# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cf8afdd4-cfe2-59b4-8143-464e76277385
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-25
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Strafabteilung 25.04.2024 S2 2023 30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_002_S2-2023-30_2024-04-25.pdf

## Full Text

20231006_155521_ANOM.docx

II. Strafabteilung S2 2023 30-32

Oberrichter A. Sidler, Abteilungspräsident
Oberrichter St. Dalcher
Oberrichter A. Staub
Gerichtsschreiber F. Eller

Urteil vom 25. April 2024 [rechtskräftig]

in Sachen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug, 
vertreten durch Staatsanwältin A.________, 
Anklägerin und Berufungsbeklagte,

gegen

1. B.________, geb. tt.mm.1966 in C.________, von D.________ und E.________, wohnhaft in 
F.________,  
erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt G.________,
Beschuldigte und Berufungsklägerin,

2. H.________, geb. tt.mm.1971 in C.________, von C.________, M.________ und N.________, 
wohnhaft in O.________,  
erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt I.________,
Beschuldigter und Berufungskläger, 

3. J.________, geb. tt.mm.1973 in P.________, von Q.________, wohnhaft in R.________,  
erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt K.________,
Beschuldigter und Berufungskläger, 

betreffend ungetreue Geschäftsbesorgung, Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheim-
nisses, versuchte Nötigung

(Berufung der Beschuldigten B.________, H.________ und J.________ gegen das Urteil des 
Strafgerichts des Kantons Zug, Einzelgericht, vom 14. August 2023; SE 2022 16-18)

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Sachverhalt

1. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) wirft der Be-
schuldigten Dr. med. B.________ (nachfolgend: B.________) in der Anklageschrift vom 
10. März 2022 (nachfolgend: Anklage) vor, sie habe ihre Pflichten als Geschäftsführerin ge-
genüber der S.________ AG (vom 1. Oktober 2021 bis 3. Juli 2023: T.________ AG; im 
Handelsregister gelöscht am 4. Juli 2023; nachfolgend: S.________ AG) verletzt. Sie habe 
im Zeitraum vom 16. November 2019 bis 7. Juli 2020 (nachfolgend: Tatzeitraum) den Abgang 
praktisch des gesamten Humankapitals der von der S.________ AG betriebenen Hausarzt-
praxis T.________ an der .________ in L.________ (nachfolgend: T.________) zur 
U.________ [Hausarztpraxis], betrieben von der Konkurrentin V.________ AG (nachfolgend: 
V.________ AG) bzw. der von der V.________ AG zu diesem Zweck gegründeten 
W.________ AG orchestriert. Dadurch habe B.________ einen Schaden von 
CHF 429'000.00 verursacht. Die beiden Beschuldigten H.________ und J.________ hätten 
zu diesen Handlungen von B.________ vorsätzlich Hilfe geleistet. In diesem Zusammenhang 
hätten die drei Beschuldigten zudem Geschäftsgeheimnisse der S.________ AG verraten 
(B.________) bzw. dazu angestiftet oder dabei Hilfe geleistet und den Geheimnisverrat aus-
genützt (H.________ und J.________), und in gemeinsamem Zusammenwirken versucht, die 
S.________ AG zu einer Übergabe der vertraglichen Verpflichtungen, der in der Bilanz akti-
vierten Anlagevermögen und des Inventars der Arztpraxis T.________ an die V.________ 
AG zu bewegen (SE GD 1/1).

2. Mit Eingabe vom 10. September 2020 reichte die S.________ AG Strafanzeige und Strafan-
trag gegen B.________, H.________ und Unbekannt ein (HD 2/1/1 ff.). Am 14. Oktober 2020 
konstituierte sich die S.________ AG als Privatklägerin im Straf- und Zivilpunkt im Strafver-
fahren gegen B.________, H.________ und Unbekannt (act. 4/1/108). 

3. Mit Verfügung vom 20. Mai 2022 stellte der zuständige Einzelrichter des Strafgerichts des 
Kantons Zug (nachfolgend: Vorinstanz) fest, dass die Anklage der Staatsanwaltschaft sowie 
die Akten ordnungsgemäss erstellt und die Prozessvoraussetzungen erfüllt seien sowie zur-
zeit keine Verfahrenshindernisse bestehen würden. Den Parteien wurden sodann Fristen für 
Beweisanträge gesetzt (SE GD 2/2). Die Vorinstanz wies die Beweisanträge der S.________ 
AG mit Verfügung vom 29. Dezember 2022 ab (SE GD 7/3). 

4. Die Beschuldigten erschienen am 4. April 2023 in Begleitung ihrer erbetenen Verteidiger zur 
Hauptverhandlung bei der Vorinstanz. Ein Rechtsvertreter der Privatklägerin S.________ AG 
und die zuständige Staatsanwältin nahmen ebenfalls an der Verhandlung teil. Die Parteien 
warfen keine Vorfragen auf. Nach der Befragung der drei Beschuldigten zur Person und zur 
Sache erneuerte die Privatklägerin S.________ AG ihre Beweisanträge und beantragte, dass 
ein neues Dokument zu den Akten genommen werde. Die Vorinstanz nahm die Beilage 
Nr. 87, welche die S.________ AG einreichen liess, zu den Akten und wies die weiteren Be-
weisanträge ab. Die Parteien konnten anschliessend ihre Plädoyers und Repliken halten. Die 
drei Beschuldigten verzichteten auf ein Schlusswort und die Parteien erklärten ihren Verzicht 
auf eine öffentliche Urteilsverkündung. Die Vorinstanz schloss daraufhin die Hauptverhand-
lung (SE GD 10/1).

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5. Mit Eingabe vom 19. Juli 2023 teilten die Rechtsvertreter der Privatklägerin S.________ AG 
mit, dass diese mit Datum 4. Juli 2023 mit der X.________ AG fusioniert worden sei. Die 
S.________ AG habe indessen bereits mit Abtretungsvertrag vom 28.April 2023 / 2. Mai 
2023 sämtliche Forderungen im Zusammenhang mit dem vorliegenden Strafverfahren an die 
Stiftung Y.________ abgetreten. Die Rechtsvertreter der S.________ AG zeigten die Vertre-
tung der Stiftung Y.________ sowie der X.________ AG an und beantragten die Zuspre-
chung der Prozessentschädigung an die Stiftung Y.________ anstelle der gelöschten 
S.________ AG. Sofern das Gericht zur Auffassung gelangen sollte, dass der Rechtsan-
spruch nicht rechtswirksam an die Stiftung Y.________ abgetreten worden sei, beantragten 
die Rechtsvertreter eventualiter die Zusprechung der Prozessentschädigung an die 
X.________ AG (SE GD 7/11).  

6. Das Urteil der Vorinstanz vom 14. August 2023 wurde an die Parteien gleichentags im Dis-
positiv versandt und konnte der Staatanwaltschaft und den erbetenen Verteidigern der drei 
Beschuldigten am 16. August 2023 zugestellt werden (SE GD 11/1/1 ff.). Den Rechtsvertre-
tern der S.________ AG sowie den Verfahrensbeteiligten Stiftung Y.________ und 
X.________ AG konnte das Urteil am 15. August 2023 zugestellt werden (SE GD 11/1/5). 
Die erbetenen Verteidigungen meldeten mit Eingaben vom 17. August 2023 (B.________, 
SE GD 4/10), 18. August 2023 (H.________, SE GD 5/12) und 17. August 2023 
(J.________, SE GD 6/15) Berufung an. 

7. Am 30. August 2023 versandte die Vorinstanz das schriftlich begründete, 74-seitige Urteil an 
die Parteien (SE GD 11/3). Der Staatsanwaltschaft, den Rechtsvertretern der S.________ 
AG, der Stiftung Y.________ und der X.________ AG und den erbetenen Verteidigern der 
drei Beschuldigten konnte das Urteil jeweils am 31. August 2023 zugestellt werden (SE GD 
11/3/1 ff.). Der Urteilsspruch lautete wie folgt (SE GD 11/4): 

"I. B.________

1. Die Beschuldigte B.________ wird von folgenden Vorwürfen freigesprochen:

1.1 der mehrfachen Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses gemäss Art. 162 Abs. 1 StGB (in 

Bezug auf die Dokumente "Erfolgsrechnung inkl. Budget 2018, S.________ AG / T.________" und "Erfolgs-

rechnung Budget 2019, S.________ AG / T.________"); 

1.2 der versuchten Nötigung gemäss Art. 181 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB.

2. B.________ wird schuldig gesprochen

2.1 der ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB;

2.2 der mehrfachen Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses gemäss Art. 162 Abs. 1 StGB.

3. Sie wird dafür bestraft

3.1 mit einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von zwei Jahren;

3.2 mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à CHF 230.00, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von zwei 

Jahren.

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4. Die Verfahrenskosten betragen 

CHF 3'925.40 Untersuchungskosten

CHF 2'000.00 Entscheidgebühr (1/3 von CHF 6'000.00)

CHF 184.00 Auslagen (1/3 von CHF 552.00)

CHF 6'109.40 Total

und werden B.________ zu 80% auferlegt. Die restlichen 20% werden auf die Staatskasse genommen.

5. B.________ wird für die Aufwendungen ihrer erbetenen Verteidigung mit CHF 3'522.10 (inkl. MWST) aus 

der Staatskasse entschädigt. Diese Entschädigung wird mit den gemäss Ziff. I.4 des Dispositivs von 

B.________ zu tragenden Verfahrenskosten verrechnet.

II. H.________ 

1. Der Beschuldigte H.________ wird von folgenden Vorwürfen freigesprochen:

1.1 der mehrfachen Anstiftung zur Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses gemäss Art. 162 

Abs. 1 i.V.m. Art. 24 Abs. 1 StGB;

1.2 der mehrfachen Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses gemäss Art. 162 Abs. 2 StGB (in 

Bezug auf die Dokumente "Erfolgsrechnung inkl. Budget 2018, S.________ AG / T.________" und "Erfolgs-

rechnung Budget 2019, S.________ AG / T.________");

1.3 der versuchten Nötigung gemäss Art. 181 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB.

2. H.________ wird schuldig gesprochen

2.1 der Gehilfenschaft zur ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 25 StGB;

2.2 der mehrfachen Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses gemäss Art. 162 Abs. 2 StGB.

3. Er wird dafür bestraft 

3.1 mit einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von zwei Jahren;

3.2 mit einer Geldstrafe von 72 Tagessätzen à CHF 630.00, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von zwei 

Jahren.

4. Die Verfahrenskosten betragen 

CHF 3'925.40 Untersuchungskosten

CHF 2'000.00 Entscheidgebühr (1/3 von CHF 6'000.00)

CHF 184.00 Auslagen (1/3 von CHF 552.00)

CHF 6'109.40 Total

und werden H.________ zu 70% auferlegt. Die restlichen 30% werden auf die Staatskasse genommen.

5. H.________ wird für die Aufwendungen seiner erbetenen Verteidigung mit CHF 5'923.05 (inkl. MWST) aus 

der Staatskasse entschädigt. Diese Entschädigung wird mit den gemäss Ziff. II.4 des Dispositivs von 

H.________ zu tragenden Verfahrenskosten verrechnet.

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III. J.________

1. Der Beschuldigte J.________ von folgenden Vorwürfen freigesprochen:

1.1 der mehrfachen Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses gemäss Art. 162 Abs. 2 StGB (in 

Bezug auf die Dokumente "Erfolgsrechnung inkl. Budget 2018, S.________ AG / T.________" und "Erfolgs-

rechnung Budget 2019, S.________ AG / T.________");

1.2 der Gehilfenschaft zur Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses gemäss Art. 162 Abs. 1 

i.V.m. Art. 25 StGB;

1.3 der versuchten Nötigung gemäss Art. 181 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB.

2. J.________ wird schuldig gesprochen

2.1 der Gehilfenschaft zur ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 25 StGB;

2.2 der mehrfachen Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses gemäss Art. 162 Abs. 2 StGB.

3. Er wird dafür bestraft 

3.1 mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von zwei Jahren;

3.2 mit einer Geldstrafe von 96 Tagessätzen à CHF 320.00, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von zwei 

Jahren.

4. Die Verfahrenskosten betragen 

CHF 3'925.30 Untersuchungskosten

CHF 2'000.00 Entscheidgebühr (1/3 von CHF 6'000.00)

CHF 184.00 Auslagen (1/3 von CHF 552.00)

CHF 6'109.30 Total

und werden J.________ zu 80% auferlegt. Die restlichen 20% werden auf die Staatskasse genommen.

5. J.________ wird für die Aufwendungen seiner erbetenen Verteidigung mit CHF 3'223.14 (inkl. MWST) aus 

der Staatskasse entschädigt. Diese Entschädigung wird mit den gemäss Ziff. III.4 des Dispositivs von 

J.________ zu tragenden Verfahrenskosten verrechnet.

IV. T.________ AG

Es wird festgestellt, dass der T.________ AG seit dem 4. Juli 2023 keine Parteistellung i.S.v. Art. 104 

Abs. 1 lit. b StPO mehr zukommt.

V. Stiftung Y.________ 

Auf den Antrag, die drei Beschuldigten gestützt auf Art. 433 StPO unter solidarischer Haftung zur Zahlung 

von CHF 181'346.10 an die Stiftung Y.________ zu verurteilen, wird nicht eingetreten.

VI. X.________ AG

Der Eventualantrag, die in Ziff. V des Dispositivs erwähnte Prozessentschädigung der X.________ AG zu-

zusprechen, wird abgewiesen.

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VII. Rechtsmittel 
[…]"

8. Mit Eingabe vom 19. September 2023 reichte die erbetene Verteidigung von B.________ ei-
ne Berufungserklärung ein. Diese beantragte (OG GD 3/1): 

"1. Ziff. I. 2.1, 3.1, 4 und 5 des Urteilsspruchs des Strafgerichts Zug vom 21. August 2023 [recte: 14. August 

2023] seien aufzuheben.

2. Die Beschuldigte sei freizusprechen vom Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB. 

3. Die Kosten des Untersuchungsverfahrens und die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens seien neu zu 

verlegen, und zwar wie folgt: 80 % seien auf die Staatskasse zu nehmen und 20 % seien der Beschuldigten 

aufzuerlegen. 

4. Die Beschuldigte sei für die Aufwendungen ihrer erbetenen Verteidigung im Untersuchungsverfahren und im 

erstinstanzlichen Verfahren mit CHF 14'088.40 (inkl. MwSt.; = 80 %) aus der Staatskasse zu entschädigen. 

Diese Entschädigung sei mit den von der Beschuldigten zu tragenden Verfahrenskosten zu verrechnen. 

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen und die Beschuldigte sei für die 

Aufwendungen ihrer erbetenen Verteidigung vollumfänglich aus der Staatskasse zu entschädigen." 

9. Mit Eingabe vom 19. September 2023 reichte die erbetene Verteidigung von H.________ ei-
ne Berufungserklärung ein. Diese beantragte (OG GD 4/1): 

"1. Die Ziff. II. /2. 2.1, 2.2, II./ 3., 3.1, 3.2, 4. und 5 des Urteilsspruchs des Strafgerichts des Kantons Zug vom 

14. August 2023 seien aufzuheben und es sei der Berufungskläger vom Vorwurf der Gehilfenschaft zur un-

getreuen Geschäftsbesorgung und vom Vorwurf der mehrfachen Verletzung des Fabrikations- und Ge-

schäftsgeheimnisses von Schuld und Strafe freizusprechen. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich MwSt, zu Lasten der Staatskasse." 

10. Mit Eingabe vom 20. September 2023 reichte die erbetene Verteidigung von J.________ ei-
ne Berufungserklärung ein. Diese beantragte (OG GD 5/1): 

"1. Das Urteil des Strafgerichts, Einzelgericht, vom 14. August 2023 (SE 2022 16/17/18) sei aufzuheben und 

zur Durchführung einer neuen Hauptverhandlung an das Strafgericht zurückzuweisen. 

2. Eventualiter: J.________ sei vom Vorwurf der Gehilfenschaft zur ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss 

Art. 158 Abs. 1 i.V.m. Art. 25 StGB sowie vom Vorwurf der mehrfachen Verletzung des Fabrikations- und 

Geschäftsgeheimnisses gemäss Art. 162 StGB freizusprechen. 

3. Die Verfahrenskosten seien auf die Staatskasse zu nehmen, eventualiter den angeblichen Privatklägerinnen 

T.________ AG, Stiftung Y.________ und X.________ AG aufzuerlegen. 

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4. J.________ sei für die Aufwendungen seiner Verteidigung aus der Staatskasse zu entschädigen; eventuali-

ter seien die Aufwendungen der Verteidigung anteilsmässig den angeblichen Privatklägerinnen T.________ 

AG, Stiftung Y.________ und X.________ AG aufzuerlegen." 

11. Mit Präsidialverfügung vom 22. September 2023 eröffnete die Verfahrensleitung die drei Be-
rufungserklärungen gemäss Art. 400 Abs. 2 StPO den anderen Parteien und setzte Fristen 
für Anschlussberufung und Nichteintretensanträge. Ferner wurden den Parteien jeweils Fris-
ten gesetzt, um zu Verfahrens- und Beweisanträgen Stellung zu nehmen und weitere Be-
weisanträge einzureichen (OG GD 6/1). 

12. Mit Eingabe vom 5. Oktober 2023 verzichtete die Staatsanwaltschaft auf eine Anschlussberu-
fung sowie auf Stellungnahmen (OG GD 2/1). Mit Eingabe vom 17. Oktober 2023 verzichte-
ten die S.________ AG, die Stiftung Y.________ sowie die X.________ AG auf eine An-
schlussberufung (OG GD 7/1). 

13. Mit Beschluss und Präsidialverfügung vom 15. November 2023 wies das Gericht den Antrag 
Nr. 1 der erbetenen Verteidigung von J.________ auf Rückweisung des Verfahrens an die 
Vorinstanz zurzeit ab. Im Rahmen der Präsidialverfügung wurde festgestellt, dass die 
Staatsanwaltschaft, die S.________ AG (gelöscht), die Stiftung Y.________ und die 
X.________ AG keine Anschlussberufung erhoben haben und keine Anträge auf Nichteintre-
ten auf die Berufungen der Beschuldigten stellten. Der Antrag auf erneute Befragung von 
H.________ wurde gutgeheissen. Es wurde festgestellt, dass darüber hinaus keine Beweis-
anträge gestellt wurden (OG GD 6/3). 

14. Die Verfahrensleitung gab mit Präsidialverfügung vom 19. Januar 2024 den Spruchkörper 
bekannt und setzte die Berufungsverhandlung nach vorheriger Absprache mit den Parteien 
auf den 3. April 2024 an (OG GD 6/5). Am 3. April 2024 erschienen die Beschuldigten 
B.________, H.________ und J.________ in Begleitung ihrer erbetenen Verteidiger zur Be-
rufungsverhandlung. Die fallzuständige Staatsanwältin nahm ebenfalls an der Berufungsver-
handlung teil. Die Parteien warfen keine Vorfragen auf. Nach der Befragung der Beschuldig-
ten zur Person und zur Sache ersuchte der erbetene Verteidiger von B.________ um eine 
Beweisergänzung. Nach Prüfung des Antrags wies das Gericht diesen zurzeit ab. Nachdem 
das Beweisverfahren geschlossen wurde, plädierten die Parteien (OG GD 9/1). 

14.1 Die erbetene Verteidigung von B.________ merkte an, dass B.________ den Schuldspruch 
wegen mehrfacher Verletzung des Fabrikations- und Geschäftsgeheimnisses und die in die-
sem Zusammenhang von der Vorinstanz ausgesprochene Geldstrafe nicht angefochten ha-
be. Sie sei indessen freizusprechen, sollte das Gericht feststellen, dass kein gültiger Strafan-
trag vorliege. Entsprechend beantragte B.________ einen Freispruch von den Vorwürfen der 
ungetreuen Geschäftsbesorgung und der mehrfachen Verletzung des Fabrikations- und Ge-
schäftsgeheimnisses. Eventualiter sei B.________ der mehrfachen Verletzung des Fabrikati-
ons- und Geschäftsgeheimnisses schuldig zu sprechen und mit einer Sanktion von 90 Ta-
gessätzen Geldstrafe à CHF 230.00 unter Gewährung einer Probezeit von zwei Jahren zu 
bestrafen. Die Kosten seien auf die Staatskasse zu nehmen und B.________ gemäss den 
Honorarnoten ihres erbetenen Verteidigers zu entschädigen (OG GD 9/1/2 S. 9). 

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14.2 Die erbetene Verteidigung von H.________ beantragte, dass in Gutheissung der Berufung 
die Dispositivziffern II./2, 2.1, 2.2, II/3., 3.1, 3.2, 4. und 5 des Urteilsspruchs der Vorinstanz 
aufzuheben seien. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der Gehilfenschaft zur ungetreuen Ge-
schäftsbesorgung von Schuld und Strafe freizusprechen. Das Verfahren betreffend den Vor-
wurf der mehrfachen Verletzung des Fabrikations- und Geschäftsgeheimnisses sei einzustel-
len. Die Kosten seien auf die Staatskasse zu nehmen und H.________ sei nach richterlichem 
Ermessen zu entschädigen (OG GD 9/1/3 S. 9).

14.3 Die erbetene Verteidigung von J.________ beantragte, dass die Rechtskraft der Freisprüche 
der Vorinstanz festzustellen sei. Das Verfahren gegen J.________ wegen mehrfacher Ver-
letzung des Fabrikations- und Geschäftsgeheimnisses sei einzustellen. Er sei von den Vor-
würfen der Gehilfenschaft zur ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie der mehrfachen Ver-
letzung des Fabrikations- und Geschäftsgeheimnisses freizusprechen, soweit das Verfahren 
nicht eingestellt worden sei. Ihm seien die Aufwendungen der Verteidigung gemäss Kosten-
note zu ersetzen. Die Kosten des Verfahrens seien auf die Staatskasse zunehmen (OG GD 
9/1/4 S. 1). 

14.4 Die Staatsanwaltschaft beantragte die Abweisung der Berufungen und die Bestätigung des 
vorinstanzlichen Urteils (OG GD 9/1/5). 

14.5 Nach den Parteivorträgen verzichteten die drei Beschuldigten auf ein Schlusswort. Die Par-
teien erklärten sich mit der schriftlichen Eröffnung des Urteils einverstanden (OG GD 9/1 
S. 37). 

Erwägungen

I. Formelles 

1. Berufungsfristen, Antrag auf Rückweisung

1.1 Die in Art. 399 StPO für die Einlegung der Berufung vorgesehenen zwei Parteihandlungen 
(Berufungsanmeldung innert zehn Tagen seit Eröffnung des Urteils und Berufungserklärung 
innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils) erfolgten von den erbetenen 
Verteidigern der drei Beschuldigten jeweils fristgerecht. Nichteintretensgründe wurden nicht 
geltend gemacht und sind auch nicht ersichtlich. Auf die drei Berufungen der Beschuldigten 
ist einzutreten. 

1.2 Die erbetene Verteidigung von J.________ beantragte die Rückweisung des Verfahrens an 
die Vorinstanz. Sie machte sinngemäss unheilbare, schwerwiegende Mängel des vor-
instanzlichen Urteils i.S.v. Art. 409 StPO geltend. Es habe eine "Nicht-Partei" am Strafverfah-
ren teilgenommen, weswegen das Verfahren an die Vorinstanz zurückzuweisen sei. Mit Be-
schluss vom 15. November 2023 wies das Gericht diesen Antrag zurzeit ab und ordnete die 
Weiterführung des Berufungsverfahrens an (OG GD 6/4). Die erbetene Verteidigung von 
J.________ verzichtete an der Berufungsverhandlung darauf, den Antrag erneut zu stellen 
(OG GD 9/1). 

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1.3 Es bestehen keine schweren, unheilbaren Mängel im vorliegenden Strafverfahren, welche 
eine Rückweisung an die Vorinstanz gemäss Art. 409 Abs. 1 StPO rechtfertigen könnten. 

1.3.1 Es trifft nicht zu, dass eine "Nicht-Partei" am Strafverfahren teilnahm. Gemäss den unbestrit-
tenen Feststellungen der Vorinstanz ist die Parteistellung der S.________ AG erst im Zeit-
punkt ihrer Fusion mit der X.________ AG am 4. Juli 2023 erloschen. Drei Monate zuvor, am 
4. April 2023 nahm die S.________ AG folglich als Privatklägerin an der Hauptverhandlung 
teil (vgl. im Detail: OG GD 6/4). 

1.3.2 Der Auffassung der Verteidigung des Beschuldigten J.________, dass eine Privatklägerstel-
lung für das gesamte Verfahren rückwirkend wegfalle, wenn eine Auflösung der Gesellschaft 
erfolge, ist nicht überzeugend. Dass eine natürliche oder juristische Person zu existieren 
aufhört, kann nicht dazu führen, dass sämtliche früheren strafprozessualen Handlungen, d.h. 
Aussagen als Prozesspartei (Auskunftsperson), Stellungnahmen, Beweisanträge etc., ex 
tunc ungültig werden. Dies ist weder bei einem Strafantrag, bei einem Strafantragsverzicht 
noch bei einem späteren Verzicht auf die Privatklägerstellung gesetzlich vorgesehen, ge-
setzgeberisch gewollt oder sonst wie mit der Systematik und den Zielen des Strafprozess-
rechts vereinbar. So gilt der Grundsatz, dass persönliche Fähigkeiten, welche zur Prozess-
führung berechtigen, einzig im Zeitpunkt der relevanten Prozesshandlung gegeben sein 
müssen (Lieber, in: Donatsch/Lieber/Summers/ Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizeri-
schen Strafprozessordnung, 3. A. 2020, Art. 106 StPO N. 1). Analog dazu richtet sich auch 
die strafprozessuale Rolle der einzuvernehmenden Person einzig nach der Sach- und 
Rechtslage im Einvernahmezeitpunkt, zumal sich diese nachträglich noch ändern kann (BGE 
144 IV 97 E. 3.4). Eine Pflicht zur rückwirkenden Umqualifizierung der Prozessverhältnisse 
der verfahrensbeteiligten Personen bei neu eingetretenen Tatsachen hätte zur Folge, dass 
zahlreiche Strafverfahren nachträglich mit Mängeln belastet würden, die effektiv zum wesent-
lichen Zeitpunkt der Prozesshandlung nicht bestanden. 

1.3.3 Die Privatklägerstellung der S.________ AG erlosch mithin drei Monate nach der Hauptver-
handlung vom 4. April 2023. Die Nachfolgergesellschaft X.________ AG bzw. die Stiftung 
Y.________ legten gegenüber der Vorinstanz die Gründe dar, warum sie einen Anspruch auf 
Entschädigung der bei der am 4. Juli 2023 aufgelösten S.________ AG angefallenen Auf-
wendungen hätten. Die Vorinstanz beurteilte, nach schriftlicher Anhörung der Parteien, die-
sen Anspruch. Die Verteidigung von J.________ konnte zu den Auswirkungen der Auflösung 
der S.________ AG Stellung nehmen. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern dadurch das Strafver-
fahren oder die prozessuale Fairness in relevanter Weise tangiert worden wäre. Ein schwe-
rer, unheilbarer Verfahrensfehler im Sinne von Art. 409 Abs. 1 StPO liegt damit nicht vor. Es 
besteht in dieser Hinsicht kein Prozesshindernis. 

2. Umfang der Berufungen 

2.1 Im Berufungsverfahren gilt die Dispositionsmaxime. Der Berufungskläger muss in seiner Be-
rufungserklärung angeben, ob er das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht (Art. 399 
Abs. 3 lit. a StPO). Ficht er nur Teile des Urteils an, hat er in der Berufungserklärung verbind-
lich anzugeben, auf welche Teile (Schuldpunkt, allenfalls bezogen auf einzelne Handlungen, 
Bemessung der Strafe etc.) sich die Berufung beschränkt (Art. 399 Abs. 4 StPO). Das Beru-
fungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 

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Abs. 1 StPO). Es kann zugunsten der beschuldigten Person auch nicht angefochtene Punkte 
überprüfen, um gesetzwidrige oder unbillige Entscheidungen zu verhindern (Art. 404 Abs. 2 
StPO). Soweit die Einschränkung der Berufung auf einzelne Punkte eindeutig und der Grund-
satz der Untrennbarkeit oder inneren Einheit nicht verletzt ist, muss die Einschränkung durch 
das Berufungsgericht respektiert werden. Die nicht angefochtenen Urteilspunkte werden, un-
ter dem Vorbehalt von Art. 404 Abs. 2 StPO, rechtskräftig. Eine spätere Ausdehnung der Be-
rufung ist ausgeschlossen, nicht aber eine weitere Beschränkung (vgl. dazu umfassend Urteil 
des Bundesgerichts 6B_1403/2019 vom 10. Juni 2020 E. 1.3 m.H.).

2.2 B.________

2.2.1 Die Beschuldigte B.________ richtete ihre Berufungserklärung gegen die Dispositivziffern 
I.2.1 (Schuldspruch ungetreue Geschäftsbesorgung), I.3.1 (Freiheitsstrafe), I.4. (Kostenver-
legung) und I.5. (Entschädigung). Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf eine Anschlussbe-
rufung. In Rechtskraft erwachsen und nicht mehr Teil des Berufungsverfahrens sind mithin 
grundsätzlich die Dispositivziffern I.1.1 und 1.2 (Freisprüche von bestimmten Vorwürfen be-
treffend die Verletzung des Fabrikations- und Geschäftsgeheimnisses sowie der versuchten 
Nötigung), I.2.2 (Schuldspruch betreffend mehrfache Verletzung des Fabrikations- und Ge-
schäftsgeheimnisses) und I.3.2 (Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu CHF 230.00). 

2.2.2 B.________ beantragte an der Berufungsverhandlung u.a. auch einen Freispruch vom Vor-
wurf der Verletzung des Fabrikations- und Geschäftsgeheimnisses, der nicht Teil ihrer Beru-
fungserklärung war. Eine Ausweitung der Berufung nach Ablauf der Berufungsfrist ist ausge-
schlossen. Aus den Erläuterungen der erbetenen Verteidigung geht indessen hervor, dass 
sie diesen Freispruch nur für den Fall beantragt, dass das Gericht bei den anderen Beschul-
digten feststellen sollte, dass kein gültiger Strafantrag vorliegt. Diesfalls sei B.________ ge-
stützt auf Art. 392 Abs. 1 StPO auch freizusprechen. Andernfalls sei sie wie von der Vor-
instanz festgelegt mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu bestrafen. 

2.2.3 Wie noch aufzuzeigen ist, ist der eingereichte Strafantrag der früheren Privatklägerin 
S.________ AG bis zum Zeitpunkt des Berufungsurteils gültig. Folglich besteht kein Grund, 
gestützt auf 392 Abs. 1 StPO bzw. Art. 404 Abs. 2 StPO den rechtskräftigen Schuldspruch 
der Vorinstanz betreffend mehrfache Verletzung des Fabrikations- und Geschäftsgeheimnis-
ses und die damit verbundene Geldstrafe aufzuheben. Auf den Antrag, die Beschuldigte sei 
vom Vorwurf der mehrfachen Verletzung des Fabrikations- und Geschäftsgeheimnisses frei-
zusprechen, kann folglich mangels einer entsprechenden Berufungserklärung nicht eingetre-
ten werden. Auf den Eventualantrag, es sei die Beschuldigte nochmals der Verletzung des 
Fabrikations- und Geschäftsgeheimnisses zu verurteilen, kann auch nicht eingetreten wer-
den. Da die Rechtskraft des Urteilsspruchs der Vorinstanz betreffend die Dispositivziffern 
I.2.2 und I.3.2 feststeht, kann gemäss Art. 11 Abs. 1 StPO keine erneute Verurteilung durch 
die Berufungsinstanz erfolgen. Es ist stattdessen die bereits eingetretene Rechtskraft der 
Dispositivziffern I.2.2 und I.3.2 des Urteils der Vorinstanz im Urteilsdispositiv zu vermerken. 

2.3 H.________

Der Beschuldigte H.________ richtete seine Berufung gegen die Dispositivziffern II.2.1 
(Schuldspruch Gehilfenschaft zu ungetreuer Geschäftsbesorgung), II.2.2 (mehrfache Verlet-

Seite 11/74

zung des Fabrikations- und Geschäftsgeheimnisses), II.3.1 (Freiheitsstrafe), II.3.2 (Geldstra-
fe), II.4. (Kostenverlegung) und II.5. (Entschädigung). Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf 
eine Anschlussberufung. In Rechtskraft erwachsen und nicht mehr Teil des Berufungsverfah-
rens sind mithin die Dispositivziffern II.1.1, 1.2 und 1.3 (Freisprüche von bestimmten Vorwür-
fen der Verletzung des Fabrikations- und Geschäftsgeheimnisses, der Gehilfenschaft zur 
Verletzung des Fabrikations- und Geschäftsgeheimnisses sowie der versuchten Nötigung).

2.4 J.________

Der Beschuldigte J.________ beantragte die Aufhebung des Urteils vom 14. August 2023 
mitsamt Rückweisung an die Vorinstanz, eventualiter einen Freispruch von den Vorwürfen 
der Gehilfenschaft zur ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie der mehrfachen Verletzung 
des Fabrikations- und Geschäftsgeheimnisses. Der Beschuldigte J.________ erklärte mit Be-
rufungserklärung vom 20. September 2023 die vollumfängliche Berufung gegen das Urteil 
der Vorinstanz, obwohl er in den Dispositivziffern III.1.1, 1.2 und 1.3 von den Vorwürfen der 
mehrfachen Verletzung des Fabrikations- und Geschäftsgeheimnisses in bestimmten Punk-
ten, der Gehilfenschaft zur Verletzung des Fabrikations- und Geschäftsgeheimnisses und der 
versuchten Nötigung des freigesprochen worden ist. Darauf wäre mangels Beschwer nicht 
einzutreten (Art. 382 Abs. 1 StPO). An der Berufungsverhandlung präzisierte J.________ 
seine Berufungserklärung, dass die Rechtskraft der Freisprüche der Vorinstanz festzustellen 
sei. Diesem Antrag kann entsprochen werden, da die Staatsanwaltschaft weder Berufung 
noch Anschlussberufung gegen die Freisprüche der Vorinstanz gemäss den Dispositivziffern 
III.1.1, 1.2 und 1.3 eingereicht hat. 

2.5 Ebenfalls in Rechtskraft erwachsen sind aufgrund des Verzichtes auf eine Anschlussberu-
fung durch die S.________ AG, die Stiftung Y.________ und die X.________ AG die Dispo-
sitivziffern IV. (Feststellung des Erlöschens der Privatklägerstellung der S.________ AG), 
V. (Nichteintreten auf Entschädigungsantrag Stiftung Y.________), VI. (Abweisung Eventual-
entschädigungsantrag X.________ AG), was im Urteilsdispositiv festzustellen ist. Mit dem 
Verzicht auf eine Anschlussberufung sind die genannten Gesellschaften nicht mehr Parteien 
im Berufungsverfahren. 

3. Beweisanträge 

3.1 Der Beweisantrag des Beschuldigten H.________, ihn erneut einzuvernehmen, wurde von 
der Verfahrensleitung gutgeheissen. Sämtliche drei Beschuldigten wurden an der Berufungs-
verhandlung erneut zur Person und zur Sache befragt. 

3.2 Die erbetene Verteidigung von B.________ reichte an der Berufungsverhandlung ein Doku-
ment ein, welches praxisgemäss zu den Akten genommen wurde. Ferner beantragte sie, 
dass ein Dokument namens Funktionsdiagramm bei der S.________ AG zu edieren sei. Der 
erbetene Verteidiger und B.________ gaben diesbezüglich zu Protokoll, dass auf dem Do-
kument die Aufgabenverteilung vermerkt gewesen sei und dass dieses Dokument mehrfach 
geändert worden sei. Das Gericht hat den Beweisantrag an der Berufungsverhandlung, unter 
Vorbehalt einer späteren Gutheissung, abgewiesen (OG GD 9/1 S. 31 ff.). 

Seite 12/74

3.3 Auch wenn B.________ und ihr erbetener Verteidiger nur oberflächliche Angaben zum Funk-
tionendiagramm machen konnten, muss es sich beim zu edierenden Dokument um das 
Funktionendiagramm handeln, welches im Organisations- und Geschäftsführungsreglement 
der S.________ AG vom 9. Februar 2011 als Anhang I erwähnt wurde (vgl. auch OG GD 
9/1/2 S. 5 Ziff. 10). Das Funktionendiagramm wurde, wie von der erbetenen Verteidigung von 
B.________ richtig festgestellt, durch die damalige Privatklägerin nicht eingereicht (vgl. act. 
20/5/18 und Folgeseite). Das Funktionendiagramm bestimmte dabei den Umfang der Aufga-
ben des Geschäftsführers. Gemäss Ziff. 3.2 des Organisations- und Geschäftsführungsre-
glements der S.________ AG oblagen dem Geschäftsführer die Aufgaben, die ihm im Funk-
tionendiagramm zugewiesen wurden (act. 20/5/16). 

3.4 Der Verwaltungsrat der S.________ AG hat am 27. November 2019 indessen ein neues Or-
ganisations- und Geschäftsreglement erlassen, welches auf den 1. Januar 2020 in Kraft trat 
(act. 20/3/17; nachfolgend: Organisationsreglement). In diesem neuen Organisationsregle-
ment wurden die Pflichten der Geschäftsführung nicht mehr in einem Funktionendiagramm 
im Anhang aufgeführt, sondern direkt ins Reglement aufgenommen (act. 20/3/14). Damit war 
das Funktionendiagramm ab dem 1. Januar 2020 ausser Kraft gesetzt. Für die wesentlichen 
Tathandlungen, welche sich erst ab dem 7. Januar 2020 ausreichend konkretisiert aus der 
Anklage ergeben, stipulierte das Organisationsreglement vom 27. November 2019 in Ziff. 3.2 
die Pflichten des Geschäftsführers bzw. der Geschäftsleitung. Das Funktionendiagramm, das 
im Tatzeitraum bereits ausser Kraft war, ist folglich für die Beurteilung der Pflichten des Ge-
schäftsführers der S.________ AG im Tatzeitraum grundsätzlich nicht relevant. 

3.5 Ferner wurden, wie noch aufzeigen ist, die T.________-Ärztezentren grundsätzlich ei-
genständig geführt. So hält das Dokument "Qualitätsmanagement nach ISO 9001:2015" vom 
März 2019 (act. 20/4/1 ff.; nachfolgend: Qualitätssicherungshandbuch) ausdrücklich fest, 
dass die T.________-Ärztezentren in der Betriebsführung grundsätzlich eigenständig seien 
(act. 20/4/6) und deren Führung der jeweiligen Zentrumsleitung obliegen würde (act. 20/4/8). 
Das Qualitätssicherungshandbuch enthält ferner detaillierte Regelungen, wie die Ärztezen-
tren zu führen sind und in welchen Konstellationen eine Zusammenarbeit mit der Zentrale der 
S.________ AG in C.________ erfolgt. Folglich ergibt sich der Aufgabenbereich eines Zen-
trumsleiters und dessen Zusammenarbeit mit der Zentrale in C.________ primär aus dem 
Qualitätssicherungshandbuch und nicht aus dem Organisationsreglement. Wesentlich ist, 
dass B.________ das Qualitätssicherungshandbuch kannte und zu Protokoll gab, dass die 
darin festgelegten Pflichten im Grossen und Ganzen mit dem Praxisalltag übereingestimmt 
hätten (OG GD 9/1 S. 25 Ziff. 97 ff.). 

3.6 Das am 1. Januar 2020 ausser Kraft gesetzte Funktionendiagramm als Anhang zum Organi-
sations- und Geschäftsreglement vom 9. Februar 2011 ist mithin für die Beurteilung der An-
gelegenheit nicht von Bedeutung. Gestützt auf Art. 139 Abs. 2 StPO ist von einem Beizug 
abzusehen. 

4. Strafantrag 

4.1 Die S.________ AG stellte im Rahmen der Strafanzeige vom 10. September 2020 Strafan-
trag gegen B.________, H.________ sowie gegen Unbekannt u.a. wegen des Vorwurfs des 

Seite 13/74

Verrats oder der Ausnützung von Geschäftsgeheimnissen gemäss Art. 162 StGB (HD 2/1/1; 
HD 2/1/16-19; HD 2/1/27 Ziff. 71). 

4.2 J.________ wurde in der Strafanzeige vom 10. September 2020 nicht namentlich erwähnt. 
Es ergibt sich indessen aus der Strafanzeige ausreichend klar, dass die S.________ AG die 
Bestrafung sämtlicher am Geheimnisverrat von B.________ beteiligten Personen beantragte. 
So habe gemäss der Strafanzeige B.________ Geschäftsgeheimnisse der S.________ AG 
von ihrem geschäftlichen E-Mail-Konto auf ihr privates E-Mail-Konto versandt. Es bestehe 
der Verdacht, dass sie die entsprechenden Geheimnisse an H.________ und unbekannte 
Dritte verraten habe, welche sie dann zu ihrem eigenen Vorteil einsetzten (HD 2/1/28 Ziff. 76-
78 und Ziff. 41 ff.). Dass in der Strafanzeige noch nicht sämtliche Beschuldigten benannt 
werden konnten, ändert nichts an der Willenserklärung der S.________ AG, welche die Be-
strafung sämtlicher an diesem Vorgang beteiligter Personen beantragte. Der gegen eine un-
bekannte Täterschaft gestellte Strafantrag der S.________ AG musste somit nicht erneut auf 
den Namen von J.________ eingereicht werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_65/2015 
vom 25. März 2015 E. 2.2, E. 2.4 und E. 3.2). Die Strafanträge gegen die drei Beschuldigten 
entsprechen damit den gesetzlichen Erfordernissen. 

4.3 Die entsprechenden Vorwürfe konnten die verantwortlichen Personen der S.________ AG 
frühestens ab der Kündigung von 27 ihrer Mitarbeitenden am 7. Juli 2020 sowie der nachfol-
genden internen Untersuchung erkennen. Mit der Strafantragsstellung vom 10. September 
2020 brachte die S.________ AG innert der gesetzlichen Frist nach Art. 31 StGB unmissver-
ständlich zum Ausdruck, dass sie die Bestrafung von B.________ und H.________ sowie 
sämtlicher weiterer unbekannter Tatbeteiligter im Zusammenhang mit der möglichen Preis-
gabe von Geschäftsgeheimnissen der S.________ AG durch B.________ wünschte. Die 
Strafantragsstellung erfolgte innert der gesetzlichen Frist. 

4.4 Die erbetenen Verteidigungen der Beschuldigten verweisen darauf, dass die S.________ AG 
aufgrund einer Fusion aus dem Handelsregister gelöscht worden sei. Mit der Löschung der 
S.________ AG sei der Strafantrag dahingefallen. Der Verweis der Vorinstanz auf BGE 95 IV 
161 sei nicht einschlägig. Es handle sich bei einem solchen Sachverhalt um eine Gesetzes-
lücke. Mit der Löschung der S.________ AG aus dem Handelsregister bestehe kein privates 
Interesse an einer Bestrafung mehr und der Strafantrag falle dahin (OG GD 9/1/3 S. 2). 

4.4.1 Die gesetzlichen Bestimmungen zum Strafantrag in Art. 30-33 StGB enthalten keine Bestim-
mungen, wonach ein gültig gestellter Strafantrag beim Eintreten gewisser äusserer Einflüsse 
automatisch ungültig wird bzw. dahinfällt. Die gesetzliche Konzeption von Art. 33 StGB legt 
nahe, dass ein gültig gestellter Strafantrag nur dann rechtsunwirksam wird, wenn er vom 
Strafantragssteller zurückgezogen wird. Eine ausdrückliche Willenserklärung des Strafan-
tragsstellers wäre somit gemäss Art. 33 Abs. 1 StGB die Voraussetzung, damit ein Strafan-
trag unwirksam würde. Ein Strafantragsrückzug ist bei natürlichen Personen aber nur solan-
ge möglich, als der Strafantragssteller existiert; stirbt der Strafantragssteller, können seine 
Angehörigen den Strafantrag nicht zurückziehen (BGE 73 IV 74, vgl. Riedo, Basler Kommen-
tar, 4. A. 2019, Art. 33 StGB N. 26; Stoll, Commentaire romand, 2. A. 2021, Art. 30 StGB 
N. 45). Gestützt auf diese gesetzliche Konzeption hat das Bundesgericht festgehalten, dass 
es der Gesetzgeber nicht übersehen habe, was passiere, wenn der Antragssteller sterbe. 
Der Gesetzgeber habe ausdrücklich in aArt. 28 Abs. 4 StGB (heute: Art. 30 Abs. 4 StGB) 

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festgehalten, dass der Tod des Antragsberechtigten nicht mit einem Rückzug des Strafan-
trags gleichzusetzen sei. Es liege mithin keine Lücke im Gesetz vor (BGE 95 IV 161). Ergän-
zend hat das Bundesgericht bei natürlichen Personen festgehalten, dass in strafrechtlicher 
Hinsicht durchaus ein privates Verfolgungsinteresse auch noch nach dem Tod bestehen 
würde und ein solches mithin nicht mit dem Tod ende (BGE 118 IV 319 E. 2). 

4.4.2 Wesentlich ist, dass die S.________ AG vorliegend einen gültigen Strafantrag gestellt hat, 
bevor sie aufgelöst wurde. Ob mit dem späteren Übergang sämtlicher Aktiven und Passiven 
auf die X.________ AG auch das Strafantragsrecht oder das Strafantragsrückzugsrecht 
übergeht, ist folglich irrelevant. Denn zu beurteilen ist nicht die Antragsberechtigung, sondern 
das von den Verteidigungen postulierte, automatische Erlöschen des gültig gestellten Straf-
antrags bei einer Auflösung einer juristischen Person im Rahmen einer Fusion mittels Über-
tragung aller Aktiven und Passiven. Wie das Bundesgericht in BGE 95 IV 161 schlüssig fest-
gehalten hat, geht die gesetzliche Konzeption von einem notwendigen Rückzug des gestell-
ten Strafantrags aus. Den Grundgedanken, dass der Gesetzgeber es übersehen habe, in be-
stimmten Konstellationen ein automatisches Erlöschen bzw. Dahinfallen des Strafantrags 
anzunehmen, hat das Bundesgericht abgelehnt (BGE 95 IV 161). Dieser Gedanke lässt sich 
ohne weiteres auch auf den vorliegenden Fall übertragen. Da es der Gesetzgeber abgelehnt 
hat, bestimmte Gründe für ein automatisches Dahinfallen eines gültigen Strafantrags anzu-
nehmen, muss dieser zwingend nach Art. 33 StGB zurückgezogen werden, damit er unwirk-
sam wird. Dass es dabei Konstellationen gibt, in denen kein Strafantragssteller mehr existiert 
und folglich niemand den gültig gestellten Strafantrag mehr zurückziehen kann, ist dabei we-
der neu noch unbillig. Die gleiche Situation besteht auch bei natürlichen Personen, die ver-
sterben (BGE 73 IV 74).   

4.4.3 Es ist nicht aktenkundig, dass die S.________ AG vor der Fusion oder die X.________ AG 
nach der Fusion erklärt hätten, dass sie den Strafantrag zurückziehen würden. Es trifft auch 
nicht zu, dass die S.________ AG und die X.________ AG mit ihrer Fusion konkludent auf 
den Strafantrag verzichtet oder diesen konkludent zurückgezogen hätten. Vielmehr wurden 
die laufenden Verfahren im Zusammenhang mit dem Anklagesachverhalt analysiert und es 
wurde grundsätzlich entschieden, dass die Stiftung Y.________ bzw. die X.________ AG 
diese weiterführen sollen (vgl. SG GD 7/11). Dieses Festhalten der X.________ AG und der 
S.________ AG am Strafantrag kann auch nicht als rechtmissbräuchlich bezeichnet werden 
(vgl. dazu BGE 106 IV 174). So führte die Fusion der S.________ AG und der X.________ 
AG dazu, dass Letztere mittels Übernahme sämtlicher Aktiven und Passiven die wirtschaftli-
chen Interessen der S.________ AG nahtlos fortführte. Entsprechend besteht deswegen ein 
enger Bezug der X.________ AG zum Anklagesachverhalt. Deswegen ist es nicht stossend 
oder missbräuchlich, dass die beiden Parteien mit der Fusion den Strafantrag nicht zurück-
gezogen haben. Es gibt mithin keinen Grund, gestützt auf das Rechtsmissbrauchsverbot den 
Willen der S.________ AG bzw. der X.________ AG, die Beschuldigten zu bestrafen, zu kor-
rigieren (vgl. Riedo, a.a.O. Art. 30 StGB N. 70). 

4.4.4 Ein gültiger Strafantrag liegt vor. Es besteht somit kein Anlass, die Möglichkeit der Aufhe-
bung der rechtskräftigen Schuldsprüche von B.________ betreffend Verletzung des Ge-
schäfts- und Fabrikationsgeheimnisses gestützt auf Art. 404 Abs. 2 StPO oder Art. 392 
Abs. 1 lit. b StPO näher zu prüfen. 

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II. Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung 

1. Rechtliche Grundlagen 

1.1 Die Vorinstanz legte die rechtlichen Grundlagen des Tatbestands der ungetreuen Geschäfts-
besorgung zutreffend dar (OG GD 1 E. II.1 Ziff. 1.1-1.6 S. 10-13). Sie legte zudem die recht-
lichen Grundlagen zur Gehilfenschaft zutreffend dar (OG GD 1 E. III.1 S. 37). Darauf kann 
verwiesen werden. 

1.2 Soweit erforderlich, erfolgen weitere rechtliche Darlegungen im Rahmen der Subsumption 
des festgestellten Sachverhalts unter das Recht. 

2. Feststellungen zur Stellung von B.________ innerhalb der S.________ AG

2.1 Die S.________ AG betrieb im Tatzeitraum u.a. die T.________-Ärztezentren, darunter das 
T.________-Ärztezentrum an der .________ in L.________ (nachfolgend: T.________). Zum 
Verhältnis der Beschuldigten B.________ zur S.________ AG und zum T.________ ergibt 
sich Folgendes aus den Akten: 

2.2 Gemäss Handelsregister verfügte die S.________ AG im Tatzeitraum über vier Verwaltungs-
räte, darunter den Verwaltungsratspräsidenten Z.________, sowie über mehrere Geschäfts-
leitungsmitglieder, darunter B.________ und die ab dem 29. Mai 2020 neu ernannte Vorsit-
zende der Geschäftsleitung, AA.________. Sämtliche Verwaltungsräte und Geschäftslei-
tungsmitglieder konnten mit Kollektivunterschrift zu zweien für die S.________ AG zeichnen. 
Die S.________ AG verfügte zudem über eine Revisionsstelle (act. 20/1/7). 

2.3 Die S.________ AG hat ihr Organisationsreglement vom 27. November 2019 zu den Akten 
gereicht, welches das alte Organisationsreglement aus dem Jahr 2011 ersetzte. Das Organi-
sationsreglement ist durch den Verwaltungsratspräsidenten und ein weiteres Mitglied des 
Verwaltungsrats der S.________ AG unterzeichnet, weswegen an der Rechtsgültigkeit des 
Dokuments keine Zweifel bestehen. 

2.3.1 Gemäss den Statuten und dem Organisationsreglement der S.________ AG vom 27. No-
vember 2019 wurde die ständige operative Führung der Geschäfte vom Verwaltungsrat weit-
gehend an die Geschäftsleitung übertragen (act. 20/3/11 Ziff. 2.4; act. 20/3/13 Ziff. 3.2). Die 
Mitglieder der Geschäftsleitung waren für das operative Geschäft der S.________ AG ver-
antwortlich, sofern dies nicht ausdrücklich dem Verwaltungsrat, einem weiteren Organ oder 
einer anderen Stelle zugewiesen war (act. 20/3/14 Ziff. 3.2 Abs. 2). 

2.3.2 Insbesondere fielen gemäss dem Organisationsreglement in den Aufgabenbereich der Ge-
schäftsleitung 

(1.) die Erarbeitung der langfristigen Ziele und Strategien für die Gesellschaft (zu Handen 
des Verwaltungsrats), 

(2.) das Festlegen einer zweckmässigen und effizienten Organisation der untergebenen Stel-
len, 

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(3.) die Führung der Geschäfte im Sinne der Gesellschaftsziele, insbesondere hinsichtlich ei-
nes nachhaltigen Umgangs mit den Finanzen, den Mitarbeitenden, den Kunden und den Sta-
keholdern, 

(4.) die Sicherstellung der personellen, sachlichen und finanziellen Mittel sowie deren Orga-
nisation für die Erreichung der Unternehmensziele, 

(5.) die Entwicklung, regelmässige Überprüfung und bei Bedarf Anpassung des Risikomana-
gements und des internen Kontrollsystems, 

(6.) die Sicherstellung eines wirksamen und zielgerichteten Prozess- und Qualitätsmanage-
ments über die Geschäftsprozesse, 

(7.) zahlreiche Reporting-Obliegenheiten gegenüber dem Verwaltungsrat,  

(8.) die Vorbereitung von Budget und Jahresrechnung zu Handen des Verwaltungsrats, 

(9.) die Erstellung und Überwachung der Einhaltung der Ziele, der Mittelfristplanung, des 
Budgets und das Ergreifen der erforderlichen Massnahmen bei Abweichungen, sowie 

(10.) weitere Planungs- und Kontrollaufgaben betreffend Geschäftsverlauf, ordnungsgemäs-
se Buchführung und Anlage und Bewirtschaftung von Finanzmitteln (act. 20/3/14). 

2.3.3 Die Mitglieder der Geschäftsleitung waren für diese ihnen gemäss dem Organisationsregle-
ment übertragenen Funktionen verantwortlich, wobei sie diese im Hinblick auf die Gesamtin-
teressen der Gesellschaft auszuüben hatten (act. 20/3/15 Ziff. 3.4 Abs. 2). Es sind keine 
Hinweise aktenkundig, wonach diese Funktionen weiter, bspw. mittels eines Geschäftslei-
tungsreglements, unter den Geschäftsleitungsmitgliedern aufgeteilt wurden. Mithin war die 
Geschäftsleitung kollektiv im Sinne der genannten Pflichten verantwortlich. Insbesondere war 
die Zuständigkeit von B.________ als Geschäftsleitungsmitglied im Alltagsgeschäft keines-
wegs auf medizinische Angelegenheiten begrenzt (vgl. unten, E. II.2. Ziff. 2.7).

2.4 Gemäss dem Arbeitsvertrag vom 20. Oktober 2014 war B.________ bei der S.________ AG 
als medizinische Leiterin Gesundheitszentren und Mitglied der Geschäftsführung der 
S.________ AG mit Arbeitsort in L.________ angestellt (act. 20/1/9). Entsprechend war sie 
auch als Mitglied der Geschäftsleitung mit Kollektivunterschrift zu zweien im Handelsregister 
eingetragen (act. 10/36/R; act. 20/1/6). Die Funktion als medizinische Leiterin der Gesund-
heitszentren umfasste die Führung aller anderen Leiter der Ärztezentren, die Mitarbeit beim 
Strategie-, Planungs- und Budgetprozess, die Etablierung von unternehmensweiten 
Führungsprozessen, die Zielvereinbarung und -überprüfung sowie fachliche Aspekte des 
Einkaufs des medizinischen Materials (act. 20/4/11). 

2.5 Zusätzlich zur Aufgabe als medizinische Leiterin der Gesundheitszentren und Geschäftslei-
tungsmitglied der S.________ AG war B.________ Zentrumsleiterin von T.________ (act. 
21/25 Ziff. 3). 

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2.5.1 Im Organigramm von T.________ vom 5. Juni 2020 wurde B.________ als Leiterin des Ärz-
tezentrums aufgeführt. Auch in der Verfügung der Gesundheitsdirektion des Kantons Zug 
vom 5. Oktober 2011 wurde B.________ als verantwortliche Person von T.________ ver-
merkt (act. 20/2/6). Neben der Beschuldigten arbeiteten gemäss dem genannten Organi-
gramm 15 Ärztinnen und Ärzte, eine Fachpsychologin, vier Physiotherapeuten und Physio-
therapeutinnen, drei Lernende sowie zehn medizinische Praxisassistentinnen (MPA) bei 
T.________ (act. 20/1/44). 

2.5.2 T.________ war nach ISO-Standards organisiert und verfügte deswegen über eine detaillier-
te Aufstellung der internen Verantwortlichkeiten gemäss dem Qualitätssicherungshandbuch. 
Demnach sind die T.________-Ärztezentren L.________ und D.________ in der Betriebs-
führung eigenständig (act. 20/4/6). Die Zentrumsleitung ist für die Führung von T.________ 
zuständig (act. 20/4/8). Der jeweiligen Zentrumsleitung obliegt die Umsetzung der Visionen 
und des Leitbildes, insbesondere hinsichtlich 

(1.) der guten medizinischen Betreuung der Patientinnen und Patienten, 

(2.) der personellen Führung mittels eines partizipativen Führungsstils mit dem Ziel, motivier-
te, kompetente, leistungsfähige und zufriedene Teams zu bilden und weiterzuentwickeln, so-
wie 

(3.) eines effizienten operativen Betriebs nach Massgabe der Jahresziele, des Budgets und 
der zentralen Prozesse. 

Die Zentrumsleitung wird dabei durch die Administration der S.________ AG in der 
.________ Zentrale unterstützt (act. 20/4/11). 

2.5.3 Gemäss dem Qualitätssicherungshandbuch ist die Zentrumsleitung zudem, neben dem vor-
liegend nicht relevanten medizinischen Qualitätsmanagement, verantwortlich für die fachliche 
und personelle Führung des Ärztezentrums. Die Zentrumsleitung (1.) führt die Mitarbeitenden 
mittels Zielvereinbarung- und -überprüfung sowie periodischen Mitarbeitergesprächen, 
(2.) sorgt für die Teambildung und -entwicklung, (3.) ist für die Personaleinsatzplanung sowie 
die Weiterbildung verantwortlich, (4.) fällt den Einstellungsentscheid der neuen Mitarbeiten-
den, (5.) ist zusammen mit der Personalleitung zuständig für Lohnanpassungen und Gratifi-
kationen und (6.) kann zusammen mit dem Geschäftsführer Entlassungen der Mitarbeitenden 
aussprechen (act. 20/4/12). 

2.5.4 Im Abschnitt 2.1 des Qualitätssicherungshandbuchs wurden die Prozesse im Umgang mit 
den Mitarbeitenden detailliert geregelt. Bei den entsprechenden Schritten bei Einstellung, 
Führung und Personalberatung wurden die Zentrumsleitung und die leitende medizinische 
Praxisassistentin als die prozessverantwortlichen Personen (sog. Prozesseigner) genannt. 
Die Personalabteilung der Zentrale der S.________ AG in C.________ nimmt dabei unter-
stützende Schritte vor. Einzig bei einer Änderung des Arbeitspensums der Mitarbeitenden 
(act. 20/4/24) und bei Einstellungen (act. 20/4/22 Ziff. 2.1.01) war bei Personalgeschäften 
zusätzlich die Zustimmung der Geschäftsleitung der S.________ AG erforderlich. 

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2.6 Neben den Funktionen als Geschäftsleitungsmitglied, medizinische Leiterin der Gesundheits-
zentren und Zentrumsleiterin von T.________ war B.________ bei T.________ als Hausärz-
tin tätig (act. 21/25 Ziff. 2). 

2.7 B.________ war auch effektiv in die Geschäftsleitung der S.________ AG eingebunden, in-
dem sie im Rahmen der verfolgten Geschäftsstrategie wesentliche Verträge mitunterzeichne-
te. So war die Beschuldigte B.________ organisatorisch in die diversen Übernahmen von 
Arztpraxen durch die S.________ AG involviert, indem sie die entsprechenden Übernahme-
verträge (act. 20/1/63 ff.; act. 20/1/10 ff.; act. 20/2/80 ff.) und – wo notwendig – auch die ent-
sprechenden Mietverträge mitunterzeichnete (act. 20/2/173 ff.). Beispielsweise erwarb die 
S.________ AG, vertreten durch B.________ und J.________, von der AB.________ AG, 
vertreten durch H.________ und AC.________, per 1. Juli 2019 die Praxisräumlichkeiten des 
Ärztezentrums AD.________ (act. 20/1/63). Darüber hinaus leistete sie auch Unterstüt-
zungsarbeiten bei ärztlich-fachspezifischen Vertragsarbeiten der S.________ AG (act. 
20/2/47 ff.), wobei sie entsprechende Kooperationsvereinbarungen mitunterzeichnete (act. 
20/2/53 ff.). Sie erteilte ferner im Rahmen ihrer Kollektivzeichnungsberechtigung für die 
S.________ AG E-Banking-Zugriffe auf Bankkonten (act. 20/3/57 ff.). B.________ hatte als 
Geschäftsleitungsmitglied der S.________ AG Zugang zu vertraulichen Geschäftsdaten (act. 
20/1/160). Als Zentrumsleiterin von T.________ hatte B.________ überdies Zugang zu ver-
traulichen Geschäftsunterlagen der Betriebseinheit T.________ wie bspw. Unterlagen betref-
fend Budget, Erfolgsrechnungen, Umsatzzahlen der angestellten Hausärzte etc. (act. 20/1/72 
ff.; act. 20/1/131 ff.).

2.8 Ferner gibt es keine Hinweise, dass B.________ ihre Verantwortung als Leiterin der Be-
triebseinheit T.________ nicht so wahrgenommen hätte, wie dies im Qualitätssicherungs-
handbuch detailliert umschrieben war. Im Rahmen ihrer Geschäftsleitungsaufgaben war 
B.________ für die Prüfung, Auswahl und Rekrutierung von Hausärzten als Personal sowohl 
für die S.________ AG wie auch das Ärztezentrum T.________ verantwortlich, wobei sie auf 
die administrative Unterstützung durch die Personalabteilung zurückgreifen konnte (vgl. act. 
20/1/67 [Anstellung Facharzt]; act. 20/2/26 ff. [Anstellung Assistenzärztin]; act. 20/3/20 ff. 
[Mitunterzeichnung Anstellungsverträge]). So ergibt sich zumindest aus dem E-Mail vom 
28. September 2019, dass B.________ der Personalleitung den Auftrag gab, einer Assis-
tenzärztin einen befristeten Arbeitsvertrag auszustellen. B.________ führte ferner die Team-
sitzungen nach den Vorgaben der Leitung der S.________ AG (act. 20/1/150 f.). B.________ 
war verantwortlich für die Kontrolle der Arbeitsstunden der Mitarbeitenden (act. 20/3/19; act. 
20/3/33), bestimmte deren Arbeitsmodalitäten (act. 20/3/27) und war Entscheidinstanz für die 
administrativen Belange des Tagesgeschäfts des T.________ (act. 20/3/31). 

2.9 B.________ verweigerte an der Einvernahme vom 24. Februar 2021 die Aussage zu ihrer 
Funktion innerhalb der S.________ AG bzw. dem T.________ (act. 21/1 Ziff. 4). In der Ein-
vernahme vom 28. Mai 2021 führte sie aus, sie sei nie Geschäftsführerin gewesen. Sie sei 
Filialleiterin gewesen. Die finanziellen Kompetenzen seien definiert gewesen, sie habe etwas 
beantragen müssen und der Antrag sei an die Entscheidungsträger gegangen (act. 21/25 
Ziff. 3). Sie führte zudem aus, dass die Rolle bei allen Filialleitern gleich gewesen sei (act. 
21/37 Ziff. 70). An der Berufungsverhandlung führte B.________ aus, dass sie ihre Zeit im 
Umfang von ca. 10-20 % für die Tätigkeit als Geschäftsleitungsmitglied und medizinische Lei-
tung der Ärztezentren aufwendete. Im Umfang von ca. 20 % sei sie für die Organisation von 

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T.________ tätig gewesen. Im restlichen Umfang habe sie als Hausärztin gearbeitet. Als Ge-
schäftsleitungsmitglied sei von ihr der medizinische Input gefragt gewesen. Als Zentrumslei-
terin von T.________ habe sie sich um die Organisation gekümmert, dass die Abläufe klap-
pen, dass das Qualitätsmanagement stimme (OG GD 9/1 Ziff. 89 ff.). Das Qualitätssiche-
rungshandbuch kenne sie, dieses sei in den Praxen verfasst worden. Dieses sei im Grossen 
und Ganzen so praktiziert worden. Ein Zentrumsleiter habe niemanden alleine entlassen 
können. Einstellungen seien meistens vordiskutiert worden und dann habe die Personalabtei-
lung in C.________ das Inserat gemacht. Der Geschäftsführer sei im Einstellungsprozess in-
volviert gewesen, bspw. habe sie einen Antrag gemacht und mitgeteilt, sie möchte am liebs-
ten einen bestimmten Bewerber einstellen (OG GG 9/1 Ziff. 97-98). Der Geschäftsführer sei 
ca. einmal pro Monat in den Zentren vorbeigekommen (OG GD 9/1 Ziff. 100).  

2.10 Werden die Beweismittel gesamthaft gewürdigt, verfügte B.________ aufgrund ihrer Vier-
fachfunktion (d.h. [1.] Geschäftsleitungsmitglied S.________ AG; [2.] medizinische Leiterin 
aller Gesundheitszentren; [3.] Zentrumsleiterin T.________; und [4.] langjährige Hausärztin 
beim T.________) über eine besondere Stellung sowohl innerhalb der S.________ AG wie 
auch innerhalb des Ärztezentrums T.________. Als Mitglied der Geschäftsleitung war 
B.________ zusammen mit den anderen Geschäftsleitungsmitgliedern für die operativen Ge-
schäfte der S.________ AG, wie im Organisationsreglement dargelegt, verantwortlich. Als 
medizinische Leiterin beaufsichtigte sie zudem in medizinisch-fachlicher Hinsicht die anderen 
Leiter der diversen T.________-Ärztezentren. Als Zentrumsleiterin von T.________ war 
B.________ ausserdem für das operative Tagesgeschäft des Ärztezentrums in administrati-
ver und personeller Hinsicht verantwortlich. Diese Verantwortung musste B.________ als 
Zentrumsleiterin gemäss dem Qualitätssicherungshandbuch weitgehend eigenständig wahr-
nehmen (act. 20/4/6). Der Aufgabenbereich von B.________ war in personeller Hinsicht bei 
(1.) Gratifikationen, (2.) der Auszahlung von Überstunden, (3.) bei Änderungen der Arbeits-
pensen, (4.) bei Einstellungen und bei (5.) Entlassungen eingeschränkt, da diese Entschei-
dungen zusammen mit der Personalabteilung in der Zentrale in C.________ gefällt werden 
mussten oder teilweise der (formellen) Zustimmung des Geschäftsführers unterlagen. Zu-
mindest die Personalabteilung war indessen dem Geschäftsleitungsmitglied B.________ in 
funktioneller Hinsicht nicht übergeordnet. Ferner leistete die Personalabteilung teilweise ad-
ministrative Unterstützung bei der Personalgewinnung, der Einführung neuer Mitarbeitenden, 
der Personalberatung und den Auszahlungen der Löhne. 

2.11 B.________ nahm diese Verantwortung im Bereich der Personalführung auch faktisch weit-
gehend eigenständig war, was sich daraus ergibt, dass sie das Personal mittels Zielvereinba-
rungen und Zielüberprüfungen führte und das Personal von T.________ nach innen und 
nach aussen vertrat. Sie hatte mithin sowohl rechtlich (gemäss den Richtlinien im internen 
Qualitätssicherungshandbuch) wie auch faktisch eine weitgehende Gestaltungsfreiheit, was 
die personelle Führung von T.________ vor Ort anbelangte, während ihre Befugnisse in fi-
nanziellen und strategischen Angelegenheiten (und damit zusammenhängenden personellen 
Fragen wie bspw. Entlassungen und Einstellungen) indessen regelmässig von der Zustim-
mung weiterer Personen bei der S.________ AG abhingen. 

2.12 In betrieblicher Hinsicht nehmen die personellen Aspekte bei einem Ärztezentrum eine zen-
trale Rolle ein. So generierte das T.________ als Teil der S.________ AG seine Erträge 
weitgehend aus den individuellen Leistungen der dort angestellten Hausärzte und dem ent-

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sprechenden Unterstützungspersonal (act. 20/6/1 ff.). Der Beruf des Hausarztes ist zudem 
aufgrund des inhärenten Vertrauensverhältnisses zwischen Arzt und Patient immer noch 
überwiegend an wiederkehrende Patientinnen und Patienten gebunden, weswegen die Fort-
dauer der Arbeitsverhältnisse der angestellten Hausärztinnen und Hausärzte beim 
T.________ unmittelbar einen Einfluss auf die Ertragsfähigkeit betriebenen Gewerbes hatte. 
Diese betriebswirtschaftliche Besonderheit, wonach die Kunden an die Mitarbeitenden des 
T.________ gebunden waren und nicht an die Produkte, eine Marke oder an eine Firma, und 
damit ein direkter Zusammenhang mit den Angestellten und den erwirtschafteten Betriebser-
trägen bestand, war folgerichtig auch ein Grundpfeiler der Abwerbestrategie der Beschuldig-
ten (vgl. act. 25/230, H.________: "[…] In Anbetracht, dass die Patienten bei ihrem ange-
stammten Hausarzt bleiben wollen, bzw. zu uns mitziehen werden […]", vgl. auch act. 21/36 
Ziff. 60). Ohne die Hausärzte und die medizinischen Mitarbeitenden war für das T.________ 
die Fortführung eines gewinnträchtigen Gewerbes unmöglich. Ohne Mitarbeitende verfügte 
das T.________ (als Teil der S.________ AG) deswegen über keinen wesentlichen wirt-
schaftlichen Wert (ausser dem Liquidationswert der Einrichtungsgegenstände und der medi-
zinischen Apparaturen und Arzneien). Die Mitarbeitenden waren mithin wirtschaftlich betrach-
tet der zentrale Vermögenswert des S.________-Ärztezentrums T.________, für dessen 
Schutz sowohl die Geschäftsleitung der S.________ AG wie auch die Leitung des entspre-
chenden Ärztezentrums jeweils eigenständig verantwortlich waren.

3. Rechtliche Würdigung der Stellung von B.________ innerhalb der S.________ AG 

3.1 Als Geschäftsführer im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB gilt, wer in tatsächlich oder formell 
selbstständiger und verantwortlicher Stellung im Interesse eines anderen für einen nicht un-
erheblichen Vermögenskomplex zu sorgen hat. Anhaltspunkte für eine hinreichende Selbst-
ständigkeit ergeben sich etwa aus der Unterschriftsberechtigung mit Bezug auf das zu ver-
waltende Vermögen, der Verfügungsberechtigung über Guthaben, der Entscheidungsfreiheit 
über Personal und Sachmittel oder dem Ausmass an Freiheit bei der Organisation der eige-
nen Tätigkeit (Urteile des Bundesgerichts 6B_766/2011 vom 3. Juli 2012 E. 1.1.1 und 
6P.114/2003 vom 7. Januar 2004 E. 8.1). Filialleiter ist dabei eine der Tätigkeitsgruppen, bei 
der eine Geschäftsführerstellung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB grundsätzlich nahe liegt 
(vgl. Niggli, Basler Kommentar, 4. A. 2019, Art. 158 StGB N. 30). Hingegen nicht als Ge-
schäftsführer im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB erscheint in der Regel, wer der ständigen 
Kontrolle und Überwachung eines anderen unterliegt, wer durch Weisungen derart einge-
schränkt ist, dass ihm nur ein sehr begrenzter Handlungsspielraum zur Verfügung steht, oder 
wer lediglich in untergeordneter Stellung bei der Vermögensverwaltung mitwirkt oder als Be-
rater hinzugezogen wird (Urteil des Bundesgerichts 7B_133/2022 vom 14. August 2023 
E. 4.3). 

3.2 Als ein selbstständig zu verwaltender Vermögenskomplex gelten dabei nicht nur Gelder und 
Konten, auf welche der Verwaltungsrat oder der Geschäftsführer eigenständig Zugriff haben, 
sondern bspw. auch 

(1.) gelagerter Käse, verwaltet durch einen für die Lagerung verantwortlichen Käser (BGE 
102 IV 90 E. 1b);

(2.) potenziell gewinnbringende Projekte, verwaltet durch einen Projektleiter einer Filiale im 
Bereich Hoch- und Tiefbau, der entsprechende Projekte eingehen konnte und von sei-

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nem Team als eigentlicher Filialleiter angesehen wurde, obwohl er die Aufträge vor-
gängig oder nachträglich mit seinem Chef besprach (BGE 105 IV 307 E. 2b);

(3.) die Arbeitskraft von Mitarbeitenden, verwaltet durch den Niederlassungsleiter, der die 
Mitarbeitenden schulte und unterstützte und sie dabei für gesellschaftsfremde Aufga-
ben einsetzte (Urteil des Bundesgerichts 6B_931/2008 vom 2. Februar 2009 E. 2.2 
und 4.2); 

(4.) die Arbeitskraft von Universitätsmitarbeitenden sowie die Infrastruktur der Universität, 
verwaltet durch einen Universitätsprofessor als Leiter einer universitären Forschungs-
abteilung, der diese fremden Mittel für die Erledigung von privaten Aufträgen miss-
brauchte (Urteil des Bundesgerichts 6B_164/2010 vom 1. Juni 2010 E. 2.2.1.1 und 
E. 2.3); 

(5.) die Ertragskraft der unterstellten Mitarbeitenden, verwaltet durch den Geschäftsführer, 
der diese missbräuchlich bei einer anderen Gesellschaft anstellte (Urteil des Bundes-
gerichts 6B_644/2018 vom 22. Mai 2019 E. 2.3.2-2.3.4). 

3.3 B.________ war in formeller Hinsicht Mitglied der Geschäftsleitung der S.________ AG. Sie 
war in dieser Funktion im Handelsregister mit Kollektivunterschrift zu zweien eingetragen. 
Der Geschäftsleitung wurden vom Verwaltungsrat der S.________ AG die operativen Ge-
schäftsführungsaufgaben gemäss Art. 717 Abs. 2 OR weitgehend delegiert. Der Aufgabenbe-
reich der Geschäftsleitung umfasste als übergeordnetes Ziel die Sicherstellung der personel-
len, sachlichen und finanziellen Mittel sowie deren Organisation für die Erreichung der Un-
ternehmensziele. Die Geschäftsleitung war für das Erreichen dieses Ziels kollektiv und 
selbstständig verantwortlich. Bei einer kollektiven Geschäftsleitung mit Kollektivunterschrift 
ist dabei nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung die Geschäftsführerstellung im Sinne 
von Art. 158 StGB auf jedes einzelne Mitglied der Geschäftsleitung anwendbar (vgl. BGE 105 
IV 106 E. 2; kritisch u.a.: Niggli, a.a.O., Art. 158 StGB N. 27). Bereits diese Umstände deuten 
auf eine Geschäftsführerstellung von B.________ im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB hin. 
Dass tatsächlich der Verwaltungsratspräsident Z.________ die operativen Geschäfte der 
S.________ AG in Abweichung vom Organisationsreglement eigenverantwortlich bestimmt 
hat, wie der Verteidiger von B.________ noch bei der Vorinstanz ausführte (SE GD 10/6 
Ziff. 25), ist aufgrund der Grösse der Organisation und den diversen Mitgliedern der Ge-
schäftsleitung nicht plausibel. Gesamthaft gewürdigt kommt B.________ aufgrund ihrer Mit-
gliedschaft in der Geschäftsleitung bereits in formeller Hinsicht eine Geschäftsführerstellung 
im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB zu. Denn der Umstand, dass die Geschäftsleitung einem 
Organ mit mehreren Mitgliedern kollektiv übertragen wurde, bedeutet nach der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung nicht, dass deswegen individuell keine selbständigen Verantwort-
lichkeiten im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB mehr bestehen würden (vgl. BGE 105 IV 106 
E. 2: "[…] Il n'y a aucune raison en effet de considérer que seul celui qui jouit 
individuellement d'un pouvoir de disposition autonome peut tomber sous le coup de l'art. 159 
CP, à l'exclusion de ceux qui disposent du même pouvoir collectivement […]"; vgl. bspw. 
auch Urteil des Bundesstrafgerichts SK.2013.30 vom 29. September 2014 E.2.5.2/bb S. 87). 

3.4 Im Sinne einer Eventualerwägung ist bei B.________ zusätzlich auch eine faktische Ge-
schäftsführerstellung zu prüfen. Für eine selbstständige, faktische Geschäftsführerstellung 
von B.________ im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB sprechen die folgenden Umstände: 

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3.4.1 Neben ihrer Funktion als Geschäftsleitungsmitglied war B.________ auch Zentrumsleiterin 
des T.________. Gemäss dem Qualitätssicherungshandbuch war dieses ein weitgehend ei-
genständig arbeitender Betrieb von Hausärzten, Spezialärzten und Unterstützungspersonal. 
Auch in betriebswirtschaftlicher Hinsicht handelte das Ärztezentrum weitgehend eigenstän-
dig. So erstellte es ein eigenes Budget über die jährlichen Ausgaben und es wurde per Ende 
Jahr eine eigenständige Erfolgsrechnung der Betriebseinheit erstellt, welche mit den Budget-
zahlen verglichen wurde (act. 20/6/5-7). Mit anderen Worten handelte es sich beim 
T.________ nicht um einen Betriebsteil, der eine stützende Funktion hatte (bspw. Marketing, 
Forschung, Rechts- und Finanzabteilung etc.), sondern um ein betriebswirtschaftlich ei-
genständiges Profit-Center, welches ein eigenes Budget hatte und selbstständig Buch führte, 
um Gewinne oder Verluste verlässlich zu erfassen. 

3.4.2 B.________ war seit dem Jahr 2002 in der gleichen Arztpraxis, aus der das T.________ her-
vorging, tätig. Ihr wurde von ihrem Arztkollegen Dr. AE.________ attestiert, dass sie eine 
"unglaubliche Erfahrung und Intuition für soziale Situationen und Mitarbeiterführung" habe 
und sie die "wohl wichtigste Person in der Firma" sei (act. 20/2/34). B.________ war mit an-
deren Worten für die Mitarbeitenden von T.________ eine ausgesprochen wichtige 
Führungspersönlichkeit. Wesentlich ist in diesem Zusammenhang auch, dass B.________ 
das "Team in L.________" nicht nur intern leitete, sondern auch dessen Interessen gegenü-
ber der S.________ AG und gegenüber Dritten, bspw. bei Beanstandungen von Patienten, 
eigenständig vertrat (OG GD 9/1 S. 25 Ziff. 95). Auch die Art und Weise, wie B.________ auf 
die Mitarbeitenden von T.________ zuging und diese sukzessive in den Plan einweihte, zur 
Konkurrenz zu wechseln, indiziert ausreichend klar, dass sie in hohem Mass das Vertrauen 
und Ansehen der Mitarbeitenden von T.________ genoss.

3.4.3 B.________ arbeitete als Zentrumsleiterin in der Stadt L.________. Der Hauptsitz und die 
Verwaltungszentrale der S.________ AG, welche diverse Ärztezentren als Betriebseinheiten 
besass, war in C.________ (OG GD 9/1 S. 26 Ziff. 99 ff.). Auch die räumliche Distanz sugge-
riert ein hohes Mass an Selbstständigkeit von der Zentralorganisation, zumal eine dauerhafte 
und enge Überwachung von C.________ aus insbesondere durch die Personalabteilung 
nicht möglich gewesen wäre. 

3.4.4 B.________ war zusätzlich Geschäftsleitungsmitglied. Sie war in funktionell-
organisatorischer Hinsicht ihren Geschäftsleitungskollegen gleichgestellt und hob sich in die-
ser Stellung deutlich von den weiteren Mitarbeitenden von T.________ ab. Sie stand in orga-
nisatorischer Hinsicht über der Leiterin der Personalabteilung, welche sie teilweise bei be-
stimmten Vorgängen fachlich und administrativ unterstützte. Auch diese gehobene Funktion 
deutet auf einen hohen Grad an Selbstständigkeit hin. 

3.4.5 B.________ hatte gemäss dem Qualitätssicherungshandbuch eine wesentliche Verantwor-
tung betreffend die Führung der Mitarbeitenden, welche sie auch effektiv ausübte. Es oblag 
ihr, Zielvereinbarungen und -überprüfungen bezüglich der Mitarbeitenden vorzunehmen, Mit-
arbeitergespräche zu führen, die Personaleinsatzplanung und die Weiterbildungen zu organi-
sieren und neue Mitarbeitende auszuwählen. Dieser Aufgabenbereich deckt eine personelle 
Verantwortung in weiten Teilen ab. Dass die Personalführung u.a. auch Ärztekollegen betraf, 
welche gemäss dem Qualitätssicherungshandbuch mittels eines "partizipativen Führungs-
stils" durch die Zentrumsleitung vorgenommen werden sollte und auch so gelebt wurde (HD 

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4/1/3 Ziff. 9), ändert nichts an der festgelegten Verantwortlichkeit. Denn ein partizipativer 
Führungsstil beinhaltete die Anhörung des Personals bei der Entscheidfällung und nicht eine 
Kollektivverantwortung bei der Personalführung. Folglich war B.________ als Zentrumsleite-
rin eigenständig dafür verantwortlich "[…], motivierte, kompetente, leistungsfähige und zu-
friedene Teams zu bilden und weiterzuentwickeln" (act. 20/4/6), bzw. musste weitgehend 
durch eigenständige Führung und in eigenständiger Verantwortung dafür besorgt sein, dass 
[…] die Praxis funktionierte und rentierte […]" (SE GD 10/6 Ziff. 37). Gerade dieser Verant-
wortungsbereich war hinsichtlich der Pflichtverletzungen im Sinne einer klandestinen und 
feindlichen Übernahme von innen heraus, welche die Staatsanwaltschaft B.________ vor-
wirft, zentral. Die in der Anklageschrift erwähnten Tathandlungen setzten keinen Bankkonto-
zugriff, keine Entlassungen von und auch keine Gratifikationen an Mitarbeitende voraus, 
sondern waren an die führende Stellung von B.________ als Zentrumsleiterin gegenüber 
dem Personal angeknüpft. Es ist deswegen schlüssig, diesen Aufgabenbereichen bei der 
Frage der Geschäftsführerstellung eine besondere Gewichtung zukommen zu lassen. 

3.5 Gegen eine Geschäftsführerstellung von B.________ spricht, dass sie in organisatorischer 
Hinsicht als Geschäftsleitungsmitglied nur eine Kollektivzeichnungsberechtigung verfügte 
und auch in personeller Hinsicht nicht vollumfänglich alleine entscheiden konnte. Der Aufga-
benbereich von B.________ war in personeller Hinsicht wie dargelegt bei Gratifikationen, der 
Auszahlung von Überstunden, bei der Änderung von Arbeitspensen, bei Entlassungen und 
Einstellungen eingeschränkt, da diese Entscheidungen zusammen mit der Personalleitung 
oder mit dem Geschäftsführer ausgesprochen werden mussten. Sie erhielt sodann auch teil-
weise administrative Unterstützung durch die Personalabteilung der S.________ AG. Es 
stellt sich die Frage, ob diese Einschränkungen bei punktuellen Geschäften in ihrer Gesamt-
heit eine wesentliche betriebliche Unterordnung bzw. Überwachung bewirken und die Selbst-
ständigkeit derart erheblich einschränken, dass in rechtlicher Hinsicht nicht mehr von einer 
Geschäftsführerstellung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB gesprochen werden kann. Dabei 
ist wesentlich, dass nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine dauerhafte oder 
ständige Überwachung und Kontrolle erforderlich ist und der Handlungsspielraum stark ein-
geschränkt sein muss, damit eine Person trotz leitender Stellung als untergeordnet und damit 
nicht als Geschäftsführer im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB qualifiziert werden kann. Die ge-
nannten punktuellen Einschränkungen berührten insbesondere das Tagesgeschäft der Per-
sonalführung bzw. des Personalmanagements, welches B.________ als Zentrumsleiterin 
ausübte, kaum. Insgesamt sind die genannten Einschränkungen zwar nicht unerheblich, 
können aber den Umstand, dass B.________ beim T.________ wie auch bei der 
S.________ AG gesamthaft gewürdigt hinsichtlich des Personals (und folglich auch hinsicht-
lich der Erträge, welche das Personal erwirtschaftete) eine zentrale Rolle einnahm, nicht 
aufwiegen. Grundsätzlich wäre B.________ damit als faktische Geschäftsführerin nach 
Art. 158 Ziff. 1 StGB zu qualifizieren.    

3.6 Die Hinweise der Verteidiger auf Urteile des Bundesgerichts sind nicht geeignet, die Ge-
schäftsführerstellung von B.________ zu verneinen. 

3.6.1 Im von der Verteidigung von B.________ zitierten Bundesgerichtsentscheid BGE 95 IV 66 
ging es darum, dass der vorgesetzte Direktor im Betrieb des Beschuldigten "alles unter-
schrieb, was ihm dieser vorlegte" (BGE 95 IV 65 E. 1), weswegen beim Beschuldigten eine 
selbständige Geschäftsführerstellung verneint wurde und das Bundesgericht stattdessen den 

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Tatbestand des Betrugs als erfüllt erachtete. Diese Konstellation ist mit dem vorliegenden 
Fall nicht vergleichbar, denn die Beschuldigte B.________ handelte heimlich und legte ihre 
Kooperation mit der Konkurrentin V.________ AG gegenüber der S.________ AG nicht of-
fen, so dass diese nicht genehmigt werden konnte. Es war mithin vorliegend zur Tatbege-
hung nicht notwendig, aktiv zu täuschen, weswegen sich vorliegend auch keine Abgren-
zungsfragen zum Betrugstatbestand stellen. Zudem ist nicht erkennbar, dass B.________ im 
Personalbereich von der Zentrale in C.________ aus ständig beaufsichtigt worden wäre. So 
war es im erwähnten Bundesgerichtsentscheid wesentlich, dass der vorgesetzte Direktor 
zumindest formell sämtlichen Handlungen des Täters zustimmen musste und damit eine 
Täuschung für etwaige kriminelle Handlungen notwendig wurde. 

3.6.2 Dass die organisatorisch an B.________ übertragene Verwaltung eines Vermögenskomple-
xes nicht auf Geldmittel (bspw. Bankkonten, Budget etc.) ausgerichtet war und die ei-
genständige Budgetverantwortung bei Anschaffungen begrenzt war (vgl. SE GD 10/2 S. 11), 
erscheint vorliegend nicht von besonderer Bedeutung. Wesentlich für eine Schädigung der 
S.________ AG war der Verlust der Angestellten bzw. der damit verbundenen Ertragsquel-
len. So rechneten die Beschuldigten fest damit, dass der Wechsel der medizinischen Mitar-
beitenden von T.________ automatisch auch einen Wechsel der Patienten als Ertragsquel-
len zur V.________ AG bedeutete (vgl. act. 25/230, H.________: "[…] In Anbetracht, dass 
die Patienten bei ihrem angestammten Hausarzt bleiben wollen, bzw. zu uns mitziehen wer-
den […]"). 

Diesbezüglich erscheinen die Erwägungen des Bundesgerichts im Urteil 6B_644/2018 vom 
22. Mai 2019 E. 2.3.2-2.3.4 als einschlägig. Es ging in diesem Fall um ein Dienstleistungsun-
ternehmen, bei dem Kunden primär die Dienstleistungen eines bestimmten Mitarbeitenden 
einkauften. Die erbrachte Dienstleistung war stark personengebunden und die entsprechen-
den Mitarbeitenden waren somit – wie im vorliegenden Fall die Hausärzte – als Humankapital 
für die Ertragsgenerierung in betrieblicher Hinsicht entscheidend. Der Beschuldigte im Ver-
fahren 6B_644/2018 war Geschäftsführer der Gesellschaft, wobei er aus administrativen 
Gründen angepasste Arbeitsverträge mit den Angestellten abschliessen musste. Aus diesem 
Grund vereinbarte er, dass der Verwaltungsrat den Angestellten Kündigungen ausstellen 
würde und er diese mit abgeänderten Anstellungsbedingungen neu anstellen werde. Der Be-
schuldigte im genannten Verfahren tat dies nicht, sondern warb die entlassenen Mitarbeiten-
den während der Neuanstellungsphase ab und stellte diese bei einer von ihm teilweise kon-
trollierten Konkurrenzgesellschaft an. 

Wie die Verteidigung von B.________ richtig aufzeigt, war der Täter im Verfahren 
6B_644/2018 Geschäftsführer mit Einzelunterschrift. Dies war indessen weder für die Basler 
Vorinstanz noch für das Bundesgericht von ausschlaggebender Bedeutung, zumal die Frage 
nach der formellen Geschäftsführerstellung offengelassen wurde. Wesentlich war, dass der 
Täter im Verfahren 6B_644/2018 als ein faktisches Organ im Personalbereich "über weitge-
hende Kompetenzen und Entscheidungsbefugnisse verfügte und nicht etwa der ständigen 
Überwachung seiner Vorgesetzten unterlag" (Urteil des Bundesgerichts 6B_644/2018 vom 
22. Mai 2019 E. 2.3.4). So war die Einzelunterschrift des Täters im genannten Verfahren 
nicht von Bedeutung, da der Täter für seine vermögensschädigenden Handlungen zum 
Nachteil der Gesellschaft keiner Einzelunterschrift bedurfte. Entscheidend war, dass er als 

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Teamleiter seine Angestellten unabhängig führte und diese in dieser Funktion auch beein-
flussen konnte. 

3.6.3 Auch im Bundesgerichtsurteil 6B_931/2008 vom 2. Februar 2009 E. 2.2 wurde ein Niederlas-
sungsleiter als Geschäftsführer im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB qualifiziert. Als Leiter der 
Zweigniederlassung sei es seine Aufgabe gewesen, die Vermögensinteressen der Gesell-
schaft zu wahren. Er habe als Zweigniederlassungsleiter die Macht über die Produktionsmit-
tel und die Mitarbeitenden gehabt, da er diese einstellte, ihnen beistand und sie ausbilden 
musste. Auch in diesem Fall stand die Führungsverantwortung im Zentrum; die Zeichnungs-
berechtigung gemäss Handelsregister weder für die Tathandlungen noch für die Qualifikation 
des Täters als faktischer Geschäftsführer von Bedeutung. 

3.7 Zusammenfassend war B.________ als Zentrumsleiterin von T.________ die Verantwortung 
für die Filiale in L.________ auferlegt, d.h. die faktische, weitgehend selbständige operative 
Verantwortung, dass "[…] die Praxis funktionierte und rentierte […]" (SE GD 10/6 Ziff. 37). 
Sie war mit anderen Worten im personellen Bereich die "Team- oder Filialleiterin". Da die 
Praxis ohne Mitarbeitende nicht funktionieren und rentieren konnte, war die Aufgabe als Zen-
trumsleiterin vor Ort betrieblich zentral für die Profitabilität von T.________ als Betriebsein-
heit der S.________ AG. Wie festgestellt, war diese betriebliche Verantwortung B.________ 
als Zentrumsleiterin vor Ort durch das Qualitätssicherungshandbuch übertragen worden und 
sie übte diese im Alltag auch entsprechend eigenverantwortlich aus, indem sie die Mitarbei-
tenden auswählte, personell führte, beaufsichtigte und kontrollierte. Es oblag ihr aufgrund der 
arbeitsrechtlichen Treuepflicht als Team- und Zentrumsleiterin vor Ort, Unzufriedenheit im 
Team betrieblich zu adressieren, anstatt den Weggang des Teams zusammen mit der Kon-
kurrenz zu planen und zu orchestrieren. Deswegen ist B.________, neben ihrer formellen 
Geschäftsführerstellung (vgl. E. II.2. Ziff. 3.3), im Sinne einer Eventualerwägung auch als 
faktische Geschäftsführerin im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB zu qualifizieren. 

3.8 Die Verteidigung von H.________ wendete ein, dass der von der Staatsanwaltschaft und der 
Vorinstanz verwendete Begriff "Humankapital" kein Vermögenswert sei, welcher von Art. 158 
Ziff. 1 StGB bzw. vom Vermögensstrafrecht generell geschützt werde. Das Humankapital 
könne folglich einer Geschäftsführerin nicht im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB zur Verwal-
tung anvertraut werden (OG GD 9/1/3 Ziff. 15 f.). 

3.8.1 Als Vermögen muss in wirtschaftlicher Hinsicht alles definiert werden, was Gegenstand des 
Rechtsgeschäfts "Tausch gegen Geld" sein kann (vgl. Niggli/Maeder, Basler Kommentar, 
4. A. 2019, Art. 146 StGB N. 24). Es besteht mithin aus der Summe aller geldwerten Güter. 
Strafrechtlich relevant sind im Sinne des juristisch-wirtschaftlichen Vermögensbegriffs dieje-
nigen wirtschaftlichen Werte, welche rechtlich geschützt sind. Mithin setzt sich das Vermögen 
aus der Summe der rechtlich geschützten wirtschaftlichen Werte zusammen bzw. es muss 
sich um geldwerte Positionen handeln, deren Realisierung zivilrechtlich geschützt ist (BGE 
147 IV 73 E. 6.2). Die Arbeitskraft der Mitarbeitenden ist somit, sofern sie rechtsgültig ver-
einbart wurde, ein Teil des strafrechtlich geschützten Vermögens (vgl. Niggli/Maeder, a.a.O., 
Art. 146 StGB N. 35). 

3.8.2 Humankapital (bzw. "Human Capital") wird in der betriebswirtschaftlichen Lehre als das auf 
Ausbildung und Erziehung beruhende Leistungspotenzial der Arbeitskräfte definiert. Der Be-

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griff erkläre sich aus den zur Ausbildung dieser Fähigkeiten erforderlichen hohen finanziellen 
Aufwendungen und der damit geschaffenen Ertragskraft. Das Humankapital hängt damit mit 
anderen Worten mit der zukünftigen Ertragsfähigkeit eines Betriebs zusammen (vgl. Gabler 
Online-Wirtschaftslexikon, <https:/wirtschaftslexikon.gabler.de>; Suchbegriff: "Humankapital"; 
Beitrag von Michael Horvath, Technische Universität München [besucht am: 8. April 2024]). 

3.8.3 Wie festgestellt, erbrachten die Hausärzte und die weiteren Mitarbeitenden im Rahmen eines 
Ärztezentrums personalisierte Dienstleistungen zu Gunsten von Patientinnen und Patienten, 
deren Zahlungen (inkl. die Zahlungen derer Krankenkassen und Versicherungen) die Be-
triebserträge der Betriebseinheit T.________ generierten. Die Dienstleistungen zeichneten 
sich durch eine hohe Bindung der Dienstleistungskonsumenten an die Dienstleistungserbrin-
ger aus. Folglich waren die einzelnen Ärztinnen und Ärzte wie auch die Gesamtheit der An-
gestellten wirtschaftlich betrachtet der zentrale Faktor für die Ertragsfähigkeit von 
T.________ als Betriebseinheit der S.________ AG. Aufgrund des Einflusses auf zukünftige 
Erträge verfügte das immaterielle Humankapital von T.________ über einen greifbaren wirt-
schaftlichen Wert. So ergeben sich auch aus den aktenkundigen Arztpraxen-
Verkaufsverträge, dass diese als Betriebseinheit mit oder ohne Personal (vgl. Art. 333 Abs. 1 
OR) sowie mit oder ohne Mietvertrag gegen eine Geldleistung übertragen wurden (bspw. act. 
20/1/63 ff.). Bei dieser Transaktionsart dürfte wohl der Patientenstamm der Ärztinnen und 
Ärzte als zukünftige Ertragsquelle bei der Wertbestimmung im Vordergrund stehen (OG GD 
9/1 S. 7 Ziff. 27). T.________ konnte mit anderen Worten mitsamt den Angestellten (die im 
Gegenzug indessen gemäss Art. 333 Abs. 1 OR ein Kündigungsrecht erhielten) rechtmässig 
als Betriebseinheit von der S.________ AG an Dritte gegen Geld verkauft werden (vgl. dazu 
insb. auch E. II.6). Darüber hinaus wäre es rechtlich zulässig, auch zukünftige Gewinne 
durch Abtretung zu verkaufen oder sonstwie wirtschaftlich zu verwerten. Gesamthaft gewür-
digt kommt vorliegend den Mitarbeitenden von T.________ bzw. deren Ertragspotenzial ein 
bedeutender wirtschaftlicher Wert zu. 

3.8.4 Dieser wirtschaftliche Wert wird auch von der Schweizer Rechtsordnung geschützt. So ge-
ben die unbefristeten Arbeitsverträge der S.________ AG einen zivilrechtlichen Anspruch auf 
die Arbeitskraft ihrer Mitarbeitenden (Art. 321 OR). Diese Verträge bleiben grundsätzlich 
auch bei einem Verkauf einer Betriebseinheit weiterhin gültig (Art. 333 Abs. 1 OR). Ferner 
schützt die arbeitsrechtliche Treuepflicht die S.________ AG davor, dass ihre Mitarbeiten-
den, wie vorliegend, durch andere Angestellte abgeworben werden (Art. 321a Abs. 1 und 3 
OR). Darüber hinaus ist es nach Schweizer Recht auch zulässig, unter bestimmten Umstän-
den Konkurrenz- und Abwerbeverbote und dergleichen zu vereinbaren (Art. 340 Abs. 1 OR). 
Andererseits hat die S.________ AG als Eigentümerin der Betriebseinheit T.________ einen 
Anspruch auf die Erträge, welche diese Betriebseinheit mit den personalisierten Dienstleis-
tungen ihrer Mitarbeitenden generiert. 

3.8.5 Es bestehen mithin keine sachlichen Gründe, welche gegen eine Qualifikation der Arbeits-
kraft bzw. des kollektiven Ertragspotenzials der Mitarbeitenden im vorliegenden Fall als wirt-
schaftlich-juristischen Vermögenswert sprechen. So hat auch das Bundesgericht in mehreren 
Fällen, jedoch ohne vertiefte Begründung, den geschäftsfremden Missbrauch der Arbeits- 
und Ertragskraft von Mitarbeitenden als von Art. 158 Ziff. 1 StGB geschützter Vermögenswert 
der Gesellschaft anerkannt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_931/2008 vom 2. Februar 
2009 E. 2.2 und 4.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_164/2010 vom 1. Juni 2010 E. 2.2.1.1 und 

Seite 27/74

E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts 6B_644/2018 vom 22. Mai 2019 E. 2.3.2-2.3.4). 

4. Feststellungen und rechtliche Würdigung zu den Pflichtverletzungen 

4.1 Im Zusammenhang mit den Vorgängen rund um den Abgang des Personals des T.________ 
kann auf die zutreffende Aufstellung der Beweismittel durch die Vorinstanz, insbesondere die 
entsprechenden aktenkundigen E-Mails und Dokumente (OG GD 1 E. II.3. Ziff. 3.2.1-3.2.8 
S. 15-24), sowie die Aussagen der Beschuldigten B.________ und H.________ (OG GD 1 
E. II.3. Ziff. 3.2.9-3.2.10 S. 24-28) verwiesen werden. Insbesondere der äussere Ablauf, wie 
er sich aus den aktenkundigen Beweismitteln ergibt, wird von den Parteien im Wesentlichen 
nicht in Abrede gestellt. 

4.2 B.________ war wie dargelegt im gesamten Tatzeitraum bei der S.________ AG als 
Hausärztin wie auch in leitender Stellung tätig. H.________ war im Tatzeitraum als Mitglied 
des Verwaltungsrats der V.________ AG mit Sitz in AF.________ tätig. Aus dem Gesell-
schaftszweck wie auch bereits aus der Firmenbezeichnung ergibt sich, dass die V.________ 
AG diverse Ärztezentren betrieb und mithin in wirtschaftlicher Hinsicht eine direkte Konkur-
rentin der S.________ AG war. 

4.3 Aufgrund der aktenkundigen E-Mails ist erstellt, dass B.________ bereits seit einem unbe-
kannten Zeitpunkt vor November 2019 mit H.________ von der Konkurrentin V.________ AG 
in Kontakt stand (act. 25/77) und sie gemeinsam planten, einzelne Ärzte und Therapeuten 
des T.________ zu Gunsten der V.________ AG abzuwerben (act. 25/82; act. 25/86 f.).  

4.4 Am 7. Januar 2020 fand im AG.________ Hotel in L.________ ein Treffen der drei Beschul-
digten statt (act. 25/87). An diesem Treffen wurde zwischen den drei Beschuldigten ein kon-
kreter Handlungsplan vereinbart, welcher als geheimes Ziel die Übernahme des medizini-
schen Personals von T.________ vorsah 

(vgl. act. 21/6 Ziff. 7; act. 25/73: "[…] Alle Ärztinnen und Ärzte, alle Therapeuten und Thera-
peutinnen und alle MPA werden zu gleichen Konditionen zum 01.02.2021 übernommen […]"; 
nachfolgend: Handlungsplan). 

Nach Möglichkeit sollten neben dem Personal von T.________ auch die bestehenden Praxis-
räume übernommen werden (act. 25/73). 

4.5 Der Handlungsplan sah eine Abwerbung des Personals von T.________ in mehreren Phasen 
vor. 

- In der ersten Phase sollte zuerst der engste Mitarbeiterkreis von T.________ (Fachärz-
te AIM [Allgemeine Innere Medizin], Derma [Dermatologie], Gynä [Gynäkologie] und 
leitende MPA [Medizinische Praxisassistentinnen]) durch B.________ eingeweiht wer-
den. Es sollten bilaterale Gespräche und/oder ein Gruppengespräch der Mitarbeiten-
den des T.________ mit H.________, evtl. unter Beizug der V.________ AG-
Verwaltungsratspräsidentin AC.________ oder J.________ erfolgen. Ferner sollten in 
der ersten Phase bereits Arbeitsplatzbestätigungen (im Sinne von Zusicherungen hin-

Seite 28/74

sichtlich eines Arbeitsvertrags mit V.________ AG) an die Ärzte und MPA des 
T.________ ausgestellt werden, welche zusagten (act. 25/74). 

- In der zweiten Phase war geplant, den durch B.________ informierten Mitarbeiterkreis 
auszuweiten. Es sollten auch die Fachärzte P+P [Psychiatrie], die Psychologin und die 
Physiotherapeuten eingeweiht werden, erneut mit definitiven Entscheidungen für einen 
Stellenwechsel bis am 30. Juni 2020. Erneut sollten bilaterale Gespräche stattfinden 
mitsamt der Vorstellung von H.________ (als Verantwortlicher der V.________ AG), 
evtl. unter Beizug von J.________. Ebenfalls waren Arbeitsplatzbestätigungen der 
V.________ AG vorgesehen (act. 25/74) 

- In der dritten Phase sollte die genannte Vorgehensweise (d.h. [1.] Gespräche mit 
B.________, [2.] Vorstellung H.________ und [3.] Ausstellung von Arbeitsplatzbestäti-
gungen der V.________ AG) auf die weiteren medizinischen Praxisassistentinnen 
ausgeweitet werden.

- In der vierten Phase war vorgesehen, dass die Resultate der geheimen Vorberei-
tungsphasen 1-3 offengelegt werden sollten, indem die Geschäftsleitung der 
S.________ AG über die Kündigung von B.________ und aller weiteren Ärzte und Mit-
arbeitenden des T.________ informiert würde. Gleichzeitig sollte ein Angebot zur 
Übernahme des Mietvertrags sowie des Inventars des T.________ von der 
V.________ AG an die S.________ AG mit einer "Deadline bis am 21. August 2020 
17h00" erfolgen. Falls die S.________ AG das Angebot ablehnen würde, sollten die al-
ternativen Pläne zur Miete von neuen Praxisräumen weiterverfolgt werden (act. 25/73 
f.; act. 21/7 Ziff. 12; act. 21/28 Ziff. 16). 

4.6 Es ist erstellt, dass der Handlungsplan vom 7. Januar 2020 in der Folgezeit bis am 7. Juli 
2020 von den drei Beschuldigten umgesetzt wurde. 

- Am 16. Januar 2020 versendete B.________ umfangreiche Dokumente mit internen 
Budget- und Finanzzahlen der S.________ AG auf ihre private E-Mail-Adresse (act. 
20/1/71 ff.), um diese über J.________ an die V.________ AG weiterzuleiten (act. 
25/99). Am 27. Februar 2020 stellte B.________ an H.________ weitere interne Do-
kumente der S.________ AG zu, so Personal-, Entschädigungs- und Spesenreglemen-
te (act. 25/134). J.________ und H.________ prüften die Dokumente und erarbeiteten 
in der Folgezeit die notwendige Dokumentation (Konzeptbeschrieb etc.) über die wirt-
schaftliche Tragbarkeit, damit der Verwaltungsrat der V.________ AG das Projekt for-
mell genehmigen konnte (vgl. dazu E. III.). 

- Bis am 18. März 2020 informierte B.________ die Ärzte der ersten Phase (Fachärzte 
AIM [Allgemeine Innere Medizin], Derma [Dermatologie], Gynä [Gynäkologie] und lei-
tende MPA [Medizinische Praxisassistentinnen]) über den möglichen Wechsel zur 
V.________ AG. 

- Am 25. März 2020 erfolgte eine Präsentation von B.________, H.________ und 
J.________ vor den Ärztinnen und Ärzten des T.________, bei welcher die 
V.________ AG vorgestellt und die Ausführungsvarianten des Wechsels zur 

Seite 29/74

V.________ AG dargelegt wurden. Es wurde in dieser Präsentation erklärt, es sei in 
Planung, dass das T.________ von der V.________ AG entweder übernommen würde 
und die Geschäftstätigkeit entweder in neuen Räumen in der Stadt L.________ (wobei 
"das ganze Personal […] umzieht") oder in der alten Praxis fortgesetzt würde (act. 
25/143+146; act. 21/10 Ziff. 26). Den teilnehmenden Ärztinnen und Ärzten des 
T.________ wurde in diesem Zusammenhang zugesichert, sie würden von der 
V.________ AG Unterstützung im Falle einer fristlosen Kündigung durch die 
S.________ AG in Form von Übernahme von Anwaltskosten und Lohnausfällen erhal-
ten (act. 25/174). 

- Zwischen dem 27. März 2020 und dem 13. April 2020 teilten alle Ärztinnen und Ärzte 
der ersten Phase mündlich mit, dass sie sich am Projekt beteiligen würden. 
B.________ organisierte dabei die Rücksendung der benötigten Unterlagen durch die 
betroffenen Ärztinnen und Ärzte (act. 25/152 f.). Am 24. April 2020 lagen die mündli-
chen Zusagen der Mediziner vor (act. 25/70 Ziff. 5.2.1). Spätestens ab anfangs Mai 
2020 bestanden konkrete Abmachungen mit den T.________-Ärzten über die zukünfti-
gen Arbeitsverträge mit der V.________ AG (act. 25/174: "[…] Die Hausärzte haben 
sich bereits im April 2020/anfangs Mai 2020 […] auf rechtsgültige Arbeitsverträge mit 
den Ärztezentren mit Wirkung ab 01.02.2021 geeinigt […]"]) und die Ärztinnen und Ärz-
te wurden durch die V.________ AG aufgefordert, ihre Arbeitsvertragsexemplare un-
terzeichnet zu retournieren (act. 25/175). 

- Am 4. Mai 2020 stimmte der Verwaltungsrat der V.________ AG dem Investitionsan-
trag betreffend die Übernahme des T.________, entweder in den bestehenden Räu-
men oder an einem neuen Standort, zu. Mitanwesend beim entsprechenden Traktan-
dum waren J.________ und H.________. Das Budget für den Investitionsbedarf wurde 
auf CHF 1,0 Mio. für den Kauf der Praxisinfrastruktur und den Goodwill oder CHF 2,0 
Mio. für den Aufbau eines neuen Standorts festgelegt (act. 25/61). Am gleichen Tag 
unterzeichnete B.________ den neuen Arbeitsvertrag mit der AH.________ AG in 
Gründung (vertreten durch die V.________ AG). Der Beginn des Arbeitsverhältnisses 
war darin auf den 1. Februar 2021 vorgesehen (act. 25/180 ff.). 

- In der folgenden Zeit informierte B.________ noch nicht eingeweihte Mitarbeitende des 
T.________ über das Projekt und setzte die weiteren Phasen des Handlungsplans 
vom 7. Januar 2020 um. Sie begleitete und koordinierte die Unterzeichnung der Ar-
beitsverträge der weiteren Mitarbeitenden des T.________ mit der V.________ AG 
(vgl. act. 25/196). Die entsprechenden Handlungen von B.________ wurden von 
J.________ als "super Einsatz" und "gewaltige Leistung" bezeichnet (act. 25/227). 

- B.________ wickelte dabei den E-Mail-Austausch mit J.________, H.________ und 
weiteren Personen im Zusammenhang mit dem Projekt über ihre private E-Mail-
Adresse ab (act. 25/86 ff.). 

4.7 Es ist unbestritten und erstellt, dass als Folge des am 7. Januar 2020 vereinbarten Hand-
lungsplans insgesamt 27 von 33 der im Ärztezentrum T.________ beschäftigten Personen 
mit gleichlautenden Schreiben vom 1. Juli 2020 ihr Arbeitsverhältnis bei der S.________ AG 
auf den 31. Januar 2021 kündigten und am 1. Februar 2021 zur U.________-Praxis unter der 

Seite 30/74

Kontrolle der V.________ AG wechselten (Verweis auf OG GD 1 E. II.3. Ziff. 3.3 S. 28). Eine 
der sechs Personen, die nicht zur U.________-Praxis wechselten, war ein Psychiater, des-
sen Arbeitsergebnisse von B.________ als ungenügend eingestuft wurden (act. 20/3/18). 
Auch zwei Assistenzärzte mit befristeten Verträgen und ein weiterer Teilzeitpsychiater hatten 
sich entschieden, der S.________ AG nicht zu kündigen (act. 25/230). Folglich verblieben bei 
der S.________ AG einzig Personen, welche für die Betriebsführung entweder nicht profita-
bel, nur temporär angestellt, oder aus anderen Gründen nicht wesentlich waren. Die genann-
ten Kündigungsschreiben wurden von der Personalleitung der V.________ AG formuliert und 
B.________ zugesendet, damit sie diese an die Mitarbeitenden des T.________ verteilen 
konnte (act. 21/11 Ziff. 31).

4.8 Die Handlungen von B.________ waren spätestens seit dem 7. Januar 2020 darauf gerich-
tet, so viele Mitarbeitende des T.________ wie möglich von der S.________ AG abzuwerben 
und in ein neues Anstellungsverhältnis bei der direkten Konkurrenz zu überführen. Sie wirkte 
zusammen mit H.________ und J.________ gezielt auf diesen am 7. Januar 2020 bereits im 
Detail gefassten Handlungsplan hin, indem sie ihre Vertrauensstellung als Filialleiterin des 
T.________ als Türöffner für die V.________ AG verwendete, um sich mit der Belegschaft 
auszutauschen und sie über den Handlungsplan zu informieren. 

4.9 B.________ war in rechtlicher Hinsicht als Arbeitnehmerin (d.h. betreffend den Aufgabenbe-
reich als Zentrumsleiterin des T.________) und als Mitglied der Geschäftsleitung gemäss 
Art. 717 Abs. 1 OR und Art. 321a Abs. 1 OR verpflichtet gewesen, die berechtigten Interes-
sen der S.________ AG in guten Treuen zu wahren. Nach dem Qualitätssicherungshand-
buch war sie verpflichtet, in personeller und betrieblicher Hinsicht für einen gut geführten und 
effizienten Betrieb zu sorgen. B.________ war mithin verpflichtet, alles Zumutbare zu unter-
nehmen, um das kollektive Humankapital und damit die Ertragsfähigkeit des Ärztezentrums 
T.________ für die S.________ AG längerfristig zu erhalten, und es oblag ihr, alles zu unter-
lassen, was die Ertragsfähigkeit des T.________ beeinträchtigen könnte. Es war ihr aufgrund 
der Treuepflicht insbesondere untersagt, zusammen mit der Konkurrenz den (entschädi-
gungslosen) Weggang des Personals eines Ärztezentrums zu orchestrieren und zu planen, 
zumal dies mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Betriebsschliessung und damit verbunde-
nen Ertragsausfällen führen würde und mithin nicht im Interesse der S.________ AG lag. Sie 
durfte auch nicht ihre eigenen Vorstellungen und Wünsche als Hausärztin, wie ein Ärztezen-
trum geführt werden müsste, vor die Interessen der Gesellschaft, welche die Betriebseinheit 
erworben hatte und rechtmässig besass, stellen. Bei medizinischen Beanstandungen des 
Betriebs des T.________ hätte B.________ die Problematik S.________ AG-intern diskutie-
ren müssen, wobei danach eine Kontaktaufnahme mit dem Kantonsarzt als Aufsichtsbehörde 
als ultima ratio ebenfalls zulässig gewesen wäre, wenn sie Anhaltspunkte auf Gesetzesver-
stösse festgestellt hätte (§ 17 des Gesetzes über das Gesundheitswesen im Kanton Zug; 
BGS 821.1; GesG-ZG). Einfach stattdessen eine klandestine feindliche Übernahme des 
T.________ durch die Konkurrenz von innen heraus zu organisieren, lässt sich nicht rechtfer-
tigen und ist letztlich hochgradig pflichtwidrig. Vor diesem Hintergrund ist es erstellt, dass 
B.________ mit ihrem Plan, während ihrer laufenden Geschäftsführerstellung im Sinne von 
Art. 158 Ziff. 1 StGB das von ihr geleitete Ärztezentrum ohne Wissen und Zustimmung der 
S.________ AG an die Konkurrenz zu überführen, fortgesetzt pflichtwidrig handelte. In objek-
tiver Hinsicht ist die Pflichtwidrigkeit der Handlungen von B.________ erstellt. 

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5. Feststellungen zu den wirtschaftlichen Einbussen der S.________ AG

5.1 Im Zusammenhang mit den wirtschaftlichen Folgen der Kündigungen der Mitarbeitenden von 
T.________ für die S.________ AG kann ebenfalls auf die zutreffenden Darlegungen der 
Beweismittel durch die Vorinstanz verwiesen werden (OG GD 1 E. II.4. Ziff. 4.2.2.1, 4.2.2.2, 
4.2.2.3). 

5.2 Es ist erstellt, dass die S.________ AG als direkte Folge der Kündigungen von 27 der 33 An-
gestellten von T.________ am 7./8. Juli 2020 nicht in der Lage war, bis am 1. Februar 2021 
die 27 verloren gegangenen Arbeitskräfte bei T.________ zu ersetzen und die Betriebsein-
heit aufgeben musste. 

5.2.1 Dies belegt bereits der Umstand, dass die S.________ AG das früher profitable T.________ 
per 1. Februar 2021 schliessen musste. Die Schliessung kann nur so interpretiert werden, 
dass eine profitable Weiterführung des Betriebs aufgrund der Personalabgänge per 1. Fe-
bruar 2021 nicht mehr möglich, weil das Personal nicht im gewünschten Ausmass ersetzt 
werden konnte. So schrieb auch der Beschuldigte H.________ am 12. August 2020 an ver-
antwortliche Personen der V.________ AG, dass "[…] es aus meiner Sicht ein Ding der Un-
möglichkeit ist, 10 Schweizer Hausärzte, 1 Derma [Anm: Dermatologe] und 1 Gynä [Anm: 
Gynäkologe] in so kurzer Zeit zu ersetzen […]" (act. 25/230). Im Wissen, dass eine Betriebs-
fortführung des T.________ aufgrund der Personalabgänge unmöglich sein würde, offerierte 
die V.________ AG am 8. Juli 2020 – einen Tag nach der Übergabe der Kündigungen – ent-
sprechend auch gegenüber der S.________ AG die Übernahme der Praxisräume des 
T.________ (HD 2/1/9 Ziff. 25; act. 20/1/45 f.). 

5.2.2 Sodann verweist die Vorinstanz zurecht darauf, dass es im Kanton Zug aufgrund der ange-
spannten Arbeitsmarktlage nicht realistisch war, innert weniger Monate die personellen Aus-
fälle beim T.________ im genannten Ausmass zu ersetzen (Verweis auf OG GD 1 E. II.4. 
Ziff. 4.2.2.1 S. 33). Diesbezüglich ist auch wesentlich, dass der Aufbau des T.________ 
durch die S.________ AG über Jahre hinweg organisch vorgenommen wurde und das Ver-
hältnis zwischen behandelnden Ärzten, Physiotherapeuten und medizinischen Praxisassis-
tenten sowohl untereinander wie auch hinsichtlich der notwendigen Betriebsmittel (Praxis-
räume, medizinische Geräte etc.) abgestimmt war. Die Schliessung des T.________ am 1. 
Februar 2021 und der damit verbundene Ertragsausfall für die S.________ AG kann somit 
natürlich kausal auf die Handlungen von B.________ zurückgeführt werden. 

5.3 Das T.________ erwirtschaftete in den Jahren 2017 bis 2020 folgende Betri