# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5f5955c0-ed79-5693-899b-55edaf7d5821
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-20
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 20.06.2019 BK 2019 41
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2019-41_2019-06-20.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 19 41

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 20. Juni 2019

Besetzung Oberrichterin Schnell (Präsidentin), Oberrichterin Bratschi, Ober-
richter J. Bähler
Gerichtsschreiber Müller

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Beschwerdeführer

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
3013 Bern

Gegenstand Entschädigung (Einstellung)

Strafverfahren wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungs-
mittelgesetz

Beschwerde gegen die Verfügung der Kantonalen Staatsanwalt-
schaft für Besondere Aufgaben vom 21. Dezember 2018
(BA 14 287)

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Erwägungen:

1. Am 21. Dezember 2018 verfügte die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland 
(nachfolgend: Staatsanwaltschaft) im Rahmen der Einstellung des Strafverfahrens 
gegen A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer), dass diesem keine Entschä-
digung gemäss Art. 429 Abs.1 der Strafprozessordnung (StPO; SR 312) ausgerich-
tet werde. Dagegen erhob er am 24. Januar 2019 Beschwerde und beantragte:
1. Die Ziffer 10 der Verfügung vom 21. Dezember 2018 im Verfahren BA 14 287 sei aufzuheben.

2. Es sei A.________ für den entgangenen Geschäftsgewinn mindestens ein Betrag in der Höhe von 
CHF 908'228.70 zuzusprechen.

Eventualiter:

Das Verfahren sei an die Vorinstanz zurückzuweisen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

In ihrer Stellungnahme vom 19. Februar 2019 beantragte die Generalstaatsanwalt-
schaft die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Mit Replik vom 30. April 2019 
hielt der Beschwerdeführer an seinen Rechtsbegehren fest. Mit Schreiben vom 
21. Mai 2019 machte die Generalstaatsanwaltschaft ergänzende Anmerkungen.

2. Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft kann bei 
der Beschwerdekammer in Strafsachen innert zehn Tagen schriftlich und begrün-
det Beschwerde geführt werden (Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 StPO; 
Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsregle-
ments des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Der Beschwerdeführer ist durch 
die angefochtene Verfügung unmittelbar in seinen rechtlich geschützten Interessen 
betroffen und somit zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf 
die form- und fristgerechte Beschwerde ist einzutreten.

3. Der Beschwerdeführer macht geltend, sein Anspruch auf rechtliches Gehör sei 
verletzt. Die Staatsanwaltschaft sei ihrer Begründungspflicht nicht nachgekommen. 

Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst u.a. die Pflicht der Behörden, ihre Ver-
fügungen und Entscheide zu begründen (Art. 80 Abs. 2 StPO). Der Betroffene 
muss wissen, weshalb die Behörde entgegen seines Antrags entschieden hat. Die 
Begründung eines Entscheids muss so verfasst sein, dass der Betroffene ihn ge-
gebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Sowohl er wie auch die Rechtsmittelin-
stanz müssen sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können 
(VEST/HORBER, in: Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, N. 32 zu Art. 107 StPO 
mit Hinweisen). Diese Anforderungen an die Begründungspflicht sind vorliegend er-
füllt. Nicht zuletzt die einlässliche Beschwerdeschrift zeigt, dass der Beschwerde-
führer in der Lage war, die Einstellungsverfügung im umstrittenen Punkt sachge-
recht anfechten zu können. Der Tragweite des Entscheids war er sich bewusst. Ei-
ne Gehörsverletzung wegen mangelhafter Begründung liegt nicht vor. Ebenso führt 
zu keiner Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör, dass der Beschwerde-
führer eine andere Rechtsauffassung vertritt als die Staatsanwaltschaft und ihrer 
23-zeiligen Begründung deswegen mit langen Ausführungen entgegentritt.

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4.

