# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ee32ec7a-5b79-5144-a904-e6899330128d
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-09-17
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 17.09.2021 SK.2020.10
**Docket/Reference:** SK.2020.10
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_SK-2020-10_2021-09-17

## Full Text

Ungetreue Amtsführung (Art. 314 StGB); Gehilfenschaft zu ungetreuer Amtsführung (Art. 314 StGB i.V.m. Art. 25 StGB); Ungetreue Geschäftsbesorgung (Art. 158 StGB); Urkundenfälschung im Amt (Art. 317 StGB); Urkundenfälschung (Art. 251 StGB); Sich bestechen lassen (Art. 322quater StGB); Bestechen (Art. 322ter StGB); Geldwäscherei (Art. 305bis StGB);;Ungetreue Amtsführung (Art. 314 StGB); Gehilfenschaft zu ungetreuer Amtsführung (Art. 314 StGB i.V.m. Art. 25 StGB); Ungetreue Geschäftsbesorgung (Art. 158 StGB); Urkundenfälschung im Amt (Art. 317 StGB); Urkundenfälschung (Art. 251 StGB); Sich bestechen lassen (Art. 322quater StGB); Bestechen (Art. 322ter StGB); Geldwäscherei (Art. 305bis StGB);;Ungetreue Amtsführung (Art. 314 StGB); Gehilfenschaft zu ungetreuer Amtsführung (Art. 314 StGB i.V.m. Art. 25 StGB); Ungetreue Geschäftsbesorgung (Art. 158 StGB); Urkundenfälschung im Amt (Art. 317 StGB); Urkundenfälschung (Art. 251 StGB); Sich bestechen lassen (Art. 322quater StGB); Bestechen (Art. 322ter StGB); Geldwäscherei (Art. 305bis StGB);;Ungetreue Amtsführung (Art. 314 StGB); Gehilfenschaft zu ungetreuer Amtsführung (Art. 314 StGB i.V.m. Art. 25 StGB); Ungetreue Geschäftsbesorgung (Art. 158 StGB); Urkundenfälschung im Amt (Art. 317 StGB); Urkundenfälschung (Art. 251 StGB); Sich bestechen lassen (Art. 322quater StGB); Bestechen (Art. 322ter StGB); Geldwäscherei (Art. 305bis StGB)

Urteil vom 17. September 2021 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Alberto Fabbri, Vorsitz, 

Miriam Forni und Stephan Blättler,  

Gerichtsschreiber Hanspeter Lukács  

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staatsanwalt 

des Bundes Vincens Nold, 

 

und 

 

als Privatklägerschaft: 

 

1. SCHWEIZERISCHE EIDGENOSSENSCHAFT, vertre-

ten durch Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, 

Bildung und Forschung WBF, vertreten durch Rechts-

anwalt Fritz Rothenbühler 

 

2. E. AG IN LIQUIDATION, vertreten durch Handelsregis-

ter- und Konkursamt Zug, Herr lic. iur. Andreas Hess 

 

 

 

gegen 

  

1. A., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Lukas Bürge, 

  

2. B., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Bernhard 

Isenring, 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer:  SK.2020.10 

- 2 - 

  

3. C., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Ivo Harb, 

 

4. D., erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt Roger Lerf, 

 

Gegenstand 

 

Ungetreue Amtsführung, Gehilfenschaft zu ungetreuer 

Amtsführung, Ungetreue Geschäftsbesorgung, Urkunden-

fälschung im Amt, Urkundenfälschung, Sich bestechen las-

sen, Bestechen, Geldwäscherei 

 

 

  

- 3 - 

Inhaltsübersicht Seite 

 

Anträge der Parteien 4 

 

Prozessgeschichte 15 

 

Erwägungen 19 

I.  Prozessuales und Rechtliches 19 

II. Ungetreue Amtsführung (Art. 314 StGB) sowie Gehilfenschaft zu ungetreuer  

Amtsführung (Art. 314 StGB i.V.m. Art. 25 StGB) 64 

III. Urkundenfälschung im Amt (Art. 317 StGB) 202 

IV. Sich bestechen lassen (Art. 322quater StGB); Bestechen (Art. 322ter StGB) 207 

V. Urkundenfälschung (Art. 251 StGB) 231 

VI. Ungetreue Geschäftsbesorgung (Art. 158 StGB) 262 

VII. Geldwäscherei (Art. 305bis StGB) 272 

VIII. Zusammenfassung der Straftatbestände 277 

IX. Strafzumessung 279 

 1.  Rechtliches 279 

 2.  A. 284 

 3.  B. 294 

 4.  C. 303 

 5.  D. 307 

X. Beschlagnahmte Gegenstände und Vermögenswerte; Einziehung;  

Ersatzforderung 312 

XI. Zivilklagen 320 

XII. Verfahrenskosten 333 

XIII. Entschädigungen 336 

XIV. Amtliche Verteidigung 344 

 

Dispositiv 355 

  

- 4 - 

Anträge der Bundesanwaltschaft: 

1.   A. 

1.1. A. sei schuldig zu sprechen: 

 – der ungetreuen Amtsführung (Art. 314 StGB); 

 – der Urkundenfälschung im Amt (Art. 317 Ziff. 1 Abs. 2 StGB); 

 – des Sich bestechen lassens (Art. 322quater StGB); 

 – der Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 StGB); 

 – der qualifizierten Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 2 StGB). 

1.2. A. sei mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 4 Jahren zu bestrafen. 

 Die Untersuchungshaft von 86 Tagen sei auf die Freiheitsstrafe anzurechnen.  

1.3. A. sei zusätzlich mit einer unbedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen à Fr. 50.--, 

entsprechend Fr. 2'000.--, zu bestrafen. 

 Soweit A. die Geldstrafe nicht bezahlt und sie auf dem Betreibungsweg uneinbring-

lich ist, habe an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 40 Tagen zu treten.  

1.4. Es sei durch das Gericht bezüglich A. auf eine Ersatzforderung gemäss Art. 71  

Abs. 1 StGB in gerichtlich zu bestimmender Höhe zu erkennen.  

1.5. Die Kosten des Verfahrens seien A. im Umfang von Fr. 10'732.30 zuzüglich der 

durch das Gericht festzulegenden anteilsmässigen Gerichtskosten für das Haupt-

verfahren aufzuerlegen.  

1.6. Die amtliche Verteidigerin, Fürsprecherin Michelle Uetz, sei für ihre Aufwendungen 

– abzüglich der geleisteten Akontozahlungen – zu entschädigen. A. sei im Falle ei-

ner Verurteilung zu verpflichten, der Eidgenossenschaft für die Kosten der amtlichen 

Verteidigung im Sinne von Art. 135 Abs. 4 StPO Ersatz zu leisten, sobald es seine 

wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.  

1.7. Der Kanton Bern sei als Vollzugskanton zu bestimmen.  

2.   B. 

2.1. B. sei schuldig zu sprechen: 

 –  der ungetreuen Geschäftsbesorgung (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB); 

–  der mehrfachen Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 StGB); 

– des Bestechens (Art. 322ter StGB); 

- 5 - 

– der qualifizierten Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 2 StGB); 

– der Gehilfenschaft zur ungetreuen Amtsführung (Art. 314 i.V.m. Art. 25 StGB). 

2.2. B. sei mit einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren zu bestrafen.  

 Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei im Umfang von 12 Monaten aufzuschieben, unter 

Ansetzung einer Probezeit von 3 Jahren. Im Übrigen sei die Freiheitsstrafe zu voll-

ziehen. 

 Die Untersuchungshaft von 74 Tagen sei auf die Freiheitsstrafe anzurechnen.  

2.3. B. sei zusätzlich mit einer unbedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen à Fr. 300.--, 

entsprechend Fr. 6'000.--, zu bestrafen. 

 Soweit B. die Geldstrafe nicht bezahlt und sie auf dem Betreibungsweg uneinbring-

lich ist, habe an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen zu treten. 

2.4. Es sei durch das Gericht bezüglich B. auf eine Ersatzforderung gemäss Art. 71  

Abs. 1 StGB in gerichtlich zu bestimmender Höhe zu erkennen.  

2.5. Die Kosten des Verfahrens seien B. im Umfang von 

Fr. 6'347.-- zuzüglich der durch das Gericht festzulegenden anteilsmässigen Ge-

richtskosten für das Hauptverfahren aufzuerlegen.  

2.6. Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt Bernhard Isenring, sei für seine Aufwendun-

gen – abzüglich der geleisteten Akontozahlungen – zu entschädigen. B. sei im Falle 

einer Verurteilung zu verpflichten, der Eidgenossenschaft für die Kosten der amtli-

chen Verteidigung im Sinne von Art. 135 Abs. 4 StPO Ersatz zu leisten, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

2.7.  Der Kanton Bern sei als Vollzugskanton zu bestimmen. 

3.   C. 

3.1. C. sei schuldig zu sprechen: 

 –  der ungetreuen Geschäftsbesorgung (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB); 

–  der mehrfachen Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 StGB); 

– des Bestechens (Art. 322ter StGB); 

– der Gehilfenschaft zur ungetreuen Amtsführung (Art. 314 i.V.m. Art. 25 StGB). 

3.2. C. sei mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 3 Jahren zu bestrafen. 

 Die Untersuchungshaft von 98 Tagen sei auf die Freiheitsstrafe anzurechnen.  

- 6 - 

3.3. C. sei zusätzlich mit einer unbedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen à Fr. 160.--, 

entsprechend Fr. 4'800.--, zu bestrafen. 

 Soweit C. die Geldstrafe nicht bezahlt und sie auf dem Betreibungsweg uneinbring-

lich ist, habe an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 30 Tagen zu treten. 

3.4. Es sei durch das Gericht bezüglich C. auf eine Ersatzforderung gemäss Art. 71  

Abs. 1 StGB in gerichtlich zu bestimmender Höhe zu erkennen.  

3.5. Die Kosten des Verfahrens seien C. im Umfang von Fr. 8'947.-- zuzüglich der durch 

das Gericht festzulegenden anteilsmässigen Gerichtskosten für das Hauptverfahren 

aufzuerlegen.  

3.6. Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt Ivo Harb, sei für seine Aufwendungen – ab-

züglich der geleisteten Akontozahlungen – zu entschädigen. C. sei im Falle einer 

Verurteilung zu verpflichten, der Eidgenossenschaft für die Kosten der amtlichen 

Verteidigung im Sinne von Art. 135 Abs. 4 StPO Ersatz zu leisten, sobald es seine 

wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.  

3.7. Der Kanton Bern sei als Vollzugskanton zu bestimmen. 

4.   D. 

4.1. D. sei des Bestechens (Art. 322ter StGB) schuldig zu sprechen. 

4.2. D. sei mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen à Fr. 80.--, entsprechend  

Fr. 9'600.--, zu bestrafen. Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben, unter An-

setzung einer Probezeit von 2 Jahren.  

4.3. D. sei zudem mit einer Verbindungsbusse von Fr. 1'920.-- zu bestrafen. Soweit D. 

die Busse schuldhaft nicht bezahlt, habe an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe 

von 24 Tagen zu treten.  

4.4. Die Kosten des Verfahrens seien D. im Umfang von Fr. 1'000.-- zuzüglich der durch 

das Gericht festzulegenden anteilsmässigen Gerichtskosten für das Hauptverfahren 

aufzuerlegen.  

4.5. Der Kanton Bern sei als Vollzugskanton zu bestimmen. 

5.   Zivilforderung 

Allfällige Zivilforderungen des Bundes seien gerichtlich zu beurteilen.  

- 7 - 

6.   Beschlagnahmungen 

Die Beschlagnahmung der gemäss Ziffer 5.1 der ergänzten Anklageschrift örtlich be-

schlagnahmten Gegenstände sei aufzuheben und die Gegenstände seien bei A. zu be-

lassen. Allenfalls sei A. zu verpflichten, einen Pauschalbetrag hierfür zu bezahlen.  

Die gemäss Ziffer 5.2 bis 5.6 der ergänzten Anklageschrift beschlagnahmten Dokumente 

seien als Beweismittel in den Akten zu belassen.  

Die gemäss Ziffer 5.7 der ergänzten Anklageschrift aus Editionen beschlagnahmten Do-

kumente seien als Beweismittel in den Akten zu belassen.  

7.   Vermögensbeschlagnahmungen 

Die Beschlagnahme der folgenden Bankguthaben von A., C. und B. seien zur Sicherstel-

lung der Ersatzforderungen und der Forderungen der Privatklägerin aufrechtzuerhalten: 

– Konto 1 bei der F. AG, lautend auf G. Inc., wirtschaftlich Berechtigter A., mit einem 

Betrag von Fr. 252'439.--; 

– Konto […] bei der F. AG, lautend auf C., wirtschaftlich Berechtigter C., mit einem Be-

trag von Fr. 1'058'667.65; 

– Konto 2 bei der F. AG, lautend auf C., wirtschaftlich Berechtigter C., mit einem Betrag 

von Fr. 464'043.--; 

– Konto 3 bei der Eidgenössischen Finanzverwaltung mit einem Betrag von 

Fr. 1'478'213.45. 

Werden die Forderungen ohne Vollstreckungsmassnahmen getilgt, sei die Beschlag-

nahme aufzuheben. 

Anträge der Privatklägerin 1 (SCHWEIZERISCHE EIDGENOSSENSCHAFT):  

Anträge im Strafpunkt: 

1. Es seien die Beschuldigten 

− A., 

− B., 

− C., 

− D.  

 im Sinne der ergänzten Anklageschrift vom 31. März 2020 schuldig zu sprechen und 

angemessen zu bestrafen.  

- 8 - 

Gestützt darauf werden folgende Begehren im Zivilpunkt gestellt: 

2. C. sei zu verurteilen, der Schweizerischen Eidgenossenschaft als Privatklägerin 

Schadenersatz in der Höhe von Fr. 19'106'285.30, nebst Zins zu 5% seit 12. Feb-

ruar 2014, zu leisten. 

3. D. sei zu verurteilen, der Schweizerischen Eidgenossenschaft als Privatklägerin 

Schadenersatz in der Höhe von Fr. 656'881.20, nebst Zins zu 5% seit 1. Juni 2015, 

zu leisten.  

Sodann werden die folgenden Begehren zur Verwendung der beschlagnahmten Vermö-

genswerte und zur Entschädigung für die Aufwendungen im Strafverfahren gestellt: 

4. Gestützt auf den zivilrechtlichen Vergleich zwischen der Privatklägerin und A. vom 

28. Juli 2021 (recte: 27. Juli 2021) sei der Privatklägerin aus den beschlagnahmten 

Vermögenswerten von A. gemäss Art. 73 StGB ein Betrag von Fr. 300'000.-- zuzu-

weisen. 

5. Gestützt auf den zivilrechtlichen Vergleich zwischen der Privatklägerin und A. vom 

28. Juli 2021 (recte: 27. Juli 2021) seien der Privatklägerin die beschlagnahmten 

Vermögenswerte der G. Inc. gemäss Art. 73 StGB zuzuweisen.  

6. Gestützt auf den zivilrechtlichen Vergleich zwischen der Privatklägerin und B. vom 

28. Juni / 5. Juli 2021 seien der Privatklägerin die nach Verrechnung der Verfah-

rens- und Parteikosten verbleibenden beschlagnahmten Vermögenswerte von B. 

gemäss Art. 73 StGB zuzuweisen.  

7. Der Privatklägerin seien die beschlagnahmten Vermögenswerte von C., respektive 

die daraus resultierenden Verwertungserlöse, zur Deckung der Zivilforderung ge-

mäss Rechtsbegehren Ziff. 2 vorstehend gemäss Art. 73 StGB zuzuweisen. 

 Eventualiter sei durch das Gericht bezüglich C. auf eine Ersatzforderung in gericht-

lich zu bestimmender Höhe zu erkennen.  

