# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 70235ada-1470-5b4a-bde8-f7654f8bedd8
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 14.09.2018 A 2018 31
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2018-31_2018-09-14.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

A 18 31

4. Kammer

Einzelrichter Racioppi und Simmen als Aktuar

URTEIL

vom 14. September 2018

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,
Beschwerdeführer

gegen 

Steuerverwaltung des Kantons Graubünden,
Beschwerdegegnerin 1

Eidgenössische Steuerverwaltung,
Beschwerdegegnerin 2

und

Gemeinde X._____, 
Beschwerdegegnerin 3

betreffend Kantons-, Gemeinde- und direkte Bundessteuer 
(Ermessenstaxation)

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1. A._____ ist selbständig erwerbend und führt die B._____ mit Sitz in 

X._____. Diese bietet Ski- und Schneesportunterricht sowie weitere Akti-

vitäten im Sportbereich an. Für die Einreichung der Steuererklärung 2016 

als Selbständigerwerbender wurde ihm von der Steuerverwaltung des Kan-

tons Graubünden eine Frist bis 31. Januar 2018 gewährt. Nach unbenutz-

tem Ablauf dieser Frist und nachdem A._____ von der kantonalen Steuer-

verwaltung am 19. Februar 2018 gemahnt wurde, büsste die kantonale 

Steuerverwaltung A._____ mit Verfügung vom 23. März 2018 wegen Nicht-

einreichung der Steuererklärung 2016. In der Bussverfügung wurde 

A._____ letztmals aufgefordert, die Steuererklärung 2016 innert acht Ta-

gen einzureichen. Gleichzeitig wurde er darauf hingewiesen, dass bei Frist-

versäumnis eine Ermessensveranlagung erfolge, die nur mit dem Vorwurf 

der offensichtlichen Unrichtigkeit angefochten werden könne. Weil die ge-

währte Frist ungenutzt verstrich, nahm die kantonale Steuerverwaltung am 

13. April 2018 die Steuerveranlagung 2016 nach Ermessen vor.

2. Auf die dagegen erhobene Einsprache von A._____ vom 15. Mai 2018 trat 

die kantonale Steuerverwaltung mit zwei separaten Einspracheentschei-

den vom 17. Mai 2018 betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2016 

bzw. direkte Bundessteuer 2016 nicht ein, weil der Einsprache bloss die 

Jahresrechnung, nicht aber eine vollständige Steuererklärung mit allen Be-

legen einschliesslich einer ausführlichen Begründung beigelegt wurde.

3. Gegen die Einspracheentscheide vom 17. Mai 2018 erhob A._____ (nach-

folgend Beschwerdeführer) am 15. Juni 2018 Beschwerde an das Verwal-

tungsgericht des Kantons Graubünden mit dem sinngemässen Antrag auf 

Korrektur der vorgenommenen Ermessensveranlagungen. Begründend 

führte er aus, dass er seit einem Angriff seitens einer kriminellen Vereini-

gung vom Jahre 2011 um sein blankes Überleben kämpfe. Der Kampf 

binde unnötig Ressourcen in zeitlicher und finanzieller Hinsicht. Ende Ja-

nuar 2018 sei es zu einem massiven Angriff auf seine Persönlichkeit ge-

kommen (Verhinderung des Besuchsrechts durch eine arglistige Lüge); 

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dies habe ihn aus der Bahn geworfen und handlungsunfähig gemacht. Er 

sei psychisch am Boden und nicht im Stand gewesen, auf die Mahnung 

vom 19. Februar 2018 zu regieren. Nach der Bussverfügung vom 23. März 

2018 habe er all seine Kräfte mobilisiert, um mit Hilfe seiner Treuhänderin 

das Versäumnis fristgerecht nachzuholen. Am 4. Mai 2018 habe er eine E-

Mail seiner Treuhänderin bekommen, wonach sie es nicht schaffe, die 

Steuererklärung fristgerecht einzureichen. Nach dem 4. Mai 2018 sei seine 

Treuhänderin telefonisch nicht mehr erreichbar gewesen, weshalb er eine 

andere Person beauftragt habe. Alle Buchungsunterlagen der Jahre 2015 

und 2016 seien bei der Treuhänderin deponiert.

4. Die Steuerverwaltung des Kantons Graubünden (nachfolgend Beschwer-

degegnerin 1) schloss in ihrer Vernehmlassung vom 4. Juli 2018 auf Ab-

weisung der Beschwerde. Begründend führte die Beschwerdegegnerin 1 

im Wesentlichen aus, dass der Beschwerdeführer im Einspracheverfahren 

mangels Einreichung einer Steuererklärung den Sachverhalt nicht umfas-

send dargelegt und daher den Nachweis der offensichtlichen Unrichtigkeit 

der Ermessenstaxationen vom 13. April 2018 nicht erbracht habe, weshalb 

sie zu Recht nicht auf die Einsprache eingetreten sei. Aus der Tatsache, 

dass die Treuhänderin des Beschwerdeführers nicht in der Lage gewesen 

sei, die Steuererklärung 2016 fristgerecht auszufüllen, könne der Be-

schwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten, weil die Rechtswirkun-

gen von Verfahrenshandlungen und Unterlassungen des Vertreters beim 

Steuerpflichtigen einträten. Insbesondere ergebe sich daraus kein Grund 

für eine Fristwiederherstellung.

5. Am 27. August 2018 hielt der Beschwerdeführer replicando an seinem An-

trag fest und reichte dem Gericht die Steuererklärung 2016 sowie die Jah-

resrechnung 2016 der B._____ ein.

6. Die Beschwerdegegnerin 1 hielt am 7. September 2018 duplicando an ih-

ren Anträgen fest. Begründend führte sie im Wesentlichen aus, dass das 

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Gericht keine materielle Prüfung der Ermessenstaxationen vornehmen 

könne, weshalb die mit der Replik eingereichte Steuererklärung 2016 sowie 

die Jahresrechnung 2016 der B._____ nicht in die gerichtliche Beurteilung 

einzubeziehen seien.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und in 

den angefochtenen Einspracheentscheiden vom 17. Mai 2018 sowie auf 

die eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachstehen-

den Erwägungen eingegangen.

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 43 Abs. 3 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100) entscheidet das Gericht in einzelrichterlicher Kompe-

tenz, wenn der Streitwert Fr. 5'000.-- nicht überschreitet und keine Fünfer-

besetzung vorgeschrieben ist (lit. a) oder wenn ein Rechtsmittel offensicht-

lich unzulässig oder offensichtlich begründet oder unbegründet ist (lit. b). 

Das vorliegende Urteil wird gestützt auf Art. 43 Abs. 3 lit. b VRG in einzel-

richterlicher Kompetenz erlassen, da die Beschwerde − wie nachfolgend 

zu zeigen ist − offensichtlich unbegründet ist. Im Übrigen läge auch der 

Streitwert unter Fr. 5'000.--, betrifft das vorliegende Beschwerdeverfahren 

doch die Steuerperiode 2016, für welche der Beschwerdeführer mit Ermes-

senstaxationen vom 13. April 2018 zur Zahlung von Fr. 1'053.-- an Kan-

tonssteuern, Fr. 527.-- an Gemeindesteuern sowie Fr. 118.15 an direkten 

Bundessteuern, total somit Fr. 1'698.15, verpflichtet wurde. Daraus ergibt 

sich, dass der Streitwert hier maximal − der Höhe der veranlagten Steuern 

entsprechend − Fr. 1'698.15 betragen kann. Da der Streitwert Fr. 5'000.-- 

somit nicht überschreitet und die vorliegende Streitsache nicht in Fünferbe-

setzung zu entscheiden ist, wäre die Zuständigkeit des Einzelrichters auch 

aufgrund der Höhe des Streitwerts gegeben.

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2. Anfechtungsobjekte des vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Beschwer-

deverfahrens bilden die Einspracheentscheide vom 17. Mai 2018 betref-

fend Kantons- und Gemeindesteuern 2016 bzw. direkte Bundessteuer 

2016, mit welchen die Beschwerdegegnerin 1 auf die Einsprache des heu-

tigen Beschwerdeführers vom 15. Mai 2018 nicht eingetreten ist. Solche 

Entscheide können gemäss Art. 140 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11), Art. 50 Abs. 1 des Bundesgeset-

zes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Ge-

meinden (StHG; SR 642.14) i.V.m. Art. 139 Abs. 1 des Steuergesetzes für 

den Kanton Graubünden (StG; BR 720.00) bzw. Art. 29 Abs. 2 des Geset-

zes über die Gemeinde- und Kirchensteuern (GKStG; BR 720.200) mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden angefochten 

werden. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes ergibt sich 

aus Art. 49 Abs. 1 lit. b VRG, wonach das Verwaltungsgericht Beschwer-

den gegen Entscheide von Dienststellen der kantonalen Verwaltung und 

von unselbständigen Anstalten des kantonalen Rechts beurteilt, soweit das 

kantonale Recht den direkten Weiterzug vorsieht, was hier − wie gesehen 

(vgl. Art. 139 Abs. 1 StG) − der Fall ist. Demzufolge fällt die Beurteilung der 

vorliegenden Streitsache in die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes 

des Kantons Graubünden. Der Beschwerdeführer ist als formeller und ma-

terieller Adressat der angefochtenen Einspracheentscheide beschwert und 

damit zur Beschwerdeerhebung befugt (vgl. Art. 50 VRG). Auf die zudem 

frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (vgl. Art. 52 Abs. 1 und 

Art. 38 VRG) ist somit einzutreten.

3. Die Beschwerdegegnerin 1 ist auf die Einsprache des heutigen Beschwer-

deführers vom 15. Mai 2018 nicht eingetreten, da der Beschwerdeführer 

auch im Einspracheverfahren seiner Deklarationspflicht nicht nachgekom-

men sei. Streitig und im vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Beschwer-

deverfahren zu prüfen ist somit einzig, ob die Beschwerdegegnerin 1 in-

folge nicht nachgekommener Deklarationspflicht zu Recht auf die Einspra-

che vom 15. Mai 2018 nicht eingetreten ist. Nicht Gegenstand des vorlie-

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genden verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens bilden demge-

genüber die materiellen steuerlichen Aspekte. Dementsprechend sind aber 

die vom Beschwerdeführer am 27. August 2018 replicando eingereichte 

Steuererklärung 2016 sowie die Jahresrechnung 2016 der B._____ nicht in 

die Beurteilung miteinzubeziehen. Vielmehr haben sich die nachfolgenden 

Ausführungen auf die Frage der Rechtmässigkeit der angefochtenen Nicht-

eintretensentscheide vom 17. Mai 2018 zu beschränken.

4. Vorab gilt es festzuhalten, dass der Beschwerdeführer für die Steuerpe-

riode 2016 zu Recht nach Ermessen veranlagt wurde. Gemäss Art. 130 

Abs. 2 DBG und Art. 46 Abs. 3 StHG i.V.m. Art. 131 Abs. 1 lit. a StG ist eine 

Ermessenstaxation zulässig, wenn der Steuerpflichtige gemahnt und ihm 

die Ermessenstaxation angedroht wurde. Voraussetzung für eine 

rechtswirksame Mahnung wiederum ist, dass der Steuerpflichtige mit der 

Erfüllung seiner Verfahrenspflichten in Verzug ist. Die 

Beschwerdegegnerin 1 hat dem Beschwerdeführer als 

Selbständigerwerbender für die Einreichung der Steuererklärung 2016 eine 

Frist bis 31. Januar 2018 gewährt. Mangels fristgerechter Einreichung der 

Steuererklärung 2016 mahnte die Beschwerdegegnerin 1 den Beschwer-

deführer offenbar mit Schreiben vom 19. Februar 2018 (nicht bei den Ak-

ten). Nachdem der Beschwerdeführer trotz Mahnung die Steuererklärung 

2016 nicht einreichte, büsste die Beschwerdegegnerin 1 den Beschwerde-

führer mit Verfügung vom 23. März 2018 gestützt auf Art. 174 Abs. 1 lit. a 

DBG bzw. Art. 173 StG. In der Bussverfügung forderte die Beschwerde-

gegnerin 1 den Beschwerdeführer letztmals auf, innert acht Tagen die 

Steuererklärung 2016 einzureichen und teilte ihm mit, dass bei erneutem 

Fristversäumnis eine Ermessensveranlagung erfolge, welche nur mit dem 

Vorwurf der offensichtlichen Unrichtigkeit anfechtbar sei. Nachdem der Be-

schwerdeführer auch innerhalb der gewährten Frist von acht Tagen die 

Steuererklärung 2016 nicht eingereicht hatte, erfolgte mit Verfügungen vom 

13. April 2018 sowohl für die Kantons- und Gemeindesteuern 2016 als 

auch für die direkte Bundessteuer 2016 eine Ermessensveranlagung. Dies 

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ist, nachdem der Beschwerdeführer seinen Verfahrenspflichten trotz Mah-

nung und Androhung einer Ermessenstaxation anerkanntermassen nicht 

nachgekommen ist und die Steuererklärung nicht innert acht Tagen nach 

Erhalt der Bussverfügung vom 23. März 2018 eingereicht hat, nicht zu be-

anstanden.

