# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9da67096-2264-52e6-b2f6-ba0ec8dd466a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-06
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 06.05.2021 KSCHG 2016/3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_KSCHG-2016-3_2021-05-06.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: KSCHG 2016/3

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: Schiedsgericht - Prozesse Versicherer / Leistungserbringer

Publikationsdatum: 22.12.2021

Entscheiddatum: 06.05.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 06.05.2021
Art. 56 und Art. 59 KVG. Verletzung der Anforderungen bezüglich 
Wirtschaftlichkeit bejaht. Die gewählte Referenzgruppe 
Otorhinolaryngologie (ORL) gewährleistet eine hinreichende Vergleichbarkeit 
mit dem Beklagten. Praxisbesonderheiten, die eine Erweiterung des 
Toleranzbereichs über 130 rechtfertigen, sind nicht ausgewiesen. (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Mai 2021, KSCHG 
2016/3).

Entscheid vom 6. Mai 2021

Besetzung

Präsident Joachim Huber, Schiedsrichterinnen Jacqueline Moser, Nadine Cloé 

Niederhauser und Traudi Reimann-Forstner, Schiedsrichter Jakob Rizzi; 

Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Geschäftsnr.

KSCHG 2016/3

Parteien

1. CSS Kranken-Versicherung AG

Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern

2. SUPRA - 1846 SA

Av. de la Rasude 8, 1006 Lausanne

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3. CONCORDIA Schweiz. Kranken- und Unfallversicherung AG

Bundesplatz 15, 6002 Luzern

4. Atupri Krankenkasse

Zieglerstrasse 29, 3000 Bern 65

5. Avenir Krankenversicherung AG

Rue des Cèdres 5, 1919 Martigny

6. KPT Krankenkasse AG

Wankdorfallee 3, Postfach 8624 3001 Bern

7. ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG

Bahnhofstrasse 13, 7302 Landquart

8. Vivao Sympany AG

Peter Merian-Weg 4, 4002 Basel

9. Kolping Krankenkasse AG

Wallisellenstrasse 55, 8600 Dübendorf

10. Easy Sana Krankenversicherung AG

Rue des Cèdres 5, 1919 Martigny

11. Genossenschaft Glarner Krankenversicherung 

Sernftalstrasse 33, Postfach, 8762 Schwanden

12. KluG Krankenversicherung

Gubelstrasse 22, 6300 Zug

13. EGK Grundversicherungen

Brislachstrasse 2, Postfach, 4242 Laufen

14. Krankenkasse SLKK

Hofwiesenstrasse 370, Postfach 5652, 8050 Zürich

15. Progrès Versicherungen AG

Postfach, 8081 Zürich

16. SWICA Krankenversicherung 

Römerstrasse 38, 8401 Winterthur

17. GALENOS Kranken- und Unfallversicherung

Militärstrasse 36, Postfach, 8021 Zürich

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18. rhenusana

Heinrich-Wild-Strasse 210, Postfach, 9435 Heerbrugg

19. Mutuel Krankenversicherung AG

Rue des Cèdres 5, 1919 Martigny

20. Sanitas Grundversicherungen AG (inkl. Wincare

Versicherungen), Jägergasse 3, Postfach 2010, 8021 Zürich

21. INTRAS Krankenversicherungs AG

Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern

22. Philos Krankenversicherung AG

Rue des Cèdres 5, 1919 Martigny

23. Assura-Basis SA

Avenue C.-F. Ramuz 70, 1009 Pully

24. Visana AG

Weltpoststrasse 19/21, Postfach 253, 3000 Bern 15

25. Agrisano Krankenkasse AG

Laurstrasse 10, 5201 Brugg AG

26. Helsana Versicherungen AG (inkl. avanex Versicherungen AG und sansan 

Versicherungen AG), Postfach, 8081 Zürich

27. sana24 AG

Weltpoststrasse 19/21, Postfach 253, 3000 Bern 15

28. Arcosana AG

Tribschenstrasse 21, 6002 Luzern

29. vivacare AG

Weltpoststrasse 19/21, Postfach 253, 3000 Bern 15

30. Sanagate AG

Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern

Klägerinnen,

vertreten durch santésuisse - Die Schweizer Krankenversicherer, Römerstrasse 20, 

4502 Solothurn (Korrespondenzadresse santésuisse, Lagerstrasse 107, Postfach, 8021 

Zürich),

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diese vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Kurt Gemperli, advokatur am brühl, 

Scheffelstrasse 2, 9000 St. Gallen

gegen

Dr. med. A.___,

Beklagter,

vertreten durch Rechtsanwalt Patrick Sieber, M.A. HSG in Law, Waisenhausstrasse 14, 

9000 St. Gallen,

Gegenstand

Honorarrückerstattung 2014 und 2015

Sachverhalt

A.  

Dr. med. A.___, Facharzt für Oto-Rhino-Laryngologie (ORL), betrieb seit 19__ eine 

Arztpraxis in B.___ (act. G 9, III. Rz 2). Spätestens seit dem Statistikjahr 1994 seien die 

Fallkosten auffällig gewesen. Gemäss unbestritten gebliebener Darstellung der 

santésuisse hätten neben einer schriftlichen Kommunikation zwischen ihr und Dr. A.___ 

mehrmals persönliche Gespräche stattgefunden. Betreffend das Statistikjahr 1994 

habe Dr. A.___ eine Rückzahlung wegen zu hoher Medikamentenkosten, betreffend die 

Jahre 2011 und 2012 eine weitere wegen Abrechnung von Tarifpositionen ohne die 

erforderliche Dignität geleistet (act. G 9, III. Rz 2).

A.a. 

Am __ 20__ (Datum Tagebucheintrag) gründete seine Ehefrau die C.___ GmbH mit 

Sitz in B.___. Dr. A.___ fungierte als deren Direktor mit Einzelunterschrift. Die 

Gesellschaft übernahm nach der Gründung das Inventar seiner Arztpraxis (siehe zum 

Ganzen den Auszug aus dem kantonalen Handelsregister, act. G 18.3).

A.b. 

Santésuisse erhob am 13. Juli 2016 in Vertretung von 33 Krankenversicherungen 

Klage gegen Dr. A.___ und beantragte: 1. Es sei der Betrag gerichtlich zu ermitteln, den 

A.c. 

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der Beklagte den Klägerinnen wegen unwirtschaftlicher Behandlungsweise gemäss 

Rechnungssteller-Statistik (RSS) 2014 zurückzuerstatten habe. 2. Unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten. 3. Für das vorliegende Verfahren werde 

bis zum Abschluss des Verfahrens vor der Überkantonalen Paritätischen 

Vertrauenskommission (PVK) die Sistierung beantragt. Unter Gewährung einer 

Toleranzmarge von 30 Indexpunkten betrage die Rückforderungssumme Fr. 305'550.-- 

(act. G 1). Nachdem der Beklagte zur Sistierung keine Stellung genommen hatte, 

sistierte der Präsident das Klageverfahren bis zum Abschluss des Verfahrens vor der 

PVK (act. G 4).

Der von der PVK anlässlich der Verhandlung vom 16. November 2017 

unterbreitete Vergleich bezüglich der Vermittlungsbegehren vom 13. Juli 2016 

betreffend Honorarrückerstattung für das Jahr 2014 und das Vermittlungsbegehren 

vom 12. Juli 2017 betreffend Honorarrückerstattung für das Jahr 2015 kam nicht 

zustande. Die Parteien erklärten je mit Schreiben vom 20. November 2017 

bedingungslos, auf die Durchführung des Vernehmlassungsverfahrens zu verzichten. In 

der Folge verfügte die Präsidentin der PVK am 23. November 2017 die Abschreibung 

des Verfahrens (act. G 5.2).

A.d. 

Am 24. November 2017 reichten die Klägerinnen im Verfahren KSCHG 2016/3 

zusätzlich eine Klage bezüglich Honorarrückerstattung betreffend das Jahr 2015 ein 

(act. G 5).

A.e. 

Am 20. Juli 2018 reichten die Klägerinnen eine Klageergänzung betreffend 

Honorarrückerstattung für die Jahre 2014 und 2015 ein. Darin beantragten sie, der 

Beklagte sei zu verpflichten, den Klägerinnen jene Beträge zurückzuerstatten, die er 

gemäss der RSS 2014 und 2015 in diesen Jahren wegen unwirtschaftlicher oder 

allenfalls nicht gesetzlicher Behandlungsweise zu Unrecht vereinnahmt habe; unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten. In Anwendung der 

ANOVA-Methode resultierten im Vergleich zur Referenzgruppe ORL unter Gewährung 

einer Toleranz von 30 Punkten Rückerstattungsforderungen für das Jahr 2014 von 

Fr. 355'232.-- und für das Jahr 2015 von Fr. 286'111.--. Die vom Beklagten geltend 

gemachte Behandlung von ___patienten sei an sich typisch für die Facharztgruppe 

ORL. In der Schweizerischen Gesellschaft für ORL gebe es eine Arbeitsgruppe ___., 

A.f. 

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deren Mitglieder auf die Behandlung von ___. spezialisiert seien. Nach dem Ausschluss 

der ZSR-Nummern mit keinen oder nur wenigen Leistungen sei ein Kollektiv von 

6 ZSR-Nummern (ohne den Beklagten) verblieben. Die Gruppe rechne ähnliche 

Leistungen ab wie der Beklagte. Der Vergleich mit dieser Gruppe zeige mehr als 

doppelt so hohe Fallkostenwerte des Beklagten als der Durchschnitt der 

Referenzgruppe. Der Index der totalen Kosten des Beklagten betrage hier 205 (2014) 

bzw. 207 (2015), jener für die direkten Kosten 220 bzw. 221 (act. G 9).

Das Schiedsgericht hob am 2. August 2018 die Sistierung des Verfahrens auf (act. 

G 10).

A.g. 

In der Klageantwort vom 17. Dezember 2018 beantragte der Beklagte die 

vollumfängliche Abweisung der Klage, sofern darauf einzutreten sei; unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge. Zur Begründung brachte er vor, er sei bei der C.___ GmbH 

angestellt. Seine Arbeitgeberin verrechne seine jeweiligen Leistungen und bezahle ihm 

einen ordentlichen Lohn. Seine Passivlegitimation werde durch die Klägerinnen nicht 

behauptet und werde von ihm vorsorglich bestritten. Des Weiteren bestritt der Beklagte 

die Vergleichbarkeit seiner Tätigkeit mit derjenigen der Referenzgruppe ORL, 

insbesondere, dass die Gruppenangehörigen einen ausgewiesenen ___chirurgischen 

Schwerpunkt hätten und zur Erbringung von neurologischen Leistungen berechtigt 

seien. Zudem liege sein Tätigkeitsschwerpunkt in den Bereichen ___., was von den 

Klägerinnen unberücksichtigt geblieben sei. Bezüglich des von den Klägerinnen 

zusätzlich vorgenommenen Vergleichs mit der Referenzgruppe ___. bringt der Beklagte 

vor, diese sei nicht ausreichend homogen. Eventualiter sei der Umstand, dass er im 

Vergleich zu anderen Mitgliedern der Arbeitsgruppe ___. nicht in einer Klinik angestellt 

sei, als Praxisbesonderheit zu berücksichtigen. Sämtliche Praxisbesonderheiten 

rechtfertigten eine über 30 Punkten liegende Toleranzmarge (act. G 18).

A.h. 

Am 7. Januar 2019 wurde dem Gesuch des Beklagten um Bewilligung der 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für das Verfahren ab dem 28. November 2018 

(Arrestanzeige) vor dem Schiedsgericht entsprochen (act. G 19).

A.i. 

Die Klägerinnen hielten in der Replik vom 22. Mai 2019 unverändert an den 

Rechtsbegehren fest. Es bestehe kein Anlass, die Vergleichbarkeit des Beklagten mit 

A.j. 

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der Facharztgruppe ORL in Frage zu stellen. Er bringe nichts vor, was auf eine 

Patientengruppe mit leidensbedingt höheren Fallkosten schliessen lasse (act. G 27).

In der Duplik vom 23. September 2019 machte der Beklagte geltend, wirtschaftlich 

habe die C.___ GmbH von den über sein Konto erbrachten Leistungen profitiert. Aus 

diesem Grund sei er bezüglich der Honorarrückerstattungsforderungen nicht 

passivlegitimiert. Er hielt an seinen Standpunkten fest, dass seine Tätigkeit nicht mit 

der Referenzgruppe ORL vergleichbar sei und darüber hinaus Praxisbesonderheiten zu 

berücksichtigen seien (act. G 33; zur vom Rechtsvertreter eingereichten Honorarnote 

vom 23. September 2019 siehe act. G 33.3).

A.k. 

Der Präsident des Schiedsgerichts gab den Parteien am 23. Juni 2020 Gelegenheit, 

eigene Wahlvorschläge für Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter zu unterbreiten. 

Gleichzeitig teilte er ihnen Personen mit, die ihm gegenüber die Bereitschaft erklärt 

hatten, am Verfahren als Schiedsrichterin und Schiedsrichter mitzuwirken (für die 

Krankenversicherer: lic. iur. J. Moser, Flims Waldhaus, und lic. iur. T. Reimann-

Forstner, Brugg; für die Ärztinnen und Ärzte: Dr. med. D.___ und Dr. med. E.___, act. 

G 37). Die Klägerinnen teilten am 29. Juni 2020 mit, dass sie mit den beiden vom 

Präsidenten für die Krankenversicherung erwähnten Schiedsrichterinnen einverstanden 

seien (act. G 38). Mit der Begründung, dass die seitens des Schiedsgerichts erwähnten 

medizinischen Fachpersonen nicht über eine HNO- oder eine ___. Ausbildung verfügen 

würden, schlug der Beklagte zwei andere Personen als Schiedsrichter vor (Dr. med. 

F.___ und Dr. med. G.___), von welchen zumindest eine zu berücksichtigen sei (act. 

G 43). Auf Vorschlag des Präsidenten des Schiedsgerichts (act. G 46) wählte die 

Präsidentin des Versicherungsgerichts Dr. F.___, lic. iur. Moser, Dr. E.___ und lic. iur. 

Reimann Forstner als Fachrichterin oder Fachrichter für die Tätigkeit als gesetzliches 

Schiedsgericht im Verfahren KSCHG 2016/3 (act. G 47). Die Klägerinnen wiesen im 

Schreiben vom 25. September 2020 darauf hin, dass Dr. F.___ derjenige Arzt sei, der 

dem Beklagten laut dessen Sachdarstellung am meisten Patienten zuweise. Im 

Schlichtungsverfahren habe sich der Beklagte zur Untermauerung seiner Standpunkte 

direkt auf Dr. F.___ berufen. Damit fehle diesem die für ein Mitglied des 

Schiedsgerichts erforderliche Unabhängigkeit (act. G 49; siehe auch die Eingabe der 

Klägerinnen vom 1. Oktober 2020, worin sie bezüglich der Wahl der Schiedsrichter und 

Schiedsrichterinnen eine Verletzung des rechtlichen Gehörs rügten act. G 50). 

A.l. 

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Daraufhin widerrief die Präsidentin des Versicherungsgerichts den Wahlbeschluss (act. 

G 51).

Der Präsident des Schiedsgerichts gab dem Beklagten am 5. Oktober 2020 

Gelegenheit, weitere geeignete Personen vorzuschlagen (act. G 52). Dieser schlug als 

Schiedsrichter Dr. G.___ vor (act. G 55). Mit Schreiben vom 24. November 2020 gab 

der Präsident des Schiedsgerichts den Parteien bekannt, dass Dr. G.___ die 

Bereitschaft bekundet habe, als Mitglied des Schiedsgerichts am Verfahren 

mitzuwirken (act. G 57). Die den Parteien gesetzte Frist, sich zu den zur Wahl als 

Schiedsrichter und Schiedsrichterinnen vorgeschlagenen Dr. G.___, Dr. E.___, lic. iur. 

Moser und lic. iur. Reimann-Forstner zu äussern, liessen sie unbenützt verstreichen 

(act. G 58). Die Präsidentin des Versicherungsgerichts wählte diese Personen am 

9. Dezember 2020 als Fachrichterinnen und Fachrichter für die Tätigkeit als 

gesetzliches Schiedsgericht im Verfahren KSCHG 2016/3 (act. G 59). Am 21. Dezember 

2020 teilte Dr. G.___ dem Versicherungsgericht mit, dass er sich aus persönlichen 

Gründen als Fachrichter im Verfahren KSCHG 2016/3 zurückziehen müsse (act. G 62). 

Den Rückzug von Dr. G.___ sowie mögliche Personen für dessen Ersatz (Dr. D.___ und 

PD Dr. med. H.___) gab der Präsident den Parteien mit Schreiben vom 22. Dezember 

2020 bekannt (act. G 65). Die Klägerinnen zeigten sich mit den beiden vom Präsidenten 

in Betracht gezogenen Personen als Schiedsrichter einverstanden (Eingabe vom 

8. Januar 2021, act. G 65). Am 5. Februar 2021 schlug der Beklagte Prof. Dr. med. I.___ 

und Prof. Dr. med. J.___ als Ersatz für Dr. G.___ vor (act. G 69). Der Präsident 

orientierte den Beklagten am 9. Februar 2021, dass es sich bei den von ihm 

vorgeschlagenen Personen um deutsche Staatsangehörige handle und somit eine 

primäre Wählbarkeitsvoraussetzung nicht gegeben sei. Er setzte dem Beklagten eine 

Frist, um neue Vorschläge unterbreiten zu können. Sollte die Frist unbenützt 

verstreichen oder sich allfällige Vorschläge des Beklagten als nicht geeignet erweisen 

oder die entsprechenden Personen nicht bereit sein, am Verfahren mitzuwirken, werde 

er Dr. D.___ oder Dr. H.___ bezüglich einer Mitwirkung anfragen (act. G 70). Daraufhin 

schlug der Beklagte Prof. Dr. med. K.___ und med. pract. L.___ als Mitglieder des 

Schiedsgerichts vor (act. G 72). Die Klägerinnen äusserten gegen diese beiden 

Personen keine Vorbehalte (act. G 74). Sowohl Prof. K.___ als auch med. pract. L.___ 

lehnten eine Mitwirkung als Schiedsrichter bzw. Schiedsrichterin im Verfahren KSCHG 

A.m. 

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Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien ist eine Verletzung der Anforderungen bezüglich 

Wirtschaftlichkeit ärztlicher Leistungserbringung und deren Sanktionierung in Form 

einer Honorarrückerstattung für die Jahre 2014 und 2015 im Sinn von Art. 59 Abs. 1 

lit. b und lit. d des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) 

umstritten.

2016/3 ab (act. G 77 f.), weshalb der Präsident des Schiedsgerichts am 11. März 2021 

den Parteien mitteilte, er werde nunmehr entsprechend den Darlegungen in seinem 

Schreiben vom 9. Februar 2021 verfahren (act. G 79). Nachdem Dr. D.___ am 28. März 

2021 seine Bereitschaft als Mitglied des Schiedsgerichts mitzuwirken erklärt hatte (act. 

G 81), wählte ihn die Präsidentin des Versicherungsgerichts am 6. April 2021 zum 

Fachrichter im Verfahren KSCHG 2016/3 (act. G 84).

Gemäss Art. 59 Abs. 2 KVG entscheidet das Schiedsgericht nach Art. 89 KVG auf 

Antrag eines Versicherers oder eines Verbandes der Versicherer über die in Art. 59 

Abs. 1 KVG geregelten Sanktionen. Örtlich zuständig ist das Schiedsgericht desjenigen 

Kantons, dessen Tarif zur Anwendung gelangt, oder desjenigen Kantons, in dem die 

ständige Einrichtung des Leistungserbringers liegt. Der Beklagte betreibt seine Praxis 

im Kanton St. Gallen, weshalb das Schiedsgericht KVG des Kantons St. Gallen für die 

Klage örtlich zuständig ist. Das Schiedsgericht setzt sich zusammen aus einer 

neutralen Person, die den Vorsitz innehat, und aus je einer Vertretung der Versicherer 

und der betroffenen Leistungserbringer in gleicher Zahl. Die Kantone können die 

Aufgaben des Schiedsgerichts dem kantonalen Versicherungsgericht übertragen; 

dieses wird durch je einen Vertreter oder eine Vertreterin der Beteiligten ergänzt (Art. 89 

Abs. 4 KVG). Art. 65 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRP; sGS 951.1) überträgt die Beurteilung von Streitigkeiten 

nach Art. 59 und Art. 89 KVG dem Versicherungsgericht. Gemäss Art. 89 Abs. 5 KVG 

regelt der Kanton das Verfahren; dieses muss einfach und rasch sein. Das 

Schiedsgericht stellt unter Mitwirkung der Parteien die für den Entscheid erheblichen 

Tatsachen fest; es erhebt die notwendigen Beweise und ist in der Beweiswürdigung 

frei. Art. 25 des Reglements über Organisation und Geschäftsgang des 

Versicherungsgerichts (sGS 941.114) legt fest, dass das Schiedsgericht aus der 

Präsidentin oder dem Präsidenten oder der Vizepräsidentin oder dem Vizepräsidenten 

1.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/18

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2.

Der Beklagte bestreitet, dass er hinsichtlich der von den Klägerinnen geltend 

gemachten Honorarrückforderungen für die Jahre 2014 und 2015 passivlegitimiert ist 

(act. G 18, II. Rz 3). Wirtschaftlich habe die C.___ GmbH an den über sein Konto 

erbrachten Leistungen profitiert. Deshalb sei die C.___ GmbH als wirtschaftlich 

Begünstigte der Honorarrückforderungen für die Jahre 2014 und 2015 passivlegitimiert 

(act. G 33, II. Rz 4).

und je zwei Vertretungen der betroffenen Versicherer und Leistungserbringer als 

Fachrichterinnen oder Fachrichter besteht.

Nach konstanter Rechtsprechung ist bei Wirtschaftlichkeitsverfahren nach Art. 56 

KVG eine Kollektivklage aller Versicherer, vertreten durch den Krankenkassenverband, 

zulässig und eine Spezifikation der auf den einzelnen Versicherer entfallenden Beiträge 

nicht erforderlich. Abgesehen davon ist eine ausdrückliche 

Prozessvertretungsvollmacht in Art. 17 der Statuten (in der seit 11. Dezember 2015 

gültigen Fassung; <https://www.santesuisse.ch/fileadmin/user_upload/santesuisse/

Documents/Statuten_D.pdf>, abgerufen am 6. Mai 2021) der santésuisse enthalten, 

weshalb für deren Mitglieder keine einzelne Ermächtigung zur Prozessführung im 

Namen der jeweils beteiligten Krankenassen erforderlich ist (siehe zum Ganzen den 

Entscheid des Schiedsgerichts KVG des Kantons St. Gallen vom 12. Juni 2014, 

KSCHG 2010/2 und KSCHG 2011/1, E. 4 mit Hinweisen). Betreffend diejenigen 

Klägerinnen, die nicht Mitglieder der santésuisse sind, reichte diese 

Vertretungsvollmachten ein (act. G 6.3a ff. und G 21.1 f.).

1.2. 

Die gesetzlichen Bestimmungen knüpfen sowohl für die 

Zulassungsvoraussetzungen (Art. 35 ff. KVG) als auch für die Rechnungsstellung und 

Tarifierung (Art. 42 ff. KVG) sowie die Wirtschaftlichkeitskontrolle und 

Qualitätssicherung (Art. 56 ff. KVG) an den Begriff des Leistungserbringers an. Um die 

ihr zugedachte Funktion wahrnehmen zu können, muss daher auch die 

Zahlstellenregister-Nummer (ZSR-Nummer) dem Leistungserbringer als solchem 

zugeteilt werden (BGE 135 V 242 E. 4.1). Die rückerstattungspflichtige Person ist damit 

mit dem Inhaber der ZSR-Nummer, über welche die Leistungen abgerechnet wurden, 

identisch.

2.1. 

Vorliegend ist von Bedeutung, dass der Beklagte und die C.___ GmbH je eine 

eigene ZSR-Nummer besitzen (für den Beklagten M.___, act. G 27.1; für die C.___ 

GmbH N.___, act. G 27.2). Die von den Klägerinnen geltend gemachten 

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/18

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3.

Zu prüfen ist nachfolgend, ob der Beklagte in den Jahren 2014 und 2015 

Behandlungskosten in einem Umfang verursachte, die nicht mehr mit dem 

Wirtschaftlichkeitsgebot im Einklang stehen.

Rückforderungen für die Jahre 2014 und 2015 betreffen ausschliesslich diejenigen 

Kosten, welche über die ZSR-Nummer M.___ abgerechnet wurden und bei denen 

folglich der Beklagte als eigenständiger Leistungserbringer gegenüber den Klägerinnen 

abrechnete (siehe für das Jahr 2014 act. G 1.1 und für das Jahr 2015 act. G 9.1). Damit 

ist der Beklagte und nicht die C.___ GmbH betreffend die Rückforderungen aus den 

über die ZSR-Nummer M.___ abgerechneten Kosten passivlegitimiert. Allfällige 

zwischen dem Beklagten und der von Familienangehörigen beherrschten C.___ GmbH 

vereinbarten davon abweichenden Ertragsaufteilungen sind deshalb vorliegend nicht 

geeignet, seine Stellung als den Anforderungen von Art. 56 KVG verpflichteter 

Leistungserbringer zu beseitigen.

Nach Art. 56 Abs. 1 KVG haben sich Leistungserbringer (vgl. Art. 35 Abs. 2 KVG) in 

der Behandlung, in der Verordnung und Abgabe von Arzneimitteln sowie in der 

Anordnung und Durchführung von wissenschaftlich anerkannten Heilanwendungen und 

Analysen auf das im Interesse der versicherten Person liegende und für den 

Behandlungszweck erforderliche Mass zu beschränken (vgl. auch Art. 32 KVG; SVR 

2002 KV Nr. 10 S. 37). Für Leistungen, die über dieses Mass hinausgehen, kann die 

Vergütung verweigert werden. Eine nach diesem Gesetz dem Leistungserbringer zu 

Unrecht bezahlte Vergütung kann zurückgefordert werden (Art. 56 Abs. 2 KVG).

3.1. 

Nach dem am 1. Januar 2013 in Kraft getretenen Art. 56 Abs. 6 KVG legen 

Leistungserbringer und Versicherer vertraglich eine Methode zur Kontrolle der 

Wirtschaftlichkeit fest. In einem am 27. Dezember 2013/16. Januar 2014 

abgeschlossenen Vertrag haben die Vereinigung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte 

(FMH) auf der einen Seite, santésuisse (Die Schweizer Krankenversicherer) und 

curafutura (Die innovativen Krankenversicherer) auf der anderen Seite gestützt auf 

Art. 56 Abs. 6 KVG als statistische Methode zur Kontrolle der Wirtschaftlichkeit die 

Varianzanalyse (ANOVA) festgelegt (Ziff. 1 des Vertrags; Urteil des Bundesgerichts vom 

8. November 2018, 9C_517/2017, E. 5.1). Mit Urteil vom 20. Dezember 2018 (publiziert 

in BGE 144 V 79) erkannte das Bundesgericht, dass die Verständigung der 

Leistungserbringer und Versicherer auf das Varianzanalysenmodell (ANOVA-Methode) 

zur Bemessung der Wirtschaftlichkeit der Leistungen von praktizierenden Ärztinnen 

und Ärzten im Hinblick auf die Rückerstattung der Honorare wegen nicht 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/18

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4.

Der Beklagte bestreitet zunächst, dass seine Tätigkeit mit derjenigen der 

Referenzgruppe ORL vergleichbar sei.

wirtschaftlicher ambulanter Tätigkeit nicht als gesetzwidrig bezeichnet werden könne. 

Daran hielt es trotz der im Schrifttum teilweise geäusserten Kritik (Urteil des 

Bundesgerichts vom 8. November 2018, 9C_517/2017, E. 5.2 mit Hinweisen) fest.

Das Varianzanalysenmodell beruht auf derselben Datenbasis wie die RSS. 

Vergleichsgruppe bilden die Ärzte und Ärztinnen einer Facharztgruppe (gemäss 

Einteilung der FMH) in der Schweiz. Im Unterschied zum Durchschnittskostenvergleich 

werden die Kosten der einzelnen Leistungserbringer in Bezug auf die statistisch 

signifikanten, d.h. nicht zufälligen Merkmale Alter und Geschlecht der Patienten sowie 

Kanton, in dem die ambulante ärztliche Tätigkeit ausgeübt wird, standardisiert. Damit 

werden die Kosten so ausgewiesen, als hätte der betreffende Arzt oder die betreffende 

Ärztin die gleiche Alters- und Geschlechterverteilung wie die Vergleichsgruppe als 

Ganzes und wie wenn alle Leistungserbringer im selben Kanton tätig wären. Die 

ANOVA-Methode ergibt Indizes betreffend die direkten Kosten (ohne Medikamente), 

die Medikamentenkosten (direkt und veranlasst) sowie die totalen Kosten (jeweils pro 

erkrankte Person; Urteil des Bundesgerichts vom 8. November 2018, 9C_517/2017, 

E. 5.3 mit Hinweisen auf Rechtsprechung und Literatur). Die ANOVA-Methode ist 

weder als mathematisches Modell noch in Bezug auf die (RSS-)Datenbasis in Frage zu 

stellen (Urteil des Bundesgerichts vom 8. November 2018, 9C_517/2017, E. 5.4).

3.3. 

Er weist darauf hin, dass er über .___ Dignitäten verfüge und zudem auch .___ tätig 

sei. Ein essentielles Charakteristikum seiner Tätigkeit sei denn auch die .___ 

Ausrichtung (act. G 18, III. Rz 7 ff. und Rz 13), die mit derjenigen von spezialisierten 

Universitätskliniken vergleichbar sei (act. G 18, III. Rz 15; act. G 33, III. Rz 2 ff.). 

Gemäss Weiterbildungsprogramm des SIWF Schweizerischen Instituts für ärztliche 

Weiter- und Fortbildung für den Facharzt für Oto-Rhino-Laryngologie vom 1. Januar 

2013 (letzte Revision: 18. August 2017) bildet die .___ einen wesentlichen Bestandteil 

der Weiterbildung (siehe Ziff. 3.2.5, 3.3.10 und 3.4.4). Aus diesem Grund vermag der 

Beklagte mit seiner geltend gemachten .___ Tätigkeit bzw. der Behandlung von .___ 

nichts zulasten der Vergleichbarkeit mit der Referenzgruppe ORL abzuleiten. Im 

Übrigen legte die Klägerin schlüssig dar, dass sich im Vergleich zu anderen Mitgliedern 

mit dem Facharzttitel ORL der Arbeitsgruppe .___ bezüglich der Kosten kein anderes 

Bild ergibt, als dasjenige das aus dem Vergleich mit der Referenzgruppe ORL entsteht 

(act. G 27, III. Rz 3, act. G 27.5, act. G 9, III. Rz 4, und act. G 9.7).

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/18

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Ausserdem führt der Beklagte aus, er erbringe bei Behandlungen im Bereich 

Nasen- und Nasennebenhöhlen hauptsächlich Leistungen in der beidseitigen 

Rhinometrie, während die ORL-Fachärzte diesbezüglich vor allem endoskopische 

Leistungen erbringen würden (act. G 18, III. 12). Aus der RSS-Statistik der Jahre 2014 

und 2015 ergibt sich als Auffälligkeit u.a., dass der Beklagte im Vergleich mit der 

Referenzgruppe ORL bedeutend weniger Untersuchungen mit dem Ohrmikroskop 

vornahm und dafür erheblich teurere tympanometrische Untersuchungen verrechnete 

(act. G 9.3 und act. G 9.5). Auch wenn die Funktionalitätsabklärung mittels 

tympanometrischer Untersuchungen im .___ Tätigkeitsbereich häufig Sinn machen 

dürfte, bekräftigt das Verhältnis zu den vom Beklagten durchgeführten 

ohrmikroskopischen Inspektionen eher die Einschätzung der Klägerinnen, die unter 

Hinweis auf die Abweichungen bei den endoskopischen bzw. rhinometrischen 

Abklärungen der Nase und Nasennebenhöhlen geltend machen, dass der Beklagte 

ohne überzeugende Begründung generell vergleichsweise teurere Untersuchungen 

durchgeführt habe (act. G 27, III. Rz 2). Insbesondere bleibt unklar, weshalb der 

Beklagte in den Jahren 2014 und 2015 keine einzige endoskopische Abklärung 

durchführte (act. G 9.3 und act. G 9.5). Da es sich bei diesen Verfahren um 

rhinologische und nicht otologische Abklärungen handelt, kann dies auch nicht mit 

dem vom Beklagten geltend gemachten .___ Schwerpunkt gerechtfertigt werden. Für 

eine Überarztung spricht ausserdem, dass der Beklagte keine Zusatzpositionen 

verrechnete. Insgesamt erhellt, dass der Beklagte vor allem ein vergleichsweise 

kostenintensiveres Abklärungs- und Behandlungskonzept pflegt. Dass er bei seiner 

Behandlung im Vergleich zur Referenzgruppe ORL teilweise andere Therapie- und 

Abklärungsformen durchführt, ist an sich nicht zu beanstanden. Entscheidend ist 

allerdings, dass unabhängig von der angewandten Therapieform das 

Wirtschaftlichkeitsgebot zu beachten ist und für die Mehrkosten bzw. für eine 

Privilegierung des Konzepts des Beklagten ein Rechtfertigungsgrund nicht erkennbar 

ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 10. Dezember 2009, 9C_457/2009, E. 8.2). Zu 

beachten ist weiter, dass einer speziellen, über den Standard hinausgehenden 

Methode von der Natur der Sache her immer das Potential innewohnt, unwirtschaftlich 

zu sein (Urteil des Bundesgerichts vom 8. November 2018, 9C_517/2017, E. 6.2).

4.2. 

Des Weiteren bringt der Beklagte vor, er erhalte schweizweite Überweisungen, 

womit kein geografisch gleiches Tätigkeitsgebiet vorliege (act. G 18, III. 5). Dieser 

Betrachtungsweise ist nicht zu folgen. Im Rahmen der ANOVA-Methode bilden Ärzte 

und Ärztinnen einer Facharztgruppe (gemäss Einteilung der FMH) in der Schweiz die 

Vergleichsgruppe. Die Kosten der einzelnen Leistungserbringer werden in Bezug auf 

die statistisch signifikanten, d.h. nicht zufälligen Merkmale Alter und Geschlecht der 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/18

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5.

Aus der Sicht des Beklagten bestehen verschiedene Praxisbesonderheiten, welche die 

Klägerinnen bei ihren Forderungen nicht (ausreichend) berücksichtigt hätten.

Patienten sowie Kanton, in dem die ambulante ärztliche Tätigkeit ausgeübt wird, 

standardisiert. Damit werden die Kosten so ausgewiesen, als hätte der betreffende Arzt 

die gleiche Alters- und Geschlechterverteilung wie die Vergleichsgruppe als Ganzes 

und wie wenn alle Leistungserbringer im selben Kanton tätig wären (Urteil des 

Bundesgerichts vom 12. April 2019, 9C_558/2018, E. 7.1). Wie die Klägerinnen zurecht 

erwähnen, ist das Ergebnis der ANOVA-Methode ein (fiktiver) gesamtschweizerisch 

ermittelter Einheitsindex pro medizinische Spezialität (act. G 9, III. Rz 3c). Allein schon 

deshalb vermag der Beklagte aus dem von ihm geltend gemachten schweizweiten 

Patientengut nichts gegen die Aussagekraft der RSS-Ergebnisse der Referenzgruppe 

ORL abzuleiten. Ferner sind seine Kosten - wie bereits erwähnt (siehe vorstehende 

E. 4.1 am Schluss) - auch im Vergleich mit den Kosten der über die Schweiz verteilt 

tätigen Mitglieder der Arbeitsgruppe .___ deutlich überhöht, was vorliegend zusätzlich 

gegen einen erheblichen Einfluss der Patientenherkunft spricht.

Insgesamt erscheint der Vergleich der ärztlichen Tätigkeit des Beklagten mit der 

Referenzgruppe ORL als aussagekräftig.

4.4. 

Als Praxisbesonderheit bringt der Beklagte vor, dass er ausserordentlich viele 

Überweisungen von anderen ORL-Fachärzten und Hausärzten erhalte. Hierbei handle 

es sich um Patienten, bei denen ein traditioneller ORL-Diagnose- und ORL-

Therapieansatz keine wünschenswerten Erfolge gebracht habe. Bei diesen Patienten 

sei eine umfangreichere Diagnostik geboten (act. G 18, III. 24). Obwohl die Möglichkeit 

besteht, dass andere ORL-Kolleginnen und -Kollegen dem Beklagten vermehrt 

Patienten und Patientinnen zu funktionellen Abklärungen zuwiesen und diese dann 

teilweise teurere Untersuchungen rechtfertigten, spricht gegen ihn, dass der 

Referenzwert mit der Vergleichsgruppe der .___ ebenfalls deutlich erhöht ist (siehe 

hierzu vorstehende E. 4.1). Die Klägerinnen halten dem Vorbringen des Beklagten 

ausserdem zutreffend entgegen, dass die Überweisung eines «austherapierten» 

Patienten keineswegs zwangsläufig zur Folge hat, dass bei einer Therapiefortsetzung 

mit anderer Methode bei der neu behandelnden medizinischen Fachperson 

überdurchschnittliche Kosten anfallen würden (act. G 27, III. Rz 4). Insgesamt vermag 

der Beklagte nicht nachvollziehbar darzulegen, weshalb gerade er von Überweisungen 

stärker als das Referenzkollektiv betroffen sein sollte. Insbesondere ist es 

gerichtsnotorisch, dass Behandlungen durch ORL-Fachpersonen oft eine hausärztliche 

5.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/18

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Behandlung vorausging und dass auch nicht selten unter ORL-Fachpersonen bei 

ausbleibendem Therapieerfolg oder zur Einholung einer Zweitmeinung ein Wechsel der 

Patienten stattfindet.

Eine Praxisbesonderheit erblickt der Beklagte auch darin, dass seine Tätigkeit 

einen .___ Schwerpunkt habe (act. G 18, III. Rz 24). Der .___ Diagnostik- und 

Therapieansatz führe im Vergleich zum klassischen ORL-Ansatz zu deutlich geringeren 

veranlassten Kosten. Da die veranlassten Kosten nicht mehr aus der RSS 

ausgenommen würden, seien tiefere veranlasste Kosten als Praxisbesonderheit zu 

berücksichtigen (act. G 18, III. 26).

5.2. 

Vorliegend kann offenbleiben, ob der geltend gemachte .___ Schwerpunkt im Fall 

des Beklagten effektiv eine im Vergleich zur Referenzgruppe ORL zu berücksichtigende 

Praxisbesonderheit darstellt. Selbst wenn dies bejaht würde, besteht insgesamt kein 

Anlass, den von den Klägerinnen für angemessen erachteten Toleranzbereich von 

30 Punkten zusätzlich zu erhöhen. Dies gilt umso mehr, als der Beklagte auch im 

Vergleich mit den Mitgliedern der .___ Arbeitsgruppe erheblich höhere Kosten 

generierte (siehe vorstehende E. 4.1 am Schluss). Vom Beklagten blieb im Übrigen 

unbestritten, dass sämtliche .___patienten standardmässig das gesamte 

Diagnostikverfahren durchlaufen würden. Ob dieses Vorgehen in jedem Fall - 

unabhängig der konkreten Verhältnisse und der jeweiligen Voraktenlage - geboten ist, 

stellen die Klägerinnen zurecht in Frage (act. G 9, III. Rz 4 am Schluss).

5.2.1. 

Die vom Beklagten veranlassten Kosten sind gemäss den Ergebnissen der RSS 

der Jahre 2014 und 2015 deutlich unterdurchschnittlich (act. G 9.1, S. 2, act. G 1.1, 

S. 2). Deshalb und mit Blick auf die Therapiefreiheit erscheint es angemessen, den 

Toleranzbereich zugunsten des Beklagten voll auszuschöpfen und die Referenzgrösse 

- mit den Klägerinnen - auf 130 Indexpunkte festzusetzen. Weitere 

Praxisbesonderheiten, die eine darüberhinausgehende Erhöhung des Toleranzbereichs 

rechtfertigen würden, sind weder ersichtlich noch substanziiert vom Beklagten geltend 

gemacht worden.

5.2.2. 

Von der Rückerstattungsverpflichtung werden seit der mit BGE 137 V 43

geänderten Praxis nur die direkten Kosten des Arztes (einschliesslich der von ihm 

abgegebenen Medikamente) erfasst. Der «ANOVA-Index direkte Kosten» betrug im 

Jahr 2014 299 (act. G 1.1, S. 3), womit unter Abzug des Toleranzbereichs von 130 ein 

Wert von 169 resultiert. Unter Berücksichtigung von «Total direkte Kosten» von 

Fr. 628'488.-- (act. G 1, S. 1) resultiert für das Jahr 2014 ein Rückforderungsbetrag von 

abgerundet Fr. 355'232.-- (Fr. 628'488 / 299 x 169). Der «ANOVA-Index direkte Kosten» 

5.3. 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=anova+gesamtkostenindex&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-V-43%3Ade&number_of_ranks=0#page43

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

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6.  

betrug im Jahr 2015 274 (act. G 9.1, S. 3), womit unter Abzug des Toleranzbereichs 

von 130 ein Wert von 144 resultiert. Unter Berücksichtigung von «Total direkte Kosten» 

von Fr. 544'406.-- (act. G 9.1, S. 1) resultiert für das Jahr 2015 ein 

Rückforderungsbetrag von abgerundet Fr. 286'111.-- (Fr. 544'406.-- / 274 x 144). Diese 

Beträge entsprechen ziffernmässig den Anträgen der Klägerinnen (siehe hierzu act. 

G 9, III. Rz 3 am Schluss). Den Beklagten trifft keine Verzugszinspflicht (Entscheid des 

Schiedsgerichts KVG vom 12. Juni 2014, KSCHG 2010/2 und KSCHG 2011/1 E. 6.3.3 

mit Hinweis).

Vom Beklagten ist zurecht unbestritten geblieben, dass die Verwirkungsfristen für 

die Rückforderungen für die Jahre 2014 und 2015 gewahrt wurden. Die RSS-

Ergebnisse für das Jahr 2014 lagen am 15. Juli 2015 vor (act. G 1.1). Die Klage 

betreffend das Jahr 2014 wurde am 13. Juli 2016 erhoben (act. G 1). Die RSS-

Ergebnisse für das Jahr 2015 lagen am 15. Juli 2016 vor (act. G 9.1). Das 

Vermittlungsbegehren stellten die Klägerinnen am 12. Juli 2017 (act. G 5.2, S. 2). Die 

Verwirkungsfristen wurden damit gewahrt (Art. 25 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]; siehe zur 

Fristwahrung durch die Erhebung einer Klage oder eines Vermittlungsbegehrens 

Gebhard Eugster, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum KVG, in: Hans-Ulrich 

Stauffer und Basile Cardinaux [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, 2. Auflage, Zürich 2018, Rz 38 zu Art. 56 mit Hinweis auf u.a. 

BGE 133 V 579 E. 4.3.4).

5.4. 

Nach dem Gesagten ist die Klage betreffend Honorarrückerstattung für das Jahr 

2014 gutzuheissen. Der Beklagte hat den Klägerinnen infolge Überarztung für das Jahr 

2014 den Betrag von Fr. 355'232.-- zurückzubezahlen.

6.1. 

Die Klage betreffend Honorarrückerstattung für das Jahr 2015 ist ebenfalls 

gutzuheissen. Der Beklagte hat den Klägerinnen infolge Überarztung für das Jahr 2015 

den Betrag von Fr. 286'111.-- zurückzubezahlen.

6.2. 

Art. 89 Abs. 5 KVG schreibt für das Verfahren vor Schiedsgericht keine 

Kostenlosigkeit vor, womit für die Kostenfrage ausschliesslich kantonales Recht 

massgeblich ist. Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die 

Verfahrenskosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. 

Art. 7 Abs. 1 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung (sGS 941.12) sieht für 

Endentscheide des Versicherungsgerichts einen Gebührenrahmen von Fr. 500.-- bis 

Fr. 15'000.-- vor. Für die vorliegende Streitigkeit, in der zwei Rückforderungsbegehren 

6.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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zu beurteilen waren, erscheint mit Rücksicht auf den vom Gericht zu erbringenden 

Aufwand und die Bedeutung der Streitsache die Festlegung einer Gerichtsgebühr von 

insgesamt Fr. 5'000.-- als gerechtfertigt. Die Gerichtsgebühr ist ausgangsgemäss 

vollumfänglich dem Beklagten aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege (act. 

G 19) ist er von der Bezahlung zu befreien. Der von den Klägerinnen geleistete 

Kostenvorschuss (vgl. act. G 10) von Fr. 2'500.-- ist ihnen zurückzuerstatten.

Nach Art. 98 Abs. 1 und Art. 98  VRP ist der Anspruch auf ausseramtliche Kosten 

nach dem Ausmass des Obsiegens und Unterliegens festzusetzen. In der 

Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 

Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis 

Fr. 15'000.--. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und 

ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Für die vorliegend zu beurteilende Klage 

erscheint eine pauschale Parteientschädigung zugunsten der Klägerinnen von 

insgesamt Fr. 5'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. 

Die gewährte unentgeltliche Rechtspflege befreit nicht von der Bezahlung einer 

Parteientschädigung an die Gegenpartei (Art. 118 Abs. 3 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP).

6.4. bis

Ausgangsgemäss hat der Beklagte keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. 

Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung des Beklagten. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar 

vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 

963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter des Beklagten hat 

am 23. September 2019 eine Kostennote eingereicht und beantragt eine 

Entschädigung von Fr. 3'341.60 (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer). Die 

in Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes (sGS 963.70) vorgeschriebene Fünftelskürzung 

berücksichtigte der Rechtsvertreter bereits beim Stundenhonorar (Fr. 200.--, anstelle 

des mittleren Honorars von Fr. 250.--, Art. 24 Abs. 1 HonO). Der geltend gemachte 

Aufwand erscheint angemessen.

6.5. 

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 ZPO i.V.m. Art. 99 

Abs. 2 VRP).

6.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren nach Art. 39 VRP

1. In Gutheissung der Klage betreffend Honorarrückerstattung für das Jahr 2014 wird 

der Beklagte verpflichtet, den Klägerinnen infolge Überarztung für das Jahr 2014 den 

Betrag von Fr. 355'232.-- zurückzuerstatten.

2. In Gutheissung der Klage betreffend Honorarrückerstattung für das Jahr 2015 wird 

der Beklagte verpflichtet, den Klägerinnen infolge Überarztung für das Jahr 2015 den 

Betrag von 286'111.-- zurückzuerstatten.

3. Der Beklagte wird von der Bezahlung der Gerichtsgebühr in der Höhe von 

Fr. 5'000.-- zufolge unentgeltlicher Rechtspflege befreit. Der von den Klägerinnen 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 2'500.-- wird ihnen zurückerstattet.

4. Der Beklagte hat den Klägerinnen eine Parteientschädigung von Fr. 5'000.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

5. Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter des Beklagten zufolge unentgeltlicher 

Rechtsverbeiständung mit Fr. 3'341.60 (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 06.05.2021
	Art. 56 und Art. 59 KVG. Verletzung der Anforderungen bezüglich Wirtschaftlichkeit bejaht. Die gewählte Referenzgruppe Otorhinolaryngologie (ORL) gewährleistet eine hinreichende Vergleichbarkeit mit dem Beklagten. Praxisbesonderheiten, die eine Erweiterung des Toleranzbereichs über 130 rechtfertigen, sind nicht ausgewiesen. (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Mai 2021, KSCHG 2016/3).

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	"9001 St.Gallen"
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