# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 15151580-9927-5953-9f0b-c0ae3d290c76
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 25.11.2014 I/1-2014/167, 168
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_I-1-2014-167--168_2014-11-25.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/7

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: I/1-2014/167, 168

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Abgaben und öffentliche Dienstpflichten

Publikationsdatum: 25.11.2014

Entscheiddatum: 25.11.2014

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 25.11.2014
Art. 199 Abs. 1 StG (sGS 811.1), Art. 151 Abs. 1 DBG (SR 642.11). Ist ein 
Steuerpflichtiger an einer juristischen Person beteiligt, so können nach 
seiner rechtskräftigen Veranlagung die bisher nicht bekannt gewesenen 
geldwerten Leistungen der juristischen Person im Rahmen einer Nachsteuer 
erfasst werden. Es besteht keine Verpflichtung der Steuerbehörde zur 
vorgängigen Veranlagung der juristischen Person (Urteil der 
Verwaltungsrekurskommission, Abteilung I/1, 25. November 2014, I/
1-2014/167, 168).

Präsident Thomas Vögeli, Richter Fritz Buchschacher und Markus Frei, 

Gerichtsschreiber Philipp Lenz

X und Y, Rekurrenten und Beschwerdeführer,

vertreten durch Z,

gegen

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

und

Eidgenössische Steuerverwaltung, Hauptabteilung Direkte Bundessteuer, Abteilung 

Recht, Eigerstrasse 65, 3003 Bern, Beschwerdebeteiligte,

betreffend

Nachsteuer (Kantons- und Gemeindesteuer 2011 sowie direkte Bundessteuer 2011)

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/7

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sachverhalt:

A.- Die Eheleute X und Y wohnen in A, Politische Gemeinde B. X ist unter anderem an 

der C GmbH mit Sitz in D beteiligt. Am 27. August 2013 wurden die Eheleute X und Y 

für die Kantons- und Gemeindesteuern 2011 mit einem steuerbaren Einkommen von 

Fr. 76'200.– und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 1'423'000.– und für die direkte 

Bundessteuer 2011 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 65'600.– veranlagt. 

Diese Veranlagungen sind rechtskräftig.

B.- Am 7. November 2013 meldete das kantonale Steueramt, Abteilung juristische 

Personen, der für die Veranlagung der natürlichen Personen zuständigen Stelle die 

Ausrichtung einer geldwerten Leistung der C GmbH an X im Betrag von Fr. 50'892.– 

infolge einer steuerlich nicht zulässigen Abschreibung eines Darlehens im Jahr 2011. 

Die Veranlagungsbehörde erfasste diese Zuwendung im Rahmen der hängigen 

Veranlagung für das Steuerjahr 2012. Dagegen erhoben die Eheleute X und Y am 5. 

März 2014 Einsprache und machten geltend, die geldwerten Leistungen hätten im Jahr 

2011 aufgerechnet werden müssen. Das kantonale Steueramt hiess die Einsprachen 

mit Entscheid vom 18. März 2014 gut und hielt fest, nach Rechtskraft der 

Veranlagungen 2012 werde die geldwerte Leistung im ordentlichen 

Nachsteuerverfahren 2011 erhoben. Am 22. April 2014 orientierte das kantonale 

Steueramt X und Y über die Einleitung eines Nachsteuerverfahrens infolge einer 

geldwerten Leistung im Jahr 2011 und hielt dabei fest, dass lediglich ein Nachbezug 

erfolge und kein Verschulden vorliege. Am 24. April 2014 stellte das kantonale 

Steueramt den Eheleuten X und Y einen Vorschlag für die Nachbesteuerung im 

Rahmen der Veranlagungen 2011 zu. Der Vertreter der Steuerpflichtigen hielt in der 

Folge mit Eingabe vom 10. Mai 2014 fest, er sei mit dem Nachsteuerverfahren nicht 

einverstanden. Die Veranlagung 2011 sei vorgenommen worden, bevor jene der C 

GmbH rechtskräftig gewesen sei. Es sei der Grundsatz missachtet worden, dass mit 

den Veranlagungen der privaten Steuern von Geschäftsinhabern zugewartet werde, bis 

deren Gesellschaften rechtskräftig veranlagt seien. Das kantonale Steueramt 

veranlagte am 5. Juni 2014 die Eheleute X und Y mit Nachsteuern samt Zins von Fr. 

6'794.– für die Kantons- und Gemeindessteuern und von Fr. 1'222.80 für die direkte 

Bundessteuer. Die von den Steuerpflichtigen gegen diese Veranlagungen erhobenen 

Einsprachen wurden mit Entscheid vom 10. Juli 2014 abgewiesen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/7

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.- Mit Eingaben ihrer Vertreterin vom 26. Juli 2014 erhoben X und Y Rekurs und 

Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, die 

Einspracheentscheide seien aufzuheben und die Einsprache sei gutzuheissen, 

eventualiter sei die Einsprache zur Neubeurteilung an das kantonale Steueramt 

zurückzuweisen.

Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 24. September 2014 die 

Abweisung der Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat stillschweigend 

auf eine Vernehmlassung zur Beschwerde verzichtet. Die Rekurrenten und 

Beschwerdeführer erhielten Gelegenheit, sich zur Vernehmlassung der Vorinstanz zu 

äussern. Dies taten sie mit Eingabe ihrer Vertreterin vom 13. Oktober 2014.

Auf weitere Einzelheiten wird, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen:

1.- Angefochten sind die Einspracheentscheide hinsichtlich der Nachsteuer-

Veranlagungen der Kantons- und Gemeindesteuern 2011 sowie der direkten 

Bundessteuer 2011. Zwar müssen für Rekurs und Beschwerde verschiedene 

Entscheide ergehen; sie können indessen in einem einzigen Dokument mit 

Verweisungen und einem gemeinsamen Dispositiv, das die beiden Steuern allerdings 

ausdrücklich auseinanderhält, enthalten sein (vgl. BGE 130 II 509 = Pra 2005 Nr. 114 

E. 8.3, BGE 135 II 260 = Pra 2010 Nr. 37 E. 1.3.1).

2.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die 

Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur 

Rechtsmittelerhebung ist gegeben. Der Rekurs und die Beschwerde vom 26. Juli 2014 

sind rechtzeitig eingereicht worden. Sie erfüllen in formeller und inhaltlicher Hinsicht die 

gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 des St. Galler Steuergesetzes, sGS 811.1, 

abgekürzt: StG; Art. 140 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, 

SR 642.11, abgekürzt: DBG; Art. 7 der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte 

Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 41 lit. h Ziff. 1 und Art. 48 des Gesetzes über die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/7

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf Rekurs und Beschwerde ist 

einzutreten.

3.- Ergibt sich aufgrund von Tatsachen oder Beweismitteln, die der Steuerbehörde 

nicht bekannt waren, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterblieben oder eine 

rechtskräftige Veranlagung unvollständig ist, so wird gemäss Art. 199 Abs. 1 StG bzw. 

Art. 151 Abs. 1 DBG die nicht erhobene Steuer samt Zins als Nachsteuer eingefordert. 

Hat der Steuerpflichtige Einkommen, Vermögen und Reingewinn in seiner 

Steuererklärung vollständig und genau angegeben und das Eigenkapital zutreffend 

ausgewiesen und haben die Steuerbehörden die Bewertung anerkannt, so kann keine 

Nachsteuer erhoben werden, selbst wenn die Bewertung ungenügend war (Art. 199 

Abs. 2 StG bzw. Art. 151 Abs. 2 DBG). Nicht bekannt sind Tatsachen und Beweismittel, 

wenn sie der Steuerbehörde im Zeitpunkt der Veranlagung bei Anwendung von 

gehöriger Sorgfalt nicht bekannt sein konnten. Die Veranlagungsbehörde darf 

grundsätzlich von der Richtigkeit und Vollständigkeit der vom Steuerpflichtigen 

gemachten Angaben ausgehen und ist zu weitergehenden Untersuchungen nur 

verpflichtet, wenn konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die Angaben 

unvollständig sein könnten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.108/2004 vom 

31. August 2004 E. 4.2). Eine aus Art. 176 Abs. 1 StG bzw. Art. 130 Abs. 1 DBG 

abzuleitende Pflicht der Steuerbehörden zur ergänzenden Untersuchung besteht dann, 

wenn die Steuererklärung Fehler enthält, die offensichtlich bzw. in die Augen springend 

sind. Bei bloss erkennbaren Mängeln muss nicht davon ausgegangen werden, 

bestimmte Tatsachen oder Beweismittel seien den Behörden schon zur Zeit der 

Veranlagung bekannt gewesen bzw. es müsse diesen ein entsprechendes Wissen 

angerechnet werden (vgl. Vallender/Looser, in: Zweifel/Athanas (Hrsg.), Kommentar 

zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2b, 2. Aufl. 2008, N 8a zu Art. 151 DBG mit 

Hinweisen auf die Rechtsprechung).

a) Es ist korrekt, dass der angefochtene Einspracheentscheid mit zwei 

Rechtsmittelbelehrungen versehen ist. Gegenstand des Einspracheentscheids ist 

sowohl die Nachsteuer für die Kantons- und Gemeindesteuern 2011 als auch die 

Nachsteuer für die direkte Bundessteuer 2011. Dabei handelt es sich um separate 

Veranlagungen. Nach der Terminologie des DBG handelt es sich beim Rechtsmittel 

gegen den Einspracheentscheid um eine Beschwerde (Art. 140 Abs. 1 DBG), nach der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/7

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Terminologie des kantonalen Steuergesetzes um einen Rekurs (Randtitel zu Art. 194 

StG). Daher sind beide Rechtsmittelbelehrungen auf dem Einspracheentscheid 

angebracht. Wie erwähnt, ist es aber zulässig, Rekurs und Beschwerde in ein und 

derselben Eingabe einzureichen, wie es die Rekurrenten bzw. Beschwerdeführer getan 

haben. Ihnen entstand dadurch kein Nachteil.

b) Zutreffend ist sodann, dass das kantonale Steueramt während Jahren in der Regel 

mit der Veranlagung einer natürlichen Person so lange zugewartet hat, bis die 

juristische Person, an welcher diese beteiligt war, veranlagt worden ist. Diese Praxis 

wird aber heute nicht mehr angewendet. Die Praxis anderer Kantone ist für den Kanton 

St. Gallen nicht massgebend. Auch schreibt das Bundesrecht nicht vor, dass erst die 

juristischen Personen veranlagt werden müssen, ehe die beteiligten natürlichen 

Personen veranlagt werden. Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile; es ist aber 

weder unzulässig noch unzweckmässig, die natürlichen Personen vor einer allfälligen 

Rechtskraft der Veranlagungen der juristischen Personen einzuschätzen. Insbesondere 

bei ausserkantonalen juristischen Personen würde sich unter Umständen die 

Veranlagung der natürlichen Personen häufig über Gebühr verzögern. Hinzu kommt, 

dass bei der Veranlagung juristischer Personen oft mehrere Jahre gemeinsam geprüft 

und beurteilt werden.

c) Weiter bemängeln die Rekurrenten und Beschwerdeführer, dass ihre Einsprache von 

derselben Steuerkommissärin behandelt wurde, welche das Nachsteuerverfahren 

führte bzw. die Nachsteuerveranlagungen erliess. Es ist ein typisches Merkmal des 

Einspracheverfahrens, dass die Einsprache von derselben Person geprüft wird, welche 

die angefochtene Verfügung bzw. Veranlagung erliess. Die Einsprache gilt zwar als 

förmliches Rechtsmittel, das Einspracheverfahren ist aber gleichzeitig auch eine 

Fortsetzung des Veranlagungsverfahrens, in welchem sämtliche Elemente der 

Steuereinschätzung nochmals aufgerollt werden können (vgl. Zigerlig/Oertli/Hofmann, 

Das st. gallische Steuerrecht, 7. Aufl. 2014, S. 404). Insbesondere ist das 

Einspracheverfahren kein Rechtsmittelverfahren vor einer unabhängigen 

Gerichtsinstanz. Im Übrigen ist es zweckmässig, wenn die verfahrensleitende 

Steuerkommissärin auch die Vernehmlassung zum Rekurs bzw. zur Beschwerde 

verfasst. Das Einspracheverfahren bezweckt die Behebung von Versehen und 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/7

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Mängeln, die im Rahmen der Bewältigung von Massengeschäften unterlaufen. Ein 

Vergleich mit der Arbeit eines Revisors kann deshalb nicht gemacht werden.

d) Die Rekurrenten und Beschwerdeführer bestreiten den Zufluss einer geldwerten 

Leistung an den Rekurrenten und Beschwerdeführer im Betrag von Fr. 52'892.– 

aufgrund der Beteiligung an der C GmbH nicht. Die Veranlagung dieser juristischen 

Person ist rechtskräftig und die entsprechende Meldung der Abteilung juristische 

Personen des kantonalen Steueramtes bot Anlass, den Einkommenszufluss im Jahr 

2011 nachträglich zu erfassen. Nachdem sich der Rekurrent und Beschwerdeführer 

gegen eine Erfassung im Jahr 2012 im Rahmen eines vereinfachten Nachbezugs 

gewehrt hatte, leitete das kantonale Steueramt ein Nachsteuerverfahren ein. Die 

geldwerte Leistung war im Zeitpunkt der ordentlichen Veranlagungen für das Jahr 

2011, d.h. am 27. August 2013, der für die natürlichen Personen zuständigen 

Veranlagungsbehörde noch nicht bekannt. Die steueramtliche Meldung erfolgte erst am 

7. November 2013. Die geldwerte Leistung gilt daher als neue Tatsache, weshalb die 

Voraussetzungen für eine Erfassung mit der Nachsteuer gegeben sind. Im vorliegenden 

Fall handelt es sich nicht um eine nachträgliche Erfassung von Leistungen oder 

Vermögenswerten, welche bereits erfasst, aber lediglich anders bewertet wurden. Die 

geldwerte Leistung als solche war bei der Veranlagung der Rekurrenten und 

Beschwerdeführer nicht bekannt. Daher erfolgte zu Recht eine Nachbesteuerung. 

Folglich sind der Rekurs und die Beschwerde abzuweisen.

4.- Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der 

Rekurrenten und Beschwerdeführer (Art. 95 Abs. 1 VRP; Art. 144 Abs. 1 DBG). Eine 

Entscheidgebühr von je Fr. 800.– ist angemessen (vgl. Art. 144 Abs. 5 DBG i.V.m. Art. 7 

Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Die geleisteten 

Kostenvorschüsse von je Fr. 800.– sind zu verrechnen.

Entscheid:

1.  Der Rekurs wird abgewiesen.

2.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

3.  Die Rekurrenten und Beschwerdeführer bezahlen die Verfahrenskosten

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/7

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

     von je Fr. 800.– für das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren unter Verrechnung

     der Kostenvorschüsse von je Fr. 800.–.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 25.11.2014
	Art. 199 Abs. 1 StG (sGS 811.1), Art. 151 Abs. 1 DBG (SR 642.11). Ist ein Steuerpflichtiger an einer juristischen Person beteiligt, so können nach seiner rechtskräftigen Veranlagung die bisher nicht bekannt gewesenen geldwerten Leistungen der juristischen Person im Rahmen einer Nachsteuer erfasst werden. Es besteht keine Verpflichtung der Steuerbehörde zur vorgängigen Veranlagung der juristischen Person (Urteil der Verwaltungsrekurskommission, Abteilung I/1, 25. November 2014, I/1-2014/167, 168).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T09:29:13+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen