# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0ed97826-1330-521c-862f-c0e5d3697e3d
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-07
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Zivilrecht 07.07.2020 400 20 133
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_001_400-20-133_2020-07-07.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht 

 

vom 7. Juli 2020 (400 20 133) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Zivilprozessrecht 

 

 

Rechtsschutz in klaren Fällen (Art. 257 ZPO); Kündigung des Mietverhältnisses; Geltung 

der absoluten Empfangstheorie 

 
 
Besetzung  Präsident Roland Hofmann; Gerichtsschreiber i.V. Raphael Müller 
  

 

Parteien  A. ____, 
Kläger und Berufungskläger 

B. ____, 
Klägerin und Berufungsklägerin 

  gegen 

  C. ____, 
vertreten durch Hauseigentümerverband Basel-Stadt, Herr lic. iur. An-
dreas Zappalà, Aeschenvorstadt 71, 4010 Basel,  
Beklagte 

   

Gegenstand  Rechtsschutz in klaren Fällen / Mietausweisung  
Berufung gegen den Entscheid der Gerichtspräsidentin des Zivilkreisge-
richts Basel-Landschaft West vom 12. Mai 2020 

 

A. B. ____, A. ____ und D. ____schlossen am 7. Februar 2019 einen Mietvertrag mit Miet-

beginn 1. März 2019 betreffend die 3.5-Zimmerwohnung an der X. ____strasse in Y. ____ ab 

und vereinbarten dabei einen monatlichen Mietzins von CHF 1'670.00. Mit Schreiben vom 18. 

März 2019 forderte die Vermieterin, C. ____, die Mieter unter der Androhung der Kündigung 

dazu auf, den geschuldeten Mietzins zu zahlen. Auch in den folgenden Monaten stellte die 

Vermieterin den Mietern Zahlungsaufforderungen mit Kündigungsandrohung zu, weil die Miet-

zinszahlungen entweder nicht, nur teilweise oder verspätet erfolgt seien. Mit Schreiben vom 25. 

 
 
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November 2019 forderte die Vermieterin unter Androhung der fristlosen Kündigung des Mietver-

trages nach Art. 257d OR die Mieter dazu auf, den Mietzinsrückstand innert 30 Tagen zu be-

gleichen. Da die Mieter nach Ablauf der Zahlungsfrist die ausstehenden Mietzinsen nicht begli-

chen hatten, kündigte die Vermieterin das Mietverhältnis mit amtlichem Formular am 13. Januar 

2020 per 29. Februar 2020. Die Kündigung erfolgte an beide Mieter separat mittels Einschrei-

ben und wurde nach versäumter Abholung an die Vermieterin retourniert.  

B. Mit Eingabe bzw. Gesuchsformular vom 19. März 2020 ersuchte die Vermieterin beim 

Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West im Rahmen eines Verfahrens um Rechtsschutz in kla-

ren Fällen um Ausweisung der Mieter aus dem Mietobjekt. In Gutheissung dieses Auswei-

sungsbegehrens wurden B. ____ und A. ____ mit Entscheid der Gerichtspräsidentin des Zivil-

kreisgerichts Basel-Landschaft West vom 12. Mai 2020 unter Androhung der polizeilichen Voll-

streckung im Nichtbefolgungsfalle richterlich angewiesen, das Mietobjekt (3.5-Zimmerwohnung 

im 1. OG mit Kellerabteil) an der X. ____strasse in Y. ____ bis spätestens 25. Mai 2020, 

12:00 Uhr mittags, zu räumen und sämtliche Schlüssel abzugeben. In Bezug auf den Gesuchs-

beklagten D. ____ trat die Gerichtspräsidentin auf das Gesuch nicht ein. Die Gerichtsgebühr 

von CHF 500.00 wurde B. ____ und A. ____ in solidarischer Verbindung auferlegt und mit dem 

durch die Gesuchsklägerin geleisteten Kostenvorschuss von CHF 500.00 verrechnet. B. ____ 

und A. ____ wurden angewiesen, der Gesuchsklägerin CHF 500.00 zu ersetzen und ihr eine 

Umtriebsentschädigung von CHF 50.00 zu bezahlen.  

C. Gegen diesen Mietausweisungsentscheid (Rechtsschutz in klaren Fällen) erhoben 

B. ____ und A. ____ mit Eingabe vom 16. Mai 2020 «Einspruch» an das Zivilkreisgericht Basel-

Landschaft West, welches die Eingabe mit Verfügung vom 19. Mai 2020 zuständigkeitshalber 

an das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, weiterleitete. Die Rechtsmittel-

kläger bringen vor, die Kündigung vom 13. Januar 2020 nie erhalten zu haben. Sie seien zu der 

Zeit bettlägerig gewesen, was es ihnen verunmöglicht habe, das Schreiben auf der Postfiliale 

abzuholen. Mit ärztlichem Zeugnis belegen die Rechtsmittelkläger sodann, dass sie beide 

Hochrisikopatienten bezüglich COVID-19 sind. Sie seien darum beide dringend auf Hausqua-

rantäne angewiesen. Weiter hätten sie mit der Vermieterin eine Abmachungsvereinbarung be-

züglich der ausstehenden Mietzinsen abgeschlossen. Ausserdem habe die Vermieterin ihnen 

einen falschen Vertrag ausgefüllt, was zu einem Durcheinander mit den Zahlen bei den Andro-

hungen und Mahnungen geführt habe. Schliesslich hätten sie bemerkt, dass der Vertrag, den 

die Vermieterin dem Gericht zugestellt habe, geändert bzw. gefälscht worden sei.  

D. In ihrer Beschwerdeantwort vom 15. Juni beantragte C. ____, vertreten durch den Haus-

eigentümerverband Basel-Stadt, die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. 

Zudem seien die Beschwerdeführer anzuweisen, das Mietobjekt unverzüglich zu räumen, even-

tualiter sei den Beschwerdeführern eine angemessene Frist für die Räumung des Mietobjekts 

anzusetzen. Sie hielt zusammengefasst fest, dass ihr Vorgehen nach den gesetzlichen Vorga-

ben erfolgt sei. Weiter seien in der Beschwerdeschrift keine konkreten Nachweise über eine 

fristgerechte Zahlung der mit Schreiben vom 25. November 2019 gemahnten Mieten geltend 

gemacht worden. Schliesslich hätten die Beschwerdeführer keine Einwände zu Unzulänglich-

keiten in Bezug auf das Mahn- und Kündigungsverfahren erhoben.  

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E. Mit Verfügung vom 16. Juni 2020 wurde die Beschwerdeantwort der Gegenpartei zur 

Kenntnisnahme übermittelt. Zudem schloss der Kantonsgerichtspräsident den Schriftenwechsel 

und stellte den Parteien seinen Entscheid gestützt auf die Akten in Aussicht. 

Erwägungen 

1.1 Gemäss Art. 319 lit. a ZPO sind nicht berufungsfähige erstinstanzliche Entscheide mit 

Beschwerde anfechtbar. In vermögensrechtlichen Angelegenheiten ist die Berufung nur 

zulässig, sofern der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens 

CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Gemäss der neueren bundesgerichtlichen Recht-

sprechung orientiert sich der Streitwert bei einer Mietausweisung im Verfahren auf Rechts-

schutz in klaren Fällen gemäss Art. 257 ZPO am Interessenwert, welcher dem kumulierten 

Mietzins für die Dauer eines Mietausweisungsverfahrens entspricht. Dabei ist gemäss höchst-

richterlicher Rechtsprechung jedoch unabhängig von allfälligen kantonalen Unterschieden in der 

tatsächlichen Bewältigung solcher Summarverfahren generell und pauschal von einer Dauer 

von sechs Monaten auszugehen (BGE 144 III 346 E. 1.2.1). Unter Berücksichtigung des vorlie-

gend vereinbarten monatlichen Mietzinses von CHF 1’670.00 beträgt der Streitwert demnach 

CHF 10’020.00. Gegen den im summarischen Verfahren ergangenen vorinstanzlichen Ent-

scheid ist somit die Berufung innert zehn Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheides 

bzw. seit der nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung schriftlich und begründet bei 

der Rechtsmittelinstanz einzureichen (Art. 311 Abs. 1 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZPO).  

1.2 Die Vorinstanz bezeichnete in der Rechtsmittelbelehrung das Rechtsmittel gegen den 

Entscheid vom 12. Mai 2020 fälschlicherweise als Beschwerde. Mängel in der Eröffnung eines 

Entscheids führen indes nicht notwendigerweise zu dessen Nichtigkeit. Den Parteien darf als 

Folge einer mangelhaften Eröffnung grundsätzlich kein Nachteil erwachsen (BGer, 

6B_960/2013, E. 1.3). Es ist stets im Einzelfall zu prüfen, ob die betroffene Partei nach den 

konkreten Umständen durch die fehlerhafte Eröffnung tatsächlich irregeführt wurde und dadurch 

einen Nachteil erlitten hat, wobei für diese Beurteilung der Grundsatz von Treu und Glauben 

massgebend ist (Art. 52 ZPO; BGE 122 I 97, 98 f. E. 3a/aa; 129 I 361, 363 f. E. 2.1; BGer, 

5A_536/2011, E. 4.1; BSK ZPO, 3. Aufl.-STECK/BRUNNER, Art. 239, N 7). Bei der Einreichung 

einer Berufung schadet die falsche Bezeichnung des Rechtsmittels als Beschwerde nicht, so-

fern ausschliesslich materielle Rügen erhoben werden, welche in beiden Rechtsmittelverfahren 

zulässig sind, wovon angesichts der sogar weiterreichenden Kognition der Rechtsmittelinstanz 

bei der Berufung grundsätzlich auszugehen ist (vgl. Art. 310 lit. a sowie Art. 320 lit. a ZPO). Vor-

liegend rügen die Rechtsmittelkläger sinngemäss die rechtsfehlerhafte Anwendung von Art. 257 

ZPO, indem sie die Gültigkeit der Kündigung vom 13. Januar 2020 bestreiten. Da diese Rüge 

sowohl mit Beschwerde als auch mit Berufung geltend gemacht werden kann, erwachsen kei-

ner Partei aufgrund der fehlerhaften Rechtsbelehrung durch die Vorinstanz Nachteile. Die als 

Einspruch bezeichnete Rechtsmitteleingabe vom 16. Mai 2020 der nicht anwaltlich vertretenen 

Berufungskläger kann somit als Berufung im Sinne von Art. 308 ZPO entgegengenommen wer-

den. Dementsprechend werden im Folgenden B. ____ und A. ____ als Berufungskläger und 

C. ____ als Berufungsbeklagte bezeichnet. 

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1.3 Zuständig für die Beurteilung der Berufung ist gemäss § 5 Abs. 1 lit. a EG ZPO (SGS 221) 

das Präsidium der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts Basel-Landschaft. Gegen einen 

Entscheid über Rechtsschutz in klaren Fällen kann innert 10 Tagen seit Zustellung des begrün-

deten Entscheids Berufung eingereicht werden (Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 248 lit. b ZPO). Die 

Berufungskläger haben den begründeten Entscheid der Vorinstanz vom 12. Mai 2020 gemäss 

Rückschein der Schweizerischen Post am 15. Mai 2020 entgegengenommen. Mit Postaufgabe 

vom 18. Mai 2020 erfolgte deren Rechtsmitteleingabe somit fristgerecht. Seitens der Beru-

fungskläger wurde der für das Berufungsverfahren verfügte Kostenvorschuss geleistet.  

1.4 Zunächst ist zu prüfen, ob das eingereichte Rechtsmittel den Anforderungen an eine Be-

rufung genügt. Eine Berufung muss zunächst Berufungsanträge respektive Rechtsbegehren 

enthalten. Das heisst, es ist bestimmt zu erklären, welche Änderungen im Dispositiv des ange-

fochtenen Entscheids verlangt werden. Im Weiteren ist in der Berufungsbegründung darzule-

gen, aus welchen Gründen der angefochtene Entscheid falsch ist und deshalb abgeändert wer-

den muss. Gemäss Art. 310 ZPO können mit der Berufung die unrichtige Rechtsanwendung 

(lit. a) oder die unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) geltend gemacht werden. Hierzu 

ist es notwendig, dass sich die berufungsführende Partei mit dem vorinstanzlichen Entscheid 

auseinandersetzt. Bei der Rüge der unrichtigen Rechtsanwendung soll dargetan werden, wel-

che unrichtigen Rechtsanwendungen von der Berufungsinstanz geprüft werden sollen. Bei der 

Rüge der unrichtigen Feststellung des Sachverhaltes hat die Berufungsklägerin darzutun, wa-

rum eine bestimmte Feststellung unrichtig ist. Bei mangelhaften Begründungen ist keine Nach-

frist zur Verbesserung gemäss Art. 132 ZPO anzusetzen, andernfalls die gesetzlich vorgesehe-

ne Berufungsfrist unterlaufen werden könnte. Im Fall von Laienbeschwerden sind die formellen 

Anforderungen an die Beschwerde weniger streng zu handhaben als bei anwaltlich vertretenen 

Parteien (vgl. BGer 2C_363/2020, E. 2.2 vom 25. Mai 2020). Erfüllt eine Berufung die genann-

ten Anforderungen nicht, kann auf das Rechtsmittel nicht eingetreten werden.  

1.5 Vorliegend beantragen die Berufungskläger implizit die Aufhebung des vorinstanzlichen 

Entscheides vom 12. Mai 2020 und verlangen eventualiter eine Verlängerung der Mietauswei-

sungsfrist um drei Monate. Sinngemäss rügen sie hauptsächlich die rechtsfehlerhafte Anwen-

dung von Art. 257 ZPO, indem sie die Gültigkeit der Kündigung vom 13. Januar 2020 bestrei-

ten. Die Gültigkeit einer Kündigung ist gemäss Art. 243 Abs. 2 lit. c ZPO im vereinfachten Ver-

fahren zu beurteilen, in welchem der Sachverhalt in Anwendung der sozialen Untersuchungs-

maxime von Amtes wegen festzustellen ist (Art. 247 Abs. 2 lit. a ZPO). Im summarischen Ver-

fahren hingegen gilt grundsätzlich die Verhandlungsmaxime (Art. 255 ZPO, e contrario). Ge-

mäss höchstrichterlicher Rechtsprechung hat der Ausweisungsrichter nun auch im summari-

schen Verfahren im Rahmen der vorfrageweisen Prüfung der Gültigkeit der Kündigung die sozi-

ale Untersuchungsmaxime zu beachten und der entsprechend verstärkten Fragepflicht nachzu-

kommen (BGer, 4A_440/2016, E. 5.2.2). Die Vorinstanz begründet die Gültigkeit der Kündigung 

lediglich durch das ungenutzte Verstreichenlassen der Anfechtungsfrist nach Art. 273 Abs. 1 

OR und setzt damit aufgrund der auch im summarischen Verfahren zu beachtenden soziale 

Untersuchungsmaxime implizit die rechtmässig erfolgte Zustellung der Kündigung voraus. Die 

nicht anwaltlich vertretenen Berufungskläger nehmen mit ihrer Rüge Bezug auf die implizit vo-

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rausgesetzte Zustellung der Kündigung und setzten sich dementsprechend mit dem Urteil aus-

einander. Somit ist auf die Berufung einzutreten. 

2.1 Im zu beurteilenden Fall beanstanden die Berufungskläger die vorinstanzliche Annahme 

eines klaren Falls im Sinne von Art. 257 ZPO, indem sie die rechtmässige Zustellung des Kün-

digungsschreibens vom 13. Januar 2020 und damit die Gültigkeit der Kündigung bestreiten. 

Gemäss Art. 257 Abs. 1 ZPO gewährt das Gericht Rechtsschutz im summarischen Verfahren, 

wenn der Sachverhalt unbestritten oder sofort beweisbar ist (lit. a) und die Rechtslage klar ist 

(lit. b). Der Sachverhalt muss mithin liquid sein. Von einem liquiden Sachverhalt ist auszugehen, 

wenn die Gegenpartei die vom Gesuchsteller behaupteten Tatsachen weder glaubhaft bestrei-

tet, noch dem geltend gemachten Anspruch glaubhafte Einreden entgegensetzt, die der Ge-

suchsteller nicht als unerheblich entkräften kann (SUTTER-SOMM/LÖTSCHER, Kommentar zur 

Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2016, Art. 257 N 7). Tatsachen sind sofort be-

weisbar, wenn sie durch die sogleich verfügbaren Beweismittel ohne Weiteres bewiesen wer-

den können, mithin ohne dass eine sorgfältige Abwägung der Beweismittel stattfinden muss 

(GÖKSU, in: DIKE-Kommentar-ZPO, 2. Auflage 2016, Art. 257 N 8). Das Erfordernis des liquiden 

Sachverhalts unterliegt einer ausgeprägten Beweismittelbeschränkung, weshalb das Gericht 

sich bei der Beweisabnahme grundsätzlich auf Urkunden zu beschränken hat (SUTTER-

SOMM/LÖTSCHER, a.a.O., Art. 257 N 5). Das Kriterium der klaren Rechtslage ist erfüllt, wenn 

sich die Rechtsfolge im Rahmen bewährter Lehre und Rechtsprechung ohne Weiteres ergibt. 

Damit müssten vorliegend der Vorinstanz Urkunden vorgelegen haben, welche die rechtmässi-

ge Zustellung der Kündigung, sofort und ohne die Notwendigkeit derer sorgfältigen Abwägung 

belegen.  

2.2 Die streitbezogene Kündigung wurde den Berufsklägern per eingeschriebener Post zuge-

stellt. Bei einem eingeschriebenen Brief gilt, wenn ihn der Postbote dem Adressaten oder einem 

zur Entgegennahme der Sendung ermächtigten Dritten nicht tatsächlich aushändigen konnte 

und er im Briefkasten oder im Postfach des Adressaten eine Abholungseinladung hinterlässt, 

dass die Sendung zugegangen ist, sobald der Empfänger gemäss Abholungseinladung bei der 

Poststelle davon Kenntnis nehmen kann; dabei handelt es sich um den selben Tag, an dem die 

Abholungseinladung im Briefkasten hinterlegt wurde, wenn vom Adressaten erwartet werden 

kann, dass er die Sendung sofort abholt, andernfalls in der Regel um den darauf folgenden Tag 

(BGE 107 II 189, E. 2 S. 192 = Pra 70 Nr. 177 mit weiteren Hinweisen). Diese Auffassung ist 

gemäss dem Bundesgericht in Bezug auf Mietvertragskündigungen anwendbar (BGE 137 III 

208, E. 3.1.2 = Pra 2011 Nr. 106). Vorliegend ergibt sich aus dem Sendungsverlauf der Post, 

dass die Kündigung am 13. Januar 2020 aufgegeben wurde, die Sendung am 14. Januar 2020 

zur Abholung gemeldet bzw. eine Abholungseinladung im Postfach der Berufungskläger hinter-

legt wurde und schliesslich am 22. Januar 2020, nach sieben Tagen versäumter Abholung, die 

Rücksendung erfolgte. Damit wurde die auf Art. 257d OR gestützte Kündigung per 29. Februar 

2020 rechtsgültig zugestellt. Daran ändert auch die berufungsklägerseits geltend gemachte ei-

gene gesundheitliche Situation, d. h. die behauptete Bettlägerigkeit sowie die mit ärztlichem 

Zeugnis belegten physischen und psychischen Beschwerden der Berufungskläger, nichts. Denn 

gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 143 III 15, E. 4 = Pra 106 Nr. 45) trägt der 

Vermieter das Risiko der Übermittlung der Mietkündigung bis zum Zeitpunkt, in dem der einge-

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schriebene Brief in den Machtbereich des Mieters gelangt, während dieser das Risiko der 

Kenntnisnahme des Einschreibens innerhalb seines Machtbereichs trägt. Die Kündigung gilt 

demnach als empfangen, wenn sie in die Machtsphäre des Empfängers gelangt, und zwar auch 

dann, wenn die Abholfrist wegen Ferienabwesenheit, Krankheit oder anderen Gründen verpasst 

wurde und wenn nicht mit der Kündigung zu rechnen war.  

2.3 Zusammenfassend wird folgendes festgehalten: Die Kündigung ist gültig, weil das Kündi-

gungsschreiben vom 13. Januar 2020 als am 15. Januar 2020 zugestellt gilt und die Berufungs-

kläger es unterlassen haben, innert 30 Tagen ein Anfechtungsbegehren zu stellen. Sämtliche 

zu diesem Schluss führenden Urkunden lagen der Vorinstanz vor und die Rechtslage betreffend 

die Zustellung von Kündigungen von Mietverhältnissen ist sowohl in der Rechtsprechung als 

auch in der Lehre grundsätzlich unumstritten. Da die Vorinstanz somit zu Recht von einem kla-

ren Fall ausgegangen ist, ist die Berufung abzuweisen. Hinsichtlich des Eventualbegehrens um 

Verlängerung der Mietausweisungsfrist stellte die Vorinstanz bereits korrekt fest, dass Art. 272a 

Abs. 1 lit. a OR bei Kündigungen zufolge Zahlungsrückstands die Möglichkeit einer Erstreckung 

ausschliesst. Folglich ist auch dieses Begehren abzuweisen.  

3. Schliesslich bleibt über die Verteilung der Prozesskosten des Berufungsverfahrens, be-

stehend aus den Gerichtskosten sowie der Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1 ZPO), zu befin-

den. Massgebend für die Regelung der Kostenfolgen sind die Bestimmungen der Art. 104 ff. 

ZPO, welche auch im Rechtsmittelverfahren Anwendung finden. Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO 

werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei auferlegt. Entsprechend dem Verfahrens-

ausgang haben die Berufungskläger als vollständig unterliegende Partei die Gerichtskosten zu 

tragen, wobei die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren in Anwendung von § 9 Abs. 1 

i.V. mit § 8 Abs. 1 lit. b des Gebührentarifs (SGS 170.31) auf pauschal CHF 300.00 festzuset-

zen ist. Darüber hinaus haben die Berufungskläger der nicht berufsmässig vertretenen Beru-

fungsbeklagten im Sinne von Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO eine Umtriebsentschädigung von 

CHF 50.00 auszurichten.  

  

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Demnach wird erkannt: 

://: 1.  Die Berufung wird abgewiesen.  

 2.  Die Entscheidgebühr von CHF 300.00 für das Berufungsverfahren wird 

den Berufungsklägern auferlegt. 

Die Forderung des Staates wird mit dem geleisteten Kostenvorschuss 

von CHF 300.00 verrechnet. 

 3.  Die Berufungskläger haben der Berufungsbeklagten für das kantonsge-

richtliche Verfahren eine Umtriebsentschädigung in der Höhe von 

CHF 50.00 (inkl. Auslagen aber ohne MwSt.) zu entrichten 

 

Präsident 

Roland Hofmann 

 

Gerichtsschreiber i.V. 

Raphael Müller 

 

 

 

 

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