# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 66d8b703-cee4-5f2c-87f9-ce6b86a8cce7
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-12
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 12.09.2025 WPR.2025.90
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WPR-2025-90_2025-09-12.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

WPR.2025.90 / sa / Ac  
ZEMIS [***]; N [***]   

 

 

Urteil vom 12. September 2025 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter Clavadetscher, Vorsitz  

Gerichtsschreiberin i.V. Angliker    

 

 
   

Gesuchsteller   Amt für Migration und Integration Kanton Aargau,  

Sektion Asyl und Rückkehr, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau   

vertreten durch Nino Koch, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau    

 

    
   

Gesuchsgegner   A._____, geboren am tt.mm.jjjj, von der Türkei 

z.Zt. im Bezirksgefängnis, 5000 Aarau   

amtlich vertreten durch Dr. iur. Marcel Buttliger, Rechtsanwalt, 

Kasinostrasse 30, 5001 Aarau    

 

 
   

Gegenstand  Ausschaffungshaft gestützt auf Art. 76 AIG / Haftüberprüfung 

 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Der Einzelrichter entnimmt den Akten: 

 

A. 

Der Gesuchsgegner reiste gemäss eigenen Angaben am 3. Mai 2019 

illegal in die Schweiz ein (Akten des Amts für Migration und Integration [MI-

act]. 12). Gleichentags stellte er ein Asylgesuch (MI-act. 8 ff.). Dieses 

wurde durch das Staatssekretariat für Migration (SEM) am 4. Januar 2022 

abgelehnt und der Gesuchsgegner gleichzeitig aus der Schweiz weg-

gewiesen und verpflichtet, die Schweiz und den Schengen-Raum zu verlas-

sen (MI-act. 20 ff.). Dagegen erhob der Gesuchsgegner am 3. Februar 

2022 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Am 4. Februar 2022 

verfügte das Bundesverwaltungsgericht, der Gesuchsgegner dürfe den 

Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten (MI-act. 33 ff.). 

 

Der Gesuchsgegner legte am 27. Februar 2023 in einer Asylunterkunft zwei 

Brände und beschädigte fünf Waschmaschinen und einen Tumbler schwer 

(MI-act. 77). Daraufhin ordnete das Zwangsmassnahmengericht des 

Kantons Aargau am 3. März 2023 eine Untersuchungshaft bis zum 28. Mai 

2023 an (MI-act. 42 ff.). 

 

Am 16. August 2023 sprach das Bezirksgericht Zurzach den Gesuchs-

gegner der Brandstiftung und der Sachbeschädigung schuldig und 

verhängte eine bedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten und eine Landes-

verweisung von sieben Jahren, welche im SIS einzutragen sei (MI-

act. 75 ff.). 

 

Die Beschwerde des Gesuchsgegners gegen den abgelehnten 

Asylentscheid mit Wegweisungsverfügung wurde vom Bundesverwal-

tungsgericht mit Urteil E-538/2022 vom 18. Juni 2025 abgewiesen (MI-

act. 95 ff.). Woraufhin das SEM dem Gesuchsgegner am 25. Juni 2025 

eine neue Ausreisefrist bis zum 23. Juli 2025 ansetzte (MI-act. 113). 

 

Zwischen dem 1. Juli 2025 und dem 10. Juli 2025 war der Gesuchsgegner 

aufgrund von selbstverletzendem Verhalten und Suizidalität fürsorgerisch 

untergebracht (MI-act. 129 ff.). 

 

Am 11. Juli 2025 fand in der Unterkunft des Gesuchsgegners ein Gespräch 

mit der Rückkehrberatung statt, in welchem er sich zur Rückreise in die 

Türkei bereit erklärte. Er müsse jedoch zuvor einige Abklärungen tätigen. 

Der Gesuchsteller gab zudem an, der Gesuchsgegner weigere sich die 

verschriebenen Medikamente einzunehmen und habe das entsprechende 

Rezept zerrissen (MI-act. 119 f.). Am 29. Juli 2025 gab der Gesuchsgegner 

bei der Rückkehrberatung an, er habe kein Interesse an einer freiwilligen 

Ausreise (MI-act. 124).  

 

 - 3 - 

 

 

Am 7. August 2025 gab das MIKA der Kantonspolizei Aargau den Auftrag 

zur Festnahme des Gesuchsgegners (MI-act. 139). Am 10. September 

2025, um 7.20 Uhr, wurde der Gesuchsgegner angehalten (MI-act. 143).  

 

B. 

Im Rahmen der Befragung durch das MIKA wurde dem Gesuchsgegner am 

10. September 2025 das rechtliche Gehör betreffend die Anordnung einer 

Ausschaffungshaft gewährt (MI-act. 144 ff.). Im Anschluss an die 

Befragung wurde dem Gesuchsgegner die Anordnung der Ausschaffungs-

haft wie folgt eröffnet (act. 1): 

 

1. 
Es wird eine Ausschaffungshaft angeordnet. 
 
2. 
Die Haft begann am 10. September 2025, 07:20 Uhr. Sie wird in 
Anwendung von Art. 76 AIG für 3 Monate bis zum 9. Dezember 2025, 
12.00 Uhr, angeordnet. 
 
3. 
Die Haft wird im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 
(ZAA) vollzogen. Soweit für die Befragung oder die Durchführung einer 
Haftverhandlung zwingend, erfolgt die Inhaftierung für die notwendige 
Dauer im Bezirksgefängnis Aarau.  

 

C. 

Anlässlich der Verhandlung vom 11. September 2025 vor dem Einzelrichter 

des Verwaltungsgerichts wurden der Gesuchsteller und der Gesuchs-

gegner befragt. 

 

D. 

Der Gesuchsteller beantragte die Bestätigung der Haftanordnung 

(Protokoll S. 4, act. 30). 

 

Der Gesuchsgegner liess folgende Anträge stellen (Protokoll S. 5, act. 31): 

 

1. 
Der Gesuchsgegner sei aus der Haft zu entlassen. 
 
2. 
Eventualiter sei die Wegweisung in X._____ abzuwarten. 
 
3. 
Subeventualiter sei die Ausschaffungshaft auf einen Monat anzusetzen. 
 
4. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

 

 - 4 - 

 

 

 
   

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

 

I.  

1. 

Das angerufene Gericht überprüft die Rechtmässigkeit und Ange-

messenheit einer durch das MIKA angeordneten Ausschaffungshaft 

aufgrund einer mündlichen Verhandlung spätestens nach 96 Stunden 

(Art. 80 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Aus-

länder und über die Integration vom 16. Dezember 2005 [Ausländer- und 

Integrationsgesetz, AIG; SR 142.20], § 6 des Einführungsgesetzes zum 

Ausländerrecht vom 25. November 2008 [EGAR; SAR 122.600]). Die 

Haftüberprüfungsfrist beginnt mit der ausländerrechtlich motivierten Anhal-

tung der betroffenen Person zu laufen (vgl. BGE 127 II 174, Erw. 2. b/aa). 

 

2. 

Im vorliegenden Fall wurde der Gesuchsgegner am 10. September 2025, 

7.20 Uhr, angehalten. Die mündliche Verhandlung begann am 11. Sep-

tember 2025, 12.45 Uhr. Das Urteilsdispositiv betreffend Bestätigung der 

Haftanordnung wurde den Parteien am 12. September 2025, 8.01 Uhr, 

zugestellt. Damit erfolgte die richterliche Haftüberprüfung innerhalb der 

Frist von 96 Stunden. 

 

II.  

1. 

Wurde ein erstinstanzlicher Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet 

oder wurde die betroffene Person mit einer erstinstanzlichen Landesver-

weisung belegt, kann die zuständige kantonale Behörde die betroffene 

Person zur Sicherstellung des Vollzugs in Haft nehmen (Art. 76 AIG). 

 

Zuständige kantonale Behörde im Sinne von Art. 76 Abs. 1 AIG ist bei 

migrationsamtlichen Wegweisungen gemäss § 13 Abs. 1 EGAR und bei 

Landesverweisungen gemäss § 89 der Verordnung über den Vollzug von 

Strafen und Massnahmen vom 23. September 2020 (Strafvollzugs-

verordnung, SMV; SAR 253.112) das MIKA. Im vorliegenden Fall wurde die 

Haftanordnung durch das MIKA und damit durch die zuständige Behörde 

erlassen (act. 1 ff.). 

 

2. 

2.1. 

Das MIKA begründet seine Haftanordnung damit, dass es den 

Gesuchsgegner aus der Schweiz ausschaffen und mit der Haft den Vollzug 

sicherstellen wolle. Der Haftzweck ist damit erstellt. 

 

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2.2. 

Der Haftrichter hat sich im Rahmen der Prüfung, ob die Ausschaffungshaft 

rechtmässig ist, Gewissheit darüber zu verschaffen, ob ein erstinstanzlicher 

Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet oder eine erstinstanzliche 

Landesverweisung ausgesprochen wurde (Art. 76 Abs. 1 AIG).  

 

Das SEM wies den Gesuchsgegner mit mittlerweile rechtskräftigem 

Entscheid vom 4. Januar 2022 aus der Schweiz weg (MI-act. 20 ff.). Zudem 

wurde der Gesuchsgegner mit rechtskräftigem Urteil des Bezirksgerichts 

Zurzach vom 16. Januar 2023 für sieben Jahre des Landes verwiesen (MI-

act. 75 ff.). Damit liegt nicht nur eine erstinstanzliche, sondern sogar eine 

rechtskräftige Landesverweisung sowie ein rechtskräftiger Wegweisungs-

entscheid vor. Die Voraussetzung von Art. 76 Abs. 1 AIG ist damit erfüllt. 

 

2.3. 

Gemäss Art. 80 Abs. 6 lit. a AIG ist die Haft zu beenden, wenn sich erweist, 

dass der Vollzug der Wegweisung aus rechtlichen oder tatsächlichen 

Gründen undurchführbar ist. 

 

Es sind keine Anzeichen vorhanden, die an der Ausschaffungsmöglichkeit 

in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht Zweifel aufkommen lassen wür-

den. 

 

3. 

3.1. 

Das MIKA stützt seine Haftanordnung auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG, 

wonach ein Haftgrund dann vorliegt, wenn konkrete Anzeichen befürchten 

lassen, dass sich die betroffene Person der Ausschaffung entziehen will, 

insbesondere, weil sie der Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AIG und Art. 8 

Abs. 1 lit. a oder Art. 47 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 

(AsylG, SR 142.31) nicht nachkommt. Ob im Sinne dieser Gesetzes-

bestimmung konkrete Anzeichen befürchten lassen, dass sich eine Person 

der Ausschaffung entziehen will, ist aufgrund des ganzen bisherigen 

Verhaltens, insbesondere auch gegenüber den Behörden, sowie ihrer 

eigenen Aussagen zu beurteilen. Auch wenn einzelne Fakten für sich eine 

Ausschaffungshaft nicht rechtfertigen, kann dies aufgrund der Gesamtheit 

der Vorkommnisse der Fall sein. Erforderlich sind gewichtige Anhalts-

punkte dafür, dass die betroffene Person sich der Ausschaffung entziehen 

und untertauchen will. Die blosse Vermutung, dass sie sich der Weg-

weisung entziehen könnte, genügt nicht; deren Vollzug muss erheblich 

gefährdet erscheinen (vgl. BGE 129 I 139, Erw. 4.2.1).  

 

Von einer Untertauchensgefahr und damit von einem Haftgrund ist zudem 

auch dann auszugehen, wenn das bisherige Verhalten der betroffenen 

Person darauf schliessen lässt, dass sie sich behördlichen Anordnungen 

widersetzt (Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG).  

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Eine klare Trennung der beiden genannten Haftgründe ist in der Praxis 

kaum möglich. Vielmehr ist Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG wohl als 

Präzisierung von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG zu verstehen, womit die 

beiden Bestimmungen als einheitlicher Haftgrund zu betrachten sind (vgl. 

ANDREAS ZÜND, in: Spescha/Zünd/Bolzli/Hruschka/de Weck [Hrsg.], 

Kommentar Migrationsrecht, 5. Aufl. 2019, N. 7 zu Art. 76 AIG; JANINE 

SERT, in: Caroni/Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum 

Ausländer- und Integrationsgesetz [AIG], 2. Aufl. 2024, N. 17 zu Art. 76). 

 

3.2. 

Der Gesuchsgegner ist aufgrund der mittlerweile rechtskräftigen 

Wegweisungsverfügung des SEM vom 4. Januar 2022 verpflichtet, die 

Schweiz zu verlassen (MI-act. 20 ff., 95 ff.). Dies hat er nicht getan. Auch 

nachdem das SEM am 25. Juni 2025 die Ausreisefrist neu auf den 23. Juli 

2025 ansetzte (MI-act. 113), reiste der Gesuchsgegner nicht aus. 

Anlässlich des Gesprächs mit der Rückkehrberatung vom 11. Juli 2025 

erklärte sich der Gesuchsgegner zwar zur freiwilligen Ausreise bereit, gab 

jedoch an, zuvor noch einige Abklärungen tätigen zu müssen (MI-act. 119). 

Entgegen dem Vorbringen des Vertreters des Gesuchsgegners wusste der 

Gesuchsgegner somit, dass er die Schweiz verlassen musste. Bei der 

Befragung zur Gewährung des rechtlichen Gehörs durch das MIKA erklärte 

sich der Gesuchsgegner am 10. September 2025 jedoch nicht mehr bereit, 

die Schweiz in Richtung Türkei zu verlassen (MI-act. 145). Anlässlich der 

mündlichen Verhandlung vom 11. September 2025 äusserte sich der 

Gesuchsgegner widersprüchlich. Zum einen gab der Gesuchsgegner an, 

er wolle sicher in die Türkei zurückkehren und mit seinen Eltern leben 

(Protokoll S. 3, 5, act. 29, 31). Zum anderen gab er zu Protokoll, er habe 

sich noch nicht entschieden oder er könne sich eine Rückkehr aktuell nicht 

vorstellen (Protokoll S. 4 f., act. 30 f.). In seinen widersprüchlichen 

Aussagen ist keine effektive Ausreisebereitschaft erkennbar. In der stetigen 

Weigerung, der Ausreisepflicht trotz teilweise gegenteiligen Beteuerungen 

nachzukommen, ist vielmehr ein klares Anzeichen dafür zu erkennen, dass 

sich der Gesuchsgegner der Ausschaffung entziehen will. Es ist unter 

diesen Umständen nicht davon auszugehen, dass er nach einer Entlassung 

aus der Ausschaffungshaft die Schweiz auf direktem Weg freiwillig in 

Richtung Türkei verlassen würde. Damit ist der Haftgrund von Art. 76 

Abs. 1 lit. b Ziff. 3 und Ziff. 4 AIG erfüllt. 

 

4. 

Bezüglich der Haftbedingungen beanstandet der Gesuchsgegner, dass 

ihm niemand geholfen habe, als er suizidale Gedanken gehabt und den 

Knopf für Hilfe gedrückt habe (Protokoll S. 4, act. 30). Sowohl im Zentrum 

für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich als auch im Gefängnis 

Bässlergut Basel hat der Gesuchsgegner jedoch Zugang zu medizinischer 

Versorgung. Gegebenenfalls kann seinen erhöhten Anforderungen an 

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psychologische Betreuung durch entsprechende Weisungen des MIKA 

gegenüber der Haftanstalt Rechnung getragen werden. Bezüglich der 

Haftbedingungen liegen somit keine Beanstandungen vor, die geeignet 

wären, die Haft als unverhältnismässig zu bezeichnen. 

 

5. 

Es liegen auch keine Anzeichen dafür vor, dass das MIKA dem 

Beschleunigungsgebot (Art. 76 Abs. 4 AIG) nicht ausreichend Beachtung 

geschenkt hätte. 

 

6. 

Das MIKA ordnete die Ausschaffungshaft für drei Monate an. Nachdem der 

Vollzug der Rückführung massgeblich vom Verhalten des Gesuchsgegners 

abhängig ist und es diesbezüglich zu Verzögerungen kommen kann, ist die 

beantragte Haftdauer nicht zu beanstanden. Im Übrigen ist festzuhalten, 

dass das MIKA bisher stets bemüht war, Ausschaffungen so rasch wie 

möglich zu vollziehen. Sollte das MIKA entgegen seiner bisherigen 

Gewohnheit das Beschleunigungsgebot verletzen, besteht die Möglichkeit, 

ein Haftentlassungsgesuch zu stellen.  

 

7. 

Abschliessend stellt sich die Frage, ob die Haftanordnung deshalb nicht zu 

bestätigen sei, weil sie im konkreten Fall gegen das Prinzip der Verhältnis-

mässigkeit verstossen würde. Eine mildere Massnahme zur Sicherstellung 

des Vollzugs der Wegweisung ist nicht ersichtlich. Dem Eventualantrag des 

Vertreters des Gesuchsgegners, wonach die Wegweisung in X._____ 

abzuwarten sei, ist nicht zu folgen. Wie bereits ausgeführt, ist damit zu 

rechnen, dass sich der Gesuchsgegner im Falle einer Haftentlassung der 

Ausschaffung entziehen werde (vgl. Erw. II/3.2). Ebenso ist dem 

Subeventualantrag, wonach die Haft im Sinne eines milderen Mittels 

lediglich für einen Monat zu bestätigen sei, nicht zu folgen. Da für den 

Vollzug der Wegweisung ein Antrag ans Generalkonsulat notwendig sei 

und aufgrund seiner Vorgeschichte allenfalls nur begleitete Flüge möglich 

seien (Protokoll S. 4, act. 30), dauert der Vollzug der Ausschaffung 

mutmasslich länger als einen Monat. Bezüglich der familiären Verhältnisse 

ergeben sich keine Anhaltspunkte, welche gegen eine Haftanordnung 

sprechen würden. Der Gesuchsgegner macht aber geltend, er habe im 

Gefängnis immer wieder Krisen und wolle sich etwas antun, so habe er sich 

auch gestern den Kopf angeschlagen (Protokoll S.3 , act. 29). Zur Zeit der 

Verhandlung habe er aber keine suizidalen Gedanken (Protokoll S. 3, 

act. 29). Ausserdem gibt der Gesuchsgegner an, er habe ein Suchtproblem 

und in Kombination mit Medikamenten führe dies zu einem starken 

Herzschlag (Protokoll S.3, act. 29). Die Hafterstehungsfähigkeit wurde 

jedoch unmittelbar vor der Verhandlung im Auftrag des MIKA geprüft und 

bejaht (act. 34 ff.). Zudem wurde der Gesuchsgegner im Rahmen der 

Verhandlung darauf hingewiesen, dass er jederzeit medizinische Hilfe in 

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Anspruch nehmen könne (Protokoll S. 5, act. 31), dies gilt auch in Bezug 

auf den Umgang mit Medikamenten. Insgesamt sind keinerlei Gründe 

ersichtlich, welche die angeordnete Haft als unverhältnismässig erscheinen 

liessen. 

 

III. 

1. 

Gemäss § 28 Abs. 1 EGAR ist das Verfahren betreffend Haftüberprüfung 

unentgeltlich. Demgemäss werden keine Kosten erhoben. 

 

2. 

Dem Gesuchsgegner ist gemäss § 27 Abs. 2 EGAR zwingend ein amtlicher 

Rechtsvertreter zu bestellen, da der Gesuchsteller eine Haft für eine Dauer 

von mehr als 30 Tagen anordnete. Der Vertreter des Gesuchsgegners wird 

aufgefordert, nach Haftentlassung des Gesuchsgegners seine Kostennote 

einzureichen. 

 

IV. 

1. 

Der Gesuchsgegner wird darauf hingewiesen, dass ein 

Haftentlassungsgesuch frühestens einen Monat nach Haftüberprüfung 

gestellt werden kann (Art. 80 Abs. 5 AIG) und beim MIKA einzureichen ist 

(§ 15 Abs. 1 EGAR). 

 

2. 

Soll die Haft gegebenenfalls verlängert werden, ist nicht zwingend eine 

Verhandlung mit Parteibefragung durchzuführen (Aargauische Gerichts- 

und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2009, S. 359 ff., Erw. I/4.3 ff.). Im 

Rahmen der Befragung zwecks Gewährung des rechtlichen Gehörs hat 

das MIKA dem Gesuchsgegner daher die Frage zu unterbreiten, ob er die 

Durchführung einer mündlichen Verhandlung wünscht und ob er in diesem 

Fall eine Präsenzverhandlung verlangt oder mit einer Verhandlung via 

Videotelefonie einverstanden ist (Urteil des Bundesgerichts 2C_846/2021 

vom 19. November 2021). Die Anordnung einer allfälligen Haftver-

längerung ist dem Verwaltungsgericht spätestens acht Arbeitstage vor 

Ablauf der bewilligten Haft einzureichen. 

 

3. 

Das Dispositiv des vorliegenden Urteils wurde den Parteien am 

12. September 2025 per IncaMail zugestellt.  

 

 

 

 

 

 

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Der Einzelrichter erkennt: 

 

1. 

Die am 10. September 2025 angeordnete Ausschaffungshaft wird bis zum 

9. Dezember 2025, 12.00 Uhr, bestätigt. 

 

2. 

Die Haft ist im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 

oder im Gefängnis Bässlergut Basel zu vollziehen. Für die Dauer der 

Befragung oder die Durchführung einer Haftverhandlung kann die Inhaf-

tierung, soweit zwingend notwendig, im Bezirksgefängnis Aarau erfolgen. 

 

3. 

Der Gesuchsgegner ist spätestens am 12. September 2025 ins Zentrum für 

ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich oder in eine andere Haft-

anstalt, welche den Anforderungen an eine Haftanstalt für Ausschaf-

fungshaft entspricht, zu überführen. Erfolgt keine Überführung, ist der 

Gesuchsgegner aus der Haft zu entlassen. 

 

4. 

Es werden keine Kosten auferlegt. 

 

5. 

Als amtlicher Rechtsvertreter wird Dr. iur. Marcel Buttliger, Rechtsanwalt, 

Aarau, bestätigt. Der Rechtsvertreter wird aufgefordert, nach Haftent-

lassung des Gesuchsgegners seine detaillierte Kostennote einzureichen. 

 

 
   

Zustellung an: 

den Gesuchsgegner (Vertreter, im Doppel) 

das MIKA (mit Rückschein) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

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Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des 

Bundesgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz; BGG; 

SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 
   

Aarau, 12. September 2025 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

i.V. 

 

Clavadetscher Angliker