# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 989ea901-4cf3-5ff4-b018-51828745c5af
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-03-30
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 30.03.2007 S 2007 31
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2007-31_2007-03-30.pdf

## Full Text

S 07 31
S 07 32

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 30. März 2007

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG (Umschulung) / 

IV-Rente

1. … ist 1954 geboren, verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder. Seit 

dem 15. April 1980 arbeitete er für das Kloster … als Hilfsarbeiter in den 

Bereichen Umgebung, Garten und Bau. Das Arbeitsverhältnis wurde auf den 

30. November 2006 aufgelöst. Am 17. September 2005 meldete sich der 

Versicherte bei der IV-Stelle zum Bezug von IV-Leistungen an. 

2. a) Am 2. August 2005 diagnostizierte die Klinik … einen subligamentären 

Massenprolaps L1/2 linksbetont mit lumboradikulärem Schmerzsyndrom links 

und sensomotorischer Ausfallsymptomatik mit hochgradiger Beinparese links, 

Status nach Mikrodisektomie L1/2, Re-Mikrodisektomie L1/2, subligamentär 

beginnend frei sequestrierte Diskushernie L4/5 links mediolateral mit/bei 

Status nach Mikrodisektomie L4/5 sowie einer arteriellen Hypertonie. Der 

Versicherte sei vom 23. Mai bis zum 3. September 2005 zu 100% 

arbeitsunfähig gewesen, ab dem 3. September 2005 solle eine 

Neubeurteilung erfolgen. Es erfolge ein therapeutischer Arbeitsversuch ab 

dem 3. August 2005 mit leichter Arbeit und maximaler Belastung von fünf 

Kilogramm im Kloster ...

b) Am 12. Oktober 2005 stellte die neurochirurgische Abteilung des 

Kantonsspitals Chur dieselben Diagnosen. Ab dem 23. Mai 2005 wurde dem 

Versicherten bis auf weiteres eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die 

am 30. August 2005 durchgeführte Fazetteninfiltration L4/5 beidseits habe 

dem Patienten keine Besserung gebracht. Die Schmerzen thorakolumbal und 

lumbal sowie die Taubheit und die Schwäche des linken Beines seien 

persistent, weshalb der Versicherte momentan keine anderen Tätigkeiten 

ausüben könne. Er sei am 23. Mai 2005 mit dem Massenprolaps bei LW1/2 

linksbetont notfallmässig hospitalisiert worden. Dieser habe den Conus 

medularis betroffen, sodass eine Caudasymptomatik resultiert habe. Die 

Lokalisation des Massenprolapses erkläre auch die persistierenden, deutlich 

sensomotorischen Defizite. Eine Restitutio ad integrum sei äusserst 

unwahrscheinlich und es sei mit einer bleibenden Einschränkung von 

mindestens 70% in der jetzigen Tätigkeit zu rechnen.

c) Am 17. Oktober 2005 erstattete der Neurologe der Klinik …, Dr. …, Bericht. 

Er stellte dieselben Diagnosen und attestierte dem Versicherten für die 

ursprüngliche Tätigkeit als ungelernter Arbeiter im Bereich des Klosters … seit 

dem 23. Mai 2005 bis auf weiteres eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit für 

schwere körperliche Arbeit. Der Zustand sei stationär, allenfalls sollte nach 

Ablauf von 1 - 2 Jahren eine ergänzende medizinische Abklärung aufgrund 

der zunehmenden chronifizierenden Zustände durchgeführt werden. 

Während der Behandlungsphase habe sich das Gesamtzustandsbild des 

Patienten deutlich verbessert. Er halte sich aber selber in schwerer 

körperlicher Tätigkeit aufgrund subjektiv sehr stark erlebter Schmerzen nicht 

mehr für arbeitsfähig. Unter Einbezug der Arbeitgeberin sei ein 

therapeutischer Arbeitsversuch zur langsamen Belastungssteigerung geplant. 

Die Prognose sei ungünstig. Der Versicherte könne grundsätzlich leichte 

körperliche Arbeit durchführen, diese aber aufgrund des chronifizierten 

Schmerzerlebens wahrscheinlich nur mit verminderter Leistungsfähigkeit. In 

Anbetracht des fortgeschrittenen Alters und der bisher durchgeführten 

ungelernten Tätigkeit erscheine eine mögliche berufliche Massnahme eher 

schwierig. Objektiv sei er zwar nicht zu 100% durch somatische Erkrankungen 

eingeschränkt, es liege jedoch eine Chronifizierung des Schmerzerlebnisses 

vor, weshalb von einem höheren IV-Grad auszugehen sei. Allenfalls könne 

eine Reintegration in ein anderes berufliches Umfeld unternommen werden. 

Am 23. Oktober 2005 stellte der Hausarzt Dr. … dieselben Diagnosen. In der 

bisherigen Tätigkeit sei der Versicherte bis auf weiteres zu 100% 

arbeitsunfähig. Sein Zustand habe sich ständig verschlechtert, berufliche 

Massnahmen und eine ergänzende medizinische Abklärung seien angezeigt. 

Der Arbeitsversuch vom 3. August 2005 habe nach wenigen Stunden wegen 

verstärkter Schmerzen abgebrochen werden müssen. Aufgrund der aktuellen 

Schmerzen könne der Versicherte nicht arbeiten. Im jetzigen Zustand sei er 

auch in adaptierter Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig. Allenfalls werde ein 

operativer Eingriff mit Laminektomie L1/2 vorgenommen.

d) Am 4. Juli 2006 diagnostizierte die Neurochirurgin Dr. … vom Kantonsspital 

Chur dieselben Leiden. Sie attestierte dem Versicherten für die Arbeit als 

Gärtner bis auf weiteres eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit. Der Zustand sei 

stationär und er leide weiterhin unter Schmerzen im oberen LWS-Bereich 

ohne klare radikuläre Symptomatik. Beim Versicherten bestehe lediglich eine 

theoretische Arbeitsfähigkeit von 100% für leichte wechselbelastende 

Arbeiten mit Heben von Gewichten bis maximal sieben kg. Als Gärtner könne 

der Versicherte nicht mehr arbeiten. Im Kloster bestünden offenbar keine 

leichten angepassten Arbeitsmöglichkeiten. 

Theoretisch könnte der Versicherte leichte wechselbelastende Arbeiten mit 

Heben von Gewichten bis maximal sieben kg ausführen, doch könne er mit 

Sicherheit weder ganztags mit reduzierter Leistung noch im 

Teilarbeitsverhältnis mit voller Leistung arbeiten. Es bestehe eine bleibende 

Einschränkung mit 100%-iger Arbeitsunfähigkeit für die bisherige Tätigkeit als 

Gärtner. Aufgrund des sehr protrahierten Verlaufs und der chronischen 

Beschwerden des Patienten empfehle sie die Invalidisierung.

e) Am 15. August 2006 schrieb die Klinik …, der Gesundheitszustand sei 

stationär. Der Versicherte sei vom 18. April bis zum 13. Mai 2006 stationär in 

der Reha-Klinik in Behandlung gewesen. Dem Austrittsbericht vom 2. Juni 

2006 ist zu entnehmen, dass beim Versicherten eine 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit für schwere Arbeiten bestehe. Als Gärtner könne er nicht 

mehr arbeiten. Für eine leichte wechselbelastende Arbeit mit Heben von 

Gewichten bis maximal sieben kg bestehe eine theoretische Arbeitsfähigkeit 

von 100%.

3. a) Mit Vorbescheid vom 8. September 2006 schrieb die IV-Stelle, es bestehe 

wegen des Minderverdienstes von 3% kein Anspruch auf eine Umschulung. 

Am 9. September 2006 stellte die IV-Stelle dem Versicherten den 

Vorbescheid betreffend IV-Rente zu. Er sei seit dem 19. Mai 2005 in der 

Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt und die bisherige Tätigkeit sei ihm 

gesundheitsbedingt nicht mehr zumutbar; leichte, wechselbelastende 

Tätigkeiten jedoch zu 100%. Somit würde er gestützt auf die 

Lohnstrukturerhebung 2004 (LSE), Werte Ostschweiz, Anforderungsniveau 4, 

ohne Gesundheitsschaden ein Jahreseinkommen von Fr. 54'600.-- 

erwirtschaften. Ein Leidensabzug von 10% sei für leichte Tätigkeit generiert 

worden, womit sich das Invalideneinkommen auf Fr. 52'828.-- belaufe. 

b) Am 6. Oktober 2006 liess der Versicherte mitteilen, dass er beide 

Vorbescheide nicht akzeptiere. Er sei auch in adaptierter Tätigkeit 

eingeschränkt. Dies zeigten die Beurteilungen der Neurochirurgin Dr. … und 

seines Hausarztes Dr. ... Der Vorbescheid betreffend IV-Rente stelle nur auf 

die pauschalierten Aussagen der Klinik … ab. Zudem sei es für ihn nicht 

nachvollziehbar, wie die IV-Stelle behaupten könne, er könnte eine leichte 

Tätigkeit konkret ausführen, ohne einen Arbeitsversuch durchgeführt zu 

haben.

4. Am 27. September 2006 schrieb der Hausarzt Dr. …, dass der Versicherte für 

schwere Arbeiten zu 100% und für leichte zu mindestens 50% arbeitsunfähig 

sei. 

5. Am 15. und am 18. Dezember 2006 erliess die IV-Stelle die inhaltlich den 

Vorbescheiden entsprechenden Verfügungen, worin das Abstellen auf den 

Arztbericht der Klinik … vom 15. August 2006 gerechtfertigt wird. Dr. … 

bestätige theoretisch-medizinisch die 100%-ige Arbeitsfähigkeit für adaptierte 

Arbeiten, daran ändere auch das Schreiben von Dr. … vom 27. September 

2006 nichts, da dieser der Hausarzt des Versicherten sei, die Klinik … 

hingegen habe ein Ärzteteam aus Spezialisten zur Verfügung. Deshalb seien 

ergänzende Abklärungen nicht nötig. Das Valideneinkommen entspreche 

dem teuerungsbereinigten Jahreseinkommen von Fr. 54'600.--. Das 

Invalideneinkommen betrage unter Berücksichtigung eines Abzuges von 10% 

für leichte Tätigkeiten, gestützt auf die LSE-Tabelle TA1, Werte total Schweiz, 

Anforderungsniveau 4, Fr. 52'828.05, was einem IV-Grad von 3% entspreche. 

6. a) Am 31. Januar 2007 liess der Versicherte gegen die Verweigerung der 

Kostengutsprache für eine Umschulung Beschwerde führen und beantragte 

die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Feststellung des 

Anspruches auf Umschulung, die Erteilung der Kostengutsprache und die 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und -verbeiständung. 

Aufgrund der Beurteilungen von Dr. … und Dr. … sei klar, dass der 

Versicherte auch bei leichter, dem Leiden angepasster Tätigkeit massiv bis 

gänzlich eingeschränkt sei, was die Vorinstanz nicht berücksichtigt habe. 

Diese habe nur auf die pauschalierten Aussagen der Klinik … abgestellt. Eine 

Person ohne Ausbildung könne unmöglich einen so hohen Verdienst erzielen, 

welchen die IV-Stelle aufgrund der Tabellenlöhne festgestellt habe. 

Es sei nicht abgeklärt worden, wie der Versicherte leichte Tätigkeiten 

ausführen könne. Er leide unter ständigen Schmerzen. Zu berücksichtigen sei 

auch die verminderte Konzentration wegen des Medikamentenkonsums. 

Deshalb sei ein Arbeitsversuch durchzuführen und eine Erkundigung bei Dr. 

… einzuholen. 

Eine leichtere Tätigkeit habe mit Sicherheit eine grosse Lohneinbusse zur 

Folge, weshalb realistischerweise von einem Jahreseinkommen von Fr. 

15'000.-- ausgegangen werden könne. Somit ergebe sich ein IV-Grad von 

mehr als 20% und es sei eine Umschulung vorzunehmen. Die berufliche 

Situation müsse von der BEFAS, eventuell durch die Berufsberatung, 

abgeklärt werden. 

Der Versicherte arbeite nicht und verdiene nichts, weswegen ihm die 

unentgeltliche Rechtspflege und -verbeiständung zu gewähren sei. 

b) Ebenfalls am 31. Januar 2007 liess der Versicherte gegen den 

Rentenbescheid Beschwerde erheben und beantragte die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung und die Zusprechung einer Rente von mindestens 

72% sowie die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und -

verbeiständung.

Ergänzend zur vorherigen Beschwerde führte der Versicherte aus, dass 

gemäss dem Bericht des Hausarztes eine Rückführung des Versicherten in 

den Arbeitsprozess praktisch unmöglich sei. Es sei höchstens eine leichte 

Hilfsarbeit möglich. Gehe man von einem hypothetischen Einkommen von Fr. 

15'000.— pro Jahr aus, betrage der IV-Grad 72%. 

7. Am 13. Februar 2007 nahm die IV-Stelle zu beiden Beschwerden Stellung und 

beantragte deren Abweisung und die Zusammenlegung der Verfahren. 

Der Bericht der Klinik … vom 15. August 2006 inkl. Beiblatt zum Arztbericht 

vom 18. August 2006, der Austrittsbericht vom 2. Juni 2006 und die 

Zusammenfassung der Krankengeschichte vom 19. April 2006 bildeten eine 

Darstellung des Gesamtwertes der Arbeitsfähigkeit und beruhe auf der 

Vorgeschichte, den Akten und den Untersuchungen (inkl. 

Jobmatchuntersuchung). Dieser sei schlüssig, nachvollziehbar und 

widerspruchsfrei. Darin werde eine für leichte wechselbelastende, mit Heben 

von Gewichten bis maximal sieben kg bestehende, theoretische 100%-ige 

Arbeitsfähigkeit festgestellt. 

Dr. … bestätige am 4. Juli 2006 eine theoretische Arbeitsfähigkeit von 100% 

für adaptierte Tätigkeiten. Wenn Dr. … im Beiblatt zum Arztbericht aufgrund 

der konkreten beruflichen Situation des Versicherten in offensichtlichem 

Widerspruch andere Tätigkeiten für unzumutbar halte und eine IV-Rente 

empfehle, müsse gesagt werden, dass die Ärzte nur die theoretisch-

medizinische Arbeitsfähigkeit zu beurteilen hätten. Daran vermöge auch 

Hausarzt Dr. … mit seinem Schreiben vom 27. September 2006 nichts zu 

ändern. 

Somit müsse für die Berechnung des Invalideneinkommens von einer 100%-

igen Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit ausgegangen werden, weshalb 

auf die Tabellenlöhne abgestützt werde. Auf die tatsächliche Möglichkeit zur 

Ausübung einer Tätigkeit komme es nicht an, weil es um eine theoretische 

Tätigkeit im ausgeglichenen Arbeitsmarkt gehe. 

Betreffend Umschulung sei erstellt, dass der Versicherte im Jahre 2006 als 

Hilfsarbeiter in den Bereichen Umgebung, Garten und Bau Fr. 54'600.-- hätte 

verdienen können. Demgegenüber hätte er im Jahre 2006 in einer der 

Verweisungstätigkeiten einen Lohn von Fr. 52'724.35 erzielen können. Mit 

dem IV-Grad von 3% werde die geforderte Erheblichkeitsschwelle von 20% 

nicht erreicht.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Am 1. Januar 2007 ist das neue Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100) in Kraft getreten, welches das bisherige 

Verwaltungsgerichtsgesetz (VGG; BR 370.100) und die bisherige 

grossrätliche Verordnung über das Verfahren in 

Sozialversicherungsstreitsachen (VVS; BR 542.300) abgelöst hat. 

Übergangsrechtlich bestimmt Art. 85 Abs. 2 VRG, dass sich die 

Weiterziehbarkeit und das Rechtsmittelverfahren nach neuem Recht richten, 

wenn bei dessen In-Kraft-Treten die Rechtsmittelfrist noch nicht abgelaufen 

ist. Umgekehrt gilt noch das bisherige Recht, wenn die Rechtsmittelfrist vor 

dem 1. Januar 2007 bereits abgelaufen ist. Im vorliegenden Verfahren hat die 

30-tägige Beschwerdefrist im Jahre 2007 geendet, weshalb neues Recht zur 

Anwendung kommt.

2. Gemäss Art. 6 Abs. 1 lit. a VRG kann das Verwaltungsgericht verschiedene 

Verfahren vereinigen, wenn sich dies als zweckmässig erweist. Im 

vorliegenden Fall stehen die beiden Beschwerdeverfahren S 07 31 und S 07 

32 sowohl in tatsächlicher als auch in rechtlicher Hinsicht in engem 

Zusammenhang, so dass es sich rechtfertigt, diese beiden Verfahren 

zusammenzulegen.

3. Anfechtungsobjekte im vorliegenden Beschwerdeverfahren bilden die 

Verfügungen vom 15. und 18. Dezember 2006. Streitig und zu entscheiden 

ist, ob dem Beschwerdeführer eine IV-Rente zuzusprechen ist und ob ihm ein 

Anspruch auf Umschulung und die hierzu geforderte Kostengutsprache 

zusteht. Zudem ist zu prüfen, ob ihm die unentgeltliche Prozessführung und 

Rechtsverbeiständung zu gewähren ist. 

4. a) Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen 

Gesundheitsschaden verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere 

Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrecht [ATSG; SR 830.1] und Art. 4 

des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Ist ein 

Versicherter mindestens zu 40% invalid, so hat er Anspruch auf eine 

Viertelsrente, bei mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei mindestens 60% 

auf eine Dreiviertelsrente und ab 70% auf eine Vollrente (Art. 28 Abs. 1 IVG). 

b) Für die Bemessung des IV-Grades wird nach Art. 16 ATSG das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 

sowie nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbaren Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in 

Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn 

sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Für die Bestimmung 

des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation 

auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Das tatsächlich 

erzielte Einkommen darf jedoch nur dann dem Invalidenlohn gleichgesetzt 

werden, wenn – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben 

sind und anzunehmen ist, dass die versicherte Person die ihr verbliebene 

Erwerbsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, sowie das Einkommen 

aus der Arbeitsleistung als angemessen erscheint und nicht einen Soziallohn 

darstellt. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, 

so können Tabellenlöhne herangezogen werden (BGE 129 V 475; 126 V 76). 

5. a) Für die Ermittlung des hypothetischen Valideneinkommens ist entscheidend, 

was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 

tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 

nötigenfalls der Teuerung und der realen Erwerbseinkommensentwicklung 

angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, 

dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden 

wäre.

b) Der Versicherte arbeitete vor seinen gesundheitlichen Beschwerden seit dem 

15. April 1980 als Hilfsarbeiter in den Bereichen Umgebung, Garten und Bau 

für das Kloster … Es ist davon auszugehen, dass er dort ohne Beschwerden 

heute weiterhin als Hilfsarbeiter arbeiten würde. Die IV-Stelle hat vorliegend, 

nicht wie noch anlässlich des Vorbescheidverfahrens auf die Tabellenlöhne, 

sondern zu Recht auf ein Einkommen von Fr. 54'600.-- abgestellt, welches 

der Versicherte gemäss Arbeitgeberbericht vom 27. April 2006 in seinem 

zuletzt ausgeführten Beruf als Hilfsarbeiter im Jahr 2006 verdient hätte. Die 

Berechnung des Valideneinkommens wird vom Versicherten denn auch nicht 

bestritten.

6. a) Zur Bemessung des hypothetischen Invalideneinkommens bzw. zur 

Feststellung der Arbeiten, welche für die invalide Person in Frage kommen 

und zur Beurteilung in welchem Ausmass sie ausgeübt werden können, sind 

die Verwaltung und der Richter auf ärztliche Sachkunde angewiesen. Nur sie 

können aufgrund ihrer Kenntnisse das funktionelle und zeitliche 

Leistungsvermögen bewerten. Gestützt auf diese Erkenntnisse kann sodann 

das hypothetische Invalideneinkommen berechnet werden (Omlin, Die 

Invalidität in der obligatorischen Unfallversicherung, Fribourg, S. 201; SVR 

2002, IV Nr. 19). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also 

entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf 

allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, 

in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 

der medizinischen Situation einleuchtet, und ob die Schlussfolgerungen des 

Experten begründet sind (BGE 125 V 352; 122 V 160).

Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung 

als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer 

Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. 

Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweiswert zu, 

sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich 

widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit besteht. 

Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis 

zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität 

und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, 

welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als 

begründet erscheinen lassen. In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und 

soll der Richter der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte im 

Hinblick auf ihre Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer 

Patienten aussagen (BGE 124 I 175 E. 4). Jedoch können Parteigutachten 

auch Äusserungen eines Sachverständigen enthalten, welche zur 

Feststellung eines medizinischen Sachverhaltes beweismässig beitragen 

können. Der Richter ist verpflichtet, zu prüfen, ob diese Parteigutachten die 

Aussagen und Schlussfolgerungen des vom Versicherer förmlich bestellten 

Gutachters derart zu erschüttern vermag, dass davon abzuweichen ist.

b) Das Gericht stützt sich vorliegend insbesondere auf den Arztbericht der Klinik 

… vom 15. August 2006 inkl. Beiblatt zum Arztbericht vom 18. August 2006, 

den Austrittsbericht vom 2. Juni 2006 und auf die Zusammenfassung der 

Krankengeschichte vom 19. April 2006. Diese Einschätzungen stellen einen 

Gesamtwert der Arbeitsfähigkeit dar, beruhen auf der Vorgeschichte sowie 

auf den bisherigen Akten und erscheinen in ihrem Ergebnis logisch und 

nachvollziehbar. Weitere Untersuchungen sind nicht angezeigt, da von ihnen 

keine neuen Erkenntnisse erwartet werden können (BGE 122 V 162 E. 1d). 

Die Ärzte der Klinik … attestierten dem Versicherten in seiner ursprünglichen 

Tätigkeit als Hilfsarbeiter zwar eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit, in einer 

behinderungsgeeigneten Tätigkeit hingegen besteht eine theoretische 100%-

ige Arbeitsfähigkeit.

In seiner Beschwerde macht der Versicherte geltend, die Neurochirurgin Dr. 

… und Hausarzt Dr. … hielten in ihren Berichten zutreffend fest, dass er auch 

in leichten Tätigkeiten gar nicht mehr oder höchstens in einem sehr geringen 

Umfang arbeitsfähig sei. Diese Stellungnahmen habe die IV-Stelle in keiner 

Weise gewürdigt. Der Versicherte verkennt dabei aber, dass Dr. … ebenfalls 

von einer theoretischen Arbeitsfähigkeit von 100% für leichte 

wechselbelastende Arbeiten mit Heben von Gewichten bis maximal sieben 

Kilogramm ausgeht. Diese empfiehlt ihm denn auch die Beantragung einer IV-

Rente. Hierbei muss klarerweise festgehalten werden, dass es nicht Sache 

der Ärzte ist, sondern vielmehr der Fachleute der Berufsberatung, 

festzustellen, welche Tätigkeiten auf Grund der ärztlichen Angaben und unter 

Berücksichtigung der übrigen Fähigkeiten der versicherten Person in Frage 

kommen. Insofern stützt sich die IV-Stelle zu Recht auf die genaue und 

umfangreiche Beurteilung der Klinik … ab. Demnach kann davon 

ausgegangen werden, dass der Versicherte in adaptierter Tätigkeit zu 100% 

arbeitsfähig ist, sodass seine Verwertbarkeit auf dem Arbeitsmarkt auch ohne 

ergänzende Abklärungen bejaht werden kann. 

