# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 64f0119d-0033-53b7-9831-55f1f87a9744
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-01-29
**Language:** de
**Title:** Art. 9 Abs. 4 AHVG gilt für alle EK aus selbst. Erwerbstätigkeit, die nach Inkrafttreten dieser Änderung vom Steueramt gemeldet werden. Rückweisung zur Neuberechnung der Beiträge gemäss BGE 141 V 433 und Einholung einer neuen Steuermeldung, da gemäss Steueramt ursprüngliche Steuermeldung falsch war. (BGE 9C_192/2016) (hängig)
**Docket/Reference:** AB.2015.00003
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/AB.2015.00003.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
AB.2015.00003
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Gerichtsschreiber Wyler
Urteil
vom
29. Januar 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch
CompTax
Treuhand
Y.___
Hertistrasse
26, Postfach, 8304 Wallisellen
gegen
Ausgleichskasse Schweizerischer Baumeisterverband
Sumatrastrasse
15, Postfach 16, 8042 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Mit Beitragsverfügung v
om 2
1.
Oktober 2014 setzte die Ausgleichskasse Schwei
zerischer Baumeisterverband
die persönlichen Beiträge
von
X.___
für
das Jahr 2010
bei einem beitragspflichtigen Einkommen von Fr. 5‘316‘501.--
auf Fr.
505‘267.60 (in
klusive Verwaltungskosten
)
fest (
Urk.
3/5
). Hierbei stützte sie sich auf die Steuermeldung des Steueramtes des Kantons Zü
rich vom
19.
August 2014 (
Urk.
10/5)
, mit welche
r
dieses
für das Jahr 2010 ein Ein
kom
men aus selbständiger Erwerbstätigkeit von Fr. 5‘808‘892.
-- und
ein im Betrieb investiertes Eigenkapital von Fr. 54‘1
79‘427.-- gemeldete hatte (Urk.
10/5)
. Die dagegen
von
X.___
am 2
1.
November 2014
erhobene Einsprache
(
Urk.
10/3) wies
die
Ausgleichskasse Schweizerischer Baumeisterver
band
mit
Ein
spracheentscheid
vom
1
1.
Dezember 2014 ab (
Urk.
2)
.
2.
Dagegen erhob
X.___
am 1
2.
Januar 2015
Beschwerde und beantr
agte,
es
s
ei das beitragspflichtige Einkommen für das Jahr 2010 auf Fr. 4‘922‘626.-- festzusetzen (
Urk.
1). Mit Verfügung vom 1
9.
Januar 2015 wurde der
Beschwer
degegnerin
Frist angesetzt, um zur Beschwerde Stellung zu nehmen und um
ihre vollständigen Akten einzureichen (
Urk.
5). Da die
Be
schwerdegegnerin
innert
Frist weder eine Beschwerdeantwort noch ihre Akten dem Gericht zustellte noch die vom Beschwerdeführer eingereichten, mit Verfü
gung vom 1
9.
Januar 2015 zugesandten Akten, zurückschickte, wurde ihr mit Verfügung vom
3.
März 2015 Frist angesetz
t, um ihre vollständigen Akten
und die mit Verfügung vom 1
9.
Januar 2015 zugestellten Akten
(
Urk.
3/1-5)
dem Gericht
einzureichen
. Die
se
Fristansetzung war mit der Androhung verbunden, dass die
Beschwer
de
gegnerin
bei Säumnis mit einer Ordnungsbusse bestraft werde (
Urk.
7). Mit Ein
gabe vom 1
2.
März 2015 teilte die Beschwerdegegnerin mit, dass sie an ihrem
Einspracheentscheid
festhalte und reichte ihre Akte
n
ein (
Urk.
10/1-5). Da die Beschwerdegegnerin die
Einlegerakten
des
Beschwerdeführer
s
(
Urk.
3/1-5)
nicht
zurücksandte, wurde sie mit Verfügung vom 1
9.
März
2015 mit einer
Ordnungs
busse
von Fr. 200.-- bestraft. Gleichzeitig wurde ihr erneut Frist angesetzt, um die vom Beschwerdeführer
aufgelegten
Akten einzureichen, mit der Androhung, dass
bei Säumnis
die Akten unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu ihren
Lasten wiederhergestellt würden (
Urk.
11). Am 3
0.
März 2015 teilte die
Beschwer
degegnerin
mit, dass die ihr zu
gestellten Akten des Beschwerdeführers verloren gegangen seien (
Urk.
13). Mit Verfügung vom
2.
April 2015 wurde der Be
schwerdeführer
ersucht
, die nicht mehr vorhandenen Akten
wiederherzustellen
(
Urk.
14). Dieser Aufforde
rung kam
er
nach (
Urk.
17/1-4). Am
15.
Mai
2015
reichte die
Beschwerdegeg
nerin
die von ihr zuvor als verloren
gemeldeten Akten
des Beschwerdeführers dem Gericht ein (
Urk.
18
;
Urk.
3/1-5
). Mit Verfügung vom 2
8.
September 2015 (
Urk.
19) wurden vom Steueramt die Akten des Be
schwerdeführers betreffend die Steuerperiode 2010 beigezogen (
Urk.
22/1-75). Am 2
2.
Oktober 2015 wurde das Steueramt ersucht, zu dem für das Jahr 2010 gemeldeten Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit des Beschwerde
füh
rers und zum gemeldeten im Betrieb investierten Eigenkapital Stellung zu nehmen und allenfalls ein Rektifi
kat einzureichen (
Urk.
23). Das Steueramt liess
sich am
6.
November 2015 ver
nehmen (
Urk.
25/1). Die Stellungnahme des Steuer
amtes wurde den Parteien mit Verfügung vom 1
6.
November 2015 zur Vernehmlassung
zugestellt (Urk.
26). Während sich der Beschwerdeführer am
3.
Dezember 2015 vernehmen liess (
Urk.
28), reichte die Beschwerdegegnerin innert Frist keine Stellungnahme ein.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin erklärte zur Begründung der Beitragsfestsetzung, die Ausgleichskassen stellten bei den selbständig Erwerbenden für die
Beitragser
mittlung
auf die Meldungen der Steuerverwaltungen ab. Hinsichtlich der Bei
träge für die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHV), für die Invaliden
versicherung (IV) und für
den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mut
ter
schaft
(EO), für welche steuerrechtlich ein
Abzug vorgenommen werden könne
,
nehme die Ausgleichskasse
eine Aufrechnung vor. Ab dem 1.
Januar 2012 werde
gemäss
Art.
9
Abs.
4 des Bundesgesetzes über die AHV (AHVG) das gemeldete Einkommen neu nach Massgabe der geltenden Beitragssätze auf 100
%
aufge
rechnet. Nicht mehr massgebend seien somit die im jeweiligen
Bei
tragsjahr
verbuchten, in Rechnung gestellten oder effektiv geleisteten Beiträge. Gemäss Übergangsbestimmung gelte
Art.
9
Abs.
4 AHVG für alle Einkommen aus selb
ständiger Erwerbstätigkeit, die nach dem Inkrafttreten dieser Änderung, somit ab
1.
Januar 2012, von der Steuerbehörden gemeldet würden (
Urk.
2).
1.2
Der Beschwerdeführer liess zur Begründung seiner Beschwerde im Wesentlichen vorb
ringen, die Übergangsbestimmung von
Art.
9
Abs.
4 AHVG verstosse ge
gen
die Verfassung und sei von den Gerichten entsprechend zu korrigieren. Die Über
gangsbestimmung sei zudem nicht vollständig. Nicht geregelt werde, wie die Auflösung der per 3
1.
Dezember 2011 bestehenden Rückstellungen für per
sön
liche Beiträge für die Vorjahre behandelt werde. Seien Rückstellungen zu hoch gebildet worden und müssten in der Folge aufgelöst werden, dürfe diese Auf
lö
sung nicht nochmals dem AHV-beitragspflichtigen Einkommen unterstellt wer
den, da unter bisherigem Recht die verbuchten Beiträge und somit die Bil
dung der Rückstellungen für die persönlichen Beiträge bereits berücksichtigt worden seien.
Bürger müssten sich darauf verlas
s
en können, dass Sachverhalte unter dem da
mals geltenden Recht geprüft und beurteilt werden. Es sei eine unerlaubte Un
gleichbehandlung, wenn Pflichtige je nach Veranlagung
szeitpunkt
unterschied
lich behandelt würden, obwohl die Steuerklärung rechtzeitig eingereicht und unverändert akzeptiert worden sei. Für eine zulässige Rückwirkung müssten trif
tige Gründe vorliegen. Die neue Regelung, wonach die persönlichen AHV-Beiträge auf Basis des Einkommens hochzurechnen sind, sei auf den Umstand zurückzuführen, dass die Steuerbe
hörde der AHV-Kasse die notwendigen Infor
mationen nicht zugestellt habe oder die AHV-Kasse diese nicht bei der Steuer
behörde oder dem Pflichtigen einge
fordert habe. Diesen Mangel bei der Zusam
men
arbeit als triftigen Grund zu be
zeichnen, sei nicht haltbar. Die AHV-Kasse komme in gewissen Fällen sowieso nicht umhin, bei Pflichtigen weitere Abklä
rungen zu treffen. Einkäufe in die Pensionskasse, Taggelder etc. müssten bei der Berechnung der persönlichen Beiträge berücksichtigt werden und seien aus der Meldung der
Bundessteuerbe
hörde
nicht immer ersichtlich. Es seien daher zum Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit die verbuchten persönlichen Bei
träge aufzurechnen.
Es sei zudem nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdegegnerin von ei
nem
Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit von Fr. 5‘808‘892.
--
aus
ginge, veranlagt worden seien Fr. 5‘670‘720.-- (
Urk.
1).
2
.
2
.1
Vom Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit werden Beiträge erhoben (
Art.
3 f. und 8 f. AHVG;
Art.
2 und 3
des Bundesgesetzes über die IV,
IVG
;
Art.
26 und 27
des Bundesgesetzes über
den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft
,
EOG
).
Art.
9
Abs.
2 AHVG umschreibt die Abzüge, die vom rohen Einkommen für die Ermittlung des beitragspflichtigen Einkommens aus selbständiger Erwerbstätigkeit vorgenommen werden.
Lit
. f bestimmt, dass der Zins des im Betrieb eingesetzten
eigenen Kapitals abgezogen wird
.
Dieser
wird vom Bundesrat auf Antrag der Eidgenössischen Kommission für die Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung festgesetzt (in der vorliegend an
wendbaren, bis 3
1.
Dezember 2011 gültig gewesenen Fassung).
2
.2
Das Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit und das im Betrieb einge
setzte eigene Kapital werden von den kantonalen Steuerbehörden ermittelt und
den Ausgleichskassen gemeldet (
Art.
9
Abs.
3 AHVG).
Gemäss
der vom 1. Januar
2001 bis 31. Dezember 2011 gültig gewesenen Fassung von Art. 27 Abs. 1 der Verordnung über die
AHV
(AHVV) verlangten die Ausgleichskassen für die ihnen anges
chlossenen s
elbständig
E
rwerbenden von den kantonalen Steuerbe
hörden die für die Berechnung der Beiträge erforderlichen Angaben. In Abzug gebrachte Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen- und Invalide
nversi
cherung sowie
an
den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft
waren von den Steuerbehörden wieder aufzurechnen.
Der Zweck der Beitragsaufrechnung
bestand
darin, die unterschiedliche Be
hand
lung der persönlichen Beiträge in Bundessteuer- und AHV-Recht dadurch aus
zu
gleichen, dass eine steuerlich zulässige Operation rückgängig gemacht wird (BGE 111 V 289).
2
.3
Aufgrund der Änderung vom 1
7.
Juni 2011 des AHVG (Verbesserung der Durch
führung; AS 2011 4745;
BBl
2011 543) trat am
1.
Januar 2012
Art.
9
Abs.
4 AHVG
in Kraft, welcher
nunmehr auf Gesetzesstufe
regelt, dass die steu
er
recht
lich zulässigen Abzüge der Beiträge von den Ausgleichskassen zum von den Steuerbehörden gemeldeten Einkommen hinzuzurechnen sind. Das gemel
dete Einkommen ist dabei nach
Massgabe
der geltenden Beitragssätze auf 100
%
auf
zurechnen.
Mit dieser Änderung wurde auch der zweite Satz von
Art.
27
Abs.
1 AHVV („In Abzug gebrachte Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen und Invalidenversi
che
rung sowie an die Erwerbsersatzordnung sind von den Steuerbehörden wie
der aufzurechnen“) ersatzlos gestrichen.
Sinn und Zweck der Neuregelung ergibt sich aus der
bundesrätlichen
Botschaft vom
3.
Dezember 2010 zur Änderung des AHVG
(
Verbesse
rung der Durchfüh
rung des AHVG;
BBl
2011 543) mit aller Deutlichkeit. Im Sinne einer admini
stra
tiven Vereinfachung und einheitlichen Gesetzesanwendung sollen die Steuer
behörden von der Beitragsaufrechnung und vom entsprechenden Meldeverkehr
entlastet werden. Diese Gesetz gewordene legislatorische Absicht nimmt be
wusst
in Kauf, dass die auf Steuerseite abgezogenen Beiträge nicht zwingend mit den auf AHV-Seite aufgerechneten übereinstimmen, da der steuerliche Ab
zug der Ausgleichskasse nicht gemeldet wird. Der klare Sinn und Zweck der
Bundes
rechtsanpassung
besteht in der Vereinfachung der Arbeitsabläufe auf Seiten der Steuerbehörden und Ausgleichskassen
(BGE 139 V 537 E. 5.4).
3
.
3
.1
Die zeitliche Anwendbarkeit des am
1.
Januar 2012 in Kraft getretenen
Art.
9
Abs.
4 AHVG wurde mit der Übergangsbestimmung
"Aufrechnung steuerrecht
lich zulässiger Abzüge" geregelt.
Gemäss
dieser Bestimmung gilt
der neue
Art.
9
Abs.
4 AHVG
für alle Einkommen aus selb
ständiger Erwerbstätigkeit, die nach dem Inkrafttreten dieser Änderung von den Steuerbehörden gemeldet werden.
3
.2
Die Steuermeldung betreffend
das Beitragsjahr 2010
datiert vom
1
9.
August 2014
(
Urk.
10/5
). Die Meldung
erfolgte somit nach
Inkrafttreten von
Art.
9
Abs.
4 AHVG in der heute gültigen Fassung.
3
.3
Nach
Art.
190
der Bundesverfassung
sind Bundesgesetze und Völkerrecht für das Bundesgericht und die anderen rechtsanwendenden
Behörden
massgebend
. Damit kann Bundesgesetzen weder im Rahmen der abstrakten noch der kon
kre
ten Normenkontrolle die Anwendung versagt werden (BGE 136 I 49 E.
3.1). Es steht daher dem hiesigen Gericht nicht offen,
die
Übergangsbestimmung
zur Anwendung des revidierten
Art.
9
Abs.
4 AHVG
auf seine
Verfassungsmässig
keit
zu überprüfen
.
Da die Meldung der Steuerbehörden erst nach dem Inkraft
treten von
Art.
9
Abs.
4 AHVG am
1.
Januar 2012 erfolgte, hat die Aufrech
nung der Beiträge für die Festsetzung des beitragspflichtigen Einkommens
des Jahres 2010
gemäss
Art.
9
Abs.
4 AHVG in der ab 1. Januar 2012 gültigen Fassung zu
geschehen
.
Dem
entsprechend wandte auch das Bundesgericht in einem am 1
3.
Dezember 2013 ergangenen Urteil
Art.
9
Abs.
4 AHVG bei einem analogen Sachverhalt (Beitragsjahr
e 2008 und 2009
, Steuermeldung nach dem
1.
Januar 2012) ohne Weiteres an
(BGE 139 V 537)
.
Es liegen
keine An
halts
punkte
dafür
vor
,
dass der Beschwerdeführer im Jahr 2010 Rückstellungen für Beiträge auflöst
e, w
as
in Anwendung von Art.
9
Abs.
4 AHVG zu einer doppel
ten
Verabgabung
führen
würden
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_215/2014 vom
3.
September 2014
),
die eindeutig und klarerweise ausgeschieden werden könnte und über das Ausmass der dem Systemwechsel immanenten Ungenauig
keit zwischen effektiv abgezogenen und aufgerechneten Sozialversicherungs
beiträgen hinausgehen würde. Es ist daher
nicht zu beanstanden, dass die
Be
schwerdegegnerin
eine Aufrechnung gemäss
Art.
9
Abs.
4 AHVG vorge
nom
men und nicht auf die verbuchten persönlichen AHV-Beiträge abge
stellt hat.
4.
Das Steueramt meldete der Beschwerdegeg
nerin mit Steuermeldung vom 19.
August 2014 ein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit in Höhe von Fr. 5‘808‘892.-- und ein im Betrieb investiertes Eigenkapital in Höhe von Fr. 54‘179‘427.-- (
Urk.
1
0
/5). Wie aus der Stellungnahme des Steueramtes vom
6.
November 2015 hervorgeht, war diese Steue
rmeldung falsch
. Es sei irrtümli
cherweise das in der Steuerausscheidung dem Kanton Bern zugewiesene Kapital in Höhe von Fr. 138‘172.-- dem Einkommen zugeschlagen worden. Entspre
chend betrage das Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit korrekt Fr. 5‘670‘720.--. Beim gemeldeten im Betrieb investierten eigenen Kapital sei dieser Betrag in Höhe von Fr. 138‘172.-- fälschlicherweise nicht angerechnet worden. Zudem sei keine korrekte Umrechnung auf interkantonale
Repartiti
onswerte
vorgenommen worden
(
Urk.
25/1).
Da sich nach dem Gesagten
die Steuermeldung vom 1
9.
August 2014 als falsch erweist, ist e
ntsprechend auch die von der Beschwerd
egegnerin mit Verfügung
vom 21.
Oktober 2014 bzw.
Einspracheentscheid
vom 1
1.
Dezember 2014 vor
g
e
nommene Beitragsfestsetzung
fehlerha
f
t
.
D
er
Einspracheentsche
id
vom 11.
Dezem
ber 2014
ist
daher aufzuheben.
Es ist grundsätzlich Sache der
kan
tonalen Steuerbehörden, das für die Bemessung der Beiträge massgebende
Er
werbs
einkommen
aufgrund der rechtskräftigen Veranlagung für die direkte Bun
dessteuer, das im Betrieb investierte Eigenkapital aufgrund der entspre
chen
den rechtskräftigen kantonalen Veranlagung unter Berücksichtigung der inter
kantonalen Repartitionswerte zu ermitteln (Art. 23 Abs. 1 AHVV) und ihre An
gaben sind für die Ausgleichskassen verbindlich (Art. 23 Abs. 4 AHVV). Offensichtliche Irrtümer in der Steuertaxation dürfen zwar vom
Sozialver
siche
rungsgericht
korrigiert werden (vgl. BGE 110 V 83 E. 4 und 370 f., 106 V 129 E.
1, 102 V 27 E. 3a; AHI 1997 S. 25 E.
2b mit Hinweis). Die Berücksichtigung der interkantonalen Repartitionswerte auf den als Geschäftsvermögen qualifi
zierten Vermögenswerten sowie der darauf lastenden effektiven Schulden ent
sprechend der kantonalen Veranlagung übersteigt indes die Korrektur offen
sicht
licher Irrtümer. Aus diesem Grund ist die Sache
an die
Beschwerdegeg
nerin
zu
rückzuweisen, damit diese beim Steueramt eine korrigierte
Steuermel
dung
ein
holt, welche insbesondere auch korrekte Repartitionswerte beinhaltet
(vgl.
Art.
23
Abs.
1 AHVV)
. Hernach hat die Beschwerdegegnerin die Beiträge für das Jahr 2010 neu festzusetzen, wobei sie zu berücksichtigen hat, dass das Bundes
gericht mit Urteil vom 1
1.
August 2015
(BGE 141 V 433)
entschieden hat
, dass der Abzug für den Zins des im Betrieb eingesetzten eigenen Kapitals
gemäss
Art.
9
Abs.
2
lit
. f AHVG vor der Aufrechnung der AHV-Beiträge zu erfolgen hat.
5.
5.1
Das Beschwerdeverfahren
vor dem zürcherischen Sozialversicherungsgericht ist in beitragsrechtlichen Streitigkeiten grundsätzlich kostenlos. Einer Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhält, können jedoch Kosten auferlegt werden (
Art.
61
lit
. a
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversi
cherungsrechts
,
ATSG,
§
33
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
Da
die Beschwerdegegnerin
die vom Beschwerdeführer mit seiner Be
schwerde eingereichten Beilagen
(
Urk.
3/1-5)
dem Gericht – zunächst – trotz mehr
maliger Aufforderung (
Urk.
5,
Urk.
7 und
Urk.
11) nicht zurücksandte, mussten diese wiederhergestellt werden. Die hierdurch entstandenen Kosten, welche ermessensweise auf Fr. 100.-- festzusetzen sind, sind der
Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.
5.2
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Nach ständiger Recht
sprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Ab
klärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2).
Bei der Festsetzung der Entschädigung gilt es vorliegend zu berücksichti
gen, dass dem Beschwerdeführer durch die Wiederherstellung der Akten zusätz
liche Kosten entstanden sind, welche von der Beschwerdegegnerin zu ersetzen sind. In Anbetracht, dass der Beschwerdeführer
bereits im Beschwerdeverfahren AB.2014.00049 betreffend die Beitragsjahre 2007 und 2008 eine im Wesentli
chen gleich lautende Beschwerde erhob und er im vorliegenden Verfahren mit
seinem
Hauptvorbringen unterliegt
(
vgl.
Wilhelm in: Zünd/Pfiffner
Rauber
[Hrsg.],
GSVGer
, 2. Auflage, N 10 zu
§
34 mit Hinweis auf die Urteile des da
maligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 497/97 vom 2
8.
März 1998 und K 20/93 vom 2
7.
September
1995)
,
ist die Entschädigung auf Fr.
60
0.
--
fest
zusetzen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gutgeheissen, dass der
Einsprache
ent
scheid
der
Ausgleichskasse Schweizerischer Baumeisterverband
vom 11.
Dezember 2014 auf
gehoben
und
die
se
verpflichtet
wird
, eine rektifizierte Steuermeldung einzu
holen und hernach die persönlichen Beiträge des Beschwerdeführers für das Jahr 2010
im Sinne der Erwägungen
neu festzusetzen.
2.
D
er Beschwerdegegnerin
werden Gerichtskosten von
Fr.
100
.--
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zu
gestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine
Prozessent
schädigung
von
Fr.
60
0
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
CompTax
Treuhand
-
Ausgleichskasse Schweizerischer Baumeisterverband
unter Beilage
der Doppel
von
Urk.
28
und
Urk.
29/1-2
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstWyler