# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ab2ca5fc-13ba-54f5-afe6-bc5d312031a3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.05.2010 D-3249/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3249-2010_2010-05-18.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3249/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 8 .  M a i  2 0 1 0

Einzelrichter Fulvio Haefeli, 
mit Zustimmung von Richterin Christa Luterbacher;
Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig.

A._______, geboren (...),
Algerien,
alias B._______, geboren (...),
Marokko, alias C._______,
geboren (...), Algerien,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 28. April 2010 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3249/2010

Sachverhalt:

A.
A.a Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  der  Beschwerdeführer  –  ein 
algerischer Staatsangehöriger arabischer Ethnie mit letztem Wohnsitz 
in D. – seinen Heimatstaat im Juli 2009/Januar 2010 und gelangte am 
13.  März  2010  illegal  in  die  Schweiz,  wo  er  am 15.  März  2010  im 
Empfangs- und Verfahrenszentrum E. um Asyl ersuchte. Anlässlich der 
Befragung vom 24. März 2010 zur Person (BzP) und der Anhörung zu 
den  Asylgründen  vom  7.  April  2010  im  F.  machte  der 
Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er habe für einen Freund 
gearbeitet,  der  mit  einem  Lastwagen  Lebensmittel  in  die  Kaserne 
gebracht  habe.  Eines  Tages  hätten  vier  unbekannte  Personen  ihn 
angesprochen  und  aufgefordert,  einen  Rucksack  in  Empfang  zu 
nehmen,  diesen mit  dem Lastwagen in  die Kaserne zu bringen und 
dort zu deponieren. Sie hätten ihm für diesen Dienst Geld angeboten 
und gedroht, falls er den Auftrag nicht annehme, würden sie ihn und 
seine Familie umbringen. Um Zeit zu gewinnen, habe er zum Schein 
eingewilligt. Danach habe er D. jedoch sofort verlassen, weil er sicher 
gewesen sei, es handle sich bei diesen Unbekannten um Terroristen, 
und  sei  zu  seiner  Tante  nach  G. gegangen. Dort  habe  er  erfahren, 
dass seine Mutter und seine Schwester von Unbekannten erschossen 
worden seien. Einmal hätten drei Männer auch bei seiner Tante nach 
ihm gefragt. Da  der  Ehemann der  Tante  ihn  nicht  bei  sich  im  Haus 
gewollt habe und er zudem befürchtet habe, von den Terroristen in G. 
aufgespürt und umgebracht zu werden, sei er nach H. gegangen, wo 
er sich bis zu seiner Ausreise aufgehalten habe.

Nachdem  er  seinen  Heimatstaat  verlassen  habe,  sei  er  mit  einem 
Schiff  nach  I.  (K.)  gereist.  Mit  einem Bus  sei  er  weiter  nach  J. (L.) 
gefahren.  Am 13. März  2010  sei  er  mit  einem anderen  Bus  von  L. 
illegal in die Schweiz eingereist.

A.b Am  15.  März  2010  wurde  der  Beschwerdeführer  von  der  (...) 
Kantonspolizei  wegen  illegalen  Aufenthalts  daktyloskopisch  erfasst. 
Als seine Personalien gab er dabei B., geboren (...), Marokko, an und 
nannte einen anderen Namen der Mutter als im Asylverfahren. Hierzu 
wurde ihm am 7. April 2010 das rechtliche Gehör gewährt.

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A.c Am 7. April 2010 wurde der Beschwerdeführer von der Kantons-
polizei  (...)  wegen  Gewalt  gegen  andere  Asylbewerber,  Sach-
beschädigung und Trunkenheit im F. in Haft genommen.

A.d Der Beschwerdeführer wurde wiederholt  mündlich und schriftlich 
aufgefordert,  innert  48  Stunden  Identitätspapiere  einzureichen,  kam 
dieser Aufforderung jedoch bis dato nicht nach.

B.
Mit Verfügung vom 28. April 2010 – eröffnet am 3. Mai 2010 – trat das 
BFM in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a  des Asylgesetzes vom 
26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  das  Asylgesuch  des  Be-
schwerdeführers vom 15. März 2010 nicht ein und ordnete die Weg-
weisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an.

C.
Mit  Beschwerde vom 5. Mai  2010 beantragte der  Beschwerdeführer, 
es sei die angefochtene Verfügung vollumfänglich aufzuheben und ihm 
Asyl  zu  gewähren.  Eventuell  sei  von  einer  Wegweisung  abzusehen 
und  das  BFM anzuweisen,  die  vorläufige  Aufnahme anzuordnen.  In 
prozessualer  Hinsicht  sei  ihm  die  unentgeltliche  Prozessführung  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu bewilligen und 
auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu verzichten.

Zur  Begründung  der  Rechtsmitteleingabe  machte  der  Beschwerde-
führer  einzig  geltend,  er  könne  den  Entscheid  des  BFM  aus  ver-
schiedenen Gründen nicht hinnehmen.

D.
Die  vorinstanzlichen  Akten  trafen  am 7.  Mai  2010  beim Bundesver-
waltungsgericht ein (Art. 109 Abs. 2 AsylG).

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM 
gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG und  ist  daher  eine  Vor-
instanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  be-
treffende  Ausnahme im  Sinne  von  Art.  32  VGG liegt  nicht  vor. Das 
Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der 
vorliegenden Beschwerde; es entscheidet  auf  dem Gebiet  des Asyls 
endgültig  (Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG und 
Art. 6 AsylG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht  (Art. 108 
Abs. 2  AsylG,  Art. 6  AsylG  i.V.m.  Art. 52  Abs.  1  VwVG).  Der  Be-
schwerdeführer  ist  durch die angefochtene Verfügung besonders be-
rührt  und hat  ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde 
legitimiert  (Art. 105  AsylG  i.V.m. Art. 48  Abs. 1  VwVG).  Auf  die  Be-
schwerde  ist  -  mit  Ausnahme  des  Antrags  auf  Asylgewährung  (vgl. 
BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73, E. 5.6.5 S. 90 f.) - einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

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4.
Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 
BFM ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  über-
prüfen  (Art.  32  -  35  AsylG),  ist  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt,  ob die Vor-
instanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. die vom 
Bundesverwaltungsgericht  fortgeführte  Rechtsprechung  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [ARK] in Entscheidungen und 
Mitteilungen  der  ARK  [EMARK]  2004  Nr. 34  E. 2.1  S.  240  f.  sowie 
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-7878/2008 vom 31. Dezember 
2008).  Die  Beschwerdeinstanz  enthält  sich  einer  selbständigen 
materiellen  Prüfung  und  weist  die  Sache  -  sofern  sie  den  Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet - zu neuer Entscheidung 
an die  Vorinstanz  zurück. Im Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asyl-
gesuch gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG ist  indessen 
über  das  Nichtbestehen  der  Flüchtlingseigenschaft  abschliessend 
materiell zu entscheiden, soweit dies im Rahmen einer summarischen 
Prüfung  möglich  ist  (vgl.  BVGE  2007/8  insb.  E. 5.6.5  S. 90 f.). 
Dementsprechend  bildet  in  einem  diesbezüglichen  Beschwerde-
verfahren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines 
formellen  Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft 
Prozessgegenstand  (vgl.  BVGE 2007/8  E. 2.1  S. 73).  Die  Vorinstanz 
prüft die Frage der Wegweisung und des Vollzugs materiell,  weshalb 
dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  volle  Kognition  zu-
kommt.

5.
5.1 Auf  ein  Asylgesuch  wird  nicht  eingetreten,  wenn  Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG).  Diese  Bestimmung  findet  jedoch  keine  Anwendung,  wenn 
Asylsuchende  glaubhaft  machen  können,  dass  sie  dazu  aus  ent-
schuldbaren  Gründen  nicht  in  der  Lage  sind  (Art. 32  Abs. 3  Bst. a 
AsylG), auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG 
die  Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  wird  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b 
AsylG)  oder  sich  auf  Grund der  Anhörung erweist,  dass zusätzliche 
Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind  (Art. 32  Abs. 3  Bst. c 
AsylG).

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5.2
5.2.1 Das  BFM  hielt  zur  Begründung  seines  Nichteintretens-
entscheides im Wesentlichen fest, der Beschwerdeführer habe geltend 
gemacht,  im  Heimatstaat  eine  Identitätskarte  besessen  zu  haben, 
diese aber bewusst nicht mit  auf die Ausreise genommen zu haben, 
um so eine Rückschaffung in den Heimatstaat zu verhindern (vgl. Be-
fragungsprotokoll vom 24. März 2010; A1, S. 4/5). Dieser Aussage sei 
klar  zu  entnehmen,  dass  er  in  Wirklichkeit  keinerlei  Interesse  habe, 
den  Schweizer  Behörden  seine  Identität  mittels  eines  geeigneten 
Ausweisdokuments  nachzuweisen.  In  diesem  Lichte  betrachtet, 
könnten ihm seine weiteren Darlegungen, wonach er von der Schweiz 
aus vergeblich versucht habe, wegen der Beibringung der Identitäts-
karte mit seiner Tante in G. telefonischen Kontakt aufzunehmen, nicht 
geglaubt  werden.  Bezeichnenderweise  habe  er  nämlich  weder  die 
Telefonnummer seiner Tante anzugeben gewusst noch habe er in den 
beiden  Befragungen  übereinstimmende  Angaben  über  die  Adresse 
seiner Tante gemacht (vgl. A1, S. 4/6; Anhörungsprotokoll vom 7. April 
2010; A9, S. 4, F40).

In  diesem  Zusammenhang  sei  ferner  festzuhalten,  dass  der  Be-
schwerdeführer  gegenüber  den Schweizer  Behörden unter  zwei  ver-
schiedenen Identitäten aufgetreten sei. Als er am 15. März 2010 von 
den  (...)  Kantonspolizei  wegen  illegalen  Aufenthalts  erkennungs-
dienstlich behandelt worden sei, habe er B., geboren (...), Marokko, als 
seine Personalien zu Protokoll gegeben und M. als den Namen seiner 
Mutter  genannt  (vgl. Protokoll  der Anhörung vom 15. März 2010 auf 
dem  Polizeiposten  N.).  Im  Rahmen  des  Asylverfahrens  habe  er  in 
Widerspruch hierzu vorgebracht, seine Identität laute A., geboren (...), 
Algerien, und seine Mutter heisse O. (vgl. A1, S. 1). Als er anlässlich 
der Anhörung zunächst gefragt worden sei, welche Personalien er am 
15. März 2010 gegenüber der Polizei erwähnt habe, habe er geltend 
gemacht,  es  seien  dieselben  gewesen,  die  er  im  Asylverfahren 
angegeben  habe.  Konfrontiert  mit  den  abweichenden 
Abklärungsresultaten des BFM habe er vorgebracht, damals betrunken 
gewesen zu sein. Als die Beamten zu schreien begonnen hätten, weil 
sie  mit  seiner  Angabe  „(...)“  als  Nationalität  nichts  hätten  anfangen 
können, habe er ihnen gesagt, sie sollten schreiben, was sie wollten. 
Die Beamten hätten ihn auch ausgelacht,  weshalb er  einen anderen 
Namen seiner Mutter genannt habe (vgl. A9, S. 18/19, F186 ff.). Dieser 
Rechtfertigungsversuch  sei  aus  den  angeführten  Gründen 
offensichtlich  unbehelflich,  insbesondere  auch  angesichts  der 

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Tatsache,  dass der Beschwerdeführer in der  BzP hinsichtlich seines 
Alters  zwar  1984  als  Geburtsjahr  genannt  habe,  doch  im  späteren 
Verlauf derselben Befragung angeführt habe, seine Identitätskarte im 
Jahr  1999  oder  2000,  als  er  20  Jahre  alt  gewesen sei,  erhalten  zu 
haben (vgl. A1, S. 4).

Darüber hinaus seien die Angaben des Beschwerdeführers zu seinem 
Reiseweg widersprüchlich, stereotyp und realitätsfremd. So wolle er in 
H. an Bord des Schiffes gelangt sein, indem er am Tau hochgeklettert 
sei.  In  I.  habe  er  das  Schiff  auf  dieselbe  Art  wieder  verlassen.  Die 
Überfahrt  von  30  Stunden  habe  er  im  Maschinenraum  versteckt 
zugebracht. An Land sei er einem Araber auf der Strasse begegnet, 
der ihm ein  Busbillett  für  die Weiterreise nach J. bezahlt  habe. Dort 
habe er zunächst in einer Moschee gelebt, danach für längere Zeit bei 
einem Tunesier, von dem er weder den vollständigen Namen noch die 
Adresse kenne. Da Araber in L. kein Asyl erhielten, sei er mit einem 
Bus von J. nach P. gereist. Er habe die gesamte Reise von Algerien bis 
in  die Schweiz ohne ein Ausweisdokument zurückgelegt  (vgl. A1,  S. 
10/11).

Zur  geltend  gemachten  Schiffsreise  sei  grundsätzlich  anzumerken, 
dass  diese  realitätsfremd  und  somit  unglaubwürdig  sei.  Es  sei 
auszuschliessen, dass sich jemand dem Tau entlang hangeln könne, 
ohne  bemerkt  zu  werden.  Gerade  im  Maschinenraum,  wo  sich  der 
Beschwerdeführer unentdeckt aufgehalten haben wolle, seien ständig 
Schiffsangestellte  präsent,  um  die  Abläufe  zu  überwachen.  Bei 
Entdeckung  von  papierlosen  Mitreisenden  würden  die  Schiffseigner 
zudem  mit  extrem  hohen  Bussen  bestraft.  Ebenso  werde  der 
internationale  Hafen  von  I.  stark  frequentiert,  weshalb  die  (...) 
Behörden  entsprechend  rigide  Sicherheitskontrollen  durchführten. 
Sämtliche Schengen-Vertragsstaaten seien gemäss dem Schengener 
Abkommen  verpflichtet,  die  strengen  EU-
Einwanderungsbestimmungen  mit  Visa-  und  Passkontrollen 
einzuhalten.

Nebst den angeführten Unglaubhaftigkeitselementen sei insbesondere 
auch auf die widersprüchlichen zeitlichen Angaben des Beschwerde-
führers hinzuweisen, die seine gesamten Aussagen im Asylverfahren 
charakterisierten. Während er hinsichtlich des Zeitpunkts seiner Aus-
reise aus Algerien bei der BzP zunächst davon gesprochen habe, das 
Heimatland  zwischen  dem  8.  und  10.  Juli  2009  verlassen,  sich  an-

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schliessend  vier  Monate  in  K.  und  mehr  als  drei  Monate  in  J. 
aufgehalten zu haben, ehe er in die Schweiz eingereist sei (vgl. A1, S. 
2),  habe  er  im  späteren Verlauf  derselben  Befragung  berichtet,  den 
Heimatstaat  erst  zwei  Monate  vor  seiner  Einreise  in  die  Schweiz 
verlassen zu haben und zuvor zwei Tage in K. sowie rund zwei Monate 
in L. gewesen zu sein (vgl. A1, S. 10/11). Im Rahmen der Anhörung zu 
den Asylgründen habe der Beschwerdeführer jedoch in  Widerspruch 
zu allen bisherigen zeitlichen Angaben zu Protokoll gegeben, Algerien 
bereits  Anfang  2009  verlassen  und  sich  vor  seiner  Einreise  in  die 
Schweiz  zwei  Tage  in  K.  sowie  etwa  45  Tage  in  L.  aufgehalten  zu 
haben (vgl. A9, S. 7, F78; S. 14, F144-145). Auf die widersprüchlichen 
und  miteinander  unvereinbaren  Aussagen  angesprochen,  habe  er 
schliesslich erklärt, er habe sich nicht wie bisher angegeben lediglich 
15 Tage in H. aufgehalten, sondern rund zehn Monate (vgl. A9, S. 16, 
F161).

Das  Aussageverhalten  des  Beschwerdeführers  lasse  darauf 
schliessen, dass er nicht nur beabsichtige, die wahren Umstände zu 
seinem  Reiseweg  zu  verheimlichen,  sondern  auch  nicht  offenlegen 
wolle, mit welchen Reisepapieren er in Wirklichkeit in die Schweiz ge-
reist sei. Es würden deshalb keine entschuldbaren Gründe vorliegen, 
die  es  dem  Beschwerdeführer  verunmöglicht  hätten,  Reise-  oder 
Identitätspapiere einzureichen.

5.2.2 Das BFM führte im Weiteren aus, die unglaubwürdigen Angaben 
über den Reiseweg eröffneten erste Zweifel an der Glaubhaftigkeit der 
geltend gemachten Verfolgung (vgl. EMARK 1998 Nr. 17 E. 4b S. 150). 
Mehrere Widersprüche in den Ausführungen des Beschwerdeführers, 
welche sich auf zentrale Sachverhaltselemente seiner Asylbegründung 
beziehen würden, verstärkten diese Zweifel.

So  habe  der  Beschwerdeführer  eingangs  der  BzP  dargelegt,  seine 
Mutter  und seine Schwester  seien  um den  5. Oktober  2005  getötet 
worden, sein Vater sei  am 18. Oktober 2008 an einer Krankheit  ver-
storben (vgl. A1,  S. 3/4). Im weiteren Verlauf  der BzP habe er dem-
gegenüber  erklärt,  sein  Vater  sei  anfangs  2008  und  seine  Mutter 
gegen Ende 2008 verstorben (vgl. A1, S. 8). Er habe sich, nachdem er 
in  D. von den Terroristen mit  dem Tod bedroht  worden sei,  nach G. 
begeben.  Etwa  15  Tage  später  seien  seine  Mutter  und  seine 
Schwester umgebracht worden. Ungefähr 20 Tage vor seiner Ausreise 
(welche  entweder  am  8./10.  Juli  2009  oder  aber  zwei  Monate  vor 

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seiner  Einreise  in  die  Schweiz  erfolgt  sei)  hätten  Unbekannte  bei 
seiner Tante nach ihm gefragt (vgl. A1, S. 6/8).

Im Rahmen der Anhörung zu den Asylgründen habe der Beschwerde-
führer jedoch in Widerspruch dazu vorgebracht, der Vater sei Anfang 
2008 verstorben,  die Mutter  und die Schwester  Ende 2008 (vgl. A9, 
S. 5, F46, F52). Zu den Geschehnissen in G. habe er ausgeführt, die 
unbekannten  Personen  hätten  bereits  am  Tag seiner  Ankunft  in  G. 
nach ihm gefragt, und seine Mutter und seine Schwester seien noch 
am selben Tag erschossen worden. Zuvor habe er  indessen geltend 
gemacht,  die  Mutter  und  die  Schwester  seien  15 Tage  nach  seiner 
Abreise  aus  D.  umgebracht  worden.  Er  habe  seine  Angaben 
hinsichtlich der Aufenthaltsdauer in H. von 15 Tagen auf zehn Monate 
korrigiert.

5.2.3 Das  BFM  kam  zum  Schluss,  dass  es  sich  aufgrund  dieser 
gravierenden Widersprüche erübrige,  auf  weitere  Unglaubhaftigkeits-
elemente  in  den  Darlegungen  des  Beschwerdeführers  einzugehen. 
Dem vorliegenden Sachverhalt könnten somit keine Hinweise auf eine 
asylbeachtliche Verfolgung entnommen werden. Der Beschwerdeführer 
erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art.  3  und  7  AsylG  nicht. 
Zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft 
oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  seien  aufgrund  der 
Aktenlage nicht erforderlich.

Auf das Asylgesuch sei demzufolge in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 
Bst. a  AsylG nicht  einzutreten. Der  Vollzug der  Wegweisung sei  zu-
lässig, zumutbar und möglich.

5.3
5.3.1 Aufgrund der gesamten Akten und Umstände geht das Bundes-
verwaltungsgericht davon aus, dass der Beschwerdeführer die ihm ob-
liegende gesetzliche Mitwirkungspflicht (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. b AsylG) 
missachtet hat. Das BFM legte in der angefochtenen Verfügung über-
zeugend dar, weshalb für das Nichteinreichen von Reise- oder Identi-
tätspapieren  keine  entschuldbaren  Gründe  vorliegen.  Diese  Aus-
führungen vermag der Beschwerdeführer nicht zu entkräften, zumal er 
in der Rechtsmitteleingabe mit keinem Wort erklärt, weshalb er keine 
rechtsgenüglichen Identitätspapiere abgegeben hat. Er macht vielmehr 
geltend,  den vorinstanzlichen Entscheid aus verschiedenen Gründen 

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nicht  hinnehmen  zu  können,  ohne  konkret  auszuführen,  weshalb  er 
damit nicht einverstanden sei.

5.3.2 Sodann  präsentierte  sich  die  Aktenlage  nach  der  Direkt-
anhörung dermassen klar, dass bereits aufgrund einer summarischen 
Prüfung  der  eindeutige  Schluss  gezogen  werden  konnte,  der  Be-
schwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  offensichtlich  nicht. 
Das BFM führte in der Entscheidbegründung zu Recht aus, dass auf-
grund der gravierenden Widersprüche in den Asylvorbringen des Be-
schwerdeführers  dem  vorliegenden  Sachverhalt  keine  Hinweise  auf 
eine asylbeachtliche Verfolgung entnommen werden könnten. Die Be-
schwerdeschrift  enthält  darüber  hinaus  nichts,  was  das  Bundesver-
waltungsgericht  zu  einer  anderen  Einschätzung  als  die  Vorinstanz 
veranlassen sollte. Zur Vermeidung von Wiederholungen ist auf die zu-
treffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung zu verweisen. 

Insgesamt  geht  das  Bundesverwaltungsgericht  davon  aus,  dass  der 
Beschwerdeführer  sowohl  bei  der  BzP  als  auch  anlässlich  der  An-
hörung  zu  den  Asylgründen  in  wesentlichen  Punkten  überein-
stimmende  Angaben  gemacht  hätte,  wäre  er  in  seinem  Heimatland 
tatsächlich  verfolgt.  Dies  umso  mehr,  als  er  sein  Heimatland  aus 
Furcht  vor  angeblichen  Terroristen  verlassen  haben  will.  Durch  sein 
Aussageverhalten  erweckt  der  Beschwerdeführer  vielmehr  den  Ein-
druck, bei seinem Sachvortrag nicht auf Selbsterlebtes zurückgegriffen 
zu  haben. In  Anbetracht  dieser  Sachlage ergibt  sich  die Erkenntnis, 
dass weder Anlass zur Vornahme zusätzlicher Abklärungen zur Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses noch gar zur direkten Feststellung der Flüchtlingseigen-
schaft besteht (Art. 32 Abs. 3 Bstn. b und c AsylG sowie BVGE 2007/8 
E. 2.1).

Das BFM ist demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG 
zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  ein-
getreten.

6.  
6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet  den  Vollzug  an;  es  berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der 
Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

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6.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrecht-
liche Aufenthaltsbewilligung noch über  einen Anspruch auf  Erteilung 
einer  solchen. Die verfügte Wegweisung steht  demnach im Einklang 
mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  und  wurde  vom Bundesamt  zu 
Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

7.
7.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme  von  Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und seiner 
Vorgängerorganisation  ARK der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148).

7.2 Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Ver-
pflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 
Ausländers  in  den  Heimat-,  Herkunfts-  oder  in  einen  Drittstaat  ent-
gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So  darf  keine Person  in  irgendeiner  Form zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist  oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101),  Art. 3  des 
Übereinkommens vom 10. Dezember  1984 gegen Folter  und andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-
heiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmensch-

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licher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung  unterworfen 
werden.

7.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  es  dem  Be-
schwerdeführer  nicht  gelungen ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche Ge-
fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 5 
AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulements 
im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr 
des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat ist  demnach  unter  dem 
Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  des  Beschwerde-
führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall 
einer  Ausschaffung  in  den Heimatstaat dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen 
Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des 
Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener 
des  UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine 
konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass 
ihm  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Be-
handlung drohen würde (vgl. EGMR, [Grosse Kammer], Saadi gegen 
Italien,  Urteil  vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06, 
§§ 124-127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschen-
rechtssituation  im  Heimatstaat lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum 
heutigen  Zeitpunkt  nicht  als  unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Ge-
sagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als 
auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

7.4.1 Aufgrund  der  allgemeinen  Menschenrechtssituation  und  der 
politisch-wirtschaftlichen  Lage  in  Algerien  ist  im  heutigen  Zeitpunkt 

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nicht  von  der  generellen  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs 
auszugehen.

7.4.2 Der  Beschwerdeführer  machte  im  erstinstanzlichen  Verfahren 
geltend, er sei Asthmatiker und habe sich in der Heimat einen Monat 
lang zwecks psychiatrischer Behandlung im Krankenhaus aufgehalten 
(vgl. A9,  S. 17). Da er  sich  wegen seiner  psychischen Probleme im 
Heimatland bereits behandeln liess, ist davon auszugehen, dass dort 
eine  allfällige  Betreuung auch weiterhin  gewährleistet  ist. Es ist  ihm 
unbenommen,  bei  einer  Rückkehr  nach  Algerien  die  Behandlung 
wieder  aufzunehmen  beziehungsweise  fortzusetzen.  Im  Bedarfsfall 
kann er  darüber  hinaus auch sein Asthma behandeln lassen,  zumal 
Algerien über zahlreiche medizinische Einrichtungen verfügt.

7.4.3 Sodann sind auch keine weiteren persönlichen Gründe ersicht-
lich,  aufgrund  derer  geschlossen  werden  könnte,  der  Beschwerde-
führer  gerate  im  Falle  der  Rückkehr  in  eine  existenzbedrohende 
Situation.  Eigenen  Angaben  zufolge  besuchte  er  mehrere  Jahre  die 
Schule  und verfügt  über  Arbeitserfahrung  als  Gemüse-  und Kleider-
händler (vgl. A1, S. 2/3). Es ist ihm daher zuzumuten, sich erneut in 
seinem  Heimatland  niederzulassen  und  eine  neue  Existenz  aufzu-
bauen. Da sich  die  Asylvorbringen  des Beschwerdeführers  aufgrund 
zahlreicher  Widersprüche  als  unglaubhaft  erwiesen  haben,  ist  im 
Übrigen davon auszugehen, dass er in Algerien nach wie vor über ein 
tragfähiges soziales Beziehungsnetz verfügt, das ihm bei der Wieder-
eingliederung behilflich sein kann. Angesichts der gesamten Umstände 
ist der Vollzug der Wegweisung – in Übereinstimmung mit dem BFM – 
auch diesbezüglich zumutbar.

7.5 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  not-
wendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), wes-
halb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

8.
Insgesamt ist die durch das BFM verfügte Wegweisung zu bestätigen. 
Das Bundesamt hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und 
möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung der vor-
läufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

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9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist demnach abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

10.
10.1 Da sich die Beschwerde von Anfang an als aussichtslos erwiesen 
hat,  ist  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozess-
führung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG unbesehen einer allfälligen 
Bedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  abzuweisen.  Das  Gesuch  um 
Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  wird  mit  vor-
liegendem Urteil gegenstandslos.

10.2 Bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem Be-
schwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  und  5  VwVG)  und  auf 
insgesamt  Fr. 600.--  festzusetzen  (Art.  16  Abs. 1  Bst. a  VGG i.V.m. 
Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Das Gesuch  um Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 

(per Kurier; in Kopie)
- (...) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Karin Schnidrig

Versand:

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