# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eeffa62d-55e2-5feb-9526-ea9c253d760a
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-07
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 07.09.2020 HG180163
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG180163_2020-09-07.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 

 

Geschäfts-Nr.: HG180163-O U/dz 

 

Mitwirkend: die Oberrichterin Dr. Claudia Bühler, Vizepräsidentin, und der Ober-

richter Dr. Daniel Schwander, die Handelsrichter Martin Fischer, 

Thomas Steinebrunner und Fabio Oetterli sowie die Gerichtsschrei-

berin Sabrina Schalcher 

 

Urteil vom 7. September 2020 
 

in Sachen 

 

A._____,  
Kläger 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

1. B._____ AG,  
2. B._____ (Schweiz) AG,  
Beklagte 

 

1, 2 vertreten durch Fürsprecher PD Dr. iur. Y1._____ 

1, 2 vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Y2._____ 

 

betreffend Forderung 

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Inhaltsverzeichnis 
Rechtsbegehren .................................................................................................... 4 
Sachverhalt und Verfahren .................................................................................... 5 
A. Sachverhaltsübersicht ................................................................................. 5 

a. Parteien und ihre Stellung ....................................................................... 5 
b. Prozessgegenstand ................................................................................ 5 

B. Prozessverlauf .............................................................................................. 5 
Erwägungen .......................................................................................................... 6 
1. Formelles ....................................................................................................... 6 

1.1. Zuständigkeit ........................................................................................... 6 
1.2. Übrige Prozessvoraussetzungen ............................................................ 7 
1.3. Stellungnahmen nach Aktenschluss / Noven .......................................... 7 

2. Vorbemerkungen: Behauptungs-, Substantiierungs- und 
Bestreitungslast .................................................................................................. 8 
3. Überblick ........................................................................................................ 9 

3.1. Unbestrittener Sachverhalt ...................................................................... 9 
3.1.1. Beziehung der Parteien ........................................................................ 9 
3.1.2. Kauf der Anteile und weitere Entwicklung .......................................... 11 
3.1.3. C1._____ Fonds, andere Fonds und Revisionsbericht ....................... 17 
3.1.4. Beziehung zwischen C1._____ Fonds und Beklagter 1 ..................... 19 
3.2. Hauptstandpunkte der Parteien ............................................................. 20 
3.2.1. Kläger ................................................................................................. 20 
3.2.2. Beklagte ............................................................................................. 21 
3.3. Rechtliches ............................................................................................ 23 
3.3.1. Vertragsbeziehungen ......................................................................... 23 
3.3.2. Haftungsvoraussetzungen .................................................................. 25 
3.4. Zwischenfazit ........................................................................................ 25 

4. Schaden und Kausalität .............................................................................. 26 
4.1. Hauptbegehren: Naturalrestitution ........................................................ 26 
4.1.1. Parteistandpunkte .............................................................................. 26 
4.1.2. Rechtliches ......................................................................................... 27 
4.1.3. Würdigung .......................................................................................... 29 
a) Zustandsdifferenz / Frage des anwendbaren Schadensbegriffs ........... 29 
b) Reparatur oder Ersatz bzw. Surrogat .................................................... 32 
c) Zwischenfazit ........................................................................................ 33 
4.2. (Sub-)Eventualbegehren: Passivhypothese, negatives oder positives 
Interesse, Schadensschätzung nach hypothetischem Kausalverlauf ............ 34 
4.2.1. Parteistandpunkte .............................................................................. 34 
a) Kläger .................................................................................................... 34 
b) Beklagte ................................................................................................ 37 
4.2.2. Rechtliches ......................................................................................... 39 
4.2.3. Würdigung .......................................................................................... 43 
a) Verneinung der Passivhypothese und des negativen Interesses .......... 44 
b) Mangelnde Substantiierung des positiven Interesses ........................... 46 
4.3. Fazit ...................................................................................................... 49 

5. Kausalität: Revisionsbericht, etc. .............................................................. 49 
6. Zusammenfassung der Tat- und Rechtsfragen ........................................ 51 

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7. Kosten- und Entschädigungsfolgen .......................................................... 52 
7.1. Streitwert ............................................................................................... 52 
7.2. Gerichtskosten ...................................................................................... 52 
7.3. Parteientschädigungen .......................................................................... 52 
 

Dispositiv  53 

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Rechtsbegehren 
(act. 1 und act. 28, je S. 2) 

"1. Die Beklagten seien unter solidarischer Haftbarkeit zu verpflich-
ten, dem Kläger USD 2'029'999.94 nebst Zins zu 5% seit dem 
8. Januar 2014 zu bezahlen, Zug um Zug gegen Rückübertra-
gung von 189'376 Anteilen des C._____ Capital Funds AGmvK  
– C1._____ I Fonds, Valor Nr. 1; 

 2. Eventualiter seien die Beklagten unter solidarischer Haftbarkeit zu 
verpflichten, dem Kläger USD 2'029'999.94 nebst Zins zu 5% seit 
8. Januar 2014 zu bezahlen; 

 3. Sub-eventualiter seien die Beklagten unter solidarischer Haftbar-
keit zu verpflichten, dem Kläger USD 2'060'000.00 nebst Zins zu 
5% seit 21. April 2015 zu bezahlen; 

 4.  Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MwSt.) zu 
Lasten der Beklagten, unter solidarischer Haftbarkeit." 

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Sachverhalt und Verfahren 

A. Sachverhaltsübersicht 

a. Parteien und ihre Stellung 

Der Kläger ist ein heute in D._____ (früher in E._____ [Staat in Asien]) wohnhaf-

ter, vermögender Schweizer Arzt, welcher Inhaber eines Verlags für …bücher ist. 

Bei den Beklagten 1 und 2 handelt es sich jeweils um eine Grossbank in der 

Rechtsform einer Aktiengesellschaft mit Sitz in Zürich. Die Beklagte 2 ist eine 

Tochtergesellschaft der Beklagten 1 an gleicher Adresse.  

b. Prozessgegenstand 

Der Kläger behauptet, zwischen ihm und den Beklagten habe ein Anlagebera-

tungsvertrag bestanden. Durch den Kauf der Anteile des C1._____  I Fonds über 

die Beklagte 1 und wegen deren Verletzungen der vertraglichen Warn- und Bera-

tungspflicht habe er einen Totalverlust in der Höhe von zwei Millionen US Dollar 

erlitten. Die Beklagten seien ihm für den daraus resultierenden Schaden solida-

risch haftbar (act. 1 Rz. 213; act. 28 Rz. 531). Die Beklagten beantragen die Ab-

weisung der Klage (act. 13 S. 2; act. 32 S. 2). 

B. Prozessverlauf 

Am 28. August 2018 (Datum Poststempel) reichte der Kläger die vorliegende Kla-

ge mit eingangs erwähnten Rechtsbegehren hierorts ein (act. 1; act. 2;  

act. 3/2-38). Mit Verfügung vom 30. August 2018 wurde dem Kläger Frist zur Leis-

tung des Gerichtskostenvorschusses von CHF 41'000.– angesetzt (act. 4), wel-

cher in der Folge fristgerecht einging (act. 6). Daraufhin wurde den Beklagten mit 

Verfügung vom 12. September 2018 Frist zur Erstattung der Klageantwort ange-

setzt (act. 7), welche innert Nachfrist (act. 11) am 7. Dezember 2018 einging 

(act. 13; act. 14/1-25). Mit Verfügung vom 10. Dezember 2018 wurde das Verfah-

ren an den Instruktionsrichter delegiert (act. 15). Die daraufhin am 5. März 2019 

durchgeführte Vergleichsverhandlung führte zu keiner Einigung (act. 18; Prot. 

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S. 7 ff.). In der Folge ergingen – nach abgewiesenem Fristerstreckungsgesuch 

(act. 24 und act. 26) – je fristgerecht am 29. Mai 2019 die Replik (act. 28; 

act. 29/39-115) und am 9. September 2019 die Duplik (act. 32; act. 33/1-27). Mit 

Verfügung vom 16. September 2019 wurde dem Kläger das Doppel der Duplik 

samt Beilagen unter Hinweis auf den Aktenschluss zugestellt (act. 34). Das in der 

Folge vom Kläger gestellte Gesuch um Fristansetzung für eine Stellungnahme 

(act. 36) wurde mit Verfügung vom 24. September 2019 abgewiesen (act. 37). Mit 

Eingabe vom 30. September 2019 nahm der Kläger sodann zur Duplik Stellung 

(act. 39; act. 40/116-117), woraufhin die Beklagten mit Eingabe vom 14. Oktober 

2019 ebenfalls eine Stellungnahme erstatteten (act. 42). Letztere Eingabe wurde 

dem Kläger zugestellt (act. 43).  

Nach Erhalt der Verfügung vom 30. Juni 2020 (act. 44) erklärte der Kläger mit 

Eingabe vom 10. Juli 2020, nicht auf die Hauptverhandlung zu verzichten 

(act. 46), während die Beklagten mit Eingabe vom 13. Juli 2020 ihren Verzicht er-

klärten (act. 47). Die Hauptverhandlung fand am 7. September 2020 statt. Aus 

den Ausführungen der Parteien anlässlich der Hauptverhandlung ergaben sich 

keine Noven, welche entscheidungsrelevant wären (Prot S. 19 ff.; act. 53; 

act. 54). Das Verfahren ist spruchreif, weshalb ein Urteil zu fällen ist (Art. 236 

Abs. 1 ZPO). 

Erwägungen 

1. Formelles 

1.1. Zuständigkeit 

Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts des Kantons Zürich 

ist gegeben (Art. 17 ZPO und act. 3/2 S. 21; Art. 6 Abs. 2 und 3 ZPO i.V.m. § 44 

lit. b GOG ZH; BGE 138 III 694). Die örtliche Zuständigkeit ist im Übrigen aner-

kannt (act. 13 Rz. 146).  

 

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1.2. Übrige Prozessvoraussetzungen 

Die übrigen Prozessvoraussetzungen erweisen sich als erfüllt und geben zu kei-

nen Bemerkungen Anlass. Damit ist auf die Klage einzutreten. 

1.3. Stellungnahmen nach Aktenschluss / Noven 

Der Aktenschluss ist nach Durchführung des zweiten Schriftenwechsels eingetre-

ten (vgl. act. 34). Neue Tatsachen und Beweisofferten in Stellungnahmen danach 

sind nur insoweit zu beachten, als sie die Voraussetzungen nach Art. 229 Abs. 1 

ZPO erfüllen. Dies gilt insbesondere auch für die Entgegnung auf Dupliknoven. Ist 

die klagende Partei zur Entgegnung der in der Duplik vorgetragenen und sich auf 

neue Tatsachen und Beweismittel stützenden Behauptungen auf echte Noven 

(erst nach Abschluss des Schriftwechsels entstandene Tatsachen oder Beweis-

mittel) angewiesen, dürfen diese gemäss Art. 229 Abs. 1 lit. a ZPO ohne Weiteres 

vorgebracht werden. Bei unechten Noven ist gemäss Art. 229 Abs. 1 lit. b ZPO er-

forderlich, dass diese trotz zumutbarer Sorgfalt nicht vorher vorgebracht werden 

konnten. Damit der klagenden Partei dieser Sorgfaltsnachweis gelingt, ist unab-

dingbar, dass die Dupliknoven für diese Noveneingabe kausal sind. Erforderlich 

ist einerseits, dass (erst) die Dupliknoven das Vorbringen der unechten Noven 

veranlasst haben, andererseits, dass die unechten Noven in technischer bzw. 

thematischer Hinsicht als Reaktion auf die Dupliknoven aufzufassen sind (BGer 

Urteil 4A_70/2019 vom 6. August 2019 E. 2.5.2). Die gleichen Voraussetzungen 

gelten für Noven in jeder weiteren Eingabe und mündlichen Stellungnahme nach 

Aktenschluss. Die Partei, die der Meinung ist, sie könne sich auf neue Tatsachen 

und/oder Beweismittel (echte oder unechte Noven) stützen, hat diese zu bezeich-

nen und für jede einzelne neue Tatsache und jedes einzelne neue Beweismittel 

substantiiert darzutun, dass die Zulässigkeitsvoraussetzungen erfüllt sind (anstatt 

vieler zur ständigen Praxis des HGer ZH: ZR 113/2014 Nr. 54 S. 176 f. E. 3; LEU-

ENBERGER, in: SUTTER-SOMM/HASENBÖHLER/LEUENBERGER, Kommentar zur 

Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO), 3. A., 2016, Art. 229 N 10).  

Der Kläger nahm mit Eingabe vom 30. September 2019 zur Duplik Stellung, er-

wähnte darin neue Tatsachen und bot neue Beweismittel an (act. 39;  

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act. 40/116-117), ohne in dieser Stellungnahme die Zulässigkeitsvoraussetzungen 

darzutun. Auch anlässlich der Hauptverhandlung legte er die Voraussetzungen 

nicht konkret und substantiiert dar, sondern beschränkte sich auf pauschale Aus-

führungen (Prot. S. 20 f.). Diese Ausführungen erfolgten zudem verspätet und 

sind nicht entscheidungsrelevant. Damit erbringt er weder den Sorgfaltsnachweis 

für unechte Noven, noch legt er das Vorhandensein echter Noven dar. Die neuen 

Tatsachenbehauptungen und Beweismittel sind daher – wie die Beklagten zurecht 

vorbringen (act. 42 Rz. 3 f.) – unbeachtlich.  

2. Vorbemerkungen: Behauptungs-, Substantiierungs- und Bestreitungs-
last 

Das Gericht darf sein Urteil nur auf die von den Parteien behaupteten Tatsachen 

stützen (Art. 55 Abs. 1 ZPO). Es ist an der Person, welcher die Beweislast obliegt 

(vgl. Art. 8 ZGB), die Tatsachen hinreichend darzutun und zu beweisen, aus de-

ren Vorliegen sie ihren Anspruch herleitet. Inwieweit Tatsachen zu behaupten und 

zu substantiieren sind, ergibt sich einerseits aus den Tatbestandsmerkmalen der 

angerufenen Norm und andererseits aus dem prozessualen Verhalten der Ge-

genpartei (BGE 127 III 365 E. 2b; BGer Urteile 4A_443/2017 vom 30. April 2018 

E. 2; 4A_57/2014 vom 8. Mai 2014 E. 1.3.3). Der Behauptungslast ist durch das 

Aufstellen eines schlüssigen, vollständigen Tatsachenvortrags Genüge getan. 

Das heisst, dass eine Partei diejenigen Tatsachen widerspruchsfrei und vollstän-

dig angeben muss, auf die sie ihr Begehren stützt, so dass der Tatsachenvortrag 

bei Unterstellung, er sei wahr, den Schluss auf die anbegehrte Rechtsfolge zu-

lässt. Es genügt, wenn diese Tatsachen in ihren Grundzügen behauptet werden 

(BGE 136 III 322 E. 3.4.2; 127 III 365 E. 2b); BGer Urteile 4A_210/2009 vom 

7. April 2010 E. 3.2 m.H.; 4A_591/2012 vom 20. Februar 2013 E. 2.1; 

4A_443/2017 vom 30. April 2018 E. 2.1; SUTTER-SOMM/SCHRANK, in: SUTTER-

SOMM/HASENBÖHLER/LEUENBERGER [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zi-

vilprozessordnung (ZPO), 3. A., 2016, Art. 55 N 21 m.H.). Kommt eine Partei ihrer 

Behauptungslast nicht nach, bleiben die betreffenden Tatsachen unberücksichtigt 

(BRÖNNIMANN, in: HAUSHEER/WALTER [Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizerische 

Zivilprozessordnung, Band II, 2012, Art. 152 N 30). Eine über die Behauptungs-

last hinausgehende Substantiierungslast greift nur, soweit der Prozessgegner den 

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schlüssigen Tatsachenvortrag bestreitet. Diesfalls sind die Vorbringen in Einzel-

tatsachen zergliedert so umfassend und klar darzulegen und dazugehörige Be-

weisanträge zu stellen, dass darüber Beweis abgenommen werden könnte und 

substantiiertes Bestreiten möglich ist (BGer Urteil 4A_443/2017 vom 30. April 

2018 E. 2.1 m.H.; 4A_591/2012 vom 20. Februar 2013 E. 2.1 m.H.; 

BGE 127 III 365 E. 2b m.H.). Wird dem Gebot der Substantiierung ungenügend 

nachgekommen, ergeht ein Sachentscheid ohne Beweisabnahme. Ein Beweisver-

fahren darf nicht dazu dienen, ungenügende Parteivorbringen nachträglich zu 

vervollständigen (vgl. auch BGE 108 II 337 E. 3 m.H.).  

Das Gegenstück zur Behauptungslast bildet die Bestreitungslast. Die Gegenpartei 

hat im Einzelnen darzutun, welche behaupteten Tatsachen anerkannt und welche 

bestritten werden (Art. 222 Abs. 2 ZPO). Je detaillierter die Behauptungen sind, 

desto höher sind die Anforderungen an die Bestreitungen (BGer Urteil 

4A_281/2017 vom 22. Januar 2018 E. 4.3). Bei detaillierten Behauptungen genü-

gen pauschale Bestreitungen nicht. Dies erlaubt dem Gericht, ausser die Bestrei-

tungen werden an anderer Stelle ausgeführt, von unbestrittenen Tatsachen aus-

zugehen (BGE 141 III 433 E. 2.6; BGer Urteile 4A_443/2017 vom 30. April 2018 

E. 4.1; 4A_281/2017 vom 22. Januar 2018 E. 4.3; WALTER, in: HAUSHEER/WALTER 

[Hrsg.], Berner Kommentar, Band I, Einleitung und Personenrecht, Art. 1-9 ZGB, 

2012, Art. 8 N 191 ff.; KILLIAS, in: HAUSHEER/WALTER [Hrsg.], Berner Kommentar, 

Schweizerische Zivilprozessordnung, Band II, Art. 150-352 ZPO und Art. 400-406 

ZPO, 2012, Art. 222 N 17).  

3. Überblick 

3.1. Unbestrittener Sachverhalt 

3.1.1. Beziehung der Parteien 

Der Kläger, damals wohnhaft in der Schweiz, und die Beklagte 1 unterzeichneten 

am 6. September 2012 den Vertrag Nr. 2 zur Errichtung einer Bankverbindung 

(act. 1 Rz. 2, 28; act. 13 Rz. 7, 161; vgl. act. 28 Rz. 342, 495; act. 13/2). Im glei-

chentags ausgefüllten "Knowledge und Experience in relation to financial instru-

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ments" Formular machte der Kläger keine Angaben zu seinen Kenntnissen und 

Erfahrungen mit Fondsstrukturen (act. 28 Rz. 145; act. 32 Rz. 331 ff.; vgl. 

act. 29/45). In der Folge transferierte der Kläger einen Teil seiner Vermögenswer-

te zur Beklagten 1 (act. 1 Rz. 30; act. 13 Rz. 27). Per 21. Mai 2013 hielt er Ver-

mögenswerte im Umfang von CHF 17'163'231.00 bei der Beklagten 1, davon 

CHF 10'264'154.00 in liquiden Mitteln (act. 13 Rz. 27; act. 32 Rz. 470; vgl. act. 28 

Rz. 371). Die Beklagte 1 erstellte zu Beginn der Vertragsbeziehung ein Suitabiliy 

Profile sowie Advisory Process Dashboard und setzte F._____ ein (act. 28 Rz. 7, 

74 f., 78 ff., 87, 345; act. 32 Rz. 78 ff., 209, 276, 279; vgl. act. 32 Rz. 285; 

act. 3/8). 

Der Kläger wurde über den G._____-Desk (G._____-Desk) der Beklagten 1 be-

treut (act. 1 Rz. 15; act. 32 Rz. 244; vgl. act. 13 Rz. 157). Seitens der Beklagten 1 

erfolgte diese Betreuung bis Ende Juli 2015 vor allem durch den Kundenberater 

H._____ und dessen Stellvertreter I._____ (act. 1 Rz. 24; act. 13 Rz. 14; vgl. 

act. 28 Rz. 357). Seitens des Klägers stand entweder dieser selber oder sein da-

maliger Vertreter J._____ mit der Beklagten 1 in Kontakt (act. 28 Rz. 38, 55, 109, 

370, 437; act. 13 Rz. 20, 23). J._____ war Leiter der K._____ AG mit Sitz in Zü-

rich (act. 28 Rz. 41, 104, 361, 367, 370, 380, 443, 453, 484, 527; act. 13 Rz. 17), 

dem Family Office des Klägers (act. 13 Rz. 157; act. 32 Rz. 44, 547; vgl. act. 28 

Rz. 491). J._____ war vom Dezember 2012 bis zum 3. Juli 2014 Mitglied des 

Verwaltungsrats und vom Dezember 2012 bis zum 20. Januar 2014 Direktor der 

K._____ AG (act. 32 Rz. 44; act. 13 Rz. 17; vgl. act. 28 Rz. 359; act. 39). Ab 

20. Oktober 2012 verfügte J._____ über eine Verwaltungsvollmacht des Klägers 

gegenüber der Beklagten 1. Am 30. Dezember 2013 wurde sie auf eine Informati-

onsberechtigung reduziert (act. 13 Rz. 20; act. 28 Rz. 366). Ab 2012 bis Ende Ju-

li 2014 – im Zeitraum, als J._____ die K._____ AG leitete, – erfasste deren Zweck 

die Beratung im Bereich Finanzplanung für grössere Familien und deren einzelne 

Mitglieder, die Analyse, Strategie, Due Diligence, Anlageberatung, Beratung von 

Transaktionen sowie die operative Leitung im Zusammenhang mit Private Equity 

Investitionen (act. 32 Rz. 44; vgl. act. 39). J._____ war vor seiner Tätigkeit bei der 

K._____ AG 10 Jahre bei der B._____ [bis 2000] und bei der L._____ tätig 

(act. 13 Rz. 18; vgl. act. 28 Rz. 361 ff.).  

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Vor dem 12. Dezember 2013 tätigte der Kläger 10 Anlagen oder Verkäufe über 

die Beklagte 1. Davon waren zumindest fünf Anlagen (zwischen Januar bis März 

2013) unstrittig beraten (act. 13 Rz. 28 f.; act. 28 Rz. 372 f.; act. 32 Rz. 55 f., 

471 f.; vgl. act. 39). Am 13. Juni 2013, modifiziert am 28. Juni 2013, unterbreitete 

die Beklagte 1 dem Kläger Anlagevorschläge in USA-Anlagen, welche der Kläger 

im Vorfeld verlangt hatte (act. 28 Rz. 113 ff., 297; act. 32 Rz. 218 ff., 310, 318, 

472; vgl. act. 29/69-71; act. 39). Diese Anlagevorschläge wurden in der Folge 

nicht umgesetzt (act. 28 Rz. 120; act. 32 Rz. 307; vgl. act. 39). 

Gemäss Vermögensübertragungsvertrag zwischen der Beklagten 1 und der Be-

klagten 2 vom 17. November 2016 übertrug die Beklagte 1 das Kundengeschäft 

mit Schweizer Privatkunden auf die zu diesem Zweck neu gegründete Tochterge-

sellschaft, Beklagte 2. Dem Kläger wurde die Übertragung seiner vertraglichen 

Beziehung mit der Beklagten 1 auf die Beklagte 2 per 21. November 2016 mit 

Schreiben vom 21. November 2016 mitgeteilt (act. 1 Rz. 25 f.; act. 13 Rz. 160; 

vgl. act. 28 Rz. 494; act. 3/6-7). 

3.1.2. Kauf der Anteile und weitere Entwicklung 

Die Idee zum Kauf von Anteilen am C1._____ I Fonds (nachfolgend "C1._____ 

Fonds") wurde von J._____, welcher in direktem Kontakt mit Fondsverantwortli-

chen stand (act. 28 Rz. 396; act. 32 Rz. 483; vgl. act. 39), an den Kläger herange-

tragen (act. 1 Rz. 6, 110; act. 13 Rz. 22; act. 28 Rz. 136; act. 32 Rz. 526; vgl. 

act. 3/32).  

Am 5. September 2013 teilte J._____ einem Mitarbeiter der M._____ in E._____ 

mit, dass das Family Office des Klägers "bereits seit geraumer Zeit zwei Fonds 

zum Thema Yield Enhancement auf dem Radar'' habe, und erkundigte sich, ob 

eine Zeichnung dieser Fonds über die M._____ möglich wäre (act. 13 Rz. 31; 

act. 28 Rz. 377; vgl. act. 14/11). Dem Kläger teilte er am selben Tag sodann Fol-

gendes mit (act. 13 Rz. 32; act. 28 Rz. 377; vgl. act. 3/32): 

"Die N._____-Leute waren gestern in … bei verschiedenen Kunden und Pros-
pects, unter anderem haben sie dabei Zeichnungen von den Family Offices der 
O._____-Familie und vom … P._____ erhalten. Zudem waren sie bei der Q._____ 

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[Bank], welche die beiden Fonds sowohl für die Kunden auf die Liste nimmt als 
auch in der eigenen PK der Angestellten der Q._____ umsetzen wird." 

Am 10. September 2013 kontaktierte J._____ den Kundenberater der Beklagten 1 

und erkundigte sich, "ob diese beiden Fonds bei der B._____ 'kaufbar' wären und 

wenn ja, zu welchen Konditionen?" (act. 13 Rz. 39; vgl. act. 28 Rz. 383; 

act. 14/11). Am gleichen Tag erkundigte er sich zudem bei einer Mitarbeiterin der 

Beklagten 1, ob sie ihm "den Gebührentarif, welcher für Wertschriftentransaktio-

nen der Familie A._____ zur Anwendung gelangt", zustellen könne. H._____ stell-

te ihm daraufhin die gewünschte Preisliste zu (act. 13 Rz. 40; vgl. act. 28 Rz. 383; 

act. 14/14-15). 

Am 28. November 2013 teilte J._____ R._____, damals Mitglied des Verwaltungs-

rates und Geschäftsführer der N._____ … AG (Vertriebspartnerin des C1._____ 

Fonds), in einer E-Mail mit dem Betreff "Zeichnung" Folgendes mit (act. 13 

Rz. 34; act. 28 Rz. 378; act. 32 Rz. 86 ff.; vgl. act. 28 Rz. 380 ff., 434, 436; 

act. 14/13): 

"Die Familie hat sich entscheiden, vorerst mal den gesamten USD-Cash, der noch 
rumliegt (USD 3.9 mio.) je hälftig in Eure Wasser- und CCY-Geschichten zu in-
vestieren. Dazu noch die folgenden Fragen: 
- ist der Wasserfonds wirklich schon über USD 120mio.? Wann kamen da von wo 
welche Zuflüsse, dass der so stark zugelegt hat? 
- wie läuft das mit den Haltefristen bzw. den Zinszahlungen beim Wasser genau: 
der Coupons wird jährlich ausgeschüttet oder eskomptiert? Mit oder ohne Vst 
bzw. Quellensteuer? Was ist zu tun, wenn man nach 3 Jahren aussteigen möch-
te? Kann man das und wenn ja, mit welchen Kündigungsfristen und zu welchen 
Konditionen?" 
Gleichentags stellte R._____ J._____ Sub-Docs (Zeichnungsdokumente) und den 

Prospekt zu den Fonds zu (act. 13 Rz. 35; vgl. act. 28 Rz. 380 ff.; act. 14/13). 

J._____ lieferte daraufhin dem Kläger am 29. November 2013 Informationen zu 

den Fonds. Er trug dem Kläger auch die lnvestorenpräsentation zu (act. 1 

Rz. 112; act. 13 Rz. 36, 206; vgl. act. 3/33-34).  

Zudem leitete R._____ am 2. Dezember 2013 die E-Mail von J._____ vom 

28. November 2013 (act. 14/13 S. 2) an S._____, Präsident des Verwaltungsrates 

der C._____ Capital AG, weiter. S._____ bedankte sich gleichentags bei J._____ 

für dessen Vertrauen. Weiter teilte er ihm mit, er "habe gerade festgestellt", dass 

die Zeichnungen für den C2._____ auf Ende Jahr seien, womit er "das Geld rea-

- 13 - 

listischerweise erst Ende Jahr investieren könne" und erklärte Folgendes (act. 13 

Rz. 37; act. 32 Rz. 93; vgl. act. 28 Rz. 380 ff.; act. 39; act. 14/13): "Falls es Dir 

möglich ist, die Zeichnungen vor dem 20.12 zu platzieren, dann würde ich eher 

den C1._____ [C1._____ Fonds] vorschlagen. Da habe ich die Möglichkeit noch 

im 2013 einen Deal zu finalisieren. Dies würde Dir schneller eine Rendite brin-

gen." 

Am 3. Dezember 2013 erkundigte sich J._____ bei der Beklagten 1 nochmals 

nach den Kosten für den Kauf der "Share Class USD Distributed C1._____ I". 

I._____ teilte ihm daraufhin mit, dass ihm die Klassifizierung des C1._____ Fonds 

noch unklar sei und dass er, falls es sich um einen Hedge Fonds handle, noch 

das Offering Memorandum und das Subscription Form benötige, sowie unter Bei-

zug des Legal Teams geprüft werden müsse, ob der C1._____ Fonds gehalten 

werden könne oder nicht (act. 13 Rz. 43; act. 32 Rz. 101; vgl. act. 28 Rz. 393; 

act. 39; act. 14/16-17). 

Am 4. Dezember 2013 übermittelte J._____ der Beklagten 1 die Fondsprospekte 

und die Zeichnungsunterlagen (act. 13 Rz. 43; vgl. act. 28 Rz. 393; act. 14/18). 

Gleichentags teilte die Beklagte 1 mit, dass die vom Kläger geplante Anlage nicht 

unter die Kategorie Hedge Fonds falle und ein Kauf über die Beklagte 1 grund-

sätzlich möglich sei. Weiter wies I._____ den Kläger darauf hin, dass kein einziger 

Privatkunde der Beklagten 1 in den C1._____ Fonds investiert habe (act. 13 

Rz. 44; vgl. act. 28 Rz. 394; act. 32 Rz. 102, 482; act. 14/19): "Ich habe die 

Fondsklasse gestern schon auf Holdings überprüft und mir wurde gesagt, dass 

keiner unserer PB [Private Banking] Kunden diesen Fonds hält." Weiter teilte er 

mit, dass es gut möglich sei, dass die B._____ "als Depotstelle agiert" (act. 28 

Rz. 394; vgl. act. 32 Rz. 482; act. 14/19). 

Am 5. Dezember 2013 sandte der Kläger J._____ eine E-Mail mit u.a. folgendem 

Inhalt (act. 28 Rz. 141; vgl. act. 32 Rz. 323; act. 29/76;): "H._____/B._____: Hier 

steht ganz klar der N._____ (ev. auch der T._____) mit den diskutierten Fragen 
im Raum. Plus ev. Das US Exposure (timing?) mit den bereits auserkorenen Pro-

dukten."  

- 14 - 

J._____ verfügte über den Zeichnungsschein für die vorliegend relevanten Anteile 

und sandte diesen am 10. Dezember 2013, 07:06 Uhr (vor dem Treffen), H._____ 

von der Beklagten 1 zu, mit dem Hinweis, es sei unbedingt dieser Zeichnungs-

schein zu verwenden (act. 13 Rz. 45, 208, 215; act. 32 Rz. 106, 483; vgl. act. 28 

Rz. 396, 526, 530; act. 14/20-21). Am Nachmittag des 10. Dezembers 2013 fand 

(ausschliesslich) zwischen dem Kläger und H._____ ein eineinhalb Stunden dau-

erndes Treffen in E._____ statt (act. 1 Rz. 32, 35; act. 13 Rz. 30, 46, 163; act. 28 

Rz. 13, 77, 141, 145, 374, 383; act. 32 Rz. 106, 222, 326, 331, 477, 484; vgl. 

act. 39 Rz. 66). H._____ notierte in den Client Notes unter anderem Folgendes 

dazu (act. 1 Rz. 35, 120; act. 13 Rz. 46, 209, 211; act. 32 Rz. 328; vgl. act. 13 

Rz. 163, 215; act. 28 Rz. 527; act. 3/8; act. 14/22):  

"Went through statements, discussed holdings and strategy. Client will invest in 2 
funds soon, other investments to be done. (…)  
We went through investment topics 2014 and discussed the various scenarios. 
The client asked to send the research monthly to J._____.  
We discussed the HKG stocks and client is interested to get ideas on HKG value 
stocks with limited tilt to financial system in China. (…)  
Discussed K + E and client asked to send product documentation to K._____." 

Anlässlich dieses Treffens füllte der Kläger ein neues "Knowledge and Experience 

in relation to financial instruments" Formular aus (act. 28 Rz. 145, 396, 490; 

act. 32 Rz. 223, 277, 332, 460, 489, 547; vgl. act. 13 Rz. 11; act. 14/1) und gab 

an, über Kenntnis sämtlicher Anlageklassen zu verfügen und in verschiedenen 

Bereichen Erfahrungen gemacht zu haben. Konkret gab er u.a. an (act. 13 Rz. 11, 

act. 28 Rz. 351, 145; vgl. act. 14/1):  

(i) über Kenntnisse und Erfahrungen mit Direktanlagen (Money Market, Fixed 
lncome und Equities) zu verfügen; 
(ii) über Kenntnisse betreffend Fonds-Strukturen und Erfahrung mit Mutual Funds, 
Fund of Funds und ähnlichen Produkten sowie Private Equity zu verfügen; 
(iii) über Kenntnisse mit derivativen Strukturen und strukturierten Produkten zu 
verfügen; sowie 
(iv) über sämtliche dieser Produktarten informiert zu sein.  

Zudem verlangte der Kläger ausdrücklich, dass die Informationen betreffend neu-

er Investments monatlich an J._____ zu senden seien (act. 13 Rz. 209; act. 28 

Rz. 527; vgl. act. 3/8). H._____ warnte den Kläger an diesem Treffen nicht vor 

Bewertungs- und Betrugsrisiken hinsichtlich des C1._____ Fonds (act. 28 Rz. 27; 

act. 32 Rz. 233).  

- 15 - 

Am 11. Dezember 2013 sandte der Kläger J._____ eine E-Mail mit unter anderem 

folgendem Inhalt (act. 28 Rz. 143; vgl. act. 32 Rz. 328 ff.; act. 29/77):  

"Bei H._____ habe ich abgemacht dass wir die vorhandenen USD je 50% in die 
beiden N._____ Funds T._____ Accounts/Constant Yield und … lnfrastructure in-
vestieren. Ich würde dich auch da bitten, die Details vorzubereiten, so dass ich 
ihm dann nächste Woche den Auftrag/die Aufträge geben kann." 

Am 12. Dezember 2013 beauftragte der Kläger H._____ von der Beklagten 1 per 

E-Mail, auf seine Rechnung die folgenden Käufe zu tätigen (act. 13 Rz. 50; act. 1 

Rz. 45; vgl. act. 28 Rz. 401; act. 3/11).  

"Ich beziehe mich auf unser Treffen diese Woche in E._____ und bitte Sie 
wie bereits mündlich besprochen, in meinem Depot für den Gegenwert von 
je USD 2 Mio. die beiden folgenden Positionen einzugehen: 
 

N._____ Constant Cash Yield, Valor Nr.3, ISIN 4, 
in USD 
C1._____ I, Valor Nr. 1, ISIN 5 (ausschüttende Fondsklasse), in USD 

(...)" 

Die Beklagte 1 bestätigte den Eingang und die Erfassung der Aufträge gleichen-

tags und teilte dem Kläger mit, dass ihm der Ausführungspreis mitgeteilt würde, 

sobald dieser ersichtlich sei (act. 13 Rz. 51; vgl. act. 28 Rz. 401; act. 3/11). Sie 

führte den vorliegend relevanten zweiten Teil des Auftrags am 3. Januar 2014 aus 

(act. 1 Rz. 46 f.; act. 13 Rz. 54; vgl. act. 3/12). Mit Valuta-Datum 8. Januar 2014 

erwarb die Beklagte 1 für den Kläger 1'189'376 Anteile am C1._____ Fonds 

(nachfolgend "Anteile") im Wert von USD 1'999'999.94 (act. 1 Rz. 7, 47; act. 13 

Rz. 54; vgl. act. 28 Rz. 404). Der Nettoinventarwert des C1._____ Fonds betrug 

USD 10.561 pro Anteil (act. 1 Rz. 52; act. 13 Rz. 173; vgl. act. 3/12). Für diese 

Ausführung fiel eine Kommissionsgebühr von CHF 30'000.– an (act. 1 Rz. 205; 

act. 13 Rz. 171), was 1.5% des Auftragsvolumens entspricht (act. 1 Rz. 49; 

act. 13 Rz. 171). Auf der dem Kläger nachfolgend zugestellten Wertschriftenab-

rechnung wurde Folgendes vermerkt, was vom Kläger nicht beanstandet wurde 

(act. 13 Rz. 54; act. 32 Rz. 111, 113; vgl. act. 28 Rz. 404; act. 3/12): "Der Auftrag 

zur Ausführung dieser Transaktion wurde ohne vorgängige Beratung unsererseits 

erteilt." 

Am 11. August 2014 erkundigte sich der Kläger anlässlich eines Beratungsge-
sprächs bei H._____ nach dem getätigten Investment. In den Client Notes wurde 

- 16 - 

hierzu festgehalten: "Client would like to get an understanding for the N._____ 

funds" (act. 1 Rz. 124 ff.; act. 13 Rz. 218, 202, 148; vgl. act. 3/8). H._____ beant-

wortete diese Anfrage am darauffolgenden Tag per E-Mail (act. 1 Rz. 126; act. 13 

Rz. 219; vgl. act. 28 Rz. 529; act. 3/35):  

"Ich habe mir die Funds angeschaut. Beide sind eher dünn dokumentiert, werde 
aber, falls ok für Sie mal anrufen, und dürfte ich Sie als Investor nennen? Es 
scheint einen monatlichen Update für Investoren zu geben. 
 
Wir haben beide in Funds in 2013 gezeichnet, aber aufgrund der halb-jährlichen 
Handelbarkeit diese erst im Jan 2014 erhalten. Somit hat es bisher noch keine Di-
videndeneinkünfte oder Distributions gegeben. Ich habe die aktuellsten  
Factsheets die ich von der Website holen konnte angefügt, die Portfolios sehen 
aus meiner Sicht und was mit den gegebenen Informationen zu beurteilen ist, 
ganz ok aus." 

Gegen S._____ wurden ab Herbst 2014 Strafuntersuchungen eingeleitet (u.a. act. 

28 Rz. 219; 288 ff.; act. 32 Rz. 138, 391). 

Am 21. April 2015 und 13. Mai 2015 publizierte die Verwaltungsgesellschaft des 

C1._____ Fonds zwei Anlegermitteilungen. Darin teilte sie mit, dass die Berech-

nung des Nettoinventarwerts der einzelnen Anteilsklassen des C1._____ Fonds 

ausgesetzt werde, weil eine ordnungsgemässe Bewertung des Fondsvermögens 

derzeit nicht möglich sei und das Mandat mit der bisherigen Vermögensverwalte-

rin mit sofortiger Wirkung beendet worden sei. Diese Anlegerinformationen wur-

den weder auf der Webseite www.U._____.li publiziert, noch wurde die schweize-

rische Drittverwahrungsstelle V._____ AG … [Stadt in der Schweiz] darüber in-

formiert (act. 1 Rz. 53; act. 13 Rz. 174 f.; vgl. act. 28 Rz. 506; act. 3/15-16). 

Am 7. August 2015 wurde der C1._____ Fonds in Liquidation gesetzt; das Liqui-

dationsverfahren dauert noch an (act. 1 Rz. 8, 53, 55; act. 13 Rz. 138; act. 32 

Rz. 187, 428; vgl. act. 13 Rz. 149, 174 ff.; act. 3/17). Die Revisionsstelle hielt in 

der "Jahresrechnung der C._____ Funds AGmvK per 30. Juni 2015 und Bericht 

der Revisionsstelle" sowie im "Liquidations-Zwischenbericht der C._____ Funds 

AGmvK per 30. Juni 2016 und Bericht der Revisionsstelle" Folgendes bzw. Ähnli-

ches fest (act. 1 Rz. 67; vgl. act. 13 Rz. 178): "Zudem haben wir zur Prüfung des 

Vorhandenseins der direkt und indirekt gehaltenen Investments Saldobestätigun-

gen von den Gesellschaften angefordert. Mit einer Ausnahme haben wir die Sal-

- 17 - 

dobestätigungen nicht erhalten. Wir können daher die Existenz und die angemes-

sene Bewertung der Investments nicht abschliessend beurteilen." (act. 3/19 S. 2). 

Im aktuellsten Liquidations-Zwischenbericht 2016/2017 der C._____ Capital 

Funds AGmvK ist das der USD-A-Klasse zurechenbare Nettovermögen per 

30. Juni 2017 mit USD 36'953.25 angegeben (act. 1 Rz. 57; vgl. act. 13 Rz. 176, 

138; act. 3/21 S. 13). Darin wurde sodann bestätigt, dass die Existenz der In-

vestments formell nachgewiesen werden konnte. Bestätigungen für den materiel-

len Nachweis lagen keine vor (act. 13 Rz. 178; act. 32 Rz. 564; vgl. act. 28 

Rz. 510; act. 3/21 S. 4). 

3.1.3. C1._____ Fonds, andere Fonds und Revisionsbericht 

Die C._____ Capital AG mit Sitz in Zürich gründete die C._____ Capital (Liech-

tenstein) AG im mm 2013. Deren Fondsgeschäft wurde über zwei Umbrella-

Fonds, dem Umbrella-Fonds C._____ Capital Funds AGmvK (nachfolgend 

"C._____ AGmvK") in Liechtenstein und dem C._____ Capital Société d'investis-

sement à capital variable - Fonds d'investissement spécialisé (nachfolgend 

"C._____ SICAV") in W._____ [europäischer Staat] abgewickelt (act. 13 Rz. 56 ff.; 

act. 32 Rz. 115; vgl. act. 28 Rz. 406). 

Der C1._____ Fonds ist einer von fünf Sub-Fonds des C._____ AGmvK (act. 13 

Rz. 59; vgl. act. 28 Rz. 406). Der C1._____ Fonds richtet sich gemäss Prospekt 

und Investorenpräsentation an qualifizierte Anleger (act. 13 Rz. 68; vgl. act. 28 

Rz. 423). Gemäss Prospekt besteht das Anlageziel des Fonds in der Beteiligung 

an Objektgesellschaften, die Anlagen der Wasserwirtschaft in den USA, Grossbri-

tannien, Spanien und Kanada betreiben. Der Prospekt stellte eine Ausschüt-

tungsprognose von 9%, die Investorenpräsentation eine Rendite von 8-11% p.a. 

in Aussicht (act. 13 Rz. 69; vgl. act. 28 Rz. 424; act. 3/22 Ziffer 5.1; act. 3/34 

S. 2). Der Prospekt enthielt in Ziffer 7.1 zudem folgenden Hinweis (act. 13 Rz. 70; 

vgl. act. 28 Rz. 425; act. 3/22 S. 15): "Es wird nicht garantiert, dass der Anleger 

sein gesamtes investiertes Kapital zurück erhält (Ungünstigster Fall: Totalver-

lust)." Der C1._____ Fonds hat eine sog. Lock-up-Periode von sechs Jahren. Sie 

beginnt jeweils mit Beginn des Geschäftsjahres per 1. Juli zu laufen, und nach de-

ren Ablauf ist noch eine Kündigungsfrist von 12 Monaten zu beachten. Eine 

- 18 - 

Rücknahme der vom Kläger erworbenen Anteile hätte frühestens per 31. Juli 

2021 erfolgen können (act. 13 Rz. 72-74, 76, 136; act. 28 Rz. 426 ff.; act. 32 

Rz. 138; vgl. act. 3/22 S. 4, 9 ff.).  

Der Umbrella-Fonds C._____ SICAV hatte ebenfalls verschiedene Sub-Fonds 

(act. 13 Rz. 62; vgl. act. 28 Rz. 406). Einer davon war C3._____, der in den 

C1._____ Fonds investierte (act. 1 Rz. 9; act. 28 Rz. 22; vgl. act. 32 Rz. 227; 

act. 13 Rz. 65). Die AA._____ W._____ (nachfolgend "AA._____") war die Revisi-

onsstelle des C._____ SICAV (act. 13 Rz. 63, 189; vgl. act. 28 Rz. 406, 518 ff.) 

und verfasste den sich auf diesen beziehenden, öffentlich zugänglichen Revisi-

onsbericht vom 2. August 2013 für das Geschäftsjahr 2012 (nachfolgend "Revisi-

onsbericht") (act. 1 Rz. 79 ff., 89; act. 13 Rz. 66, 126; act. 32 Rz. 496; vgl. act. 13 

Rz. 189 ff.; act. 28 Rz. 410 f., 456; act. 3/25). Dieser enthält unter anderem fol-

gende Textstelle hinsichtlich des Fondssegements "C._____ Capital - C3._____" 

(C3._____) (act. 1 Rz. 81, 107; vgl. act. 13 Rz. 189-193, 201) (act. 3/25 S. 6): 

"Basis for Qualified Opinion for the sub-fund C3._____ 
The sub-fund's investment in C1.____ I Fonds valued at USD 2,056,396 at De-
cember 31, 2012 exposes it indirectly to investments in convertible bonds and pre-
ferred shares of the company AB._____ lnc. (the "company") accounted for at cost 
of USD 1,823,308. This latter amount represents 7,36% of the sub-fund net assets 
at year-end. 
We were not allowed access to material information related to certain investment 
portfolio constituents of the company. The company is not listed and does not pub-
lish audited accounts. In addition we were unable to satisfy ourselves by alterna-
tive means concerning the fair value and the acquisition cost of investments in the 
company as well as the existence of the above mentioned investment portfolio 
constituents of the company as at 31 December 2012. Consequently we were un-
able to determine whether any adjustments to the financial statements of the 
sub-fund C3._____ Selection Institutional were necessary." 

und folgende Textstelle zu den Fondssegementen "C._____ Capital - Macro 

Trends" sowie "C._____ Capital … Convertible Bonds" (act. 1 Rz. 80; vgl. act. 13 

Rz. 189) (act. 3/25 S. 5): 

"The Sub-funds are exposed to investments in convertible bonds and preferred 
shares of the company AB._____ lnc. (the 'company') (...) The company is not 
listed and does not publish audited accounts. In addition we were unable to satisfy 
ourselves by alternative means concerning the fair value and the acquisition cost 
of investments in the company as well as the existence of the above mentioned 
investment portfolio constituents of the company as at 31 December 2012. (...) 
Moreover, these investments are not allowed by the investment objective and pol-

- 19 - 

icy of the sub-fund C._____ Capital - Macro Trends as indicated in the SICAV-SIF 
prospectus. " 

Grafisch lässt sich die Gesamtsituation wie folgt darstellen (act. 13 Rz. 65; act. 32 

Rz. 120; vgl. act. 28 Rz. 409): 

 
 
 
 

 

3.1.4. Beziehung zwischen C1._____ Fonds und Beklagter 1 

Die Beklagte 1 hatte Ende Dezember 2013 keine Funktion gegenüber dem 

C._____ AGmvK inne. Am 24. März 2014 wurde sie als KAG-Zahlstelle in der 

Schweiz eingesetzt und blieb dies bis zur Liquidation des C1._____ Fonds 

(act. 13 Rz. 61, 181; act. 28 Rz. 198; act. 32 Rz. 121; vgl. act. 28 Rz. 406; 

act. 3/18). Weiter war sie Zahlstelle für die C._____ SICAV (act. 28 Rz. 196; vgl. 

act. 32 Rz. 368; act. 29/92).  

B._____ Funds Services (W._____) S.A. (nachfolgend "B._____ FS") sowie die 

B._____ W._____ S.A. (nachfolgend "B._____ W._____") sind Tochtergesell-

schaften der Beklagten 1 (act. 1 Rz. 72 f.; act. 13 Rz. 186). Die B._____ W._____ 

war seit Juli 2013 Custodian und Principal Paying Agent der C._____ SICAV 

(act. 1 Rz. 77; act. 13 Rz. 63; act. 28 Rz. 185 ff., 406; vgl. act. 13 Rz. 188; 

act. 29/89-90). Die B._____ FS war ab 1. Juli 2013 Administrator, Registrar und 

- 20 - 

Transfer Agent (act. 1 Rz. 76; act. 13 Rz. 63; act. 28 Rz. 173 ff., 406; vgl. act. 13 

Rz. 188; act. 29/87) und zudem Domizilhalterin der C._____ SICAV (act. 13 

Rz. 63; act. 28 Rz. 190 ff.; act. 32 Rz. 365; vgl. act. 13 Rz. 188; act. 28 Rz. 406; 

act. 1 Rz. 77; act. 29/91). Sie reichte den erwähnten Revisionsbericht am 

18. September 2013 beim Handelsregister in W._____ ein (act. 1 Rz. 85; act. 28 

Rz. 210; vgl. act. 13 Rz. 195; act. 32 Rz. 382; act. 3/25 S. 1). Ein Operating Me-

morandum nennt als Parteien die B._____ Investor Services (B._____IS) "acting 

as the central fund administrator" der C._____ SICAV, vertreten durch die 

B._____ FS und B._____ W._____, sowie die C._____ Capital (Liechtenstein) 

AG. Die C._____ Capital (Liechtenstein) AG war Investment Manager der 

C._____ SICAV und gleichzeitig auch des C1._____ Fonds (act. 28 Rz. 155 f.; 

act. 32 Rz. 340, 342-344; vgl. act. 29/79). 

 
3.2. Hauptstandpunkte der Parteien  

3.2.1. Kläger 

Der Kläger macht geltend, dass zwischen ihm und den Beklagten ein mündlich 

abgeschlossener (act. 1 Rz. 29), einem Vermögensverwaltungsvertrag ähnlicher 

Anlageberatungsvertrag bestanden habe, in dessen Rahmen die Beklagte 1 ge-

genüber dem Kläger eine umfassende Interessenwahrungspflicht getroffen habe 

(act. 1 Rz. 152, 161, 213; act. 28 Rz. 6 ff., 72 ff., 531). Dies zeige auch die umfas-

sende Eignungsprüfung seitens der Beklagten 1 zu Beginn der Geschäftsbezie-

hung ("Suitability Profile", "Advisory Process Dashboard") (act. 28 Rz. 7, 74 f., 96, 

105, 345). Zudem habe die Beklagte 1 gemäss mündlicher Vereinbarung die Ver-

pflichtung gehabt, das Portfolio des Klägers zu überwachen (act. 1 Rz. 39). Eine 

solche Überwachungstätigkeit habe sie mit "F._____" ausgeübt (act. 28 Rz. 78 ff., 

87). Überdies habe zwischen der Beklagten 1 und dem Kläger ein Vertrauensver-

hältnis vorgelegen (act. 1 Rz. 41 ff., 160 ff.; act. 28 Rz. 8, 348 ff., 376, 501). 

Die Beklagte 1 habe dem Kläger ab Juni 2013 zwei ausgefeilte, portfoliobezogene 

Anlagevorschläge für Anlagen in USD unterbreitet und den Kläger bei der an-

schliessenden Umsetzung seines Anlagewunsches in USD Anlagen aufgrund 

seiner diesbezüglichen, konkreten Informationsbegehren vor dem Kauf der Antei-

- 21 - 

le – namentlich am Treffen in E._____ vom 10. Dezember 2013 – beraten (act. 28 

Rz. 113 ff., 134 ff., 531; act. 1 Rz. 109 ff.). Diese Beratung sei dem Kläger wichtig 

gewesen, weil er im Herbst 2013 begonnen habe, das Vertrauen in J._____ zu 

verlieren, und es schliesslich ganz verloren habe (act. 1 Rz. 114 f., 123, 128). Die 

Beklagte 1 habe dem Kläger die Betrugs- und Bewertungsrisiken anerkannter-

massen verschwiegen, obwohl sie von zahlreichen höchst alarmierenden diesbe-

züglichen Indizien aufgrund ihrer äusserst engen Geschäftsbeziehungen zur 

C._____ Gruppe im Sommer 2013 nachweislich Kenntnis gehabt habe. Dadurch 

habe sie ihre aufgrund des konkreten Informationsvorsprungs bestehende ver-

tragliche Warnpflicht gegenüber dem Kläger verletzt (act. 1 Rz. 9 ff., 68 ff., 129 ff., 

213; act. 28 Rz. 14 ff., 27, 152 ff., 203 ff., 243 ff., 531). Insbesondere habe die 

Beklagte 1 zum Zeitpunkt des Erwerbs der Anteile durch den Kläger Kenntnis von 

einem Revisionsbericht der AA._____ gehabt, aus dem hervorgehe, dass weder 

die Existenz noch die Bewertbarkeit von wesentlichen Vermögenswerten des 

C1._____ Fonds überprüfbar gewesen seien (act. 1 Rz. 9, 79 ff., 84 ff., 181 ff., 

213; act. 28 Rz. 412-415). Die Beklagte 1 habe weiter auch die mehrfach geäus-

serten Informationsbegehren des Klägers unsorgfältig behandelt und dadurch ihre 

vertragliche Beratungspflicht gegenüber dem Kläger verletzt (act. 1 Rz. 109 ff., 

119, 123 ff., 186 f., 213; act. 28 Rz. 531). Der Kläger sei im Übrigen konkret auf-

klärungsbedürftig gewesen (act. 28 Rz. 37 ff.). Er habe beim Eingehen der Kun-

denbeziehung mit der Beklagten 1 über keine grossen Erfahrungen mit Finanz-

produkten verfügt; das Family Office habe nicht als Anlageberaterin fungiert 

(act. 28 Rz. 37 ff., 353 ff.). Die Pflichtverletzungen (Verletzung der Beratungs- und 

der Warnpflicht) seien kausal für den Erwerb der Anteile und den dadurch ent-

standenen Schaden. Die Beklagten hafteten ihm dafür solidarisch (act. 1 Rz. 13, 

132 ff., 213; act. 28 Rz. 25 ff., 531).  

3.2.2. Beklagte 

Die Beklagten beantragen Klageabweisung (act. 13 S. 2; act. 32 S. 2). Zwischen 

ihnen und dem Kläger habe im relevanten Zeitraum kein (Dauer-)  

Anlageberatungsvertrag, sondern eine Konto-Depot-Beziehung (Execution-Only-

Verhältnis) mit punktuellen Beratungen bestanden (act. 13 Rz. 8 f., 28, 104 ff., 

- 22 - 

130, 147, 161, 167, 229 f., 243; act. 32 Rz. 23 ff., 81 ff., 146, 217, 261, 269, 275, 

283 ff., 293, 298, 303, 317 f., 327, 455 f., 479, 513, 551). Die strittige Anlage habe 

mit den punktuellen Anlagevorschlägen in Bezug auf Anlagen auf dem US-Markt 

(Umsetzung USA) nichts zu tun; sie seien betreffend Risiko, Volumen und Expo-

sure völlig unterschiedlich (act. 32 Rz. 218 f., 310 f., 319 f., 472). Auch aus dem 

Suitability Profile, Advisory Process Dashboard und der Nutzung des F.____s 

könne nicht auf einen Anlageberatungsvertrag geschlossen werden (act. 32 

Rz. 276, 209, 78 ff.). Letzteres sei (nur) als internes Hilfsmittel verwendet worden 

(act. 32 Rz. 279).  

Die Investition in den C1._____ Fonds sei vom Kläger auf Empfehlung seines pro-

fessionellen Anlageberaters, der eine Investment Due Diligence durchgeführt ha-

be, im Rahmen eines Execution-Only-Verhältnisses mit der Beklagten 1 getätigt 

worden (act. 13 Rz. 31 ff., 50 ff., 79, 104 ff., 130, 148, 152 ff., 180, 197, 201, 206, 

208 ff., 228 ff., 243; act. 32 Rz. 109 ff.). Der C1._____ Fonds habe sich nicht auf 

dem Shelf der Beklagten 1 befunden (act. 13 Rz. 41, 100, 118, 214, 234; act. 32 

Rz. 241, 406, 412 ff., 421, 446, 480, 482, 519 f., 528, 554). Der Kläger habe sich 

selbständig, ohne Zutun der Beklagten 1, spätestens im November 2013, jeden-

falls vor dem Treffen in E._____, zur Investition entschieden (act. 32 Rz. 96 ff., 

insb. 107, 477) und das Investment schliesslich ISIN-konkret verlangt (act. 13 

Rz. 223; act. 32 Rz. 109). Der Kläger habe zu keinem Zeitpunkt den Wunsch 

nach Informationen oder einer Beratung geäussert, selbst als die Beklagte 1 da-

rauf hingewiesen habe, dass keiner ihrer Privatkunden diese Anlage halte (act. 13 

Rz. 44, 48 f.; act. 32 Rz. 96-107). Es habe kein Ausnahmetatbestand vorgelegen: 

Der Kläger sei durch den erfahrenen Private Banker und professionellen Anlage-

berater J._____ beraten worden, habe die Beklagte 1 nicht um Auskunft / Infor-

mationen oder gar Beratung gebeten und es sei keine Beratung durch die Beklag-

te 1 erfolgt. Der Kläger sei nicht ahnungslos, sondern ein erfahrener Anleger und 

es habe kein gesteigertes Vertrauensverhältnis vorgelegen (act. 13 Rz. 12, 19, 

105 ff., 169, 221; act. 32 Rz. 107, 154 ff., 212 ff., 220 f., 223, 323, 329, 336, 422). 

Dass der Kläger das Vertrauen in J._____ verloren habe, werde bestritten (act. 13 

Rz. 209 ff., 216 ff.; act. 32 Rz. 40 ff., 525). Die Beklagte 1 habe im Zusammen-

- 23 - 

hang mit dieser Investition folglich keinerlei Auskunfts-, Beratungs-, Warn- oder 

Überwachungspflichten getroffen. 

Weiter fehlte es vorliegend an einer Pflichtverletzung (act. 13 Rz. 126 f., 128 ff., 

130, 155 f., 166 f., 206, 228 ff., 243, 245; act. 32 Rz. 150 ff., 206, 212, 233, 

280 ff., 505, 507, 521, 539, 547, 555). Selbst wenn eine Informationspflicht grund-

sätzlich bejaht würde, wäre sie entfallen, da der Kläger ein erfahrener sach- und 

fachkundiger Anleger sei, der sich zudem durch die K._____ AG betreuen und 

von J._____ beraten lassen habe. Die Behauptungen hinsichtlich Unerfahrenheit 

und Aufklärungsbedürftigkeit des Klägers würden bestritten (act. 13 Rz. 111 ff., 

11 ff., 15 ff., 167; act. 32 Rz.15 ff., 26, 50 ff., 216, 243, 332, 334, 459, 518). Über-

dies habe keine Informationspflicht infolge fehlenden Wissensvorsprungs bestan-

den; über einen Informationsvorsprung habe die Beklagte 1 auch nicht zufolge 

Wissenszurechnung verfügt. Eine Wissenszurechnung sei vorliegend nicht mög-

lich. Selbst im Falle einer (bestrittenen) Wissenszurechnung hätte die Beklagte 1 

keine Informationspflicht gehabt, da der – für das vorliegende Investment ohnehin 

nicht relevante (act. 32 Rz. 123 ff.) – Revisionsbericht öffentlich zugänglich gewe-

sen sei (act. 13 Rz. 114 ff., 119 ff., 152, 154, 179, 221, 231, 236; act. 32 

Rz. 115 ff., 131 ff., 159 ff., 176, 228, 242, 372 ff., 398 ff., 434 ff., 461, 465, 468, 

505, 520). Zudem sei erst nach dem Kauf ein einziges Ersuchen des Klägers um 

Informationen erfolgt. Dieses sei beantwortet worden (act. 13 Rz. 148, 155, 202; 

act. 32 Rz. 231).  

Weiter bestreiten die Beklagten den Kausalzusammenhang, das Verschulden so-

wie den Schaden (act. 13 Rz. 138 ff., 145, 240 ff.; act. 32 Rz. 182 ff.). Eventualiter 

werde eine Schadenersatzpflicht gestützt auf Art. 44 Abs. 1 OR bestritten (act. 13 

Rz. 144). Auch Schadenszins sei nicht geschuldet (act. 32 Rz. 201). In pro-

zessualer Hinsicht sei der Kläger seiner Substantiierungs- und Beweislast über 

weite Strecken nicht nachgekommen (act. 32 Rz. 9).  

3.3. Rechtliches 

3.3.1. Vertragsbeziehungen 

- 24 - 

Nach der Praxis des Bundesgerichts kommen für die Anlagetätigkeit drei Ver-

tragsbeziehungen in Betracht (BGE 144 III 155 E. 2.1; 138 III 755 E. 5.5; 

133 III 97 E. 7.1; BGer Urteile 4A_202/2019 vom 11. Dezember 2019 E. 5.1; 

4A_54/2017 vom 29. Januar 2018 E. 5.1.1; 4A_436/2016 und 4A_466/2016 vom 

7. Februar 2017 E. 3.1; 4A_593/2015 vom 13. Dezember 2016 E. 7.1.1): 

Bei der (Execution-Only-)Konto-/Depotbeziehung führt die Bank lediglich die In-

struktionen des Kunden aus. Eine Warnpflicht besteht nur bei Vorliegen eines 

Ausnahmetatbestandes, nämlich wenn (i) der Kunde dies wünscht (siehe punktu-

eller Anlageberatungsvertrag), (ii) die Bank bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit 

erkennen muss, dass der Kunde eine bestimmte, mit der Anlage verbundene Ge-

fahr nicht erkannt hat, oder (iii) sich in der andauernden Geschäftsbeziehung zwi-

schen der Bank und dem Kunden ein besonderes Vertrauensverhältnis entwickelt 

hat, aus welchem der Kunde nach Treu und Glauben auch unaufgefordert Bera-

tung und Abmahnung erwarten darf (BGer Urteile 4A_449/2018 vom 25. März 

2019 E. 3.1 m.H. auf BGE 133 III 97 E. 7.1.1 und 7.1.2; 4A_54/2017 vom 

29. Januar 2018 E. 5.1.4, 5.2; 4A_593/2015 vom 13. Dezember 2016 E. 7.1.4). 

Der Anlageberatungsvertrag zeichnet sich dadurch aus, dass der Kunde die An-

lageentscheide zwar selber trifft, die Bank ihm jedoch dabei beratend zur Seite 

steht. Wie weit die Aufklärungs- und Beratungspflicht der Bank geht, hängt von 

den Umständen des Einzelfalls ab (BGer Urteile 4A_449/2018 vom 25. März 2019 

E. 3.2 m.H. auf 4A_54/2017 E. 5.1.3; 4A_593/2015 E. 7.1.3; 4A_364/2013 E. 6.2). 

Die Anlageberatung kann im Rahmen eines auf Dauer angelegten Vertragsver-

hältnisses oder punktuell im Hinblick auf ein bestimmtes Geschäft erfolgen (vgl. 

BGE 119 II 333 E. 5a). Bei der punktuellen Anlageberatung beschränkt sich diese 

auf eben dieses Geschäft und den Zeitpunkt der Beratung. Nach Abschluss des 

Gesprächs ist die Bank aus ihrer Verantwortung entlassen. Die Bank übernimmt 

keine Pflicht zur generellen Interessenwahrung (BGE 119 II 333 E. 5a).  

Beim Vermögensverwaltungsvertrag wird die Verfügungsmacht über die Vermö-

genswerte an die Bank delegiert, welche selbstständig die Anlageentscheide für 

den Kunden trifft und verpflichtet ist, das Vermögen des Kunden zu überwachen 

(BGer Urteil 4A_168/2008 vom 11. Juni 2008 E. 2.1).  

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-III-97%3Ade&number_of_ranks=0#page97

- 25 - 

3.3.2. Haftungsvoraussetzungen  

Bei allen drei Vertragsbeziehungen haftet der Beauftragte – soweit ihm aufgrund 

der Art der Beziehung Pflichten zukommen; d.h. bei einem  

Execution-Only-Verhältnis muss in Bezug auf das konkrete Investment ein Aus-

nahmetatbestand vorliegen – dem Auftraggeber für die getreue und sorgfältige 

Ausführung des ihm übertragenen Geschäfts nach Art. 398 Abs. 2 OR i.V.m. 

Art. 97 Abs. 1 OR (vgl. ROTH, Die Spielregeln des Private Banking in der Schweiz, 

Rechtliche Regelungen, Standes- und Verhaltensregeln für Banken bei Anlagebe-

ratung und Vermögensverwaltung, 4. A., 2016, S. 71). Voraussetzungen einer 

solchen Haftung sind das Vorliegen eines Schadens, eine Vertragsverletzung, 

Kausalität zwischen Vertragsverletzung und Schaden sowie das Verschulden des 

Beauftragten (SCHALLER, Handbuch des Vermögensverwaltungsrechts, Grundla-

gen-Haftung-Zivilprozess-Aufsicht-Strafrecht, 2013, Rz. 419). Den Beauftragten 

trifft der Beweis des fehlenden Verschuldens (Exkulpation), während die Beweis-

last für die übrigen Haftungsvoraussetzungen dem Auftraggeber obliegt  

(OSER/WEBER, in: WIDMER/LÜCHINGER/OSER [Hrsg.], Basler Kommentar, Obligatio-

nenrecht I, Art. 1-529 OR, 7. A., 2020, Art. 398 N 30 ff. m.H.). 

3.4. Zwischenfazit 

Strittig und daher zu prüfen sind vorliegend insbesondere die Qualifikation des 

Vertragsverhältnisses (und gegebenenfalls das Vorliegen eines Ausnahmetatbe-

standes), die Pflichten, die Haftungsvoraussetzungen und die Art des Schadener-

satzes. Mangels Behauptungen zum Treffen von Anlageentscheiden durch die 

Beklagten fällt vorliegend ein Vermögensverwaltungsvertrag ausser Betracht und 

kann das Vertragsverhältnis nur als Anlageberatungsvertrag oder Execution-Only 

Verhältnis (mit punktueller Anlageberatung zumindest bei anderen Anlagen) quali-

fizieren. Nicht grundsätzlich bestritten wird die Aktivlegitimation. Erstellt ist die 

Passivlegitimation: Aufgrund Art. 75 Abs. 1 FusG blieb die Beklagte 1 während 

dreier Jahre nach der Übertragung der Geschäftsbeziehung auf die Beklagte 2 

solidarisch haftpflichtig (act. 1 Rz. 27; act. 13 Rz. 160). Die Klage wurde innert 

drei Jahren eingereicht. 

- 26 - 

4. Schaden und Kausalität 

4.1. Hauptbegehren: Naturalrestitution 

4.1.1. Parteistandpunkte 

Der Kläger bringt vor, nach Art. 43 Abs. 1 OR könne der Richter von Gesetzes 

wegen Naturalrestitution anordnen. Der Anlageberater, der seine Kunden mit fal-

schen Informationen zum Kauf eines Wertpapiers veranlasse, könne ersatzweise 

dazu verpflichtet werden, dieses Wertpapier gegen Erstattung des vom Kunden 

bezahlten Preises zu übernehmen. Dies habe den Vorteil, dass das Gericht den 

Schaden nicht anhand eines hypothetischen Kausalverlaufs schätzen müsse 

(act. 1 Rz. 195 ff. verweisend u.a. auf ZR 72 [1973] Nr. 58. S. 147 und S. 150 f.; 

BGE 41 II 77 E. 8 a.E.; 71 II 86 E. 4). In casu sei dies sachgerecht, da das Resul-

tat einer vertragskonformen Pflichterfüllung darin bestanden hätte, dass er die In-

vestition unterlassen hätte. Eine Schadensschätzung anhand einer hypotheti-

schen Vergleichsanlage erscheine vor diesem Hintergrund in der Tendenz speku-

lativ und arbiträr (act. 1 Rz. 199). Weiter führt er an, das Rechtsbegehren stehe 

im Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach die Höhe des 

Schadens im Fall eines im Urteilszeitpunkt noch nicht feststehenden Liquidations-

erlöses gemäss Art. 42 OR zu schätzen sei. Gemäss bundesgerichtlicher Recht-

sprechung entspreche es diesfalls dem Sinn des Schadensrechts am besten, 

dem Geschädigten den Schaden im vollen Betrag gegen Abtretung des Liquida-

tionserlöses zuzusprechen (vgl. BGE 111 II 167 E. 1b-c; 141 V 51 E. 5; 139 V 176 

E. 9.2). Durch die Rückübertragung der Anteile werde den Beklagten gleichzeitig 

der Anspruch auf einen allfälligen (wenn auch nicht zu erwartenden) Liquidations-

erlös abgetreten (act. 28 Rz. 338), womit dem Kläger in keinem Fall mehr als sein 

tatsächlich erlittener Schaden zugesprochen werde (act. 28 Rz. 295, 337, 477).  

Die Beklagten bringen – nach Hinweis auf das Fehlen eines Schadens i.S. der 

Differenztheorie und dessen mangelnde Substantiierung (siehe Ziffer 4.2) – vor, 

dass der Kläger grundsätzlich keinen Anspruch auf Naturalrestitution habe. Diese 

sei von der Gerichtspraxis nur in einzelnen, weit zurückliegenden Einzelfällen an-

gewendet worden. Die Forderung nach Naturalrestitution könne nicht dazu die-

- 27 - 

nen, die Folgen der klägerischen Beweisschwierigkeiten zu umgehen (act. 13 

Rz. 140; act. 32 Rz. 429). 

4.1.2. Rechtliches 

Das Vorliegen eines Schadens ist eine Haftungsvoraussetzung. Bei einem Ver-

mögensschaden orientiert sich der Schadensbegriff an der Differenztheorie. Nach 

der Differenztheorie entspricht der Schaden der ungewollten Verminderung des 

Reinvermögens des Geschädigten, d.h. der Differenz zwischen dem gegenwärti-

gen Vermögensstand und dem Stand, den das Vermögen ohne das schädigende 

Ereignis hätte (BGE 144 III 155 E. 2.2; 142 III 23 E. 4.1 m.H.; 132 III 321 E. 2.2.1 

m.H.) bzw. den Einkünften, die nach dem schädigenden Ereignis tatsächlich er-

zielt worden sind, und denjenigen, die ohne dieses Ereignis zugeflossen wären 

(BGE 132 III 321 E. 2.2.1 m.H.; s. auch 132 III 564 E. 6.2; 129 III 331 E. 2.1). Das 

Bundesgericht orientiert sich auch in seiner jüngeren Rechtsprechung im Bereich 

von Pflichtverletzung bei Anlagen am Schadensbegriff im Sinne der Differenzthe-

orie (vgl. u.a. BGer Urteil 4A_126/2019 vom 17. Februar 2020 E. 6.1.2). 

Liegt ein Schaden vor und sind die weiteren Haftungsvoraussetzungen erfüllt, ist 

dem Geschädigten Schadenersatz zuzusprechen. Gemäss (Art. 99 Abs. 3 OR 

i.V.m.) Art. 43 Abs. 1 OR kann das Gericht neben der Grösse auch die Art des 

Schadenersatzes bestimmen. Dabei ist das Zusprechen von Geldersatz oder Na-

turalrestitution möglich. Die diesbezügliche Entscheidung erfolgt nach freiem Er-

messen des Gerichts, wobei es die Umstände des Einzelfalles zu berücksichtigen 

hat (KESSLER, in: WIDMER/LÜCHINGER [Hrsg.], Basler Kommentar, Obligationen-

recht I, Art. 1-529 OR, 7. A., 2020, Art. 43 N 1). Der Geschädigte hat keinen An-

spruch auf Naturalrestitution (ROBERTO, Haftpflichtrecht, 2. A., 2018, Rz. 21.02; 

OFTINGER/STARK, Schweizerisches Haftpflichtrecht, Allgemeiner Teil, Band I, 5. A., 

1995, S. 99 FN 119). Sie ist in der Praxis selten, Geldersatz ist der Normalfall 

(KESSLER, a.a.O., Art. 43 N 2; BREHM, in: HAUSHEER/WALTER [Hrsg.], Berner 

Kommentar, Die Entstehung durch unerlaubte Handlungen, Art. 41 - 61 OR, 

Schweizerisches Zivilgesetzbuch, Das Obligationenrecht, 4. A. 2013, Art. 43 N 5, 

19a; PETER/VON TUHR, Allgemeiner Teil des Schweizerischen Obligationenrechts, 

Band I, 3. A., 1984, § 15 I S. 114-115; MÜLLER, in: FURRER/SCHNYDER [Hrsg.], 

- 28 - 

CHK-Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, Obligationenrecht – Allgemei-

ne Bestimmungen, Art. 1-183 OR, 3. A., 2016, Art. 43 N 1; ROBERTO, a.a.O., 

Rz. 21.02; HONSELL/KESSLER, Schweizerisches Haftpflichtrecht, 5. A., 2013, 

S. 88 ff., Rz. 3; SCHWENZER, Schweizerisches Obligationenrecht - Allgemeiner 

Teil, 7. A., 2016, N 15.02). 

Naturalrestitution bedeutet die Herstellung des Zustands, der bestehen würde, 

wenn das schädigende Ereignis nicht eingetreten wäre (SCHWENZER, a.a.O. 

N 15.01; KUKO OR-SCHÖNENBERGER, 1. A., 2014, Art. 43 N 3). Diese Definition 

wird von der Rechtsprechung und einem Teil der herrschenden Lehre dahinge-

hend konkretisiert, dass es um die Wiederherstellung des ursprünglichen, tatsäch-

lich bestehenden Zustandes gehe (BGE 107 II 134 E. 4; WEBER, in: HAUSHEER 
[Hrsg.], Berner Kommentar, Die Folgen der Nichterfüllung, Art. 97-109 OR, 

Schweizerisches Zivilgesetzbuch, Das Obligationenrecht, Allgemeine Bestim-

mungen, 2000, Art. 97 N 258; OFTINGER/STARK, a.a.O., Rz. 96; MÜLLER, a.a.O., 

Art. 43 N 1; REY/WILDHABER, Ausservertragliches Haftpflichtrecht, 5. A., 2018, 

Rz. 389; KESSLER, a.a.O., Art. 43 N 4). Ein anderer Teil der Lehre vertritt die An-

sicht, dass die Herstellung des heutigen (hypothetischen) Zustandes ohne schä-

digendes Ereignis gemeint sei (RUSCH/MILCHIG, Naturalrestitution bei falscher Be-

ratung, AJP 5/2016, S. 3; LÜCHINGER, Schadenersatz im Vertragsrecht, Grundla-

gen und Einzelfragen der Schadensberechnung und Schadenersatzbemessung, 

Diss., 1999, N 67).  

Unterschieden wird in der Lehre zwischen direkter und indirekter Naturalrestituti-

on. Die direkte Naturalrestitution (Natural-/Realersatz) wird meistens dann geleis-

tet, wenn ein Vertragspartner anlässlich der bestellten Arbeitsausführung einen 

Schaden verursacht, dessen Behebung in seinen Berufsbereich fällt, oder wenn 

er über Ersatzware verfügt. So wurde in BGE 110 II 183 E. 3 die haftpflichtige 

Bank zur Lieferung von 10 Goldbarren zu je 1 kg als Ersatz für die nicht mehr er-

hältlichen bisherigen Barren verurteilt (auch BGE 100 II 134 E. 6 [Räumung des 

Grundstückes]; 111 III 164 E. 1b [Abtretung der Forderung auf die Konkursdivi-

dende]; BGE 116 II 441 E. 3b [Befreiung einer Partei von Forderung eines Drit-

ten]). Die indirekte Naturalrestitution (Surrogat) liegt vor, wenn der Schädiger für 

https://www.swisslex.ch/doc/unknown/d24e271c-4ffd-467d-8371-23436af089b5/citeddoc/5d6fb760-5aa6-4c3c-8102-7c354aed8a33/source/document-link

- 29 - 

die Reparatur- bzw. Wiederherstellungskosten aufzukommen hat 

(BGE 129 III 331 E. 2.2 [Baum]).  

In der Praxis kommt Naturalrestitution insbesondere im Sachenrecht vor 

(BGE 80 II 378 E. 9 [Wasserlieferung]; 107 III 134 E. 4 [Grund-

stück/Widerherstellung des Niveaus]; 129 III 331 E. 2.2 [Baum]; 111 II 429 [Errich-

tung von Schutzbauten]; BREHM, a.a.O., Art. 43 N 19 ff.). In BGE 71 II 86 war im 

Zusammenhang mit einem Willensmangel Geldersatz eingeklagt und im Rahmen 

der Vorteilsanrechnung über die Herausgabe von Bildern zu befinden. Im Zu-

sammenhang mit Aktienkäufen ergingen folgende zwei sich explizit auf die Natu-

ralrestitution beziehende Bundesgerichtentscheide: In BGE 41 II 77 klagte der 

Kläger unter Berufung auf eine Haftung aus unerlaubter Handlung Geldersatz ein, 

unter Abzug des Betrags, der nach Durchführung der Liquidation der Fabrik auf 

diese Aktien entfallen werde. Das Bundesgericht hielt fest, dass der genaue 

Schadensbetrag erst nach der Liquidation feststellbar sei. Die Verpflichtung des 

Klägers, der Beklagten gegen Bezahlung des ihm zugesprochenen Betrags einen 

entsprechenden Teil seiner Aktien zu überlassen, lasse sich auf Art. 43 OR stüt-

zen (E. 8). In den als ZR 72/1973 S. 143, Nr. 58 publizierten Entscheiden des 

Ober- und Bundesgerichts (BGE 99 II 176) wurde festgehalten, dass Art. 43 OR 

auch auf Schadenersatzpflichten aus Vertrag Anwendung finde (E. 3).  

 

 

4.1.3. Würdigung 

Die Wahl der Art des Schadenersatzes obliegt – wie ausgeführt – dem gerichtli-

chen Ermessen. Entscheidend ist daher die Frage, ob im Falle des Vorliegens ei-

nes Schadens und der übrigen Haftungsvoraussetzungen die Naturalrestitution 

dem Gericht als sachgerecht erscheint. Bei dieser Beurteilung sind die folgenden 

Konstellationen, in denen die Rechtsprechung die Naturalrestitution gemeinhin als 

sachgerecht erachtet, mit vorliegendem Fall zu vergleichen: 

a) Zustandsdifferenz / Frage des anwendbaren Schadensbegriffs 

- 30 - 

Die Entscheide des Bundesgerichts jüngeren Datums, welche Bezug auf die Na-

turalrestitution nahmen (siehe Ziffer 4.1.2), bezogen sich auf – mehrheitlich sa-

chenrechtliche – Sachverhalte, bei welchen der Schadensbegriff gemäss der Dif-

ferenztheorie keine Rolle spielte. Es ging dabei um den Ersatz der Wiederherstel-

lungskosten unabhängig von einer allfälligen Vermögenseinbusse im Sinne die-

ses Schadensbegriffes: So ist im Falle der Zerstörung oder Beschädigung von 

Bäumen die Berechnung einer eigentlichen Vermögenseinbusse im Sinne der Dif-

ferenztheorie praktisch nicht möglich. Gleichzeitig ist klar, dass die Zerstörung ei-

ne finanzielle Auswirkung nach sich zieht, da der Eigentümer des Grundstücks 

wohl einen neuen Baum pflanzen möchte. Diese Unmöglichkeit der Berechnung 

der Vermögenseinbusse ist laut Bundesgericht kein Hindernis für die Zuspre-

chung von Schadenersatz, sondern auch bei fehlender Verminderung des Ver-

kehrswerts des Grundstücks soll wegen der subjektiven Komponente (Erhaltungs-

interesse des Geschädigten) Schadenersatz möglich sein. Dieser orientiert sich 

an den Kosten der Neuanpflanzung (BGE 129 III 331 E. 2.2).  

Dies bedeutet, dass die Naturalrestitution dann sachgerecht ist, wenn bei einer 

nicht berechenbaren Vermögensdifferenz ein besonderes Interesse an der Wie-

derherstellung des ursprünglichen Zustandes besteht. Es erfolgt ein Ausgleich ei-

ner Zustandsdifferenz, nicht einer Vermögensdifferenz (vgl. GAUCH, II. Privatrecht 

/ Grenzüberschreitungen im privaten Schadensrecht - Bemerkungen zum Begriff 

des Schadens, zur vertraglichen Haftung ohne Vertragsverletzung und zur Berei-

cherung aus Vertragsbruch, S. 293 ff., S. 300, in: FORSTMOSER/HONSELL/WIEGAND, 

Richterliche Rechtsfortbildung in Theorie und Praxis - Festschrift für Hans Peter 

Walter, Methodenlehre und Privatrecht, Zivilprozess- und Wettbewerbsrecht, 

2005; BRULHART, Rechtliche Aspekte der Naturalrestitution durch Privatversiche-

rer, in: PROBST/WERRO [Hrsg.], Strassenverkehrsrechts-Tagung 2012, 14.-15. Juni 

2012, 2012, S. 205-221, S. 211).  

Im vorliegenden Fall lässt sich eine Vermögensdifferenz erstellen. Das Bundesge-

richt geht für diesen Bereich der Anlagen auch vom Schadensbegriff nach der Dif-

ferenztheorie aus (siehe Ziffer 4.1.2). Die Rechtsfigur einer Zustandsdifferenz 

passt hingegen nicht. Es gibt kein subjektives, besonderes Interesse am vormali-

- 31 - 

gen Zustand, d.h. der Zusammensetzung des Vermögens (vgl. ROSAT, Der Anla-

geschaden, Schadensberechnung beim Vermögensverwaltungsvertrag, Diss., 

2009, S. 29 FN 181). So wird etwa der Erhalt von zehn 50er Noten beim Ersu-

chen um fünf 100er Noten oder der Erhalt sich sehr gut entwickelnder, "falscher" 

Aktien anstelle der gewollten, sich in Talfahrt befindenden Akten zum gleichen 

Preis nicht als Schaden angesehen. Ein besonderes Interesse am Zustand wird 

denn vom Kläger auch nicht dargetan. Vorliegend handelt es sich damit nicht um 

einen Fall, bei dem trotz fehlender Berechenbarkeit der Vermögensdifferenz eine 

Zustandsdifferenz zu entschädigen wäre. Beide Kriterien liegen nicht vor und die 

Naturalrestitution scheint aufgrund der Anwendbarkeit der Differenztheorie nicht 

sachgerecht. 

Eine Abweichung vom anwendbaren Schadensbegriff nach der Differenztheorie 

rechtfertigt sich in einem Fall wie dem vorliegenden zudem nicht. Zum einen sorgt 

dieser Schadensbegriff nämlich dafür, dass in den Fällen kein Schadenersatz zu-

gesprochen wird, in denen kein finanzieller Schaden vorliegt, zumal sich selbst im 

Falle einer Pflichtverletzung eine erworbene Anlage auch positiv entwickeln und in 

Kurs- und Dividendengewinnen resultieren könnte. In einem solchen Fall wäre ein 

Schaden i.S. der Differenztheorie nicht gegeben, Schadenersatz nach herrschen-

den Rechtsauffassungen nicht zuzusprechen und Naturalrestitution offensichtlich 

nicht sachgerecht. Wird bei Anlageschäden vom Schadensbegriff der Diffe-

renztheorie ausgegangen, kann folglich auch nicht generell gesagt werden, dass 

durch Rückübertragung der Anteile und Abtretung des Liquidationsanspruchs im 

Rahmen einer Naturalrestitution nicht mehr als der erlittene Schaden zugespro-

chen werden kann. Zum anderen kann mit der Differenztheorie – jedenfalls beim 

positiven Interesse – einer hypothetischen Entwicklung des Vermögens bei richti-

ger Auftragserfüllung berücksichtigt werden, was mit der Naturalrestitution ge-

mäss der herrschenden Ansicht (auf welche sich der Kläger beruft), wonach sie 

sich auf die Wiederherstellung des vormaligen Zustandes bezieht, nicht ge-

schieht. Damit entsprechen die Differenztheorie und der Geldersatz bei Vermö-

gensschäden im Anlagebereich mehr der Realität als die Rechtsfigur der Zu-

standsdifferenz zusammen mit der Naturalrestitution. Es kann nicht leichthin da-

von ausgegangen werden, dass ein Anleger anstelle der (fehlerhaften) Investition 

- 32 - 

das Geld über Jahre hinweg bar gehalten hätte. Vielmehr besteht eine hohe 

Wahrscheinlichkeit, dass er in vergleichbare Produkte investiert hätte. Dies gilt 

auch vorliegend (siehe zur Vermeidung von Wiederholungen dazu ausführlich Zif-

fer 4.2.3).  

Im Rahmen der Differenztheorie lässt sich zudem der bundesgerichtlichen Recht-

sprechung hinsichtlich Schadensschätzung Rechnung tragen. Bei der Naturalre-

stitution findet sie entgegen der klägerischen Vorbringen gerade keine Anwen-

dung. Es wird nichts geschätzt. Nicht einschlägig sind die in diesem Zusammen-

hang vom Kläger zitierten Bundesgerichtsentscheide.  

Auch das Bundesgerichtsurteil 4A_297/2019 vom 29. Mai 2020 rechtfertigt keine 

Abweichung von den vorstehenden Erwägungen. Das Urteil geht selber vom 

Schadensbegriff i.S. der Differenztheorie (E. 6.2) aus, obwohl es danach keinen 

Schaden mittels Differenzrechnung erstellt und die Naturalrestitution mit der Pas-

sivhypothese zu verknüpfen scheint. Da das Urteil selber die Naturalrestitution 

nicht thematisiert, scheint daraus kein Bekenntnis zur Naturalrestitution als gene-

rell sachgerechte Art des Schadenersatzes bei Anlageverträgen oder Execution-

Only-Verträgen mit Ausnahmetatbestand ableitbar (siehe zu diesem Entscheid 

sowie zur Passivhypothese/negatives Interesse die Erwägungen in Ziffer 4.2). 

Auch aufgrund von BGE 41 II 77 und BGE 99 II 176 drängt sich keine abweichen-

de Einschätzung auf. 

 

b) Reparatur oder Ersatz bzw. Surrogat 

Weiter wird in der Rechtsprechung immer wieder auf Naturalrestitution erkannt in 

Fällen, in denen der Vertragspartner den Schaden selber beheben kann bzw. von 

einem Dritten beheben lassen kann (Surrogat) oder wenn er über eine Sache ver-

fügt, welche die beschädigte Sache ersetzen könnte (BRULHART, a.a.O., S. 211; 

vgl. WALTER, Von der positiven Vertragsverletzung zur materiellen Forderungsver-

letzung - Eine Skizze zu Art. 97 Abs. 1 OR, in: WIEGAND/KOLLER/WALTER [Hrsg.], 

- 33 - 

Tradition mit Weitsicht, Festschrift für Eugen Bucher zum 80. Geburtstag, 2009, 

S. 761-780, S. 770).  

Dies ist sachgerecht, weil in diesen Fällen – bei denen klarerweise ein finanzieller 

Schaden vorliegt – der Geschädigte beispielsweise den kaputten Rasenmäher er-

setzt erhält oder das Grundstück auf Kosten des Haftpflichtigen geräumt wird. 

Gleichzeitig liegt in diesen Fällen auch eine Zustandsdifferenz vor, siehe vorste-

hend litera a).  

Der vorliegende Fall ist mit den genannten Fällen nicht vergleichbar, geht es doch 

nicht um die Reparatur oder den Ersatz einer Sache. Vielmehr erhielte der Kläger 

das ursprünglich investierte Geld ersetzt, was von der Natur her eher dem Gel-

dersatz beim negativen Interesse als der Idee von Naturalersatz entspricht und 

daher nicht sachgerecht erscheint. Dies gilt umso mehr, als der Kläger vorliegend 

nicht nur den Kaufpreis Zug um Zug gegen die Rückgabe der Aktien, sondern 

auch die Gebühren fordert. Dies entspricht dem negativen Interesse (vgl. Rechts-

begehren 1 und (Eventual-)Rechtsbegehren 2; siehe dazu Ausführungen in Zif-

fer 4.2.3 a)), mit dem Unterschied, dass – jedenfalls nach Ausführungen des Klä-

gers – beim Naturalersatz vorab das Vorliegen eines Schadens im Sinne einer 

Vermögensdifferenz nicht geprüft zu werden bräuchte. Dies erscheint nicht ange-

bracht. Eine Gebühr kann im Übrigen auch gemäss dem die Naturalrestitution be-

fürwortenden Teil der Lehre bei Naturalrestitution nicht gefordert werden. Es geht 

bei der Naturalrestitution nicht um eine Rückabwicklung des Vertrags 

(RUSCH/MILCHIG, a.a.O., S. 2).  

 

c) Zwischenfazit 

Nach dem Gesagten erscheint eine Naturalrestitution nicht sachgerecht, weil eine 

Vermögensdifferenz berechenbar ist, kein Interesse an einem Zustand des Ver-

mögens besteht und das Abstellen auf die Passivhypothese/das negative Interes-

se aufgrund des Investitionsverhaltens des Klägers nicht passend erscheint. Ge-

- 34 - 

stützt auf das gerichtliche Ermessen könnte nur auf Geldersatz erkannt werden. 

Das Hauptbegehren ist folglich abzuweisen.  

Folgte man der Ansicht der Lehre, nach welcher sich die Naturalrestitution auf die 

Herstellung des hypothetischen aktuellen Zustandes bezieht, hätte der Kläger bei 

genauerer Betrachtung keine Naturalrestitution verlangt. Denn diesfalls müsste 

berücksichtigt werden, wie der Kläger sein Vermögen anders als in den Kauf der 

strittigen Anteile investiert hätte (vgl. RUSCH/MILCHIG, a.a.O., S. 3). Darüber hat er 

keine konkreten Ausführungen gemacht. Dass er dieses über längere Zeit in bar 

gehalten hätte, ist nicht anzunehmen (siehe Ziffer 4.2.3a). Durch die vom Kläger 

geforderte Erstattung des bezahlten Preises würde sein Vermögen nicht in den 

hypothetischen jetzigen Zustand versetzt. 

4.2. (Sub-)Eventualbegehren: Passivhypothese, negatives oder positives Inte-

resse, Schadensschätzung nach hypothetischem Kausalverlauf 

4.2.1. Parteistandpunkte 

a) Kläger 

Der Kläger macht geltend, der Schaden sei bereits damit bewiesen, dass der Ge-

samtwert seiner Anteile gemäss der geprüften Jahresrechnung per 30. Juni 2017 

noch rund USD 3'794.64 bzw. USD 0.02 pro Fondsanteil betragen habe, was we-

niger als 0.2% des von ihm ursprünglich investierten Kapitals entspreche. Ange-

sichts des ursprünglichen Investitionsvolumens von USD 2 Millionen habe er ei-

nen Totalverlust erlitten (act. 28 Rz. 293; act. 1 Rz. 57 f.; vgl. act. 3/21 S. 13). 

Dass er am Ende der Liquidation auch nur einen Franken ausbezahlt erhalten 

werde, erscheine aufgrund der seit beinahe vier Jahren schleppend verlaufenden 

Liquidation und angesichts der seit Jahren stark negativen Erfolgsrechnung 

(act. 28 Rz. 293) sowie der noch anfallenden Liquidationskosten komplett ausge-

schlossen (act. 28 Rz. 476).  

Nach Rechtsprechung des Bundesgerichts sei bei nicht gehöriger Erfüllung eines 

Anlageberatungsvertrags grundsätzlich das Erfüllungsinteresse zu ersetzen. Die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung sei in diesem Kontext aber keineswegs ge-

- 35 - 

festigt (act. 1 Rz. 202; act. 39 Rz. 49 f). Im Urteil 4A_54/2017 vom 29. Januar 

2018 habe das Bundesgericht in Erwägung 5.3.4 ausdrücklich festgehalten: "II n'y 
a donc pas lieu d'examiner si, comme l'a fait la cour cantonale, le dommage pourrait être calculé 

en matière de conseil en placement comme en matière de contrat de gestion de fortune, ce qui 

paraît curieux dès lors que, dans ce dernier contrat, lorsque la stratégie d'investissement decidée 

n'a pas été respectée, il s'agit d'indemniser l'intérêt positif au contrat (dommages intérêts positifs)." 

(Hervorhebung nur hier). Gerade im Bereich der Verletzung von Aufklärungspflichten 

sei im Lichte des einschlägigen Leitentscheides (BGE 124 III 155 E. 3c) der Klä-

ger so zu stellen, als ob er die verlustbringenden Geschäfte nicht getätigt hätte 

(negatives Interesse), was zur Anwendung der sog. Passivhypothese führe (act. 1 

Rz. 202; act. 39 Rz. 49 f.).  

Im vorliegenden Falle deckten sich das positive und das negative Interesse im 

Grunde. Ohne Pflichtverletzung hätte der Kläger von einer Investition in den 

C1._____ Fonds abgesehen. Weil der Kläger die bei der Beklagten 1 gehaltenen 

Mittel nachweislich über längere Zeit grösstenteils liquide gehalten habe und li-

quide habe halten wollen, seien Ausführungen dazu, wann er welche Alternativan-

lage getätigt hätte, bis zu einem gewissen Grad spekulativ (act. 1 Rz. 203): Die 

Bankbeziehung zur Beklagten sei nicht die einzige Bankbeziehung des Klägers 

gewesen. Teile seines beweglichen Anlagevermögens habe er im fraglichen Zeit-

raum auch bei anderen Banken angelegt. Über jene anderen Banken habe er 

primär seine Aktieninvestments getätigt, während er die Gelder bei der Beklagten 

1 zwar grundsätzlich renditebringend, aber nur kurzfristig und liquide habe anle-

gen wollen. Dies sei in den Client Notes unter der Rubrik "…" bei "Purpose of re-

lationship" denn auch ausdrücklich festgehalten: "Kunde möchte bei uns vor allem 

sein Cash Management für sein operatives Geschäft führen. Die Gelder sollen 

kurzfristig und liquide angelegt werden." Entsprechend diesem Anlageziel habe 

sein Depot bei der Beklagten 1 im Mai 2013 aus mehrheitlich liquiden Mitteln (per 

21. Mai 2013 rund 60%), hochverzinslichen Unternehmensanleihen in Schweizer 

Franken, US Dollar, Britischen Pfund und Australischen Dollar (per 21. Mai 2013 

rund 34%) sowie kleineren Positionen in Aktien und Gold ETF bestanden. Per 

Ende 2013 habe das Depot zu rund 80% aus liquiden Mitteln, zu rund 10% aus 

einer Fremdwährungsanleihe und im Restbestand aus Aktien und Gold ETF be-

- 36 - 

standen (act. 1 Rz. 134 ff.). Als die Beklagte 1 dem Kläger im Juni 2013 persona-

lisierte Anlagevorschläge für die Umsetzung der USA-Anlage unterbreitet habe, 

habe der Kläger 92-93% seines Vermögens in (ungefähr gleich stark gewichtet) 

Liquidität (Cash) und Obligationen gehalten. Der Beklagten 1 sei auch bekannt 

gewesen, dass der Kläger den Grossteil des bei ihr deponierten Vermögens in 

Cash (oder dann in Obligationen mit überschaubarem Risiko) habe halten wollen: 

So habe etwa H._____ am 28. Februar 2013 in einer E-Mail an J._____ ausge-

führt: "Ich habe Sie einfach mal mit unserem F._____-Reporting vertraut machen 

wollen, ich weiss natürlich, dass Herr A._____ gerne etwas cash lastig ist mit dem 

was bei uns liegt". Es könne daher davon ausgegangen werden, dass der Kläger 

das in den C1._____ Fonds investierte Kapital nicht sofort anderweitig investiert 

hätte, sondern weiterhin liquide gehalten hätte, wenn er von der Beklagten 1 auf 

die Risiken hingewiesen worden wäre (act. 28 Rz. 297 ff.).  

Mit dem [Eventual-]Rechtsbegehren 2 werde daher eine Schadensberechnung 

unter Anwendung der Passivhypothese beantragt. Dies rechtfertige sich vorlie-

gend auch deshalb, weil der Schaden im klägerischen Vermögen – vor dem Hin-

tergrund der kriminellen Machenschaften bei der C._____ Gruppe – unmittelbar 

beim Erwerb der Anteile am 8. Januar 2014 eingetreten sei, weshalb eine Scha-

densberechnung ohnehin auf den Kaufzeitpunkt abzustellen hätte. Konkret wäre 

der Kläger so zu stellen, wie wenn er den Kauf der Anteile über die Beklagte 1 

nicht getätigt hätte (act. 1 Rz. 202 ff.).  

Für den Fall, dass das Gericht davon ausgehen sollte, dass vorliegend das Erfül-

lungsinteresse des Klägers zu schätzen und der Schaden nicht bereits am 

8. Januar 2014, sondern später, eingetreten sei, werde sub-eventualiter eine ge-

richtliche Schadensschätzung gestützt auf Art. 42 Abs. 2 OR anhand der in act. 1 

Rz. 134 ff. aufgeführten Zahlen beantragt (act. 1 Rz. 206). Sofern der Kläger in 

Obligationen investiert hätte, hätte er aller Wahrscheinlichkeit nach die 

USD 2 Mio. je zur Hälfte wieder in hochverzinsliche Unternehmensanleihen in US 

Dollar und Australische Dollar investiert (act. 1 Rz. 138; act. 28 Rz. 300). In die-

sem Zusammenhang verweist der Kläger auf Zahlen des Nachrichtendienstes Da-

tastream betreffend die zwei Bond Indices "AC._____ US Corp Inv Grade" (betref-

- 37 - 

fend Alternativinvestments in Unternehmensanleihen mit Referenzwährung US 

Dollar, mit 50% gewichtet) und "AD._____ Corp Bond Index" (betreffend Alterna-

tivinvestments in Unternehmensanleihen mit Referenzwährung Australischer Dol-

lar, mit 50% gewichtet) und deren Renditen (act. 1 Rz. 138). Unter Annahme, 

dass spätestens am 21. April 2015 der Totalverlust auf den Anteilen des Klägers 

eingetreten sei und dass der Kläger den Kaufbetrag von USD 2 Millionen am 

8. Januar 2014 bei vertragskonform erfolgter Aufklärung je zur Hälfte in hochver-

zinsliche Unternehmensanleihen in US Dollar und Australische Dollar angelegt 

hätte, hätten die Beklagten dem Kläger einen Schaden von USD 2'060'000 nebst 

Zins zu 5% seit dem 21. April 2015 zu ersetzen (act. 1 Rz. 207).  

In einem Sub-Subeventualstandpunkt ergänzt der Kläger, dass der Schaden noch 

viel grösser wäre, wenn man vergleiche, wie sich sein Vermögen entwickelt hätte, 

wenn er das in den C1._____ Fonds investierte Kapital stattdessen in Unterneh-

mensanleihen, die in USD denominiert seien, investiert hätte. Dazu stellt er auf 

die Weiterentwicklung und Renditen des … AE._____ AC._____ Corporate Bond 

ETF (…), der den AE._____ AC._____ U.S. Corporate Bond Index reflektiere und 

die Performance von in USD denominierten Unternehmensanleihen messe, ab 

(act. 28 Rz. 301 ff.). 

b) Beklagte 

Die Beklagten bringen vor, dass kein Schaden gemäss Schadensdefinition des 

Bundesgerichts vorliege (act. 32 Rz. 185 f.). Dies gelte zunächst im Hinblick auf 

eine allfällige Wertlosigkeit der Anteile: Die Liquidation des C1._____ Fonds sei 

nicht abgeschlossen und ein Verlust des Klägers sei damit weder eingetreten 

noch abschliessend bestimmbar; geschweige denn beweisbar, vielmehr bestün-

den nach wie vor erhebliche Bewertungsunsicherheiten (act. 32 Rz. 187, 428; 

act. 13 Rz. 138). Zudem könne ein Schaden nicht aus der Entbehrung des Kapi-

tals abgeleitet werden (act. 32 Rz. 188). Weiter erklären die Beklagten, wer Scha-

denersatz beanspruche, habe den Schaden zu beweisen. Dies habe der Kläger 

nicht getan (act. 32 Rz. 189; act. 13 Rz. 138). Eine Schadensschätzung nach 

Art. 42 Abs. 2 OR könne nur dann zur Anwendung kommen, wenn die Unmög-

lichkeit oder Unzumutbarkeit der Schadensbezifferung glaubhaft gemacht werde 

- 38 - 

(act. 32 Rz. 190). Zudem hätten alle Umstände, die die Abschätzung des Scha-

dens erlauben oder erleichtern würden, vom Kläger behauptet oder bewiesen 

werden müssen. Dies gelte insbesondere auch im Hinblick auf eine hypothetische 

Alternativanlage (act. 32 Rz. 191 ff.). Der Kläger sei dem Substantiierungserfor-

dernis nicht nachgekommen (act. 32 Rz. 194, 432). 

Für den Fall, dass ein Schaden und eine Ersatzpflicht bejaht würden, machen die 

Beklagten Folgendes geltend (act. 32 Rz. 195): Die Passivhypothese habe in der 

Gerichtspraxis kaum Niederschlag gefunden. Auch im Rahmen des Eventualbe-

gehrens könne nicht ernsthaft behauptet werden, der Schaden habe sich bereits 

ab dem 8. Januar 2014 finanziell (negativ) ausgewirkt (act. 13 Rz. 141, 244). Die 

Beklagten bestreiten, dass der Kläger sein Geld nur kurzfristig und liquide habe 

halten wollen (act. 13 Rz. 223) und das in den C1._____ Fonds investierte Kapital 

in liquiden Mitteln bzw. bar gehalten hätte (act. 13 Rz. 143, 224; act. 32 Rz. 430). 

Aus dem Suitability Profile gehe hervor, dass unter Investment Objectives auch 

"Opportunistic Wealth Building sowie Systematic Wealth Building" angeführt wor-

den sei. Der Kläger widerspreche sich sodann selber, führe er doch in Rz. 111 der 

Klageschrift noch an, er habe nach einer sicheren, längerfristigen Anlagemöglich-

keit gesucht. Die Bankbeziehung sei mithin umfassender gewesen, als der Kläger 

dies nun darstelle, was sich auch daran zeige, dass er in der Folge in den 

C1._____ Fonds mit sechsjährigem Lock-up investiert habe (act. 1 Rz. 223). Zu-

dem habe er "den gesamten USD-Cash, der noch rumliegt" (USD 3.9 mio.) nicht 

in liquiden Mitteln halten, sondern investieren wollen, und zwar nicht in hochver-

zinsliche Unternehmensanleihen, sondern "je hälftig in Eure Wasser- und CCY-

Geschichten", mithin einen stark risikobelasteten, langfristig orientierten Infra-

strukturfonds (act. 32 Rz. 430; vgl. act. 14/13).  

Nach gefestigter Rechtsprechung sei im Rahmen eines Anlageberatungsverhält-

nisses das positive Interesse massgebend (act. 32 Rz. 196 f., 429). Diese Recht-

sprechung beziehe sich stets auf die Anlageberatung, bezüglich derer das Bun-

desgericht festgehalten habe, dass der Umstand, dass ein Kunde von der Bank 

beim Anlageentscheid beraten werden wolle, dafür spreche, dass er grundsätzlich 

sein Geld anlegen wolle (BGer Urteil 4A_449/2018 vom 25. März 2019 E. 6.2.2). 

- 39 - 

Dies gelte mutatis mutandis auch für den vorliegenden Fall, in dem zwar keine 

Anlageberatung bestanden habe, der Kläger aber eine Anlage habe tätigen wol-

len und sich hierbei von seinem professionellen Anlageberater J._____ beraten 

lassen habe (act. 32 Rz. 198). In Bezug auf das Sub-Eventualbegehren sei fest-

zuhalten, dass die klägerische Behauptung, es sei als Alternativanlage von einer 

Anlage "in hochverzinsliche Unternehmensanleihen in US Dollar und Australi-

schen Dollar" auszugehen, gänzlich unplausibel erscheine und bestritten werde. 

Es sei vielmehr davon auszugehen, dass der Kläger, wenn er nicht in den 

C1._____ Fonds investiert hätte, sein offenbares Anlageziel – Anlage in einen 

langfristigen Infrastrukturfonds – durch die Anlage der verfügbaren Mittel in einen 

vergleichbaren, und damit wohl vergleichbar (stark) risikobelasteten sowie lang-

fristig orientierten Infrastrukturfonds umgesetzt hätte (act. 13 Rz. 143, 224; act. 32 

Rz. 430). Welche Alternativanlage der Kläger getätigt hätte, sei der Beklagten 1 

nicht bekannt (act. 13 Rz. 224). Mit seinen Ausführungen zu gänzlich anderen (im 

Rückblick lukrativeren) Anlagen sei der Kläger nicht zu hören (act. 32 Rz. 430). 

Die Ausführungen zum Sub-Sub-Eventualstandpunkt werden seitens der Beklag-

ten bestritten; sie seien irrelevant. Die Anlage in den C1._____ Fonds – einen ri-

sikobehafteten Infrastrukturfonds – sei nicht zu vergleichen gewesen mit einer An-

lage in eine Unternehmensanleihe. Es gebe Anlagen sämtlicher Risikokategorien 

in USD, die Währung sage über die Natur und das Risiko der Anlage nichts aus. 

Die Performance des – entweder willkürlich gewählten oder aufgrund seiner Ren-

dite ex post ausgewählten – … AE._____ AC._____ Corporate Bond sei vor die-

sem Hintergrund völlig irrelevant (act. 32 Rz. 431). 

 

 

4.2.2. Rechtliches 

Wie erwähnt, entspricht der Schaden der Differenz zwischen dem gegenwärtigen 

Vermögensstand und dem Stand, den das Vermögen ohne das schädigende Er-

eignis hätte (siehe Ziffer 4.1.2). Im Vertragsrecht sind zwei unterschiedliche Diffe-

- 40 - 

renzrechnungen denkbar: Das positive Interesse wird definiert als die Differenz 

zwischen dem hypothetischen Vermögensstand des Geschädigten, der sich bei 

richtiger Vertragserfüllung ergeben hätte, und dem tatsächlichen Vermögens-

stand. Als negatives Interesse gilt die Differenz zwischen dem hypothetischen 

Stand des Vermögens, der sich ergeben hätte, wenn der Vertrag überhaupt nicht 

geschlossen worden wäre, und dem tatsächlichen Vermögensstand (FELL-

MANN/KOTTMANN, Schweizerisches Haftpflichtrecht, Band I: Allgemeiner Teil sowie 

Haftung aus Verschulden und Persönlichkeitsverletzung, gewöhnliche Kausalhaf-

tungen des OR, ZGB und PrHG, Rz. 149 m.H.; LÜCHINGER, a.a.O., Rz. 93). 

Aufgrund der Unterstellung des Anlageberatungsvertrags unter das Auftragsrecht 

ist der klagenden Partei im Falle einer kausalen Pflichtverletzung (Art. 398 Abs. 2 

i.V.m. Art. 97 Abs. 1 OR) gemäss Rechtsprechung und herrschender Lehre das 

Erfüllungsinteresse (positives Interesse) zu ersetzen (BGE 144 III 155 E. 2.2; 

BGer Urteile 4A_126/2019 vom 17. Februar 2020 E. 6.1.2; 4A_202/2019 vom 

11. Dezember 2019 E. 6.1; 4A_374/2018 vom 12. September 2018 E. 3.5; GUTZ-

WILLER, SJZ 101 [2005] 357, S. 361-362). Dasselbe gilt auch bei Execution-Only 

Verhältnissen, bei denen ein Ausnahmetatbestand vorliegt (BGer Urteil 

4A_126/2019 vom 17. Februar 2020 E. 6.1.2). Insofern verläuft die Schadensbe-

rechnung parallel zum Vermögensverwaltungsvertrag, bei dessen Verletzung der 

Anspruchsteller ebenfalls Anspruch auf den Ersatz des Erfüllungsinteresses hat 

(BGer Urteile 4A_54/2017 vom 29. Januar 2018 E. 5.3.4; 4A_364/2013, 

4A_394/2013, 4A_396/2013 vom 5. März 2014 E. 7.1; 4A_168/2008 vom 11. Juni 

2008 E. 2.3; 4C.158/2006 vom 10. November 2006 E. 4.4.2). Grund für das Er-

setzen des positiven und nicht des negativen Interesses ist, dass davon ausge-

gangen wird, dass der Anleger im Rahmen des Vertragsverhältnisses das Geld 

grundsätzlich anlegen will und er bei pflichtgemässer Beratung in eine andere An-

lage investiert hätte (BGer Urteile 4A_297/2019 vom 29. Mai 2020 E. 6.4.2.1; 

4A_202/2019 vom 11. Dezember 2019 E. 6.5.1; 4A_449/2018 vom 25. März 2019 

E. 6.2.2). 

Das positive Interesse (Erfüllungsinteresse) setzt sich zusammen aus dem dam-

num emergens, der durch die pflichtwidrige Anlage hervorgerufenen Vermögens-

- 41 - 

verminderung (Differenz zwischen dem Einstandswert und dem gegenwärtigen 

Wert einer Anlage) sowie aus dem entgangenen Gewinn, der erzielt worden wäre, 

wenn der gleiche Betrag vertragsgemäss, der Sorgfaltspflicht entsprechend, an-

gelegt worden wäre. Der Schaden entspricht damit dem tatsächlichen Stand des 

für die Schadensberechnung relevanten Vermögens und dem Stand bei Anlage 

ohne Pflichtverletzung (vgl. BGer Urteil 4C.18/2004 vom 3. Dezember 2004 E. 2). 

Der Schaden ist nicht einfach mit dem erlittenen Verlust gleichzusetzen, denn ein 

Verlust hätte auch bei pflichtgemässer Anlage entstehen können (BGer Urteil 

4A_481/2012 vom 14. Dezember 2012 E. 3).  

Der Kläger hat den Schaden als anspruchsbegründende Tatsache zu behaupten 

und beweisen. Da der strikte Beweis des Vorhandenseins sowie der Höhe des 

Schadens nach der Natur der Sache nicht möglich bzw. nicht zumutbar ist, ist der 

Schaden zu schätzen (Art. 42 Abs. 2 OR). Das Beweismass wird bei der Anwen-

dung von Art. 42 Abs. 2 OR auf die überwiegende Wahrscheinlichkeit herabge-

setzt (BGer Urteil 4A_6/2019 vom 19. September 2019 E. 4.2 und 4.3). Der Klä-

ger hat aber auch im Rahmen dieser Norm – soweit möglich und zumutbar – alle 

Umstände zu behaupten und zu beweisen, die Indizien für den Eintritt eines 

Schadens darstellen und die Schätzung der Höhe erlauben (BGE 144 III 155 

E. 2.3 m.H.; 140 III 409 E. 4.3.1; 131 III 360 E. 5.1; BGer Urteile 4A_6/2019 vom 

19. September 2019 E. 4.3 m.H.; 4C.350/2006 vom 9. Januar 2007 E. 2.3.2; 

4C.295/2006 vom 30. November 2006 E. 5.2.2 m.H.; SCHALLER, a.a.O., Rz. 546). 

Art. 42 Abs. 2 OR bewirkt lediglich eine Beweiserleichterung, keine Umverteilung 

der Beweislast oder eine Befreiung (BGE 144 III 155 E. 2.3; BGer Urteil 

4C.350/2006 vom 9. Januar 2007 E. 2.3.2; SCHALLER, a.a.O., Rz. 546; BREHM, 

a.a.O., Art. 42 Rz. 50-50a m.H.). Liefert die geschädigte Person nicht alle im Hin-

blick auf die Schätzung des Schadens notwendigen Angaben, ist eine der Vo-

raussetzungen von Art. 42 Abs. 2 OR nicht gegeben und die Beweiserleichterung 

kommt nicht zum Zuge (BGE 144 III 155 E. 2.3 m.H.; BGer Urteile 4A_6/2019 

vom 19. September 2019 E. 4.3 m.H.; 4A_374/2018 vom 12. September 2018 

E. 3.1).  

- 42 - 

Zu den darzulegenden Umständen gehört die Entwicklung des relevanten Vermö-

gens bei Anlage ohne Pflichtverletzung (vgl. BGer Urteile 4A_539/2014 vom 

7. Mai 2015 E. 3.2; 4A_45/2014 vom 19. Mai 2014 E. 2.4.3; 4C.295/2006 vom 

30. November 2006 E. 5.2.2). Als solchen Vergleichsmassstab kommen bei Anla-

ge- und Vermögenverwaltungsverträgen passende Alternativanlagen in Betracht, 

die der vertraglichen Anlagestrategie entsprechen und pflichtgemäss vom Ver-

tragspartner oder einem durchschnittlich erfolgreichen Vermögensverwalter getä-

tigt worden wären (BGer Urteil 4A_297/2019 vom 29. Mai 2020 E. 6.2; BGE 144 

III 155 E. 2.2.2; BGer Urteile 4A_202/2019 vom 11. Dezember 2019 E. 6.1; 

4A_357/2018 vom 11. September 2018 E. 4.2; 4A_539/2014 vom 7. Mai 2015 

E. 3.3). Die Art der hypothetischen Vermögensanlage lässt sich allerdings nicht 

nach allgemeiner Lebenserfahrung generell für alle Anleger bestimmen. Vielmehr 

hängt die Art, wie eine Person ihr Vermögen anlegt, von den Umständen und ins-

besondere auch von ihrem Willen ab, der naturgemäss nicht direkt feststellbar ist 

(BGer Urteil 4A_539/2014 vom 7. Mai 2015 E. 3.5; bestätigt in BGer Urteil 

4A_297/2019 vom 29. Mai 2020 E. 6.4.2.1). Die alternative Investition muss mit 

der getätigten Investition vergleichbar sein. Es muss eine Anlage sein, die der 

Kläger ohne Pflichtverletzung aus damaliger Sicht getätigt hätte. Nicht angehen 

kann, ihm zu überlassen, die für ihn aus heutiger Sicht in Kenntnis dieser Entwick-

lung bestmögliche Anlage auszusuchen (BGer Urteil 4A_539/2014 vom 7. Mai 

2015 E. 3.5; bestätigt in BGer Urteil 4A_297/2019 vom 29. Mai 2020 E. 6.2). Der 

Kläger hat daher darzulegen, wie sich das konkret investierte Kapital entwickelt 

hätte, wenn keine Pflichtverletzung geschehen wäre (BGer Urteil 4A_539/2014 

vom 7. Mai 2015 E. 3 und 3.5; 4C.295/2006 vom 30. November 2006 E. 5.2.2). 

Dazu hat er zu behaupten und soweit möglich zu belegen, dass er eine bestimmte 

alternative Investition getätigt hätte, deren Wert für den massgebenden Zeitpunkt 

(als hypothetischer Vermögensstand) festgestellt und mit dem Wert der aktuell 

getätigten Anlage verglichen werden kann (BGer Urteil 4A_539/2014 vom 7. Mai 

2015 E. 3.3 und 3.5).  

In der Rechtsprechung finden sich zwei Entscheide, in denen das Bundesgericht 

statt auf das positive Interesse (Erfüllungsinteresse) auf die Passivhypothese ab-

gestellt hat (BGE 124 III 155 E. 3d sowie BGer Urteil 4A_297/2019 vom 29. Mai 

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2020 E. 6.4). Bei beiden Fällen existierte keine vorbestehende Geschäftsbezie-

hung. Die Investition erfolgte auf eine erstmalige Beratung hin. In BGE 124 III 155 

erwog das Bundesgericht, im konkreten Fall sei anzunehmen, dass sich der Klä-

ger nicht auf die Optionsgeschäfte eingelassen hätte, wenn er ausreichend auf-

geklärt worden wäre. Das positives Interesse war – weil der Handwerker ohne 

Pflichtverletzung keine Optionengeschäfte getätigt hätte – nicht berechenbar (vgl. 

GUTZWILLER, Rechtsfragen der Vermögensverwaltung, 2008, S. 253; GUTZWILLER, 

SJZ 101 [2005] 357, S. 361-362). In BGer Urteil 4A_297/2019 vom 29. Mai 2020 

investierte der Kläger vor der streitgegenständlichen Anlage nur in Immobilien und 

dachte über den Aufbau von Aktienpositionen nach (E. 6.4.2.2). Für die Passivhy-

pothese (und das negative Interesse) hat der Kläger mit überwiegender Wahr-

scheinlichkeit darzulegen, dass er bei richtiger Beratung die Anlage nicht gekauft 

und auch keine Alternativanlage getätigt hätte (BGer Urteil 4A_297/2019 vom 

29. Mai 2020 E. 6.4.2 m.H.). Weiter ist für das Vorliegen eines Schadens – der als 

Tatbestandsvoraussetzung zwingend bestehen muss – und die Differenzrech-

nung auch der (Rest-)Wert der getätigten Anlage darzulegen.  

Soweit ersichtlich, handelt es sich bei den letztgenannten Entscheiden nicht um 

eine generelle Rechtsprechungsänderung hin zur Passivhypothese. Das Bundes-

gericht weist in BGer Urteil 4A_297/2019 vom 29. Mai 2020 selber darauf hin 

(E. 6.4.2.1), dass bei Anlageberatungsverträgen nicht leichthin angenommen 

werden könne, dass überhaupt auf eine Investition verzichtet worden wäre. Weiter 

führt es in derselben Erwägung in Bezug auf BGE 124 III 155 aus, dass dieser in 

der Literatur grundsätzlich auf Zustimmung gestossen sei, wobei einschränkend 

gesagt worden sei, er lasse sich nicht auf alle Fälle nicht gehöriger Erfüllung eines 

Auftrags übertragen bzw. dass den Besonderheiten des Falls Rechnung zu tragen 

sei.  

 

 

4.2.3. Würdigung 

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a) Verneinung der Passivhypothese und des negativen Interesses  

Vorliegend käme im Falle einer kausalen Pflichtverletzung nur der Ersatz des po-

sitiven Interesses und nicht des mit (Eventual-)Rechtsbegehren 2 beantragten 

negativen Interesses nach der Passivhypothese in Frage:  

Wie in Ziffer 4.2.2 ausgeführt, ist bei Vorliegen eines Anlageberatungsvertrags im 

Falle einer kausalen Pflichtverletzung gemäss herrschender Rechtsprechung 

grundsätzlich das positive Interesse (Erfüllungsinteresse) zu ersetzen. Wäre das 

vorliegende Verhältnis generell nicht als Anlageberatungsvertrag, sondern als 

Execution-Only-Verhältnis, zu qualifizieren, würde das Gleiche gelten. Eine 

Pflichtverletzung könnte bei einem Execution-Only-Verhältnis nur vorliegen, wenn 

gleichzeitig einer der erwähnten Ausnahmetatbestände und damit auch Informa-

tions-, Beratungs- oder Warnpflichten der Bank gegeben wären, womit das Ver-

hältnis in Bezug auf die relevante Anlage faktisch einem (punktuellen) Anlagebe-

ratungsvertrag entspräche (vgl. BGer Urteil 4A_126/2019 vom 17. Februar 2020 

E. 6.1.2).  

Der vorliegende Sachverhalt ist weiter nicht mit demjenigen von BGE 124 III 155 

sowie BGer Urteil 4A_297/2019 vom 29. Mai 2020, worin das Bundesgericht aus-

nahmsweise auf die Anwendung der Passivhypothese erkannte, vergleichbar. 

Anders als in BGE 124 III 155 sowie BGer Urteil 4A_297/2019 vom 29. Mai 2020 

bestünde vorliegend nicht bloss eine einmalige Beratung. Unbestrittenermassen 

hatte der Kläger ein Depot bei der Beklagten 1, über das er (zumindest teilweise 

auch beratene) Anlagen (insbesondere Unternehmensanleihen) tätigte (siehe Zif-

fer 3.1.1). Der Kläger war auch kein völlig unerfahrener Anleger, der zum ersten 

Mal investierte und sonst keine Erfahrungen am Finanzmarkt besass. Im Gegen-

teil, er hatte gemäss seinen eigenen Behauptungen sein Vermögen bei verschie-

denen Banken angelegt, über die er Investitionen – bei anderen Banken vor allem 

Aktieninvestments – tätigte (act. 1 Rz. 135; siehe Ziffer 4.2.1a). Er nahm fortlau-

fend Änderungen in der Anlage seines Vermögens bei der Beklagten 1 vor, wie er 

mit Hinweis auf Veränderungen in den Prozentanteilen von liquiden Mitteln, hoch-

verzinslichen Unternehmensanleihen, Aktien und Gold ETF selber dargelegt hat 

(act. 1 Rz. 134 ff.; act. 28 Rz. 297; siehe Ziffer 4.2.1a). Weiter gab er gegenüber 

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der Beklagten 1 selber an, über Kenntnisse bezüglich verschiedener Fonds-

Strukturen zu verfügen (siehe Ziffer 3.1.2). Darüber hinaus liess er sich unstrittig 

durch ein Family Office betreuen, dessen Zweck damals auch darin bestand, An-

lageberatungen zu erbringen. Sein Betreuer des Family Offices, J._____, stellte 

ihm die Unterlagen betreffend C1._____ Fonds zu und stand mit den Fonds-

Verantwortlichen in Kontakt. Angesichts dieser Handlungen von J._____ ging die 

Betreuung über eine rein administrative Tätigkeit hinaus (siehe Ziffer 3.1.2). 

J._____ war ein erfahrener Banker (siehe Ziffer 3.1.1), seine Kenntnisse sind dem 

Kläger anzurechnen. Aufgrund dieser Ausgangslage – wobei schon allein der 

Umstand der häufigen Anlagetätigkeit genügen würde – kann anders als in BGE 

124 III 155 E. 3d und BGer Urteil 4A_297/2019 vom 29. Mai 2020 nicht davon 

ausgegangen werden, dass der Kläger bei pflichtgemässer Beratung keine ande-

re Investition getätigt hätte. 

Konkret wollte der Kläger das Geld auch investieren und hätte es ohne die rele-

vante Anlage – entgegen seinen Ausführungen – nicht in bar gehalten, sondern in 

eine gleichartige Anlage investiert. Der Anlagewille zeigt sich daran, dass der vom 

Kläger via Family Office engagierte J._____ (Ziffer 3.1.1) sich aktiv um Investiti-

onsmöglichkeiten bemühte (siehe Ziffer 3.1.2; vgl. act. 14/13). Der Kläger bringt 

zudem selber vor, nach einer längerfristigen Anlagemöglichkeit gesucht zu haben 

(vgl. act. 1 Rz. 111).