# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 47bcc96c-9904-567a-9242-512e5247e766
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** LB250013-O2
**Docket/Reference:** LB250013-O2
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/LB250013-O2.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LB250013-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, 

Oberrichter lic. iur. et phil. D. Glur und Oberrichterin lic. iur. R. Bantli 

Keller sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. C. Schmidt

Urteil vom 8. Juli 2025

in Sachen

A._____,

Klägerin und Berufungsklägerin 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

gegen

B._____ AG, 

Beklagte und Berufungsbeklagte

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____

betreffend Forderung / Teilklage / Rechtsverzögerung 

Berufung gegen ein Urteil des Zivilgerichtes des Bezirksgerichtes Uster 

vom 17. Januar 2025; Proz. CG180002

- 2 -

Rechtsbegehren:
(act. 6/2)

"1. Die Beklagte habe der Klägerin aus dem Unfallereignis vom 

03.07.2000 im Sinne einer Teilklage für Genugtuung, Erwerbs-
ausfall bis 31. Dezember 2009, Haushaltsschaden bis 31. De-
zember 2009 sowie vorprozessuale Anwaltskosten Fr. 334'392.55 
zu bezahlen, zuzüglich 5% Zins auf der Genugtuungssumme von 
Fr. 60'000.00 seit 3. Juli 2000 und auf dem Betrag von 
Fr. 274'392.55 5% Zins ab 1. Januar 2010.

2.

3.

"1.

2.

3.

Die konkrete Bezifferung bleibe für die Zeit nach Abschluss des 
Beweisverfahrens vorbehalten.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklag-
ten."

modifiziertes Rechtsbegehren gemäss Replik:
(act. 6/20)

In Erneuerung des Klageantrages und unter Berücksichtigung der 
Eingabe vom 2. November 2010 sei die Beklagte im Sinne einer 
Teilklage für Genugtuung, Erwerbsausfall bis 31. Dezember 2009, 
Haushaltsschaden bis 31. Dezember 2009 sowie vorprozessuale 
Anwaltskosten für das Unfallereignis vom 3. Juli 2000 zur Zahlung 
von Fr. 341'892.55 zu verpflichten, zuzüglich 5% Zins auf der Ge-
nugtuungssumme von Fr. 60'000.00 seit 3. Juli 2000 und auf dem 
Betrag von Fr. 281'892.55 ab 1. Januar 2010.

Die konkrete Bezifferung bleibe für die Zeit nach Abschluss des 
Beweisverfahrens vorbehalten.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklag-
ten."

1.

2.

Urteil des Bezirksgerichtes:

Die Klage wird abgewiesen.

Die erstinstanzliche Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

29'300.–

; die weiteren erstinstanzlichen Kosten betragen:

25'968.10 Gutachterkosten C._____/D._____

40'800.– Gutachterkosten Prof. Dr. h.c. med. E._____

- 3 -

Fr.

Fr.

5'850.– Gutachterkosten Dr. med. F._____

3'602.55 Gutachterkosten AGU Zürich

3.

Die erstinstanzliche Entscheidgebühr im Umfang von Fr. 19'500.– sowie die 

zweitinstanzliche Entscheidgebühr von Fr. 6'000.– für das obergerichtliche 

Berufungsverfahren werden der Klägerin auferlegt. Die erstinstanzliche Ent-

scheidgebühr im Umfang von Fr. 9'800.– und die Gutachterkosten C._____/

D._____ von Fr. 25'968.10 werden auf die Gerichtskasse genommen. Die 

Gutachterkosten Prof. Dr. h.c. med. E._____ werden im Umfang von 

Fr. 3'700.– auf die Gerichtskasse genommen. Im übersteigenden Betrag von 

Fr. 37'100.– werden diese Gutachterkosten der Klägerin auferlegt, wie auch 

die übrigen Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Fr. 5'850.– Gutachter-

kosten Dr. med. F._____; Fr. 3'602.55 Gutachterkosten AGU Zürich) der 

Klägerin auferlegt werden. 

Die der Klägerin auferlegten Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens im 

Umfang von total Fr. 66'052.55 (inklusive Anteil erstinstanzliche Entscheid-

gebühr) sowie die zweitinstanzliche Entscheidgebühr von Fr. 6'000.– werden 

mit den von der Klägerin geleisteten Kostenvorschüssen von Fr. 20'100.– im 

erstinstanzlichen Verfahren (Geschäfts-Nrn. CG100053-I und CG180002-I) 

und von Fr. 12'000.– im zweitinstanzlichen Verfahren (Geschäfts-Nr. 

LB170028-O) sowie mit den von der Beklagten geleisteten Kostenvorschüs-

sen von Fr. 15'500.– im erstinstanzlichen Verfahren (Geschäfts-Nrn. 

CG100053-I und CG180002-I) verrechnet. Die Klägerin wird verpflichtet, der 

Beklagten die von ihr geleisteten Kostenvorschüsse von Fr. 15'500.– zu er-

setzen.

Die Kosten des Schlichtungsverfahrens hat die Klägerin zu tragen.

4.

Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten für das erstinstanzliche Verfah-

ren und das obergerichtliche Berufungsverfahren eine Parteientschädigung 

von total Fr. 47'280.– zu bezahlen. 

5.

6.

(Schriftliche Mitteilung).

(Berufung).

- 4 -

Berufungsanträge:

der Klägerin und Berufungsklägerin (act. 2 S. 2):

1.  Es sei das Urteil vom 17.1.2025 aufzuheben und die Sache zur 

neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

2.  Die  Beklagte  habe  der  Klägerin  aus  dem  Unfallereignis  vom 
3.7.2000 im Sinne einer Teilklage für Genugtuung, Erwerbsaus-
fall bis 31.12.2009, Haushaltsschaden bis 31.12.2009 sowie vor-
prozessuale Anwaltskosten Fr. 341'892.55 zu bezahlen, zzgl. 5% 
Zins auf der Genugtuungssumme von Fr. 60'000.- seit 3.7.2000 
und auf den Betrag von Fr. 274'392.55 5% Zins ab 1.1.2010.

3.  Die konkrete Bezifferung bleibe für die Zeit nach Abschluss des 

Beweisverfahrens vorbehalten.

4.  Es sei eine Rechtsverzögerung festzustellen.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. Vorinstanzliches 
Verfahren) zuzüglich MwSt. zu Lasten der Beklagten.

Erwägungen:

I.

1.   Die Klägerin und Berufungsklägerin (nachfolgend Klägerin) zog sich bei einem 

Unfall im Juli 1992 als Tramführerin eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) zu. 

Nach  einer  vollen  Arbeitsunfähigkeit  nahm  sie  später  trotz  gesundheitlichen  Be-

schwerden ihre Arbeit als Tramführerin zu einem Pensum von 50% wieder auf. Die 

Beschwerden verschlimmerten sich nach einem Sturz im Juni 1999. Nach anfäng-

licher Arbeitsunfähigkeit konnte die Klägerin ab Mitte April 2000 wieder zu 50% als 

Tramführerin arbeiten.

2.   Am 3. Juli 2000 erlitt die Klägerin einen weiteren Unfall, als sie im parkierten 

Auto sass und jemand rückwärts in ihr Fahrzeug fuhr. Wegen anhaltender gesund-

heitlicher Beschwerden gab die Klägerin die Tätigkeit als Tramführerin im Sommer 

2000 auf und verlor im April 2002 ihre Anstellung bei der G._____. In den Folge-

jahren konsultierte sie zahlreiche Ärzte und wurde im Rahmen von IV- und SUVA-

Verfahren eingehend medizinisch untersucht. Nachdem die SUVA eine biomecha-

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nische Kurzbeurteilung von Dr. med. H._____ der Arbeitsgruppe für Unfallmecha-

nik in Zürich (AGU) sowie ein Gutachten der medizinischen Abklärungsstelle Basel 

(MEDAS Basel) eingeholt hatte, stellte sie die Taggeld-Leistungen per 31. Oktober 

2001 ein. Eine dagegen erhobene Beschwerde der Klägerin hiess das Sozialversi-

cherungsgericht des Kantons Zürich insoweit gut, als es die Sache an die SUVA 

zur Ergänzung der medizinischen Abklärungen zurückwies. Nach Einholung eines 

orthopädischen Fachgutachtens der Academy of Swiss Insurance Medicine (asim) 

sowie weiterer ärztlicher Berichte hielt die SUVA am 2. Dezember 2008 an ihrem 

Entscheid betreffend Einstellung der Leistungen fest. Während laufendem Rechts-

mittelverfahren schlossen die Klägerin und die SUVA im Dezember 2009 einen Ver-

gleich,  wonach  die  SUVA  bis  31.  Dezember  2009  Taggelder  im  Umfang  von 

Fr. 176'488.80  bezahlte.  Die  Sozialversicherungsanstalt  des  Kantons  Zürich,  IV-

Stelle (IV), sprach der Klägerin des Weitern gestützt auf das Gutachten der MEDAS 

Basel  ab  1.  April  2001  eine  halbe  IV-Rente  bei  einem  IV-Grad  von  52%  zu.  Am 

4. August 2009 stellte die Klägerin bei der IV ein Gesuch um Rentenerhöhung. Im 

Zuge dieses Verfahrens stellte die IV ihre Rente per 1. September 2013 ein. Das 

von  der  Klägerin  dagegen  angerufene  Sozialversicherungsgericht  wies  die  Be-

schwerde nach Einholung einer Expertise der MEDAS Zentralschweiz im Mai 2017 

ab.

3.   Am 20. Oktober 2010 reichte die Klägerin gegen die Haftpflichtversichererin 

des Unfallverursachers (Beklagte und Berufungsbeklagte, nachfolgend Beklagte), 

eine Teilforderungsklage beim Bezirksgericht Uster ein und verlangte für die Zeit 

bis 31. Dezember 2009 Genugtuung, Erwerbsausfall, Haushaltschaden sowie vor-

prozessuale Anwaltskosten von insgesamt Fr. 334'392.55 (act. 6/2, vgl. vorstehen-

de Anträge). Die Vorinstanz holte im Rahmen des Beweisverfahrens ein polydiszi-

plinäres  medizinisches  Gutachten  unter  der  Federführung  von  Prof.  Dr.  med. 

C._____, Inselspital Bern (Gutachten C._____/D._____) samt Ergänzungsgutach-

ten ein (act. 6/140 f. und 6/177). Mit Urteil vom 6. März 2017 wies die Vorinstanz 

die Klage im Verfahren CG100053 vollumfänglich ab (act. 6/186).

4.   Dagegen erhob die Klägerin Berufung. Die II. Zivilkammer des Obergerichts 

des Kantons Zürich hob mit Entscheid vom 30. November 2017 das erstinstanzliche 

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Urteil auf und wies die Sache an die Vorinstanz zurück, um ein polydisziplinäres 

medizinisches Obergutachten unter Einbezug eines Spezialisten für Wirbelsäulen-

chirurgie und eines Facharztes der Psychiatrie einzuholen sowie um die Machbar-

keit eines biomechanischen Gutachtens abzuklären und bejahendenfalls ein sol-

ches einzuholen (act. 7/193).

5.   Die  Vorinstanz  setzte  daraufhin  das  Verfahren  fort  und  beauftragte  Prof. 

Dr. med. Dr. h.c. E.____ (Prof. E._____), Salem-Spital Bern, und Dr. med. F._____ 

(Dr. F._____), … [Ort], als Sachverständige für die Erstellung des polydisziplinären 

medizinischen Obergutachtens sowie die AGU als Sachverständige zur Abklärung 

der Machbarkeit eines biomechanischen Gutachtens bzw. zur Erstellung desselben 

(act. 7/296). Im Januar 2021 ging das Gutachten E._____/F._____ (act. 7/255/1-

3), im Juli 2022 die Biomechanische Beurteilung (act. 7/313) und im Mai 2023 eine 

Ergänzung zur Beurteilung (act. 7/333) ein. Mit Urteil vom 17. Januar 2025 wies die 

Vorinstanz die Klage erneut ab (act. 4/2 = act. 5 [Aktenexemplar] = act. 7/361; Ver-

fahren CG180002). Bezüglich des detaillierten Verlaufs der vorinstanzlichen Ver-

fahren CG100053 und CG180002 wird auf die ausführlichen Erwägungen im ange-

fochtenen  Urteil  (act. 5  E. 2.1 ff.)  sowie  im  Rückweisungsentscheid  der  Kammer 

(act. 7/193 E. I.) und die Akten der Vorinstanz (act. 6/1-192 und 7/193 – 362) ver-

wiesen. 

6.   Am 17. Februar 2025 (Poststempel) erhob die Klägerin gegen das Urteil vom 

17. Januar 2025 Berufung (act. 2). Sie beantragt im Wesentlichen die Rückweisung 

des Verfahrens an die Vorinstanz zu neuer Entscheidung, eventualiter die Gutheis-

sung der Teilklage, sowie die Feststellung einer Rechtsverzögerung (act. 2, vgl. im 

Einzelnen vorstehende Berufungsanträge). Die Akten der Vorinstanz wurden bei-

gezogen  (act. 6/1-192  und  7/193  –  362).  Mit  Verfügung  vom  26.  Februar  2025 

wurde der Klägerin Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses angesetzt und die 

weitere  Prozessleitung  an  die  Referentin  delegiert  (act. 8).  Der  Kostenvorschuss 

wurde  fristgerecht  bezahlt  (act. 9 f.).  Da  sich  die  Berufung  sogleich  als  inhaltlich 

unbegründet erweist, kann von der Einholung einer Berufungsantwort abgesehen 

werden (Art. 312 Abs. 1 ZPO). Der Beklagten ist mit dem heutigen Entscheid ein 

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Doppel der Berufungsschrift samt Beilagenverzeichnis (act. 2) zur Kenntnisnahme 

zuzustellen. 

7.   Die Klägerin hat mit der Berufung zugleich Rechtsverzögerungsbeschwerde 

erhoben (act. 2 Berufungsantrag 4), die, wie nachfolgend dargelegt, begründet er-

scheint. Da sich die Beschwerde gegen die vorinstanzliche Verfahrensführung und 

nicht gegen die Beklagte richtet und dieser aus der Feststellung der Rechtsverzö-

gerung kein Nachteil erwächst, kann auch hier von Weiterungen abgesehen wer-

den.

II.

1.   Gegen  den  angefochtenen  Endentscheid  ist  die  Berufung  innert  30  Tagen 

zulässig (Art. 308 Abs. 1 Bst. a ZPO), zumal der berufungsbezogene Streitwert die 

erforderliche  Streitwertgrenze  gemäss  Art. 308  Abs. 2  ZPO  von  CHF 10'000.– 

übersteigt. Die Klägerin reichte die mit Anträgen sowie einer Begründung versehe-

ne Berufungsschrift form- und fristgerecht ein (act. 2 und 7/362, Art. 311 ZPO). Die 

Klägerin  ist  ferner  als  vor  Vorinstanz  unterlegene  Partei  zur  Berufung  legitimiert. 

Ausserdem erstattete sie den Kostenvorschuss rechtzeitig, so dass insoweit dem 

Eintreten auf die Berufung nichts entgegensteht.

2.  

2.1.   Mit der Berufung können sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch 

die unrichtige  Feststellung  des  Sachverhaltes  geltend  gemacht  werden  (Art.  310 

ZPO);  zu  Letzterer  zählt  ebenso  die  unrichtige  Anwendung  des  pflichtgemässen 

Ermessens.  Die  Berufung  erhebende  Partei  trifft  eine  Begründungslast.  Sie  hat 

substantiiert vorzutragen, aus welchen Gründen der angefochtene Entscheid un-

richtig  ist  und  wie  er  geändert  werden  muss  (BGer  4A_418/2017  vom  8.  Januar 

2018 E. 2.3 und 5A_111/2016 vom 6. September 2016 E. 5.3). Blosse Verweise 

auf die Vorakten oder Wiederholungen des bereits vor der ersten Instanz Vorgetra-

genen genügen den gesetzlichen Anforderungen an eine hinreichende Begründung 

ebenso wenig wie allgemeine Kritik am angefochtenen Entscheid bzw. an den erst-

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instanzlichen  Erwägungen  (BSK  ZPO-SPÜHLER,  Art.  311  N  15;  ZK  ZPO-REETZ, 

Art. 311 N 36 f.; BGE 138 III 374 ff. E. 4 = Pra 102 [2013] Nr. 4).

2.2.   Die  Berufungsinstanz  prüft  sämtliche  hinreichend  substantiierten  Mängel  in 

tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht frei und uneingeschränkt (BGE 138 III 374 ff. 

E. 4.3.1 = Pra 102 [2013] Nr. 4). Sie ist dabei weder an die Argumente der Parteien 

noch an die Begründung des vorinstanzlichen Entscheids gebunden, sondern wen-

det das Recht von Amtes wegen an (Art. 57 ZPO). Eine zutreffende rechtliche Sub-

sumtion ist von der Berufung erhebenden Partei nicht verlangt. Die volle Kognition 

der Berufungsinstanz bedeutet allerdings nicht, dass diese von sich aus alle sich 

stellenden Fragen zu untersuchen hat, wenn die Berufung erhebende Partei diese 

vor der Berufungsinstanz nicht (mehr) vorträgt. Vielmehr darf sich die Berufungsin-

stanz – abgesehen von offensichtlichen Mängeln – auf die Beurteilung der in der 

schriftlichen Berufungsbegründung erhobenen Beanstandungen beschränken (vgl. 

BGE  142  III  413  ff.  E.  2.2.4;  BGer  4A_629/2017  vom  17.  Juli  2018  E.  4.1.4; 

4A_418/2017 vom 8. Januar 2018 E. 2.3).

2.3.   Grundsätzlich sind alle Tatsachen und Beweismittel in erster Instanz vorzu-

bringen  und  der  Prozess  ist  vor  dem  erstinstanzlichen  Gericht  abschliessend  zu 

führen.  Neue  Tatsachen  und  Beweismittel  sind  im  Berufungsverfahren  nur  unter 

den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO zu berücksichtigen. Das Berufungs-

verfahren dient insbesondere nicht der Vervollständigung des vorinstanzlichen Ver-

fahrens, sondern der Überprüfung und Korrektur des erstinstanzlichen Entscheids 

im  Lichte  konkret  dagegen  vorgebrachter  Beanstandungen  (BGE  142  III  413 

E. 2.2.2).

2.4.   In prozessualer Hinsicht ist weiter zu erwähnen, dass die Klägerin ihre Rügen 

auf  diverse  altrechtliche  Bestimmungen  der  Zürcher  Zivilprozessordnung  stützt. 

Seit Einleitung der Klage ist per 1. Januar 2011 die Schweizerische Zivilprozess-

ordnung (ZPO) in Kraft getreten. Seither wurden diverse Bestimmungen geändert 

und trat am 1. Januar 2025 die revidierte ZPO in Kraft. Für Rechtsmittel gilt grund-

sätzlich das Recht, das bei der Eröffnung des Entscheids in Kraft ist (Art. 405 Abs. 1 

ZPO). Im vorliegenden Verfahren sind daher einzig die Bestimmungen der Schwei-

zerischen  ZPO  massgeblich.  Gemäss  Art. 407f  ZPO  sind  ausserdem  zahlreiche 

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Bestimmungen der Revision vom 17. März 2023 auf das bei Inkrafttreten hängige 

Verfahren anwendbar. Darunter befinden sich diverse Bestimmungen zum Beweis, 

insbesondere Art. 177 ZPO, wonach private Gutachten der Parteien neu als Urkun-

den bzw. als Beweismittel zu beachten sind. Weiterführende prozessuale Ausfüh-

rungen hiezu erübrigen sich jedoch, weil auch die Beachtung der von der Klägerin 

eingereichten privaten Gutachten als Urkunden, wie nachfolgend erläutert, nicht zu 

einem anderen Ergebnis führte.

3.   Bezüglich der Vorbringen der Parteien im erstinstanzlichen Verfahren wird auf 

die entsprechende Zusammenfassung der Vorinstanz (act. 5 E 5.2.1 ff.) sowie die 

nach wie vor zutreffende Darstellung im Rückweisungsentscheid der Kammer ver-

wiesen (act. 7/193: Klägerin E. II/3.1 ff.; Beklagte E. II/4). Die Klägerin hatte zusam-

mengefasst geltend gemacht, sie leide infolge des Unfalls vom 3. Juli 2000 an einer 

Segmentsstörung der HWS bei C2/C3 mit Hypermobilität von C2 nach links ausge-

prägten Grades, was bei ihr insbesondere Kopfweh, Schwindel und starke Konzen-

trationsstörungen hervorrufe (act. 6/2, 6/20 und 6/46). Die Beklagte hatte vor Vor-

instanz dagegen vorgetragen, es habe sich um eine minimale Kollision im Sinne 

eines Parkschadens gehandelt. Der aus den zahleichen ärztlichen Dokumenten er-

sichtliche  Expertenstreit  zeige,  dass  verschiedene  Interpretationen  der  Befunde, 

insbesondere der bildlichen Aufnahmen der HWS der Klägerin, möglich seien und 

die Verletzung einer pathologisch objektivierbaren Hypermobilität infolge des Un-

falls im Jahr 2000 nicht erstellt werden könne. Es gebreche deshalb am Nachweis 

des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall vom 3. Juli 2000 und 

den Beschwerden der Klägerin (v.a. act. 6/13).

4.   Die Vorinstanz setzte sich im Urteil vom 6. März 2017 mit den divergierenden 

medizinischen  Meinungen,  insbesondere  der  Dres.  I._____/J._____  /K._____  ei-

nerseits und L._____/M._____ /N._____ anderseits, auseinander. Während Prof. 

I._____ in den bildgebenden Untersuchungen keinen sicheren pathologischen Be-

fund an der HWS der Klägerin erkannt habe, die Messmethoden von Dr. L._____ 

angezweifelt  und  eine  pathologische  Rechts-Links-Seitendifferenz  bei  C2/C3  als 

nicht überwiegend wahrscheinlich erachtet habe, habe Dr. med. L._____ aufgrund 

seiner  fCTs  (Funktions-CTs)  einen  pathologischen  Befund  im  Sinne  einer  Seg-

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mentstörung bei C2/C3 mit Hypermobiliät bei C2 mit unfallbedingter Instabilität so-

wie  chronifiziertem,  belastungsabhängigem  Cervicalsyndrom  diagnostiziert.  Die 

Vorinstanz zog zur Auflösung des Expertenstreits das von ihr eingeholte Gutachten 

und Ergänzungsgutachten der Dres. C._____/D._____ zu Rate. Die Gutachter hät-

ten der Klägerin in erster Linie die Diagnose einer Somatisierungsstörung und eines 

chronischen cerviko-cephalen rechtsbetonten Schmerzsyndroms gestellt. Sie hät-

ten  zu  den  CT-Befunden  von  Dr.  L._____  schlüssig  erklärt,  es  bestünden  zwar 

keine Zweifel an den erhobenen Messwerten, die angewendete Messmethode sei 

jedoch nicht ausreichend validiert und stelle kein in der klinischen Routine etablier-

tes  Messverfahren  dar.  Die  Diagnose  einer  pathologischen  Segmentsinstabilität 

könne  anhand  der  Messwerte  nicht  erstellt  werden,  weil  die  publizierten  Grenz-

werte auf Berechnungen anhand eines sehr kleinen Normalkollektivs basierten und 

bekannt sei, dass sich bei einem Teil der bezüglich der HWS asymptomatischen 

Bevölkerung ebenfalls Messwerte ausserhalb der Norm erheben liessen. Die Be-

funde könnten zwar auf rein deskriptiver Ebene bestätigt werden, ohne dass daraus 

jedoch die Diagnose einer Instabilität gestellt werden könne. Das bunte Beschwer-

debild bei der Klägerin sei unspezifisch und werde eher im Rahmen einer Somati-

sierungsstörung und eines Beschwerdesyndroms interpretiert. Die Vorinstanz hielt 

das Gutachten C.______/D._____  einschliesslich Ergänzungsgutachten für nach-

vollziehbar  und  schlüssig.  Sie  verneinte  gestützt  darauf  die  natürliche  Kausalität 

zwischen dem Unfallereignis im Jahr 2000 und den bestehenden Beschwerden der 

Klägerin.  Selbst  eine  Teilkausalität  sei  nicht  hinreichend  nachgewiesen 

(act. 6/186).

5.  

Im  gegen  das  erstinstanzliche  Urteil  angestrengten  Berufungsverfahren 

LB170028 rügte die Klägerin im Wesentlichen, die Vorinstanz habe ihren Entscheid 

auf  ein  nicht  nachvollziehbares  neurologisches  Gutachten  abgestützt  und  das 

Recht der Klägerin auf Beweis verletzt, indem sie weder ein neurochirurgisches/or-

thopädisches noch ein psychiatrisches Gutachten eingeholt habe. Die Vorinstanz 

habe damit den Sachverhalt unvollständig und unrichtig festgestellt. Die Gutachter 

C._____  und  D._____  hätten  sich  insbesondere  mit  der  Messmethode  von  Dr. 

L._____, der bei der Klägerin mittels fCTs eine Segmentinstabilität bei C2/C3 dia-

gnostiziert  habe,  nicht  auseinandergesetzt  und  ausser  Acht  gelassen,  dass  die 

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Therapie mit HWS-Infiltrationen bei ihr zur völligen Beschwerdefreiheit für drei bis 

vier Wochen geführt habe. Bei den Infiltrationen sei mehrmals Kontrastmittel aus-

getreten, was auf eine Läsion der Gelenkkapsel bei C2/3 hinweise. Die Gutachter 

C._____  und  D._____  seien  nicht  auf  solche  traumatischen  HWS-Verletzungen 

spezialisiert gewesen. Sie hätten der Klägerin zudem eine hohe Einschränkung ih-

rer Arbeitsfähigkeit wegen eines chronischen Schmerzsyndroms und einer schwe-

ren Somatisierungsstörung attestiert, ohne aber die Ursache dieser Störungen ab-

zuklären und zu begründen, weshalb es sich nicht um Unfallfolgen handle. Mit der 

psychiatrischen  Diagnose  einer  Somatisierungsstörung  hätten  sie  ausserdem  ihr 

medizinisches Fachgebiet verlassen, was nicht vertretbar sei. Es bestünden entge-

gen der (unqualifizierten) Aussagen der Gutachter demnach Anhaltspunkte, dass 

es sich bei der diagnostizierten Somatisierungsstörung um eine mittelbare Folge 

des Unfalls handle (act. 7/193 E. II/6.1 ff.).

6.   Die Kammer erwog im Rückweisungsentscheid im Kern, aufgrund der langen 

Krankengeschichte der Klägerin sowie der geltend gemachten Instabilität der HWS 

bzw. einer allfälligen Kapselläsion bei C2/C3 stellten sich komplexe Fragen im Be-

reich der HWS. Es gelte unzählige Arztberichte und Gutachten zu prüfen, gestützt 

auf das umfassende Aktenmaterial und eine eigene Untersuchung eine Diagnose 

zu stellen und deren Kausalitäten zu beurteilen. Es erscheine unumgänglich, einen 

Spezialisten aus der Halswirbelchirurgie miteinzubeziehen. Die Gutachter C._____ 

und D._____ seien Neurologen ohne Spezialisierung auf traumatische Wirbelsäu-

lenverletzungen. Sie hätten zwar für das radiologische/neurologische Teilgutachten 

den Radiologen O._____ beigezogen. Sie hätten jedoch darauf verzichtet, einen 

Experten der Wirbelsäulenchirurgie hinzuzuziehen. Bei der Klägerin sei ausserdem 

wiederholt  eine  psychiatrische  Komponente  diskutiert  worden,  zumal  ihre  Be-

schwerden  nunmehr  17  Jahre  anhielten.  Während  die  Gutachter  C._____  und 

D._____ die Diagnose einer Somatisierungsstörung sowie eines chronischen cer-

viko-cephalen rechtsbetonten Schmerzsyndroms gestellt hätten, habe das im IV-

Verfahren eingeholte Gutachten der MEDAS Zentralschweiz eine psychische Stö-

rung mit Krankheitswert und Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit verneint. An-

gesichts der sich widersprechenden psychiatrischen Diagnosen, sei eine psychia-

trische Begutachtung durch entsprechende Fachkräfte zur Klärung des natürlichen 

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Kausalzusammenhangs unumgänglich. Das Gutachten C._____/D._____ vermöge 

ausserdem inhaltlich nicht durchwegs zu überzeugen. So hätten sich die Gutachter 

mit den von Prof. M._____ durchgeführten Infiltrationen auf Höhe C2/C3, dem Aus-

tritt von Kontrastmittel aus der Gelenkskapsel und der anschliessenden rund vier-

wöchigen Beschwerdefreiheit bei der Klägerin nicht befasst und weder den Austritt 

der Flüssigkeit noch dessen Ursachen thematisiert. Auch im Ergänzungsgutachten 

hätten die Gutachter einzig bemerkt, beim Flüssigkeitsaustritt handle es sich übli-

cherweise um eine Folge degenerativer Veränderungen. Im Teilgutachten von Dr. 

O._____ werde jedoch festgehalten, dass weder in den CTs noch der Röntgenauf-

nahme oder im MRI arthrotische oder degenerative Veränderungen der HWS der 

Klägerin  zu  erkennen  seien.  Zusammenfassend  sei  das  Gutachten 

C._____/D._____,  einschliesslich  des  Teilgutachtens  O._____  sowie  des  Ergän-

zungsgutachtens, lückenhaft. Es sei ein polydisziplinäres medizinisches Obergut-

achten  unter  Einbezug  eines  Spezialisten  für  Wirbelsäulenchirurgie  und  eines 

Facharztes der Psychiatrie einzuholen. Zudem sei abzuklären, ob ein biomechani-

sches Gutachten erstellt werden könne, welches über die beim Unfall auf die Wir-

belsäule einwirkenden Kräfte Aufschluss gebe, bejahendenfalls sei ein solches ein-

zuholen (act. 7/193).

7.  Die Vorinstanz ergänzte darauf das Beweisverfahren und führte ihr Verfahren 

zu Ende. Im Entscheid vom 17. Januar 2025 ging sie zunächst auf die zahlreichen 

ärztlichen Dokumente ein. Sie berücksichtigte die Ergebnisse der früheren biome-

chanischen Kurzbeurteilung der AGU (Prof. H._____/Dr. sc. techn. P._____) vom 

21. Mai 2002 (act. 5 E. 5.4.7), wonach die kollisionsrechtliche Geschwindigkeitsän-

derung (delta-v) für den BMW (Fahrzeug der Klägerin) deutlich unterhalb eines Be-

reichs von 10-15 km/h gelegen haben müsse und aus biomechanischer Sicht die 

Beschwerden und Befunde bei der Klägerin durch die Kollisionseinwirkung in einem 

Normalfall (ohne Kopfanprall und Bewusstlosigkeit) nicht erklärbar seien. Die Vor-

instanz erwog weiter, auch die AGU (Dr. Q._____ /Dr. sc. techn. P._____) sei in 

der  neuen  "Biomechanischen  Beurteilung"  vom  19.  Juli  2022  (act. 7/313)  zum 

Schluss gekommen,  die  von  der  HWS  ausgehenden  Beschwerden  und  Befunde 

seien durch die Kollisionseinwirkung im Juli 2000 biomechanisch nicht erklärbar. 

Die AGU halte eine technische Unfallanalyse heute für nicht mehr machbar, weil 

- 13 -

die dafür nötigen Daten der beiden Unfallfahrzeuge nicht mehr vorhanden seien. 

Mit Verweis auf die Erkenntnisse aus ihrer früheren Kurzbeurteilung, wonach die 

kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung "deutlich unterhalb eines Bereiches 

von 10 – 15 km/h" gelegen habe, sei eine Schädigung von Strukturen an der HWS 

der Klägerin auszuschliessen (act. 5 E. 5.4.7 ff.). In der Ergänzungsbeurteilung ha-

be die AGU die Hypothese, die Kollision habe mit einer "mittleren" rückwärts ge-

fahrenen  Geschwindigkeit  stattgefunden,  verworfen.  Heckkollisionen  mit  delta-v-

Werten bis zu 8 km/h hätten bisher bei Freiwilligenversuchen zu keinen Verletzun-

gen oder anhaltenden Beschwerden bei der HWS geführt. Da kein Kopfanprall und 

kein Abknickmechanismus aktenkundig sei, stelle die schräge Sitzposition ange-

sichts der geringen Fahrzeugbelastungen keine Abweichung vom Normalfall dar. 

Die Gutachter hätten überdies zu den Ergebnissen des Privatgutachtens R._____/

S._____ festgehalten, es sei nicht nachvollziehbar, wie die Experten auf Harmlo-

sigkeits-Grenzwerte  von  5  km/h  oder  sogar  3  km/h  gekommen  seien  (act. 5 

E. 5.4.12 ff.). Die Vorinstanz hielt die Ergebnisse der AGU für nachvollziehbar und 

stimmig.  Bei  den  Sachverständigen  der  AGU  handle  es  sich  um  ausgewiesene 

biomechanische  Experten.  Die  erhobenen  Einwände  der  Klägerin,  wie  etwa  die 

AGU argumentiere mit einer offensichtlich falschen Harmlosigkeitsgrenze, wenn sie 

für die Heck- und Seitenkollisionen dieselben Werte verwende, rechtfertigten keine 

Ergänzungen  des  Gutachtens.  Aus  biomechanischer  Sicht  sei  der  natürliche 

(Teil-)Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 3. Juli 2000 und den nach-

träglichen Beschwerden nicht zu erstellen (act. 5 E. 5.4.17).

Im  Weitern  würdigte  die  Vorinstanz  das  Urteil  des  Sozialversicherungsge-

richts vom 29. März 2006, wonach der Unfall vom 3. Juli 2000 höchstens zu einer 

Verschlechterung eines krankhaften Vorzustandes der HWS, namentlich einer seit 

1993 bestehenden rotatorischen Fehlstellung bei C1 und C2, geführt habe (act. 5 

E. 5.5.1, vgl. act. 6/4/18). Die Vorinstanz ging sodann auf weitere ärztliche Belege 

ein, 

insbesondere  das  orthopädische  Fachgutachten  von  Prof.  N._____ 

(act. 6/4/19) sowie dessen Ergänzungsgutachten und die ärztliche Beurteilung von 

Dr.  K._____,  Facharzt  für  Orthopädische  Chirurgie  FMH,  vom  13. März  2007 

(act. 6/14/27). Letzterer habe eine Instabilität bei C2/C3 nicht bestätigen können. 

Zudem setzte sich die Vorinstanz eingehend mit den Ergebnissen des Gutachtens 

- 14 -

I._____/J._____  auseinander,  wonach  aufgrund  des  bildgebenden  Materials  und 

gewissen Messungenauigkeiten nach dem Unfall im Juli 2000 keine pathologischen 

und degenerativen Befunde bei C2/C3 erkennbar seien. Die translationelle Beweg-

lichkeit  dieses  Segments  sei  zwar  am  ausgeprägtesten,  habe  jedoch  bereits  vor 

dem Unfall bestanden (act. 5 E. 5.5.5 ff., act. 6/4/20). Danach wies die Vorinstanz 

auf das Schreiben vom 29. April 2008 von Dr. L._____, welcher die Beurteilung von 

Prof. I._____, es liege ein Messfehler vor, dementierte (act. 5 E. 5.5.7, act. 6/4/25), 

sowie die anschliessende Korrespondenz zwischen Prof. I._____ und Dr. L._____ 

hin, die beide an ihren divergierenden Meinungen festhielten (act. 5.5.8, act. 6/4/21 

und  6/4/26).  Die  Vorinstanz  beachtete  überdies  die  Einschätzungen  von  Dr. 

T._____,  Facharzt  für  Medizinische  Radiologie,  und  von  Dr.  U._____,  die  eine 

Instabilität bejahten und die Befunde von Dr. L._____ für korrekt erachteten (act. 5 

E. 5.5.11, act. 6/4/30 und 6/4/31). Zudem wies die Vorinstanz auf das von der IV-

Stelle Zürich in Auftrag gegebene Gutachten der Aerztlichen Begutachtungsinstitut 

GmbH (ABI) vom 19. Juni 2013 hin, wonach die Klägerin für eine körperlich leichte 

bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit zu 100% arbeits- und leistungsfähig 

sei, u.a. auch als Tramführerin (act. 5 E. 5.5.14, act. 6/130/66). Ausserdem setzte 

sich  die  Vorinstanz  nochmals  eingehend  mit  dem  gerichtlichen  Gutachten 

C._____/D._____ vom 13. Mai 2015 samt Ergänzungsgutachten vom 10. Juli 2016 

auseinander, demgemäss die Diagnose einer Segmentinstabilität anhand der er-

hobenen Messwerte nicht erstellt werden könne (act. 5 E. 5.6.1 ff, act. 6/140). 

Zum Gutachten E._____/F._____ vom 28. Dezember 2020 erwog die Vorin-

stanz, Prof. E._____ habe die Klägerin persönlich angehört, klinisch und elektro-

physio-logisch untersucht, ein neues CT an der orthopädischen Universitätsklinik 

Balgrist in Zürich eingeholt und sich mit den relevanten medizinischen Akten fun-

diert auseinandergesetzt. Danach könne keine pathologische Instabilität bei C2/3 

nachgewiesen werden. Zudem wäre bei einer posttraumatischen Kapselruptur in-

folge des Unfalls ein biologischer Reparaturprozess in Gang gesetzt worden und 

hätte den Riss verschlossen. Gemäss Prof. E._____ sei es möglich, aber nicht sehr 

wahrscheinlich,  dass  der  Unfall  eine  Teilursache  der  heutigen  Beschwerden  der 

Klägerin  darstelle  (act. 5  E. 5.7.1 ff.).  Anschliessend  ging  die  Vorinstanz  auf  das 

psychiatrische  Gutachten  F._____  ein.  Auch  Prof.  F._____ habe sich eingehend 

- 15 -

mit den Akten auseinandergesetzt, die Klägerin am 9. Juni 2020 persönlich unter-

sucht  und  die  psychiatrischen  Befunde  und  Diagnosen  sorgfältig  begründet.  Er 

habe bei der Klägerin eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F 

45.40) sowie eine Akzentuierung von Persönlichkeitszügen (ICD-10: Z 73.1) dia-

gnostiziert. Es hätten gemäss Gutachter bereits vor dem Unfall vom 3. Juli 2000 

Anhaltspunkte für eine somatoforme (Schmerz-)Störung sowie eine Akzentuierung 

von  Persönlichkeitszügen  bestanden.  Dr.  F._____  habe  eine  alleinige  Kausalität 

der Beschwerden aufgrund des Unfallereignisses im Jahr 2000 mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen. Die Antwort bezüglich der Ursache der heuti-

gen Beschwerden sei spekulativ und könne auf psychiatrischem Fachgebiet nicht 

abschliessend beantwortet werden. Es bestehe eine gewisse Wahrscheinlichkeit, 

dass das Unfallereignis vom 3. Juli 2000 für eine weitere Exazerbation und Sym-

ptomzunahme bereits bestehender Störungsbilder verantwortlich sei. Dies sei aber 

retrospektiv nicht mehr zu klären (act. 5 E. 5.7.9 ff.). 

Auch behandelte die Vorinstanz die von der Klägerin erhobenen Rügen gegen 

das  Gutachten  E._____/F._____,  namentlich  die  fehlende  Polydisziplinarität  und 

Konsensbesprechung, und legte dar, weshalb der von der Klägerin neu eingereich-

te Arztbericht von Prof. V._____ nicht Anlass für die Einholung eines weiteren Ober-

gutachtens biete. Die Vorinstanz ging zudem auf die von der Klägerin vorgebrach-

ten inhaltlichen Mängel des medizinischen Gutachtens ein (fehlende Diagnosestel-

lung/fehlende  Auseinandersetzung  mit  einer 

iatrogenen  Krankheitsverursa-

chung/Begriffsvermischung/widersprüchliche  und  aktenwidrige  Schlussfolgerun-

gen/keine nachvollziehbaren Aussagen zur Teilkausalität). Die Vorinstanz verwarf 

sämtliche Rügen (act. 5 E. 5.8.2 ff.). 

Abschliessend  hielt  die  Vorinstanz  fest,  Prof.  E._____  habe  alle  strittigen 

Punkte  ausführlich  behandelt  und  sich  detailliert  mit  der  Messmethode  von  Dr. 

L._____ auseinandergesetzt. Der Sachverständige F._____ habe ebenfalls nach-

vollziehbar seine Schlussfolgerungen dargelegt. Die beiden Teil-Gutachten seien 

sowohl in sich als auch zusammen betrachtet stimmig. Die Biomechanische Beur-

teilung  der  AGU  Zürich  füge  sich  nahtlos  in  die  Beurteilung  des  Obergutachtens 

E._____/F._____ ein. Demgemäss sei es der Klägerin nicht gelungen, den natürli-

- 16 -

chen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 3. Juli 2000 und ihren Be-

schwerden mit der nötigen Wahrscheinlichkeit nachzuweisen (act. 5 E. 5.9.1 ff.).

8.   Umstritten ist, ob das Unfallereignis vom 3. Juli 2000 für die anhaltenden Be-

schwerden  der  Klägerin  (teil-)ursächlich  ist.  Wie  die  Vorinstanz  zu  Recht  erwog 

(act. 5 E. 5.1.1 ff.) und auch unbeanstandet blieb, setzt die Haftung der Beklagten 

voraus, dass zwischen dem Unfallereignis vom 3. Juli 2000 und den diagnostizier-

ten Beschwerden der Klägerin ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Da-

bei  genügt  es,  wenn  der  Unfall  für  eine  bestimmte  gesundheitliche  Störung  eine 

Teilursache darstellt, d.h. wenn das schädigende Ereignis zusammen mit anderen 

Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der Klägerin beeinträchtigte, 

demnach der Unfall vom 3. Juli 2000 nicht weggedacht werden kann, ohne dass 

auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfällt. Die Klägerin trägt dafür ge-

mäss Art. 8 ZGB die Beweislast, wobei das Beweismass der überwiegenden Wahr-

scheinlichkeit gilt. Dies bedeutet, dass für die Richtigkeit der Sachbehauptung nach 

objektiven Gesichtspunkten derart gewichtige Gründe sprechen müssen, dass an-

dere denkbare Möglichkeiten vernünftigerweise nicht massgeblich in Betracht fal-

len. Umgekehrt ist der Beweis misslungen, wenn nach den besonderen Umständen 

des  Falles  neben  den  behaupteten  weitere  Ursachen  ebenso  ernsthaft  in  Frage 

kommen oder sogar näher liegen. Wie die Vorinstanz ebenfalls zu Recht erwog, 

kann nach ständiger Rechtsprechung eine gesundheitliche Schädigung nicht schon 

deshalb als durch einen Unfall verursacht gelten, weil sie zeitlich nach diesem auf-

getreten ist (act. 5 E. 5.1.3 ff., BGE 132 III 715 E. 3.1, BGE 119 V 335 E. 2b/aa, 

BGE 134 V 109 E. 9).

9. 

9.1.   Die Klägerin wendet in der Berufung ein, das Gutachten von Prof. E._____ 

sei unvollständig. Im eingereichten Arztbericht von Prof. V._____ werde entgegen 

der Annahme im Gutachten E._____ bestätigt, dass es sehr unwahrscheinlich sei, 

dass die arthrotischen Veränderungen der Halswirbelsäule durch die Infiltrationen 

verursacht worden seien. Prof. E._____ habe eine Instabilität bei C2/3 zu Unrecht 

verneint. Gemäss Prof. V._____ sei zwar eine unfallbedingte Instabilität heute nicht 

mehr nachweisbar. Er sei jedoch der Auffassung, dass eine Instabilität zuvor wäh-

- 17 -

rend Jahren bestanden habe, diese jedoch durch spontane Reparaturprozesse und 

Knochenveränderungen nicht mehr zu erkennen sei. Aufgrund der divergierenden 

fachärztlichen  Meinungen  und  angesichts  neuer  medizinischer  Dokumente  (u.a. 

CTs), zu welchen sich Prof. E._____ noch nicht habe äussern können, hätte ein 

weiteres Obergutachten eingeholt werden müssen (act. 2 S. 8 ff.).

9.2.   Die Vorinstanz hatte den Arztbericht von Prof. V._____ vom 20. Juli 2023 als 

Novum zugelassen (act. 5 E. 3.4.4) und wies zunächst daraufhin, den Antrag auf 

Einholung eines weiteren gerichtlichen Obergutachtens bereits mit separatem Be-

schluss  abgewiesen  zu  haben.  Prof.  V._____  habe  im  Begleit-E-Mail  an  den 

Rechtsvertreter der Klägerin selber erklärt, die umfangreiche Dokumentation über 

die Klägerin nicht in der Tiefe studiert zu haben, welche für ein Zusammenhangs-

gutachten erforderlich sei. Er habe lediglich davon gesprochen, was ihm plausibel 

scheine. Damit werde die eingehende Begutachtung durch Prof. E._____ nicht in 

ernsthafte Zweifel gezogen (act. 5 E. 5.8.3 f., act. 7/344/2). 

9.3.   Der Auffassung der Vorinstanz ist zuzustimmen. Der knapp zwei Seiten um-

fassende ärztliche Bericht V._____ (act. 7/344/1) vermag das rund 90 Seiten um-

fassende Gutachten E._____, welches sich detailliert mit der Anamnese der Kläge-

rin, den bisherigen medizinischen Gutachten sowie den relevanten ärztlichen Be-

richten befasst und sich auf eine aktuelle persönliche sowie bildgebende Untersu-

chung der Klägerin stützen kann, nicht ernsthaft in Zweifel zu ziehen und die dort 

einleuchtend dargelegten Ergebnisse zu erschüttern. Der Bericht V._____ stellt im 

Gesamtkontext lediglich ein weiteres ärztliches Dokument im medizinischen Disput 

über eine allfällige Hypermobilität bei der Klägerin bei C2/3 dar, welcher durch die 

fundierte Begutachtung von Prof. E._____ gerade diskutiert und schlüssig behan-

delt wird. Mit der Vorinstanz ergeben sich damit aus dem Bericht V._____ keine 

Gründe für eine weitere Begutachtung. Immerhin scheint auch er im Sinne von Prof. 

E._____ davon auszugehen, dass aktuell keine Hypermobilität erkennbar ist. Inso-

weit ist auch nicht ersichtlich, zu welchen neuen Erkenntnissen die aktuellen CTs 

führen könnten.

10. 

- 18 -

10.1.  Die Klägerin rügt, im Gutachten E._____/F._____ fehle die Interdisziplinarität 

und gemeinsame Konsensbesprechung. Zwischen Prof. E._____ und Dr. F._____ 

sei keine gemeinsame Beurteilung erfolgt, obwohl dies im Rückweisungsentscheid 

der Kammer als erforderlich erachtet worden sei. Die Begutachtung der Klägerin 

durch Prof. E._____ habe im August 2019 stattgefunden, das Gutachten von Dr. 

F._____ sei erst nach telefonischer Aufforderung durch die Vorinstanz am 28. De-

zember 2020 fertiggestellt worden. Gemäss Prof. E._____ habe sich die Klägerin 

immer mehr in einer eigenen Krankheitswelt verloren und es sei abzuwägen, inwie-

weit die Medizin durch unpräzise Wissenschaft und Äusserungen für die jahrzehn-

telange  Irrfahrt  eine  Mitschuld  trage.  Damit  habe  Prof.  E._____  eine  iatrogene 

Krankheitsverursachung oder Verschlimmerung durch psychische und körperliche 

Faktoren diskutiert. Sei die Klägerin während 20 Jahren aufgrund der Infiltrationen-

therapien darin bestätigt worden, unter einer HW-Instabilität zu leiden, hätte dies 

zwingend vom Psychiater beurteilt werden müssen. Dr. F._____ sei aber mit kei-

nem Wort darauf eingegangen, dass die Klägerin in all den Jahren von diversen 

Fachärzten in der organischen Diagnose der Instabilität bestärkt worden sei. Die 

Frage, welchen Einfluss die medizinischen Behandlungen in den letzten 25 Jahren 

auf das Schmerzempfinden und die Schmerzpersönlichkeit bei der Klägerin gehabt 

hätten, lasse er völlig offen, was nicht gehe, zumal Prof. E._____ von einer "Irrfahrt" 

und "Mitschuld" der Medizin spreche und die Invalidität der Klägerin heute auf 45% 

schätze. Da die Aussagen von Prof. E._____ zwingend eine vertiefte Diskussion 

unter den beiden Gutachtern erfordert hätten, sei das Gutachten unvollständig und 

nicht schlüssig. Insbesondere wäre die von Prof. E._____ genannte Invalidität von 

45% weiter klärungsbedürftig gewesen. Die Vorinstanz habe sich nur rudimentär 

mit den Einwänden der Klägerin befasst (act. 2 Rz 15 ff.). 

10.2.  Die Vorinstanz legte zum Vorwurf der fehlenden Interdisziplinarität und Kon-

sensbesprechung  einleuchtend  dar,  weshalb 

sie  das  Obergutachten 

E._____/F._____  für  klar  und  vollständig  erachte,  auch  wenn  zwei  unabhängige 

Gutachten vorliegen (act. 5 E. 5.8.2). Auf ihre Ausführungen kann zunächst verwie-

sen werden. Demnach räumte Prof. E._____ ein, es handle sich nicht um ein poly-

disziplinäres, sondern um ein bidisziplinäres Gutachten zwischen einem Psychiater 

und  einem  orthopädischen  Chirurgen,  in  deren  Fachbereiche  die  hier  gestellten 

- 19 -

Probleme fielen. Es sei beabsichtigt gewesen, die beiden Befunde nebeneinander 

zu stellen und so einen Konsens zu finden. Allerdings sei die psychiatrische Beur-

teilung zusammen mit der wirbelsäulenorthopädischen Beurteilung, welche die frü-

heren  rheumatologischen,  neurologischen  und  schmerztherapeutischen  Belange 

miteinbezogen habe, schlüssig genug gewesen, so dass eine vertiefende gemein-

same Diskussion nicht zielführend gewesen wäre (act. 7/255/1 S. 89). Das Studium 

der beiden Gutachten bestätigt diese Einschätzung. Beide Gutachten sind für sich 

betrachtet in sich geschlossen und verständlich; sie legen je einzeln, einmal aus 

psychiatrischer und einmal aus HWS-medizinischer Sicht, einleuchtend dar, dass 

sich der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den Beschwer-

den der Klägerin - auch nicht teilweise - mit der nötigen Wahrscheinlichkeit erstellen 

lässt. Da es sich bei der Wirbelsäulenchirurgie und der Psychiatrie um zwei unab-

hängige Fachbereiche der Medizin handelt, ist ein Nachteil infolge der getrennten 

und  zeitlich  gestaffelten  Begutachtung  nicht  ersichtlich,  und  die  Klägerin  vermag 

einen solchen auch nicht einleuchtend aufzuzeigen. Wie schon die Vorinstanz be-

merkte, ergeben sich aus den jeweiligen Schlussfolgerungen der beiden Gutachten 

keinerlei Widersprüche. Hätte eine eingehende gemeinsame Konsensbesprechung 

stattgefunden, hätte die Gefahr einer (unbeabsichtigten) gegenseitigen Beeinflus-

sung nicht ausgeschlossen werden können. Prof. E._____ wies in diesem Zusam-

menhang  unter  dem  Titel  "Integration  des  Wirbelsäulenmedizinischen  und  des 

Psychiatrischen  GA"  darauf  hin,  dass  das  wirbelsäulenmedizinische  und  das 

psychiatrische Gutachten bewusst unabhängig voneinander und ohne vorgängige 

oder  nachgeordnete  Absprache  erstellt  worden  seien.  Beide  Teilgutachten  seien 

schlüssig und die Ergebnisse des Gutachtens F._____ seien mit seinen eigenen 

Erkenntnissen kongruent (act. 7/255/1 S. 89 f. und act. 7/293 S. 4). Beide Spezia-

listen konnten die Fragen zur natürlichen Kausalität unabhängig voneinander und 

mit gleichem Ergebnis einleuchtend beantworten. Ihre Antworten können aus der 

vorangehenden Auseinandersetzung und Diskussion auch von Laien nachvollzo-

gen werden. Das bidisziplinäre Gutachten E._____/F._____ erweist sich daher zur 

Lösung der Kausalitätsfrage als geeignet. Eine vertiefte Konsensbesprechung er-

scheint unter diesen Umständen weder notwendig noch zielführend. 

- 20 -

Die  Kammer  erachtete  es  für  die  Frage  des  natürlichen  Kausalzusammen-

hangs im Rückweisungsentscheid als notwendig, eine weitere fachärztliche Begut-

achtung insbesondere mit Bezug auf einen allfälligen Kapselriss bei C2/3 sowie ein 

Schmerzsyndrom  durch  damit  besonders  vertraute  Spezialärzte  einzuholen 

(act. 7/193 E. II/8.7). Prof. E._____ verfügt über eine 40-jährige Erfahrung als or-

thopädischer  Chirurg  mit  Gutachtertätigkeiten  für  unterschiedliche  Auftraggeber 

wie die Gerichte, Versicherungen, SUVA, IV etc. (vgl. act. 7/293). Er gilt daher in 

Fragen der HWS-Medizin als besonders ausgewiesener Spezialist. Für die Beur-

teilung einer psychiatrischen Beeinträchtigung im Sinne eines Schmerzsyndroms 

erweist sich anderseits Dr. F._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 

unbestritten als fachkundig. Aufgrund der separaten, im Ergebnis aber kongruenten 

Gutachten zweier adäquater Spezialisten erfüllt das von der Vorinstanz eingeholte 

Obergutachten die Vorgaben der Kammer.

10.3.  Der  Vorwurf,  die  Vorinstanz  bzw.  die  Gutachter  hätten  die  Aussage  von 

Prof. E._____, die Medizin treffe eine Mitschuld, ernst nehmen und eine iatrogene 

Ursache  bzw.  einen  allfälligen  (indirekten)  Kausalzusammenhang  zwischen  den 

jahrelangen Infiltrationen und der Arbeitsunfähigkeit der Klägerin abklären müssen, 

bezieht sich auf die Äusserung im Gutachten E._____, aufgrund der langen Lei-

densgeschichte  der  Klägerin  sei  schon  abzuwägen,  "inwieweit  wir  als  Mediziner 

durch unsere unpräzise Wissenschaft und Äusserungen für die jahrzehntelange Irr-

fahrt eine Mitschuld tragen" (act. 7/255/1 S. 90). Dieser abschliessende Gedanke 

von Prof. E._____ vermag indes seine vorangehende, detaillierte Beurteilung sowie 

die luziden Ergebnisse zur Kausalität nicht in Frage zu stellen. Wie gesehen, stellte 

Prof. E._____ in einer umfassenden fachärztlichen Analyse eindeutig fest, die heu-

tigen Beschwerden der Klägerin seien aus Sicht eines HWS-Spezialisten kaum al-

leine  auf  das  Unfallereignis  im  Jahr  2000  zurückzuführen;  eine  Teilursache  als 

Folge des Unfalls im Jahr 2000 sei zwar möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich 

(act. 5  E. 5.8.9.2  und  act. 7/255/1  S.  80  und  84).  Dr.  F._____  gelangte  in  seiner 

psychiatrischen Expertise zum gleichen Schluss. Über den Anteil der Teil-Verursa-

chung könne nur spekuliert werden (act. 7/255/2 S. 20). Aufgrund der Gutachten 

sind die vorgenannten abschliessenden Äusserungen von Prof. E._____ eher als 

philosophisch-kritische Reflexion eines Mediziners über die ausserordentlich lange 

- 21 -

Behandlungszeit ohne nachhaltige Besserung sowie die lange Leidensgeschichte 

der Klägerin zu betrachten, ohne damit aber die Schlüsse zur Kausalität relativieren 

oder  in  Frage  stellen  zu  wollen.  Die  Klägerin  vermag  daraus  demnach  nichts  zu 

ihren Gunsten abzuleiten. 

Die Klägerin setzt sich mit ihren Ausführungen ausserdem in Widerspruch zu 

ihren bisherigen Behauptungen und den Ergebnissen des Berichts V._____, wo-

nach eine jahrelange Instabilität bestanden habe. Ihre Einwände überzeugen daher 

auch in diesem Punkt nicht.

10.4.  Im gleichen Sinne ist die Bemerkung von Prof. E._____ zu werten, der un-

präzisen Wissenschaft und der jahrzehntelangen Irrfahrt sei wohl beim Festsetzen 

der Invalidität Rechnung zu tragen, welche kaum durch einen objektiven und repro-

duzierbaren  lokalen  Befund  an  der  Halswirbelsäule  zur  Genüge  erklärt  werden 

könne und letztlich nur im Zusammenhang der Schmerzpersönlichkeit dieser Pati-

entin und ihrer eigenen Schmerzbewältigung verstanden werden könne, diese In-

validität liege bei etwa 45% (act. 7/255/1 S. 90). Auch diese abschliessende pau-

schale Bemerkung zum Invaliditätsgrad trübt die Erkenntnisse aus seiner vorange-

henden fachärztlichen Beurteilung zum Kausalzusammenhang nicht. Prof. E._____ 

bekräftigt mit dieser Aussage einmal mehr, dass sich die behaupteten Befunde an 

der HWS medizinisch nicht sicher objektivieren lassen und die Kausalität nicht hin-

reichend festgestellt werden kann. Seine vagen Bemerkungen zur Invalidität ma-

chen daher keine weitergehenden Abklärungen durch Dr. F._____ notwendig, wel-

cher sich eingehend mit der Psyche der Klägerin befasste und aus psychiatrischer 

Sicht  eine  (Teil-)Kausalität  nicht  mit  der  nötigen  Wahrscheinlichkeit  feststellen 

konnte. Da es sich bei den Angaben zum Invaliditätsgrad bzw. der Arbeitsfähigkeit 

der Klägerin im Gutachten E._____ (u.a. act. 7/255/1 S. 81 und 90) erkennbar um 

Hypothesen bzw. Spekulationen (vgl. auch nachfolgend E. 11.2) handelt, vermag 

die  Klägerin  auch  aus  der  unterschiedlichen  Bezifferung  des  Invaliditätsgrades 

keine relevanten Ungereimtheiten abzuleiten, die eine vertiefte Abklärung oder eine 

Konsensbeurteilung der beiden Experten nötig machten. Die Frage des genauen 

Invaliditätsgrades würde sich im Übrigen vertieft bei der Berechnung des Schadens 

- 22 -

stellen.  Die  Vorinstanz  wies  die  Klage  jedoch  mangels  nachgewiesenem  natürli-

chem Kausalzusammenhang ab.

11. 

11.1.  Die Klägerin wirft der Vorinstanz überdies vor, bei der Frage der Kausalität 

die entscheidende Antwort von Prof. E._____ nicht berücksichtigt zu haben. Prof. 

E._____ habe im Gutachten (auf Seite 85 zur Frage. 3.2) erklärt, dass die Klägerin 

ohne  das  Unfallereignis  mit  grosser  Wahrscheinlichkeit  zu  50%  als  Tramführerin 

arbeitsfähig  wäre.  Anderseits  habe  er  zu  Frage  3.1  ausgeführt,  die  Klägerin  sei 

heute als Tramführerin ganz erwerbsunfähig. Auch Dr. F._____ habe die Klägerin 

im angestammten Beruf als Tramführerin zu 100% erwerbsunfähig beurteilt und es 

sei ohne Unfallereignis mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zumindest von einer 

teilweisen  Einschränkung  der  Arbeitsfähigkeit  als  Tramführerin  auszugehen.  Da-

durch sei eine zumindest mittelbare natürliche (Teil-)Kausalität erstellt, was im Wi-

derspruch zu den sonstigen Kausalitätsaussagen der Gutachter stehe. Die Gutach-

ten E._____ und F._____ seien folglich nicht klar, weshalb ein Obergutachten ein-

zuholen sei. Die Diagnose der Instabilität sei ausserdem von absoluten Koryphäen 

der Wirbelsäulenorthopädie (Prof. M._____, Dr. L._____, Prof. W._____ und Prof. 

N._____)  gestellt  worden  (act. 2  Rz 36 ff.).  Die  Klägerin  moniert  im  Weitern,  die 

Angaben von Prof. E._____ zur Wahrscheinlichkeit der Beeinträchtigung der Klä-

gerin in der Haushaltführung vor und nach dem Unfallereignis seien nicht schlüssig, 

zumal Dr. F._____ eine Beeinträchtigung in der Haushaltsführung vor dem Unfall 

mit hoher Wahrscheinlichkeit verneine und nach dem Unfall eine solche von 40% 

annehme, allerdings mit mittlerer Wahrscheinlichkeit (act. 2 Rz 46 ff.).

11.2.  Auch diesen Einwänden ist nicht zu folgen. Die Klägerin würdigt ungenügend, 

dass sich die Fragen und Antworten unter Ziff. 3.1 ff. in den Gutachten nicht auf 

den  Kausalzusammenhang  beziehen,  sondern  generell  die  Arbeitsfähigkeit  der 

Klägerin betreffen. Die Feststellungen und Quantifizierungen von Prof. E._____ zur 

Arbeitsfähigkeit  mit  und  ohne  Unfallereignis  vom  3.  Juli  2000  enthalten  deshalb 

keine verbindlichen Aussagen zur Kausalität. Dazu äusserte er sich in den Antwor-

ten zu den Fragen 2.1 ff., wobei er eine alleinige Verursachung der Beschwerden 

durch den Unfall vom 3. Juli 2000 weitgehend ausschloss und eine Teilkausalität 

- 23 -

im Sinne einer allfälligen Aggravation bestehender Beschwerden als möglich, je-

doch nicht wahrscheinlich erachtete. Prof. E._____ machte zugleich klar, eine Teil-

verursachung wäre wissenschaftlich nicht seriös zu quantifizieren (act. 7/255/1, ins-

besondere Antworten zu Fragen 2.4 ff. S. 80 ff.). Seinem Gutachten ist im Übrigen 

genau  zu  entnehmen,  welche  Erkenntnisse  aus  fachmedizinisch-orthopädischer 

Sicht als erwiesen gelten können und damit für das Beweisverfahren von hohem 

Wert sind. Davon unterscheidet Prof. E._____ blosse Hypothesen. In diesem Sinn 

erklärte  er,  eine  Prozentangabe  der  (Mit-)Verursachung  des  Unfalls  an  den  Be-

schwerden der Klägerin und damit eine Prozentangabe zur Arbeitsfähigkeit sei aus 

fachärztlicher  Sicht  unseriös  und  nicht  haltbar  bzw.  hypothetisch  und  spekulativ. 

Seine Prozentangaben zur Arbeitsfähigkeit der Klägerin sind daher als blosse Hy-

pothesen, nicht aber als wissenschaftlich stützbare Erkenntnisse zu verstehen (vgl. 

act. 7/255/1 S. 81 und 84). Daraus kann die Klägerin nichts zu ihren Gunsten ab-

leiten. 

Dasselbe gilt bezüglich des Einwands, die Angaben zur Beeinträchtigung der 

Klägerin in der Haushaltsführung seien im Gutachten E._____ und F._____ nicht 

schlüssig. Aus den Antworten von Prof. E._____ zur Haushaltsführung ergibt sich 

wiederum unmissverständlich, dass es sich dabei nicht um wissenschaftlich unter-

mauerte Angaben handelt. Er erklärte insbesondere, es gebe keine sicheren, ob-

jektivierbaren Befunde vor dem Unfall vom 3. Juli 2000, welche bei der Klägerin 

eine einfache Haushaltführung (kinderlose Familie) deutlich eingeschränkt hätten. 

Allenfalls  hätte  für  grössere  Putztätigkeiten  eine  Haushalthilfe  benötigt  werden 

müssen,  d.h.  der  Umfang  der  Beeinträchtigung  in  der  Haushaltführung  vor  dem 

Unfall  könne  höchstens  mit  20%  veranschlagt  werden  (act. 7/255/1  S. 86 f., 

Ziff. 4.1 f.). Dass es sich bei der maximalen Prozentangabe bloss um eine Hypo-

these handelt, wird auch durch die anschliessende Bemerkung von Prof. E._____, 

die Annahme der maximalen Einschränkung von 20% treffe mit hoher Wahrschein-

lichkeit zu, nicht umgestossen. Die Annahme lässt nämlich nach wie vor offen, ob 

überhaupt und wenn ja, in welchem Umfang bis 20% eine Beeinträchtigung vorläge. 

Die Einschränkung in der Haushaltführung nach dem Unfall im Umfang von 35% 

nahm  Prof.  E._____  ausdrücklich  nur  mit  mässiger  Wahrscheinlichkeit  an 

(act. 7/255/1 S. 86 f., Antworten zu Fragen 4.1 f.). Insgesamt handelt sich daher bei 

- 24 -

den Prozentangaben zur Einschränkung in der Haushaltführung um vage Annah-

men, welche nicht geeignet sind, den Kausalzusammenhang rechtsgenügend zu 

beweisen. 

Die  Klägerin  zitiert  überdies  aus  dem  Gutachten  F._____  nur  lückenhaft. 

Dr. F._____ stellte zwar in seiner Antwort zur Frage 3.1 unter dem Titel "Arbeitsfä-

higkeit" fest, die Klägerin sei heute in ihrem angestammten Beruf als Tramführerin 

zu 100% erwerbsunfähig, und führte in seiner Antwort zur Frage 3.2 aus, es wäre 

bei der Klägerin auch ohne das Unfallereignis vom 3. Juli 2000 mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit von einer teilweisen Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit als 

Tramführerin auszugehen. Die Klägerin schliesst daraus zu Unrecht, Dr. F._____ 

räume  hiermit  eine  Teilverursachung  der  Beschwerden  durch  den  Unfall  ein.  Im 

Anschluss erklärte der Gutachter nämlich sogleich, es entstehe durchaus der Ein-

druck, dass das Unfallereignis im Jahr 2000 für die Betroffene regelrecht ein recht-

fertigender Anlass gewesen sei, die berufliche Wiedereingliederung nicht nur tem-

porär, sondern dauerhaft zu sistieren. Aus psychiatrischer Sicht sei es bedauerlich, 

dass gerade in der Zeit nach dem Unfall keine störungsspezifische psychiatrische 

Behandlung  erfolgt sei. So würden  entsprechende belastbaren  Befunde und Be-

handlungsverläufe fehlen, die die Einschätzung allfälliger Wahrscheinlichkeiten hin-

sichtlich der Arbeitsfähigkeit mit und (gegebenenfalls) ohne das Unfallereignis er-

möglichen würden. Es sei retrospektiv nicht mehr zu klären, ob es auch ohne Un-

fallereignis im Jahr 2000 zu einer Symptomzunahme gekommen wäre oder nicht 

(act. 7/255/2 S. 22 f.). Die Aussage von Dr. F._____ ist daher auch in diesem Punkt 

eindeutig: Eine Kausalität zwischen dem Unfall und der Einschränkung der Arbeits-

fähigkeit  der  Klägerin  als  Tramführerin  lässt  sich  aus  psychiatrischer  Sicht  nicht 

genügend nachweisen. Damit stellt er sich weder in Widerspruch zu den Erkennt-

nissen von Prof. E._____ noch zu seinen Antworten zu den Fragen 2.1-2.7 betref-

fend die Kausalität (act. 7/255/2 S. 22 ff.). An dieser Einschätzung vermag auch die 

persistierende abweichende Interpretation der Klägerin nichts zu ändern. Entgegen 

ihrer Auffassung wäre gemäss Dr. F._____ jedenfalls eine Symptomzunahme und 

damit  eine  vollständige  Erwerbsunfähigkeit  als  Tramführerin  auch  ohne  Unfaller-

eignis im Jahr 2000 denkbar.

- 25 -

12. 

12.1.  Die Klägerin wendet ein, die Vorinstanz habe aktenwidrige Schlussfolgerun-

gen gezogen und wesentliche frühere Akten ausser Acht gelassen. Prof. E._____ 

habe  zudem  entgegen  dem  Gutachten  N._____  angenommen,  dass  sich  die 

rechtsseitigen Nackenschmerzen nach dem Unfall vom 3. Juli 2000 eher akzentu-

iert und ausgeweitet hätten, was dem Gutachten N._____ widerspreche. Es hätten 

vor dem Unfall im Jahr 2000 keine Beschwerden bei C2/3 bestanden. Diese Tatsa-

chen  würden  von  Prof.  E._____  unterschlagen.  Zudem  hätten  die  Gutachter 

E._____ und F._____ insbesondere nicht beachtet, dass Dr. AA._____, Leiter der 

…-abteilung der Rehaklinik Bellikon, am 6. April 2000 d.h. wenige Monate vor dem 

Unfall festgehalten habe, nach dreimonatiger relativer Symptomfreiheit könne der 

Wiedereinstieg in den Beruf als Trambahnschaffnerin befürwortet werden, es sei 

zunächst  ein  50%-iger  Einsatz  vorgesehen,  die  Klägerin  sei  sehr  gut  motiviert. 

Nach Auffassung von Dr. AA._____ könne sich dadurch ihr Zustand bis zum Errei-

chen  der  vollen  Arbeitsfähigkeit  weiter  stabilisieren.  Im  gerichtlichen  Gutachten 

fehle nun aber eine Auseinandersetzung mit den echtzeitlichen Berichten. Diesen 

komme eine wesentlich höhere Beweiskraft zu als den rückwirkenden Einschätzun-

gen von Prof. E._____ (act. 2 Rz 49 ff.). 

12.2.  Dem ist entgegen zu halten, dass Prof. E._____ über rund 40 Seiten zahlrei-

che medizinische Berichte seit Juli 1992 berücksichtigte. Er beachtete insbeson-

dere auch den Bericht über die Erstbehandlung nach dem Unfall durch Dr. med. 

AB._____ vom 13. Juli 2000, die Untersuchung von Dr. L._____ vom 19. Septem-

ber 2000, welcher sich wiederum auf den Zuweisungsbericht von Dr. med. M._____ 

stützte, den detaillierten ärztlichen Untersuchungsbericht von Dr. med. AC._____ 

vom 17. Oktober 2000, den medizinischen Bericht des gleichen Arztes vom 1. No-

vember 2001, der sich auf einen Bericht von Dr. med. AD._____ vom 30. Januar 

2001 stützte, den Bericht von Dr. med. AE._____ vom 10. November 2000, den 

Bericht  von  Dr.  med.  AF._____,  welcher  die  Klägerin  am  10.  Oktober  2000  zum 

ersten  Mal  untersuchte,  das  vertrauensärztliche  Gutachten  von  Frau  Dr. med. 

AG._____ vom 5. Dezember 2000, das ärztliche Zeugnis von Dr. med. AD._____ 

vom  22.  Juni  2001  sowie  das  vertrauensärztliche  Gutachten  von  Frau  Dr. med. 

- 26 -

AG._____ vom 4. Dezember 2001 und 1. März 2003 sowie deren Bericht vom 3. 

Juni 2002 (act. 7/255 S. 2 ff.). Der Vorwurf, der Gutachter habe sich nicht auf zeit-

nahe ärztliche Unterlagen gestützt, geht damit fehl. Die Klägerin setzt sich ausser-

dem mit den Ausführungen im Gutachten E._____ zu den unfallnahen ärztlichen 

Dokumenten nicht auseinander und übergeht die bereits damals bestehenden di-

vergierenden ärztlichen Meinungen zur Hypermobilität bei C2/3. Aus den zeitnahen 

Berichten ergibt sich gerade nicht eindeutig, dass ihre lang anhaltenden Beschwer-

den durch den Unfall vom 3. Juli 2000 verursacht wurden. Insbesondere ging die 

Vorinstanz auch auf das Fachgutachten von Prof. N._____ ein und wies darauf hin, 

dessen Beurteilung sei aus fachärztlicher Sicht kritisiert worden, weil er die über-

wiegende Wahrscheinlichkeit der natürlichen Kausalität der Beschwerden als Un-

fallfolgen einzig auf die Beschreibungen der Klägerin abgestützt habe (vgl. act. 5 

E. 5.5.3 f.). Die Klägerin greift mit dem Arztbericht von Dr. med. AA._____ eine wei-

tere ärztliche Einschätzung auf, ohne auch nur summarisch zu erläutern, weshalb 

die  im  Gutachten  E._____  gestützt  auf  zahlreiche  Berichte  gezogenen  Schlüsse 

nicht haltbar sein sollen. 

Prof. E._____ beachtete ferner auch den gesundheitlichen Zustand der Klä-

gerin vor dem Unfall 2000 und deren Absicht, ihre Arbeit als Tramführerin von 50% 

wieder auf 100% aufzustocken (act. 7/255/1, insbesondere Antwort zu Frage 2.1). 

Wie aus diversen Akten hervorgeht, litt die Klägerin bereits nach dem Unfall vom 

19. Juli  1992  an  einer  Distorsion  der  Halswirbelsäule  (u.a.  act. 6/14/12,  6/14/24, 

6/21/50). Gestützt auf die früheren ärztlichen Berichte beschrieb Prof. E._____ die 

vorbestehenden, bei HWS-Traumen im Übrigen typischen Beschwerden korrekt als 

unspezifisch  (diffuse,  Kopfschmerzen,  Schwindel,  Konzentrations-  und  Gedächt-

nisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affekt-

labilität, Depressionen etc.). Das Sozialversicherungsgericht kam im Urteil vom 29. 

März 2006 ebenfalls zur Auffassung, funktionelle Störungen im Bereich der Hals-

wirbelsäule seien bereits vor dem Unfall vom 3. Juli 2000 dokumentiert. Der Ein-

wand, die (Rest--)Beschwerden aufgrund der vorangehenden Unfälle seien völlig 

anderer Natur gewesen und hätten nicht die Wirbel C2/3 betroffen (act. 2 Rz 49 f.), 

ist somit nicht haltbar. Ergänzt werden kann in diesem Zusammenhang, dass be-

reits die Vorinstanz auf die anschaulichen Ausführungen von Prof E._____ verwies, 

- 27 -

wonach eine isolierte eingeschränkte Sichtwiese auf zwei Wirbelsegmente im Be-

reich der HWS für ein komplexes, schwierig einzuordnendes klinisches Bild nicht 

verantwortlich  gemacht  werden  könne  (act. 5  E. 5.7.8,  S. 60).  Auch  insoweit  er-

weist sich die Kritik am Gutachten E._____ als unbegründet.

13. 

13.1.  Die Klägerin macht zudem geltend, noch immer alle paar Monate Gelenksin-

filtrationen zu erhalten. Die Infiltrationen führten jeweils zu einer vierwöchigen Be-

schwerdefreiheit,  was  ein  untrügliches  Indiz  für  eine  organische  Pathologie  dar-

stelle. Prof. E._____ habe im Gutachten aber nur von einer zwei- bis dreiwöchigen 

Beschwerdefreiheit  gesprochen,  was  die  Klägerin  definitiv  nicht  gesagt  habe. 

Prof. E._____  habe  den  Infiltrationen  und  den  Aussagen  der  Schulthessklinik  zu 

dieser Therapie zu Unrecht die Beweiskraft abgesprochen. Es sei erstellt, dass die 

Infiltrationen tatsächlich einen therapeutischen Nutzen hätten und psychische und 

andere  Ursachen  auszuschliessen  seien.  Gemäss  Berichten  von  Prof.  M._____ 

habe  sie  sehr  adäquat  auf  die  diagnostische  Infiltration  reagiert.  Das  Gutachten 

E._____ lasse zudem die Tatsache ausser Acht, dass gemäss Prof. M._____ die 

Klägerin nicht gewusst habe, welche Wirkstoffe bei den verschiedenen Applikatio-

nen  injiziert  worden  seien.  Es  stimme  zwar,  dass  Prof.  M._____  keine  "Doppel-

blind"-Studie durchgeführt habe. Dennoch habe er die diagnostischen Möglichkei-

ten der Facettengelenksinfiltrationen lege artis ausgeschöpft. Solchen Infiltrationen 

werde im Gutachten zu Unrecht generell jegliche Beweiskraft abgesprochen. Die 

von Prof. M._____ und Dr. med. AH._____ durchgeführten Infiltrationen widerleg-

ten psychische und unspezifische Beschwerden oder einen Placeboeffekt, zumal 

auch die Befunde in den CT-Aufnahmen sowie die Instabilität damit korrelierten. In 

diesem Punkt sei das Gutachten von Prof. E._____ nicht nachvollziehbar und be-

rücksichtige wesentliche Akten nicht (act. 2 Rz 53 ff.).

13.2.  Auch  dieser  Einwand  verfängt  nicht.  Wie  die  Vorinstanz  festhielt,  befasste 

sich  Prof.  E._____  eingehend  mit  der  Infiltrationstherapie.  Die  Vorinstanz  erwog 

dazu,  der  Gutachter  habe  dargelegt,  seit  mindestens  40  Jahren  persistiere  eine 

Kontroverse  darüber,  ob  der  Infiltration  der  Facettengelenke  eine  einerseits  dia-

gnostische  und  andererseits  therapeutische  Bedeutung  zugemessen  werden 

- 28 -

könne.  Gemäss  Prof. E._____  würden  beide  Eigenschaften  auch  in  der  neusten 

Literatur kontrovers diskutiert. Dabei gebe es "believers" und "non believers", die 

ihre  Auffassung  mit  entsprechenden  Studien  belegten,  die  handkehrum  von  den 

anderen widerlegt würden. Eine abschliessende Empfehlung sei nicht vorhanden 

und selbst die weltweit beachtete NASS (North American Spine Society) sei nach 

wie vor sehr vorsichtig mit bindenden Empfehlungen. Aus der eigenen Erfahrung 

mit über tausend Facetteninfiltrationen könne er sagen, dass diese mit Lokalanäs-

thesie im Allgemeinen einen sofortigen Effekt hätten und dieser Effekt nur während 

der Dauer der Wirkung des Lokalanästhetikums oder ein bisschen über diese Zeit 

hinaus Wirkung entfalte. Werde das Lokalanästhetikum mit einem Cortisonpräparat 

kombiniert,  dann  trete  die  eigentliche  Wirkung  meistens  erst  etwa  nach  zwei  bis 

drei Tagen ein und der Schmerz könne über die ersten 10 Tage graduell abneh-

men. Dies werde bei seinen Patienten mit einer semiquantitiven Messung objekti-

viert, indem die Patienten ein sogenanntes Schmerzprotokoll ausfüllen müssten, in 

welchem sie täglich die empfundenen Schmerzen im Vergleich zu den Schmerzen 

vor der Infiltration während einer Dauer von mindestens 10 Tagen festlegten. Nur 

in  wenigen  Fällen  sei  eine  solche  Facetteninfiltration  langfristig,  das  heisst  über 

mehrere Monate, wirkungsvoll. In den meisten Fällen kehrten die Schmerzen nach 

etwa zwei bis drei Wochen langsam wieder zurück, wobei das Schmerzniveau vor 

der  Infiltration  unter  Umständen  erst  nach  längerer  Zeit  wieder  erreicht  werde 

(act. 5 E. 5.7.5). 

13.3.  Entgegen der Auffassung der Klägerin thematisierte Prof. E._____ die Ge-

lenksinfiltrationen  somit  nuanciert.  Er  erläuterte  objektiv  und  auch  für  Laien  ver-

ständlich den wissenschaftlich umstrittenen (nachhaltigen) Erfolg einer solchen Be-

handlung und liess seine eigene grosse Erfahrung in die Einschätzung einfliessen. 

Bezüglich der konkreten Behandlung bei der Klägerin führte er zudem aus, Prof. 

M._____ sei sich der wissenschaftlichen Diskussion bewusst gewesen, weshalb er 

drei  verschiedene  lnfiltrationsmodalitäten  gewählt  habe  und  dabei  drei  verschie-

dene  Muster  habe  feststellen  können,  wobei  die  Behandlung  mit  Kortison  einen 

Effekt von zwei bis maximal vier Wochen erzeugt habe. Prof. E._____ wies auch 

auf die beschränkte Validiertheit der Infiltrationentherapie von Prof. M._____ hin, 

weil  der  gleiche  Untersucher  die  verschiedenen  Untersuchungen  durchgeführt 

- 29 -

habe (act. 7/255/1 S. 69 f.). Der Einwand, Prof. E._____ habe nur von einer zwei- 

bis dreiwöchigen Beschwerdefreiheit gesprochen und er habe den Infiltrationen zu 

Unrecht die Beweiskraft abgesprochen, greift damit zu kurz. Vielmehr begründete 

der Gutachter mit Verweis auf weltweite medizinische Meinungen die beschränkte 

wissenschaftliche Akzeptanz der Therapie einleuchtend und diskutierte deren Wir-

kungen differenziert. In diesem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass 

Prof. E._____ nachvollziehbar erklären konnte, weshalb sichtbares Kontrastmittel 

ausserhalb des Gelenkes bei Facetteninfiltrationen (anders als von Prof. M._____ 

interpretiert) nicht automatisch auf einen Riss der Gelenkkapsel zurückgeführt wer-

den könne. Hätte die Klägerin infolge des Unfalls im Jahr 2000 nämlich einen Kap-

selriss bei C2/3 erlitten, wäre dieser gemäss Gutachter bis zur ersten Infiltration in 

Form einer bindegewebigen Narbe abgeheilt. Denn es sei kaum vorstellbar, dass 

ein traumatischer Kapselriss über Jahre bestehe, ohne dass die Natur diesen durch 

eine Narbe verschliesse. Ein solcher über Jahre bestehender Kapselriss hätte ge-

mäss Prof. E._____ zu einer deutlichen Arthrose bei C2/3 geführt, was aufgrund 

des aktuellen CTs nicht der Fall sei (act. 7/255/1 S. 68 f., 77 und 83; act. 5 E. 5.7.6). 

Deshalb kann auch der Austritt von Kontrastmittel bei Infiltrationen eine durch den 

Unfall verursachte objektivierbare Verletzung im Sinne eines Kapselrisses bei C3/2 

nicht beweisen.

14.  

14.1.  Die Klägerin macht eine Verletzung des rechtlichen Gehörs und eine falsche 

Beweiswürdigung geltend. Da Prof. E._____ die Infiltrationen als nutzlos erachtet 

habe,  hätte  die  Vorinstanz,  wie  von  ihr  beantragt,  die  Dres.  M._____,  AH._____ 

und L._____ als sachverständige Zeugen befragen müssen. Prof. E._____ spreche 

wohl die Dres. M._____ und AH._____ an, wenn er "der Medizin" eine Mitschuld 

an  ihrer  Invalidität  gebe.  Auch  dazu  hätten  die  Zeugen  befragt  werden  müssen 

(act. 2 Rz 60 f.). 

14.2.  Die Vorinstanz führte zu diesen Vorwürfen aus, sie habe den Beweisantrag 

bereits mit Beschluss vom 15. Dezember 2021 abgewiesen. Die als Zeugen ange-

rufenen  sachverständigen  Personen  seien  überdies  mit  der  vorliegenden  Sache 

bereits zuvor befasst gewesen und hätten ihre Stellungnahmen bzw. Gutachten in 

- 30 -

Urkundenform  abgegeben.  Da  ihre  Meinungen  schriftlich  bei  den  Akten  lägen, 

könne auf die Abnahme der offerierten Beweise verzichtet werden (act. 5 E. 3.4.1).

14.3.  Diesen Ausführungen ist grundsätzlich zuzustimmen, zumal auch die Kläge-

rin nichts Konkretes dagegen vorbringt. Prof. E._____ hat zudem Infiltrationen wie 

gesehen nicht per se als nutzlos erachtet, sondern auf die gespaltene Meinung in 

der Medizin zur Wirkung von Infiltrationen hingewiesen. Die Klägerin stellt nicht in 

Abrede, dass der Nutzen und Effekt der Therapie medizinisch kontrovers diskutiert 

wird. Vor diesem Hintergrund wären von den Zeugenaussagen der Dres. M._____, 

AH._____ und L._____ keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, selbst wenn sie die 

Behauptungen der Klägerin bestätigten, den Nutzen der Infiltrationstherapie bejah-

ten  und  sich  damit  bei  den  "believers"  einreihten.  Die  bestehende  Kontroverse 

könnten sie jedenfalls nicht ausräumen. Der Vorwurf der Verletzung des rechtlichen 

Gehörs ist deshalb nicht begründet. 

15. 

15.1.  Zur  biomechanischen  Beurteilung  der  AGU,  einschliesslich  der  Ergänzung 

(act. 7/313 und 7/333), kritisiert die Klägerin, es sei darin eine falsche Harmlosig-

keitsgrenze zugrunde gelegt worden. Sie habe vor Vorinstanz auf das Privatgut-

achten R._____ vom 24. Oktober 2022 hingewiesen, wonach in der Biomechanik 

unstreitig sei, dass für seitliche Kollisionen auf der stosszugewandten Seite deutlich 

tiefere Harmlosigkeitsgrenzen gälten, als für Heckkollisionen. Im Normalfall würde 

von Harmlosigkeitsgrenzen zwischen 3 – 7 km/h resp. 3 – 5 km/h ausgegangen, 

wobei vorliegend die medizinische Vorschädigung sowie eine anormale Sitzposi-

tion hinzuträten. Die von der AGU zitierte Studie sei nicht massgeblich, hätten doch 

nur drei Freiwillige und darunter bloss eine Frau teilgenommen und würden keine 

Vorschädigungen erwähnt. Die Studie sei ausserdem schon deshalb nicht adäquat, 

weil bei den Probanden keine Beschwerden, sondern die Seitenbewegungen des 

Kopfes gemessen worden seien. Daraus könne keine allgemeingültige Harmlosig-

keitsgrenze abgeleitet werden. Im neuen Ergänzungsgutachten R._____ vom 31. 

Januar 2025 habe dieser seine Meinung nochmals ausdrücklich bestätigt. Die AGU 

sei  demnach  von  wissenschaftlich  nicht  haltbaren  Annahmen  ausgegangen  und 

habe  ihre  Annahme  nicht  entsprechend  den  Anforderungen  gemäss  bundesge-

- 31 -

richtlicher Praxis belegen können. Es genüge nicht, einfach auf die besondere Er-

fahrung des Experten zu verweisen. Die Klägerin zitiert aus (deutschen) Urteilen 

und Studien, welche zeigten, dass die Harmlosigkeitsgrenze für Seitenkollisionen 

tiefer als von der AGU angenommen liege. Die Beurteilungen der AGU seien folg-

lich mangelhaft und unverwertbar. Es sei eine neue biomechanische Begutachtung 

einzuholen (act. 2 Rz 62 ff.).

15.2.  Die Klägerin reichte mit der Berufung ein knapp zwei Seiten umfassendes 

Schreiben von Dr. R._____ vom 31. Januar 2025 mit dem Titel "Ergänzungsgut-

achten" ein (act. 4/3). Dabei handelt es sich um ein Potestativ-Novum, welches als 

unechtes Novum gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO behandelt wird und nach der bun-

desgerichtlichen  Rechtsprechung  im  Berufungsverfahren  nur  berücksichtigt  wer-

den darf, wenn es trotz zumutbarer Sorgfalt nicht bereits im vorinstanzlichen Ver-

fahren hätte beigebracht werden können (BGE 146 III 416 E. 5.3). Die Klägerin gab 

an, sie sei zur Einholung dieses Schreibens erst aufgrund des abweisenden Urteils 

der Vorinstanz veranlasst worden (act. 2 S. 25). Dies ist nicht stichhaltig. Ihr waren 

der Inhalt der biomechanischen Beurteilungen der AGU bzw. die dort angenomme-

nen höheren Harmlosigkeitsgrenzen  bereits  lange vor Erlass des angefochtenen 

Urteils bekannt. In Befolgung einer sorgfältigen Prozessführung hätte sie das Er-

gänzungsgutachten bereits vor Vorinstanz einreichen können und müssen, zumal 

sie nicht darauf vertrauen konnte, die Vorinstanz werde der Auffassung des Privat-

gutachtens  R._____  folgen.  Entsprechend  erfolgte  die  Einreichung  des  Ergän-

zungsgutachtens im Berufungsverfahren verspätet und dieses ist nicht beachtlich.

15.3.  Dem  Einwand,  die  AGU  sei  von  einer  falschen  Harmlosigkeitsgrenze  bei 

Heck- und Seitenkollisionen ausgegangen, hielt die Vorinstanz entgegen, die AGU 

habe in der ergänzenden Beurteilung dazu eingehend Stellung genommen und sich 

mit dem Privatgutachten von Dr. R._____ auseinandergesetzt. Entgegen der klä-

gerischen Darstellung sei keine (grob-)fahrlässige Missachtung der massgebenden 

wissenschaftlichen Erkenntnisse durch die AGU ersichtlich. Zum Beweis des Vor-

wurfs  genügten  die  eigenen  Interpretationen  und  Ausführungen  zu  den  von  der 

AGU zitierten Literaturstellen resp. die klägerischen Zitate von Literatur und Recht-

sprechung nicht. Bei den Sachverständigen der AGU Zürich handle es sich um aus-

- 32 -

gewiesene  Experten  in  der  Erstellung  von  biomechanischen  Gutachten  (act. 5 

E. 5.4.7 ff., insbesondere E. 5.4.16). 

15.4.  Die AGU kam zum Schluss, aus biomechanischer Sicht seien die Beschwer-

den  der  Klägerin  an  der  HWS  nicht  durch  die  Kollisionseinwirkung  erklärbar,  es 

habe sich bei der seitlichen Kollision nicht um ein vom Normalfall abweichendes 

Ereignis gehandelt. Der kritische Wert der kollisionsbedingten Geschwindigkeitsän-

derung  für  nicht  unerhebliche  HWS-Beschwerden  liege  im  Normalfall  zwischen 

10 und  15  km/h,  vergleichbar  mit  demjenigen  der  Heckkollision.  Kriterien  wie 

„Nicht-Gefasstsein" und „durch die Kollision überrascht" seien im unteren Wert von 

10 km/h bereits berücksichtigt. Biomechanisch relevante Besonderheiten (Anprall 

des Kopfes, Bewusstlosigkeit) seien vorliegend nicht aktenkundig. Ein früheres Er-

eignis sei weder näher charakterisiert gewesen noch aufgrund des grossen zeitli-

chen Abstands als relevant betrachtet worden (act. 7/313 S. 5 f.). Ob die Ausfüh-

rungen der AGU zur Harmlosigkeitsgrenze Stich halten, braucht nachfolgend nicht 

abschliessend geklärt zu werden. Denn die AGU hielt weiter fest, eine technische 

Unfallanalyse mit genauer Berechnung der kollisionsbedingten Geschwindigkeits-

änderung des Fahrzeugs der Klägerin (delta-v) sei mangels genügender Angaben 

nicht mehr machbar.  Warum zeitnah auf die Vornahme einer technischen Unfall-

analyse verzichtet worden sei, sei nicht bekannt. Die kollisionsbedingte Geschwin-

digkeitsänderung sei im Kurzgutachten der AGU vom 21. Mai 2002 aufgrund des 

Unfallprotokolls mit "deutlich unterhalb eines Bereiches von 10 – 15 km/h" liegend 

ermittelt worden. Davon müsse auch heute ausgegangen werden, so dass auszu-

schliessen sei, dass beim Ereignis Strukturen an der HWS der Klägerin beschädigt 

worden seien (act. 7/313 S. 6 ff., act. 5 E. 5.4.9). Die Klägerin legt nicht dar, wes-

halb trotz fehlender technischer Unfallanalyse die massgebliche kollisionsbedingte 

Geschwindigkeitsänderung heute noch feststellbar wäre. Fehlen zuverlässige An-

gaben zur Wucht des Aufpralls und kann die relevante Geschwindigkeitsänderung 

nicht berechnet werden, erscheint eine Diskussion darüber, ab welcher Geschwin-

digkeitsänderung (Harmlosigkeitsgrenze) üblicherweise relevante HWS-Beschwer-

den bei seitlichen Kollisionen auftreten, nicht zielführend. Dies gilt umso mehr, als 

aufgrund  des  unbestritten  geringen  Schadensbildes  von  einer  sehr  tiefen  Kollisi-

onsgeschwindigkeit auszugehen ist. Die AGU schloss eine Kollisionsgeschwindig-

- 33 -

keit  des  verursachenden  Peugeot  von  10  km/h  im  Sinne  einer  Arbeitshypothese 

aus, weil in diesem Fall (viel) grössere Schäden am BMW verursacht worden wä-

ren.  Am  den  Unfall  verursachenden  Peugeot  seien  gar  keine  Schäden  bekannt 

(act. 7/313 S. 4). Die Klägerin stellt diese Feststellungen nicht in Frage, weshalb 

von  einer  Auffahrgeschwindigkeit  deutlich  unterhalb  eines  Bereiches  von 

10 – 15 km/h  auszugehen  ist.  Die  Gutachter  des  AGU  wiesen  weiter  darauf  hin, 

dass bei seitlichen Kollisionen ohne Kopfanprall die Anprallkräfte über den Schul-

tergürtel und das Skelett auf den obersten Bereich der Brustwirbelsäule übertragen 

würden. Dadurch entstehe analog zum Heckanprall eine S-förmige Verformung der 

Halswirbelsäule,  allerdings  in  seitlicher  Richtung.  In  der  Folge  gehe  die  HWS  in 

eine seitliche Neigung über (act. 7/313 S. 5 f.). Gemäss den unbestritten gebliebe-

nen Angaben wirken bei seitlichen Kollisionen die Kräfte in der Regel nicht auf ein 

einzelnes Segment, sondern auf die gesamte Halswirbelsäule, wodurch die Inten-

sität des Aufpralls im Bereich der Halswirbel gedämpft wird. Unabhängig allfälliger 

wissenschaftlicher  Differenzen  bezüglich  der  Harmlosigkeitsgrenze  bei  seitlichen 

Kollisionen  lässt  sich  daher  der  natürliche  Kausalzusammenhang  zwischen  dem 

Unfallereignis vom 3. Juli 2000 und den nachfolgenden Beschwerden der Klägerin 

heute auch aus biomechanischer Sichtweise nicht mehr erbringen. Die von der Klä-

gerin zitierten (deutschen) Entscheide (act. 2 S. 27 f.) führen zu keinem anderen 

Schluss. Daraus lässt sich im Wesentlichen herauslesen, dass fixe Harmlosigkeits-

grenzen  grundsätzlich  abzulehnen  sind  und  stattdessen  auf  die  massgeblichen 

konkreten Umstände abzustellen ist. Genau diese lassen sich vorliegend jedoch, 

wie gesehen, nicht mehr erstellen.

16.   Zusammenfassend vermögen die Einwände der Klägerin gegen das medizi-

nische Gutachten E._____/F._____ und die biomechanische Beurteilung der AGU 

nicht  zu  überzeugen.  Eine  fehlerhafte  Beweiswürdigung  durch  die  Vorinstanz  ist 

nicht erkennbar. Das bidisziplinäre medizinische Gutachten erweist sich entgegen 

ihrer Auffassung bezüglich der Frage der natürlichen Kausalität als fundiert, voll-

ständig und daher aussagekräftig. Unter diesen Umständen kann darauf verzichtet 

werden, ein medizinisches Ober- bzw. Ergänzungsgutachten (act. 2 S. 8, 13, 14, 

17, 18, 20, 22, 26 und 31) oder ein weiteres biomechanisches Gutachten (act. 2 

S. 29 und 31) einzuholen und sachverständige Zeugen zu befragen (act. 2 S. 23). 

- 34 -

Der Klägerin ist demnach gemäss medizinischem Gutachten E._____/F._____ so-

wie der biomechanischen Beurteilung der AGU der Beweis des natürlichen Kausa-

lzusammenhangs zwischen dem Unfall vom 3. Juli 2000 und ihren Beschwerden 

nicht gelungen. Die Berufung ist aus diesen Gründen abzuweisen und das vorin-

stanzliche Urteil ist zu bestätigen. 

III.

1.   Die Klägerin beantragt schliesslich, es sei eine Rechtsverzögerung festzustel-

len (act. 2, Berufungsantrag 4). Die Klage sei am 20. Oktober 2010 eingereicht wor-

den. Das erstinstanzliche Urteil sei 14 Jahre und 3 Monate später ergangen, obwohl 

aufgrund der hohen existenziellen Bedeutung der Sache für die Klägerin eine be-

förderliche Behandlung erforderlich gewesen wäre. Zwischen dem Rückweisungs-

entscheid  bis  zur  Erstattung  des  Gutachtens  seien  dreieinhalb  Jahre  verstrichen 

und nach den Schlussvorträgen bis zum erstinstanzlichen Urteil habe es nochmals 

ein  Jahr  gedauert.  Sie  habe  im  Sommer  2013  die  Vorinstanz  diverse  Male  zum 

Verfahrensstand angefragt. Diese habe am 19. September 2013 telefonisch infor-

miert,  mangels  Kapazität  habe  der  Gutachtensauftrag  noch  nicht  erstellt  werden 

können. Am 12. November 2013 und 14. Januar 2014 habe die Klägerin nochmals 

eindringlich den Gutachtensauftrag angemahnt, worauf die Vorinstanz telefonisch 

habe wissen lassen, es sei schwierig, neben dem Tagesgeschäft derart komplexe 

Verfahren zu führen. Die Klägerin hält dagegen, auch die Umstände, dass es sich 

um einen komplexen Prozess gehandelt und die Klägerin mit ihrem Ausstandsbe-

gehren  gegen  Prof.  E._____  das  Verfahren  selber  verlängert  habe,  würden  eine 

derart lange Prozessdauer nicht rechtfertigen (act. 2 Rz 75 ff.). 

2.  Fälle von Rechtsverweigerung oder Rechtsverzögerung sind jederzeit mit Be-

schwerde anfechtbar (vgl. Art. 319 lit. c i.V.m. Art. 321 Abs. 4 ZPO). Unabhängig 

davon, ob ein erstinstanzliches Urteil vorliegt, bejaht das Bundesgericht ein Rechts-

schutzinteresse an der Feststellung einer Rechtsverzögerung (BGer 4A_744/2011 

vom 12.7.2012 E. 11, BGer 4A_271/2015 vom 29. September 2015 E. 4). Gegen-

stand der Rechtsverweigerungs- und Rechtsverzögerungsbeschwerde bildet aus-

schliesslich  die  formelle  Rechtsverweigerung,  die  sich  in  einer  unrechtmässigen 

Verweigerung  oder  Verzögerung  eines  anfechtbaren  Entscheides  äussert.  Das 

- 35 -

Verbot der Rechtsverweigerung und -verzögerung bzw. der Anspruch auf Beurtei-

lung  innert  angemessener  Frist  gehört  zur  Garantie  eines  gerechten  Verfahrens 

nach Art. 29 Abs. 1 BV. Der Anspruch auf Beurteilung innert angemessener Frist 

bezieht sich ausgehend von den einzelnen Verfahrensabschnitten auf die gesamte 

Verfahrensdauer, wobei in jedem Einzelfall zu prüfen ist, ob sich die Verfahrens-

dauer  unter  den  konkreten  Umständen  als  angemessen  erweist.  Kriterien  bilden 

insbesondere die Bedeutung des Verfahrens für den Betroffenen, die Komplexität 

des Falles und das Verhalten der Verfahrensbeteiligten. Eine Rechtsverzögerung 

ist  insbesondere  dann  vorzuwerfen,  wenn  das  Gericht  ohne  ersichtlichen  Grund 

und ohne ausgleichende Aktivität während längerer Perioden untätig geblieben ist 

(vgl.  statt  vieler:  BGer  5A_207/2018  vom  26. Juni  2018  E. 2.1.2.  m.w.H.;  BVGer 

A_894/2020  vom  24.  August  2022  E. 4.1 ff.;  BGE  144  II  486  E. 3;  OG  ZH 

RU250004 vom 30. Januar 2025 E. 3.1).

3.  Die Klage wurde am 20. Oktober 2010 eingereicht und nach sechseinhalb Jah-

ren am 6. März 2017 erstmals erstinstanzlich abgewiesen. In diesem Verlaufe wur-

den bis Mai 2011 zwei Schriftenwechsel durchgeführt (CG100053 Prot.Vi S. 2 ff.). 

Im September 2011 fand eine Vergleichsverhandlung statt, wobei die Vergleichs-

gespräche scheiterten (Prot.Vi S. 10). Im April 2012 fragte der Rechtsvertreter der 

Klägerin  an,  wann  mit  der  Fortsetzung  des  Prozesses  gerechnet  werden  könne 

(act. 6/38),  worauf  die  Vorinstanz  ausrichten  liess,  es  sei  damit  im  Mai  2012  zu 

rechnen  (act. 6/39).  Der  Beweisbeschluss  erging  schliesslich  am  7.  September 

2012 (act. 6/43). Im November 2012 erliess die Vorinstanz auf Antrag der Klägerin 

einen  ergänzten  Beweisbeschluss  (act. 6/52).  Mit  Beschluss  vom  22.  April  2013 

erging nach Eingang der Beweisschriften sowie umfangreichen Abklärungen und 

Korrespondenz mit den Parteien hinsichtlich geeigneter Experten für das medizini-

sche Gutachten der Beweis(abnahme)beschluss (act. 6/93). Nachdem seitens der 

Klägerin Einwände gegen die beiden vorgeschlagenen Gutachter (act. 6/101) er-

hoben  worden  waren,  beauftragte  die  Vorinstanz  mit  Beschluss  vom  27.  Januar 

2014 die Gutachter C._____ und D._____ mit der (medizinischen) Gutachtenser-

stellung  (act. 6/113).  Am  gleichen  Tag  erging  ein  weiterer  Beweisbeschluss  mit 

Fristansetzung an die Parteien zur Nennung von Beweismitteln (act. 6/114), worauf 

beide Parteien Eingaben erstatteten (act. 6/117 und 6/129). Mit Schreiben vom 4. 

- 36 -

Februar 2014 ersuchte die Klägerin um sofortigen Stopp der Gutachtenserstellung 

und  Wiedererwägung  der  Gutachterbestellung  (act.  6/122).  Umgehend  holte  die 

Vorinstanz die Stellungnahme der Beklagten dazu ein (act. 6/124) und bat am 14. 

Februar  2014  die  Gutachter,  mit  der  Erstellung  der  Expertise  zuzuwarten 

(act. 6/126). Nach Eingang der Stellungnahme der Beklagten wies die Vorinstanz 

das Wiedererwägungsgesuch der Klägerin am 8. Mai 2014 ab und erliess den Be-

weis(abnahme)beschluss zum erweiterten Beweisverfahren mit Fristansetzung zur 

Leistung eines Barvorschusses (act. 6/134). Am 13. Mai 2015 wurde das medizini-

sche Gutachten C._____/D._____ erstattet (act. 6/140 ff.), woraufhin die Parteien 

Gelegenheit zur Stellungnahme erhielten (act. 6/145). Mit Präsidialverfügung vom 

26. August 2015 setzte die Vorinstanz Frist an, um gegen die Rechnung des Gut-

achters Einwendungen zu erheben (act. 6/151). Im September 2015 nahmen die 

Parteien Stellung zum medizinischen Gutachten. Im November 2015 brachte die 

Klägerin  Noven  ein  und  beantragte  die  Erstellung  eines  neuen  Gutachtens  (act. 

6/160). Darauf wurde der Beklagten Frist zur Stellungnahme eingeräumt (act. 6/163 

und  6/167). 

Im  April  2016  beauftragte  die  Vorinstanz  die  Gutachter 

C._____/D._____ mit der Erstellung eines Ergänzungsgutachtens (act. 6/168 und 

6/170). Das Ergänzungsgutachten datiert vom 10. Juli 2016 (act. 6/177). Anschlies-

send erhielten die Parteien Gelegenheit zur Stellungnahme, wovon sie im August 

2016 Gebrauch machten (act. 6/181 und 6/182). Am 6. März 2017 erliess die Vor-

instanz ihr Urteil (CG100053, act. 6/186). 

Der  vorstehende  Verlauf  zeigt,  dass  sich  das  erstinstanzliche  Verfahren 

CG100053 sehr komplex gestaltete und ein aufwändiges Beweisverfahren durch-

zuführen war. Ein langer Behandlungsunterbruch ergab sich zunächst nach dem 

Scheitern der Vergleichsgespräche im September 2011 bis zum Erlass des ersten 

Beweisbeschlusses im September 2012. Konkrete Gründe für diese Behandlungs-

lücke sind nicht ersichtlich. Die Dauer von rund einem Jahr erweist sich insbeson-

dere in Anbetracht der hohen Bedeutung des Verfahrens für die Klägerin als über-

aus lange und ist im Nachhinein als Rechtsverzögerung zu werten. Sodann dauerte 

es etwas mehr als ein Jahr von der Beauftragung der Gutachter bis zum Eingang 

der medizinischen Expertise. Es ist allerdings notorisch, dass bis zum Eingang von 

Expertisen, bei welchen mehrere Gutachter mitwirken, lange Zeit verstreicht. Die 

- 37 -

Gutachter  C._____  und  D._____  hatten  sich  mit  unzähligen  ärztlichen  Berichten 

und Expertisen auseinanderzusetzen, hörten die Klägerin an und untersuchten sie 

neurologisch. Gemäss Rückfrage der Vorinstanz Anfang März 2015 beim Experten 

D._____ war das Gutachten damals weit fortgeschritten (act. 6/139A). Insgesamt 

erweist  sich  die  rund  einjährige  Begutachtungsdauer  zwar  als  sehr  lange,  diese 

kann der Vorinstanz jedoch nicht als Säumnis angelastet werden. 

Zusammenfassend ist im erstinstanzlichen Verfahren CG100053 eine Verfah-

rensverzögerung zwischen September 2011 und September 2012 festzustellen.

4.   Mit Urteil der Kammer vom 30. November 2017 wurde die Sache zur Ergän-

zung  des  Beweisverfahrens  an  die  Vorinstanz  zurückgewiesen  (act.  7/193).  Am 

21. Februar 2018 erfolgte der erste Prozessschritt durch die Vorinstanz im Verfah-

ren CG180002. Sie setzte den Parteien Frist an zur Bezeichnung von Sachverstän-

digen für das einzuholende medizinische Obergutachten (act. 7/194). Nach diver-

sen Einwänden konnten nach Wahrung des Vorschlagsrechts und des rechtlichen 

Gehörs der Parteien Prof. E._____ und Dr. F._____ Ende Mai 2019 für das medi-

zinische Gutachten als Sachverständige ernannt werden (act. 7/219 und 221). Am 

4. Januar  2021  ging  das  polydisziplinäre  Gutachten  E._____/F._____  ein 

(act. 7/255/1-2). Im September 2021 hatte die Vorinstanz die AGU mit der Erstel-

lung eines unfalldynamischen und biomechanischen Gutachtens bzw. vorab mit der 

Prüfung der Machbarkeit eines solchen Gutachtens beauftragt (act. 7/296). Im Mai 

2021 stellte die Klägerin ein Ausstandsgesuch gegen Prof. E._____ (act. 7/283), 

welches mit Urteil vom 29. März 2022 von der Kammer zweitinstanzlich abgewie-

sen wurde (Geschäfts-Nr. RB210036, act. 7/305). Am 27. Juli 2022 ging die "Bio-

mechanische Beurteilung" der AGU bei der Vorinstanz ein (act. 7/313). Im Novem-

ber  2022  stellte  die  Klägerin  diverse  Ergänzungsfragen  und  reichte  Noven  ein 

(act. 7/324), worauf die AGU mit der Erstellung eines Ergänzungsgutachtens be-

auftragt wurde (act. 7/326), welches am 26. April 2023 erstattet (act. 7/333) und im 

Mai  2023  den  Parteien  samt  Rechnung  der  Sachverständigen  zugestellt  wurde 

(act. 7/334). Während die Beklagte auf Stellungnahme und die Durchführung einer 

mündlichen Hauptverhandlung verzichtete (act. 7/336), liess sich die Klägerin mit 

Eingabe vom 7. August 2023 zur biomechanischen Beurteilung der AGU und zur 

- 38 -

Rechnung vernehmen, beantragte Rückfragen bei der AGU, eventualiter die Ein-

holung einer biomechanischen Oberexpertise (act. 7/345). Die Vorinstanz wies die-

se Anträge mit Beschluss vom 23. August 2023 ab und setzte Frist an für schriftli-

che Schlussvorträge (act. 7/346). Die Schlussvorträge gingen im Oktober 2023 ein 

und wurden den Parteien zur Stellungnahme zugestellt (act. 7/351). Die Parteien 

sandten daraufhin ihre Stellungnahmen am 9. und 12. Januar 2024 zu (act. 7/353 

und 7/355). Am 18. November 2024 mahnte der Rechtsvertreter der Klägerin den 

Erlass des Urteils an (act. 7/357). Schliesslich erging das angefochtene Urteil am 

17. Januar 2025.

Gemäss Prozessverlauf war die Vorinstanz nach der Rückweisung des Pro-

zesses grundsätzlich bemüht, das Verfahren stetig und in Beachtung der Verfah-

rensrechte  der  Parteien  voranzutreiben.  Dennoch  fallen  auch  im  Verfahren 

CG180002 lange Verfahrenslücken auf. So vergingen zwischen der Beauftragung 

der Gutachter E._____/F._____ im Mai 2019 bis zum Eingang der Expertise Anfang 

Januar  2021  mehr  als  eineinhalb  Jahre.  Aktenkundig  sind  in  dieser  Zeit  diverse 

Rückfragen  des  Gerichts  bei  Dr.  F._____  nach  dem  Stand  der  Begutachtung 

(act. 7/238 ff.), wobei sich ergab, dass sich die persönliche Untersuchung der Klä-

gerin infolge der Corona-Pandemie erheblich verzögerte. In Berücksichtigung der 

gerichtlichen Rückfragen und der Corona-Pandemie kann die grosse Behandlungs-

lücke  bis  zum  Eingang  des  medizinischen  Gutachtens  E._____/F._____  nicht 

massgeblich  auf  ein  Säumnis  der  Vorinstanz  zurückgeführt  werden.  Auch  fällt  in 

Betracht,  dass  die  Akten  erst  nach  Sichtung  durch  die  Gutachter  E._____  und 

F._____ der AGU zugestellt werden konnten und sich deren Beurteilung dadurch 

aus organisatorischen Gründen verzögerte (vgl. act. 7/239). Eine weitere Verzöge-

rung ergab sich aufgrund des von der Klägerin angestossenen und über zwei In-

stanzen geführten Ausstandsverfahrens gegen Prof. E._____. Auch dadurch ver-

zögerte sich die Ausarbeitung der biomechanischen Begutachtung. Eine Rechts-

verzögerung durch die Vorinstanz liegt unter diesen Umständen trotz der sehr lan-

gen Begutachtungsdauer nicht vor.

Schliesslich  springt  eine  Behandlungslücke  nach  Eingang  der  Stellungnah-

men  der  Parteien  zu  den  Schlussvorträgen  im  Januar  2024  bis  zum  Erlass  des 

- 39 -

Urteils der Vorinstanz im Januar 2025 ins Auge. Zwar waren umfangreiche Akten 

mit Gutachten und Ergänzungsgutachten sowie neue biomechanischen Beurteilun-

gen  zu  studieren.  Anderseits  waren  der  Vorinstanz  die  sich  stellenden  Sachver-

halts- und Rechtsfragen sowie ein wesentlicher Teil der Akten bereits aus dem frü-

heren Verfahren CG100053 bekannt. Auch musste ihr bewusst sein, dass das be-

reits  sehr  lang  dauernde  Verfahren  aufgrund  der  Thematik  insbesondere  für  die 

Klägerin von grosser Bedeutung war und deshalb nun zügig zu einem Abschluss 

gebracht werden sollte. Die rund einjährige Dauer bis zum Erlass des Urteils er-

scheint unter diesen Umständen als übermässig lang. Folglich ist in diesem Punkt 

erneut eine Verfahrensverzögerung festzustellen. 

5.   Zusammenfassend ist der Vorwurf der Rechtsverzögerung begründet und es 

ist  jeweils  eine  Rechtsverzögerung  in  den  Verfahren  CG100053  und  CG180002 

festzustellen.

IV.

1.   Es handelt sich im Berufungsverfahren um eine vermögensrechtliche Streitig-

keit mit einem Streitwert von Fr. 341'892.55. Aufgrund des erheblichen Aktenum-

fanges, des Zeitaufwands und der Schwierigkeit des Falles erweist sich eine Ge-

richtsgebühr von Fr. 17'000.– als angemessen. Die Klägerin unterliegt mit ihrer Be-

rufung, weshalb ihr grundsätzlich die Gerichtsgebühr aufzuerlegen ist. Da sie je-

doch mit ihrer Rechtsverzögerungsbeschwerde durchdringt, rechtfertigt es sich, die 

Gerichtsgebühr teilweise, nämlich zu 1/10 auf die Gerichtskasse zu nehmen. Der 

Klägerin ist die Gerichtsgebühr daher zu 9/10 aufzuerlegen (Fr. 15'300.–-). Die ihr 

auferlegten Gerichtskosten sind mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss von 

Fr. 17'000.– zu verrechnen; der verbleibende Überschuss (Fr. 1'700.–) ist der Klä-

gerin unter Vorbehalt einer allfälligen Verrechnung zurückzuerstatten. 

2.   Wird eine Beschwerde wegen Rechtsverzögerung im Sinne von Art. 319 lit. c 

ZPO gutgeheissen, muss der Kanton in Anwendung von Art. 106 Abs. 1 ZPO eine 

Parteientschädigung zahlen, ausser das gestützt auf Art. 116 ZPO erlassene kan-

tonale Recht befreie ihn davon (BGE 139 III 471 E. 3). Das Zürcher Recht enthält 

keine Bestimmung, welche den Kanton von der Bezahlung einer Parteientschädi-

- 40 -

gung befreit. Der Klägerin ist deshalb aus der Gerichtskasse eine solche zu bezah-

len. In Anlehnung an die vorstehende Verteilung der Gerichtskosten erscheint eine 

Parteientschädigung  von  Fr. 2'000.–  (einschliesslich  MWSt.;  entsprechend  rund 

1/10 der Grundgebühr gemäss § 4 AnwGebV) als angemessen. 

Im  Weitern  sind  keine  Parteientschädigungen  zuzusprechen,  der  Klägerin 

nicht, weil sie mit der Berufung gegen das vorinstanzliche Urteil unterliegt, und der 

Beklagten nicht, weil ihr im Berufungsverfahren keine zu entschädigenden Aufwän-

de entstanden sind.

Es wird erkannt:

1.

Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 

17. Januar 2025 wird bestätigt.

2.

Es wird eine Rechtsverzögerung in den erstinstanzlichen Verfahren 

CG100053 und CG180002 festgestellt.

3.

Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 17'000.– festgesetzt und 

der  Berufungsklägerin  zu  9/10  auferlegt  und  zu  1/10  auf  die  Gerichtskasse 

genommen. Für die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens wird der von 

der Berufungsklägerin geleistete Vorschuss von Fr. 17'000.– herangezogen; 

der Überschuss (Fr. 1'700.–) wird der Berufungsklägerin zurückerstattet, un-

ter Vorbehalt eines allfälligen Verrechnungsanspruchs.

4.

Der Berufungsklägerin wird aus der Gerichtskasse eine reduzierte Parteient-

schädigung von Fr. 2'000.– bezahlt. Darüber hinaus werden keine Parteient-

schädigungen zugesprochen.

5.

Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Berufungsbeklagte unter Beilage 

eines Doppels von act. 2 samt Beilagenverzeichnis, an das Bezirksgericht Us-

ter sowie an die Kasse des Obergerichts, je gegen Empfangsschein.

Nach  unbenütztem  Ablauf  der  Rechtsmittelfrist  gehen  die  erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück.

- 41 -

6.

Eine  Beschwerde  gegen  diesen  Entscheid  an  das  Bundesgericht  ist 

innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14,  einzureichen.  Zulässigkeit  und  Form  einer  solchen  Be-

schwerde  richten  sich  nach  Art. 72 ff.  (Beschwerde  in  Zivilsachen)  oder 

Art. 113 ff.  (subsidiäre  Verfassungsbeschwerde)  in  Verbindung  mit  Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche (Berufung) und eine nicht 
vermögensrechtliche Angelegenheit (Rechtsverzögerungsbeschwerde). Der Streitwert 
bezüglich der vermögensrechtlichen Streitigkeit beträgt Fr. 341'892.55.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer

Die Vorsitzende:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. E. Lichti Aschwanden

lic. iur. C. Schmidt

versandt am: