# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3f6fb053-b833-5196-b31a-d179186058ff
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-11-04
**Language:** de
**Title:** Bauen ausserhalb der Bauzonen. Bewilligungsfähigkeit von Reitplätzen.
**Docket/Reference:** BRGE III Nrn. 0183-0184/2020
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/2021-6.pdf

## Full Text

BRGE III Nrn. 0183/2020 und 0184/2020 vom 4. November 2020 in BEZ 2021 
Nr. 6 

Die  streitbetroffenen  Baugrundstücke  lagen  in  der  Landwirtschaftszone 
und zugleich innerhalb der Perimeter eines Objektes des Bundesinventars der 
Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) sowie eines 
Natur-  und  Landschaftsschutzgebietes  mit  überkommunaler  Bedeutung.  Sie 
waren  mit  zwei  Wohnhäusern  und  einer  Scheune  mit  sechs  bewilligten 
angebauten  Pferdeboxen  überstellt.  Die  bestehenden  Pferdeboxen  waren 
verpachtet  und  wurden  als  Pensionsstall  genutzt.  Zudem  verfügte  die  Anlage 
über  einen  Reitplatz  mit  Sandbelag.  Umstritten  war  (unter  anderem)  dessen 
nachträgliche  Bewilligungsfähigkeit  sowie  diejenige  eines  zusätzlichen 
Longierzirkels. 

Aus den Erwägungen: 

5.2  Die  Baudirektion  Kanton  Zürich  führt  dazu  aus,  die  historischen 
Luftbilder  zeigten,  dass  der  Sandplatz  auch  1978,  und  damit  nach 
Inbetriebnahme  des  Stalles,  noch  nicht  existiert  habe.  Selbst  auf  dem  Luftbild 
von  1996  sei noch  ein  grosser Longierplatz  und  kein  Reitplatz  in  der heutigen 
Form  erkennbar.  Da  der  runde  Platz  auch  1984  noch  ohne  Sand  ausgeführt 
gewesen sei, sei von einem schleichenden Ausbau des Platzes über die Jahre 
ohne  baurechtliche  Bewilligung  auszugehen.  Der  Platz  sei  weder  rechtmässig 
erstellt  worden,  noch  bestehe  er  länger  als  höchstens  23  Jahre  und  geniesse 
damit auch keine einfache Besitzstandsgarantie.  

Da  die  örtliche  Baubehörde  dennoch  auf  den  Rückbau  des  Sandplatzes 
verzichte, stehe dem Betreiber der Pferdestallungen ausreichend Fläche für die 
Bewegung  der  Equiden  zur  Verfügung.  Ein  Bedarf  für  einen  zusätzlichen 
Longierzirkel  sei  nicht  ersichtlich.  Grundsätzlich  würden  Reitplätze, 
Führanlagen und andere solche Bauten und Anlagen erst bei Pferdehaltungen 
mit mindestens acht Tieren bewilligt, da die Pferde aus kleineren Haltungen bei 
Bedarf auf bestehenden Reitplätzen in der Umgebung bewegt werden könnten. 
Eine  weitere  Voraussetzung  für  die  Erteilung  einer  Bewilligung  bestehe  darin, 
dass  keine  gewichtigen  öffentlichen  Interessen  vorlägen.  An  dieser  sensiblen 
Lage  stehe  deshalb  auch  der  Schutz  der  Landschaft  einer  aus  der  Sicht  des 
Tierwohls nicht zwingend notwendigen Bewegungsanlage entgegen. 

Da  es  sich  beim  Dressurzirkel  um  eine  Neuanlage  und  nicht  um  die 
Erweiterung  einer  bestehenden,  altrechtlichen  Anlage  handle,  komme  im 
Übrigen auch Art. 24c RPG nicht zur Anwendung. (…) 

5.3.2  Damit  stellt  sich  die  Frage,  ob  der  Sandplatz  und  der  Dressurzirkel 
nachträglich  bewilligt  werden  können.  Da  mit  dem  Beibringen  der  Bewilligung 
der Pferdeboxen im Jahre 1969 von einer rechtmässig erstellten Pferdehaltung 
auszugehen  ist,  gilt  es  abzuklären,  ob  für  diese  Pferdehaltung  Anlagen  im 
beantragten Ausmass zulässig wären. (…)  

Gemäss  Art.  34b  Abs.  4  RPV  können  zwar  für  landwirtschaftliche 
Pferdehaltungen unter bestimmten Voraussetzungen Plätze für die Nutzung der 

 
 
- 2-  

Pferde wie beispielsweise Reitplätze, Longierzirkel oder Führanlagen mit einer 
Fläche von bis zu 800 m2 bewilligt werden. Eine solche Bewilligung darf jedoch 
gemäss Art. 34b Abs. 6 RPV i.V.m. Art. 34 Abs. 4 RPV nur erteilt werden, wenn 
die  Baute  oder  Anlage  für  die  in  Frage  stehende  Bewirtschaftung  nötig  ist  (lit. 
a).  In  Umsetzung  dieses  aus  dem  Gebot  der  haushälterischen  Bodennutzung 
und  des  Konzentrationsprinzips  hervorgehenden  Grundsatzes  verfolgt  die 
Baudirektion  Kanton  Zürich  gemäss  ihrem  Merkblatt  zur  landwirtschaftlichen 
Pferdehaltung  (abrufbar  unter  www.zh.ch,  letztmals  besucht  am  12.  Oktober 
2020)  die  kantonale  Praxis,  nicht  bei  jeder  einzelnen  Pferdehaltung  Reitplätze 
oder  ähnliche  Anlagen  zuzulassen.  Vielmehr  muss  die  Pferdehaltung  eine 
gewisse  Grösse  erreichen,  um  den  Bedarf  nach  einer  eigenen  Anlage  zu 
rechtfertigen. Die Baudirektion Kanton Zürich geht bei ihrer Einstufung von der 
als  Hobbytierhaltung  zu  qualifizierenden  Haltung  von  vier  Pferden  aus.  Wie 
auch  bei  einer  Hobbytierhaltung  könne  auch  bei  einer  landwirtschaftlichen 
Pferdehaltung von wenigen Tieren kein relevanter Betriebszweig bestehen und 
entsprechend  könnten  keine  Anlagen  für  die  Nutzung  der  Pferde  geltend 
gemacht werden. Praxisgemäss werde deshalb erst bei Pferdehaltungen ab der 
doppelten  Anzahl,  also  ab  acht  Tieren  davon  ausgegangen,  dass  eine 
genügende Nutzung der Anlage den Bodenverbrauch rechtfertigen könne. Erst 
ab acht Pferden werde dementsprechend eine einzelne Anlage zugelassen. Der 
Bedarf  an  zwei  Anlagen  –  einem  Ausbildungsplatz  und/oder  einer  Führanlage 
und/oder eines Longierzirkels – sei erst ab 16 Pferden ausgewiesen.  

Diese  Praxis  ist  nachvollziehbar  und  trägt  dem  übergeordneten  Ziel  des 
haushälterischen  Umgangs  mit  dem  Boden  bedarfsgerecht  Rechnung.  Die 
Regelung  umschreibt  zudem  den  Regelfall  und  dient  damit  einem 
rechtsgleichen,  einheitlichen  und  sachgemässen  Vollzug  der  massgebenden 
Rechtssätze.  Gleichzeitig  behält  das  Merkblatt  Abweichungen  vom  Regelfall 
vor,  wenn  anderweitige  öffentliche  Interessen  tangiert  werden  und  schliesst 
damit  individuell-konkrete  Lösungen  in  begründeten  Spezialfällen  nicht  von 
vornherein  aus.  Damit  erweist  sich  die  Praxis  der  Baudirektion  Kanton  Zürich 
als 
der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. BGr, 23. Juli 2019, 1C_121/2019, E. 
3.2 mit weiteren Hinweisen).  

Verwaltungsrichtlinie 

berücksichtigende 

Sinne 

im 

zu 

5.3.3  Die  streitbetroffene  Pferdehaltung  umfasst  gemäss  Baueingabe 
sechs  Pferde.  Die  massgebende  Anzahl  Tiere  wird  damit  nicht  erreicht  (…). 
Ebenso  wenig  sind  andere  zwingende  Gründe  ersichtlich  oder  vorgebracht 
worden,  weshalb 
im  konkreten  Fall  ausnahmsweise  bereits  mit  einem 
Pferdebestand  von  sechs  Tieren  eine  solche  Anlage  betriebsnotwendig  sein 
sollte.  

Vielmehr  stehen  der  Bewilligungsfähigkeit  des  Sandplatzes  wie  auch  des 
Dressurzirkels  zusätzlich  das  Gebot  der  guten  Einordnung  in  die  Landschaft 
(Art.  3  RPG)  und  insbesondere  die  Voraussetzung  entgegen,  dass  dem 
Vorhaben  keine  überwiegenden  öffentlichen  Interessen  wie  beispielsweise 
Schutzverordnungen entgegenstehen dürfen (Art. 34b Abs. 6 RPV i.V.m. Art. 34 
Abs. 4 lit. b RPV).