# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 22b4239b-7b51-5327-92f4-1b0f121e2a4a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 19.06.2020 IV 2018/152
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2018-152_2020-06-19.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/152

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 13.10.2020

Entscheiddatum: 19.06.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 19.06.2020
Art. 28 Abs. 1 IVG. Ausnahmsweises Abstellen auf die Berichte der 
behandelnden Ärzte für die Bestimmung der medizinisch-theoretischen 
Arbeitsfähigkeit. Teilzeitlich ausgeübte Tätigkeit ist nicht ideal 
leidensangepasst. Kein Rentenanspruch (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Juni 2020, IV 
2018/152).

Entscheid vom 19. Juni 2020

Besetzung

Präsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichter Joachim Huber und 

Versicherungsrichterin Marie Löhrer; Gerichtsschreiberin Karin Kobelt

Geschäftsnr.

IV 2018/152

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Lorenz Gmünder, Schwager Mätzler Schneider, 

Poststrasse 23, Postfach 1936, 9001 St. Gallen,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) ersuchte im Januar 2015 unter Hinweis auf 

Hüftprobleme und eine seit dem 13. Oktober 2014 bestehende vollständige 

Arbeitsunfähigkeit um Leistungen der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV; IV-

act. 1). Zu diesem Zeitpunkt war er seit mehreren Jahren vollzeitlich als Mitarbeiter 

Zustellung für die B.___ AG tätig (IV-act. 7).

A.a. 

Am 21. Januar 2015 unterzog der Versicherte sich in der Orthopädie der Klinik 

C.___ (nachfolgend: Orthopädie) bei der Diagnose ausgeprägte Hüftdysplasie beidseits 

(links symptomatisch) einer periacetabulären Becken-Osteotomie links mit Arthrotomie 

und Taillierung des Kopf-Halsübergangs (IV-act. 10-6; vgl. auch Operationsbericht in 

act. G 1.1.3). Wegen postoperativer linksseitiger Fussheberparese sowie sensiblem 

Defizit fand am 22. Januar 2015 im Zentrum für Paraplegie der Klinik C.___ 

(nachfolgend: Zentrum für Paraplegie) eine neurologische und neurophysiologische 

Untersuchung statt, welche die Diagnose Läsion des Nervus ischiadicus links mit 

fehlendem Nervenkontinuitätsnachweis des Nervus peronaeus zum Musculus tibialis 

anterior und inkompletter Nervus tibialis Lähmung ergab (IV-act. 10-9). Einem 

Sprechstundenbericht der Orthopädie vom 19. März 2015 ist zu entnehmen, dass der 

Verlauf bezüglich Hüfte erwartungsgemäss sei. Bezüglich der Ischiadicusschädigung 

erfolge weiterhin eine Spitzfussprophylaxe (IV-act. 21).

A.b. 

Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 15. April 2015 mit, dass zurzeit aufgrund 

seines Gesundheitszustandes keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich 

seien (IV-act. 27).

A.c. 

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Am 21. Mai 2015 startete der Versicherte mit Unterstützung des betrieblichen 

Case Management (vgl. IV-act. 15) bei der B.___ mit 30% in einer angepassten 

Tätigkeit im Stempeldienst (IV-act. 68-2). Dieses Pensum konnte er per 10. August 

2015 auf 50% erhöhen, neu reinigte er auch Fahrzeuge und führte kleinere 

Zustellungen aus (IV-act. 54 i.V.m. 68-2). Gemäss Sprechstundenbericht der 

Orthopädie vom 14. August 2015 war er seitens der Hüfte zu diesem Zeitpunkt 

beschwerdearm mit noch leicht persistierenden Beschwerden im Bereich der Leiste 

nach Belastung (IV-act. 42). Die Fachärzte Neurologie hielten mit Bericht vom 25. 

August 2015 in Anbetracht des Hoffman-Tinel-Zeichens als Korrelat eines 

Nervenwachstums und der Besserung der Sensibilitätsstörung sowie beginnenden 

Reinnervationszeichen im Musculus biceps femoris ein weiteres Abwarten für 

gerechtfertigt (IV-act. 78). Per 5. Oktober 2015 konnte der Versicherte seine 

Arbeitstätigkeit bei der B.___ auf 60% steigern, neu stellte er zusätzlich zum 

Stempeldienst Betreibungsurkunden zu (IV-act. 68-2).

A.d. 

Am 22. Oktober 2015 fand ein Gespräch zwischen dem Versicherten und der IV-

Eingliederungsberaterin statt. Dabei äusserte er den Wunsch, wieder 100% in der 

Zustellung zu arbeiten. Sofern dies nicht möglich sein sollte, müsse oder wolle er im 

Büro arbeiten. Dafür würde er eine Weiterbildung benötigen (IV-act. 63-3).

A.e. 

Mit Mitteilung vom 12. November 2015 sprach die IV-Stelle dem Versicherten die 

von ihm am 30. August 2015 beantragte Fussheberorthese als Hilfsmittel zu (IV-act. 65; 

Antrag in IV-act. 44).

A.f. 

Mit Verlaufsbericht vom 20. November 2015 erklärten die zuständigen Ärzte vom 

Zentrum für Paraplegie, klinisch zeige sich eine gewisse Besserung mit gebesserter 

Sensibilität und einem nach distal gewanderten Hoffmann-Tinel-Zeichen, das nun am 

Verlauf des Nervus peroneus auslösbar sei als Anhalt für eine zunehmende 

Nervenaussprossung. Elektrophysiologisch seien die Befunde stabil. Aufgrund der 

langen Reinnervationsstrecke sei mit einem protrahierten Verlauf von etwa drei Jahren 

zu rechnen (IV-act. 79). Dem Bericht der Orthopädie vom 25. November 2015 ist zu 

entnehmen, dass der Versicherte einen geschalteten Lastwagen fahren müsste, um 

seine Arbeit behalten zu können. Dies sei aufgrund des Fallfusses und der dadurch 

A.g. 

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fehlenden Stabilität und Koordination des Fusses wahrscheinlich nicht möglich (IV-act. 

80).

Am 1. Dezember 2015 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten 

Frühinterventionsmassnahmen in Form von Berufsberatung (IV-act. 67). Das 

Erstgespräch fand am 18. Dezember 2015 statt (IV-act. 97-1 f.). Gemäss 

Sprechstundenbericht der Orthopädie vom 29. Dezember 2015 bestand nach wie vor 

eine Nervenläsion mit klinisch vor allem Symptomatik eines Fallfusses, aber auch 

Instabilität bezüglich Pronation und Supination im oberen Sprunggelenk links (IV-act. 

81).

A.h. 

Die zuständige Ärztin vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) hielt am 23. Februar 

2016 gestützt auf die Akten dafür, dass die Arbeitsfähigkeit adaptiert 60% betrage und 

auf 100% gesteigert werden können sollte. Die Arbeitsfähigkeit als Paketbote betrage 

0%, mit einer dauerhaften, mindestens 20%igen Einschränkung müsse gerechnet 

werden (IV-act. 83). Dem Verlaufsbericht der Orthopädie vom 29. Februar 2016 ist zu 

entnehmen, dass es dem Versicherten betreffend Hüfte in der Zwischenzeit gut gehe. 

Er könne Lasten heben und tragen ohne Schmerzen zu haben. Auch bezüglich 

Beweglichkeit für alltägliche Verrichtungen sei er schmerzfrei. In punkto 

Nervenschädigung zeige sich noch keine Erholung (IV-act. 89). Aus dem Schlussbericht 

der IV-Berufsberatung vom 13. April 2016 geht hervor, dass vom Versicherten der 

Logistikfachmann als Ausbildungsziel favorisiert werde, was unterstützt werden könne 

(IV-act. 98; vgl. auch Verlaufsprotokoll in IV-act. 97). Am 14. April 2016 fand ein 

Standortgespräch des Case Management der B.___ statt, welches ergab, dass der 

Versicherte seit dem 11. April 2016 zu 70% eingesetzt werden könne. Die B.___ könne 

ihm bis zum Ende der Lohnfortzahlungspflicht diese adaptierte Tätigkeit anbieten. 

Darüber hinaus könnten keine Stellenprozente geschaffen werden, weshalb beim 

aktuellen Stand keine Weiterbeschäftigung möglich sei. Aber im Rahmen des 

Arbeitsversuchs über die IV könne der Versicherte für weitere sechs Monate bei der 

B.___ beschäftigt werden (IV-act. 102). Am 14. April 2016 unterzeichnete der 

Versicherte je einen IV-Eingliederungsplan Arbeitsplatzerhalt (IV-act. 99) und 

Frühinterventionsmassnahmen betreffend den Weiterbildungskurs zum 

Logistikfachmann vom 12. August 2016 bis 24. Februar 2018 (IV-act. 100; vgl. 

entsprechende Mitteilungen der IV vom 20. April 2016 in IV-act. 104 und 105).

A.i. 

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Mit Mitteilung vom 22. April 2016 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für 

orthopädische Spezialschuhe (IV-act. 108).

A.j. 

Im Oktober/November 2016 unterzeichneten der Versicherte, die IV-

Eingliederungsberaterin und die B.___ einen Eingliederungsplan für einen 

Arbeitsversuch vom 1. Januar bis 30. Juni 2017 als Mitarbeiter Disposition/

Sachbearbeitung. Dies auf der Grundlage einer 70%igen Arbeitsfähigkeit, welche 

während des Arbeitsversuchs auf 80 - 100% gesteigert werden sollte (IV-act. 114; vgl. 

auch Mitteilung vom 23. November 2016 in IV-act. 120). Da bei der B.___ keine 

Anschlusslösung zustande kam, meldete der Versicherte sich per Ende dieses 

Arbeitsversuches beim zuständigen Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum zur 

vollzeitlichen Stellensuche an (vgl. IV-act. 133-9). Am 10. August 2017 erteilte die IV-

Stelle zusätzliche Kostengutsprache für die Wiederholung von Kursen im Basiswissen 

(IV-act. 127). Mit Mitteilung vom 24. August 2017 sprach sie dem Versicherten 

Arbeitsvermittlung zu (IV-act. 129; vgl. auch Eingliederungsplan vom 19. Juli/23. August 

2017 in IV-act. 128).

A.k. 

Am 14./19. November 2017 unterzeichneten der Versicherte und die B.___ einen 

Arbeitsvertrag, gemäss welchem er ab 1. November 2017 mit 50%igem Pensum in der 

Zustellung / Logistics angestellt wurde (IV-act. 134). Am 5. Januar 2018 zog die IV-

Eingliederungsberaterin das Fazit, dass er bei der B.___ in einem 50%-Pensum 

eingegliedert sei, über eine Erhöhung auf 70 - 80% werde Ende Februar 2018 

entschieden. Er werde sich weiterhin auf 100%-Stellen bewerben, dabei werde er vom 

RAV unterstützt (IV-act. 133-11). Vor diesem Hintergrund verneinte die IV-Stelle am 9. 

Januar 2018 einen Anspruch auf weitere berufliche Massnahmen (IV-act. 136).

A.l. 

Mit Vorbescheid vom 23. Januar 2018 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, 

dass kein Rentenanspruch bestehe, da es ihm in einer dem Leiden angepassten 

Tätigkeit möglich wäre, ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen (IV-act. 

139).

A.m. 

Der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. D.___, erklärte der IV-Stelle am 14. 

Februar 2018, dass noch kein Abschluss gemacht werden könne, da die Arbeitszukunft 

des Versicherten noch offen sei (IV-act. 141). Gleichentags wandte sich auch der 

A.n. 

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B.  

Versicherte gegen den Vorbescheid und wies darauf hin, dass sein Fuss für immer so 

bleiben werde. Das bereite ihm im Alltag und in seiner Tätigkeit sehr viele 

Schwierigkeiten (IV-act. 142).

Per 1. März 2018 wurde der Beschäftigungsgrad im Arbeitsverhältnis des 

Versicherten mit der B.___ auf 70% erhöht (IV-act. 147).

A.o. 

Am 16. März 2018 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid die 

Rentenablehnung (IV-act. 149 = act. G 1.1.2).

A.p. 

Gegen diese Verfügung vom 16. März 2018 richtet sich die Beschwerde vom 1. 

Mai 2018. Darin wurde durch den Rechtsvertreter des Versicherten (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) unter Kosten- und Entschädigungsfolgen beantragt, Letzterem ab 

Oktober 2015 mindestens eine Viertelsrente auszurichten. Eventualiter seien 

medizinische Abklärungen, insbesondere ein medizinisches Gutachten anzuordnen. 

Zur Begründung wurde geltend gemacht, die vom Beschwerdeführer ausgeübte 

Tätigkeit sei ideal leidensangepasst und schöpfe die verbliebene Resterwerbsfähigkeit 

voll aus. Die B.___ sei aufgrund der jahrelangen guten Leistungen des 

Beschwerdeführers und des tragischen Unfalls bereit, ihm bei einer Präsenzzeit von 

70% und einer Leistungsfähigkeit von 50 - 60% einen Lohn von Fr. 45'500.-- zu zahlen. 

Die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit betrage jedoch maximal 60%. Die 

Verfügung beruhe auf einer unvollständigen Aktenlage (act. G 1). Mit der Beschwerde 

wurden diverse bisher nicht aktenkundige Arztberichte eingereicht (act. G 1.1.3 bis 

1.1.16).

B.a. 

Am 29. Mai 2018 reichte der Rechtsvertreter dem Gericht ein Schreiben des 

Vorgesetzten des Beschwerdeführers vom 25. Mai 2018 ein (act. G 4 und 4.1).

B.b. 

Am 30. Mai 2018 ersuchte die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die 

Orthopädie um eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer 

optimal dem Leiden angepassten, mehrheitlich sitzenden Tätigkeit (IV-act. 159). Med. 

pract. E.___, Assistenzarzt Orthopädie, antwortete am 15. Juni 2018 dahingehend, 

dass aktenanamnestisch eine mehrheitlich sitzende Tätigkeit ohne weite Gehstrecken 

B.c. 

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zu 100% möglich sein müsste (IV-act. 163). Die zuständige RAD-Ärztin hielt am 20. 

Juni 2018 gestützt hierauf fest, die Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten betrage 

100% (IV-act. 164).

Mit Beschwerdeantwort vom 9. Juli 2018 ersuchte die Beschwerdegegnerin um 

Abweisung der Beschwerde. Dem Beschwerdeführer sei es zumutbar, mit einer 

vollzeitlich ausgeübten Tätigkeit ein dem Einkommen eines Hilfsarbeiters 

entsprechendes und rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen (act. G 6).

B.d. 

Am 27. Juli 2018 liess der Beschwerdeführer die Replik einreichen, an den 

Anträgen gemäss Beschwerde festhalten und ausführen, der Bericht der Orthopädie 

vom 15. Juni 2018 sei nicht beweistauglich. Er führe bei der B.___ eine 

wechselbelastende Tätigkeit mit Gehen, Stehen und Sitzen aus. Die Briefzustellung 

(selten Paketzustellung) mache etwa 50% aus. Die restliche Zeit verbringe er im Büro 

und in der Halle. Im Büro erledige er sitzend administrative Arbeiten am PC. In der 

Halle bearbeite er stehend schadhafte Pakete. Die Wechselbelastung sei ideal, wenn er 

zu lange sitze, beginne sein Bein zu schmerzen und zu ermüden. Er erleide täglich 

Muskelkrämpfe im Bein. Diese würden nur bei langem Sitzen und Liegen auftreten. 

Eine rein oder mehrheitlich sitzende Tätigkeit wäre nicht ideal leidensangepasst. Auch 

sei ein Leidensabzug vom Invalideneinkommen von mindestens 10% vorzunehmen 

(act. G 9).

B.e. 

Die Beschwerdegegnerin erstattete am 2. August 2018 die Duplik, worin sie an 

ihren Anträgen festhielt und unter anderem erklärte, in einer Tätigkeit im Büro könnte 

mit ausfahrbarem Stehpult und entsprechender Matte dem zu langen Sitzen Abhilfe 

geschaffen werden (act. G 11).

B.f. 

Am 4. September 2018 reichte der Rechtsvertreter dem Gericht seine Honorarnote 

ein (act. G 13 und 13.1). Am 7. September 2018 nahm die Beschwerdegegnerin dazu 

Stellung (act. G 15).

B.g. 

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Erwägungen

1.  

2.  

Die Beschwerdegegnerin hat die Befragungen des RAD am 29. Mai und am 19. 

Juni 2018 (IV-act. 158 und 164) und der Orthopädie am 30. Mai 2018 (Anfrage in IV-act. 

159; Antwort vom 15. Juni 2018 in IV-act. 163) und damit erst nach 

Beschwerdeerhebung, d.h. lite pendente, vorgenommen. Es gilt deshalb zu prüfen, ob 

sie mit diesem Vorgehen das Prinzip des Devolutiveffekts verletzt hat.

1.1. 

Als ordentlichem Rechtsmittel kommt der Beschwerde nach Art. 56 des Bundes­

gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) 

Devolutiveffekt zu. Die formgültige Beschwerdeerhebung begründet die Zuständigkeit 

des kantonalen Versicherungsgerichts, über das in der angefochtenen Verfügung 

geregelte Rechtsverhältnis zu entscheiden. Somit verliert die Verwaltung die Herrschaft 

über den Streitgegenstand, und zwar insbesondere auch in Bezug auf die tatsächlichen 

Verfügungs- und Entscheidgrundlagen. Die Beschwerdeinstanz hat den 

rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln und ist nicht an die 

Begehren der Parteien gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG). Das Prinzip des 

Devolutiveffekts des Rechtsmittels erleidet insofern eine Ausnahme, als gestützt auf 

Art. 53 Abs. 2 ATSG die Beschwerdegegnerin die angefochtene Verfügung bis zu ihrer 

Stellungnahme in Wiedererwägung ziehen kann. In diesem Rahmen sind 

Abklärungsmassnahmen der Verwaltung lite pendente nicht schlechthin 

ausgeschlossen. Hinter dieser Ausnahmeregelung steht der Gedanke der 

Prozessökonomie im Sinn der Vereinfachung des Verfahrens. So sind punktuelle 

Abklärungen in der Regel zulässig (vgl. hierzu BGE 127 V 231 ff. E. 2b/bb).

1.2. 

Da es sich bei der von der Beschwerdegegnerin schriftlich durchgeführten 

Befragung des RAD und der Orthopädie um punktuelle Abklärungen handelt, ist von 

einer solchen Ausnahme auszugehen. Folglich sind die Befragungen mitsamt 

Beantwortung vom Gericht zu berücksichtigen.

1.3. 

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der 

Rentenanspruch des Beschwerdeführers.

2.1. 

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

2.2. 

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Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 

arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% 

invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für 

die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit 

liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG).

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Art. 16 ATSG).

2.3. 

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht 

ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% 

ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.4. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines 

Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

2.5. 

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3.

Vorab ist zu klären, ob die Beschwerdegegnerin den medizinischen Sachverhalt 

genügend abgeklärt hat.

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 

352 E. 3a).

Für die Bestimmung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit kann 

vorliegend ausnahmsweise auf die Berichte der behandelnden Ärzte abgestellt werden, 

weil es sich um eine klar abgegrenzte Gesundheitsschädigung handelt, die von den 

behandelnden Ärzten in deren Berichten umfassend geschildert worden ist und weil die 

Akten insgesamt - wie sich nachfolgend ergibt - eine ausreichend zuverlässige 

Einschätzung der dem Beschwerdeführer noch möglichen und zumutbaren 

Arbeitstätigkeit erlauben. Gemäss der Stellungnahme der Orthopädie vom 15. Juni 

2018 müsste dem Beschwerdeführer aktenanamnestisch eine mehrheitlich sitzende 

Tätigkeit ohne weite Gehstrecken zu 100% zumutbar sein (IV-act. 163). Soweit der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers dieser Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit die 

Beweiskraft absprechen möchte und darauf hinweist, dass der unterzeichnende Arzt 

nicht der behandelnde Arzt sei, so ist er darauf hinzuweisen, dass der 

Beschwerdeführer in der Orthopädie an der Klinik C.___ von verschiedenen Ärzten 

betreut worden ist. Die 16 aktenkundigen Berichte sind von 15 verschiedenen Ärzten 

unterzeichnet worden (vgl. act. G 1.1.3, IV-act. 10-6 ff., 21, 41, 42, 49-5 f., 80, 81, 89, 

91, act. G 1.1.7, IV-act. 122, act. G 1.1.9, 1.1.12 und 1.1.13, IV-act. 163). Alle 

Orthopäden haben ihre Beurteilungen schriftlich festgehalten und alle diese Berichte 

standen med. pract. E.___ zur Verfügung. Wenn der Operateur der Hüfte- und 

Beckenchirurgie, Prof. Dr. med. F.___, diese Einschätzung einem Assistenzarzt nicht 

zugetraut hätte, hätte dieser sie auch sicherlich nicht verfassen dürfen. Zu Recht weist 

die Beschwerdegegnerin in ihrer Duplik in diesem Zusammenhang auf ein Urteil des 

Bundesgerichts vom 14. Juli 2009, 9C_323/2009 E. 4.3.1 f. hin, wonach das Absehen 

von eigenen Untersuchungen nicht an sich ein Grund ist, um einen ärztlichen Bericht in 

Frage zu stellen (act. G 11). Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Orthopädie vom 

15. Juni 2018 deckt sich sodann auch mit der Einschätzung des Vorgesetzten des 

Beschwerdeführers vom 25. Mai 2018, welcher dessen Einschränkung auf das Gehen 

beschränkt, indem er feststellt, dieser benötige für seine Arbeiten mehr Zeit und 

Pausen als ein vergleichbarer Mitarbeiter, weil ihm das Laufen grosse Mühe bereite 

(act. G 4.1). Dies wiederum steht in Einklang mit den von den zuständigen Ärzten der 

Orthopädie und des Zentrums für Paraplegie anlässlich der Verlaufssprechstunden 

3.1. 

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erhobenen klinischen Befunden des flüssigen Gangbildes mit deutlichem Steppergang 

links und dem voraussichtlich bleibenden Nervenschaden im linken Bein (vgl. 

beispielsweise act. G 1.1.11 und 1.1.12). Und auch der Hausarzt erklärte am 18. April 

2018 damit vereinbar, der Beschwerdeführer benötige generell deutlich mehr Zeit für 

alle Tätigkeiten, die Gehen oder Laufen beinhalten. Er leide an Fussschmerzen beim 

Treppensteigen und ermüde schnell und habe Schmerzen beim Gehen in der am 21. 

Januar 2015 operierten linken Hüfte (act. G 1.1.14) - wobei letzteres nicht 

nachvollziehbar von den Berichten der Hüftsprechstunde der Orthopädie abweicht (vgl. 

die jüngsten Berichte vom 19. Dezember 2016 und 13. November 2017 in act. G 1.1.9 

und 1.1.12), welche jeweils eine Einschränkung aufgrund der zur Fusshebung 

benötigten Orthese beschrieben, jedoch keine Schmerzen. Dr. D.___s Einschätzung 

einer 50 - 60%igen Leistungsfähigkeit bezieht sich offensichtlich auf die vom 

Beschwerdeführer ab 1. November 2017 effektiv ausgeübte Tätigkeit bei der B.___. Die 

von Dr. D.___ erwähnten Schlafstörungen und Ermüdung (act. G 1.1.14) haben 

aktenkundig zu keiner Behandlung geführt, weshalb diesbezüglich keine Hinweise auf 

einen grossen Leidensdruck vorliegen. Anlässlich der zweitletzten aktenkundigen 

neurologischen und neurophysiologischen Untersuchung vom 29. August 2016 

berichtete der Beschwerdeführer explizit über eine Schmerzfreiheit (act. G 1.1.8), und 

dem Bericht zur jüngsten Untersuchung vom 17. März 2017 sind keine 

Schmerzangaben zu entnehmen (act. G 1.1.11). Und auch in der Fusssprechstunde 

vom 23. Januar 2018 erklärte der Beschwerdeführer, dass er unter keinen Schmerzen 

leide (act. G 1.1.13). Der Bericht der Orthopädie vom 15. Juni 2018 ist zusammen mit 

den übrigen Berichten der behandelnden Ärzte in einer nachvollziehbaren und 

überzeugenden Aktenwürdigung vom RAD als beweiskräftig qualifiziert worden. 

Folglich steht gestützt auf die medizinischen Akten mit dem erforderlichen Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer 

uneingeschränkt arbeitsfähig für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten ist.

Diese Einschätzung muss sodann spätestens ab der Ausweitung der angepassten 

Arbeitstätigkeit für die B.___ per 10. August 2015 auf 50% gelten. Dem Protokoll des 

Case-Managements der B.___ ist zu entnehmen, dass in jenem Rahmen die Leistung 

des Beschwerdeführers in angepassten Tätigkeiten bereits ab dem 21. Mai 2015 mit 

100% beziffert wurde (IV-act. 54). Am 14. August 2015 hatte der Beschwerdeführer 

zum zweiten Mal nach der Operation vom Januar 2015 die Hüft-Sprechstunde besucht 

und es wurde die dritte neurologische und neurophysiologische Untersuchung 

durchgeführt. Der Beschwerdeführer konnte in beiden Sprechstunden über einen 

erfreulichen Verlauf berichten, bezüglich Hüfte litt er noch unter leicht persistierenden 

Beschwerden nach Belastung und bezüglich des Nervenschadens hatte sich das 

3.2. 

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Gefühl im Bereich des Oberschenkels wie auch des proximalen Unterschenkels 

verbessert. Die Schwellung sei nicht mehr aufgetreten. Die Lyrica Medikation habe der 

Beschwerdeführer reduzieren können, hierunter sei er schmerzfrei (vgl. IV-act. 42-1 und 

78-1). Dem Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung ist zu entnehmen, dass die Case 

Managerin der B.___ der IV-Eingliederungsberaterin am 19. November 2015 explizit 

mitgeteilt hat, dass der Beschwerdeführer in angepasster Tätigkeit 100% arbeitsfähig 

sei (IV-act. 133-2). Aus dem Standortprotokoll der B.___ vom 26. November 2015 geht 

damit übereinstimmend hervor, dass der Beschwerdeführer zu 60% im Innendienst 

beschäftigt werde. Ab Februar 2016 bestehe die Aussicht, dass der Standort G.___ die 

Zustellung der Betreibungsurkunden nachmittags übernehme, wo der 

Beschwerdeführer dann zu weiteren 10% beschäftigt werden könnte. Ansonsten seien 

die Möglichkeiten einer angepassten Tätigkeit ausgeschöpft (IV-act. 68-1). Der 

Beschwerdeführer selber war zu diesem Zeitpunkt davon überzeugt, dass er im Büro 

100% arbeiten könnte (IV-act. 133-3, Eintrag vom 26. November 2015). Am 4. März 

2016 teilte der Beschwerdeführer der Eingliederungsberaterin der IV mit, es bleibe beim 

60%igen Pensum, da ihm keine anderen Tätigkeiten angeboten werden könnten (IV-

act. 133-5). Ab dem 11. April 2016 wurde er gemäss Standortprotokoll vom 14. April 

2016 dann mit 70%igem Arbeitspensum bei der B.___ weiterbeschäftigt bis zum 31. 

Dezember 2016 (vgl. IV-act. 102 und 133-6, Eintrag vom 13. Mai 2016). Gemäss 

damaligem Stand war eine Weiterbeschäftigung über das Ende der 

Lohnfortzahlungspflicht hinaus nicht möglich, da keine zusätzlichen Stellenprozente in 

der adaptierten Tätigkeit geschaffen werden konnten (IV-act. 102-1). Limitierung für 

eine Pensumserhöhung war also ab August 2015 nicht die gesundheitliche Verfassung 

des Beschwerdeführers, sondern die fehlende Möglichkeit der Arbeitgeberin, ihm 

angepasste Tätigkeiten anzubieten. Denn sobald der Standort G.___ die Zuständigkeit 

für die Zustellung der Betreibungsurkunden erhielt, konnte der Beschwerdeführer diese 

zusätzliche Arbeit übernehmen. In Würdigung der gesamten Akten ist mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer, 

wenn ihm die B.___ zusätzliche geeignete Tätigkeiten hätte anbieten können, mit 

vollem oder sicherlich annähernd vollem Pensum hätte arbeiten können. Hierfür spricht 

auch das Folgende: Neben der genannten 70%igen Arbeitstätigkeit ab dem 11. April 

2016 besuchte der Beschwerdeführer ab dem 12. August 2016 einen 

Weiterbildungskurs zum Logistikfachmann am H.___ welcher für drei Semester 

vorgesehen war (IV-act. 100) und jeweils freitagabends von 18.00 Uhr bis 21.15 Uhr 

und samstagmorgens von 08:00 Uhr bis 11.15 Uhr stattfand. Dies entspricht gut 15% 

des durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitspensums von 42 Stunden. Zusätzlich 

lernte der Beschwerdeführer seinen Angaben zufolge täglich ein bis zwei Stunden (IV-

act. 133-6, Eintrag vom 29. August 2016). Nach dem Ende des Arbeitsversuchs bei der 

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B.___ am 30. Juni 2017 meldete der Beschwerdeführer sich beim zuständigen 

Regionalen Arbeitsvermittlungsamt zur vollzeitlichen Stellensuche an (vgl. IV-act. 

133-9). Der Beschwerdeführer realisierte nach dem Gesagten vom 11. April 2016 bis 

30. Juni 2017 - und wiederum ab 1. März 2018 - ein 70%iges Arbeitspensum, besuchte 

ab dem 12. August 2016 zusätzlich eine Weiterbildung im Umfang von 15% und lernte 

wiederum zusätzlich ein bis zwei Stunden pro Tag, womit er nahezu ein vollzeitliches 

Arbeitspensum erfüllt hat. Der Beschwerdeführer selber begründete denn auch die 

fehlende Steigerung des Arbeitspensums während dem Arbeitsversuch nicht mit 

gesundheitlichen Einschränkungen, sondern damit, dass er die restliche Zeit fürs 

Lernen und für Therapien benötigt habe (IV-act. 133-8, Eintrag vom 31. Mai 2017). Der 

Vorgesetzte während des Arbeitsversuchs erklärte der IV-Stelle, der Beschwerdeführer 

arbeite zuverlässig und mit einer guten Qualität, von einer verminderten 

Leistungsfähigkeit war nicht die Rede (IV-act. 133-9, Eintrag vom 31. Mai 2017). Der 

Einschätzung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten ab August 

2015 steht auch die Stellungnahme des RAD vom 23. Februar 2016 nicht entgegen, 

welche zu diesem Zeitpunkt lediglich eine 60%ige Arbeitsfähigkeit in adaptierten 

Tätigkeiten postulierte (vgl. IV-act. 83). Denn diese Einschätzung wurde im 

Zusammenhang mit der Befürwortung einer Umschulung abgegeben und basiert auf 

der effektiv ausgeübten Tätigkeit. Diese wiederum wurde wie vorstehend aufgezeigt 

durch die fehlenden Möglichkeiten der Arbeitgeberin resp. den Zeitaufwand des 

Beschwerdeführers für Therapien und Lernen begrenzt, nicht durch die Arbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers.

Soweit der Beschwerdeführer sich auf den Standpunkt stellt, die von ihm seit 1. 

November 2017 ausgeübte Tätigkeit in der Spezialzustellung der B.___ sei ideal 

leidensangepasst (vgl. insbesondere Ausführungen in der Replik act. G 9 Ziff. 9 und 

10), kann ihm nicht gefolgt werden. So erklärte er selber - in Abweichung von der 

Schilderung in der Replik (act. G 9 Ziff. 9 und 10) - anlässlich des Praktikums als 

Sachbearbeiter in der Logistikabteilung der B.___, sitzen gehe gut (IV-act. 133-6, 

Eintrag vom 26. Oktober 2016). Dieses Praktikum mit sitzender Bürotätigkeit wurde bis 

zum 30. Juni 2017 weitergeführt. Während des gesamten Zeitraums wurde die 

Leistungsfähigkeit des Versicherten nie als eingeschränkt beschrieben. Auch aufgrund 

der medizinischen Aktenlage (vgl. vorstehend Erwägung 3.1) ist mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass eine vorwiegend sitzende Tätigkeit seinem 

Leiden besser angepasst wäre. Diesbezüglich weist die Beschwerdegegnerin zurecht 

darauf hin, dass bei einer sitzenden Tätigkeit mithilfe eines Stehpultes 

Wechselbelastung geschaffen werden kann (vgl. act. G 11).

3.3. 

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4.

Schliesslich ist basierend auf einer vollen Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten der 

Invaliditätsgrad anhand eines Einkommensvergleichs festzulegen (vgl. Erwägung 2.3). 

Da der hypothetische Rentenbeginn am 1. Oktober 2015 war, sind die 

Vergleichseinkommen für dieses Jahr zu bestimmen (Anmeldung vom Januar 2015; am 

12. Oktober 2015 bestandenes Wartejahr; vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG).

Von weiteren medizinischen Abklärungen sind sodann in antizipierender 

Beweiswürdigung angesichts der klaren medizinischen Aktenlage keine neuen 

objektiven entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten. Den Nachteil der 

Beweislosigkeit im Sinne des fehlenden Nachweises einer Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit auch in adaptierten Tätigkeiten hat der Beschwerdeführer zu tragen 

(vgl. BGE 139 V 563 E. 8.1). Soweit dieser eine unvollständige Sachverhaltsermittlung 

von Seiten Beschwerdegegnerin moniert (vgl. act. G 1 Ziff. 22), kann ihm nicht gefolgt 

werden. Es ist zwar korrekt, dass diese im Verfügungszeitpunkt nicht über sämtliche 

Berichte der Orthopädie und des Zentrums für Paraplegie verfügt hat. Diese hätten 

jedoch vom Beschwerdeführer bereits im Einwandverfahren beigebracht werden 

können, führten ohnehin zu keiner anderen Beurteilung und lagen dem Gericht, 

welchem volle Kognition zukommt, vor.

3.4. 

Massgebend für das Valideneinkommen ist, was die versicherte Person aufgrund 

ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen 

Rentenbeginns verdient hätte. Für die Bestimmung des Valideneinkommens wird 

grundsätzlich am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen 

Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die 

bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 139 V 28 

E. 3.3.2, 125 V 58 E. 3.1; Urteile des Bundesgerichts vom 18. März 2015, 

8C_590/2014, E. 5.1, und 21. August 2013, 8C_196/2013, E. 3.1). Der 

Beschwerdeführer hat den Beruf des Heizungsmonteurs erlernt. Ein knappes Jahr nach 

Beendigung der Lehre hat er am 1. März 2006 bei der B.___ die Tätigkeit 

aufgenommen (IV-act. 1-4). Dabei erzielte er leicht schwankende Einkommen (vgl. 

Auszug aus dem Individuellen Konto der Sozialversicherungsanstalt St. Gallen in IV-

act. 6-1). Die Arbeitgeberin gab am 27. Januar 2015 das Einkommen, das der 

Beschwerdeführer im Jahr 2015 ohne Gesundheitsschaden erzielt hätte, mit 

Fr. 69'289.30 an (IV-act. 7-3 Ziff. 2.11). Angesichts des Umstandes, dass der 

Beschwerdeführer im Gesundheitsfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit an seiner 

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/16

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5.  

Arbeitsstelle verblieben wäre, ist dieses Einkommen als Valideneinkommen 

heranzuziehen.

Art. 16 ATSG umschreibt das Invalideneinkommen als hypothetisches Einkommen. 

Nach der ständigen Verwaltungspraxis und Rechtsprechung steht der Beizug von 

Tabellen und vergleichbaren Übersichten im Vordergrund. Nur unter besonderen 

Voraussetzungen wird das Invalideneinkommen dem nach Eintritt der gesundheitlichen 

Einbusse noch erzielten Einkommen gleichgesetzt. Dabei wird kumulativ vorausgesetzt, 

dass ein besonders stabiles Arbeitsverhältnis den Bezug auf den allgemeinen 

Arbeitsmarkt erübrigt, dass die verbleibende Arbeitsfähigkeit zumutbar voll 

ausgeschöpft wird und dass nicht ein Soziallohn ausgerichtet wird. Ein allfälliger 

Soziallohnanteil ist für die Bestimmung einer allfälligen Invalidität auszuscheiden (Ueli 

Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Auflage, Zürich·Basel·Genf 2020, Art. 16 N 66 ff.). Diese 

Voraussetzungen sind beim Beschwerdeführer nicht erfüllt, zumal er die ihm 

verbleibende Arbeitsfähigkeit nicht voll ausschöpft (vgl. vorstehend Erwägung 3) und er 

gemäss seinen Ausführungen in der Beschwerde und den Angaben seines 

Vorgesetzten möglicherweise zum Teil einen Soziallohn bezieht (vgl. act. G 1 Ziff. 16 

und 20 sowie act. G 4.1, wobei die vom Vorgesetzten erwähnten 

(Einarbeitungs-)Kompetenzen durchaus auch als Hinweis auf einen angemessenen 

Leistungslohn ohne Soziallohnanteil gewertet werden könnten). Die 

Beschwerdegegnerin rechnete anhand des statistischen Zentralwerts der 

Hilfsarbeiterlöhne aller Branchen mit einem Invalideneinkommen von Fr. 66'719.-- (vgl. 

IV-act. 138). Der Beschwerdeführer stützt sich auf die TA1 für B.___-, Kurier- und 

Expressdienste, Level 1, was bei vollzeitlichem Pensum zu einem Invalideneinkommen 

von Fr. 68'004.-- führen würde (act. G 1 Ziff. 27). Angesichts des Umstandes, dass sich 

das Valideneinkommen in derselben Grössenordnung befindet und keine Gründe für 

die Gewährung des praxisgemäss höchstzulässigen Abzugs vom Tabellenlohn von 

25% (vgl. etwa BGE 126 V 25) vorliegen, kann die genaue Bemessung sowohl des 

Invalideneinkommens als auch eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn offenbleiben. 

Die rentenbegründende Schwelle von 40% wird bei Weitem nicht erreicht. Folglich hat 

die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu Recht 

verneint.

4.2. 

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 16. März 2018 nicht zu 

beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.

5.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/16

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Der Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss wird ihm im Betrag von Fr. 600.-- angerechnet.

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer anzurechnen.

5.2. 

bis

Der unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG).

5.3. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 19.06.2020
	Art. 28 Abs. 1 IVG. Ausnahmsweises Abstellen auf die Berichte der behandelnden Ärzte für die Bestimmung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit. Teilzeitlich ausgeübte Tätigkeit ist nicht ideal leidensangepasst. Kein Rentenanspruch (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Juni 2020, IV 2018/152).

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