# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a14cd80e-762e-585e-8d4c-082902c71043
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-06-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 03.06.2013 LC120043
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LC120043_2013-06-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: LC120043-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichterin Dr. 

L. Hunziker Schnider und Oberrichter lic. iur. P. Hodel sowie 

Gerichtsschreiberin lic. iur. I. Vourtsis-Müller. 

Urteil vom 3. Juni 2013 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beklagte, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagte 

 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____  

 

gegen 

 

B._____,  
Kläger, Berufungsbeklagter und Anschlussberufungskläger 

 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____  

 

betreffend Abänderung Scheidungsurteil   
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes im ordentlichen Verfahren 
des Bezirksgerichtes Andelfingen vom 18. September 2012; Proz. FP090012 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 

" Ziff. 3 des Scheidungsurteils vom 3. Juni 2008 sei wie folgt neu zu 
fassen: 
Der Gesuchsteller ist berechtigt, das Kind C._____ bis zum vollendeten 
5. Altersjahr am 1. und 3. Sonntag jedes Kalendermonates jeweils von 
12.00 Uhr bis 18.00 Uhr zu sich auf Besuch zu nehmen, ab dann am 
ersten und dritten Wochenende von Samstag, 12.00 Uhr, bis 
Sonntagabend, 20.00 Uhr, ab dem vollendeten 12. Altersjahr bis 
Sonntagabend, 21.00 Uhr. 
Ferner ist der Gesuchsteller berechtigt, das Kind C._____ alternierend 
in den ungeraden Jahren am zweiten Weihnachts- und zweiten 
Ostertag, in den geraden Jahren am zweiten Neujahrs- und am zweiten 
Pfingsttag zu Besuch zu nehmen, wobei je nach Alter die gleichen 
Rückbringungszeiten gelten wie in Bezug auf die monatlichen 
Besuchsrechte. 
Sodann steht dem Gesuchsteller ab vollendetem sechstem Altersjahr 
ein Ferienbesuchsrecht von drei in die Schul- oder Ausbildungsferien 
C._____s fallenden Wochen zu, die auch als Einzelwochen bezogen 
werden können. 
Die Besuchsrechte sind auf eigene Kosten auszuüben. 
Die bestehende Besuchsbeistandschaft bleibt aufrecht. Die jeweils 
zuständige Vormundschaftsbehörde entscheidet über die genauen 
Modalitäten der Besuchsrechtsausübung und regelt die 
Kindesübergabe." 

 
            (act. 12 S. 1) 
 
 

Urteil des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren des  
Bezirksgerichtes Andelfingen vom 18. September 2012: 

1. Der Kläger wird berechtigt erklärt, seinen Sohn C._____ wie folgt auf eigene 

Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen: 

• Januar 2013 bis und mit Juni 2013: Einmal 2 Stunden pro Monat; 

• Juli 2013 bis und mit Dezember 2013: Einmal 4 Stunden pro Monat; 

• Januar 2014 bis und mit Juni 2014: Einmal 8 Stunden pro Monat; 

• Juli 2014 bis und mit Dezember 2014: Ein ganzer Tag pro Monat. 

- 3 - 

Ab 2015 wird der Kläger berechtigt erklärt, C._____ ein Wochenende pro 

Monat auf eigene Kosten mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen. Auch 

ist er ab diesem Zeitpunkt berechtigt, C._____ während zweier Wochen auf 

eigene Kosten mit sich oder zu sich in die Ferien zu nehmen. 

Die weitergehenden Anträge des Klägers im Zusammenhang mit den 

Besuchsrechten werden abgewiesen. 

2. Die für das Kind C._____ durch Verfügung des Eheschutzrichters vom 

5. Oktober 2007 errichtete Beistandschaft zur Regelung und Überwachung 

des Besuchsrechts im Sinne von Art. 308 ZGB (bestätigt mit 

Ehescheidungsurteil vom 3. Juni 2008; Dispositiv-Ziffer 3 Abs. 1) ist von der 

zuständigen Vormundschaftsbehörde solange weiterzuführen, als sie es für 

nötig erachtet. 

3. Die zuständige Vormundschaftsbehörde wird ersucht, gegebenenfalls einen 

neuen Beistand für das Kind C._____ zu ernennen. 

4. Das Besuchsrecht gemäss Ziffer 1 hiervor soll vorerst und, solange der 

Beistand nichts anderes bestimmt, nur begleitet ausgeübt werden. 

5. Der Beistand wird mit der Aufgabe betraut, als neutrale Drittperson das 

Besuchsrecht zu überwachen, positiv auf die Eltern einzuwirken sowie als 

deren Ratgeber und Vermittler zu amten. Ferner wird dem Beistand die 

Kompetenz erteilt, die für die korrekte Durchführung des Besuchsrechts 

erforderlichen Einzelheiten – wie Übergabeort, genaue Zeit von Anfang und 

Ende der Besuche respektive des Besuchstages respektive des 

Besuchswochenendes, Ort der Ausübung des Besuchsrechts, allfällige 

Übernachtungen beim Gesuchsteller – verbindlich festzulegen. Schliesslich 

wird der Beistand beauftragt, vorerst bei den Besuchen persönlich 

anwesend zu sein oder einen Vertreter hierzu abzuordnen. Der Entscheid, 

wie lange diese Regelung fortzuführen ist und ab welchem Zeitpunkt seine 

Präsenz oder die eines abgeordneten Vertreters in der Besuchszeit nicht 

mehr erforderlich ist und ob und wie lange das Ferienbesuchsrecht nur 

- 4 - 

begleitet (durch ihn oder einen Vertreter) ausgeübt werden darf, wird dem 

Beistand überlassen. 

6. Die Mehrkosten für das begleitete Besuchsrecht werden dem Kläger zu zwei 

Dritteln und der Beklagten zu einem Drittel auferlegt.  

7. Die Entscheidgebühr (Pauschalgebühr) wird festgesetzt auf: 

Fr. 8'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 6'559.05   Gutachten und dessen Erläuterung 

Fr. 2'325.00   Dolmetscher 

Fr. 280.00   Übersetzungen 

Fr. 17'164.05   Total 

 
8. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt, jedoch 

zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die 

Gerichtskasse genommen. Die Parteien werden auf die Nachzahlungspflicht 

gemäss § 92 ZPO ZH hingewiesen. 

9. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 
10./11. Mitteilung/Rechtsmittel 
            (act. 176 S. 24 ff.) 
 
 

Berufungsanträge: 

der Beklagten, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagten: 
 
Berufung 
(act. 172 S. 2) 
 
1. Dispositivziffer 1 bis 6 des Urteils des Bezirksgerichts Andelfingen vom  

18. September 2012 (FP090011-B/U01/Ca) seien aufzuheben. 
 
2. Es sei festzustellen, dass kein Besuchsrecht festgelegt werden kann. 
 
 Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8.0% MWST) zulasten 

des Berufungsbeklagten. 
 

- 5 - 

Anschlussberufung 
(act. 183 S. 2) 
 
Es sei auf die Anschlussberufung des Berufungsbeklagten und 
Anschlussberufungsklägers nicht einzutreten. 
Eventualiter:  Es sei die Anschlussberufung des Berufungsbeklagten und 

Anschlussberufungsklägers vollumfänglich abzuweisen. 
 
 
des Klägers, Berufungsbeklagten und Anschlussberufungsklägers  
(act. 179 S. 2): 
 
Berufung 
 
Es sei die Berufung vollumfänglich abzuweisen, 
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Berufungsklägerin. 
 
