# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b4bcd5fa-471d-5af9-b7ce-b729522207c1
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-05-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 28.05.2013 U 2013 27
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2013-27_2013-05-28.pdf

## Full Text

U 13 27
1. Kammer 

URTEIL
vom 28. Mai 2013

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Submission

1. Das Tiefbauamt Graubünden (TBA) schrieb am 31. Januar 2013 die 

Baumeisterarbeiten für die Stützmauer … an der …strasse H 27 zwischen … 

und … im kantonalen Amtsblatt sowie auf der Vergabeplattform www.simap.ch 

öffentlich aus. Die Ausschreibung erfolgte im Rahmen des offenen Verfahrens 

gemäss kantonalem Submissionsgesetz. Innerhalb der Eingabefrist bis am 25. 

Februar 2013 gingen drei Offerten ein, was zu folgender Rangierung führte:

1. A. SA, Fr. 615'351.05

2. B. AG, Fr. 670'415.35

3. C. GmbH, Fr. 680'240.25

Mit Beschluss vom 19., mitgeteilt am 20. März 2013, erteilte die Regierung den 

Zuschlag der zweitplatzierten B. AG zum Preis von Fr. 670'415.35 (inkl. 

MWST). Die Offerte der A. AG wurde von der Vergabebehörde für ungültig 

erklärt mit der Begründung, dass gegen sie in den letzten 12 Monaten 

Pfändungen vollzogen worden seien und somit ein Ausschlussgrund gemäss 

Art. 22 lit. k SubG bestehe. Gemäss Betreibungsregisterauszug der A. AG 

wurden im relevanten Zeitraum gegenüber derselben zweimal durch die 

Eidgenössische Steuerverwaltung (in der Betreibung Nr. 20120569 über Fr. 

45'920.81 am 13. Juni 2012 und in der Betreibung Nr. 20120783 über Fr. 

31'947.02 am 22. August 2012) und einmal durch die SUVA (in der Betreibung 

Nr. 20120759 über Fr. 125'359.65 am 14. August 2012) insgesamt drei 

Pfändungen vollzogen. In diesem Zusammenhang liegen 

Abzahlungsvereinbarungen (Tilgungspläne) zwischen der A. AG und der 

Eidgenössischen Steuerverwaltung vom 7. und 25. Januar 2013 bzw. der SUVA 

vom 18. Dezember 2012 und 25. Januar 2013 vor.

2. Dagegen erhob die A. AG (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 27. März 

2013 Beschwerde beim Verwaltungsgericht Graubünden mit dem Antrag um 

Aufhebung des Vergabeentscheides vom 19., mitgeteilt am 20. März 2013, und 

der Neuvergabe an sie selber. Eventualiter sei die Sache zur Neuvergabe an 

die Vorinstanz zurückzuweisen. Weiter sei der Beschwerde aufschiebende 

Wirkung zu erteilen. Zur Begründung führt die Beschwerdeführerin an, es 

bestehe eine Ungleichbehandlung und eine damit verbundene 

Wettbewerbsverzerrung zwischen einem Unternehmer, der dem Konkurs 

unterstehe und einem, der einer Betreibung auf Pfändung unterliege. So werde 

letzterer trotz Nachlassverhandlungen gemäss Art. 10 Abs. 3 SubG vom 

Vergabeverfahren ausgeschlossen, was beim vom Konkurs bedrohten 

Unternehmer nicht der Fall sei. Dies laufe Sinn und Zweck des 

Submissionsgesetzes zuwider und sei mit Blick auf die dieselbe Situation nicht 

zu rechtfertigen. Das Ziel von Art. 22 lit. k SubG, die Sicherheit des 

Auftragsgebers bzw. die Risikominimierung von Zahlungsausfällen, könne 

durch die Regelung der Zahlungen an die Gläubiger erfüllt werden. Schliesslich 

habe sie das wirtschaftlich günstigste Angebot abgegeben, weshalb ihr auch 

der Zuschlag für die ausgeschriebene Arbeit zu geben sei.

3. Das Bau-, Verkehrs- und Forstdepartement Graubünden beantragte in seiner 

Vernehmlassung vom 23. April 2013 die Abweisung der Beschwerde. Das 

Angebot der Beschwerdeführerin sei von der Vergabebehörde zu Recht von der 

Beurteilung ausgeschlossen worden. Es seien innerhalb der letzten 12 Monate 

ihr gegenüber Pfändungen vollzogen worden. Auch sei keine 

Ungleichbehandlung gegenüber der Beschwerdeführerin zu erblicken. Der 

Tatbestand des Pfändungsvollzugs innerhalb der letzten 12 Monate bei 

Zahlungsausständen öffentlich-rechtlicher Natur komme für jeden Anbieter, 

unabhängig der Gesellschaftsform, gleichermassen zur Anwendung. Der 

Beschwerdeführerin hätte ihre finanziellen Schwierigkeiten auch im Rahmen 

von Nachlassverhandlungen regeln können. Zudem bestehe Grund zur 

Annahme, dass die Beschwerdeführerin die Steuern und Sozialabgaben auch 

im Zeitpunkt der Offerteneingabe nicht bzw. nicht vollumfänglich bezahlt habe.

4. In ihrer Vernehmlassung vom 23. April 2013 beantragte die B. AG 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin 2) ebenfalls die Abweisung der 

Beschwerde. Die Ungleichbehandlung, welche die Beschwerdeführererin aus 

dem Submissionsgesetz in Bezug auf die der Pfändung unterliegenden 

Schuldner und solchen, welche eine Nachlassstundung beantragt haben, 

ableiten wolle, sei nicht gegeben. Die Angaben der Beschwerdeführerin auf 

dem Formular über die Selbstdeklaration seien teilweise nachweislich falsch mit 

„Ja“ beantwortet worden. Schliesslich erfülle die Beschwerdeführerin gleich 

mehrere Ausschlussgründe. Nebst dem Ausschlussgrund von Art. 22 lit. k 

SubG seien auch die Ausschlussgründe von Art. 22 lit. e SubG und Art. 22 lit. f 

SubG erfüllt.

5. Ein zweiter Schriftenwechsel wurde nicht angeordnet; von Seiten der 

Beschwerdeführerin ging am 8. Mai 2013 noch eine freigestellte Stellungnahme 

ein. Im Wesentlichen führte die Beschwerdeführerin darin aus, es könne nicht 

im Sinne des Submissionsgesetzes sein, dass ein Anbieter, gegen den zwar 

Pfändungen vollzogen worden seien, der aber seine Ausstände zumindest 

geregelt, wenn nicht gar bezahlt habe, vom Verfahren ausgeschlossen werde, 

ein Schuldner, der sich im Nachlassverfahren befinde jedoch nicht. Der Zweck 

der Gesetzesrevision würde vereitelt. Da Vereinbarungen über die 

Abzahlungsraten vorhanden seien und das Betreibungsamt solche nicht 

einseitig verfügen könne, müssten demzufolge die Gläubiger mit vorliegender 

Regelung einverstanden gewesen sein. Mit benannter Vereinbarung sei auch 

die Fälligkeit der Steuern aufgehoben, womit klar sei, dass keine weiteren 

Ausschlussgründe gegeben seien. Die von den Beschwerdegegnerinnen 

behauptete Falschdeklaration liege somit auch nicht vor.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird, soweit 

erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der 

Vergabeentscheid vom 19., mitgeteilt am 20. März 2013, betreffend Stützmauer 

…, worin die Vergabeinstanz (Regierung des Kantons Graubünden) den 

Arbeitsauftrag an die B. AG vergab. Streitig und durch das Gericht zu prüfen ist 

die Frage, ob die drei Pfändungsvollzüge gegen die Beschwerdeführerin 

innerhalb der letzten 12 Monate vor der Zuschlagserteilung zu Recht zum 

Ausschluss vom Vergabeverfahren geführt haben. Insbesondere stellt sich auch 

die Frage, ob mit Rücksicht auf die Abzahlungsvereinbarungen und 

Sicherungsübertragungen nicht davon Abstand genommen werden kann.

2. a) Laut Art. 1 Abs. 2 lit. a und b des Submissionsgesetzes (SubG; BR 803.300) 

bezweckt das Vergaberecht in erster Linie, dass der wirksame Wettbewerb 

unter den Anbietern gefördert wird und die Gleichbehandlung aller Anbieter 

sowie eine unparteiische Vergabe gewährleistet sind. Weiter ist der 

wirtschaftliche Einsatz öffentlicher Mittel zu fördern (Art. 1 Abs. 2 lit. c SubG).

b) Im Lichte genannter Grundsätze ergibt sich, dass Aufträge nur an Anbieter 

vergeben werden, die gewährleisten, dass sie allen öffentlich-rechtlichen 

Verpflichtungen, insbesondere der Bezahlung von Abgaben, Steuern und 

Sozialleistungen, nachkommen. Dabei muss aber ein Ausschlussgrund eine 

gewisse Schwere aufweisen, um vor dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit 

standzuhalten (GALLI/MOSER/LANG/CLERC, Praxis des öffentlichen 

Beschaffungsrechts, 2. Aufl., Zürich 2007, N 294; vgl. auch Art. 11 lit. c BöB, 

Art. 22 lit. f SubG GR). Das Verwaltungsgericht hat diesbezüglich in der 

Vergangenheit einen strengen Massstab angewandt. So hat es z.B. im Urteil 

des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden U 00 78 vom 12. September 

2000 den Ausschluss eines Anbieters bestätigt, der im Zeitpunkt der 

Offerteneinholung Quellensteuern im Betrag von Fr. 16'363.20 noch nicht 

bezahlt hatte (Art. 16 lit. f aSubG); die spätere Zahlung vermochte den Mangel 

nicht zu beheben. Das Gericht sah damals die ratio legis der Bestimmung darin, 

dass Unternehmen, welche ihren finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem 

Staat nicht nachkommen, nicht auch noch von Aufträgen der öffentlichen Hand 

profitieren können. Ähnlich gelagert war der Fall in VGU U 01 41, wo es um 

eine im Zeitpunkt der Offerteneingabe noch nicht bezahlte Rechnung der AHV-

Ausgleichskasse von rund Fr. 4'500.-- für Lohnbeiträge ging. Allerdings ist noch 

anzumerken, dass in beiden Fällen eine nicht korrekte Selbstdeklaration als 

Ausschlussgrund angeführt wurde, was schliesslich auch zur Abweisung der 

Beschwerden führte. Damit sei gesagt, dass nach Praxis des 

Verwaltungsgerichts die Hürde für einen Ausschlussgrund, zumindest was die 

Erfüllung finanzieller Verpflichtungen gegenüber der öffentlichen Hand 

anbelangt, nicht allzu hoch ist.

3. a) Laut Art. 22 lit. k SubG wird ein Angebot von der Berücksichtigung 

insbesondere dann ausgeschlossen, wenn sich der Anbieter in einem 

Konkursverfahren befindet oder gegen ihn in den letzten 12 Monaten eine 

Pfändung vollzogen wurde. 

b) Gemäss Art. 10 Abs. 3 SubG kann der Auftraggeber von einem Anbieter, der 

sich in einem Nachlassverfahren befindet, vor der Zuschlagserteilung eine 

angemessene Sicherheit verlangen.

c) Es gilt festzuhalten, dass vor der Totalrevision des Submissionsgesetzes im 

Jahre 2003 nach Art. 22 lit. k SubG nur ein hängiges Konkursverfahren zu den 

Ausschlussgründen des Vergabeverfahrens zählte. Dies führte zu gewissen 

Ungleichbehandlungen, da nicht sämtliche Anbieter von Gesetzes wegen der 

Betreibung auf Konkurs unterlagen, sondern teilweise lediglich der Betreibung 

auf Pfändung. Die Botschaft vom 4. November 2003 äussert sich zur Änderung 

der benannten Vorschrift im Rahmen der Totalrevision wie folgt: „Da nicht 

zwingend alle Anbieter der Betreibung auf Konkurs unterliegen wird in lit. k 

präzisierend und zwecks Sicherstellung gleich langer Spiesse im Wettbewerb 

zusätzlich festgehalten, dass ein Anbieter vom Vergabeverfahren auch dann 

auszuschliessen ist, wenn in den letzten zwölf Monaten gegen ihn eine 

Pfändung vollzogen wurde“ (vgl. Botschaft der Regierung an den Grossen Rat 

vom 4. November 2003, Heft Nr. 8/2003-2004, S. 330). Gemäss Protokoll des 

Grossen Rates bezog sich die Debatte im Grossen Rat nicht auf die Ergänzung 

des Pfändungsvollzuges in den letzten 12 Monaten, sondern auf eine von der 

Kommissionsmehrheit beantragte Ergänzung des Ausschlussgrundes in Art. 22 

lit. k SubG, wonach auch Anbieter, der sich in einem Nachlassverfahren 

befindet, vom Vergabeverfahren ausgeschlossen werden sollen. Eine 

Kommissionsminderheit zusammen mit der Regierung votierten jedoch für die 

heute gültige Version, d.h. eine Vergabe kann – allenfalls gegen angemessene 

Sicherheit (vgl. Art. 10 Abs. 3 SubG) - auch an einen sich im Nachlassverfahren 

befindenden Anbieter erfolgen, nicht aber an einen im Konkursverfahren (vgl. 

Protokoll des Grossen Rates vom 9. Februar 2004, Art. 22 lit. k SubG, S. 605 

ff.).

4. Die Beschwerdeführerin macht nun geltend, dass mit der Gesetzesnovelle eine 

bestehende Ungleichbehandlung zwar korrigiert wurde, jedoch lediglich durch 

Schaffung einer neuen. So müsste es nach ihrer Ansicht - um die 

Gleichbehandlung der Anbieter zu gewährleisten und damit Art. 8 der 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) zu 

genügen - zulässig sein, dass ein der Betreibung auf Konkurs unterliegender 

Anbieter, gegen den Pfändungen vollzogen worden sind, einem Ausschluss im 

Submissionsverfahren entgehen kann, genau wie ein Anbieter, der seine 

finanziellen Schwierigkeiten auf dem Weg des Nachlassverfahrens regelt. 

Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Die Beschwerdeführerin 

verkennt damit verschiedene Aspekte und Besonderheiten des 

Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG; SR 281.1). So 

ist es jedem Schuldner freigestellt - nicht nur dem konkursfähigen - den Weg 

der Nachlassstundung zu beschreiten. Der Weg der Nachlassstundung wäre 

der Beschwerdeführerin ebenfalls offen gestanden, womit der Vorwurf der 

Ungleichbehandlung i.S.v. Art. 8 BV von Beginn weg nicht stichhaltig ist. In 

diesem Zusammenhang gilt es auch festzuhalten, dass Steuerforderungen und 

andere öffentlich-rechtliche Abgaben (u.a. Steuern, Zölle, Abgaben, Gebühren, 

Sporteln, Geldstrafen, Prämien der obligatorischen Unfallversicherung, Beiträge 

an AHV, IV, EO, ALV) gemäss Art. 43 SchKG insofern eine besondere Stellung 

erhalten, als dass bei solchen Verbindlichkeiten unabhängig von der 

Rechtsnatur des Schuldners ausschliesslich eine Fortsetzung der Betreibung 

auf Pfändung bzw. Pfandverwertung möglich ist. Dies ist vor dem Hintergrund 

zu sehen, dass ein Schuldner nicht wegen jeder noch so geringfügigen 

Verpflichtung gegenüber der öffentlichen Hand mit einer Konkurseröffnung 

rechnen muss. Gleichzeitig erleichtert die Bestimmung die Vollstreckung von 

Steuern, Abgaben und dergleichen, indem der öffentliche Gläubiger nicht im 

Rahmen eines Konkursverfahrens mit privaten Gläubigern konkurrieren muss 

(ACOCELLA, in: STAEHELIN/BAUER/STAEHELIN (Hrsg.), Kommentar zum 

Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, Basel 1998, Art. 43 N 2). 

Somit konnten die Eidgenössische Steuerverwaltung und die SUVA im 

vorliegenden Fall einzig Fortsetzung auf Pfändung verlangen. Die 

Beschwerdeführerin vermag demnach aus der Tatsache, dass anstatt der 

Fortsetzung auf Konkurs richtigerweise die Fortsetzung auf Pfändung verlangt 

und auch durchgeführt wurde, nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Faktisch sind 

nämlich in dieser Konstellation die Pfändungsankündigung der 

Konkursandrohung und der Pfändungsvollzug der Konkurseröffnung 

gleichzusetzen. Es bleibt der Hinweis, dass die vorgetragenen 

Abzahlungsvereinbarungen (Tilgungspläne) betreffend die Eidg. 

Steuerverwaltung vom 7., bzw. 25. Januar 2013 (vgl. act. Bf/Nr. 3 und 4) und 

betreffend die SUVA vom 18. Dezember 2012 bzw. 25. Januar 2013 (vgl. act. 

Bf/Nr. 5) erst im Rahmen des Pfändungsvollzugs gegenüber der 

Beschwerdeführerin erfolgten. Die von ihr behauptete Ungleichbehandlung in 

Art. 22 lit. k SubG besteht somit nicht und die Pfändungsvollzüge können, wie 

bereits erwähnt, im konkreten Fall aufgrund der Art der Forderung sogar einer 

Konkurseröffnung gleichgesetzt werden. Folglich kann eine spätere 

Abzahlungsvereinbarung der Beschwerdeführerin mit ihren Gläubigern keinen 

Einfluss mehr auf die Anwendung von Art. 22 lit. k SubG haben. Hinzu kommt, 

dass selbst ein Schuldner, der sich in einem Nachlassverfahren befindet, 

gestützt auf Art. 22 lit. k SubG vom Verfahren auszuschliessen wäre, wenn 

gegen ihn in den letzten 12 Monaten vor der Offerteingabe Pfändungen 

vollzogen worden sind. Die Beschwerdeführerin wäre demnach auch dann noch 

vom Vergabeverfahren auszuschliessen, wenn sie nach den 

Pfändungsvollzügen Nachlassstundung beantragt hätte. Anders wäre es nur, 

wenn sie zur Abwendung der Pfändungsvollzüge eine Nachlassstundung 

beantragt hätte; diesfalls und für den Fall, dass dieses Gesuch dann auch 

tatsächlich bewilligt worden wäre, wäre es gar nicht zu den Pfändungsvollzügen 

gekommen und die Beschwerdeführerin hätte sich Hoffnung auf die Anwendung 

von Art. 10 Abs. 3 SubG machen können. Die Rüge erweist sich folglich als 

nicht stichhaltig, weshalb die Beschwerde in diesem Punkt abzuweisen ist.

5. a) Weiter ist die Frage zu klären, ob die Situation, wenn sich ein Schuldner nach 

ausgesprochenen Pfändungsvollzügen mit seinen Gläubigern betreffend 

Abzahlung ins Einvernehmen setzt, vergleichbar ist mit der Situation eines 

Schuldners im Nachlassverfahren. Im Konkreten stellt sich die Frage, ob damit 

ein Ausschluss vom Vergabeverfahren mit Blick auf Art. 10 Abs. 3 SubG i.V.m. 

Art. 22 lit. k SubG noch zu rechtfertigen ist. Die Beschwerdeführerin macht 

geltend, es könne nicht im Sinne des Submissionsgesetzes sein, dass ein 

Anbieter, gegen den zwar Pfändungen vollzogen wurden, der aber seine 

Ausstände mittels Abzahlungsvereinbarungen zumindest geregelt oder gar 

bezahlt habe, vom Verfahren ausgeschlossen werde, ein Schuldner hingegen, 

der sich im Nachlassverfahren befinde und keine Gewähr für die Ausführung 

eines Auftrages bieten könne, nicht. Die Anwendung von Art. 22 lit. k SubG 

verstosse damit gegen das Gleichheitsgebot. 

Entgegen der Argumentation der Beschwerdeführerin gibt es durchaus 

Unterschiede, welche es als gerechtfertigt erscheinen lassen, den Schuldner im 

Nachlassverfahren unter Umständen am Submissionsverfahren teilnehmen zu 

lassen, denjenigen hingegen nicht, der erst nach oder beim Pfändungsvollzug 

Anstalten zur Zahlung macht: So prüft ein Richter im Nachlassverfahren, ob ein 

Schuldner in den Genuss des Nachlassverfahrens kommen soll oder nicht; 

dabei wird unter anderem untersucht, wie es zur Schuldenhäufung kam und ob 

die Unternehmung nach der Tilgung noch Chancen auf Weiterbestand hat oder 

nicht. Auch wird im Rahmen eines Nachlassverfahrens sichergestellt, dass alle 

Gläubiger gleich behandelt werden. Nimmt das Nachlassverfahren mit der 

erwähnten Prüfung eine positive Richtung, so spricht auch nichts dagegen, 

diesen Unternehmer zwecks finanzieller Erholung, allenfalls unter Auflagen 

gemäss Art. 10 Abs. 3 SubG, an einem Submissionsverfahren teilnehmen zu 

lassen. Genau diese ganzheitliche Betrachtungsweise fehlt aber bei der 

privaten Schuldenbereinigung, wie sie im vorliegenden Fall vorgenommen 

wurde. Solche bilateralen Abmachungen könnten sich gerade im Hinblick auf 

eine Gleichbehandlung aller Gläubiger als problematisch erweisen. Nach dem 

Gesagten zeigt sich, dass der Zugang zum Submissionswettbewerb für die 

Dauer von mindestens 12 Monaten zum Zweck der Vermeidung von 

Wettbewerbsverzerrungen sachlich gerechtfertigt ist, weshalb die Beschwerde 

abzuweisen ist.

b) Schliesslich gilt es noch anzumerken, dass sich die Prüfung von weiteren 

Ausschlussgründen (vgl. Art. 22 lit. e und f SubG) im konkreten Fall erübrigt, da 

gemäss Art. 22 lit. k SubG bereits ein Ausschlussgrund gegeben ist, der zur 

Abweisung der Beschwerde führt.

6. Zusammenfassend ergibt sich, dass das System von Art. 22 lit. k SubG i.V.m. 

Art.10 Abs. 3 SubG insgesamt stimmig ist und die sich im 

Submissionsverfahren gegenüberstehenden Wettbewerbsteilnehmer gleich 

behandelt. Es kann demnach keine Verletzung von Art. 8 BV bzw. von Art. 2 

Abs. 2 lit. b SubG festgestellt werden. Die Vergabebehörde hat somit die 

Beschwerdeführerin zu Recht gestützt auf Art. 22 lit. k SubG vom Verfahren 

ausgeschlossen, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf Art. 

73 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 370.100) 

vollumfänglich der Beschwerdeführerin auferlegt. Diese werden unter 

Berücksichtigung des Streitwertes auf Fr. 3‘000 festgesetzt. Aufgrund der 

Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin 1 lediglich in ihrem amtlichen 

Wirkungskreis obsiegt hat, ist ihr keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 

78 Abs. 2 VRG). Von der anwaltlich vertretenen Beschwerdegegnerin 2 liegt 

keine Honorarnote bei den Akten. Mit Blick auf die Schwierigkeit der 

Streitsache, den durchgeführten einfachen Schriftenwechsel sowie den Umfang 

der Rechtschriften erscheint dem Gericht eine aussergerichtliche 

Entschädigung von Fr. 3‘000.-- (inkl. MWST) als angemessen. Die 

Beschwerdeführerin hat entsprechend der Beschwerdegegnerin 2 gemäss Art. 

78 Abs. 1 VRG die notwendigen Parteikosten von insgesamt Fr. 3‘000.-- (inkl. 

MWST) zu ersetzen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 3‘000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 295.--

zusammen Fr. 3‘295.--

gehen zulasten der A. SA und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

3. Die A. SA hat die B. AG aussergerichtlich mit Fr. 3‘000.-- (inkl. MWST) zu 

entschädigen.