# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bdc11e13-687f-5b37-b296-d775623d0e1d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.11.2011 E-3317/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3317-2009_2011-11-30.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­3317/2009 und E­3741/2009

U r t e i l   v om   3 0 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz),
Richterin Muriel Beck Kadima, Richter Kurt Gysi,   
Gerichtsschreiberin Anna Poschung.

Parteien A._______,
(Beschwerdeführer 1; E­3317/2009)
B._______,
(Beschwerdeführerin 2; E­3741/2009)
C._______,
(Beschwerdeführer 3; E­3741/2009)
D._______,
(Beschwerdeführerin 4; E­3741/2009)
Serbien, 

Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
26. März 2009 / N (…).

E­3317/2009 und E­3741/2009

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Sachverhalt:

A. 
Gemäss  eigenen  Angaben  verliessen  die  Beschwerdeführenden, 
ethnische  Roma,  ihren  Heimatstaat  Serbien  am  15.  November  2008  in 
einem  Lastwagen  und  gelangten  via  ihnen  unbekannte  Länder  am  16. 
November 2008  in die Schweiz, wo sie gleichentags  im Empfangs­ und 
Verfahrenszentrum (EVZ) Vallorbe um Asyl ersuchten. Am 5. Dezember 
2008 wurden die Beschwerdeführenden  im EVZ E._______ summarisch 
befragt  und  am  11.  März  2009  (Beschwerdeführer  1)  beziehungsweise 
am  14. April  2009  (Beschwerdeführende  2  und  3)  zu  den  Asylgründen 
durch das BFM angehört. 

Der  Beschwerdeführer  1  machte  im  Wesentlichen  geltend,  infolge  des 
Krieges  hätten  er  und  seine  Familie  sich  von  1992  bis  1996  in 
Deutschland  aufgehalten.  Von  1999  beziehungsweise  2000  bis  zur 
Ausreise  seien  sie  in  F._______  (Gemeinde  G._______,  Provinz 
Vojvodina)  wohnhaft  gewesen,  wo  er  als  (…)  gearbeitet  habe.  Im  Jahr 
2005 sei seinem Sohn H._______ vorgeworfen worden, eine Frau getötet 
zu  haben,  worauf  er  für  die  Dauer  von  sieben  bis  acht  Monaten  in 
Untersuchungshaft  genommen worden  sei. Während  der  Haft  habe  die 
Polizei  H._______  misshandelt  und  zwecks  Erlangung  eines 
Geständnisses  unter Druck  gesetzt. Nach  der Untersuchungshaft  sei  er 
freigesprochen worden.  In  der Folge  sei H._______ wiederholt  behelligt 
und bedroht worden, weshalb er im Jahre 2005 oder 2006 in der Schweiz 
um  Asyl  ersucht  habe.  Nach  der  Ausreise  von  D.  sei  er,  der 
Beschwerdeführer,  mehrmals  für  einige  Stunden  inhaftiert  und  dabei 
misshandelt worden, um eine Rückkehr von H._______ nach Serbien zu 
erzwingen.  Infolge der Misshandlungen habe er,  der Beschwerdeführer, 
in  einem  Spital  behandelt  werden  müssen,  worauf  sein  Sohn  im  Jahr 
2008  nach  Serbien  zurückgekehrt  und  erneut  angeklagt,  hingegen 
wiederum  freigesprochen worden sei. Aufgrund der erlittenen Haft  habe 
H._______  beim  Obersten  Gerichtshof  eine  Schadenersatzklage 
eingereicht.  Aus  diesem  Grund  sei  ihre  Familie  weiterhin  behelligt 
worden. Einige Tage vor  ihrer Ausreise beziehungsweise  im September 
oder  Oktober  (2008)  habe  die  Polizei  sie  zu  Hause  aufgesucht 
beziehungsweise ihn, den Beschwerdeführer, für einige Stunden inhaftiert 
und misshandelt  sowie  ihre  Identitätspapiere beschlagnahmt,  um sie an 
der  Ausreise  zu  hindern.  Aus  diesen  Gründen  und  nicht  aufgrund 
finanzieller Schwierigkeiten ersuche er um Asyl in der Schweiz.

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Die Beschwerdeführerin 2 führte im Wesentlichen aus, sie habe während 
ungefähr  achtundzwanzig  Jahren  bis  zur  Ausreise  in  F._______  gelebt. 
Sie  habe  keine  Schule  besucht,  sei  Analphabetin  und  nie  einer 
Erwerbstätigkeit  nachgegangen.  Ab  1991  oder  1992  habe  sie  sich  für 
zwei  oder  drei  Jahre  in  Deutschland  aufgehalten.  Ihr  ältester  Sohn 
H._______ sei beschuldigt worden, eine Frau getötet zu haben, deshalb 
während  sieben  oder  acht  Monaten  in  Haft  genommen  und  von  der 
Polizei  geschlagen  worden.  Auch  ihr  Ehemann  sei  mehrmals 
beziehungsweise ständig von der Polizei geschlagen worden. Ebenso sei 
ihr  Sohn  C._______  (Beschwerdeführer  3)  von  der  Polizei  sowie  vom 
Sohn,  I._______, der getöteten Frau welcher mit  der Polizei  zusammen 
arbeite beziehungsweise diese besteche, malträtiert und bedroht worden. 
Sie selber sei – wie ihr Ehemann und ihre Söhne ­ ebenfalls geschlagen 
und  beschimpft  worden;  dies  sei  letztmals  geschehen,  als  die  Polizei 
eineinhalb  oder  zwei  beziehungsweise  drei  oder  vier  Monate  vor  ihrer 
Ausreise  in  die  Schweiz  ihren  Mann  zu  Hause  abgeholt  und  während 
einiger  Stunden  beziehungsweise  einen  Monat  festgehalten  sowie  ihre 
Identitätspapiere  beschlagnahmt  habe  und  ein  vorheriges  Mal,  als  ihr 
Sohn  H._______  vor  seiner  Ausreise  in  die  Schweiz  im  Jahr  2006  zu 
Hause  verhaftet  worden  sei.  I._______  habe  ihren  jüngeren  Sohn  mit 
einem Messer verfolgt,  ihre Kinder ständig bedroht und habe die Familie 
nicht  in  Ruhe  gelassen,  weshalb  sie  sich  zur  Flucht  in  die  Schweiz 
entschieden hätten. 

Der Beschwerdeführer 3 brachte im Wesentlichen vor, er habe seit sechs 
oder sieben Jahren bis zur Ausreise in F._______ gewohnt. Er habe vier 
Jahre  lang  die  Schule  besucht  und  anschliessend  seinen Vater  bei  der 
Arbeit unterstützt. Sein Bruder H._______ sei von I._______ beschuldigt 
worden,  dessen  Ehefrau  getötet  zu  haben,  weshalb  er  (der 
Beschwerdeführer 3) vom Sohn, J._______, der Getöteten Ende 2004 mit 
einem  Messer  bedroht  worden  sei.  Als  sein  Bruder  H._______  in  der 
Schweiz  gewesen  sei,  um ein Asylgesuch  zu  stellen,  seien er  und  sein 
Vater  von  I._______  geschlagen  worden,  um  den  Aufenthaltsort  von 
H._______  zu  erfahren.  Sein  Vater  habe  deshalb  hospitalisiert  werden 
müssen, worauf H._______ nach Hause zurückgekommen sei. Das letzte 
Mal  sei  er  (der  Beschwerdeführer  3)  zwei  oder  drei  Monate  vor  der 
Ausreise von  I._______ der Polizei und J_______ beziehungsweise von 
I._______ und J._______ behelligt worden. I._______ habe ihn seit Ende 
2007 neun bis zehn Mal mit einem Messer bedroht. Zudem habe er  ihn 
mit  einem  Auto  verfolgt,  so  dass  er  es  nicht  mehr  gewagt  habe, 
hinauszugehen  oder  die  Schule  zu  besuchen.  Sein  Vater  habe  die 

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Vorfälle  der  Polizei  gemeldet,  welche  zwar  davon Kenntnis  genommen, 
jedoch nichts weiter unternommen habe. Ungefähr einen Monat  vor der 
Ausreise habe I._______ auch seinen Vater mit dem Messer bedroht. Um 
den Problemen mit  I._______  zu  entgehen,  habe  er  sich  entschlossen, 
alleine in die Schweiz zu kommen, sei aber in Österreich von der Polizei 
festgenommen  worden,  worauf  er  einige  Tage  an  einem  ihm 
unbekannten Ort verbracht, jedoch nicht um Asyl ersucht habe.

Im  Verlaufe  des  vorinstanzlichen  Verfahrens  wurden  der  am  (…)  2008 
ausgestellte  serbische  Führerausweis  des  Beschwerdeführers  1  (in 
Kopie) sowie ein  fremdsprachiges Dokument  (im Original) zu den Akten 
gereicht.

B. 
Am  (…)  2009  versetzte  das  Bundesamt  für  Justiz  (BJ)  den 
Beschwerdeführer  1  aufgrund  eines  Haftersuchens  von  Deutschland  in 
Auslieferungshaft.  Am  (…)  2009  gab  der  Beschwerdeführer  1  sein 
Einverständnis  zu  einer  vereinfachten  Auslieferung  nach  Deutschland, 
welche am (…) 2009 vollzogen wurde.

C. 
Am  4.  März  2009  ersuchte  das  BFM  Deutschland  und  Österreich  um 
Durchführung eines Fingerabdruckvergleichs. 

Mit  Antwortschreiben  vom  6.  April  2009  teilten  die  österreichischen 
Behörden mit, die Beschwerdeführenden 1 und 2 seien am 30. Oktober 
2008  illegal nach Österreich eingereist  und hätten dort gleichentags um 
Asyl  ersucht, was mit Entscheid  vom 12. März 2009  verweigert worden 
sei.  Der  Beschwerdeführer  3  habe  am  5.  März  2008  in  Österreich  um 
Asyl ersucht. Das Verfahren sei am 9. April 2008 eingestellt worden, da 
er  sich  in  Deutschland  aufgehalten  und  die  freiwillige  Rückkehr  in  das 
Herkunftsland  beabsichtigt  habe. Am 21. Mai  2008  habe  er  sich  erneut 
bei  den österreichischen Asylbehörden gemeldet, worauf  das Verfahren 
wieder  aufgenommen  worden  sei.  Infolge  Abwesenheit  des 
Beschwerdeführers  3  sei  das  Verfahren  am  9.  Januar  2009  eingestellt 
worden.

Die  deutschen  Behörden  teilten  dem BFM mit  Schreiben  vom  29.  April 
2009  mit,  der  Beschwerdeführer  1  sei  am  29.  März  1991  erstmals  in 
Deutschland eingereist und sein Asylgesuch sei am 11. Dezember 1992 
abgelehnt worden. Am 16. Juni 2000 sei er fortgezogen beziehungsweise 

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untergetaucht  und  seit  dem  17.  März  2009  befinde  er  sich  in  Berlin  in 
Haft.

Am  4.  Mai  2009  gewährte  die  Vorinstanz  den  Beschwerdeführenden  2 
und  3  zu  diesen  Erkenntnissen  das  rechtliche  Gehör.  Auf  ihre 
Stellungnahmen  wird,  soweit  entscheidwesentlich,  nachfolgend 
eingegangen.

D. 
Mit  Verfügung  vom  26.  März  2009  stellte  das  BFM  fest,  der 
Beschwerdeführer  1  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  lehnte  sein 
Asylgesuch  ab  und  ordnete  dessen  Wegweisung  aus  der  Schweiz  an. 
Gleichzeitig stellte es  fest, eine Wegweisung nach Serbien sei  zulässig, 
zumutbar  und  möglich  und  vermerkte,  er  sei  am  16.  März  2009  nach 
Deutschland ausgeliefert worden.

Die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  2­4  lehnte  die  Vorinstanz 
aufgrund  fehlender  Flüchtlingseigenschaft  mit  Verfügung  vom  8.  Mai 
2009  –  eröffnet  am  12.  Mai  2009  –  ab.  Gleichzeitig  wurden  die 
Wegweisung und deren Vollzug angeordnet.

Auf die detaillierten Begründungen der beiden Verfügungen wird, soweit 
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. 

E. 
Mit  Eingabe  vom  22.  Mai  2009  (Telefaxdatum  und  Poststempel)  erhob 
der  Beschwerdeführer  1  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde 
gegen die Verfügung  vom 26. März  2009 und beantragt  die Aufhebung 
der  angefochtenen  Verfügung  sowie  die  Anerkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft. Weiter  sei  von einer Wegweisung abzusehen.  In 
prozessualer  Hinsicht  sei  die  unentgeltliche Rechtspflege  zu  gewähren. 
Auf den Inhalt wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

F. 
Mit Zwischenverfügung vom 28. Mai 2009 lud die Instruktionsrichterin das 
BFM ein, das genaue Datum der Zustellung der Verfügung vom 26. März 
2009 an den Beschwerdeführer 1 abzuklären und innert Frist mitzuteilen. 

Mit  Schreiben  vom 15.  Juli  2009  teilte  das BFM mit,  gemäss Mitteilung 
der  Schweizer  Botschaft  in  Berlin  sei  die  angefochtene  Verfügung  dem 
Beschwerdeführer 1 am 22. April 2009 ausgehändigt worden.

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G. 
Mit Eingabe vom 10. Juni 2009 (Telefaxdatum und Poststempel) erhoben 
die  Beschwerdeführenden  2­4  Beschwerde  gegen  den  Entscheid  des 
BFM vom 8. Mai 2009 und beantragen die Aufhebung der angefochtenen 
Verfügung und die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft. Weiter sei von 
einer  Wegweisung  abzusehen.  In  prozessualer  Hinsicht  sei  ihnen  die 
unentgeltliche  Rechtspflege  zu  gewähren.  Auf  den  Inhalt  und  die 
eingereichten  Beweismittel  wird,  soweit  entscheidwesentlich,  in  den 
Erwägungen eingegangen.

H. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  22.  Juni  2009  hiess  die  zuständige 
Instruktionsrichterin  das  Gesuch  der  Beschwerdeführenden  2­4  um 
unentgeltliche Rechtspflege  gut  und  verzichtete  auf  die Erhebung eines 
Kostenvorschusses.

I. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  20.  August  2009  wurde  festgestellt,  der 
Beschwerdeführer  1  könne  das  Verfahren  grundsätzlich  in  der  Schweiz 
abwarten. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
wurde  gutgeheissen  und  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses 
verzichtet.

J. 
Mit Schreiben  vom 12. August  2009  stellte  der Beschwerdeführer  1  ein 
Gesuch um Einreisebewilligung. Zur Begründung führte er unter anderem 
an, er habe gute Aussichten, frühzeitig aus der Haft entlassen zu werden, 
habe  aber  für  die  Rückschiebung  in  die  Schweiz  keine  −  von  den 
deutschen Behörden geforderte − Bewilligung.

Das  Bundesverwaltungsgericht  überwies  die  Eingabe  vom  12.  August 
2009  zwecks  Regelung  der  Modalitäten  einer  allfälligen  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers  1  in  die  Schweiz  zuständigkeitshalber  an  die 
Vorinstanz.

Mit  Schreiben  vom  9.  September  2009  teilte  die  Vorinstanz mit,  für  sie 
bestehe mangels Zuständigkeit kein weiterer Handlungsbedarf.

Am  1. März  2010  wurde  der  Beschwerdeführer  1  in  die  Schweiz 
überstellt. 

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K. 
Am 7. April 2010 wurde dem Beschwerdeführer 1 das rechtliche Gehör zu 
seinem durch die schweizerische Zollbehörde sichergestellten Reisepass 
gewährt.  Auf  den  Inhalt  seiner  Stellungnahme  wird,  soweit 
entscheidwesentlich, nachfolgend eingegangen.

L. 
Am 23. Juli 2010 wurden die Beschwerdeakten des Beschwerdeführers 1 
(E­3317/2009)  sowie  der  Beschwerdeführenden  2­4  (E­3741/2009)  der 
Vorinstanz zur Vernehmlassung überwiesen. 

Mit  Vernehmlassung  vom  26.  Juli  2010,  welche  den 
Beschwerdeführenden  am  30.  Juli  2010  zur  Kenntnis  gebracht  wurde, 
beantragte das BFM die Abweisung der beiden Beschwerden.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerden  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 
Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.  Die  Beschwerden  sind  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die 
Beschwerdeführenden  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 

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teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 48 Abs. 1 
sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerden ist einzutreten.

1.4.  Die  beiden  Beschwerdeverfahren  E­3317/2009  und  E­3741/2009 
werden  angesichts  des  engen  persönlichen  und  sachlichen 
Zusammenhangs vereinigt.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 

3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken.  Den  frauenspezifischen 
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

4. 

4.1.  Die  Vorinstanz  führte  zur  Begründung  ihrer  Entscheide  im 
Wesentlichen aus, die Vorbringen der Beschwerdeführenden würden den 
Anforderungen  an  die  Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  nicht  zu 

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genügen  vermögen. Aufgrund  der  fehlenden Asylrelevanz  könne  darauf 
verzichtet  werden,  auf  allfällige  Unglaubhaftigkeitselemente  in  den 
Vorbringen näher einzugehen. Die Beschwerdeführenden würden geltend 
machen, sie hätten im Zusammenhang mit den Problemen ihres Sohnes 
beziehungsweise  Bruders  H._______  und  damit  verbunden  auch 
aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit zur Minderheit der Roma sowohl 
von Seiten Dritter als auch von Seiten lokaler Polizeibehörden wiederholt 
Nachteile erlitten. Was die Lage der ethnischen Minderheiten  in Serbien 
betreffe, namentlich auch der Roma, sei festzuhalten, dass sich diese im 
Zuge  des  demokratischen  Wandels  entspannt  habe  und  das  am  25. 
Februar  2002  in  Kraft  getretene  Bundesgesetz  zum  Schutz  und  zur 
Freiheit der nationalen Minderheiten Angehörige ethnischer Minderheiten 
und deren Rechte schütze. Auch die Roma seien als nationale Minderheit 
anerkannt  worden.  Gemäss  diesem  Minderheitengesetz  erhielten  die 
Minoritäten das Recht auf Schulbildung  in der Muttersprache, das Recht 
auf Gebrauch  der Muttersprache  als Amtssprache  sowie  das Recht  auf 
Information  in  eigener Sprache.  Zudem sei  die  proportionale Vertretung 
von nationalen Minderheiten in öffentlichen Ämtern vorgesehen. Gewisse 
behördliche  Schikanen  und  Diskriminierungen  von  Roma  sowie 
vereinzelte Übergriffe durch Drittpersonen auf Roma könnten zwar nach 
wie  vor  nicht  ausgeschlossen  werden.  Allerdings  komme  solchen 
Benachteiligungen in der Regel keine asylrelevante Intensität zu. Zudem 
billige  oder  unterstütze  der  Staat  Übergriffe  nicht.  Die  von  den 
Beschwerdeführenden  dargelegten  Vorfälle  stellten  auch  in  Serbien 
Straftatbestände  dar,  die  strafrechtlich  verfolgt  würden.  Falls 
Behördenvertreter  niedriger  Chargen  die  notwendigen  Untersuchungen 
trotz  wiederholtem  Intervenieren  nicht  einleiteten,  bestehe  die 
Möglichkeit,  gegen  diese  auf  dem  Rechtsweg  vorzugehen  und  die 
zustehenden  Rechte  bei  höheren  Instanzen  einzufordern.  Den 
Beschwerdeführenden  sei  es  folglich  möglich  und  auch  zumutbar,  sich 
gegen die geltend gemachten privaten Nachstellungen und polizeilichen 
Übergriffe sowie eine allfällige Untätigkeit der lokalen Polizeibehörden zur 
Wehr  zu  setzen.  So  sei  den  Vorbringen  des  Sohnes  beziehungsweise 
Bruders  H._______  zu  entnehmen,  dass  zwei  Polizeibeamte,  welche 
H._______ misshandelt hätten, aus dem Dienst entlassen worden seien. 
Zumindest  auf  der  Stufe  der  vorgesetzten  Polizeistellen  sei  somit  vom 
Vorhandensein  eines  adäquaten  Schutzes  durch  den  Heimatstaat 
auszugehen. Zudem könnten die geltend gemachten Übergriffe nicht als 
ernsthafte Nachteile bezeichnet werden. Weiter seien die Übergriffe  rein 
lokaler  Natur  gewesen  beziehungsweise  vom  lokalen  Polizeiposten 
ausgegangen,  weshalb  sich  die  Beschwerdeführenden  diesen  durch 

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einen  Wegzug  in  einen  anderen  Teil  Serbiens  entziehen  könnten. 
Schliesslich  stellte  die  Vorinstanz  Unglaubhaftigkeitselemente  fest.  So 
habe  sich  der  Beschwerdeführer  1  widersprüchlich  zu  den  Umständen 
des Verlusts seiner Ausweispapiere und zum Zeitpunkt der polizeilichen 
Beschlagnahmung  seines Reisepasses  und  seiner  Identitätskarte  sowie 
zum Zeitpunkt  seiner  letzten Festnahme geäussert. Weiter  sei  aufgrund 
der Erkenntnisse aus dem Fingerabdruckvergleich mit Österreich davon 
auszugehen, dass sich die Beschwerdeführenden während einiger Zeit in 
Österreich  aufgehalten  hätten  und  von  dort  aus  gemeinsam  in  die 
Schweiz  gelangt  seien.  Den  Vollzug  der  Wegweisung  erachtete  die 
Vorinstanz  als  zulässig,  zumutbar  und möglich.  Insbesondere  sprächen 
keine individuellen Gründe gegen die Zumutbarkeit der Rückführung nach 
Serbien,  zumal  die  Beschwerdeführenden  betont  hätten,  dort 
vergleichsweise  gut  gelebt  zu  haben,  und  der  Beschwerdeführer  1  (…) 
besessen habe und über Berufserfahrung als (…) verfüge. Ferner hätten 
die Beschwerdeführenden in Österreich einen auf den Beschwerdeführer 
3  zugelassenen Personenwagen gehabt, was darauf hinweise, dass sie 
über  liquide  finanzielle  Mittel  verfügen  dürften.  Schliesslich  sei  davon 
auszugehen,  dass  sie  sowohl  innerhalb  als  auch  ausserhalb  Serbiens 
über ein tragfähiges familiäres Beziehungsnetz verfügten, weshalb sie in 
der  Lage  seien,  nach  ihrer Rückkehr  eine  neue wirtschaftliche Existenz 
aufzubauen.

4.2. Die Beschwerdeführenden  rügen  in  ihren Rechtsmitteleingaben, die 
Vorinstanz  habe  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  ungenügend 
festgestellt  und  das  Gesetz  verletzt.  Sie  gehörten  zur  Minderheit  der 
Roma, welche in Serbien seit Jahrzehnten unter schlechten Bedingungen 
leben  würde.  Roma  würden  in  Serbien  stark  diskriminiert,  ihrer 
Grundrechte  beraubt  sowie  in  Armut  und  unter  unmenschlichen 
Bedingungen  leben,  was  durch  Vorfälle,  welche  die 
Beschwerdeführenden  mit  den  eingereichten  Beweismitteln  belegten, 
bestätigt  würde.  Weiter  wiederholen  die  Beschwerdeführenden  in  ihrer 
Rechtsmitteleingabe  den  von  der  Vorinstanz  in  der  angefochtenen 
Verfügung festgestellten Sachverhalt. Der Argumentation der Vorinstanz, 
Angehörige  ethnischer  Minderheiten  würden  durch  das 
Minderheitengesetz geschützt, halten sie entgegen, dieses Gesetz sei im 
Alltag  nicht  umgesetzt  worden  und  Diskriminierung,  Armut  und 
Menschenrechtsverletzungen  seien  in  Serbien  weiterhin  an  der 
Tagesordnung.  Sie  seien  in  die  Schweiz  geflüchtet,  weil  ihr  Leben  im 
Heimatland aufgrund der Behelligungen durch die serbische Bevölkerung 
und Behörden nicht mehr zu ertragen gewesen sei und sie wegen  ihrer 

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ethnischen Zugehörigkeit keine Arbeit hätten  finden können. Hinsichtlich 
eines  Aufenthalts  in  einem  anderen  Teil  Serbiens  machen  sie  geltend, 
dies  würde  an  ihrer  Situation  nichts  ändern,  weil  sie  überall  "Zigeuner" 
seien und diskriminiert und schikaniert würden. Neonazi­Gruppen würden 
Hetze  gegen  Roma  betreiben,  weshalb  sie  um  ihr  Leben  fürchten 
müssten.  Als  Beweismittel  reichten  sie  verschiedene  Presseartikel  und 
Berichte von Menschenrechtsorganisationen über die Lage der Roma  in 
Serbien  ein.

5. 

5.1.  Vorab  ist  festzuhalten,  dass  die  Vorinstanz  den  Sachverhalt 
entgegen  dem  Rechtsmittelvorbringen  der  Beschwerdeführenden 
rechtsgenüglich  festgestellt  hat.  Die  Rüge  wird  denn  auch  nicht  weiter 
begründet, weshalb  sich weitergehende Ausführungen hierzu erübrigen, 
zumal  die  Beschwerdeführenden  selber  in  ihren  Eingaben  die 
Sachverhaltsdarstellung  aus  den  angefochtenen  Verfügungen 
übernommen haben.

5.2. Das BFM hat  in den angefochtenen Verfügungen zu Recht gewisse 
Unglaubhaftigkeitselemente in den Vorbringen der Beschwerdeführenden 
erkannt.  Ergänzend  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  sich  die 
Beschwerdeführenden hinsichtlich der Täterschaft der geltend gemachten 
Behelligungen  widersprüchlich  geäussert  haben.  So  hat  der 
Beschwerdeführer  1  geltend  gemacht,  er  sei  mehrmals  auf  einem 
Polizeiposten festgehalten und dort misshandelt worden, was schliesslich 
seine  Einlieferung  in  ein  Spital  erfordert  habe  (vgl.  A  35/S.  3  F  6  ff.), 
während  der  Beschwerdeführer  3  zu  Protokoll  gab,  sein  Vater 
(Beschwerdeführer  1)  habe  mit  der  serbischen  Polizei  bis  auf  die 
Passabnahme keine Probleme gehabt (vgl. A46/9 S. 6 F 50) und habe in 
einem  Spital  behandelt  werden  müssen,  nachdem  er  von  I._______ 
geschlagen worden sei (vgl. A1/9 S. 5). Die Vorinstanz hat aber ohnehin 
zu  Recht  erkannt,  dass  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden  den 
Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG – wie 
nachfolgend dargelegt – nicht zu genügen vermögen, weshalb sich eine 
umfassendere Glaubhaftigkeitsprüfung erübrigt. Zwecks Vermeidung von 
Wiederholungen ist betreffend Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen auf die 
ausführlichen  und  zutreffenden  Erwägungen  in  der  angefochtenen 
Verfügung zu verweisen (vgl. E. 4.1.). 

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Seite 12

6. 

6.1.  Nach  Lehre  und  Rechtsprechung  ist  für  die  Anerkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft  erforderlich,  dass  die  asylsuchende  Person 
ernsthafte  Nachteile  von  bestimmter  Intensität  erlitten  hat, 
beziehungsweise solche  im Falle einer Rückkehr  in den Heimatstaat mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zukunft  befürchten 
muss.  Die  Nachteile  müssen  der  asylsuchenden  Person  gezielt  und 
aufgrund  bestimmter  Verfolgungsmotive  drohen  oder  zugefügt  worden 
sein  (Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193). Nach neuerer 
Rechtsprechung  kann  eine  Verfolgungshandlung  im  Sinne  von  Art.  3 
AsylG von staatlichen oder nichtstaatlichen Akteuren ausgehen. Danach 
ist  nichtstaatliche Verfolgung als Verfolgung  im Sinne des Asylgesetzes 
zu  erachten,  wenn  der  Staat  unfähig  oder  nicht  willens  ist,  Schutz  vor 
besagter Verfolgung zu bieten. Es ist dabei nicht eine faktische Garantie 
für  langfristigen  individuellen  Schutz  der  von  nichtstaatlicher  Verfolgung 
bedrohten Person zu verlangen, weil es keinem Staat gelingen kann, die 
absolute Sicherheit  seiner Bürgerinnen und Bürger  jederzeit und überall 
zu  garantieren.  Erforderlich  ist  aber,  dass  eine  funktionierende  und 
effiziente Schutzinfrastruktur zur Verfügung steht, wobei in erster Linie an 
polizeiliche Aufgaben wahrnehmende Organe sowie an ein Rechts­ und 
Justizsystem  zu  denken  ist,  welche  eine  effektive  Strafverfolgung 
ermöglichen.  Die  Inanspruchnahme  dieses  Schutzsystems  muss  der 
betroffenen  Person  zudem  objektiv  zugänglich  und  individuell  zumutbar 
sein,  was  jeweils  im  Rahmen  einer  Einzelfallprüfung  unter 
Berücksichtigung  des  länderspezifischen Kontexts  zu  beurteilen  ist  (vgl. 
EMARK 2006 Nr. 18 E. 10.2 S. 202 f.; EMARK 2006 Nr. 32 E. 6.1 S. 340 
f.).

6.2. Am 25. Februar 2002  ist  in Serbien das Bundesgesetz  zum Schutz 
und  zur  Freiheit  der  nationalen  Minderheiten,  welches  auch  für  die 
anerkannte Minderheit der Roma Geltung beansprucht, in Kraft getreten. 
Nach einer Gewalteskalation in den Jahren 2003 und 2004 intervenierten 
verschiedene internationale Organisationen.  Im Jahr 2005 wurde ein 10­
Punkte­Plan zwischen den serbischen Behörden und den Behörden der 
Vojvodina  verabschiedet,  welcher  die  Verbesserung  der  ethnischen 
Beziehungen zum Ziel hat.  Im gleichen Jahr  ist die serbische Regierung 
der  "Decade  of  Roma  Inclusion"  beigetreten,  einer  internationalen 
Initiative, welche sowohl Regierungs­ und Nichtregierungsorganisationen 
als auch die Roma­Zivilbevölkerung zusammenbringt, um die Entwicklung 

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im Zusammenhang mit  der Verbesserung des Wohlergehens der Roma 
zu  fördern  und  die  diesbezüglichen  Fortschritte  zu  überwachen  und 
transparent zu machen. Diese Initiative konzentriert sich schwergewichtig 
auf  die  Bereiche  Ausbildung,  Arbeit,  Gesundheit  und  Wohnen  und 
verpflichtet die Staaten, andere Kernaspekte der Armut, Diskriminierung 
und Geschlechtergleichstellung zu berücksichtigen. Serbien hat in diesem 
Zusammenhang vier nationale Aktionsprogramme verabschiedet, welche 
sich  auf  die  Bereiche  Wohnen,  Gesundheit,  Ausbildung  und  Arbeit 
beziehen. Es bestehen Bemühungen, gegen diskriminierendes Verhalten 
gegenüber  Roma  vorzugehen;  unter  anderem wurde  angestrebt,  Roma 
als  Polizeiangestellte  anzustellen  und  den  Dialog  zwischen  Polizei  und 
Roma­Gemeinschaften  zu  fördern  (vgl.  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts D­915/2011 vom 16. Juni 2011 E. 6.2.1 und 
E­2444/2007 vom 2. Juli 2010 E. 4.2.1 mit weiteren Hinweisen).

In  neuerer Zeit  konnten weitere Verbesserungen  im Minderheitenschutz 
verzeichnet werden. So wurde beispielsweise am 26. März 2009 ein Anti­
Diskriminierungsgesetz  verabschiedet.  Am  31. August 2009  folgte  das 
Gesetz über nationale Minderheitsräte, welches den Minderheiten grosse 
Autonomie  in  den Bereichen Sprache,  Bildung  und Kultur  gewährt,  und 
am 6. Juni 2010 wurden die ersten Wahlen  für diese Räte durchgeführt. 
Die  inter­ethnische  Situation  in  der  Vojvodina,  wo  die 
Beschwerdeführenden  herstammen,  hat  sich  weiter  verbessert  und  es 
konnte  ein  Rückgang  inter­ethnischer  Vorfälle  verzeichnet  werden. 
Vereinzelte  Übergriffe  durch  Drittpersonen  gegen  Roma  können  aber 
weiterhin  nicht  ausgeschlossen werden. Der  serbische Staat  billigt  oder 
unterstützt  solche  Übergriffe  jedoch  nicht,  sondern  erweist  sich 
grundsätzlich  als  schutzwillig  und  schutzfähig  und  verfolgt  die  Vorfälle 
strafrechtlich.  So  konnten  in  jüngster  Zeit  in  Bezug  auf  polizeiliche 
Untersuchungen  bei  inter­ethnischen  Vorfällen  Verbesserungen 
verzeichnet werden. Trotz politischer Sensibilisierung  in diesem Bereich 
und  Massnahmen  zur  Stärkung  der  Effizienz  der  Polizeiarbeit  kann  es 
aber  vorkommen,  dass  polizeilich  untergeordnete  Behörden  bei  einer 
Anzeige die notwendigen Untersuchungsmassnahmen nicht einleiten.  In 
solchen  Fällen  besteht  jedoch  die  Möglichkeit,  gegen  fehlbare  Beamte 
auf  dem  Rechtsweg  vorzugehen.  Wenn  auch  eine  klare  Ahndung  von 
ethnisch  motivierter  Gewalt  auf  gerichtlicher  Ebene  weiterhin  nur 
zögerlich  voranzugehen  scheint,  wurden  vereinzelte  Übergriffe  gegen 
Minderheiten  in  jüngster  Zeit  gerichtlich  verfolgt  (vgl.  EUROPEAN  ROMA 
RIGHTS  CENTRE  [ERRC],  Parallel  submission  by  the  European  Roma 
Rights  Centre  to  the  Committee  On  The  Elimination  Of  All  Forms  Of 

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Racial Discrimination on Serbia  for  its consideration at  the 78th Session 
14  February  To  11  March  2011,  Januar 2011;  EUROPEAN  COMMISSION, 
Serbia 2010 Progress Report, 9. November 2010; HUMAN RIGHTS WATCH, 
World  Report  2011,  Januar  2011;  US  DEPARTMENT  OF  STATE,  Country 
Report on Human Rights Practices 2009, 11. März 2010). 

6.3. Es ist somit zusammen mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass 
der serbische Staat  fähig und willens  ist, ethnischen Minderheiten einen 
adäquaten  Schutz  zu  gewähren.  Es  wäre  den  Beschwerdeführenden 
zumutbar  gewesen,  sich  für  die  Anzeige  der  geltend  gemachten 
Behelligungen  durch  Dritte  beziehungsweise  der  Übergriffe  durch  die 
lokalen Polizeibehörden an einen anderen Polizeiposten zu wenden oder 
allenfalls die gerichtlichen Instanzen anzurufen. 

6.4.  Dieser  Einschätzung  vermögen  die  Beschwerdeführenden  auf 
Rechtsmittelebene  nichts  Stichhaltiges  entgegen  zu  halten.  Vielmehr 
beschränken sie sich auf eine erneute Darlegung ihrer Vorbringen sowie 
Ausführungen  zur  allgemeinen  Lage  der  Roma  in  Serbien.  Bezüglich 
Letzterem  ist  festzuhalten,  dass  das  Bundesverwaltungsgericht  nicht 
verkennt, dass Roma in Serbien trotz der Bemühungen der Behörden zur 
Förderung  der  Gleichbehandlung  nach  wie  vor  Opfer  verschiedener 
Diskriminierungen  –  namentlich  in  den  Bereichen  Bildung,  Arbeit, 
Wohnen  und  Gesundheit  –  werden.  Hingegen  wird  allein  mit  der 
Zugehörigkeit  zur  serbischen  Minderheit  der  Roma  keine  individuelle 
Betroffenheit  im Sinne der asylrechtlichen Bestimmungen dargelegt  (vgl. 
Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  D­915/2011  E.  6.3.).  Darüber 
hinaus  verfügen  die  Beschwerdeführenden  gemäss  eigenen  Angaben 
über  Wohneigentum;  die  Beschwerdeführer  1  und  3  haben  als  (…) 
gearbeitet  und  der  Beschwerdeführer  3  besuchte  im  Alter  von  acht  bis 
dreizehn Jahren eine (…) Schule in seinem Heimatdorf (vgl. hierzu unten 
E.  8.3.2.).  Vor  diesem  Hintergrund  vermag  insbesondere  das 
Beschwerdevorbringen,  sie  könnten  aufgrund  ihrer  ethnischen 
Zugehörigkeit keine Arbeit finden, nicht zu überzeugen. 

6.5.  Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  das  BFM  zu  Recht  die 
Flüchtlingseigenschaft verneint und die Asylgesuche abgewiesen hat. Es 
erübrigt  sich, auf die weiteren Ausführungen  in der Beschwerdeeingabe 
und  die  eingereichten Beweismittel  näher  einzugehen,  da  sie  an  dieser 
Würdigung nichts zu ändern vermögen.

7. 

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7.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

7.2.  Die  Beschwerdeführenden  verfügen  weder  über  eine 
ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 
Erteilung  einer  solchen.  Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu  Recht 
angeordnet  (Art. 44  Abs. 1  AsylG;  Entscheide  des  Schweizerischen 
Bundesverwaltungsgerichts [BVGE] 2009/50 E. 9 S. 733).

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8. 

8.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 
WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.], 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).

8.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 
den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art.  83 
Abs. 3 AuG).

So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

8.2.1. Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulements 
nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den 
Beschwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 

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Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5 
AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden 
Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  der 
Beschwerdeführenden nach Serbien  ist demnach unter dem Aspekt von 
Art. 5 AsylG rechtmässig.

8.2.2.  Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  der 
Beschwerdeführenden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie 
für  den  Fall  eines  Wegweisungsvollzugs  nach  Serbien  dort  mit 
beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK 
verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wären.  Gemäss  Praxis 
des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie 
jener des UN­Anti­Folterausschusses müssten die Beschwerdeführenden 
eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen, 
dass  ihnen  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche 
Behandlung  drohen würde  (vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen 
Italien,  Urteil  vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06, 
§§ 124 – 127,  mit  weiteren  Hinweisen).  Auch  die  allgemeine 
Menschenrechtssituation  in Serbien  lässt  den Wegweisungsvollzug  zum 
heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten 
ist der Vollzug der Wegweisung sowohl  im Sinne der asyl­ als auch der 
völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

8.3. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat­ oder Herkunftsstaat auf 
Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und 
medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete 
Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83  Abs. 7  AuG – 
die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

8.3.1.  In Serbien  herrscht  keine Kriegs­  oder Bürgerkriegssituation  oder 
Situation  allgemeiner  Gewalt,  die  auf  eine  konkrete  Gefährdung  der 
Beschwerdeführenden  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen  liesse.  Zwar 
werden Angehörige der Roma – wie erwähnt – beim Zugang zu Bildung, 
Arbeit,  Wohnen  und  Gesundheit  diskriminiert.  Diese  Diskriminierungen 
erreichen  indessen entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführenden 
nicht  ein  Ausmass,  das  den  Vollzug  der  Wegweisung  allgemein  als 
unzumutbar erscheinen liesse (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 
D­915/2011 vom 16. Juni 2011 E. 8.4.1). 

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8.3.2.  Hinsichtlich  der  individuellen  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  nach  Serbien  ist  zusammen  mit  der  Vorinstanz 
festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  1  über  langjährige 
Berufserfahrung als (…) verfügt (vgl. A3/10 S. 2 F8), eine (…) besessen 
und  gemäss  eigenen  Angaben  keine  finanziellen  Probleme  gehabt  hat 
(vgl.  A35/7  S.  6  F31).  Der  Beschwerdeführer  3  hat  zwar  keinen  Beruf 
erlernt,  hat  aber  seinen  Vater  bei  seiner  Arbeit  als  (…)  unterstützt  und 
dürfte  demzufolge  ebenfalls  über  Berufserfahrung  in  dieser  Branche 
verfügen.  Auch  er  hat  hinsichtlich  der  finanziellen  Situation  der  Familie 
betont, im Heimatstaat gut gelebt zu haben (vgl. A 46/9 S. 4 F25). Weiter 
besitzen  die  Beschwerdeführenden  in  Serbien  Wohneigentum  (vgl. 
a.a.O.).  Schliesslich  verfügen  sie  im  Heimatstaat  über  ein  familiäres 
Beziehungsnetz,  darunter  ein  Sohn  beziehungsweise  Bruder  der 
Beschwerdeführenden (vgl. A 3/10 S. 3), welches sie nach der Rückkehr 
unterstützen kann. Bei dieser Sachlage ist es den Beschwerdeführenden 
zuzumuten, sich in Serbien – trotz der dortigen wirtschaftlich schwierigen 
Lage,  insbesondere  für  Angehörige  der  Ethnie  der  Roma  –  eine  neue 
Existenzgrundlage zu schaffen. Nach dem Gesagten erweist  sich selbst 
unter  Berücksichtigung  der  auf  Beschwerdeebene  beigebrachten 
Presseartikel und Berichte der Vollzug der Wegweisung als zumutbar.

8.4.  Schliesslich  obliegt  es  den  Beschwerdeführenden,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG 
und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug 
der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83  Abs. 2 
AuG).

8.5. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu 
Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 
fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83 
Abs. 1 – 4 AuG).

9. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist somit abzuweisen.

10. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  Kosten  den 

E­3317/2009 und E­3741/2009

Seite 19

Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  und  5  VwVG).  Da 
ihnen mit Zwischenverfügungen vom 22. Juni 2009 und 20. August 2009 
die  unentgeltliche  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG  gewährt 
wurde, sind ihnen jedoch keine Verfahrenskosten aufzuerlegen.

(Dispositiv nächste Seite)

E­3317/2009 und E­3741/2009

Seite 20

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerden werden abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Regula Schenker Senn Anna Poschung

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