# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 87f9c56c-9181-5e58-909b-7681fc21e932
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-07-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 18.07.2008 IV 2007/51
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2007-51_2008-07-18.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2007/51

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.06.2020

Entscheiddatum: 18.07.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 18.07.2008
Art. 28 Abs. 1 IVG, Art. 16 ATSG. Invaliditätsbemessung eines 
Selbstständigerwerbenden im ausserordentlichen Verfahren. Frage der 
Zumutbarkeit eines Berufswechsels (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 18. Juli 2008, IV 2007/51).

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichter Joachim Huber, 

Versicherungsrichterin Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 18. Juli 2008

in Sachen

M.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Hans Rudolf Gantenbein, Wiedenstrasse 24, 

Postfach 447, 9471 Buchs,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente (Mehlstauballergie)

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sachverhalt:

A.   

Der 1954 geborene M.___ meldete sich am 27. August 2004 zum Leistungsbezug bei 

der Invalidenversicherung an. Im Bericht vom 24. September 2004 diagnostizierte Dr. 

med. A.___, Allgemeine Medizin, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 

Mehlstauballergie, die allergologisch allerdings nicht habe nachgewiesen werden 

können, sowie einen Status nach endonasaler Ethmoidektomie beidseits, 

Kieferhöhlenfensterung beidseits und Septum-Plastik. Die Tätigkeit als Bäcker sei dem 

Versicherten noch zu 50-70% zumutbar (IV-act. 15). Mit Hilfsmittel-Verfügung vom 14. 

Dezember 2005 bewilligte die IV-Stelle die Kostenübernahme für einen Frischlufthelm 

sowie für Einweg-Staubmasken vom 19. Januar 2005 bzw. 18. Januar 2005 (IV-act. 

30). Nach Durchführung von weiteren medizinischen und erwerblichen Abklärungen 

kündigte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheiden vom 2. November 2006 an, 

er habe keinen Anspruch auf berufliche Massnahmen, da er angemessen eingegliedert 

sei. Sodann bestehe bei einem Invaliditätsgrad von 16% auch kein Rentenanspruch 

(IV-act. 51, 53). Der Rechtsvertreter des Versicherten erklärte sich mit der Ablehnung 

von beruflichen Massnahmen einverstanden (IV-act. 57). Hinsichtlich der 

Rentenablehnung machte der Rechtsvertreter mit Schreiben vom 29. November 2006 

geltend, dass der Versicherte Anspruch auf eine halbe Invalidenrente haben müsse, da 

die Umsatz- und Einkommenseinbusse (Vergleich der heutigen Situation mit derjenigen 

vor Eintritt der Invalidität) bei rund 50% liege (IV-act. 58). Am 8. Dezember 2006 

verfügte die IV-Stelle im Sinn des Renten-Vorbescheids. Zur Begründung legte sie dar, 

dass der Versicherte vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung - mit Ausnahme 

des Jahres 2002, wo ein Betrag von Fr. 92'688.-- abgerechnet worden sei - immer 

Einkommen unter 60'000.-- Franken abgerechnet habe. Im Jahresdurchschnitt der 

letzten fünf Jahre vor Eintritt der Behinderung betrage das Valideneinkommen mit Fr. 

54'602.-- sogar noch weniger als das durchschnittliche Erwerbseinkommen im privaten 

Sektor. Auch sei dem Versicherten jegliche Tätigkeit ohne Mehlkontakt 

uneingeschränkt zumutbar. Ein Rentenanspruch bestehe demgemäss nicht (IV-act. 60).

B.  

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.a Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt lic. iur H.R. Gantenbein, Buchs, für 

den Versicherten mit Eingabe vom 25. Januar 2007 Beschwerde mit den Anträgen, die 

Verfügung sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei ab 1. September 2004 eine 

halbe IV-Rente zuzusprechen. Zur Begründung legte der Rechtsvertreter unter 

anderem dar, nach der medizinischen Aktenlage sei der Beschwerdeführer als Bäcker 

zu 100% arbeitsunfähig. In seinem Alter von 54 Jahren mache eine Umschulung keinen 

grossen Sinn. Es sei sinnvoller, wenn er mit den notwendigen Hilfsmitteln wie 

Staubmaske und Handschuhe auf seinem angestammten Beruf als Bäcker 

weiterarbeite, wenn auch mit reduziertem Einsatz. Die dadurch resultierende finanzielle 

Einbusse sei mit einer halben Rente auszugleichen. Die gesamte Arbeitsfähigkeit liege 

bei 50% und nicht bei 76%, wie dies im Bericht der Beschwerdegegnerin stehe. Im 

weiteren sei der Umsatz innert vier Jahren um rund 50% zusammengebrochen. Das 

Erwerbseinkommen sei von Fr. 90'000.-- auf Fr. 45'000.-- gesunken. Auch von daher 

sei eine halbe Rente gerechtfertigt.

B.b In der Beschwerdeantwort vom 14. März 2007 beantragte die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung legte sie unter anderem dar, es sei 

nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer durch das Tragen einer Frischluftmaske 

mit einer Filtervorrichtung am Rücken bei seiner Backarbeit in einem erheblichen 

Ausmass behindert werde und sich dieser Umstand zeitlich verzögert auch in einer 

finanziellen Einbusse auswirke. Es sei daher nach dem Grundsatz "Eingliederung vor 

Rente" erneut zu prüfen, ob eine Umschulung in Betracht falle. Gegen einen 

Umschulungserfolg würden Zweifel an den erforderlichen intellektuellen Fähigkeiten 

und der Motivation des Beschwerdeführers sprechen. Sodann würden die Chancen auf 

eine wirtschaftliche Verwertung einer absolvierten Umschulung aufgrund des 

fortgeschrittenen Alters als sehr gering erscheinen. Vor diesem Hintergrund falle eine 

Umschulung in einen neuen Beruf nach dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit 

ausser Betracht. Unter Berücksichtigung der konkreten Umstände erscheine der 

Wechsel des Beschwerdeführers in eine adaptierte unselbstständige Hilfstätigkeit zwar 

als einschneidende, aber letztendlich doch zulässige Massnahme, zumal es um 

erhebliche und auch noch mehr als zehn Jahre dauernde Rentenleistungen gehe. Der 

Beschwerdeführer erleide aus dem Wechsel in eine angepasste Hilfstätigkeit, die ihm 

zu 100% zumutbar sei, keine oder höchstens eine geringfügige Erwerbseinbusse. 

Damit sei der Rentenanspruch zu Recht abgewiesen worden.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.c Mit Replik vom 18. April 2007 bestätigte der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers sein Rechtsbegehren und legte unter anderem dar, die 

Beschwerdegegnerin argumentiere widersprüchlich. Zum einen werde ausgeführt, dass 

der Beschwerdeführer für alle Arbeiten mit Mehlen 100% arbeitsunfähig sei. Der 

Beschwerdeführer habe aber ausdrücklich darauf hingewiesen, dass er mit den 

Hilfsmitteln seine Arbeit als Bäcker doch weiter ausüben könne. Zwar leide darunter 

sein finanzielles Einkommen. Es wäre somit nur recht und billig, wenn ihm mit einer IV-

Rente (50%) diese Einbusse ausgeglichen werden könnte. Der Beschwerdeführer habe 

bereits versucht, sich in anderen Berufen wie Hauswart oder als 

Aussendienstmitarbeiter der Lebensmittelbranche zu betätigen, doch ohne Erfolg. Das 

Alter von 54 Jahren sei in der Arbeitswelt ein Handicap. Auch als Hilfsarbeiter werde er 

kaum eine Chance für eine Anstellung haben. Als Bäcker habe der Beschwerdeführer 

vor den krankheitsbedingten Ausfällen immer ein steigendes Einkommen gehabt. Es sei 

deshalb anzunehmen, dass er ohne die Invalidität sein Einkommen bei etwa 90'000.-- 

Franken hätte halten können. Die Zahlen, welche die Beschwerdegegnerin anführe, mit 

Jahreseinkommen von Fr. 39'700.-- oder Fr. 52'400.-- würden immer auch die Zahlen 

aus der Liegenschaftenrechnung enthalten. Es sei keine separate 

Liegenschaftenrechnung erstellt worden. Die von Jahr zu Jahr unterschiedlichen 

Liegenschaftsunterhaltskosten, der Eigenmietwert oder die Hypothekarzinsen hätten 

aber mit dem Einkommen aus der Bäckertätigkeit nichts zu tun. Fairerweise sei der 