c) Nachdem der Versicherte nicht mehr arbeitet, erweist sich auch das Abstellen 

auf die Tabellenlöhne zur Berechnung des Invalideneinkommens als 

gerechtfertigt. Nach der Rechtssprechung kann vom Tabellenlohn hinsichtlich 

verschiedener in Betracht fallender einkommensbeeinflussender Merkmale 

(leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, 

Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) ein Abzug von 

maximal 25% vorgenommen werden, wobei anhand der gesamten Umstände 

des Einzelfalles zu prüfen ist, ob und in welchem Ausmass eine Kürzung 

vorzunehmen ist (BGE 126 V 78, E. 5). Ein Abzug wegen des verminderten 

Beschäftigungsgrades fällt vorliegend von vornherein ausser Betracht. 

Betreffend Leidensabzug ist im konkreten Fall aufgrund der vorhandenen 

Arztberichte davon auszugehen, dass der Versicherte eine adaptierte 

Tätigkeit wohl nur ausüben könnte, indem ein Arbeitgeber gewisse weitere 

gesundheitlich bedingte Einschränkungen des Leitungsvermögens zu 

gewärtigen hätte, sodass sich ein Leidensabzug von 10% rechtfertigt. Folglich 

beträgt das Invalideneinkommen für das Jahr 2006 Fr. 52'724.35 (Fr. 

58'582.60 x 0.9). Auf diese Weise resultiert im Vergleich mit dem 

unbestrittenen Valideneinkommen von Fr. 54'600.— ein IV-Grad von 3%.

7. a) Gemäss Art. 17 Abs. 1 IVG hat der Versicherte Anspruch auf berufliche 

Umschulung, falls diese infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die 

Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder wesentlich verbessert werden 

kann. Laut ständiger Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die 

Summe aller Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, 

die erforderlich und geeignet sind, dem vor Eintritt der Invalidität bereits 

erwerbstätig gewesenen Versicherten eine seiner früheren annähernd 

gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln (BGE 122 V 79 E. 3b/bb, 99 V 

35 E. 2; ZAK 1988 S. 468 E. 2a). Der Begriff der annähernden Gleichwertigkeit 

bezieht sich dabei nicht primär auf das Ausbildungsniveau als solches, 

sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende 

Verdienstmöglichkeit. Der Umschulungsanspruch setzt mit anderen Worten 

eine Invalidität oder die unmittelbare Bedrohung durch eine solche voraus. Als 

„invalid“ gilt dabei, wer nicht hinreichend eingegliedert ist, weil der 

Gesundheitsschaden eine Art und Schwere erreicht hat, welcher die 

Ausübung der bisherigen Erwerbstätigkeit ganz oder teilweise unzumutbar 

macht. Der IV-Grad muss darum ein bestimmtes erhebliches Mass erreicht 

haben; laut gefestigter Rechtsprechung ist dies dann der Fall, wenn der 

Versicherte in den ohne zusätzliche Berufsausbildung immer noch 

zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde 

Erwerbseinbusse von „etwa 20%“ erleidet (BGE 130 V 488, 124 V 108, 118 V 

7, 111 V 235; AHI 1997 S. 80 E. 1b; ZAK 1984 S. 91, 1966 S. 439 E. 3). 

b) Vorliegend ist unbestritten, dass der Versicherte seiner angestammten 

Tätigkeit als Hilfsarbeiter nicht mehr nachgehen kann. Zu prüfen ist hingegen, 

ob er im Hinblick auf die vorliegenden Verweisungstätigkeiten in zureichender 

und zumutbarer Weise als eingegliedert zu gelten hat. 

Als Hilfsarbeiter in den Bereichen Garten und Bau hätte der Versicherte im 

Jahre 2006 Fr. 54'600.— verdienen können. In einer der 

Verweisungstätigkeiten hätte er im selben Jahr einen Lohn von Fr. 52'724.35 

erzielen können. Die von der Rechtsprechung geforderte 

Erheblichkeitsschwelle von 20% ist vorliegend mit einer resultierenden 

Erwerbseinbusse von 3% klarerweise nicht erreicht, was einen Anspruch auf 

Umschulungsmassnahmen ausschliesst. 

8. a) Zum Gesuch betreffend unentgeltlicher Rechtspflege und 

Rechtsverbeiständung auf Kosten des Staates im Beschwerdeverfahren (Art. 

61 lit. f ATSG) infolge ausgewiesener Bedürftigkeit des Gesuchstellers sei 

vorab auf die höchstrichterliche Rechtsprechung verwiesen, wonach die 

Gewährung jener Rechtswohltat gestützt auf Art. 29 Abs. 3 der 

Bundesverfassung (BV; SR 101) nebst der (finanziellen) Bedürftigkeit noch 

voraussetzt, dass die Erhebung einer Beschwerde nicht zum voraus als 

aussichtslos erscheint. Als aussichtslos gelten solche Prozessanträge, bei 

denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die 

Verlustgefahren und die daher kaum mehr als ernsthaft bezeichnet werden 

können. Massgebend ist dabei, ob eine Streitpartei, die über die nötigen 

finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung ebenfalls zum 

Prozess entschliessen würde; eine Partei soll also einen Prozess, den sie auf 

eigene Rechnung und Gefahr so nicht führen würde, nicht nur deshalb 

anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 129 I 129 E. 2.3.1; BGE 

19.06.2003 [4P.107/2003] E. 1; 19.06.2005 [2A.111/2005] E. 3).

b) Angesichts der Tatsachen, dass ausser dem Hausarzt Dr. … auch Dr. … auf 

eine tiefere medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit tendierte und des 

fehlenden Einkommens, wird dem Versicherten für das 

verwaltungsgerichtliche Verfahren die unentgeltliche Prozessführung und 

Rechtsverbeiständung in der Person von Rechtsanwältin … unter dem 

Vorbehalt der Rückforderung gemäss Art. 77 Abs.1 VRG gewährt. Die von der 

Vertreterin des Beschwerdeführers eingereichte Honorarrechnung im Betrage 

von Fr. 1'673.20 wird gemäss Art. 76 Abs. 3 VRG mit 75% des vom 

Bündnerischen Anwaltsverband empfohlenen Honoraransatzes mit Fr. 

1'269.90 genehmigt.

9. a) Die angefochtenen Verfügungen sind folglich in jeder Beziehung rechtmässig, 

was zu ihrer Bestätigung und zur Abweisung der Beschwerde führt. 

b) Gemäss Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren seit dem 1. Juli 2006 

– in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung 

oder Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden hierbei nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- 

bis Fr. 1'000.-- festgelegt. In Anbetracht des einfachen Schriftenwechsels 

rechtfertigt es sich hier, dem Beschwerdeführer Kosten von Fr. 500.-- 

aufzuerlegen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerdeverfahren S 07 31 und S 07 32 werden vereinigt. 

2. Die Beschwerden S 07 31 und S 07 32 werden abgewiesen.

3. Die Kosten von Fr. 500.-- gehen zulasten von ... Sie werden gestützt auf Art. 

76 Abs. 1 und 2 VRG unter dem Vorbehalt der Rückerstattung nach Art. 77 

VRG auf die Gerichtskasse genommen. 

4.a) Dem Beschwerdeführer wird gestützt auf Art. 76 Abs. 3 VRG für das 

verwaltungsgerichtliche Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege gewährt und 

in der Person von lic. iur. … eine Rechtsanwältin bestellt. 

b) Die Honorarnote per 30. März 2007 wird im Umfange von Fr. 1'269.90 

genehmigt.

c) Sollten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers 

verbessern, so steht dem Kanton Graubünden gemäss Art. 77 Abs. 1 VRG das 

Rückforderungsrecht zu.