# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** af07106a-9823-5090-bd10-2f0fb046c62e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-12-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.12.2014 D-5981/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5981-2014_2014-12-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-5981/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  D e z e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Robert Galliker (Vorsitz), 

Richterin Muriel Beck Kadima,  

Richterin Claudia Cotting-Schalch,  

Gerichtsschreiberin Sandra Bienek. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), Syrien, 

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern.  

 

Gegenstand 

 
Visum aus humanitären Gründen (Asyl)  

z.G. von B._______, C._______; 

Verfügung des BFM vom 26. September 2014 /  

(…) / (…). 

 

 

D-5981/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

B._______, dessen Ehefrau, C._______, und deren gemeinsamer Sohn, 

D._______, alle aus Syrien stammend, (nachfolgend: Gesuchstellende) 

beantragten am 13. August 2014 bei der schweizerischen Botschaft in Is-

tanbul (nachfolgend: Botschaft) ein sogenanntes "Schengen-Visum" für ei-

nen 90-tägigen Besuchsaufenthalt beim in der Schweiz lebenden Be-

schwerdeführer (Sohn bzw. Bruder). 

Die Botschaft wies die Visumsanträge der Gesuchstellenden mit Verfügung 

vom 15. August 2014 (eröffnet am 25. August 2014) unter Verwendung des 

in Anhang VI der Verordnung (EG) Nr. 810/2009 des Europäischen Parla-

ments und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemein-

schaft (Visakodex; ABl. L 243/1 vom 15. September 2009) vorgesehenen 

Formulars ("Refusal/Annulment/Revocation of Visa") mit der Begründung 

ab, der Zweck sowie die Bedingungen des beabsichtigten Aufenthalts 

seien nicht nachgewiesen worden und die Absicht der Gesuchstellenden 

zur Wiederausreise aus dem Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten vor Ablauf 

des Visums habe nicht festgestellt werden können. Zudem sei der Nach-

weis einer unmittelbaren Gefährdung nicht erbracht worden und die Vo-

raussetzungen für ein humanitäres Visum nach der Weisung des BFM vom 

28. September 2012 seien nicht erfüllt. 

B.  

Gegen die Verfügung der Botschaft erhob der Beschwerdeführer mit Ein-

gabe vom 27. August 2014 (Eingang BFM: 29. August 2014) gestützt auf 

Art. 6 Abs. 2bis AuG (SR 142.20) Einsprache beim BFM. 

Begründet war die Einsprache wie folgt: Die Gesuchstellenden befänden 

sich nun in der Türkei. Es gehe ihnen sehr schlecht, da sie niemanden 

hätten, der für sie sorgen könne. Sie würden medizinische Hilfe benötigen. 

Eine Rückkehr nach Syrien sei aufgrund der politischen Lage bekannter-

massen nicht möglich. Der Beschwerdeführer und dessen in der Schweiz 

wohnhaften Brüder würden die Gesuchstellenden beherbergen und für 

diese sorgen. 

C.  

Mit Verfügung vom 26. September 2014 wies das BFM die Einsprache ab. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 150.– wurden dem Beschwerdeführer aufer-