5.1. Eine Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen kann der Steuerpflich-

tige gemäss Art. 132 Abs. 3 DBG und Art. 48 Abs. 2 StHG i.V.m. Art. 137 

Abs. 4 StG nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit anfechten. Die Einspra-

che ist zu begründen und muss allfällige Beweismittel nennen. Genügt die 

Einsprache diesen Erfordernissen nicht, wird auf sie nicht eingetreten. Die 

erhöhten prozessualen Anforderungen finden ihre Erklärung in der beson-

deren Natur der Ermessensveranlagung. Da die Steuerbehörde mangels 

genügender Unterlagen nicht alle Steuerfaktoren genau ermitteln kann, 

muss sie diese schätzen. Dabei hat sie notwendigerweise auf Annahmen 

und Vermutungen abzustellen. Weil eine Ermessenseinschätzung somit 

naturgemäss eine gewisse Unschärfe aufweist, ist die Möglichkeit, sie an-

zufechten, entsprechend eingeschränkt. Der Steuerpflichtige kann sie nur 

wegen offensichtlicher Unrichtigkeit in Frage stellen. Er hat nachzuweisen, 

dass die Ermessensveranlagung den tatsächlichen Verhältnissen nicht ent-

spricht. Mittels umfassendem Unrichtigkeitsnachweis hat er die bisher vor-

handene Ungewissheit bezüglich des Sachverhalts zu beseitigen; blosse 

Teilnachweise genügen nicht. In der Begründung der Einsprache ist daher 

der Sachverhalt in substantiierter Weise darzulegen, und es sind die Be-

weismittel für diese Sachverhaltsdarstellung zu nennen. Es reicht nicht aus, 

die Einschätzung bloss in pauschaler Weise zu bestreiten oder lediglich 

einzelne Positionen der Einschätzung als zu hoch zu bezeichnen. Vielmehr 

wird der Steuerpflichtige, der seine Mitwirkungspflichten im Veranlagungs-

verfahren nicht erfüllt und dadurch eine Ermessensveranlagung bewirkt 

hat, in der Regel die versäumten Mitwirkungshandlungen nachholen müs-

sen, um die Einsprache genügend begründen zu können (vgl. Urteil des 

Bundesgerichtes 2C_579/2008 vom 29. April 2009 E.2.1). Die erwähnten 

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gesetzlichen Bestimmungen schreiben indessen nicht vor, dass eine Ein-

sprache gegen eine Ermessenseinschätzung wegen versäumter Mitwir-

kungshandlungen nur gültig ist, wenn damit gleichzeitig das Versäumte 

nachgeholt wird. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist daher 

das Nachreichen einer bisher nicht vorgelegten Steuererklärung (für sich 

allein) nicht Gültigkeitsvoraussetzung der Einsprache, sofern die Begrün-

dung in anderer Form erbracht wird (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 

2C_579/2008 vom 29. April 2009 E.2.2, 2A.72/2004 vom 4. Juli 2005 E.6). 

Das Nachholen der versäumten Mitwirkungshandlungen stellt somit nur 

eine mögliche Form dar, wie die Begründung einer Einsprache gegen eine 

Ermessensveranlagung vorgebracht werden kann (vgl. RICH-

NER/FREI/KAUFMANN/ MEUTER, Handkommentar zum DBG, 3. Aufl., Zürich 

2016, Art. 132 Rz. 58).

