# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** caeb69fb-e931-5ff1-ae02-0de578d464e6
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-19
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 19.06.2020 BRGE I Nr. 0073/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRGE-I-Nr--0073-2020_2020-06-19.pdf

## Full Text

BRGE I Nr. 0073/2020 vom 19. Juni 2020 in BEZ 2022 Nr. 30 
 
(Bestätigt mit VB.2020.00561 vom 13. Januar 2022 und BGr 1C_170/2022 vom 
12. September 2022.) 

Gemäss dem bewilligten Projekt war der Ersatzneubau von zwei 
Mehrfamilienhäusern sowie die Erstellung einer Unterniveaugarage geplant. Die 
beiden Gebäude sollten in einem Abstand von 7 m zu einander auf einer 
rechtwinklig zur Strasse stehenden Achse zu liegen kommen. 

Aus den Erwägungen: 

4.2 (…) Gemäss § 27 Abs. 2 ABV kann die Bau- und Zonenordnung 
bestimmen, dass die für den Mehrlängenzuschlag massgeblichen 
Fassadenlängen von benachbarten Hauptgebäuden zusammengerechnet 

werden, wenn der Gebäudeabstand ein bestimmtes Mass unterschreitet. In 
Umsetzung dieser Kompetenznorm statuiert Art. 14 Abs. 3 BZO, dass eine 
entsprechende Zusammenrechnung erfolgt, wenn der Gebäudeabstand 7 m 
unterschreitet. 

Gemäss § 260 Abs. 3 PBG, der sich gemäss dem Randtitel sowohl auf 
Grenz- als auch auf Gebäudeabstände bezieht, dürfen einzelne Vorsprünge 
höchstens 2 m in den Abstandsbereich hineinragen, Erker, Balkone und 
dergleichen jedoch höchstens auf einem Drittel der betreffenden 
Fassadenlänge. Als Erker gilt ein der Fassade oder Ecke eines Gebäudes 
vorgelagerter, geschlossener, überdachter, über ein oder mehrere Geschosse 
reichender Ausbau, der nicht vom Boden aufsteigt (Christoph Fritzsche/Peter 
Bösch/Thomas Wipf/Daniel Kunz, Zürcher Planungs- und Baurecht, 6. A., 2019, 
S. 1086). 

4.3.1 Die geplanten Gebäude stehen zueinander in einem Abstand von 
genau 7 m. Haus A weist im ersten bis dritten Obergeschoss auf der 
südöstlichen, dem Haus B zugewandten Fassade einen Vorsprung auf, der als 
Erker zu qualifizieren ist. 

Das Kriterium, bei dessen Vorliegen die Fassadenlängen benachbarter 
Hauptgebäude zusammenzurechnen sind, bildet gemäss § 27 Abs. 2 ABV und 
Art. 14 Abs. 3 BZO die Unterschreitung eines bestimmten Masses des 
Gebäudeabstands. Für den Eintritt der in den genannten Bestimmungen 
erwähnten Rechtsfolge ist demnach nicht entscheidend, wie die Fassadenlänge 
der jeweiligen Hauptgebäude zu bestimmen ist, sondern es kommt einzig 
darauf an, in welcher Weise der Abstand zwischen zwei Gebäuden ermittelt 
wird. Es gelangt daher § 260 PBG zur Anwendung, dessen Abs. 1 sich 
entnehmen lässt, dass für den Gebäudeabstand die Entfernung zwischen den 
Fassaden zweier Gebäude massgebend ist. Wenn Abs. 3 dieser Bestimmung 
darüber hinaus festhält, dass einzelne Vorsprünge in den Abstandsbereich 
hineinragen dürfen, so kommt darin die Sichtweise zum Ausdruck, dass auch in 
einer solchen Konstellation der massgebliche Abstand (aufgrund dessen sich 
überhaupt erst ein Abstandsbereich bestimmen lässt) von der hinter dem 
Vorsprung gelegenen Fassade aus gemessen wird. Soweit der vorliegend 

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interessierende Erker von Haus A das Drittelsmass nicht überschreitet, fällt er 
daher im Sinne der Abstandsprivilegierung gemäss § 260 Abs. 3 PBG bei der 
Bestimmung des Gebäudeabstands zwischen Haus A und Haus B ausser 
Betracht. 

Dieses Verständnis wird durch folgende Überlegung bestätigt: Die 
Einführung von § 27 Abs. 2 ABV stand in direktem Zusammenhang mit der kurz 
zuvor erfolgten Statuierung von § 270 Abs. 3 PBG und der damit geschaffenen 
Möglichkeit, mittels Näherbaurecht neben dem Grenz-, auch den 
Gebäudeabstand zu unterschreiten (vgl. zu letzterem VB.2009 00342, E. 2.6 = 
BEZ 2010 Nr. 14). § 27 Abs. 2 ABV wurde geschaffen, um der nachteiligen 
Wirkung von Näherbaurechten entgegenzutreten, da letztere Gebäudegruppen 
mit stark verringerten Gebäudeabständen ermöglichen (Maja Schüpbach 
Schmid, Das Näherbaurecht in der zürcherischen baurechtlichen Praxis, 2001, 
S. 86 f.). Da sich abstandsprivilegierte Vorsprünge auf die Frage, ob zwei 

Gebäude zueinander in einem Unterabstand stehen, jedoch gar nicht 
auswirken, so dass sie eine Problematik betreffen, die unabhängig von der neu 
geschaffenen Möglichkeit einer Unterschreitung des Gebäudeabstands besteht, 
legt es die Stossrichtung von § 27 Abs. 2 ABV nahe, bei dessen Anwendung 
entsprechende Vorsprünge ausser Betracht zu lassen. 

Zu keinem anderen Ergebnis kann schliesslich die seitens der Rekurrentin 
behauptete faktische Riegelbildung führen. Zunächst besteht kein Anlass daran 
zu zweifeln, dass die klare Begrifflichkeit der fraglichen Bestimmungen, die den 
„Gebäudeabstand“ als massgeblich erklären, deren wahren Sinn wiedergibt. 
Damit verbietet sich eine korrigierende Auslegung, die sich einzig auf einen 
entsprechenden Gesetzeszweck abstützen würde. Die letztlich angesprochene 
Frage der Erscheinung der projektierten Gebäude ist vielmehr nach Massgabe 
des die Einordnung betreffenden § 238 PBG zu lösen. (…)