# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e517041a-ed03-5075-b592-813367f7a6a2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-06
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 06.05.2021 SK 2020 210
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2020-210_2021-05-06.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 20 210

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 6. Mai 2021 

Besetzung Oberrichter Aebi (Präsident i.V.)
Oberrichter Schmid
Oberrichterin Friederich Hörr
Gerichtsschreiberin Hebeisen

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Fürsprecher Dr. B.________

Beschuldigter

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Berufungsführerin

und

C.________
v.d. Rechtsanwalt D.________

Straf- und Zivilklägerin/Anschlussberufungsführerin

Gegenstand versuchter Mord, evtl. versuchte vorsätzliche Tötung, strafbarer 
Schwangerschaftsabbruch ohne Einwilligung der schwangeren 
Frau, evtl. versuchter Schwangerschaftsabbruch ohne Einwilli-
gung der schwangeren Frau

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Kollegialgericht) vom 28. Mai 2019 (PEN 2018 1203)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland (Kollegialgericht) vom 28. Mai 
2019 wurde der Beschuldigte und Berufungsführer A.________ (nachfol-
gend Beschuldigter) von der Anschuldigung des strafbaren Schwangerschaftsab-
bruchs ohne Einwilligung der schwangeren Frau, evtl. Versuchs hierzu, angeblich 
begangen am 24. Juni 2016 an der E.________ in F.________, z.N. von 
C.________ (nachfolgend Straf- und Zivilklägerin) freigesprochen, unter Ausschei-
dung und Auferlegung von ¼ der Verfahrenskosten, ausmachend CHF 25'874.70, 
an den Kanton Bern. Die Entschädigungen für die amtliche Verteidigung des Be-
schuldigten bzw. die amtliche Rechtsvertretung der Straf- und Zivilklägerin zu Las-
ten des Kantons Bern wurden auf CHF 7'705.30 bzw. CHF 5'585.85 festgesetzt 
(pag. 1668 f.; Ziff. I des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs).

Schuldig gesprochen und verurteilt wurde der Beschuldigte demgegenüber wie 
folgt (pag. 1669 ff.; Ziff. II – V des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; auszugswei-
se Wiedergabe, Hervorhebungen im Original):

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

der versuchten vorsätzlichen Tötung, begangen am 24.06.2016 in F.________, E.________, z.N. 
von C.________

und in Anwendung der 

Art. 22 Abs. 1, 40, 47, 51, 111 StGB
Art. 426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 10 Jahren.

Die Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 383 Tagen (24.06.2016 - 11.07.2017) wird im Um-
fang von 383 Tagen auf die Freiheitsstrafe angerechnet und es wird festgestellt, dass die Strafe 
am 12.07.2017 vorzeitig angetreten worden ist.

2. Zu den auf den Schuldspruch fallenden Verfahrenskosten (3/4), sich zusammensetzend aus 
Gebühren von CHF 24‘798.75 und Auslagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung sowie 
Kosten uR der Privatklägerschaft) von CHF 52‘823.40, insgesamt bestimmt auf CHF 77‘622.15 
(ohne Kosten für die amtliche Verteidigung sowie Kosten uR der Privatklägerschaft auf 
CHF 37‘750.65).

III.

[amtliche Entschädigungen]

3

IV.

A.________ wird in Anwendung von Art. 41, 46 und 47 OR sowie Art. 126 StPO weiter verurteilt:

1. Zur Bezahlung von CHF 3‘485.35 Schadenersatz zuzüglich 5 % Zins seit der Rechtskraft die-
ses Urteils an die Straf- und Zivilklägerin C.________; soweit weitergehend wird die Schadener-
satzforderung in der Höhe von CHF 1‘105.95 abgewiesen (Bestattungskosten, Zins); unter Vor-
behalt der Nachklage gemäss Art. 46 Abs. 2 OR betreffend Schäden aus versuchtem Tötungs-
delikt.

2. Zur Bezahlung von CHF 40‘000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 24.06.2016 an die 
Straf- und Zivilklägerin C.________. Soweit weitergehend wird die Genugtuungsforderung ab-
gewiesen.

3. Für die Beurteilung der Zivilklage werden keine Kosten ausgeschieden.

V.

Weiter wird verfügt:

[…]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete die Generalstaatsanwaltschaft am 4. Juni 2019 frist-
gerecht die Berufung an (pag. 1700). Die schriftliche Urteilsbegründung wurde den 
Parteien mit Verfügung vom 8. Mai 2020 zugestellt (pag. 1732 ff.). In der Folge ging 
die Berufungserklärung der Generalstaatsanwaltschaft vom 2. Juni 2020 form- und 
fristgerecht beim Obergericht des Kantons Bern ein (pag. 1838 ff.). 

Fürsprecher B.________ teilte namens und im Auftrag des Beschuldigten mit Ein-
gabe vom 22. Juni 2020 mit, es werde weder Anschlussberufung erklärt noch ein 
Nichteintreten auf die Berufung der Generalstaatsanwaltschaft beantragt 
(pag. 1845 f.). 

Mit Eingabe vom 23. Juni 2020 erklärte Rechtsanwalt D.________ namens und im 
Auftrag der Straf- und Zivilklägerin innert Frist die Anschlussberufung. Gründe für 
ein Nichteintreten auf die Berufung der Generalstaatsanwaltschaft wurden keine 
geltend gemacht (pag. 1848 ff.).

Mit Schreiben vom 29. Juni 2020 teilte Fürsprecher B.________ mit, es werde kein 
Nichteintreten auf die Anschlussberufung der Straf- und Zivilklägerin beantragt 
(pag. 1857). 

Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete mit Schreiben vom gleichen Tag man-
gels Einsicht in die oberinstanzlichen Akten auf eine Stellungnahme und überliess 
die Prüfung der Eintretensfrage hinsichtlich der Anschlussberufung der Straf- und 
Zivilklägerin der Kammer (pag. 1859 f.). 

3. Wechsel der amtlichen Vertretung der Straf- und Zivilklägerin

Mit Schreiben vom 11. Dezember 2019 ersuchte die amtliche Vertreterin der Straf- 
und Zivilklägerin, Rechtsanwältin G.________, darum, sie infolge beruflicher 
Neuorientierung aus dem amtlichen Mandat zu entlassen und dieses bürointern auf 
Rechtsanwalt D.________ zu übertragen (pag. 1706 f.). Mit Verfügung vom 

4

16. Dezember 2019 entliess die zu diesem Zeitpunkt noch zuständige 
erstinstanzliche Verfahrensleiterin Rechtsanwältin G.________ mit sofortiger 
Wirkung aus dem amtlichen Mandat und setzte Rechtsanwalt D.________ per 
17. Dezember 2019 als amtlichen Vertreter der Straf- und Zivilklägerin ein 
(pag. 1710 f.). 

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen 

Mit Eingabe vom 2. Juni 2020 beantragte die Generalstaatsanwaltschaft, die 
beschlagnahmten Mobiltelefone des Beschuldigten sowie der Straf- und 
Zivilklägerin einer erneuten Auswertung durch den Fachbereich Digitale Forensik 
(FDF) der Kantonspolizei Bern zu unterziehen. Zur Begründung führte sie aus, die 
bestehenden Auswertungsmöglichkeiten seien seit dem Jahr 2017 derart weit 
fortgeschritten, dass nicht auszuschliessen sei, dass mit den heute zur Verfügung 
stehenden Programmen neue Daten erhoben oder aus den bereits erhobenen 
Daten neue Erkenntnisse hinsichtlich möglicher Todesdrohungen seitens des 
Beschuldigten via Mobiltelefon gewonnen werden könnten (pag. 1839 f.).

Fürsprecher B.________ beantragte mit Schreiben vom 22. Juni 2020 namens und 
im Auftrag des Beschuldigten die kostenpflichtige Abweisung des Beweisantrags. 
Zur Begründung führte er aus, es sei nicht ersichtlich, inwiefern die Fortschritte der 
Technik einen Einfluss auf den Schuldspruch haben könnten, zumal die 
Ausführungen der Vorinstanz in der erstinstanzlichen Urteilsbegründung 
nachvollziehbar seien und selbst bei Vorliegen möglicher Todesdrohungen 
zutreffen dürften. Für den Fall der Gutheissung des Beweisantrags beantragte 
Rechtsanwalt B.________ nicht nur die Auswertung hinsichtlich möglicher 
Todesdrohungen, sondern eine vollumfängliche Auswertung (pag. 1845 f.). 

Mit Eingabe vom 23. Juni 2020 schloss sich Rechtsanwalt D.________ namens 
und im Auftrag der Straf- und Zivilklägerin dem Beweisantrag und den 
dazugehörigen Ausführungen der Generalstaatsanwaltschaft an (pag. 1850).

Mit Beschluss vom 8. September 2020 hiess die Kammer den Beweisantrag der 
Generalstaatsanwaltschaft gut und gab die nochmalige Auswertung des 
Mobiltelefons ________ der Straf- und Zivilklägerin bei der Kriminalabteilung der 
Kantonspolizei Bern, Fachbereich Digitale Forensik (FDF), in Auftrag. Zur 
Begründung wurde im Wesentlichen festgehalten, hinsichtlich der bereits 
aktenkundigen Kontakte seien wohl auch von einer erneuten Auswertung keine 
zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, zumal der Inhalt bekannt sei. Es bestehe 
jedoch eine gewisse Chance, dass eine mit modernster Software durchgeführte 
Auswertung zusätzliche, möglicherweise gelöschte Viber-Kontakte – insbesondere 
seit dem 8. März 2016 – zu Tage fördern könnte (pag. 1876 ff.).

Der Ergänzungsbericht samt dazugehöriger DVD des FDF ging beim Obergericht 
am 9. Oktober 2020 ein (pag. 1895 ff.). Mit Verfügung vom 17. Dezember 2020 
wurden die Parteien mit einer Kopie des Berichts und der zusammengefassten 
Ergebnisse (ausgedruckte Excel-Tabelle «Übersicht Resultate/Extraktionsbericht») 
bedient sowie auf die Möglichkeit, die DVD zur Einsichtnahme zu verlangen, 
hingewiesen (pag. 1905 ff.).

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Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung wurde über den Beschuldigten 
schliesslich von Amtes wegen ein aktueller Führungsbericht der JVA Thorberg, 
datierend vom 14. April 2021, eingeholt (pag. 1912 ff.). Auf die (erneute) Einholung 
eines aktuellen Strafregisterauszugs wurde verzichtet, zumal der bereits in den 
Akten enthaltene Auszug aufgrund der nun bereits seit 4½ Jahren andauernden 
Haft des Beschuldigten nach wie vor aktuell ist (pag. 1026). 

Sowohl der Beschuldigte als auch die Straf- und Zivilklägerin wurden 
oberinstanzlich nochmals zur Person sowie zur Sache einvernommen 
(pag. 1949 ff.).

5. Opferschutzmassnahmen

Rechtsanwalt D.________ stellte und begründete mit Blick auf die oberinstanzliche 
Verhandlung den Antrag, es seien geeignete Massnahmen vorzukehren, um eine 
direkte Konfrontation zwischen der Straf- und Zivilklägerin und dem Beschuldigten 
zu vermeiden. Weiter beantragte er mit Ausnahme der eigenen Befragung der 
Straf- und Zivilklägerin deren Dispensation von der oberinstanzlichen Verhandlung 
(pag. 1850 f.). Die entsprechenden Massnahmen (zeitlich gestaffeltes Eintreffen 
des Beschuldigten und der Straf- und Zivilklägerin; Organisation eines zusätzlichen 
Aufenthaltsraums) wurden vom Verfahrensleiter vorgängig zur Verhandlung und in 
Absprache mit den Parteivertretern in die Wege geleitet.  

6. Weitere Beschränkungen der Berufung/Anschlussberufung

Mit Schreiben vom 27. April 2021 gab die Generalsstaatsanwaltschaft bekannt, sie 
beschränke die Berufung auf den Schuldspruch wegen versuchter vorsätzlicher 
Tötung sowie auf den diesbezüglichen Sanktionen- und Kostenpunkt (Urteilsdispo-
sitiv Ziff. II.). Die Berufung umfasse somit den Freispruch von der Anschuldigung 
des strafbaren Schwangerschaftsabbruchs ohne Einwilligung der schwangeren 
Frau, evtl. des Versuchs dazu, sowie den dazugehörigen Kostenpunkt (Urteilsdis-
positiv Ziff. I.) nicht mehr (pag. 1922 f.).

In der Folge zog die Straf- und Zivilklägerin ihre Anschlussberufung am 29. April 
2021 bezogen auf Ziffer I. (Freispruch von der Anschuldigung des strafbaren 
Schwangerschaftsabbruchs ohne Einwilligung der schwangeren Frau, evtl. des 
Versuchs dazu) und Ziffer IV. (Zivilpunkt) des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs 
ebenfalls zurück (pag. 1932 f.).

Anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung beantragte die Generalstaatsanwalt-
schaft zudem die Feststellung der Rechtskraft hinsichtlich Ziffer V.1. – 4. des erst-
instanzlichen Urteilsdispositivs (weitere Verfügungen; pag. 1978). 

7. Anträge der Parteien

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte anlässlich der oberinstanzlichen Verhand-
lung die folgenden Anträge (pag. 1978 f.; Hervorhebungen im Original):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 
28. Mai 2019 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

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1. des Freispruchs von der Anschuldigung des strafbaren Schwangerschaftsabbruchs ohne 
Einwilligung der schwangeren Frau, evtl. des Versuchs hierzu, unter Auferlegung von 1/4 
der Verfahrenskosten an den Staat (Urteilsdispositiv Ziff. I.);

2. des Zivilpunkts (Urteilsdispositiv Ziff. IV.);
3. der Verfügungen Ziff. 1. — 4. (Urteilsdispositiv Ziff. V.).

II.

A.________ sei

schuldig zu erklären

des versuchten Mordes, begangen am 24. Juni 2016 in L.________ z.N. von C.________, und

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren, abzüglich Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 383 
Tagen und mit vorzeitigem Strafantritt am 12. Juli 2017;

2. zu 3/4 der Verfahrenskosten erster Instanz und zu 4/5 der Verfahrenskosten oberer In-
stanz. 

III.

1/5 der Verfahrenskosten oberer Instanz seien vom Staat zu tragen. 

IV.

Im Weiteren seien die amtlichen Honorare zu bestimmen und die Zustimmungen zur Löschung des 
erstellten DNA-Profils und der biometrischen erkennungsdienstlichen Daten zu erteilen.

Rechtsanwalt D.________ stellte seinerseits für die Straf- und Zivilklägerin die fol-
genden Anträge (pag. 1980; Hervorhebungen im Original):

1. Es sei festzustellen, dass die nicht angefochtenen Punkte des Urteils des Regionalgerichts vom 
28. Mai 2019, so insbesondere die Zivilpunkte gemäss Ziff. IV in Rechtskraft erwachsen sind.

2. Der Beschuldigte sei schuldig zu erklären:
 des versuchten Mordes, begangen am 24. Juni 2016 zum Nachteil der Privatklägerin.

3. Gestützt darauf sei dieser zu verurteilen:
 zu einer angemessenen Freiheitsstrafe
 zur Bezahlung der erst- und zweitinstanzlichen Verfahrenskosten sowie der Interventionskos-

ten der Privatklägerschaft
4. Das Honorar der amtlichen Verteidigung vor erster Instanz sei zu bestätigen und das Honorar 

vor oberer Instanz sei gemäss noch einzureichender Kostennote festzusetzen und der Beschul-
digte sei zu verurteilen, namentlich die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und 
dem vollen Honorar der Rechtsvertretung der Privatklägerin zurückzubezahlen, sobald dies sei-
ne wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.

5. Es seien die weiteren Verfügungen ebenfalls zu treffen.

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Schliesslich stellte und begründete Fürsprecher B.________ namens des Be-
schuldigten was folgt (pag. 1981 f.; Hervorhebungen im Original):

I.

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 28.05.2019 
in Rechtskraft erwachsen ist, als

1. A.________ freigesprochen wurde von der Anschuldigung des strafbaren Schwanger-
schaftsabbruchs ohne Einwilligung der schwangeren Frau sowie eventualiter des Versuchs 
dazu, angeblich begangen am 24.06.2016, ca. 07:46 Uhr, in F.________, E.________, z.N. von 
C.________, unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten an den Kanton Bern so-
wie unter Ausrichtung einer entsprechenden Entschädigung für die Verteidigungskosten;

2. die Honorare der Rechtsvertretungen bestimmt wurden;
3. A.________ zur Bezahlung von CHF 3'485.35 Schadenersatz zzgl. 5 % Zins ab Rechtskraft 

des Urteils, unter Vorbehalt des Nachklagerechts aus versuchter Tötung, und zur Bezahlung von 
CHF 40'000.00 Genugtuung zzgl. 5 % Zins seit 24.06.2016 an die Straf- und Zivilklägerin verur-
teilt wurde, weitergehende Forderungen hingegen abgewiesen wurden, ohne Ausscheidung von 
Kosten für die Beurteilung der Zivilklage;

4. die weiteren Verfügungen getroffen wurden.

II.

A.________ sei

schuldig zu erklären

der versuchten eventualvorsätzlichen Tötung, begangen am 24.06.2016, ca. 07:46 Uhr, in 
F.________, E.________, z.N. von C.________ (Röm. I Ziff. 1 AS);

und er sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesartikel 

zu verurteilen

1. zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungs-
haft vom 24.06.2016 bis 11.07.2017 sowie des vorzeitigen Strafantritts seit dem 12.07.2017; 

2. zu dem auf den Schuldspruch entfallenden Anteil der erstinstanzlichen Verfahrenskosten.

III.

Weiter sei zu verfügen:

1. A.________ sei im vorzeitigen Strafvollzug zu belassen. 

2. Die mit Verfügung vom 09.01.2017 aus der Wohnung von A.________ beschlagnahmten Ge-
genstände seien A.________ auszuhändigen. 

3. Die restlichen beschlagnahmten Gegenstände seien einzuziehen. 

4. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien vom Kanton Bern zu tragen. 

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5. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gestützt auf die eingereichten Honorarnoten gericht-
lich zu bestimmen. 

6. Allfällige weitere Verfügungen (insbes. Löschung DNA-Profil und dergleichen) seien von Amtes 
wegen zu treffen.

8. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Zufolge der nunmehr beschränkten Berufung der Generalstaatsanwaltschaft sowie 
der beschränkten Anschlussberufung der Straf- und Zivilklägerin ist das erstin-
stanzliche Urteil hinsichtlich Ziffer I. (Freispruch von der Anschuldigung des strafba-
ren Schwangerschaftsabbruchs ohne Einwilligung der schwangeren Frau, evtl. des 
Versuchs dazu samt Kostenfolgen), Ziffer IV. (Zivilpunkt) sowie Ziffer V.2. – 4. in 
Rechtskraft erwachsen. Nicht der Rechtskraft zugänglich sind die Verfügungen 
gemäss Ziff. V.1., V.5. und V.6. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs. Von der 
Kammer zu überprüfen sind demzufolge die Ziffern II. und III. Ebenfalls neu zu be-
finden hat sie über die Ziff. V.1., V.5. und V.6.

Die Kammer verfügt als Berufungsgericht über umfassende Kognition in tatsächli-
cher und rechtlicher Hinsicht (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO) und ist aufgrund der Be-
rufung der Generalstaatsanwaltschaft nicht an das Verschlechterungsverbot 
(sog. Verbot der reformatio in peius) gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden; sie 
darf das Urteil auch zu Ungunsten des Beschuldigten abändern.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

9. Vorbemerkungen

Beim einzig noch zu überprüfenden Tatvorwurf des versuchten Mordes, evtl. der 
versuchten vorsätzlichen Tötung kann, was die Umschreibung in der Anklage-
schrift, den unbestrittenen bzw. bestrittenen Sachverhalt sowie die Auflistung und 
Zusammenfassung der objektiven und subjektiven Beweismittel anbelangt, auf die 
umfassenden und zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(pag. 1741 ff., S. 10 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung,). Auf einzelne Be-
weismittel wird nachfolgend bei der konkreten Würdigung einzelner Sachverhalt-
saspekte jeweils zurückzukommen sein.

Auch was die Beweiswürdigung anbelangt, hält sich die Kammer im Folgenden 
weitgehend an den Aufbau der Vorinstanz (pag. 1770 ff.; S. 39 ff. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung). Sofern mit der Vorinstanz übereinstimmend, wird deren 
Beweiswürdigung lediglich teilweise ergänzt. Ein zusätzliches Kapitel wird sogleich 
unter Ziffer 10 den objektiven Beweismitteln gewidmet.  

10. Objektive Beweismittel

Bei den Erkenntnissen aus den objektiven Beweismitteln handelt es sich praktisch 
durchwegs um unbestrittene Sachverhaltselemente, auf welche vorliegend nicht 
mehr näher eingegangen werden muss. Der Vollständigkeit halber sowie zum bes-
seren Verständnis der anschliessenden Ausführungen seien die folgenden Eckwer-
te dennoch ein weiteres Mal in Erinnerung gerufen:

9

Bei der Tatwaffe handelte es sich um das am Tatort sichergestellte, blutverschmier-
te Küchenmesser mit einer Klingenlänge von 19 cm sowie einer Klingenbreite von 
2.5 cm (vgl. pag. 235; pag. 300; pag. 371).

Potentiell relevante Verbindungsdaten (sog. Viber-Kontakte) konnten einzig ab dem 
Smartphone ________ der Straf- und Zivilklägerin gesichert werden (vgl. Rapport 
vom 14. Juli 2017 gemäss pag. 223 ff., wobei im Rapport eine falsche Typenbe-
zeichnung des Smartphones wiedergegeben wird). Ebenso wenig ergaben sich 
neue Erkenntnisse aus den oberinstanzlich in Auftrag gegebenen zusätzlichen Ab-
klärungen des FDF (pag. 1895 ff.). Fest steht jedoch, dass Videonachrichten mit 
Fotos der Hochzeit zwischen H.________ und der Straf- und Zivilklägerin ab dem 
Telefon Letzterer an den Beschuldigten verschickt wurden. Nachrichten, die Dro-
hungen oder dergleichen enthalten, wurden dabei jedoch keine gefunden.

Der Zivilstand des Beschuldigten und der Straf- und Zivilklägerin ist bis heute un-
klar. Ob die beiden je gültig verheiratet waren, spielt für die Beurteilung des vorlie-
genden Falles jedoch keine Rolle. Fest steht, dass der Beschuldigte und die Straf- 
und Zivilklägerin im Tatzeitpunkt «getrennt» waren und schon längere Zeit nicht 
mehr zusammenlebten. Bei der «Heirat» der Straf- und Zivilklägerin mit 
H.________ am 5. März 2016 handelt es sich zudem nicht um eine gültige Heirat 
nach schweizerischem Recht. Aktenkundig ist nämlich, dass H.________ mit einer 
Schweizerin namens I.________ verheiratet ist (pag. 680).

Gemäss Anzeigerapport vom 28. Dezember 2016 verhielt sich der Beschuldigte bei 
der Anhaltung am 24. Juni 2016 um 07:44 Uhr ruhig und eher teilnahmslos 
(pag. 173). Dem Bericht des Instituts für Rechtsmedizin vom 29. Juni 2016 kann 
weiter entnommen werden, dass dem Beschuldigten am Tattag um 14:17 Uhr Blut 
abgenommen wurde. Dabei konnte weder das Vorhandensein von Alkohol nach-
gewiesen werden noch gab es Hinweise auf einen kürzlich vorangegangenen Dro-
gen- oder Medikamentenkonsum (pag. 248 sowie pag. 251). 

Ferner wurden die Verletzungen der Straf- und Zivilklägerin mit (Farb-)Fotos des 
Kriminaltechnischen Dienstes dokumentiert (pag. 288 ff.). Im Gutachten des Insti-
tuts für Rechtsmedizin der Universität Bern (IRM) vom 22. März 2017 wurden so-
dann die Hospitalisierungen der Straf- und Zivilklägerin beschrieben und die Unter-
suchungsresultate präsentiert und auch diskutiert (pag. 369 ff.). Festgestellt wurden 
multiple Stich- bzw. Schnittverletzungen im Gesicht, an der Körpervorderseite und 
–rückseite, an den Armen, Händen und am linken Oberschenkel. Weiter gab es 
Durchtrennungen von Muskeln, Blutgefässen und Nerven an Armen und Händen, 
wobei es sich teils um aktive und passive Abwehrverletzungen handelte. Insgesamt 
mussten 24 – davon teils sehr tiefe – Wunden versorgt werden. Ein besonderes 
Augenmerk ist dabei auf die Folgenden zu werfen: 
 die bis 12 cm tief sondierbare Verletzung am Rücken (Nr. 4), die überdies ei-

nen Hämatopneumothorax zur direkten Folge hatte; 
 die Stichverletzung im Bereich des rechten Augenwinkels mit Bruch der hinte-

ren Augenhöhlenwand (ca. 2 cm tief, Nr. 1); 
 die klaffende Hautdurchtrennung am Rücken mittig (mindestens 5 cm tief nach 

schräg unten sondierbar bis in die linke Brusthöhle, Nr. 5); 

10

 die klaffenden Hautdurchtrennungen am linken Oberarm (Wunde bis ca. 3 cm 
tief sondierbar [Nr. 12] bzw. bis ca. 10 cm sondierbar [Nr. 13]); 

 eine klaffende Hautdurchtrennung am linken Unterarm (Wunde bis ca. 8 cm 
tief sondierbar, Nr. 15). 

Dank den sofortigen medizinischen und chirurgischen Interventionen lag bei der 
Straf- und Zivilklägerin keine unmittelbare, akute Lebensgefahr vor (vgl. pag. 392). 
Sie musste sich jedoch einer Operation von mehr als zehn Stunden unterziehen 
(pag. 895).

Schliesslich wurde im forensisch-psychiatrischen Gutachten von Dr. med. 
J.________ vom 28. Juni 2017 (pag. 439 ff.) festgestellt, dass beim Beschuldigten 
zum Tatzeitpunkt keine psychiatrische Störung mit eigenständigem Krankheitswert 
vorgelegen habe. Der Beschuldigte weise zudem einen Alkoholmissbrauch im Sin-
ne eines schädlichen Konsums (ICD-10 F10.1) auf, jedoch würden keine Hinweise 
auf eine tatsächliche Alkoholisierung im Tatzeitpunkt vorliegen. Die geltend ge-
machten Erinnerungslücken primär in Bezug auf das Tatkerngeschehen seien so-
dann nicht infolge einer Rauschsymptomatik möglich. Der Beschuldigte sei anfäng-
lich durchaus in der Lage gewesen, Angaben zu seinen deliktischen Handlungen 
und zur Entstehung der Verletzungen zu machen. Bei der zu beurteilenden Tat ha-
be es sich nicht um eine Affekttat gehandelt, mithin seien keine plötzlichen tataus-
lösenden, heftigen Gemütsbewegungen aufgetreten bzw. es sei zu keiner unbe-
wussten Entladung einer Affektstauung gekommen, welche in eine nicht bewusst 
gesteuerte Gewalthandlung gemündet hätte. Die vom Beschuldigten geltend ge-
machten selektiven Erinnerungslücken widersprächen einem affektiven Ausnah-
mezustand. Der Beschuldigte habe auch kein entsprechendes Folgeverhalten, wie 
bspw. eine schwere Erschütterung, aufgewiesen. Vielmehr sei er während des Ge-
schehens durchaus ansprechbar und in seinem Verhalten strukturierbar (indem er 
der Aufforderung, die Tatwaffe wegzuwerfen, Folge leistete) gewesen. 

Abschliessend sei auch bereits hier darauf hingewiesen, dass Vorfälle von häusli-
cher Gewalt in den Jahren 2012 und 2013 aktenkundig sind, wobei beide Verfahren 
eingestellt wurden (vgl. dazu sogleich).

11. Subjektive Beweismittel

11.1. Bemerkungen zum allgemeinen Aussageverhalten der involvierten Personen

In Bezug auf das allgemeine Aussageverhalten der Hauptpersonen, mithin der 
Straf- und Zivilklägerin sowie des Beschuldigten, kann vorab vollumfänglich auf die 
zutreffenden Ausführungen in der erstinstanzlichen Urteilsbegründung verwiesen 
werden (pag. 1771 ff., S. 40 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Hinsichtlich der Aussagen der Straf- und Zivilklägerin hielt die Vorinstanz im We-
sentlichen fest, diese würden gewisse Widersprüche enthalten, was in Anbetracht 
der von der Straf- und Zivilklägerin durchlebten Odyssee an Operationen, Hospita-
lisierungen sowie der damit einhergehenden, erheblichen psychischen Traumatisie-
rung auch nachvollziehbar sei. Zum Teil seien zudem gewisse Dramatisierungen in 
Bezug auf den Beschuldigten erkennbar. Die Straf- und Zivilklägerin sei sodann 
nicht immer imstande gewesen, zwischen eigenen, tatsächlichen Wahrnehmungen 
während des Vorfalls und weiteren Elementen klar zu unterscheiden, welche sich 

11

ihr erst nachträglich und aufgrund subjektiver Schlüsse bzw. eigener Projektionen 
aufgedrängt hätten (pag. 1771 f., S. 40 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 
Diesen Ausführungen ist grundsätzlich zuzustimmen. Anzufügen ist lediglich, dass 
die erste Einvernahme mit der Straf- und Zivilklägerin direkt nach deren Austritt aus 
dem Spital am 6. Juli 2016 erfolgte. Ihre Aussagen sind in den Augen der Kammer 
dennoch nachvollziehbar und authentisch und lassen keineswegs den Schluss zu, 
es handle sich um freie Erfindungen. Dass sich die Straf- und Zivilklägerin nicht an 
jedes Detail zu erinnern vermochte, erstaunt vor dem Hintergrund des nur wenige 
Tage zuvor Geschehenen keineswegs; ihr Fokus lag mithin auf der Brutalität der 
Tat, nicht auf dem Strafverfahren. 

Dass von den Auskunftspersonen bzw. Augenzeugen niemand sämtliche Phasen 
des Tatgeschehens mitbekam, wird vorinstanzlich besonders betont (pag. 1773, 
S. 42 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Wie nachfolgend zu zeigen sein 
wird, stellt dies jedoch keinen Mangel dar. Nach Auffassung der Kammer ist gerade 
wegen der unterschiedlichen Beobachtungszeiträume, -standorte und -positionen 
der Augenzeugen letztlich sogar ein umfassenderer Gesamtüberblick möglich.

11.2 Aussagen anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung

Sowohl der Beschuldigte als auch die Straf- und Zivilklägerin wurden oberinstanz-
lich nochmals zur Person und zur Sache befragt (pag. 1949 ff.). 

Die Straf- und Zivilklägerin konnte ihre bisher gemachten Aussagen im Wesentli-
chen bestätigen. Sie gab an, heute gehe es ihr gut, sie sei zufrieden und habe eine 
Arbeit. Auf Nachfrage führte sie aus, sie arbeite in einem Privathaus bzw. in einer 
Art Klinik, sie reinige dort. Hinsichtlich der Probleme mit der linken Hand und dem 
Daumen gab sie an, seit sie ein zweites Mal operiert worden sei, gehe es besser, 
sie könne den Daumen nun besser bewegen. Feinarbeiten seien jedoch nach wie 
vor schwierig. Zum Vorfall vom 24. Juni 2016 gab die Straf- und Zivilklägerin im 
Wesentlichen zu Protokoll, sie sei nach draussen spazieren gegangen, als der Be-
schuldigte bei ihr aufgetaucht sei. Sie hätten nicht lange gesprochen. Er habe ihr 
gesagt, «ich habe dich erwischt» und sie habe ihm dann gesagt, er solle ihr nichts 
machen. Er habe das Messer in der Hand gehabt. Auf Frage, wann sie realisiert 
habe, dass der Beschuldigte ein Messer dabeihatte, gab die Straf- und Zivilklägerin 
an, dies sei in dem Moment gewesen, als er sie mit dem Messer angegriffen habe. 
Das Messer sei irgendwo in ihre rechte Seite gelangt. Der Beschuldigte habe erst 
gesagt, er werde ihre Leiche nach W.________ schicken, dann habe sie nach Hilfe 
geschrien. Sie habe versucht, sich zu verteidigen. Jemand habe sie dann gerettet, 
sie wäre sonst nicht mehr am Leben. Auf Frage, wieso sie nicht bereits bei der Po-
lizei ausgesagt habe, der Beschuldigte habe ihr damit gedroht, ihre Leiche nach 
W.________ zu schicken, gab sie an, sie habe dies bereits der Polizei gesagt. 
Zweimal habe sie das gesagt, vor zwei Jahren habe sie es zudem beim Gericht 
ausgesagt. Auf weiteren Vorhalt hin, sie habe es sowohl bei der Staatsanwaltschaft 
wie auch beim Gericht, nicht jedoch bei der Polizei ausgesagt, präzisierte die Straf- 
und Zivilklägerin, sie habe es ihrer Anwältin mitgeteilt. Auf Frage, wieso sie dem 
Beschuldigten Bilder ihrer Hochzeit mit H.________ geschickt habe, antwortete die 
Straf- und Zivilklägerin, dies sei der Beschuldigte gewesen, er habe das selber ge-
macht. Er habe es selber übers Internet genommen und sich selber geschickt, er 
könne viele Sachen machen. Die Frage, ob sie bereits im P.________(Republik) 

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vom Beschuldigten geschlagen worden sei, bejahte die Straf- und Zivilklägerin und 
gab an, der Beschuldigte habe ihr Ohrfeigen gegeben und sie an den Haaren ge-
zogen. Weil er der Vater ihrer Kinder sei, habe sie trotzdem gewollt, dass er in die 
Schweiz kommen kann (pag. 1948 f., Z. 18 ff.).

Der Beschuldigte demgegenüber machte vor allem zu seiner Person, nicht jedoch 
zur Sache nochmals Ausführungen. Zu Letzterem gab er im Wesentlichen an, sich 
nicht zu erinnern, wo er hingegangen sei am 24. Juni 2016. Auf Frage, ob er zur 
Straf- und Zivilklägerin gewollt habe, gab er an, die Frage habe er bereits mehrere 
Male beantwortet, er sei damals nicht in gutem Zustand gewesen und habe nicht 
gewusst, was er mache und wohin er gewollt habe. Auf Vorhalt, wonach er ange-
geben habe, die Straf- und Zivilklägerin auf der Strasse getroffen zu haben und auf 
die anschliessende Frage, woher sie gekommen sei, gab der Beschuldigte an, er 
sei damals immer wütend bzw. sauer gewesen, er habe immer Alkohol getrunken. 
Er sei nicht richtig da gewesen. Wenn er es so schätze, glaube er, sie [die Straf- 
und Zivilklägerin] sei gerade aus, also frontal, gekommen. Er vermute, dass es so 
gewesen sein müsse. Sie hätten viele Jahre Streit gehabt, er habe getrunken und 
jetzt sei er im Gefängnis. Auf Frage, wieso er ein Küchenmesser dabeigehabt ha-
be, gab der Beschuldigte weiter an, er denke jeden Tag 10 Minuten darüber nach, 
er verstehe immer noch nicht, wieso er ein Messer in der Hand gehabt habe. Das 
Messer habe er von zu Hause. Auf Frage, wieso er die Straf- und Zivilklägerin ge-
stochen habe, gab der Beschuldigte zu Protokoll, das frage er sich auch jeden Tag. 
Er sei nie zufrieden gewesen, als er mit ihr zusammengewohnt habe. Sie hätten 
immer Streit gehabt. Seine Frau habe ja wieder geheiratet, zudem habe er auch 
seine Kinder nicht sehen dürfen, das habe ihn wütend gemacht. Sie habe ihm nicht 
mitgeteilt, dass sie jemanden anderen geheiratet bzw. mit einer anderen Person 
eine Beziehung geführt hatte. Auf weitere Fragen bzw. Vorhalte hin führte der Be-
schuldigte aus, nachdem er gewusst habe, dass die Straf- und Zivilklägerin eine 
Beziehung mit einer anderen Person habe, sei er total wütend geworden, er habe 
nicht mehr richtig essen können und habe nur noch Alkohol getrunken. Die Straf- 
und Zivilklägerin habe eine andere Beziehung gehabt und habe ihm immer Vorwür-
fe gemacht, das habe ihn wütend gemacht. Auf Vorhalt, wonach er die Straf- und 
Zivilklägerin gemäss Zeugenaussagen verfolgt habe, als diese sich von ihm kurz-
zeitig habe losreissen können, gab der Beschuldigte erneut an, er habe damals 
nicht gewusst, was er mache. Er habe nur Alkohol getrunken und Tabletten ge-
nommen. Alles sei wegen ihr [der Straf- und Zivilklägerin], er habe mit seinen Kin-
dern in den Tierpark gewollt, sie habe es aber abgesagt. Auf konkrete Frage, wel-
che Bedeutung die Hochzeit der Straf- und Zivilklägerin mit H.________ für ihn ge-
habt habe, antwortete der Beschuldigte, er habe sich sehr darüber geärgert, dass 
sie mit ihm diese Hochzeit gehabt habe. Er habe immer gedacht, sie sei seine 
Frau, er habe gar nicht erwartet, dass sie mit einem anderen Mann eine Beziehung 
(gehabt) habe. Auf Frage, ob er mit jemandem über seine Wut gesprochen habe, 
gab der Beschuldigte an, er sei aus diesem Grund auf die Tat gekommen. Sie [die 
Straf- und Zivilklägerin] habe auch noch mit einem dritten Mann eine Beziehung 
gehabt. Sie habe alles getan, um ihn [den Beschuldigten] wütend zu machen. Dem 
Beschuldigten wurde sodann die Abbildung gemäss pagina 186 vorgehalten, wor-
auf dieser den Kopf enerviert abdrehte. Auf Frage, was dies bei ihm auslöse, gab 
er an, er wolle das nicht sehen, er sei wütend, wenn er das sehe. Der Plan sei ge-

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wesen, eine kirchliche Hochzeit zu haben, dies sei jedoch nicht die Hochzeit von 
ihm und der Straf- und Zivilklägerin gewesen (pag. 1954 ff., Z.18 ff.). 

12. Würdigung in concreto

12.1 Vorgeschichte

Die Familienverhältnisse des Beschuldigten und der Straf- und Zivilklägerin wurden 
von der Vorinstanz ausführlich beleuchtet (pag. 1774 f., S. 43 f. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung). Auf ihre grundsätzlich zutreffende Zusammenfassung 
und Würdigung kann, unter nachfolgender Ergänzung bzw. Präzisierung, verwie-
sen werden:

In Übereinstimmung mit der Generalstaatsanwaltschaft geht die Vorinstanz auch 
nach Überzeugung der Kammer in ihrer Annahme fehl, wenn sie zum Schluss 
kommt, es könne beweismässig nicht davon ausgegangen werden, es sei zwi-
schen der Straf- und Zivilklägerin und dem Beschuldigten (Anmerkung Kammer: 
Man beachte die Reihenfolge!) tatsächlich zu häuslicher Gewalt gekommen, zumal 
das Strafverfahren gegen den Beschuldigten betreffend häuslicher Gewalt in den 
Jahren 2012 und 2013 eingestellt worden sei (pag. 1774, S. 43 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung). Vorab ist festzuhalten, dass dieses Strafverfahren nur 
deshalb eingestellt wurde, weil die Straf- und Zivilklägerin ihre Zustimmung zur Sis-
tierung innerhalb von sechs Monaten nicht widerrufen hatte (Art. 55a Abs. 3 StGB), 
und nicht etwa, weil sich eine Einstellung mangels Beweisen aufgedrängt hätte 
(pag. 1254 f.). Fakt ist sodann, dass bei der Straf- und Zivilklägerin am 21. Mai 
2012 diverse Hämatome und Kontusionen sowie eine gebrochene bzw. zumindest 
angeknackste Rippe diagnostiziert wurden und der Beschuldigte damals selber zu-
gab, er habe die Straf- und Zivilklägerin geschlagen. Er wollte sich lediglich nicht 
daran erinnern können, ob er sie mit Faustschlägen oder Fusstritten schlug oder ob 
er sie an den Haaren riss. Auch bestritt er explizit, je eine Todesdrohung ausge-
stossen zu haben (pag. 1172 ff.). 

Am 3. Mai 2013 meldete Frau M.________, eine Nachbarin der Straf- und Zivilklä-
gerin in der Liegenschaft K.________ in L.________, der regionalen Einsatzzentra-
le Nord, ein Mann habe eine Frau geschlagen. Die ausgerückte Patrouille der Stat-
Pol N.________ traf daraufhin auf den stark alkoholisierten Beschuldigten. Ein vor 
Ort durchgeführter Atemlufttest ergab eine Blutalkoholkonzentration von 3.00 Pro-
mille (pag. 1269). Auf polizeiliche Aufforderung hin verliess der Beschuldigte im 
Anschluss die Örtlichkeit. Die Straf- und Zivilklägerin wurde zudem angewiesen, 
sich bezüglich strafrechtlicher Schritte bei der StatPol L.________ zu melden. Dies 
geschah dann am 10. Juni 2013 durch die Familienbetreuerin Frau O.________, 
worauf die Straf- und Zivilklägerin in der Einvernahme vom 28. Juni 2013 die vom 
Beschuldigten ausgestossenen Drohungen schilderte (pag. 1267 ff.). 

Dass der Beschuldigte bereits in der Vergangenheit gegenüber der Straf- und Zivil-
klägerin tätlich wurde, in betrunkenem Zustand randalierte und sie zumindest ein-
schüchterte, ist damit aktenkundig und hat trotz Einstellung des Verfahrens als er-
stellt zu gelten. Anlässlich seiner Einvernahme vom 30. Mai 2012 gab der Beschul-
digte zudem auch an, die Straf- und Zivilklägerin bereits im P.________ (Republik) 
geschlagen zu haben. Dies sei halt in seiner Heimat vom Vater an den Sohn wei-

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tergegeben worden (pag. 1174). Nicht erwiesen sind indessen angebliche Todes-
drohungen seinerseits – insbesondere mit Androhung eines Messereinsatzes –
anlässlich dieser beiden Vorfälle. 

Hingegen haben sowohl der gemeinsame Sohn Q.________ als auch die Halb-
schwester der Straf- und Zivilklägerin, R.________, übereinstimmend von explizi-
ten (späteren) Todesdrohungen des Beschuldigten gegenüber der Straf- und Zivil-
klägerin berichtet (pag. 616 bzw. pag. 668 ff.). Die Aussage von Q.________, er 
habe sofort gewusst, dass es um die Mutter gehe, impliziert, dass es bereits vor-
gängig (Todes-)Drohungen des Beschuldigten gegenüber der Straf-und Zivilkläge-
rin gegeben hatte (pag. 616). Gemäss Aussagen von R.________ am 22. Juli 2016 
sei dies [die letzte Drohung] schon lange her, vielleicht ein Jahr, aber sie wisse es 
nicht genau. Es sei sicher nicht länger als ein Jahr her (pag. 669, Z. 82 f.). 
R.________ belastet den Beschuldigten zudem nicht einseitig und stellt sich weder 
auf die eine noch auf die andere Seite (pag. 669, Z. 77 f.). So gab sie, was den Be-
schuldigten anbelangt, beispielsweise zu Protokoll, er habe immer gesagt, er würde 
sie [die Straf- und Zivilklägerin] einmal umbringen. Er habe aber nicht immer mit 
dem Messer gedroht (pag. 669, Z. 77 f.). Zur Persönlichkeit der Straf- und Zivilklä-
gerin führte sie aus, diese habe nie zuhören können (pag. 670, Z. 125 f.). Diese 
Aussagen sowie auch die Aussagen von Q.________ erscheinen authentisch; die 
Kammer sieht keinen Grund, weshalb auf sie nicht abgestellt werden sollte.

Erstellt ist weiter, dass die Straf- und Zivilklägerin bereits kurz nach der Ankunft des 
Beschuldigten in der Schweiz Liebesbeziehungen zu anderen Männern, namentlich 
zu einem S.________ sowie zu H.________, pflegte. Zutreffend ging die Vorin-
stanz zudem davon aus, dass der Beschuldigte bereits vor dem Termin vom 
5. März 2016 Kenntnis von der beabsichtigten Hochzeit der Privatklägerin mit 
H.________ hatte. Offenbleiben muss einzig, woher er diese Information hatte. 
Wesentlich erscheint, dass es die Straf- und Zivilklägerin war, die dem Beschuldig-
ten am 8. März 2016 ab ihrem Mobiltelefon Hochzeitsbilder schickte (pag. 226 f. 
sowie pag. 1904; pag. 1774 f., S. 43 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Was den Kontakt des Beschuldigten zu seinen Kindern anbelangt, ist Folgendes 
festzuhalten: Der Beschuldigte gab anlässlich seiner Einvernahmen immer wieder 
an, die Straf- und Zivilklägerin habe ihm den Kontakt zu seinen Kindern verweigert 
(pag. 750, Z. 76 ff.; pag. 754, Z. 290 ff.; pag. 760, Z. 577 f.; pag. 785 f., Z. 80 ff.; 
pag. 862, Z. 129 ff.; pag. 865, Z. 235 ff.). Wie die Auswertung seines Telefons je-
doch zeigte, schrieb ihm sein Sohn T.________ am 23. Juni 2016 um 06:19 Uhr, er 
werde mit ihm [dem Beschuldigten] in den Zoo nach AL.________ kommen 
(pag. 191). Von einer «Kontaktklemme» kann in Bezug auf T.________ daher kei-
ne Rede sein. Was den Kontakt zu seiner Tochter U.________ anbelangt, so geht 
auch hier aus der Telefonauswertung hervor, dass der Beschuldigte mit ihr am 
23. Juni 2016 noch Kontakt hatte; gemäss Auswertung führten die beiden um 09:34 
Uhr ein Telefongespräch von rund drei Minuten (pag. 192). Ob U.________ einwil-
ligte, mit in den Zoo zu kommen oder ob sie ihrem Vater absagte, geht daraus nicht 
hervor. In dubio pro reo ist davon auszugehen, dass – was U.________ anbelangt 
– der Zoobesuch abgesagt wurde.

12.2 Tatplanung sowie Zeitpunkt des Tatentschlusses

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Die Vorinstanz erwog, es könne nicht rechtsgenüglich nachgewiesen werden, dass 
sich der Beschuldigte, wie in der Anklageschrift umschrieben, vor dem Zusammen-
treffen mit der Straf- und Zivilklägerin hinter einer Hecke versteckt habe (pag. 1776, 
S. 45 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Die Straf- und Zivilklägerin äusserte sich dahingehend, der Beschuldigte sei «dort 
einfach versteckt» gewesen (pag. 714, Z. 94 ff.). Ein eigentliches Versteck des Be-
schuldigten konnte sie jedoch nicht zeigen bzw. gab später zu Protokoll, er sei ein-
fach hinter dem Baum hervorgekommen (pag. 737, Z. 332). Mit «verstecken» habe 
sie gemeint, dass man ihn nicht habe sehen können. Auf weitere Frage hin, wo er 
sich versteckt habe, gab sie an, er sei hinter einem Baum versteckt gewesen 
(pag. 739, Z. 423 ff.). Wie die Vorinstanz richtigerweise erkannte, ändern diese 
Aussagen nichts daran, dass das Zusammentreffen zwischen dem Beschuldigten 
und der Straf- und Zivilklägerin alles andere als zufällig war (pag. 1776, S. 45 der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Die ungewöhnliche Tageszeit, genau zu dem 
Zeitpunkt, in welchem die Straf- und Zivilklägerin normalerweise zur Arbeit nach 
V.________ zu gehen pflegt, ist bezeichnend und in den Augen der Kammer nichts 
anderes als ein gezieltes Abpassen, um sie zu stellen. Ein Blick auf die örtlichen 
Gegebenheiten zeigt zudem, dass die Hecken (oder eben «der Baum») für die 
Straf- und Zivilklägerin beim Hinausgehen auf die E.________ praktisch jede Sicht 
auf dieselbe verdeckten (vgl. Abbildungen auf pag. 593 f.). Das Zusammentreffen 
mit dem Beschuldigten erfolgte für die Straf- und Zivilklägerin also auf jeden Fall 
überraschend und unerwartet. Dem Beschuldigten kann zwar nicht nachgewiesen 
werden, dass er sich in einem Gebüsch versteckte und so die Straf- und Zivilkläge-
rin abpasste. Für die Kammer steht jedoch fest, dass er die örtlichen Begebenhei-
ten zu seinem Vorteil nutzte, damit die Straf- und Zivilklägerin ihn nicht von Beginn 
weg sehen konnte, sondern eben erst, als diese auf die E.________ hinaustrat. 

Der Beschuldigte hatte weiter auch die offene Salt-Rechnung dabei, unbestritte-
nermassen aber auch die spätere Tatwaffe, mithin das Küchenmesser mit einer 
Klingenlänge von 19 cm. Auch nach den ersten Aussagen der Straf- und Zivilkläge-
rin wurde beim Zusammentreffen auf dem Trottoir effektiv zuerst über die Rech-
nung gesprochen, dies jedoch nur sehr kurz. Es habe keine Gespräche gegeben. 
Er [der Beschuldigte] habe nur gesagt, dass er sie ‘gefunden habe’. Auf weitere 
Frage gab die Straf- und Zivilklägerin an, sie könne nur sagen, dass der Beschul-
digte gesagt habe, sie solle dies [die Rechnung] bezahlen. Sie habe darauf nur ge-
antwortet, sie werde dies bezahlen. Sonst sei nichts gesprochen worden, es sei 
sehr kurz gewesen (pag. 716, Z. 172 ff.). 

Weshalb der Beschuldigte nebst der Rechnung auch ein Messer mitgenommen 
hatte, konnte oder wollte er nicht erklären. Er habe nicht gewusst, was er sich über-
legt hatte, er sei mit einem Messer gegangen (pag. 750, Z. 58 f.). Und weiter: 
«Heute morgen, als ich von zu Hause wegging, fasste ich nicht den Entscheid, sie 
zu stechen, aber ich hatte ein Messer bei mir. Als ich mit dem Messer losging…ich 
kenne ihren Charakter. Ich nahm es einfach mit. Ich habe es einfach mitgenom-
men» (pag. 752, Z. 193 ff.). Auf Frage, ob er oft ein Messer auf sich trage, schüttel-
te der Beschuldigte den Kopf und antwortete mit der Gegenfrage, weshalb er denn 
ein Messer auf sich tragen sollte (pag. 800, Z. 630 ff.). Oberinstanzlich gab der Be-
schuldigte zudem zu Protokoll, er habe noch nie so etwas bewusst gemacht, er ha-

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be noch nie ein solches Messer dabeigehabt (pag. 1957, Z. 13 f.). Dafür, dass er 
es – wie von der Vorinstanz vermutet – bloss als Druckmittel hätte einsetzen wol-
len, gibt es für die Kammer nicht die geringsten Hinweise (vgl. dazu auch die Aus-
führungen der Generalstaatsanwaltschaft anlässlich der oberinstanzlichen Haupt-
verhandlung, pag. 1961). Einen Zusammenhang zwischen dem Messer und der of-
fenen Telefonrechnung (vgl. pag 1777, S. 46 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung) behauptete nicht einmal der Beschuldigte selber. Auch erwähnten weder die 
Straf- und Zivilklägerin noch der Beschuldigte selber eine Drohung, die dem Zuste-
chen vorausgegangen wäre. Bezeichnenderweise wiederholte der Beschuldigte 
einfach unzählige Male – allein bei seiner Ersteinvernahme waren es neun Mal – er 
sei wütend geworden (weil sie ihm frech vorbeigekommen sei) oder wütend gewe-
sen (weil sie ihm respektlos begegnet sei und in den letzten vier Jahren vieles ge-
macht habe). Der Beschuldigte wollte sich aber kaum noch daran erinnern können, 
was dann geschah. Er flüchtete sich primär ins Verdrängen und (selektive) Verges-
sen: «Es kam etwas in meinen Kopf, es war Satan». […] Ich kann mich nicht erin-
nern. Der Teufel war in meinem Kopf. Ich habe sie mit dem Messer gestochen. Sie 
sagte mir: «Willst du mich mit dem Messer stechen?». An alles andere erinnere ich 
mich nicht.» (pag. 750 f., Z. 74 ff.). Der Beschuldigte wollte auch nicht mehr wissen, 
wie, wohin und wie oft er gestochen hatte: «Am Anfang war es in Richtung ihres 
Arms. Ich habe einfach das Messer in Richtung ihres Arms ‘geschickt». […] Ich er-
innere mich nicht. War es zweimal, war es dreimal? Es war nicht mehr als drei-
mal.» (pag. 751, Z. 141 ff.). Auf Frage, ob es auch mehr Stiche gewesen sein könn-
ten, meinte er: «Ich weiss es nicht, ich war nicht da, nicht bewusst präsent. Ich 
weiss nicht, was ich getan habe» (pag. 751, Z. 146 f.). Obwohl er damit zumindest 
eine Teilamnesie geltend machte, wollte der Beschuldigte dann erstaunlicherweise 
wieder wissen, dass er das Messer mit Klinge gegen oben gehalten und nicht mehr 
als zwei oder drei Mal zugestochen hatte. Diese beschönigende und selektive Dar-
stellung ist jedoch allein schon vor dem Hintergrund der objektivierten Verletzungen 
der Straf- und Zivilklägerin (24 Stich- bzw. Schnittverletzungen verursacht durch 
rund 20 Stiche) und des Befundes im forensisch-psychiatrischen Gutachten, wo-
nach nichts für eine Affekttat spreche (vgl. Ziffer 10 hiervor) – notabene noch ohne 
Einbezug der Schilderungen der Augenzeugen bzw. Auskunftspersonen – un-
glaubhaft. Dass der Beschuldigte das mitgenommene Messer bewusst hervornahm 
und einsetzte, gab er selber zu, indem er auf die Frage, wann er das Messer aus 
der Hose herausgeholt habe, antwortete: «Als ich sie stechen wollte.» (pag. 755, 
Z. 313). Nicht erwiesen ist, dass der Beschuldigte bereits seit Wochen oder Mona-
ten einen konkreten Tatplan hatte. Dass er, wie die Vorinstanz ausführte, einfach 
die Beherrschung verloren und sich erst im Zuge einer dynamischen Entwicklung 
der Geschehnisse «sur place» dazu entschieden hätte, das Messer hervorzuneh-
men und auf die Straf- und Zivilklägerin loszugehen, lässt sich mit den vorange-
gangenen Erwägungen jedoch kaum in Einklang bringen. Die vom Beschuldigten 
mitgebrachte Salt-Rechnung datiert überdies vom 7. Juni 2016 und wurde damit 
weit vor dem Tattag ausgestellt. Dies spricht dafür, dass der Beschuldigte am 
24. Juni 2016 einen gefestigten Tatentschluss hatte. Wenn er sich zudem daran er-
innert, dass ihn die Straf- und Zivilklägerin fragte, ob er sie mit dem Messer ste-
chen wolle, und der Beschuldigte darauf nicht von seinem Vorhaben absah, son-

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dern beharrlich und mit erschreckend grosser Intensität auf sie einstach, zeugt dies 
ebenfalls von einem sehr gefestigten Tatentschluss. 

Obwohl der Beschuldigte mehrfach verneinte, dass er die Straf- und Zivilklägerin 
habe töten wollen (vgl. etwa pag. 753, Z. 220; pag. 802 f., Z. 718 ff. bzw. pag. 861, 
Z. 92 f.), war er sich offenkundig der Gefährlichkeit von Messerstichen in den Kör-
per der Straf- und Zivilklägerin, namentlich in den Bereich des Herzens bzw. der 
Lunge, und der möglichen Todesfolgen bewusst (pag. 776, Z. 302). So erkundigte 
er sich denn auch in der Hafteröffnung vom 25. Juni 2016, nachdem er auf Vorhalt 
auch Stiche in den Rücken als möglich erachtet hatte, nach ihrem Befinden 
(pag. 776, Z. 274). Aufgrund der konkreten Tatausführung (vgl. hierzu sogleich Zif-
fer 12.4), d.h. den zahlreichen kräftigen Messerstichen und den daraus resultieren-
den massiven Stich- und Schnittverletzungen, kann die Willensrichtung des Be-
schuldigten offenkundig einzig so gedeutet werden, dass er die Absicht hatte, die 
Straf- und Zivilklägerin zu töten. Zudem war ihm klar bewusst, dass sein Handeln 
ihren Tod zur Folge haben könnte.

Ob der Beschuldigte der Straf- und Zivilklägerin vor dem Zustechen auch sagte, er 
werde sie heute töten und ihre Leiche nach W.________ zurückschicken, ist in den 
Augen der Kammer nicht restlos klar. Dieses doch sehr originelle Detail erwähnte 
die Straf- und Zivilklägerin erst in der zweiten Einvernahme vom 16. März 2017 
(pag. 737, Z. 335; pag. 738, Z. 379). Eigentlich wäre zu erwarten, dass sie, wenn 
der Beschuldigte sich tatsächlich so geäussert hätte, dies bereits bei der ersten 
Gelegenheit, mithin bei ihrer Ersteinvernahme am 6. Juli 2016, erwähnt hätte. Die 
zweite Einvernahme der Straf- und Zivilklägerin wies zudem gewisse Aggravie-
rungstendenzen auf, was Zweifel aufkommen lässt, ob der Beschuldigte effektiv 
diese Absicht geäussert hatte. Damit ist nicht gesagt, dass die Aussagen der Straf- 
und Zivilklägerin in der zweiten Einvernahme per se nicht glaubhaft wären. Es blei-
ben jedoch gewisse Zweifel, dass der Beschuldigte ihr gesagt haben soll, er werde 
ihre Leiche nach W.________ zurückschicken. Wie sich zeigen wird, spielt dies für 
die Beurteilung der vorliegenden Tat jedoch keine Rolle.

Als nicht erwiesen erachtete die Vorinstanz schliesslich die Tatsache, wonach die 
Tat als Racheakt für die Hochzeit zwischen der Straf- und Zivilklägerin und 
H.________ ausgeübt worden sei (pag. 1786, S. 55 der erstinstanzlichen Urteils-
begründung). Dies lässt sich nach Ansicht der Kammer nicht halten. Aus den Ein-
vernahmen mit den Kindern, mit X.________, der Straf- und Zivilklägerin, aber 
auch mit dem Beschuldigten selber ergibt sich, dass man sich offenbar darüber 
wunderte, dass die Straf- und Zivilklägerin eine neue Ehe einging, obwohl sie ei-
gentlich den Vater ihrer Kinder hätte heiraten sollen (bspw. pag. 706, Z. 149 f.). Die 
Hochzeit zwischen der Straf- und Zivilklägerin und H.________ wurde immer mal 
wieder erwähnt. Der Beschuldigte selber äusserte sich in seinen Einvernahmen oft 
(indirekt) dahingehend, die Hochzeit habe ihn gekränkt und er habe deswegen sei-
ne Gefühle nicht kontrollieren können (pag. 774, Z. 224 ff.; pag. 785, Z. 72 ff.; 
pag. 786, Z. 109 ff.). Oberinstanzlich führte er aus, er habe sich geärgert, er habe 
gar nicht erwartet, dass sie [die Straf- und Zivilklägerin] mit einem anderen Mann 
eine Beziehung habe. Aus diesem Grund sei er auch auf die Tat gekommen 
(pag. 1956, Z. 26 ff.). Nachdem ihm zudem das (ihm bereits bekannte) Foto der 
Hochzeit der Straf- und Zivilklägerin mit H.________ vorgehalten und er gefragt 

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worden war, was dies bei ihm auslöse, drehte der Beschuldigte enerviert den Kopf 
ab und gab an, er wolle das nicht sehen. Er sei wütend, wenn er dies sehe 
(pag. 1957, Z. 37 ff.). Dass die Tat als Racheakt aufgrund der Hochzeit zwischen 
der Straf- und Zivilklägerin und H.________ ausgeführt wurde, drängt sich zumin-
dest als Eventualität auf. Aus dem Umstand, dass die Tat erst vier Monate nach 
der Hochzeit geschah, kann der Beschuldigte nichts zu seinen Gunsten ableiten 
(so auch das Bundesgericht, vgl. Urteil 6B_540/2017 E. 2.4). Was die Vorinstanz 
dazu ausführte, mithin, dass der Beschuldigte seine Tat in unmittelbarer zeitlicher 
Nähe zur Hochzeit am 5. März 2016 ausgeübt hätte, dies namentlich vor dem Hin-
tergrund der Überlegung, dass wenn er selber die Straf- und Zivilklägerin schon 
nicht haben könne, sie niemand, auch nicht H.________, haben dürfe (pag. 1786, 
S. 55 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung), ist rein spekulativ.

Insgesamt kann somit festgehalten werden, dass der Beschuldigte am 24. Juni 
2016 mit einem gefestigten Tatentschluss an der Adresse der Straf- und Zivilkläge-
rin auftauchte. Nicht nachgewiesen kann ihm indessen, dass er die Tat bereits weit 
im Voraus geplant hatte. 

12.3 Konkrete Tatausführung

Ausgehend von den objektiven Befunden im IRM-Gutachten (vgl. Ziffer 10 hiervor)  
sind die Details der Tatausführung, namentlich die genaue Anzahl und Wucht der 
Messerstiche, die Frage des gezielten Einstechens auf den Körper, ob die Straf- 
und Zivilklägerin sich vor den Messerstichen schützen konnte, ob bzw. wie oft sie 
sich losreissen konnte und vom Beschuldigten wieder eingeholt wurde, ob es wei-
tere Messerstiche gab, als die Straf- und Zivilklägerin schon am Boden war und 
auch, ob der Beschuldigte während der Tat evtl. lachte, zu klären.

12.3.1 Aussagen des Beschuldigten 

Die Aussagen des Beschuldigten zu all diesen Punkten sind im Allgemeinen wenig 
glaubhaft bzw. wenig ergiebig, zumal er sich lediglich an die ersten zwei bis drei 
Stiche erinnern wollte und seine Wahrnehmung – wie bereits erwähnt – auch für 
den weiteren Verlauf nur sehr selektiv ausfiel. Eine eindrückliche und seine Haltung 
entlarvende Ausnahme stellt indessen pagina 860 dar, als der Beschuldigte auf die 
Frage, ob er sich [für die Tat] schäme, zu Protokoll gab, er schäme sich sehr und 
sei auch sehr traurig. Und weiter: «Bei uns bezahlt man für ein Tier zum Schlach-
ten. Aber dass ich diese Sachen selber mache, für das schäme ich mich. Die Per-
sonen, die das Tier schlachten, sind Muslime. Aber wir sind Christen. Und die 
Christen schlachten zuerst das Tier und die Muslime schlachten und nehmen zu-
erst die Haut und so weiter. Ich schäme mich einfach für das, was ich getan habe» 
(pag. 860 f., Z. 84 ff.). 

12.3.2 Aussagen der Straf- und Zivilklägerin 

Die Straf- und Zivilklägerin ihrerseits vermochte zwar verständlicherweise die Ab-
folge der einzelnen Messerstiche nicht mehr wiederzugeben, schilderte aber an-
sonsten, insbesondere anlässlich ihrer Ersteinvernahme vom 6. Juli 2016, einen 
Ablauf, der in mancherlei Hinsicht sowohl mit objektiven Befunden – so bspw. das 
Verletzungsbild oder auch die Beschreibung des Tatmessers – als auch mit den 
Aussagen der diversen Augenzeugen übereinstimmt (wie bspw. mehrfaches mas-

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sives Einstechen mit mehrmaliger örtlicher Verlagerung des Geschehens oder 
auch, dass sie geschrien habe). Zumindest stehen ihre Angaben zu Letzteren in 
keinem unüberbrückbaren Gegensatz und sind, jedenfalls bezogen auf das Kern-
geschehen, auch nicht aggravierend. Gefragt nach der Anzahl Stiche hielt sich die 
Straf- und Zivilklägerin zurück und gab lediglich an, es könnte 30 Mal gewesen 
sein, «es war überall. Am schlimmsten war es im Rücken» (pag. 716, Z. 206). Et-
was später gab sie zu Protokoll, es sei bis zu 30 Mal gewesen (pag. 1616, Z. 6). 
Die Straf- und Zivilklägerin sagte hingegen als einzige aus, der Beschuldigte habe 
während des Einstechens immer wieder bzw. zu verschiedenen Zeitpunkten ge-
lacht (pag. 716, Z. 188 f. bzw. pag. 739, Z. 412 f.), was in den Augen der Kammer 
allerdings nicht erstaunt. Die herbeigeeilten Personen machten ihre Feststellungen, 
wonach der Beschuldigte still, ruhig, nicht aggressiv usw. gewesen sei 
(Y.________: «Il n’a pas fait de grimace» [pag. 559, Z. 193] bzw. Z.________: 
«L’homme ne disait rien, il était calme, tranquille, comme si c’était un jouet» 
[pag. 637, Z. 67 f.]) erst, als sie schon mehr oder weniger beim Tatort angelangt 
waren. Mehrere von ihnen sagten aber auch, der Beschuldigte habe einen zufrie-
denen (und erfreuten) Eindruck gemacht, als ob ihm das, was er machte, Freude 
bereite (Y.________: «J’avais l’impression qu’il était tranquille, comme s’il avait du 
plaisir à faire ce qu’il était en train de faire.» [pag. 559, Z. 192 f.]) oder er habe die 
Frau leiden sehen wollen (AA.________: «Il voulait voir la femme souffrir.» 
[pag. 590, Z. 143]), was durchaus auch in Richtung «lachen» gehen kann. Hinsicht-
lich der Aussagen der Straf- und Zivilklägerin bleibt es damit einzig beim Wider-
spruch betreffend Zeigen der Salt-Rechnung, mithin, ob dies vor oder nach dem 
Zustechen war (pag. 714, Z. 99 f.; pag. 738 f., Z. 383 ff.; pag. 1952, Z. 19 f.), wobei 
die zweite Version wenig Sinn macht und von den Augenzeugen – die zu diesem 
Zeitpunkt beim Geschehen angekommen waren – nicht bestätigt wird.

12.3.3 Aussagen Drittpersonen 

Aufgrund der Aussagen der grossen Anzahl an Drittpersonen, welche längere oder 
kürzere, teils gleiche, teils unterschiedliche Phasen beobachtet haben, lässt sich 
das Tatgeschehen nach Auffassung der Kammer vergleichsweise gut rekonstruie-
ren. Wie die nachfolgende Zusammenfassung ihrer wesentlichsten Aussagen zeigt, 
waren die Augenzeugen/Auskunftspersonen sehr wohl in der Lage, ihre Beobach-
tungen differenziert, ohne jegliches Interesse an einer Falschbelastung des Be-
schuldigten und trotz des Umstandes, dass das Beobachtete alles andere als all-
täglich war, wiederzugeben. Wie sich zeigen wird, ist entgegen den vorinstanzli-
chen Erwägungen nicht davon auszugehen, die drastischen Schilderungen bzw. 
«plastischen Umschreibungen» der Augenzeugen seien eine klare Folge der Ein-
drücklichkeit des für sie ausserordentlichen Lebensereignisses und müssten daher 
relativiert werden (pag. 1782 f. bzw. pag. 1806, S. 51 f. bzw. S. 75 der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung).

Zu den Beobachtungen der befragten Zeugen ist festzuhalten, was folgt:

Die Zeugin AB.________, wohnhaft im zweiten Stock an der E.________ und zur 
Tatzeit in der Küche, schilderte das Geschehen vom Moment an, als der Beschul-
digte die Straf- und Zivilklägerin mit einem Gegenstand in der Hand – sie konnte 
kein Messer sehen, gab aber an, es sei möglicherweise ein Holzstück gewesen – 
angegriffen und geschlagen hatte, nachvollziehbar und detailreich. Sie wies stets 

20

auf vorhandene Erinnerungslücken ihrerseits hin, was für ihre Glaubwürdigkeit 
spricht. Sie schätzte, es seien insgesamt 15 Schläge gewesen. Das Verhalten des 
Beschuldigten während der Tatausführung beschrieb sie als sadistisch und be-
stimmt. Auf ihre Aufforderungen und Schreie hin, er solle aufhören, habe er nicht 
reagiert. Es sei schlimm gewesen («c’etait tellement horrible», pag. 547, Z. 106). 
Sie habe das Gesicht des Beschuldigten nicht sehen können, aufgrund gehörter 
Schreie schätze sie jedoch, dass das Opfer terrorisiert worden sei. Er habe sie [die 
Straf- und Zivilklägerin] geschlagen, als sie [AB.________] das Telefon geholt habe 
und als sie damit zurückgekommen sei, habe er sie immer noch geschlagen 
(pag. 548, Z. 113 ff.).  

Der Zeuge Y.________ ist Gipser, befand sich auf der fünften oder sechsten Etage 
des Baugerüsts des Mehrfamilienhausbaus (vgl. Situationsplan gemäss pag. 563, 
wobei die Baustelle mit X1 und der Tatort mit X2 – X4 gekennzeichnet sind; 
vgl. ebenfalls pag. 564 ff.) und sah als Erster, wie der Beschuldigte die Straf- und 
Zivilklägerin schlug, war – wegbedingt – jedoch nach seinen Mitarbeitern vor Ort 
beim Geschehen. Er führte im Wesentlichen aus, er habe geschrien, damit der Be-
schuldigte zu ihm schaue, aber dieser habe den Kopf nicht gedreht/gehoben und 
habe nicht reagiert. Der Beschuldigte sei nicht nervös gewesen. Er habe das Ge-
sicht des Beschuldigten gut gesehen, während dieser die Frau [die Straf- und Zivil-
klägerin] niedergemetzelt habe («…quand il massacrait la femme…»). Er habe den 
Eindruck gehabt, dass der Beschuldigte ruhig gewesen sei, so, als ob ihm das, was 
er gerade am Machen war, Freude bereite. Er [der Beschuldigte] habe keine Gri-
masse gemacht. Er habe einen sehr zufriedenen und erfreuten Eindruck gemacht, 
er denke, der Beschuldigte hätte weitergemacht, wenn er nicht gestoppt worden 
wäre. Er [der Beschuldigte] sei nicht dabei gewesen, zu lächeln oder zu lachen, 
aber er habe keinerlei Grimasse/Geste gemacht (pag. 557 ff., Z. 110 ff.). 

Die Zeugin AC.________, wohnhaft an der E.________, konnte das Geschehen 
von ihrem Badezimmer aus beobachten und gab zu Protokoll, der Beschuldigte 
habe mit grossem Gewaltpotenzial auf die Frau eingestochen (pag. 573, Z. 21 f.). 
Als sie erkannt habe, dass der Beschuldigte mit dem Messer auf das Opfer ein-
schlägt, habe sie nicht weiter zuschauen wollen; es sei furchtbar gewesen 
(pag. 573, Z. 36f.). Die Szene habe eine Dynamik gehabt, wie wenn der Mann der 
Frau nachgerannt wäre, bevor er auf sie eingestochen habe (pag. 573, Z. 46 f.). 
Das Messer habe er in der rechten Hand in der Faust gehalten und es von über 
dem Kopf nach unten geführt. Er habe den Arm von ganz hinten gestreckt nach 
vorne geführt. Für sie sei die Wucht/Kraft, die er [der Beschuldigte] an den Tag ge-
legt habe, so gewesen, wie wenn der Nachbar am Holzspalten sei; einfach mit vol-
ler Wucht. Sie habe noch nie gesehen, wie jemand einen Gegenstand [Anm. der 
Kammer: Gemeint ist die Straf- und Zivilklägerin!] mit so einer Wucht kaputt zu ma-
chen versucht habe (pag. 574, Z. 73 ff.). Sie habe den Eindruck gehabt, dass er 
[der Beschuldigte] auf das Opfer eingehackt habe; sie habe es als sehr gewalttätig 
empfunden. Es sei mehrere Male gewesen, wie oft könne sie nicht sagen 
(pag. 579, Z. 49 ff.). Er habe richtig aufgezogen über seinen Kopf hinweg, Klinge 
voran. Wenn sie so etwas in einem Film sehen würde, würde sie sofort wegzappen 
(pag. 580, Z. 70 f.). Die Bewegung sei zu vergleichen mit einem Holzhacker 
(pag. 580, Z. 89 f.). Sie könne nicht gut schätzen, sie schätze die Distanz vom Ba-

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dezimmerfenster [also ihrem Aufenthaltsort zur Tatzeit] zum Standort des Beschul-
digten auf 40 bis 50 Meter (pag. 580, Z. 75 f.). Diese Distanz korrigierte sie später 
auf 10 Meter (pag. 585), was für die Kammer aufgrund des Kartenausschnitts 
gemäss pagina 577 herkommt.

Der Zeuge AA.________ war zum Tatzeitpunkt ebenfalls, aber auf der ersten Eta-
ge des Baugerüsts des Mehrfamilienhauses als Gipser tätig und wurde durch sei-
nen Arbeitskollegen Y.________ alarmiert. Er begab sich daraufhin zusammen mit 
AD.________ und Z.________ in Richtung Tatort. Y.________ – der etwas später 
vor Ort war – sowie Z.________ rüsteten sich je mit einer rotweissen Absperrlatte 
aus. Anlässlich seiner Einvernahme bei der Polizei sowie bei der Staatsanwalt-
schaft gab er an, während sie [gemeint er selber und seine Arbeitskollegen] zu den 
beiden [zum Beschuldigten und zur Straf- und Zivilklägerin] hingerannt seien, hät-
ten sie gesehen, wie der Mann [der Beschuldigte] noch zwei Messerstiche gegen 
die Frau [die Straf- und Zivilklägerin] ausgeführt habe, beide seien gestanden 
(pag. 588, Z.29 ff.). Der Mann habe gesagt, er habe kein Problem mit ihnen, nur mit 
ihr (pag. 588, Z. 35). Er [der Beschuldigte] habe anschliessend etwas zum Opfer 
gesagt in einer Sprache, die er [AA.________] nicht verstanden habe. Sie hätten 
ihm gesagt, er solle sich hinsetzen. Der Beschuldigte habe ihnen gesagt, es sei 
sieben Monate her, seit er ihr gesagt habe, es werde sie noch teuer zu stehen 
kommen. Er [AA.________] habe nicht genau gewusst, wovon der Beschuldigte 
gesprochen habe (pag. 588, Z. 42 ff.) Weiter gab er an, der Beschuldigte sei ruhig 
gewesen (pag. 589, Z. 105). Der Beschuldigte habe die Frau leiden sehen wollen. 
Wenn er sie auf der Stelle hätte töten wollen, so hätte er ihr eine Arterie durchge-
schnitten. Er habe auf den Oberkörper gezielt, zwischen der Brust und der Taille, in 
die Seiten (pag. 590, Z. 143 ff.). Der Beschuldigte habe aus Hüfthöhe geradeaus 
auf das Opfer eingestochen, aber nicht immer gleich, wenn sie sich gebückt habe, 
habe er von unten nach oben zugestochen (pag. 597, Z. 76 ff.). AA.________ 
bestätigte später bei der Staatsanwaltschaft nochmals seine Aussage, wonach der 
Beschuldigte ihm gesagt habe, was die Frau getan habe, werde sie sehr teuer 
kommen (pag. 598, Z. 120 ff.). 