8. Die Beschuldigten A., B., C. und D. seien zu verurteilen, der Privatklägerin eine an-

gemessene Entschädigung für ihre Auslagen im Strafverfahren zu bezahlen. 

Anträge der Privatklägerin 2 (E. AG IN LIQUIDATION) (sinngemäss): 

1. B. und/oder C. seien zu verpflichten, der E. AG in Liquidation einen Schaden von 

Fr. 3'963'251.10, zuzüglich 5% Zins, zu ersetzen. 

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2. B. und/oder C. seien zu verpflichten, der E. AG in Liquidation einen Schaden von 

Fr. 2'788'091.70, zuzüglich 5% Zins, zu ersetzen.  

3. B. und/oder C. seien zu verpflichten, der E. AG in Liquidation einen Schaden von 

Fr. 1'814'411.90, zuzüglich 5% Zins seit 3. August 2004, zu ersetzen.  

4. B. und/oder C. seien zu verpflichten, der E. AG in Liquidation einen Schaden zu den 

folgenden Beträgen zu ersetzen: 

− Fr. 101'250.-- zuzüglich 5% Zins seit 30.06.2008, 

− Fr. 110'250.-- zuzüglich 5% Zins seit 09.09.2008, 

− Fr.   58'500.-- zuzüglich 5% Zins seit 28.11.2008, 

− Fr.   24'750.-- zuzüglich 5% Zins seit 04.06.2009, 

− Fr.   38'250.-- zuzüglich 5% Zins seit 04.06.2009, 

− Fr.   15'300.-- zuzüglich 5% Zins seit 04.06.2009, 

− Fr.   38'550.-- zuzüglich 5% Zins seit 16.09.2009, 

− Fr. 435'780.-- zuzüglich 5% Zins seit 08.03.2010, 

− Fr.   37'660.-- zuzüglich 5% Zins seit 26.10.2010, 

− Fr. 113'400.-- zuzüglich 5% Zins seit 16.06.2011, 

− Fr.   85'860.-- zuzüglich 5% Zins seit 13.03.2012. 

5. A. sei zu verpflichten, der E. AG in Liquidation einen Schaden von Fr. 1'422'244.44 

zuzüglich 5% Zins sowie von EUR 62'688.32 zuzüglich 5% Zins zu ersetzen.  

6. Das Nachklagerecht wird ausdrücklich vorbehalten.  

7. Sollten die Ansprüche nicht hinreichend begründet oder beziffert sein, so wird um 

Verweisung auf den Zivilweg ersucht.  

Anträge der Verteidigung des Beschuldigten A.: 

1. A. sei freizusprechen von den Vorwürfen: 

a. der ungetreuen Amtsführung bezüglich aller Anklageziffern unter 2.1.1, ausser 

Ziff. 2.1.1.1.11–2.1.1.1.18, angeblich begangen gemäss Ziffer 2.1.1 der Anklage-

schrift;  

b. der Urkundenfälschung im Amt, angeblich begangen gemäss Ziff. 2.1.2 der An-

klageschrift; 

c. des Sich bestechen lassens, angeblich begangen gemäss Ziffer 2.1.3 der Ankla-

geschrift; 

d. der Urkundenfälschung, angeblich begangen gemäss Ziffer 2.1.4 der Anklage-

schrift; 

e. der Geldwäscherei, angeblich begangen gemäss Ziffer 2.1.5 der Anklageschrift; 

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unter Entrichtung einer Entschädigung für die darauf entfallenden Verteidigungskos-

ten sowie unter Ausscheidung der diesbezüglichen Verfahrenskosten sowie deren 

Auferlegung an den Staat. 

2. Eventualiter sei das Verfahren gegen A. einzustellen: 

a. wegen ungetreuer Amtsführung, soweit mehr als 15 Jahre zurückliegend, betref-

fend der Ziffer 2.1.1 der Anklageschrift; 

b. wegen Urkundenfälschung in Bezug auf die [Gesellschaft] I. bezüglich Ziffer 2.1.4 

der Anklageschrift; 

c. wegen Geldwäscherei bezüglich Ziffer 2.1.5 der Anklageschrift.  

3. Das Verfahren wegen Vorteilsgewährung gemäss Ziffer 2.1.3 der Anklageschrift sei 

einzustellen. 

4. A. sei der ungetreuen Amtsführung gemäss Ziffern 2.1.1.1.11 bis 2.1.1.1.18 der An-

klageschrift schuldig zu sprechen. 

5. A. sei in Anwendung der massgeblichen Bestimmungen zu verurteilen: 

a. zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen à Fr. 40.--, unter Gewährung des be-

dingten Vollzugs und unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren. Die ausge-

standene Untersuchungshaft von 86 Tagen sei an die Strafe anzurechnen; 

b. zu den anteilsmässigen Verfahrenskosten.  

6. Zivilklage 

a. Die Zivilklage der E. AG in Liquidation vom 3. August 2021 sei abzuweisen; 

b. eventualiter sei auf die Zivilklage der E. AG in Liquidation vom 3. August 2021 

nicht einzutreten; 

unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

7. Weitere Anträge 

a. Das Honorar der amtlichen Verteidigung sei gemäss Honorarnote gerichtlich fest-

zusetzen; 

b. es seien die übrigen notwendigen Verfügungen zu erlassen; 

c. aus dem beschlagnahmten Vermögen von A. seien aufgrund der Vereinbarung 

zwischen A. und der Schweizerischen Eidgenossenschaft Fr. 300'000.-- dem 

SECO zuzuweisen; 

d. auf die Anordnung einer Ersatzforderung gegen A. sei zu verzichten; 

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e. die Restanz aus dem beschlagnahmten Pensionskassenguthaben von 

Fr. 806'894.10 sowie dem Verkaufserlös der beiden Liegenschaften in Spanien 

von Fr. 156'442.90 sei nach Abzug des auf A. entfallenden Anteils der Verfah-

renskosten und der dem SECO zuzuweisenden Fr. 300'000.-- an A. auszuzah-

len; 

f. die Beschlagnahme über die sich noch bei A. befindenden Gegenstände gemäss 

Liste in Beilage 3 zu den Plädoyernotizen sei aufzuheben und die Gegenstände 

seien bei A. zu belassen. 

Anträge der Verteidigung des Beschuldigten B.: 

1. B. sei vom Vorwurf des mehrfachen Bestechens freizusprechen; das Verfahren be-

treffend den dem entsprechenden Anklagesachverhalt inhärenten Vorwurf der 

(mehrfachen) Vorteilsgewährung sei in Folge Eintritts der Verjährung einzustellen. 

2. Eventualiter sei B. für Tathandlungen ab dem 17. September 2006 des mehrfachen 

Bestechens schuldig zu sprechen; das Verfahren betreffend angeklagter Tathand-

lungen bis zum 17. September 2006 sei in Folge Eintritts der Verjährung einzustel-

len. 

3. Das Verfahren bezüglich Falschbeurkundung betreffend Sachverhaltskomplex 

2004_05 RH_INT_ATV_NAP sei in Folge Eintritts der Verjährung einzustellen. 

4. Das Verfahren bezüglich (mehrfacher) Falschbeurkundung betreffend Formular A 

sei einzustellen; eventualiter sei B. vom Vorwurf der Falschbeurkundung (Formular 

A) freizusprechen. 

5. Das Verfahren bezüglich ungetreuer Geschäftsbesorgung betreffend Sachverhalts-

komplex 2004_05 RH_INT_ATV_NAP sei in Folge Eintritts der Verjährung einzu-

stellen; eventualiter sei B. vom Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung betref-

fend diesen Sachverhaltskomplex freizusprechen. 

6. B. sei vom Vorwurf der Geldwäscherei im Zusammenhang mit Formular A freizu-

sprechen. 

7. B. sei vom Vorwurf der Gehilfenschaft zur ungetreuen Amtsführung freizusprechen, 

soweit es um die Geschäftsvorgänge BIS 2271-2273 geht. 

8. B. sei der Falschbeurkundung betreffend die Sachverhaltskomplexe 

2007 INT_NCS_NAP und 2008_12 FuM_NCS_ATV_CE_NAP_CB sowie der quali-

fizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung betreffend Sachverhaltskomplex 

2007 INT_NCS_NAP schuldig zu sprechen; ferner der mehrfachen Gehilfenschaft 

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zur ungetreuen Amtsführung, soweit es um die Geschäftsvorgänge BIS 936, 1186, 

2580, 2342, 2111, 1890, 1670, 1681, 1555, 1448 und 1447 geht. 

9. B. sei mit einer, unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren bedingt vollziehba-

ren, Freiheitsstrafe von 8 Monaten und einer vollziehbaren Geldstrafe von 15 Ta-

gessätzen à Fr. 300.-- zu bestrafen. 

10. Eventualiter, bei Annahme von formellen Bestechungshandlungen, sei B. mit einer 

unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe 

von 12 Monaten und einer vollziehbaren Geldstrafe von 15 Tagessätzen à  

Fr. 300.-- zu bestrafen. 

11. Die erstandene Untersuchungshaft von 74 Tagen sei auf die Freiheitsstrafe anzu-

rechnen. 

12. Die verbliebene Zivilforderung der E. AG in Liquidation sei abzuweisen, eventualiter 

auf den Zivilweg zu verweisen. 

13. Von einer Ersatzforderung sei abzusehen. 

14. Die beschlagnahmten Vermögenswerte in der Höhe von Fr. 383'331.90 seien vorab 

zur Deckung der B. auferlegten Verfahrenskosten zu verwenden. Ein Überschuss 

sei im Einklang mit der Vereinbarung zwischen dem SECO und B. vom 

28. Juni 2021 dem SECO auszuhändigen. 

15. Die ihn betreffenden Verfahrenskosten seien B. zu einem Viertel, eventualiter zur 

Hälfte, aufzuerlegen und im Übrigen auf die Staatskasse zu nehmen. 

16. Der amtliche Verteidiger sei gemäss der einzureichenden Honorarnote angemessen 

zu entschädigen, unter Berücksichtigung der bereits geleisteten Akontozahlungen.  

Anträge der Verteidigung des Beschuldigten C.: 

1. C. sei freizusprechen, soweit überhaupt auf die entsprechenden Anklagevorwürfe 

einzutreten sei. 

2.  Die sichergestellten Gelder und beschlagnahmten Konten seien freizugeben: 

– F. AG, IBAN […], damaliger Betrag Fr. 1'026’421.10; 

– F. AG, Konto 2, damaliger Betrag Fr. 448'813.--; 

– Schliessfach J. Nr. 1 bzw. EFV Konto 3, damaliger Betrag Fr. 125'000.--. 

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3. C. sei für die unrechtmässig erstandene Untersuchungshaft mit Fr. 19'600.-- sowie 

einer Genugtuung für die durch das Strafverfahren erlittene Unbill aus der Staats-

kasse mit Fr. 40'000.-- zu entschädigen. 

4. Weiter seien die C. entstandenen Anwaltskosten in der Höhe von Fr. 176'830.10 zu 

entschädigen. 

5. Die Schadenersatzbegehren und die Ersatzforderungen seien abzuweisen, soweit 

überhaupt darauf einzutreten sei. 

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates. 

Anträge der Verteidigung des Beschuldigten D.: 

1. Auf die Anklageschrift vom 31. März 2020 sei betreffend D. infolge Ungültigkeit ge-

mäss Art. 324 Abs. 1 und Art. 352 ff. StPO nicht einzutreten.  

2. Es sei festzustellen, dass die Bundesanwaltschaft das Verfahren in Verletzung des 

Beschleunigungsgebots unverhältnismässig verzögert hat, und es sei im Urteil des 

Bundesstrafgerichts festzuhalten, wie dieser Umstand berücksichtigt worden ist. 

3. Eventualiter: D. sei freizusprechen vom Vorwurf des Bestechens, angeblich began-

gen im Zeitraum von 2007 bis 2013 zum Nachteil des Staatssekretariats für Wirt-

schaft (SECO).  

Das Verfahren gegen D. betreffend den subsidiären Vorwurf der Vorteilsgewährung 

gemäss Ziff. 2.4 der Anklageschrift vom 31. März 2020 sei überdies infolge Verjäh-

rung einzustellen.  

4. Subeventualiter: D. sei vom Vorwurf der Vorteilsgewährung gemäss Ziff. 2.4 der An-

klageschrift vom 31. März 2020 freizusprechen. 

5. Die Verfahrenskosten seien vollumfänglich dem Bund aufzuerlegen.  

6. Das Honorar der Verteidigung von D. sei gemäss separat eingereichter Honorarnote 

gerichtlich festzusetzen.  

D. sei eine Entschädigung für die Parteikosten in der Höhe der separat eingereich-

ten Honorarnote auszurichten. 

7. Die Zivilklage der Schweizerischen Eidgenossenschaft, sei abzuweisen. 

Eventualiter: Die Zivilklage sei auf den Zivilweg zu verweisen.  

- 14 - 

8. Allfällige weitere Verfügungen seien von Amtes wegen zu erlassen. 

Prozessgeschichte: 

A. Die Bundesanwaltschaft (BA) eröffnete am 31. Januar 2014 aufgrund einer Straf-

anzeige des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) vom 30. Januar 2014 eine 

Strafuntersuchung gegen A. und Unbekannt wegen Verdachts der ungetreuen 

Amtsführung (Art. 314 StGB) sowie des Sich bestechen lassens (Art. 322quater 

StGB) (BA 01-001-0001). Sie dehnte die Strafuntersuchung am 12. Februar 2014 

auf B. und C. und am 1. Juni 2015 auf D. je wegen Verdachts des Bestechens 

(Art. 322ter StGB) sowie der Vorteilsgewährung (Art. 322quinquies StGB) aus (BA 

01-001-0002 bzw. 01-001-0005; Verfahrensnummer SV.14.0100-NOL). Das Eid-

genössische Justiz- und Polizeidepartement erteilte am 21. Februar 2014 die Er-

mächtigung zur Durchführung eines Strafverfahrens gegen A. (BA 01-002-0004 

f.). 

B. Mit Verfügung vom 24. Juni 2014 ordnete die Bundesanwaltschaft gestützt auf 

Art. 323 StPO die Wiederaufnahme eines am 28. November 2005 gegen A. we-

gen Verdachts der ungetreuen Amtsführung (Art. 314 StGB) sowie des Sich be-

stechen lassens (Art. 322quater StGB) eröffneten gerichtspolizeilichen Ermittlungs-

verfahrens an, welches sie mit Verfügung vom 18. Oktober 2007 rechtskräftig 

eingestellt hatte (Verfahrensnummer EAI/7/05/1353), und vereinigte es gleichzei-

tig mit der Strafuntersuchung SV.14.0100-NOL (BA 01-001-0003 f.).  

C. Die Bundesanwaltschaft eröffnete am 16. April 2014 in diesem Zusammenhang 

eine weitere Strafuntersuchung gegen K. wegen Verdachts des Bestechens so-

wie der Vorteilsgewährung (BA 01-001-0001) und dehnte sie am 23. Juni 2015 

gegen A. wegen Verdachts der ungetreuen Amtsführung, des Sich bestechen 

lassens sowie der Vorteilsannahme aus (BA 01-001-0002; Verfahrensnummer 

SV.14.0412-NOL). Am 8. September 2015 vereinigte sie die beiden Verfahren 

SV.14.0100-NOL und SV.14.0412-NOL unter der Verfahrensnummer 

SV.14.0100-NOL (BA 01-003-0001 ff.). 

D. Gestützt auf ein Ersuchen der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 

30. September 2014 übernahm die Bundesanwaltschaft mit Verfügung vom 

26. Januar 2015 das zürcherische Verfahren B-3/2014/27 – nach erfolgter Ver-

fahrenskonsolidierung unter der Verfahrensnummer B-3/2014/27 bezogen auf 

die den Sachverhalt SECO betreffenden Beweismittel und auf die in diesem Zu-

sammenhang stehenden beschuldigten Personen – gegen L. wegen Verdachts 

der Geldwäscherei, der Urkundenfälschung, der ungetreuen Geschäftsbesor-

gung, des Bestechens sowie der Verletzung der Meldepflichten gemäss Art. 37 

- 15 - 

des Geldwäschereigesetzes, gegen C. wegen Verdachts des Bestechens, der 

Vorteilsgewährung sowie der ungetreuen Geschäftsbesorgung, gegen B. wegen 

Verdachts des Bestechens sowie der ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie ge-

gen M. wegen Verdachts des Bestechens und vereinigte die Strafverfolgung und 

Beurteilung gestützt auf Art. 26 Abs. 2 StPO in der Hand der Bundesbehörden 

(Verfahrensnummer SV.14.0100-NOL; BA 02-001-0104 ff.; Akten der Staatsan-

waltschaft III des Kantons Zürich [nachfolgend: StA ZH]).  

E. Mit Ausdehnungsverfügungen der Bundesanwaltschaft vom 2. Juli 2015 wurde 

das Verfahren auf N. sowie O. je wegen Verdachts des Bestechens sowie der 

Vorteilsgewährung ausgedehnt (BA 01-001-0006, 01-001-0007). Mit Verfügung 

vom 13. November 2015 wurde das Verfahren gegen A. auf den Verdacht der 

Vorteilsannahme und mit Verfügung vom 29. November 2017 auf den Verdacht 

der Urkundenfälschung im Amt (Art. 317 StGB) ausgedehnt (BA 01-001-0008, 

01-001-0011). 

Mit Verfügungen vom 14. Februar 2019 wurde das Verfahren gegen B. und C. je 

auf den Verdacht der Gehilfenschaft zur ungetreuen Amtsführung (Art. 314 i.V.m. 

Art. 25 StGB) ausgedehnt (BA 01-001-0012, 01-001-0013).  

Mit Verfügungen vom 28. Februar 2019 wurde das Verfahren gegen A., B. und 

C. je auf den Verdacht der Urkundenfälschung (Art. 251 StGB) ausgedehnt (BA 

01-001-0014, 01-001-0015, 01-001-0016). 

Mit Verfügungen vom 18. April 2019 wurde das Verfahren gegen A. und B. je auf 

den Verdacht der Geldwäscherei (Art. 305bis StGB) ausgedehnt (BA 01-001-

0017, 01-001-0018).  

F. Mit Einstellungsverfügung vom 21. März 2019 wurde das Verfahren gegen M. 

wegen Bestechens (Art. 322ter StGB) eingestellt (BA 03-000-0001 ff.). 

G. Mit Strafbefehl vom 26. März 2019 sprach die Bundesanwaltschaft O. des Beste-

chens (Art. 322ter StGB) schuldig und bestrafte ihn mit einer bedingt vollziehbaren 

Geldstrafe von 100 Tagessätzen à Fr. 190.-- sowie mit einer Busse von  

Fr. 1'000.--, bei schuldhaftem Nichtbezahlen ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe 

von 10 Tagen (BA 03-000-0026 ff.). 

Mit Strafbefehl vom 27. März 2019 und Berichtigung vom 29. März 2019 sprach 

die Bundesanwaltschaft L. der mehrfachen Urkundenfälschung (Art. 251 StGB), 

der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung (Art. 158 StGB) sowie der 

Geldwäscherei (Art. 305bis StGB) schuldig und bestrafte ihn mit einer bedingt voll-

ziehbaren Freiheitsstrafe von 6 Monaten (BA 03-000-0033 ff., -0062 f.). 

- 16 - 

Mit Strafbefehl vom 27. März 2019 sprach die Bundesanwaltschaft N. des Beste-

chens (Art. 322ter StGB) schuldig und bestrafte ihn mit einer bedingt vollziehbaren 

Geldstrafe von 120 Tagessätzen à Fr. 110.-- sowie mit einer Busse von  

Fr. 1'500.--, bei schuldhaftem Nichtbezahlen ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe 

von 15 Tagen (BA 03-000-0054 ff.). 

Mit Strafbefehl vom 4. April 2019 sprach die Bundesanwaltschaft K. des Beste-

chens (Art. 322ter StGB) schuldig und bestrafte ihn mit einer bedingt vollziehbaren 

Geldstrafe von 180 Tagessätzen à Fr. 40.-- sowie mit einer Busse von  

Fr. 1'000.--, bei schuldhaftem Nichtbezahlen ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe 

von 10 Tagen, unter Anrechnung der Untersuchungshaft von 114 Tagen (BA 03-

000-0064 ff.). 

Mit Strafbefehl vom 16. Mai 2019 sprach die Bundesanwaltschaft D. des Beste-

chens (Art. 322ter StGB) schuldig und bestrafte ihn mit einer bedingt vollziehbaren 

Geldstrafe von 120 Tagessätzen à Fr. 60.-- sowie mit einer Busse von  

Fr. 1'000.--, bei schuldhaftem Nichtbezahlen ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe 

von 10 Tagen (BA 03-000-0092 ff.). D. erhob mit Eingabe an die Bundesanwalt-

schaft vom 17. Mai 2019 Einsprache gegen den Strafbefehl und beantragte einen 

vollumfänglichen Freispruch (BA 03-000-0100). 

H. Die Schweizerische Eidgenossenschaft, vertreten durch das Eidgenössische De-

partement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF; Privatklägerin 1), konsti-

tuierte sich mit Eingaben vom 25. Februar, 17. März und 22. Mai 2014 als Privat-

klägerin im Straf- und Zivilpunkt ([SV.14.0100-NOL] BA 15-005-0001; 

[SV.14.0412-NOL] BA 15-001-0001). Sie spezifizierte und begründete ihre zivil-

rechtlichen Ansprüche im Rahmen der Hauptverhandlung (TPF [Akten der Straf-

kammer] 422.720.17 und 422.721.194 ff.). 

I. Die E. AG (heute: E AG in Liquidation; Privatklägerin 2) konstituierte sich mit 

Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 27. August 2014 als Privatklägerin im Straf- 

und Zivilpunkt ([SV.14.0100-NOL] BA 15-006-0006). Mit Eingabe vom 3. August 

2021 spezifizierte und begründete sie ihre zivilrechtlichen Ansprüche (TPF 

422.552.1 ff.). 

J. Die Bundesanwaltschaft erhob am 30. September 2019 beim Bundesstrafgericht 

Anklage gegen die Beschuldigten A., B., C. und D. betreffend ungetreue Amts-

führung (A.) sowie Gehilfenschaft dazu (B., C.), ungetreue Geschäftsbesorgung 

(B., C.), Urkundenfälschung im Amt (A.), Urkundenfälschung (A., B., C.), Sich 

bestechen lassen (A.), Bestechen (B., C., D.) sowie Geldwäscherei (A., B.) (Ge-

schäftsnummer SK.2019.53).  

- 17 - 

Mit Beschluss vom 27. Februar 2020 wies die Strafkammer die Anklage zur Er-

gänzung an die Bundesanwaltschaft zurück und sistierte das Verfahren. 

K. Die Bundesanwaltschaft reichte am 31. März 2020 eine ergänzte Anklage gegen 

die Beschuldigten A., B., C. und D. betreffend die gesamthaft gleichen Straftat-

bestände wie bei der ersten Anklage ein. Das neue Verfahren wurde unter der 

Geschäftsnummer SK.2020.10 eröffnet. 

L. Mit Verfügung vom 29. September 2020 entschied die Verfahrensleitung über 

prozessuale Anträge der Beschuldigten A., B. und C. betreffend Aktenordnung 

und Akteneinsicht (TPF 422.255.5 ff.). Mit Verfügung vom 13. November 2020 

entschied sie über die Beweisanträge der Parteien (TPF 422.250.1 ff.). Mit Ver-

fügung vom 27. Mai 2021 erliess sie prozessleitende Anordnungen, machte ei-

nen rechtlichen Würdigungsvorbehalt gemäss Art. 343 StPO und beschied, dass 

zwei Zeugen in der Hauptverhandlung einvernommen werden. Gleichzeitig lud 

sie die Parteien ein, Vorfragen im Sinne von Art. 339 Abs. 2 StPO bis zum  

19. Juli 2021 schriftlich einzureichen (TPF 422.250.19 f.). Die diesbezüglichen 

Eingaben wurden den Parteien zur Kenntnis übermittelt. 

M. Die Verfahrensleitung ergänzte die Akten von Amtes wegen um Steuerunterla-

gen sowie um Betreibungs- und Strafregisterauszüge über die Beschuldigten und 

lud die Beschuldigten ein, mittels eines Formulars Angaben zu ihrer aktuellen 

persönlichen und finanziellen Situation zu machen (TPF 422.400.1, 422.250.19).  

N. Die Hauptverhandlung vor der Strafkammer des Bundesstrafgerichts fand vom 

2. bis 5. August 2021 am Sitz des Gerichts in Anwesenheit der Parteien – mit 

Ausnahme der Privatklägerin 2, welche auf eine Teilnahme verzichtet hatte – 

statt. Am 17. September 2021 wurde das Urteil den Parteien mündlich eröffnet.  

O. Folgende Parteien meldeten bei der Strafkammer Berufung an: Die Bundesan-

waltschaft mit Eingabe vom 24. September 2021 sowie die Beschuldigten A. mit 

Eingabe vom 24. September 2021, B. mit Eingabe vom 22. September 2021, C. 

mit Eingabe vom 17. September 2021 und D. mit Eingabe vom 22. September 

2021 (TPF 422.940.004 ff., -008, -003, -001, -002).  

P. Mit Verfügung vom 8. November 2021 (Geschäftsnummer SN.2021.21) wurde 

Rechtsanwalt Lukas Bürge rückwirkend per 2. November 2021 als amtlicher Ver-

teidiger von A. eingesetzt und Fürsprecherin Michelle Uetz aus dem Mandat als 

amtliche Verteidigerin entlassen (TPF 422.911.001 ff.). 

- 18 - 

Die Strafkammer erwägt: 

I. Prozessuales und Rechtliches 

1. Bundesgerichtsbarkeit 

1.1 Der Bundesgerichtsbarkeit unterstehen u.a. die Straftaten des achtzehnten und 

neunzehnten Titels des Strafgesetzbuches, sofern sie von einem Behördenmit-

glied oder Angestellten des Bundes oder gegen den Bund verübt wurden (Art. 23 

Abs. 1 lit. j StPO). Diese Bestimmungen umfassen strafbare Handlungen gegen 

die Amts- und Berufspflicht (Art. 312-322bis StGB) und die Bestechung 

(Art. 322ter-322octies StGB), welche Gegenstand der Anklage gegen alle vier Be-

schuldigten bilden. Die sachliche Zuständigkeit des Bundesstrafgerichts ist ge-

geben, soweit eine Bundesbeamteneigenschaft vorliegt bzw. Delikte gegen den 

Bund verübt wurden. Wie sich nachfolgend ergibt, ist in Bezug auf den Beschul-

digten A. Bundesbeamteneigenschaft gegeben (E. I.6). Die sachliche Zuständig-

keit des Bundesstrafgerichts ist daher für alle Beschuldigten zu bejahen. 

1.2 Ist in einer Strafsache sowohl Bundesgerichtsbarkeit als auch kantonale Ge-

richtsbarkeit gegeben, kann die Staatsanwaltschaft des Bundes die Vereinigung 

der Verfahren in der Hand der Bundesbehörden oder der kantonalen Behörden 

anordnen (Art. 26 Abs. 2 StGB). Die Vorwürfe der ungetreuen Geschäftsbesor-

gung (Art. 158 StGB), der Urkundenfälschung (Art. 251 StGB) – da keine Urkun-

den des Bundes betroffen sind (Art. 23 Abs. 1 lit. f StPO) – und der Geldwäsche-

rei (Art. 305bis StGB) unterliegen kantonaler Gerichtsbarkeit (Art. 22 StPO). Die 

Bundesanwaltschaft vereinigte die der kantonalen Zuständigkeit unterliegenden 

Sachverhalte in der Hand der Bundesbehörden (vgl. Prozessgeschichte Bst. D). 

1.3 Die Strafverfolgung von Beamten wegen strafbarer Handlungen, die sich auf ihre 

amtliche Tätigkeit oder Stellung beziehen, ausgenommen wegen Widerhandlun-

gen im Strassenverkehr, bedarf einer Ermächtigung des Eidgenössischen Justiz- 

und Polizeidepartements (EJPD) (Art. 15 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 

14. März 1958 über die Verantwortlichkeit des Bundes sowie seiner Behördemit-

glieder und Beamten [Verantwortlichkeitsgesetz, VG; SR 170.32]). Den Bestim-

mungen des Verantwortlichkeitsgesetzes unterstehen alle Personen, denen die 

Ausübung eines öffentlichen Amtes des Bundes übertragen ist (Art. 1 Abs. 1 VG), 

namentlich die Beamten und übrigen Arbeitskräfte des Bundes (Art. 1 Abs. 1 lit. e 

VG) sowie alle anderen Personen, insoweit sie unmittelbar mit öffentlichrechtli-

chen Aufgaben des Bundes betraut sind (Art. 1 Abs. 1 lit. f VG). Das EJPD erteilte 

am 21. Februar 2014 die erforderliche Ermächtigung zur Durchführung eines 

Strafverfahrens gegen A. (BA 01-002-0004 f.).  

- 19 - 

2. Vorfragen 

2.1 Die Parteien können unter anderem gemäss Art. 339 Abs. 2 lit. a und d StPO 

Vorfragen betreffend die Gültigkeit der Anklage (lit. a) sowie betreffend die Akten 

und die erhobenen Beweise aufwerfen (lit. d).  

Die Prüfung der Anklage betrifft die in Art. 325 und 326 StPO aufgestellten An-

forderungen an eine Anklageschrift. Nicht zu prüfen ist hingegen, ob die im Vor-

verfahren erhobenen Beweise die Anklage als gerechtfertigt erscheinen lassen 

(HAURI/VENETZ, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 339 StPO N. 12). 

Gegenstand einer aufgeworfenen Vorfrage kann das ordnungswidrige Erstellen 

der Akten sein, ebenso die Verwertbarkeit von Aktenstücken oder anderen Be-

weismittel (HAURI/VENETZ, a.a.O., Art. 339 StPO N. 16). Die Prüfung der Beweise 

ist im Stadium der Vorfragen formeller Art (HAURI/VENETZ, a.a.O., Art. 339 StPO 

N. 16), und es ist über die Frage der Gültigkeit von Beweisen nicht endgültig zu 

entscheiden (Urteil des Bundesgerichts 6B_463/2013 vom 25. Juli 2013 E. 1.4). 

Einzige Ausnahme hierzu bilden die Fälle, in denen das Gesetz ausdrücklich die 

sofortige Entfernung aus den Akten oder die Vernichtung unverwertbarer Be-

weismittel vorsieht (BGE 141 IV 284 E. 2.3; vgl. Art. 248, 271 Abs. 3, 277 und 

289 Abs. 6 StPO), oder wenn sich die Unverwertbarkeit a priori ergibt (z.B. 

Art. 140 StPO). Der Betroffene hat dabei ein besonders gewichtiges, rechtlich 

geschütztes Interesse an der Feststellung der sofortigen Unverwertbarkeit zu be-

gründen (Urteil des Bundesgerichts 6B_463/2013 vom 25. Juli 2013 E. 1.4). 

2.2 Die Verfahrensleitung lud die Parteien am 27. Mai 2021 ein, bereits vor Eröffnung 

der Hauptverhandlung Vorfragen schriftlich einzureichen (TPF 422.250.19 f.). 

Die Beschuldigten A., C. und D. reichten mit Eingaben vom 19. Juli 2021, der 

Beschuldigte D. zusätzlich am 23. Juli 2021, Vorfragen und Anträge ein (TPF 

422.521.61 ff. [A.], 422.523.80 ff. [C.], 422.524.514 ff. [D.]). Der Beschuldigte B. 

verzichtete mit Eingabe vom 16. Juli 2021 auf das Stellen von Vorfragen (TPF 

422.522.110 ff.). In der Hauptverhandlung wurden keine weiteren Vorfragen ge-

stellt (TPF 422.720.3-4). 

2.3 In der Hauptverhandlung wies das Gericht die Anträge der Beschuldigten – so-

weit sie aus materiellrechtlicher Sicht (insbesondere hinsichtlich der Fragen der 

Tateinheit bzw. der mehrfachen Tatbegehung sowie der Verjährung) nicht dem 

Sachurteil vorzubehalten waren – aus den nachgenannten Gründen ab (E. 3 ff.). 

2.4 Die Anträge der Parteien (Beschuldigte A., C., D.) betreffend Aktenbestand und 

Aktenführung (TPF 422.720.3-8) waren bereits Gegenstand der prozessleiten-

den Verfügung vom 29. September 2020 (TPF 422.255.5 ff.; Prozessgeschichte 

- 20 - 

Bst. L). Darauf hinweisend hat das Gericht die vorfrageweise erneut gestellten 

Anträge in der Hauptverhandlung mit mündlicher Begründung abgewiesen (TPF 

422.720.8-10). Es wird daher auch an dieser Stelle auf die in der genannten Ver-

fügung bereits schriftlich erfolgte Begründung verwiesen. 

3. Anklagegrundsatz 

3.1 Die Beschuldigten A. und C. machten in den Eingaben vom 19. Juli 2021 je in 

verschiedener Hinsicht geltend, die Anklageschrift entspreche nicht den gesetz-

lichen Vorgaben und sei an die Bundesanwaltschaft zurückzuweisen.  

3.2 Nach dem aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie Art. 6 Ziff. 1 und 3 lit. a 

und b EMRK abgeleiteten und in Art. 9 Abs. 1 StPO festgeschriebenen Anklage-

grundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens 

(Umgrenzungsfunktion). Die Anklage hat die der beschuldigten Person zur Last 

gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vor-

würfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. Zugleich 

bezweckt das Anklageprinzip den Schutz der Verteidigungsrechte der beschul-

digten Person und garantiert den Anspruch auf rechtliches Gehör (Informations-

funktion; BGE 141 IV 132 E. 3.4.1 mit Hinweisen). Gemäss Art. 325 Abs. 1 lit. f 

StPO bezeichnet die Anklageschrift möglichst kurz, aber genau die der beschul-

digten Person vorgeworfenen Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art 

und Folgen der Tatausführung. Werden besondere Formen der strafrechtlichen 

Verantwortlichkeit wie Mittäterschaft oder Teilnahme angeklagt, ist in der Ankla-

geschrift darzustellen, durch welche Verhaltensweisen welche Beschuldigten 

diese erfüllt haben sollen (Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitli-

chung des Strafprozessrechts, BBl 2006 1085 ff., 1276; LANDSHUT/BOSSHARD, 

in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, Art. 325 

StPO N. 15; HEIMGARTNER/NIGGLI, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 325 

StPO N. 22; zum Ganzen: Urteile des Bundesgerichts 6B_163/2016 vom 25. Mai 

2016 E. 3.2.1; 6B_963/2015 vom 19. Mai 2016 E. 1.3). Entscheidend ist, dass 

die beschuldigte Person genau weiss, welcher konkreter Handlungen sie be-

schuldigt und wie ihr Verhalten rechtlich qualifiziert wird, damit sie sich in ihrer 

Verteidigung richtig vorbereiten kann. Solange klar ist, welcher Sachverhalt ihr 

vorgeworfen wird, kann auch eine fehlerhafte und unpräzise Anklage nicht dazu 

führen, dass es zu keinem Schuldspruch kommen darf. Die nähere Begründung 

der Anklage erfolgt an Schranken; es ist Sache des Gerichts, den Sachverhalt 

verbindlich festzustellen. Dieses ist an den in der Anklage umschriebenen Sach-

verhalt, nicht aber an die darin vorgenommene rechtliche Würdigung gebunden 

(Art. 350 Abs. 1 StPO; BGE 143 IV 63 E. 2.2 S. 65; Urteile des Bundesgerichts 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=str&query_words=%2AMitt%E4terschaft+und+Anklageprinzip%2A&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-IV-132%3Ade&number_of_ranks=0#page132
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=str&query_words=%2AMitt%E4terschaft+und+Anklageprinzip%2A&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-IV-63%3Ade&number_of_ranks=0#page63

- 21 - 

6B_648/2019 vom 28. August 2019 E. 1.2.1; 6B_879/2018 vom 26. April 2019 

E. 1.1). 

3.3 Mit Beschluss vom 27. Februar 2020 wurde die Anklageschrift vom 30. Septem-

ber 2019 zur Ergänzung an die Bundesanwaltschaft zurückgewiesen (Verfahren 

SK.2019.53, TPF 421.930.1 ff.). Die ergänzte Anklageschrift vom 31. März 2020 

trägt den vom Gericht beanstandeten Punkten Rechnung und genügt insoweit 

den gesetzlichen Anforderungen.  

3.4 Die Anklageschrift enthält mehr als 1’300 Fussnoten, in welchen u.a. auf Akten-

stellen (Polizei- und andere Berichte, Einvernahmeprotokolle, Dokumente etc.) 

verwiesen wird. Soweit es sich um Urkunden handelt, sind diese in der Regel in 

der Umschreibung der Tat (Art und Folgen der Tatausführung; vgl. Art. 325 

Abs. 1 lit. f StPO) erwähnt, wie Informatikdienstleistungsverträge zwischen dem 

SECO und den Unternehmen, E-Mail-Verkehr oder Banküberweisungen. Soweit 

es sich um Berichte, Einvernahmeprotokolle etc. handelt, dienen die Hinweise 

dem Auffinden einschlägiger Aktenstellen – ob inhaltlich zutreffend oder nicht. 

Praxisgemäss werden Fussnoten von der Strafkammer zugelassen, soweit es 

sich um Aktenhinweise handelt und nicht um eine Ergänzung des Sachverhalts 

(vgl. Beschluss SK.2019.53 vom 27. Februar 2020 E. 2.3 und 2.4). Durch das 

Anfügen von Fussnoten geht die Anklageschrift der Bundesanwaltschaft zwar 

über den von Art. 325 StPO gesetzlich vorgeschriebenen Inhalt hinaus. Derartige 

Aktenverweise verletzen den Anklagegrundsatz indessen nicht grundsätzlich 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_28/2018 vom 7. August 2018 E. 6.4.2; unter Gel-

tung der [a]BStP vgl. auch 6B_609/2009 vom 22. Februar 2011 E. 2.3, 2.4; 

6B_107/2010 vom 22. Februar 2011 E. 3.4.1; 6B_238/2013 vom 22. November 

2013 E. 5.1). Vorliegend geht es um Hinweise auf Aktenstellen, auf die sich die 

Anklagebehörde bei einer referenzierten Stelle abstützt. Diese dienen sowohl 

dem Gericht als auch der Verteidigung, die somit weiss, worauf sich die Anklage 

bei einer bestimmten Behauptung bezieht. Die Anklageschrift erscheint dadurch 

nicht aufgebläht oder erklärungs- und interpretationsbedürftig, wie der Beschul-

digte C. geltend macht (TPF 422.523.91). Es liegt auch keine Verletzung der In-

formations- und Umgrenzungsfunktion oder des Bestimmtheitsgebots vor, indem 

in Fussnoten auf Aktenstellen hingewiesen wird (TPF 422.523.91 f.), da darin 

keine Ausweitung des Anklagesachverhalts zu erblicken ist. Die Fussnoten bzw. 

die darin enthaltenen Verweise enthalten – entgegen den weiteren Vorbringen 

von C. (TPF 422.523.101) – auch nicht eine eigentliche Beweiswürdigung im 

Sinne eines vorgezogenen Plädoyers, welche eine eigene, selbstständige Be-

weiswürdigung durch das Gericht nicht mehr erwarten liesse.  

- 22 - 

Sodann ist darauf hinzuweisen, dass die Anklage allein im Zusammenhang mit 

den Beschaffungen des SECO einen Zeitraum von zehn Jahren (2004-2013) ab-

bildet und diesbezüglich eine Vielzahl von Vorgängen erfasst. In diese Vorgänge 

waren nicht nur die vier Beschuldigten, sondern noch weitere Personen sowie 

Gesellschaften direkt oder indirekt involviert. Zudem macht die Anklage teilweise 

mittäterschaftliches Handeln geltend. Wiederholungen sind unvermeidlich, so-

weit die Anklagevorwürfe in Bezug auf die Beschuldigten spiegelbildlich sind (Be-

stechungsdelikte) bzw. in einem sachverhaltlichen Konnex zueinanderstehen. 

Angesichts des Umfangs und der Komplexität des Sachverhalts sowie der An-

zahl der Beschuldigten genügt die ergänzte Anklageschrift vom 31. März 2020 

ohne weiteres den Anforderungen von Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO. Insbesondere 

ist für die vier Beschuldigten klar verständlich, was ihnen vorgeworfen wird.  

3.5 Auch die tabellarische Darstellung des Sachverhalts ist nicht zu beanstanden. 

Die mehr als 60 Tabellen dienen der Kontextualisierung der einzelnen Vorwürfe. 

Tabelle 1 der Anklageschrift (S. 14-29) ist eine vorangestellte Zusammenfassung 

der Beschaffungen des SECO von 2004 bis 2013; im Einzelnen sind die Vorwürfe 

ab S. 30 der Anklageschrift dargestellt und umschrieben. In Fussnote 8 der An-

klageschrift (S. 14) wird zu Tabelle 1 ausgeführt: «Die Liste enthält alle Beschaf-

fungen der betreffenden Lieferanten an das TCSB von 2004-2013, zu welchen 

vom SECO Rechnungen bezahlt wurden, sowie jene Beschaffungen, zu welchen 

der Auftrag bereits erteilt war, aufgrund des aufgedeckten Korruptionsfalls diese 

aber sistiert und entsprechend keine Rechnungen bezahlt wurden». Auf S. 30 – 

vor dem ersten Anklagevorwurf (Ziff. 2.1.1.1) – wird ausgeführt: «Bezüglich der 

einzelnen Lieferanten werden A. insbesondere folgende ungetreue Amtsführun-

gen vorgeworfen: …». Daraus ist ersichtlich, dass A. im Zusammenhang mit Ta-

belle 1 keine strafbaren Handlungen vorgeworfen werden. Seine Rüge, er er-

kenne nicht, inwiefern und in welchem Umfang ihm hier ein Vorwurf gemacht 

werde, was den Anklagegrundsatz verletze (TPF 422.521.63), geht daher fehl. 

Die Tabellen sind als Zusammenfassung der in Verletzung der Amtspflicht ver-

gebenen Aufträge bzw. Mitwirkung bei solchen Vergaben zu betrachten, welche 

im Einzelnen betreffend A. in der Anklageschrift ab S. 30 dargestellt und in Bezug 

auf die jeweiligen Unternehmen (Lieferanten) detailliert umschrieben werden. Im 

Weitern enthalten die Tabellen im Zusammenhang mit den Bestechungsvorwür-

fen die an die jeweiligen Unternehmen vergebenen Aufträge und die angeblich 

von diesen bzw. den für sie handelnden Personen gewährten bzw. von A. bzw. 

von Dritten angenommenen geldwerten und anderen Vorteile. Die Tabellen 2-63 

haben grundsätzlich keine eigenständige Bedeutung; sie sind – wie bei Seriende-

likten, z.B. Einbruchdiebstähle oder Geldfälschungsdelikte – eine hilfreiche Auf-

stellung und dienen dem Verständnis der einzelnen Vorwürfe. Die als strafbar 

- 23 - 

angeklagten Handlungen bzw. Handlungsweisen sind im Fliesstext der Anklage-

schrift umschrieben, während die Aufstellung in den Tabellen – wie bei Seriende-

likten – die einzelnen Handlungen beispielsweise nach Ort, Datum, Lieferant, 

(Beschaffungs-)Gegenstand, Rechnungsbetrag, Beschreibung des empfange-

nen bzw. gewährten Vorteils, begünstigter Person etc. wiedergibt. Die Tabellen 

enthalten zudem – wie die erwähnten Fussnoten – Verweise auf einschlägige 

Aktenstellen und beinhalten Beweismittelhinweise und Fundstellen. 

3.6 Die Verteidigerin von A. bringt vor, im Zusammenhang mit den Tabellen 39 und 

39a sei als Begünstigte «A. und Dritte» angegeben. Es sei nicht ersichtlich, wer 

ausser A. noch begünstigt worden sei. Es müssten zwei verschiedene Listen, 

verschiedene Referenzen und Dateien in den elektronischen Akten konsultiert 

werden, um den Anklagevorwurf zu überprüfen (TPF 422.521.63 f.).  

Es ist nicht Aufgabe der Anklageschrift, die Beweismittel zu den einzelnen Vor-

würfen zu benennen; es ist ausreichend, wenn das strafbare Verhalten klar um-

schrieben ist. Die Rüge betreffend die Konsultierung der Akten stösst ins Leere. 

Soweit gemäss Anklage nebst A. auch «Dritte» begünstigt worden seien, ist der 

Vorwurf knapp, aber rechtsgenügend umschrieben. Ob Dritte bei den angebli-

chen Zuwendungen begünstigt wurden, ist eine Beweisfrage. Rechtsfrage ist hin-

gegen, ob hinsichtlich Dritter der Bestechungstatbestand erfüllt ist. 

Weiter wird vorgebracht, zur Beschaffung BIS 534 (Drucker Lexmark) finde sich 

ausser in Tabelle 1 und 40 kein Hinweis in der Anklageschrift (TPF 422.521.64). 

Tatsächlich wird ein mit der Vergabe BIS 534 in Tabelle 40 (Anklageschrift 

S. 194 ff.) zusammenhängender Vorwurf in der Anklageschrift nicht näher aus-

geführt. Diese Vergabe ist auch nicht Gegenstand der Anklage; sie hätte daher 

in den Tabellen weggelassen werden können. Die anklagerelevanten Vergaben 

in Tabelle 40 sind in der Anklageschrift umschrieben. Die Liste (Tabelle) hat da-

her keine selbständige Bedeutung; die dortige Auflistung von BIS 534 hat somit 

keinerlei Folgen und stellt somit auch keine Verletzung des Anklageprinzips dar.  

3.7 Der Verteidiger von C. bringt in Bezug auf die Bestechungsvorwürfe vor, die Ta-

belle «Von A. vergebene Aufträge des SECO an P. AG, Q. und E.» werde in der 

Anklageschrift mindestens dreimal wiedergegeben, einmal mit «Aufträge» und 

zweimal mit «Verträge» bezeichnet (Tabelle 40, S. 194 ff.; Tabelle 56, S. 300 ff.; 

Tabelle 61, S. 373 ff.). Ebenso verhalte es sich mit den Zuwendungen und Vor-

teilen sowie den diesbezüglichen, mehrfach wiedergegebenen Tabellen. Jeder 

Beschuldigte müsse also für sich – zumal ihnen nicht identische Vorwürfe ge-

macht würden – herausfinden, welche BIS-Beschaffungen und welche Zuwen-

dungen und Vorteile in strafrechtlich relevanter Weise auf ihn zutreffen sollten 

(TPF 422.523.91 ff.). Diese Rügen stossen ins Leere.  

- 24 - 

Wie der Verteidiger selber ausführt, bezieht sich jede der drei Tabellen mit Auf-

tragsvergaben (Tabelle 40, 56, 61) auf je einen Beschuldigten – A., B. bzw. C. –

, was sich auch aus dem Aufbau der Anklageschrift ergibt. Gleich verhält es sich 

mit den weiteren Tabellen (gewährte Vorteile). Demnach ist ersichtlich, welche 

BIS-Beschaffungen und welche gewährten Vorteile bei welchem Beschuldigten 

von Relevanz sind. Die spiegelbildliche Ausgestaltung der aktiven und passiven 

Bestechung zieht nach sich, dass es um die gleichen Auftragsvergaben und die 

gleichen gewährten Vorteile geht; dasselbe trifft zu, soweit eine Mittäterschaft der 

Beschuldigten B. und C. angeklagt ist. Die weiteren Rügen, wonach nicht alle in 

den Tabellen aufgeführten Beschaffungen im Text der Anklageschrift umschrie-

ben seien, begründen ebenfalls keine Verletzung des Anklageprinzips. Entgegen 

den Ausführungen der Verteidigung (TPF 422.523.92 ff.) sind die C. betreffenden 

tatsächlichen Umstände der Tat – Zeit, Ort, Art der Begehung und Form der Mit-

wirkung, angestrebter oder verwirklichter Erfolg (einschliesslich Kausalzusam-

menhang) – in der ergänzten Anklageschrift auf den Seiten 323-380 (Ziff. 2.3.3 

Bestechen) angegeben. Sodann erfüllt auch die Umschreibung der Mittäterschaft 

die gesetzlichen Anforderungen; es ist ausgeführt, welche Aufgabenteilung B. 

und C. gehabt haben sollen und welchen Tatbeitrag jeder geleistet haben soll (S. 

323 und 380). 

Das Gleiche gilt in Bezug auf den Vorwurf der Gehilfenschaft zur ungetreuen 

Amtsführung. Die den Beschuldigten C. betreffenden tatsächlichen Umstände 

der Tat sind in der Anklageschrift auf den Seiten 380 bis 383 (Ziff. 2.3.4) ange-

geben. Die Umschreibung der Mittäterschaft erfüllt die gesetzlichen Anforderun-

gen – die mit B. mittäterschaftlich geleisteten Tatbeiträge sind auf den Seiten 380 

bis 383 umschrieben; im Übrigen wird bezüglich Tatgeschehen bzw. einzelne 

Vergaben und fiktive Verrechnung von Dienstleistungen in zulässiger Weise auf 

die Ziffern 2.1.1.1.2, 2.1.1.1.8 und 2.1.1.1.11 bis 2.1.1.1.18 der Anklageschrift 

verwiesen, welche die A. vorgeworfenen Handlungen umschreiben.  

3.8 Die vom Beschuldigten C. aufgeworfene Vorfrage, wonach Aktenstücke (z.B. Be-

richte), auf welche in der Anklage verwiesen wird, fehlerhaft oder ungenügend 

seien (TPF 422.523.93, 96 ff.), ist nicht Gegenstand der Anklageprüfung. Ob Be-

richte allenfalls fehlerhaft oder ungenügend sind oder ob sich die Anklage insge-

samt auf ungenügende Beweise oder auf unwahre oder unbelegte Angaben ab-

stützt, ist eine Frage der Beweiswürdigung und daher bei der Prüfung der Ankla-

gevorwürfe zu beachten. Soweit vom Beschuldigten A. geltend gemacht wird, 

dass Aktenstücke, auf welche in der Anklageschrift Bezug genommen werde, in 

beweismässiger Hinsicht nicht verwertbar seien bzw. nicht ersichtlich sei, inwie-

weit sich die Anklage auf diese stütze (z.B. betreffend Untersuchungsbericht von 

- 25 - 

Urs Saxer vom 26. Juli 2014 sowie diesem Bericht zugrundeliegende Befragun-

gen; TPF 422.521.62 f.), betrifft dies einzig die Beweiswürdigung.  

3.9 Der Beschuldigte A. macht geltend, in Bezug auf den Vorwurf der Geldwäscherei 

(Ziff. 2.1.5) sei nicht ersichtlich, inwiefern er in die [Gesellschaft] I. involviert ge-

wesen sein soll und was ihm diesbezüglich genau vorgeworfen werde. Auch hier 

werde der Anklagegrundsatz verletzt (TPF 422.521.64). 

Der Vorwurf lautet zusammengefasst, dass L. in Absprache mit A. und B. – im 

gegenseitigen Zusammenwirken bei Entschliessung, Planung und Ausführung – 

auf dem Formular A als alleiniger wirtschaftlich Berechtigter eines Kontos der I. 

bei der R. angegeben und das Formular von L. unterzeichnet worden sei, wäh-

rend tatsächlich B. alleiniger wirtschaftlich Berechtigter gewesen sei, und in der 

Folge aus Verbrechen herrührende Gelder darauf einbezahlt worden seien, was 

A. gewusst habe. A. habe damit einen Gewinn erzielt (Anklageschrift S. 243 f.).  

Die Geldwäscherei wird hier wie bei der Urkundenfälschung mit den praktisch 

identischen Worten umschrieben, wobei in Bezug auf die Vortat in Fussnote 1063 

auf Ziff. 2.2.1 der Anklageschrift (Vorwurf der Urkundenfälschung und unge-

treuen Geschäftsbesorgung gegenüber B.) verwiesen wird. An beiden Stellen 

wird ein gemeinsamer Tatentschluss der drei Tatbeteiligten behauptet und die 

Rollenteilung umschrieben. Die Mittäterschaft ist rechtsgenügend umschrieben. 

Das vorgeworfene strafbare Verhalten der Beteiligten, namentlich auch von A., 

ist somit klar und es liegt keine Verletzung des Anklagegrundsatzes vor.  

3.10 Hinsichtlich der Vorsatzelemente genügt grundsätzlich der Hinweis auf den ge-

setzlichen Straftatbestand im Anschluss an die Darstellung des Sachverhalts als 

zureichende Umschreibung der subjektiven Merkmale, wenn nur die vorsätzliche 

Tatbegehung strafbar ist (BGE 141 IV 329, unveröffentlichte E. 3.3; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_107/2010 vom 22. Februar 2011 E. 3.4.2; BGE 120 IV 348 

E. 3c S. 355 ff. mit Hinweisen). Die vorliegende Anklage hat Vorsatzdelikte zum 

Gegenstand; eine fahrlässige Begehung ist nicht strafbar (Art. 12 Abs. 1 StGB). 

Somit genügt der Hinweis in den einzelnen Anklagepunkten, dass die Beschul-

digten jeweils wissentlich und willentlich gehandelt hätten (Art. 12 Abs. 2 StGB). 

4. Rückweisung der Anklageschrift in Bezug auf den Beschuldigten D. 

4.1 Mit Strafbefehl vom 16. Mai 2019 sprach die Bundesanwaltschaft D. des Beste-

chens schuldig (Prozessgeschichte Bst. G). D. erhob am 17. Mai 2019 Einspra-

che gegen den Strafbefehl (BA 03-000-0100). Die Bundesanwaltschaft erhob da-

raufhin, ohne Ergänzung der Akten, Anklage gegen D. – zusammen mit der An-

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- 26 - 

klage gegen die Mitangeklagten A., B. und C. (Prozessgeschichte Bst. J; Verfah-

ren SK.2019.53). An diesem Vorgehen hielt sie mit der – nach ergangener Rück-

weisung der Anklage – ergänzten Anklageschrift vom 31. März 2020 fest (Pro-

zessgeschichte Bst. K; Verfahren SK.2020.10). 

4.2 Mit Eingabe vom 23. Juli 2021 stellte der Beschuldigte D. den Antrag, vorfrage-

weise sei die Frage der Unzulässigkeit der Anklageerhebung trotz erhobener Ein-

sprache zu prüfen, da die Bundesanwaltschaft den gemäss Strafbefehl ange-

klagten Sachverhalt in der Anklageschrift identisch übernommen habe. Im Lichte 

von Art. 356 Abs. 1 StPO sei eine Anklageerhebung nur zulässig, wenn der neu 

anzuklagende Sachverhalt nicht schon im Strafbefehl enthalten sei, andernfalls 

eben bloss am Strafbefehl festgehalten werden dürfe. Der angeklagte Sachver-

halt und auch der rechtliche Vorwurf hätten sich seit Erlass des Strafbefehls in 

keiner Weise geändert, weshalb nur ein Festhalten am Strafbefehl zulässig ge-

wesen sei und daher unverzüglich die Akten zur Durchführung der Hauptver-

handlung ans Gericht hätten überwiesen werden müssen. Durch das Vorgehen 

der Bundesanwaltschaft sei dem Beschuldigten die zwingend vorgesehene Mög-

lichkeit des Einspracherückzugs nach Art. 356 Abs. 3 StPO genommen worden. 

Der Beschuldigte beantragte, entweder habe die Strafkammer die Anklage in An-

wendung von Art. 329 Abs. 2 i.V.m. Art. 329 Abs. 1 lit. a StPO zur Ergänzung 

oder Berichtigung an die Bundesanwaltschaft zurückzuweisen, oder die Verfah-

rensleitung habe in analoger Anwendung von Art. 333 Abs. 1 StPO der Bundes-

anwaltschaft Gelegenheit zu geben, die Anklage dahingehend zu ändern, dass 

der ihn betreffende Teil der Anklage aus dieser entfernt und stattdessen am Straf-

befehl vom 16. Mai 2019 festgehalten werde (TPF 422.524.516 f.).  

Das Gericht wies in der Hauptverhandlung im Rahmen der Behandlung der Vor-

fragen beide Anträge des Beschuldigten D. ab (TPF 422.720.8). 

Im Rahmen seines Parteivortrags zog der Beschuldigte D. die Einsprache gegen 

den Strafbefehl vom 16. Mai 2019 zurück. Er machte geltend, die Anklageerhe-

bung trotz faktischem Festhalten am Strafbefehl nach erhobener Einsprache sei 

unzulässig. Die Ungültigkeit der Anklage sei vom Gericht auch in diesem Zeit-

punkt noch zu berücksichtigen (TPF 422.720.17, 422.721.309 ff.). 

4.3 Sind für die Beurteilung der Einsprache gegen einen Strafbefehl keine weiteren 

Beweise erforderlich, entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob sie am Strafbefehl 

festhält, das Verfahren einstellt, einen neuen Strafbefehl erlässt oder Anklage 

erhebt (Art. 355 Abs. 3 i.V.m. Abs. 1 StPO). Entscheidet die Staatsanwaltschaft, 

den Strafbefehl an das Gericht zu überweisen, kann der Einsprechende die Ein-

sprache bis zum Abschluss der Parteivorträge zurückziehen (Art. 356 Abs. 3 

- 27 - 

StPO). Bei einer Anklageerhebung fällt indes der (angefochtene) Strafbefehl und 

somit das Objekt der Einsprache weg. Die Erhebung einer Anklage kann nicht 

angefochten werden (Art. 324 Abs. 2 StPO). Erhebt die Untersuchungsbehörde 

– wie im vorliegenden Fall – formell Anklage, liegt kein Strafbefehl (mehr) vor, 

welcher zurückgezogen werden könnte. Der Rückzug ist damit gegenstandslos. 

4.4 Dem Gericht steht es nicht zu, eine bei ihm eingereichte Anklage anzupassen. 

Ein Rückzug der Anklage (Art. 340 Abs. 1 lit. b StPO) oder deren Änderung 

(Art. 333 StPO) liegen in der Kompetenz der Bundesanwaltschaft. Das Gericht 

hat kein Weisungsrecht hinsichtlich der Erledigung des Vorverfahrens. Die Bun-

desanwaltschaft darf bei unveränderter Sachlage nicht einfach einen neuen 

Strafbefehl erlassen (BGE 145 IV 438). Anders ist es bei einer mit dem Strafbe-

fehl identischen Anklage. Die Bundesanwaltschaft verfügt in dieser Frage über 

ein gewisses Ermessen. Die Anklage gegen D. wurde ordnungsgemäss erstellt. 

Dass sie gemeinsam mit der Anklage gegen A., B. und C. erging, entspricht dem 

Grundsatz der Verfahrenseinheit nach Art. 29 Abs. 1 lit b StPO. Es besteht kein 

Bedarf für eine Ergänzung oder Berichtigung der Anklage. Demnach war der An-

trag auf Rückweisung der Anklage abzuweisen. 

5. Beweisfragen  

Im Hinblick auf die Hauptverhandlung oder an der Hauptverhandlung selbst stell-

ten die nachgenannten Parteien folgende Beweisanträge: 

5.1 Die Privatklägerin 1 reichte mit Eingabe vom 29. Juli 2021 im Hinblick auf die 

Hauptverhandlung Beweisanträge, insbesondere Dokumente, ein 

(TPF 422.551.4 ff.). Diese wurden den Parteien in der Hauptverhandlung zur 

Kenntnis gebracht und vom Gericht zu den Akten erkannt (TPF 422.720.4, 

422.720.10). 

5.2 Der Beschuldigte A. reichte mit Eingabe vom 19. Juli 2021 im Hinblick auf die 

Hauptverhandlung Beweisanträge ein (TPF 422.521.71 ff.). In der Hauptverhand-

lung wurden die mit der Beweiseingabe eingereichten Dokumente vom Gericht 

zu den Akten erkannt (Beweisantrag Ziff. 1; TPF 422.521.77-439); die übrigen 

Beweisanträge (Ziff. 2-6) wurden unter Hinweis auf die Beweisverfügung vom 13. 

November 2020 (TPF 422.250.1 ff.) sowie mangels Relevanz abgewiesen. Es 

wird diesbezüglich auf den mündlich eröffneten Beschluss verwiesen (TPF 

422.720.8, 422.720.10). Die Irrelevanz der zur Edition beantragten Dokumente 

des SECO wird sich auch aus den folgenden Erwägungen bezüglich Organisa-

tion des SECO im Bereich der Arbeitslosenversicherung ergeben (E. I.8). 

- 28 - 

5.3 Der Beschuldigte C. beantragte mit Eingabe vom 19. Juli 2021 die «Aussonde-

rung nicht verwertbarer Beweiserhebungen» (Antrag Ziff. 1, zweiter Halbsatz; 

TPF 422.523.88). Die Eingabe enthält keine konkreten Hinweise auf unverwert-

bare Beweismittel im Sinne von Art. 140 und 141 StPO; auch in der Hauptver-

handlung erfolgten dazu keine Ausführungen. Mangels Begründung war dieser 

Antrag abzuweisen. In den beweisrelevanten Akten finden sich im Übrigen keine 

Anhaltspunkte, die auf unverwertbare Beweismittel hinweisen. 

5.4 Die von den Beschuldigten A. und C. in der Hauptverhandlung neu eingereichten 

Dokumente wurden zu den Akten erkannt (TPF 422.720.12 f., -15). Die weiteren 

von C. gestellten Beweisanträge wurden abgewiesen; auf die Anträge prozessu-

aler Natur wurde nicht eingetreten. Diesbezüglich kann auf den mündlich begrün-

deten Entscheid verwiesen werden (TPF 422.720.15 f.). 

5.5 Der Beschuldigte A. machte eine Unverwertbarkeit der vom Beschuldigten B. an-

geblich im Hinblick auf ein abgekürztes Verfahren gemachten Aussagen vom 14. 

Januar 2016 geltend; zumindest diese Einvernahme sei aus den Akten zu weisen 

(TPF 422.521.67 f.). Dazu ist Folgendes festzuhalten:  

5.5.1 Gemäss Art. 362 Abs. 4 StPO sind für das Urteil (nur) jene Aussagen nicht ver-

wertbar, die im Hinblick auf ein abgekürztes Verfahren getätigt wurden. Geständ-

nisse der beschuldigten Person, die ausserhalb der im Rahmen von Art. 360 ff. 

StPO geführten Verhandlungen erfolgten, also beispielsweise in der vorausge-

henden Voruntersuchung oder nach Scheitern des abgekürzten Verfahrens, sind 

verwertbar. Bei einem späteren Scheitern des abgekürzten Verfahrens sind ge-

mäss Art. 362 Abs. 4 StPO nur diejenigen Erklärungen nicht verwertbar, die im 

Hinblick auf das abgekürzte Verfahren gemacht worden sind (GREINER/JAGGI, 

Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 358 StPO N. 21, Art. 362 StPO N. 31, 

Art. 360 StPO N. 43). Die Bestimmung von Art. 362 Abs. 4 StPO kommt gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung bei vorgängigem Scheitern des abgekürz-

ten Verfahrens sinngemäss zur Anwendung (BGE 144 IV 189 E. 5.2.2). Unver-

wertbare Beweise sind aus den Akten auszusondern (Art. 141 Abs. 5 StPO). 

5.5.2 Mit Schreiben vom 31. Januar 2014, mithin bereits vor der ersten Einvernahme, 

teilte Rechtsanwalt Isenring der Bundesanwaltschaft mit, dass sein Mandant, der 

nachmalige Beschuldigte B., vollumfänglich mit den Strafverfolgungsbehörden 

kooperieren möchte und bereit sei, «einlässliche und substantielle Aussagen» zu 

machen (BA 16-004-0002). B. war anlässlich der ersten Einvernahme als Be-

schuldigter vom 13. Februar 2014 vollumfänglich geständig (BA 13-003-0003 ff.), 

zu einem Zeitpunkt also, als das abgekürzte Verfahren noch nicht im Raume 

stand. Rechtsanwalt Isenring erwähnte am Schluss dieser Einvernahme – wie 

- 29 - 

auch Rechtsanwalt AA. anlässlich der Hafteinvernahme bei der Staatsanwalt-

schaft des Kantons Zürich vom 5. März 2014 (BA 13-003-0074) –, dass er bean-

trage, als amtlicher (notwendiger) Verteidiger eingesetzt zu werden, und begrün-

dete diesen Antrag unter anderem damit, dass es für seinen Mandanten auf ein 

abgekürztes Verfahren hinauslaufe (BA 13-003-0021). Danach fanden weitere 

(teils an die Bundeskriminalpolizei delegierte) Einvernahmen sowie Einvernah-

men bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich statt. Einen formellen Antrag 

auf ein abgekürztes Verfahren stellte der Verteidiger am 28. September 2015 (BA 

4-001-0001), wobei er erwähnte, dass die Durchführung eines abgekürzten Ver-

fahrens mit dem Staatsanwalt «vor längerer Zeit und mehrfach diskutiert» wor-

den sei. Am 30. September 2015 hiess die Bundesanwaltschaft den Antrag auf 

Durchführung eines abgekürzten Verfahrens gut (BA 4-001-002). Die nächste 

(delegierte) Einvernahme erfolgte am 14. Januar 2016 (BA 13-003-0682). Wei-

tere Einvernahmen erfolgten am 12. April 2018 und am 1. Juli 2019 (BA 13-003-

0918, -1069). Eine am 18. Juli 2016 eingereichte Honorarnote von Rechtsanwalt 

Isenring führt für den 4. Februar 2016 eine Position «Besprechung mit BA in Bern 

in Sachen abgekürztes Verfahren» auf (BA 16-004-0139). Mit Schreiben vom 13. 

Juli 2017 verwies Rechtsanwalt Isenring auf das Schreiben vom 28. September 

2015 und hielt fest: «Mein von Anfang an geständiger und kooperativer Klient 

hält an diesem Antrag vom 28. September 2015 auf Durchführung des abgekürz-

ten Verfahrens weiterhin vollumfänglich fest respektive erneuert diesen Antrag 

hiermit förmlich»; weiter ersuchte er die Bundesanwaltschaft darum, den Antrag 

«noch einmal zu prüfen» (BA 16-004-0175 f.). Die Bundesanwaltschaft lehnte 

den Antrag am 3. August 2017 ab. Sie hielt fest, ein abgekürztes Verfahren setze 

eine Verfahrenstrennung nach Art. 30 StPO voraus, was sachliche Gründe wie 

eine Verfahrensbeschleunigung oder die Vermeidung von unnötigen Verzöge-

rungen erfordere. Da im gegenständlichen Verfahren ganze Sachverhaltskom-

plexe zu beurteilen seien, in welchen B. und C. involviert seien und bei denen die 

jeweiligen Vorwürfe eng zusammenhingen, und da C. die Verantwortung B. zu-

schiebe, könne eine Verfahrenstrennung sachlich nicht begründet werden (BA 

16-004-0182 f.). Mit Schreiben vom 6. Mai 2019 wies der Verteidiger erneut da-

rauf hin, dass sein Klient bereits bei der ersten Einvernahme ein «umfassendes 

Geständnis abgelegt» und von allem Anfang an mit den Strafverfolgungsbehör-

den vollumfänglich und uneingeschränkt kooperiert habe. Ein von ihm gestelltes 

Gesuch um Durchführung eines abgekürzten Verfahrens sei zwar am 30. Sep-

tember 2015 gutgeheissen, «erstaunlicherweise aber nie umgesetzt» worden 

(BA 16-004-0258 ff.). 

5.5.3 Der Beschuldigte B. war von Anfang an geständig. Sein Aussageverhalten blieb 

auch nach dem Antrag auf Durchführung eines abgekürzten Verfahrens und des-

sen letztendlicher Abweisung gleich. Zwischen dem Antrag vom 28. September 

- 30 - 

2015 und der Abweisung vom 3. August 2017 fand nur die Einvernahme vom 14. 

Januar 2016 statt. Dass die Aussagen in der Einvernahme vom 14. Januar 2016 

explizit im Hinblick auf ein abgekürztes Verfahren getätigt wurden, macht in Be-

rücksichtigung des vorgängigen sowie des nachträglichen Aussageverhaltens 

von B. keinen Sinn. B. hat dies auch nicht geltend gemacht – auch aus dem 

Schreiben vom 6. Mai 2019 geht klar hervor, dass er von Anfang an umfassend 

geständig war. Es liegen demnach keine «im Hinblick auf das abgekürzte Ver-

fahren» gemachten Aussagen vor. Die Aussagen des Beschuldigten B. sind so-

mit uneingeschränkt verwertbar. 

6. Beamteneigenschaft 

6.1 Die Tatbestände der ungetreuen Amtsführung (Art. 314 StGB), der Urkundenfäl-

schung im Amt (Art. 317 StGB) sowie der sogenannten aktiven und passiven 

Bestechung (Art. 322ter und Art. 322quater StGB) setzen Beamteneigenschaft vo-

raus. Den Begriff des Beamten verwendet das Gesetz mithin zur Umschreibung 

einer qualifizierten Tätergruppe, wobei im Falle der aktiven Bestechung dieses 

Tatbestandselement geschütztes Angriffsobjekt ist und jedermann sich als Täter 

schuldig machen kann (TRECHSEL/VEST, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizeri-

sches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018 [nachfolgend bei sämtli-

chen Autoren: Praxiskommentar], Art. 110 StGB N. 11; TRECHSEL/JEAN-

RICHARD, Praxiskommentar, vor Art. 322ter StGB N. 3). Bei den Bestechungsde-

likten den Amtsträgern gleichgestellt sind Private, die öffentliche Aufgaben erfül-

len (Art. 322octies Ziff. 3 StGB).  

6.2 Als Beamte gelten die Beamten und Angestellten einer öffentlichen Verwaltung 

und der Rechtspflege sowie die Personen, die provisorisch ein Amt bekleiden 

oder provisorisch bei einer öffentlichen Verwaltung oder der Rechtspflege ange-

stellt sind oder vorübergehend amtliche Funktionen ausüben (Art. 110 Abs. 3 

StGB). Der strafrechtliche Beamtenbegriff im Sinne dieser Bestimmung erfasst 

sowohl institutionelle als auch funktionelle Beamte. Erstere sind die Beamten im 

öffentlichrechtlichen Sinn sowie Angestellte im öffentlichen Dienst. Bei Letzteren 

ist es nicht von Bedeutung, in welcher Rechtsform diese für das Gemeinwesen 

tätig sind. Das Verhältnis kann öffentlichrechtlich oder privatrechtlich sein. Ent-

scheidend ist vielmehr die Funktion der Verrichtungen. Bestehen diese in der 

Erfüllung öffentlicher Aufgaben, so sind die Tätigkeiten amtlich und die sie ver-

richtenden Personen Beamte im Sinne des Strafrechts (BGE 135 IV 198 E. 3.3). 

Entscheidend für die Beamtenstellung ist, ob die übertragene Funktion amtlicher 

Natur ist, das heisst ob sie zur Erfüllung einer dem Gemeinwesen zustehenden 

öffentlichrechtlichen Aufgabe übertragen wurde (BGE 141 IV 329 E. 1.3 m.w.H.).  

- 31 - 

6.3 Eine öffentliche Beschaffung liegt vor, wenn das Gemeinwesen (Zentralverwal-

tung und dezentralisierte Verwaltung) als Nachfrager und die privaten Unterneh-

mer als Anbieter miteinander rechtsgeschäftlich in Kontakt treten. Das Gemein-

wesen erwirbt bei Privaten gegen Entgelt Güter oder Dienstleistungen, die es zur 

Erfüllung der öffentlichen Aufgaben benötigt (HÄNNI/STÖCKLI, Schweizerisches 

Wirtschaftsverwaltungsrecht, Bern 2013, N. 704, 706). Dies geschieht im Rah-

men von spezialgesetzlich geregelten Beschaffungsverfahren (vgl. E. I.7.1). Das 

öffentliche Vergabewesen ist bis ins Detail Gegenstand eines ausgeklügelten 

Regelungssystems, das der Rechtsgleichheit unter Bewerbern und auch dem 

Schutz des staatlichen Budgets dient. Die Vergabe von öffentlichen Aufträgen ist 

zweifelsfrei Staatstätigkeit (Botschaft vom 19. April 1999 über die Änderung des 

Schweizerischen Strafgesetzbuches und des Militärstrafgesetzes [Revision des 

Korruptionsstrafrechts] sowie über den Beitritt der Schweiz zum Übereinkommen 

über die Bekämpfung der Bestechung ausländischer Amtsträger im internationa-

len Geschäftsverkehr [nachfolgend: Botschaft Korruptionsstrafrecht], BBl 1999 

5497 ff., S. 5526 Ziff. 212.13).  

6.4 Wird die Strafbarkeit durch eine besondere Pflicht des Täters begründet oder 

erhöht, so wird der Teilnehmer, dem diese Pflicht nicht obliegt, milder bestraft 

(Art. 26 StGB). Teilnehmer kann also auch sein, wer die Sonderpflichten des 

Haupttäters, vorliegend mithin die Beamtenstellung, nicht hat (vgl. Urteil des Bun-

desgerichts 6B_138/2014 vom 23. September 2014 E. 3.2 betreffend Gehilfen-

schaft zu ungetreuer Amtsführung). Die Teilnahme am Sonderdelikt hat nach der 

zitierten Bestimmung obligatorische Strafmilderung gemäss Art. 48a StGB zur 

Folge (TRECHSEL/JEAN-RICHARD, Praxiskommentar, Art. 26 StGB N. 2). Soweit 

der Gehilfe auch Beamtenstellung hat, führt dies zu keinem anderen Ergebnis: 

Art. 25 StGB, welcher die Gehilfenschaft regelt, sieht obligatorische Strafmilde-

rung vor (TRECHSEL/JEAN-RICHARD, Praxiskommentar, Art. 25 StGB N. 11). 

6.5 Gemäss Art. 2 des Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetzes vom 

21. März 1997 (RVOG; SR 172.010) gliedern sich die einzelnen Departemente 

der Bundesverwaltung in Ämter, die zu Gruppen zusammengefasst werden kön-

nen (Abs. 2 Satz 1). Zur Bundesverwaltung gehören ferner dezentralisierte Ver-

waltungseinheiten nach Massgabe ihrer Organisationserlasse (Abs. 3). Der Bun-

desrat kann Direktoren und Direktorinnen von Ämtern oder Gruppen, die für wich-

tige Aufgabenbereiche eines Departementes verantwortlich sind, als Staatssek-

retäre oder Staatssekretärinnen einsetzen. Ämter oder Gruppen, die von einem 

Staatssekretär oder einer Staatssekretärin geleitet werden, können als Staats-

sekretariate bezeichnet werden (Art. 45a Abs. 1 RVOG). Gemäss heutigem 

Art. 8 Abs. 1 der Regierungs- und Verwaltungsorganisationsverordnung vom 

25. November 1998 (RVOV; SR 172.010.1) sind die Verwaltungseinheiten der 

- 32 - 

zentralen Bundesverwaltung (lit. a) und die Verwaltungseinheiten der dezentra-

len Bundesverwaltung (lit. b) mit ihrer Zuordnung zu einem Departement ab-

schliessend in Anhang 1 aufgelistet. In diesem Anhang ist das SECO als Verwal-

tungseinheit der zentralen Bundesverwaltung dem Eidgenössischen Departe-

ment für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) zugeordnet (Ziff. VI.1.3).  

6.6 A. trat am 1. Juli 1982 beim damaligen Bundesamt für Industrie, Gewerbe und 

Arbeit (BIGA) im Range eines Sekretärs in den Dienst der zentralen Bundesver-

waltung ein (BA B18-001-001-0174). Er war als Projektleiter der Abteilung Ar-

beitslosenversicherung (ALV) zugeteilt und übernahm 1987 die Leitung der Pro-

jekte AVAM/ASAL (AVAM = Informationssystem für Arbeitsvermittlung und Ar-

beitsmarktstatistik; ASAL = Auszahlungssystem der Arbeitslosenversicherung) 

(BA B18-001-001-0270). Ab September 1990 war ihm als Sektionschef die Lei-

tung der Sektion Informatik und Kommunikation übertragen. Ab November 1993 

war A. Leiter des Informatikzentrums IZ ASAL im Bereich Systembetrieb und 

Technik (SBTC; später bezeichnet als TCSB [TC = Leistungsbereich Arbeits-

markt und Arbeitslosenversicherung]) (BA B18-001-001-0270). Ab Anfang 1999 

war A. (infolge einer Reorganisation der Bundesverwaltung) beim Bundesamt für 

Aussenwirtschaft als Leiter Systembetrieb und Technik ALK (IZ ASAL) angestellt 

(BA B18-001-001-0154 ff.). Gemäss Arbeitsvertrag vom 12./19. November 2001 

war A. ab dem 1. Januar 2002 beim SECO als Ressortleiter im Bereich SBTC 

angestellt (BA B18-001-001-0111 ff.).  

Am 30. Januar 2014 wurde A. gestützt auf Art. 25 des Bundespersonalgesetzes 

vom 24. März 2000 (BPG; SR 172.220.1) und Art. 103 der Bundespersonalver-

ordnung vom 3. Juli 2001 (BPV; SR 172.220.111.3) vom Dienst freigestellt (BA 

B18-001-001-0002). 

6.7 Die Zuordnung des SECO bzw. vorbestehender Verwaltungseinheiten, bei de-

nen A. angestellt war (siehe oben), bestand für die gesamte anklagerelevante 

Zeit seiner Anstellung (vgl. RVOV, Stand am 22. Februar 2000, Art. 6 und An-

hang, Abschnitt Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement, Ziff. 1, SECO; 

RVOV in der Fassung vom 25. November 1998, Art. 6 und Anhang, Abschnitt 

Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement, Ziff. 1, Bundesamt für Aussen-

wirtschaft, Bundesamt für Wirtschaft und Arbeit [AS 1999 1258]; zur Zusammen-

führung der diversen Bundesämter im SECO vgl. BA 15-003-0082). Die Beam-

teneigenschaft von A. im Sinne von Art. 110 Abs. 3 StGB ist für den gesamten 

von der Anklage erfassten Zeitraum von 2004 bis Januar 2014 gegeben. A. war 

somit als Angestellter des Bundes ein institutioneller Beamter (E. I.6.2). 

- 33 - 

7. Öffentliches Beschaffungsrecht des Bundes 

7.1 Dem Beschuldigten A. wird u.a. ungetreue Amtsführung (Art. 314 StGB) durch 

Handlungen in Verletzung des öffentlichen Beschaffungsrechts des Bundes vor-

geworfen. Den Beschuldigten B. und C. wird in diesem Zusammenhang Gehil-

fenschaft vorgeworfen (Art. 314 i.V.m. Art. 25 StGB). Vorab sind die entsprechen-

den verwaltungsrechtlichen Normen darzustellen. Anwendbar ist das im Zeit-

punkt des Handelns massgebliche Beschaffungsrecht. 

7.2  

7.2.1 Das im Anklagezeitraum massgebliche Übereinkommen über das öffentliche Be-

schaffungswesen vom 15. April 1994 (GATT/WTO-Übereinkommen [auch be-

zeichnet als Government Procurement Agreement, GPA], für die Schweiz in Kraft 

ab 1. Januar 1996 [AS 1996 609]; heute: Revidiertes Übereinkommen über das 

öffentliche Beschaffungswesen vom 15. April 1994, in Kraft für die Schweiz seit 

dem 1. Januar 2021 [AS 2020 6493 6491]; SR 0.632.231.422), findet Anwen-

dung auf alle Gesetze, Vorschriften, Verfahren und Praktiken betreffend die öf-

fentlichen Beschaffungen durch Stellen, die gemäss Anhang I dem Übereinkom-

men unterliegen (Art. I Ziff. 1 GATT/WTO-Übereinkommen).  

Das frühere Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen vom 16. De-

zember 1994 ([a]BöB; AS 1996 508) dient(e), zusammen mit der in Ausführung 

dazu erlassenen Verordnung des Bundesrates über das öffentliche Beschaf-

fungswesen vom 11. Dezember 1995 ([a]VöB; AS 1996 518) und weiteren Ver-

ordnungen, der Umsetzung des GATT/WTO-Übereinkommens. [a]BöB und 

[a]VöB traten am 1. Januar 1996 in Kraft (vgl. HÄNNI/STÖCKLI, a.a.O., N. 713 ff., 

784; zu den Zielsetzungen von GPA und BöB vgl. auch TPF 2016 10 E. 2.8.1a).  

Im Hinblick auf die für die Schweiz am 1. Januar 2021 in Kraft getretene Revision 

des GATT/WTO-Übereinkommens wurden das Gesetz und die Verordnung 

([a]BöB und [a]VöB) aufgehoben und per 1. Januar 2021 durch das Bundesge-

setz über das öffentliche Beschaffungswesen vom 21. Juni 2019 (BöB; SR 

172.056.1) und die Verordnung des Bundesrates über das öffentliche Beschaf-

fungswesen vom 12. Februar 2020 (VöB; SR 172.056.11) ersetzt (vgl. dazu etwa 

VON ARX/SIEGRIST/BUCHSER, Die freihändigen Verfahren im Beschaffungswesen 

des Bundes, De lege ferenda – De lege lata, in: Jusletter 28. September 2020).  

Im Folgenden werden die aufgehobenen, im vorliegenden Verfahren anwendba-

ren Erlasse BöB bzw. VöB der Einfachheit halber ohne den Zusatz «[a]» zitiert, 

wobei die Bestimmungen der VöB in der Fassung vom 11. Dezember 1995, so-

weit diese durch die Änderung vom 18. November 2009 (AS 2009 6149) geändert 

worden sind, mit «aVöB» und die geänderten Normen mit «VöB» zitiert werden. 

- 34 - 

Das BöB will u.a. das Verfahren zur Vergabe von öffentlichen Liefer-, Dienstleis-

tungs- und Bauaufträgen regeln und transparent gestalten (Art. 1 Abs. 1 lit. a 

BöB). Die VöB regelt u.a. die Vergabe öffentlicher Aufträge nach dem Gesetz 

(Art. 1 lit. a VöB) und die übrigen Beschaffungen des Bundes (Art. 1 lit. b VöB). 

7.2.2 Dem Gesetz (BöB) untersteht bzw. unterstand als Auftraggeberin namentlich die 

allgemeine Bundesverwaltung (Art. 2 Abs. 1 lit. a BöB). Die Verordnung (VöB) 

gilt (galt) für die dem Gesetz unterstellten Auftraggeberinnen (Art. 2 Abs. 1 VöB).  

Das SECO bildet Teil der zentralen Bundesverwaltung. Es war im GATT/WTO-

Übereinkommen, Anhang 1 Annex 1 Ziff. 7, aufgeführt. Es unterstand damit dem 

BöB und der VöB. Das revidierte Übereinkommen hat insoweit nichts geändert. 

7.2.3 In Bezug auf den Geltungsbereich des öffentlichen Beschaffungsrechts auf den 

dem SECO unterliegenden Bereich der Arbeitslosenkassen hält der Untersu-

chungsbeauftragte Prof. Dr. Urs Saxer im Bericht «SECO-Administrativuntersu-

chung Mandatsvergaben im IT-Bereich und Überprüfung der Rechtmässigkeit 

der Beschaffungsprozesse der Ausgleichsstelle der ALV» vom 26. Juli 2014 

(BA 15-003-0015 ff. [nachfolgend: Bericht Saxer]) fest, es sei unbestritten, dass 

das Beschaffungsrecht des Bundes (BöB und VöB) auch im Bereich der Arbeits-

losenversicherung und deren Informatik – welche vom SECO betrieben wird, wie 

nachfolgend in E. I.8 dargestellt wird – anwendbar sind (BA 15-003-0085). 

Auch Rechtsanwältin Dr. U. Widmer gelangt im Rechtsgutachten vom 11. Januar 

2010 zum Schluss, dass das SECO im Bereich ASAL grundsätzlich dem 

GATT/WTO-Übereinkommen bzw. dem BöB untersteht. Voraussetzung ist, dass 

die betreffenden Dienstleistungen («Computer and Related Services» gemäss 

Central Product Classification, CPC, Klassifikation Nr. 84 – welche im Einzelnen 

Gegenstand der Untersuchung im Rechtsgutachten bildeten) ihrem Inhalt nach 

in den Listen im Anhang 1 Annex 4 zum GATT/WTO-Übereinkommen bzw. in 

Anhang 1 VöB aufgeführt sind (BA 18-001-0036; siehe auch E. I.7.2.4.1).  

Die obgenannten Ausführungen von Prof. Dr. Saxer und Dr. Widmer geben zu 

keinen weiteren Bemerkungen Anlass. Gleiches gilt mutatis mutandis auch für 

anderweitige Beschaffungen des SECO (d.h. Lieferverträge und Bauaufträge). 

Damit steht fest, dass das SECO im vorliegend relevanten Bereich dem öffentli-

chen Beschaffungsrecht des Bundes (insbesondere BöB und VöB) untersteht.  

- 35 - 

7.2.4  

7.2.4.1 Art. 5 BöB definiert die Begriffe Lieferauftrag, Dienstleistungsauftrag und Bauauf-

trag. An diese Kategorisierung sind die Schwellenwerte gekoppelt (Art. 6 BöB). 

Art. 5 Abs. 1 lit. a BöB bezeichnet als Lieferauftrag einen Vertrag zwischen der 

Auftraggeberin und einem Anbieter oder einer Anbieterin über die Beschaffung 

beweglicher Güter, namentlich durch Kauf, Leasing, Miete, Pacht oder Mietkauf.  

Art. 5 Abs. 1 lit. b BöB bezeichnet als Dienstleistungsauftrag einen Vertrag zwi-

schen der Auftraggeberin und einem Anbieter oder einer Anbieterin über die Er-

bringung einer Dienstleistung nach Anhang 1 Annex 4 GATT/WTO-Übereinkom-

men. Als Dienstleistungen gelten gemäss Art. 3 Abs. 1 VöB die in Anhang 1 zur 

VöB aufgeführten Leistungen. In dieser Liste wurden unter der Überschrift "Dem 

Gesetz unterstehende Dienstleistungen" sämtliche in Anhang 1 Annex 4 

GATT/WTO-Übereinkommen aufgeführten Dienstleistungen unverändert über-

nommen (BVGE 2011/17 E. 5.2.1; 2008/48 E. 2.3). Entsprechend Anhang 1 An-

nex 4 GPA ("services informatiques et services connexes", CPC [Zentrale Pro-

dukteklassifikation] Referenz-Nr. 84) listet die VöB in Anhang 1 Ziff. 7 „Informatik 

und verbundene Tätigkeiten“ als Dienstleistung auf. 

Art. 5 Abs. 1 lit. c BöB bezeichnet als Bauauftrag einen Vertrag zwischen der 

Auftraggeberin und einem Anbieter oder einer Anbieterin über die Durchführung 

von Hoch- und Tiefbauarbeiten im Sinne von Ziff. 51 CPC-Liste nach Anhang 1 

Annex 5 GATT/WTO-Übereinkommen. 

7.2.4.2 Das GATT/WTO-Übereinkommen gilt für alle Beschaffungsaufträge, deren Wert 

nicht unter den einschlägigen Schwellenwerten nach Anhang I liegt (Art. I Ziff. 4 

GATT/WTO-Übereinkommen). Gemäss Art. 6 Abs. 1 BöB ist das Gesetz nur an-

wendbar, wenn der geschätzte Wert des zu vergebenden öffentlichen Auftrages 

den in lit. a–d bezifferten Schwellenwert ohne Mehrwertsteuer erreicht. Das Eid-

genössische Volkswirtschaftsdepartement (EVD) bzw. das Eidgenössische De-

partement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) passt die Schwellen-

werte im Einvernehmen mit dem Eidgenössischen Finanzdepartement (EFD) pe-

riodisch den Vorgaben des GATT/WTO-Übereinkommens an (Art. 6 Abs. 2 BöB). 

Die Schwellenwerte betrugen im hier massgeblichen Zeitraum: für Lieferungen 

und Dienstleistungen je Fr. 248'950.-- (1. Januar 2005 bis 30. Juni 2010) bzw. 

Fr. 230'000.-- (ab 1. Juli 2010) und für Bauaufträge Fr. 9,575 Mio. (1. Ja-

nuar 2005 bis 30. Juni 2010) bzw. Fr. 8,7 Mio. (ab 1. Juli 2010) (Art. 6 Abs. 1 lit. a 

und b BöB; Art. 1 lit. a-c der jeweils geltenden Verordnung des EVD über die 

- 36 - 

Anpassung der Schwellenwerte im öffentlichen Beschaffungswesen; AS 2005 1, 

2005 5677, 2006 5611, 2007 6627, 2008 5955, 2009 6573, 2010 2647).  

7.2.4.3 Ein Auftrag darf nicht in der Absicht aufgeteilt werden, die Anwendbarkeit dieses 

Gesetzes zu umgehen (Art. 7 Abs. 1 BöB). Vergibt die Auftraggeberin mehrere 

gleichartige Liefer- oder Dienstleistungsaufträge oder teilt sie einen Liefer- oder 

Dienstleistungsauftrag in mehrere gleichartige Einzelaufträge (Lose), so berech-

net sich der Auftragswert aufgrund: a. des tatsächlichen Wertes der während der 

vergangenen zwölf Monate vergebenen wiederkehrenden Aufträge; oder b. des 

geschätzten Wertes der wiederkehrenden Aufträge, die in den zwölf Monaten 

nach der Vergabe des ersten Auftrages vergeben werden (Art. 7 Abs. 3 BöB). 

Art. 7 Abs. 1 BöB entspricht dem Grundsatz von Art. II GPA: Die Wahl der Be-

wertungsmethode durch die Beschaffungsstelle und die Aufteilung von Verträgen 

dürfen nicht in der Absicht erfolgen, dieses Übereinkommen zu umgehen (Art. II 

Ziff. 3 GPA). Die Auftraggeberin darf einen Auftrag nicht künstlich in mehrere 

kleinere Einzelaufträge unterteilen, nur damit diese aus dem Anwendungsbe-

reich des Gesetzes fallen (Botschaft des Bundesrats vom 19. September 1994 

zu den für die Ratifizierung der GATT/WTO-Übereinkommnen [Uruguay-Runde] 

notwendigen Rechtsanpassungen [GATT-Botschaft 2], AS 1994 IV 950 S. 1183). 

Die Bestimmung in Art. 7 Abs. 3 BöB ist vor dem Hintergrund von Abs. 1 zu se-

hen. Erfolgt die Beschaffung von Gütern oder Dienstleistungen in mehreren Lo-

sen, so dass für gleichartige Leistungen mehrmals praktisch identische Einzel-

aufträge erteilt werden, so ist der massgebende Schwellenwert nach den Rege-

lungen in Abs. 3 lit. a und b zu berechnen (vgl. Art. II Ziff. 4 GPA). Übersteigt 

dieser Wert den in Art. 6 BöB festgelegten Schwellenwert, so ist jeder Einzelauf-

trag im offenen oder selektiven Verfahren zu vergeben (GATT-Botschaft 2, 

S. 1184 f.). Ergänzend präzisiert Art. 14a VöB zur Bestimmung des Auftrags-

werts, dass die Auftraggeberin den voraussichtlichen maximalen Gesamtwert ei-

ner Beschaffung schätzt (Abs. 1) und dabei alle Leistungen berücksichtigt, die 

sachlich oder rechtlich eng zusammenhängen (Abs. 2). Obwohl diese Bestim-

mung erst seit dem 1. Januar 2010 in Kraft steht, handelt es sich nicht um eine 

materielle Ausweitung des BöB, sondern um dessen Anwendung (vgl. Titel des 

2. Kapitel der VöB). Sie ist daher auch für frühere Beschaffungen bedeutsam 

(vgl. auch HÄNNI/STÖCKLI, a.a.O., N. 790 mit Hinweis auf EFD-Bericht INSIEME). 

7.2.4.4 Das Vergabeverfahren ist im vierten Abschnitt des BöB (Art. 13 ff. BöB) geregelt.  

a) Als Vergabeverfahren definiert Art. VII des GATT/WTO-Übereinkommens das 

offene Verfahren als dasjenige, bei dem alle interessierten Anbieter ein Angebot 

abgeben können (Ziff. 3 lit. a), das selektive Verfahren als dasjenige, bei dem 

diejenigen Anbieter ein Angebot abgeben können, die von der Beschaffungsstel-

- 37 - 

le dazu eingeladen werden (Ziff. 3 lit. b), und das freihändige Verfahren als das-

jenige, bei dem sich eine Beschaffungsstelle, jedoch nur unter den Bedingungen 

von Art. XV des Übereinkommens, mit Anbietern einzeln in Verbindung setzt 

(Ziff. 3 lit. c). Entsprechend regelt das inländische Recht diese drei Vergabever-

fahren für die Auftraggeber des Bundes (Art. 2 und 13 ff. BöB; Art. 12 ff. VöB).  

b) Sowohl im offenen als auch im selektiven Verfahren ist der geplante Auftrag 

öffentlich auszuschreiben (Art. 14 Abs. 1 und 15 Abs. 1 BöB). Die Vergabestel-

len können zwischen diesen beiden Verfahrensarten wählen (HÄNNI/STÖCKLI, 

a.a.O., N. 792). Jeder geplante Auftrag, der im offenen oder selektiven Verfah-

ren vergeben wird, muss einzeln ausgeschrieben werden (Art. 18 Abs. 1 BöB). 

Im offenen Verfahren reichen die Anbieter aufgrund dieser Ausschreibung ein 

Angebot ein (Art. 14 Abs. 2 BöB). Das selektive Verfahren ist dagegen zweistufig, 

indem in einem ersten Schritt die Anbieter aufgrund der Ausschreibung – allen-

falls unter Hinweis auf Eignungskriterien und erforderliche Nachweise (Art. 9 

Abs. 2 BöB) – einen Antrag auf Teilnahme einreichen können (Art. 15 Abs. 2 

BöB). In einem zweiten Schritt bezeichnet die Auftraggeberin die Anbieter, die 

aufgrund der Eignung nach Art. 9 oder 10 BöB ein Angebot einreichen dürfen 

(Art. 15 Abs. 3 BöB). Mindestens drei Anbieter müssen zur Angebotsabgabe ein-

geladen werden, sofern so viele für die Teilnahme qualifiziert sind (Art. 12 Abs. 1 

VöB).  

c) Im freihändigen Verfahren vergibt die Auftraggeberin einen Auftrag direkt und 

ohne Ausschreibung einem Anbieter (Art. 16 BöB). Der Gesetzgeber hat die nach 

dem GATT/WTO-Übereinkommen zu regelnden Voraussetzungen dieser Ver-

fahrensart an den Bundesrat delegiert (Art. 13 Abs. 2 BöB). Das freihändige Ver-

fahren darf nur bei Vorliegen der Voraussetzungen nach Art. 13 VöB – welcher 

die Regelung von Art. XV GPA aufnimmt – zum Zug kommen (HÄNNI/STÖCKLI, 

a.a.O., N. 792). Das Verfahren richtet sich nach Art. 13 Abs. 1 VöB (Art. 36 Abs. 1 

VöB). Darin sind die Kategorien aufgelistet, in denen eine freihändige Vergabe 

zulässig ist. Da es sich um Ausnahmen handelt, sind die Tatbestände, unter de-

nen eine freihändige Beschaffung zulässig ist, restriktiv auszulegen (GALLI/MO-

SER/LANG/STEINER, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. Aufl. 2013, 

N. 291; kritisch zur Auslegungsfrage: TRÜEB, in: Biaggini/Häner/Saxer/Schott 

[Hrsg.], Fachhandbuch Verwaltungsrecht, 2015, Rz 25.76 mit Hinweis). Für jede 

freihändige Vergabe ist ein Bericht gemäss Art. 13 Abs. 2 VöB zu erstellen. 

Das freihändige Verfahren ist das einzige Verfahren, in dem die öffentliche Hand 

nur einen einzigen Anbieter von der Beschaffung in Kenntnis setzen und diesem 

direkt den Auftrag zusprechen darf. Die Vergabestelle entscheidet im Rahmen 

- 38 - 

des pflichtgemässen Ermessens grundsätzlich frei, welche Unternehmen zur Ab-

gabe eines Angebots aufgefordert werden und mit welchem Unternehmen der 

Vertrag abgeschlossen wird (HÄNNI/STÖCKLI, a.a.O., N. 750). Wer sich im Ver-

waltungsverfahren auf das Vorliegen eines Ausnahmetatbestands für eine frei-

händige Vergabe beruft, hat grundsätzlich auch nachzuweisen, dass alle Voraus-

setzungen dafür erfüllt sind. Die Beweislast für das Vorliegen der die Ausnahme 

begründenden Tatsachen liegt bei der Vergabestelle. Ist ihr ein strikter Nachweis 

nicht möglich oder zumutbar, so hat sie das Vorliegen zumindest glaubhaft zu 

machen (GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., N. 301). Die Voraussetzungen für 

eine freihändige Vergabe müssen mithin nachweisbar vorliegen, in der Regel mit 

dem Bericht nach Art. 13 Abs. 2 VöB. Nach dieser Vorschrift erstellt die Auftrag-

geberin über jeden freihändig vergebenen Auftrag einen Bericht, welcher die fol-

genden Angaben enthält: a. Namen der Auftraggeberin; b. Wert und Art der be-

schafften Leistung; c. das Ursprungsland der Leistung; d. die Bestimmung von 

Abs. 1, nach der der Auftrag freihändig vergeben wurde. Gemäss Art. XV Ziff. 2 

GPA verbleibt dieser Bericht bei der Beschaffungsstelle und steht deren zustän-

digen Regierungsstellen zur Verfügung, damit er erforderlichenfalls bei den Ver-

fahren nach den Art. XVIII, XIX, XX und XXII GPA herangezogen werden kann.  

Die Beschaffungsstellen und die Bedarfsstellen haben alle Unterlagen im Zusam-

menhang mit Vergabeverfahren von der Eröffnung des Zuschlags an für die 

Dauer von mindestens drei Jahren aufzubewahren (Art. 26 der Verordnung über 

die Organisation des öffentlichen Beschaffungswesens des Bundes [Org-VöB] 

vom 22. November 2006, in Kraft ab 1. Januar 2007, aufgehoben per 1. Januar 

2013; AS 2006 5613) bzw. während mindestens drei Jahren ab rechtskräftigem 

Abschluss des Vergabeverfahrens, soweit nicht weitergehende Bestimmungen 

bestehen (Art. 35 Org-VöB in der Fassung vom 24. Oktober 2012, in Kraft seit 

1. Januar 2013; SR 172.056.15; vgl. auch Art. XX Ziff. 4 GPA). 

7.2.5  

7.2.5.1 Die sogenannten übrigen, d.h. vom GPA/BöB nicht erfassten öffentlichen Be-

schaffungen werden durch das Verordnungsrecht des Bundes aufgefangen, da-

bei aber ebenfalls mehr oder weniger den materiellen Leitgrundsätzen des GPA 

unterstellt (HÄNNI/STÖCKLI, a.a.O., N. 791). Es handelt sich um Beschaffungen 

durch Auftraggeber, die dem GPA bzw. BöB nicht unterstehen, Beschaffungen, 

die nicht unter den sachlichen Anwendungsbereich des GPA bzw. BöB fallen, 

d.h. nicht in den Positivlisten des Anhangs aufgeführt sind, oder solche, die den 

Schwellenwert nicht erreichen (Art. 32 VöB; vgl. HÄNNI/STÖCKLI, a.a.O., N. 791). 

Das Vergabeverfahren für diese Beschaffungen ist in Art. 34 ff. VöB geregelt.  

- 39 - 

7.2.5.2 Art. 34 Abs. 1 VöB bestimmt, dass die Vergabe eines nicht unter das BöB fallen-

den Auftrags im offenen, selektiven oder unter bestimmten Voraussetzungen im 

Einladungsverfahren oder im freihändigen Verfahren erfolgt. Grundsätzlich müs-

sen die Beschaffungen im Einladungsverfahren erfolgen (HÄNNI/STÖCKLI, a.a.O., 

N. 791), sofern nicht ein höherstufiges Verfahren (offenes oder selektives Ver-

fahren mit öffentlicher Ausschreibung gemäss Art. 13 ff. BöB) gewählt wird. Für 

die Vergaben im offenen oder selektiven Verfahren gelten die Bestimmungen des 

BöB und Art. 9-30 VöB, ausgenommen Art. 16 Abs. 7 VöB (Art. 34 Abs. 2 VöB).  

7.2.5.3 Im Einladungsverfahren bestimmt die Auftraggeberin, welche Anbieter sie ohne 

Ausschreibung direkt zur Angebotsabgabe einladen will (Art. 35 Abs. 1 VöB). Sie 

muss wenn möglich mindestens drei Angebote einholen (Art. 35 Abs. 2 VöB).  

Das Einladungsverfahren unterscheidet sich vom freihändigen Verfahren darin, 

dass das Gemeinwesen verpflichtet ist, eine Mindestzahl von Offerten – gemäss 

Art. 35 Abs. 2 VöB deren drei – einzuholen (HÄNNI/STÖCKLI, a.a.O., N. 751; Urteil 

des Bundesstrafgerichts SK.2015.12 vom 15. September 2015 E. 3.6.1 [nicht 

veröffentlicht in TPF 2016 10]).  

7.2.5.4 Gemäss Art. 36 Abs. 1 VöB richtet sich das freihändige Verfahren nach Art. 13 

Abs. 1 VöB. Im nichtstaatsvertraglichen Bereich – d.h. für die übrigen Beschaf-

fungen gemäss dem 3. Kapitel der VöB – gelten mithin die gleichen Regeln. Es 

kann dazu auf die vorstehenden Ausführungen verwiesen werden (E. 7.2.4.4.c).  

7.2.5.5 Das freihändige Verfahren kann – ausserhalb des Anwendungsbereichs von 

Art. 13 Abs. 1 VöB (Art. 36 Abs. 1 VöB) – ausserdem bei Beschaffungen von 

Liefer- und Dienstleistungsaufträgen unter Fr. 50'000.-- angewandt werden 

(Art. 36 Abs. 2 lit. c aVöB [bis 31. Dezember 2009 geltende Fassung]); seit dem 

1. Januar 2010 beträgt dieser Wert Fr. 150‘000.-- für Dienstleistungsaufträge, 

während er für Lieferaufträge weiterhin Fr. 50‘000.-- beträgt (Art. 36 Abs. 2 lit. b 

und c VöB [Fassung vom 18. November 2009; AS 2009 6149]).  

Für Bauaufträge gilt Folgendes: Eine freihändige Vergabe ist zulässig bei einem 

Wert unter Fr. 100'000.-- (bis 31. Dezember 2009, Art. 36 Abs. 2 lit. b aVöB) bzw. 

unter Fr. 150'000.-- (seit dem 1. Januar 2010; Art. 36 Abs. 2 lit. b VöB [Fassung 

vom 18. November 2009; AS 2009 6149]). Das Einladungsverfahren ist bei Bau-

aufträgen, deren Wert Fr. 2 Mio. nicht erreicht, anzuwenden (Art. 35 Abs. 3 lit. g 

VöB); bei einem diesen Wert übersteigendem Betrag gilt das offene bzw. selek-

tive Verfahren gemäss BöB (Art. 34 Abs. 1 VöB). 

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7.2.5.6 Die Vergabebehörde ist aufgrund des Legalitätsprinzips an die in BöB und VöB 

vorgesehenen Verfahrensarten und an die diesbezüglichen Regelungen gebun-

den. Sie darf weder neue gesetzlich nicht vorgesehene Verfahrensarten schaffen 

noch die bestehenden miteinander vermischen. Es muss bei jeder Vergabe zu 

jedem Zeitpunkt klar erkennbar sein, um welche Verfahrensart es sich handelt 

(GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., N. 282). Grundsätzlich steht es den Auf-

traggebern aber frei, ein höherstufiges Verfahren durchzuführen, als dies im kon-

kreten Einzelfall erforderlich wäre. Ein Anbieter hat bei der Vergabe eines öffent-

lichen Auftrags keinen Anspruch darauf, nicht der Konkurrenzierung durch Mit-

bewerber ausgesetzt zu werden (GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., N. 283).  

Zulässig ist es, im freihändigen Verfahren im Sinne eines Einladungsverfahrens 

gemäss Art. 35 VöB mehrere – statt nur einen – Anbieter zur Angebotsabgabe 

einzuladen, unabhängig davon, ob die konkrete Vergabe den Bestimmungen von 

BöB/WTO untersteht oder nicht. Die nicht erfolgte Regelung des Einladungsver-

fahrens im BöB hat jedoch zur Folge, dass dieses im Anwendungsbereich des 

BöB nur unter den engen Bedingungen des freihändigen Verfahrens zulässig ist 

(GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., N. 279, 283). 

7.2.5.7 Für die übrigen Beschaffungen nach dem 3. Kapitel der VöB, die im Einladungs- 

oder freihändigen Verfahren vergeben werden können, bestimmt Art. 37 VöB 

(Zuschlagskriterien), dass das wirtschaftlich günstigste Angebot den Zuschlag 

erhält. Dieses wird ermittelt, indem verschiedene Kriterien berücksichtigt werden, 

insbesondere Termin, Qualität, Preis, Wirtschaftlichkeit, Betriebskosten, Kunden-

dienst, Zweckmässigkeit der Leistung, Ästhetik, Umweltverträglichkeit, techni-

scher Wert (Art. 21 Abs. 1 BöB i.V.m. Art. 37 VöB). Anders als im offenen oder 

selektiven Verfahren nach dem Gesetz sind die Zuschlagskriterien nicht bekannt 

zu geben, da Art. 37 VöB nicht ausdrücklich auf Art. 21 Abs. 2 BöB verweist. 

7.2.6 Das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) war im hier relevanten Zeitraum 

zentrale Beschaffungsstelle des Bundes für Informatik und Telekommunikations-

mittel (ausgenommen für die Führungs- und Einsatzsysteme der Armee) sowie 

für Informatikdienstleistungen (Art. 3 Abs. 2 lit. a und Anhang der Verordnung 

über die Organisation des öffentlichen Beschaffungswesens des Bundes vom 

22. November 2006, Org-VöB [AS 2006 5613], in Kraft vom 1. Januar 2007 bis 

31. Dezember 2012; die heutige Regelung findet sich in der Org-VöB vom 

24. Oktober 2012 [SR 172.056.15]). Das BBL beschafft Güter und Dienstleistun-

gen für die Verwaltungsinformatik (Art. 8 Abs. 1 aOrg-VöB). Das BBL kann die 

Beschaffung von Informatikdienstleistungen, die in seinem Zuständigkeitsbereich 

liegt, an die Bedarfsstellen delegieren, sofern die Voraussetzungen nach Art. 7 

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Abs. 1 – d.h. wenn es sich um eine Spezialbeschaffung handelt und die Bedarfs-

stelle über die entsprechenden Fachkenntnisse verfügt – erfüllt sind und die Be-

schaffungen den massgebenden Schwellenwert für eine öffentliche Ausschrei-

bung nicht erreichen (Art. 8 Abs. 4 Satz 1 aOrg-VöB). Die Bedarfsstellen können 

Dienstleistungen, die nicht im Anhang der Verordnung aufgeführt sind, selbst be-

schaffen (Art. 11 Org-VöB). 

7.2.7 Die vorliegend in Frage stehenden Beschaffungen (Lieferverträge für Hard- und 

Software, Informatikdienstleistungen, Bauaufträge etc.) fallen unter das BöB, so-

fern jeweils der Schwellenwert erreicht ist, ansonsten unter die Regeln der VöB.  

8. Organisation des SECO im Bereich der Arbeitslosenversicherung 

8.1 Vorbemerkung: Die Ausgleichsstelle der Arbeitslosenversicherung im SECO 

stellt den Arbeitslosenkassen zentral das System ASAL (Auszahlungssystem der 

Arbeitslosenversicherung) für die Berechnung der Auszahlungen zur Verfügung. 

- Betrieb und Unterhalt von ASAL erfolgt im eigenen Rechenzentrum des SECO.  

8.2 Im Bericht Saxer (vgl. vorne E. I.7.2.3) sind die Organisationsstrukturen und de-

ren Regelung im Bereich des SECO eingehend dargestellt (BA 15-003-0071 ff. 

[Bericht Saxer S. 47-65]). Darauf kann grundsätzlich verwiesen werden. Soweit 

erforderlich, wird auf die Strukturen im Folgenden näher eingegangen. 

8.3 Die Organisationsstruktur im Bereich der Arbeitslosenversicherung basiert auf 

dem Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die In-

solvenzentschädigung (Arbeitslosenversicherungsgesetz, AVIG) vom 25. Juni 

1982 (SR 837.0). Vorliegend sind Art. 83 Abs. 3 und 89 Abs. 5 AVIG zentral. 

Art. 83 Abs. 3 AVIG bestimmt: «Das SECO führt die Ausgleichsstelle». Die Ar-

beitslosenversicherung besitzt somit keine eigene Verwaltung, sondern bedient 

sich unter anderem der Infrastruktur der Bundesverwaltung, indem diese die Aus-

gleichsstelle