4.1 Der Beschwerdeführer wurde der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelge-
setz (BetmG; SR 812.121) verdächtigt, das Verfahren aber (mittlerweile rechtskräf-
tig) eingestellt. Angefochten hat er einzig Ziff. 10 der Einstellungsverfügung, d.h. 
die Verweigerung einer Entschädigung nach Art. 429 Abs. 1 Bst. b StPO. Die Be-
schwerde richtet sich also ausschliesslich gegen die Verweigerung einer Entschä-
digung eines behaupteten entgangenen Geschäftsgewinns von «mindestens» 
CHF 908‘228.70. Dieser Schaden soll der Firma des Beschwerdeführers durch die 
Untersuchungshaft von 24 Tagen (12. September 2014 bis 5. Dezember 2014) so-
wie die Beschlagnahme des geschäftlich genutzten EDV-Systems (12. November 
2014 bis 27. November 2014) entstanden sein. Die Parteien führen in ihren 
Rechtsschriften einlässlich und mit deutlichen Worten aus, weshalb resp. weshalb 
eben nicht daraus ein durch den Kanton Bern zu entschädigender Schaden ent-
standen sei. Es braucht nachfolgend nicht im Einzelnen auf die Argumente einge-
gangen zu werden. Bereits an dieser Stelle sei festgehalten, dass die Beschwerde 
bloss (aber immerhin) insoweit gutzuheissen ist, als der Beschwerdeführer eventu-
aliter beantragt, das Verfahren sei an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen.   

4.2 Gemäss Art. 429 Abs. 1 Bst. b StPO hat die beschuldigte Person, sofern sie ganz 
oder teilweise freigesprochen wird oder das Verfahren gegen sie eingestellt wird, 
Anspruch auf eine Entschädigung der wirtschaftlichen Einbussen, die ihr aus ihrer 
notwendigen Beteiligung am Strafverfahren entstanden sind. Die wirtschaftlichen 
Einbussen werden mit anderen Worten nur ersetzt, wenn sie kausal auf die not-
wendige aktive oder passive Beteiligung am Strafverfahren zurückzuführen sind. 
Der Gesetzgeber hatte bei der wirtschaftlichen Einbusse primär die Lohn- oder Er-
werbseinbusse, die wegen der vorläufigen Verhaftung oder der Beteiligung an den 
Verfahrenshandlungen erlitten wurde, sowie mögliche Reisekosten vor Augen 
(Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, 
BBl 2006 1329 Ziff. 2.10.3.1). Unter Lohn- oder Erwerbseinbusse wird der gesamte 
Verdienstausfall aus selbstständiger und/oder unselbstständiger Erwerbstätigkeit 
verstanden (WEHRENBERG/FRANK, in: Basler Kommentar Schweizerische Strafpro-
zessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 23 zu Art. 429 StPO). 

Die Entschädigung ist gemäss Art. 429 Abs. 2 Satz 1 StPO von Amtes wegen zu 
prüfen. Die Beweislast liegt jedoch bei der beschuldigten Person. Diese trifft eine 
Mitwirkungspflicht zum Beleg und zur Bemessung der Höhe des Entschädigungs-
anspruchs (Beschlüsse des Obergerichts des Kantons Bern BK 13 412 vom 2. April 
2014 E. 1; BK 15 294 vom 12. Januar 2016 E. 3.1). Gemäss der Rechtsprechung 
des Bundesgerichts folgt aus dem Hinweis in Art. 429 Abs. 2 Satz 1 StPO nur, dass 
die Strafbehörde die Partei zur Frage der Entschädigung mindestens anzuhören 
und ggf. gemäss Art. 429 Abs. 2 Satz 2 StPO aufzufordern hat, ihre Ansprüche zu 
beziffern und zu belegen. Dies bedeutet indessen nicht, dass die Strafbehörde im 
Sinn des Untersuchungsgrundsatzes von Art. 6 StPO alle für die Beurteilung des 
Entschädigungsanspruchs bedeutsamen Tatsachen von Amtes wegen abzuklären 
hätte. Vielmehr obliegt es dem Antragsteller, seine Ansprüche zu begründen und 
auch zu belegen (Urteile des Bundesgerichts 6B_726/2012 vom 5. Februar 2013 
E. 3; 6B_666/2014 vom 16. Dezember 2014 E. 4.1). Wird die beschuldigte Person 

