# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a7de1b09-9d31-568c-bd48-ce6a9750ce00
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-10-18
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 18.10.2011 RU110040
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RU110040_2011-10-18.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: RU110040-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. P. Diggelmann, Vorsitzender, Oberrichterin 

Dr. L. Hunziker Schnider und Oberrichter Dr. P. Higi sowie Gerichts-

schreiberin lic. iur. K. Findeisen. 

Urteil vom 18. Oktober 2011 

in Sachen 

 

A._____, 
Kläger und Beschwerdeführer, 

 

gegen 

 

B._____ AG, 
Beklagte und Beschwerdegegnerin, 

 

betreffend 
Forderung / Kostenvorschuss 

 
 
Beschwerde gegen eine Verfügung des Friedensrichteramtes X._____ vom 
29. September 2011 (GV…) 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

Mit Eingabe vom 20. Juli 2011 (Datum Eingang) gelangte der Kläger in der 

vorliegenden Sache erstmals mit einer Schadenersatzklage gegen "B._____" in 

der Höhe von Fr. 30'000'000.00 ans Friedensrichteramt X._____ (act. 6/1). Glei-

chentags wurde er durch die Friedensrichterin auf die gesetzlichen Erfordernisse 

einer Klageschrift hingewiesen (act. 6/2). Am 10. August 2011 ging daraufhin bei 

der Vorinstanz ein Schlichtungsgesuch sowie ein Gesuch um Gewährung der un-

entgeltlichen Rechtspflege vom 30. Juli 2011 ein (act. 6/3/1). Wiederum gleichen-

tags sprach die Friedensrichterin weitere klärungsbedürftige Punkte im Schlich-

tungsgesuch an und retournierte das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege un-

ter Hinweis auf die Zuständigkeit des Obergerichtspräsidenten des Kantons Zü-

rich (act. 6/4). Mit Datum Poststempel vom 29. August 2011 stellte der Kläger in 

der Folge sein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege inklusive 

Bestellung eines Rechtsbeistands beim Obergerichtspräsidenten (act. 6/2+3 in 

Geschäft Nr. RU110041-O). 

Mit Urteil vom 26. September 2011 wies der Obergerichtspräsident dieses 

Gesuch ab und bestellte auch keinen unentgeltlichen Rechtsbeistand (act. 6/6). 

Unter Hinweis darauf auferlegte das Friedensrichteramt X._____ dem Kläger mit 

Verfügung vom 29. September 2011 in Anwendung von Art. 98 ZPO einen Kos-

tenvorschuss von Fr. 1'240.00 (act. 6/8). Dagegen führte der Kläger mit Eingabe 

vom 3. Oktober 2011 (Datum Poststempel) rechtzeitig (act. 6/8) Beschwerde 

(act. 2). 

II. 

1. Gegenstand der vorliegenden Beschwerde ist eine Verfügung betref-

fend Auferlegung eines Kostenvorschusses durch ein Friedensrichteramt im 

Rahmen eines Schlichtungsverfahrens. 

- 3 - 

2. Soweit ersichtlich bringt der Kläger dagegen in seinem Rechtsmittel le-

diglich vor, die Inrechnungstellung von Fr. 1'000.00 sei ungerechtfertigt, weil in 

Wahrheit gar nie eine friedensrichterliche Verhandlung stattgefunden habe (act. 2 

S. 4). 

Dieser Einwand ist von vornherein unbehelflich. Die Vorinstanz verpflichtete 

den Kläger im angefochtenen Entscheid in Anwendung von Art. 98 ZPO zur Leis-

tung eines Kostenvorschusses zur Deckung der mutmasslichen Kosten des 

Schlichtungsverfahrens. Entgegen der klägerischen Ansicht handelt es sich dem-

nach nicht um eine Inrechnungstellung für bereits geleistete, sondern eine Vo-

rauszahlung für aller Voraussicht nach im kommenden Verfahren entstehende 

Aufwendungen der Vorinstanz. Die ZPO geht von einer allgemeinen und voraus-

setzungslosen Vorschusspflicht der klagenden Partei für die Gerichtskosten aus, 

womit indirekt auch ausgedrückt wird, dass Private, welche die Leistungen eines 

Gerichts beanspruchen, diese zu bezahlen haben (ADRIAN URWYLER, DIKE-

Komm-ZPO, Art. 98 N 2). Die vorinstanzliche Verfügung ist daher insoweit nicht 

zu beanstanden. Bei einem Streitwert gemäss klägerischem Rechtsbegehren von 

Fr. 30'000'000.00 (Art. 91 Abs. 1 ZPO) ist, selbst unter Berücksichtigung der Na-

tur des Schlichtungsverfahrens, auch an der Höhe des erhobenen Vorschusses 

kein Anstoss zu nehmen. 

3. Zwar spricht Art. 98 ZPO vom Gericht und von mutmasslichen Ge-

richtskosten. Vorliegend ist dagegen die Vorschusserhebung durch ein Friedens-

richteramt im Rahmen eines Schlichtungsverfahrens - und nicht etwa im Bereich 

seiner Entscheidkompetenz (Art. 212 ZPO) - streitig. Allerdings gelten nach 

Art. 95 Abs. 2 lit. a ZPO auch die Pauschalen für das Schlichtungsverfahren als 

Gerichtskosten. Entsprechend muss Art. 98 ZPO auch für die Schlichtungspau-

schalen gelten, sofern das Verfahren nicht gemäss Art. 113 Abs. 2 ZPO ohnehin 

kostenlos ist oder ein Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege besteht (ZK ZPO-

HONEGGER, Art. 207 N 3; URS EGLI, DIKE-Komm-ZPO, Art. 207 ZPO N 2 und N 4; 
KUKO ZPO-GLOOR/UMBRICHT, Art. 207 N 4). 

- 4 - 

Diese Lösung entspricht auch dem Normzweck von Art. 98 ZPO zum Schutz 

der Staatskasse (KUKO ZPO-SCHMID, Art. 100 N 1). Neu vergüten die Gemein-

den ihren Friedensrichtern nicht nur wie bisher die Auslagen für Räumlichkeiten, 

Büromaterialien und dergleichen, sondern bezahlen ihnen auch einen Lohn. Kon-

sequent fallen nun auch die Einnahmen der Friedenrichterämter in die Gemeinde-

kasse (§ 56 GOG). Ebenso tragen die Gemeinden den Ausfall der Gebühren bei 

unentgeltlicher Prozessführung (OGer ZH, RU110035-O vom 6. Oktober 2011). 

Den Friedensrichtern muss demnach im Grundsatz möglich sein, auch in reinen 

Schlichtungsverfahren Kostenvorschüsse zu erheben. Daneben besteht auch im 

Schlichtungsverfahren bei Mittellosigkeit und fehlender Aussichtslosigkeit grund-

sätzlich die Möglichkeit der Bewilligung von unentgeltlicher Rechtspflege (inklusi-

ve Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands; z.B. KUKO ZPO-

GLOOR/UMBRICHT, Art. 207 N 5). Bei der Ermessensausübung im Rahmen der 

Kann-Vorschrift von Art. 98 ZPO werden die Friedensrichter allerdings zu beach-

ten haben, dass eine Kostenschwelle den Zugang zur Aussöhnungsinstanz nicht 

zu stark erschweren sollte. In diesem Sinne kann die Schlichtungsbehörde auch 

ganz oder teilweise auf die Einforderung eines Kostenvorschusses verzichten, 

falls die Voraussetzungen der unentgeltlichen Rechtspflege knapp nicht erfüllt 

sind (ZK ZPO-HONEGGER, Art. 207 N 3). 

4. Das in Frage stehende Schlichtungsverfahren ist nicht gemäss Art. 113 

Abs. 2 ZPO kostenlos. Ein Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege besteht 

ebenfalls nicht. Immerhin wies der Obergerichtspräsident des Kantons Zürich das 

Gesuch des Klägers um unentgeltliche Rechtspflege inklusive Bestellung eines 

unentgeltlichen Rechtsbeistands für das vorliegende Schlichtungsverfahren unter 

anderem wegen deutlicher Aussichtslosigkeit der klägerischen Begehren mit Ur-

teil vom 26. September 2011 ab (act. 6/6). In einem solchen Fall muss die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses auch im Schlichtungsverfahren zulässig sein. In 

Übereinstimmung mit dem Grundgedanken der neuen ZPO zur allgemeinen Vor-

schusspflicht gilt es zu verhindern, dass die Gemeinden wegen aussichtsloser 

Begehren vor ihren Friedensrichterämtern zu Inkassobemühungen mit ungewis-

sem Ausgang gezwungen werden, oder dass Kostenforderungen entstehen, die 

von Anfang an nicht einbringlich sind.  

- 5 - 

Der Streitwert des Verfahrens beträgt gemäss klägerischem Rechtsbegeh-

ren Fr. 30'000'000.00, und das gilt auch für den heutigen Entscheid zu einer pro-

zessualen Frage (PETER DIGGELMANN, DIKE-Komm-ZPO, Art. 91 N 7). Die Ge-

richtsgebühr für das Rechtsmittelverfahren ist in Anwendung von § 4 Abs. 1 und 

Abs. 2 GebV in Verbindung mit § 12 GebV auf Fr. 1'000.00 festzusetzen. 

Ausgangsgemäss wird der Kläger für das Beschwerdeverfahren kosten-

pflichtig (Art. 106 ZPO). Die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung wäre 

im Rechtsmittelverfahren erneut zu beantragen gewesen (Art. 119 Abs. 5 ZPO). 

Das Gesuch wäre allerdings auch für das Rechtsmittelverfahren infolge Aus-

sichtslosigkeit abzuweisen gewesen. Parteientschädigungen werden im eigentli-

chen Schlichtungsverfahren keine zugesprochen (Art. 113 Abs. 1 ZPO). Dieser 

Grundsatz sollte auch im Rechtsmittelverfahren beachtet werden. Daneben sind 

der Beklagten im Rechtsmittelprozess auch keine Auslagen und Umtriebe ent-

standen. 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, und die Verfügung des Friedensrichter-

amtes X._____ vom 29. September 2011 wird bestätigt. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'000.00 festgesetzt. 

3. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden dem Kläger aufer-

legt. 

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte unter Beilage eines 

Doppels von act. 2, und an das Friedensrichteramt X._____, je gegen Emp-

fangsschein, sowie an die Obergerichtskasse. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

- 6 - 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. 

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 30'000'000.00. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 
 
 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. K. Findeisen 
 
versandt am: 

	Urteil vom 18. Oktober 2011
	I.
	II.

	1. Gegenstand der vorliegenden Beschwerde ist eine Verfügung betreffend Auferlegung eines Kostenvorschusses durch ein Friedensrichteramt im Rahmen eines Schlichtungsverfahrens.
	2. Soweit ersichtlich bringt der Kläger dagegen in seinem Rechtsmittel lediglich vor, die Inrechnungstellung von Fr. 1'000.00 sei ungerechtfertigt, weil in Wahrheit gar nie eine friedensrichterliche Verhandlung stattgefunden habe (act. 2 S. 4).
	3. Zwar spricht Art. 98 ZPO vom Gericht und von mutmasslichen Gerichtskosten. Vorliegend ist dagegen die Vorschusserhebung durch ein Friedensrichteramt im Rahmen eines Schlichtungsverfahrens - und nicht etwa im Bereich seiner Entscheidkompetenz (Art. ...
	Diese Lösung entspricht auch dem Normzweck von Art. 98 ZPO zum Schutz der Staatskasse (KUKO ZPO-Schmid, Art. 100 N 1). Neu vergüten die Gemeinden ihren Friedensrichtern nicht nur wie bisher die Auslagen für Räumlichkeiten, Büromaterialien und dergleic...

	4. Das in Frage stehende Schlichtungsverfahren ist nicht gemäss Art. 113 Abs. 2 ZPO kostenlos. Ein Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege besteht ebenfalls nicht. Immerhin wies der Obergerichtspräsident des Kantons Zürich das Gesuch des Klägers um u...
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen, und die Verfügung des Friedensrichteramtes X._____ vom 29. September 2011 wird bestätigt.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'000.00 festgesetzt.
	3. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden dem Kläger auferlegt.
	4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte unter Beilage eines Doppels von act. 2, und an das Friedensrichteramt X._____, je gegen Empfangsschein, sowie an die Obergerichtskasse.
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...