legt und mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 

D-5981/2014 

Seite 3 

Zur Begründung führte das BFM aus, die nach der Verordnung über die 

Einreise und Visumserteilung (VEV, SR 142.204) und des Visakodexes 

geltenden Einreisevoraussetzungen seien nicht erfüllt. Die Gesuchstellen-

den würden aus Syrien stammen, wo ein bewaffneter Konflikt herrsche und 

die wirtschaftlichen sowie politischen Verhältnisse schwierig seien. Ge-

mäss Angaben des UNHCR (United Nations High Commissioner for Refu-

gees) befänden sich im Landesinnern rund 7 Millionen Vertriebene und in 

den Nachbarstaaten Syriens über 2,7 Millionen registrierte Kriegsflücht-

linge. Der Zuwanderungsdruck sei vor diesem Hintergrund sehr stark und 

viele würden versuchen, sich ins Ausland zu begeben. Das Risiko einer 

nicht fristgerechten und anstandslosen Rückkehr sei daher als grundsätz-

lich hoch einzustufen. Ferner seien keine persönlichen Gründe dargelegt 

worden, die wider der in Syrien herrschenden Krise für die Sicherstellung 

einer Rückreise sprechen würden. Des Weiteren könne kein Visum aus 

humanitären Gründe im Sinne von Art. 2 Abs. 4 VEV erteilt werden. Ein 

solches würde voraussetzen, dass im konkreten Einzelfall offensichtlich 

davon ausgegangen werden müsse, dass die gesuchstellende Person im 

Heimat- oder Herkunftsstaat unmittelbar, ernsthaft und konkret an Leib und 

Leben gefährdet sei. Die Gesuchstellenden seien einer solchen Gefähr-

dung aber nicht ausgesetzt, da sie sich in einem sicheren Drittstaat aufhal-

ten würden, in welchem weder Krieg noch eine Situation landesweiter, all-

gemeiner Gewalt herrsche. Syrische Flüchtlinge würden in der Türkei ge-

duldet und beherbergt. Die Flüchtlingslager seien gut ausgestattet und der 

Zugang zu einer minimalen Gesundheitsversorgung gewährleistet. Die Le-

bensbedingungen der Gesuchstellenden seien mit denjenigen von rund 

815 000 syrischen Kriegsvertriebenen in der Türkei vergleichbar. Für den 

Weiterverbleib der Gesuchstellenden in der Türkei spreche nicht zuletzt, 

dass sie sich dort in einem sicheren Drittstaat ohne substanziiert gegen sie 

persönlich gerichtete und belegte Probleme aufhalten könnten. Schliess-

lich komme auch die Ausnahmeregelung für syrische Familienangehörige 

nach der Weisung des BFM vom 4. September 2013 nicht zur Anwendung, 

da diese am 29. November 2014 [recte: 2013] aufgehoben worden sei. 

D.  

Mit Eingabe vom 12. Oktober 2014 an die Vorinstanz – von dieser zustän-

digkeitshalber an das Bundesverwaltungsgericht (Eingang: 16. Oktober 

2014) weitergeleitet – erhob der Beschwerdeführer Beschwerde gegen die 

vorinstanzliche Verfügung. Er beantragte sinngemäss, der Entscheid des 

BFM vom 26. September 2014 sei aufzuheben und es sei wenigstens sei-

nen Eltern ein (humanitäres) Visum zu erteilen. 

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Seite 4 

Zur Begründung der Beschwerdebegehren wurde im Wesentlichen geltend 

gemacht, die Lage in Syrien und in der Türkei habe sich verschlechtert. Die 

Eltern würden aufgrund ihres Alters eine "besondere Versorgung" brau-

chen. Er und seine vier Brüder würden für jene sorgen können. Nachdem 

sich die Lage in Syrien verbessert haben werde, würden die Eltern wieder 

in ihre Heimat zurückkehren. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 

Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden gegen 

Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer in Art. 33 VGG aufge-

führten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen unter anderem Verfü-

gungen beziehungsweise Einspracheentscheide des BFM, mit denen die 

Erteilung eines Visums verweigert wird. In dieser Materie entscheidet das 

Bundesverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). Sofern 

das VGG nichts anderes bestimmt, richtet sich das Verfahren vor dem Bun-

desverwaltungsgericht nach dem VwVG (Art. 37 VGG). 

1.2 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde gemäss Art. 48 Abs. 1 

VwVG legitimiert. 

1.3 Bei der vorliegenden Beschwerde handelt es sich um eine sogenannte 

"Laienbeschwerde", an die keine hohen formellen Anforderungen zu stel-

len sind. Auf die frist- und insoweit formgerecht eingereichte Beschwerde 

ist einzutreten (Art. 50 sowie Art. 52 VwVG). 

1.4 Aus den Beschwerdevorbringen geht hervor, dass ausschliesslich zu-

gunsten der Eltern Beschwerde erhoben wird. Demzufolge ist die vo-

rinstanzliche Verfügung in Bezug auf den Bruder (D._______) in Rechts-

kraft erwachsen. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und – da 

D-5981/2014 

Seite 5 

keine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unan-

gemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). 

3.  

Gestützt auf Art. 57 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG wird vorliegend auf 

einen Schriftenwechsel verzichtet, da sich die Beschwerde, wie nachfol-

gende aufgezeigt, als zum vornherein unbegründet erweist. 

4.  

4.1 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines 

Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Ertei-

lung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – 

grundsätzlich nicht gehalten, ausländischen Personen die Einreise zu ge-

statten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es sich da-

bei um einen autonomen Entscheid (vgl. BVGE 2009/27 E. 3, m.w.H.). 

4.2 Die Behandlung der vorliegenden Visagesuche für die Schweiz fallen 

in den Anwendungsbereich des Schengen-Assoziierungsabkommens. Das 

Schengen-Recht schränkt die nationalstaatlichen Befugnisse ein. Es stellt 

einheitliche Voraussetzungen für Einreise und Ausstellung von Visa auf 

und verpflichtet die Mitgliedstaaten, die Einreise beziehungsweise die Aus-

stellung eines Visums zu verweigern, wenn die entsprechenden Voraus-

setzungen nicht erfüllt sind (vgl. BVGE 2014/1 E. 4.1.4). Die Schweiz hat 

mit Unterzeichnung des Schengen-Assoziierungsabkommens den Schen-

gen-Besitzstand und die dazugehörigen gemeinschaftsrechtlichen Rechts-

akte übernommen. Art. 2 Abs. 4 AuG weist in diesem Sinne deklaratorisch 

darauf hin, dass die Bestimmungen über das Visumverfahren und über die 

Ein- und Ausreise nur gelten, sofern die Schengen-Assoziierungsabkom-

men keine abweichenden Bestimmungen enthalten (vgl. auch Art. 2 Abs. 1 

AuG). 

4.3 Die Einreisevoraussetzungen für einen Drittstaatsangehörigen für ei-

nen Aufenthalt von bis zu drei Monaten je Sechsmonatszeitraum präzisiert 

Art. 5 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 562/2006 des Europäischen Parla-

ments und des Rates vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex 

für das Überschreiten der Grenzen durch Personen (Schengener Grenz-

kodex [SGK, ABl. L 105/1 vom 13. April 2006]; vgl. Art. 2 Abs. 1 VEV). Die 

in Art. 5 Abs. 1 und 2 AuG aufgelisteten Voraussetzungen entsprechen die-

sen im Wesentlichen (vgl. BVGE 2009/27 E. 5). 

D-5981/2014 

Seite 6 

Art. 5 Abs. 1 Bst. b SGK besagt im Einzelnen, dass ein Drittstaatangehöri-

ger, sofern er über keinen gültigen Aufenthaltstitel verfügt, zur Einreise ein 

gültiges Visum vorzuweisen hat, wenn dies die Verordnung (EG) 

Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001 zur Aufstellung der Liste der 

Drittländer, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengren-

zen im Besitz eines Visums sein müssen, sowie der Liste der Drittländer, 

deren Staatsangehörige von dieser Visumspflicht befreit sind (ABl. L 81/1 

vom 21. März 2001), vorschreibt. Die Verordnung (EG) Nr. 539/2001 ver-

weist sodann in Art. 1 Abs. 1 und 2 auf die Anhänge I und II, welche jeweils 

eine Liste von Drittländern enthalten. In Anhang I sind diejenigen Drittstaa-

ten aufgelistet, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussen-

grenze der Schengen-Mitgliedstaaten im Besitze eines Visums sein müs-

sen, in Anhang II dagegen diejenigen, deren Staatsangehörige von der Vi-

sumspflicht befreit sind. Syrien ist in der Liste im Anhang I der Verordnung 

(EG) Nr. 539/2001 aufgeführt, womit deren Staatsangehörige visumspflich-

tig sind. 

Die Voraussetzungen und das Verfahren für die Erteilung von Visa werden 

mit dem Visakodex festgelegt. Bei der Prüfung eines Antrags auf ein soge-

nannt "einheitliches Visum" ist nach Art. 21 Abs. 1 Visakodex unter ande-

rem festzuhalten, ob der Antragssteller die Einreisevoraussetzungen nach 

dem hiervor genannten Art. 5 Abs. 1 SGK erfüllt (vgl. Art. 2 i.V.m. Art. 12 

Abs. 1 VEV). Im Speziellen wird das Visum verweigert, wenn gemäss 

Art. 32 Abs. 1 Bst. b Visakodex (in Konkretisierung von Art. 5 Abs. 1 Bst. c 

SGK) begründete Zweifel an der Glaubhaftigkeit der von ihm bekundeten 

Absicht bestehen, das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten vor Ablauf der 

Gültigkeit des beantragten Visums zu verlassen (vgl. Begründung Nr. 9 An-

hang IV Visakodex; Art. 14 Abs. 1 lit. d Visakodex; Art. 5 Abs. 2 AuG). 

4.4 Sind die Voraussetzungen für die Ausstellung eines für den gesamten 

Schengen-Raum geltenden Visums nicht erfüllt, kann in Ausnahmefällen 

ein Visum mit beschränkter Gültigkeit erteilt werden. Ein Mitgliedstaat ist 

berechtigt, von dieser Möglichkeit unter anderem aus humanitären Grün-

den gemäss Art. 5 Abs. 4 Bst. c Satz 1 SGK Gebrauch zu machen (vgl. 

Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visakodex; Art. 3 Abs. 2 AuG; Art. 2 Abs. 4 VEV). 

5.  

Die Gesuchstellenden mit syrischer Staatsangehörigkeit sind zur Einreise 

in den Schengen-Raum visumspflichtig. Sie bestreiten weder auf Einspra-

che- noch auf Beschwerdeebene, dass die Voraussetzungen zur Erteilung 

D-5981/2014 

Seite 7 

eines solches Visums nicht (vollumfänglich) erfüllt sind. Auf Beschwerde-

ebene wird lediglich dargelegt, dass sie zwar gedenken, wieder zurück in 

die Heimat zu kehren, dies jedoch erst wenn sich die Lage in Syrien ver-

bessert habe. Aufgrund der gesamten Umstände kann denn auch – ent-

sprechend der Ausführungen des BFM (vgl. Bst. C vorstehend) – nicht ge-

schlossen werden, dass die Gesuchstellenden Gewähr für eine fristge-

rechte Rückkehr und Ausreise aus der Schweiz und dem Schengen-Raum 

bieten. Die Erteilung eines Visums mit Gültigkeit für den gesamten Schen-

gen-Raum fällt daher nicht in Betracht. 

6.  

6.1 Im Folgenden gilt es zu prüfen, ob das BFM zu Recht die Erteilung 

eines Einreisevisums in die Schweiz aus humanitären Gründen abgelehnt 

hat. Gemäss Art. 2 Abs. 4 VEV können das eidgenössische Departement 

für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und BFM im Rahmen ihrer Zustän-

digkeiten im Einzelfall eine Einreise für einen Aufenthalt von höchstens 90 

Tagen unter anderem aus humanitären Gründen im Sinne von Art. 5 Abs. 4 

Bst. c SGK bewilligen. Die Behörden haben dabei von ihrem Ermessens-

spielraum pflichtgemäss Gebrauch zu machen, namentlich rechtsgleich 

und willkürfrei zu entscheiden. 

6.2 Nach der geltenden Praxis setzt die Erteilung eines Einreisevisums für 

die Schweiz aus humanitären Gründen voraus, dass aufgrund des konkre-

ten Einzelfalles offensichtlich davon ausgegangen werden muss, dass die 

betroffene Person im Heimat- oder Herkunftsstaat unmittelbar, ernsthaft 

und konkret an Leib und Leben gefährdet ist. Sie muss sich in einer beson-

deren Notsituation befinden, die ein behördliches Eingreifen zwingend er-

forderlich macht und es rechtfertigt – ihr im Gegensatz zu anderen Perso-

nen – die Erteilung eines Einreisevisums zu erteilen. Dies kann etwa bei 

akuten kriegerischen Ereignissen oder bei einer aufgrund der konkreten 

Situation unmittelbaren individuellen Gefährdung gegeben sein. Das Ge-

such ist unter Berücksichtigung der Lage im Heimat- oder Herkunftsland 

sowie der aktuellen Gefährdung und der persönlichen Umstände der be-

troffenen Person sorgfältig zu prüfen. Befindet sich die Person bereits in 

einem Drittstaat, ist in der Regel davon auszugehen, dass keine Gefähr-

dung mehr besteht. Die Einreisevoraussetzungen sind somit beim Visum-

verfahren noch restriktiver als bei den Auslandgesuchen – mit der dringli-

chen Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 können solche 

nicht mehr eingereicht werden (AS 2012 5359) –, bei denen Einreisebewil-

ligungen nur sehr zurückhaltend erteilt wurden beziehungsweise werden 

(vgl. Botschaft zur Änderung des Asylgesetzes vom 26. Mai 2010, 

D-5981/2014 

Seite 8 

BBl 2010 4455, insbesondere 4467 f., 4471 f. und 4490 f.; Urteil des Bun-

desverwaltungsgerichts E-4618/2014 vom 30. Oktober 2014 E. 4.3, 

m.w.H.). 

7.  

7.1 Das Gericht gelangt nach Prüfung der Akten – wie bereits das BFM – 

zum Schluss, dass vorliegend die Voraussetzungen für die Erteilung eines 

humanitären Visums nicht erfüllt sind. Es kann vollumfänglich auf die ent-

sprechenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen 

werden, die sich als zutreffend erweisen (vgl. Bst. C vorstehend). Daran 

vermag auch das Beschwerdevorbringen nichts zu ändern, sie würden auf-

grund ihres Alters – nach eigenen Angaben sind sie heute 53 und 52 Jahre 

alt – in der Türkei einer "besonderen Versorgung" bedürfen. Angesichts der 

Lage, in welcher sich syrische Flüchtlinge befinden, wird nicht daran ge-

zweifelt, dass sich die Gesuchstellenden in der Türkei in einer schwierigen 

Situation befinden. Doch ist nicht ersichtlich, inwiefern sie in der Türkei un-

mittelbar, ernsthaft und konkret an Leib und Leben gefährdet sein sollen, 

was ein behördliches Eingreifen zwingend erforderlich macht und die Er-

teilung eines Einreisevisums rechtfertigt, zumal die Grundversorgung in 

der Regel gewährleistet und der Zugang zu medizinischen Basisleistungen 

gewährleistet sein dürfte. Immerhin ist davon auszugehen, dass die Ge-

suchstellenden von ihren im Ausland lebenden Familienangehörigen bei 

Bedarf finanzielle Unterstützung erhalten und die notwendige Fürsorge er-

fahren. Gleichsam ist ihnen eine Registrierung beim UNHCR zuzumuten, 

um die gegebenenfalls notwendige Versorgung zu erhalten. 

7.2 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen gelangt das Bundesverwal-

tungsgericht zum Schluss, dass das BFM zu Recht und mit zutreffender 

Begründung das Vorliegen der Voraussetzungen zur Erteilung von Einrei-

sevisa verneint und die Einsprache vom 26. September 2014 abgewiesen 

hat. 

8.  

Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im 

Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist da-

her abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des vorliegenden Ver-

fahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) 

und auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 

D-5981/2014 

Seite 9 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-5981/2014 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Schweizerische Botschaft 

in Istanbul und das BFM. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Robert Galliker Sandra Bienek 

 

 

Versand: