# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 028580e6-31d2-5f08-b6ae-c429180b35e3
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-22
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 22.08.2023 200 2023 261
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-261_2023-08-22.pdf

## Full Text

200 23 261 IV
SCP/SVE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 22. August 2023

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Verwaltungsrichter Schwegler 
Gerichtsschreiberin Schwitter

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 8. März 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2023, IV/23/261, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1966 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich erstmals im April 2012 unter Hinweis auf ein rezidivierendes 
panvertebrales sowie ein chronisches lumbosakrales Schmerzsyndrom und 
eine Depression bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum 
Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegne-
rin; act. II], act. II 4). Die IVB tätigte in der Folge erwerbliche und medizini-
sche Abklärungen, gewährte Frühinterventionsmassnahmen (act. II 41, 51) 
und veranlasste eine polydisziplinäre Begutachtung durch die MEDAS 
C.________ (Gutachten vom 1. September 2014 [act. II 73.1]). Gestützt 
darauf wies die IVB das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 6. Januar 
2015 (act. II 87) ab. Eine dagegen erhobene Beschwerde (act. II 88 S. 4) 
wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 15. Juli 
2015, IV/2015/130 (act. II 100), ab, welches in Gutheissung der dagegen 
erhobenen Beschwerde (act. II 101 S. 2) mit Entscheid des Bundesgerichts 
(BGer) vom 2. Februar 2016, 9C_636/2015 (act. II 105), aufgehoben und 
die Sache zur neuen Entscheidung an das Verwaltungsgericht zurückge-
wiesen wurde. Dieses wies die Beschwerde mit Urteil vom 12. August 
2016, IV/2016/235 (act. II 119), erneut ab. Eine dagegen erhobene Be-
schwerde (act. II 120 S. 2) wurde mit Entscheid des BGer vom 29. Novem-
ber 2016, 9C_585/2016 (act. II 127), abgewiesen. 

Auf das im April 2018 neuerlich gestellte Leistungsgesuch (act. II 129) trat 
die IVB mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 22. Oktober 2018 
(act. II 134) nicht ein.

Im März 2021 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf den Verdacht 
auf eine paranoide Schizophrenie, eine rezidivierende depressive Störung, 
gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen, allergisches 
Asthma bronchiale, eine Hashimoto Thyreoiditis sowie einen Status nach 
Hepatitis A und B abermals zum Leistungsbezug an (act. II 138). Die IVB 
tätigte in der Folge erwerbliche und medizinische Abklärungen und liess die 
Versicherte durch die MEDAS D.________ in den Fachdisziplinen Allge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2023, IV/23/261, Seite 3

meine Innere Medizin, Psychiatrie und Neuropsychologie begutachten 
(MEDAS-Gutachten vom 28. November 2022 [act. II 204.1]). Mit Vorbe-
scheid vom 2. Dezember 2022 (act. II 206) stellte die IVB der Versicherten 
in Aussicht, mangels eines Gesundheitsschadens mit invalidisierender Wir-
kung im Rechtssinne den Leistungsanspruch abzuweisen. Nach dagegen 
erhobenem Einwand (act. II 211, 213) verfügte die IVB am 8. März 2023 
(act. II 216) dem Vorbescheid entsprechend.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 31. März 2023 Be-
schwerde. Sie stellt folgende Rechtsbegehren:

1. Es sei die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 8. März 2023 vollumfänglich aufzu-
heben und es sei mir eine ganze IV-Rente auszurichten.

2. Eventualiter sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen mit der 
Massgabe ein unabhängiges psychiatrisches Obergutachten erstellen zu lassen 
und gestützt auf dieses Gutachten neu zu verfügen.

Verfahrensanträge:

3. Es sei bei der Kantonspolizei die polizeilichen Verfahrensakten im Zusammen-
hang mit den polizeilichen Einsätzen anzufordern und im vorliegenden Verfahren 
beizuziehen.

4. Es sei mir für das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechts-
pflege zu gewähren.

5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

Am 20. April 2023 ging eine weitere Eingabe der Beschwerdeführerin beim 
Verwaltungsgericht ein (vgl. prozessleitende Verfügung vom 6. April 2023).

Die Beschwerdegegnerin schliesst mit Beschwerdeantwort vom 28. April 
2023 auf Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 1. Mai 2023 wurde das Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege zufolge Rückzugs vom Protokoll des Verwal-
tungsgerichts als erledigt abgeschrieben.

Mit Stellungnahmen vom 22. Mai und 20. Juli 2023 hielten die Parteien 
vollumfänglich an ihren Rechtsbegehren fest. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2023, IV/23/261, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 8. März 2023 
(act. II 216). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf IV-Leistungen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 

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in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 148 V 
162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). 

Zwar datiert die angefochtene Verfügung vom 8. März 2023 (act. II 216), 
womit sie nach dem Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 
erging. Indessen liegen der frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen Ent-
stehung des Rentenanspruchs mit Blick auf die Neuanmeldung vom März 
2021 (act. II 138) und die sechsmonatige Karenzfrist nach Art. 29 Abs. 1 
IVG vor dem 1. Januar 2022, weshalb hinsichtlich des Rentenanspruchs 
die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung vom 17. Januar 
1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in der bis 31. De-
zember 2021 gültigen Fassung (fortan: aArt.) massgebend sind (Rz. 9100 f. 
des Kreisschreibens über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung 
[KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 147 V 79 
E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228). Welches Recht in Bezug auf 
andere Leistungsansprüche anwendbar ist, kann mit Blick auf das Ergebnis 
(vgl. E. 3.6 und 4.3 hiernach) offen gelassen werden.

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

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2.3

2.3.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG 
sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische 
Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur 
dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer 
Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert 
worden ist (BGE 145 V 215 E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines 
Gesundheitsschadens ist noch nicht gesagt, dass dieser auch 
invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, beurteilt sich gemäss dem 
klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den der Gesundheitsschaden 
auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend ist, ob der 
versicherten Person wegen des geklagten Leidens nicht mehr zumutbar ist, 
ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte 
Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen 
der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).

2.3.2 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 
E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 
418 E. 7.2 S. 429). 

2.3.3 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-

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dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
„funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie-
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Fol-
gen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person 
zu tragen (E. 6 S. 308). 

2.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG). Wurde eine Rente bereits einmal wegen 
eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine neue Anmel-
dung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 
Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351).

2.4.1 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.4.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 

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des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.4.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach aArt. 17 Abs. 1 
ATSG – durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten 
materiellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.4.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2023, IV/23/261, Seite 9

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung vom März 2021 
(act. II 138) eingetreten, weshalb die Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu 
prüfen ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Indes ist durch einen Vergleich 
des Sachverhalts im Zeitpunkt der Verfügung vom 6. Januar 2015 
(act. II 87; bestätigt mit VGE IV/2016/235 [act. II 119] und BGer 
9C_585/2016 [act. II 121]) – als letztmals eine allseitige Überprüfung der 
Leistungsvoraussetzungen erfolgte – mit demjenigen bei Erlass der nun-
mehr angefochtenen Verfügung vom 8. März 2023 (act. II 216) zu prüfen, 
ob in den tatsächlichen Verhältnissen eine wesentliche Änderung eingetre-
ten ist, die geeignet ist den Invaliditätsgrad in anspruchsbegründender 
Weise zu beeinflussen (vgl. E. 2.4.2 f. hiervor). Nicht massgeblich ist dem-
gegenüber die Verfügung vom 22. Oktober 2018 (act. II 134), fand zu die-
sem Zeitpunkt doch keine materielle Prüfung mit rechtskonformer Sachver-
haltsabklärung statt (vgl. E. 2.4.3 hiervor).

3.2 Bei Erlass der leistungsablehnenden Verfügung vom 6. Januar 2015 
(act. II 87; bestätigt mit VGE IV/2016/235 [act. II 119] und BGer 
9C_585/2016 [act. II 121]) stützte sich die Beschwerdegegnerin auf das 
Gutachten der MEDAS C.________ vom 1. September 2014 (act. II 73.1). 
In der Gesamtbeurteilung stellten die Gutachter folgende Diagnosen mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 18 Ziff. 5.1):

1. Chronisches lumbal- und zervikalbetontes Panvertebralsyndrom mit begleitendem 
myofaszialem Nacken-Schultergürtel- und Lenden-Becken-Hüftsyndrom (ICD-10 
M53.8);

2. Knieschmerzen beidseits unklarer Spezifität (ICD-10 M25.5).

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit stellten die Gutachter folgende Dia-
gnosen (Ziff. 5.2):

1. Leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0);

2. Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4);

3. Spannungskopfschmerzen (ICD-10 G44.2);

4. Anamnestisch allergisches Asthma bronchiale (ICD-10 J45.9);

5. Anamnestisch Heuschnupfen (ICD-10 J30.1).

Aus polydisziplinärer Sicht attestierten die Gutachter eine uneingeschränk-
te Arbeits- und Leistungsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2023, IV/23/261, Seite 10

jeder anderen, höchstens mittelschwer belastenden Tätigkeit mit mittelstar-
ker Rückenbelastung. Lediglich für körperlich schwer belastende Tätigkei-
ten mit starker Rückenbelastung bestehe eine Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit von 50 % (S. 19 Ziff. 6.2). Diese Einschätzung gelte mit Sicherheit 
ab dem Zeitpunkt der Untersuchung im Mai und Juli 2014. Aus rheumato-
logischer Sicht bestehe seit mehreren Jahren eine Einschränkung der Ar-
beitsfähigkeit für schwere Tätigkeiten. Eine langandauernde Arbeitsun-
fähigkeit in der angestammten und in anderen Tätigkeiten sei jedoch retro-
spektiv nicht nachvollziehbar (S. 19 f. Ziff. 6.3). Es bestehe eine deutliche 
Diskrepanz zwischen der gutachterlichen Beurteilung und der Selbstein-
schätzung der Beschwerdeführerin, welche sich für gar nicht mehr arbeits-
fähig halte. Ursächlich für diese Diskrepanz seien wahrscheinlich sowohl 
die psychiatrische Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerz-
störung, welche naturgemäss mit einer Selbstlimitierung einhergehe, als 
auch IV-fremde Faktoren wie der schwierige Arbeitsmarkt und ein wahr-
scheinlich vorhandener sekundärer Krankheitsgewinn (Ziff. 6.5).

3.3 Bei Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 8. März 
2023 (act. II 216) präsentierte sich die medizinische Aktenlage insbesonde-
re wie folgt:

3.3.1 Im MEDAS-Gutachten vom 28. November 2022 (act. II 204.1) stell-
ten die Gutachter in der Gesamtbeurteilung (S. 5 Ziff. 4) mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit folgende Diagnose (S. 7 Ziff. 4.3.1):

- Fibromyalgie-Syndrom mit vegetativen Begleitbeschwerden (ICD-10 M79.0).

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit führten sie folgende Diagnosen auf 
(S. 7 Ziff. 4.3.2):

- Vordiagnostiziert: leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0), anhaltend somato-
forme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), paranoide Schizophrenie (ICD-10 F20.0);

- Arterielle Hypertonie;

- Dekonditionierung;

- Pollinosis.

Da aus psychiatrischer Sicht eine genaue Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 
aufgrund von Hinweisen für eine nicht-authentische Beschwerdeschilde-
rung nicht möglich sei, ergebe sich alleine auf internistischem Fachgebiet 

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eine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 8 Ziff. 4.5). Aufgrund 
eines langjährigen chronischen Schmerzsyndroms mit vielen vegetativen 
Begleitbeschwerden sei in der früheren Tätigkeit als … internistisch-
rheumatologisch eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 % zu 
schätzen (Arbeitsfähigkeit von 70 %); dies weniger wegen objektivierbarer 
somatischer Befunde, sondern wegen vieler chronifizierter funktioneller 
Einschränkungen (Ziff. 4.6). Adaptiert seien körperlich leicht bis vereinzelt 
mittelschwere Tätigkeiten ohne Stressbelastung. Dabei sei internistisch-
rheumatologisch aktuell eine Einschränkung von höchstens 20 % (Arbeits-
fähigkeit von 80 %) zu schätzen (Ziff. 4.7). In Bezug auf eine allfällige Ver-
änderung seit dem Gutachten von 2014 (act. II 73.1; vgl. E. 3.2 hiervor) 
führten die Gutachter aus, dass aus internistisch-rheumatologischer Sicht 
die Beschwerden ähnlich geschildert würden wie anlässlich der damaligen 
Begutachtung. Aufgrund einer langjährigen Chronifizierung sei wegen mul-
tipler funktioneller Beschwerden eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
auch für adaptierte Tätigkeiten zu schätzen (S. 9 Ziff. 4.9).

Im psychiatrischen Teilgutachten (act. II 204.2) wurde dargelegt, dass am 
ehesten eine wahnhafte Störung zu diskutieren sei, wobei die Angaben der 
Beschwerdeführerin teilweise nicht konsistent seien und sich ein wesentli-
cher Leidensdruck aus den getroffenen Massnahmen auch nicht ableiten 
lasse. Die Beschwerdeführerin befinde sich nicht in psychiatrischer Be-
handlung und nehme nur eine minimale Dosis eines antipsychotischen Me-
dikamentes ein. Im Rahmen der neuropsychologischen Untersuchung, zur 
Beurteilung der angegebenen kognitiven Einschränkungen, hätten sich 
auffällige Werte bei den Validierungstests ergeben, wobei diese teilweise 
im Zufallsbereich gelegen hätten und mit einem selbstständigen Leben, 
auch mit Unterstützung durch die Spitex, nicht vereinbar seien. Zusammen-
fassend und unter Beachtung des klinischen Eindrucks, der Vorberichte, 
der aktuellen Untersuchungsergebnisse und der Standardindikatoren sei 
die Diagnosestellung einer paranoiden Schizophrenie oder einer wahnhaf-
ten Störung nicht sicher möglich. Gleiches gelte für die Diagnose einer 
chronischen Schmerzstörung oder einer affektiven Erkrankung. Eine para-
noide Schizophrenie könne zwar zu kognitiven Einschränkungen führen. 
Derartige Defizite, wie sie von der Beschwerdeführerin im Rahmen der 
neuropsychologischen Untersuchung präsentiert worden seien, seien aber 

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höchstens mit einem schwer dementen Menschen zu vereinbaren und ent-
sprächen nicht dem aktuellen klinischen Eindruck und der Alltagsgestaltung 
der Beschwerdeführerin. Es müsse daher von einer Beschwerdebetonung 
ausgegangen werden, welche nicht im Rahmen einer psychischen Störung 
bestehe (S. 9 Ziff. 6.2.1). Aus psychiatrischer Sicht sei eine genaue Beur-
teilung der Arbeitsfähigkeit aufgrund von Hinweisen für eine nicht-
authentische Beschwerdeschilderung nicht möglich. Eine gesicherte Ar-
beitsunfähigkeit lasse sich dementsprechend nicht ableiten (S. 11 Ziff. 8.1). 
Hinsichtlich ihrer Schmerzen wirke die Beschwerdeführerin belastet, wes-
halb die Wiederaufnahme psychiatrischer Unterstützung grundsätzlich 
empfohlen werde (Ziff. 8.3).

Im allgemein-internistischen Teilgutachten (act. II 204.3) wurde ausgeführt, 
es stehe wie bei der Begutachtung von 2014 ein chronisches unspezifi-
sches Schmerzsyndrom vom Typ Fibromyalgie-Syndrom, einhergehend mit 
vegetativen Begleitbeschwerden, im Vordergrund (S. 5 Ziff. 6.3.1). In der 
zuletzt ausgeübten Tätigkeit als … bestehe eine Einschränkung der Ar-
beitsfähigkeit von 30 % (Arbeitsfähigkeit von 70 %; S. 6 Ziff. 8.1). In einer 
angepassten, körperlich leicht bis nur vereinzelt mittelschweren Tätigkeit 
ohne besondere Stressbelastung bestehe eine Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit von höchstens 20 % (Arbeitsfähigkeit von 80 %; Ziff. 8.2).

Im neuropsychologischen Teilgutachten (act. II 204.5) wurde festgehalten, 
in der Gesamtbeurteilung unter Einbezug der Ergebnisse der aktuellen 
Leistungsvalidierung sowie des Testprofils und der Verhaltensbeobachtung 
bestünden deutliche Zweifel an einer durchgängig ausreichenden Mitwir-
kung der Beschwerdeführerin in der Untersuchung. Die Ergebnisse müss-
ten als nicht gänzlich valide eingeschätzt werden. Die Slick-Kriterien A und 
B1/B2 seien aktuell erfüllt, was für eine Aggravation (Selbstlimitation im 
engeren Sinne, Ausweitung oder Übertreibung tatsächlich vorliegender 
Defizite) spreche, bei ebenfalls erfülltem Kriterium D, was im psychiatri-
schen Gutachten beurteilt werden müsse. Aus neuropsychologischer Sicht 
ergäben sich aus der Zusammenschau der Verhaltensbeobachtung, des 
Testprofils und der auffälligen Ergebnisse der Beschwerdevalidierung Hin-
weise für nicht-authentische neuropsychologische Störungen. Somit könn-
ten aufgrund der erhobenen Testwerte weder Art und Ausmass kognitiver 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2023, IV/23/261, Seite 13

Defizite noch Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit aus neuropsychologi-
scher Sicht eingeschätzt werden (S. 5 f.).

3.3.2 Im Erstbeurteilungsbericht vom 18. Februar 2023 (Akten der Be-
schwerdeführerin [act. IA, IB], act. IB 2) führte E.________ (im Medizinalbe-
ruferegister mit überprüftem, nicht anerkennbarem Diplom aus dem Aus-
land; ohne Berufsausübungsbewilligung verzeichnet [vgl. <www.med
regom.admin.ch>]) aus, es handle sich um eine 57-jährige Frau in einem 
deutlich psychotischen Zustandsbild mit Beeinträchtigungserleben (Strah-
len), Verfolgungserleben sowie paranoiden Ängsten mit deutlich erhöhter 
Wahndynamik. Auf der Grundlage der durch die Beschwerdeführerin be-
reitgestellten Informationen werde die Diagnose einer paranoiden Schizo-
phrenie (ICD-10 F20.0) bestimmt, welche durch die psychiatrischen Diens-
te F.________ gestellt worden sei. Unter der aktuellen Psychose und Dia-
gnose sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsunfähig. 

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 
Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion ein-leuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2023, IV/23/261, Seite 14

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2).

3.5

3.5.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei Erlass der angefochtenen 
Verfügung vom 8. März 2023 (act. II 216) auf das MEDAS-Gutachten vom 
28. November 2022 (act. II 204.1). Die darin enthaltenen Feststellungen 
beruhen auf eigenen Abklärungen, sind in Kenntnis der Vorakten sowie 
unter Berücksichtigung der Beschwerden getroffen worden. Die Ausführun-
gen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuch-
tend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand 
werden nachvollziehbar, umfassend und einlässlich begründet. Dem Gut-
achten kommt damit grundsätzlich (vgl. E. 3.5.2 hiernach) voller Beweis-
wert zu, weshalb darauf abzustellen ist.

3.5.2 Gestützt auf das MEDAS-Gutachten vom 28. November 2022 
(act. II 204.1) bejahte die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Ver-
fügung vom 8. März 2023 (act. II 216) implizit einen Neuanmeldungsgrund 
und prüfte den Leistungsanspruch umfassend. Demgegenüber liess sie die 
Frage nach dem Vorliegen eines solchen in der Beschwerdeantwort offen 
(Beschwerdeantwort S. 3 lit. C Ziff. 9). Soweit die Gutachter in somatischer 
Hinsicht aufgrund der langjährigen Chronifizierung wegen multipler funktio-
neller Beschwerden eine Veränderung seit der Begutachtung vom Septem-
ber 2014 als gegeben erachteten (S. 9 Ziff. 4.9), kann darauf allerdings 
nicht abgestellt werden. Bereits im Zeitpunkt der Begutachtung von 2014 
konnten die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden am gan-
zen Körper mit den rheumatologisch-neurologisch objektiven geringen kli-
nischen bzw. hinsichtlich der Beteiligung neuraler Strukturen fehlenden 
Befunden nicht erklärt werden (act. II 73.1 S. 15 Ziff. 4.2.4). Überdies war 
damals schon die Diagnose eines chronischen lumbal- und zervikalbeton-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2023, IV/23/261, Seite 15

ten Panvertebralsyndroms mit begleitenden myofaszialem Nacken-
Schultergürtel- und Lenden-Becken-Hüftsyndrom (S. 14 Ziff. 4.2.3) bei 
ausgeprägter Krankheits- und Behinderungsüberzeugung mit entsprechen-
der Selbstlimitierung gestellt worden (S. 20 Ziff. 6.5). Mithin überzeugt 
nicht, dass die Gutachter eine – für den Rentenanspruch wesentliche Ver-
änderung des Gesundheitszustands – mit einer bereits Jahren zuvor einge-
tretenen Chronifizierung begründen. Vielmehr müssten sich hierfür auch in 
den objektiven Befunden wesentliche Veränderungen ergeben haben (vgl. 
Entscheid des BGer vom 27. Mai 2021, 8C_121/2021, E. 4.2.2), was im 
MEDAS-Gutachten jedoch unter Hinweis darauf, dass die gleichen Be-
schwerden wie anlässlich der Begutachtung der MEDAS C.________ 
geäussert worden seien (act. II 204.3 S. 5 Ziff. 6.2), verneint wurde. Auch 
die im Vergleich zum Gutachten der MEDAS C.________, in welchem von 
einer uneingeschränkten Arbeits- und Leistungsfähigkeit in sämtlichen 
höchstens mittelschwer belastenden Tätigkeiten mit mittelstarker Rücken-
belastung, und nur in Bezug auf körperlich schwer belastende Tätigkeiten 
mit starker Rückenbelastung, von einer Einschränkung von 50 % ausge-
gangen wurde (act. II 73.1 S. 19 Ziff. 6.2), attestierte höhere Arbeitsun-
fähigkeit von 30 % in der bisherigen und von 20 % in einer angepassten 
Tätigkeit (act. II 204.1 S. 8 Ziff. 4.6 f.) stellt keine massgebliche Verände-
rung dar. Notwendig ist vielmehr eine veränderte Befundlage (vgl. BGer 
8C_121/2021, E. 4.2.2), welche wie bereits dargelegt, nicht vorliegt. Soweit 
der rheumatologische Gutachter ausführt, die subjektiv und chronisch 
wahrgenommenen Schmerzen hätten im Laufe der Jahre zugenommen 
und seien insoweit als funktionelle Störungen, begleitet von vielen anderen 
Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Energielosigkeit und 
Ängsten anzusehen (act. II 204.3 S. 5 Ziff. 7.1), ist festzustellen, dass es 
sich hierbei in erster Linie um psychiatrische Befunde handelt. Eine psych-
iatrische Diagnose wurde von der psychiatrischen Gutachterin jedoch so 
nicht gestellt (act. II 204.2 S. 9 Ziff. 6.2.2). Überdies wurden diese Be-
schwerden bereits anlässlich der Begutachtung von 2014 berücksichtigt 
(act. II 73.1 S. 5 Ziff. 3.1.1, S. 7 Ziff. 4.1.1.2), womit darin ohnehin keine 
Veränderung zu begründen wäre. 

In psychiatrischer Hinsicht wurden anlässlich der Exploration – wie hiervor 
dargelegt – die bereits 2014 geklagten Beschwerden unverändert geäus-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2023, IV/23/261, Seite 16

sert. Soweit die Beschwerdeführerin ihr unverändertes Beschwerdebild 
nunmehr auf eine Bestrahlung durch die Nachbarn zurückführt (act. II 204.2 
S. 2 Ziff. 3.2.1) und Angst vor Elektrosmog hat (act. II 204.3 S. 3 
Ziff. 3.2.10), ist festzuhalten, dass sie selbst die Beeinträchtigung ihres 
funktionellen Leistungsvermögens jedoch nicht dadurch, sondern haupt-
sächlich durch die Schmerzen und Depression verursacht sieht 
(act. II 204.2 S. 3 Ziff. 3.2.7). Anlass zu den stationären Aufenthalten in den 
psychiatrischen Diensten F.________ gaben denn auch nicht in erster Linie 
die für Aussenstehende erkennbaren psychotischen Entgleisungen (vgl. 
Eingabe vom 22. Mai 2023 S. 1 f.), sondern die von der Beschwerdeführe-
rin als nicht mehr erträglich empfundenen Schmerzen (vgl. act. II 147 
S. 14) und das Gefühl der Bedrohung im Rahmen von nachbarschaftlichen 
Konflikten und Streitereien. Soweit die behandelnden Ärzte ihre Schilde-
rungen über Streitigkeiten mit den Nachbarn als wahnhaft qualifizierten 
(vgl. etwa act. II 147 S. 4 und S. 15), wurden die sozialen Interaktionen der 
Beschwerdeführerin bereits im Bericht des damals behandelnden Psychia-
ters vom 14. April 2013 (act. II 43) als aggressiv und schnell verletzlich, so 
dass sie andauernd mit Personen in einem mentalen Streit stehe, was als 
verletzend empfunden werde, beschrieben (S. 2 Ziff. 1.4). Die psychiatri-
sche Gutachterin zeigten denn auch unter Bezugnahme auf die neuropsy-
chologischen Beurteilungsergebnisse (vgl. act. II 204.2 S. 6 Ziff. 4.3.1) ein-
leuchtend auf, dass aufgrund der inkonsistenten Angaben (vgl. hierzu auch 
S. 7 Ziff. 6.1) – entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (vgl. Eingabe 
vom 22. Mai 2023 S. 1 f.) – die Diagnose einer paranoiden Schizophrenie 
oder einer wahnhaften Störung nicht gestellt werden kann (S. 8 f. 
Ziff. 6.2.1). Daran vermag auch der Bericht von E.________ vom 18. Fe-
bruar 2023 (act. IB 2) nichts zu ändern: Einerseits verfügt E.________ we-
der über ein anerkanntes Ärztediplom noch über einen Facharzttitel in 
Psychiatrie und Psychotherapie noch über eine Berufsausübungsbewilli-
gung, womit es ihm an der ärztlichen, insbesondere der psychiatrischen 
Fachkompetenz fehlt (vgl. zur Bedeutung der fachärztlichen Qualifikation 
der Ärzte hinsichtlich des Beweiswertes ihrer Aussagen: Entscheid des 
BGer vom 15. November 2021, 9C_458/2021, E. 3.3). Andererseits erge-
ben sich daraus keine Anhaltspunkte für Aspekte, die im Rahmen der Be-
gutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären (vgl. SVR 2021 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2023, IV/23/261, Seite 17

IV Nr. 10 S. 29 E. 5.7, 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3). Mithin ist auch in 
psychiatrischer Hinsicht keine wesentliche Veränderung ausgewiesen.

Der medizinische Sachverhalt ist rechtsgenüglich erstellt; weiterer nament-
lich auch aussermedizinischer Abklärungen bedarf es nicht (Beschwerde 
S. 2 Rechtsbegehren Ziff. 2 und 3; vgl. zur antizipierten Beweiswürdigung 
BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d 
S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

3.6 Zusammenfassend ist in Würdigung sämtlicher vorab dargelegter 
Umstände eine wesentliche Veränderung weder des somatischen noch des 
psychischen Gesundheitszustandes überwiegend wahrscheinlich ausge-
wiesen (vgl. zum Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit BGE 
144 V 427 E. 3.2 S. 429), ein Neuanmeldungsgrund mithin zu verneinen 
(vgl. E. 2.4 hiervor). Die Beschwerdeführerin wurde mit prozessleitender 
Verfügung vom 1. Mai 2023 (in den Gerichtsakten) darauf hingewiesen, 
dass das Gericht die Beschwerde auch unter diesem Aspekt prüfen wird 
und ihr wurde Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Die Abweisung 
des Leistungsanspruchs ist damit bereits mangels veränderten Verhältnis-
sen nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen. 

4.

4.1 Zu ergänzen ist, dass selbst unter der Prämisse einer massgebli-
chen Veränderung die Beschwerde – wie nachfolgend aufzuzeigen sein 
wird – abzuweisen wäre.

4.2 Gestützt auf das beweiskräftige MEDAS-Gutachten vom 28. No-
vember 2022 (act. II 204.1) besteht aufgrund des Fibromyalgie-Syndroms 
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 % (S. 7 f. Ziff. 4.3.1 und 
Ziff. 4.6 f.). Das Fibromyalgie-Syndrom unterliegt dem strukturierten Be-
weisverfahren nach BGE 141 V 281 (Entscheide des BGer vom 14. Juli 
2022, 9C_105/2022, E. 4.2, und vom 6. September 2021, 9C_701/2020, 
E. 4.1). Mithin bleibt zu prüfen, ob anhand des strukturierten Beweisverfah-
rens nach BGE 141 V 281 der psychiatrisch attestierten Arbeitsunfähigkeit 
von 30 % auch aus rechtlicher Sicht gefolgt werden kann, wobei die versi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2023, IV/23/261, Seite 18

cherte Person die materielle Beweislast trägt (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 
S. 416; vgl. E. 2.3.2 f. hiervor). 

4.3 Was die Prüfung der ersten Ebene betrifft (vgl. E. 2.3.2 hiervor), 
wurde in psychiatrischer Hinsicht bezugnehmend auf die neuropsychologi-
schen Testergebnisse einleuchtend aufgezeigt, dass sowohl aufgrund der 
anamnestisch klinisch als auch der testmässig erhobenen Befunde erhebli-
che Inkonsistenzen bestehen, mithin die durch die Beschwerdeführerin 
gemachten Angaben nicht valide und folglich auch nicht verwertbar sind 
(act. II 204.1 S. 5 f. Ziff. 4.2). Wie bereits unter E. 3.5.2 hiervor dargelegt, 
vermögen auch die Berichte der behandelnden Ärzte und Therapeuten 
diesen Umstand nicht in Zweifel zu ziehen, stellen sie doch ausschliesslich 
auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin ab und blenden völlig 
aus, dass sie offenkundig im Rahmen ihrer Krankheits- und Behinderungs-
überzeugung seit Jahren wiederholt Ärzte und Therapeuten aufsucht, dar-
aus einen sekundären Krankheitsgewinn zu ziehen scheint (vgl. act. II 73.1 
S. 20 Ziff. 6.5) und wirksame – unter anderem auch medikamentöse – Be-
handlungen ablehnt (vgl. act. II 73.1 S. 9 Ziff. 4.1.1.2, S. 10 Ziff. 4.1.4, 
act. II 79, act. II 147 S. 6, 12, 16, act. II 167). Unter Berücksichtigung dieser 
Umstände kann der Beschwerdegegnerin nicht vorgeworfen werden, dass 
sie keine weiteren Berichte behandelnder Ärzte oder Therapeuten einge-
holt hat, sind doch die Ergebnisse der Validierung eindeutig, so dass von 
weiteren Behandlungsberichten keine neuen Erkenntnisse zu erwarten 
gewesen wären, zumal das Testverhalten der Beschwerdeführerin mit den 
psychiatrisch erhobenen Befunden aufgrund diverser Inkonsistenzen nicht 
erklärt werden kann (act. II 204.2 S. 6 Ziff. 4.3.1 und S. 7 f. Ziff. 6.1). 

Die Prüfung der ersten Ebene schliesst damit einen invalidisierenden Ge-
sundheitsschaden aus, womit die Beschwerde auch bei umfassender Prü-
fung abzuweisen wäre.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2023, IV/23/261, Seite 19

5.

Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung vom 8. März 2023 
(act. II 216) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde 
abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

6.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG; Art. 104 Abs. 3 
VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Aug. 2023, IV/23/261, Seite 20

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.