# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a5119d7e-ab78-5682-a14b-4a0fef185b03
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-11-22
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 22.11.2005 R 2005 96
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_R-2005-96_2005-11-22.pdf

## Full Text

R 05 96
4. Kammer 

URTEIL
vom 22. November 2005

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baueinsprache

1. Die … ist Eigentümerin der in der Wohnzone W I liegenden Parzelle Nr. 446, 

Gemeinde … Sie beabsichtigt, … ein Baurecht für einen Flächenanteil von 

468 m2 an Parzelle 446 einzuräumen (Baurechtsparzelle Nr. 1633). …sind 

Eigentümer der ebenfalls auf Parzelle 446 vorgesehenen Baurechtsparzelle 

1632. … sind Eigentümer der benachbarten Parzelle 447.

Am 26. Juni 2005 reichte … ein Baugesuch für den Neubau eines 

Einfamilienhauses ein. Die Grundeigentümerin stimmte dem Baugesuch unter 

Vorbehalt der Unterzeichnung des Baurechtsvertrages und später sowie unter 

der Bedingung, dass sich die BGF auf 468 m2 Land beziehe, zu. Das 

Baugesuch wurde am 1. Juli 2005 publiziert. Dagegen erhoben … am 12. Juli 

2005 sowie … am 13. Juli 2005 Einsprache und verlangten die Abweisung 

des Baugesuches, u.a. mit der Begründung, die Berechnung der 

Ausnützungsziffer sei nicht korrekt und nicht nachvollziehbar, ebenso der 

Hangzuschlag. Nicht ersichtlich und kontrollierbar sei die Höhe der 

Autounterstandsmauer in Bezug auf das gewachsene Terrain. Vorbehalte 

machten sie ferner hinsichtlich des Wärmepumpenverdampfers und der 

Zulässigkeit der Stützmauer am vorgesehenen Ort. Nach verschiedenen 

Abklärungen hiess der Gemeindevorstand … mit Bau- und 

Einspracheentscheid vom 26. Juli 2006 die Einsprache von … in Bezug auf 

den Wärmepumpenverdampfer gut, im Übrigen wurden die Einsprachen 

jedoch abgewiesen und das Baugesuch u.a. unter der Auflage, dass der 

Verdampfer in die Nordostlage oder ins Hausinnere verlegt werde, bewilligt. 

Sodann wurde festgestellt, dass sowohl der Dispo- als auch der Bastelraum 

im 2. UG weder Wohn- noch Gewerbezwecken dienen würden und daher 

auch nicht angerechnet werden müssten. Ausgehend von einer 

anrechenbaren Landfläche von 468 m2 und einer BGF von 210.31 m2 halte 

das Bauvorhaben die zonengemässe AZ von 0.5 ohne weiteres ein. Art. 66 

Abs. 2 des kommunalen Baugesetzes (BG) betreffend Trauf- und Firsthöhe 

sei eingehalten und die geltend gemachten Verletzungen weiterer 

baugesetzlicher Bestimmungen (u.a. zulässige Anzahl Wohngeschosse; 

Treppenhausgestaltung; behauptete Verletzung der Grenzabstände, Höhe 

der Stützmauer) träfen nicht zu.

2. Dagegen liessen … sowie … beim Verwaltungsgericht am 31. August 2005 

frist- und formgerecht Rekurs erheben mit dem Antrag um Aufhebung des 

angefochtenen Einsprache- und Bauentscheides sowie der Abweisung des 

Baugesuchs. Zum einen machten sie eine massive Verletzung der für die 

fragliche Zone geltenden Bestimmungen über die Gebäudehöhe geltend. 

Ferner rügten sie, dass die massgebliche BGF (insbesondere im 1. und im 2. 

UG, aber auch im EG) falsch ermittelt worden sei. Im DG und EG betrage die 

BGF nicht, wie in der Baueingabe dargestellt, 210.31 m2, sondern wenigstens 

224.41 m2. Unter Berücksichtigung der AZ-pflichtigen Räume im 1. und im 2. 

UG resultiere eine BGF von mindestens 269.71 resp. gar 283.81 m2, wobei 

weitere Räume wie Archiv, Waschraum, Gang und Treppe noch 

unberücksichtigt seien. Ferner hielten sie an ihrer Auffassung, dass der 

Unterstand in Verletzung der massgeblichen Grenzabstände bewilligt worden 

sei, fest.

3. a) Die Gemeinde … liess Abweisung des Rekurses beantragen. Das Projekt 

sehe kein Flachdach, sondern ein diagonal zusammengesetztes Pultdach vor. 

Bei diesem verlaufe die höchste Erhebung (die Firsthöhe über die West- und 

über die Südfassade), wohingegen die Traufhöhe sich am Berührungspunkt 

der Nord- und Ostfassade befinde. Das Projekt halte die derart ermittelten 

Höhen offensichtlich ein. Unzutreffend sei der Einwand, dass die BGF falsch 

ermittelt worden sei. Richtig sei zwar, dass im EG die Grundrissfläche für den 

Liftschacht zweimal abgezogen worden sei, obwohl nur ein einmaliger Abzug 

von 4.2 m2 zulässig sei. Indessen würden entgegen der Ansicht des 

Rekurrenten gemäss Art. 64 Abs. 3 Ziff. 2 BG Maschinenräume für den Lift 

nicht auf die massgebliche BGF angerechnet. Der Abzug von 5.7 m2 beträfe 

die Treppe vom EG in den Keller. Kellerräume gehörten gemäss Art. 64 Abs. 

3 Ziff. 1 BG nicht zur anrechenbaren BGF. Treppe und Kellerräume müssten 

somit nicht angerechnet werden. Im 1. UG gehörten lediglich der Dusch- und 

WC-Raum mit 5.1 m2 zur anrechenbaren BGF. Mal- und Therapieraum 

dienten weder dem Wohnen noch dem Gewerbe und seien auch hiefür nicht 

verwendbar. Der Waschraum gehöre gemäss Art. 64 Abs. 3 Ziff. 1 BG nicht 

zur anrechenbaren BGF. Im 2. UG gehörten Keller und Disponibelräume nicht 

zur anrechenbaren BGF (Art. 64 Abs. 3 Ziff. 1 BG). Ebenso wenig könne auch 

Art. 64 Abs. 3 Ziff. 7 BG e contrario geschlossen werden, dass Bastelräume 

nur in Mehrfamilienhäusern zur nicht anrechenbaren BGF gehörten. Die 

Aufzählung gemäss Art. 64 Abs. 3 BG sei nicht abschliessend. Es ergebe sich 

somit eine BGF von 219.61 m2 oder eine AZ von 0.47. Beim Autounterstand 

handle es sich um einen Anbau im Sinne von Art. 74 Abs. 1 BG, welcher einen 

Grenzabstand von 2.5 m einzuhalten habe. Indessen weise dieser gegenüber 

der Grenze zu Parzelle 1632 ein Dachgesims (Vordach) auf, welches 1 m in 

den Grenzabstand hineinrage, was gemäss Art. 69 letzter Absatz BG zulässig 

sei.

b) … liess mit im Ergebnis denselben Überlegungen ebenfalls Abweisung des 

Rekurses beantragen.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Die Rekurrenten machen geltend, dass das Projekt die zulässigen 

Gebäudehöhen (First- und Traufhöhe) überschreite. Ihnen kann nicht gefolgt 

werden. Bei der Beurteilung der sich in diesem Zusammenhang stellenden 

Fragen ist von Art. 66 BG „Gebäudehöhe“ ausgehen. Dieser hat folgenden 

Wortlaut:

„Als Traufhöhe gilt  die Schnittlinie zwischen Gebäude-Aussenwand und 
Dachfläche, als Firsthöhe die höchste Erhebung des Daches über dem 
gewachsenen Terrain.
Trauf- und Firsthöhe werden bergseits gemessen. Talseits dürfen diese 
Höhen bis 2.00 m überschritten werden.
Bei in der Höhe gestaffelten Bauten wird die Gebäudehöhe für jeden 
Baukörper ermittelt.
Bei Flachdächern gilt als maximale Gebäudehöhe die Traufhöhe mit einem 
Zuschlag von 0.50 m.“
Vorweg ist festzuhalten, dass die in Abs. 1 enthaltenen Definitionen 

angesichts des einer Baubehörde praxisgemäss zustehenden weiten 

Beurteilungs- und Ermessenspielraumes verschiedene Auslegungen 

zulassen, insbesondere schliessen sie nicht zwingend aus, dass mangels 

einer Traufe im engeren Sinne (Wasserabfluss in einem Känel entlang 

Fassade) bei der Bestimmung der Traufhöhe lediglich auf einen Punkt, über 

welchen die Entwässerung eines Daches erfolgt, abgestellt wird. Ebenso 

wenig steht die gewählte Formulierung einem Projekt entgegen, das aufgrund 

einer eigenwilligen Dachform gar keinen „richtigen“ Giebel im engeren Sinne 

als höchste Erhebung aufweist, sondern das Abstellen auf den Verlauf einer 

oder mehrerer Fassaden nahe legt. Die in dem von der Bestimmung 

gesetzten Rahmen festgelegten Trauf- und Firsthöhen sind bergseits zu 

messen.

b) Vorliegend steht fest, dass Hauptbauten in der fraglichen Wohnzone W I - im 

Gegensatz etwa zur Kernzone - auch andere Dachformen als „reine“ Giebel- 

oder Flachdächer aufweisen dürfen (vgl. Art. 76 Abs. 3 BG), dass also auch 

unkonventionelle Dachformen, wie das vorliegend projektierte 

zusammengesetzte Pultdach (Kombination von zwei Pultdächern, die zu zwei 

Firstseiten aufstreben und in der Mitte durch eine so genannte Kehle 

verbunden sind), zulässig sind. Art. 66 BG ist auf solche Dachformen seinem 

Sinn und Zweck entsprechend anzuwenden. Vorliegend herrscht zwischen 

den Parteien bei der Auslegung des Begriffes „Traufhöhe“ (Schnittlinie 

zwischen Gebäudeaussenwand und Dachfläche) grosse Uneinigkeit. 

Während die Rekurrentschaft geltend macht, die Traufhöhe müsse entlang 

der Fassaden an jedem Schnittpunkt zwischen Dachhaut und 

Gebäudeaussenwand gemessen werden, insbesondere also an den vier 

Gebäudeecken, vertreten Gemeinde und Bauherrschaft die Auffassung, dass 

die Traufhöhe im konkreten Fall im Nordosteck (6.5 m) gemessen werde. Dies 

deshalb, weil die Entwässerung wegen der unkonventionellen Dachform an 

einem Punkt, dem tiefsten Punkt des Daches im Nordosteck des Gebäudes, 

erfolgen müsse. Nur dort liege eine „Traufe“ vor, weshalb es sich denn auch 

rechtfertige, auf diesen Punkt abzustellen. Ihnen kann gefolgt werden.

Der Sinn und Zweck einer Traufhöhe (wie letztlich generell der 

Gebäudehöhenvorschriften, allesamt aber im Zusammenspiel mit den übrigen 

Zonenvorschriften) liegt darin, die in einer Zone möglichen Gebäudevolumina 

zu begrenzen. Mit der Wahl einer unkonventionellen Dachform kann das 

realisier- und nutzbare Gebäudevolumen gegenüber einer konventionellen 

Dachform erheblich ausgeweitet werden; vorliegend gewinnt die 

Bauherrschaft dadurch im Dachgeschoss fast ein ganzes Geschoss. Der 

Realisierung dieses Ziels stehen die Bestimmungen über die Traufhöhe allein 

nicht entgegen, dies umso weniger, als sie je nach Dachform auch nicht in 

jedem Fall so auszulegen sind, dass  die Traufhöhe - wie die Rekurrenten 

meinen - zwingend an allen Gebäudeecken und Fassaden eingehalten sein 

muss. Dies zu verlangen, hätte zur Konsequenz, dass insbesondere 

Pultdächer nicht realisiert werden dürften. Davon hat der kommunale 

Gesetzgeber in der Wohnzone W I jedoch abgesehen und insbesondere dort 

auch kein Pultdachverbot statuiert. Sind aber andere Dachformen als die in 

Art. 66 BG direkt erwähnten zulässig, ist die erwähnte Bestimmung ihrem Sinn 

entsprechend auszulegen. Dabei lässt sich die Auffassung, dass die 

Traufhöhe aufgrund der gewählten unkonventionellen Dachform nur in einem 

Punkt - im Berührungspunkt der Nord- und der Ostfassade (dem tiefsten 

Punkt des Daches), über welchen die gesamte Dachfläche entwässert wird - 

eingehalten werden könne und müsse, nicht beanstanden. Nachdem zu 

Recht unbestritten geblieben ist, dass dieser Punkt mit 6,5 m die 

massgebende Traufhöhe einhält, und eine Beanspruchung des Hangbonus 

so oder anders nicht nötig ist, zielen die weiteren diesbezüglichen 

rekurrentischen Darlegungen ins Leere.

c) Als unbehelflich erweisen sich auch die rekurrentischen Anträge, soweit sie 

unter Hinweis auf ein Nichteinhalten der Bestimmungen über die Firsthöhen 

begründet werden. Bereits ausgeführt wurde, dass Art. 66 BG einem 

Bauprojekt, das aufgrund seiner eigenwilligen Dachform (i.c. 

zusammengesetztes Pultdach) keinen „richtigen“ Giebel im engeren Sinne als 

höchste Erhebung aufweist, nicht entgegen steht. Im Lichte der mit 

Gebäudehöhenvorschriften angestrebten Begrenzung von Baukuben wird in 

diesem Zusammenhang lediglich verlangt, dass bei der Bemessung der 

„Firsthöhe“ auf die höchste Erhebung über dem gewachsenen Terrain 

abgestellt wird. Dieser Vorgabe hat die Vorinstanz Rechnung getragen, indem 

sie zulässigerweise davon ausgegangen ist, dass aufgrund der speziellen 

Dachform die Firsthöhen durch die West- und Südfassade definiert würden. 

Nachdem das Gelände sowohl gegen Süden (um ca. 1,4 m), als auch gegen 

Westen (um ca. 1,8 m) hin abfällt, durfte sie bei der Bemessung der 

Firsthöhen auch den im Gesetz vorgesehenen Hangbonus (+ 2.00 m) in 

Anwendung bringen. Die bergseits gelegene südöstliche Gebäudeecke hält 

mit 9,5 m die in der fraglichen Bauzone zulässige Firsthöhe ebenso ein wie 

die eine Höhe von 6,5 m aufweisende nordöstliche Gebäudeecke. Nachdem 

auf der talwärts gerichteten Westseite des Gebäudes die zonengemässen 

Firsthöhen um weitere 2 m überschritten werden dürfen, zeigt sich, dass mit 

9,8 m in der Nordwestecke bzw. mit 10,52 m in der Südwestecke von einer 

Überschreitung der zulässigen Firsthöhen keine Rede sein kann. 

d) Die gerügte Überschreitung der Vorschriften über die Gebäudehöhen erweist 

sich daher als unbegründet.

2. a) Die Rekurrenten machen ferner eine Überschreitung der zulässigen AZ 

geltend. Gemäss Einsprache- und Baubescheid betrage die anrechenbare 

Landfläche 468 m2. Selbst wenn sich dies dem Auflageplan nicht ohne 

weiteres entnehmen liesse, so dürfte bei einer AZ von 0,5 eine BGF von 

maximal 234 m2 realisiert werden. Mit dem streitigen Bauvorhaben werde 

jedoch dieser Rahmen bei weitem überschritten. Dies bereits deshalb, weil im 

1. und 2. UG anrechnungspflichtige Räume unberücksichtigt geblieben seien. 

Die Baubewilligung sei daher aufzuheben. 

b) Bei der Beurteilung der sich stellenden Fragen ist von Art. 64 BG auszugehen. 

Gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung gilt als anrechenbare Geschossfläche 

(GF) die Summe aller ausbaubaren ober- und unterirdischen 

Geschossflächen innerkant Umfassungsmauern. Im Dachgeschoss wird, 

ohne Rücksicht auf die Zweckbestimmung, jene Fläche angerechnet, welche 

innerhalb einer lichten Höhe von 1.80 m und mehr liegt.

Gemäss Abs. 3 werden nicht angerechnet alle dem Wohnen und dem 

Gewerbe nicht dienenden oder hiefür verwendbaren Flächen wie:

1) Keller und Trockenräume sowie Waschküchen, Heiz- und 
Brennstoffräume

2) Maschinenräume für Lift, Ventilations- und Klimaanlagen
3) nicht gewerblichen Zwecken dienende Einstellräume für Motorfahrzeuge, 

Velos, Kinderwagen usw.
4) offene Erdgeschosshallen und überdeckte offene Dachterrassen
5) offene ein- und vorspringende Balkone
6) alle dem Gewerbe dienenden Lagerräume, welche unter Terrain liegen. 

Als unter Terrain gelten jene Geschosse, deren Koten oberkant Decke an 
keinem Punkt mehr als 1.20 m aus dem gewachsenen Terrain 
herausragen.

7) Gemeinschaftsräume (z.B. Bastelräume) in Mehrfamilienhäusern, die 
allen Bewohnern zugänglich sind

8) verglaste Balkone und Wintergärten bis 12.00 m2 Grundfläche je 
Wohneinheit werden nicht angerechnet, die Mehrfläche nur zu 50%. 
Dabei sind sie energetisch sinnvoll anzuordnen, dürfen nicht künstlich 
beheizt werden und baulich muss eine klare Trennung vorliegen.

c) Im Lichte dieses Rahmens ist zu prüfen, ob die gemeindliche AZ-Berechnung 

fehlerhaft ist. Unbestritten ist, dass im Dachgeschoss (abzüglich Liftschacht) 

eine BGF von 80,14  m2 realisiert wird.

Für das Erdgeschoss errechnete die Vorinstanz eine BGF von 144,27 m2. 

Davon wurden zunächst für den Lift (Maschinenraum und Grundrissfläche für 

den Lift) 8,4 m2 sowie - zunächst ohne nähere Zuordnung - weitere 5.7 m2 

BGF abgezogen. Mit der Gemeinde ist davon auszugehen, dass der 

Maschinenraum für den Lift (4,2 m2 BGF) nicht angerechnet werden muss 

(Art. 64 Abs. 3 Ziff. 2 BG), also bei der Berechnung in Abzug gebracht werden 

darf. Anzurechnen ist demgegenüber, und Gemeinde und Bauherrschaft 

haben es im vorliegenden Verfahren denn auch eingestanden, der Liftschacht 

(4,2 m2 BGF), welcher nur einmal (im DG) in Abzug gebracht werden darf, 

insofern im EG also anzurechnen ist. Anzurechnen ist sodann auch die um 

den Liftschacht herumführende Treppe (5.7 m2 BGF), weil sie - wie 

nachstehend noch darzulegen ist - der Erschliessung von weiteren 

anrechenbaren Räumen in den beiden Untergeschossen dient (PVG 1999 Nr. 

50). Im EG verbleibt somit eine anrechenbare BGF von 140,07 m2; zusammen 

mit dem DG beläuft sich die auf den beiden Geschossen vorgesehene BGF 

auf 220,21 m2.

Im 1. Untergeschoss hat die Vorinstanz keine AZ-pflichtigen Räume ermittelt. 

Wie seitens der Rekurrenten zu Recht geltend gemacht worden ist, lässt sich 

diese Ermittlung nicht rechtfertigen. Die Gemeinde scheint übersehen zu 

haben, dass entscheidend für die Anrechenbarkeit eines Raumes die 

Beantwortung der Frage ist, ob ein Raum zu Wohnzwecken verwendet bzw. 

ausgebaut werden kann (Art. 64 Abs. 2 BG; PVG ); ohne Belang ist 

demgegenüber sein Ausbaustandard und/oder seine konkrete Bezeichnung 

in den Plänen. Fest steht, dass - abgesehen von den in Art. 66 Abs. 3 Ziff. 1 - 

8 BG aufgelisteten Ausnahmen - alle nicht dem Wohnen und dem Gewerbe 

nicht dienenden oder hiefür verwendbaren Flächen nicht anrechnungspflichtig 

sind. E contrario sind alle dem Wohnen dienenden oder hiefür verwendbaren 

Flächen anzurechnen. Im Lichte dieser klaren gesetzlichen Vorgaben lässt 

sich lediglich die Nichtanrechnung der für ein Einfamilienhaus mit 49,7 m2 

BGF sehr grosszügig dimensionierten Waschküche (vgl. Art. 66 Abs. 3 Ziff. 1 

BG) noch rechtfertigen. Angerechnet werden, da offensichtlich zu 

Wohnzwecken verwendbar, müssen demgegenüber alle übrigen 

Räume/Flächen im 1. UG (Dusche/WC [sofern sie realisiert werden sollte]: 5,1 

m2; Malraum, grosses Fenster gegen Süden: 15 m2; Therapieraum, grosses 

Fenster gegen Westen: 12 m2; Archivraum, grosses Fenster gegen Osten: ca. 

13 m2; Treppe und Gang: > 5 m2) im Halte von rund 50 m2 BGF bzw. ohne 

Dusche ca. 45 m2 BGF. 

Im 2. Untergeschoss ist sodann festzuhalten, dass der Bastelraum (27,3 m2) 

angerechnet werden muss, weil Art. 66 Abs. 3 Ziff. 7 BG nur Bastelräume in 

Mehrfamilienhäusern, nicht aber in Einfamilienhäusern, privilegiert. Zu 

Unrecht nicht angerechnet worden ist sodann auch der Disponibelraum (25,2 

m2), welcher aufgrund seiner Lage, der vorgesehenen Fenster und seiner 

Erschliessung ohne weiteres auch zu Wohnzwecken verwendet werden kann. 

Im 2. UG sind somit 52,5 m2 BGF zu Unrecht unberücksichtigt geblieben.

d) Zusammen ergibt dies auf allen Geschossen ein Total von ca. 322.71 m2 bzw. 

ohne Dusche/WC im 1. UG ca. 317,71 m2 BGF. Ausgehend von der als 

Baurechtsfläche vorgesehenen, aber noch nicht abgegrenzten 

Grundstücksfläche von 468 m2 überschreitet das Bauvorhaben das zulässige 

Mass von 234 m2 BGF bei weitem. Auch wenn die konkrete Abgrenzung der 

Baurechtsfläche noch nicht erfolgt ist und deshalb der noch unüberbaute Teil 

von Parzelle 446 bei der Berechnung der AZ allenfalls berücksichtigt werden 

könnte (Ausscheidung einer grösseren Baurechtsfläche; AZ-Transfer), 

übersieht die Bauherrschaft, dass die Grundeigentümerin der Parzelle Nr. 446 

dem Bauvorhaben nur unter der Bedingung zugestimmt hat, dass dafür 468 

m2 Land benötigt würde. Nachdem die „Zustimmung“ der Grundeigentümerin 

indessen Voraussetzung für die Erteilung der Baubewilligung ist (Art. 100 Abs. 

3 BG), besteht vorliegend kein Anlass von der dem Baugesuch zugrunde 

liegenden Landfläche von 468 m2 (bzw. einer BGF von 234 m2) abzuweichen. 

3. Die Rekurrenten machen ferner noch eine Verletzung des Grenzabstandes 

durch den im Süden des Hauses geplanten gedeckten Autounterstand 

geltend. Das begehbare Dach des gegen Süden und Westen offenen 

Autounterstandes liege über dem gewachsenen Terrain; trotzdem halte dieser 

lediglich einen Abstand von 1,5 m ein. 

Mit den Parteien ist davon auszugehen, dass der Autounterstand als Anbau 

im Sinne von Art. 74 Abs. 1 BG zu qualifizieren ist, welcher grundsätzlich 

einen Grenzabstand von 2,5 m einhalten muss (Art. 74 Abs. 1 BG). In Art. 69 

BG sind jedoch verschiedene Ausnahmen von der eben zitierten Regel 

aufgeführt. So dürfen gemäss Abs. 4 dieser Bestimmung u.a. Dachgesimse 

bis zu 1 m in den Grenzabstand hineinragen. Wie eingangs umschrieben 

weist der über dem gewachsenen Terrain liegende, gedeckte Unterstand 

gegenüber der Parzelle Nr. 1632 ein Dachgesimse (Vordach) auf, das 1 m in 

den Grenzabstand hineinragt, was im Lichte der zitierten Bestimmung ohne 

weiteres zulässig ist. Die gerügte Verletzung der Grenzabstandsvorschriften 

trifft demnach nicht zu.

4. Nachdem sich - wie oben Ziff. 2 ausgeführt - die Rüge der Überschreitung der 

zulässigen AZ als begründet erwiesen hat, ist der Rekurs gutzuheissen und 

der angefochtene Bau- und Einspracheentscheid aufzuheben. Bei diesem 

Ausgang gehen die Verfahrenskosten je zur Hälfte zu Lasten der 

Rekursgegner, welche im selben Verhältnis die anwaltlich vertretenen 

Rekurrenten angemessen aussergerichtlich zu entschädigen haben.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Der Rekurs wird gutgeheissen und der angefochtene Bau- und 

Einspracheentscheid vom 26. Juli 2005 aufgehoben.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2'500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 234.--

zusammen Fr. 2'734.--

gehen je zur Hälfte zulasten der Gemeinde … und ... Die entsprechenden 

Kostenanteile sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die 

Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die Gemeinde … und … haben die Rekurrenten mit insgesamt Fr. 2'000.-- 

(jeder somit Fr. 1'000.--) aussergerichtlich zu entschädigen (inkl. MWST).