# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 60acba8c-81cf-5c46-a903-370f45a038c7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-22
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 22.09.2014 SB140175
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140175_2014-09-22.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB140175-O/U 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, lic. iur. Burger und 

lic. iur. Stiefel sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. Aardoom 

 

 

Urteil vom 22. September 2014 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____,  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich, vertreten durch Leitenden Staats-
anwalt lic. iur. Hubmann,  

Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin 

 

betreffend strafbare Vorbereitungshandlungen zu Raub   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 1. Abteilung, vom 
10. Dezember 2013 (DG130229) 

 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 3. Juli 2013 

(Urk. 46) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu 

Raub im Sinne von Art. 260bis Abs. 1 lit. d StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 2 ¾ Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und 

mit heute 381 Tage durch Haft bzw. vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind. 

Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte sich seit dem 15. April 2013 im 

vorzeitigen Strafvollzug befindet. 

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

4. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'500.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr.         Kosten der Kantonspolizei 

Fr. 2'000.–   Gebühr Strafuntersuchung 

Fr. 49'878.80   Auslagen Untersuchung 

Fr. 15'190.90   amtliche Verteidigung RA X._____ 

Fr. 3'031.55   amtliche Verteidigung RA Y._____ 

Fr. 22'000.–   amtliche Verteidigung RA Z._____ 
 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

5. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-

nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten 

auferlegt. 

6. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

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StPO. Über die Höhe der Kosten der amtlichen Verteidigung wird mit sepa-

ratem Beschluss entschieden." 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 126 S. 1) 

1. Es sei Ziff. 1 des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich vom 10.12.2013 

(DG130229) aufzuheben und der Beschuldigte freizusprechen.  

2. Es sei Ziff. 2 des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich vom 10.12.2013 

(DG110299) aufzuheben und der Beschuldigte von Strafe freizuspre-

chen.  

3. Es sei Ziff. 3 des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich vom 10.12.2013 

(DG130229) aufzuheben und es sei dem Beschuldigten für den Fall ei-

nes Schuldspruches der bedingte Strafvollzug zu gewähren.  

4. Es sei Ziff. 5 des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich vom 10.12.2013 

(DG130229) aufzuheben und die Kosten auf die Staatskasse zu neh-

men.  

5. Dem Beschuldigten sei für die zu Unrecht angeordnete Haft eine an-

gemessene Entschädigung und Genugtuung zuzusprechen. Die Unter-

suchungskosten und die Gerichtskosten seien auf die Staatskasse zu 

nehmen.  

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich:  

(Urk. 125 S. 1) 

1. In Aufhebung von Dispositivziffern 2. des Urteils des Bezirksgerichts 

Zürich, 1. Abteilung, vom 10. Dezember 2013 sei der Beschuldigte mit 

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3 Jahren Freiheitsstrafe zu bestrafen, dies unter Anrechnung der durch 

Untersuchungshaft und vorzeitigen Strafantritt bereits verbüssten Tage. 

2. Im Übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 1. Abteilung, vom 

10. Dezember 2013 zu bestätigen.  

 3. Unter entsprechender Kostenfolge. 

 

________________________________ 

 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

 1. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene, am 11. Dezember 

2013 mündlich eröffnete Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 1. Abteilung, vom 

10. Dezember 2013 liess der Beschuldigte mit Eingabe vom 13. Dezember 2013 

rechtzeitig Berufung anmelden (Prot. I S. 22 ff.; Urk. 93; Art. 399 Abs. 1 StPO). 

Das begründete Urteil wurde dem Verteidiger am 9. April 2014 zugestellt 

(Urk. 104/2). Mit Eingabe vom 15. April 2014 reichte dieser rechtzeitig die Beru-

fungserklärung im Sinne von Art. 399 Abs. 3 StPO ein, mit welcher das Urteil der 

Vorinstanz mit Ausnahme der Kostenfestsetzung (Urteilsdispositivziffer 4) vollum-

fänglich angefochten und ein Freispruch beantragt wurde (Urk. 106 S. 2 f.; 

Urk. 126 S. 1). Mit Präsidialverfügung vom 22. April 2014 wurde der Staatsan-

waltschaft eine Kopie der Berufungserklärung zugestellt und eine Frist von 20 Ta-

gen zur Erhebung einer Anschlussberufung angesetzt (Urk. 109). Mit Eingabe 

vom 30. April 2014 erhob die Staatsanwaltschaft rechtzeitig Anschlussberufung 

und beschränkte diese auf die Strafzumessung und den Strafvollzug. Bezüglich 

des Verfahrensantrages und der Beweisanträge des Berufungsklägers beantragte 

die Staatsanwaltschaft sinngemäss deren Abweisung (Urk. 110/2; Urk. 111; 

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Urk. 123; Urk. 125 S. 1). Mit Schreiben vom 16. Juni 2014 wurde das Gefängnis 

Affoltern am Albis auf Antrag der Verteidigung vom 13. Juni 2014 um Zustellung 

eines Führungsberichtes über den Beschuldigten ersucht (Urk. 115 f.). Dieser 

ging am 26. Juni 2014 ein (Urk. 121). 

 2. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechts-

kraft des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Nachdem 

die Dispositivziffer 4 (Kostenfestsetzung) unangefochten blieb, ist mittels Be-

schluss festzustellen, dass das vorinstanzliche Urteil in diesem Umfang in 

Rechtskraft erwachsen ist. 

 3. Mit Beschluss vom 1. Juli 2014 wurden die Einvernahmeprotokolle der 

Befragungen der an den eingeklagten Vorbereitungshandlungen Mitbeteiligten 

aus deren Verfahren beigezogen, welche bislang keinen Eingang in die Akten im 

Verfahren gegen den Beschuldigten gefunden hatten (Urk. 130). Diese gingen am 

28. Juli 2014 hierorts ein. Mit Präsidialverfügung vom 14. August 2014 wurden 

diese Befragungsprotokolle den Parteien zur Einsichtnahme zugestellt und eine 

Frist von 20 Tagen zur freigestellten Stellungnahme angesetzt (Urk. 135). Mit 

Eingabe vom 15. August 2014 teilte die Staatsanwaltschaft fristwahrend mit, dass 

die beigezogenen Protokolle aus ihrer Sicht keine den Beschuldigten entlasten-

den Angaben enthalten und am Beweisergebnis nichts ändern würden (Urk. 137). 

Die Stellungnahme der Verteidigung vom 20. August 2014 ging am 22. August 

2014 rechtzeitig ein (Urk. 138). 

 4. Hinsichtlich der Verteidigerwechsel sowie des von der Vorinstanz abge-

lehnten abgekürzten Verfahrens (Art. 362 StPO) und des vorinstanzlichen Verfah-

rensganges kann vollumfänglich auf die korrekten Erwägungen im angefochtenen 

Urteil verwiesen werden (Urk. 105 S. 3 f., S. 8, Ziff. 4; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

II. Verfahrens- und Beweisanträge 

 1. Mit der Berufungserklärung und anlässlich der Berufungsverhandlung be-

antragte die amtliche Verteidigung unter Hinweis auf die Art. 29 f. StPO die Verei-

nigung der Verfahren im Zusammenhang mit den von der Anklage behaupteten 

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Mittätern und den Beizug der "gesamten Akten" aus deren Verfahren sowie die 

Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils und die gemeinsame Verhandlung mit den 

übrigen Mittätern. Ausserdem seien B._____, C._____ und D._____ anlässlich 

der Berufungsverhandlung in Anwesenheit des Beschuldigten zu befragen, da 

diese Mitbeschuldigten den Beschuldigten A._____ vom Vorwurf, an der Vorberei-

tung einer Straftat beteiligt gewesen zu sein, entlasten würden (Urk. 106 S. 2 f.; 

Urk. 123 S. 1 ff.). Mit Eingabe vom 19. Juni 2014 und anlässlich der Berufungs-

verhandlung liess der Beschuldigte im Zusammenhang mit seiner geltend ge-

machten Arbeitssuche in der Schweiz überdies die erneute Befragung seiner da-

maligen Freundin, E._____, sowie eines F._____, als Zeugen, beantragen 

(Urk. 117; Urk. 123 S. 1, S. 6; Urk. 127). Die Staatsanwaltschaft beantrage Ab-

weisung der Beweisanträge (Urk. 124 S. 1 ff.). 

 2. Die Verteidigung machte überdies bereits vor Vorinstanz und erneut in der 

Berufungsverhandlung geltend, die polizeiliche Befragung von G._____ vom 28. 

November 2012 sei dem Beschuldigten, resp. dessen damaligen Verteidiger erst 

anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Befragung von G._____ in Gegenwart des 

Beschuldigten vom 21. Dezember 2012 ausgehändigt (vgl. Urk. 11/1 S. 2), indes-

sen, wie das Protokoll der früheren staatsanwaltschaftlichen Befragung von 

G._____ vom 10. Dezember 2012 (vgl. Urk. 7/5 S. 13), nie zu den Verfahrensak-

ten des Beschuldigten genommen worden. Dies habe das Fragerecht der Vertei-

digung beeinträchtigt und führe zur Unverwertbarkeit der staatsanwaltschaftlichen 

Befragung von G._____ vom 21. Dezember 2012 (Urk. 86 S. 4 Rz 13; Urk. 123 

S. 2 ff.). 

 2.1. Da dem Beschuldigten auch keine Teilnahme an den Befragungen von 

G._____ vom 28. November 2012 bei der Polizei und vom 10. Dezember 2012 

durch die Staatsanwaltschaft gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO in Verbindung mit 

Art. 312 Abs. 2 StPO ermöglicht worden sei, könnten dessen Aussagen lediglich 

zu Gunsten des Beschuldigten verwendet werden (Urk. 86 S. 4 Rz 14; Urk. 123 

S. 4). 

 2.2. Auch die Protokolle der Befragungen von C._____ (vgl. Urk. 7/5 S. 6 f.) 

fehlten gänzlich in den Verfahrensakten des Beschuldigten. Ebenso fehlten die 

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Protokolle der polizeilichen Befragungen von B._____ (vgl. Urk. 7/5 S. 7 f.), die 

Protokolle der (staatsanwaltschaftlichen) Befragungen von H._____ vom 27. Ok-

tober 2011 und vom 8. November 2011 (vgl. Urk. 7/5 S. 9 f.) sowie jene von 

D._____ vom 26. Oktober 2011 bei der Polizei und vom 27. Oktober 2011 bei der 

Staatsanwaltschaft (vgl. Urk. 7/5 S. 11 f.; Urk. 86 S. 4 Rz. 15; Urk. 123 S. 5). 

 2.3. Schliesslich seien dem Beschuldigten auch an den (delegierten polizei-

lichen) Befragungen der Mitbeschuldigten D._____ vom 1. Februar 2013 und 

H._____ vom 5. Februar 2013 (vgl. Urk. 11/6 f.) die ihm zustehenden Teilnahe-

rechte nicht eingeräumt worden, weshalb ihm im Vorverfahren wichtige Verteidi-

gerrechte vorenthalten worden seien, was zur Folge haben müsse, dass Aussa-

gen dieser Personen nur zu seinen Gunsten verwendet werden könnten (Urk. 86 

S. 5 Rz 16 f.). 

 3. Die Parteien haben Anspruch auf Abnahme der rechtzeitig und formrichtig 

angebotenen rechtserheblichen Beweise. Das rechtliche Gehör wird nicht verletzt, 

wenn das Gericht auf die Abnahme beantragter Beweismittel verzichtet, weil es 

sich aufgrund der bereits abgenommenen Beweise seine Überzeugung gebildet 

hat und ohne Willkür in antizipierter Beweiswürdigung annehmen kann, dass sei-

ne Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde 

(BGE 136 I 229 E. 5.3; BGE 134 I 140 E. 5.3). 

 3.1. Nach den aus Art. 29 BV fliessenden Verfahrensgarantien sind alle Be-

weise abzunehmen, die sich auf Tatsachen beziehen, die für die Entscheidung 

erheblich sind (BGE 127 I 54 E. 2.b). Dies hindert den Richter nicht, einen Be-

weisantrag abzulehnen, wenn er in willkürfreier Würdigung der bereits abgenom-

menen Beweise zur Überzeugung gelangt, der rechtlich erhebliche Sachverhalt 

sei genügend abgeklärt, und er überdies in willkürfreier antizipierter Würdigung 

der zusätzlich beantragten Beweise annehmen kann, seine Überzeugung werde 

auch durch diese nicht mehr geändert (BGE 137 II 266 E. 3.2). 

 3.2. Der Richter kann das Beweisverfahren mithin schliessen, wenn die Be-

weisanträge eine nicht erhebliche Tatsache betreffen oder offensichtlich untaug-

lich sind, oder wenn er aufgrund bereits abgenommener Beweise seine Überzeu-

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gung gebildet hat und ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung an-

nehmen kann, dass seine Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht 

geändert würde (Art. 139 Abs. 2 StPO; BGE 124 I 208, Erw. 4. a; Wohlers, Kom-

mentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, N 8 ff. zu Art. 139 StPO). Die 

gestellten Beweisanträge sind daher im Rahmen der nachfolgenden Beweiswür-

digung zu behandeln. 

 3.3. Art. 29 StPO enthält den Grundsatz der Verfahrenseinheit. Dieser be-

zweckt die Verhinderung sich widersprechender Urteile und dient der Pro-

zessökonomie (BGE 138 IV 29). Eine Verfahrenstrennung ist gemäss Art. 30 

StPO nur bei Vorliegen sachlicher Gründe zulässig und muss die Ausnahme blei-

ben. Die sachlichen Gründe müssen objektiv sein. Die Verfahrenstrennung soll 

dabei vor allem der Verfahrensbeschleunigung dienen bzw. eine unnötige Verzö-

gerung vermeiden helfen (Urteil des Bundesgerichts 1B_684/2011 vom 21. De-

zember 2011). In der Literatur werden als sachliche Gründe etwa die bevorste-

hende Verjährung einzelner Straftaten oder die Unerreichbarkeit einzelner be-

schuldigter Personen genannt. Alle Beispiele beziehen sich auf Charakteristika 

des Verfahrens, des Täters oder der Tat (Bartezko, in: Basler Kommentar, 

Schweizerische Strafprozessordnung, N 1 f. zu Art. 29 StPO und N 3 zu Art. 30 

StPO). 

 3.3.1. Nach Art. 29 Abs. 1 lit. b StPO sind Straftaten bei Vorliegen von Mittä-

terschaft oder Teilnahme gemeinsam zu verfolgen und zu beurteilen. Der Grund-

satz der Verfahrenseinheit ist somit auch bei mehreren Tatbeteiligten anzuwen-

den (Bartezko, a.a.O., N 6 zu Art. 29 StPO). Angesichts der klaren gesetzlichen 

Regelung in Art. 29 StPO besteht nur ein beschränktes Ermessen der kantonalen 

Strafverfolgungsbehörden (BGE 138 IV 214 E. 3.6). 

 3.3.2. Die Ausnahmeregelung gemäss Art. 30 StPO gibt den Strafuntersu-

chungsbehörden und den Gerichten jedoch die Möglichkeit, aus Gründen, die der 

Sache dienen, Strafverfahren gegen einen oder mehrere Beteiligte zu trennen, 

oder getrennt geführte Verfahren zu vereinigen. Die Verfahrensgarantien und die 

Verteidigungsrechte sind zu gewährleisten (Bartezko, a.a.O., N 1 ff. zu Art. 30 

StPO). 

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 3.4. Die getrennte Durchführung des Verfahrens gegen den Beschuldigten 

ist somit nicht zu beanstanden, solange die Verfahrensgarantien und die Verteidi-

gungsrechte gewährleistet sind. Wie die Vorinstanz überdies bereits zutreffend 

erwogen hat (Urk. 105 S. 7), hätte eine Vereinigung der Verfahren in diesem spä-

ten Stadium für sämtliche Beteiligten eine erhebliche Verzögerung zur Folge, 

womit dem Gebot der Verfahrensbeschleunigung und der Prozessökonomie nicht 

Rechnung getragen würde. Dem Antrag der Verteidigung auf Vereinigung der 

Verfahren ist daher nicht Folge zu leisten. 

 4. Die Verteidigung hält in ihrer kurzen Begründung zu den Verfahrens- und 

Beweisanträgen zurecht fest, dass sie zur genauen Beurteilung der Beweislage 

auf die Einsicht in alle relevanten Akten angewiesen ist (Urk. 106 S. 2; Urk. 123 

S. 2 f.). Der von ihr beantragte integrale Beizug aller Verfahrensakten erweist sich 

bereits aus diesem Grunde als unnötig und unverhältnismässig, weshalb von ei-

nem solchen abzusehen ist. 

 4.1. Die Protokolle der Hauptverhandlung und der Befragung von B._____ 

am Bezirksgericht Zürich vom 15. April 2014 wurden beigezogen (Urk. 119 f.). 

Ebenso wurde das im Vorverfahren durch den Staatsanwalt nicht zu den Untersu-

chungsakten des Beschuldigten genommene Protokoll der polizeilichen Befra-

gung von G._____ vom 28. November 2012 bei der Staatsanwaltschaft beigezo-

gen und den Parteien im Vorfeld der Berufungsverhandlung zusammen mit dem 

Protokoll von B._____ zur Einsichtnahme zugestellt (Urk. 122A; vgl. auch Proto-

kollnotiz in Urk. 11/1 S. 2). 

 4.2. Soweit der Beschuldigte selber geltend machte oder geltend machen 

liess, er sei mangels Kenntnis der deutschen Sprache in den Einvernahmen be-

nachteiligt gewesen, habe nicht alles richtig verstanden und sei teilweise ohne 

Dolmetscher befragt worden (z.B. Urk. 13/8; Urk. 13/9 S. 2; Urk. 122; Urk. 128; 

Prot. II S. 22), überdies sei ihm in den Befragungen teilweise keine Gelegenheit 

zu Ergänzungsfragen eingeräumt worden, und er sei teilweise ohne Rechtsvertre-

ter befragt worden (Urk. 44 S. 3, vgl. Protokollnotiz), ist vorab klarzustellen, dass 

der Beschuldigte ab der ersten einlässlichen polizeilichen Befragung vom 17. De-

zember 2012 (Urk. 10/3) stets durch einen Verteidiger begleitet und vertreten war 

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(vgl. Urk. 11/10 S. 1, S. 5 [Protokollnotiz] und S. 13; Urk. 13/1 ff.), in Einvernah-

men, in denen er anwesend war, stets Gelegenheit hatte, Ergänzungsfragen zu 

stellen oder stellen zu lassen und in sämtlichen Befragungen einen Dolmetscher 

zur Verfügung hatte; auch anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Befragung von 

G._____ in seiner Gegenwart vom 21. Dezember 2012 (vgl. Urk. 11/1 S. 1; 

Urk. 10/5 S. 1; Urk. 13/14 S. 2, Ziff. 2). Im Übrigen machte der Beschuldigte in 

keiner seiner Befragungen konkrete Verständigungs- oder Übersetzungsprobleme 

geltend. Im Gegenteil bestätigte er auf entsprechende Frage stets, den/die Dol-

metscher/in zu verstehen. 

 4.3. Soweit geltend gemacht wurde, B._____ sei aufgrund von entlastenden 

Aussagen vor Bezirksgericht anlässlich der Berufungsverhandlung noch einmal in 

Gegenwart des Beschuldigten zu befragen, damit sich das Gericht aufgrund eige-

ner Wahrnehmungen für die Beweiswürdigung ein Bild machen könne (Urk. 106 

S. 3 lit. c; Urk. 122/1+2; Urk. 123 S. 4 f.), ist zu berücksichtigen, dass auch 

B._____ bereits in Gegenwart des Beschuldigten befragt wurde und der Beschul-

digte Gelegenheit zu Ergänzungsfragen hatte (Urk. 11/10 S. 13). Ausserdem darf 

nicht unberücksichtigt bleiben, dass B._____ den Beschuldigten in der Zwischen-

zeit gemäss eigener Angabe ein paar Mal im Gefängnis besuchte, mehrmals mit 

diesem in telefonischem Kontakt stand (Urk. 120 S. 2) und sich mit Schreiben 

vom 23. Juni 2014 erneut für eine gerichtliche Befragung anerboten hat 

(Urk. 122/2). Neuerliche Aussagen wären daher ohnehin mit äusserster Vorsicht 

zu würdigen. Im Übrigen hat die Vorinstanz bereits zutreffend darauf hingewiesen, 

dass Entlastendes auch ohne Konfrontation berücksichtigt werden kann (Urk. 105 

S. 8). 

 4.4. Hingegen ist der Hinweis der Verteidigung zutreffend, dass C._____ nie 

in Gegenwart des Beschuldigten befragt wurde. Insofern bestehen indessen auch 

keine den Beschuldigten belastenden Aussagen von C._____. Soweit allerdings 

geltend gemacht wird, C._____ könne entlastend zugunsten des Beschuldigten 

bestätigen, dass dieser nicht zur Begehung von Straftaten nach Zürich gekom-

men sei und überhaupt keine Rolle im Zusammenhang mit dem in der Anklage 

erwähnten Raub eingenommen habe (Urk. 106 S. 3 lit. d), kann auf belastende 

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Aussagen anderer Beteiligter und das sich insbesondere auf die Erkenntnisse aus 

den Überwachungsmassnahmen stützende Beweisergebnis verwiesen werden 

(vgl. nachstehend, Erw. III.4.2.1. f., III.4.4.1. ff.), welches weder durch die geltend 

gemachten Aussagen von C._____ noch entlastende Aussagen von B._____ und 

insbesondere auch nicht solche von E._____ und von F._____ zur geltend ge-

machten Arbeitsuche des Beschuldigten umgestossen werden könnte (vgl. 

Urk. 127 und nachstehend, Erw. III.4.4.6., Erw. III.4.4.2.5., Erw. III.4.4.2.7. f. und 

Erw. III.4.4.5.2., 1. Satz). Daran vermögen auch die Aussagen der weiteren Betei-

ligten in den mit Beschluss vom 1. Juli 2014 beigezogenen Befragungsprotokollen 

nichts zu ändern (vgl. Urk. 133/1-16), zumal C._____ in seinen polizeilichen Be-

fragungen vom 12. und vom 17. April 2012 ohnehin keinerlei Aussagen machte 

(Urk. 133/2 und 3) und die von der Verteidigung des Beschuldigten A._____ in der 

Stellungnahme vom 20. August 2014 zitierten (entlastenden) Aussagen von 

C._____ beim Haftrichter vom 18. Juli 2012 (Urk. 138 S. 1 f.; Urk. 133/4) sich an-

gesichts der Erkenntnisse aus den technischen Überwachungsmassnahmen (vgl. 

nachstehend, Erw. III.4. ff.) als leicht durchschaubare Schutzbehauptungen oder 

schlicht wahrheitswidrig entpuppen. 

 4.5. E._____ hatte am 12. Februar 2013 bei der Polizei ohnehin ausdrück-

lich zu Protokoll gegeben, vielleicht habe der Beschuldigte in Zürich eine Arbeits-

stelle suchen wollen. Sie habe aber nicht gewusst, was er in Zürich gewollt habe. 

Sie habe ihn auch nicht gefragt. Sie hätten Streit gehabt, da er eine Stelle in der 

Schweiz nicht angenommen habe. Sie habe ihn nie gefragt, was er wo gewollt 

habe. Sie habe gar nicht wissen wollen, was er mache. Aber er hätte es ihr auch 

niemals gesagt. Er habe ihr aus Prinzip nichts erzählt (vgl. nachstehend, 

Erw. III.4.4.2.5.). An diesen Aussagen dürfte sich nach bald eineinhalb Jahren 

kaum etwas verändert haben. Eine Befragung von C._____ und von weiteren Mit-

beschuldigten oder Zeugen durch das Berufungsgericht kann daher unterbleiben, 

wie bereits die Vorderrichter mit zutreffender Begründung mit Bezug auf C._____ 

erkannt hatten (Urk. 105 S. 8; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 5. Art. 146 Abs. 1 StPO bestimmt, dass mehrere zu befragende Personen im 

Regelfall "getrennt einvernommen" werden. "Getrennt" voneinander bedeutet zu-

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nächst, dass Befragte (insbesondere Zeugen oder Mitbeschuldigte) im Rahmen 

der gleichen Einvernahmesitzung nicht gemeinsam (d.h. gleichzeitig oder wech-

selseitig) befragt werden, sondern nacheinander. Vorbehalten ist der Sonderfall 

der Konfrontationseinvernahme verschiedener Personen nach erfolgten ersten 

Befragungen (Art. 146 Abs. 2 StPO; vgl. Botschaft zur Vereinheitlichung des 

Strafprozessrechts vom 21. Dezember 2005, BBl 2006, S. 1085 ff., 1186). Sinn 

und Zweck von Art. 146 Abs. 1 StPO ist in diesem Sinne die ungestörte Wahr-

heitsfindung, insbesondere die Verhinderung von gegenseitigen Beeinflussungen 

bzw. Kollusion. Die Bestimmungen von Art. 142-146 StPO sind allgemeiner Natur 

und gelten für alle Einvernahmearten (Befragungen von Beschuldigten, Privatklä-

gern, Zeugen, Auskunftspersonen usw.). Sie enthalten keine Vorschriften zu den 

Teilnahmerechten der Parteien bei Beweiserhebungen (namentlich bei Einver-

nahmen). Insbesondere lässt sich dem Wortlaut von Art. 146 Abs. 1 StPO nicht 

entnehmen, dass die Parteien zu den getrennten Einzeleinvernahmen nicht zuzu-

lassen seien. Die Teilnahmerechte der Parteien werden in den Art. 147 f. StPO 

separat geregelt (Urteil des Bundesgerichts 1B_264/2012 vom 10. Oktober 2012 

E. 4.1 = BGE 139 IV 25 E. 4.1). 

 5.1. Art. 147 Abs. 1 Satz 1 StPO statuiert den Grundsatz der Parteiöffent-

lichkeit der Beweiserhebungen im Vorverfahren und im Hauptverfahren. Dieser 

bestimmt, dass die Parteien das Recht haben, bei Beweiserhebungen durch die 

Staatsanwaltschaft und die Gerichte anwesend zu sein und einvernommenen 

Personen Fragen zu stellen. Dieses spezifische Teilnahme- und Mitwirkungsrecht 

fliesst aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 107 Abs. 1 lit. b StPO). Es 

kann nur unter den gesetzlichen Voraussetzungen (vgl. Art. 108, Art. 146 Abs. 4 

und Art. 149 Abs. 2 lit. b StPO; s. auch Art. 101 Abs. 1 StPO) eingeschränkt wer-

den (vgl. Botschaft StPO, S. 1187; vgl. nachstehend, Erw. II.5.1.5. ff.). 

 5.1.1. Beweise, die unter Verletzung von Art. 147 Abs. 1 StPO erhoben wor-

den sind, dürfen nicht zulasten der Partei verwertet werden, die nicht anwesend 

war (Art. 147 Abs. 4 StPO). Zwischen Konfrontationseinvernahmen mehrerer Per-

sonen (Art. 146 Abs. 2 StPO) und der Teilnahme an parteiöffentlichen Einzelbe-

fragungen mit dem Recht, dem einzeln Befragten in der Folge Ergänzungsfragen 

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zu stellen (Art. 147 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. Art. 146 Abs. 1 StPO), ist im Übrigen zu 

differenzieren (BGE 139 IV 25 E. 4.2). 

 5.1.2. Die Anwesenheit der Verteidigung bei polizeilichen Einvernahmen 

richtet sich nach Art. 159 StPO (Art. 147 Abs. 1 Satz 2 StPO). Bei (delegierten) 

Einvernahmen, welche die Polizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft durchführt, 

können die Parteien (nicht nur die beschuldigte Person) seit dem Inkrafttreten der 

Schweizerischen Strafprozessordnung am 1. Januar 2011 die gleichen Rechte 

nach Art. 147 Abs. 1 Satz 1 StPO beanspruchen (Art. 312 Abs. 2 i.V.m. Art. 306 

Abs. 3 StPO; BGE 139 IV 25 E. 4.3, E. 5.4.3 mit weiteren Hinweisen). 

 5.1.3. Ein Teilnahmerecht hat grundsätzlich auch eine mitbeschuldigte Per-

son in Bezug auf Beweiserhebungen (namentlich Einvernahmen), welche die an-

deren mitbeschuldigten Personen betreffen. Das in Art. 146 Abs. 1 StPO veran-

kerte Prinzip der "getrennten" Einvernahme bildet ganz allgemein keine selbstän-

dige gesetzliche Ausnahme zu den spezifischen Parteirechten nach Art. 147 

Abs. 1 StPO (BGE 139 IV 25 E. 5. mit weiteren Hinweisen). Das Teilnahmerecht 

tritt nur unter dem Vorbehalt vor dem Grundsatz der getrennten Einvernahme zu-

rück, dass in einem späteren Zeitpunkt eine Konfrontationseinvernahme stattfin-

det. Auch aus Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK lässt sich nicht ableiten, dass die Konfron-

tation in einem bestimmten Verfahrensabschnitt zu erfolgen hat oder dem Be-

schuldigten mehrmals Gelegenheit geboten werden muss, dass z.B. Zeugen in 

seiner Gegenwart ein zweites Mal ergänzend befragt werden (Riklin, StPO Kom-

mentar, 2. Auflage 2014, N 4 zu Art. 147 StPO; Schleiminger, in: Basler Kommen-

tar Schweizerische Strafprozessordnung, 2010, N 4 f. zu Art. 147 StPO). 

 5.1.4. Auch was Ergänzungsfragen von Mitbeschuldigten an parteiöffentli-

chen Einvernahmen betrifft, schreibt Art. 147 Abs. 1 Satz 1 StPO nicht vor, in wel-

chem Zeitpunkt das zusätzliche Recht, Fragen an den Erstbefragten zu stellen, zu 

gewährleisten ist. Wann das Fragerecht ausgeübt werden darf, bestimmt die Ver-

fahrensleitung (Wolfgang Wohlers, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafpro-

zessordnung, 2010, N 6 zu Art. 147 StPO; BGE 139 IV 30 E. 5.4.1). 

- 14 - 

 5.1.5. Gemäss grundsätzlichen Erwägungen des Bundesgerichts kann die 

Staatsanwaltschaft – ähnlich wie bei der Akteneinsicht nach Art. 101 Abs. 1 StPO 

– im Einzelfall prüfen, ob sachliche Gründe für eine vorläufige Beschränkung der 

Parteiöffentlichkeit bestehen. Solche Gründe liegen insbesondere vor, wenn im 

Hinblick auf noch nicht erfolgte Vorhalte eine konkrete Kollusionsgefahr gegeben 

ist. Falls die Befragung des Mitbeschuldigten sich auf untersuchte Sachverhalte 

bezieht, welche den (noch nicht einvernommenen) Beschuldigten persönlich be-

treffen und zu denen ihm noch kein Vorhalt gemacht werden konnte, darf der Be-

schuldigte von der Teilnahme ausgeschlossen werden. Die blosse Möglichkeit ei-

ner abstrakten "Gefährdung des Verfahrensinteresses" durch rechtmässiges pro-

zesstaktisches Verhalten rechtfertigt hingegen noch keinen Ausschluss von den 

Einvernahmen. Keine Beschränkungen im Sinne von Art. 101 Abs. 1 Satz 1 StPO 

rechtfertigen sich jedenfalls für Beschuldigte, welche bereits einschlägig einver-

nommen wurden (BGE 139 IV 25 E. 5.5.4.1 f. mit weiteren Hinweisen). 

 5.1.5.1. Weiter ist zu prüfen, ob sich nach erfolgter Einvernahme des Be-

schuldigten gestützt auf Art. 108 StPO eine Ausnahme von der in Art. 147 Abs. 1 

StPO grundsätzlich gewährleisteten Parteiöffentlichkeit von Beweiserhebungen 

ableiten lässt. Bei der Beurteilung des Ausschlussgrundes von Art. 108 Abs. 1 

lit. a StPO (begründeter Verdacht des Rechtsmissbrauchs im Hinblick auf die be-

treffende Beweiserhebung) ist jedoch allfälligen konkreten Anhaltspunkten für 

rechtsmissbräuchliches Verhalten Rechnung zu tragen. Dies umso mehr, als ne-

ben den Parteirechten auch dem strafprozessualen Ziel der Wahrheitsfindung 

(Art. 139 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 6 Abs. 1 StPO) Nachachtung zu verschaffen ist. 

Die Möglichkeit, dass bereits befragte Beschuldigte später ihr prozesstaktisches 

Verhalten den Aussagen von Mitbeschuldigten anpassen könnten, wurde vom 

Gesetzgeber grundsätzlich in Kauf genommen, indem er den Parteien ein Teil-

nahmerecht bei sämtlichen Beweiserhebungen einräumte (Art. 147 Abs. 1 StPO). 

Insoweit hat der Gesetzgeber die Weichen zugunsten einer grosszügigen Hand-

habung der Parteiöffentlichkeit gestellt. 

 5.1.5.2. Die blosse Möglichkeit einer abstrakten "Gefährdung des Verfah-

rensinteresses" rechtfertigt nach erfolgten ersten Einvernahmen noch keinen 

- 15 - 

Ausschluss. Die blosse Möglichkeit, dass der Inhaftierte sein späteres Aussage-

verhalten jenem von Mitbeschuldigten anpassen könnte, genügt weder als Haft-

grund, noch für einen pauschalen Ausschluss der Parteiöffentlichkeit von Einver-

nahmen. Die Parteiöffentlichkeit darf auch unter dem Aspekt des Gleichbehand-

lungsgebotes (Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO) nicht zu einer im Ergebnis unfairen Be-

nachteiligung zwischen Mitbeschuldigten führen (BGE 139 IV 25 E. 5.5.6 ff. mit 

weiteren Hinweisen). 

 5.2. Der Hinweis der Verteidigung, wonach die polizeilichen Befragungen 

von Mittäter B._____ (vgl. Urk. 7/5 S. 7 f.) von der Staatsanwaltschaft in den Ver-

fahrensakten des Beschuldigten nicht dokumentiert wurden (Urk. 86 S. 4), ist zu-

treffend. Diese wurden nicht in die Verfahrensakten des Beschuldigten aufge-

nommen. Gleich verhält es sich mit den Protokollen der staatsanwaltschaftlichen 

Befragungen von H._____ vom 27. Oktober 2011 und vom 8. November 2011 

(vgl. Urk. 7/5 S. 9 f.) sowie mit jenen von D._____ vom 26. Oktober 2011 bei der 

Polizei und vom 27. Oktober 2011 bei der Staatsanwaltschaft (vgl. Urk. 7/5 

S. 11 f.), wobei die Einvernahmen von B._____ durch die Polizei und die Staats-

anwaltschaft kaum Sachdienliches gebracht haben, nachdem er mit Ausnahme 

seiner ersten Befragung durch die Staatsanwaltschaft vom 8. November 2011 in 

den darauffolgenden 6 Befragungen keine Aussagen machte (Urk. 7/5 S. 7 f.). 

Dieser Mangel wurde nunmehr durch den Beizug der im Vorverfahren vorenthal-

tenen Befragungsprotokolle durch die Berufungsinstanz und das im Anschluss da-

ran gewährte rechtliche Gehör geheilt (vgl. vorstehend, Erw. I.4.; Urk. 133/10-14; 

Urk. 133/15 und 16). 

 5.2.1. Abgesehen davon wurde B._____ am 13. März 2013 in Gegenwart 

des Beschuldigten A._____ staatsanwaltschaftlich als Beschuldigter befragt. In 

dieser Befragung war der Beschuldigte A._____ durch seinen damaligen amtli-

chen Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. Z._____, und den in jenem Zeitpunkt zu-

sätzlichen erbetenen Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Y._____, begleitet. Zudem 

wurde die Gelegenheit eingeräumt, Ergänzungsfragen zu nun erfolgten Belastun-

gen an B._____ zu stellen (Urk. 11/10 S. 1 ff., insbes. S. 9). Insoweit wurden dem 

- 16 - 

Beschuldigten die Teilnahmerechte gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO im Zusammen-

hang mit B._____ gewährt. 

 5.2.2. Auch H._____ und D._____ wurden am 21. März 2013 in Gegenwart 

des Beschuldigten unter Wahrung der Teilnahme- und Verteidigungsrechte 

staatsanwaltschaftlich befragt (Urk. 11/12; Urk. 11/13), wobei sie ihre im vorlie-

genden Verfahren dokumentierten polizeilichen Aussagen von anfangs Februar 

2013, welche noch in Abwesenheit des Beschuldigten und seiner Verteidigung er-

folgt waren, im Wesentlichen bestätigten (Urk. 11/7; Urk. 11/6). Dies trifft im Übri-

gen auch auf die Aussagen von I._____ betreffend die beiden Motorräder im Ja-

nuar und März 2013 zu (Urk. 11/4; Urk. 11/11). Die mit Beschluss vom 1. Juli 

2014 beigezogenen Befragungsprotokolle von H._____ enthalten ebenfalls weder 

weitere, den Beschuldigten zusätzlich belastende noch entlastende Aussagen 

(Urk. 133/15 und 16). 

 5.3. Da die früheren, im vorliegenden Verfahren zunächst nicht dokumentier-

ten polizeilichen und/oder staatsanwaltschaftlichen Befragungen von B._____, 

H._____ und D._____ lange vor der Verhaftung des Beschuldigten vom 

24. November 2012 erfolgten, als der genaue Aufenthaltsort des Beschuldigten 

ungeklärt war, ist deren Durchführung ohne Teilnahme des Beschuldigten (und 

eines Verteidigers) nicht zu beanstanden. Nachdem dem Beschuldigten die ihn 

betreffenden Vorhalte anlässlich von mehreren Befragungen bereits weitestge-

hend zur Kenntnis gebracht worden waren (vgl. Urk. 7/5 S. 8 f.; Urk. 10/3), als 

B._____, H._____ und D._____ Ende 2012/anfangs 2013 erneut (delegiert) poli-

zeilich befragt wurden, bestand an sich kein Grund mehr (vgl. vorstehend, 

Erw. II.5.1.5. ff.), den Beschuldigten von diesen Einvernahmen auszuschliessen. 

Da ihm die Teilnahmerechte gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO in den staatsanwalt-

schaftlichen Befragungen von B._____ vom 13. März 2013, von H._____ und von 

D._____ je vom 21. März 2013 in der Folge dann aber gewährt wurden 

(Urk. 11/10 S. 1, 5, 13; Urk. 11/12 S. 6 ff.; Urk. 11/13 S. 6; Urk. 10/11 S. 2), wurde 

dem Anspruch des Beschuldigten auf rechtliches Gehör und seinem Recht, Fra-

gen zu stellen, Rechnung getragen (Art. 147 Abs. 3 2. Satz StPO, vgl. auch vor-

stehend, Erw. II.5.1.3. f.), weshalb die Rechtsfolge, dass deren Aussagen nicht zu 

- 17 - 

seinem Nachteil verwertet werden dürften (Art. 147 Abs. 4 StPO), entgegen der 

Auffassung der Verteidigung, nicht eintritt. Eine nochmalige Befragung der Betref-

fenden durch die Berufungsinstanz erübrigt sich auch unter diesem Aspekt. 

 5.4. G._____ wurde am 28. November 2012 erstmals polizeilich befragt, 

mithin vier Tage nach der Verhaftung des Beschuldigten. Zu diesem Zeitpunkt 

waren dem Beschuldigten die detaillierten Vorhalte anlässlich von seinen Haftein-

vernahmen vom 24. November 2012 noch nicht zur Kenntnis gebracht worden 

(Urk. 10/1; Urk. 10/2). Bereits in der staatsanwaltschaftlichen Befragung von 

G._____ vom 21. Dezember 2012 wurden dem Beschuldigten, welcher dieser Be-

fragung zusammen mit seinem damaligen Verteidiger beiwohnte, die polizeilichen 

Aussagen von G._____ zur Kenntnis gebracht und die Teilnahmerechte gemäss 

Art. 147 Abs. 1 StPO gewährt (Urk. 11/1 S. 1 f. S. 10 f.; Urk. 10/5 S. 2 f.), wie 

auch die Vorinstanz mit zutreffender Begründung bereits erkannte (Urk. 105 S. 6; 

Art. 82 Abs. 4 StPO). Auch bezüglich der Aussagen von G._____ tritt die Rechts-

folge von Art. 147 Abs. 4 StPO daher entgegen der Auffassung der Verteidigung 

(Urk. 86 S. 4 Rz 13; Urk. 123 S. 4 Rz 24) nicht ein. Die Aussagen von G._____ 

sind somit ebenfalls zulasten des Beschuldigten verwertbar. Auch eine Wiederho-

lung dieser Befragung durch das Berufungsgericht erübrigt sich demnach. In der 

mit Beschluss vom 1. Juli 2014 ebenfalls beigezogenen staatsanwaltschaftlichen 

Befragung von G._____ als Auskunftsperson vom 10. Dezember 2012 wurden 

diesem in Gegenwart von B._____ im Wesentlichen die identischen Fragen ge-

stellt wie am 21. Dezember 2012 in Gegenwart des Beschuldigten (vgl. 

Urk. 133/9; Urk. 11/1). Trotz der von der Verteidigung des Beschuldigten zurecht 

herausgestrichenen Widersprüche in den Aussagen von G._____ (Urk. 138 

S. 2 f.) ändert sich nichts am Beweisergebnis, da die Aussagen von G._____ kein 

ausschlaggebendes Beweismittel darstellen. 

 5.5. Die Verteidigung machte vor Vorinstanz geltend, die Aussage des Be-

schuldigten "vom 15. April" sei nicht verwertbar (Prot. I S. 19). Die staatsanwalt-

schaftliche Befragung des Beschuldigten vom 15. April 2013 (Urk. 10/12) erfolgte 

im Hinblick auf das von der Vorinstanz nicht genehmigte abgekürzte Verfahren, in 

welchem die Staatsanwaltschaft eine anklagegemässe Verurteilung des Beschul-

- 18 - 

digten und eine Bestrafung mit 2 Jahren Freiheitsstrafe beantragt hatte, wobei für 

18 Monate Freiheitsstrafe der teilbedingte Vollzug bei einer Probezeit von 4 Jah-

ren hätte gewährt werden sollen (Urk. 33; Urk. 44 S. 2). Die Aussagen des Be-

schuldigten vom 15. April 2013 erfolgten in zeitlicher Nähe zum angestrebten ab-

gekürzten Verfahren, weshalb deren Verwertbarkeit fraglich ist (Art. 362 Abs. 4 

StPO; vgl. auch Urk. 105 S. 34 f.). Da diese Aussagen für die Beweisführung aus-

ser Acht gelassen werden können, kann die Frage nach ihrer Verwertbarkeit offen 

bleiben. 

 6. Die Anklage stützt sich massgebend auf die Ergebnisse der technischen 

Überwachungsmassnahmen und auf Beobachtungen und Wahrnehmungen der 

Polizei (Urk. 1/1 ff.; Urk. 3/11; Urk. 4/1; Urk. 7/1 ff., insbes. Urk. 7/5). Das Bun-

desgesetz betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BüPF; 

SR 780.1) wurde per 1. Januar 2011 und per 16. Juli 2012 revidiert. Die vorlie-

gend angeordnete Überwachung resp. Entscheidung über das Verfahren bei ei-

nem Zufallsfund (Art. 9 Abs. 2 aBüPF) bezieht sich auf die Version vom 1. April 

2007, welche im Zeitpunkt der Genehmigung durch die Anklagekammer des 

Obergerichts des Kantons Zürich im Jahre 2010 in Kraft war. 

 6.1. Diese technischen Überwachungsmassnahmen wurden in Überein-

stimmung mit den §§ 104 ff. aStPO ZH sowie des Bundesgesetzes und der Ver-

ordnung betreffend Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (aBüPF, 

aVüPF) und ab 1. Januar 2011 mit den Art. 269 ff. StPO angeordnet und vom 

Obergericht des Kantons Zürich genehmigt (Urk. 3/3/4; Urk. 3/4/6; Urk. 3/5/6; 

Urk. 3/6/6; Urk. 3/6/9). 