Der Zeuge AE.________, wohnhaft im ersten Stock an der E.________, beobach-
tete das Geschehen von seinem Küchenfenster aus. Als er realisiert habe, was vor 
sich ging, sei er als Erster mit einem Kunststoffrohr bewaffnet bis auf drei bis vier 
Meter an den Beschuldigten herangegangen (pag. 602, Z. 19 ff.). Er gab in seiner 
Einvernahme vom 24. Juni 2016 zu Protokoll, der Beschuldigte habe gerade von 
seinem Bauch weg in Richtung Brust und Bauch der Frau gestochen (pag. 602 f., 
Z. 25 ff.). Als er auf die Frau eingestochen habe, sei er sehr aggressiv gewesen 
oder «er spinnte» (pag. 603, Z. 62). Nachdem der Beschuldigte das Messer losge-
lassen habe (zuvor hätten sie auf ihn eingeschrien), sei er ruhig gewesen 
(pag. 603, Z. 62). Er würde nicht sagen, der Beschuldigte habe seine Bewegungen 
mit dem Messer so mit voller Kraft ausgeführt, er sei aber nach vorne gelehnt ge-
wesen und habe immer wieder gerade nach vorne gestochen (pag. 604, Z. 128 f.). 
Wenn nicht eingegriffen worden wäre, wäre die Frau [heute] tot. Während dem Zu-
stechen habe er [der Beschuldigte] die Kontrolle verloren, die Frau sei ganz 
schwach gewesen (pag. 604, Z. 137). Er [der Beschuldigte] habe nicht ausholend, 
sondern geradeaus gestochen (pag. 612, Z. 135).

22

AF.________, die Ehefrau von AE.________ und wohnhaft an der gleichen Adres-
se, machte ihre Beobachtungen ebenfalls durchs Küchenfenster. Sie gab an, der 
Mann [der Beschuldigte] habe sehr schnell zugestochen, sicher drei Mal, vor der 
Garage [der Familie] AC.________. Die Frau habe sich dann losreissen können 
und sei ein paar Schritte zurück zu den Containern gegangen (pag. 623, Z. 27 ff.). 
Er habe so schnell zugestochen, das habe sie noch nie in ihrem Leben gesehen. 
Er habe so einen Hass gehabt haben müssen (pag. 624, Z. 67 f.). Er habe die Frau 
mit der linken Hand festgehalten und ihr mehrmals in den Rücken gestochen; die 
Frau habe die ganze Zeit geschrien. Er [der Beschuldigte] sei dabei hinter ihr ge-
standen und habe sie von hinten mit dem linken Arm umarmt. Die Frau habe ver-
sucht, davonzulaufen (pag. 624, Z. 82 ff.). Auf Frage, mit welcher Energie der Be-
schuldigte seine Bewegungen mit dem Messer ausgeführt habe, führte sie aus: 
«Hass, so richtig…» (pag. 625, Z. 126). Sie bestätigte später alle Aussagen in neu-
en Worten, z.B. auch, dass der Beschuldigte das Messer mit Klinge gegen unten 
geführt habe (pag. 632, Z. 97 f.) und dass es [die Zustecherei] – während sie am 
Fenster gewesen sei – zwei, drei Mal gewesen sei, nicht viel mehr (pag. 632, 
Z. 104 f.). 

Zeuge Z.________ war ebenfalls als Gipser auf der Baustelle des Mehrfamilien-
hausbaus am Arbeiten, als es zur Tat kam. Er sei mit seinem Arbeitskollegen 
AA.________ herbeigeeilt. Der Mann [der Beschuldigte] habe nichts zur Frau ge-
sagt, er sei ruhig gewesen, «comme si c’était un jouet» (pag. 637, Z. 67 f.). Er habe 
ihm [Z.________] auf Deutsch gesagt, «das, was sie mir angetan hat, wird teuer 
kommen, ich will keine Probleme mit dir» (pag. 637, Z. 72 f.; vgl. auch pag. 645, 
Z. 52 ff.). Der Beschuldigte habe in einem komischen Deutsch mit ihm gesprochen 
(pag. 645, Z. 85). Als er [Z.________] ganz nahe dran gewesen sei, habe der Be-
schuldigte der am Boden sitzenden Straf- und Zivilklägerin drei Stiche in die Brust 
versetzt: «Je peux vous dire ce que j’ai vu. La victime était assise par terre, il la 
tenait de sa main gauche par les cheveux et lui a donné 3 coups de couteau dans 
la poitrine. J’étais à environ 2 mètres d’eux, maximum 3, car il y avait la route toute 
proche». Diese drei Messerstiche/Schläge in den oberen Teil des Oberkörpers ha-
be er selber gesehen, aber wie viele er [der Beschuldigte] ihr gegeben habe, könne 
er nicht sagen (pag. 636, Z. 28 f.; pag. 638, Z. 122). Auf Frage, wie die Stiche er-
folgt seien, führte Z.________ aus, es seien gerade Stiche gewesen, sie seien 
flach erfolgt (pag. 638, Z. 117). Ohne Intervention wäre die Frau [heute] tot, weil er 
[der Beschuldigte] keine Anstalten gemacht habe, aufzuhören (pag. 637, Z. 89).

Zeuge AG.________ schliesslich, wohnhaft am AH.________, konnte die Tat von 
seinem Schlafzimmer aus beobachten. Er habe gesehen, wie ein Mann mehrmals 
mit einem Arm von oben nach unten auf die Frau eingeschlagen habe (pag. 648, 
Z. 35). Er habe immer wieder von unten nach oben mit dem Arm Anlauf genommen 
und dann von oben, seitlich an seinem Kopf vorbei wieder nach unten auf die Frau 
eingeschlagen. Jetzt, wo er wisse, dass ein Messer im Spiel gewesen sei, könne er 
sagen, dass es eher nach Stich- als nach Schlagbewegungen ausgesehen habe 
(pag. 649, Z. 96 ff.). Er [der Beschuldigte] habe mit kräftigen, schnellen Schlägen 
auf sie eingestochen. Auf Frage, ob der Beschuldigte sich unter Kontrolle gehabt 
habe, führte er weiter aus, dies sei erst im Moment der Fall gewesen, als er dann 
am Boden gesessen sei; vorher habe er sich ja anscheinend gar nicht unter Kon-

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trolle gehabt. Weiter gab er an, er [der Beschuldigte] habe so im Affekt gehandelt, 
dass er sie vermutlich getötet hätte (pag. 651, Z. 160 ff.) Er habe festgestellt, dass 
der Mann mit einer Hand auf diese Frau «abe schloht». Er sei der Auffassung ge-
wesen, dass er einfach mit der Faust auf diese Frau «ufe hout». Er habe erst bei 
der Polizei erfahren, dass er [der Beschuldigte] ein Messer in der Hand gehalten 
habe (pag. 660, Z. 57 ff.). Sie [die Straf- und Zivilklägerin] sei noch über die Strasse 
gerannt vor ein parkiertes Auto. Der Beschuldigte sei ihr nachgerannt. Dort sei es 
wieder passiert, dass er vier, fünf Mal «abe gschlage het». Sie sei danach aufge-
standen und sei an einen anderen Standort gerannt. Dort habe er wieder auf sie 
«eingeschlagen» (pag. 660, Z. 64 ff.). Es seien relativ schnelle Bewegungen und 
kurz hintereinander gewesen. Es sei in einer schnellen Abfolge gewesen (pag. 661, 
Z. 118 ff.).

In all diesen Einvernahmen der befragten Zeugen sind für die Kammer keine Über-
treibungen erkennbar. Vielmehr lassen die Aussagen den Schluss zu, dass sämtli-
che befragten Personen versucht haben, das Geschehene so genau und authen-
tisch wie möglich zu beschreiben. Alle haben denn auch stets erwähnt, wenn sie 
sich einer Beobachtung nicht sicher waren oder wenn sie etwas aufgrund der örtli-
chen Begebenheiten nicht sehen konnten. Einige gaben gar an, zuerst nicht gese-
hen zu haben, dass es sich um ein Messer handelte, mit welchem der Beschuldigte 
auf die Straf- und Zivilklägerin einschlug bzw. eben einstach, was klar als Rea-
litätsmerkmal zu werten ist. Die gemachten Beobachtungen sind alle in sich stim-
mig und geben eine schlüssige Abfolge des Geschehens wieder. 

Umso mehr rücken damit auch die wesentlichen Beschreibungen, nämlich jene der 
Tatausführung, ins Zentrum. Nach Auffassung der Kammer ist nicht ersichtlich, 
wieso die Aussagen der Zeugen genau in diesem Punkt relativiert werden sollten. 
Zutreffend ist zwar, dass es sich beim Vorfall vom 24. Juni 2016 um ein für die 
Zeugen aussergewöhnliches Ereignis handelte. Viele der Befragten gaben am 
Schluss ihrer Einvernahme jedoch an, keine psychologische Unterstützung zu 
benötigen und kehrten an ihren Arbeitsplatz zurück, was nicht darauf hindeutet, 
dass deren Aussagen mit Vorsicht zu geniessen wären; ganz im Gegenteil, auf sie 
kann vollumfänglich abgestellt werden. 

Wie bereits vorinstanzlich zutreffend ausgeführt wurde, lassen sich die unterschied-
lichen Beschreibungen der Augenzeugen auf die Frage, wie der Beschuldigte zu-
gestochen habe, ganz einfach damit erklären, dass nicht alle von ihnen vom glei-
chen Ort aus und somit die gleichen Stiche beobachteten. Für die vorliegende Be-
weiswürdigung ist dies jedoch keineswegs nachteilig. Die Straf- und Zivilklägerin 
wurde insgesamt mit rund 20 Stichen traktiert, wobei die befragten Zeugen jeweils 
nur zwischen drei und 15 Stichen gesehen haben wollen. Da die Straf- und Zivil-
klägerin überall am Körper Einstichverletzungen aufwies, ist es durchaus möglich, 
dass der Beschuldigte nicht immer gleich zustach, so, wie es eben auch die Au-
genzeugen zu Protokoll gaben. Es sind vorliegend keine Gründe ersichtlich, an de-
ren Schilderungen zu zweifeln. 

Die Straf- und Zivilklägerin versuchte gemäss Zeugenaussagen, die Stiche des Be-
schuldigten abzuwehren bzw. sich zu schützen und erlitt dabei eindrückliche Ab-
wehrverletzungen. Sie versuchte überdies zu flüchten, was ihr auch kurzzeitig ge-
lang: Mehrere der Augenzeugen beschrieben, die Straf- und Zivilklägerin habe dem 

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Beschuldigten entwischen können («échapper»), es habe eine Verlagerung von der 
einen auf die andere Strassenseite und zurück stattgefunden (pag. 546, Z. 28 f.; 
pag. 556, Z. 31 ff.; pag. 558, Z. 136 ff.; pag. 574, Z. 107 ff.; pag. 588 f., Z. 63 ff.; 
pag. 623, Z. 28 f.; pag. 632, Z. 111 ff.; pag. 648, Z. 40 ff.; pag. 660, Z. 76 f.; 
pag. 717, Z. 211 ff.). Die Straf- und Zivilklägerin versuchte zeitweise, sich zu weh-
ren, was ihr allerdings nicht gelang, zumal der Beschuldigte sie offenbar am Arm 
bzw. an den Haaren festhielt und so weiter auf sie einstechen konnte (so bspw. 
pag. 558, Z. 140 ff. bzw. pag. 645, Z. 65 f.). Auch nachdem sie sich kurzzeitig von 
ihm lösen und sich etwas hatte entfernen können, ging dieser hinter ihr her und 
stach unverdrossen weiter auf sie ein. 

Was die Gezieltheit der Stiche anbelangt, kommt auch die Kammer nicht um die 
Feststellung herum, dass diese an nichts anderes als ein regelrechtes Massaker 
erinnern. Gemäss den glaubhaften Aussagen der Augenzeugen handelte es sich 
um Stichbewegungen von oben nach unten, von unten nach oben bzw. um gerade 
Bewegungen seitens des Beschuldigten. Zu Recht sprach der Augenzeuge 
Y.________ von «massacrer», zu Deutsch «massakrieren» (pag. 559, Z. 191 ff.). 
Mit der Generalstaatsanwaltschaft ist indessen die Gezieltheit der Stiche auch für 
die Kammer vorliegend nicht von entscheidender Bedeutung: Fakt ist, dass der Be-
schuldigte mit einer enormen Kraft und vor allem unzählige Male auf die Straf- und 
Zivilklägerin einstach und ihr zudem auch über die Strasse folgte, als diese sich 
zeitweise von ihm lösen konnte. Bei einem derart dynamischen Geschehen ist es 
denn auch kaum möglich, gezielt zuzustechen. Das hinderte den Beschuldigten al-
lerdings nicht daran, die Straf- und Zivilklägerin rund 20 Mal mit dem Messer zu 
traktieren.

Schliesslich ist auch die Aussage von AA.________, wonach der Beschuldigte ihm 
gesagt habe, er habe der Straf- und Zivilklägerin bereits vor sieben Monaten ge-
sagt, es werde sie teuer zu stehen kommen, bemerkenswert und bezeichnend für 
die Hintergründe der brutalen Tatausführung. Richtig ist zwar, dass dies nur von 
ihm und keinem anderen Augenzeugen so zu Protokoll gegeben wurde. Nach Auf-
fassung der Kammer ändert es jedoch nichts daran, dass diese Aussage überzeu-
gend und glaubhaft scheint. Es liesse sich nämlich kaum erklären, warum ausge-
rechnet AA.________, ein weder dem Beschuldigten noch der Straf- und Zivilkläge-
rin bekannter Bauarbeiter oder sonst wie Nahestehender, solch eine (authentische) 
Aussage erfinden sollte. Wie seitens der Generalstaatsanwaltschaft oberinstanzlich 
richtig ausgeführt wurde, ist auch nicht davon auszugehen, dass zwischen dem 
Beschuldigten und AA.________ eine derart grosse sprachliche Barriere bestan-
den hätte, dass Letzterer sich getäuscht hätte. Schliesslich ist es den Bauarbeitern 
auch gelungen, den Beschuldigten anzuhalten, die Tatwaffe wegzulegen und sich 
hinzusetzen. Möglich ist, dass ihnen dies lediglich mit Hilfe von Gestikulieren ge-
lang. AA.________ gab jedoch weiter an, der Beschuldigte und die Straf- und Zivil-
klägerin hätten zusammen gesprochen, was er jedoch nicht verstanden habe 
(pag. 588, Z. 41 f.; im Übrigen auch so bestätigt durch AE.________, pag. 604, 
Z. 124). AA.________ hat damit von sich aus auf sprachliche Barrieren hingewie-
sen, was im Umkehrschluss nichts anderes bedeuten kann, als dass hinsichtlich 
der in Frage stehenden Aussage des Beschuldigten gerade keine Sprachbarriere 
bestand. Dass der Beschuldigte auch bereits vor dem Tattag, mithin vor dem 

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24. Juni 2016, wütend war, gab er letztlich auch selbst stets zu Protokoll. Ferner 
sprach auch R.________ davon, dass der Beschuldigte die Straf- und Zivilklägerin 
bereits früher drei Mal oder mehr geschlagen und auch gedroht habe, er werde sie 
[die Straf- und Zivilklägerin] einmal mit dem Messer töten (pag. 668, Z. 44 ff.) bzw. 
sie irgendeinmal umbringen (pag. 668 f., Z. 44 ff.). 

Insgesamt kann festgehalten werden, dass hinsichtlich der konkreten Tataus-
führung auf die schlüssigen und glaubhaften Aussagen der einvernommenen Zeu-
gen abzustellen ist. Es liegen keine Anhaltspunkte vor, die darauf hindeuten wür-
den, an den Aussagen der befragten Personen zu zweifeln.

12.4 Alkoholisierung bzw. Übermüdung des Beschuldigten

Hinsichtlich einer möglichen Alkoholisierung bzw. Übermüdung des Beschuldigten 
im Tatzeitpunkt kann vorab vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen der 
Vorinstanz verwiesen werden (pag. 1781, S. 50 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung). Während der Beschuldigte im Rahmen seiner Ersteinvernahme bei der 
Polizei noch zu Protokoll gab, um 19:00 Uhr bzw. 20:00 Uhr am Vorabend der Tat 
lediglich zwei bis drei Biere, danach jedoch nichts mehr getrunken zu haben, ver-
suchte er im Laufe des Verfahrens krampfhaft, diese Aussagen zu korrigieren. 
Auch oberinstanzlich wollte der Beschuldigte die Tat auf seinen Alkoholkonsum 
zurückführen, indem er mehrmals zu Protokoll gab, er habe nichts mehr gegessen 
und nur noch von Alkohol (und Tabletten) gelebt (pag. 1955, Z. 26 ff.).

Weder aus den Feststellungen der Polizei, den ersten Aussagen des Beschuldigten 
selber noch aus dem Gutachten von Dr. med. J.________ ergeben sich indes Hin-
weise auf alkohol- oder übermüdungsbedingte Einschränkungen des Beschuldigten 
im Zeitpunkt der Tatausführung. Dr. med. J.________ hielt fest, der Beschuldigte 
sei zum Tatzeitpunkt bewusstseinsklar und allseits orientiert gewesen. Das Einzige, 
woran er sich nicht erinnern könne, seien die deliktischen Handlungen, mithin, wie 
er die Straf- und Zivilklägerin mit dem Messer verletzt habe. Eine solche Erinne-
rungslücke, welche sich lediglich auf das Tatkerngeschehen beschränke, sei nicht 
infolge einer Rauschsymptomatik möglich. Dabei sei auch zu beachten, dass der 
Beschuldigte im Rahmen seiner (ersten) Einvernahme bei der Polizei in der Lage 
gewesen sei, zu seinen deliktischen Handlungen und wie er der Straf- und Zivilklä-
gerin Verletzungen zugefügt habe, vorerst detaillierte Angaben zu machen. Erst im 
Verlauf habe er sein Antwortverhalten diesbezüglich geändert und gemeint, sich 
überhaupt nicht mehr daran erinnern zu können (pag. 527 f.). Gestützt darauf ist 
entgegen der Aussagen des Beschuldigten und der Ansicht seiner Verteidigung 
von einer Alkoholisierung bzw. Übermüdung zum Zeitpunkt der Tat nicht auszuge-
hen, gab der Beschuldigte doch anlässlich seiner Ersteinvernahme bei der Polizei 
auch zu Protokoll, manchmal trinke er zwei bis drei Biere, manchmal aber auch 
nichts (pag. 757 f., Z. 447 ff.). Auf einen übermässigen Konsum von Alkohol deutet 
dies jedenfalls nicht hin. Selbst wenn der Beschuldigte am Vorabend gegen 
19:00 Uhr tatsächlich noch zwei bis drei Biere getrunken haben sollte, ist eine Al-
koholisierung nach wie vor nicht anzunehmen, zumal zwei bis drei Biere – auch bei 
einem kleinen, eher zierlichen Körperbau – nicht ausreichen, um am nächsten Tag 
um 07:30 Uhr immer noch übermässig alkoholisiert zu sein.

12.5 Psychisch-emotionaler Zustand des Beschuldigten

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Auch für die Beurteilung des psychisch-emotionalen Zustands des Beschuldigten 
zum Tatzeitpunkt ist primär auf das Gutachten von Dr. med. J.________ zu ver-
weisen. Dieses hielt im Wesentlichen fest, beim Beschuldigten sei es zu keinen 
plötzlichen, tatauslösenden, heftigen Gemütsbewegungen bzw. zu einer unbe-
wussten Entladung einer Affektstauung, welche in einer nicht bewusst gesteuerten 
Gewalthandlung gemündet hätte, gekommen. Der Beschuldigte habe vielmehr ein 
Tatverhalten über einen längeren Zeitraum mit zielgerichteten, komplexen, mehr-
gliedrigen Handlungsweisen gezeigt. Zudem würden auch keine Hinweise für einen 
Affektaufbau oder Affektabbau bestehen. Unmittelbar nach der Tat sei der Be-
schuldigte durch die Zeugen sowie durch die Polizei als ruhig und kooperativ be-
schrieben worden. Beim Beschuldigten habe zudem auch das sogenannte Folge-
verhalten nach einer Affekttat mit schwerer Erschütterung, die unmittelbar nach 
dem Tatgeschehen ersichtlich sein müsste, gefehlt. Nach der Tat seien keine vege-
tativen psychomotorischen oder psychischen Begleiterscheinungen einer heftigen 
Affekterregung festgestellt worden; solche seien durch die Zeugen, den Beschul-
digten selber und auch durch die Polizei nicht beschrieben worden. Ferner wäre im 
Rahmen einer Affekttat eine plötzliche Kontrolle der eigenen Handlungsweise, wie 
sie beim Beschuldigten ersichtlich gewesen sei, nicht möglich (pag. 528 f.). 

Gestützt auf diese Ausführungen ist nicht davon auszugehen, dass der Beschuldig-
te sich zum Tatzeitpunkt in einem emotionalen Ausnahmezustand befand. Entge-
gen den vorinstanzlichen Erwägungen ist zudem auch eine Relativierung der 
Schilderungen der Augenzeugen nicht angezeigt (vgl. pag. 1782 f., S. 51 f. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung und Ziffer 12.3.3 hiervor). Wie bereits ausge-
führt, kann nach Ansicht der Kammer vorbehaltlos auf die Ausführungen der Au-
genzeugen allgemein, aber auch zum psychisch-emotionalen Zustand, abgestellt 
werden. Demnach sei der Beschuldigte sadistisch, entschlossen (« […] qu’il avait 
un comportement sadique et déterminé...» [pag. 547, Z. 106]) und äusserst brutal 
vorgegangen.  

12.6 Nachtatverhalten 

Wie das Nachtatverhalten des Beschuldigten zu würdigen ist, ist umstritten. Fakt 
ist, dass der Beschuldigte erst reagierte und von der Straf- und Zivilklägerin ab-
liess, als er sich den herbeigeeilten Gipsern AA.________ und Z.________ sowie 
AE.________ gegenübersah, die mit Absperrlatten bzw. mit einem Kunststoffrohr 
bewaffnet daher gerannt kamen. Der Beschuldigte verhielt sich nachher unbestrit-
tenermassen ruhig und wirkte teilnahmslos. Er zündete sich wenige Meter vom Op-
fer entfernt in aller Ruhe eine Zigarette an (vgl. z.B. Wahrnehmungsbericht 
AI.________, StatPol N.________ vom 24. Juni 2016, pag. 220). 

Die vorinstanzliche Interpretation, das Rauchen direkt nach der Tat sei als schiere 
Schock- und Stressabbaureaktion des Beschuldigten auf den plötzlichen Span-
nungsabfall bzw. die absehbare Inhaftierung anzusehen, ist nach Auffassung der 
Kammer rein spekulativ (vgl. pag. 1783, S. 52 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung). Vorab gibt es für einen unmittelbaren Stress bzw. Schock des Beschuldigten 
nach der Tat keinerlei Hinweise, insbesondere nicht gestützt auf das Gutachten 
von Dr. med. J.________. Aber auch sämtliche Augenzeugen sowie die Polizei er-
wähnten mit keinem Wort eine Stress- oder Schockabbaureaktion des Beschuldig-
ten, sondern gaben an, dieser habe sich eben einfach ruhig verhalten. Es äusserte 

27

sich denn auch niemand von ihnen dahingehend, der Beschuldigte habe seine Zi-
garette hastig oder nervös aus der Packung hervorgeholt und diese mit zittrigen 
Händen angezündet, was allenfalls auf eine mögliche Schock- oder Stressreaktion 
hätte hindeuten können. Das Verhalten des Beschuldigten nach der Tat ist viel-
mehr so zu beurteilen, wie es von den Augenzeugen beschrieben wurde: ruhig und 
anteilnahmslos. 

12.7 Tatmotiv

Es mag zutreffen, dass es keinen alleinigen, monokausalen Auslöser für die Tat 
gab (pag. 1784, S. 53 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; so auch die Gene-
ralstaatsanwaltschaft anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung, vgl. 
pag. 1961). Wesentlich ist jedoch, dass die Kränkungen und Enttäuschungen, die 
der Beschuldigte nach seiner Einreise in die Schweiz erlebt hatte (die – vor seinem 
kulturellen Hintergrund sowie seinem Rollenverständnis – schmerzhafte Entfrem-
dung seiner Frau mit anschliessender Trennung, die Hochzeit der Straf- und Zivil-
klägerin mit H.________, die zumindest hinsichtlich der beiden Töchter bestehende 
Besuchsrechtsproblematik usw.) in ihrer Summe eben durchaus Basis für Rache-
pläne des Beschuldigten bzw. eine Abrechnung mit der Straf- und Zivilklägerin bil-
deten. Dass dies, wie von der Vorinstanz ausgeführt, nur deshalb kein Motiv dar-
stellen können soll, weil der Beschuldigte dafür zu lange mit seiner Tat zugewartet 
habe, leuchtet wie bereits erwähnt nicht ein. Der Beschuldigte suchte die Straf- und 
Zivilklägerin am 24. Juni 2016 gezielt auf und schritt sehr bewusst zur Tat. Dafür 
spricht, dass er, wie bereits unter Ziffer 11.3 hiervor erwähnt, nicht mehr sagen 
können wollte, weshalb er das Messer mitnahm, es dann aber ganz bewusst her-
vornahm, um zuzustechen. Eine blosse Verzweiflung vermag die Kammer nicht zu 
erkennen. Dass der Beschuldigte möglicherweise (zusätzlich) gekränkt war, weil 
der für das Wochenende geplante Ausflug mit den Kindern in den Zoo in 
AL.________ nicht zu Stande kam, ändert daran nichts; die Ausflugsgeschichte 
war am 24. Juni 2016 zwischen den Parteien kein Thema. Ebenso wenig brachte 
die Salt-Rechnung «das Fass zum Überlaufen». Die Rechnung war mehr Vorwand 
als Diskussionspunkt, wurde diese doch – wie ebenfalls bereits erwähnt – weit vor 
dem Tattag, nämlich am 8. Juni 2016, ausgestellt. Der Beschuldigte schritt, ohne 
dass er das Messer zuvor irgendwie in Zusammenhang mit der Rechnung gebracht 
hätte, zur Tat. 

In Verbindung mit den sich aus der konkreten Tatausführung ergebenden Rück-
schlüssen steht ein Rache- bzw. Eifersuchtsmotiv damit klar im Vordergrund.

12.8 Beweisergebnis

Die Kammer erachtet nach dem Ausgeführten den folgenden Sachverhalt als er-
stellt:

Der Beschuldigte begab sich am 24. Juni 2016 um ca. 07:30 Uhr zu Fuss und mit 
einem im Hosenbund verstauten Küchenmesser mit einer Klingenlänge von 19 cm 
sowie einer Klingenbreite von 2.5 cm an die E.________ in L.________, dem Do-
mizil seiner ehemaligen Lebenspartnerin. Er suchte die Straf- und Zivilklägerin be-
wusst und gezielt auf und trat ihr noch vor dem eigentlichen Zugang zur Liegen-
schaft, mithin bei der sich unmittelbar an der E.________ befindlichen Buchenhe-
cke auf dem Trottoir überraschend entgegen. Er hielt ihr sodann die mitgeführte, 

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vermeintlich unbezahlt gebliebene Salt-Rechnung vor. Nach einem kurzen verbalen 
Streit, bei welchem man sich gegenseitig mit Vorwürfen eindeckte, griff der Be-
schuldigte zum Messer. In einem dynamischen Geschehen, in welchem er die 
Straf- und Zivilklägerin teilweise mit einer Hand festhielt, stach er zuerst am ur-
sprünglichen Begegnungsort, anschliessend – nachdem sich die Straf- und Zivil-
klägerin kurzzeitig hatte losreissen und flüchten können – auf der gegenüberlie-
genden Strassenseite vor der Liegenschaft AH.________ und schliesslich wieder 
bei der Buchenhecke insgesamt rund 20 Mal auf die Straf- und Zivilklägerin ein. 
Der Beschuldigte machte grosse Ausholbewegungen und seine Stiche erfolgten 
ungezielt und mit grosser Wucht, insbesondere gegen den Rumpf und das Gesicht 
der Straf- und Zivilklägerin. Diese versuchte, die Stiche zeitweise mit den Händen 
abzuwehren und erlitt insgesamt 24, zum Teil erhebliche Stich- und Schnittverlet-
zungen am ganzen Körper, die ohne rechtzeitige medizinische und chirurgische 
Versorgung sehr wahrscheinlich zum Tod geführt hätten. 

Die Beziehung des Beschuldigten mit der Straf- und Zivilklägerin war spätestens 
seit der Einreise des Ersteren im Februar 2012 problembeladen und schwierig. Die 
kurz danach erfolgte Trennung von der Straf- und Zivilklägerin, deren Lebensweise 
und schliesslich die Heirat mit H.________ am 5. März 2016 lösten beim Beschul-
digten Frust und Rachegefühle aus. Der Beschuldigte stiess gegenüber der Straf- 
und Zivilklägerin und in Gegenwart der Familie bereits früher Todesdrohungen aus 
und griff sie mehrmals körperlich an. Obschon er bereits in einer frühen Phase der 
Tatausführung mit Zurufen von Drittpersonen dazu aufgefordert wurde, von ihr ab-
zulassen, führte er sein Vorhaben am Tattag unbeeindruckt fort. 

Erstellt ist ferner, dass der Beschuldigte auch noch im Bereich, wo die Messeratta-
cke schliesslich gestoppt werden konnte, unter den Augen der herbeieilenden oder 
sonst das Geschehen beobachtenden Augenzeugen noch mindestens zwei Mal auf 
die bereits schwer verletzte Straf- und Zivilklägerin einstach. Das Messer liess der 
Beschuldigte erst fallen, als er von den mit Absperrlatten bzw. mit einem Kunst-
stoffrohr bewaffneten Augenzeugen dazu aufgefordert worden war. Der Beschul-
digte setzte sich anschliessend wenige Meter von der blutüberströmten und schwer 
verletzten Straf- und Zivilklägerin entfernt auf den Boden und zündete sich in aller 
Ruhe eine Zigarette an.

Der Beschuldigte war sich der Gefährlichkeit bzw. der möglichen tödlichen Folge 
von Messerstichen gegen Gesicht und Oberkörper, namentlich in den Bereich von 
Herz und Lunge, bewusst. 

III. Rechtliche Würdigung

13. Grundtatbestand der vorsätzlichen Tötung (Art. 111 StGB)

Für die theoretischen Ausführungen zum Grundtatbestand nach Art. 111 StGB 
(vorsätzliche Tötung) kann vorab auf die umfassenden und korrekten Ausführun-
gen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 1802 f., S. 71 f. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung).

Nachdem der Beschuldigte das erstinstanzliche Urteil akzeptiert hat, ist auch die 
durch die Vorinstanz vorgenommene rechtliche Subsumtion der Tat unter den 

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Grundtatbestand der versuchten vorsätzlichen Tötung unbestritten (vgl. pag. 1805, 
S. 74 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Zu prüfen ist nachfolgend, ob die 
Tat den qualifizierten Tatbestand des versuchten Mordes erfüllt. 

14. Versuchter Mord (Art. 112 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB)

14.1 Theoretische Ausführungen

Handelt der Täter besonders skrupellos, sind namentlich sein Beweggrund, der 
Zweck der Tat oder die Art der Ausführung besonders verwerflich, so macht er sich 
des Mordes strafbar und ist die Strafe lebenslängliche Freiheitsstrafe oder Frei-
heitsstrafe nicht unter zehn Jahren (Art. 112 StGB). 

Ein Versuch nach Art. 22 Abs. 1 StGB liegt vor, wenn der Täter sämtliche subjekti-
ven Tatbestandsmerkmale erfüllt und seine Tatentschlossenheit manifestiert hat, 
ohne dass alle objektiven Tatbestandsmerkmale verwirklicht sind (BGE 140 IV 150 
E. 3.4; BGE 137 IV 113 E. 1.4.2; BGE 131 IV 100 E. 7.2.1, je mit Hinweisen).

Eine vorsätzliche Tötung stellt sich als Mord dar, wenn fremdes Leben ausserge-
wöhnlich krass missachtet wird. Die Generalklausel "besondere Skrupellosigkeit" 
wird durch eine nicht abschliessende Aufzählung qualifizierender Merkmale konkre-
tisiert. Neben den Absichten und Motiven des Täters (Beweggründe, Ziel und 
Zweck) können auch Faktoren massgebend sein, die dem nach aussen hin in Er-
scheinung tretenden Tathergang zuzuordnen sind. Indessen lässt sich auch die Art 
der Ausführung nicht losgelöst von inneren Faktoren beurteilen, muss sie doch 
ebenfalls Ausdruck einer besonders skrupellosen Haltung des Täters sein. Art. 112 
StGB erfasst den skrupellosen, gemütskalten, krass und primitiv egoistischen Täter 
ohne soziale Regungen, der sich zur Verfolgung seiner Interessen rücksichtslos 
über das Leben anderer Menschen hinwegsetzt. Die Art der Tatausführung ist be-
sonders verwerflich, wenn sie unmenschlich oder aussergewöhnlich grausam ist 
resp. wenn dem Opfer mehr physische oder psychische Schmerzen, Leiden oder 
Qualen zugefügt werden, als sie mit einer Tötung ohnehin verbunden sind. Mass-
gebend sind in erster Linie die Merkmale der Tat selber. Vorleben und Verhalten 
nach der Tat sind nur zu berücksichtigen, soweit sie einen Bezug zur Tat aufweisen 
und zur Klärung der Täterpersönlichkeit beitragen. Entscheidend ist eine Gesamt-
würdigung der inneren und äusseren Umstände. Dabei können besonders belas-
tende Momente durch entlastende ausgeglichen werden; die Tötung kann auch 
erst aufgrund des Zusammentreffens mehrerer belastender Umstände, die je ein-
zeln womöglich nicht ausgereicht hätten, als besonders skrupelloses Verbrechen 
erscheinen. Eine besondere Skrupellosigkeit kann beispielsweise fehlen, wenn das 
Tatmotiv einfühlbar und nicht krass egoistisch war, so etwa, wenn die Tat durch ei-
ne schwere Konfliktsituation ausgelöst wurde (BGE 144 IV 345 E. 2.1.1 f.; Urteil 
des Bundesgerichts 6B_943/2018 vom 17. Januar 2019 E. 1.1.2; BGE 141 IV 61 
E. 4.1; BGE 127 IV 10 E. 1a; Urteile des Bundesgerichts 6B_804/2017 vom 23. Mai 
2018 E. 2.1.1 f. und E. 2.4.1 sowie 6B_877/2014 vom 5. November 2015 E. 6.2).

Sowohl vorsätzliche Tötung als auch Mord sind nur bei vorsätzlicher Begehung 
strafbar, wobei Eventualvorsatz genügt (BGE 112 IV 65, E. 3b). Vorsätzlich begeht 
ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt (Art. 12 
Abs. 2 Satz 1 StGB). Der Vorsatz muss sich auf alle objektiven Tatbestandsele-

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mente beziehen, im Fall von Art. 112 StGB mithin auch auf die objektive Seite der 
die besondere Skrupellosigkeit begründenden Gegebenheiten.

14.2 Subsumtion

Die Kammer ist aus folgenden Gründen der Überzeugung, dass das Vorgehen des 
Beschuldigten als besonders skrupellos im Sinne von Art. 112 StGB zu qualifizie-
ren ist:

Der Beweggrund des Beschuldigten zur Tat (Tatmotiv) war nichtig und rechtfertigte 
nicht im Ansatz einen Angriff auf Leib und Leben der Straf- und Zivilklägerin. Der 
Beschuldigte war frustriert, gekränkt und eifersüchtig, weil er sich nicht damit abfin-
den konnte, dass die Straf- und Zivilklägerin ihr eigenes Leben führen wollte und er 
darin keinen Platz mehr hatte. Er gab selber an, wegen der Heirat sowie den Fotos, 
die er diesbezüglich von der Straf- und Zivilklägerin erhalten hatte, sei er «innerlich 
verbrannt» (pag. 862, Z. 140). Deswegen hegte er ihr gegenüber Eifersuchts- und 
latente Rachegefühle. Trennungssituationen sind nichts Aussergewöhnliches und 
stellen nicht per se eine schwere Konfliktsituation dar. Vorliegend war die Konfliktsi-
tuation allerdings einzig aus der Optik des Beschuldigten von einer gewissen 
Schwere, was die Tat aber letztlich nicht in einem milderen Licht erscheinen lässt. 
Aufgrund seines kulturellen Hintergrundes fühlte er sich offensichtlich berechtigt, 
die Straf- und Zivilklägerin nach seinen Vorstellungen zu sanktionieren. Selbst der 
Umstand, dass es sich beim Opfer um die Mutter der drei gemeinsamen Kinder 
handelte, brachte den Beschuldigten nicht von seinem Vorgehen ab.

In vielen Aussagen des Beschuldigten kommen primär eine grosse Egozentrik und 
Selbstbemitleidung zum Ausdruck. Schuld an allem ist seiner Ansicht nach die 
Straf- und Zivilklägerin: Sie habe ihn respektlos behandelt (pag. 752, Z. 177; 
pag. 773, Z. 192) oder habe mit dem Geld seiner Kinder ihre Hochzeit finanziert 
(pag. 750, Z. 81 f.). Sinngemäss führte er aus, er habe alle diese Sachen (die 
Trennung, die Hochzeit der Straf- und Zivilklägerin mit einem anderen Mann, das 
Fernhalten von den Kindern, die Respektlosigkeit) nicht ertragen können. Er habe 
seine Gefühle nicht kontrollieren können, habe es versucht, aber es sei nicht ein-
fach gewesen (pag. 785, Z. 73 f.; pag. 787, Z. 130 f.; pag. 788, Z. 192 f.). Weiter 
gab er zwar an, nie etwas Schlechtes über seine Frau zu sagen, fügte jedoch so-
gleich an, sie sei eine schmutzige Frau und habe noch mehrere Liebhaber. Sie 
kaue ihn wie einen Kaugummi und schmeisse ihn dann weg. Den Grund habe sie 
gesetzt, dass es so weit gekommen sei, sie habe vier Jahre mit ihm gespielt 
(pag. 860, Z. 80). Auch oberinstanzlich gab der Beschuldigte an, alles sei wegen 
ihr (pag. 1956, Z. 1). Wenn er die Kinder regelmässig hätte besuchen können, so 
wäre es zu diesem Vorfall nicht gekommen. Die Mutter [die Straf- und Zivilklägerin] 
habe ihm nicht geholfen, damit er die Kinder hätte sehen können (pag. 1958, 
Z. 30 ff.).

Die Eifersucht des Beschuldigten bzw. der gemäss seiner Vorstellung alleinige An-
spruch auf seine Frau stellte zwar nicht den alleinigen, aber wohl wichtigsten Grund 
für die Tat dar. Die weiteren subjektiven Kränkungen brachten das Fass am Tattag 
schliesslich zum Überlaufen. Wie die Generalstaatsanwaltschaft zu Recht ausführ-
te, ist nicht von Belang, ob der abgesagte bzw. verweigerte Besuch des Beschul-
digten mit seinen Kindern im Zoo in AL.________ den letzten Tropfen darstellte 

31

(pag. 1962). Auch nach Auffassung der Kammer ist insgesamt vielmehr von einer 
«Bilanztötung» auszugehen.

Die Mitnahme des Tatmessers konnte der Beschuldigte bis zuletzt nicht plausibel 
erklären. Er wollte es am 24. Juni 2016, wie er das auch schon früher angedroht 
hatte, gegen die Straf- und Zivilklägerin einsetzen, um sie zu töten, und nicht etwa, 
um ihr lediglich damit zu drohen. Die Salt-Rechnung war bloss ein Vorwand, um die 
Straf- und Zivilklägerin stellen zu können. Zudem nutzte er das Überraschungs-
moment, das ihm die örtliche Situation am Tatort bot, zu seinen Gunsten. Wie das 
Beweisergebnis zeigt, war es für die Straf- und Zivilklägerin aufgrund der um diese 
Jahreszeit dicht bewachsenen Bäume nicht möglich, den Beschuldigten – der sich 
auf der E.________ befand – bereits von der Haustür aus zu sehen. Erst als sie 
ebenfalls auf die Strasse trat, konnte sie den Beschuldigten erblicken, was jedoch 
bereits zu spät war. Ein heimtückisches Verhalten ist damit zumindest im Ansatz zu 
bejahen.

Weiter erweist sich insbesondere die Art der Tatausführung als besonders verwerf-
lich. Der Beschuldigte stach die Straf- und Zivilklägerin mit einem massiven 
Küchenmesser mit einer Klingenlänge von immerhin 19 cm brutal nieder, dies no-
tabene am helllichten Tag, auf offener Strasse und zudem vor den Augen mehrerer 
Drittpersonen. Auch der Beschuldigte selber sprach in seinem Entschuldigungsbrief 
vom 28. Juni 2016 von einem brutalen Niederstechen (pag. 74). Sein unbedingter 
Vernichtungswille manifestierte sich in der ganzen Tatausführung (Anzahl und 
Wucht der Messerstiche), insbesondere aber in der Hartnäckigkeit, mit welcher er 
dem Opfer nachsetzte. Er liess sich weder durch die Straf- und Zivilklägerin, die ihn 
zu Beginn noch fragte, ob er sie stechen wolle, noch durch deren Schreie oder die 
Zurufe Dritter beirren und von seinem Vorhaben abbringen. Er lief der Straf- und 
Zivilklägerin hinterher, als diese sich kurzzeitig von ihm lösen konnte. Erst als er 
sich unmittelbar mit den vor Ort anwesenden und bewaffneten Personen konfron-
tiert sah, gab der Beschuldigte sein Vorhaben auf und warf das Messer weg. Mit 
insgesamt 24, teils tiefen Stich- und Schnittwunden fügte er der Straf- und Zivilklä-
gerin zudem weit mehr Qualen zu, als dies mit einer Tötung mittels Messer ohnehin 
verbunden ist. Schliesslich gleicht die Tatausführung nichts anderem als einem 
Niedermetzeln («massacrer»), stach der Beschuldigte doch von oben nach unten, 
von unten nach oben, aber auch geradewegs von seinem Bauch weg auf sein Op-
fer ein. All diese Umstände zeugen von einer besonderen Hartnäckigkeit und 
Grausamkeit sowie von einer Geringschätzung des menschlichen Lebens. Der Be-
schuldigte hätte mehrmals die Möglichkeit gehabt, sich eines Besseren zu besin-
nen und von der Straf- und Zivilklägerin abzulassen.

Der Beschuldigte wirkte, auch nachdem er das Messer weggeworfen hatte, teil-
nahmslos und sagte gegenüber den intervenierenden Personen sinngemäss, er 
habe der Straf- und Zivilklägerin bereits gesagt, es werde sie noch teuer zu stehen 
kommen bzw. das, was die Frau getan habe, sehr teuer gekommen sei. Im Übrigen 
verhielt er sich ruhig, zeigte gegenüber seiner blutüberströmt am Boden liegenden 
Frau jedoch keinerlei Emotionen, sondern zündete sich in aller Ruhe eine Zigarette 
an. Wie von der Verteidigung zu Recht vorgebracht (pag. 1972), konnte der Be-
schuldigte nach seiner Tat zwar keine Hilfe mehr für die am Boden liegende Straf- 
und Zivilklägerin leisten, zumal er von den herbeigeeilten Augenzeugen, nämlich 

32

Z.________ und AE.________, in Schach gehalten wurde und diese dafür sorgten, 
dass der Beschuldigte nicht mehr aufstand. Die Reaktion des Beschuldigten, mithin 
das Anzünden einer Zigarette unmittelbar nach der Tat und in aller Ruhe, zeugt je-
doch von einer besonderen Gefühlskälte seinersei