# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f94f7000-cca7-5b28-8d72-5ebe9af01ed9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-07
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 07.07.2017 110 2016 96
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2016-96_2017-07-07.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2016/96 Bern, 7. Juli 2017

in der Beschwerdesache zwischen

Frau A.________
Beschwerdeführerin

per Adresse B.________

und

C.________
Beschwerdegegner

sowie

Regierungsstatthalteramt Thun, Scheibenstrasse 3, 3600 Thun

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Oberhofen am Thunersee, 
Gemeindeverwaltung, Schoren 1, Postfach 59, 3653 Oberhofen am Thunersee

betreffend die Verfügung des Regierungsstatthalteramts Thun vom 1. Juni 2016 (bbew 
76/2015; Neubau Mehrfamilienhaus, Abbruch erhaltenswerte Scheune)

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdeführerin reichte am 8. Mai 2015 bei der Gemeinde Oberhofen am 

Thunersee ein Baugesuch ein für den Abbruch einer erhaltenswerten Scheune (K-Objekt) 

sowie den Neubau eines Mehrfamilienhauses mit Einstellhalle auf den Parzellen Ober-

hofen am Thunersee Grundbuchblatt Nrn. D.________, E.________ und F.________. Die 

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Parzellen liegen in der Mischzone M2 sowie im Ortsbildschutzgebiet "Dorfkern". Oberhofen 

ist zudem im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler 

Bedeutung (ISOS) als "verstädtertes Dorf" aufgenommen. Mit Entscheid vom 1. Juni 2016 

erteilte das Regierungsstatthalteramt Thun den Bauabschlag. Gleichzeitig erliess es eine 

Baupolizeiverfügung mit folgendem Wortlaut: 

"3.2 Baupolizeiverfügung

3.2.1 Um weitere Schäden am erhaltenswerten Gebäude zu vermeiden, wird die Bauherrschaft 

verpflichtet:

- Die Bauprofile umgehend zu entfernen;

- und das Dach bis am 1. Juli 2016 so zu reparieren, dass kein Wasser mehr eindringt und keine 

weiteren Schäden am erhaltenswerten Baudenkmal entstehen.

3.2.2 Die Baupolizeibehörde Oberhofen wird angewiesen, die angeordneten Massnahmen zu 

überwachen und dem Regierungsstatthalteramt bis am 4. Juli 2016 Meldung zu erstatten."

Schliesslich hielt die Vorinstanz in Ziffer 3.5 des Entscheids fest, aufgrund von Ziffer 3.2 

werde einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzogen.

2. Gegen den Entscheid vom 1. Juni 2016 reichte die Beschwerdeführerin am 11. Juli 

2016 Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) 

ein. Dabei beantragt sie, der Bauabschlag und die baupolizeiliche Verfügung des 

Regierungsstatthalteramts Thun vom 1. Juni 2016 seien aufzuheben und es sei die 

Baubewilligung zu erteilen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an das 

Regierungsstatthalteramt zurückzuweisen. Dabei macht sie vorab geltend, es handle sich 

um ein unverhältnismässiges Abbruchverbot und der Ersatzbau stelle ein gestalterisch 

ebenbürtiges Objekt dar.

3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den 

Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Mit Schreiben vom 18. Juli 2016 stellte 

die Beschwerdeführerin einen Antrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung. 

Nach Anhörung der Verfahrensbeteiligten sowie der Denkmalpflege des Kantons Bern 

(KDP) wurde dieses Gesuch vom Rechtsamt der BVE mit Zwischenverfügung vom 4. 

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191).

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August 2016 teilweise gutgeheissen. Der Entzug der aufschiebenden Wirkung der 

Beschwerde wurde auf die Anordnung beschränkt, wonach die Bauherrschaft verpflichtet 

wird, das Dach so zu reparieren, dass kein Wasser mehr eindringt und keine weiteren 

Schäden am erhaltenswerten Baudenkmal entstehen (Ziffer 3.2.1, zweites Lemma). 

Hinsichtlich der Anordnung, wonach die Bauprofile umgehend zu entfernen sind (Ziffer 

3.2.1, erstes Lemma), wurde die aufschiebende Wirkung wiederhergestellt.

In der Hauptsache beantragen die Beschwerdegegnerin mit Stellungnahme vom 29. Juli 

2016, das Regierungsstatthalteramt mit Vernehmlassung vom 29. Juli 2016 und die 

Gemeinde mit Schreiben vom 11. August 2016 die Abweisung der Beschwerde. Die KDP 

äusserte sich mit Stellungnahme vom 4. August 2016 zur Angelegenheit und kommt dabei 

zum Schluss, dass das Gebäude zu erhalten sei und der Eigentümerschaft eine 

fachgerechte Sanierung insbesondere mit den Finanzhilfen der Denkmalpflege zumutbar 

sei. 

4. Die kantonale Kommission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder (OLK) nahm 

mit Bericht vom 22. September 2016 zum Vorhaben Stellung und kam zum Schluss, dass 

sich dieses ungenügend in das Ortsbildschutzgebiet einfügt. Die Gemeinde beantwortete 

mit Stellungnahme vom 14. September 2016 eine Frage des Rechtsamts der BVE zu den 

erhobenen Gebühren. Zudem ging die Gemeinde in dieser Stellungnahme auf 

Aufforderung des Rechtsamts auf einen Einwand der Beschwerdeführerin ein, zu welchem 

die Gemeinde bis dahin nicht Stellung genommen hat. Die Parteien erhielten danach mit 

Verfügung vom 29. September 2016 Gelegenheit, Schlussbemerkungen einzureichen. 

Nach der Gewährung von zwei Fristverlängerungen reichte die Beschwerdeführerin mit 

Eingabe vom 16. Dezember 2016 ein Parteigutachten zu den ästhetischen Fragen des 

umstrittenen Projekts ein (Gutachten "Neubau Mehrfamilienhaus G.________strasse" vom 

12. Dezember 2016, erstellt durch Architekt Dipl. ETH/SIA H.________). Gleichzeitig führte 

sie aus, das Beweisverfahren könne noch nicht abgeschlossen werden. Es seien noch 

weitere Abklärungen notwendig. Es werde deshalb beantragt, dass ein Augenschein im 

Beisein sämtlicher Verfahrensbeteiligter und unter Berücksichtigung des eingereichten 

Gutachtens durchgeführt werde. 

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5. Mit Verfügung vom 23. Dezember 2016 nahm das Rechtsamt der BVE das 

Beweisverfahren wieder auf. Am 30. Januar 2017 führte es im Beisein der 

Verfahrensbeteiligten sowie einer Vertretung der OLK einen Augenschein mit 

Instruktionsverhandlung durch. Die Beteiligten erhielten Gelegenheit, sich zum Protokoll 

des Augenscheins zu äussern und Schlussbemerkungen einzureichen.

Mit Schreiben vom 16. Februar 2017 legte die bis zu diesem Zeitpunkt beauftragte 

Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ihr Mandat nieder und informierte, der 

Projektverfasser werde mit Blick auf die geplanten architektonischen Anpassungen des 

Bauprojekts die Vertretung der Beschwerdeführerin wieder selber übernehmen. 

Nach der Gewährung einer weiteren Fristerstreckung reichte die Beschwerdeführerin mit 

Eingabe vom 29. März 2017 eine neue Planversion 03 des Plans Fassade Süd-West vom 

29. März 2017 ein, welche drei Varianten der Fassadengestaltung enthält. Dabei 

beantragte sie in der Hauptsache die Fällung eines Bauentscheids gestützt auf das 

unveränderte Projekt (Darstellung A). Eventualiter – wenn bei der Südwestfassade nicht 

die Darstellung A bewilligt werden könne – werde beantragt, das Bauprojekt zur 

Begutachtung der Südwestfassade Darstellung B oder C zur Neubeurteilung an das 

Regierungsstatthalteramt zurückzuweisen. Mit Verfügung vom 31. März 2017 führte das 

Rechtsamt der BVE aus, bei den Darstellungen B und C handle es sich um 

Projektänderungen. Die Beschwerdeführerin werde darauf aufmerksam gemacht, dass 

eine Projektänderung nicht in Form eines Eventualbegehrens zum Gegenstand des 

Verfahrens gemacht werden könne. Sie habe sich damit für eine Variante (Darstellung A, B 

oder C) zu entscheiden. Hierzu wurde ihr eine neue Frist angesetzt.

6. Nach erneuter Gutheissung von zwei Fristverlängerungsgesuchen reichte die 

Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 23. Juni 2017 eine Projektänderung ein 

(Planversion vom 23. Juni 2017 inkl. Information über das generelle Material- und 

Farbkonzept sowie Erstwohnanteil-Nachweis, alle Unterlagen gestempelt vom Rechtsamt 

der BVE am 23. Juni 2017). Sie beantragt, dass das nun vorliegende Projekt durch die 

BVE geprüft und rasch bewilligt werde. Es entspreche nun den Forderungen der lokalen 

Behörde.

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7. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen

a) Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG2. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann 

er – unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel 

angefochten werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im 

vorliegenden Fall das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Sowohl 

Bauentscheide als auch baupolizeiliche Verfügungen können innert 30 Tagen seit 

Eröffnung mit Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden (Art. 40 und Art. 49 Abs. 1 

BauG3) Die BVE ist somit für die Beurteilung der Beschwerde zuständig.

b) Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin des Bauabschlags sowie der 

baupolizeilichen Verfügung durch den vorinstanzlichen Entscheid beschwert und daher zur 

Beschwerdeführung legitimiert (Art. 40 Abs. 2 BauG und Art. 65 Abs. 1 VRPG4). Auf die 

form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

2. Rückweisung

a) Mit Eingabe vom 23. Juni 2017 reichte die Beschwerdeführerin beim Rechtsamt der 

BVE eine Projektänderung ein. Mit dieser änderte sich insbesondere das äussere 

Erscheinungsbild des Gebäudes. So weist das Wohnhaus anstelle der im ursprünglichen 

Bauvorhaben vorgesehenen, vertikalen Holzverschalung neu eine graue Lochfassade 

(mural / verputzt) auf. Weiter veränderte sich die Befensterung: Die Fenster wurden – 

insbesondere bei der Südwestfassade – symmetrisch und achsenbildend angeordnet. Auf 

die im Grundriss des bisherigen Projekts enthaltenen, kleineren Rücksprünge 

2 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1)
3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721). 
4 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21).

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südwestseitig sowie auf die vorgesehenen Balkone im Ober- und im Dachgeschoss dieser 

Fassadenseite hat die Beschwerdeführerin mit der Projektänderung verzichtet. Weitere, 

untergeordnete Veränderungen betreffen die Dachaufbauten sowie die strassenseitige 

Umgebungsgestaltung. Trotz dieser klar erkennbaren Veränderungen am äusseren 

Erscheinungsbild ist das Bauprojekt in den Grundzügen gleich geblieben. So haben sich 

insbesondere die äusseren Masse des Gebäudes (mit Ausnahme der kleineren 

Rücksprünge südwestseitig) sowie die Raumaufteilungen im Inneren nicht verändert. Es 

liegt somit eine Projektänderung im Sinne von Art. 43 Abs. 1 BewD5 vor. Die 

Beschwerdeführerin hat mit dem Einreichen der Projektänderung vor der BVE auf ihr 

ursprüngliches Bauvorhaben verzichtet. Gegenstand ist somit nur das geänderte Projekt.6 

Ob das von der Vorinstanz beurteilte Projekt bewilligungsfähig gewesen wäre, ist nicht 

mehr zu prüfen.

b) Bei Projektänderungen im Sinne von Art. 43 BewD ist die BVE als 

Beschwerdeinstanz befugt, die Sache zur Weiterbehandlung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen (Art. 43 Abs. 3 BewD). Im Falle der Rückweisung zu neuem Entscheid ist 

der angefochtene Entscheid aufzuheben.7

c) Durch die Projektänderung hat sich das äussere Erscheinungsbild des geplanten 

Mehrfamilienhauses deutlich verändert. Damit ist die zentrale Streitfrage der Einordnung 

des Bauvorhabens in das umliegende Strassen-, Quartier- und Ortsbild und das 

Ortsbildschutzgebiet "Dorfkern" neu zu beurteilen. Dies hat einerseits anhand der 

kommunalen Vorgaben zu erfolgen, welche grundsätzlich eine gute Gesamtwirkung von 

Bauten mit ihrer Umgebung verlangen (Art. 411 Abs. 1 GBR8) und zudem in 

Ortsbildschutzgebieten erhöhte Anforderungen an die Einordnung stellen (besonders 

sorgfältige Einfügung in das Ortsbild unter Beachtung der prägenden Elemente des 

betreffenden Ortsbildschutzgebiets, vgl. Art. 511 GBR). Da es sich bei der abzubrechenden 

Scheune um ein erhaltenswertes Objekt handelt, ist bei dieser ästhetischen Beurteilung 

des Neubaus andererseits Art. 10b Abs. 3 BauG zu beachten, wonach im Falle einer 

Neubaute das Baudenkmal durch ein gestalterisch ebenbürtiges Objekt zu ersetzen ist. Bei 

5 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1).
6 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 32-
32d N. 13c.
7 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art.32-32d N.13a.
8 Baureglement der Gemeinde Oberhofen vom 14. Mai 2012, genehmigt durch das AGR am 6. Dezember 
2012.

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der Prüfung der Projektänderung wird abzuklären sein, ob öffentliche oder wesentliche 

nachbarliche Interessen durch die Veränderungen zusätzlich betroffen sind. Nur wenn dies 

nicht der Fall ist, kann das Verfahren ohne erneute Veröffentlichung fortgesetzt werden. 

Unabhängig von dieser Frage sind jedoch die Gemeinde, die Gegenpartei und die von der 

Projektänderung berührten Dritten anzuhören (Art. 43 Abs. 2 und 3 BewD). Für die 

Beurteilung der Einordnung des Vorhabens in die Umgebung wird zudem die kommunale 

Fachstelle für Ästhetikfragen beizuziehen sein. 

d) Für die denkmalpflegerischen Belange ist sodann die KDP beizuziehen, da es sich 

bei der betroffenen Scheune um ein K-Objekt handelt. Die Baubewilligungsbehörde wird – 

unter Einbezug der Fachbehörde und allenfalls Einholens eines Gutachtens – zu beurteilen 

haben, ob der Abbruch der erhaltenswerten Scheune überhaupt zulässig ist. Dies ist nur 

dann der Fall, wenn deren Erhaltung unverhältnismässig wäre (Art. 10b Abs. 3 BauG). Für 

die Beurteilung dieser Frage bedarf es einer Interessenabwägung zwischen den 

öffentlichen Interessen an der Erhaltung des Baudenkmals und den privaten Interessen an 

einem Abbruch bzw. an der Wirtschaftlichkeit einer Sanierung. Diese 

Verhältnismässigkeitsprüfung hat das Regierungsstatthalteramt im bisherigen Verfahren 

noch nicht vorgenommen. Nur wenn die Erhaltung der Scheune als unverhältnismässig 

beurteilt wird, kann an deren Stelle überhaupt ein Neubau realisiert werden. 

e) Schliesslich ist das umstrittene Bauvorhaben auf dessen Vereinbarkeit mit den 

weiteren kommunalen und kantonalen Vorschriften zu überprüfen, sollte ein Abbruch der 

Scheune zulässig sein und der Neubau den ästhetischen Anforderungen genügen. Dies ist 

bisher nicht passiert, wird doch im angefochtenen Entscheid vom 1. Juni 2016 festgehalten 

(Ziffer 2.5, letzter Abschnitt), dass sich eine detaillierte Prüfung des Neubaus aufgrund des 

Fehlens eines gestalterisch ebenbürtigen Projekts erübrige.

f) Demzufolge ist die Sache nicht entscheidreif; über die Projektänderung kann nicht 

ohne weitere Abklärungen entschieden werden. Es ist nicht an der BVE, diese 

Abklärungen erstinstanzlich vorzunehmen. Daher ist die Sache zu neuem Entscheid an die 

Vor-instanz zurückgewiesen. Der angefochtene Entscheid wird aus prozessualen Gründen 

aufgehoben, weil ihm im Umfang der Projektänderung die Grundlage entzogen worden ist.9 

Auch die im vorinstanzlichen Entscheid enthaltene Baupolizeiverfügung (Ziffer 3.2 des 

9 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 32-32d N. 13c mit weiteren Hinweisen

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Entscheids vom 1. Juni 2016) kann aufgehoben werden. Die darin enthaltenen 

Anordnungen hatten zum Ziel, Schäden an der Scheune durch Wassereintritt zu 

verhindern. Durch die angeordnete, sofortige Reparatur des Daches mittels Abdichten der 

Öffnungen wurde dieses Ziel erreicht (vgl. Zwischenverfügung vom 4. August 2016). Das 

mittels Projektänderung geänderte Bauvorhaben muss ebenfalls mit Profilen kenntlich 

gemacht werden. Sollten erneut Anordnungen zur Verhinderung von Schäden an der 

Scheune notwendig sein, können diese im Rahmen des durchzuführenden 

Baubewilligungsverfahrens durch die Vor-instanz angeordnet werden. 

3. Kosten

a) Mit der Aufhebung des angefochtenen Entscheids wird auch die Kostenverfügung der 

Vorinstanz aufgehoben. Aufgrund der Rückweisung an die Vorinstanz wird diese ihre 

Kosten im Entscheid über die Projektänderung jedoch neu verfügen können. Im 

vorliegenden Verfahren erübrigt es sich daher, auf die diesbezügliche Rüge der 

Beschwerdeführerin einzugehen.  

b) Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr. 

Für besondere Untersuchungen, Gutachten und dergleichen können zusätzliche Gebühren 

erhoben werden (Art. 103 Abs. 1 VRPG). Die Pauschalgebühr wird festgesetzt auf 

Fr. 1'400.00 (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 und Art. 20 Abs. 1 GebV10). Darin 

enthalten sind die Kosten für die Zwischenverfügung vom 4. August 2016. Für den 

Augenschein vom 30. Januar 2017 wird in Anwendung von Art. 20 Abs. 1 GebV eine 

zusätzliche Gebühr von Fr. 600.00 erhoben. Die Kosten der OLK (Fr. 900.00 gemäss 

Rechnung vom 4. Oktober 2016 und Fr. 300.00 für die Teilnahme am Augenschein 

gemäss Schreiben vom 7. Februar 2017) werden gestützt auf Art. 11 GebV zusätzlich 

erhoben. Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren betragen somit Fr. 3'200.00.

Die Verfahrenskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt, es sei denn, das 

prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder die besonderen 

Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Wer 

ein Rechtsmittel zurück zieht, den Abstand erklärt, oder auf andere Weise dafür sorgt, dass 

10 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)

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das Verfahren gegenstandslos wird, gilt als unterliegende Partei (Art. 110 Abs. 1 VRPG). 

Die Beschwerdeführerin hat mit der Einreichung der Projektänderung dafür gesorgt, dass 

die Sache zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückgewiesen und das 

Beschwerdeverfahren als erledigt vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben wird. In der 

Sache gilt sie daher als vollumfänglich unterliegend. Die Beschwerdeführerin obsiegt zwar 

teilweise mit ihrem formellen Antrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung 

(vgl. Zwischenverfügung vom 30. Januar 2017). Damit obsiegt sie jedoch in einem so 

geringfügigen Mass, dass dies bei der Kostenverteilung nicht zu berücksichtigen ist. Als 

unterliegende Partei hat die Beschwerdeführerin damit die Verfahrenskosten von 

Fr. 3'200.00 zu tragen.

c) Die Parteikosten umfassen den durch die berufsmässige Parteivertretung 

anfallenden Aufwand (Art. 104 Abs. 1 VRPG). Vorliegend war lediglich die 

Beschwerdeführerin (bis zur Mandatsniederlegung der Rechtsvertreterin am 16. Februar 

2017) anwaltlich vertreten. Als unterliegende Partei hat sie jedoch keinen Anspruch auf 

Parteikostenersatz (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Somit sind keine Parteikosten zu sprechen.

III. Entscheid

1. Der Entscheid des Regierungsstatthalteramts Thun vom 1. Juni  2016 wird 

aufgehoben.

2. Die Sache wird zur Beurteilung der Projektänderung vom 23. Juni 2017 im Sinne der 

Erwägungen an das Regierungsstatthalteramt Thun zurückgewiesen. Im Übrigen 

wird das Beschwerdeverfahren als erledigt vom Geschäftsverzeichnis 

abgeschrieben.

3. Die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 23. Juni 2017 inkl. 

Projektänderungsunterlagen wird den Verfahrensbeteiligten zugestellt (dem 

Regierungsstatthalteramt Thun 2-fach). 

4. Die Vorakten sowie die von der Gemeinde eingereichten Pläne des bisherigen 

Bauvorhabens (Situationsplan vom 8. Mai 2015, Projektplan vom 23. März 2016 und 

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Umgebungsplan vom 17. Dezember 2015) gehen zurück an das 

Regierungsstatthalteramt Thun.

5. Die Verfahrenskosten von Fr. 3'200.00 werden der Beschwerdeführerin zur 

Bezahlung auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid 

in Rechtskraft erwachsen ist. 

6. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- B.________, eingeschrieben

- C.________, mit Beilage gemäss Ziff. 3, eingeschrieben

- Regierungsstatthalteramt Thun, mit Beilagen gemäss Ziffer 3 und 4, eingeschrieben

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Oberhofen am Thunersee, 

Gemeindeverwaltung, mit Beilage gemäss Ziffer 3, eingeschrieben

- Denkmalpflege des Kantons Bern (KDP), Münstergasse 32, 3011 Bern, A-Post

- Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), z.H. Sekretariat der Kommission zur 

Pflege der Orts- und Landschaftsbilder (OLK), Nydeggasse 11/13, 3011 Bern, per 

Kurier

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

Barbara Egger-Jenzer

Regierungsrätin