Anschlussberufung 
 
1. In Abänderung von Dispositivziffer 1 des angefochtenen Urteils sei dem 

Berufungsbeklagten ein grosszügigeres Besuchsrecht einzuräumen. 
 
2. In Abänderung von Dispositivziffer 6 seien die Mehrkosten für das begleitete 

Besuchsrecht der Berufungsklägerin und dem Berufungsbeklagten je zur 
Hälfte aufzuerlegen. 

 
 

Erwägungen: 

I. 

1. 

1.1 Die Parteien heirateten am tt. Januar 2005 in D._____ [Staat] (act. 4/15). Am 

tt.mm.2006 wurde ihr gemeinsames Kind C._____ geboren (act. 4/15). Mit Urteil 

des Einzelrichters im ordentlichen Verfahren des Bezirkes Andelfingen vom 3. 

Juni 2008 wurden die Parteien geschieden, wobei C._____ unter die elterliche 

Sorge der Mutter (Berufungsklägerin) gestellt wurde. Die Regelung des 

Besuchsrechts wurde dem Beistand übertragen (act. 174/4 S. 2).  

- 6 - 

1.2 Mit Eingabe vom 28. September 2009 erhob der Berufungsbeklagte bei der 

Vorinstanz Klage auf Abänderung dieses Scheidungsurteils vom 3. Juni 2008 

(act. 1, act. 12 S. 1 f.). Er beantragte damit die Abänderung der 

Besuchrechtsregelung (Dispositivziffer 3), des Kinderunterhalts (Dispositivziffer 4) 

sowie des nachehelichen Unterhalts der Berufungsklägerin (Dispositivziffer 7). Die 

Klagebegehren betreffend Abänderung des Kinderunterhaltsbeitrages und des 

nachehelichen Unterhalts wurden zufolge Rückzugs bzw. Vergleichs mit 

Verfügung des Einzelrichters vom 24. August 2011 als erledigt abgeschrieben 

(act. 97 S. 3).  

Über den Antrag bezüglich des Besuchsrechts entschied der Einzelrichter nach 

Durchführung der Hauptverhandlung und eines Beweisverfahrens mit 

persönlicher Befragung der Parteien, Einvernahmen von Zeuginnen und Zeugen 

und  

Einholung eines Gutachtens (zur Prozessgeschichte im Einzelnen siehe act. 176 

S. 3 ff.) mit Urteil vom 18. September 2012 (act. 176). 

2. 

Gegen dieses Urteil erhebt die Klägerin und Berufungsklägerin (fortan: die 

Berufungsklägerin) Berufung mit Eingabe vom 28. Oktober 2012 (act. 172). Sie 

stellt darin – wie eingangs aufgeführt – die Anträge, das angefochtene Urteil (mit 

Ausnahme der Ziffern über die Kosten- und Entschädigungsfolgen) aufzuheben 

und festzustellen, dass kein Besuchsrecht festgelegt werden könne (act. 172 S. 

2). Der Beklagte und Berufungsbeklagte (fortan: der Berufungsbeklagte) 

beantragt mit seiner Berufungsantwort vom 6. Dezember 2012 (act. 179), die 

Berufung abzuweisen (act. 179 S. 2). Gleichzeitig erhebt er Anschlussberufung 

mit den oben genannten Anträgen, ihm ein grosszügigeres Besuchsrecht 

einzuräumen und die Mehrkosten für ein begleitetes Besuchsrecht den Parteien je 

zur Hälfte aufzuerlegen (act. 179 S. 2). Mit der Anschlussberufungsantwort vom 

20. Januar 2013  

(act. 183 S. 2) stellt die Berufungsklägerin den Antrag, es sei auf die 

Anschlussberufung nicht einzutreten, eventualiter sei diese abzuweisen (act. 183 

S. 2). Die Anschlussberufungsantwort wurde dem Berufungsbeklagten am 22. 

- 7 - 

Januar 2013 zur Kenntnis gebracht (act. 184). Am 8. April 2013 reichte die 

Berufungsklägerin eine Noveneingabe ein (act. 186). Der Berufungsbeklagte 

nahm hierzu schriftlich am 9. Mai 2013 (act. 192) Stellung. Diese Stellungnahme 

wurde der Berufungsklägerin am 13. Mai 2013 zugestellt (act. 193).  

 

II. 

1. 

Mit dem oben erwähnten Scheidungsurteil vom 3. Juni 2008 (act. 174/4) wurde 

das Kind C._____ unter die elterliche Sorge der Berufungsklägerin gestellt.  

Das Gericht legte jedoch kein Besuchsrecht für den Berufungsbeklagten fest, 

sondern übertrug diese Aufgabe unzulässigerweise an den Beistand des Kindes 

(act. 174/4 S. 2). Wie die Kammer bereits in ihrem Urteil vom 20. August 2012 im 

Verfahren der Berufungsklägerin betreffend Weiterführung der Beistandschaft 

(NQ120039) festgestellt hat, wurde damit kein Besuchsrecht für den nicht 

sorgeberechtigten Kindsvater festgelegt (act. 174/ 9 S. 5). Die Übertragung der 

Aufgabe zur Festsetzung eines Besuchsrechts an eine andere Instanz bedeutet 

eben noch keine Regelung. Es besteht somit entgegen der Auffassung der 

Berufungsklägerin (act. 172 S. 9 f.) keine "falsche Regelung "und es wurde auch 

kein Besuchsrecht "wenigstens im Grundsatz" festgelegt, wie der 

Berufungsbeklagte meint (act. 179 S. 8), sondern der Anspruch des 

Berufungsbeklagten auf persönlichen Verkehr mit C._____ wurde nicht geregelt, 

wie dies im Scheidungsurteil notwendig gewesen wäre (Art. 133 Abs. 1 ZGB). 

Das genannte Scheidungsurteil weist somit eine Lücke auf, weshalb der 

Entscheid über diesen Punkt nachgeholt bzw. das Urteil in dieser Hinsicht ergänzt 

werden muss (DIKE-Kommentar ZPO, Anette Dolge, N. 1, N. 10 und 12 zu Art. 

284; Karl Spühler, Abänderungs- oder Ergänzungs- bzw. Nachverfahren zum 

Ehescheidungsprozess, insbesondere mit Bezug auf das Recht der Eltern auf 

persönlichen Verkehr, SJZ 1983 S. 37 ff.), wie dies die Vorinstanz in ihren 

Erwägungen zutreffend festgehalten hat (act. 176  

- 8 - 

S. 5). Dass im Rubrum "Abänderung Scheidungsurteil" aufgeführt ist (act. 176  

S. 1), vermag daran nichts zu ändern (vgl. act. 172 S. 8 f. Ziff. 24 ff.). 

2. 

Ist - wie vorliegend – nur über den persönlichen Verkehr zu entscheiden, so stellt 

sich die Frage nach der sachlichen Zuständigkeit. Der Auffassung, die 

Kindesschutzbehörde sei dafür zuständig (DIKE-Kommentar ZPO, Anette Dolge, 

N. 13 zu Art. 284), kann nicht gefolgt werden. Diese Zuständigkeit gilt gemäss Art. 

284 Abs. 1 ZPO in Verbindung mit Art. 134 Abs. 4 ZGB für die sachliche 

Zuständigkeit bei der Änderung einer durch ein Scheidungsurteil festgesetzten 

Regelung des Besuchsrechts. Für den Fall der Nichtregelung dieser Nebenfolge 

einer Scheidung bzw. der entsprechenden Ergänzung enthält die ZPO keine 

Bestimmung. Eine analoge Anwendung der entsprechenden 

Zuständigkeitsvorschrift für das Änderungsverfahren für den Fall der Ergänzung 

des Scheidungsurteils in diesem Punkt drängt sich nicht auf. Im Gegenteil 

erscheint es im Hinblick auf den Grundsatz der Einheit des Entscheids über die 

Ehescheidung im Sinne von Art. 283 ZPO angebracht, dass eine solche Lücke 

bezüglich der Regelung des persönlichen Verkehrs durch diejenige – zumindest 

sachlich zuständige – Instanz bzw. in jenem Verfahren geschlossen wird, die 

darüber ursprünglich hätte befinden sollen bzw. das ursprünglich dafür 

vorgesehen war. Somit ist die sachliche Zuständig-keit der Kammer für die 

Beurteilung dieser Berufung zu bejahen (Art. 4 ZPO,  

Art. 274 ff. ZPO, § 48 GOG).  

Die sachliche Zuständigkeit der Kammer in diesem Verfahren wäre selbst dann zu 

bejahen, wenn man davon ausginge, über die Ergänzung eines 

Scheidungsurteils, welche ausschliesslich die Regelung des persönlichen 

Verkehrs betrifft, habe die Kindesschutzbehörde zu befinden. Im vorliegenden 

Verfahren war die sachliche Zuständigkeit der Vorinstanz bei Einleitung der Klage 

gemäss Art. 134 Abs. 1 ZGB  auf jeden Fall gegeben, da sie nebst der Regelung 

des persönlichen Verkehrs auch über die Änderung der Kinderunterhaltsbeiträge 

zu entscheiden hatte (vgl. act. 1, act. 12 S. 1 f.). Diese Zuständigkeit des Gerichts 

muss – auch im Rechtsmittelverfahren – erhalten bleiben, auch wenn das 

- 9 - 

Verfahren über den Kinderunterhaltsbeitrag mit einem Teilentscheid rechtskräftig 

erledigt wird und in der Folge nur noch über das Besuchsrecht zu entscheiden ist. 

Der Wegfall der sachlichen Zuständigkeit des Gerichts und die Übertragung der 

Entscheidungskompetenz an die Kindesschutzbehörde in einer solchen Situation 

liesse sich nicht rechtfertigen. Es wäre nicht prozessökonomisch, nach Einleitung 

des Verfahrens beim Gericht – unter Umständen nach längerer Prozessdauer und 

Durchführung eines Beweisverfahrens oder gar nach Abschluss des 

erstinstanzlichen Verfahrens – das Verfahren vor einer anderen Behörde neu zu 

eröffnen (vgl.  

Art. 85 Abs. 2 ZPO; vgl. DIKE-Kommentar ZPO, Markus Müller-Chen, N. 50 f. zu 

Art. 64). Dies würde wohl regelmässig zu Verzögerungen führen, was nicht im 

Interesse der Beteiligten, insbesondere auch nicht des betroffenen Kindes, wäre.  

 

III. 

1. 

Die Vorinstanz hat im angefochtenen Urteil (act. 176) ein Besuchsrecht ab Beginn 

dieses Jahres 2013 mit einer über zwei Jahre gestaffelten Ausdehnung bis zu 

monatlichen Besuchen während eines Wochenendes und einem jährlichen 

Ferienbesuchsrecht von zwei Wochen festgelegt. Dabei sollen die Besuche 

vorerst nur begleitet ausgeübt werden. Sodann bestätigte sie die zur Regelung 

und Überwachung des Besuchsrechts im Sinne von Art. 308 ZGB errichtete 

Beistandschaft (act. 176 S. 24 f.).  

2. 

Die Berufungsklägerin verlangt nun mit ihrer Berufung zur Hauptsache, dass kein 

Besuchsrecht für den Berufungsbeklagten festgelegt und demzufolge keine 

Beistandschaft zur Überwachung des Besuchsrechts angeordnet werde. Sie 

begründet dies zur Hauptsache damit, dass die Vorinstanz ohne triftige und 

detaillierte Begründung in Abweichung vom Gutachten ein Besuchsrecht 

- 10 - 

festgelegt habe. Der Gutachter habe nämlich ausdrücklich darauf hingewiesen, 

dass vor der Festsetzung eines Besuchsrechts durch eine Fachperson abgeklärt 

werden müsse, ob C._____ stabil genug sei. Zudem habe er ausgeführt, dass 

eine unter Nichtbeachtung der aktuellen Verhältnisse erzwungene 

Besuchsrechtsausübung zu schwerwiegenden Folgen führen könnte. Es könne 

entgegen den Erwägungen im angefochtenen Urteil zur Beurteilung der heutigen 

Stabilität von C._____ nicht auf die Zeugenaussagen des früheren Beistands 

E._____ und der Erziehungsberaterin F._____ abgestellt werden, da beide zu den 

aktuellen Verhältnissen keine Aussagen hätten machen können (act. 172 S. 13 

ff.). 

Sollte jedoch entgegen diesem Antrag ein Besuchsrecht angeordnet werden, so 

könnten diese Besuche nach der Auffassung der Berufungsklägerin für eine 

unbefristete Zeit nur als begleitete stattfinden, da die Kontaktaufnahme zwischen 

dem Berufungsbeklagten und C._____, der praktisch keine Erinnerung an seinen 

Vater habe, umsichtig geplant werden müsste. Der Wechsel vom begleiteten zum 

unbegleiteten Besuchsrecht könne nicht dem Beistand überlassen werden. Im 

Übrigen hätte allfällige Mehrkosten des begleiteten Besuchsrechts der 

Berufungsbeklagte zu tragen, da die Berufungsklägerin weder über Einkommen 

noch Vermögen verfüge, somit finanziell nicht leistungsfähig sei (act. 172 S. 15 

ff.). 

3. 

Der Berufungsbeklagte machte demgegenüber im Wesentlichen geltend, dass die 

Vorinstanz mit der Festsetzung des Besuchsrechts weder willkürlich gehandelt 

noch ihre Kompetenzen überschritten habe. Es läge nicht im Sinne des 

Kindeswohls den Neubeginn von Kontakten zwischen ihm und seinem Sohn noch 

länger zu verhindern. Je länger die Kontaktlosigkeit dauere, desto schwieriger 

werde es, je wieder eine Beziehung aufzubauen. Die Probleme bei der Ausübung 

des Besuchsrechts basierten in keiner Art und Weise in seinem Verhalten. Die 

Vor-instanz habe daher zu Recht festgehalten, dass er ausreichend Gewähr für 

eine adäquate Besuchsrechtsausübung biete. Es sei keine Gefährdung des 

Kindeswohls erkennbar, welche ein Absehen vom Besuchsrecht rechtfertigen 

- 11 - 

würde. Da er und C._____ sich schon lange nicht mehr gesehen hätten, sei es 

notwendig, zuerst eine gewisse Vertrautheit und Nähe zu schaffen. Daher müsste 

die Besuchsdauer – gestaffelt – verlängert werden, wobei es längstens während 

eines Jahres begleitet ausgeübt werden soll. Die Aufteilung der Kosten des 

begleiteten Besuchsrechts sei sachgerecht, da dieses auf den Konflikten der 

Parteien beruhe (act. 179 S. 16 ff.).  

IV. 

1. 

Eltern, denen die elterliche Sorge oder die Obhut nicht zusteht, und das 

unmündige Kind haben gegenseitig Anspruch auf angemessenen persönlichen 

Verkehr. Vater oder Mutter können verlangen, dass ihr Anspruch geregelt wird 

(Art. 273 Abs. 1 und 2 ZGB). Zuständig für die Regelung dieses Anspruchs ist im 

Scheidungsverfahren das Gericht, das bei der Scheidung auch über die elterliche 

Sorge zu befinden hat (Art. 133 Abs. 1 ZGB, Art. 275 Abs. 2 ZGB). Dies gilt – wie 

oben ausgeführt (Ziffer II/2) – auch für den Fall, dass ein Scheidungsurteil ergänzt 

werden muss. 

Das Recht auf persönlichen Verkehr dient dem Aufbau und der Pflege der inneren 

Verbundenheit zwischen den Eltern und dem unmündigen Kind. Es steht den 

Eltern und dem Kind um ihrer Persönlichkeit willen zu und ist unverzichtbar. Der 

besuchsberechtigte Elternteil hat sowohl das Recht auf persönlichen Verkehr mit 

seinem Kind als auch die Pflicht, dieses Recht wahrzunehmen (BSK ZGB I, 

Ingeborg Schwenzer, N. 3 ff. zur Art. 273 ZGB; FamKomm Scheidung I, Andrea 

Büchler/Annatina Wirz, N. 2 ff. zu Art. 273 ZGB). 

Der Anspruch auf persönlichen Verkehr gilt jedoch nicht schrankenlos. So kann er 

den Eltern gemäss Art. 274 Abs. 2 ZGB aus wichtigen Gründen – unter anderen 

bei der Gefährdung des Wohl des Kindes – verweigert oder entzogen werden. 

Dabei ist das Verhältnismässigkeitsprinzip zu beachten. Der vollständige Entzug 

bzw. die vollständige Verweigerung des Rechts auf persönlichen Verkehr bildet 

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die ultima ratio und darf im Interesse des Kindes nur angeordnet werden, wenn 

die nachteiligen Auswirkungen des persönlichen Verkehrs sich nicht in für das 

Kind vertretbaren Grenzen halten. Kommen weniger einschneidende 

Massnahmen in Betracht, durch die das Kindeswohl gewahrt werden kann 

(Ermahnungen, Weisungen, begleitetes Besuchsrecht), sind diese einem 

Ausschluss des Besuchsrechts vorzuziehen (BSK ZGB I, Ingeborg Schwenzer, N. 

16 zu Art. 274; Andrea Büchler/Annatina Wirz, FamKomm I, N. 5 zu Art. 274 

ZGB). 

2. 

2.1 Die Berufungsklägerin beantragt – wie erwähnt – mit ihrer Berufung, dass kein 

Besuchsrecht festgelegt werde, d.h. es sei dem Berufungsbeklagten dessen 

grundsätzlicher Anspruch auf persönlichen Verkehr mit seinem Sohn C._____ zu 

verweigern. Es ist somit im Folgenden zu prüfen, ob die dafür vorausgesetzten 

wichtigen Gründe im Sinne der obgenannten Bestimmung gegeben sind.  

2.2 Die Berufungsklägerin stützt sich bei ihrem Antrag – wie ausgeführt – auf das 

im vorinstanzlichen Verfahren erstellte kinderpsychologische Gutachten und die 

ergänzenden mündlichen Erläuterungen des Gutachters Dr. G._____.  

Dieses Gutachten datiert vom 22. Juli 2010 (act. 59). Darin kam der Gutachter 

zum Schluss, dass das Besuchsrecht des Vaters "bis auf weiteres eingestellt 

bleiben sollte, weil es in der heutigen Situation nicht in einer Art durchgeführt 

werden könne, die C._____ nicht übermässig belasten würde" (act. 59 S 26). Er 

begründete dies im Wesentlichen damit, dass zwischen den Eltern C._____s 

grosse psychische Konflikte bestünden. So lehne einerseits der 

Berufungsbeklagte den Kontakt zur Berufungsklägerin weitgehend ab und betone, 

er wolle einzig mit seinem Sohn zu tun haben. Diese Einstellung erschwere eine 

Verständigung und fördere die bereits bestehenden ausgeprägten Ängste der 

Berufungsklägerin. Diese lebe in einer ausgeprägten psychischen Abhängigkeit 

von ihrer Mutter. Beide empfänden den Berufungsbeklagten als störendes 

Element und entzögen sich jeder Konfrontation. Die Berufungsklägerin habe 

während ihrer Kindheit erlebt, dass sich ihr Vater und Adoptivvater nach der 

- 13 - 

Scheidung vollständig zurückgezogen habe und ihre Mutter mit den Kindern 

alleine zurecht gekommen sei. Es entspreche somit der Familientradition, dass 

sie ihr Kind für sich beanspruche und dem Vater entziehe. Diese psychische 

Konstellation stehe einer unbeschwerten Begegnung ihres Sohnes mit seinem 

Vater entgegen. C._____ sei den Spannungen zwischen seinen Eltern nicht 

gewachsen und er leide zu stark unter deren virulenten Konflikten. Dies führe 

dazu, dass er nervös reagiere und die Übergaben manchmal an seinem heftigen 

Weinen gescheitert seien. Seine psychosomatischen Reaktionen stünden mit der 

Angst der Mutter im Zusammenhang, die ihn nicht ziehen lassen könne (act. 59 S. 

26 ff.). Anlässlich der mündlichen Erläuterung des Gutachtens in der 

Instruktionsverhandlung der Vorinstanz vom 2. Dezember 2010 ergänzte Dr. 

G._____ sein Gutachten mit folgenden Feststellungen: Angesichts der 

Konfliktsituation könnten Besuche eher kontraproduktiv sein, da die 

Vaterbeziehung ihn eher als belastendes Erlebnis präge und er am Schluss den 

Vater noch mit unangenehmen Erlebnissen in Verbindung bringe. Daher sei er 

zum Schluss gekommen, dass zur Zeit keine Besuche möglich seien, weil 

C._____ einfach noch sehr jung sei; er könne es noch nicht verstehen und man 

könne es ihm noch nicht erklären (Prot. I S. 48). Nach einem Jahr Kindergarten 

oder nach der ersten Primarschulklasse könnte man jedoch ein Besuchsrecht in 

kleinen Abstufungen etablieren. Dabei wäre es sinnvoll, wenn jemand vom Fach 

C._____ untersuchen würde, ob er genügend stabil ist bzw. ob man ihm diese 

Besuche zumuten könne oder nicht (Prot. I S. 53).  

2.2 C._____ ist heute fast 6 1/2 Jahre alt. Er lebt mit der Berufungsklägerin und 

deren Lebenspartner in einem Dorf in … und besucht den Kindergarten im 

zweiten Jahr. Die Berufungsklägerin und ihr Lebenspartner sind Eltern eines 

zweijährigen Knaben; zur Zeit des vorinstanzlichen Verfahrens war sie mit einem 

dritten Kind schwanger. Sie ist nicht erwerbstätig.  

Nach den Angaben der Berufungsklägerin geht es C._____ gut, er sei körperlich 

und psychisch gesund. Er sei eher ängstlich und vorsichtig. Mit seinem Bruder 

verstehe er sich im Allgemeinen gut (act. 142 S. 2). Der Bruder und Pate 

C._____s beschreibt diesen als aufgewecktes Kind, dem es sehr gut gehe 

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(act. 152 S. 4). H._____, der Lebenspartner der Berufungsklägerin, sagte aus, 

dass C._____ eine positive Entwicklung gemacht habe; er sei offen und 

aufgestellt (act. 154 S. 3). Der Gutachter, Dr. G._____, erwähnte, dass C._____, 

wie er ihn anlässlich der Begutachtung im Jahre 2010 gesehen habe, ein recht 

lebendiger Bub sei, recht intelligent wirke und schnell auf Beziehungen eingehe 

(Prot. I S. 52). Der Beistand E._____ führte aus, dass die Berufungsklägerin ihm 

gegenüber bestätigt habe, dass sich C._____ gut entwickelt habe und keine 

Auffälligkeiten oder Schwierigkeiten bekannt seien (act. 147 S. 5). Die 

Erziehungsberaterin F._____ hat gemäss ihren Aussagen C._____ bei ihrer 

Begegnung in den Jahren 2009/2010 als sehr aufgeweckten und reifen Knaben 

erlebt, der sich schon sehr früh gut verbal habe ausdrücken können und ein ganz 

normales Konzentrations- und Spielverhalten gezeigt habe (act. 151 S. 6). Diese 

Aussagen wurden anlässlich der vorinstanzlichen Beweisverhandlung vom 12./13. 

Juni 2012 gemacht. 

2.3 Geht man von den aktuellen tatsächlichen Verhältnissen aus, so besteht im 

heutigen Zeitpunkt kein wichtiger Grund (mehr) bzw. keine Gefährdung des 

Kindeswohls, welche es erforderlich machten, den persönlichen Verkehr zwischen 

dem Berufungsbeklagten und seinem Sohn gänzlich zu unterbinden und damit die 

völlige Entfremdung von C._____ zu seinem Vater in Kauf zu nehmen. Angesichts 

des heutigen Alters von C._____, der oben beschriebenen, normalen 

persönlichen Entwicklung und des baldigen Eintritts in die Primarschule nach dem 

Besuch des Kindergartens während zweier Jahre, ist davon auszugehen, dass er 

heute trotz allfälliger weiter bestehender Spannungen zwischen seinen Eltern in 

der Lage ist, seinem Vater im Rahmen von Besuchen persönlich zu begegnen 

und zu diesem eine Beziehung aufzubauen. Die besonderen Umstände wie der 

lange Unterbruch der Kontakte zwischen dem Sohn und seinem Vater, die 

Konfliktsituation der Eltern und die Ängste der Berufungsklägerin sind bei der 

konkreten Ausgestaltung des Besuchsrechts zu berücksichtigen. Damit wird 

entgegen der Ansicht der Berufungsklägerin (act. 172 S. 14) nicht vom Ergebnis 

des Gutachtens abgewichen, hat doch der Gutachter – wie ausgeführt – 

festgehalten, dass im jetzigen Alter bzw. nach dem Besuch des Kindergartens ein 

Besuchsrecht etabliert werden kann. Dabei hat der Gutachter eine neue 

- 15 - 

Begutachtung bezüglich der Stabilität des Kindes in diesem Zeitpunkt zwar als 

"sinnvoll", jedoch nicht als zwingende Voraussetzung erwähnt (Prot. I S. 53). Es 

erscheint daher gerechtfertigt, von einem erneuten Gutachten abzusehen, zumal 

dadurch das Verfahren weiter verzögert und damit der Unterbruch des 

persönlichen Verkehrs des Berufungsbeklagten mit C._____ verlängert würde, 

was den Aufbau einer Beziehung zwischen den Beiden zusätzlich erschweren 

würde. Kommt hinzu, dass es fraglich erscheint, ob sich angesichts des langen 

Unterbruchs der Besuche bzw. der damit verbundenen Problematik für das Kind 

und die Eltern aus einem solchen Gutachten schlüssige neue Erkenntnisse 

gewinnen liessen. 

An dieser Beurteilung vermögen auch die neuen Vorbringen der 

Berufungsklägerin in der Eingabe vom 8. April 2013 (act. 186) nichts zu ändern. 

Entgegen der Auffassung des Berufungsbeklagten (act. 192 S. 1) sind diese als 

echte Noven auf Grund von Art. 317 Abs. 1 ZPO zu berücksichtigen, da sie auf 

dem Bericht von Dr. med. I._____ vom 27. März 2013 (act. 187) basieren, mithin 

nicht früher vorgebracht werden konnten und auch ohne Verzug in den Prozess 

eingeführt wurden. Wohl begann die dort erwähnte ärztliche Behandlung am 28. 

November 2012, doch kann daraus nicht geschlossen werden, dass der Arzt die 

fraglichen Feststellungen bereits in einem früheren Stadium hätte machen 

können. Im Übrigen wären diese Vorbringen ohnehin zuzulassen, finden doch 

nach Auffassung der Kammer bei der hier geltenden uneingeschränkten 

Untersuchungsmaxime, wo das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen zu 

erforschen hat (Art. 299 Abs. 1 ZPO), die novenrechtlichen Bestimmungen von 

Art. 317 ZPO keine Anwendung (OGerZH LC130019 vom 8. Mai 2013; ZR 110 

Nr. 112; vgl. BGE 138 III 625 E. 2.2; ZPO-Rechtsmittel, Demian Stauber, N. 19 f. 

zu Art. 317). Gemäss diesem ärztlichen Bericht leidet C._____ an einer sehr 

ernsthaften, tief gehenden Verunsicherung, welche einer umsichtigen Behandlung 

bedürfe, die auf Sicherheit, Vorhersehbarkeit und Konstanz aufbaue. Die 

Erzwingung der Wiederaufnahme der Kontakte mit dem Vater sei potenziell stark 

gesundheitsgefährdend, weshalb in den nächsten ein bis zwei Jahren die 

Wiederaufnahme der Kontakte mit dem Vater verfrüht seien (act. 187). Zunächst 

ist festzuhalten, dass es sich bei diesen Feststellungen nicht um ein 

- 16 - 

unabhängiges Gutachten mit umfassenden Abklärungen handelt, sondern einzig 

auf der Untersuchung und Behandlung des Kindes C._____ und den Angaben der 

Berufungsklägerin beruht. Damit ist dessen Aussagekraft als "Parteibericht" 

grundsätzlich beschränkt. Kommt hinzu, dass das Bemühen, wieder einen 

Kontakt zwischen dem Berufungsbeklagten und seinem Sohn herzustellen, als 

"Erzwingung" bezeichnet wird, eine gewisse Befangenheit in dieser Hinsicht von 

Dr. med. I._____ indiziert. Inhaltlich erscheint seine Schlussfolgerung der 

Gesundheitsgefährdung durch die Wiederherstellung einer persönlichen 

Beziehung zwischen dem Kind C._____ und seinem Vater nicht überzeugend, 

enthält der Bericht doch keine Angaben über die Ursachen der diagnostizierten 

Verunsicherung und Traumatisierung, insbesondere wird diese nicht etwa auf die 

letzten Besuchskontakte, die vor vier Jahren im Frühjahr 2009 stattfanden, 

zurückgeführt. Schliesslich weist der Berufungsbeklagte zu Recht darauf hin (act. 

192 S. 3), dass die Berufungsklägerin noch anlässlich ihrer Befragung am 12. 

Juni 2012 C._____ als körperlich und psychisch gesund bezeichnete (act. 142 S. 

2). Zusammenfassend ergibt sich, dass der ärztliche Bericht von Dr. med. I._____ 

(act. 187) nicht Anlass sein kann, weiterhin keinen persönlichen Kontakt zwischen 

dem Berufungsbeklagten und C._____ zuzulassen. 

3. 

3.1.1 Als C._____ sechs Monate alt war, kam es zum ersten Kontakt zwischen 

dem Berufungsbeklagten und seinem Kind. Anschliessend fanden – meist 

begleitete – Besuche statt, letztmals im Jahr 2009 (act. 59 S. 16). Dann wurde 

das Besuchsrecht auf Antrag des Beistands E._____ mit Beschluss der 

Vormundschaftsbehörde J._____ am 7. Juli 2009 sistiert. Dieser Beschluss wurde 

am  

1. Oktober 2009 durch den Bezirksrat Andelfingen aufgehoben (act. 174/8). Der 

Berufungsbeklagte hat seinen Sohn im Jahre 2009, mithin vor vier Jahren, zum 

letzten Mal gesehen (act. 141 S. 1).  

Es ist offensichtlich und unbestritten, dass unter diesen Umständen eine 

Beziehung zwischen dem Berufungsbeklagten und C._____ zuerst wieder 

aufgebaut werden muss. Dies hat durch in verschiedenen Phasen zeitlich 

- 17 - 

abgestuften Besuchszeiten zu erfolgen (vgl. die Ausführungen des Gutachters 

dazu in Prot. I  

S. 54). 

Der Berufungsbeklagte beantragt mit seiner Anschlussberufung, es sei ein 

gegenüber der erstinstanzlichen Regelung grosszügigeres Besuchsrecht 

einzuräumen (act. 179 S. 2). Die Berufungsklägerin beantragt, auf die 

Anschlussberufung in diesem Punkt nicht einzutreten, da der Berufungsbeklagte 

seiner Antrags- und Begründungpflicht gemäss Art. 311 ZPO nicht 

nachgekommen sei (act. 183 S. 4 f. Ziff. 4 -8). Diesem Antrag ist nicht 

stattzugeben, genügt doch die Anschlussberufung (act. 179 S. 17 ff.) den 

Anforderungen von Art. 311 ZPO. Der Berufungsbeklagte hat in seiner 

Begründung der Anschlussberufung den allgemeinen Antrag auf Erweiterung des 

Besuchsrechts mit konkreten Anträgen präzisiert (act. 179  

S. 18). Diese Anträge sind auch hinreichend begründet. So führt er beispielsweise 

aus, dass eine Besuchszeit von zwei Stunden einmal pro Monat zu kurz sei, um 

die Vertrautheit und Nähe zu schaffen, die notwendig sei, weil er und sein Sohn 

sich schon so lange nicht mehr gesehen hätten und er rügt auch das 

Missverhältnis zwischen dieser kurzen Besuchszeit und der Dauer der Reise, die 

er unternehmen müsse, um das Besuchsrecht ausüben zu können (act. 179 S. 

18). Abgesehen davon konnte sich der Berufungsbeklagte bezüglich seiner 

abweichenden Anträge für die Besuchszeiten mit dem angefochtenen Entscheid 

gar nicht näher auseinandersetzen, da dieser die einzelnen Zeitstufen auch nicht 

im Einzelnen begründet (act. 176 S. 20). 

Nicht stichhaltig ist der Einwand der Berufungsklägerin, dass die von der Vorin-

stanz vorgesehene schrittweise Regelung "nicht rechtens" sei, da die Entwicklung 

der Beziehung zwischen C._____ und dem Berufungsbeklagten nicht 

vorausgesagt werden könne (act. 172 S. 16 Ziff. 57, act. 183 S. 17 Ziff. 70). Zwar 

trifft es zu, dass – wie bei jeder menschlichen Beziehung – nicht genau 

vorausgesagt werden kann, wie sich diese in der Zukunft genau gestalten wird. 

Auszugehen ist jedoch auf Grund der allgemeinen Lebenserfahrung, dass mit 

regelmässigen und zeitlich längeren Kontakten die Grundlage geschaffen wird, 

- 18 - 

dass sich eine solche Eltern-Kind-Beziehung intensiviert und positiv entwickelt. 

Folgte man dieser Auffassung der Berufungsklägerin, könnte in einer solchen 

Situation, wo sich noch gar keine Beziehung zwischen einem Kind und einem 

Elternteil entwickeln konnte, gar nie eine Besuchsrechtsregelung mit einer 

schrittweisen Ausdehnung der Besuchszeiten getroffen werden. Im Übrigen 

widerspricht sich die Berufungsklägerin, führt sie doch an anderer Stelle aus, dass 

eine äusserst behutsame Annäherung zwischen dem Berufungsbeklagten und 

C._____ notwendig sei, um Vertrauen schaffen zu können. Dabei könne lediglich 

eine langsame und schrittweise Erhöhung der Besuchszeiten von Erfolg sein (act. 

183 S. 15). 

3.1.2 Es erscheint angemessen, in einer ersten Phase das Besuchsrecht für die 

Dauer von jeweils drei Monaten jeweils am ersten Sonntag jeden Monats für 

zuerst zwei, dann vier und schliesslich sechs Stunden festzusetzen. Entgegen 

dem Antrag des Berufungsbeklagten (act. 179 S. 18) ist angesichts der 

Notwendigkeit, die Beziehung praktisch komplett neu aufzubauen, nur eine relativ 

kurze Besuchszeit von zwei Stunden festzulegen, auch wenn damit das zeitliche 

Verhältnis zwischen der Dauer des Besuchs und der Reisezeit für den 

Berufungsbeklagten ungünstig ausfällt (vgl. act. 179 S. 18). Zum Wohl des Kindes 

hat er dies in Kauf zu nehmen. Der Beginn des Besuchsrechts ist auf den 

September 2013 festzulegen, damit vorgängig der Beistand ernannt und die 

Begleitung des Besuchsrechts organisiert werden können (siehe unten Ziffer 

III/3.1.3 und III/4). 

Nach dieser neunmonatigen ersten Phase ist dem Berufungsbeklagten in einer 

zweiten Phase für die Dauer eines halben Jahres ein achtstündiges Besuchsrecht 

jeweils am ersten Sonntag jeden Monats einzuräumen. 

Schliesslich ist das Besuchsrecht in einer dritten Phase auf jeweils das erste 

Wochenende eines Monats auszudehnen.  

Ab dem Jahr 2015, d.h. ab dem 9. Altersjahr von C._____, ist dem 

Berufungsbeklagten dann auch im üblichen Rahmen ein Ferienbesuchsrecht 

- 19 - 

einzuräumen. Dessen Dauer ist zunächst auf zwei Wochen und dann ab dem 

Jahr 2019, d.h. ab dem 13. Altersjahr, auf drei Wochen festzusetzen.  

3.1.3 Gemäss dem Entscheid der Vorinstanz soll das Besuchsrecht "vorerst und 

solange der Beistand nicht anderes bestimmt" nur begleitet ausgeübt werden  

(act. 176 S. 24).  

Die Anordnung eines begleiteten Besuchsrechts wird von den Parteien im 

Berufungsverfahren zu Recht grundsätzlich nicht in Frage gestellt. Der lange 

Unterbruch des Kontakts zwischen dem Vater und dem Kind, macht – wie 

erwähnt – einen vorsichtigen Aufbau der Beziehung nötig. Sodann lassen es die 

Konflikte, die bei der früheren Ausübung der Besuche zwischen den Parteien 

entstanden waren, und die mit dem Besuchsrecht verbundenen Ängste und 

Vorbehalte der Berufungsklägerin als angezeigt erscheinen, die Besuche 

zunächst nur in Begleitung einer Drittperson durchzuführen. Nicht zu folgen ist 

jedoch der Meinung der Berufungsklägerin, dass das begleitete Besuchsrecht 

unbefristet anzuordnen sei (act. 172 S. 16). Denn es handelt sich beim 

begleiteten Besuchsrecht grundsätzlich um eine vorübergehende Massnahme, 

die im Regelfall auf ein halbes oder ganzes Jahr zu beschränken ist (BSK ZGB I, 

Ingeborg Schwenzer, N. 27 zu  

Art. 273; FamKomm, Scheidung I, Andrea Büchler/Annatina Wirz, N. 22 zu  

Art. 274 ZGB). So soll nicht auf unbegrenzte Zeit ein freier und unbefangener 

Kontakt zwischen dem Vater und seinem Kind verhindert werden. Kommt hinzu, 

dass sich bei längeren Besuchszeiten, insbesondere, wenn sie auch mit einer 

Übernachtung verbunden sind, oder bei einem Ferienbesuchsrecht eine solche 

Begleitung der Besuche praktisch kaum durchführen liesse. Dieser Entscheid 

kann jedoch nicht  – wie im erstinstanzlichen Entscheid vorgesehen (act. 176  

S. 24) – dem Beistand überlassen werden. Somit ist die Begleitung des 

Besuchsrechts auf die erste Phase zu beschränken.  

3.1.4 Die Vorinstanz auferlegte die Mehrkosten für das begleitete Besuchsrecht 

dem Berufungsbeklagten zu zwei Dritteln und der Berufungsklägerin zu einem 

Drittel (act. 176 S. 25). Sie begründete dies damit, dass die Begleitung des 

Besuchsrechts auf Grund einer Konfliktlage notwendig sei, welche beide Eltern zu 

- 20 - 

vertreten hätten. Die Aufteilung im genannten Verhältnis rechtfertige sich damit, 

dass die Beklagte wegen der Kinderbetreuung im Gegensatz zum 

Berufungsbeklagten nicht erwerbstätig sei (act. 176 S. 22).  

Diese Erwägungen sind nicht zu beanstanden. Auch wenn auf Seiten des 

Berufungsbeklagten berücksichtigt wird, dass ihm im Zusammenhang mit dem 

Besuchsrecht wegen der Reise zusätzliche Kosten anfallen, wie dies von ihm 

geltend gemacht wird (act. 179 S. 19), und andererseits das von der 

Berufungsklägerin angeführte fehlende (Erwerbs-)einkommen und Vermögen 

(act. 172 S. 17 ff. Ziff. 64 - 66) berücksichtigt werden, so erscheint die 

vorgenommene Aufteilung angesichts der unterschiedlichen finanziellen 

Verhältnisse der Parteien immer noch als angemessen. Demzufolge ist das 

angefochtene Urteil in diesem Punkt zu bestätigen. 

 

 

4. 

4.1 Von der Berufungsklägerin wird zu Recht nicht in Frage gestellt, dass zur 

Überwachung des persönlichen Verkehrs zwischen dem Berufungsbeklagten und 

C._____ eine Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB anzuordnen ist 

(vgl. act. 172 S. 15 Ziff. 50 und 54). Der Berufungsbeklagte bezeichnet es 

ausdrücklich als "sinnvoll bzw. notwendig", dass die Ausübung des 

Besuchsrechts durch eine Beiständin oder einen Beistand begleitet wird (act. 179 

S. 14 zu Ziffer 50). Auf Grund der oben geschilderten Verhältnisse, die zur 

Anordnung eines begleiteten Besuchsrechts führten, erscheint es zweckmässig, 

eine Beistandschaft zu errichten mit der Aufgabe, die Ausübung des 

Besuchsrechts gemäss der getroffenen Regelung zu überwachen (vgl. BSK ZGB 

I, Ingeborg Schwenzer, N. 25 zu Art. 273; FamKomm, Andrea Büchler/Annatina 

Wirz, N. 25 zu Art. 274 ZGB).  

4.2 Mit Verfügung des Eheschutzrichters vom 5. Oktober 2007 wurde eine 

Beistandschaft zur Regelung und Überwachung des Besuchsrechts im Sinne von  

- 21 - 

Art. 308 Abs. 2 ZGB errichtet, Diese wurde mit dem Scheidungsurteil vom 3. Juni 

2008 bestätigt (act. 4/24 S. 2). Sodann beschloss die Vormundschaftsbehörde 

K._____ am 27. März 2012 die bestehende Beistandschaft durch den bisherigen 

Beistand weiterzuführen (act. 174/9 S. 2 E. I/3). Dieser Entscheid wurde mit dem 

Urteil der Kammer vom 20. August 2012 aufgehoben (act. 174/9 S. 9). Mit dem 

angefochtenen Urteil ordnete die Vorinstanz in der Folge an, dass die mit dem 

vorgenannten Eheschutzrichterentscheid errichtete Beistandschaft von der 

zuständigen Vormundschaftsbehörde solange weiterzuführen sei, als diese es für 

nötig erachte. Zudem ersuchte sie die zuständige Vormundschaftsbehörde, einen 

neuen Beistand für das Kind C._____ zu ernennen (act. 176 S. 24).  

Angesichts dieser unklaren Anordnungen – so wurde mit dem Urteil vom 3. Juni 

2008 eine Besuchsrechtsbeistandschaft angeordnet bzw. eine bestehende solche 

Beistandschaft "weitergeführt", obwohl gar kein Besuchsrecht festgelegt wurde, 

und diese Beistandschaft mit dem angefochtenen Urteil erneut "weitergeführt", ist 

zunächst diese Beistandschaft des Eheschutzrichters vom 5. Oktober 2007 

gestützt auf Art. 315b Abs. 1 ZGB aufzuheben und sodann mit diesem Urteil eine 

Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB zur Überwachung des 

persönlichen Verkehrs zwischen dem Berufungsbeklagten und seinem Sohn 

C._____ gemäss der getroffenen Regelung des Besuchsrechts anzuordnen. 

Sodann ist die am Wohnsitz des Kindes (act. 174/2) zuständige KESB L._____ 

(Art. 315 Abs. 1 ZGB; vgl. act.128) zu beauftragen, einen Beistand oder eine 

Beiständin zu bestellen. 

 

V. 

Die Vorinstanz hat die Kosten ihres Verfahrens den Parteien je zur Hälfte 

auferlegt und keine Parteientschädigungen zugesprochen (act. 176 S. 25). Bei 

diesem Entscheid wurde auch der Prozessausgang bezüglich der Anträge auf 

Abänderung der Kinderunterhaltsbeiträge und des nachehelichen Unterhalts 

berücksichtigt (act. 176 S. 23). In dieser Hinsicht blieb der Entscheid von den 

- 22 - 

Parteien unangefochten und ist zu bestätigen. Die hälftige Kostenteilung bzw. der 

Verzicht auf Zusprechung von Parteientschädigungen rechtfertigt sich jedoch 

auch bezüglich des Entscheids über das Besuchsrecht. Wohl obsiegt hier der 

Berufungsbeklagte nach dem Ausgang des Berufungsverfahrens weitgehend mit 

seinen Anträgen, jedoch sind im Sinne der bisherigen Praxis, wonach bei 

Besuchsrechtsstreitigkeiten in der Regel unabhängig vom konkreten 

Verfahrensausgang die Kosten den Parteien zur Hälfte auferlegt werden (vgl. 

Kurzkommentar ZPO, Hans Schmid,  

N. 4 zu Art. 107), auch vorliegend für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren 

gestützt auf Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO die Kosten den Parteien je zur Hälfte 

aufzuerlegen und ist demzufolge keiner Partei eine Entschädigung zuzusprechen. 

Die Kosten sind zufolge der beiden Parteien auch im Berufungsverfahren 

gewährten unentgeltlichen Rechtspflege (act. 181 S. 3) einstweilen auf die 

Gerichtskasse zu nehmen. 

 

 

Es wird erkannt: 

1. a) Der Berufungsbeklagte ist berechtigt, seinen Sohn C._____ jeweils am 

ersten Sonntag eines jeden Monats zu sich oder mit sich auf Besuch zu 

nehmen : 

- in den Monaten September bis November 2013 während 2 Stunden, 

- in den Monaten Dezember 2013 bis Februar 2014 während 4 Stunden, 

- in den Monaten März 2014 bis Mai 2014 während 6 Stunden. 

 Dieses Besuchsrecht darf nur begleitet ausgeübt werden. 

b) Von Juni 2014 bis November 2014 ist der Berufungsbeklagte berechtigt, 

seinen Sohn C._____ jeweils am ersten Sonntag eines jeden Monats für die 

Dauer von 8 Stunden zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. 

- 23 - 

c) Ab Dezember 2014 ist der Berufungsbeklagte berechtigt, seinen Sohn 

C._____ am ersten Wochenende eines jeden Monats zu sich oder mit sich 

auf Besuch zu nehmen. 

d) Der Berufungsbeklagte ist berechtigt, seinen Sohn C._____ ab dem Jahr 

2015 in den Schulferien während 2 Wochen und ab dem Jahr 2019 während 

3 Wochen zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen. 

2. Die Dispositivziffer 6 des angefochtenen Urteils betreffend Regelung der 

Mehrkosten für das begleitete Besuchsrecht wird bestätigt. 

3. Die mit Verfügung des Eheschutzrichters des Bezirks Andelfingen vom  

5. Oktober 2007 angeordnete Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 

ZGB wird aufgehoben. 

4. Es wird eine Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB zur 

Überwachung des persönlichen Verkehrs zwischen dem 

Berufungsbeklagten und seinem Sohn C._____ gemäss der mit diesem 

Urteil getroffenen Regelung des Besuchsrechts angeordnet. 

5. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde L._____ wird beauftragt, eine 

Beiständin oder einen Beistand gemäss Dispositivziffer 4 zu bestellen. 

6. Die erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsregelung (Dispositivziffern 

7 – 9 des angefochtenen Entscheids) wird bestätigt. 

7. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 2'000.-- festgesetzt. 

8. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden den Parteien 

je zur Hälfte auferlegt, jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. 

Die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten. 

9. Es werden für das zweitinstanzliche Verfahren keine Parteientschädigungen 

zugesprochen. 

- 24 - 

10. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die KESB L._____ und an die 

KESB M._____ sowie an das Einzelgericht im ordentlichen Verfahren des 

Bezirksgerichts Andelfingen, je gegen Empfangsschein. 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

11. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, 

einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich 

nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre 

Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes 

über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  
Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit.  
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

 
 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Zivilkammer 
 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. I. Vourtsis-Müller 
 
 
versandt am: 

	Urteil vom 3. Juni 2013
	Rechtsbegehren:
	Urteil des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren des  Bezirksgerichtes Andelfingen vom 18. September 2012:
	1. Der Kläger wird berechtigt erklärt, seinen Sohn C._____ wie folgt auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen:
	2. Die für das Kind C._____ durch Verfügung des Eheschutzrichters vom 5. Oktober 2007 errichtete Beistandschaft zur Regelung und Überwachung des Besuchsrechts im Sinne von Art. 308 ZGB (bestätigt mit Ehescheidungsurteil vom 3. Juni 2008; Dispositiv-Zi...
	3. Die zuständige Vormundschaftsbehörde wird ersucht, gegebenenfalls einen neuen Beistand für das Kind C._____ zu ernennen.
	4. Das Besuchsrecht gemäss Ziffer 1 hiervor soll vorerst und, solange der Beistand nichts anderes bestimmt, nur begleitet ausgeübt werden.
	5. Der Beistand wird mit der Aufgabe betraut, als neutrale Drittperson das Besuchsrecht zu überwachen, positiv auf die Eltern einzuwirken sowie als deren Ratgeber und Vermittler zu amten. Ferner wird dem Beistand die Kompetenz erteilt, die für die ko...
	6. Die Mehrkosten für das begleitete Besuchsrecht werden dem Kläger zu zwei Dritteln und der Beklagten zu einem Drittel auferlegt.
	7. Die Entscheidgebühr (Pauschalgebühr) wird festgesetzt auf:
	8. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Parteien werden auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 92 ZPO ZH hingewiesen.
	9. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I.

	II.
	III.
	IV.
	V.
	Es wird erkannt:
	1. a) Der Berufungsbeklagte ist berechtigt, seinen Sohn C._____ jeweils am ersten Sonntag eines jeden Monats zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen :
	- in den Monaten September bis November 2013 während 2 Stunden,
	- in den Monaten Dezember 2013 bis Februar 2014 während 4 Stunden,
	- in den Monaten März 2014 bis Mai 2014 während 6 Stunden.
	Dieses Besuchsrecht darf nur begleitet ausgeübt werden.
	b) Von Juni 2014 bis November 2014 ist der Berufungsbeklagte berechtigt, seinen Sohn C._____ jeweils am ersten Sonntag eines jeden Monats für die Dauer von 8 Stunden zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen.
	c) Ab Dezember 2014 ist der Berufungsbeklagte berechtigt, seinen Sohn C._____ am ersten Wochenende eines jeden Monats zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen.
	d) Der Berufungsbeklagte ist berechtigt, seinen Sohn C._____ ab dem Jahr 2015 in den Schulferien während 2 Wochen und ab dem Jahr 2019 während 3 Wochen zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen.
	2. Die Dispositivziffer 6 des angefochtenen Urteils betreffend Regelung der Mehrkosten für das begleitete Besuchsrecht wird bestätigt.
	3. Die mit Verfügung des Eheschutzrichters des Bezirks Andelfingen vom  5. Oktober 2007 angeordnete Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB wird aufgehoben.
	4. Es wird eine Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB zur Überwachung des persönlichen Verkehrs zwischen dem Berufungsbeklagten und seinem Sohn C._____ gemäss der mit diesem Urteil getroffenen Regelung des Besuchsrechts angeordnet.
	5. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde L._____ wird beauftragt, eine Beiständin oder einen Beistand gemäss Dispositivziffer 4 zu bestellen.
	6. Die erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsregelung (Dispositivziffern 7 – 9 des angefochtenen Entscheids) wird bestätigt.
	7. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 2'000.-- festgesetzt.
	8. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt, jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten.
	9. Es werden für das zweitinstanzliche Verfahren keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	10. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die KESB L._____ und an die KESB M._____ sowie an das Einzelgericht im ordentlichen Verfahren des Bezirksgerichts Andelfingen, je gegen Empfangsschein.
	11. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Z...