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**Case Identifier:** b8a0a326-b476-52ee-b132-89a9ae6e20c9
**Source:** Nidwalden (NW)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-10
**Language:** de
**Title:** Nidwalden Gerichte 10.04.2025 38101
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/NW_Gerichte/NW_OG_001_38101_2025-04-10.pdf

## Full Text

GERICHTE    OBERGERICHT  Bahnhofplatz 3, Postfach 1241, 6371 Stans  

Tel. 041 618 79 70, www.nw.ch 

 

 

ZA 24 20 

 

 

Urteil vom 6. Februar 2025 

Zivilabteilung 

 

 

 

Besetzung Vizepräsidentin Barbara Brodmann, Vorsitz, 

Oberrichter Franz Odermatt, 

Oberrichterin Fabienne Weger, 

Gerichtsschreiberin Sarah Huber. 

 
 
 

Verfahrensbeteiligte A.__ 

vertreten durch MLaw Brigitte Scheuber, Rechtsanwältin, 

Bolzern Haas & Partner, Winkelriedstrasse 35,  

Postfach 2340, 6002 Luzern, 

Berufungskläger, 

gegen 

B.__ 

vertreten durch MLaw Myrjana Niedrist, Rechtsanwältin, 

Dorfplatz 12, Postfach, 6371 Stans, 

Berufungsbeklagte. 

 

 

Gegenstand Vorsorgliche Massnahmen während Eheschutzverfahren 

Berufung gegen das Urteil des Kantonsgerichts Nidwalden, 

Zivilabteilung/Einzelgericht, vom 6. September 2024  

(ZE 24 146). 

2│13 

 

Sachverhalt: 

A.  

Die Parteien heirateten am 12. März 2013 und haben zwei gemeinsame Kinder, C.__, geb. 

2013 und D.__, geb. 2016 (vi-GS 16). Am 27. Mai 2024 liess B.__ 

(«Gesuchstellerin»/«Berufungsbeklagte») beim Kantonsgericht Nidwalden ein 

Eheschutzverfahren einleiten (ZE 24 145) und u.a. vorsorgliche Massnahmen während des 

Eheschutzverfahrens beantragen (ZE 24 146). Am 29. Mai 2024 ordnete das Kantonsgericht 

zunächst superprovisorisch, hernach mit Urteil vom 6. September 2024 vorsorgliche 

Massnahmen für die Dauer des Eheschutzverfahrens an. Es stellte die Kinder unter die 

alternierende Obhut der Eltern, regelte die Betreuungszeiten, bestimmte […] als Wohnsitz und 

Schulort und wies die Familienwohnung der Berufungsbeklagten zu (Dispositivziffern 1-4). 

Sodann verbot es A.__ («Gesuchsgegner»/ «Berufungskläger») unter Strafandrohung, die 

Kinder von der Schule in […] abzumelden (Dispositivziffer 5). Die Schule sowie Gemeinde 

X.__ wies es an, keine entsprechenden Abmeldungen entgegenzunehmen (Dispositivziffern 6 

f.). Im Weiteren verpflichtete es den Berufungskläger der Berufungsbeklagten Kinderunterhalt 

und persönlichen Unterhalt zu bezahlen (Dispositivziffern 8 f.). Die Gerichtskosten wurden den 

Parteien je hälftig auferlegt, die Parteikosten wettgeschlagen und jeweils zufolge Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Staatskasse genommen (Dispositivziffern 

10 f.). 

 

B.  

Dagegen liess der Berufungskläger mit Eingabe vom 10. Dezember 2024 beim Obergericht 

Nidwalden Berufung erheben mit den Anträgen (amtl. Bel. 1): 

« 1. Das Urteil vom 6. September 2024 sei aufzuheben.  

 2. Eventualiter seien Ziffer 8 und 9 des Urteils vom 6. September 2024 aufzuheben und der Berufungskläger 
sei weiterhin zu verpflichten, die Krankenkassenprämien der beiden Kinder zu übernehmen.  

 3. Ziffer 11 des Urteils vom 6. September 2024 sei aufzuheben und wie folgt abzuändern: Die Berufungsbe-
klagte habe sämtliche Prozesskosten zu tragen.  

 4. Der vorliegenden Berufung sei in Bezug auf Ziffern 8 und 9 des Urteils vom 6. September 2024 die auf-
schiebende Wirkung zu erteilen.  

 5. Dem Berufungskläger sei für das vorliegende Berufungsverfahren die vollumfängliche unentgeltliche 
Rechtspflege zu gewähren und die Unterzeichnende sei ihm als unentgeltliche Rechtsbeiständin beizu-
geben.  

 6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Berufungsbeklagten.» 

3│13 

 

C.  

Am 16. Dezember 2024 wurde der Rechtsschriftenwechsel eröffnet und der Berufung in Bezug 

auf die Ziffern 8 und 9 des angefochtenen Urteils vorläufig, bis zum Eingang der Berufungs-

antwort, die aufschiebende Wirkung erteilt (amtl. Bel. 2). 

 

D.  

Die Berufungsbeklagte reichte am 20. Dezember 2024 ihre Berufungsantwort ein und bean-

tragte die Abweisung der Berufung und des Gesuchs um aufschiebende Wirkung, unter Kos-

ten- und Entschädigungsfolge zulasten des Berufungsklägers (Ziff. 1, 2, 4). Zudem verlangte 

sie die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung (Ziff. 3; 

amtl. Bel. 3). 

 

E.  

Nach Eingang der von Amtes wegen beigezogenen Akten des erstinstanzlichen Verfahrens 

ZE 24 146 wies die Prozessleitung das Gesuch des Berufungsklägers um Erteilung der auf-

schiebenden Wirkung der Berufung mit Verfügung P 24 14 vom 31. Dezember 2024 ab. 

 

F.  

Es wurde kein zweiter Rechtsschriftenwechsel angeordnet. Die Berufungsantwort wurde dem 

Berufungskläger am 3. Januar 2025 zur Abgabe einer freiwilligen Replik übermittelt und die 

Vorinstanz zur Überweisung der Akten in der Hauptsache ZE 24 145 aufgefordert (amtl. Bel. 4 

und 5).  

 

G.  

Die Zivilabteilung des Obergericht Nidwalden beurteilte die Streitsache auf dem Zirkularweg 

abschliessend. Auf die Parteivorbringen wird, sofern erforderlich, in den nachstehenden Erwä-

gungen eingegangen. 

4│13 

 

Erwägungen: 

1.  

1.1  

Erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Massnahmen sind mit Berufung anfechtbar 

(Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO). In vermögensrechtlichen Angelegenheiten ist die Berufung nur 

zulässig, wenn der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens 

10'000.– beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Berufungsinstanz gegen Urteile des Kantonsgerichts 

Nidwalden als Einzelgericht ist das Obergericht Nidwalden, Zivilabteilung (Art. 27 Abs. 1 GerG 

[NG 261.1]), das in Dreierbesetzung entscheidet (Art. 22 Abs. 1 Ziff. 2 GerG). 

Mit Berufung angefochten ist das Urteil des Kantonsgerichts Nidwalden, Zivilabteilung/Einzel-

gericht, ZE 24 146 vom 6. September 2024. In der Berufung wird die erstinstanzlich getroffene 

vorsorgliche Regelung des Kinder- und Ehegattenunterhalts angefochten. Es handelt sich so-

mit um eine Berufung in vermögensrechtlicher Angelegenheit, wobei die Streitwertgrenze of-

fensichtlich erfüllt ist. Für die Beurteilung ist das Obergericht Nidwalden örtlich und sachlich 

zuständig.  

 

1.2  

Zur Berufung ist berechtigt, wer als Haupt- oder Nebenpartei am Verfahren beteiligt war, das 

zum angefochtenen Entscheid geführt hat (formelle Beschwer), und überdies durch den ange-

fochtenen Entscheid unmittelbar betroffen ist und ein Rechtsschutzinteresse an dessen Auf-

hebung oder Abänderung hat (materielle Beschwer; vgl. PETER REETZ, in: Sutter-Somm/Löt-

scher/Leuenberger/Seiler [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 

4. Aufl. 2025, N 29 ff. zu Vor Art. 308-318 ZPO). Der Berufungskläger war am vorinstanzlichen 

Verfahren als Gesuchsgegner beteiligt und ist durch das angefochtene Urteil berührt, nachdem 

das Gesuch – entgegen seinen Anträgen – im Wesentlichen gutgeheissen worden ist. Er ist 

somit zur Berufung berechtigt.  

 

1.3  

Die Berufung ist innert zehn Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheids beziehungs-

weise seit der nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung schriftlich und begründet 

einzureichen (Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 311 Abs. 1 ZPO). Der Fristenstillstand gilt nicht 

(Art. 145 Abs. 2 lit. b ZPO).  

5│13 

 

Der angefochtene Entscheid wurde am 29. November 2024 versandt und dem Berufungsklä-

ger am 2. Dezember 2024 zugestellt (vi-ZE 24 146 act. 1, Sendungsverfolgung vom  

3. Dezember 2024). Die am 10. Dezember 2024 (Postaufgabe) eingereichte Berufung ist damit 

rechtzeitig erfolgt.  

Die übrigen Prozessvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Beru-

fung ist somit einzutreten. 

 

2.  

Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und/oder eine unrichtige Feststellung 

des Sachverhaltes geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Berufungsinstanz verfügt 

demnach über eine vollumfängliche Überprüfungsbefugnis der Streitsache, mithin über unbe-

schränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen. Die Berufungsinstanz hat sich – abge-

sehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung jener Beanstandungen 

zu beschränken, welche die Parteien in ihren schriftlichen Begründungen (Art. 311 Abs. 1 und 

Art. 312 Abs. 1 ZPO) gegen den erstinstanzlichen Entscheid erheben (BGE 142 III 413 

E. 2.2.4; BGE 138 III 374 E. 4.3.1; Urteile des Bundesgerichts 4A_184/2017 vom 16. Mai 2017 

E. 4.2.1; 4A_397/2016 vom 30. November 2016 E. 3.1; 5A_111/2016 vom 6. September 2016 

E. 5.3). Handelt es sich um einen Ermessensentscheid, darf sich die Rechtsmittelinstanz bei 

der Überprüfung eine gewisse Zurückhaltung auferlegen (Urteil des Bundesgerichts 

5A_265/2012 vom 30. Mai 2012 E. 4.3.2; BENEDIKT SEILER, Die Berufung nach ZPO, 2013,  

N 469 ff. S. 202 ff.) und es wird nicht ohne Not sein eigenes Ermessen an dasjenige der Vo-

rinstanz zu setzen haben (MARTIN H. STERCHI, Berner Kommentar, Zivilprozessordnung, 2012, 

N 8 f. zu Art. 310 ZPO). 

 

3.  

3.1  

Der Berufungskläger macht zusammengefasst geltend, die Vorinstanz habe den Sachverhalt 

willkürlich festgestellt und das Recht willkürlich angewandt, indem sie Eingaben, Einwände 

und Beweismittel der Parteien unberücksichtigt gelassen habe. So habe die Vorinstanz etwa 

nicht beachtet, dass der Berufungskläger mit Eingabe vom 1. Juli 2024 sein Einkommen be-

stritten habe. Auch habe sie die mit Schreiben vom 1. Juli 2024 geltend gemachten höheren 

Wohnkosten sowie den am 19. Juli 2024 aufgelegten neuen Mietvertrag ignoriert. Im Weiteren 

sei ausser Acht gelassen worden, dass die Berufungsbeklagte wohl ab August 2024 von der 

Arbeitgeberin Beiträge an die Fremdbetreuungskosten erhalte. Unberücksichtigt geblieben sei 

6│13 

 

sodann das mittels Urkunde geltend gemachten Vorbringen vom 8. Juli 2024, wonach der 

Briefkasten der Berufungsbeklagten neu mit einem zusätzlichen Namen beschriftet sei, sie 

daher offenbar nicht allein wohne und ihr nicht mehr die gesamten Wohnkosten anfallen wür-

den. 

 

3.2  

Die Vorbringen des Berufungsklägers sind begründet. Wie von ihm zutreffend ausgeführt, hat 

er in seiner vorinstanzlichen Eingabe vom 1. Juli 2024 (ZE 24 145) ein Einkommen von 

Fr. 5'674.– behauptet (Berufung Rz. 25 f.). Anders als im angefochtenen Entscheid dargestellt 

(vgl. E. 7.5) hat er somit erstinstanzlich bestritten, ein monatliches Nettoeinkommen von 

Fr. 6'787.– zu erzielen. Die Vorinstanz stellte den Sachverhalt diesbezüglich falsch fest. 

Ebenso moniert der Berufungskläger zu Recht, die Vorinstanz habe seine neue Wohnsituation 

und die damit verbundenen höheren Wohnkosten in ihrem Sachverhalt nicht berücksichtigt. 

Gemäss den vorinstanzlichen Akten (ZE 24 145) liess der Berufungskläger nämlich bereits mit 

Schreiben vom 1. Juli 2024 mitteilen, ab September 2024 werde er Wohnkosten von 

Fr. 1'680.– haben. Der entsprechende Mietvertrag wurde mit Eingabe vom 19. Juli 2024 

(ZE 24 145) aufgelegt. Der Berufungskläger hat demnach ein Mietvertrag auf unbestimmte 

Zeit für eine 3.5-Zimmer-Wohnung in […] zu einem Netto-Mietzins von Fr. 1'680.– abgeschlos-

sen; Mietbeginn ab 1. September 2024 (vi-ZE 24 145 GG 35). Die Vorinstanz hat diesen Um-

stand im angefochtenen Urteil effektiv ignoriert, den Sachverhalt auch insofern unrichtig fest-

gestellt und das rechtliche Gehör des Berufungsklägers verletzt. Ebenso verhält es sich mit 

Bezug auf die Ermässigung der Fremdbetreuungskosten. Die Vorinstanz hat auch diese Aus-

führungen der Berufungsbeklagten in ihrer Eingabe vom 29. Juli 2024 (ZE 24 145) zu Unrecht 

nicht berücksichtigt. Gleichermassen hat sie auch den Einwand und die Urkunde des Beru-

fungsklägers vom 8. Juli 2024 übergangen, wonach der Briefkasten der Berufungsbeklagten 

neu mit einem zusätzlichen Namen beschriftet sei.  

 

3.3  

Der angefochtene Entscheid leidet an weiteren offensichtlichen Mängeln. Nach Art. 265 Abs. 2 

ZPO lädt das Gericht die Parteien gleichzeitig mit der Anordnung der superprovisorischen 

Massnahme zu einer Verhandlung vor, die unverzüglich stattzufinden hat, oder setzt der Ge-

genpartei eine Frist zur schriftlichen Stellungnahme. Nach Anhörung der Gegenpartei ent-

scheidet das Gericht unverzüglich über das Gesuch (Art. 265 Abs. 2 ZPO). Das Gericht hat 

gestützt auf diese Bestimmung somit so schnell wie möglich zur Anhörung und zur Fällung 

des Massnahmenentscheids (sog. Bestätigungsentscheids) zu schreiten, um den Umstand, 

7│13 

 

dass ein Superprovisorium auf einseitiges Begehren und ohne Anhörung der Gegenpartei er-

folgt, so rasch wie möglich prozessual zu korrigieren. Die Frist zur Einreichung einer Stellung-

nahme oder bis zur Durchführung der Verhandlung sollte kurz sein, üblicherweise zehn Tage. 

Nach Ablauf der gesetzten Frist bzw. im Rahmen der Verhandlung entscheidet das Gericht – 

nunmehr in Kenntnis auch des Standpunkts der Gegenpartei – über die eigentliche vorsorgli-

che Massnahme. Der Entscheid hat unverzüglich zu erfolgen, maximal innerhalb von 10 Tagen 

(THOMAS SPRECHER, Basler Kommentar Zivilprozessrecht, 4. Aufl. 2024, N 35 ff. zu Art. 265 

ZPO; JOHANN ZÜRCHER, in: Brunner/Schwander/Vischer [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozess-

ordnung, Kommentar, 3. Aufl. 2024, N 11 f. zu Art. 265). Im Widerspruch dazu erging der 

angefochtene Bestätigungsentscheid erst mehr als 3 Monaten nach dem superprovisorischen 

Entscheid, der Versand erfolgte gar erst ein halbes Jahr später. Insofern liegt eine Verletzung 

von Art. 265 Abs. 2 ZPO und eine Rechtsverzögerung vor.  

Sodann hat die Vorinstanz die (erst) mit Urteil vom 6. September 2024 angeordneten Unter-

haltsbeiträge «bloss» gestützt auf die Eingaben der Berufungsbeklagten vom 27. Mai 2024 

und des Berufungsklägers vom 10. Juni 2024 im Verfahren ZE 24 146 berechnet. Obwohl zu 

diesem Zeitpunkt der doppelte Rechtschriftenwechsel im Eheschutzverfahren (ZE 24 145) fast 

abgeschlossen war (Gesuch vom 27. Mai 2024, Stellungnahme vom 1. Juli 2024 und Replik 

vom 29. Juli 2024), blieben die dortigen Eingaben samt Belegen (wie der bereits erwähnte 

Mietvertrag) unberücksichtigt, was letztlich den fehlerbehafteten Massnahmeentscheid zur 

Folge hatte.  

Vor diesem Hintergrund ist im Übrigen nicht nachvollziehbar, weshalb die Vorinstanz trotz des 

abgeschlossenen Rechtsschriftenwechsels im Eheschutzverfahren (die Duplik ging am 

23. September 2024 beim Kantonsgericht ein) im angefochtenen Entscheid ausführt, das Ehe-

schutzverfahren würde «noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen» (vgl. angefochtenes 

Urteil, E. 7.3, S. 16). Immerhin ist das vorliegende Eheschutzverfahren weder umfangreich 

noch komplex und nur noch eine Verhandlung ausstehend.  

 

3.4  

Nach dem Gesagten kann es nicht Aufgabe der Rechtsmittelinstanz sein, die gesamten Ehe-

schutzakten erstmals zu würdigen und mit einem reformatorischen Massnahmeentscheid 

praktisch den noch ausstehenden Eheschutzentscheid in der Hauptsache vorwegzunehmen. 

Da die Vorinstanz bei ihrer Unterhaltsberechnung auf veraltete Zahlen abstellt (vgl. Mietkosten 

des Berufungsklägers), beruhen ihre Erwägungen nicht nur auf einem falschen Sachverhalt, 

sondern sind auch rechtsfehlerhaft (vgl. Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB i.V.m. Art. 163 ZGB und 

8│13 

 

Art. 276 ZGB). Folglich muss der vorinstanzliche Entscheid aufgehoben werden und – zumal 

der Sachverhalt des angefochtenen Entscheids zu einem Grossteil lückenhaft ist – zurückge-

wiesen werden (vgl. Art. 318 Abs. 1 lit. c Ziff. 2 ZPO). Mit der Rückweisung leben die super-

provisorischen Massnahmen wieder auf und die Vorinstanz hat unverzüglich über deren Auf-

rechterhaltung, Änderung oder Aufhebung für die verbleibende Dauer des einstweiligen Ver-

fahrens zu entscheiden (vgl. BGE 139 III 86 E. 1.1.1 f., publ. in: Pra 2014, Nr. 69; vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 4A_178/2011 vom 28. Juni 2011 E. 4; vgl. THOMAS SUTTER-SOMM/BENE-

DIKT SEILER, Handkommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 1. Aufl. 2021, N 13 

zu Art. 265 ZPO; vgl. Art. 268 ZPO). In diesem Zusammenhang wird die Vorinstanz auch zu 

prüfen haben, ob die Voraussetzungen für vorsorgliche Massnahmen unter Berücksichtigung 

der neuen Sachverhaltselemente noch gegeben sind. 

 

3.5  

Bei diesem Ergebnis erübrigt sich eine Prüfung der weiteren Vorbringen des Berufungsklä-

gers. Die Berufung ist gutzuheissen, der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache 

zur neuen Beurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

 

4.  

4.1  

Wird die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen, hat das Beru-

fungsgericht nicht über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens zu entscheiden 

(Art. 318 Abs. 3 ZPO e contrario). Zufolge der Rückweisung des Verfahrens an die Vorinstanz 

können die Kosten- und Entschädigungsfolgen für das erstinstanzliche Verfahren nicht ab-

schliessend geregelt werden; sie sind vom definitiven Ausgang des Verfahrens abhängig. Über 

die Kosten- und Entschädigungsfolgen des erstinstanzlichen Verfahrens wird deshalb die Vo-

rinstanz in ihrem neuen Entscheid zu befinden haben (Art. 104 Abs. 1 ZPO). 

 

4.2  

4.2.1  

Die Prozesskosten umfassen die Gerichtskosten und die Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1  

ZPO). Sie werden der unterliegenden Partei auferlegt (Art. 106 Abs. 1 Satz 1 ZPO). Das Ge-

richt kann Gerichtskosten, die weder eine Partei noch Dritte veranlasst haben, aus Billigkeits-

gründen dem Kanton auferlegen (Art. 107 Abs. 2 ZPO), so namentlich bei Justizpannen. Ei-

nerseits umfasst diese Regelung bloss die Gerichts-, nicht aber die Parteikosten (DIETER 

9│13 

 

HOFMANN/ANDREAS BAECKERT, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar Zivil-

prozessrecht, 4. Aufl. 2024, N 11 zu Art. 107 ZPO). Andererseits kommt eine Anwendung nur 

in Betracht, wenn ein von der unterliegenden rechtsmittelbeklagten Partei nicht mitverschul-

deter grober Verfahrensfehler (Justizpanne) zur Gutheissung des Rechtsmittels führt und sie 

selbst die Gutheissung des Rechtsmittels beantragt oder zumindest keinen (unbegründeten) 

Antrag gestellt bzw. sich mit dem angefochtenen Entscheid nicht identifiziert hat (Urteil des 

Bundesgerichts 5A_60/2023 vom 4. April 2023 E. 3.1 m.w.H.). 

 

4.2.2  

Die Entscheidgebühr vor Obergericht als Berufungsinstanz richtet sich nach dem im Verfahren 

vor dem Kantonsgericht als erster Instanz massgebenden Tarif und wird um ein Drittel redu-

ziert, beträgt jedoch mindestens Fr. 500.‒ (Art. 8 Abs. 1 Ziff. 2 PKoG [NG 261. 2]). Der erstin-

stanzliche Gebührenrahmen liegt zwischen Fr. 400.– und Fr. 3'500.– (Art. 7 Abs. 3 Ziff. 4 

PKoG). Damit beträgt der ordentliche Gebührenrahmen vor Obergericht Fr. 500.– bis 

Fr. 2'333.–. Die Gebühren sind innerhalb des vorgegebenen Rahmens festzusetzen und be-

messen sich nach der persönlichen und wirtschaftlichen Bedeutung der Sache für die Partei, 

die Schwierigkeit der Sache, dem Umfang der Prozesshandlung und nach dem Zeitaufwand 

für die Verfahrenserledigung (Art. 2 Abs. 1 PKoG). 

Die Gerichtskosten für das Berufungsverfahren werden in Anwendung von Art. 2 Abs. 1 PKoG 

ermessensweise im untersten Bereich auf Fr. 800.– festgesetzt. Eine Kostenverlegung nach 

Art. 107 Abs. 2 ZPO fällt ausser Betracht, nachdem die Berufungsbeklagte einen begründeten 

Abweisungsantrag gestellt und sich damit mit dem angefochtenen Entscheid identifiziert hat. 

Entsprechend wird die Gebühr ausgangsgemäss der unterliegenden Berufungsbeklagten auf-

erlegt. Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (P 24 16) werden die Gerichts-

kosten einstweilen auf die Staatskasse genommen. Die Berufungsbeklagte ist zur Nachzah-

lung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 Abs. 1 ZPO). Der Anspruch des 

Kantons verjährt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens (Art. 123 Abs. 2 ZPO).  

 

4.2.3  

Das Gericht spricht Parteientschädigungen nach den Tarifen gemäss Art. 42 ff. PKoG zu. Die 

Anwaltskosten umfassen das Honorar (ordentliches Honorar und Zuschläge), die notwendigen 

Auslagen und die Mehrwertsteuer (Art. 31 Abs. 1 PKoG). Die Parteien können eine Kostennote 

einreichen (Art. 105 Abs. 1 i.V.m. Art. 96 ZPO). Im Berufungsverfahren beträgt das ordentliche 

Honorar 20 bis 60 Prozent des für das Verfahren vor erster Instanz zulässigen Honorars, 

10│13 

 

bemessen nach dem noch strittigen Betrag, mindestens jedoch Fr. 500.– (Art. 43 PKoG). Das 

ordentliche Honorar vor Vorinstanz beträgt Fr. 1'000.– bis Fr. 6'000.– (Art. 42 Abs. 5 PKoG), 

womit das ordentliche Honorar im Berufungsverfahren zwischen Fr. 500.– und Fr. 3'600.– be-

trägt (60% von Fr. 6'000.–). Massgebend für die Festsetzung des Honorars innerhalb der im 

Prozesskostengesetz vorgesehenen Mindest- und Höchstansätze sind die Bedeutung der Sa-

che für die Partei in persönlicher und wirtschaftlicher Hinsicht, die Schwierigkeit der Sache, 

der Umfang und die Art der Arbeit sowie der Zeitaufwand (Art. 33 PKoG). Das Honorar des 

unentgeltlichen Rechtsbeistands beträgt je Stunde Fr. 220.– (Art. 38 Abs. 2 PKoG).  

 

4.2.4  

Die unentgeltliche Rechtspflege befreit nicht von der Bezahlung einer Parteientschädigung an 

die Gegenpartei (Art. 118 Abs. 3 ZPO). Unterliegt die unentgeltlich prozessführende Partei, so 

hat sie der Gegenpartei die Parteientschädigung zu bezahlen (Art. 122 Abs. 1 lit. d ZPO). Die 

unentgeltliche Rechtsbeiständin des Berufungsklägers macht mit Kostennote vom  

29. Januar 2025 eine Parteientschädigung von Fr. 3'539.15 (Honorar Fr. 3'178.60 [13.82 Std. 

à Fr. 230.–]; Auslagen Fr. 95.36 [3% von Fr. 3'178.60]; MWST 8.1% Fr. 265.19) geltend. Das 

geltend gemachte Honorar liegt zwar innerhalb des gesetzlichen Honorarrahmens, aber der 

geltend gemachte Aufwand von rund 11.33 Stunden für bloss eine Rechtsschrift ist der Sache 

nicht angemessen (s. Art. 33 PKoG). Die Entschädigung wird auf Fr. 2'560.90 (Honorar 

Fr. 2'300.‒ [10 Std. à Fr. 230.–]; Auslagen Fr. 69.‒ [3% von Fr. 2'300.‒]; MWST 8.1% 

Fr. 191.90) genehmigt (Art. 41 Abs. 4 PKoG).  

Die unterliegende Berufungsbeklagte wird verpflichtet, dem obsiegenden Berufungskläger 

eine Parteientschädigung von Fr. 2'560.90 zu bezahlen. Weil auch der obsiegende Berufungs-

kläger mit unentgeltlicher Rechtspflege prozessiert (P 24 15) und die Parteientschädigung bei 

der unterliegenden Berufungsbeklagten (voraussichtlich) nicht einbringlich ist, ist die beru-

fungsklägerische Rechtsbeiständin einstweilen vom Kanton zu entschädigen. Mit der Zahlung 

geht der Anspruch auf den Kanton über und die Nachzahlungspflicht der Berufungsbeklagten 

innert zehn Jahren seit Abschluss des Verfahrens bleibt vorbehalten (Art. 122 Abs. 2 und Art. 

123 ZPO). Die Gerichtskasse Nidwalden ist anzuweisen, Rechtsanwältin Brigitte Scheuber mit 

Fr. 2'560.90 (Auslagen und Mehrwertsteuer inkludiert) zu entschädigen. 

 

4.2.5  

Unterliegt die unentgeltlich prozessführende Partei, wird der unentgeltliche Rechtsbeistand 

vom Kanton angemessen entschädigt (Art. 122 Abs. 1 lit. a ZPO; Art. 38 PKoG).  

11│13 

 

Die unentgeltliche Rechtsbeiständin der Berufungsbeklagten macht mit Kostennote vom 

31. Januar 2025 eine Parteientschädigung von Fr. 1'735.65 (Honorar Fr. 1'540.‒ [7 Std. à 

Fr. 220.–]; Auslagen Fr. 65.60; MWST 8.1% Fr. 130.05) geltend. Das geltend gemachte Ho-

norar liegt innerhalb des gesetzlichen Honorarrahmens und ist der Sache angemessen 

(s. Art. 33 PKoG). Die Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertreterin wird im beantrag-

ten Umfang genehmigt (Art. 41 Abs. 4 PKoG). 

Die Entschädigung wird zufolge gewährter unentgeltlicher Rechtspflege einstweilen auf die 

Staatskasse genommen (Art. 122 Abs. 1 lit. a ZPO), unter Vorbehalt der Rückforderung innert 

zehn Jahren (Art. 123 ZPO). Die Gerichtskasse Nidwalden ist anzuweisen, Rechtsanwältin 

Myrjana Niedrist mit Fr. 1'735.65 (Auslagen und Mehrwertsteuer inkludiert) zu entschädigen. 

 

 

 

 

12│13 

 

Demgemäss erkennt das Obergericht: 

1. Die Berufung wird gutgeheissen und das Urteil des Kantonsgerichts Nidwalden, Zivilab-

teilung/Einzelgericht, vom 6. September 2024 im Verfahren ZE 24 146 aufgehoben. Die 

Sache wird zur neuen Beurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückge-

wiesen. 

 

2. Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens betragen Fr. 800.– und werden der Beru-

fungsbeklagten auferlegt. Die Gerichtskosten werden einstweilen auf die Staatskasse ge-

nommen. Die Berufungsbeklagte ist zur Nachzahlung der Gerichtskosten verpflichtet, so-

bald sie dazu in der Lage ist. Der Anspruch des Kantons verjährt zehn Jahre nach Ab-

schluss des Verfahrens. 

 

3. Die Berufungsbeklagte wird verpflichtet, dem Berufungskläger eine Parteientschädigung 

von Fr. 2'560.90 zu bezahlten. Die Parteientschädigung wird einstweilen auf die Staats-

kasse genommen. Der Anspruch auf Zahlung geht auf den Kanton Nidwalden über. 

Die Gerichtskasse Nidwalden wird angewiesen, Rechtsanwältin Scheuber mit Fr. 2'560.90 

(inkl. Auslagen und MWST) zu entschädigen. Die Berufungsbeklagte ist zur Nachzahlung 

der Parteientschädigung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist. Der Anspruch des 

Kantons verjährt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens. 

 

4. Die Kosten für die Rechtsvertretung der Berufungsbeklagten in der Höhe von Fr. 1'735.65 

werden einstweilen auf die Staatskasse genommen. 

Die Gerichtskasse Nidwalden wird angewiesen, Rechtsanwältin Niedrist mit Fr. 1'735.65 

(inkl. Auslagen und MWST) zu entschädigen. Die Berufungsbeklagte ist zur Nachzahlung 

der Kosten für ihre Rechtsvertretung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist. Der An-

spruch des Kantons verjährt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens. 

 

5. [Zustellung]. 

 

 

 

 

 

 

13│13 

 

Stans, 6. Februar 2025 

OBERGERICHT NIDWALDEN 

Zivilabteilung 

Die Vizepräsidentin 
 

 

 

lic. iur. Barbara Brodmann 

Die Gerichtsschreiberin 

 

 

 

MLaw Sarah Huber 

 

 

 

 

 

Versand:  

 
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, Beschwerde in Zivilsachen eingereicht werden (Art. 72 ff. in Verbindung mit 

Art. 90 ff. BGG [SR 173.110]). Die Beschwerde hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 

Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der an-

gefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angeführten Urkunden sind beizulegen, soweit die 

Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). Für den Fristenlauf gelten die Art. 44 ff. BGG.