den Ausführungen des 
Rechtsvertreters wird auf das separat angefertigte Protokoll verwiesen. Nach der 
Durchführung der Urteilsberatung wurde gleichentags das vorzeitige Entscheid-
dispositiv zugestellt.

K. Auf die Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich der richterlichen Be-
fragung sowie auf die Ausführungen in den Eingaben, dem Gutachten und den 
beigezogenen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen. 

II. Erwägungen

1. Gegen Entscheide der Erwachsenenschutzbehörde kann gemäss Art. 450 
ZGB i.V.m. Art. 60 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Zivilgesetzbuch das Kan-
tonsgericht von Graubünden (EGzZGB; BR 210.100) Beschwerde an das Kan-
tonsgericht von Graubünden erhoben werden. Da es sich vorliegend um einen 
Entscheid auf dem Gebiet der fürsorgerischen Unterbringung handelt, muss die 
Beschwerde nicht begründet werden (Art. 450e Abs. 1 ZGB) und die Beschwerde-
frist beträgt 10 Tage seit Mitteilung des Entscheids (Art. 450b Abs. 2 ZGB). Mit der 
Beschwerde vom 7. Oktober 2020 gegen den Entscheid der KESB Prätti-
gau/Davos vom 30. September 2020 wurden diese Erfordernisse erfüllt, womit auf 
die Beschwerde einzutreten ist.

2.1. Gemäss Art. 429 Abs. 2 ZGB fällt die ärztliche Unterbringung spätestens 
nach Ablauf der festgelegten Dauer dahin, sofern nicht ein vollstreckbarer Unter-
bringungsentscheid der Erwachsenenschutzbehörde vorliegt. Soweit die Be-
schwerde gegen einen Unterbringungsentscheid keine aufschiebende Wirkung 
geniesst, wofür eine gesetzliche Vermutung besteht (vgl. Art. 450e Abs. 2 ZGB), 

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gilt der Entscheid der Erwachsenenschutzbehörde als vollstreckbar, sobald er er-
gangen ist (s. auch Olivier Guillod, in: Büchler/Häfeli/Leuba/Stettler [Hrsg.], Fam-
Komm Erwachsenenschutz, Bern 2013, N 31 zu Art. 429 ZGB).

2.2. Die ärztliche Unterbringung des Beschwerdeführers wurde am 21. August 
2020 verfügt und lief am 1. Oktober 2020 aus. Die ärztliche Leitung der Klinik 
C._____ beantragte am 16. September 2020 die behördliche Unterbringung, da 
die Nachsorge bis zum 1. Oktober 2020 nicht organisiert werden könne (KESB 
act. 97). Mit Entscheid vom 30. September 2020 hiess die KESB den Antrag der 
Klinik C._____ gut und verlängerte die fürsorgerische Unterbringung des Be-
schwerdeführers (act. 2 und 2.1). Einer allfälligen Beschwerde wurde die auf-
schiebende Wirkung entzogen, womit der noch vor Ablauf der ärztlichen Unter-
bringung ergangene Entscheid vollstreckbar wurde. 

3.1. Das Verfahren vor der Beschwerdeinstanz richtet sich grundsätzlich nach 
den Art. 450 ff. ZGB. Zu beachten sind weiter die allgemeinen Verfahrens-
grundsätze des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 443 ff. ZGB), soweit das Gesetz 
in den Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften enthält (Lorenz Droe-
se/Daniel Steck, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetz-
buch I, 6. Aufl., Basel 2018, N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für die in 
Art. 446 ZGB verankerte uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizialmaxime 
und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung von 
Amtes wegen. Aus Art. 450a ZGB wie auch aus Art. 5 Ziff. 4 der Konvention zum 
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) ergibt sich 
schliesslich, dass das Gericht Tat- und Rechtsfragen wie auch die Angemessen-
heit frei überprüft und ihm von Bundesrechts wegen volle Kognition zukommt. 

3.2. Das Gesetz schreibt in Art. 450e Abs. 3 ZGB ausdrücklich vor, dass das 
Gericht aufgrund eines Gutachtens entscheiden muss, sofern die betroffene Per-
son an einer psychischen Störung leidet. Das Gutachten muss von einer unab-
hängigen, im laufenden Verfahren noch nicht involvierten sachverständigen Per-
son erstellt werden und in dem Sinne aktuell sein, dass es sich zu den sich im ge-
richtlichen Verfahren stellenden Fragen äussern muss (BGE 143 III 189 E. 3.2 f.; 
Thomas Geiser/Mario Etzensberger, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kom-
mentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 2018, N 48 ff. zu Art. 439 ZGB; Thomas 
Geiser, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. 
Aufl., Basel 2018, N 19 zu Art. 450e ZGB). Mit dem Kurzgutachten vom 26. Sep-
tember 2020 von Dr. med. E._____, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH (KESB act. 105), welche den Beschwerdeführer am 22. September 2020 
persönlich untersuchte, wurde dieser Vorschrift Genüge getan. 

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3.3 Gemäss Art. 450e Abs. 4 Satz 1 ZGB muss die gerichtliche Beschwerdein-
stanz die betroffene Person in der Regel als Kollegium anhören, was faktisch 
zwingend zur Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung führt (vgl. Chri-
stof Bernhart, Handbuch der fürsorgerischen Unterbringung, Basel 2011, N 848 f.). 
Mit Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung am 16. Oktober 2020 wurde 
diese Vorgabe umgesetzt.

4.1. Gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB darf eine Person, welche an einer psychi-
schen Störung oder an geistiger Behinderung leidet oder verwahrlost ist, in einer 
geeigneten Einrichtung untergebracht werden, wenn die nötige Behandlung oder 
Betreuung nicht anders erfolgen kann. Die Belastung und der Schutz von Angehö-
rigen und Dritten sind zu berücksichtigen (Abs. 2). Die betroffene Person wird ent-
lassen, sobald die Voraussetzungen der Unterbringung nicht mehr erfüllt sind 
(Abs. 3). Die genannten Voraussetzungen bedingen sich gegenseitig und sind nur 
in ihrem Zusammenhang verständlich. Der Schwächezustand allein vermag eine 
fürsorgerische Unterbringung nie zu rechtfertigen, sondern immer nur zusammen 
mit der Notwendigkeit einer Behandlung oder Betreuung. Selbst bei Vorliegen ei-
ner solchen ist die freiheitsbeschränkende Unterbringung aber nur gesetzeskon-
form, wenn der Zweck der Unterbringung nicht mit einer milderen Massnahme er-
reicht werden kann (Verhältnismässigkeitsprinzip) und die Unterbringung für den 
angestrebten Zweck auch tauglich ist (vgl. Thomas Geiser/Mario Etzensberger, 
a.a.O., N 7 zu Art. 426 ZGB). Die fürsorgerische Unterbringung dient dem Schutz 
der betroffenen Person und nicht der Umgebung (vgl. dazu Botschaft zur Ände-
rung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht 
und Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7001, S. 7062 [zitiert: Botschaft]). 

4.2. Wie insbesondere dem Kurzgutachten von Dr. med. E._____ vom 26. Sep-
tember 2020 (KESB act. 105, S. 2) entnommen werden kann, wurde der Be-
schwerdeführer seit 1995 mehrfach in den C._____ wegen paranoider Schizo-
phrenie (ICD-10: F20.0) behandelt. Dies entspricht einer psychischen Störung 
gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB, womit der für die fürsorgerische Unterbringung not-
wendige Schwächezustand beim Beschwerdeführer grundsätzlich gegeben ist 
(vgl. Botschaft, S. 7062; Thomas Geiser/Mario Etzensberger, a.a.O., N 15 f. zu 
Art. 426 ZGB). 

4.3.1. Der Schwächezustand des Beschwerdeführers vermag eine fürsorgerische 
Unterbringung jedoch nur zu rechtfertigen, wenn er eine Behandlung oder Betreu-
ung in einer Einrichtung notwendig macht. Die Unterbringung in einer Einrichtung 
muss geeignet sein, den Zweck der beabsichtigten Behandlung zu erfüllen, ohne 
dass eine weniger einschneidende Massnahme (z.B. ambulante Massnahmen, 

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Nachbetreuung, freiwillige Sozialhilfe) genügen würde. Die fürsorgerische Unter-
bringung kommt somit nur als ultima ratio in Betracht (vgl. dazu Botschaft, S. 
7062; Thomas Geiser/ Mario Etzensberger, a.a.O., N 22 ff. zu Art. 426 ZGB; Olivi-
er Guillod, in: Büchler/Häfeli/Leuba/Stettler [Hrsg.], FamKomm, Erwachsenen-
schutz, Bern 2013, N 64 f. zu Art. 426 ZGB). Der Grundsatz der Verhältnismässig-
keit besagt weiter, dass eine  fürsorgerische Unterbringung nur solange aufrecht-
erhalten werden darf, als mit einer konkreten Selbst- oder Fremdgefährdung von 
einem gewissen Ausmass zu rechnen ist. So hat das Bundesgericht festgehalten, 
dass es für die Beurteilung des Behandlungs- bzw. Betreuungsbedarfs wesentlich 
sei, mit welcher konkreten Gefahr für die Gesundheit oder das Leben der betroffe-
nen Person bzw. von Dritten zu rechnen sei, wenn die Behandlung der gutachter-
lich festgestellten Krankheit bzw. die Betreuung unterbleibe (vgl. BGE 140 III 101 
E. 6.2.2 sowie BGE 140 III 105 E. 2.4 mit Verweisen auf die Bundesgerichtsurteile 
5A_312/2007 vom 10. Juli 2007 E. 2.3 und 5A_288/2011 vom 19. Mai 2011 E. 
5.3). Der Entscheid über die Entlassung ist stets anhand des Zustandes des Be-
troffenen im aktuellen Zeitpunkt zu bestimmen (vgl. Thomas Geiser/Mario Etzens-
berger, a.a.O., N 44 zu Art. 426 ZGB). Dabei ist eine Interessenabwägung im Hin-
blick auf den Zweck der fürsorgerischen Unterbringung, nämlich die Wiedererlan-
gung der Selbständigkeit und der Eigenverantwortung im Entlassungszeitpunkt, 
vorzunehmen.

4.3.2. Im Kurzgutachten vom 26. September 2020 beschreibt Dr. med. E._____ 
den Beschwerdeführer als sauber, gepflegt und freundlich zugewandt. Selbst- 
oder Fremdgefährdung werden verneint. Seit seiner Einweisung habe sich sein 
Zustand unter der freiwilligen oralen Einnahme der verordneten Medikamente ge-
bessert. Er habe zwar keine Krankheitseinsicht, zeige aber eine gewisse Behand-
lungseinsicht. Insbesondere wolle er nun seine Medikamente nehmen und einen 
neuen Arzt suchen. Sollte der Beschwerdeführer seine Medikamente nicht mehr 
einnehmen, sei damit zu rechnen, dass er erneut psychotisch werde, was sich bei 
ihm durch zielloses Herumlaufen, die Unfähigkeit zu Gesprächskontakten, Hand-
lungsunfähigkeit und Verwahrlosung äussere. Wie sich in den letzten Jahren ge-
zeigt habe, sei die kontinuierliche medikamentöse Behandlung der zentrale Punkt, 
um sein eigenständiges Leben zu gewährleisten. Die Gutachterin bezweifelt, dass 
der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Gutachtens bereits im Stande sei, ei-
genständig einer ambulanten Therapie zu folgen, weshalb ein weiterer Aufenthalt 
in der Klinik solange notwendig sei, bis die Nachsorge geregelt sei. Die KESB 
Prättigau/Davos stütze ihren Entscheid vom 30. September 2020 über die Weiter-
führung der fürsorgerischen Unterbringung des Beschwerdeführers (act. 2) haupt-
sächlich auf dieses Gutachten, weshalb es die Massnahme verlängerte.

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4.3.3. Sodann verweist Dr. med. D._____, Oberarzt Klinik C._____, in seiner Ein-
gabe vom 14. Oktober 2020 an das Kantonsgericht von Graubünden (act. 7) be-
treffend die Notwendigkeit der weiteren fürsorgerischen Unterbringung des Be-
schwerdeführers zunächst auf seinen Antrag an die KESB vom 16. September 
2020 (KESB act. 97). Diesem ist zu entnehmen, dass die Verlängerung der für-
sorgerischen Unterbringung vor allem beantragt wurde, um Zeit für die Organisati-
on der Nachsorge zu haben. Ergänzend wird in der Eingabe vom 14. Oktober 
2020 ausgeführt, dass momentan noch keine hausärztliche und psychiatrische 
Anbindung bestehe, was für eine dauerhafte Stabilität nach einer Entlassung aber 
notwendig sei, um eine kurzfristige Rehospitalisation zu vermeiden.

4.3.4. Sowohl die Gutachterin als auch die ärztliche Leitung der Klinik C._____ 
attestieren dem Beschwerdeführer einen positiven Verlauf und gehen davon aus, 
dass er bei kontinuierlicher Medikamenteneinnahme wieder selbständig leben 
könne. Dieser Eindruck hat sich auch anlässlich der Hauptverhandlung vom 16. 
Oktober 2020 bestätigt. Der Beschwerdeführer erschien gepflegt, ruhig und gut 
gelaunt. Er bestätigte während der richterlichen Befragung, dass er das Medika-
ment Invega auch nach seiner allfälligen Entlassung aus der Klinik C._____ wei-
terhin einnehmen werde und dass er die Psychiaterin F._____ in O.2_____ aufsu-
chen wolle. Darauf angesprochen, dass er seine Medikamente nach seiner letzten 
Entlassung selbständig abgesetzt habe, was zu einer Psychose und der aktuellen 
Unterbringung geführt habe, erklärt er, dass seine früheren Medikamente Haldol 
und Xeplion starke Nebenwirkungen (Krämpfe, Speichelausfluss und Müdigkeit) 
verursacht hätten. Dass solche Nebenwirkungen aufgetreten seien, wird auch von 
Dr. med. E._____ im Kurzgutachten erwähnt (KESB act. 105, S. 3, erster Ab-
schnitt). Da der Beschwerdeführer das neue Medikament Invega nach eigenen 
Angaben aber sehr gut vertrage, werde er es nicht absetzen und es werde daher 
auch nicht so enden, wie nach seiner letzten Entlassung aus der Klinik. Diese 
Aussagen des Beschwerdeführers sind insgesamt glaubhaft, da er sich in der Kli-
nik gemäss den Akten nie weigerte, die verordneten Medikamente einzunehmen 
und auch vor der aktuellen Einweisung seine Medikamente über einen längeren 
Zeitraum hinweg regelmässig einnahm, obwohl sie starke und unangenehme Ne-
benwirkungen verursachten.

4.3.5. Nach dem Gesagten erweist sich die fürsorgerische Unterbringung des Be-
schwerdeführers als nicht mehr verhältnismässig, da die konkrete, unmittelbare 
und erhebliche Fremd- bzw. Selbstgefährdung nicht (mehr) bejaht werden kann. 
Eine nur potentielle Selbstgefährdung durch das mögliche selbständige Absetzen 
der Medikation aufgrund von fehlender Krankheitseinsicht kann unter dem Ge-

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sichtspunkt der Verhältnismässigkeit die fürsorgerische Unterbringung nicht recht-
fertigen. 

Sowohl im Antrag auf behördliche Unterbringung von Dr. med. D._____ vom 16. 
September 2020 als auch im Kurzgutachten von Dr. med. E._____ vom 26. Sep-
tember 2020 wird als Hauptgrund für die Verlängerung der fürsorgerischen Unter-
bringung die fehlende Nachsorge angeführt. Daraus muss geschlossen werden, 
dass die Behandlung des Beschwerdeführers auch aus medizinischer Sicht nun 
grundsätzlich ambulant erfolgen könnte, womit eine mildere Massnahme als die 
fürsorgerische Unterbringung zur Verfügung steht. Dies gilt umso mehr, da der 
Beschwerdeführer glaubhaft darlegen konnte, dass er seine Medikamente weiter-
hin einnehmen werde. Wieso in den Wochen bis zur Hauptverhandlung vom 16. 
Oktober 2020, in denen sich der Beschwerdeführer offensichtlich weiter positiv 
entwickelt hat, weder eine hausärztliche noch eine psychiatrische Anbindung aus-
serhalb der Klinik geschaffen wurde, ist nicht nachvollziehbar. 

5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der beim Beschwerdeführer vor-
liegende Schwächezustand behandelt werden muss, dass zum massgebenden 
Zeitpunkt der Hauptverhandlung vom 16. Oktober 2020 die Notwendigkeit einer 
stationären Behandlung bzw. Betreuung jedoch nicht mehr gegeben ist. Die Auf-
rechterhaltung der fürsorgerischen Unterbringung ist damit unverhältnismässig, 
weshalb die vorliegende Beschwerde gutzuheissen und die fürsorgerische Unter-
bringung des Beschwerdeführers aufzuheben ist.

5. Gemäss Art. 437 Abs. 1 ZGB ist es Aufgabe der Kantone, die Nachbetreu-
ung zu regeln. Im Kanton Graubünden wurde diese Bestimmung mit Art. 54 ff. 
EGzZGB umgesetzt. Das Ziel der Nachbetreuung ist es, den Gesundheitszustand 
der betroffenen Person zu stabilisieren und dadurch die Rückfallgefahr zu mini-
mieren. Die ärztliche Leitung der Klinik C._____ wird deshalb angewiesen, in Zu-
sammenarbeit mit der KESB Prättigau/Davos die Nachbetreuung des Beschwer-
deführers zu regeln.

6.1. Bezüglich die Kostenauflage verweisen die Art. 63 Abs. 5 und Art. 60 Abs. 2 
EGzZGB für das erwachsenenschutzrechtlichen Beschwerdeverfahren subsidiär 
auf die Bestimmungen der ZPO. Demnach werden die Prozesskosten gemäss 
Art. 106 Abs. 1 ZPO grundsätzlich der unterliegenden Partei auferlegt. Der Be-
schwerdeführer ist mit seinem Antrag auf Aufhebung der fürsorgerischen Unter-
bringung umfassend durchgedrungen. Bei diesem Verfahrensausgang gehen die 
Kosten des Beschwerdeverfahrens bestehend aus einer Gerichtsgebühr von 
CHF 1'500.00 zu Lasten des Kantons Graubünden. Eine ausseramtliche Entschä-

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digung wurde nicht beantragt, weshalb dem Beschwerdeführer keine solche zuzu-
sprechen ist (Art. 105 Abs. 2 ZPO; BGE 139 III 334).

6.2. Bei diesem Verfahrensausgang gehen auch die Kosten des vorinstanzli-
chen Verfahrens vor der KESB Prättigau/Davos in der Höhe von CHF 1'708.00 
(inkl. Gutachterkosten von CHF 1'208.00) zu Lasten des Kantons Graubünden.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Entscheid der Kindes- und Er-
wachsenenschutzbehörde Prättigau/Davos vom 30. September 2020 (inkl. 
Berichtigungsentscheid vom 7. Oktober 2020) wird aufgehoben. Die ärztli-
che Leitung der Klinik C._____ wird angewiesen, A._____ umgehend aus 
der Anstalt zu entlassen.

2. Die ärztliche Leitung der Klinik C._____ wird angewiesen, im Rahmen des 
Austrittsgesprächs gemäss Art. 436 ZGB auf den Abschluss einer Verein-
barung über eine geeignete ambulante Nachbetreuung hinzuwirken und im 
Falle des Scheiterns die KESB Prättigau/Davos zu informieren. Es wird da-
von Vermerk genommen, dass sich A._____ einer sachdienlichen ambulan-
ten Nachbetreuung nicht widersetzt.

3. Die Kosten für das Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutz-
behörde Prättigau/Davos in Höhe von CHF 1'708.00 (inkl. Drittkosten für 
das Gutachten von CHF 1'208.00) gehen zu Lasten des Kantons Graubün-
den.

4. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens von insgesamt CHF 
1'500.00 verbleiben beim Kanton Graubünden.

5. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

6. Mitteilung an: