# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 36349ff0-e0cc-50af-82d3-fa1c2977a054
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-12
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 12.07.2023 WPR.2023.54
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WPR-2023-54_2023-07-12.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

 

WPR.2023.54 / nk 
ZEMIS [***]; N [***]   

 

 

Urteil vom 12. Juli 2023 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter Busslinger, Vorsitz  

Gerichtsschreiber i.V. Käser    

 

 
   

Gesuchsteller   Amt für Migration und Integration Kanton Aargau,  

Sektion Asyl und Rückkehr, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau   

vertreten durch lic. iur. Silvio Siegrist, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau    

 

 
   

Gesuchsgegner   A._____,  von Sri Lanka 

amtlich vertreten durch lic. iur. Martin Leiser, Rechtsanwalt, 

Rathausgasse 9, 5000 Aarau    

 

 
   

Gegenstand  Ausschaffungshaft gestützt auf Art. 76 AIG / Haftüberprüfung 

 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Der Einzelrichter entnimmt den Akten: 

 

A. 

Der Gesuchsgegner reiste am 26. Mai 2015 in die Schweiz ein und stellte 

am folgenden Tag ein Asylgesuch (Akten des Amts für Migration und 

Integration [MI-act.] 8 ff.). Mit Entscheid vom 28. April 2017 lehnte das 

Staatssekretariat für Migration (SEM) das Asylgesuch des 

Gesuchsgegners ab, wies ihn aus der Schweiz weg, ordnete an, er habe 

die Schweiz und den Schengen-Raum bis am 10. März 2017 zu verlassen 

und beauftragte den Kanton Aargau mit dem Vollzug der Wegweisung (MI-

act. 25 ff.). Die dagegen erhobene Beschwerde des Gesuchsgegners wies 

das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 17. Juni 2020 ab, soweit es 

darauf eintrat (MI-act. 81 ff.).  

 

Mit Schreiben vom 23. Juni 2020 forderte das SEM den Gesuchsgegner 

auf, die Schweiz bis am 31. Juli 2020 zu verlassen, und ermahnte ihn, bei 

der Beschaffung von Reisepapieren mitzuwirken (MI-act. 104). 

 

Mit Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 3. Februar 2022 wurde der 

Gesuchsgegner wegen Freiheitsberaubung und Entführung, einfacher 

Körperverletzung und Nötigung zu einer Freiheitsstrafe von 31 Monaten 

(unter Anrechnung von 590 Tagen Untersuchungshaft), davon 15 Monate 

unbedingt, verurteilt. Ausserdem wurde er für fünf Jahre des Landes 

verwiesen (MI-act. 166 ff.). 

 

Mit Schreiben vom 7. Februar 2022 forderte ihn auch das Amt für Migration 

und Integration Kanton Aargau (MIKA) auf, gültige Reisedokumente zu 

beschaffen (MI-act. 120). Am selben Tag stellte das MIKA beim SEM ein 

Gesuch um Vollzugsunterstützung (MI-act. 121 f.).  

 

Anlässlich des Ausreisegesprächs vom 8. Februar 2022 gab der 

Gesuchsgegner gegenüber dem MIKA an, nicht freiwillig nach Sri Lanka 

zurückkehren zu wollen. Ausserdem gab er an, keinen Reisepass zu 

besitzen und seine Identitätskarte dem SEM abgegeben zu haben (MI-

act. 137 ff.). 

 

Mit Schreiben vom 3. Mai 2022 meldete das MIKA dem SEM, dass der 

Gesuchsgegner seit dem 23. Februar 2022 unbekannten Aufenthalts sei 

(MI-act. 147). Am 12. Juli 2022 zeigte der Sozialdienst Q. dem MIKA an, 

dass das Unispital Basel betreffend den Gesuchsgegner ein 

Unterstützungsgesuch gestellt hatte und er sich wohl bei seiner Schwester 

in Q. aufhalte (MI-act. 151 ff.). 

