# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7927fe36-f800-53a7-ac18-02707a80ac4c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-10-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.10.2018 200 2017 729
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-729_2018-10-10.pdf

## Full Text

200 17 729 IV
KNB/JAP/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 10. Oktober 2018

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 22. Juni 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/17/729, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1976 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 9. Januar 2007 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der IVB, Antwortbeilage 
[AB] 2). Diese sprach ihr mit Verfügung vom 29. Oktober 2008 (AB 30) ab 
Februar 2007 eine Viertelsrente bzw. ab August 2007 eine halbe Invaliden-
rente zu. Ein Gesuch um Rentenerhöhung (AB 31, 33) bescheid sie mit 
Verfügung vom 21. Oktober 2010 (AB 51) abschlägig und trat auf ein weite-
res Gesuch (AB 54) am 30. Mai 2012 nicht ein (AB 59). Im Rahmen einer 
von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevision (AB 61) machte die Versi-
cherte eine Gesundheitsverschlechterung geltend (AB 61), worauf die IVB 
den Anspruch auf die halbe Invalidenrente (Invaliditätsgrad von 52 %) mit 
Verfügung vom 3. Oktober 2014 (AB 84) bestätigte. Anlässlich einer weite-
ren ordentlichen Rentenrevision ermittelte die IVB einen Invaliditätsgrad 
von 37 % und stellte mit Vorbescheid vom 3. Mai 2017 (AB 102) die Ren-
tenaufhebung in Aussicht. Nach erhobenem Einwand (AB 104) hob sie die 
laufende Rente mit Verfügung vom 22. Juni 2017 (AB 106) per Ende des 
der Verfügungszustellung folgenden Monats auf.

B.

Mit Eingabe vom 24. August 2017 hat die Versicherte Beschwerde erhoben 
und sinngemäss beantragt, die angefochtene Verfügung sei ersatzlos auf-
zuheben; eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen. Zudem seien ihr die selbstbezahlten 
Ausbildungskosten zu erstatten.

In der Beschwerdeantwort vom 29. September 2017 hat die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde geschlossen, soweit darauf ein-
zutreten sei.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/17/729, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist – unter Vorbehalt 
der nachfolgenden Erwägung – auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 22. Juni 2017 
(AB 106). Streitig und zu prüfen ist einzig der Rentenanspruch und in die-
sem Zusammenhang insbesondere, ob die Beschwerdegegnerin die lau-
fende halbe Rente zulässigerweise per Ende des der Verfügungszustellung 
folgenden Monats, mithin per 31. Juli 2017, aufhob. Soweit die Beschwer-
deführerin sinngemäss um Massnahmen beruflicher Art ersucht (Be-
schwerde S. 1 Ziff. 2), stehen diese materiellen Leistungsansprüche aus-
serhalb des Anfechtungsgegenstandes (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 164; 
SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 2.1), weshalb insoweit auf die Beschwerde 
nicht einzutreten ist (vgl. dazu auch AB 77).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/17/729, Seite 4

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 
281 E. 2.1 S. 285). Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss 
Art. 7 Abs. 2 ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivier-
ten Betrachtungsweise von der grundsätzlichen «Validität» der versicherten 
Person auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295) und die materielle 
Beweislast für Invalidität bei ihr liegt (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110). 

2.2.1 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/17/729, Seite 5

281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 428, BGE 141 V 
281 E. 4.1 S. 296 ff.). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invali-
ditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der me-
dizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall 
anhand von Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zu-
mindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (BGE 141 
V 281 E. 6 S. 308). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 
143 V 418, E. 7.2 S. 429).

2.2.2 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche 
und andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben 
sich namentlich, wenn eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschil-
derten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese be-
steht, intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung 
jedoch vage bleibt, keine medizinische Behandlung und Therapie in An-
spruch genommen wird, demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sach-
verständigen unglaubwürdig wirken oder schwere Einschränkungen im 
Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend 
intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Ver-
halten hin. Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass nach plausibler ärzt-
licher Beurteilung die Anhaltspunkte auf eine Aggravation eindeutig über-
wiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens klar 
überschritten sind, ohne dass das aggravatorische Verhalten auf eine ver-
selbständigte, krankheitswertige psychische Störung (vgl. BGE 127 V 294 
E. 5a S. 299) zurückzuführen wäre, fällt eine versicherte Gesundheitsschä-
digung ausser Betracht und ein Rentenanspruch ist ausgeschlossen, selbst 
wenn die klassifikatorischen Merkmale einer psychischen Störung gegeben 
sein sollten (vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG erster Satz). Soweit die betreffenden 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=9C_492%2F2014&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-V-49%3Ade&number_of_ranks=0#page49
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=8C_438%2F2015&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-V-294%3Ade&number_of_ranks=0#page294

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/17/729, Seite 6

Anzeichen neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesundheits-
schädigung (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) auftreten, sind deren Auswir-
kungen derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

2.2.3 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-
dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
«funktioneller Schweregrad» (E. 4.3 S. 298) und «Konsistenz» einteilen 
lassen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 
304). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist 
nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festge-
stellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der 
Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über-
wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die 
Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete ver-
sicherte Person zu tragen (E. 6 S. 308).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli-
che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den In-
validitätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invali-

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=9C_492%2F2014&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-V-294%3Ade&number_of_ranks=0#page294

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/17/729, Seite 7

denrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Ge-
sundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerb-
lichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im übli-
chen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu-
standes erheblich verändert haben. Dazu gehört die Verbesserung der Ar-
beitsfähigkeit aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behin-
derung. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gege-
ben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung 
gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 
141 V 9 E. 2.3 S. 10, 130 V 343 E. 3.5 S. 349). 

2.4.1 Kann eine rentenberechtigte Person neu ein Erwerbseinkommen 
erzielen oder ein bestehendes Erwerbseinkommen erhöhen, so wird die 
Rente nur dann im Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG revidiert, wenn die Ein-
kommensverbesserung jährlich mehr als Fr. 1’500.– beträgt (Art. 31 Abs. 1 
IVG). Art. 31 IVG findet nur auf Revisionsfälle Anwendung, in denen die 
betroffene Person ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt tatsäch-
lich verwertet und dadurch – durch erneute Aufnahme einer Erwerbstätig-
keit oder Erweiterung des bisherigen Arbeitspensums – ein entsprechen-
des Einkommen erwirtschaftet. Nicht heranzuziehen ist die Bestimmung 
demgegenüber in Fällen, in welchen dem Rentenbezüger oder der Renten-
bezügerin im Rahmen des Einkommensvergleichs lediglich ein hypotheti-
sches, auf der Basis von Tabellenlöhnen ermitteltes (erhöhtes) Invaliden-
einkommen angerechnet wird (BGE 136 V 216 E. 5.6.1 S. 223; BVR 2013 
S. 579 ff.).

2.4.2 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). 
Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche 
Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern 
eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattge-
funden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsab-
klärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für 
eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/17/729, Seite 8

stands bestanden – ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind 
(BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2). 

3.

3.1 Der Anspruch auf die mit Verfügung vom 29. Oktober 2008 (AB 30) 
ursprünglich zugesprochene halbe Invalidenrente wurde mit Verfügungen 
vom 21. Oktober 2010 (AB 51) und 3. Oktober 2014 (AB 84) bestätigt. 
Während die erste Revisionsverfügung (AB 51) auf einer eingehenden me-
dizinischen (AB 36, 39, 41-43, 48-50) und erwerblichen (AB 38, 40) Sach-
verhaltserhebung sowie einer erneut durchgeführten Invaliditätsbemessung 
beruhte, fusste jene aus dem Jahre 2014 (AB 84) nicht auf einer umfas-
senden Sachverhaltsabklärung bzw. Beweiswürdigung. Es wurden im We-
sentlichen lediglich Verlaufsberichte der behandelnden Ärzte eingeholt 
(AB 62, 65, 76) und von der Ausgleichskasse der Auszug aus dem indivi-
duellen Konto (IK-Auszug; AB 60) ediert. Somit ist der Sachverhalt im Zeit-
punkt der Verfügung vom 21. Oktober 2010 (AB 51) mit jenem der ange-
fochtenen Verfügung vom 22. Juni 2017 (AB 106) zu vergleichen und zu 
prüfen, ob in den tatsächlichen Verhältnissen eine erhebliche Veränderung 
eintrat, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan-
spruch zu beeinflussen (vgl. E. 2.4.2 hiervor).

3.2 Die rechtskräftige Verfügung vom 21. Oktober 2010 (AB 51) stützte 
sich in medizinischer Hinsicht auf das von der Trägerin der Taggeldversi-
cherung in Auftrag gegebene bidisziplinäre Gutachten vom 18. September 
2009 (AB 41/11-34), samt Ergänzung vom 18. Dezember 2009 (AB 41/3-5), 
sowie auf die Aktenbeurteilungen des Regionalen Ärztlichen Dienstes 
(RAD) vom 12. Mai (AB 43) bzw. 18. Oktober 2010 (AB 50).

3.2.1 Prof. Dr. med. B.________, Facharzt für Neurologie, sowie Dr. med. 
C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vermerkten in 
der Expertise vom 18. September 2009 (AB 41/11-34) die folgenden Dia-
gnosen (AB 41/21 Ziff. 4, 41/31 Ziff. 3):

 Chronische Lumbago bei Adipositas per magna und konsekutiven 
degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule (LWS)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/17/729, Seite 9

 Emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-
10: F60.31)

 Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS; ICD-10: F43.1)

Die beiden Sachverständigen attestierten aus psychiatrischer Sicht sowohl 
für die bisherige als auch für leidensadaptierte Tätigkeiten (mit mittelgradi-
gen Anforderungen an die psychische Belastbarkeit) eine 50%ige Arbeits-
unfähigkeit (AB 41/32 f. Ziff. 4/1 lit. b und Ziff. 4/3 lit. b). Aus neurologischer 
Optik gingen sie von einer aktuell vollständigen Arbeitsunfähigkeit aus, wo-
bei jedoch unter zumutbarer Gewichtsreduktion und Physiotherapie bis 
Ende 2009 für Verweisungstätigkeiten (mit leichter bis mittelschwerer kör-
perlicher Belastung ohne dauernde Zwangshaltungen der LWS) eine 
50%ige Restarbeitsfähigkeit erreicht werden könne (AB 41/22 ff. Ziff. 6/1 
lit. a sowie Ziff. 6/3 lit. a und b). 

Unter Berücksichtigung eines Berichts des behandelnden Dr. med. 
D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, vom 3. Dezember 2009 (AB 41/6-9), in welchem 
dieser eine fortlaufende 100%ige Arbeitsunfähigkeit postuliert hatte, hielt 
Prof. Dr. med. B.________ am 18. Dezember 2009 an seiner Beurteilung 
fest (AB 41/3-5).

3.2.2 Dr. med. F.________, Praktische Ärztin und Fachärztin für Arbeits-
medizin, nahm in der RAD-Stellungnahme vom 12. Mai 2010 (AB 43) an, 
die ausgewiesene somatische Erkrankung bestehe unabhängig von der 
psychischen Beeinträchtigung und führe folglich auch unabhängig davon 
zur Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Gestützt auf die gutachterliche Be-
urteilung von Prof. Dr. med. B.________ ging sie davon aus, dass die Be-
schwerdeführerin aus rein somatischen Gründen nicht länger dauernd ein-
geschränkt sei.

3.2.3 Nachdem die Beschwerdeführerin einen weiteren Verlaufsbericht 
des Dr. med. D.________ vom 6. Juli 2010 (AB 46/2-4) aufgelegt hatte, 
gab Dr. med. F.________ in Rücksprache mit dem RAD-Arzt Dr. med. 
E.________, Facharzt für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychothera-
pie, am 18. Oktober 2010 erneut eine Einschätzung ab (AB 50). Sie ge-
langte zum Schluss, dass auf die gutachterliche Beurteilung der Arbeits-
fähigkeit abgestellt werden könne.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/17/729, Seite 10

3.3 In erwerblicher Hinsicht gründete die Verfügung vom 21. Oktober 
2010 (AB 51) auf der Annahme, die Beschwerdeführerin hätte im Gesund-
heitsfall bei ihrer letzten Arbeitgeberin im Jahr 2009 ein Valideneinkommen 
von Fr. 53‘950.-- erzielt. Für das Invalideneinkommen ermittelte sie unter 
Berücksichtigung der 50%igen Restarbeitsfähigkeit anhand von Tabellen-
löhnen ein hypothetisches Bruttojahreseinkommen von Fr. 26‘229.-- 
(AB 51/2).

3.4 Die angefochtene Verfügung vom 22. Juni 2017 (AB 106) basiert in 
medizinischer Hinsicht hauptsächlich auf nachstehenden Verlaufsberichten 
der behandelnden Ärzte:

3.4.1 Im undatierten (am 4. April 2017 eingegangenen) Bericht des Spi-
tals N.________ (AB 93) hielten Dr. med. G.________, Facharzt für Psych-
iatrie und Psychotherapie, sowie die Psychotherapeutin Dr. phil. 
H.________, als Diagnosen eine PTBS (ICD-10: F43.1) sowie eine Soziale 
Phobie (ICD-10: F40.1) fest (AB 93/2 Ziff. 1.1). Sie attestierten eine seit 
2009 bestehende vollständige Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf 
und wiesen darauf hin, dass die Beschwerdeführerin nach einer erfolgreich 
abgeschlossenen Weiterbildung in zwei verschiedenen Arbeitsverhältnis-
sen nunmehr mit einem Beschäftigungsgrad von insgesamt 50 % arbeite 
(AB 93/3 f. Ziff. 1.6 f.).

3.4.2 Dr. med. D.________ führte im Verlaufsbericht vom 20. April 2017 
(AB 100) die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
auf (AB 100/2 Ziff. 2.1):

 SLAP-Läsion (superiores Labrum von anterior nach posterior) Schul-
ter rechts (Erstdiagnose im September 2015)

 Höchstchronifizierte akut intermittierende Lumboischialgie beidseits 
bei Protrusio/Prolaps L5/S1 mehr links und degenerativer Verände-
rung dieses Segments mit hauptsächlicher Fazettensymptomatik

 Tumor Ovar links (Extirpation im Oktober 2013)
 Kopfschmerz vom Spannungstyp, frontal beidseits
 Insertionstendinopathie Plantaraponeurose Calacaneus rechts
 PTBS
 Essstörung
 Rezidivierende Suchttendenzen
 Rezidivierende Angstzustände und depressive Phasen

Er gab an, die verbleibenden Ressourcen könnten von ihm medizinisch 
nicht beurteilt werden (AB 100/18 Ziff. 6.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/17/729, Seite 11

3.5 Die Verfügung vom 22. Juni 2017 (AB 106) berücksichtigte die fol-
genden erwerblichen Aspekte:

3.5.1 Die Beschwerdeführerin absolvierte vom Juni 2014 bis November 
2015 die vom Verein I.________ angebotene Weiterbildung «…» (AB 70, 
72, 7; IV-Protokoll [in den Gerichtsakten] S. 4).

3.5.2 Seit 1. November 2015 arbeitet die Beschwerdeführerin mit einem 
Pensum von 20 % als «…» für die J.________ und verdient Fr. 14‘300.-- 
brutto im Jahr (AB 101). Zudem steht sie seit 1. Januar 2016 als «…» in 
einem unbefristeten Arbeitsverhältnis mit der K.________ AG, wobei sie 
den anfänglichen Beschäftigungsgrad von 20 % per 1. April 2017 auf 30 % 
erhöhte (AB 96) und seither ein Bruttojahresgehalt von Fr. 21‘719.-- erzielt 
(IV-Protokoll [in den Gerichtsakten] S. 4).

3.6 Nach der Aktenlage ist ausgewiesen, dass die Beschwerdeführerin 
im Vergleich zum Referenzzeitpunkt, in welchem ein rein hypothetisches 
Invalideneinkommen von Fr. 26‘229.-- angerechnet wurde (AB 51/2), 
spätestens im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 22. Juni 2017 
(AB 106) ein effektives Einkommen von Fr. 36‘019.-- erzielte (Fr. 14‘300.-- 
+ Fr. 21‘710.-- [vgl. E. 3.5.2 hiervor]). Damit wurde die Revisionsschwelle 
von Art. 31 IVG (vgl. E. 2.4.1 hiervor) klar überschritten, zumal die Ein-
kommensverbesserung nicht teuerungsbedingt ist (vgl. Art. 86ter der Ver-
ordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 
831.201]; Bundesamt für Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und 
Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], gültig ab 1. Januar 2015, 
Rz. 5015). Es liegt folglich ein erwerblicher Revisionsgrund vor (vgl. E. 2.4 
hiervor) und der Rentenanspruch ist in rechtlicher und tatsächlicher Hin-
sicht allseitig zu prüfen (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2017 IV Nr. 40 S. 122 E. 5.2.2). Die umfassende Prüfung hat 
dabei grundsätzlich auch die medizinische Situation zu erfassen.

3.7 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=9C_721%2F2010&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-198%3Ade&number_of_ranks=0#page198

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/17/729, Seite 12

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.8 Was den psychischen Gesundheitszustand anbelangt, wurden im 
Verlaufsbericht von Dr. med. G.________ und Dr. phil. H.________ 
(AB 93) die diagnostizierte Soziale Phobie (ICD-10: F40.1) bzw. PTBS 
(ICD-10: F43.1) nicht nachvollziehbar hergeleitet, so dass nicht beurteilt 
werden kann, ob die klassifikatorischen Voraussetzungen dieser Diagno-
sen überhaupt erfüllt sind (vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Interna-
tionale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], klinisch-
diagnostische Leitlinien, 10. Aufl. 2015, S. 193 f. und S. 207 f. sowie 
E. 2.2.1 hiervor) bzw. worauf die zur gutachterlichen Einschätzung abwei-
chende Diagnostik gründet. Mangels entsprechender Angaben ist sodann 
unklar, ob die Diagnosen unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhalten (vgl. E. 2.2.2 hiervor). Aus demselben 
Grund lässt der kurze Bericht ebenso wenig eine Prüfung der Standardindi-
katoren zu (vgl. E. 2.2.3 hiervor). Auch in somatischer Hinsicht ist der me-
dizinische Sachverhalt nicht abschliessend erstellt. Dr. med. D.________ 
stellte im Bericht vom 20. April 2017 (AB 100) – bei einem als stationär 
beschriebenen Gesundheitszustand – zwar teilweise neue Diagnosen, er 
äusserte sich hingegen weder zu den einzelnen funktionellen Einschrän-
kungen (im Sinne eines qualitativen Zumutbarkeitsprofils für leidensadap-
tierte Tätigkeiten) noch quantifizierte er die medizinisch-theoretische Resta-
rbeitsfähigkeit. Hinzu kommt, dass die somatischen Einschränkungen of-
fenbar mit der vom Orthopäden erwähnten anhaltenden Essstörung 
(AB 100/2 Ziff. 2.1) zusammenhängen, zumal Prof. Dr. med. B.________ 
bereits im Gutachten aus dem Jahre 2009 eine Adipositas per magna fest-
gestellt (AB 41/21 Ziff. 4) und eine Verbesserung der Arbeits- bzw. Leis-
tungsfähigkeit durch Gewichtsreduktion und Physiotherapie prognostiziert 
hatte (AB 41/22 Ziff. 6/1 lit. a). Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, 
ob die Adipositas überhaupt eine Invalidität bewirkt (vgl. Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 22. August 2008, 8C_74/2008, E. 2.2) bzw. ob 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/17/729, Seite 13

die Beschwerdeführerin zur diesbezüglichen Schadenminderung angehal-
ten werden könnte und müsste (vgl. Entscheid des BGer vom 24. Oktober 
2014, 9C_385/2014, E. 4.1 mit Hinweis auf BGE 138 V 457 E. 3.2 S. 461; 
vgl. auch Beschwerde S. 1). Wie es sich damit verhält, kann aber hier letzt-
lich offen bleiben.

Vorliegend erübrigen sich weitere diesbezügliche Abklärungen. Weitere 
medizinische Sachverhaltserhebungen im Rahmen einer entsprechenden 
Beweismassnahme oder nach Rückweisung der Sache an die Beschwer-
degegnerin könnten am Ergebnis nichts ändern. Denn wie aufzuzeigen 
sein wird (vgl. E. 5 hiernach), erreicht der Invaliditätsgrad unbesehen vor-
stehender Fragen angesichts des effektiv erzielten Invalidenlohns kein ren-
tenbegründendes Ausmass mehr.

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass 
die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst 
genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus 
der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die 
fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden 
können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu 
schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu ver-
gleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 
E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136).

4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns – 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/17/729, Seite 14

bzw. im Revisionszeitpunkt – nach dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in 
der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen 
Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 
28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 
E. 5.1). Für die Berücksichtigung einer beruflichen Weiterentwicklung müs-
sen praxisgemäss konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versi-
cherte Person einen beruflichen Aufstieg und ein entsprechend höheres 
Einkommen tatsächlich realisiert hätte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre. Sodann genügen blosse Absichtserklärungen der versicherten Per-
son nicht. Vielmehr muss die Absicht, beruflich weiterzukommen, durch 
konkrete Schritte wie Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums, Ablegung 
von Prüfungen usw. kundgetan worden sein. Bei der Prüfung der mutmass-
lichen beruflichen Entwicklung können unter Umständen aus einer beson-
deren beruflichen Qualifizierung im Invaliditätsfall Rückschlüsse auf die 
hypothetische Entwicklung gezogen werden, zu der es ohne Eintritt des 
Gesundheitsschadens gekommen wäre. Nach der Rechtsprechung ist eine 
solche Annahme unter anderem dann zulässig, wenn die angestammte 
Tätigkeit weitergeführt werden kann. Indessen darf aus einer erfolgreichen 
Invalidenkarriere in einem neuen Tätigkeitsbereich nicht ohne Weiteres 
abgeleitet werden, die versicherte Person hätte ohne Invalidität eine ver-
gleichbare Position auch im angestammten Tätigkeitsgebiet erreicht (SVR 
2017 BVG Nr. 9 S. 38 E. 2.2.2, IV Nr. 4 S. 9 E. 4.4.3, 2010 UV Nr. 13 S. 52 
E. 4.1).

4.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Übt die versicherte 
Person nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – ku-
mulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzu-
nehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer 
Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Ar-
beitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich 
der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 143 V 295 E. 2.2 
S. 296).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/17/729, Seite 15

5.

5.1 Die Beschwerdeführerin besuchte nach der Primarschule die Wei-
terbildungsklasse (WBK; 10. Schuljahr) und absolvierte hernach eine Be-
rufslehre als … (heute: … EFZ; AB 2/4 Ziff. 6). Danach stand sie vom 
1. August 1993 bis zur arbeitgeberseitigen Kündigung per 31. Dezember 
2009 (AB 33) in einem Arbeitsverhältnis mit der L.________, wobei sie 
zunächst während acht Monaten in einer … in … als stellvertretende … 
und danach in … im Vollpensum als … eingesetzt wurde (AB 7/28, 10/2, 
11/1 f., 14/2, 40/2, 41/28 f. Ziff. 2.1). Nach der Aktenlage erfolgte per 1. 
September 2006 invaliditätsbedingt eine Rückstufung zur Mitarbeiterin … 
(AB 15/3 Ziff. 2 lit. a, 21/1 Ziff. 7), zudem wurde der Beschäftigungsgrad 
nach Ausschöpfung des Taggeldanspruchs per 1. November 2007 redu-
ziert (AB 21/4). Die Beschwerdegegnerin stützte sich im Rahmen der ers-
ten Rentenverfügung vom 29. Oktober 2008 (AB 30) bzw. der Revisions-
verfügung vom 21. Oktober 2010 (AB 51) zur Ermittlung des Validenein-
kommens auf die jeweiligen Angaben der letzten Arbeitgeberin, wonach die 
Beschwerdeführerin im hypothetischen Gesundheitsfall im Jahr 2007 als … 
im Vollpensum ein Bruttojahreseinkommen von Fr. 52‘000.-- (AB 23) bzw. 
im Jahr 2009 ein solches von Fr. 53‘950.-- (AB 40/3 Ziff. 2.11; IV-Protokoll 
[in den Gerichtsakten] S. 1) erzielt hätte. Angepasst an die seitherige No-
minallohnentwicklung berechnete die Beschwerdegegnerin ein Validenein-
kommen von Fr. 57‘088.-- im 2017 (AB 106/1). Bei einer Aufindexierung 
anhand der massgebenden branchen- und geschlechtsspezifischen Ent-
wicklung (BGE 129 V 408, Entscheid des BGer vom 29. April 2015, 
8C_123/2015, E. 3.2.3; dem einschlägigen Gesamtarbeitsvertrag [GAV; 
abrufbar unter <www.L.________.ch] lassen sich keine Angaben hinsicht-
lich des Lohnaufstiegs entnehmen) resultiert zwar ein etwas höherer Wert 
von Fr. 58‘319.-- (Fr. 53‘950.-- / 107.2 x 108.3 [Bundesamt für Statistik 
{BFS}, Tabelle T1.2.05, Nominallohnentwicklung, Frauen, Abschnitt G/H, 
Index 2009 bzw. 2010] / 100 x 107.0 [BFS, Tabelle T1.2.10, Nominalloh-
nentwicklung, Frauen, Abschnitt G, Indexbasis 2010 bzw. Index 2017]), 
dies wirkt sich im Ergebnis jedoch nicht aus (vgl. E. 5.3 hiernach). 

Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (Beschwerde S. 2) bestehen 
zudem keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass sie im Validitätsfall in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/17/729, Seite 16

eine besser dotierte Funktion als … aufgestiegen wäre. Wenngleich sie 
gemäss eigenen Angaben nach der Berufslehre während acht Monaten als 
stellvertretende … eingesetzt wurde (AB 14/2, 41/28), war sie danach über 
Jahre hinweg als … tätig, ohne dass sie bis zum krankheitsbedingten Ar-
beitsausfall spezifische Karriereschritte in die Wege geleitet hätte. Sie hat 
beschwerdeweise denn auch darauf hingewiesen, dass für den Aufstieg zur 
... entsprechende Weiterbildungskurse erforderlich gewesen wären (Be-
schwerde S. 1), worauf auch der Internetauftritt der ehemaligen Arbeitgebe-
rin hindeutet (vgl. <www.L.________.ch). Dass sie vor ihrer Arbeitsunfähig-
keit überhaupt die Absicht zum Berufsaufstieg kundgetan hätte – was für 
sich alleine ohnehin nicht genügte (vgl. E. 4.2 hiervor) –, wird weder gel-
tend gemacht noch wäre dies durch echtzeitliche Unterlagen (beispielswei-
se Protokolle der Mitarbeitergespräche) dokumentiert. Die nunmehr erfolg-
reich abgeschlossene Weiterbildung («...» bzw. «...»; vgl. dazu 
<www....ch>, Rubrik: …; …) bietet der Beschwerdeführer trotz bzw. gerade 
zufolge ihrer Erfahrungen im Zusammenhang mit ihrer Erkrankung Mög-
lichkeiten auf dem freien Arbeitsmarkt. Den entsprechenden Kurs konnte 
sie wegen ihrer Krankheitserfahrung besuchen, vor diesem Hintergrund 
kann nicht darauf geschlossen werden, sie hätte auch ohne Eintritt des 
Gesundheitsschadens in diesen Bereich gewechselt (vgl. E. 4.2 hiervor).

5.2 Die Beschwerdeführerin erzielt mit ihren zwei separaten Arbeitsver-
hältnissen (vgl. E. 3.5.2 hiervor) in einem Beschäftigungsgrad von insge-
samt 50 % ein Bruttojahresgehalt von total Fr. 36‘019.-- (AB 101; Akten der 
Beschwerdeführerin, Beschwerdebeilagen [BB] 3 und 5; IV-Protokoll [in 
den Gerichtsakten] S. 4; Aktennotiz vom 25. September 2017 bzw. Lohn-
konto 2017 [beides in den Gerichtsakten]). Da sie die Tätigkeit für die 
J.________ bereits seit 1. November 2015 bzw. jene für die K.________ 
AG ab 1. Januar 2016 ohne jegliche Krankheitsausfälle bewältigt (AB 96/5 
Ziff. 2.13; 101/3 Ziff. 2.14), ist von besonders stabilen Arbeitsverhältnissen 
auszugehen. Der Beschäftigungsgrad im letzteren Arbeitsverhältnis wurde 
zwar erst per 1. April 2017 um 10 % erhöht (AB 96/3 Ziff. 2.9; BB 4 f.), in 
den rund drei Monaten bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 
22. Juni 2017 (AB 106), welche den massgebenden Überprüfungszeitpunkt 
markiert (vgl. BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 140), er-
gaben sich indes keinerlei Anzeichen, dass diese geringfügige Änderung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/17/729, Seite 17

zu invaliditätsbedingten Absenzen geführt hätte. Vielmehr hat die Be-
schwerdeführerin noch in ihrer Rechtsschrift vom 24. August 2017 (S. 1) 
eingeräumt, dass ihr die Beschäftigung zumutbar ist. So hat sie explizit 
erklärt, die aktuelle Arbeitszeit liege «am oberen Limit»; mithin kommt sie in 
die Nähe ihrer subjektiven Grenzen, ohne diese zu überschreiten. Insoweit 
verwertet sie erstmals das gutachterlich attestierte Rendement hinreichend 
und ist deshalb nun auf das effektiv erzielte Einkommen abzustellen. Dies 
korreliert auch mit ihren Angaben vom 28. Februar 2017, wonach sich der 
Gesundheitszustand im Vergleich zum letzten Rentenentscheid, dem die 
Annahme einer Restarbeitsfähigkeit von 50 % zu Grunde lag (AB 84/1), gar 
verbessert habe (AB 88/1 Ziff. 1.1). Schliesslich bestätigten beide Arbeit-
geberinnen, dass das ausgerichtete Gehalt keine Soziallohnkomponente 
enthält (AB 96/4 Ziff. 2.10, 101/2 Ziff. 2.10). Die Beschwerdeführerin hat 
damit den Tatbeweis erbracht, dass sie trotz der ihr diagnostizierten Ein-
schränkungen zumindest in der Lage ist, das entsprechende Einkommen 
zu erwirtschaften, womit die Beschwerdegegnerin die Summe von insge-
samt Fr. 36‘019.-- richtigerweise als Invalidenlohn heranzog. Ob medizi-
nisch-theoretisch allenfalls sogar ein höheres Arbeitspensum zumutbar 
wäre, kann in Anbetracht des Ergebnisses der nachstehenden Invaliditäts-
bemessung letztlich offen bleiben.

5.3 Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen resul-
tiert ein abgerundeter (vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123) und ren-
tenausschliessender (vgl. E. 2.3 hiervor) Invaliditätsgrad von 38 % 
([Fr. 58‘319.-- ./. Fr. 36‘019.--] / Fr. 58‘319.-- x 100). Die Beschwerdegegne-
rin hob die laufende halbe Invalidenrente folglich zu Recht in Anwendung 
von Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV mit Verfügung vom 22. Juni 2017 (AB 106) 
per 31. Juli 2017 auf. Die dagegen erhobene Beschwerde ist unbegründet 
und abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/17/729, Seite 18

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen. 

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin 
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/17/729, Seite 19

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.