# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c18ffe2d-a5f2-55cf-9e1f-7b6c6882922f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.11.2022 UV 2021/68
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2021-68_2022-11-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2021/68

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 16.02.2023

Entscheiddatum: 28.11.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 28.11.2022
Art. 6 UVG: Verneinung unfallbedingter Diskushernien mit 
Nervenwurzelkompression und einer richtungsgebenden Verschlimmerung 
derselben. Unfallbedingte vorübergehende Verschlimmerung eines 
degenerativen Vorzustandes im Bereich der LWS. Bejahung des Dahinfallens 
jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen bezüglich einer 
fortdauernden Rückenproblematik bzw. Erreichen des Status quo sine oder 
ante (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. 
November 2022, UV 2021/68).

Entscheid vom 28. November 2022

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Christiane 

Gallati Schneider und Michaela Machleidt Lehmann ; Gerichtsschreiber Markus Jakob

Geschäftsnr.

UV 2021/68

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer, Studer Zahner Anwälte AG, 

Hauptstrasse 11a, Postfach 2125, 8280 Kreuzlingen,

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gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war durch seine Anstellung bei der B.___ AG bei 

der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) gegen die Folgen 

von Unfällen versichert, als er am 14. Juli 2020 beim Abstieg von der Brücke des 

Lastwagens mit dem rechten Fuss hängen blieb und mit dem linken Bein/Fuss auf dem 

Boden aufschlug und dann zu Boden ging. Danach verspürte er Schmerzen im Rücken 

(Lendenwirbelsäule; nachfolgend: LWS) mit Ausstrahlung in die linke Hüfte und in beide 

Beine. Nach einer kurzen Erholungspause von zehn Minuten konnte er weiterarbeiten 

(UV-act. 1 f., 10, 14-1, 26, 32-5, 88-2, 111-4 ff.).

A.a. 

Die Erstbehandlung des Versicherten erfolgte am 27. Juli 2020 durch Dr. med. 

C.___, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH (UV-act. 32-5 f.). Am 10. August 2020 

wurde eine MRI-Untersuchung der Wirbelsäule (BWK11-SWK2) in der Klinik für 

Radiologie und Nuklearmedizin des Kantonsspitals St. Gallen (nachfolgend: KSSG) 

durchgeführt. Als Befunde wurden insbesondere erhoben: LWK2/3: Geringes dorsales 

Diskusbulging ohne Nachweis einer Kompression. Gering dorsal akzentuierte 

Osteochondrose und bilaterale Spondylarthrose mit Flüssigkeiten in den 

Facettengelenken; LWK3/4: Breitbasige dorsale Diskushernie bis nach foraminal links 

reichend ohne Nachweis einer Kompression. Bilaterale hypertrophe Spondylarthrosen; 

LWK4/5: Flachbogige dorsale Diskushernie bis nach foraminal links reichend sowie 

Facettengelenksarthrose mit möglicher Affektion der Wurzel L4 links; LWK5/SWK1: 

A.b. 

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Ventral betonte Osteochondrose Modic 2 und bilaterale Spondylarthrosen. Kleine 

Wurzeltaschenzyste SWK3 rechts. Die Klinikärzte gingen von einer möglichen 

foraminalen Affektion der Wurzel L4 links multifaktoriell bedingt aus (UV-act. 22). 

Gestartet wurde eine konservative Therapie mit Physiotherapie und medikamentöser 

Versorgung (UV-act. 26). Zusätzlich erfolgte am 25. August 2020 eine Infiltration der 

Nervenwurzel L4 links (UV-act. 21) und am 1. September 2020 eine nochmalige 

Infiltration der Nervenwurzel L4 links und sowie auf Höhe L3/5 links intraspinal (UV-act. 

30).

Am 3. September 2020 konsultierte der Versicherte erstmals Dr. med. D.___, 

Facharzt für Neurochirurgie FMH (UV-act. 26). Im Sprechstundenbericht vom 8. 

September 2020 über die gleichentags durchgeführte Untersuchung hielt Dr. D.___ 

fest, dass der Versicherte über massive Schmerzen im Dermatom L4 auf der linken 

Seite berichtet habe. Der Neurochirurg diagnostizierte insbesondere einen nach kranial 

sequestrierten Bandscheibenvorfall L4/5 links mit massiver Kompression der 

Nervenwurzel L4 links foraminal mit/bei Hypästhesien L4 links, Hüftbeugerparese links 

M4, therapieresistentem Schmerzsyndrom L4 links und beginnendem neuropathischen 

Schmerzsyndrom L4 links. Da es trotz der konservativen Therapiemassnahmen zu 

einer massiven Schmerzexazerbation gekommen sei, werde nun eine operative 

Sanierung (Sequestrektomie in mikrochirurgischer Technik) geplant (UV-act. 25). Am 

28. September 2020 führte Dr. D.___ die Operation durch. Zum Operationsverlauf gab 

er an, dass sich nach Erweiterung der Dekompression von links nach medial der 

grossvolumige Bandscheibenvorfall gezeigt habe. Die Nervenwurzel L4 links sei 

vollständig nach cranial verlagert gewesen. Nach Inzision und Sequestrektomie habe 

sich die Nervenwurzel schön entlastet. Am Tag nach der Operation sei die radikuläre 

Schmerzsymptomatik vollständig erloschen. Am dritten postoperativen Tag sei der 

Versicherte mit deutlich regredierter Hüftbeugerparese und fast vollständig erloschenen 

Schmerzen im Dermatom L4 links nach Hause entlassen worden (UV-act. 41 f.). Im 

Sprechstundenbericht vom 28. Oktober 2020 führte Dr. D.___ aus, dass die 

ausstrahlende Schmerzsymptomatik nicht mehr feststellbar sei. Auf Medikamente sei 

der Versicherte nicht mehr angewiesen (UV-act. 43).

A.c. 

In den Stellungnahmen vom 3. und 5. November 2020 hielt Kreisarzt Dr. E.___, 

Facharzt für Chirurgie, fest, dass sich die LWS-Beschwerden vorübergehend 

A.d. 

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verschlimmert hätten bei bekannter schwerer Vorerkrankung mit Diskopathie und 

voroperiertem Zustand bzw. es sich dabei nur um eine vorübergehende 

Verschlimmerung des Vorschadens handle. Es liege weder eine Unfallfolge vor noch 

eine zusätzliche strukturelle Schädigung zur Vorerkrankung. Gemäss den 

administrativen Richtlinien sei bei Beschwerden an der LWS bis mindestens sechs 

Monate nach dem Unfallereignis auch die Arbeitsunfähigkeit zu übernehmen (UV-act. 

38, 44).

Mit Schreiben vom 6. November 2020 anerkannte die Suva ihre Leistungspflicht, 

richtete ein Taggeld aus und übernahm die Heilungskosten (UV-act. 46; vgl. UV-act. 

47).

A.e. 

Im Sprechstundenbericht vom 26. November 2020 über die gleichentags 

durchgeführte Untersuchung gab Dr. D.___ an, dass der Versicherte aufgrund der noch 

bestehenden Hypästhesien, der Hüftbeugerparese und der Koordinationsstörung in 

seinem Beruf als Chauffeur im Moment nicht gut einsetzbar sei. Das Unfallrisiko 

während der Arbeit schätzte er als hoch ein, da die Koordination im Bereich der linken 

unteren Extremität noch nicht wiederhergestellt sei. Inwieweit sich die 

Nervenschädigung in den nächsten Monaten erholen werde, sei nicht voraussehbar. 

Derzeit sei eine recht positive Entwicklung zu sehen (UV-act. 58-2 f.).

A.f. 

In der Stellungnahme vom 27. November 2020 erklärte Kreisarzt Dr. E.___ zur 

Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit, dass die vorübergehende unfallkausale 

Behandlung spätestens mit der Operation vom 29. (korrekt: 28.) September 2020 

abgeschlossen gewesen sei, da die Operation auf die Bandscheibenvorerkrankung 

abgezielt und eine richtungsgebende Veränderung des Gesundheitszustandes an der 

LWS verursacht habe. Somit gehe die Operation und nachfolgende Behandlung zu 

Lasten der Krankenkasse, da nicht mehr unfallkausal, selbst wenn rein medizinisch die 

Arbeitsunfähigkeit noch ausgewiesen sei (UV-act. 57).

A.g. 

Eine versuchsweise Wiederaufnahme der Arbeit am 12. Januar 2021 scheiterte 

wegen der Schmerzen bereits nach einem Tag (UV-act. 64-1). Am 14. Januar 2021 

kündigte die Arbeitgeberin – nach vorgängiger mündlicher Kündigung am 11. Januar 

2021 (UV-act. 64-1) – schriftlich das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten per 31. 

A.h. 

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B.  

März 2021 (UV-act. 115-2). An der Besprechung vom 15. Januar 2021 teilte die Suva 

der Arbeitgeberin mit, dass gemäss ärztlicher Beurteilung der Unfall nur zu einer 

vorübergehenden Verschlimmerung eines krankhaften, degenerativen Vorzustandes 

geführt habe. Die Suva könne daher nur vorübergehend Versicherungsleistungen 

erbringen und dies gemäss den Richtlinien für sechs Monate. Diese Frist sei 

abgelaufen. Deswegen müssten die Versicherungsleistungen nun eingestellt werden 

(UV-act. 64-1). Am 19. Januar 2021 teilte die Suva der Arbeitgeberin ergänzend mit, 

dass die Leistungseinstellung erst per 31. März 2021 erfolgen werde (UV-act. 66). 

Gleichentags wurde der Versicherte von der Suva telefonisch über die vorgesehene 

Leistungseinstellung informiert (UV-act. 67).

Mit Verfügung vom 19. Januar 2021 teilte die Suva dem Versicherten die 

Einstellung der Versicherungsleistungen per 31. März 2021 mit. Begründet wurde diese 

damit, dass inzwischen an der Wirbelsäule ein Zustand eingetreten sei, wie er sich 

nach dem schicksalsbedingten Verlauf des dort bestehenden krankhaften 

Vorzustandes auch ohne Unfall mit Wahrscheinlichkeit eingestellt hätte (UV-act. 73).

A.i. 

Am 28. Januar 2021 erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Roland 

Zahner, Studer Zahner Anwälte, Kreuzlingen, Einsprache gegen die Verfügung vom 

19. Januar 2021. Beantragt wurde insbesondere die aufschiebende Wirkung 

wiederherzustellen, die Verfügung vom 19. Januar 2021 aufzuheben und die 

Versicherungsleistungen über den 31. März 2021 hinaus weiter auszurichten (UV-act. 

77). In der ergänzenden Einsprachebegründung vom 22. März 2021 liess der 

Versicherte geltend machen, dass die MRI-Untersuchung vom 10. August 2020 nur 

geringe degenerative Veränderungen gezeigt habe. Zum Vorzustand an der Wirbelsäule 

wurde erklärt, dass sich der Versicherte etwa vor 14 Jahren bei einem Sprung vom 

Sprungbrett eine Bandscheibenverletzung zugezogen habe, jedoch nicht an der 

gleichen Stelle wie beim Unfall vom 14. Juli 2020. Nach der dazumal durchgeführten 

Operation sei der Versicherte beschwerdefrei gewesen bis zum Ereignis vom 14. Juli 

2020. Es liege kein namhafter Vorzustand vor, der ohne den Unfall vom 14. Juli 2020 

zum Zustand geführt hätte, wie er derzeit bzw. nach diesem Unfall vorliege. Dass die 

von Dr. D.___ beschriebenen Befunde und Diagnosen (Bandscheibenvorfall L4/5 links 

B.a. 

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mit massiver Kompression der Nervenwurzel L4 mit/bei Hypästhesien L4 links, 

therapieresistentem Schmerzsyndrom L4 links und beginnendem neuropathischen 

Schmerzsyndrom L4 links, vgl. UV-act. 26-1) ohne den Unfall vom 14. Juli 2020 

aufgetreten wären, sei nicht überwiegend wahrscheinlich. Erst die am 28. September 

2020 durchgeführte Inzision und Sequestrektomie habe eine Entlastung der 

Nervenwurzel L4 gebracht. Der Zustand habe sich mit der Operation deutlich 

verbessert. Wegen der Hypästhesien, der Hüftbeugerparese und der dadurch noch 

vorhandenen Koordinationsstörung bestehe noch keine Arbeitsfähigkeit als 

Lastwagenchauffeur (UV-act. 88; siehe dazu die Berichte von Dr. D.___ 

[Sprechstundenbericht vom 11. Februar 2021 über die Untersuchung vom 11. Februar 

2021, ärztlicher Bericht zur Eingliederung vom 18. März 2021, UV-act. 88-10 ff.], den 

ärztlichen Bericht zur Eingliederung von Dr. med. F.___, Facharzt für Allgemeine Innere 

Medizin, vom 5. März 2021 [UV-act. 88-15 f.] und den Physiotherapiebericht vom 1. 

März 2021 [UV-act. 88-17 f.]).

In der Beurteilung vom 19. April 2021 erachtete Kreisarzt Dr. E.___ es als eher 

unwahrscheinlich, dass das geschilderte Unfallereignis stattgefunden habe. Im 

Weiteren führte er aus, es sei eine medizinische Tatsache, dass eine Bandscheibe im 

gesamten Wirbelsäulenbereich nicht isoliert verletzt und somit strukturell geschädigt 

werden könne, ohne gleichzeitige knöcherne oder ligamentäre Verletzung. Eine solche 

Verletzung sei in der MRI-Untersuchung vom 10. August 2020 nicht nachgewiesen 

worden, dafür jedoch eine fortgeschrittene degenerative Schädigung der LWS mit 

Spondyl- und Facettengelenksarthrosen sowie ein grosser Bandscheibenvorfall L4/5 

links, der krankheitsbedingt sei. Das Unfallereignis habe höchstens zu einer zeitlich 

limitierten, vorübergehenden Verschlimmerung der schweren und fortgeschrittenen 

Erkrankungsschäden an der LWS, ohne strukturelle Unfallfolge oder zusätzliche 

strukturelle Schädigung zu diesen Erkrankungsvorschäden, geführt. Die Operation vom 

28. September 2020 habe denn auch einzig und ausschliesslich auf den 

Bandscheibenvorfall L4/5 links abgezielt und nicht auf eine Unfallfolge oder zusätzliche 

strukturelle Schädigung. Die Beschwerden, Behandlungen und die damit verbundene 

Arbeitsunfähigkeit seien auf die erkrankungsbedingt durchgeführte Operation vom 28. 

September 2020 zurückzuführen und damit nicht mit der geforderten überwiegenden 

B.b. 

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C.  

Wahrscheinlichkeit natürlich kausal zum fraglichen Sturzereignis vom 14. Juli 2020 (UV-

act. 95).

Mit Schreiben vom 4. Juni 2021 sprach die IV-Stelle dem Versicherten 

Frühinterventionsmassnahmen zu. Übernommen wurden die hälftigen Kosten für den 

Kurs zum Disponent Transport und Logistik an der G.___ im Zeitraum vom 5. Juni 2021 

bis 19. Februar 2022 (UV-act. 112).

B.c. 

Mit Einspracheentscheid vom 20. August 2021 wies die Suva die Einsprache vom 

28. Januar 2021 ab. Zur Begründung wurde insbesondere ausgeführt, dass gestützt 

auf die kreisärztliche Beurteilung davon auszugehen sei, dass die Unfallfolgen im 

Beschwerdebild des Versicherten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit spätestens 

per 31. März 2021 und damit mehr als acht Monate nach dem Ereignis keine Rolle 

mehr spielten. Mit der Operation vom 28. September 2020 sei ein unfallfremder 

Schaden (nämlich die Diskushernie) angegangen worden. Für diese Operation habe bei 

laufendem Beschwerdeschub nach Aktivierung des Vorzustandes durch den Unfall 

eine Leistungspflicht bestanden, nicht jedoch für die (allenfalls langfristigen) Folgen der 

Operation bzw. der degenerativen Situation an der LWS (UV-act. 122).

B.d. 

Gegen den Einspracheentscheid der Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) 

vom 20. August 2021 liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) durch 

seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 23. September 2021 Beschwerde erheben mit 

folgenden Anträgen: 1. Der Einspracheentscheid vom 20. August 2021 sei aufzuheben. 

2. Dem Beschwerdeführer seien über den 31. März 2021 hinaus die gesetzlichen 

Unfallversicherungsleistungen zuzusprechen und auszurichten, namentlich 

Unfalltaggeld sowie Heilbehandlungen und Kostenvergütungen, und die 

Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, anschliessend eine Rente und eine 

Integritätsentschädigung zu prüfen und gegebenenfalls auszurichten. 3. Eventualiter sei 

die Sache an die Verwaltung zurückzuweisen zur Vornahme ergänzender Abklärungen, 

namentlich eines externen medizinischen Fachgutachtens und zur anschliessenden 

Neuverfügung. 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der 

Beschwerdegegnerin. Zur Begründung wurde insbesondere ausgeführt, dass die 

versicherungsinternen medizinischen Beurteilungen von Kreisarzt Dr. E.___ nicht 

C.a. 

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hinreichend sorgfältig und nicht vorurteilsfrei und ergebnisoffen seien. Zur 

abschliessenden Beurteilung der Leistungspflicht könne deshalb nicht darauf abgestellt 

werden. Der angefochtene Entscheid sei unbegründet. Im Weiteren wurde geltend 

gemacht, da derzeit noch Eingliederungsmassnahmen der eidgenössischen 

Invalidenversicherung am Laufen seien, sei der Fallabschluss zu früh erfolgt (act. G 1). 

Miteingereicht wurden MRI-Bilder von der Untersuchung vom 10. August 2020 (act. 

G 1.7) sowie ein MRI-Bild vom 31. August 2008, welches im Zusammenhang mit 

damaligen behandlungsbedürftigen Verletzungen an der LWS erstellt worden war (act. 

G 1.12).

In der Beschwerdeantwort vom 25. Oktober 2021 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie 

insbesondere auf die Darlegungen im angefochtenen Einspracheentscheid. Ergänzend 

wurde insbesondere ausgeführt, dass degenerative Vorzustände mit den 

Osteochondrosen, Spondylarthrosen, Facettengelenksarthrosen sowie den in mehreren 

Fächern vorliegenden Diskushernien klar ausgewiesen seien. Es entspreche einer 

medizinischen Erfahrungstatsache, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen 

degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen würden. Die ausnahmsweise 

Annahme einer Unfallkausalität setze voraus, dass der Unfall von besonderer Schwere 

und geeignet gewesen sei, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die 

Symptome der Diskushernie – vertebrales oder radikuläres Syndrom – unverzüglich 

und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit aufgetreten seien. Vorliegend fehle es dem 

Unfallereignis an der erforderlichen Schwere, um eine unfallbedingte Schädigung der 

Bandscheibe herbeizuführen. Ein Sturz aus 1.2 Metern Höhe auf das gestreckte Bein 

sei keinesfalls geeignet, eine gesunde Bandscheibe strukturell zu schädigen. Gemäss 

der kreisärztlichen Beurteilung könne eine unfallbedingte Verletzung im Bereich des 

vierten Lendenwirbels mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, 

da eine isolierte traumatische Verletzung einer Bandscheibe eine gleichzeitige 

knöcherne oder ligamentäre Verletzung erfordere. Eine traumatische Verschlimmerung 

eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule sei in der 

Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr abgeschlossen. 

Gemäss der Rechtsprechung könnten bei einer durch den Unfall nur aktivierten, nicht 

jedoch verursachten Diskushernie die Versicherungsleistungen selbst nach einem 

C.b. 

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Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Rechtmässigkeit 

der Leistungseinstellung der Beschwerdegegnerin per 31. März 2021.

2.  

operativen Eingriff im Rahmen der Behandlung des unmittelbar im Zusammenhang mit 

dem Unfall stehenden Schmerzsyndroms eingestellt werden. Der Fallabschluss sei 

nicht zu früh erfolgt, denn ein solcher könne bei Erreichen des Status quo sine selbst 

bei laufenden Eingliederungsmassnahmen erfolgen (act. G 3).

In der Replik vom 3. Dezember 2021 hielt der Beschwerdeführer an seinen 

Anträgen fest. Eine persönliche Untersuchung sei bei einer orthopädischen Beurteilung 

von Gesundheitsschäden an der Wirbelsäule ein zentraler Teil und damit unverzichtbar. 

Im Weiteren wurde die Stellungnahme von Dr. D.___ vom 22. November 2021 ins Recht 

gelegt. Der Arzt habe fachärztlich nachvollziehbar dargelegt, dass zwar ein gewisser 

Vorzustand bestanden habe, dieser aber die nach dem Unfall vorhandenen 

Beschwerden und Befunde keinesfalls zu erklären vermöge (act. G 5, G 5.1).

C.c. 

Mit Schreiben vom 16. Dezember 2021 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf 

die Einreichung einer Duplik (act. G 7).

C.d. 

Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 

SR 832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht beabsichtigte 

schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.

2.1. 

Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer bei Vorliegen eines Unfalls 

für einen Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser in 

einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Ereignis steht (vgl. André 

Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die 

2.2. 

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Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 

[nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 63 ff. zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-

Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler 

Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG]; Alexandra Rumo/Jungo/André Pierre 

Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Für die Bejahung 

des natürlichen Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die 

alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass 

das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Faktoren für die Schädigung 

verantwortlich, d.h. zumindest teilkausal ist, der Unfall mit anderen Worten nicht 

weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung 

entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 und 117 V 376 E. 3a; SVR 2007 UV Nr. 28 S. 94, U 

413/05, E. 4.1 mit Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 53). Für die Beantwortung 

der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der 

Medizin ist das Gericht regelmässig auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen 

angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber 

eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten 

Regeln zu beurteilen ist (KOSS UVG-Nabold, N 53 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 66 zu 

Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 88). Die Adäquanz spielt im Bereich 

organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen indessen praktisch keine Rolle, da sich 

hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. 

E. 2).

Hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht für einen Gesundheitsschaden 

einmal anerkannt, so entfällt diese erst dann, wenn der Unfall nicht (mehr) die 

natürliche oder adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also 

letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Besteht im 

Bereich eines vom Unfall betroffenen Körperteils ein krankhafter oder degenerativer 

Vorzustand, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn entweder der 

Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo 

ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf 

eines krankhaften oder degenerativen Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später 

eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (KOSS UVG-Nabold, N 54 zu Art. 6; BSK 

UVG-Hofer, N 71 zu Art. 6; Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juni 2007, U 290/06, E. 

3.3. mit Hinweis).

2.3. 

Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; 

2.4. 

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die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen; Thomas Locher/

Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 

N 58 f.; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54).

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Bezüglich Beweiswert eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für 

die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

der medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 

3a mit Hinweisen). Hinsichtlich Berichten und Gutachten versicherungsinterner 

Fachpersonen bzw. beratender Ärzte und Ärztinnen von Versicherungen gilt der 

Grundsatz, dass ein Anstellungs- bzw. Vertragsverhältnis dieser Personen zum 

Versicherungsträger alleine nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit 

schliessen lässt (BGE 125 V 353 E. 3b/ee). Solchen Berichten und Gutachten kann 

rechtsprechungsgemäss gleichfalls Beweiswert beigemessen werden, sofern sie 

schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind 

und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 467 ff. E. 4 und 

BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). Art. 8 der Bundesverfassung (BV; SR 101) 

und Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) 

geben keinen formellen Anspruch auf versicherungsexterne Begutachtung, wenn 

Leistungsansprüche streitig sind. Erachtet das Sozialversicherungsgericht die 

rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer 

Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne Weiterungen – insbesondere 

ohne Anordnung eines externen Gerichtsgutachtens – abschliessen. In solchen Fällen 

sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch 

nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen 

Feststellungen versicherungsinterner Fachpersonen bzw. beratender Ärzte und 

Ärztinnen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 mit 

Hinweis; bestätigt in Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, 

E. 5.3; BGE 122 V 162 f. E. 1d).

2.5. 

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Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für 

die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. 

Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den 

Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit 

Hinweisen; vgl. auch BGE 130 I 183 f. E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst 

eine Beweislast im Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Die Parteien 

tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu 

Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesenen Sachverhalt Rechte 

ableiten wollte (BGE 129 V 177 E. 3.1, 117 V 360 E. 4a, je mit Hinweisen; Urteile des 

Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2, und 20. August 2009, 

8C_363/2009, E. 1; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 27. 

April 2005, U 6/05;  Locher/Gächter, a.a.O., § 70 N 58 f.; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., 

S. 4 f., 54 f.). Bei der Einstellung von Versicherungsleistungen handelt es sich um eine 

anspruchsaufhebende Tatfrage. Die Beweislast für den Wegfall der vom 

Unfallversicherer zunächst anerkannten natürlichen Kausalität liegt – anders als bei der 

Frage, ob ein leistungsbegründender Kausalzusammenhang überhaupt je gegeben war 

– nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. 

U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen; BGE 117 V 263 f. E. 3b; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., 

S. 54 f.). Dieser Grundsatz gilt aber nur für Verletzungen, welche damals thematisiert 

worden waren und somit Gegenstand der Anerkennung bildeten (Urteil des 

Bundesgerichts vom 20. August 2009, 8C_363/2009, E. 1; Urteil des EVG vom 27. April 

2005, U 6/05, auszugsweise publiziert in: AJP 2006 S. 1290 ff.). Der Unfallversicherer 

muss jedoch nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen erbringen. Ebenso wenig 

geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein 

Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei voller 

Gesundheit sei (Urteil des Bundesgerichts vom 29. April 2008, 8C_465/2007, E. 3.1 mit 

Hinweisen). Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist unerheblich. 

Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens 

ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind. Dieser Beweis kann 

durchaus unter Bezugnahme auf statistische Grundlagen und medizinische 

Erfahrungswerte geführt werden (BGE 126 V 189 E. 4c; Urteil des EVG vom 18. 

September 2002, U 60/02, E. 2.2). Dies hat insbesondere für den Nachweis des Status 

quo sine zu gelten, bei dem es sich um einen hypothetischen Zustand handelt, der sich 

häufig nur mit Erfahrungswerten bestimmen lässt (Urteil des EVG vom 18. September 

2002, U 60/02, E. 2.2).

2.6. 

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3.  

Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht für das Unfallereignis vom 14. 

Juli 2020 mit Schreiben vom 6. November 2020 grundsätzlich anerkannt (UV-act. 

45 ff.). Die Anerkennung erfolgte dabei in Kenntnis der Schilderungen des 

Unfallhergangs durch den Beschwerdeführer (vgl. UV-act. 1 f., 14-1, 26-1, 32-5) sowie 

der medizinischen Befunde, Diagnosen und Behandlungsmassnahmen hinsichtlich der 

LWS (Berichte der behandelnden Ärzte, UV-act. 25 f., 32-5 f., 43; MRI-

Untersuchungsbericht der LWS vom 10. August 2020, UV-act. 22; Infiltrationsberichte 

vom 25. August und 1. September 2020, UV-act. 21, 30; Berichte betreffend die 

Operation vom 28. September 2020, UV-act. 41 f.) sowie die kreisärztlichen 

Stellungnahmen vom 3. und 5. November 2020 (vgl. UV-act. 38, 44). Die 

Beschwerdegegnerin richtete Taggeldleistungen aus und übernahm die Kosten der 

Heilbehandlung.

3.1. 

Im Einspracheentscheid vom 20. August 2021 (UV-act. 122) – wie zuvor in der 

Verfügung vom 19. Januar 2021 sinngemäss (UV-act. 73) – stellte sich die 

Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt, dass der Zustand, wie er sich auch ohne 

den Unfall vom 14. Juli 2020 eingestellt hätte (Status quo sine), spätestens per 31. 

März 2021 erreicht gewesen und deshalb die Leistungseinstellung per 31. März 2021 

zu Recht erfolgt sei. Sie stützte sich dabei insbesondere auf die kreisärztliche 

Beurteilung von Dr. E.___ vom 19. April 2021 (UV-act. 95) ab. In der 

Beschwerdeantwort erläuterte sie nochmals, wieso nur von einer durch den Unfall 

aktivierten jedoch nicht verursachten Diskushernie auszugehen sei. Die 

Leistungseinstellung per 31. März 2021 sei rechtens (vgl. Sachverhalt C.b und act. 

G 3-3 f.). Demgegenüber ist der Beschwerdeführer gestützt auf die Berichte der 

behandelnden Ärzte und des Physiotherapeuten (vgl. insb. UV-act. 88-10 ff., act. 

G 5.1), den MRI-Untersuchungsbericht der LWS vom 10. August 2020 (UV-act. 22, act. 

G 1.7) und das MRI-Untersuchungsbild der LWS aus dem Jahr 2008 (act. G 1.12) der 

Ansicht, dass auch die über den 31. März 2021 hinaus andauernden Beschwerden 

noch immer unfallkausal seien und dafür die gesetzlichen Leistungen geschuldet seien 

(vgl. act. G 1, G 5).

3.2. 

Vorab ist festzuhalten, dass das Ereignis vom 14. Juli 2020 aufgrund der Aktenlage 

mit den detaillierten und konsistenten Angaben zum Hergang (vgl. UV-act. 1 f., 14-1, 

26-1, 32-5, 88-2) im Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Unfall im Sinne 

von Art. 4 ATSG einzustufen ist. Auch die Beschwerdegegnerin ging von einem klinisch 

stummen degenerativen Vorzustand an der Wirbelsäule aus, der durch das Ereignis 

vom 14. Juli 2020 vorübergehend verschlimmert worden sei. Die von Kreisarzt Dr. 

3.3. 

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4.

Im Bereich des Unfallversicherungsrechts entspricht es zwar einer medizinischen 

Erfahrungstatsache, dass praktisch alle Diskushernien (vgl. zu diesem Begriff Alfred M. 

Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. S. 778 ff. und 878 ff.; 

Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. 2017, S. 210) bei Vorliegen 

degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen. Alleine gestützt hierauf lässt 

sich jedoch eine Unfallkausalität (noch) nicht verneinen. Vielmehr gibt es drei 

Kausalitätskonstellationen in Zusammenhang mit Diskushernien, welche eine 

Leistungspflicht der Unfallversicherung nach sich ziehen können und folglich zu prüfen 

sind (traumatische Diskushernie [Erwägung 5]; richtungsgebende Verschlimmerung 

einer vorbestehenden Diskushernie [Erwägung 6]; Aktivierung einer vorbestehenden 

Diskushernie [Erwägung 7]).

5.  

E.___ in seiner Beurteilung vom 19. April 2021 (UV-act. 95-4 f.) erstmals geäusserte 

Vermutung, dass das Ereignis vom 14. Juli 2020 überhaupt nicht stattgefunden habe, 

machte sich die Beschwerdegegnerin nicht zu eigen. Folglich erübrigt sich eine 

Auseinandersetzung mit den vom Beschwerdeführer diesbezüglich angebrachten 

Einwänden (vgl. act. G 1).

Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen werden grundsätzlich eine 

unfallkausale strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als 

objektivierbares Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar 

und von der Person des oder der Untersuchenden und den Angaben des Patienten 

oder der Patientin unabhängig sind. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen 

organisch-strukturellen Unfallfolgen dann gesprochen werden, wenn die erhobenen 

Befunde mit – wissenschaftlich anerkannten – apparativen/bildgebenden Abklärungen 

(wie Röntgen, MRI, CT, Arthroskopie) bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 232 E. 5.1 mit 

Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 2 mit 

Hinweisen).

5.1. 

Als unfallkausale strukturelle Gesundheitsschäden, die für die auch nach dem 31. 

März 2021 geklagten und zu einer andauernden Arbeitsunfähigkeit führenden 

Beschwerden ursächlich sein können, stehen in erster Linie die in der MRI-

Untersuchung der LWS vom 10. August 2020 zur Darstellung gelangten Diskushernien 

ohne Nachweis einer Kompression zur Diskussion. Eine strukturelle Schädigung durch 

das Unfallereignis wie eine knöcherne oder ligamentäre Verletzung an der 

5.2. 

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Lendenwirbelsäule konnte bildgebend nicht nachgewiesen werden (vgl. UV-act. 22 und 

Sachverhalt B.b). Im Folgenden gilt es zu prüfen, ob die erhobenen Diskushernien 

degenerativ – wie von der Beschwerdegegnerin insbesondere gestützt auf die 

Beurteilung von Kreisarzt Dr. E.___ vom 19. April 2021 (UV-act. 95) angenommen – 

oder traumatisch – wie vom Beschwerdeführer befunden (act. G 1) – bedingt sind.

Eine gesunde Bandscheibe ist – wie auch Kreisarzt Dr. E.___ in seiner Beurteilung 

vom 19. April 2021 unter Hinweis auf die medizinische Literatur darlegt (vgl. UV-act. 95) 

– derart widerstandsfähig, dass unter Gewalteinwirkung eher die Wirbelknochen 

brechen, als dass die Bandscheibe verletzt würde. Im medizinischen Versuch konnte 

die isolierte Verletzung einer Bandscheibe durch einen Unfall lediglich bei rein axialer 

Belastung der Wirbelsäule, nicht aber bei Rotations-, Hyperextensions- oder 

Hyperflexionsbewegungen herbeigeführt werden (Urteil des EVG vom 3. Oktober 2005, 

U 163/05, E. 3.1, mit Hinweis auf Günter G. Mollowitz [Hrsg.], Der Unfallmann, 1993, 

S. 164 ff.; vgl. auch Debrunner, a.a.O., S. 878 ff.; Pschyrembel, a.a.O., S. 210; Leitlinie 

der Orthopädie, hrsg. von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und 

Orthopädische Chirurgie und dem Berufsverband der Ärzte für Orthopädie, 2. 

erweiterte Aufl. 2002, S. 5).

5.3. 

Die Voraussetzung für eine traumatische Diskushernie ist somit, dass das fragliche 

Ereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe 

herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder radikuläres 

Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit auftreten. In solchen Fällen 

hat die Unfallversicherung praxisgemäss auch für Rezidive und allfällige Operationen 

aufzukommen (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 193, E. 2a mit Hinweisen; Urteil des EVG vom 

3. Oktober 2005, U 163/05, E. 3.1, und vom 18. Februar 2002, U 459/00, E. 3b; 

Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 68 [1995], S. 17).

5.4. 

Eine besonders schwere Krafteinwirkung auf die Wirbelsäule, die geeignet 

gewesen wäre, eine Diskushernie zu verursachen, ist in Bezug auf die 

Ereignisschilderungen des Beschwerdeführers zum Unfall vom 14. Juli 2020 (vgl. UV-

act. 1 f., 14-1, 26-1, 32-5) nicht erkennbar (Sturz von der Rampe eines Lastwagens aus 

einer Höhe von 1.2 Metern mit Auftreffen des linken Beins auf den Boden und 

anschliessendem Hinfallen auf den Boden). Zwar dürfte eine mitunter axiale Belastung 

auf die Wirbelsäule des Beschwerdeführers gewirkt haben, diese dürfte jedoch 

aufgrund der geringen Fallhöhe nicht das Ausmass einer besonders schweren 

Krafteinwirkung angenommen haben. Diese Einschätzung wird dadurch bestärkt, dass 

5.4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/21

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in den Unfallmeldungen vom 13. und 18. August 2020 als Verletzung allein eine 

Prellung an der LWS genannt wurde (vgl. UV-act. 1 f.).

Die unmittelbar nach dem Unfall aufgetretenen gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen scheinen gering gewesen zu sein. So konnte der 

Beschwerdeführer nach einer kurzen Pause von zehn Minuten seine Arbeit bereits 

wieder fortsetzen (vgl. UV-act. 14-1). Auch war es ihm möglich, in den folgenden Tagen 

seiner Arbeit nachzugehen, obwohl – wie er selbst geltend macht – es sich um eine 

körperlich stark belastende Tätigkeit handelte. Die ärztliche Erstbehandlung mit einer 

erstmaligen Erhebung einer neuropathischen Problematik (beginnendes 

Schmerzsyndrom) fand erst dreizehn Tage nach dem Unfall am 27. Juli 2020 statt (UV-

act. 32-1). Eine ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit lag erst ab dem 24. August 2020 

vor (vgl. UV-act. 3). Die Kriterien des unverzüglichen Auftretens von Symptomen der 

Diskushernie und der sofortigen Arbeitsunfähigkeit sind somit nicht erfüllt.

5.4.2. 

Die Argumentation des Beschwerdeführers, dass es sich um eine traumatische 

Diskushernie handeln müsse, da er vor dem Unfall hinsichtlich seiner LWS 

beschwerdefrei gewesen sei, vermag nicht zu überzeugen, beruht diese doch auf dem 

für den Nachweis einer unfallkausalen Schädigung nicht massgebenden Grundsatz 

"post hoc ergo propter hoc". Die rein zeitliche Abfolge beinhaltet keine Aussage zur 

Kausalität, denn der zeitliche Aspekt besitzt keine wissenschaftlich genügende 

Erklärungskraft. Andernfalls würde man sich mit dem blossen Anschein des Beweises 

bzw. mit der blossen Möglichkeit begnügen und davon ausgehen, dass eine 

gesundheitliche Schädigung schon dann durch den Unfall verursacht sei, wenn sie 

nach diesem auftrat (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 69 zu Art. 4 ATSG; 

Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. 1989, S. 460 N 1205; 

SVR 2009 UV Nr. 13 [8C_590/2007], S. 52 E. 7.2.4 mit weiteren Hinweisen; BGE 119 V 

340 E. 2b/bb). Wie der vorliegende Fall zeigt, schliesst eine Beschwerdefreiheit vor 

dem Unfallereignis eine Vorerkrankung bzw. einen degenerativen Vorzustand nicht aus, 

ergab doch die weniger als vier Wochen nach dem Unfall am 10. August 2020 

durchgeführte MRI-Untersuchung umfangreiche degenerative Befunde (vgl. UV-act. 22, 

Sachverhalt A.a.). Da sich die degenerativen Befunde über mehrere Segmente der 

Wirbelsäule erstecken, kann nicht mehr von einem unbedeutenden Vorzustand – wie 

vom Beschwerdeführer vertreten – ausgegangen werden, sondern besagter Umstand 

stützt vielmehr das Bild einer umfassenden degenerativen und nicht traumatisch 

bedingten Situation.

5.4.3. 

Nach dem Gesagten sind die Kriterien, welche für eine traumatische Diskushernie 

sprechen, nicht erfüllt. Ist es durch den Unfall wie vorliegend zu keinen neuen 

5.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/21

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6.  

strukturellen Schäden gekommen, trifft er aber auf einen vorgeschädigten Körper, 

kommt eine unfallkausale Gesundheitsschädigung höchstens als vorübergehende oder 

richtungsgebende Verschlimmerung eines Vorzustandes in Betracht.

Eine richtungsgebende Verschlimmerung liegt nach der Rechtsprechung vor, wenn 

medizinischerseits feststeht, dass weder der Status quo ante noch der Status quo sine 

je wieder erreicht werden können (KOSS UVG-Nabold, N 54 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, 

N 71 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O, S. 54 mit Hinweis; Urteil des 

Bundesgerichts vom 1. April 2015, 8C_484/2014, E. 2.1).

6.1. 

Ob sich eine vorbestehende Diskushernie richtungsgebend, mithin dauernd, 

unfallbedingt verschlimmert hat, ist nach denselben Kriterien zu prüfen wie sie für die 

Beurteilung einer unfallbedingten Diskushernie gelten. Dies bedeutet, dass eine 

Unfallkausalität nur ausnahmsweise und insbesondere nur dann in Frage kommt, wenn 

der Unfall auch geeignet gewesen wäre, eine gesunde Bandscheibe zu verletzen (Urteil 

des Bundesgerichts vom 10. Februar 2012, 8C_902/2011, E. 2 mit Hinweisen; Urteile 

des EVG vom 3. Oktober 2005, U 163/05, E. 3.1, und 13. Juni 2005, U 441/04, E. 3.1). 

Eine allfällige richtungsgebende Verschlimmerung muss röntgenologisch ausgewiesen 

sein und sich von der altersüblichen Progression abheben (Urteile des Bundesgerichts 

vom 22. Juli 2016, 8C_285/2016, E. 6.4.3, und 25. April 2012, 8C_237/2012, E. 4.2.4). 

Konkret ist ein radiologischer Nachweis erbracht, wenn die Radioskopie ein plötzliches 

Zusammensinken der Wirbel und das Auftreten bzw. die Vergrösserung von 

Randzacken nach einem Trauma aufzeigt (Urteile des Bundesgerichts vom 22. Juli 

2016, 8C_285/2016, E. 6.4.3, und 25. April 2012, 8C_237/2012, E. 4.2.4; Urteil des EVG 

vom 25. November 2004, U 107/04, E. 4.1; RKUV 2000 Nr. 363 S. 46 f. E. 3a mit 

Hinweisen).

6.2. 

Wie zuvor dargelegt (vgl. Erwägung 5.4.1), ist weder von einem Unfall von 

besonderer Schwere auszugehen noch ist angesichts des zeitlichen Ablaufs eine 

sofortige Arbeitsunfähigkeit nachgewiesen. Der Gesundheitszustand zum Zeitpunkt der 

Leistungseinstellung liegt zudem in einem Bereich, der bei vorbestehenden degenerativ 

bedingten Diskurshernien nach durchgeführter operativer Sanierung (Sequestrektomie) 

nicht aussergewöhnlich ist. Insbesondere ist keine durch den Unfall bedingte 

richtungsgebende, dauerhafte Verschlechterung des Gesundheitszustandes ersichtlich.

6.3. 

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7.  

Von einer vorübergehenden unfallbedingten Verschlimmerung eines Vorzustandes 

wird dann gesprochen, wenn Unfallfolgen bzw. deren Anteil an einer 

Gesundheitsschädigung im Rahmen des posttraumatischen Verlaufs nie konkret 

beschrieben bzw. radiologisch als strukturelle Verletzung der Gelenke oder Knochen 

sichtbar gemacht werden können. In solchen Fällen wird bei einem geeigneten bzw. 

adäquaten Ereignis in einer ersten Phase davon ausgegangen, dass dieses eine 

schädigende Wirkung auf den Körper habe. Die aufgetretenen bzw. ausgelösten 

Beeinträchtigungen werden, obwohl sie möglicherweise weiterbestehen, nach einer 

gewissen Zeit gestützt auf medizinische Erfahrung aber nicht mehr dem Unfall 

angelastet. Die Unfallversicherung übernimmt in diesen Fällen nur die Kosten für den 

durch das Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub. Als Beispiel dafür gelten 

insbesondere auch Kontusions- und Distorsionsfolgen. Die Unfallversicherung 

übernimmt die Leistungen bis zur Heilung der spezifischen Kontusions- und/oder 

Distorsionsfolgen und/oder für den durch ein Unfallereignis ausgelösten 

Beschwerdeschub (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 26. Februar 2013, 

8C_423/2012, E. 5.3, 9. Januar 2012, 8C_601/2011, E. 3.2, und 24. Juni 2008, 

8C_326/2008, E. 3.2 und 4; vgl. auch KOSS UVG-Nabold, N 57 zu Art. 6; BSK UVG-

Hofer, N 72 zu Art. 6; Rumo-Jungo, a.a.O., S. 55 f.).

7.1. 

Wenn wie vorliegend durch den Unfall eine (zuvor stumme vorbestehende) 

Diskushernie – wenn auch nicht verursacht oder richtungsgebend verschlimmert – so 

doch aktiviert worden ist, hat der Unfallversicherer Leistungen für das unmittelbar im 

Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG 

zu erbringen, solange der Status quo sine oder ante noch nicht wieder erreicht ist. Zu 

den Leistungen gehören in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen 

und Kostenvergütungen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG 

fallen. Demnach hat die versicherte Person bis zum Erreichen des Status quo sine oder 

ante Anspruch auf eine zweckmässige Behandlung, welche auch operative Eingriffe 

umfassen kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 24. Juni 2008, 8C_326/2008, E. 3.2 

mit Hinweisen).

7.2. 

Nachfolgend ist zu prüfen, ob der durch den Unfall vom 14. Juli 2020 ausgelöste 

Beschwerdeschub im Sinne einer vorübergehenden Aktivierung am 31. März 2021 

weiter andauerte oder ob sich der Status quo sine oder ante eingestellt hat.

7.3. 

Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass Prellungen, 

Verstauchungen oder Zerrungen der Wirbelsäule ohne strukturelle Läsionen in der 

7.4. 

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Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr, abheilen (vgl. 

Urteile des Bundesgerichts vom 16. Dezember 2020, 8C_552/2020, E. 3.2, 

3. September 2020, 8C_319/2020, 8C_346/2020, E. 6.6, und 26. August 2019, 

8C_408/2019, E. 3.3; vgl. dazu auch BSK UVG-Hofer, N 72 zu Art. 6; KOSS UVG-

Nabold, N 57 zu Art. 6).

Die zuvor genannte Erfahrungstatsache beruht darauf, dass sich der unfallkausale 

Teil der Beschwerden stetig bessert. Gemäss Aktenlage hat sich die 

(Schmerz-)Situation betreffend die LWS nach dem Unfall vom 14. Juli 2020 jedoch 

anfänglich zunehmend verschlechtert. So brachten die durchgeführten konventionellen 

Behandlungsmassnahmen mit Physiotherapie und medikamentöser Therapie sowie die 

Infiltration der Nervenwurzel L4 links am 25. August 2020 (UV-act. 21) und die erneute 

Infiltration der Nervenwurzel L4 und zusätzlich die Infiltration auf Höhe L3/4 links am 1. 

September 2020 (UV-act. 30) nicht die erhofften Beschwerdeverbesserungen. Erst die 

am 28. September 2020 erfolgreich durchgeführte Operation an der LWS (Isthmotomie 

L4 links in mikrochirurgischer Technik, vgl. UV-act. 41) verbesserte die Situation (vgl. 

Austrittsbericht vom 1. Oktober 2020, UV-act. 42). Zwischen der Operation vom 28. 

September 2020 und dem Leistungseinstellungszeitpunkt vom 31. März 2021 liegen 

sechs Monate. Da selbst diese Zeitspanne von sechs Monaten noch im Rahmen der 

Erfahrungswerte liegt, welche rein für die Heilung einer durch einen Unfall aktivierten 

Wirbelsäulenverletzung ohne strukturelle Läsionen in der Regel erforderlich ist (vgl. 

Erwägung 7.4 hiervor), ist im Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon 

auszugehen, dass zum Leistungseinstellungszeitpunkt der Status quo sine oder ante 

hinsichtlich der durch die aktivierte Diskushernie verursachten Beschwerden 

eingetreten ist.

7.5. 

Der Beschwerdeführer vermag mit dem Einwand, dass die Leistungseinstellung zu 

früh erfolgt sei, da zum Leistungseinstellungszeitpunkt noch 

Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (berufliche Umschulung) liefen, 

nicht durchzudringen, denn wie zuvor ausgeführt, war zum 

Leistungseinstellungszeitpunkt jede kausale Bedeutung der unfallbedingten Ursachen 

(aktivierte Diskushernie) bezüglich der fortdauernden Rückenproblematik dahingefallen 

(Erreichung des Status quo sine oder ante per 31. März 2021). Die 

Anspruchsvoraussetzung für die bisher gewährten Versicherungsleistungen (Taggelder, 

Heilbehandlung) war damit dahingefallen (vgl. Erwägung 2.2). Die Leistungseinstellung 

erweist sich folglich auch in Anbetracht laufender Eingliederungsmassnahmen als 

rechtens. Hinsichtlich der weiteren Einwände des Beschwerdeführers, wie die fehlende 

persönliche Untersuchung des Beschwerdeführers durch den Kreisarzt Dr. E.___, die 

7.6. 

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8.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass ausgehend von einer leichten Verletzung im 

Bereich der LWS und den anschliessend durchgeführten Behandlungsmassnahmen 

der Heilungsprozess des durch den Unfall vom 14. Juli 2020 aktivierten und 

infolgedessen Beschwerden verursachenden degenerativen Vorzustandes bis zur 

Operation vom 28. September 2020 und damit während rund zweieinhalb Monaten 

harzig bzw. schleppend verlief. Nach der Operation entsprach der Verlauf des 

Heilungsprozesses den ärztlichen Erwartungen. Die Einstellung der 

Versicherungsleistungen erfolgte per 31. März 2021 und damit sechs Monate nach der 

Operation. Diese Zeitspanne entspricht zugleich der minimal zu gewährenden 

Heilungszeit bei Prellungen, Verstauchungen oder Zerrungen der Wirbelsäule ohne 

strukturelle Läsionen (vgl. Erwägung 7.4 hiervor). Die Zeitspanne zwischen dem Unfall 

und dem Leistungseinstellungszeitpunkt beträgt achteinhalb Monate und liegt damit 

nur geringfügig unter der in der Regel zu erwartenden maximalen Heilungsdauer von 

neun Monaten bei derartigen Verletzungen. Medizinische Gründe für eine längere 

Leistungsdauer sind nicht ersichtlich. Die Beschwerdegegnerin durfte insbesondere 

angesichts des guten Heilungsverlauf nach der Operation gestützt auf die 

Erfahrungswerte bei derartigen Verletzungen berechtigterweise vom Erreichen des 

Status quo sine oder ante sechs Monate nach der Operation bzw. achteinhalb Monate 

nach dem Unfall per Ende März 2021 ausgehen. Da sich die Beschwerdegegnerin 

zudem dazu bereit erklärte, die Kosten für die Operation zu übernehmen, kann offen 

bleiben, ob diese ausschliesslich dem Vorzustand oder einem durch den Unfall 

mitgeprägten Zustand galt. Das Dahinfallen der Teilkausalität zwischen dem Unfall vom 

14. Juli 2020 und den ab 31. März 2021 noch bestehenden Beschwerden und der 

Arbeitsunfähigkeit ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan. Eine 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin wegen Arbeitsunfähigkeiten oder für 

Heilbehandlungen über diesen Zeitpunkt hinaus lässt sich nicht begründen. Die 

Einstellung der Versicherungsleistungen ab 1. April 2021 erweist sich als begründet 

und zulässig.

Relevanz des früheren Gesundheitsschadens an der LWS für die derzeitigen 

Beschwerden, die Infragestellung des Unfallereignisses durch Dr. E.___ bedarf es 

keiner weiteren Auseinandersetzung, da diese Aspekte allesamt nicht 

entscheidungsrelevant waren. Auch aus der mit der Replik eingereichten 

Stellungnahme von Dr. D.___ vom 22. November 2021 (act. G 5.1) ergeben sich keine 

neuen Erkenntnisse, welche das Erreichen des Status quo sine oder ante per 31. März 

2021 in Frage zu stellen würden.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/21

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St.Galler Gerichte

9.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Im Sinne der Erwägungen ist der angefochtene Einspracheentscheid nicht zu 

beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

9.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. f  ATSG).9.2. bis

Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

9.3. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 28.11.2022
	Art. 6 UVG: Verneinung unfallbedingter Diskushernien mit Nervenwurzelkompression und einer richtungsgebenden Verschlimmerung derselben. Unfallbedingte vorübergehende Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes im Bereich der LWS. Bejahung des Dahinfallens jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen bezüglich einer fortdauernden Rückenproblematik bzw. Erreichen des Status quo sine oder ante (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. November 2022, UV 2021/68).

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