# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6c323678-ae17-5b14-9167-1ef5e5213267
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-10-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 11.10.2016 S 2015 104
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2015-104_2016-10-11.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 15 104

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser
Richter Stecher, Audétat 

Aktuarin Baumann-Maissen

URTEIL

vom 11. Oktober 2016

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. HSG Andrea Cantieni,

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

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1. Die im Ausland aufgewachsene A._____ lebt seit 1980 in der Schweiz. 

1979 heiratete sie B._____. Aus dieser Ehe gingen fünf Kinder hervor, 

wobei die erstgeborene Tochter kurz nach der Geburt starb und der Sohn 

nur viereinhalb Jahre alt wurde. In der Schweiz arbeitete A._____ von 

1980 bis 1982 vollzeitlich bei der C._____ AG als Näherin. Danach war 

sie nur mehr teilzeitlich erwerbstätig. Im 2004 zog sie sich vollständig aus 

dem Arbeitsmarkt zurück.

2. Mit Verfügung vom 9. Juli 1999 sprach die IV-Stelle des Kantons 

Graubünden (nachfolgend IV-Stelle) A._____ die Kosten für zwei Hör-

geräte im Gesamtbetrag von Fr. 4'958.-- und eine pauschale Vergütung 

für die erforderlichen Batterien zu. Mit Verfügung vom 6. Februar 2006 

übernahm die IV-Stelle abermals die Kosten für eine beidseitige Hör-

geräteversorgung. Am 21. Februar 2011 meldete sich A._____ erstmals 

bei der IV-Stelle zum Bezug einer IV-Rente sowie von Massnahmen zur 

beruflichen Integration an. Die IV-Stelle führte in Anwesenheit von 

A._____ und ihres Ehemannes eine Haushaltsabklärung durch. Am 27. 

Januar 2012 lehnte sie es in der Folge ab, die Kosten für eine Umschu-

lung von A._____ zu übernehmen und ordnete eine bidisziplinäre Ab-

klärung von A._____ durch den Regionalärztlichen Dienst Ostschweiz 

(RAD) an. Auf der Grundlage dieser Sachverhaltsabklärungen und der 

Haushaltabklärung vom 25. November 2011 verneinte die IV-Stelle an-

schliessend nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens mit Verfü-

gung vom 3. August 2015 bei einem Invaliditätsgrad von 6.4 % den An-

spruch von A._____ auf eine IV-Rente. 

3. Dagegen gelangte A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 

4. September 2015 mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kan-

tons Graubünden. Darin beantragte sie, die Verfügung vom 3. August 

2015 sei aufzuheben. Das Gericht habe ein psychiatrisches Gutachten in 

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Auftrag zu geben, worin die Krankheit, an welcher die Beschwerdeführe-

rin leide, im Sinne des bundesgerichtlichen Urteils 9C_492/2014 vom 

3. Juni 2015 bezüglich der Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit neu ab-

zuklären sei. Das Gericht habe danach über den Anspruch der Be-

schwerdeführerin auf eine IV-Rente zu entscheiden. Der Beschwerdefüh-

rerin sei mindestens eine befristete ganze IV-Rente für die Zeit ab dem 

1. August 2011 bis zum 30. November 2014 zu gewähren. Eventualiter 

sei die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen, um ein neues psychiatri-

sches Gutachten in Auftrag zu geben und die Diagnose im Sinne des 

bundesgerichtlichen Urteils 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015 bezüglich der 

Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit beurteilen zu lassen. Zur Begrün-

dung brachte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, sie hätte im 

für die Rentenzusprache massgeblichen Zeitpunkt als Gesunde eine voll-

zeitliche Erwerbstätigkeit ausgeübt. Der streitige Invaliditätsgrad sei daher 

aufgrund der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs zu ermit-

teln. Dabei sei zu berücksichtigen, dass sie unter einer histrionischen 

Persönlichkeitsstörung und einer Depression leide. Die letztgenannte 

Krankheit klammere der RAD-Arzt bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

der Beschwerdeführerin mit der Begründung aus, hierbei handle es sich 

um ein durch eine angemessene Therapie überwindbares Leiden. Diese 

Auffassung sei seit dem Urteil des Bundesgerichts 9C_492/2014 vom 

3. Juni 2015 nicht mehr haltbar. Vorliegend müsse die Behandlungsresis-

tenz als Indikator für die Arbeitsunfähigkeit angesehen werden und ent-

sprechend Berücksichtigung finden. Das Bundesgericht fordere eine er-

gebnisoffene Beurteilung der leistungshindernden Faktoren und der vor-

handenen kompensatorischen Faktoren. Eine solche Abwägung habe der 

RAD-Psychiater nicht vorgenommen. Dessen Beurteilung sei demzufolge 

unvollständig und damit nicht beweiskräftig. Schliesslich habe die IV-

Stelle die rezidivierenden Unterbauchschmerzen und die Adipositas per 

magna nicht beachtet, welche die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführe-

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rin zusätzlich beeinträchtigten. Die IV-Stelle habe den massgeblichen 

medizinischen Sachverhalt demzufolge unzureichend abgeklärt.

4. In der Vernehmlassung vom 23. September 2015 beantragte die IV-Stelle 

die Abweisung der Beschwerde. Tatsache sei, dass die Beschwerdefüh-

rerin von 2000 bis 2010 keine Anstalten getroffen habe, eine nennenswer-

te Erwerbstätigkeit (weder Vollzeit noch Teilzeit) aufzunehmen, obwohl ihr 

damals die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit sowohl gesundheitlich als 

auch mit Blick auf ihre familiäre Situation (das jüngste Kind sei im 2000 in 

die Primarschule gegangen) möglich gewesen wäre. Vor diesem Hinter-

grund erscheine es nicht als überwiegend wahrscheinlich, dass die Be-

schwerdeführerin im Gesundheitsfall im Jahr 2010 eine vollzeitliche Er-

werbstätigkeit aufgenommen hätte. Sie sei folglich als Nichterwerbstätige 

einzustufen und der streitige Invaliditätsgrad aufgrund des Betätigungs-

vergleichs zu bestimmen. In diesem Fall seien die rechtlichen Überlegun-

gen der Beschwerdeführerin zur Arbeitsfähigkeit in einer beruflichen 

Tätigkeit und zum Invalideneinkommen unbeachtlich. 

5. Mit Schreiben vom 30. September 2015 reichte der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin seine Honorarnote ein.

6. Auf entsprechende Aufforderung der Instruktionsrichterin hin reichte die 

Sozialversicherungsanstalt Graubünden mit Schreiben vom 19. Mai 2016 

die EL-Akten ab 2008 betreffend den Ehemann der Beschwerdeführerin 

ein. Die Beschwerdeführerin nahm darin Einsicht, ohne dazu Stellung zu 

nehmen.

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensparteien sowie die einge-

reichten Beweismittel wird, sofern erforderlich, in den nachfolgenden Er-

wägungen eingegangen.

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der 

IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 3. August 2015. Solche Anord-

nungen, die gemäss Bundesrecht der Beschwerde an das Versiche-

rungsgericht am Ort der IV-Stelle unterliegen, können beim Verwaltungs-

gericht des Kantons Graubünden angefochten werden (vgl. Art. 49 Abs. 2 

lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100] 

i.V.m. Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial-

versicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] und Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bun-

desgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Die Beur-

teilung der vorliegenden Beschwerde fällt folglich in die Zuständigkeit des 

angerufenen Gerichts. Als formelle und materielle Verfügungsadressatin 

ist die Beschwerdeführerin von der angefochtenen Verfügung überdies 

unmittelbar betroffen und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf-

hebung oder Abänderung. Demnach ist sie zur Beschwerdeführung be-

rechtigt (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Schliesslich hat die Be-

schwerdeführerin ihre Beschwerde frist- und formgerecht beim Verwal-

tungsgericht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 60 und 

Art. 61 lit. b ATSG). Auf die vorliegende Beschwerde ist damit einzutreten.

2. a) Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin in rentenbegründen-

dem Umfang invalid ist und damit eine IV-Rente beanspruchen kann. Bei 

erwerbstätigen Versicherten ist der rentenbegründende Invaliditätsgrad 

aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (Art. 28a Abs. 1 

IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG). Dazu wird das Erwerbseinkommen, 

welches die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung sowie allfälliger Eingliede-

rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie-

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hung gesetzt zu dem Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn 

sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Diese allge-

meine Methode des Einkommensvergleichs wird ergänzt durch die Unter-

varianten des Schätzungs- und Prozentvergleichs (BGE 141 V 15 E.3.2). 

Abweichend von diesen Methoden der Invaliditätsbemessung wird der 

rentenbegründende Invaliditätsgrad bei nicht erwerbstätigen Versicherten 

bestimmt, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme ei-

ner Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann. Danach ist entschei-

dend, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu 

betätigen (sog. Betätigungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 8 

Abs. 3 ATSG). Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig oder die 

unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, 

wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren 

sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so ist die Invalidität für diese 

Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG zu bestimmen. In diesem Fall sind der 

Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb 

des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufga-

benbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behin-

derung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Hierbei 

handelt es sich um die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung 

(vgl. BGE 141 V 15 E.3.2, BGE 134 V 9, 130 V 393 E. 3.3; Urteile des 

Bundesgerichts 9C_497/2015 vom 22. Dezember 2015 E.4 [zur Publika-

tion vorgesehen], 8C_685/2014 vom 22. Mai 2015 E.5.3).

b) Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig 

oder als nicht erwerbstätig einzustufen ist, was – wie vorangehend ausge-

führt – zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung 

führt, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten 

Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. 

Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der 

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versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, son-

dern in welchem Pensum sie im Gesundheitsfall mutmasslich erwerbs-

tätig gewesen wäre (BGE 133 V 504 E.3.3, 125 V 150 E.2c). Bei im 

Haushalt tätigen Versicherten sind die persönlichen, familiären, sozialen 

und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Be-

treuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkei-

ten und die Ausbildung sowie persönliche Neigungen und Begabungen zu 

berücksichtigen. Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der 

versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu 

würdigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhält-

nissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt 

haben. Die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten 

(teilzeitlichen) Erwerbstätigkeit ist mit dem im Sozialversicherungsrecht 

üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuwei-

sen (BGE 137 V 334 E.3.2, 130 V 393 E.3.3, 125 V 146 E.2c, 117 V 194 

E.3b, je mit Hinweisen).

3. a) Die IV-Stelle hat die Beschwerdeführerin in der angefochtenen Verfügung 

als Nichterwerbstätige eingestuft und den rentenbegründenden Invali-

ditätsgrad anhand des Betätigungsvergleichs bestimmt. Dieses Vorgehen 

hat sie in der angefochtenen Verfügung im Wesentlichen damit begrün-

det, dass die Beschwerdeführerin seit Juli 1982 praktisch nicht mehr er-

werbstätig gewesen sei. In der Anmeldung vom 21. Februar 2011 habe 

sie angegeben, seit Oktober 1983 Hausfrau zu sein. Anlässlich der Haus-

haltsabklärung vom 15. November 2011 habe die Beschwerdeführerin 

demgegenüber geltend gemacht, sie würde eine Erwerbstätigkeit ausü-

ben, wenn sie keine gesundheitlichen Probleme hätte. Die Frage nach 

dem Umfang der hypothetischen Erwerbstätigkeit habe die Beschwerde-

führerin vor Ort nicht beantworten wollen, da sie diese Frage am Wo-

chenende mit ihrer Tochter habe besprechen wollen. Im Dokument 

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"Bestätigung der Erwerbstätigkeit bei Gesundheit" habe die Beschwerde-

führerin der IV-Stelle alsdann am 21. November 2011 schriftlich mitgeteilt, 

als Gesunde zu 100 % erwerbstätig zu sein. Ein solches berufliches En-

gagement der Beschwerdeführerin erscheine aber nicht als überwiegend 

wahrscheinlich. Zwar leide die Beschwerdeführerin wohl seit Jahren unter 

gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Diese hätten jedoch deren Arbeits-

fähigkeit frühestens Ende 2010/anfangs 2011 beeinflusst. Die Beschwer-

deführerin hätte folglich von 2000 bis 2010 sowohl aufgrund ihrer ge-

sundheitlichen als auch familiären Situation eine Erwerbstätigkeit auf-

nehmen können. Sie habe jedoch keine entsprechenden Anstalten getrof-

fen. Somit stehe fest, dass die Beschwerdeführerin vor Eintritt der Ar-

beitsunfähigkeit während 10 Jahren nicht erwerbstätig gewesen sei. Dass 

sich daran im Gesundheitsfall zukünftig etwas geändert hätte, sei nicht 

mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewie-

sen. Dies umso weniger, als die Beschwerdeführerin derzeit ihren pflege-

bedürftigen Ehemann zu Hause pflege. Für die Zwecke der Invaliditäts-

bemessung sei die Beschwerdeführerin folglich als Nichterwerbstätige 

einzustufen.

b) Dieser Argumentation hält die Beschwerdeführerin vorderhand entgegen, 

nicht sehr gut Deutsch zu sprechen. Es sei daher verständlich, wenn sie 

die schwer zu verstehende Frage nach ihrer hypothetischen Erwerbs-

tätigkeit im Gesundheitsfall nicht sofort habe beantworten können. Als sie 

diese am 21. November 2011 schriftlich beantwortet habe, sei sie sodann 

noch nicht anwaltlich vertreten gewesen und habe die Frage nach dem 

Umfang ihrer Erwerbstätigkeit als Gesunde ohne Beeinflussung wahr-

heitsgemäss beantwortet. Im Übrigen treffe es nicht zu, dass ihre ge-

sundheitlichen Schwierigkeiten erst im 2010 begonnen hätten. Bereits 

vorher sei sie aufgrund ihrer gesundheitlichen Verfassung in erheblichem 

Umfang in ihrem Leistungsvermögen beeinträchtigt gewesen. Entgegen 

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der Auffassung der IV-Stelle sei die Beschwerdeführerin ausserdem bis 

2003 in einem kleinen Pensum als Reinigungsfachfrau tätig gewesen. 

Schliesslich habe sich die finanzielle Situation der Familie mit dem Weg-

fall der Ergänzungsleistungen erheblich verschlechtert. Von April 1999 bis 

Ende Juni 2010 habe die Familie Ergänzungsleistungen erhalten. Mit dem 

Wegfall der Ergänzungsleistungen sei das Ehepaar in eine grosse finan-

zielle Notlage gekommen. Seit Juli 2010 werde das Ehepaar von seinen 

Kindern finanziell unterstützt. Ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen 

wäre die Beschwerdeführerin ab diesem Zeitpunkt einer vollen Erwerbs-

tätigkeit nachgegangen. In Würdigung der massgeblichen Umstände sei 

vorliegend deshalb davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin oh-

ne gesundheitliche Beeinträchtigung ab dem 1. Juli 2010 eine volle Er-

werbstätigkeit aufgenommen hätte.

c) Mit Blick auf diese Argumentation räumt die IV-Stelle in der Vernehmlas-

sung vom 23. September 2015 ein, die Beschwerdeführerin habe von 

2000 bis 2003 als Reinigungsfachkraft ein jährliches Bruttoeinkommen 

von Fr. 2'001.--, Fr. 2'530.--, Fr. 2'690.-- und Fr. 3'000.-- erzielt. Ange-

sichts dieses marginalen Einkommens könne indessen an der in der an-

gefochtenen Verfügung getroffenen Feststellung festgehalten werden, 

wonach die Beschwerdeführerin vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit 

während zehn Jahren praktisch nicht erwerbstätig gewesen sei. Dass sie 

im 2010 als Gesunde plötzlich eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit aufge-

nommen hätte, erweise sich vor diesem Hintergrund nicht als überwie-

gend wahrscheinlich. Daran ändere die geltend gemachte finanzielle Not-

lage nichts, zumal das Ehepaar seit dem Wegfall der Ergänzungsleistun-

gen die Möglichkeit gehabt hätte, Sozialhilfe zu beziehen und damit nicht 

auf die finanzielle Unterstützung ihrer Kinder angewiesen gewesen wäre. 

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4. a) Ausgangspunkt für die Bestimmung des streitigen versicherungsrechtli-

chen Status bilden die Angaben der Beschwerdeführerin zum Umfang ih-

rer Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall. Diesbezüglich erklärte die Be-

schwerdeführerin anlässlich der Haushaltsabklärung vom 15. November 

2011, sie würde derzeit aus finanziellen Gründen eine Erwerbstätigkeit 

ausüben, wenn sie hierzu aufgrund ihrer gesundheitlichen Verfassung im 

Stande wäre (IV-act. 47 S. 3). Diese Angaben ergänzte der Ehemann der 

Beschwerdeführerin dahingehend, als er festhielt, kürzlich seien ihnen die 

Ergänzungsleistungen gestrichen worden. Dies mit der Begründung, dass 

die Beschwerdeführerin den mittels der Ergänzungsleistungen gedeckten 

Betrag selber erarbeiten könnte. Befragt nach dem Umfang der von ihr 

bei Gesundheit ausgeübten Erwerbstätigkeit, gab die Beschwerdeführerin 

an, diese Frage am Wochenende mit ihrer Tochter besprechen zu wollen 

und das Formular zur "Bestätigung der Erwerbstätigkeit bei Gesundheit" 

alsdann auszufüllen und der IV-Stelle zukommen zu lassen (IV-act. 47 

S. 3). In der "Bestätigung der Erwerbstätigkeit bei Gesundheit" hielt die 

Beschwerdeführerin in der Folge fest, sie wäre im Gesundheitsfall als 

Näherin seit dem 1. März 1980 vollzeitlich erwerbstätig gewesen (IV-

act. 46 S. 1). 

b) Diese Angaben der Beschwerdeführerin im Formular zur "Bestätigung der 

Erwerbstätigkeit bei Gesundheit" stehen im Widerspruch zu ihren vorma-

ligen Angaben in den IV-Anmeldungen vom 22. September 1998 (vgl. alte 

IV-Akten), 6. April 2005 (IV-act. 1) sowie 21. Februar 2011 (IV-act. 20 

S. 7). In diesen Formularen gab die Beschwerdeführerin jeweils an, als 

Hausfrau tätig zu sein, wobei sie diese Angabe in der IV-Anmeldung vom 

19. Februar 2011 dahingehend präzisierte, als sie festhielt, seit dem 

1. Oktober 1983 Hausfrau zu sein (IV-act. 20 S. 7). Bei sich widerspre-

chenden Angaben von Versicherten zum Umfang der im Gesundheitsfall 

mutmasslich ausgeübten Erwerbstätigkeit gelangt nach der bundesge-

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richtlichen Rechtsprechung im Rahmen der freien Beweiswürdigung die 

Beweismaxime der "Aussage der ersten Stunde" zur Anwendung. Danach 

sind spontane Aussagen zu Beginn eines Verfahrens in der Regel unbe-

fangener und zuverlässiger als spätere Darstellungen, die bewusst oder 

unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher 

oder anderer Art beeinflusst sein können. Wenn Versicherte ihre Darstel-

lung im Laufe der Zeit wechseln, kommt ihren anfänglichen Angaben 

deshalb in der Regel grösseres Gewicht zu als späteren Darstellungen 

(BGE 121 V 45 E.2a; Urteil des Bundesgerichts 8C_50/2012 vom 1. März 

2012 E.5.1; RKUV 2004 Nr. U 524 S. 546 ff. E.3.3.4). In Anwendung die-

ser Beweismaxime erweisen sich die Angaben der Beschwerdeführerin 

zu ihrem mutmasslichen Erwerbspensum in den vorgenannten IV-

Anmeldungen als glaubhafter als ihre davon abweichenden Angaben im 

Formular zur "Bestätigung der Erwerbstätigkeit bei Gesundheit". Aufgrund 

der Angaben der Beschwerdeführerin ist folglich davon auszugehen, dass 

sie seit dem 1. Oktober 1983 bis zum 21. Februar 2011 als Hausfrau tätig 

gewesen ist bzw. im Gesundheitsfall gewesen wäre. 

c) Dagegen lässt die Beweismaxime der "Aussage der ersten Stunde" keine 

Rückschlüsse bezüglich der Glaubhaftigkeit der Angaben der Beschwer-

deführerin anlässlich der durchgeführten Haushaltsabklärung zu (Ab-

klärungsbericht vom 25. November 2011 [IV-act. 47]). Denn nach der IV-

Anmeldung vom 21. Februar 2011 verneinte die Sozialversicherungsan-

stalt Graubünden den Anspruch des Ehemanns der Beschwerdeführerin 

auf Ergänzungsleistungen, womit die Familie Einkünfte verlor, welche seit 

dem 1. April 1999 in erheblichem Umfang zu ihrem Lebensunterhalt bei-

getragen hatten (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden U 11 27 vom 12. April 2011; vgl. etwa EL-Akten 1, 3, 10, 26). 

Insofern hat die finanzielle Situation der Beschwerdeführerin nach der IV-

Anmeldung vom 21. Februar 2011 eine wesentliche Änderung erfahren, 

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die durchaus geeignet ist, die Beschwerdeführerin zur Aufnahme einer 

Erwerbstätigkeit zu bewegen. Wenn die Beschwerdeführerin unter Be-

zugnahme auf dieses Ereignis anlässlich der Haushaltsabklärung vom 

15. November 2011 zu Protokoll gab, bei Gesundheit aus finanziellen 

Gründen einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, kann dieser Aussage nicht 

von vornherein jedes Gewicht abgesprochen werden. Dies umso weniger, 

als in den Akten nichts darauf hindeutet, dass die damaligen Angaben der 

Beschwerdeführerin von Überlegungen versicherungsrechtlicher oder an-

derer Art beeinflusst gewesen sein könnten. Entgegen der Auffassung der 

IV-Stelle erscheint es aufgrund dieser Angaben durchaus als plausibel, 

dass die Beschwerdeführerin nach dem Wegfall der Ergänzungsleistun-

gen eine Erwerbstätigkeit aufgenommen hätte, um ihren vormaligen Le-

bensstandard aufrechterhalten zu können. In welchem Umfang sie des-

halb als Gesunde erwerbstätig gewesen wäre, liess die Beschwerdeführe-

rin zunächst offen, behauptete alsdann im Formular zur "Bestätigung der 

Erwerbstätigkeit bei Gesundheit", im Einwand vom 26. Januar 2015 (IV-

act. 136) und in der Beschwerdeschrift vom 4. September 2015 bei Ge-

sundheit vollzeitlich erwerbstätig zu sein. Diese Angaben hat die Be-

schwerdeführerin nach Konsultation ihrer Tochter bzw. ihres Rechtsver-

treters gemacht. Unter diesen Umständen kann nicht ausgeschlossen 

werden, dass sie von versicherungsrechtlichen Überlegungen motiviert 

sind. Ihnen ist daher mit Zurückhaltung zu begegnen. Für sich allein kann 

aufgrund der fraglichen Angaben deshalb nicht als erstellt gelten, dass die 

Beschwerdeführerin bei Gesundheit seit dem Wegfall der Ergänzungsleis-

tungen mit Wirkung ab dem 1. Juli 2011 einer vollzeitlichen Erwerbstätig-

keit nachgegangen wäre.

d) Hinsichtlich der Erwerbsbiographie der Beschwerdeführerin kann deren 

Auszug aus dem individuellen Konto entnommen werden, dass die Be-

schwerdeführerin seit ihrer Einreise in die Schweiz bis Juni 1982 als 

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Näherin vollzeitlich bei der C._____ AG erwerbstätig war. Im 1984 arbei-

tete sie sodann als Reinigungsfachfrau einem Hotel und in einem Kran-

kenhaus, womit sie ein Jahreseinkommen von total Fr. 7'035.-- erzielte. 

Im 1989 war sie kurzzeitig vollzeitlich bei der D._____ AG tätig. Von 1991 

bis 2003 reinigte sie einige Monate pro Jahr Ferienwohnungen für eine 

Stockwerkeigentümergemeinschaft. Mit dieser Tätigkeit erzielte sie ein 

Bruttojahreseinkommen von Fr. 4'751.-- bis Fr. 1'920.-- (vgl. IV-act. 28, 47 

S. 4). Seit 2004 war die Beschwerdeführerin nicht mehr erwerbstätig. 

Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin lässt sich diese Er-

werbsbiographie nur zum Teil durch die von ihr übernommene Kinderbe-

treuung erklären. Freilich bedurften die Kinder im 2004, abgesehen von 

der damals 20, 16 und zehn jährigen Kinder noch der Beaufsichtigung 

und Betreuung. Jedoch besuchten sie zu diesem Zeitpunkt bereits in er-

heblichem Umfang die Schule oder absolvierten eine Lehre. Sie waren 

daher nicht mehr auf eine lückenlose Betreuung durch ihre Mutter ange-

wiesen. Dass die Beschwerdeführerin ihr bescheidenes Erwerbspensum 

im 2004 gänzlich aufgab, kann daher nicht mit der Kinderbetreuung er-

klärt werden. Jedenfalls aber im 2009, als die beiden älteren Töchter aus-

gezogen waren und die jüngste Tochter ausserkantonal eine Lehre absol-

vierte (vgl. Haushaltsabklärung vom 15. November 2011 [IV-act. 47 S. 8]), 

wurde die Beschwerdeführerin durch die Kinderbetreuung nicht mehr in 

einem Ausmass beansprucht, welches sie an der Ausübung einer vollzeit-

lichen Erwerbstätigkeit gehindert hätte. Dass die Beschwerdeführerin zum 

damaligen Zeitpunkt keine Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, hängt folg-

lich nicht mehr mit der Kinderbetreuung zusammen, sondern ist auf die 

vom Ehepaar (stillschweigend) getroffene eheliche Aufgaben- und Rol-

lenverteilung zurückzuführen. Unter diesen Umständen erscheint es so-

lange nicht als überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin 

bei Gesundheit eine (vollzeitliche) Erwerbstätigkeit aufgenommen hätte, 

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als die dieser Entscheidung zugrunde liegenden persönlichen und finan-

ziellen Umstände des Ehepaars keine wesentliche Änderung erfahren. 

e) Bezüglich der finanziellen Situation des Ehepaars ist erstellt, dass der 

Ehemann der Beschwerdeführerin seit dem 1. Januar 1997 infolge eines 

Unfalls eine ganze Invalidenrente der Invalidenversicherung (seit Errei-

chen des Rentenalters eine AHV-Rente) sowie eine Rente der Unfallver-

sicherung bezieht. Von April 1999 bis Juni 2011 erhielt er überdies Er-

gänzungsleistungen, die an den sich veränderten Bedarf der Familie 

angepasst wurden (vgl. edierte EL-Akten). Mit Wirkung ab dem 1. Juli 

2011 verneinte die zuständige AHV-Ausgleichskasse den Anspruch des 

Ehemanns der Beschwerdeführerin auf Ergänzungsleistungen (EL-act. 

80, 86, 110, 113). Dabei stellte sie sich auf den Standpunkt, die Ehefrau 

des EL-Bezügers (hier Beschwerdeführerin) wäre bei zumutbarer An-

strengung in der Lage, ein jährliches Erwerbseinkommen von Fr. 36'000.-- 

zu erzielen. Dieses hypothetische Erwerbseinkommen sei B._____ bei 

der Bemessung der Ergänzungsleistungen als Verzichtseinkommen anzu-

rechnen. In diesem Fall würden die anrechenbaren Einnahmen die anre-

chenbaren Ausgaben übersteigen, und zwar selbst wenn nur von einem 

anrechenbaren Verdienst von Fr. 24'000.-- auszugehen wäre. Demzufol-

ge seien die Voraussetzungen für die Ausrichtung von Ergänzungsleis-

tungen nicht mehr erfüllt, weshalb dem Ehemann der Beschwerdeführerin 

keine Ergänzungsleistungen zustünden (vgl. EL-Abweisungs-verfügung 

vom 29. August 2011 [EL-act. 113]). Infolge dieses Entscheides nahmen 

die dem Ehepaar zur Verfügung stehenden Einkünfte im Umfang der 

vormals erhaltenen Ergänzungsleistungen ab. 

f) Die IV-Stelle nimmt an, den dadurch entstandenen Einnahmeausfall hätte 

das Ehepaar ohne weiteres durch die Inanspruchnahme von Sozialhilfe 

kompensieren können. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Gesetzes über die Un-

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terstützung Bedürftiger (kantonales Unterstützungsgesetz [UG; 

BR 546.250]) gilt als bedürftig, wer für seinen Lebensunterhalt und den 

seiner Familienangehörigen mit gleichem Wohnsitz nicht hinreichend oder 

nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann. Diese Bestimmung 

bekennt sich zum Grundsatz der Subsidiarität, welcher das Sozialhilfe-

recht durchdringt (PVG 2009 Nr. 18 E.3c). Danach haben Personen, die 

in der Lage sind, für ihren Lebensunterhalt selber aufzukommen, keinen 

Anspruch auf Sozialhilfe (HÄNZI, Die Richtlinien der schweizerischen Kon-

ferenz für Sozialhilfe, Entwicklung, Bedeutung und Umsetzung der Richt-

linien in den deutschsprachigen Kantonen der Schweiz, Diss. Basel 2011, 

S. 114). Das Subsidiaritätsprinzip betont dabei den ergänzenden Charak-

ter der Sozialhilfe und verlangt vom Ansprecher alles Zumutbare zur Be-

hebung der eigenen finanziellen Notlage zu unternehmen, insbesondere 

die eigene Arbeitskraft einzusetzen und eine zumutbare Erwerbstätigkeit 

anzunehmen, bevor er staatliche Fürsorgeleistungen in Anspruch nimmt 

(BGE 130 I 71 E.5.3; PVG 2009 Nr. 18 E.3c; Urteil des Verwaltungsge-

richts des Kantons Graubünden U 15 57 vom 26. Januar 2016 E.4a). Wer 

Sozialhilfe bezieht hat mit anderen Worten nach seinen Kräften zur Ver-

minderung und Behebung seiner finanziellen Notlage beizutragen. Zu-

mutbar ist dabei jede Arbeit, die dem Alter, dem Gesundheitszustand und 

den persönlichen Verhältnissen der bedürftigen Person angemessen ist. 

Sollten die dem Ehepaar zur Verfügung stehenden Renteneinkünfte nicht 

genügen, um ihren Lebensunterhalt zu decken und würden sie deshalb 

Sozialhilfe beantragen, so ist nach dem vorangehend Ausgeführten davon 

auszugehen, dass die zuständige Sozialhilfebehörde die Beschwerdefüh-

rerin bei Gesundheit anhalten würde, insoweit einer Erwerbstätigkeit 

nachzugehen, als dies zur Deckung des Lebensunterhalts des Ehepaars 

erforderlich wäre. Würde sie eine entsprechende Auflage nicht befolgen, 

könnte dieses Verhalten mit einer Kürzung des Grundbedarfs im Umfang 

von bis zu 30 % sanktioniert werden (vgl. Art. 11 der Ausführungsbestim-

- 16 -

mungen zum kantonalen Unterstützungsgesetz [ABzUG; BR 546.270]; PVG 

2014 Nr. 12). Die zuständige Sozialhilfebehörde würde somit einen 

erheblichen Druck auf die Beschwerdeführerin ausüben, um diese zu 

veranlassen, eine den Anspruch auf Sozialhilfe ausschliessende 

Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Die Auffassung der IV-Stelle, das Ehepaar 

könnte den durch den Wegfall der Ergänzungsleistungen entstandenen 

Einkommensausfall ohne weiteres durch die Inanspruchnahme von 

Sozialhilfe ausgleichen, trifft folglich nicht zu.

g) In Würdigung der massgeblichen Umstände gelangt das Gericht aus die-

ser Überlegung zur Überzeugung, dass die finanzielle Situation des Ehe-

paars mit dem Wegfall der Ergänzungsleistungen eine wesentliche Ände-

rung erfahren hat, welche das Ehepaar bei Gesundheit der Beschwerde-

führerin dazu veranlasst hätte, auf ihre bisherige Aufgaben- und Rollen-

verteilung zurückzukommen und diese dahingehend anzupassen, als die 

Beschwerdeführerin per 1. Juli 2011 insoweit erwerbstätig geworden wä-

re, als dies zur Kompensation des durch den Wegfall der Ergänzungsleis-

tungen erlittenen Einkommensausfalls erforderlich gewesen wäre. Mit 

diesem Vorgehen lehnt sich das Verwaltungsgericht an die Praxis zur Be-

stimmung des versicherungsrechtlichen Status im Scheidungsfall bei Ver-

sicherten, die während der Ehe nicht- oder teilerwerbstätig gewesen sind, 

an. In diesen Fällen ist auf den Scheidungszeitpunkt hin jeweils eine Än-

derung des versicherungsrechtlichen Status zu prüfen und praxisgemäss 

zu bejahen, wenn sich Versicherte infolge der Scheidung zur Deckung ih-

res (gewohnten) Lebensstandards gezwungen sehen, eine Erwerbstätig-

keit aufzunehmen oder ihr bisheriges Erwerbspensum auszudehnen (vgl. 

SVR 1996 Nr. 67; UELI KIESER, Aspekte einzelner Sozialversicherungen 

bei der Ehescheidung, in: AJP 1998 S. 483 ff., 484 ff.; GABRIELA RIEMER-

KAFKA, Veränderungen der familiären Verhältnisse als Rentenrevisions-

grund in der Invalidenversicherung, in: SCHAFFHAUSER/ SCHLAURI [Hrsg.], 

- 17 -

Die Revision von Dauerleistungen in der Sozialversicherung, St. Gallen 

1999, S. 93 ff., S. 113 ff.). In Anknüpfung an diese Praxis erscheint es im 

vorliegenden Fall als überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerde-

führerin im Gesundheitsfall seit dem 1. Juli 2011 insoweit erwerbstätig 

geworden wäre, als dies zur Deckung der durch den Wegfall der Ergän-

zungsleistungen entstandenen Einkommenslücke erforderlich gewesen 

wäre. 

h) Hinsichtlich der Höhe der interessierenden Ergänzungsleistungen geht 

aus den edierten EL-Akten hervor, dass der Ehemann der Beschwerde-

führerin im 2011 monatliche Ergänzungsleistungen im Betrag von 

Fr. 1'210.--, im 2010 von Fr. 1'163.--, im Dezember 2009 von Fr. 1'040.--, 

von September bis November 2009 von Fr. 1'283.--, von Januar bis Au-

gust 2009 von Fr. 1'315.-- sowie im 2008 von Fr. 1'270.-- bezog. Hinzu 

kamen von 2009 bis 2011 monatliche Ergänzungsleistungen für den Un-

terhalt der jüngsten Tochter im Betrag von Fr. 1'341.-- bis Fr. 1'613.--. Zu-

sätzlich vergütete die AHV-Ausgleichskasse im 2011 Krankheitskosten im 

Gesamtbetrag von Fr. 4'714.-- (Fr. 134.-- + Fr. 2'410.-- + Fr. 2'170.--). Im 

2010 sprach sie dem Ehemann der Beschwerdeführerin insgesamt 

Krankheitskosten von Fr. 2'911.-- (Fr. 433.-- + Fr. 200.-- + Fr. 211.-- + 

Fr. 800.-- + Fr. 552.-- + Fr. 715.--), im 2009 von Fr. 2'192.-- (Fr. 246.-- + 

Fr. 761.-- + Fr. 261.-- + Fr. 445.-- + Fr. 479.--) und im 2009 Fr. 8'689.-- 

(Fr. 323.-- + Fr. 871.-- + Fr. 1'386.-- + Fr. 3'233.-- + Fr. 690.-- + Fr. 439.-- 

+ Fr. 1'292.-- + Fr. 244.-- + Fr. 211.--) zu. Diese Leistungen dienten je-

doch nicht nur der Finanzierung des Unterhalts des Ehepaars, sondern 

deckten ausserdem den finanziellen Bedarf ihrer Tochter, welche von 

2009 bis 2011 eine Lehre absolvierte. Die entsprechenden Kosten fielen 

dahin, als sie mutmasslich im 2012 ihre Lehre abschloss und dadurch ihre 

wirtschaftliche Selbständigkeit erlangte. Hierdurch reduzierten sich die 

Lebensunterhaltskosten der Familie um den finanziellen Bedarf von der 

- 18 -

Tochter. Insofern erfuhr die finanzielle Situation des Ehepaars im 2012 

abermals eine wesentliche Veränderung. Erscheint es – wie vorangehend 

dargelegt (vgl. vorstehende Erwägung 4g) – überwiegend wahrscheinlich, 

dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall nur insoweit erwerbstätig 

gewesen wäre, als dies zur Aufrechterhaltung des mithilfe der Ergän-

zungsleistungen finanzierten Lebensstandards erforderlich gewesen wä-

re, so ist davon auszugehen, dass sie ihr Erwerbspensum nach dem 

Lehrabschuss ihrer Tochter reduziert hätte. Wird berücksichtigt, dass die 

Beschwerdeführerin frühestens ab dem 1. August 2011 (vgl. Art. 29 IVG) 

eine Rente beanspruchen kann, ist es vor diesem Hintergrund vertretbar, 

bei der Bestimmung des versicherungsrechtlichen Status nur die Ergän-

zungsleistungen zu berücksichtigen, welche das Ehepaar für den eigenen 

Unterhalt verwendet haben und deren Wegfall sich in einer Minderung ih-

res Lebensstandards niederschlug. Die entsprechen Ergänzungsleistun-

gen belaufen sich bei Berücksichtigung aller vergüteten Krankheitskosten 

im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2011 auf Fr. 1'617.30 (monatliche Er-

gänzungsleistungen: Fr. 1'231.75 [Fr. 1'210.-- {2011} + Fr. 1'163.-- {2010} 

+ Fr. 1'284.-- {Fr. 1'040.-- + 3 x Fr. 1'283.-- + 8 x Fr. 1'315.--: 12 [2009]} + 

Fr. 1'270.-- {2008} = Fr. 4'927.-- : 4] + Krankheitskosten: Fr. 385.55 

[Fr. 4'714.-- {2011} + Fr. 2'911.-- {2010} + Fr. 2'192.-- {2009} + Fr. 8'689.-- 

{2008} = Fr. 18'506.-- : 4 : 12]). Als Gesunde würde die Beschwerdeführe-

rin demnach mit überwiegender Wahrscheinlichkeit insoweit einer Er-

werbstätigkeit nachgehen, als dies erforderlich wäre, um einen monatli-

chen Nettolohn von Fr. 1'617.30 zu erzielen, mithin brutto knapp 

Fr. 2'000.-- (Fr. 1'617.30 x 1.0515 [AHV/IV/EO-Beitrag 2012] x 1.022 

[ALV-Beitrag 2012] x 1.02 [UVG-Prämie geschätzt] x 1.10 [BVG-Prämie 

geschätzt] = Fr. 1'950.--) zu verdienen.

i) Zu bestimmen bleibt, mit welchem Pensum die Beschwerdeführerin hätte 

erwerbstätig sein müssen, um einen Bruttolohn von knapp Fr. 2'000.-- zu 

- 19 -

erzielen. Die Beschwerdeführerin zog sich, wie vorangehend festgehalten 

(vgl. vorstehende Erwägung 4d), im 2004 vollständig aus dem Arbeits-

markt zurück. Davor reinigte sie während einiger Monate pro Jahr Fe-

rienwohnungen, womit sie ein Jahreseinkommen von Fr. 4'751.-- bis 

Fr. 1'920.-- erzielte, mithin monatlich Fr. 395.90 bis Fr. 160.-- pro Monat 

verdiente (vgl. IV-act. 28, 47 S. 4). Eine Hochrechnung dieser von 1991 

bis 2003 erzielten Einkünfte erscheint angesichts des bescheidenen Er-

werbspensums und der grossen zeitlichen Distanz zur letzten beruflichen 

Tätigkeit nicht sinnvoll. Stattdessen ist das von der Beschwerdeführerin 

im 2012 erzielbare Einkommen aufgrund der vom Bundesamt für Statistik 

periodisch herausgegebenen LSE-Tabellenlöhne 2010 zu ermitteln. Da-

nach erzielte eine Frau im privaten Sektor bei einer wöchentlichen Ar-

beitszeit von 40 Stunden mit einer einfachen Tätigkeit ohne berufliche 

Vorkenntnisse im Anforderungsniveau 4, TA1, im Monat Fr. 4'225.--. Wird 

von der betriebsüblichen Wochenarbeitszeit im 2012 von 41.6 Stunden 

ausgegangen (abrufbar unter http://www.bfs.admin.ch/ > 03-Arbeit und 

Erwerb > Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit > Detaillierte Daten > 

betriebsübliche Wochenarbeitszeit, besucht letztmals am 27. September 

2016), so hätte die Beschwerdeführerin im 2011 unter Berücksichtigung 

der Nominallohnentwicklung (1.0 % [abrufbar unter 

http://www.bfs.admin.ch/ > 03-Arbeit und Erwerb > Erwerbstätigkeit und 

Arbeitszeit > Detaillierte Daten > Lohnentwicklung, besucht letztmals am 

27. September 2016]) mit einer solchen Vollzeittätigkeit im Monat 

Fr. 4'319.25 verdienen können (Fr. 4'112.-- : 40 x 41.6 x 1.01). Um die 

durch den Wegfall der Ergänzungsleistungen entstehende Einkommens-

lücke zu decken, hätte die Beschwerdeführerin folglich als Gesunde eine 

Erwerbstätigkeit mit einem Pensum von rund 45 % (46.30 %) aufnehmen 

müssen (Fr. 2'000.-- : Fr. 4'319.25 x 100). 

- 20 -

j) Dass die Beschwerdeführerin eine Arbeitsstelle mit einem 45%igen Pen-

sum gefunden hätte, ist denkbar. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass sie 

aus betrieblichen Gründen zu einem Pensum von 40 % oder 50 % ange-

stellt worden wäre. Mit Blick auf die angespannte finanzielle Situation der 

Beschwerdeführerin erweist es sich dabei als überwiegend wahrschein-

lich, dass sie sich für eine 50%ige Erwerbstätigkeit entschieden hätte. Die 

von der Beschwerdeführerin darüber hinausgehend behauptete vollzeitli-

che Erwerbstätigkeit erscheint hingegen vor dem Hintergrund ihrer Er-

werbsbiographie wenig plausibel, hat doch die Beschwerdeführerin im 

2004 jede Erwerbstätigkeit aufgegeben und auch nach dem vollständigen 

Wegfall der Kinderbetreuung (spätestens im 2009) keine Anstalten getrof-

fen, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen (vgl. dazu vorstehende Erwägung 

4d). Allein die Behauptung der Beschwerdeführerin, als Gesunde seit 

dem 1. Juli 2011 einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nachzugehen, ver-

mag ein solches berufliches Engagement unter diesen Umständen nicht 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Soweit die IV-Stelle 

im Übrigen geltend macht, die Beschwerdeführerin hätte im 2012 keine 

Erwerbstätigkeit ausüben können, weil sie sich zu Hause um ihren pfle-

gebedürftigen Ehemann gekümmert hätte, ist ihr entgegenzuhalten, dass 

in der Haushaltsabklärung vom 15. November 2011 der Aufgabenbereich 

Betreuung von Kindern und anderen Familienmitgliedern mit 0 % einge-

stuft wurde, mithin dieser Aufgabenbereich infolge des Wegfalls der Kin-

derbetreuung als nicht mehr existent angesehen wurde (IV-act. 47 S. 8). 

Wenn die IV-Stelle bei der Bestimmung des versicherungsrechtlichen Sta-

tus nunmehr die Pflege des Ehemannes als Hindernis für die Aufnahme 

einer Erwerbstätigkeit anführt, setzt sie sich in Widerspruch zu ihren eige-

nen Annahmen in der Haushaltabklärung vom 15. November 2011, was 

als treuwidriges Verhalten (venire contra factum proprium) keinen 

Rechtsschutz verdient. Im Übrigen ist aufgrund der Haushaltsabklärung 

vom 15. November 2011 erstellt, dass der Ehemann der Beschwerdefüh-

- 21 -

rerin nicht pflegebedürftig ist (IV-act. 47 S. 8). Damit erscheint es über-

wiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin bei Gesundheit im 

für die Rentenbemessung massgeblichen Zeitpunkt im Umfang von 50 % 

erwerbstätig und zu 50 % als Hausfrau im besonderen Aufgabenbereich 

tätig gewesen wäre. Davon ausgehend ist nachfolgend zu prüfen, ob die 

Beschwerdeführerin eine Invalidenrente beanspruchen kann. Hierfür ist 

zunächst zu untersuchen, ob und inwiefern die Beschwerdeführerin infol-

ge ihres Gesundheitszustands voraussichtlich dauerhaft in ihrer Arbeits-

fähigkeit beeinträchtigt ist.

5. a) Die IV-Stelle holte zur Abklärung der massgeblichen medizinischen Situa-

tion zunächst die Berichte der behandelnden Ärzte ein und ordnete dar-

aufhin eine bidisziplinäre Abklärung der Beschwerdeführerin durch den 

RAD an. Die RAD-Ärzte, med. pract. E._____, Facharzt FMH für Psychia-

trie und Psychotherapie, und Dr. med. F._____, Facharzt FMH für Rheu-

matologie, Innere Medizin, Physikalische Medizin und Rehabilitation, zer-

tifizierter Gutachter SIM, diagnostizierten in der RAD-Abklärung vom 

17. Oktober 2014 als Krankheiten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

eine Persönlichkeitsveränderung nach anhaltender körperlicher Krankheit 

(ICD-10: F 62), Psoriasis-Arthropathie, lumbal betontes Panvertebralsyn-

drom bei deutlicher Fehlstatik mit lumbaler Hyperlordose und rechtskon-

vexer Skoliose bei gleichzeitiger Abflachung der oberen Brustwirbel und 

vermehrter Kyphosierung des thorako-lumbalen und cervikothorakalen 

Übergangs, bekannten degenerativen Veränderungen der Lendenwirbel, 

Diskusprotrusion L5/S1 mit foraminaler Ausdehnung rechts mehr als links 

sowie begleitender Spondylarthrose (MRI LWS vom 14. Februar 2013), 

fehlenden klinischen Hinweisen auf eine radikuläre Problematik, myofas-

zialen Beschwerden am lateralen Oberschenkel beidseits und einer Peri-

arthropathia genu (IV-act. 129 S. 19, 29 f.). Ohne Auswirkung auf die Ar-

beitsfähigkeit stellten sie einen Status nach rezidivierend depressiven 

- 22 -

Episoden, remittiert (ICD-10: F 33.4), einen beidseitigen Senk-/Spreizfuss 

und Adipositas fest (IV-act. 129 S. 19, 30, 34). Wegen dieser Krankheiten 

sei aus rheumatologischer Sicht die Ausübung der (angestammten) 

Tätigkeit als Reinigungsfachkraft nicht mehr zu empfehlen (IV-act. 34 f.). 

Möglich seien leichte, körperliche Tätigkeiten mit Wechselbelastung ohne 

Zwangshaltung des Oberkörpers. Der Einsatz der Hände sollte nach er-

gonomischen Gesichtspunkten erfolgen. Zu vermeiden seien Tätigkeiten 

im Knien oder in der Hocke (IV-act. 129 S. 35). Aufgrund rascher Ermüd-

barkeit bestehe ein erhöhter Pausenbedarf. Dieser betrage ungefähr an-

derthalb Stunden pro Arbeitstag. Die Explorandin sei demnach in einer 

die vorgenannten Anforderungen respektierenden Tätigkeit zu 80 % ar-

beitsfähig (IV-act. 129 S. 36). Die vorliegende psychische Störung führe 

alsdann zu einer globalen Leistungsminderung bezüglich Konzentrations-

fähigkeit, Konzentrationsdauer, Stressresistenz, Kompetenz zum Multi-

tasking und dergleichen. Jeder dieser Aspekte sei der Explorandin im 

Einzelnen grundsätzlich zumutbar, aber nicht in zu hoher Intensität. Des-

halb sei bei der Explorandin von einer Leistungsminderung von total 20 % 

auszugehen. Diese sei am ehestens als quantitative Minderung umzuset-

zen, sinnvollerweise in Form von vier ganzen Arbeitstagen pro Woche 

(IV-act. 129 S. 35). Gesamthaft sei die Beschwerdeführerin in einer lei-

densadaptierten Tätigkeit folglich zu 80 % arbeitsfähig (IV-act. 129 S. 36). 

b) Ob dieser RAD-Abklärung voller Beweiswert beigemessen werden kann, 

hängt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung davon ab, ob sie auf 

allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berück-

sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben wurde, in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 

Situation einleuchtet und in den daraus gezogenen Schlussfolgerungen 

begründet ist (vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a mit Hinweis). 

Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 

- 23 -

Herkunft eines Beweismittels noch dessen Bezeichnung als Bericht oder 

Gutachten (vgl. BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c mit Hinweisen). 

Dennoch hat es das Bundesgericht mit dem Grundsatz der freien Be-

weiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen 

medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdi-

gung aufzustellen. Danach haben Berichte und Gutachten versicherungs-

interner Ärzte – wie dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) – vollen 

Beweiswert, wenn sie die vorgenannten Anforderungen erfüllen und keine 

Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit sprechen. Die Tatsache allein, dass 

der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger 

steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit 

schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Miss-

trauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet er-

scheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den 

Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unpartei-

lichkeit des Sachverständigen allerdings ein strenger Massstab anzulegen 

(vgl. zum Ganzen BGE 125 V 351 E.3b; 122 V 157 E.1c mit Hinweisen). 

Stützt sich eine angefochtene Verfügung im Wesentlichen oder aussch-

liesslich auf solche Beweisgrundlagen, sind an die Beweiswürdigung des-

halb höhere Anforderungen zu stellen. Bestehen in einem solchen Fall 

auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

ärztlichen Feststellungen, erweist sich das fragliche Gutachten nicht als 

voll beweiskräftig und es sind weitere Beweiserhebungen zu veranlassen 

(vgl. BGE 135 V 465 E.4.4; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsge-

richts I 142/04 vom 20. November 2007 E.3.2.1; MÜLLER, Das Verwal-

tungsverfahren in der Invalidenversicherung, Bern 2010, Rz. 1730; FLÜ-

CKIGER, in: STEIGER-SACKMANN/MOSIMANN [Hrsg.], Recht der Sozialen Si-

cherheit, Basel 2014, Rz. 4.146).

- 24 -

c) Die RAD-Abklärung vom 17. Oktober 2014 beruht auf einer eingehenden 

persönlichen Untersuchung der Beschwerdeführerin, berücksichtigt die 

von ihr geklagten Leiden und wurde in Kenntnis der medizinischen Vorak-

ten verfasst. Die begutachtenden RAD-Ärzte sind als Fachärzte überdies 

qualifiziert, die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit der Beschwerde-

führerin zu beurteilen. Med. pract. E._____ und Dr. med. F._____ setzen 

sich in der RAD-Abklärung vom 17. Oktober 2014 zudem ausführlich mit 

abweichenden Beurteilungen der medizinischen Verfassung der Be-

schwerdeführerin sowie deren Arbeitsfähigkeit auseinander und begrün-

den eingehend, weshalb sie diese für nicht stichhaltig erachten. Die ent-

sprechenden Ausführungen leuchten in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und der Beurteilung der medizinischen Situation ein. In 

den Akten finden sich keine Hinweise, die Zweifel an der Richtigkeit der 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der RAD-Abklärung vom 17. Oktober 

2014 wecken.

aa) Die gegenteilige Auffassung der Beschwerdeführerin vermag nicht zu 

überzeugen. Freilich trifft es zu, dass der RAD-Psychiater die Arbeits-

fähigkeit der Beschwerdeführerin nicht nach Massgabe der neuesten 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur anhaltend somatoformen 

Schmerzstörung und vergleichbarer psychosomatische Leiden (BGE 141 

V 281; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 

E.2.2.1) geprüft hat. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin 

erweist sich die RAD-Beurteilung deswegen aber nicht als fehlerhaft, da 

das bei der Beschwerdeführerin vorhandene Beschwerdebild nicht zu den 

mit einer anhaltend somatoformen Schmerzstörung vergleichbaren Lei-

den im Sinne (auch) der geänderten Rechtsprechung zählt. Die für diese 

Krankheitsbilder und die anhaltend somatoforme Schmerzstörung entwi-

ckelte und in BGE 141 V 281 geänderte bundesgerichtliche Rechtspre-

chung beansprucht für den vorliegenden Fall damit keine Geltung und 

- 25 -

wurde vom RAD-Psychiater dementsprechend zu Recht unberücksichtigt 

gelassen. Sodann hat das Bundesgericht unter der Geltung der geänder-

ten Rechtsprechung im Urteil 8C_191/2016 vom 15. Juni 2016 jüngst 

bestätigt, dass einer leichtgradig depressiven Episode der invalidisierende 

Charakter abzusprechen ist (E.4.1). Dass die neue bundesgerichtliche 

Rechtsprechung zur anhaltend somatoformen Schmerzstörung und ver-

gleichbaren psychosomatischen Leiden diese Beurteilung ändern wird, 

kann somit entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin ausge-

schlossen werden. 

bb) Soweit die Beschwerdeführerin im Weiteren moniert, der RAD-Psychiater 

habe die streitige Arbeitsunfähigkeit danach bemessen, inwieweit die Be-

schwerdeführerin in der Lage sei, ihre Beschwerden zu überwinden und 

eine zumutbare Tätigkeit auszuüben, geht ihre Kritik ebenfalls fehl. Denn 

gemäss der Legaldefinition in Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG liegt eine Er-

werbsunfähigkeit nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist; die Versicherte mithin an einem Gesundheitsschaden leidet, der nicht 

nur nach ihrem Empfinden, sondern aus objektiver Sicht derart schwer-

wiegend ist, um das funktionelle Leistungsvermögen und, als Folge da-

von, das Erwerbsvermögen einer Versicherten zu beeinträchtigen (UELI 

KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 7 N. 56). 

Mit den Ausführungen zur Überwindbarkeit der psychischen Beschwerden 

der Beschwerdeführerin nimmt der RAD-Psychiater folglich auf die objek-

tive Zumutbarkeitsprüfung im Sinne der allgemeingültigen Legaldefinition 

der Erwerbsunfähigkeit gemäss Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG Bezug und 

äussert sich nicht, wie von der Beschwerdeführerin behauptet, zur vom 

Bundesgericht in BGE 141 V 281 aufgegebenen Überwindbarkeitsvermu-

tung. Auch insoweit ist die RAD-Beurteilung vom 17. Oktober 2014 folg-

lich nicht zu beanstanden.

- 26 -

cc) Was die inhaltliche Kritik der Beschwerdeführerin betrifft, ist vorab festzu-

halten, dass sich die Beurteilung des RAD-Psychiaters in Bezug auf die 

diagnostizierten Krankheiten nicht grundlegend von jener der behandeln-

den Ärzte unterscheidet. Der in diesem Zusammenhang vom behandeln-

den Psychiater der Beschwerdeführerin, Dr. med. G._____, im Arztbericht 

vom 24. März 2015 (Bf-act. 8) erhobene Vorwurf, der begutachtende 

RAD-Psychiater sei bei den somatischen Beschwerden hängen geblieben 

und habe sich von der Explorandin instrumentalisieren lassen, ist akten-

widrig, hat doch der RAD-Psychiater erstmals eine Persönlichkeitsstörung 

diagnostiziert. Ob es sich hierbei, wie vom RAD-Psychiater angenommen, 

um eine Persönlichkeitsstörung nach anhaltender körperlicher Krankheit 

(ICD-10: F 62) oder, wie vom behandelnden Psychiater postuliert, um ei-

ne histrionische Persönlichkeitsstörung (mit depressiven Anteilen) han-

delt, ist für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin 

nicht von entscheidender Bedeutung. Ausschlaggebend ist diesbezüglich, 

ob diese psychische Krankheit verbunden mit der rezidivierend depressi-

ven Störung aus objektiver Sicht derart schwerwiegend ist, um die Ar-

beitsfähigkeit der Beschwerdeführerin voraussichtlich dauerhaft zu beein-

trächtigen oder die sozialpraktische Verwertung der Arbeitskraft auf dem 

Arbeitsmarkt für die Gesellschaft auszuschliessen (MEYER/REICHMUTH, 

a.a.O., Art. 4 N. 17). Zu dieser Frage äussert sich Dr. med. G._____ im 

Arztbericht vom 24. März 2015 nicht. Er begnügt sich vielmehr damit, die 

vom begutachtenden RAD-Psychiater gestellten Diagnosen zu kritisieren. 

Allein daraus kann zwar (wohl) nicht geschlossen werden, Dr. med. 

G._____ erachte die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdefüh-

rerin in der RAD-Abklärung vom 17. Oktober 2014 für zutreffend. Indes-

sen bietet der Arztbericht vom 24. März 2015 unter diesen Umständen 

keine Anhaltspunkte für eine höhergradige Beeinträchtigung der Arbeits-

fähigkeit der Beschwerdeführerin als die vom RAD-Psychiater angenom-

mene 20%ige Leistungsminderung. 

- 27 -

dd) Demgegenüber attestierte Dr. med. H._____, Oberarzt, der Beschwerde-

führerin im IV-Verlaufsbericht vom 18. April 2013 eine 100%ige Arbeitsun-

fähigkeit infolge einer rezidivierend depressiven Störung, gegenwärtig 

schwere depressive Episode (Bf-act. 4). Im Arztbericht vom 1. Juli 2013 

bestätigten die behandelnden Psychiater die fortdauernde 100%ige Ar-

beitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin, wobei sie nur mehr von einer 

mittelgradig depressiven Episode ausgingen (Bf-act. 5). In den fraglichen 

Arztberichten werden indessen keine objektiv feststellbaren Gesichts-

punkte vorgebracht, welche der RAD-Psychiater nicht berücksichtigt hat 

und die geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

der Beschwerdeführerin zu führen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 

9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E.4.3, Urteile des Eidgenössischen Ver-

sicherungsgerichts U 58/06 vom 2. August 2006 E.2.2, I 676/05 vom 

13. März 2006 E.2.4). Die entsprechenden Beurteilungen wecken daher 

keine begründeten Zweifel an der Richtigkeit der Einschätzung der Ar-

beitsfähigkeit der Beschwerdeführerin durch den begutachtenden RAD-

Psychiater, zumal bei deren Würdigung rechtspechungsgemäss der Er-

fahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, dass behandelnde Ärzte – wie 

die vorliegend in Frage stehenden – in Zweifelsfällen bisweilen zu Guns-

ten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 135 V 436 E.4.5; Urteil des Bun-

desgerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E.4.3, Urteile des Eidgenös-

sischen Versicherungsgerichts U 58/06 vom 2. August 2006 E.2.2, I 

676/05 vom 13. März 2006 E. 2.4). Der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

der Beschwerdeführerin durch den begutachtenden RAD-Psychiater ist 

folglich voller Beweiswert zuzuerkennen.

ee) Dem begutachtenden RAD-Arzt, Dr. med. F._____, wirft die Beschwerde-

führerin sodann vor, bei der Bestimmung ihrer Arbeitsfähigkeit der Adipo-

sitas und ihren Unterbauchschmerzen nicht Rechnung getragen zu ha-

- 28 -

ben, obgleich diese nach Auffassung von Dr. med. I._____, Oberarzt, ei-

ne 50%ige Arbeitsunfähigkeit begründeten (Arztbericht vom 28. Januar 

2015 [Bf-act. 7]). Dieser Argumentation ist zunächst entgegenzuhalten, 

dass die Beschwerdeführerin gegenüber Dr. med. F._____ nur über 

manchmal auftretende, stichartige Schmerzen im Bauchbereich geklagt 

hat (IV-act. 129 S. 26). Diese Beschwerden sind insofern in die Beurtei-

lung von Dr. med. F._____ eingeflossen, als er im Belastungsprofil Tätig-

keiten in der Hocke und im Knien wegen der infolge der zahlreichen ab-

dominalen Operationen eingeschränkten Beweglichkeit im Bauchbereich 

ausgeschlossen hat (IV-act. 31). Zudem hält Dr. med. I._____ im Arztbe-

richt vom 28. Januar 2015 selber fest, kein organisches Korrelat für die 

von der Beschwerdeführerin beklagten Bauchschmerzen finden zu kön-

nen. Wohl deshalb ist er nicht in der Lage, diese Beschwerden anhand 

einer der bekannten Klassifikationssysteme einer bestimmten Krankheit 

zuzuordnen. Damit kann ohne weiteres ausgeschlossen werden, dass die 

Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin wegen der gelegentlich auftre-

tenden Unterbauchbeschwerden in einem über das von Dr. med. F._____ 

angenommene Ausmass beeinträchtigt wird. In Bezug auf die Adipositas 

bleibt anzumerken, dass diese Krankheit nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung keine zu Rentenleistungen berechtigende Invalidität be-

wirkt, wenn sie nicht körperliche oder geistige Schäden verursacht und 

nicht die Folge von solchen Schäden ist. Liegen diese Voraussetzungen 

nicht vor, muss sie unter Berücksichtigung der besonderen Gegebenhei-

ten des Einzelfalles dennoch als invalidisierend betrachtet werden, wenn 

sie weder durch geeignete Behandlung noch durch zumutbare Gewichts-

abnahme auf ein Mass reduziert werden kann, bei welchem das Überge-

wicht in Verbindung mit allfälligen Folgeschäden keine voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde Beeinträchtigung der Erwerbsfähig-

keit bzw. der Betätigung im bisherigen Aufgabenbereich zur Folge hat 

(Urteile des Bundesgerichts 8C_496/2012 vom 19. September 2012 

- 29 -

E.2.2, 8C_74/2008 vom 22. August 2008 E.2.2; Urteil des Eidgenössi-

schen Versicherungsgerichts I 745/06 vom 21. März 2007 E. 3.1). Dass 

eine dieser beiden Fallkonstellationen vorliegt, hat die Beschwerdeführe-

rin nicht ansatzweise dargelegt und wird auch von Dr. med. I._____ im 

Arztbericht vom 28. Januar 2015 (Bf-act. 7) nicht behauptet. In den Arzt-

berichten betreffend die Adipositas finden sich im Übrigen keine Hinweise 

auf eine invalidisierende Wirkung dieser Krankheit (vgl. Arztbericht von 

Dr. med. K._____, Leitender Arzt Endokrinologie, vom 13. März 2012 [IV-

act. 83 S. 2 f.], Arztbericht vom 15. Mai 2012 von Dr. med. L._____, Co-

Chefarzt, Leitender Viszeralchirurgie vom 15. Mai 2012 [IV-act. 83 S. 6]). 

Die von der Beschwerdeführerin gegen die Beurteilung von Dr. med. 

F._____ erhobenen Einwände erweisen sich demzufolge als unbegrün-

det. Das Gericht sieht sich nicht veranlasst, an der Richtigkeit seiner Be-

urteilung zu zweifeln. Dieser ist folglich voller Beweiswert beizumessen. 

d) In Würdigung der gesamten Akten gelangt das Gericht aus den vorge-

nannten Überlegungen zum Schluss, dass der RAD-Abklärung vom 

17. Oktober 2014 voller Beweiswert zukommt. Damit gilt als erstellt, dass 

die Beschwerdeführerin in einer leichten körperlichen Tätigkeit mit Wech-

selbelastung ohne Zwangshaltung des Oberkörpers, ergonomischem Ein-

satz der Hände unter Vermeidung von Tätigkeiten im Knien und in Hock-

stellung zu 80 % arbeitsfähig ist (IV-act. 129 S. 35). Weitere medizinische 

Untersuchungen, insbesondere die Einholung des begehrten versiche-

rungsexternen Gutachtens, lassen diesbezüglich keine neuen Erkenntnis-

se erwarten, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung von weiteren Be-

weisvorkehren abzusehen und der rechtserhebliche Sachverhalt als hin-

reichend erstellt anzusehen ist (vgl. BGE 134 I 140 E.5.3, 131 I 153 E.3, 

124 I 208 E.4a). 

- 30 -

aa) Hinsichtlich des Verlaufs der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin gab 

der begutachtende RAD-Psychiater am 5. Dezember 2014 auf entspre-

chende Nachfrage hin an, aufgrund der vorhandenen Unterlagen und der 

Angaben der Versicherten sei davon auszugehen, dass die psychischen 

Beschwerden erst im Nachgang und als Reaktion auf die körperlichen 

Beeinträchtigungen sowie die beklagten Schmerzen aufgetreten seien. 

Die psychischen Beschwerden hätten sich mutmasslich ab Februar 2012 

intensiviert und die Beschwerdeführerin nach und nach in einem Umfang 

von 20 % beeinträchtigt. Spätestens im Untersuchungszeitpunkt (29. Juli 

2014) habe die postulierte Arbeitsunfähigkeit von 20 % vorgelegen (IV-

act. 145 S. 15). Diese Beurteilung des RAD-Psychiaters wird von 

Dr. med. F._____ aus somatischer Sicht dahingehend ergänzt, als dieser 

der Beschwerdeführerin in der RAD-Abklärung vom 17. Oktober 2014 für 

den Untersuchungszeitpunkt (29. Juli 2014) eine 80%ige Arbeitsfähigkeit 

in einer leidensadaptierten Tätigkeit. Im 2012 stufte er die Beschwerde-

führerin wegen des Aufflammens der Psoriasis-Arthropatie als vollständig 

arbeitsunfähig ein (IV-act. 129 S. 35 f.). Auf Nachfrage der zuständigen 

Sachbearbeiterin hielt er diesbezüglich am 15. Dezember 2014 fest, die 

behandelnde Rheumatologin habe im März 2012 wegen des Aufflam-

mens der Psoriasis-Arthropatie eine neue Medikation eingeleitet habe. 

Aufgrund deren Angaben im Arztbericht vom 23. März 2012 sei davon 

auszugehen, dass bereits im November 2011 eine höhere Aktivität der 

Psoriasis-Arthropatie ausgewiesen gewesen sei (IV-act. 145 S. 14). Die 

Haushaltsabklärung habe damals eine Einschränkung von 6.4 % erge-

ben. Nach eingetretener Beruhigung der Psoriasis-Arthropatie durch die 

Behandlung mit Biologika sei eine höhere Einschränkung im Haushalt, als 

bereits im November 2011 bestehend, nicht anzunehmen. Die Rücken-

problematik sei zu diesem Zeitpunkt auch bereits vorhanden gewesen. 

Eine höhergradige Einschränkung, als die in der Haushaltsabklärung er-

- 31 -

mittelte, sei aus somatischer Sicht demnach auszuschliessen (IV-act. 145 

S. 14). 

bb) Diese Angaben der begutachtenden RAD-Ärzte zur Entwicklung der Ar-

beitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im zu beurteilenden Zeitraum stüt-

zen sich auf die echtzeitlichen Arztberichte zur damaligen gesundheitli-

chen Verfassung der Beschwerdeführerin und deren Arbeitsfähigkeit (vgl. 

insbesondere Arztbericht von Dr. med. M._____ vom 21. März 2012 [IV-

act. 83 S. 4 f.] und IV-Verlaufsbericht vom 9. November 2012 [IV-act. 84], 

IV-Verlaufsbericht von Dr. med. H._____ vom 18. April 2013 [IV-act. 92]). 

Eine durchgängige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführe-

rin ist auf dieser Grundlage nur aus psychiatrischer, nicht jedoch aus so-

matischer Sicht möglich. Hinsichtlich der somatischen Beschwerden ist al-

lerdings zu beachten, dass Dr. med. F._____ die zeitweilige vollständige 

Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin ausschliesslich mit der erhöh-

ten Entzündungsaktivität der Psoriasis-Arthropatie begründet. Deren Ver-

lauf lässt sich anhand der Arztberichte der behandelnden Rheumatologin 

der Beschwerdeführerin, Dr. med. M._____, Fachärztin FMH für Innere 

Medizin und Rheumatologie, nachzeichnen. So bestanden laut IV-

Verlaufsbericht vom 16. Dezember 2013 von Dr. med. M._____ seit März 

2013 unverändert periphere Arthritiden, wobei vor allem die Finger und 

Kniegelenke betroffen gewesen seien. Klinisch seien immer wieder auch 

Synovitiden einzelner Fingergelenke nachgewiesen worden. Radiologisch 

seien psoriasis-typische Veränderungen gefunden worden. Unter der Be-

handlung mit Methotrexat sei es zwar zu einer Besserung der Beschwer-

den gekommen. Es bestehe jedoch weiterhin eine klinisch und laborche-

misch ausgewiesene erhöhte Entzündungsaktivität. Die Therapie werde 

deshalb aktuell mit Humira ausgebaut. Unter dieser Behandlung sollte es 

zu einer Besserung der entzündlichen Aktivität kommen. Eine Teilarbeits-

fähigkeit sei aktuell noch nicht möglich. Eine neue Beurteilung sei frühes-

- 32 -

tens im Juni 2014 empfohlen (IV-act. 110 S. 2). Im Arztbericht vom 4. Juni 

2014 hielt Dr. med. M._____ alsdann fest, seit November 2013 eine Ba-

sistherapie mit Humira durchzuführen. Seither seien keine Synovitiden 

oder entzündlichen Aktivitäten mehr nachgewiesen. Die Schmerzsym-

ptomatik sei jedoch persistierend und entspreche aktuell am ehesten ei-

nem weichteilrheumatischen Beschwerdebild (IV-act. 119 S. 1). Bezüglich 

der weiteren Arbeitsfähigkeit der Patientin sollte aus rein rheumatologi-

scher Sicht eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für leichte wechselbelastende 

Tätigkeiten erreicht werden können (IV-act. 119 S. 2). Dieser Beurteilung 

hielt Dr. med. F._____ in der RAD-Abklärung vom 17. Oktober 2014 ent-

gegen, versicherungsmedizinisch sei die Annahme einer 50%igen Ar-

beitsunfähigkeit für leichte wechselbelastende Tätigkeiten bei vorwiegend 

weichteilrheumatischen Beschwerden ohne Zeichen einer entzündlichen 

Aktivität in den Gelenken als zu hoch zu werten (IV-act. 129 S. 31). Die 

Beschwerdeführerin sei in einer leidensadaptierten Tätigkeit unter 

Berücksichtigung einer verminderten Leistungsfähigkeit infolge des erhöh-

ten Pausenbedarfs zu 80 % arbeitsfähig (IV-act. 129 S. 129 S. 31 f.). In 

Anknüpfung an diese Beurteilungen erscheint es dem Gericht überwie-

gend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin während der klinisch 

und laborchemisch ausgewiesenen erhöhten Entzündungsaktivität der 

Psoriasis-Arthropatie von November 2011 bis November 2013 vollständig 

arbeitsunfähig gewesen ist. Im Übrigen war und ist sie in einer leidensad-

aptierten Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig.

7. a) Unter Zugrundelegung dieser Arbeitsunfähigkeit ist anschliessend der 

streitige Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin zu ermitteln. Die von Fe-

bruar 2010 bis Oktober 2011 und ab Dezember 2013 bestehende Restar-

beitsfähigkeit von 80 % ermöglicht der Beschwerdeführerin die Ausübung 

einer Erwerbstätigkeit im angenommenen Umfang von 50 % (vgl. Aus-

führungen in den vorstehenden Erwägungen 6d/aa und 6d/bb). Das von 

- 33 -

ihr mit einer solchen Tätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt er-

zielbare Einkommen ist anhand der LSE-Tabellenlöhne zu ermitteln, da 

die Beschwerdeführerin im interessierenden Zeitraum keiner Erwerbs-

tätigkeit nachgegangen ist (vgl. dazu statt vieler BGE 129 V 472 E.4.2.1, 

124 V 321 E.3d/aa; MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 28a N. 78 ff.). Dabei 

ist – wie bei der Bestimmung des versicherungsrechtlichen Status (vgl. 

die vorstehenden Ausführungen in Erwägung 4i) – auf die LSE 2010, TA1 

zurückzugreifen. Danach hätte die Beschwerdeführerin mit einer körper-

lich leichten Tätigkeit ohne berufliche Vorkenntnisse ausgehend von der 

betriebsüblichen Wochenarbeitszeit im 2012 ein monatliches Bruttoein-

kommen von Fr. 2'159.60 erzielen können (50 % von Fr. 4'319.25), mithin 

im Jahr Fr. 25'915.20 verdienen können (Fr. 2'159.60 x 12). Dieses 

Einkommen darf der Beschwerdeführerinnen indessen nur angerechnet 

werden, wenn aufgrund ihrer persönlichen und beruflichen Umstände (Al-

ter, Migrationshintergrund, fehlende berufliche Ausbildung, gesundheitli-

che Beeinträchtigungen) davon ausgegangen werden kann, dass sie ihre 

Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt mit durchschnittli-

chem Erfolg verwerten kann (BGE 124 V 321 E.3b/bb). Andernfalls ist ihr 

ein Abzug vom LSE-Tabellenlohn zuzugestehen, der unter Würdigung al-

ler massgeblichen Umstände nach pflichtgemässem Ermessen gesamt-

haft zu schätzen ist. Der leidensbedingte Abzug ist dabei auf insgesamt 

höchstens 25 % zu begrenzen (BGE 134 V 322 E.5.2, 126 V 75 E.5b/bb 

und 5b/cc). 

b) Im vorliegenden Fall ist diesbezüglich zu beachten, dass die Beschwerde-

führerin aufgrund ihrer gesundheitlichen Verfassung nur mehr körperlich 

leichte Tätigkeiten mit Wechselbelastung ohne Zwangshaltung des 

Oberkörpers und unter ergonomischem Einsatz der Hände unter Vermei-

dung von Tätigkeiten im Knien und in Hockstellung ausüben kann (IV-

act. 129 S. 35; vgl. dazu vorne Erwägung 5a; IV-act. 184 S. 29, 31). Diese 

- 34 -

gesundheitlichen Leistungseinschränkungen schränken die Beschwerde-

führerin in der Ausübung einer Verweisungstätigkeit erfahrungsgemäss 

dermassen ein, dass sie deshalb ihre Arbeitsfähigkeit auf dem Arbeits-

markt nur mehr mit einem unterdurchschnittlichen Erfolg verwerten kann. 

Dagegen berechtigt der Umstand, dass – wie hier – eine grundsätzlich 

vollzeitlich arbeitsfähige Versicherte reduziert leistungsfähig ist, zu kei-

nem Abzug, da dieser Tatsache bereits bei der Bemessung der Arbeits-

fähigkeit Rechnung getragen wurde (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

9C_584/2015 vom 15. April 2016 E.6.2, 8C_344/2012 vom 16. August 

2012 E. 3.2, 9C_40/2011 vom 1. April 2011 E.2.3.1). Ebenso wenig ist der 

Beschwerdeführerin im Hinblick auf ihren Beschäftigungsgrad ein Abzug 

von den LSE-Tabellenlöhnen zuzugestehen, wirkt sich doch die Teilzeit-

beschäftigung bei Frauen im Vergleich zu einer Vollzeitbeschäftigung 

nicht lohnmindernd aus (Urteile des Bundesgerichts 8C_366/2013 vom 

18. Juni 2013 E.4.3, 9C_294/2012 vom 7. Mai 2012 E.3.3.2.1). Sodann 

gilt eine psychisch bedingte verstärkte Rücksichtnahme seitens Vorge-

setzter und Arbeitskollegen nach der bundesgerichtlichen Rechtspre-

chung nicht als eigenständiger abzugsfähiger Umstand (Urteil des Bun-

desgerichts 9C_226/2013 vom 4. September 2013 E. 4.2.2). Nicht von 

Belang sind im vorliegenden Fall ferner die Anzahl der Dienstjahre und 

die Nationalität, verfügt doch die Beschwerdeführerin über die Schweizer 

Staatsangehörigkeit. Hingegen ist vorliegend das fortgeschrittene Alter 

der Beschwerdeführerin, die im Verfügungszeitpunkt bereits 58 Jahre alt 

war, gerade auch im Hinblick auf ihre bereits über zehnjährige Abwesen-

heit vom Arbeitsmarkt abzugsrechtlich erheblich (vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 9C_334/2013 vom 24. Juli 2013 E.3). Infolgedessen sowie der 

behinderungsbedingten Einschränkungen bei der Ausübung von Verwei-

sungstätigkeiten erscheint dem Gericht ein leidensbedingter Abzug von 

insgesamt 10 % als angemessen. Die Beschwerdeführerin ist demzufolge 

- 35 -

in der Lage, mit einer leidensadaptierten Tätigkeit ein Jahreseinkommen 

von Fr. 23'323.70.60 (90 % von Fr. Fr. 25'915.20). 

c) Wird dieses Invalideneinkommen dem Valideneinkommen der 

Beschwerdeführerin von Fr. 25'915.20 gegenübergestellt, so resultiert 

eine Erwerbseinbusse von 10 %. Demzufolge beträgt der gewichtete 

Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin im interessierenden Zeitraum 

vom frühestmöglichen Rentenbeginn (1. August 2011, vgl. vorstehende 

Ausführungen in Erwägung 4h) bis Oktober 2011 und ab Dezember 2013 

im erwerblichen Bereich folglich 5 % (0.5 x 10 %). 

d) Von November 2011 bis November 2013 war die Beschwerdeführerin 

demgegenüber vollständig arbeitsunfähig (vgl. vorstehende Ausführungen 

in Erwägung 5d/aa und d/bb). In dieser Zeitspanne konnte sie keine 

Erwerbstätigkeit ausüben. Ihr rentenbegründender Invaliditätsgrad betrug 

daher 100 % (Invalideneinkommen: Fr. 0.--; Valideneinkommen: 

Fr. 25'915.20). Von November 2011 bis November 2013 betrug der 

gewichtete Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin im erwerblichen 

Bereich demnach 50 % (0.5 x 100 %). 

8. Zu diesem Invaliditätsgrad hinzuzurechnen sind die gesundheitlichen Be-

einträchtigungen der Beschwerdeführerin bei der Haushaltsführung als 

besonderer Aufgabenbereich im Sinne von Art. 28a Abs. 3 IVG, die mit-

tels eines Betätigungsvergleichs zu bestimmen sind (vgl. dazu MEYER/ 

REICHMUTH, a.a.O., Art. 28a N. 178 und 159 ff. m.w.H.). Die IV-Stelle führ-

te zu diesem Zweck am 15. November 2011 in Anwesenheit des Ehe-

mannes der Beschwerdeführerin eine Haushaltsabklärung durch. Auf der 

Grundlage der dabei gewonnenen Erkenntnisse und in Kenntnis der me-

dizinischen Vorakten gelangte die hierfür zuständige Fachperson der IV-

Stelle im nach Massgabe des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflo-

- 36 -

sigkeit in der Invalidenversicherung (KSIH) verfassten Abklärungsbericht 

vom 25. November 2011 zum Schluss, die Beschwerdeführerin sei, be-

dingt durch ihre gesundheitliche Verfassung, nach zumutbarer Inan-

spruchnahme der Mithilfe ihrer Töchter und des Ehemannes in der Haus-

haltsführung im Umfang von 6.4 % eingeschränkt (IV-act. 47). Diese Ein-

schätzung ist plausibel und bezüglich der Einschränkungen in den einzel-

nen Tätigkeitsbereichen angemessen detailliert begründet und steht in 

Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben. Ausser-

dem wurde der fragliche Abklärungsbericht von einer qualifizierten Fach-

person verfasst. Der begutachtende RAD-Psychiater, med. pract. 

E._____, hielt am 5. Dezember 2014 ausserdem in Bezug auf die sich 

seit Februar 2012 intensivierenden psychischen Beschwerden fest, bei 

der Führung des Haushalts könnten Arbeiten unterbrochen und der Ta-

gesform entsprechend durchgeführt werden. Deshalb sei die Minderung 

der Leistungsfähigkeit aus psychischer Sicht deutlich unter der medizin-

theoretischen Arbeitsunfähigkeit von 20 % anzusiedeln. Aus psychiatri-

scher Sicht erscheine die im November 2011 ermittelte Einschränkung 

von 6.4 % plausibel und könne in Anbetracht der derzeitigen psychischen 

Beschwerden der Beschwerdeführerin bestätigt werden (IV-act.  145 

S. 15). Das Gericht sieht keinen Anlass, an der Richtigkeit dieser Beurtei-

lungen zu zweifeln. Dies umso weniger, als selbst die Beschwerdeführerin 

diese Beurteilung nicht in Frage stellt. Damit ist mit überwiegender Wahr-

scheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin wegen ihrer gesund-

heitlichen Verfassung in der Haushaltsführung seit Februar 2011 zu 6.4 % 

beeinträchtigt ist. In diesem Bereich ist demzufolge von einem gewichte-

ten Invaliditätsgrad von 3 % (3.2 %= 0.5 [bei einem Erwerbspensum von 

50 %] x 6.4 %) auszugehen.

9. Demzufolge betrug der rentenbegründende Invaliditätsgrad der 

Beschwerdeführerin von August bis Oktober 2011 8 % (5 % [erwerblicher 

- 37 -

Bereich] + 3 % [Haushalt]), während von November 2011 bis November 

2013 ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von 53 % (50 % [erwerbli-

cher Bereich] + 3 % [Haushalt]) vorlag. Ab Dezember 2013 beträgt der 

rentenbegründende Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin abermals 

8 % (5 % [erwerblicher Bereich] + 3 % [Haushalt]). Damit steht der 

Beschwerdeführerin ab dem 1. November 2012 (vgl. Art. 28 Abs. 1 IVG) 

bei einem bei einem Invaliditätsgrad von 53 % eine halbe Rente zu 

(Art. 28 Abs. 2 IVG, vgl. auch Art. 29 IVG). In Anwendung von Art. 88a 

Abs. 1 IVV ist diese Rente mit Wirkung ab dem 1. März 2014 bei einem 

Invaliditätsgrad von 8 % wieder aufzuheben (BGE 121 V 275, ZAK 1980 

S. 633). Der vorliegenden Beschwerde ist somit teilweise stattzugeben 

und die angefochtene Verfügung dahingehend abzuändern, als die IV-

Stelle der Beschwerdeführerin vom 1. November 2012 bis Februar 2014 

eine halbe Rente auszurichten hat. Im Übrigen erweist sich die vorliegen-

de Beschwerde als unbegründet, weshalb sie in Bestätigung der ange-

fochtenen Verfügung abzuweisen ist.

10. a) Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung 

von von Leistungen der Invalidenversicherung geht, ist das Verfahren 

kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG nach 

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert zu bemessen. 

Sie werden für das vorliegende Verfahren, das mit einem überdurch-

schnittlichen Arbeitsaufwand verbunden war, ermessensweise auf 

Fr. 800.-- festgelegt. Entsprechend dem Verfahrensausgang sind sie der 

mit ihren Anträgen grossteils unterliegenden Beschwerdeführerin zu ¾, 

mithin im Umfang von Fr. 600.--, aufzuerlegen (Art. 73 VRG). Die restli-

chen Verfahrenskosten gehen zu Lasten der IV-Stelle. 

b) Diese hat die Beschwerdeführerin für das vorliegende Verfahren ausser-

dem aussergerichtlich zu entschädigen. Der Rechtsvertreter der Be-

- 38 -

schwerdeführerin macht für das verwaltungsgerichtliche Beschwerdever-

fahren Kosten im Betrag von Fr. 4'493.15, bestehend aus einem Honorar 

von Fr. 4'039.20 (16.83 Stunden à Fr. 240.--), Barauslagen von Fr. 121.15 

(3 % von Fr. 4'039.20) und einer Mehrwertsteuer von Fr. 332.80, geltend. 

Dieser Aufwand erscheint dem Gericht als angemessen. Demzufolge hat 

die IV-Stelle der Beschwerdeführerin für das vorliegende Beschwerdever-

fahren eine reduzierte aussergerichtliche Parteientschädigung im Betrag 

von Fr. 1'123.30, inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer, zu bezahlen 

(Fr. 4'493.15 : 4). Die IV-Stelle kann als zuständiger Sozialversicherungs-

träger keine aussergerichtliche Parteientschädigung beanspruchen 

(Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und die Verfügung der IV-

Stelle des Kantons Graubünden vom 3. August 2015 dahingehend abge-

ändert, als die IV-Stelle A._____ vom 1. November 2012 bis und mit Fe-

bruar 2014 eine halbe Rente schuldet. Im Übrigen ist die Beschwerde ab-

zuweisen.

2. Die Kosten von Fr. 800.-- gehen im Umfang von Fr. 600.-- zulasten von 

A._____. Die restlichen Fr. 200.-- sind von der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden zu tragen. Die Verfahrensparteien haben die ihnen auferleg-

ten Verfahrenskosten innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides 

an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden hat A._____ eine reduzierte Par-

teientschädigung im Betrag von Fr. 1'123.30, inkl. Barauslagen und 

Mehrwertsteuer, zu bezahlen.

- 39 -

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]