 

Nachdem die sri-lankischen Behörden für den Gesuchsgegner ein 

Ersatzreisedokument ausgestellt hatten (MI-act. 174), meldete das MIKA 

den Gesuchsgegner am 26. Oktober 2022 für einen Sonderflug nach 

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Colombo an. Diesen trat der Gesuchsgegner jedoch nicht an, da er nicht 

am vermuteten Aufenthaltsort angetroffen werden konnte (MI-act. 175 ff.; 

act. 3). 

 

Gemäss Haftanordnung des MIKA befand sich der Gesuchsgegner für eine 

gewisse Zeit in Frankreich und wurde danach im Rahmen des Dublin-

Verfahrens zurück in die Schweiz überstellt (act. 3). 

 

Am 7. April 2023, 22.50 Uhr, wurde der Gesuchsteller aufgrund eines 

Verkehrsunfalls durch die Kantonspolizei Luzern festgenommen (MI-

act. 199 ff.). Seit dem 8. Juli 2023, 16.13 Uhr, wurde er migrationsrechtlich 

festgehalten (MI-act. 198). 

 

Am 11. Juli 2023, 08.30 Uhr, wurde der Gesuchsgegner dem MIKA 

zugeführt, welches ihm das rechtliche Gehör betreffend eine Wegweisung 

gemäss Art. 64 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und 

Ausländer und über die Integration vom 16. Dezember 2005 (Ausländer- 

und Integrationsgesetz, AIG; SR 142.20) gewährte (MI-act. 215) und ihn 

anschliessend mit sofort vollstreckbarer Verfügung aus der Schweiz 

wegwies (MI-act. 222 ff.). 

 

B. 

Im Rahmen der Befragung durch das MIKA wurde dem Gesuchsgegner am 

11. Juli 2023 das rechtliche Gehör betreffend die Anordnung einer 

Ausschaffungshaft gewährt (MI-act. 216 ff.). Im Anschluss an die 

Befragung wurde dem Gesuchsgegner die Anordnung der 

Ausschaffungshaft wie folgt eröffnet (act. 1): 

 

1. 
Es wird eine Ausschaffungshaft angeordnet. 
 
2. 
Die Haft begann am 8. Juli 2023, 16.13 Uhr. Sie wird in Anwendung von 
Art. 76 Abs. AIG für drei Monate bis zum 7. Oktober 2023, 12.00 Uhr, 
angeordnet. 
 
3. 
Die Haft wird im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 
(ZAA) vollzogen. Soweit für die Befragung oder die Durchführung einer 
Haftverhandlung zwingend, erfolgt die Inhaftierung für die notwendige 
Dauer im Bezirksgefängnis Aarau. 

 

C. 

Anlässlich der heutigen Verhandlung vor dem Einzelrichter des 

Verwaltungsgerichts wurden der Gesuchsteller und der Gesuchsgegner 

befragt. 

 

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D. 

Der Gesuchsteller beantragte die Bestätigung der Haftanordnung 

(Protokoll S. 3, act. 27). 

 

Der Gesuchsgegner liess folgende Anträge stellen (Protokoll S. 3, act. 27): 

 

1. 
Die mit Verfügung vom 11.07.2023 des Amts für Migration und Integration 
(MIKA) angeordnete Ausschaffungshaft nach Art. 76 AIG für drei Monate 
sei nicht zu bestätigen.  
 
2. 
Eventualiter sei die Ausschaffungshaft dem Verhältnismässigkeitsprinzip 
folgend für einen Monat zu erteilen. 

 

 
   

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

 

I.  

1. 

Das angerufene Gericht überprüft die Rechtmässigkeit und 

Angemessenheit einer durch das MIKA angeordneten Ausschaffungshaft 

aufgrund einer mündlichen Verhandlung spätestens nach 96 Stunden 

(Art. 80 Abs. 2 AIG, § 6 des Einführungsgesetzes zum Ausländerrecht vom 

25. November 2008 [EGAR; SAR 122.600]). Die Haftüberprüfungsfrist 

beginnt mit der ausländerrechtlich motivierten Anhaltung der betroffenen 

Person zu laufen (vgl. BGE 127 II 174, Erw. 2. b/aa). 

 

2. 

Im vorliegenden Fall wurde der Gesuchsgegner am 7. Juli 2023, 22.50 Uhr, 

angehalten und seit dem 8. Juli 2023, 16.13 Uhr migrationsrechtlich 

festgehalten. Die mündliche Verhandlung begann am 12. Juli 2023, 

10.00 Uhr; das Urteil wurde um 10.30 Uhr eröffnet. Die richterliche 

Haftüberprüfung erfolgte somit innerhalb der Frist von 96 Stunden. 

 

II.  

1. 

Wurde ein erstinstanzlicher Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet 

oder wurde die betroffene Person mit einer Landesverweisung belegt, kann 

die zuständige kantonale Behörde die betroffene Person zur Sicherstellung 

des Vollzugs in Haft nehmen (Art. 76 AIG). 

 

Zuständige kantonale Behörde im Sinne von Art. 76 Abs. 1 AIG ist gemäss 

§ 13 Abs. 1 EGAR das MIKA. Im vorliegenden Fall wurde die 

Haftanordnung durch das MIKA und damit durch die zuständige Behörde 

erlassen (act. 1 ff.). 

 

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2. 

2.1. 

Das MIKA begründet seine Haftanordnung damit, dass es den 

Gesuchsgegner aus der Schweiz ausschaffen und mit der Haft den Vollzug 

sicherstellen wolle. Der Haftzweck ist damit erstellt. 

 

2.2. 

Der Haftrichter hat sich im Rahmen der Prüfung, ob die Ausschaffungshaft 

rechtmässig ist, Gewissheit darüber zu verschaffen, ob ein erstinstanzlicher 

Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet oder eine erstinstanzliche 

Landesverweisung ausgesprochen wurde (Art. 76 Abs. 1 AIG).  

 

Das MIKA hat den Gesuchsgegner mit Verfügung vom 11. Juli 2023 unter 

Anordnung der sofortigen Vollstreckbarkeit aus der Schweiz weggewiesen 

(MI-act. 222 ff.). Diese Verfügung wurde dem Gesuchsgegner gleichentags 

eröffnet (MI-act. 227), womit ein rechtsgenüglicher Wegweisungsentscheid 

vorliegt. 

 

2.3. 

Gemäss Art. 80 Abs. 6 lit. a AIG ist die Haft zu beenden, wenn sich erweist, 

dass der Vollzug der Wegweisung aus rechtlichen oder tatsächlichen 

Gründen undurchführbar ist. 

 

Der Rechtsvertreter des Gesuchsgegners bringt vor, dass sich Sri Lanka in 

einem Gesundheitsnotstand befinde und das EDA diesbezüglich eine 

entsprechende Warnung herausgegeben habe, weshalb die Wegweisung 

aus rechtlicher Sicht unzulässig sei (act. 31). Dem kann nicht gefolgt 

werden. Abgesehen davon, dass die Zumutbarkeit des Vollzugs der 

Wegweisung durch das SEM und das Bundesverwaltungsgericht im 

Rahmen des Asylverfahrens bereits geprüft worden ist, hat der Haftrichter 

diesbezüglich ohnehin nur eine eingeschränkte Kognition und die 

Haftgenehmigung ist nur dann zu verweigern, wenn sich der zu sichernde 

Wegweisungsentscheid als offensichtlich unzulässig erweist, was hier nicht 

der Fall ist (BGE 125 II 217 Erw. 2). 

 

Weitere Anzeichen, die an der Ausschaffungsmöglichkeit in rechtlicher 

oder tatsächlicher Hinsicht Zweifel aufkommen lassen würden, sind keine 

ersichtlich. Dies umso weniger, als die sri-lankischen Behörden den 

Gesuchsgegner als sri-lankischen Staatsangehörigen anerkannt und für 

ihn bereits einmal ein Ersatzreisedokument ausgestellt haben (MI-

act. 174).  

 

Nachdem regelmässige Flugverbindungen nach Sri Lanka bestehen 

(Protokoll S. 3, act. 27) und ein Rückflug bereits einmal angemeldet wurde 

(MI-act. 175 ff.), stehen dem Vollzug der Wegweisung zum heutigen 

Zeitpunkt keine Hindernisse entgegen.  

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3. 

3.1. 

Das MIKA stützt seine Haftanordnung auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG, 

wonach ein Haftgrund dann vorliegt, wenn konkrete Anzeichen befürchten 

lassen, dass sich die betroffene Person der Ausschaffung entziehen will, 

insbesondere, weil sie der Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AIG und Art. 8 

Abs. 1 lit. a oder Abs. 4 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, 

SR 142.31) nicht nachkommt. Ob im Sinne dieser Gesetzesbestimmung 

konkrete Anzeichen befürchten lassen, dass sich eine Person der 

Ausschaffung entziehen will, ist aufgrund des ganzen bisherigen 

Verhaltens, insbesondere auch gegenüber den Behörden, sowie ihrer 

eigenen Aussagen zu beurteilen. Auch wenn einzelne Fakten für sich eine 

Ausschaffungshaft nicht rechtfertigen, kann dies aufgrund der Gesamtheit 

der Vorkommnisse der Fall sein. Erforderlich sind gewichtige 

Anhaltspunkte dafür, dass die betroffene Person sich der Ausschaffung 

entziehen und untertauchen will. Die blosse Vermutung, dass sie sich der 

Wegweisung entziehen könnte, genügt nicht; deren Vollzug muss erheblich 

gefährdet erscheinen (vgl. BGE 129 I 139, Erw. 4.2.1).  

 

Von einer Untertauchensgefahr und damit von einem Haftgrund ist zudem 

auch dann auszugehen, wenn das bisherige Verhalten der betroffenen 

Person darauf schliessen lässt, dass sie sich behördlichen Anordnungen 

widersetzt (Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG).  

 

Eine klare Trennung der beiden genannten Haftgründe ist in der Praxis 

kaum möglich. Vielmehr ist Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG wohl als 

Präzisierung von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG zu verstehen, womit die 

beiden Bestimmungen als einheitlicher Haftgrund zu betrachten sind (vgl. 

ANDREAS ZÜND, in: MARC SPESCHA/ANDREAS ZÜND/PETER 

BOLZLI/CONSTANTIN HRUSCHKA/FANNY DE WECK [Hrsg.], Kommentar 

Migrationsrecht, 5. Aufl., Zürich 2019, N. 7 zu Art. 76 AIG und TARKAN 

GÖKSU, in: MARTINA CARONI/THOMAS GÄCHTER/DANIELA THURNHERR 

[Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Bundesgesetz über die 

Ausländerinnen und Ausländer [AuG], Bern 2010, N. 11 zu Art. 76). 

 

Der Gesuchsgegner, gegen den ein erstinstanzlicher 

Wegweisungsentscheid vorliegt, hätte die Schweiz längst verlassen 

müssen (MI-act. 222 ff.). Anlässlich eines Ausreisegesprächs vom 

8. Februar 2022 sowie anlässlich der Gewährung des rechtlichen Gehörs 

betreffend die Anordnung einer Ausschaffungshaft am 11. Juli 2023 

äusserte sich der Gesuchsgegner dahingehend, dass er nicht bereit sei, 

die Schweiz in Richtung Sri Lanka zu verlassen (MI-act. 137 f., 215 ff.). In 

dieser konstanten Weigerung, der Ausreisepflicht nachzukommen, ist ein 

klares Anzeichen dafür zu erkennen, dass sich der Gesuchsgegner der 

Ausschaffung entziehen will. Daran ändert auch nichts, dass er sich 

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nunmehr anlässlich der heutigen Verhandlung zu einer Ausreise nach 

Frankreich bereit erklärte (Protokoll S. 3, act. 27). Er weist im Rahmen der 

heutigen Verhandlung zwar auf ein Visum für Frankreich hin, welches 

sechs Monate gültig sei (Protokoll S. 3, act. 27). Da besagtes Visum weder 

in den Akten, noch in den Effekten des Gesuchsgegners vorhanden ist, ist 

zu bezweifeln, dass der Gesuchsgegner über ein solches Visum verfügt. 

Eine alternative Ausreise nach Frankreich steht damit nicht zur Diskussion.  

 

Angesichts seines bisherigen Verhaltens, insbesondere aufgrund der 

Tatsache, dass der Gesuchsgegner bis zu seiner jüngst erfolgten 

Verhaftung während längerer Zeit als unbekannten Aufenthalts galt (MI-

act. 147), er im Rahmen der Festnahme vom 7. Juli 2023 eine falsche 

Identität angab (MI-act. 201) und aufgrund seiner Weigerung, die Schweiz 

in Richtung Sri Lanka zu verlassen, ist davon auszugehen, dass er sich der 

Ausschaffung entziehen wird.  

 

Ferner hat sich der Gesuchsgegner trotz den entsprechenden 

Aufforderungen des MIKA und des SEM (MI-act. 104, 120) nicht darum 

bemüht, selbständig Reisepapiere zu beschaffen, sondern hat die 

Papierbeschaffung gänzlich den Behörden überlassen. Damit ist er auch 

seinen Mitwirkungspflichten nicht nachgekommen und hat sich 

behördlichen Anordnungen widersetzt.  

 

Unter diesen Umständen steht fest, dass der Gesuchsgegner mit seinem 

bisherigen Verhalten klare Anzeichen für eine Untertauchensgefahr gesetzt 

hat und es ist nicht davon auszugehen, dass er nach einer Entlassung aus 

der Ausschaffungshaft die Schweiz auf direktem Weg freiwillig in Richtung 

Sri Lanka verlassen würde. Damit ist der Haftgrund von Art. 76 Abs. 1 lit. b 

Ziff. 3 und 4 AIG erfüllt.  

 

3.2. 

Ein weiterer, vom MIKA als erfüllt betrachteter Haftgrund, liegt nach Art. 76 

Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i.V.m. Art. 75 Abs. 1 lit. g AIG vor, wenn jemand andere 

Personen ernsthaft bedroht oder an Leib und Leben erheblich gefährdet 

und deshalb strafrechtlich verfolgt wird oder verurteilt wurde.  

 

Mit nicht rechtskräftigem Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 3. Februar 

2022 wurde der Gesuchsgegner wegen Freiheitsberaubung und 

Entführung, einfacher Körperverletzung und Nötigung verurteilt (MI-

act. 166 ff.). Damit ist der Haftgrund von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 AIG in 

Verbindung mit Art. 75 Abs. 1 lit g AIG ebenfalls erfüllt.  

 

4. 

Bezüglich der Haftbedingungen liegen keine Beanstandungen vor 

(Protokoll S. 3, act. 27). 

 

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5. 

Es liegen auch keine Anzeichen dafür vor, dass das MIKA dem 

Beschleunigungsgebot (Art. 76 Abs. 4 AIG) nicht ausreichend Beachtung 

geschenkt hätte. 

 

6. 

Das MIKA ordnete die Ausschaffungshaft für drei Monate an. Nachdem der 

Vollzug der Rückführung massgeblich vom Verhalten des Gesuchsgegners 

abhängig ist und es diesbezüglich zu Verzögerungen kommen kann, ist die 

beantragte Haftdauer – entgegen der Auffassung des Vertreters des 

Gesuchsgegners – nicht zu beanstanden. Im Übrigen ist festzuhalten, dass 

das MIKA bisher stets bemüht war, Ausschaffungen so rasch wie möglich 

zu vollziehen. Sollte das MIKA entgegen seiner bisherigen Gewohnheit das 

Beschleunigungsgebot verletzen, besteht die Möglichkeit, ein 

Haftentlassungsgesuch zu stellen.  

 

7. 

Abschliessend stellt sich die Frage, ob die Haftanordnung deshalb nicht zu 

bestätigen sei, weil sie im konkreten Fall gegen das Prinzip der 

Verhältnismässigkeit verstossen würde. Eine mildere Massnahme zur 

Sicherstellung des Vollzugs der Wegweisung ist nicht ersichtlich. Bezüglich 

der familiären Verhältnisse ergeben sich keine Anhaltspunkte, welche 

gegen eine Haftanordnung sprechen würden. Der Gesuchsgegner macht 

auch nicht geltend, er sei nicht hafterstehungsfähig. Insgesamt sind 

keinerlei Gründe ersichtlich, welche die angeordnete Haft als 

unverhältnismässig erscheinen liessen. 

 

III. 

1. 

Gemäss § 28 Abs. 1 EGAR ist das Verfahren betreffend Haftüberprüfung 

unentgeltlich. Demgemäss werden keine Kosten erhoben. 

 

2. 

Dem Gesuchsgegner ist gemäss § 27 Abs. 2 EGAR zwingend ein amtlicher 

Rechtsvertreter zu bestellen, da der Gesuchsteller eine Haft für eine Dauer 

von mehr als 30 Tagen anordnete. Der Vertreter des Gesuchsgegners wird 

aufgefordert, nach Haftentlassung des Gesuchsgegners seine Kostennote 

einzureichen. 

 

IV. 

1. 

Der Gesuchsgegner wird darauf hingewiesen, dass ein 

Haftentlassungsgesuch frühestens einen Monat nach Haftüberprüfung 

gestellt werden kann (Art. 80 Abs. 5 AIG) und beim MIKA einzureichen ist 

(§ 15 Abs. 1 EGAR). 

 

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2. 

Soll die Haft gegebenenfalls verlängert werden, ist nicht zwingend eine 

Verhandlung mit Parteibefragung durchzuführen (Aargauische Gerichts- 

und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2009, S. 359 Erw. I/4.3 ff.). Im 

Rahmen des rechtlichen Gehörs hat das MIKA dem Gesuchsgegner daher 

die Frage zu unterbreiten, ob er die Durchführung einer mündlichen 

Verhandlung wünscht und ob er in diesem Fall eine Präsenzverhandlung 

verlangt oder mit einer Skype-Verhandlung einverstanden ist (Urteil des 

Bundesgerichts 2C_846/2021 vom 19. November 2021). Die Anordnung 

einer allfälligen Haftverlängerung ist dem Verwaltungsgericht spätestens 

acht Arbeitstage vor Ablauf der bewilligten Haft einzureichen. 

 

3. 

Der vorliegende Entscheid wurde den Parteien zusammen mit einer kurzen 

Begründung anlässlich der heutigen Verhandlung mündlich eröffnet. Das 

Dispositiv wurde den Parteien ausgehändigt. 

 

 
   

Der Einzelrichter erkennt: 

 

1. 

Die am 11. Juli 2023 angeordnete Ausschaffungshaft wird bis zum 

7. Oktober 2023, 12.00 Uhr, bestätigt. 

 

2. 

Die Haft ist im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich zu 

vollziehen. Für die Dauer der Befragung oder die Durchführung einer 

Haftverhandlung kann die Inhaftierung, soweit zwingend notwendig, im 

Bezirksgefängnis Aarau erfolgen. 

 

3. 

Es werden keine Kosten auferlegt. 

 

4. 

Als amtlicher Rechtsvertreter wird lic. iur. Martin Leiser, Rechtsanwalt, 

Aarau, bestätigt. Der Rechtsvertreter wird aufgefordert, nach 

Haftentlassung des Gesuchsgegners seine detaillierte Kostennote 

einzureichen. 

 

 
   

Zustellung an: 

den Gesuchsgegner (Vertreter, im Doppel) 

das MIKA (mit Rückschein) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 

 

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Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des 

Bundesgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz; BGG; 

SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 
   

Aarau, 12. Juli 2023 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber i.V.: 

 

 

 

Busslinger Käser