 6.2. Die Gesprächsprotokolle wurden dem Beschuldigten anlässlich seiner 

polizeilichen Befragungen im Beisein seines amtlichen Verteidigers vorgelegt und 

die Gespräche abgespielt, so dass er die inhaltliche Richtigkeit persönlich über-

prüfen und dazu Stellung nehmen konnte (Urk. 10/3; Urk. 10/6; Urk. 10/9 f.). 

 6.3. Die Rechte des Beschuldigten, insbesondere das rechtliche Gehör, 

wurden somit gewahrt, sodass sämtliche Gesprächsprotokolle, auf welche sich 

die vorliegende Begründung stützt, als Beweismittel verwertbar sind, wie bereits 

- 19 - 

die Vorinstanz zutreffend erkannte (Urk. 105 S. 6, Ziff. 2.4.). Die Aufzeichnungen 

sind beweismässig Beweisgegenstände im Sinne von Art. 192 StPO, deren Ab-

schriften kommen einem schriftlichen Bericht im Sinne von Art. 145 oder 195 

Abs. 1 StPO gleich. Die Abschriften genügen als Beweismittel, wobei eine Ein-

sichtnahme in die unmittelbaren Beweismittel, d.h. die Tonträger, gewährleistet 

sein muss (Schmid, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, a.a.O., 

N 1153, mit weiteren Verweisen). 

III. Sachverhalt 

 1. Dem Beschuldigten wird zusammengefasst zur Last gelegt, im Mai 2010 

in Zürich in Mittäterschaft zusammen mit B._____ und einem weiteren Mittäter ei-

nen Raubüberfall auf einen Geldkurier der J._____ AG an der …strasse in Zürich 

vorbereitet zu haben. Sie hätten geplant, den Geldkurier mit Faustfeuerwaffen 

oder einem Pfefferspray zu bedrohen, die mitgeführte Geldtasche wegzunehmen 

und ca. Fr 100'000.– bis Fr. 150'000.– zu erbeuten. Zur Vorbereitung hätten sie 

zwei Schusswaffen und einen Pfefferspray bereitgehalten und Sturmhauben mit 

ausgeschnittenen Augenpartien gekauft. Zu mehreren Zeitpunkten hätten der Be-

schuldigte und die mutmasslichen Mittäter die Umgebung des geplanten Tatortes 

auskundschaftet und mögliche An- und Abfahrts- bzw. Fluchtwege diskutiert. Der 

Beschuldigte habe sich aktiv an der Besprechung von Planungsdetails beteiligt. 

Einer der Mittäter habe im Wissen und mit Zustimmung des Beschuldigten zwei 

Motorräder als Fluchtfahrzeuge organisiert. Dadurch hätten sie in Mittäterschaft 

sämtliche Vorbereitungen getroffen, um den geplanten Raubüberfall durchzufüh-

ren, wozu es letztlich jedoch nicht gekommen sei (Urk. 46). 

 2. Der Beschuldigte hat nach anfänglichem Zögern bereits in seiner ersten 

polizeilichen Befragung eingeräumt, sich zur fraglichen Zeit in Zürich aufgehalten 

zu haben, machte jedoch geltend, er sei "vielleicht wegen einer Frau, vielleicht 

auch wegen Arbeit", welche ihm B._____ habe vermitteln wollen, in die Schweiz 

gekommen. Er habe hier "einen Job suchen" wollen und daher Kontakt mit "…" 

(B._____) aufgenommen. Es treffe zu, dass er beim Gespräch im Auto dabei ge-

wesen sei. Er habe nie bestritten, dass dort über einen Raub gesprochen worden 

- 20 - 

sei. Durch die Verteidigung liess der Beschuldigte sodann geltend machen, die 

Reise nach Zürich sei in der Hoffnung erfolgt, eine Arbeit als Fenstermonteur oder 

Bodenleger zu finden (Urk. 10/1 S. 2 ff., S. 4 f., Vorhalt 17, 24; Urk. 10/2 S. 3; 

Urk. 86 S. 3 Rz 8; Urk. 92 S. 10 f., 13, 15 f., 18; Prot. II S. 13 ff.). 

 3. Eine Einreise zum Zwecke der eigenen Beteiligung an der Planung eines 

Raubüberfalles auf einen Geldkurier in Zürich stellte er jedoch von Beginn weg in 

Abrede und bestritt konsequent, etwas mit Waffen, Motorrädern und Roger-Staub-

Mützen zu tun gehabt, oder über eine Aufteilung von Beute gesprochen zu haben. 

Etwas im Widerspruch dazu machte der Beschuldigte überdies geltend, als er (am 

5. o. 6. Mai 2010) aus dem Auto ausgestiegen sei, sei ihm bewusst geworden, 

dass er hier nie eine Straftat begehen könnte. Vielleicht hätten B._____ und 

G._____ einen Raub planen wollen. Den Anklagesachverhalt anerkenne er nicht 

(Urk. 10/1 S. 1 ff.; Urk. 10/2 S. 2, S. 7; Urk. 10/11 S. 2; Urk. 44 S. 6; Urk. 92 

S. 15 f., 18 f., 21 f.). 

 4. Nachdem der Beschuldigte den Anklagesachverhalt in wesentlichen Tei-

len bestreitet, sind die ihm zur Last gelegten Vorwürfe aufgrund der Untersu-

chungsakten und der vor Gericht vorgebrachten Argumente nach den allgemein 

gültigen Beweisregeln zu würdigen. 

 4.1. Die vorhandenen Beweismittel sowie die allgemeinen Grundsätze der 

Beweiswürdigung wurden im angefochtenen Urteil korrekt aufgeführt. Es kann da-

rauf verwiesen werden (Urk. 105 S. 10 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 4.2. Zu den überwachten und aufgezeichneten Gesprächen ist inhaltlich 

vorweg generell festzuhalten, dass diese in ihrem Wortlaut nicht ohne Weiteres in 

allen Teilen einen klaren Sinn erkennen lassen. In den unklaren und ungenauen 

Angaben zeigt sich, dass der Beschuldigte und seine Gesprächspartner in den 

aufgezeichneten Gesprächen sich einer teilweise verklausulierten Sprache be-

dienten. 

 4.2.1. So sprach C._____ beispielsweise davon, ein "kleines Eisen" zu fin-

den, worauf der Beschuldigte wissen wollte: "Ist es der Normale? Oder die Klei-

- 21 - 

ne?" und C._____ antwortete: "Die 22, es ist die 22." Daraufhin wollte der Be-

schuldigte weiter wissen: "Ist es aber die normale? Sieben?" Später im Gespräch 

ergänzte er: "Ich will ihn nicht umbringen oder so. Aber wenn etwas passiert…" 

Eine halbe Stunde später sagte er zu C._____ und B._____: "Wichtig ist, dass ich 

das Motorrad, das Eisen vorfinde." (Urk. 1/1 Anh., Audiogespräch Index 487, 2/4, 

vom 05.05.2010, 14:15:34; Urk. 1/3, 0008, Index 497, 1/4, Gespräch vom 

05.05.2010, 15:00:52). 

 4.2.2. Aufgrund der verwertbaren Aussagen von G._____ und H._____ im 

Vorverfahren im Zusammenhang mit einer Pistole als mögliche Tatwaffe 

(Urk. 11/1 S. 5 ff.; Urk. 11/12 S. 3) bestehen keine Zweifel daran, dass damit ein 

Schiesseisen, eine Faustfeuerwaffe, Kaliber 22, gemeint war (vgl. auch Urk. 1/2 

S. 11 ff.). Auch der teilweise konspirativ anmutende Charakter der Gespräche 

weist auf eine bevorstehende Raubstraftat, resp. deren Vorbereitung hin. 

 4.3. Was die Zusammenfassung der einzelnen Befragungen des Beschul-

digten und der weiteren Beteiligten bei der Polizei, im Vorverfahren und vor Vor-

instanz sowie die Auszüge aus den Gesprächsaufzeichnungen und dem Ermitt-

lungsjournal anbelangt, kann vollumfänglich auf die korrekte Wiedergabe der 

Aussagen und deren zutreffende Würdigung im vorinstanzlichen Urteil verwiesen 

werden (Urk. 105 S. 12 ff., insbes. S. 30 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 4.4. Den nachfolgenden Erwägungen kommt daher lediglich bestätigende 

und ergänzende Bedeutung zu. 

 4.4.1. Der Beschuldigte liess durch die Verteidigung ausführen und betonte 

auch selber wiederholt, er habe am 5. Mai 2010, als er das fragliche Fahrzeug 

verlassen habe, von einem möglichen Vorhaben, den Raubüberfall auf den Geld-

kurier der J._____ vorzubereiten oder gar durchzuführen, abgesehen, bzw. einen 

solchen gar nie beabsichtigt. So könne er auch zu den in den Anklageziffern 7 

bis 10 umschriebenen Vorwürfen, die Beschaffung einer Pistole, eines Pfeffer-

sprays und den Kauf von Masken durch B._____ am 16. oder 17. Mai 2010, 

nichts sagen, da er damit nichts zu tun gehabt habe, daran nicht teilgenommen 

- 22 - 

habe und darüber nichts wisse (Urk. 126 S. 4, Rz 21 ff.; vgl. auch Prot. II 

S. 15 ff.). 

 4.4.1.1. Bei diesen bereits mehrmals stereotyp zu Protokoll gegebenen Be-

streitungen gibt sich der Beschuldigte etwas gar naiv, unwissend und unbeteiligt 

und blendet die ihm im Vorverfahren vorgehaltenen Erkenntnisse aus polizeili-

chen Ermittlungen und den Gesprächsüberwachungen völlig aus. 

 4.4.1.2. Weiter ist herauszustreichen, dass dem Beschuldigten von der An-

klagebehörde nicht vorgeworfen wird, er persönlich habe alle einzelnen in der An-

klage aufgeführten Tathandlungen selber und eigenhändig ausgeführt, sondern 

die Vorbereitungshandlungen für den geplanten Raub in Mittäterschaft mitgetra-

gen. Entgegen der Auffassung der Verteidigung ging die Vorinstanz auch nicht 

ohne weitere Begründung davon aus, dass es keine Zweifel daran gebe, dass der 

Beschuldigte am 18. Mai 2010 sämtliche Vorbereitungen für den Raub getroffen 

habe (Urk. 126 S: 7, Rz 40). Die Vorinstanz würdigte vielmehr korrekt, dass der 

Beschuldigte und B._____ sowie der weitere Mittäter am 18. Mai 2010, nach dem 

Kauf der Sturmhauben sämtliche Vorbereitungen getroffen hatten, um den ge-

planten Raubüberfall durchzuführen (Urk. 105 S. 35; vgl. auch nachstehend, 

Erw. IV.3). 

 4.4.1.3. Der Beschuldigte will von einem Kauf von Roger-Staub-Mützen 

nichts gewusst haben, erklärte dann aber eingehend, dass eine Verwendung von 

Mützen für den geplanten Raub gar keinen Sinn gemacht hätte, da auf den Motor-

rädern Helme zum Einsatz gekommen wären (Urk. 126 S. 5 Rz 23 f.), während er 

andererseits aber ausdrücklich eingeräumt hatte, sich dort auf der Strasse vor 

dem Geschäft aufgehalten zu haben, als B._____, G._____ und H._____ in den 

Laden hineingegangen seien (Urk. 10/6 S. 13, Vorhalt 58; Urk. 10/9 S. 2; Urk. 92 

S. 12, 19; Prot. II S. 17 ff.). 

 4.4.1.3.1. Dabei vermag der Beschuldigte nicht plausibel zu erklären, wes-

halb er am 17. Mai 2010, ca. 15:09 Uhr, ausgerechnet zusammen mit den Mitbe-

teiligten B._____, G._____ und H._____ am …quai war, als die fraglichen Mützen 

in … Shop gekauft wurden. Ob er sich selber im Shop oder gerade davor aufhielt, 

- 23 - 

vermag nichts daran zu ändern, dass er geltend macht, der einzige Grund für je-

nen Aufenthalt in Zürich sei ausschliesslich die Arbeitssuche gewesen und sich 

obendrein auch noch beschwerte, bei diesem Aufenthalt nur Zeit verloren zu ha-

ben. Unter diesen Begleitumständen glauben machen wollen, er habe sich bei je-

nem Aufenthalt nur zum Zwecke der Arbeitssuche in Zürich befunden und wisse 

nichts von solchen Mützen (Urk. 126 S. 8, Rz 48), erweist sich als erfolglose, völ-

lig unglaubhafte Ausrede und Schutzbehauptung. 

 4.4.1.3.2. Bei seinen eingehenden Erläuterungen, wonach es beim geplan-

ten Raub gar keiner Mützen bedurft und eine Verwendung derselben gar keinen 

Sinn gemacht hätte (Prot. II S. 22 f.), liess der Beschuldigte unerwähnt, dass die 

Motorräder als alternative Fluchthilfe gedacht waren (Urk. 10/6 S. 3, Vorhalt 10; 

Urk. 1/3, 0004, Index 491, 1/5 f., Gespräch vom 05.05.2010, 14:30:50, 14:33:27; 

so auch die Verteidigung: Urk. 126 S. 7, Rz 36). Den Raub von Anfang an mit ei-

nem Helm begehen zu wollen, wäre dabei selbstredend viel zu stark aufgefallen. 

Mützen, welche ohne grosses Aufsehen eiligst an- und wieder ausgezogen wer-

den können, sind viel praktischer, als auffällige, die Sicht und Agilität des Trägers 

beeinträchtigende Motorradhelme, wie der Beschuldigte fraglos selber weiss. 

Damit erweist sich auch sein Bestreben, den offenkundigen Zusammenhang des 

Erwerbes der Mützen mit dem geplanten Raub argumentativ zu zerstreuen, als 

durchsichtiges, wenig überzeugendes Ablenkungsmanöver von seiner tatsächli-

chen Rolle und seinen Kenntnissen als Mittäter im Zusammenhang mit dem 

schliesslich nicht ausgeführten Raub auf den Geldkurier der J._____. 

 4.4.1.4. Wenn der Beschuldigte ausserdem seine Verteidigung geltend ma-

chen lässt, von der Waffenbeschaffung durch B._____ nichts gewusst zu haben 

und damit nicht einverstanden gewesen zu sein (Urk. 126 S. 5 Rz 25 ff.), wird 

wiederum völlig ausgeblendet, dass er anlässlich der Erkundungsfahrt im Auto am 

5. Mai 2010 selber Fragen zu einer benötigten Schusswaffe an seine Kollegen 

richtete und ergänzte, er wolle damit niemanden umbringen, aber benötige diese, 

falls etwas passiere (vgl. vorstehend, Erw. III.4.2.1.). Bei jener Gelegenheit legte 

er obendrein auch noch Wert darauf, dass er das Motorrad und das Eisen vorfin-

de (Urk. 1/3, 0008, Index 497, 1/4, Gespräch vom 05.05.2010, 15:00:52, 

- 24 - 

15:03:30). Insofern ist die Aussage des Beschuldigten, wie er beispielsweise vor 

den Vorderrichtern beteuerte, dass sie mit ihm nie über Waffen gesprochen hät-

ten (Urk. 92 S. 18), eindeutig wahrheitswidrig. Auch wenn die beiden Motorräder, 

wie der Beschuldigte geltend machen lässt (Urk. 126 S. 7, Rz 36), anfangs Mai 

2010 offenbar wieder zurückgebracht wurden, bedeutet dies nicht, dass sie bei 

nächster, sich für den Raub bietenden günstigen Konstellation nicht wieder ge-

nauso umgehend erneut hätten beschafft werden können. 

 4.4.1.5. Der Beschuldigte hat bereits bei der Polizei und dann wiederholt gel-

tend gemacht, bei der Autofahrt durch Zürich sei nur über vergangene Sachen 

und Blödsinn gesprochen worden (Urk. 10/3 S. 3 ff.). Doch auch diese Beteue-

rungen werden durch seine eigenen Äusserungen in den überwachten Gesprä-

chen mit aller Deutlichkeit widerlegt. Die Besprechung im Auto über die Situation 

rund um das Ausleeren der Geldtasche vor Ort, um den Chip zur möglichen Or-

tung derselben im Schutze einer Garage zu entfernen, statt auf offener Strasse, 

lässt keine vernünftigen Zweifel daran offen, dass nicht von irgendeiner vergan-

genen Tat die Rede war, sondern vom geplanten Raub auf den Geldkurier der 

J._____. Nicht anders verhält es sich mit den Diskussionen über die Verwendung 

des Motorrades oder die Aufteilung der Beute. Aus diesen Gesprächen ergibt sich 

deutlich, dass der Beschuldigte nicht bloss dabei war und passiv zuhörte 

(Urk. 1/3, 0008, Index 497, 1/4, Gespräch vom 05.05.2010, 15:00:52, 15:03:30; 

0004, Index 491, 1/5 f., Gespräch vom 05.05.2010, 14:30:50, 14:33:27; 14:35:47; 

0008, Index 497, 4/4, Gespräch vom 05.05.2010; 15:09:49; Urk. 10/6 S. 9, Vor-

halt 36 ff.). 

 4.4.2. Das Hauptargument des Beschuldigten dafür, dass er sich bereits 

nach dem Verlassen des Fahrzeuges am 5. Mai 2010 gegen die geplante Raub-

straftat entschieden habe und er sich daher Mitte Mai 2010 und anfangs Juni 

2010 lediglich der Arbeitssuche wegen noch zwei weitere Male nach Zürich und 

Umgebung begeben habe (z.B. Urk. 10/9 S. 3, Vorhalt 13; Urk. 92 S. 21), über-

zeugt ebenfalls nicht. 

 4.4.2.1. Wie bereits dargelegt, war der Beschuldigte, welcher wegen der Ar-

beitssuche angeblich keine Zeit verlieren wollte, anlässlich seines zweiten Auf-

- 25 - 

enthaltes in Zürich, Mitte Mai 2010, beim Kauf der Roger-Staub-Mützen durch die 

weiteren Beteiligten angeblich völlig grund- und ahnungslos ebenfalls dabei (vor-

stehend, Erw. III.4.4.1.3.1.). 

 4.4.2.2. Zwar ist in den aufgezeichneten Gesprächen des Beschuldigten 

mitunter die Rede von "Arbeit". Obwohl er ausdrücklich zum Zwecke der Arbeits-

suche zu B._____ nach Zürich gekommen sein will, findet sich in den aufgezeich-

neten Gesprächen indessen nicht der geringste Hinweis auf eine konkrete legale 

Arbeitsstelle oder auf einen einzigen nachvollziehbaren Kontakt zu einem mögli-

chen künftigen legalen Arbeitgeber. 

 4.4.2.3. Der Beschuldigte machte zwar geltend, legale Arbeit auf dem Bau, 

vorzugsweise im Bereich der Fenstermontage, gesucht zu haben. D._____ habe 

ihm gesagt, dabei behilflich zu sein (z.B. Urk. 10/10 S. 3, Vorhalt 13, Urk. 92 

S. 10 f.; Prot. II S. 13; Urk. 126 S. 2, Rz 4). 

 4.4.2.3.1. Als D._____ anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme vom 1. 

Februar 2013 gefragt wurde, ob der Beschuldigte etwas mit der Montage von 

Fenstern zu tun habe, habe D._____ nur gelacht und erklärt, davon keine Ahnung 

zu haben und dies noch nie gehört zu haben. Er sei vom Beschuldigten einfach 

einmal gefragt worden, wie es in der Schweiz mit legaler Arbeit sei, worauf er ge-

antwortet habe, dass es vielleicht auf dem Bau eine Möglichkeit gebe. Aber ob 

der Beschuldigte wirklich die Absicht gehabt habe, in die Schweiz zu ziehen und 

hier legal zu arbeiten, wisse er nicht (Urk. 11/6 S. 3, Vorhalt 24 ff., S. 6, Vor-

halt 54 ff., S. 9, Vorhalt 75). 

 4.4.2.3.2. Anlässlich seiner staatsanwaltschaftlichen Befragung als Aus-

kunftsperson in Gegenwart des Beschuldigten und von dessen damaligen Vertei-

diger vom 21. März 2013 bestätigte D._____ auf Frage, sich an seine bisherigen 

Aussagen zu erinnern und damals vollständig und wahrheitsgemäss ausgesagt 

zu haben (Urk. 11/13 S. 1 f.). Auf weitere, konkrete Fragen antwortete D._____ 

indessen nur ausweichend. Nur auf die Ergänzungsfrage des Beschuldigten, ob 

er wisse, dass er (der Beschuldigte) Fensterrahmen gebaut habe, antwortete er 

wieder ausführlich, dass sie über einen Job auf der Baustelle und auch über 

- 26 - 

Baumaterial geredet hätten. Er habe dem Beschuldigten einen Job als Bodenle-

ger gefunden. Es sei aber nie dazu gekommen, dass dieser hier habe arbeiten 

können (Urk. 11/13 S. 2 ff., insbes. S. 6; Urk. 126 S. 2, Rz 5). 

 4.4.2.4. Ausserdem geht aus dem Zusammenhang der aufgezeichneten Ge-

spräche offenkundig hervor, dass der Beschuldigte den Ausdruck "Arbeit" auch 

als Umschreibung von illegalen Tätigkeiten und keineswegs bloss von legaler Er-

werbstätigkeit verwendete (Urk. 1/3, 0006, Index 493, 1/5, Gespräch vom 

05.05.2010, 14:40:51; Urk. 10/6 S. 5, Vorhalt 18 f.; Urk. 1/3, 0008, Index 497, 2/4, 

Gespräch vom 05.05.2010, 15:03:30). 

 4.4.2.5. E._____, die damalige Freundin des Beschuldigten im Tessin, wur-

de am 12. Februar 2013 am Sitz der Bundeskriminalpolizei in Lugano als Aus-

kunftsperson polizeilich durch die Stadtpolizei Zürich befragt. Im Zusammenhang 

mit der Arbeitssuche erklärte sie (Urk. 11/8 S. 3 ff.), sich zu erinnern, dass der 

Beschuldigte einmal zur fraglichen Zeit in Zürich gewesen sei. Von mehreren Ma-

len und weshalb, wisse sie nichts. Vielleicht habe er dort eine Arbeitsstelle suchen 

wollen. Sie habe nicht gewusst, was er in Zürich gewollt habe. Sie habe ihn auch 

nicht gefragt. Sie hätten Streit gehabt, da er eine Stelle in der Schweiz nicht an-

genommen habe. Sie habe ihn nie gefragt, was er wo gewollt habe. Sie habe gar 

nicht wissen wollen, was er mache. Aber er hätte es ihr auch niemals gesagt. Er 

habe ihr aus Prinzip nichts erzählt. Deshalb habe sie das auch nicht genau wis-

sen bzw. danach fragen wollen. 

 4.4.2.6. Aus den Aussagen der Mitbeteiligten und von E._____ lässt sich 

durchaus erkennen, dass der Beschuldigte im Mai/Juni 2010 Überlegungen im 

Hinblick auf einen legalen Arbeitserwerb angestrengt haben mag (vgl. auch 

Urk. 118). Dies vermag angesichts des übrigen Beweisergebnisses allerdings 

nichts daran zu ändern, dass der Hauptgrund für seine drei Aufenthalte in Zürich 

die Planung und Durchführung des Raubüberfalles auf einen Geldkurier der 

J._____ war. 

 4.4.2.7. Eine von der Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung 

eingereichte Bestätigung vom 15. Juni 2014 hält fest, dass der Beschuldigte sich 

- 27 - 

im Mai 2010 bei der Firma K._____ GmbH beworben habe (Urk. 127). Das 

Schreiben trägt den Absender K._____ GmbH, … [Adresse], unterzeichnet mit 

"F._____, Geschäftsleitung". Diese Bestätigung stellt einen weiteren dubiosen 

Versuch des Beschuldigten dar, den wahren Grund für seine damaligen Aufent-

halte zu verschleiern. Aus dem Handelsregisterauszug erhellt, dass diese Firma 

Mitte Juni 2012 gelöscht wurde und nie unter der Adresse …, eingetragen war. 

Seit 24. Oktober 2011 war deren Gesellschafter und Geschäftsführer mit Einzel-

unterschrift sein Kollege B._____ (dazu vorstehend, Erw. II.4.3.). 

 4.4.2.8. Wie unbehelflich die Schutzbehauptung des Beschuldigten mit der 

Arbeitssuche schliesslich ist (Urk. 126 S. 9, Rz 51), zeigt sich im Umstand, dass 

er bei seinem dritten Aufenthalt in Zürich und Umgebung am 7. Juni 2010 zurück 

nach Italien abgereist war, obwohl D._____ eine Arbeitsstelle als Bodenleger für 

ihn gefunden hatte (Urk. 11/13 S. 6; vorstehend, Erw. III.4.4.2.3.2.), worauf über-

dies auch die Aussage von E._____ bei der Polizei hindeutet, wonach sie mit dem 

Beschuldigten Streit gehabt habe, da dieser eine Stelle in der Schweiz nicht an-

genommen habe (vorstehend, Erw. III.4.4.2.5.). 

 4.4.3. Dass der Beschuldigte sich entgegen seinen anderslautenden Beteu-

erungen (vgl. Urk. 126 S. 8, Rz 43 f., S. 9, Rz 50 f., S. 11, Rz 67) erst anlässlich 

seines dritten Aufenthalts in Zürich, anfangs Juni 2010, gegen die Ausführung des 

geplanten Raubes entschieden hatte, zeigt sich insbesondere auch im aufge-

zeichneten Telefongespräch mit D._____ vom 2. Juni 2010, 20:26 Uhr. Darin be-

klagte sich der Beschuldigte zunächst darüber, dass er B._____ nicht erreichen 

könne und die anderen nur seine Zeit vergeuden würden. Er werde kommen, 

wenn sie bereit seien. D._____ erklärte ihm daraufhin, dass es wegen dieser Ar-

beit immer noch gleich sei, wegen dem, was sie zusammen angeschaut hätten, 

diese sei immer noch aktuell. Dass es sich dabei immer noch um den geplanten 

Raub auf den Geldkurier drehte, ergibt sich aus der darauffolgenden Frage von 

D._____, ob der Beschuldigte vielleicht am Wochenende (von Lugano nach Zü-

rich) hinauf kommen möchte, oder besser sei Freitag oder höchstens Montag, 

denn er wisse ja, dass dies die Tage seien, an denen sie dort ins Büro könnten 

(Urk. 1/3, 0156; Urk. 10/10 S. 1, Vorhalt 5 ff.). Nachdem der Beschuldigte sich an-

- 28 - 

lässlich der Erkundungsfahrt vom 5. Mai 2010 zusammen mit B._____ und 

C._____ bereits darüber unterhalten hatte, dass der Geldkurier am Montag und 

Freitag am meisten Geld mitführe, um die dortigen Bancomaten nachzufüllen, be-

stehen daran keine vernünftigen Zweifel (Urk. 1/3, 0007, Index 495, 1/5, Ge-

spräch vom 05.05.2010, 14:50:51). 

 4.4.3.1. Aus dem aufgezeichneten Telefongespräch vom 7. Juni 2010, 22:01 

Uhr, als sich der Beschuldigte bereits auf der Rückreise nach Italien befand, geht 

weiter hervor, dass er inzwischen erfahren hatte, dass letzte Woche 5 seiner 

Freunde verhaftet worden waren (Urk. 1/3, 0202). Der Verteidigung ist zuzustim-

men, dass der Beschuldigte anfangs Juni 2010 wohl kaum noch einmal nach Zü-

rich gekommen wäre, wenn ihm die Verhaftungen bereits vorher bekannt gewe-

sen wären (Urk. 126 S. 10), zumal er nach der Verhaftung von H._____ befürch-

ten musste, möglicherweise auch selber in den Focus der Polizei gelangt zu sein. 

 4.4.3.2. Diesbezüglich machte der Beschuldigte zwar wenig überzeugend 

geltend, er habe über Personen in Italien gesprochen. Von fünf Personen im Kä-

fig, die wegen ihrer Ehefrau nicht hätten ausgehen dürfen. Er habe gar nieman-

den von diesen Verhafteten gekannt. Einzig vor Vorinstanz räumte er dann aber 

immerhin ein, von den Verhafteten H._____ gekannt zu haben (Urk. 10/10 S. 4 ff.; 

Urk. 92 S. 17; Urk. 126 S. 10, insbes. Rz 60; Prot. II S. 16). Angesichts des Um-

standes, dass Ende Mai 2010 tatsächlich fünf Festnahmen im Umfeld von 

C._____ erfolgt waren (Urk. 10/10 S. 5, Vorhalt 31), erweisen sich die Erklärungs-

versuche über den Inhalt seines Telefongespräches als weit hergeholt und un-

glaubhaft. Das von ihm anlässlich dieses Telefongespräches Gesprochene verrät 

vielmehr den eigentlichen Grund und hinterlässt keine vernünftigen Zweifel daran, 

weshalb der Beschuldigte – verunsichert durch diese Verhaftungen – am Abend 

des 7. Juni 2010 Zürich in Richtung Italien schliesslich endgültig verliess, nach-

dem er nach der Verhaftung von H._____ allen Grund hatte, sich vor einer mögli-

chen eigenen Verhaftung zu fürchten. 

 4.4.4. In seiner staatsanwaltschaftlichen Befragung vom 13. März 2013 als 

Beschuldigter hatte B._____ in Gegenwart des Beschuldigten A._____, mit den 

vorstehend dargelegten Erkenntnissen übereinstimmend und sich damit selber 

- 29 - 

belastend, weshalb glaubhaft, unter anderem zu Protokoll gegeben, er habe auf 

ein "Okay" zur Durchführung des Raubes warten müssen. Dieses sei nicht ge-

kommen. Theoretisch hätte er den Raub mit den getroffenen Vorbereitungen 

schon durchführen können (Urk. 11/10 S. 14). Insofern ist es offensichtlich unzu-

treffend, wenn der Beschuldigte am 31. Mai 2013 beim Haftrichter beispielsweise 

glauben machen wollte, dass man nichts weiteres gemacht habe, als über den 

Raubüberfall zu sprechen (Urk. 28 S. 4). Man hatte diesen offenbar vielmehr bis 

zur Ausführungsreife vorbereitet, was im Übrigen auch durch die vorstehend dar-

gelegten Beweismittel und deren Würdigung bestätigt wird. Die Tatörtlichkeit war 

selbst durch den an sich ortsunkundigen Beschuldigten mit Hilfe seiner ortskundi-

gen Bekannten auskundschaftet worden. Schusswaffen, Pfefferspray, Tarnmittel 

und Fluchtfahrzeuge waren in Reichweite bereit, so dass sie bei Bedarf innert 

weniger Stunden mit überschaubarem Aufwand am vorgesehenen Tatort und 

dessen Umgebung einsatzbereit gewesen wären. Offenbar warteten die Beteilig-

ten bloss noch auf ein "Okay", auf das Erteilen von grünem Licht, wofür auch die 

aufgezeichneten Gespräche einen weiteren deutlichen Hinweis liefern (z.B. 

Urk. 1/3, 0007, Index 495, 4/5, Gespräch vom 05.05.2010, 14:58:58). Einzig der 

Startschuss zur Tatausführung war bis zu den erwähnten Verhaftungen im Umfeld 

der weiteren Beteiligten nie erfolgt. 

 4.4.5. Das vorstehend Dargelegte wird schliesslich auch noch durch die 

Aussagen von G._____ bestätigt und untermauert (vgl. vorstehend, Erw. II.5.4.). 

Entgegen der Auffassung der Verteidigung machte G._____ auch nicht bloss 

Aussagen vom Hörensagen, sondern erklärte unter anderem glaubhaft, wie er 

den Beschuldigten anlässlich einer seiner Einreisen persönlich vom Bahnhof und 

am Folgetag bei der … Dietikon abgeholt hatte (Urk. 122 A S. 3), weshalb er 

durchaus auch Erkenntnisse aus eigener Wahrnehmung wiedergeben konnte. 

Jene Aussagen von G._____, welche vom Hörensagen stammen dürften, wonach 

der Beschuldigte "einer der besten Räuber" sei, und er sei extra dafür in die 

Schweiz gekommen (Urk. 122 A S. 3, Vorhalt 13 ff.), werden indessen durch das 

einschlägig belastete Vorleben des Beschuldigten und die bereits dargelegten Er-

kenntnisse aus den Gesprächsüberwachungen untermauert, weshalb sie glaub-

- 30 - 

haft sind und trotz anderer Widersprüche in seinen Aussagen auf diese Erkennt-

nisse abzustellen ist. 

 4.4.5.1. Anlässlich seiner staatsanwaltschaftlichen Befragung vom 21. De-

zember 2012 als Auskunftsperson bestätigte G._____ ausdrücklich, am 28. No-

vember 2011 bei der Polizei vollständig und wahrheitsgemäss ausgesagt zu ha-

ben. Im weiteren Verlauf der Befragung bestätigte er Erkenntnisse über den Be-

schuldigten, welche er offenbar von B._____ erfahren hatte (Urk. 11/1 S. 2 ff.). 

 4.4.5.2. Zwar handelt es sich dabei um Angaben vom Hörensagen. Dass 

G._____ diese aber direkt von B._____, der anfänglichen Bezugsperson des Be-

schuldigten im Raum Zürich, welcher sich auch in jüngster Zeit, u.a. durch Ge-

fängnisbesuche und telefonische Kontakte wieder als treuer Freund des Beschul-

digten hervortat (vgl. vorstehend, Erw. II.4.3.; Erw. III.4.4.2.7.), vernommen hat, ist 

immerhin ein weiteres, starkes Indiz dafür, dass sie zutreffen. Nachdem diese 

Aussagen, wie bereits dargelegt, durch die abgehörten Gespräche bestätigt wer-

den, bestehen keine vernünftigen Zweifel an deren Wahrheitsgehalt, weshalb auf 

sie abzustellen ist. 

 4.4.6. Die den Beschuldigten entlastende Aussage von B._____ anlässlich 

von dessen staatsanwaltschaftlicher Befragung als Beschuldiger vom 13. März 

2010, wonach er den Beschuldigten A._____ nie hierher gerufen habe, um an ei-

nem Raub teilzunehmen (Urk. 11/10 S. 9), kann angesichts des übrigen Beweis-

ergebnisses nicht der Wahrheit entsprechen, sondern vielmehr einem leicht 

durchschaubaren und untauglichen Versuch, seinen Kollegen wahrheitswidrig zu 

entlasten. 

 4.5. Der Anklagesachverhalt erweist sich demzufolge als erstellt. 

IV. Rechtliche Würdigung 

 1. Gemäss Art. 260bis Abs. 1 lit. d StGB ("Strafbare Vorbereitungshandlun-

gen") wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer 

planmässig konkrete technische oder organisatorische Vorkehrungen trifft, deren 

- 31 - 

Art und Umfang zeigen, dass er sich anschickt, einen Raub im Sinne von Art. 140 

StGB auszuführen. Es handelt sich dabei um ein abstraktes Gefährdungsdelikt 

(Engler, in: Basler Kommentar Strafrecht II, 3. Auflage 2013, N 3 zu Art. 260bis 

StGB). 

 2. Vorab kann vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorin-

stanz zur Mittäterschaft und zur korrekten Subsumtion unter den Tatbestand der 

strafbaren Vorbereitungshandlungen, zum Vorliegen der Planmässigkeit des Vor-

gehens sowie zum Tatbestand des Raubes verwiesen werden (Urk. 105 S. 36 ff.; 

Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 3. Zu ergänzen bleibt, dass die Voraussetzungen der Mittäterschaft auch er-

füllt, wer weder bei der Entschlussfassung noch der Planung massgeblich beteiligt 

war, da die mittäterschaftliche Tatbeteiligung massgebend an der Rolle gemessen 

wird, die der Einzelne willentlich übernimmt. Subjektive Vorbehalte sind daher ir-

relevant. Die Willensübereinstimmung kann irgendwie, auch ohne besondere 

Verabredung hergestellt werden. Sie kann auch durch die tatsächliche Mitwirkung 

bei der Ausführung begründet werden, wobei konkludentes Handeln genügt 

(BGE 130 IV 58 E. 9.2.1; BGE 126 IV 84 E. 2c/aa; BGE 125 IV 134 E. 3a). Auch 

an spontanen, nicht geplanten Aktionen oder unkoordinierten Straftaten ist Mittä-

terschaft möglich. Das Inkaufnehmen durch Billigen oder Einverständnis im Sinne 

des Eventualvorsatzes erfasst auch den unerwünschten, aber um des Hand-

lungsziels willen hingenommenen Erfolg (Urteil 6B_473/2012 vom 21. Februar 

2013 E. 1.5 mit Hinweisen). Das Konzept der Mittäterschaft bewirkt eine materiell-

rechtlich begründete Beweiserleichterung bei der Zurechnung von Teilaspekten 

einer Tat an die Mittäter. Führen verschiedene Personen gemeinsam strafbare 

Handlungen insbesondere in örtlich, zeitlich oder funktionell unterschiedlichen Zu-

sammenhängen arbeitsteilig aus, schneidet das Institut der Mittäterschaft einem 

Mittäter den Einwand ab, es habe jeweils ein Anderer die fragliche Teilhandlung 

ausgeführt, er könne dafür nicht zur Rechenschaft gezogen werden, denn er habe 

das weder getan noch davon auch nur Kenntnis gehabt. Das Zusammenwirken im 

konkludenten Handeln begründet Mittäterschaft. In diesen Fällen ist das Vorliegen 

der eine Mittäterschaft begründenden Tatsachen im Beweisverfahren nachzuwei-

- 32 - 

sen. Hingegen muss nicht jedem Beteiligten jede Teilhandlung eines komplexen 

Tatgeschehens im Detail nachgewiesen und akribisch zugeordnet werden. Wer 

die Kriterien der Mittäterschaft erfüllt, muss sich die Taten seiner Mittäter grund-

sätzlich zurechnen lassen (Urteil 6B_557/2012 vom 7. Mai 2013 E. 2.7; Urteil 

6B_939/2013 vom 17. Juni 2014, E. 2). 

 3.1. Gemäss erstelltem Sachverhalt reiste der Beschuldigte insgesamt drei 

Mal nach Zürich, um an der Vorbereitung des geplanten Raubüberfalles auf den 

Geldkurier der J._____ mitzuwirken. Er beteiligte sich zusammen mit den Mitbe-

teiligten B._____, C._____ und D._____ bereits anlässlich der Erkundungsfahrten 

anfangs Mai aktiv an der Planung und gedanklichen Vorbereitung des Raubes 

(vgl. vorstehend, Erw. III.4.2.1. f.; Erw. III.4.4.1.2. ff.). Auch über das Treffen jener 

konkreten Vorkehrungen, an denen der Beschuldigte nicht persönlich mitwirkte, 

wie beispielsweise das Bereithalten der Motorräder oder das Beschaffen von 

Schusswaffen und eines Pfeffersprays, war er im Bilde und beteiligte sich aktiv an 

der Erörterung und Meinungsbildung darüber, welche Tatmittel zur erfolgreichen 

Verübung des Raubüberfalles notwendig und dienlich sein würden (vorstehend, 

Erw. III.4.4.1.4. f.). Damit wurde die Vorbereitung mittäterschaftlich durch konkrete 

technische und organisatorische Vorkehrungen systematisch und über einen ge-

wissen Zeitraum hinweg betrieben (vgl. Engler, a.a.O., N 7 ff. zu Art. 260bis StGB). 

 3.2. Von einer Verübung der Raubstraftat sah der Beschuldigte entgegen 

seiner anderslautenden Darstellung erst anlässlich seines dritten Aufenthaltes in 

Zürich am 7. Juni 2010 ab, als er von den Verhaftungen erfahren hatte (vorste-

hend, Erw. III.4.4.3. ff.). Der Umstand, dass der Beschuldigte nach seinem ersten 

Aufenthalt in Zürich anfangs Mai 2010 keinen Kontakt zu C._____ mehr hatte und 

auch die Kontakte zu B._____ über einen längeren Zeitraum im Mai 2010 zwi-

schenzeitlich zum Erliegen gekommen waren, deutet vielmehr darauf hin, dass 

sowohl bei C._____ als auch bei B._____ das Interesse an einer baldigen Bege-

hung des Raubes geschwunden war, während der Beschuldigte sich D._____ 

zuwandte und anfangs Juni 2010 immer noch im Bestreben angereist war, die 

vorbereitete Tat auszuführen (vgl. vorstehend, Erw. III.4.4.3.). 

- 33 - 

 3.3. Was den objektiven Tatbestand anbelangt, hat der Beschuldigte demzu-

folge sämtliche konkreten organisatorischen und technischen Vorkehrungen bis 

zum Abschluss der Vorbereitungshandlungen mitgetragen oder daran aktiv mit-

gewirkt und auch danach, d.h. nach dem 18. Mai 2010 bis zum 7. Juni 2010 an 

seinem Entschluss festgehalten, diesen Raub auch tatsächlich verüben zu wollen, 

bis er angesichts des bei C._____ und B._____ geschwundenen Interesse an ei-

ner Tatbegehung sowie die zu ihm gelangte Botschaft über die erfolgten Verhaf-

tungen schliesslich ebenfalls von einer Tatbegehung absah. 

 3.4. In subjektiver Hinsicht wird vorsätzliches Treffen der Vorbereitungs-

handlungen vorausgesetzt. Der Täter muss die Vorkehrungen wissentlich und wil-

lentlich treffen. Durch das objektive Tatbestandsmerkmal der Planmässigkeit ist 

Eventualvorsatz ausgeschlossen. Ausserdem ist erforderlich, dass der Täter die 

Vorbereitungshandlungen in der Absicht begeht, irgendeinen der in Art. 260bis 

StGB aufgezählten Straftatbestände zu verwirklichen. Dabei muss die Vorstellung 

des Täters hinsichtlich der Präzisierung der Tat nicht über die Verwirklichung des 

objektiven Tatbestandes hinausgehen (Engler, a.a.O., N 12 zu Art. 260bis StGB). 

Ausgehend vom erstellten Sachverhalt und aus den Gesprächsaufzeichnungen 

ergibt sich unschwer, dass der Beschuldigte sich mit Wissen und Willen an der 

Vorbereitung des geplanten Raubüberfalles auf den Geldkurier der J._____ betei-

ligte und diesen auch auszuführen beabsichtigte. 

 4. Die Verteidigung macht unter Hinweis auf BGE 132 IV 127 geltend, der 

Beschuldigte habe den Raub aus eigenem Antrieb nicht ausgeführt, weshalb sein 

Verhalten als freiwilligen Rücktritt von den strafbaren Vorbereitungshandlungen 

gemäss Art. 260bis Abs. 2 StGB zu werten und das Strafverfahren einzustellen sei 

(Urk. 126 S. 11 f.). 

 4.1. Art. 260bis Abs. 2 StGB sieht vor, dass der Täter, welcher die Vorberei-

tungshandlungen aus eigenem Antrieb nicht zu Ende führt, straflos bleibt. 

 4.2. Handeln aus eigenem Antrieb setzt voraus, dass der Täter sich frei ent-

schliesst, sein Vorhaben aufzugeben, also aus innerer Motivation, unabhängig 

- 34 - 

von äusseren Gegebenheiten, seinen Plan nicht weiter verfolgt (Engler, a.a.O., 

N 14 zu Art. 260bis StGB). 

 4.2.1. Gemäss der Rechtsprechung bezieht sich der Rücktritt aus eigenem 

Antrieb auf die strafbaren Vorbereitungshandlungen und nicht auf die Ausführung 

der geplanten Haupttat. Für die Bejahung des Rücktritts des Täters genügt somit, 

dass dieser aus eigenem Antrieb auf die Ausführung eines wesentlichen Teils der 

Vorbereitungshandlungen verzichtet hat. Es reicht hingegen nicht, wenn der Täter 

sich – nachdem er die vorgesehenen Vorbereitungshandlung allesamt ausgeführt 

hat – darauf beschränkt, nur die eigentliche Haupttat nicht zu begehen. Wie beim 

vollendeten Versuch muss er Handlungen tätiger Reue vornehmen. Er muss zei-

gen, dass er nicht bereit ist, die Haupttat zu begehen. Dies muss er manifestieren, 

sei es, indem er verschiedene Vorbereitungen wieder rückgängig macht (z.B. in-

dem er die bereits beschafften Waffen wegwirft), sei es, dass er in anderer Weise 

die Absicht bekundet, die Ausführung der Haupttat zu verunmöglichen oder zu-

mindest wesentlich zu erschweren (BGE 132 IV 127 = Pra 96 [2007 Nr. 61], mit 

weiteren Hinweisen). 

 4.2.2. Im von der Verteidigung angerufenen Fall hatte der Täter aus eige-

nem Antrieb auf Vorbereitungshandlungen verzichtet und nicht erst auf den ge-

planten Überfall, weshalb er von den Vorbereitungshandlungen zurückgetreten 

war (BGE 132 IV 127 = Pra 96 [2007 Nr. 61], E. 2.4). 

 4.2.3. Der Beschuldigte ist indessen nicht spontan, d.h. aus freien Stücken 

von den strafbaren Vorbereitungshandlungen zurückgetreten. Er hatte zusammen 

mit den Mitbeteiligten bis am 18. Mai 2010 vielmehr bereits alle für die Durchfüh-

rung des Raubüberfalles notwendigen Tatvorbereitungen und Vorkehrungen ge-

troffen, wie die Vorinstanz bereits zutreffend erwogen hat (Urk. 105 S. 39, 

Ziff. 4.2). Er wartete sozusagen nur noch auf den Startschuss (vgl. vorstehend, 

Erw. III.4.4.3.2. f.). Die Vorbereitungen waren somit abgeschlossen, der geplante 

Raub war ausführungsreif und bereit, bei nächster, sich bietenden Gelegenheit 

(an einem Montag oder Freitag, vgl. vorstehend, Erw. III.4.4.3.) verübt zu werden, 

weshalb es am 7. Juni 2010 gar nicht mehr möglich war, vom längst vollständig 

erfüllten Tatbestand der strafbaren Vorbereitungshandlungen zurückzutreten. 

- 35 - 

 4.2.4. Hinzu kommt somit, dass äussere Umstände dazu geführt hatten, 

dass der Beschuldigte nach dem durch ihn und die weiteren Mittäter vollendeten 

Tatbestand der strafbaren Vorbereitungshandlungen sich nicht mehr im Stande 

sah, die eigentliche Raubstraftat auszuführen, da das Interesse von C._____ und 

B._____ an einer Beteiligung an der Verübung der eigentlichen Raubstraftat ge-

schwunden war und fünf Personen aus ihrem Umfeld, darunter H._____, verhaftet 

worden waren (vorstehend, Erw. III.4.4.3.2.). Es fehlt beim Beschuldigten mithin 

am Erfordernis, die Haupttat, d.h. den Raubüberfall (bloss) aus innerer Motivation, 

unabhängig von äusseren Gegebenheiten, nicht weiterverfolgt zu haben, wie be-

reits die Vorderrichter zutreffend erwogen haben (Urk. 105 S. 39 f.). 

 4.3. Die Staatsanwaltschaft machte zurecht geltend (Prot. II S. 21), dass ei-

ne Anwendung von Art. 260bis Abs. 2 StGB, wie sie die Verteidigung vorsieht, da-

zu führen würde, dass der Anwendungsbereich des Tatbestandes der strafbaren 

Vorbereitungshandlungen völlig ausgehöhlt würde und immer dann toter Buch-

stabe bliebe, wenn die strafbaren Vorbereitungshandlungen für eine ausführungs-

reife Tat getroffen wurden, welche in der Folge doch nicht verübt wurde. Dies 

kann indessen nicht Sinn und Zweck dieser Norm sein. 

 5. Der Beschuldigte hat somit sowohl den objektiven als auch den subjekti-

ven Tatbestand der strafbaren Vorbereitungshandlungen im Sinne von Art. 260bis 

Abs. 1 lit. d StGB erfüllt. Ein strafloser Rücktritt im Sinne von Art. 260bis Abs. 2 

StGB ist nicht gegeben. 

V. Strafzumessung 

 1. Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 

2 ¾ Jahren. Die Staatsanwaltschaft strebt mit ihrer Anschlussberufung eine Erhö-

hung der Freiheitsstrafe auf 3 Jahre an (Urk. 111 S. 2; 125 S. 1). Die Verteidigung 

verlangte im Eventualstandpunkt sinngemäss eine möglichst milde Bestrafung 

(Urk. 126 S. 12). 

 2. Im angefochtenen Urteil wurde der Strafrahmen des Tatbestandes der 

strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Raub im Sinne von Art. 260bis Abs. 1 lit. d 

- 36 - 

StGB mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe korrekt abgesteckt, 

zumal weder Strafmilderungs- noch Strafschärfungsgründe vorliegen. Die einzel-

nen Kriterien bei der Einstufung des Verschuldens wurden durch die Vorinstanz 

ebenfalls korrekt aufgeführt und zutreffend auf die vorzunehmende Differenzie-

rung zwischen Tat- und Täterkomponente und die Gewichtung der objektiven und 

subjektiven Schwere der Tat hingewiesen (Urk. 105 S. 40 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 2.1. Bei der objektiven Tatschwere ist zunächst zu berücksichtigen, dass der 

Beschuldigte nicht der Initiant und Ideengeber des geplanten gemeinsamen 

Raubüberfalles auf den Geldkurier der J._____, mit einer erwarteten, unter den 

Mittätern aufzuteilenden Beute von ca. Fr. 100'000.– bis Fr. 150'000.– in bar, war. 

Er war vielmehr von seinem guten alten Bekannten B._____ (vorstehend, 

Erw. III.4.4.5.2.) nach Zürich gerufen worden, um sich mit seinen einschlägigen 

Erfahrungen an der Planung und Tatausführung zu beteiligen (Erw. III.4.4.5.). 

Diesem Ruf folgte er anfangs Mai 2010 bereitwillig und beteiligte sich in der Folge 

anlässlich von drei Aufenthalten im Raum Zürich über einen Zeitraum ca. eines 

Monats mit Unterbrüchen als Mittäter am Treffen von konkreten technischen und 

organisatorischen Vorkehrungen, wie das mehrfache Auskundschaften der Tatört-

lichkeit, das Besprechen des Tatvorgehens und das Beschaffen von Tatmitteln. 

 2.1.1. Obwohl der Beschuldigte zunächst über keine Ortskenntnisse verfügte 

und sich von seinen Kollegen anlässlich von Erkundungsfahrten und -begehun-

gen in diese einführen lassen musste, spielte er nicht bloss eine untergeordnete 

Rolle am ganzen Vorhaben (Urk. 126 S. 12, Rz 75), sondern reiste drei Mal ei-

gens zum Zwecke der Beteiligung an der Vorbereitung und Durchführung des 

Raubüberfalles an. Dabei brachte er seine einschlägigen Erfahrungen durch rege 

Teilnahme an der Besprechung des Tatvorgehens aktiv ein und diskutierte bei der 

Erörterung von voraussichtlich benötigten Tatmitteln mit (z.B. Erw. III.4.2.1. f., 

Erw. III.4.4.1.4.). Auch daraus, dass das Interesse von C._____ und B._____ im 

Verlaufe des Monats Mai 2010 offenbar geschwunden war, der Beschuldigte sich 

dennoch weiterhin um Kontakt zu den Mittätern im Hinblick auf eine Tatausfüh-

rung bemühte (vgl. Erw. III.4.4.3.), zeigt sich, dass er im Rahmen der Planung 

und beabsichtigten Ausführung der Raubstraftat gleichberechtigtes Mitglied der 

- 37 - 

Tätergruppe war. Seine Rolle unter den Mittätern eröffnet daher keine Möglichkeit 

der Minderung seines objektiven Tatverschuldens. 

 2.1.2. Bei der objektiven Schwere der Tat fällt weiter ins Gewicht, dass er 

sich als Mittäter an der Vorbereitung eines Raubes beteiligte, bei welchem das 

Raubopfer durch einen Pfefferspray oder mit einer Faustfeuerwaffe bedroht und 

zum Widerstand unfähig gemacht werden und bei allfälliger Gegenwehr nötigen-

falls auch körperlich beeinträchtigt werden sollte. 

 2.1.3. Die objektive Tatschwere ist angesichts all dieser Begebenheiten als 

mittelschwer einzustufen. 

 2.2. Im Rahmen der subjektiven Schwere der Tat ist zu gewichten, dass 

nicht bloss ein Versuch vorlag, sondern die strafbaren Vorbereitungshandlungen 

vollendet wurden. Der Beschuldigte führte sämtliche Tathandlungen mit Wissen 

und Willen aus oder trug diese als Mittäter mit, weshalb er direktvorsätzlich han-

delte. Sein Motiv war die Erlangung der Beute, resp. seines Anteils derselben, 

mithin rein geldwerter Natur, wobei er nötigenfalls auch den Einsatz von Gewalt 

gegen den Körper des Geldkuriers in Kauf genommen hätte, um diesen zum Wi-

derstand unfähig zu machen oder die Beute und seine Flucht zu sichern (vorste-

hend, Erw. III.4.4.1.4.), was auch seine kriminelle Energie illustriert. Der mit den 

drei Anreisen nach Zürich getriebene grosse Aufwand und die professionelle Vor-

bereitung des Raubes zeugen vom kriminellen Engagement des Beschuldigten. 

Dem Umstand, dass er aus freien Stücken an den strafbaren Vorbereitungshand-

lungen mitwirkte, obwohl er eine legale Arbeitsmöglichkeit in Aussicht hatte 

(Erw. III.4.4.2.3.2., Erw. III.4.4.2.8.), wirken sich eher noch erhöhend auf die sub-

jektive Tatschwere aus. 

 2.2.1. Das Vorhaben der ausführungsreif vorbereiteten Haupttat, den Raub-

überfall, gab er schliesslich unfreiwillig auf, als das Interesse von C._____ und 

B._____ – aus welchen Gründen auch immer – geschwunden war, unter anderem 

H._____ verhaftet worden war und er deshalb selber befürchten musste, ebenfalls 

in den Focus der Ermittlungsbehörde gelangt zu sein (vgl. vorstehend, 

- 38 - 

Erw. III.4.4.3.2.). Somit sind auch unter diesem Gesichtspunkt keine verschul-

densmindernden Elemente gegeben. 

 2.2.2. Der Vorinstanz ist daher darin zuzustimmen (Urk. 105 S. 41), dass die 

subjektive Tatschwere die objektive Schwere der Tat nicht zu relativieren vermag. 

Im Gegenteil zementiert sie das insgesamt mittelschwere Verschulden, weshalb 

eine hypothetische Einsatzstrafe von 2 ½ Jahren Freiheitsstrafe als angemessen 

erscheint. 

 3. Die Vorinstanz hat sich im Rahmen ihrer Beurteilung der Täterkomponen-

te hinlänglich mit den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Be-

schuldigten auseinandergesetzt (Urk. 105 S. 42 f.). Der Vollständigkeit halber ist 

nochmals zu rekapitulieren, dass der Beschuldigte am tt. Februar 1962 in …, Pro-

vinz …, Italien, geboren ist und dort mit zwei Brüdern und einer Schwester auf-

wuchs. Seine Familie lebt auch heute noch in Italien. Er besitzt die italienische 

Staatsbürgerschaft. In seiner Jugendzeit habe er einige Turbulenzen durchlebt, 

weshalb er sich als das schwarze Schaf der Familie bezeichnet. Im Alter von 15 

Jahren hatte er erstmals mit der Polizei zu tun. Aufgrund seiner zeitweisen Betäu-

bungsmittelabhängigkeit absolvierte er in den Jahren 2002 bis 2004 eine Therapie 

und konsumiert keine Drogen mehr. Der Beschuldigte verbrachte bislang insge-

samt etwa 8 Jahre im Gefängnis. Im Jahre 1983 heiratete der Beschuldigte und 

hatte zwei Kinder mit der von ihm getrenntlebenden Ehefrau. Seine Tochter ist 

studierte Psychologin und sein Sohn arbeite in der Regionalverwaltung. Der Be-

schuldigte verfügt über kein Vermögen, hat aber hohe, aus Gerichtskosten beste-

hende Schulden beim italienischen Staat (Urk. 14/5; Urk. 92 S. 1 f.; Prot. II 

S. 9 ff.). 

 3.1. Der Beschuldigte absolvierte in Italien die Schule bis zur dritten Se-

kundarklasse. Anschliessend arbeitete er in der Fabrik seines Vaters, bis diese 

geschlossen worden sei. So blieb er ohne Ausbildung und arbeitete in der Folge 

in der Landwirtschaft bei Feld- und Erntearbeiten. Im Gefängnis konnte der Be-

schuldigte dann eine Ausbildung als Bäcker absolvieren (Urk. 92 S. 2, 5). Vor sei-

ner Verhaftung war er als Möbelrestaurator und Fenstermonteur tätig (Prot. II 

S. 8 f.). 

- 39 - 

 3.2. Anlässlich der Berufungsverhandlung ergänzte der Beschuldigte, dass 

er zurück nach Italien und dort seine Arbeit wieder aufnehmen wolle. Seine 

Freundin sei jetzt diejenige in … [Italien]. Von Frau E._____ habe er sich am 10. 

Juni 2010 getrennt, als er nach … [Italien] gegangen sei (Prot. II S. 11). 

 3.3. Aus seinen persönlichen Verhältnissen gehen keine Umstände hervor, 

aus denen sich zusätzliche, strafmassrelevante Faktoren ableiten liessen. 

 3.4. In der Schweiz und in Deutschland ist der Beschuldigte nicht im Strafre-

gister verzeichnet. Der Auszug aus dem italienischen Strafregister umfasst gut 

sechs Seiten (Urk. 15/1–3; Urk. 107). Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, 

dass die Verurteilungen vor dem Jahre 2002 nach schweizerischem Recht nicht 

mehr zu berücksichtigen sind (Art. 369 StGB). Der Beschuldigte selber bezeichnet 

sich als nicht einer kriminellen Organisation angehörig, aber als gemeinen Straftä-

ter, welcher von den italienischen Richtern nie als gefährlich eingestuft worden sei 

(Urk. 92 S. 3). Seine Delinquenz bringt er mit seiner früheren Drogensucht in Ver-

bindung und sieht darin den Auslöser für sein Abgleiten auf die schiefe Bahn 

(Urk. 92 S. 7). Seine aktuellste Verurteilung stammt vom 22. November 2007 we-

gen Waffentragens, als er mit Strafdekret des Gerichtes von Melfi mit EUR 60.– 

Busse bestraft worden war. Mit Urteil des Appellationsgerichtes Mailand vom 

15. Februar 2007 wurde er wegen Betäubungsmittelbesitzes mit 6 Jahren und 8 

Monaten Freiheitsstrafe sowie einer Geldstrafe von EUR 30'000.– bestraft 

(Urk. 15/2 S. 6). In den Jahren 2002 bis 2004 ergingen mehrere Urteile wegen 

Diebstahls und Raubes gegen ihn. Überdies wurde der Beschuldigte mit Urteil 

des Kollegialgerichtes von Ascoli Piceno vom 5. Oktober 2011 erstinstanzlich we-

gen Raubes schuldig gesprochen und zu 10 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Ge-

gen dieses Urteil wurde Berufung eingelegt (Urk. 12/2). Das Rechtsmittelverfah-

ren in Italien ist sistiert, bis der Beschuldigte daran teilnehmen kann. Er führte da-

zu aus, dass seine Unschuld habe festgestellt werden können, aber das Verfah-

ren sei auf Januar verschoben worden, damit er sich verteidigen könne (Urk. 92 

S. 5; Urk. 12/1 ff.). Demzufolge wurde der Beschuldigte während eines laufenden 

Strafverfahrens wegen Raubes erneut einschlägig straffällig, was zusätzlich zu 

- 40 - 

seinen recht zahlreichen, teilweise einschlägigen Vorstrafen einen weiteren merk-

lichen Straferhöhungsgrund darstellt. 

 3.5. Dem stark belasteten Vorleben ist mit einer Straferhöhung um 6 Monate 

Freiheitsstrafe angemessen Rechnung zu tragen. 

 3.6. Beim Nachtatverhalten ist dem Verhalten des Täters nach der Tat und 

im Strafverfahren Rechnung zu tragen. Ein Geständnis, das kooperative Verhal-

ten eines Täters bei der Aufklärung von Straftaten sowie die Einsicht und Reue 

wirken strafmindernd. Umfangreiche und prozessentscheidende Geständnisse 

können eine Strafreduktion von bis zu einem Drittel bewirken (BGE 121 IV 202 

E. 2d/cc). 

 3.6.1. Der Beschuldigte hat zwar nie bestritten, sich zwischen anfangs Mai 

2010 bis anfangs Juni 2010 insgesamt drei Mal für einige Tage im Raum Zürich 

aufgehalten zu haben und bei der Fahrt vom 5. Mai 2010 dabei gewesen zu sein 

und dort auch gesprochen zu haben. Aufgrund von im Zeitpunkt seiner Verhaf-

tung bereits bekannten Ermittlungsergebnissen blieb dem Beschuldigten ange-

sichts dieser erdrückenden Beweislage gar keine vernünftige Möglichkeit, dies 

ernsthaft zu bestreiten, weshalb diese teilweisen Zugeständnisse auch keine ge-

ringfügige Strafminderung zu bewirken vermögen, zumal er alle wesentlichen Be-

lastungen stets konsequent bestritten hat (vgl. vorstehend, Erw. III.2. ff.). 

 3.6.2. Auch sein übriges Nachtatverhalten gibt keinen Anlass für eine Straf-

reduktion. Der Staatsanwaltschaft ist zuzustimmen, dass dem Wohlverhalten des 

Beschuldigten im vorzeitigen Strafvollzug keine solche Wirkung zukommen kann, 

da dies von einem Häftling erwartet werden darf (Urk. 125 S. 4). Wobei in diesem 

Zusammenhang immerhin zu beachten ist, dass es zu einer geringfügigen Dis-

ziplinierung wegen Missachtung einer Sperrzeit gekommen war (Urk. 121 S. 2). 

 3.7. Die Verteidigung macht geltend, es müsse stark strafmindernd berück-

sichtigt werden, dass der fragliche Vorwurf nunmehr 3 ½ Jahre zurückliege 

(Urk 126 S. 12, Rz 75). 

- 41 - 

 3.7.1. Zur Garantie eines gerechten Verfahrens nach Art. 29 Abs. 1 BV ge-

hören der ausdrückliche Anspruch auf Beurteilung innert angemessener Frist und 

das Verbot der Rechtsverzögerung. Sie gelten in allgemeiner Weise für sämtliche 

Sachbereiche und alle Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsbehörden. Über-

dies konkretisiert Art. 5 StPO das Beschleunigungsgebot für den Bereich des 

Strafrechts. Nach Abs. 1 dieser Bestimmung nehmen die Strafbehörden die Straf-

verfahren unverzüglich an die Hand und bringen sie ohne unbegründete Verzöge-

rung zum Abschluss. Diese Grundsätze kommen sowohl auf die Behörden der 

Strafverfolgung (Art. 12 und Art. 15 ff. StPO) wie auf die mit Strafsachen befass-

ten Gerichte (Art. 13 und Art. 18 ff. StPO) zur Anwendung. 

 3.7.2. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wird der Anspruch auf 

Beurteilung innert angemessener Frist missachtet, wenn eine Sache über Gebühr 

verschleppt wird. Die Beurteilung der angemessenen Verfahrensdauer entzieht 

sich starren Regeln. Es ist vielmehr in jedem Einzelfall zu prüfen, ob sich die 

Dauer unter den konkreten Umständen als angemessen erweist. Der Streitgegen-

stand und die damit verbundene Interessenlage können raschere Entscheide er-

fordern oder längere Behandlungsperioden erlauben. Entscheidend ist weiter der 

Umfang und die Komplexität der aufgeworfenen Sachverhalts- und Rechtsfragen. 

Kriterien für die Angemessenheit der Verfahrensdauer im Rahmen von Strafver-

fahren bilden etwa die Schwere des Tatvorwurfs, die Komplexität des Sachver-

halts, die dadurch gebotenen Untersuchungshandlungen, das Verhalten der be-

schuldigten Person und dasjenige der Behörden (z.B. unnötige Massnahmen oder 

Liegenlassen des Falls) sowie die Zumutbarkeit für die beschuldigte Person. 

Strafverfahren sind zügig voranzutreiben, um die beschuldigte Person nicht unnö-

tig über die gegen sie erhobenen Vorwürfe im Ungewissen zu lassen. Eine 

Rechtsverzögerung liegt damit insbesondere vor, wenn die Behörde im Verfahren 

über mehrere Monate hinweg untätig gewesen ist und das Verfahren respektive 

der Verfahrensabschnitt innert wesentlich kürzerer Zeit hätte abgeschlossen wer-

den können (Schmid, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 

2. Auflage 2013, N 1 ff. zu Art. 5 StPO; Schmid, Handbuch des schweizerischen 

Strafprozessrechts, 2. Auflage 2013, Rz 141, 147; Urteil 1B_549/2012 vom 

12. November 2012, E. 2.3 mit weiteren Hinweisen). 

- 42 - 

 3.7.3. In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass der Beschul-

digte nach Vollendung der strafbaren Vorbereitungshandlungen sich in seinem 

Heimatland Italien, an einem hierorts unbekannten Ort aufhielt und erst am 

24. November 2012 durch die Kantonspolizei Tessin verhaftet wurde (Urk 14/1). 

In der Folge waren zusätzliche Befragungen der Mittäter und anschliessende 

Konfrontationen durchzuführen. Hinzu kam das schliesslich nicht genehmigte ab-

gekürzte Verfahren, welches zusätzlich Zeit in Anspruch nahm. Darin kann indes-

sen keine Verletzung des Beschleunigungsgebotes erblickt werden. 

 3.7.4. Nach Art. 48 lit. e StGB hat das Gericht die Strafe zu mildern, wenn 

das Strafbedürfnis in Anbetracht der seit der Tat verstrichenen Zeit deutlich ver-

mindert ist und der Täter sich in dieser Zeit wohlverhalten hat. Laut Bundesgericht 

ist dieser Strafmilderungsgrund (bei Wohlverhalten) zu beachten, wenn zwei Drit-

tel der Verjährungsfrist verstrichen sind (BGE 132 IV 1 E. 6.2 = Pra 95 (2006) 

Nr. 122 E. 6). Dem Beschuldigten kann zugutegehalten werden, dass er sich seit 

den vorliegend zu beurteilenden strafbaren Vorbereitungshandlungen im Mai/Juni 

2010 nichts mehr zu Schulden kommen liess. Dieses längere Wohlverhalten seit 

der Tat rechtfertigt eine moderate Strafminderung von drei Monaten Freiheitsstra-

fe. 

 3.8. Insgesamt wirken sich die dargelegten Elemente der Täterkomponente 

und des Nachtatverhaltens leicht straferhöhend aus, weshalb eine Erhöhung der 

hypothetischen Einsatzstrafe auf 2 ¾ Jahre Freiheitsstrafe angemessen er-

scheint. Die vorinstanzlich ausgefällte Freiheitsstrafe ist somit zu bestätigen und 

der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von 2 ¾ Jahren zu bestrafen. 

 3.9. Einer Anrechnung der bereits erstanden Haft und des vorzeitigen Straf-

vollzuges steht nichts entgegen (Art. 51 StGB). 

VI. Vollzug 

 1. Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen für eine Gewährung des beding-

ten Strafvollzuges korrekt aufgeführt und aufgrund des bereits dargelegten, mit 

teilweise einschlägigen Vorstrafen belasteten Vorlebens sowie des Umstandes, 

- 43 - 

dass der Beschuldigte während des in Italien laufenden Strafverfahren durch die 

in diesem Verfahren beurteilte Tat erneut straffällig wurde (vgl. vorstehend, 

Erw. V.3.2.), die Möglichkeit der Gewährung eines bedingten oder teilbedingten 

mit zutreffender Begründung zurecht verneint. Um unnötige Wiederholungen zu 

vermeiden, kann darauf verwiesen werden (Urk. 105 S. 44). 

 2. Somit ist die Freiheitsstrafe zu vollziehen. 

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

 1. Da der erstinstanzliche Schuldspruch bestätigt wird, ist die von der Vor-

instanz angeordnete Kostenauflage ebenfalls zu bestätigen. Die vorinstanzliche 

Kostenfestsetzung blieb unangefochten. 

 2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massga-

be ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte 

unterliegt mit seinen Berufungsanträgen praktisch vollumfänglich (vgl. Urk. 123 

S. 1, Urk. 126 S. 1). Einzig dem Aktenbeizugsgesuch wurde teilweise entspro-

chen. Die Staatsanwaltschaft dringt einzig mit ihrem Antrag, die Strafe auf 3 Jahre 

Freiheitsstrafe zu erhöhen (Urk. 125 S. 1) nicht durch. Insgesamt rechtfertig es 

sich somit, dem Beschuldigten neun Zehntel der Kosten des Berufungsverfahrens 

aufzuerlegen. Ein Zehntel ist auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

 3. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind unter Vorbehalt des – vorlie-

gend entsprechend nur anteilsmässigen – Rückforderungsrechts des Staates auf 

die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 135 Abs. 4 StPO). Das urteilende Gericht legt 

die Entschädigung am Ende des Verfahrens im Urteil fest (Art. 135 Abs. 2 StPO; 

(BGE 139 IV 199 E. 5.3. ff.). 

 

- 44 - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 1. Abteilung, 

vom 10. Dezember 2013 bezüglich Dispositivziffer 4 (Kostenfestsetzung) in 

Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der strafbaren Vorbereitungshandlun-

gen zu Raub im Sinne von Art. 260bis Abs. 1 lit. d StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 2 ¾ Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und 

mit heute 667 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie vorzei-

tigen Strafvollzug erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben. 

4. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 5) wird bestätigt. 

5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 10'000.00   amtliche Verteidigung 

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der 

amtlichen Verteidigung, werden zu 9/10 dem Beschuldigten auferlegt und zu 

1/10 auf die Gerichtskasse genommen.  

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen. Die Rückzahlungspflicht bleibt im Umfang von 9/10 vorbehalten. 

7. Schriftliche Mitteilung an 

- 45 - 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich  
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste (im Dispositiv) 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A  
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten. 

8. Rechtsmittel:  

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

- 46 - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 22. September 2014 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Spiess 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Aardoom 
 

 

	Urteil vom 22. September 2014
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Raub im Sinne von Art. 260bis Abs. 1 lit. d StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 2 ¾ Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 381 Tage durch Haft bzw. vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind.
	Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte sich seit dem 15. April 2013 im vorzeitigen Strafvollzug befindet.
	3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.
	4. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

	5. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.
	6. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. Über die Höhe der Kosten der amtlichen Verteidigung wird mit separatem Beschluss entschieden."
	Berufungsanträge:
	1. Es sei Ziff. 1 des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich vom 10.12.2013 (DG130229) aufzuheben und der Beschuldigte freizusprechen.
	2. Es sei Ziff. 2 des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich vom 10.12.2013 (DG110299) aufzuheben und der Beschuldigte von Strafe freizusprechen.
	3. Es sei Ziff. 3 des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich vom 10.12.2013 (DG130229) aufzuheben und es sei dem Beschuldigten für den Fall eines Schuldspruches der bedingte Strafvollzug zu gewähren.
	4. Es sei Ziff. 5 des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich vom 10.12.2013 (DG130229) aufzuheben und die Kosten auf die Staatskasse zu nehmen.
	5. Dem Beschuldigten sei für die zu Unrecht angeordnete Haft eine angemessene Entschädigung und Genugtuung zuzusprechen. Die Untersuchungskosten und die Gerichtskosten seien auf die Staatskasse zu nehmen.
	1. In Aufhebung von Dispositivziffern 2. des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 1. Abteilung, vom 10. Dezember 2013 sei der Beschuldigte mit 3 Jahren Freiheitsstrafe zu bestrafen, dies unter Anrechnung der durch Untersuchungshaft und vorzeitigen Stra...
	2. Im Übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 1. Abteilung, vom 10. Dezember 2013 zu bestätigen.
	Erwägungen:
	I.  Verfahrensgang
	II.  Verfahrens- und Beweisanträge
	III.  Sachverhalt
	IV.  Rechtliche Würdigung
	V.  Strafzumessung
	VI.  Vollzug
	VII.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 1. Abteilung, vom 10. Dezember 2013 bezüglich Dispositivziffer 4 (Kostenfestsetzung) in Rechtskraft erwachsen ist.
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Raub im Sinne von Art. 260bis Abs. 1 lit. d StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 2 ¾ Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 667 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.
	4. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 5) wird bestätigt.
	5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	6. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden zu 9/10 dem Beschuldigten auferlegt und zu 1/10 auf die Gerichtskasse genommen.
	Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht bleibt im