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von der Strafbehörde zu Beleg und Bemessung ihres Entschädigungsanspruchs 
aufgefordert, liefert die gewünschten Informationen aber nicht, so wird der Ent-
schädigungs- bzw. Genugtuungsanspruch abgewiesen oder nur im plausibel ge-
machten Umfang gutgeheissen (WEHRENBERG/FRANK, a.a.O., N. 31a zu Art. 429 
StPO).

Im Vordergrund steht bei 429 der Schadensausgleich im haftpflichtrechtlichen Sinn. Sind die Voraus-
setzungen dieser Bestimmung erfüllt, hat der Staat im Sinn einer Kausalhaftung den gesamten Scha-
den zu vergüten, der der beschuldigten Person während des gesamten Verfahrens gemäss StPO […] 
entstand. Erforderlich ist also nur, dass der Schaden durch ein Verhalten der Strafbehörde im Sinne 
des Haftpflichtrechts verursacht wurde […] (SCHMID/JOSITSCH, in: Praxiskommentar 
Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2018, N. 6 zu Art. 429 StPO).

Der geltend gemachte Schaden muss in einem adäquaten Kausalzusammenhang zum Strafverfahren 
stehen, wobei zur Kausalität inhaltlich auf die privatrechtlichen Haftungsvoraussetzungen zu verwei-
sen ist. Der Kausalzusammenhang kann also auch unterbrochen werden, wobei die bedeutsamsten 
Unterbrechungsgründe (schweres Selbst- oder Drittverschulden sowie höhere Gewalt) neben den in 
Art. 430 vorgesehen Herabsetzungs- und Verweigerungsgründen zum Wegfall der Entschädigungs-
pflicht des Staates führen. […] Hingegen sind nur Schäden zu ersetzen, die kausal durch das Wirken 
der Strafverfolgungsorgane verursacht wurden […]. Zu ersetzen ist aber sowohl unmittelbarer wie 
auch mittelbarer Schaden, soweit der adäquate Kausalzusammenhang noch gegeben ist. Damit ist 
auch der Schaden der durch das Strafverfahren verursachten Arbeitslosigkeit zu ersetzen oder der 
Schaden, der durch eine Haftpsychose oder einer anderen mit der Inhaftierung nachgewiesenermas-
sen im Zusammenhang stehenden Krankheit verursacht wurde, wie auch Kosten für die Anstellung 
von Hilfspersonen oder die Unterbringung bzw. Betreuung von Kindern sowie entgangener Gewinn. In 
jedem Fall hat die beschuldigte Person die wirtschaftliche Einbusse und deren adäquate Verursa-
chung durch die Strafuntersuchung zu belegen bzw. glaubhaft zu machen (WEHRENBERG/FRANK, 
a.a.O., N. 9 und N. 24 zu Art. 429 StPO [m.w.H. auch auf die Rechtsprechung]).

4.3 Die Generalstaatsanwaltschaft führt (insb. in ihrer Eingabe vom 21. Mai 2019) aus, 
es mangle an der Kausalität als Voraussetzung für eine Entschädigungszahlung 
([…] wird deutlich, dass der Geschäftsverlust der C.________. nicht aufgrund der gegenüber dem 
Beschwerdeführer erfolgten Zwangsmassnahmen eingetreten ist und selbst ein allfälliger Kausalzu-
sammenhang ohnehin durch das eigene Verhalten des Beschwerdeführers unterbrochen worden wä-
re [S. 4 f.]). Diese Auffassung vermag sie indes nicht fundiert zu begründen. Sie ar-
gumentiert bloss, es wäre Sache des Beschwerdeführers gewesen, seine Stellver-
tretung im Betrieb sicherzustellen, was bedeute, dass andere Personen Zugriff auf 
die notwendigen Daten hätten haben müssen, um zu wissen, was wo zu finden sei. 
Selbst wenn der Beschwerdeführer mittels weiterer Unterlagen einen Kausalzu-
sammenhang nachweisen könnte, wäre dieser aufgrund des eigenen Verhaltens 
unterbrochen worden. Die Unmöglichkeit der rechtzeitigen Lieferung und Stellung-
nahme an die D.________ AG sei dem Beschwerdeführer anzulasten. Er habe ei-
nen zu geringen Lagerbestand der zu liefernden Teile gehabt und seine Firma sei 
nicht hinreichend gegen einen IT-Ausfall sowie seine persönliche Abwesenheit ab-
gesichert gewesen. Überdies habe er die Möglichkeit nicht genutzt, seinen Bruder 
rechtzeitig zu instruieren, um eine verspätete Lieferung zu verhindern.

4.4 Der Beschwerdeführer macht im Kern geltend, der Kausalzusammenhang zeige 
sich wie folgt: Liquidierung der Firma als Folge von Umsatzrückgang, als Folge von weniger APL 

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Teilen, als Folge von Massnahmen D.________ AG, als Folge von Lieferschwierigkeiten, als Folge 
von verlorener Information, als Folge von Verhaftung von A.________ und Beschlagnahmung PC 
(Replik, S. 6). 

4.5 Der Beschwerdeführer vermag insbesondere mit den in der Replik eingereichten 
Dokumenten (Beilagen 3-9 [Lieferplan vom 24. November 2014; Änderung zur Be-
stellung 4500145850 mit Notiz «19.12.2014»; E-Mail der D.________ AG mit Be-
treff «Termin vorziehen»; Lieferschein E.________ AG vom 4. Dezember 2014; 
Rechnung vom 9. Dezember 2014; Lieferschein vom 4./6. Dezember 2014; Brief 
E.________ AG vom 14. Januar 2019]) zu belegen, dass die von der Staatsanwalt-
schaft verhängten (sich im Nachhinein als ungerechtfertigt erwiesenen) Zwangs-
massnahmen – das heisst die Verhaftung des Beschwerdeführers sowie die 
gleichzeitige Beschlagnahme der massgebenden EDV – kausal für die Tatsache 
sind, dass die C.________ die geforderten Teile am 1. Dezember 2014 nicht liefern 
konnte. Der Beschwerdeführer lässt zu Recht ausführen, dass eine zu starke «ex 
post-Sicht» zu trügerischen Schlüssen führen kann. Die Untersuchungshaft des 
Beschwerdeführers stellte für ihn, seinen Bruder und die Firma eine absolute, wohl 
gar singuläre Ausnahmesituation dar. Der Beschwerdeführer als (letztlich straf-
rechtlich unschuldiger) Laie konnte sich womöglich in den ersten Tagen im Ge-
fängnis nicht vorstellen, dass er mehrere Wochen in Untersuchungshaft wird blei-
ben müssen. Auch ist anzunehmen, dass es für ihn mit einiger Wahrscheinlichkeit 
schwierig bis unmöglich war, in den ersten Tagen nach der überraschenden Inhaft-
nahme einen kühlen Kopf zu bewahren und sich weiterhin (zumindest gedanklich) 
umfassend um seine Firma zu kümmern. Die Kombination von «Verhaftung des 
Geschäftsführers der C.________» mit der gleichzeitigen «Beschlagnahme des 
ERP-Systems» erweist sich als kausal für die verspätete Lieferung an die 
D.________ AG. Es konnte/kann vom Beschwerdeführer nicht erwartet werden, 
dass er die entstehenden Probleme im Zusammenhang mit der Lieferung an die 
D.________ AG hätte voraussehen müssen.

Der Beschwerdeführer vermag in seinen Rechtsschriften in plausibler Weise darzu-
tun, dass er die nötigen Sicherungsmassnahmen (Stellvertretung; EDV) vorge-
nommen hatte, die einer Firma mit dieser Grösse möglich, finanzierbar und zumut-
bar sind. Dies lässt sich auch daraus erkennen, dass – zumindest gemäss der Be-
hauptung des Beschwerdeführers und soweit ersichtlich – in den zahlreichen Jah-
ren der Unternehmenstätigkeit der C.________ in diesem speziellen Geschäftsfeld, 
das teilweise sehr rasche Massnahmen erfordert, eine ähnliche Problematik nie 
entstanden war. Für die Frage der Kausalität ist es nicht von entscheidender Be-
deutung, ob der Beschwerdeführer im Zeitpunkt seiner Verhaftung klar ausgeführt 
hatte, dass die Firma ohne ihn (und ohne EDV-System) in grösste Schwierigkeiten 
geraten werde. Immerhin gab er anlässlich der Hafteröffnung aber bereits zu Pro-
tokoll: «Ja, meine Firma ist in 4 Wochen Pleite alleine. Mein Bruder schafft das 
nicht alleine. Ich konnte nie länger als 2 bis 3 Wochen in die Ferien.» (Protokoll 
Hafteröffnung vom 13. November 2014, Z. 252 f.). Insgesamt ist daher der Schluss 
zu ziehen, dass das vorgezogene Geschäft mit der D.________ AG – die Lieferung 
der Laufräder nach Zeichnung 35522435 – rechtzeitig zustande gekommen wäre, 
wäre nicht gleichzeitig der Beschwerdeführer in Untersuchungshaft und das ERP-
System beschlagnahmt gewesen. Es ist unbestritten, dass die Laufräder bei der 

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E.________ AG auf Abruf bereit gestanden wären. Allerdings war dies dem Bruder 
des Beschwerdeführers nicht bewusst und der Beschwerdeführer selber wiederum 
wusste nichts von einer vorgezogenen Bestellung. Damit haftet grundsätzlich der 
Kanton Bern für einen entstandenen Schaden. Über dessen Höhe ist damit jedoch 
noch nichts gesagt.  

Im Übrigen ist kein Verhalten des Beschwerdeführers (oder von jemandem sonst) 
erkennbar, das zu einem Unterbruch des adäquaten Kausalzusammenhangs ge-
führt hätte. Indessen hat das Verhalten des Beschwerdeführers womöglich Auswir-
kungen auf die Höhe eines zu entschädigenden Schadens – Stichwort Schaden-
minderungspflicht –, worauf abschliessend in der gebotenen Kürze einzugehen ist.

4.6 Die Generalstaatsanwaltschaft äussert sich in ihrer Eingabe vom 21. Mai 2019 zu 
Recht ausführlich zur Frage der Schadenshöhe und – damit verbunden – zur Frage 
der Schadenminderungspflicht des Beschwerdeführers. (Auch) die Beschwerde-
kammer stellt derzeit einzig einen Vermögensschaden unmittelbar aufgrund der 
nicht rechtzeitigen Lieferung an die D.________ AG im Dezember 2014 fest. Die 
weiteren (sehr hohen) geltend gemachten Schadensposten, die sich aus der oben 
ersichtlichen «Kausalkette» ergeben sollen (bis hin zur angeblich kurz bevorste-
henden Liquidation der C.________), sind bisher als blosse Behauptungen zu qua-
lifizieren. Es wird am Beschwerdeführer sein, die effektiv entstandene Schadens-
höhe zu beweisen. Beispielsweise wird es an ihm sein zu belegen, dass die Unter-
suchungshaft und die Beschlagnahme des EDV-Systems kausal sind für die (be-
haupteterweise bevorstehende) Liquidierung der Firma C.________. 

Zum Thema der Schadenminderungspflicht im Speziellen stellen sich Fragen etwa 
dazu, ob die «doppelte Absicherung» der Stellvertretung / IT ausreichend war 
und/oder ob der Beschwerdeführer vor, während und nach der Untersuchungshaft 
weitere Massnahmen hätte ergreifen sollen, sodass kein Schaden in der Höhe der 
geltend gemachten über CHF 900‘000.00 entstanden wäre. Immerhin hatte ihm die 
Staatsanwaltschaft die Möglichkeit gegeben, mit seinem Bruder zu kommunizieren. 
Zudem musste er nach dem Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts davon 
ausgehen, dass er längerfristig in Untersuchungshaft bleiben wird. Von einer Ver-
letzung der Schadenminderungspflicht ist daher nach dem aktuellen Stand der 
Dinge auszugehen. Dazu hat sich die Beschwerdekammer jedoch nicht näher zu 
äussern. Sie ist eine Rechtsmittelbehörde und überprüft in dieser Funktion nur 
gehörig begründete Verfügungen ihrer Vorinstanzen. Es wird mithin an der Staats-
anwaltschaft sein, die Höhe des Schadens festzustellen und danach neu zu verfü-
gen. Freilich wird diese Verfügung wiederum der Beschwerde zugänglich sein. 

4.7 Die vor der Beschwerdekammer gestellten Beweisanträge des Beschwerdeführers 
(Bericht D.________ AG zur Geschäftsbeziehung zur C.________; Unterneh-
mensbewertung der C.________) sind im Lichte des Dargelegten abzuweisen. Es 
ist nicht an der Beschwerdekammer, sondern wenn schon an der Staatsanwalt-
schaft, derartige Schritte durchzuführen. Gleichzeitig sei erneut darauf hingewie-
sen, dass es grundsätzlich dem Beschwerdeführer obliegt, seine Ansprüche zu be-
gründen und zu belegen (Urteile des Bundesgerichts 6B_726/2012 vom 5. Februar 
2013 E. 3; 6B_666/2014 vom 16. Dezember 2014 E. 4.1). Dies entspricht denn 
auch der zivilrechtlichen Regelung, wonach den Schaden zu beweisen hat, wer 

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Schadenersatz beansprucht. Nur wenn sich der Schaden nicht ziffernmässig 
nachweisen lässt, ist er nach Ermessen der zuständigen Behörde mit Rücksicht auf 
den gewöhnlichen Lauf der Dinge und auf die vom Geschädigten getroffenen 
Massnahmen abzuschätzen.

4.8 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde insofern begründet und gutzuheissen, als 
Ziff. 10 der angefochtenen Verfügung aufzuheben und das Verfahren an die 
Staatsanwaltschaft zu retournieren ist.

5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens trägt der Kanton Bern die Verfahrenskosten 
(Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Staatsanwaltschaft legt die amtliche Entschädigung von 
Rechtsanwalt B.________ am Ende des Verfahrens fest (siehe Art. 135 Abs. 2 
StPO).

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Ziffer 10 der angefochtenen Verfügung der Kan-
tonalen Staatsanwaltschaft für Besondere Aufgaben vom 21. Dezember 2018 wird 
aufgehoben.   

Die Akten gehen zurück an die Kantonale Staatsanwaltschaft für Besondere Aufgaben 
zur Weiterführung des Verfahrens im Sinne der Erwägungen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1‘200.00, trägt der Kanton 
Bern.

3. Die Staatsanwaltschaft legt die amtliche Entschädigung von Rechtsanwalt 
B.________ am Ende des Verfahrens fest. 

4. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Beschwerdeführer, a.v.d. Rechtsanwalt B.________
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- der Kantonalen Staatsanwaltschaft für Besondere Aufgaben, Staatsanwältin 

F.________ (mit den Akten)

Bern, 20. Juni 2019 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Die Präsidentin:

Oberrichterin Schnell

Der Gerichtsschreiber:

Müller
i.V. Gerichtsschreiberin Beldi

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Be-
schwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.