# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e613d299-cde7-5b84-9d16-e9e5abbbb960
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-10-02
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 02.10.2008 S 2008 120
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_S-2008-120_2008-10-02.pdf

## Full Text

S 08 120

URTEIL
vom 2. Oktober 2008

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung

1. a) … (geb. 1961) ist ledig und gelernter Kaufmännischer Angestellter. Zuletzt 

arbeitete er in einer bis zum 31. Januar 2008 befristeten Anstellung als 

Analytiker-Programmierer bei ... Ab dem 1. Februar 2008 machte er im 

Umfang von 100% Anspruch auf Leistungen der Arbeitslosenversicherung 

geltend. Er sucht Stellen als Analytiker-Programmierer und Leiter EDV. 

b) Mit zwei Schreiben vom 18. März 2008 wurde der Versicherte vom Amt für 

Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden (KIGA) darauf hingewiesen, dass 

ihm als Versicherter gemäss Art. 17 des Bundesgesetzes über die 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) 

die Pflicht zukomme, selber Arbeit zu suchen, und zwar ab dem Zeitpunkt, ab 

dem sich eine mögliche Arbeitslosigkeit abzeichne. Zudem müsse er seine 

Bemühungen nachweisen können. Er habe vor Beginn seiner Arbeitslosigkeit 

nur gerade vier persönliche Arbeitsbemühungen vorgenommen. Auch der für 

die Kontrollperiode Februar 2008 vorgelegte Nachweis von lediglich drei 

persönlichen Arbeitsbemühungen sei in der Anzahl ungenügend. Hiermit 

werde ihm Gelegenheit zur Stellungnahme erteilt, bevor diesbezüglich 

Verfügungen ergingen. 

c) In seiner Stellungnahme vom 27. März 2008 führte der Versicherte aus, seit 

Mitte 1982 habe er nur noch in der Informatikbranche gearbeitet. Aufgrund 

seiner Lohnkosten würde eine Stellensuche im kaufmännischen Bereich 

scheitern. Von seinem RAV-Berater sei er darüber informiert worden, dass er 

acht Stellenbemühungen pro Monat vorweisen müsse. Dies sei in seiner 

Branche unmöglich und stehe in keinem Verhältnis zu den vorhandenen 

Stellen, noch dazu in Graubünden. Bei seiner früheren Arbeitslosigkeit (2003) 

habe der RAV-Berater keine konkrete Anzahl vorgegeben, sondern sei davon 

ausgegangen, dass er sich intensiv um eine neue Stelle bemühen werde. Die 

Suche habe er aus den Erfahrungen aus dem Jahre 2003 sogar noch 

intensiviert; im Jahre 2008 habe er 10 Personalvermittlungs-Agenturen mit 16 

Firmen und 3 Firmen direkt angefragt, im Jahre 2003 dagegen lediglich 6 

Personalvermittlungs-Agenturen mit 6 Firmen. Er sei aus finanziellen Gründen 

bestrebt, möglichst schnell eine Stelle zu finden. 

2. a) Mit zwei Verfügungen (Nr. 212479539 und Nr. 212479531) vom 2. April 2004 

stellte das KIGA den Versicherten für acht bzw. vier Tage wegen 

ungenügender Stellensuche vor Beginn der Arbeitslosigkeit bzw. während der 

Kontrollperiode Februar 2008 in der Anspruchsberechtigung ein. 

b) Dagegen erhob der Versicherte am 25. April bzw. 9. Mai 2008 Einsprache und 

beantragte die Aufhebung der Verfügungen. Zur Begründung seiner Anträge 

führte er aus, er sei seiner Pflicht zur Vornahme genügender Bewerbungen 

nachgekommen. In seinem angestammten Tätigkeitsbereich habe es zu 

diesem Zeitpunkt nicht mehr offene Stellen gegeben. Auch habe er aus 

Unkenntnis über seine Pflicht zur monatlichen Vornahme einer Mindestanzahl 

von Stellenbewerbungen seine Bemühungen nicht auf branchenfremde 

Gebiete ausgedehnt. Er sei erst am 26. Februar 2008 darauf hingewiesen 

worden, dass er monatlich mindestens acht Arbeitsbemühungen 

vorzunehmen habe. Die Einstellungsverfügungen würden jedoch den 

Zeitpunkt der Kündigungsfrist und den Monat Februar 2008 betreffen, so dass 

er gar nicht mehr die Möglichkeit gehabt habe, die fehlenden 

Arbeitsbemühungen zu tätigen. Er habe sich darum bemüht, sich auf Stellen 

zu bewerben, bei denen aufgrund seiner Berufsausübung und der beruflichen 

Erfahrung auch eine realistische Chance bestand, dass er eingestellt werden 

könnte. Da in der Informatikbranche meist sehr spezifische Kenntnisse 

verlangt würden, und diese ein Bewerber sich nicht innert kurzer Zeit 

aneignen könne, sei es für ihn schwierig, eine entsprechende Stelle zu finden. 

Darüber hinaus habe er kein Informatikstudium oder eine Fachhochschule 

absolviert, sondern - wie viele Quereinsteiger in der Informatikbranche - sich 

die für seinen ehemaligen Arbeitsplatz notwendigen Kenntnisse laufend durch 

seine Arbeit und Kurse angeeignet. Während seiner ersten Arbeitslosigkeit im 

Jahre 2003 seien weniger Arbeitsbemühungen gefordert worden. Im 

Gegensatz zu damals habe er seine Suche denn auch intensiviert, da ihm 

bewusst sei, dass es aufgrund seines Alters nicht einfach ist, eine neue Stelle 

zu finden. Angesichts der verfügten Einstelltage werde er in Zukunft seine 

Stellensuche sicherlich ausweiten und sich auch auf Stellen bewerben, bei 

denen das Anforderungsprofil und die verlangten Kenntnisse sich nicht 

vollständig deckten. 

c) Auf Anfrage des KIGA hin informierte der Versicherte am 3. Juni 2008 

darüber, dass er während seiner früheren Arbeitslosigkeit von seinem 

damaligen RAV-Berater keine Vorgaben erhalten habe, wie viele 

Bewerbungen pro Monat vorzunehmen seien. So habe er damals jeweils 

keine bis zwei Bewerbungen pro Monat getätigt. Im Gegensatz zu heute habe 

er viel weniger Anstrengungen unternommen, um eine Stelle zu finden. Das 

KIGA erkundigte sich daraufhin beim damaligen RAV-Berater. Dieser gab an, 

sich nicht mehr an eine Vereinbarung zu erinnern. Allerdings halte er es für 

unwahrscheinlich, dass rein gar keine Vorgaben bezüglich der Arbeitssuche 

gemacht wurden. 

d) Mit Einspracheentscheid vom 4. Juli 2008 lehnte das KIGA die Einsprachen 

ab. Sowohl für die Zeit vor Beginn der Arbeitslosigkeit als auch für die 

Kontrollperiode Februar 2008 könne der Versicherte nicht genügend 

Arbeitsbemühungen nachweisen. Die Begründung des Versicherten, er sei 

vor fünf Jahren anders instruiert worden, werde vom damaligen 

Personalberater nicht bestätigt, weshalb sie nicht als Rechtfertigung 

herangezogen werden könne. Im Übrigen ziele das Argument, wonach im 

bisherigen Betätigungsfeld des Versicherten nicht sehr viele Stellen 

vorhanden seien, ins Leere, da bereits das Arbeitslosenversicherungsgesetz 

festhalte, dass sich der Einsprecher von Anbeginn weg auch ausserhalb 

seines bisherigen Betätigungsfeldes um Arbeit bemühen müsse. 

3. Am 6. September 2008 erhob der Versicherte frist- und formgerecht 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Rechtsbegehren um 

Aufhebung des Einspracheentscheides und Rückweisung der Angelegenheit 

an die Vorinstanz zur erneuten Abklärung. Zur Begründung seiner Anträge 

reichte er zwei E-Mails vom März und April 2003 an den damaligen RAV-

Berater ein. Diese bewiesen, dass während seiner ersten Arbeitslosigkeit 

nicht mehr Bemühungen bezüglich Stellensuche verlangt worden seien. Erst 

anlässlich des ersten Gesprächs mit dem RAV-Berater am 26. Februar 2008 

sei ihm eröffnet worden, dass er mindestens acht Bewerbungen pro Monat 

abzuliefern habe. Im Jahre 2003 sei anerkannt worden, dass sich die 

Stellensuche im bisherigen Tätigkeitsbereich schwierig erweise. Daran habe 

sich zwischenzeitlich nichts geändert. Allerdings werde ihm nun 

entgegengehalten, dass er sich ausserhalb seiner bisherigen Tätigkeit hätte 

bewerben müssen. Dabei werde verkannt, dass er mit seiner beruflichen 

Entwicklung, Eignung und Erfahrung in Kombination mit seiner zumutbaren 

Lohnforderung keinen geeigneten Beruf ausserhalb der IT-Branche finde. Mit 

der Grundausbildung als kaufmännischer Angestellter wäre er wohl in der 

Lage, als Sachbearbeiter zu arbeiten. Aber mit einem Anfangslohn von über 

Fr. 7'300.-- werde auch in anderen Berufsbranchen sowohl in der 

Privatwirtschaft als auch im öffentlichen Dienst sehr viel mehr an qualitativer 

Berufserfahrung verlangt, als er aufweisen könne. Im Übrigen habe er in der 

Zeit der befristeten Anstellung, also vor der jetzigen Arbeitslosigkeit, nicht 

bloss vier, sondern mindestens sieben Bewerbungen vorgewiesen. Somit sei 

erstellt, dass er trotz der befristeten Anstellung kaum weniger Aktivitäten 

durchgeführt habe, als in der Zeit vorher. 

4. In ihrer Vernehmlassung nahm das KIGA zur Beschwerde Stellung und 

beantragte deren Abweisung. Zur Begründung wurde im Wesentlichen 

geltend gemacht, dass der Versicherte, da er gewusst habe, dass sein 

Arbeitsverhältnis per Ende Januar 2008 enden würde, verpflichtet gewesen 

wäre, ab November 2007, spätestens ab Dezember 2007, 

Arbeitsbemühungen vorzunehmen. Der Beschwerdeführer habe nachweislich 

aber nur gerade vier Arbeitsbemühungen vorgenommen. Ähnlich verhalte es 

sich während der Kontrollperiode Februar 2008, während welcher der 

Einsprecher nur gerade drei Arbeitsbemühungen habe vorweisen können. 

Der Beschwerdeführer rechtfertige seine ungenügenden Arbeitsbemühungen 

damit, dass er vor fünf Jahren anders instruiert worden sei. Diese Aussage 

könne allerdings der damalige Personalberater nicht bestätigen. Die im 

vorliegenden Verfahren eingereichten E-Mails würden die Fragen offen 

lassen, ob in den besagten Kontrollperioden noch weitere 

Arbeitsbemühungen vorgenommen wurden und ob der Personalberater mit 

der Gesamtmenge der Arbeitsbemühungen einverstanden war. Mit keiner 

Silbe werde eine Vereinbarung bezüglich der Arbeitsbemühungen erwähnt. 

Folglich könne der Beschwerdeführer auch aus diesen E-Mails keine Rechte 

ableiten. 

Der Versicherungsrichter zieht in Erwägung:

1. a) Gemäss Art. 43 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100) entscheidet das Verwaltungsgericht in einzelrichterlicher 

Kompetenz, wenn der Streitwert Fr. 5'000.-- nicht überschreitet und sich keine 

Rechtsfragen von grundsätzlicher Bedeutung stellen. Vorliegend wendet sich 

der Beschwerdeführer gegen die Einstellung in der Anspruchsberechtigung 

von insgesamt 12 Tagen. Dies entspricht gemäss Art. 23 Abs. 1 Satz 1 AVIG 

und Art. 40a der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung 

und die Insolvenzentschädigung (AVIV; SR 837.02) einem Betrag von Fr. 

4'064.50 (Fr. 7'350.-- : 21.7 Tage x 12 Tage). Damit liegt der Streitwert 

offensichtlich unter Fr. 5'000.--. Da sich keine Rechtsfrage von 

grundsätzlicher Bedeutung stellt, ist die Zuständigkeit des Einzelrichters 

gegeben.

b) Anfechtungsobjekt dieses Verfahrens bildet der Einspracheentscheid vom 4. 

Juli 2008 bzw. die diesem zugrunde liegenden Verfügungen Nr. 212479539 

und Nr. 212479531 vom 2. April 2008. Streitig und zu prüfen ist, ob der 

Beschwerdeführer zu Recht wegen ungenügender Stellensuche während der 

Zeit vor seiner Arbeitslosigkeit sowie während der Kontrollperiode Februar 

2008 in der Anspruchsberechtigung eingestellt wurde. 

2. a) Der Versicherte ist gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG in der 

Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn er sich persönlich nicht genügend 

um zumutbare Arbeit bemüht. Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG hat, wer 

Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des 

zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare zu unternehmen, um 

Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Gemäss Art. 26 Abs. 2 AVIV 

muss der Versicherte für jede Kontrollperiode seine Arbeitsbemühungen 

nachweisen. 

b) Lehre und Rechtsprechung haben sowohl qualitative wie auch quantitative 

Kriterien entwickelt, die im Einzelfall die Beurteilung, ob der Betroffene 

genügend persönliche Arbeitsbemühungen erbringen kann, erleichtern. So 

fordert das Verwaltungsgericht in konstanter Praxis, dass mindestens acht bis 

zehn persönliche Arbeitsbemühungen pro Kontrollperiode nachzuweisen 

sind, um in quantitativer Hinsicht als genügend zu gelten (PVG 1996 Nr. 96). 

Die Anzahl ermittelt sich nicht allein anhand der Quantität der Bewerbungen, 

sondern auch nach deren Qualität (Gerhards, Kommentar zum 

Arbeitslosenversicherungsgesetz, Band I, Bern 1987, N 15 zu Art. 17). Es sind 

dabei die objektiven und die subjektiven Umstände des Einzelfalles zu 

berücksichtigen, wie lange die Arbeitslosigkeit dauert und wie die Chancen für 

die betreffende Person auf dem Arbeitsmarkt stehen. Dabei ist auch dem 

Alter, der Mobilität, allfälligen Sprachschwierigkeiten oder Behinderungen der 

versicherten Person Rechnung zu tragen (VGU S 00 56). Bei der Beurteilung 

der Frage, ob die Bemühungen in quantitativer und qualitativer Hinsicht 

genügend seien, steht der verfügenden Behörde ein gewisser 

Ermessensspielraum zu. Die persönlichen Arbeitsbemühungen werden 

jedoch recht streng beurteilt. Es gilt gewissermassen der Grundsatz, dass die 

Arbeitsbemühungen umso intensiver sein müssen, je weniger Aussicht eine 

versicherte Person darauf hat, eine Stelle zu finden. Dabei stehen sowohl 

Tatsache als auch Intensität, nicht aber der Erfolg dieser Bemühungen im 

Vordergrund (Gerhards, a.a.O., N 14 zu Art. 17, ähnlich N 16 zu Art. 17).

3. a) Im Rahmen der Schadenminderungspflicht hat die versicherte Person 

intensive Arbeitsbemühungen sowohl während des Leistungsbezugs als auch 

während der Kündigungsfrist vorzuweisen. Im konkreten Fall wurde dem 

Beschwerdeführer vorgeworfen, während der Dauer seiner auf Ende Januar 

2008 befristeten Stelle mit lediglich vier sowie im Kontrollmonat Februar 2008 

mit lediglich drei Bewerbungen seiner Schadenminderungspflicht nicht 

hinreichend nachgekommen zu sein. Dagegen wendete der 

Beschwerdeführer ein, vor seiner Arbeitslosigkeit nicht vier, sondern 

mindestens sieben Bewerbungen getätigt zu haben. In diesem 

Zusammenhang ist auf die oben zitierte Rechtsprechung (E. 2c) hinzuweisen, 

wonach acht bis zehn Bewerbungen pro Monat verlangt werden. Selbst wenn 

dem Beschwerdeführer gefolgt und sieben Bewerbungen angenommen 

würden, wären die Anforderungen offensichtlich nicht erfüllt. Der 

Beschwerdeführer hätte immerhin für die Monate Dezember und Januar 

genügend (mindestens 16) Anstrengungen nachweisen müssen. Zu Recht 

hat die Vorinstanz diese Bemühungen bereits in quantitativer Hinsicht als 

ungenügend qualifiziert. Dasselbe gilt für den Kontrollmonat Februar 2008, für 

welchen lediglich drei Bewerbungen ausgewiesen sind. Insbesondere vor 

dem Hintergrund, dass die Arbeitsbemühungen intensiviert werden müssen, 

je geringer die Erfolgsaussichten des Arbeitslosen erscheinen, geht der 

Einwand des Beschwerdeführers, aufgrund des begrenzten Stellenangebotes 

in seiner Branche würden geringere Anforderungen an die Quantität der 

Bewerbungen gestellt, fehl. Darüber hinaus wäre dem Beschwerdeführer 

ohnehin die Pflicht zugekommen, seine Stellensuche auch auf berufsfremde 

Zweige auszudehnen. In Erfüllung seiner Schadenminderungspflicht gemäss 

Art. 17 Abs. 1 Satz 2 AVIG hätte er als gelernter Kaufmännischer Angestellter 

zumindest in diesem, für ihn nicht einmal berufsfremden Bereich, 

Bemühungen anstreben müssen, zumal er aufgrund seiner ersten 

Arbeitslosigkeit im Jahre 2003 wusste und gegenüber dem KIGA auch 

detailliert ausführte, wie schwierig es in seiner Situation sei, eine Stelle als 

Programmierer zu finden. Der Hinweis auf das tiefere Einkommen, welches 

er als Kaufmännischer Angestellter hinzunehmen hätte, zielt ins Leere, denn 

gemäss Art. 16 Abs. 2 lit. i AVIG ist eine Arbeit erst dann unzumutbar und von 

der Annahmepflicht ausgenommen, wenn sie dem Versicherten einen Lohn 

einbringt, der geringer ist als 70% des versicherten Verdienstes, ausser wenn 

er Kompensationsleistungen nach Art. 24 AVIG (Zwischenverdienst) erhält. 

Die Möglichkeit der Erzielung eines Zwischenverdienstes mit entsprechender 

Beanspruchung von Kompensationsleistungen wäre ihm offen gestanden, 

hätte er entsprechend im Bereich kaufmännischer Berufe oder gar 

berufsfremder Zweige gesucht. Der Beschwerdeführer vermag somit keine 

Argumente vorzubringen, welche die geringe Zahl an Arbeitsbemühungen 

rechtfertigen würden.

b) Des Weiteren ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer im Jahre 2003 vom 

damaligen Personalberater falsch instruiert wurde und ihm aus diesem Grund 

die ungenügenden Arbeitsbemühungen nicht vorgeworfen werden können. 

Der Beschwerdeführer verweist auf die E-Mails vom 30. März und 1. Mai 2003 

von ihm an seinen damaligen RAV-Berater. Damit sollte erstellt sein, dass er 

damals über seine Pflicht, acht bis zehn Bewerbungen pro Kontrollperiode zu 

tätigen, nicht informiert worden war. Wie die Vorinstanz in ihrer 

Vernehmlassung zutreffend geltend macht, lassen diese beiden Schreiben 

offen, wie viele Arbeitsbemühungen tatsächlich vorgenommen wurden und ob 

der Personalberater mit dieser Anzahl zufrieden war. Da der damalige 

Personalberater sich an eine solche Vereinbarung nicht mehr erinnern kann 

und es für unwahrscheinlich hält, gar keine Vorgaben bezüglich der 

Arbeitssuche gemacht zu haben (vgl. E-Mail des ehemaligen 

Personalberaters vom 16. Juni 2008), ist mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Versicherte auf seine Pflicht, 

acht bis zehn Bemühungen pro Kontrollperiode vorzuweisen, aufmerksam 

gemacht wurde. Ausserdem kann er allein aus dem Umstand, dass es im 

Jahre 2003 wegen der spärlichen Bemühungen zu keinen Sanktionen 

gekommen ist, nichts zu seinen Gunsten ableiten (Urteil des BGer vom 6. 

Februar 2007 [C 258/06] E. 2.2). 

Aus der Schadenminderungspflicht im Sozialversicherungsrecht ergibt sich, 

dass ein Versicherter von sich aus und ohne besondere Aufforderung durch 

eine Amtsstelle oder Abgabe eines Merkblattes sein Möglichstes zur 

Schadensminderung vorzukehren hat (ARV 1980 Nr. 44 S. 109). Demnach 

wäre der Beschwerdeführer verpflichtet gewesen, sich selbst bei den 

zuständigen Stellen bezüglich der zu erbringenden Arbeitsbemühungen zu 

erkundigen. Im Übrigen hätte vorliegend vom Beschwerdeführer ohne 

weiteres erwartet werden dürfen, dass er sich im Internet (www.treffpunkt-

arbeit.ch) erkundigt, welche Vorkehren zu treffen und welche Pflichten zu 

erfüllen sind. Dabei wäre er unweigerlich darauf gestossen, dass „intensive“ 

Bemühungen vorzuweisen sind. Dass vier bzw. sieben Bewerbungen in zwei 

Monaten, d.h. nicht einmal eine Bewerbung pro Woche, alles andere als eine 

intensive Stellensuche darstellen, musste dem Beschwerdeführer bewusst 

sein. 

4. a) Zu klären bleibt damit noch, ob die vom KIGA verfügte Einstellungsdauer von 

insgesamt 12 Tagen im konkreten Fall angemessen war. Nach Art. 30 Abs. 3 

AVIG bemisst sich die Dauer der Einstellung in der Anspruchsberechtigung 

nach dem Grad des Verschuldens und beträgt je nach Einstellungsgrund 

höchstens 60 Tage. Erläuternd führt Art. 45 Abs. 2 lit. a-c AVIV aus, dass die 

Einstellung 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem 

und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden beträgt. Gemäss Art. 45 Abs. 

2bis AVIV ist ausserdem die Einstellungsdauer angemessen zu erhöhen, 

wenn der Versicherte innerhalb der Rahmenfrist für den Leistungsbezug 

wiederholt in seiner Anspruchsberechtigung eingestellt wird. Bei der 

Bemessung des Verschuldens des Versicherten an seiner Arbeitslosigkeit 

sind - analog dem Strafrecht - alle Umstände des konkreten Einzelfalles zu 

berücksichtigen. Als verschuldensmindernd können etwa das Alter, eine 

angeschlagene Gesundheit oder Aus- und Weiterbildung angesehen werden, 

während Umstände wie etwa leichtfertige Kündigung einer Stelle, die 

Ablehnung einer zumutbaren Stelle oder die schlechte Qualität der 

Bewerbungen verschuldenserschwerend wirken (Chopard, Die Einstellung in 

der Anspruchsberechtigung, Zürich, 1998, S. 167 f.).

b) Es ist erstellt, dass die Bewerbungen des Beschwerdeführers in quantitativer 

Hinsicht als ungenügend zu betrachten sind. Die vom KIGA im vorliegenden 

Verfahren verfügte Dauer der Einstellung in der Anspruchsberechtigung von 

acht bzw. vier Tagen erweist sich im Lichte des Kreisschreibens des 

Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) als korrekt, sieht dieses doch für 

ungenügende Arbeitsbemühungen während einer zweimonatigen 

Kündigungsfrist eine Dauer von 6-8 Tagen und für erstmals ungenügende 

http://www.treffpunkt-arbeit.ch
http://www.treffpunkt-arbeit.ch

Arbeitsbemühungen während der Kontrollperiode eine Dauer von 3-4 Tagen 

vor (Kreisschreiben SECO vom Januar 2007; D 72). An dieser Stelle ist aber 

darauf hinzuweisen, dass das Verwaltungsgericht an das genannte 

Kreisschreiben nicht gebunden ist. Dieses hat lediglich für die 

Verwaltungsorgane Weisungscharakter (VGU S 07 159). Die verfügte 

Einstellungsdauer, welche sich im Bereich des leichten Verschuldens 

befindet, ist indessen angemessen und lässt sich auch unter dem Blickwinkel 

der Verhältnismässigkeit nicht beanstanden. Dies gilt insbesondere vor dem 

Hintergrund, dass der Beschwerdeführer bereits aufgrund seiner ersten 

Arbeitslosigkeit vom Jahre 2003 über seine Pflicht, genügend 

Arbeitsbemühungen vorzuweisen, informiert sein musste. Insgesamt erweist 

sich demnach die Dauer der Einstellung von insgesamt 12 Tagen als 

rechtmässig.

5. Gemäss Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist das 

kantonale Beschwerdeverfahren in Sozialversicherungssachen - ausser bei 

leichtsinniger oder mutwilliger Prozessführung - kostenlos, weshalb 

vorliegend keine Kosten erhoben werden.

Demnach erkennt der Versicherungsrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen

2. Es werden keine Kosten erhoben.