# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 55202691-4b4d-5794-b42a-062c77f0a701
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 01.03.2016 120 2015 42
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_120-2015-42_2016-03-01.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

Das Verwaltungsgericht hat eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde 

abgewiesen (VGE 2016/91 vom 14.1 1.2016).

RA Nr. 120/2015/42 Bern, 1. März 2016

in der Beschwerdesache zwischen

A.________
Beschwerdeführerin

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt M.________

und

Baupolizeibehörde der Gemeinde Köniz, Bauinspektorat, Landorfstrasse 1, 3098 Köniz

betreffend die Verfügung der Baupolizeibehörde der Gemeinde Köniz vom 1. Juni 2015 
(Baugesuch Nr. 16'814; Dachflächenfenster)

I. Sachverhalt

1. Am 15. Juni 2010 erteilte die Gemeinde Köniz der Erbengemeinschaft C.________ 

die Baubewilligung für den Umbau und die Umnutzung der bestehenden Scheune als 

Wohnhaus mit 7 Wohnungen sowie für den Neubau eines Autounterstandes und einer 

Laube mit Aussentreppe auf Parzelle Köniz Gbbl. Nr. B.________. Die Bewilligung 

umfasste im Bereich des mächtigen Giebeldaches auf der Nordwestfassade 

Schrägdachverglasungen, die auf einer Linie angeordnet waren. Den Ausführungsplänen 

stimmte die Kantonale Denkmalpflege (KDP) mit Schreiben vom 27. Oktober 2010 

grundsätzlich zu. In der am 8. März 2012 eingereichten Selbstdeklaration gab der 

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zuständige Projektleiter an, das Bauvorhaben sei entsprechend den bewilligten Plänen 

ausgeführt worden.  

2. Die Parzelle Köniz Gbbl. Nr. B.________ liegt in der Wohnzone W, Bauklasse IIa mit 

einer zulässigen Ausnützungsziffer von 0.6. Sie gehört zum kommunalen 

Ortsbildschutzgebiet Nr. D.________ der Gemeinde Köniz. Nach dem alten Bauinventar 

der Gemeinde Köniz gehörte das Gebäude zur Baugruppe Nr. I.________; im neuen 

Bauinventar zur Baugruppe N.________. Das Gebäude selber ist jedoch kein Baudenkmal.

3. Anlässlich einer Routinekontrolle stellte das Bauinspektorat der Gemeinde Köniz fest, 

dass die Bauherrschaft in Abweichung der erteilten Baubewilligung einerseits einen 

zusätzlichen Balkon an der Nordostfassade anbauen und andererseits verschiedene 

Belichtungselemente in den Dachflächen einbauen liess. Mit Schreiben vom 3. Dezember 

2012 forderte das Bauinspektorat die Erbengemeinschaft C.________ auf, zu den 

Änderungen Stellung zu nehmen. Am 22. März 2013 reichte die Beschwerdeführerin bei 

der Gemeinde Köniz eine Projektänderung für den Balkon an der Nordostfassade sowie für 

die Anordnung der Dachflächenfenster ein. Mit Schreiben vom 19. Juni 2013 informierte 

das Bauinspektorat die Beschwerdeführerin, dass die KDP die Anordnung der 

Dachflächenfenster als nichtbewilligungsfähig erachte, aber dass sie als Kompromiss nur 

den Rückbau der oberen drei Dachflächenfenster verlange. Der Gemeinderat beabsichtige 

deshalb, abgesehen von den drei oberen Dachflächenfenstern in der nordwestlichen 

Hauptdachfläche die neu angeordneten Fenster anstelle der Schrägdachverglasung sowie 

den Balkon zu bewilligen. Für die drei oberen Dachflächenfenster sehe er die 

Wiederherstellung vor. Mit demselben Schreiben räumte das Bauinspektorat der 

Beschwerdeführerin die Gelegenheit zur Stellungnahme ein. Die Beschwerdeführerin 

äusserte sich mit Schreiben vom 25. Juli 2013 zum beabsichtigten Vorgehen. 

4. Mit Entscheid vom 1. Juni 2015 erteilte die Gemeinde Köniz der Beschwerdeführerin 

für den Balkon an der Nordostfassade, die Dachflächenfenster sowie für den Einbau 

transparenter Dacheindeckungen die Baubewilligung. Für die drei Dachflächenfenster 

oberhalb der mittleren Reihe in der nordwestlichen Hauptdachfläche erteilte sie den 

Bauabschlag und ordnete die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes an. 

Zusammen mit dem Entscheid stellte die Gemeinde den Fachbericht der KDP vom 5. 

August 2014 zu.

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5. Gegen diesen Entscheid reichte die Beschwerdeführerin am 2. Juli 2015 Beschwerde 

bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragt, 

der Bauentscheid vom 1. Juni 2015 sei aufzuheben, soweit der Bauabschlag und die 

Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes für die drei Dachflächenfenster oberhalb 

der mittleren Reihe in der nordwestlichen Hauptdachfläche angeordnet worden sei. Das 

nachträgliche Baugesuch sei auch in Bezug auf die erwähnten Dachflächenfenster zu 

bewilligen, eventuell sei auf die Wiederherstellung zu verzichten.

6. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, holte die 

Vorakten sowie die Stellungnahme der Gemeinde ein. Die Gemeinde beantragt die 

Abweisung der Beschwerde und hält an der angefochtenen Verfügung fest. Das Rechtsamt 

führte im Beisein der Parteien und einer Vertretung der KDP einen Augenschein mit 

Instruktionsverhandlung durch. Es edierte zudem die Baugesuchsunterlagen der 

angerufenen Vergleichsobjekte. Die Parteien erhielten Gelegenheit, sich zum Protokoll des 

Augenscheins sowie zu den edierten Unterlagen zu äussern. In ihren Schlussbemerkungen 

bestätigt die Beschwerdeführerin ihre Rechtsbegehren und ergänzt sie insofern, dass die 

Bewilligung allenfalls mit Auflagen oder Bedingungen zu erteilen sei. Eventuell sei auf die 

Wiederherstellung − allenfalls mit Auflagen und Bedingungen − zu verzichten.  

Auf die Rechtsschriften, die Unterlagen sowie auf das Ergebnis des Augenscheins wird, 

soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191).

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II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen 

Angefochten sind ein Bauentscheid und eine Wiederherstellungsverfügung. Nach Art. 40 

Abs. 1 und Art. 49 Abs. 1 BauG2 können Bauentscheide und baupolizeiliche Verfügungen 

innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Beschwerde bei der BVE angefochten werden. Die 

Beschwerdeführerin ist als Adressatin durch die angefochtene Verfügung beschwert und 

daher zur Beschwerde legitimiert. Auf ihre form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde 

ist einzutreten.

2. Verletzung des rechtlichen Gehörs

a) Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz habe ihr rechtliches Gehör verletzt, 

indem sie ihr den Bericht der KDP vom 5. August 2014 erst zusammen mit dem 

angefochtenen Bauentscheid eröffnet habe. Sie habe keine Gelegenheit gehabt, sich dazu 

zu äussern.

b) Die Vorinstanz macht geltend, da es sich um ein nachträgliches 

Baubewilligungsverfahren handle, habe der Bericht der KDP der Bauherrschaft ohnehin 

nicht vor der Ausführung des Bauvorhabens zur Kenntnis gebracht werden können. Zudem 

umschreibe der Bericht für die Bauherrschaft keine neuen oder unbekannten Tatsachen 

und Auflagen. Eine vorgängige Eröffnung des Berichtes an die Bauherrschaft hätte keine 

Auswirkungen auf den Ausgang des Verfahrens gehabt.

c) Der Anspruch der Parteien auf rechtliches Gehör ist eine grundlegende 

Verfahrensgarantie.3 Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 21 ff. VRPG4 gibt den 

Parteien das Recht, sich zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht 

in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der 

Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum 

2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721).
3 Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 19. April 1999 (BV; SR 
101); Art. 26 Abs. 2 der Verfassung des Kantons Bern vom 6. Juni 1993 (KV; BSG 101.1).
4 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21).

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Beweisergebnis zu äussern. Dies bedeutet, dass den Beteiligten jede eingereichte 

Stellungnahme zur Kenntnis zu bringen ist, sofern nicht überwiegende öffentliche oder 

private Interesse an deren Geheimhaltung bestehen.5 Dies unabhängig davon, ob die 

Stellungnahmen neue Tatsachen oder Argumente enthalten und ob sie den Entscheid 

tatsächlich zu beeinflussen vermögen.6

Das rechtliche Gehör ist ein formeller Anspruch; die Verletzung des rechtlichen Gehörs 

führt deshalb grundsätzlich zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Die 

Gehörsverletzung kann aber geheilt werden, wenn die Rechtsmittelinstanz dieselbe 

Kognition hat wie die Vorinstanz und der beschwerdeführenden Person aus der Heilung 

kein Nachteil erwächst. Bei besonders schwerwiegenden Gehörsverletzungen schliesst die 

Rechtsprechung jedoch eine Heilung grundsätzlich aus. Die Heilung des rechtlichen 

Gehörs ist allenfalls bei der Kostenverlegung zu berücksichtigen. 7

d) Es ist zwischen den Parteien unbestritten und geht auch aus dem Entscheid vom 

1. Juni 2015 hervor, dass die Vorinstanz der Beschwerdeführerin die Stellungnahme der 

KDP vom 5. August 2014 erst zusammen mit dem angefochtenen Entscheid eröffnete. Die 

Beschwerdeführerin konnte sich dementsprechend im vorinstanzlichen Verfahren zu 

diesem Bericht nicht äussern. Die Gemeinde hat der Beschwerdeführerin allerdings den 

Bericht der KDP vom 26. Februar 2013 zugestellt. Die Beschwerdeführerin hatte somit die 

Gelegenheit, sich zur Beurteilung des Bauvorhabens durch die KDP zu äussern. Deren 

erneute Stellungnahme vom 5. August 2014 enthält keine neuen Tatsachen und rechtliche 

Einschätzungen. Dennoch hätte dieser Bericht der Beschwerdeführerin zugestellt werden 

müssen. Die Gemeinde hat, wenn auch nur geringfügig, das rechtliche Gehör der 

Beschwerdeführerin verletzt. Dass das Bauvorhaben bereits erstellt war, ändert an diesem 

Umstand nichts.

e) Gemäss Art. 40 Abs. 3 BauG kommt der BVE als Beschwerdeinstanz die volle 

Überprüfungsbefugnis zu. Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin den Fachbericht der 

KDP vom 5. August 2014 mit dem Entscheid vom 1. Juni 2015 zugestellt. Sie konnte sich 

in ihrer Beschwerde damit auseinandersetzen und sich dazu umfassend äussern. Die 

5 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 38-
39 N. 9b.
6 BGE 137 I 195 E. 2.3.1.
7 BVR 2012 S. 28 E. 2.3.5; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 21 
N. 16.

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Beschwerdeführerin konnte ihre Rechte somit im Beschwerdeverfahren vollumfänglich 

wahrnehmen. Ihr erwächst durch die Heilung der Gehörsverletzung keinen Nachteil. Die 

Aufhebung des Entscheids mit Rückweisung an die Vorinstanz würde somit lediglich zu 

einer unnötigen Verfahrensverlängerung führen. Da die Gehörsverletzung nur sehr 

geringfügig ist und der Beschwerdeführerin dadurch kein Mehraufwand entstanden ist, ist 

sie bei der Verlegung der Kosten nicht zu berücksichtigen.

3. Kommunale Ästhetikvorschriften

a) Das Bauvorhaben befindet sich im Ortsbildschutzgebiet Nr. D.________ der 

Gemeinde Köniz. Die Beschwerdeführerin macht geltend, der Einbau der drei 

Dachflächenfenster sei mit den kommunalen Ästhetikvorschriften vereinbar. 

b) Gemäss Art. 16 GBR8 umfassen Ortsbildschutzgebiete Siedlungen und 

Siedlungsteile – wie Quartiere, Dörfer, Weiler und Baugruppen – von besonders hoher 

Qualität. Ihre das Quartier prägende bauliche und aussenräumliche Struktur ist zu erhalten 

beziehungsweise sinngemäss zu erneuern. Neu- und Umbauten haben sich bezüglich 

Stellung, Volumen und Gestaltung ins Ortsbild einzufügen. Bauten sind so zu gestalten, 

dass sich zusammen mit ihrem näheren und weiteren Umfeld eine gute Gesamtwirkung 

ergibt (Art. 16 i.V.m. Art. 14 GBR). 

c) Das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) hat Gestaltungsgrundsätze 

erarbeitet für die Eingriffe in das Dach von Bauernhäusern ausserhalb der Bauzone.9 Die 

Gemeinde Köniz beurteilt Veränderungen an Dächern von Bauernhäusern in 

Ortsbildschutzgebieten nach diesen Grundsätzen.10 Danach soll die Belichtung des 

Dachraumes von altrechtlichen Bauernhäusern in erster Linie über die Fenster in der 

Fassade erfolgen. Lichtbänder und Dachflächenfenster in der Hauptdachseite sollen auf 

einer Linie angeordnet werden. Da Bauten in der Bauzone nicht der restriktiven 

Nutzungsbeschränkung von Bauten ausserhalb der Bauzone unterliegen, dürfen die 

Fensterflächen jedoch grosszügiger ausgestaltet werden, als dies die 

8 Baureglement der Gemeinde Köniz vom 7. März 1993, genehmigt durch die Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion am 21. Dezember 1993 (GBR).
9 Gestaltungsgrundsätze zu Artikel 24c RPG – Änderung von altrechtlichen Bauten und Anlagen, Fassung Juni 
2015.
10 Vgl. Augenscheinprotokoll vom 26. Oktober 2015, S. 6, Votum W._________.

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Gestaltungsgrundsätze vorsehen. Allerdings sollen auch bei solchen Bauten 

Dachflächenfenster grundsätzlich auf einer Linie angeordnet werden.11

Bei der Auslegung von selbständigen Ästhetiknormen kommt den Gemeinden auf Grund 

der Gemeindeautonomie ein gewisser Beurteilungsspielraum zu.12 Die 

Gestaltungsgrundsätze des AGR sind auf Bauten ausserhalb der Bauzone zugeschnitten. 

Die Dächer von landwirtschaftlichen Bauten treten jedoch unabhängig davon, ob sie sich in 

der Landwirtschafts- oder der Bauzone befinden, auf Grund ihrer Grösse markant in 

Erscheinung. Dass sich die Gemeinde bei der ästhetischen Beurteilung des Umbaus eines 

ursprünglich landwirtschaftlich genutzten Gebäudes an den vom AGR ausgearbeiteten 

Gestaltungsgrundsätze orientiert, überschreitet ihren Ermessensspielraum nicht und ist 

nicht zu beanstanden.

d) Das Ortsbildschutzgebiet Nr. D.________ wird im kommunalen Inventar der 

Ortsbilder wie folgt beschrieben: "Die Hofgruppe F.________ liegt am südwestlichen 

Siedlungsrand des Neubaugebietes von Schliern am Hangfuss des F.________hubels. Die 

drei, in einer räumlich spannenden Beziehung zueinander stehenden mächtigen 

Bauernhöfe, liegen an einer alten – schon im Fischplan (1810) nachweisbaren – 

Wegverbindung. Die aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammende Bausubstanz ist 

weitgehend intakt; ebenso der stark durchgrünte bäuerliche Umschwung, wie Hoflinde, 

Hofstatt und gepflegte Bauerngärten. Der Hof Nr. E.________ ist nicht mehr in Betrieb. 

Das heute noch unüberbaute Feld zwischen F.________ und dem Neubaugebiet Schliern 

im Nord-Osten ist der Zone für Freizeit und Sport zugeordnet. Ein Teil der Hofgruppe ist 

gemäss rechtskräftigem Zonenplan Baugebiet. Nicht nur die Hofgruppe, sondern auch der 

sie umgebende Nahbereich insb. der F.________hubel ist von jeglicher Bautätigkeit und 

anderer als landwirtschaftlicher Nutzung freizuhalten."13 Der Augenschein hat gezeigt, dass 

die Bauernhäuser grösstenteils markante homogene Dachflächen aufweisen. Zwar wurde 

bei einigen Gebäuden Glasziegel, einzelne Dachfenster oder Solarpanels eingebaut,14 

trotzdem bleibt der Charakter der homogenen Dachfläche in seinen Grundzügen erhalten. 

Die Beschwerdeführerin hat die Dachgestaltung des ursprünglichen Projektes zusammen 

mit einer Vertreterin der KDP ausgearbeitet. Das grosse Dach der Nordwestfassade war 

11 Vgl. Augenscheinprotokoll vom 26. Oktober 2015, S. 4 und 5, Votum G.________.
12 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art 9/10 N. 5.
13 Vgl. Objektblatt zur Hofgruppe F.________, abrufbar über den Zonenplan der Gemeinde Köniz
14 Vgl. Foto Nrn. 20/22 der Fotodokumentation zum Augenscheinprotokoll vom 26. Oktober 2015.

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einzig durch eine gleichmässige und auf einer Linie verlaufenden Schrägdachverglasung 

durchbrochen.15 Die Gemeinde hat dieses Projekt bewilligt. Die ausgeführte 

Dachgestaltung weist demgegenüber mehrere Unterbrüche auf: Auf der nordwestlichen 

Dachfläche befinden sich im unteren Teil des Daches Glasziegel sowie Dachverglasungen. 

Zudem hat die Beschwerdeführerin im mittleren sowie nordöstlichen Bereich auf einer Linie 

und im südwestlichen Bereich etwas erhöht Dachflächenfenster eingebaut. Schliesslich 

befinden sich über den mittleren Dachflächenfenstern die drei vorliegend umstrittenen 

Dachflächenfenster. Diese sind im Vergleich zu den übrigen Dachflächenfenstern etwas 

grösser und als Material dient nicht Holz sondern Plastik.16 

e) Streitgegenstand bilden nur die oberen drei in der Mitte des Daches liegenden 

Dachflächenfenster. Trotzdem können diese nicht isoliert betrachtet werden. Zuerst gilt es, 

das Dach als Gesamtes zu betrachten. Dieses weist im Vergleich zu den umliegenden 

Dächern mehr Eingriffe in die ursprünglich homogene Dachfläche auf. Die vier 

verschiedenen Belichtungselemente, welche auf unterschiedlicher Höhe des Daches 

liegen, führen zu einer sehr unruhigen Dachgestaltung. Die Gestaltung des Gebäudes hebt 

sich dadurch von der vorherrschenden Bauweise des Ortsbildschutzperimeters deutlich ab. 

Obwohl das Gebäude am Rande liegt, wirkt sich dessen Dachgestaltung auf die 

Gesamterscheinung des Ortsbildes negativ aus. Das Dach ist sowohl von der 

G.________strasse als auch von der J.________strasse einsehbar. Die Dachgestaltung 

fügt sich nicht gut in seine Umgebung ein.

f) Der Beschwerdeführerin ist allerdings beizupflichten, dass die von der Vorinstanz 

bewilligte Dachgestaltung bereits unruhig wirkt. Sie ist mit den Gestaltungsgrundsätzen des 

AGR auch nicht vereinbar, da sie die Anordnung von verschiedenen Belichtungselementen 

auf drei Reihen erlaubt. Dies bedeutet hingegen nicht, dass bei der Frage der 

Bewilligungsfähigkeit von weiteren Dachflächenfenstern deren Auswirkungen auf die 

Ästhetik nicht mehr zu berücksichtigen wäre. Die umstrittenen Dachflächenfenster bilden 

zusammen mit den unteren Fenstern eine Doppelreihe von Dachflächenfenstern. Dieses 

Element unterbricht die Dachfläche nicht nur in horizontaler sondern auch in vertikaler 

Hinsicht und widerspricht den Gestaltungsgrundsätzen des AGR diametral. Die 

doppelreihige Anordnung von Dachflächenfenstern findet sich auch auf keinem der 

umliegenden Dächer. Die umstrittenen Fenster unterscheiden sich zudem nicht nur in der 

15 Vgl. Vorakten, Plan P 4.
16 Vgl. Foto Nrn. 13 und 14 der Fotodokumentation zum Augenscheinprotokoll vom 26. Oktober 2015.

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Materialisierung, sondern auch bezüglich der Grösse von den übrigen Fenstern. Diese 

Abweichung ist nicht nur vom Innern des Gebäudes ersichtlich, sondern fällt auch bei der 

Aussenbetrachtung auf.17 Als zusätzliches Element führen die drei Dachflächenfenster zu 

einer weiteren Verschlechterung der Ästhetik der Dachgestaltung. Sie verstärken die 

Unruhe der Dachgestaltung und führen somit dazu, dass sie sich insgesamt noch 

schlechter ins Ortsbild einfügt. Der Einbau von diesen drei Dachflächenfenstern 

widerspricht damit unabhängig vom bereits bewilligten Zustand den kommunalen 

Ästhetikvorschriften. 

4. Denkmalschutz

a) Die Beschwerdeführerin führt aus, das Gebäude sei weder schützens- noch 

erhaltenswert gemäss Art. 10a ff. BauG. Die Baugruppe N.________ nehme vorab auf die 

Geometrie Bezug und das Gebäude sei im Text zur Baugruppe N.________ auch nicht 

mehr erwähnt, womit unterstrichen werde, dass bezüglich dieser Liegenschaft kein Schutz 

existiere.

b) Baugruppen werden zwar in Bauinventare aufgenommen, hingegen wird ihnen weder 

die Qualifikation erhaltens- noch schützenswert zugeschrieben. Allfällige Veränderungen 

innerhalb einer Baugruppe sind sorgfältig, mit Blick auf das Ganze und unter Beratung der 

Fachstelle zu planen.18 Baudenkmäler dürfen durch Veränderungen in ihrer Umgebung 

nicht beeinträchtigt werden (Art. 10b Abs. 1 letzter Satz BauG).

c) Bei der Baugruppe N.________ handelt es sich um den bäuerlichen Weiler 

F.________, der im Bauinventar wie folgt beschrieben wird: "Bäuerlicher Weiler, bestehend 

aus 3 Gehöften mit ihren Nebenbauten, um einen Dreiweg gruppiert. Die Hauptfronten der 

Bauernhäuser sind aufeinander bezogen. 2 Bauernhäuser gehen ins 18. Jh. zurück 

(J.________ strasse 53 u. F.________strasse E.________), das dritte ist ein Bau von 

1833. Die dazugehörenden Stöckli sind jeweils jünger, hingegen stammen die 3 Speicher 

ebenfalls aus dem 18. Jh. (...). An der Weggabelung im Zentrum des Weilers steht ein 

Ofenhaus (J.________strasse 53e). Ein zweites Ofenhaus (H.________strasse 57) steht 

17 Augenscheinprotokoll vom 26. Oktober 2015, S. 3, Votum Vorsitzende.
18 Vgl. Nathalie Guex, Betrachtungen zum Thema Denkmalpflege und Baubewilligungsverfahren, in KPG-
Bulletin 2006 S. 94, Ziffer 2.1.2, mit Hinweisen.

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am S-Rand der Baugruppe. Das Dritte Ofenhaus am O-Rand ist zugleich auch ein Stöckli 

(F.________strasse 81). Alle Gebäude sind von ansprechender, die beiden älteren 

Bauernhäuser sogar von hervorragender Qualität. Die Ausläufer der Neubauquartiere von 

Schliern kommen nur etwa 200 m an den Weiler heran u. stören das idyllische Ortsbild 

kaum."19 Das alte Bauinventar umschrieb die Baugruppe (damals Baugruppe I.________) 

kürzer aber inhaltlich gleich wie folgt: "Bäuerlicher Weiler, in seiner Intaktheit kontrastierend 

mit der westlich anschliessenden Agglomeration Schliern. 3 wirkungsvoll mit ihren 

Hauptfronten aufeinander bezogene Gehöfte, um einen Dreiweg gruppiert. Ausnehmend 

stattliche, firstparallele Bauernhäuser mit rechtwinklig zugeordneten Nebenbauten des 

18./19, Jh."20 Die Beschwerdeführerin beantragte im Rahmen der Überarbeitung des 

Bauinventars, dass ihr Gebäude aus der Baugruppe entlassen werde. Auf Grund der 

räumlichen Nähe zu den eingestuften Gebäuden lehnte es die KDP ab, das Gebiet der 

Baugruppe so zu verkleinern, dass die Baute nicht mehr Teil der Baugruppe wäre.21

d) Wie bereits erläutert, gliedern sich die Dachgestaltung des gesamten Gebäudes aber 

insbesondere die zusätzlichen drei Dachfenster nicht gut in das bestehende Ortsbild ein. 

Die Dachgestaltung mit den vielen verschiedenen Elementen tritt innerhalb der Baugruppe 

deutlich in Erscheinung. Jedes zusätzliche Element trägt dazu bei. Damit beeinträchtigt die 

unruhige Dachgestaltung das ansonsten idyllisch anmutende Ortsbild und wirkt sich 

negativ auf das Erscheinungsbild der Baugruppe aus. Das Bauvorhaben verletzt somit 

nicht nur kommunale Ästhetikvorschriften sondern auch Art. 10b Abs. 1 BauG. 

5. Ungleichbehandlung im Unrecht

a) Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Gemeinde habe bei Vergleichsobjekten, 

welche einen höheren Schutzgrad aufwiesen, Veränderungen der Dachlandschaft 

zugelassen. Bei der J.________strasse 53 habe sie die Vollverglasung der Ründe zwar 

nicht bewilligt, aber sie habe auf die Wiederherstellung verzichtet. Zudem dulde sie 

anscheinend, dass auf der Nordostfassade fünf Dachflächenfenster auf drei verschiedenen 

Ebenen eingebaut worden seien. Beim Gebäude K.________strasse 164 sei die 

19 Bauinventar des Kantons Bern, Gemeinde Köniz, Baugruppe N.________, Kurzbeschrieb, genehmigt am 
26.9.2014.
20 Altes Bauinventar des Kantons Bern, Gemeinde Köniz, Baugruppe I.________, Kurzbeschrieb, einsehbar bei 
der KDP
21 Vgl. Schreiben der KDP vom 3. Juni 2014, Revision des Bauinventars Köniz.

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Dachgestaltung im Einvernehmen mit der kantonalen Dankmalpflege bewilligt worden und 

die Gemeinde habe auch hier bezüglich des zusätzlich eingebauten Dachflächenfensters 

aus Gründen der Verhältnismässigkeit auf die Wiederherstellung verzichtet und 

angeordnet, dass diese bei der nächsten Dachsanierung zu erfolgen habe. Die 

Dachgestaltung des Gebäudes L.________strasse 92 sei von der Gemeinde am 18. 

August 2000 anstandslos bewilligt worden. Am 11. Juli 2012 habe die Gemeinde zusätzlich 

einen Aussenkamin für die Holzheizung bewilligt. Die Gemeinde wende ihre eigenen sowie 

die kantonalen Schutzbestimmungen unterschiedlich an und verletze damit das Gebot 

rechtsgleicher Behandlung sowie das Willkürverbot.

b) Das Gebot rechtsgleicher Behandlung nach Art. 8 Abs. 1 BV22 ist ein 

verfassungsmässiges Recht. Die Rechtsgleichheit gebietet, Gleiches nach Massgabe 

seiner Gleichheit gleich und Ungleiches nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich zu 

behandeln.23 Der Umstand, dass das Gesetz in anderen Fällen nicht oder nicht richtig 

angewendet worden ist, gibt dem Bürger grundsätzlich keinen Anspruch darauf, ebenfalls 

abweichend vom Gesetz behandelt zu werden. Der Grundsatz der Gesetzmässigkeit der 

Verwaltung geht dem Rechtsgleichheitsprinzip, und damit dem Anspruch auf 

Gleichbehandlung im Unrecht, in der Regel vor. Auf Gleichbehandlung im Unrecht besteht 

ausnahmsweise ein Anspruch, wenn die Behörde nicht nur in einem oder einigen Fällen, 

sondern in ständiger Praxis vom Gesetz abweicht und zu erkennen gibt, dass sie auch in 

Zukunft nicht gesetzeskonform handeln werde. Selbst wenn diese Voraussetzungen erfüllt 

sind, können öffentliche Interessen oder berechtigte Interessen Dritter an einer 

gesetzmässigen Rechtsanwendung der Gleichbehandlung im Unrecht entgegenstehen.24 

Bei einer erstmaligen gerichtlichen Überprüfung ist zudem davon auszugehen, dass die 

Behörde eine rechtswidrige Praxis anpasst.25

c) Der Beschwerdeführerin ist beizupflichten, dass die Gemeinde Köniz in der 

Vergangenheit bei der Bewilligung von Dachgestaltungen eine grosszügige Haltung 

eingenommen hat. Ebenfalls korrekt ist, dass die Vergleichsobjekte als Baudenkmäler den 

grösseren denkmalpflegerischen Schutz geniessen als das zu beurteilende Gebäude. Aus 

22 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101)
23 Regina Kiener/Walter Kälin, Grundrechte, 2. Auflage, Bern 2013, S. 414.
24 BGer 1C_400/2014 vom 4.12.2014, E. 2.3. 
25 BGer 1C_43/2015 vom 6.11.2015, E. 6.

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dem Schreiben vom 19. Juni 201326 geht hervor, dass die Gemeinde auch bei der 

Dachgestaltung des Gebäudes der Beschwerdeführerin einen Kompromiss eingegangen 

ist. Sie hat auch dort grosszügig verschiedene Dachbelichtungselemente bewilligt. Der 

Vertreter der Gemeinde hat anlässlich des Augenscheines ausgeführt, es bleibe für ihn ein 

Rätsel, dass die vier sich im südlichen Bereich der nordwestlichen Dachfläche befindenden 

Dachflächenfenster bewilligt worden seien.27 Er schliesst sich auch dem Votum des 

Vertreters der KDP an, wonach das Bauvorhaben an der K.________strasse kaum unter 

Einbezug der KDP erfolgt sei.28 Mit diesen Aussagen hat die Gemeinde zum Ausdruck 

gebracht, dass sie in Zukunft ihren eigenen Ästhetikvorschriften aber auch dem 

denkmalpflegerischen Schutz grösseres Gewicht beimessen will, als sie dies in der 

Vergangenheit getan hat. Sie gibt zu erkennen, dass sie in Zukunft an ihrer bisherigen, 

allenfalls gesetzeswidrigen, Praxis nicht festhalten will. Davon ist im Übrigen auch auf 

Grund der nun erfolgten oberinstanzlichen Beurteilung auszugehen. Die 

Beschwerdeführerin hat somit unabhängig davon, ob die Gemeinde in anderen Fällen 

Dachgestaltungen bewilligt hat, welche weder mit dem Denkmalschutz noch mit den 

Ästhetikvorschriften der Gemeinde vereinbar sind, keinen Anspruch auf Gleichbehandlung 

im Unrecht. Auch diese Rüge erweist sich als unbegründet.

6. Wiederherstellung

a) Die Beschwerdeführerin ist der Meinung, die Wiederherstellung des rechtmässigen 

Zustandes sei unverhältnismässig, da die von der Vorinstanz angestrebte ruhige 

Dachgestaltung ohnehin nicht mehr erreicht werden könne. Eine Entfernung der strittigen 

Dachflächenfenster entfalte hinsichtlich des Zweckes nicht die angestrebte Wirkung, sei 

daher ungeeignet und somit unverhältnismässig. 

b) Wird ein Bauvorhaben ohne Baubewilligung oder in Überschreitung einer 

Baubewilligung ausgeführt oder werden bei der Ausführung eines bewilligten Vorhabens 

Vorschriften missachtet, so setzt die Baupolizeibehörde dem jeweiligen Grundeigentümer 

oder Baurechtsinhaber eine angemessene Frist zur Wiederherstellung des rechtmässigen 

Zustandes unter Androhung der Ersatzvornahme (Art. 46 Abs. 1 und Abs. 2 BauG). Mit der 

26 Vorakten pag. 94
27 Augenscheinprotokoll vom 26. Oktober 2015, S. 5, Votum W.________.
28 Augenscheinprotokoll vom 26. Oktober 2015, S. 14, Votum G._________ sowie S. 15, Votum W.________.

RA Nr. 120/2015/42 13

Wiederherstellungsverfügung wird die Beseitigung des widerrechtlich herbeigeführten 

Sachverhaltes angeordnet. Nur wenn sich die Wiederherstellung als unverhältnismässig 

erweist oder Gründe des Vertrauensschutzes entgegenstehen, kann ausnahmsweise 

darauf verzichtet werden.29 Ein öffentliches Interesse an der Wiederherstellung des 

rechtmässigen Zustandes ist gross, da die konsequente Einhaltung der baurechtlichen 

Bestimmungen im generellen Interesse der Allgemeinheit liegt. Hingegen fehlt es, wenn 

das angestrebte Ziel mit der Wiederherstellung nicht erzielt werden kann.30 

c) Die drei umstrittenen Dachflächenfenster bilden mit den sich darunter befindenden 

Fenstern eine Doppelreihe und sie heben sich in ihrer Ausgestaltung von den anderen 

Dachflächenfenstern ab; sie verschlechtern so das Erscheinungsbild des Dachs. Ihre 

Entfernung beruhigt die Dachgestaltung. Auch wenn die bewilligten Dachflächenfenster 

nicht auf einer Linie liegen, so steht doch die Vierergruppe auf der südwestlichen 

Dachseite mit derjenigen auf der nordöstlichen Seite in beinahe spiegelbildlichem Einklang. 

Die Dreiergruppe und die damit verbundene Doppelreihe hingegen wirken unpassend und 

dementsprechend störend. Obwohl sich das Gebäude auch nach der Wiederherstellung 

des rechtmässigen Zustandes nicht optimal in die Umgebung einfügt, so führt diese doch 

zu einer Verbesserung der ästhetischen Wirkung. 

d) Der Ersatz der drei Dachflächenfenster mit Fenster, welche dieselbe Grösse und 

dasselbe Material wie die übrigen Dachflächenfenster aufweisen, wäre zwar für die 

Beschwerdeführerin eine mildere Massnahme. Diese ist hingegen weniger geeignet, als 

die von der Vorinstanz angeordnete Entfernung, da die Doppelreihe von 

Dachflächenfenstern bestehen bliebe. Der Rückbau der oberen drei Dachflächenfenster ist 

somit auch erforderlich. 

e) Der Augenschein hat gezeigt, dass die drei umstrittenen Dachflächenfenster in erster 

Linie der Belichtung und Belüftung des "Raucherbalkons" dienen. Dabei handelt es sich um 

einen abgeschlossenen Raum, welcher Teil der Galerie ist.31 Die Galerie und der 

"Raucherbalkon" wurden ohne Baubewilligung erstellt. Der Rückbau der drei umstrittenen 

Dachflächenfenster führt dazu, dass die Galerie und der "Raucherbalkon" weniger gut 

belichtet sind. Sie erhalten aber immer noch Licht durch die übrigen Dachflächenfenster 

29 BGE 136 II 359 E. 6.
30 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9a.
31 Vgl. Foto Nrn. 8 und 9 der Fotodokumentation zum Augenscheinprotokoll vom 26. Oktober 2015.

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sowie die Fassadenfenster, die der Belichtung des bewilligten südwestlichen 

Wohnbereichs dienen. 

Gemäss Art. 3 Abs. 3 Bst. abis RPG32 sollen Massnahmen zur Verdichtung getroffen 

werden. Dabei handelt es sich jedoch um einen Planungsgrundsatz, der im Bereich der 

Gesetzgebung zu berücksichtigen ist. Ohne entsprechende Umsetzung entfaltet er für die 

Bauherrschaft keine direkte Wirkung. Die Gemeinde Köniz hat für das hier fragliche Gebiet 

eine Ausnützungsziffer von 0.6 festgelegt. Die Beschwerdeführerin hat gestützt auf Art. 3 

Abs. 3 Bst. abis RPG keinen Anspruch auf eine grössere Ausnützung. Der bewilligte Ausbau 

nutzt gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin die zulässige Ausnützungsziffer mit 

0.6 aus. Wenn die Galerie und der "Raucherbalkon" als Wohnraum zu qualifizieren und 

damit an die anrechenbare Bruttogeschossfläche hinzuzurechnen wären, so würde die 

Ausnützungsziffer überschritten. Die Galerie und der "Raucherbalkon" wären deshalb nur 

bewilligungsfähig, wenn sie nicht als Wohnraum gelten. Als "Nicht-Wohnraum" muss die 

Fläche auch nicht optimal belichtet sein. Das Interesse der Beschwerdeführerin an der 

Belichtung und Belüftung der Galerie und des "Raucherbalkons" mit den drei umstrittenen 

Dachflächenfenstern wiegt daher, wenn überhaupt, nur sehr leicht. 

f) Die Beschwerdeführerin arbeitete ursprünglich gemeinsam mit der KDP eine 

Dachgestaltung aus. Indem sie bei der Ausführung vom Bewilligten abwich und bei der 

Selbstkontrolle deklarierte, das Bauvorhaben entspreche dem Bewilligten, hat sie im 

baurechtlichen Sinn bösgläubig gehandelt. Sie hat daher in Kauf zu nehmen, dass die ihr 

durch die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes erwachsenden Nachteile nicht 

oder nur in geringem Mass berücksichtigt werden.33

g) Obwohl die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes nicht dazu führt, dass 

das Gebäude den ästhetischen Anforderungen des Ortsbildschutzes vollumfänglich 

genügt, verbessert sie doch das Erscheinungsbild der Dachgestaltung. Die öffentlichen 

Interessen an dieser Verbesserung sowie an der Durchsetzung der baurechtlichen 

Grundordnung überwiegen die privaten Interessen der Beschwerdeführerin an der 

Beibehaltung des widerrechtlichen Zustandes. Der Ausbau der Dachflächenfenster ist der 

Beschwerdeführerin zumutbar. Die angeordnete Wiederherstellung erweist sich somit 

insgesamt als verhältnismässig. 

32 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700).
33 Vgl. BGE 132 II 21 E. 6.4.

RA Nr. 120/2015/42 15

7. Verfahrenskosten

Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr. Für 

besondere Untersuchungen, Gutachten und dergleichen können zusätzliche Gebühren 

erhoben werden (Art. 103 Abs. 1 VRPG). Die Pauschalgebühr wird festgesetzt auf 

Fr. 1'000.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 und Art. 20 Abs. 1 

GebV34). Für den Augenschein vom 26. Oktober 2015 wird in Anwendung von Art. 20 

Abs. 1 GebV eine zusätzliche Gebühr von Fr. 400.– erhoben. Die Verfahrenskosten im 

Beschwerdeverfahren betragen somit Fr. 1'400.–. 

Dem Verfahrensausgang entsprechend werden die Verfahrenskosten der 

Beschwerdeführerin auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Parteikosten werden keine 

gesprochen (Art. 104 Abs. 1 und 4 VRPG).

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Bauentscheid der Gemeinde Köniz vom 

1. Juni 2015 wird bestätigt.

2. Die Verfahrenskosten im Umfang von Fr. 1'400.– werden der Beschwerdeführerin zur 

Bezahlung auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid 

in Rechtskraft erwachsen ist.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

34 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21).

RA Nr. 120/2015/42 16

IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt M.________, eingeschrieben

- Baupolizeibehörde der Gemeinde Köniz, Bauinspektorat, eingeschrieben

- Kantonalen Denkmalpflege, zur Kenntnis

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

Barbara Egger-Jenzer

Regierungsrätin