# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2eddcbbf-df2a-557d-acd1-9b95b8075b3d
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-06-22
**Language:** de
**Title:** Die beiden Unfallereignisse stellen keine Schreckereignisse dar, Adäquanz der noch bestehenden Beschwerden nach der Psycho-Praxis verneint, Leistungseinstellung rechtens; Abweisung.
**Docket/Reference:** UV.2015.00067
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2015.00067.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2015.00067
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiberin Kudelski
Urteil
vom
22. Juni 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin Michèle
Epprecht
schadenanwaelte.ch AG
Alderstrasse
40, Postfach, 8034 Zürich
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1962, war seit dem
1.
August 2010 als Cha
u
ffeur bei der De
Y.___
AG tätig und damit bei der
Schweizeri
schen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) für Berufs- und Nichtberufsunfälle sowie Berufskrankheiten versichert,
als
ihm seine Ex
-F
rau am 1
8.
Dezember 2010 Schnittverletzungen mit dem Messer zufügte (vgl.
Urk.
9/2
;
Urk.
9/3 =
Urk.
9/4
). Die SUVA trat auf den Schaden ein und erbrachte Versicherungsleis
tungen (
Urk.
9/1). Am 1
2.
Januar 2012 wurde der Versicherte sodann
von einem
geborstenen
Öl
behälter am
Bauch
getroffen
, wodurch er vom Lastwagen fiel
(vgl.
Urk.
8/1
;
Urk.
8/15
). Die Erstbehandlung erfolgte gleichentags im Spital
Z.___
, wobei ein stumpfes
Thorakoabdominaltrauma
rechts diagnostiziert wurde
(
Urk.
8/8/2-3
).
Nachdem die SUVA
auch auf diesen
Schaden eingetreten war und Versicherungsleistungen erbracht hatte (vgl.
Urk.
8/2-4
), stellte sie die bis anhin erbrachten Leistungen
für beide Unfallereignisse
mit Verfügung vom
1
2.
August 2014
(
Urk.
3/3 =
Urk.
8/100 =
Urk.
9/6
) per
3
1.
August 2014 ein
. Die dagegen vom Versicherten erhobene Einsprache wies die SUVA mit
Einsprache
entscheid
vom
4.
März 2015
(
Urk.
8/116
=
Urk.
2) ab.
2.
Der Versicherte erhob am
1
7.
April 2015
Beschwerde gegen den
Einspracheent
scheid
vom
4.
März 2015
(
Urk.
2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und
es seien die per 3
1.
August 2014 eingestellten Leistungen weiterhin zu erbrin
gen. Eventuell sei die Sache zur Ergänzung des medizinischen Sachverhalts und anschliessender erneuter Prüfung des Leistungsanspruchs an die
Beschwerde
gegnerin
zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2). Die SUVA beantragte mit
Beschwerde
antwort
vom 2
6.
Mai 2015 (
Urk.
7) die Abweisung der Beschwerde. Mit Ver
fügung vom
9.
Juli 2015 (
Urk.
10) wurde das Gesuch um Wiederherstellung der
aufschiebenden Wirkung der Beschwerde (
Urk.
1 S.
2) abgewiesen. Am 2
7.
August
2015 reichte der Beschwerdeführer die Replik ein (
Urk.
12).
Mit Schreiben vom
7.
September 2015 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine einlässliche Duplik (
Urk.
15). Am 2
6.
Januar 2016 reichte der Beschwerdeführer
ein von der Invalidenversicherung in Auftrag gegebenes polydisziplinäres Gut
achten ein
(
Urk.
17-18). Hierzu nahm die Beschwerdegegnerin mit Schreiben
vom
2.
Februar
2016 (
Urk.
21) Stellung, was dem Beschwerdeführer am
3.
Febru
ar
2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
22).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Rechtsprechung und Lehre haben schreckbedingte plötzliche Einflüsse auf die Psyche seit jeher als Einwirkung auf den menschlichen Körper (im Sinne des geltenden Unfallbegriffes) anerkannt und für ihre unfallversicherungsrechtliche Behandlung besondere Regeln entwickelt. Danach setzt die Annahme eines Unfalles voraus, dass es sich um ein aussergewöhnliches Schreckereignis, ver
bun
den mit einem entsprechenden psychischen Schock, handelt; die seelische Ein
wirkung muss durch einen gewaltsamen, in der unmittelbaren Gegenwart der versicherten Person sich abspielenden Vorfall ausgelöst werden und in ihrer überraschenden Heftigkeit geeignet sein, auch bei einem gesunden Menschen durch Störung des seelischen Gleichgewichts typische Angst- und
Schreckwir
kungen
(wie beispielsweise Lähmungen oder Herzschlag) hervorzurufen. An den Beweis der Tatsachen, die das Schreckereignis ausgelöst haben, an die
Ausser
gewöhnlichkeit
dieses Ereignisses sowie den entsprechenden psychischen Schoc
k sind strenge Anforderungen zu stellen (Urteil des Bundesgerichts 8C_376/2013 vom
9.
Oktober 2013 E. 3.1 unter Hinweis un
ter anderem auf BGE 129 V 177).
Als typische Schreckereignisse gelten demnach etwa Brand- oder
Erdbeben
kata
strophen
, Eisenbahn- oder Flugzeugunglücke, eine schwere
Auto
kollision
, ein Brückeneinsturz, ein Bombenabwurf, ein verbrecherischer Überfall oder eine sonstige plötzliche Todesgefahr sowie Seebeben. Bei solchen Ereig
nissen steht, anders als im Rahmen der üblichen Unfälle, die psychische Stress
situation im Vordergrund, wogegen dem somatischen Geschehen keine (ent
scheidende) Bedeu
tung beigemessen werden kann (Urteile des Bundesgerichts 8C_584/2010 vom 1
1.
März 2011 E. 4.1 und 8C_387/2007 vom 2
5.
Februar 2008 E. 5.2.1).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vor
handensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht
werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
tür
lichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.5
Bei der Beurteilung der Adäquanz von organisch nicht hinreichend nachweisba
ren Unfallfolgeschäden ist wie folgt zu differenzieren (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
): Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein
Schleu
der
trauma
der Halswirbelsäule (HWS), eine dem Schleudertrauma äquivalente Ver
letzung oder ein Schädelhirntrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, ge
langt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 (sogenannte Psycho-Praxis) zur An
wendung. Ergeben die Abklärungen indessen, dass die versicherte Person eine
der soeben erwähnten Verletzungen erlitten hat, muss beurteilt werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beein
träch
t
igungen (vgl. BGE 119 V 335 E. 1, 117 V 359 E. 4b) zwar teilweise vorlie
gen,
im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. In diesen Fällen ist die Beurteilung praxisgemäss ebenfalls unter dem Gesichts
punkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall vorzunehmen (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
, 123 V 98 E. 2a); andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten Kriterien (sogenannte
Schleuder
trau
ma-Praxis
; vgl. auch BGE 134 V 109).
1.6
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem
Unfaller
eignis
und den Beschwerden ist nach der in BGE 115 V 133 (sogenannte Psycho-Praxis) begründeten Praxis im Einzelfall erforderlich, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsun
fähigkeit zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (BGE 115 V 133 E. 7). Für
die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei
–
aus
gehend vom augenfälligen Geschehe
nsablauf - zwischen banalen bezie
hungs
weise
leichten Unfällen einerseits, schweren Unfällen anderseits und schliesslich dem dazwischen liegenden mittleren Bereich unterschieden wird. Während der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren Unfäl
len ohne wei
teres bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage
der Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht auf
grund des
Un
fal
l
geschehens
allein schlüssig beantworten, und es sind weitere objektiv erfass
bare
Umstände in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Krite
rien sin
d zu nennen (BGE 115 V 133 E. 6.c/
aa
):
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbeson
der
e ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszu
lösen
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung
-
körperliche Dauerschmerzen
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim
mert
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen
-
Grad und Dauer der physisc
h bedingten Arbeitsunfähigkeit
Dabei ist nicht in jedem Fall der Einbezug sämtlicher Kriterien in die
Gesamt
würdigung
erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist. Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausge
prägter Weise erfüllt ist. Kommt keinem
Einzelkriterium besonderes bezie
hungs
weise
ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Krite
rien herangezogen werden. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzu
ordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht wird. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Ver
nei
nung des adäquaten Kausalzusammenhangs (BGE 115 V 133 E. 6.c/
bb
).
1.7
Handelt es sich bei einem Unfall um ein Schreckereignis, so beurteilt sich die
Adäquanz des Kausalzusammenhangs nicht in Anwendung der in BGE 115 V 133
(Psycho-Praxis)
entwickelten Kriterien, sondern es ist die allgemeine
Adä
quanz
formel
(gewöhnlicher Lauf der Dinge und allgemeine Lebenserfa
hrung) anzu
wen
den (BGE 129 V 177
E. 4.2). Diese Rechtsprechung trägt der Tatsache Rechnung, dass bei Schreckereignissen anders als im Rahmen üblicher Unfälle die psy
chi
sche Stresssituation im Vordergrund steht, wogegen dem somatischen Gescheh
en
keine (entscheidende) Bedeutung beigemessen werden kann. Aus diesem Grund ist die (analoge) Anwendung der in BGE 115 V 133 entwickelten
Adäquanz
kriterien
ebenso ungeeignet wie diejenige der Schleudertrauma-Praxis nach BGE 117 V 35
9.
Nicht anders verhält es sich, wenn die versicherte Person zwar körperlich verletzt wird, die somatischen Beeinträchtigungen indessen le
diglich von untergeordneter Bedeutung sind und im Vergleich zum erlittenen psychi
schen Stress in den Hintergrund treten. Denn auch in solchen Fällen kommt dem somatischen Geschehen keine wesentliche Bedeutung zu. Mithin hat die Beurteilung der Adäquanz zwischen Schreckereignissen, bei welchen die ver
sicherte Person zwar (auch) körperliche Beeinträchtigungen davonträgt, Letztere indessen nicht entscheidend ins Gewicht fallen, und psychischen Schä
den nach der allgemeinen Adäquanzf
ormel
zu erfolgen. Dabei ist nicht allein auf den psychisch gesunden Versicherten, sondern auf eine weite Bandbreite der Ver
sicherten abzustellen. In diesem Rahmen bilden auch solche Versicherte Be
zugs
personen für die Adäquanzbeurteilung, welche im Hinblick auf die
erleb
nis
mässi
ge
Verarbeitung eines Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko ge
hören, weil sie aus versicherungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht „opti
mal“ rea
gieren. Daraus ergibt sich, dass für die Beurteilung der Frage, ob ein kon
kre
tes Unfallereignis als alleinige Ursache oder als Teilursache nach dem gewöhn
li
chen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, zu einer psychischen Störung zu führen, kein allzu strenger, sondern im darge
legten Sinne ein realitätsgerechter Massstab angelegt werden muss (Urteil des Bundes
gerichts 8C_522/2007 vom
1.
September 2008 E. 2).
1.
8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die medizinischen Beurteilungen davon aus, dass
das
Unfallereignis vom 1
2.
Januar
2012
keine organischen
Unfallfolgen
hinterlassen habe
.
Es lägen demnach einzig psychische beziehungs
weise organisch nicht nachweisbare Beschwerden vor.
Sodann würden
beide
Un
fallereignisse
höchstens
mittelschwere Unfälle
im mittleren Bereich
darstel
len.
Da keines der erforderlichen Kriterien erfüllt sei, sei die Adäquanz zu ver
neinen.
Die beiden Unfallereignisse seien nicht als Schreckereignisse zu qualifi
zieren.
Selbst wenn die fraglichen Unfälle als Schreckereignisse qualifiziert würden, könnten die psychischen Beschwerden nicht mehr als adäquat-kausale Reaktion gelten
(
Urk.
2 S. 4 ff.
;
Urk.
7 S. 7
f.
;
Urk.
15 S. 1
).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt,
die
Beur
tei
lung der
Adäquanz sei zu früh
erfolgt.
Eine
Verbesserung des
psychi
schen
Gesundheitszustandes
sei zu erwarten
.
Die Beschwerdegegnerin habe den
Unter
suchungsgrundsatz
verletzt, da eine abschliessende Beurteilung des psy
chischen Gesundheitszustandes fehle.
Die
beiden
Unfallereignisse würden zu
mindest eine
Teilursache der psychischen Beschwerden darstellen.
Es handle sich um
Schreck
ereignisse
,
welche geeignet gewesen seien, die psychischen Lei
den zu verur
sachen
. Falls die Psycho-Praxis zur Anwendung gelange, handle es sich bei beiden E
reignissen
um mittelschwere Unfälle im Grenzbereich zu den schweren
Un
fällen.
Dabei
seien drei Adäquanzkriterien erfüllt
(
Urk.
1 S.
5
f
f.
;
Urk.
12 S.
3
ff.
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob eine über den Zeitpunkt der erfo
lgten
Leis
tungs
ein
stellung
per 3
1.
August 2014
hinausgehende Leistungspflicht der
Beschwer
de
gegnerin
besteht und dabei insbesondere das Vorliegen des Kausal
zusammen
hangs betreffend die noch bestehenden
psychischen
Beschwerden.
3.
3.1
Am 1
8.
Dezember 2010
wurde
de
m
Beschwerdeführer
laut Bagatellunfall-Mel
dung vom 1
8.
Mai 2011
eine Schnittverletzung
an der Rippe und am rechten
Unterarm
zugefügt
(vgl.
Urk.
9/2 S.
1). Der Beschwerdeführer gab hi
erzu an, dass
seine Ex-Frau vor der Haustüre geschrien habe. Er sei daher hinunter ge
gangen und habe sie um Ruhe gebeten. Sie habe ihm
daraufhin
mit dem Messer in die linke Achselhöhle gestochen.
Er habe sie gebeten, damit aufzuhören. Sie habe ihm sodann auch in die linke
Bauch-/Magengegend gestochen.
Er habe sich befreien können und sei
zu seinem
Auto
gerannt
.
Sie
sei ihm gefolgt und habe m
it dem Messer einen Pneu durch
stochen. Er sei
dennoch
losgefahren und habe zusammen mit seiner Tochter die Polizei alarmiert.
Sie sei ihm nachge
fahren, habe allerdings durch die
Polizei
gestoppt werden können
.
Daraufhin
habe
er
sich ins Spital
A.___
zur Wundversorgung begeben.
Die Wunde auf der linken Bauchseite sei mit einem Pflaster versorgt und die Wunde unter der linken Achselhöhle sei genäht worden.
Daraufhin sei er in die Ferien geflo
gen, da er bereits die Tickets für den Flug in die
B.___
gehabt habe.
Nach den Ferien habe er seine Arbeitstätigkeit wieder aufgenommen. Eine psychiatrische Therapie
sei
nie
erfolgt
. Allerdings habe er das Erlebnis nicht vergessen
können
. Er sei abends nicht mehr alleine hinausgegangen
(
Urk.
9/3 =
Urk.
9/4 S. 1 f.).
3.2
Ein zweiter Unfall ereignete sich am 1
2.
Januar 2012, als
es dem Beschwer
defüh
rer den infolge eines Überdrucks
geborstenen
Öl
behälter in den Bauch
schleu
derte
, wodurch er vom Lastwagen fiel
(vgl. Schadenmeldung vom
2
6.
Januar 2012,
Urk.
8/1
; Unfallrapport der Kantonspolizei Zürich,
Urk.
8/
15
).
Der Beschwerdeführer gab hierzu an, er
habe
den Lastwagen einölen wollen. Die Flasche sei explodiert und gegen seinen Bauch geprallt. Er sei zwei Meter
hoch
und zwei Meter vom Lastwagen weg
geschleudert worden.
M
it dem Gesäss und den Fersen
sei er auf dem Boden
gelandet. Er habe einmal nach Hilfe gerufen. In den ersten Minuten habe er kaum oder nur sehr erschwert atmen können (
vgl.
Urk.
8/19 S. 1).
Die
Erstbehandlung erfolgte gleichentags im Spital
Z.___
, wobei ein stumpfes
Thorakoabdominaltrauma
rechts diagnostiziert wurde.
Die Ärzte gaben an, dass
keine Nausea, Bewusstlosigkeit oder Amnesie vorgelegen habe. Zudem seien keine
Pleuraergüsse
oder Infiltrate ersichtlich gewesen. Eine Rippenfraktur habe nicht nachgewiesen werden können.
Der Beschwerdeführer
sei
zur stationären Überwachung und analgetischen Therapie vom 1
2.
b
is 1
6.
Januar 2012 ho
spita
lisiert
gewesen
(
Urk.
8/8/2-3 S. 1 f.).
3.3
Der behandelnde
Dr.
med.
C.___
, praktischer Arzt, überwies den Beschwerdeführer im April 2012 mit Verdacht auf ein posttraumatisches
Belas
tungssyndrom
mit zunehmender Depressivität bei Status nach schwerem
lebens
bedrohlichem
Unfall am 1
2.
Januar 2012 zur Beurteilung und Behand
lung an die
D.___
Zürich
(
D.___
;
vgl. Schreiben vom 2
5.
April 2012,
Urk.
8/13).
3.4
Mit Bericht vom 2
6.
Mai 2012 (
Urk.
8/17/1) informierte
Dr.
C.___
über den Heilungsverlauf, wonach weiterhin diffuse
Thoraxschmerzen
bestünden
, insbe
sondere im Bereich des rechten Rippenbogens
sowie ventral/lateral
. Der Be
schwerdeführer habe sodann wahrscheinlich eine posttraumatische
Belastungs
störung
entwickelt. Die Prognose sei langfristig wahrscheinlich gut. Er benötige jedoch
eine intensive Psychotherapie.
3.5
Die Ärzte der
D.___
diagnostizierten mit Bericht vom 2
3.
Oktober 2012 (
Urk.
8/34
) eine seit Januar 2012 bestehende posttraumatische
Belastungsstö
rung
(ICD-10 F43.1). Aktuell sei keine Verbesserung des psychischen
Zustands
bildes
ersicht
lich, weshalb von einem sich
chronifizierenden
Krankheitsverlauf
auszugehen sei (S.
1 f.).
Es sei
trotz integrierter psychiatrischer Behandlung von einer un
günstigen Prognose auszugehen (S. 3). Die Fortsetzung der ambulanten psy
chia
trischen Behandlung, gegebenenfalls mit
Optimierung der
Psychophar
ma
ko
the
rapie
, werde empfohlen. Seit Beginn der ambulanten psychiatrischen Behand
lung am
7.
Juni 2012 sei der Beschwerdeführer
in jeglicher Tätigkeit
zu 100
%
arbeitsunfähig
(
S. 1,
S. 4 f.)
.
3.6
Über den Verlauf der ambulanten psychiatrischen Behandlung informierten die Ärzte der
D.___
mit Bericht vom 2
2.
Mai 2013 (
Urk.
8/53), wobei alle drei bis vier Wochen eine Konsultation mit Medikationsabgabe stattfinde. Nach einem
un
verändert stabilen Verlauf bis Ende 2012 habe sich seit Beginn de
s
Jahres 2013 eine zunehmende Verschlechter
ung des psychischen Zustand
s
bildes mit
Durch
schlafstörungen
, Alpträumen, Flashbackerleben und Niedergestimmtheit abge
zeichnet. Dies vor allem im Zusammenhang mit den häufigen Befragungen durch die Polizei bezüglich der von seiner Ex-Frau zugefügten Messerstiche. Der Beschwerdeführer weise ein minimales Ak
tivitätsniveau im Alltag auf und
sei weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 1 f.).
3.7
Mit Bericht vom 1
2.
September 2013 (
Urk.
8/70) führten die Ärzte der
D.___
als Diagnosen eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0) sowie anamnestisch eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.0) sowie eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symp
tomen (ICD-10 F32.3) auf (S.
1
Ziff.
1). Es habe
sich
im
Mai/Juni 2013 eine deutliche Verschlechterung des psychischen Zustandsbildes abgezeichnet
(S.
1
Ziff.
2
lit
. a)
. Der Beschwerdeführer sei weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 2
Ziff.
4
lit
. a).
3.8
Am
8.
Mai 2014
berichtete
Dr.
C.___
, dass der Beschwerdeführer ihn alle vier Wochen konsultiere und über diffuse Schmerzen im Bereich des rechten Rippenbogens mit Ausstrahlung in den Rücken klage. In der klinischen Unter
suchung sei eine starke
Druckdolenz
über dem Rippenbogen/Thorax rechts fest
stellbar
gewesen. Die Lungenauskultation sei unauffällig.
Der Beschwerde
führer nehme Schmerzmittel zu sich.
Aus somatischer Sicht seien mehr als zwei Jahre
nach
dem Unfall alle Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft. Er erachte den Beschwerdeführer mehrhe
itlich aus psychischer Sicht
eingeschränkt.
Der Be
schwer
de
führer sei im aktuellen Zustand weder arbeits- noch
eingliede
rungs
fähig
(
Urk.
8/87 S. 2).
3.9
Die Ärzte der
D.___
führten mit Bericht vom 2
6.
September 2014 (
Urk.
3/7)
zu
han
den der Invalidenversicherung folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (S. 2
Ziff.
1.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psy
chotische Symptome (ICD-10 F33.2)
-
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0
)
I
m Verlauf
habe sich
eine Verschlechterung des psychischen Zustandsbildes mit niedrigem Aktivitätsniveau abgezeichnet. Aufgrund der ungünstigen Prognose sei von einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit auszugehen (S. 1
lit
. b).
3.10
Am
2.
Februar
2015 erfolgte eine
ausführliche
ärztliche Beurteilung durch Kreis
arzt
Dr.
med.
E.___
, Facharzt für Chirurgie
(
Urk.
3/5 =
Urk.
8/113). Dieser gab an, dass der Beschwer
deführer beim Unfallereignis vom 1
2.
Januar 2012 ein stumpfes
Thorakoabdo
minaltrauma
rechts ohne unfallbedingte struk
tu
relle Läsionen erlitten habe. Es handle sich lediglich um Kontusionen, die nach
allgemeiner Erfahrung inner
halb von Wochen bis wenigen Monaten abhei
len
würden
.
Es bestünden keine somatischen Folgen. E
ine weitere Behandlung
sei
bei fehlenden
unfallbedingten strukturellen Veränderungen nicht mehr not
wendig (S. 3). Eine Beurteilung der fachfremden psychischen Situation könne
er
nicht
vornehmen
(S. 4).
3.1
1
Während
des Beschwerdeverfahrens wurde ein im Auftrag der
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, erstelltes polydisziplinäres Gutach
ten
der
F.___
GmbH,
vom 1
0.
August 2015 (
Urk.
18) eingereicht.
Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit nannten die Ärzte Folgendes (S. 45):
-
rezidivierende depressive Störung, zurzeit leichtgradige Episode (ICD-10 F33.0)
-
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.10)
-
chronisches,
myofaszial
betontes
thorakolumbales
Syndrom
-
costovertebral
-Blockierungen am
thorakolumbalen
Übergang
-
thorakolumbale
muskuläre
Dysbalance
Sodann führten sie die nachfolgenden Diagnosen ohne Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit auf (S. 45):
-
chronisches posttraumatisches Schmerzsyndrom
abdominothorakal
rechts
ohne organische Ursache
-
chronische Obstipation
-
mehrfaktoriell
bedingte geringe Testleistungen
-
klinischer Verdacht auf initiale, medial betonte Gonarthrose links bei dis
kreter
Varus
-Fehlstellung
Der Beschwerdeführer habe als Grund für d
ie Arbeitsunfähigkeit Schmerzen -
vorwiegend im Bauchbereich, am Rücken sowie an der HWS und am l
inken Fuss -
angegeben (S.
12 unten; vgl. auch S.
31 unten).
Aus
chirurgischer
Sicht habe das stumpfe
Thorakoabdominaltrauma
zu einer oberflächlichen Kontusion von Brust- und Bauchwand geführt. Innere Verletzungen hätten bildgebend nicht nachgewiesen werden können. Damit konkordant sei der aktuell unauf
fällige physikalische Untersuchungsbefund. Es bestehe
der
hochg
radige
Ver
dacht
auf Somatisierung
(S.
16 unten).
Aufgrund der
psychiatrischen
Teilbegutach
tung
sei davon auszugehen
, dass der Beschwerdeführer die beiden Ereignisse als lebensbedrohlich erlebt habe
. Beim Beschwerdeführer liege eine posttraumati
sche Belastungsstörung (ICD-10 F43.10) vor, womit häufig depressive Symp
tome einherg
ing
en. Eine leichtgradige depressive Episode sei ausgewiesen. Hin
gegen könne eine andauernde Persönlichkeitsveränderung nach
Extrembelas
tung
(ICD-10 F62.0) nicht diagnostiziert werden (S. 24 ff.).
Die neuropsycholo
gische Untersuchung habe einen Gesamt-IQ von 63 ergeben (S. 37). In der ortho
pädischen Untersuchung sei der klinische Befund
bland
gewesen. Es sei
en
lediglich
costovertebrale
Blockierungen
auf der rechten Seite des
thorakolum
balen
Übergangs feststellbar gewesen und es bestehe eine sekundäre
paraver
te
brale
muskuläre
Dysbalance
im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule (S. 43).
Gesamtmedizinisch sei davon auszugehen, dass seit mindestens Juni 2012 eine weitreichende Arbeitsunfähigkeit von sicherlich 70
%
vorliege
; dies aufgrund der psychischen Beschwerden
. Aus somatischer Sicht sei dem Beschwerdeführer eine leichte bis mittelschwere, teils sitzende, teils stehende Tätigkeit
vollschich
tig
zumutbar
(S. 4
6
ff
.
).
4.
4.1
Zunächst gilt es
festzuhalten, dass
die beiden Unfallereignisse
aus somatischer Sicht
keine
erheblichen
Folgen nach sich zogen. Der Unfall aus dem Jahr 2010 führte lediglich zu oberflächlichen Schnittverletzungen, welche mittels Pflaster und Nähen versorgt werden konnten, wobei
insbesondere
keine inneren Verlet
zungen
erwähnt
wurden (
Urk.
9/2 S.
1;
Urk.
9/3 =
Urk.
9/4 S.
1
). Auch der Unfall
vom
Januar 2012
hinterliess keine organischen
F
olgen. So konnten keine
Pleuraergüsse
oder Infiltrate festgestellt
werden und es waren auch keine strukturellen Läsionen ersichtlich. Die Lungenausk
ultation war un
auffällig (
Urk.
8/8
/2-3 S.
1
f.;
Urk.
8/87 S.
2
;
Urk.
8/88;
Urk.
18 S.
16 und S.
43
). Der Kreisarzt
Dr.
E.___
hielt daher nachvollziehbar fest, dass die Folgen des stump
fen
Thorakoabdominaltraumas
innerhalb
kurzer Zeit
ab
ge
heil
t sei
en (
Urk.
3/5 =
Urk.
8/113 S.
3
).
Der Beschwerdeführer klagt
e
zwar weiterhin über diffuse Schmerzen im Bereich des rechten Rippenbogens mit Ausstrahlung in den Rücken (
vgl.
Urk.
8/17/1;
Urk.
8/87 S. 2
;
Urk.
18 S. 15
), diese
können
aller
dings
keinem
organischen
Korrelat zugewiesen werden
.
Es liegen demnach ein
zig
psychische beziehungsweise organisch nicht
hin
rei
chend
nachweisbare Be
schwerden vor.
In psychischer Hinsicht diagnos
ti
zier
ten die Ärzte übereinstim
mend ein posttraumatisches Belastungssyndrom (ICD-10 F41.1) sowie eine re
zidivierende depressive Störung, wobei die Ärzte der
D.___
diese noch als ge
genwärtig schwere Episode einstuften, anläs
slich der Begut
ach
tung durch das
F.___
demgegenüber lediglich noch eine gegenwärtig leichte Episode festge
stellt werden konnte. Die von den Ärzten der
D.___
ebenfalls diag
nostizierte an
dauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.
0) konnte von den Gutachtern des
F.___
nicht bestätigt werden (
vgl.
Urk.
3/7 S. 2;
Urk.
8/34 S. 1;
Urk.
8/53 S. 1;
Urk.
8/70 S. 1;
Urk.
18 S. 45
).
4.2
D
em
E
reignis aus dem Jahr 2010
,
i
m Rahmen dessen
dem
Beschwerde
führer
d
urch seine Ex-Frau
Schnittverletzungen
zugefügt
wurden
– wobei
hin
sichtlich der
genaue
n
Anzahl
widersprüchliche
Aussagen vorliegen
(vgl.
Urk.
1 S.
10
Ziff.
38
;
Urk.
8/34 S.
3
Ziff.
1.4;
Urk.
9/3 =
Urk.
9/4 S.
1;
Urk.
18 S.
18 unten) -
und
sie ihn
anschliessend
noch
mit dem Auto ver
folgte
(vorstehend E.
3.1), ist eine
gewisse
subjektive Bedrohlichkeit nicht
abzusprechen. Ein
ausser
gewöhn
liches Schreckereignis kann darin aller
dings nicht erkannt werden
.
D
a
die
Wun
den mittels Pflaster und Nähen versorgt werden
konnten, kann es sich lediglich um oberflächliche Verletzungen gehan
delt haben, weshalb eine
allfällige
Ver
letzung eines lebenswichtigen Organs nicht befürchtet werden musste
. D
ie Ver
letzungen zogen
dementsprechend auch
keine stationäre
Hospi
ta
lisation
nach sich. Der Beschwerdeführer ging unmittel
bar nach dem
Unfall
ereignis
in die
Ferien und nahm anschliessend seine Arbeit ohne Einschrän
kungen wieder auf. Eine psychotherapeutische B
ehandlung er
folgte nicht (
Urk.
9/
2
S. 1;
Urk.
9/3 =
Urk.
9/4 S. 1 f.
).
Von einem gewaltsamen Vorfall von überraschender Heftigkeit, welcher eine unmittelbare Angst- und
Schreckreak
tion
ausgelöst hätte, kann daher keine Rede sein.
Auch im Unfallereignis vom 1
2.
Januar 2012 kann kein aussergewöhnliches
Schreck
ereignis
verbunden mit einem entsprechenden psychischen Schock er
kannt
werden. Dem Beschwer
deführer wurde de
r
infolge eines Überdrucks
geborstene
Luftbehälter in den Bauch geschleudert, wodurch er vom Lastwagen fiel (
vorstehend E. 3.2
).
Dabei handelt es sich
zwar
um einen Arbeitsunfall
von einer gewissen Eindrücklichkeit
,
er vermag
allerdings die strengen Anforde
rung
en an die Aussergewöhnlichkeit des Ereign
isses nicht zu erfüllen
(vgl. hier
zu vorstehend E. 1.2)
.
Somi
t steht fest, dass die beiden Unfalle
reignisse nicht als Schreckereignisse anzusehen sind.
Da beim Beschwerdeführer auch kein Schleudertrauma der HWS, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung oder ein
Schädelhirn
trauma
diagnostiziert wurde, hat die
Beurteilung der Adäquanz der noch besteh
enden
psychischen sowie organisch nicht hinreichend nachweisbaren
Beschwer
den nach der Psycho-Praxis zu erfolgen (vorstehend E. 1.
5
).
4.3
Bei Anwendung der Psycho-Praxis lassen sich die bei der Adäquanzprüfung
einzig zu berücksichtigenden physischen Komponenten im Zeitpunkt, in wel
chem
von einer Fortsetzung der auf die somatischen Leiden gerichteten ärztli
chen Behandlung keine namhafte Besserung mehr erwartet werden kann, zu
verlässig beurteilen
. Behandlungsbedürftige psychische Gesundheitsschäden stellen kein Hindernis für den Fallabschluss dar
(BGE 134 V 109 E.
6.1
;
Rumo-Jungo
/
Holzer, Bundesgesetz über die Unfallversicherung,
4.
Auflage, Zü
rich/Basel/Genf 2012, S. 144
). In diesem Zeitpunkt ist der Fall somit unter Ein
stellung der vor
über
gehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente
und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (vgl.
Art.
19
Abs.
1 und
Art.
24
Abs.
2
UVG; Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_639/2014 vom
2.
Dezember 2014 E.
3
und
8C_888/2013 vom
2.
Mai
2014 E. 4.1
).
Was unter einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes zu verstehen ist, um
schreibt das Gesetz nicht näher. Nach der Rechtsprechung ist der Begriff der namhaften Besserung namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steige
rung oder Wiederher
stellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beein
trächtigt, auszulegen. Da
bei verdeutlich
t
die Verwendung des Begriffes namhaft durch den Gesetz
geber, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Ge
wicht fallen muss, und dass unbedeutende Verbesserungen nicht genügen (BGE
134 V 109 E.
4.3).
Der Fallabschluss und die Prüfung der Adäquanz setzt ledig
lich voraus, dass von weiteren medizinischen Massnahmen keine erheb
liche Ver
besserung mehr erwartet werden kann, nicht aber, dass eine ärztliche Behand
lung nicht länger erforderlich ist (Urteile des Bundesgerichts 8C_729/2012 vom
4.
April 2013 E. 5.2 und 8C_727/2012 vom 2
1.
Dezember 2012 E. 3.2.2).
4.
4
Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass
die dem
Beschwerdeführer
anlässlich des ersten Unfallereignisses zugefügten Verletzungen nach der
Wund
versorgung
keiner weiteren Behandlung bedurften
. Dieses Unfallereignis zog auch keine Arbeitsunfähigkeit nach sich
(vgl.
Urk.
9/2
S. 1;
Urk.
9/3 =
Urk.
9/4 S.
1).
Beim zweiten Unfallereignis erlitt der Beschwerdeführer
ein
stumpfe
s
Thorakoabdominaltrauma
ohne strukturel
le Läsionen
. Der Kreisarzt
Dr.
E.___
hielt diesbezüglich nachvollziehbar fest, dass es sich dabei lediglich um Kon
tu
sionen handle, die nach allgemeiner Erfahrung innerhalb von Wochen bis wenigen Monaten abheilen
würden
und eine weitere Behandlung
daher
nicht notwendig sei (
Urk.
3/5 =
Urk.
8/113 S.
3 f.). Sodann hielt auch der be
han
delnde Hausarzt
Dr.
C.___
fest, dass zwei Jahre nach dem Unfall alle Behandlungsmöglichkeiten aus somatischer Sicht ausgeschöpft seien (
Urk.
8/87 S. 2).
Der Beschwerdeführer wurde zwar n
ach dem zweiten Unfallereignis
unter anderem auch
aufgrund der körperlichen Beschwerden
als vollständig arbeits
unfähig erachtet
(
vgl. statt vieler
Urk.
8/29,
Urk.
8/63,
Urk.
8/91,
Urk.
8/102
)
.
Im Zeitpunkt des Fallabschlusses
befand
ihn der behandelnde Hausarzt
Dr.
C.___
allerdings mehrheitlich aus psychischer Seite eingeschränkt
(vgl.
Urk.
8/87 S. 2
)
und
a
uch die Gutachter des
F.___
erachteten den Beschwerde
führer
aus somatischer Sicht
in einer
angepassten
Tätigkeit als vollständig
arbeitsfähig (
Urk.
18 S.
46 f.). Eine namhafte Besserung des somatischen Leidens
kann demnach von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung nicht erwartet werden.
Entgegen den Ausführungen des Beschwerd
eführers (
Urk.
1 S. 4 f.;
Urk.
12 S. 2 f.
)
ist eine allfällige Besserung der psychischen Situation unbeachtlich, weshalb der Fallabschluss und die Prüfung der Adäquanz ohne
W
eiteres
erfolgen k
onn
te
n
(vorstehend E.
4.3).
Die Frage des adäquaten Kausalzusammenhangs ist recht
licher Natur und daher nicht Gegenstand eines psychiatrischen Gutachtens. Das Ausmass der psychischen Einschränkungen kann daher offen bleiben, da – wie
die nachfolgende
n
Ausführungen
(vgl. nachstehend E.
5) zeig
en w
erden
– ein adäquater Kausalzusammenhang
zwischen
den psychischen
Einschränkun
gen
und
den Unfallereignissen zu verneinen ist. Daher erübrigen sich Weiterun
gen zum natürlichen Kausalzusammenhang und die vom Beschwerdeführer
even
tuell geforderte Rückweisung zur weiteren Sachverhaltsabklärung (vgl. SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67; Urteil des Bundesgerichts 8C_70/2009 vom 3
1.
Juli 2009
E. 3).
Im Übrigen ist ohnehin fraglich
, ob von einer weiteren Behandlung eine namhafte Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes zu erwarten ist, erachteten die Ärzte der
D.___
den Beschwerdeführer doch als dauerhaft arbeits
unfähig und rechneten nicht mit der Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit beziehungsweise einer Erhöhung der Einsatzfähigkeit (vgl.
Urk.
3/7 S.
1
lit
. b und S. 5
Ziff.
1.9).
4.5
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass
beim Beschwerdeführer einzig psychische beziehungsweise organisch nicht nachweisbare Beschwerden vorlie
gen. Die beiden Unfallereignisse gelten nicht als Schreckereignisse
im Sinne der Rechtsprechung
.
Da a
us somatischer Sicht keine namhafte Besserung des Ge
sundheitszustandes mehr zu erwarten
ist
,
erfolgten der Fallabschluss
und die Adäquanzprüfung nach der Psycho-Praxis gemäss BGE 115 V 133
somit zu Recht.
5.
5.1
Im Hinblick auf die Prüfung der Adäquanz sind zunächst die Unfälle nach ihrer Schwere zu qualifizieren, welche sich nach dem augenfälligen
Geschehensab
lauf
mit den sich dabei entwickelnden Kräften bestimmt.
Es ist an das objektiv erfassbare Unfallereignis und nicht an das Unfallerlebnis anzuknüpfen.
Nicht massgebend sind Folgen des Unfalles oder Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können (vorstehend E. 1.6;
BGE 115 V 133 E. 6;
Urteil des Bundesgerichts U 2/2007 vom 1
9.
November 2007 E. 5.3.1).
Die Beschwerdegegnerin stufte beide
Unfallereignis
se
als
mittelschwere Unfälle mit Tendenz zu den leichten Unfällen ein
. Die Unfälle seien
höchstens im mitt
leren Bereich anzusiedeln
(
Urk.
2 S. 5
;
Urk.
7 S. 8
;
Urk.
15 S. 1
).
Demgegenüber vertrat der Beschwerdeführer die Ansicht, dass es sich bei den beiden Ereig
nissen um mittelschwere Unfälle im Grenzbereich zu den schweren Unfällen handle (
Urk.
12 S. 8 f.).
5.2
Aufgrund der Unfallschilderung (vorstehend E.
3.1) ist überwiegend wahr
schein
lich, dass beim Ereignis im Jahr 2010 keine
grossen Kräfte gewirkt haben konnten
, da
lediglich oberflächliche
Verletzung
en
resultierte
n
. Eine potentiell tödliche Gefahr ist – obwohl es sich um eine Schnittverletzung in der
Bauch
gegend
gehandelt hat – nicht
ersichtlich
.
Daran ändert nichts, dass der Angriff mit einem Messer erfolgte.
Aus objektiver Sicht betrachtet handelt es sich nicht um ein besonders schweres Unfallereignis. Wie ein Blick
auf
vergleichbare Fälle zeigt, hat die Rechtsprechung tätliche Auseinandersetzungen in der Regel dem eigentlich mittleren Bereich zugeordnet (vgl. Kasuistik im Urteil des Bundesge
richts 8C_681/2010 vom
3.
November 2010 E. 6.2).
In diesen Bereich ist auch
der vorliegende Unfall
aus dem Jahr 2010
– trotz Einsatz eines Messers
–
ein
zuordnen.
Auch das objektiv erfassbare Unfallereignis aus dem Jahr 2012 (vor
ste
hend E. 3.2) ist in demselben Bereich einzustufen
. Der Beschwerdeführer stürzte dabei infolge des ihm in den Bauch
geprallten
geborstenen Ölbehälters aus 2.5 Meter
Höhe
auf den Boden (vgl.
bezüglich der Höhe des Sturzes:
Urk.
8/17 S. 1;
Urk.
8/19 S. 1
;
Urk.
8/41 S. 1;
Urk.
8/87 S. 2;
Urk.
18 S. 11). D
as
Bundesgericht
ordnete
Stürze aus einer
Höhe von einigen Metern regelmässig dem
eigentlich mittleren Bereich zu (Urteil des Bundesgerichts 8C_202/2014 vom
9.
Juli 2014 E. 4.1). Daran ändert vorliegend nichts, dass der
Sturz
infolge
des geborstenen
Luftbehälter
s
erfolgte.
Der Beschwerdeführer
landete
nach eigenen Angaben mit dem Gesäss und den Fersen auf dem Boden und konnte in den ersten Minuten kaum oder nur sehr erschwert atmen. Eine Bewusstlosigkeit wird hingegen nicht erwähnt (vgl.
Urk.
8/19 S.
1)
.
Hieraus
l
assen sich
Rück
schlüsse auf die sich da
bei entwickelnden Kräfte
ziehen
. Bei den beiden
Unfall
ereignissen
handelt es sich somit
um mittelschwere Unfälle im engeren Sinne, weshalb für die Beja
hung der Adäquanz drei der massgeblichen Kriterien (oder eines der Kriterien ausgeprägt) erfüllt sein müssen (Urteil des Bundesgerichts 8C_897/2009 vom 2
9.
Januar 2010 E. 4.5).
5.3
Die beiden Unfallereignisse haben sich objektiv betrachtet weder unter beson
ders dramatischen Begleitumständen ereignet, noch sind sie als besonders ein
drücklich anzusehen
(vgl. Kasuistik im Urteil des Bundesgerichts 8C_398/2012 vom
6.
November 2012 E. 6.1.1-6.1.2
)
. Dabei ist zu beachten, dass jedem min
destens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann
. Zudem hat die Beurteilung objektiv und nicht auf Grund des subjektiven Empfindens be
ziehungsweise
der
Angstgefühle der versicherten Person zu erfolgen
(Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_372/2013 vom 2
8.
Oktober 2013 E.
7
und U 56/07 vom 2
5.
Januar 2008 E. 6.1
).
Selbst wenn dieses Kriterium bejaht würde, wäre es in
dessen nicht derart ausgeprägt, dass es für sich alleine genügen wür
de, um die Adäquanz zu bejahen.
Die Parteien sind sich sodann dahingehend einig
(vgl.
Urk.
2 S. 5;
Urk.
12 S. 11)
,
dass die
Kriteri
en
der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verlet
zung
, der ungewöhnlichen langen Dauer der ärztlichen Behandlung sowie der körper
lichen Dauerschmerzen vorliegend
in Bezug auf beide Unfälle
als nicht erfüllt zu betrachten sind, was sich ohne Weiteres aus den medizinischen Berichten ergibt (vgl. insbeson
dere E. 4.1
und E. 4.4
).
Den Akten lassen sich
in beiden Fällen
– entgegen den Ausführungen des Be
schwerdeführers (
Urk.
12 S. 11 f.) – auch
keine Hinweise für einen schwierigen
Heilungsverlauf, erhebliche Komplikationen oder eine ärztliche Fehlbehandlung entnehmen.
Der vom Beschwerdeführer geltend gemachte Umstand, dass die
psychopharmako
logische
Behandlung unzureichend sei (
Urk.
12 S. 11
Ziff.
6), vermag das Krite
rium der ärztlichen Fehlbehandlung nicht zu erfüllen. Von einer
Fehlbehand
lung
ist nicht bereits dann auszugehen, wenn eine angeordnete medizinische Massnahme sich nachträglich nicht als nutzbringend erweist, sondern nur dann, wenn in der medizinischen Wissenschaft und Praxis ein ge
wisser Konsens über die Schädlichkeit einer Therapiemethode besteht (Urteil des Bundesgerichts 8C_1020/2008 vom
8.
April 2009 E.
5.6.1).
Aus der andau
ern
den ärztlichen Be
handlung, den anhaltenden Beschwerden sowie der Arbeits
unfähigkeit kann so
dann nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf und/oder erhebliche Kompli
kationen geschlossen werden. Hierfür bedarf es besondere
r
Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben. Die Einnahme vieler Medika
mente und die Durchführung verschiedener Therapien genügen nicht zur Bejah
ung dieses Kri
teriums. Gleiches gilt für den Umstand, dass trotz regelmässiger Therapien we
der eine Beschwerdefreiheit noch eine (vollständige) Arbeitsfähig
keit in der an
gestammten Tätigkeit erreicht werden konnten (Urteil des Bundes
gerichts 8C_987/2008 vom 3
1.
März 2009 E. 6.6).
Schliesslich ist auch das Kriterium der erheblichen
,
physisch bedingten
Arbeits
unfähigkeit
bezüglich beider Unfallereignisse
zu verneinen, w
ird
dem Beschwer
de
führer
doch
aufgrund der
körperli
chen
Beschwerden
keine
relevante
Arbeits
unfähigkeit
mehr
attestiert (vgl.
Urk.
8/87 S.
2
;
Urteil des Bundesgerichts 8C_252/2007
vom 1
6.
Mai 2008 E. 7.7.1).
5.
4
Nichts anderes würde
im Übrigen
die Prüfung der Adäquanz nach der Recht
sprechung zu den Schreckereignissen ergeben.
An den adäquaten Kausalzu
sammenhang zwischen psychischen Beschwerden und Schreckereignissen wer
den hohe Anforderungen gestellt. Nach der Rechtsprechung besteht die übliche und einigermassen typische Reaktion auf solche Ereignisse erfahrungsgemäss darin, dass zwar eine Traumatisierung stattfindet, diese aber vom Opfer in aller Regel innert einiger Wochen oder Monate übe
rwunden wird (BGE 129 V 177
E.
4.3
). So verneinte das Bundesgericht (allerdings in Anwendung der
Adä
quanzkriterien
nach BGE 115 V 139) im Fall einer Versicherten, die auf offener Straffe von einem Unbekannten angegriffen, zu Boden gedrückt und in Tötungs
absicht
gewürgt worden war (wobei sie auch körperliche Beein
träch
tigun
gen – Schrammen
am Hals und Schmerzen in der Lendengegend – erlitt) die Adäquanz ebenso wie im Fall einer Frau bei einem nächtlichen Angriff eines alkoholisierten Mannes mit Beschimpfungen und Würgen. Bejaht hat das Bun
desgericht den adäquaten Kausalzusammenhang unter anderem in einem Fall, in welchem das weibliche Opfer von einem betrunkenen und mit einem Messer
bewaffneten Unbekannten zu sexuellen  Handlungen in Form von oralem Geschlechtsverkehr gezwungen wurde, und in einem Fall, in welchem eine Frau frühmorgens an ihrem Arbeitsplatz von drei Männern überwältigt, mit einer Pistole sowie verbal bedroht, auf den Boden gedrückt und an Armen und Beinen gefesselt wurde (Urteil des Bundesgerichts 8C_480/2013 vom 1
5.
April 2014 E.
6.1).
Bei den vorliegend zu prüfenden
Unfallereignisse
n
ist
demgegen
über
trotz eine
r
gewissen Eindrücklichkeit nicht von Ereignissen auszugehen, die nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenser
fah
rung geeignet erscheinen, langjährige, die Arbeitsfähigkeit erheblich beeinträch
tigende Besch
werden aus
zulösen.
5.
5
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass keines der praxisgemässen Kriterien als erfüllt erachtet werden kann, weshalb der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den
noch bestehenden
Beschwerden
und den
beiden
Unfallereignissen vom 1
8.
Dezember 2010
sowie vom
1
2.
Januar 2012
zu verneinen ist. Die von der Beschwerdegegnerin per
3
1.
August 2014
verfügte Leistungseinstellung er
folgte demnach zu Recht.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Michèle
Epprecht
-
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannKudelski