# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d5f27f29-1b60-5bdd-bbaa-9eeb4009c6bc
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-06-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.06.2008 E-3654/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3654-2008_2008-06-10.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-3654/2008/
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  J u n i  2 0 0 8

Einzelrichterin Therese Kojic, 
mit Zustimmung von Richterin Marianne Teuscher; 
Gerichtsschreiberin Muriel Beck Kadima.

A._______, geboren (...)0,
Irak,
(Adresse)
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 27. Mai 2008 / N _______

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-3654/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  der  Beschwerdeführer  –  ein  aus  B._______/Provinz  Dohuk 
(Nordirak) stammender ethnischer Kurde – eigenen Angaben zufolge 
am 29. September 2006 sein Heimatland über die Türkei verliess und 
per LKW am 3. November 2006 in die Schweiz einreiste, 

dass er am 7. November 2006 in der Schweiz um Asyl ersuchte, nach-
dem er von (...) wegen illegalen Aufenthalts aufgegriffen worden war,

dass er am 22. November 2006 im Empfangs- und Verfahrenszentrum 
C._______ summarisch zu seiner Person und seinen Asylgründen be-
fragt wurde,

dass er dabei angab, am (...) geboren zu sein, wobei er eine Faxkopie 
seiner Identitätskarte einreichte,

dass das BFM angesichts der angegebenen Minderjährigkeit des Be-
schwerdeführers eine Knochenaltersanalyse veranlasste, 

dass diese Analyse, welche (von D._______) am 14. November 2006 
durchgeführt worden war, ein Knochenalter von 19 Jahren ergab, 

dass  dem  Beschwerdeführer  am  22.  November  2006  in 
zwei  Nachbefragungen  zu  seinem  allgemeinen  Befinden  und  zu 
seinem Alter das rechtliche Gehör dazu gewährt wurde, 

dass er dabei an seinem Alter festhielt, welches er mit der Einreichung 
des Originals seiner Identitätskarte beweisen wolle,

dass  er  dabei  ebenfalls  angab,  er  nenne  sein  Alter  gemäss  seiner 
Identitätskarte; ob er tatsächlich jünger oder älter sei, wisse er hinge-
gen nicht,

dass das BFM am Ende dieser Nachbefragungen den Beschwerdefüh-
rer darauf hinwies, dass es die Minderjährigkeit nicht als glaubhaft er-
achte,  weshalb  es  den  Beschwerdeführer  im weiteren  Asylverfahren 
als volljährig betrachte und deshalb keine Vertrauensperson aufbieten 
werde,

dass der Beschwerdeführer dazu erwiderte, so wie es das Bundesamt 
für richtig erachte, sei für ihn in Ordnung,

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dass der damalige Rechtsvertreter des Beschwerdeführers dem BFM 
am 28. November 2006 mitteilte, der Beschwerdeführer könne das Ori-
ginal seiner Identitätskarte nicht nachreichen, da sie sich bei dessen 
Vater befinde, welcher sich weigere, sie ihm zu schicken,

dass am 27. März 2007 eine eingehende kantonale Anhörung des Be-
schwerdeführers  ohne  Anwesenheit  einer  behördlich  angeordneten 
Vertrauensperson  stattfand,  an  welcher  der  Beschwerdeführer  seine 
Identitätskarte im Original zu den Akten reichte,

dass das BFM mit Beschluss vom 17. Januar 2008 das Asylverfahren 
abschrieb,  nachdem  (...)  am  7.  Januar  2008  mitgeteilt  hatte,  der 
Beschwerdeführer  gelte  seit  dem  30.  September  2007  als 
unbekannten Aufenthaltes,

dass sich der Beschwerdeführer gemäss seinen eigenen Angaben bis 
etwa Oktober 2007 in der Schweiz aufgehalten habe, worauf er sich 
nach England begeben habe, um dort ein Asylgesuch einzureichen,

dass er hingegen den Abschluss des Verfahrens in England nicht ab-
gewartet habe, sondern im März 2008 dieses Land wieder verlassen 
habe, um in die Schweiz zurückzukehren,

dass er am 29. März 2008 wieder in die Schweiz eingereist sei und am 
31. März 2008 im Empfangs-  und Verfahrenszentrum C._______ ein 
weiters Mal um Asyl nachsuchte, wo er am 21. April 2008 summarisch 
befragt wurde,

dass  das  BFM  mit  Zwischenverfügung  vom  21.  April  2008  das  ur-
sprüngliche Asylverfahren des Beschwerdeführers wieder aufnahm, 

dass der Beschwerdeführer am 20. Mai 2008 vom BFM direkt angehört 
wurde,

dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Befragungen  zu  seinen 
Fluchtgründen im Wesentlichen  angab, er habe während zwei Jahren 
eine Liebesbeziehung mit einem Mädchen gepflegt, das wie er minder-
jährig gewesen sei, wobei sie keinen sexuellen Kontakt gehabt hätten, 

dass  dessen  Vater  ihn  eines  nachts  gesehen  habe,  als  er  sich  bei 
seiner Freundin aufgehalten habe, worauf er seine Tochter aus Grün-
den der Ehre getötet habe, 

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dass der Vater seiner Freundin nun nach dem Leben des Beschwer-
deführers  trachte,  wobei  dieser  auch  befürchte  von seinem eigenen 
Vater wegen dieser Angelegenheit umgebracht zu werden, 

dass für den weiteren Inhalt der Befragungen auf die Vorakten verwie-
sen wird,

dass das BFM mit Verfügung vom 27. Mai 2008 – eröffnet am 28. Mai 
2008 –  in  Anwendung  von  Art. 35a  Abs.  2  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und 
die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz sowie deren 
Vollzug anordnete,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die Vorbrin-
gen des Beschwerdeführers seien offensichtlich unglaubhaft, da sie in 
vielen Punkten widersprüchlich ausgefallen seien,

dass auf die Begründung im Einzelnen, soweit entscheidwesentlich, in 
den Erwägungen eingegangen wird,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 4. Juni 2008 (Poststem-
pel)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerde erhob und dabei beantragte, die angefochtene Verfügung sei 
aufzuheben und die Sache sei zur Prüfung des Asylgesuchs an das 
BFM zurückzuweisen,

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht die Gewährung der unentgelt-
lichen Rechtspflege und den Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-
vorschusses beantragte,

dass  auf  den Inhalt  der  Beschwerde,  soweit  entscheidwesentlich,  in 
den Erwägungen eingegangen wird,

dass die vorinstanzlichen Akten am 6. Juni 2008 beim Bundesverwal-
tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-34  des  Verwaltungsgerichts-
gesetzes  vom 17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst.  d  Ziff.  1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

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dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Be-
schwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. 
Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35a  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. die 
weiterhin  gültigen Entscheidungen und  Mitteilungen  der  vormals  zu-
ständigen Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 
34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell  geprüft  hat,  weshalb  dem Bundesverwaltungsgericht  diesbezüg-
lich volle Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

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dass gemäss Art. 35a AsylG das Asylverfahren wieder aufgenommen 
wird, wenn eine Person, deren Asylgesuch abgeschrieben wurde, er-
neut ein Asylgesuch stellt (Abs. 1), und auf dieses Gesuch nicht einge-
treten  wird,  sofern  keine  Hinweise  bestehen,  die  geeignet  sind,  die 
Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  oder  die  für  die  Gewährung 
vorübergehenden Schutzes relevant sind (Abs. 2),

dass bei der Prüfung von Hinweisen auf für die Flüchtlingseigenschaft 
relevante Ereignisse, die gemäss Art. 35a Abs. 2 AsylG zum Eintreten 
auf  das  Gesuch  führen,  eine  summarische  materielle  Prüfung  der 
Glaubhaftigkeit der Vorbringen der asylsuchenden Person statthaft ist, 
wobei in Anlehnung an Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG die Anforderungen 
an das Beweismass tief anzusetzen sind (vgl. Botschaft des Bundes-
rats  zur  Änderung  des  Asylgesetzes  vom  4.  September  2002  [BBl 
2002 6845], S. 6883 und 6886; EMARK 2005 Nr. 2 E. 4.3. S. 16 f.),

dass sich dabei die Relevanz der geltend gemachten Verfolgung nicht 
nach einem weiten Verfolgungsbegriff richtet, sondern nach jenem von 
Art. 3 AsylG, weshalb auf ein Asylgesuch mithin nicht eingetreten wird, 
wenn eines der Elemente des Flüchtlingsbegriffs gemäss Art. 3 AsylG 
offensichtlich nicht erfüllt ist (vgl. EMARK 2005 Nr. 2 E. 4.5. S. 18),

dass indessen – entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers – 
Art. 32  Abs. 2 Bst. a  und Abs. 3 AsylG auf  den vorliegenden Nicht-
eintretenstatbestand nicht anwendbar ist, 

dass der Beschwerdeführer in seiner Rechtmitteleingabe vom 4. Juni 
2008  namentlich  rügt,  das  BFM  habe  ihm  trotz  seiner  damaligen 
Minderjährigkeit keine Vertrauensperson beigeordnet,

dass  der  Beschwerdeführer  wiederholt  angegeben  hat,  er  sei  am 
1. April  1990  geboren,  wobei  er  anlässlich  seiner  ersten  Befragung 
vom 22. November 2006 zum Beleg seiner Identität die Faxkopie sei-
ner irakischen Identitätskarte und anlässlich der kantonalen Anhörung 
vom 27. März 2007 das Original dieser ID-Karte zu den Akten reichte,  

dass  er  damit  zum  Zeitpunkt  der  (von  D._______)  vorgenommenen 
Knochenaltersanalyse vom 14. November  2006 sechzehn Jahre und 
siebeneinhalb Monate alt gewesen wäre,

dass die Knochenaltersanalyse indessen ergeben hat, der Beschwer-
deführer sei mindestens 19 Jahre alt (vgl. Akte A8),

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dass im Weiteren dem Bericht des D._______ zu entnehmen ist, dass 
die  von  ihnen  benutzte  Methode  nach  Greulich  und  Pyle  altersab-
hängige  Variationen  aufzeige,  welche  bei  einem  angegebenen  Alter 
von 16 Jahren zu einer doppelten Standardabweichung von plus/minus 
30 Monaten führen könne,

dass die vorliegend durchgeführte Knochenaltersanalyse den von der 
Praxis  festgesetzten  Anforderungen  entspricht  (vgl.  EMARK  2005 
Nr. 16 S. 141 ff.; 2004 Nr. 31 S. 218 ff.),

dass  somit  das  vom  Beschwerdeführer  angegebene  Alter  innerhalb 
der in der Rechtsprechung festgelegten Minimalabweichung von zwei-
einhalb bis drei Jahren liegt (vgl. EMARK 2001 Nr. 23 E. 4 S. 186, in 
Bestätigung des Grundsatzentscheids EMARK 2000 Nr. 19 E. 7 S. 184 
ff.), 

dass  demzufolge  von  der  Minderjährigkeit  des  Beschwerdeführers 
auszugehen gewesen wäre, weshalb ihm als zwar urteilsfähigen, aber 
unbegleiteten und nichtvertretenen Minderjährigen vor der  Durchfüh-
rung  der  ersten  Anhörung  zu  den  Asylgründen  –  der  kantonalen 
Befragung  vom  27.  März  2007  –  eine  rechtskundige  Person  hätte 
zugeordnet  werden  sollen (vgl.  EMARK  1998  Nr.  13  [Grund-
satzentscheid] E. 4b.ee und ff. S. 92 ff.), wobei diese nicht unbedingt 
an  der  Anhörung  selbst  hätte  anwesend  sein  müssen  (vgl.  EMARK 
1999 Nr. 2 E. 5 S. 11 f.),

dass die Missachtung dieses Grundsatzes die Kassation des vorins-
tanzlichen  Entscheids  wegen  Verletzung  des  Anspruchs  auf  rechtli-
ches Gehör zu Folge gehabt hätte (vgl. EMARK 2004 Nr. 30 E. 6.4.5. 
S. 214),

dass vorliegend indessen von der  Heilung dieses Mangels auszuge-
hen ist,  da der relevante Sachverhalt  als rechtsgenüglich festgestellt 
gelten kann (vgl. EMARK 1999 Nr. 18 E. 5d.aa S. 120), nachdem das 
BFM im Sinne von Art. 36 Abs. 1 Bst. c AsylG am 20. Mai 2008 – also 
als der Beschwerdeführer bereits volljährig war – eine weitere Anhö-
rung durchführte, obschon im bisherigen Verfahren bereits eine Anhö-
rung stattgefunden hatte (vgl. A28) und weder der Beschwerdeführer 
neue Vorbringen geltend gemacht  hatte (vgl. B1) noch Hinweise be-
standen  hatten,  die  geeignet  gewesen  wären,  die  Flüchtlingseigen-
schaft zu begründen (vgl. Art. 36 Abs. 1 Bst. c AsylG), 

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dass  dem  Beschwerdeführer  somit  kein  Rechtsnachteil  daraus  ent-
standen ist, dass er vor der kantonalen Befragung vom 27. März 2007 
keine Vertrauensperson zugeordnet erhielt, 

dass das Bundesamt vorliegend zu Recht zum Schluss gekommen ist, 
es lägen keine Hinweise vor, die geeignet wären, die Flüchtlingseigen-
schaft  zu  begründen  oder  die  für  die  Gewährung  vorübergehenden 
Schutzes relevant wären,

dass nämlich im Rahmen einer summarischen Prüfung die Vorbringen 
des Beschwerdeführers – auch ohne Berücksichtigung des Protokolls 
der Anhörung vom 27. März 2007 (vgl. A28) – als offensichtlich haltlos 
zu bezeichnen sind, 

dass der Beschwerdeführer sich insbesondere hinsichtlich des Vorfalls, 
als der Vater seiner Freundin am besagten Abend vom 25. September 
2006 gegen 22 Uhr 30 zu Hause bei der Freundin aufgetaucht sei, wi-
dersprüchlich geäussert hat, 

dass er nämlich am 22. November 2006 anlässlich der Erstbefragung 
vorbrachte,  er  sei  am 25. September  2006 ab 21 Uhr  40 bei  seiner 
Freundin  gewesen,  während  deren  Familienangehörige  abwesend 
gewesen  seien,  als  sie  ihn  um 22 Uhr  30  gebeten  habe  zu gehen, 
worauf er das Haus verlassen habe, wobei er beim Weggehen gehört 
habe,  wie  der  Vater  die  Freundin  gefragt  habe,  „was  machte  er 
hier?“ (vgl. A1, S. 5), 

dass er demgegenüber an der Direktanhörung vom 20. Mai 2008 zu-
nächst schilderte, gegen 22 Uhr 30 eine Stimme vernommen zu ha-
ben,  die  gefragt  habe,  was  der  Beschwerdeführer  dort  zu  suchen 
habe,  worauf  die  Freundin  des  Beschwerdeführers  diesen zu gehen 
gebeten habe (vgl. B23, S. 5), beziehungsweise dass die Freundin ihn 
gebeten  habe  zu  gehen,  weil  die  Stimme  ihres  Vaters  zu  hören 
gewesen sei (vgl. B23, S. 7),

dass er sodann angab, er habe sich bereits ausserhalb des Hauses 
befunden,  als die Freundin von deren Vater gefragt  worden sei,  was 
dieser Junge hier zu suchen gehabt habe (vgl. B23, S. 8), 

dass ferner der Beschwerdeführer die zeitliche Abfolge der darauf fol-
genden Vorfälle unterschiedlich darstellte, 

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dass  er  an  der  Erstbefragung  vorbrachte,  am  darauffolgenden  Tag, 
also am 26. September 2006, erfahren zu haben, dass seine Freundin 
getötet worden sei, und am 29. September 2006 von seiner Schwester 
gewarnt worden zu sein, nicht nach Hause zu kommen, da ihn sein Va-
ter umbringen wolle, worauf er sich zu seinem Onkel begeben habe, 
welcher ihn in die Schweiz geschickt habe (vgl. A1, S. 5), 

dass er die Abfolge dieser Ereignisse an der Anhörung vom 20. Mai 
2008 anders darstellte, nämlich dass seine Schwester ihn bereits am 
darauf folgenden Tag – also am 26. September 2006 – telefonisch von 
den Todesabsichten seines Vaters berichtet  habe,  worauf  er  bei  sei-
nem Onkel Zuflucht gesucht habe, welcher ihn am folgenden Tag – am 
27. September 2006 – darüber informiert habe, dass der Vater seiner 
Freundin diese umgebracht habe (vgl. B23, S. 5 f., 9),

dass  im Übrigen  das fehlende  Interesse  des Beschwerdeführers  für 
die  Umstände  der  Ermordung  seiner  Freundin  beziehungsweise  für 
deren Schicksal allgemein nicht nachvollziehbar ist, zumal er immerhin 
zwei Jahre lang eine enge Beziehung mit ihr gepflegt und für sie aus 
Verliebtheit  die  ihm  damals  bekannten  Risiken  auf  sich  genommen 
haben will (vgl. B34, S. 8; A1, S. 5),

dass ferner nicht plausibel erscheint, wie ein Freund des Cousins des 
Beschwerdeführers  dessen  Identitätsausweis  vom  Vater  des  Be-
schwerdeführers hätte beschaffen können (vgl. A28,  S. 3),  wenn der 
Vater diese angeblich zuvor selbst dem Onkel des Beschwerdeführers 
nicht habe aushändigen wollen (vgl. A21), 

dass unter diesen Umständen auch nicht als glaubhaft erscheint, dass 
der Vater nach dem Leben des Beschwerdeführers trachtet, 

dass  für  weitere  Ungereimtheiten  auf  die  Verfügung  des  BFM  vom 
27. Mai 2008 zu verweisen ist, 

dass  es  dem  Beschwerdeführer  zusammenfassend  angesichts  der 
zahlreichen,  erheblichen Widersprüche und der  Realitätsferne  seiner 
Schilderungen nicht  gelungen ist,  seine Vorbringen als  glaubhaft  er-
scheinen zu lassen, so dass sie als offensichtlich haltlos zu erachten 
sind, 

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dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 35a Abs. 2  AsylG zu 
Recht  auf  das  Asylgesuch  des Beschwerdeführers  nicht  eingetreten 
ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer im Heimat- oder Herkunfts-
staat droht,

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dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage in der Region des Heimatstaates, wo 
der Beschwerdeführer herkommt (vgl. das unter  BVGE 2008 Nr. 5 zur 
Publikation  vorgesehene  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
E-4243/2007  vom 14. März 2008 E. 7.5.8),  noch individuelle Gründe 
auf  eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen 
lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass es dem Beschwerdeführer deshalb zumutbar ist, in den Nordirak 
– wo er überdies über ein familiäres und soziales Netz verfügt (vgl. A1, 
S. 3; B1, S. 4; B23, S. 4) – zurück zu kehren und sich dort wieder eine 
Existenz aufzubauen,  

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), 

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass die Beschwerde aufgrund der obigen Erwägungen als aussichts-
los zu bezeichnen ist, weshalb das Gesuch um unentgeltliche Rechts-
pflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

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(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sin-
ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer durch Vermittlung des Empfangs- und Ver-
fahrenszentrums  C._______  (Einschreiben; Beilagen:  Einzah-
lungsschein; BFM-Verfügung vom 27. Mai 2008 im Original)

- das BFM, Empfangs- und Verfahrenszentrum C._______ (per Tele-
fax zu den Akten Ref.-Nr. N _______, mit  der Bitte  um Eröffnung 
des  Urteils  an  den  Beschwerdeführer  und  um  Zustellung  der 
beiliegenden  Empfangsbestätigung  an  das  Bundesver-
waltungsgericht)

- (kantonales Amt)

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Therese Kojic Muriel Beck Kadima

Versand: 

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