# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e47ed5d8-4779-5ebb-bec8-4a930dcc99b2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-15
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 15.02.2022 SK 2020 478
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2020-478_2022-02-15.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 20 478

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 15. Februar 2022 

Besetzung Obergerichtssuppleantin Meyes (Präsidentin i.V.), 
Oberrichter Zbinden, Oberrichter D. Bähler
Gerichtsschreiberin Bucher

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

 

Gegenstand Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 28. August 2020 (PEN 20 256)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 28. August 2020 erkannte das Regionalgericht Bern-Mittelland 
(nachfolgend: Vorinstanz) was folgt (pag. 1074 ff.; auszugsweise betreffend 
A.________, nachfolgend: Beschuldigter; Hervorhebungen im Original):

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach, mengenmässig quali-
fiziert sowie bandenmässig gemeinsam mit dem unbekannten «D.________» begangen 
durch:

1.1. Befördern und Anstalten Treffen zum Verschaffen von 240g Heroingemisch (Wirk-
stoffmenge 52.8g), an C.________

1.2. Befördern und Verschaffen einer unbekannten je qualifizierten Menge Heroingemisch 
bzw. Kokaingemisch am 24.07.2019 und am 29.07.2019 an C.________, in 
F.________ (Ortschaft);

1.3. Beförderung und Verschaffen einer unbekannten pro Übergabe qualifizierten Menge 
Heroingemisch bzw. Kokaingemisch an unbekannte Abnehmer, an folgenden Daten 
und Orten:

1.3.1. am 24.07.2019 in G.________ (Ortschaft) und H.________ (Ortschaft);

1.3.2. am 25.07.2019 in I.________ (Ortschaft) ;

1.3.3. am 26.07.2019 in J.________ (Ortschaft) und K.________ (Ortschaft);

1.3.4. am 29.07.2019 in K.________(Ortschaft) und H.________(Ortschaft);

1.3.5. am 02.08.2019 in L.________ (Ortschaft);

1.3.6. am 04.08.2019 in M.________ (Ortschaft), G.________(Ortschaft) und 
F.________ (Ortschaft);

1.3.7. am 06.08.2019 in N.________ (Ortschaft) (2 Mal), L.________(Ortschaft), 
H.________(Ortschaft) und F.________ (Ortschaft);

1.3.8. am 09.08.2019 in F.________ (Ortschaft) (3 Mal);

und in Anwendung der Art.43, 47, 49, 51 StGB, Art. 426 ff. StPO, Art. 19 Abs. 1 lit. b, c, g i.V.m. Art. 
19 Abs. 2 lit. a und b BetmG

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 32 Monaten.

Davon sind 11 Monate zu vollziehen. Für eine Teilstrafe von 21 Monaten wird der Vollzug auf-
geschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

3

Die Untersuchungshaft von 70 Tagen wird vollumfänglich auf die zu vollziehende Teilstrafe 
angerechnet.

2. Zu den auf ihn entfallenden Verfahrenskosten von CHF 18'019.60, sich zusammensetzend 
aus (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung):

II.

1. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von 
A.________ durch Rechtsanwältin E.________ werden wie folgt bestimmt:

           

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 105.00 200.00 CHF 21’000.00
Reisezuschlag CHF 600.00

CHF 428.70
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 22’028.70 CHF 1’696.20

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 23’724.90

volles Honorar CHF 26’250.00
Reisezuschlag CHF 600.00

CHF 428.70
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 27’278.70 CHF 2’100.45

CHF 0.00
Total CHF 29’379.15

nachforderbarer Betrag CHF 5’654.25

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwältin E.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 23'724.90. 

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen 
und Rechtsanwältin E.________ die Differenz von CHF 5'654.25 zwischen der amtlichen Ent-
schädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 
erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

4

III.

[…] 

IV.

[…] 

V.

Weiter wird verfügt:

1. […]

2. Folgende beschlagnahmten Gegenstände werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB):

2.1. 1 Portion von total 248 Gramm Heroin

2.2. 1 Mobiltelefon Wiko, violett-blau, ohne Hülle (aus Effekten B1)

2.3. 1 Minigrip von total 1.3 Gramm MDMA (aus Effekten B1)

2.4. 1 Mobiltelefon Samsung, inkl. SIM-Karte und Hülle (aus Effekten B2)

2.5. aus Ass. C3, Kaugummipackung mit BM:

2.5.1. 1 Minigrip von total 5.7 Gramm MDMA

2.5.2. 2 Minigrip von total 4.5 Gramm Marihuana

2.5.3. 10 Ecstasy-Pillen von total 7.5 Gramm

2.5.4. 13 Pillen, vermutlich Kaugummis

2.5.5. 1 Kaugummipackung mit BM-Rückständen

2.6. 2 Säcke aus Küchenschrank (Ass. C1):

2.6.1. 1 Sack mit weissem Pulver, 132.7 Gramm

2.6.2. 1 Sack mit weissem Pulver, 44.8 Gramm

2.7. 1 elektronische BM-Waage (Ass. D1 / KTD 003)

2.8. 1 Trichter aus PET-Flasche (Ass. D2 / KTD 005)

2.9. 1 elektronische BM-Waage (Ass. E1)

2.10. 3 elektronische BM-Waagen (Ass. E8)

2.11. 3 Minigrip mit weissem Pulver (Ass. E2)

2.12. 4 Minigrip mit weissem Pulver (Ass. E5)

2.13. 1 Minigrip mit braunem Pulver (Ass. E9)

2.14. 1 Mobiltelefon Nokia, grau/silbern (Ass. E3)

2.15. 1 Mobiltelefon Samsung, schwarz (Ass. E4)

2.16. 1 Mixer mit BM-Rückständen (Ass. E6)

2.17. Glas mit weissem Pulver (Ass. E7)

2.18. 1 Trainerhose „Jordan“, kurz, gelb-schwarz (KTD 028)

5

2.19. 2 Abdeckungen von BM-Waagen mit BM-Rückständen (Ass. D7 / KTD 001 + 002)

2.20. 1 PET-Flasche (Ass. D8 / KTD 004)

3. Der beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 18'782.60 wird eingezogen (Art. 70 StGB).

4. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils 
(PCN-Nr.________) von A.________ nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 16 Abs. 1 
lit. e DNA-ProfilG).

5. […]

6. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der er-
hobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten von A.________ nach Ablauf der ge-
setzlichen Frist erteilt (Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbei-
tung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

7. […]

8. [Eröffnungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete die amtliche Verteidigung des Beschuldigten, Rechts-
anwältin E.________, mit Schreiben vom 07. September 2020 form- und fristge-
recht die Berufung an und ersuchte überdies um Entlassung aus dem amtlichen 
Mandat (pag. 1099). Mit Verfügung vom 11. September 2020 wurde dem Antrag 
entsprochen und Rechtsanwältin E.________ aus dem amtlichen Mandat entlas-
sen. Als amtliche Verteidigung des Beschuldigten ab 23. September 2020 wurde 
Rechtsanwalt B.________ bestellt (pag. 1103 f., pag. 1107 f.). Die erstinstanzliche 
Urteilsbegründung datiert vom 04. November 2020 (pag. 1117 ff.) und wurde den 
Parteien mit Verfügung vom 05. November 2020 (pag. 1168 f.) zugestellt.

Mit Eingabe vom 30. November 2020 erklärte Rechtsanwalt B.________ für den 
Beschuldigten form- und fristgerecht die Berufung (pag. 1174 ff.), beschränkt auf 
den Schuldspruch wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Ziff. 
I.1. erster Abschnitt des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), die Strafzumessung 
(Ziff. I.1. zweiter Abschnitt des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), die Verfahrens-
kosten (Ziff. I.2. zweiter Abschnitt des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), die Aus-
richtung der Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Ho-
norar (Ziff. II.1. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) und die Verfügungen betref-
fend die Vernichtung des Mobiltelefons Wiko (Ziff. V.2.2. des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs), die Einziehung des beschlagnahmten Geldbetrages (Ziff. V.3. des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), der Zustimmung zur Löschung des DNA-Profils 
(Ziff. V.4. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) und der Löschung der biometri-
schen erkennungsdienstlichen Daten (Ziff. V.6. des erstinstanzlichen Urteilsdisposi-
tivs).

Unter Bezugnahme auf die Verfügung vom 01. Dezember 2020 (pag. 1178 f.) teilte 
die Generalstaatsanwaltschaft mit Schreiben vom 14. Dezember 2020 mit, dass auf 
eine Anschlussberufung verzichtet werde und kein Grund für ein Nichteintreten auf 
die Berufung bestehe (pag. 1181 f.).

6

Die für den 15. und 16. November 2021 angesetzte Berufungsverhandlung (pag. 
1198 f.) wurde von Amtes wegen abgesetzt (pag. 1214 f.) und unter Hinweis auf 
die geänderte Kammerzusammensetzung neu angesetzt (pag. 1225 f.). Die Beru-
fungsverhandlung vor der 1. Strafkammer fand am 14. und 15. Februar 2022 statt 
(pag. 1240 ff.).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die Berufungsverhandlung wurde von Amtes wegen ein aktueller 
Strafregisterauszug, datierend vom 01. Februar 2022 (pag. 1237), über den Be-
schuldigten eingeholt. Anlässlich der Berufungsverhandlung wurde der Beschuldig-
te erneut zur Person und zur Sache befragt (pag. 1243 ff.).

Von Amtes wegen wurde im Internet ein Kartenausschnitt abgerufen und relevante 
Örtlichkeiten markiert (pag. 1293). Die Parteien wurden mit je einer Kopie bedient 
(pag. 1242).

4. Oberinstanzliche Anträge der Parteien

Die Verteidigung stellte im Rahmen ihrer Berufungserklärung vom 30. November 
2020 namens und auftrags des Beschuldigten folgende Anträge (pag. 1174 f.):

1. A.________ sei freizusprechen von der Anschuldigung der Widerhandlung gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz, mehrfach, mengenmässig qualifiziert sowie bandenmässig gemeinsam mit 
dem unbekanntem «D.________» begangen. 

2. Die Verfahrenskosten seien vollumfänglich dem Kanton Bern aufzuerlegen.

3. Rechtsanwalt B.________ sei eine amtliche Entschädigung gemäss noch einzureichender Ho-
norarnote für das Verfahren vor Obergericht auszurichten. 

4. Rechtsanwältin E.________ sei die Differenz vom amtlichen zum vollen Honorar gemäss einge-
reichter Honorarnote, d.h. CHF 5'654.25, auszurichten. 

5. Die Beschlagnahme der CHF 18'782.60 sei aufzuheben und der Betrag sei Herrn A.________ 
auszuhändigen. 

6. Für die erstandene Untersuchungshaft von 70 Tagen sei A.________ eine Entschädigung von 
CHF 200.00 pro Tag, total ausmachend CHF 14'000.00, auszurichten. 

7. Dem zuständigen Bundesamt sei die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils von 
A.________ (PCN-Nr.________) zu erteilen (Art. 16 Abs. 1 lit. e DNA-ProfilG).

8. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst sei die Zustimmung zur Löschung der von 
A.________ erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzli-
chen Frist zu erteilen (Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung 
biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

Betreffend Umfang der Berufung ergibt sich aus der Begründung der Berufungser-
klärung, dass sich diese zudem auf die Verfügung der Einziehung zur Vernichtung 
des beschlagnahmten Mobiltelefons Wiko beziehe. Demnach hat die Kammer 
ebenfalls darüber zu befinden.

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete anlässlich der oberinstanzlichen 
Berufungsverhandlung folgende – teilweise in Abweichung zu den Anträgen der 

7

Berufungserklärung vom 30. November 2020 (pag. 1174 f.) – Anträge (pag. 1269 f.; 
Hervorhebungen im Original):

1. A.________ sei freizusprechen von der Anschuldigung der Widerhandlung gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz, angeblich mehrfach, mengenmässig qualifiziert sowie bandenmässig ge-
meinsam mit dem unbekanntem «D.________» begangen.

2. Die Verfahrenskosten seien vollumfänglich dem Kanton Bern aufzuerlegen.

3. Rechtsanwalt B.________ sei eine amtliche Entschädigung gemäss heute eingereichter Hono-
rarnote für das Verfahren vor Obergericht auszurichten.

4. (..)

5. Die Beschlagnahme der CHF 18'782.60 sei aufzuheben und der Betrag sei Herrn A.________ 
auszuhändigen.

6. Für die erstandene Untersuchungshaft von 70 Tagen sei A.________ eine Entschädigung von 
CHF 200.00 pro Tag, total ausmachend CHF 14'000.00, auszurichten.

7. Dem zuständigen Bundesamt sei die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils von 
A.________ (PCN-Nr.________) zu erteilen (Art. 16 Abs. 1 lit. e DNA-ProfilG).

8. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst sei die Zustimmung zur Löschung der von 
A.________ erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzli-
chen Frist zu erteilen (Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung 
biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

Eventualantrag zu Antrag 1-8: A.________ sei der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelge-
setz, bandenmässig begangen, durch befördern und Verschaffen einer unbekannten Menge Heroin-
gemisch oder Kokaingemisch, schuldig zu sprechen und zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 12 
Monaten unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren und der Übernahme der anteilsmässigen Ver-
fahrenskosten zu verurteilen. Die übrigen Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen.

Staatsanwältin O.________ stellte und begründete an der oberinstanzlichen Ver-
handlung namens der Generalstaatsanwaltschaft folgende Anträge (pag. 1271 ff.; 
Hervorhebungen im Original): 

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Kollegial-
gericht in Dreierbesetzung) vom 28. August 2020 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich der Ein-
ziehung der Gegenstände gemäss Ziff. V. 2.1, 2.3-2.20.

II.

A.________ sei schuldig zu erklären:

1. der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach, mengenmässig qualifi-
ziert sowie bandenmässig gemeinsam mit dem unbekannten «D.________» begangen durch:

1.1 Befördern und Anstalten Treffen zum Verschaffen von 240g Heroingemisch (Wirkstoffmenge 
52,8g) an C.________ am 9. August 2019 in F.________ (Ortschaft);

8

1.2 Befördern und Verschaffen einer unbekannten je qualifizierten Menge Heroingemisch bzw. Ko-
kaingemisch an C.________ am 24. + 29. Juli 2019 in F.________ (Ortschaft);

1.3 Befördern und Verschaffen einer unbekannten pro Übergabe qualifizierten Menge Heroinge-
misch bzw. Kokaingemisch an unbekannte Abnehmer am 24. Juli 2019 in 
G.________(Ortschaft) und H.________(Ortschaft), am 25. Juli 2019 in I.________(Ortschaft), 
am 26. Juli 2019 in J.________(Ortschaft) und K.________(Ortschaft), am 29. Juli 2019 in 
K.________(Ortschaft) und H.________(Ortschaft), am 2. August 2019 in 
L.________(Ortschaft), am 4. August 2019 in M.________(Ortschaft), G.________(Ortschaft) 
und F.________ (Ortschaft), am 6. August 2019 in N.________(Ortschaft) (2 Mal), 
L.________(Ortschaft), H.________(Ortschaft) und F.________ (Ortschaft) sowie am 9. August 
2019 in F.________ (Ortschaft) (3 Mal).

III.

A.________ sei in Anwendung von Art. 43, 47, 49, 51 StGB; Art. 19 Abs. 1 lit, b, c, g i.V.m. Art.19 
Abs. 2 lit, a und b BetmG, Art. 426 ff. StPO

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 32 Monaten, wobei 11 Monate zu vollziehen seien und für eine 
Teilstrafe von 21 Monaten der Vollzug mit einer Probezeit von 2 Jahren aufzuschieben sei, unter 
Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft von 70 Tagen auf die zu vollziehende Teil-
strafe;

2. zur Bezahlung der auf ihn entfallenden erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. 
eine angemessene Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

IV.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Das beschlagnahmte Mobiltelefon Wiko, violett-blau, ohne Hülle, sei einzuziehen und zu ver-
nichten (Art. 69 StGB).

2. Der beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 18782.60 sei einzuziehen (Art. 70 StGB).

3. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

4. Dem zuständigen Bundesamt sei die Zustimmung zur Löschung des von A.________ erstellten 
DNA-Profils (PCN-Nr.________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist zu erteilen.

5. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst sei die Zustimmung zur Löschung der von 
A.________ erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzli-
chen Frist zu erteilen (Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung 
biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

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6. Das Urteil sei dem Bundesamt für Polizei mitzuteilen (Art. 28 Abs. 3 BetmG).

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Der Mitbeschuldigte C.________ legte gegen das erstinstanzliche Urteil keine Be-
rufung ein. Folglich ist das Urteil der Vorinstanz vom 28. August 2020 – soweit 
C.________ betreffend – in Rechtskraft erwachsen (pag. 1124; Ziff. III., IV., V.1., 
V.5. und V.7. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; S. 8 der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung). Der Beschuldigte hingegen focht das erstinstanzliche Urteil mit 
Berufungserklärung vom 30. November 2020 teilweise an (pag. 1174 f.).

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil grundsätzlich nur in den 
angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Festzuhalten ist mit Blick auf den 
Umfang der Berufung (vgl. Ziff. 2 hiervor), dass der Beschuldigte die Verfügung der 
zur Vernichtung eingezogenen beschlagnahmten Gegenstände nur hinsichtlich des 
Mobiltelefons Wiko (Ziff. V.2.2. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) angefoch-
ten hat. Infolgedessen ist das erstinstanzliche Urteil insoweit in Rechtskraft er-
wachsen, als verfügt wurde, dass die übrigen beschlagnahmten Gegenstände in 
Anwendung von Art. 69 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) 
zur Vernichtung eingezogen werden (Ziff. V.2.1., V.2.3. bis V.2.20. des erstinstanz-
lichen Urteilsdispositivs).

Nicht rechtskräftig und von der Kammer zu überprüfen sind demgegenüber der 
Schuldspruch (Ziff. I.1.1. bis I.1.3. erster Abschnitt des erstinstanzlichen Urteilsdis-
positivs), der Sanktionenpunkt (Ziff. I.1. zweiter Abschnitt des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs), die Verfügung bezüglich des zur Vernichtung eingezogenen be-
schlagnahmten Mobiltelefons Wiko (Ziff. V.2.2. des erstinstanzlichen Urteilsdisposi-
tivs), die Verfügung betreffend den Einzug des beschlagnahmten Geldbetrags von 
CHF 18'782.60 (Ziff. V.3. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), sowie der Kos-
ten- und Entschädigungspunkt (Ziff. I.2. zweiter Abschnitt und Ziff. II. des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositivs), wobei auf die Höhe des amtlichen Honorars für die 
Verteidigung des Beschuldigten in erster Instanz nur zurückzukommen ist, sofern 
die Vorinstanz das ihr bei der Honorarfestsetzung zustehende Ermessen in unhalt-
barer Weise ausgeübt haben sollte (Urteile des Bundesgerichts 6B_349/2016 vom 
13. Dezember 2016 E. 2.4.2 und 6B_769/2016 vom 11. Januar 2017 E. 2.3). Nicht 
der Rechtskraft zugänglich sind die Verfügungen betreffend der DNA-Profile (Ziff. 
V.4. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) sowie der biometrischen erkennungs-
dienstlichen Daten (Ziff. V.6. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). 

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen – und/oder der 
Rechtskraft nicht zugänglichen – Punkte über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 
StPO), ist aufgrund der alleinigen Berufung des Beschuldigten allerdings an das 
Verschlechterungsverbot (Verbot der sog. «reformatio in peius», Art. 391 Abs. 2 
StPO) gebunden.

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II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Vorbemerkung

Aufgrund des Verzichts der Generalstaatsanwaltschaft auf eine Anschlussberufung 
(vgl. Ziff. I.2. hiervor) ist es der Kammer aufgrund des Verschlechterungsverbots 
nicht erlaubt, die Strafe zu Ungunsten des Beschuldigten abzuändern. Massgeblich 
für die Frage, ob eine unzulässige «reformatio in peius» vorliegt, ist das Dispositiv 
(BGE 142 IV 129 E. 4.5 S. 136; BGE 139 IV 282 E. 2.6 S. 289). Zusätzliche 
Schuldsprüche fallen gegebenenfalls unter das Verbot der Verschlechterung, selbst 
wenn die Sanktion nicht verschärft wird (BGE 139 IV 282 E. 2.5 S. 288). Der 
Rechtsmittelinstanz ist es hingegen nicht untersagt, sich in ihren Erwägungen zur 
rechtlichen Qualifikation zu äussern, wenn das erstinstanzliche Gericht von einer 
abweichenden Sachverhaltswürdigung oder falschen rechtlichen Überlegungen 
ausging. Entscheidend ist, dass sich dies im Dispositiv nicht in einem schärferen 
Schuldspruch niederschlägt und auch nicht zu einer härteren Strafe führt (BGE 139 
IV 282 E. 2.6.). 

Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten wegen Widerhandlung gegen das 
Betäubungsmittelgesetz, mehrfach, mengenmässig qualifiziert sowie bandenmäs-
sig gemeinsam mit dem unbekannten «D.________», zunächst durch Befördern 
und Anstalten treffen zum Verschaffen von 240 Gramm Heroingemisch mit einer 
Wirkstoffmenge von 52.8 Gramm, begangen am 09. August 2019 in F.________ 
(Ortschaft) (pag. 1075; Ziff. I.1.1. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), entspre-
chend der mit Anklageschrift vom 06. April 2020 vorgeworfenen zeitlichen und örtli-
chen Gegebenheiten sowie der Heroin- bzw. Wirkstoffmenge (pag. 911; Ziff. 
I.A.1.1. der Anklageschrift). Weiter verurteilte die Vorinstanz den Beschuldigten 
wegen Befördern und Verschaffen einer unbekannten je qualifizierten Menge Hero-
ingemisch bzw. Kokaingemisch sowie wegen Befördern und Verschaffen einer un-
bekannten pro Übergabe qualifizierten Menge Heroingemisch bzw. Kokaingemisch 
(pag. 1075; Ziff. I.1.2. und I.1.3 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Die Vorin-
stanz nahm, unter Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur 
Mindestmenge, die in objektivierter Hinsicht für den mengenmässig qualifizierten 
Fall im Sinne von Art. 19 Abs. 1 Bst. a des Betäubungsmittelgesetzes (BetmG; SR 
812.121) vorliegen muss (BGE 109 IV 143), pro Übergabe eine Wirkstoffmenge 
von mindestens 12 Gramm reinem Heroin bzw. von mindestens 18 Gramm reinem 
Kokain an, woraus gemäss der erstinstanzlichen Urteilsbegründung eine Menge 
von 252 Gramm reinem Heroin (21 x 12 Gramm) bzw. 378 Gramm reinem Kokain 
(21 x 18 Gramm) resultiert (pag. 1156, S. 40 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung). Obwohl der Sachverhalt gemäss Anklageschrift vom 06. April 2020, unter 
Berücksichtigung der Anträge der Staatsanwaltschaft anlässlich der erstinstanzli-
chen Hauptverhandlung vom 26. August 2020, für eine Verurteilung einer darüber 
liegenden Wirkstoffmenge grundsätzlich Raum bietet (pag. 912; Ziff. I.A.1.2. und 
I.A.1.3. der Anklageschrift), fragt sich, ob eine solche gegen das Verschlechte-
rungsverbot verstossen würde. Nachdem die Vorinstanz den Beschuldigten einer 
«mehrfachen» Widerhandlung gegen das Betäubungsmittlegesetz schuldig ge-
sprochen hat – dies, obwohl sie entsprechend der Urteilsbegründung auf S. 41 ff. 
(pag. 1157 ff.) eine Handlungseinheit annahm – ist für die Kammer einzig das erst-

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instanzliche Dispositiv massgeblich. Da das Verbot der «reformatio in peius» im 
Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ebenfalls hinsichtlich zusätzlicher 
Schuldsprüche Geltung beansprucht, ist es der Kammer verwehrt, den Beschuldig-
ten weiterer Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mithin des Be-
förderns und Verschaffens höherer Mengen Betäubungsmittel, schuldig zu spre-
chen.

7. Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung

Betreffend die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung im Allgemeinen und 
der Aussagenanalyse im Speziellen wird auf die zutreffenden Ausführungen der 
Vorinstanz verwiesen (pag. 1130 ff.; S. 14 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung). Mit Blick auf die nachfolgende Beweiswürdigung ist wiederholend bzw. er-
gänzend auf Folgendes hinzuweisen:

Als Beweiswürdigungsregel besagt der Grundsatz «in dubio pro reo», dass sich 
das Strafgericht nicht von der Existenz eines für die beschuldigte Person ungünsti-
gen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung erhebli-
che und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so 
verwirklicht hat (BGE 127 I 38 E. 2a; mit Hinweisen). Verurteilt das Strafgericht den 
Beschuldigten, obwohl bei objektiver Betrachtung des gesamten Beweisergebnis-
ses unüberwindliche, schlechterdings nicht zu unterdrückende Zweifel an dessen 
Schuld bestehen, liegt auch immer Willkür vor. Liegen keine direkten Beweise vor, 
ist nach der Rechtsprechung auch ein indirekter Beweis zulässig. Beim Indizienbe-
weis wird aus bestimmten Tatsachen, die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber 
bewiesen sind (Indizien), auf die zu beweisende, unmittelbar rechtserhebliche Tat-
sache geschlossen. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für sich allein betrachtet 
nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache oder 
Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offen lassen, können in ihrer Gesamt-
heit ein Bild erzeugen, das den Schluss auf den vollen rechtsgenügenden Beweis 
von Tat oder Täter erlaubt (Urteile des Bundesgerichts 6B_902/2019 vom 
08. Januar 2020 E. 2.2.1 und 6B_811/2019 vom 15. November 2019 E. 1.3; je mit 
Hinweisen). Der Grundsatz «in dubio pro reo» als Entscheidregel verlangt nicht, 
dass bei sich widersprechenden Beweismitteln unbesehen auf den für den Be-
schuldigten günstigeren Beweis abzustellen ist. Die Entscheidregel kommt nur zur 
Anwendung, wenn nach erfolgter Beweiswürdigung als Ganzem relevante Zweifel 
verbleiben (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.2; Urteile des Bundesgerichts 6B_1302/2020 
vom 03. Februar 2021 E. 1.2.2. und 1.2.3; 6B_299/2020 vom 13. November 2020 
E. 2.2.2; 6B_910/2019 vom 15. Juni 2020 E. 2.3.3; 6B_1395/2019 vom 
3. Juni 2020 E. 1.1; je mit Hinweisen).

8. Beweismittel

Vorab verweist die Kammer auf die korrekte Aufzählung der Vorinstanz der für 
sämtliche zu überprüfenden Vorwürfe relevanten Beweismittel (pag. 1133; pag. 
1151 ff.; S. 17 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Als weiteres Beweismit-
tel kommt ferner die oberinstanzliche Befragung des Beschuldigten (pag. 1243 ff.) 
sowie ein von der Kammer zu den Akten genommener Kartenausschnitt (pag. 
1293) hinzu. Zudem berücksichtigt die Kammer die polizeiliche Einvernahme von 

12

C.________ vom 10. August 2019 (pag. 424 ff.). Soweit sich ergänzende und/oder 
präzisierende Ausführungen zu den einzelnen Beweismitteln aufdrängen, erfolgen 
diese unmittelbar an den entsprechenden Stellen im Rahmen der konkreten Be-
weiswürdigung der Kammer. Dasselbe gilt auch für die Aussagen des Beschuldig-
ten anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung (pag. 1243 ff.).

9. Vorbemerkungen zum Gesamtvorwurf gemäss Anklageschrift und Würdi-
gungsvorbehalt

Die Berufung des Beschuldigten bezieht sich auf sämtliche, ihn betreffenden An-
klagepunkte (pag. 911 f.; Ziff. I.A.1.1. bis I.A.1.3. der Anklageschrift). Anlässlich der 
erstinstanzlichen Verhandlung vom 26. August 2020 (pag. 1017) behielt sich die 
Vorinstanz vor, den angeklagten Sachverhalt gemäss Ziff. I.A.1.1. bis I.A.1.3. der 
Anklageschrift auch als bandenmässige Begehung, gemeinsam mit dem unbe-
kannten «D.________», zu würdigen. Dieser Würdigungsvorbehalt gilt auch für die 
oberinstanzliche Beurteilung. Die erstinstanzlich ausgefällten Schuldsprüche betref-
fend C.________ (pag. 913 f.; Ziff. I.B.1.1. bis Ziff. I.B.1.5. der Anklageschrift) wur-
den, wie bereits unter Ziff. I.5. hiervor erwähnt, von C.________ und der Staatsan-
waltschaft bzw. der Generalstaatsanwaltschaft akzeptiert. Diese rechtskräftigen 
Schuldsprüche sind im Berufungsverfahren insofern noch relevant, als dass sie In-
dizien für die zu überprüfenden Anklagepunkte liefern. Es wird direkt an den betref-
fenden Stellen, soweit notwendig, auf sie Bezug genommen werden.

Dem Beschuldigten wurden in der Anklageschrift vom 06. April 2020 drei Sachver-
haltskomplexe vorgeworfen (pag 911 f.; Ziff. I.A.1.1. bis I.A.1.3. der Anklageschrift). 
Wie bereits die Vorinstanz würdigt auch die Kammer die vorliegenden Beweismittel 
einerseits den Sachverhaltskomplex am Tag der polizeilichen Anhaltung betreffend 
(Ziff. I.A.1.1. der Anklageschrift), andererseits bezüglich der weiteren Vorwürfe (Ziff. 
I.A.1.2. und I.A.1.3. der Anklageschrift; pag.1132 ff.; S. 16 ff. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung).

10. Vorwurf gemäss Ziff. I.A.1.1. der Anklageschrift

Konkret wird dem Beschuldigten gemäss Ziff. I.A.1.1. der Anklageschrift vom 
06. April 2020 Folgendes vorgeworfen (pag. 911):

1.1 Erwerb, Besitz, Beförderung und Veräusserung, evtl. Anstalten Treffen zur Veräusserung, von 
insgesamt 240 Gramm Heroingemisch, respektive 52.8 Gramm reinem Heroin-Hydrochlorid, be-
gangen am 09.08.1019 sowie in der Zeit davor, am P.________ (Adresse) in F.________ (Orts-
chaft), indem A.________ die zuvor erworbenen Betäubungsmittel am 09.08.2019 auf Anwei-
sung des unbekannten „D.________" an den P.________(Adresse) beförderte. Am 
P.________(Adresse) stieg C.________ in den Personenwagen von A.________. Während der 
nachfolgenden Fahrt übergab A.________ C.________ die Betäubungsmittel und C.________ 
übergab A.________ Bargeld in unbekannter Höhe, evtl. übergab C.________ A.________ Bar-
geld in unbekannter Höhe und A.________ war im Begriff, C.________ die Betäubungsmittel zu 
übergeben, als die beiden von der Polizei angehalten wurden, worauf entweder C.________ 
oder A.________ die Betäubungsmittel aus dem fahrenden Auto auf die angrenzende Treppe 
warf.

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10.1 Erwägungen und Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz hat zunächst bezüglich der sichergestellten Betäubungsmittel dar-
gelegt, dass nach der Anhaltung des Beschuldigten und C.________ am 
09. August 2019 am Q.________weg in F.________ (Ortschaft) in unmittelbarer 
Nähe des Anhalteortes eine netto 240 Gramm braunes Pulver enthaltende Heroin-
portion, in einem Zellophanplastiksack verpackt und ein Loch aufweisend, habe si-
chergestellt werden können. Der Fundort habe sich ca. 3 bis 5 Meter rechts neben 
der Stillstandstelle des angehaltenen Fahrzeuges des Beschuldigten auf einer an 
ein Firmengebäude angrenzenden Kelleraussentreppe befunden, der Plastiksack 
habe offen und unversteckt auf einer Treppenstufe gelegen. Aufgrund dieser Fund-
situation habe der polizeiliche Ermittler vermutet, dass die Heroinportion durch den 
Beschuldigten oder C.________ aus dem Fahrzeuginnern auf die Treppe geworfen 
worden sei. Die Vorinstanz führte weiter aus, der Umstand, dass der Wurf nicht ha-
be beobachtet werden können, liesse sich dadurch erklären, dass der 
Q.________weg kurz vor dem Anhalteort eine fast rechtwinklige Biegung mache 
(vgl. pag. 558; Markierung A: P.________(Adresse), Markierung B: Anhalteort; 
Markierung C: R.________ (Adresse) [Wohnung von S.________)]. Es sei vorstell-
bar, dass das einige Meter vor dem Polizeifahrzeug befindliche Fahrzeug des Be-
schuldigten nach dem Abbiegen für einen kurzen Moment aus dem Blickfeld der 
Polizisten verschwunden sei. Diese Zeit habe ihm bzw. C.________ gereicht, um 
die Heroinportion aus dem Fahrzeug zu werfen. Die Vorinstanz stellte weiter fest, 
dass auf die Beobachtungen gemäss den Berichtsrapporten abzustellen sei, die 
Berechnungen der Drogenmengen und der Reinheitsgrade jedoch nicht übernom-
men werden könnten. Einzig in Bezug auf die sichergestellte Heroinportion stehe 
der Reinheitsgrad fest: Die Auswertung des Gemischs habe ergeben, dass der An-
teil des Heroin Hydrochlorids bei 22% gelegen habe, entsprechend 52.8 Gramm 
reinem Heroin.

Weiter sei anlässlich der Hausdurchsuchung im Anschluss an die Anhaltung am 
Domizil von S.________, an dem sich C.________ gemäss polizeilichen Ermittlun-
gen in dieser Zeit zugezogen habe, im Wohnzimmer ein Mixer mit Heroinanhaftun-
gen sichergestellt worden, wobei die Stoffvergleichsanalyse des IRM ergeben ha-
be, dass die Heroinprobe aus dem Mixer derselben chemischen Klasse wie die am 
Anhalteort sichergestellte Heroinportion zugeordnet werden könne. Die Vorinstanz 
folgerte daraus, dass die Betäubungsmittel aus der gleichen Lieferkette bzw. vom 
gleichen Lieferanten stammen könnten, wenn auch nicht stammen müssten. Das 
Ergebnis deute in jedem Fall darauf hin, dass mit dem sichergestellten Mixer Dro-
gen gemischt worden seien. Weiter seien im Wohnzimmer 4 Betäubungsmittel-
Waagen, 7 Minigrip mit weissem Pulver, 1 Minigrip mit braunem Pulver und 
1 Glas mit weissem Pulver sowie im kleinen Zimmer, in dem C.________ während 
seines Aufenthalts gewohnt habe, eine Betäubungsmittel-Waage, ein Trichter so-
wie 2 Betäubungsmittel-Waagenabdeckungen sichergestellt worden. Die Vorin-
stanz gelangte zum Schluss, dass es sich dabei um Utensilien gehandelt habe, die 
C.________ zum Wägen, allenfalls Strecken und Portionieren, von Drogen benutzt 
habe. 

14

Die Vorinstanz führte weiter aus, im Rahmen der groben Durchsuchung des vom 
Beschuldigten geführten Fahrzeuges seien am Anhaltetag zwei Bargeldbeträge 
von CHF 2'160.00 / EUR 10.00 und CHF 2'320.00 / EUR 70.00 in gemischter Stü-
ckelung, bei einer zweiten, genaueren Durchsuchung vom 10. August 2019 aus ei-
nem Versteck in der Mittelkonsole ein weiterer Bargeldbetrag von CHF 14'170.00 / 
EUR 50.00 sichergestellt worden. Sämtliche sichergestellten Geldnoten hätten ein 
positives Ergebnis auf Kokain und/oder Heroin ergeben. Die Vorinstanz schloss 
daraus, dass der Verteidigung zwar dahingehend zuzustimmen sei, als der Bericht 
des IRM über die Intensität der Kontamination keinen Aufschluss gebe und auch 
Bargeld legaler Herkunft Spuren von Drogen aufweisen könne, jedoch eine Konta-
mination sämtlicher Geldnoten ohne Drogendeliktsbezug sehr unwahrscheinlich 
sei. Zudem sprächen nebst der Kontamination weitere Indizien (Aufbewahrung des 
hohen Geldbetrages in gemischter Stückelung im Fahrzeug, abgepackt in 5 Mini-
grip, teilweise versteckt in der Mittelkonsole) für die Herkunft des Geldes aus einem 
Drogenhandel.

Gemäss der forensisch-chemischen Analyse habe beim Beschuldigten im Finger-
nagelschmutz links, auf seinem T-Shirt und seiner Hose Heroin und Kokain festge-
stellt werden können. Auch bei C.________ habe die Analyse im Fingernagel-
schmutz beidseitig sowie auf seinem T-Shirt ein positives Ergebnis auf Heroin und 
Kokain sowie auf der Trainerhose ein positives Ergebnis auf Kokain ergeben (pag. 
356 ff.). Daraus folgert die Vorinstanz, dass der Beschuldigte und C.________ mit 
Heroin und Kokain in Berührung gekommen seien, was ein Indiz für einen Drogen-
transport darstelle. 

Hinsichtlich der Ergebnisse der technischen Auswertung des Mobiltelefons des Be-
schuldigten führte die Vorinstanz aus, nach eingehender Analyse der 178 Seiten 
Anruf- bzw. Chatprotokolle des WhatsApp-Chats mit dem unbekannten 
«D.________» bestünden Hinweise auf einen Betäubungsmittelhandel, da immer 
ein ähnliches Schema zu beobachten sei. Aus dem Chatverkehr vom Anhaltetag 
folge, dass es sich bei der von «D.________» genannten «Nr3» um ein Paket ge-
handelt habe, welches der Beschuldigte am P.________(Adresse) in F.________ 
(Ortschaft), die letzte unmittelbar vor der Anhaltung angegebene Adresse, hätte 
ausliefern sollen. So habe sich bei der Anhaltung auch C.________ im Fahrzeug 
befunden, der zur vereinbarten Zeit am vereinbarten Ort gewesen sei. Im Fahrzeug 
und in der näheren Umgebung seien ausser dem sichergestellten Drogenpaket von 
240 Gramm Heroingemisch keinerlei Gegenstände festgestellt worden, die als 
«Paket Nr. 3» in Frage gekommen seien. Ob die Übergabe des Heroinpakets an 
C.________ im Zeitpunkt des Wurfes aus dem Fahrzeugfenster erst noch hätte er-
folgen sollen bzw. noch im Gang oder bereits erfolgt gewesen sei, habe sich nicht 
klären lassen. Die Vorinstanz gelangte zum Ergebnis, es sei «in dubio pro reo» da-
von auszugehen, dass die Übergabe noch nicht abgeschlossen gewesen sei.

Hinsichtlich der Aussagen des Beschuldigten führte die Vorinstanz zusammenfas-
send aus, der Beschuldigte gebe an, das in seinem Fahrzeug sichergestellte Bar-
geld stamme aus Schwarzarbeit für U.________ (Tätigkeit) (pag. 492, Z. 64 ff.; 
pag. 509, Z. 258 ff.). Er habe am Tag der Anhaltung sowie am Tag zuvor mit 
C.________ auf einer Baustelle schwarz gearbeitet und sei im Begriff gewesen, 

15

diesen bei der Adresse gemäss dem Chatprotokoll abzusetzen, wobei diese Fahr-
dienste in der Entschädigung inbegriffen gewesen seien (pag. 491, Z. 49 ff.). Auf 
die festgestellten Spuren von Betäubungsmitteln an Kleidung und Bargeld ange-
sprochen führte der Beschuldigte aus, während der Fahrt habe er einen ihm von 
C.________ vorgehaltenen «Klumpen» in der Hand gehalten, wobei er angenom-
men habe, es handle sich um Kokain (pag. 492, Z. 94 ff.; pag. 494, Z. 209 ff.). Auf 
Vorhalt der sichergestellten Heroinportion sagte der Beschuldigte, dies sei nicht der 
«Klumpen» 
(pag. 493, Z. 116 ff.). Zudem vermute er, der Bauherr habe «dreckige Pfoten», 
weshalb sich Drogenrückstände auf dem Bargeld fänden. Dieses Geld habe er 
auch angefasst und er habe alles Bargeld ins «Kästli» getan (pag. 548 f., Z. 353 ff). 
Die Vorinstanz führte aus, der Beschuldigte gebe für alles eine Erklärung ab, wobei 
diese Angaben in sich einigermassen aufgingen, allerdings in grossem Wider-
spruch zu den Angaben von C.________ stünden. Auffällig sei zudem, dass der 
Beschuldigte trotz des schwerwiegenden Vorwurfs des Betäubungsmittelhandels 
keine näheren Angaben zu seinem Kollegen, der dessen Aussagen hinsichtlich der 
Schwarzarbeit bestätigen könne, machen wolle. Es liege somit der Verdacht nahe, 
dass es sich hierbei um Schutzbehauptungen handle, dies umso mehr, als seine 
Version der «Schwarzarbeit» nicht mit jener von C.________ übereinstimme. Viele 
Aussagen des Beschuldigten seien überdies aktenwidrig. Beispielhaft verweist die 
Vorinstanz auf die Angabe des Beschuldigten, wonach er am 09. August 2019 zu-
sammen mit C.________ nach 45-minütiger Fahrt auf der T.________ (Autobahn) 
direkt von einer Baustelle an den Q.________weg in F.________ (Ortschaft) gefah-
ren sei. Jedoch ergebe sich aus den Chatnachrichten, dass sich der Beschuldigte 
bereits ab ca. 19:00 Uhr in der Region F.________ (Ortschaft) aufgehalten habe, 
nicht erst ab 20:15 Uhr (Anhaltezeit um 21:00 Uhr abzüglich 45 Minuten). Hinzu 
komme, dass der Beschuldigte auch bezüglich des im Fahrzeug aufgefundenen 
Bargelds nicht die Wahrheit gesagt habe. So sei dem Chatverkehr vom 09. August 
2019 zu entnehmen, dass der Beschuldigte im Rahmen der Aufträge insgesamt 
CHF 14'800.00 einkassiert haben müsse, weshalb ein grosser Teil des sicherge-
stellten Geldes demnach nicht aus der geltend gemachten Schwarzarbeit als 
V.________ (Funktion) auf Baustellen stammen könne. Aufgrund der Aussagen 
des Beschuldigten würden daher für das Gericht keine ernsthaften Zweifel beste-
hen, dass er am 09. August 2019 in seinem Fahrzeug eine Heroinportion von 240 
Gramm an den P.________(Adresse) in F.________ (Ortschaft) befördert habe 
und im Begriff gewesen sei, diese an C.________ zu übergeben, als er von der Po-
lizei angehalten worden sei.

Zu den Aussagen von C.________ führte die Vorinstanz aus, dass auf seine Anga-
ben nur mit äusserster Zurückhaltung abgestellt werden könne. So habe er sowohl 
zur Zeitdauer wie auch zum Grund für seinen Aufenthalt in der Schweiz verschie-
dene Angaben gemacht. Zunächst habe er ausgesagt, er sei erst am Anhaltetag 
von Mailand her eingereist (pag. 138, Z. 59 ff.; pag. 427, Z. 75 ff.; pag. 438, Z. 59 
ff.), dann aber eingeräumt, doch schon länger als einen Monat in der Schweiz ge-
wesen zu sein (pag. 443, Z. 42 ff.). Ferner erklärte er im Rahmen der ersten Ein-
vernahmen, dass er in der Schweiz Arbeit habe suchen wollen (pag. 138, Z. 59 ff.; 
pag. 428, Z. 104 ff.), dann schliesslich, er habe nicht nur Arbeit gesucht, sondern 

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auch effektiv schwarz auf dem Bau gearbeitet (pag. 446, Z. 165 ff.). Auch inhaltlich 
seien die Aussagen nicht plausibel: Er habe dargelegt, am Anhaltetag kurz vor der 
Anhaltung vom Beschuldigten abgeholt worden zu sein, um mit diesem etwas trin-
ken zu gehen (pag. 450, Z. 380 ff.), vermochte jedoch nicht zu erklären, wie sich 
dies mit der Beobachtung der Polizei vereinbaren liesse, wonach der Beschuldigte 
mit ihm von der W.________strasse her in den Q.________weg hineingefahren 
sei.

Die Aussagen der Auskunftspersonen S.________ und X.________ erachtete die 
Vorinstanz demgegenüber als glaubhaft. Auf deren Kernaussagen, wonach 
C.________ über Heroin und Kokain in Mengen verfügt habe, die nicht für den Ei-
genkonsum bestimmt gewesen seien, könne demnach abgestellt werden. Aus ih-
ren Angaben könne ferner geschlossen werden, dass täglich drogenabhängige 
Personen in die Wohnung bzw. zu C.________ ins Zimmer gegangen seien und es 
jeweils zu Drogenübergaben gekommen sei (pag. 366, Z. 128 ff.; pag. 404, Z. 55 
ff.; pag. 413, Z. 170 ff.). In Bezug auf den Beschuldigten ergebe sich aus den Aus-
sagen jedenfalls, dass C.________ in der Zeit vom 06. Juli 2019 bis 
09. August 2019 regelmässig Heroin und Kokain an drogenabhängige Abnehmer 
veräussert habe. Dass er die Drogen regelmässig von einem Zulieferer habe be-
ziehen müssen, liege demnach auf der Hand (pag. 1134 f.; S. 18 f. der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung).

Insgesamt kam die Vorinstanz zum Beweisergebnis, dass gestützt auf die glaub-
haften Aussagen von S.________ und X.________, der sichergestellten Heroinpor-
tion, der festgestellten Spuren von Betäubungsmitteln auf dem Mixer und dem Bar-
geld sowie an den Kleidern und im Fingernagelschmutz des Beschuldigten und 
dem Chatverkehr mit «D.________» der Sachverhalt gemäss Ziff. I.A.1.1 der An-
klageschrift erstellt sei (pag. 1150; S. 34 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

10.2 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

10.2.1 Vorbringen des Beschuldigten und der Verteidigung

Anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung vom 15. Februar 2022 führte 
Rechtsanwalt B.________ namens und Auftrags des Beschuldigten zusammenge-
fasst aus, bezüglich des sichergestellten Beutels mit Heroin hätten die Vorinstanz 
und die Staatsanwaltschaft auf die Vermutungen des polizeilichen Ermittlers ver-
wiesen, wonach die Heroinportion entweder über den Beschuldigten oder 
C.________ aus dem Fahrzeug geworfen worden sei (pag. 1134; pag. 211). Dem-
gegenüber sei dem Anzeigerapport auf pag. 294 zu entnehmen: «Gestützt auf die 
Beobachtungen der Polizei sowie die entsprechende Spurenauswertung durch den 
KTD, kann die am 9.08.2019 sichergestellte Heroinportion nicht eindeutig einem 
der Beschuldigten angelastet werden.» Der Beschuldigte gebe selbst zu, dass ihm 
während der Fahrt ein Klumpen gezeigt worden sei (pag. 492), es habe sich aber 
nicht um denjenigen gehandelt, der auf der Treppe gelegen habe (pag. 512). Nach 
Ansicht der Verteidigung müsse dies stimmen, denn auf dem Beutel seien keinerlei 
Fingerabdrücke oder DNA-Spuren gefunden worden (pag. 1010; pag. 320). Es sei 
kaum möglich, dass der Beschuldigte einen Beutel aus einem Auto werfe, ohne ihn 
zu berühren. Zudem könne nicht ausgeschlossen werden, dass ein anderer Kurier 

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diesen an besagter Stelle deponiert oder herausgeworfen habe. Ferner sei auf pag. 
299 ersichtlich, dass sich die Kellertreppe beifahrerseitig befunden habe. Es stelle 
sich die Frage, wie der Beschuldigte, der angeblich wissentlich von einem Polizei-
fahrzeug verfolgt worden sei, einen Beutel aus dem Beifahrerfenster werfen solle. 
Wenn jemand den Beutel hinausgeworfen habe, dann müsse es C.________ ge-
wesen sein, aber auch dies sei nicht erwiesen. Schliesslich sei an der Adresse von 
S.________ im Wohnzimmer ein Drogenmixer sichergestellt worden, der die glei-
che Drogenklasse aufgewiesen habe, wie der Beutel auf der Treppe. Doch 
C.________ habe auch den Mixer nicht berührt (pag. 1005). Die Vorinstanz sei 
zum Schluss gelangt, dass die Drogen im Beutel und jene im Mixer von der glei-
chen Lieferkette stammen könnten, aber nicht müssten (pag. 1135). Auch dies 
bleibe ein Puzzleteil, welches sich nicht einfügen lasse. Zusammenfassend ergä-
ben sich keine Anzeichen dafür, dass der Beschuldigte den Beutel je besessen, 
berührt oder wissentlich oder willentlich befördert habe. Deshalb sei er vom Vor-
wurf gemäss Ziff. I.1.1. des erstinstanzlichen Urteils freizusprechen (pag. 1255 ff.) 
In Bezug auf sämtliche Vorwürfe führte Rechtsanwalt B.________ zudem aus, es 
sei auf die Aussagen von S.________ und X.________ abgestützt worden, wonach 
C.________ Heroin und Kokain verkauft habe (pag. 1149). Die beiden seien aber 
schwer betäubungsmittelabhängig und polizeilich bekannt. Gemäss der Vorinstanz 
stünden ihre Aussagen zudem in eklatantem Widerspruch zu denjenigen vom 
C.________, seien aber selbst auch nicht völlig widerspruchsfrei (pag. 1148). Die 
Verteidigung moniert, weshalb gerade diese Aussagen Rückschlüsse darauf zulas-
sen sollten, was der Beschuldigte transportiert habe, wenn schon die Aussagen zu 
C.________ von geringem Beweiswert seien. Es bleibe eine Vermutung, dass 
C.________ das von ihm veräusserte Heroin vom Beschuldigten erhalten habe 
(pag. 1256 ff.).

10.2.2 Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft

Staatsanwältin O.________ brachte im Rahmen der oberinstanzlichen Verhand-
lung für die Generalstaatsanwaltschaft im Wesentlichen vor, sofern die Verteidi-
gung die Möglichkeit anführe, eine unbekannte Drittperson habe genau an diesem 
Ort die Heroinportion deponiert, so sei diese nur theoretischer Natur. Denn der 
Sack habe für jedermann erkennbar und zugänglich auf einer Treppenstufe gele-
gen, nur bedingt vor Witterung geschützt, weshalb undenkbar sei, dass ein Dro-
genhändler dort seine Drogen ablegen würde. Stattdessen spreche die Fundsitua-
tion klar für einen schnellen Ablauf, wobei der Sack aufgrund der bevorstehenden 
Personenkontrolle umgehend habe entsorgt werden müssen. Weiter würden die 
Heroinrückstände auf dem anlässlich der Hausdurchsuchung bei S.________ si-
chergestellten Mixer und das Heroin aus dem Sack am Anhalteort aus der gleichen 
Gruppe stammen, weshalb die Wahrscheinlichkeit hoch sei, dass das Heroin aus 
der gleichen Charge sei. Beide Auskunftspersonen hätten denn auch ausgesagt, 
dass C.________ unter anderem mit Heroin gehandelt habe. Dass sie süchtig sei-
en, spreche entgegen dem Vorbringen der Verteidigung nicht für ihre Unglaubwür-
digkeit. So wüssten sie mit Sicherheit, welche Art von Drogen sie konsumiert und 
von wem sie diese erhalten hätten. Weiter sei die Aussage des Beschuldigten, wo-
nach der sichergestellte Bargeldbetrag von CHF 18'700.00 aus Schwarzarbeit 
stammen würde und er jeweils 37'000.00 pro Jahr verdiene, bereits deshalb nicht 

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glaubhaft, da er diesfalls am Anhaltetag rund die Hälfte des Jahresgehalts mit sich 
herumchauffiert haben müsste. Zudem seien auf sämtlichen Noten Heroin- und 
Kokainrückstände festgestellt und das Geld nicht im Portemonnaie oder einem 
Couvert, sondern in Minigrip aufbewahrt worden und habe in einer Stückelung vor-
gelegen, die im Drogenhandel üblich sei. Nicht glaubhaft sei ferner die Angabe des 
Beschuldigten, der Fingernagelschmutz mit Heroin stamme von einem Klumpen 
Kokain, den ihm C.________ im Fahrzeug gezeigt habe. Denn er selbst sage aus, 
diesen in der rechten Hand gehalten zu haben, mithin dort, wo gerade keine 
Rückstände von Betäubungsmitteln festgestellt worden seien. Dagegen spreche 
auch das positive Resultat auf Heroin. Staatsanwältin O.________ führt weiter aus, 
es erschliesse sich ihr auch nicht, wie durch das Berühren von Geld Rückstände 
unter die Fingernägel gelangen sollten, ausser man habe an einer Note gekratzt. 
Diese Erklärung des Beschuldigten sei unbehelflich. Schliesslich würde auch die 
Konversation zwischen dem Beschuldigten und «D.________» den Verdacht erhär-
ten, dass dieser im Drogenhandelt tätig gewesen sei. Alle belastenden Indizien zu-
sammen, namentlich das sichergestellte Heroin, der Umstand, dass sich der Be-
schuldigte klar der Kontrolle habe entziehen wollen, die sichergestellten Bargeldbe-
träge, der Wohnort von S.________ in der Nähe des Anhalteorts, die dort sicher-
gestellten Gegenstände sowie die beim Beschuldigten und auf dem Bargeld gefun-
denen Drogenrückstände würden allesamt gegen einen Zufall sprechen. Der An-
klagesachverhalt in Ziff. I.1.1 sei demnach erstellt.

10.3 Würdigung durch die Kammer

10.3.1 Unbestrittener/bestrittener Sachverhalt

Der erstinstanzlichen Urteilsbegründung lässt sich nicht entnehmen, ob und welche 
Teile des vorgeworfenen Sachverhalts vorliegend bestritten sind. Gemäss den 
Aussagen des Beschuldigten und der erst- und oberinstanzlichen Vorbringen der 
Verteidigung ist das Rahmengeschehen, jedenfalls in Teilen, unstrittig geblieben. 
Unbestritten ist demnach, dass der Beschuldigte am 09. August 2019 gegen 
21:00 Uhr mit seinem Fahrzeug, einem Toyota Prius mit dem Kennzeichen 
________, von AB.________(Ortschaft) her in den Y.________weg in F.________ 
(Ortschaft) einbog und in den Q.________weg fuhr. Vor dem Einbiegen in den 
Q.________weg wurde das Fahrzeug des Beschuldigten von zwei Mitarbeitenden 
des Botschaftsschutzes bemerkt, die ihm in ihrem Fahrzeug folgten, auf der Höhe 
des Z.________ (Adresse) anhielten und den Beschuldigten, gemeinsam mit sei-
nem Beifahrer C.________, einer Polizeikontrolle unterzogen. Hierbei konnten im 
Fahrzeuginnern Bargeld in der Höhe von insgesamt CHF 18'650.00 und 130.00 
Euro sowie angrenzend an den Anhalteort auf einer Kelleraussentreppe ein Plas-
tiksack mit 240 Gramm Heroingemisch mit einer Wirkstoffmenge von 52.8 Gramm 
reinem Heroin sichergestellt werden. Unbestritten ist ferner, dass anlässlich dieser 
Anhaltung auf der Kleidung und im Fingernagelschmutz der linken Hand des Be-
schuldigten sowie auf dem sichergestellten Bargeld Spuren von Heroin und/oder 
Kokain festgestellt werden konnten. Schliesslich stritt der Beschuldigte nicht ab, 
über sein ebenfalls sichergestelltes Mobiltelefon Wiko in Kontakt mit einem Kolle-
gen namens «D.________» gestanden zu haben. 

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Soweit weitergehend bestreitet der Beschuldigte die ihm gemachten Vorwürfe auch 
im Zeitpunkt der oberinstanzlichen Verhandlung vollumfänglich. Zum Rahmenge-
schehen bestreitet der Beschuldigte insbesondere, zügig in den Q.________weg 
eingebogen und am P.________(Adresse) kurz angehalten zu haben.

10.3.2 Zum Rahmengeschehen und den sichergestellten Betäubungsmitteln

Den zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu den sichergestellten Betäu-
bungsmitteln sowie zum eigentlichen Rahmengeschehen (pag. 1134 f.; S. 18 f. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung) kann sich die Kammer vorab, mit der nachfol-
genden Ergänzung, anschliessen. Aktenkundig sind demnach ferner eine Aktenno-
tiz der Staatsanwaltschaft sowie Fotos, auf denen einerseits mittels eines VW-
Passat die Position des Fahrzeugs des Beschuldigten im Rahmen der Anhaltung 
nachgestellt, andererseits die angrenzende Treppe abgebildet wurde, auf deren 
Stufe sich der Plastiksack mit 240 Gramm Heroingemisch befunden hatte (pag. 295 
ff.). Vorliegend wurde der Beschuldigte unbestrittenermassen gemeinsam mit 
C.________ von zwei Mitarbeitenden des Botschaftsschutzes auf der Höhe des 
Z.________(Adresse) angehalten. In Anbetracht der zeitlichen und örtlichen Bege-
benheiten ist es auch nach Ansicht der Kammer denkbar, dass sich das Fahrzeug 
des Beschuldigten nach dem Passieren der Rechtskurve am Q.________weg (vgl. 
pag. 1239) für einen kurzen Moment ausserhalb des Sichtfeldes der dahinterfah-
renden Mitarbeitenden des Botschaftsschutzes befand. Ferner ist denkbar – wie 
die Vorinstanz zutreffend erwog – dass dieser Moment ausreichend war, um 
währenddessen auf die Höhe des Z.________(Adresse) zu fahren und dort einen 
Zellophanplastiksack von 240 Gramm Gewicht mit Schwung aus dem offenen, bei-
fahrerseitigen Fahrzeugfenster zu werfen. Auch entspricht der allgemeinen Le-
benserfahrung, dass ein Plastiksack mit derartigem Gewicht eine Wurfdistanz von 
3 bis 5 Meter erreicht und auf einer in entsprechender Distanz entfernten, parallel 
zum Fahrzeug verlaufenden Kelleraussentreppe zu liegen kommt. Ein solcher Wurf 
sowie der daraus resultierende Aufprall vermögen schliesslich die Beschädigungen 
des Zellophanplastiksacks zu erklären (pag. 324; vgl. den Hinweis zur Position 013 
«Plastikbeutel Transparent, PE, Gr. ca. 2 Liter, div. Beschädigun-
gen/Aufplatzungen», pag. 320). Weiter kann entgegen dem Einwand der Verteidi-
gung aus dem Umstand, dass auf dem Plastiksack keine Fingerabdrücke oder 
DNA-Spuren festgestellt worden sind, nicht geschlossen werden, der Beschuldigte 
oder C.________ hätten diesen nicht berührt (vgl. die Ausführungen von Rechts-
anwalt B.________ im oberinstanzlichen Parteivortrag [pag. 1255 f.]). Da der Plas-
tiksack nicht zufällig an diese Örtlichkeit gelangen konnte, musste dieser so oder 
anders berührt worden sein. Mit Blick auf die rechtliche Würdigung kann – entge-
gen dem Einwand der Verteidigung – letztlich offen bleiben, ob es der Beschuldigte 
oder C.________ war, der den Wurf ausführte. Schliesslich ist ergänzend darauf 
hinzuweisen, dass anlässlich der parteiöffentlichen, delegierten Einvernahme von 
C.________ vom 15. November 2019 der befragende Polizist festhielt: «dass sich 
der Q.________weg auf der Rückseite der Liegenschaft R.________(Adresse) in 
F.________ (Ortschaft) befindet und durch einen Hinterausgang von der besagten 
Liegenschaft direkt an den P.________(Adresse) gelangt werden kann. Die Stre-
cke beträgt 50 Meter» (pag. 452, Z. 462 ff). Wie nachfolgend noch dargelegt wird, 
wohnte C.________ im Zeitpunkt der Anhaltung am R.________(Adresse) (vgl. 

20

Ziff. 10.3.3 hiernach). Daraus folgt, dass C.________ einen Bezug zum Anhalteort 
und mithin auch dem Fundort des Heroingemischs aufwies, da sich diese in kurzer 
Gehdistanz zu seinem Domizil befanden. Der Fundort der Heroinportion neben 
dem angehaltenen Fahrzeug des Beschuldigten zum einen sowie die Tatsache, 
dass es sich beim Beifahrer um C.________ gehandelt hatte zum anderen, insbe-
sondere im Zusammenhang mit den anderen objektiven Beweismitteln, kann nach 
Ansicht der Kammer denn auch nicht als Zufall gewertet werden. Bereits an dieser 
Stelle kann vorweggenommen werden, dass alleine aufgrund der sichergestellten 
Betäubungsmittelmenge sowie dem – grösstenteils unbestritten gebliebenen – 
Rahmengeschehen die Beweislast für den Beschuldigten erdrückend ist.

Gemäss dem forensisch-chemischen Abschlussbericht des IRM enthielt der aufge-
fundene, braunes Pulver mit einem Gesamtnettogewicht von 240 Gramm enthal-
tende, Plastiksack Heroin Hydrochlorid mit einem Wirkstoffgehalt von 22% und 
damit einer Wirkstoffmenge von 52.8 Gramm (pag. 334). 

10.3.3 Zu den weiteren Sicherstellungen

Die Kammer kann sich den Erwägungen der Vorinstanz bezüglich der Sicherstel-
lungen anlässlich der Hausdurchsuchung sowie des sichergestellten Bargeldes im 
Fahrzeug des Beschuldigten vollumfänglich anschliessen (pag. 1135 ff.; S. 19 ff., 
S. 19 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Wie die Vorinstanz zutreffend 
ausführte, wohnte C.________ im Zeitpunkt der Anhaltung in der Wohnung von 
S.________ am R.________(Adresse) in F.________ (Ortschaft). Dem oberin-
stanzlich zu den Akten erkannten Kartenausschnitt kann denn auch entnommen 
werden, dass sich der Anhalteort am Q.________weg nur ca. 50 Meter und damit 
in kurzer Laufdistanz vom R.________(Adresse) entfernt befindet (vgl. pag. 1293). 
Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass gemäss gemäss Polizeirapport am sicher-
gestellten Mixer keine DNA-Spuren von C.________, hingegen «die DNA-Spuren 
des uns bestens bekannte[n] Drogenkonsumenten, AA.________ […]», festgestellt 
werden konnten (pag. 285). Die Heroinrückstände am sichergestellten Mixer lassen 
sich gemäss forensisch-chemischen Abschlussberichts des IRM mit dem bei der 
Anhaltung gefundenen Heroingemisch aufgrund dessen Zusammensetzung an Al-
kaloiden zur gleichen chemischen Klasse [beide A] zuordnen. Gleiche chemische 
Klasse bedeutet demnach, dass diese Proben aus demselben Pool stammen kön-
nen, da sie hohe Übereinstimmung an Opium-Alkaloiden zeigen würden (pag. 352 
f.). In Übereinstimmung mit der Vor-instanz sprechen die anlässlich der Haus-
durchsuchung sichergestellten und im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln ste-
henden Gegenstände, wie namentlich Waagen und Minigrip mit weissem und 
braunem Pulver, dafür, dass diese für die Verarbeitung bzw. Streckung von Betäu-
bungsmitteln verwendet wurden, der Mixer konkret für die Verarbeitung von Heroin 
(pag. 596; pag. 607). C.________ wurde des Verschaffens und Veräusserns von 
Heroin bzw. Kokain an S.________, X.________ und an unbekannte Abnehmer 
rechtskräftig verurteilt. Ob es letztlich er selbst war, der die Betäubungsmittel am 
R.________(Adresse) gestreckt und portioniert hat, ist nicht erstellt, kann, mit Blick 
auf die rechtliche Würdigung, jedoch auch offen bleiben.  

Gleiches gilt auch hinsichtlich der schlüssigen und zutreffenden erstinstanzlichen 
Erwägungen in Bezug auf das im Fahrzeug des Beschuldigten sichergestellte Bar-

21

geld, auf die verwiesen wird (pag. 1136 f.; S. 20 f. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung). Die Fundsituation des kontaminierten Bargeldes im Fahrzeug des Be-
schuldigten, die Verpackung in Minigrip, die Höhe der Beträge und die Anwesen-
heit von C.________ als Beifahrer sprechen auch nach Ansicht der Kammer stark 
für dessen deliktische Herkunft, namentlich aus Betäubungsmitteldelikten. Ferner 
lassen sich auch dem Chatprotokoll zwischen dem Beschuldigten und 
«D.________» Hinweise auf die Herkunft des Geldes entnehmen. Demnach nahm 
der Beschuldigte am 09. August 2019 im Rahmen der jeweiligen Übergaben insge-
samt 
CHF 14'800.00 entgegen (CHF 6'200.00, pag. 794; CHF 7'200.00, pag. 798; 
CHF 1'400.00, pag. 799), mithin nur rund CHF 4'000.00 weniger, als anlässlich der 
Anhaltung sichergestellt wurde.

10.3.4 Zur Analyse des Fingernagelschmutzes und der Kleidung

Die Kammer kann sich ebenfalls den Ausführungen der Vorinstanz zur forensisch-
chemischen Analyse der Kleidung und des Fingernagelschmutzes sowie zu den 
entsprechenden Feststellungen des forensisch-chemischen Abschlussberichts des 
IRM anschliessen (pag. 1136; S. 20 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Er-
gänzend weist die Kammer darauf hin, dass sowohl der Beschuldigte als auch 
C.________ die Kleidung im Rahmen der Anhaltung vom 09. August 2019 getra-
gen hatten und ihnen der Fingernagelschmutz direkt im Anschluss daran entnom-
men wurde (pag. 280 ff.; pag. 335 ff.; pag. 354 ff.). Aufgrund der Heroin- und/oder 
Kokainspuren an Kleidung und im Fingernagelschmutz an der linken Hand bzw. an 
beiden Händen steht für die Kammer fest, dass der Beschuldigte und C.________ 
mit Heroin und Kokain in Berührung gekommen sind. 

10.3.5 Zur Auswertung der technischen Geräte

Vorab ist auf die vollständigen und zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zur 
Auswertung des WhatsApp-Anruf- und Chatverkehrs zwischen dem Beschuldigten 
und «D.________», denen sich die Kammer vollumfänglich anschliessen kann, zu 
verweisen (pag. 1137 ff.; S. 21 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Insbe-
sondere gilt es zu berücksichtigen, dass es sich bei den aus dem Chat ersichtli-
chen Zeitangaben um UTC-Zeiten handelt, weshalb zur Berechnung der Ortszeit 
jeweils zwei Stunden addiert werden müssen (vgl. pag. 1138; S. 22 der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung). Die Vorinstanz hat die Kommunikation sehr ausführlich, 
sorgfältig und umfassend gewürdigt und zutreffend erwogen, dass es im Rahmen 
dieser Konversationen nicht um irgendwelche Werkzeuge oder Elektromaterial, 
sondern um Betäubungsmittel gegangen sein muss. Auch erscheint der Kammer – 
wie der Vorinstanz – mit Blick auf die jeweiligen Adressen und Ortsangaben 
schlüssig, dass es sich bei den Minutenangaben des Beschuldigten um die 
benötigte Fahrzeit handelte, um von seinem jeweiligen Standort aus zu der von 
«D.________» angegebenen Adresse zu gelangen. Häufig erfolgte kurz vor Ablauf 
der Minutenangabe ein Anruf oder der Beschuldigte sendete eine leere Nachricht, 
womit dieser die Zielankunft oder -anfahrt mitgeteilt haben dürfte. Ferner lässt die 
Auswertung der Chatnachrichten den Schluss zu, dass der Beschuldigte an den 
jeweiligen Adressen an C.________ bzw. einer unbekannten Person Pakete 
übergab bzw. Geldbeträge entgegennahm, wobei die Pakete teilweise mit den 

22

Nummern 1 bis 4 bezeichnet wurden (vgl. pag. 706; pag. 719; pag. 722; pag. 736; 
pag. 739; pag. 755). Im Anschluss an die Übergaben ist den Protokollen jeweils ei-
ne erneute Kontaktaufnahme durch den Beschuldigten zu entnehmen, teilweise 
wiederum gefolgt von der Nennung einer weiteren Adresse durch «D.________», 
womit der hiervor geschilderte Ablauf erneut zu laufen begann.

Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass der Beschuldigte über zwei Mobiltelefone 
verfügte, wovon er eines privat (Huawei) und eines «geschäftlich» verwendete (Wi-
ko; pag. 499, Z. 435 ff.). Die Telefonauswertung des Huawei ergab keine strafrecht-
lich relevanten Ergebnisse, jene des Mobiltelefons Wiko hingegen trug unter ande-
rem die Protokolle des vorerwähnten WhatsApp-Chats vom 27. April 2019 bis 09. 
August 2019 zu Tage (pag. 284; pag. 622 ff.). Auffallend sind ferner die fast tägli-
chen Kontakte zwischen «D.________» und dem Beschuldigten, wobei die Kom-
munikation teilweise auch nachts erfolgte. Beispielhaft sei auf nachfolgende Aus-
züge aus den Chatprotokollen verwiesen (pag. 699; pag. 773):

24.07.2019 00:32:19 (UTC+0), ________@s.whatsapp.net D.________:

«AI.________ (Adresse)»

24.07.2019 00:33:15 (UTC+0), ________@s.whatsapp.net:

«48min»

24.07.2019 00:33:23 (UTC+0), ________@s.whatsapp.net D.________:

«Ok goou»

[…]

06.08.2019 02:10:23 (UTC+0), ________@s.whatsapp.net D.________:

«AJ.________ (Adresse)»

06.08.2019 02:14:01 (UTC+0), ________@s.whatsapp.net:

«74min»

[…]

Auffällig ist nach Ansicht der Kammer weiter, dass gemäss den Protokollen 
zunächst nur Anrufe verzeichnet sind. Am 22. Juli 2019 kann dem Chat folgende 
System-Nachricht entnommen werden, wobei auf die Ende-zu-Ende-
Verschlüsselung von WhatsApp hingewiesen wird (pag. 696):

22.07.2019 19:25:24 (UTC+0), System Message System Message

«Messages to this chat and calls are now secured with end-to-end encryption. Tap for more info.»

Ab diesem Zeitpunkt sind im Chatprotokoll zwischen «D.________» und dem Be-
schuldigten auch Textnachrichten verzeichnet (pag. 697 ff). Dieser Umstand ist für 
die Kammer deshalb von Interesse, als die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sicher-
stellt, dass nur die jeweiligen Kommunikationspartner die Nachrichten entschlüs-
seln können (vgl. https://faq.whatsapp.com/general/security-and-privacy/end-to-
end-encryp-tion/?lang=de, zuletzt abgerufen am 16.05.2022). Es ist demnach 
durchaus vorstellbar, dass sich «D.________» und der Beschuldigte aufgrund der 
Verschlüsselung ihrer Nachrichten sicher waren, dass ihre Kommunikation nicht 

23

von Drittpersonen eingesehen und diese fortan auch mittels Textnachrichten erfol-
gen könne. Die Vorinstanz hat schliesslich ebenfalls das sich aus den Chatproto-
kollen ergebende Handlungsmuster korrekt wiedergegeben und gewürdigt. Die 
Kammer kann sich insbesondere der Schlussfolgerung anschliessen, wonach es 
sich bei den im Chat aufgeführten vierstelligen Beträgen um die an den Beschuldig-
ten im Anschluss an die Paketübergaben entgegengenommenen Geldbeträge und 
bei den Zahlen im dreistelligen Bereich um die Anteile des Beschuldigten handelt. 
Beispielhaft sei auf nachfolgenden Auszug verwiesen (pag. 742):

29.07.2019 19:24:28 (UTC+0), ________@s.whatsapp.net:

«2000»

29.07.2019 19:24:36 (UTC+0), ________@s.whatsapp.net D.________:

«400 for you»

29.07.2019 19:24:47 (UTC+0), ________@s.whatsapp.net:

«Thx a lot»

[…]

Ferner ist auf die vollständigen und schlüssigen Überlegungen der Vorinstanz zu 
den Chatprotokollen im Zusammenhang mit der Anhaltung des Beschuldigten am 
09. August 2019 verwiesen, denen sich die Kammer ebenfalls vollumfänglich an-
schliessen kann (pag. 1141 f.; S. 25 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 
Schliesslich verweist die Kammer auf die zutreffenden Ausführungen der Vorin-
stanz hinsichtlich der Beziehung zwischen dem Beschuldigten und «D.________» 
(pag. 1141; S. 25 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). So entschuldigte sich 
der Beschuldigte jeweils bei «D.________», wenn er aufgrund eines Terminkon-
flikts nicht «fahren» konnte und fragte zudem nach, ob etwas anstehe (vgl. pag. 
743; pag. 754; pag. 776). Auch erkundigte sich der Beschuldigte bei 
«D.________», ob sie um 16:00 Uhr starten könnten, da er an diesem Tag die Kin-
der habe (pag. 717). Dass «D.________» hierarchisch eine höhere Rolle als der 
Beschuldigte einnahm, diesem die Aufträge erteilte und mithin auch über die 
Transporte und Einnahmen genau Bescheid wusste, zeigt eindrücklich die nachfol-
gende Kommunikation (pag. 783 f.):

06.08.2019 18:48:27 (UTC+0), ________@s.whatsapp.net:

«6100»

06.08.2019 18:48:40 (UTC+0), ________@s.whatsapp.net D.________:

«6200»

[…]

06.08.2019 18:48:40 (UTC+0), ________@s.whatsapp.net:

«6200, you was right. I count it again»

Die Aufgabe des Beschuldigten bestand somit darin, entsprechend der Aufträge 
von «D.________» auf Abruf an verschiedenen Adressen in der Schweiz an unter-
schiedliche Abnehmer Drogenpakete auszuliefern und hierfür genaue Geldbeträge 

24

entgegen zu nehmen, wobei er einen jeweilig von «D.________» bestimmten Anteil 
der Einnahmen behalten durfte. Wie den Chatprotokollen zu entnehmen ist, han-
delte der Beschuldigte – wie auch die Vorinstanz zutreffend annahm – nicht auf ei-
gene Rechnung, sondern leistete Kurier- und Auslieferungsdienste. Mit Blick auf 
die rechtliche Würdigung hält die Kammer deshalb beweiswürdigend fest, dass der 
Beschuldigte beim tatsächlichen Vertrieb der Betäubungsmittel eine nicht vernach-
lässigbare Rolle innehatte.

10.3.6 Zu den Aussagen des Beschuldigten

Die Vorinstanz erachtete die Aussagen des Beschuldigten nach ausführlicher Wür-
digung als nicht glaubhaft. Dieser Einschätzung und insbesondere auch der detail-
lierten und überzeugenden Würdigung der Aussagen kann sich die Kammer wie-
derum anschliessen (pag. 1142 ff.; S. 26 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung; pag. 1154 f.; S. 38 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Wie auch die 
Vor-instanz zutreffend erwog, machte der Beschuldigte über sämtliche Einvernah-
men hinweg durchaus konstante Angaben zum Grund des Zusammenseins mit 
C.________, zur Schwarzarbeit als V.________(Funktion) und der Herkunft des si-
chergestellten Bargeldes aus Schwarzarbeit sowie zum «Klumpen» Kokain, den 
ihm C.________ auf der Fahrt nach F.________ (Ortschaft) in die Hand gegeben 
haben soll. Jedoch fehlen den Aussagen konkretere Angaben zum fraglichen Kol-
legen, der ihm die Schwarzarbeit vermittelt, das sichergestellte Mobiltelefon Wiko 
gegeben, C.________ als Helfer zur Verfügung gestellt und die Arbeit entschädigt 
haben soll, wie auch zu den Baustellen, auf denen der Beschuldigte gearbeitet ha-
ben will (pag. 507, Z. 189; pag. 511, Z. 335; pag. 516, Z. 82 ff.; pag. 518, Z. 140; 
pag. 1247, Z. 35 ff.). Nähere Erklärungen zu diesem Kollegen oder zu den Örtlich-
keiten dürften nach Ansicht der Kammer jedoch erwartet werden, gerade ange-
sichts der belastenden Beweiselemente des mit Betäubungsmittel kontaminierten 
Bargeldes sowie der Chat-Protokolle. Sie drängen sich im Lichte der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung, wonach die Weigerung der beschuldigten Person, zu 
ihrer Entlastung erforderliche Angaben zu machen bzw. ihre entlastenden Behaup-
tungen zu substantiieren, in die Beweiswürdigung miteinbezogen werden darf (Ur-
teile des Bundesgerichts 6B_299/2020 vom 13. November 2020 E. 2.3.3; 
6B_1/2013 vom 4. Juli 2013 E. 1.5; 6B_678/2013 vom 3. Februar 2014 E. 4.4; 
6B_453/2011 vom 20. Dezember 2011 E. 1.6, nicht publ. in BGE 138 IV 47), gar 
auf, da es dem Beschuldigten ohne weiteres möglich gewesen wäre, diese Anga-
ben zu machen. So gab er anlässlich der oberinstanzlichen Einvernahme selbst an, 
keine Angst vor «D.________» zu haben (pag. 1251, Z. 17 ff.). 

Wenn der Beschuldigte angibt, die Kontamination des sichergestellten Bargeldes 
sei dadurch zu erklären, dass der für die Schwarzarbeit zuständige Bauherr selbst 
mit Drogen handle, diese Spuren an dessen Fingern und dem Geld sei und infol-
gedessen auch an seinen Fingern, in der Konsole und am Lenkrad (pag. 548, 
Z. 355 ff.; pag. 1253, Z. 12 ff.), ist dem entgegen zu halten, dass sich die Betäu-
bungsmittelspuren nicht nur an sämtlichen sichergestellten Geldnoten im Fahrzeu-
ginnern, sondern auch an der Kleidung des Beschuldigten sowie im Fingernagel-
schmutz festgestellt werden konnten. Wie die Generalstaatsanwaltschaft einleuch-
tend vorbringt, müsste der Beschuldigte gar am vom Bauherrn durch dessen Dro-

25

gengeschäfte verunreinigten Geld «gekratzt» haben, um derartige Spuren zu ver-
ursachen. Auch die Vorstellung, wonach die Betäubungsmittelspuren vom einmali-
gen Berühren des von C.________ gereichten «Klumpens» herrühren sollten, ist 
lebensfremd, zumal sich die Heroin- und Kokainrückstände an der Kleidung des 
Beschuldigten und überdies nicht an der rechten Hand, sondern im Fingernagel-
schmutz der linken Hand nachweisen liessen (pag. 520, Z. 281 ff.). Weiter wollte 
sich der Beschuldigte auch anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung 
wiederum nicht zu den Chatnachrichten mit «D.________» äussern (pag. 1247, Z. 
18). Die Chatprotokolle lassen sich, in Anbetracht der jeweiligen Hinweise und des 
zeitlichen Ablaufs, wie auch die Generalstaatsanwaltschaft zutreffend vorbringt, 
nicht mit Schwarzarbeit auf dem Bau in Verbindung bringen. Es ist denn auch nicht 
nachvollziehbar, inwiefern zahlenmässige Angaben wie «Nr 1» oder «Nr 3» und die 
Andeutungen auf Pakete sowie vierstellige Beträge mit Elektrikerarbeiten, Werk-
zeug oder Material zusammenhängen sollten, wie dies der Beschuldigte angibt 
(pag. 525, Z. 510). So besteht keinerlei Anlass, zu diesem Zweck eine verdeckte 
Kommunikation, wie die vorliegende, zu führen, zumal bei derartigen Baustellen 
Adressen kritische und zu vermeidende Hinweise wären, welche den Protokollen 
aber gerade zu entnehmen sind. Der Beschuldigte selbst erklärte oberinstanzlich 
insbesondere die Minutenangaben damit, dass er C.________ habe nach Hause 
fahren müssen, gibt sogleich aber selbst zu, dass eine Minutenangabe nicht nötig 
wäre, um «D.________» mitzuteilen, dass C.________ gut nach Hause gekommen 
sei (pag. 1251, Z. 38 ff.; pag. 1252, Z. 12). Schliesslich lässt sich auch die vorge-
fundene, in Minigrip verpackte Bargeldstückelung nicht mit Schwarzarbeit in Zu-
sammenhang bringen. Die Inhalte der Kommunikation und die Intensität der Kon-
takte, auch spätabends und nachts, sind durch die Aussagen des Beschuldigten 
nicht erklärbar und diese vielmehr als Schutzbehauptungen zu werten. Gleiches gilt 
auch für die Angabe des Beschuldigten, er habe sich am Anhaltetag auf dem 
Nachhauseweg von der Schwarzarbeit befunden. So ist – wie die Vorinstanz zutref-
fend erwog – dem Chatverlauf zu entnehmen, dass der Beschuldigte bereits ab ca. 
19:00 Uhr Adressen in F.________ (Ortschaft) anfuhr, schliesslich eine Viertel-
stunde vor der polizeilichen Anhaltung die Adresse am P.________(Adresse) in 
F.________ (Ortschaft) erhielt und diese entsprechend mit 
12 Minuten bestätigte (pag. 800). Ferner gab der Beschuldigte auch an, gehofft zu 
haben, dass C.________ den weissen «Klumpen», den er ihm während der Fahrt 
in die Hand gedrückt hatte, weggeworfen habe. Hierbei habe es sich aber nicht um 
den aufgefundenen Sack mit Heroingemisch gehandelt (pag. 493, Z. 125 ff.; pag. 
519, Z. 217 ff.). Auch diese Angabe des Beschuldigten macht bereits deshalb kei-
nen Sinn, da weder im Fahrzeug des Beschuldigten, noch in den Effekten von 
C.________ oder in der Umgebung ein derartiger Klumpen gefunden werden konn-
te. Die Aussagen des Beschuldigten decken sich nicht mit den aktenkundigen 
Feststellungen und den objektiven Beweismitteln. Zudem sind sie detailarm und 
auffällig karg, insbesondere in Anbetracht der Darstellungen hinsichtlich der 
Schwarzarbeit. Die Kammer geht mit der Vorinstanz einig, dass die Aussagen des 
Beschuldigten zum Kerngeschehen nicht glaubhaft sind, weshalb nicht darauf ab-
gestellt werden kann.

26

Gleiches gilt auch für die Aussagen des Beschuldigten zum Rahmengeschehen. 
So gab er an, er habe C.________ von der Baustelle nach Hause an den 
P.________(Adresse) gefahren und diesen nicht abgeholt (pag. 491, Z. 53 ff.; pag. 
504, Z. 74; pag. 506, Z. 132; pag. 517, Z. 104 ff.). Man könne am Q.________weg 
in einem Schluck drehen und gerade wieder zurück auf die Hauptstrasse fahren. Er 
habe dort angehalten, dann sei schon die Polizei hinter ihnen gestanden (pag. 507, 
Z. 196 ff.). In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme und auf Vorhalt der polizei-
lichen Feststellungen, wonach der Beschuldigte am P.________(Adresse) kurz an-
gehalten und, nachdem das Polizeiauto aufgeschlossen sei, die Fahrt beschleunigt 
und schliesslich bis an den Anhalteort fortgesetzt habe, verneinte der Beschuldigte, 
beschleunigt zu haben, da er das Polizeiauto nicht gesehen und sowieso in den 
Q.________weg habe fahren müssen (pag. 542, Z. 97 f.). Zudem habe er nicht ge-
stoppt, sondern sei lediglich mit 30 km/h gefahren (pag. 542, Z. 109 ff.). Auf Frage, 
weshalb er C.________ nicht an der Adresse am P.________(Adresse) und damit 
anfangs des Q.________wegs habe aussteigen lassen, sondern erst am Anhalte-
ort, ca. auf Höhe des Z.________(Adresse), sagte der Beschuldigte, C.________ 
habe ihm gesagt, er solle ihn dort rauslassen und es sei für ihn aufgrund des Wen-
dens praktisch gewesen, gab aber selbst zu, dass er auch noch hätte geradeaus-
fahren können, was für ihn auch praktisch gewesen wäre (pag. 543, Z. 143 ff.). Wie 
dargelegt, residierte C.________ am R.________(Adresse), welcher sich auf der 
schräg gegenüberliegenden Strassenseite des Q.________wegs ___ (Hausnum-
mer) befindet (vgl. pag. 1293). Hätte der Beschuldigte C.________, wie von 
«D.________» gemäss Chatprotokoll vorgegeben, am P.________(Adresse) ab-
setzen sollen, würde es aufgrund der örtlichen Gegebenheiten schlichtweg keinen 
Sinn machen, erst weiter im Q.________weg, mithin am Anhalteort, anzuhalten, 
zumal gemäss Kartenausschnitt bereits am P.________(Adresse) mehrere Wen-
demöglichkeiten bestehen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte 
mit der Weiterfahrt gegenüber der nachfolgenden Polizeipatrouille Zeit gewinnen 
wollte. Die Kammer erachtet auch diese Aussagen des Beschuldigten als unglaub-
haft und stellt demnach nicht darauf ab. 

Schliesslich gab der Beschuldigte an, er habe von C.________ kein Geld erhalten 
(pag. 546, Z. 253). Die Beweiswürdigung hat hinsichtlich des konkreten Vorgehens 
des Beschuldigten ergeben, dass dieser Betäubungsmittelpakete beförderte, an 
C.________ sowie an unbekannte Abnehmer auslieferte und hierfür Beträge im 
vierstelligen Bereich entgegennahm. Da C.________ gemäss Anzeigerapport vom 
29. Januar 2020 zum Zeitpunkt der Anhaltung kein Geld auf sich trug und sich das 
sichergestellte Bargeld ausschliesslich im Fahrzeug des Beschuldigten befand 
(pag. 279 ff.), lässt dies keinen anderen Schluss zu, als dass der Beschuldigte im 
Zeitpunkt der Anhaltung das Geld von C.________ bereits entgegengenommen 
hatte. Somit kann auch auf diese unglaubhafte Aussage des Beschuldigten nicht 
abgestellt werden.

10.3.7 Zu den Aussagen von C.________

Dem Ergebnis der Vorinstanz, wonach die Aussagen von C.________ über weite 
Teile nicht glaubhaft seien, kann sich die Kammer ebenfalls anschliessen (pag. 
1147 f.; S. 31 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Ergänzend sei darauf 

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hingewiesen, dass C.________ anlässlich den ersten polizeilichen Einvernahmen 
noch angab, es sei offen gewesen, wo er am 09. August 2019 die Nacht verbracht 
hätte, S.________ kenne er nicht (pag. 430, Z. 240 ff.; pag. 433, Z. 375; pag. 438, 
Z. 64 ff.), dann aber zugab, bei S.________ gewohnt zu haben (pag. 444, Z. 52 ff.). 
Im Rahmen dieser späteren Einvernahmen gab er dann auch an, mit dem Be-
schuldigten auf Baustellen zusammengearbeitet zu haben und von diesem hierfür 
manchmal mit dessen Auto mitgenommen worden zu sein (pag. 450, Z. 352 ff). 
Obwohl diese Angabe mit jener des Beschuldigten übereinstimmt, so divergieren 
die Aussagen hinsichtlich des konkreten Ablaufs vom 09. August 2019 wiederum 
mit denjenigen des Beschuldigten und entsprechen, wie auch jene des Beschuldig-
ten, nicht den Beobachtungen der Polizei (wonach das Fahrzeug des Beschuldig-
ten von AB.________ (Ortschaft) her gekommen sei; vgl. Ziff. 10.1 hiervor) und den 
Auswertungen der Chatprotokolle (wonach der Beschuldigte seit ca. 19:00 Uhr in 
der Region F.________ (Ortschaft) gewesen sei, vgl. Ziff. 10.1 hiervor). Auffällig ist 
zudem, dass ebenfalls die Aussagen hinsichtlich der konkreten Tätigkeit auf den 
Baustellen nicht mit denjenigen des Beschuldigten übereinstimmen, obwohl gerade 
dieses Detail in Erinnerung bleiben sollte. Der Beschuldigte gab an, sie hätten Ka-
bel eingezogen (pag. 494, Z. 198) und C.________ habe gut eingezogen (pag. 
505, Z. 113), wohingegen C.________ ausführte, sie hätten elektrische Sachen 
gemacht (pag. 469, Z. 155), auf konkrete Nachfrage, er habe das Material, dass 
der Beschuldigte ihm gebracht habe, geputzt (pag. 469, Z. 158) und auf erneute 
Nachfrage, er habe dem Beschuldigten, wenn er etwas montiert habe, die Geräte 
gegeben (pag. 470, Z. 173 f.). Diese Tätigkeiten des Putzens und Bereitstellens der 
Geräte weicht wesentlich von der vom Beschuldigten beschriebenen Arbeit des 
Kabeleinziehens ab. Auch abweichend sind die Aussagen hinsichtlich der Arbeits-
zeiten, wobei C.________ angab, diese hätten nur vormittags stattgefunden (pag. 
450, Z. 387), der Beschuldigte aber aussagte, er habe mit C.________ nach 16:00 
Uhr für jeweils mehrere Stunden gearbeitet (pag. 492, Z. 84 ff.; pag. 506, Z. 138 f.). 
Mit der Vorinstanz ist nach dem Gesagten festzuhalten, dass die Aussagen von 
C.________ klare Lügensignale aufweisen, voneinander abweichen und oft wider-
sprüchlich ausfielen. Insgesamt kann deshalb nur insoweit auf dessen Angaben 
abgestellt werden, als diese auch mit anderen Beweismitteln übereinstimmen. Die 
Kammer erachtet jedenfalls die Aussage von C.________, seit ca. anfangs Juli 
2019 in der Wohnung von S.________ am R.________(Adresse) gewohnt zu ha-
ben, als glaubhaft (vgl. Ziff. 10.3.8 hiernach).

10.3.8 Zu den Aussagen von S.________ und X.________

Der Würdigung der Aussagen der Auskunftspersonen S.________ und 
X.________ durch die Vorinstanz kann sich die Kammer, vorbehältlich der nachfol-
genden Präzisierungen, anschliessen (pag. 1148 f.; S. 32 f. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung; pag. 1155; S. 39 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). So 
wurde die Auskunftsperson X.________ – entgegen den Ausführungen der Vorin-
stanz – nur einmal einvernommen, dementsprechend die Gegenüberstellung zwei-
er Befragungen hinfällig wird (pag. 363 ff.). Weiter ist zu erwähnen, dass beide 
Auskunftspersonen den Beschuldigten nicht kannten (pag. 367, Z. 194 ff.; pag. 
406, Z. 139 ff.), aber dienliche Angaben zu C.________ und dessen Bezug zum 
Betäubungsmittelhandel machen konnten. Wie auch die Vorinstanz lässt nach An-

28

sicht der Kammer der Umstand, dass beide Auskunftspersonen Drogenkonsumen-
ten sind, ihre Aussagen nicht von vornherein als unglaubhaft erscheinen. So belas-
teten sich beide Auskunftspersonen mit ihren Aussagen teilweise selbst und gaben 
zu, wenn sie etwas nicht wussten (pag. 366, Z. 156; pag. 414, Z. 206 und Z. 219 
f.). X.________ führte aus, dass er die Leute, die bei C.________ in der Wohnung 
etwas gekauft hatten, gekannt habe und sie auch zusammen konsumiert hätten 
(pag. 366, Z. 126 ff.). Zudem gab S.________ zu, zugelassen zu haben, dass 
C.________ in seiner Wohnung einquartiert worden sei und als Gegenleistung Ko-
kain und Heroin erhalten zu haben (pag. 404, Z. 56 ff.; pag. 410, Z. 45 ff.; pag. 413, 
Z. 183 ff.). C.________ hätte ihm «zweienhalbi» Sugar pro Woche geben sollen, 
was er manchmal gemacht habe, manchmal nicht. Der Chef habe immer «ge-
stürmt» und es sei eine «huere Sach» gewesen, er habe resigniert (pag. 412, Z. 
125 ff.). Er habe auch gewusst, dass dieser [C.________] etwas mit Drogen ma-
che, es seien immer wieder Leute da gewesen, die Drogen abgenommen hätten 
(pag. 404, Z. 56 ff.; pag. 405, Z. 98 ff.). Er denke, diese Leute hätten für das Kokain 
resp. das Heroin jeweils Gassenpreise zahlen müssen (pag. 414, Z. 223). 
C.________ habe Material gehabt und auf Nachfrage, es sei «Weisses» und 
«Braunes» gewesen (pag. 412, Z. 143 ff.; pag. 413, Z. 178). Weiter gab er an, 
C.________ habe den Stoff von einem Kollegen gehabt. Er sei jeweils von seinem 
Kollegen abgeholt worden, wobei dies jeweils für eine Viertelstunde am Morgen um 
06:00 Uhr oder am Abend um 23:00 Uhr gewesen sei, wobei er nicht wisse, wie 
das Auto ausgesehen habe (pag. 406, Z. 139 ff.). Auch X.________ bestätigte, von 
C.________ ab und zu «Cola» und «Sugar» für seinen Eigenkonsum bezogen zu 
haben (pag. 367, Z. 174). Er bestätigte, dass C.________ meistens in der Woh-
nung gewesen und wenn er ab und zu rausgegangen sei, dann sei er zwischen 
10 Minuten und einer halben Stunde draussen gewesen (pag. 365, Z. 105 ff.) und 
habe «Sugar» und «Cola» verkauft (pag. 366, Z. 117). Beide Auskunftspersonen 
konnten zu den konkreten Mengen oder den Preisen der Betäubungsmittel keine 
Angaben machen (pag. 414, Z. 225 ff.). S.________ sagte einzig aus, es seien 
Säcklein mit Weissem oder Braunem, manchmal beides, gewesen. Diese hätten 
die Grösse eines Pingpong- oder Tennisballes gehabt (pag. 414, Z. 235 ff.). Ein 
Motiv für eine Falschbelastung von C.________ ist in Bezug auf beide Auskunfts-
personen nicht ersichtlich. Weiter fällt auf, dass bei einer Falschbelastung deutlich 
gravierendere Anschuldigungen zu erwarten gewesen wären, gerade hinsichtlich 
der Menge an Betäubungsmitteln oder der Verkaufspreise. Auch vermochten beide 
Auskunftspersonen in sich logische und stimmige Angaben zu machen. Insbeson-
dere S.________ beschrieb eindrücklich und nachvollziehbar seinen Unmut über 
den gegen seinen Willen verfügten Zimmerbezug von C.________, was von einem 
realen Erleben zeugt. Die Kammer erachtet die Aussagen der Auskunftspersonen 
als glaubhaft und stellt auf diese ab.

Anlässlich der Auswertung des Mobiltelefons von S.________ konnten mehrere 
Fotos, unter anderem vom Beschuldigten, sichergestellt werden (pag. 415, Z. 263 
ff.; pag. 422 ff.). Auf Vorhalt sagte dieser aus, er habe den Beschuldigten nie gese-
hen. Wenn er C.________ auf Facebook akzeptieren würde, würde er auch Freun-
de von diesem übernehmen und er denke, dies sei hier der Fall gewesen (pag. 
415, Z. 271 ff.). Auch der Beschuldigte sagte anlässlich der oberinstanzlichen Ein-

29

vernahme aus, S.________ nicht zu kennen. Es handle sich um recht persönliche 
Fotos, unter anderem von seiner Freundin und seinen Kindern. Er könne sich nicht 
erklären, weshalb sich diese auf dem Gerät von S.________ befunden hätten (pag. 
1253, Z. 1 f.). Nach Ansicht der Kammer kann nicht ausgeschlossen werden, dass 
im Falle einer Interaktion zweier Kontakte auf einer Plattform in den sozialen Medi-
en nicht auch eine Verknüpfung der Kontaktlisten erfolgen und sich damit anläss-
lich einer Auswertung ebenfalls Bilder des Profils des Beschuldigten auf dem Gerät 
von S.________ befinden würden. Das Ergebnis der Auswertung lässt nach An-
sicht der Kammer jedenfalls nicht den Schluss zu, wonach sich S.________ und 
der Beschuldigte gekannt hätten, weshalb die Kammer auch auf diese Aussage der 
Auskunftsperson abstützt. 

10.4 Beweisergebnis der Kammer

Aus den vorstehend gewürdigten Beweismitteln ergibt sich, dass C.________ ca. 
Anfang Juli 2019 in die Wohnung von S.________ am R.________(Adresse) in 
F.________ (Ortschaft) einzog. In der darauffolgenden Zeit brachte C.________ 
Heroingemisch und Kokaingemisch in die Wohnung, jeweils in Säckchen verpackt 
und gab hiervon bis am 09. August 2019 an seine Mitbewohner S.________ und 
X.________ sowie zu Gassenpreisen an unbekannte Abnehmer ab. Ferner lässt 
die Interpretation des zwischen «D.________» und dem Beschuldigten seit April 
2019 geführten WhatsApp-Anruf- und Chatprotokolls keine andere Schlussfolge-
rung zu, als dass der Beschuldigte im Auftrag von «D.________» Betäubungsmit-
teltransporte, namentlich von Heroin und Kokain, ausführte und aus diesen Betäu-
bungsmittellieferungen Geldbeträge entgegennahm, wovon er einen Teilbetrag als 
Entschädigung behalten durfte. Als reine Schutzbehauptung zu qualifizieren sind 
demgegenüber die vorgebrachten Angaben des Beschuldigten, wonach er das si-
chergestellte Bargeld durch Schwarzarbeit auf Baustellen eingenommen haben 
will. C.________ und den Beschuldigten verband nicht die gemeinsame Schwarza-
rbeit auf dem Bau, sondern der Bezug zu Betäubungsmittelgeschäften. 

Am 09. August 2019 schliesslich beauftragte «D.________» den Beschuldigten um 
20:49 Uhr Ortszeit an den P.________(Adresse) in F.________ (Ortschaft) zu fah-
ren, mit dem Hinweis auf das Paket «Nr 3», was der Beschuldigte mit 12 Minuten 
Fahrzeit bestätigte. Anlässlich der Anhaltung um 21:00 Uhr auf der Höhe des 
Z.________(Adresse) befand sich der Beschuldigte dann im Fahrzeug mit 
C.________ und wenige Meter neben dem angehaltenen Fahrzeug stellten die 
Mitarbeitenden des Botschaftsschutzes den Plastiksack mit 240 Gramm Heroinge-
misch auf einer Kelleraussentreppe fest. Auch wenn auf dem vorgenannten Plas-
tiksack keine Spuren von C.________ und dem Beschuldigten festgestellt werden 
konnten, die Mitarbeitenden des Botschaftsschutzes den Wurf nicht gesehen hat-
ten und die besagte Kellertreppe auch für Dritte zugänglich war, so käme es nach 
Ansicht der Kammer einem aussergewöhnlichen Zufall gleich, wenn eine unbe-
kannte Drittperson einen mit einem Loch versehenen Plastiksack mit 240 Gramm 
Heroingemisch offen und unversteckt auf der Kellertreppe deponiert hätte. Diese 
Tatsachen vermögen unter den gegebenen Umständen höchstens abstrakte bzw. 
theoretische Zweifel zu begründen. In der Gesamtbetrachtung passt ein Beweismit-
tel zum anderen – insbesondere auch zu den Aussagen der Auskunftspersonen – 

30

und es ergibt sich so ein Bild, welches für die Kammer keine Zweifel offen lässt. 
Namentlich sprechen die örtlichen Gegebenheiten des Fundortes der sichergestell-
ten Heroinportion, wenige Meter neben dem stillstehenden Fahrzeug des Beschul-
digten, sowie die kurze Gehdistanz zum Domizil von C.________ am 
R.________(Adresse), der gemäss Beweisergebnis Heroin und Kokain an Konsu-
menten und Abnehmer abgegeben hatte, dafür, dass es sich beim gelieferten Pa-
ket «Nr 3» um den Zellophanplastiksack mit Heroingemisch gehandelt hat, den der 
Beschuldigte an den P.________(Adresse) befördern bzw. an C.________ hätte 
verschaffen sollen. Diese Übergabe wurde durch die Verfolgung des Fahrzeugs 
des Beschuldigten durch den Botschaftsschutz unterbrochen und aufgrund der 
Kontrolle letztlich verhindert. 

Beweiswürdigend konnte jedoch nicht erstellt werden, dass der Beschuldigte das 
Heroingemisch bereits an C.________ übergeben hatte, weshalb in dubio davon 
auszugehen ist, dass die Übergabe noch nicht stattgefunden hat. Ob es ferner der 
Beschuldigte oder C.________ war, der das Heroingemisch aus dem Fahrzeug-
fenster geworfen hatte, kann letztlich offenbleiben, zumal unter den Begriff des 
«Verschaffens» typische Förderungshandlungen in Frage kommen, mithin ein akti-
ves sowie zielgerichtetes Bereitstellen oder Herbeiführen günstiger Bedingungen 
für den unerlaubten Erwerb von Betäubungsmitteln (HUG-BEELI, in: Basler Kom-
mentar Betäubungsmittelgesetz, 1. Aufl. 2016, N. 500 zu Art. 19 BetmG). Die Vor-
instanz erläuterte korrekt und umfassend die Rolle des Beschuldigten resp. seine 
Aufgabe im Drogenhandel. Demnach beförderte der Beschuldigte die Betäu-
bungsmittelpakete und übergab diese schliesslich an C.________ sowie unbekann-
te Abnehmer gegen Geldbeträge. Es steht ausser Frage, dass der Beschuldigte 
auch an diesem Tag ein Paket hätte übergeben sollen. Demnach traf der Beschul-
digte Anstalten, dieses Paket an C.________ zu übergeben.

Auch hinsichtlich des Reinheitsgrades kann auf die Auswertung des IRM abgestellt 
und von einem Hydrochlorid-Wert von 22% ausgegangen werden, wobei bei einer 
Menge von 240 Gramm Heroingemisch eine Menge von 52.8 Gramm reinem Hero-
in resultiert.

Im Sinne eines Beweisfazits hält die Kammer fest, dass der Beschuldigte am 
09. August 2019 240 Gramm Heroingemisch (Reinheitsgrad 22%, 52.8 Gramm rei-
nes Heroin) in einem Plastiksack in seinem Fahrzeug an den P.________(Adresse) 
in F.________ (Ortschaft) beförderte und Anstalten traf, dieses an C.________ zu 
verschaffen, als er von der Polizei angehalten wurde. 

11. Vorwurf gemäss Ziff. I.A.1.2. und I.A.1.3. der Anklageschrift

11.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird gemäss Ziff. I.A.1.2. und I.A.1.3. der Anklageschrift vom 
06. April 2020 Folgendes vorgeworfen (pag. 912 f.):

1.2. Erwerb, Besitz, Beförderung und Veräusserung von Heroin und/oder Kokain in der Grössenord-
nung von mindestens 208 Gramm Heroingemisch (Gassenpreis von CHF 600.00 pro 25 
Gramm) oder 71.4 Gramm Kokaingemisch (Gassenpreis von CHF 700.00 pro 10 Gramm), be-
gangen am 24.07.2019, 29.07.2019 und am 31.07.2019 am P.________(Adresse) in 

31

F.________ (Ortschaft), indem A.________ die zuvor erworbenen Betäubungsmittel auf Anwei-
sung des unbekannten „D.________“ unter drei Malen an C.________ veräusserte und dafür 
mindestens CHF 5‘000.00 entgegennahm. Aus dem Chat zwischen D.________ und 
A.________ ergeben sich insbesondere folgende Geldübergaben: 

• am 29.07.2019: CHF 3‘000.00 (Ort 12*)

• am 31.07.2019: CHF 2‘000 (Ort 15*)

1.3. Erwerb, Besitz, Beförderung und Veräusserung von Heroin und/oder Kokain in der Grössenord-
nung von mindestens 3‘337 Gramm Heroingemisch (Gassenpreis von CHF 600.00 pro 25 
Gramm) oder 1‘144 Gramm Kokaingemisch (Gassenpreis von CHF 700.00 pro 10 Gramm), be-
gangen in der Zeit zwischen dem 24.07.2019 und dem 09.08.2019 an diversen Orten in den 
Kantonen AC.________, AD.________, AE.________ und AF.________, indem A.________ die 
zuvor erworbenen Betäubungsmittel auf Anweisung des unbekannten „D.________“ unter 30 
Malen an unbekannte Abnehmer veräusserte und dafür mindestens CHF 80‘080.00 entgegen-
nahm. Aus dem Chat zwischen „D.________“ und A.________ ergeben sich insbesondere fol-
gende Geldübergaben: 

• am 24.07.2019: CHF 3‘500.00 (Ort 5*), 

• am 25.07.2019: CHF 6‘000.00 (Ort 6*), 

• am 26.07.2019: CHF 1‘730 (Ort 8*), 

• am 26.07.2019: CHF 2‘400.00 (Ort 9*), 

• am 26.07.2019: CHF 3‘500.00 (Ort 10 oder 11*)

• am 29.07.2019: CHF 1‘500.00 (Ort 13*)

• am 29.07.2019: CHF 2‘000.00 (Ort 14*)

• am 31.07.2019: CHF 1‘500.00 (Ort 16*)

• am 31.07.2019: CHF 10‘350.00 (Ort 17*)

• am 02.08.2019: CHF 2‘250.00 (Ort 18*)

• am 02.08.2019: CHF 3‘050.00 (Ort 19*)

• am 04.08.2019: CHF 5‘000.00 (Ort 20*) 

• am 06.08.2019: CHF 5‘000.00 (Ort 23*)

• am 06.08.2019: CHF 3‘000.00 (Ort 24*)

• am 06.08.2019: CHF 6‘200.00 (Ort 26*) 

• am 06.08.2019: CHF 5‘000.00 (Ort 27*)

• am 06.08.2019: CHF 3‘300.00 (Ort 28*)

• am 09.08.2019: CHF 6’200.00 (Ort 29 oder 30*)

• am 09.08.2019: CHF 7’290 oder CHF 7’200.00 (Ort 32 oder 33*) 

• am 09.08.2019: CHF 1’400.00 (kein Ort bekannt) 

32

A.________ erwirtschaftete anlässlich dieser Übergaben von Betäubungsmitteln einen Gewinn 
von mindestens CHF 2‘650.00. Aus dem Chat zwischen „D.________“ und A.________ ergeben 
sich insbesondere folgende Gewinne:

• am 26.07.2019: CHF 500.00 

• am 29.07.2019: CHF 400.00

• am 31.07.2019: CHF 350.00 

• am 02.08.2019: CHF 500.00

• am 04.08.2019: CHF 400.00 

• am 06.08.2019: CHF 500.00

* vgl. durchnummerierte Adressangaben im Chatprotokoll zwischen D.________ und 
A.________ im Zeitraum zwischen dem 24.07.2019 und dem 09.08.2019.

Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 26. August 2020 ergänzte 
die Staatsanwaltschaft die in Ziff. I.A.1.2. und I.A.1.3. der Anklageschrift vorgewor-
fene Menge um die Wirkstoffmenge (pag. 1050; Hervorhebungen im Original):

1.2 am 24.07.2019, am 29.07.2019 und am 31.07.2019 durch Erwerb resp. Erlangen, Besitz, Be-
fördern und Veräussern resp. Verschaffen von mindestens 208g Heroingemisch (Gehalt He-
roin Hydrochlorid 22%; Wirkstoffmenge 45.8g) oder 71.4g Kokaingemisch (Gehalt Cocain Base 
66%; Wirkstoffmenge 47g);

1.3 in der Zeit zwischen dem 24.07.2019 und dem 09.08.2019 durch Erwerb resp. Erlangen, Be-
sitz, Befördern und Veräussern resp. Verschaffen von mindestens 3'337g Heroingemisch 
(Gehalt Heroin Hydrochlorid 22%; Wirkstoffmenge 734g) oder 1'144g Kokaingemisch (Gehalt 
Cocain Base 66%; Wirkstoffmenge 755g);

11.2 Erwägungen und Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz erwog, aus dem umfangreichen Chatverkehr bzw. dessen Analyse 
liessen sich insgesamt mindestens 33 Treffen ablesen. Abweichend der staatsan-
waltschaftlichen Argumentation nahm die Vorinstanz hinsichtlich der Widerhand-
lungen gegen das Betäubungsmittelgesetz zwei Präzisierungen vor. 

Zunächst ging die Vorinstanz entgegen der Staatsanwaltschaft nicht von einer 
Symmetrie der Geld- und Drogenübergaben aus, sondern nahm eine Drogenliefe-
rung einzig im Falle von mittels Chatverlauf dokumentierten Paketübergaben an. 
Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, in 21 Fällen (die beabsichtigte Übergabe 
vom 09. August 2019 am P.________(Adresse) ausgenommen) sei es mit an Si-
cherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einer Paketübergabe gekommen. Ent-
sprechend dem Grundsatz «in dubio pro reo» sei nicht ausgeschlossen, dass die 
anderen Treffen auch andere Gründe gehabt hätten. Jedoch liege gestützt auf die 
Ereignisse am Anhaltetag der Verdacht nahe, dass es sich in jenen Fällen, in de-
nen der Beschuldigte von «D.________» angewiesen worden sei, etwas zu über-
geben, um Drogenpakete gehandelt habe. Ob es sich dabei immer um Heroin oder 
teilweise auch um Kokain gehandelt habe, sei jedoch unklar. 

33

Weiter erwog die Vorinstanz, dass es in 22 Fällen sodann zu einer Geldübergabe 
an den Beschuldigten gekommen sei. Der Gesamtbetrag des Geldes, den der Be-
schuldigte entgegengenommen habe, betrage CHF 85'580.00. Entgegen der An-
nahme der Staatsanwaltschaft könne allerdings nicht mit hinreichender Sicherheit 
davon ausgegangen werden, dass das entgegengenommene Geld in jedem Fall 
dem Wert der übergebenen Drogen entsprochen habe. So sei auch denkbar, dass 
der Beschuldigte teilweise nur Geld abgeholt habe. Aus diesen vermutungsweise 
asymmetrischen Geldübergaben folge ferner, dass aus den entgegen genomme-
nen Beträgen keine direkten Rückschlüsse auf die mutmasslich übergebenen Dro-
genmengen gezogen werden dürfe.

Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen gelangte die Vorinstanz zu folgendem 
Beweisergebnis (pag. 1153 f.; S. 37 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Betreffend den in Ziff. I.A.1.2 angeklagten Sachverhalt ist darauf hinzuweisen, dass aus dem Chat-

verkehr drei Fahrten an den P.________(Adresse) in F.________ (Ortschaft) hervorgehen. Bei zwei 

dieser drei Treffen kann dem Chatverkehr mit hinreichender Sicherheit entnommen werden, dass es 

zu einer Paketübergabe kam. Dies ist am 24.07.2019 und am 29.07.2019 der Fall (vgl. pag. 704 f., 

734 f.). Aufgrund des Chatverkehrs vom 09.08.2019 im Hinblick auf die geplante Übergabe am 

P.________(Adresse) (pag. 800) sowie der Anhaltesituation am 09.08.2019 ist das Gericht überzeugt 

davon, dass es sich beim Abnehmer der beiden Übergaben vom 24. und 29.07.2019 um C.________ 

handelte.

Darüber hinaus erachtet das Gericht folgende – sich aus den Chatprotokollen ergebenden – 19 Pa-

ketübergaben an unbekannte Abnehmer als erstellt:

• am 24.07.2019 in G.________(Ortschaft) und H.________(Ortschaft) (pag. 699 ff., 707 f.);

• am 25.07.2019 in I.________(Ortschaft) (pag. 712 ff.);

• am 26.07.2019 in J.________(Ortschaft) und K.________(Ortschaft) (pag. 719 ff., 722 f.);

• am 29.07.2019 in K.________(Ortschaft) und H.________(Ortschaft) (pag. 736, 739 f.);

• am 02.08.2019 in L.________(Ortschaft) (pag. 755 ff.);

• am 04.08.2019 in M.________(Ortschaft), G.________(Ortschaft) und F.________ (Ortschaft) 
(pag. 766 f., 768 f., 770 f.);

• am 06.08.2019 in N.________(Ortschaft) (2 Mal), L.________(Ortschaft), H.________(Ortschaft) 
und F.________ (Ortschaft) (pag. 774 f., 778 f., 781, 782 f., 785 f.);

• am 09.08.2019 in F.________ (Ortschaft) (3 Mal) (pag. 792 f., 795 f., 797 ff.).

Hinsichtlich der Drogenart und -menge führte die Vorinstanz aus, aufgrund des von 
«D.________» und dem Beschuldigten betriebenen Aufwands, des modus operan-
di (Auslieferung über einen Kurier, teilweise exotische Tageszeiten), der vom Be-
schuldigten entgegen genommenen Geldbeträge und seiner Entschädigung sowie 
des sichergestellten Heroinpakets vom 09. August 2019 sei klar davon auszuge-
hen, dass es sich jeweils nicht um Kleinportionen gehandelt habe. Vielmehr ergä-
ben all diese Indizien in ihrer Gesamtheit das unumstössliche Ergebnis, dass die 
Drogenmengen pro Übergabe den mengenmässig schweren Fall ausgemacht hät-

34

ten, sei es nun Heroin oder Kokain gewesen (pag. 1152 ff.; S. 36 ff. der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung).

11.3 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

11.3.1 Vorbringen des Beschuldigten und der Verteidigung

Im Rahmen seines Parteivortrags führte die Verteidigung des Beschuldigten aus, 
es sei bis heute nicht klar, welche Art von Betäubungsmitteln, in welcher Menge 
und auch nicht, an wen und ob der Beschuldigte überhaupt etwas geliefert habe. 
Um auf eine qualifizierte Menge zu gelangen, interpretiere die Vorinstanz den 
Fahraufwand, die Fahrzeiten, den Geldbetrag und auch die Entschädigung sowie 
die Sicherstellung am Tag der Anhaltung. Der Fahraufwand von über 100 km sei 
jedoch nur ein Indiz und sage nichts aus. Gleiches gelte auch für die Fahrzeiten 
nachts und frühmorgens, da es dann schliesslich auch weniger Verkehr habe. Zum 
Hauptargument mit den entgegengenommenen Geldbeiträgen [recte: Geldbeträ-
gen] sage das Gericht selbst, dass daraus keine Rückschlüsse auf eine mutmass-
lich übergebene Drogenmenge gezogen werden könnten. Es werde auf pag. 1153 
verwiesen. Wenn jemand Schwarzarbeit leiste und nicht wolle, dass das Betrei-
bungsamt Wind davon bekomme, dann sei ein solches Vorgehen durchaus realis-
tisch. Ferner solle der Beschuldigte bei den Fahrten CHF 2'650.00 verdient haben. 
Dies mache auf 21 angebliche Fahrten nur CHF 100.00 pro Fahrt aus, wobei nicht 
einmal das Benzin abgegolten sei. Die Entschädigung des Beschuldigten sei dem-
nach ebenfalls kein Indiz für einen qualifizierten Handel. Zum Umfang der Beförde-
rung resp. dem Verschaffen gab Rechtsanwalt B.________ zu bedenken, dass sich 
Vor-instanz und Staatsanwaltschaft hier eines Kunstgriffs bedienten. Wenn man 
nicht wisse, was er geliefert habe, dann werde dies offengelassen und die Lücke 
mit einer qualifizierten Menge gefüllt. Die Verteidigung sei demgegenüber der Auf-
fassung, dass Art. 19 Abs. 2 Bst. a BetmG vorliegend nicht anwendbar sei. Der 
vorerwähnte Artikel spreche von der Volksgesundheit und die Rechtsprechung ha-
be Mengentabellen entwickelt. Man könne jedoch nicht sagen, dass der Beschul-
digte die Gesundheit vieler Menschen gefährdet habe, wenn man nicht wisse, wel-
che Art von Drogen und welche Mengen er transportiert habe oder was sein Bei-
trag dazu gewesen sei. Nach dem Grundsatz in dubio pro reo könne demnach 
nicht von einer qualifizierten Menge ausgegangen werden. Etwas, was nicht im An-
satz mit Beweisen belegt sei, an dem könne nur gezweifelt werden und diese Zwei-
fel liessen sich auch nicht mittels eines Mittelweges widerlegen. Vom Tatbestand 
könne nicht auf den Sachverhalt geschlossen und dieser könne auch nicht an den 
Tatbestand angepasst werden. Deshalb sei der Beschuldigte mangels Beweisen 
freizusprechen (pag. 1256 ff.).

11.3.2 Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft

Staatsanwältin O.________ entgegnete anlässlich des Parteivortrags an der o