Umsatz aus der Bäckertätigkeit zu berücksichtigen. Dieser sei durch die Invalidität des 

Beschwerdeführers stark beeinflusst worden. Der Grundsatz "Eingliederung vor Rente" 

bedeute nicht, dass jemand in eine 100%-Hilfstätigkeit eingestuft werde und ihm keine 

Erfolgsaussichten in einer Umschulung attestiert würden. Wenn der Beschwerdeführer 

als selbstständiger Bäcker mit Hilfsmitteln in reduziertem Umfang tätig sein könne, so 

gelte es, diese Option der Eingliederung zu berücksichtigen und mit einer Teilrente den 

finanziellen Ausgleich zu ermöglichen.

B.d Die Beschwerdegegnerin bestätigte am 26. April 2007 ihren Standpunkt und 

verzichtete auf eine Duplik.

Erwägungen:

1.   

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Nach Art. 28 Abs. 1 IVG in der ab 1. Januar 2004 bis 31. Dezember 2007 gültig 

gewesenen, hier anwendbaren Fassung besteht der Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente. Für die 

Bestimmung des Invaliditätsgrades wird nach Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, 

das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 

könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der 

Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden 

hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und 

einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der 

Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen 

ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im 

Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte 

miteinander zu vergleichen. Lassen sich die beiden hypothetischen 

Erwerbseinkommmen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an 

die spezifische Methode für Nichterwerbstätige (Art. 27 IVV) ein Betätigungsvergleich 

anzustellen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen 

der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu 

bestimmen. Der grundsätzliche Unterschied des ausserordentlichen 

Bemessungsverfahrens zur spezifischen Methode besteht darin, dass die Invalidität 

nicht unmittelbar nach Massgabe des Betätigungsvergleichs als solchem bemessen 

wird. Vielmehr ist zunächst anhand des Betätigungsvergleichs die leidensbedingte 

Behinderung festzustellen; sodann aber ist diese im Hinblick auf ihre erwerbliche 

Auswirkung zu gewichten. Eine bestimmte Einschränkung im funktionellen 

Leistungsvermögen eines Erwerbstätigen kann zwar, braucht aber nicht 

notwendigerweise eine Erwerbseinbusse gleichen Umfanges zur Folge zu haben (vgl. 

Art. 4 Abs. 1 IVG; BGE 104 V 135; AHI 1998, 119; BGE 128 V 29).

2.   

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.1  Im Antragsformular erklärte der Beschwerdeführer, in seinem Alter sei es 

voraussichtlich schwierig, eine Arbeit zu finden; mit einer Rente könne er in seiner 

Bäckerei reduziert weiter arbeiten (IV-act. 1-7/8). Dr. med. B.___, Pneumologie FMH, 

diagnostizierte im Gutachten vom März 2005 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

eine Bäckerrhinitis, eine starke Sensibilisierung auf Biomehle, eine Kontakturtikaria auf 

Mehle sowie anamnestisch rezidivierende Handekzeme. Der Arzt kam zum Schluss, 

dass für alle Arbeiten mit Mehlen eine volle Arbeitsunfähigkeit bestehe. Weitere 

Arbeiten mit Mehlen seien nicht zumutbar; eine Nichteignungsverfügung sei 

auszusprechen. Ab 2002 habe wiederholt eine mehr als 50%ige Arbeitsunfähigkeit 

wegen der arbeitsbedingten respiratorischen Beschwerden bestanden. Ab ca. 2000 sei 

die Arbeitsfähigkeit zu ca. 20% eingeschränkt gewesen. In einer "Tätigkeit ohne Mehle" 

sei der Versicherte zu 100% arbeitsfähig (IV-act. 22). Der IV-Berufsberater berichtete 

am 28. November 2005, beim Beschwerdeführer bestehe die Tendenz, in seinem Beruf 

bleiben zu wollen. Dr. B.___ habe ihn (den Berufsberater) auf Anfrage informiert, dass 

eine weitere Berufstätigkeit als Bäcker aus allergologischer Sicht ohne weiteres zu 

vertreten sei; er könne mit einem Frischlufthelm arbeiten, wenn dies arbeitstechnisch 

machbar sei. Dieser Frischlufthelm habe sich beim Ausprobieren als gute Lösung 

erwiesen. Nach längerer Überlegung und Auseinandersetzung mit adaptierten 

Tätigkeiten habe sich der Beschwerdeführer entschieden, mit entsprechenden 

Hilfsmitteln in seinem Beruf zu bleiben. Dieser gefalle ihm nach wie vor. Für 

intellektuelle Berufe würden ihm die Fähigkeiten und die Motivation fehlen. Für 

handwerkliche Berufe seien die Auswirkungen auf seine Finger und seinen Rücken 

unsicher. Auch mit einer Umschulung wäre seine berufliche Zukunft unsicher. Die 

Aufgabe und der Verkauf des Geschäfts hätten sodann finanzielle Verluste zur Folge. 

Der Beschwerdeführer könne mit dem Frischlufthelm (bzw. mit kleineren 

Gesichtsmasken für kürzere Tätigkeiten) den Beruf als selbständiger Bäcker 

weiterführen. Es sei ihm bewusst, dass seine Leistungsfähigkeit um ca. 30% 

eingeschränkt sein werde (IV-act. 29). Am 8. Februar 2006 gab der Beschwerdeführer 

der Beschwerdegegnerin bekannt, mit der Hilfsmittel-Ausrüstung auf dem Rücken sei 

die Arbeit sehr umständlich. Sodann sei dadurch der Sichtwinkel reduziert. Hinzu 

kämen die Schmerzen in den Handgelenken (IV-act. 36). Dr. A.___ attestierte im Bericht 

vom 14. Juni 2006 einen konstanten Gesundheitszustand. Mit den Hilfsmitteln könne 

der Beschwerdeführer mit ca. 40%iger Einschränkung arbeiten (IV-act. 41). Am 6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Oktober 2006 führte die Beschwerdegegnerin eine Abklärung an Ort durch. Aufgrund 

eines Betätigungsvergleichs ermittelte sie eine Einschränkung in der selbstständigen 

Tätigkeit als Bäcker von 24%. Mit einem Einkommensvergleich errechnete sie eine 

invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse von 16% (IV-act. 48).

2.2  Der Beschwerdeführer lässt den von der Beschwerdegegnerin vorgenommenen 

Betätigungsvergleich beanstanden und ausführen, wenn unter "Backstubenarbeit", 

welche rund 80% der Arbeitstätigkeit ausmache, die Arbeitsfähigkeit mit 56% 

eingesetzt werde, so sei dies viel zu hoch. Die Arbeitsfähigkeit könne höchstens 30% 

sein. Es sei eine neue Abklärung bezüglich des Betätigungsvergleichs zu erstellen. Vor 

allem sei die Arbeitsfähigkeit in der Backstube neu abzuklären (act. G 1 S. 3). Dazu ist 

festzuhalten, dass Dr. B.___ zum einen im Bericht vom März 2005 eine volle 

Arbeitsunfähigkeit als Bäcker mit allergiebedingter Nichteignung für diesen Beruf 

bestätigt (IV-act. 22), zum anderen jedoch dem IV-Berufsberater offenbar mündlich 

erklärt hatte, mit Frischluftmaske sei eine weitere Tätigkeit als Bäcker zumutbar (IV-act. 

29). Hiebei äusserte er sich allerdings nicht zur Frage, in welchem Umfang eine 

zumutbare Arbeitsfähigkeit gegeben wäre. Dr. A.___ bescheinigte demgegenüber am 

14. Juni 2006 eine 40%ige Einschränkung bei der hilfsmittelunterstützten Arbeit als 

Bäcker. Der Arzt führte aus, die Hilfsmittel würden zwar die allergische Reaktion der 

Nase vermindern; anderseits sei jedoch durch die physikalischen Behinderungen das 

Arbeitstempo reduziert. Deshalb könne er auch nicht kurzfristig Aufträge annehmen, 

was den Umsatz langfristig reduziere (IV-act. 41). Die Beschwerdegegnerin ging beim 

Betätigungsvergleich bei der Backstubenarbeit (Anteil 80%) von einer Einschränkung 

von 30% aus und kam so auf die erwähnte Arbeitsfähigkeit von 56% (Anteil von 80% x 

0.7). Weder die Einschränkung von 30%, wie sie die Beschwerdegegnerin 

zugrundelegte, noch die vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers geltend 

gemachte 70%-Einschränkung (act. G 1 S. 3) sind durch ärztliche Akten bestätigt. Wird 

die von Dr. A.___ - und vom Beschwerdeführer selbst (IV-act. 36) - postulierte 

Einschränkung von 40% als Basis des Betätigungsvergleichs genommen, so ergibt 

sich für den Backstubenbereich eine Arbeitsfähigkeit von 48% (Anteil von 80% x 0.6) 

und insgesamt, d.h. einschliesslich der unbestrittenermassen nicht eingeschränkten 

Bereiche Administration und Auslieferung/Verpackung eine solche von 68%. Unter 

diesen Umständen erscheint eine 40%ige Einschränkung der Erwerbsfähigkeit nicht 

ausgewiesen, auch wenn der Betätigungsvergleich anhand eines 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Einkommensvergleichs erwerblich gewichtet würde (vgl. Kreisschreiben über Invalidität 

und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], in der ab 1. Januar 2004 gültigen 

Fassung, Rz 3114, 3315 zur ausserordentlichen Bemessungsmethode). Ein 

Rentenanspruch entfällt demgemäss. Aus dem vom Rechtsvertreter geltend 

gemachten Umstand, dass die Umsatzzahlen in den Jahren 2001 bis 2005 um rund 

50% gesunken sind (act. G 1, S. 3), kann insofern keine zusätzliche erwerbliche 

Einschränkung abgeleitet werden, als die Ursachen von Umsatzentwicklungen bzw. 

Rückgängen in der Regel vielschichtig sind. So hatte der Beschwerdeführer nach 

seinen Angaben vor 2003 immer mit einem Angestellten zusammengearbeitet (IV-act. 

48-9/10); es erscheint naheliegend, dass dessen Weggang sich auf den Umsatz 

auswirkte. Im Übrigen fehlen vollständige und aussagekräftige 

Buchhaltungsgrundlagen in den Akten, um einen allgemeinen Einkommensvergleich 

durchzuführen (vgl. zur Bemessungsmethode BGE 128 V 30 f). Die unvollständigen 

Buchhaltungsunterlagen (vgl. IV-act. 8 und 44) belegen höchstens, dass der Umsatz 

zurückgegangen ist, nicht aber, dass sich deswegen das durchschnittliche Einkommen 

aus selbstständiger Erwerbstätigkeit in den letzten Jahren massgeblich, d.h. um 

mindestens 40% reduziert hätte. So korrespondiert der höchste Betriebsgewinn im 

Jahr 2001 von Fr. 92'668.60 mit einem relativ niedrigen Umsatz von rund Fr. 244'000.-- 

(IV-act. 8-1,2/6). Die jeweiligen Betriebsergebnisse vor- und nachher waren bedeutend 

tiefer. Eine Einkommenseinbusse von mindestens 40% ist daher auch aufgrund der 

vorhandenen Buchhaltungsunterlagen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

ausgewiesen. Auch von daher entfällt ein Rentenanspruch.

2.3   Bei diesem Ergebnis erübrigt es sich zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer im 

Rahmen der ihm obliegenden Selbsteingliederungspflicht zuzumuten sei, das Geschäft 

aufzugeben und eine Hilfsarbeit anzunehmen, wie die Beschwerdegegnerin in der 

Beschwerdeantwort geltend macht. Immerhin sei dazu angemerkt, dass der 

Beschwerdeführer mit langjähriger selbstständiger Erwerbstätigkeit kaum einfach in 

eine Hilfsarbeitertätigkeit verwiesen werden dürfte und somit, sofern er dies 

beanspruchen würde, wohl Anspruch auf berufliche Massnahmen hätte. Da aber der 

Invaliditätsgrad unter 40% liegt und berufliche Massnahmen nicht Gegenstand der 

angefochtenen Verfügung sind, ist diese Frage nicht weiter zu prüfen.

3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Der 

vollumfänglich unterliegende Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten zu tragen. 

Diese bemessen sich nach dem Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1  IVG). 

Dementsprechend erscheint eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- als angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  Der Beschwerdeführer hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Diese 

wird mit dem Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet.

bis

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 18.07.2008
	Art. 28 Abs. 1 IVG, Art. 16 ATSG. Invaliditätsbemessung eines Selbstständigerwerbenden im ausserordentlichen Verfahren. Frage der Zumutbarkeit eines Berufswechsels (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. Juli 2008, IV 2007/51).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T15:32:52+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen