# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 48c05a78-e03e-5f3d-a5db-1ba546ca082d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240002-O1
**Docket/Reference:** SB240002-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240002-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240002-O/U damit vereinigt Geschäfts-Nr. SB240003-O/ad

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. Ohnjec, Präsidentin, Oberrichter Dr. iur. Bez-

govsek und Oberrichter lic. iur. Hoffmann sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw Brülisauer

Urteil vom 10. Juli 2025

in Sachen

1.

2.

3.

A._____, 

B._____, 

C._____, 

Privatkläger und Erstberufungskläger 

1 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X1._____

2, 3 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X2._____

gegen

1.

2.

D._____, 

E._____, 

Beschuldigte und Zweitberufungskläger

1 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y1._____ 

2 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y2._____

sowie

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,

-   2   -

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend fahrlässige sexuelle Handlungen mit Kindern etc. und Widerruf

Berufung gegen die Urteile des Bezirksgerichtes Zürich, 8. Abteilung, vom 

28. September 2023 (DG220213 und DG220214)

-   3   -

Anklage: 

Die jeweiligen Anklageschriften der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

25. Oktober 2022 (Urk. D1/27 und Urk. D1/30) sind diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz betreffend D._____:
(Urk. 72 S. 42 ff.)

1.

Der Beschuldigte ist schuldig











der  fahrlässigen  sexuellen  Handlungen  mit  Kindern  im  Sinne  von 

Art. 187 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 4 StGB;

der mehrfachen Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 Satz 1 und 

2 StGB;

des Verabreichens gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder im Sinne 

von Art. 136 StGB;

des  mehrfachen  Führens  eines  Motorfahrzeuges  ohne  Führerausweis 

im  Sinne  von  Art.  95  Abs.  1  lit.  a  SVG  in  Verbindung  mit  Art.  10 

Abs. 2 SVG;

des  Vergehens  gegen  das  Waffengesetz  im  Sinne  von  Art.  33 

Abs. 1 lit. a WG.

2.

Vom Vorwurf der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB wird der Beschul-

digte freigesprochen.

3.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 18 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und 

mit heute 3 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Geldstrafe von 

180 Tagessätzen zu Fr. 90.–.

4.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe wird aufgeschoben und die 

Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. 

5.

Vom Widerruf des mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Muri - Bremgarten 

vom 20. Juli 2018 bezüglich der Geldstrafe von 150 Tagessätzen gewährten 

bedingten Vollzugs wird abgesehen.

-   4   -

6.

Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. b und lit. d Ziff. 2 StGB 

lebenslänglich  jede  berufliche  und  jede  organisierte  ausserberufliche  Tätig-

keit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, verboten.

7.

Die  sichergestellten  Bekleidungsstücke  der  Privatklägerin  1  (Asservat  Nr. 

A013'844'434,  A013'844'445,  A013'844'456,  A013'844'467)  werden  der  Pri-

vatklägerin 1 nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen hin herausge-

geben oder nach Ablauf von 3 Monaten der Lagerbehörde zur Vernichtung 

überlassen.

8.

Die  sichergestellte  Digitalkamera  des  Beschuldigten 

(Asservat  Nr. 

A013'896'838) wird dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes 

Verlangen hin herausgegeben oder nach Ablauf von 3 Monaten der Lagerbe-

hörde zur Vernichtung überlassen.

9.

Das  sichergestellte  Mobiltelefon  Huawei  des  Beschuldigten  (Asservat  Nr. 

A013'896'827) und die sichergestellten Waffen des Beschuldigten (Asservat 

Nr. 

A013'896'850, 

A013'896'861, 

A013'896'883, 

A013'896'894, 

A013'896'907)  werden  eingezogen  und  der  Lagerbehörde  nach  Eintritt  der 

Rechtskraft zur Vernichtung bzw. betreffend der Waffen zur gutscheinenden 

Verwendung überlassen.

10. Die  Privatklägerin  A._____  wird  mit  ihrem  Genugtuungsbegehren  auf  den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen.

11. Die  Genugtuungsbegehren  der  Privatkläger  B._____  und  C._____  werden 

abgewiesen.

-   5   -

12. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

CHF

CHF

CHF

CHF

4'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen: 

2'000.00   Gebühr für das Vorverfahren;

2'020.20   Auslagen (Gutachten);

573.50   weitere Auslagen; 

CHF

28'917.85   Kosten für die amtliche Verteidigung;

CHF

10'753.00   ½ Kosten für die Vertretung der Privatklägerin 1;

CHF

10'559.80   ½ Kosten für die Vertretung der Privatkläger 2 und 3.

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

13. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenom-

men diejenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretun-

gen der Privatklägerschaft, werden im Umfang von drei Vierteln dem Beschul-

digten auferlegt und im Umfang von einem Viertel auf die Staatskasse genom-

men.

14. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genom-

men; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO im 

Umfang von drei Vierteln. 

15. Die  Kosten  der  unentgeltlichen  Rechtsvertretungen  der  Privatklägerschaft 

werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen. 

Urteil der Vorinstanz betreffend E._____: 
(Urk. 104/75 S. 40 ff.)

1.

Der Beschuldigte ist schuldig







der fahrlässigen sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von 

Art. 187 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 4 StGB;

der mehrfachen Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 Satz 1 und 

2 StGB;

der Gewaltdarstellungen im Sinne von Art. 135 Abs. 1bis StGB;

-   6   -





des Verabreichens gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder im Sinne 

von Art. 136 StGB;

des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeuges ohne Führerausweis 

im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. e SVG in Verbindung mit Art. 10 

Abs. 2 SVG.

2.

Vom Vorwurf der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB wird der Beschul-

digte freigesprochen.

3.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 12 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis 

und mit heute 2 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Geldstrafe 

von 180 Tagessätzen zu Fr. 70.–.

4.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe wird aufgeschoben und 

die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. 

5.

Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. b und lit. d Ziff. 2 

StGB lebenslänglich jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche 

Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, ver-

boten.

6.

7.

Von der Anordnung einer Landesverweisung wird abgesehen.

Das sichergestellte Mobiltelefon Samsung des Beschuldigten (Asservat Nr. 

A013'897'035) und der sichergestellte Computer des Beschuldigten (Asser-

vat Nr. A013'897'079) werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechts-

kraft auf erstes Verlangen hin herausgegeben oder nach Ablauf von 3 Mona-

ten der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.

8.

Das sichergestellte Mobiltelefon Samsung Galaxy des Beschuldigten (Asser-

vat Nr. A013'897'996) wird eingezogen und der Lagerbehörde nach Eintritt 

der Rechtskraft zur Vernichtung  überlassen.

9.

Die Privatklägerin A._____ wird mit ihrem Genugtuungsbegehren auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen.

-   7   -

10. Die Genugtuungsbegehren der Privatkläger B._____ und C._____ werden 

abgewiesen.

11. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

CHF

CHF

CHF

CHF

4'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen: 

2'000.00   Gebühr für das Vorverfahren;

2'020.15   Auslagen (Gutachten);

1'393.50   weitere Auslagen; 

CHF

29'608.70   Kosten für die amtliche Verteidigung;

CHF

10'753.00   ½ Kosten für die Vertretung der Privatklägerin 1;

CHF

10'559.80   ½ Kosten für die Vertretung der Privatkläger 2 und 3.

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenom-

men diejenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertre-

tungen der Privatklägerschaft, werden im Umfang von drei Vierteln dem Be-

schuldigten auferlegt und im Umfang von einem Viertel auf die Staatskasse 

genommen.

13. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO im Umfang von drei Vierteln. 

14. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretungen der Privatklägerschaft 

werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen. 

Berufungsanträge:

a)

Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten D._____:

(Urk. 134 S. 2)

1.

Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 28. September 2023 sei be-

treffend Ziffer 1, insbesondere der fahrlässigen sexuellen Handlungen 

mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 4 StGB 

-   8   -

und des Verabreichens gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder im 

Sinne von Art. 136 StGB, der Ziffer 3, der Ziffer 4, der Ziffer 6, der Zif-

fer 13 und der Ziffer 14 aufzuheben.

2.

3.

4.

Die Ansprüche der Privatkläger seien abzuweisen.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates.

Es sei festzustellen, dass das Beschleunigungsgebot verletzt wurde. 

Dies sei bei der Strafzumessung strafmindernd zu berücksichtigen.

b)

Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten E._____:

(Urk. 136 S. 1)

1.

E._____ sei betreffend die Vorwürfe in Zusammenhang mit den Ereig-

nissen am F._____ am tt. Mai 2020 vollumfänglich freizusprechen. Ins-

besondere sei er freizusprechen von den Vorwürfen: 

-

-

der fahrlässigen sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von 

Art. 187 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 4 StGB,

des Verabreichens gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder im 

Sinne von Art. 136 StGB. 

2.

E._____ sei betreffend der auf seinem Mobiltelefon gefundenen Porno-

grafie i.S.v. Art. 197 Abs. 5 Satz 1 und Satz 2 StGB und der Gewaltdar-

stellungen i.S.v. Art. 135 Abs. 1bis aStGB schuldig zu sprechen, soweit 

die entsprechenden Daten, welche gefunden wurden, strafbar sind. 

3.

E._____ sei im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. e SVG schuldig zu spre-

chen. 

4.

E._____ sei mit einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen à Fr. 60.– zu 

bestrafen, wobei diese bedingt auszusprechen sei mit einer Probezeit 

von 2 Jahren, unter Berücksichtigung der zwei Tage erstandenem Frei-

heitsentzug.

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5.

Von der Anordnung eines Tätigkeitsverbots sei abzusehen. Ebenso sei 

von einer Landesverweisung, sollte das Thema sein, abzusehen. 

6.

Das sichergestellte Mobiltelefon Samsung Galaxy des Beschuldigten 

(Asservat Nr. A013'897'996) sei ihm auf erstes Verlangen herauszuge-

ben, eventualiter sei es zuvor von der Kantonspolizei zu formatieren.

7.

Die von den Privatklägern bzw. der Privatklägerin geltend gemachten 

Zivilansprüche seien abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu ver-

weisen. 

8.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zulasten des 

Staates. 

c)

Der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich:

(schriftlich, Urk. 92)

Verzicht auf Anträge.

d)

Der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin 1:

(Urk. 131 S. 1)

1.

Die Ziffern 1, 2, 10 und 13 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 

8. Abteilung, vom 28. September 2023 betreffend D._____ 

(DG229213) seien aufzuheben;

2.

Die Ziffern 1, 2, 9 und 12 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 8. Ab-

teilung, vom 28. September 2023 betreffend E._____ (DG229214) 

seien aufzuheben; 

3.

4.

Die Beschuldigten seien anklagegemäss schuldig zu sprechen;

D._____ sei zu verpflichten, der Privatklägerin 1 eine Genugtuung von 

Fr. 15'000.– zu bezahlen, nebst Zins zu 5 % seit dem tt. Mai 2020;

5.

E._____ sei zu verpflichten, der Privatklägerin 1 eine Genugtuung von 

Fr. 15'000.– zu bezahlen, nebst Zins zu 5 % seit dem tt. Mai 2020;

-   10   -

6.

Die gesamten Kosten (Untersuchungskosten, Kosten der beiden In-

stanzen und der Rechtsbeiständin der Privatklägerin) des Verfahrens 

seien vollumfänglich den Beschuldigten je hälftig aufzuerlegen. 

e)

Der unentgeltlichen Vertretung der Privatkläger 2 und 3:

(Urk. 133 S. 2)

1.

Es seien die Dispositivziffern 1 der angefochtenen Urteile betreffend 

die Verurteilung der beiden Beschuldigten wegen fahrlässiger sexueller 

Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 4 StGB 

aufzuheben und die Beschuldigten seien wegen sexueller Handlungen 

mit Kindern i.S.v. Art. 187 Ziff. 1 i.V.m. Art. 200 StGB schuldig zu spre-

chen.

2.

Es seien die Dispositivziffern 2 der angefochtenen Urteile aufzuheben 

und die Beschuldigten wegen Schändung i.S.v. Art. 191 StGB i.V.m. 

Art. 200 StGB schuldig zu sprechen.

3.

Es sei für den Fall, falls das Obergericht eine gemeinsame Begehung 

der den beiden Beschuldigten vorgeworfenen Straftaten der sexuellen 

Handlungen mit Kindern, der Schändung und der Pornografie vernei-

nen würde, der Beschuldigte E._____ auch wegen der mehrfachen 

Pornografie i.S.v. Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB schuldig zu sprechen. 

4.

Es seien die Dispositivziffern 3 und 4 der beiden Urteile aufzuheben 

und die Beschuldigten entsprechend ihrer Taten zu bestrafen. 

5.

Die Dispositivziffer 10 des Urteils betreffend den Beschuldigten 

D._____ und die Dispositivziffer 11 des Urteils betreffend den Beschul-

digten E._____ seien aufzuheben und die Beschuldigten seien zu ver-

pflichten, den Privatklägern B._____ und C._____ solidarisch eine Ge-

nugtuung von je Fr. 5'000.–, zuzüglich 5 % Zins seit tt. Mai 2020 zu be-

zahlen. 

6.

Im Übrigen seien die beiden Urteile der Vorinstanz zu bestätigen.

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7.

Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens seien den Beschuldigten 

aufzuerlegen. 

8.

Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung der beiden Privatklä-

ger für das Berufungsverfahren seien definitiv auf die Staatskasse zu 

nehmen. 

____________________________________

  Erwägungen:

I.  Verfahren

1.

Mit Urteilen des Bezirksgerichtes Zürich, 8. Abteilung, vom 28. September 

2023 wurden die Beschuldigten D._____ und E._____ im Rahmen getrennt geführ-

ter, jedoch gemeinsam verhandelter Verfahren jeweils im Sinne des eingangs wie-

dergegebenen Urteilsdispositives schuldig gesprochen und mit Freiheitsstrafen und 

Geldstrafen belegt, wobei beim Beschuldigten D._____ vom Widerruf einer beding-

ten  Vorstrafe  abgesehen  wurde.  Vom  Vorwurf  der  Schändung  im  Sinne  von 

Art. 191 StGB wurden beide Beschuldigte freigesprochen, jedoch wurde beiden ein 

lebenslängliches  Tätigkeitsverbot  im  Sinne  von  Art. 67  Abs. 3  lit. b  und d  Ziff. 2 

StGB auferlegt. Von der Anordnung einer Landesverweisung für den Beschuldigten 

E._____ wurde abgesehen. Ferner wurde über die im Vorverfahren verfügten Si-

cherstellungen befunden sowie über die von der Privatklägerin A._____ (nachfol-

gend: Privatklägerin 1) sowie die von ihren Eltern B._____ und C._____ geltend 

gemachten Genugtuungsbegehren entschieden. Schliesslich wurden die Kosten- 

und Entschädigungsfolgen geregelt (vgl. Urk. 72 S. 42 ff.; Urk. 104/75 S. 40 ff.).

2.

Beide Beschuldigten liessen gegen das sie betreffende erstinstanzliche Ur-

teil rechtzeitig die Berufung anmelden (Urk. 67 + Urk. 104/70). Ebenfalls innert Frist 

erfolgte die Berufungsanmeldungen der Privatklägerin 1 (Urk. 68 bzw. Urk. 104/71) 

sowie ihrer Eltern (Urk. 104/69). Nach fristgerechter Erstattung der Berufungserklä-

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rungen  der  Parteien  (Eltern  der  Privatklägerin 1:  Urk. 74  bzw. Urk. 104/77;  Be-

schuldigter D._____: Urk. 75; Beschuldigter E._____: Urk. 104/78; Privatklägerin 1: 

Urk. 76  bzw.  Urk. 104/79),  wurde  diesen  Frist  angesetzt,  um  sich  zur  Frage  der 

Parteistellung von B._____ und C._____ als Privatkläger 2 und 3 vernehmen zu 

lassen (Urk. 77 bzw. Urk. 104/80). Nach Eingang der entsprechenden Vernehmlas-

sungen  (vgl.  Urk. 79-84  bzw.  Urk. 104/82-86)  wurde  mit  Präsidialverfügung  vom 

28. März 2024 entschieden, dass die Privatkläger 2 und 3 einstweilen ihre Partei-

stellung beibehalten. Ferner wurden die Berufungserklärungen den jeweiligen Ge-

genparteien zugestellt und ihnen Frist zur Erklärung der Anschlussberufung oder 

eines Nichteintretensantrages angesetzt (Urk. 85 bzw. Urk. 104/87). In der Folge 

erklärten sämtliche Privatkläger den Verzicht auf Anschlussberufung und stellten 

diverse prozessuale Anträge (Urk. 87 + Urk. 89 bzw. Urk. 104/90 + Urk. 104/92), 

worauf ihnen mit Präsidialverfügung vom 3. Mai 2024 auch zweitinstanzlich die un-

entgeltliche Rechtspflege gewährt und eine unentgeltliche Rechtsbeiständin bzw. 

ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt wurde (Urk. 90 bzw. Urk. 104/93). 

3.

In der Folge wurden die Parteien absprachegemäss zur Berufungsverhand-

lung auf den 7. Februar 2025 vorgeladen (Urk. 93 bzw. Urk. 104/96), wobei der Pri-

vatklägerin  1  das  persönliche  Erscheinen  freigestellt  und  die  Staatsanwaltschaft 

antragsgemäss von der Teilnahme dispensiert wurde (Urk. 92 bzw. Urk. 104/95). 

Das mit Eingabe vom 16. Januar 2025 seitens des Beschuldigten E._____ gestellte 

Verschiebungsgesuch (Urk. 104/105 f.) wurde mit Präsidialverfügung vom 21. Ja-

nuar 2025 abgewiesen (Urk. 104/107), worauf er das ausgefüllte Datenerfassungs-

blatt sowie diverse Unterlagen zu seinen finanziellen Verhältnissen zu den Akten 

reichen liess (Urk. 104/110 f.).

4.

Nach entsprechender Fristansetzung an die Parteien und Gewährung des 

rechtlichen Gehörs (vgl. Urk. 97 bzw. Urk. 104/101) wurden die bis dahin getrennt 

geführten Verfahren gegen die Beschuldigten (Geschäfts-Nr. SB240002 und Ge-

schäfts-Nr. SB240003) mit Beschluss vom 30. Januar 2025 vereinigt und unter der 

Geschäfts-Nr. SB240002 gemeinsam weitergeführt (Urk. 103). 

5.

In der Folge wurde den Parteien die Ladung für die anberaumte Berufungs-

verhandlung zufolge Krankheit eines Gerichtsmitgliedes abgenommen und die Be-

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rufungsverhandlung auf den 5. Juni 2025 verschoben (Urk. 111 + Urk. 113). Nach-

dem sodann die Privatklägerin 1 mit Eingabe vom 4. Februar 2025 den Beweisan-

trag gestellt hatte, dass sie anlässlich der Berufungsverhandlung zu ihrem emotio-

nalen und psychischen Befinden zu befragen sei (Urk. 109 f.), wurde die dazu als 

Beilage eingereichte Urkunde zu den Akten genommen und den weiteren Parteien 

Frist angesetzt, um sich zu diesem Beweisantrag zu äussern (Urk. 114). Von keiner 

Seite wurden in der Folge Einwände gegen die beantragte Einvernahme der Pri-

vatklägerin 1 erhoben, worauf dem Beweisantrag stattgegeben und die Privatklä-

gerin 1  als  Auskunftsperson  zur  Einvernahme  anlässlich  der  Berufungsverhand-

lung  vorgeladen  wurde  (Urk. 113  + Urk. 126).  Ferner  liess  der  Beschuldigte 

E._____ um weitere Informationen betreffend die Fehltage der Privatklägerin 1 bei 

der Arbeit ersuchen (Urk. 116), welche Letztere nach entsprechender Aufforderung 

des  Gerichtes  unter  dem  Datum  vom  22. Mai  2025  beibrachte  (Urk. 123 

+ Urk. 124/1-2). 

6.

Zur Berufungsverhandlung vom 5. Juni 2025 erschienen schliesslich die Be-

schuldigten D._____ und E._____ in Begleitung ihrer amtlichen Verteidiger, die un-

entgeltliche Vertreterin der Privatklägerin 1 sowie der Privatkläger 3 persönlich in 

Begleitung seines unentgeltlichen Vertreters, wobei sie die eingangs aufgeführten 

Anträge stellten (Prot. II S. 12 ff.). Die Privatklägerin 1 nahm derweil für ihre Befra-

gung als Auskunftsperson an der Verhandlung teil und liess sich für den weiteren 

Verlauf dispensieren (Prot. II S. 12 + 25 ff.). 

II.  Prozessuales

1.

Parteistellung der Privatkläger 2 und 3

1.1. Nebst  der  Privatklägerin 1  (vgl.  Urk. D1/5/6)  haben  sich  im  Vorverfahren 

auch deren Eltern als Privatkläger 2 und 3 konstituiert (vgl. Urk. D1/12/1). Es wurde 

ihnen in der Folge von der Anklagebehörde und dem erstinstanzlichen Gericht die 

entsprechende Parteistellung mit den dazugehörigen Rechten zuerkannt. Im Rah-

men des vorliegenden Berufungsverfahrens wurde den Privatklägern 2 und 3 ihre 

Parteistellung  mit  Präsidialverfügung  vom  28. März  2024  einstweilen  belassen 

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(Urk. 85), wobei der Beschuldigte E._____ anlässlich der Berufungsverhandlung im 

Sinne einer Vorfrage erneut beantragte, dass B._____ und C._____ als Privatklä-

ger aus dem Verfahren auszuschliessen seien und auf ihre Berufung nicht einzu-

treten sei, nachdem ihrerseits die Voraussetzungen für eine Parteistellung nicht er-

füllt seien (Urk. 127 S. 1 ff.).

1.2. Die Stellung als Privatkläger setzt grundsätzlich voraus, dass eine Person 

geschädigt ist (Art. 118 Abs. 1 StPO). Nach Art. 115 Abs. 1 StPO gilt als geschä-

digt, wer durch die Straftat in seinen Rechten unmittelbar verletzt worden ist. An-

ders als hinsichtlich der Privatklägerin 1, welche als unmittelbar geschädigt zu gel-

ten hat, enthält die Anklage keine Straftaten zum Nachteil ihrer Eltern B._____ und 

C._____. Bei den eingeklagten Delikten zum Nachteil der Privatklägerin 1 handelt 

es sich namentlich um Eingriffe in die Rechtsgüter der sexuellen Freiheit und Inte-

grität bzw. der sexuellen Entwicklung, welche ihre individuelle Rechtssphäre schüt-

zen. Trägerin dieser geschützten Rechtsgüter ist damit die Privatklägerin 1 selbst, 

während ihre Eltern nicht direkt in ihrer Rechtssphäre betroffen sind (vgl. dazu Urteil 

1B_82/2012 vom 2. April 2012, E. 2.3.2.). Weder B._____ noch C._____ gelten so-

mit im Rechtssinne als Geschädigte.

1.3.

Indirekt von der Tat betroffene Personen können indessen als Opferange-

hörige gelten und als solche gegebenenfalls Verfahrensrechte als Privatkläger aus-

üben. Gemäss Art. 116 StPO gilt als Opfer die geschädigte Person, die durch die 

Straftat in ihrer körperlichen, sexuellen oder psychischen Integrität unmittelbar be-

einträchtigt worden ist (Abs. 1). Angehörige des Opfers sind namentlich auch die 

Eltern (Art. 116 Abs. 2 StPO). Machen die Angehörigen des Opfers eigene Zivilan-

sprüche  gegenüber  der  beschuldigten  Person  adhäsionsweise  im  Strafverfahren 

geltend (Art. 122 Abs. 2 StPO) – wie vorliegend B._____ und C._____ als Eltern 

der Privatklägerin 1 – so stehen ihnen grundsätzlich die gleichen Rechte wie dem 

Opfer zu (Art. 117 Abs. 3 StPO). Dazu gehören insbesondere auch die Rechte der 

Privatklägerschaft, wobei die Angehörigen aber nur dann in den Genuss der ent-

sprechenden Rechtsstellung kommen, wenn die von ihnen geltend gemachten An-

sprüche angesichts ihrer Behauptungen glaubhaft erscheinen, wobei an die Glaub-

haftmachung in der Praxis keine allzu hohen Anforderungen gestellt werden (vgl. 

-   15   -

LIEBER,  ZK  StPO,  3. Aufl.,  N 7  zu  Art. 116  StPO  m.w.H.).  Es  bedarf  mithin  einer 

gewissen Wahrscheinlichkeit, dass die geltend gemachten Ansprüche begründet 

sind. Jeglicher Grundlage entbehrende bzw. aus der Luft gegriffene Zivilansprüche 

genügen aber insoweit nicht (BGE 139 IV 89, E. 2.2. f. = Pra 103 [2014] Nr. 50). 

Massgebend  muss  in  diesem  Zusammenhang  ein  objektivierter  Massstab  sein, 

doch hat das Bundesgericht im Rahmen der Beurteilung der persönlichen Betrof-

fenheit  auch  immer  wieder  subjektive  Aspekte  zugelassen  (vgl.  statt  vieler  Urteil 

1B_380/2017 vom 22. Dezember 2017, E. 4.).

1.3.1.  Die  Privatklägerin 1  ist  vorliegend  ohne  Weiteres  als  Opfer  im  Sinne  von 

Art. 116  Abs. 1  StPO  zu  qualifizieren  und  B._____  sowie  C._____  haben  auch 

zweitinstanzlich eine Genugtuung beantragt (vgl. Urk. 74 bzw. Urk. 104/77 jeweils 

S. 3 und Urk. 133 S. 2 + 17 f.). Zur Begründung der Genugtuung hat ihr Vertreter 

wie vor Vorinstanz im Wesentlichen ausgeführt, dass anklagegemäss von gravie-

renden sexuellen Übergriffen auf die Privatklägerin 1 auszugehen sei, wovon auch 

ihre Eltern in ihrem seelischen Befinden schwer betroffen seien, indem sie nicht nur 

monatelang unter Ein- und Durchschlafstörungen sowie Depressionen gelitten bzw. 

mit Schuldgefühlen gerungen hätten, sondern sich auch in ihrer Familienehre ver-

letzt und damit beschmutzt gefühlt hätten, weshalb sie sich unfreiwillig in eine so-

ziale Isolation begeben hätten, da sie keine Fragen der Verwandten zur aktuellen 

Situation  beantworten  wollten,  denn  die  Verletzung  der  sexuellen  Integrität  einer 

Frau entspreche in der kurdischen Kultur einer schweren Form der Ehrverletzung. 

Ebenso seien die Beziehungen innerhalb der Familie durch die Taten nachhaltig 

und schwer belastet worden (Urk. 55 S. 2 + 8 ff.; Urk. 56 S. 2 + 9 ff.; Urk. 79 S. 3 f. 

bzw. Urk. 104/82 S. 3 f.; Prot. II S. 23 + 94; Urk. 133 S. 17 f.).

1.3.2.  Ausgehend  vom  Anklagesachverhalt  entbehren  die  Ausführungen  von 

B._____  und  C._____  betreffend  ihre  Persönlichkeitsverletzung  nicht  jeglicher 

plausibler Grundlage, zumal in diesem Zusammenhang nicht allzu hohe Anforde-

rungen an die Glaubhaftmachung ihrer Ansprüche zu stellen sind und in diesem 

Rahmen bis zu einem gewissen Masse auch ihre subjektive Betroffenheit mitbe-

rücksichtigt werden kann. Insgesamt ist es ihnen damit gelungen, ihre schwere per-

sönliche  Betroffenheit  bzw.  eine  genügende  seelische  Unbill,  welche  einen  An-

-   16   -

spruch gemäss Art. 49 OR begründen könnte, derart glaubhaft zu machen, dass 

sie als Privatkläger 2 und 3 im vorliegenden Verfahren zuzulassen sind. Im Übrigen 

hat sich das erkennende Gericht zu ihrer Parteistellung bereits in der Präsidialver-

fügung vom 28. März 2024 geäussert (Urk. 85). An diesen Erwägungen ist festzu-

halten, zumal seither keine neuen Tatsachen eingetreten sind, welche eine andere 

Beurteilung  nahelegen.  Davon  zu  unterscheiden  ist  ihr  materieller  Anspruch  auf 

Genugtuung, welcher nicht bloss glaubhaft zu machen, sondern zu beweisen ist, 

worauf im Rahmen der materiellen Prüfung der Zivilansprüche zurückzukommen 

sein wird (vgl. hierzu hinten Ziffer VIII.2.).

2.

Antrag  auf  Verschiebung  der  Berufungsverhandlung  und  Protokollberichti-

gungsbegehren

2.1.

Im Rahmen der Vorfragen wurde vom Beschuldigten E._____ des Weiteren 

die Verschiebung der Berufungsverhandlung beantragt. Er begründete dies damit, 

dass  er  erst  am  Vortag  von  der  Einvernahme  der  Privatklägerin 1  anlässlich  der 

Berufungsverhandlung erfahren habe und sich entsprechend nicht habe darauf vor-

bereiten  können,  was  eine  Verletzung  der  Waffengleichheit  darstelle,  nachdem 

Letztere  bereits  am  23. Mai  2025  hierzu  vorgeladen  worden  sei  (Urk. 127  S. 4 

i.V.m. Prot. II S. 18). Dieser Antrag wurde abgelehnt (vgl. Prot. II S. 24) und den 

Verteidigern wurde anlässlich der Berufungsverhandlung angemessene Zeit einge-

räumt, um sich mit den Beschuldigten hinsichtlich der Einvernahme der Privatklä-

gerin 1 bzw. allfälliger Ergänzungsfragen zu besprechen (vgl. Prot. II S. 24 + 31 f.). 

Die Verteidigung des Beschuldigten E._____ erklärte nach dem Verhandlungsun-

terbruch auf Nachfrage dann auch, dass sie genügend Zeit hatte, die Ergänzungs-

fragen an die Privatklägerin 1 vorzubereiten, wobei sie in der Folge diesbezüglich 

zuerst den Verzicht erklärte (Prot. II S. 32) und hernach lediglich eine Ergänzungs-

frage stellte (Prot. II S. 34).

2.2.

Ferner liess der Beschuldigte E._____ um Berichtigung des vorinstanzlichen 

Protokolls ersuchen (Urk. 127 S. 1 + 3). Das Protokollberichtigungsbegehren wäre 

indessen bei der Vorinstanz einzureichen gewesen, nachdem es dem hiesigen Ge-

richt nicht offensteht, ein Protokoll einer anderen Instanz zu berichtigen (vgl. Art. 79 

-   17   -

StPO e contrario). Daran ändert auch nichts, dass der Verteidigung während des 

Berufungsverfahrens antragsgemäss die Tonaufnahme der Hauptverhandlung von 

der hiesigen Instanz herausgegeben wurde, da es sich dabei um eine Akteneinsicht 

handelte, für welche die Zuständigkeit beim erkennenden Gericht lag (vgl. Art. 102 

Abs. 1  StPO).  Der  Berichtigungsantrag  wurde  deshalb  anlässlich  der  Berufungs-

verhandlung abgelehnt (Prot. II S. 25), zumal sich bei einer Zuständigkeit des Be-

rufungsgerichtes  auch  die  Frage  nach  der  Rechtzeitigkeit  des  Begehrens  stellen 

würde,  nachdem  die  Verteidigung  die  Tonaufnahme  der  Hauptverhandlung  erst 

sehr spät herausverlangte und dann nach deren Zustellung am 4. Februar 2025 bis 

zur Berufungsverhandlung mit dem entsprechenden Antrag zuwartete.

3.

Gegenstand des Berufungsverfahrens

3.1. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechtskraft 

des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Das Berufungs-

gericht überprüft das erstinstanzliche Urteil somit nur in den angefochtenen Punk-

ten (Art. 404 Abs. 1 StPO).

3.2. Der  Beschuldigte  D._____  beschränkte  seine  Berufung  gegen  das  Urteil 

DG220213  auf  die  erstinstanzlichen  Schuldsprüche  mit  Ausnahme  jener  wegen 

mehrfachen Führens eines Motorfahrzeuges ohne Führerausweis und Vergehens 

gegen das Waffengesetz (Dispositivziffer 1 teilweise), die Strafe (Dispositivziffern 3 

und  4),  das  ihm  auferlegte  Tätigkeitsverbot  (Dispositivziffer  6)  sowie  die  erstin-

stanzliche Kostenauflage (Dispositivziffern 13 und 14; Urk. 75 + Urk. 134 S. 2). 

3.3. Ähnliche Anträge stellte der Beschuldigte E._____ in seiner Berufungserklä-

rung  gegen  das  Urteil  DG220214,  mit  welcher  er  explizit  die  erstinstanzlichen 

Schuldsprüche mit Ausnahme jenes wegen mehrfachen Führens eines Motorfahr-

zeuges ohne Führerausweis (Dispositivziffer 1 teilweise), die Strafe (Dispositivzif-

fern 3 und 4), das ihm auferlegte Tätigkeitsverbot (Dispositivziffer 5) sowie die erst-

instanzliche Kostenauflage (Dispositivziffern 12 und 13) anfechten liess. Ebenfalls 

beantragte  er  als  Folge  davon  die  Aufhebung  der  Dispositivziffern 8  (Einziehung 

des Mobiltelefons Samsung Galaxy) sowie 9 (Verweisung des Genugtuungsbegeh-

rens der Privatklägerin 1 auf den Zivilweg; vgl. Urk. 104/78 S. 2). Im Rahmen seiner 

-   18   -

Berufungsbegründung erklärte er zudem, die vorinstanzlichen Schuldsprüche we-

gen mehrfacher Pornografie und Gewaltdarstellungen in Dossier 3 nicht zu bean-

standen, soweit die entsprechenden Daten, welche auf seinem Mobiltelefon gefun-

den wurden, strafbar seien (Urk. 136 S. 1 + 9). 

3.4. Die Privatklägerin 1 ihrerseits beschränkte die Berufung gegen die Beschul-

digten D._____ und E._____ auf den Schuldpunkt (Dispositivziffern 1 und 2), die 

Frage  ihrer  Genugtuung  (Dispositivziffer  9  [DG220214]  bzw.  Dispositivziffer  10 

[DG220213]) sowie die Kostenauflage (Dispositivziffer 12 [DG220214] bzw. Dispo-

sitivziffer13  [DG220213])  und  lässt  im  Berufungsverfahren  die  anklagegemässe 

Schuldigsprechung  der  Beschuldigten  sowie  die  Zusprechung  einer  Genugtuung 

von  je  Fr. 15'000.–  zuzüglich  Zins  beantragen  (Urk. 76  S. 1;  Urk. 104/79  S. 1; 

Urk. 131 S. 1). 

3.5. Die Privatkläger 2 und 3 verlangten mit ihrer Berufungserklärung ihrerseits 

nebst  einer  weitergehenden  Verurteilung  der  Beschuldigten  (Dispositivziffern 1 

und 2)  und  der  Zusprechung  einer  Genugtuung  (Dispositivziffer  10  [DG220214] 

bzw. Dispositivziffer 11 [DG220213]) auch die anklagegemässe Bestrafung der Be-

schuldigten (Dispositivziffern 3 und 4) sowie die Anordnung einer Landesverwei-

sung  gegenüber  dem  Beschuldigten  E._____  (Dispositivziffer  6  [DG220214]; 

Urk. 74; Urk. 104/77), wobei sie ihre Berufung dann anlässlich der Berufungsver-

handlung beschränkten und keine expliziten Anträge hinsichtlich der Sanktion mehr 

stellten (vgl. Urk. 133 S. 2). Insofern erscheint der im Rahmen der Vorfragen von 

der Verteidigung des Beschuldigten E._____ gestellte Antrag, wonach die Privat-

kläger 2 und 3 auf Art. 382 Abs. 2 StPO aufmerksam zu machen seien, obsolet (vgl. 

Urk. 127 S. 1). Nichtsdestotrotz ist der Vollständigkeit halber darauf hinzuweisen, 

dass die Privatklägerschaft zwar nicht berechtigt ist, berufungsweise isolierte An-

träge zur Sanktion zu stellen (Art. 382 Abs. 2 StPO). Wenn mit der Berufung jedoch 

ein Freispruch oder ein nach Auffassung der Privatklägerschaft auf unzutreffender 

rechtlicher Würdigung beruhender Schuldspruch angefochten wird, kann sie grund-

sätzlich auch eine strengere Bestrafung beantragen (LIEBER, ZK StPO, a.a.O., N 17 

zu  Art. 382  StPO;  JOSITSCH/SCHMID,  StPO-Praxiskommentar,  4.  Aufl.,  N 6  zu 

-   19   -

Art. 382 StPO), da in einem solchen Fall der Strafpunkt untrennbar mit dem Schuld-

punkt verbunden ist.

3.6.

Im Hinblick auf die Feststellung der Rechtskraft der vorinstanzlichen Urteile 

ist mithin einleitend zu bemerken, dass die Privatkläger vorliegend den Freispruch 

wegen Schändung sowie die nach ihrer Auffassung auf unzutreffender rechtlicher 

Würdigung  beruhenden  Schuldsprüche  anfechten,  wobei  eine  Gutheissung  ihrer 

Berufung selbstredend auch die mit einem vollen Schuldspruch zwingend zu be-

handelnden Folgen – insbesondere die Ausfällung einer Strafe (vgl. BGE 139 IV 84 

=  Pra  2013  Nr. 59),  im  Falle  der  Verurteilung  zu  einer  Katalogtat  im  Sinne  von 

Art. 66a StGB aber auch die Prüfung einer Landesverweisung – nach sich zieht, 

wobei das Berufungsgericht diese Punkte aber ohnehin von Amtes wegen zu be-

handeln  hat  (vgl.  ZIMMERLIN,  ZK  StPO,  a.a.O.,  N 19  zu  Art. 399  StPO).  Entspre-

chend kann entgegen den Vorbringen der Verteidigung (vgl. Urk. 127 S. 1 + 4) auch 

der erstinstanzliche Verzicht auf eine Landesverweisung hinsichtlich des Beschul-

digten E._____ nicht als rechtskräftig erklärt werden (DG220214, Dispositivziffer 6). 

Wird die Berufung der Privatkläger jedoch dahingehend abgelehnt, dass es beim 

erstinstanzlichen Schuldspruch bleibt, ist zweitinstanzlich hinsichtlich der Sanktion, 

der Massnahmen und der Kosten- und Entschädigungsregelung hingegen das Ver-

bot der "reformatio in peius" zu beachten.

3.6.1.  In Rechtskraft erwachsen ist das gegen den Beschuldigten D._____ ergan-

gene vorinstanzliche Urteil vom 28. September 2023 (DG220213) folglich hinsicht-

lich der Dispositivziffern 1 teilweise (Schuldspruch wegen mehrfachen Führens ei-

nes Motorfahrzeuges ohne Führerausweis und Vergehens gegen das Waffenge-

setz), 5 (Verzicht auf Widerruf), 7 bis 9 (Sicherstellungen), 12 (Kostenfestsetzung) 

und 15 (Kosten der unentgeltlichen Privatklägervertretung), was vorab mittels Be-

schluss festzustellen ist. 

3.6.2.  Das gleichentags gegenüber dem Beschuldigten E._____ ergangene Urteil 

(DG220214) ist derweil hinsichtlich der Dispositivziffern 1 teilweise (Schuldspruch 

wegen  mehrfachen  Führens  eines  Motorfahrzeuges  ohne  Führerausweis),  7  (Si-

cherstellungen), 11 (Kostenfestsetzung) und 14 (Kosten der unentgeltlichen Privat-

-   20   -

klägervertretung) in Rechtskraft erwachsen, was ebenfalls vorab mittels Beschluss 

festzustellen ist. 

4.

Verwertbarkeit der Beweismittel

In  strafprozessualer  Hinsicht  wurde  bereits  im  angefochtenen  Entscheid 

richtigerweise  erwogen,  dass  die  per  Videokonferenz  vom  29. November  2021 

durchgeführte Zeugeneinvernahme von G._____ nur zugunsten der Beschuldigten 

verwertbar ist, nachdem das aufgrund der fehlgeschlagenen Aufzeichnung nach-

träglich  erstellte  Transkript  die  Erfordernisse  einer  Protokollierung  im  Sinne  von 

Art. 77 lit. e StPO und Art. 78 StPO nicht erfüllt (vgl. Urk. 72 + Urk. 104/75, jeweils 

S. 6 f.). Die Verwertbarkeit der im Übrigen erhobenen Beweismittel erscheint unbe-

denklich und wurde seitens der Beschuldigten insoweit auch nicht in Frage gestellt.

5.

Beweisanträge 

Im Berufungsprozess wurden seitens des Beschuldigten E._____ neue Be-

weisanträge gestellt. Darauf wird – soweit erforderlich – im Rahmen der nachste-

henden Erwägungen zum Sachverhalt näher einzugehen sein. Im Übrigen wurden 

von keiner Seite weitere Beweisanträge eingebracht oder weitere Vorfragen aufge-

worfen. Demgemäss erweist sich das Verfahren als spruchreif. 

III.  Sachverhalt und rechtliche Würdigung

Beweisfundament

A.

1.

1.1. Die  Vorinstanz  hat  das  den  Taten  zu  Grunde  liegende  Beweisfundament 

grundsätzlich zutreffend dargestellt und auch in der Würdigung der einzelnen Be-

weismittel kann ihr im Wesentlichen gefolgt werden (vgl. Urk. 72 + Urk. 104/75 je-

weils S. 14 ff.). Namentlich ist in diesem Zusammenhang auch in zweiter Instanz 

festzustellen,  dass die  Aussagen  der  Beteiligten  zu  entscheidenden  Fragen  (wie 

namentlich, welches Alter die Privatklägerin 1 gegenüber den Beschuldigten ange-

-   21   -

geben hat und in welcher Verfassung sie sich im Laufe des Abends befand) stark 

divergieren, was eine Rekonstruktion der Ereignisse massgeblich erschwert. Wenn 

die  Vorinstanz  deshalb  im  Rahmen  der  Sachverhaltserstellung  im  Wesentlichen 

auch auf die objektiven Beweismittel, insbesondere die im Recht liegenden Video-

aufzeichnungen,  abstellt,  erscheint  dies  durchaus  nachvollziehbar,  entbindet 

gleichzeitig aber nicht von einer einlässlichen Würdigung der Aussagen der Tatbe-

teiligten, um zu eruieren, inwiefern bestehende oder fehlende Kohärenzen inner-

halb  der  Sach-  und  Personalbeweise  bzw.  der  einzelnen  Personalbeweise  zur 

Wahrheitsfindung beizutragen vermögen. Wenn namentlich die Vertreterin der Pri-

vatklägerin 1 in diesem Zusammenhang vorbringt, dass bei der Aussagenanalyse 

auch  das  jugendliche  Alter  einer  befragten  Person  zu  berücksichtigen  sei  (vgl. 

Prot. II S. 89 f.), so ist ihr insofern beizupflichten, als die Ausdrucksweise von Kin-

dern und Jugendlichen nicht unbesehen zum Nennwert genommen werden kann, 

da von ihnen nicht die gleichen rhetorischen Fähigkeiten wie von Erwachsenen er-

wartet  werden  können.  Darüber  hinaus  ist  indessen  nicht  ersichtlich  und  wurde 

auch nicht dargetan, inwiefern die im Rahmen der Aussagenanalyse zu berücksich-

tigenden Kriterien nicht auch bei Jugendlichen bzw. den im vorliegenden Verfahren 

beteiligten Personen Geltung beanspruchen sollten. 

1.2. Der  Beschuldigte  E._____  liess  sodann  anlässlich  der  Berufungsverhand-

lung zum umstrittenen Sachverhalt von der Privatklägerin 1 auf Instagram erstellte 

"Stories" und "Posts" einreichen, welche als Beweismittel zu den Akten genommen 

wurden  und  nachfolgend  bei  der  materiellen  Prüfung  entsprechend  zu  würdigen 

sind (Urk. 128 + Urk. 129/1-12; vgl. Prot. II S. 49). Darüber hinausgehende Bewei-

serhebungen ab dem Instagram-Konto der Privatklägerin 1 (insbesondere die Si-

cherung und Edition sämtlicher Daten des Instagram-Accounts "A._____...."), wie 

sie  beantragt  wurden  (Urk. 128;  vgl.  auch  Prot. II  S. 46 ff.),  erscheinen  dagegen 

nicht notwendig, da nicht ersichtlich ist, inwiefern die entsprechenden Daten über 

die nunmehr aktenkundigen Instagram-Belege hinaus noch massgebliche Erkennt-

nisse betreffend die von der Verteidigung angesprochenen Themen zu bringen ver-

möchten. Namentlich zielt der Beweisantrag auf die Entkräftung der Beweismitte-

leingaben der Privatklägerin 1 vom 4. Februar 2025 sowie vom 22. Mai 2025 be-

treffend ihre Fehltage bei der Arbeit (Urk. 109 f. + Urk. 123-124/1-2) sowie die In-

-   22   -

fragestellung ihrer Glaubwürdigkeit, wobei die Fehltage bei der Arbeit lediglich für 

die  Frage  der  Zivilforderung  gewisse  Aufschlüsse  zu  vermitteln  vermögen,  ohne 

indessen in diesem Zusammenhang den entscheidenden Ausschlag zu geben (vgl. 

hinten Ziffer VIII.1.3.). Für die Beurteilung der allgemeinen Glaubwürdigkeit ist so-

dann zu berücksichtigen, dass dieser gegenüber der Glaubhaftigkeit der konkreten 

Aussage  für  die  Wahrheitsfindung  ohnehin  nur  untergeordnete  Bedeutung  zu-

kommt (BGE 147 IV 534, E. 2.3.3.; 147 IV 409, E. 5.4.3. und 133 I 33, E. 4.3.) und 

letztlich die Glaubhaftigkeit der Aussage zum Tathergang bzw. die Überzeugung 

des Gerichtes betreffend deren Wahrheitsgehalt entscheidend ist (BGE 147 IV 409, 

E. 5.4.3.;  Urteil  6B_1029/2021  vom  24. August  2022,  E. 2.1.2.),  worauf  nachste-

hend im Detail einzugehen sein wird, wobei bereits an dieser Stelle vorwegzuneh-

men ist, dass es am Beweisergebnis hinsichtlich der Tatvorwürfe insgesamt nichts 

zu  ändern  vermöchte,  wenn  die  Privatklägerin 1,  wie  von  der  Beschuldigtenseite 

gemutmasst wird (Urk. 128 S. 3), bereits vor dem inkriminierten Ereignis hin und 

wieder Alkohol getrunken hätte (vgl. nachstehend Ziffer III.C.3.2.3.), weshalb auch 

insofern weitere Beweiserhebungen unterbleiben können. Betreffend die mit dem 

Beweisantrag ebenfalls relativierten Zivilansprüche der Privatklägerin 1 ist sodann 

–  wie  noch  zu  zeigen  sein  wird  –  ohnehin  fraglich,  inwiefern  Inszenierungen  auf 

dem eigenen Instagram-Profil geeignet sind, Rückschlüsse auf den früheren und 

aktuellen psychischen Zustand der Privatklägerin 1 zu erlauben. Auch insofern er-

übrigt  sich  demnach  die  Erhebung  weiterer  Beweise  im  vorliegenden  Verfahren 

(vgl. Prot. II S. 49).

2.

2.1. Hinsichtlich der Einvernahmen der Privatklägerin 1 fallen zunächst die Diffe-

renzen zwischen ihren ersten Aussagen anlässlich der Einvernahme vom 9. Juni 

2020  und  jenen  knapp  eineinhalb  Jahre  später  ins  Auge,  welche  sich  entgegen 

ihrer Rechtsvertreterin nicht einzig durch Ungenauigkeiten aufgrund ihres jugendli-

chen Alters erklären lassen (vgl. Prot. II S. 89 f.), sondern es vielmehr erfordern, 

die Entstehungsgeschichte der das Strafverfahren einleitenden Anzeige sowie das 

Zustandekommen der Erstaussagen der Privatklägerin 1 näher zu beleuchten. So 

ist im Hinblick auf die Anzeigeerstattung festzuhalten, dass es der Vater der Privat-

-   23   -

klägerin 1  war,  der  am  3. Juni  2020  wegen  Verdachts  auf  ein  Sexualdelikt  zum 

Nachteil seiner Tochter die Polizei anrief (vgl. den Polizeirapport vom 11. Juni 2020 

[Urk. D1/1/1 S. 2 f.]), und es auch die Eltern der Privatklägerin 1 waren, die sie ei-

nen Tag zuvor zur Kinderärztin und hernach ins Kinderspital brachten. Nachdem 

die Privatklägerin 1 zuvor mehrere Tage von zu Hause ferngeblieben war, machten 

sich ihre Eltern grosse Sorgen um sie (vgl. Urk. D1/4/1), wobei es ihnen nicht zuletzt 

auch darum ging, bei den Ärzten in Erfahrung zu bringen, inwiefern ein Sexualkon-

takt 

ihrer  Tochter  stattgefunden  hatte  (vgl.  Urk. D1/6/3  S. 1 f.;  vgl.  auch 

Urk. D1/1/21 S. 2 + 6 und Urk. D1/6/7 S. 2). Die erste formlose Befragung der Pri-

vatklägerin 1 erfolgte dann am 4. Juni 2020 im Kinderspital, in deren Rahmen sie 

unter anderem äusserte, grosse Angst vor ihren Eltern zu haben, nachdem diese 

mehrfach geäussert hätten, dass sie getötet werde, wenn sie nicht mehr Jungfrau 

sei, wobei sie ergänzte, von ihren Eltern in den letzten 1.5 Jahren auch geschlagen 

worden zu sein (Urk. D1/1/1 S. 4). Daraufhin wurde den Eltern das Aufenthaltsbe-

stimmungsrecht entzogen und die Privatklägerin 1 im Anschluss an den Aufenthalt 

im Kinderspital fremdplatziert (vgl. Urk. D1/1/3 S. 4; Urk. D1/1/8; Urk. D1/1/21). 

Zum  Zeitpunkt  ihrer  Einvernahme  bei  der  Staatsanwaltschaft  vom  9. Juni 

2020  war  die  Privatklägerin 1  mithin  in  der  Krisenintervention  H._____  unterge-

bracht (vgl. Urk. D1/3/4 S. 2). Anlässlich dieser Einvernahme, welche ohne ihre El-

tern stattfand, gab sie mehrfach zu Protokoll, dass für sie eigentlich alles in Ord-

nung  gewesen  sei  und  ihre  Eltern  wollten,  dass  sie  eine  Anzeige  mache  (vgl. 

Urk. D1/3/4 S. 14 f.). Als ihre Eltern mithin nicht anwesend waren, konnte sich die 

Privatklägerin 1 in ihrer Befragung frei äussern, wobei sie zumindest teilweise be-

müht schien, die Beschuldigten nicht übermässig zu belasten, weshalb im Rahmen 

der Beweiswürdigung ihren damaligen Aussagen tendenziell ein höherer Beweis-

wert zukommt. Die zweite Einvernahme der Privatklägerin 1 fand dann am 1. Ok-

tober 2021 in Anwesenheit ihres Vaters statt, nachdem sie auch wieder bei ihren 

Eltern wohnte (vgl. Urk. D1/3/6 S. 1 + D1/3/7 S. 1). Zu diesem Zeitpunkt waren ihre 

Eltern stark in die Sache involviert, weshalb eine gewisse Einflussnahme nicht aus-

zuschliessen  ist  (vgl.  dazu  BENDER/NACK/TREUER,  Tatsachenfeststellung  vor  Ge-

richt, 4. Aufl., Rz 320 ff., 712; vgl. auch Urteil 6B_1034/2019 vom 10. September 

2020, E. 2.2.2.). Vor dem Hintergrund der familiären Spannungen, welche der Vor-

-   24   -

fall ausgelöst hat, ist ihren Aussagen in dieser zweiten Phase, als sie wieder bei 

ihrer Familie lebte, demzufolge mit einer gewissen Vorsicht zu begegnen. Nament-

lich sind – wie auch die Verteidigung des Beschuldigten E._____ zu Recht bemerkt 

(Urk. 61 S. 7 f. + 12; Urk. 136 S. 8) – Anzeichen vorhanden, dass das von ihr da-

mals Geschilderte sowohl von Mitgliedern der Familie als auch von den sie betreu-

enden Fachleuten beeinflusst wurde. So lassen insbesondere ihre Aussagen bei 

der Staatsanwaltschaft, dass sie nicht glaube, dass sie es freiwillig gemacht habe, 

weil sei erst 13 Jahre alt und voll besoffen gewesen sei (Urk. D1/3/7 S. 22), bzw. 

dass das mit dem Oralsex zu 100 % einfach nicht gehe (Urk. D1/3/7 S. 10), gewisse 

Einflussnahmen von dritter Seite erkennen, was auch der Grund dafür sein könnte, 

dass hier im Vergleich zu ihren ersten Aussagen gewisse Aggravierungs- und Be-

lastungsmerkmale ersichtlich sind.

Eine ähnliche Tendenz zeigte sich anlässlich der Befragung der Privatkläge-

rin 1 anlässlich der Berufungsverhandlung vom 5. Juni 2025, in welcher sie mehr-

fach pauschal betonte, dass sie damals ja noch ein Kind gewesen und dieser Um-

stand ausgenutzt worden sei (vgl. Prot. II S. 27 f. + 30), was den Anschein offen-

bart, sie habe diese Darstellung von Drittpersonen übernommen, mit welchen sie 

im  Anschluss  an  die  Taten  über  die  Sache  gesprochen  hat.  Keine  nachteiligen 

Schlüsse lassen sich demgegenüber aus dem Umstand herleiten, dass die Privat-

klägerin 1  dann  die  Aussage  zu  den  Ereignissen  des  den  Taten  nachfolgenden 

Abends vom 30. Mai 2020 verweigerte (vgl. Prot. II S. 32 ff.), welchen sie offenbar 

zuerst erneut mit den Beschuldigten und hernach unter anderem mit einem gewis-

sen "I._____" verbrachte, denn es ist mit der Vertretung der Privatklägerschaft (vgl. 

Prot. II S. 38 f., 43 f. + 48) nicht ersichtlich, inwiefern es für die Klärung der ankla-

gegegenständlichen Vorwürfe von Relevanz wäre, wenn es an diesem Abend tat-

sächlich zu sexuellen Kontakten mit einem gewissen "I._____" gekommen wäre, 

was  von  der  Beschuldigtenseite  angedeutet  (vgl.  Prot. II  S. 35 f.;  Urk. 128  S. 4; 

Urk. 136  S. 3 f.),  von  der  Privatklägerin 1  hingegen  in  Abrede  gestellt  wird  (vgl. 

Prot. II S. 91). Aus diesem Grund erübrigt sich denn auch insbesondere die in der 

Berufungsverhandlung  beantragte  Einvernahme  einer  damals  offenbar  ebenfalls 

anwesenden Person namens "I._____". Insofern dessen Einvernahme sodann im 

Hinblick auf die Beurteilung der Zivilklage der Privatklägerin 1 beantragt wurde, ist 

-   25   -

ebenfalls nicht ersichtlich, inwiefern "I._____" mit seinen Aussagen erhellen könnte, 

wie sich die psychische Verfassung der Privatklägerin 1 nach den anklagegegen-

ständlichen Ereignissen entwickelt hat, nachdem er sie mutmasslich nur am dar-

auffolgenden Tag für ein paar Stunden gesehen hat, wobei in diesem Zusammen-

hang auch daran zu erinnern ist, dass weder sein vollständiger Name noch seine 

konkrete Adresse bekannt sind und von der Verteidigung auch nicht beigebracht 

werden  könnten,  wie  sie  selber  anlässlich  der  Verhandlung  einräumte  (Prot. II 

S. 37),  weshalb  der  angebotene  Beweis  gar  nicht  abgenommen  werden  könnte. 

Der entsprechende Beweisantrag ist deshalb ebenfalls nicht zu hören.

2.2.

Zu den Einvernahmen der beiden Beschuldigten ist in diesem Zusammen-

hang in allgemeiner Weise festzuhalten, dass sie die Vornahme der anklagegegen-

ständlichen  sexuellen  Handlungen  mit  der  Privatklägerin  1  im  Endeffekt  nicht  in 

Abrede stellen, was aber angesichts der erdrückenden objektiven Beweislage nicht 

sonderlich  erstaunt.  Aufhorchen  lässt  in  diesem  Zusammenhang,  dass  der  Be-

schuldigte E._____ anfänglich noch vehement bestritt, dass es mit der Privatkläge-

rin 1 zu Oralverkehr gekommen sei, und allgemein verneinte, mit der Privatkläge-

rin 1 intimen Kontakt gehabt zu haben (Urk. D1/2/1 S. 4 f. + 7). Erst nachdem ihm 

eröffnet wurde, dass der Datenspeicher seines Mobiltelefons auf strafrechtlich re-

levante  Ereignisse  durchsucht  werde  (vgl.  Urk. D1/2/1  S. 9),  räumte  er  ein,  dass 

die Privatklägerin 1 beim Beschuldigten D._____ den Oralverkehr vollzogen habe 

(Urk. D1/2/2 S. 2 f.). Derweil machte der Beschuldigte D._____ zu Beginn der Un-

tersuchung  von  seinem  Aussageverweigerungsrecht  Gebrauch  und  deponierte 

seine ersten Aussagen, nachdem sein Verteidiger Akteneinsicht erhalten hatte (vgl. 

Urk. D1/2/3 S. 2). Allgemein lässt sich damit erkennen, dass die Beschuldigten ihre 

Aussagen  teilweise  dem  jeweiligen  Untersuchungsergebnis  anpassten,  um  sich 

nicht in offenkundige Widersprüche zu den bestehenden Sachbeweisen zu verstri-

cken. 

-   26   -

B.

1.

Verabreichen gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder (Dossier 1)

Anklagevorwurf und Standpunkt der Parteien 

1.1. Die Anklage der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 25. Oktober 

2022 hält diesbezüglich fest, dass die beiden Beschuldigten am späten Abend des 

tt. Mai 2020 auf einem Rast-/Grillplatz am F._____ in Zürich gemeinsam die Feier 

zum  15. Geburtstag  von  G._____  besucht  hätten,  wozu  sie  von  ihrer  Bekannten 

J._____ (Jahrgang 2006) oder deren Schwester K._____ (Jahrgang 2005) einge-

laden worden seien. Unter Dossier 1.2. wird den Beschuldigten in diesem Zusam-

menhang vorgeworfen, dass sie zu dieser Feier alkoholische Getränke – der Be-

schuldigte  D._____  eine  Flasche  roten  und  der  Beschuldigte  E._____  zwei  Fla-

schen grünen Wodkalikör – mitgebracht hätten, wobei sie gewusst oder mindestens 

damit gerechnet hätten, dass es sich bei einigen Festbesuchern um Kinder unter 

16 Jahren gehandelt habe. Die Beschuldigten hätten vereinbart, die alkoholischen 

Getränke auch diesen Festbesuchern zum Konsum zur Verfügung zu stellen, oder 

hätten dies mindestens in Kauf genommen, wobei sie auch um die für Kinder ge-

sundheitsschädigende  Wirkung  von  Alkohol  gewusst  hätten  (Urk. D1/27  + 

Urk. D1/30 jeweils S. 4 f.).

1.2. Die  Beschuldigten  D._____  und  E._____  verlangen  wie  bereits  vor  Vorin-

stanz  auch  zweitinstanzlich  einen  Freispruch  von  diesem  Vorwurf  (Urk. 75  + 

Urk. 134;  Urk. 104/78  + Urk. 136).  Unbestritten  und  durch  objektive  Beweismittel 

belegt ist zwar, dass sie die in der Anklageschrift aufgeführten alkoholischen Ge-

tränke  zur  Feier  mitbrachten  (vgl.  statt  vieler  Urk. D1/2/6  S. 17 f.;  Urk. D1/1/23 

Snapchat  1),  indes  stellen  sie  gleichermassen  in  Abrede,  dass  der  Alkohol  den 

Festbesuchern zur Verfügung gestanden habe, und machen geltend, die Getränke 

letztlich  ausschliesslich  zum  Eigenkonsum  mitgebracht  zu  haben,  ohne  dass  die 

übrigen Anwesenden davon getrunken hätten (vgl. statt vieler Urk. D1/2/6 S. 10, 18 

+ 28; Urk. D1/2/8 S. 8 + 14; Urk. 50 S. 5; Urk. 51 S. 5 f.; Prot. II S. 53 f., 68 + 73 f.; 

so  auch  die  Verteidigungen  des  Beschuldigten  D._____  in  Urk. 57  S. 2  ff.  + 

Urk. 134 S. 3 und des Beschuldigten E._____ in Urk. 61 S. 13 f. + Urk. 136 S. 7 f.).

-   27   -

2.

Sachverhaltserstellung

2.1. Die  Vorinstanz  erachtete  den  anklagegegenständlichen  Sachverhaltsab-

schnitt betreffend den Vorfall vom tt. Mai 2020 nach umfassender Würdigung der 

relevanten Beweismittel als erstellt. Dabei stützte sie sich massgeblich auf die er-

hobenen Personalbeweise, namentlich die Aussagen der Beschuldigten sowie der 

weiteren am Geburtstagsfest anwesenden Personen (vgl. Urk. 72 + Urk. 104/75 je-

weils S. 8 - 11). Die entsprechenden Darlegungen erweisen sich nach nochmaliger 

Prüfung als schlüssig und nachvollziehbar, so dass den zu Grunde liegenden Über-

legungen  der  Vorinstanz  ohne  massgebende  Vorbehalte  gefolgt  werden  kann 

(Art. 82 Abs. 4 StPO). 

2.2. So ist namentlich auch in zweiter Instanz festzuhalten, dass zwischen den 

Erstaussagen der Beschuldigten und ihren im späteren Verlauf des Verfahrens de-

ponierten Aussagen zu diesem Vorwurf gewisse Strukturbrüche zu erkennen sind, 

welche vermuten lassen, dass sie den Sachverhalt mit zunehmender Verfahrens-

dauer in einem für sie günstigeren Licht zu präsentieren versuchen, was generell 

Zweifel an der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen weckt. Andrerseits ergibt sich, dass 

die Zeuginnen G._____ (Urk. D1/4/4 S. 2 f.), J._____ (Urk. D1/4/2 S. 5; Urk. D1/4/8 

S. 7 ff.) und K._____ (Urk. D1/4/3 S. 4) den Kernsachverhalt hinsichtlich der Frage 

der Zurverfügungstellung des Alkohols durch die Beschuldigten übereinstimmend 

und  schlüssig  zu  Protokoll  gaben.  Namentlich  G._____  schilderte  gleichbleibend 

und detailliert, dass ihnen der Alkohol ausgegangen sei und die Beschuldigten un-

ter der Bedingung zur Geburtstagsfeier eingeladen worden seien, dass sie Alkohol 

mitbrächten (Urk. D1/4/4 S. 2; Urk. D1/4/9 S. 6), was ohne Weiteres plausibel er-

scheint, wenn man bedenkt, dass einzig die Beschuldigten aufgrund ihres Alters 

mühelos in der Lage waren, hochprozentigen Alkohol zu beschaffen. Auf diese Zeu-

genaussagen ist abzustellen, zumal auch die Beschuldigten zu Beginn der Unter-

suchung noch bestätigten, dass es bereits bei ihrer Einladung ein Thema war, dass 

sie Alkohol mitbringen sollten (exemplarisch hierfür die Aussage des Beschuldigten 

D._____, er glaube, J._____ oder K._____ hätten zum Beschuldigen E._____ ge-

sagt, dass sie Alkohol mitbringen sollen [Urk. D1/2/5 S. 3], und diejenige des Be-

schuldigten E._____, wonach sie [gemeint die Mädchen] ihnen gesagt hätten, sie 

-   28   -

sollten  Flaschen  zum  Trinken  mitnehmen  [vgl.  Urk. D1/2/1  S. 2]).  Die  nachträgli-

chen Vorbringen der Beschuldigten, dass sie die Getränke lediglich für den Eigen-

konsum mitgebracht hätten, ist mit der Vor-instanz unter Verweis auf deren zutref-

fende Erwägungen als Ausflüchte zu werten, nachdem drei Flaschen Wodkalikör 

für nur zwei Personen auch übermässig erscheinen und die beiden Beschuldigten 

von den übrigen Anwesenden übereinstimmend als nüchtern beschrieben wurden 

(vgl. statt vieler Urk. D1/3/4 S. 25; Urk. D1/4/3 S. 4; Urk. D1/4/4 S. 3 f.; Urk. D1/4/8 

S. 9). So gab denn auch der Beschuldigte E._____ selbst an, dass er nur drei bis 

vier Schlücke vom Wodka und der Beschuldigte D._____ gar keinen Alkohol ge-

trunken habe (Urk. D1/2/1 S. 6; Urk. D1/2/6 S. 18). Dazu im Widerspruch stehen 

zwar die Aussagen des Beschuldigten D._____, wonach er an jenem Abend auch 

getrunken habe bzw. alleine eine Flasche Wodka getrunken habe und stark betrun-

ken gewesen sei (Prot. II S. 56; Urk. D1/2/5 S. 3 f.), was letztlich aber offen gelas-

sen  werden  kann,  denn  selbst  wenn  dem  so  gewesen  wäre,  wären  den  übrigen 

Anwesenden  immer  noch  zwei  Flaschen  an  hochprozentigem  Alkohol  zur  Verfü-

gung gestanden. Auch das nachträgliche Vorbringen, dass zwischen den beiden 

Beschuldigten ein Missverständnis vorgelegen habe bzw. sie sich nicht abgespro-

chen hätten (statt vieler Urk. 51 S. 5 + 13; Prot. II S. 54 + 68; vgl. auch Urk. 134 

S. 3), weshalb sie letztlich zu viel Alkohol für sich dabei gehabt hätten, taugt als 

Erklärungsversuch für den am Fest deponierten Alkohol nur wenig, sind sie doch 

gemeinsam mit dem Auto zur Geburtstagsfeier erschienen und hatten das Missver-

ständnis gemäss eigener Aussage bereits im Auto bemerkt (Urk. 51 S. 13). Hätte 

tatsächlich ein Missverständnis vorgelegen und wären die Flaschen einzig für die 

Beschuldigten bestimmt gewesen, wäre es denn auch ein Leichtes gewesen, eine 

oder zwei überzählige Flaschen im Auto zurückzulassen oder wegzuschütten, was 

aber offensichtlich nicht geschehen ist.

2.3. Von Beginn weg konstant äusserten sich die Beschuldigten demgegenüber 

dahingehend, dass sie den Alkohol im Laufe des Abends versteckt bzw. weggeleert 

hatten (vgl. statt vieler Beschuldigter D._____: Urk. D1/2/5 S. 4 f. + 13; Urk. D1/2/6 

S. 8,  11  +  18;  Beschuldigter  E._____:  Urk. D1/2/1  S. 2;  Urk. D1/2/4  S. 9; 

Urk. D1/2/6 S. 11; Prot. II S. 73 f.), was durch weitere Zeugenaussagen, nament-

lich diejenige von K._____ (Urk. D1/4/3 S. 4), bestätigt wird. Aufgrund der Aussage 

-   29   -

des Beschuldigten E._____, dass jemand irgendwann gesagt habe, die Flaschen 

sollten  versteckt  werden,  weil  die  Leute  schon  zu  betrunken  seien  (Urk. D1/2/4 

S. 9), ergibt sich sodann, dass die Flaschen nicht von Beginn weg versteckt wur-

den. Dies wird durch die Aussage des Beschuldigten D._____ unterstrichen, wo-

nach  er  ziemlich  schnell  damit  angefangen  habe,  den  Alkohol  auszuleeren 

(Urk. D1/2/5  S. 5),  woraus  sich  im  Umkehrschluss  ergibt,  dass  die  alkoholischen 

Getränke eben nicht sofort versteckt oder weggeschüttet wurden. So gaben denn 

auch mehrere Zeuginnen an, vom von den Beschuldigten mitgebrachten Alkohol 

getrunken zu haben (vgl. nachstehend Ziffer III.B.3.3.). Davon ausgehend kann der 

Argumentationslinie der Verteidigung des Beschuldigten E._____ mithin nicht ge-

folgt  werden,  wonach  die  Beschuldigten  die  gesamte  Zeit  die  Herrschaftsmacht 

über den von ihnen mitgebrachten Alkohol innegehabt hätten (Urk. 136 S. 7 f.), zu-

mal der Beschuldigte E._____ diesen Umstand anlässlich der Berufungsverhand-

lung nicht weiter zu plausibilisieren vermochte. So führte er zwar aus, sie hätten 

schon dafür gesorgt, dass niemand ihre Flaschen genommen habe bzw. nur Leute, 

die schon über 16 Jahre gewesen seien bzw. Alkohol hätten trinken dürfen (vgl. 

Prot. II S. 68). Seine Antworten auf die Anschlussfragen, wie sie dies praktisch be-

werkstelligt hätten, fielen dann aber nur wenig schlüssig aus und vermochten nicht 

zu überzeugen (vgl. Prot. II S. 73 f.). Schlussfolgernd besassen die Beschuldigten 

zumindest nicht die dauerhafte Herrschaft über die von ihnen mitgebrachten hoch-

prozentigen Getränke. Vielmehr hat als erstellt zu gelten, dass diese Getränke min-

destens  teilweise  auch  den  übrigen  Festbesuchern  zum  Konsum  zur  Verfügung 

standen. 

2.4. Mit der Vorinstanz ist schliesslich auch festzustellen, dass die Beschuldigten 

zumindest  in  Kauf  nahmen,  dass  mindestens  einige  der  Festbesucher  unter 

16 Jahre  alt  waren.  Exemplarisch  steht  hierfür  die  Aussage  des  Beschuldigten 

D._____, wonach K._____ damals 15 oder 16 Jahre alt gewesen sei und es sich 

bei  der  anwesenden  J._____  um  ihre  jüngere  Schwester  gehandelt  habe 

(Urk. D1/2/5  S. 3;  vgl.  auch  Urk. D1/2/6  S. 4),  woraus  sich  zwangsläufig  ergibt, 

dass er damit gerechnet hat, dass mindestens Letztere zum Tatzeitpunkt weniger 

als 16 Jahre alt war. Dass auch der Beschuldigte E._____ um die Anwesenheit von 

unter  16-Jährigen  gewusst  hat,  ergibt  sich  sodann  aus  seinen  Aussagen,  dass 

-   30   -

K._____, die ihm geschrieben und sie zur Geburtstagsfeier eingeladen habe, 15-

jährig gewesen sei und G._____, deren Geburtstag gefeiert wurde, 15, 16 oder 17 

Jahre alt geworden sei (Urk. D1/2/1 S. 4; Urk. D1/2/4 S. 3; Urk. D1/2/6 S. 3 f. + 29; 

Urk. 51 S. 6 f.; Prot. II S. 74). Die nachträglichen Bestreitungen der Beschuldigten 

erscheinen vor diesem Hintergrund nur wenig glaubhaft.

2.5.

Insgesamt kann demzufolge auch bei nochmaliger Würdigung der massge-

benden Beweismittel in zweiter Instanz mit rechtsgenügender Sicherheit als erstellt 

erachtet werden, dass die Beschuldigten gemeinsam eine rote Flasche Wodkalikör 

(70cl zu 24 % vol) und zwei grüne Flaschen Wodkalikör (70cl zu 17 % vol) zur Ge-

burtstagsfeier  mitgebracht  haben,  welche  alkoholischen  Getränke  jedenfalls  an-

fänglich  allen  Anwesenden  zum  Konsum  zur  Verfügung  standen,  bevor  die  Be-

schuldigten  diese  im  Laufe  des  Abends  versteckten  bzw.  wegleerten,  wobei  sie 

zumindest in Kauf nahmen, dass einige der Anwesenden weniger als 16 Jahre alt 

waren, auch wenn sie das Alter der Festteilnehmer nur aus mündlicher Überliefe-

rung kannten. 

3.

Rechtliche Würdigung 

3.1. Gemäss Art. 136 StGB macht sich strafbar, wer einem Kind unter 16 Jahren 

alkoholische Getränke oder andere Stoffe in einer Menge, welche die Gesundheit 

gefährden kann, verabreicht oder zum Konsum zur Verfügung stellt.

3.2. Wie die Vorinstanz (Urk. 72 + Urk. 104/75 jeweils S. 12) zutreffend festhält, 

ist Art. 136 StGB als abstraktes Gefährdungsdelikt ausgestaltet. Demnach ist der 

Tatbestand bereits vollendet, wenn eine erhöhte Gefahr für die Verletzung des ge-

schützten Rechtsgutes besteht. Ob sich die Gefahr tatsächlich verwirklicht, ist da-

bei ohne Belang. Für die Strafbarkeit genügt es, dass die Handlung generell geeig-

net ist, die Gesundheit eines Kindes zu gefährden, was ex ante beurteilt wird. Für 

die Vollendung des Straftatbestandes von Art. 136 StGB muss die zur Verfügung 

gestellte Menge grundsätzlich ausreichend sein, um die Gesundheit von Jugendli-

chen unter 16 Jahren zu gefährden. Ob die zur Verfügung gestellte Menge dann 

tatsächlich eingenommen und die Gesundheit konkret gefährdet wird, ist unerheb-

lich (Urteil 6B_859/2023 vom 24. Januar 2024, E. 2.2.).

-   31   -

3.3. Die  Beschuldigten  haben  am  Tatabend  eine  Flasche  roten  und  zwei  Fla-

schen  grünen  Wodkalikör  zur  anklagegegenständlichen  Geburtstagsfeier  mitge-

bracht, wobei bei ihrem Eintreffen fünf Personen anwesend waren, wovon mindes-

tens  deren  vier  noch  nicht  16 Jahre  alt  waren.  Gemäss  erstelltem  Sachverhalt 

konnten sich alle Anwesenden – zumindest in einer ersten Phase nach dem Ein-

treffen der beiden Beschuldigten – davon bedienen, wobei eine proportionale Auf-

teilung des mitgebrachten Alkohols weder vorgesehen noch garantiert war. Wie er-

wogen nahmen die Beschuldigten dabei durchaus in Kauf, dass mindestens einige 

der anwesenden Personen das Schutzalter noch nicht erreicht hatten. Eine solche 

Zurverfügungstellung von mehreren Flaschen hochprozentigem Alkohol an einen 

kleinen Kreis von teilweise unter 16-Jährigen ist bereits für sich gesehen geeignet, 

den Tatbestand von Art. 136 StGB zu erfüllen. Wenn die Beschuldigten dagegen 

vorbringen,  dass  sie  vor  ihrem  Eintreffen  an  der  Geburtstagsparty  nicht  gewusst 

hätten, wie viele Personen anwesend sein würden, und von einer grösseren Runde 

ausgegangen seien, weshalb beim Mitbringen von lediglich drei Flaschen Wodka-

likör  nicht  von  einer  Gefährdungssituation  ausgegangen  werden  könne  (vgl. 

Urk. 136 S. 7; vgl. auch Prot. II S. 54 + 68), so kann dies insofern zwar als zutref-

fend gelten, vermag vorliegend aber nichts am Gesagten zu ändern, nachdem die 

Beschuldigten – wie erwogen – den Alkohol nach ihrem Eintreffen und damit nach 

Kenntnisnahme der tatsächlichen Anzahl der anwesenden Personen nicht sogleich 

unzugänglich gemacht haben. Darüber hinaus haben nach Angaben der Zeuginnen 

die Privatklägerin 1, K._____ und G._____ dann auch tatsächlich vom mitgebrach-

ten Alkohol getrunken (vgl. Urk. D1/4/3 S. 4; Urk. D1/4/8 S. 9 f.). So ergibt sich bei-

spielsweise aus der Aussage der Privatklägerin 1, wonach es noch eine Flasche 

gegeben habe, die sie nicht getrunken hätten (Urk. D1/3/4 S. 25 f.), dass von den 

übrigen mitgebrachten Flaschen eben gerade konsumiert worden ist. Nach über-

einstimmenden Aussagen waren sodann  G._____, K._____ und die Privatkläge-

rin 1, welche zum damaligen Zeitpunkt allesamt unter 16 Jahre alt waren, deutlich 

betrunken, auch wenn hierzu relativierend zu bemerken ist, dass sie bereits stark 

berauscht waren, als die beiden Beschuldigten eintrafen, was letztlich aber unbe-

achtlich bleibt, nachdem es mit der Staatsanwaltschaft (Prot. I S. 7) bereits genügt, 

wenn  alkoholische  Getränke  wie  vorliegend  zum  Konsum  zur  Verfügung  gestellt 

-   32   -

werden. Zugunsten der Beschuldigten ist zwar zu berücksichtigen, dass sie in einer 

späteren Phase des Abends aufgrund der starken Alkoholisierung der Anwesenden 

den Alkohol versteckten bzw. ausleerten, was aber an der Erfüllung des als abs-

traktes Gefährdungsdelikt ausgestalteten Tatbestandes nichts mehr zu ändern ver-

mag und im Rahmen der Strafzumessung Berücksichtigung zu finden hat. 

3.4. Ob ein Beteiligter als Mittäter anzusehen ist, entscheidet sich insbesondere 

nach der Art seines Tatbeitrages. Als Mittäter gilt danach, wer bei der Entschlies-

sung,  Planung  oder  Ausführung  eines  Deliktes  vorsätzlich  und  in  massgeblicher 

Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, so dass er letztlich als Hauptbeteiligter 

dasteht. Entscheidend ist, ob der Tatbeitrag nach den Umständen des konkreten 

Falles  und  dem  Tatplan  für  die  Ausführung  des  Deliktes  so  wesentlich  ist,  dass 

diese mit ihm steht oder fällt. Mittäterschaft kann auch durch die tatsächliche Mit-

wirkung bei der Ausführung begründet werden, wobei konkludentes Handeln ge-

nügt (BGE 126 IV 84, E. 2.c/aa; 125 IV 134, E. 3.a). In Mittäterschaft begangene 

Tatbeiträge werden jedem Mittäter voll zugerechnet (BGE 143 IV 361, E. 4.10.; Ur-

teil 6B_1119/2022 vom 30. März 2023, E. 3.1.).

Gemäss  erstelltem  Sachverhalt  erschienen  die  beiden  Beschuldigten  zu-

sammen zur fraglichen Geburtstagsfeier und brachten drei Flaschen hochprozenti-

gen Alkohol mit, wobei sie darüber in Kenntnis und auch damit einverstanden wa-

ren, was der jeweils andere dabei hatte. Beide wussten sodann, dass sie Alkohol 

zur Feierlichkeit mitbringen sollten und daher auch, dass dieser den Anwesenden 

zur Verfügung gestellt wird. Damit agierten die Beschuldigten hinsichtlich des Vor-

wurfes des Verabreichens gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder als Mittäter, 

was zur Folge hat, dass ihnen die Handlungen des jeweils anderen zuzurechnen 

sind.

3.5. Beide Beschuldigten sind demzufolge des in Mittäterschaft begangenen Ver-

abreichens gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder im Sinne von Art. 136 StGB 

schuldig zu sprechen.

-   33   -

C.

1.

Sexuelle Handlungen mit Kindern und Schändung (Dossier 1)

Anklagevorwurf und Standpunkt der Parteien

1.1. Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten unter Anklagepunkt 1.3. wei-

ter vor, dass sie an vorgenannter Geburtstagsfeier auf die damals 13-jährige und 

stark alkoholisierte Privatklägerin 1 getroffen seien, welche aufgrund ihres Rausch-

zustandes  nicht  mehr  über  die  Vornahme  bzw.  Duldung  sexueller  Handlungen 

habe entscheiden und sich insbesondere auch nur noch schwach gegen die an ihr 

vorgenommenen  Handlungen  habe  wehren  können.  Die  Beschuldigten  hätten  in 

der  Folge  im  Wissen  darum  die  in  der  Anklageschrift  umschriebenen  sexuellen 

Handlungen an bzw. mit der Privatklägerin 1 vorgenommen, wobei sie deren Zu-

stand gemeinsam hätten ausnutzen wollen. Ferner sei ihnen auch bewusst gewe-

sen, dass die Privatklägerin 1 unter 16 Jahre alt war, eventualiter hätten sie sich 

über ihr tatsächliches Alter geirrt, wobei dieser Irrtum vermeidbar gewesen wäre. 

Bei all dem hätten die Beschuldigten nicht nur die Absicht geteilt, die Privatkläge-

rin 1 zur Befriedigung ihrer eigenen Lust zu missbrauchen, sondern hätten auch die 

jeweiligen Handlungen des anderen wahrgenommen, befürwortet und sich zu eigen 

gemacht (Urk. D1/27 + Urk. D1/30 jeweils S. 5 ff.).

1.2. Die Privatkläger beantragen einen anklagegemässen Schuldspruch der Be-

schuldigten, mithin deren Verurteilung wegen vorsätzlichen sexuellen Handlungen 

mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB sowie wegen Schändung im Sinne 

von  Art. 191  StGB  jeweils  in  Verbindung  mit  Art. 200  StGB  (Privatklägerin 1: 

Urk. 76 bzw. Urk. 104/79 + Urk. 131; Privatkläger 2 und 3: Urk. 74 bzw. Urk. 104/77 

+ Urk. 133). 

1.3. Demgegenüber  verlangen  sowohl  der  Beschuldigte  D._____  als  auch  der 

Beschuldigte  E._____  einen  Freispruch  von  diesen  Vorwürfen  (Beschuldigter 

D._____: Urk. 75 + Urk. 134; Beschuldigter E._____: Urk. 104/78 + Urk. 136). Sie 

stellen sich zusammengefasst auf den Standpunkt, nicht gewusst zu haben, dass 

die Privatklägerin 1 zum Tatzeitpunkt jünger als 16 Jahre gewesen sei und sich ihr 

Irrtum auch nicht habe vermeiden lassen bzw. sie ihren Sorgfaltspflichten nachge-

kommen  seien  (statt  vieler  Urk. D1/2/6  S. 5  + 26;  Urk. D1/2/8  S. 11  + 16 f.  und 

-   34   -

Prot. II S. 56 f., 59 ff. + 70 ff.). Ferner stellen sie in Abrede, dass sich die Privatklä-

gerin 1 zum Tatzeitpunkt in einem Zustand der Widerstandsunfähigkeit befunden 

habe (vgl. statt vieler Urk. D1/2/8 S. 8, 11, 14 + 16 und Prot. II S. 55 f. + 68 ff.), wo-

bei sie in rechtlicher Hinsicht ausführen lassen, dass für die Annahme von Art. 191 

StGB  die  Widerstandsfähigkeit  des  Opfers  gänzlich  aufgehoben  und  dieser  Zu-

stand  ausgenutzt  werden  müsse.  Das  Opfer,  welches  sich  nicht  mehr  wehren 

könne, müsse regelrecht missbraucht werden, was vorliegend klarerweise nicht der 

Fall gewesen sei (die Verteidigung des Beschuldigten E._____ in Urk. 61 S. 5 ff.; 

Urk. 136 S. 8 f. + Prot. II S. 84 ff.; die Verteidigung des Beschuldigten D._____ in 

Urk. 57 S. 6 ff. + Urk. 134 S. 10 ff.).

2.

Sexuelle Handlungen mit Kindern 

2.1. Sachverhaltserstellung 

2.1.1.  Der äussere Ablauf der Geschehnisse und damit der Umstand, dass es zu 

den  anklagegegenständlichen  Handlungen  zwischen  den  beiden  Beschuldigten 

und der Privatklägerin 1 gekommen ist, wurde – wie dargelegt – von den Beschul-

digten letztlich nicht mehr bestritten und ist durch objektive Beweismittel – nament-

lich  die  im  Recht  liegenden  Mobiltelefonaufnahmen  der  Beschuldigten  –  hinrei-

chend  belegt  (vgl.  Urk. D1/2/6  S. 19 ff.;  Urk. D1/1/23  Snapchat  2;  Snapchat  3; 

Snapchat 4; Snapchat 5; Snapchat 6; Snapchat 7). Danach kam es in einer ersten 

Phase seitens der Beschuldigten zu Küssen und Berührungen am Gesäss und den 

Brüsten der Privatklägerin 1, wobei auch die Privatklägerin 1 den Beschuldigten an 

die Genitalien fasste. In der Folge kam es zum Oralverkehr mit dem Beschuldigten 

D._____, worauf die auf den Beschuldigten liegenden Privatklägerin 1 in einer letz-

ten Phase erneut am Gesäss traktiert und in der Schamgegend ausgegriffen wurde. 

Ebenfalls erwiesen ist sodann, dass die Privatklägerin 1 im Zeitpunkt dieser Hand-

lungen lediglich 13 ½ Jahre alt war und somit noch im Schutzalter stand. Bestritten 

und zu erstellen ist, inwiefern die Beschuldigten von dieser Tatsache Kenntnis hat-

ten bzw. hätten haben müssen. 

2.1.2.  Die Beschuldigten gaben – wie die Verteidigung des Beschuldigten E._____ 

zu Recht anführt (Urk. 61 S. 2 f.) – von Beginn weg an, dass sie das richtige Alter 

-   35   -

der Privatklägerin 1 zum Tatzeitpunkt nicht gekannt hätten, wobei sie mindestens 

vor ihrer ersten Einvernahme keine Möglichkeit zur Absprache gehabt haben. Der 

Beschuldigte D._____ erklärte diesbezüglich ausnahmslos, dass die Privatklägerin 

1  ihm  gegenüber  gesagt  habe,  sie  sei  16 Jahre  alt  (Urk. D1/2/5  S. 4  + 8; 

Urk. D1/2/6 S. 5 f.; Urk. D1/2/8 S. 13 f. + 17; Urk. 50 S. 6 f.; Prot. II S. 55). Eben-

falls konstant gab der Beschuldigte E._____ hinsichtlich dieser Frage zu Protokoll, 

dass er sich mehrfach bei der Privatklägerin 1 nach ihrem Alter erkundigt und sie 

sich  ihm  gegenüber  immer  als  17-jährig  ausgegeben  habe  (Urk. D1/2/1  S. 6 f.; 

Urk. D1/2/4  S. 4  + 8;  Urk. D1/2/6  S. 5 f.;  Urk. D1/2/8  S. 8  + 11;  Urk. 51  S. 6 f.; 

Prot. II S. 69 f.).

2.1.3.  Im  Gegensatz  dazu  gab  die  Privatklägerin 1  von  Beginn  weg  und  ohne  in 

der Folge davon abzuweichen an, den Beschuldigten zu Beginn des Abends kom-

muniziert  zu  haben,  dass  sie  erst  13  Jahre  alt  sei  (Urk. D1/3/4  S. 14;  vgl.  auch 

Urk. D1/3/7 S. 3, 9 f. + 19; Prot. II S. 28 + 30). Sie gab hierzu in ihrer ersten Einver-

nahme auch eine lebensnahe Schilderung zu Protokoll, indem sie erklärte, dass sie 

die Beschuldigten ihr Alter habe schätzen lassen und ihnen hernach ihr richtiges 

Alter  genannt  habe.  Die  Beschuldigten  hätten  dann  Abstand  genommen,  aber 

schliesslich dennoch "okay" gesagt, weil es für sie "okay" gewesen sei (Urk. D1/3/4 

S. 14), was insoweit nicht unplausibel wirkt. Nichtsdestotrotz ist aber mit der Vor-

instanz festzustellen, dass aufgrund der zu diesem Thema bestehenden Zeugen-

aussagen letztlich unüberwindbare Zweifel verbleiben, ob die Privatklägerin 1 ge-

genüber den Beschuldigten tatsächlich jemals ihr konkretes Alter genannt hat, wo-

bei die Aussagen der Zeuginnen von den Parteivertretern im Berufungsverfahren 

sehr selektiv und jeweils in einer für sie günstigen Weise zitiert wurden, so dass 

sich ihre diesbezüglichen Ausführungen für die Wahrheitsfindung nur beschränkt 

heranziehen lassen. Objektiv betrachtet fällt zugunsten der Beschuldigten nament-

lich die Zeugenaussage von G._____ ins Gewicht, wonach sie glaube, gemeinsam 

mit der Privatklägerin 1 gegenüber den Beschuldigten hinsichtlich ihres Alters ge-

schummelt zu haben, und sie selber davon ausgegangen sei, dass die Privatkläge-

rin 1 rund 15 Jahre alt sei (vgl. Urk. D1/4/7 S. 11; Urk. D1/4/9 S. 9 ff. + 17). Auch 

wenn  sich  ihre  Aussagen  hinsichtlich  der  Frage,  wie  alt  sich  die  Privatklägerin 1 

genau  ausgegeben  hat,  letztlich  wenig  einheitlich  präsentieren  und  sich  insofern 

-   36   -

nur beschränkt als nützlich erweisen (vgl. hierzu ausführlich Urk. 72 + 104/75 je-

weils S. 19), stützt ihre im Kern gleichbleibende Aussage, wonach sich die Privat-

klägerin 1  am  Tatabend  älter  ausgegeben  habe,  mit  der  Vorinstanz  die  insoweit 

einheitliche Sachdarstellung der beiden Beschuldigten. So erklärte G._____ bei ih-

rer Einvernahme vom 29. November 2021 beispielsweise, dass die Privatklägerin 1 

den Beschuldigten gesagt habe, sie sei 16 oder 17 Jahre alt (Urk. D1/4/7 S. 11), 

womit sich auch die Auffassung der Privatklägerschaft, wonach die Zeugenaussa-

gen zwar teilweise darauf hindeuteten, dass sich die Privatklägerin 1 älter ausge-

geben habe, jedoch von niemandem erwähnt worden sei, dass sie sich älter als 

15 Jahre ausgegeben habe (Urk. 133 S. 12 f.), als unzutreffend erweist. In diesem 

Sinne gab denn auch J._____ zu Protokoll, dass sich die Privatklägerin 1 womög-

lich älter dargestellt habe, woran auch ihre pauschale Ergänzung nichts zu ändern 

vermag, wonach doch jeder gewusst habe, dass die Privatklägerin 1 nicht älter als 

16 Jahre  alt  sei  (Urk. D1/4/8  S. 13),  zumal  die  Beschuldigten  zu  Beginn  der  Ge-

burtstagsfeier noch nicht vor Ort waren und J._____ diese Behauptung auf Nach-

frage nicht weiter zu erklären bzw. zu plausibilisieren vermochte (vgl. Urk. D1/4/8 

S. 17). 

2.1.4.  Nachdem sich die Aussagen der beiden Beschuldigten und der Privatkläge-

rin 1 in diesem Punkt widersprechen und aufgrund verschiedener Zeugenaussagen 

valable  Hinweise  darauf  bestehen,  dass  die  Privatklägerin 1  die  Beschuldigten 

letztlich doch nicht vollständig über ihr tatsächliches Alter aufgeklärt haben könnte, 

kann mit der Vorinstanz letztlich nicht rechtsgenügend davon ausgegangen wer-

den, dass die Beschuldigten hinreichend sichere Kenntnis vom Schutzalter der Pri-

vatklägerin 1 hatten. Dafür spricht auch, dass aufgrund der Beschreibungen zum 

Erscheinungsbild der Privatklägerin 1 (vgl. Urk. D1/4/7 S. 11 + Urk. D1/4/9 S. 9 f., 

wonach  G._____  über  das  wahre  Alter  der  Privatklägerin 1  erstaunt  war  und  sie 

nicht  so  jung  geschätzt  hätte)  sowie  der  im  Recht  liegenden  Videoaufzeichnung 

(vgl.  Urk. D1/1/23  Snapchat  8)  gewisse  Anhaltspunkte  dahingehend  bestehen, 

dass die Privatklägerin 1 damals tatsächlich älter wirkte. Vor diesem Hintergrund 

und angesichts des mindestens teilweise offensiven Auftretens der Privatklägerin 1 

ist mithin nicht auszuschliessen, dass sie bei den Beschuldigten einen reifen Ein-

druck hinterlassen hat, so dass es sich ihnen auch nicht geradezu zwingend auf-

-   37   -

drängen musste, dass die Privatklägerin 1 noch im Schutzalter stand. In dieses Bild 

passt denn auch der Bericht der Spezialistin zur Videobefragung der Privatkläge-

rin 1 vom 9. Juni 2020, welchem zu entnehmen ist, dass die Privatklägerin 1 älter 

und reifer wirken wollte, als sie in Wirklichkeit war (vgl. Urk. D1/3/3 S. 3). Für die 

Tatsache,  dass  die  Beschuldigten  vom  Schutzalter  der  Privatklägerin 1  keine  si-

chere Kenntnis hatten, spricht schliesslich auch ihre Sachdarstellung, wonach sie 

erstaunt gewesen und sofort nach Hause gegangen seien, als sie später vom wah-

ren Alter der Privatklägerin 1 erfahren hatten (vgl. statt vieler Prot. II S. 57, 60 + 70), 

was  von  der  Zeugin  G._____  zumindest  anfänglich  auch  bestätigt  wurde  (vgl. 

Urk. D1/4/4 S. 5). Dem Grundsatz "in dubio pro reo" folgend ist deshalb zugunsten 

der  Beschuldigten  anzunehmen,  dass  sie  nicht  genügend  konkret  wussten  bzw. 

nicht offensichtlich davon ausgehen mussten, dass die Privatklägerin 1 zum Tat-

zeitpunkt das 16. Altersjahr noch nicht erreicht hatte.

2.2. Rechtliche Würdigung

2.2.1.  Gemäss  Art.  187  Ziff. 1  StGB  wird  bestraft,  wer  mit  einem  Kind  unter  16 

Jahren eine sexuelle Handlung vornimmt, es zu einer solchen Handlung verleitet 

oder es in eine solche Handlung einbezieht.

2.2.2.  Als sexuelle Handlungen sind alle Vorgehensweisen zu qualifizieren, die ih-

rem äusseren Erscheinungsbild nach einen eindeutigen Sexualbezug haben, das 

heisst unmittelbar auf die Erregung und/oder Befriedigung geschlechtlicher Lust ge-

richtet sind (vgl. BGE 125 IV 58, E. 3.b; Urteile 6B_180/2018 vom 12. Juni 2018, 

E. 3.1. und 6B_299/2018 vom 4. Juli 2018, E. 2.1.1.). Massgebend ist die objektive 

Betrachtungsweise eines Aussenstehenden, wobei das subjektive Empfinden, die 

Motive oder die Bedeutung, die das Verhalten für den Täter oder das Opfer hat, 

ausser Betracht bleiben (BGE 125 IV 58, E. 3.b m.w.H.). Bei sexuellen Handlungen 

mit Kindern bestimmt sich die erforderliche Erheblichkeit in Zweifelsfällen nebst der 

Art und der Intensität sowie der Dauer auch nach dem Alter des Opfers und dem 

Altersunterschied zum Täter. Das Merkmal der Erheblichkeit grenzt sozialadäquate 

Handlungen  von  solchen  ab,  die  tatbestandsmässig  sind  (Urteile  6B_1260/2019 

-   38   -

vom  12. November  2020,  E. 2.2.3.  und  6B_727/2013  vom  7. Oktober  2014, 

E. 3.3.).

Die  inkriminierten  Handlungsweisen  der  Beschuldigten  (Sachverhaltsab-

schnitt  1:  "Petting"  mit  Küssen  und  Anfassen  des  Gesässes  und  der  Brüste  der 

Privatklägerin 1  sowie  Anfassenlassen  ihrer  Genitalien;  Sachverhaltsabschnitt 2: 

Passiver Oralverkehr des Beschuldigten D._____; Sachverhaltsabschnitt 3: Kne-

ten, Beissen und Küssen des Gesässes der Privatklägerin 1 sowie Ausgreifen in 

ihren Intimbereich als diese bäuchlings über ihren Oberschenkeln lag) fallen unter 

den Tatbestand von Art. 187 Ziff. 1 StGB. Zwar mag es isoliert betrachtet hinsicht-

lich des Anfassens des Gesässes der 13-jährigen Privatklägerin 1 über der Hose 

an der Erheblichkeit der Handlung fehlen, um unter den konkreten Umständen als 

sexuelle Handlung qualifiziert zu werden, was aber nicht heisst, dass dieses Ver-

halten im Kontext mit dem Ausgreifen im Intimbereich straflos zu bleiben hätte, wes-

halb von einschlägigen Handlungen in allen drei Sachverhaltsabschnitten und mit-

hin vom Vorliegen mehrfacher sexueller Handlungen im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 

StGB auszugehen ist. 

2.2.3.  Nachdem den Beschuldigten nicht nachgewiesen werden kann, die sexuel-

len  Handlungen  mit  der  Privatklägerin 1  im  genügend  konkreten  Wissen  darum, 

dass sie erst 13 Jahre alt war, vorgenommen zu haben, fällt eine Verurteilung we-

gen (eventual-)vorsätzlicher Tatbegehung von vornherein ausser Betracht. Es ist 

zugunsten der Beschuldigten davon auszugehen, dass sie sich bezüglich des Al-

ters der Privatklägerin 1 Vorstellungen machten, welche indessen klar falsch wa-

ren. Zu prüfen ist unter diesen Umständen eine fahrlässige Tatbegehung im Sinne 

von Art. 187 Ziff. 4 StGB.

2.2.4.  Laut Art. 187 Ziff. 4 StGB macht sich strafbar, wer in der irrigen Vorstellung 

handelt, das Opfer sei mindestens 16 Jahre alt, diesen Irrtum bei pflichtgemässer 

Vorsicht  aber  hätte  vermeiden  können.  Grundsätzlich  stellt  die  Rechtsprechung 

hohe Anforderungen an die Sorgfaltspflichten bei Zweifeln an der sexuellen Voll-

jährigkeit eines Sexualpartners. Vorbehaltlich möglicher konkreter Umstände, die 

den Täter zur ernsthaften Annahme veranlassen könnten, dass die Person, mit der 

er eine solche Beziehung unterhält, über 16 Jahre alt ist (BGE 100 IV 232), muss 

-   39   -

derjenige, der sich bewusst ist, dass das Opfer zumindest nahe an der Grenze des 

Schutzalters steht, erhöhte Aufmerksamkeit walten lassen. Er darf sich nicht damit 

begnügen, seine Zweifel auf der Grundlage der Antwort auf eine einfache Frage 

auszuräumen, insbesondere wenn er die Möglichkeit hat, sich bei Dritten zu infor-

mieren (BGE 84 IV 103). Diese Praxis hat über die Jahre hinweg Bestand, insbe-

sondere wenn der Altersunterschied gross ist und es scheint, dass ein Sexualpart-

ner  nahe  an  der  gesetzlichen  Grenze  liegen  könnte  (Urteil  6B_214/2007  vom 

13. November 2007, E. 3.3.). Abgeschwächt wurde sie nur für den Fall von jugend-

lichen Liebschaften, in welchem Zusammenhang es gilt, dem Willen des Gesetz-

gebers Rechnung zu tragen, Situationen zu entkriminalisieren, in denen Täter und 

Opfer nahezu gleich alt sind, wenn besondere Umstände dies rechtfertigen oder 

sich  eine  Liebesbeziehung  entwickelt  hat  (vgl.  zum  Ganzen  Urteil  6B_813/2009 

vom 20. Mai 2010, E. 2.2.). Massgebliche Beurteilungsgrundlagen für die Vermeid-

barkeit bzw. Entschuldbarkeit des Irrtums im Sinne von Art. 187 Ziff. 4 StGB sind 

primär das äussere Erscheinungsbild des jugendlichen Beteiligten, seine Grösse, 

die Gesichtszüge und seine körperliche Entwicklung, wobei bei einem Altersunter-

schied von zehn oder mehr Jahren zwischen den beiden Beteiligten ein strengerer 

Massstab  als  unter  nahezu  gleichaltrigen  Jugendlichen  gilt  (Urteil  6B_214/2007 

vom 13. November 2007, E. 3.3.).

a)

Die Beschuldigten gaben an, von einem Alter der Privatklägerin 1 im Bereich 

von 16 bzw. 17 Jahren ausgegangen zu sein, wobei namentlich der Beschuldigte 

E._____ erklärte, sie nach ihrem Alter gefragt zu haben, weil sie eher jung ausge-

sehen  habe  (Urk. D1/2/4  S. 4, 8  + 11;  Urk. 51  S. 7 f.;  Prot. II  S. 69 f.  + 72 f.). 

Ebenso  hat  der  Beschuldigte  D._____  die  Privatklägerin 1  mehrfach  nach  ihrem 

Alter gefragt, wobei er dies eigenen Angaben zufolge aber immer so macht (vgl. 

Prot. II S. 55 + 59 ff.). Mit der Privatklägerschaft (vgl. Urk. 131 S. 6 i.V.m. Prot. II 

S. 78 f. + 89) und der Vorinstanz lässt dieses Verhalten bereits gewisse Zweifel der 

Beschuldigten hinsichtlich des wahren Alters der Privatklägerin 1 erkennen. Hinzu 

kommt,  dass  die  Beschuldigten  gewusst  haben,  dass  zumindest  einzelne  Anwe-

sende der Geburtstagsfeier minderjährig und die Privatklägerin 1 sowie weitere der 

anwesenden Mädchen alkoholisiert waren. Entgegen der Ansicht des Beschuldig-

ten D._____ (Urk. D1/2/8 S. 14; vgl. auch Urk. 134 S. 7 f.) bestanden mithin durch-

-   40   -

aus Anzeichen, dass die Privatklägerin 1 betreffend ihr Alter flunkern könnte, auch 

wenn – wie bereits erwogen – davon auszugehen ist, dass das Erscheinungsbild 

der  Privatklägerin 1  nicht  unbedingt  auf  ihr  tatsächliches  Alter  schliessen  liess. 

Zwar waren die Beschuldigten zum Tatzeitpunkt nicht mehr als 10 Jahre älter als 

die Privatklägerin 1, doch lag zudem ein beträchtlicher Altersunterschied von rund 

7 Jahren vor. Die Beschuldigten unterlagen somit aufgrund der dargelegten kon-

kreten Umstände einer erhöhten Sorgfaltspflicht bezüglich der Altersabklärung. Der 

Ansicht der Verteidigung des Beschuldigten D._____, wonach gerade dieses sozi-

ale Setting gegen eine erhöhte Sorgfaltspflicht sprechen soll (Urk. 134 S. 7 f.), kann 

mithin nicht gefolgt werden. Zwar ist glaubhaft, dass sich die Beschuldigten nach 

dem Alter der Privatklägerin 1 erkundigt haben, doch gaben sie sich letztlich ohne 

Weiteres mit der Antwort, sie sei 16 bzw. 17 Jahre alt, zufrieden, ohne weitere Ab-

klärungen zu treffen. Dass sich die Beschuldigten einen Ausweis hätten zeigen las-

sen können, wäre dabei nur eine von vielen Möglichkeiten gewesen, denn es wäre 

für die Beschuldigten beispielsweise auch ohne Weiteres zumutbar gewesen, sich 

hinsichtlich des Alters der Privatklägerin 1 bei Dritten zu erkundigen oder sich mit-

tels anderweitigen Fragen bezüglich ihres Alters abzusichern, so wie der Beschul-

digte E._____ gemäss eigener Aussage denn auch zukünftig vorgehen würde (vgl. 

Prot. II  S. 70 f.).  Auch  wenn  man  zugunsten  der  Beschuldigten  davon  ausgeht, 

dass sie die Privatklägerin 1 gar mehrfach gefragt haben, reicht dies unter den ge-

samten  Gegebenheiten  entgegen  der  Beschuldigtenseite  (Urk. 57  S. 6;  Urk. 134 

S. 7 ff + Urk. 136 S. 5 f.) nicht aus, um der ihnen obliegenden erhöhten Sorgfalts-

pflicht  nachzukommen,  zumal  die  Beschuldigten  die  Privatklägerin 1  vorgängig 

noch nie gesehen hatten (vgl. Urk. D1/2/1 S. 3; Urk. D1/2/4 S. 4; Urk. D1/2/5 S. 4; 

Prot. II S. 62 + 75) und es durchaus möglich sowie auch ohne Weiteres zumutbar 

gewesen wäre, das Alter der Privatklägerin 1 von den anwesenden Drittpersonen 

oder anderweitig verifizieren zu lassen. Dass die Initiative ursprünglich von der Pri-

vatklägerin 1 ausging, wodurch sich die Beschuldigten entlastet sehen, ändert letzt-

lich  unter  Verweis  auf  die  zutreffenden  vorinstanzlichen  Erwägungen  (Urk. 72  + 

Urk. 104/75 je S. 21) nichts an ihrer entsprechenden Verantwortung. 

b)

Die Beschuldigten sind damit ihren Sorgfaltspflichten eindeutig nicht hinrei-

chend nachgekommen. Aufgrund der dargelegten Umstände liegt ihr Handeln gar 

-   41   -

an der Grenze zu einem eventualvorsätzlichen Vorgehen. Bei pflichtgemässer Vor-

sicht wäre die Vorstellung, wonach die Privatklägerin 1 älter als 16 Jahre alt war, 

mithin  ohne  Weiteres  vermeidbar  gewesen,  weshalb  die  Beschuldigten,  welche 

beide gemäss insofern zugestandenem Sachverhalt mehrfach sexuelle Handlun-

gen mit der Privatklägerin 1 vorgenommen haben, wegen mehrfachen fahrlässigen 

sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 in Verbindung mit 

Ziff. 4 StGB schuldig zu sprechen sind.

2.2.5.  Eine  mittäterschaftliche  Begehung  der  Taten,  wie  sie  der  Anklageschrift 

auch hinsichtlich dieses Vorwurfes zu Grunde liegt, ist indessen weitgehend zu ver-

neinen. Ein massgebliches Zusammenwirken und ein Tatbeitrag, der nach den Um-

ständen  des  konkreten  Falles  für  die  Ausführung  des  Deliktes  so  wesentlich  ist, 

dass sie mit ihm steht oder fällt (vgl. dazu vorne Ziffer III.B.3.4.), ist nicht zu erken-

nen. Zwar ist auch an spontanen, nicht geplanten Aktionen oder unkoordinierten 

Straftaten  Mittäterschaft  möglich  (vgl.  BGE  143  IV  361,  E. 4.10.),  doch  ist  auch 

diesfalls  erforderlich,  dass  sich  der  Täter  den  Vorsatz  seiner  Mittäter  zu  eigen 

macht  (vgl.  BGE  135  IV  152,  E. 2.3.1.;  130  IV  58,  E. 9.2.1.),  wozu  nicht  genügt, 

dass beide Personen bei den fraglichen Handlungen anwesend sind. Vorliegend ist 

der Sachverhalt indessen derart gelagert, dass die Beschuldigten auf die anfängli-

chen Avancen der Privatklägerin 1 jeweils selbständig eingingen, ohne ihre Hand-

lungen in irgendeiner Weise abzusprechen oder zu koordinieren. So gab der Be-

schuldigte D._____ an, dass er die Privatklägerin 1 anfangs abgewiesen habe, wor-

auf  sie  zum  Beschuldigten  E._____  gegangen  sei  (vgl.  statt  vieler  Urk. D1/2/5 

S. 4 f.). Dass die Beschuldigten beim anfänglichen Anfassen der Privatklägerin 1 

teilweise beide zugegen waren, reicht für die Annahme einer Mittäterschaft in dieser 

ersten  Phase  nicht  aus,  zumal  sich  nicht  erstellen  lässt,  dass  die  Beschuldigten 

hinsichtlich der sexuellen Handlungen bewusst und gewollt zusammenwirkten. Die 

am schwersten ins Gewicht fallende sexuelle Handlung des Oralverkehrs ereignete 

sich  sodann  nur  zwischen  dem  Beschuldigten  D._____  und  der  Privatklägerin 1 

und wurde beendet, als der Beschuldigte E._____ hinzukam, weshalb auch inso-

fern nicht von einer gemeinsamen Tatausführung oder einer bewussten Inszenie-

rung (so die Privatkläger 2 und 3 in Urk. 133 S. 16) gesprochen werden kann. Ein-

zig  hinsichtlich  der  Schlusssequenz,  als  die  Privatklägerin 1  bäuchlings  auf  den 

-   42   -

Oberschenkeln der beiden Beschuldigten zu liegen kam und die Beschuldigten ihr 

in der Folge abwechselnd ans Gesäss fassten und im Intimbereich ausgriffen, ist 

ein  zumindest  konkludentes  gemeinsames  Handeln  auszumachen,  welches  auf 

eine Mittäterschaft schliessen lässt.

Der  Vollständigkeit  halber  ist  schliesslich  an  dieser  Stelle  zu  vermerken, 

dass  die  Vorinstanz  die  Begehungsform  der  (allgemeinen)  Mittäterschaft  mit  der 

Strafzumessungsnorm  von  Art. 200  StGB  vermischte  (vgl.  Urk. 72  +  Urk. 104/75 

jeweils S. 22), bei welcher es sich nicht etwa um einen qualifizierten Tatbestand 

handelt, auf den bereits im Rahmen der rechtlichen Würdigung einzugehen wäre, 

auch wenn sicherlich gewisse Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Rechtsfigu-

ren bestehen.

3.

Schändung

3.1. Sachverhaltserstellung

3.1.1.  Dem Sachverhalt betreffend die eingeklagte Schändung liegt im Wesentli-

chen derselbe Sachverhalt zu Grunde, wie er im Rahmen der vorstehend behan-

delten  mehrfachen  sexuellen  Handlungen  mit  Kindern  erstellt  worden  ist,  worauf 

vorab verwiesen werden kann (vgl. vorstehend Ziffer III.C.2.1.). Namentlich haben 

die  Beschuldigten  die  einzelnen  sexuellen  Handlungen  mit  der  Privatklägerin 1 

nicht in Abrede gestellt, doch machen sie mit Bezug auf den Schändungstatbestand 

geltend,  die  Privatklägerin 1  sei  trotz  ihrer  Angetrunkenheit  zu  jedem  Zeitpunkt 

noch "voll da" gewesen bzw. habe jederzeit gewusst, was sie tue (vgl. statt vieler 

Prot. II S. 55 f. + 69 f.; vgl. auch Urk. 104/53 S. 10, wonach die Privatklägerin 1 zu-

rechnungsfähig  gewesen  sei).  Die  Vorinstanz  hat  zur  Frage,  in  welchem  physi-

schen und psychischen Zustand sich die Privatklägerin 1 am Tatabend präsentierte 

und unter welchen Umständen es dabei zum Kontakt mit den Beschuldigten kam, 

im  Wesentlichen  auf  die  im  Recht  liegenden  Videoaufnahmen  abgestellt  (vgl. 

Urk. 72 + Urk. 104/75 je S. 15 ff.). Einzubeziehen sind mit Bezug auf diese Thema-

tik indessen auch die Aussagen der Tatbeteiligten, welche sich zur Verfassung der 

Privatklägerin 1 ebenfalls geäussert haben (vgl. Urk. D1/2-4). 

-   43   -

a)

Gemäss den Aussagen der Beschuldigten waren die Anwesenden bei ihrer 

Ankunft  an  der  Geburtstagsfeier  "maximum  betrunken"  bzw.  "voll  im  Suff"  (vgl. 

Urk. D1/2/1 S. 4; Urk. D1/2/4 S. 3). Im Hinblick auf die Privatklägerin 1 gab der Be-

schuldigte E._____ dabei an, sie habe herumgeschrien und sei herumgerannt, sei 

jedoch bei klarem Bewusstsein gewesen und habe sich verständigen können. Sie 

habe nicht gelallt, aber man habe an ihrer Sprache bemerkt, dass sie getrunken 

habe (vgl. statt vieler Urk. D1/2/6 S. 7 + 31), was auch der Beschuldigte D._____ 

so  bestätigte  (Urk. D1/2/5  S. 9;  Urk. D1/2/6  S. 8).  Zudem  beschreiben  beide  Be-

schuldigten übereinstimmend und gleichbleibend, dass die Privatklägerin 1 von Be-

ginn weg oben nur mit einem BH bekleidet gewesen und auf sie zugegangen sei 

bzw. ihre Nähe gesucht und sich ihnen um den Hals geworfen habe. Die Privatklä-

gerin 1 habe sie dabei über den Kleidern unter anderem auch am Penis angefasst 

und  mehrfach  gesagt,  dass  sie  die  sexuellen  Handlungen  wolle  (vgl.  statt  vieler 

Beschuldigter E._____: Urk. D1/2/4 S. 4 ff. + 8; Beschuldigter D._____: Urk. D1/2/5 

S. 4 f.).  Bei  dieser  Sachdarstellung  blieben  die  Beschuldigten  im  Wesentlichen 

auch anlässlich der Berufungsverhandlung (vgl. Prot. II S. 55, 60 + 69 f.). 

Diese Aussagen stehen in Übereinstimmung mit den Erstaussagen der Pri-

vatklägerin 1, welche zu Beginn der Untersuchung ebenfalls erklärte, dass sie be-

reits bei der Ankunft der Beschuldigten betrunken gewesen und herumgerannt sei, 

wobei sie die Beschuldigten angemacht, mit ihnen rumgemacht sowie auch ihren 

Penis über der Hose angefasst habe (Urk. D1/3/4 S. 4 + 10 ff.), was für sie alles 

okay gewesen sei (Urk. D1/3/4 S. 14). Desgleichen gab auch die Zeugin G._____ 

zu Protokoll, dass die Initiative von der Privatklägerin 1 ausgegangen sei und diese 

namentlich mit dem Beschuldigten E._____ habe rummachen wollen (Urk. D1/4/4 

S. 4; Urk. D1/4/7 S. 13). Die im Widerspruch dazu stehenden, später erfolgten Aus-

sagen der Privatklägerin 1, wonach bereits das Küssen und Anfassen zu Beginn 

des Abends für sie nicht in Ordnung gewesen sei, sie aber aufgrund ihres Alkohol-

rausches nichts dagegen habe machen können (Urk. D1/3/7 S. 5 f. + 10 ff.), sind 

demgegenüber unter Verweis auf die vorstehenden Erwägungen (vgl. vorstehend 

Ziffer III.A.2.1.) mit der entsprechenden Vorsicht zu würdigen und im Vergleich zu 

den spontanen Erstaussagen als weniger glaubhaft anzusehen.

-   44   -

Insgesamt ist mithin hinsichtlich des ersten Sachverhaltsabschnittes, für wel-

chen  die  Staatsanwaltschaft  den  Beschuldigten  vorwirft,  die  Privatklägerin 1  ge-

küsst, ihr an den Hintern und/oder die Brüste gefasst und zudem zugelassen zu 

haben, dass auch sie ihnen an die Genitalien fasst, gestützt auf die von den Betei-

ligten und namentlich auch gestützt auf die von der Privatklägerin 1 selbst depo-

nierten  Aussagen  festzustellen,  dass  Letztere  deutlich  alkoholisiert  war,  jedoch 

noch von sich aus auf die Beschuldigten zugehen konnte und die Initiative dabei 

mit Bezug auf die Küsse und das gegenseitige Anfassen zumindest teilweise auch 

von ihr ausging. In dieses Bild fügen sich die Videosequenzen gemäss Snapchat 3 

und 2 (Urk. D1/1/23; vgl. hierzu Urk. 72 + Urk. 104/75 je S. 16) ohne Weiteres ein, 

wobei auch die Bewegungen der Privatklägerin 1 entgegen ihrer Sachdarstellung 

(vgl. Urk. 131 S. 3) zumindest auf der ersten Aufnahme motorisch nicht unkontrol-

liert erscheinen. 

b)

Hinsichtlich des zweiten Sachverhaltsabschnittes, in welchen der anklage-

gegenständliche Oralverkehr fällt, äusserte sich der Beschuldigte D._____ gleich-

bleibend dahingehend, dass die Privatklägerin 1 ihn gefragt habe, ob sie ihn oral 

befriedigen dürfe, worauf er sie gefragt habe, ob sie sich sicher sei, was sie bejaht 

habe. Sie habe dann begonnen, seine Hose zu öffnen, wobei er ihr geholfen habe. 

Die Privatklägerin 1 habe den Penis dann selbständig zum Mund geführt und dann 

10 oder 20 Sekunden den Oralverkehr bei ihm vollzogen. Es sei irgendwie komisch 

gewesen, weshalb er aufgehört bzw. es abgebrochen habe (vgl. Urk. D1/2/5 S. 5 f.; 

Urk. D1/2/6 S. 16, 22, 28 + 32; Urk. D1/2/8 S. 15; Urk. 50 S. 9; Prot. II S. 56). An-

gesprochen auf ihren damaligen Zustand erklärte er, dass sie "immer mehr drauf" 

gewesen und es ihr zunehmend schlechter gegangen sei. Er habe mit dem Oral-

verkehr aufgehört, als es ihm unangenehm geworden sei, wobei sie sich am Ende 

des Abends aber immer noch an alles zu erinnern vermochte und ihn immer noch 

aufgefordert habe, mit ihr Geschlechtsverkehr zu haben (Urk. D1/2/5 S. 7), was der 

Beschuldigte E._____ bestätigte (Urk. D1/2/2 S. 3; Urk. D1/2/4 S. 5 f.; Urk. D1/2/6 

S. 15 + 23). 

Die Privatklägerin 1 gab zu dieser Phase in ihrer ersten Einvernahme bei der 

Staatsanwaltschaft  –  wie  auch  bereits  bei  der  Befragung  im  Kinderspital 

-   45   -

(Urk. D1/1/1 S. 3 f.) – an, dass sie ein Blackout gehabt habe, als es zum Oralver-

kehr gekommen sei. Die Beschuldigten hätten sie genommen bzw. nach hinten zu 

einem Holzbänkli gebracht, als alle anderen vorne gewesen seien. Sie sei besoffen 

gewesen und einer (gemeint der Beschuldigte D._____) habe dann, ohne dass ihr 

das bewusst gewesen sei und sie etwas gesagt oder sie angemacht habe, seinen 

Penis in ihren Mund gegeben, ohne dass sie das gewollt oder "okay" gesagt habe. 

Sie habe ihm "einen geblowt" und wisse nur noch, dass sie dann mit ihnen wieder 

zu den anderen zurückgelaufen sei (Urk. D1/3/4 S. 5 + 17 ff.). Gleichzeitig betonte 

die Privatklägerin 1, dass dies alles für sie in Ordnung gewesen sei und sie nicht 

glaube, dass die Beschuldigten gecheckt hätten, wie betrunken sie gewesen sei, 

wobei der Beschuldigte D._____ ihr gegenüber noch gesagt habe, dass sie "ganz 

weg" sei (Urk. D1/3/4 S. 15 f.). Mithin spricht die Privatklägerin 1 zwar konstant von 

einem sog. Black-Out, vermag sich jedoch gleichzeitig an die Geschehnisse zu er-

innern und macht mindestens in ihrer ersten Einvernahme keine Gedächtnislücken 

geltend, weshalb ihre Begriffswahl nicht wörtlich zu verstehen ist, zumal sie im Rah-

men  ihrer  ersten  Einvernahme  bei  der  Staatsanwaltschaft  noch  angab,  dass  sie 

schon "gecheckt" habe, was dort passieren könne, als sie mit dem Beschuldigten 

D._____ nach hinten zum Baumstamm gegangen sei (Urk. D1/3/4 S. 15). Auf die 

Frage, wie es ihr im Moment, als sie den Penis im Mund gehabt habe, gegangen 

sei, sagte sie denn auch: "Wie vorher, einfach besoffen. […]." Angesprochen dar-

auf, ob sie gesagt habe, dass sie das nicht möchte, erklärte sie, dass sie nichts 

gesagt habe, wobei sie anfügte, dass ihr abgesehen von den Filmaufnahmen die 

Sache eigentlich egal sei und sie nicht wisse, wieso sie eigentlich hier sei, zumal 

sie ja nicht schwanger sei (Urk. D1/3/4 S. 20 f.). Erst in ihrer zweiten Einvernahme 

erklärte sie dann auf die Frage, wie sie sich im Moment des Oralverkehrs gefühlt 

habe, dass sie besoffen gewesen sei und nichts dagegen habe machen bzw. sagen 

können (Urk. D1/3/7 S. 9 + 12). In dieser zweiten Einvernahme beschrieb sie dann 

erstmals auch ein eigentliches "Black-Out", indem sie erklärte, dass sie nach dem 

Oralverkehr auf dem Boden wieder aufgewacht sei (Urk. D1/3/7 S. 9 + 12 f.).

Die Aussagen der zu dieser Phase einvernommenen Zeuginnen vermögen 

für die Erstellung des Sachverhaltes nicht viel beizutragen, nachdem J._____ zwar 

sagte, dass sie das Gefühl habe und von der Privatklägerin 1 dahingehend unter-

-   46   -

richtet worden sei, dass der Oralverkehr nicht freiwillig gewesen sei (Urk. D1/4/2 

S. 4; Urk. D1/4/8 S. 15 f.), während G._____ in ihrer ersten Einvernahme – bevor 

sie  mit  den  anderen  Anwesenden  über  den  Vorfall  gesprochen  hatte  (vgl. 

Urk. D1/4/9 S. 6 f.) – genau das Gegenteil zu Protokoll gab, wonach sich die Pri-

vatklägerin 1 von sich aus ausgezogen habe und mit dem Beschuldigten D._____ 

habe Sex bzw. Oralverkehr vollziehen wollen (Urk. D1/4/4 S. 5 f.). 

Letztlich entscheidend fällt mithin hinsichtlich dieser Sequenz des Abends 

die im Recht liegende Videoaufnahme in Betracht (vgl. Urk. D1/1/23 Snapchat 4), 

welche zeigt, wie die Privatklägerin 1 den Penis des Beschuldigten D._____ in einer 

ersten Phase über der Unterhose anfasst, sich in der Folge nach vorne zum Be-

schuldigten beugt, welcher in der Folge – mittlerweile mit heruntergezogener Un-

terhose – seinerseits den Kopf der Privatklägerin 1 umfasst, um ihn zum Penis zu 

führen, wobei die Privatklägerin 1 anschliessend mit aktiver Unterstützung des Be-

schuldigten rund 7 Sekunden den Oralverkehr vollzieht und dabei ihre Hände in die 

Taschen der Hosen des Beschuldigten krallt (Sequenz Snapchat 4 ab Sekunde 18). 

Mit dieser Sequenz nicht in Einklang bringen lässt sich, wenn die Privatklägerschaft 

geltend macht, dass sich die Privatklägerin 1 überhaupt nicht aktiv am Oralverkehr 

beteiligt und sich lediglich an den Hosentaschen des Beschuldigten D._____ fest-

gehalten  habe,  weil  sie  ansonsten  umgefallen  wäre  (vgl.  Urk. 133  S. 7;  Prot. II 

S. 89 f. + 94), wird dabei doch ausgeblendet, dass die Privatklägerin 1 noch wenige 

Augenblicke zuvor eigenständig ohne sich irgendwo festzuhalten auf dem Baum-

stamm sass und sich von selbst zum Beschuldigten D._____ lehnte. Selbst wenn 

der Beschuldigte D._____ in der Folge unterstützend eingreift, bestehen vor die-

sem Hintergrund keine Anhaltspunkte dafür, dass sich die Privatklägerin 1 während 

des Oralverkehrs hätte festhalten müssen, um nicht umzufallen. Nachdem die Auf-

nahme in der Folgezeit abbricht, ist denn auch nicht erkennbar, wie sich die Privat-

klägerin 1 anschliessend verhielt, wobei der Umstand, dass das Video allgemein 

von schlechter Qualität ist, den Beschuldigten diesbezüglich nicht zum Nachteil ge-

reichen kann. Es ist zwar durchaus möglich, dass die von der Privatklägerschaft 

zitierte Aufnahme gemäss Snapchat 9, auf welcher zu sehen ist, wie die Privatklä-

gerin 1 sitzend von einem Baumstamm zu Boden schwenkt (vgl. hierzu Urk. 131 

S. 3; Urk. 133 S. 4 f.), in zeitlicher Nähe zum inkriminierten Oralverkehr aufgenom-

-   47   -

men wurde. Wann dies jedoch genau der Fall war, lässt sich nicht zweifelsfrei eru-

ieren.  Namentlich  lässt  sich  nicht  erstellen,  wie  viel  Zeit  vom  Oralverkehr  bis  zu 

dieser Aufnahme verstrichen ist, weshalb die Aufzeichnung insgesamt von geringer 

Aussagekraft  ist,  zumal  die  entsprechende  Sequenz  auch  lediglich  3 Sekunden 

dauert und die Privatklägerin 1 von hinten gefilmt wird. Dass sie zusammengesun-

ken  oder  gar  bewusstlos  geworden  wäre,  wie  sie  in  ihrer  späteren  Einvernahme 

anzudeuten scheint (vgl. Urk. D1/3/7 S. 4), kann zu Lasten der Beschuldigten je-

denfalls nicht rechtsgenügend festgestellt werden, dies umso weniger, als sie den 

Weg zurück zur Gruppe dann offensichtlich selber gefunden hat. 

Zusammenfassend ist damit zum zweiten Sachverhaltsabschnitt im Einklang 

mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die Privatklägerin 1 gestützt auf ihre eigenen 

Aussagen sowie auch jene der Beschuldigten zwar erheblich betrunken war und 

sich ihr Rauschzustand auch massgeblich auf ihre Einsichts- und Steuerungsfähig-

keit ausgewirkt haben dürfte, wie nicht zuletzt die Videoaufnahme gemäss Snap-

chat 9 indiziert. Ein sog. "Blackout" im Sinne eines Filmrisses ist indes für keine 

Sequenz nachvollziehbar dargetan und auf der Aufnahme betreffend den Oralver-

kehr auch nicht ersichtlich. Vielmehr geht daraus entgegen der Privatklägerschaft 

ein  teilweise  aktives  Verhalten  hervor,  welches  eine  durchaus  noch  vorhandene 

Handlungsfähigkeit  nahelegt,  welche  auch  die  Fähigkeit  zur  Abwehr  miteinsch-

liesst. In dieses Bild passen auch die bereits dargelegten Geschehnisse gemäss 

dem ersten Sachverhaltsabschnitt, in dessen Rahmen die Privatklägerin 1 – dann-

zumal noch weniger angetrunken – eigenständig die Initiative ergriffen hat und die 

ersten sexuell konnotierten Handlungen mit den Beschuldigten vornahm. 

c)

Mit Bezug auf den dritten Sachverhaltsabschnitt, in welchem die Staatsan-

waltschaft den beiden Beschuldigten vorwirft, der bäuchlings auf deren Oberschen-

keln liegenden Privatklägerin 1 an den Hintern gefasst, diesen geküsst und gekne-

tet zu haben sowie zwischen die Beine in den Bereich von Anus/Vulva gefasst zu 

haben,  ist  den  Videoaufnahmen  zu  entnehmen  (vgl.  Urk. D1/1/23  Snapchat  5; 

Snapchat 6; Snapchat 7), dass sich die Privatklägerin 1 – wie bereits die Vorinstanz 

zutreffend festhielt (Urk. 72 + Urk. 104/75 jeweils S. 17) – kaum noch bewegt und 

weder auf die nicht gerade zimperlichen Berührungen der Beschuldigten noch auf 

-   48   -

das Erscheinen von K._____, welche gegenüber den Beschuldigten erklärte, dass 

die Privatklägerin 1 ihr gehöre, reagiert. Nichtsdestotrotz ist der Vorinstanz in der 

Ansicht  beizupflichten,  dass  sich  alleine  gestützt  auf  die  vergleichsweise  kurzen 

Sequenzen der entsprechenden Videoaufnahmen (das längste Video dauert rund 

30 Sekunden) der effektive Zustand der Privatklägerin 1 nicht zweifelsfrei bestim-

men lässt, zumal ihr Gesicht auf den Videos nicht zu erkennen ist. 

Ein anderer Schluss kann sodann auch bei genauerer Beleuchtung der vor-

handenen Personalbeweise nicht gezogen werden. Auf Vorhalt der entsprechen-

den Videos anlässlich ihrer zweiten Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft sagte 

die Privatklägerin 1 diesbezüglich lediglich aus, sie habe zu dieser Zeit einfach dort 

über  den  beiden  gelegen,  wobei  sie  die  Beschuldigten  angefasst  hätten 

(Urk. D1/3/7 S. 17). Der Beschuldigte D._____ sagte derweil in diesem Zusammen-

hang im Wesentlichen aus, der Zustand der Privatklägerin 1 sei nach dem Oralver-

kehr mit ihm schlechter geworden und sie sei dann "unzurechnungsfähig" gewesen, 

was aber erst beim Lagerfeuer angefangen habe (Urk. D1/2/5 S. 12; Urk. D1/2/6 

S. 28). Zur Position der Privatklägerin 1 auf dem Video erklärte er, dass er nicht 

gewollt habe, dass sie kotze. Sie sei aber auch zu diesem Zeitpunkt noch voll da 

gewesen und habe nichts dagegen gehabt, was da am Lagerfeuer gewesen sei. 

Sie sei wach gewesen und habe sprechen und sagen können, was sie wolle und 

was nicht (Urk. D1/2/6 S. 25 + 27 f.; vgl. auch Prot. II S. 55 f.). Es sei denn auch die 

Privatklägerin 1 gewesen, die selbständig zu ihnen gekommen und über ihre Beine 

gelegen sei (Urk. D1/2/6 S. 34 + Prot. II S. 55 f.). Der Beschuldigte E._____ meinte 

schliesslich, dass die Privatklägerin 1 so dagelegen habe, weil sie wegen des Al-

kohols immer müder geworden sei. Sie habe aber noch sprechen können, wobei 

er  jedoch  auch  Angst  gehabt  habe,  dass  sie  sich  übergebe  (Urk. D1/2/4  S. 7 f.; 

Urk. D1/2/6 S. 8 + 13 + Prot. II S. 69). Auf die Frage, ob die Privatklägerin 1 in die-

sem  Moment  mit  dem  Handeln  der  Beschuldigten  einverstanden  gewesen  sei, 

sagte er, dass sie sich nicht gewehrt habe. Sie habe reagiert und Töne ausgespuckt 

(Urk. D1/2/6 S. 13). Sie hätte auch nein sagen können, oder sagen können, was 

sie störe. Sie habe jedenfalls den ganzen Abend gewusst, was sie mache und was 

sie störe (Urk. D1/2/6 S. 34; vgl. auch Prot. II S. 69 f.).

-   49   -

Zusammenfassend ist demnach hinsichtlich dieses dritten Sachverhaltsab-

schnittes zu konstatieren, dass die Privatklägerin 1 gestützt auf die Aussagen der 

Beschuldigten  mittlerweile  derart  betrunken  war,  dass  sie  sich  Sorgen  machten, 

dass sie sich übergeben könnte, wobei die Aussage des Beschuldigten D._____, 

dass sie "unzurechnungsfähig" gewesen sei, im Kontext seiner weiteren Aussagen 

nicht im juristisch-technischen Sinn verstanden werden kann. Auch wenn die Pri-

vatklägerin 1 in dieser dritten Phase mithin unbestrittenermassen am stärksten al-

koholisiert  war,  ist  gestützt  auf  die  Aussagen  der  Beschuldigten  und  ausgehend 

vom Anklagesachverhalt (vgl. Urk. D1/27 + Urk. D1/30 jeweils S. 6) auch für diesen 

dritten Sachverhaltsteil festzustellen, dass es die Privatklägerin 1 war, welche auf 

die Beschuldigten zuging und sich dann von sich aus selbständig bäuchlings auf 

die Beine der beiden Beschuldigten legte. Weiter ist angesichts der auf Vorhalt des 

entsprechenden Videoausschnittes erfolgten Aussage des Beschuldigten D._____, 

wonach er anfangs gar nicht gemerkt habe, dass gefilmt werde, da alle durchein-

ander geredet hätten und ihm die Privatklägerin 1 gerade in diesem Moment etwas 

gesagt habe (Urk. D1/2/6 S. 25), davon auszugehen, dass sich die Privatklägerin 1 

auch in dieser Phase des Abends noch mitteilen konnte, wohingehend sich auch 

beide Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhandlung äusserten (vgl. Prot. II 

S. 55 f. + 70). So zeigt die fragliche Sequenz denn auch in der Tat, dass der Be-

schuldigte D._____ zu Beginn der Aufnahme nicht in die Kamera schaut, sondern 

in einem Gespräch zu sein scheint (Urk. D1/1/23 Snapchat 5), auch wenn sich nicht 

verifizieren  lässt,  mit  wem  dieses  Gespräch  geführt  wurde.  Die  Behauptung  der 

Vertreterin der Privatklägerin 1, wonach Letztere zu jenem Zeitpunkt keine Geräu-

sche mehr von sich gegeben habe (Urk. 131 S. 4), lässt sich aufgrund der Akten 

mithin nicht verifizieren. Abschliessend ist demzufolge festzuhalten, dass sich die 

Privatklägerin 1 in diesem letzten Abschnitt offensichtlich kaum mehr auf den Bei-

nen  halten  konnte,  was  tatsächlich  für  eine  schlechte  körperliche  Verfassung 

spricht,  ohne  dass  aber  damit  bewiesen  wäre,  dass  auf  ihrer  Seite  eine  Wider-

standsunfähigkeit dahingehend vorlag, dass sie sich nicht mehr adäquat gegen un-

liebsame sexuelle Annäherungen zur Wehr zu setzen vermochte, zumal zugunsten 

der Beschuldigten nicht zuletzt auch davon auszugehen ist, dass sich dieser dritte 

Sachverhaltsabschnitt in zeitlicher Nähe zum Oralverkehr ereignete, als eine Hand-

-   50   -

lungsfähigkeit der Privatklägerin 1 noch offenkundiger gegeben war. Mithin ist zu-

gunsten der Beschuldigten auch für diesen letzten Sachverhaltsabschnitt anzuneh-

men, dass die Privatklägerin 1 noch hinreichend in der Lage war, einen eigenen 

Willen zu bilden und diesen nach aussen hin kundzutun.

3.2. Rechtliche Würdigung

3.2.1.  Der Schändung bzw. des gemäss neuem Sexualstrafrecht (in Kraft gesetzt 

am 1. Juli 2024) umformulierten Straftatbestandes des Missbrauchs einer urteils-

unfähigen  oder  zum  Widerstand  unfähigen  Person  im  Sinne  von  Art. 191  StGB 

macht sich strafbar, wer eine urteilsunfähige oder zum Widerstand unfähige Person 

in Kenntnis ihres Zustandes zum Beischlaf, zu einer beischlafähnlichen oder einer 

anderen sexuellen Handlung missbraucht. Gemäss Art. 2 StGB gilt das Rückwir-

kungsverbot auch bei Teilrevisionen. Für Taten, die unter der Herrschaft der alten 

Rechtsordnung begangen worden sind, gelangt somit im Grundsatz dieses Recht 

zur Anwendung. Wurde die Tat zwar vor dem Inkrafttreten der Revision begangen, 

wird sie aber erst nachher beurteilt, so ist indessen die neue Regelung anzuwen-

den,  wenn  sie  die  mildere  ist  (Art. 2  Abs. 2  StGB).  Da  sich  vorliegend  das  neue 

Recht von Art. 191 StGB nicht als das mildere erweist, ist jedoch die altrechtliche 

Schändungsnorm (Art. 191 aStGB) anzuwenden.

3.2.2.  Hinsichtlich  der  entsprechenden  Rechtsgrundlagen  kann  vorliegend  im 

Sinne von Art. 82 Abs. 4 StPO im Wesentlichen auf die zutreffenden Erwägungen 

der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 72 + Urk. 104/75 jeweils S. 13 f.). Nochmals 

zu  erwähnen  ist  in  diesem  Zusammenhang,  dass  eine  Widerstandsunfähigkeit 

grundsätzlich auch dann vorliegen kann, wenn sich eine Person alkohol- und mü-

digkeitsbedingt nicht oder nur schwach gegen die an ihr vorgenommenen sexuellen 

Handlungen wehren kann (vgl. Urteile 6B_1179/2021 vom 5. Mai 2023, E. 3.3.1. f., 

6B_200/2022 vom 23. Mai 2022, E. 1.3.1. und 6B_464/2019 vom 17. Januar 2020, 

E. 3.1.2.).  Vorausgesetzt  ist  indessen,  dass  die  Widerstandsunfähigkeit  gänzlich 

aufgehoben und nicht nur graduell beeinträchtigt oder eingeschränkt ist (BGE 133 

IV 49, E. 7.2.). Bei der Schändung liegt der besondere Handlungsunwert im Miss-

brauch einer persönlich oder situativ bedingten Wehrlosigkeit des dadurch schutz-

-   51   -

bedürftigen  Opfers.  Dieses  wird  vom  Täter  als  willenloses  Mittel  zum  Zweck  der 

eigenen sexuellen Befriedigung instrumentalisiert (BGE 148 IV 329, E. 5.2. + 5.5.).

3.2.3.  Gestützt auf den insoweit erstellten Sachverhalt ist mit Bezug auf den gege-

benen Fall davon auszugehen, dass das Handeln der Privatklägerin 1 zum Tatzeit-

punkt massgeblich durch ihren Alkoholkonsum beeinflusst bzw. beeinträchtigt war. 

Zwar bestehen gewisse Anhaltspunkte, dass die Privatklägerin 1 an jenem Abend 

nicht das erste Mal Alkohol getrunken hat (vgl. bspw. Urk. D1/3/4 S. 24), andrer-

seits  kann  bei  ihr  auch  nicht  von  einer  im  Umgang  mit  Alkohol  geübten  Person 

ausgegangen werden. Vielmehr ist wahrscheinlich, dass die Privatklägerin 1 auf-

grund ihres damals noch jungen Alters vergleichsweise rasch in einen Rauschzu-

stand geriet, was mitzuberücksichtigen ist. Von der Tatsache, dass sich die Privat-

klägerin 1 an diesem Abend aufgrund der Kombination des jungen Alters mit der 

zunehmenden Alkoholisierung jemals in  einem  Zustand der vollständigen Wider-

standsunfähigkeit  befunden  hat  (so  die  Privatklägerschaft,  vgl.  Urk. 131  S. 3 ff.; 

Urk. 133 S. 3 + 10 f.), kann aber nicht ausgegangen werden. Massgeblich ins Ge-

wicht fällt dabei, dass die Handlungen der Privatklägerin 1 lange auch auf selbst 

gesteuerter Eigeninitiative beruhten, auch wenn sie aus ihrer Sicht retrospektiv be-

trachtet in unerwünschtem Umfang enthemmt agierte. Nach dem von ihr initiierten 

ersten sexuellen Austausch zeigte sie auch in der Folge ein zumindest teilweise 

aktives Verhalten, welches nicht auf eine Widerstandsunfähigkeit schliessen lässt, 

so insbesondere im Rahmen des Oralverkehrs, aber auch im letzten Sachverhalts-

abschnitt, als sie sich den beiden Beschuldigten bäuchlings über die Beine legte 

und  nach  wie  vor  mit  ihnen  kommunizierte.  Anders  als  es  die  Privatklägerschaft 

darstellt, kann dabei nicht einzig aufgrund des Umstandes, dass die Privatkläge-

rin 1 während 30 Sekunden regungslos auf den Oberschenkeln der Beschuldigten 

lag und keine Reflexhandlungen zeigte, als sie betatscht wurde (vgl. Urk. 131 S. 4; 

Urk. 133  S. 10),  auf  eine  Widerstandsunfähigkeit  geschlossen  werden,  denn  hat 

sich die Privatklägerin 1 selbst noch im letzten Sachverhaltsabschnitt aktiv auf die 

beiden Beschuldigten zubewegt und sich ihnen in der Folge mitteilen können, so 

ist in objektiver Hinsicht nicht von einer willenlosen Person, welche zwecks sexuel-

ler Handlungen missbraucht worden wäre, auszugehen, auch wenn die Beschul-

digten von ihrer Betrunkenheit insofern profitierten, als sich daraus eine gewisse 

-   52   -

Trägheit ergab. Die Privatklägerin 1 hat in ihren tatnächsten Angaben denn auch 

nie den Eindruck aufkommen lassen, dass sie zu irgendeinem Zeitpunkt wehrlos 

gewesen wäre, und auch die Beschuldigten haben stets betont, dass sie jederzeit 

noch in der Lage gewesen sei, ihnen mitzueilen, wenn ihr etwas nicht passte, so 

dass letztlich auch in subjektiver Hinsicht fraglich erscheint, inwiefern den Beschul-

digten der Vorwurf gemacht werden könnte, um die völlige Widerstandsunfähigkeit 

der Privatklägerin 1 gewusst und diesen Zustand gezielt ausgenutzt zu haben (vgl. 

hierzu auch die Aussage der Privatklägerin 1, wonach sie nicht glaube, dass die 

Beschuldigten gecheckt hätten, wie betrunken sie gewesen sei [Urk. D1/3/4 S. 16]). 

In diesem Zusammenhang fällt denn auch auf, dass sich die am Tatabend anwe-

senden Mädchen am nächsten Tag von sich aus erneut bei den beiden Beschul-

digten meldeten, um mit ihnen an eine andere Party zu fahren, wobei sich die Pri-

vatklägerin 1  diesem  Vorhaben  ohne  Vorbehalte  anschloss  (vgl.  statt  vieler 

Urk. D1/3/4  S. 6 f., 23  + 26;  Urk. D1/3/7  S. 21).  Zwar  ist  der  Privatklägerin 1  zu 

glauben, wenn sie in ihrer zweiten Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft knapp 

eineinhalb Jahre nach dem Vorfall und auch anlässlich der Berufungsverhandlung 

angab, aufgrund des inkriminierten Vorfalles nach wie vor Angst davor zu haben, 

Alkohol zu trinken bzw. zu betrunken zu sein (Urk. D1/3/7 S. 17 f.; Prot. II S. 27), 

doch vermag der übermässige Alkoholkonsum nach dem Erstellten auch in Kombi-

nation mit dem noch jungen Alter nicht zu genügen, um eine Urteils- bzw. Wider-

standsunfähigkeit der Privatklägerin 1 zu begründen, zumal sich der Grad ihrer Al-

koholisierung auch nie objektiv bestimmen liess, nachdem aufgrund der zeitlich ver-

zögerten  Strafanzeige  nie  ein  Blutalkoholtest  gemacht  werden  konnte.  Dass  sie 

sich in der retrospektiven Betrachtung womöglich nun wünschen würde, dass der 

fragliche Abend anders verlaufen wäre, ist zwar durchaus nachvollziehbar, zumal 

sie insbesondere die Sichtung der gefilmten Szenen der Tatnacht wiederholt emo-

tional aufwühlte (vgl. Urk. D1/3/7 S. 15 ff.), doch vermag dieser Aspekt der rechtli-

chen Beurteilung keine andere Sichtweise zu verleihen. 

3.2.4.  Zusammenfassend  bestehen  vor  dem  Hintergrund  des  erstellbaren  Sach-

verhaltes  mit  der  Vorinstanz  zu  wenig  stringente  Anhaltspunkte,  um  die  Tatbe-

standsmerkmale der Urteils- bzw. Widerstandsunfähigkeit wie auch der bewussten 

Ausnutzung eines solchen Zustandes als gegeben erachten zu können, weshalb 

-   53   -

die Beschuldigten auch in zweiter Instanz vom Vorwurf der Schändung im Sinne 

von Art. 190 aStGB freizusprechen sind.

D.

1.

Pornografie (Dossier 1)

Den Beschuldigten wird in der Anklage unter Dossier 1.3.1. schliesslich auch 

angelastet, mit ihren Mobiltelefonen gegenseitig Videoaufnahmen davon erstellt zu 

haben, wie sie am Tatabend mit der Privatklägerin 1 sexuelle Handlungen vornah-

men. Namentlich hätten beide Beschuldigten jeweils eine Videoaufnahme davon 

erstellt, wie der Privatklägerin 1 ans Gesäss gegriffen wurde. Ferner habe der Be-

schuldigte E._____ die Privatklägerin 1 beim Oralverkehr mit dem Beschuldigten 

D._____ gefilmt und sodann mehrere Aufnahmen gemacht, als die Privatklägerin 1 

bäuchlings über ihren Oberschenkeln gelegen habe und von ihnen angefasst sowie 

ausgegriffen worden sei, wobei dieser die Videos auf dem Datenspeicher seines 

Mobiltelefons abgespeichert habe. Bei all dem seien sich beide Beschuldigten be-

wusst gewesen, dass die Privatklägerin 1 noch minderjährig sei (Urk. D1/27 S. 5 f.; 

Urk. D1/30 S. 5 ff.).

2.

Beide  Beschuldigten  haben  in  dieser  Hinsicht  den  relevanten  Sachverhalt 

vollumfänglich anerkannt und insbesondere eingeräumt, die vorgenannten Videos 

der Privatklägerin 1 erstellt und in der Folge abgespeichert auf ihren Mobiltelefonen 

besessen zu haben (vgl. statt vieler Urk. D1/2/6 S. 17; Prot. II S. 71). Dass sich der 

Beschuldigte D._____ anlässlich der Berufungsverhandlung nicht mehr gut daran 

zu erinnern vermochte (vgl. Prot. II S. 58), ändert daran nichts. Diese Zugeständ-

nisse können mithin der nachfolgenden rechtlichen Würdigung ohne Weiteres zu 

Grunde gelegt werden.

3.

Per 1. Juli 2024 ist – wie bereits erwähnt – das revidierte Sexualstrafrecht in 

Kraft getreten, wobei sich im Hinblick auf den Tatbestand der Pornografie das neue 

Recht  grundsätzlich  insofern  als  milder  erweist,  als  die  sog.  Gewaltpornografie 

nicht mehr als harte Pornografie im Sinne von Art. 197 StGB pönalisiert wird, wes-

halb vorliegend die neue Fassung des entsprechenden Art. 197 Abs. 5 StGB zur 

Anwendung gelangt (vgl. Art. 2 StGB: Grundsatz der "lex mitior"). 

-   54   -

3.1. Gemäss  Art.  197  Abs. 5  StGB  macht  sich  unter  anderem  der  Pornografie 

strafbar,  wer  Gegenstände  oder  Vorführungen  im  Sinne  von  Abs.  1  der  Bestim-

mung, die sexuelle Handlungen mit Minderjährigen zum Inhalt haben, konsumiert 

oder zum eigenen Konsum herstellt bzw. besitzt. Der Begriff der Pornografie setzt 

dabei  zum  einen  voraus,  dass  die  Darstellungen  oder  Darbietungen  objektiv  be-

trachtet darauf ausgelegt sind, den Konsumenten sexuell aufzureizen. Zum ande-

ren ist erforderlich, dass die Sexualität so stark aus ihren menschlichen und emoti-

onalen Bezügen herausgetrennt wird, dass die jeweilige Person als blosses Sexu-

alobjekt  erscheint,  über  das  nach  Belieben  verfügt  werden  kann  (vgl.  Urteil 

6B_954/2019 vom 20. Mai 2020, E. 1.3.2.). Im Vordergrund stehen dabei auf den 

Genitalbereich konzentrierende Darstellungen sexuellen Inhaltes (ISENRING/KESS-

LER, BSK StGB II, 4. Aufl., N 14 zu Art. 197 StGB). 

3.2. Die beiden erstgenannten Videos, in denen jeweils zu sehen ist, wie der eine 

Beschuldigte der Privatklägerin 1 jeweils kurz ans Gesäss fasst (vgl. Urk. D1/1/23 

Snapchat 2 und 3), erfüllen vor dem dargelegten rechtlichen Hintergrund die vom 

Bundesgericht festgelegten Voraussetzungen für den Begriff der Pornografie nicht, 

ist  doch  das  kurze  Anfassen  des  Gesässes  der  Privatklägerin 1  über  der  Jeans 

noch nicht geeignet, den objektiven Betrachter in sexueller Hinsicht besonders auf-

zureizen (vgl. vorstehend Ziffer III.C.2.2.2.), zumal der Inhalt der Aufnahmen hier 

auch  nicht  einzig  auf  das  sexuelle  Verhalten  der  Privatklägerin 1  reduziert  wird, 

weshalb  insgesamt  nicht  von  einem  pornografischen  Erzeugnis  im  Sinne  von 

Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB ausgegangen werden kann.

3.3. Anders zu beurteilen sind demgegenüber die vom Beschuldigten E._____ 

erstellten  Aufnahmen,  auf  welchen  ersichtlich  ist,  wie  der  Beschuldigte  D._____ 

von der Privatklägerin 1 fellationiert wird (vgl. Urk. D1/1/23 Snapchat 4) und wie er 

gemeinsam  mit  dem  Beschuldigten  D._____  die  Privatklägerin 1  im  Intimbereich 

ausgreift (Urk. D1/1/23 Snapchats 5, 6, 7). Dabei vermag ihn sein Einwand, dass 

er die Videoaufnahme lediglich als Erinnerung gemacht habe (Urk. 51 S. 10; Prot. II 

S. 71), nicht zu entlasten, ändert dies doch nichts am sexuellen Gehalt der aufge-

nommenen Handlungen, welche die Privatklägerin 1 hier lediglich als Sexualobjekt 

erscheinen  lassen,  was  fraglos  unter  den  Schutzbereich  der  Bestimmung  fällt. 

-   55   -

Wenn der Verteidiger des Beschuldigten E._____ sodann hinsichtlich des Videos, 

welches den Oralverkehr zeigt, vorbringt, dieser habe nicht gewusst, welche Hand-

lungen  er  konkret  filmte  (vgl.  Urk. 61  S. 15),  so  mag  dies  in  einer  ersten  Phase 

allenfalls noch zutreffend gewesen sein, während hingegen in einer weiteren Phase 

der  Oralverkehr  –  entgegen  seiner  Sachdarstellung  (vgl.  Urk. 51  S. 10)  –  unver-

kennbar erscheint, ohne dass die Aufnahme abgebrochen worden wäre.

3.4.

3.4.1.  Schlussfolgernd hat sich der Beschuldigte E._____ demnach durch die Auf-

nahme bzw. Herstellung für den eigenen Konsum sowie den nachmaligen Besitz 

der  vorgenannten  Videoaufnahmen  der  mehrfachen  Pornografie  im  Sinne  von 

Art. 197  Abs. 5  Satz 2  StGB  schuldig  gemacht,  wohingegen  ein  zusätzlicher 

Schuldspruch wegen einer Zuwiderhandlung gegen Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB, 

wie ihn die Privatkläger 2 und 3 verlangen (vgl. Urk. 133 S. 2 + 14 ff.), von vornher-

ein ausser Betracht fällt, nachdem ihm in der Anklageschrift nicht vorgeworfen wird, 

dass  er  die  Videos  verbreitet  oder  anderen  Personen  zugänglich  gemacht  habe 

(vgl. Urk. D1/30 S. 5 ff.).

3.4.2.  Dem  Beschuldigten  D._____  können  die  entsprechenden  Aufnahmen  des 

Beschuldigten E._____ indessen nicht angelastet werden, nachdem eine mittäter-

schaftliche  Tatbegehung  unter  Verweis  auf  die  früheren  Erwägungen  zu  dieser 

Thematik (vgl. vorstehend Ziffer III.C.2.2.5.) auch diesbezüglich zu verneinen ist, 

zumal  die  Videoaufnahmen  teilweise  gar  den  Eindruck  vermitteln,  dass  die  Be-

schuldigten vom gegenseitigen Filmen nichts mitbekommen haben. Nachdem die 

ersten  Sequenzen  betreffend  das  Anfassen  des  Gesässes  der  Privatklägerin  1 

nicht tatbestandsmässig sind, ist der Beschuldigte D._____ mithin vom Vorwurf der 

Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB betreffend Dossier 1 freizu-

sprechen.

E.

1.

Weitere Delikte des Beschuldigten D._____ (Dossier 4) 

Weiter wird dem Beschuldigten D._____ von der Anklage vorgeworfen, am 

18. Juni 2020 auf dem Datenträger seines Mobiltelefones im Besitz diverser verbo-

-   56   -

tener pornografischer Erzeugnisse gewesen zu sein, wobei er um deren Inhalt ge-

wusst  oder  zumindest  damit  gerechnet  habe  (Urk. D1/27  S. 7 f.  mit  Verweis  auf 

Urk. D4/2).

2.

Der Beschuldigte D._____ anerkennt diesbezüglich, dass sich die fraglichen 

Abbildungen  auf  seinem  Mobiltelefon  befunden  haben  (Urk. D1/2/7  S. 12  + 14; 

Prot. II S. 59), macht jedoch geltend, dass es sich um sog. WhatsApp-Stickers ge-

handelt  habe,  mithin  bloss  kleine  Bilder,  die  sich  nicht  grösser  machen  liessen 

(Urk. D1/2/7  S. 12;  Urk. 50  S. 14 f.;  Prot. II  S. 59).  Weiter  bringt  er  in  subjektiver 

Hinsicht vor, dass er diese Erzeugnisse im Rahmen von Gruppenchats zugesandt 

erhalten habe und sich diese in der Folge unwissentlich auf seinem Mobiltelefon 

befunden hätten (Urk. D1/2/5 S. 14; Urk. D1/2/8 S. 28; Urk. 50 S. 15; Prot. II S. 59), 

wobei  er  sich  im  Berufungsverfahren  nicht  weiter  gegen  den  vorinstanzlichen 

Schuldspruch zur Wehr setzt (vgl. Urk. 134 e contrario). 

3.

Hinsichtlich  der  rechtlichen  Grundlagen  kann  vorab  auf  die  eingangs  ge-

machten  Erwägungen  zum  Tatbestand  verwiesen  werden  (vgl.  vorstehend  Zif-

fer III.D.3.1.).  Vor  diesem  Hintergrund  ist  festzuhalten,  dass  bei  einer  Durchsicht 

der Dateien kein Zweifel daran besteht, dass es sich um Darstellungen mit sexuel-

lem Inhalt handelt, an welchen Kinder und/oder Tiere beteiligt sind (vgl. zum Gan-

zen Urk. D4/2). Auch wenn es sich dabei um relativ kleine WhatsApp-Sticker han-

delt, sind die Aufnahmen klar als pornografisch ersichtlich, zumal sie einzig darauf 

angelegt sind, beim Konsumenten geschlechtliche Erregung zu erwecken, ohne in 

einen anderen Kontext eingebettet zu sein, so dass die jeweiligen Darsteller letzt-

lich in erniedrigender Weise einzig als Sexualobjekte wahrgenommen werden (vgl. 

ISENRING/KELLER, BSK StGB II, a.a.O., N 14 ff. zu Art. 197 StGB). Indem der Be-

schuldigte diese Dateien mit tatsächlich kinder- bzw. tierpornografischem Inhalt be-

sass, erfüllte er in objektiver Hinsicht den Tatbestand von Art. 197 Abs. 5 Satz 1 

und 2 StGB.

4.

In subjektiver Hinsicht verlangt der Tatbestand des Besitzes von tatsächlich 

kinderpornografischen  und  zoophilen  Erzeugnissen  einerseits  Vorsatz,  jedenfalls 

Eventualvorsatz,  betreffend  den  hartpornografischen  Inhalt  (ISENRING/KESSLER, 

BSK StGB II, a.a.O., N 76 zu Art. 197 StGB). Andrerseits wird auch ein Besitzes- 

-   57   -

oder  Herrschaftswillen  gefordert,  wobei  gemäss  bundesgerichtlicher  Recht-

sprechung nicht erforderlich ist, dass die betroffene Person die pornografische Dar-

stellung auf einen eigenen Datenträger herunterlädt. Mithin manifestiert derjenige, 

der  um  die  automatische  Speicherung  der  strafbaren  Darstellungen  weiss  und 

diese im Nachgang an eine Internetsitzung nicht löscht, bereits dadurch seinen Be-

sitzeswillen, selbst wenn er auf die entsprechenden Erzeugnisse in der Folge nicht 

mehr aktiv zugreift (vgl. BGE 137 IV 208, E. 4.2.; Urteil 6B_954/2019 vom 20. Mai 

2020, E. 1.3.3.; vgl. auch ISENRING/KESSLER, BSK StGB II, a.a.O., N 52l zu Art. 197 

StGB).

Zwar lässt sich entgegen der Vorinstanz nicht von vornherein sagen, dass 

es sich beim Vorbringen des Beschuldigten D._____, wonach er die Erzeugnisse 

in Gruppenchats zugesandt erhalten habe und sich diese in der Folge unwissentlich 

auf seinem Mobiltelefon befunden hätten, um eine Schutzbehauptung handelt, zu-

mal ihm der Besitz von lediglich vier verbotenen pornografischen Abbildungen vor-

geworfen wird, und es theoretisch durchaus möglich erscheint, dass in Gruppen-

chats mit vielen Personen nicht jede einzelne Nachricht aktiv zur Kenntnis genom-

men wird. Wenn der Beschuldigte indessen um die automatische Speicherfunktion 

seines Mobiltelefons wusste (vgl. Urk. 50 S. 15) und auf Nachfrage auch ausdrück-

lich bestätigte, im Besitz solcher Abbildungen zu sein (vgl. Urk. D1/2/7 S. 14), so 

genügt dies zumindest für die Annahme eines Eventualvorsatzes. Wie die Vorin-

stanz zutreffend erwog, zeigte sich der Beschuldigte auf Vorhalt der inkriminierten 

pornografischen  Erzeugnisse  denn  auch  nicht  überrascht,  was  bei  erstmaliger 

Kenntnisnahme im Rahmen des Strafverfahrens indes zu erwarten gewesen wäre. 

Dass er anlässlich der Berufungsverhandlung pauschal bestritt, von der automati-

schen Speicherung dieser Bilder gewusst zu haben (Prot. II S. 59), vermag seine 

früheren Aussagen nicht zu relativieren.

5.

Der Beschuldigte D._____ ist damit in Bestätigung des vorinstanzlichen Ent-

scheides betreffend Dossier 4 auch vom Berufungsgericht der mehrfachen Porno-

grafie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 Satz 1 und 2 StGB schuldig zu sprechen.

-   58   -

F.

1.

Weitere Delikte des Beschuldigten E._____ (Dossier 3)

Dem Beschuldigten E._____ wird ferner ebenfalls vorgeworfen, am 18. Juni 

2020 auf dem Datenträger seines Mobiltelefones Samsung im Besitz diverser ver-

botener Gewaltdarstellungen und pornografischer Erzeugnissen gewesen zu sein, 

wobei er um den Inhalt dieser Erzeugnisse gewusst oder zumindest damit gerech-

net habe (Urk. D1/30 S. 7 ff. mit Verweis auf Urk. D3/2).

2.

Der Beschuldigte E._____ anerkennt ebenfalls, dass sich die fraglichen Ab-

bildungen, Darstellungen und Videoaufnahmen auf seinem Mobiltelefon befunden 

haben (vgl. Urk. D1/2/7 S. 8 f. + 11; Prot. II S. 71 f.), macht jedoch geltend, dass er 

diese Erzeugnisse einfach zugesandt bekommen habe und diese automatisch ge-

speichert  worden  seien.  Er  habe  dem  keine  grosse  Bedeutung  geschenkt  bzw. 

habe es gar nicht registriert. Er hätte die Dateien gelöscht, hätte er davon gewusst 

(Urk. D1/2/8 S. 20 + 25 f.; Urk. 51 S. 14; Prot. II S. 71 f.). Ferner ergänzte er, dass 

er viele dieser Erzeugnisse bei den Einvernahmen zum ersten Mal gesehen habe 

(Urk. 51 S. 14; Prot. II S. 72), wobei er anlässlich der Berufungsverhandlung von 

seiner Verteidigung dennoch die Bestätigung der vorinstanzlichen Schuldsprüche 

im Sinne von Art. 197 Abs. 5 Satz 1 und 2 StGB sowie der Gewaltdarstellungen im 

Sinne von Art. 135 Abs. 1bis  aStGB beantragen liess, soweit die gefundenen Daten 

strafbar seien (vgl. Urk. 136 S. 1 + 9).

3.

Hinsichtlich der rechtlichen Grundlagen der Pornografie kann vorab erneut 

auf  früheren  Erwägungen  zu  diesem  Tatbestand  verwiesen  werden  (vgl.  vorste-

hend Ziffer III.D.3.1. sowie III.E.3.-4.). Betreffend den Tatbestand der Gewaltdar-

stellungen gemäss Art. 135 StGB ist jedoch zu ergänzen, dass dieser im Rahmen 

der Harmonisierung der Strafrahmen per 1. Juli 2023 revidiert wurde (AS 2023 259; 

BBl 2018  2827).  Der  Besitz  von  Gewaltdarstellungen  im  Sinne  von  Art. 135 

Abs. 1bis StGB wird demnach neu – inhaltlich unverändert – gemäss Art. 135 Abs. 2 

Satz 1 StGB bestraft, wobei die entsprechende Strafandrohung ebenso unverän-

dert blieb. Eine höhere Strafandrohung sieht demgegenüber Satz 2 der revidierten 

Bestimmung für den Fall vor, dass die Gegenstände oder Vorführungen tatsächli-

che  grausame  Gewalttätigkeiten  gegen  Minderjährige  zum  Inhalt  haben.  Da  das 

neue Recht damit nicht milder ist als die alte Rechtsordnung (vgl. Art. 2 StGB), ist 

-   59   -

vorliegend nach wie vor die alte Bestimmung von Art. 135 Abs. 1bis aStGB anzu-

wenden.

3.1. Bei den beim Beschuldigten sichergestellten Dateien handelt es sich ankla-

gegemäss um 24 Bilder, welche besonders brutale Behandlungen von Menschen 

ohne aufklärerischen Wert zeigen, 22 Bilder und eine Videoaufnahme mit tatsäch-

lich kinderpornografischem Inhalt, 10 Bilder mit nicht tatsächlich kinderpornografi-

schem Inhalt und 33 Bilder sowie eine Videoaufnahme mit tierpornografischem In-

halt (vgl. Urk. D3/2), was von der Beschuldigtenseite zu Recht nicht in Frage ge-

stellt wird. Gemäss anerkanntem Sachverhalt befanden sich die Dateien sodann 

auf dem Datenträger des Mobiltelefones des Beschuldigten E._____, weshalb der 

objektive  Tatbestand  von  Art. 135  Abs.  1bis  aStGB  sowie  Art. 197  Abs. 5  Satz 1 

und 2 StGB ohne Weiteres erfüllt ist. Einzig hinsichtlich des angeklagten Besitzes 

der Gewaltpornografie ist der Beschuldigte zweitinstanzlich bereits aus objektiven 

Gründen  nicht  strafbar,  nachdem  dieser  seit  dem  Inkrafttreten  der  Revision  des 

Sexualstrafrechts vom 1. Juli 2024 nicht mehr unter den fraglichen Tatbestand fällt.

3.2. Wenn  die  Vorinstanz  in  subjektiver  Hinsicht  erwägt,  es  sei  als  Schutzbe-

hauptung zu qualifizieren und mute schlicht lebensfremd an, wenn der Beschuldigte 

E._____ geltend mache, dass sich die pornografischen Erzeugnisse ohne sein Wis-

sen auf seinem Mobiltelefon befunden hätten, so kann diesem Befund angesichts 

der Vielzahl der bei ihm vorgefundenen verbotenen Dateien – anders als beim Be-

schuldigten D._____ – durchaus beigepflichtet werden, dies nur schon, wenn man 

sich  vor  Augen  führt,  welchen  Platz  diese  Dateien  beansprucht  haben  müssen. 

Nachdem  die  Vorinstanz  unter  Verweis  auf  seine  Aussage  in  der  Untersuchung, 

dass er viele Sachen auf seinem Handy habe, die er eklig finde (Urk. D1/2/7 S. 10), 

schliesslich auch zu Recht zum Schluss gelangt ist, dass der Beschuldigte gewusst 

habe, im Besitz problematischer Dateien gewesen zu sein (Urk. 104/75 S. 22 f.), ist 

auch insofern zumindest von Eventualvorsatz auszugehen. Im Rahmen der staats-

anwaltschaftlichen  Einvernahme  vom  21. April  2021  gab  der  Beschuldigte  denn 

auch explizit zu Protokoll, dass er sich für die Bilder schäme, da man so etwas nicht 

mache  (vgl.  Urk. D1/2/7  S. 9  + 11),  was  er  anlässlich  der  Berufungsverhandlung 

wiederum  um  die  Aussage  ergänzte,  dass  er  die  Bilder  eklig  finde  (vgl.  Prot. II 

-   60   -

S. 72; vgl. auch Urk. 136 S. 9), was ihn jedoch nicht von der entsprechenden Straf-

barkeit befreit.

4.

Der Beschuldigte E._____ ist damit ebenfalls in Bestätigung des vorinstanz-

lichen Entscheides auch vom Berufungsgericht der Gewaltdarstellungen im Sinne 

von  Art. 135  Abs. 1bis  aStGB  sowie  der  mehrfachen  Pornografie  im  Sinne  von 

Art. 197 Abs. 5 Satz 1 und 2 StGB schuldig zu sprechen.

IV.  Strafe

Einleitung

Die  Vorinstanz  verhängte  gestützt  auf  ihre  Schuldsprüche  eine  Freiheits-

A.

1.

strafe von 18 Monaten sowie eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 90.– ge-

gen  den  Beschuldigten  D._____  und  eine  Freiheitsstrafe  von  12 Monaten  sowie 

eine  Geldstrafe  von  180 Tagessätzen  zu  Fr. 70.–  gegen  den  Beschuldigten 

E._____ (vgl. Urk. 72 S. 43; Urk. 104/75 S. 41). Die Beschuldigten wenden sich mit 

ihrer  Berufung  auch  gegen  diese  verhängten  Sanktionen,  wobei  sie  mindestens 

teilweise  ausdrücklich  eine  deutlich  mildere  Bestrafung  beantragen  (vgl.  Urk. 75 

S. 3 + Urk. 134 S.15 ff.; Urk. 104/78 S. 2 + Urk. 136 S. 1 + 9 f.). Mithin ist auch die 

vorinstanzliche Strafzumessung nochmals einer Prüfung im Lichte der gesetzlichen 

Grundlagen und der dazu ergangenen bundesgerichtlichen Praxis zu unterziehen, 

wobei die im Berufungsverfahren im Schuldpunkt nicht mehr zur Diskussion ste-

henden Delikte selbstredend in die Strafzumessung miteinzubeziehen sind. 

2.

Der  anwendbare  Strafrahmen  sowie  die  theoretischen  Grundsätze  der  in-

nerhalb  dieses  Rahmens  vorzunehmenden  Strafzumessung  sind  in  den  erstin-

stanzlichen Urteilen grundsätzlich umfassend und korrekt zusammengefasst wor-

den, so dass vorab in sinngemässer Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO darauf 

verwiesen werden kann (vgl. Urk. 72 S. 25 ff.; Urk. 104/75 S. 23 ff.), wobei mit der 

Vorinstanz  namentlich  keine  aussergewöhnlichen  Umstände  vorliegen,  die  es 

rechtfertigen  würden,  den  ordentlichen  Strafrahmen  zu  verlassen.  Entsprechend 

sind im Folgenden sowohl die Deliktsmehrheit als auch die teilweise Tatmehrheit 

-   61   -

innerhalb der angegebenen Bandbreite straferhöhend zu berücksichtigen. Der fa-

kultative  Strafschärfungsgrund  von  Art. 200  StGB,  welcher  massgeblich  für  die 

Fälle  von  sog.  Gruppenvergewaltigungen  geschaffen  wurde  und  eine  besonders 

verwerfliche und meist auch schwerere Tatbegehung pönalisieren soll (vgl. ISEN-

RING, BSK StGB II, a.a.O., N 6 zu Art. 200 StGB), kommt vorliegend nicht zur An-

wendung, nachdem hinsichtlich der in casu insofern in Betracht fallenden Vorwürfe 

der mehrfachen fahrlässigen sexuellen Handlungen mit Kindern und der mehrfa-

chen Pornografie ein mittäterschaftliches Handeln der Beschuldigten im Wesentli-

chen verneint wurde. Abschliessend ist mit Bezug auf die theoretischen Grundsätze 

nochmals zu betonen, dass die bundesgerichtliche Rechtsprechung bei der Bildung 

der Gesamtstrafe in einem ersten Schritt die Festsetzung von hypothetischen Ein-

zelstrafen fordert und es grundsätzlich nicht mehr zulässt, die Strafart und Straf-

höhe im Rahmen einer Gesamtbetrachtung festzulegen (BGE 144 IV 217, E. 3.5.4.; 

vgl.  auch  Urteile  6B_998/2019  vom  20. November  2020,  E. 4.2.2. ff.  und 

6B_496/2020 vom 11. Januar 2021, E. 3.4.2.). 

B.

1.

Strafart

Bei der Wahl der Strafart hat das Gericht neben dem Verschulden des Tä-

ters, der Zweckmässigkeit der Strafe, ihren Auswirkungen auf die Täterschaft und 

ihr soziales Umfeld sowie ihrer Wirksamkeit unter dem Gesichtswinkel der Präven-

tion Rechnung zu tragen (BGE 147 IV 241, E. 3.2.; Urteile 6B_93/2022 vom 24. No-

vember 2022, E. 1.3.4 f. und 6B_696/2021 vom 1. November 2021, E. 5.2.). Dabei 

ist dem Tatverschulden massgebliche Bedeutung zuzumessen. Nur wenn sowohl 

die  Geld-  als  auch  die  Freiheitsstrafe  in  äquivalenter  Weise  das  Verschulden  zu 

sanktionieren vermögen, ist dem Verhältnismässigkeitsprinzip folgend der Gelds-

trafe  die  Priorität  gegenüber  der  Freiheitsstrafe  einzuräumen  (vgl.  Urteil 

6B_93/2022 vom 24. November 2022, E. 1.3.8.).

2.

Die Vorinstanz kam in dieser Hinsicht betreffend den Beschuldigten D._____ 

unter zutreffender Begründung zum Schluss, dass bezüglich der mehrfachen fahr-

lässigen sexuellen Handlungen mit Kindern sowie des mehrfachen Führens eines 

Motorfahrzeuges ohne Führerausweis jeweils eine Freiheitsstrafe und für die übri-

-   62   -

gen  Delikte  eine  Geldstrafe  auszusprechen  ist  (Urk. 72  S. 26 f.).  Namentlich  er-

scheint in Anbetracht des Tatverschuldens des Beschuldigten D._____ im Rahmen 

der sexuellen Handlungen mit der Privatklägerin 1 einzig eine Freiheitsstrafe ange-

messen und zweckmässig, selbst wenn das Verhalten noch im Bereich der Fahr-

lässigkeit lag (vgl. nachstehend Ziffer IV.C.1.2.). Anders präsentiert sich die Sach-

lage  demgegenüber  hinsichtlich  des  Verabreichens  gesundheitsgefährdender 

Stoffe,  welchem  als  Verhalten  unter  Jugendlichen  keine  hohe  kriminelle  Energie 

innewohnt, zumal es den sexuellen Handlungen zeitlich vorgelagert war und auch 

sachlich nicht direkt damit zusammenhängt, da nicht von einer gezielten Alkoholi-

sierung der anwesenden Mädchen ausgegangen werden kann. Gleich verhält es 

sich mit der Pornografie, welche lediglich vier Einzelbilder betrifft, welche sich Ju-

gendliche  in  Gruppenchats  herumgereicht  haben.  Mit  Bezug  auf  das  mehrfache 

Führen eines Motorfahrzeuges ohne Führerausweis fällt demgegenüber wiederum 

ins Gewicht, dass mehrere gleichgeartete Einzeltaten zu sanktionieren sind, wel-

chen aus präventiven Aspekten nur mit einer Freiheitsstrafe beizukommen ist, zu-

mal der Beschuldigte D._____ diesbezüglich bereits einschlägig vorbestraft ist, wo-

bei ihn auch die laufende Probezeit nicht davon abhielt, mit gleichgelagerter Delin-

quenz fortzufahren. 

3.

Demgegenüber ist der Beschuldigte E._____ in teilweiser Abweichung zur 

Vorinstanz hinsichtlich der mehrfachen Pornografie und der Gewaltdarstellungen in 

Dossier  3  als  auch  hinsichtlich  der  mehrfachen  Pornografie  und  der  mehrfachen 

fahrlässigen  sexuellen  Handlungen  mit  Kindern  in  Dossier  1  mit  einer  Freiheits-

strafe zu sanktionieren, nachdem er nebst dem Besitz unzähliger hartpornografi-

scher Erzeugnisse und Gewaltdarstellungen zusätzlich von der Privatklägerin 1 kin-

derpornografisches  Material  erstellte  und  in  diesem  Zuge  mit  ihr  auch  sexuelle 

Handlungen vorgenommen hat, was insofern einen direkten Konnex aufweist, als 

sie  eine  bedenkliche  Einstellung  gegenüber  der  sexuellen  Integrität  namentlich 

minderjähriger Mädchen zeigen, welche insgesamt aus präventiven Gesichtspunk-

ten nicht mehr mit einer Geldstrafe sanktioniert werden können, auch wenn die se-

xuellen Handlungen nicht gravierend sind und isoliert betrachtet noch eine andere 

Sicht  nahelegen  könnten  (vgl.  dazu  namentlich  die  Urteile  6B_246/2024  und 

6B_258/2024 vom 27. Februar 2025, E. 2.5.4.). Hingegen erscheint unter Verweis 

-   63   -

auf die vorstehenden Erwägungen für das Verabreichen gesundheitsgefährdender 

Stoffe sowie das Überlassen des Motorfahrzeuges an den Beschuldigten D._____ 

aufgrund des relativ geringen Unrechtsgehaltes dieser nicht sexuell motivierten Ta-

ten noch die Verhängung einer Geldstrafe angemessen, zumal es sich beim Be-

schuldigten E._____ um einen Ersttäter handelt.

C.

1.

Beschuldigter D._____

Tatkomponente Freiheitsstrafe

1.1. Einleitung

Den  Ausgangspunkt  bei  der  Bildung  der  Gesamtfreiheitsstrafe  betreffend 

den Beschuldigten D._____ stellt mit der Vorinstanz (Urk. 72 S. 26) der Tatbestand 

der mehrfachen fahrlässigen sexuellen Handlungen mit Kindern als schwerste zu 

sanktionierende Tat dar (vgl. Art. 187 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 4 StGB).

1.2. Mehrfache fahrlässige sexuelle Handlungen mit Kindern (Dossier 1)

1.2.1.  Im Rahmen der objektiven Tatschwere ist hier zu berücksichtigen, dass die 

Privatklägerin 1 zum Tatzeitpunkt erst rund 13 ½ Jahre alt war und damit noch nicht 

knapp  vor  dem  Erreichen  des  Schutzalters  stand.  Auf  der  anderen  Seite  gilt  es 

miteinzubeziehen, dass der zur Tatzeit 20-jährige Beschuldigte D._____ zwar deut-

lich älter war als die Privatklägerin 1, selber aber auch noch als Jugendlicher zu 

gelten hat. Nebst dem deutlich unterschiedlichen Alter finden sich in den Akten so-

dann keinerlei Hinweise auf ein sonstiges Ungleichgewicht oder Machtgefälle. So 

war es mindestens in einer ersten Phase die Privatklägerin 1, welche aktiv auf die 

Beschuldigten zuging und den sexuellen Kontakt mit ihnen suchte. Dabei ist nicht 

ersichtlich, dass der Beschuldigte D._____ mit besonderer List vorgegangen wäre, 

wobei er aber andrerseits durchaus bemerkt haben musste, dass die Privatkläge-

rin 1 deutlich alkoholisiert war und im Rahmen der entsprechenden Enthemmung 

agierte. Deutlich erschwerend fällt sodann beim Beschuldigten D._____ die Art der 

sexuellen Handlungen ins Gewicht. Nachdem die Zungenküsse, das Anfassen der 

Brüste sowie das kurze Ausgreifen in den Schritt der Privatklägerin 1 noch von ver-

-   64   -

gleichsweise geringerer Intensität waren, ist der vollzogene Oralverkehr im intensi-

veren  Bereich  möglicher  sexueller  Handlungen  anzusiedeln,  wobei  der  Beschul-

digte aufgrund des Alters und der Alkoholisierung des Opfers durchaus damit rech-

nen  musste,  dass  es  der  erste  sexuelle  Kontakt  in  dieser  Richtung  sein  könnte, 

wobei seine Beteuerungen, mehrmals danach gefragt zu haben, ob dies in Ordnung 

sei,  was  bejaht  worden  sei,  angesichts  der  gesamten  Szenerie  nicht  sonderlich 

überzeugend wirken. Insgesamt liegt die objektive Tatschwere – im Vergleich zu 

allen  denkbaren  sexuellen  Handlungen  deutlich  älterer  Täter  mit  Kindern  –  aber 

noch im unteren Bereich und wiegt jedenfalls nicht mehr leicht. 

1.2.2.  Hinsichtlich der subjektiven Tatschwere ist zu erwägen, dass die Fahrlässig-

keit  bereits  tatbestandsimmanent  und  nicht  zusätzlich  verschuldensmindernd  zu 

berücksichtigen ist, zumal sich das Verhalten der Beschuldigten in casu nahe am 

Eventualvorsatz  bewegte.  Ferner  ist  weder  ersichtlich  noch  wurde  geltend  ge-

macht, dass der Beschuldigte in seiner Schuldfähigkeit in irgendeiner Weise einge-

schränkt gewesen wäre, selbst wenn man auf seine Aussage abstellt, wonach er 

am Tatabend auch betrunken war. Hinsichtlich seines Motivs ist von der eigenen 

Lustbefriedigung und damit von egoistischen Beweggründen auszugehen. Die sub-

jektive Tatschwere relativiert die objektive somit nicht. 

1.2.3.  Insgesamt  ist  vor  diesem  Hintergrund  die  hypothetische  Einsatzstrafe  im 

Falle des Beschuldigten D._____ auf eine Freiheitsstrafe von 9 Monaten festzuset-

zen.

1.3. Mehrfaches Fahren ohne Berechtigung (Dossier 6)

1.3.1.  Betreffend die objektive Tatschwere ist zu erwägen, dass der Beschuldigte 

D._____ über mehrere Monate hinweg immer wieder, anerkanntermassen bei fünf 

Gelegenheiten (vgl. Urk. D1/2/8 S. 28 f.), ein Motorfahrzeug lenkte, ohne dabei im 

Besitz eines Führerausweises gewesen zu sein, wobei aufgrund des Fehlens ge-

genteiliger Anhaltspunkte zu seinen Gunsten immerhin davon auszugehen ist, dass 

die von ihm zurückgelegten Strecken jeweils kurz waren. Ferner ist zu seinen Guns-

ten zu berücksichtigen, dass die Fahrten mindestens teilweise auch auf der grossen 

Parkplatzfläche vor seiner Wohnung (Urk. D1/2/7 S. 17) und – sofern im Verkehr – 

-   65   -

mehrheitlich am späten Abend bzw. in der Nacht stattfanden, als vergleichsweise 

wenig Verkehrsaufkommen geherrscht haben dürfte. Objektiv wiegen die fünf Fahr-

ten einzeln betrachtet leicht und auch das Gesamtverschulden wiegt noch leicht. 

1.3.2.  In  subjektiver  Hinsicht  handelte  der  Beschuldigte  direktvorsätzlich.  Er 

wusste,  dass  er  keinen  Führerausweis  besass  und  setzte  sich  bewusst  darüber 

hinweg. Hinsichtlich des Motivs ist mit der Vorinstanz gestützt auf seine eigene Aus-

sage davon auszugehen, dass er mittels der von den Fahrten erstellten Videoauf-

nahmen  Frauen  zu  beeindrucken  versuchte  (Urk. D1/2/7  S. 16).  Die  objektive 

Tatschwere wird entsprechend in subjektiver Hinsicht nicht relativiert. 

1.3.3.  Wenn die Vorinstanz vor diesem gesamten Hintergrund für die Verkehrsde-

likte  eine  Freiheitsstrafe  von  10 Monaten  festsetzte  (Urk. 72  S. 29),  so  erscheint 

dies – im Einklang mit der Verteidigung (vgl. Urk. 134 S. 16 f.) – zu hoch. Für die 

einzelnen Fahrten erweist sich vielmehr eine Strafe von jeweils rund 45 Tagen (ent-

sprechend insgesamt 7 ½ Monaten) angemessen, was in Beachtung des Aspera-

tionsprinzips  eine  Erhöhung  der  Einsatzstrafe  in  der  Grössenordnung  von  rund 

4 Monaten ergibt.

2.

Tatkomponente Geldstrafe

2.1. Die Vorinstanz hat sich hinsichtlich der mit Geldstrafe zu ahndenden Delikte 

im Rahmen der Beurteilung der Tatkomponente nicht dazu geäussert, weshalb sie 

die  Einsatzstrafe  gerade  für  die  mehrfache  Pornografie  festsetzte  (vgl.  Urk. 72 

S. 32). In der Praxis wird in diesem Zusammenhang bei gleichem Strafrahmen der 

einzelnen zu beurteilenden Straftaten darauf abgestellt, welche Tat in der Gesamt-

betrachtung schwerer wiegt bzw. welche Tat in zeitlicher Hinsicht voranging (vgl. 

ACKERMANN, BSK StGB I, a.a.O., N 116 zu Art. 49 StGB). Nachdem mit der Vor-

instanz – wie nachfolgend zu zeigen sein wird – das Vergehen gegen das Waffen-

gesetz konkret am schwersten wiegt, ist die Einsatzstrafe hierfür festzulegen, wor-

auf hernach aufgrund der weiteren Taten des Beschuldigten D._____ eine ange-

messene Strafschärfung vorzunehmen sein wird.

-   66   -

2.2. Vergehen gegen das Waffengesetz (Dossier 2)

2.2.1.  In objektiver Hinsicht besass der Beschuldigte D._____ bei sich zu Hause 

einen Schlagstock, ein Klappmesser mit Klappautomatik, ein Butterflymesser und 

zwei Schlagringe, ohne dass er hierfür über eine entsprechende Bewilligung ver-

fügte. Innerhalb des zur Verfügung stehenden Strafrahmens ist sein diesbezügli-

ches Verschulden zwar noch als vergleichsweise leicht einzustufen, jedoch ist nicht 

ausser Acht zu lassen, dass es sich um mehrere Schlag- und Stichgegenstände 

handelte und derart beschaffene Waffen notorischerweise durchaus geeignet sind, 

auch schwere Verletzungen zu verursachen. Nach Berücksichtigung der objektiven 

Tatschwere ist die Strafe mithin auf 90 Tagessätze festzulegen.

2.2.2.  In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte D._____ direktvorsätzlich, 

weshalb es insofern zu keiner Relativierung des objektiven Verschuldens kommt. 

Im Übrigen gab er an, die Waffen von einem Freund geschenkt erhalten und zu 

Dekorationszwecken zuhause ausgestellt zu haben, was ihm nicht zu widerlegen 

ist. Nichtsdestotrotz vermögen die subjektiven Aspekte die objektive Tatschwere in 

einer Gesamtschau nicht massgeblich zu relativieren, weshalb es bei einer Einsatz-

strafe von 90 Tagessätzen bleibt.

2.3. Verabreichen gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder

2.3.1.  Wenn die Vorinstanz hierzu im Rahmen der objektiven Tatschwere festhält, 

dass die Beschuldigten insgesamt zwei Flaschen grünen und eine Flasche roten 

Wodkalikör zur rubrizierten Geburtstagsparty mitgebracht hätten, an welcher meh-

rere  der  Teilnehmer  zwischen  13  und  15  Jahren  alt  gewesen  seien,  und  daraus 

schliesst, dass es sich angesichts der Gruppengrösse um eine erhebliche Alkohol-

menge gehandelt habe, so ist dem ohne Weiteres beizupflichten. Mit der Vorinstanz 

war dieses Zurverfügungstellen des hochprozentigen Alkohols angesichts des jun-

gen Alters der an der Geburtstagsparty anwesenden Personen denn auch durch-

aus geeignet, einen schweren Alkoholrausch mit entsprechender Gefährdung der 

Gesundheit  zu  bewirken.  Die  Vorinstanz  liess  jedoch  den  Umstand  unerwähnt, 

dass die Beschuldigten den Alkohol der Gruppe lediglich anfänglich zur Verfügung 

stellten und diesen im Laufe des Abends versteckten bzw. wegleerten, da die An-

-   67   -

wesenden bereits stark alkoholisiert waren, womit sie massgeblich dazu beitrugen, 

dass sich die Gesundheitsgefährdung nicht bzw. nicht stärker verwirklichte. Im Er-

gebnis ist deshalb von einem leichten Verschulden auszugehen und die Strafe auf 

60 Tagessätze festzusetzen.

2.3.2.  In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte D._____ direktvorsätzlich, 

denn er wusste, dass mindestens einige der Anwesenden das 16. Altersjahr noch 

nicht erreicht hatten. Altruistische Motive sind für die Zurverfügungstellung sodann 

nicht ersichtlich. 

2.3.3.  Unter  Berücksichtigung  aller  objektiven  und  subjektiven  Tatkomponenten 

bleibt  es  bei  einem  leichten  Verschulden  des  Beschuldigten  und  der  isolierten 

Geldstrafe von 60 Tagessätzen. In Anwendung des Asperationsprinzips ist die Ein-

satzstrafe mithin um 40 Tagessätze zu erhöhen. 

2.4. Mehrfache Pornografie (Dossier 4)

2.4.1.  Im Rahmen der objektiven Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass der Be-

schuldigte D._____ über drei Bilddateien mit kinderpornografischem sowie ein Bild 

mit tierpornografischem Inhalt verfügte,  womit  eine verhältnismässig geringe An-

zahl der Erzeugnisse mit hartem pornografischen Inhalt zur Disposition steht. Die 

inkriminierten  Bilddateien  erhielt  er  in  Form  von  kleinen  WhatsApp-Stickern  über 

Gruppenchats zugestellt, welche dann via automatischer Downloadfunktion auf sei-

nem Mobiltelefon abgespeichert wurden, wobei zu seinen Gunsten davon auszu-

gehen ist, dass sie ihm unaufgefordert zugehalten wurden. Der Unrechtsgehalt sei-

ner  Taten  erschöpft  sich  mithin  darin,  dass  er  die  Dateien  nicht  postwendend 

löschte.  Sein  Verhalten  zeugt  demnach  von  geringer  krimineller  Energie  und  die 

Gefahr war klein, dass die pornografischen Dateien von weiteren Personen einge-

sehen werden konnten, zumal bei ihm keine pädophilen Neigungen zu erkennen 

sind. Innerhalb des zur Verfügung stehenden Strafrahmens ist sein objektives Ver-

schulden mithin als leicht einzustufen, doch rechtfertigt sich aufgrund der mehreren 

Bilder eine im Vergleich zur Vorinstanz leicht höhere Strafe von 60 Tagessätzen.

-   68   -

2.4.2.  In  subjektiver  Hinsicht  handelte  der  Beschuldigte  eventualvorsätzlich,  was 

indessen  nicht  zu  einer  massgeblichen  Relativierung  der  objektiven  Tatschwere 

führt, zumal die leichtsinnigen Tatmotive nicht verständlich sind, selbst wenn der 

Versand der Porno-Stickers unter Jugendlichen erfolgte. In Anwendung des Aspe-

rationsprinzips ist die Einsatzstrafe mithin um weitere 40 Tagessätze zu erhöhen. 

3.

Zwischenfazit Tatkomponente 

3.1.

Zusammenfassend  ist  die  hypothetische  Einsatzstrafe  für  die  mehrfachen 

fahrlässigen sexuellen Handlungen mit Kindern von 9 Monaten Freiheitsstrafe für 

das mehrfache Führen eines Motorfahrzeuges ohne Führerausweis um 4 Monate 

zu erhöhen, so dass sich unter dem Gesichtspunkt der Tatkomponente eine Frei-

heitsstrafe von insgesamt 13 Monaten ergibt. 

3.2. Hinzu  kommt  eine  Geldstrafe,  wobei  ausgehend  von  der  diesbezüglichen 

Einsatzstrafe hinsichtlich der Haupttat in der Höhe von 90 Tagessätzen aufgrund 

der Asperation bezüglich der weiteren Delikte im Umfang von insgesamt 80 Tages-

sätzen nach Berücksichtigung der Tatkomponente eine Geldstrafe von 170 Tages-

sätzen als angemessen erscheint. 

4.

Täterkomponente

4.1. Bei der Beurteilung der Täterkomponente kann betreffend die persönlichen 

Verhältnisse des Beschuldigten D._____ auf die entsprechenden Erwägungen im 

vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden (Urk. 72 S. 30). Er bestätigte namentlich, 

nach wie vor mit seiner Partnerin zusammenzusein, und gab an, dass sie in naher 

Zukunft  planten,  in  einen  gemeinsamen  Haushalt  zu  ziehen  (Prot. II  S. 50 f.).  Im 

Hinblick  auf  seine  finanziellen  Verhältnisse  gab  er  anlässlich  der  Berufungsver-

handlung sodann ergänzend zu Protokoll, dass er zwischenzeitlich eine neue Stelle 

bei der L._____ AG als Chauffeur angetreten habe und ein monatliches Bruttoein-

kommen von Fr. 4'800.– zzgl. 13. Monatslohn erziele (Prot. II S. 50 ff.; Urk. 130), 

wobei sich seine Wohnkosten neu auf Fr. 1'375.– pro Monat belaufen. Er habe der-

zeit weder Schulden noch Vermögen (Prot. II S. 51 f.). Sein Werdegang enthält mit-

-   69   -

hin keine besonderen Auffälligkeiten und ist im Rahmen der Strafzumessung neu-

tral zu werten.

4.2. Hinsichtlich  des  Vorlebens  fällt  mit  der  Vorinstanz  die  im  Hinblick  auf  das 

mehrfache Führen eines Motorfahrzeuges ohne Führerausweis einschlägige Vor-

strafe (vgl. Urk. 102) sowie die Delinquenz während laufender Probezeit straferhö-

hend ins Gewicht, wohingegen das Nachtatverhalten des Beschuldigten D._____ 

letztlich keine Umstände beinhaltet, welche die Strafe zu modifizieren vermöchten. 

Zwar zeigte sich der Beschuldigte D._____ hinsichtlich des äusseren Sachverhal-

tes im Dossier 1 sowie einzelner Nebendelikte geständig, jedoch vermag sich die-

ses  Teilgeständnis  nicht  strafmindernd  auszuwirken,  nachdem  sich  die  objektive 

Beweislage zum Zeitpunkt des Geständnisses bereits erdrückend präsentierte. Für 

die in Bezug auf die Strassenverkehrsdelinquenz einschlägige Vorstrafe mit Delin-

quenz während laufender Probezeit rechtfertigt es sich mithin, die Freiheitsstrafe 

um mindestens einen Monat auf insgesamt 14 Monate zu erhöhen. Zumindest die 

Delinquenz  während  laufender  Probezeit  wirkt  sich  auch  auf  die  Geldstrafe  aus, 

welche demzufolge auf 180 Tagessätze zu erhöhen ist.

5.

Beschleunigungsgebot

5.1. Das Beschleunigungsgebot gemäss Art. 5 StPO, Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 

Ziff. 1 EMRK verpflichtet die Behörden, das Strafverfahren voranzutreiben, um die 

beschuldigte Person nicht unnötig über die gegen sie erhobenen Vorwürfe im Un-

gewissen zu lassen. Welche Verfahrensdauer angemessen ist, hängt von den kon-

kreten Umständen ab, die in ihrer Gesamtheit zu würdigen sind. Kriterien sind etwa 

die Schwere des Tatvorwurfs, die Komplexität des Sachverhalts, die gebotenen Un-

tersuchungshandlungen, die Schwierigkeit und Dringlichkeit der Sache sowie das 

Verhalten der beschuldigten Person und dasjenige der Behörden. Die Beurteilung 

der Verfahrensdauer entzieht sich starren Regeln. Von den Behörden und Gerich-

ten kann nicht verlangt werden, dass sie sich ständig einem einzigen Fall widmen. 

Aus diesem Grund sowie wegen faktischer und prozessualer Schwierigkeiten sind 

Zeiten, in denen das Verfahren stillsteht, unumgänglich. Wirkt keiner dieser Verfah-

rensunterbrüche stossend, ist eine Gesamtbetrachtung vorzunehmen. Dabei kön-

-   70   -

nen Zeiten mit intensiver behördlicher oder gerichtlicher Tätigkeit andere Zeitspan-

nen kompensieren, in denen aufgrund der Geschäftslast keine Verfahrenshandlun-

gen erfolgten. Eine Sanktion drängt sich nur auf, wenn eine von der Strafbehörde 

zu verantwortende krasse Zeitlücke zu Tage tritt. Dazu genügt es nicht, dass diese 

oder  jene  Handlung  etwas  rascher  hätte  vorgenommen  werden  können  (vgl. 

BGE 133 IV 158, E. 8; BGE 130 I 269, E. 3.1.).

5.2. Der Einschätzung der Verteidigung des Beschuldigten D._____, wonach das 

strafprozessuale Beschleunigungsgebot in casu verletzt worden sei (Urk. 134 S. 2 

+ 24), kann nicht gefolgt werden, zumal es sich vorliegend um ein umfangreiches 

Strafverfahren mit mehreren Dossiers und diversen beteiligten Personen handelt, 

wobei nicht zuletzt auch zu berücksichtigen ist, dass vier Parteien gegen das vor-

instanzliche  Urteil  die  Berufung  erhoben  und  damit  ihren  Teil  zum  Aktenumfang 

sowie der Komplexität des Rechtsmittelverfahrens beigetragen haben. Vor diesem 

Hintergrund  und  mit  Blick  auf  die  erwähnten  bundesgerichtlichen  Präjudizien  ist 

eine Verletzung des Beschleunigungsgebotes zu verneinen, nachdem von der Ver-

teidigung lediglich eine lange Verfahrensdauer moniert wird, indes keine stossen-

den Verfahrensunterbrüche aufgezeigt werden, welche eine eigentliche Untätigkeit 

der Behörden zu belegen vermöchten.

6.

Fazit

6.1.

In Würdigung aller aufgeführten Strafzumessungsgründe erweist sich dem-

nach eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten sowie eine Geldstrafe von 180 Tages-

sätzen als dem Verschulden und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldig-

ten D._____ angemessen. Dabei ist die Höhe des Tagessatzes von Fr. 90.–, wie 

sie  im  vorinstanzlichen  Urteil  festgelegt  wurde  (Urk. 72  S. 34),  angesichts  seiner 

vorgenannten finanziellen Verhältnisse und des Umstandes, dass es seit diesem 

Urteil diesbezüglich zu keiner wesentlichen Veränderung gekommen ist, ohne Wei-

teres zu übernehmen.

6.2. An die Freiheitsstrafe ist schliesslich die vom Beschuldigten D._____ erstan-

dene  Haft  von  drei  Tagen  anzurechnen  (Art. 51  StGB;  Urk. D1/14/3  +  D1/14/12; 

Urk. D7/7/3 + D7/7/11; vgl. Urteil 6B_909/2019 vom 9. Juni 2020, E. 2.1. m.w.H.). 

-   71   -

Eine Anrechnung der Ersatzmassnahme des Kontaktverbotes (vgl. Urk. D1/14/10 

+ D1/14/13) fällt demgegenüber vorliegend ausser Betracht, nachdem diese Mass-

nahme den Beschuldigten D._____ in seiner Lebensführung nicht nennenswert ein-

zuschränken  vermochte  (vgl.  hierzu  BGE 140  IV  74  E. 2.4;  Urteil  6B_1225/2019 

vom 8. April 2020, E. 3.2.).

7.

Vollzug

Im Einklang mit der Vorinstanz ist der Vollzug der Freiheits- und Geldstrafe 

unter Verweis auf deren Erwägungen aufzuschieben und die Probezeit auf 3 Jahre 

festzusetzen,  um  den  verbleibenden  Bedenken  angesichts  der  Vorstrafe  mit  der 

Delinquenz in der damals angesetzten Probezeit angemessen Rechnung zu tragen 

(vgl.  Urk. 72  S. 34 f.).  Da  ohnehin  das  Verschlechterungsverbot  zu  beachten  ist, 

erübrigen sich weitere Erörterungen hierzu.

D.

1.

Beschuldigter E._____

Tatkomponente Freiheitsstrafe

1.1. Einleitung

Den  Ausgangspunkt  bei  der  Bildung  der  Gesamtfreiheitsstrafe  betreffend 

den Beschuldigten E._____ stellt mit der Vorinstanz (Urk. 104/75 S. 28) die mehr-

fache Pornografie dar (vgl. Art. 197 Abs. 5 StGB), wobei mit Bezug auf die Frage 

der Einsatzstrafe die Delinquenz gemäss Dossier 3 als schwerste Tat zu qualifizie-

ren ist.

1.2. Mehrfache Pornografie (Dossiers 1 und 3)

1.2.1.  Mit Bezug auf die Delinquenz gemäss Dossier 3 ist von vornherein zu be-

rücksichtigen, dass von einer erheblichen Anzahl mit hartem pornografischen Inhalt 

gesprochen werden muss, wobei nebst 33 Abbildungen und einem Video mit (vir-

tueller und tatsächlicher) Kinder- und Minderjährigenpornografie nochmals gleich 

viele tierpornografische Erzeugnisse auf seinem Datenträger sichergestellt wurden. 

Innerhalb dieses breiten Spektrums der gespeicherten harten Pornografie fallen na-

-   72   -

mentlich die 23 Dateien, welche tatsächliche Kinder- und Minderjährigenpornogra-

fie zeigen, erschwerend ins Gewicht, wobei die Opfer mehrheitlich explizit in kon-

krete sexuelle Handlungen einbezogen werden und jeweils nackt abgebildet sind. 

Relativierend ist indes in Betracht zu ziehen, dass dem Beschuldigten E._____ die 

fraglichen Dateien im Rahmen von Gruppenchats zugesandt wurden, ohne dass er 

aktiv  danach  gesucht  hätte,  weshalb  sein  Verhalten  insgesamt  als  jugendlicher 

Leichtsinn  mit  vergleichsweise  wenig  krimineller  Energie  erscheint,  auch  wenn 

nicht ausser Acht gelassen werden darf, dass angesichts der Menge und Intensität 

des pornografischen Materials ernsthafte Bedenken hinsichtlich seiner Einstellung 

betreffend die sexuelle Integrität namentlich junger Frauen aufkommen, zumal er 

solches Material – wenn auch zum Eigengebrauch – im Einzelfall auch noch selber 

herstellte (vgl. nachstehend Ziffer 1.2.2.). Dass er einen Teil der ihm zugesandten 

Bilder  gemäss  eigenen  Angaben  als  eklig  empfand  (vgl.  Prot. II  S. 72;  vgl.  auch 

Urk. 136 S. 9), kann ihm nicht widerlegt werden, doch vermag ihn dieser Umstand 

nicht massgeblich zu entlasten.

1.2.2.  Im  Rahmen  der  objektiven  Tatschwere  hinsichtlich  des  Dossiers  1  ist  zu-

nächst  festzuhalten,  dass  der  Beschuldigte  E._____  am  Abend  des  tt.  Mai  2020 

gleich mehrere Videoaufnahmen mit tatsächlich kinderpornografischem Inhalt er-

stellte,  welche  die  Privatklägerin 1  unter  anderem  beim  Oralverkehr  zeigen,  was 

sicherlich nicht mehr nur gering anstössig erscheint, auch wenn mit der Vorinstanz 

relativierend zu berücksichtigen ist, dass es sich um eine relativ kurze Aufnahme 

handelt und der besagte Sexualverkehr aufgrund der schlechten Qualität des Vi-

deos nicht sonderlich gut zu erkennen ist. Erschwerend fällt demgegenüber ins Ge-

wicht,  dass  die  Privatklägerin 1  bei  den  Aufnahmen  stark  alkoholisiert  wirkt  und 

nicht wahrzunehmen scheint, dass sie gefilmt wird, was für sie gemäss eigenem 

Bekunden besonders störend war (vgl. Urk. D1/3/4 S. 21 + 35).

1.2.3.  In  subjektiver  Hinsicht  handelte  der  Beschuldigte  E._____  hinsichtlich  der 

Aufnahmen der Privatklägerin 1 in Dossier 1 direktvorsätzlich und bezüglich der auf 

seinem  Telefon  sichergestellten  pornografischen  Erzeugnisse  gemäss  Dossier 3 

zumindest eventualvorsätzlich, was hier indessen angesichts der Nähe zum direk-

ten  Vorsatz  zu  keiner  massgebenden  Relativierung  der  objektiven  Tatschwere 

-   73   -

führt, zumal den Beschuldigten auch dessen leichtsinnige Motivation nicht zu ent-

lasten vermag. 

1.2.4. In einer Gesamtschau ist mithin im Rahmen des gesamten Strafspektrums 

hinsichtlich  Dossier 3  von  einem  keineswegs  mehr  leichten  Verschulden  und  für 

das  Dossier 1  von  einem  nicht  mehr  leichten  Verschulden  des  Beschuldigten 

E._____ auszugehen. Die Freiheitsstrafe ist demgemäss für ersteren Fall auf 6 Mo-

nate  (als  Einsatzstrafe)  und  für  letzteren  Fall  auf  3 Monate  festzusetzen,  was  in 

Berücksichtigung  des  Asperationsprinzips  eine  Freiheitsstrafe  von  8  Monaten 

(6 Monate + 2 Monate) ergibt.

1.3. Gewaltdarstellungen (Dossier 3)

1.3.1.  Auch hinsichtlich der in Dossier 3 zusätzlich eingeklagten Gewaltdarstellun-

gen fallen vorab die relativ hohe Zahl von 24 Abbildungen sowie der Umstand ins 

Gewicht, dass die auf den Bildern ersichtliche Gewalt am oberen Spektrum anzu-

siedeln  ist.  Zwar  erhielt  der  Beschuldigte  E._____  auch  diese  Bilder  von  Dritten 

zugesandt, ohne dass er aktiv danach gesucht hätte, liess sie in der Folge jedoch 

wiederum im Zwischenspeicher gesichert, obwohl er um deren abstossenden Inhalt 

wusste. 

1.3.2.  In  subjektiver  Hinsicht  kann  dem  Beschuldigten  diesbezüglich  ebenfalls 

lediglich ein eventualvorsätzliches Handeln vorgeworfen werden, was aber zu kei-

ner massgeblichen Relativierung der objektiven Tatschwere führt, zumal auch hier 

die leichtsinnigen Motive nicht zugunsten des Beschuldigten sprechen.

1.3.3.  Im Ergebnis ist von einem keineswegs mehr leichten Verschulden des Be-

schuldigten auszugehen, was angesichts des verfügbaren Strafrahmens bis zu ei-

nem Jahr für eine Freiheitsstrafe von 3 Monaten spricht, womit die Einsatzstrafe in 

Anwendung des Asperationsprinzips um 2 Monate zu erhöhen ist.

1.4. Mehrfache fahrlässige sexuelle Handlungen mit Kindern (Dossier 1)

1.4.1.  Im Rahmen der objektiven Tatschwere ist auch hinsichtlich des Beschuldig-

ten  E._____  zu  erwägen,  dass  die  Privatklägerin 1  zum  Tatzeitpunkt  erst  rund 

-   74   -

13 ½ Jahre alt war und damit nicht nur knapp vor dem Erreichen des Schutzalters 

stand. Auf der anderen Seite gilt es zu berücksichtigen, dass der zum Tatzeitpunkt 

20-jährige Beschuldigte zwar deutlich älter als die Privatklägerin 1 war, selber aber 

ebenfalls noch als Jugendlicher zu gelten hat. Nebst dem deutlich höheren Alter 

finden sich in den Akten indessen keinerlei Hinweise auf ein sonstiges Ungleichge-

wicht oder Machtgefälle, zumal es in einer ersten Phase die Privatklägerin 1 war, 

welche auf die Beschuldigten zuging und sexuellen Kontakt suchte. Dabei ist auch 

nicht ersichtlich, dass der Beschuldigte E._____ mit besonderer List vorgegangen 

wäre, wobei andrerseits erschwerend ins Gewicht fällt, dass auch dem Beschuldig-

ten bewusst gewesen sein muss, dass die Privatklägerin 1 deutlich alkoholisiert war 

und er von der damit einhergehenden Enthemmung profitierte. Indes wiegen die 

vom  Beschuldigten  E._____  an  der  Privatklägerin 1  vorgenommenen  sexuellen 

Handlungen im Vergleich zum Beschuldigten D._____ um einiges weniger schwer, 

ohne namentlich das Ausgreifen im Intimbereich bagatellisieren zu wollen, wobei 

dieses aber auch nicht von langer Dauer war. 

1.4.2.  Im  Rahmen  der  subjektiven  Tatschwere  ist  auch  beim  Beschuldigten 

E._____ hinsichtlich des Motivs der fahrlässigen Tatbegehung, welche sich nicht 

moderierend  auswirkt,  von  der  eigenen  Lustbefriedigung  und  damit  von  egoisti-

schen Beweggründen auszugehen. Die subjektiven Aspekte relativieren die objek-

tive Tatschwere mithin nicht.

1.4.3.  Insgesamt wiegt die Tatschwere nach dem Gesagten – im Vergleich zu allen 

denkbaren sexuellen Handlungen mit Kindern auch von älteren Tätern – noch eher 

leicht, wofür eine Freiheitsstrafe von 4 Monaten als angemessen erscheint. Nach-

dem aber zu den übrigen Taten, namentlich der Pornografie und dem Verabreichen 

des Alkohols ein massgeblicher Sachzusammenhang besteht, ist dem Asperations-

prinzip hier verstärkte Beachtung zu schenken, womit es im Gesamtkontext ledig-

lich zu einer Erhöhung der Einsatzstrafe von 2 Monaten kommt.

-   75   -

2.

Tatkomponente Geldstrafe

2.1. Einleitung

Die Vorinstanz hat sich hinsichtlich der beiden mit Geldstrafe zu ahndenden 

Delikte im Rahmen der Beurteilung der Tatkomponente wiederum nicht dazu ge-

äussert, welche Tat schwerer wiegt. Aufgrund der konkreten Verschuldensbewer-

tung  ist  vorliegend  das  jeweilige  Fahren  ohne  Berechtigung  (Dossier  6)  weniger 

schwer einzustufen als das Verabreichen gesundheitsgefährdender Stoffe an Kin-

der (Dossier 1), weshalb die Einsatzstrafe für die letztere Tat festzusetzen ist.

2.2. Verabreichen gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder (Dossier 1)

2.2.1. Hinsichtlich  der  Tatschwere  des  Verabreichens  gesundheitsgefährdender 

Stoffe an Kinder kann sowohl in objektiver als auch in subjektiver Hinsicht vollum-

fänglich auf die vorstehenden Erwägungen hinsichtlich des Beschuldigten D._____ 

verwiesen werden, welche gleichermassen auf den Beschuldigten E._____ zutref-

fen, nachdem die beiden Beschuldigten dieses Delikt in Mittäterschaft begangen 

haben. 

2.2.2. Im Ergebnis ist deshalb in dieser Hinsicht auch beim Beschuldigten E._____ 

von einem leichten Verschulden auszugehen und die Einsatzstrafe auf eine Gelds-

trafe von 60 Tagessätzen festzusetzen.

2.3. Mehrfaches Fahren ohne Berechtigung (Dossier 6)

2.3.1.  Betreffend die objektive Tatschwere des mehrfachen Fahrens ohne Berech-

tigung ist zu erwägen, dass der Beschuldigte E._____ in sieben Monaten das Mo-

torfahrzeug seines Vaters immer wieder, insgesamt fünf Mal, dem Beschuldigten 

D._____ als einem Führer ohne erforderlichen Ausweis überlassen hat, wobei auf-

grund des Fehlens gegenteiliger Anhaltspunkte zu seinen Gunsten davon auszu-

gehen ist, dass D._____ jeweils nur kurze Strecken mit dem ihm überlassenen Mo-

torfahrzeug zurücklegte und dies mehrheitlich ausserhalb der Hauptverkehrszeiten 

geschah.  Einzeln  betrachtet  wiegen  alle  Überlassungen  objektiv  sehr  leicht  und 

-   76   -

auch das Gesamtverschulden wiegt noch leicht. Entsprechend erweist sich für das 

einzelne Überlassen eine Strafe von je ungefähr 20 Tagessätzen angemessen.

2.3.2.  In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte E._____ direktvorsätzlich, 

war er sich doch darüber im Klaren, dass der Beschuldigte D._____ über keinen 

Führerausweis verfügte. Die subjektive Tatkomponente vermag die objektive dem-

nach nicht zu relativieren.

2.3.3.  Bei einem jeweils sehr leichten Verschulden und angemessener Berücksich-

tigung des Asperationsprinzips erweist sich demzufolge für sämtliche Verkehrsde-

likte eine Erhöhung der Einsatzstrafe um weitere 60 Tagessätzen als angemessen. 

3.

Zwischenfazit Tatkomponente 

3.1.

Zusammenfassend ist die hypothetische Einsatzstrafe von 6 Monaten Frei-

heitsstrafe für die mehrfache Pornografie gemäss Dossier 3 für die übrigen Delikte 

(Pornografie  gemäss  Dossier  1,  Gewaltdarstellungen  und  mehrfache  fahrlässige 

sexuelle Handlungen mit Kindern) um jeweils 2 Monate zu erhöhen, so dass der 

Beschuldigte E._____ unter dem Gesichtspunkt der Tatkomponente mit einer Frei-

heitsstrafe von 12 Monaten zu belegen ist. 

3.2. Hinzu kommt eine auszufällende Geldstrafe, wobei ausgehend von der Ein-

satzstrafe hinsichtlich des Verabreichens alkoholischer Getränke an Kinder in der 

Höhe von 60 Tagessätzen angesichts des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung 

eine Erhöhung von weiteren 60 Tagessätzen vorzunehmen ist, so dass nach Be-

rücksichtigung  der  Tatkomponente  eine  Gesamtgeldstrafe  von  120 Tagessätzen 

angemessen erscheint. 

4.

Täterkomponente

4.1. Bei der Beurteilung der Täterkomponente kann betreffend die persönlichen 

Verhältnisse des Beschuldigten E._____ ebenfalls auf die entsprechenden Erwä-

gungen im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden (Urk. 104/75 S. 30 f.), nach-

dem  er  diese  Angaben  anlässlich  der  Berufungsverhandlung  nochmals  bestätigt 

hat (vgl. Prot. II S. 65 ff.). Ergänzend gab er an, dass sein Sohn inzwischen zwei-

-   77   -

einhalb  Jahre  alt  sei  und  er  mit  seiner  Frau  Mitte  Juli  ein  zweites  Kind  erwarte 

(Prot. II S. 66). Sein Werdegang enthält keine besonderen Auffälligkeiten und ist im 

Rahmen  der  Strafzumessung  neutral  zu  werten.  Gestützt  auf  die  Unterlagen  zu 

seinen finanziellen Verhältnissen, welche der Beschuldigte E._____ im Berufungs-

verfahren aufforderungsgemäss einreichen liess, sowie seine Angaben anlässlich 

der Berufungsverhandlung ist derzeit von monatlichen Nettoeinkünften in der Höhe 

von Fr. 5'000.– (zuzüglich Kinderzulagen von Fr. 200.–) sowie monatlichen Kosten 

für die ganze Familie für Miete bzw. Krankenkasse von Fr. 2'300.– bzw. Fr. 1'100.– 

auszugehen (vgl. Urk. 104/111/1-6; Prot. II S. 66).

4.2. Eine 

strafrechtliche  Vorbelastung 

des  Beschuldigten  E._____ 

(Urk. 104/112)  oder  ein  im  Rahmen  der  Strafzumessung  zu  berücksichtigendes 

Geständnis mit Reue und Einsicht sind nicht auszumachen, nachdem unter Ver-

weis auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 104/75 S. 31) auch die 

teilweisen Eingeständnisse des Beschuldigten im Dossier 1 (betreffend den objek-

tiven Sachverhalt) und Dossier 6 erst nach der Auswertung seines Mobiltelefons 

erfolgten, als sich die objektive Beweislage bereits erdrückend präsentierte. Insge-

samt  lassen  sich  aufgrund  der  Täterkomponente  mithin  weder  entlastende  noch 

belastende Strafzumessungskomponente eruieren.

5.

Beschleunigungsgebot

Gleich wie beim Beschuldigten D._____ ist auch im Falle des Beschuldigten 

E._____ unter Verweis auf die entsprechenden Erwägungen (vgl. vorstehend Zif-

fer IV.C.5.) die von seiner Verteidigung monierte Verletzung des Beschleunigungs-

gebotes zu verneinen (vgl. Urk. 136 S. 10). Eine Strafreduktion unter diesem Titel 

fällt damit ausser Betracht.

6.

Fazit

6.1.

In  Würdigung  aller  aufgeführten  Strafzumessungsgründe  erweisen  sich 

demnach eine Freiheitsstrafe von 12 Monaten sowie eine Geldstrafe von 120 Ta-

gessätzen als dem Verschulden und den persönlichen Verhältnissen des Beschul-

digten E._____ angemessen. Dabei ist die Höhe des Tagessatzes von Fr. 70.–, wie 

-   78   -

sie im vorinstanzlichen Urteil festgelegt wurde (Urk. 104/75 S. 27), angesichts sei-

ner vorgenannten finanziellen Verhältnisse und des Umstandes, dass es seit die-

sem Urteil diesbezüglich zu keiner wesentlichen Veränderung gekommen ist, ohne 

Weiteres zu übernehmen.

6.2. An  die  Strafe  ist  schliesslich  die  vom  Beschuldigten  E._____  erstandene 

Haft von zwei Tagen anzurechnen (Art. 51 StGB; Urk. D1/13/3 + Urk. D1/13/11). 

Eine Anrechnung der verfügten Ersatzmassnahme (Kontaktverbot) auf die Strafe 

(vgl. Urk. D1/13/10 + Urk. D1/13/12 f.) ist analog zum Beschuldigten D._____ (vgl. 

vorstehend Ziffer IV.C.6.2.) nicht angezeigt.

7.

Vollzug

Im Einklang mit der Vorinstanz ist der Vollzug von Freiheits- und Geldstrafe 

sodann unter Verweis auf deren korrekte Erwägungen (vgl. Urk. 104/75 S. 32) und 

namentlicher Berücksichtigung der Ersttäterschaft des Beschuldigten E._____ bei 

einer minimalen Probezeit von 2 Jahren aufzuschieben. Da im Übrigen ohnehin das 

Verschlechterungsverbot  zu  beachten  ist,  erübrigen  sich  weitere  Erörterungen 

hierzu.

V.  Landesverweisung 

1.

Die Vorinstanz erwog in Bezug auf den Beschuldigten E._____, dass dieser 

Staatsangehöriger von Serbien sei, weshalb sich die Frage der Landesverweisung 

stelle,  verneinte  in  der  Folge  indes,  dass  es  sich  beim  Tatbestand  von  Art. 187 

Ziff. 1  in  Verbindung  mit  Ziff. 4  StGB  um  eine  Katalogtat  im  Sinne  von  Art. 66a 

Abs. 1 lit. h StGB handle und sah von einer Landesverweisung ab. Ferner gelangte 

sie zum Schluss, dass selbst wenn eine Katalogtat vorläge, eine Landesverweisung 

nicht anzuordnen wäre, nachdem beim Beschuldigten E._____ ein schwerer per-

sönlicher Härtefall gegeben sei und seine privaten Interessen an einem Verbleib in 

der Schweiz das öffentliche Interesse an einer Landesverweisung überwögen (vgl. 

Urk. 104/75 S. 32 ff.).

-   79   -

2.

Nachdem  es  heute  im  Wesentlichen  beim  vorinstanzlichen  Schuldpunkt 

bleibt und namentlich keine Verurteilung wegen (eventual-)vorsätzlichen sexuellen 

Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB oder wegen Schändung 

im Sinne von Art. 191 aStGB erfolgt, fehlt es unter Verweis auf die nachvollziehba-

ren Erwägungen der Vorinstanz an einer Katalogtat im Sinne von Art. 66a Abs. 1 

StGB, zumal die Erwähnung von Art. 187 Ziff. 4 StGB im Tatenkatalog des Art. 66a 

Abs. 1 StGB fehlt und die fahrlässige Tatbegehung auch ansonsten nirgends mit 

einem Landesverweis belegt wird. 

3.

Angesichts  dieser  Ausgangslage  kann  grundsätzlich  offen  bleiben,  ob  die 

übrigen Voraussetzungen für die Aussprechung einer Landesverweisung im Falle 

des  Beschuldigten  E._____  gegeben  sind,  zumal  auch  in  diesem  Punkt  ohnehin 

das Verschlechterungsverbot greifen würde (BGE 146 IV 311, E. 3.7.). Folgerichtig 

ist von der Anordnung der Landesverweisung für den Beschuldigten E._____ auch 

in zweiter Instanz abzusehen.

VI.  Tätigkeitsverbot

1.

Die Vorinstanz hat sowohl dem Beschuldigten D._____ als auch dem Be-

schuldigten  E._____  ein  lebenslängliches  Tätigkeitsverbot  im  Sinne  von  Art. 67 

Abs. 3  lit. b  und  lit. d  Ziff. 2  StGB  auferlegt.  Damit  wird  ihnen  jegliche  berufliche 

oder organisierte ausserberufliche Tätigkeit,  die einen regelmässigen Kontakt zu 

Minderjährigen umfasst, lebenslänglich verboten (Urk. 72 S. 43 bzw. Urk. 104/75 

S. 41). 

2.

Es  kann  dazu  vorab  vollumfänglich  auf  die  zutreffenden  Erwägungen  der 

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 72  S. 36 f. bzw.  Urk. 104/75 S. 34 f.), welche 

zu  Recht  zum  Schluss  gelangte,  dass  die  strengen  Voraussetzungen  für  einen 

leichten  Fall  gemäss  Art. 67  Abs. 4bis  StGB  in  casu  nicht  vorliegen  (vgl.  dazu  in-

struktiv auch das Urteil 6B_156/2023 vom 3. April 2023, E. 2.5. + 2.6.). Die nach-

folgenden Erwägungen sind entsprechend als Ergänzungen zu verstehen.

-   80   -

2.1. Bislang hatten die Beschuldigten keine Arbeitsstelle (oder eine organisierte 

Freizeitbeschäftigung)  inne,  die  einen  eigentlichen  Kontakt  zu  Kindern  oder  Ju-

gendlichen  umfasst,  auch  wenn  sie  geltend  machen,  dass  bei  ihnen  im  Betrieb 

Lehrlinge arbeiten. Der Beschuldigte D._____ hat zwar zwischenzeitlich seine Ar-

beitsstelle gewechselt, hat indes bei seiner Arbeit nach wie vor keinen Kontakt zu 

Minderjährigen  (Prot. II  S. 53).  Hinsichtlich  der  von  ihnen  im  Verfahren  teilweise 

kundgetanen Absichten, zukünftig Weiterbildungen absolvieren zu wollen (vgl. Be-

schuldigter  D._____:  Prot. II  S. 52;  Beschuldigter  E._____:  Urk. D1/2/8  S. 34; 

Urk. 51  S. 15),  was  vor  allem  hinsichtlich  der  vom  Beschuldigten  E._____  ange-

strebten Fortbildung möglicherweise auch eine konkrete Zusammenarbeit mit Aus-

zubildenden bedeuten würde, könnte sie das lebenslängliche Tätigkeitsverbot je-

doch durchaus einschränken. Allerdings stellt dies keinen Grund dar, um von der 

Verhängung eines lebenslänglichen Tätigkeitsverbotes abzusehen. Vielmehr kann 

nur ein besonders leichter Fall im Sinne von Art. 67 Abs. 4bis StGB eine Ausnahme 

von dieser Massnahme begründen.

2.2. Ein leichter Fall liegt bei beiden Beschuldigten mit der Vorinstanz indessen 

nicht  vor,  wobei  beim  Beschuldigten  D._____  nebst  dem  Schuldspruch  wegen 

mehrfachen Besitzes von harter Pornografie insbesondere die mehrfach begange-

nen sexuellen Handlungen mit Kindern mit namentlich dem vollzogenen Oralver-

kehr ins Gewicht fallen. Dass sein Tatverschulden in diesem Punkt trotz Fahrläs-

sigkeit nicht mehr leicht wiegt, zeigt bereits die ausgefällte Freiheitsstrafe von 9 Mo-

naten. Beim Beschuldigten E._____ verunmöglichen demgegenüber – nebst den 

mehrfach fahrlässig begangenen sexuellen Handlungen mit Kindern – primär die 

zum Eigenkonsum erstellten kinderpornografischen Aufnahmen sowie die Vielzahl 

der bei ihm sichergestellten pornografischen Erzeugnisse, wovon ein Grossteil tat-

sächliche  sexuelle  Handlungen  mit  Minderjährigen  zum  Inhalt  hat,  ein  Absehen 

vom Tätigkeitsverbot, nachdem sein diesbezügliches Verschulden als keineswegs 

mehr leicht bzw. nicht mehr leicht eingeschätzt und hierfür (isoliert) Freiheitsstrafen 

von 6 bzw. 3 Monaten ausgefällt wurden. Ihre gegenteiligen Vorbringen verfangen 

vor diesem Hintergrund nicht (vgl. Urk. 134 S. 21 f.; Urk. 136 S. 9). 

-   81   -

3.

In  einer  Gesamtschau  weisen  die  von  den  Beschuldigten  D._____  und 

E._____ begangenen einschlägigen Delikte mit der Vorinstanz mithin nicht den Ba-

gatellcharakter auf, welcher die Anwendung von Art. 67 Abs. 4bis StGB rechtfertigen 

könnte, weshalb kein Weg daran vorbeiführt, das vom Gesetzgeber vorgesehene 

lebenslängliche Tätigkeitsverbot mit Minderjährigen auch zweitinstanzlich anzuord-

nen.

VII.  Sicherstellung

Der Beschuldigte E._____ lässt für den Fall eines Freispruches auch die Auf-

hebung von Dispositivziffer 8 des vorinstanzlichen Urteils, mit welcher auf die Ein-

ziehung und Vernichtung des sichergestellten Mobiltelefons "Samsung Galaxy" er-

kannt  wurde,  beantragen  (Urk. 104/78  S. 2;  Urk. 136  S. 1).  Für  den  Fall  eines 

Schuldspruches wurde der betreffende Punkt indes nicht mit einer eigenständigen 

Begründung gerügt, weshalb die vorinstanzliche Anordnung hinsichtlich des inkri-

minierten  Mobiltelefons  ohne  Weiteres  zu  bestätigen  ist  (vgl.  Urk. 104/75  S. 36 

+ 41), zumal sich dies explizit aus Art. 197 Abs. 6 StGB und Art. 135 Abs. 3 StGB 

ergibt  und  sich  die  Vernichtung  des  fraglichen  Mobiltelefons  ohne  Weiteres  als 

rechtmässig  erweist,  nachdem  sich  eine  definitive  Löschung  der  darauf  befindli-

chen deliktischen Daten – wie es sowohl vor Vor- als auch vor Berufungsinstanz 

beantragt wurde (Urk. 61 S. 1; Urk. 136 S. 1) – überdurchschnittlich aufwendig ge-

stalten würde und daher die Rückgabe des Mobiltelefons in keinem angemessenen 

Verhältnis zu den damit verbundenen Kosten stünde (vgl. Beschluss des Oberge-

richtes des Kantons Zürich, III. Strafkammer, vom 12. Dezember 2013, UH130229, 

E. 3.).

VIII.  Zivilansprüche

1.

Die Privatklägerin 1 wurde im angefochtenen Urteil mit ihrem Genugtuungs-

begehren  auf  den  Weg  des  Zivilprozesses  verwiesen  (Urk. 72  S. 38 ff.  bzw. 

Urk. 104/75 S. 36 ff.). Berufungsweise lässt sie wie bereits vor Vorinstanz beantra-

-   82   -

gen,  die  Beschuldigten  seien  jeweils  zu  verpflichten,  ihr  eine  Genugtuung  von 

Fr. 15'000.–  zu  bezahlen,  dies  nebst  Zins  zu  5 %  seit  dem  tt.  Mai  2020  (Urk. 76 

bzw. Urk. 104/79; Urk. 131).

1.1. Die Privatklägerin 1 lässt diesbezüglich auch im Berufungsverfahren im We-

sentlichen geltend machen, dass sie zum Tatzeitpunkt erst 13 Jahre alt gewesen 

sei, vorher keine sexuellen Erfahrungen gemacht und sich aufgrund der Tat in einer 

schweren psychischen Krise befunden habe, weshalb sie sich hernach auch wäh-

rend vier Monaten im Kriseninterventionsheim in H._____ aufgehalten habe, wobei 

sie aufgrund des Vorfalles bis heute psychisch beeinträchtigt sei. Sie habe seit dem 

Vorfall Ängste und Unsicherheiten sowie eine grosse Skepsis gegenüber Männern 

entwickelt,  was  wahrscheinlich  ihr  Leben  lang  bestehen  bleibe.  Aufgrund  ihrer 

Ängste fühle sie sich in ihrem jetzigen Leben eingeschränkt. Auch sei sie seit dem 

Vorfall nicht mehr so lebensfroh und unbeschwert, mit anderen Worten habe der 

anklagegegenständliche  Vorfall  ihren  Charakter  langfristig  verändert.  Sie  werde 

vermutlich noch lange Zeit an der Verarbeitung ihrer Erlebnisse arbeiten müssen, 

wobei noch unklar sei, ob sich aus der Traumatisierung noch weitere psychische 

Krankheiten entwickeln würden. Die immaterielle Unbill sei zweifellos auf die sexu-

elle Misshandlung durch die beiden Beschuldigten zurückzuführen, mithin sei so-

wohl  der  natürliche  als  auch  der  adäquate  Kausalzusammenhang  gegeben.  Die 

Vorinstanz verkenne, dass die erlebten sexuellen Übergriffe die familiären Unstim-

migkeiten erst ausgelöst hätten, da für die Familie und auch sie selber aus traditio-

nellen und religiösen Gründen sehr wichtig sei, dass sie Jungfrau bleibe. Wäre sie 

nie  Opfer  dieser  Straftaten  geworden,  so  wären  auch  keine  familiären  Probleme 

oder Kulturkonflikte aufgetreten. Wenn die Vorinstanz demnach festhalte, dass der 

Aufenthalt in der Krisenintervention H._____ überwiegend auf familiäre Gründe zu-

rückzuführen sei, sei dies unzutreffend, vielmehr seien diese familiären Unstimmig-

keiten  direkte  Folgen  der  erlebten  sexuellen  Übergriffe  (Urk. 131  S. 6 ff.  i.V.m. 

Prot. II S. 79 f. + 90; vgl. auch Urk. 53 S. 9 ff. mit Verweis auf Urk. 53A/1-2). In die-

sem Sinne fiel auch die Befragung der Privatklägerin 1 anlässlich der Berufungs-

verhandlung  aus,  in  welcher  sie  beispielsweise  angab,  dass  es  ihr  nach  wie  vor 

schwer  falle  und  auch  zukünftig  schwer  fallen  werde,  neue  Freundschaften  oder 

Beziehungen zu Männern aufzubauen, sie nicht mehr in den Ausgang gehe und es 

-   83   -

ihr auch heute noch Mühe bereite, nachts alleine unterwegs zu sein, weshalb sie 

dann jeweils mit jemandem telefoniere (Prot. II S. 27 f.). Auch weist sie darauf hin, 

dass der Grund für ihren Aufenthalt in der Krisenintervention nicht ihre Eltern, son-

dern ihre Angst vor der Heimkehr gewesen sei. Sie habe sich geschämt und habe 

einfach weggewollt. Sie habe nicht gewusst, was sie sagen bzw. wie sie damit um-

gehen sollte, und habe nicht darüber sprechen wollen (Prot. II S. 27 f., 30 + 33).

1.2. Die Vorinstanz hat sich zutreffend zu den allgemeinen Voraussetzungen ei-

ner adhäsionsweisen Zivilklage im Strafprozess geäussert, so dass auf die entspre-

chenden Erwägungen zu verweisen ist (Urk. 72 S. 38 bzw. Urk. 104/75 S. 36). Er-

gänzend ist festzuhalten, dass ein Anspruch auf Genugtuung gemäss Art. 49 OR 

nur besteht, sofern jemand in seiner Persönlichkeit widerrechtlich schwer verletzt 

und dies nicht in anderer Weise wiedergutgemacht wurde. Zudem kann und soll 

über adhäsionsweise Genugtuungsansprüche in der Regel sofort entschieden wer-

den (DOLGE, BSK StPO, 3. Aufl., N 45 zu Art. 126 StPO).

1.3.

Zwar  bleibt  es  beim  vorinstanzlichen  Freispruch  vom  Vorwurf  der  Schän-

dung (bzw. des Missbrauches einer urteilsunfähigen oder zum Widerstand unfähi-

gen Person), jedoch sind die Beschuldigten auch zweitinstanzlich wegen mehrfa-

chen fahrlässigen sexuellen Handlungen mit Kindern zum Nachteil der Privatkläge-

rin 1 zu verurteilen. Entgegen der Vorinstanz ist der Privatklägerin 1 dabei zu attes-

tieren, dass sie durch die Ereignisse vom tt. Mai 2020, als sie erst 13 ½ Jahre alt 

war, in nicht hinnehmbarem Umfang in ihrer Persönlichkeit verletzt wurde, wobei 

erschwerend zu berücksichtigen ist, dass sie sich zum Tatzeitpunkt in deutlich al-

koholisiertem Zustand befand und entsprechend vulnerabel war, was die Beschul-

digten erkannten. Ferner ist nicht zuletzt wegen der Art der vorgenommenen sexu-

ellen Handlungen von einem starken Eingriff in die sexuelle Integrität der Privatklä-

gerin 1 sowie insbesondere von einer nachhaltigen Gefährdung ihrer ungestörten 

sexuellen Entwicklung auszugehen, was im Grundsatz ohne Weiteres einen Ge-

nugtuungsanspruch begründet. Daran vermögen die von Beschuldigtenseite ein-

gereichten Ausschnitte aus dem Instagram-Account der Privatklägerin 1 nichts zu 

ändern, auch wenn sie die Behauptung der Privatklägerin 1, dass sie nicht mehr in 

den  Ausgang  gehe,  einigermassen  relativieren.  Mit  der  Privatklägerschaft  (vgl. 

-   84   -

Prot. II S. 39 ff., 44 f., 79 f. + 92) lassen nämlich Darstellungen in den sozialen Me-

dien nicht ohne Weiteres auf die tatsächliche innere psychische Verfassung einer 

Person schliessen, zumal solche Plattformen gerade der positiven Selbstinszenie-

rung dienen. Hinzu kommt, dass sich die Frage, wie Opfer eine Straftat verarbeiten, 

nicht in allgemeiner Form beantworten lässt, sondern sich dieser Prozess von Fall 

zu  Fall  sehr  unterschiedlich  präsentieren  kann.  Den  von  der  Privatklägerin 1  an-

lässlich der Berufungsverhandlung deponierten Aussagen, wonach es sich bei den 

anklagegegenständlichen Vorfällen um ein für sie einschneidendes Erlebnis han-

delt, welches ihr seelische Unbill verursacht hat, ist mithin ohne Weiteres Glauben 

zu schenken. Andrerseits erweisen sich die von der Privatklägervertretung behaup-

teten physischen und psychischen Folgen nach wie vor als mehrheitlich unbelegt. 

Es  liegen  weder  Arztberichte  noch  anderweitige  sachdienliche  Unterlagen  im 

Recht, welche ihre diesbezügliche Sachdarstellung zu stützen vermögen. Die Aus-

sagen  der  Privatklägerin 1,  wonach  sie  lediglich  ein  bis  zwei  Mal  eine  Therapie-

stunde  besucht  habe,  sich  indes  nicht  habe  öffnen  können,  sondern  das  Ganze 

lieber  verdränge  (Prot.  II  S. 27  + 33;  vgl.  auch  Urk. 131  S. 7 f.),  haben  ohne  die 

entsprechende Belege eine vergleichsweise geringe Aussagekraft. Letztlich offen 

bleiben muss auch, inwiefern sich die Fehltage der Privatklägerin 1 bei der Arbeit 

(vgl. Urk. 109 f.  +  Urk. 123-124/1-2)  auf  die  anklagegegenständlichen  Ereignisse 

zurückführen lassen (so die Privatklägerschaft in Prot. II S. 27, 42 + 90 ff.), nach-

dem die Häufung der Absenzen erst vier Jahre nach dem Vorfall eingetreten ist, 

was  sich  nicht  auf  Anhieb  erklären  lässt  und  die  Privatklägerin 1  auf  Nachfrage 

auch nicht restlos zu plausibilisieren vermochte (vgl. Prot. II S. 29). Insgesamt be-

stehen aufgrund ihrer Aussagen und der aktuellen Situation mithin zu wenig An-

haltspunkte, um auf das Vorliegen eines langfristigen Traumas bei der Privatkläge-

rin 1  schliessen  zu  können,  zumal  ihre  tatnächste  Schilderung  ihrer  Gefühlswelt 

einen anderen Eindruck vermittelt und gewisse ihrer später deponierten Aussagen 

– wie erwogen – als von Dritten übernommen anmuten (vgl. vorne Ziffer III.A.2.1.). 

Mit der Vorinstanz erscheint sodann mindestens fraglich (vgl. Urk. 72 S. 39 f. 

bzw. Urk. 104/75 S. 37 f.), inwiefern das Handeln der beiden Beschuldigten allein 

kausal für die von der Privatklägerin 1 geltend gemachten Beeinträchtigungen ist, 

nachdem sich auch die familiäre Situation der Privatklägerin 1 im Tatzeitpunkt äus-

-   85   -

serst schwierig gestaltete. Die gegenteiligen Behauptungen von Seiten der Privat-

klägerschaft vermögen den unangefochten gebliebenen Zirkulationsbeschluss der 

KESB  vom  5. Juni  2020  (Urk. D1/1/8),  wonach  die  Fremdplatzierung  primär  auf-

grund innerfamiliärer Umstände beschlossen wurde, nicht umzustossen, wobei es 

durchaus  zutreffen  mag,  dass  die  familiären  Spannungen  namentlich  auch  auf-

grund der inkriminierten Vorfälle zu eskalieren drohten. Soweit die Genugtuungs-

forderung sodann damit begründet wird, dass die Privatklägerin 1 nicht wisse, ob 

sie in jener Nacht vergewaltigt worden sei (vgl. Prot. II S. 27 f.; Urk. 131 S. 8 i.V.m. 

Prot. II S. 80), kann dies sodann keine Berücksichtigung finden, nachdem ein sol-

cher Tatverlauf trotz weitreichenden Ermittlungen nie Gegenstand dieses Verfah-

rens war und nicht zuletzt auch die dokumentierten Videosequenzen keinerlei Hin-

weise auf ein entsprechendes Ereignis geben. 

Nach  dem  Gesagten  ist  der  Privatklägerin 1  mithin  zuzubilligen,  dass  sie 

durch die Handlungen der Beschuldigten in nicht hinnehmbarem Umfang in ihrer 

Persönlichkeit  verletzt  wurde,  doch  erweisen  sich  die  von  ihr  behaupteten  Lang-

zeitfolgen bzw. eine mehr als zwei Jahre über das Ereignis hinausgehende ausser-

gewöhnliche Belastungssituation als zu wenig belegt und damit auch nicht hinrei-

chend plausibel. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Privatklägerin 1 selbst an-

gibt, dass es ihr zeitweise besser gehe, sie aber namentlich immer wieder mit der 

Sache zu kämpfen habe, wenn sie etwas von ihrer Anwältin oder dem Gericht höre 

(vgl. Prot. II S. 27; vgl. auch Urk. 131 S. 8), was auf einen rezidivierenden Verlauf 

mit punktuellem Wiederaufflammen der Belastung hindeutet. 

1.4.

Im  Rahmen  der  konkreten  Bemessung  der  Genugtuungssumme  ist  nebst 

der  dargelegten  Unbill  der  Privatklägerin 1  sodann  auch  die  unterschiedliche 

Schwere  der  von  den  Beschuldigten  vorgenommenen  sexuellen  Handlungen  zu 

berücksichtigen.  Beide  Beschuldigten  haben  die  Privatklägerin 1  in  der  Anfangs-

phase des Abends betatscht, was für die Bemessung der Genugtuung indes ver-

gleichsweise von untergeordneter Relevanz ist und eine Genugtuung im Bereich 

von jeweils Fr. 800.– gerechtfertigt erscheinen lässt. Demgegenüber fällt nament-

lich der vom Beschuldigten D._____ mit der Privatklägerin 1 zusätzlich praktizierte 

Oralverkehr  persönlichkeitsverletzend  ins  Gewicht,  was  für  sich  genommen  eine 

-   86   -

Genugtuung von Fr. 2'400.– rechtfertigt. Derweil sind die Beschuldigten für das in 

Mittäterschaft  begangene  Anfassen  und  Ausgreifen  der  Privatklägerin 1  in  der 

Schlussphase  zu  einer  solidarischen  Genugtuung  von  Fr. 800.–  zu  verpflichten. 

Unter Berücksichtigung all dieser Umstände ist der Beschuldigte D._____ zu ver-

pflichten, der Privatklägerin 1 eine Genugtuung von insgesamt Fr. 4'000.– zuzüg-

lich 5 % Zins seit tt. Mai 2020 zu bezahlen, dies unter solidarischer Haftung mit dem 

Beschuldigten E._____ bis zum Betrag von Fr. 800.–. Der Beschuldigte E._____ 

ist  angesichts  seiner  Tathandlungen  derweil  zu  verpflichten,  der  Privatklägerin 1 

eine Genugtuung von insgesamt Fr. 1'600.– zuzüglich 5 % Zins seit tt. Mai 2020 zu 

bezahlen, für welche er bis zum Betrag von Fr. 800.– solidarisch mit dem Beschul-

digten D._____ haftet. 

1.5.

Im Mehrbetrag ist das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 1 demge-

genüber abzuweisen, nachdem eine weitergehende seelische Unbill aufgrund der 

inkriminierten  sexuellen  Handlungen  im  Rahmen  des  Berufungsverfahrens  nicht 

genügend plausibilisiert zu werden vermochte. 

2.

Die  Privatkläger  2  und  3  beantragten  sowohl  vor  Vorinstanz  als  auch  vor 

dem Berufungsgericht, dass die Beschuldigten unter solidarischer Haftung ihnen 

gegenüber zur Bezahlung einer Genugtuungssumme von je Fr. 5'000.– zuzüglich 

Zins zu verpflichten seien (Urk. 55 S. 8 ff. + Urk. 56 S. 9 ff.; Urk. 133 S. 2 + 17 f.; 

Prot. II S. 94 f.). 

2.1. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 49 OR haben die na-

hen Angehörigen einer körperlich geschädigten Person Anspruch auf Ersatz des 

deswegen erlittenen seelischen Schadens, wenn dieser aussergewöhnlich ist und 

sie somit in gleicher Weise oder gar stärker betroffen sind als im Todesfall. Ent-

sprechend dieser Praxis kann auch der Anspruch der Eltern von Opfern sexuellen 

Missbrauchs auf eine Genugtuung nicht von vornherein ausgeschlossen werden, 

doch können nur aussergewöhnlich schwere Beeinträchtigungen die Zusprechung 

einer solchen Entschädigung rechtfertigen (vgl. Urteile 6B_358/2024 vom 12. Au-

gust  2024,  E. 3.1.,  7B_931/2023  vom  24. Mai  2024,  E. 3.2.,  7B_170/2023  vom 

15. November 2023, E. 3.2. und 6B_44/2020 vom 16. September 2020, E. 10.1.). 

Der Elternteil eines sexuell missbrauchten Kindes muss demnach mit der gleichen 

-   87   -

Intensität  betroffen  sein  wie  im  Falle  einer  schweren  Körperverletzung  oder  des 

Todes dieses Kindes (BGE 139 IV 89, E. 2.4.1.; Urteile 6B_358/2024 vom 12. Au-

gust 2024, E. 3.1. und 7B_931/2023 vom 24. Mai 2024, E. 3.2.). 

2.2. Dass die Privatkläger 2 und 3 durch die Straftaten der Beschuldigten durch-

aus  betroffen  sind  und  ihnen  dadurch  ein  gewisses  Leid  zugefügt  wurde,  wurde 

bereits dargelegt (vgl. vorne Ziffer II.1.). Sie haben die Straftaten zum Nachteil ihrer 

Tochter indessen nicht direkt miterlebt und die Übergriffe haben sich auch nicht in 

ihrer unmittelbaren Nähe abgespielt. Ihr Leiden manifestiert sich in erster Linie da-

durch, dass sie sich Selbstvorwürfe machen, das vorliegende Strafverfahren das 

Familienleben stark belastet und sie sich nicht zuletzt auch in ihrer Familienehre 

beschmutzt fühlen, dies im Sinne von sog. Reflexgeschädigten, die in einer beson-

deren  Beziehung  zur  Direktgeschädigten  stehen  und  durch  dasselbe  Ereignis 

ebenfalls seelisch beeinträchtigt sind. Damit ist aber fraglich, ob die seelische Unbill 

in casu als derart aussergewöhnlich anzusehen ist, dass die Eltern in vergleichba-

rer Weise wie bei einer schweren Körperverletzung oder bei einem Todesfall des 

Kindes betroffen sind. Der psychische Schmerz, den die Privatkläger 2 und 3 bei 

dem Gedanken erleiden, dass die Beschuldigten sexuelle Handlungen mit der an-

getrunkenen  Privatklägerin 1  vorgenommen  haben,  sowie  die  Spannungen,  die 

dieser Vorfall innerhalb der Familie und im Kulturkreis, in welchem sie verkehren, 

verursacht hat, sind zwar durchaus nachvollziehbar, können jedoch kaum mit ei-

nem solch starken Leiden verglichen werden. Zwar sind die Handlungen der Be-

schuldigten keineswegs zu bagatellisieren, doch können sie nicht mit einer schwe-

ren  Vergewaltigung  gleichgesetzt  werden,  die  beim  Opfer  regelmässig  zu  einer 

posttraumatischen  Belastungsstörung  oder  gar  Selbstmordgedanken  führt  (vgl. 

BGE  139  IV  89).  Es  ist  denn  auch  nicht  ersichtlich,  dass  die  Privatklägerin 1  im 

vorliegenden  Fall  krankhafte  oder  suizidale  Ideen  entwickelt  bzw.  schwere  Trau-

mata erlitten hat, die geeignet wären, auch ihre Eltern objektiv in genügender In-

tensität zu beeinträchtigen (vgl. zum Ganzen Urteil 6B_358/2024 vom 12. August 

2024, E. 3. sowie vorstehend Ziffer VIII.1.3.). Insgesamt wurden die Privatkläger 2 

und 3 durch die Straftaten zum Nachteil ihrer Tochter mithin nicht in einer von der 

Rechtsprechung geforderten aussergewöhnlichen Weise beeinträchtigt, zumal es 

aus einer objektiven Warte nicht den entscheidenden Ausschlag geben kann, dass 

-   88   -

sich die Familie der Privatklägerschaft in kurdischen Kreisen bewegt, in welchen 

aussereheliche sexuelle Kontakte schnell mit schweren Nachteilen für den Famili-

enruf verbunden sein können (vgl. Urk. 82 S. 2 bzw. Urk. 104/85 S. 2). Es bleiben 

die geltend gemachten Selbstvorwürfe, Schlafstörungen und Depressionen der Pri-

vatkläger 2 und 3 sowie die innerfamiliären Belastungen, welche an sich zwar ernst-

zunehmende Beeinträchtigungen darstellen, im Lichte der dargelegten bundesge-

richtlichen  Rechtsprechung  im  gegebenen  Kontext  aber  nicht ausreichen und  im 

Übrigen  auch  nicht  hinreichend  substantiiert  worden  sind,  weshalb  das  jeweilige 

Genugtuungsbegehren der Privatkläger 2 und 3 abzuweisen ist.

IX.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Erstinstanzliches Verfahren 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten die bis zum Abschluss des vorinstanz-

lichen  Verfahrens  aufgelaufenen  Kosten  mit  zutreffender  Begründung  jeweils  im 

Umfang von drei Vierteln auferlegt (Urk. 72 S. 41 + Urk. 104/75 S. 39). Der Beru-

fungsprozess brachte im Schuldpunkt mit Bezug auf beide Beschuldigte keine we-

sentliche Änderung des erstinstanzlichen Urteils. Demzufolge sind die Kosten- und 

Entschädigungsdispositive sowohl des Entscheides betreffend den Beschuldigten 

D._____ (DG220213, Ziffern 13 und 14) als auch des Entscheides betreffend den 

Beschuldigten E._____ (DG220214, Ziffern 12 und 13) in zweiter Instanz vollum-

fänglich zu bestätigen (vgl. Art. 426 StPO).

2.

Zweitinstanzliches Verfahren 

2.1. Vorab ist zu bemerken, dass am 1. Januar 2024 die revidierten Bestimmun-

gen der Strafprozessordnung in Kraft traten (AS 2023 468; BBl 2019 6697). Ge-

mäss Art. 453 Abs. 1 StPO werden Rechtsmittel gegen Entscheide, die vor Inkraft-

treten der neuen Regelungen gefällt wurden, indes nach bisherigem Recht beur-

teilt. Infolgedessen ist für das vorliegende Rechtsmittelverfahren das frühere Pro-

zessrecht massgebend, ergingen doch die angefochtenen Entscheide am 28. Sep-

tember 2023 und damit vor Inkrafttreten der Revision.

-   89   -

2.2. Die  Kosten  des  Berufungsverfahrens  tragen  die  Parteien  nach  Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob bzw. inwieweit eine 

Partei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt davon ab, in wel-

chem Ausmass ihre vor der zweiten Instanz gestellten Anträge gutgeheissen wer-

den (Urteil 6B_791/2023 vom 23. August 2023, E. 1.4.). 

2.3.

2.3.1.  Die Entscheidgebühr für das betreffend beide Beschuldigten gemeinsam ge-

führte  Berufungsverfahren  ist  auf  Fr. 8'000.–  zu  veranschlagen  (Art.  424  Abs.  1 

StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 Abs. 1 lit. b GebV OG).

2.3.2.  Die beiden Beschuldigten unterliegen mit ihren Anträgen im Berufungsver-

fahren in den wesentlichen Punkten. Der Beschuldigte D._____ erreicht einen wei-

teren marginalen Teilfreispruch und eine Reduktion der Sanktion, während es beim 

Beschuldigten E._____ beim vorinstanzlichen Schuldspruch mit einer immerhin et-

was milderen Geldstrafe bleibt. In den übrigen Punkten, die den weitaus grösseren 

Umfang ihrer Appellation ausmachen, unterliegen die Beschuldigten. Der Umstand, 

dass die Strafen in zweiter Instanz zu ihren Gunsten angepasst wurden, vermag 

angesichts  des  damit  verbundenen  Ermessensentscheides  denn  auch  nichts  an 

ihrem grundsätzlichen Unterliegen zu ändern (vgl. GRIESSER, ZK StPO, a.a.O., N 12 

zu Art. 428 StPO). 

2.3.3.  Auf der anderen Seite kommt es auch bei den Privatklägern zu einem mehr-

heitlichen  Unterliegen  im  Berufungsverfahren.  Die  Berufung  der  Privatkläger 2 

und 3 wird vollumfänglich abgewiesen und auch auf Seiten der Privatklägerin 1 er-

geht eine mehrheitliche Abweisung ihrer Berufungsanträge, dringt sie doch einzig 

hinsichtlich  des  Zivilpunktes  teilweise  durch.  In  Gewichtung  der  entsprechenden 

Anträge der Parteien (Beschuldigte: Anfechtung der Schuldsprüche betreffend die 

Dossiers 1, 3 und 4 sowie der diesbezüglichen Folgepunkte; Privatkläger: Anfech-

tung von Freisprüchen und rechtlicher Würdigung betreffend Dossier 1 sowie des 

Zivilpunktes) rechtfertigt es sich grundsätzlich, die Kosten des Berufungsverfahrens 

– mit Ausnahme jener der amtlichen Verteidigungen und der unentgeltlichen Pri-

-   90   -

vatklägervertretungen – der Privatklägerin 1 sowie den Privatklägern 2 und 3 zu je 

einem Zehntel und den Beschuldigten zu je vier Zehnteln aufzuerlegen. 

Aufgrund des jungen Alters der Privatklägerin 1 und ihrer als Schülerin be-

scheidenen finanziellen Verhältnisse ist der Kostenanteil der Privatklägerin 1 indes-

sen definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen. Der Kostenanteil der Privatkläger 2 

und 3 ist derweil zufolge erteilter unentgeltlicher Rechtspflege einstweilen auf die 

Gerichtskasse zu nehmen (Art. 136 Abs. 2 lit. b StPO). In analoger Anwendung von 

Art. 135  Abs. 4  lit. a  StPO  ist  indessen  die  Rückforderung  für  den  Fall,  dass  die 

Privatkläger 2 und 3 in günstige wirtschaftliche Verhältnisse gelangen, vorzubehal-

ten (Art. 138 Abs. 1 StPO; vgl. Urteil 6B_370/2016 vom 16. März 2017, E. 1.2.).

2.4.

2.4.1.  Die amtliche Verteidigung des Beschuldigten D._____ macht für ihre Bemü-

hungen und Barauslagen vor Berufungsgericht den Betrag von Fr. 10'631.65 (inkl. 

MWST und Barauslagen) geltend, worin der Weg zur Berufungsverhandlung und 

die Nachbesprechung bereits inkludiert sind (Urk. 135). Der Aufwand ist ausgewie-

sen und das geltend gemachte Honorar steht im Einklang mit den Ansätzen der 

kantonalen  Anwaltsgebührenverordnung.  Unter  Berücksichtigung  der  tatsächlich 

angefallenen Aufwendungen für die Berufungsverhandlung, welche ohne Mittags-

pause rund 12 Stunden gedauert hat (vgl. Prot. II S. 12, 35 + 99), erscheint es mit-

hin angemessen, den amtlichen Verteidiger mit insgesamt Fr. 13'500.– (inkl. 8,1 % 

MWST) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.

2.4.2.  Der mit Kostennote vom 4. Juni 2025 (Urk. 137) geltend gemachte Aufwand 

der  amtlichen  Verteidigung  des  Beschuldigten  E._____  von  Fr. 12'861.40  (inkl. 

MWST und Barauslagen), worin wiederum der Weg zur Berufungsverhandlung und 

die Nachbesprechung inkludiert sind, erscheint hoch, aber gerade noch angemes-

sen. Unter Berücksichtigung der vorstehend dargelegten Aufwendungen für die Be-

rufungsverhandlung ist der amtliche Verteidiger dementsprechend mit einem Ho-

norar von insgesamt Fr. 15'800.– (inkl. 7,7 % bzw. 8,1 % MWST) aus der Gerichts-

kasse zu entschädigen.

-   91   -

2.4.3.  Die unentgeltliche Vertreterin der Privatklägerin 1 berechnet für ihre Bemü-

hungen und Barauslagen im Berufungsverfahren den Betrag von Fr. 7'029.60 (inkl. 

MWST und Barauslagen; Urk. 132). Dieser Aufwand ist ebenfalls ausgewiesen und 

das geltend gemachte Honorar steht auch hier gerade noch im Einklang mit den 

Ansätzen der Anwaltsgebührenverordnung, nachdem die Vertreterin nicht zum ge-

samten Prozessstoff zu plädieren hatte. Folglich erscheint es unter Berücksichti-

gung  der  tatsächlich  angefallenen  Aufwendungen  für  die  Berufungsverhandlung 

(inkl. Weg und Nachbesprechung entsprechend insgesamt 14 Stunden) gerecht-

fertigt, die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin 1 mit insgesamt Fr. 10'300.– 

(inkl. 7,7 % bzw. 8,1 % MWST) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.

2.4.4.  Die unentgeltliche Vertretung der Privatkläger 2 und 3 stellt derweil für ihre 

Bemühungen  und  Barauslagen 

im  Berufungsverfahren  einen  Betrag  von 

Fr. 11'921.75 (inkl. MWST und Barauslagen) in Rechnung, worin die Berufungsver-

handlung bereits mit 8 Stunden (geschätzt) veranschlagt ist (Urk. 106). Auch dieser 

Aufwand ist insoweit ausgewiesen und das geltend gemachte Honorar steht auch 

hier  aufgrund  des  beschränkten  Anfechtungsgegenstandes  gerade  noch  im  Ein-

klang mit den Ansätzen der Anwaltsgebührenverordnung. Es rechtfertigt sich dem-

zufolge, die unentgeltliche Vertretung der Privatkläger 2 und 3 unter Berücksichti-

gung des Umstandes, dass die Berufungsverhandlung rund 4 Stunden länger als 

veranschlagt gedauert hat und der Weg sowie eine Nachbesprechung noch nicht 

einberechnet wurden, mit insgesamt Fr. 13'300.– (inkl. 7,7 % bzw. 8,1 % MWST) 

aus der Gerichtskasse zu entschädigen.

2.5. Die zweitinstanzlichen Kosten der amtlichen Verteidigungen der Beschuldig-

ten D._____ und E._____ sind einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Ent-

sprechend der Kostenverlegung bleiben die Rückzahlungspflichten der Beschuldig-

ten für die sie betreffenden Kosten im Umfang von jeweils vier Zehnteln vorbehalten 

(Art. 135 Abs. 4 StPO). 

2.6. Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatkläger sind hingegen bei 

gegebener Sachlage gestützt auf Art. 30 Abs. 3 OHG jeweils definitiv auf die Ge-

richtskasse zu nehmen (vgl. BGE 141 IV 262, E. 3.4.;143 IV 154, E. 2.3.5.), nach-

dem ihre Opferstellung aufgrund des zweitinstanzlich bestätigten Schuldspruches 

-   92   -

wegen mehrfachen fahrlässigen sexuellen Handlungen mit Kindern auch im Beru-

fungsverfahren weiterbesteht.

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 8. Abtei-

lung, vom 28. September 2023 betreffend den Beschuldigten D._____ (Urteil 

DG220213) bezüglich der Dispositivziffern 1 teilweise (Schuldspruch wegen 

mehrfachen Führens eines Motorfahrzeuges ohne Führerausweis und Ver-

gehens gegen das Waffengesetz), 5 (Verzicht auf Widerruf), 7 - 9 (Sicher-

stellungen), 12 (Kostenfestsetzung) und 15 (Kosten der unentgeltlichen Pri-

vatklägervertretung) in Rechtskraft erwachsen ist.

2.

Es wird weiter festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 

8. Abteilung, vom 28. September 2023 betreffend den Beschuldigten 

E._____ (Urteil DG220214) bezüglich der Dispositivziffern 1 teilweise 

(Schuldspruch wegen mehrfachen Führens eines Motorfahrzeuges ohne 

Führerausweis), 7 (Sicherstellungen), 11 (Kostenfestsetzung) und 14 (Kos-

ten der unentgeltlichen Privatklägervertretung) in Rechtskraft erwachsen ist.

3.

Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1.1. Der Beschuldigte D._____ ist ferner schuldig







der mehrfachen fahrlässigen sexuellen Handlungen mit Kindern im 

Sinne von Art. 187 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 4 StGB (Dossier 1),

des Verabreichens gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder im Sinne 

von Art. 136 StGB (Dossier 1) sowie

der mehrfachen Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 Satz 1 

und 2 StGB (Dossier 4).

-   93   -

1.2. Der Beschuldigte D._____ wird freigesprochen von den Vorwürfen





der Schändung im Sinne von Art. 191 aStGB sowie 

der Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB (Dossier 1). 

1.3. Der Beschuldigte D._____ wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 14 Mo-

naten, wovon 3 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Geldstrafe 

von 180 Tagessätzen zu Fr. 90.–. 

1.4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe wird aufgeschoben und 

die Probezeit jeweils auf 3 Jahre festgesetzt. 

2.1. Der Beschuldigte E._____ ist ferner schuldig









der mehrfachen fahrlässigen sexuellen Handlungen mit Kindern im 

Sinne von Art. 187 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 4 StGB (Dossier 1),

des Verabreichens gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder im Sinne 

von Art. 136 StGB (Dossier 1),

der mehrfachen Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 Satz 1 

und 2 StGB (Dossiers 1 und 3) sowie 

der Gewaltdarstellungen im Sinne von Art. 135 Abs. 1bis aStGB (Dos-

sier 3).

2.2. Der Beschuldigte E._____ wird vom Vorwurf der Schändung im Sinne von 

Art. 191 aStGB freigesprochen.

2.3. Der Beschuldigte E._____ wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 12 Mo-

naten, wovon 2 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Geldstrafe 

von 120 Tagessätzen zu Fr. 70.–. 

2.4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe wird aufgeschoben und 

die Probezeit jeweils auf 2 Jahre festgesetzt. 

3.1. Dem Beschuldigten D._____ wird gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. b und lit. d 

Ziff. 2 StGB lebenslänglich jede berufliche und jede organisierte ausserberuf-

-   94   -

liche Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, 

verboten.

3.2. Dem Beschuldigten E._____ wird gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. b und lit. d 

Ziff. 2 StGB lebenslänglich jede berufliche und jede organisierte ausserberuf-

liche Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, 

verboten.

4.

Von der Anordnung einer Landesverweisung des Beschuldigten E._____ 

wird abgesehen.

5.

Das sichergestellte Mobiltelefon "Samsung Galaxy" des Beschuldigten 

E._____ (Asservat Nr. A013'897'996) wird eingezogen und der Lagerbe-

hörde nach Eintritt der Rechtskraft zur Vernichtung überlassen.

6.1. Der Beschuldigte D._____ wird verpflichtet, der Privatklägerin A._____ eine 

Genugtuung von Fr. 4'000.– zuzüglich 5 % Zins seit tt. Mai 2020 zu bezah-

len, unter solidarischer Haftung mit dem Beschuldigten E._____ bis zum Be-

trag von Fr. 800.–. 

Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin abgewie-

sen. 

6.2. Der Beschuldigte E._____ wird verpflichtet, der Privatklägerin A._____ eine 

Genugtuung von Fr. 1'600.– zuzüglich 5 % Zins seit tt. Mai 2020 zu bezah-

len, unter solidarischer Haftung mit dem Beschuldigten D._____ bis zum Be-

trag von Fr. 800.–. 

Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin abgewie-

sen.

7.

Die Genugtuungsbegehren der Privatkläger B._____ und C._____ werden 

abgewiesen.

-   95   -

8.1. Das Kosten- und Entschädigungsdispositiv des erstinstanzlichen Urteils be-

treffend den Beschuldigten D._____ (Urteil DG220213, Ziffern 13 und 14) 

wird bestätigt.

8.2. Das Kosten- und Entschädigungsdispositiv des erstinstanzlichen Urteils be-

treffend den Beschuldigten E._____ (Urteil DG220214, Ziffern 12 und 13) 

wird bestätigt.

9.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

8'000.– ; die weiteren Kosten betragen:

13'500.–

15'800.–

  amtliche Verteidigung des Beschuldigten D._____ 

(inkl. 8,1 % MWST),

  amtliche Verteidigung des Beschuldigten E._____ 

(inkl. 7,7 % bzw. 8,1 % MWST),

10'300.–

  die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin 1 
  (inkl. 7,7 % bzw. 8,1 % MWST),

Fr. 

13'300.–

  die unentgeltliche Vertretung der Privatkläger 2 und 3 
  (inkl. 7,7 % bzw. 8,1 % MWST).

10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme jener der amtlichen 

Verteidigungen und der unentgeltlichen Privatklägervertretungen, werden zu 

je vier Zehnteln den Beschuldigten D._____ und E._____ und zu je einem 

Zehntel der Privatklägerin 1 sowie den Privatklägern 2 und 3 auferlegt.

Der Kostenanteil der Privatklägerin 1 wird definitiv auf die Gerichtskasse ge-

nommen. 

Der Kostenanteil der Privatkläger 2 und 3 wird einstweilen auf die Gerichts-

kasse genommen, unter Vorbehalt der Rückzahlungspflicht gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO in Verbindung mit Art. 138 Abs. 1 StPO.

11. Die Kosten der amtlichen Verteidigungen der Beschuldigten D._____ und 

E._____ werden jeweils einstweilen auf die Gerichtskasse genommen, wo-

bei die Rückzahlungspflicht der beiden Beschuldigten im Umfang von jeweils 

vier Zehnteln vorbehalten bleibt. 

-   96   -

Die Kosten der unentgeltlichen Vertretungen der Privatkläger 1 - 3 werden 

jeweils definitiv auf die Gerichtskasse genommen. 

12. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an











die amtliche Verteidigung des Beschuldigten 1 im Doppel für sich und 
zuhanden des Beschuldigten 1

die amtliche Verteidigung des Beschuldigten 2 im Doppel für sich und 
zuhanden des Beschuldigten 2

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

die unentgeltliche Rechtsvertretung der Privatklägerin 1 im Doppel für 
sich und zuhanden der Privatklägerin 1 

die unentgeltliche Rechtsvertretung der Privatkläger 2 und 3, dreifach 
für sich und zuhanden der Privatkläger 2 und 3

sowie in vollständiger Ausfertigung an













die amtliche Verteidigung des Beschuldigten 1 im Doppel für sich und 
zuhanden des Beschuldigten 1

die amtliche Verteidigung des Beschuldigten 2 im Doppel für sich und 
zuhanden des Beschuldigten 2 

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

die unentgeltliche Rechtsvertretung der Privatklägerin 1 im Doppel für 
sich und zuhanden der Privatklägerin 1 

die unentgeltliche Rechtsvertretung der Privatkläger 2 und 3, dreifach 
für sich und zuhanden der Privatkläger 2 und 3

das Bundesamt für Polizei, Bundeskriminalpolizei

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an











die Vorinstanz

das Migrationsamt des Kantons Zürich 

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Löschung 
des DNA-Profils

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste betr. Dispositivziffer 3 "Tätigkeitsverbot" 

die Kantonspolizei Zürich, KDM-FS-A, betr. Dispositivziffer 5 per E-Mail 
(asservate@kapo.zh.ch)

-   97   -





die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a 
Abs. 1 PolG)

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formularen A und 
Formular B (betreffend den Beschuldigten 1). 

13. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsa-

chen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer

Zürich, 10. Juli 2025

Die Präsidentin:

Die Gerichtsschreiberin:

Oberrichterin lic. iur. Ohnjec

MLaw Brülisauer

-   98   -

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.