# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 026740a7-1638-5ec0-9c3b-c9381fd5ef25
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-10-27
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 27.10.2016 SK 2013 194
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2013-194_2016-10-27.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil 
SK 13 194

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 27. Oktober 2016 

Besetzung Oberrichter Vicari (Präsident), Oberrichter Weber, Oberrichter 
Guéra
Gerichtsschreiberin Lauber

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Fürsprecherin B.________

Beschuldigte/Berufungsführerin

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeer-
strasse 10, Postfach 6250, 3001 Bern

und

C.________
D.________
E.________
F.________
G.________

Straf- und Zivilkläger

Gegenstand mehrfacher Betrug

Berufung gegen das Urteil des Kantonalen Wirtschaftsstrafge-
richts (Kollegialgericht) vom 26. Februar 2013 (WSG 2012 15-19)

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Inhaltsverzeichnis
I. Formelles..........................................................................................................................4

1. Erstinstanzliches Urteil ................................................................................................4
2. Berufung ......................................................................................................................4
3. Beweisanträge der Beschuldigten und Beweisergänzungen.......................................5
4. Anträge der Beschuldigten ..........................................................................................5
5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer.....................................................5

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung ..................................................................................7
6. Ausgangslage / Verurteilung von H.________ / strittiger Sachverhalt ........................7

6.1 Ausgangslage / Verurteilung von H.________ ...................................................7

6.2 Strittiger Sachverhalt.........................................................................................14

7. Beweismittel...............................................................................................................14
8. Erwägungen der Vorinstanz ......................................................................................14
9. Vorbringen der Verteidigung......................................................................................15
10. Beweiswürdigung der Kammer.............................................................................16

10.1 Vorbemerkung ..................................................................................................16

10.2 Aussagen von H.________...............................................................................16

10.3 Verknüpfung / übrige Beweismittel ...................................................................22

10.4 Aussagen der Beschuldigten ............................................................................25

10.5 Gesamtheitliche Würdigung / Beweisergebnis .................................................30

III. Rechtliche Würdigung ....................................................................................................33
IV.Strafzumessung .............................................................................................................39

11. Überprüfung durch die Kammer ...........................................................................39
12. Grundsätze der Strafzumessung..........................................................................39
13. Konkretes Vorgehen und Strafrahmen .................................................................40
14. Tatkomponenten für die Tatgruppe ......................................................................40

14.1 Objektive Tatschwere .......................................................................................40

14.2 Subjektive Tatschwere......................................................................................41

14.3 Fazit Tatverschulden.........................................................................................41

14.4 Täterkomponenten............................................................................................41

14.5 Verletzung des Beschleunigungsgebots...........................................................43

14.6 Konkretes Strafmass, Strafart und Strafvollzug ................................................43

V. Zivilpunkt ........................................................................................................................44
VI.Kosten und Entschädigung ............................................................................................44

15. Verfahrenskosten .................................................................................................44
15.1 Erstinstanzliches Verfahren ..............................................................................44

15.2 Oberinstanzliches Verfahren.............................................................................45

3

16. Amtliche Entschädigung .......................................................................................45
16.1 Erstinstanzliches Verfahren ..............................................................................46

16.2 Oberinstanzliches Verfahren.............................................................................46

17. Entschädigung / Genugtuung ...............................................................................46
VII. Anmerkung ................................................................................................................47
VIII. Dispositiv ...................................................................................................................48

4

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil des Kantonalen Wirtschaftsstrafgerichts (Kollegialgericht) vom 26. Febru-
ar 2013 wurde A.________ (nachfolgend: Beschuldigte) schuldig erklärt des mehr-
fachen Betrugs, begangen in der Zeit von ca. September 2009 bis ca. Ende Okto-
ber 2009 in K.________(Ortschaft), z.N. von 31 Personen gemäss Anhang III (da-
von in einem Fall vollendeter Versuch) im Deliktsbetrag von CHF 35‘645.00 (davon 
CHF 520.00 vollendeter Versuch; pag. 21 178, 21 201 f.; Ziff. V des erstinstanzli-
chen Urteils). Die Vorinstanz verurteilte die Beschuldigte zu einer Gelstrafe von 
150 Tagessätzen à CHF 40.00, ausmachend total CHF 6‘000.00. Der Vollzug wur-
de aufgeschoben und die Probezeit wurde auf zwei Jahre festgesetzt. Weiter wur-
de die Beschuldigte zur Bezahlung der auf ihren Schuldspruch entfallenden Verfah-
renskosten von CHF 5‘250.00 verurteilt (pag. 21 178; Ziff. V des erstinstanzlichen 
Urteils). 

Mit demselben Urteil sprach die Vorinstanz drei weitere Personen, H.________, 
I.________ und J.________, wegen diverser Delikte, u.a. wegen gewerbsmässigen 
Betrugs, schuldig und verurteilte diese zu höheren Strafen (pag. 21 174 ff.; Ziff. II-
IV des erstinstanzlichen Urteils). Ausgehend vom ausgesprochenen Strafmass 
muss H.________ als zentrale Figur bezeichnet werden (Gesamtstrafe von 5 ½ 
Jahren, unter Einbezug einer Reststrafe; pag. 21 175; Ziff. II des erstinstanzlichen 
Urteils). Sein Schuldspruch lautet begangen mit I.________ und J.________ sowie 
mit der Beschuldigten, wobei die Beschuldigte nur mit H.________ und das Ehe-
paar I.________ und J.________ ebenfalls nur mit H.________ zusammen delin-
quiert haben. H.________ und in einem Fall I.________ und J.________ wurden 
solidarisch zur Bezahlung der Zivilforderungen der Privatkläger verpflichtet (pag. 21 
182 f.; Ziff. X des erstinstanzlichen Urteils). Die Beschuldigte ist von den Zivilklagen 
nicht betroffen. H.________ und das Ehepaar I.________ und J.________ haben 
das erstinstanzliche Urteil akzeptiert. Die Straf- und Zivilkläger haben ebenfalls kein 
Rechtsmittel ergriffen. Das erstinstanzliche Urteil ist demnach bezüglich 
H.________, I.________ und J.________ in Rechtskraft erwachsen (Ziff. I-IV, VI-
VIII, X, XI des erstinstanzlichen Urteils). 

2. Berufung

Mit Eingabe vom 1. März 2013 meldete die Beschuldigte gegen das Urteil der 
Vorinstanz frist- und formgerecht Berufung an (pag. 21 291). Nach Zustellung der 
schriftlichen Urteilsbegründung mit Verfügung vom 3. Juli 2013 (pag. 21 526 ff.) er-
klärte die Beschuldigte am 19. Juli 2013 frist- und formgerecht die Berufung, wobei 
sie diese gegen den Schuldspruch wegen mehrfachen Betrugs gemäss Ziff. V so-
wie gegen die Entschädigung gemäss Ziff. IX des erstinstanzlichen Urteils richtete 
(pag. 21 535). Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete mit Schreiben vom 
12. August 2013 auf die Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren (pag. 21 557). 

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Seitens der Privatkläger langte keine Stellungnahme ein (vgl. pag. 21 578). Mit 
Schreiben vom 10. August 2015 teilte die Beschuldigte mit, dass sie die Durch-
führung einer mündlichen Verhandlung wünsche (pag. 21 619). Mit begründetem 
Beschluss vom 15. März 2016 wies die 1. Strafkammer diverse Zivilkläger aus dem 
Verfahren (pag. 21 627 f.). Mit Verfügung vom 19. April 2016 wurde die Berufungs-
verhandlung vom 2. Mai 2016 aufgrund bisher nicht möglicher Kontaktaufnahme 
der Verteidigung mit der Beschuldigten abgesetzt (pag. 21 682 f.). Am 15. Juni 
2016 wurde nach erfolgter Kontaktaufnahme zur Berufungsverhandlung vorgeladen 
(pag. 21 699 ff.). Die Berufungsverhandlung vor der 1. Strafkammer des Oberge-
richts Bern fand am 27. Oktober 2016 in Anwesenheit der Beschuldigten und ihrer 
Verteidigerin statt (pag. 21 727 ff.). 

3. Beweisanträge der Beschuldigten und Beweisergänzungen 

Die Verteidigerin stellte mit Berufungserklärung vom 19. Juli 2013 den Antrag, es 
sei die Arbeitsbestätigung des ehemaligen Arbeitgebers der Beschuldigten in 
L.________(Land) zu den Akten zu erkennen (pag. 21 536). Mit Verfügung vom 
2. September 2014 wurde die Verteidigerin angefragt, ob sie an ihrem Beweisan-
trag festhalte. Sollte dies der Fall sein, habe sie das entsprechende Dokument ein-
zureichen (pag. 21 577 f.). Die Arbeitsbestätigung wurde in der Folge nicht einge-
reicht. 

Von Amtes wegen wurden oberinstanzlich beweisergänzend ein aktueller Leu-
mundsbericht (inkl. Erhebungsformular wirtschaftliche Verhältnisse) sowie ein ak-
tueller Strafregisteraufzug eingeholt und der Beschuldigten zur Kenntnis gebracht 
(pag. 21 721 ff.; 21 725; 21726). 

4. Anträge der Beschuldigten

Fürsprecherin B.________ stellte und begründete namens der Beschuldigten an-
lässlich der Berufungsverhandlung vom 27. Oktober 2016 folgende Anträge 
(pag. 21 732):
«A.________ sei freizusprechen des mehrfachen Betrugs, angeblich begangen in der Zeit von ca. 
September 2009 bis ca. Ende Oktober 2009 im Raum K.________(Ortschaft), z.N. von mindestens 31 
Personen, im Deliktsbetrag von CHF 35‘645.00; 
unter Auflage der entstandenen Verfahrenskosten an den Staat und unter Ausrichtung einer ange-
messenen Entschädigung gestützt auf Art. 429 StPO in gerichtlich zu bestimmender Höhe.
Des Weiteren
1. sei das Honorar für die amtliche Verteidigung in erster und zweiter Instanz gemäss Kostennoten 

festzusetzen;
2. seien allfällige weitere Verfügungen von Amtes wegen zu erlassen.»

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Die Beschuldigte hat mit ihrer Berufungserklärung Ziff. V und IX des erstinstanzli-
chen Urteils angefochten. Die Kammer hat infolge der Berufung der Beschuldigten 
das erstinstanzliche Urteil sowohl im Schuld- und Sanktionspunkt als auch im Kos-
ten- und Entschädigungspunkt zu überprüfen. Sie verfügt hierzu über volle Kogniti-
on (Art. 398 Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]), 

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ist jedoch aufgrund der alleinigen Berufung der Beschuldigten an das Verschlechte-
rungsverbot (Art. 391 Abs. 1 StPO) gebunden, d.h. sie darf das Urteil nicht zu Un-
gunsten der Beschuldigten abändern. Die weiteren Verfügungen, welche auch die 
Beschuldigte betreffen (Ziff. XI/2-5 des erstinstanzlichen Urteils), wurden nicht an-
gefochten. Diese sind demnach in Rechtskraft erwachsen. 

Ein Urteil muss den durch die zugelassene Anklage definierten Verfahrensgegen-
stand in allen Einzelheiten beurteilen. Was das bei Tatmehrheit bedeutet, klärte 
das Bundesgericht in einem neuen Grundsatzentscheid (Urteil 6B_988/2015 vom 
8. August 2016, zur Publikation vorgesehen). Dabei änderte es seine bisherige 
Rechtsprechung. Das Bundesgericht führte in seinem Entscheid aus, dass im Fall 
von angeklagter Tateinheit auch dann ein einheitlicher Schuldspruch erfolgen müs-
se, wenn einzelne Tathandlungen unbewiesen blieben (Ziff. 1.3 des Urteils). Bei 
Tatmehrheit gelte aber Folgendes (Ziff. 1.3 des Urteils):
«[…] Wird hingegen nicht wegen aller Delikte verurteilt, die nach Auffassung der Anklage in Tatmehr-
heit begangen worden sein sollen, muss – soweit es nicht zur Verurteilung oder einer Einstellung 
kommt – ein Freispruch erfolgen, um die Anklage erschöpfend zu behandeln. Dies gilt auch dann, 
wenn das Gericht das Konkurrenzverhältnis anders beurteilt als in der Anklage dargestellt und der 
Meinung ist, dass bei zutreffender rechtlicher Würdigung Tateinheit vorliegt. Beim Wegfall tatmehr-
heitlich angeklagter Delikte aufgrund der Annahme einer (rechtlichen) Bewertungseinheit ist der An-
geklagte hingegen auch bei einem Schuldspruch wegen einfacher Tatbegehung nicht freizusprechen, 
wenn sich die weggefallenen materiell-rechtlich selbständigen Taten als Bestandteil der Tat erweisen, 
derentwegen eine Verurteilung erfolgt. Denn in einem solchen Fall wird der gesamte Verfahrensge-
genstand durch die Verurteilung erschöpfend erledigt. Ein Teilfreispruch hat hingegen zu ergehen, 
wenn eine oder mehrere der angeklagten Taten nicht erwiesen sind und somit nicht Bestandteil der 
durch die Verurteilung zu einer Bewertungseinheit zusammengefassten Taten sind. […]. Dass die 
Staatsanwaltschaft die tatmehrheitlich begangenen Taten unter einer Anklageziffer sowie materiell-
rechtlich zu einer Bewertungseinheit zusammenfasst, rechtfertigt es entgegen der bisherigen bundes-
gerichtlichen Rechtsprechung nicht, auf einen formellen Freispruch zu verzichten, sofern das Kollek-
tivdelikt noch erfüllt ist.»

Vorliegend lautet die Anklage gegen die Beschuldigte auf gewerbsmässigen Be-
trug, ev. Gehilfenschaft dazu, gemeinsam begangen mit H.________ in der Zeit 
von ca. Mai 2009 bis ca. November 2009 z.N. von mindestens 101 Personen im 
Deliktsbetrag von mindestens CHF 151‘751.00 (pag. 19 017 f.). Der Beschuldigten 
wurden Tathandlungen im Rahmen der Scheinunternehmung 
M.________(Unternehmung) (Zeitraum: ca. Mai 2009 bis ca. Ende August 2009) 
und der Scheinunternehmung N.________(Unternehmung) (Zeitraum: ca. Septem-
ber 2009 bis ca. Ende Oktober 2009) vorgeworfen. Es handelt sich mithin vorlie-
gend um tatmehrheitlich angeklagte Delikte. Die Vorinstanz sprach die Beschuldig-
te lediglich bezüglich des Sachverhaltskomplexes «N.________(Unternehmung)» 
(Deliktszeitraum: ca. September 2009 bis ca. Ende Oktober 2009) schuldig, da sie 
den Täuschungswillen der Beschuldigten erst für den Zeitpunkt des Wechsels von 
der M.________(Unternehmung) zur N.________(Unternehmung) als erstellt er-
achtete (pag. 21 458; S. 112 der Urteilsbegründung). Hinsichtlich des Sachver-
haltskomplexes «M.________(Unternehmung)» (Deliktszeitraum: ca. Mai 2009 bis 
ca. Ende August 2009) fällte die Vorinstanz keinen formellen Freispruch. Der Be-

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schuldigten wurden indes die Verfahrenskosten nur anteilsmässig, den Schuld-
spruch betreffend, auferlegt (vgl. pag. 21 487; S. 141 der Urteilsbegründung). 
Gemäss vorstehend wiedergegebener neuer bundesgerichtlicher Rechtsprechung 
muss die Anklage im Falle von tatmehrheitlich angeklagten Delikten erschöpfend 
behandelt werden. Das bedeutet, dass auch über den angeklagten Sachverhalts-
komplex betreffend die M.________(Unternehmung) formell befunden werden 
muss. Da das erstinstanzliche Urteil ausschliesslich von der Beschuldigten ange-
fochten wurde und demnach das Verschlechterungsverbot gilt, steht insoweit ein 
formeller Freispruch ausser Frage (vgl. E. III hiernach und E. VI betreffend die Ver-
fahrenskosten und die amtliche Entschädigung). 

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Ausgangslage / Verurteilung von H.________ / strittiger Sachverhalt

6.1 Ausgangslage / Verurteilung von H.________ 

Der Beschuldigten wird gemäss Anklageschrift vom 29. Juni 2012 Folgendes vor-
geworfen (pag. 19 017 ff.; Ziff. I/D der Anklageschrift):
«A.________ wird gewerbsmässiger Betrug vorgeworfen, gemeinsam begangen mit H.________. 
Eventualiter wird ihr vorgeworfen, am gewerbsmässigen Betrug von H.________ vorsätzlich Hilfe ge-
leistet zu haben. Dies in der Zeit von ca. Mai 2009 bis ca. November 2009 im Raum 
K.________(Ortschaft) (Handlungsort) und in der Schweiz (Erfolgsort) z.N. von mindestens 101 Per-
sonen und im Deliktsbetrag von mindestens CHF 151‘751.00 gemäss Listen im Anhang 5 durch fol-
gendes Vorgehen:

A.________ lernte H.________ im Frühjahr 2009 im Raum K.________(Ortschaft) kennen, wo sie mit 
ihrer Familie lebte. Im Mai 2009 zog H.________ für ca. drei Wochen mit A.________ und deren Fa-
milie zusammen. H.________ konnte A.________ dazu gewinnen, bei seinen Machenschaften mit-
zumachen. Im Rahmen der Scheinunternehmen M.________(Unternehmung) und 
N.________(Unternehmung) führte A.________ unter Verwendung eines falschen Namens 
(O.________ und R.________) die Telefonate mit den Interessenten. Sie erteilte den Kunden Aus-
kunft über die Kreditvergabe und erweckte bei diesen den Entschluss oder bestärkte sie darin, einen 
Kredit zu beantragen. Sie teilte den Interessenten in der Regel anlässlich eines ersten Telefonge-
sprächs mit, wie die Kreditvergabe abläuft und dass vorgängig eine Gebühr oder eine Versicherungs-
prämie geleistet werden müsste. In einem zweiten Telefongespräch teilte A.________ den Interessen-
ten die Zusage des Kredits mit. A.________ unterzeichnete und verschickte teilweise auch die pro-
fessionell und seriös erscheinenden Unterlagen und Schreiben der jeweiligen Scheinfirma und 
schloss so mit den Interessenten/Kunden Verträge ab. In diesen Schreiben wurde den Interessenten 
mitgeteilt, dass ihre Anfrage positiv ausgefallen sei und die Auszahlung der Kreditsumme ausgeführt 
werden würde. Weiter wurden die Kunden aufgefordert, Gebühren oder Versicherungsprämien zu 
leisten. A.________ vertröstete die Kunden auch telefonisch, um diese zu weiteren Zahlungen zu be-
wegen und damit der Schwindel nicht aufflog.

A.________ und H.________ waren nicht willens oder in der Lage, Kredite auszuzahlen. Sie spra-
chen bewusst ein Publikum an, welches aufgrund der regelmässig mangelnden Erfahrung in finanziel-
len bzw. geschäftlichen Angelegenheiten und insbesondere wegen dessen prekärer finanzieller Lage 
jeden Strohhalm ergriff, der unbürokratische Hilfe versprach. Sie handelten im Bewusstsein, dass die 

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Kreditsuchenden ihre Machenschaften nicht durchschauen und ihre Angaben nicht überprüfen wür-
den und auch nur mit unverhältnismässigem Aufwand überprüfen konnten.

A.________ täuschte zusammen mit H.________ durch dieses Vorgehen mindestens 101 Interessen-
ten bzw. Kunden und brachte sie dazu, Kostenvorschüsse oder Versicherungsprämien in der Höhe 
von mindestens CHF 151‘751.00 einzuzahlen. Die Interessenten bzw. Kunden leisteten die entspre-
chenden Zahlungen, weil sie aufgrund der Angaben der Beschuldigten davon ausgingen, tatsächlich 
einen Kredit zu erhalten. Weil keine der zugesicherten bzw. vertraglich vereinbarten Gegenleistungen 
erbracht wurden und auch nicht erbracht werden konnten, sowie der Anspruch auf Rückzahlung er-
heblich gefährdet war respektive aufgrund des laufenden Verbrauchs der Gelder keine Aussicht auf 
Rückzahlung bestand, schädigten A.________ und H.________ diese Personen an deren Vermögen.

A.________ partizipierte mit ca. CHF 10‘000.00 an den eingegangenen Kundengeldern und verwen-
dete dieses Geld zur Bestreitung des Lebensunterhaltes.

A.________ handelte dabei mit der Absicht, sich unrechtmässig zu bereichern und sich ein Einkom-
men für die Finanzierung ihres Lebensunterhaltes zu verschaffen.

A.________ handelte mit direktem Vorsatz, zumindest jedoch mit Eventualvorsatz. Sie wusste, dass 
sie und H.________ unter falschem Namen auftraten. Auf Grund der Kundenreaktionen musste sie 
wissen, dass keine Kredite ausbezahlt wurden. Durch ihren direkten Kontakt mit den Interessen-
ten/Kunden wusste sie, dass diese in der Regel keine Erfahrung in finanziellen bzw. geschäftlichen 
Angelegenheiten hatten und in prekärer finanzieller Lage waren. Weiter wusste sie, dass die Kredite 
nach relativ kurzer Zeit unter dem Namen einer anderen Gesellschaft (N.________(Unternehmung)) 
und mit neuer Masche (Versicherungsprämie) vermittelt wurden, weil das erste Geschäft 
(M.________(Unternehmung)) nicht funktionierte. Weil Sie insbesondere auch bei der zweiten Gesell-
schaft unter einem zweiten Falschnamen mitmachte, nahm Sie den Betrug zumindest in Kauf. [...].»

Die der Beschuldigten vorgeworfenen Handlungen stehen im Zusammenhang mit 
dem deliktischen Vorgehen von H.________ mit den Scheinunternehmungen 
M.________(Unternehmung) und N.________(Unternehmung). H.________ wur-
den insoweit folgende Vorwürfe gemacht (pag. 19 005 ff.; Ziff. I/A/1 der Anklage-
schrift):
«H.________, vgt., wird gewerbsmässiger Betrug vorgeworfen, teilweise begangen mit I.________, 
J.________ und A.________ in der Zeit von Februar 2008 bis März 2010 in S.________(Ortschaft), 
U.________(Ortschaft), V.________(Ortschaft), L.________(Land) (u.a. im Raum 
K.________(Ortschaft)) und eventuell anderswo z.N. von mindestens 391 Personen (davon Versuch 
mindestens 66 Personen) im Deliktsbetrag von gesamthaft mindestens CHF 565‘146.76 und 
EUR 8‘122.27 (davon Versuch mindestens 48‘592.50) gemäss Listen im Anhang 2 durch folgendes 
Vorgehen:

Ca. im Januar 2008 lernte H.________ I.________ kennen. Er befand sich zu diesem Zeitpunkt noch 
im Strafvollzug. H.________ konnte I.________ dazu gewinnen, die Einzelunternehmung 
W.________(Unternehmung) zu gründen und im Handelsregister eintragen zu lassen. In der Folge 
bot H.________ mittels Zeitungs- sowie Internetinseraten in den meisten Fällen Kredite und teilweise 
Schuldensanierungen oder Schuldenübernahmen an. Dazu bediente er sich nicht seines eigenen 
Namens, sondern besagter Einzelunternehmung W.________(Unternehmung) und später der 
Scheinunternehmen X.________(Unternehmung), M.________(Unternehmung), 
N.________(Unternehmung) und Y.________(Unternehmung) sowie diverser Falschnamen. Über die 
jeweilige (fiktive) Gesellschaft inserierte H.________ in der Regel in der Gratiszeitung „20 Minuten“. 
Die Inserate richteten sich an Privatpersonen in finanziellen Schwierigkeiten und enthielten in der Re-

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gel eine Telefonnummer. Die eingehenden Anrufe nahm H.________ selber, unter einem Falschna-
men, via Drittpersonen oder Büroservice entgegen. Teilweise erfolgte die Kommunikation auch via 
Post oder E-Mail. Den Interessenten wurde jeweils telefonisch sowie mittels professionell und als se-
riös erscheinenden Vertragsunterlagen mitgeteilt, dass ihre Anfrage positiv ausgefallen sei und die 
Auszahlung der Kreditsumme und/oder die Schuldensanierung/Schuldenübernahme ausgeführt wer-
den würde. Den Kunden spiegelte H.________ vor, eine grössere und seriöse Kredit- bzw. Schulden-
sanierungsgesellschaft zu vertreten. Die Interessenten wurden aufgefordert, Kostenvorschüsse, Ra-
tenzahlungen, Gebühren oder Versicherungsprämien zu leisten.

H.________ eröffnete teilweise unter Falschnamen, so Z.________ und AA.________ (vgl. Ziff. I.A.2 
nachstehend), diverse Bankkonten im In- und Ausland, welche er für die Einzahlungen der Kunden 
sowie für seine Bezüge benützte. Die Post liess er sich mittels fiktiven Adressen und Nachsendeauf-
trägen an ein Postfach im Raum K.________(Ortschaft) zustellen, wo er sich ab August 2008 bis zu 
seiner Verhaftung am 9. März 2010 aufhielt.

H.________ war nicht willens oder in der Lage, Kredite auszuzahlen oder Schulden zu sanieren oder 
zu übernehmen. Er sprach bewusst ein Publikum an, von welchem er erfahrungsgemäss wusste, 
dass es aufgrund der regelmässig mangelnden Erfahrung in finanziellen bzw. geschäftlichen Angele-
genheiten und insbesondere wegen dessen prekärer finanzieller Lage jeden Strohhalm ergreifen wür-
de, der unbürokratische Hilfe versprach. Er handelte im Bewusstsein, dass die Interessenten bzw. 
Kunden seine Machenschaften nicht durchschauen und seine Angaben nicht überprüfen würden und 
auch nur mit unverhältnismässigem Aufwand überprüfen konnten.

H.________ täuschte durch dieses Vorgehen mindestens 325 Interessenten bzw. Kunden und brach-
te diese dazu, Ratenzahlungen oder Kostenvorschüsse in der Höhe von mindestens 516‘554.26 und 
EUR 8‘122.27 einzuzahlen. Die Interessenten bzw. Kunden leisteten die entsprechenden Zahlungen, 
weil sie auf Grund der Angaben der Beschuldigten davon ausgingen, tatsächlich einen Kredit zu er-
halten respektive dass tatsächlich eine Schuldensanierung durchgeführt werde. Weil die jeweiligen 
(Schein-)Unternehmen keine der zugesicherten bzw. vertraglich vereinbarten Gegenleistungen er-
brachten und auch nicht erbringen konnten, sowie der Anspruch auf Rückzahlung erheblich gefährdet 
war respektive aufgrund des laufenden Verbrauchs der Gelder keine Aussicht auf Rückzahlung be-
stand, schädigte H.________ diese Personen an deren Vermögen. Mit den eingenommenen Geldern 
finanzierte H.________ seine weiteren Handlungen im Rahmen des gewerbsmässigen Betruges, sei-
nen Lebensunterhalt und es wurde teilweise auch der Lebensunterhalt von I.________, J.________ 
und A.________ finanziert.

In mindesten 66 Fällen (50 Personen und CHF 38‘880.00 Deliktsbetrag bei 
W.________(Unternehmung) und 16 Personen und CHF 9‘712.50 Deliktsbetrag bei 
Y.________(Unternehmung)) wurden die Kunden zwar getäuscht, aber es erfolgte keine Einzahlung.

H.________ handelte dabei mit der Absicht, sich unrechtmässig zu bereichern und sich ein Einkom-
men für die Finanzierung seines Lebensunterhaltes zu verschaffen.

Mittäter / Teilnehmer: - I.________ und J.________

(im Rahmen der W.________(Unternehmung))

- A.________

(im Rahmen der M.________(Unternehmung) und der 
N.________(Unternehmung))»

H.________ ist bezüglich aller Anklagepunkte geständig (vgl. pag. 21 376; S. 30 
der Urteilsbegründung). Er gab an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung an, 

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dass er die Anklageschrift vollständig akzeptiere (pag. 21 020 Z. 13). Dementspre-
chend wurde H.________ wegen gewerbsmässigem Betrug, teilweise gemeinsam 
begangen mit I.________ und J.________ sowie der Beschuldigten, schuldig er-
klärt (pag. 21 174; Ziff. II/1 des erstinstanzlichen Urteils). 

Dem vorinstanzlichen Motiv lässt sich bezüglich der Vorgehensweise von 
H.________ mit den Unternehmungen M.________(Unternehmung) und 
N.________(Unternehmung) Folgendes entnehmen (pag. 21 388 ff.; S. 42 ff. der 
Urteilsbegründung): 
«5.1.1 M.________(Unternehmung)

Das von der M.________(Unternehmung) geschaltete Inserat lautete wie folgt: „Finanzhilfe: Geldsor-
gen, Schulden, Cash-Service M.________(Unternehmung), .________(Telefonnummer)“ (pag. 09 02 
001).

Nachdem die Kunden auf dieses Inserat reagiert hatten, erhielten sie standardmässig ein Schreiben 
der M.________(Unternehmung) mit dem Titel „definitive Kreditzusage“. In diesem Schreiben wurde 
mitgeteilt, dass die M.________(Unternehmung) ein Finanzinstitut gefunden habe, welches bereit sei, 
dem Kunden trotz dessen erheblicher finanzieller Probleme ein Darlehen zu gewähren. Das Finanzin-
stitut habe einen einwandfreien Ruf. Als Kondition wird ein effektiver Jahreszins von 10.12 % genannt, 
es wurde eine monatliche Rückzahlungsrate abhängig von der Höhe des ersuchten Darlehens be-
rechnet und eine unterschiedlich hohe Bearbeitungs- und Vermittlungsgebühr gefordert, deren Hälfte 
sofort zu bezahlen sei. Unterzeichnet wurde das Schreiben standardmässig mit „O.________, sales 
manager“ (vgl. pag. 09 02 002 f.).

Weiter wurde den Kunden ein „Antrag / Vertrag für Finanzdienstleistungen“ zwischen der 
„AB.________(Unternehmensgruppe) mit Sitz in AC.________(Ortschaft), vertreten durch 
M.________(Unternehmung)“ zugestellt. In diesem Vertrag war eine ganze Liste von Unterlagen ge-
nannt, welche der M.________(Unternehmung) zugeschickt werden mussten (u.a. Ausweiskopie, Be-
treibungsregisterauszug, Aufstellung über die monatlichen Einnahmen und Ausgaben, Kopie Lohnab-
rechnung). Der Vertrag hatte mehrere Artikel und wirkte von der Aufmachung her objektiv betrachtet 
seriös und übersichtlich (pag. 09 02 004 f.).

Von den 76 in der Anlageschrift als bei der M.________(Unternehmung) geschädigt bezeichneten 
Personen ist bei 58 Personen die „definitive Kreditzusage“ und / oder der „Antrag / Vertrag“ in den be-
schlagnahmten Unterlagen vorhanden.

Hatten die Kunden die im Vertrag genannten Unterlagen eingereicht, erhielten sie normalerweise ein 
weiteres Schreiben der M.________(Unternehmung), welches eine Art Checkliste enthielt, auf der 
dann von Hand ausgefüllt war, welche Unterlagen der Kunde nicht oder nicht zur Zufriedenheit der 
M.________(Unternehmung) geliefert habe. Darin wurde versprochen, dass nach der Lieferung der 
fehlenden Dokumente der Kredit „in der Regel“ innerhalb von 10 Arbeitstagen ausbezahlt werde 
(pag. 09 02 006 f.).

Ein Teil der Kunden erhielt später ein Schreiben, in dem die M.________(Unternehmung) ausführte, 
„leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass uns Ihre Bank nachträglich und ohne Angabe von Gründen 
eine Absage erteilt hat und der Kredit in der Höhe von [jeweiliger beantragter Betrag] nicht auszahlen 

wird.“ Da der Kunde aber die Hälfte des Honorars schon bezahlt habe, werde ein anderer Kreditgeber 
gesucht und der Kunde wurde um entsprechende Geduld gebeten. Sollte keine Bank gefunden wer-
den, dann werde die Honorarzahlung selbstverständlich zurückerstattet (vgl. pag. 09 02 008).

11

H.________ bediente sich bei der M.________(Unternehmung) unbestrittenermassen des Büroser-
vices „AD.________(Telefondienst)“ (vgl. dazu auch unten Ziff. III.C.8.6), wo er sich als Z.________ 
ausgab und als Mitarbeitende P.________ und O.________ nannte (vgl. Mailwechsel mit der Verant-
wortlichen der AD.________(Telefondienst); pag. 16 04 008 ff.). Er schloss unter dem Namen 
Z.________ mit der AD.________(Telefondienst) einen Vertrag, gemäss dem die 
AD.________(Telefondienst) folgende Leistungen zu erbringen hatte: Domiziladresse für die 
M.________(Unternehmung) an der Adresse der AD.________(Telefondienst)); Weiterleitung der an 
diese Adresse gelangten Post nach K.________(Ortschaft) an „Z.________“; Telefonservice und zur 
Verfügung stellen der Telefonnummer .________(Telefonnummer) (pag. 16 04 017 ff.).

5.1.2 N.________(Unternehmung)

Die N.________(Unternehmung) verwendete zwei verschiedene Inserate, die sich jedoch nur bezüg-
lich der angegebenen Telefonnummer und der Adresse unterschieden, ansonsten lautete der Text: 
„Q.________(Kredit). Auch bei Schulden, kostenlose Beratung, keine Vermittlungsgebühr.“ Ansch-
liessend folgten eine Telefonnummer sowie eine Post- und eine E-Mailadresse. Ganz unten war zu-
dem ein Rechnungsbeispiel betreffend Höhe des Zinses aufgeführt, sowie der Hinweis, dass die Kre-
ditgewährung gemäss UWG verboten sei, falls sie zu Überschuldung führe (pag. 10 02 001).

Nachdem das Kreditgesuch (meist telefonisch) eingegangen war, versandte die 
„N.________(Unternehmung)“ standardmässig ein Schreiben, das demjenigen, welches bei der 
M.________(Unternehmung) verwendet wurde, vom Stil her ähnlich war. Auch hier wurde zunächst 
darauf hingewiesen, dass der Kreditantrag verbindlich bewilligt sei und es wurde eine ganze Reihe 
von Dokumenten genannt, welche der Kreditsuchende einzuschicken hatte. Anders als bei der 
M.________(Unternehmung) wurde jedoch keine Bearbeitungsgebühr verlangt, sondern erläutert: 
„Gemäss geltender Gesetzgebung ist für den gesamten Kreditbetrag eine Restschuld-Versicherung 
RSV (Todesfall, Arbeitsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit) obligatorisch, welche die vollständige Rest-

schuld inkl. Zinsen und Raten abdeckt.“ Die Höhe dieser „Versicherung“ wurde mit 5,2% der Kredit-
summe angegeben und sei sofort fällig. Nach Erhalt der Versicherungsprämie würden dann unverzüg-
lich die notwendigen Schritte zur „zügigen Auszahlung“ des Darlehens eingeleitet. Der beigelegte 
Kreditvertrag sei nur 15 Tage gültig und die Prämie sei in dieser Frist zu leisten. Wem das nicht mög-
lich sei, der solle unverzüglich anrufen (pag. 10 02 003 f.).

Dem Schreiben war ein „Kreditvertrag mit Restschuldversicherung“ beigelegt. Dieser enthielt mehrere 
kleingedruckte Paragraphen, die auf den ersten Blick sehr professionell wirken (z.B. enthielten sie ei-
nen Verweis auf das Bankgeheimnis) und denen noch zwei Seiten mit „allgemeinen Geschäftsbedin-
gungen“ angehängt waren (pag. 10 02 005 ff.) Von den 31 in der Anklageschrift als geschädigt be-
trachteten Personen ist bei 17 Personen ein solcher Vertrag in den Akten vorhanden.

Die Kunden erhielten (sehr wahrscheinlich nach Bezahlung der „Versicherungsprämie“) anschlies-
send ein weiteres Schreiben, welches ihnen zunächst dazu gratulierte, dass sie den ersten Schritt zu 
ihrem Darlehen getan hätten und sie dann aufforderte, einen Dauerauftrag zu Gunsten der 
N.________(Unternehmung) einzurichten (was nach § 1 des Kreditvertrags vorgeschrieben sei) und 
einen Pass oder eine Identitätskarte im Original sowie eine Arbeitsbescheinigung einzureichen. Für 
weitere Fragen stehe AA.________ zur Verfügung (pag. 10 02 008 f.).

Bei der N.________(Unternehmung) bediente sich der Beschuldigte H.________ unbestrittenermas-
sen des Büroservices „AE.________(Telefondienst)“. Der entsprechende „Servicevertrag für Dienst-
leistungen“ befindet sich auf pag. 17 06 006 der amtlichen Akten. Es wurde darin vereinbart, dass die 
AE.________(Telefondienst) Telefonanrufe unter dem Namen „N.________(Unternehmung)“ entge-
gennehmen und dann an „AA.________ bzw. R.________“ weiterleiten sollte. Zweimal täglich sollten 

12

überdies Meldungen über Anrufe, die nicht verbunden werden konnten, mittels einer Liste an die 
N.________(Unternehmung) weitergeleitet werden. Ebenso sollte Post für die 
N.________(Unternehmung) an die Adresse der AE.________(Telefondienst) in 
AR.________(Ortschaft) geschickt werden dürfen, wobei sich diese verpflichtete, die Post zweimal 
wöchentlich an „AA.________“ in AS.________(Ortschaft) weiterzuleiten (vgl. pag. 17 06 009). Die 
AE.________(Telefondienst) führte eine präzise Liste über alle Kundentelefone, die sie für die 
N.________(Unternehmung) entgegengenommen hatte, der sich auch entnehmen lässt, welche Kun-
den direkt mit „R.________“ verbunden wurden und welche um Rückruf baten (innerhalb der knapp 
14 Tage, an welchen Telefongespräche an Frau „R.________“ verbunden wurden, waren es 105 di-
rekt verbundene Telefonate und praktisch ebenso viele Telefonate, die „Frau R.________“ mit der Bit-
te um Rückruf ausgerichtet wurden (vgl. pag. 17 06 015 ff.).»

Die Handlungen von H.________ mit der M.________(Unternehmung) und der 
N.________(Unternehmung) würdigte die Vorinstanz beweismässig wie folgt 
(pag. 21 411 ff.; S. 65 ff. der Urteilsbegründung): 
«7.3 Handlungen mit der M.________(Unternehmung) und der N.________(Unternehmung)

7.3.1 Allgemeines

Hier kann die allgemeine Beweiswürdigung wesentlich kürzer gehalten werden, denn H.________ ist 
geständig, mit beiden Firmen gleich vorgegangen zu sein wie bei der W.________(Unternehmung), 
d.h. er habe Kredite angeboten, zu deren Gewährung er nicht in der Lage gewesen sei und er habe 
dafür Zahlungen entgegengenommen, wobei er diese für seinen Lebensunterhalt verwendet habe. Er 
ist auch geständig, von Anfang an nicht die Absicht gehabt zu haben, die Kundengelder vertrags-
gemäss zu verwenden, oder, mit anderen Worten, er gab zu, von Anfang an nur mit der Absicht der 
eigenen Bereicherung gehandelt zu haben.

Vom zeitlichen Ablauf her wirkte der Beschuldigte zuerst mit der M.________(Unternehmung). Ansch-
liessend, als es mit dieser nicht mehr gut funktionierte, nahtlos mit der N.________(Unternehmung), 
wobei er in beiden Fälle wieder mittels Kleininserat im „20 Minuten“ Menschen mit grossen Finanz-
problemen Kredite anbot. Er selbst hielt sich dabei die ganze Zeit in L.________(Land) auf. Da er ge-
nau wusste, dass er in der Schweiz unter seinem Namen nicht auftreten konnte, bediente er sich der 
Falschnamen Z.________ und AA.________. H.________ ist auch geständig, die Pässe der echten 
Herren Z.________ und AA.________, welche W.________(Unternehmung)-Kunden gewesen wa-
ren, von Anfang an in der Absicht behalten zu haben, diese für spätere illegale Geschäfte zu verwen-
den. Daraus kann nichts anderes geschlossen werden, als dass er bereits in der Schlussphase der 
Delinquenz mit der W.________(Unternehmung) beabsichtigte, mit einer weiteren Firma genau gleich 
weiterzumachen. Er eröffnete Bankkonten unter diesen Namen (vgl. unten bei der Urkundenfälschung 
Ziff. III.C.8) und bediente sich zweier verschiedener Büroservices in der Schweiz (der 
AD.________(Telefondienst) und der AE.________(Telefondienst), vgl. dazu auch unten bei der Ur-
kundenfälschung Ziff. III.C.8), welche nicht nur die ersten Telefonanrufe der Kunden entgegennahmen 
und weiterleiteten bzw. für Rückruf sorgte, sondern auch als Postadresse in der Schweiz dienten. Bei 
der M.________(Unternehmung) verlangte der Beschuldigte von den Kunden wie schon bei der 
W.________(Unternehmung) eine Vermittlungsgebühr für den Kredit, die vorab zu zahlen war. Bei der 
N.________(Unternehmung) verlangte er keine Vermittlungsgebühr, sondern spiegelte den Kunden 
vor, sie müssten eine Versicherung abschliessen für den Fall, dass sie nicht alle Raten würden be-
zahlen können (im Falle des 
Todes, der Arbeitsunfähigkeit oder der Arbeitslosigkeit). H.________ gestand auch freimütig, warum 
er dieses Mal von einer angeblichen Versicherung sprach: Er musste die „Masche“ wechseln, weil 

13

immer wieder die gleichen Personen auf solche Inserate antworteten und die 
N.________(Unternehmung) relativ rasch auf die M.________(Unternehmung) folgte. Bei beiden Fir-
men fallen wieder die professionell gemachten Dokumente auf: In Stil und Sprache wirken sie nicht 
übertrieben, sondern, im Gegenteil, seriös und professionell.

Umstritten ist die Rolle der Mitbeschuldigten A.________ bei beiden Firmen. Unbestritten ist einzig, 
dass sie unter dem Namen O.________ in L.________(Land) für den Beschuldigten im Rahmen der 
M.________(Unternehmung) Kundentelefone entgegennahm. Auf die Rolle von A.________ wird un-
ten in Ziff. III.E noch näher einzugehen sein. Für die Beweiswürdigung betreffend den Beschuldigten 
H.________ ist einzig wesentlich festzuhalten, dass er sich bei beiden Firmen (dies geht aus den 
Aussagen der Geschädigten hervor) mindestens einer Frau bediente, die unter falschem Namen 
Kundentelefone entgegennahm. Abgesehen davon, dass er den Kunden damit eine grössere Unter-
nehmung (d.h. Sekretariat durch den Büroservice in der Schweiz, professionelle Mitarbeiterin durch 
„O.________“ bzw. „R.________“ und Geschäftsführer, „gespielt“ von H.________) vorspiegelte, hat-
te er dadurch auch mehr Zeit, sich dem administrativen Belangen zu widmen und musste nicht stets 
selbst am Telefon auftreten, da er riskierte, von einigen Kunden wiedererkannt zu werden.

Zusammenfassend erachtet es das Wirtschaftsstrafgericht als erstellt, dass der Beschuldigte mittels 
einer professionellen Infrastruktur (professionelle Dokumente, Büroservice, Bankkonti in der Schweiz 
bei renommierten Banken, Mitarbeiterin) den Kunden der beiden Firmen M.________(Unternehmung) 
und N.________(Unternehmung) vom Anfang seiner Geschäftstätigkeit an vortäuschte, er sei in der 
Lage, ihnen auch bei schlechter Bonität Kredite zu verschaffen, um ihre Finanzprobleme zu lösen. Er 
nahm von den Kunden Vorleistungen in Anspruch, die er für seinen Lebensunterhalt verwendete und 
hatte nie die Absicht, für diese Vorleistung eine Gegenleistung zu erbringen.

7.3.2 Die einzelnen Geschädigten der M.________(Unternehmung)

Wie bei den durch die Handlungen mit der W.________(Unternehmung) Geschädigten, hat das Ge-
richt auch betreffend der durch die M.________(Unternehmung) Geschädigten für jeden Einzelnen 
auf dem Anhang zur Anklageschrift überprüft, ob die allgemeinen Täuschungselemente gegeben sind 
und ob die genannte Deliktssumme stimmt. Es konnten diesbezüglich keine Abweichungen zur An-
klageschrift ausgemacht werden.

Im Ergebnis erachtet das Gericht es daher als erstellt, dass alle sich im Zusammenhang mit der 
M.________(Unternehmung) im Anhang zur Anklageschrift befindlichen Personen durch den Be-
schuldigten getäuscht wurden. Wie erwähnt stimmen auch alle von der Staatsanwaltschaft genannten 
Zahlen mit den entsprechenden Unterlagen überein, d.h. es handelt sich um total 75 Geschädigte im 
Gesamtdeliktsbetrag von CHF 116'106.00. Es wird überdies auf den Anhang I zum Urteilsdispositiv 
verwiesen.

7.3.3 Die einzelnen Geschädigten der N.________(Unternehmung)

Wie bei den Geschädigten durch die Handlungen mit der W.________(Unternehmung) und der 
M.________(Unternehmung), hat das Gericht für jeden einzelnen Geschädigten auf dem Anhang zur 
Anklageschrift überprüft, ob die allgemeinen Täuschungselemente gegeben sind und ob die genannte 
Deliktssumme stimmt. Es konnten diesbezüglich keine Abweichungen zur Anklageschrift ausgemacht 
werden. Einzig in Bezug auf die mutmasslich Geschädigte AF.________, ist eine gesonderte Erwäh-
nung gerechtfertigt: Aus den Bankunterlagen geht hervor, dass ihre Zahlung gar nie auf das Konto 
der N.________(Unternehmung) einging, sondern wieder auf das Konto von Frau AF.________ 
zurückfloss, d.h. hier liegt höchstens ein vollendeter Versuch vor und die Deliktssumme reduziert sich 
um CHF 520.00.

14

Zusammenfassend erachte es das Gericht daher als erstellt, dass von den 31 als geschädigt ange-
klagten Personen alle in der genannten Art und Weise getäuscht wurden. In einem Fall ist jedoch die 
Zahlung nie auf dem Konto der N.________(Unternehmung) gutgeschrieben worden. Die gesamte 
Schädigung beträgt somit CHF 35'125.00 (die angeklagte Summe abzüglich die CHF 520.00 von Frau 
AF.________). Im Übrigen ist auch an dieser Stelle auf Anhang I zum Urteilsdispositiv zu verweisen.»

H.________ hat das erstinstanzliche Urteil akzeptiert. Dieses ist demnach betref-
fend H.________ in Rechtskraft erwachsen.

6.2 Strittiger Sachverhalt

Im Berufungsverfahren stellt sich wie vor erster Instanz die Frage, welche Rolle die 
Beschuldigte bei den beiden Scheinunternehmungen M.________(Unternehmung) 
und N.________(Unternehmung) gespielt hat. Die Beschuldigte stellt nicht in Abre-
de, als «O.________» für die M.________(Unternehmung) einige Zeit Telefonge-
spräche entgegengenommen bzw. geführt zu haben. Bestritten und beweiswürdi-
gend zu erörtern ist, ob die Beschuldigte nebst ihrer Tätigkeit bei der 
M.________(Unternehmung) auch für die N.________(Unternehmung) gearbeitet 
hat und was ihre konkreten Tätigkeiten für die Unternehmungen waren. In subjekti-
ver Hinsicht ist umstritten, ob und gegebenenfalls ab welchem Zeitpunkt die Be-
schuldigte vom tatsächlichen deliktischen Hintergrund der Geschäfte von 
H.________ mit der M.________(Unternehmung) und der 
N.________(Unternehmung) gewusst hat resp. wissen musste. 

7. Beweismittel 

Der Kammer liegen als Beweisgrundlagen hauptsächlich subjektive Beweismittel in 
Form von Aussagen vor. Namentlich die Aussagen der Beschuldigten (pag. 12 04 
001 ff.; 12 04 018 ff.; 12 04 048 ff.; 12 04 072 ff.; 12 05 001 ff.; 21 091 ff.), von 
H.________ (pag. 12 01 001 ff.; 12 01 007; 12 01 008 ff.; 12 01 021 ff.; 12 01 041 
ff.; 12 01 048 ff.; 12 01 059 ff.; 12 01 073 ff.; 12 01 083 ff.; 12 01 087 ff.; 12 01 103 
ff.; 12 05 001 ff.; 21 012 ff.; 21 020 ff.; 21 033 ff.), der geschädigten Personen der 
M.________(Unternehmung) (vgl. insbesondere pag. 09 10 011 ff.; 09 11 008 ff.; 
09 24 007 ff.; 09 46 008 ff.; 09 49 008 ff.; 09 53 009 ff.; 09 55 006 ff.; 09 75 012 ff.; 
13 11 001 ff.; 21 048 ff.) und geschädigten Personen der 
N.________(Unternehmung) (vgl. insbesondere pag. 10 08 011 ff.; 10 13 012 ff.; 
10 14 006 ff.; 10 23 009 ff.; 10 27 005 ff.; 10 30 007 ff.; 13 11 001 ff.) sowie der 
Geschäftsführerin des Büro- und Telefonservices AE.________(Telefondienst), 
AG.________ (pag. 17 06 001 ff.). Die Vorinstanz hat diese Aussagen sowie die 
vorhandenen objektiven Beweismittel (vgl. insbesondere pag. 09 02 001 ff.; 10 02 
001 ff.; 16 04 008 ff.; 17 06 006 ff.) ausführlich widergegeben (pag. 21 388 ff.; 21 
444 ff., S. 42 ff.; 98 ff. der Urteilsbegründung). Darauf wird verwiesen. Soweit sich 
ergänzende und/oder präzisierende Ausführungen zu den einzelnen Beweismitteln 
aufdrängen, erfolgen diese im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen der Kam-
mer (vgl. E. II/10 hiernach).

8. Erwägungen der Vorinstanz

Die Vorinstanz gelangte nach Würdigung der Beweise zum Ergebnis, dass keine 
objektiven Beweismittel vorlägen, welche die Beschuldigte mit den Delikten in Ver-

15

bindung brächten. Die Aussagen der Geschädigten, welche die Beschuldigte auf 
den ihnen vorgespielten Stimmproben zuallermeist nicht erkannt hätten, seien we-
nig aussagekräftig. Folglich stünden dem Gericht letztlich nur die Aussagen von 
H.________ und der Beschuldigten zur Verfügung. H.________ habe insgesamt 
glaubhaftere Aussagen gemacht als die Beschuldigte, weshalb auf seine Angaben 
abgestellt werde. Anders als die Staatsanwaltschaft werde ein Täuschungswillen 
der Beschuldigten indes erst für den Moment als erstellt erachtet, als sich diese 
auch auf die Arbeit mit der N.________(Unternehmung) einliess. Die Beschuldigte 
habe spätestens im September 2009, also beim Wechsel von der 
M.________(Unternehmung) auf die N.________(Unternehmung), erkannt, dass 
H.________ mit verschiedenen Namen operiert habe und sie selbst aufgefordert 
habe, einen neuen falschen Namen zu verwenden. Sie habe zudem spätestens zu 
diesem Zeitpunkt erkannt, dass die Kreditvergabe mit der 
M.________(Unternehmung) nicht funktioniert habe und sie habe aufgrund der nun 
schon wochenlang entgegengenommenen Kundentelefone gemerkt, dass stets 
Personen mit Finanzproblemen, viele solche mit schlechten Deutschkenntnissen 
und die meisten ohne grosse Kenntnisse im Finanzgeschäft angerufen hätten. Auf-
grund dieser Kenntnisse habe sie es zumindest in Kauf genommen, dass 
H.________ Delikte zum Nachteil der Kunden begangen habe und sei dennoch 
weiter für ihn tätig gewesen. 

Der Umstand, dass die Vorinstanz davon ausging, dass der Beschuldigten betrüge-
rische Absichten erst mit dem Wechsel von der M.________(Unternehmung) zur 
N.________(Unternehmung) mit rechtsgenüglicher Sicherheit nachgewiesen wer-
den konnten, führte zu einer Einschränkung der Deliktszeit (ca. September 2009 
bis ca. Ende Oktober 2009), der betroffenen Geschädigten (31 Personen) sowie 
des Deliktsbetrags (CHF 35‘645.00, davon CHF 520.00 vollendeter Versuch). 

9. Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigerin machte anlässlich der Berufungsverhandlung vom 27. Oktober 
2016 zusammengefasst geltend, die Vorinstanz habe den bestrittenen Sachverhalt 
fehlerhaft gewürdigt. Die Vorinstanz habe fälschlicherweise angenommen, dass die 
Beschuldigte spätestens ab September 2009 zumindest in Kauf genommen habe, 
dass H.________ Delikte zum Nachteil der Kunden begehe und dass sie ungeach-
tet dessen weiter für ihn tätig gewesen sei. Die Beschuldigte habe nicht in Abrede 
gestellt, für H.________ für die Unternehmung M.________(Unternehmung) Tele-
fonate geführt zu haben. Sie habe bis zur Einleitung des Strafverfahrens aber nicht 
gewusst, dass H.________ illegale Geschäfte betreibe. Der Ehemann der Be-
schuldigten habe H.________ Ende Mai/Anfangs Juni 2009 aus dem gemeinsa-
men Haus hinausgeworfen. Danach habe die Beschuldigte mit H.________ – ab-
gesehen von ein paar Telefongesprächen, weil sie mit ihm Mitleid gehabt habe – 
keinen Kontakt mehr gehabt. Spätestens mit dem Auszug von H.________ aus 
dem gemeinsamen Haus habe der Telefondienst der Beschuldigten demnach auf-
gehört. Ab diesem Zeitpunkt müsse eine andere Person die Rolle von «Frau 
O.________» übernommen haben. Diverse Geschädigte hätten ausgesagt, dass 
sie mit einer Frau telefoniert hätten, welche hochdeutsch gesprochen habe. Diese 
Aussagen liessen keine Zweifel daran, dass es mindestens noch eine weitere 

16

«Frau O.________» gegeben haben müsse. Es sei nicht verwunderlich, dass die 
N.________(Unternehmung) der Beschuldigten nichts sage, da sie spätestens an-
fangs Juni 2009 mit dem Telefonieren aufgehört habe und die 
N.________(Unternehmung) zu diesem Zeitpunkt noch nicht aktiv gewesen sei. Es 
sei davon auszugehen, dass die Strafverfolgungsbehörden ohne den Hinweis von 
H.________ eine andere Frau ausfindig gemacht hätten. Aufgrund des guten Kon-
takts von H.________ zu seiner Exfrau BH.________ sowie ihrer gemeinsamen 
deliktischen Vergangenheit könne nicht ausgeschlossen werden, dass diese an 
den vorliegend zu beurteilenden Delikten beteiligt gewesen sei. Die von 
H.________ gemachten Aussagen seien im Übrigen nicht glaubhaft. H.________ 
habe insbesondere in Bezug auf das Hintergrundwissen der Beschuldigten inkon-
stante Aussagen gemacht. Aus seinen Ausführungen könne nicht geschlossen 
werden, dass die Beschuldigte gewusst habe, dass es um illegale Geschäfte gehe. 
Es bestünden erhebliche Zweifel, dass sich der Sachverhalt so abgespielt habe, 
wie er von der Vorinstanz angenommen worden sei. 

10. Beweiswürdigung der Kammer 

10.1 Vorbemerkung 

Wie von der Vorinstanz zu Recht festgehalten wurde, gestaltet sich die Beweiswür-
digung bei der Beschuldigten wesentlich schwieriger als bei den anderen Mitbe-
schuldigten H.________, I.________ und J.________. Die Beschuldigte ist nicht 
geständig und es liegen keine objektiven Beweismittel vor, welche die Beschuldigte 
direkt mit den Delikten in Verbindung bringen. Die Strafverfolgungsbehörde kam 
nur deshalb auf die Beschuldigte, weil H.________ ausgesagt hat, dass es sich bei 
der Person, die als «O.________» und «R.________» für die 
M.________(Unternehmung) bzw. N.________(Unternehmung) telefoniert habe, 
um die Beschuldigte gehandelt habe (pag. 12 01 004 Z. 138 f.; 12 01 045 Z. 177; 
12 01 051 Z. 131 ff.; 12 05 005 Z. 133 f.; 21 025 Z. 274 ff.). Auch vor oberer Instanz 
hängt die Beantwortung der vorliegend umstrittenen Fragen (vgl. E. II/6.2 hiervor) 
primär davon ab, ob den Ausführungen der Beschuldigten oder den Angaben von 
H.________ Glauben geschenkt wird. Nachfolgend werden demnach zunächst die 
Aussagen von H.________ isoliert betrachtet gewürdigt (Ziff. 10.2), anschliessend 
werden diese ins Verhältnis zu den weiteren Beweismitteln gebracht (Ziff. 10.3) und 
es werden die Aussagen der Beschuldigten gewürdigt (Ziff. 10.4). Abschliessend 
erfolgt eine ganzheitliche Beweiswürdigung (Ziff. 10.5). 

10.2 Aussagen von H.________ 

Die Vorinstanz würdigte die Aussagen von H.________ folgendermassen (pag. 21 
452 ff.; S. 106 ff. der Urteilsbegründung): 
«H.________ sagte bereits bei der allerersten Einvernahme von sich aus, d.h. ohne nach Mittätern 
gefragt worden zu sein, bei der N.________(Unternehmung) habe Frau A.________, eine Schweize-
rin, die in L.________(Land) lebe, die Telefone entgegengenommen. Als Begründung, warum er das 
gesagt habe, gab er später an, er habe „reinen Tisch“ machen wollen, als er in die Schweiz gekom-
men sei, deshalb habe er Frau A.________ sozusagen „ohne Not“ (d.h. ohne Belastungen von aus-
sen) erwähnt. Davon ausgehend, dass seine Aussagen wahr sind, ist das eine einleuchtende Er-
klärung. Die andere denkbare Erklärung wäre, dass er sie aus unbekannten Gründen von Anfang an 

17

„hereinreiten“ wollte. Dazu bedürfte es jedoch eines Motivs für eine Falschbelastung. A.________ 
konnte sich zunächst keines erklären, sagte dann aber aus, der Grund könne sein, dass H.________ 
aus der gemeinsamen Wohnung mit ihrer Familie geflogen sei, und dass er nicht bekommen habe, 
was er gewollt habe. Sie wollte dies jedoch nicht näher erklären, sondern verwies darauf, dass das 
„privat“ sei. H.________ sagte dagegen in der Konfrontationseinvernahme, wenn er etwas hätte ver-
tuschen wollen, dann hätte er irgendeinen Frauennamen in irgendeinem Ort genannt und hätte sich 
damit die ganze Konfrontation sparen können.

Konstant durch alle Einvernahmen hindurch blieb H.________ dabei, dass die Beschuldigte 
A.________ bei der M.________(Unternehmung) als „O.________“ und bei der 
N.________(Unternehmung) als „R.________“ aufgetreten sei, d.h. dass sie bei beiden Firmen für ihn 
gearbeitet habe, dies auch, als die Beschuldigte A.________ vehement bestritt, mit der 
N.________(Unternehmung) etwas zu tun zu haben. Ebenso konstant blieb er dabei, dass es keine 
weiteren Frauen gegeben habe, welche als „O.________“ und „R.________“ aufgetreten seien. Diese 
Aussage, dass nämlich nur eine Frau sich O.________ bzw. R.________ genannt habe, ist schon 
aufgrund logischer Überlegungen einleuchtend: Die meisten Kunden telefonierten mehrmals mit der 
angeblich kreditgebenden Firma. Hätte der Beschuldigte mehrere Frauen als O.________ oder 
R.________ auftreten lassen, so hätte er nicht nur riskiert, dass die Kunden die unterschiedlichen 
Stimmen erkannt hätten und damit jede Glaubhaftigkeit verloren gegangen wäre, sondern er hätte 
auch riskiert, dass die verschiedenen Frauen den Kunden widersprüchliche Auskünfte gegeben oder 
auf Nachfragen nicht gewusst hätten, was die andere Frau gesagt hatte. Das Gericht erachtet deshalb 
die Aussage, es habe sich um nur je eine Frau gehandelt, die als O.________ oder R.________ auf-
getreten sei, als glaubhaft. Daraus folgt, dass A.________ bei der M.________(Unternehmung) alle 
Kundentelefone als O.________ führte; nicht zwingend folgt daraus aber, dass sie auch bei der 
N.________(Unternehmung) die Telefone bediente. Da H.________ auch aussagte, er habe bei der 
N.________(Unternehmung) die „Masche“ wechseln müssen, weil die beiden Firmen so nahe aufein-
ander gekommen seien, wäre durchaus denkbar, dass er auch die Frauenstimme wechselte, um 
Wiedererkennungen zu vermeiden. In der Konfrontations-Einvernahme sagte er dazu, Frau 
A.________ habe den Dialekt gewechselt, bei der M.________(Unternehmung) ihren eigenen Basler 
Dialekt gesprochen und bei der zweiten EV Hochdeutsch oder Züridüütsch. Diese Aussage kann auf-
grund der unterschiedlichen Aussagen der Geschädigten darüber, was R.________ für einen Dialekt 
gesprochen habe, nicht verifiziert werden.

Nicht konstant sind die Aussagen von H.________ bezüglich der Frage, ob A.________ über den de-
liktischen Hintergrund der Geschäfte Bescheid gewusst habe. Bei der ersten Einvernahme sagte 
H.________ aus, sie habe über „den Hintergrund der Angelegenheit“ Bescheid gewusst. Anlässlich 
der Konfrontationseinvernahme mit Frau A.________ bestätigte er, diese habe gewusst, dass es sich 
um Betrug handle, er habe ihr genau gesagt, was es war, sie habe schliesslich die Kunden überzeugt, 
zu unterschrieben. Gegenüber dem Staatsanwalt schwächte er diese Aussagen später wesentlich ab. 
Er sagte, er wisse nicht mehr, wann er Frau A.________ gesagt habe, dass das Kreditgeschäft nicht 
funktioniere und unseriös sei, es könne am Anfang gewesen sein, aber auch später. Ob er deutlich 
gesagt habe, dass es um Betrug gehe, wisse er nicht mehr, aber wenn man unter falschem Namen 
arbeite, könne man sich ja das seine denken. In der gleichen Einvernahme korrigierte er sich dann 
und meinte, er habe ihr sicher nicht direkt gesagt, dass es Betrug sei, wenn schon habe er ihr gesagt, 
dass die Geschäfte nicht ganz sauber seien. Es müsse sich aber aus der Sache ergeben haben, 
sonst hätte man ja nicht ein zweites Geschäft aufzubauen brauchen. Noch später in der gleichen Ein-
vernahme sagte er aus, es sei denkbar, dass sie ganz am Anfang geglaubt habe, dass es die Kredite 
gebe, wie lange das gedauert habe, wisse er nicht. Angesprochen auf diese Inkonstanz in den Aus-

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sagen sagte der Beschuldigte H.________ anlässlich der Hauptverhandlung, es sei ganz einfach, er 
könne sich effektiv nicht mehr genau erinnern, wann was gesagt worden sei. A.________ habe mit ih-
rem Mann ja ein Restaurant in AH.________(Ortschaft) gehabt. Er sei mehrfach dort gewesen und 
habe ihr gesagt, er sei für eine Finanzagentur für Herrn AI.________ tätig. Zu dieser Zeit habe sie ef-
fektiv nichts gewusst. Er wisse aber, dass er seine Vergangenheit später an einem Abend unter leich-
tem Alkoholeinfluss erläutert habe. Sie habe dann im Internet nachgeschaut und seinen sogenannten 
„schönen Eintrag“ gefunden. Er habe ihr zu einem gewissen Zeitpunkt, den er heute nicht mehr genau 
nachvollziehen könne, gesagt, dass er sie brauchen würde. Er sei zu diesem Zeitpunkt davon ausge-
gangen, dass sie Bescheid wisse, wisse es aber nicht mehr mit hundertprozentiger Sicherheit. Auf 
Nachfrage der Gerichtspräsidentin sagte H.________ weiter, dass A.________ seinen Eintrag gese-
hen habe, noch bevor sie für ihn zu arbeiten begonnen habe. Sie habe seinen Namen und seinen 
Hintergrund gekannt und habe mit diesem Wissen bei ihm zu arbeiten angefangen (vgl. zum Ganzen 
WSG pag. 21 026 f. Z. 320 ff.).

Die Inkonstanz in den diesbezüglichen Aussagen von H.________ ist zum einen so erklärbar, dass er 
allenfalls ein schlechtes Gewissen bekam, A.________ in ein so umfangreiches, lange dauerndes 
Verfahren hineingezogen zu haben und seine Aussagen in der Hoffnung abschwächte, das Verfahren 
gegen sie werde eingestellt. Denkbar ist aber auch, dass er effektiv nur Andeutungen machte und ein-
fach davon ausgegangen war, A.________ habe diese schon verstanden und ihm dann bei der Ein-
vernahme durch den Staatsanwalt bewusst wurde, dass er gar nicht so sicher sein konnte, was bei ihr 
„angekommen“ war.

H.________ gab auch eine nachvollziehbare Begründung an, warum er A.________ angestellt habe 
und damit aus seiner Optik wieder eine Mitwisserin hatte, nämlich dass er nicht selbst habe die Tele-
fone bedienen wollen, weil ihn die Kunden hätten wiedererkennen können. Ebenso nachvollziehbar 
gab er an, warum er Frau A.________ nicht auch noch bei der Y.________(Unternehmung) habe 
„mitmachen“ lassen, nämlich weil er nicht noch mehr Geld habe ausgeben wollen, er habe alles Geld 
für sich gewollt, was angesichts der immer schlechteren Umsätze der einzelnen fiktiven Unternehmen 
eine durchaus überzeugende Erklärung darstellt.

Konstant schilderte der Beschuldigte H.________ die Aufgaben von A.________. Diese habe die 
Kunden beraten und ihnen erläutert, wie das Vorgehen sei. Sie habe auch Reklamationstelefonate 
geführt, wenn die Kunden unruhig geworden seien. Zwar konnte er nicht mehr genau aussagen, wann 
der Büroservice die Kundenanrufe direkt weitergeleitet habe und wann die Angaben per E-Mail oder 
Telefon vom Kundenservice gekommen seien und die Beschuldigte A.________ dann zurückgerufen 
habe. Angesichts dessen, dass er in nur rund einem Jahr mit drei verschiedenen fiktiven Unterneh-
men (namentlich auch noch mit der X.________(Unternehmung)) drei verschiedene Büroservices be-
auftragt hatte, die unterschiedliche Dienstleistungen angeboten hatten, erscheint dies nicht weiter er-
staunlich bzw. spricht nicht gegen die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen. An den speziellen Vorfall, 
dass der Büroservice der N.________(Unternehmung) gekündigte hatte und er deshalb den Kunden 
angeben musste, es habe im Büro gebrannt, erinnerte er sich dann wieder genau. Auch sagte er oh-
ne zu zögern aus, dass er alle wesentlichen Dokumente der M.________(Unternehmung) und der 
N.________(Unternehmung) entworfen und unterzeichnet habe, versuchte also nicht, A.________ 
diesbezüglich etwas Zusätzliches anzulasten, obwohl diverse Dokumente mit der Unterschrift 
„O.________“ auftauchten. Er sagte ebenso konstant aus, was die Zeitdauer des „Engagements“ von 
A.________ anbetrifft sowie auch, was die Höhe des ihr bezahlten Geldes (höchsten CHF 10'000.00), 
betraf.

Zu berücksichtigen ist bei der Analyse der Aussagen auch, dass H.________ dadurch, dass er 
A.________ belastete, für sich selbst nichts gewann: Er schob nicht Verantwortung auf sie ab, um 

19

sein eigenes Verschulden dadurch allenfalls kleiner zu machen, sondern blieb stets dabei, der Kopf 
des Ganzen gewesen zu sein und mit A.________ einfache eine Art „Angestellte“, welche aber die 
Hintergründe gekannt oder erahnt habe, gehabt zu haben.»

Die Vorinstanz hat die Aussagen von H.________ in weiten Teilen korrekt und 
sorgfältig gewürdigt. Es kann insbesondere bestätigt werden, dass bei den Aussa-
gen von H.________ auffällt, dass er sich damit selbst stark belastet hat. 
H.________ war von Anfang an vollumfänglich geständig und hat immer wieder 
konstante und detaillierte Aussagen gemacht, welche sich nachträglich als richtig 
erwiesen. So bestätigte er etwa bereits anlässlich der ersten Einvernahme am 
9. Oktober 2010, dass er mit den Unternehmungen Kredite angeboten habe, zu de-
ren Gewährung er nicht in der Lage gewesen sei und er habe dafür Zahlungen ent-
gegengenommen (pag. 12 01 004 Z. 127 ff.). Auch machte er zu Beginn des Straf-
verfahrens detaillierte Aussagen zum Aufbau der M.________(Unternehmung) und 
der N.________(Unternehmung) (pag. 12 01 045 Z. 155 ff.; 12 01 051 Z. 122 ff.). 
H.________ blieb bis zum Abschluss des Verfahrens bei seinen, sich selbst mass-
geblich belastenden Aussagen. Er akzeptierte die Anklageschrift und bestätigte an 
der erstinstanzlichen Hauptverhandlung die ihm zur M.________(Unternehmung) 
und N.________(Unternehmung) vorgehaltenen Aussagen aus der Untersuchung 
als richtig (pag. 21 020 Z. 13; 21 024 Z. 231 ff.). H.________ hat keine Verantwor-
tung für die Delikte von sich gewiesen, sondern mehrmals darauf hingewiesen, 
dass er der Kopf der Sache gewesen sei und er die anderen drei Beschuldigten, 
die allesamt in schwierigen finanziellen Verhältnissen gelebt hätten, benutzt habe 
(pag. 12 01 097 Z. 377; 21 028 Z. 380 f.). Die Äusserungen von H.________ sind 
Ausdruck einer selbstkritischen Haltung, welche grundsätzlich für die Glaubhaftig-
keit seiner Aussagen spricht. 

Die Vorinstanz hat zu Recht darauf hingewiesen, dass H.________ von sich aus 
und ohne dass er auf allfällige Mittäter angesprochen worden wäre, bereits zu Be-
ginn des Strafverfahrens die Beschuldigte erwähnt hat (pag. 12 01 004 Z. 138 f.; 12 
01 045 Z. 175 ff.). H.________ hat in der Folge konstant zu Protokoll gegeben, 
dass die Beschuldigte bei der M.________(Unternehmung) als «O.________» und 
bei der N.________(Unternehmung) als «R.________» aufgetreten sei, d.h. für 
beide Unternehmungen gearbeitet habe. Er machte auch geltend, dass es keine 
weiteren Frauen gegeben habe, welche als «O.________» oder «R.________» 
aufgetreten seien (pag. 12 01 051 Z. 133 f.; 12 01 091 Z. 154 f.; 12 01 093 Z. 217; 
21 025 Z. 274 ff.). H.________ blieb auch anlässlich der Konfrontationseinvernah-
me mit der Beschuldigten am 16. März 2011 bei diesen Aussagen (pag. 12 05 003 
Z. 64 ff.; 12 05 006 Z. 197 f.). Er untermauerte seine Angaben zudem mit weiteren 
Beweisen, indem er ausführte, man könne über die Büroservice-Agenturen nach-
vollziehen, dass die Beschuldigte beim zweiten Geschäft Telefone abgenommen 
habe, die er umgeleitet habe (pag. 12 01 090 Z. 98 ff.). Die Zeitdauer, während 
welcher die Beschuldigte für ihn gearbeitet habe, sei ebenfalls durch die Angaben 
der Büroservice-Agenturen und der Kunden nachweisbar (pag. 12 01 093 Z. 235 
ff.). H.________ hat nachvollziehbar begründet, weshalb er die Beschuldigte ange-
stellt habe, nämlich weil er selbst das Telefon nicht habe bedienen können, weil ihn 
sonst die Kunden erkannt hätten, und weil er so mehr Zeit für die Administration 
gehabt habe (pag. 12 01 089 Z. 85 ff.). Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, dass es 

20

durchaus Sinn machte, dass sich nur eine «Frau O.________» resp. «Frau 
R.________» nannte, zumal die meisten Kunden mehrmals mit den Unternehmun-
gen telefonierten und folglich das Risiko bestand, dass aufgefallen wäre, wenn 
zwei verschiedene Frauen sich mit demselben Namen gemeldet resp. widersprüch-
liche Aussagen gemacht hätten. 

H.________ hat auch hinsichtlich des Aufgabenbereichs der Beschuldigten kon-
stante und glaubhafte Aussagen gemacht. Er hat stimmig geschildert, dass die Be-
schuldigte die Kunden telefonisch beraten habe, ihnen erläutert habe, wie das Vor-
gehen sei und sie habe auch Reklamationstelefone geführt, wenn die Kunden un-
ruhig geworden seien. Die Beschuldigte habe die Kunden überzeugt, zu unter-
schreiben. Sie habe zum Teil mehrmals mit den Kunden telefoniert (vgl. pag. 12 01 
090 Z. 111 f.; 12 05 007 Z. 233 f.; 12 05 008 Z. 260; 12 05 009 Z. 281 ff., 295 f.). 
Auch hier fällt auf, dass H.________ bestrebt war, überprüfbare Beweise für seine 
Aussagen zu liefern. So gab er etwa an der Konfrontationseinvernahme an, dass 
es sicher sinnvoller wäre für die Beschuldigte, wenn sie den Sachverhalt richtig 
darstellen würde, zumal die Kunden Aussagen machen könnten (pag. 12 05 008 
Z. 257 f.). In den Ausführungen von H.________ fehlen jegliche Anzeichen einer 
Aggravierung oder Belastungstendenz. Obwohl diverse Dokumente mit der Unter-
schrift «O.________» vorlagen (vgl. z.B. pag. 09 02 002 f.), sagte H.________ aus, 
dass er alle wesentlichen Dokumente der M.________(Unternehmung) und der 
N.________(Unternehmung) entworfen und unterzeichnet habe (pag. 12 01 045 
Z. 180 ff.; 12 01 051 Z. 136 ff.; 12 01 092 Z. 177 ff.; 21 025 Z. 267 ff.). Er gab zu-
dem an, dass er die Konti für die M.________(Unternehmung) und die 
N.________(Unternehmung) eröffnet und Kontobelastungen betätigt habe (pag. 12 
01 046 Z. 194 ff., 204 ff.; 12 01 052 Z. 145 ff., 152 ff., 166 ff., 174 ff.; 12 01 053 
Z. 191 ff.). Die Tendenz, die Beschuldigte nicht unnötig zu belasten, indiziert eben-
falls, dass sich H.________ an der Wahrheit orientiert. 

Die Vorinstanz hat richtig angemerkt, dass H.________ bezüglich des Hinter-
grundwissens der Beschuldigten nicht konstant ausgesagt hat. H.________ konnte 
insbesondere den Zeitpunkt, in welchem er der Beschuldigten klar zu verstehen 
gegeben hat, dass es um betrügerische Geschäfte gehe, nicht mehr präzise be-
nennen. Auch war er zunehmend unsicherer, wie klar er der Beschuldigten dies 
überhaupt gesagt hatte oder ob sich ihr diesbezügliches Wissen nicht einfach so 
ergeben habe (vgl. pag. 12 01 004 Z. 140 f.; 12 01 090 Z. 114 ff., 129; 12 01 091 
Z. 135 ff., 140; 12 01 092 Z. 202 f.; 21 026 Z. 302 f.). Diese Unsicherheiten in den 
sonst klaren und konstanten Aussagen von H.________ müssen bei der Beweis-
würdigung berücksichtigt werden. Die Kammer geht nicht davon aus, dass 
H.________ – wie von der Vorinstanz als mögliche Begründung ins Feld geführt – 
plötzlich ein schlechtes Gewissen gegenüber der Beschuldigten gehabt hat und 
deshalb seine Aussagen abgeschwächt hat. Vielmehr ist davon auszugehen, dass 
die Zusammenarbeit zwischen ihm und der Beschuldigten effektiv nur relativ kurz 
gedauert hat, dass es dabei auch zu einem privaten Zerwürfnis gekommen ist – 
H.________ wurde gemäss Angaben der Beschuldigten nach kurzer Zeit durch ih-
ren Ehemann aus dem gemeinsamen Haus hinausgeworfen (pag. 12 04 003 Z. 92 
f.) – und dass seit den Geschehnissen doch eine gewisse Zeit vergangen ist. Die 
von H.________ gemachte Begründung für die Inkonsistenz seiner Aussagen – er 

21

könne sich effektiv nicht mehr genau erinnern, wann was gesagt worden sei 
(pag. 21 026 Z. 320 f.) – erscheint angesichts dessen verständlich. Letztlich kann 
offen bleiben, wann und mit welcher Deutlichkeit H.________ der Beschuldigten zu 
verstehen gegeben hat, dass die M.________(Unternehmung) und die 
N.________(Unternehmung) deliktischen Zwecken dienen. Die Aussagen von 
H.________ lassen jedenfalls keine Zweifel dafür aufkommen, dass die Beschul-
digte überhaupt jemals wissen oder ahnen konnte, dass H.________ mit den Un-
ternehmungen unseriöse Geschäfte verfolgte. Geht man vom von H.________ 
glaubhaft geschilderten Aufgabenbereich der Beschuldigten bei der 
M.________(Unternehmung) und der N.________(Unternehmung) aus (telefoni-
sche Beratung; Erläuterung des Vorgehens; Entgegennahme von Reklamationste-
lefonen) und berücksichtigt man seine Angaben zum Wechsel von der 
M.________(Unternehmung) zur N.________(Unternehmung) (neue Identität von 
H.________ und der Beschuldigten; neue Masche [Versicherungsprämie statt 
Honorar]), sind die Aussagen von H.________, es habe sich für die Beschuldigte 
ergeben müssen, dass die Geschäfte unseriös gewesen seien, nachvollziehbar. 

H.________ konnte schliesslich auch gut unterscheiden zwischen Aussagen zu 
Punkten, an die er sich noch gut erinnern konnte (vgl. etwa pag. 12 01 093 Z. 217, 
236) und solchen, bei denen er mehr Mühe hatte (vgl. pag. 12 01 092 Z. 174 f.; 12 
05 004 Z. 113 ff.; 12 05 008 Z. 245 ff.; 21 026 Z. 302 f., 320, 327; 21 027 Z. 366 f.). 
Diese Unsicherheiten hat H.________ dann aber keineswegs zu Ungunsten der 
Beschuldigten interpretiert, sondern er gab offen zu, wenn er etwas nicht genauer 
umschreiben konnte. Der Vorwurf der Beschuldigten, dass H.________ alles ver-
drehe, damit er gut dastehe (pag. 12 04 005 Z. 136), überzeugt angesichts dessen 
nicht. Auch der Einwand der Beschuldigten, dass H.________ jemand anderes 
schützen wolle (pag. 12 04 054 Z. 214 f.), vermag nicht zu überzeugen. In den 
Aussagen von H.________ sind keine Hinweise ersichtlich, wonach er eine andere 
Person schützen wollte und deshalb auf die Beschuldigte gekommen ist. 
H.________ hat auf Frage, ob es einen Grund gebe, die Beschuldigte zu belasten, 
vielmehr glaubhaft ausgesagt, nein, er habe das so zu Protokoll gegeben, weil es 
im Rahmen seines Geständnisses zu allen Geschäften dazugehört habe (pag. 12 
05 008 Z. 267 ff.). Er habe «reinen Tisch» machen wollen (pag. 21 027 Z. 372). 
Besonders anschaulich sind auch seine Ausführungen anlässlich der Konfrontati-
onseinvernahme vom 16. März 2011, wonach er angab, dass er, wenn er jetzt et-
was hätte vertuschen wollen, irgendeinen Namen in irgendeiner Ortschaft genannt 
hätte. Dann hätte er sich auch nicht mit dieser Konfrontation auseinandersetzen 
müssen (pag. 12 05 010 Z. 334 ff.). Diese Ausführungen überzeugen. Es wäre in 
der Tat nicht notwendig gewesen, die Beschuldigte namentlich zu nennen, wenn er 
jemand anders, insbesondere seine Exfrau hätte schützen wollen, sondern 
H.________ hätte irgendeinen frei erfundenen, nicht überprüfbaren Namen ange-
ben können. Ein Grund, weshalb H.________ die Beschuldigte falsch belasten soll-
te, ist demnach nicht ersichtlich und konnte auch von der Beschuldigten nicht 
glaubhaft dargetan werden (vgl. E. II/10.4 hiernach).

Insgesamt sind die Aussagen von H.________ sehr glaubhaft. Diese enthalten eine 
Vielzahl von Realitätskriterien. 

22

10.3 Verknüpfung / übrige Beweismittel 

Die Aussagen von H.________ sind nicht nur isoliert betrachtet glaubhaft, seine 
Ausführungen finden auch in den Aussagen der geschädigten Personen Verknüp-
fungen. Abgesehen von den Abstreitungen der Beschuldigten stehen die Aussagen 
von H.________ mit keinem der erhobenen Beweismittel im Widerspruch. Die wei-
teren Beweismittel stehen vielmehr im Einklang mit den Schilderungen von 
H.________ und bekräftigen das aussageanalytische Resultat, dass sich 
H.________ an der Wahrheit orientiert hat. Diverse Geschädigte der 
M.________(Unternehmung) und der N.________(Unternehmung) haben überein-
stimmend mit den Ausführungen von H.________ ausgesagt, dass sie – teilweise 
mehrmals – mit «Frau O.________» resp. «Frau R.________» telefoniert hätten. 
Gemäss ihren Angaben hat «Frau O.________» resp. «Frau R.________» nicht 
nur die Personalien entgegengenommen – wie es von der Beschuldigten geltend 
gemacht wird –, sondern sie beschrieben die Tätigkeiten von «Frau O.________» 
resp. «Frau R.________» viel umfassender:

Betreffend die M.________(Unternehmung) führte etwa die Geschädigte 
AJ.________ aus, eine Frau, an deren Namen sie sich nicht mehr erinnern könne 
habe mit ihr ein Beratungsgespräch geführt (pag. 09 10 012). Die Dame am Tele-
fon habe ihr erklärt, dass sie eine Vereinbarungsrate an die Unternehmung 
M.________(Unternehmung) zu überweisen habe, damit die Schuldensanierung 
vorgenommen werden könne (pag. 09 10 012). Im Verlauf des Gesprächs habe sie 
die Dame gefragt, ob sie nicht lieber einen Bankkredit, anstelle der Schuldensanie-
rung haben möchte (pag. 09 10 012). Sie habe einen Vertrag erhalten, auf wel-
chem «Frau O.________» erwähnt sei (pag. 09 10 012; vgl. auch pag. 09 10 016 
f.). Mit «Frau O.________» habe sie mehrmals telefoniert (pag. 09 10 012). 
AJ.________ erklärte weiter, eine Sekretärin habe ihre Daten entgegengenommen 
(pag. 09 10 014). Nachdem sie einen Brief erhalten habe, habe sie ein Blatt ausfül-
len müssen, wo sie über ihre Lage detailliert Auskunft habe geben müssen (pag. 09 
10 014). Sie habe dieses eingeschickt und dann einen Anruf von «Frau 
O.________» erhalten. Diese habe ihr gesagt, sie biete ihr Bargeld anstelle der 
Schuldensanierung. Später habe «Herr H.________» angerufen und ihr gesagt, er 
könne ihr den Kredit in der Höhe von CHF 20‘000.00 nach Absprache mit «Frau 
O.________» problemlos auszahlen (pag. 09 10 014). Auch AK.________ erwähn-
te ein Gespräch mit einer Dame, die ihm versichert habe, sie werde darum besorgt 
sein, ein Kreditinstitut zu finden, das seinen Wünschen entspreche. Die Frau habe 
ihm gesagt, dass die Firma M.________(Unternehmung) nicht nur mit Schweizer 
Banken zusammenarbeite, sondern generell mit europäischen. Dort gelte das 
schweizerische Gesetz, das eine Kreditvergabe verbiete, wenn sie zur Überschul-
dung führe, nicht (pag. 09 11 009). AL.________ gab an, sie sei von «Frau 
O.________» angerufen worden, nachdem sich zuerst eine «Frau AM.________» 
gemeldet habe und gesagt habe, man werde sie zurückrufen (pag. 09 24 008 f.). 
«Frau O.________» habe ihr gesagt, sie werde eine geeignete Bank finden, die 
den Kredit zahlen werde und ob sie wisse, dass man eine Kaution zahlen müsse 
(pag. 09 24 009). Auf Frage, was passiere, wenn der Kredit nicht gewährt werde, 
habe «Frau O.________» entgegnet, es sei noch nie vorgekommen, dass man den 
Kredit nicht erhalten habe (pag. 09 24 009). Das Schreiben „Definitive Kreditzusage 

23

über Fr. 30‘000,00» vom 2. Juli 2009 befindet sich in den Akten und ist ebenfalls 
von «Frau O.________» unterzeichnet (pag. 09 24 015). AN.________ sprach da-
von, dass seine Kontaktperson zuerst «Herr Z.________» gewesen sei und ihm, 
als der Kredit trotz Bezahlung der Hälfte der Bearbeitungsgebühr (CHF 500.00) 
nicht gekommen sei, bei einem nächsten Gespräch «Frau O.________» erklärt ha-
be, er müsse nochmals CHF 1‘000.00 zahlen und eine Wohnsitzbescheinigung der 
Gemeinde schicken (pag. 09 46 010; vgl. zudem das Schreiben «Definitive Kredit-
zusage über Fr. 10‘000,00» vom 2. Juli 2009, unterzeichnet von «Frau 
O.________», pag. 09 46 014). AO.________ berichtete seinerseits von einem 
Gespräch mit «Frau O.________», welche ihm gesagt habe, er müsse die Voraus-
zahlung leisten, um den Kredit zu bekommen (pag. 09 75 012; vgl. zudem pag. 09 
75 017 f.).

Bezüglich der N.________(Unternehmung) führte AP.________ aus, sie habe am 
3. Oktober 2009 auf die im Inserat angegebene Nummer angerufen. Dabei habe 
eine «Frau R.________» abgenommen, welche ihr erklärt habe, sie müsse eine 
Lebensversicherung abschliessen. Die Versicherung sei 5 % vom Kreditbetrag, der 
zuerst an die N.________(Unternehmung) überwiesen werden müsse (pag. 10 13 
012). «Frau R.________» habe gesagt, diese Versicherung könne nicht erst nach 
Eingang des Kredits bezahlt werden. Sie habe daraufhin verlangt, mit dem Ge-
schäftsführer zu sprechen, woraufhin sie mit «Herrn AA.________» verbunden 
worden sei (pag. 10 13 012). Mitte Oktober 2009 habe sie den Kreditvertrag über 
CHF 40‘000.00 mit der Post erhalten (pag. 10 13 013; vgl. auch pag. 10 13 017). 
Nach dem Einzahlen der CHF 2‘080.00 habe sie der N.________(Unternehmung) 
wieder angerufen und wissen wollen, wann das Geld überwiesen werde. Wiederum 
«Frau R.________» habe ihr erklärt, dass wenn die CHF 2‘080.00 auf dem Konto 
seien, der Kredit ausgelöst werde. Ab dem Tag, an dem die CHF 2‘080.00 einge-
troffen seien, müsse sie ca. 14 Tage rechnen (pag. 10 13 013). Am 22. Oktober 
2009 habe sie nochmals angerufen und habe wissen wollen, ob das Geld eingetrof-
fen sei. Wieder «Frau R.________» habe ihr erklärt, dass das Geld angekommen 
sei und die CHF 40‘000.00 auf dem Weg seien (pag. 10 13 013). AP.________ 
führte aus, zu Beginn habe sie Bedenken gehabt. Als sie aber mit «Frau 
R.________» gesprochen habe und sich noch mit ihrer Kollegin und deren Bekann-
ten von der UBS unterhalten habe, seien die Bedenken verflogen gewesen (pag. 
10 13 016). AQ.________ gab an, ihm sei am 13. Oktober 2009 telefonisch, zuerst 
von einer Sekretärin, dann von «Herrn AA.________» selbst, mitgeteilt worden, 
dass die Adresse der N.________(Unternehmung) geändert habe. Da es im Büro 
in AR.________(Ortschaft) gebrannt habe, sei das Büro nun in 
AT.________(Ortschaft) (pag. 10 14 007 Z. 37 ff.; vgl. dazu auch die übereinstim-
menden Aussagen von H.________, pag. 12 05 009 Z. 308 ff., sowie die Aussagen 
der Geschäftsführerin des Büro- und Telefonservices AE.________(Telefondienst), 
pag. 17 06 003 f.). AF.________ schilderte ebenfalls, dass man ihr erzählt habe, 
dass es im Büro gebrannt habe (pag. 10 23 010). Sie gab an, sie habe das gesam-
te Geschäft mit einer Frau am Telefon abgewickelt. Diese Frau habe ihr gesagt, 
dass der Kredit mindestens CHF 10‘000.00 betragen müsse, dass sie sich keine 
Sorgen machen müsse, sie werde den Kredit erhalten, dass sie den Vertrag in den 
nächsten Tagen erhalte und dass sie die CHF 520.00 nicht von den CHF 10‘000.00 

24

abziehen könne (pag. 10 23 011). Beim zweiten Telefonat habe ihr dieselbe Frau 
gesagt, man habe eine Bank gefunden, die den Kredit gewähre. Diese sei in Aus-
tralien. Sie solle den Vertrag ausfüllen und die CHF 520.00 mit dem beiliegenden 
Einzahlungsschein einzahlen (pag. 10 23 011). Sie habe am 5. Oktober in der Fir-
ma angerufen und damals habe diese Frau abgenommen. Den Vertrag habe sie 
am 23. oder 26. Oktober erhalten, das zweite Gespräch habe sie am 28. Oktober 
2009 geführt (pag. 10 23 012). AU.________ will ebenfalls mit einer «Frau 
R.________» telefoniert haben. Allerdings gab er an, er «glaube», es sei eine 
«Frau R.________» gewesen (pag. 10 27 007). 

Die vorstehend wiedergegebenen Aussagen der Geschädigten zeigen, dass diese 
mit einer «Frau O.________» resp. «Frau R.________» gesprochen haben, welche 
ihnen das Prozedere und die Bedingungen erklärt hat, Überzeugungsarbeit für den 
Abschluss eines Kreditantrags geleistet hat und auch Telefonate verunsicherter 
Kunden entgegengenommen hat. Diese Tätigkeiten decken sich mit den Angaben 
von H.________ hinsichtlich des Aufgabenbereichs der Beschuldigten. 

Die Geschädigten der M.________(Unternehmung) haben teilweise ausgesagt, 
dass sie mit einer Frau telefoniert hätten, welche hochdeutsch gesprochen habe 
(pag. 09 03 011; 09 11 008; 09 19 014; 09 44 010; 09 55 009; 09 72 11; 13 11 
047). Diese Aussagen lassen entgegen der Auffassung der Verteidigung indes 
nicht ohne weiteres darauf schliessen, dass es mindestens noch eine weitere 
«Frau O.________» gegeben haben muss. Aus den Akten ergibt sich, dass die 
Beschuldigte in AV.________(Land) aufgewachsen ist und von 2006 bis 2011 in 
L.________(Land) gelebt hat (vgl. pag. 21 736). Sie hat in L.________(Land) in ei-
nem Callcenter gearbeitet, welches über AW.________(Land) gelaufen ist (pag 12 
04 011 Z. 368 ff.). Die Beschuldigte gab zudem an, dass sie Hochdeutsch, Englisch 
und Spanisch sprechen könne (pag. 12 05 008 Z. 253). Angesichts der mehrjähri-
gen Auslanderfahrung der Beschuldigten und ihrer Tätigkeit beim deutschen Call-
center, ist es durchaus vorstellbar, dass sie in einer solchen Art hochdeutsch ge-
sprochen hat, dass nicht sogleich erkannt werden konnte, dass sie Schweizerin ist. 
Der Geschädigte AK.________ hat denn auch ausgeführt, dass die ihn zurückru-
fende Frau hochdeutsch gesprochen habe. Es sei aber keine Deutsche gewesen, 
d.h. sie habe nicht perfekt hochdeutsch gesprochen (pag. 13 11 074 f.). Die Exfrau 
von H.________, BH.________, welche die Verteidigerin als mögliche Mittäterin in 
Betracht ziehen will, ist im Übrigen ebenfalls nicht deutsche Staatsangehörige 
(vgl. pag. 02 11 002; 02 11 045). 

Die Staatsanwaltschaft hat zudem insgesamt zehn geschädigten Personen 
Stimmproben von der Beschuldigten und anderen Frauen vorspielen lassen 
(vgl. zum Ganzen: pag. 13 11 001 ff.). Von den befragten Personen konnte nie-
mand die Beschuldigte eindeutig als «Frau O.________» resp. «Frau R.________» 
identifizieren. AK.________ und AL.________ haben jedoch ausgesagt, dass eine 
der Stimmproben von der Beschuldigen möglicherweise in Frage komme (pag. 13 
11 075; 13 11 080). AL.________ gab zudem an, dass sie schon manchmal den 
Eindruck gehabt habe, dass es sich um eine einzige Frau handeln könnte, die sich 
sowohl als «Frau O.________» als auch als «Frau R.________» ausgegeben habe 
(pag. 13 11 079). Die weiteren acht befragten Personen erkannten entweder eine 

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andere Stimmprobe als angeblich richtige oder konnten bei keiner der Stimmpro-
ben eine Ähnlichkeit feststellen (pag. 13 11 016; 13 11 47; 13 11 63; 13 11 085; 13 
11 090; 13 11 095; 13 11 111; 13 11 116). Dass die Stimmproben-Aussagen zu 
keinem eindeutigen Ergebnis geführt haben, ist aufgrund des Zeitablaufs erklärbar. 
Das Telefongespräch der Geschädigten mit «Frau O.________» resp. «Frau 
R.________» war über ein Jahr, bei manchen Geschädigten sogar fast zwei Jahre, 
her. Es ist daher durchaus verständlich, dass sich die Geschädigten nicht mehr 
zweifellos an die Stimme erinnern konnten. Zudem gilt es zu berücksichtigen, dass 
die Beschuldigte den Text für die Stimmprobe sehr unsicher und zurückhaltend 
vorgelesen hat. Es ist anzunehmen, dass die Beschuldigte die Telefongespräche 
für die Scheinunternehmungen viel bestimmter geführt hat, was es für die Geschä-
digten noch schwieriger machte, die Stimme zu erkennen. Festzuhalten gilt es 
aber, dass immerhin zwei Geschädigte ausgesagt haben, dass es die Stimmprobe 
von der Beschuldigten gewesen sein könnte. 

Was die Aussagen der weiter befragten Geschädigten anbelangt, fielen diese we-
der zu Gunsten noch zu Ungunsten der Beschuldigten aus. Die Aussagen der übri-
gen geschädigten Personen stehen aber auch nicht im Widerspruch zu den Anga-
ben von H.________. 

10.4 Aussagen der Beschuldigten

Die Vorinstanz hat die Aussagen der Beschuldigten wie folgt gewürdigt (pag. 21 
454 ff.; S. 108 ff. der Urteilsbegründung): 
«A.________ gab zu, als „O.________“ für die M.________(Unternehmung) Telefone entgegenge-
nommen zu haben, bestritt jedoch stets, für die N.________(Unternehmung) tätig gewesen zu sein. 
Sie gab an, der Name N.________(Unternehmung) sage ihr nichts, sagte aber aus, sie wisse schon, 
dass H.________ mehrere Firmen gehabt habe, er sei „sehr fachmännisch“ rübergekommen. Dabei 
blieb sie auch anlässlich der Konfrontationseinvernahme und bei allen kritischen Nachfragen des 
Staatsanwaltes.

Die Beschuldigte sagte aus, es sei „gang und gäbe“ dass man sich in Call Centers nicht mit einem 
ausländischen Namen, sondern mit einem einfach verständlichen Namen melde. Ob dem so ist, lässt 
sich nur schwer beurteilen. Eher gegen die Glaubhaftigkeit der Aussagen von Frau A.________ 
spricht jedoch, dass sie gegenüber den Strafverfolgungsbehörden nicht selbst den Namen 
„O.________“ nannte, sondern zuerst sagte, H.________ habe ihr gesagt, sie solle einen einfachen 
Namen wie „Studer“ oder „Stalder“ nennen. Erst als man ihr die Aussagen von H.________ vorhielt, 
sie habe sich als O.________ gemeldet, meinte sie, der Name sage ihr etwas. Auch wenn man 
berücksichtigt, dass ihre Tätigkeit für den Beschuldigten zum Zeitpunkt der Einvernahme schon rund 
anderthalb Jahre her war, so wäre doch anzunehmen, dass sie sich noch an den verwendeten Na-
men hätte erinnern können. 

Betreffend ihrer Tätigkeit für die M.________(Unternehmung) sagte A.________ zunächst, sie habe 
nur die Namen der Kunden, deren Geburtsdatum und was sie wollten, aufnehmen müssen. Später in 
der gleichen Einvernahme ergänzte sie dann, sie habe auch nach dem Namen des Arbeitgebers fra-
gen müssen und habe dann gesagt, sie werde alle Angaben dem Chef oder der Geschäftsleitung wei-
terleiten. Erst auf Nachfrage sagte sie, sie habe auch nach der Höhe des gewünschten Kredits fragen 
müssen. Beraten habe sie die Kunden jedoch nie. Auf weitere Nachfrage ergänzte sie dann, dass sie 
auch nach der Höhe des Lohns habe fragen müssen und schloss nicht aus, auch nach bestehenden 
Betreibungen gefragt zu haben. Auf Nachfrage ergänzte sie dann auch, sie habe zwei Grössenanga-

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ben für die Höhe der Zinsen bzw. die Kosten für den Kredit gehabt, die sie den Kunden als Beispiel 
habe nennen können. Anlässlich der Konfrontationseinvernahme schwächte sie diese Aussagen wie-
der ab und führte aus, sie habe die „Eingangsgespräche“ geführt, d.h. Daten aufgenommen und diese 
dann weitergegeben. In der letzten Einvernahme schwächte sie die Aussagen noch weiter ab, indem 
sie sagte „ich habe die Personalien aufgenommen und das wars“. Dieses inkonstante Aussageverhal-
ten in einem sehr wesentlichen Punkt spricht gegen die Glaubhaftigkeit der Aussagen von 
A.________. Auch spricht eher gegen die Glaubhaftigkeit, dass sie sich angeblich nicht daran erin-
nern konnte, ob sie von den Kunden angerufen wurde oder sie selbst Kunden anrief. Auch wenn zwi-
schen ihrer Tätigkeit für die M.________(Unternehmung) und den Befragungen einige Zeit verstrichen 
war, waren es doch offenkundig allein für die M.________(Unternehmung) Dutzende von Telefonan-
rufen, die sie getätigt haben musste, so dass davon auszugehen wäre, dass sie sich noch hätte erin-
nern können, ob sie angerufen wurde oder nicht. 

Fasst man die in der ersten Einvernahme bruchstückweise zum Vorschein kommenden Aussagen 
von A.________ zu ihrem Aufgabengebiet zusammen, so stellt man dagegen fest, dass sie gar nicht 
mehr so weit von den Aussagen von H.________ entfernt sind. Dieser sagte zwar, sie habe die Kun-
den auch beraten, was sie vehement abstritt, doch dies ist letztlich eine Definitionsfrage. Wenn sie die 
Kunden nach allen relevanten Angaben wie Name, Adresse, Geburtsdatum, Arbeitgeber, Höhe des 
Lohns und Höhe des gewünschten Kredits fragte und dann die grundsätzlichen Kreditbedingungen 
nannte, dann kann das schon als „Beratung“ aufgefasst werden, je nachdem, wie kompetent jemand 
bei diesem „Frage- und Antwortspiel“ auftritt.

Konstant war die Aussage der Beschuldigten, sie habe von H.________ nur EUR 480.00 und nicht 
mehr erhalten. Nachdem sie zuerst abgestritten hatte, dass H.________ ihr 30% von seinem Anteil 
angeboten hatte, gab sie dies in der gleichen Einvernahme später zu, sagte aber, sie habe nicht ge-
wusst, wie sich diese 30% berechnet hätten. Ebenso gab sie von Anfang an zu, gewisse Dokumente 
mit „O.________“ unterzeichnet zu haben (dies obwohl H.________ sie diesbezüglich gar nicht belas-
tete). Unbestritten ist auch, dass die Beschuldigte nichts mit den von den Kunden eingesandten Un-
terlagen zu tun hatte.

Unklar sind ihre Aussagen zur Frage, ob sie wusste, dass H.________ unter falschem Namen auftrat. 
Bei der ersten Einvernahme sagte sie aus, dessen Name sei P.________, H.________ sei der Name 
seiner Frau. Auf seiner Identitätskarte sei der Name P.________ gestanden, für sie sei er der 
P.________ H.________ gewesen (pag. 12 04 003). Später sagte sie aus, sie habe die Identitätskar-
te selbst gesehen. Als man ihr die von H.________ verwendete Identitätskarte von P.________ vor-
legte und sagte, dieser sehe völlig anders aus, sei fast 10 cm grösser als H.________ und komme 
aus St. Gallen, konnte sie jedoch keine überzeugende Erklärung abgeben, warum ihr dies nicht auf-
gefallen sei. Das Gericht betrachtete die fragliche Identitätskarte und kam zum Schluss, dass dann, 
wenn man den Namen auf der Identitätskarte lesen kann, was Frau A.________ ihren Aussagen zu-
folge ja konnte, man zweifelsfrei auch erkennen kann, dass die Fotografie darauf nicht den Beschul-
digten H.________ zeigt. Ihre Aussagen sind also auch diesbezüglich nicht überzeugend. Die Be-
schuldigte sagte weiter aus, sie habe den Kunden gegenüber nie einen Namen von H.________ er-
wähnt, sondern immer gesagt, der Chef oder die Geschäftsleitung werde sich melden bzw. entschei-
den. Angesprochen darauf, dass die Firma M.________(Unternehmung) geheissen habe, sagte sie 
dann aber aus, AX.________(Begriff) habe sie gehört, aber Z.________ sage ihr gar nichts, was aus 
Sicht des Gerichts nicht logisch erscheint, da der Name gerade mittig zwischen 
„M.________(Unternehmung)“ und „AX.________(Begriff)“ vorkommt.

Die Staatsanwaltschaft unterstellt in der Anklageschrift, die Beschuldigte A.________ habe aufgrund 
der Telefongespräche mit den Kunden wissen müssen, dass diese in der Regel keine Erfahrung in fi-

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nanziellen Angelegenheiten hatten und in prekärer finanzieller Lage waren. Anlässlich der Hauptver-
handlung wurde die Beschuldigte gefragt, ob sie sich Gedanken darüber gemacht habe, wer angeru-
fen habe, was sie damit beantwortete, dass sie sich dies eigentlich nicht gemacht habe. Auf Frage, 
was sie sich über die Finanzlage der Anrufer gedacht habe, sagte A.________, sie habe sich über-
haupt keine Fragen gestellt. Sie habe ja wirklich nur Herrn H.________ einen Gefallen tun wollen, 
während der Zeit, in der die andere Frau nicht habe arbeiten können (WSG pag. 21 096 f.). Folgt man 
den Aussagen der Beschuldigten, was sie die Kunden alles fragen musste (Höhe des Lohns, Name 
des Arbeitgebers, gewünschte Kredithöhe, vorhandene Betreibungen) und kombiniert das mit der 
recht grossen Anzahl von Telefonen, die sie bereits bei der M.________(Unternehmung) gehabt hat-
te, so konnte A.________ aufgrund der Telefongespräche sicherlich bis zu einem gewissen Umfang 
auf den Bildungsgrad und die Einkommensverhältnisse der Anrufenden geschlossen haben. Daraus 
kann aber noch nicht abgeleitet werden, dass sie von vornherein auf ein deliktisches Vorgehen 
schliessen musste. Die Beschuldigte wusste ja, dass es um Kreditvermittlung ging und es erscheint 
logisch, dass Personen, die Geld benötigen, um einen solchen Kredit nachsuchen.

In der Hauptverhandlung konnte sich das Gericht von beiden Beschuldigten und ihrem Aussagever-
halten ein persönliches Bild machen. Zum Beschuldigten H.________ ist festzuhalten, dass er zwar 
als mehrfach vorbestrafter Betrüger nicht grundsätzlich als glaubwürdig bezeichnet werden kann. 
Doch sind seine Aussagen im gesamten Verfahren glaubhaft und er konnte dem Gericht in der 
Hauptverhandlung überzeugend erläutern, dass er habe „reinen Tisch“ machen wollen. Seine Aussa-
gen im gesamten Strafverfahren waren umfassend und mit den Akten übereinstimmend, er nannte 
nach seiner Auslieferung gegenüber der Untersuchungsrichterin auch Firmen, über die er betrogen 
hatte, von denen die Strafverfolgungsbehörden noch nichts wussten. Er gab auch unumwunden zu, 
Unterschriften gefälscht und Geldbezüge getätigt zu haben, die man ihm sonst nicht hätte nachweisen 
können. Auch in früheren Verfahren gegen ihn hat H.________ ein solches Aussageverhalten ge-
zeigt, wie sich aus den sich in den Akten befindlichen früheren Urteilserwägungen ergibt. 

Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass die die Aussagen von A.________ weniger überzeu-
gend als diejenigen von H.________. In den Antworten bezüglich ihrer Tätigkeit für H.________ ist 
deutlich erkennbar, dass sie ihre Rolle immer kleiner zu machen versuchte, je länger das Strafverfah-
ren dauerte. Die entscheidende Frage, welche sich beweiswürdigend stellt, ist diejenige, warum 
H.________ die Beschuldigte A.________ zu Unrecht belasten sollte. Dafür konnte das Gericht so-
wohl anhand der Akten der Voruntersuchung als auch während des Hauptverfahrens kein Motiv fin-
den. Wie er zu Recht sagte, hätte er, wenn er eine andere Frau hätte schützen wollen, ja nicht eine 
Falsche „hereinreiten“ müssen, sondern hätte der Untersuchungsrichterin bzw. dem Staatsanwalt ir-
gend einen Namen einer angeblich irgendwo in L.________(Land) lebenden Schweizerin nennen 
können. Es wäre den Strafverfolgungsbehörden auch mit grossem Ermittlungsaufwand kaum gelun-
gen, seine Aussagen zu widerlegen, weiss der Beschuldigte doch aus eigener Erfahrung, dass 
Rechtshilfeermittlungen in L.________(Land) aufwändig und selten auf Anhieb erfolgversprechend 
sind. Dagegen scheint die Erklärung von A.________, H.________ sei immer noch wütend, weil er 
wegen der Eifersucht ihres Mannes aus dem gemeinsam gemieteten Haus habe ausziehen müssen 
und „nicht bekommen habe, was er gewollt habe“ eher weit hergeholt. H.________ fand in 
L.________(Land) in der Folge problemlos eine neue Unterkunft und mit AY.________ auch eine 
neue Partnerin, welche ihm gar ihre Konti zur Verfügung stellte, es ist also im Ergebnis wenig wahr-
scheinlich, dass er sozusagen aus „privater Rache“ eine völlig unschuldige Frau in ein umfangreiches 
Strafverfahren ziehen sollte. Hingegen finden sich zwanglos Erklärungen dafür, warum A.________ 
nicht ganz wahrheitsgemäss ausgesagt haben sollte. Einerseits musste ihr natürlich bewusst sein, 
dass sie, je mehr sie zugab, für den Beschuldigten H.________ gemacht zu haben, desto tiefer in das 

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Strafverfahren hineingezogen würde. Andererseits dürfte sie auch schon wegen ihrer familiären Situa-
tion nicht zugeben können, dass sie auch nach dem Rauswurf von H.________ durch ihren Mann 
noch wochenlang für diesen gearbeitet habe.

Aus all diesen Gründen erscheinen die Aussagen des Beschuldigten H.________ als glaubhafter als 
diejenigen von A.________ und es ist damit auf dessen Aussagen abzustellen.»

Die Vorinstanz hat die Aussagen der Beschuldigten korrekt und umfassend gewür-
digt. Die Kammer schliesst sich diesen Ausführungen an. Die Vorinstanz hat insbe-
sondere zu Recht darauf hingewiesen, dass die Beschuldigte den Namen 
«O.________» nicht von sich aus erwähnt hat – wie es bei einem wahrheitsgemäs-
sen Aussageverhalten zu erwarten gewesen wäre –, sondern erst auf Vorhalt von 
Aussagen von H.________ (vgl. pag. 12 04 003 Z. 75; 12 04 004 Z. 103 f.; 12 04 
005 Z. 132 ff.). Überhaupt fällt bei den Aussagen der Beschuldigten auf, dass diese 
sehr zurückhaltend und ambivalent ausfielen (vgl. pag. 12 04 019 Z. 39 f., 43 f., 47 
f., 49 f.; 12 04 020 Z. 66 ff.; 12 04 050 Z. 75 f.; 12 04 051 Z. 108 f.; 12 04 073 Z. 27 
ff.). Die Beschuldigte war offenkundig bestrebt, das Ausmass ihrer Tätigkeiten bei 
der M.________(Unternehmung) möglichst gering zu beschreiben und sie hat erst 
nach und nach, entsprechend dem Ermittlungsstand, Aussagen dazu gemacht. So 
hielt sie anlässlich der ersten Einvernahme am 13. März 2011 die Informationen, 
welche sie bei den Kunden am Telefon für die M.________(Unternehmung) erfra-
gen musste, sehr tief (pag. 12 04 006 Z. 193 ff.). Sie gab erst auf Nachfrage hin an, 
dass sie nebst dem Namen und Geburtsdatum des Kunden auch die Höhe des 
gewünschten Kredits habe erfragen müssen (pag. 12 04 006 Z. 199 f.). Später er-
gänzte sie, dass sie noch nach der Höhe des Lohnes gefragt habe und sie schloss 
nicht aus, dass sie sich auch nach dem Bestehen von Betreibungen erkundigt habe 
(pag. 12 04 007 Z. 241 f.). Im weiteren Lauf des Verfahrens schwächte die Be-
schuldigte diese Aussagen dann wieder ab und sie gab an, sie habe nur die Perso-
nalien aufgenommen und «das war’s» (pag. 12 04 049 Z. 29, 40 f.; 12 04 073 Z. 43 
f.; 12 04 077 Z. 186 ff.; 21 095 Z. 229 f.). Die Vorinstanz bemerkte richtig, dass die-
ses inkonstante Aussageverhalten in einem wichtigen Punkt – im Kerngeschehen – 
gegen die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beschuldigten spricht. Die Aussage 
der Beschuldigten, dass sie für die M.________(Unternehmung) nur die Personali-
en der Kunden entgegengenommen habe, erscheint denn auch nicht nachvollzieh-
bar. H.________ hat für die Unternehmung M.________(Unternehmung) einen 
Büro- und Telefondienst (AD.________(Telefondienst)) organisiert (pag. 12 01 045 
Z. 156 ff., 170 f.; vgl. den Vertrag vom 24. April 2009, pag. 16 04 017 ff.). Dieser 
hat die Kundendaten entgegengenommen und H.________ weitergeleitet (vgl. 
pag.  16 04 011 ff.). Es macht keinen Sinn, wenn die Beschuldigte diejenigen Arbei-
ten ausgeführt haben will, welche der Büro- und Telefondienst bereits machte. 
Diesfalls hätte es keines Büro- und Telefondienstes bedurft. Die Vorinstanz hat zu 
Recht darauf hingewiesen, dass es eher gegen die Glaubhaftigkeit der Aussagen 
der Beschuldigten spricht, wenn sie sich nicht mehr daran erinnern kann, ob sie 
von den Kunden angerufen wurde oder ob sie selbst Kunden angerufen hat (vgl. 
die Aussagen der Beschuldigten, pag. 12 04 023 Z. 187 ff.; 12 04 050 Z. 59 ff.; 12 
04 051 Z. 108). Die Aussage der Beschuldigten, es treffe nicht zu, dass sie mit ge-
wissen Kunden mehrmals telefoniert habe (pag. 21 098 Z. 372), steht auch im Wi-
derspruch zu den Ausführungen der geschädigten Drittpersonen der 

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M.________(Unternehmung), welche mit «Frau O.________» mehrmals telefoniert 
haben wollen (vgl. E. II/10.3 hiervor). 

Weiter machte die Beschuldigte betreffend des Lohns, welchen sie von 
H.________ erhalten haben will, widersprüchliche Aussagen. Die Beschuldigte hat 
zunächst auf Vorhalt ausgesagt, dass es «erstunken und erlogen» sei, dass 
H.________ ihr 30 % seines Anteils habe abgeben wollen. Insgesamt habe sie von 
H.________ 480 € erhalten. Er habe ihr das gegeben, weil sie eine bestimmte An-
zahl Adressen aufgenommen habe (pag. 12 04 004 Z. 120 ff.). Später an der Ein-
vernahme machte die Beschuldigte geltend, jetzt komme ihr in den Sinn, dass 
H.________ gesagt habe, dass wenn ein Kredit abgeschlossen werde, sie 30 % 
von seinem Anteil erhalte (pag. 12 04 010 Z. 324 f.). An der Einvernahme vom 
24. Januar 2012 führte die Beschuldigte auf Vorhalt, dass 30 % seines Anteils viel 
dafür sei, dass sie nur Adressen aufgenommen habe, aus «Ja, das fand ich auch, 
aber ich habe gedacht, mal schauen, was kommt» (pag. 12 04 051 Z. 118 ff.). 
Übertreibende Formulierungen wie «erstunken und erlogen» wirken besonders un-
glaubwürdig, wenn sie später relativiert werden müssen.

Die Beschuldigte will nie den Namen von H.________ gegenüber den Kunden er-
wähnt haben, sondern immer nur vom «Chef» oder der «Geschäftsleitung» ge-
sprochen haben (pag. 12 04 006 Z. 197 f.; 12 04 049 Z. 43 ff.). Die Feststellung der 
Vorinstanz, dass die Aussagen der Beschuldigten unklar seien bezüglich der Fra-
ge, ob sie gewusst habe, dass H.________ unter falschem Namen aufgetreten sei, 
ist angesichts dessen zutreffend. Ebenfalls unklar sind die Aussagen der Beschul-
digten im Zusammenhang mit der Identitätskarte (pag. 12 04 064), welche sie von 
H.________ gesehen haben will. Es fällt auf, dass die Beschuldigte auf der Identi-
tätskarte nur das gesehen haben will, was sie entlasten könnte, nämlich den Na-
men «P.________», wohingegen sie das Foto, welches offensichtlich nicht dem 
Erscheinungsbild von H.________ entsprach, nicht wahrgenommen haben will 
(vgl. pag. 12 04 003 Z. 84 f.; 12 04 051 Z. 131; 12 04 052 Z. 142 ff.). Ihre Begrün-
dung an der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 24. Januar 2012, weshalb 
ihr nicht aufgefallen ist, dass P.________ völlig anders aussieht, wirkt auswei-
chend. Die B