# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dea2766b-1b56-58b1-9283-e8b6f7df98c6
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-11-17
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 17.11.2011 HG080294
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG080294_2011-11-17.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 

 
 

Geschäfts-Nr. HG080294-O       U/ei 

 

Mitwirkend: Der Oberrichter Peter Helm, Vizepräsident, und die Ersatzoberrich-

terin Flurina Schorta, die Handelsrichter Michael Küttel, Thomas 

Huonder und Daniel Schindler sowie der Gerichtsschreiber Christian 

Fischbacher 

 

Urteil vom 17. November 2011 
 

in Sachen 

 

Stadt F._____,  

Klägerin und Widerbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic.iur. X._____ 

 

gegen 

 

1. A._____, 

Beklagter und Widerkläger 
2. B._____ AG,  

Beklagte 

 

1 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ 

2 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Z._____ 

 

betreffend Forderung 

- 2 - 

Rechtsbegehren Hauptklage: 
(act. 1 S. 2) 

"1. Der Beklagte 1 sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von 
CHF 806'597.15 nebst Verzugszinsen zu 5% seit 25. Juli 2008 zu 
bezahlen.  

 2. Eventualiter sei die Beklagte 2 zu verpflichten, der Klägerin den 
Betrag von CHF 806'597.15 nebst Verzugszinsen zu 5% seit 
25. Juli 2008 zu bezahlen. 

 3. Subeventualiter seien der Beklagte 1 und die Beklagte 2 unter so-
lidarischer Haftbarkeit zu verpflichten, der Klägerin den Betrag 
von CHF 806'597.15 nebst Verzugszinsen zu 5 % seit 25. Juli 
2008 zu bezahlen. 

 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen." 

Mit der Replik modifiziertes Rechtsbegehren Hauptklage: 
(act. 20 S. 2) 

"1. Der Beklagte 1 und die Beklagte 2 seien unter solidarischer Haft-
barkeit zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von CHF 
806'597.15 nebst Verzugszinsen zu 5 % seit 25. Juli 2008 zu be-
zahlen.  

 2. Eventualiter sei die Beklagte 2 allein zu verpflichten, der Klägerin 
den Betrag von CHF 806'597.15 nebst Verzugszinsen zu 5% seit 
25. Juli 2008 zu bezahlen. 

 3. Subeventualiter sei der Beklagte 1 allein zu verpflichten, der Klä-
gerin den Betrag von CHF 806'597.15 nebst Verzugszinsen zu 
5% seit 25. Juli 2008 zu bezahlen. 

 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen." 

Rechtsbegehren Widerklage des Beklagten 1: 
(act. 11 S. 2) 

"1. Es sei die Klägerin/Widerbeklagte zu verpflichten, dem Beklagten 
CHF 27'418.70 zzgl. 5% Zins seit 9. März 2009 für Expertisekos-
ten zu bezahlen. 

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Kläge-
rin/Widerbeklagten zu bezahlen." 

- 3 - 

Das Gericht zieht in Erwägung: 

I. 
(Einleitung und Sacherverhalt) 

Die Klägerin ist eine juristische Person des öffentlichen Rechts. Der Beklagte 1 ist 

selbständiger Bauingenieur. Die Beklagte 2 (vormals: BA._____ AG) ist eine Akti-

engesellschaft mit Sitz in Zürich, die in der Baudienstleistungsbranche tätig ist 

(act. 4/3).  

Im Rahmen der Errichtung des Schulhauses C._____ beauftragte die Klägerin als 

Bauherrin den Beklagten 1 mit den Bauingenieurarbeiten. Zu diesem Zweck wur-

de im Januar 2006 ein Ingenieurvertrag geschlossen, worin sich der Beklagte 1 

zur ingenieurtechnischen Bearbeitung der Tragkonstruktion, zur Ausführungspla-

nung und zur Überwachung der Realisierung des Bauvorhabens verpflichtete. Als 

Vertragsgrundlage wurde die SIA Ordnung 103 (Ausgabe 2003) mit Ausnahme 

der Bestimmungen über Tarifanpassungen bezeichnet. Als Honorar wurde eine 

Pauschale von CHF 100'000.– zzgl. Mehrwertsteuer vereinbart (act. 1 Rz. 5 und 

7; act. 4/4).  

Zur Vergabe der Baumeisterarbeiten erging ein Submissionsverfahren. Im Leis-

tungsverzeichnis für die offerierenden Baumeister war unter anderem die Erbrin-

gung eines Abdichtungssystems "Weisse Wanne" des Produzenten M._____ oder 

ein gleichwertiges System zur Gewährleistung der Wasserdichtigkeit der Boden-

platte und der Wände des UG des Schulhauses gefordert. Die offerierenden Un-

ternehmer sollten ferner eine zehnjährige Garantie für die Wasserdichtigkeit des 

Systems abgeben. Schliesslich wurde vorgeschrieben, dass die Bauunterneh-

mung die ingenieurtechnische Beratung und die bauleitende Betreuung durch er-

fahrene Fachingenieure zu leisten und die Übernahme von Haftung und Gewähr-

leistungen für den nach den Positionen R 91.000 und R 095.00 des Leistungsver-

zeichnisses zu verarbeitenden wasserdichten Beton zuzusichern habe (act. 1 Rz. 

9; act. 10 Rz. 2; act. 11 Rz. 30; siehe act. 4/6). Für die Erstellung der Submissi-

onsunterlagen (Leistungsverzeichnis) war der Beklagte 1 zuständig (act. 1 Rz. 10; 

- 4 - 

act. 11 Rz. 8). Die Beklagte 2 erhielt auf Grund ihres Angebots vom 20. März 

2006 den Zuschlag (act. 1 Rz. 8). In der Folge schloss sie im August 2006 mit der 

Firma D._____ als Subunternehmerin für das System der Wasserdichtigkeit einen 

Vertrag. Das Produkt von D._____ war ein Alternativprodukt zur "Weissen Wan-

ne" von M._____. Die D._____ gewährte der Beklagten 2 eine zehnjährige Sys-

temgarantie für ihr Produkt unter der Bedingung, dass die Bewehrung der Boden-

betonplatte den hohen Anforderungen nach SIA-Norm 262 genüge (act. 1 Rz. 14; 

nicht bestritten in act. 10 Rz. 8 und act. 11 Rz. 35; act. 4/12).  

Im Oktober 2006 mahnte die Beklagte 2 die Klägerin ab, weil sie der Auffassung 

war, der Beklagte 1 habe bei der Berechnung der Statik des Schulhauses Fehler 

gemacht. Aufgrund verschiedener Abklärungen, gutachterlicher Prüfungen, etc. 

wurde in der Folge ein Baustopp verhängt und dem Beklagten 1 der Auftrag ent-

zogen. Die Ergebnisse eines für die Klägerin massgebenden Gutachtens der 

Prüfingenieure der E._____ AG vom Dezember 2006 liess die Klägerin in einen 

Bericht des Departementes Bau vom 12. Januar 2007 einfliessen (act. 1 Rz. 15; 

nicht bestritten in act. 10 Rz. 9 und act. 11 Rz. 36).  

Am 23. Januar 2007 teilte die Beklagte 2 der Klägerin mit, dass ihr der Bericht 

vom 12. Januar 2007 zur Kenntnis gebracht habe, dass die Armierungsanforde-

rungen an die Bodenplatte nicht erfüllt seien, weshalb die zehnjährige Systemga-

rantie der D._____ nicht mehr aufrecht erhalten werden könne (act. 1 Rz. 16; act. 

10 Rz. 10; act. 11 Rz. 37). Die Klägerin wollte an der Systemgarantie festhalten 

(act. 1 Rz. 19; nicht bestritten in act. 10 Rz. 12 und act. 11 Rz. 40). Nach Bespre-

chungen am 1.  und 8. März 2007, aufgrund einer Bestätigung der D._____ und 

nach Eingang der Stellungnahmen der Parteien vom 14. März 2007 entschied sie 

sich deshalb, die von der Beklagten 2 am 26. Februar 2007 offerierten Massnah-

men zur Aufrechterhaltung der Systemgarantie in Auftrag zu geben mit dem Vor-

behalt der Rückforderung [der damit verbundenen Kosten] allenfalls auf dem Kla-

geweg (act. 1 Rz. 18-25; nicht bestritten in act. 10 Rz. 11 ff. und act. 11 Rz. 40 ff.; 

act. 4/18; act. 4/19; act. 4/25; act. 4/26).  

Obschon der Kontakt zwischen den Parteien in den folgenden Monaten rege fort-

bestand, konnten sie sich nicht auf die Kostenübernahme einigen (act. 1 Rz. 26; 

- 5 - 

nicht bestritten in act. 10 Rz. 17 und act. 11 Rz. 45), weshalb sich die Klägerin zur 

Klageeinleitung veranlasst sah (act .1 Rz. 43).  

II. 
(Prozessverlauf und Zuständigkeit) 

1. Prozessverlauf 

Am 20. November 2008 (Datum Poststempel) reichte die Klägerin die Weisung 

des Friedensrichteramtes F._____ und die Klageschrift ein (act. 1 und 3). Die Be-

klagte 2 legte ihre Klageantwortschrift am 16. Februar 2009 ein (act. 10). Der Be-

klagte 1 erhob mit seiner Klageantwortschrift vom 9. März 2009 Widerklage 

(act. 11). Nach Eingang der Widerklageantwort vom 28. April 2009 (act. 15) fand 

am 23. Oktober 2009 eine Referentenaudienz und Vergleichsverhandlung statt 

(Prot. S. 6-7), an der sich die Parteien jedoch nicht einig wurden. Das Verfahren 

wurde alsdann schriftlich fortgesetzt mit Replik vom 8. Februar 2010 (act. 20), 

Duplik des Beklagten 1 vom 30. April 2010 (act. 24) und Duplik der Beklagten 2 

vom 3. Mai 2010 (act. 25), Triplik vom 15. Juni 2010 (act. 31), Widerklagereplik 

vom 2. Juli 2010 (act. 33) und Widerklageduplik vom 26. August 2010 (act. 35).  

2. Zuständigkeit 

Im Streit liegen privatrechtliche Verträge, weil die Klägerin damit nur mittelbar öf-

fentliche Interessen verfolgte (siehe HAEFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines 

Verwaltungsrecht, 6. Aufl. Zürich 2010, N 1057 ff.). Die Parteien vereinbarten vor 

dem Friedensrichteramt F._____  – und damit vor Rechtshängigkeit der Klage –

die Zuständigkeit des Handelsgerichtes Zürich (act. 1 Rz. 3, act. 11 Rz. 24; act. 

4/2). Das angerufene Gericht ist deshalb für die Beurteilung der vorliegenden 

Streitsache gegenüber beiden Beklagten gemäss § 64 Ziff. 1 GVG/ZH zuständig.  

- 6 - 

III. 
(Materielles) 

III.A. 
(Verhältnis zwischen der Klägerin und dem Beklagten 1) 

1. Zusammenfassung der Parteistandpunkte 

1.1. Die Klägerin macht geltend, mit dem Beklagten 1 einen umfassenden Ver-

trag, gestützt auf die SIA-Norm 103, über Ingenieurleistungen abgeschlossen zu 

haben (act. 1 Rz. 40). Damit sei der Beklagte 1 für das statische Konzept, die 

Tragsicherheit und auch für die Bewehrung der Bodenplatte zuständig gewesen 

(act. 20 Rz. 11). Am 22. Mai 2006 habe der Beklagte 1 im Rahmen einer mündli-

chen Vereinbarung zudem die Fachingenieurverantwortung für die "Weisse Wan-

ne" übernommen (act. 20 Rz. 12).  

Trotzt entsprechender Übernahme zusätzlicher Planungsverantwortung und Ko-

ordination habe der Beklagte 1 die von der Beklagten 2 für die Zusicherung der 

Systemgarantie vorausgesetzten "hohen Anforderungen" an den Armierungsge-

halt der Bodenplatte nicht umgesetzt, sondern (weiterhin) lediglich erhöhte Anfor-

derungen vorgesehen. Eine ausreichende Koordination und eine Abnahme der 

Armierung habe er mit der Beklagten 2 pflichtwidrig nicht vorgenommen. Schliess-

lich habe er es stets unterlassen, die Nutzungsvereinbarung entsprechend anzu-

passen. Damit habe der Beklagte 1 seine Sorgfaltspflichten verletzt (act. 20 Rz. 

14, 15, 31 und 35). 

1.2. Der Beklagte 1 bestreitet, dass die Gewährung der Systemgarantie seitens 

der Beklagten 2 an Bedingungen geknüpft gewesen sei. Die Beklagte 2 wäre 

auch überhaupt nicht zur Stellung von Bedingungen berechtigt gewesen, schliess-

lich habe sie gestützt auf eine funktionale Ausschreibung eine Systemgarantie 

über einen Zeitraum von zehn Jahren übernehmen müssen. Dies habe die Be-

klagte 2 auch getan: Im August 2006 habe sie vom Subunternehmer D._____ ei-

ne Systemgarantie verlangt und im Dezember 2006 habe sie die Werkvertragsur-

- 7 - 

kunde mit der Systemgarantie vorbehaltslos unterzeichnet. Eine Bedingung lasse 

sich daraus nicht entnehmen (act. 11 Rz. 55 S. 38; act. 24 Rz. 61).  

Im Übrigen stellt sich der Beklagte 1 im Wesentlichen auf den Standpunkt, dass 

er keine zusätzliche Verantwortung für die Fachplanung in Bezug auf die "Weisse 

Wanne" übernommen habe und es alleinige Aufgabe der Beklagten 2 gewesen 

sei, den genehmigten Nutzungsplan mit der Offerte ihrer Subunternehmerin 

D._____ zu vergleichen und gestützt darauf die erforderlichen Massnahmen zur 

Gewährleistung der Wasserundurchlässigkeit in Absprache mit der Fachplanerin 

zu ergreifen (act. 11 Rz. 2, 15, 26 und 32, 34 ff.).  

Das Werk – die betonierte Bodenplatte und die Wände im UG – seien entgegen 

der Auffassung der Klägerin nicht mangelhaft und die "erhöhten Anforderungen" 

gemäss SIA-Norm 262 eingehalten gewesen. Zu mehr habe er sich nicht ver-

pflichtet (act. 11 Rz. 56). Die Klägerin habe ihn diesbezüglich auch nie abgemahnt 

(act. 11 Rz. 57).  

Konfrontiert mit massiven Vorwürfen seitens der Klägerin, nicht nur in diesem, 

sondern vor allem auch im Parallelverfahren (HG080290), habe er sich gezwun-

gen gesehen, selbst eine Expertise zur Klärung der klägerischen Vorwürfe in Auf-

trag zu geben. Die dadurch angefallenen Kosten von insgesamt CHF 105'835.80 

seien im Umfang von CHF 27'418.70 der vorliegenden Streitigkeit anzurechnen 

und von der Klägerin samt Zins zu ersetzen (act. 11 Rz. 65 ff.). 

1.3. Auf weitere Vorbringen der Parteien wird nachfolgend im Einzelnen soweit 

notwendig detailliert eingegangen.  

2. Qualifikation des Vertrags zwischen der Klägerin und dem Beklagten 1 

2.1. Zur rechtlichen Einordnung des Vertragsverhältnisses zwischen der Klägerin 

und dem Beklagten 1 machen die Parteien soweit ersichtlich keine Ausführungen. 

Übereinstimmend führen sie aus, dass sie einen Vertrag über Ingenieurleistungen 

abgeschlossen haben, worin sich der Beklagte 1 zur ingenieurtechnischen Bear-

beitung der Tragkonstruktion, der Ausführungsplanung und der Überwachung der 

Realisierung des Bauvorhabens verpflichtet hat. Als Vertragsgrundlagen wurde 

- 8 - 

die SIA Ordnung 103 (Ausgabe 2003) mit Ausnahme der Bestimmungen über Ta-

rifanpassungen bezeichnet. (act. 1 Rz. 7 und 40; act. 20 Rz. 11; nicht bestritten in 

act. 11 Rz. 28 und 59; act. 4/4). Umstritten ist zwischen den Parteien, ob der Be-

klagte 1 zusätzlich zu den schriftlich vereinbarten Pflichten auch noch die Fach-

planung für die "Weisse Wanne" übernommen hat (act. 1 Rz. 11 und 40; act. 11 

Rz. 28, 32 und 59; act. 20 Rz. 12; act. 24 Rz. 11). 

2.2. Der Ingenieurvertrag ist eng mit dem Architektenvertrag verwandt. Beide 

können rechtlich nicht allgemeingültig eingeordnet werden. Deshalb ist darauf ab-

zustellen, welche Leistungen die Parteien im konkreten Vertrag vereinbart haben. 

Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung stellt der Gesamtvertrag des Archi-

tekten einen gemischten Vertrag dar, welcher erlaubt, je nach den konkreten Um-

ständen eine sachgerechte Lösung nach Massgabe des Auftrags- oder Werkver-

tragsrechts zu finden. Hauptabgrenzungskriterium ist der Arbeitserfolg, den der 

Unternehmer im Gegensatz zum Beauftragten schuldet. Dasselbe gilt für den 

analog zu beurteilenden Ingenieurvertrag (Entscheid [des Bundesgerichts] 

4A_252/2010 vom 25. November 2010 E. 4.1; siehe auch [Entscheid des Bun-

desgerichts] 4C.93/2003 vom 25. August 2003 E. 4.3.2; FRÉDÉRIC KRAUSKOPF, Die 

Kündigung von Bauverträgen und die Folgen, Schweizerische Baurechtstagung - 

Freiburg 2007, S. 33 f.; PETER GAUCH, Der Werkvertrag, 5. Aufl., Zürich 2011, Rz. 

57; PETER GAUCH, vom Architekturvertrag, seiner Qualifikation und der SIA 102, in 

Gauch/Tercier, Das Architektenrecht, 3. Aufl., Freiburg 1995, S. 15 Rz. 38 ff.; 

RAINER SCHUMACHER, Die Haftung des Architekten aus Vertrag, in Gauch/Tercier, 

a.a.O. S. 127 Rz. 397).  

Das Bundesgericht hat bereits in Erwägung 3d von BGE 109 II 462 festgehalten, 

dass beim Gesamtvertrag in Bezug auf die Mängelhaftung eine Spaltung der 

Rechtsfolgen denkbar sei, indem sich etwa die Haftung für einen Planfehler aus 

Werkvertrag, jene für unsorgfältige Bauaufsicht aus Auftrag ergeben könne. Die-

ser Weg sei dagegen nicht gangbar, wenn die vorzeitige Auflösung eines Ge-

samtvertrages umstritten sei, der Auftrags- und Werkvertragselemente umfasse. 

Diese unterstehe Art. 404 OR, also der auftragsrechtlichen Auflösungsregel. An 

dieser Rechtsprechung hat das Bundesgericht bis dato festgehalten (siehe dazu 

- 9 - 

[Entscheid des Bundesgerichts] 4A_252/2010 vom 25. November 2010 E. 4.1; kri-

tisch PETER GAUCH, Der Werkvertrag, a.a.O., Rz. 58 ff.).  

2.3. Vorliegend stellt sich die Frage, nach welchem Recht die Haftung des Be-

klagten 1 zu bestimmen ist. Art. 6 des streitrelevanten Vertrags für Ingenieurarbei-

ten vom 16./20. Januar 2006 sieht vor, dass sich die Haftung des Beauftragten 

nach den einschlägigen Bestimmungen des Obligationenrechts bestimmt 

(act. 4/4). Wie gesagt, war der Beklagte 1 nach dem Wortlaut des Vertrags zu fol-

genden Leistungen verpflichtet: ingenieurtechnische Bearbeitung der Tragkon-

struktion, Ausführungsplanung und Überwachung der Realisierung des Bauvor-

habens gemäss beiliegendem Leistungsbeschrieb (act. 4/4 Art. 1). Nach Auffas-

sung der Klägerin war er zudem verantwortlich für die Fachplanung der "Weissen 

Wanne" (act. 1 Rz. 11 und 40; act. 20 Rz. 12). Diese Aufgabe habe in erster Linie 

die Pflicht umfasst, die Anforderungen der Beklagten 2 umzusetzen, d.h. hohe 

Anforderungen an den Armierungsgehalt der Bodenplatte und der Wände im UG 

in der Planungsbasis bzw. der Nutzungsvereinbarung vorzusehen (act. 20 Rz. 15 

und 31). Ferner habe die Übernahme der Fachplanung den Beklagten 1 zur Ko-

ordination mit der Beklagten 2 verpflichtet (act. 20 Rz. 15, 34 und 63; act. 31 Rz. 

11). 

2.4. Geht man ungeachtet der Bestreitungen des Beklagten 1 im Sinne der Klä-

gerin davon aus, der Beklagte 1 habe auch die Fachplanung übernommen und 

deshalb seine Pläne in Absprache mit der Beklagten 2 derart anpassen müssen, 

dass die Wasserdichtigkeit gewährleistet sei [durch Einplanung der "hohen Anfor-

derungen" an den Armierungsgehalt], so ist diese Aufgabe werkvertragsrechtli-

chen Normen zuzuordnen, denn aus dieser Leistung ist ein objektiv messbarer 

Erfolg geschuldet. Der Koordinationspflicht kommt keine eigenständige Bedeu-

tung zu, weshalb sie nicht separat werkvertraglichen oder auftragsrechtlichen 

Normen zu unterstellen ist. Aus den Vorbringen der Klägerin wird offenbar, dass 

sie unter der Koordinationspflicht des Beklagten 1 die Pflicht subsumiert, sich mit 

der Beklagten 2 bezüglich der Anforderungen im Hinblick auf die Wasserdichtig-

keit abzusprechen und diese in der Planung zu berücksichtigen. Die Klägerin wirft 

dem Beklagten 1 mit anderen Worten eine unsorgfältige Vorbereitung bei der 

- 10 - 

Ausarbeitung der Pläne vor. Die unsorgfältige Vorbereitung ist Ursache der feh-

lerhaften Pläne und begründet somit keine eigenständige Haftungsgrundlage. 

Soweit dem Beklagten 1 auch die Pflicht oblag, die Umsetzung seiner Pläne zu 

überwachen, stellt diese Aufgabe eine Tätigkeit dar, bei der kein Arbeitserfolg im 

werkvertraglichen Sinne geschuldet ist. Mithin müsste die Haftungsfrage diesbe-

züglich nach auftragsrechtlichen Normen beurteilt werden. 

2.5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass von einem gemischten Vertrag mit 

Verpflichtungen sowohl werkvertraglicher als auch auftragsrechtlicher Natur aus-

zugehen ist. Folglich ist vorliegend je nach geltend gemachtem Fehlverhalten der 

Beklagten zu entscheiden, ob dieses dem Werkvertrag oder dem einfachen Auf-

trag zuzurechnen ist. Die vorliegend im Fokus stehenden Planungsfehler in Bezug 

auf den Armierungsgehalt der Bodenplatte sind nach dem Gesagten den werkver-

tragsrechtlichen Normen zuzuordnen.  

3. Qualifikation des Schadens 

3.1. Die Klägerin wirft dem Beklagten 1 vor, er habe seine Sorgfaltspflichten ver-

letzt, indem er die "hohen Anforderungen" an den Armierungsgehalt nicht vorge-

sehen habe (act. 20 Rz. 15). Er habe die Nutzungsvereinbarung nie angepasst, 

obwohl er mit der Beklagten 2 bzw. deren Subunternehmerin die Ausgestaltung 

der Weissen Wanne definiert und festgelegt habe, und er klare Vorgaben gehabt 

habe, die Bodenplatte nach hohen Anforderungen zu armieren (act. 20 Rz. 31, 

35). Die Klägerin wirft dem Beklagten 1 mit anderen Worten eine mangelhafte 

Planung vor. Entsprechend liest sich auch der Hinweis, dass bei richtiger Planung 

und fachgerechter Ausführung eine "Weisse Wanne" wasserdicht sei (act. 20 Rz. 

16). Gegenstand der vertraglich geschuldeten Pflichten des Beklagten 1 war nicht 

die Errichtung des Gebäudes, sondern dessen Planung, unbestrittenermassen in 

Bezug auf die Statik, nach Auffassung der Klägerin auch in Bezug auf die Was-

serdichtigkeit der Bodenplatte und der Wände im UG. In diesem Sinne macht die 

Klägerin auch nicht geltend, die Baute sei in Abweichung der Pläne fehlerhaft er-

richtet worden. Geschuldet war vom Beklagten mithin ein ideelles Werk. Indem 

die Klägerin sich auf den Standpunkt stellt, die Pläne seien mangelhaft gewesen, 

- 11 - 

wirft sie dem Beklagten 1 deshalb einen Werkmangel vor. In diesem erkennt sie 

offenbar auch die Ursache für den nunmehr geltend gemachten Schaden.  

3.2. Dass es sich um einen Schaden im Rechtssinne handle, begründet die Klä-

gerin damit, dass sie den Vertrag über die Sanierungsarbeiten mit der Beklagten 

2 unter Zugzwang und unter dem Vorbehalt der Rückforderung eingegangen sei 

(act. 1 Rz. 25).  

Ein Schaden ist nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts eine unfrei-

willige Vermögensverminderung. Er kann in einer Verminderung der Aktiven, ei-

ner Vermehrung der Passiven oder im entgangenen Gewinn bestehen 

(GAUCH/SCHLUEP/SCHMID/REY, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner 

Teil, 9. Aufl. 2008, N 2847 mit Verweisen). Mithin stellt eine geleistete Zahlung nur 

dann einen Schaden dar, wenn sie unfreiwillig erfolgt ist. Nach Rechtsprechung 

des Bundesgerichts erfolgt eine Leistung namentlich dann unfreiwillig, wenn sie 

unter Betreibungszwang (vgl. Art. 63 Abs. 3 OR), in einer Notlage (Art. 21 OR) 

oder begründeter Furcht (Art. 29 f. OR) erfolgt (siehe Entscheid [des Bundesge-

richts] 4C.250/2006 vom 3. Oktober 2006 E. 2.2). Es muss folglich eine eigentli-

che Zwangslage gegeben sein. Abgesehen von den erwähnten, gesetzlich um-

schriebenen Fällen liegt eine die Freiwilligkeit der Leistung ausschliessende 

Zwangslage nur vor, wenn der Leistende unzumutbare Nachteile in Kauf zu neh-

men hätte, die er nicht anders als durch die Leistung abwenden kann. Die Zah-

lung muss als einzig möglicher und zumutbarer Ausweg erscheinen (BGE 123 III 

101 E. 3b).  

Die Klägerin stand bei der Entscheidfällung nach eigenen Angaben unter hohem 

zeitlichen Druck, nachdem die Baustelle schon mehr als drei Monate stillgelegen 

hatte (act. 1 Rz. 17). Nach einer kurzfristig einberufenen Besprechung am 1. März 

2007 und einer Bestätigung der D._____ vom 2. März 2007 habe sie feststellen 

müssen, dass für die Aufrechterhaltung der Systemgarantie kein anderes Sanie-

rungsvorgehen in Frage käme und weniger kostspielige Sanierungsmassnahmen 

nicht zielführend und nicht angemessen sein würden (act. 1 Rz. 19). Wie der Be-

klagte 1 selbst ausführt, stand die Klägerin zudem unter politischem Druck (act. 

11 Rz. 64). Schliesslich bestand keine Aussicht darauf, dass sich die Klägerin, der 

https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx220xA63&AnchorTarget=
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx220&AnchorTarget=
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx220xA21&AnchorTarget=
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx220&AnchorTarget=
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx220xA29&AnchorTarget=
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx220&AnchorTarget=

- 12 - 

Beklagte 1 und die Beklagte 2 innert absehbarer Frist darüber einig würden, wer 

die Verantwortung und gestützt darauf die Kosten für die Aufrechterhaltung der 

Systemgarantie zu tragen habe (act. 1 Rz. 24). Einzige Alternative für die Klägerin 

war mithin der Gang zum Gericht zur abschliessenden Klärung der Verantwort-

lichkeiten. Nachdem sich ein derartiger Prozess erfahrungsgemäss über mehrere 

Jahre hinziehen kann, hätte dies einen weiteren Baustopp über mehrere Monate 

wenn nicht Jahre bedeutet. Die Kosten dafür hätte die Klägerin (zumindest vor-

erst) selber aufbringen müssen und diese hätten den vorliegenden Streitwert wohl 

bald in der Höhe überstiegen (siehe dazu die Kostenaufstellung im stadtinternen 

Bericht vom 12. Januar 2007 für den Baustopp; act. 4/13 S. 9), was die Klägerin 

gegenüber den Steuerzahlern hätte verantworten müssen. Ferner wäre auch der 

Imageschaden zweifellos weiter angestiegen. Dass die Klägerin unter diesen Um-

ständen den Vertrag mit der Beklagten 2 unter dem Vorbehalt der Rückforderung 

schloss, und darin das kleinere Übel erblickte, kann ihr deshalb nicht zum Vorwurf 

gemacht werden. Stattdessen ist festzustellen, dass sich die Klägerin tatsächlich 

in einer Zwangslage befand, weshalb die zur Aufrechterhaltung der Systemgaran-

tie angefallenen Kosten zu einer unfreiwilligen Vermögensverminderung führten 

und deshalb einen Schaden im rechtlichen Sinne darstellen.  

3.3. Die angefallenen Kosten dienten nicht der Beseitigung des (behaupteten) 

Werkmangels, der – wie gesagt – darin zu erkennen ist, dass der Beklagte 1 un-

genügende Armierungsanforderungen an die Bodenplatte eingeplant haben soll. 

Es wird nicht behauptet, dass die Pläne korrigiert worden seien, stattdessen wur-

den andere Massnahmen getroffen, um sicherzustellen, dass die Bodenplatte und 

die Wände im UG die Eigenschaften aufwiesen, die sie gehabt hätten, wären die 

Pläne des Beklagten 1 "richtig" gewesen. Die Kosten dienten folglich der Beseiti-

gung des durch den Werkmangel angefallenen Schadens. Es handelt sich mithin 

um einen Schaden, der unabhängig von der Korrektur der Pläne angefallen ist.  

3.4. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Klägerin den Ersatz eines 

Mangelfolgeschadens einfordert. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass er seine 

Ursache in einem Werkmangel (mangelhafte Pläne) hat, jedoch nicht im Mangel 

- 13 - 

selbst begründet ist und einen Schaden im Rechtssinne darstellt (siehe zum Gan-

zen: PETER GAUCH, Der Werkvertrag, a.a.O., Rz. 1853 ff.). 

4. Mängelrüge 

4.1. Die Geltendmachung eines Mangelfolgeschadens setzt grundsätzlich die 

rechtzeitige Rüge des Werkmangels voraus. Erfolgt diese Rüge nicht rechtzeitig, 

gilt das Werk auch mit diesem Mangel als genehmigt (Art. 370 Abs. 1 und 3 OR). 

Die Mängelrechte, einschliesslich das Recht auf Ersatz des Mangelfolgeschadens 

sind damit verwirkt (PETER GAUCH, Der Werkvertrag, a.a.O., Rz. 2185). Der Be-

klagte 1 macht geltend, er sei nie abgemahnt worden, und erhebt damit den Ein-

wand der fehlenden Mängelrüge (act. 11 Rz. 57). Es gilt deshalb nachfolgend ab-

zuklären, ob 1) der Klägerin überhaupt eine Rügepflicht oblag und 2) ob sie dieser 

rechtsgenüglich nachgekommen ist.  

4.2. Bestehen einer Mängelrügepflicht 

Wie vorab ausgeführt, sind für Haftungsfragen im Zusammenhang mit den Pla-

nungsarbeiten des Beklagten werkvertragliche Normen anwendbar. Gemäss 

Art. 367 Abs. 1 OR obliegt es dem Besteller nach Ablieferung des Werkes, des-

sen Beschaffenheit zu prüfen und den Unternehmer von allfälligen Mängeln in 

Kenntnis zu setzen. Voraussetzung für die Entstehung der Mängelrügepflicht ist 

somit grundsätzlich die Ablieferung des Werkes. Die Klägerin nimmt keine Stel-

lung dazu, ob der Beklagte 1 seine Pläne vollendet und abgeschlossen hat. In Rz. 

37 ihrer Klagebegründung (act. 1) führt sie zwar aus, dass das "im Entstehen be-

griffene Werk", die betonierte Bodenplatte und die Wände mangelhaft gewesen 

seien. Damit meinte sie aber offensichtlich nicht die Pläne des Beklagten 1 son-

dern die gestützt auf die Pläne erstellte Baute. Die physische Erstellung der Baute 

gehörte bekanntlich aber nicht zu den Aufgaben des Beklagten 1, weshalb diese 

Parteiausführungen unbeachtlich sind. In Rz. 30 der Replikschrift (act. 20) führt 

die Klägerin aus, dass sie die Nutzungsvereinbarung (die nach ihrer Auffassung 

vom Beklagten 1 hätte angepasst werden müssen; act. 20 Rz. 31) nie abgenom-

men und der Beklagte 1 diese bis zur Kündigung des Auftragsverhältnisses im 

Dezember 2006 nie angepasst habe (act. 20 Rz. 31). Auch diesen Ausführungen 

- 14 - 

lässt sich nicht ohne Weiteres entnehmen, dass die Klägerin behauptet, der Be-

klagte 1 habe sein Werk nie abgeliefert. Immerhin führt sie aber aus, dass die Tä-

tigkeit an der Nutzungsvereinbarung (welche vom Beklagten 1 zu erstellen war) 

bis zur Auflösung seines Vertragsverhältnisses zumindest nach ihrer Auffassung 

nicht abgeschlossen war. Andererseits führt sie aber an gleicher Stelle (act. 20 

Rz. 31) auch aus, dass die Arbeiten für die "Weisse Wanne" im Sommer 2006 

abgeschlossen gewesen seien. Auf die sich daraus ergebende Frage, wie dies 

ohne abgeschlossene Planung möglich war, liefert die Klägerin keine Antwort, 

was wiederum dem Gedanken Raum lässt, dass die Klägerin gar nicht geltend 

machen will, der Beklagte 1 habe sein Werk nicht im Sinne von Art. 367 Abs. 1 

OR abgeliefert. Ungeachtet dieser Überlegungen wäre die Frage der Mängelrü-

gepflicht für das unvollendete Werk auch dann in sinngemässer Anwendung der 

Regeln über die ordentliche Mängelhaftung zu bejahen, wenn man davon ausge-

hen wollte, die nach werkvertragsrechtlichen Normen zu beurteilende Leistung 

des Beklagten 1 bzw. das beklagtischerseits geschuldete Werk sei im Zeitpunkt 

der Kündigung des Vertragsverhältnisses noch nicht vollständig erbracht worden, 

denn die Klägerin löste den Vertrag ex nunc auf und erhebt offensichtlich An-

spruch auf die Mängelfreiheit dieses "unvollendeten" Werkes (siehe dazu PETER 

GAUCH, Der Werkvertrag, a.a.O., Rz. 2432 ff.). Mithin ist davon auszugehen, dass 

der Klägerin eine Pflicht zur Mängelrüge oblag.  

4.3. Mängelrügefrist  

Art. 367 Abs. 1 OR sieht vor, dass der Besteller bei Ablieferung des Werkes, so-

bald es nach dem üblichen Geschäftsgange tunlich ist, dessen Beschaffenheit 

prüfen und den Unternehmer von allfälligen Mängeln in Kenntnis zu setzen hat. 

Offene Mängel muss der Besteller folglich innerhalb der Rügefrist sofort nach der 

Entdeckung anzeigen, andernfalls der Mangel als genehmigt gilt (siehe PETER 

GAUCH, a.a.O., Rz. 2151 f.). Anders verhält es sich bei geheimen Mängeln: Die-

ses sind Mängel, die bei der Abnahme und ordnungsgemässen Prüfung des Wer-

kes (Art. 370 Abs. 1 OR) nicht erkennbar waren. Solche Mängel gilt es vom Be-

steller sofort nach deren Entdeckung anzuzeigen (Art. 370 Abs. 3 OR, siehe auch 

PETER GAUCH, a.a.O., Rz. 2179).  

- 15 - 

Diese gesetzliche Regelung ist dispositiver Natur. Die Parteien können mithin da-

von abweichen, was in der Praxis auch regelmässig getan wird. Im Ingenieurver-

trag vom 16./20. Januar 2006 findet sich die folgende Regelung (act. 4/6 Art. 6 

Abs. 3):  

"Ansprüche aus Mängeln des unbeweglichen Bauwerkes verjähren innert 5 Jahren. Die Frist be-

ginnt mit der Abnahme des Werkes bzw. des Werkteils zu laufen. Solche Mängel kann der Auf-

traggeber während der ersten 2 Jahre nach der Abnahme jederzeit rügen. Nach Ablauf dieser Frist 

sind die Mängel sofort nach der Entdeckung zu rügen."  

Zudem haben die Parteien als Grundlage des Vertrags die SIA-Ordnung 103 

(Ausgabe 2003) vereinbart. Deren Art. 1.11.21 enthält die folgende Bestimmung:  

"Ansprüche aus Mängeln des Bauwerks verjähren innert fünf Jahren. Die Frist beginnt mit der Ab-

nahme des Werkes beziehungsweise des Werkteils zu laufen. Solche Mängel können während 

der ersten zwei Jahre nach Abnahme jederzeit gerügt werden. Nach Ablauf dieser Frist sind die 

Mängel sofort nach deren Entdeckung zu rügen. Den aus der verzögerten Rüge entstehenden 

Schaden trägt der Auftraggeber selber." 

Aus dem Vergleich der zwei Bestimmungen wird klar, dass sie sich inhaltlich 

kaum unterscheiden. Der Unterschied besteht darin, dass die Parteien in ihrer in-

dividuellen Vereinbarung den Bedeutungsgehalt des Mängelbegriffs präzisierten: 

Demzufolge ist in der Bestimmung nur von Mängeln des unbeweglichen Bau-

werks die Rede. Ferner entfiel der letzte Satz, wonach der Auftraggeber den aus 

der verzögerten Rüge entstehenden Schaden selber trage. Mit der Übernahme 

einer SIA-Ordnung in einen Vertrag erlangen die darin enthaltenen Bestimmun-

gen den Charakter von allgemeinen Vertragsbedingungen. Individuelle Parteiab-

reden gehen den übernommenen Bestimmungen stets vor (Art. 1.1 SIA-Ordnung 

103; siehe auch PETER GAUCH, a.a.O., Rz. 286). Weil Art. 6 Abs. 3 des Ingenieur-

vertrags die Bestimmung in Art. 1.11.21 SIA-Ordnung 103 ablöst, ist letztere für 

den vorliegenden Fall von vornherein nicht anwendbar.  

Aus Art. 6 Abs. 3 des Ingenieurvertrags geht zunächst einmal hervor, dass die 

Verjährungsfrist nur für diejenigen Ansprüche, die aus Mängeln des unbewegli-

chen Bauwerks entstehen, geregelt ist. Mängel am "unbeweglichen Bauwerk" 

sind von Planmängeln zu unterscheiden (dazu statt vieler: WALTER FELLMANN, Die 

- 16 - 

Haftung des Architekten und des Ingenieurs für Werkmängel, in Alfred Koller 

[Hrsg.], Haftung für Werkmängel, Verlag Vereinigung für Baurecht 1998, S. 108; 

ANTON EGLI, Die revidierten SIA-Ordnungen: System und Merkpunkte, in: Schwei-

zerische Baurechtstagung 2003, S. 67). Von den Parteien wird nicht geltend ge-

macht, dass dies im vorliegenden Fall anders wäre. Führen Planmängel jedoch zu 

Bauwerksmängeln, stellt der aus den Bauwerksmängeln erwachsende Schaden 

einen Mangelfolgeschaden der Planmängel dar. Wenn die Bestimmung folglich 

die Verjährungsfrist von Ansprüchen aus Mängeln am unbeweglichen Bauwerk 

regelt, umfasst sie damit auch den Anspruch auf Ersatz des Mangelfolgescha-

dens von Planmängeln. Art. 6 Abs. 3 sieht folglich vor, dass der Anspruch auf Er-

satz des Mangelfolgeschadens eines Planmangels innert fünf Jahren ab Abnah-

me des Werkes bzw. Werkteils verjährt. Aus dem Kontext wird klar, dass mit dem 

Begriff "Werk" das "unbewegliche Bauwerk" gemeint ist.  

Von der Regelung der Verjährungsfrist abzugrenzen ist die Regelung der Mängel-

rügefrist. Nach Art. 6 Abs. 3 des Ingenieurvertrags können "solche Mängel" – aus 

dem Kontext wird unmissverständlich klar, dass damit (nur) Mängel des unbeweg-

lichen Bauwerks gemeint sind – während der ersten zwei Jahre nach der Abnah-

me jederzeit gerügt werden. Nicht geregelt ist damit die Mängelrügefrist für die 

von den Mängeln am unbeweglichen Bauwerk zu unterscheidenden Planmängel. 

Mithin gilt für diese mangels einer anderen Parteiabrede weiterhin die im Obligati-

onenrecht verankerte Pflicht der "sofortigen" Rüge. Daran ändert auch der Um-

stand nichts, dass die von der Rügefrist zu unterscheidende Verjährungsfrist sich 

auch auf Ansprüche erstreckt, die ihre Ursache in Planmängeln haben. Weil der 

Anspruch auf Ersatz des Mangelfolgeschadens voraussetzt, dass der den Scha-

den verursachende Mangel – vorliegend der Planmangel – rechtzeitig gerügt bzw. 

nicht akzeptiert wurde, gilt im Ergebnis, dass der Bauherr seinen Anspruch auf 

Ersatz des Mangelfolgeschadens, insbesondere auch den Anspruch aus Mängeln 

am unbeweglichen Bauwerk verliert, wenn er den Planmangel nicht umgehend 

nach dessen Entdeckung rügt. Im Regelfall, in dem zunächst die Baumängel ent-

deckt werden und bei entsprechender Untersuchung festgestellt wird, dass diese 

Mängel und der damit verbundene Schaden auf Planmängel zurückzuführen sind, 

führt dies für den Bauherrn nicht zu Problemen. Der Planmangel ist regelmässig 

- 17 - 

als geheimer Mangel zu qualifizieren und kann deshalb innerhalb der Verjäh-

rungsfrist, deren Ablauf an die Abnahme des Bauwerks geknüpft ist (so Art. 6 

Abs. 3 des Ingenieurvertrags und auch Art. 371 Abs. 2 OR), sofort nach dessen 

Entdeckung gerügt werden. Nachdem der Bauherr grundsätzlich nicht zur Nach-

forschung verpflichtet ist (siehe PETER GAUCH, Der Werkvertrag, a.a.O., Rz. 

2183), braucht er sich nach der Entdeckung von Baumängeln nicht auf die Ursa-

chensuche zu machen. Es reicht völlig aus, wenn er im Laufe der zwei Jahre nach 

Abnahme des Bauwerks die Mängel gegenüber dem vermeintlichen Verursacher 

(der in der Regel der Bauunternehmer sein dürfte) rügt und in diesem Zusam-

menhang darauf stösst, dass die Ursache eigentlich beim Bauingenieur liegt. Rügt 

er diesen umgehend nach der entsprechenden Entdeckung, ist er seiner Mängel-

rügepflicht rechtsgenügend nachgekommen. Anders aber im umgekehrten Fall, in 

dem der Bauherr Planmängel vor den Baumängeln entdeckt. Diesfalls muss er 

nach dem Gesagten die Mängel umgehend nach deren Entdeckung rügen, an-

dernfalls sind die daraus erwachsenden Ansprüche verwirkt (Art. 371 Abs. 2 OR).  

Die Parteien äussern sich nicht einlässlich zu dieser Frage. Stattdessen verweist 

die Klägerin auf den Vorhalt der fehlenden Mängelrüge seitens des Beklagten 1 

hin (act. 11 Rz. 57) auf ihre Ausführungen in Rz. 20 ihrer Klageschrift (act. 20 Rz. 

123), worin sie aber lediglich ausführt, dass der Beklagte 1 bzw. seine Haftpflicht-

versicherung und sein damaliger Rechtsvertreter ebenfalls am 1. März 2007 mit 

einer Abmahnung und Forderungsanmeldung über die neuste Schadensentwick-

lung informiert worden seien (act. 1 Rz. 20). Ein Auslegungsstreit wurde damit 

nicht begründet.  

Selbst wenn man sich auf den Standpunkt stellen wollte, die erweiterte Mängelrü-

gefrist gelte auch für Planmängel, hält die Bestimmung in zeitlicher Hinsicht den-

noch keine Regelung für den vorliegenden Fall bereit. Art. 6 Abs. 3 des Ingenieur-

vertrags sieht vor, dass die Mängel nach Abnahme des unbeweglichen Bauwerks 

innert zwei Jahren jederzeit gerügt werden können. Was gilt aber, wenn Plan-

mängel – wovon vorliegend mangels entgegenstehender Ausführungen auszuge-

hen ist – vor Abnahme des Bauwerks entdeckt werden? Hierfür rechtfertigt sich 

ein Blick in die einschlägigen Bestimmungen der SIA-Norm 118, denn gestützt auf 

- 18 - 

diese entstand Art. 1.11.21 SIA-Ordnung 103 (siehe dazu den Aufsatz von ANTON 

EGLI, a.a.O., S. 64 und 68), welcher zweifellos Grundlage für Art. 6 Abs. 3 des In-

genieurvertrags bildete. Das Regelwerk SIA-Norm 118 ist auf Bauwerksverträge 

zugeschnitten. Wenn in den Bestimmungen von einem Werk die Rede ist, ist da-

mit folglich ein ganzes Bauwerk oder ein Teil eines Bauwerks, nicht aber ein 

Geistwerk (worunter auch ein Planwerk zu subsumieren ist) gemeint (siehe Prä-

ambel und Art. 1 SIA-Norm 118; HUBERT STÖCKLI, in Gauch/Stöckli, Kommentar 

zur SIA-Norm 118 Art. 1-37, S. 3). Zu unterscheiden gilt es zwischen drei Bausta-

dien: (1) Vor Vollendung des Bauwerks, (2) während der gemeinsamen Prüfung 

und (3) nach der gemeinsamen Prüfung. Die SIA-Norm 118 sieht als Regelfall 

vor, dass der Unternehmer die Vollendung des Werk(teil)s dem Bauherrn bzw. 

der Bauleitung anzeigt und danach eine gemeinsame Prüfung des Werks vorge-

nommen wird (Art. 158 SIA-Norm 118). Wird anlässlich dieser Prüfung ein Mangel 

entdeckt (Phase 2) muss die Bauleitung als Vertreterin des Bauherrn diesen um-

gehend anzeigen/rügen. Andernfalls gilt das Werk für den erkannten Mangel als 

genehmigt (Art. 163 Abs. 1 SIA-Norm 118). Anders verhält es sich wenn der 

Mangel erst nach der gemeinsamen Prüfung entdeckt wird (Phase 3). Diesfalls 

hat der Bauherr eine zweijährige Frist, innert der er entdeckte Mängel jederzeit 

rügen kann (Art. 173 Abs. 1 SIA-Norm 118). Ungeregelt bleibt der Fall, wo das 

Werk ohne Prüfung abgenommen wird (Art. 164 SIA-Norm 118). Wollte man dies-

falls annehmen, dass der Bauherr sämtliche Mängel innert zwei Jahren jederzeit 

rügen kann, wäre dieser dadurch gegenüber demjenigen Bauherrn, der eine ge-

meinsame Prüfung mit dem Unternehmer vornimmt, besser gestellt, namentlich in 

Bezug auf offensichtliche Mängel (siehe dazu Art. 163 Abs. 2 SIA-Norm 118). Für 

die Zeit vor Abnahme des Bauwerks besteht nach SIA-Norm 118 grundsätzlich 

keine Rügeplicht des Bauherrn. Gleichwohl sieht Art. 173 Abs. 2 SIA-Norm 118 

aber vor, dass der Bauherr Mängel, die aus einer verspäteten Mängelrüge er-

wachsen, selbst zu tragen hat. Entdeckt der Bauherr folglich im Verlaufe der Bau-

arbeiten einen Mangel an dem im Entstehen begriffenen Bauwerk, ist er gut bera-

ten, diesen sofort anzuzeigen. Aus diesen Ausführungen entnimmt sich für den 

vorliegenden Fall im Wesentlichen, dass je nach Phase des Bauprozesses unter-

schiedliche zeitliche Anforderungen an die Mängelrüge gelten. Eingang in die SI-

- 19 - 

A-Ordnung 103 und auch den Art. 6 Abs. 3 des Ingenieurvertrags fand lediglich 

die Regelung einer Phase, nämlich derjenigen für die Zeit nach Abnahme des un-

beweglichen Bauwerks. Was davor gelten soll, wurde offensichtlich nicht geregelt. 

Es gelten mithin die gesetzlichen Vorschriften, wonach die Mängelrüge sofort 

nach Entdeckung eines Mangels vorzubringen ist.  

Auf den vorliegenden Sachverhalt finden die genannten Bestimmungen nach dem 

Gesagten keine Anwendung. Mangels einer vertraglich vereinbarten Abweichung 

von den dispositiven Gesetzesnormen, sind diese folglich anwendbar.  

4.4. Ausübung der Mängelrüge 

Die Klägerin behauptet, sie habe die in Frage kommenden Verantwortlichen, 

nämlich den Beklagten 1 und die Beklagte 2 abgemahnt und zur Verbesserung 

der mangelhaften Bodenplatte und Wände aufgefordert bzw. die Geltendmachung 

von Ersatzforderungen angekündigt (act. 1 Rz. 37 f.). Diese Behauptung wird sei-

tens des Beklagten 1 ausdrücklich bestritten. Die "hohen Anforderungen" gemäss 

SIA-Norm 262 seien nicht Vertragsgrundlage zwischen ihm und der Klägerin ge-

wesen (act. 11 Rz. 56). Die Klägerin habe ihn sodann nicht abgemahnt und zur 

Verbesserung aufgefordert. Bezeichnenderweise unterlasse es die Klägerin, die 

behauptete Abmahnung zu substantiieren, insbesondere Angaben darüber zu 

machen, wann und wie sie diese "Abmahnung" gemacht haben soll. Schliesslich 

stellt der Beklagte 1 klar, dass es wohl weniger um eine "Abmahnung" als viel-

mehr um eine Mängelrüge gehe. Auch diese sei ihm gegenüber nicht erfolgt (act. 

11 Rz. 57). Zu diesen Ausführungen erwidert die Klägerin im Rahmen der Replik, 

eine Belehrung seitens des Beklagten 1 sei unnötig und verweist auf Rz. 20 ihrer 

Klagebegründung (act. 20 Rz. 123). Darin führt sie aus, der Beklagte 1 bzw. seine 

Haftpflichtversicherung und sein damaliger Rechtsvertreter seien ebenfalls am 1. 

März 2007 mit einer Abmahnung und Forderungsanmeldung über die neuste 

Schadensentwicklung informiert worden (act. 1 Rz. 20).  

Die Klägerin macht damit geltend, eine Mängelrüge sei am 1. März 2007 an den 

Beklagten 1 gerichtet worden. Dass sie den Beklagten 1 bereits davor gerügt hät-

te, behauptet die Klägerin hingegen nicht. Aus ihren Ausführungen wird ersicht-

- 20 - 

lich, dass die Beklagte 2 den klägerischen Bericht vom 12. Januar 2007 erhalten 

hat, denn die Beklagte 2 reagierte darauf mit der Erklärung vom 23. Januar 2007, 

wonach sie die Systemgarantie nicht mehr aufrecht erhalte (act. 1 Rz. 16). Dass 

auch der Beklagte 1 dieses Dokument erhielt, ist damit nicht gesagt.  

Die Klägerin führt ebenfalls aus, dass bereits aus dem Fachgutachten der 

E._____ AG vom Dezember 2006 klar gewesen sei, dass die Armierungsanforde-

rungen an die Bodenplatte nicht erfüllt seien (so von der Klägerin behauptet [act. 

1 Rz. 15] und auch aus dem Bericht vom 12. Januar 2007 [act. 4/13 S. 8] ersicht-

lich, wobei der darin aufgeführte Ingenieur A unschwer als der Beklagte 1 identifi-

ziert werden kann). Mithin stellt sich die Frage, ob die Klägerin, wenn sie behaup-

tet, den Beklagten 1 am 1. März 2007 abgemahnt zu haben, ihre Abmahnung 

bzw. Mängelrüge rechtzeitig erbrachte.  

Die Mängelrügefrist hängt von der Art des Mangels ab. Unterschieden wird zwi-

schen offenen (offensichtlichen oder erkennbaren) und geheimen Mängeln (PE-

TER GAUCH, Der Werkvertrag, a.a.O., Rz. 2073 ff.). Ungeachtet der Art des Man-

gels gilt aber der Grundsatz, dass ein Mangel spätestens seit dessen Endeckung 

umgehend gerügt werden muss. Dabei ist dem Besteller eine kurze Erklärungs-

frist zuzugestehen. Entdeckt ist der Mangel, wenn der Besteller Gewissheit über 

das Vorhandensein desselben erlangt hat, d.h. wenn er in der Lage ist, Bedeu-

tung und Tragweite des Mangels zu erkennen (siehe BGE 131 III 145 E. 7.2, in: 

Pra 94 [2005] Nr. 50 S. 394).  

Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung ist bei der Beurteilung, ob eine Rüge 

rechtzeitig erfolgt ist, auf die Umstände des Einzelfalls abzustellen. Grundsätzlich 

ist die Rügefrist kurz zu bemessen, wenn es sich um einen Mangel handelt, bei 

dem die Gefahr besteht, dass ein Zuwarten zu einem grösseren Schaden führen 

kann. Ist dies nicht der Fall, hält das Bundesgericht eine siebentägige Rügefrist 

für angemessen (Entscheid [des Bundesgerichts] 4A_82/2008 vom 29. April 2009, 

E. 7.1; Entscheid [des Bundesgerichts] 4A_336/2007 vom 31. Oktober 2007 E. 

4.4).  

- 21 - 

Wenn der Klägerin der dem Mangelfolgeschaden zugrundeliegende Werkmangel, 

die fehlerhafte Planung des Beklagten 1, bereits im Dezember 2006 bekannt war 

und sie ihn erst am 1. März 2007, also mehr als zwei Monate später "abmahnte", 

erfolgte diese Mängelrüge nach dem Gesagten klarerweise verspätet. Damit hat 

sie den Werkmangel akzeptiert und ihre Mängelrechte sowie auch das Recht auf 

Ersatz des Mangelfolgeschadens verwirkt. Zu betonen ist an dieser Stelle, dass 

es Aufgabe der Klägerin war, dem Gericht das Tatsächliche des Rechtsstreits 

darzulegen (§ 54 Abs. 1 ZPO/ZH). Die Klägerin hat einzig auf die Mängelrüge 

vom 1. März 2007 verwiesen. Weitere zu einem früheren Zeitpunkt erfolgte Män-

gelrügen hat die Klägerin nicht behauptet. Sie hat auch nicht verlangt, es seien ih-

re diesbezüglichen Ausführungen in Geschäft Nr. HG080290 in diesem Verfahren 

beizuziehen. Mithin ist alleine auf die in diesem Prozess gemachten Behauptun-

gen abzustellen. Selbst wenn man die Ausführungen der Klägerin im Parallelver-

fahren berücksichtigen würde, würde dies am Ausgang des Verfahrens nichts än-

dern (siehe HG080290). 

4.5. Fazit 

Selbst wenn man der (bestrittenen) klägerischen Auffassung folgt, wonach der 

Beklagte 1 nebst seinen Pflichten aus dem Ingenieurvertrag vom 16./20. Januar 

2006 auch die Fachplanungsaufgaben übernommen habe, ist das modifizierte 

klägerische Rechtsbegehren Ziffer 3 nach dem Gesagten abzuweisen. Gestützt 

auf die klägerischen Behauptungen hat sie – die Klägerin – den dem Mangelfol-

geschaden zugrunde liegenden Werkmangel verspätet gerügt, womit sie ihren 

Anspruch auf Ersatz des Mangelfolgeschadens verwirkt hat.  

5. Widerklage 

5.1. Trotz umgekehrter Parteirolle werden die Parteibezeichnungen in den nach-

folgenden Ausführungen zur besseren Verständlichkeit beibehalten. Der Beklagte 

1 und Widerkläger wird mithin weiterhin als Beklagter 1 und die Klägerin und Wi-

derbeklagte als Klägerin bezeichnet.  

- 22 - 

5.2. Der Beklagte 1 verlangt widerklageweise den Ersatz von Kosten für vorpro-

zessluale Expertisen im Umfang von CHF 27'418.70 zzgl. Zins (act. 11 Rz. 66 und 

69). Die Kosten seien absolut notwendig und gerechtfertigt gewesen. Er habe sich 

zahlreichen schwerwiegenden Vorwürfen der Klägerin ausgesetzt gesehen. Für 

die vorprozessualen Gespräche mit der Klägerin und zur Vermeidung eines allfäl-

ligen Prozesses seien die Abklärungen und Begutachtungen der Sachverständi-

gen zwingend erforderlich gewesen. Ihm sei nichts anders übrig geblieben, als die 

Vorwürfe der Klägerin umfassend abklären zu lassen (act. 11 Rz. 67). Die Kläge-

rin verkenne, dass es nicht darauf ankomme, dass die Expertisen von seiner 

Haftpflichtversicherung in Auftrag gegeben und von dieser auch vorfinanziert wor-

den seien. Entstanden sei der Schaden gleichwohl bei ihm, dem Beklagten 1, der 

ja über den Selbstbehalt und die Prämienerhöhung letztlich zur Kasse gebeten 

werde. Gemäss Art. 72 Abs. 1 VVG sei ein Rückgriff des Haftpflichtversicherers 

auf die Schadensverursacherin ausgeschlossen, wenn diese wie vorliegend ledig-

lich aus Vertrag (und nicht deliktisch) hafte. In diesem Sinne seien die Leistungen 

des Haftpflichtversicherers lediglich als Vorschuss zu betrachten (act. 33 zu Rz. 

7). Der Umstand, dass ein Teil der Forderungen von der G._____ AG in Rech-

nung gestellt worden sei, habe lediglich mit einer internen Aufteilung der Rech-

nungslegung zwischen den Herren GA._____ und H._____ zu tun (act. 33 zu Rz. 

8). 

Die Klägerin bestreitet, dass der Beklagte 1 die Expertisekosten bezahlt hat und 

überhaupt einen Schaden geltend machen kann. Die Rechnungen seien offen-

sichtlich nur Kopien ohne Unterschriften und würden keinerlei Zahlungsvermerk 

tragen. Auftraggeberin der Expertisen sei sodann nicht der Beklagte 1, sondern 

dessen Haftpflichtversicherung gewesen. Der Beklagte 1 sei mithin nicht aktivlegi-

timiert. Die Ausflüchte, wonach ein Selbstbehalt oder eine Prämienerhöhung an-

fallen würden, würden bestritten, seien weder substantiiert noch belegt und ohne-

hin nicht nachhaltig. Ferner werde bestritten, dass neben der I._____ AG auch die 

G._____ AG beauftragt worden sein soll. Der Beklagte 1 komme seinen Substan-

tiierungspflichten nicht nach. So ergebe sich aus den ins Recht gelegten Rech-

nungen nicht, welche Arbeiten in Bezug auf das vorliegende Prozessthema 

durchgeführt worden sein sollen. Die Aufteilung auf die beiden rechtshängigen 

- 23 - 

Verfahren sei willkürlich. Soweit Aufwendungen für die Zeit seit Klageeinleitung 

geltend gemacht würden, sei der Beklagte 1 schliesslich vollumfänglich auf einen 

allfälligen gerichtlich zugesprochenen Ersatz der ausserrechtlichen Kosten zu 

verweisen. Die Expertisekosten seien im Vergleich mit dem vertraglich vereinbar-

ten Honorar des Beklagten 1 auch nicht angemessen (act. 15 Rz. 7 ff.; act. 35 Rz. 

7, 9 und 11). 

5.3. Nachdem die Expertisen (G._____ AG; I._____ AG, vgl. Sammelbeilage act. 

12/2) von der Haftpflichtversicherin des Beklagten 1 in Auftrag gegeben wurden, 

ist die Versicherungsgesellschaft damit Schuldnerin des oder der Gutachter. Bei 

diesen (bestrittenen) Auslagen, so sie erfolgt sind, kann es sich wohl nur um Kos-

ten für die Abwehr ungerechtfertigter Ansprüche handeln, die die Versicherin ge-

stützt auf ihre versicherungsvertragliche Verpflichtung hat aufbringen müssen.  

Diese Kosten kann die Versicherin nicht direkt gegenüber der Klägerin geltend 

machen, weil sie zu dieser in keinem Vertragsverhältnis steht. Sie kann demzu-

folge auch nicht einen entsprechenden Anspruch an den versicherten Beklagten 1 

abtreten.  

Der Beklagte 1 selbst kann diese Kosten ebenfalls nicht geltend machen, weil sie 

ihm bis heute nicht angefallen sind. Dass er sie der Versicherin aus seinem 

Selbstbehalt und durch eine Prämienerhöhung wird ersetzen müssen, ist bis jetzt 

nur als künftige Entwicklung behauptet, jedoch nach dem Stand der Akten bis da-

to nicht eingetroffen, weshalb die Klägerin auch nicht verpflichtet werden kann, 

diese Position vorab zu ersetzen. Selbst wenn man der in der Lehre vertretenen 

Auffassung folgte, dass zukünftiger Schaden ausnahmsweise dann berücksichtigt 

werden kann, wenn er im Zeitpunkt des Urteils genügend liquid ist (siehe ANTON 

K. SCHNYDER, in: Basler Kommentar, a.a.O., N 6 zu Art. 42 OR), wäre dem Be-

klagten 1 entgegenzuhalten, dass die notwendige Liquidität im vorliegenden Fall 

gerade nicht gegeben ist. Der Beklagte 1 behauptet weder wie hoch sein Selbst-

behalt ist noch welche Prämienerhöhung zu erwarten ist. Zudem leidet seine Be-

gründung an der unbestrittenen Tatsache, dass er sich zwischenzeitlich aus dem 

Erwerbsleben zurückgezogen hat (act. 35 Rz. 7), woraus schliesst, dass er ohne-

hin nicht mehr zur Weiterführung der Versicherung verpflichtet ist und damit auch 

- 24 - 

keine höheren Prämien zu gewärtigen hat. Schliesslich kommt hinzu, was aller-

dings nicht entscheidend in Betracht fällt, dass weder die Police noch die Allge-

meinen Versicherungsbedingungen vorliegen.  

Die Diskussion um einen allfälligen Regress der Versicherungsgesellschaft auf 

die Klägerin und die Tragweite von Art. 72 Abs. 1 VVG erübrigt sich.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Aktivlegitimation des Beklagten 1 

nicht ausgewiesen ist, weshalb das Widerklagebegehren ohne weitere Prüfung 

abzuweisen ist.  

III.B. 
(Vertragsverhältnis zwischen der Klägerin und der Beklagten 2) 

1. Zusammenfassung der Parteistandpunkte 

1.1. Die Klägerin macht geltend, sie habe mit der Beklagten 2 einen schriftlichen 

Werkvertrag geschlossen, worin sich letztere zur Lieferung einer "Weissen Wan-

ne" inkl. fachingenieurtechnische Begleitung und zur Abgabe einer zehnjährigen 

Systemgarantie verpflichtet habe (act. 20 Rz. 11). Anlässlich einer Projektsitzung 

vom 22. Mai 2006 sei es zwischen dem Beklagten 1 und der Beklagten 2 zu einer 

mündlichen und anschliessend schriftlich notierten Vertragsergänzung gekom-

men, womit der Beklagte 1 zusätzliche Fachingenieurverantwortung übernommen 

habe (act. 20 Rz. 12; act. 31 Rz. 10). Die damalige Projektleiterin habe diese Ver-

tragsänderung akzeptiert, in der Annahme, dass die Parteien eine solche Abma-

chung in Erfüllung ihrer Sorgfaltspflicht vornehmen würden und dass die Koordi-

nation von den beiden Fachingenieuren, nämlich dem Beklagten 1 und dem 

Fachingenieur der Subunternehmerin der Beklagten 2, sachgerecht wahrgenom-

men werde (act. 20 Rz. 12; act. 31 Rz. 23). Es sei davon auszugehen, dass die 

Beklagte 2 die Fachplanerverantwortung dem Beklagten 1 nicht vollumfänglich 

übertragen habe (act. 20 Rz. 57).  

Die Beklagte 2 habe für die Gewährung der vertraglich zugesicherten Systemga-

rantie gemäss ihrer Subunternehmerin "hohe Anforderungen" an den Armie-

- 25 - 

rungsgehalt in der Bodenplatte des Schulhauses vorausgesetzt (act. 20 Rz. 14 

und 19). Demgemäss hätte der Beklagte 1 die Bodenplatte gemäss "hohen An-

forderungen" armieren lassen und die Projektbasis bzw. die Nutzungsvereinba-

rung (Sicherheits- und Nutzungsplan) entsprechend anpassen müssen (act. 20 

Rz. 31). Dies sei jedoch nicht geschehen (act. 1 Rz. 37; act. 20 Rz. 15).  

Die Klägerin wirft der Beklagten 2 nun vor, diese habe vertragswidrig nicht dafür 

gesorgt, dass diese Anforderungen eingehalten wurden, ihre Koordination mit 

dem Beklagten 1 unsorgfältig wahrgenommen und in der Folge vertragswidrig die 

Gewährleistung der Garantie erst wieder zugesagt, als umfassende zusätzliche 

Abdichtungsmassnahmen ausgeführt wurden (act. 20 Rz. 14 und 48). In diesem 

Sinne habe sie ihre Verpflichtungen verletzt, die Abgrenzung zur Tätigkeit des 

Beklagten 1 zu überprüfen und durchzusetzen (act. 20 Rz. 34). Ferner habe sie 

nicht nur die Überwachung ihrer Subunternehmerin D._____ nicht vertragskon-

form erfüllt; die D._____ hätte sich [auch] vergewissern müssen, dass die ent-

sprechenden Voraussetzungen für die Systemgarantie vorlagen. Die D._____ und 

damit die Beklagte 2 hätten ihre Pflichten gemäss Art. 365 OR bzw. gemäss Art. 

25 Abs. 3 SIA-Norm 118 verletzt (act. 31 Rz. 15). Gemäss plausiblen Ausführun-

gen des Beklagten 1 seien Absprachen betreffend Anforderungen der Beklagten 2 

zur Gewährleistung der Systemgarantie erst in einem sehr späten Zeitpunkt ge-

troffen worden (act. 31 Rz. 16, 19 und 35). In dieser Situation hätte die Beklagte 2 

eine erhöhte Sorgfaltspflicht getroffen, sicherzustellen, dass die entsprechende 

Koordination mit dem Beklagten 1 funktionierte. Dies habe sie sorgfaltswidrig 

nicht getan, was sie selbst zugebe (act. 20 Rz. 49; act. 31 Rz. 19 und 36). 

Nachdem ihr – der Klägerin – die Wasserdichtigkeitsgarantie verweigert worden 

sei, sei sie gezwungen gewesen, kostspielige Sanierungsmassnahmen in Auftrag 

zu geben, da sie auf die Garantie nicht habe verzichten können und wollen (act. 1 

Rz. 19). Der durch die dadurch verursachten Mehrkosten entstandene Schaden, 

sei ihr aufgrund der genannten Pflichtverletzungen von der Beklagten 2 zu erset-

zen.  

1.2. Die Beklagte 2 macht demgegenüber geltend, dass weder sie noch die 

D._____ nach der im Zuge der Sitzung vom 22. Mai 2006 erfolgten Vertragsände-

- 26 - 

rung noch Fachingenieurleistungen zu erbringen gehabt hätten. In der Folge habe 

sie ihre Leistungen entsprechend den Vorgaben des Beklagten 1 sowie den Vor-

gaben von Architekt und Bauleitung erbracht (act. 25 Rz. 11). Ohnehin wisse sie 

nicht, wie es dazu kam, dass die Fachbauleitung für die "Weisse Wanne" in den 

Ausschreibungsunterlagen als Leistung des Baumeisters aufgeführt wurde, denn 

die Ingenieurleistungen für die "Weisse Wanne" wären im Leistungsumfang des 

Ingenieurvertrags zwischen der Klägerin und dem Beklagten 1 enthalten gewesen 

(act. 10 Rz. 20). Aufgrund der Pflicht zur Erbringung der Ingenieurleistungen sei 

der Beklagte 1 auch für die Einhaltung der Anforderungen des Systemgaranten 

verantwortlich gewesen (act. 10 Rz. 21).  

Die Anforderungen, die sie – die Beklagte 2 – zur Gewährung der Systemgarantie 

stellte, habe sie am 22. Mai 2006 gegenüber dem Beklagten 1 sowie der Baulei-

tung der Klägerin kommuniziert (act. 10 Rz. 6; act. 25 Rz. 9, 13, 17, 20, 23, 26, 

29, 32, 44, 56 und 68). Diese Vorgaben habe sie von der Systemlieferantin 

D._____ erhalten. Mit dem Hinweis sei sie ihrer vertraglichen Verpflichtung nach-

gekommen, der Klägerin zu erläutern, was Voraussetzung für die Gewährung ei-

ner Systemgarantie gewesen sei. Nachdem die Klägerin durch ihre Bauleitung 

vertreten und zudem auch deren Ingenieur anwesend gewesen sei, habe sie – die 

Beklagte 2 – davon ausgehen dürfen, dass diese Vorgaben auch umgesetzt wür-

den. Sie sei nicht dazu verpflichtet gewesen, die vom Beklagten 1 als Spezialist 

ausgearbeiteten Unterlagen im Hinblick auf die Umsetzung der Vorgaben zu kon-

trollieren. Es treffe mithin nicht zu, dass sie die entsprechende Koordination un-

sorgfältig wahrgenommen habe. Sie habe keine derartige Verpflichtung getroffen. 

Weiter könne ihr auch nicht vorgeworfen werden, sie habe die Systemgarantie 

vertragswidrig abgelehnt. Nachdem die von ihr bekanntgegebenen Vorausset-

zungen für die Gewährleistung der Systemgarantie nicht eingehalten wurden und 

deshalb die Systemlieferantin die Systemgarantie ablehnte, sei ihr – der Beklag-

ten 2 – nichts anderes übrig geblieben, als der Klägerin eine entsprechende Ab-

mahnung zukommen zu lassen (act. 25 Rz. 9, 12, 14 und 32).  

In Bezug auf den geltend gemachten Schaden führt die Beklagte 2 im Wesentli-

chen aus, dass die Klägerin aufgrund der Sanierungsarbeiten ein qualitativ hö-

- 27 - 

herwertiges Produkt erhalten habe, als sie ursprünglich bestellt habe und sich 

diesen Mehrwert nun anrechnen lassen müsse (act. 25 Rz. 38, 40 und 88). 

2. Pflichtverletzungen der Beklagten 2  

2.1. Die Klägerin führt ihre als Schaden bezeichneten Kosten darauf zurück, 

dass die Armierungen in der Bodenplatte des Schulhauses C._____ nicht "hohen 

Anforderungen" im Sinne der SIA-Ordnung 262 genügen (act. 1 Rz. 37). Dazu sei 

es gekommen, weil das Erfordernis der "hohen Anforderungen" an den Armie-

rungsgehalt trotz den klaren Vorgaben der Beklagten 2 nicht in die Projektbasis 

und die Nutzungsvereinbarung übernommen und umgesetzt worden sei (act. 20 

Rz. 31). Folglich erkennt die Klägerin die Verursacher des Werkmangels in 

der/den mit der (Fach-)Planung betrauten Person/en. Obschon die Klägerin auch 

der Beklagten 2 trotz Vertragsänderung vom 22. Mai 2006 vorhält, sie hätte fach-

planerische Aufgaben zu bewältigen gehabt (act. 20 Rz. 12; act. 31 Rz. 15 und 

29), scheint sie – die Klägerin – sich doch nicht auf den Standpunkt stellen zu 

wollen, dass die Beklagte 2 auch die (Armierungs-)Pläne hätte erstellen müssen. 

Hierzu war auch den klägerischen Ausführungen zufolge grundsätzlich der Be-

klagte 1 zuständig (act. 20 Rz. 31). Der Beklagten 2 wirft die Klägerin im Wesent-

lichen vor, den Beklagten 1 ungenügend informiert, sich mit ihm nicht koordiniert 

und seine Vorgaben unkontrolliert übernommen bzw. befolgt zu haben (act. 20 

Rz. 12, 14, 48 und 49; act. 31 Rz. 16, 19 und 22). Zusammengefasst wirft die 

Klägerin der Beklagten 2 mithin die Verletzung von Sorgfaltspflichten vor, welche 

sie zum einen aus der behaupteten Teilfachplanerverantwortung der Beklagten 2 

ableitet. Zum anderen macht sie geltend, die Beklagte 2 bzw. ihre Subunterneh-

merin hätte eine Pflicht aus Art. 365 OR getroffen, die Einhaltung der Armierungs-

vorgaben zu kontrollieren (act. 31 Rz. 10 und 15). Schliesslich erblickt die Kläge-

rin eine Kontrollpflicht der Beklagten aus ihrer Funktion als Systemgarantin (act. 

31 Rz. 15). Die Vorbringen gilt es nachfolgend zu prüfen. 

2.2. Fachplanerverantwortung der Beklagten 2  

2.2.1. Die Beklagte 2 bestreitet grundsätzlich nicht, dass sie sich eine Sorgfalts-

pflichtverletzung anlasten lassen müsste, wenn sie die Fachplanung hätte ausü-

- 28 - 

ben müssen bzw. die Fachplanerverantwortung getragen hätte. Sie stellt sich in-

des auf den Standpunkt, dass es am 22. Mai 2006 zu einer Vertragsänderung ge-

kommen sei, anlässlich der sie von sämtlichen Pflichten im Zusammenhang mit 

der Fachplanung befreit worden sei (act. 10 Rz. 23; act. 25 Rz. 11, 14 und 27). In 

diesem Zusammenhang stellt sie klar, dass sie dem Beklagten 1 keine Fach-

planerverantwortung übertragen und mit diesem auch in keinem Zeitpunkt in ei-

nem Vertragsverhältnis gestanden habe (act. 25 Rz. 52). Die Vertragsänderung 

sei zwischen ihr und der Klägerin zustande gekommen. Zu dieser Behauptung gilt 

es die Ausführungen der Klägerin genauer zu betrachten.  

2.2.2. Die Klägerin macht geltend, der Beklagte 1 und die Beklagte 2 hätten zu-

sammen eine Vertragsänderung beschlossen (act. 20 Rz. 12). Damit erweckt sie 

den Eindruck, sie behaupte, dass es zwischen den Beklagten zu einem Vertrags-

schluss gekommen sei. Dass ihre Ausführungen jedoch nicht dahingehend zu 

verstehen sind, ergibt sich alleine schon aus dem Umstand, dass sie neben der 

Beklagten 2 auch den Beklagten 1 einklagt und dabei ihren Schadenersatzan-

spruch hauptsächlich darauf abstützt, dass der Beklagte 1 die Fachplanerverant-

wortung übernommen habe. Wäre die Klägerin der Auffassung, die Beklagten hät-

ten untereinander eine Vereinbarung betreffend Fachplanung geschlossen, wäre 

ihren Ausführungen zur Haftung des Beklagten 1 infolge Übernahme der Fach-

planerverantwortung der Boden entzogen. Die Klägerin ist nämlich auch der Auf-

fassung, dass die Beklagte 2 zumindest anfänglich bei Vertragsschluss alleine mit 

der Gewährleistung der Fachplanung beauftragt gewesen sei (act. 20 Rz. 11, 27 

und 48). Wäre diese Fachplanerverantwortung in einer Vereinbarung zwischen 

den Beklagten an den Beklagten 1 übergegangen, wäre dieser in Bezug auf die 

Leistungen im Zusammenhang mit der Fachplanung nur der Beklagten 2 gegen-

über verpflichtet und damit als Subunternehmer der Beklagten 2 zu qualifizieren, 

für den letztere einzustehen hätte. Der Vertragsschluss zwischen den Beklagten 

hätte mit anderen Worten keinen Einfluss auf die Vertragsverhältnisse zwischen 

der Klägerin und der Beklagten 2 bzw. dem Beklagten 1 und die Beklagte 2 müss-

te der Klägerin gegenüber nach wie vor als Verantwortliche für die Fachplanung 

einstehen.  

- 29 - 

Dass die Klägerin nicht ihre eigene Klagebegründung widerlegen will, ist anzu-

nehmen. Ihre Ausführungen können deshalb nur dahingehend verstanden wer-

den, dass sie geltend macht, die Vertragsverhältnisse der Beklagten mit ihr, folg-

lich also der Ingenieurvertrag vom 16./20. Januar 2006 zwischen ihr und dem Be-

klagten 1 sowie der Werkvertrag zwischen ihr und der Beklagten 2 seien geändert 

worden. Entsprechend führt die Klägerin auch an verschiedenen Stellen aus, dass 

der Beklagte 1 zusätzlich zu seinen bereits aufgrund des genannten Ingenieurver-

trags geschuldeten Leistungen Verantwortung als Fachingenieur übernommen 

habe (act. 1 Rz. 40; act. 20 Rz. 12 und 82). Schliesslich spricht die Klägerin auch 

konsequent von Vertragsergänzung oder -änderung. Dies setzt aber begriffsnot-

wenig den Bestand eines Vertrages voraus. Dass ein solcher zwischen den Be-

klagten vor dem 22. Mai 2006 bestanden hätte, wurde nicht behauptet. Gemeint 

sein können mithin nur die genannten Verträge zwischen den Beklagten und der 

Klägerin. Zusammenfassend ist klarzustellen, dass es nachfolgend nicht darum 

geht, ein Vertragsverhältnis zwischen den Beklagten zu durchleuchten. Vielmehr 

ist zu prüfen, 1) ob der Vertrag zwischen der Klägerin und der Beklagten 2 die 

Fachplanung bzw. die Fachingenieurverantwortung im Zusammenhang mit der 

"Weisse Wanne" ursprünglich umfasste und 2) ob die Beklagte 2 im Nachgang 

von dieser Pflicht befreit wurde.  

2.2.3.  Die Beklagte 2 führt in Rz. 20 ihrer Klageantwort (act. 10) aus, dass sie 

nicht wisse, weshalb die Fachbauleitung für die "Weisse Wanne" in den Aus-

schreibungsunterlagen als Leistung des Baumeisters aufgeführt worden sei, denn 

diese wäre grundsätzlich vom Ingenieurvertrag umfasst. Damit bestreitet die Be-

klagte 2 nicht, dass sie die Fachingenieurverantwortung anfänglich übernommen 

hatte, sondern bestätigt stattdessen, dass der Werkvertrag zwischen ihr und der 

Klägerin die Fachplanung ursprünglich umfasste. In diesem Sinne stellt sie sich 

wiederholt auf den Standpunkt, sie habe sich dieser Verantwortung im Zuge der 

Vertragsänderung entledigt (act. 25 Rz. 10, 32, 36, 56, und 68). Damit ist unbe-

stritten, dass die Fachplanung und die damit verbundene Fachingenieurverant-

wortung im Umfang der Ausschreibungsunterlagen, welche den Vertragsinhalt 

absteckten, ursprünglich zum geschuldeten Leistungsumfang der Beklagten 2 ge-

hörte.  

- 30 - 

2.2.4. Im Zusammenhang mit der Frage der Pflichtbefreiung der Beklagten 2 steht 

die Abweichungsmeldung vom 22. Mai 2006 im Fokus (act. 4/8). Unter Bezug-

nahme auf dieses Dokument macht die Beklagte 2 geltend, sie habe der Klägerin 

mitgeteilt, dass sie keine Verantwortung für die Fachplanung übernehme, nach-

dem der Beklagte 1 die Fachingenieurverantwortung nicht aus der Hand geben 

wolle. Die Klägerin habe diese Vertragsänderung akzeptiert (act. 10 Rz. 4; act. 25 

Rz. 10, 32, 43 und 74). Die Klägerin führt selbst aus, dass die in der Abwei-

chungsmeldung enthaltenen Ausführungen der Beklagten 2 als Antrag zur Ver-

tragsänderung zu verstehen seien (act. 1 Rz. 11). Diesen Antrag habe sie akzep-

tiert (act. 20 Rz. 12; act. 31 Rz. 23). Die Klägerin stellt sich aber auch auf den 

Standpunkt, dass die Vertragsabänderungen zur Folge gehabt hätten, dass der 

Beklagte 1 zusätzliche Fachingenieurverantwortung übernommen habe, nicht 

aber, dass die Beklagte 2 davon gänzlich befreit worden wäre. Letzteres ergibt 

sich aus den Ausführungen der Klägerin, wonach es in der Folge zwei Fachinge-

nieure, den Beklagten 1 und den Fachingenieur der Subunternehmerin der Be-

klagten 2, gegeben habe (act. 20 Rz. 12; act. 31 Rz. 33). Ferner führt die Klägerin 

aus, dass die Beklagte 2 (weiterhin) Fachingenieurverantwortung getragen und 

diese vernachlässigt habe, indem sie nicht genügend um die Koordination mit 

dem Bauingenieur besorgt gewesen sei (act. 20 Rz. 34). Einigkeit besteht zwi-

schen den Parteien mithin dahingehend, dass es im Nachgang zur Sitzung vom 

22. Mai 2006 zu einer Vertragsänderung kam. Uneins sind sich die Parteien über 

den Umfang, in welchem die Beklagte 2 von ihrer Fachingenieurverantwortung 

befreit wurde. Es gilt mithin nachfolgend die Vertragsänderung auszulegen.  

2.2.5. Weder die Klägerin noch die Beklagte 2 behaupten einen tatsächlich über-

einstimmenden Willen der Parteien. Mithin sind zur Ermittlung des mutmasslichen 

Parteiwillens die Erklärungen der Parteien aufgrund des Vertrauensprinzips so 

auszulegen, wie sie nach ihrem Wortlaut und Zusammenhang sowie den gesam-

ten Umständen verstanden werden durften und mussten (BGE 132 III 626 E. 3.1). 

Bei der Auslegung einer Willenserklärung bildet der Wortlaut lediglich die Grund-

lage, nicht aber die Grenze der Auslegung. Darüber hinaus beurteilt sich der Sinn 

der Äusserung auch nach dem Zusammenhang, in welchem sie steht und nach 

- 31 - 

den gesamten Umständen, unter denen sie abgegeben worden ist (BGE 135 III 

31 E. 2.2.6). 

2.2.6. Der Wortlaut der Offerte der Beklagten 2 lässt keine Zweifel daran offen, 

dass sich letztere sämtlicher Aufgaben im Zusammenhang mit der Fachplanung 

der "Weissen Wanne" entledigen wollte. Hierzu gilt es in Erinnerung zu rufen, 

dass die Ausschreibungsunterlagen für das Submissionsverfahren den Umfang 

der Leistungspflichten der Beklagten 2 absteckten. Durch die Erklärung, dass sie 

die Systemgarantie "ohne Fachplanung gemäss Ausschreibung" erbringen wolle, 

stellte die Beklagte 2 klar, dass sie keinerlei fachplanerische Pflichten mehr tra-

gen wollte (act. 4/8). Diese Offerte stellte die Beklagte 2 offenbar an J._____, der 

als Vertreter der Klägerin an der Sitzung vom 22. Mai 2006 teilnahm (act. 20 Rz. 

89). Dieser leitete den Antrag an die Klägerin weiter (Rücksprache: act. 1 Rz. 11), 

die daraufhin antwortete, es sei ihr egal (act. 4/8). Was J._____ genau weiterleite-

te, ist unklar. Aus dem von ihm angebrachten Vermerk auf der Abweichungsmel-

dung (act. 4/8) ergibt sich aber, dass er die Projektleiterin der Klägerin offenbar 

[auch] über eine Absprache mit dem Beklagten 1 informierte, wonach dieser die 

Fachplanung übernehme bzw. bereits übernommen habe. Es ist deshalb anzu-

nehmen, dass J._____ der Klägerin den Antrag der Beklagten 2 übermittelte und 

gleichzeitig erklärte, dass die Fachplanung und die damit verbundene Fachinge-

nieurverantwortung vom Beklagten 1 übernommen werde bzw. worden sei. Diese 

Auffassung deckt sich mit den Ausführungen der Klägerin, wonach sie mit der 

"Änderung der Verantwortlichkeiten" (act. 1 Rz. 11) einverstanden gewesen sei. 

Ferner wird gestützt darauf auch nachvollziehbar, weshalb die Klägerin von einer 

Vertragsänderung zwischen dem Beklagten 1 und der Beklagten 2 spricht (act. 20 

Rz. 12 und 79). Die Projektleiterin der Klägerin quittierte diese Information mit der 

Äusserung, es sei ihr egal. Die Klägerin macht heute geltend, sie habe die Ver-

tragsänderung akzeptiert (act. 1 Rz. 11; act. 20 Rz. 12; act. 31 Rz. 23).  

Die Vertragsänderungsofferte der Beklagten 2 war klar und konnte und durfte von 

der Klägerin nicht anders verstanden werden, als dass sich die Beklagte 2 vollum-

fänglich von der Fachplanung befreien wollte. Die Beklagte 2 lieferte mit ihrer Er-

klärung keinen Anhaltspunkt dafür, dass sie nur auf einen Teil der fachplaneri-

- 32 - 

schen Aufgaben und damit verbundenen Verantwortlichkeiten verzichten bzw. 

nebst dem Beklagten 1 weiter Fachingenieurverantwortung tragen wollte. Eben-

sowenig liegt ein Anhaltspunkt dafür vor, dass die Beklagte 2 ihre Haftungsbefrei-

ung von der Haftungsübernahme durch den Beklagten 1 abhängig machen wollte. 

Wäre der Antrag von der Klägerin aufgrund der Ausführungen von J._____ dahin-

gehend verstanden worden, könnte sie sich heute gleichwohl nicht darauf beru-

fen, denn sie muss sich das Wissen ihres Vertreters anrechnen lassen. Dass sich 

dieser in Bezug auf die Vertragsänderungsofferte der Beklagten 2 im Irrtum im 

Sinne von Art. 23 ff. OR befand, wurde von der Klägerin nicht behauptet.  

Die klägerische Antwort auf die Vertragsänderungsofferte der Beklagten 2 fiel 

ebenso eindeutig aus, indem sie ihr uneingeschränktes Einverständnis gab. Nicht 

behauptet wird seitens der Klägerin, dass sie der Beklagten 2 im Sinne einer Ge-

genofferte angeboten habe, sie aus der Fachplanerverantwortung zu entlassen, 

sofern diese vom Beklagten 1 übernommen wird. Stattdessen erklärt die Klägerin, 

dass sie den Antrag auf Vertragsänderung der Beklagten 2 [offenbar vorbehalts-

los] akzeptiert habe (act. 1 Rz. 11; act. 20 Rz. 12; act. 31 Rz. 23). Es liegt zwar 

auf der Hand, dass der Klägerin daran gelegen war, dass jemand die Fachpla-

nung übernahm und sie die Beklagte 2 nicht einfach so aus der Fachingenieur-

verantwortung entlassen wollte. Die Klägerin muss sich aber dabei behaften las-

sen, dass sie in Übereinstimmung mit der Beklagten 2 behauptet, dass beide Par-

teien resp. ihre Parteivertreter am 22. Mai 2006 davon ausgingen, dass der Be-

klagte 1 die Fachplanung übernahm bzw. selbst davon ausging, diese bereits 

übernommen oder stets inne gehabt zu haben (act. 1 Rz. 11; act. 10 Rz. 4; act. 

20 Rz. 12; act. 25 Rz. 26; act. 4/8). Unter diesen Umständen musste die Beklagte 

2 nicht damit rechnen, dass die Klägerin an ihre Pflichtbefreiung noch eine Bedin-

gung knüpfen würde, sondern durfte davon ausgehen, dass der klägerische Ent-

scheid endgültig war. Dass der Beklagte 1 bestreitet, die Fachplanung für die 

"Weisse Wanne" übernommen zu haben, ist dabei unbeachtlich; massgebend ist 

vielmehr, dass die Klägerin die Beklagte 2 von dieser Aufgabe entbunden hat. 

Dass diese Pflichten gleichwohl wieder Eingang fanden in den Werkvertrag vom 

1. Dezember 2006/19. Januar 2007 bezeichnen beide Parteien als Versehen (act. 

20 Rz. 38 und 83; act. 25 Rz. 24 und 74), weshalb dem Umstand keine Bedeu-

- 33 - 

tung zuzumessen ist. Zu den übereinstimmenden Ausführungen, wonach Herr 

K._____ [von der D._____] nebst der Kontrolle der Betonierarbeiten auch dafür 

zuständig gewesen sei, die von D._____ auszuführenden Arbeiten zu überwa-

chen (act. 25 Rz. 83; act. 31 Rz. 36), ist festzuhalten, dass dies noch kein oder 

nur ein sehr geringgewichtiges Indiz dafür darstellt, dass die Beklagte 2 weiterhin 

fachplanerische Aufgaben zu erfüllen gehabt habe. Es steht ausser Frage, dass 

die D._____ auch ohne Fachplanungsaufgaben der Beklagten 2 das von ihr her-

gestellte System zu liefern hatte (Betonierarbeiten, Abdichtungen, etc.). Naturge-

mäss sind dafür regelmässig mehrere Personen notwendig und es liegt auf der 

Hand, dass eine Unternehmung, die für die einwandfreie Erfüllung der Bauarbei-

ten einzustehen hat, eine Person auf die Baustelle beordert, die kontrollieren 

muss, dass die Arbeiten einwandfrei ausgeführt werden. Schliesslich zeigt ein 

Blick auf die Garantie-Erklärung vom 17. August 2006 (act. 4/12), dass die 

D._____ und auch die Beklagte 2 nicht davon ausgingen, selbst Planungsaufga-

ben bewältigen zu müssen, andernfalls hätte sich der erste Absatz in der Erklä-

rung, wonach vom Planer mittels geeigneter rechnerischer, konstruktiver und be-

tontechnologischer Massnahmen für möglichst weitgehende Rissfreiheit gesorgt 

werden müsse, erübrigt, zumal sie es ja dann selbst in der Hand gehabt hätten, 

diese Massnahmen zu treffen. Nachdem die Beklagte 2 von der Fachplanung be-

freit war und deshalb auch keine Fachingenieurverantwortung mehr zu tragen hat-

te, kann die Klägerin heute keine Pflichtverletzung der Beklagten 2 aus einer 

(Teil-)fachplanerverantwortung ableiten.  

2.3. Verletzung der Informationspflicht  

Die Klägerin wirft der Beklagten 2 vor, sie habe den Beklagten 1 ungenügend in-

formiert (act. 31 Rz. 16 und 19). Dabei macht sie aber nur geltend, dass die Be-

klagte 2 den Beklagten 1 nicht über den Vertragsinhalt zwischen ihr und der Sub-

unternehmerin D._____ informiert habe. Nicht bestritten wird von der Klägerin, 

dass die Beklagte 2 dem Beklagten 1 und vor allem auch dem Bauleiter J._____ 

an der Sitzung am 22. Mai 2006 ausdrücklich eröffnet habe, dass "hohe Anforde-

rungen" an den Armierungsgehalt der Bodenplatte notwendig seien (act. 10 Rz. 6; 

act. 25 Rz. 9, 13, 17, 20, 26, 29, 32 und 44). Im Gegenteil bestätigt sie diese Be-

- 34 - 

hauptungen in ihren eigenen Ausführungen, indem sie ausführt der Vertreter der 

Beklagten 2 habe anlässlich der Sitzung dem Beklagten 1 ergänzende Unterlagen 

bzw. eine Umschreibung der Wasserdichtigkeit übergeben (act. 1 Rz. 13; act. 20 

Rz. 31; act. 4/10). Nicht als Bestreitung zu taxieren ist der Verweis darauf, dass 

der Beklagte 1 bestreite, über die Anforderungen der Armierung der Bodenplatte 

informiert worden zu sein (act. 31 Rz. 18). Massgebend ist, was die Klägerin be-

hauptet. Eine Bestreitung seitens der Klägerin findet sich – wie gesagt – nicht in 

den Akten. Damit ist unbestritten, dass die Beklagte 2 die Klägerin und auch den 

Beklagten 1 bereits am 22. Mai 2006 über die Bedingungen für die Gewährung 

der Systemgarantie orientierte. Weshalb sie dies nach Abschluss der Vereinba-

rung mit der D._____ nochmals hätte tun sollen, bleibt unerklärt. Grundsätzlich ist 

nicht einzusehen, weshalb die Beklagte 2 hätte verpflichtet sein sollen, den Be-

klagten 1 mit dem sie in keinem Rechtsverhältnis stand (dazu vorne in Ziffer III.B. 

2.2.2. der Erwägungen), über ein Rechtsverhältnis mit einer Drittpartei (der Sub-

unternehmerin) zu informieren, geschweige denn, dem Beklagten 1 Unterlagen 

aus diesem Vertragsverhältnis auszuhändigen. Schliesslich erscheint auch frag-

würdig, was die Offenlegung des Inhalts des Vertrags vom 17. August 2006 ge-

bracht hätte, wenn die Arbeiten nach klägerischer Darstellung in diesem Zeitpunkt 

wenn nicht bereits abgeschlossen, dann zumindest doch in vollem Gange waren 

(Die Klägerin behauptet, dass die Arbeiten an der "Weissen Wanne" im Sommer 

2006 abgeschlossen wurden; act. 20 Rz. 31).  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass keine Verletzung der Informationspflich-

ten der Beklagten 2 ersichtlich ist.  

2.4. Verletzung der Koordinationspflicht  

Koordinationspflichten obliegen grundsätzlich der Bauherrin (siehe Art. 30 Abs. 2 

und 3 SIA-Norm 118) bzw. ihrer Bauleitung (Art. 34 Abs. 5 SIA-Norm 118). Ferner 

besteht für die Bauherrin die Möglichkeit die Koordinationspflicht einem General- 

oder Totalunternehmer durch ausdrückliche Vereinbarung zu übertragen (siehe 

PETER GAUCH, Der Werkvertrag, a.a.O., Rz. 224; und zur Unterscheidung zwi-

schen General- und Totalunternehmer: Rz. 233). Dieser ist diesfalls verpflichtet, 

die Arbeiten der von ihm beauftragten Subunternehmer, die untereinander als 

- 35 - 

Nebenunternehmer auftreten (siehe dazu ROLAND HÜRLIMANN in Gauch/Stöckli, 

Kommentar zur SIA-Norm 118 Art. 1-37, Zürich Basel Genf 2009, Art. 30 Anm. 

1d), zu koordinieren.  

Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass die Beklagte 2 weder Bauherrin des 

Schulhauses C._____ noch Bauleiterin war. Die Funktion der Bauleitung wurde 

durch das Büro Architektur L._____ AG, vertreten durch J._____, ausgeübt (act. 1 

Rz. 6). Die Klägerin bezeichnet die Beklagte 2 zwar auch als "Bauleiterin gegen-

über ihrer Subunternehmerin" (act. 31 Rz. 15). Durch die Präzisierung, gegenüber 

wem die Beklagte 2 Bauleitungsfunktion gehabt habe, bringt die Klägerin aber 

auch zum Ausdruck, dass die Beklagte 2 in der Vergabestufe nicht auf das glei-

che Niveau wie die Architektur L._____ AG zu setzen ist, sondern im Verhältnis 

zur Klägerin weiterhin als Unternehmerin galt, indes gegenüber ihrer Subunter-

nehmerin Überwachungsaufgaben zu tragen hatte. Dass zwischen der Klägerin 

und der Beklagten 2 ein General-/Totalunternehmervertrag zustande kam, wurde 

nicht behauptet und ergibt sich auch nicht aus den Akten.  

Mithin ist nicht ersichtlich, aufgrund welcher Position die Beklagte 2 Koordinati-

onspflichten zu tragen gehabt hätte. Des Weiteren ist auszuführen, dass sich die 

Koordinationspflichten auch stets auf die Nebenunternehmer der untergeordneten 

Vergabestufe beschränken. Eine Koordinationspflicht zwischen der D._____ und 

dem Beklagten 1 hätte für die Beklagte 2 mithin nur bestanden, wenn der Beklag-

te 1 Subunternehmer der Beklagten 2 geworden wäre. Dass dies nicht der Fall 

war, wurde bereits ausgeführt (Ziffer III.B. 2.2.2. der Erwägungen).  

Dass die Beklagte 2 und der Beklagte 1 derselben Vergabestufe zuzuordnen wä-

ren, ist ebenfalls nicht ersichtlich. Das Bundesgericht hat in einem gleichgelager-

ten Fall, wo der Ingenieur gegenüber der Bauherrin aus dem Ingenieurvertrag und 

die Unternehmerin gegenüber der Bauherrin aus Werkvertrag haftete, festgehal-

ten, dass die Ingenieurfirma Hilfsperson der Bauherrin war, und letztere deshalb 

für das Verhalten dieser Hilfsperson einzustehen hatte (BGE 119 II 127 E. 4a). Da 

spätestens seit der Befreiung der Beklagten 2 von sämtlichen fachplanerischen 

Aufgaben keine Umstände ersichtlich sind, die eine anderweitige Rechtsauffas-

sung rechtfertigen würden, ist diese vorliegend zu übernehmen (siehe auch PE-

- 36 - 

TER GAUCH, Der Werkvertrag, a.a.O., Rz. 1922). Daraus erhellt aber, dass die 

Klägerin sich das Verhalten des Beklagten 1 gegenüber der Beklagten 2 als ihr 

eigenes anrechnen lassen muss, obwohl beide Beklagten für die Klägerin jeweils 

ein Werk errichteten (Pläne bzw. "Weisse Wanne"). Dass in einem Vertragsver-

hältnis zwischen einer Bestellerin und einer Unternehmerin seitens der Unter-

nehmerin Koordinationspflichten anfallen, fällt schon deshalb ausser Betracht, 

weil die Unternehmerin keinerlei Weisungsbefugnisse gegenüber ihrer Bestellerin 

hat und ihr damit das notwendige Mittel zur Koordination fehlt. Der Vorwurf der 

ungenügenden Koordination erweist sich mithin als unbegründet.  

2.5. Verletzung der Kontrollpflichten  

2.5.1. Die Klägerin macht geltend, die Subunternehmerin der Beklagten 2, die 

D._____, hätte die Einhaltung der Voraussetzungen für die Systemgarantie kon-

trollieren müssen (act. 31 Rz. 15). Dabei behauptet die Klägerin aber nicht, dass 

sie mit der D._____ in einer direkten vertraglichen Beziehung gestanden habe. Im 

Gegenteil bezeichnet sie diese konsequent als Subunternehmerin der Beklagten 

2 (act. 1 Rz. 14; act. 20 Rz. 4, 12-14, 20, 31, 34 und 47; act. 31 Rz. 10, 15, 20, 

22, 23 und 36) und bringt damit unmissverständlich zum Ausdruck, dass eben 

nicht sie, sondern die Beklagte 2 mit der D._____ in einem Vertragsverhältnis 

stand und die Beklagte 2 für das Verhalten ihrer Subunternehmerin einzustehen 

hat.  

Daraus erhellt, dass die Klägerin auch nicht unmittelbar einen Anspruch aus ei-

nem allfälligen Fehlverhalten der D._____ ableiten kann, denn diese war grund-

sätzlich nur ihrer Auftraggeberin der Beklagten 2 gegenüber verpflichtet. Die klä-

gerische Behauptung ist deshalb nur dann von Bedeutung, wenn die D._____ im 

Sinne einer Hilfsperson für die Beklagte 2 die Einhaltung der Voraussetzungen für 

die Systemgarantie kontrollieren musste. Die vorliegend relevante Fragestellung 

lautet demnach: War die Beklagte 2 verpflichtet, die Sicherstellung der Voraus-

setzungen für die Systemgarantie zu gewährleisten bzw. die Einhaltung der Vo-

raussetzungen für deren Gewährung zu prüfen?  

- 37 - 

2.5.2. Die Beklagte 2 macht geltend, sie habe nach erfolgter Vertragsanpassung 

ihre Leistungen entsprechend den Vorgaben des Beklagten 1 sowie den Vorga-

ben von Architekt und Bauleitung erbracht. Erst nach Vorliegen der Expertise der 

E._____ AG, habe sie davon Kenntnis genommen, dass die "hohen Anforderun-

gen" im Sinne von SIA-Norm 262 Ziff. 4.4.2.2.6 nicht berücksichtigt gewesen sei-

en (act. 25 Rz. 11 f.). Die Klägerin wendet dagegen ein, die Beklagte 2 hätten un-

verändert Vertrags- und damit auch Sorgfaltspflichten getroffen. Weiter verweist 

sie in diesem Zusammenhang auf Art. 365 Abs. 3 OR (act. 31 Rz. 14 f.): Demzu-

folge trifft den Unternehmer eine Anzeigepflicht, wenn er bei der Ausführung des 

Werkes Mängel an dem vom Besteller gelieferten Stoffe oder an dem angewiese-

nen Baugrund entdeckt, oder sich sonst Verhältnisse ergeben, die eine gehörige 

oder rechtzeitige Ausführung des Werkes gefährden. Bei Verletzung dieser An-

zeigepflicht fallen die nachteiligen Folgen ihm selbst zur Last. 

Vorliegend geht es zwar nicht darum, dass die Beklagte 2 von der Klägerin gelie-

ferte Stoffe oder Baugrund übernommen hat. Eine Anzeigepflicht des Unterneh-

mers besteht aber auch im Zusammenhang mit der Befolgung von seitens des 

Bestellers gemachten Vorgaben. Nachdem der Beklagte 1 im Verhältnis zwischen 

der Klägerin und der Beklagten 2 als Hilfsperson der Klägerin einzustufen ist (sie-

he Ziffer III.B. 2.4. der Erwägungen), muss sich die Klägerin dessen Handlungen 

und damit auch dessen Vorgaben gegenüber der Beklagten 2 als ihre eigenen an-

rechnen lassen (siehe PETER GAUCH, Der Werkvertrag, a.a.O., Rz. 1934). Da es 

sich beim Beklagten 1 um eine sachverständige Hilfsperson handelt, muss sich 

die Klägerin auch dessen Sachverstand anrechnen lassen (siehe PETER GAUCH, 

Der Werkvertrag, a.a.O., Rz. 1923 und 1956). Es stellt sich mithin nachfolgend die 

Frage, ob die Beklagte 2 verpflichtet war, die unbestrittenermassen fehlerhaften, 

sachverständig erteilten Vorgaben anzuzeigen bzw. abzumahnen (Art. 369 OR) 

bzw. ob sie auch ohne Abmahnung keine Haftung übernehmen und die Klägerin 

die Folgen der fehlerhaften Vorgaben infolge Selbstverschuldens im Verhältnis 

zwischen ihr und der Beklagten 2 selber tragen muss.  

2.5.3. Welcher Art die Vorgaben des Beklagten 1 gegenüber der Beklagten 2 wa-

ren, erklären die Parteien nicht ausdrücklich. Aus den Vorbringen wird jedoch er-

- 38 - 

sichtlich, dass der Armierungsplan des Beklagten 1 im Fokus steht. Bezeichnen-

derweise nimmt die Klägerin auch darauf Bezug, indem sie ausführt, der Beklagte 

1 habe anlässlich einer Besprechung am 8. März 2007 bestätigt, er habe den Ar-

mierungsplan von der D._____ nicht visieren lassen, ansonsten man ja wohl nicht 

hier [an der Besprechung] wäre (act. 1 Rz. 21; act. 20 Rz. 26). Es leuchtet denn 

auch ein, dass dieses Dokument das Entscheidende war, ist es doch derjenige 

Plan, in dem detailliert aufgeführt ist, wie die Armierung der Bauteile zu erfolgen 

hat. Nicht von entscheidender Bedeutung konnte demgegenüber die Nutzungs-

vereinbarung sein. Zwar wirft die Klägerin dem Beklagten 1 wiederholt vor, er ha-

be die Nutzungsvereinbarung nicht angepasst, obschon er sogar von der Beklag-

ten 2 mit entsprechenden Unterlagen unterstützt worden sei. Die Nutzungsverein-

barung ist definitionsgemäss aber eine Beschreibung der Nutzungs- und Schutz-

ziele der Bauherrschaft sowie der grundlegenden Bedingungen, Anforderungen 

und Vorschriften für die Projektierung, Ausführung und Nutzung eines Bauwerks 

(siehe Art. 1.1 der SIA-Norm 262). Sie dient nicht als Plan für den Bauunterneh-

mer, sondern dem Dialog zwischen der Bauherrschaft und dem Ingenieur (so 

auch die Klägerin in act. 20 Rz. 28), und stellt einerseits sicher, dass die besonde-

ren Vorgaben der Bauherrschaft erfasst und kommuniziert sind, schützt den Inge-

nieur im Umkehrschluss aber auch vor ungerechtfertigten Forderungen seitens 

der Bauherrschaft. Nicht zu ersetzen vermag die Nutzungsvereinbarung die De-

tailpläne gestützt auf die der Bauunternehmer das Werk schliesslich errichtet. 

Auch wenn die Klägerin deshalb wiederholt geltend macht, der Beklagte 1 hätte 

die Nutzungsvereinbarung anpassen müssen, kann es vorliegend nicht um die 

Frage gehen, ob die Beklagte 2 die Nutzungsvereinbarung hätte kontrollieren 

müssen, zumal diese für sie faktisch nicht bedeutsam war. Sie stellt auch keine 

Weisung des Beklagten 1 gegenüber der Beklagten 2 dar, sondern regelt – wie 

gesagt – das Verhältnis zwischen der Klägerin und dem Beklagten 1. Vielmehr ist 

zu fragen, ob die Beklagte 2 die Armierungspläne des Beklagten 1, gestützt auf 

die die Bewehrung der Bodenplatte und der Wände im UG letztlich erstellt wurde, 

hätte kontrollieren müssen.  

2.5.4. Mit der Prüfungs- und Abmahnungspflicht beschäftigt sich Art. 25 SIA-Norm 

118. Von dieser Grundregel kann vertraglich abgewichen werden. Es ist deshalb 

- 39 - 

zunächst zu prüfen, ob die Parteien eine von dieser Bestimmung abweichende 

Vereinbarung getroffen haben: 

Massgebend ist der zwischen der Klägerin und der Beklagten 2 getroffene Ver-

trag, der zunächst mündlich abgeschlossen und am 1. Dezember 2006/19. Januar 

2007 schriftlich verankert wurde, dies mit dem inhaltlichen Fehler, dass die Ver-

tragsänderung vom 22. Mai 2006 darin nicht berücksichtigt wurde (act. 20 Rz. 83; 

act. 25 Rz. 74; act. 4/6). Dem eingereichten Werkvertrag entnimmt sich, dass so-

wohl die Submissionsunterlagen als auch das Angebot der Beklagten 2 vom 

20. März 2006 Vertragsbestandteil bilden. Bei der Submission wurden als 

Rechtsgrundlage nebst den Bestimmungen des Schweizerischen Obligationen-

rechtes unter anderem auch die Allgemeinen Bestimmungen für Bauarbeiten (SIA 

118) und die Allgemeinen Bedingungen der Stadt F._____ für die Ausführung von 

Bauarbeiten vom 4.3.1983 (Änderungen und Ergänzungen zur SIA-Norm) be-

zeichnet (act. 4/6 Blatt 4). Die Beklagte 2 hat sich mit diesen Submissionsbedin-

gungen unterschriftlich einverstanden erklärt. Das von ihr unterbreitete Angebot 

vom 20. März 2006 basiert demgegenüber [nur] auf den Allgemeinen Bedingun-

gen für Bauarbeiten SIA-Norm 118, Ausgabe 1977/1991. Eventuelle Widersprü-

che zu den Unterlagen der Ausschreibung seien bei einer Auftragserteilung ent-

sprechend Art. 21 SIA-Norm 118 zu bereinigen. Es erhellt, dass zwischen diesen 

Vertragsbestandteilen ein Widerspruch besteht: Das Angebot der Beklagten 2 

umfasst als Rechtsgrundlage im Gegensatz zu den Submissionsunterlagen nicht 

die Allgemeinen Bedingungen der Stadt F._____ für die Ausführung von Bauar-

beiten vom 4.3.1983, worin [offenbar] von den Bestimmungen der SIA-Norm 118 

abgewichen wird. Nach Art. 21 Abs. 1 2. Spiegelstrich geht in diesem Fall das 

Angebot des Unternehmers mit den zugehörigen Beilagen den Ausschreibungs-

unterlagen vor. Die Allgemeinen Bedingungen der Stadt F._____ sind damit im 

fraglichen Vertragsverhältnis nicht zu berücksichtigen. Dies gilt nicht, wenn sich 

vor das Angebot des Unternehmers ein Gegenangebot des Bauherrn schiebt (Art. 

22 Abs. 4 SIA-Norm 118). Ein solches Gegenangebot wurde von den Parteien 

aber nicht behauptet und findet sich auch nicht in den Vertragsunterlagen. Soweit 

man die als "Werkvertrag Nr. 66" betitelten und mit 5. September 2006 datierten 

Unterlagen, die ebenfalls Bestandteil des Werkvertrags vom 1. Dezember 

- 40 - 

2006/19. Januar 2007 bilden, als solche Gegenofferte betrachtet wollte, wäre 

festzustellen, dass diesen Unterlagen keine vom Angebot der Beklagten 2 abwei-

chende Bestimmung im Hinblick auf die massgebenden Rechtsgrundlagen zu 

entnehmen ist. Es wird darin lediglich wiederholt, dass sämtliche Normen, Emp-

fehlungen und dgl., die in der Vertragsurkunde oder den zugehörigen Vertragsbe-

standteilen genannt sind, gelten würden. Da die Allgemeinen Bedingungen der 

Stadt F._____ dem Vertrag auch nicht beiliegen, ist nach dem Gesagten davon 

auszugehen, dass Art. 25 SIA-Norm 118 unverändert zur Anwendung kommt.  

2.5.5. Art. 25 Abs. 3 und 4 SIA-Norm 118 entnimmt sich, dass eine Haftungsbe-

freiung ohne Abmahnung ausgeschlossen ist, wenn der Unternehmer die Fehler-

haftigkeit der Vorgabe erkannt hat. Weder die Klägerin noch die Beklagte 2 be-

haupten aber, dass die Beklagte 2 die Fehlerhaftigkeit bei der Erstellung der 

"Weissen Wanne" im Sommer 2006 erkannt habe. Die Beklagte 2 führt vielmehr 

aus, sie habe die Fehlerhaftigkeit des Armierungsgehalts erst aufgrund des Be-

richts der E._____ AG erkannt (act. 25 Rz. 12), was von der Klägerin nicht bestrit-

ten wird (act. 31 Rz. 15). Dass auch die Subunternehmerin der Beklagten 2 die 

Fehlerhaftigkeit nicht erkannt hat, ist aus den Ausführungen der Klägerin zu fol-

gern, wonach der Beklagte 1 der D._____ die Armierungspläne nicht zum Visie-

ren übergeben habe (act. 1 Rz. 21; act. 20 Rz. 26). Indessen behauptet die Klä-

gerin in ihrer Replikschrift, dass für die Beklagten, mithin auch die Beklagte 2, die 

Fehlerhaftigkeit ersichtlich gewesen wäre (act. 20 Rz. 37), und schliesst daraus, 

dass die Beklagte 2 deshalb zur Abmahnung verpflichtet gewesen wäre. Dies ist 

nachfolgend zu prüfen.  

2.5.6. Gemäss dem – auch von der Klägerin angerufenen – Art. 25 Abs. 3 SIA-

Norm 118 muss der Unternehmer die ihm übergebenen Pläne nur dann prüfen, 

wenn die Bauherrin weder durch eine Bauleitung vertreten noch selbst sachver-

ständig, noch durch einen beigezogenen Sachverständigen beraten ist. Ansons-

ten muss der Unternehmer nur Unstimmigkeiten oder andere Mängel anzeigen, 

die er bei der Ausführung seiner Arbeit erkennt. Nicht die Rede ist dabei von Un-

stimmigkeiten oder anderen Mängeln die er hätte erkennen müssen (ROLAND 

HÜRLIMANN, a.a.O., Anm. 21 zu Art. 25 SIA-Norm 118). Eine erweiterte Prüfungs- 

- 41 - 

und Abmahnungspflicht gilt bei Weisungen im Sinne von Art. 25 Abs. 4 SIA-Norm 

118. Der Unternehmer ist nur dann von jeder Haftung befreit, wenn er nicht nach 

den Umständen feststellen musste, dass die Weisungen fehlerhaft sind. Eine 

(vollständige) Haftungsbefreiung ist folglich ausgeschlossen, wenn die Fehlerhaf-

tigkeit der Weisung offensichtlich und ohne Nachprüfung erkennbar ist (Art. 25 

Abs. 4 SIA-Norm 118; siehe ROLAND HÜRLIMANN, a.a.O., Anm. 24c und 27 zu Art. 

25 SIA-Norm 118). Ist die Fehlerhaftigkeit einer Weisung zwar nicht offenkundig, 

aber bei Anwendung der konkret geschuldeten Sorgfalt erkennbar, so ist der Un-

ternehmer zu weiteren Abklärungen nur (aber immer dann) gehalten, wenn er sich 

im Einzelfall vertraglich zur Nachprüfung von Weisungen verpflichtet hat, oder 

wenn der Besteller gestützt auf eine konkrete Konstellation wegen der grossen 

Erfahrung des Unternehmers oder wegen seines überschiessenden Sachver-

stands in guten Treuen erwarten durfte, der Unternehmer werde die fragliche 

Weisung nachprüfen (ROLAND HÜRLIMANN, a.a.O., Anm. 24c zu Art. 25 SIA-Norm 

118).  

Wie vorab ausgeführt (Ziffer III.B. 2.5.3. der Erwägungen) ist vorliegend zu prüfen, 

ob die Beklagte 2 die Armierungspläne des Beklagten 1 hätte kontrollieren müs-

sen. Nicht relevant ist die Nutzungsvereinbarung, da diese keine Vorgabe gegen-

über der Beklagten 2 darstellte.  

Die Beklagte 2 erhielt die Pläne von einem erfahrenen Bauingenieur, mithin einer 

sachverständigen Hilfsperson der Klägerin. Letztere war zudem durch einen Bau-

leiter (J._____) vertreten, der ungeachtet der konkreten streitigen Frage als sach-

verständig gilt (ROLAND HÜRLIMANN, a.a.O., Anm. 21 zu Art. 25 SIA-Norm 118). 

Nach dem Gesagten war die Beklagte 2 deshalb nur insoweit zur Abmahnung 

verpflichtet, als sie erkannte, dass die Armierung ungenügend war. Dies wurde 

von den Parteien nicht behauptet (siehe dazu Ziffer III.B. 2.5.5. der Erwägungen). 

Darüber hinaus bestand für sie keine Prüfungspflicht, wobei irrelevant ist, ob der 

Mangel offensichtlich gewesen wäre.  

Auch wenn man unter Berücksichtigung, dass die Abgrenzung von Plänen und 

Weisungen sich zeitweilig als schwierig erweist (siehe dazu PETER GAUCH, Der 

Werkvertrag, a.a.O., Rz. 1934), die Prüfungs- und Abmahnungspflicht der Beklag-

- 42 - 

ten 2 unter Anwendung von Art. 25 Abs. 4 SIA-Norm 118 prüft, kommt man zum 

Schluss, dass eine Abmahnungspflicht der Beklagten 2 nicht bestand: Ob der Ar-

mierungsgehalt eines Betonwerkes den "hohen Anforderungen" der genannten 

SIA-Norm genügt, ist mittels rechnerischer Nachweise zu ermitteln. Um den An-

forderungen zu genügen, müssen vier Zielsetzungen in punkto Rissbreitenbe-

schränkung erfüllt sein. Dafür gilt es, verschiedene Parameter in die Berechnun-

gen mit einzubeziehen (siehe dazu BURDET/KENEL, Betonbau Einführung in die 

Norm SIA 262, Auszug der Dokumentation D 0182, Schweizerischer Ingenieur- 

und Architektenverein, Zürich, 2003). Ungeachtet der Frage, wie kompliziert eine 

solche Berechnung für einen Unternehmer mit dem Kenntnisstand der Beklagten 

2 bzw. ihrer Subunternehmerin gewesen wäre, steht damit fest, dass die Fehler-

haftigkeit der Armierungspläne des Beklagten 1 nicht offensichtlich und ohne 

Nachprüfung erkennbar war, zumal die Pläne immerhin "erhöhten Anforderungen" 

an den Armierungsgehalt genügten und damit nicht übermässig von den geforder-

ten "hohen Anforderungen" abwichen. Auch wenn man davon ausgehen wollte, 

die Fehlerhaftigkeit hätte für die Beklagte 2 erkennbar sein müssen, war die Be-

klagte 2 nicht zur weiteren Prüfung verpflichtet: Eine Vereinbarung, worin sich die 

Beklagte 2 zur Überprüfung verpflichtete, bestand seit dem Wegfall der Fachpla-

nungsaufgaben nicht mehr. Zudem durfte von der Beklagten 2 auch nicht auf-

grund eines übermässigen Wissensgefälles eine Nachprüfung der Pläne erwartet 

werden, erhielt sie diese doch von einem erfahrenen Bauingenieur der als Hilfs-

person einer zusätzlich durch eine Bauleitung vertretenen Bauherrin agierte.  

Zusammenfassend ist deshalb festzuhalten, dass die Beklagte 2 gemäss dem 

einschlägigen Art. 25 SIA-Norm 118 keine Kontrollpflichten verletzt hat.  

2.6. Pflichtverletzung in der Funktion als Garantiegeberin 

Die Klägerin wirft der Beklagten 2 schliesslich vor, sie habe trotz ihrer vertragli-

chen Zusicherung einer Systemgarantie, die ganz wesentlich auf der Einhaltung 

hoher Anforderungen basiert, nicht geprüft, ob diese Anforderungen eingehalten 

sind (act. 31 Rz. 15). Die Klägerin erweckt damit den Eindruck, dass sie aus der 

Funktion der Beklagten 2 als Garantiegeberin Kontrollpflichten ableitet.  

- 43 - 

Garantiert ein Unternehmer eine bestimmte Eigenschaft eines Werkes, so sichert 

er einerseits eine Eigenschaft des Werkes zu und erklärt zugleich, dass er die 

Haftung für die zugesicherte Eigenschaft übernehme (sog. qualifizierte Zusiche-

rung). Ob er damit auch die kausale Haftung für Mangelfolgeschäden übernimmt, 

ist eine Frage der Auslegung der entsprechenden Garantieerklärung (siehe PETER 

GAUCH, Der Werkvertrag, a.a.O., Rz. 1382). Durch eine Garantieerklärung werden 

die Anforderungen an die Eigenschaften des Werks präzisiert und das Spektrum 

allfälliger Werkmängel erweitert. Ein Werk ist mithin auch mangelhaft, wenn es 

zwar nach den "anerkannten Regeln der Technik" oder einem gleichwertigen 

Standard erstellt worden und ebenso gebrauchstauglich und wertvoll wie das be-

stellte Werk ist, aber die garantierten Eigenschaften nicht aufweist (siehe PETER 

GAUCH, Der Werkvertrag, a.a.O., Rz. 1398). Eine (erweiterte) Kontrollpflicht des 

Unternehmers ergibt sich aus der Garantieerklärung jedoch nicht, auch wenn die-

se nur unter Bedingungen abgegeben wurde, deren Einhaltung der Unternehmer 

selbst nicht beeinflussen kann. Soweit die Klägerin mithin aus der Funktion der 

Beklagten 2 als Garantiegeberin eine Kontrollpflicht der Beklagten 2 ableitet, ist 

dieses Vorbringen nicht zu hören.  

2.7. Fazit  

Aus diesen Erwägungen erhellt, dass der Beklagten 2 keine Pflichtverletzung zur 

Last gelegt werden kann. Von der Fachplanung und der damit verbundenen 

Fachingenieurverantwortung wurde sie durch die Klägerin befreit. In der Folge 

muss die Beklagte 2 sodann weder eine Informations-, Koordinations- oder Kon-

trollpflichtverletzung verantworten. Der behauptete Werkmangel liegt (im Verhält-

nis zwischen der Klägerin und der Beklagten 2) im Verantwortungsbereich der 

Klägerin, weshalb das modifizierte Rechtsbegehren Ziffer 2 gegen die Beklagte 2 

ohne weitere Prüfung abzuweisen ist.  

- 44 - 

IV. 
(Solidarhaftung) 

Die solidarische Haftbarkeit setzt naturgemäss voraus, dass mehrere Beklagte 

schadenersatzpflichtig sind. Nachdem die Schadenersatzpflicht des Beklagten 1 

wie auch der Beklagten 2 zu verneinen ist, ist auch Ziffer 1 des modifizierten 

Rechtsbegehrens ohne weitere Prüfung abzuweisen.  

Unbeachtlich ist ausgangsgemäss auch der Eventualantrag der Beklagten 2, wo-

nach festzustellen sei, mit welcher Quote sich die Beklagten 1 und 2 untereinan-

der an der Schadenersatzforderung der Klägerin zu beteiligen haben (act. 25 S. 

2). 

V. 
(Kosten- und Entschädigungsfolgen) 

Da die Klägerin fast vollumfänglich unterliegt, sind ihr die Kosten des Verfahrens 

aufzuerlegen (§ 64 Abs. 2 ZPO/ZH). Die Klägerin ist ferner zu verpflichten, den 

Beklagten 1 und 2 eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen (§ 68 

Abs. 1 ZPO/ZH). Dabei ist deren anwaltlichen Vertretungen unter Berücksichti-

gung von § 25 der Verordnung über die Anwaltsgebühren vom 8. September 

2010 und gestützt auf § 2 Abs. 2 in Verbindung mit § 3 Abs. 1 und § 2 Abs. 3 

aAnwGebV angemessen Rechnung zu tragen. Nachdem die Parteien keinen ent-

sprechenden Antrag gestellt haben, enthält die Prozessentschädigung keine 

Mehrwertsteuer. 

Zur Berechnung des Streitwerts ist der Wert des Klage- wie auch des Widerkla-

gebegehrens zusammenzurechnen (§ 19 Abs. 1 ZPO/ZH). Der Wert des Klage-

begehrens beläuft sich auf CHF 806'597.15 (act. 1 S. 2), derjenige des Widerkla-

gebegehrens auf CHF 27'418.70 (act. 11 S. 2). Daraus resultiert ein Verfahrens-

streitwert von CHF 834'015.85. Für die Berechung der Prozessentschädigungen 

ist im Verhältnis zwischen der Klägerin und dem Beklagten 1 zu beachten, dass 

dieser mit seiner Widerklage nicht durchdringt.