# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8c724eca-69c6-5ffc-a7e7-bd9e297482bf
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-10-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 01.10.2018 200 2017 721
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-721_2018-10-01.pdf

## Full Text

200 17 721 BV
SCI/SCC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 1. Oktober 2018

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. B.________
Klägerin

gegen

Pensionskasse J.________
Beklagte

betreffend Klage vom 21. August 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2018, BV/17/721, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1977 geborene A.________ (Versicherte bzw. Klägerin) war ab April 
2001 zu 100 % als … (von 2. April 2001 bis 31. März 2002 in Ausbildung) 
für die C.________ tätig und dadurch bei der Pensionskasse …. bzw. ab 
dem 1. Januar 2002 bei der Pensionskasse J.________ (PK J.________ 
bzw. Beklagte) für die berufliche Vorsorge versichert (Akten C.________, 
act. V pag. 31 f., 37 f. 117 ff.). Ab dem 1. Februar 2009 reduzierte sie ihr 
Pensum auf 90 % (Dossier der Klägerin, act. I pag. 4, 5; act. V pag. 20 ff.).

Im August 2010 meldete sich die Versicherte bei der Invalidenversicherung 
zum Bezug von Leistungen an. Als gesundheitliche Beeinträchtigung nann-
te sie Schmerzen und Bewegungsbeeinträchtigung am Arbeitsplatz, Mü-
digkeit und Erschöpfung (Dossier der IV-Stelle, act. III pag. 2). Nach Ab-
klärungen und durchgeführtem Vorbescheidverfahren (act. III pag. 17) ver-
fügte die SVA K.________ am 22. Februar 2011 bei einem Invaliditätsgrad 
von 30 % die Ablehnung einer Rente (act. III pag. 21). Die Verfügung ist in 
Rechtskraft erwachsen (act. III pag. 32).

Vom ... September 2012 bis ... Januar 2013 befand sich die Versicherte im 
Mutterschaftsurlaub und bezog anschliessend Ferien sowie unbezahlten 
Urlaub (act. V pag. 1, 76, 80, II 7). Im Januar 2013 vereinbarten die 
C.________ und die Versicherte eine Reduktion des Beschäftigungsgrades 
per 1. März 2013 von 90 % auf 70 % (act. II pag. 7; act. V pag. 14 ff., 17 
ff.).

Im Februar 2013 nahm die Versicherte eine Anmeldung für eine Rente we-
gen Teil-Invalidität (von 30 %) vor (act. II pag. 7), worauf die PK 
J.________ insoweit Abklärungen tätigte, als sie die Akten der Invaliden-
versicherung und einen Bericht von Dr. med. D.________, der E.________, 
vom 27. Juni 2013 einholte (act. II pag. 8). Am 28. Oktober 2013 teilte die 
Arbeitgeberin der Versicherten mit, die PK J.________ habe entschieden, 
dass die Versicherte keinen Anspruch auf eine Versicherungsleistung ha-
be, da ein IV-Grad unter 25 % vorliege (act. II pag. 9). Hiermit erklärte sich 
die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, am 11. März 

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2014 – mit Verweis auf den von der Invalidenversicherung ermittelten IV-
Grad von 30 % – gegenüber der PK J.________ nicht einverstanden (act. II 
pag. 10). Am 21. März 2014 hielt die PK J.________ am Entscheid fest; es 
liege ein IV-Grad unter 25 % vor (act. II pag. 11). Es erfolgte ein weiterer 
Briefwechsel zwischen der Pensionskasse (Schreiben vom 21. März 2014 
[act. II pag. 11] und 6. August 2014 [act. II pag. 13]) und der Versicherten 
(Schreiben vom 14. Juli 2014 [act. II pag. 12]) zur Frage der Höhe des In-
validitätsgrades und damit des Anspruchs auf eine Rente.

Seit dem 1. Mai 2014 arbeitet die Versicherte wiederum für die C.________ 
– zuerst in einem Pensum von 30 % (act. V pag. 10 ff.) und seit 1. Septem-
ber 2014 von 20 % (act. V pag. 7 ff.).

B.

Am 21. August 2017 erhob die Versicherte beim Verwaltungsgericht des 
Kantons Bern Klage. Sie beantragt das Folgende:

„1. Die Beklagte sei zu verurteilen der Klägerin ab dem 01.09.2012 die gesetzlich 
und reglementarisch vorgesehenen Leistungen auf einem Invaliditätsgrad von 
30 %, nebst einem Verzugszins für die geschuldeten Rentenbetreffnisse von 
5 % ab dem 11.03.2014, auszurichten.

2. Der Klägerin sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und der Unter-
zeichnete sei zu ihrem unentgeltlichen Rechtsvertreter zu ernennen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgend zu Lasten der Beklagten.“

Die Klägerin bringt vor, sie habe aufgrund der zunehmenden Schmerzen 
Anfang 2009 ihr Pensum von 100 % auf 90 % reduziert. Wegen Ver-
schlimmerung der Krankheit und bei einer Arbeitsfähigkeit von nunmehr 
70 % habe sie sich bei der Invalidenversicherung angemeldet, welche das 
Leistungsbegehren zwar abgewiesen habe; es sei jedoch gestützt auf die 
rechtskräftige IV-Verfügung vom 22. Februar 2011 ein IV-Grad von 30 % 
ausgewiesen. Gestützt auf die reglementarischen Bestimmungen der PK 
und aufgrund der Tatsache, dass die Klägerin ihr Pensum aufgrund von 
Krankheit reduziert habe, sei die Beklagte verpflichtet, eine Rente in der 
Höhe von 30 % auszurichten (Gerichtsakten pag. 3 ff.).

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Mit Klageantwort vom 18. September 2017 beantragt die PK J.________ 
(Beklagte) die Abweisung der Klage. Sie macht geltend, die Reduktion des 
Beschäftigungsgrades im Februar 2009 von 100 % auf 90 % sei nicht aus 
medizinischen Gründen erfolgt. Die für die berufliche Vorsorge relevante 
Invalidität sei bezogen auf ein Arbeitspensum von 90 % zu bemessen. Der 
Klägerin sei die angestammte Tätigkeit zu 70 % zumutbar. Der IV-Grad 
betrage somit 22,2 % ([90 % abzüglich 70 %] / 90 %); gemäss Reglement 
(Art. 50) würden Invalidenleistungen jedoch erst ab einem IV-Grad von 
25 % ausgerichtet (Gerichtsakten pag. 15 ff.).

Der Instruktionsrichter ordnete in der Folge verschiedene Beweismass-
nahmen an (prozessleitende Verfügung vom 20. September 2017: Einho-
lung der IV-Akten bei der SVA K.________ [Gerichtsakten pag. 25]; pro-
zessleitende Verfügung vom 13. Oktober 2017: Einholung der Akten der 
Arbeitgeberin der Klägerin und der behandelnden Ärzte [Dr. med. 
F.________, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin, Dr. med. 
G.________, Fachärztin für Allgemeine Medizin, Dr. med. H.________, 
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie {Gerichtsakten pag. 28 f.}]).

Nach Eingang der entsprechenden Unterlagen und Gewährung der Mög-
lichkeit zur Ergänzung der Klageantwort reichte die Beklagte die Stellung-
nahme vom 15. November 2017 ein, worin sie an ihrem Standpunkt, die 
Reduktion des Pensums auf 90 % im Februar 2009 sei nicht aus medizini-
schen Gründen erfolgt, festhielt (Gerichtsakten pag. 48 ff.).

Am 16. Januar 2018 zog die Klägerin das Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege zurück (Gerichtsakten pag. 60).

Mit Verfügung vom 13. Februar 2018 schrieb der Instruktionsrichter das 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege als gegenstandslos ab (Ziff. 2). 
Ferner stellte er die Einholung eines Gerichtsgutachtens beim I.________ 
(MEDAS) in Aussicht (Ziff. 5.1-5.2) und gewährte den Parteien das rechtli-
che Gehör (Ziff. 5.3; Gerichtsakten pag. 66 ff.).

Am 26. Februar 2018 erklärte sich die Klägerin mit der Begutachtung 
grundsätzlich einverstanden, Ergänzungsfragen erschienen ihr nicht not-
wendig und sie machte keine Ablehnungs- oder Ausschlussgründe gegen 
die vorgesehenen Gutachter der MEDAS geltend. Sie beantragte jedoch 

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sinngemäss die Begutachtung durch eine andere MEDAS (Gerichtsakten 
pag. 74 f.). 

Mit Verfügung vom 7. März 2018 wies der Instruktionsrichter den Antrag 
auf Begutachtung durch eine andere als MEDAS anerkannte Begutach-
tungsstelle ab und erteilte der Gutachterstelle den Auftrag (Gerichtsakten 
pag. 81 f.).

Die MEDAS reichte das interdisziplinäre Gutachten vom 25. Juni 2018 ein 
(Gerichtsakten pag. 84 ff.).

Mit Schlussbemerkungen vom 10. Juli 2018 und 3. August 2018 hielten die 
Parteien an ihren Anträgen fest (Gerichtsakten pag. 136 ff., 140 ff.).

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungs-
rechtliche Abteilung, ist als einzige kantonale Instanz sachlich und funktio-
nell zuständig zur Beurteilung der mit Klage vom 21. August 2017 geltend 
gemachten – reglementarischen – Ansprüche (Art. 73 Abs. 1 des Bundes-
gesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge 
vom 25. Juni 1982 [BVG; SR 831.40] i.V.m. Art. 87 lit. c des kantonalen 
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; 
BSG 155.21] und Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über die 
Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 [GSOG; BSG 161.1]). Gerichtsstand ist nach Art. 73 Abs. 3 
BVG der schweizerische Sitz oder Wohnsitz der Beklagten oder der Ort 
des Betriebes, bei dem die versicherte Person angestellt wurde. Dabei 
kommt es für den Wahlgerichtsstand nicht darauf an, ob die Vorsorgeein-
richtung, der Arbeitgeber oder die versicherte Person – wie hier – klagende 
Partei ist (SVR 2006 BVG Nr. 17 S. 62 E. 2.3). Die Beklagte hat Sitz in 
Bern (Akten der Beklagten act. IIA, IIB); damit ist das angerufene Gericht 

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zur Behandlung der Klage örtlich zuständig. Auch die übrigen Prozess-
voraussetzungen sind erfüllt (Legitimation der Parteien; formgerechte Klage 
[Art. 32 VRPG]). Auf die Klage ist einzutreten.

1.2 Streitig und zu prüfen ist, ob die Beklagte der Klägerin Leistungen 
aus beruflicher Vorsorge auszurichten hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Nach Art. 73 Abs. 2 BVG sehen die Kantone ein einfaches, rasches 
und in der Regel kostenloses Verfahren vor, wobei der Richter den 
Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen hat. Innerhalb des Streitge-
genstandes ist das Berufsvorsorgegericht in Durchbrechung der Dispositi-
onsmaxime an die Begehren der Parteien nicht gebunden (BGE 135 V 26 
E. 3.1 mit Hinweisen, Art. 92 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Anspruch auf Invalidenleistungen haben nach Art. 23 lit. a BVG Per-
sonen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40 % invalid 
sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität 
geführt hat, versichert waren.

2.1.1 Das BVG definiert den Begriff der Invalidität nicht, sondern verweist 
auf die Invalidenversicherung (vgl. Art. 23 lit. a BVG und Art. 4 BVV 2). Aus 
der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invaliden-
versicherung und demjenigen auf Invalidenleistungen nach BVG ergibt 
sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen 
Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist 
(BGE 120 V 106 E. 3c S. 108).

2.1.2 Mit Bezug auf die weitergehende berufliche Vorsorge steht es den 
Vorsorgeeinrichtungen im Rahmen von Art. 6 und 49 Abs. 2 BVG sowie der 
verfassungsmässigen Schranken (wie Rechtsgleichheit, Willkürverbot und 
Verhältnismässigkeit) frei, den Invaliditätsbegriff und/oder das versicherte 
Risiko abweichend von Art. 23 BVG zu definieren. Während sie im Rahmen 

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der obligatorischen beruflichen Vorsorge jedenfalls die Mindestvorschrift 
des Art. 23 BVG zu beachten haben (Art. 6 BVG), gilt diese Bestimmung 
einschliesslich der hierzu ergangenen Rechtsprechung im überobligatori-
schen Bereich nur, soweit die Reglemente oder Statuten bezüglich des 
massgebenden Invaliditätsbegriffs oder versicherten Risikos nichts Abwei-
chendes vorsehen (BGE 136 V 65 E. 3.2 S. 69; SVR 2015 BVG Nr. 28 
S. 104 E. 2.1).

2.2 Gemäss Vorsorgereglement der Pensionskasse J.________ haben 
Anspruch auf eine Invalidenrente versicherte Personen, die im Sinne der 
eidgenössischen Invalidenversicherung zu mindestens 25 % invalid sind, 
sofern sie bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität 
geführt hat, in der Pensionskasse J.________ versichert war (Art. 52 Vor-
sorgereglement [gültig ab dem 1. Januar 2008; act. IIB] bzw. Art. 50 in der 
seit 1. Januar 2010 gültigen Fassung; act. IIA). 

3.

3.1 Die Klägerin beantragt eine Rente und verweist zur Begründung auf 
den von der SVA K.________ ermittelten IV-Grad von 30 % (Gerichtsakten 
pag. 10). Die Beklagte wiederum verneint eine Leistungspflicht mit der Be-
gründung, im Zeitpunkt des berufsvorsorgerechtlich relevanten Eintritts der 
Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt habe, habe der 
Beschäftigungsgrad der Klägerin 90 % betragen (Gerichtsakten pag. 22), 
denn die (erste) Pensumreduktion von 100 % auf 90 % sei nicht aus ge-
sundheitlichen Gründen erfolgt, weshalb als massgeblicher Validenlohn 
derjenige zu 90 % einzusetzen sei. Damit bestehe kein Rentenanspruch 
gegenüber der Beklagten, weil die Schwelle eines IV-Grades von mindes-
tens 25 % nicht überschritten werde.

3.2  

3.2.1 Nach der Rechtsprechung sind Vorsorgeeinrichtungen, die ausdrück-
lich oder unter Hinweis auf das Gesetz vom gleichen Invaliditätsbegriff wie 
die Invalidenversicherung ausgehen, an die Invaliditätsbemessung der IV-
Stelle gebunden, wenn diese sich nicht als offensichtlich unhaltbar erweist 

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(BGE 138 V 125 E. 3.3 S. 130, 129 V 150 E. 2.5 S. 156; SVR 2011 BVG 
Nr. 12 S. 46 E. 5.1). 

Für den Bereich der obligatorischen beruflichen Vorsorge ist die Bindungs-
wirkung positivrechtlich ausdrücklich verankert, indem sich der Leistungs-
anspruch auf eine Invalidenrente der obligatorischen beruflichen Vorsorge 
an den sachbezüglichen Voraussetzungen des IVG orientiert (Art. 23 lit. a 
BVG; BGE 132 V 1 E. 3.2 S. 4). Verwenden die Vorsorgeeinrichtungen 
demgegenüber einen anderen Invaliditätsbegriff als die Invalidenversiche-
rung, rechtfertigt sich eine selbstständige Prüfung, wobei sich die Vorsor-
geeinrichtungen diesfalls auf die medizinischen und erwerblichen Ab-
klärungen der IV-Organe stützen können (BGE 120 V 106 E. 3c S. 109).

Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe der beruflichen 
Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklärungen freizustellen und gilt folg-
lich nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche 
im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des An-
spruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren. Daran hat sich mit In-
Kraft-Treten des ATSG nichts geändert (BGE 132 V 1 E. 3.2 S. 4).  

3.2.2 Zu prüfen ist damit vorab die von der Klägerin zumindest sinn-
gemäss geltend gemachte (Gerichtsakten pag. 10) Bindungswirkung der 
Verfügung vom 22. Februar 2011, mit welcher die SVA K.________– nach 
Anmeldung der Klägerin im August 2010 zum Bezug von Leistungen (act. 
III pag. 2) und nach Abklärungen – einen Rentenanspruch verneinte. Dabei 
ging die SVA K.________von einer Arbeitsunfähigkeit von 30 % aus und 
ermittelte den IV-Grad nach der allgemeinen Einkommensvergleichsme-
thode, was sie mit einer Pensumreduktion bereits per Februar 2009 von 
100 % auf 90 % aus gesundheitlichen Gründen begründete (act. III pag. 
21). Diese Verfügung blieb unangefochten. Die Beklagte statuiert in ihrem 
Vorsorgereglement den gleichen Invaliditätsbegriff wie die Invalidenversi-
cherung (vgl. E. 2.2 hiervor), wobei versicherte Personen bereits bei einem 
IV-Grad von 25 % Anspruch auf eine Invalidenrente haben. Sie wurde zu-
dem in das IV-Verfahren miteinbezogen, wobei ihr sowohl der Vorbescheid 
vom 11. Januar 2011 (act. III pag.16) wie auch die Verfügung vom 22. Fe-
bruar 2011 (act. III pag. 21) zugestellt wurden. Damit sind die formalen 
Voraussetzungen für eine Verbindlichkeit der Festlegungen der Invaliditäts-

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versicherung grundsätzlich erfüllt. Die Verbindlichkeit bedingt jedoch auch, 
dass der Träger der beruflichen Vorsorge die Festlegungen der IV-Stelle 
hätte gerichtlich überprüfen lassen können. Dies ist hier nicht der Fall. Die 
Beklagte hatte die rentenablehnende Verfügung vom 22. Februar 2011 
(act. III pag. 21) nicht anfechten können: die Höhe der Arbeits(un)fähigkeit 
und die Frage, ob eine Pensumreduktion per Februar 2009 (vgl. act. V pag. 
20 ff.) aus gesundheitlichen Gründen erfolgte, ist Teil der Begründung des 
IV-Entscheids. Anfechtbar ist jedoch nur das Dispositiv, nicht zum Streitge-
genstand gehören blosse Differenzen bezüglich der Begründung einer Ver-
fügung (vgl. BGE 115 V 415 E. 3b aa S. 417), d.h. hier die Frage, aus wel-
chen Gründen die Reduktion des Beschäftigungsgrades innerhalb eines 
nicht rentenbegründenden Rahmens erfolgte, bzw. ob die festgelegte Ein-
schränkung nicht allenfalls gar geringer war. Das Gericht hat deshalb zu-
folge des Untersuchungsgrundsatzes alle sachverhaltlichen Fragen von 
Amtes wegen (Art. 73 Abs. 2 BVG) umfassend zu klären und in rechtlicher 
Hinsicht nach dem Grundsatz iura novit curia frei zu beurteilen.

4.

4.1

4.1.1 Invalidität im berufsvorsorgerechtlichen Sinne, d.h. nach dem Wort-
laut von Art. 23 lit. a BVG "im Sinne der IV invalid", meint die gesundheitlich 
bedingte Erwerbsunfähigkeit im Rahmen des bzw. bezogen auf das durch 
die versicherte Person geleistete Arbeitspensum bei Eintritt der Arbeitsun-
fähigkeit, deren Ursache zur Invalidität (im invalidenversicherungsrechtli-
chen Sinne) geführt hat. Mit dieser (versicherten) Tätigkeit in keinem Zu-
sammenhang stehende Umstände haben bei der Bemessung der Invalidität 
ausser Acht zu bleiben (Entscheid des Bundesgerichts vom 23. September 
2015, 9C_403/2015, E. 5.2 mit Hinweisen).

4.1.2 Unter Arbeitsunfähigkeit ist eine Einbusse an funktionellem Leis-
tungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen 
(BGE 134 V 20 E. 3.2.2 S. 23). Sie muss mindestens 20 % betragen (SVR 
2015 BVG Nr. 29 S. 109 E. 6.2). Ob eine Person trotz Lohnzahlung 
tatsächlich erheblich arbeitsunfähig war, ob sie also im Rahmen eines Ar-

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beitsverhältnisses – im Hinblick auf den angestammten Tätigkeitsbereich – 
ihre übliche oder aber nunmehr eine behinderungsbedingt eingeschränkte 
Leistung erbrachte, ist von Amtes wegen mit aller Sorgfalt zu prüfen. 
Rechtsprechungsgemäss ist erforderlich, dass sich die behauptete Arbeits-
unfähigkeit im Arbeitsverhältnis, das über die Vorsorgepflicht den Versiche-
rungsschutz begründet, konkret nachteilig bemerkbar gemacht hat, so etwa 
durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar 
Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte, aus dem Rahmen fal-
lende gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Nur beim Vorliegen beson-
derer Umstände darf die Möglichkeit einer von der arbeitsrechtlich zu Tage 
tretenden Situation in Wirklichkeit abweichenden Lage – etwa in dem Sin-
ne, dass ein Arbeitnehmer zwar zur Erbringung einer vollen Arbeitsleistung 
verpflichtet war und auch entsprechend entlöhnt wurde, tatsächlich aber 
eben doch keine volle Arbeitsleistung hat erbringen können – in Betracht 
gezogen werden (SVR 2008 IV Nr. 11 S. 33 E. 5.1, 2005 BVG Nr. 5 S. 15 
E. 2.2). Die Leistungseinbusse muss in aller Regel dem seinerzeitigen Ar-
beitgeber aufgefallen sein. Eine erst nach Jahren rückwirkend festgestellte 
medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit genügt nicht. Umgekehrt ist 
eine in der beruflichen Tätigkeit im Vergleich zu einer gesunden Person 
tatsächlich nur reduziert erbrachte Leistung für sich allein gesehen in aller 
Regel ebenso wenig ausreichend für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit 
im Sinne des Gesetzes. Vielmehr bedarf es dazu regelmässig zusätzlich 
einer (überzeugenden) medizinischen Einschätzung, die ordentlicherweise 
echtzeitlicher Natur ist. Der Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit 
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Dieser Nachweis 
darf nicht durch nachträgliche erwerbliche oder medizinische Annahmen 
und spekulative Überlegungen ersetzt werden. (SVR 2014 BVG Nr. 6 S. 19 
E. 4.2).

4.1.3 Der Anspruch auf Invalidenleistungen der (obligatorischen) berufli-
chen Vorsorge setzt einen engen sachlichen und zeitlichen Zusammen-
hang zwischen der während der Dauer des Vorsorgeverhältnisses (einsch-
liesslich der Nachdeckungsfrist nach Art. 10 Abs. 3 BVG) bestandenen 
Arbeitsunfähigkeit und der allenfalls erst später eingetretenen Invalidität 
voraus. Der sachliche Konnex ist gegeben, wenn der Gesundheitsschaden, 

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der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat, von der Art her im Wesentlichen der-
selbe ist wie derjenige, der der Erwerbsunfähigkeit zu Grunde liegt. Nicht 
erforderlich ist ein adäquater Kausalzusammenhang; eine Wechselwirkung 
im Sinne natürlicher Kausalität genügt (BGE 134 V 20 E. 3.2 S. 22; SVR 
2015 BVG Nr. 29 S. 109 E. 6.2, 2001 BVG Nr. 18 S. 70 E. 5b).

4.1.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

4.2 Aus erwerblicher Sicht ist das Folgende erstellt: Nach ihrer Ausbil-
dung zur … (act. V pag. 31 ff.) war die Klägerin ab April 2002 im Frontoffice 
bei der C.________ in einem Pensum von 100 % tätig (act. V pag. 25 ff., 
28 ff.). Per 1. Februar 2009 reduzierte sie auf 90 % (act. V pag. 20 ff.) und 
für die Zeit ab Januar 2013 vereinbarte sie mit der Arbeitgeberin ein Pen-
sum von 70 % (act. V pag. 14 ff.). Letztere Reduktion steht in einem zeitli-
chen Zusammenhang zur Geburt ihres ersten Kindes am … September 
2012, mit anschliessendem Mutterschaftsurlaub vom ... September 2012 
bis ... Januar 2013 (act. V pag. 1). Effektiv hatte die Klägerin jedoch nie ein 
Pensum von 70 % inne, denn vom 1. März 2013 bis zum 30. April 2014 war 
sie nach dem Mutterschaftsurlaub und einem Ferienbezug in dem Ende 
Januar bzw. Anfang Februar 2013 zwischen der Klägerin und der Arbeitge-
berin vereinbarten unbezahlten Urlaub (act. V pag. 1, 76 ff.). Ab dem 
1. April 2014 arbeitete sie dann zu 30 % (act. V pag. 10 ff.) und seit dem 
1. September 2014 zu 20 % (act. V pag. 7 ff.). Die Entwicklung des von der 
Klägerin mit der Arbeitgeberin vereinbarten Pensums ist schliesslich jedoch 
nicht entscheidend für die Frage, in welchem Rahmen die Klägerin aus rein 
medizinischer Sicht arbeitsfähig bzw. arbeitsunfähig gewesen war und ist. 
Ergibt sich aus der Beurteilung der medizinischen Sachlage, dass nie ein 
rentenbegründender IV-Grad bestanden hat, kann die von den Parteien 

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kontrovers diskutierte Frage nach den Gründen für die Pensumreduktion 
(vgl. immerhin hiernach E. 5.1 in fine) nachfolgend offen bleiben.

5.

5.1 Zur Klärung der Frage der Arbeits- und Leistungsfähigkeit holte das 
Gericht – nebst den IV-Akten sowie den Unterlagen der behandelnden Ärz-
te – das interdisziplinäre (allgemeininternistisch, rheumatologisch und 
psychiatrisch) Gutachten der MEDAS vom 25. Juni 2018 ein (Gerichtsakten 
pag. 84 ff.).

Die Gutachter diagnostizierten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit das Fol-
gende (Gerichtsakten pag. 90, I Ziff. 4.2 a):

1. Hypermobilität (ICD-10 M35.7)
2. Seropositive rheumatoide Arthritis, ED 2009 (ICD-10 M06.99)

- aktuell klinisch und labortechnisch keine Entzündungsaktivität
- kernspintomographisch und radiologisch kein Nachweis von erosiven 

Veränderungen
- Basistherapie mit Methotrexat von 04/2009-01/2010, abgesetzt wegen 

Harnwegsinfekten
- Basistherapie mit Sulfasalazin 12/2010-03/2014
- Basistherapie mit Humira 11/2012-11/2016, abgesetzt wegen anhalten-

der Remission, wieder angesetzt 11/2017 wegen erneuter Beschwer-
deexazerbation

- intermittierende Steroidbehandlungen zuletzt vor 4 Wochen

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten sie das Folgende 
(Gerichtsakten pag. 90 f., I Ziff. 4.2 b):

1. Status nach Panikstörung (ICD-10 F41.0)
2. Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4)
3. Ängstliche Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1)
4. Dysthymie (ICD-10 F34.1)
5. Anamnestisch chronische, rezidivierende Urticaria unklarer Ätiologie (ICD-

10 L50.1) 
- Dauerbehandlung mit Cetallerg

6. Substituierte Hypothyreose (ICD-10 E03.9)
- aktuell eutyhreot, medikamentös eingestellt

7. Fortgesetzter Nikotinkonsum (ICD-10 F17.1)
8. Status nach Operation einer frozen shoulder links ca. 2013 (ICD-10 M75.0)

- klinisch unauffälliger Befund ohne Hinweise für Rotatorenmanschet-
tenläsion

- Impingement-Test negativ
9. Chronisch rezidivierendes Lumbalsyndrom (ICD-10 M54.5)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2018, BV/17/721, Seite 13

- muskuloligamentäre Überlastungsreaktionen 
- klinisch keine Hinweise für radikuläre Symptomatik

Die Gutachter führten in der Beurteilung aus, subjektiv und objektiv im Vor-
dergrund stehe somatisch die Evaluation aus rheumatologischer Sicht. Bei 
der Explorandin seien die funktionell im Vordergrund stehenden Probleme 
aufgrund der Hypermobilität erklärbar. Es bestehe kein Zweifel an der se-
ropositiven rheumatoiden Arthritis, welche 2009 diagnostiziert worden sei. 
Allerdings bestünden aktuell weder klinisch noch labortechnisch Hinweise 
auf eine Entzündungsaktivität. Die Explorandin stehe auch unter einer 
adäquaten immunsupprimierenden Therapie. Das chronische Lumbalsyn-
drom sei im Hintergrund und subjektiv sowie objektiv ohne Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit. Bei der Explorandin bestehe eine verminderte Belastbar-
keit aus Sicht des Bewegungsapparates, so dass keine körperlich schwe-
ren und auch mittelschweren Tätigkeiten zumutbar seien. In einer leichten, 
wechselbelastenden Tätigkeit, so auch in der angestammten im … der 
C.________, bestehe aus Sicht des Bewegungsapparates keine wesentli-
che qualitative und quantitative Einschränkung. Die Befunde aus anderwei-
tiger somatischer beziehungsweise allgemeininternistischer Sicht begrün-
deten die oben erwähnten Diagnosen der Hypothyreose und der Urticaria. 
Beide seien jedoch adäquat substituiert beziehungsweise behandelt und 
wirkten sich funktionell nicht wesentlich aus, so dass die Arbeitsfähigkeit 
nicht tangiert sei. Aus psychiatrischer Sicht könne derzeit keine aktive rele-
vante Diagnose festgestellt werden. Die Panikstörung sei remittiert, ebenso 
die rezidivierende depressive Störung. Es könnten ängstliche Persönlich-
keitszüge zur Kenntnis genommen werden, der dauerhaft affektiv leicht 
eingeschränkte Zustand könne einer Dysthymie zugeordnet werden. Diese 
Diagnosen erreichten nicht das Ausmass, dass die Arbeitsfähigkeit dadurch 
tangiert wäre (Gerichtsakten pag. 91, I Ziff. 4.3). Die Experten gingen von 
einer 100 %igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit (8 bis 8,5 Stunden pro 
Tag) in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bzw. in einer angepassten leichten, 
wechselbelastenden Arbeit aus (Gerichtsakten pag. 92, I Ziff. 4.6 und 4.7). 
Zur fallspezifischen Frage nach dem Verlauf der Arbeitsfähigkeit in der an-
gestammten wie einer angepassten Tätigkeit seit Januar 2006 bis zum Be-
gutachtungszeitpunkt führten sie aus, retrospektiv könne von Januar 2006 
an keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zuerkannt werden. Ab arbiträr 
Januar 2009 sei eine Arbeitsfähigkeit für schwere und mittelschwere Tätig-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2018, BV/17/721, Seite 14

keiten nicht mehr gegeben gewesen. Eine solche Tätigkeit habe die Explo-
randin allerdings gar nie ausgeübt. Die Pensumreduktion von Februar 2009 
auf 90 % sei retrospektiv psychiatrisch im Sinne einer 10 %-igen Leis-
tungseinbusse erklärbar. Die weiteren Einschränkungen nach dem Mutter-
schaftsurlaub seien medizinisch nicht begründbar (Gerichtsakten pag. 93, I 
Ziff. 4.11.1). 

Die früher behandelnde Psychiaterin Dr. med. H.________ habe eine Ar-
beitsunfähigkeit von 10 % später von 30 % attestiert. Es sei schwierig 
rückwirkend zur Arbeitsfähigkeit Stellung zu nehmen. Die Explorandin habe 
nie stationär psychiatrisch behandelt werden müssen und es fänden sich 
keine Hinweise dafür, dass sie in der Vergangenheit jemals während länge-
rer Zeit an einer mittelgradigen oder schweren depressiven Störung gelitten 
habe. Die Angstattacken träten nur bei neuen, unbekannten Situationen 
auf, z.B. Ferien. Sie schränkten die Explorandin im Alltag kaum ein. Seit 
2015 leide sie auch nicht mehr unter Angstattacken. Das psychiatrische 
Zustandsbild habe sich deutlich gebessert. Rückwirkend könne aufgrund 
der rezidivierend depressiven Störung, die allerdings nie schwergradig 
ausgeprägt gewesen sei, und der Angstattacken, die vor allem bei Reisen 
und neuen, unbekannten Situationen aufgetreten seien, eine Arbeitsun-
fähigkeit von 10 % ab Februar 2009 bis zum Datum der Untersuchung at-
testiert werden. Es fänden sich keine Hinweise, dass aufgrund der sehr 
leichtgradig ausgeprägten psychiatrischen Störung jemals eine höhere Ar-
beitsunfähigkeit vorgelegen habe (Gerichtsakten pag. 93, I Ziff. 4.11.2).

5.2

5.2.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob 
der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi-
zinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet 
sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder 
die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten 
oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2018, BV/17/721, Seite 15

sondern dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 
S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352).

5.2.2 Bei Gerichtsgutachten weicht das Gericht nach konstanter Pra-
xis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen 
Experten ab, deren Aufgabe gerade darin besteht, ihre Fachkenntnisse der 
Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt 
medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn 
die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist, von unzutreffenden Sachver-
haltshypothesen ausgeht (BGE 119 V 335 E. 4c S. 346) oder wenn ein vom 
Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern 
Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann zudem 
gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer 
Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit 
des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprü-
fung durch einen Oberexperten für angezeigt hält, sei es, dass es ohne 
Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende 
Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b aa S. 352; SVR 2014 UV 
Nr. 32 S. 107 E. 3.2).

5.3 Das vom Gericht in Auftrag gegebene interdisziplinäre medizi-
nische Gutachten erfüllt die beweisrechtlichen Voraussetzungen der 
Rechtsprechung an Expertisen (vgl. E. 5.2.1 hiervor), es überzeugt in jeder 
Hinsicht, weshalb darauf abzustellen ist.

5.3.1 Kleinere formale Fehler, die das interdisziplinäre Gutachten 
aufweist, vermögen die interdisziplinäre Beurteilung nicht in Zweifel zu zie-
hen bzw. dessen Beweiskraft einzuschränken. Zwar wurde als Auftragge-
ber das Versicherungsgericht des Kantons …. erwähnt (Gerichtsakten pag. 
88, I Ziff. 1.1), wobei es sich offensichtlich um ein redaktionelles Versehen 
handelt, denn unter I Ziff. 3.1.1 ergibt sich die korrekte Angabe, dass das 
Verfahren beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversiche-
rungsrechtliche Abteilung, anhängig ist. Es finden sich im gesamten Gut-
achten denn auch keine Anzeichen dafür, dass nicht allein Überlegungen 
zur Klägerin angestellt worden wären. Nichts anderes ergibt sich aus dem 
Umstand, dass der Aktenauszug (Gerichtsakten pag. 96 ff., II Ziff. 1) als 
Auszug aus den IV-Akten bezeichnet wurde. Auch hier liegt ein redaktionel-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2018, BV/17/721, Seite 16

les Versehen vor, denn der Auszug enthält weit mehr als die medizinischen 
Akten der SVA K.________. Vielmehr werden die wesentlichen Akten aus 
allen gerichtlich erhobenen Unterlagen erfasst. Unter Berücksichtigung der 
Erläuterungen der Gutachter in ihren Diskussionen ergibt sich ohne weite-
res, dass die Beurteilung auf der Basis aller Unterlagen erfolgte. Schliess-
lich wurde in den Teilgutachten in den Erklärungen zur Unabhängigkeit 
ebenfalls auf die IV Bezug genommen (Gerichtsakten pag. 107, 115, 124). 
Auch dieser Fehler ist formaler Natur und beeinträchtigt die Beweiskraft 
nicht. Es bestehen keinerlei Anzeichen und solche werden von der Klägerin 
auch nicht geltend gemacht, dass basierend darauf Ausstands- bzw. Ab-
lehnungsgründe die Gerichtsgutachter betreffend vorliegen könnten.

5.3.2 Die Gutachter legten in der nachvollziehbaren Beurteilung dar, 
dass zwar gesundheitliche Beeinträchtigungen bestehen, diese jedoch nie 
derart ausgeprägt waren, als dass sie eine Einschränkung in der Arbeits-
fähigkeit von mehr als 10 % begründet hätten. Ab dem Zeitpunkt der Be-
gutachtung konnte eine Einschränkung vollumfänglich ausgeschlossen 
werden. Darauf ist abzustellen. Die vom Gericht den Gutachtern ausdrück-
lich zur Beantwortung vorgelegte Frage nach dem Verlauf der Arbeitsfähig-
keit seit 2006 wurde nachvollziehbar und überzeugend beantwortet. Die 
Gutachter haben schlüssig festgehalten, dass eine Einschränkung höher 
als 10 % sowohl somatisch wie psychiatrisch nie bestanden hat (Gerichts-
akten pag. 93). 

5.3.3 Im Zentrum steht dabei insbesondere die psychiatrische Beur-
teilung, in welcher sich der psychiatrische Gutachter einlässlich mit der 
Aktenlage und den früheren Beurteilungen, insbesondere auch der 
Dr. med. H.________ auseinandergesetzt hat (Gerichtsakten pag. 121 f.). 
Die behandelnde Psychiaterin Dr. med. H.________ diagnostizierte im Be-
richt vom 7. September 2010 zuhanden der IV zwar eine ängstlich vermei-
dende Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6; act. III pag. 14/3 ff.). Über-
zeugend schlossen die Gutachter jedoch eine Persönlichkeitsstörung aus, 
wobei eine solche nicht remittiert ist, sondern nie bestanden hat. Der 
psychiatrische Gutachter hat denn auch nachvollziehbar dargelegt, dass 
die Klägerin erfolgreich eine Ausbildung absolvierte, während Jahren in der 
Lage war, bei der C.________ am … zu arbeiten und wiederholt stabile 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2018, BV/17/721, Seite 17

Beziehungen hatte (Gerichtsakten pag. 121; zur diagnostischen Klassifika-
tion der ängstlich [vermeidenden] Persönlichkeitsstörung nach ICD-10 
F60.60 vgl. im Übrigen auch DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, Internationale 
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel [F], Klinisch-
diagnostische Leitlinien, 10., überarb. Aufl., S. 282). Was die Angstproble-
matik betrifft, haben die Gutachter ebenfalls überzeugend darauf verwie-
sen, dass diese die Klägerin jeweils in neuen Situationen belastet hat (Fe-
rienreisen etc.; Gerichtsakten pag. 93, I Ziff. 4.11.2), daraus jedoch höchs-
tens sehr beschränkt eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im gewohn-
ten Umfeld abgeleitet werden kann. Es liegt damit durchaus eine gültige 
und abschliessende retrospektive Beurteilung der diagnostischen Einord-
nung vor. Daran ändert nichts, dass der psychiatrische Gutachter die retro-
spektive Einschätzung als schwierig bezeichnet hat (Gerichtsakten pag. 
122). Dies ist einer solchen Beurteilung immanent. Mit Blick auf die in dia-
gnostischer Hinsicht zu bestätigenden, aber auch (retrospektiv) zu verwer-
fenden Diagnosen (welche der höheren Arbeitsunfähigkeitseinschätzung 
von 30 % der behandelnden Ärztin zugrunde gelegen hatten) überzeugt die 
gutachterliche Einschätzung, die Klägerin sei aus psychiatrischer Sicht nie 
mehr als 10 % in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen (Gerichtsak-
ten pag. 93, I Ziff. 4.11.1; S. 122 f.). Es handelt sich mit dem Attest einer 
solchen Einschränkung bis zur Begutachtung gar um eine letztlich wohlwol-
lende Beurteilung. Ob und gegebenenfalls wann vor der Begutachtung die 
Besserung bereits eingetreten war, kann jedoch offen bleiben.

5.3.4 Nicht gefolgt werden kann der Klägerin, wenn sie geltend 
macht, die Akten der behandelnden Ärzte belegten zwischen 2010 und 
2015 eine durchwegs 30 %ige Einschränkung (Gerichtsakten pag. 141). 
Aus rheumatologischer Sicht ist gestützt auf die zeitnahen Akten das Fol-
gende erstellt: Die Klägerin befand sich ab Februar 2009 in Therapie beim 
Rheumatologen Dr. med. F.________ (act. III pag. 10/1). In seinem Bericht 
vom 23. Februar 2009 hielt dieser fest, dass die Klägerin erstmals vor rund 
einem halben Jahr (d.h. wohl September 2008) nach einem Trauma 
Schmerzen in einem Finger gehabt habe, sie sei aber anschliessend völlig 
beschwerdefrei gewesen. Vor einigen Wochen (also erst 2009) habe sie 
erneut zunehmende Beschwerden verspürt (medizinische Akten act. IV-C 
pag. 31). So hat schliesslich Dr. med. F.________ denn auch in seinem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2018, BV/17/721, Seite 18

Bericht vom 27. April 2009 nochmals von einem vormals unauffälligen Sta-
tus berichtet, der sich erst ab Ende Februar 2009 ungünstig entwickelt ha-
be (act. IV-C pag. 29; vgl. auch die Krankengeschichte dieses Arztes [act. 
IV-C pag. 8 ff.]). Auch wenn das rheumatologische Leiden unbestritten ist 
und Dr. med. F.________ vor diesem Hintergrund vom 17. Februar bis 
3. März 2010 eine 100 %ige, vom 11. bis 16. Juni 2010 eine 50 %ige und 
vom 17. bis 18. Juni 2010 wiederum eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit at-
testierte (act. III pag. 10; act. IV-C pag. 2), so konnte er laut Bericht vom 
18. März 2015 keine dauerhafte Reduktion des Arbeitspensums von 100 % 
auf 90 % aus rheumatologischen Gründen im Jahr 2009 bestätigen (act. IV-
C pag. 2). In diesem Schreiben an den Rechtsvertreter der Klägerin hat der 
Arzt vielmehr deutlich zum Ausdruck gebracht, dass er allein sehr be-
schränkt eine Arbeitsunfähigkeit (vgl. vorstehend) attestiert hatte. Wenn die 
Gutachter aus rheumatologischer Sicht auch retrospektiv keine massgebli-
che Arbeitsunfähigkeit für leichte, adaptierte Tätigkeiten wie die der … at-
testierten (Gerichtsakten pag. 114, I Ziff. 8.1.4), so steht das mit der Beur-
teilung des behandelnden Arztes vollständig in Übereinstimmung.

Auch die Einschätzungen der Hausärztin ändern nichts an der Massge-
blichkeit des Gutachtens. Dr. med. G.________ attestierte erstmals am 
29. Dezember 2006: „Frau … wird ihr Arbeitspensum auf 80 % reduzieren. 
Aus gesundheitlichen Gründen wäre es ideal, wenn Frau … einen Tag oder 
zwei halbe Tage arbeitsfrei wäre." (Medizinische Akten act. IV-A pag. 89). 
Am 8. Januar 2007 attestierte sie weitgehend das Gleiche (act. IV-A pag. 
87). Am 12. und 17. Dezember 2008 stellte sie analoge (je gleichlautende) 
Atteste bezogen auf 90 % aus, wobei sie ausführte, die Klägerin werde ihr 
Pensum erhöhen (act. IV-A pag. 85 f.). Damit korrelierende Absenzen wer-
den jedoch nicht ausgewiesen (act. III pag. 1/1f.). Insoweit ist eine mass-
gebliche Arbeitsunfähigkeit nicht erwiesen. Später dann attestierte diese 
Ärztin (unter Bezugnahme auf die Behandlung bei Dr. med. F.________) 
höhere Arbeitsunfähigkeiten (vgl. z.B. act. IV-A pag. 81 ff.). Dem kann mit 
Blick auf die Einschätzung des Dr. med. F.________ – die ein solches At-
test nicht stützt (vgl. vorstehend) – wie auch der Gutachter nicht gefolgt 
werden.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2018, BV/17/721, Seite 19

Unter diesen Umständen kann eine somatische Erkrankung, welche (auch 
nur subjektiv) Anlass für die bereits im Jahr 2008 eingeleitete Pensumre-
duktion hätte sein können, vollständig ausgeschlossen werden. Gleicher-
massen hat die somatische Erkrankung zudem bis heute nie zu einer län-
gerdauernden Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit geführt.

5.4 Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass keine massge-
bliche Arbeitsunfähigkeit bestanden hat. Insbesondere wurde die reglemen-
tarische Rentenschwelle von 25 % (vgl. E. 2.2 hiervor) nie überschritten. 
Der anderslautenden Auffassung der Klägerin in ihrer Stellungnahme vom 
3. August 2018 zum Gutachten (Gerichtsakten pag. 140 ff.) kann nicht ge-
folgt werden. Nicht gefolgt werden kann der Klägerin schliesslich auch, 
wenn sie in ihren Schlussbemerkungen ausführt, ihre Tätigkeit sei im Rah-
men des von den Gutachtern erstellten Leistungsprofils für eine vollschich-
tige Tätigkeit (leichte und mittelschwere Arbeiten) nicht enthalten (Ge-
richtsakten pag. 141 f.). Aus den Akten ergibt sich auch auf der Basis der 
Darlegungen der Klägerin selbst, dass ihre Tätigkeit als … im … als leicht 
bis maximal mittelschwer einzustufen ist.

Nach dem Gesagten ist von einer Arbeitsunfähigkeit in der angestammten 
Tätigkeit von maximal 10 % von Februar 2009 bis längstens April 2018 
auszugehen (Gerichtsakten pag. 92, I Ziff. 4.6.4; pag. 93, I Ziff. 4.11.1 und 
4.11.2). Es erübrigt sich somit die Vornahme eines Einkommensvergleichs, 
denn ein IV-Grad von 25 % wurde nie erreicht (vgl. E. 2.2 hiervor). Die Kla-
ge vom 21. August 2017 ist abzuweisen.

6.

6.1 Es werden keine Verfahrenskosten erhoben (Art. 73 Abs. 2 
BVG).

6.2 Beim diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende 
Klägerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Auch die obsie-
gende Beklagte hat als Sozialversicherungsträgerin keinen Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (vgl. BGE 126 V 143 E. 4b S. 150).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2018, BV/17/721, Seite 20

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege hat die Klägerin mit Schreiben 
vom 16. Januar 2018 zurückgezogen (Gerichtsakten pag. 60) und es wurde 
mit Verfügung vom 13. Februar 2018 abgeschrieben (Gerichtsakten pag. 
67).

6.3 Die Kosten eines vom kantonalen Versicherungsgericht in Auf-
trag gegebenen Gutachtens (MEDAS-Gutachten sowie mono- und bidiszi-
plinäre Gutachten) können nicht systematisch überbunden werden, son-
dern nur dann, wenn die Abklärungen der Verwaltung lückenhaft oder klar 
ungenügend waren und das Gerichtsgutachten dazu dienen soll, die Män-
gel des Verwaltungsverfahrens zu beheben. Es muss also ein Zusammen-
hang zwischen den Mängeln der administrativen Abklärungen und der 
Notwendigkeit der Anordnung eines Gerichtsgutachtens bestehen. Dies ist 
namentlich zu bejahen, wenn die Verwaltung einen offensichtlichen Wider-
spruch zwischen verschiedenen im Dossier enthaltenen medizinischen 
Beurteilungen nicht mit objektiver Begründung auflöst, die Verwaltung eine 
oder mehrere für die Beurteilung bzw. Würdigung der medizinischen Situa-
tion notwendigen Fragen offen lässt oder sich die Verwaltung auf ein Gut-
achten stützt, welches die Anforderungen an den Beweiswert einer medizi-
nischen Expertise offensichtlich nicht erfüllt (vgl. BGE 140 V 70 E. 6.1 S. 
75, 139 V 496 E. 4.3 f. S. 501).

Im vorliegenden Verfahren musste im Rahmen der Abklärung des (medizi-
nischen) Sachverhalts ein interdisziplinäres Gutachten bei der MEDAS ein-
geholt werden. Die Gutachtenskosten sind der Beklagten aufzuerlegen, 
denn sie trifft die Untersuchungspflicht. Sie kann zwar grundsätzlich auf die 
Erhebung von IV-Stellen abstellen, abgesehen davon, dass Verfügungen 
der IV-Stelle für sie auch verbindlich sein können. Im vorliegenden Fall war 
die Verfügung der IV-Stelle jedoch von vornherein nicht verbindlich (vgl. E. 
3.2.2 hiervor) und hat sich die Beklagte mit ihrer Leistungsverweigerung in 
Widerspruch zu dieser Verfügung gesetzt. Die IV-Akten waren sehr rudi-
mentär – wobei angesichts der eingereichten Akten der Beklagten diese 
offensichtlich gar nicht über das vollständige Dossier verfügte – und erlaub-
ten der Verwaltung eine Beurteilung der relevanten Fragen offensichtlich 
nicht. Die Beklagte hatte es schliesslich auch nicht für nötig befunden, das 
Personaldossier der Klägerin zu konsultieren, welches – wie sich im vorlie-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2018, BV/17/721, Seite 21

genden Verfahren zeigte – den von der Vorsorgeeinrichtung gezogenen 
Schluss nicht erlaubte. Die Verwaltung hat ihre Leistungsverweigerung 
damit ohne Erhebung der massgeblichen Akten, die erst vom Gericht erho-
ben wurden, getätigt. Gleichermassen ergaben die entsprechenden Akten, 
dass auch sie den Entscheid ohne gutachterliche Beurteilung nicht erlau-
ben. Die Beklagte hat damit die ihr auferlegte Abklärungspflicht nicht hin-
reichend wahrgenommen, wobei darauf hinzuweisen ist, dass die Ab-
klärungspflicht auch Versicherungsträger der beruflichen Vorsorge trifft, 
unbesehen dessen, dass sie ihren Entscheid nicht in der Form der Verfü-
gung (d.h. im Rahmen der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege) eröff-
nen können. Eine Rückweisung an die Verwaltung ist von vornherein nicht 
möglich und das Gericht muss folglich bei Verletzung der Abklärungspflicht 
durch den Versicherer ein Gutachten immer selbst anordnen. Dass es der 
Versicherer der beruflichen Vorsorge damit faktisch in der Hand hat, seine 
Abklärungspflicht an das Gericht zu delegieren, ändert nichts daran, dass 
er selbst die Abklärung hätte vornehmen müssen und die Kosten von ihm 
zu tragen sind. Aktenerhebung wie Gutachtenserstellung wären wie darge-
legt bereits im Verwaltungsverfahren geboten gewesen und die Anordnung 
durch das Gericht war deshalb nötig, weil die Verwaltung ihrer Abklärungs-
pflicht nicht nachgekommen ist. Die Gutachtenskosten von Fr. 10‘185.15 
(Gerichtsakten pag. 132) sind von der Beklagten zu tragen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Klage wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Die Gutachtenskosten von Fr. 10‘185.15 werden der Beklagten zur 
Bezahlung auferlegt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Okt. 2018, BV/17/721, Seite 22

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt lic.iur. B.________ z.H. der Klägerin
- Pensionskasse J.________
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Zur Kenntnisnahme:
- Bernische BVG- und Stiftungsaufsicht (BBSA)
- SVA K.________
- MEDAS 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.