# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f8817285-3219-5fdd-8f82-2ce7f2c848d9
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 24.09.2015 IV-2015/6
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_IV-2015-6_2015-09-24.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV-2015/6

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Verkehr

Publikationsdatum: 09.10.2019

Entscheiddatum: 24.09.2015

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 24.09.2015
Art. 16c Abs. 1 lit. f, Art. 16c Abs. 2 lit. d und e, Art. 16c Abs. 4, Art. 16d SVG 
(SR 741.01), Art. 33 Abs. 1 VZV (SR 741.51). Der Rekurrent fuhr mit einem 
landwirtschaftlichen Motorkarren, obwohl ihm der Führerausweis auf 
unbestimmte Zeit, mindestens aber für 24 Monate entzogen war. Gegen den 
Rekurrenten war nie ein Sicherungsentzug gemäss Art. 16d SVG verfügt 
worden; entsprechend kann gegen ihn auch keine Sperrfrist angeordnet 
werden. Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz zur Verfügung 
eines Führerausweisentzugs für immer (Verwaltungsrekurskommission, 
Abteilung IV, 24. September 2015, IV-2015/6).

Präsident Urs Gmünder, hauptamtlicher Richter Thomas Vögeli und Richter Urs Früh, 

Gerichtsschreiberin Silvia Geiger

X, Rekurrent,

vertreten durch Denise Galbier, Rechtsanwältin, Obere Bahnhofstrasse 11, Postfach 

253, 9501 Wil,

gegen

Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt, Abteilung Administrativmassnahmen, 

Frongartenstrasse 5, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

betreffend

Sperrfrist

Sachverhalt:

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A.- X besass den Führerausweis für die Fahrzeugkategorie B seit dem 29. September 

2004. Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamts entzog ihm mit Verfügung vom 

21. Oktober 2005 den Führerausweis wegen einer schweren Widerhandlung gegen die 

Strassenverkehrsvorschriften (lenken eines Personenwagens in übermüdetem Zustand 

und verursachen eines Verkehrsunfalls) für drei Monate. Mit Verfügung vom 2. Juli 2010 

entzog es ihm den Führerausweis aufgrund einer mittelschweren Widerhandlung gegen 

die Strassenverkehrsvorschriften (lenken eines Personenwagens mit vereisten 

Scheiben) für die Dauer eines Monats. Am 5. Mai 2013 überschritt X die erlaubte 

Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn von 120 km/h um 50 km/h, weshalb ihm das 

Strassenverkehrsamt mit Verfügung vom 9. August 2013 den Führerausweis (aufgrund 

einer schweren Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften) für die Dauer 

von neun Monaten entzog. Der Entzug dauerte vom 9. Oktober 2013 bis 8. Juli 2014. 

Am 2. April 2014 lenkte X einen Personenwagen trotz Entzugs des Führerausweises. 

Das Strassenverkehrsamt verbot ihm deswegen mit Verfügung vom 11. Juli 2014 das 

Führen von Motorfahrzeugen vorsorglich, und mit Verfügung vom 21. August 2014 

entzog es ihm den Führerausweis auf unbestimmte Zeit (mindestens 24 Monate ab 

2. April 2014). Am 10. Oktober 2014 lenkte X einen landwirtschaftlichen Motorkarren 

trotz Entzugs des Führerausweises. Mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes Uznach 

vom 7. November 2014 wurde er deswegen zu einer unbedingten Geldstrafe von 20 

Tagessätzen zu je Fr. 110.– verurteilt.

B.- Mit Verfügung vom 23. Dezember 2014 sprach das Strassenverkehrsamt gegen X 

aufgrund des Vorfalls vom 10. Oktober 2014 eine Sperrfrist für immer aus. Gegen diese 

Verfügung erhob X durch seine Vertreterin mit Eingabe vom 15. Januar 2015 Rekurs bei 

der Verwaltungsrekurskommission. Er beantragte, von der Anordnung einer Sperrfrist 

für immer für sämtliche Kategorien, Unter- und Spezialkategorien sei abzusehen und 

diese sei durch eine mildere Massnahme zu ersetzen bzw. es sei allenfalls ganz auf 

einen erneuten Warnungsentzug zu verzichten, eventualiter sei die Angelegenheit zur 

Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge. Die Vorinstanz verzichtete am 6. Februar 2015 auf eine 

Vernehmlassung. Auf die Ausführungen im Rekurs zur Begründung der Anträge wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

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1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die 

Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur 

Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 15. Januar 2015 ist rechtzeitig 

eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen 

Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.

2.- Im Rekurs ist umstritten, ob die Vorinstanz gegenüber dem Rekurrenten zu Recht 

eine Sperrfrist für immer aussprach.

3.- a) Gemäss Art. 16 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: 

SVG) wird nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen 

das Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 (SR 741.03) 

ausgeschlossen ist, der Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung 

ausgesprochen. Das Gesetz unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), 

mittelschweren (Art. 16b SVG) und schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Wer ein 

Motorfahrzeug trotz Ausweisentzugs führt, begeht gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. f SVG 

eine schwere Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften.

b) Im Rekurs wird zu Recht nicht bestritten, dass der Rekurrent trotz Entzugs des 

Führer-ausweises am 10. Oktober 2014 einen landwirtschaftlichen Motorkarren lenkte. 

Allerdings wird geltend gemacht, dass sich der Rekurrent nicht bewusst gewesen sei, 

dass er auch zum Führen von landwirtschaftlichen Fahrzeugen nicht mehr berechtigt 

gewesen sei. Aufgrund der spät ergangenen Verfügung vom 21. August 2014 und der 

zwischenzeitlichen Rücksendung des Führerausweises habe er keinesfalls mit einer 

inhaltlichen Verschärfung des Führerausweisentzugs gerechnet. Die Einschränkungen 

der Fahrerlaubnis seien immer weitgehender geworden, wobei diese jeweils explizit in 

den jeweiligen Verfügungen erwähnt worden seien. So sei in den Verfügungen vom 2. 

Juli 2010 und vom 9. August 2013 die Spezialkategorie F in den Entzug eingeschlossen 

worden. In der Verfügung vom 21. August 2014 sei das Motorfahrrad, welches bis 

anhin von allen Entzügen ausgeschlossen gewesen sei, zusätzlich erwähnt worden. 

Einzig die Kategorie G (landwirtschaftliche Motorfahrzeuge) sei an keiner Stelle je 

explizit als Verfügungsinhalt und damit als ebenfalls dem Fahrverbot unterliegend 

erwähnt worden, obwohl das Führen dieser Kategorie bis zur Verfügung vom 21. 

bis

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August 2014 immer zulässig gewesen sei. Er habe deshalb in guten Treuen davon 

ausgehen dürfen, dass er auch nach der Verfügung vom 21. August 2014 zum Fahren 

von landwirtschaftlichen Fahrzeugen berechtigt gewesen sei. Daran vermöge die 

explizite Erwähnung der Spezialkategorien in der besagten Verfügung wenig zu ändern, 

zumal das Lesen der Verfügung bereits eine gewisse Sachkunde verlange und für den 

Rekurrenten die Ableitung, dass nunmehr auch das Führen von landwirtschaftlichen 

Fahrzeugen nicht mehr erlaubt sein soll, nicht auf der Hand gelegen habe. Dies umso 

mehr, als das "neue" Verbot des Führens von Motorfahrrädern explizite Erwähnung 

gefunden habe. Sein Verschulden sei deshalb als äusserst klein bzw. im Sinne eines 

Verbotsirrtums als gar nicht gegeben zu betrachten.

c) Die Strafbehörde stellte im Strafbefehl vom 7. November 2014 fest, dass der 

Rekurrent am Freitag, 10. Oktober 2014, um 16.00 Uhr, trotz Entzugs des 

Führerausweises den landwirtschaftlichen Motorkarren SCHILTER, Kontrollschild SG 

0000, gelenkt hatte.

aa) Die Verwaltungsbehörde ist an die tatsächlichen Feststellungen im Strafverfahren 

grundsätzlich gebunden. Nach ständiger Rechtsprechung darf sie vom Strafurteil nur 

abweichen, wenn sie Tatsachen feststellt und ihrem Entscheid zu Grunde legt, die dem 

Strafrichter unbekannt waren, wenn sich die Erhebung zusätzlicher Beweise aufdrängt, 

wenn die Beweiswürdigung des Strafrichters eindeutig im Widerspruch zur 

Tatsachenlage stand oder wenn der Strafrichter bei der Rechtsanwendung auf den 

Sachverhalt nicht sämtliche Rechtsfragen abgeklärt hat, insbesondere jene nicht, 

welche die Verletzung der Verkehrsregeln betreffen (BGE 124 II 103 E. 1c/aa). Daher ist 

die Verwaltungsbehörde zu eigenen Sachverhaltsabklärungen nur dann verpflichtet, 

wenn klare Anhaltspunkte bestehen, dass die Feststellungen im Strafurteil unrichtig 

sind (BGE 119 Ib 158 E. 3c/aa). Die grundsätzliche Bindung der Verwaltungsbehörden 

an Strafurteile bezweckt, voneinander abweichende Würdigungen des gleichen 

Beweismaterials durch Straf- und Verwaltungsinstanzen zu vermeiden. Diese 

Zielsetzung bedingt nicht, den Rechtsuchenden im Verwaltungsverfahren mit neuen 

tatsächlichen Einwendungen gänzlich auszuschliessen. Allerdings sind die 

Entzugsbehörden zu zusätzlichen Beweiserhebungen nur verpflichtet, soweit 

hinreichende Anhaltspunkte für einen Fehler bei den Sachverhaltsfeststellungen des 

Strafurteils bestehen (VerwGE B 2010/286 vom 16. März 2011 E. 2.2, in: 

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www.gerichte.sg.ch, mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts [BGer] 6A.68/2002 

vom 26. Mai 2003). Die Verteidigungsrechte und allfällige Rechtsmittelmöglichkeiten 

hat der Beschuldigte bereits im Strafverfahren wahrzunehmen, wenn er weiss oder 

annehmen muss, dass gegen ihn auch ein Administrativmassnahmeverfahren 

durchgeführt werden wird.

bb) Die Voraussetzungen für ein Abweichen vom Strafurteil sind nicht erfüllt. Die 

Administrativbehörde ist deshalb an die tatsächlichen Feststellungen im Strafverfahren 

gebunden. Der Rekurrent wurde im Strafbefehl vom 7. November 2014 wegen 

mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs trotz Entzugs des Ausweises gemäss Art. 

95 Abs. 1 lit. b in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 SVG zu einer (unbedingten) Geldstrafe 

von 20 Tagessätzen zu je Fr. 110.– verurteilt. Die Strafbehörde ging nicht von einem 

Verbotsirrtum aus. Über die Weiterleitung des Strafbefehls an das Strassenverkehrsamt 

sowie über die Möglichkeit der Einsprache wurde er orientiert. Der Strafbefehl erwuchs 

unangefochten in Rechtskraft, womit dieser gemäss Art. 354 Abs. 3 der 

Schweizerischen Strafprozessordnung (SR 312.0) zum rechtskräftigen Urteil wurde. 

Wäre der Rekurrent einem Verbotsirrtum gemäss Art. 21 des Schweizerischen 

Strafgesetzbuchs (SR 311.0) unterlegen, hätte dies eine Strafbefreiung zur Folge 

gehabt. Wenn sich der Sachverhalt anders zugetragen und den Rekurrenten keine 

Schuld getroffen haben sollte, hätte er dies im Strafverfahren geltend machen müssen. 

In tatsächlicher Hinsicht ist somit der Sachverhalt massgebend, welcher vom 

Untersuchungsamt Uznach festgestellt wurde. Dementsprechend verletzte der 

Rekurrent Art. 10 Abs. 2 SVG, wonach der Führer eines Motorfahrzeugs eines 

Führerausweises bedarf.

cc) Wie gross die Strafbehörde das Verschulden des Rekurrenten einstufte, lässt sich 

dem Strafbefehl vom 7. November 2014 nicht entnehmen. Nachdem der Rekurrent in 

den Verfügungen der Vorinstanz vom 21. Oktober 2005, 2. Juli 2010 und 9. August 

2013 jeweils explizit darauf hingewiesen worden war, welche Spezialkategorien er 

während des Entzugs zum Führen berechtigt blieb, und in den Verfügungen vom 11. 

Juli und 21. August 2014 jeweils das Führen von Motorfahrzeugen aller Kategorien 

sowie aller Unter- und Spezialkategorien verboten wurde und kein Hinweis mehr 

erfolgte, dass er noch zum Führen einer Spezialkategorie berechtigt bliebe, lässt sich 

das Verschulden des Rekurrenten jedenfalls nicht mehr – wie im Rekurs geltend 

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gemacht – als äusserst klein einstufen. Dem Rekurrenten hätte damit – auch „ohne 

gewisse Sachkunde“ – klar sein müssen, dass er fortan auch zum Führen der 

Spezialkategorie G nicht mehr berechtigt ist. Dass die Vorinstanz in den Verfügungen 

vom 11. Juli und 21. August 2014 ausdrücklich erwähnte, dass der 

Führerausweisentzug auch für das Lenken eines Motorfahrrades gilt, ist darauf 

zurückzuführen, dass seit der am 1. April 2003 in Kraft getretenen Gesetzesrevision der 

Erwerb und der Entzug der Fahrerlaubnis für Motorfahrräder nicht mehr 

spezialgesetzlich geregelt ist, sondern die Spezialkategorie M nun Bestandteil des 

Führerausweises ist und dementsprechend keine Sondervorschriften mehr für deren 

Entzug bestehen (vgl. BGer 1C_766/2013 vom 1. Mai 2014 E. 4.2).

d) Auf das Verschulden des Rekurrenten muss an dieser Stelle aber ohnehin nicht 

weiter eingegangen werden, denn unabhängig von den konkreten Umständen besagt 

das Gesetz in Art. 16c Abs. 1 lit. f SVG, dass eine schwere Widerhandlung gegen die 

Strassenverkehrsvorschriften begeht, wer ein Motorfahrzeug trotz Ausweisentzugs 

führt. Indem der Rekurrent am 10. Oktober 2014 ein Motorfahrzeug trotz 

Ausweisentzugs führte, beging er somit eine schwere Widerhandlung gegen die 

Strassenverkehrsvorschriften.

4.- Nach einer schweren Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften wird 

der Lernfahr- oder Führerausweis gemäss Art. 16c Abs. 2 lit. e SVG für immer 

entzogen, wenn in den vorangegangenen fünf Jahren der Ausweis nach Art. 16c Abs. 2 

lit. d SVG (wonach der Führerausweis auf unbestimmte Zeit, mindestens aber für zwei 

Jahre, entzogen wird, wenn in den vorangegangenen zehn Jahren der Ausweis zweimal 

wegen schweren Widerhandlungen oder dreimal wegen mindestens mittelschweren 

Widerhandlungen entzogen war) oder Art. 16b Abs. 2 lit. e SVG (wonach der 

Führerausweis auf unbestimmte Zeit, mindestens aber für zwei Jahre, entzogen wird, 

wenn in den vorangegangen zehn Jahren der Ausweis dreimal wegen mindestens 

mittelschweren Widerhandlungen entzogen war) entzogen war.

a) Mit Verfügung vom 21. August 2014 entzog die Vorinstanz dem Rekurrenten den 

Führerausweis gestützt auf Art. 16c Abs. 2 lit. d SVG auf unbestimmte Zeit, mindestens 

aber für 24 Monate, nachdem er am 2. April 2014 trotz Entzugs des Führerausweises 

einen Personenwagen gelenkt hatte. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in 

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Rechtskraft. Damit war dem Rekurrenten der Führerausweis in den der Widerhandlung 

vom 10. Oktober 2014 vorangegangen fünf Jahren aufgrund von Art. 16c Abs. 2 lit. d 

SVG entzogen, weshalb die Voraussetzungen für einen Führerausweisentzug gemäss 

Art. 16c Abs. 2 lit. e SVG erfüllt sind.

b) Gemäss Art. 33 Abs. 1 der Verordnung über die Zulassung von Personen und 

Fahrzeugen zum Strassenverkehr (SR 741.51, abgekürzt: VZV) hat der Entzug des 

Lernfahr- oder Führerausweises einer Kategorie oder Unterkategorie den Entzug des 

Lernfahr- und des Führerausweises aller Kategorien, aller Unterkategorien und der 

Spezialkategorie F zur Folge. Die Entzugsbehörde kann mit dem Lernfahr- oder dem 

Führerausweis einer Kategorie oder Unterkategorie auch den Führerausweis der 

Spezialkategorie G und M entziehen (Art. 33 Abs. 4 lit. a VZV). Dem Rekurrenten wurde 

in den letzten zehn Jahren der Führerausweis zweimal aufgrund einer schweren 

Widerhandlung und einmal aufgrund einer mittelschweren Widerhandlung gegen die 

Strassenverkehrsvorschriften entzogen, wobei ihm aber jeweils die Berechtigung zum 

Führen der Spezialkategorien G und M belassen wurde. Von diesen 

Führerausweisentzügen liess sich der Rekurrent offensichtlich nicht beeindrucken und 

verstiess erneut zweimal schwer gegen die Strassenverkehrsvorschriften. Es ist 

deshalb nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz nunmehr auch die Bewilligung zum 

Führen der Spezialkategorien G und M entzog. Hinzu kommt, dass kraft gesetzlicher 

Vermutung unter anderem bei der Anwendung von Art. 16c Abs. 2 lit. e SVG von der 

fehlenden charakterlichen Eignung zum Lenken eines Fahrzeugs ausgegangen wird 

(Philippe Weissenberger, Kommentar SVG und OBG, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2015, 

Art. 16d N 43). Somit kommt ein Entzug des Führerausweises nach Art. 16c Abs. 2 

lit. e SVG einem Sicherungsentzug aufgrund mangelnder Fahreignung (vgl. Art. 16d 

Abs. 1 lit. c SVG) gleich. Ein Sicherungsentzug bezweckt, die zu befürchtende 

Gefährdung der Verkehrssicherheit durch einen ungeeigneten Fahrzeugführer in der 

Zukunft zu verhindern. Es ist deshalb auch mit Blick auf die Verkehrssicherheit nicht zu 

bemängeln, dass dem Rekurrenten auch die Bewilligung zum Führen der 

Spezialkategorie G entzogen wurde.

5.- Bei der Festsetzung der Dauer des Lernfahr- oder Führerausweisentzugs sind 

gemäss Art. 16 Abs. 3 SVG die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, 

namentlich die Gefährdung der Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als 

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Motorfahrzeugführer sowie die berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen. 

Die Mindestentzugsdauer darf jedoch – entgegen der Meinung im Rekurs – nicht 

unterschritten werden (Giger, Kommentar SVG, 8. Aufl., Zürich 2014, Art. 16c N 15). 

Deshalb können massnahmemindernde Umstände, wie insbesondere die berufliche 

Angewiesenheit des Rekurrenten auf den Führerausweis oder ein allfällig geringes 

Verschulden eine Unterschreitung der Mindestentzugsdauer nicht rechtfertigen. Beim 

Tatbestand des Art. 16c Abs. 2 lit. e SVG wird der Führerausweis „für immer“ 

entzogen; eine eigentliche Mindestentzugsdauer gibt es nicht. Es gilt indessen auch 

hier, dass die vorgesehene Sanktionsdauer („für immer“) nicht unterschritten werden 

darf, und zwar selbst aus Gründen der Verhältnismässigkeit nicht (vgl. Botschaft, in: 

BBl 1999 S. 4462 ff.).

6.- Die Vorinstanz hat nicht einen Führerausweisentzug gemäss Art. 16c Abs. 2 lit. e 

SVG ausgesprochen, sondern eine Sperrfrist für immer festgelegt. Eine Sperrfrist wird 

verfügt, wenn die betroffene Person trotz eines Führerausweisentzugs nach Art. 16d 

SVG ein Motorfahrzeug führt; die Sperrfrist entspricht dabei der für die Widerhandlung 

vorgesehenen Mindestentzugsdauer (Art. 16c Abs. 4 SVG). Art. 16d SVG regelt den 

Führerausweisentzug wegen fehlender Fahreignung. Da gegen den Rekurrenten nie ein 

Sicherungsentzug nach Art. 16d SVG verfügt wurde, kann gegen ihn auch keine 

Sperrfrist gemäss Art. 16c Abs. 4 SVG angeordnet werden. Vielmehr ist ihm der 

Führerausweis aufgrund von Art. 16c Abs. 2 lit. e SVG für immer zu entziehen. Daran 

ändert nichts, dass es sich bei diesem Führerausweisentzug trotz 

gesetzessystematischer Einordnung bei den Warnungsentzügen materiell um einen 

Sicherungsentzug handelt.

7.- Zusammenfassend ergibt sich, dass die Voraussetzungen für die Anordnung einer 

Sperrfrist gemäss Art. 16c Abs. 4 SVG nicht erfüllt sind. Die Verfügung des 

Strassenverkehrsamts vom 23. Dezember 2014 ist deshalb aufzuheben, und die Sache 

ist zum Erlass eines Führerausweisentzugs im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz 

zurückzuweisen.

8.- Der Rekurrent unterliegt mit seinem Hauptantrag. Die Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung zum Erlass eines Führerausweisentzugs gemäss Art. 16c Abs. 2 lit. e SVG 

führt zu einer teilweisen Gutheissung des Rekurses. Entsprechend sind die amtlichen 

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Kosten zu drei Vierteln dem Rekurrenten und zu einem Viertel dem Staat aufzuerlegen 

(Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.– erscheint angemessen 

(vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss 

von Fr. 1'200.– ist zu verrechnen und dem Rekurrenten im Restbetrag von Fr. 300.– 

zurückzuerstatten. Bei diesem Verfahrensausgang hat der Rekurrent keinen Anspruch 

auf Entschädigung der ausseramtlichen Kosten (Art. 98  und 98  VRP; vgl. R. Hirt, 

Die Regelung der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, St. 

Gallen 2004, S. 182 ff.)

Entscheid:

1.   Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen, und die Verfügung der Vorinstanz

      vom 23. Dezember 2014 wird aufgehoben.

2.   Die Angelegenheit wird zum Erlass eines Führerausweisentzugs für immer gemäss

      Art. 16c Abs. 2 lit. e SVG an die Vorinstanz zurückgewiesen.

3.   Die amtlichen Kosten von Fr. 1'200.– haben der Rekurrent zu drei Vierteln und der 

Staat

      zu einem Viertel zu bezahlen. Der Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– wird mit dem

      Kostenanteil des Rekurrenten von Fr. 900.– verrechnet und im Restbetrag von

      Fr. 300.– zurückerstattet.

bis ter

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