# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7e1a6afb-8fb7-59c0-a027-c8e2274c661b
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-03
**Language:** de
**Title:** Glarus Obergericht 03.02.2025 OG.2025.00003 (OGS.2025.180)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_OG_001_OG-2025-00003_2025-02-03.html

## Full Text

Kanton Glarus

  
	
   

  
	
  Obergericht

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Es wirken mit: Obergerichtsvizepräsidentin Monika Trümpi, Oberrichterin
  Brigitte Müller und Oberrichterin Ruth Hefti sowie Gerichtsschreiberin MLaw Jasmin Marlovits. 

  
	
   

  
	
   

  
	
  Beschluss
  vom 3. Februar 2025

  
	
   

  
	
   

  
	
  Verfahren
  OG.2025.00003

  
	
   

  
	
   

  
	
  A.______

  
	
  Beschuldigter
  und

  
	
  Beschwerdeführer

  
	
   

  
	
  verteidigt
  durch MLaw Jacques
  Marti, Rechtsanwalt

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
  Staats-
  und Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus

  
	
  Beschwerdegegnerin

  
	
   

  
	
  vertreten
  durch lic. iur. Dorothea
  Speich, Staatsanwältin

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Haftentlassung

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

   

  
	
   

  
	
  Anträge
  des Beschuldigten und Beschwerdeführers (gemäss Eingabe vom
  22. Januar 2025 [act. 18]):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Es sei die Verfügung des
    Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Glarus vom 14. Januar 2025 im Verfahren
    SG.2025.00003 vollumfänglich aufzuheben und die beschuldigte Person
    umgehend aus der Haft zu entlassen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Alles unter Kosten- und
    Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.

    

  

  
	
   

  
	
  Antrag
  der
  Beschwerdegegnerin
  (gemäss Eingabe vom 24. Januar 2025 [act. 22], sinngemäss):

  
	
   

  
	
  	
     

    	
    Die Beschwerde des
    Beschwerdeführers vom 22. Januar 2025 sei abzuweisen und die Verfügung
    des Zwangsmassnahmengerichts vom 14. Januar 2025 zu bestätigen.

    

  

  
	
   

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
   

  
	
  Das Gericht zieht in Betracht:

  
	
   

  
	
  I.

  
	
  1.   
   

  
	
  Die Staats- und Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus
  (nachfolgend "Staatsanwaltschaft") verdächtigt A.______
  (nachfolgend "Beschuldigter"), dass er auf diversen
  Online-Verkaufsplattformen (insbes. [...]) unzählige Gegenstände (z.B.
  Mobiltelefone, Uhren, Drohnen usw.) zum Verkauf angeboten und sich die
  entsprechenden Zahlungen von Käufern überweisen lassen habe, ohne
  anschliessend die gekaufte Ware zu liefern. Der Beschuldigte habe bei seinen
  unter fiktiven Identitäten getätigten Angeboten nie den Willen gehabt, nach
  Eingang der Zahlung seine vertragliche Leistung zu erbringen, sondern habe
  sich mit den betrügerisch erhaltenen Zahlungen seinen Lebensunterhalt
  gedeckt. Dem Beschuldigten werden ausserdem mehrfache Vergehen gegen das
  Waffengesetz, Geldwäscherei, Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz,
  Urkundenfälschung, die Fälschung von Ausweisen sowie die Verunreinigung
  fremden Eigentums vorgeworfen. Der Beschuldigte wurde zunächst am
  25. Januar 2023 sowie am 13. März 2023 und schliesslich am
  4. August 2023 festgenommen (vgl. zum Ganzen act. 6/24,
  S. 2 f., E. I.1; act. 3/6, S. 24 ff., und
  act. 4/1, S. 2 f.).

  
	
  2.   
   

  
	
  2.1.     Mit
  Eingabe vom 4. August 2023 an das Zwangsmassnahmengericht des Kantons
  Glarus beantragte die Staatsanwaltschaft, es sei gegen den Beschuldigten
  Untersuchungshaft für die vorläufige Dauer von drei Monaten anzuordnen
  (act. 4/1). Das Zwangsmassnahmengericht hiess diesen Antrag gut und
  ordnete die Untersuchungshaft mit Verfügung vom 7. August 2023 bis
  längstens am 3. November 2023 an (act. 4/6, S. 5,
  Dispositiv-Ziff. 1).

  
	
  2.2.     Mit
  den Verfügungen vom 31. Oktober 2023 bzw. vom 5. Februar 2024
  verlängerte das Zwangsmassnahmengericht die angeordnete Untersuchungshaft
  zunächst bis zum 3. Februar 2024 und schliesslich bis zum 3. August
  2024 (act. 5/11, S. 8, Dispositiv-Ziff. 1, und act. 7/13,
  S. 8, Dispositiv-Ziff. 2). Die gegen die jeweiligen Verfügungen
  erhobenen Beschwerden des Beschuldigten wies das Obergericht mit den
  Beschlüssen vom 1. Dezember 2023 und vom 1. März 2024 ab
  (act. 6/24, S. 13, Dispositiv-Ziff. 1, und act. 8/24, S.
  15, Dispositiv-Ziff. 1).

  
	
  3.   
   

  
	
  Seit dem 14. März 2024 befindet sich der
  Beschuldigte im vorzeitigen Strafvollzug (act. 1, S. 2).

  
	
  4.   
   

  
	
  4.1.     Mit
  Eingabe vom 7. Januar 2025 beantragte der Beschuldigte bei der
  Staatsanwaltschaft die Entlassung aus der Haft. Eventualiter seien
  Ersatzmassnahmen anzuordnen (act. 2, S. 1 und 5, vgl. auch
  act. 13, S. 1). Die Staatsanwaltschaft leitete das
  Haftentlassungsgesuch mit Eingabe ebenfalls vom 7. Januar 2025 an das
  Zwangsmassnahmengericht weiter. Sie beantragt die Abweisung des
  Haftentlassungsgesuches und die Anordnung von Untersuchungshaft für die Dauer
  von sechs Monaten (act. 1).

  
	
  4.2.     Mit
  Verfügung vom 14. Januar 2025 wies das Zwangsmassnahmengericht das
  Haftentlassungsgesuch des Beschuldigten ab und ordnete Untersuchungshaft
  einstweilen längstens bis am 14. Juli 2025 an (act. 14, S. 7,
  Dispositiv-Ziff. 1 und 2).

  
	
  4.3.     Gegen
  diese Verfügung erhob der Beschuldigte am 22. Januar 2025 Beschwerde
  (act. 18). Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom
  24. Januar 2025 auf eine Stellungnahme und verweist auf ihren Antrag auf
  Abweisung des Haftentlassungsgesuchs vom 7. Januar 2025 sowie die
  Verfügung der Vorinstanz vom 14. Januar 2025 (act. 22). Die
  Staatsanwaltschaft reichte allerdings eine weitere Verfahrensübernahme vom
  17. Januar 2025 ein (vgl. act. 23).

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.   
   

  
	
  Das Obergericht behandelt als Rechtsmittelinstanz
  Beschwerden in Strafsachen (Art. 17 Abs. 2 lit. a GOG/GL [GS
  III A/2]). Der vorliegend angefochtene Haftentscheid ist der Beschwerde
  zugänglich (Art. 393 Abs. 1 lit. c StPO i.V.m.
  Art. 222 StPO). Der durch die Haft unmittelbar betroffene Beschuldigte
  ist beschwerdelegitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO) und die
  Anfechtungsfrist ist vorliegend eingehalten (Art. 396 Abs. 1 StPO;
  act. 16 und act. 18). Die übrigen Rechtsmittelvoraussetzungen geben
  zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Beschwerde des Beschuldigten ist
  einzutreten.

  
	
  2.   
   

  
	
  2.1.     Mit
  Beschwerde können in Bezug auf den angefochtenen Entscheid Rechtsverletzungen
  und eine unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie
  Unangemessenheit gerügt werden (Art. 393 Abs. 2 StPO).

  
	
  2.2.     Der
  Beschwerdeführer macht vorliegend sowohl eine unrichtige Feststellung des
  Sachverhalts als auch Unangemessenheit geltend (act. 18, S. 3).

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1.   
   

  
	
  1.1.     Die
  Vorinstanz begründet die Anordnung von Untersuchungshaft damit, dass
  weiterhin ein dringender Tatverdacht vorliege. Der Beschuldigte habe sich mit
  gewerbsmässigem deliktischen Verhalten seinen Lebensunterhalt sowie seine
  Drogen- und Alkoholsucht finanziert. Es bestehe eine grosse Gefahr, dass der
  Beschuldigte nach der Entlassung aus dem vorzeitigen Strafvollzug wieder in
  seine Sucht zurückfalle und rasch zu delinquieren beginne. Es sei unter
  diesen Umständen auch unwahrscheinlich, dass der Beschuldigte eine
  Arbeitsstelle für einen längeren Zeitraum behalten könne. Der Beschuldigte
  habe Waffen mit sich geführt und sei auch schon wegen Diebstahl verurteilt
  worden. Es sei deshalb zu befürchten, dass der Beschuldigte bei zukünftigen
  Vermögensdelikten eine Waffe bei sich tragen oder einsetzen könnte, weshalb
  eine erhebliche Sicherheitsgefährdung bestehe. Zudem sei auch ernsthaft zu
  befürchten, dass der Beschuldigte besonders schwere Vermögensdelikte begehen
  und die Sicherheit anderer unmittelbar und erheblich gefährden könnte. Trotz
  der insgesamt langen Haftdauer von nun rund 17 Monaten sei die Anordnung
  von Untersuchungshaft bis am 14. Juli 2024 aufgrund der teils schweren
  Delikte gerechtfertigt und noch keine Überhaft zu befürchten. Ein milderes
  Mittel sei nicht geeignet, die Wiederholungsgefahr zu bannen. Die Anordnung
  der Untersuchungshaft bis am 14. Juli 2025 sei damit verhältnismässig
  (act. 14, S. 3 ff., E. 3, 4.4 und 5).

  
	
  1.2.     Der
  Beschuldigte kritisiert, dass das Verfahren bereits 17 Monate dauere und
  noch immer keine Anklage erhoben worden sei. Der Beschuldigte habe ausserdem
  eine Arbeitsstelle in Aussicht. Das Einkommen, welches er erzielen würde, sei
  um ein Vielfaches höher, als noch dasjenige, welches er während seiner
  Ausbildung erzielte und auch höher als dasjenige, welches er durch sein
  deliktisches Verhalten erzielt habe. Er werde es deshalb nicht mehr nötig
  haben, seinen Lebensunterhalt auf illegale Art und Weise zu finanzieren. Der
  Beschuldigte bereue seine Taten sehr und wolle die begangenen Fehler
  schnellstmöglich wiedergutmachen. Er wolle deshalb einen Teil seines Lohnes
  den Geschädigten zurückzahlen. Eine Haftentlassung sei ausserdem auch
  aufgrund seines jungen Alters und des Resozialisierungsgedankens angezeigt.
  Vom Beschuldigten gehe weder eine Wiederholungsgefahr noch eine
  Sicherheitsgefährdung aus, weshalb der Beschuldigte aus der Haft zu entlassen
  sei (act. 18, S. 4 ff.).

  
	
  2.   
   

  
	
  2.1.     Das
  Haftentlassungsgesuch einer beschuldigten Person im vorzeitigen Strafvollzug,
  beurteilt sich nach den Bestimmungen betreffend die Anordnung von
  Untersuchungs- bzw. Sicherheitshaft. Sind die entsprechenden Voraussetzungen
  nicht (mehr) gegeben, ist die beschuldigte Person aus der Haft zu entlassen.
  Sind die Voraussetzungen hingegen erfüllt, ist formell die Untersuchungs-
  bzw. Sicherheitshaft anzuordnen (BGE 143 IV 160 E. 2.3).

  
	
  2.2.     Der
  Beschuldigte trat am 14. März 2024 den vorzeitigen Strafvollzug an
  (act. 1, S. 2). Nachdem er nun beantragt, aus der Haft entlassen zu
  werden, ist nachfolgend zu prüfen, ob die Voraussetzungen der
  Untersuchungshaft weiterhin gegeben sind.

  
	
  3.   
   

  
	
  3.1.     Untersuchungshaft
  ist nach Art. 221 Abs. 1 StPO zulässig, wenn die beschuldigte
  Person eines Verbrechens oder Vergehens dringend verdächtig ist und ernsthaft
  zu befürchten ist, dass Fluchtgefahr (lit. a), Kollusionsgefahr
  (lit. b) oder Wiederholungsgefahr (lit. c) besteht. Nach der
  Rechtsprechung des Bundesgerichts liegt ein dringender Tatverdacht im Sinne
  von Art. 221 Abs. 1 StPO vor, wenn das untersuchte Verhalten mit
  erheblicher Wahrscheinlichkeit die Tatbestandsmerkmale eines Verbrechens oder
  Vergehens erfüllen könnte, wofür konkrete Anhaltspunkte bestehen müssen (vgl.
  BGE 143 IV 330 E. 2.1).

  
	
  3.2.    
  Der Beschuldigte wird unter anderem des gewerbsmässigen Betruges
  im Sinne von Art. 146 Abs. 2 StGB, des mehrfachen Vergehens gegen
  das Waffengesetz (Art. 33 WG [SR 514.54]), des mehrfachen Vergehens
  gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie der Urkundenfälschung gemäss
  Art. 251 StGB verdächtigt. Beim gewerbsmässigen Betrug sowie der
  Urkundenfälschung handelt es sich um Verbrechen und bei den weiteren
  erwähnten Delikten um Vergehen (Art. 10 Abs. 2 und Abs. 3
  StGB), womit gleich mehrere Anlasstaten zur Anordnung von Untersuchungshaft
  vorliegen.

  
	
  3.3.    
  Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt (act. 14, S. 3,
  E. 3), ist der Beschuldigte betreffend den vorstehend geschilderten
  gewerbsmässigen Betrug (E. I.1) geständig. Der Tatverdacht ergibt sich
  zudem daraus, dass beim Beschuldigten eine Vielzahl von Zahlungen von unter
  anderem verschiedenen Privatklägern eingegangen sind, wobei für diese
  Zahlungen keine Gründe ausserhalb des Betruges ersichtlich sind. Der
  dringende Tatverdacht betreffend den Verstoss gegen das Waffengesetz ergibt
  sich aus den in seiner Wohnung sowie im von ihm genutzten Hotelzimmer
  gefundenen Waffen. Damit ist der dringende Tatverdacht sowohl in Bezug auf
  den gewerbsmässigen Betrug als auch auf den mehrfachen Verstoss gegen das
  Waffengesetz erstellt (vgl. zum Ganzen act. 6/24, S. 6,
  E. III.2.3, m.w.H.), was vom Beschuldigten – zu Recht – auch nicht
  bestritten wird (vgl. act. 18). Wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird,
  genügen bereits diese beiden Tatverdachte zur Begründung der
  Untersuchungshaft, womit der dringende Tatverdacht in Bezug auf die weiteren
  erwähnten Delikte vorliegend nicht weiter zu prüfen ist.

  
	
  4.   
   

  
	
  4.1.     Wiederholungsgefahr
  nach Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO besteht, wenn ernsthaft zu
  befürchten ist, dass die beschuldigte Person durch Verbrechen oder schwere
  Vergehen die Sicherheit anderer unmittelbar erheblich gefährdet, nachdem sie
  bereits früher gleichartige Straftaten verübt hat. Vorausgesetzt ist, dass
  die beschuldigte Person bereits zuvor wegen mindestens zwei gleichartigen
  Straftaten rechtskräftig verurteilt worden ist (vgl. Urteil BGer 7B_1035/2024
  vom 19. November 2024, E. 2 [Änderung der Rechtsprechung]). Bei den
  früheren gleichartigen Straftaten muss es sich um Verbrechen oder schwere
  Vergehen gegen gleiche oder gleichartige Rechtsgüter gehandelt haben, wie sie
  im hängigen Strafverfahren massgeblich sind (BGE 143 IV 9
  E. 2.3.1). Erforderlich ist eine ungünstige Rückfallprognose, wofür
  insbesondere die Häufigkeit und Intensität der untersuchten Delikte sowie
  einschlägige Vorstrafen massgebliche Kriterien bilden. Zu berücksichtigen
  sind ausserdem die persönlichen Verhältnisse der beschuldigten Person, ihre
  familiäre Verankerung, die Möglichkeiten einer Berufstätigkeit und ihre
  finanzielle Situation (zum Ganzen BGE 143 IV 9 E. 2.8 und 2.10).

  
	
  4.2.     Die
  drohenden Delikte müssen zudem die Sicherheit anderer erheblich gefährden,
  wobei sich diese Gefährdung grundsätzlich auf Rechtsgüter jeder Art beziehen
  kann. Nachdem Vermögensdelikte die Geschädigten ebenfalls besonders hart bzw.
  ähnlich treffen können wie ein Gewaltdelikt, ist eine erhebliche
  Sicherheitsgefährdung auch bei Vermögensdelikten nicht ausgeschlossen. Dies
  setzt allerdings voraus, dass es sich um besonders schwere Vermögensdelikte
  handelt (vgl. zum Ganzen BGE 146 IV 136 E. 2.2; BGE 143 IV 9 E. 2.7
  und Urteil BGer 1B_22/2023 vom 13. Februar 2023, E. 2.3). Dies ist
  aufgrund einer Gesamtwürdigung der Umstände im Einzelfall zu beurteilen. Hat
  der Beschuldigte beispielsweise bei früheren Vermögensstraftaten eine Waffe
  mit sich geführt oder gar eingesetzt, ist dies ein konkreter Anhaltspunkte
  dafür, dass er bei künftigen Vermögensdelikten Gewalt anwenden könnte und
  somit eine erhebliche Sicherheitsgefährdung besteht. Ein hoher Deliktsbetrag
  spricht ebenfalls für eine erhebliche Sicherheitsgefährdung, wobei beim
  Abzielen auf in bescheidenen finanziellen Verhältnissen lebenden Geschädigten
  bereits ein geringerer Deliktsbetrag genügt. Hat der Beschuldigte weder
  Einkommen noch Vermögen und gleichwohl einen grossen Finanzbedarf,
  beispielsweise weil er einen luxuriösen Lebensstil pflegt oder an Spielsucht
  leidet, lässt dies darauf schliessen, dass er schwere Vermögensdelikte
  begehen könnte und damit eine erhebliche Sicherheitsgefährdung vorliegt (vgl.
  zum Ganzen BGE 146 IV 136 E. 2.5, m.w.H.).

  
	
  4.3.     Der
  Beschuldigte erklärt, dass er seine Taten bereue und seine Fehler erkenne
  (act. 13, S. 3, und act. 18, S. 4). Nach seiner
  Haftentlassung wolle er einer Arbeit nachgehen und einen Teil seines Lohnes
  den Geschädigten zukommen lassen. Hierfür habe er bereits eine Stelle als
  Gipser für nach seiner Haftentlassung erhalten (act. 18,
  S. 4 f., und act. 2, S. 4). Ähnlich äusserte er sich
  bereits vor dem und anlässlich des letzten Haftverfahrens, wobei damals die
  Stelle als Gipser noch kein Thema war. Das Obergericht kam damals zum
  Schluss, dass dem Beschuldigten trotz dieser Aussagen keine günstige
  Rückfallprognose gestellt werden könne und von einer erheblichen Sicherheitsgefährdung
  auszugehen sei (act. 8/24, S. 8 ff., E. III.3.3 ff.,
  m.w.H.). Nachfolgend ist deshalb zu prüfen, ob die mittlerweile vorliegenden
  Indizien den erneut geltend gemachten Sinneswandel des Beschuldigten glaubhaft
  erscheinen lassen und demnach eine Rückfallgefahr zu verneinen ist.

  
	
  4.4.    
  Wie bereits mit Beschluss vom 1. März 2024 festgehalten,
  ergingen gegen den 23-jährigen Beschuldigten zwischen dem 5. August 2020
  und dem 1. Februar 2023 bereits sechs Strafurteile. Das erste Urteil
  wurde rund ein halbes Jahr nach seiner Volljährigkeit erlassen. Der
  Beschuldigte wurde dabei unter anderem des Vergehens gegen das Waffengesetz
  sowie mehrfach des Betruges, des einfachen Diebstahles, des
  Hausfriedensbruchs und der Sachbeschädigung schuldig gesprochen (vgl. zum
  Ganzen act. 8/24, S. 9, E. III.3.4). Der Beschuldigte hat
  demzufolge bereits mehrfach Verbrechen bzw. Vergehen gegen gleichartige
  Rechtsgüter verübt. Es liegen damit rechtskräftige Verurteilungen wegen mehr
  als zwei gleichartigen Straftaten vor. Die aktuellen staatsanwaltlichen
  Untersuchungsakten beinhalteten ausserdem per 6. September 2024 unter
  den Tatbestandsakten der Polizei 84 Dossiers, wobei es bei 68 davon um
  Betrugsverdachte und bei vier davon um Verdachte auf Widerhandlungen gegen das
  Waffengesetz geht (vgl. act. 3/6, S. 24 ff.). Dabei sind dem
  Aktenverzeichnis der Staatsanwaltschaft zufolge mindestens
  68 Privatkläger bzw. Geschädigte involviert (act. 3/6,
  S. 1 ff.). Aufgrund der bestehenden Tatverdachte erscheint es sehr
  wahrscheinlich, dass weder die Vorstrafen noch die erfolgten Verhaftungen den
  Beschuldigten bislang von strafbarem Verhalten abbringen konnten (vgl.
  act. 8/24, S. 9, E. III.3.4 und act. 6/21). Sowohl die
  zahlreichen Vorstrafen als auch die Anzahl der aktuell zu untersuchenden
  Delikte sprechen für eine ungünstige Rückfallprognose.

  
	
  4.5.     Die
  bisherigen Aussagen des Beschuldigten erwecken den Anschein, als würde er vor
  allem die Konsequenzen seines Handelns bereuen, nicht aber sein Handeln an
  sich. So erklärte er beispielsweise, dass er sich mit den ihm vorgeworfenen
  Taten selbst geschädigt habe und ihm eine längere Haftstrafe drohe. Er bereue
  es, nach der Hausdurchsuchung und Einvernahme im gleichen Tempo
  weitergemacht zu haben. Er gibt ausserdem zu, sich mit deliktischem Verhalten
  seinen Lebensunterhalt verdient zu haben (act. 18, S. 4). Der
  Beschuldigte erklärte aber auch, dass er sich mit den Einnahmen seine Drogen-
  und Alkoholsucht finanziert habe. Die Bezahlung von Rechnungen sei nur eine
  Ausrede gewesen, um seine Abhängigkeit (Sucht nach Marihuana, Codein und
  Alkohol) zu verbergen. Er habe jahrelang Marihuana und Codein sowie exzessiv
  Alkohol konsumiert. Eingestellt habe er den Konsum einzig aufgrund des
  aktuellen Gefängnisaufenthaltes. Dafür, dass der Beschuldigte auch nach seinem
  Gefängnisaufenthalt auf Drogen- und übermässigen Alkoholkonsum verzichten
  kann und will, bestehen hingegen keine Hinweise. Insbesondere erklärt auch
  der Beschuldigte keine solche Absicht und geht im Rahmen seiner Beschwerde
  diesbezüglich gar nicht erst auf die Begründung der Vorinstanz ein (vgl. zum
  Ganzen act. 5/10; act. 18 und act. 8/24, S. 9 ff.,
  E. 3.5-3.7, m.w.H.).

  
	
  4.6.     Nach
  dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung erscheint
  es somit wahrscheinlich, dass der Beschuldigte trotz der mittlerweile
  längeren Haftdauer in Freiheit wieder Drogen und (übermässig) Alkohol
  konsumieren würde. Angesichts dessen, dass der Beschuldigte von einem durch
  ihn verursachten Schaden von etwa CHF 40'000.‒ bis
  CHF 50'000.‒ ausgeht (act. 8/24, S. 11 f.,
  E. 3.8), scheint diese Gefahr aktuell noch erhöht. So hatten dem
  Beschuldigten in der Vergangenheit unbezahlte Rechnungen (und damit Schulden)
  Grund dafür gegeben, erneut Betäubungsmittel oder übermässig Alkohol zu
  konsumieren (vgl. act. 5/10). In Bezug auf die vom Beschuldigten geltend
  gemachte Stelle bei der FN Bau Team AG ist festzuhalten, dass der Abschluss
  eines Arbeitsvertrages gemäss der «Arbeitsbestätigung» noch aussteht.
  Ebenfalls geht daraus hervor, dass die Bedingungen, wozu beispielsweise auch
  der Lohn gehört, noch ausgehandelt werden müssen. Ein Vorstellungsgespräch
  fand offenbar ebenfalls nicht statt (vgl. hierzu act. 2/3). Es erscheint
  daher fraglich, ob tatsächlich mit einer Anstellung des Beschuldigten bei der
  FN Bau Team AG zu rechnen ist. Hinzu kommt, dass der Beschuldigte im Jahr
  2022 auch im Zeitraum, in welchem ihm die vorstehenden Taten vorgeworfen
  werden, einer Arbeitstätigkeit nachging (act. 8/24, S. 10,
  E. 3.6). Bisher habe er ausserdem seinen eigenen Angaben zufolge keine
  Arbeitsstelle über einen längeren Zeitraum behalten können (act. 5/10).
  Eine in Aussicht stehende Arbeitsstelle vermag daher kaum die
  Rückfallprognose des Beschuldigten in einem wesentlichen Umfang zu
  beeinflussen.

  
	
  4.7.     Der
  vorstehend dargelegte wahrscheinliche Rückfall in die Alkohol- und
  Drogenabhängigkeit hat zur Folge, dass der Beschuldigte wiederum mehr Geld
  benötigt, um diese zu finanzieren. Dass der 23-jährige Beschuldigte als
  Gipser einen besonders hohen Lohn in Aussicht haben soll (vgl. act. 18,
  S. 5), erscheint nicht glaubhaft, zumal dieser auch gemäss der
  eingereichten «Arbeitsbestätigung» erst noch ausgehandelt werden muss
  (act. 2/3). Dass der Beschuldigte mit Arbeitseinkünften tatsächlich
  Schulden zurückbezahlen will, scheint ausserdem wenig glaubhaft. So hat der
  Beschuldigte offenbar im Gefängnis in der Wäscherei gearbeitet, wobei er ein
  Entgelt von täglich CHF 37.40 erhalten hat (act. 2/1). Er macht
  aber weder geltend noch reicht er entsprechende Belege dazu ein, dass er
  hiervon einige seiner Schulden zurückbezahlt hätte. Beim Beschuldigten kann
  ausserdem auch nicht von einer starken familiären Verankerung ausgegangen
  werden, erklärte doch der Beschuldigte selbst, dass das Einvernehmen mit
  seiner Familie nicht sehr gut sei (act. 8/24, S. 12, E. 3.8).
  Der Umstand alleine, dass seine Mutter dazu bereit ist, ihn bei sich wohnen zu
  lassen und zu unterstützen (act. 2/2), vermag daran noch nichts zu
  ändern. Zusammengefasst kann dem Beschuldigten – wie dies bereits die
  Vorinstanz zutreffend festhielt (act. 14, S. 5, E. 4.4) –
  weiterhin keine günstige Rückfallprognose gestellt werden.

  
	
  4.8.     Wie
  bereits die Vorinstanz zutreffend festhielt (act. 14, S. 5,
  E. 4.4) ergibt sich die erhebliche Gefährdung der Sicherheit daraus,
  dass der Beschuldigte in der Vergangenheit bereits Waffen mit sich geführt
  hat (vgl. act. 8/24, S. 12, E. III.3.9). Es ist deshalb zu
  befürchten, dass er diese auch anlässlich eines Vermögensdeliktes mitführen
  oder einsetzen könnte. So wurde der Beschuldigte auch schon wegen Diebstahl
  verurteilt, womit nicht nur Vermögensdelikte über das Internet im Raum
  stehen. Der Beschuldigte ist ausserdem verschuldet und hat einen grossen
  Finanzbedarf aufgrund der von ihm selbst gestandenen Betäubungsmittelsucht
  und des exzessiven Alkoholkonsums (act. 5/10). Die dem Beschuldigten
  vorgeworfenen Taten richteten sich ausserdem auch gegen finanziell schwache Personen
  und zumindest bereits einmal mehrmals gegen dieselbe Person (vgl.
  act. 8/24, S. 12, E. III.3.9, m.w.H.). Aufgrund einer
  Gesamtwürdigung der vorliegenden Umstände ist demnach ernsthaft zu
  befürchten, dass der Beschuldigte besonders schwere Vermögensdelikte begehen
  könnte. Der Haftgrund der Wiederholungsgefahr ist demzufolge vorliegend
  gegeben.

  
	
  5.   
   

  
	
  5.1.     Untersuchungshaft
  ist eine Zwangsmassnahme und darf nur angeordnet werden, wenn sie
  verhältnismässig ist, namentlich wenn das damit angestrebte Ziel nicht durch
  ein milderes Mittel erreicht werden kann und wenn die Bedeutung der Straftat
  die Haft rechtfertigt (vgl. Art. 197 Abs. 1 lit. c und d
  StPO).

  
	
  5.2.     Wie
  bereits die Vorinstanz zutreffend festhielt (act. 14, S. 6,
  E. 5), kann das mit der Untersuchungshaft angestrebte Ziel, die Begehung
  weiterer schwerer Straftaten des Beschuldigten zu verhindern, vorliegend
  nicht mit milderen Mitteln erreicht werden. So können die dem Beschuldigten
  vorgeworfenen Straftaten unabhängig von einem bestimmten Standort verübt werden.
  Zudem erklärte der Beschuldigte, die ihm vorgeworfenen Handlungen teilweise
  von seinem Arbeitsplatz vorgenommen zu haben. Geeignete Ersatzmassnahmen sind
  demnach nicht ersichtlich (vgl. zum Ganzen act. 8/24, S. 13,
  E. III.4.2, m.w.H.).

  
	
  5.3.     Der
  Beschuldigte befindet sich seit dem 4. August 2023 in Haft
  (act. 8/24, S. 13, E. III.4.3). Ausgehend davon, dass der
  Beschuldigte unter anderem des gewerbsmässigen Betruges dringend verdächtigt
  wird, steht ihm eine längere Freiheitsstrafe konkret in Aussicht. Demgemäss
  droht keine Überhaft, wenn bis zum 14. Juli 2025 Untersuchungshaft
  angeordnet wird. Eine über das übliche Mass hinausgehende Verschlechterung
  seiner sozialen Verhältnisse durch die Untersuchungshaft ist nicht
  ersichtlich. Wie bereits festgehalten, werden dem Beschuldigten vorliegend
  eine Vielzahl von Delikten vorgeworfen (E. III.4.4), wobei auch im
  Januar 2025 noch ein weiterer Vorwurf zutage trat (act. 23). Die
  Staatsanwaltschaft erklärt ausserdem, dass die Schlusseinvernahme im Juli
  2025 geplant sei (vgl. act. 22). Aufgrund des erst kürzlich
  hinzugetretenen Vorwurfs und des Umfangs der vorhandenen Akten ist absehbar,
  dass die Strafuntersuchung insbes. unter Berücksichtigung der noch
  auszuarbeitenden Anklage vorliegend nicht innerhalb von drei Monaten abgeschlossen
  werden kann. Zudem wird auch der Haftgrund weiterhin gegeben sein (vgl.
  BGE 146 IV 279 E. 2.5 und BGE 137 IV 180 E. 3.5). Den
  vorstehenden Ausführungen zufolge rechtfertigt die Bedeutung der Straftaten,
  welcher der Beschuldigte verdächtigt wird, die Anordnung von
  Untersuchungshaft bis am 14. Juli 2025.

  
	
  6.   
   

  
	
  Den vorstehenden Ausführungen zufolge sind die
  Voraussetzungen für die Anordnung von Untersuchungshaft bis am 14. Juli
  2025 erfüllt und die Beschwerde des Beschuldigten ist vollumfänglich abzuweisen.
  Der Beschuldigte kann im Übrigen jederzeit bei der Staatsanwaltschaft ein
  Gesuch um Haftentlassung stellen (vgl. Art. 228 Abs. 1 StPO).

  
	
   

  
	
  IV.

  
	
  Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren ist auf
  CHF 900.− festzusetzen (Art. 6 und Art. 8 Abs. 2 lit. b
  der Zivil- und Strafprozesskostenverordnung [GS III A/5]). Die
  Gerichtsgebühren sind zuhanden der das Strafverfahren abschliessenden
  Behörden festzulegen und zu den Untersuchungskosten im Sinne von
  Art. 326 Abs. 1 lit. d StPO zu schlagen. Die Regelung der
  Kostenauflage und allfälliger Entschädigung wird dem Endentscheid vorbehalten
  (vgl. Art. 421 Abs. 1 StPO). Für die Kosten des vorinstanzlichen
  Verfahrens bleibt es ausgangsgemäss bei der Kostenregelung der Vorinstanz
  (Art. 428 Abs. 3 StPO e contrario).

  
	
   

  
	
   

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
   

  
	
  Das Gericht beschliesst:

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Die Beschwerde gegen die
    Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Glarus vom
    14. Januar 2025 im Verfahren SG.2025.00003 wird vollumfänglich
    abgewiesen.

    

  

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    Die Gerichtsgebühr für das
    Beschwerdeverfahren wird zuhanden der das Strafverfahren abschliessenden
    Behörde auf CHF 900.− festgesetzt.

    

  

  
	
   

  
	
  	
    3.

    	
    Die Regelung der Kostenauflage
    und allfälliger Entschädigungen wird dem End­entscheid vorbehalten.

    

  

  
	
   

  
	
  	
    4.

    	
    Schriftliche Mitteilung an:

    [...]