# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7c849efb-2180-5a71-b74e-26f4d493a4e6
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-07
**Language:** de
**Title:** Forstrechtliche, wasserbaupolizeiliche, gewässerschutz- und naturschutzrechtliche Bewilligung für einen Wanderweg durch ein Bachtobel
**Docket/Reference:** BRGE II Nr. 0291/2021
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/auszug_brge_ii_nr._0291_2021_vom_7._dezember_2021_fuss-_und_wanderweg.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE II Nr. 

R2.2021.00071 
0291/2021    

Entscheid vom 7. Dezember 2021    

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Peter Rütimann, Ersatzrichterin Ruth Büchi-Vögeli, Bau-
richter Daniel Willi, Gerichtsschreiberin Viviane Liebherr     

in Sachen 

Rekurrentin 

B. H., […]  

vertreten durch […] 

gegen 

Rekursgegnerschaft 

1.  Gemeinderat X, […] 
2.  Gemeinderat Y, […]  

beide vertreten durch […] 

3.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  

betreffend 

Beschluss des Gemeinderats X […], Beschluss des Gemeinderats Y […] so-
wie Verfügung der Baudirektion […]; Projektfestsetzung bzw. forstrechtliche, 
gewässerschutzrechtliche  und  naturschutzrechtliche  Bewilligung  für  Fuss- 
und Wanderweg […] 
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit Beschlüssen vom 4. März 2021 und 16. März 2021 setzten die Gemein-

deräte X und Y je das Strassenprojekt für einen Fuss- und Wanderweg im 

B.-Tobel gemäss den zugehörigen Unterlagen und Plänen fest und wiesen 

die von B. H. gegen das Projekt erhobene Einsprache ab. Gleichzeitig mit 

den kommunalen Entscheiden wurden die forstrechtliche, die wasserbaupo-

lizeiliche, gewässerschutz- und naturschutzrechtliche Bewilligung sowie die 

Bewilligung betreffend die Bodenrekultivierungen und Terrainveränderungen 

der Baudirektion Kanton Zürich vom 12. März 2020 eröffnet. 

B. 

Gegen  diese  Entscheide  gelangte  B.  H.  mit  Rekurseingabe  vom  16. April 

2021  fristgerecht  an  das  Baurekursgericht  des  Kantons  Zürich  und  bean-

tragte das Folgende:  

" 1. 

Die angefochtenen Verfügungen seien aufzuheben. 

  2.  

  3.  

Es sei von einer Festsetzung des Fuss- und Wanderwegprojekts 
abzusehen.  Eventuell  sei  auf  das  Teilstück  "H"  des  Fuss-  und 
Wanderwegs zu verzichten. 

Es  sei  ein  Fachgutachten  zur  Bedeutung  des  B.-Tobels  für  den 
Biotopschutz,  den  Landschaftsschutz,  die  Ökomorphologie,  den 
Artenschutz und den Waldschutz einzuholen. 

  4. 

Es sei ein Augenschein durchzuführen. 

  5.  

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Rekurs-
gegnerschaft." 

C. 

Mit Präsidialverfügung vom 21. April 2021 wurde vom Rekurseingang Vor-

merk genommen und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

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D. 

Mit  gemeinsamer  Eingabe  vom  20. Mai  2021  beantragten  die  Rekursgeg-

ner 1 und 2 die Abweisung des Rekurses, soweit auf diesen einzutreten sei, 

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekurrentin. 

Die Rekursgegnerin 3 schloss mit Eingabe vom 25. Mai 2021 auf Abweisung 

des Rekurses. 

E. 

In den weiteren Rechtsschriften hielten die Parteien, soweit sie sich äusser-

ten, an ihren jeweiligen Anträgen fest.  

F. 

Am  23. September  2021 führte eine  Delegation  der  zweiten  Abteilung  des 

Baurekursgerichts einen Augenschein vor Ort durch. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Die Gemeinden X und Y planen, den R.-Weg in X durch das B.-Tobel mit der 

Stiftung S. in Y mittels eines Fuss- und Wanderwegs zu verbinden. Die ge-

plante Wegführung zur Hangkante der S.-Weid soll zunächst circa auf Höhe 

der Liegenschaft H.-Strasse 62 nördlich des B.-Baches durchs Tobel führen, 

dann auf Höhe des Zuflusses des S.-Baches in den B.-Bach via einen Steg 

den B.-Bach queren und von dort über einen Treppenweg zur Hangkante der 

S.-Weid  führen  (sog.  Teilstück H  des  geplanten  Fuss-  und  Wanderwegs). 

Kurz  vor  der  S.-Weid  ist  eine  Wegverbindung  zur  B.-Strasse  vorgesehen 

(Teilstück B).  Von  der S.-Weid  soll  der  geplante Wanderweg  das  B.-Tobel 

erneut gegen Norden queren und anschliessend bis zur Sch.-Strasse in X 

führen (Teilstücke C, D, E, F und G; vgl. act. 19.60.1). Die gesamte Wegstre-

cke beträgt 1,2 km.  

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2. 

Das streitbetroffene Projekt wurde durch die Gemeinderäte X und Y festge-

setzt (§ 15 Abs. 2 Satz 1 Strassengesetz [StrG]). Demzufolge ist das Baure-

kursgericht nach § 41 Abs. 1 StrG zur Behandlung des vorliegenden Rekur-

ses sachlich zuständig. Auch für die Behandlung der Rügen im Zusammen-

hang mit der kantonalen Gesamtverfügung ist das Baurekursgericht sachlich 

zuständig (vgl. § 329 Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes [PBG]).  

Die Rekurrentin ist Eigentümerin der Parzelle Kat.-Nr. 1 in Y, welche im Nor-

den direkt an den B.-Bach und den S.-Bach angrenzt und damit nur durch 

diese  Gewässer  vom  geplanten  Fuss-  und  Wanderweg  bzw.  dessen  Teil-

stück H getrennt ist. Unbestrittenermassen hat die Rekurrentin innerhalb der 

Auflagefrist Einsprache gegen das Projekt erhoben, womit diese Vorausset-

zung  für  die  Rekurserhebung  erfüllt  ist  (vgl. § 17  Abs. 1  und  4  StrG).  Auf-

grund der vorgetragenen Rügen (u.a. unrechtmässige Beeinträchtigung des 

Tobels) und der räumlichen Beziehungsnähe zum geplanten Fuss- und Wan-

derweg ist die Rekurrentin mehr als beliebige Dritte von den angefochtenen 

Entscheiden betroffen und daher im Sinne von § 21 Abs. 1 des Verwaltungs-

rechtspflegegesetzes  [VRG]  bzw.  § 338a  PBG  zur  Rekurserhebung  legiti-

miert. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf den 

Rekurs einzutreten. 

3.1. 

Die Rekurrentin stellt sich zunächst auf den Standpunkt, das von den kom-

munalen Vorinstanzen bei der Q. GmbH eingeholte Fachgutachten vom Juni 

2019 beruhe auf falschen Annahmen und sei qualifiziert unvollständig.  

Das  Gutachten  gehe  fälschlicherweise  davon  aus,  dass  der  im  Streit  lie-
gende Weg im regionalen Richtplan […] verankert sei und messe dem Weg 

in  der  Folge  aufgrund  dieser  falschen  Annahme  ein  zu  hohes  öffentliches 

Interesse zu. Der Umstand, dass die Interessenabwägung primär Aufgabe 

der dafür zuständigen Behörde sei, ändere nichts daran, dass ein Gutachten 

vollständig und richtig sein müsse. Im Gutachten sei zudem auch die Tatsa-

che  unberücksichtigt  geblieben,  dass  es  sich  beim  B.-Tobel  um  das  letzte 

unberührte Bachtobel zwischen Y und Z handle. Zu Unrecht sei die regionale 

Bedeutung  des  Tobels  im  Gutachten  vollends  unberücksichtigt  geblieben. 

Die Einzigartigkeit des B.-Tobels in der Region bzw. sein Situationswert hätte 

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zwingend Gegenstand der gutachterlichen Abklärungen sein müssen. Im Üb-

rigen müsse ganz grundsätzlich bezweifelt werden, dass der effektive Prü-

fungsperimeter  des  Gutachtens  tatsächlich  50 m  beidseits  des  geplanten 

Wegs betragen habe, nachdem der Rekurrentin nicht bekannt sei, dass ihr 

Grundstück,  welches  innerhalb  dieses  Streifens  liege,  im  Zuge  der  Begut-

achtung  besichtigt  worden  sei.  Ferner äussere  sich das Gutachten  zu  Un-

recht auch mit keinem Wort zur Ökomorphologie im Tobel sowie zur Bedeu-

tung  des  Tobels  als  Vernetzungskorridor  für  gewässer-  und  gehölzgebun-

dene  Tierarten.  Selbst  wenn  die  Ökomorphologie  nur  (aber  immerhin)  mit 

den geplanten zwei Brücken beeinträchtigt werde, hätte dieser Themenbe-

reich zwingend im Gutachten abgehandelt werden müssen. Es sei sodann 

offensichtlich, dass der geplante Weg die Vernetzungsfunktion im Tobel mit 

den zu erwartenden Störungen durch Fussgänger erheblich verschlechtere. 

Insbesondere bei Spaziergängern mit Hunden sei das Störungspotential be-

sonders gross. Hieran könne eine allfällige Leinenpflicht sowie ein Beleuch-

tungsverzicht  im  Tobel  nichts  ändern.  Schliesslich  blende  das  Gutachten 

auch aus, dass in unmittelbarer Nähe des geplanten Wegs bereits Wege vor-

handen  seien,  die  in  den  kommunalen  Verkehrsrichtplänen  als  Fusswege 

markiert seien.  

Weil die Sachverhaltsabklärungen damit insgesamt unvollständig seien, sei 

ein weiteres biologisches Fachgutachten einzuholen, welches diese Aspekte 

berücksichtige. 

3.2. 

Im Zuge der Planung des im Streit liegenden Wanderwegs beauftragten die 

kommunalen  Vorinstanzen  die  Q.  GmbH  mit  der  Erstellung  eines  biologi-

schen Gutachtens, welches vom Juni 2019 datiert (nachfolgend Gutachten; 

act. 14.4). Die Q. GmbH hatte den Auftrag, die Auswirkungen des Bauvorha-

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bens auf die Flora und Fauna im B.-Tobel zu beurteilen und detaillierte Infor-

mationen zum Vorkommen von geschützten und seltenen Arten sowie von 

schützenswerten Lebensräumen im Tobel aufzuzeigen (vgl. Gutachten S. 1).  

Für ein Gutachten wird allgemein verlangt, dass dieses vollständig, klar so-

wie gehörig begründet und widerspruchslos ist; ausserdem muss die sach-

verständige Person hinreichende Sachkenntnisse und die nötige Unbefan-

genheit bewiesen haben (VB.2010.00032, E. 5.2, in BEZ 2011 Nr. 21). 

3.2.1 

Unbestrittenermassen wird im Gutachten zwar fälschlicherweise davon aus-

gegangen, dass im überarbeiteten regionalen Richtplan […] der streitgegen-

ständliche Fussweg verankert sei (vgl. Gutachten S. 2). Wie die Rekurrentin 

zutreffend ausführt, wurde der Planeintrag bei der Überarbeitung des regio-

nalen  Richtplans  gelöscht.  Die  Rekurrentin  verkennt  indes,  dass  der  feh-

lende Eintrag im regionalen Richtplan keinen Einfluss auf die biologische Be-

urteilung des Bauprojekts durch die Q. GmbH hatte, zumal es nicht Aufgabe 

der Q. GmbH war, eine Interessenabwägung vorzunehmen. Eine solche ist, 

wie die kommunalen Vorinstanzen zu Recht ausführen, allein den zuständi-

gen Behörden vorbehalten. Aufgabe der Q. GmbH war es einzig, ein biologi-

sches Fachgutachten zu erstellen. Sollte die Q. GmbH dem Weg tatsächlich 

ein "zu hohes öffentliches Interesse zugemessen haben", so die Rekurrentin, 

wäre dies daher irrelevant. Der vorliegende Schriftenwechsel zeigt sodann, 

dass sich die Rekursgegnerschaft durchaus bewusst ist, dass im regionalen 

Richtplan kein betreffender Planeintrag mehr existiert. Auch in den angefoch-

tenen  Entscheiden  wurde  richtigerweise  einzig  davon  ausgegangen,  dass 

hinsichtlich des Projekts ein Planeintrag in den kommunalen Verkehrsplänen 

existiert.  

3.2.2. 

Sodann trifft es entgegen dem Dafürhalten der Rekurrentin gerade nicht zu, 

dass die regionale Bedeutung des Tobels nicht erkannt wurde. Im Gutachten 

wird explizit ausgeführt, dass das Tobel im Bereich des Bauprojekts von Er-

holungsdruck weitgehend unberührt sei, was für störungsanfällige Tierarten 

in der Region sehr selten sei (Gutachten S. 10). Die Besonderheit der Tobel-

situation im regionalen Kontext wurde damit durchaus – und im vorliegenden 

Kontext auch genügend – erkannt. Als Konsequenz davon wurde denn auch 

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richtigerweise eine Anpassung der ursprünglich geplanten Wegführung ver-

langt (vgl. nachstehend E. 6.5.2). Eine tiefergehende Untersuchung des To-

bels im regionalen Kontakt erscheint nicht erforderlich, war man sich bei der 

Projektplanung doch, wie aufgezeigt, grundsätzlich bewusst, dass es sich – 

zumindest  teilweise  (siehe  sogleich)  –  um  eines  der  wenigen  unberührten 

Tobel in der […]Region handelt. Abgesehen davon ist der Rekurrentin auch 

klar  zu  widersprechen,  wenn  sie  mit  ihren  Ausführungen  suggeriert,  es 

handle sich um eines der letzten gänzlich unberührten Tobel in der Region. 

Wie anlässlich des Augenscheins festgestellt, existieren insbesondere beim 

Teilstück H bereits sehr umfangreiche zivilisatorische Eingriffe (siehe hierzu 

ausführlich  nachstehend  E. 3.2.4).  Eine  Begutachtung  setzt  sodann  nicht 

zwingend  die  Begehung  sämtlicher  Grundstücke  entlang  des  Untersu-

chungsperimeters voraus, sofern angenommen werden kann, dass sich die 

Verhältnisse bei den untersuchten Standorten bzw. Grundstücken vergleich-

bar präsentieren wie bei den umliegenden Grundstücken, oder aber, sofern 

die Verhältnisse auf einem fraglichen Grundstück auch von Drittstandorten 

aus genügend beurteilt werden können. Ob das Grundstück der Rekurrentin 

im  Zuge  der  Begutachtung  des  Tobels  tatsächlich  begangen  wurde,  kann 

vorliegend  offenbleiben.  Aus  biologischer  Sicht  scheint  es  gestützt  auf  die 

Eindrücke anlässlich des Augenscheins durchaus möglich, dass auf die Ver-

hältnisse auf dem rekurrentischen Grundstück auch von der angrenzenden 

Umgebung aus genügend geschlossen werden konnte.  

3.2.3. 

Auch was die Ökomorphologie betrifft, sind die Sachverhaltsabklärungen der 

Rekursgegnerschaft nicht zu beanstanden. Wie die Rekursgegnerschaft zu-

treffend  ausführt,  werden  die  Fliessgewässer  (B.-Bach, Sch.-Bach und S.-

Bach)  durch  das  Projekt  nicht  beeinträchtigt.  Die  beiden  geplanten  Bach-

überquerungen sind ohne Veränderungen des Bachbettes und unter Einbe-
zug des kantonalen Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) aus-

zuführen (vgl. act. 3.3, Dispositiv-Ziffer III. lit. a in Verbindung mit Erwägun-

gen lit. C). Die Brückenübergänge stellen einfache Fussgängerstege mit ge-

ringfügigen  Verbauungen  dar,  welche  den  Tobelboden  nicht  nennenswert 

verändern  (vgl. act. 14.3,  S. 11;  act. 14.5,  S. 3);  auf  zusätzliche  Verbauun-

gen der Bachböschungen muss gemäss den Nebenbestimmungen in der an-

gefochtenen kantonalen Verfügung verzichtet werden (vgl. act. 3.3, Disposi-

tiv-Ziffer II.2  lit. h).  Abgesehen  von  diesen  beiden  zurückhaltenden  Bach-

überquerungen  kommt  der  Weg  nur  teilweise  im  Uferstreifen  zu  liegen 

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(vgl. act. 19.60.1).  In  weiten  Teilen  besteht  zudem  keine  Sichtverbindung 

zum Gewässer im Tobelgrund.  

3.2.4. 

Nicht anders verhält es sich mit der Vernetzungsfunktion des B.-Tobels zwi-

schen dem […]See und den wertvollen Lebensräumen […]. Auch wenn das 

Gutachten  diesen  Themenbereich  nicht  eigens  abhandelt,  erhellt  aus  den 

übrigen  fachgutachterlichen  Ausführungen  insgesamt  genügend,  dass  die 

Wanderung von Tieren und die Ausbreitung von Pflanzen auch mit dem ge-

planten Fuss- und Wanderweg erhalten bleibt. Mit der "Offizialisierung" der 

bereits  bestehenden  Trampelpfade  im  Tobel  ist  übereinstimmend  mit  dem 

Gutachten davon auszugehen, dass eine Situation für die Tiere geschaffen 

wird, an die sich diese besser gewöhnen können als an unregelmässige Stö-

rungen  (vgl.  Gutachten  S. 10),  wenn  auch  klar  scheint,  dass  ein  offizieller 

Fussweg  regelmässig  häufiger frequentiert  werden dürfte  als  ein Trampel-

pfad.  Wie  anlässlich  des  Lokaltermins  festgestellt,  existieren  beim  Teil-

stück H viele bereits stark ausgetretene und damit sehr gut begehbare – in-

offizielle – Pfade (vgl. Protokoll, Fotos Nrn. 16-23), welche augenscheinlich 

aufzeigen,  dass das Tobel  bereits  sehr  rege  von  Spaziergängern  betreten 

wird (so insbesondere der Abschnitt vom Eingang ins Tobel circa auf Höhe 

der Liegenschaft H.f.-Strasse 62 bis zur geplanten Bachüberquerung R. und 

dann  anschliessend  auf  der  anderen  Seite  des  Gewässers  auch  hangauf-

wärts; vgl. Protokoll, Fotos Nrn. 16-23; vgl. auch act. 9, Abbildung 3 und 4). 

Mit der Feuerstelle beim Zufluss des S.-Baches in den B.-Bach konnten an-

lässlich  des  Augenscheins  sogar  auch  Hinweise  auf  dauernde  Freizeitau-

fenthalte von Spaziergängern festgestellt werden (vgl. Protokoll, Foto Nr. 18; 

derartige 

Installationen  sind 

im  Rahmen  des  Bauprojekts  untersagt 

[vgl. act. 3.3,  Dispositiv-Ziffer II.1  lit. c]).  Die  Fliessgewässer,  welchen  in 

puncto Vernetzungsfunktion eine entscheidende Bedeutung zukommt, wer-
den vom Bauprojekt, wie bereits ausgeführt, nicht direkt tangiert und lediglich 

an zwei Stellen mit zurückhaltenden Fussgängerstegen (einfache Holzstege 

mit  beschichtetem  Holzrost  und  einseitigen  Geländern)  überquert 

(vgl. act. 14.3,  S. 11;  act. 14.5,  S. 3).  Der  Weg  hat,  wenn  immer  möglich, 

ausserhalb des Uferstreifens zu verlaufen (vgl. act. 3.3, Dispositiv-Ziffer II.1 

lit. b  und  III.  lit. a).  Auch  wird  auf  eine  Beleuchtung  des  Wegs  verzichtet 

(vgl. act. 14.3, S. 14) und es soll ein Fahrverbot für Velos gelten (vgl. act. 3.3, 

Dispositiv-Ziffer III. lit. b). Damit die zu erwartenden Störungen auf ein Mini-

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mum reduziert werden können, wurde die Wegführung sodann mehrfach an-

gepasst (siehe nachstehend E. 6.5.2). Angesichts dieser Umstände ist da-

von auszugehen, dass die Vernetzungsfunktion im Rahmen der rekursgeg-

nerischen  Sachverhaltsabklärungen  genügend  berücksichtigt  wurde  und 

diese auch nach Erstellung des Wanderwegs weiterhin gewährleistet bleibt.  

3.2.5. 

Zusammengefasst  sind  die  für  die  Beurteilung  des  Wegprojekts  wesentli-

chen Sachverhaltsfeststellungen der Rekursgegnerschaft nicht zu beanstan-

den. Die Ausführungen der Rekurrentin vermögen keine für die Beurteilung 

des Wegprojekts massgebenden Lücken in den Sachverhaltsfeststellungen 

des Gutachtens bzw. der Rekursgegnerschaft aufzuzeigen. Zur biologischen 

Beurteilung  des  Wegprojekts  durfte  die  Rekursgegnerschaft  ohne  Rechts-

verletzung  auf  das  Gutachten  abstützen.  Eine  Notwendigkeit,  ein  zusätzli-

ches Fachgutachten einzuholen, wie dies die Rekurrentin beantragt, besteht 

nicht.  

4.1. 

Die  Rekurrentin  bemängelt  ferner,  der  geplante  Wanderweg  habe  keine 

Grundlage im regionalen Richtplan [...]. Ursprünglich sei der Weg im regio-

nalen Richtplan zwar eingetragen gewesen. Im Zuge der Überarbeitung des 

regionalen Richtplans sei der betreffende Eintrag aber gelöscht worden. Da-

mit fehle dem strittigen Weg die Grundlage auf der höheren Planungsstufe. 

Auch sei aufgrund dieses Umstands in Zweifel zu stellen, ob die kommuna-

len Verkehrsrichtpläne der Gemeinden Y und X überhaupt noch eine Weg-

verbindung  im  B.-Tobel  vorsehen  dürften.  Die  Rekurrentin  habe  allgemein 

keine Möglichkeit gehabt, sich gegen die kommunalen Richtpläne zu weh-

ren, zumal ihr keine Rechtsmittel gegen die kommunalen Verkehrsrichtpläne 
zur  Verfügung  gestanden  seien.  Auch  sei  die  Rekurrentin  nicht  individuell 

über  das  Auflageverfahren  orientiert  worden.  Die  kommunalen  Richtpläne 

seien daher akzessorisch zu prüfen. Eine gerichtliche Klärung, ob und inwie-

weit  an  einem  Wanderweg  im  B.-Tobel  ein  überwiegendes  Interesse  be-

stehe, habe bisher nicht stattgefunden. Auch wenn zwar nicht völlig ausge-

schlossen sei, dass die Gemeinden zusätzliche Wanderwegabschnitte in ih-

ren kommunalen Richtplänen aufnehmen könnten, könne es sich bei solchen 

Wegabschnitten von vornherein nur um isolierte Linienelemente von höchs-

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tens kommunaler Bedeutung handeln. Dass am strittigen Weg ein hohes öf-

fentliches Interesse bestehe, sei sodann nicht erkennbar. Das Interesse am 

Weg sei höchstens von kommunaler Bedeutung und auch die Entstehungs-

geschichte des Wegs zeige, dass die Bevölkerung nur mässig am Bau des 

Wegs interessiert sei. 

Der  geplante Wegverlauf  weiche  sodann  stark  von  den  kommunalen  Ver-

kehrsrichtplänen ab. Die geplante Streckenführung liege sowohl in quantita-

tiver als auch in qualitativer Hinsicht ausserhalb des Anordnungsspielraums 

der kommunalen Behörden, weil der Weg bis zu 38 m von den Einträgen im 

kommunalen Verkehrsplan Y abweiche und bei der Bachüberquerung beim 

Teilabschnitt H auch eine andere Geländekammer erschliesse als dies in der 

Verkehrsrichtplankarte von Y vorgesehen sei. Insbesondere auch mit Bezug 

auf  den  kommunalen  Verkehrsplan  X  seien  die  Richtplanabweichungen 

gross, zumal der Weg gemäss der Verkehrsrichtplankarte von X eigentlich 

permanent im Tobel verlaufen müsste. Insgesamt sei der Weg daher richt-

planwidrig.  

4.2. 

In  regionalen  Richtplänen  werden  gemeinhin  Wanderwege  von  regionaler 

Bedeutung eingetragen. In diesem Zusammenhang ist vorliegend zunächst 

zwar, wie bereits ausgeführt, unbestritten, dass der im Streit liegende Weg 

heute nicht mehr im regionalen Richtplan eingetragen ist (vgl. E. 3.2.1). Die 

Rekurrentin verkennt indes, dass mit der Löschung des Eintrags im regiona-

len Richtplan die Wegführung "lediglich" ihre regionale Bedeutung verloren 

hat. Dass es damit einer Gemeinde aber im Ergebnis verwehrt sein soll, ohne 

Grundlage im regionalen Richtplan ein Wegprojekt von kommunaler Bedeu-

tung festzusetzen, so sinngemäss die Rekurrentin, leuchtet nicht ein. Wie die 

kommunalen  Vorinstanzen  zutreffend  ausführen,  wurde  mit  der  Löschung 
des  Eintrags  im  regionalen  Richtplan  die  betreffende  Planungsaufgabe 

grundsätzlich an die Gemeinden "delegiert" und es änderte sich lediglich der 

Bedeutungsgrad  des  Wegs.  Die  Planungskompetenz  der  Gemeinde  blieb 

davon aber unberührt, zumal dem Weg nunmehr (lediglich, aber immerhin) 

eine  kommunale  Bedeutung  zugesprochen  werden  kann.  Nur  wenn  einer 

Wegführung  ein  Mehrwert  für  die  (überkommunalen)  Gesamtrouten  zu-

kommt, ist von seiner regionalen Bedeutung auszugehen, die einen Eintrag 

im regionalen Richtplan aufdrängt. Dies wurde vorliegend offenbar seitens 

des Kantons als nicht gegeben erachtet, ansonsten der betreffende Eintrag 

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im regionalen Richtplan im Jahre 2018 nicht gelöscht worden wäre. Damit 

übereinstimmend ist im erläuternden Bericht zur Gesamtrevision regionaler 

Richtplan [...] auch explizit festgehalten, dass Abschnitte ohne verbleibende 

kantonale Bedeutung in den kommunalen Verkehrsrichtplan aufgenommen 

werden können (vgl. den erläuternden Bericht zur Gesamtrevision regionaler 

Richtplan […]). Ein Eintrag im regionalen Richtplan ist daher vorliegend für 

die Festsetzung des umstrittenen kommunalen Fuss- und Wanderwegs nicht 

zwingend erforderlich, wie dies die Rekurrentin geltend macht.  

Aus  denselben  Gründen  erübrigt  sich  deshalb  auch  eine  akzessorische 

Überprüfung der kommunalen Richtpläne auf ihre Vereinbarkeit mit dem re-

gionalen Richtplan [...]. Mit dem Eintrag des strittigen Fusswegs in den bei-

den  kommunalen  Verkehrsrichtplänen  fällt  dessen  Planung,  Finanzierung 

und  Erstellung  den  beiden  Gemeinden  X  und  Y  zu.  Ein Widerspruch  zum 

übergeordneten regionalen Richtplan ist, wie ausgeführt, nicht zu erkennen.  

Schliesslich  überzeugen  auch  die  rekurrentischen  Vorbringen  zu  den  mo-

nierten Abweichungen der geplanten Wegführung von den Einträgen in den 

kommunalen  Verkehrsrichtplänen  nicht.  Richtplanfestlegungen  –  etwa  für 

Wege  –  sind  gemeinhin  nicht  parzellenscharf  und  geben,  wie  der  Begriff 

Richtplanung selbst schon sagt, lediglich eine gewisse Grobplanung vor; pla-

nungsbedingt ist für die spätere Detailplanung auf unterer Stufe ein gewisser 

Planungsspielraum zu belassen. Die kommunalen Verkehrsrichtpläne bzw. 

die  kommunalen  Verkehrsrichtplankarten  wurden  vorliegend  im  Mass-

stab 1:5'000 festgesetzt. Gestützt auf die Einträge in den kommunalen Richt-

plankarten  lässt  sich  die  genaue  Linienführung  eines  Wegprojekts  klarer-

weise nicht definitiv bestimmen, was sich schon daraus ergibt, dass sich eine 

metergenaue Wegführung aus den Plänen schlicht nicht einwandfrei heraus-

lesen lässt (die Differenz von wenigen Millimetern zwischen den beiden kom-
munalen Richtplanfestlegungen im Bereich des rekurrentischen Grundstücks 

im Massstab 1:5'000 spricht dabei für sich). Überdies hat die konkrete Stre-

ckenführung eines Wegprojekts nicht nur den Vorgaben der Richtplanung, 

sondern auch dem weiteren Normgefüge des Raumplanungs- und Baurechts 

zu genügen; wie vorliegend insbesondere den von Bundesrechts wegen gel-

tenden gewässerschutzrechtlichen und naturschutzrechtlichen (sowie nicht 

zuletzt auch den sicherheitstechnischen) Bestimmungen. Auch örtliche Be-

sonderheiten  und  Umstände  müssen  bei  der  Festsetzung  eines  Strassen-

projekts berücksichtigt werden können. Bei dieser Ausgangslage liesse sich 

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Seite 11 

 
 
ein  Wegprojekt  ohne  entsprechende  Ermessens-  bzw.  Anordnungsspiel-

räume unter Umständen gar nicht umsetzen. Insgesamt ist vorliegend davon 

auszugehen, dass die gewählte Streckenführung noch in den den kommu-

nalen Vorinstanzen zustehenden Ermessens- bzw. Anordnungsspielräumen 

bei der Umsetzung der Richtplanvorgaben liegt. Von vornherein unzutreffend 

sind die rekurrentischen Ausführungen betreffend die Abweichung der Stre-

ckenführung vom Richtplaneintrag X. Die mit dem strittigen Projekt geplante 

Überquerung des B.-Baches beim Teilstück H stimmt mit dem Richtplanein-

trag von X überein, zumal die Linienführung gemäss dem Richtplan unmit-

telbar nach der Einmündung des S.-Baches in den B.-Bach abrupt nach Os-

ten abzweigt und in der Folge nicht mehr auf dem Gemeindegebiet von X 

liegt. Mit Bezug auf den Richtplaneintrag von Y ist festzuhalten, dass sich die 

Linienführung des Wegs mit dem Verlauf des B.-Baches (und der Gemein-

degrenze)  deckt.  Aus  diesem  Eintrag  kann  keine  Aussage  hinsichtlich  der 

Überquerung des B.-Baches nach Osten gemacht werden, auch wenn auf 

der Höhe des H.-Wegs eine Richtungsänderung (nach Osten) feststellbar ist. 

Zudem ist entgegen der Auffassung der Rekurrentin im – hierfür einzig mas-

sgebenden – Richtplaneintrag von Y ein Anstieg auf das "Plateau" der S.-

Weid erkennbar. Ein Treppenaufgang als solcher hat im Richtplan hingegen 

nicht konkret festgesetzt zu sein. Damit kann – unter Berücksichtigung der 

Parzellenunschärfe von Richtplaneinträgen – nicht von einer "Abweichung" 

von  den  Richtplänen  der  Gemeinden  Y  und  X  in  Bezug  auf  den  strittigen 

Teilstück H ausgegangen werden.  

Insgesamt  vermag  die  rekurrentische  Kritik  im  Zusammenhang  mit  den 

Richtplaneinträgen nicht zu überzeugen.  

5.1. 
Die Rekurrentin beanstandet ferner Fehler in der angefochtenen kantonalen 

Verfügung.  

So fehle  insbesondere  eine  raumplanungsrechtliche  Ausnahmebewilligung 

gemäss Art. 24 des  Raumplanungsgesetzes  (RPG).  Die  Rekursgegnerin 3 

habe das Bauvorhaben unzulässigerweise einzig mit Blick auf die forstrecht-

lichen,  gewässerschutzrechtlichen  und  naturschutzrechtlichen  Spezialinte-

ressen geprüft. Eine umfassende raumplanerische Interessenabwägung sei 

R2.2021.00071 

Seite 12 

 
 
nicht vorgenommen worden. Zwar habe das Baurekursgericht in seinem Ent-

scheid  vom  13. August  2019  (BRGE II  Nr. 0124/2019)  festgehalten,  eine 

raumplanungsrechtliche Ausnahmebewilligung sei für ein kommunales Weg-

projekt  ausserhalb  der  Bauzone  nicht  erforderlich.  Diese  Ansicht  stehe  je-

doch im Widerspruch zur einschlägigen Literatur. Auch sei der betreffende 

Entscheid des Baurekursgerichts vom Verwaltungsgericht aufgehoben wor-

den. Nur mit Art. 24 PRG könne eine umfassende raumplanerische Interes-

senabwägung sichergestellt werden. Bei kommunalen Strassenprojekten sei 

das Projektsetzungsverfahren noch immer nicht vollständig auf die Anforde-

rungen des RPG abgestimmt. Der Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 

16. November 2001  (VB.2001.00178)  zeige  zwar,  dass  bei einem  kommu-

nalen Strassenprojekt eine kantonale Genehmigung eine fehlende Ausnah-

mebewilligung ersetzen könne. So sei im genannten Entscheid davon aus-

gegangen worden, dass die Prüfung des Vorhabens durch den Regierungs-

rat bzw. dessen Genehmigung die fehlende Ausnahmebewilligung habe er-

setzen  können.  Nachdem  das  Baurekursgericht  allerdings  nicht  als  kanto-

nale Behörde im Sinne von Art. 25 Abs. 2 RPG oder als kantonale Geneh-

migungsbehörde nach Art. 26 RPG in Betracht komme, sei die vorliegende 

kantonale Gesamtverfügung klar unrechtmässig.  

5.2. 

Ob für das vorliegende Bauvorhaben bzw. das kommunale Wegprojekt nebst 

dem  strassenrechtlichen  Projektierungsverfahren  zusätzlich  eine  raumpla-

nungsrechtliche Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24 RPG erforderlich ist, 

so die Rekurrentin, braucht vorliegend nicht beantwortet zu werden (sinnge-

mäss  bejahte  das  Verwaltungsgericht  diese  Frage  mit  Entscheid 

VB.2001.00178  vom  16. November  2001;  das  Baurekursgericht  verneinte 

die  Frage  im  Entscheid  BRGE II  Nr.  0124/2019  vom  13.  August  2019 

[vgl. E. 6.3];  im  hierzu  ergangenen  Entscheid  des  Verwaltungsgerichts 
[VB.2019.00633 vom 14. Mai 2020] hatte sich die Beschwerdeinstanz nicht 

mit dieser Frage zu befassen). Denn selbst wenn eine Ausnahmebewilligung 

erforderlich wäre, ist nicht entscheidend, ob in der kantonalen Gesamtverfü-

gung ein formeller Hinweis auf Art. 24 RPG erfolgt. Massgebend ist vielmehr, 

ob insgesamt eine umfassende raumplanungsrechtliche Prüfung stattgefun-

den hat, welche zusätzlich zur Beurteilung des Vorhabens nach den jeweili-

gen Spezialgesetzen (wie jenen des Gewässerschutzes, der Waldschutzge-

setzgebung etc.) erfolgt. Hiervon ist vorliegend auszugehen. Auch wenn in 

R2.2021.00071 

Seite 13 

 
 
der angefochtenen Gesamtverfügung (anders als noch im kantonalen Vor-

prüfungsbericht  vom  26. Juli  2018  [vgl.  act. 5.4])  ein  expliziter  Hinweis  auf 

Art. 24  RPG  fehlt,  wurde  eine  vergleichbare  Beurteilung  des  Projektes  als 

Ganzes vorgenommen und spätestens mit den kantonalen Vernehmlassun-

gen  im  vorliegenden Rekursverfahren  wurde  die  Begründung  in  der  ange-

fochtenen  Gesamtverfügung  zulässigerweise  ergänzt  bzw.  präzisiert  (vgl. 

Kaspar Plüss, in: Kommentar VRG, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, § 10 

Rz. 36).  So  liess  das  Amt  für  Raumentwicklung  (ARE)  vernehmlassungs-

weise  unter  Anderem  ausführen,  dass  es  die  Interessenabwägungen  des 

AWEL sowie des Amts für Landschaft und Natur (ALN) im Sinne einer Ge-

samtbeurteilung als mit Art. 24 RPG vereinbar erachte (vgl. act. 16, Rz. 8 ff. 

und act. 15 S. 2). Eine Rückweisung zur Prüfung der Anforderungen gemäss 

Art. 24 RPG würde vorliegend zu einem formalistischen Leerlauf und zu un-

nötigen Verzögerungen führen, nachdem klar ist, dass das ARE an seiner 

Beurteilung festhalten würde. 

6.1. 

Die Rekurrentin macht weiter geltend, der strittige Weg sei nicht auf einen 

Standort ausserhalb der Bauzone angewiesen, weswegen er nicht standort-

gebunden  im  Sinne  von  Art. 24  Abs. 1  lit. a  RPG  sei.  Auch  innerhalb  des 

Gewässerraums  seien  nur  standortgebundene  Anlagen  bewilligungsfähig. 

Die Rekursgegnerin 3 sei in ihrem Vorprüfungsbericht vom 27. Juli 2018 nur 

deshalb von der Standortgebundenheit des Wegprojekts ausgegangen, weil 

der Wanderweg  damals  noch  eine  Grundlage  im  regionalen  Richtplan  ge-

habt habe. Ein Richtplaneintrag sei für sich allein indes allgemein nicht ge-

nügend, um die Standortgebundenheit einer Anlage zu begründen. Im tech-

nischen Bericht werde sodann zwar auf ein Variantenstudium für mögliche 

Alternativstandorte hingewiesen. Welche Alternativrouten indes konkret ge-
prüft worden seien, gehe aus dem Bericht nicht schlüssig hervor. Eine alter-

native Wegführung stelle die Strecke von der H.-Strasse über die B.-Strasse 

zur S.-Weid und weiter zum Wanderweg […] dar, von welchem der Teilab-

schnitt H nur gerade 40-70 m entfernt liege. Eine zweite Alternativroute sei 

in der Wegverbindung via R.-Weg […] zu sehen. Auch hier verlaufe der R.-

Weg im untersten Abschnitt nur gerade in einem Abstand von 15 m zum ge-

planten Wanderweg. Beide alternativen Wegstrecken seien in den kommu-

nalen Verkehrsrichtplänen eingetragen. Der R.-Weg sei schwach befahren 

und führe direkt am Waldrand entlang, was ihn als Fuss- und Wanderweg 

R2.2021.00071 

Seite 14 

 
 
genauso attraktiv mache wie der geplante Wanderweg im Tobel. Auch die 

B.-Strasse sei oberhalb der H.-Strasse nur wenig befahren. Es bestehe ins-

gesamt kein Bedürfnis, parallel zu diesen zwei bereits vorhandenen Wander-

wegen in einem Abstand von nur wenigen Metern einen dritten Wanderweg 

zu errichten und dafür geschützte Lebensräume und den Gewässerraum in 

Anspruch  zu  nehmen.  Dass  beim  Teilabschnitt  H  bereits  ein  Trampelpfad 

existiere,  ändere  nichts  an  der  fehlenden  Standortgebundenheit  des  Pro-

jekts. Der betreffende Trampelpfad sei nie bewilligt bzw. im Rahmen eines 

Strassenprojekts festgelegt worden. Ohnehin sei dieser Weg kaum erkenn-

bar und nicht markiert. Im Zuge der Planung sei sodann eine dritte Wegal-

ternative via eine Hängebrücke, welche vom R.-Weg zur S.-Weid hätte füh-

ren sollen, ausgearbeitet worden. Diese Variante wäre mit einer klar gerin-

geren  Beeinträchtigung  der  wertvollen  Lebensräume  im  Tobel,  der  Schaf-

fung einer attraktiveren (behinderten- und kinderwagengerechten) Wegver-

bindung zur S.-Weid sowie einer geringeren Richtplanabweichung verbun-

den  gewesen.  Die  alternative Wegführung  mit  der  Hängebrücke  sei  einzig 

aus politischen bzw. finanziellen Gründen verworfen worden. Es gehe nicht 

an, dass eine attraktivere Wegführung einzig aus finanziellen Überlegungen 

nicht  in  die  weitere  Planung  miteinbezogen  werde.  Mit  der  Hängebrücke 

hätte der untere Abschnitt des B.-Tobels unberührt bleiben können und der 

aufwändige Zickzack-Treppenweg zur S.-Weid im Teilabschnitt H wäre nicht 

notwendig gewesen. Mit den drei aufgezeigten alternativen Wegführungen 

fehle  dem  strittigen Wegprojekt  insgesamt  die  notwendige  Standortgebun-

denheit.  

Der  geplante  Wanderweg  betreffe  sodann  ein  schützenswertes  Biotop  im 

Sinne  der  Natur-  und  Heimatschutzgesetzgebung,  in  welches  unnötiger-

weise eingegriffen werde. Das Gutachten der Q. GmbH habe im Bereich des 

Teilabschnitts H  geschützte  Pflanzenarten  und  Brutvögel  entdeckt,  wobei 
zahlreiche Tierarten, insbesondere Amphibien, Reptilien, Insekten aber auch 

Säugtiere (Dachs, Igel) im Gutachten zu Unrecht unberücksichtigt geblieben 

seien. Es sei sodann erstellt, dass der Wegabschnitt H durch den schützens-

werten  Lebensraum  des  Baumfalken  führe.  Das  Tobel  sei  im  Bereich  des 

Wegprojekts weitgehend unberührt. Mit der Realisierung des Wanderwegs 

und den damit verbundenen Störungen für die Tiere und Pflanzen im Tobel 

würden wertvolle Lebensräume irreversibel zerstört. Auch die Rekursgegne-

rin 3 erachte das Tobel als weitestgehend unerschlossen und sei im Vorprü-

fungsbericht  vom  26. Juli  2018  sowie  im  Hindernisbrief  vom  7. November 

R2.2021.00071 

Seite 15 

 
 
2019 zum Schluss gekommen, dass auf den Teilabschnitt H, wenn möglich, 

zu verzichten sei. Bei richtiger Betrachtung müsse auf den Teilabschnitt H 

auch dann verzichtet werden, wenn die Hängebrücke nicht realisiert werde. 

Wie erwähnt, sei das Bachtobel im Bereich des Teilabschnitts H bisher weit-

gehend unerschlossen und aufgrund seiner Unberührtheit besonders wert-

voll. Der Trampelpfad beim Wegabschnitt H sei kaum je frequentiert, da es 

sich um eine Sackgasse handle. Erst als das Wegprojekt ausgesteckt wor-

den sei, habe dies einige Fussgänger ins Tobel gelockt. Zuvor und auch jetzt 

werde das Tobel in diesem Abschnitt nicht betreten. Gerade in diesem Ab-

schnitt befände sich die geschützte Orchideenart Listera ovata, welche mit 

dem Bau des Wanderwegs irreversibel beeinträchtigt werde. Zwischen Z und 

Y stelle das Tobel, wie bereits mehrfach ausgeführt, das letzte unberührte 

Bachtobel dar,  weswegen  das  Interesse  am  Biotopschutz  höher  gewichtet 

werden müsse als das Interesse an der Verwirklichung des Wegs. Der ge-

plante  Wanderweg  würde  zudem  die  Vernetzungswirkung  erheblich  ver-

schlechtern, insbesondere wegen der Störung durch Fussgänger.  

Die Rekursgegnerschaft habe es allgemein unterlassen, die sich widerstrei-

tenden räumlichen Interessen zu ermitteln und gegeneinander abzuwägen. 

Dem öffentlichen Interesse am Wegprojekt könne allgemein nur ein geringes 

Gewicht zukommen, weil das Wegprojekt aus dem regionalen Richtplan ge-

strichen worden sei, die Wegführung massiv von den kommunalen Verkehrs-

plänen abweiche und drei Alternativrouten existierten, welche das B.-Tobel 

weitaus weniger stark beeinträchtigen würden. Demgegenüber sei das Inte-

resse an der Erhaltung der Lebensräume für gefährdete Pflanzen und Tiere 

im B.-Tobel höher zu gewichten, weil vorliegend ein ökomorphologisch na-

türlicher  Bachabschnitt  betroffen  sei,  das  B.-Tobel  aufgrund  seiner  Unbe-

rührtheit besonders wertvoll sei und es sich um das letzte unberührte Bachto-

bel zwischen Y und Z handle. Auch sei im Teilabschnitt H ein Eiben-Buchen-
wald und ein Ahorn-Eschenwald vorhanden, welche beide auf der Liste der 

schützenswerten  Lebensraumtypen  der  Natur-  und  Heimatschutzverord-

nung (NHV) aufgeführt seien (Anhang 1). Entgegen dem Dafürhalten der Re-

kursgegnerschaft  sei  im  Bereich  des  Wegabschnitts H  ein  Ahorn-Eschen-

wald  vorhanden,  was  das  von  der  Rekurrentin  aufgenommene  Foto  be-

zeuge.  Auch  weil  der  Wanderweg  in  die  Lebensräume  von  Tierarten  ein-

greife, die in den Roten Listen des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) aufge-

führt  seien,  dem  Tobel  eine  wichtige  Funktion  als  Vernetzungskorridor  zu-

komme und weil das Tobel mit dem Weg irreversibel zerstört werde, sei das 

R2.2021.00071 

Seite 16 

 
 
Interesse an der Erhaltung des Bachtobels höher zu gewichten als das Inte-

resse an der Verwirklichung des Wegs.  

In gewässerschutzrechtlicher Hinsicht müsse berücksichtigt werden, dass es 

sich  beim B.-Bach  um  einen unverbauten Bach  mit ausgeprägter Wasser-

spiegelbreitenvariabilität  und  gewässerechtem  Uferbewuchs  mit  guter  Be-

schattung handle, weshalb das Interesse an der ungeschmälerten Erhaltung 

des Gewässerraums klar höher gewichtet werden müsse als das Interesse 

an der Erstellung des Wanderwegs.  

Aus denselben Gründen komme schliesslich auch eine nachteilige Nutzung 

des Waldes im Sinne der Waldschutzgesetzgebung nicht in Frage. Im Übri-

gen fehle es auch an der notwendigen jagdschutzrechtlichen Beurteilung des 

Wegprojekts. 

6.2.1. 

Gemäss  Art. 24 RPG  kann  die  Errichtung  von  Bauten  und  Anlagen  aus-

serhalb der Bauzonen sowie deren Zweckänderung abweichend von Art. 22 

Abs. 2 lit. a RPG bewilligt werden, wenn der Zweck der Bauten und Anlagen 

einen Standort ausserhalb der Bauzonen erfordert (lit. a) und der Bewilligung 

keine überwiegenden Interessen entgegenstehen (lit. b). 

Eine  Baute  oder  Anlage  ist  dann  standortgebunden,  wenn  sie  aus  techni-

schen  oder  betrieblichen  Gründen  oder  aber  aus  Gründen  der  Bodenbe-

schaffenheit auf einen bestimmten Standort ausserhalb der Bauzonen ange-

wiesen ist. Ausreichend ist eine relative Standortgebundenheit. Es ist dem-

nach  nicht  (im  Sinne  einer  absoluten  Standortgebundenheit)  erforderlich, 

dass  überhaupt  kein  anderer  Standort  in  Betracht  fällt.  Es  müssen  jedoch 

besonders wichtige und objektive Gründe vorliegen, die den vorgesehenen 
Standort gegenüber andern Standorten innerhalb einer Bauzone als wesent-

lich vorteilhafter erscheinen lassen. An das Erfordernis der Stand-ortgebun-

denheit sind stets sehr strenge Anforderungen zu stellen, weil andernfalls die 

vom Raumplanungsgesetz bezweckte Trennung zwischen Bau- und Nicht-

baugebiet nicht mehr gewährleistet ist. 

R2.2021.00071 

Seite 17 

 
 
6.2.2. 

Im Gewässerraum dürfen nur standortgebundene, im öffentlichen Interesse 

liegende  Anlagen  wie  Fuss-  und  Wanderwege,  Flusskraftwerke  oder  Brü-

cken erstellt werden (Art. 41c Abs. 1 Satz 1 der Gewässerschutzverordnung 

[GSchV]). Gemäss dem erläuternden Bericht des BAFU zur GSchV gelten 

Anlagen  dann  als  standortgebunden,  wenn  sie  "aufgrund  ihres  Bestim-

mungszwecks  oder  aufgrund  der  standörtlichen  Verhältnisse  nicht  aus-

serhalb des Gewässerraums angelegt werden können" (BAFU, Erläuternder 

Bericht vom 20. April 2011, Parlamentarische Initiative Schutz und Nutzung 

der Gewässer – Änderung der Gewässerschutz-, Wasserbau-, Energie- und 

Fischereiverordnung, S. 14). Der Begriff der Standortgebundenheit ist dem 

Raumplanungsrecht  (Art. 24 RPG)  entnommen;  die  dort  entwickelten 

Grundsätze lassen sich auch auf die Beurteilung der Standortgebundenheit 

im Gewässerraum übertragen (vgl. VB.2012.00644 vom 27. März 2013, E. 

3.2.1). 

6.2.3. 

Bauvorhaben, die den Waldboden dauernd oder vorübergehend zweckent-

fremden,  bedürfen  einer  Rodungsbewilligung  (Art. 4  des  Waldgesetzes 

[WaG]). Rodungen sind gemäss Art. 5 Abs. 1 WaG grundsätzlich verboten. 

Eine  Ausnahmebewilligung  kann  unter  den  Voraussetzungen  von  Art. 5 

Abs. 2 WaG  erteilt  werden.  Auch für  den Wald  nachteilige  Nutzungen,  die 

keine Rodung darstellen, sind grundsätzlich unzulässig, dürfen aber von den 

Kantonen aus wichtigen Gründen unter Auflagen und Bedingungen bewilligt 

werden (Art. 16 WaG). Als solche Nutzungen gelten punktuelle oder unbe-

deutende Beanspruchungen von Waldboden für nichtforstliche Kleinbauten 

und  -anlagen  wie  bescheidene  Rastplätze,  Feuerstellen,  Sport-  und  Lehr-

pfade, erdverlegte Leitungen und Kleinantennenanlagen, die das Bestandes-

gefüge des Waldes nicht beeinträchtigten. Die nichtforstlichen Kleinbauten 
und Kleinanlagen benötigen somit zwar keine Rodungsbewilligung, weil sie 

den Wald nicht geradezu zweckentfremden. Da sie für diesen jedoch nach-

teilig sind, bedürfen sie einer Ausnahmebewilligung des Kantons (vgl. Art. 16 

Abs. 2 WaG) und, weil sie als nachteilige Nutzungen dem Zweck des Waldes 

jedenfalls nicht ganz entsprechen, einer Baubewilligung bzw. einer raumpla-

nungsrechtlichen Ausnahmebewilligung (vgl. BGE 139 II 134, E. 6.2). Nach 

Art. 5 Abs. 2 lit. a WaG muss ein Werk, für das eine waldrechtliche Ausnah-

mebewilligung beansprucht wird, auf den vorgesehenen Standort angewie-

R2.2021.00071 

Seite 18 

 
 
sen sein. Die Standortgebundenheit ist nicht in einem absoluten Sinne auf-

zufassen, besteht doch fast immer eine gewisse Wahlmöglichkeit. Entschei-

dend ist, ob die Gründe der Standortwahl die Interessen der Walderhaltung 

überwiegen. Die Bejahung der relativen Standortgebundenheit setzt indes-

sen ebenfalls voraus, dass eine umfassende Abklärung von Alternativstand-

orten stattgefunden hat (BGE 120 Ib 400, E. 4c; BGE 119 Ib 397, E. 6a). 

6.3. 

Mit  dem  (zumindest  die  grobe  Streckenführung  betreffenden)  Eintrag  des 

strittigen Wegs in den beiden kommunalen Verkehrsrichtplänen liegt grund-

sätzlich  ein  wichtiges  Argument  für  dessen  Standortgebundenheit  vor 

(vgl. VB.2013.00748 vom 21. August 2014, E. 5.3), auch wenn, wie die Re-

kurrentin grundsätzlich zu Recht ausführt, die Richtplaneinträge für sich al-

lein  selbstredend  noch  keine  Standortgebundenheit  zu  begründen  vermö-

gen.  

Die kommunalen Vorinstanzen erhoffen sich mit dem strittigen Projekt einen 

attraktiven Wanderweg  durch  das  B.-Tobel  entlang  der  Gemeindegrenzen 

zu schaffen, der von der naherholungssuchenden Bevölkerung beider Ge-

meinden  genutzt  werden  und  an  das  regionale  Wanderwegnetz  beim  R.-

Bach und bei der S.-Strasse anschliessen soll. Im Zentrum des Projekts steht 

die Erholungsnutzung für die Bevölkerung in der Natur. Dass dieser Zweck 

grundsätzlich  nicht  im  Siedlungsgebiet  erreicht  werden  kann,  liegt  auf  der 

Hand  und  bestätigte  sich  anlässlich  des  Lokaltermins  (bzw.  der  in  diesem 

Zusammenhang erfolgten Begehung möglicher Alternativrouten ausserhalb 

des Tobels) eindrücklich (vgl. Protokoll, Fotos Nrn. 1-15 und 24-30). Entlang 

des R.-Wegs und des B.-Rains und damit entlang des Siedlungsgebiets wird 

der angestrebte Erholungszweck klarerweise nicht erreicht, nachdem diese 

von der Rekurrentin vorgeschlagenen Alternativrouten auf einem nicht uner-
heblichen Teil der Strecken einerseits nicht "direkt entlang des Waldrandes" 

führen und andererseits auch auf jenen Teilbereichen, die effektiv in Wald-

nähe sind, offensichtlich nicht das gleiche Erholungserlebnis bieten können 

wie  die  geplante  Streckenführung  im  Tobel.  Der  auf  den  Alternativrouten 

deutlich  wahrzunehmende  motorisierte  Verkehr,  die  weiteren  siedlungsbe-

dingten  Immissionen  (insbesondere  Lärm)  und  nicht  zuletzt  auch  der  Um-

stand, dass auf den geteerten Routen im Sommer die Sonneneinstrahlung 

(im Unterschied zur Wegführung im kühlen Wald) ungeschützt niederbrennt, 

verunmöglichen  grösstenteils  das  mit  dem  Wegprojekt  angestrebte  Natur- 

R2.2021.00071 

Seite 19 

 
 
und Erholungserlebnis. Der blosse (und streckenweise auch nur teilweise) 

Sichtkontakt vom R.-Weg, B.-Rain und der B.-Strasse ins Tobel vermögen 

dies nicht aufzuwiegen. Die Erlebbarkeit des Tobels fehlt auf diesen Wegen 

bzw.  Strassen  offensichtlich.  Um das Tobel als  Erholungsraum effektiv  er-

fahrbar zu machen, ist der geplante Weg auf eine Streckenführung im Tobel 

und  damit  grundsätzlich  auf  eine  gewässernahe Wegführung  angewiesen, 

was nicht zuletzt auch aus der beispielhaften Aufzählung standortgebunde-

ner Anlagen in Art. 41c Abs. 1 GSchV erhellt.  

Diese grundsätzliche Standortgebundenheit vermag allerdings noch nicht zu 

begründen, an welchen spezifischen Stellen der Weg im Tobel verlaufen soll 

bzw. weshalb der Weg auf die im Tobel konkret projektierten Standorte beim 

Teilabschnitt H, von welchem die Rekurrentin (nebst einem Teilbereich der 

Abschnitte B und C, welche sie indes nicht substantiiert bemängelt), einzig 

direkt betroffen ist, angewiesen ist.  

Im ersten Abschnitt des Teilbereichs H bis zur Bachüberquerung ist der be-

waldete Bereich des Tobels vergleichsweise schmal. Erst nach der vorgese-

henen  Bachüberquerung  weist  das  Tobel  einen  grösser  ausfallenden  Flä-

chenbereich auf. Um das gewässernahe Naturerlebnis im ersten Abschnitt 

des Teilbereichs H für die Bevölkerung erfahrbar machen zu können, ist es 

angesichts dieser Verhältnisse unabdingbar, dass die Wegroute im Gewäs-

serraum (beidseitiger Uferstreifen von 8 m plus die Breite der Gerinnsohle; 

vgl. Abs. 2 lit. a der Übergangsbestimmungen der GSchV zur Änderung vom 

4. Mai 2011; vgl. act. 19.60.1) verläuft. Eine weiter nördlich ausfallende Weg-

führung wäre in diesem Bereich zu nahe am Siedlungsgebiet gelegen. Wie 

bereits ausgeführt, orientiert sich die konkrete Linienführung im Teilabschnitt 

H sodann unter anderem auch an den dort bereits bestehenden Trampelpfa-

den auf dem Abschnitt bis zur Bachüberquerung und auf dem anschliessen-
den Zickzack-Treppenweg nach der Bachüberquerung. Unberührte Bereiche 

des Tobels, wie der nördliche Tobelbereich nach dem Zufluss des S.-Baches 

in den B.-Bach, bleiben so weiterhin unberührt und bereits bestehende Ge-

ländeebnungen können aufgrund der existierenden Pfade schonend genutzt 

werden. Die Auffassung der Rekurrentin, dass die Trampelpfade "kaum er-

kennbar" seien, erscheint in diesem Zusammenhang unbegreiflich, sind die 

Pfade doch, wie anlässlich des Augenscheins festgestellt und bereits mehr-

fach ausgeführt, stark ausgetreten und weisen überaus deutliche Spurenver-

läufe auf. Der Zickzack-Treppenweg bzw. der Aufstieg zur S.-Weid orientiert 

R2.2021.00071 

Seite 20 

 
 
sich  schliesslich  auch  an  den  topographischen  Verhältnissen  der  dortigen 

Hangkante und liegt zu einem nicht unerheblichen Teil ausserhalb des Ufer-

streifens.  Aufgrund  der  ausgeprägten  Hangsituation  nach  dem  geplanten 

Bachübergang  wären  Wegalternativen  dort  nicht  mit  vernünftigen  Mitteln 

durchführbar,  nachdem  in  jenem  Bereich,  wie  anlässlich  des  Lokaltermins 

festgestellt, steile und rutschgefährdete Bachböschungen existieren und da-

mit Wegalternativen nur mit massiven baulichen Eingriffen in die Hangsitua-

tion  umsetzbar  wären.  Die  von  der  Rekurrentin  vorgeschlagene  Linienfüh-

rung auf der anderen Seite des B.-Baches (vgl. act. 19.43) wurde im Zuge 

der Planung schliesslich zu Recht verworfen, nachdem derart effektiv (und 

anders als bei der nun geplanten Route) in unberührte Teile des Tobels ein-

gegriffen würde.  

Die im Zuge der Planung verworfene Idee der Hängebrücke, welche die Ver-

bindung von der H.f.-Strasse zur S.-Weid über den R.-Weg hätte herstellen 

sollen,  vermag  sodann  das  angestrebte  Naturerlebnis  und  die  Weganbin-

dung zur S.-Weid – gleich wie der Teilabschnitt H – sicherlich ebenfalls bes-

ser zu vermitteln als die Wegführungen auf dem R.-Weg, B.-Rain und der B.-

Strasse.  Auch  die  Hängebrücke  hätte das Tobel  zu  einem  gewissen  Grad 

erlebbar  gemacht  und  eine  Erholungsfunktion  geboten.  Nicht  zuletzt  hatte 

die  Rekursgegnerin 3  in  der  vorgeschrittenen  Planung  den  Teilabschnitt H 

und die Hängebrücke zu Recht auch als Alternativen zueinander betrachtet 

(vgl. act. 14.12). Es stimmt zwar, dass die Rekursgegnerin 3 zunächst davon 

ausging, dass auf das Teilstück H zu verzichten sei (vgl. act. 19.29, S. 7). Im 

Zuge der weiteren Projektplanung kam die Rekursgegnerin 3 dann aber zum 

Schluss, dass die Verwirklichung von insgesamt drei Brücken (d.h. der Hän-

gebrücke  sowie  der  beiden  Fussgängerstege  bei  den  Bachübergängen  R. 

und  S.-Weid)  als  unverhältnismässig  erachtet  werden  müsse,  weswegen 

entweder die Hängebrücke oder aber der Teilabschnitt H (nicht aber beide 
Wegführungen) zu verwirklichen seien (vgl. act. 19.49). Dies leuchtet ange-

sichts des mit beiden Wegführungen verbunden Eingriffs in die Lebensräume 

im Tobel ohne Weiteres ein, nachdem sowohl der Teilabschnitt H als auch 

die Hängebrücke beide dasselbe Ziel – die S.-Weid zu erschliessen – verfol-

gen. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang grundsätzlich nicht, ob die 

Wegführung zur S.-Weid via die Hängebrücke aus finanziellen Gründen ver-

worfen wurde, so die Rekurrentin, sondern vielmehr (nachdem die Rekurs-

gegnerin 3 ausdrücklich zwei Wegalternativen in Aussicht stellte), ob mit der 

R2.2021.00071 

Seite 21 

 
 
Hängebrücke und dem Teilabschnitt H dasselbe Wegziel mit gleich intensi-

ven Eingriffen in die Lebensräume des Tobels erreicht wird.  

Hiervon ist auszugehen. Zwar trifft es ohne Weiteres zu, dass der Uferbe-

reich des Tobels mit einer Hängebrücke weniger stark tangiert würde. Aller-

dings stellt eine Hängebrücke ein massives Bauwerk dar, das insbesondere 

in den Baumkronen, welche für die Artenvielfalt eines Waldes eine entschei-

dende  Rolle  spielen,  zu  Veränderungen  der  dortigen  Lebensräume  führt. 

Nachdem sich die geplante Wegführung an den stark ausgetretenen Tram-

pelpfaden  orientiert  und  bisher  unberührte  Teile  des  Tobels  nach  wie  vor 

grösstenteils unberührt lässt, die Fliessgewässer mit dem geplanten Bach-

übergang R. nicht tangiert werden und auch sonst die Wegausführung zu-

rückhaltend  ausgestaltet  ist, fallen  die  Eingriffe mit  dem  Teilabschnitt H im 

Vergleich  zur  Projektalternative  der  Hängebrücke  (trotz  der  Wegführung 

durchs Tobel) nicht stärker ins Gewicht. Zu Recht stellte die Rekursgegne-

rin 3 im Zuge der Planung daher diese Projektvarianten als Alternativen in 

Aussicht.  Die  Wegführung  via  die  Hängebrücke  kommt  damit  gegenüber 

dem Teilabschnitt H nicht als milderer Eingriff ins Tobel bzw. als Alternativ-

route in Betracht.  

Damit ist das Bauvorhaben aufgrund der kommunalen Richtplaneinträge im 

Verein mit dem angestrebten Erholungszweck auf einen Standort ausserhalb 

der Bauzonen und auf die konkret geplante Linienführung im Tobel bzw. im 

hier strittigen Teilabschnitt H sowohl aus raumplanungsrechtlicher Sicht als 

auch  aus  gewässerschutzrechtlicher  Sicht  angewiesen.  Auch  die  erteilte 

forstrechtliche Bewilligung für die nachteilige Nutzung des Waldes in diesem 

Bereich  ist  nicht  zu  beanstanden.  Der  Waldboden  wird  mit  den  geplanten 

Pfaden nur punktuell beansprucht und orientiert sich auf einem nicht uner-

heblichen  Teil  der  Strecke  an  bereits  bestehenden  Pfaden  bzw.  Gelände-
ebnungen. Die geplanten Fundamente fallen grundsätzlich eher bescheiden 

aus (vgl. act. 14.3, S. 9 ff.). Wie die Rekursgegnerin 3 zu Recht ausführt, wird 

das Bestandesgefüge des Waldes mit der vorgesehenen Anlage im Teilab-

schnitt H nicht beeinträchtigt.  

6.4. 

Der  Weg  erweist  sich  sodann  auch  mangels  überwiegender  entgegenste-

hender Interessen im Sinne von Art. 24 lit. b RPG als bewilligungsfähig. Eine 

Gewichtung und Gegenüberstellung der involvierten Interessen zeigt, dass 

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Seite 22 

 
 
das Wegprojekt zu Recht bewilligt wurde. Auch unter Berücksichtigung der 

konkreten Auswirkungen auf die natürlichen Lebensräume im Tobel bzw. der 

Bestimmungen  zum  Schutz  der  einheimischen  Tier-  und  Pflanzenwelt 

(Art. 18 ff.  des  Natur-  und  Heimatschutzgesetzes  [Art. 18 ff.  NHG])  ist  das 

Wegprojekt nicht zu bemängeln.  

6.4.1. 

Eine  Ausnahmebewilligung  darf  gemäss  Art. 24  lit. b RPG  nur  dann  erteilt 

werden, wenn einem Vorhaben keine überwiegenden Interessen entgegen-

stehen. Im Rahmen der Erteilung einer Ausnahmebewilligung müssen alle 

sich widerstreitenden räumlichen Interessen ermittelt, gegeneinander abge-

wogen und mit sachgerechten Erwägungen gewichtet werden. Ob diese Prü-

fung bereits unter dem Aspekt der Standortgebundenheit vorgenommen wird 

oder erst im Zusammenhang mit der Prüfung entgegenstehender Interessen, 

ist dabei im Ergebnis grundsätzlich nicht entscheidend. Soweit das positive 

Verfassungs- und Gesetzesrecht indes einzelne Aspekte der allgemeinen In-

teressenabwägung (Art. 24 Abs. 1 lit. b RPG) konkret regelt (wie hier u.a. die 

Natur- und Heimatschutzgesetzgebung; siehe sogleich), ist vorweg zu klä-

ren, ob das Vorhaben mit diesen Vorschriften zu vereinbaren ist. Erst wenn 

dies zutrifft, ist die Abwägung aller zu berücksichtigenden Interessen koordi-

niert durchzuführen (vgl. VB.2005.00226 vom 8. Dezember 2012, E. 5). 

6.4.2. 

Dem Aussterben einheimischer Tier- und Pflanzenarten ist durch die Erhal-

tung genügend grosser Lebensräume (Biotope) und andere geeignete Mas-
snahmen entgegenzuwirken (Art. 18 Abs. 1 NHG). Gemäss Art. 18 Abs. 1bis 
NHG sind Uferbereiche, Riedgebiete und Moore, seltene Waldgesellschaf-

ten,  Hecken,  Feldgehölze,  Trockenrasen  und  weitere  Standorte,  die  eine 

ausgleichende Funktion im Naturhaushalt erfüllen oder besonders günstige 
Voraussetzungen  für  Lebensgemeinschaften  aufweisen,  besonders  zu 

schützen.  Lässt  sich  eine  Beeinträchtigung  schutzwürdiger  Lebensräume 

durch technische Eingriffe unter Abwägung aller Interessen nicht vermeiden, 

so hat der Verursacher für besondere Massnahmen zu deren bestmöglichem 

Schutz, für Wiederherstellung oder ansonsten für angemessenen Ersatz zu 
sorgen (Art. 18 Abs. 1ter NHG). Der Schutz und der Unterhalt der Biotope von 
Kantonen 
Bedeutung 
regionaler 

obliegt 

lokaler 

den 

und 

(Art. 18b Abs. 1 NHG).  Der  Biotopschutz  soll  insbesondere  zusammen  mit 

R2.2021.00071 

Seite 23 

 
 
dem ökologischen Ausgleich (Art. 15 NHV) und den Artenschutzbestimmun-

gen (Art. 20 NHV) den Fortbestand der wildlebenden einheimischen Pflan-

zen-  und  Tierwelt  sichern.  Biotope  werden  aufgrund  der  durch  Kennarten 

charakterisierten  Lebensraumtypen,  der  nach  Art. 20 NHV  geschützten 

Pflanzen-  und Tierarten,  der  nach der  Fischereigesetzgebung  gefährdeten 

Fische  und  Krebse, der  gefährdeten und  seltenen  Pflanzen  und Tierarten, 

die in den vom BAFU erlassenen oder anerkannten Roten Listen aufgeführt 

sind sowie aufgrund weiterer Kriterien wie Mobilitätsansprüche der Arten o-

der  Vernetzung 

ihrer  Vorkommen  als  schützenswert  bezeichnet 

(Art. 14 Abs. 3 NHV).  Ein  technischer  Eingriff,  der  schützenswerte  Biotope 

beeinträchtigen kann, darf nur bewilligt werden, sofern er standortgebunden 

ist und einem überwiegenden Bedürfnis entspricht. Für die Bewertung des 

Biotops in der Interessenabwägung sind neben seiner Schutzwürdigkeit (ge-

mäss Art. 14 Abs. 3 NHV) seine Bedeutung für die geschützten, gefährdeten 

und seltenen Pflanzen- und Tierarten, seine ausgleichende Funktion für den 

Naturhaushalt, seine Bedeutung für die Vernetzung schützenswerter Biotope 

und seine biologische Eigenart oder sein typischer Charakter massgebend 

(Art. 14 Abs. 6 lit. a-d NHV). Wer einen Eingriff vornimmt oder verursacht, ist 

zu bestmöglichen Schutz-, Wiederherstellungs- oder sonstigen angemesse-

nen Ersatzmassnahmen zu verpflichten (Art. 14 Abs. 7 NHV). 

6.5.1. 

Zunächst  trifft  es entgegen  den  Vorbringen der  Rekurrentin nicht zu,  dass 

der streitgegenständliche Weg zwei gemäss der NHV zu schützende Wald-

typen  (vgl.  die  Liste  der  schützenswerten  Lebensraumtypen  in  Anhang 1 

NHV)  direkt  tangiert.  Der  zu  schützende  Ahorn-Eschenwald  mit  Bärlauch 

wäre  lediglich  von  der  ursprünglich  geplanten  Hängebrücke  im  Teilab-

schnitt A überspannt worden (vgl. Gutachten, Anhang 1). Von den geschütz-

ten Waldtypen ist nur der Eiben-Buchenwald durch das vorliegende Projekt 
betroffen (vgl. Gutachten S. 5). Wie die kommunalen Vorinstanzen zu Recht 

ausführen, erfolgt die Festlegung eines Waldstandorts nicht alleine aufgrund 

der Baumarten, sondern weitgehend aufgrund der krautigen Pflanzen in der 

Krautschicht sowie aufgrund der Ansprache des Bodentyps. Kartiert wird der 

potentiell natürliche Waldstandort, d.h. die natürlichen Waldgesellschaften, 

die ohne menschliche Eingriffe zu erwarten wären. Dabei kann die Bepflan-

zung mit ökonomisch wertvollen Baumarten oftmals vom ursprünglichen Zu-

stand abweichen. Aus diesem Grund ist das zu den Akten gereichte Foto der 

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Seite 24 

 
 
Rekurrentin  (vgl. act. 22.3),  mit  welcher  sie  die  Bestockung  des  Wegab-

schnitts H mit Ahorn und Eschen belegen will, nicht aussagekräftig. Der Ei-

ben-Buchenwald wird sodann durch den bereits dargelegten, geringen bau-

lichen Eingriff ins Tobel keine ins Gewicht fallende Beeinträchtigung erfahren 

(vgl. Gutachten S. 5).  

Sodann wurde im Zuge der gutachterlichen Untersuchung des Tobels einzig 

der Baumfalke entdeckt, welcher auf der aktuellen "Rote[n] Liste Brutvögel" 

als potentiell gefährdet eingestuft wird (vgl. Art. 14 Abs. 3 NHV bzw. die vom 

BAFU  erlassene  Rote  Liste  Brutvögel,  gefährdete  Arten  Schweiz,  Stand 

2010). Im Gutachten wird davon ausgegangen, dass es sich beim beobach-

teten  Exemplar  wahrscheinlich  um  ein  brütendes  Paar  handle  (Gutachten 

S. 6 f.) Auch wenn selbstredend klar ist, dass menschliche Eingriffe negative 

Folgen für das Verhalten von Vögel haben können (vgl. Gutachten S. 10), so 

ist vorliegend zu berücksichtigen, dass es sich beim beobachteten Fundort 

des Paares bei der Parzelle Kat.-Nr. 2 (mit den dort vorhandenen Wohnbau-

ten gleich nördlich und südlich der Parzelle), um einen Standort handelt, der 

bereits menschliche Eingriffe erfahren hat und nicht unerhebliche Störungs-

sequenzen aufweist (vgl. Gutachten, Anhang 2). Wiederum ist sodann auch 

hier  darauf  hinzuweisen,  dass  Teile  des  Tobels  (wie  der  bereits  erwähnte 

Abschnitt beim Teilstück H ab der Bachüberquerung nördlich zum B.-Bach) 

auch mit dem Wegprojekt unberührt bleiben und den Vögeln damit nach wie 

vor ungestörte Rückzugsorte zur Verfügung stehen. Die zweite von der Re-

kurrentin angesprochene Rote-Liste Art, die Waldohreule, wurde schliesslich 

ausserhalb des fachkundig definierten Untersuchungsperimeters beobachtet 

(vgl. Gutachten  S. 8).  Dass  der  Untersuchungsperimeter  für  die  Beobach-

tung von Brutvögeln auf einen 50 m beidseitig des geplanten Wegs verlau-

fenden  Streifen  festgelegt  wurde  (vgl. Gutachten  S. 2),  ist  aus  ornithologi-

scher Sicht nicht zu beanstanden. Der Einschätzung des Gutachtens, dass 
mit einem Beleuchtungsverzicht dem Lebensraumschutz der Eule genügend 

Rechnung  getragen  werden  kann  (vgl. Gutachten  S. 10),  ist  zuzustimmen. 

Im Verein mit der bereits angesprochenen Weganpassung können die Ein-

griffe im Tobel auf ein verhältnismässiges Mass reduziert werden, weshalb 

der  Fortbestand  der  beobachteten  Waldohreule  genügend  gesichert  er-

scheint.  

Was schliesslich die weiteren Tierartengruppen betrifft, welche die Rekurren-

tin thematisiert (Reptilien, Amphibien, Insekten), ist davon auszugehen, dass 

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Seite 25 

 
 
diesbezüglich zu Recht seitens des Gutachtens auf weitergehende Untersu-

chungen verzichtet wurde. Bei den Amphibien ist zu berücksichtigen, dass 

an  sämtlichen  Fliessgewässern  (abgesehen  von  den  beiden  in  konstrukti-

onstechnischer Hinsicht bescheiden ausfallenden Bachüberquerungen; vgl. 

act. 14.3, S. 11) grundsätzlich keine baulichen Veränderungen geplant sind. 

Auch  bei  den  Stillgewässern  sind,  wie  die  kommunalen  Vorinstanzen  zu 

Recht ausführen, keine baulichen Veränderungen geplant. Sodann ist kein 

Stillgewässer  betroffen,  das  nicht  schon  heute  anthropogen  beeinflusst  ist 

(S.-Weiher).  Nachdem,  wie  bereits  eingangs  ausgeführt  (vgl.  E. 3.2.3),  die 

Ökomorphologie höchstens marginal vom Projekt tangiert ist, ist auch davon 

auszugehen, dass die aquatischen Tiergruppen ebenfalls höchstens margi-

nal vom Wegprojekt betroffen sein werden. Die gewählte Wegführung beein-

flusst den Uferstreifen bei den beiden Stegüberquerungen baulich nur mini-

mal. Gleichermassen kann auch hinsichtlich der Reptilien davon ausgegan-

gen  werden, dass  die –  vorstehend  genannten – baulichen  Eingriffe  keine 

ins Gewicht fallende Auswirkungen auf die Lebensräume dieser Tiergruppen 

haben werden. Überdies haben die kommunalen Vorinstanzen eine Leinen-

pflicht für  Hunde  in Aussicht  gestellt  (vgl. § 11  Abs. 1  lit. d  des  kantonalen 

Hundegesetzes). Katzen mit ihren wegunabhängigen Jagdverhalten dürften 

überdies, wie die kommunalen Vorinstanzen zu Recht ausführen, für Repti-

lien  und  Amphibien  das  weitaus  grössere  Problem  darstellen.  Angesichts 

dieser Umstände und nachdem auf das Fällen von Bäumen verzichtet wird 

bzw. Fällungen höchstens dann in Betracht kommen, wenn aus baumdiag-

nostischer Sicht eine Baumfällung ohnehin, d.h. losgelöst vom Wegprojekt, 

erforderlich ist (vgl. Protokoll S. 11), erscheinen weitere Abklärungen zu an-

deren höhlenbewohnenden Tierarten nicht notwendig. Nach dem vorstehen-

den  Gesagten  hat  das  Wegprojekt  erwartungsgemäss  schliesslich  auf  die 

Insektenpopulation kaum einen Einfluss.  

Die geplante Wegführung führt nicht zuletzt auch dazu, dass ein Fundort des 

jungen Waldkauzes (welcher auf der vom BAFU erlassenen Roten Liste Brut-

vögel als nicht gefährdet markiert ist) von der Beeinflussung durch den ge-

planten  Weg  ausgenommen  werden  kann  (vgl.  Gutachten  Anhang 2; 

act. 19.60.1). Auch hinsichtlich der bei der Wegführung vorhandenen Orch-

ideen (Cephalanthera longifolia und Listera ovata, welche als nicht gefährdet 

eingestuft werden), ist davon auszugehen, dass diese mit der Offizialisierung 

der  Wegführung  besser  geschont  werden  können.  Im  Übrigen  ist,  wie  die 

kommunalen  Vorinstanzen  zu  Recht  vorbringen,  hierzu  anzumerken,  dass 

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Seite 26 

 
 
sich die Orchideen trotz des Umstandes, dass der schon bestehende Tram-

pelpfad beim Teilabschnitt H direkt an ihnen vorbeiführt und sie damit bereits 

bisher  menschlichen  Einflüssen  ausgesetzt  waren,  bemerkenswerterweise 

ansiedeln konnten. Durch kleinräumige Anpassungen der Wegführung kön-

nen die Orchideenstandorte ohne Weiteres erhalten werden.  

Damit erweist sich die rekurrentische Kritik zu den Auswirkungen des Weg-

projekts auf die einheimischen Tier- und Pflanzenwelt als unbegründet, was 

auch für die angeblich zu Unrecht fehlende Beurteilung nach Art. 7 des Jagd-

gesetzes (JSG) gilt. Nach Massgabe der vorstehenden Erwägungen ist vor-

liegend nicht von einer ins Gewicht fallenden Störung von Wildtieren auszu-

gehen. 

6.5.2. 

Schliesslich kann, wie die kommunalen Vorinstanzen zutreffend ausführen, 

das öffentliche Interesse an der Verwirklichung des Wegs grundsätzlich als 

gross qualifiziert werden, nachdem, wie ausgeführt, der Weg in den kommu-

nalen  Verkehrsrichtplänen  eingetragen  ist.  Richtplaneinträge  liefern  zwar 

keine  konkrete  Berechtigung  für  das  weitere  Vorgehen  im  nachgelagerten 

Verfahren zur Bewilligung oder Festsetzung eines Vorhabens. Ihnen kommt 

aber grundsätzlich eine zentrale Bedeutung als Abstimmungsinstrument für 

Vorhaben  mit  bedeutsamen  Auswirkungen  auf  Raum  und  Umwelt  zu 

(vgl. BGr 1C_356/2019 vom 4. November 2020, E. 7). Vorliegend ist der mit 

dem  strittigen  Projekt  verfolgte  Erholungszweck  ausgewiesen.  Allein  des-

halb, dass es sich vorliegend um ein kommunales und kein regionales Weg-

projekt handelt, kann nicht, wie die Rekurrentin suggeriert, geschlossen wer-

den, dass die Rekursgegnerschaft bloss ein minderwertiges Interesse an der 

Verwirklichung des Wegs habe. Auch kommunale Interessen können selbst-

redend  gewichtig  sein.  Ebenso  ist  die  rekurrentische  Argumentation,  dass 
dem  öffentlichen  Interesse  aufgrund  der  massiven  Abweichung  von  den 

kommunalen Richtplänen und der vorhandenen Alternativrouten keine hohe 

Gewichtung zukommen könne, nicht überzeugend. Wie vorstehend darge-

legt, sind keine rechtserheblichen Abweichungen der Wegführung von den 

Linienführungen  in  den  kommunalen  Richtplänen  erkennbar  (vgl.  E. 4.2). 

Auch kommen die von der Rekurrentin vorgeschlagenen (alternativen) Weg-

führungen  nicht  als  taugliche  Alternativrouten  in  Betracht  (E. 6.3).  Den 

grundsätzlich hohen Interessen an der Verwirklichung des Wegs stehen im 

Wesentlichen naturschutzrechtliche und raumplanungsrechtliche Interessen 

R2.2021.00071 

Seite 27 

 
 
(sowie die privaten Interessen der Rekurrentin) gegenüber, welche beim vor-

liegenden Projekt die Interessen an der Verwirklichung des Wegs indes nicht 

zu überwiegen vermögen.  

Wie bereits ausgeführt, sind die aus dem Fussweg resultierenden baulichen 

Eingriffe  in  die  Landschaft  überwiegend  zurückhaltend.  Auch  ist  nochmals 

hervorzuheben, dass beim Wegabschnitt H (von  welchem die Rekurrentin, 

wie ausgeführt, überwiegend direkt betroffen ist) bereits auf einem Grossteil 

der geplanten Strecke stark ausgetretene Trampelpfade sowie weitere Land-

schaftseingriffe existieren, welche eindrücklich auf eine bereits bestehende 

Störungsfrequenz schliessen lassen (siehe vorstehend E. 3.2.4). Die rekur-

rentische Behauptung, wonach das Tobel "bisher weitestgehend unberührt 

sei" und vor der Projektauflage und auch heute im Teilabschnitt H nicht be-

treten werde, trifft – zumindest für einen überwiegenden Teil der Strecken-

führung (siehe sogleich) – klarerweise nicht zu. Es mag zwar stimmen, dass 

der Trampelpfad auf Höhe der geplanten Bachüberquerung nicht weiter ins 

Tobel führt und damit dieser anschliessende Tobelbereich unberührt ist. Auf 

der  anderen  Seite  der  Bachüberquerung  sind  mit  der  dortigen  Feuerstelle 

und den hangaufwärtsverlaufenen Pfaden indes bereits offensichtlich weit-

greifende Eingriffe im Tobel vorhanden. Die im Talboden vorgesehene Bach-

überquerung ist, wie bereits dargelegt, mit keinen nennenswerten Verände-

rungen am Bachbett verbunden (vgl. act. 14.5, S. 9; act. 14.6). Gemäss den 

Vorgaben des AWEL muss auf massive Verbauungen der Bachböschungen 

verzichtet werden (siehe bereits vorstehend, E. 3.2.3). Die Detailplanung der 

Linienführung wurde aufgrund der Rückmeldungen der Rekursgegnerin 3 im 

Zuge  der  Planung  sowie  aufgrund  der  Empfehlungen  des  Gutachtens  so-

dann mehrfach angepasst (vgl. u.a. act. 19.58). Während ursprünglich eine 

Wegführung auf der ganzen Länge des Tobels nah entlang der Bachufer ge-

plant war (vgl. act. 19.11), wurde in der anschliessenden Planung auf eine 
solche Linienführung direkt entlang der Fliessgewässer verzichtet. Durch die 

definitiv gewählte Wegführung zwischen den beiden geplanten Stegen über 

den B.-Bach auf dem Plateau am nördlichen Rand des Geländes der Stiftung 

S.  ist  der  Schutz  des  Bachtobels  im  dortigen  Abschnitt  vor  Störungen  ge-

wahrt.  Sämtliche  ursprünglich  zur  Diskussion  gestandenen  Wegvarianten, 

die in Teilen tatsächlich entlang des B.-Baches oder des S.-Baches geführt 

hätten,  wurden  verworfen  (vgl.  Gutachten  Anhang 2  und  act. 19.60.1).  Im 

Zuge der weiteren Planung wurde schliesslich auch, wie bereits ausgeführt, 

auf die Idee der Hängebrücke, welche die Verbindung von der H.f.-Strasse 

R2.2021.00071 

Seite 28 

 
 
zur S.-Weid über den R.-Weg hätte herstellen sollen, verworfen. Sinnvollere 

Streckenalternativen  innerhalb  des  Teilabschnitts  H  sind,  wie  ausgeführt, 

nicht erkennbar.  

Insgesamt vermögen die Interessen an der Verwirklichung des Wegs damit 

die entgegenstehenden Interessen zu überwiegen. Die Rekursgegnerschaft 

durfte zu Recht davon ausgehen, dass dem Wegprojekt keine überwiegen-

den Interessen entgegenstehen. Mit dem Wegprojekt wird das Tobel entge-

gen dem Dafürhalten der Rekurrentin klarerweise nicht irreversibel geschä-

digt und die Eingriffe erweisen sich als verhältnismässig.  

7. 

Zusammenfassend ist der Rekurs abzuweisen. 

8.1. 

Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten der Rekurrentin aufzuerlegen 

(§ 13 VRG).  

Nach § 338 Abs. 1 PBG bzw. § 2 der Gebührenverordnung des Verwaltungs-

gerichts (GebV VGr) legt das Baurekursgericht die Gerichtsgebühr nach sei-

nem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem bestimm-

baren  Streitwert  oder dem  tatsächlichen  Streitinteresse fest.  Liegt  wie  hier 

ein Verfahren ohne bestimmbaren Streitwert vor, beträgt die Gerichtsgebühr 

in  der  Regel  Fr.  500.--  bis  Fr.  50'000.--  (§  338  Abs.  2  PBG;  § 3  Abs. 2 

GebV VGr). In besonders aufwendigen Verfahren kann die Gerichtsgebühr 

bis auf das Doppelte erhöht werden (§ 4 Abs. 1 GebV VGr). Bei der Bemes-

sung  der  Gebührenhöhe  steht  der  Rekursinstanz  ein  grosser  Ermessens-
spielraum zu (Plüss, § 13 Rz. 25 ff.).  

Im Lichte des vorliegend gegebenen tatsächlichen Streitinteresses (1,2 km 

langes Wegprojekt, das zwei Gemeindegebiete betrifft), des getätigten Ver-

fahrensaufwandes (zwei Schriftenwechsel und Durchführung eines Augen-

scheins) und des Umfangs des vorliegenden Urteils ist die Gerichtsgebühr 

auf Fr. 7'000.-- festzusetzen (BGr 1C_566/2015 vom 18. Februar 2016, E. 2; 

BGr 1C_244/2013 vom 4. Juli 2013, E. 4; BRGE II Nrn. 0162 und 0163/2012 

vom  23. Oktober 2012,  E. 16,  in  BEZ 2014  Nr. 36;  Entscheid  bestätigt  mit 

R2.2021.00071 

Seite 29 

 
 
VB.2012.00774 vom 22. August 2013, dieser bestätigt mit BGr 1C_810/2013 

vom 14. Juli 2014; www.baurekursgericht-zh.ch). 

8.2. 

Die kommunalen Vorinstanzen beantragen die Zusprechung einer Umtriebs-

entschädigung.  Vorliegend  handelt  es  sich  zwar  nicht  um  einen  einfachen 

Fall. Dessen ungeachtet hatte die Behörde im Rechtsmittelverfahren keinen 

besonderen,  über  die  Bearbeitung  im  Bewilligungsverfahren  erheblich  hin-

ausgehenden  Zusatzaufwand  zu  treiben.  Die  Voraussetzungen  von  § 17 

Abs. 2 lit. a VRG sind daher nicht erfüllt, so dass von der Zusprechung einer 

Umtriebsentschädigung an den Rekursgegner 1 und 2 abzusehen ist.  

Angesichts  des  Verfahrensausgangs  ist  der  Rekurrentin  von  vornherein 

keine Umtriebsentschädigung zuzuerkennen.  

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