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**Case Identifier:** e1d5d01f-ca89-5355-9066-66625ae4b2d9
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-07
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 07.05.2020 720 19 268/94
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-19-268-94_2020-05-07.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 7. Mai 2020 (720 19 268 / 94) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Erethisches Verhalten als Voraussetzung für einen Anspruch auf medizinische Massnah-

men infolge des Geburtsgebrechens 403 (kongenitalen Oligophrenie). Rückweisung an 

die Vorinstanz zur ergänzenden Abklärung.  

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Stephan Paukner 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Anna Arquint, Rechts-
dienst Behindertenforum, Bachlettenstrasse 12, 4054 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Medizinische Massnahmen  

 
 
 
A. Die 2011 geborene A.____ leidet an einer globalen Entwicklungsretardierung unklarer Ä-
tiologie. Am 10. Februar 2012 reichte ihre Mutter erstmals ein Leistungsgesuch bei der IV-Stelle 
Basel-Landschaft (IV-Stelle) ein. In der Folge wurde A.____ eine Hilflosenentschädigung leichten 
Grades ab 1. Januar 2015 zugesprochen, welche per Januar 2017 auf eine Hilflosenentschädi-
gung mittleren Grades erhöht wurde.  

 
 
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B. Im Rahmen der Fragestellung nach einem Anspruch von A.____ auf weitere Leistungen 
der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) lehnte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) 
die Durchführung einer Chromosomenuntersuchung zur Feststellung eines allfälligen Geburtsge-
brechens ab. Nachdem die Krankenkasse der Versicherten eine entsprechende Kostengutspra-
che erteilt hatte, wurde in der Folge eine Chromosomenuntersuchung durchgeführt. Mit Verfü-
gung vom 9. Februar 2017 verneinte die IV-Stelle das Vorliegen einer kongenitalen Oligophrenie 
und damit das Vorliegen des Geburtsgebrechens Ziffer 403. Gleichzeitig lehnte sie es ab, die 
laufende Chromosomen-Untersuchung abzuwarten. Zur Begründung hielt sie im Wesentlichen 
fest, dass aus medizinischer Sicht feststehe, dass weder ein erethisches noch ein apathisches 
Verhalten vorliege, weshalb keine Leistungszusprache für das Geburtsgebrechen Ziffer 403 er-
folgen könne. Eine hiergegen am 14. März 2017   beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Land-
schaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht) erhobene Beschwerde wurde in der 
Folge bis zum Zeitpunkt des Vorliegens der Ergebnisse der entsprechenden Abklärungen sistiert.  
 
Mit Eingabe vom 16. Januar 2018 liess die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin dem Kan-
tonsgericht die Ergebnisse der entsprechenden Chromosomen-Untersuchungen einreichen und 
brachte vor, dass die Chromosomenuntersuchung das Vorliegen eines Geburtsgebrechens im 
Sinne einer Autismus-Spektrum-Störungserkrankung ergeben habe. Damit sei nicht das bis anhin 
vermutete Geburtsgebrechen Ziffer 403 bestätigt, indessen mit aller Klarheit das Vorliegen des 
Geburtsgebrechens Ziffer 405 diagnostiziert worden. In der Folge hob die IV-Stelle ihre leistungs-
ablehnende Verfügung vom 9. Februar 2017 wiedererwägungsweise zwecks Durchführung wei-
terer medizinischer Abklärungen auf. 
 
C. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom 
25. Juni 2019 den Anspruch auf medizinische Massnahmen wegen eines Geburtsgebrechens 
erneut ab. Sie begründete ihre Leistungsablehnung damit, dass aufgrund des Arztberichtes Klinik 
B.____ vom 7. November 2018 kein Geburtsgebrechen Ziffer 405 im Sinne einer Autismus-
Spektrum-Störung gegeben sei. Im Weiteren schloss sie in ihrer Verfügung die Geburtsgebre-
chen Ziffer 404 und Ziffer 493 aus und lehnte schliesslich ihre Leistungspflicht auch für das Ge-
burtsgebrechen Ziffer 403 hinsichtlich einer kongenitalen Oligophrenie mit der Begründung ab, 
dass das hierfür erforderliche erethische Verhalten nicht vorliege. 
 
D. Gegen diese Verfügung liess die Versicherte, handelnd durch ihre Eltern, diese wiederum 
vertreten durch Anna Arquint, Rechtsdienst Behindertenforum, am 23. August 2019 Beschwerde 
beim Kantonsgericht erheben. Sie liess beantragen, dass die angefochtene Verfügung aufzuhe-
ben sei und ihr aufgrund eines mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesenen Geburts-
gebrechens und des damit verbundenen, ebenfalls nachgewiesenen erethischen Verhaltens me-
dizinische Massnahmen zuzusprechen seien. Eventualiter seien weitere Abklärungen durchzu-
führen. Zur Begründung wurde zusammenfassend geltend gemacht, dass aufgrund verschiede-
ner medizinischer Unterlagen und entgegen der Ansicht des regional-ärztlichen Dienstes (RAD) 
ein sogenanntes erethisches Verhalten vorliege, weshalb das Geburtsgebrechen Ziffer 403 in 
Form einer kongenitalen Oligophrenie anzuerkennen sei. 

 

 
 
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E. Mit Vernehmlassung vom 17. Oktober 2019 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Be-
schwerde. Zur Begründung machte sie unter Berufung auf die Einschätzung des RAD im We-
sentlichen geltend, dass das von der Beschwerdeführerin angenommene erethische Verhalten 
nicht vorliege. Die medizinischen Unterlagen würden eher das Bild eines fröhlichen Mädchens 
bestätigen, was nicht mit dem in der Beschwerde geltend gemachten erethischen Verhalten in 
Einklang zu bringen sei.  

 
F. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 4. Dezember 2019 wurde der Beschwerdeführerin 
die unentgeltliche Prozessführung bewilligt.  

 
G. Mit Replik vom 19. Dezember 2019 hielt die Beschwerdeführerin an ihrem bisher darge-
legten Standpunkt fest. Sie anerkannte, dass das Geburtsgebrechen Ziffer 405 für Autismus nicht 
vorliege, machte jedoch geltend, dass das Geburtsgebrechen Ziffer 403 für die kongenitale Oli-
gophrenie stets zur Diskussion gestanden sei. Es liege deshalb nahe, dass nunmehr nach dem 
Wegfall des Verdachts des Autismus erneut dieses Geburtsgebrechen wieder im Fokus stehe. 
Die IV-Stelle verzichtete mit Duplik vom 15. Januar 2020 auf weitere Ausführungen. 
 
Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwägun-
gen einzugehen.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht form- und fristgerecht eingereichte 
Beschwerde ist einzutreten.  
 
1.2 In der angefochtenen Verfügung vom 25. Juni 2019 hat die IV-Stelle einen Anspruch auf 
medizinische Massnahmen sowohl unter dem Aspekt sämtlicher in Frage kommender Geburts-
gebrechen gemäss Art. 13 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 
19. Juni 1959, namentlich der Geburtsgebrechen Ziffer 403, 404, 405 und 493, als auch unter 
dem Aspekt der Leistungen nach Art. 12 IVG verneint. Den Anspruch auf medizinische Massnah-
men unter dem Titel insbesondere des Geburtsgebrechens Ziffer 403 hat sie mit der Begründung 
abgelehnt, dass bei der Versicherten das hierfür erforderliche erethische Verhalten nicht gegeben 
sei. Diese lässt gegen die angefochtene Verfügung einzig vorbringen, dass sehr wohl ein erethi-
sches Verhalten vorliege, weshalb das Geburtsgebrechen Ziffer 403 in Form einer kongenitalen 
Oligophrenie anzuerkennen sei. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang das im Beschwerde-
verfahren zu beachtende Rügeprinzip, wonach das Gericht mangels Vorliegens konkreter Hin-
weise nicht zu prüfen hat, ob sich die angefochtene Verfügung unter schlechthin allen in Frage 
kommenden Aspekten als korrekt erweist, sondern diesfalls nur die vorgebrachten Beanstandun-
gen zu untersuchen hat. Vor kantonaler Instanz gilt zwar die Untersuchungsmaxime, jedoch auch 
die Mitwirkungspflicht (Art. 61 lit. c ATSG). Das Kantonsgericht hat deshalb einzig über die vor-
gebrachten Beanstandungen zu entscheiden (Urteil des Bundesgerichts 9C_524/2009 vom 22. 
Juli 2009, E. 3.3.1). Mithin ist auch vorliegend einzig zu prüfen, ob als Voraussetzung für allfällige 
medizinische Massnahmen unter dem Titel des Geburtsgebrechens Ziffer 403 ein erethisches 

 
 
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Verhalten bei der Versicherten vorliegt. In streitgegenständlicher Hinsicht nicht zu entscheiden ist 
hingegen, welche medizinischen Massnahmen allenfalls bei Bejahung dieses Geburtsgebre-
chens zu leisten sind.  
 
2.1 Nach Art. 13 Abs. 1 IVG haben Versicherte bis zum vollendeten 20. Altersjahr Anspruch 
auf die zur Behandlung von Geburtsgebrechen notwendigen medizinischen Massnahmen. Der 
Bundesrat bezeichnet die Gebrechen, für welche diese Massnahmen gewährt werden (Art. 13 
Abs. 2 Satz 1 IVG). Als Geburtsgebrechen im Sinne von Art. 13 IVG gelten Gebrechen, die bei 
vollendeter Geburt bestehen (Art. 3 Abs. 2 ATSG und Art. 1 Abs. 1 Satz 1 der Verordnung über 
Geburtsgebrechen [GgV]). Die einzelnen Geburtsgebrechen sind in der Liste im Anhang zur GgV 
aufgeführt; das Eidgenössische Departement des Innern kann eindeutige Geburtsgebrechen, die 
nicht in dieser Liste enthalten sind, als solche im Sinne von Art. 13 IVG bezeichnen (Art. 1 Abs. 
2 GgV). Als medizinische Massnahmen, die für die Behandlung eines Geburtsgebrechens not-
wendig sind, gelten sämtliche Vorkehren, die nach bewährter Erkenntnis der medizinischen Wis-
senschaft angezeigt sind und den therapeutischen Erfolg in einfacher und zweckmässiger Weise 
anstreben (Art. 2 Abs. 3 GgV).  
  
2.2  Ziffer 403 GgV Anhang nennt das Geburtsgebrechen "Kongenitale Oligophrenie (nur Be-
handlung erethischen oder apathischen Verhaltens)". Oligophrenie stellt eine "allgemeine Be-
zeichnung für (einen) ätiologisch uneinheitlichen, angeborenen oder frühzeitig erworbenen Intel-
ligenzdefekt" dar, wobei die Einteilung in Schweregrade anhand des Hamburg-Wechsler-Intelli-
genztests erfolgt (Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, Berlin und New York, 256. Aufl. 1990, S. 
1205; in der späteren Auflage dieses Werkes, vgl. 260. Aufl. 2004, S. 1312, wird der Terminus 
"Oligophrenie" demgegenüber nur noch als "veraltete Bezeichnung für geistige Behinderung" auf-
geführt; vgl. auch Urteil I 617/01 vom 28. August 2002 und I 309/05 vom 1. Dezember 2005). Von 
einer Oligophrenie betroffene Menschen bedürfen für ihre Lebensführung besonderer Hilfe 
(www.pflegewiki.de). Unter Erethismus ist gemäss Pschyrembel, 262. Aufl. 2010, S. 606) eine 
gesteigerte Erregbarkeit und Aktivität mit Bewegungsunruhe zu verstehen. Gemäss Ziffer 403.3 
des Kreisschreibens über die medizinischen Eingliederungsmassnahmen der IV (KSME) in der 
ab 1. Januar 2019 geltenden Fassung liegt eine kongenitale Oligophrenie auch dann vor, wenn 
sie bloss ein Begleitsymptom eines Geburtsgebrechens darstellt, das als solches keiner Behand-
lung zugänglich ist und deshalb in die Geburtsgebrechensliste nicht aufgenommen werden 
konnte. Voraussetzung für eine Übernahme unter dem Titel von Ziffer 403 GgV ist aber auch in 
diesen Fällen stets das Vorliegen eines erethischen oder apathischen Verhaltens. 
 
3.1 Sowohl bei der Feststellung des Gesundheitszustandes einer versicherten Person als 
auch bei dessen rechtlicher Beurteilung ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und 
im Streitfall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur 
Verfügung zu stellen sind. Es ist deren Aufgabe, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
(vgl. BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Die ärztlichen Stellungnah-
men bilden eine wichtige Grundlage für die Beurteilung, ob und allenfalls welche Leistungen einer 
versicherten Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung zustehen. Das Gericht hat 
die ihm vorliegenden medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess 

 
 
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gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Be-
weismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge-
mäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unab-
hängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg-
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Ins-
besondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht 
erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es 
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes 
eines Arztberichtes ist es entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 
auf allseitigen Untersuchungen beruht, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und 
in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 
Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätz-
lich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder als Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a, 
122 V 160 E. 1c). 
 
3.2 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des Bundesgerichts mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusam-
menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, 
jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingehol-
ten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtun-
gen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweis-
kraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise spre-
chen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfallversicherung 
entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwendung (Urteil 
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht, sozialrechtliche Abtei-
lungen] vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). 
 
3.3 In beweisrechtlicher Hinsicht ist zudem zu berücksichtigen, dass auf Stellungnahmen 
des RAD nur abgestellt werden kann, wenn sie den allgemeinen beweisrechtlichen Anforderun-
gen an einen ärztlichen Bericht genügen (Urteil des EVG vom 15. Dezember 2006, I 694/05, 
E. 2). Sie müssen insbesondere in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden sein 
und in der Beschreibung der medizinischen Situation und Zusammenhänge einleuchten; die 
Schlussfolgerungen sind zu begründen (BGE 125 V 351 E. 3a). Bezüglich dieser materiellen und 
formellen Anforderungen sind sie im Beschwerdefall gerichtlich überprüfbar (vgl. Urteil des Bun-
desgerichts vom 14. Juli 2009, 9C_ 323/2009, E. 4.3.1 mit Hinweis auf Protokoll der Sitzung der 
Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates vom 11.-13. Januar 2006, 
S. 101). Genügen die Berichte des RAD diesen erwähnten Anforderungen, haben sie einen ver-
gleichbaren Beweiswert wie ein anderes Gutachten (Urteil des Bundesgerichtes vom 6. Juli 2009, 
9C_204/2009, E. 3.3.2 mit weiteren Hinweisen). 
 

 
 
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4.1 Die IV-Stelle anerkennt das Vorliegen einer kongenitalen Oligophrenie (Aktennotiz des 
RAD vom 13. April 2016, IV-Dok 32 und 49). Zu Recht unbestritten geblieben ist ausserdem, dass 
bei der Versicherten kein apathisches Verhalten vorliegt. Uneinigkeit zwischen den Parteien be-
steht einzig darüber, ob ein für die Anerkennung des Geburtsgebrechens Ziffer 403 erforderliches 
erethisches Verhalten gegeben ist (oben, Erwägung 1.2). Begrifflich geht die IV-Stelle zunächst 
zutreffend davon aus, dass als Erethismus eine krankhaft gesteigerte Erregbarkeit und ein ruhe-
loser Bewegungsdrang zu gelten hat. Sodann hält sie fest, dass nicht jede aggressive Reaktion 
einer geistig behinderten Person als erethisches Verhalten angesehen werden könne. Sie unter-
streicht, dass sich ein erethisches Verhalten dadurch kennzeichne, dass es nicht primär durch 
einen bestimmten äussern Umstand ausgelöst werde, sondern dass ein solches Verhalten weit-
gehend aus einer inneren Anspannung gespeist werde. Die IV-Stelle verweist in diesem Zusam-
menhang auf den Abklärungsbericht der B.____ vom 7. November 2018. Daraus gehe hervor, 
dass A.____ im häuslichen Rahmen ein offenes und fröhliches Kind sei, aber beispielsweise ge-
genüber von Ärzten zurückhaltend reagiere. Der Befund zeige einen zunächst zurückhaltenden, 
dann aber zugewandten Kontakt, der bisweilen distanzlos ausfalle. A.____ scheine die Nähe 
nicht altersgerecht einschätzen zu können. Anamnestisch sei sie ein meist fröhliches Kind, wel-
ches manchmal aversiv reagiere, wenn es nicht so gehe, wie sie es sich vorstelle. Es seien unter 
anderem Auffälligkeiten im Blickkontakt sowie in der Häufigkeit spontaner Lautäusserungen fest-
zustellen gewesen. Insgesamt sei der Grenzwert für das Autismus-Spektrum aber nicht erreicht 
worden. Die Ausprägung der autistischen Symptomatik könne als niedrig eingeschätzt werden. 
Gemäss der fremdanamnestischen Aussage ihrer Lehrerin gehe A.____ gerne auf andere Kinder 
zu und spiele mit ihnen zusammen. Alleine beschäftige sie sich eigentlich kaum, sondern strebe 
nach Mitspielern. Sie habe auch eine Freundin, mit welcher sie gerne spiele. Die beiden Mädchen 
würden sich gut verstehen und zusammen herumalbern. A.____ könne den Blickkontakt halten 
und auch Kontakt aufnehmen, sei hierbei bisweilen aber noch etwas forsch. Es falle eine starke 
Unruhe auf, und A.____ habe noch wenig Ausdauer. Der Beurteilung in diesem Bericht zufolge 
ergäben sich Hinweise auf einzelne Symptome einer Autismus-Spektrums-Störung. Das Vollbild 
sei jedoch nicht erfüllt. Vor dem Hintergrund ihrer eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten zeige 
A.____ eine gute soziale Motivation und Freude an einer gemeinsamen Interaktion (IV-Dok 89). 
 
4.2 Den Akten ist in chronologischer Reihenfolge an weiteren Unterlagen von Relevanz so-
dann der Arztbericht der behandelnden Kinderärztin Dr. med. C.____ vom 10. Juni 2016 zu ent-
nehmen. Daraus geht hervor, dass A.____ an einer globalen Entwicklungsretardierung mit starker 
Betonung des Spracherwerbs sowie an Verhaltensauffälligkeiten mit teils unberechenbarem Ver-
halten leide (Beilage 5 zur Beschwerdebegründung). 
 
4.3 Gemäss dem Bericht des D.____ vom 5. Mai 2017 zeige A.____ einen auffälligen Be-
wegungsdrang. Sie liebe die Bewegung und sei ständig aktiv. Das ruhige Sitzen gelinge ihr nur 
kurz und auch dann nur unter anfänglichem Protest. Sie benötige eine permanente Beobachtung 
im freien Spiel und auf dem Spielplatz, da sie immer sehr schnell sei und überall herum klettere, 
deshalb auch sehr rasch stürze und praktisch täglich mit Schürfwunden, Beulen und aufgeschla-
genen Lippen erscheine. Sie zeige eine verzögerte Wahrnehmung und entwickle dadurch auch 
keine natürliche Angst vor Gefahren. Es falle ihr sehr schwer, eine Arbeit alleine zu erledigen. Im 
Kindergarten werde sie sehr eng begleitet, auch weil sie alles viel zu schnell erledigen wolle. Sie 

 
 
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liebe es, unter anderen Kindern zu sein. Alleine für sich zu spielen, falle ihr sehr schwer. Sie wolle 
immer dort sein, wo «etwas los» sei. Sie bemuttere die anderen Kinder, schaue, ob diese alles 
richtigmachen würden und schiebe sie herum und ziehe an ihnen. Mit ihrem enormen Tempo 
renne sie in andere hinein und remple diese ohne böse Absicht an. Durch ihr impulsives und 
schnelles Verhalten sei sie oft in Konflikten mit anderen Kindern. Im Streit könne sie durchaus 
auch andere Kinder bewusst schlagen und schubsen. Sie befinde sich noch stark in einer Trotz-
phase. Ihr häufigstes Wort sei «Nein». Sie könne richtig gut schreien und toben, wenn ihr etwas 
nicht passe, sei aber auch ausgeprägt fröhlich und lache viel. Sie könne sich kaum auf sich selbst 
und auf ihre Aufgaben konzentrieren und habe grosse Mühe, mit einer Reizüberflutung umgehen 
zu können (Beilage 6 zur Beschwerdebegründung). 
 
4.4 Dem Bericht des Spitals E.____ vom 29. März 2018 ist zu entnehmen, dass das bei 
A.____ festgestellte Mikrodeletionssyndrom die Ursache für die bei ihr vorliegende Symptomatik 
darstelle. Der Verlust der Gene sei mit der Symptomatik einer globalen Entwicklungsverzögerung, 
einem autistischen Verhaltensmuster, einer erheblichen Beeinträchtigung der verbalen sowie 
nicht verbalen Kommunikation und mit einem abnormen psychosozialen Verhaltensmuster sowie 
einer erethischen Verhaltensstörung verbunden (Beilage 7 zur Beschwerdebegründung). 
 
4.5 Dem Verlaufsbericht des Spitals F.____ vom 24. Mai 2018 ist zu entnehmen, dass 
A.____ weiterhin gerne die Schule besuche. Sie koche und turne besonders gerne. Auch der 
Reitunterricht gefalle ihr besonders gut. Dort sei sie insbesondere zu jüngeren Kindern sehr hilfs-
bereit. Zu Hause, so berichte die Mutter, sei A.____ meistens eher ruhig und spiele mit ihren 
Kuscheltieren und Puppen. Auch dort sei sie sehr hilfsbereit und spiele mit ihrem jüngeren Ge-
schwisterkind. Sprachlich mache sie Fortschritte, auch wenn sie hin und wieder ihre eigene Spra-
che verwende. Mit ungewohnten Situationen sei A.____ schnell überfordert. Sie reagiere dann 
mit einem hohen Bewegungsdrang, so wie dies auch in der Sprechstunde zu beobachten gewe-
sen sei. Insgesamt sei die Mutter mit dem Verlauf und der aktuellen Schul- sowie Therapiesitua-
tion sehr zufrieden. Sie wünsche aktuell keine weiteren Unterstützungsmassnahmen oder Abklä-
rungen. Insgesamt zeige sich bei bekanntem Mikrodeletionssyndrom ein positiver Verlauf mit 
Fortschritten in allen Bereichen. Bei bereits installierter Ergotherapie, Physiotherapie und logo-
pädischer Unterstützung seien zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Massnahmen indiziert (Ein-
zelbeilage zur Vernehmlassung der IV-Stelle). 
 
4.6 Aus dem Bericht des F.____ vom 20. Februar 2019 geht hervor, dass A.____ aufgrund 
ihrer Sprach- und Entwicklungsstörung im fein- und grobmotorischen Bereich medizinische Mas-
snahmen in Form von Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie benötige. Durch diese Mas-
snahmen hätten bereits Fortschritte erzielt werden können. Weitere Fortschritte seien zu erwar-
ten. Aufgrund des erethischen Verhaltens und einer kürzlich durchgeführten kognitiven Testung 
mit einem Leistungsprofil im weit unterdurchschnittlichen Bereich scheine eine Anmeldung des 
Geburtsgebrechens 403 indiziert (Beilage 8 zur Beschwerdebegründung). 
 
4.7 Dem Schulbericht des D.____ vom 25. Februar 2019 ist zu entnehmen, dass A.____ im 
Schuljahr 2018/2019 die zweite Klasse der Unterstufe besucht habe. Im Vergleich zur Altersnorm 

 
 
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sei ihr Entwicklungs- und Lernstand weiterhin unterdurchschnittlich. Um schulische und alltägli-
che Aufgaben zu erledigen, benötige sie eine enge personelle Begleitung. Sie sei ein bewegungs-
aktives Kind. Durch ihre enorm quirlige und teils auch hyperaktive Art spüre sie sich und ihre 
Umwelt oftmals nicht. Im Vergleich zu Gleichaltrigen sei die Quantität an Verletzungen überaus 
hoch. Durch ihr erethisches Verhalten komme es auch vor, dass sie mit Dingen oder Menschen 
zusammenstosse. Ihre motorische Unruhe zeige sich durch Herumzappeln; in Arbeitsphasen 
könne sie nicht sitzen bleiben und nutze jede Gelegenheit um herumzulaufen. Sie könne nicht 
warten, bis sie an der Reihe sei, renne und klettere extensiv, platze mit ihren Antworten heraus 
und störe sowie unterbreche andere Kinder. Sie müsse häufig ermahnt werden, am Ort zu blei-
ben. Infolge ihres ausgeprägten Bewegungsdrangs müsse sie teils für kurze Zeit separiert wer-
den, um eine Begrenzung zu spüren und wieder zur Ruhe zu kommen. Obschon sie sich im 
Schulareal auskenne, werde sie meist begleitet, da sie dazu neige, Unfug anzustellen (Beilage 9 
zur Beschwerdebegründung).  
 
4.8 Gemäss Bericht des F.____ vom 25. März 2019 sei A.____ sehr umtriebig. Sie sei dau-
ernd in Bewegung und motorisch sehr unruhig. Teilweise laufe sie unvermittelt weg. Ihr ausser-
ordentlicher Bewegungsdrang zeige sich akzentuiert in ihr unbekannten Situationen. Wenn sie 
ein «nein» nicht akzeptieren könne oder etwas nicht verstehe, werde sie sehr laut und schreie. 
Sie werfe dann auch mit Dingen um sich und beginne, um sich zu schlagen. Hierbei zeige sie 
auch ein aggressives Verhalten. Dabei seien auch schon andere Personen verletzt worden. Die 
letzte kognitive Testung habe im Mai 2018 stattgefunden, deren Ergebnisse einer leicht bis mit-
telgradigen Intelligenzminderung entsprochen hätten (Beilage 5 zur Beschwerdebegründung). 
 
4.9 Dem RAD-Bericht vom 10. Mai 2019 zufolge sei in Bezug auf das Geburtsgebrechen 
Ziffer 403 darauf hinzuweisen, dass nebst einer kognitiven Beeinträchtigung entweder ein erethi-
sches oder ein apathisches Verhalten vorliegen müsse. Bis zum Vorliegen der Arztberichte des 
F.____ vom 20. Februar 2019 und 25. März 2019 sei die Versicherte stets als fröhliches, wenn-
gleich auch psychomotorisch unruhiges und hyperaktives Kind beschrieben worden. Hyperakti-
ves und psychomotorisch unruhiges Verhalten könne aber nicht ohne Weiteres mit einem erethi-
schen Verhalten gleichgesetzt werden. Erethisches Verhalten, welches im Rahmen einer geisti-
gen Behinderung auftrete, sei ein gereiztes, agressiv-ungestümes und impulsives Verhalten, wel-
ches sich grundsätzlich nicht in äusseren Anlässen widerspiegle, sondern durch eine innere, ei-
gendynamische Anspannung und durch eine mangelnde Fähigkeit zur Selbstkontrolle begründet 
werde. Nicht jede aggressive Reaktion einer geistig behinderten Person stelle deshalb ein erethi-
sches Verhalten dar. Auch im Arztbericht des F.____ vom 25. März 2019 werde zunächst von 
einem unruhigen hyperkinetischen Verhalten gesprochen. Das aggressive Verhalten der Versi-
cherten, welches hier erstmals erwähnt würde, werde sodann als Reaktion auf einen äusseren, 
der Versicherten nicht verständlichen Umstand geschildert. Er stelle somit kein weitgehend un-
begründetes, aus innerer Anspannung gespeistes erethisches Verhalten geistig behinderter Men-
schen dar. Hinzu trete, dass die Versicherte dieses Verhalten nicht in der Untersuchungssituation 
zeige, sondern ein solches Verhalten fremdanamnestisch erhoben worden sei. Eine echtzeitliche 
medizinische Evaluation liege daher nicht vor. Der Einschätzung der Kollegen des F.____, wo-
nach ein erethisches Verhalten vorliege, könne deshalb nicht gefolgt werden (IV-Dok 108, S. 3). 
 

 
 
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4.10 Aus dem Antwortschreiben der B.____ an die Rechtsvertretung der Versicherten vom 
11. Juli 2019 geht im Wesentlichen hervor, dass in Bezug auf die Frage, ob ein erethisches Ver-
halten aufgrund der vorgenommenen Abklärungen zu bejahen oder auszuschliessen sei, keine 
detaillierte Aussagen gemacht werden könnten. Es sei ein unruhiges Verhalten zu beobachten 
gewesen, welches von aussen nicht immer habe reguliert werden können (Beilage 4 zur Be-
schwerdebegründung).   
 
4.11 Schliesslich findet sich in den Akten eine Direkteingabe der Sozialberatung der Wohn-
sitzgemeinde der Versicherten vom 29. November 2019. Darin wird Bezug auf ein Standortge-
spräch vom 25. Oktober 2019 mit der Bezugs- und Lehrperson des Bruders der Versicherten 
genommen und darüber berichtet, dass die Versicherte jedes Mal, wenn die Versicherte mit ihren 
Eltern ihren Bruder aus der Schule abhole, ausser Rand und Band sei. Sie sei dann nicht zu 
bremsen und nichts und niemand sei dann vor ihrem unkoordinierten Verhalten mehr sicher. Sie 
gehe bei anderen Kindern der Wohngruppe ins Zimmer, wüte und reisse Bilder von den Wänden. 
Es fehle ihr an jeglicher Distanz. Auch an festlichen Heimanlässen renne A.____ über das ganze 
Areal, remple alles und jeden an. Das Mädchen werde jedes Mal als sehr aufgedreht erlebt und 
sei kaum zu bändigen.  
 
5.1 Während die IV-Stelle im Wesentlichen gestützt auf die RAD-Beurteilung vom 10. Mai 
2019 (oben, Erwägung 4.9) davon ausgeht, dass kein erethisches Verhalten im Sinne einer star-
ken und dauerhaften Erregung vorliege, stellt sich die Beschwerdeführerin gestützt auf die von 
ihr eingereichten Unterlagen auf den gegenteiligen Standpunkt. Sie lässt in ihrer Beschwerde 
vorbringen, die Aktenlage beinhalte mehrfach Berichte, welche das Vorliegen eines erethischen 
Verhaltens bestätigen würden. Die IV-Stelle hält zunächst mit Verweis auf ihren RAD zu Recht 
fest, dass nicht jede aggressive Reaktion einer geistig behinderten Person ein erethisches Ver-
halten darstellt. Soweit sie jedoch in ihrer Vernehmlassung (a.a.O., S. 8) die Auffassung vertritt, 
dass nur beim Vorliegen einer starken und insbesondere dauerhaften Erregung von einem erethi-
schen Verhalten gesprochen werden kann, ist ihr vorab entgegen zu halten, dass für das Vorlie-
gen eines erethischen Verhaltens keine andauernde Erregung vorausgesetzt wird, sondern es 
ausreicht, wenn ein erethisches Verhalten mit einer gewissen Regelmässigkeit vorliegt (Urteil des 
EVG vom 28. August 2002, I617/01, 2.1). Ein erethisches Verhalten lässt sich daher nicht alleine 
durch die Tatsache ausschliessen, dass eine hiervon betroffene Person zeitweise auch eine auf-
gehellte oder gar fröhliche Stimmungslage aufweist. Wenn die IV-Stelle mit anderen Worten da-
rauf abzielt, dass die in diversen Berichten als fröhlich beschriebene Versicherte zum vorneherein 
kein erethisches Verhaltensmuster zeigen könne, greift ihre Sichtweise zu kurz. Ihr Argument, 
dass die Aussagen im Untersuchungsbericht des F.____ vom 24. Mai 2018 einem erethischen 
Verhalten diametral entgegenstünden, vermag den Ausschluss eines solchen Verhaltens alleine 
deshalb ebenso wenig zu begründen.  
 
5.2 Die Einschätzung der IV-Stelle, wonach ein erethisches Verhalten verneint werden 
müsse, beruht sodann letztlich und einzig auf den Aktenbeurteilungen des RAD (vgl. nebst dem 
oben in Erwägung 4.9 zitierten RAD-Bericht vom 10. Mai 2019 auch IV-Dok 13, 32, 55, 69). Damit 
aber widerspricht der RAD seiner eigenen Aussage, dass erethische Verhaltensweisen sehr spe-

 
 
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zielle Verhaltens-Auffälligkeiten darstellen, bei welchen infolge ihrer individuellen Varianz erheb-
liche Unterschiede bestehen können, die nur durch eine klinische Beobachtung zielführend zu 
diagnostizieren sind. Der RAD hat die Versicherte aber nie persönlich untersucht, sondern sich 
auf die Kritik beschränkt, dass keine echtzeitliche medizinische Evaluation vorliege, welches das 
lediglich fremdanamnestisch erhobene Verhalten bestätigen würde (oben, Erwägung 4.9 a. E.). 
Dies vermag nicht zu überzeugen, und es sind bereits vor diesem Hintergrund erhebliche Zweifel 
an der versicherungsinternen Einschätzung der IV-Stelle anzubringen. 
 
5.3 Festzustellen ist sodann, dass der Bericht der B.____ vom 7. November 2018 die hier 
strittige Frage nicht beantworten kann. Dieser Bericht beschreibt zwar diverse Verhaltensweisen 
der Versicherten. Diese fokussieren jedoch auf das Vorliegen einer allfälligen Autismus-Spekt-
rum-Störung und nicht auf das Vorliegen erethischen Verhaltens (oben, Erwägung 4.1 a. E.). Für 
den Ausschluss eines erethischen Verhaltens bildet dieser Bericht mithin keine genügende 
Grundlage. Umgekehrt kann dem Bericht der behandelnden Kinderärztin vom 10. Juni 2016 
(oben, Erwägung 4.2) nichts entnommen werden, was für ein erethisches Verhalten sprechen 
würde. Ebenfalls nicht zielführend ist der Bericht des F.____ vom 20. Februar 2019. In diesem 
Bericht wird zwar die Indikation für eine Anmeldung aufgrund eines erethischen Verhaltens ab-
gegeben. Wie die IV-Stelle letztlich aber zu Recht geltend macht, kann auch dieser Bericht nicht 
überzeugen. Als Grundlage für das Vorliegen erethischen Verhaltens wird auf eine angeblich erst 
kürzlich durchgeführte kognitive Testung verwiesen, die in dieser Form nämlich nicht existiert. 
Die letzte aktenkundige Abklärung stellt vielmehr der Untersuchungsbericht des F.____ vom 24. 
Mai 2018 dar, aus dem alleine sich hinsichtlich eines erethischen Verhaltens jedoch nichts ablei-
ten lässt. Insofern widerspricht sich der neuerliche Bericht des F.____ vom 20. Februar 2019. Zu 
folgen ist schliesslich der IV-Stelle darin, dass auch der neueste Bericht der B.____ vom 11. Juli 
2019 nicht zielführend ist, weil die Frage in Bezug auf das Vorliegen eines erethischen Verhaltens 
just unbeantwortet bleibt (a.a.O., Antwort ad Frage 2).  
 
5.4 Deutlich in Richtung des Vorhandenseins eines erethischen Verhaltens geht hingegen 
der Bericht des Spitals E.____ vom 29. März 2018 (oben, Erwägung 4.4). Dieser Bericht begrün-
det deutlich, dass mit dem labortechnisch festgestellten Mikrodeletionssyndrom und dem Verlust 
von insgesamt 29 Genen nebst einer globalen Entwicklungsverzögerung, einer erheblichen Be-
einträchtigung der Kommunikation sowie einem abnormen psychosozialen Verhaltensmuster bei 
der Versicherten eben auch eine erethische Verhaltensstörung verbunden ist. Auch wenn keine 
konkreten Verhaltensweisen der Versicherten aufgeführt werden, die detaillierte klinische Be-
funde erkennen lassen, spricht sich dieser Bericht klar für das Vorliegen eines erethischen Ver-
haltens aus. Ein erethisches Verhalten mit dem Argument zu verneinen, die Aussagen im nach-
folgenden Bericht des F.____ vom 24. Mai 2018 stünden einem erethischen Verhalten diametral 
entgegen, geht deshalb nicht an. Dieser Widerspruch hätte vielmehr durch eine ergänzende Ab-
klärung erhellt werden müssen. Obschon die Versicherte als ausgeprägt fröhliches und lachen-
des Kind beschrieben wird, lassen sich nämlich bereits auch aus dem Bericht des D.____ vom 5. 
Mai 2017 (oben, Erwägung 4.3) diverse Verhaltensweisen herauslesen, die sehr wohl als erethi-
sches Verhalten in Betracht kommen. So befand sich die Versicherte wegen ihres impulsiven und 
schnellen Verhaltens bereits dazumal offenbar oft in Konflikten, schlug im Streit bewusst andere 

 
 
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Kinder und konnte richtig schreien und toben, wenn ihr etwas nicht gepasst hat. Ob diese Ver-
haltensweisen einer nur temporären Trotzphase oder einem generell erethisch bedingten Verhal-
ten zuzuordnen sind, lässt sich nicht abschliessend beantworten und wäre ebenfalls genauer zu 
klären gewesen. So spricht nämlich auch der Schulbericht 2018/2019 (oben, Erwägung 4.7) für 
das Vorliegen eines erethischen Verhaltens. Der dort beschriebene Bewegungsdrang und mit 
ihm das Zusammenstossen mit anderen Menschen deckt sich jedenfalls mit jenen Verhaltens-
weisen, wie sie bereits im Bericht des F.____ vom 24. Mai 2018 als erethisch bezeichnet worden 
sind. Nicht anders verhält es sich mit dem in der Berichterstattung der Sozialberatung der Versi-
cherten vom 29. November 2019 beschriebenen Verhalten der Versicherten. Dieses deutet wenn 
allenfalls auch nur situativ, so jedoch umso deutlicher sehr wohl auf ein erethisches Verhalten hin 
(oben, Erwägung 4.10), welches von aussen eben nur beschränkt oder gar nicht reguliert werde 
kann (vgl. so auch bereits Bericht der B.____ vom 11. Juli 2019, oben Erwägung 4.11). Wie es 
sich damit im Detail verhält, bleibt letztlich aber unklar.  
 
6.1 Zusammenfassend greifen die Betrachtungsweise der IV-Stelle und mit ihr die vom RAD 
getätigten medizinischen Abklärungen zu kurz. In Anbetracht der dargelegten Unzulänglichkeiten 
bestehen letztlich diverse Zweifel an der durch den RAD vorgenommenen Beurteilung. Weder 
die im Zentrum stehende RAD-Beurteilung vom 10. Mai 2019 noch die übrigen medizinischen 
Akten lassen dabei eine zuverlässige Beurteilung der Frage zu, ob bei der Versicherten ein e-
rethisches Verhalten vorliegt. Die Angelegenheit bedarf bei diesem Ergebnis zusätzlicher Abklä-
rungen in Form eines verwaltungsexternen und insbesondere auf einer eingehenden klinischen 
Beobachtung beruhenden Gutachtens. 
 
6.2 Im Entscheid 137 V 210 ff. hat das Bundesgericht die bisherige ständige Rechtspre-
chung, wonach das kantonale Gericht prinzipiell die freie Wahl hatte, bei festgestellter Abklä-
rungsbedürftigkeit die Sache an den Versicherungsträger zurückzuweisen oder aber selber zur 
Herstellung der Spruchreife zu schreiten, geändert. Es hat erkannt, dass die Beschwerdeinstanz 
im Regelfall ein Gerichtsgutachten einzuholen hat und eine Rückweisung an die IV-Stelle nur 
noch in Ausnahmefällen erfolgen soll. Da es Aufgabe der Verwaltung und nicht der Beschwer-
deinstanz ist, für eine erstmalige vollständige Erhebung des massgebenden Sachverhaltes be-
sorgt zu sein, liegt ein solcher Ausnahmefall etwa vor, wenn ein relevanter Aspekt des medizini-
schen Sachverhaltes durch die Verwaltung nicht rechtsgenügend abgeklärt worden ist. Gleiches 
gilt, wenn sich die Verwaltung auf Unterlagen stützt, welche die medizinische Situation der versi-
cherten Person nur unzureichend wiedergeben. Beide Punkte sind nach dem vorstehend Gesag-
ten auch hier gegeben. Die angefochtene Verfügung vom 25. Juni 2019 ist demnach aufzuheben, 
und die Angelegenheit ist an die IV-Stelle zurückzuweisen. Diese wird die Frage nach dem Vor-
liegen eines erethischen Verhaltens innert nützlicher Frist durch ein externes Gutachten abklären 
zu lassen haben. Gestützt auf die Ergebnisse dieser Aktenergänzung wird sie mit Blick auf das 
bereits fortgeschrittene Alter der Versicherten anschliessend so rasch als möglich über deren 
Anspruch auf allfällige medizinische Massnahmen gemäss Ziffer 403 GgV neu zu befinden ha-
ben. Die vorliegende Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 
 
7.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grundsätz-
lich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kantonsgericht eine angefochtene Verfügung 

 
 
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auf und weist es die Angelegenheit zur ergänzenden Abklärung und zur neuen Beurteilung an 
die Verwaltung zurück, gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollstän-
dig) obsiegende und die IV-Stelle als unterliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 f.; BGE 
132 V 235 E. 6.2, jeweils mit Hinweisen). 
 
7.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige-
rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Verfah-
renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonalen Gesetzes über die Verfassungs- und 
Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 in der Regel in angemessenem 
Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hat deshalb die IV-Stelle als unterliegende 
Partei die Verfahrenskosten zu tragen. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und 
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie 
dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das 
Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheit-
lich auf Fr. 800.-- fest. Die ordentlichen Kosten von Fr. 800.-- werden somit der IV-Stelle auferlegt. 
 
7.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsiegende Partei ist, ist ihr eine Parteient-
schädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin 
hat in ihrer Honorarnote vom 5. Februar 2020 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand 
von 14 Stunden, jedoch keine sonstigen Auslagen geltend gemacht. Dieser Aufwand ist in Anbe-
tracht des doppelt geführten Schriftenwechsels nicht zu beanstanden. Die entsprechenden Be-
mühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für Verbandsangestellte 
von gemeinnützigen Organisationen bei durchschnittlichen Fällen zur Anwendung gelangenden 
Stundenansatz von Fr. 150.-- zu entschädigen. Der Beschwerdeführerin ist deshalb eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 2'100.-- (14 Stunden à Fr. 150.--) zu Lasten der IV-Stelle 
zuzusprechen. 
 
8.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind 
– mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren 
(vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a 
BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und 
damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren er-
sparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt 
es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und 
anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 
 

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

8.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraus-
setzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende 
Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 

 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene 
Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 25. Juni 2019 aufgeho-
ben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwä-
gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegeg-
nerin zurückgewiesen wird. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Beschwer-
degegnerin auferlegt. 

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdeführerin eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 2'100.-- (inkl. Auslagen, ohne Mehr-
wertsteuer) zu bezahlen.