# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fd60e4e3-7ceb-5d29-b53e-795222ed8361
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-03-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.03.2024 E-992/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-992-2024_2024-03-01.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-992/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 .  M ä r z  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichter David R. Wenger, 

mit Zustimmung von Richterin Barbara Balmelli;   

Gerichtsschreiber Nassim Safai-Rad. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…),  

Afghanistan,   

vertreten durch Nuray Yabantas,  

(…), 

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 7. Februar 2024 / (…). 

 

 

 

E-992/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 17. September 2023 in der Schweiz um 

Asyl nach. Auf dem Personalienblatt gab er an, er sei am (…) (afghanischer 

Kalender) geboren. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Da-

tenbank (Zentraleinheit Eurodac) ergab, dass der Beschwerdeführer am 

(…) in Kroatien um Asyl nachgesucht hatte. 

B.  

Am 20. September 2023 bevollmächtigte der Beschwerdeführer die ihm 

zugewiesene Rechtsvertretung. 

C.  

Am 25. Oktober 2023 fand eine Erstbefragung für unbegleitete Minderjäh-

rige (EB UMA) statt. Anlässlich dieser wiederholte der Beschwerdeführer, 

er sei am (…)  geboren, mithin (…) alt. Des Weiteren gab er an, er habe 

einen minderjährigen Bruder in der Schweiz ([…]). 

D.  

Die Vorinstanz ersuchte die kroatischen Behörden am (…) um Wiederauf-

nahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b der Verord-

nung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung 

des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehö-

rigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-

nationalen Schutz zuständig ist (ABl. L 180/31 vom 29.6.2013; nachfol-

gend: Dublin-III-VO). 

E.  

Am 23. November 2023 wurde zur Feststellung des Alters des Beschwer-

deführers eine rechtsmedizinische Untersuchung am Institut für Rechtsme-

dizin (…) durchgeführt. In seinem Gutachten vom 28. November 2023 kam 

das Institut zum Ergebnis, dass von einem durchschnittlichen Lebensalter 

von (…) Jahren und von einem Mindestalter des Beschwerdeführers von 

(…) Jahren auszugehen sei und dass das Alter von (…) nicht zutreffen 

könne.  

F.  

Die kroatischen Behörden lehnten am (…) das Ersuchen um Wiederauf-

nahme vom (…) mit der Begründung ab, der Beschwerdeführer sei als Min-

derjähriger registriert. Am (…) ersuchte das SEM die kroatischen Behörden 

E-992/2024 

Seite 3 

im Rahmen eines Remonstrationsverfahrens mit Verweis auf das Ergebnis 

des Altersgutachtens vom 28. November 2023 um neuerliche Prüfung. Die 

kroatischen Behörden hiessen das Ersuchen um Wiederaufnahme am (…) 

gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO gut. 

G.  

Am 26. Januar 2024 gewährte das SEM dem Beschwerdeführer das recht-

liche Gehör zum Alter, zur verwandtschaftlichen Beziehung in der Schweiz 

und zur möglichen Wegweisung nach Kroatien.  

H.  

Mit Schreiben vom 1. Februar 2024 nahm der Beschwerdeführer Stellung.  

I.  

Am 7. Februar 2024 wurde das Geburtsdatum im Zentralen Migrationsin-

formationssystem ZEMIS auf den (…) festgesetzt und ein Bestreitungsver-

merk angebracht.  

J.  

Mit Verfügung vom 7. Februar 2024 – eröffnet am 8. Februar 2024 – trat 

die Vorinstanz auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ver-

fügte die Wegweisung in den für ihn zuständigen Dublin-Staat (Kroatien), 

forderte ihn auf, die Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu 

verlassen und beauftragte den zuständigen Kanton mit dem Vollzug der 

Wegweisung. Ferner händigte sie ihm die editionspflichtigen Akten gemäss 

Aktenverzeichnis aus und stellte fest, dass das Geburtsdatum des Be-

schwerdeführers auf den (…)  laute und einer allfälligen Beschwerde ge-

gen die Verfügung keine aufschiebende Wirkung zukomme. 

K.  

Mit Eingabe vom 15. Februar 2024 erhob der Beschwerdeführer gegen 

diese Verfügung Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er bean-

tragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei auf das Asyl-

gesuch einzutreten und das SEM anzuweisen, sein Geburtsdatum im 

ZEMIS auf den (…), eventualiter auf den (…) anzupassen. Zudem sei er 

dem Kanton B._______ zuzuweisen. Eventualiter sei die angefochtene 

Verfügung aufzuheben und zur Neubeurteilung an die Vor- 

instanz zurückzuweisen. 

In prozessualer Hinsicht sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung 

zu erteilen und es seien die Vollzugsbehörden im Sinne einer superprovi-

sorischen vorsorglichen Massnahme anzuweisen, bis zum Entscheid über 

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Seite 4 

die Erteilung der aufschiebenden Wirkung von einer Wegweisung nach 

Kroatien abzusehen. Weiter sei in verfahrensrechtlicher Hinsicht im Sinne 

einer superprovisorischen vorsorglichen Massnahme das SEM anzuwei-

sen, das Geburtsdatum des Beschwerdeführers im ZEMIS bis zum rechts-

kräftigen Urteil mit dem (…), eventualiter mit dem (…), zu erfassen sowie 

der Beschwerdeführer dem Kanton B._______ zuzuweisen. Schliesslich 

sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren unter Verzicht auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

L.  

Mit superprovisorischer Massnahme vom 19. Februar 2024 setzte der In-

struktionsrichter den Vollzug der Überstellung per sofort einstweilen aus. 

M.  

Mit Eingabe vom 26. Februar 2024 reichte der Beschwerdeführer dem Ge-

richt weitere Beweismittel ein (Bericht der […] vom 1. November 2023 zum 

Gesundheitszustand des Bruders und E-Mailverlauf vom 24. Februar 

2024). Zudem stellte er ein Schreiben seines Bruders über die Bedeutung 

ihrer Beziehung in Aussicht. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend – 

endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).  

 

2.  

2.1 Die Beschwerde gegen den Nichteintretensentscheid ist frist- und form-

gerecht eingereicht worden. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor 

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Seite 5 

der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung be-

sonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 

beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde 

legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 

Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist – unter Vorbehalt der nachfolgen-

den Erwägung – einzutreten. 

2.2 Die Beschwerde richtet sich sowohl gegen den Nichteintretensent-

scheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG als auch gegen die ZEMIS-

Eintragung betreffend das Geburtsdatum des Beschwerdeführers. Praxis-

gemäss wird das Beschwerdeverfahren betreffend ZEMIS-Datenbereini-

gung (in casu unter der Geschäftsnummer E-1252/2024) neben dem vor-

liegenden Asyl-Beschwerdeverfahren (E-992/2024) separat geführt (vgl. 

BVGE 2018 VI/3). Es werden separate Urteile erlassen. Der Prozessge-

genstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist daher auf die Frage 

des Nichteintretens auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers sowie die 

angeordnete Wegweisung in den zuständigen Dublin-Staat Kroatien be-

schränkt. Mit der Feststellung in Ziffer 4 des Dispositivs, der zuständige 

Kanton C._______ werde mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragt, hat 

die Vorinstanz keine Kantonszuweisung vorgenommen. Insoweit liegt kein 

entsprechender Streitgegenstand vor, mithin ist auf das Rechtsbegehen, 

der Beschwerdeführer sei dem Kanton B._______ zuzuweisen, nicht ein-

zutreten. 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend 

aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur summa-

risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a 

Abs. 1 AsylG wurde auf einen Schriftenwechsel verzichtet.  

4.  

4.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).  

4.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der 

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Seite 6 

Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vo-

rinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 

VI/5 E. 3.1; 2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).  

5.  

5.1 Der Beschwerdeführer rügt in formeller Hinsicht, der Sachverhalt sei in 

Bezug auf das Kindswohl seines minderjährigen Bruders nicht rechts-

genüglich erstellt worden. Die Vorinstanz hätte abklären müssen, ob ein 

geschütztes Beziehungsverhältnis vorliege. Ferner sei die Begründungs-

pflicht verletzt, da sich die Vorinstanz in unzureichender Weise mit den 

Auswirkungen der Wegweisung des Beschwerdeführers auf das Kindswohl 

auseinandergesetzt habe (vgl. Beschwerde S. 9 f.).  

5.2 Das Verwaltungs- respektive Asylverfahren wird vom Untersuchungs-

grundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Demnach hat die 

Behörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des 

rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Die Sachverhaltsfeststellung 

ist unvollständig, wenn nicht alle für den Entscheid rechtsrelevanten Sa-

chumstände berücksichtigt wurden.  

Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sie eine sachgerechte An-

fechtung ermöglicht. Nicht erforderlich ist dagegen, dass sich die Begrün-

dung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes 

einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2). 

5.3 Die Vorinstanz hat sich mit einem allfälligen Abhängigkeitsverhältnis 

zwischen dem Beschwerdeführer und seinem Bruder auseinandergesetzt 

und hat dazu dessen Dossier beigezogen. Auf dieser Grundlage ist sie zum 

Schluss gekommen, dass kein über die normalen affektiven Bindungen 

hinausgehendes Abhängigkeitsverhältnis erkennbar sei (vgl. angefochtene 

Verfügung S. 8 ff.). Zusätzliche Abklärungen waren mangels Hinweisen 

aus den Akten nicht angezeigt. Eine Verletzung der Untersuchungspflicht 

liegt nicht vor. Weiter lässt sich alleine aus dem Umstand, dass die Vor-

instanz bei der Würdigung des Sachverhalts zu einem anderen Schluss 

gelangt, als vom Beschwerdeführer erhofft, keine Verletzung der Begrün-

dungspflicht ableiten. 

5.4 Die formellen Rügen erweisen sich mithin als unbegründet. Es besteht 

keine Veranlassung, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sa-

che an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das entsprechende Eventualbe-

gehren ist abzuweisen.  

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Seite 7 

5.5 Im Übrigen geht das Gericht auch zum aktuellen Zeitpunkt davon aus, 

dass der Sachverhalt als erstellt zu erachten ist. Es besteht damit auch für 

das Gericht keine Veranlassung, weitere Abklärungen zu treffen. Daran 

vermag auch die Eingabe vom 26. Februar 2024 (insbesondere der Bericht 

der […] vom 1. November 2023 und das in Aussicht gestellte Schreiben 

über die Beziehung der Brüder) nichts zu ändern.  

6.  

6.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG).  

6.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu-

ständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat 

erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rah-

men des in den Art. 23–25 Dublin-III-VO geregelten sogenannten Wieder-

aufnahmeverfahrens (engl.: take back) findet grundsätzlich keine (erneute) 

Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III statt. Die Zuständigkeit beziehungs-

weise die Verpflichtung des Mitgliedstaates zur Wiederaufnahme ergibt 

sich direkt aus Art. 18 Abs. 1 Bst. b–d beziehungsweise Art. 20 Abs. 5 Dub-

lin-III-VO (vgl. BVGE 2019 VI/7 E. 4-6, 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.H.). 

6.3 Der Mitgliedstaat, bei dem der erste Antrag auf internationalen Schutz 

gestellt wurde, ist gehalten, einen Antragsteller, der sich ohne Aufenthalts-

titel im Hoheitsgebiet eines anderen Mitgliedstaats aufhält oder dort einen 

Antrag auf internationalen Schutz gestellt hat, nachdem er seinen ersten 

Antrag noch während des Verfahrens zur Bestimmung des zuständigen 

Mitgliedstaats zurückgezogen hat, nach den Bestimmungen der Artikel 23, 

24, 25 und 29 wieder aufzunehmen, um das Verfahren zur Bestimmung 

des zuständigen Mitgliedstaats zum Abschluss zu bringen (Art. 20 Abs. 5 

Dublin-III-VO). Diese Bestimmung findet auch – wie hier – im Falle der Wei-

terreise eines Antragstellers in einen anderen Mitgliedstaat bei noch nicht 

abgeschlossenem Zuständigkeitsverfahren Anwendung (vgl. FILZWIE-

SER/SPRUNG, Dublin-III-Verordnung, 2014, K19 zu Art. 20). 

6.4 Im Falle einer unbegleiteten minderjährigen Person ohne familiäre An-

knüpfungspunkte (zu einem anderen Mitgliedstaat) ist gemäss Art. 8 Abs. 4 

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Seite 8 

Dublin-III-VO der Staat zuständig, in welchem jene einen Antrag auf inter-

nationalen Schutz gestellt hat. Unbegleitete Minderjährige sind vom Wie-

deraufnahmeverfahren ausgenommen (vgl. FILZWIESER/SPRUNG, a.a.O., 

K15 f. zu Art. 8). 

7.  

7.1 Ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der "Eu-

rodac"-Datenbank ergab, dass dieser am (…) in Kroatien ein Asylgesuch 

eingereicht hatte. Die Vorinstanz ersuchte deshalb die kroatischen Behör-

den um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers. Nachdem diese dem 

Ersuchen um Wiederaufnahme nach der Remonstration der Vorinstanz zu-

gestimmt haben, ist die Zuständigkeit Kroatiens zur Durchführung des 

Asylverfahrens somit grundsätzlich gegeben. 

7.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, er sei minderjährig, mithin be-

stehe eine der grundsätzlichen Wiederaufnahmezuständigkeit Kroatiens 

vorrangige Zuständigkeit der Schweiz.  

7.3 In der angefochtenen Verfügung führte die Vorinstanz zur geltend ge-

machten Minderjährigkeit des Beschwerdeführers aus, dass mit dem er-

stellten rechtsmedizinischen Gutachten ein starkes Indiz für seine Volljäh-

rigkeit vorliege (vgl. angefochtene Verfügung S. 4). Zudem basiere dieses 

auf mehreren Einzeluntersuchungen, weshalb die Aussagekraft erhöht sei 

(vgl. angefochtene Verfügung S. 4 f.). Des Weiteren hege die Vorinstanz 

erhebliche Zweifel an den vom Beschwerdeführer gemachten Angaben zu 

seinem Geburtsdatum, da dieses in Kroatien mit dem (…) erfasst worden 

sei. Sein Vorbringen in der EB UMA, er habe in Kroatien dasselbe Geburts-

datum wie in der Schweiz angegeben, woraufhin das Formular verrissen 

und der (…) erfasst worden sei, könne nicht nachvollzogen werden (vgl. 

angefochtene Verfügung S. 5). Auch seien die Zeitangaben betreffend 

Schulbildung und Ausreise nicht behilflich, da sich diese nicht durch kon-

krete Zeitangaben bestätigen liessen (vgl. angefochtene Verfügung S. 5). 

Schliesslich hält die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer habe kein Iden-

titätsdokument eingereicht (vgl. angefochtene Verfügung S. 5). So könne 

in einer Gesamtwürdigung aller Indizien festgehalten werden, dass die 

Aussagen des Beschwerdeführers vage und unglaubhaft ausgefallen 

seien. Es sei ihm nicht gelungen, die angebliche Minderjährigkeit mit 

rechtsgenüglichen Identitätspapieren zu belegen. Daran vermöge auch die 

Vorlage einer Tazkira im Original nichts zu ändern. Ferner sei er in Kroatien 

als volljährig erfasst worden. Die Vorinstanz komme daher zum Schluss, 

dass er seine angebliche Minderjährigkeit nicht glaubhaft zu begründen 

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Seite 9 

vermochte und er im weiteren Verlauf des Verfahrens als volljährige Person 

zu behandeln sein werde (vgl. angefochtene Verfügung S. 5 f.).  

7.4 Der Beschwerdeführer entgegnet dem auf Beschwerdeebene, dass 

der Umstand, dass das angegebene Geburtsdatum in Kroatien den Anga-

ben in der Schweiz widerspreche, nicht zur Unglaubhaftigkeit der Altersan-

gaben führen würde. Zudem gehe aus dem Altersgutachten hervor, dass 

die Handknochenanalyse ein Mindestalter von (…) Jahren ergeben habe 

und auch die zahnärztliche Untersuchung spreche für die Minderjährigkeit, 

da bei dieser ein Mineralisationsstadium von G vorliegen würde. Ohnehin 

würden die Feststellungen der Vorinstanz darauf hindeuten, dass sämtli-

che Bemühungen die Minderjährigkeit glaubhaft zu machen, ohnehin nicht 

berücksichtigt werden würden.  

7.5 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten in 

Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass es dem Beschwer-

deführer nicht gelungen ist, die von ihm geltend gemachte Minderjährigkeit 

glaubhaft zu machen. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann daher 

auf die entsprechenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung 

verwiesen werden (vgl. angefochtene Verfügung S. 4 ff.). 

Es ist diesbezüglich anzumerken, dass sich das vorliegende Altersgutach-

ten als schlüssig und widerspruchsfrei erweist. Das Gutachten stützt sich 

auf das aktuelle Methodendokument der Schweizerischen Gesellschaft für 

Rechtsmedizin (vgl. Schweizerische Gesellschaft für Rechtsmedizin 

[SGRM], Sektion Medizin, Arbeitsgruppe Qualitätsmanagement in der Fo-

rensischen Medizin, Forensische Altersdiagnostik, Methodendokument 

Version 02, Ausgabe Juni 2022 [https://sgrm.ch/inhalte/Forensische-Medi-

zin/AG_QM_FAD_MD_V02_08-06-2022.pdf], abgerufen am 27. Februar 

2024). Gemäss diesem Methodendokument ist im Asylverfahren das Min-

destalterprinzip anzuwenden, da Berechnungen von Mittelwerten ange-

sichts der aktuellen Datenlage die Anforderungen an den geforderten Be-

weismassstab nicht erfüllen können. Bei der Anwendung mehrerer Säulen 

ist das höchste Mindestalter anzugeben (vgl. SGRM, Forensische Altersdi-

agnostik, 2022, S. 4 ff. und Urteil des BVGer E-887/2024 vom 16. Februar 

2024 E. 7.3 m.w.H.). Beim Beschwerdeführer wurde bei der Hand ein Min-

destalter von (…) Jahren ermittelt. Zudem wurde eine computertomogra-

phische Untersuchung der Schlüsselbein-Brustbeingelenke durchgeführt 

und zusätzlich eine zahnärztliche Untersuchung vorgenommen. Für Letz-

tere konnte kein Mindestalter ausgewiesen werden. Demgegenüber wies 

die Schlüsselbeinanalyse für die Wachstumsfugen der inneren 

E-992/2024 

Seite 10 

Schlüsselbeinanteile ein Stadium 3c auf, was dem angegeben Mindestalter 

von (…) Jahren entspricht (vgl. SEM-eAkten 23/7). Mithin lag das höchste 

Mindestalter in den Säulen bei (…) Jahren. Das Gutachten stellt demzu-

folge bereits ein sehr starkes Indiz für die Volljährigkeit des Beschwerde-

führers dar (vgl. Urteil E-887/2024 E. 7.3 m.w.H.). Sodann ergeben sich 

weder aus der Beschwerde noch aus den Akten Anhaltspunkte, welche 

geeignet sind, die Erkenntnisse des Gutachtens zur Altersabklärung und 

insbesondere dessen Verwendbarkeit und Eignung in Frage zu stellen. 

Dem Beschwerdeführer ist es daher im Asylverfahren nicht gelungen, 

seine behauptete Minderjährigkeit glaubhaft zu machen. 

7.6 Nachdem die Minderjährigkeit des Beschwerdeführers im Zeitpunkt der 

Einreichung des Asylgesuchs in der Schweiz nicht glaubhaft gemacht wor-

den ist, fällt Art. 8 Abs. 4 Dublin-III-VO nicht als Kriterium zur Bestimmung 

des für sein Asylverfahren zuständigen Mitgliedstaats in Betracht.  

8.  

8.1 Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller an den zunächst als 

zuständig bestimmten Mitgliedstaat zu überstellen, da es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in diesem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU–Grund-

rechtecharta mit sich bringen, so setzt der die Zuständigkeit prüfende Mit-

gliedstaat die Prüfung der in Kapitel III vorgesehenen Kriterien fort, um fest-

zustellen, ob ein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden kann 

(Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO).  

8.2 Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts sind zum heutigen 

Zeitpunkt systemische Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 zweiter 

und dritter Satz Dublin-III-VO in Bezug auf Kroatien zu verneinen (vgl. dazu 

das Referenzurteil des BVGer E‑1488/2020 vom 22. März 2023, welches 

die seit dem Referenzurteil D‑1611/2016 vom 22. März 2016 bestehende 

Praxis bestätigt, wonach Dublin-Überstellungen nach Kroatien grundsätz-

lich zulässig sind). 

9.  

9.1 Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat 

beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-

tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn 

er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die 

E-992/2024 

Seite 11 

Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO). Dieses soge-

nannte Selbsteintrittsrecht wird durch Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 

vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkretisiert. Gemäss dieser 

Bestimmung kann das SEM das Asylgesuch aus humanitären Gründen 

auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat 

zuständig wäre. Nach der Konzeption des Gesetzes kommt dem SEM bei 

der Frage der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 ein Ermessensspiel-

raum zu (vgl. BVGE 2015/9 E. 8.2.2). Liegen hingegen individuelle völker-

rechtliche Überstellungshindernisse vor, ist der Selbsteintritt zwingend (vgl. 

BVGE 2015/9 E. 8.2.1 und 2011/9 E. 4.1 m.w.H.). 

9.2  

9.2.1 Der Beschwerdeführer macht ein Abhängigkeitsverhältnis im Sinne 

von Art. 16 Abs. 1 respektive Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO i.V.m. Art. 8 be-

ziehungsweise Art. 3 EMRK zwischen ihm und seinem in der Schweiz vor-

läufig aufgenommenen jüngeren Bruder geltend und leitet daraus eine Zu-

ständigkeit der Schweiz ab (vgl. Beschwerde S. 4 ff.). 

9.2.2 Zur Beurteilung, ob ein rechtlich relevantes Abhängigkeitsverhältnis 

besteht, ist auf eine Gesamtwürdigung des konkreten Einzelfalls unter Ein-

bezug der individuellen und soziokulturellen Lebenssituation der betroffe-

nen Personen abzustellen (vgl. ULRICH KOEHLER, Praxiskommentar zum 

Europäischen Asylzuständigkeitssystem, 2018, Art. 16 N. 8; FILZWIE-

SER/SPRUNG, a.a.O., K3 zu Art. 16 und Urteil des BVGer E-1105/2023 vom 

18. April 2023 E. 8.3.2).  

9.2.3 In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist festzustellen, dass kein 

rechtlich relevantes Abhängigkeitsverhältnis vorliegt. Es liegen keine Hin-

weise vor, dass der Bruder zur Bewältigung seines alltäglichen Lebens in 

sozialer, wirtschaftlicher oder gesundheitlicher Hinsicht in gewichtigem 

Masse vom Beschwerdeführer abhängig wäre. Auch nicht ergeben sich 

solche aus der erst mit der Beschwerdeeingabe vom 15. Februar 2024 ins 

Recht gelegten Stellungnahme des Psychologen des Bruders vom 8. Feb-

ruar 2024 und dem Schreiben der Beiständin des Bruders vom 8. Februar 

2024. Ebenso wenig vermag die Eingabe vom 26. Februar 2024 diesbe-

züglich Stichhaltiges vorzubringen. Das Gericht verkennt nicht, dass der 

Beschwerdeführer eine wichtige Unterstützung für seinen Bruder sein 

könnte. Dies reicht indes für die Bejahung eines Abhängigkeitsverhältnis-

ses im Sinne des Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO nicht aus. Sodann vermag 

der Beschwerdeführer unter den geltend gemachten Umständen keine An-

sprüche aus Art. 8 EMRK abzuleiten (vgl. Urteile des BVGer D-493/2024 

E-992/2024 

Seite 12 

vom 2. Februar 2024 E. 7.2.4; E-1105/2023 E. 8.3.3). Ebenso geht der Hin-

weis auf Art. 3 KRK und das Kindswohl des Bruders fehl und vermag nichts 

zu bewirken. Diese behördliche Pflicht ist insbesondere dort von Relevanz, 

wo Kinder von einem Wegweisungsvollzug betroffen sind (vgl.  

E-1105/2023 E. 8.3.4).  

9.3 Auch über Art. 8 EMRK hinaus besteht kein konkretes und ernsthaftes 

Risiko, dass die Überstellung des Beschwerdeführers nach Kroatien die 

Verletzung völkerrechtlicher Bestimmungen zur Folge hätte. Diesbezüglich 

kann zur Vermeidung von Wiederholungen vollumfänglich auf die zutref-

fenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden 

(vgl. angefochtene Verfügung S. 6 ff.). 

Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts verfügt die Vorinstanz so-

dann bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 über einen Ermes-

sensspielraum (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.). Vorliegend hat das SEM die in-

dividuellen Vorbringen des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit hu-

manitären Gründen ausreichend berücksichtigt, weshalb keine Ermes-

sensunterschreitung vorliegt. Die angefochtene Verfügung ist daher auch 

unter diesem Blickwinkel nicht zu beanstanden. 

9.4 Es liegen weder völkerrechtliche Vollzugshindernisse vor, welche die 

Schweiz zum Selbsteintritt verpflichten würden, noch Rechtsfehler bei der 

Ermessensbetätigung. Es liegt folglich kein Grund für einen Selbsteintritt 

der Schweiz gemäss Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 in Verbindung mit Art. 17 Dub-

lin-III-VO vor. Kroatien bleibt somit zuständiger Mitgliedstaat gemäss Dub-

lin-III-VO und ist verpflichtet, den Beschwerdeführer wiederaufzunehmen. 

10.  

Die Vorinstanz ist angesichts der vorstehenden Erwägungen zu Recht 

nicht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers eingetreten und hat 

seine Überstellung nach Kroatien verfügt (vgl. Art. 31a Abs. 1 Bst. b und 

Art. 44 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten 

ist. 

11.  

11.1 Der am 19. Februar 2024 verfügte Vollzugsstopp fällt mit dem vorlie-

genden Urteil dahin. 

11.2 Mit dem Entscheid in der Hauptsache sind die Gesuche um Erteilung 

der aufschiebenden Wirkung und um Verzicht auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses gegenstandslos geworden. 

E-992/2024 

Seite 13 

11.3 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist 

abzuweisen, da die Begehren als aussichtslos zu bezeichnen waren, wes-

halb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt sind. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-

rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– fest-

zusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-992/2024 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

David R. Wenger Nassim Safai-Rad