# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f17e9af9-8282-567f-ace0-71f6d07faf42
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.01.2012 E-5594/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5594-2011_2012-01-11.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­5594/2011

U r t e i l   v om   1 1 .   J a nua r   2 0 1 2    

Besetzung Einzelrichter Walter Stöckli,
mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi;   
Gerichtsschreiberin Esther Karpathakis.

Parteien A._______, geboren am (…),
China (Volksrepublik),
vertreten durch Linda Keller, Rechtsanwältin, Advokaturbüro 
Bodenmann, Waisenhausstr. 17, Postfach, 9001 St. Gallen,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 30. September 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  China  am  15. 
November 2010 mit einem authentischen Reisepasses mit Visum für die 
Schweiz  über  den  Flughafen  Peking  verliess  und  über  Doha  am  17. 
November 2010 nach Genf gelangte,

dass  er  am  21.  November  2010  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum 
(EVZ) Kreuzlingen um Asyl nachsuchte,

dass  dort  am  30.  November  2011  die  summarische  Befragung  zur 
Person,  zum  Reiseweg  und  zu  den  Asylgründen  stattfand  (Protokoll  in 
den Vorakten: A1),

dass  der  Beschwerdeführer  im Wesentlichen  geltend  machte,  er  sei  in 
B._______  geboren  und  habe,  mit  einigen  Unterbrüchen  zu  Studiums­ 
und Weiterbildungszwecken, immer dort gelebt,

dass er weiter ausführte, er sei (…), sei seit März 2008 Mitglied der Falun 
Gong und nutze die Methoden dieser religiösen Bewegung (…),

dass er am 1. September 2010 in C._______ festgenommen worden sei 
und  ihm  die  Polizisten  vorgeworfen  hätten,  Propagandamaterial  an 
Studenten verteilt zu haben,

dass er diese Vorwürfe zurückgewiesen habe und die Polizisten bei der 
späteren  Wohnungsdurchsuchung  glücklicherweise  nichts  gefunden 
hätten, weil das Material im Haus eines Freundes versteckt gewesen sei,

dass er zwar nicht geschlagen worden sei – man habe ja gewusst, dass 
er (…) sei –, man ihm aber eröffnet habe, dass er verhaftet sei,

dass er  das Recht bekommen habe,  seinen nächsten Angehörigen und 
Freunden  Bescheid  zu  sagen,  und  er  einen  guten  Freund  kontaktiert 
habe,  der  bei  der  C._______  Sicherheitsbehörde  arbeite,  welchem  es 
gelungen sei, ihn gegen Kaution freizubekommen,

dass die Polizisten  ihn  zur Vorsicht  gemahnt  und  ihm gesagt  hätten,  er 
werde für mindestens 20 Jahre ins Gefängnis kommen, wenn er sich für 
Falun Gong engagieren oder weiterhin Material verteilen werde,

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dass  man  ihm  bei  der  Freilassung  auch  gesagt  habe,  man  werde  ihn 
nach  eineinhalb  Monaten  wieder  kontaktieren,  um  von  ihm  Namen  der 
Falun  Gong­Mitglieder  aus  C._______,  B._______  und  D._______  zu 
erfahren, 

dass der Beschwerdeführer acht Beweismittel zu den Akten reichte,

dass  dem  Beschwerdeführer  im  Rahmen  der  summarischen  Befragung 
das  rechtliche  Gehör  zum  Umstand  gewährt  wurde,  wonach  –  gestützt 
auf  einen  entsprechenden  Eurodac­Treffer  vom  22.  Mai  2007 – 
mutmasslich  Grossbritannien  für  die  Durchführung  seines  Asyl­  und 
Wegweisungsverfahrens zuständig sei,

dass  der  Beschwerdeführer  bestritt,  jemals  in Grossbritannien  gewesen 
zu sein,

dass  die  britischen  Behörden  ein  Ersuchen  der  schweizerischen 
Behörden  um Rückübernahme  des  Beschwerdeführers  vom  27.  Januar 
2011  am  9.  Februar  2011  ablehnten  und  ausführten,  der 
Beschwerdeführer  sei  am  (…)  aus  Grossbritannien  nach  China 
zurückgeführt worden,

dass das BFM den Beschwerdeführer am 16. Juni 2011 zur Anhörung zu 
den  Asylgründen  (Art.  29  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  [AsylG, 
SR  142.31])  auf  den  24.  Juni  2011  im  EVZ  Kreuzlingen  vorlud  und 
androhte,  bei  Nichterscheinen  werde  es  auf  sein  Asylgesuch  nicht 
eintreten und ihn aus der Schweiz wegweisen,

dass das Migrationsamt (…)  laut einer Aktennotiz am 23. Juni 2011 ans 
BFM gelangte und nachfragte, ob der Beschwerdeführer am Tag darauf 
zur  angesetzten  Anhörung  kommen müsse,  obwohl  er  sein  Asylgesuch 
zurückziehen wolle,

dass  das  Migrationsamt  dem  BFM  gleichzeitig  mitteilte,  der 
Beschwerdeführer  sei  am  (…)  zur  chinesischen  Botschaft  nach  Bern 
gereist,  um  sich  ein  Laissez­passer  ausstellen  zu  lassen,  weil  er  ins 
Heimatland zurückkehren wolle,

dass  der Beschwerdeführer  gemäss  einer Aktennotiz  am 24.  Juni  2011 
nicht  zum  Anhörungstermin  erschien  und  Rückfragen  in  der 
Asylunterkunft ergaben, dass man dem Beschwerdeführer dort mitgeteilt 
habe, er müsse zu seinem Termin im EVZ Kreuzlingen erscheinen, 

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dass das BFM dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 24. respektive 
vom 29. Juni 2011 Gelegenheit gab, sich zu seinem Nichterscheinen am 
Anhörungstermin vom 24. Juni 2011 zu äussern,

dass der Beschwerdeführer mit Schreiben  vom 7.  Juli  2011 mitteilte,  er 
sei  am  (…)  auf  die  chinesische  Botschaft  nach  Bern  gereist,  um  einen 
neuen Reisepass  zu  beantragen,  und  habe  sich  (…)  –  nach St. Gallen 
begeben müssen, um seine Daten und persönlichen Details zu erfassen 
und  der  Botschaft  weiterzuleiten,  weshalb  er  nicht  an  der  Anhörung 
erschienen sei,

dass  das  BFM  den  Beschwerdeführer  mit  Schreiben  vom  23.  August 
2011 ein  zweites Mal – auf den 8. September 2011 –  zur Anhörung zu 
den Asylgründen in das EVZ Kreuzlingen vorlud, 

dass  es  androhte,  bei  Nichterscheinen  zur  Anhörung  ohne 
entschuldbaren Grund werde es auf sein Asylgesuch nicht eintreten und 
seine Wegweisung aus der Schweiz verfügen,

dass  der  Beschwerdeführer  am  8.  September  2011  wiederum 
unentschuldigt  nicht  zum  Anhörungstermin  erschien,  und  das  BFM  ihm 
mit Schreiben vom gleichen Tag Gelegenheit zur Stellungnahme gab, 

dass  der  Beschwerdeführer  in  seinem  Schreiben  vom  15.  September 
2011  ausführte,  er  sei  krank  gewesen  und  habe  ausserdem  erfahren, 
dass  am  8.  September  2011  kein  chinesischer  Dolmetscher  zur 
Verfügung  gestanden  hätte,  weshalb  er  es  nicht  für  notwendig  erachtet 
habe, zum Anhörungstermin zu erscheinen,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  30.  September  2011  –  eröffnet  am      
3. Oktober 2011 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. c AsylG auf das 
Asylgesuch  nicht  eintrat,  seine  Wegweisung  aus  der  Schweiz  verfügte 
und den Vollzug anordnete,

dass  es  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  der 
Beschwerdeführer  sei bereits  im EVZ Kreuzlingen vom BFM über  seine 
Mitwirkungspflicht  und  die  Folgen  einer  Verletzung  derselben 
aufmerksam gemacht worden, sei zweimal den ordentlichen Vorladungen 
zur Anhörung zu den Asylgründen nicht gefolgt, ohne dafür entschuldbare 
Gründe  gehabt  zu  haben,  und  habe  dadurch  seine  Mitwirkungspflicht 
schuldhaft in grober Weise verletzt,

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dass keine Wegweisungsvollzugshindernisse erkennbar seien, zumal der 
Beschwerdeführer  mit  der  groben  und  schuldhaften  Verletzung  seiner 
Mitwirkungspflicht  sein  Desinteresse  an  der  Fortsetzung  des 
Asylverfahrens  bekundet  habe  und  sich  solche  Hindernisse  auch  nicht 
aus den Akten ergäben,

dass  der  Beschwerdeführer  ausserdem  durch  sein  Nichterscheinen  bei 
der  Anhörung  eine  weitergehende  Abklärung  allfälliger 
Wegweisungshindernisse  verunmöglicht  habe,  und  es  nicht  den 
Behörden  obliege,  nach  allfälligen  Wegweisungsvollzugshindernissen 
weiter zu forschen,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  10.  Oktober  2011  beim 
Bun­  desverwaltungsgericht  Beschwerde  erhob  und  unter  anderem 
beantragte,  die  Verfügung  des  BFM  vom  30.  September  2011  sei 
aufzugeben und das BFM zu verpflichten, auf die Beschwerde (recte: das 
Asylgesuch) einzutreten und sie (es) materiell zu beurteilen,

dass  er  zur  Begründung  im  Wesentlichen  ausführte,  für  sein 
Nichterscheinen  bei  den  Anhörungsterminen  habe  es  gute  Gründe 
gegeben,

dass  er  zur  Zeit  des  ersten  Termin  noch  gemeint  habe,  er  könne 
ungefährdet  nach  China  zurückkehren,  aber  inzwischen  von  einer 
Freundin  erfahren  habe,  dass  er  wegen  seiner  Zugehörigkeit  zu  Falun 
Gong gesucht werde und im Übrigen in jüngster Zeit in China zahlreiche 
Mitglieder  der  Falun  Gong­Bewegung  festgenommen  worden  seien, 
wobei verschiedene während der Haft zu Tode gekommen seien, was die 
zusammen mit der Beschwerde eingereichten Beweismittel belegten, und 
dass  er  zum  zweiten  Termin  nicht  erschienen  sei,  da  gemäss  seiner 
Erkundigung kein chinesischer Dolmetscher anwesend sein werde,

dass  der  zuständige  Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  
die Gesuche des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen 
Prozessführung  und  der  unentgeltlichen  Rechtsverbeiständung  mit 
Zwischenverfügung  vom 25. Oktober  2011  abwies mit  der Begründung, 
die  Beschwerde  erscheine  nach  einer  summarischen  Prüfung  der 
aktuellen Aktenlage aussichtslos, 

dass  er  gleichzeitig  den  Beschwerdeführer  aufforderte,  bis  am  9. 
November 2011 einen Vorschuss an die Verfahrenskosten von Fr. 600.− 

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einzubezahlen,  und  dieser  den Kostenvorschuss  im  genannten Umfang 
innert Frist leistete,

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  in  der 
Regel  –  so  auch  vorliegend  –  endgültig  über  Beschwerden  gegen 
Verfügungen  (Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über 
das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 ­ 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 
17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 ­ 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  das  Bundesverwaltungsgericht  – sofern  es  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. BVGE E­6496/2009 vom 16. November 2011, E. 3 mit 
Hinweis),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

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dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird 
(Art. 111  Bst. e  AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend 
aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid 
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  gemäss  Art.  32  Abs.  2  Bst.  c  AsylG  auf  Asylgesuche  nicht 
eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  ihre  Mitwirkungspflicht  schuldhaft 
auf andere Weise grob verletzen,

dass  der  Beschwerdeführer  ohne  vorgängige  Entschuldigung  den 
ordentlich  angesetzten  und  ihm  zur  Kenntnis  gebrachten 
Anhörungstermin  nicht  wahrnahm,  nachdem  er  bereits  anlässlich  der 
summarischen Befragung auf seine Mitwirkungspflicht und die negativen 
Folgen von deren Verletzung aufmerksam gemacht worden war,

dass  die  im  Rahmen  des  ihm  jeweils  gewährten  rechtlichen  Gehörs 
vorgebrachten  Gründe  für  sein  Verhalten  offensichtlich  keine 
entschuldbaren Gründe sind,

dass,  um  Wiederholungen  zu  vermeiden,  auf  die  zutreffenden 
Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  verwiesen  werden  kann, 
und der Beschwerdeführer auf Rechtsmittelstufe nichts anderes vorbringt,

dass  namentlich  die  Begründung  des  zweiten  Fernbleibens,  welches 
Fehlverhalten  letztlich  zum  Nichteintretensentscheid  der  Vorinstanz 
geführt  hat,  unbeachtlich  ist,  da  es  nicht  am Beschwerdeführer  liegt  zu 
bestimmen,  unter  welchen  Rahmenbedingungen  er  einer  Vorladung 
nachkommen möchte,

dass  der Beschwerdeführer  zweifellos  den Tatbestand  der  schuldhaften 
und groben Verletzung seiner Mitwirkungspflicht erfüllt, weshalb das BFM 
zu  Recht  in  Anwendung  von  Art. 32  Abs. 2  Bst.  c  AsylG  auf  das 
Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung  erteilt  hat  und  kein  Anspruch  auf  Erteilung  einer 

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solchen besteht, weshalb die verfügte Wegweisung  im Einklang mit den 
gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom  BFM  zu  Recht 
angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  demgegenüber  Hinweise  auf  blosse  Eventualitäten  und  vage 
Möglichkeiten von Vollzugshindernissen nicht genügen,

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung zu Recht darauf verweist, 
dass der Beschwerdeführer durch sein Nichterscheinen bei der Anhörung 
eine  weitergehende  Abklärung  allfälliger  Wegweisungshindernisse 
verunmöglicht hat,

dass  sich  im  Übrigen  aus  den  Akten  ergibt,  dass  sich  der 
Beschwerdeführer  im  Zeitpunkt,  als  er  laut  seinen  Angaben  (…) 
B._______  gearbeitet  und  der  Falun  Gong­Bewegung  beigetreten  sein 
will,  nachweislich  in  Grossbritannien  aufgehalten  hat,  was  seine 
Glaubwürdigkeit erschüttert, zumal er seinen dortigen Aufenthalt leugnet,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 

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(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass sich aus den Akten keine Anhaltspunkte ergeben, aus welchen zu 
schliessen  wäre,  das  BFM  habe  den  Vollzug  der  Wegweisung  in 
Verletzung  dieser  Bestimmungen  als  zulässig  bezeichnet,  zumal  der 
Beschwerdeführer mit seinen Kontakten zur chinesischen Botschaft in der 
Schweiz  demonstriert  hat,  dass  er  keine  begründete  Furcht  vor  den 
heimatlichen Behörden hat,

dass  auch  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige 
Behandlung  im  Sinne  von  Art. 25 Abs. 3  der  Bundesverfassung  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101), 
von  Art. 3  des Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter 
und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung 
oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 
4. Novem  ber  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  dem 
Beschwerdeführer  im  Heimatland  droht,  da  selbst  bei  Glaubhaftigkeit 
seiner Angaben nicht  von einem ernsthaften  Interesse der chinesischen 
Behörden  am  Beschwerdeführer  auszugehen  ist,  hätten  sie  ihn  sonst 
kaum  aus  der  Haft  entlassen  und  später  auch  noch  mit  seinen 
authentischen Papieren über den Flughafen Peking ausreisen lassen, 

dass  die  Behauptung  des  Beschwerdeführers  auf  Rechtsmittelstufe,  er 
habe  von  einer  Freundin  erfahren,  dass  er  in  China  gesucht  werde, 
ebenso  wenig  wie  die  eingereichten  Beweismittel,  welche  ihn  nicht 
persönlich  betreffen,  an  der  zutreffenden  Einschätzung  des  BFM  etwas 
zu ändern vermögen, 

dass  das  BFM  den  Vollzug  seiner Wegweisung mithin  zu Recht  als  im 
Sinne von Art. 83 Abs. 3 AuG zulässig bezeichnet hat,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage im Heimatstaat des Beschwerdeführers 
noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer 
Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung 
vorliegend zumutbar ist,

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dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  dem  Beschwerdeführer  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG) und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4 
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  BFM  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.− (Art. 1 
ff.  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  und  mit  dem  am 
9. November  2011  einbezahlten  Kostenvorschuss  in  gleicher  Höhe  zu 
verrechnen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

E­5594/2011

Seite 11

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.−  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  sind  durch  den  am  9.  November  2011  einbezahlten 
Kostenvorschuss in gleicher Höhe gedeckt.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Stöckli Esther Karpathakis

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