# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cd6cbaa0-01d5-5837-970a-9082b6bb36db
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.05.2010 D-1122/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1122-2007_2010-05-04.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-1122/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  M a i  2 0 1 0

Richter Robert Galliker (Vorsitz), 
Richter Kurt Gysi, Richter Gérald Bovier, 
Gerichtsschreiberin Daniela Brüschweiler.

A._______, geboren (...),
Kolumbien,

Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
10. Januar 2007 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-1122/2007

Sachverhalt:

A.
Die  aus  B._______  (Departement  Cauca)  stammende 
Beschwerdeführerin  verliess  gemäss  eigenen  Angaben  ihren 
Heimatstaat von Bogotà aus und gelangte auf dem Luftweg über São 
Paulo am 20. September 2005 in  den Transitbereich des Flughafens 
D._______, wo sie am 21. September 2005 ein Asylgesuch stellte.

Mit  Verfügung  vom  22. September  2005  verweigerte  das  BFM  der 
Beschwerdeführerin vorläufig die Einreise in die Schweiz und wies ihr 
für die Dauer des weiteren Asylverfahrens bis maximal am 5. Oktober 
2005 den Transitbereich des Flughafens als Aufenthaltsort zu.

Am 24. September 2005 wurde die Beschwerdeführerin im Flughafen 
D._______  erstmals  zu  ihren  Personalien,  Reisedaten  und  -wegen 
sowie kurz zu ihren Asylgründen befragt. In der Folge bewilligte ihr das 
Bundesamt am 27. September  2005 die Einreise in  die Schweiz zur 
Prüfung ihres Asylgesuches.

Im  Empfangszentrum  (heute:  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum 
[EVZ])  E._______  erfolgte  am  5. Oktober  2005  eine  weitere 
Kurzbefragung  der  Beschwerdeführerin.  Mit  Verfügung  vom 
27. Oktober  2005  wurde  sie  für  die  Dauer  des  Asylverfahrens  dem 
Kanton F._______ zugewiesen, wo sie am 9. November 2005 von den 
kantonalen Behörden zu ihren Asylgründen angehört wurde.

Zur  Begründung ihres Asylgesuches machte die Beschwerdeführerin 
im  Wesentlichen  geltend,  sie  habe  ab  Mitte  März  2002  bei  einer 
Tankstelle  in  B._______  gearbeitet,  wo sowohl  Mitglieder  der  FARC 
(Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) als auch Paramilitärs 
sich mit Benzin versorgt hätten. Während es mit  den Mitgliedern der 
FARC  keine  Probleme  gegeben  habe,  hätten  die  Paramilitärs 
mehrmals  das  bezogene  Benzin  nicht  bezahlt,  worauf  sie  den 
fehlenden Betrag selber habe ausgleichen müssen. Seit anfangs (...) 
habe  sie  Drohanrufe  auf  ihr  Natel,  welches  ihr  von  ihrem Chef  zur 
Benützung  überlassen  worden  sei,  erhalten,  weshalb  sie  ihre 
Anstellung bei der Tankstelle per Mitte (...) gekündigt habe. Sie habe 
sich daraufhin auf der Finca ihrer Mutter in der Nähe von B._______ 
aufgehalten. Da sie dort weiterhin Drohanrufe erhalten habe, habe sie 
sich  nach  C._______  zu  ihrer  (...)  begeben.  Nachdem  sie  ihr 

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Natelabonnement  gekündigt  habe,  habe  sie  keine  Drohanrufe  mehr 
erhalten, weshalb sie Ende (...) zu ihrer Mutter zurückgekehrt sei. Dort 
habe  sie  bis  Mitte  (...)  mehrere  Zündholzschachteln  mit 
maschinengeschriebenen  Nachrichten  erhalten.  Die  Botschaften 
hätten etwa gelautet: "Warum bist  du zurückgekommen?",  "Willst  du 
eher sterben als weggehen?" und ähnliches. Sie habe in der Folge bei 
verschiedenen  Stellen  Hilfe  gesucht  und  habe  bei  der  Polizei 
beziehungsweise  der  Staatsanwaltschaft  auch  Anzeige  erstattet. 
Nachdem  sie  schliesslich  einen  Brief  der  FARC  erhalten  habe,  in 
welchem ihr mitgeteilt worden sei, sie müsse das Land innert fünfzehn 
Tagen  verlassen,  sei  sie  so  beunruhigt  gewesen,  dass  sie  sich  zur 
Ausreise entschieden habe.

Für  die  weiteren  Aussagen  der  Beschwerdeführerin  wird  auf  die 
Protokolle bei den Akten verwiesen.

B.
Mit  Verfügung vom 10. Januar 2007 - eröffnet  am 15. Januar 2007 - 
stellte  das  Bundesamt  fest,  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin 
seien  zum  einen  nicht  asylrelevant,  zum  anderen  sei  davon  auszu-
gehen,  dass für  sie  in  ihrem Heimatstaat  innerstaatliche Fluchtalter-
nativen  bestünden,  weshalb  die  Aussagen  der  Beschwerdeführerin 
asylrechtlich  unbeachtlich  seien.  Zudem  sei  der  Vollzug  der  Weg-
weisung zulässig, zumutbar und möglich. Das BFM lehnte demzufolge 
das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  ab  und  ordnete  ihre  Weg-
weisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an.

C.
Mit Beschwerde vom 12. Februar 2007 (Poststempel) an das Bundes-
verwaltungsgericht  beantragte  die  Beschwerdeführerin,  die  ange-
fochtene Verfügung sei aufzuheben, es sei ihre Flüchtlingseigenschaft 
anzuerkennen  und  ihr  Asyl  zu  gewähren,  eventualiter  sei  die 
Verfügung aufzuheben und die Sache zur Würdigung der Asylrelevanz 
der  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  an  die  Vorinstanz  zurückzu-
weisen,  subeventualiter  sei  festzustellen,  dass  der  Vollzug der  Weg-
weisung  unzumutbar  sei  und  es  sei  die  vorläufige  Aufnahme  anzu-
ordnen.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  ersuchte  die  Beschwerde-
führerin  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  und  um 
Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses.

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Zur  Stützung  ihrer  Begehren  reichte  die  Beschwerdeführerin  den 
Jahresbericht  2005  der  Arbeitsgruppe  Schweiz-Kolumbien  (ask)  zu 
den Akten.

Auf  die  Begründung  der  Rechtsbegehren  wird,  soweit  entscheid-
wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

D.
Der  Instruktionsrichter  teilte  der  Beschwerdeführerin  mit 
Zwischenverfügung vom 20. Februar 2007 mit, sie könne den Ausgang 
des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten,  über  das  Gesuch  um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  werde  zu  einem 
späteren  Zeitpunkt  befunden  und  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses verzichtet.

E.
Mit  ihrer  Vernehmlassung  vom  23. Februar  2007  beantragte  die 
Vorinstanz  die  Abweisung  der  Beschwerde.  Die  Beschwerdeführerin 
nahm  mit  Eingabe  vom  12. März  2007  zur  vorinstanzlichen 
Vernehmlassung Stellung.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 
VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. 
Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG 
liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist  daher zuständig für 
die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  im 
Bereich  des  Asyls  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG und 
Art. 6 AsylG).

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1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht.  Die 
Beschwerdeführerin ist durch die angefochtene Verfügung besonders 
berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung;  sie  ist  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1, Art. 50 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt,  wenn sie in ihrem Heimatstaat  oder im Land,  in  dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in 
sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder 
massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt 
werden (Art. 7 AsylG).

4.  
4.1 Das Bundesamt führte in der angefochtenen Verfügung zunächst 
aus, dass Übergriffe durch Dritte oder Befürchtungen, künftig solchen 
ausgesetzt zu sein, nur dann asylrelevant seien, wenn der Staat seiner 
Schutzpflicht nicht nachkomme oder nicht in der Lage sei, Schutz zu 
gewähren. Der kolumbianische Staat verfüge grundsätzlich über eine 
funktionierende und effiziente Schutzinfrastruktur,  insbesondere über 
einen  funktionierenden  Polizeiapparat  sowie  über  ein  Rechts-  und 

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Justizsystem. Da der kolumbianische Staat die Aktivitäten der Guerilla 
im Rahmen des Möglichen bekämpfe,  könne die Schutzwilligkeit  als 
gegeben  erachtet  werden.  Die  von  der  Beschwerdeführerin 
eingereichten  Anzeigen  seien  von  den  entsprechenden  Behörden 
entgegengenommen  worden.  Schliesslich  sei  zu  beachten,  dass  es 
keinem  Staat  gelinge,  die  absolute  Sicherheit  aller  seiner  Bürger 
jederzeit  und  überall  zu  garantieren. Aus diesen  Gründen  seien  die 
Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  nicht  asylrelevant.  Zum  zweiten 
hielt  das  Bundesamt  fest,  gemäss  Subsidiaritätsprinzip  seien 
Personen  mit  einer  innerstaatlichen  Fluchtalternative  nicht  auf  den 
Schutz  eines  Drittstaates  angewiesen.  Bei  der  Beschwerdeführerin 
handle es sich nicht um eine landesweit bekannte Persönlichkeit und 
es  sei  deshalb  nicht  davon  auszugehen,  dass  ihre  Verfolger  sie  an 
einem  beliebigen  Ort  in  Kolumbien  ausfindig  machen  könnten.  Die 
Beschwerdeführerin  habe  auch  geltend  gemacht,  bei  ihrer  (...) 
keinerlei  Probleme  gehabt  zu  haben,  nachdem  sie  ihr 
Mobilabonnement  gekündigt  habe. Zudem habe sie  angegeben,  den 
Wohnsitz  ihrer  (...)  lediglich  verlassen  zu  haben,  weil  sie  bemerkt 
habe,  dass  sie  ihre  (...)  gestört  habe.  Es  sei  deshalb  davon 
auszugehen, dass für sie innerstaatliche Fluchtalternativen bestünden. 
Vor diesem Hintergrund seien die Aussagen der Beschwerdeführerin 
asylrechtlich unbeachtlich.

4.2 In  der  Beschwerdeschrift  wird  gegen  die  Ausführungen  der 
Vorinstanz zunächst eingewendet, es könne nicht davon ausgegangen 
werden,  dass  der  kolumbianische  Staat  seine  Schutzpflicht  erfülle. 
Problematisch  sei  zudem,  wenn  die  Schweizer  Behörden  die 
Gefährdung  der  Beschwerdeführerin  nur  aus  der  Perspektive  der 
Guerilla  als  Verfolger  behandle.  Aus  dem  Sachverhalt  gehe  hervor, 
dass  die  Beschwerdeführerin  auch  in  das  Visier  der  Paramilitärs 
geraten sei. Sie habe mehrere Drohungen erhalten und es sei fraglich, 
wer genau der jeweilige Urheber sei. Ausgehend von den Paramilitärs 
als  Urheber  der  Drohungen  sei  anzumerken,  dass  dies  dem 
gewöhnlichen  Vorgehen  dieser  Gruppierungen  gegen  schutzlose 
Menschen  entspreche.  Obwohl  die  Opfer  aus  Angst  schon  den 
Ansprüchen der  Paramilitärs  nachgekommen seien,  müssten  sie  mit 
weiteren Drohungen rechnen. Für die Täterschaft der FARC wiederum 
spreche, dass die unentgeltliche Lieferung von Benzin an Paramilitärs 
von der FARC als freiwillige Kollaboration zu Gunsten der Paramilitärs 
hätte  angesehen  werden  können.  Insgesamt  müsse  davon 
ausgegangen  werden,  dass  die  Beschwerdeführerin  zwischen  die 

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Fronten  einer  staatsfeindlichen  Organisation  (FARC)  und  dem Staat 
inoffiziell nahe stehende Gruppierungen (Paramilitärs) geraten sei. Es 
treffe  zwar  zu,  dass  die  zuständigen kolumbianischen Behörden die 
Anzeigen  der  Beschwerdeführerin  entgegengenommen  hätten. 
Erfahrungsgemäss führten jedoch die Ermittlungen nirgendwohin. Die 
Anzeigen  würden  schubladisiert.  Zudem  müssten  Anzeiger  mit 
weiteren  Verfolgungen  rechnen,  wenn  die  Täter  von  der  Anzeige 
erführen.

Hinsichtlich  einer  innerstaatlichen  Fluchtalternative  brachte  die 
Beschwerdeführerin  vor,  dass  ihre  Sicherheit  in  C._______  nicht 
garantiert wäre, auch wenn die Drohanrufe während ihres Aufenthalts 
dort - nach der Kündigung des Natelabonnements - aufgehört hätten. 
C._______ liege von B._______ zwei Stunden (mit dem Bus) entfernt 
und die Gegend werde von bewaffneten Gruppen kontrolliert. Es sei 
nur  eine  Frage  der  Zeit,  bis  die  Verfolger  ihre  Drohungen 
verwirklichten. Da die Beschwerdeführerin ihr Mobiltelefon nicht mehr 
benützt habe, habe sie nicht mehr über dieses Mittel erreicht werden 
können.  Ihre  (...)  habe  aber  später  Anrufe  erhalten,  als  die 
Beschwerdeführerin  schon  in  der  Schweiz  gewesen  sei.  Auch wenn 
die Beschwerdeführerin keine landesweit bekannte Persönlichkeit sei, 
sei es bedenklich zu behaupten, die Verfolger könnten sie deswegen 
nicht  ausfindig  machen. Es  gehe um bewaffnete  Organisationen mit 
starker Vernetzung in verschiedenen Regionen des Landes. Es koste 
diese  nichts,  den  Namen  einer  gezielt  verfolgten  Person 
weiterzuleiten,  damit  die  Verbündeten  der  entsprechenden 
Organisation sie in einer anderen Region umbringe. Gerade weil  die 
Beschwerdeführerin  keine  "Persönlichkeit"  sei,  könne  sie  überdies 
keinen staatlichen Schutz beanspruchen.

4.3 In  seiner  Vernehmlassung  vom  23. Februar  2007  wies  das 
Bundesamt  darauf  hin,  angesichts  der  Aussagen  der 
Beschwerdeführerin könne nicht davon ausgegangen werden, dass die 
Paramilitärs  Urheber  der  Drohungen  gewesen  sein  sollten.  Es 
erscheine  auch  nicht  logisch,  dass  die  Paramilitärs  hinter  den 
Drohanrufen  gesteckt  haben  sollten.  Gemäss  den  Aussagen  der 
Beschwerdeführerin  seien  diese  im  Jahr  (...)  an  der  Tankstelle 
erschienen, die Drohanrufe hätten jedoch erst im Jahr (...) eingesetzt. 
Eine logische Erklärung, warum die Paramilitärs sie plötzlich bedroht 
haben  sollten,  habe  die  Beschwerdeführerin  nicht  gemacht.  Zudem 

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habe  sie  eindeutig  zu  Protokoll  gegeben,  ihre  Telefonnummer 
Angehörigen der FARC gegeben zu haben.

4.4 Die  Beschwerdeführerin  trägt  in  ihrer  Stellungnahme  zur  vor-
instanzlichen  Vernehmlassung  vor,  soweit  das  Bundesamt  darauf 
hinweise,  dass  sie  erst  auf  Beschwerdeebene  auf  eine  mögliche 
Bedrohung  durch  Paramilitärs  hingewiesen  habe,  sei  zu  bedenken, 
dass  Laien  nicht  im  Stande  seien,  alle  Zusammenhänge  ohne 
konkrete Aufforderung des Befragers vorzubringen. Dies  erkläre  das 
Gewicht,  das  die  angebliche  Täterschaft  der  FARC  im  Flughafen-
protokoll bekommen habe. Tatsache sei, dass die Beschwerdeführerin 
gleichzeitig  von  staatlich  nahe  stehenden  und  staatsfeindlichen 
Gruppierungen  instrumentalisiert  worden  sei.  Sie  könne  nicht  den 
Forderungen  einer  Gruppe  nachkommen,  ohne  dass  die  andere  sie 
zur Rechenschaft ziehe. Massgebend sei jedoch nicht die Täterschaft 
jeder  Drohung,  sondern  die  Nichterfüllung  der  staatlichen  Schutz-
pflicht. Hinsichtlich der innerstaatlichen Fluchtalternative verkenne die 
Vorinstanz, wie gut die bewaffneten Organisationen national vernetzt 
seien.

5.  
5.1 Eine  asylsuchende  Person  erfüllt  die  Flüchtlingseigenschaft 
gemäss Art. 3 AsylG nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie 
Nachteile  von bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zukunft  be-
gründeterweise befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund be-
stimmter  Verfolgungsmotive  durch  Organe  des  Heimatstaates  oder 
durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind beziehungsweise 
zugefügt  zu  werden  drohen  (vgl.  Entscheide  des  Schweizerischen 
Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE]  2008/4  E. 5.2  S. 37; 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [EMARK] 2006  Nr. 18  E. 7  und  8  S. 190 ff.; 
EMARK  2005  Nr. 21  E. 7  S. 193).  Aufgrund  der  Subsidiarität  des 
flüchtlingsrechtlichen  Schutzes  setzt  die  Zuerkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft ausserdem voraus, dass die betroffene Person 
in  ihrem Heimatland keinen  ausreichenden Schutz  finden kann (vgl. 
BVGE  2008/12  E.  7.2.6.2  S.  174  f.;  BVGE  2008/4  E. 5.2  S. 37 f.; 
EMARK  2006  Nr. 18  E. 10  S. 201  ff.;  EMARK  2005  Nr. 21  E. 7.3 
S. 194 und E. 11.1 S. 201 f.). Ausgangspunkt für die Beurteilung der 
Flüchtlingseigenschaft  ist  die  Frage  nach  der  im  Zeitpunkt  der 
Ausreise vorhandenen Verfolgung oder begründeten Furcht vor einer 

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solchen. Die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides ist jedoch im 
Rahmen  der  Prüfung  nach  der  Aktualität  der  Verfolgungsfurcht 
ebenfalls  wesentlich.  Veränderungen  der  objektiven  Situation  im 
Heimatstaat  zwischen  Ausreise  und  Asylentscheid  sind  deshalb  zu-
gunsten und zulasten der  das Asylgesuch stellenden Person zu be-
rücksichtigen  (vgl.  BVGE 2008/4  E. 5.4  S. 38  f.;  EMARK 2000  Nr. 2 
E. 8a S. 20;  WALTER STÖCKLI,  Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.],  Ausländerrecht,  Basel/Bern/Lausanne  2009,  Rz. 11.17  und 
11.18).

5.2 Bei  der  Beurteilung,  welche  Art  beziehungsweise  welcher  Grad 
von  Schutz  im  Heimatland  als  "genügend"  zu  qualifizieren  ist,  ist 
zunächst  nicht  eine  faktische  Garantie  des  Schutzgewährers  für 
langfristigen individuellen  Schutz  des  von nichtstaatlicher  Verfolgung 
Bedrohten  zu  verlangen.  Keinem  Staat  gelingt  es,  die  absolute 
Sicherheit  aller  seiner  Bürger  jederzeit  und  überall  zu  garantieren. 
Erforderlich  ist  vielmehr,  dass  eine  funktionierende  und  effiziente 
Schutz-Infrastruktur  zur  Verfügung  steht,  wobei  in  erster  Linie  an 
polizeiliche  Aufgaben  wahrnehmende  Organe  sowie  an  ein  Rechts- 
und  Justizsystem  zu  denken  ist,  das  eine  effektive  Strafverfolgung 
ermöglicht.  Die  Inanspruchnahme  eines  solchen  innerstaatlichen 
Schutzsystems muss dem Betroffenen einerseits  objektiv  zugänglich 
sein  (unabhängig  beispielsweise  vom  Geschlecht  oder  von  der 
Zugehörigkeit  zu  einer  ethnischen  oder  religiösen  Minderheit); 
andererseits  muss  sie  für  den  Schutzbedürftigen  auch  individuell 
zumutbar sein, was beispielsweise  dann zu verneinen ist, wenn der 
Betroffene sich mit  einer Strafanzeige der konkreten Gefahr weiterer 
(oder anderer) Verfolgungsmassnahmen aussetzen würde (vgl. BVGE 
2008/4 E. 5.2; EMARK 2006 Nr. 18 E. 10.3.1 und 10.3.2).

5.3
5.3.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  mit  der  Vorinstanz  der 
Auffassung,  der  kolumbianische  Staat  verfüge  über  eine 
funktionierende und effiziente Schutzinfrastruktur,  insbesondere über 
einen  funktionierenden  Polizeiapparat  sowie  über  ein  Rechts-  und 
Justizsystem  und  die  kolumbianischen  Behörden  würden  die 
Aktivitäten  der  Guerilla  mit  allen  ihnen  zur  Verfügung  stehenden 
Mitteln  bekämpfen.  Aus  den  Angaben  der  Beschwerdeführerin  lässt 
sich denn auch nichts anderes ableiten. So gab sie an, sie habe die 
Anzeige  bei  der  Staatsanwaltschaft  anfangs  (...)  erstattet  und  die 
Beweismittel  abgeben  können.  Dass  man  ihr  mitteilte,  sie  müsse 

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warten,  weil  viele  solcher  Fälle  angezeigt  worden  seien,  ändert  am 
Vorhandensein der Schutzfähigkeit und -willigkeit nichts. Hinzu kommt, 
dass die Beschwerdeführerin den (behaupteten) Drohbrief der FARC 
erst  wenige  Tage  vor  ihrer  Ausreise  erhielt  (nämlich  am  [...]  [vgl. 
A28/35 S. 24]) und demzufolge an die Staatsanwaltschaft weiterleiten 
konnte.  Entsprechend  lässt  sich  auch  nichts  zugunsten  der 
Beschwerdeführerin  daraus  ableiten,  dass  von  behördlicher  Seite  - 
nach  dem  Wissen  der  Beschwerdeführerin  -  noch  keine  konkreten 
Schritte eingeleitet wurden. Insbesondere besteht, entgegen der in der 
Beschwerde  geäusserten  Ansicht  (vgl.  Ziff. 3.4),  kein  Anlass  zu 
Annahme,  die  Anzeige  sei  lediglich  schubladisiert  worden.  Ebenso 
wenig überzeugt  der allgemeine Einwand, erfahrungsgemäss führten 
die  Ermittlungen  nirgendwohin  (a.a.O.),  zumal  es  in  jedem  Staat 
Ermittlungen gibt,  die  letztlich ohne Ergebnis abgeschlossen werden 
müssen.

Im  Übrigen  wies  die  Vorinstanz  in  ihrer  Vernehmlassung  zu  Recht 
darauf  hin,  dass  die  Angaben  der  Beschwerdeführerin  zu  einer 
allfälligen  Bedrohung  durch  Paramilitärs  nicht  zu  überzeugen 
vermögen. Denkbar wäre zwar, dass diese sich durch Drohanrufe bei 
der  Beschwerdeführerin  den  kostenlosen  Bezug  von  Benzin  hätten 
sicherstellen wollen. Dagegen spricht jedoch der vom BFM bereits in 
seiner  Vernehmlassung  dargelegte  zeitliche  Aspekt,  indem  die 
Paramilitärs  nämlich  nach Angaben der  Beschwerdeführerin  im Jahr 
(...)  ohne  zu  bezahlen  Benzin  bezogen  hätten,  währenddem  die 
Drohanrufe erst im Jahr (...) ihren Anfang nahmen. Zudem fehlte der 
Beschwerdeführerin nach der Aufgabe ihrer Tätigkeit bei der Tankstelle 
jede  Einflussmöglichkeit  auf  einen  kostenlosen  Benzinbezug.  Im 
Interesse  der  Paramilitärs  wäre  dann  nicht  die  Vertreibung  der 
Beschwerdeführerin,  sondern  gegenteils  ihre  Rückkehr  an  ihren 
Arbeitsplatz gewesen.

Zusammengefasst  ist  somit  festzuhalten,  dass  mit  dem  Bundesamt 
von  der  grundsätzlichen  Schutzfähigkeit  und  -willigkeit  des 
kolumbianischen Staates auszugehen ist.

5.3.2 Was die Beschwerdeführerin den vorinstanzlichen Ausführungen 
zur innerstaatlichen Fluchtalternative entgegen hält,  überzeugt eben-
falls nicht. Gestützt auf die eigenen Angaben der Beschwerdeführerin 
ist  davon  auszugehen,  dass  sie  -  nach  der  Kündigung  ihres  Natel-
abonnements  –  während  ihres  Aufenthalts  in  C._______  unbehelligt 

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blieb.  Zudem  ist  der  Umstand  zu  berücksichtigen,  dass  ein 
Verfolgungsinteresse  der  FARC  nach  der  mehrjährigen  Landes-
abwesenheit  der  Beschwerdeführerin  kaum  mehr  vorhanden  sein 
dürfte, zumal ihre (unfreiwillige) Unterstützung der Paramilitärs, wenn 
überhaupt, in sehr beschränktem Rahmen (nur wenige Benzinbezüge) 
und  zudem  bereits  im  Jahr  (...)  stattfand.  Auch  wenn  aufgrund  der 
Verbreitung der FARC theoretisch die Möglichkeit des Aufspürens der 
Beschwerdeführerin  auch  an  anderen  Orten  des  Landes  besteht, 
ändert dies nichts daran, dass bei vorstehend geschilderter Sachlage 
von  einer  innerstaatlichen  Fluchtalternative  ausgegangen  werden 
kann.

5.4 In  Würdigung  der  gesamten  Umstände  ist  somit  festzustellen, 
dass  die  Beschwerdeführerin  keinen  flüchtlingsrechtlich  relevanten 
Sachverhalt  darlegte, weshalb der Eventualantrag, die Verfügung der 
Vorinstanz  sei  zur  Würdigung  der  Asylrelevanz des  Vorbringens  der 
Beschwerdeführerin  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen,  abzuweisen 
ist.  Die  Feststellung  des  BFM,  sie  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft 
nicht, ist dementsprechend zu bestätigen. 

6.  
6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet  den  Vollzug  an;  es  berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der 
Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2 Die  Beschwerdeführerin  verfügt  weder  über  eine 
ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch 
auf  Erteilung  einer  solchen.  Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu 
Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. EMARK 2001 Nr. 21). 

7.
7.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis  nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige 
Aufnahme von Ausländern  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und seiner 
Vorgängerorganisation  ARK der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 

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Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148).

7.2 Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche 
Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin  oder 
des  Ausländers  in  den  Heimat-,  Herkunfts-  oder  in  einen  Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So  darf  keine Person  in  irgendeiner  Form zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des 
Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter  und andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder 
unmenschlicher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung 
unterworfen werden.

7.3 Da  hinsichtlich  der  Beschwerdeführerin  nicht  von  einer 
asylrechtlich  erheblichen  Gefährdung  auszugehen  ist,  kann  das  in 
Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin nach Kolumbien ist demnach 
unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  der 
Beschwerdeführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie 
für den Fall einer Ausschaffung nach Kolumbien dort mit beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen 
Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des 
Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener 
des  UN-Anti-Folterausschusses müsste  die  Beschwerdeführerin  eine 

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konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass 
ihr  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche 
Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EGMR,  [Grosse  Kammer],  Saadi 
gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, 
§§ 124-127,  mit  weiteren  Hinweisen).  Auch  die  allgemeine 
Menschenrechtssituation in  Kolumbien lässt den Wegweisungsvollzug 
zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als  unzulässig  erscheinen.  Nach  dem 
Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- 
als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat-  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 
Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt,  ist – unter Vorbehalt von 
Art.  83  Abs.  7  AuG  –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl. 
Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).

7.5 Nach den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts ist nicht 
davon  auszugehen,  in  Kolumbien  herrsche  generell,  mithin  in  allen 
Regionen,  eine  Situation  allgemeiner  Gewalt.  Die  allgemeine 
Sicherheitslage  hat  sich  in  Kolumbien  seit  dem  Amtsantritt  von 
Präsident Uribe im Jahr 2002 zumindest in einigen Teilen des Landes 
verbessert.  Zu  beachten  ist  ferner,  dass  im  Jahr  2003  der 
Demobilisierungsprozess  von  Paramilitärs  in  Gang  gesetzt  wurde, 
welcher im Jahr 2006 offiziell  abgeschlossen war. Selbst  wenn nicht 
davon  ausgegangen  werden  kann,  alle  Paramilitärs  hätten  sich  der 
Demobilisierung  angeschlossen  und  zwischenzeitlich  auch  bereits 
neue  paramilitärische  oder  paramilitär-ähnliche  Gruppierungen 
entstanden  sind,  kann  heute  nicht  (mehr)  von  einer  Situation 
gesprochen werden, welche den Vollzug der Wegweisung als generell 
unzumutbar erscheinen lassen würde.

In den Akten finden sich keine konkreten Anhaltspunkte  dafür,  dass 
die  Beschwerdeführerin  bei  einer  Rückkehr  nach  Kolumbien  aus 
individuellen Gründen wirtschaftlicher,  sozialer  oder  gesundheitlicher 
Natur einer konkreten Gefährdung ausgesetzt wäre. Selbst wenn die 
Beschwerdeführerin allenfalls nicht an ihren Herkunftsort  B._______, 
welcher in dem als unsicher einzustufenden Departement Cauca liegt, 
zurückkehren  könnte,  ist  angesichts  ihrer  Schulbildung  sowie  der 

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sowohl  in  Kolumbien  als  auch  in  der  Schweiz  erworbenen 
Berufserfahrung  davon  auszugehen,  sie  sei  in  der  Lage,  ein 
genügendes Erwerbseinkommen für sich zu erwirtschaften. Sie verfügt 
sodann  über  ein  familiäres  Beziehungsnetz  (Mutter  und  mehrere 
Geschwister)  in  ihrem Heimatstaat,  auch  ihr  Sohn  befindet  sich  bei 
den  Grosseltern  väterlicherseits  in  Kolumbien.  Überdies  ist  davon 
auszugehen,  dass  die  Beschwerdeführerin  in  Kolumbien  über  einen 
Freundes- und Bekanntenkreis verfügt, welcher sie bei einer Rückkehr 
unterstützen könnte. Gesundheitliche Beeinträchtigungen werden von 
der (...)-jährigen Beschwerdeführerin keine geltend gemacht.

Es  bestehen  somit  keine  Anzeichen  dafür,  dass  die 
Beschwerdeführerin  bei  einer  Rückkehr  in  ihr  Heimatland  in  eine 
existenzbedrohende  Situation  geraten  würde.  Nach  dem  Gesagten 
erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar.

7.6 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, soweit notwendig, 
sich  bei  der  zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine 
Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 
AsylG),  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu 
bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

8.
Insgesamt  ist  der  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen. Die Vorinstanz hat den Vollzug zu Recht 
als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt 
eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art.  83 
Abs. 1-4 AuG).

9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

10.
Eine Partei,  die  nicht  über  die erforderlichen Mittel  verfügt,  wird  auf 
Antrag hin von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit, sofern ihr 
Begehren  nicht  aussichtslos  erscheint  (Art. 65  Abs. 1  VwVG). Dabei 
verfügt eine Person dann nicht über die erforderlichen Mittel, wenn sie 
ohne  Beeinträchtigung  des  notwendigen  Lebensunterhaltes  die 
Prozesskosten nicht zu bestreiten vermag. Eine Beschwerde gilt ferner 

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dann  als  aussichtslos,  wenn  die  Gewinnaussichten  beträchtlich 
geringer sind als die Verlustgefahren und deshalb kaum als ernsthaft 
bezeichnet werden können (vgl. BGE 125 II 265 E. 4b S. 275).

Die  Beschwerdeführerin  reichte  zwar  am  13. Februar  2007  eine 
Bestätigung  über  ihre  Mittellosigkeit  ein,  doch  ergibt  sich  aus  den 
Akten, dass sie mittlerweile einer Erwerbstätigkeit nachgeht, weshalb 
sie  nicht  als  bedürftig  zu  erachten  ist.  Mangels  Erfüllen  der 
kumulativen  Voraussetzungen  von  Art.  65  VwVG  (bedürftig/nicht 
aussichtslos)  ist   das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege abzuweisen.

11.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  der 
Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf 
insgesamt  Fr. 600.--  festzusetzen  (Art.  1-3  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführerin  (Einschreiben;  Beilagen:  Verfügung  des 
BFM  vom  10.01.2007  im  Original  [Beschwerdebeilage], 
Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 
Kurier; in Kopie)

- das (...) des Kantons F._______ ad (...) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Robert Galliker Daniela Brüschweiler

Versand: 

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