# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c5bae3b1-1cca-59a6-aa6d-d3818faada34
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-01-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.01.2022 E-2392/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2392-2019_2022-01-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2392/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  J a n u a r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Constance Leisinger (Vorsitz), 

Richter Thomas Segessenmann 

Richter William Waeber,  

Gerichtsschreiberin Claudia Jorns Morgenegg. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,   

vertreten durch MLaw Sophia Delgado,  

Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende Aargau,  

(…), 

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 15. April 2019 / N (…). 

 

 

 

E-2392/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin suchte am 22. Oktober 2016 in der Schweiz um 

Asyl nach. Am 24. und am 26. Oktober 2016 wurde sie wegen des Ver-

dachts auf eine (…) Krise ärztlich untersucht. Am 15. November 2016 

wurde sie zu ihrer Person, ihrem Reiseweg und summarisch zu ihren Aus-

reisgründen befragt (Befragung zur Person; BzP). Zugleich gewährte ihr 

das SEM das rechtliche Gehör zur bezweifelten Minderjährigkeit und zu 

einer allfälligen Rücküberstellung nach Italien.   

In erwähnter Befragung gab die Beschwerdeführerin hauptsächlich an, sie 

stamme aus Eritrea und gehöre der Ethnie der Tigrinya an. In Eritrea lebten 

ihre Eltern und drei jüngere Geschwister. Sie sei dort nie zur Schule ge-

gangen respektive habe diese abbrechen müssen. Aus ihrem Heimatland 

sei sie im Jahr 2015 geflohen, da sie dort hätte zwangsverheiratet werden 

sollen. Sie habe das Land illegal verlassen und sei nach Äthiopien gereist. 

Von Äthiopien sei sie weiter nach Libyen und vier Monate später auf dem 

Seeweg nach Italien gelangt. Dort sei sie im Zusammenhang mit ihren ge-

sundheitlichen Beschwerden im Spital gewesen. Nach einer Woche Auf-

enthalt in Italien sei sie in die Schweiz gereist. Nach Eritrea könne sie auch 

deshalb nicht zurückkehren, da sie dort Nationaldienst leisten müsste.  

B.  

Am 7. November 2017 wurde bei der Beschwerdeführerin eine Handkno-

chenanalyse durch das Regionalspital B._______ vorgenommen, gemäss 

welcher die Beschwerdeführerin ein Alter von 18 Jahren aufweise.  

C.  

Am 15. November 2016 wurde die Beschwerdeführerin summarisch zu ih-

rer Person, den Asylgründen und dem Reiseweg befragt (BzP). Gleichen-

tags wurde das von ihr bei der Asylgesuchstellung angegebene Geburts-

datum (…) im zentralen Migrationssystem (ZEMIS) abgeändert und als 

neues Geburtsdatum der Beschwerdeführerin der (…) eingetragen, wes-

halb sie fortan als Volljährige galt. 

D.  

Die Beschwerdeführerin wurde am 19. Dezember 2016 dem Kanton 

C._______ als Aufenthaltskanton zugewiesen.  

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Seite 3 

E.  

Am 13. November 2017 wurde die Beschwerdeführerin zu ihren Asylgrün-

den angehört.  

Im Rahmen dieser Anhörung brachte die Beschwerdeführerin zu den Grün-

den ihrer Ausreise aus Eritrea erneut vor, sie hätte dort zwangsverheiratet 

werden sollen. Eritrea habe sie vor allem aus gesundheitlichen Gründen 

verlassen. Sie könne ihre Krankheit manchmal nicht kontrollieren und 

schäme sich für diese. Ihre Mutter habe sie verheiraten wollen, damit sie 

finanziell bessergestellt sei und medizinische Hilfe in Anspruch nehmen 

könne. Diese Heirat habe sie abgelehnt und deshalb auch an Suizid ge-

dacht. Einmal, als sie von zu Hause weggegangen sei, hätten Soldaten sie 

aufgegriffen und für etwa sechs Monate inhaftiert. Die Soldaten hätten sie 

heftig geschlagen. Sie könne deshalb keine Kinder gebären. Nachdem die 

Soldaten bemerkt hätten, dass sie krank sei, hätten sie sie gehen lassen. 

Darüber hinaus gab die Beschwerdeführerin an, auf ihrer Flucht sei sie in 

der Sahara entführt und durch die Entführer geschlagen worden. Ihre Mut-

ter habe das Lösegeld für ihre Freilassung besorgt und geleistet.  

F.  

Am 12. Februar 2019 forderte das SEM die Beschwerdeführerin zur Ein-

reichung eines Arztberichtes auf. Dieser wurde am 23. Februar 2019 durch 

einen Facharzt für Innere Medizin ausgestellt und ging am 26. Februar 

2019 beim SEM ein. Darin wurde als Status "gesunde junge Frau" ange-

geben und festgehalten, die Beschwerdeführerin sei im Jahr 2016 in 

D._______ bei einem (…) gewesen und gemäss dem entsprechenden Be-

fund sei kein Grund der damaligen Untersuchung evaluierbar.  

G.  

Mit Verfügung vom 15. April 2019 stellte das SEM fest, die Beschwerde-

führerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, wies ihr Asylgesuch vom 

22. Oktober 2016 ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie 

den Vollzug an.  

H.  

Am 17. Mai 2019 erhob die Beschwerdeführerin durch rubrizierte Rechts-

vertreterin Beschwerde gegen den Entscheid des SEM vom 15. April 2019. 

Sie beantragte, es sei die Verfügung aufzuheben, die Flüchtlingseigen-

schaft sei festzustellen und ihr sei Asyl zu gewähren. Eventualiter sei ihr 

wegen Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung 

die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Subeventualiter sei die Sache zur 

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Seite 4 

Neubeurteilung an das SEM zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hin-

sicht wurde die unentgeltliche Prozessführung inklusive des Verzichts auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses und die unentgeltliche Rechtsver-

beiständung beantragt.  

I.  

Mit Zwischenverfügung vom 21. Mai 2019 hiess die Instruktionsrichterin 

das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut und 

verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Die rubrizierte 

Rechtsvertreterin wurde für das vorliegende Beschwerdeverfahren als 

amtliche Rechtsbeiständin beigeordnet. Die Beschwerdeführerin wurde 

aufgefordert, innert Frist einen ärztlichen Bericht betreffend ihren psychi-

schen Zustand einzureichen.  

J.  

Mit Eingabe vom 21. Juni 2019 wurde ein ärztlicher Bericht der (…) vom 

14. Juni 2019 zu den Akten gereicht. Darin wurde der Verdacht auf eine 

posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) sowie der Verdacht 

auf ein Alkoholabhängigkeitssyndrom (ICD-10 F10.24) geäussert. Es 

wurde eine Anmeldung in einem Zentrum für Folter- und Kriegsopfer sowie 

eine Vorstellung bei einer Suchtberatungsstelle empfohlen. Zur Überbrü-

ckung wurden unterstützende Gespräche angeboten.  

K.  

Die Instruktionsrichterin lud das SEM am 26. Juni 2019 zur Vernehmlas-

sung innert Frist ein. Die Vorinstanz nahm am 4. Juli 2019 zur Beschwerde 

Stellung und beantragte deren Abweisung.  

L.  

Der Beschwerdeführerin wurde am 8. Juli 2019 Gelegenheit zur Replik bis 

zum 23. Juli 2019 erteilt. Nach gewährten Fristerstreckungen ging die Rep-

lik am 6. August 2019 ein. Ihr waren zwei E-Mails von fachärztlichen Stel-

len beigelegt. Ebenfalls am 6. August 2019 eingereicht wurde eine Kosten-

note. 

M.  

Mit Eingabe vom 13. August 2019 berichtete die Rechtsvertreterin von ei-

nem bevorstehenden Arzttermin, den die Beschwerdeführerin wahrneh-

men werde.  

N.  

Mit Schreiben vom 1. Oktober 2019 wurde zudem ein ärztlicher Bericht der 

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Seite 5 

Frauenärztin eingereicht und seitens der Rechtsvertretung mitgeteilt, dass 

die Beschwerdeführerin die bevorstehende Traumatherapie noch nicht 

habe beginnen können.  

O.  

Am 17. Dezember 2019 wurde seitens der Rechtsvertreterin erklärt, die 

Therapie habe erneut nicht stattfinden können, da die Beschwerdeführerin 

zuvor einen Zusammenbruch erlitten habe. Ein entsprechender Bericht der 

Betreuerin vom 7. Dezember 2019 wurde am 20. Dezember 2019 zu den 

Akten gereicht.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist unter anderem zuständig für die Be-

handlung von Beschwerden gegen Asyl- und Wegweisungsverfügungen 

des SEM; dabei entscheidet das Gericht auf dem Gebiet des Asyls in der 

Regel – und so auch vorliegend – endgültig (vgl. Art. 105 AsylG i.V.m. 

Art. 31–33 VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Das Verfahren richtet sich 

dabei nach dem VwVG, dem VGG, dem BGG und dem AsylG (Art. 37 VGG 

und Art. 6 AsylG). 

1.2 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des Asylgesetzes (AsylG, SR 

142.31) in Kraft getreten (AS 2016 3101). Für das vorliegende Verfahren 

gilt das bis dahin geltende Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen 

zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und aArt. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

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3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Zur Begründung des ablehnenden Asylentscheids vom 15. April 2019 

führte das SEM im Wesentlichen aus, es seien Vorbehalte gegenüber der 

von der Beschwerdeführerin in der Anhörung erstmals geltend gemachten 

Festnahme durch eritreische Soldaten anzubringen. Es sei davon auszu-

gehen, dass die Beschwerdeführerin dieses Ereignis bereits an der BzP 

erwähnt hätte, wenn es sich tatsächlich zugetragen hätte, zumal sie dort 

zwei Mal gefragt worden sei, ob sie noch Zusätzliches ausführen wolle, 

was sie verneint habe. Auch sonst sei der von ihr beschriebene Aufenthalt 

in der Wildnis bei Soldaten nicht glaubhaft. Ihre Darstellung, dass sie die 

Schläge der Soldaten erst im Nachhinein bemerkt habe, sei seltsam. Es 

sei nicht glaubhaft, dass die Soldaten erst nach einem halben Jahr die 

Krankheit der Beschwerdeführerin erkannt hätten und sie ihr dabei behilf-

lich gewesen seien, nach Hause zu gelangen. Es sei davon auszugehen, 

dass ein minderjähriges Mädchen, welches in der Wildnis aufgefunden 

würde und ein seltsames Verhalten zeige, von den Soldaten nicht als feind-

liche Bedrohung wahrgenommen würde. Es könne daher der allgemeinen 

Erfahrung entsprechend davon ausgegangen werden, dass sehr schnell 

versucht würde, die Herkunft des Kindes festzustellen, und dieses in die 

Obhut seiner Familie zurückzuführen. Die Angabe der Beschwerdeführe-

rin, sie sei nicht ständig am selben Ort mit den Soldaten gewesen, sondern 

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diese seien herumgezogen und sie habe die Soldaten gleichsam begleitet, 

überzeuge nicht, da Soldaten in der Regel von einem Stationierungsort aus 

ihre Aufgaben wahrnehmen würden. Ausserdem habe die Beschwerdefüh-

rerin hinsichtlich des Mannes, mit dem sie habe verheiratet werden sollen, 

unterschiedliche Angaben gemacht. So habe sie in der BzP nicht gewusst, 

wer dies gewesen sei, an der Anhörung jedoch hierzu Angaben gemacht. 

Die entsprechenden Aussagen seien indes nicht substanziiert gewesen. 

Die beabsichtigte Zwangsheirat sei daher ebenfalls nicht glaubhaft.  

Hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten illegalen 

Ausreise aus Eritrea stellte das SEM fest, diesem Vorbringen komme pra-

xisgemäss keine Relevanz zu, zumal keine Anknüpfungspunkte vorliegen 

würden, aufgrund derer davon auszugehen sei, die eritreischen Behörden 

würden die Beschwerdeführerin als missliebige Person erachten. Auch 

sonst würden keine Anhaltspunkte für eine begründete Furcht vor künftiger 

Verfolgung vorliegen. Die Befürchtung, in den Nationaldienst eingezogen 

zu werden, sei – so das SEM weiter – weder asylrelevant, noch stehe diese 

praxisgemäss der Zulässigkeit des Vollzuges der Wegweisung entgegen.  

Hinsichtlich der Zumutbarkeit des Vollzuges der Wegweisung hielt das 

SEM unter Hinweis auf die Rechtsprechung des Gerichts fest, es liege we-

der eine Bürgerkriegs- noch Kriegssituation noch eine Situation allgemei-

ner Gewalt vor. Auch liessen weder individuelle Gründe noch besondere 

Umstände auf eine Existenzbedrohung der Beschwerdeführerin bei einer 

Rückkehr nach Eritrea schliessen, da sie eine junge, gesunde Frau sei, die 

in ihrem Heimatland über ein Beziehungsnetz verfüge. Gesundheitliche 

Probleme habe sie zwar geltend gemacht, indes habe die Abklärung (Arzt-

bericht vom 28. Oktober 2016) keinen eindeutigen Befund bezüglich des 

Vorliegens einer (…) ergeben. Ausserdem habe sie im Rahmen der Anhö-

rung dargelegt, dass sich ihr Gesundheitszustand gebessert habe und der 

Arztbericht vom 23. Februar 2019 weise sie als gesunde, junge Frau aus. 

Der Vollzug der Wegweisung sei zudem möglich.  

4.2 In der Beschwerde wurde seitens der Rechtsvertretung im Wesentli-

chen entgegnet, die Beschwerdeführerin sei von den Soldaten nicht nur 

geschlagen, sondern ausserdem wiederholt sexuell missbraucht worden, 

wie sie der Rechtsvertreterin anvertraut habe. Man habe sie jeweils nachts 

aufgesucht. Als die Soldaten die Krankheit der Beschwerdeführerin reali-

siert hätten, hätten sie sie in der Nähe des Heimatdorfes freigelassen. Ihrer 

Mutter habe sie von den Übergriffen erzählt. Aus Angst vor der Schande 

für die Familie, habe die Mutter daraufhin die Heirat mit einem älteren Mann 

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organisiert. Die Beschwerdeführerin sei damit jedoch nicht einverstanden 

gewesen und habe sich – da die Mutter die Heirat dennoch habe durchfüh-

ren wollen – zur Ausreise entschlossen. Es sei somit von frauenspezifi-

schen Fluchtgründen auszugehen, welche sie bis anhin nicht habe vorbrin-

gen können.  

Die Beschwerdeführerin habe den Missbrauch bei ihrer Ankunft in der 

Schweiz gegenüber dem SEM nicht erwähnt, da ihre Mutter ihr einge-

schärft gehabt habe, mit niemandem darüber zu sprechen, denn in ihrem 

Dorf seien solche Geschehnisse ein Tabuthema. Sie habe auch Angst vor 

Gerüchten gehabt und befürchtet, von der eritreischen Gemeinschaft in der 

Schweiz verstossen zu werden. An der Anhörung vom 13. November 2017 

habe sie die sexuellen Misshandlungen nicht erwähnt, da sie dazu nicht in 

der Lage gewesen sei. Sie habe im Rahmen dieser Anhörung aber etwa 

ausgesagt, dass eine Frau nicht so geschlagen werden dürfe und auch 

erklärt, sie sei derart geschlagen worden, dass sie nie Kinder bekommen 

werde. Schon aufgrund dieser Aussagen hätte das SEM das Vorliegen von 

frauenspezifischen Fluchtgründen erkennen oder zumindest diesbezüglich 

eine Abklärung des Sachverhalts vornehmen müssen. Beim Arztbesuch 

der Beschwerdeführerin am 23. Februar 2019 habe eine Mitbewohnerin für 

die Beschwerdeführerin übersetzt, weshalb es für sie auch dort nicht mög-

lich gewesen sei, die Erlebnisse anzusprechen; der Bericht mache zur psy-

chischen Verfassung keine Angaben. 

Die Vorinstanz habe es zudem unterlassen, die schlechte psychische Ver-

fassung der Beschwerdeführerin während der BzP und der Anhörung in 

geeignetem Mass zu berücksichtigen. Anlässlich der Anhörung habe die 

Beschwerdeführerin fast durchgehend geweint, zittrige Hände gehabt und 

einen müden Eindruck hinterlassen. Dies sei nicht nur von der Hilfswerk-

vertretung (HWV), sondern auch durch die Befragerin protokolliert worden. 

Es sei daher verfehlt, wenn die Vorinstanz in der Verfügung von einem 

Mangel an emotionaler Teilnahme spreche. Der Anregung der HWV, eine 

psychiatrische Abklärung vorzunehmen, sei das SEM nicht nachgekom-

men. Eine solche hätte das SEM jedoch im konkreten Fall von Amtes we-

gen vornehmen müssen. Sollte das Gericht zum Schluss gelangen, dass 

der Sachverhalt nicht vollumfänglich abgeklärt sei, so sei die Sache im 

Sinne des Subeventualantrags zur Neubeurteilung an das SEM zurückzu-

weisen. Da die Beschwerdeführerin erstmals der Rechtsvertreterin gegen-

über von den Misshandlungen habe berichten können, stehe eine fachärzt-

liche Untersuchung noch an und ein Arztbericht werde nachgereicht. Es 

müsse von einer Traumatisierung ausgegangen werden, was durch die 

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beigelegten Berichte der Deutschlehrerin sowie der Schulleiterin der Be-

schwerdeführerin bestätigt werde. Im Weiteren verkenne das SEM den 

äusserst geringen Bildungsstand der Beschwerdeführerin. In der BzP sei 

erkennbar gewesen, dass sie Mühe gehabt habe, Ereignisse zeitlich ein-

zuordnen. Die Ausführungen zur Zwangsheirat im Rahmen der Anhörung 

seien sodann als Ergänzungen zu jenen in der BzP zu qualifizieren.  

Im Weiteren wurde argumentiert, der drohende Einzug in den eritreischen 

Nationaldienst stelle eine reale Gefahr von Folter und unmenschlicher Be-

handlung im Sinne von Art. 3 EMRK dar. Es sei bekannt, dass es in Eritrea 

immer wieder zu sexuellem Missbrauch komme. Der Vollzug sei daher un-

zulässig. Aufgrund dokumentierter Menschenrechtsverletzungen und der 

Willkür des Regimes sei er zudem unzumutbar. Die bisherigen medizini-

schen Abklärungen seien zudem ungenügend, denn daraus lasse sich kei-

neswegs schliessen, dass die Beschwerdeführerin gesund sei. Es sei ein 

psychiatrisches Gutachten von Amtes wegen einzuholen. Mit fachärztli-

chem Bericht vom 14. Juni 2019 sei sodann der Verdacht einer posttrau-

matischen Belastungsstörung sowie der Verdacht eines Alkoholabhängig-

keitssyndroms konstatiert und eine Traumatherapie empfohlen worden.  

4.3 In seiner Vernehmlassung nahm das SEM Kenntnis von erwähntem 

Arztbericht und stellte sich auf den Standpunkt, dem Gesundheitszustand 

der Beschwerdeführerin sei im vorinstanzlichen Verfahren bereits Rech-

nung getragen worden, indem sie zur Einreichung eines Arztberichts auf-

gefordert worden sei. Es sei sodann bereits ausgeführt worden, weshalb 

der Aufenthalt der Beschwerdeführerin bei den Soldaten nicht geglaubt 

werden könne. Die angebliche Vergewaltigung sei daher in Frage zu stel-

len, dies umso mehr, als die Beschwerdeführerin dieses Ereignis erst auf 

Beschwerdeebene vorbringen lasse. Es dränge sich der Verdacht auf, die-

ses Vorbringen sei nachträglich in der Absicht dargelegt worden, um dem 

Asylgesuch mehr Gewicht zu verleihen.  

4.4 In der Replik wurde dazu eingewandt, aufgrund des offensichtlich sehr 

labilen psychischen Gesundheitszustands anlässlich der Anhörung hätte 

die Vorinstanz ein psychiatrisches Gutachten einholen müssen. Gemäss 

Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts seien Opfer sexueller 

Gewalt oft erst im späteren Verlauf eines Verfahrens im Stande, über das 

Erlebte zu berichten. Im Weiteren wurde auf Suizidgedanken der Be-

schwerdeführerin, gynäkologische Probleme sowie auf eine bevorste-

hende Traumatherapie hingewiesen.  

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5.  

5.1 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes 

wegen fest und bedient sich nötigenfalls der unter Buchstaben a–e aufge-

listeten Beweismittel. Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Untersu-

chungspflicht bildet einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). 

Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher 

und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch 

gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Ent-

scheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. 

KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts-

pflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043).  

5.2 Der Untersuchungsgrundsatz korreliert mit der Mitwirkungspflicht der 

Asylsuchenden (Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG). Dazu gehört unter anderem 

die Pflicht, an der Feststellung des Sachverhaltes im geeigneten und mög-

lichen Umfang mitzuwirken und in der Anhörung die Asylgründe dezidiert 

darzulegen (vgl. BVGE 2011/28 E. 3.4). 

5.3 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt zum Schluss, dass der Sach-

verhalt im vorliegenden Verfahren nicht genügend erstellt ist. Das Verfah-

ren erweist sich nicht als spruchreif und wird gestützt auf Art. 61 Abs. 1 

VwVG – gemäss dem subeventualiter gestellten Beschwerdeantrag – an 

das SEM zur Feststellung des vollständigen Sachverhalts und erneuten 

Beurteilung zurückgewiesen. Dies aus den nachfolgenden Gründen: 

6.  

6.1 Zunächst ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin bereits im 

Rahmen der BzP, als sie von ihrem Spitalaufenthalt in Italien und von "die-

ser Krankheit" berichtete, emotional bewegt war und bei jenem Vorbringen 

gemäss den angebrachten Bemerkungen weinte (vgl. act. SEM-Akte A7/10 

S. 7). Die einlässliche Anhörung war sodann ebenfalls geprägt von mehre-

ren emotionalen Ausbrüchen; die Beschwerdeführerin weinte gemäss dem 

Protokoll während des Vortrages ihrer Asylgründe mehrfach (vgl. SEM-

Akte A28/19 F10 f., F18, F47, F51, F83, F118, F120, F133, F139). Dies 

betrifft auch wesentliche Aspekte ihrer Vorbringen, namentlich als sie über 

ihre Krankheit, ihre Gefangenschaft oder die danach erfolgte Flucht berich-

tete. Die Hilfswerkvertreterin merkte dies im Anschluss an die Anhörung 

schriftlich an und ergänzte, dass die Beschwerdeführerin einen müden Ein-

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druck gemacht habe, der psychische Zustand sei als "sehr schlecht" ein-

zuschätzen, weshalb ein psychiatrisches Gutachten angeregt werde (vgl. 

a.a.O. S. 19). 

Angesichts des labilen psychischen Zustands stand mithin bereits zum 

Zeitpunkt der Anhörung die Frage im Raum, ob die Beschwerdeführerin 

tatsächlich im Stande war, den relevanten Sachverhalt dezidiert wiederzu-

geben, oder ob aufgrund der schlechten psychischen Befindlichkeit der Be-

schwerdeführerin die Befragung nicht allenfalls hätte abgebrochen und 

später eine Zusatzbefragung stattfinden müssen.  

6.2 Das SEM forderte die Beschwerdeführerin im weiteren Verlauf des Ver-

fahrens zur Einreichung eines ärztlichen Berichtes auf (vgl. SEM-Akte 

A31/3). Dabei unterliess es jedoch, darauf hinzuweisen, dass insbeson-

dere der psychische Zustand der Beschwerdeführerin von Interesse ist. 

Der daraufhin eingetroffene Arztbericht vom 23. Februar 2019 (vgl. SEM-

Akte A32/6) äusserte sich nicht konkret zur Psyche der Beschwerdeführe-

rin. Es wurde lediglich angegeben, es lägen keine Beschwerden vor und 

bei der Beschwerdeführerin handle es sich um eine junge, gesunde Frau 

(vgl. a.a.O. S. 1 f.). Diese Beurteilung, die mittels dem üblichen Fragebo-

gen des SEM erstellt wurde, gründete indes in einer allgemeinen, körperli-

chen Untersuchung; der psychische Zustand der Beschwerdeführerin 

wurde nicht abgeklärt. Eine solche Beurteilung hätte sich aber umso mehr 

aufgedrängt, als der untersuchende Arzt in seinem Bericht auch körperli-

che Misshandlungen erwähnte, unter welchen die Beschwerdeführerin 

psychisch gelitten habe (vgl. a.a.O. S. 2).  

Bereits vor diesem Hintergrund erscheint der Einwand des SEM in der Ver-

nehmlassung vom 4. Juli 2019, dem Gesundheitszustand der Beschwer-

deführerin sei bereits mittels Einfordern eines Arztberichts Rechnung ge-

tragen worden, nicht stichhaltig. 

6.3 Lediglich ergänzend ist in diesem Zusammenhang noch folgendes fest-

zuhalten. Im Arztbericht vom 23. Februar 2019 wird auch Bezug genom-

men auf das Ergebnis der Konsultation der Beschwerdeführerin beim Neu-

rologen in D._______ im Jahre 2016 (vgl. SEM-Akte A32/6 S. 2). Den da-

maligen Befund erachtete der konsultierte Arzt in seinem Bericht – soweit 

für ihn verständlich – für unauffällig. Dies trifft so aber nicht zu. Dem ärztli-

chen Bericht vom 24. Oktober 2016 von Dr. E._______ (vgl. SEM-Akte 

A10/5 S. 1) sind Angaben zur medizinischen Vorgeschichte der Beschwer-

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Seite 12 

deführerin zu entnehmen sowie zur anschliessenden ärztlichen Untersu-

chung, insbesondere der veranlassten Elektroenzephalografie (EEG) und 

Magnetresonanztomographie (MRT) (vgl. a.a.O. S. 2). Der Verdacht auf 

(…) wurde am 28. Oktober 2016 mittels EEG und MRT abgeklärt. In diesem 

Befund wird festgehalten, dass die Werte zwar im Rahmen des Üblichen 

liegen würden, eine (…) jedoch nicht ganz auszuschliessen sei. Es wurde 

ein Monitoring und allenfalls weitere Untersuchungen empfohlen. Entspre-

chende Massnahmen respektive ärztliche Abklärungen wurden gemäss 

den Akten jedoch im vorinstanzlichen Verfahren nicht veranlasst.  

6.4 Auf Beschwerdeebene wurde mittels fachärztlichem Bericht vom 

14. Juni 2019 (vgl. Beschwerdeakten act. 4 Beilage) der Verdacht einer 

posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) dargelegt und zudem eine 

mögliche Alkoholsucht bei der Beschwerdeführerin aufgeführt. Fachärztlich 

wurde eine Anmeldung in einem Zentrum für Folter- und Kriegsopfer und 

eine Vorstellung bei einer bestimmten Suchtberatungsstelle empfohlen. 

Aus der der Replik beigelegten E-Mail eines Facharztes vom 18. Juli 2019 

(vgl. Beschwerdeakten act. 12 Beilage) ergibt sich sodann, dass die Be-

schwerdeführerin gegenüber dem Facharzt eine Vergewaltigung sowie Su-

izidgedanken erwähnt habe. Auch dem auf Beschwerdeebene am 1. Okto-

ber 2019 eingereichten gynäkologischen Bericht vom 2. September 2019 

(vgl. Beschwerdeakten act. 13 Beilage) kann sodann entnommen werden, 

dass die Beschwerdeführerin nach eigenem Bekunden einmal in Eritrea 

und einmal auf der Flucht vergewaltigt worden sein soll. 

Aufgrund dieser ärztlichen Beurteilung erweist sich der zuvor genannte 

Einwand des SEM in der Vernehmlassung, wonach die Beschwerdeführe-

rin als gesund zu erachten sei, nicht als sachgerecht. Vielmehr scheint der 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin aktuell als nicht genügend 

erstellt. Er ist jedoch wichtig für die Beurteilung der Vorbringen zu den Asyl-

gründen als auch hinsichtlich der allfälligen Prüfung, ob Wegweisungsvoll-

zugshindernisse vorliegen.   

6.5 Die Rechtsvertreterin macht sodann auf Beschwerdeebene geltend, 

die Beschwerdeführerin habe sich ihr in Bezug auf im Heimatstaat erlittene 

sexuelle Übergriffe anvertraut. Die Argumentation des SEM in seiner Ver-

nehmlassung, die Beschwerdeführerin hätte im Vorverfahren seit Stellung 

ihres Asylgesuches genügend Zeit gehabt, eine allfällige sexuelle Miss-

handlung geltend zu machen, greift vorliegend angesichts der Gesamtum-

stände zu kurz. Diesbezüglich ist auf die etablierte Rechtspraxis des Ge-

richts zur Frage der Glaubhaftigkeit neuer Vorbringen in Bezug auf erlittene 

E-2392/2019 

Seite 13 

sexuelle Misshandlungen zu verweisen (vgl. BVGE 2007/31 E. 5.1). Die 

Einschätzung einer fachärztlichen Person in Bezug auf die Plausibilität von 

Vorkommnissen oder Ereignissen, die als Ursachen für ein Trauma respek-

tive eine posttraumatischen Belastungsstörung in Betracht fallen, kann 

durchaus ein Element sein, welches bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit 

von Verfolgungsvorbringen im Rahmen der Beweiswürdigung zu berück-

sichtigen wäre (vgl. BVGE 2015/11 E. 7.2 m.w.H). Vorliegend wurde eine 

solche Einschätzung zwar in Aussicht gestellt, im Laufe des Verfahrens je-

doch nichts eingereicht, wobei darauf hingewiesen wurde, dass die Thera-

pie aufgrund von Zusammenbrüchen der Beschwerdeführerin nicht habe 

gestartet werden können. Eine entsprechende Beurteilung der Beschwer-

deführerin durch einen Facharzt scheint vorliegend aber angezeigt. Dabei 

ist die Beschwerdeführerin auf die ihr obliegende Mitwirkungspflicht zu ver-

weisen.  

6.6 Zusammenfassend ist festzustellen, dass der rechtserhebliche Sach-

verhalt nicht als hinreichend erstellt zu erachten ist. Weitere Abklärungen, 

namentlich eine ergänzende Anhörung der Beschwerdeführerin zu dem 

geschlechtsspezifischen Vorbringen und die Einholung eines aktuellen 

Arztberichts, der über den psychischen und physischen Zustand Auf-

schluss gibt, erscheinen unerlässlich. Sie bilden die Grundlage für die Be-

urteilung, ob der auf Beschwerdeebene geltend gemachte sexuelle Miss-

brauch im Heimatstaat glaubhaft erscheint und darin allenfalls frauenspe-

zifische Fluchtgründe zu erblicken sind (vgl. EMARK 2006 Nr. 32 E. 8). 

Ebenso sind sie massgeblich für die allfällige Prüfung von Wegweisungs-

hindernissen. Es erscheint demzufolge sachgerecht, das Verfahren an die 

Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese die nötigen Abklärungen vornimmt 

und sie im Rahmen eines neuen beschwerdefähigen Entscheids einer 

rechtlichen Würdigung unterzieht. Die Beschwerdeführerin ist in diesem 

Zusammenhang an die ihr obliegende spezifische Mitwirkungspflicht im 

Asylverfahren zu erinnern (Art. 8 AsylG). 

7.  

Die Beschwerde ist nach dem Gesagten insoweit gutzuheissen, als damit 

die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung beantragt wird. 

8.  

8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen 

(Art. 63 Abs. 1 und 3 VwVG).  

E-2392/2019 

Seite 14 

8.2 Der vertretenen Beschwerdeführerin ist angesichts ihres Obsiegens in 

Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihr 

notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen.  

8.3 In der eingereichten Kostennote vom 6. August 2019 weist die Rechts-

vertreterin einen Stundenansatz von Fr. 250.– aus. Dieser erweist sich als 

reglementskonform (vgl. Art. 10 Abs. 2 VGKE). Der zeitliche Aufwand von 

14.25 Stunden erscheint ebenso wie die Auslagen im Umfang von Fr. 35.– 

angemessen. Für die weiteren Vertretungshandlungen wurde keine Kos-

tennote eingereicht. Auf die Nachforderung einer solchen kann jedoch ver-

zichtet werden, da sich dieser Aufwand zuverlässig abschätzen lässt (Art. 

14 Abs. 2 VGKE), zumal es sich dabei hauptsächlich um kurze Berichter-

stattungen hinsichtlich ärztlicher Termine respektive den gesundheitlichen 

Zustand der Beschwerdeführerin sowie Verfahrensstandsanfragen han-

delte. Die vom SEM zu leistende Parteientschädigung wird daher unter Be-

rücksichtigung der Bemessungsfaktoren auf insgesamt Fr. 3700.– (inkl. 

Auslagen) festgesetzt. 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

  

E-2392/2019 

Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit die Aufhebung der angefochte-

nen Verfügung beantragt wird.  

2.  

Die Verfügung vom 15. April 2019 wird aufgehoben und die Akten werden 

zur Vornahme weiterer Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zwecks 

neuer Beurteilung an die Vorinstanz überwiesen.  

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

4.  

Das SEM wird angewiesen, der Beschwerdeführerin für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 3700.– auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Constance Leisinger Claudia Jorns Morgenegg 

 

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