5.2. Nach dem soeben Gesagten lässt sich allein aus dem Umstand, dass der 

Beschwerdeführer mit seiner Einsprache vom 15. Mai 2018 keine Steuerer-

klärung nachgereicht hat, nicht automatisch auf deren mangelhafte Be-

gründung schliessen. Allerdings ändert dies nichts daran, dass die Be-

schwerdegegnerin 1 vorliegend auf die Einsprache des Beschwerdeführers 

vom 15. Mai 2018 zu Recht nicht eingetreten ist. Der Beschwerdeführer hat 

in seiner Einsprache vom 15. Mai 2018 geltend gemacht, dass er im Jahr 

2011 von einer kriminellen Vereinigung angegriffen worden sei und seither 

um sein blankes Überleben kämpfe. Er könne die Höhe der Veranlagung, 

welche für ihn liquidierend sei, nicht nachvollziehen, weil 2016 ein mageres 

Jahr gewesen sei. Mit dieser Argumentation wird aber die ermessensweise 

vorgenommenen Veranlagungen vom Beschwerdeführer lediglich in pau-

schaler Weise bestritten, ohne dass der Sachverhalt umfassend dargelegt 

und der Nachweis für die Unrichtigkeit der angefochtenen Ermessenstaxa-

tionen erbracht wird. Als einzige Nachweise seiner Behauptungen reichte 

der Beschwerdeführer im Einspracheverfahren die Bilanz der B._____ per 

31. Dezember 2016 sowie die Erfolgsrechnung des Geschäftsjahres 2016 

ein. Die Bilanz und die Erfolgsrechnung weisen indes unterschiedliche Re-

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sultate aus. Die damalige Treuhänderin weist in einer E-Mail an den Be-

schwerdeführer vom 4. Mai 2018 (vgl. Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-

act.] 3) denn auch zu Recht darauf hin, dass der Abschluss nicht stimmen 

könne, weil die Kasse ein Minus-Saldo und die Bilanz und die Erfolgsrech-

nung nicht die gleichen Resultate aufwiesen. Dass mit diesen vom Be-

schwerdeführer im Einspracheverfahren eingereichten Nachweisen, mithin 

mit der Bilanz der B._____ per 31. Dezember 2016 und der Erfolgsrech-

nung des Geschäftsjahres 2016, der Nachweis für die Unrichtigkeit der an-

gefochtenen Ermessenstaxationen nicht erbracht wurde, liegt auf der Hand 

und bedarf keiner weiteren Ausführungen. Bei dieser Sachlage ist die Be-

schwerdegegnerin 1 auf die Einsprache des heutigen Beschwerdeführers 

vom 15. Mai 2018 zu Recht nicht eingetreten, zumal der Beschwerdeführer 

in den Rechtsmittelbelehrungen der Ermessenstaxationen für die Kantons- 

und Gemeindesteuern 2016 bzw. die direkte Bundessteuer 2016 vom 

13. April 2018 von der Beschwerdegegnerin 1 explizit darauf hingewiesen 

wurde, dass die nach Ermessen vorgenommenen Veranlagungsverfügun-

gen nur mit dem Vorwurf der offensichtlichen Unrichtigkeit angefochten 

werden könnten, was bedeute, dass die bisher versäumten Mitwirkungs-

pflichten innerhalb der Einsprachefrist vollständig nachgeholt werden 

müssten und der Grund für die Ermessenstaxationen beseitig werden 

müsse.

6.1. Zur Begründung, weshalb die Steuererklärung 2016 nicht fristgerecht ein-

gereicht wurde, brachte der Beschwerdeführer sowohl in seiner Einsprache 

vom 15. Mai 2018 als auch in seiner Beschwerde vom 15. Juni 2018 vor, 

dass es im Januar 2018 zu einem massiven Angriff auf seine Persönlichkeit 

(Verhinderung des Besuchsrechts durch eine arglistige Lüge) gekommen 

sei, welchen ihn aus der Bahn geworfen und völlig handlungsunfähig ge-

macht habe. Er sei psychisch am Boden und nicht im Stande gewesen, auf 

die Mahnung vom 19. Februar 2018 zu reagieren. Nach der Bussverfügung 

vom 23. März 2018 habe er all seine Kräfte mobilisiert, um mit Hilfe seiner 

Treuhänderin das Versäumnis fristgerecht nachzuholen. Am 4. Mai 2018 

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habe er eine E-Mail seiner Treuhänderin bekommen, wonach sie es nicht 

schaffe, die Steuererklärung fristgerecht einzureichen. Nach dem 4. Mai 

2018 sei seine Treuhänderin telefonisch nicht mehr erreichbar gewesen, 

weshalb er eine andere Person beauftragt habe. Alle Buchungsunterlagen 

der Jahre 2015 und 2016 seien bei der Treuhänderin deponiert.

6.2. Dazu gilt es festzuhalten, dass der Beschwerdeführer weder im Einspra-

cheverfahren noch im vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Beschwerde-

verfahren entsprechende Beweismittel eingereicht hat, welche belegen 

würden, dass er aus gesundheitlichen Gründen im Rahmen des Veranla-

gungs- und Einspracheverfahrens weder in der Lage gewesen sei, die 

Steuererklärung 2016 selber auszufüllen und einzureichen, noch die von 

ihm beauftragte Treuhänderin entsprechend anzuweisen. Mit der blossen 

Behauptung, dass er psychisch am Boden gewesen und nicht in der Lage 

gewesen sei, auf die Mahnung vom 19. Februar 2018 zu reagieren, hat der 

Beschwerdeführer den Nachweis, dass ihm die rechtzeitige Einreichung 

der Steuererklärung 2016 infolge eines unverschuldeten Hindernisses im 

Sinne von Art. 133 Abs. 3 DBG und Art. 124 Abs. 3 StG i.V.m. Art. 10 

Abs. 1 VRG nicht möglich war, jedenfalls nicht erbracht. Ein Grund für eine 

Fristwiederherstellung besteht somit nicht, weshalb die Beschwerdegegne-

rin 1 auch vor diesem Hintergrund zu Recht nicht auf die Einsprache des 

Beschwerdeführers vom 15. Mai 2018 eingetreten ist. Daran vermag die 

Tatsache, dass der Beschwerdeführer offenbar nach Eingang der Bussver-

fügung vom 23. März 2018 eine Treuhänderin mit der Einreichung der 

Steuererklärung 2016 mandatiert hat, welche allerdings in der Folge die 

Steuererklärung 2016 auch nicht fristgerecht einzureichen vermochte, 

nichts zu ändern. Wie die Beschwerdegegnerin 1 in ihrer Vernehmlassung 

vom 4. Juli 2018 zu Recht ausführt, treten Rechtswirkungen von Verfah-

renshandlungen und Unterlassungen des Vertreters nämlich beim Steuer-

pflichtigen ein. Mithin hat der Steuerpflichtige die Folgen von Verfahrens-

pflichtverletzungen zu tragen, wenn der Vertreter die Verfahrenspflichten 

nicht oder nicht gehörig erfüllt. Insofern kann sich der Steuerpflichtige die-

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ser Wirkung nicht dadurch entziehen, dass er sich auf das Fehlverhalten 

seines Vertreters beruft (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 2C_908/2011 vom 

23. April 2012 E.3.5; ZWEIFEL/HUNZIKER, in: ZWEIFEL/BEUSCH [Hrsg.], Kom-

mentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte 

Bundessteuer [DBG], 3. Aufl., Basel 2017, Art. 117 Rz. 23). Dementspre-

chend kann aber der Beschwerdeführer aus der Tatsache, dass die von 

ihm mandatierte Treuhänderin offenbar nicht in der Lage gewesen ist, die 

Steuererklärung 2016 vor Ablauf der Einsprachefrist einzureichen, nichts 

zu seinen Gunsten ableiten.

7. Zusammenfassend lässt sich nach dem vorstehend Gesagten festhalten, 

dass der Beschwerdeführer im Einspracheverfahren weder die Steuerer-

klärung 2016 nachgereicht und damit die versäumten Mitwirkungshandlun-

gen nachgeholt noch auf andere Weise den Nachweis der offensichtlichen 

Unrichtigkeit der angefochtenen Ermessenstaxationen vom 13. April 2018 

erbracht hat. Weil der Beschwerdeführer überdies weder im Einsprache-

verfahren noch im vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Beschwerdever-

fahren einen Grund für eine Fristwiederherstellung nachweisen konnte und 

ein solcher auch nicht ersichtlich ist, ist die Beschwerdegegnerin 1 zu Recht 

nicht auf die Einsprache des heutigen Beschwerdeführers vom 15. Mai 

2018 eingetreten ist. Insofern erweisen sich die angefochtenen Einspra-

cheentscheide vom 17. Mai 2018 betreffend Kantons- und Gemeindesteu-

ern 2016 bzw. direkte Bundessteuer 2016 als rechtens, was zu deren 

Bestätigung und zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.

8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG zu Lasten des Beschwerdeführers. Eine aussergericht-

liche Entschädigung ist der Beschwerdegegnerin 1 nicht zuzusprechen, da 

sie lediglich in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegt (Art. 78 Abs. 2 VRG).

Demnach erkennt der Einzelrichter:

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1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 324.--

zusammen Fr. 824.--

gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]