# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c7b58476-04f2-5222-9ffe-e2aaec7dd9a1
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 03.10.2014 IV 2014/93
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-93_2014-10-03.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/93

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 08.06.2020

Entscheiddatum: 03.10.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 03.10.2014
Eintretensvoraussetzungen betreffend IV-Leistungen bei Neuanmeldung 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. 
Oktober 2014, IV 2014/93).

Entscheid Versicherungsgericht, 03.10.2014

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichter Ralph Jöhl, Versicherungsrichterin 

Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber Ahmet Birguel

Entscheid vom 3. Oktober 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

IV-Leistungen (Nichteintreten)

Sachverhalt:

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A.    

A.a  A.___ ist angelernter Holzbauarbeiter und war seit November 2006 als 

Möbelmonteur tätig (IV-act. 8). Am 19. Juni 2009 meldete er sich wegen 

Rückenschmerzen bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug von Leistungen 

der Invalidenversicherung (berufliche Integration, Rente) an (IV-act. 1).

A.b  Der Hausarzt des Versicherten Dr. med. B.___, Facharzt FMH für Innere Medizin, 

erörterte in seinem Bericht vom 15. Oktober 2009, dass der Versicherte am 29. 

Oktober 2008 eine akute Lumbalgie nach Verhebetrauma beim Anheben eines Sofas 

erlitten habe. Weitere Exazerbationen seien daraufhin in den folgenden Monaten 

mehrmals aufgetreten. Seit August 2009 könne der Versicherte wegen der 

Rückenschmerzen in seinem Beruf nicht mehr arbeiten. Dr. B.___ diagnostizierte eine 

rezidivierende Lumbalgie mit Facettensymptomatik und bescheinigte dem Versicherten 

für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 14).

A.c  Das Wirbelsäulenzentrum C.___, namentlich Prof. Dr. med. D.___, Facharzt FMH 

für Neurochirurgie, stellte nach einer ambulanten Untersuchung des Versicherten 

(ebenfalls) ein lokales Lumbalsyndrom bei Übergangsanomalie fest, die auf eine 

Anomalie eines fehlenden Bogenschlusses S1 zurückzuführen sei. Gleichzeitig zeige 

sich eine deutliche Bandscheibenraumverschmälerung bei L5/S1. Die Prognose für die 

angestammte Tätigkeit als Möbelmonteur sei ungünstig; leidensadaptierte Tätigkeiten 

seien indes durchaus

zumutbar (Bericht vom 23. November 2009; IV-act. 19).

A.d  Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) erklärte daraufhin, dass eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit als Möbelmonteur gut nachvollziehbar sei. In einer 

leidensadaptierten Tätigkeit könne dagegen mit einer praktisch vollständigen Arbeits­

fähigkeit gerechnet werden (RAD-Aktennotiz vom 1. Dezember 2009; IV-act. 20).

A.e  Die IV-Stelle gewährte dem Versicherten in der Folge eine Umschulung zum

technischen Kaufmann (siehe Mitteilungen vom 23. März 2010 [IV-act. 32], vom 17. 

November 2010 [IV-act. 45] und vom 4. November 2011 [IV-act. 61]). Dieser schloss im 

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Zeitraum von 2010 bis 2012 den Vorkurs sowie die (schulinterne) Umschulung zum 

Technischen Kaufmann erfolgreich ab; die weiterführende Ausbildung zum 

eidgenössischen Diplom (Fachausweis) bestand der Versicherte dagegen nicht (siehe 

IV-act. 74). Die IV-Stelle teilte dem Versicherten anschliessend mit Mitteilung vom 12. 

Dezember 2012 mit, dass die beruflichen Massnahmen ohne Rentenanspruch 

erfolgreich abgeschlossen seien. Mit dem internen Abschluss zum technischen 

Kaufmann sei der Versicherte in der Lage, eine Anstellung zu finden und ein 

angemessenes Einkommen zu erzielen; ein Anspruch auf Wiederholung der nicht 

bestandenen eidgenössischen Prüfung bestehe deshalb nicht (IV-act. 82).

B.    

B.a  Am 26. April 2013 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Bezug 

von Leistungen der Invalidenversicherung (berufliche Integration, Rente) an. Er machte 

eine abgenutzte Bandscheibe sowie ein beeinträchtigtes Sehvermögen (stark 

vorhandene schwarze Flecken im Sichtfeld) geltend. Wegen seiner Rückenschmerzen 

müsse er sich regelmässig hinlegen um den Rücken zu entlasten. Am PC könne er 

höchstens eine Stunde am Stück arbeiten, da die schwarzen Flecken im Sichtfeld ihn 

fast wahnsinnig machen würden (IV-act. 83). Nachdem die IV-Stelle den Versicherten 

daraufhin (offenbar) erfolglos aufgefordert hatte, die geltend gemachten 

Verschlechterungen nachzuweisen, trat sie mit Verfügung vom 16. Juli 2013 auf das 

neue Leistungsbegehren nicht ein, weil nicht glaubhaft dargelegt sei, dass sich die 

tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten (IV-

act. 91).

B.b  Am 18. Juli 2013 stellte Dr. B.___ der IV-Stelle einen Bericht von Prof. Dr. D.___ 

vom 18. Juli 2013 zu, worin letzterer erklärt, er sei nach wie vor der Meinung, dass der 

Versicherte in seinem angestammten Beruf als Möbelmonteur nicht arbeitsfähig sei. 

Andere, weniger belastende Arbeiten seien ihm jedoch zumutbar. Die IV-Stelle müsse 

ihm aber bei der Stellensuche behilflich sein (IV-act. 92). Mit Schreiben vom 31. Juli 

2013 reagierte die IV-Stelle auf diesen Bericht und forderte den Versicherten auf, ein 

neues Gesuch einzureichen, sofern er eine neue Prüfung seines Anspruches auf 

Leistungen der Invalidenversicherung verlange (IV-act. 93). Dem kam der Versicherte 

nach und reichte am 9. August 2013 ein weiteres Gesuch zum Bezug von Leistungen 

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der Invalidenversicherung (berufliche Integration, Rente) ein. Darin gab er an, an 

Migräne, Mouches volantes und abgenutzter Bandscheibe zu leiden (IV-act. 94). Mit 

Bericht vom 15. August 2013 bestätigte Dr. B.___ diese drei Krankheiten und fügte an, 

dass sich beim Versicherten eine depressive Episode im Rahmen seiner 

Arbeitssituation zeige. Dem Versicherten entspreche (vielmehr) eine handwerkliche 

Tätigkeit. Mit der Kurzeinführung in den kaufmännischen Beruf habe er dagegen keine 

Chance. Zudem würden Bildschirmtätigkeiten subjektiv durch die Augensymptomatik 

beeinträchtigt (IV-act. 95). Mit Arztbericht vom 26. September 2013 bestätigte Dr. B.___ 

seine Ausführungen (IV-act. 113).

B.c  Nach erfolgtem Vorbescheidsverfahren (IV-act. 118) und dagegen erhobenem 

Einwand (IV-act. 120) stellte die IV-Stelle mit Verfügung vom 20. Januar 2014 fest, dass 

eine wesentliche Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse nicht glaubhaft dargelegt 

sei und trat auf das neue Leistungsbegehren nicht ein (IV-act. 122).

C.    

C.a  Mit Eingabe vom 18. Januar 2014 erhebt der Beschwerdeführer gegen die Ver­

fügung vom 20. Januar 2014 Beschwerde und beantragt die Unterstützung bei der 

Stellensuche oder eine Invalidenrente. Zudem ersucht er um unentgeltliche 

Rechtspflege. Er bringt im Wesentlichen vor, dass er seit Abschluss seiner Umschulung 

weder in einem Büro noch in einem körperlich leicht anspruchsvollen Beruf eine 

Anstellung habe finden können. Dies sei u.a. auf seine fehlende Erfahrung im 

Bürobereich zurückzuführen. Wenn er nur daran denke, an einem Schreibtisch zu 

sitzen, bekomme er Schweissausbrüche. Sein Leiden sei daher nicht mehr nur ein 

körperliches, sondern nunmehr auch ein psychisches. Er leide nach wie vor an 

Rückenbeschwerden sowie an Migräneattacken und Augenproblemen (act. G 1). Als 

Nachweis seines Gesundheitszustands reicht er einen Bericht des 

Wirbelsäulenzentrums C.___ vom 18. Juli 2013 (act. G 1.4 sowie IV-act. 92), zwei 

Berichte von Dr. B.___ vom 15. August 2013 (act. G 1.2 sowie IV-act. 95) und 26. 

September 2013 (act. G 1.2 sowie IV-act. 113) sowie zwei Berichte der Augenklinik des 

Kantonsspitals St. Gallen vom 8. Dezember 2013 (act. G 1.3) und 11. April 2012 (act. G 

1.5 sowie IV-act 96) ein.

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C.b  Mit Beschwerdeantwort vom 21. März 2014 wendet die Beschwerdegegnerin ein, 

dass sich aus den neu eingereichten Akten gegenüber der bisherigen Beurteilung keine 

Änderung ergäbe. Es sei daher nicht glaubhaft dargelegt, dass sich der 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers massgeblich verändert habe. Sie 

beantragt daher die Abweisung der Beschwerde (act. G 5).

C.c  Mit Präsidialentscheid vom 24. März 2014 gewährte das Versicherungsgericht 

dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege (act. G 6).

C.d  Mit Replik vom 22. April 2014 hält der Beschwerdeführer an seinen Ausführungen 

fest. Er wirft der IV-Stelle vor, dass die Ausbildung zum technischen Kaufmann sinnlos 

gewesen sei. Da ihm im Büro jegliche praktische Erfahrung fehle, erhalte er überall 

Absagen. Ein KV-Absolvent habe weitaus grössere Chancen eine Stelle zu finden als 

er. Zudem sei er vielmehr ein "Handwerker-Typ". Er beantrage eine Rente oder eine 

Wiedereingliederung. Weiters legt er einen Bericht des Psychiatrischen Zentrums vom 

11. April 2014 vor (act. G 8). Die Beschwerdegegnerin liess sich für eine Duplik nicht 

mehr vernehmen (act. G 10).

Erwägungen:

1.

Zu beurteilen im vorliegenden Verfahren ist die Rechtmässigkeit der 

Nichteintretensverfügung vom 20. Januar 2014. Die Prüfungsbefugnis des Gerichts 

beschränkt sich daher auf die Frage, ob die Beschwerdegegnerin auf die 

Wiederanmeldung vom 9. August 2013 zu Recht nicht eingetreten ist. Soweit die 

Anträge des Beschwerdeführers darüber hinausgehen (Zuspruch von 

Eingliederungsmassnahmen oder Rente), ist darauf nicht einzutreten.

2.

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das Leistungs­

begehren vom 9. August 2013 nicht eingetreten ist.

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2.1  Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, dass die Umschulung zum 

Technischen Kaufmann sinnlos gewesen sei. Seit seiner Umschulung sei es ihm nicht 

gelungen, eine Anstellung zu finden. Ein KV-Absolvent hätte weitaus grössere Chancen 

als er, eine Stelle zu finden. Er führt seine Benachteiligung insbesondere auf seine 

Rückenschmerzen und auf seine fehlende Erfahrung im Bürobereich zurück. Er erleide 

zudem vom Arbeiten am Computer und vom vielen Lesen Migräneattacken und häufige 

Kopf- und Augenschmerzen. Die schwarzen Flecken in seinem Sichtfeld würden ihn 

zusätzlich extrem belasten. Schliesslich bekomme er bei dem Gedanken, Tag für Tag 

an einem Schreibtisch zu sitzen, Schweissausbrüche, da er (eigentlich) schon immer 

ein leidenschaftlicher Handwerker gewesen sei. Sein Leiden sei daher nicht mehr nur 

ein körperliches, sondern inzwischen auch ein psychisches. Er habe sich daher kürzlich 

in einer psychiatrischen Klinik angemeldet (act. G 1 und 8).

2.2  Die Beschwerdegegnerin stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass sich 

aus den bislang eingereichten Akten keine relevanten Änderungen des 

Gesundheitszustandes des Beschwerdeführer ergäben. Auch der neu eingereichte 

Bericht der Augenklinik des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) bescheinige aus 

ophthalmologischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit. Auf das neue Leistungsbegehren 

sei damit zu Recht nicht eingetreten worden (act. G 5).

3.

3.1  Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Sie kann Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 

Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, 

wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

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3.2  Wurde u.a. eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so 

wird nach Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 

831.201) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 

dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist bei einer Neuanmeldung glaubhaft zu 

machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise 

geändert hat. Diese Bestimmung ist nach höchstrichterlicher Rechtsprechung analog 

auf Eingliederungsleistungen anzuwenden (BGE 105 V 119 E. 3a; vgl. auch BGE 119 V 

173). Letzteres bedeutet auch, dass bei einer Neuanmeldung die für 

Eingliederungsleistungen je spezifischen Leistungsvoraussetzungen zu beachten sind. 

Während der Anspruch auf eine Invalidenrente eine mindestens 40%ige 

Erwerbseinbusse voraussetzt, sind die leistungsspezifischen Anforderungen an 

berufliche Eingliederungsmassnahmen deutlich niedriger (vgl. Ulrich Meyer, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 2. A., HRSG. Erwin Murer/Hans-Ulrich 

Stauffer, Art. 17 II. S. 190 ff.). Ob eine in diesem Sinn erhebliche Tatsachenänderung 

eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich der Verhältnisse im Zeitpunkt der 

Neuanmeldung mit denjenigen bei Erlass der letzten, auf einer materiellen Prüfung des 

IV-Leistungsanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung 

und Ermittlung des (leistungsspezifischen) Invaliditätsgrades beruhenden Verfügung 

(BGE 133 V 108, Regeste).

3.3  Art. 87 Abs. 3 i.V.m. Abs. 2 IVV soll verhindern, dass sich die Verwaltung nach 

vorangegangener rechtskräftiger Leistungsverweigerung immer wieder mit gleich 

lautenden und nicht näher begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts 

darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE 109 V 119 E. 3b und BGE 109 264 E. 3). 

Hingegen kann diese Eintretensvorschrift nicht dahingehend ausgelegt werden, dass 

die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes Anspruchselement betreffen muss, 

welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungsabweisung zugrunde 

legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die 

Änderung eines Sachverhalts aus dem gesamten für die Rentenberechtigung bzw. 

Eingliederungsleistungen erheblichen Tatsachenspektrum glaubwürdig dartut. Trifft 

dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungsbegehren einzutreten 

und es in tatsächlicher wie rechtlicher Hinsicht allseitig

zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3b und E. 4b, vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2 und BGE 130 

V 71).

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3.4  Nach der Rechtsprechung ist unter Glaubhaftmachen im Sinne von Art. 87 Abs. 3 

IVV nicht der Beweis nach dem im Sozialversicherungsrecht allgemein massgebenden 

Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu verstehen. Die Beweisanforderungen 

sind vielmehr herabgesetzt, indem nicht im Sinne eines vollen Beweises die 

Überzeugung der Verwaltung begründet zu werden braucht, dass seit der letzten, 

rechtskräftigen Entscheidung tatsächlich eine relevante Änderung eingetreten ist. Es 

genügt, dass für den geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstand wenigstens 

gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu 

rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete 

Sachverhaltsänderung nicht erstellen lassen. Bei der Prüfung der Frage, ob die 

Vorbringen der versicherten Person glaubhaft sind, berücksichtigt die Verwaltung unter 

anderem, ob seit der rechtskräftigen Erledigung des letzten Rentengesuchs lediglich 

kurze oder schon längere Zeit vergangen ist; je nachdem sind an die 

Glaubhaftmachung einer Änderung des rechtserheblichen Sachverhalts höhere oder 

weniger hohe Anforderungen zu stellen (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Januar 

2008, 9C_688/2007, E. 2.2).

4.

Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung, ob der Beschwerdeführer bei der 

Neuanmeldung vom 9. August 2013 (IV-act. 94) eine erhebliche Tatsachenänderung im 

Sinne von Art. 87 IVV glaubhaft gemacht hat, ist die Mitteilung der 

Beschwerdegegnerin vom 12. Dezember 2012, womit sie den Abschluss der 

beruflichen Eingliederungsmassnahmen unter Annahme eines rentenausschliessenden 

Erwerbseinkommens festgestellt hatte (IV-act. 82). Zu prüfen ist, ob glaubhaft 

erscheint, dass sich der Sachverhalt seit der Mitteilung vom 12. Dezember 2012 in 

einer für den (jeweiligen) Anspruch erheblichen Weise geändert hat.

4.1  Beim Erlass der Mitteilung vom 12. Dezember 2012 (IV-act. 83) präsentierte sich 

die medizinische Aktenlage im Wesentlichen wie folgt:

4.1.1      Im Arztbericht vom 15. Oktober 2009 diagnostizierte der Hausarzt Dr. B.___ 

eine rezidivierende Lumbalgie mit Facettensymptomatik. Der Beschwerdeführer leide 

(insbesondere) bei Anheben von Lasten an Rückenschmerzen. Er sei daher in seiner 

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bisherigen Tätigkeit als Möbelmonteur zu 100% arbeitsunfähig. Bei rückenschonenden 

Tätigkeiten bestehe dagegen keine Einschränkung (IV-act. 14).

4.1.2      Die Diagnose von Prof. Dr. D.___ im Arztbericht vom 23. November 2009 

beschränkte sich ebenfalls auf die Rückenschmerzen. Demnach weise der 

Beschwerdeführer ein lokales Lumbalsyndrom bei Übergangsanomalie auf. Weitere 

Einschränkungen bestünden nicht. Als Möbelmonteur sei der Beschwerdeführer nicht 

arbeitsfähig. Tätigkeiten in Wechselbelastung seien ihm hingegen durchaus zumutbar. 

Es dürften dabei keine schweren Lasten von mehr als höchstens 20 kg gehoben 

werden. Der Beschwerdeführer müsse zudem in der Lage sein, bei Bedarf von Sitzen 

auf Stehen und Gehen wechseln zu können (IV-act. 19).

4.1.3      Der RAD schloss sich den beiden genannten Arztberichten an und erachtete 

den Beschwerdeführer in seiner Tätigkeit als Möbelmonteur als vollständig 

arbeitsunfähig. In einer leidensangepassten Tätigkeit könne aber mit einer 

vollständigen Arbeitsfähigkeit gerechnet werden (RAD-Aktennotiz vom 1. Dezember 

2009; IV-act. 20).

4.2  Seit der Neuanmeldung vom 9. August 2013 (IV-act. 94) macht der 

Beschwerdeführer nebst den bestehenden Rückenschmerzen neu Augen- und 

psychische Beschwerden geltend. Er beruft sich dabei insbesondere auf die Berichte 

der Augenklinik des KSSG vom 11. April 2012 (IV-act. 96) sowie vom 8. Dezember 

2013 (IV-act. 126-1) und auf den Bericht des Psychiatrischen Zentrums Rorschach vom 

11. April 2014 (act. G 8.1).

4.2.1      Betreffend die Rückenschmerzen stellten weder Prof. Dr. D.___ noch Dr. B.___ 

eine Verschlechterung fest. Prof. Dr. D.___ erklärte, er sei nach wie vor der Meinung, 

dass der Versicherte in seinem angestammten Beruf als Möbelmonteur nicht 

arbeitsfähig sei. Andere, weniger belastende Arbeiten seien ihm jedoch zumutbar 

(Bericht vom 18. Juli 2013; IV-act. 92). Dr. B.___ bestätigte ebenfalls, dass die 

Rückenschmerzen bei adäquater Belastung und in Anbetracht des Alters eigentlich 

günstig verlaufen müssten. Komplizierend sei jedoch die Chronifizierung (Bericht vom 

15. August 2013; IV-act. 95).

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4.2.2      Die Augenklinik des KSSG bestätigte in ihrem Bericht vom 11. April 2012 die 

vom Beschwerdeführer behaupteten Glaskörpertrübungen (Mouches volantes), die sich 

bei der Fundusuntersuchung in Mydriase gezeigt hätten (IV-act. 96). Nach weiteren 

Untersuchungen vom 11. November und 2. Dezember 2013 stellte die Klinik mit Bericht 

vom 8. Dezember 2013 fest, dass der ophthalmologische Status weiterhin unverändert 

sei. Die vom Beschwerdeführer geschilderten Beschwerden liessen sich durch die 

dekompensierende Exophorie erklären, weshalb er zur konsiliarischen Beurteilung an 

die Orthoptik weitergeleitet worden sei. Die Beschwerden am PC-Bildschirm könnten 

möglicherweise durch eine Entlastungsbrille behandelt werden. Der Beschwerdeführer 

habe sich jedoch wenig interessiert an diesem Lösungsvorschlag gezeigt und ein 

Arbeitsunfähigkeitszeugnis verlangt. Aus ophthalmologischer Sicht sei eine volle 

Arbeitsfähigkeit gegeben (Bericht vom 8. Dezember 2013; IV-act. 126-1). Bezüglich 

Augenleiden ist eine Verschlechterung nicht glaubhaft gemacht.

4.2.3      Dr. B.___ wies bereits in seinem Bericht vom 15. August 2013 darauf hin, dass 

beim Beschwerdeführer eine depressive Entwicklung zu erkennen sei (IV-act. 95). In­

sofern wurde diese Beschwerde noch vor der angefochtenen Verfügung vom 20. 

Januar 2014 erwähnt. Deshalb ist der Bericht des Psychiatrischen Zentrums E.___, 

namentlich von Dr. med. F.___, Oberarzt, vom 11. April 2014 (act. G 8.1), welchen der 

Beschwerdeführer im Rahmen seiner Replikeingabe vom 22. April 2014 einreichte, 

vorliegend zu berücksichtigen (siehe Urteil des Bundesgerichts vom 30. Oktober 2009, 

8C_447/2009, E. 3.5). Dr. F.___ stellt fest, dass diagnostisch Hinweise auf eine 

Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis, differentialdiagnostisch eine 

Persönlichkeitsvariante mit paranoiden und selbstunsicheren Zügen und Symptomen 

der Depression bestünden. Im Vergleich mit der Verlaufsbeurteilung 11/2005-01/2007 

am Psychiatrischen Zentrum E.___ und der aktuellen Behandlung seit dem 19. Februar 

2014 erhärte sich die Verdachtsdiagnose einer Persönlichkeitsvariante mit 

kombinierten, schizoiden und selbstunsicheren Zügen (ICD-10: F61.0). Die sozialen 

Beziehungen im Alltag, wie im Arbeitsumfeld, seien dadurch beeinträchtigt (act. G 8.1).

4.3  Gemäss Ausführungen des Psychiatrischen Zentrums E.___ leidet der 

Beschwerdeführer offensichtlich unter psychischen Problemen, welche sich im 

Nachgang zur Mitteilung vom 12. Dezember 2012 verstärkt haben. Ob dieses 

Beschwerdebild die Zusprache von IV-Leistungen letztlich auch begründet, muss dabei 

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offengelassen werden. Entscheidend ist vielmehr, dass dieser Bericht eine 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers aus 

psychiatrischer Sicht als glaubhaft erscheinen lässt, so dass die Voraussetzungen des 

Art. 87 Abs. 3 i.V.m. Abs. 2 IVV erfüllt sind.

4.4  Es erscheint namentlich geboten, die Notwendigkeit allfälliger beruflicher 

Eingliederungsmassnahmen, wie insbesondere Arbeitsvermittlung, zu prüfen, nachdem 

der Beschwerdeführer bis anhin die Umschulung zum technischen Kaufmann nicht 

verwerten konnte und hiefür gesundheitliche Beeinträchtigungen als Mitursache 

angeführt werden.

5.

5.1  Demnach ist die angefochtene Verfügung vom 20. Januar 2014 in Gutheissung der 

Beschwerde aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, 

damit diese auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom 9. August 2013 

eintrete und nach Vornahme der notwendigen Abklärungen über die 

Leistungsansprüche, einschliesslich allfälliger Eingliederungsleistungen, verfüge.

5.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Praxisgemäss ist die Gerichtsgebühr für das 

vorliegende Verfahren auf Fr. 600.-- festzulegen und der vollständig unterliegenden 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.      In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 20. 

Januar 2014 aufgehoben und auf das Gesuch vom 9. August 2013 wird eingetreten. 

Die Sache wird zur materiellen Behandlung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2.      Die Gerichtskosten von Fr. 600.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.

bis

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