# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3923eb74-f3d1-5898-9f29-6551727a0222
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-11-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.11.2017 D-1027/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1027-2017_2017-11-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1027/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  N o v e m b e r  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richter Hans Schürch (Vorsitz), 

Richterin Contessina Theis, 

Richterin Nina Spälti Giannakitsas,    

Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,   

vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan,  

Advokatur Kanonengasse,  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Familienzusammenführung (Asyl) zugunsten von 

B._______, geboren am (…), Eritrea;  

Verfügung des SEM vom 16. Januar 2017 / N (…). 

 

 

 

D-1027/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer wurde mit Verfügung des SEM vom 28. April 2015 

in der Schweiz als Flüchtling anerkannt, und es wurde ihm Asyl gewährt.  

B.  

B.a Mit Eingabe an das SEM vom 30. Oktober 2015 ersuchte der Be-

schwerdeführer um Einbezug seiner Ehefrau B._______ (geb. am […]) in 

die Flüchtlingseigenschaft und das Asyl sowie um Bewilligung der Einreise.  

B.b Mit Verfügung vom 7. Januar 2016 forderte das SEM den Beschwer-

deführer auf, weitere Angaben zu machen sowie Beweismittel einzu-

reichen.  

B.c In seiner Stellungnahme vom 27. Januar 2016 führte der Beschwerde-

führer aus, er und B._______ hätten zunächst von 1997 bis 1999 in Äthio-

pien gelebt und anschliessend in Eritrea. Nach ihrer Heirat am 3. Juni 2007 

hätten sie bis am 1. Juli 2007 in einem gemeinsamen Haushalt gelebt. Am 

2. Juli 2007 sei er dann ins Militär einberufen worden. Er habe B._______, 

die inzwischen in Äthiopien lebe, letztmals am 1. Juli 2007 gesehen. Er 

habe mit der Stellung des Gesuchs um Familienasyl zugewartet, bis ihm 

die Aufenthaltsbewilligung B erteilt worden sei. Er wolle jetzt wieder mit sei-

ner Ehefrau zusammenleben.  

Der Stellungnahme lagen ein Heiratszertifikat vom 3. Juni 2007 (im Origi-

nal, inkl. Übersetzung) sowie eine UNHCR-Bestätigung betreffend die Re-

gistrierung von B._______ als Flüchtling in Äthiopien vom 10. November 

2015 (in Kopie, inkl. Übersetzung) bei. 

B.d Mit Verfügung vom 7. Oktober 2016 teilte das SEM dem Beschwerde-

führer mit, es erachte seine Angaben als teilweise unglaubhaft, gewährte 

ihm dazu das rechtliche Gehör und ersuchte ihn um die Beantwortung ei-

nes Fragekatalogs sowie um die Nachreichung weiterer Beweismittel in-

nert Frist. 

B.e Der Beschwerdeführer liess durch seinen Rechtsvertreter am 7. No-

vember 2016 eine Stellungnahme einreichen, worin die vom SEM gestell-

ten Fragen beantwortet wurden. Dabei wurde im Wesentlichen geltend ge-

macht, der Beschwerdeführer habe B._______ im Jahr 1997 in Addis Ab-

eba kennengelernt. Sie seien zusammen aufgewachsen und hätten zu-

sammen die Schule besucht. Weil er Angst gehabt habe, sie nach seiner 

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Einberufung in den Militärdienst zu verlieren, hätten sie am 3. Juni 2007 im 

kleinen Kreis kirchlich geheiratet. Da sie auf ein Fest verzichtet hätten, 

habe die Hochzeit kaum etwas gekostet. In Eritrea hätten sie gemeinsam 

mit der Mutter und den Geschwistern des Beschwerdeführers in 

C._______ gelebt. Nach seiner Einberufung in den Militärdienst habe 

B._______ bis zu ihrer eigenen Ausreise – sie seien nicht gemeinsam ge-

flüchtet – abwechselnd an der genannten Adresse und bei ihren Eltern ge-

wohnt, bis sie ebenfalls in den Militärdienst eingezogen worden sei. Da sie 

auf ihrer Flucht viele Dokumente und Fotos verloren habe, verfüge sie ge-

genwärtig nur noch über einen durch die äthiopischen Migrationsbehörden 

ausgestellten Flüchtlingsausweis. 

Der Eingabe lagen folgende Unterlagen bei: eine Vollmacht vom 18. Okto-

ber 2016, eine Substitutionsvollmacht vom 3. November 2016, ein Doku-

ment des äthiopischen National Intelligence and Security Service, Admi-

nistration for Refugee/Returnee Affairs vom 5. Juli 2016 (in Kopie, inkl. 

Übersetzung), zwei Fotos von B._______ sowie ein von ihr auf Englisch 

verfasster Lebenslauf vom 2.November 2016 (Kopie).  

C.  

Mit Verfügung vom 16. Januar 2017 – eröffnet am 17. Januar 2017 – ver-

weigerte das SEM B._______ die Einreise in die Schweiz und lehnte das 

Gesuch um Familienzusammenführung ab.  

D.  

Der Beschwerdeführer liess diese Verfügung mit Beschwerde vom 16. Feb-

ruar 2017 beim Bundesverwaltungsgericht anfechten. Dabei wurde bean-

tragt, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben, und es sei seiner Ehe-

frau gestützt auf Art. 51 Abs. 1 und 4 AsylG (SR 142.31) die Einreise in die 

Schweiz zu bewilligen und Familienasyl zu gewähren. In prozessualer Hin-

sicht wurde um Gewährung der vollumfänglichen unentgeltlichen Rechts-

pflege sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses er-

sucht. 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 23. Februar 2017 hiess der Instruktionsrichter 

das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG unter der Voraussetzung der Nachreichung einer 

Fürsorgebestätigung gut und forderte den Beschwerdeführer gleichzeitig 

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auf, innert Frist entweder die erwähnte Fürsorgebestätigung nachzu-

reichen oder einen Kostenvorschuss zu leisten. Das Gesuch um unentgelt-

liche Verbeiständung (Art. 65 Abs. 2 VwVG) wurde abgewiesen.  

F.  

Mit Eingabe vom 1. März 2017 liess der Beschwerdeführer eine Bestäti-

gung der Fürsorgeabhängigkeit vom 15. Februar 2017 sowie weitere Be-

weismittel (Kopien seines Schülerausweises sowie einer „Admission 

Card“, übersetztes Schreiben seiner Ehefrau vom 9. Februar 2017) einrei-

chen. 

G.  

Das SEM hielt in seiner Vernehmlassung vom 7. Juli 2017 vollumfänglich 

an seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Be-

schwerde. Die vorinstanzliche Vernehmlassung wurde dem Beschwerde-

führer am 10. Juli 2017 zur Kenntnis gebracht. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gestützt auf Art. 31 VGG Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer Vo-

rinstanz im Sinne von Art. 33 VGG erlassen wurden, sofern keine das 

Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt. 

Demnach ist das Bundesverwaltungsgericht zuständig für die Beurteilung 

von Beschwerden gegen Entscheide des SEM, welche in Anwendung des 

AsylG ergangen sind, und entscheidet in diesem Bereich in der Regel – 

und so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

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Seite 5 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 

E. 5). 

3.  

Gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG werden Ehegatten von Flüchtlingen und ihre 

minderjährigen Kinder als Flüchtlinge anerkannt und erhalten Asyl, wenn 

keine besonderen Umstände dagegen sprechen. Mit dem sogenannten 

"Familienasyl" erhalten die Angehörigen der Kernfamilie die gleiche 

Rechtsstellung und damit auch denselben flüchtlingsrechtlichen Schutz 

wie der nachziehende anerkannte Flüchtling (vgl. SPE-

SCHA/THÜR/ZÜND/BOLZLI/HRUSCHKA, Migrationsrecht [Kommentar], 4. Aufl. 

2015, Rz 1 zu Art. 51 AsylG). Wurden die anspruchsberechtigten Personen 

durch die Flucht getrennt und befinden sie sich im Ausland, so ist ihre Ein-

reise auf Gesuch hin zu bewilligen (Art. 51 Abs. 4 AsylG). Die Bewilligung 

der Einreise zwecks Gewährung von Familienasyl dient der Wiederherstel-

lung von Familiengemeinschaften, die durch die Flucht getrennt wurden, 

nicht hingegen der Aufnahme von neuen oder der Wiederaufnahme von 

beendeten Beziehungen (vgl. BVGE 2012/32 E. 5.4.2). Sofern nicht schon 

besondere Umstände im Sinne von Art. 51 Abs. 1 AsylG gegen eine Fami-

lienvereinigung in der Schweiz sprechen (vgl. dazu bspw. BVGE 2012/32 

E. 5.2–5.4), ist die Einreise in die Schweiz gestützt auf Art. 51 Abs. 1 und 

4 AsylG nur zu bewilligen, wenn eine Familiengemeinschaft bestanden hat, 

welche durch die Flucht getrennt wurde; vorbehalten bleibt der Familien-

nachzug gemäss den Vorschriften des AuG (vgl. BGE 139 I 330 E. 1.3.2–

1.4.1). 

4.  

4.1 Das SEM führte zur Begründung seiner Verfügung aus, der Beschwer-

deführer habe im Rahmen der Befragungen in seinem Asylverfahren aus-

gesagt, er habe bis ins Jahr 1999 zusammen mit seiner Mutter und den 

Geschwistern in Kera, Äthiopien, gelebt. Im Jahr 1999 seien seine Mutter, 

sein Bruder, seine Schwester und er nach Eritrea zurückgekehrt. Der Be-

schwerdeführer habe in diesem Zusammenhang in keiner Art und Weise 

erwähnt, dass er – wie nun im Familienzusammenführungsverfahren gel-

tend gemacht – in Äthiopien sowie nach der Rückkehr in Eritrea mit seiner 

Ehefrau zusammengelebt habe. Auch könne den Angaben des Beschwer-

deführers während des Asylverfahrens nicht entnommen werden, dass er 

vor seiner Flucht mit seiner Ehefrau in einer eheähnlichen Gemeinschaft 

gelebt habe. Vielmehr habe er sich vom Juni 2003 bis zu seiner Ausreise 

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im September 2013 im Militärdienst respektive in Haft befunden. Er habe 

zwar zu Protokoll gegeben, dass er am 3. Juni 2007 religiös getraut worden 

sei, habe seine Ehefrau ansonsten aber mit keinem Wort erwähnt. Bei die-

ser Sachlage könne keine Rede sein von einer tatsächlich gelebten und 

dauerhaften Familienbeziehung zwischen dem Beschwerdeführer und sei-

ner Ehefrau. Der Umstand, dass das fehlende Zusammenleben auch auf 

äussere Umstände (Militärdienst) zurückzuführen sei, ändere daran nichts, 

dies sei auch der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts zu ent-

nehmen. Ferner sei festzustellen, dass die Identität von Frau B._______ 

nicht als hinreichend belegt erachtet werden könne. Aus diesen Gründen 

sei das Familienzusammenführungsgesuch abzuweisen und die Einreise 

zu verweigern. 

4.2 In der Beschwerde wird vorgebracht, es handle sich bei der Ehefrau 

des Beschwerdeführers um eine Kindheitsfreundin, mit welcher er bereits 

in Äthiopien zusammengelebt habe. Sie hätten im Juli 2007 geheiratet. Seit 

dem 2. Juli 2007, als er zum Militärdienst einberufen worden sei, habe der 

Beschwerdeführer seine Frau nicht mehr gesehen. Sie stünden jedoch 

nach wie vor in Kontakt und telefonierten ungefähr zweimal wöchentlich 

miteinander. Der Beschwerdeführer habe bereits in der Befragung zur Per-

son (BzP) ausgesagt, er sei seit dem 3. Juni 2007 mit seiner Ehefrau ver-

heiratet. Er habe seine Frau zudem auch anlässlich der Anhörung erwähnt 

(Verweis auf A25, F60/6). Somit könne nicht gesagt werden, der Beschwer-

deführer habe seine Frau im Rahmen seines Asylverfahrens nicht erwähnt. 

Allerdings treffe es zu, dass er keine vertieften Aussagen zu seiner Ehe 

gemacht habe. Daraus könne jedoch nicht auf das Fehlen von tatsächlich 

gelebten, dauerhaften Familienbanden vor der Flucht geschlossen werden, 

da die BzP und die Anhörung nicht primär dazu dienten, Einblick in das 

Familienleben des Beschwerdeführers zu erlangen, sondern um die Asyl-

gründe darzulegen. In diesem Kontext habe die Ehefrau keine vordringli-

che Rolle gespielt. Im Übrigen habe das SEM dem Beschwerdeführer auch 

keine weitergehenden Fragen zu seiner Beziehung zur Ehefrau gestellt. 

Das SEM werde ihm daher zu Unrecht vor, seine Ehefrau nicht eingehen-

der erwähnt zu haben. Es stehe fest, dass er den Schweizer Behörden 

gegenüber offengelegt habe, dass er verheiratet sei und sich seine Ehefrau 

nach wie vor in Eritrea befinde. Sodann sei zu berücksichtigen, dass der 

Beschwerdeführer ausschliesslich aufgrund seiner Militärdienstpflicht von 

seiner Ehefrau räumlich getrennt worden sei. Er habe seine Frau im Juni 

2007 geheiratet, da er die Einberufung zum Militär antizipiert und habe ver-

hindern wollen, dass sie während seiner Abwesenheit mit einem andern 

Mann verheiratet würde. Während der Dauer des Militärdienstes sei ein 

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geregeltes Familienleben kaum möglich (Verweis auf einen Bericht von 

Amnesty International vom 24. Februar 2016 sowie einen EASO-Bericht 

vom Mai 2015). Ein Zusammenleben mit seiner Ehefrau sei dem Be-

schwerdeführer infolge der Militärdienstpflicht faktisch unmöglich gewesen. 

Dies dürfe ihm nicht zum Vorwurf gemacht werden. Im Übrigen sei es ihm 

auch während der Dauer seiner Inhaftierung mutmasslich nicht möglich ge-

wesen, seine Ehefrau zu kontaktieren oder sich gar von ihr besuchen zu 

lassen (Verweis auf einen Bericht des Human Rights Councils vom 8. Juni 

2017). Das SEM verweise in seinen Erwägungen auf das Urteil des Bun-

desverwaltungsgerichts E-1401/2015 vom 20. März 2015. Der diesem Ur-

teil zugrunde liegende Fall unterscheide sich indessen klarerweise vom 

vorliegenden; denn der Beschwerdeführer stehe seit seiner Ausreise aus 

Eritrea in ständigem Kontakt mit seiner Ehefrau, und eine Wiedervereini-

gung sei von beiden von Anfang an angestrebt worden. Seine Ehefrau sei 

zwei Jahre später nach Äthiopien geflüchtet, um von dort aus dem Be-

schwerdeführer in die Schweiz zu folgen. Der Kontakt zwischen den beiden 

sei daher nie willentlich unterbrochen worden. Vielmehr hätten sie ver-

sucht, die Beziehung trotz der räumlichen Trennung aufrechtzuerhalten. 

Das Paar kenne sich seit zwanzig Jahren, sei seit fast zehn Jahren verhei-

ratet, und bis zur Einberufung des Beschwerdeführers in den Militärdienst 

hätten sie in einem gemeinsamen Haushalt gelebt. Der Ehewille sei stets 

vorhanden gewesen. Eine Rechtsprechung, die das faktische Zusammen-

leben in Eritrea trotz des obligatorischen und zeitlich unbefristeten Militär-

dienstes und dem damit verbundenen Bruch des gemeinsamen Haushal-

tes als zwingende Voraussetzung erachte, laufe dem Sinn und Zweck von 

Art. 51 Abs. 4 AsylG zuwider. Damit würden zahlreiche eritreische Staats-

angehörige vom Familienasyl ausgeschlossen, da praktisch alle eritrei-

schen Familien von der militärbedingten Trennung der Familiengemein-

schaft betroffen seien. Eine solche Praxis stünde im Widerspruch zu Art. 8 

EMRK sowie zum Diskriminierungsverbot nach Art. 8 Abs. 2 BV. Es sei zu-

dem auf die frühere Praxis der Schweiz zum Familiennachzug namentlich 

der Saisonniers zu verweisen. In diesen Fällen habe die Schweiz aner-

kannt, dass die räumliche Trennung von der in der Heimat verbliebenen 

Familie die vorbestehenden Familienstrukturen nicht durchbrochen habe, 

und der Nachzug der Angehörigen sei bewilligt worden. Dieses Verständnis 

von Familie müsse im vorliegenden Fall in Erinnerung gerufen werden. Be-

züglich der Identität der Ehefrau des Beschwerdeführers sei erneut darauf 

hinzuweisen, dass diese auf ihrer Flucht viele Dokumente verloren habe. 

Der eingereichte äthiopische Flüchtlingsausweis sei jedoch nach Überprü-

fung ihrer Identität in Zusammenarbeit mit dem UNHCR ausgestellt wor-

den. Das SEM habe dieses Dokument zu Unrecht als unzureichenden 

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Identitätsnachweis abgetan. Sodann stimmten die Angaben auf dem 

Flüchtlingsausweis mit den Angaben des Beschwerdeführers sowie dem 

Eintrag auf der Heiratsurkunde überein, was für die Glaubhaftigkeit und 

Richtigkeit der Identität von Frau B._______ spreche. Nach dem Gesagten 

habe die Ehefrau des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 51 Abs. 1 AsylG 

einen Anspruch auf Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft und das Asyl 

des Beschwerdeführers. Gemäss Art. 51 Abs. 4 AsylG sei der Ehefrau zu-

dem die Einreise zu bewilligen. Ein gemeinsames Leben sei für die Ehe-

leute weder in Eritrea noch in einem Flüchtlingscamp in Äthiopien möglich 

respektive zumutbar. Der Beschwerdeführer und seine Frau hätten in Erit-

rea einen gemeinsamen Haushalt geführt und vor der Einberufung des Be-

schwerdeführers in den Militärdienst geheiratet. Trotz der Einberufung zum 

Militär und der anschliessenden Flucht des Beschwerdeführers aus Eritrea 

hätten beide den Willen zur ehelichen Gemeinschaft ununterbrochen auf-

rechterhalten. Es seien keine Hinweise für eine Beendigung der Beziehung 

ersichtlich. Es sei der Vorinstanz nicht gelungen, das Nichtvorliegen des 

Ehelebens zur Genüge darzulegen. Der Beschwerdeführer habe ein Jahr 

nach Erhalt der Aufenthaltsbewilligung damit begonnen, sich um den Nach-

zug seiner Ehefrau zu bemühen. Dieses Zuwarten habe objektive Gründe 

gehabt (Anwaltssuche, Beschaffen von Geldmitteln). Schliesslich bestehe 

auch gestützt auf Art. 8 EMRK ein Anspruch auf Familienvereinigung, da 

zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Frau nach wie vor eine ge-

lebte Beziehung bestehe. 

5.  

5.1 Wie vorstehend (vgl. E. 3) ausgeführt wurde, ist die Einreise in die 

Schweiz gestützt auf Art. 51 Abs. 4 AsylG nur zu bewilligen, wenn eine Fa-

miliengemeinschaft bestanden hat, welche durch die Flucht getrennt 

wurde. Das Familienasyl dient in der vorliegenden Konstellation weder der 

Aufnahme von neuen respektive von zuvor noch gar nicht gelebten famili-

ären Beziehungen noch der Wiederaufnahme von zuvor abgebrochenen 

Beziehungen.  

5.2 Für den vorliegenden Fall ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer 

seinen Angaben zufolge schon seit seiner Kindheit mit B._______ befreun-

det gewesen sei und diese am 3. Juni 2007 nach Brauch geheiratet habe. 

Nach der Heirat hätten die beiden (erstmals) zusammen im selben Haus-

halt gelebt. Schon einen Monat später, nämlich am 1. Juli 2007, sei der 

Beschwerdeführer jedoch zum Militärdienst eingezogen worden; seine 

Ehefrau habe er seither nicht mehr gesehen. Demnach ist davon auszuge-

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hen, dass im Juni/Juli 2007 eine grundsätzlich schützenswerte Familien-

gemeinschaft bestand. In der Folge wurde diese lediglich einen Monat dau-

ernde Gemeinschaft indessen durch äussere Umstände, namentlich den 

Militärdienst des Beschwerdeführers, getrennt. Aus dessen Aussagen im 

Rahmen seines Asylverfahrens geht nicht hervor, dass ihn diese Trennung 

belastet oder er seine Ehefrau vermisst hätte. Es fällt im Gegenteil auf, 

dass er seine Ehefrau im Rahmen des Asylverfahrens nur erwähnte, als er 

konkret nach seinem Zivilstand (vgl. A8 S. 3) und nach dem Aufenthaltsort 

der Ehefrau (vgl. A25 S. 7) gefragt wurde. Den Akten sind ferner auch keine 

konkreten Hinweise darauf zu entnehmen, dass im Zeitpunkt der Ausreise 

noch ein ernsthafter Wille zum Zusammenleben vorhanden war. Zwar ist 

es zutreffend, dass die Militärdienstpflicht in Eritrea ein geregeltes Fami-

lienleben häufig stark behindert. Die zumindest rudimentäre Aufrechterhal-

tung des Kontakts mit den Familienangehörigen und sporadische Besuche 

sind indessen in der Regel dennoch gewährleistet, weshalb die Familien-

gemeinschaft grundsätzlich trotz der erschwerten Bedingungen fortgeführt 

werden kann. Der Einwand in der Beschwerde, wonach Eritreer durch die 

praxisgemässe Rechtsprechung zu Art. 51 AsylG diskriminiert würden, 

geht damit fehl. Im vorliegenden Fall ist jedoch nicht ersichtlich, dass sich 

der Beschwerdeführer zwischen Juli 2007 und seiner Ausreise im Dezem-

ber 2013 um eine Aufrechterhaltung der Beziehung trotz der räumlichen 

Trennung bemüht oder das seine Frau ihrerseits in dieser Zeit Anstrengun-

gen unternommen hätte, ihn zu kontaktieren. Zudem scheint der Be-

schwerdeführer auch eine gemeinsame Flucht mit seiner Ehefrau nicht in 

Erwägung gezogen zu haben. Nach seiner Ankunft im Sudan rief er zwar 

offenbar seine Schwester an (vgl. A25 S. 28), setzte sich hingegen auch in 

diesem Zeitpunkt offensichtlich weiterhin nicht mit seiner Ehefrau in Ver-

bindung (vgl. dazu auch das Schreiben von B._______ vom 9. Februar 

2017). Das Vorbringen in der Beschwerde, wonach er seit seiner Ausreise 

in ständigem Kontakt mit seiner Ehefrau gestanden habe, ist daher offen-

sichtlich unglaubhaft. Bei dieser Sachlage muss verneint werden, dass im 

Dezember 2013, sechs Jahre nach dem letzten Kontakt des Beschwerde-

führers zu seiner Frau, nach wie vor eine ununterbrochene und ernsthafte 

eheliche Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer und Frau B._______ 

bestand. Für diese Einschätzung sprechen ferner auch folgende Tatsa-

chen: Der Beschwerdeführer nahm den (telefonischen) Kontakt mit seiner 

Frau den Akten zufolge erst nach Juni 2014 erstmals wieder auf und er-

suchte in der Folge erst am 30. Oktober 2015, ein halbes Jahr nach dem 

positiven Asylentscheid respektive dem Erhalt der Aufenthaltsbewilligung, 

um Familienasyl für sie. Der diesbezügliche Einwand in der Beschwerde, 

wonach der Beschwerdeführer mit der Gesuchstellung zugewartet habe, 

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bis er einen Rechtsvertreter organisiert und Geld für dessen Bezahlung 

beschafft habe, vermag nicht zu überzeugen, zumal der Beschwerdeführer 

das Gesuch um Familienasyl am 30. Oktober 2015 in eigenem Namen ein-

gereicht, den Rechtsvertreter hingegen erst am 18. Oktober 2016 manda-

tiert hat. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass Frau B._______ in ihrem 

Schreiben vom 2. November 2016 mit Ausnahme des Heiratsdatums kein 

Wort über ihre Beziehung zum Beschwerdeführer verlor und erst in ihrem 

Schreiben vom 9. Februar 2017 den Wunsch äusserte, mit ihrem Ehemann 

wiedervereinigt zu werden.  

5.3 Nach dem Gesagten ist insgesamt davon auszugehen, dass jedenfalls 

im Zeitpunkt der Ausreise des Beschwerdeführers aus Eritrea keine Fami-

liengemeinschaft zwischen ihm und Frau B._______ bestanden hat. Dem-

nach kann vorliegend nicht von einer Familiengemeinschaft ausgegangen 

werden, welche durch die Flucht des Beschwerdeführers getrennt wurde. 

Vielmehr entsteht aufgrund der Aktenlage der Eindruck, dass der Be-

schwerdeführer bemüht ist, die bereits vor der Flucht aus Eritrea abgebro-

chene Beziehung zu Frau B._______ wieder aufzunehmen. Dieses Inte-

resse fällt indessen nicht in den Schutzbereich von Art. 51 AsylG.  

5.4 Auf die Bemerkungen in der Beschwerde zur früheren Praxis bezüglich 

des Familiennachzugs von Saisonniers ist nicht näher einzugehen, zumal 

vorliegend nicht ein ausländerrechtlicher Familiennachzug zu beurteilen 

ist, sondern die Frage der Gewährung von Familienasyl gemäss Art. 51 

AsylG. Ob dem Beschwerdeführer die Familienzusammenführung mit sei-

ner Ehefrau allenfalls nach Massgabe der ausländerrechtlichen Bestim-

mungen – und im Lichte von Art. 8 EMRK – bewilligt werden kann, ist nicht 

im Asylverfahren zu prüfen, sondern von der zuständigen kantonalen Mig-

rationsbehörde. Es ist dem Beschwerdeführer unbenommen, bei den Mig-

rationsbehörden seines Wohnkantons ein entsprechendes Gesuch einzu-

reichen.  

5.5 Nach dem Gesagten sind die Voraussetzungen von Art. 51 Abs. 4 

AsylG nicht erfüllt. Das SEM hat demnach zu Recht die Einreise in die 

Schweiz nicht bewilligt und das Gesuch um Einbezug in die Flüchtlingsei-

genschaft und um Gewährung des Familienasyls abgelehnt.  

6.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

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Seite 11 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem jedoch das 

in der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Zwischenverfügung 

vom 23. Februar 2017 unter Vorbehalt der Nachreichung einer Fürsorge-

bestätigung gutgeheissen und die entsprechende Bestätigung mit Eingabe 

vom 15. Februar 2017 nachgereicht worden ist, sind vorliegend keine Ver-

fahrenskosten zu erheben.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

  

Hans Schürch Anna Dürmüller Leibundgut 

 

 

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