# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 377bbbe5-3b48-5101-adda-f2bcc5567b19
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-11-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.11.2023 E-5262/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5262-2020_2023-11-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5262/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 .  N o v e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), 

Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger,  

Richter Markus König,    

Gerichtsschreiberin Janine Sert. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch lic. iur. Urs Ebnöther, Rechtsanwalt,  

Advokatur Kanonengasse, 

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 25. September 2020 / N (…). 

 

 

 

E-5262/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – ethnischer Tadschike – reichte am 10. November 

2015 erstmals in der Schweiz ein Asylgesuch ein und wurde am 19. No-

vember 2015 summarisch befragt. Am 8. Juli 2016 zog er das Asylgesuch 

zurück, weil er die Schweiz definitiv verlassen wollte.  

Am 18. Juli 2016 erfolgte seine kontrollierte Ausreise aus der Schweiz nach 

B._______, worauf die Vorinstanz sein Asylgesuch am 19. August 2016 als 

gegenstandslos geworden abschrieb. 

B.  

Am 20. Februar 2019 suchte der Beschwerdeführer im Bundesasylzentrum 

(BAZ) C._______ erneut um Asyl nach, wo am 5. März 2019 die Befragung 

zur Person (BzP) stattfand. Am 27. Juni 2019 wurde er eingehend und am 

27. Juli 2020 ergänzend zu seinen Asylgründen angehört.  

Zur Begründung seines zweiten Asylgesuchs machte der Beschwerdefüh-

rer im Wesentlichen geltend, er sei in der Provinz D._______ geboren, 

habe aber bis zu seiner ersten Ausreise und seit seiner Rückkehr in 

B._______ gelebt. Seit dem (…) Februar 2002 sei er bei der E._______, 

insbesondere im (…) (etwa ab Anfang 2006 als […], ab August 2007 als 

[…]) tätig gewesen. Vor dem Hintergrund seiner Anstellung bei der 

E._______ sei er 2014 und 2015 insgesamt zwei Mal von den Taliban, je-

weils mit einem Brief, bedroht worden, weswegen er im September 2015 

illegal aus Afghanistan ausgereist sei. Als sein Vater an (…) erkrankt sei, 

habe er sich zum Rückzug seines Asylgesuchs in der Schweiz und zur 

Rückreise nach Afghanistan entschieden. Am (…) sei sein Vater krank-

heitshalber verstorben. 

Nach seiner Rückkehr nach B._______ habe er sich mit seiner Familie wie-

dervereint und, im Rahmen des von der Schweiz finanzierten Rückkehrhil-

feprojekts, in einem (…) gearbeitet. Ab September 2016 habe er erneut bei 

der E._______ in B._______ in der (…)abteilung gearbeitet und (…), mit-

unter über (…), weitergeleitet. Da diese Arbeit habe (…) sollen, sei er als 

einfacher (…) in B._______ angestellt worden. Die (…)dienste habe er ne-

benher erledigt. Aus seinem Umfeld habe niemand von dieser (…) Tätigkeit 

gewusst.  

Im Januar 2018 sei der Bruder von F._______, ein hochrangiger Funktionär 

der (…) (vgl. B12 F6; B17 F11; nachfolgend […]) und (…) aus G._______, 

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Seite 3 

mit welchem der Beschwerdeführer im Rahmen seiner Anstellung bei der 

E._______ unter anderem zusammengearbeitet habe, im März 2018 dann 

auch F._______ selbst getötet worden (vgl. B12 F51). Am (…) oder (…) 

Saur 1397 ([…] oder […] April 2018) sei er, der Beschwerdeführer, von An-

hängern der Gruppierung des sogenannten Islamischen Staates (IS) tele-

fonisch bedroht worden. Sie hätten ihm mitgeteilt, sie wüssten Bescheid 

über seine Arbeit und seine Zusammenarbeit mit F._______, der deshalb 

bereits gestorben sei, und hätten ihn zur Zusammenarbeit zwingen wollen. 

Einen Tag später habe er seinen Vorgesetzten über die Drohanrufe infor-

miert und sich mit der Personalsicherheitsabteilung der (…) in Verbindung 

gesetzt. Am (…) Saur 1397 ([…] Mai 2018) habe er zudem diesbezüglich 

eine (interne) Anzeige bei den (…) erstattet (vgl. B12 F53). Anfangs (…) 

1397 ([…] oder […] Mai 2018) habe er erneut einen Drohanruf von Anhä-

ngern des IS erhalten. Sodann habe er anfangs Hamal 1397 (Ende März 

oder anfangs April 2018) an einem Tag zwei Drohanrufe von H._______ 

(nachfolgend: […]), einem (…), der kurze Zeit auch als (…) für die 

E._______ tätig gewesen sei (vgl. B12 F64), erhalten. Dieser habe ihn – 

fälschlicherweise – beschuldigt, für dessen Verhaftung im Jahr 2003 und 

anschliessende fünfjährige Inhaftierung in I._______ verantwortlich zu 

sein. Zwei Mal sei in B._______ zudem nachts auf ihn geschossen worden; 

er wisse nicht, wer das gewesen sei. Ausserdem sei er wegen der Grup-

pierung J._______ in Gefahr, welche aus seiner heimatlichen Provinz 

D._______ stamme. Auch habe die Familie des Geistlichen K._______ 

(nachfolgend: […]) erfahren, dass er, der Beschwerdeführer, mittels Zustel-

lung von Hinweisen an dessen Verhaftung mitgewirkt habe. Schliesslich 

habe er ungefähr am (…) oder (…) ([…]) von seinem Vorgesetzten erfahren 

(vgl. B12 F55), dass die Regierung ihn hinsichtlich der Aufklärung des To-

des von F._______ zu einem Verhör vorladen wolle, was mit einer Unter-

suchungshaft verbunden gewesen wäre (vgl. B12 F2). Deswegen habe er 

seinen Posten bei den (…) ohne Kündigung verlassen und sei mit seiner 

Familie (…) ins Dorf M._______ gegangen. Vor diesem Hintergrund habe 

er keine andere Wahl gehabt, als Afghanistan erneut zu verlassen. 

Zum Nachweis seiner Identität und seiner Vorbringen reichte der Be-

schwerdeführer unter anderem einen abgelaufenen afghanischen Reise-

pass, eine Tazkera, sowie diverse Dokumente und Fotos im Zusammen-

hang mit seiner Anstellung bei der E._______ zu den Akten.  

C.  

Mit Verfügung vom 25. September 2020 verneinte die Vorinstanz die 

Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte sein Asylgesuch ab, 

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Seite 4 

verfügte seine Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug der 

Wegweisung an. 

D.  

Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe seines 

Rechtsvertreters vom 26. Oktober 2020 Beschwerde beim Bundesverwal-

tungsgericht. Er beantragte neben der Aufhebung der angefochtenen Ver-

fügung die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die Asylgewährung, 

eventualiter die Erteilung der vorläufigen Aufnahme.  

In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgelt-

lichen Prozessführung, um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses und um Beiordnung des unterzeichnenden Rechtsanwalts als 

unentgeltlichen Rechtsbeistand. 

E.  

Mit Verfügung vom 29. Oktober 2020 stellte die Instruktionsrichterin fest, 

der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz 

abwarten, hiess das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozess-

führung gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

Weiter hiess sie das Gesuch um amtliche Rechtsverbeiständung gut, 

setzte Rechtsanwalt Urs Ebnöther als amtlichen Rechtsbeistand ein und 

lud die Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehmlassung ein.  

F.  

Mit Vernehmlassung vom 12. November 2020 hielt die Vorinstanz vollum-

fänglich an ihren Erwägungen fest.  

Das Doppel der Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer am 

17. November 2020 zur Kenntnisnahme zugestellt.  

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 7. April 2021 stellte die Instruktionsrichterin 

fest, dass sich der Beschwerdeführer gemäss Mitteilung des SEM vom 1. 

April 2021 seit dem 15. Februar in Frankreich befinde, und forderte den 

Rechtsvertreter auf, dem Bundesverwaltungsgericht innert Frist den Auf-

enthaltsort des Beschwerdeführers bekannt zu geben und eine aktuelle, 

von diesem unterzeichnete Erklärung einzureichen, aus welcher ein fort-

bestehendes Rechtsschutzinteresse hervorgehe.  

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Seite 5 

H.  

Mit Eingabe vom 14. April 2021 bekundete der Beschwerdeführer sein In-

teresse an der Weiterführung des Asylverfahrens. 

Zudem reichte er ein von ihm im Zusammenhang mit den gegen ihn ge-

richteten Schüssen durch Unbekannte in B._______ an die lokale Polizei-

behörde in Afghanistan adressiertes Schreiben zu den Akten, auf welchem 

am (…) 1399 ([…] 2021) von zwei Personen Vermerke angebracht wurden, 

und ersuchte um möglichst rasche Behandlung seiner Beschwerde aus ge-

sundheitlichen Gründen.  

Am 25. Mai 2021 reichte er das Original, inklusive Übersetzung, des obge-

nannten Schreibens nach. 

I.  

Mit Eingabe vom 1. September 2021 reichte ein anderer Rechtsvertreter 

eine vom Beschwerdeführer unterzeichnete Vollmacht vom 31. August 

2021 zu den Akten und verwies auf die veränderte Lage in Afghanistan.  

J.  

Mit Verfügung vom 29. September 2021 stellte die Instruktionsrichterin fest, 

die Korrespondenz des Gerichts werde – ohne ausdrücklichen Widerruf 

der ersten Vollmacht – weiterhin an die Advokatur Kanonengasse gerichtet. 

K.  

Am 11. November 2021 verwies der Beschwerdeführer auf die aktuelle Si-

tuation seiner Familie im Heimatland. Die Taliban suche in B._______ nach 

Personen, die während der Vorgängerregierung in den Bereichen der nati-

onalen Sicherheit, der Nationalpolizei, des Verteidigungsministeriums und 

der ausländischen Truppen in Afghanistan tätig gewesen seien. Wenn er 

nach Afghanistan zurückkehre, würde er zweifellos von den Taliban getö-

tet. Er mache sich grosse Sorge um seine Familie und um seine Zukunft, 

was ihn gesundheitlich stark belaste, weshalb er mehrmals beim Arzt ge-

wesen sei und täglich mehrere Schmerztabletten gegen seine Kopf-

schmerzen verwende. Er ersuchte um baldmöglichsten Verfahrensab-

schluss.  

L.  

Mit Eingabe vom 30. Dezember 2021 reichte der Beschwerdeführer ein 

ärztliches Zeugnis vom 19. November 2021 zu den Akten. 

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Seite 6 

M.  

Mit Verfügung vom 14. Februar 2022 zog die Vorinstanz ihre Verfügung 

vom 25. September 2020 in Wiedererwägung, soweit sie sich auf den Voll-

zug der Wegweisung bezieht, und verfügte wegen Unzumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers in 

der Schweiz.  

N.  

Mit Verfügung vom 18. Februar 2022 ersuchte die Instruktionsrichterin den 

Beschwerdeführer um Mitteilung, ob er an der Beschwerde betreffend 

Flüchtlingseigenschaft und Asyl festhalten wolle. 

O.  

Mit Eingabe vom 7. März 2022 hielt der Beschwerdeführer an seiner Be-

schwerde im Flucht- und Asylpunkt fest. Durch die Machübernahme der 

Taliban habe sich die Bedrohungssituation für ihn nochmals drastisch ver-

schärft. Der aktuelle Mieter seiner Wohnung in B._______ habe ihn sodann 

über eine Hausdurchsuchung im (…) orientiert; dessen Sohn habe unbe-

merkt Videos der durchsuchenden Personen erstellt. Bei der Durchsu-

chung hätten die Sicherheitskräfte unter anderem seine alte (…) gefunden, 

welche unzweifelhaft auf seine frühere (…) hinweise. Ebenfalls habe er er-

fahren, dass zwei seiner früheren Arbeitskollegen bei der E._______ be-

ziehungsweise bei der L._______ nach dem Machtwechsel durch 

M._______ aus Afghanistan evakuiert worden seien.  

Der Beschwerdeführer reichte einen USB-Stick mit drei Videos und Fotos 

sowie mehrere ausgedruckte Fotos zu den Akten.  

P.  

Mit Vernehmlassung vom 21. März 2022 führte das SEM aus, weshalb es 

an seiner Einschätzung in der angefochtenen Verfügung festhalte.  

Q.  

Mit Replik vom 29. April 2022 nahm der Beschwerdeführer zur Vernehm-

lassung der Vorinstanz Stellung.  

Als Beweismittel reichte er Videoaufnahmen seiner beiden früheren Ar-

beitskollegen, inklusive Übersetzung ihrer Aussagen, auf einem USB-Stick 

zu den Akten.  

R.  

Mit Eingabe vom 10. Mai 2022 verwies der Beschwerdeführer auf einen 

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Seite 7 

Artikel der (…) vom (…) betreffend die Hausdurchsuchungen durch die Ta-

liban Ende (…) in B._______, vor allem von Familien aus N._______, (…) 

der Beschwerdeführer. 

S.  

Mit Eingabe vom 4. Juli 2022 brachte der Beschwerdeführer vor, er habe 

vom Mieter seiner Wohnung erfahren, dass die Taliban am (…) Juni 2022 

erneut bei seiner Wohnung nach ihm und seiner Familie gefragt hätten. Die 

Wohnung sei durchsucht und der ebenfalls anwesende Ortsvorsteher so-

wie der Mieter aufgefordert worden, bei der Suche nach dem Beschwerde-

führer und dessen Familie zu helfen. Ein Nachbar im dritten Stock habe die 

Taliban filmen können. Der Mieter sei beschimpft und geschlagen worden 

und es sei ihm ein Schreiben der Taliban übergeben worden.  

Der Beschwerdeführer reichte einen weiteren USB-Stick mit Fotos und ei-

nen Film zu den Akten. Zudem reichte er ein Foto des Schreibens der Ta-

liban sowie die WhatsApp-Nachricht des Mieters, beides inklusive Über-

setzung, ein.    

T.  

Am 20. Juli 2022 ersuchte der Beschwerdeführer um Beschleunigung des 

Verfahrens, da er (psychisch) stark unter der aktuellen Situation leide.  

U.  

In ihrer Vernehmlassung vom 18. August 2022 ergänzte die Vorinstanz ihre 

Ausführungen und hielt weiterhin an ihrer Einschätzung in der angefochte-

nen Verfügung fest.  

V.  

Mit Replik vom 29. August 2022 äusserte sich der Beschwerdeführer zu 

den Ausführungen der Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung.  

Der Eingabe lag eine aktualisierte Kostennote seines Rechtsvertreters bei.  

W.  

Mit Verfügung vom 3. April 2023 stellte die Instruktionsrichterin fest, dass 

sich der Beschwerdeführer gemäss Vollzugs- und Erledigungsmeldung 

des Amts für Migration O._______ vom 10. Februar 2023 seit dem 12. Sep-

tember 2022 unbekannten Aufenthalts sei, und forderte den Rechtsvertre-

ter auf, dem Bundesverwaltungsgericht innert Frist den Aufenthaltsort des 

Beschwerdeführers bekannt zu geben und eine aktuelle, von diesem 

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Seite 8 

unterzeichnete Erklärung einzureichen, aus welcher ein fortbestehendes 

Rechtsschutzinteresse hervorgehe.  

X.   

Mit Eingabe vom 18. April 2023 teilte der Rechtsvertreter mit, dass sich der 

Beschwerdeführer in P._______ aufhalte und die Rückkehr in die Schweiz 

vorbereite. An der Weiterführung des Beschwerdeverfahrens sei er interes-

siert.  

Am 3. Mai 2023 reichte der Beschwerdeführer eine von ihm unterzeichnete 

Erklärung vom 26. April 2023 nach, aus welcher sein fortbestehendes 

Rechtsschutzinteresse hervorgeht.  

Y.  

Am 5. September 2023 teilte der Beschwerdeführer unter Beilage diverser 

Unterlagen unter anderem mit, dass er erwerbstätig ist. 

Z.  

Mit Verfügung vom 7. September 2023 forderte ihn die zuständige Instruk-

tionsrichterin auf, seine allfällig noch bestehende Bedürftigkeit nachzuwei-

sen beziehungsweise das Formular «Gesuch um unentgeltliche Rechts-

pflege» ausgefüllt einzureichen, ansonsten von seiner Zahlungsfähigkeit 

ausgegangen werde.   

Die einverlangten Unterlagen wurden am 19. September 2023 eingereicht.  

AA.  

Mit Eingabe vom 21. Oktober 2023 reichte der Beschwerdeführer einen 

ärztlichen Bericht vom 15. Oktober 2023 zu den Akten. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines 

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Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdefüh-

rende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG 

liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entschei-

det. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 2 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1, Art. 50 sowie Art. 52 VwVG).  

1.4 Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Das SEM hat mit Verfügung vom 14. Februar 2022 die Verfügung vom 

25. September 2020 teilweise in Wiedererwägung gezogen, deren  

Dispositiv-Ziffern 4 und 5 aufgehoben und die vorläufige Aufnahme des Be-

schwerdeführers infolge Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges an-

geordnet. Demnach erweist sich die Beschwerde diesbezüglich als gegen-

standlos, weshalb sich das vorliegende Verfahren auf die Prüfung der 

Flüchtlingseigenschaft, die Asylgewährung und die Aufhebung der Weg-

weisung beschränkt. 

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 

E. 5). 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

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Seite 10 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu-

chende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nachteile 

von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss, welche ihr 

gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive durch Organe des Hei-

matstaates oder durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind bezie-

hungsweise zugefügt zu werden drohen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2). Be-

gründet ist eine Furcht vor Verfolgung, wenn ein konkreter Anlass zur An-

nahme besteht, Letztere hätte sich – aus der Sicht im Zeitpunkt der Aus-

reise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit verwirk-

licht oder werde sich – auch aus heutiger Sicht – mit ebensolcher Wahr-

scheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirklichen. Eine bloss entfernte 

Möglichkeit künftiger Verfolgung genügt nicht; es müssen hinreichende An-

haltspunkte für eine konkrete Bedrohung vorhanden sein, die bei jedem 

Menschen in vergleichbarer Lage Furcht vor Verfolgung und damit den Ent-

schluss zur Flucht hervorrufen würden. Es müssen konkrete Indizien vor-

liegen, welche den Eintritt der erwarteten – und aus einem der vom Gesetzt 

aufgezählten Motive erfolgenden – ernsthaften Nachteile als wahrschein-

lich und dementsprechend die Furcht davor als realistisch und nachvoll-

ziehbar erscheinen lassen. Dabei hat die Beurteilung einerseits aufgrund 

einer objektivierten Betrachtungsweise zu erfolgen und ist andererseits 

durch das von der betroffenen Person bereits Erlebte und das Wissen um 

Konsequenzen in vergleichbaren Fällen zu ergänzen. Wer bereits staatli-

chen Verfolgungsmassnahme ausgesetzt war, hat objektive Gründe für 

eine ausgeprägtere (subjektive) Furcht (vgl. BVGE 2014/27 E. 6.1; 2013/11 

E. 5.1; 2010/57 E. 2; je m.w.H.). Anspruch auf Asyl nach schweizerischem 

Recht hat somit nur, wer im Zeitpunkt der Ausreise ernsthaften Nachteilen 

im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt war (Vorfluchtgründe) oder aufgrund 

von äusseren, nach der Ausreise eingetretenen Umständen, auf die er kei-

nen Einfluss nehmen konnte, bei einer Rückkehr ins Heimatland solche 

ernsthaften Nachteile befürchten müsste (sogenannte objektive Nach-

fluchtgründe [vgl. zum Ganzen BVGE 2011/51 E. 6, 2011/50 E. 3.1.1 und 

3.1.2, 2010/57 E. 2, 2008/34 E. 7.1, 2008/12 E. 5.2 und 2008/4 E. 5.2, je-

weils m.w.H.; WALTER STÖCKLI, Flüchtlinge und Schutzbedürftige, in: 

Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser/Vetterli [Hrsg.], Ausländerrecht, 3. aktua-

lisierte und erweiterte Aufl. 2022, Rz. 14.42 f.]). 

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Seite 11 

4.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz begründete ihren Entscheid dahingehend, dass die Vor-

bringen des Beschwerdeführers die Anforderungen an die Glaubhaftigkeit 

im Sinne von Art. 7 AsylG nicht zu erfüllen vermöchten. Seine Angaben zur 

E._______ seien zwar nicht per se als unglaubhaft einzustufen. Das Mel-

deprozedere sowie weitere Angaben zu seiner zweiten Anstellung bei der 

E._______ könnten aber genauso gut aus seiner ersten Anstellung stam-

men, da er bereits damals mit (…) zusammengearbeitet habe. Die geltend 

gemachten Erinnerungslücken betreffend (…)übermittlung seien als 

Schutzbehauptungen zu werten, zumal er erst vor gut zwei Jahren mit der 

(…)tätigkeit aufgehört habe. Ebenfalls sei davon auszugehen, dass bei ei-

ner solchen Tätigkeit ein Schutzprotokoll bestehen müsse, worüber eine 

ausführliche Berichterstattung zu erwarten wäre. Die von ihm geschilderten 

Schutzvorkehrungen ([…]) vermöchten die fehlende Substantiierung nicht 

aufzuheben. Im Vergleich zu seinen Angaben aus der ersten Anstellung bei 

der E._______ seien seine Schilderungen der zweiten Anstellung gehaltlos 

ausgefallen, womit sich ein Strukturbruch abgezeichnet habe. Dement-

sprechend bestünden starke Zweifel, dass er eine derartige Tätigkeit als 

(…) nach seiner Rückkehr erneut aufgenommen habe. Die fehlende Sub-

stantiierung sei auch nicht auf die Stresssituation zurückzuführen, in der er 

sich wegen der beschwerlichen Umstände seiner Familie befinde. Es mute 

sodann befremdend an, dass er sich nach seiner Rückkehr nach Afghanis-

tan erneut den Gefahren einer Arbeit bei der E._______ und den damit 

zusammenhängenden Drohungen ausgesetzt habe. Eine Anstellung bei 

der E._______ aus wirtschaftlichen Gründen sei zudem nicht überzeu-

gend, da er im Besitz von Ländereien gewesen sei und für seine Ausreise 

einen grossen Geldbetrag habe aufbringen können. Im Zusammenhang 

mit seiner ersten Anstellung bei der E._______ respektive den Drohungen 

durch die Taliban in den Jahren 2014 und 2015 sei (nach seiner Rückkehr 

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Seite 12 

im Juli 2016 nach Afghanistan) nichts mehr passiert. Er habe auch keine 

Probleme gehabt, als er im (…) tätig gewesen sei. Den im ersten Asylge-

such geltend gemachten Fluchtgründen sei damit die Asylrelevanz entzo-

gen. Zudem habe er hinsichtlich seiner Arbeit als einfacher (…) von Sep-

tember 2016 bis Mai 2018 keine Fluchtgründe geltend gemacht. Im Übri-

gen sei ihm seit dem Verlassen der E._______ bis zur Ausreise ([…]) nichts 

mehr passiert. Bei seiner Familie sei nach seiner Ausreise nichts mehr vor-

gefallen. Dies stehe nicht im Einklang mit seinen Angaben, wonach es sich 

bei seinen Verfolgern (dem IS und der Q._______) um landübergreifend 

operierende Gruppierungen handle. Er habe auch nicht konkret erklären 

können, wie der IS ihn habe identifizieren können. Es wäre zu erwarten 

gewesen, dass er nach dem ersten Drohanruf umgehend alle nötigen Si-

cherheitsvorkehrungen getroffen und seine Telefonnummer gewechselt 

hätte, was er jedoch unterlassen habe. Erst nach Verlassen der E._______ 

und dem zweiten Drohanruf nach rund einem Monat habe er sein Telefon 

ausgeschaltet. Zwar sei bei einer Anstellung bei der E._______ ein gewis-

ses Risikoprofil vorhanden; dieses reiche aber nicht aus. Vielmehr sei eine 

konkrete Bedrohung glaubhaft darzulegen. Insgesamt würden sich seine 

geltend gemachten Bedrohungsmomente als unglaubhaft erweisen. Hin-

sichtlich der Verfolgung durch die Q._______, respektive (…), habe er un-

stimmige Angaben, die er auf Vorhalt nicht habe plausibel begründen kön-

nen, dazu gemacht, welche Örtlichkeit er den R._______ gezeigt habe, die 

diesen hätten verhaften wollen. Da (…) bis 2006 inhaftiert gewesen sei, 

wäre zudem angesichts dessen Machtstellung innerhalb der einflussrei-

chen Q._______ zu erwarten gewesen, dass er den Beschwerdeführer viel 

früher, auch bereits vor seiner ersten Ausreise, hätte ausfindig machen 

können. Das Vorbringen, wonach er auch von der E._______ verfolgt und 

ihm wegen des Todes von S._______ (Anmerkung Bundesverwaltungsge-

richt: identisch mit F._______, vgl. SEM-Akten B17 F20) ein Verhör drohe, 

werde aufgrund der Zweifel an der Glaubhaftigkeit seiner Verfolgungs-

gründe hinfällig. Es sei zudem erstaunlich, dass er bei drohender Verfol-

gung durch die E._______ problemlos von B._______ nach T._______ 

habe fliegen können. Im Übrigen habe er die E._______ ohne Kündigung 

verlassen, womit eine Verfolgung durch die Behörden als rechtsstaatlich 

legitim zu erachten sei. Seine Angabe, es sei gezielt zwei Mal auf ihn ge-

schossen worden, sei sodann als Annahme zu qualifizieren, zumal er die 

Schüsse lediglich gehört habe. Auch bezüglich der Verfolgung durch die 

lokale Gruppierung J._______ sowie einen Geistlichen K._______ habe er 

nur Mutmassungen geäussert und keine konkreten Hinweise einer Verfol-

gung genannt.  

E-5262/2020 

Seite 13 

Die eingereichten Beweismittel würden grösstenteils aus seiner ersten An-

stellung bei der E._______ (also vor seiner ersten Ausreise aus Afghanis-

tan) stammen. Bei der eingereichten Anzeige an die (…) von Mai 2018 

handle es sich um eine Kopie und das Schreiben sei gemäss Angaben des 

Beschwerdeführers von ihm in Auftrag gegeben worden, womit diesem nur 

eine geringe Beweiskraft zukomme. Auch mit dem Foto aus dem Jahr 

2018, das ihn bei seiner Arbeit bei der (…) in B._______ als einfacher (…) 

zeige, würden sich die Hergänge seiner Fluchtgründe nicht belegen las-

sen. Dem aus den Medien stammenden Foto von U._______ sowie dem 

Zeitungsartikel (…) seien kein Konnex zu seiner Person zu entnehmen und 

in Letzterem auch keine Hinweise zum geltend gemachten Tod seines 

früheren Vorgesetzten V._______ zu finden. Zudem falle auf, dass die ei-

gereichte Arbeitsbestätigung bei der E._______ für die Jahre 2004 und 

2005 erst im Jahr 2019 ausgestellt worden sei. Dies lasse den Schluss zu, 

dass er nach seiner zweiten Ausreise mit der E._______ in Kontakt gewe-

sen sei und eine Beschaffung von Beweisofferten möglich sein müsste. Da 

er in seinem ersten Asylgesuch bereits Kopien von Arbeitsdokumenten ein-

gereicht habe, sei – auch im afghanischen Kontext – zu erwarten, dass er 

bei einer Neuanstellung bei der E._______ auch – selbst als einfacher Mit-

arbeiter – neue Arbeitsdokumente erhalten hätte.  

5.2 In der Beschwerdeschrift entgegnet der Beschwerdeführer im Wesent-

lichen, seine Ausführungen seien insgesamt überwiegend glaubhaft aus-

gefallen. Dass die Schilderungen der erneuten Arbeit bei der E._______ 

ab 2016 während rund zwei Jahren im Vergleich zu denjenigen betreffend 

seine Anstellung vor der ersten Ausreise etwas kürzer ausgefallen seien 

(und er auch weniger Beweismittel habe beibringen können), überrasche 

schon deshalb nicht, weil Letztere einen Zeitraum von ungefähr (…) Jahren 

betroffen habe, in welchem es verschiedentlich zu Restrukturierungen und 

Versetzungen gekommen sei. Dies sei nicht als Strukturbruch zu qualifizie-

ren. Die Ausführungen zur zweiten Anstellung seien von zahlreichen indi-

viduellen Details geprägt und auch die Gründe für seinen Wechsel zur 

E._______ habe er nachvollziehbar geschildert.  

Aufgrund seiner Anstellung bei der E._______, der mehrfachen Reisen 

nach G._______ (wo IS-Truppen stark vertreten seien) und des intensiven 

Kontakts zu bekannten (teilweise vom IS identifizierten und anschliessend 

getöteten) (…) sei durchaus nachvollziehbar, dass den Terroristen auch 

sein Name bekannt und ein Anschlag auf ihn geplant gewesen sei. Entge-

gen der Auffassung der Vorinstanz habe er nach der ersten Drohung durch-

aus sinnvolle Sicherheitsvorkehrungen in die Wege geleitet, indem er den 

E-5262/2020 

Seite 14 

Vorfall der für die Personalsicherheit zuständigen Abteilung des (…) ge-

meldet, sich nach deren Empfehlungen gerichtet und seine Telefonnummer 

von ihnen überwachen lassen habe. Nach dem zweiten Drohanruf habe er 

sich erneut an den Sekretär seines Vorgesetzten (General […]) gewendet. 

Aufgrund der sich zuspitzenden Situation mit mehreren ernstzunehmenden 

Todesdrohungen von verschiedener Seite und der ausserdem anstehen-

den Untersuchung zum Tod von (…) (Bemerkung BVGer: wohl F._______), 

bei der er ebenfalls einvernommen werden sollte, habe er sich zum Schutz 

seiner Familie entschieden, nach M._______ zu fliehen. Als er selber wei-

ter nach T._______ gereist sei, habe er das Handy aus Angst vor einer 

Lokalisierung und weiteren Anrufen nicht mehr eingeschaltet.  

Für die Beurteilung einer Verfolgungssituation sei nicht relevant, weshalb 

der Beschwerdeführer erneut eine Arbeit bei der E._______ angetreten sei. 

Er habe aber nachvollziehbar darlegen können, dass ihn die finanzielle Si-

tuation dazu gezwungen habe, zu seinem früheren Arbeitgeber zurückzu-

kehren. Der Verkauf von Ländereien, um einmalig einen grossen Geldbe-

trag beizubringen, wäre auch keine nachhaltige Alternative zur Bestreitung 

des Unterhalts gewesen.  

Der vorgebliche Widerspruch in den Protokollen betreffend das Gästehaus 

von (…), das der Beschwerdeführer den R._______ gezeigt habe, dürfte 

auf die Multifunktionalität des Hauses (sowohl Restaurant als auch eine Art 

Wohn- und Arbeitsplatz) zurückzuführen sein. Dass dieser ihn nicht bereits 

früher gesucht und bedroht habe, dürfte den chaotischen Zuständen in Af-

ghanistan geschuldet sein. Zudem hätte eine potentiell anhaltende Über-

wachung sowohl durch (…) als auch afghanische Kräfte (…) zu grösster 

Vorsicht gezwungen. Das im September 2016 unterzeichnete Friedensab-

kommen zwischen Afghanistan und Q._______ dürfte (…) ebenfalls mehr 

Handlungsspielraum gegeben haben. Aufgrund dieser jüngeren Entwick-

lungen fürchte sich der Beschwerdeführer noch stärker.   

Da der Beschwerdeführer anlässlich der BzP dreimal aufgefordert worden 

sei, sich kurz zu fassen, dürften ihm Auslassungen in der BzP, die nicht die 

zentralen Hauptpunkte (Verfolgung durch […], IS und teilweise die Taliban) 

betreffen, nicht vorgehalten werden. Es scheine realistisch, dass er verfolgt 

werde, weil er nicht an der Untersuchung des Mordes an F._______ habe 

mitwirken wollen.  

Mit dem eingereichten Foto aus der Zeit zwischen 2016 und 2018, dessen 

Datierung die Vorinstanz nicht bestreite, könne immerhin belegt werden, 

E-5262/2020 

Seite 15 

dass er nach seiner Rückkehr nach Afghanistan tatsächlich erneut bei den 

(…) gearbeitet habe. Ausserdem sei auch der Kopie der Anzeige vor dem 

Hintergrund der glaubhaften Schilderungen ein gewisser Beweiswert zuzu-

gestehen, zumal darin die Vorkommnisse gleich wiedergeben würden. Die 

Arbeitsbestätigungen für die Jahre 2004 und 2005 habe er über einen nach 

wie vor dort stationierten Freund beschaffen können; er sei dafür nicht in 

direktem Kontakt mit Angehörigen der E._______ gewesen. Zu seiner ehe-

maligen Abteilung bei der E._______ stehe er in keinem Kontakt mehr, zu-

mal er dort aus Angst ohne Ankündigung weggegangen und der Arbeit fern-

geblieben sei. 

Aufgrund seiner langjährigen (und im Grundsatz von der Vorinstanz nicht 

bestrittenen) Tätigkeit für den (…), zeitweise in den Diensten (…), sei er 

einem erhöhten Verfolgungsrisiko ausgesetzt. Dieses Risiko habe sich 

nicht nur vor seiner erstmaligen Flucht, sondern auch nach seiner Rück-

kehr konkret realisiert, sei er doch mehrfach Opfer von (Todes-)Drohungen 

gegen sich und seine Familie geworden. Angesichts des Erlebten (Drohun-

gen durch verschiedene landesweit tätige terroristische Organisationen) 

und seines exponierten Profils als (…) der E._______, habe er ernsthafte 

und berechtigte Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG. Da sich 

die Sicherheits- und Verfolgungslage in Afghanistan über alle Regionen 

hinweg weiter verschlechtert habe und (ehemalige) Mitarbeiter des Staates 

und der Sicherheitskräfte nach wie vor im Visier der regierungsfeindlichen 

Truppen stünden, sei davon auszugehen, dass er im Falle einer Rückkehr 

nach Afghanistan begründeterweise auch aktuell künftige Verfolgung durch 

private Akteure (IS, Q._______, konkret von […], andere regierungsfeind-

liche Gruppierungen) zu befürchten habe. Für Angehörige von Personen-

gruppen mit hohem Risikoprofil wie der Beschwerdeführer bestehe keine 

funktionierende und effiziente Schutzinfrastruktur in Afghanistan. Weder 

die Meldung bei der internen Abteilung für die Mitarbeitersicherheit noch 

die Anzeige bei der Polizei hätten an seiner Bedrohungssituation etwas ge-

ändert.  

5.3 Mit Vernehmlassung vom 21. März 2022 hält das SEM fest, eine zweite 

Anstellung des Beschwerdeführers sei in der angefochtenen Verfügung ex-

plizit bezweifelt worden. Damit würden sich seine Fluchtgründe nicht bele-

gen lassen. Da Zeit und Ort aus der Aufnahme aus den eingereichten Fo-

tos, die den Beschwerdeführer bei der Arbeit bei der Kommandantur in 

B._______ als einfachen (…) im Jahr 2018 zeigen sollen, nicht ersichtlich 

sei, seien daraus auch keine Rückschlüsse auf seine Vorbringen möglich. 

Dass er in B._______ angeschossen worden sei, habe er in der BzP mit 

E-5262/2020 

Seite 16 

keinem Wort erwähnt. Ebenfalls falle auf, dass er erst nach seiner Ausreise 

(diesbezüglich) mit einem Schreiben an die Polizei gelangt sei. In der An-

hörung habe er ausgesagt, dies damals – erfolglos – der Polizei gemeldet 

gehabt zu haben, weshalb anzunehmen sein dürfte, dass er die Sache be-

reits im Rahmen des erstinstanzlichen Asylverfahrens schriftlich hätte be-

legen können. Weiter sei aus der handschriftlichen Notiz lediglich ersicht-

lich, dass die Sache bei der Polizei entgegengenommen worden sei. Der 

Stempel sei unleserlich und das Schreiben enthalte keine weiteren Merk-

male, die eine Überprüfung auf Echtheit erlauben würden. Die handschrift-

liche Notiz habe den Charakter eines Gefälligkeitsschreibens, enthalte ins-

gesamt kaum Beweiswert und wirke nachgeschoben. Weiter habe er trotz 

der Vorfälle seinen Wohnort in B._______ nicht gewechselt. In seinen 

Äusserungen seien, abgesehen davon, dass er seine Wegstrecke geän-

dert habe, weder irgendwelche Handlungsoptionen noch Hinweise auf 

nachfolgende Bedrohungsmomente ersichtlich. 

Auch wenn sich die Lage in Afghanistan bisweilen unübersichtlich präsen-

tiere, würden zum jetzigen Zeitpunkt hinreichende Hinweise dafür fehlen, 

dass der Beschwerdeführer einer Personengruppe angehöre die aufgrund 

ihrer Rasse, Religion, Nationalität, sozialen Status oder politischen An-

schauungen von den Taliban ganz grundsätzlich verfolgt würde. Das SEM 

bezweifle nicht, dass der Beschwerdeführer jemals bei der E._______ ge-

arbeitet habe. Die erste – dokumentierte – Anstellung bei der E._______ 

ungefähr von 2002 bis 2015 sei aber einerseits lange her, andererseits 

habe er zuletzt in einem (…) als stellvertretender Sekretär im (…), und nicht 

mehr im Geheimdienst, gearbeitet. Damit sei bei ihm von einem tiefen Ri-

sikoprofil auszugehen. Er habe selber ausgesagt, dass er betreffend die 

erste Anstellung nichts mehr zu befürchten habe, und es hätten sich auch 

keine Hinweise ergeben, dass er wegen seiner ersten Anstellung nochmals 

ins Visier der Taliban geraten wäre. Die geltend gemachte Verfolgung aus 

der ersten Anstellung sei somit als abgeschlossen zu betrachten. Aufgrund 

der fehlenden Aktualität lasse sich daraus in Bezug auf die aktuelle Situa-

tion mit der Machtübernahme der Taliban keine begründete Furcht vor 

flüchtlingsrechtlicher Verfolgung ableiten. Insgesamt lägen auch keine An-

haltspunkte für risikoschärfende Faktoren vor. Im Zusammenhang mit der 

vermeintlichen zweiten Anstellung bei der E._______ vom September 

2016 bis ungefähr Mai oder Juni 2018 sei vorwegzunehmen, dass er die 

Verfolgungsmomente auf den IS, und nicht auf die Taliban zurückgeführt 

habe. Die (…) ausgeübte (…)tätigkeit beim (…) bei seiner zweiten Anstel-

lung sowie die daraus resultierende Verfolgung seien als unglaubhaft ein-

gestuft worden. Darüber hinaus habe er bezüglich seiner Tätigkeit als 

E-5262/2020 

Seite 17 

einfacher (…) in B._______ keine Verfolgungsmomente geltend gemacht. 

Dass der Beschwerdeführer seit Jahren auf einer sogenannten schwarzen 

Liste der Taliban figuriere, sei eine unbelegt gebliebene Parteibehauptung, 

die von ihm auch nicht in dieser Art während seinen Anhörungen dargelegt 

worden sei. Aus dem Umstand, dass seine Familie aufgrund der allgemei-

nen Lage M._______ verlassen habe, seien keine konkreten Anhalts-

punkte für eine Reflexverfolgung mit Bezug auf seine Anstellung bei der 

E._______ abzuleiten.  

Hinsichtlich der neu vorgebrachten Hausdurchsuchung in B._______ hält 

das SEM fest, die eingereichten Aufnahmen seien nicht mit Sicherheit der 

Wohnung des Beschwerdeführers zuzuordnen. Weiter erstaune, dass, 

nachdem er Afghanistan doch nunmehr seit über drei Jahren verlassen 

habe, seine (…) noch immer dort auffindbar sei und er, respektive der neue 

Mieter, diese – insbesondere vor dem Hintergrund der Machtübernahme 

der Taliban – nicht schon viel früher hätte entfernen lassen. Die Umstände 

würden insgesamt konstruiert wirken. Letztlich führe die Evakuation seiner 

beiden ehemaligen Arbeitskollegen durch W._______ mangels persönli-

chen Bezugs zum Beschwerdeführer und dessen Fluchtgründe nicht zu ei-

ner Schärfung seines Risikoprofils.  

5.4 Mit Replik vom 29. April 2022 ergänzt der Beschwerdeführer, er habe 

erst versucht, schriftliche Belege über seine Fluchtgründe zu beschaffen, 

nachdem seiner Verfolgungsgefahr von der Vorinstanz kein Glauben ge-

schenkt worden sei. Seine Aussage, dass er betreffend die erste Anstellung 

bei der E._______ nichts mehr zu befürchten habe, könne nicht ohne Wei-

teres auf die heutige Situation – nach der Machübernahme durch die Tali-

ban – übertragen werden. Selbst wenn der zweiten Anstellung nach der 

Rückkehr nach Afghanistan kein Glauben geschenkt werden sollte, drohe 

ihm nach der Machtübernahme durch die Taliban Verfolgung, da frühere 

Register der Staatsangestellten entdeckt worden seien. Schliesslich wür-

den in Afghanistan (…) gewöhnlich aufbewahrt, solange sie noch in gutem 

Zustand seien. Er habe nicht mehr daran gedacht, dass er seine frühere 

(…) im Keller und eine (…) im Wohnzimmerschrank aufbewahrt habe. Die 

(…) scheine die Taliban veranlasst zu haben, die Wohnung einer gründli-

cheren Durchsuchung zu unterziehen.  

5.5 In ihrer Vernehmlassung vom 18. August 2022 fügt die Vorinstanz ihrer 

vorangehenden Vernehmlassung an, die Entdeckung von Registern frühe-

rer Staatsangestellten, weshalb der Beschwerdeführer nun in Gefahr sei, 

sei eine Parteibehauptung. Es werde nicht konkretisiert, inwiefern er von 

E-5262/2020 

Seite 18 

einer Verfolgung betroffen sein könnte. Angesichts des Gefahrenpotentials, 

welches mit Blick auf die Machtübernahme der Taliban von den (…) aus-

gehen könnte, sei schlichtweg nicht nachvollziehbar, dass er oder sein Mie-

ter diesbezüglich keine Sicherheitsmassnahmen getroffen hätten. 

Schliesslich werde aus den Videoaussagen seiner früheren beiden Arbeits-

kollegen lediglich ersichtlich, dass sie vor vielen Jahren einmal zusammen-

gearbeitet hätten. Ausser dass der Beschwerdeführer auch aus O._______ 

stamme, werde mit dem Verweis auf den Zeitungsartikel der (…) vom (…) 

kein persönlicher Bezug zu ihm oder seinen Vorbringen (im Zusammen-

hang mit seiner Tätigkeit bei der E._______) gelegt. Darüber hinaus habe 

er gemäss seinen Aussagen sein ganzes Leben in B._______ verbracht, 

womit kaum Bezugspunkte zu seinem Geburtsort bestehen würden. Es sei 

aus den visuellen Unterlagen betreffend die zweite Hausdurchsuchung 

nicht ersichtlich, dass diese effektiv von seinem Haus stammen würden; 

ebenfalls sei der von ihm geschilderte Sachverhalt daraus nicht ersichtlich. 

Das Schreiben des Mieters weise den Charakter eines Gefälligkeitsschrei-

bens auf und vermöge – als Parteibehauptung – die Umstände nicht zu 

belegen. Auch das Schreiben der Taliban weise keine Sicherheitsmerk-

male auf, sei darüber hinaus eine Kopie, womit ein solches leicht käuflich 

erwerbbar respektive manipulierbar sei. Angesichts der Tatsache, dass die 

Machtübernahme der Taliban nunmehr über ein Jahr her, beim Beschwer-

deführer von einem niederschwelligen Profil auszugehen und mindestens 

die zweite Anstellung bei der E._______ als unglaubhaft einzustufen sei, 

wirke die Eingabe dieses Briefes aufgesetzt und nachgeschoben. 

5.6 Mit Replik vom 29. August 2022 hält der Beschwerdeführer dem entge-

gen, dass gemäss Berichten verschiedener internationaler Organisationen 

oder von Medienschaffenden selbst Personen mit einem niederschwelligen 

Profil Verfolgung drohe. Die geschilderten Ereignisse und Beweise des Be-

schwerdeführers seien im Lichte dieses länderspezifischen Kontextes zu 

würdigen, auch bezüglich der zu erwartenden Qualität der Dokumente. Die 

neuen Belege würden sich in diesen Kontext einordnen lassen und plausi-

bel wirken. Die Angst des Beschwerdeführers und seiner Familie, die sich 

versteckt halte, sei objektiv begründet und berechtigt.  

6.  

6.1 Nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die Vorinstanz im Ergebnis zu Recht die Flüchtlingseigen-

schaft des Beschwerdeführers verneint und folglich dessen Asylgesuch ab-

gelehnt hat.  

E-5262/2020 

Seite 19 

6.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist nicht an die Begründung der 

Vorinstanz gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG); es kann die Beschwerde 

auch aus anderen Überlegungen als jenen der Vorinstanz abweisen 

(sog. Motivsubstitution; vgl. MADELEINE CAMPRUBI, in: AUER/MÜLLER/ 

SCHINDLER [Hrsg.], Kommentar zum VwVG, 2. Aufl., 2019, N 16 zu 

Art. 62 VwVG; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwal-

tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., 2013, 

S. 398). 

6.3 Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer vorgebrachten Anstellung bei 

der E._______ von 2002 bis 2015 ist festzuhalten, dass seine diesbezüg-

lichen Ausführungen glaubhaft erscheinen (vgl. SEM-Akte B12 F30 f.). Die 

Frage nach der Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen in Zusammenhang mit 

seiner zweiten Anstellung bei der E._______ von 2016 bis 2018 respektive 

seiner vorgebrachten (…)ätigkeit – auch wenn er diesbezüglich durchaus 

nachvollziehbare Angaben machen konnte (vgl. SEM-Akte B12 F32 ff.) – 

kann vorliegend in Anbetracht der nachfolgenden Erwägung offengelassen 

werden.  

6.4 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer 

hinsichtlich seiner angeblichen Tätigkeit als einfacher (…) seit seiner Rück-

kehr nach B._______ keine Bedrohungen oder Furcht vor Nachteilen gel-

tend machte. Bezüglich seiner Aktivitäten für die E._______ ab September 

2016 und bis zu seiner definitiven Ausreise (vgl. SEM-Akte B12 F77) gab 

er selber an, ausser seinem Vorgesetzten und den (…) selbst habe nie-

mand Kenntnis von seinen genauen Tätigkeiten gehabt (vgl. SEM-Akte 

B12 F40). Auch liegen darüber wohl keine schriftlichen Unterlagen vor, an-

sonsten er mindestens eine Arbeitsbestätigung hätte einreichen können. 

Es ist somit davon auszugehen, dass er auf keiner Liste der E._______ 

aus diesem Zeitraum figuriert, die den Taliban in die Hände geraten wäre. 

Überdies gab er an, zu jenem Zeitpunkt nicht von Taliban, sondern Anhä-

ngern der Gruppierung des IS bedroht worden zu sein. Folglich ist nicht 

von einer begründeten Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG bei 

einer allfälligen Rückkehr aufgrund allfälliger Aktivitäten für die E._______ 

nach 2016 auszugehen.  

6.5 Länderberichte verschiedener internationaler Organisationen und Or-

gane halten fest, dass sich die Informations- und Quellenlage zu Afghanis-

tan seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021 grundlegend ver-

ändert hat und es schwierig ist, verlässliche Informationen zu finden, ins-

besondere auch für die Beschreibung von Gefährdungsprofilen (vgl. United 

E-5262/2020 

Seite 20 

Nations High Commissioner for Refugees [UNHCR], Guidance Note on the 

International Protection Needs of People Fleeing Afghanistan – Update I, 

02.2023, https://www.ecoi.net/en/file/local/2086941/63e0cb714.pdf und 

United Nations Assistance Mission in Afghanistan [UNAMA], Human rights 

in Afghanistan 15 August 2021 – 15 June 2022, 07.2022, https://unama.un-

missions.org/sites/default/files/unama_human_rights_in_afghanistan_re-

port_-_june_2022_english.pdf , beide abgerufen am 5. Mai 2023). Nichts-

destotrotz ergibt sich aus den Länderberichten, dass Personen mit be-

stimmten Profilen in Afghanistan einem erhöhten Verfolgungsrisiko ausge-

setzt sind. Dazu gehören unter anderem Personen, welche der afghani-

schen Regierung oder der internationalen Gemeinschaft inklusive den in-

ternationalen Militärkräften nahestehen oder als Unterstützer derselben 

wahrgenommen werden (vgl. UNHCR, Guidance Note on the International 

Protection Needs of People Fleeing Afghanistan, Update 1, February 2023, 

Ziff. 16; United Nations General Assembly Security Council, The situation 

in Afghanistan and its implications for international peace and security, Re-

port oft he Secretary-General, 27.02.2023, Ziff. II/3.; Human Rights Watch, 

World Report 2023 – Afghanistan, www.hrw.org/world-report/2023/country-

chapters/afghanistan; European Union Agency for Asylum [EUAA], Afghan-

istan – Targeting of Individuals, August 2022, alle abgerufen am 

21.04.2023). Auch ehemalige Angehörige der (…) E._______ gelten als 

besonders gefährdet (vgl. UNHCR, Guidance Note on the International 

Protection Needs of People Fleeing Afghanistan - Update I, 02.2023, 

https://www.ecoi.net/en/file/local/2086941/63e0cb714.pdf, abgerufen am 

21.03.2023). Im jüngsten Update zur Situation in Afghanistan hält die UN-

AMA daran fest, dass die gezielten Verfolgungshandlungen der Taliban ge-

gen ehemalige Mitarbeitende der Regierung noch immer ein Klima der be-

gründeten Furcht vor drohender Verfolgung in Afghanistan schaffen wür-

den (vgl. UNAMA, A barrier to securing peace: Human rights violations 

against former government officials and former armed force members in 

Afghanistan: 15 August 2021 – 30 June 2023, https://unama.unmissi-

ons.org/sites/default/files/a_barrier_to_securing_peace_aug_2023_eng-

lish__0.pdf, zuletzt abgerufen am 18.10.2023). Auch das Bundesverwal-

tungsgericht geht davon aus, dass für Personen mit einschlägigem Profil 

seit dem vollständigen Abzug der ausländischen Streitkräfte und der im Au-

gust 2021 erfolgten Machtübernahme durch die Taliban weiterhin ein er-

höhtes Verfolgungsrisiko besteht (vgl. Urteil des BVGer D-4246/2021 vom 

14. September 2023 E. 5.6).  

6.6 Dem Beschwerdeführer ist dahingehend zuzustimmen, dass er als 

ehemaliger Angestellter der E._______ grundsätzlich einem erhöhten 

E-5262/2020 

Seite 21 

Risiko ausgesetzt ist. Es liegen jedoch keine zusätzlichen Risikofaktoren 

vor, die zum heutigen Zeitpunkt eine konkrete Verfolgung bei einer hypo-

thetischen (angesichts der vorläufigen Aufnahme) Rückkehr des Be-

schwerdeführers nach Afghanistan nahelegen würden. Gemäss mehreren 

Quellen würden sich Racheakte der Taliban oft auf private Konflikte zurück-

führen lassen, die sich auf lokaler Ebene entfalten können. Dabei sei nicht 

die formale Position, der Rang oder das Profil der Opfer von Gewaltanwen-

dungen ausschlaggebend, sondern die jeweilige Beziehung zwischen Tä-

tern und Opfern (vgl. Landinfo, Temanotat Afghanistan: Talibans regime – 

situasjonen etter maktovertakelsen, 09.03.2022, https://landinfo.no/wp-

content/uploads/2022/03/Afghanistan-temanotat-Talibans-regime-situas-

jonen-etter-maktovertakelsen-09032022.pdf, abgerufen am 28.03.2023). 

Der Beschwerdeführer brachte aber weder vor, dass er nach seiner Rück-

kehr nach Afghanistan im Jahr 2016 konkrete Probleme mit den Taliban 

gehabt noch in irgendeiner anderen Weise deren Aufmerksamkeit auf sich 

gezogen hätte (vgl. SEM-Akte B17 F65 f.). Es ist den Akten auch nicht zu 

entnehmen, dass er persönlichen Feindschaften seitens der Taliban aus-

gesetzt sein könnte, die ihm bei einer allfälligen Rückkehr zum Verhängnis 

werden könnten, zumal die Taliban seit ihrer Machtübernahme in solchen 

Fällen nicht schutzwillig sein dürften. Weiter gibt es keine Hinweise darauf, 

dass er Träger von Informationen sein könnte, die heute für diese von In-

teresse sein könnten. Er bekleidete bei der E._______ keinen hohen Rang 

und arbeitete zuletzt (…), weshalb nicht von einem erhöhten Interesse der 

Taliban an ihm zum heutigen Zeitpunkt auszugehen ist. Überdies liegen 

keine konkreten Hinweise vor, dass die Taliban von seinen Tätigkeiten 

wussten und der Beschwerdeführer deswegen bei einer Rückkehr in deren 

Visier geraten könnte. Ein willkürliches Handeln einzelner Taliban ist zwar 

nicht auszuschliessen, ein systematisches Vorgehen von deren Seite ge-

gen Personen, welche für die Sicherheitskräfte der vormaligen Regierung 

gearbeitet haben, ist aber nicht erstellt (vgl. Landinfo, Temanotat Afghanis-

tan: Talibans regime – situasjonen etter maktovertakelsen, 09.03.2022, 

https://landinfo.no/wp-content/uploads/2022/03/Afghanistan-temanotat-

Talibans-regime-situasjonen-etter-maktovertakelsen-09032022.pdf, abge-

rufen am 28.03.2023). Insgesamt vermochte der Beschwerdeführer nicht 

glaubhaft zu machen, dass er aufgrund seiner früheren Arbeitsstelle oder 

Tätigkeiten heute besonders im Fokus der Taliban steht und entspre-

chende konkrete Verfolgungsmassnahmen zu befürchten hat. Vorliegend 

ist mithin nicht davon auszugehen, dass ein erhöhtes Risiko besteht, zumal 

er keine Behelligungen seitens der Taliban seit 2015 gegen ihn oder des-

sen Familie geltend macht.  

E-5262/2020 

Seite 22 

An dieser Einschätzung vermögen auch die zwei auf Beschwerdeebene 

geltend gemachten Hausdurchsuchungen bei seinem Mieter in B._______ 

nichts zu ändern. Den diesbezüglich eingereichten Videos und Fotos kann 

nicht entnommen werden, ob es sich dabei tatsächlich um das Haus des 

Beschwerdeführers handelt und aus welchem Grund die Hausdurchsu-

chung stattfand, respektive ob die Taliban tatsächlich gezielt nach ihm ge-

sucht hatten. Selbst wenn es zu diesen Hausdurchsuchungen gekommen 

und dabei (…) des Beschwerdeführers gefunden worden sein sollte, macht 

er nicht geltend, dass es seither zu weiteren Hausdurchsuchungen oder 

Drohungen kam, was ebenfalls auf mangelndes Interesse seitens der Tali-

ban deutet.  

Nach dem Gesagten liegen zusammenfassend unter Berücksichtigung der 

aktuellen Situation in Afghanistan keine genügend konkreten Hinweise da-

für vor, dass dem Beschwerdeführer bei einer allfälligen Rückkehr in den 

Heimatstaat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine relevante Verfolgung 

aufgrund seiner früheren Tätigkeit bei der afghanischen E._______ drohen 

würde.  

6.7 Soweit der Beschwerdeführer auf die allgemeine Lage in Afghanistan, 

die Machtübernahme durch die Taliban im August 2021 und die damit ver-

bundene Verschlechterung der Sicherheitslage verweist, ist festzustellen, 

dass diese Nachteile keine gezielten, individuellen Verfolgungshandlungen 

darstellen und daher grundsätzlich nicht asylrelevant sind. Sodann wurde 

der allgemeinen Gefährdungssituation in Afghanistan bereits mit der An-

ordnung der vorläufigen Aufnahme Rechnung getragen.  

6.8 Den geltend gemachten je zwei Drohanrufen durch (…) und die Anhä-

nger des IS mangelt es sodann an der erforderlichen Intensität. Zudem 

vermag der Beschwerdeführer mit seinen diesbezüglich vagen Formulie-

rungen (vgl. SEM-Akte B12 F 70 f. und F74) die grundsätzlich nachvoll-

ziehbare subjektive Furcht vor Verfolgungshandlungen nicht objektiv zu 

konkretisieren.  

6.9 Es gibt sodann keine Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer zum 

heutigen Zeitpunkt aus objektiver Sicht in Afghanistan einer konkreten Be-

drohung durch die lokal aktive J._______, durch K._______ oder die 

E._______ ausgesetzt wäre. Gleiches gilt für die von ihm geltend gemach-

ten Schüsse (auf ihn) in B._______. Auf Beschwerdeebene legt er denn 

auch nicht substantiiert dar, wie allfällige Verfolgungsmassnahmen konkret 

aussehen würden.  

E-5262/2020 

Seite 23 

6.10 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer 

nicht gelungen ist, eine im Sinne von Art. 3 AsylG relevante Verfolgungs-

gefahr nachzuweisen oder glaubhaft darzutun. Die Vorinstanz hat sein 

Asylgesuch demzufolge zu Recht abgelehnt. 

7.  

Lehnt das SEM ein Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 

AsylG). 

Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine ausländer-

rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung 

einer solche. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht ange-

ordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

Nachdem das SEM mit Verfügung vom 14. Februar 2022 die Unzumutbar-

keit des Wegweisungsvollzugs festgestellt und die vorläufige Aufnahme 

des Beschwerdeführers angeordnet hat, erübrigen sich praxisgemäss wei-

tere Ausführungen zur Zulässigkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvoll-

zugs (vgl. BVGE 2011/7 E. 8, 2009/51 E. 5.4). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung, so-

weit sie nicht durch Wiedererwägung gegenstandslos geworden ist, Bun-

desrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie 

vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und auch sonst nicht zu bean-

standen ist. Die Beschwerde ist insoweit abzuweisen. 

10.  

10.1 Die Kosten des Beschwerdeverfahrens und die Parteientschädigung 

sind grundsätzlich nach dem Verhältnis von Obsiegen und Unterliegen den 

Beschwerdeführenden aufzuerlegen beziehungsweise zuzusprechen 

(Art. 63 Abs. 1 und Art. 64 Abs. 1 VwVG). Der Beschwerdeführer ist bezüg-

lich seines Hauptantrags auf Feststellung der Flüchtlingseigenschaft, Ge-

währung des Asyls und der Wegweisung als solche unterlegen.  

Bezüglich der Anordnung des Wegweisungsvollzugs ist das Verfahren mit 

der Anordnung der vorläufigen Aufnahme gegenstandslos geworden. Bei 

Gegenstandslosigkeit eines Verfahrens sind die Verfahrenskosten in der 

Regel jener Partei aufzuerlegen, deren Verhalten die Gegenstandslosigkeit 

E-5262/2020 

Seite 24 

bewirkt hat. Wenn das Verfahren ohne Zutun der Parteien gegenstandslos 

geworden ist, sind die Kosten auf Grund der Sachlage vor Eintritt des Er-

ledigungsgrundes festzulegen (Art. 5 des Reglements vom 11. Dezember 

2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]).  

10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären somit die Kosten hälftig 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Das SEM hat sodann durch die teil-

weise Wiedererwägung seiner Verfügung die Gegenstandslosigkeit der 

Beschwerde hinsichtlich der Frage des Wegweisungsvollzuges bewirkt; die 

Erfolgschancen der Beschwerde waren diesbezüglich intakt.  

10.3 Mit Zwischenverfügung vom 29. Oktober 2020 wurde das Gesuch um 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege – unter Vorbehalt einer nach-

träglichen Veränderung seiner finanziellen Verhältnisse – gutgeheissen. 

Aufgrund der zwischenzeitlich aktenkundig gewordenen Erwerbstätigkeit 

wurde der Beschwerdeführer mit Zwischenverfügung vom 7. September 

2023 aufgefordert, dem Gericht eine aktuelle Fürsorgebestätigung bezie-

hungsweise das ausgefüllte Formular „Gesuch um unentgeltliche Rechts-

pflege“ einzureichen. Mit Eingabe vom 19. September 2023 teilte er dem 

Bundesverwaltungsgericht seine finanziellen Verhältnisse mit und legte 

eine Bestätigung der finanziellen Unabhängigkeit der Gemeinde Schübel-

bach vom 13. September 2023 bei. Demnach ist er im Sinne von Art. 65 

Abs. 1 VwVG nicht mehr als bedürftig zu bezeichnen. Aus diesem Grund 

ist die Zwischenverfügung vom 29. Oktober 2020 betreffend die Gutheis-

sung des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

wiedererwägungsweise aufzuheben. (…) sind dem Beschwerdeführer auf-

zuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 VGKE).  

10.4 Dem Beschwerdeführer ist die Gegenstandslosigkeit des Beschwer-

deverfahrens betreffend, im hälftigen Umfang für die ihm erwachsenen not-

wendigen Kosten eine Parteientschädigung zu Lasten der Vorinstanz zu-

zusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 ff. und 15 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

10.5 Der Rechtsvertreter weist in der Kostennote vom 29. August 2022 ei-

nen als angemessen zu erachtender Zeitaufwand von 18.15 Stunden bei 

einem Stundenansatz von Fr. 300.– und Auslagen (inklusive Überset-

zungskosten) von Fr. 248.15 aus. Unter Berücksichtigung weiterer notwen-

diger Eingaben (im Jahr 2023) ist von einem Aufwand von 20 Stunden 

E-5262/2020 

Seite 25 

auszugehen. Die von der Vorinstanz auszurichtende, hälftige Parteient-

schädigung ist somit auf insgesamt Fr. 3'265.– (inklusive Auslagen und 

Mehrwertsteuerzuschlag im Sinne von Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE) festzu-

setzen. 

10.6 Mit Zwischenverfügung vom 29. Oktober 2020 wurde auch der Antrag 

auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Sinne von aArt. 110a AsylG 

gutgeheissen und dem Beschwerdeführer der rubrizierte Rechtsvertreter 

amtlich beigeordnet. Vorgenannte Zwischenverfügung ist – aufgrund des 

Wegfallens der Voraussetzungen – auch diesbezüglich zu widerrufen, wo-

bei der Widerruf seine Wirkung ex nunc entfaltet (vgl. Urteil des BVGer  

D-5113/2020 vom 21. April 2023 E. 12.3.1). Der rubrizierte Rechtsvertreter 

ist demnach für den bisher entstandenen Aufwand zu entschädigen, soweit 

dieser sachlich notwendig war (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 8 Abs. 2 VGKE). In 

Anwendung der massgeblichen Bemessungsfaktoren (vgl. Art. 8–11 

VGKE) und unter Anwendung eines nunmehr reduzierten Stundenansat-

zes von Fr. 220.– (vgl. Zwischenverfügung vom 29. Oktober 2020) ist dem 

rubrizierten Rechtsvertreter vom Bundesverwaltungsgericht ein Honorar 

von Fr. 2'503.– (inklusive Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag im Sinne 

von Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE) zu entrichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

E-5262/2020 

Seite 26 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit die Feststellung der Flüchtlings-

eigenschaft, die Gewährung von Asyl und die Aufhebung der Wegwei-

sungsanordnung beantragt wurde. Im Übrigen erweist sich die Be-

schwerde als gegenstandslos.  

2.  

Die Zwischenverfügung vom 29. Oktober 2020 wird hinsichtlich der ge-

währten unentgeltlichen Prozessführung sowie Rechtsverbeiständung wie-

dererwägungsweise aufgehoben. 

3.  

Die reduzierten Verfahrenskosten von Fr. 375.– werden dem Beschwerde-

führer auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils 

zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen.  

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 3'265.– auszurichten. 

5.  

Dem vormaligen amtlichen Rechtsbeistand wird zu Lasten der Gerichts-

kasse ein amtliches Honorar von Fr. 2'503.– ausgerichtet.  

6.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: 

 

Die Gerichtsschreiberin: 

Muriel Beck Kadima Janine Sert 

 

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