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**Case Identifier:** 0324efdd-76ea-5a34-8593-8c80457d90ad
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-06-25
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 25.06.2009 BH.2009.11
**Docket/Reference:** BH.2009.11
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BH-2009-11_2009-06-25

## Full Text

Abweisung des Haftentlassungsgesuchs (Art. 52 Abs. 2 BStP);;Abweisung des Haftentlassungsgesuchs (Art. 52 Abs. 2 BStP);;Abweisung des Haftentlassungsgesuchs (Art. 52 Abs. 2 BStP);;Abweisung des Haftentlassungsgesuchs (Art. 52 Abs. 2 BStP)

Entscheid vom 25. Juni 2009  
I. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, 
Alex Staub und Andreas J. Keller,  
Gerichtsschreiber Stefan Graf  

   
 
Parteien 

  
A.,  
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Georges Mül-
ler,  

 
Beschwerdeführer 

 
 gegen 
   

BUNDESANWALTSCHAFT,  
 

Beschwerdegegnerin 
 
 

Vorinstanz  EIDGENÖSSISCHES UNTERSUCHUNGSRICH-
TERAMT,  
 
 

Gegenstand  Abweisung des Haftentlassungsgesuchs 
(Art. 52 Abs. 2 BStP) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t  

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  BH.2009.11 
 
 
 

 

 

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Sachverhalt: 
 

A. Am 3. März 2006 dehnte die Bundesanwaltschaft ein gegen insgesamt 
neun Beschuldigte sowie gegen unbekannte Täterschaft geführtes ge-
richtspolizeiliches Ermittlungsverfahren gegen A. aus wegen des Verdachts 
der qualifizierten Widerhandlungen gegen das Bundesgesetz vom 3. Okto-
ber 1951 über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe (Betäu-
bungsmittelgesetz, BetmG; SR 812.121), ausgehend von einer kriminellen 
Organisation (Art. 260ter StGB) (Akten BA, pag. 1 1 0002 f.). Am 5. Dezem-
ber 2008 eröffnete das Eidgenössische Untersuchungsrichteramt (nachfol-
gend „Untersuchungsrichteramt“) im Strafverfahren gegen A. eine Vorun-
tersuchung (Akten BA, pag. 1 1 0042 f.). Am 27. Juni 2006 wurde A. auf 
Grund des gegen ihn ausgestellten Haftbefehls der Bundesanwaltschaft 
wegen Flucht- und Kollusionsgefahr in Untersuchungshaft gesetzt (Akten 
BA, pag. 6.1.1 9 ff.).  
 
 

B. Am 20. Mai 2009 stellte A. beim Untersuchungsrichteramt ein Haftentlas-
sungsgesuch, da sich seiner Ansicht nach eine andauernde Inhaftierung 
nicht mit dem Beschleunigungsgebot vertrage (Akten BA, pag. 6 1 1 0065). 
Nach Eingang der Stellungnahme der Bundesanwaltschaft vom 28. Mai 
2009 (act. 5.3) wies das Untersuchungsrichteramt am 2. Juni 2009 das Ge-
such von A. um Entlassung aus der Untersuchungshaft ab (act. 1.1).  

 
 
C. Hiergegen gelangte A. mit Beschwerde vom 10. Juni 2009 an die 

I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts und beantragte, der Ent-
scheid des Untersuchungsrichteramtes vom 2. Juni 2009 sei aufzuheben 
und der Beschwerdeführer sei mit sofortiger Wirkung aus der Haft zu ent-
lassen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 7,6 % MwSt.) zu 
Lasten der Beschwerdegegnerin (act. 1). 
 
Das Untersuchungsrichteramt beantragte in seiner Beschwerdeantwort 
vom 17. Juni 2009 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde (act. 3). 
Die Bundesanwaltschaft schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 17. Juni 
2009 auf kostenpflichtige Abweisung der Haftbeschwerde (act. 5). 
 
In seiner Replik vom 22. Juni 2009 hielt A. vollumfänglich an seiner Be-
schwerde fest (act. 6). Die Replik wurde am 23. Juni 2009 sowohl der Bun-
desanwaltschaft als auch dem Untersuchungsrichteramt zur Kenntnis ge-
bracht (act. 7 und 8). 

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Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, so-
weit erforderlich, in den folgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-
men. 
 
 
 
Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 

1.  
1.1 Gemäss Art. 52 Abs. 1 BStP kann der Beschuldigte jederzeit ein Haftent-

lassungsgesuch einreichen. Gegen dessen Abweisung durch den Untersu-
chungsrichter kann bei der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 
Beschwerde geführt werden (Art. 52 Abs. 2 BStP i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. a 
SGG i.V.m. Art. 9 Abs. 2 des Reglements vom 20. Juni 2006 für das Bun-
desstrafgericht; SR 173.710). Die Beschwerde steht den Parteien und ei-
nem jeden zu, der durch eine Verfügung oder durch die Säumnis des Un-
tersuchungsrichters einen ungerechtfertigten Nachteil erleidet (Art. 214 
Abs. 2 BStP). Ist die Beschwerde gegen eine Amtshandlung des Untersu-
chungsrichters gerichtet, so ist sie innert fünf Tagen, nachdem der Be-
schwerdeführer von der Amtshandlung Kenntnis erhalten hat, einzureichen 
(Art. 217 BStP). 

 
1.2 Der Beschwerdeführer, welcher auf Grund des angefochtenen Entscheides 

in Untersuchungshaft zu verbleiben hat, ist ohne weiteres beschwert und 
als Partei des gerichtspolizeilichen Ermittlungsverfahrens (Art. 34 BStP) zur 
Beschwerde legitimiert. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht einge-
reichte Beschwerde ist daher einzutreten. 

 
1.3 Auch wenn der Beschwerdeführer selber keine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs im Verfahren vor der Vorinstanz geltend macht, so erscheinen an 
dieser Stelle diesbezüglich dennoch kurz einige Bemerkungen angebracht. 
Die Vorinstanz stellte der Beschwerdegegnerin am 25. Mai 2009 eine Ko-
pie des Haftentlassungsgesuchs des Beschwerdeführers zu und lud diese 
ein, hierzu Stellung zu nehmen (Akten BA, pag. 6 1 1 0067). Die entspre-
chende Stellungnahme erfolgte am 28. Mai 2009, worauf die Vorinstanz 
das Haftentlassungsgesuch des Beschwerdeführers mit Entscheid vom 
2. Juni 2009 abwies, ohne dass ersichtlich ist, dass dem Beschwerdeführer 
ein Replikrecht eingeräumt bzw. ihm schon nur die Stellungnahme der Be-
schwerdegegnerin zur Kenntnis gebracht worden wäre (Akten BA, pag. 6 1 
1 0068 ff.). Darin liegt eine klare Verletzung des rechtlichen Gehörs. Nach 
der übereinstimmenden Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Men-
schenrechte und des Bundesgerichtes hat der Beschuldigte im Haftprü-

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fungsverfahren das Recht, zu jeder Vernehmlassung der Strafverfolgungs-
behörde zu replizieren, und zwar unbekümmert darum, ob die Behörde 
neue Tatsachen vorbringt oder nicht (BGE 125 I 113 E. 2a m.w.H.). Da die 
I. Beschwerdekammer Beschwerden in Haftsachen mit voller Kognition 
prüft, können Verletzungen des rechtlichen Gehörs vor der Vorinstanz zwar 
im Beschwerdeverfahren geheilt werden. Die Heilung allfälliger Gehörs-
mängel im Beschwerdeverfahren soll jedoch die Ausnahme bleiben 
(vgl. zum ganzen TPF 2005 177 E. 2.3 S. 179 m.w.H.), weshalb die Vorin-
stanz angehalten wird, dem Replikrecht des Beschuldigten im Haftprü-
fungsverfahren künftig Rechnung zu tragen.  

 
1.4 Weiter verwies die Vorinstanz in der Begründung ihrer Beschwerdeantwort 

auf den angefochtenen Entscheid sowie pauschal „auf die beiliegenden Ak-
ten“ und übermachte der I. Beschwerdekammer die vollständigen Akten, 
bestehend aus 41 Bundesordnern inkl. Aktenverzeichnis (Stand 15. Juni 
2009). In TPF 2006 231 E. 2.2 hielt die I. Beschwerdekammer fest, dass 
die dem Gericht vorliegenden Akten, zu denen der Betroffene Gelegenheit 
zur Stellungnahme erhalten müsse, einen zuverlässigen Einblick in die mit 
der Beschwerde aufgeworfenen Fragestellungen ermöglichen müssen. Die 
vereinfachte Natur des Beschwerdeverfahrens gemäss Art. 214 ff. BStP er-
fordere indes keine integrale Prüfung sämtlicher im Dossier enthaltener Ak-
ten durch die I. Beschwerdekammer. Die Übermittlung des gesamten Dos-
siers und dessen Verbleib während des hängigen Verfahrens bei der I. Be-
schwerdekammer (bzw. beim Bundesgericht im Falle einer Beschwerde 
gegen deren Entscheid) würde faktisch zu einer mehrmonatigen Blockie-
rung, auf jeden Fall aber einer beträchtlichen Erschwerung der Untersu-
chung führen, wollte man die Strafverfolgungsbehörden nicht zur vollstän-
digen Kopie der oftmals überaus umfangreichen Dossiers verpflichten. Ge-
rade in der vorliegenden Haftsache, in welcher auf Grund von Art. 5 Ziff. 3 
EMRK von einem verstärkt geltenden Beschleunigungsgebot auszugehen 
ist, ist die Übermittlung der gesamten Verfahrensakten nicht zweckmässig. 
Die Strafverfolgungsbehörden des Bundes sind vielmehr gehalten, bei der 
Einreichung von Akten in Beschwerdeverfahren die Vorgaben in der Wei-
sung 08/2007 der I. Beschwerdekammer vom 19. November 2007 einzu-
halten und entsprechend vorzugehen. Die I. Beschwerdekammer behält 
sich vor, auf künftige Eingaben, welche lediglich pauschal auf die gesamten 
Verfahrensakten verweisen bzw. welchen ohne stichhaltige Begründung 
die gesamten Verfahrensakten beigegeben werden, nicht einzutreten. 

 
 
 
 

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2.  
2.1 Untersuchungshaft setzt gemäss Art. 44 BStP voraus, dass gegen den Be-

schuldigten ein dringender Tatverdacht wegen eines Verbrechens oder 
Vergehens besteht und zusätzlich, dass einer der besonderen Haftgründe 
der Kollusions- oder der Fluchtgefahr gegeben ist. Untersuchungshaft hat 
sodann im öffentlichen Interesse zu liegen und dem Verhältnismässigkeits-
prinzip zu genügen (Entscheid des Bundesstrafgerichts BH.2006.23 vom 
7. September 2006, E. 2.1 m.w.H.). 

 
2.2 Vom Beschwerdeführer nicht thematisiert werden die allgemeine Haftvor-

aussetzung des dringenden Tatverdachts sowie die Haftgründe der Flucht- 
bzw. der Kollusionsgefahr. Die Beschwerdegegnerin bejaht das Vorliegen 
der entsprechenden Hafterfordernisse unter Verweis auf drei ihrer im Ver-
laufe des Verfahrens erstellten Eingaben (act. 5.1, 5.2 und 5.3). Der Be-
schwerdeführer liess im Beschwerdeverfahren die entsprechenden Vor-
bringen unkommentiert. Diesbezügliche Weiterungen erübrigen sich an 
dieser Stelle, da für den Ausgang des Beschwerdeverfahrens hauptsäch-
lich die nachfolgenden Erwägungen entscheidend sind.  

 
 
3.  
3.1 Gemäss Art. 31 Abs. 3 BV und Art. 5 Ziff. 3 EMRK hat eine in strafprozes-

sualer Haft gehaltene Person Anspruch darauf, innerhalb einer angemes-
senen Frist richterlich abgeurteilt oder während des Strafverfahrens aus der 
Haft entlassen zu werden. Eine übermässige Haftdauer stellt eine unver-
hältnismässige Beschränkung dieses Grundrechts dar. Sie liegt dann vor, 
wenn die Haftfrist die mutmassliche Dauer der zu erwartenden freiheitsent-
ziehenden Sanktion übersteigt. Bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit 
der Haftdauer ist namentlich der Schwere der untersuchten Straftaten 
Rechnung zu tragen. Der Richter darf die Haft nur so lange erstrecken, als 
sie nicht in grosse zeitliche Nähe der (im Falle einer rechtskräftigen Verur-
teilung) konkret zu erwartenden Dauer der freiheitsentziehenden Sanktion 
rückt. Im Weiteren kann eine Haft die zulässige Dauer auch dann über-
schreiten, wenn das Strafverfahren nicht genügend vorangetrieben wird, 
wobei sowohl das Verhalten der Justizbehörden als auch dasjenige des In-
haftierten in Betracht gezogen werden müssen. Gemäss der übereinstim-
menden Rechtsprechung des Bundesgerichtes und des Europäischen Ge-
richtshofes für Menschenrechte ist die Frage, ob eine Haftdauer als über-
mässig bezeichnet werden muss, aufgrund der konkreten Verhältnisse des 
einzelnen Falles zu beurteilen (BGE 132 I 21 E. 4.1 S. 27 f. mit Hinweisen). 
Die Rüge, das Strafverfahren werde nicht mit der verfassungs- und konven-
tionsrechtlich gebotenen Beschleunigung geführt, ist im Haftprüfungsver-

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fahren nur soweit zu beurteilen, als die Verfahrensverzögerung geeignet 
ist, die Rechtmässigkeit der Untersuchungshaft in Frage zu stellen und zu 
einer Haftentlassung zu führen. Dies ist nur der Fall, wenn sie besonders 
schwer wiegt und zudem die Strafverfolgungsbehörden, z. B. durch schlep-
pende Ansetzung der Termine für die anstehenden Untersuchungshand-
lungen erkennen lassen, dass sie nicht gewillt oder nicht in der Lage sind, 
das Verfahren nunmehr mit der für Haftfälle verfassungs- und konventions-
rechtlich gebotenen Beschleunigung voranzutreiben und zum Abschluss zu 
bringen (BGE 128 I 149 E. 2.2.1 S. 151 f.).  

 
3.2 Dabei ist in erster Linie die Schwere des strafrechtlichen Vorwurfs zu be-

rücksichtigen, den die Strafverfolgungsbehörden dem Beschwerdeführer 
gegenüber erheben. Demnach sei er im Zeitraum zwischen 2004 und dem 
1. Mai 2006 für den Handel von – gemäss den von der Beschwerdegegne-
rin in ihrem Antrag auf Eröffnung einer Voruntersuchung vom 30. Septem-
ber 2008 als erstellt und vorgehalten bezeichneten Sachverhaltskomplexen 
(act. 5.1) – insgesamt 22,4 kg Heroingemisch (oder bis zu ca. 8.4 kg reines 
Heroin-Hydrochlorid) in der Schweiz mitverantwortlich gewesen. Daneben 
sei er in weiteren Fällen für den Handel noch unbekannter Mengen Heroin-
gemischs verantwortlich gewesen (act. 5.1, Ziff. 2.2). Der Vorinstanz kann 
zwar zugestimmt werden, dass sich angesichts dieser Vorwürfe und der für 
den Fall einer entsprechenden Verurteilung zu erwartenden Freiheitsstrafe 
die Frage nach der Verhältnismässigkeit der Dauer der bisherigen Untersu-
chungshaft von knapp drei Jahren noch nicht dringend stellt. Dies entbindet 
die Strafverfolgungsbehörden jedoch nicht von der Pflicht, das Strafverfah-
ren mit der geforderten Beschleunigung voranzutreiben. 

 
Die Beschwerdegegnerin reichte der I. Beschwerdekammer diesbezüglich 
eine Auflistung der zwischen dem 1. Februar 2007 und dem 5. Dezember 
2008 im Vordergrund stehenden Verfahrensschritte ein (act. 5, S. 3 ff.) und 
führte hierzu aus, dass die Dauer des gerichtspolizeilichen Ermittlungsver-
fahrens angesichts des dringenden Tatverdachts des Heroinhandels im 
mehrstelligen Kilogrammbereich, des weitgehend ungeständigen Be-
schwerdeführers sowie der Komplexität und der Internationalität des Sach-
verhalts insgesamt angemessen und verhältnismässig gewesen sei. Der 
erwähnten Auflistung ist jedoch nicht zu entnehmen, welche Verfahrens-
schritte im Zeitraum zwischen der Ausdehnung des Verfahrens auf den Be-
schwerdeführer vom 3. März 2006 bzw. ab dessen Inhaftierung am 27. Juni 
2006 und dem 1. Februar 2007 erfolgt sind. 
 
Vor allem aber fällt ins Gewicht, dass seit der Eröffnung der Voruntersu-
chung am 5. Dezember 2008 bis zum 15. Juni 2009 kaum nennenswerte 

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Untersuchungshandlungen erfolgt sind. Dem von der Vorinstanz einge-
reichten Aktenverzeichnis (Stand 15. Juni 2009, act. 3.1) sind seither die 
folgenden Einträge zu entnehmen: URA-Ausdehnungsverfügung auf B. am 
20.05.09 (act. 3.1, S. 2); RA Müller/URA, Antrag um vorzeitigen Strafantritt 
vom 26.01.09; URA/BA, Frist zur Stellungnahme bezüglich des Antrages 
von RA Müller um vorzeitigen Strafantritt am 28.01.09; BA/URA, Antrag um 
Abweisung des vorzeitigen Strafantritts vom 04.02.09; URA/RA Müller, Ver-
fügung bezüglich vorzeitiger Strafantritt vom 19.02.09; Gefängnis ZH/URA 
Anfrage betreffend Stand der Strafuntersuchung vom 17.03.09 und ent-
sprechende Stellungnahme vom 25.03.09; Akten bezüglich des Haftentlas-
sungsgesuchs des Beschwerdeführers vom 20.05.09 (alle act. 3.1, S. 7); 
URA/C. und D.: Besuchsbewilligung vom 16.12.08; Empfangsbestätigung 
Gefängnis Z., Euro 20 für A. am 08.01.09 (alle act. 3.1, S. 8); drei Verfü-
gungen betreffend Aktenbeizug vom 15.01.09 (act. 3.1, S. 11);  
URA/BstrGer Antrag auf Verwendbarkeit der Erkenntnisse aus den Über-
wachungen durch die St. Galler Strafverfolgungsbehörden vom 25.03.09 
und der entsprechende Entscheid vom 30.03.09 (act. 3.1, S. 51); Einver-
nahmeprotokoll URA mit E. als Beschuldigter mit Dolmetscher vom 
07.01.09 (act. 3.1, S. 63); Fax-Zustellung der Besuchsbewilligung von C. 
und D. am 16.12.09; RA Müller/URA, Zwischenrechnung über Fr. 38'309.20 
inkl. Kostenzusammenstellung vom 05.02.09; URA/BA Schreiben betr. A-
kontozahlung von RA Müller vom 17.02.09; BA/URA, Schreiben betr. Gut-
heissung einer Akontozahlung vom 23.02.09; URA/RA Müller, Verfügung 
Anzahlung an das Verteidigerhonorar vom 02.03.09; RA Müller/A. Schrei-
ben an Klient vom 12.05.09 (alle act. 3.1, S. 64); RA Müller/URA, Anfrage 
betr. Einvernahmetermine vom 26.01.09 (act. 3.1, S. 65); BA/URA Anfrage 
betr. Stand und Fortgang des Verfahrens vom 30.04.09 (act. 3.1, S. 66); 
Begleitnotiz URA/Dolmetscher: Info betr. Zensurierung von Gefangenen-
post am 11.12.08; Begleitnotiz URA/BKP, Arbeits DC der TK Italien retour 
am 09.04.09 (alle act. 3.1, S. 79); Auftrag an F., Dolmetscher, am 27.05.09 
sowie drei Rechnungen Dolmetscher/BA bzw. Dolmetscher/URA vom 
20.12.08, 22.12.08 und 25.03.09 (alle act 3.1, S. 80).  

 
3.3 In dieser Aufstellung können höchstens die erfolgte Verfahrensausdeh-

nung, der erfolgte Aktenbeizug, die einzige im Zeitraum von knapp sechs 
Monaten erfolgte Einvernahme des Mitbeschuldigten E. sowie das Zustim-
mungsersuchen zur Verwertung von Erkenntnissen aus einem kantonalen 
Verfahren sowie der auf den 18. Juni 2009 angesetzte Termin für eine Ein-
vernahme des Mitbeschuldigten E. (act. 5, Ziff. 2.2.2) als Verfahrensschritte 
bezeichnet werden, die zum Fortgang des Strafverfahrens beitragen. Das 
kann angesichts der bereits bestehenden, umfangreichen Akten und der 
knapp drei Jahre andauernden Untersuchungshaft nicht als genügend be-

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zeichnet werden. Es ist der Vorinstanz zwar zuzugestehen, dass der von 
der aktuellen BStP vorgesehene Handwechsel immer – vor allem auch bei 
umfangreichen Dossiers – zu Reibungsverlusten führt (act. 1.1, Ziff. 5), vor-
liegend aber räumt die Vorinstanz auch selber ein, dass es ihr bisher nicht 
möglich gewesen sei, das vorliegende Verfahren in der gebührenden Priori-
tät zu behandeln (act. 3). Bezüglich der Ausführungen der Beschwerdege-
gnerin, wonach es nunmehr Aufgabe der Vorinstanz sei, den vorliegenden 
Haftfall mit der gebotenen Beschleunigung voranzutreiben und zum Ab-
schluss zu bringen (act. 5, Ziff. 2.2.2), ist darauf hinzuweisen, dass es nach 
der Eröffnung der Voruntersuchung nicht nur am verfahrensführenden Un-
tersuchungsrichteramt liegt, die prioritär vorzunehmenden Untersuchungs-
handlungen zu identifizieren und möglichst rasch umzusetzen. Auch die 
Beschwerdegegnerin als an der Voruntersuchung beteiligte Partei hat 
durch die Ausübung der ihr zustehenden Verfahrensrechte auf eine rasche 
bzw. gerade auf die einer Haftsache angemessene beförderliche Behand-
lung des Verfahrens hinzuwirken. Dies gilt umso mehr, als sie selber wahr-
nimmt, dass die Untersuchung nicht vorangebracht wird, wie sie in ihrem 
Schreiben vom 30. April 2009 an die Vorinstanz einräumt (act. 5.4). 

 
3.4 Insgesamt ist das Verfahren innerhalb der letzten sechs Monate trotz der 

bis zur Eröffnung der Voruntersuchung bereits zweieinhalb Jahre andau-
ernden Untersuchungshaft nicht wesentlich vorangekommen. Inwiefern 
sich effektiv ein rascher Abschluss des Verfahrens abzeichnet, bleibt un-
klar; die diesbezüglichen Angaben der Vorinstanz sind vage (act. 3). Eine 
das Beschleunigungsgebot verletzende Rechtsverzögerung liegt demnach 
vor. Diese wiegt aber angesichts der schweren Tatvorwürfe  und der nicht 
bestrittenen besonderen Haftgründe nicht besonders schwer, so dass sich 
auf Grund der Verhältnisse des konkreten Falls eine sofortige Freilassung 
des Beschwerdeführers nicht rechtfertigt. 

 
Die Vorinstanz wird jedoch nunmehr angesichts der bereits eingetretenen 
Verzögerung mit Nachdruck dazu angehalten, die Strafsache mit besonde-
rer Beschleunigung voranzutreiben und bis spätestens Ende Oktober die-
ses Jahres konkrete, auch für die Parteien erkennbare Fortschritte im Hin-
blick auf den Abschluss des Verfahrens zu erreichen. Eine diesbezügliche 
Neubeurteilung der Situation von Amtes wegen oder durch die I. Be-
schwerdekammer auf allfällige Beschwerde hin bleibt vorbehalten, wobei 
eine weitere ungerechtfertigte Verzögerung des Verfahrens zu einer insge-
samt besonders schwer wiegenden Verletzung des Beschleunigungsgebo-
tes führen und mithin die Freilassung des Beschwerdeführers während des 
Strafverfahrens zur Konsequenz haben kann.  

 

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3.5 In ihrer Beschwerdeantwort führt die Vorinstanz zusätzlich zum angefoch-
tenen Entscheid erstmals aus, ein Strafverfahren könne auch voranschrei-
ten, ohne dass der Beschuldigte etwas davon merke, weil ihm die Erkennt-
nisse aus untersuchungstaktischen Gründen noch vorenthalten werden 
müssten. Dies sei vorliegend der Fall, wobei es auf Grund der Parteiöffent-
lichkeit des Beschwerdeverfahrens im jetzigen Zeitpunkt nicht möglich sei, 
die Untersuchungshandlungen konkret zu benennen (act. 3). Tatsächlich 
sind Konstellationen denkbar, in denen die Strafverfolgungsbehörde im par-
teiöffentlichen Beschwerdeverfahren gewisse Erkenntnisse nicht bekannt 
geben will, um den Untersuchungszweck nicht zu gefährden (vgl. für den 
ähnlichen Interessenkonflikt bei Fragen der Akteneinsicht durch den Be-
schuldigten beispielsweise TPF 2006 240 E. 3.2). Im Gegensatz zu den 
Beschwerdeverfahren im Bereich des Verwaltungsstrafrechts (Art. 25 
Abs. 3 VStrR) oder zu Verfahren vor dem Bundesgericht (Art. 56 Abs. 2 
BGG) besteht für das Beschwerdeverfahren im Bundesstrafprozess keine 
direkte gesetzliche Grundlage, die es der I. Beschwerdekammer erlauben 
würde, in Einschränkung des Anspruchs auf rechtliches Gehör einer Partei 
unter deren Ausschluss von Beweismitteln Kenntnis zu nehmen. Der dar-
aus folgenden Problematik hat die I. Beschwerdekammer mit dem Erlass 
der Weisung 08/2007 vom 19. November 2007 Rechnung getragen. Ob 
den Strafverfolgungsbehörden des Bundes im Verfahren vor der I. Be-
schwerdekammer eine dem Art. 56 Abs. 2 BGG analoge Möglichkeit einge-
räumt werden kann, kann vorliegend offen bleiben, nachdem es an einem 
entsprechenden Parteiantrag von Seiten der Strafverfolgungsbehörden 
fehlt. Damit entfällt vorliegend auch die Überprüfung, ob dem Beschleuni-
gungsgebot tatsächlich durch Vornahme bisher nicht parteiöffentlicher Un-
tersuchungshandlungen durch die Vorinstanz genügend Nachachtung ver-
schafft wurde. 

 
 
4. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde im Ergebnis abzuweisen.  
 
 
5.  
5.1 Angesichts der festgestellten Verletzung des Beschleunigungsgebots sind 

dem mit seinem Beschwerdeantrag unterliegenden Beschwerdeführer nur 
die Hälfte der Gerichtskosten, mithin Fr. 750.-- zur Bezahlung aufzuerlegen 
(Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 66 Abs. 1 BGG). 

 
5.2 Rechtsanwalt Georges Müller wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung 

vom 27. Juni 2006 auf Grund dessen Inhaftierung als amtlicher Verteidiger 
beigeordnet (Akten BA, pag. 16.1.1 1 ff.). Diesem ist für das vorliegende 

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Verfahren von der Beschwerdegegnerin eine Parteientschädigung in der 
Höhe von Fr. 1'500.-- (inkl. Auslagen und 7,6 % MwSt.; Art. 245 Abs. 1 
BStP i.V.m. Art. 68 Abs. 1 BGG und Art. 3 des Reglements vom 26. Sep-
tember 2006 über die Entschädigung in Verfahren vor dem Bundesstrafge-
richt; SR 173.711.31). Der grundsätzlich unterliegende Beschwerdeführer 
hat der Beschwerdegegnerin die Hälfte der obgenannten Entschädigung 
zurückzuerstatten (Art. 5 Abs. 2 desselben Reglements). 

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Demnach erkennt die I. Beschwerdekammer: 
 
1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
 
2. Dem Beschwerdeführer werden Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 750.-- 

auferlegt. 
 

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem amtlichen Verteidiger des Beschwerdefüh-
rers eine Entschädigung in der Höhe von Fr. 1'500.--  (inkl. Auslagen und 
7,6 % MwSt.) zu bezahlen. Der Beschwerdeführer hat der Beschwerdege-
gnerin die Hälfte dieses Betrages, ausmachend Fr. 750.--, zurückzuerstatten. 

 
 

Bellinzona, 25. Juni 2009 
 
Im Namen der I. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident:    Der Gerichtsschreiber:  
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt Georges Müller  
- Bundesanwaltschaft  
- Eidg. Untersuchungsrichteramt (mit den Verfahrensakten) 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide der I. Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen 
nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden 
(Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). 
Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. 

Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der 
Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).