# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 986967b9-dea5-5f31-9afe-be96a2a0112d
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-05-07
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 07.05.2025 RR.2024.68
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RR-2024-68_2025-05-07.pdf

## Full Text

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  Entscheid vom 7. Mai 2025 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Giorgio Bomio-Giovanascini und Felix Ulrich,  

Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja  

   
 

Parteien 

  

C. LIMITED,   

vertreten durch Rechtsanwälte Raphael Brunner und 

Kiril R. R. Haslebacher 

Beschwerdeführerin 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Jersey 

 

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2024.68 

 

 

 

 

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Sachverhalt: 

 

A. Die Generalstaatsanwaltschaft von Jersey führt unter anderem gegen E., F. 

und G. eine Strafuntersuchung wegen Geldwäscherei und Verstössen gegen 

Wirtschaftssanktionsgesetze. In diesem Zusammenhang gelangten die Be-

hörden von Jersey mit Rechtshilfeersuchen vom 29. Juni 2022, ergänzt am 

19. Juli 2022, an die Schweiz und ersuchten um Beweiserhebungen (Verfah-

rensakten Bundesanwaltschaft [nachfolgend «Verfahrensakten»], Rubrik 1, 

nicht paginiert).  

 

 

B. Hintergrund des Rechtshilfeersuchens sind zusammengefasst folgende 

Sachverhaltskomplexe (Verfahrensakten, Rubrik 1, nicht paginiert):  

 

a) G. soll in den 1990-Jahren an H. Korruptionszahlungen (sog. Krysha) ge-

leistet haben, um die Kontrolle über die russische Gesellschaft I. zu erhalten. 

Im Jahre 2005 habe G. die Aktien an der I. für USD 13 Milliarden verkauft. 

Der Erlös sei auf Bankkonten verschiedener Gesellschaften der J. Ltd und 

der K. Ltd, welche ihren Sitz in Jersey gehabt hätten, geflossen. Die J. Ltd 

und die K. Ltd seien Inhaberinnen der L. (Trustees) Ltd gewesen, welche 

ihrerseits als Treuhänderin des M. Trust und des N. Trust fungiert habe. Bis 

zum 8. Februar 2022 sei G. alleiniger Begünstigter der Trusts gewesen, nach 

diesem Datum dessen sieben Kinder. Die Behörden von Jersey werfen G. in 

diesem Zusammenhang Geldwäschereihandlungen vor. 

 

b) G. sei am 10. März 2022 entsprechend dem Gesetz von 2019 (Sanctions 

and asset-freezing [Jersey] law 2019) auf die für Jersey massgebliche Sank-

tionsliste gesetzt worden. Die Vermögenswerte der J. Ltd und der K. Ltd, 

welche indirekt der Kontrolle von G. unterstünden, würden Geldmittel dar-

stellen, die vom Gesetz von 2019 erfasst seien. Es sei davon auszugehen, 

dass mit diesen Vermögenswerten gehandelt und damit gegen das Sankti-

onsgesetz verstossen worden sei. 

 

c) Indem die Gesellschaften, welche G. zuzurechnen seien, weiterhin Fi-

nanzdienstleistungen erbracht hätten, nachdem G. auf die Sanktionsliste ge-

setzt worden sei, sei gegen das Sanktionsgesetz verstossen worden. 

 

d) Ferner seien u.a. – nachdem G. auf die Sanktionsliste gesetzt worden sei 

– die Direktoren der J. Ltd ausgewechselt worden, und es hätten Transakti-

onen zur Übertragung der Vermögenswerte der J. Ltd stattgefunden. Damit 

sei gegen das Sanktionsgesetz verstossen worden. 

 

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e) Schliesslich bestehe infolge des Austausches der Direktoren der J. Ltd. 

und deren Tochtergesellschaften der Verdacht der Geldwäscherei. 

 

 

C. Im Juli 2022 ersuchte das Bundesamt für Justiz (nachfolgend «BJ») das 

Staatssekretariat für Wirtschaft (nachfolgend «SECO»), den im Rechtshil-

feersuchen dargelegten Sachverhalt mit Bezug auf die doppelte Strafbarkeit 

einzuschätzen. Das SECO teilte dem BJ am 11. Oktober 2022 mit, dass mit 

Bezug auf die Sachverhaltskomplexe b) und c) des Rechtshilfeersuchens 

(vgl. supra lit. B) die doppelte Strafbarkeit durch Art. 15 Abs. 1 und 2 der 

Verordnung über Massnahmen im Zusammenhang mit der Situation in der 

Ukraine (SR 946.231.176.72) ab dem Zeitpunkt der Sanktionierung von G. 

(durch die Schweiz) am 16. März 2022 gegeben sei. Hinsichtlich Punkt d) sei 

die doppelte Strafbarkeit nicht eindeutig gegeben, und mit Bezug auf die 

Punkte a) und e) könne sich das SECO mangels Zuständigkeit nicht äussern 

(zum Ganzen: Verfahrensakten, Rubrik 9.101, nicht paginiert).  

 

 

D. Gestützt auf Art. 17 Abs. 4 und Art. 79 Abs. 2 IRGS übertrug das BJ am 

13. Oktober 2022 der Bundesanwaltschaft das Rechtshilfeersuchen aus Jer-

sey zum Vollzug (Verfahrensakten, Rubrik 2.101).  

 

 

E. Mit Schreiben vom 10. November 2022 gelangte die Bundesanwaltschaft an 

das SECO. Sie fragte an, ob das SECO eigene Massnahmen in Bezug auf 

die im Rechtshilfeersuchen vom 29. Juni bzw. 19. Juli 2022 angezeigten 

Geschäftsbeziehungen ergreifen werde bzw. ob sich der in den Rechtshil-

feersuchen wiedergegebene Sachverhaltskomplex insbesondere unter die 

Strafnormen von Art.  15 Abs. 1 und 2 i.V.m. Art.  32 der Verordnung über 

Massnahmen im Zusammenhang mit der Situation in der Ukraine vom 

4. März 2022 (SR 946.231.176.72) i.V.m. Art. 9 des Bundesgesetzes über 

die Durchsetzung von internationalen Sanktionen (Embargogesetz, EmbG; 

SR 946.231) subsumieren liesse (Verfahrensakten, Rubrik 9.101, nicht pa-

giniert).  

 

 

F. Am 6. März 2023 ersuchte die Generalstaatsanwaltschaft von Jersey um 

weitere Beweiserhebungen, insbesondere um Herausgabe von Bankunter-

lagen betreffend fünf auf die C. Limited lautende Konten bei der Bank O. 

Switerzland (Verfahrensakten, Rubrik 1, nicht paginiert).  

 

 

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G. Die Bundesanwaltschaft informierte am 9. März 2023 das SECO über das 

ergänzende Rechtshilfeersuchen vom 6. März 2023 und die darin erwähnten 

Geschäftsbeziehungen. Das SECO bestätigte mit E-Mail vom 9. März 2023, 

dass die doppelte Strafbarkeit in Bezug auf den im Rechtshilfeersuchen wie-

dergegebenen Sachverhalt teilweise gegeben sei und dass die zur Diskus-

sion stehenden Geschäftsbeziehungen von den entsprechenden Banken 

gesperrt und dem SECO gemeldet worden seien. Weitere Massnahmen wür-

den sich nicht aufdrängen (Verfahrensakten, Rubrik 9.101, nicht paginiert).  

 

 

H. Die Generalstaatsanwaltschaft Jersey ersuchte die Schweiz am 

30. Mai 2023 um weitere Beweiserhebungen (Verfahrensakten, Rubrik 1, 

nicht paginiert). Am 4. August 2023 liess die Bundesanwaltschaft auch die-

ses Ersuchen dem SECO zukommen (Verfahrensakten, Rubrik 9.101, nicht 

paginiert).  

 

 

I. Am 16. August 2023 ordnete die Bundesanwaltschaft bei der Bank O. 

Switzerland und/oder BANK O.  die Herausgabe von Bankunterlagen betref-

fend fünf auf die C. Limited lautende Konto mit den IBAN-Nrn. 1, 2, 3, 4 und 

5 an. Die Bundesanwaltschaft verfügte zudem ein Mitteilungsverbot. Die 

Bankunterlagen gingen  am 30. November 2023 bei der  Bundesanwaltschaft 

ein (zum Ganzen: Verfahrensakten, Rubrik 5.101.16, BO, […], nicht pagi-

niert). 

 

 

J. Am 16. Mai 2024 hob die Bundesanwaltschaft das Mitteilungsverbot auf und 

teilte der BANK O.  mit, dass es ihr freistehe, die Kontoinhaberin über das 

vorliegende Verfahren zu informieren (Verfahrensakten, Rubrik 5.101.16, 

BO, […], nicht paginiert).  

 

 

K. Mit Schlussverfügung (XXI) vom 29. Mai 2024 ordnete die Bundesanwalt-

schaft die Herausgabe der Unterlagen bei der Bank O. Switzerland betref-

fend die Stamm-Nr. 6 lautend auf die C. Limited an Jersey an (act. 1.2).  

 

 

L. Am 4. Juli 2024 erhob die C. Limited bei der Beschwerdekammer des Bun-

desstrafgerichts Beschwerde gegen die Schlussverfügung XXI vom 

29. Mai 2024. Sie stellt folgende Anträge (act. 1, S. 2): 
 

 
«1. Die Bundesanwaltschaft sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer vollständige 

Akteneinsicht in sämtliche (ungeschwärzten) Akten zu gewähren. 

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 2. Die Eintretensverfügung der Bundesanwaltschaft vom 9. August 2023 und die 

Schlussverfügung (XXI) der Bundesanwaltschaft vom 29. Mai 2024 seien aufzu-
heben und es sei auf das Rechtshilfeersuchen der Generalstaatsanwaltschaft 
Jersey vom 29. Juni 2022 (1) und dessen Ergänzungen vom 19. Juli 2022 (2), 
vom 6. März 2023 (3) sowie vom 30. Mai 2023 (4) nicht einzutreten. 

 
 3. Eventualiter sei die Schlussverfügung (XXI) der Bundesanwaltschaft vom 

29. Mai 2024 aufzuheben und es dem Rechtshilfeersuchen der Generalstaatsan-
waltschaft Jersey vom 29. Juni 2022 (1) und dessen Ergänzungen vom 19. Juli 
2022 (2), vom 6. März 2023 (3) sowie vom 30. Mai 2023 (4) sei nicht zu entspre-
chen und die Rechtshilfe zu verweigern. 

 
 4. Subeventualiter sei die Schlussverfügung (XXI) der Bundesanwaltschaft vom 

29. Mai 2024 aufzuheben und das Verfahren sei an die Bundesanwaltschaft zu-
rückzuverweisen, um  

 

• die Behörden von Jersey aufzufordern, weitere Informationen über die Ver-
wendbarkeit der Bankunterlagen des Beschwerdeführers bei der Bank O. 
Switzerland für ihre strafrechtliche Untersuchung im Zusammenhang mit an-
geblichen Sanktions- und Geldwäschereivorwürfen zu Iiefern und  

 

• von den Behörden von Jersey Erklärungen zu verlangen, warum sie bis 2022 
gewartet haben, um eine Untersuchung über angebliche Geldwäschereivor-
würfe im Zusammenhang mi einer angeblichen Korruptionshandlung einzulei-
ten, die sich in den 1990er Jahren ereignet hatte und die den Behörden von 
Jersey spätestens seit 2012 bekannt sein musste. 

 
Dabei sei die Bundesanwaltschaft anzuweisen, den Behörden von Jersey eine 
angemessene Frist zur Beantwortung dieser Fragen zu setzen und sie darauf 
hinzuweisen, dass die mit dem Rechtshilfeersuchen vom 29. Juni 2022 (1) und 
seinen Ergänzungen vom 19. Juli 2022 (2), 6. März 2023 (3) und 30. Mai (4) 
beantragte Rechtshilfe verweigert wird, wenn innerhalb der gesetzten Frist keine 
Antwort erfolgt.  

 
5. AIIes unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MWST) zulasten des 

Beschwerdegegners». 

 

 

M. Das BJ und die Bundesanwaltschaft beantragten je in ihren Beschwerdeant-

worten vom 26. und 31. Juli 2024 die Abweisung der Beschwerde, sofern 

darauf einzutreten sei (act. 7 und act. 9). 

 

 

N. In ihrer Beschwerdereplik vom 19. August 2024 hält die C. Limited unverän-

dert an ihren in der Beschwerde gestellten Anträgen fest (act. 11), was dem 

BJ und der Bundesanwaltschaft am  20. August 2024 zur Kenntnis gebracht 

wurde (act. 12). 

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

 

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Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Für die Rechtshilfe zwischen Jersey und der Schweiz sind in erster Linie 

massgebend die Bestimmungen des Europäischen Übereinkommens vom 

20. April 1959 über die Rechtshilfe in Strafsachen (SR 0.351.1; EUeR). Diese 

werden in concreto ergänzt durch das Übereinkommen vom 8. November 

1990 über Geldwäscherei sowie Ermittlung, Beschlagnahme und Einziehung 

von Erträgen aus Straftaten (GwUe; SR 0.311.53) sowie die Art. 43 ff. des 

Übereinkommens vom 31. Oktober 2003 der Vereinten Nationen gegen Kor-

ruption (UNCAC; SR 0.311.56), in Verbindung mit Art. 14 und Art. 23 UNCAC 

betreffend die Geldwäscherei im Allgemeinen.  

 

1.2 Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen nicht abschliessend regeln, 

finden das Bundesgesetz vom 20. März 1981 (Rechtshilfegesetz, IRSG; SR 

351.1) und die Verordnung vom 24. Februar 1982 über internationale 

Rechtshilfe in Strafsachen (Rechtshilfeverordnung, IRSV; SR 351.11) An-

wendung (Art. 1 Abs. 1 lit. b IRSG). Das innerstaatliche Recht gelangt nach 

dem Günstigkeitsprinzip auch dann zur Anwendung, wenn es geringere An-

forderungen an die Rechtshilfe stellt (BGE 149 IV 376 E. 2.1; 148 IV 314 

E. 2.1; 147 II 432 E. 3.1; 145 IV 294 E. 2.1; jeweils m.w.H.). Vorbehalten 

bleibt die Wahrung der Menschenrechte (BGE 145 IV 294 E. 2.1; 123 II 595 

E. 7c; TPF 2020 64 E. 1.1).  

 

1.3 Auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten 

sind zudem die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 

1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, 

VwVG; SR 172.021) anwendbar (Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 

lit. a Ziff. 1 StBOG), wenn das IRSG nichts anderes bestimmt (siehe Art. 12 

Abs. 1 IRSG).  

 

 

2.  

2.1 Die Schlussverfügung der ausführenden kantonalen oder der ausführenden 

Bundesbehörde unterliegt zusammen mit den vorangehenden Zwischen-

verfügungen der Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstraf-

gerichts (Art. 80e Abs. 1 IRSG). Die entsprechende Beschwerdefrist beträgt 

30 Tage (Art. 80k IRSG). Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer persön-

lich und direkt von einer Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat 

(Art. 80h lit. b IRSG). Als persönlich und direkt betroffen im Sinne des 

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Art. 80h lit. b IRSG gilt namentlich der Kontoinhaber bei der Erhebung von 

Kontoinformationen (Art. 9a lit. a IRSV).  

 

2.2 Die Beschwerdeführerin ist Inhaberin der Bankverbindung Nr. 6  bei der 

Bank O. und daher legitimiert, gegen die rechtshilfeweise Herausgabe der 

diese Bankverbindung betreffenden Bankunterlagen Beschwerde zu führen. 

Auf ihre frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist einzutreten.  

 

 

3.  

3.1 Die Beschwerdekammer ist nicht an die Begehren der Parteien gebunden 

(Art. 25 Abs. 6 IRSG). Sie prüft die bei ihr erhobenen Rügen mit freier Kog-

nition, befasst sich jedoch grundsätzlich nur mit Tat- und Rechtsfragen, die 

Streitgegenstand der Beschwerde bilden (BGE 132 II 81 E. 1.4; 130 II 337 

E. 1.4; Urteil des Bundesgerichts 1A.1/2009 vom 20. März 2009 E. 1.6; 

TPF 2011 97 E. 5).  

 

3.2 Ebenso wenig muss sich die urteilende Instanz mit allen Parteistandpunkten 

einlässlich auseinandersetzen. Sie kann sich auf die für ihren Entscheid we-

sentlichen Punkte beschränken, und es genügt, wenn die Behörde wenigs-

tens kurz die Überlegungen nennt, von denen sie sich leiten liess und auf 

welche sich ihr Entscheid stützt (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; 139 IV 179 E. 2.2; 

Urteil des Bundesgerichts 1A.59/2004 vom 16. Juli 2004 E. 5.2, m.w.H.). 

 

 

4.  

4.1 Die Beschwerdeführerin macht in formeller Hinsicht eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs geltend. Sie habe nur eingeschränkte Akteneinsicht er-

halten (unvollständig, zum Teil geschwärzt). Geheimhaltungsgründe im 

Sinne von Art. 80b Abs. 2 lit. a bis e IRSG seien nicht erkennbar (act. 1, S. 6). 

Die geschwärzten Stellen seien mutmasslich relevant, um aufzeigen zu kön-

nen, dass es den ersuchenden Behörden aus Jersey nicht darum gehe, eine 

konkrete Straftat nachzuweisen, sondern dass es sich um eine politisch mo-

tivierte «fishing expedition» handle (act. 11, S .4). 

 

4.2 Im Bereich der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen wird der in Art. 29 

Abs. 2 BV verankerte Anspruch auf rechtliches Gehör in Art. 80b IRSG und 

ergänzend in Art. 26 ff. VwVG konkretisiert (vgl. auch BGE 145 IV 99 E. 3.1 

S. 108; TPF 2010 142 E. 2.1 S. 145; TPF 2008 91 E. 3.2 S. 93), welche 

sowohl in Verfahren vor den Bundesbehörden als auch vor kantonalen Be-

hörden zur Anwendung gelangen (Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2023.19 vom 18. April 2024 E. 4.3.1 mit Hinweis). Berechtigt im Sinne 

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von Art. 80b Abs. 1 IRSG ist, wer Parteistellung hat, mithin wer im Sinne von 

Art. 80h lit. b IRSG beschwerdeberechtigt ist. Akteneinsicht ist zu gewähren, 

soweit diese notwendig ist, um die Interessen des Berechtigten zu wahren, 

d.h. allein jene Akten sind offen zu legen, welche ihn direkt und persönlich 

betreffen. Aus Inhalt und Funktion des Akteneinsichtsrechts als Teil des Ge-

hörsanspruchs folgt nach der Rechtsprechung, dass grundsätzlich sämtliche 

beweiserheblichen Akten den Beteiligten gezeigt werden müssen, sofern in 

der sie unmittelbar betreffenden Verfügung darauf abgestellt wird. Denn die 

betroffene Partei kann sich nur dann wirksam zur Sache äussern und geeig-

nete Beweise führen oder bezeichnen, wenn ihr die Möglichkeit eingeräumt 

wird, die Unterlagen einzusehen, auf welche sich die Behörde bei ihrer Ver-

fügung gestützt hat (BGE 132 V 387 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 

8C_631/2014 vom 16. Dezember 2014 E. 4.2.1.1). 

 

4.3 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur, weshalb dessen Ver-

letzung ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache 

selbst grundsätzlich zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung führt 

(BGE 144 I 11 E. 5.3 mit Hinweis auf 137 I 195 E. 2.2; 135 I 279 E. 2.6.1; 

124 V 389 E. 1). Vorbehalten bleiben praxisgemäss Fälle, in denen die Ver-

letzung nicht besonders schwer wiegt und dadurch geheilt wird, dass die 

Partei, deren rechtliches Gehör verletzt wurde, Akteneinsicht und die Mög-

lichkeit erhält, sich vor einer Instanz zu äussern, welche sowohl die Tat- als 

auch die Rechtsfragen uneingeschränkt überprüft (BGE 115 V 297 E. 2h 

m.H.). 

 

4.4 Aktenkundig ist, dass die Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit 

Schreiben vom 1. Juli 2024 die Bundesanwaltschaft um Gewährung von Ak-

teneinsicht ersuchten. Insbesondere baten sie um Zustellung der die Be-

schwerdeführerin betreffenden Schlussverfügung sowie um Einsicht in die 

Verfahrensakten. Dem Schreiben der Bundesanwaltschaft vom 2. Juli 2024 

ist zu entnehmen, dass diese gleichentags der Beschwerdeführerin die sie 

betreffenden Akten des Rechtshilfeverfahrens zustellte (zum Ganzen: Ver-

fahrensakten, Rubrik 14.103, nicht paginiert). Dabei ist ersichtlich, dass die 

ergänzenden Rechtshilfeersuchen vom 6. März und 30. Mai 2023 teilweise 

geschwärzt sind (Verfahrensakten, Rubrik 1, nicht paginiert). Was die 

Schwärzungen anbelangt, führte die Bundesanwaltschaft in ihrer Beschwer-

deantwort vom 31. Juli 2024 aus, die in den Akten und insbesondere in den 

Rechtshilfeersuchen geschwärzten Stellen beträfen weitere Gesellschaften 

bzw. Kontoinhaberinnen. Die Schlussverfügung stütze sich nicht auf Akten-

stellen, die der Beschwerdeführerin nicht offengelegt worden sei (act. 10, 

S. 2 f.). Die Anonymisierung erfolgte mithin zum Schutz anderer, vom 

Rechtshilfeersuchen betroffenen Personen. Inwiefern die geschwärzten 

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Stellen «mutmasslich» relevant sein sollen, um darzulegen, dass das 

Rechtshilfeersuchen politisch motiviert sei, erschliesst sich nicht und wird 

von der Beschwerdeführerin auch nicht hinreichend dargelegt, sondern le-

diglich vermutet. Soweit ersichtlich, wurde der der Beschwerdeführerin 

wesentliche Inhalt des Ersuchens sowie der übrigen Unterlagen offengelegt. 

Gegenteiliges wird von der Beschwerdeführerin jedenfalls nicht behauptet. 

Insbesondere macht die Beschwerdeführerin nicht geltend, dass es ihr auf-

grund der punktuell vorgenommenen Schwärzung unmöglich gewesen wäre, 

zum Ersuchen adäquat Stellung zu nehmen oder die hier erhobene Be-

schwerde zu begründen. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs lässt sich 

damit nicht ausmachen. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als 

unbegründet. 

 

 

5.  

5.1 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, die Darstellung des Sachver-

halts durch die Behörden von Jersey sei in vielen Punkten falsch und irre-

führend. Ausserdem würden wesentliche Sachverhaltselemente verschwie-

gen (act. 1, S. 7).  

 

5.2  

5.2.1 Gemäss Art. 14 EUeR müssen die Rechtshilfeersuchen insbesondere Anga-

ben über den Gegenstand und den Grund des Ersuchens enthalten (Ziff. 1 

lit. b). Ausserdem müssen sie in Fällen wie vorliegend die strafbare Handlung 

bezeichnen und eine kurze Darstellung des Sachverhalts enthalten (Ziff. 2). 

Art. 28 Abs. 2 und 3 IRSG und Art. 10 Abs. 2 IRSV stellen entsprechende 

Voraussetzungen an das Rechtshilfeersuchen. Diese Angaben müssen der 

ersuchten Behörde die Prüfung erlauben, ob die doppelte Strafbarkeit gege-

ben ist (Art. 5 Ziff. 1 lit. a EUeR), ob die Handlungen, wegen denen um 

Rechtshilfe ersucht wird, nicht ein politisches oder fiskalisches Delikt darstel-

len (Art. 2 lit. a EUeR) und ob der Grundsatz der Verhältnismässigkeit ge-

wahrt wird (BGE 129 II 97 E. 3.1; TPF 2015 110 E. 5.2.1; 2011 194 E. 2.1).  

 

5.2.2 Die Rechtsprechung stellt an die Schilderung des Sachverhalts im Rechts-

hilfeersuchen keine hohen Anforderungen. Von den Behörden des ersu-

chenden Staates kann nicht verlangt werden, dass sie den Sachverhalt, der 

Gegenstand des hängigen Strafverfahrens bildet, bereits lückenlos und völlig 

widerspruchsfrei darstellen. Das wäre mit dem Sinn und Zweck des Rechts-

hilfeverfahrens unvereinbar, ersucht doch ein Staat einen anderen gerade 

deswegen um Unterstützung, damit er die bisher im Dunkeln gebliebenen 

Punkte aufgrund von Beweismitteln, die sich im ersuchten Staat befinden, 

klären kann. Es reicht daher aus, wenn die Angaben im Rechtshilfeersuchen 

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den schweizerischen Behörden ermöglichen zu prüfen, ob ausreichend kon-

krete Verdachtsgründe für eine rechtshilfefähige Straftat vorliegen, ob Ver-

weigerungsgründe gegeben sind bzw. in welchem Umfang dem Begehren 

allenfalls entsprochen werden muss. Es kann auch nicht verlangt werden, 

dass die ersuchende Behörde die Tatvorwürfe bereits abschliessend mit Be-

weisen belegt. Der Rechtshilferichter hat weder Tat- noch Schuldfragen zu 

prüfen und grundsätzlich auch keine Beweiswürdigung vorzunehmen, son-

dern ist vielmehr an die Sachdarstellung im Ersuchen gebunden, soweit sie 

nicht durch offensichtliche Fehler, Lücken oder Widersprüche sofort entkräf-

tet wird (BGE 132 II 81 E. 2.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 

1A.90/2006 vom 30. August 2006 E. 2.1; TPF 2007 150 E. 3.2.4). 

 

5.2.3 Dem Rechtshilfeersuchen vom 29. Juni 2022 sind grundsätzlich fünf Sach-

verhaltsvorwürfe zu entnehmen. Da die Beweiserhebungen und Beweismit-

telherausgaben für alle Sachverhalte gemeinsam erfolgten bzw. erfolgen sol-

len, genügt es für die Gewährung der kleinen Rechtshilfe – anders als bei 

der Auslieferung –, wenn sich einer der im Ersuchen dargelegten Sachver-

halte unter einen schweizerischen Straftatbestand subsumieren lässt, sofern 

die weiteren Rechtshilfevoraussetzungen erfüllt sind (Urteil des Bundesge-

richts 1C_138/2007 vom 17. Juli 2007 E. 2.3.2 m. w. H.; Entscheide des 

Bundesstrafgerichts RR.2010.268-270 vom 21. Juni 2011 E. 6.3; 

RR.2010.193 und RR.2010.194-195 vom 7. März 2011 E. 4.5; RR.2010.185 

vom 31. Januar 2011 E. 3.7; RR.2009.269-273 vom 3. August 2010 E. 7.4).  

 

5.2.4 Dem Rechtshilfeersuchen vom 29. Juni 2022 sowie den Ergänzungen vom 

19. Juli 2022, 6. März und 30. Mai 2023 lässt sich unter anderem Folgendes 

entnehmen (Sachverhaltskomplex a; vgl. supra lit. B):  

 

G. soll in den 1990er-Jahren an H. Korruptionszahlungen (sog. Krysha) ge-

leistet haben, um die Kontrolle über die russische Gesellschaft I. zu erhalten 

bzw. um das Überleben der Geschäfte von G. und der I. zu garantieren. In 

den Jahren 2003 und 2005 habe G. die Aktien an der I. für USD 3 Milliarden 

und USD 13 Milliarden verkauft. Der Erlös sei auf Bankkonten verschiedener 

Gesellschaften der J. Ltd. und der K. Ltd, welche ihren Sitz in Jersey hätten, 

geflossen. Die J. Ltd und die K. Ltd seien die Inhaberinnen der L. (Trustees) 

Ltd, welche ihrerseits als Treuhänderin der zypriotischen Trusts M. Trust und 

N. Trust fungiere. Die J. Ltd sei an sieben weiteren Gesellschaften («J.-Un-

ternehmen») beteiligt, nämlich vollständig an der Q. Ltd , der R. Ltd , der 

S. Ltd , der T. Ltd  und der U. Ltd , sowie zu etwa 47% an der V. Ltd und der 

W. Ltd. Ein weiterer, bedeutender Anteilseigener an der V. Ltd. und der 

W. Ltd sei F. Bis zum 8. Februar 2022 sei G. alleiniger Begünstigter des 

M. Trusts und des N. Trusts gewesen, nach diesem Datum dessen sieben 

- 11 - 

 

 

Kinder. Treugeber der beiden Trusts seien zwei Gesellschaften mit Sitz auf 

den British Virgin Islands (BVI) gewesen, nämlich die X. Ltd und die Y. Ltd., 

deren wirtschaftlicher Eigentümer G. sei. G. habe um die kriminelle Herkunft 

der Vermögenswerte der J. Ltd. und der J.-Unternehmen gewusst. Auch E. 

habe um die deliktische Herkunft der Vermögenswerte gewusst bzw. diese 

zumindest vermutet. Er sei seit 2020 jeweils als dritter Direktor für die J. Ltd. 

und die J.-Unternehmen Q. Ltd , R. Ltd, S. Ltd , T. Ltd  und U. Ltd  tätig 

gewesen, neben zwei anderen von der Z. Nominees (Jersey) Ltd. ernannten 

Direktoren. Seit dem 11. bzw. 13. März 2022 sei E. alleiniger Direktor der 

J. Ltd und der genannten J.-Unternehmen. E. habe in den 1990er Jahren für 

die I. gearbeitet und sei eng in die Geschäftsaktivitäten von G. involviert. 

Auch mit Bezug auf die Beschwerdeführerin, welche das Family Office von 

G. betreibe, und deren Eigentümerin die B. Limited sei, könne davon ausge-

gangen werden, dass diese um die deliktische Herkunft der Vermögenswerte 

gewusst habe. Die B. Limited sei vor Februar 2022 im Eigentum der 

EE. Trust gestanden, dessen Treugeber und Begünstigter G. gewesen sei. 

Weitere Gelder aus dem I.-Aktienverkauf seien in den zypriotischen AA. 

Trust geflossen. Der AA. Trust habe über zwei Gesellschaften mit Sitz auf 

den BVI, der BB. Ltd und der CC. Ltd, den zypriotischen DD. Trust gehalten. 

Begünstigter des DD. Trust sei G. gewesen. Der DD. Trust wiederum sei 

Inhaber der ebenfalls auf Zypern ansässigen A. Limited (vormals D. Limited) 

gewesen (vgl. Rechtshilfeersuchen vom 29. Juni 2022, Rz. 21 und 70 ff.; Er-

gänzungsersuchen vom 6. März 2023, Rz. 10, 12 c). 

 

5.2.5 Der im Ersuchen vom 29. Juni 2022 und in dessen Ergänzungen dargestellte 

Sachverhalt legt im erforderlichen Umfang den Gegenstand, die Art der Un-

tersuchung sowie den Verdacht der Geldwäschereihandlungen in ausrei-

chender Form dar. Offensichtliche Fehler, Lücken oder Widersprüche, wel-

che das Rechtshilfeersuchen sofort entkräften würden, sind der vorstehend 

wiedergegebenen Sachverhaltsdarstellung nicht zu entnehmen. Die Be-

schwerdeführerin beschränkt sich im Wesentlichen auf Bestreitungen und 

Gegendarstellungen, so bestreitet sie insbesondere das Vorliegen einer Vor-

tat zur Geldwäscherei. Damit vermag die Beschwerdeführerin jedoch offen-

sichtliche Mängel im Sinne der Rechtsprechung nicht aufzuzeigen, welche 

das Rechtshilfeersuchen sofort zu entkräften vermöchten. Sie verkennt ins-

besondere, dass im Rechtshilfeverfahren weder Tat- noch Schuldfragen zu 

prüfen sind und grundsätzlich auch keine Beweiswürdigung vorzunehmen 

ist. Fragen der Beweiswürdigung sind nicht im Rechtshilfe- sondern gegebe-

nenfalls im ausländischen Strafverfahren zu entscheiden (s. zum Ganzen 

oben). Der geschilderte Sachverhaltsvorwurf erlaubt sodann ohne weiteres 

namentlich die Prüfung der doppelten Strafbarkeit. Die Sachdarstellung im 

- 12 - 

 

 

Rechtshilfeersuchen ist demnach für das Rechtshilfegericht bindend und den 

nachstehenden Erwägungen zugrunde zu legen. 

 

6.  

6.1 Die Beschwerdeführerin bestreitet in einem weiteren Punkt das Vorliegen 

der doppelten Strafbarkeit (act. 1, S. 8 ff.). 

 

6.2 Die Vertragsparteien des EUeR können sich das Recht vorbehalten, die Er-

ledigung von Ersuchen um Durchsuchung oder Beschlagnahme der Bedin-

gung zu unterwerfen, dass die dem Ersuchen zugrunde liegende strafbare 

Handlung sowohl nach dem Recht des ersuchenden als auch nach dem des 

ersuchten Staates strafbar ist (Art. 5 Ziff. 1 lit. a EUeR). Die Schweiz hat für 

die Durchführung prozessualer Zwangsmassnahmen eine entsprechende 

Erklärung angebracht. Art. 64 Abs. 1 IRSG bestimmt (für die akzessorische 

Rechtshilfe), dass prozessuale Zwangsmassnahmen nur angewendet wer-

den dürfen, wenn aus der Darstellung des Sachverhalts im Ersuchen hervor-

geht, dass die im Ausland verfolgte Handlung die objektiven Merkmale eines 

nach schweizerischem Recht strafbaren Tatbestandes aufweist.  

 

Für die Frage der beidseitigen Strafbarkeit nach schweizerischem Recht ist 

der im Rechtshilfeersuchen dargelegte Sachverhalt so zu subsumieren, wie 

wenn die Schweiz wegen des analogen Sachverhalts ein Strafverfahren ein-

geleitet hätte (BGE 132 II 81 E. 2.7.2; 129 II 462 E. 4.4). Zu prüfen ist mithin, 

ob der im Ausland verübte inkriminierte Sachverhalt, sofern er – analog – in 

der Schweiz begangen worden wäre, die Tatbestandsmerkmale einer 

schweizerischen Strafnorm erfüllen würde. Die Strafnormen brauchen nach 

den Rechtssystemen der Schweiz und des ersuchenden Staates nicht iden-

tisch zu sein (BGE 132 II 81 E. 2.1; 129 II 462 E. 4.6; 124 II 184 E. 4b/cc; 

TPF 2011 194 E. 2.1). Dabei genügt es, wenn der im Rechtshilfeersuchen 

geschilderte Sachverhalt unter einen einzigen Straftatbestand des schwei-

zerischen Rechts subsumiert werden kann. Es braucht dann nicht weiter ge-

prüft zu werden, ob darüber hinaus auch noch weitere Tatbestände erfüllt 

sein könnten (BGE 129 II 462 E. 4.6). 

 

6.3 Gemäss Art. 305bis Ziff. 1 StGB begeht Geldwäscherei, wer eine Handlung 

vornimmt, die geeignet ist, die Ermittlung der Herkunft, die Auffindung oder 

die Einziehung von Vermögenswerten zu vereiteln, die, wie er weiss oder 

annehmen muss, aus einem Verbrechen oder aus einem qualifizierten Steu-

ervergehen herrühren. Zu verneinen ist Geldwäscherei bei einer einfachen 

Einzahlung auf das Konto, welches auf den Namen des Täters lautet und 

über welches er den privaten Zahlungsverkehr abwickelt (BGE 124 IV 274 

E. 4a m. H.). Wird GeId von einem Konto auf das nächste überwiesen, so 

- 13 - 

 

 

wird die Papierspur («paper trail») verlängert. Dies stellt keine Geldwäsche-

rei dar, wenn der Name des Berechtigten und der Name des Begünstigten 

ersichtlich bleiben. Treten zur Papierspur-Verlängerung weitere Verschleie-

rungsmerkmale hinzu, wie das Verschieben von Geldern von Konto zu Konto 

mit wechselnden Kontoinhabern und/oder wirtschaftlich Berechtigten, liegt 

eine GeIdwäschereihandlung vor (Urteile des Bundesgerichts 6B_217/2013 

vom 28. JuIi 2014 E. 3.4; 6B_1013/2010 vom 17. Mai 2011 E. 5.2; 

6B_88/2009 vom 29. Oktober 2009 E. 4.3 mit Hinweisen). AIs zusätzliche 

Kaschierungshandlung wird auch das Zwischenschieben von Strohmännern 

oder -gesellschaften erachtet (BGE 127 IV 20 E. 3b). In seiner früheren 

Rechtsprechung erachtete das Bundesgericht jede Überweisung von Konto 

zu Konto ins Ausland, selbst bei Nachvollziehbarkeit der Papierspur als tat-

bestandsmässig (BGE 127 IV 20 E. 3b; Urteil des Bundesgerichts 

6B_88/2009 vom 29. Oktober 2009 E. 4.3). Gemäss neuster höchstgericht-

licher Rechtsprechung ist die GeIdwäscherei bei einer Auslandüberweisung 

nur dann zu bejahen, wenn die Transaktion geeignet ist, die Einziehung im 

Ausland zu vereiteln (BGE 144 IV 172 E. 7.2.2). Geldwäschereiverdacht 

kann insbesondere vorliegen, wenn von den Strafbehörden eine auffällige 

Verknüpfung geldwäschetypischer Vorkehren dargetan wird. Dies ist etwa 

der Fall, wenn hohe Geldbeträge über komplexe Kontenbewegungen zwi-

schen zahlreichen involvierten Personen und Firmen in verschiedenen Län-

dern (darunter typischerweise sogenannte «Offshore»-Domizile) verscho-

ben wurden und für diese komplizierten Transaktionen kein plausibler wirt-

schaftlicher Grund ersichtlich ist (Urteil des Bundesgerichts 1B_394/2021 

vom 16. Juni 2022 E. 3.4; BGE 129 II 97 E. 3.3; s. auch BGE 142 IV 207 

E. 7.2.2; 120 IV 323 E. 3d; nicht amtl. publ. E. 5.2-5.4 von BGE 138 IV 225; 

Urteile des Bundesgerichts 1B_339/2017 vom 5. Januar 2018 E. 2.5; 

1B_713/2012 vom 21. Mai 2013 E. 3.4.2). Geldwäschereiverdacht kann sich 

auch aus einer auffälligen Verflechtung der betroffenen Personen und Kon-

ten mit Finanztransaktionen im konkreten Umfeld von schwer wiegenden in-

ternationalen Korruptionsfällen ergeben (zit. Urteil des Bundesgerichts 

1B_339/2017 E. 2.5; s. auch Urteil des Bundesgerichts 1A.175/ 176/2004 

vom 25. November 2004 E. 2.7 und E. 3.4-3.5). Es ist zu beachten, dass 

eines der Ziele des GwUe darin besteht, den Untersuchungsbehörden im 

Falle von Geldwäschereiverdacht die Aufklärung der mutmasslichen Strafta-

ten zu erleichtern, deren deliktischer Erlös verheimlicht bzw. «reingewa-

schen» werden soll. Nach der Rechtsprechung braucht das Ersuchen daher 

nicht notwendigerweise zu erwähnen, worin die verbrecherische Vortat 

(«Haupttat») der Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB be-

stehe. Es genügt grundsätzlich, wenn geldwäschereiverdächtige Finanz-

transaktionen dargelegt werden. Insbesondere brauchen Ort, Zeitpunkt und 

Umstände der verbrecherischen Vortat noch nicht bekannt zu sein (BGE 129 

- 14 - 

 

 

II 97 E. 3.2). Als geldwäschereiverdächtig können namentlich Finanzopera-

tionen angesehen werden, bei denen hohe Beträge ohne erkennbaren wirt-

schaftlichen Grund und über Konten zahlreicher Gesellschaften in verschie-

denen Staaten transferiert werden (BGE 129 II 97 E. 3.3). Auch unerklärliche 

bzw. ungewöhnliche Transaktionen mit hohen Bargeldbeträgen (FORSTER, 

Internationale Rechtshilfe bei Geldwäschereiverdacht, a.a.O., S. 282, 

m.w.H.) oder das Stillschweigen des Beschuldigten über die Herkunft eines 

hohen Geldbetrages (Urteil des Bundesgerichts 1A.141/2004 vom 1. Okto-

ber 2004 E. 2.2) können in diesem Zusammenhang verdächtig erscheinen. 

Falls im Ersuchen keine näheren Angaben zur Vortat gemacht werden, müs-

sen jedoch erhebliche Indizien dafür bestehen, dass es sich dabei um ein 

Verbrechen handelt. Dabei ist auch der Dimension der fraglichen Finanz-

transaktionen Rechnung zu tragen (Urteil des Bundesgerichts 1A.188/2005 

vom 24. Oktober 2005 E. 2.4; Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2008.11 vom 3. Juli 2008 E. 4.5 und 4.6; vgl. ferner Entscheid des Bun-

desstrafgerichts RR.2015.9 vom 21. Mai 2015 E.3.3 sowie Nichteintretens-

entscheid des Bundesgerichts 1C_308/2015 vom 22. Juni 2015 E. 2.1).  

6.4 Entgegen der Argumentation der Beschwerdeführerin legt die Beschwerde-

gegnerin ausreichende Indizien dar, welche in ihrer Gesamtheit prima facie 

den Vorwurf der Geldwäscherei mit Bestechung als Vortat zu begründen ver-

mögen. Wie aus der vorstehenden Wiedergabe des Sachverhaltsvorwurfs 

hervorgeht, wurde darin geschildert, wie G., E. um Mitarbeiter der Beschwer-

deführerin Beträge in Milliardenhöhe transnational über diverse Offshore-

Gesellschaften, Trusts und Banken, unter anderem in die Schweiz, ohne er-

kennbaren wirtschaftlichen Grund verschoben. Solche Handlungen sind ge-

eignet, die Ermittlung der Herkunft, die Auffindung oder die Einziehung von 

Vermögenswerten zu vereiteln. Ob die Vermögenswerte legaler Herkunft 

sind, wie die Beschwerdeführerin geltend zu machen scheint, ist an dieser 

Stelle nicht zu beurteilen; dies wird Gegenstand des Strafverfahrens auf Jer-

sey sein. Gemäss der ersuchenden Behörde stammen die verschobenen 

Vermögenswerte von G. in der Höhe von USD 13 Mia. aus dem Verkauf sei-

ner I.-Aktien, die er zuvor mittels Korruption erlangt hatte. Bestechung nach 

Art.  322ter StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bestraft, mithin 

als Verbrechen qualifiziert und ist damit als Vortat der Geldwäscherei geeig-

net. Soweit die Beschwerdeführerin einwendet, der Tatbestand der Geldwä-

scherei sei nach Schweizer Recht absolut verjährt (act. 1, S. 13), ist sie damit 

nicht zu hören. Zwar hält Art. 5 Abs. 1 lit. c IRSG fest, dass einem Rechtshil-

feersuchen nicht entsprochen wird, wenn seine Ausführung Zwangsmass-

nahmen erfordert und die Strafverfolgung oder die Vollstreckung nach 

schweizerischem Recht wegen absoluter Verjährung verjährt wäre. Das 

EUeR schweigt sich hingegen darüber aus, wie es sich mit der Rechtshilfe-

gewährung bei Verjährung der Strafverfolgung oder des Strafvollzugs 

- 15 - 

 

 

verhält. Das Fehlen einer ausdrücklichen Regelung im EUeR wird gemäss 

höchstrichterlicher Rechtsprechung als qualifiziertes Schweigen interpre-

tiert, womit die Frage der Verjährung im Rechtshilfeverkehr zwischen Ver-

tragsstaaten des EUeR wie im vorliegenden Fall nicht zu prüfen ist (BGE 136 

IV 4 E. 6.3).  

Die geschilderten Verdachtsmomente genügen somit, um den Tatbestand 

der Geldwäscherei prima facie zu bejahen. Ob weitere Tatbestände erfüllt 

sind, muss nicht geprüft werden (vgl. supra E. 5.2.3 und 6.2). Namentlich ist 

der von der Beschwerdeführerin bestrittene Vorwurf des Verstosses gegen 

die Sanktionsverordnung nicht zu untersuchen.  

 

 

7.  

7.1 Soweit die Beschwerdeführerin in einem weiteren Punkt geltend macht, die 

strafrechtlichen Vorwürfe in Jersey würden auf Sanktionsregelungen und da-

mit auf Vorschriften beruhen, die per Definition politische und wirtschaftspo-

litische Ziele verfolgen, für die keine Rechtshilfe geleistet werden dürfe 

(act. 1, S. 15 ff.), und damit einen Ausschlussgrund von Art. 3 IRSG und 

Art. 2 lit. a EUeR geltend macht, ist Folgendes festzuhalten: 

 

7.2  

7.2.1 Einem Rechtshilfeersuchen wird nicht entsprochen, wenn Gründe für die An-

nahme bestehen, dass das Verfahren im Ausland durchgeführt wird, um eine 

Person wegen ihrer politischen Anschauungen, wegen ihrer Zugehörigkeit 

zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder aus Gründen der Rasse, Religion 

oder Volkszugehörigkeit zu verfolgen oder zu bestrafen (Art. 2 lit. b IRSG). 

Einem Ersuchen wird auch nicht entsprochen, wenn Gegenstand des Ver-

fahrens eine Tat ist, die nach schweizerischer Auffassung vorwiegend politi-

schen Charakter hat (Art. 3 Abs. 1 IRSG), oder die Vorschriften über han-

dels- oder wirtschaftspolitische Massnahmen verletzt (Art. 3 Abs. 3 IRSG).  

 

7.2.2 Die Rechtsprechung zur Anwendbarkeit von Art. 2 IRSG nimmt auf die Um-

stände verschiedener Fallkonstellationen Rücksicht. Auf diese Bestimmung 

kann sich demnach diejenige Person berufen, deren Auslieferung oder Über-

stellung an ein internationales Strafgericht verlangt wird (BGE 130 II 217 

E. 8.2). Bei der Herausgabe von Vermögenswerten ist dem Betroffenen die 

Befugnis zuzuerkennen, sich auf Art. 2 IRSG zu berufen; dies auch dann, 

wenn er sich nicht im ersuchenden Staat aufhält (Entscheide des Bun-

desstrafgerichts RR.2022.229 vom 12. April 2023 E. 3.3; RR.2021.202 vom 

4. April 2023 E. 6.2.2; jeweils mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts 

1A.53/2007 vom 11. Februar 2008 E. 4.3). Geht es jedoch wie vorliegend um 

die Herausgabe von Beweismitteln, ist eine Berufung auf Art. 2 IRSG nur 

- 16 - 

 

 

dann möglich, wenn sich der Betroffene auf dem Gebiet des ersuchenden 

Staates aufhält und er geltend machen kann, konkret der Gefahr einer Ver-

letzung seiner Verfahrensrechte ausgesetzt zu sein. Dagegen können sich 

Personen, welche sich im Ausland aufhalten oder sich auf dem Gebiet des 

ersuchenden Staates befinden, ohne dort einer Gefahr ausgesetzt zu sein, 

grundsätzlich nicht auf Art. 2 IRSG berufen (BGE 130 II 217 E. 8.2; 129 II 

268 E. 6.1 m.w.H.). Juristische Personen sind gemäss gefestigter Praxis per 

se nicht legitimiert, sich auf Art. 2 IRSG zu berufen (BGE 130 II 217 E. 8.2 

S. 228; 129 II 268 E. 6 m.w.H.; vgl. TPF 2016 138 E. 4.2 m.w.H.). Gemäss 

Rechtsprechung der Beschwerdekammer kann sich indes auch eine juristi-

sche Person auf Art. 2 IRSG berufen, wenn sie selbst im ausländischen Ver-

fahren beschuldigt ist. Ihre Rügemöglichkeit beschränkt sich dabei naturge-

mäss aber auf die Verletzung des Rechts auf ein faires Verfahren nach Art. 

6 EMRK (TPF 2016 138 E. 4.2 und E. 4.3; vgl. zuletzt u.a. die Entscheide 

des Bundesstrafgerichts RR.2022.229 vom 12. April 2023 E. 3.3; 

RR.2021.202 vom 4. April 2023 E. 6.2.2). Dieselben Überlegungen zur Rü-

gemöglichkeit hinsichtlich Art. 2 IRSG gelten bei der  Anrufung von Art. 3 

IRSG (BGE 133 IV 30 E. 7.3; Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2023.358 vom 21. März 2014 E. 7.2 am Ende).  

 

7.3 Bei der Beschwerdeführerin handelt es sich um eine juristische Person, wel-

che ihren Sitz zwar im ersuchenden Staat hat, im Strafverfahren in Jersey 

jedoch unbestrittenermassen nicht beschuldigt ist. Bei dieser Sachlage kann 

sich demnach die Beschwerdeführerin nicht auf eigene schützenswerte In-

teressen berufen. Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin ist 

eine Überprüfung der Ausschlussgründe gemäss Art. 2 und 3 IRSG von Am-

tes wegen nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung – zumindest soweit es, 

wie vorliegend, um die Herausgabe von Beweismitteln geht –  ausgeschlos-

sen (Urteil des Bundesgerichts 1C_543/2023 vom 7. März 2024 E. 4.3). Dar-

über hinaus ist auf den in der angefochtenen Schlussverfügung angebrach-

ten Spezialitätsvorbehalt hinzuweisen. Die Einhaltung des Spezialitätsprin-

zips durch die Vertragsstaaten des EUeR wird nach dem völkerrechtlichen 

Vertrauensprinzip als selbstverständlich vorausgesetzt (BGE 143 II 136 E. 

5.2.1; 142 II 161 E. 2.1.3; 121 I 181 E. 2c/aa; 107 Ib 264 E. 4b; zum Spezia-

litätsprinzip selbst: BGE 139 IV 137 E. 5.2.3; TPF 2008 68 E. 2.3). Anhalts-

punkte, dass Jersey den Spezialitätsvorbehalt missachten könnte, sind vor-

liegend keine ersichtlich.  

 

 

8.  

8.1 Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, dass es sich beim vorliegenden 

Rechtshilfeersuchen um eine unzulässige «fishing expedition» handle. Sie 

- 17 - 

 

 

rügt einen fehlenden Zusammenhang zwischen den im Rechtshilfeersuchen 

erwähnten Straftaten und den herauszugebenden Bankunterlagen (act. 1, 

S. 15 ff.). 

 

8.2  

8.2.1 Rechtshilfemassnahmen haben generell dem Prinzip der Verhältnismässig-

keit zu genügen (statt vieler vgl. Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2011.193 vom 9. Juli 2012 E. 8.2). Die internationale Zusammenarbeit 

kann nur abgelehnt werden, wenn die verlangten Unterlagen mit der verfolg-

ten Straftat in keinem Zusammenhang stehen und offensichtlich ungeeignet 

sind, die Untersuchung voranzutreiben, so dass das Ersuchen nur als Vor-

wand für eine unzulässige Beweisausforschung («fishing expedition») er-

scheint (BGE 142 II 161 E. 2.1.2; 139 II 404 E. 7.2.2; 136 IV 82 E. 4.1). Ob 

die verlangten Auskünfte für das Strafverfahren im ersuchenden Staat nötig 

oder nützlich sind, ist eine Frage, deren Beantwortung grundsätzlich dem 

Ermessen der Behörden dieses Staates anheimgestellt ist. Der ersuchte 

Staat ist verpflichtet, dem ersuchenden Staat alle diejenigen Aktenstücke zu 

übermitteln, die sich auf den im Rechtshilfeersuchen dargelegten Sachver-

halt beziehen können; nicht zu übermitteln sind nur diejenigen Akten, die für 

das ausländische Strafverfahren mit Sicherheit nicht erheblich sind (sog. po-

tentielle Erheblichkeit; BGE 128 II 407 E. 6.3.1; 122 II 367 E. 2c; TPF 2009 

161 E. 5.1). Hierbei ist auch zu beachten, dass für das ausländische Straf-

verfahren nicht nur belastende, sondern auch entlastende Beweismittel von 

Bedeutung sein können, um einen bestehenden Verdacht allenfalls zu wi-

derlegen (TPF 2011 97 E. 5.1 m.w.H.). Dabei darf die ersuchte Rechtshilfe-

behörde über ein im Rechtshilfeersuchen gestelltes Begehren nicht hinaus-

gehen (Übermassverbot; BGE 136 IV 82 E. 4.1).  

 

8.2.2 Die Rechtsprechung hat diesen Grundsatz insofern präzisiert, als das 

Rechtshilfeersuchen nach Massgabe des Zwecks der angestrebten Rechts-

hilfe weit ausgelegt werden kann, solange alle Voraussetzungen für die Ge-

währung der Rechtshilfe erfüllt sind. Auf diese Weise kann eine andernfalls 

notwendige Ergänzung des Rechtshilfeersuchens vermieden werden (BGE 

136 IV 82 E. 4.1; vgl. zum Ganzen auch TPF 2009 161 E. 5.1). Zielt das 

Rechtshilfeersuchen auf die Ermittlung ab, auf welchem Weg Geldmittel 

möglicherweise strafbarer Herkunft verschoben worden sind, so sind die Be-

hörden des ersuchenden Staates grundsätzlich über alle Transaktionen zu 

informieren, die von Gesellschaften und über Konten getätigt worden sind, 

welche in die Angelegenheit verwickelt sind (BGE 129 II 462 E. 5.3; TPF 

2011 97 E. 5.1).  

 

- 18 - 

 

 

8.3 Die ersuchende Behörde verfügt über konkrete Hinweise, dass auf das 

Konto der Beschwerdeführerin bei der Bank O. mit der Konto Nr. 6  möglich-

erweise Gelder mutmasslich deliktischer Herkunft einbezahlt worden sind 

(vgl. supra lit. F). Die Schlussverfügung bezieht sich dabei exakt auf dieses 

Konto der Beschwerdeführerin bei der genannten Bank, weshalb die Unter-

lagen, deren Herausgabe verfügt werden, für das ausländische Verfahren 

bereits aus diesem Grund als potentiell erheblich einzustufen sind. So hat 

die Beschwerdegegnerin im Rahmen der angefochtenen Schlussverfügung 

mit Hinweis auf die Bankunterlagen überzeugend dargelegt, es bestehe der 

Verdacht, dass die betreffende Kundenbeziehung, lautend auf die Be-

schwerdeführerin, bei der Bank O.  einen objektiven Zusammenhang mit den 

zu untersuchenden Straftaten habe (vgl. Schlussverfügung Ziff. 43 ff.). Da-

rauf kann ohne Weiteres verwiesen werden. Die Beschwerdegegnerin führt 

gestützt auf die Bankunterlagen aus, Zweck der Geschäftsbeziehung sei die 

Übernahme von Beratungs- und Verwaltungskosten, sowohl für den persön-

lichen Bedarf von G. als auch für die juristischen Personen der Unterneh-

mensgruppe. Die Beschwerdeführerin werde gemäss Bankunterlagen durch 

die B. Limited finanziert, welche im Besitz des DD. Trusts stehe. Nebst Be-

ratungs- und Verwaltungskosten übernehme die Beschwerdeführerin Lohn-

zahlungen von Angestellten von G. Zudem habe die Beschwerdeführerin im 

Jahr 2020 eine neue Yacht erworben, die im Gebrauch von G. stehe, sowie 

im Jahr 2021 in die Streaming Plattform […] investiert. Die Beschwerdegeg-

nerin hat ferner festgestellt, dass verschiedene Überweisungen von der 

B. Limited an die Beschwerdeführerin stattgefunden hätten: So seien im 

Jahr 2020 dem EUR-Konto der Beschwerdeführerin insgesamt EUR 27 Mio. 

von der B. Limited jeweils mit Angabe des Zahlungszwecks «[…]» gutge-

schrieben worden, welche mutmasslich mit dem Kauf bzw. Bau der Yacht 

zusammenhängen würden. Auch in den Jahren 2021 und 2022 hätten zahl-

reiche Überweisungen von der B. Limited auf das EUR-Konto sowie das 

USD-Konto der Beschwerdeführerin stattgefunden. Insbesondere sei im 

Jahr 2021 eine Gutschrift von USD 29 Mio. erfolgt, welche im Zusammen-

hang mit dem Erwerb der erwähnten Streaming Plattform stehe. Weitere Ein-

zahlungen auf das USD-Konto der Beschwerdeführerin seien für die Bezah-

lung von Personalkosten sowie Dienstleistungen verwendet worden (vgl. 

Schlussverfügung, Ziff. 46 i ff.). Ziel des Rechtshilfeersuchens ist die Ermitt-

lung der Geldflüsse und der wirtschaftlich Berechtigten an den fraglichen 

Vermögenswerten. Vor diesem Hintergrund sind die Kontounterlagen der 

Beschwerdeführerin potentiell geeignet, mögliche Geldflüsse im Zusammen-

hang mit dem im Rechtshilfeersuchen geschilderten Sachverhalt aufzude-

cken. Wie bereits ausgeführt, entspricht es der Rechtsprechung, dass die 

Behörden des ersuchenden Staates grundsätzlich alle sichergestellten Ak-

tenstücke zu übermitteln haben, welche sich auf den im Ersuchen 

- 19 - 

 

 

dargelegten Verdacht beziehen können. Dies gerade dann, wenn das 

Rechtshilfeersuchen, wie vorliegend, auf die Ermittlung abzielt, auf welchem 

Weg Geldmittel mutmasslich strafbarer Herkunft verschoben wurden. Ob die 

Transaktionen schliesslich tatsächlich deliktischen Hintergrunds sind, wird 

im Strafverfahren in Jersey festzustellen sein. Im Übrigen sind die Überwei-

sungen auch als potentiell relevant zu bezeichnen, um darauf Rückschlüsse 

be- aber auch entlastender Natur über das der beschuldigten Person ange-

lastete Verhalten zu ziehen. Ein unverhältnismässiges Handeln der Be-

schwerdegegnerin, insbesondere eine «fishing expedition» ist damit nicht zu 

erkennen. Die Beschwerde erweist sich auch in diesem Punkt als unbegrün-

det. 

 

 

9. Andere Rechtshilfehindernisse sind nicht ersichtlich und werden auch keine 

geltend gemacht, weshalb die Herausgabe der Bankunterlagen im verfügten 

Umfang zulässig ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 

 

 

10.  

10.1 Mit Bezug auf den prozessualen Antrag, von einer Veröffentlichung der Na-

men der Unternehmen und Mitarbeiter bzw. die Nennung von Orten und Um-

ständen, welche die Identifikation dieser Unternehmen und Personen erlau-

ben, abzusehen, ist Folgendes auszuführen: 

 

10.2 Gemäss Art. 63 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Organisation der Straf-

behörden des Bundes (Strafbehördenorganisationsgesetz, StBOG; SR 

173.71) und Art. 4 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts über die 

Grundsätze der Information (Informationsreglement; SR 173.711.33) infor-

miert das Bundesstrafgericht die Öffentlichkeit über seine Rechtsprechung, 

indem es grundsätzlich alle Endentscheide in seiner im Internet einsehbaren 

Datenbank veröffentlicht. Dies entspricht dem verfassungsmässigen Grund-

satz der Öffentlichkeit von Verfahren der staatlichen Gerichte (Art. 30 Abs. 3 

BV; s. auch Art. 6 Ziff. 1 EMRK und Art. 14 Abs. 1 UNO-Pakt II). Gemäss 

Art. 63 Abs. 2 StBOG und Art. 4 Abs. 2 Informationsreglement hat die Veröf-

fentlichung grundsätzlich in anonymisierter Form zu erfolgen. Über Anträge 

betreffend verstärkte Anonymisierung entscheidet die jeweilige Kammer des 

Bundesstrafgerichts, die in der Hauptsache entscheidet (Urteil des Bundes-

gerichts 1C_432/2020 vom 7. Februar 2022 E. 1.3 f.). Die Einzelheiten zur 

Anonymisierung, die Zuständigkeit und das Verfahren werden in internen 

Weisungen des Generalsekretariats festgelegt (Art. 6 Abs. 3 Informations-

reglement).  

 

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10.3 Praxisgemäss anonymisiert die Beschwerdekammer vor der Veröffentli-

chung eines Entscheides die Namen von natürlichen und juristischen Perso-

nen sowie grundsätzlich auch kleinere Ortschaften. Insofern wird dem Be-

gehren der Beschwerdeführerin sowie deren berechtigtem Interesse am Per-

sönlichkeitsschutz bereits Rechnung getragen. Was die beantragte Anony-

misierung der «Umstände» anbelangt, ist festzuhalten, dass das dem 

Rechtshilfeersuchen zugrunde liegende Strafverfahren wegen Geldwäsche-

rei in Jersey der Öffentlichkeit bereits bekannt ist. Ebenso sind die Sank-

tionslisten in Jersey und der Schweiz öffentlich. Vor diesem Hintergrund be-

steht keine Veranlassung, den vorliegenden Entscheid verstärkt zu anony-

misieren. Der entsprechende Antrag der Beschwerdeführerin ist abzuwei-

sen, soweit darauf einzutreten ist.  

 

 

11. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der Beschwer-

deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr ist auf 

Fr. 5'000.-- festzusetzen (vgl. Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG 

sowie Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 

31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bun-

desstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]), unter Anrechnung des geleis-

teten Kostenvorschusses in derselben Höhe. 

- 21 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Der prozessuale Antrag auf verstärkte Anonymisierung wird abgewiesen, so-

weit darauf einzutreten ist. 

 

3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 5'000.– wird der Beschwerdeführerin auferlegt, 

unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe.  

 

 

Bellinzona, 7. Mai 2025 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Raphael Brunner und Rechtsanwalt Kiril R. R. Haslebacher  

- Bundesanwaltschaft 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 

 

 

 

 

 

 

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Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). Eingaben müssen spätestens am letzten Tag 
der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder 
einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 48 
Abs. 1 BGG). Im Falle der elektronischen Einreichung ist für die Wahrung einer Frist der Zeitpunkt 
massgebend, in dem die Quittung ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle Schritte abgeschlossen 
sind, die auf der Seite der Partei für die Übermittlung notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).