# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8dc257f9-ad3e-551d-9ea7-8eef56352177
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-03-20
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 1.1. - 31.12.2014 sowie Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2014
**Docket/Reference:** DB.2017.232
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2017_232_cf.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2017.232 
2 ST.2017.287 

Entscheid 

20. März 2018 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Christian Mäder, Steuerrichter Alexander Widl, Steuerrichterin 
Barbara Collet und Gerichtsschreiberin Andrea Schmid 

A   G m b H ,    

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführerin/ 
Rekurrentin,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Bau,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Direkte Bundessteuer 1.1. - 31.12.2014 sowie  
Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2014 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. Die A GmbH (nachfolgend die Pflichtige) ist in der Branche Energieversor-

gung  tätig.  Sie  erbringt  laut  Handelsregisterauszug  Dienstleistungen  betreffend  Ener-

gie-, Betriebs- und Industrieplanung. Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter ist B 

(Jahrgang 1941, nachfolgend Gesellschafter), Ingenieur HTL. Er ist Eigentümer mehre-

rer Liegenschaften, u.a. der Liegenschaft …..strasse 5 und 7 in der Gemeinde C, die in 

den Jahren 2014 und 2015 saniert wurde. 

Im  Veranlagungsverfahren  betreffend  den  Gesellschafter  für  die  Steuerperio-

de  2014  untersuchte  das  kantonale  Steueramt  die  geltend gemachten  Unterhaltskos-

ten für den Aus- und Umbau seiner Liegenschaft ….strasse 5 und 7 in der Gemeinde 

C.  Am  31. März  2017  reichte  dieser  dem  kantonalen  Steueramt  auf  Auflage  hin  eine 

Zusammenstellung (samt Belegen) über Unterhaltskosten von Fr. 933'441.15 ein. Leis-

tungen der Pflichtigen waren darin nicht enthalten. Da der Gesellschafter die gesamte 

Auflage nur teilweise erfüllte, schritt das kantonale Steueramt zu einer teilweisen Mah-

nung.  Daraufhin  reichte  er  dem  Steueramt  eine  neue  Kostenaufstellung  vom 

18. Juni 2017  (ohne  Rechnungs-  oder  Zahlungsdaten)  betreffend  "Ausbau  Dach"  ein, 

die  Gesamtkosten  (inkl.  der  im  Jahr  2015  geleisteten  Zahlungen)  von  insgesamt 

Fr. 1'553'966.90 auswies. Mitenthalten waren Leistungen der Pflichtigen für Projektko-

ordination  und  Bauleitung  im  Betrag  von  insgesamt  Fr. 376'000.-  (Fr.  16'000.-  + 

Fr. 360'000.-). Bei der letzteren Position brachte er den Vermerk "nicht verrechnet" an. 

Für  die  Veranlagung  der  Pflichtigen  für  die  Steuerperiode  1.1. - 31.12.2014 

folgerte das kantonale Steueramt aus dem geschilderten Sachverhalt, dass die Pflich-

tige  gegenüber  dem  Gesellschafter  Leistungen  im  Betrag  von  Fr.  360'000.-  erbracht 

hat,  ohne  ein  entsprechendes  Entgelt  zu  verlangen.  Dies  stelle  auf  der  Ebene  der 

Pflichtigen  eine  verdeckte  Gewinnausschüttung  (Gewinnvorwegnahme)  dar.  Dement-

sprechend  rechnete  es  der  Pflichtigen  zum  deklarierten  Jahresverlust  von  Fr. 7'574.- 

eine verdeckte Gewinnausschüttung in Höhe von Fr. 360'000.- auf. Mit Veranlagungs-

verfügung  vom  26.  Oktober  2017  wurde  die  Pflichtige  für  die  direkte  Bundessteuer 

1.1. - 31.12.2014  mit  einem  steuerbaren  Reingewinn  von  Fr. 352'400.-  veranlagt. 

Gleichzeitig wurde die Pflichtige für die Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2014 

mit einem steuerbaren Reingewinn von Fr. 352'400.- und einem steuerbaren Eigenka-

pital von Fr. 53'000.- eingeschätzt. 

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B. Eine dagegen erhobene Einsprache wies das kantonale Steueramt mit Ent-

scheiden vom 1. Dezember 2017 ab. 

C. Mit Beschwerde und Rekurs vom 7. Dezember 2017 beantragte die Pflich-

tige  sinngemäss,  die  Einspracheentscheide  aufzuheben  und  die  Veranlagungen  der 

direkten  Bundessteuer  sowie  der  Staats-  und  Gemeindesteuern  gemäss  der  einge-

reichten Steuererklärung vorzunehmen. 

In der Rekurs- und Beschwerdeantwort vom 19. Januar 2018 schloss das kan-

tonale Steueramt auf Abweisung der Rechtsmittel. In der  Stellungnahme vom 7. Feb-

ruar 2018 hielt die Pflichtige an ihren Anträgen fest und reichte weitere Unterlagen ein. 

Das kantonale Steueramt äusserte sich hierzu nicht mehr. 

Auf  die  Parteivorbringen  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den  nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  Der  steuerbare  Reingewinn  einer  juristischen  Person  setzt  sich  gemäss 

Art. 58  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom  14.  Dezem-

ber 1990 (DBG) bzw. § 64 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) zusam-

men  aus  dem  Saldo  der  Erfolgsrechnung  unter  Berücksichtigung  des  Saldovortrags 

des  Vorjahres  (lit. a  bzw.  Ziff. 1)  und  u.a.  den  der  Erfolgsrechnung  nicht  gutgeschrie-

benen Erträgen (lit. c bzw. Ziff. 3).  

a) Zu den nicht gutgeschriebenen Erträgen gehören auch die Gewinnvorweg-

nahmen,  welche  einen  Anwendungsfall  der  verdeckten  Gewinnausschüttung  darstel-

len.  Auf  eine  verdeckte  Gewinnausschüttung  ist  zu  schliessen,  wenn  eine  juristische 

Person, sich entreichernd, ihren Gesellschaftern oder ihr sonst nahestehenden Perso-

nen,  bewusst  geldwerte  Vorteile  zuwendet,  die  sie  unbeteiligten  Dritten  nicht  einräu-

men  würde  (RB 1985  Nr. 42  =  StE 1985  B 72.13.22  Nr. 4).  Nach  ihrer  buchmässigen 

Erscheinung  lassen  sich  zwei  Hauptformen  verdeckter  Gewinnausschüttungen  unter-

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scheiden:  Die  verdeckte  Gewinnausschüttung  im  engern  Sinn  kennzeichnet  sich 

dadurch,  dass  die  Gesellschaft  übersetzte  Gewinnungs-  oder  Anschaffungskosten 

aufwendet,  was  zu  einer  überhöhten  Belastung  eines  Erfolgs-  oder  eines  Bestandes-

kontos führt. Bei der Gewinnvorwegnahme liegt die Vorteilszuwendung darin, dass die 

Gesellschaft auf Gewinn, d.h. auf ein marktmässiges Entgelt für die von ihr erbrachten 

Leistungen oder veräusserten Aktiven zu Gunsten des Aktionärs oder einer ihm nahe-

stehenden  Person  verzichtet  (Markus  Reich,  Verdeckte  Vorteilszuwendungen  zwi-

schen verbundenen Unternehmen, ASA 54, 613 ff.).  

Solche Ertragsverzichte liegen vor, wenn die Gesellschaft auf ihr zustehende 

Einnahmen ganz oder teilweise verzichtet und die entsprechenden Erträge direkt dem 

Aktionär oder diesem nahestehenden Personen zufliessen bzw. wenn diese nicht jene 

Gegenleistung erbringen, welche die Gesellschaft von einem unbeteiligten Dritten for-

dern  würde  (BGr,  19.  November  2003,  2A.263/2003,  E.  2.2;  BGr,  23.  Juli  2003, 

2A.602/2002,  E.  2.2;  BGr,  22.  Mai  2003,  2A.590/2002,  E.  2,  je  mit  Hinweisen,  auch 

zum  Folgenden).  Bei  diesem  Drittvergleich  (so  genannter  Grundsatz  des  "dealing  at 

arm's length") wird bei Vermögensgegenständen auf den Verkehrswert und bei Dienst-

leistungen  auf  deren  Marktwert  abgestellt  (BGr,  19.  November  2003,  2A.263/2003,  

E. 2.2). 

b)  Die  Steuerbehörde  trägt  die  Beweislast  für  steuerbegründende  und  

-erhöhende  und  die  steuerpflichtige  Person  für  steueraufhebende  oder  -mindernde 

Tatsachen (BGE 121 II 257 E. 4 c/aa; VGr, 14. Juli 1999 = StE 1999 B 72.14.2 Nr. 23; 

Martin  Zweifel,  Die  Sachverhaltsermittlung  im  Steuerveranlagungsverfahren,  1989, 

S. 111  f.,  auch  zum  Folgenden).  Ist  streitig,  ob  die  Gesellschaft  überhaupt  eine  Leis-

tung  erbracht  hat  bzw.  einer  Leistung  der  Gesellschaft  überhaupt  eine Gegenleistung 

des Gesellschafters gegenübersteht, tragen die Steuerbehörden die Beweislast für die 

Leistung, die Gesellschaft die Beweislast für das Vorhandensein einer solchen Gegen-

leistung. 

2. Vorliegend ist streitig, ob die Pflichtige überhaupt eine Leistung gegenüber 

ihrem  Gesellschafter  erbracht  hat.  Denn  nur  unter  dieser  Voraussetzung  ist  ein  Er-

tragsverzicht zu Gunsten des Gesellschafters überhaupt möglich. 

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a)  Die  Pflichtige  bestreitet,  irgendwelche  Projektierungs-  und  Bauleitungsar-

beiten  im  Zusammenhang  mit  der  Renovation  und  Umnutzung  des  Dachgeschosses 

der Liegenschaft …..strasse 5 und 7 erbracht zu haben. Sie habe weder einen Auftrag 

erhalten  noch  irgendwelche  Arbeitsleistungen  für  ihren  Gesellschafter  erbracht  und 

abgerechnet. Dementsprechend habe sie auch keine Zahlungen erhalten. Alle Leistun-

gen seien vom Gesellschafter erbracht worden. 

b)  Demgegenüber  behauptet  das  kantonale  Steueramt,  dass  die  Pflichtige 

Leistungen im Wert von Fr. 376'000.- erbracht habe. Es stützt sich dabei auf Aussagen 

und  Unterlagen,  welche  sie  vom  Gesellschafter  bei  der  Überprüfung  seiner  persönli-

chen Steuererklärung 2014 erhalten hatte. Im Antwortschreiben vom 17. Februar 2017 

habe dieser zur Erläuterung seiner Vermögensverminderung im Jahr 2014 erklärt, dass 

er die Sanierung der Liegenschaft selbstständig und ohne Architekten und Fachingeni-

eure  bewältigt  habe.  In  der  Steuererklärung  2014  habe  er  einen  Nettolohn  von 

Fr. 16'000.-  aus  seiner  Tätigkeit  als  Geschäftsführer  der  Pflichtigen  deklariert.  Dieser 

Betrag sei identisch mit dem in der Aufstellung vom 18. Juni 2017 an zweitletzter Stelle 

geltend gemachten Betrag. Ferner seien zwei Offerten und zwei Rechnungen direkt an 

die Adresse der Pflichtigen adressiert worden. Die gesamte E-Mail-Korrespondenz sei 

über die Geschäftsadresse der Pflichtigen abgewickelt worden. Auf einer Notiz zu den 

Terminen  betreffend  Fertigstellung  der  Dachwohnungen  sei  neben  der  Privatadresse 

des Gesellschafters auch die Adresse der Pflichtigen aufgeführt worden. Diese Fakten 

deuteten darauf hin, dass die Pflichtige aktiv am Umbau/Ausbau der Liegenschaft be-

teiligt gewesen sei, so dass plausibel erscheine, dass die in der Kostenaufstellung vom 

18. Juni  2017  aufgeführten  Projektkoordinations-  und  Bauleitungsleistungen  im  Wert 

Fr. 360'000.- von der Pflichtigen erbracht worden seien. Fest stehe, dass die Pflichtige 

diesen  Ertrag  nicht  als  Einnahme  in  der  Jahresrechnung  verbucht  habe.  Schliesslich 

weise die Pflichtige in der Erfolgsrechnung 2014 einen Nettoerlös aus Dienstleistungen 

von Fr. 19'000.- auf. Demzufolge müsse die Pflichtige darüber hinaus eine Leistung im 

Wert  von  Fr.  360'000.-  an  ihren  Gesellschafter  erbracht  haben,  ohne  eine  entspre-

chende  Gegenleistung  erhalten  zu  haben,  was  der  Gesellschafter  mit  dem  Vermerk 

"nicht verrechnet" auch direkt zugebe. 

c) Entgegen der Auffassung des kantonalen Steueramts ist mit diesen Fakten 

nicht  rechtsgenügend  belegt,  dass  die  Pflichtige  irgendwelche  Projektkoordinations- 

und Bauleitungsleistungen bezüglich der Liegenschaft …..strasse 5 und 7 erbracht hat. 

Gemäss dem im Handelsregister eingetragenen Firmenzweck befasst sich die Pflichti-

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ge nicht mit der Erstellung, dem Umbau oder der Sanierung von Liegenschaften, son-

dern  erbringt  in  erster  Linie  Dienstleistungen  auf  dem  Gebiet  der  Energie-,  Betriebs-, 

und Industrieplanung. Die Pflichtige ist wirtschaftlich identisch mit ihrem einzigen, mitt-

lerweile  76-jährigen  Gesellschafter.  Sie  beschäftigt  ausser  dem  Gesellschafter  kein 

weiteres Personal. Die in den Geschäftsjahren 2012 bis 2014 ausgewiesenen Umsätze 

von  Fr. 51'750.-,  Fr. 94'500.-  und  Fr. 19'000.-  sowie  auch  der  gesamte  Betriebsauf-

wand deuten auf eine reduzierte Geschäftstätigkeit der Pflichtigen hin. Bei dieser Sach-

lage  können  die  Projektkoordinations-  und  Bauleitungsleistungen  ebenso  gut  –  wie 

vom  Gesellschafter  von Anfang  an  behauptet  – auch  von  ihm  selbst  erbracht  worden 

sein.  Diese  Schlussfolgerung  ist  naheliegend,  weil  die  betreffende  Liegenschaft  sa-

chenrechtlich dem Gesellschafter gehört und er ausserdem dort auch seinen Wohnsitz 

hat.  Im  überwiegenden  Ausmass  sind  die  Rechnungen  an  den  Gesellschafter  adres-

siert.  Dass  zwei  Offerten,  nämlich  eine  von  der  F  AG  vom  5. August  2013  und  eine 

andere von der G AG via E-Mail vom 7. Mai 2014 sowie zwei Rechnungen der G AG 

vom 12. Mai 2014 und der H AG vom 3. März 2015 an die Pflichtige adressiert wurden, 

beweist  nicht,  dass  die  streitbetroffenen  baubegleitenden  Leistungen  von  der  Pflichti-

gen  erbracht  worden  sind.  Auch  die  Verwendung  der  Geschäfts-E-Mail-Adresse  zur 

Abwicklung  der  gesamten  Korrespondenz  mit  Handwerkern  und  Lieferanten  ist  kein 

genügender  Beweis  dafür,  dass  die  Pflichtige  die  betreffenden  Arbeiten  erbracht  hat. 

Denn  die  geschäftliche  E-Mail-Adresse  kann  auch  am  privaten  Wohnort  des  Gesell-

schafters  für  private  Zwecke  verwendet  werden.  Ausserdem  lässt  sich  die  geschäftli-

che Infrastruktur am Gesellschaftssitz auch für private Zwecke nutzen, was der Gesell-

schafter laut eigenen Aussagen auch getan hat. Ebenso keinen zwingenden Nachweis 

für  eine  geschäftliche  Tätigkeit  der  Pflichtigen  stellen  zwei  Protokolle  bezüglich  der 

Termine  für  den  Dachausbau  und  die  Fertigstellung  der  Dachwohnungen  dar,  zumal 

auf diesen Protokollen auch die Privatadresse des Gesellschafters aufgeführt ist. Fer-

ner  trifft  es  auch  nicht  zu,  dass  die  Pflichtige  ihrem  Gesellschafter  für  erbrachte  Pro-

jektkoordinations-  und  Bauleitungsleistungen 

im  Jahr  2014  einen  Betrag  von 

Fr. 16'000.- in Rechnung gestellt hat. Eine entsprechende Rechnung liegt nicht bei den 

Akten  und  existiert  mit  hoher  Wahrscheinlichkeit  nicht.  Beim  Betrag  von  Fr. 16'000.- 

handelt  es  sich  vielmehr  um  die  Entschädigung,  welche  die  Gesellschaft  ihrem  Ge-

schäftsführer für das Jahr 2014 ausbezahlt hat. Bezüge in ähnlichem Rahmen hat der 

Gesellschafter  schon 

in 

früheren  Jahren  erhalten  (StRG,  25. Januar  2013,  2 

DB.2012.290  +  2  ST.2012.327).  Schliesslich  stützt  auch  der  im  Jahr  2014  erzielte 

Dienstleistungsumsatz  von  Fr. 19'000.-  die  Rechtsauffassung  des  kantonalen  Steuer-

amts nicht, weil nicht bekannt ist, wie sich dieser Betrag zusammensetzt bzw. von wel-

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chen  Auftraggebern  dieser  Ertrag  stammt.  Das  kantonale  Steueramt  hat  weder  be-

hauptet,  geschweige  denn  bewiesen,  dass  dieser  Umsatz  mindestens  teilweise  auf 

Honoraren  beruht,  welche  die  Pflichtige  ihrem  Gesellschafter  in  Rechnung  stellte.  Da 

dem  kantonalen  Steueramt  alle  Belege  des  Gesellschafters  betreffend  den  Umbau 

seiner Liegenschaft …..strasse 5 und 7 zur Einsicht vorlagen und sich darunter keine 

Rechnung der Pflichtigen befand, ist davon auszugehen, dass die Pflichtige keine Pro-

jektierungs- und Bauleitungsdienstleistungen für ihren Gesellschafter erbracht hat. 

Die  ursprünglich  vom  Gesellschafter  eingereichte  Aufstellung  zu  seinen  Un-

terhaltskosten im Jahr 2014 enthielt keine Rechnungen der Pflichtigen im Zusammen-

hang mit dem Umbau seiner Liegenschaft. Leistungen der Pflichtigen im Gesamtbetrag 

von  Fr.  376'000.-  (Fr.  16'000.-  und  Fr.  360'000.-)  machte  der  Gesellschafter  erst  mit 

einer  später  eingereichten  Aufstellung,  datiert  vom  18.  Juni  2017  geltend,  weil  er  be-

fürchtete, dass das kantonale Steueramt einen Grossteil der geltend gemachten Kos-

ten nicht als Unterhalt zulassen werde. Die zweite Aufstellung ist jedoch zur Ermittlung 

der im Jahr 2014 abzugsfähigen Unterhaltskosten unbrauchbar, da darin auch Kosten 

aus dem Jahr 2015 enthalten sind und aus der Tabelle nicht ersichtlich ist, in welchem 

Zeitpunkt  die betreffenden  Kosten  in Rechnung gestellt  bzw.  bezahlt  wurden.  Die  an-

geblich  von  der  Pflichtigen  erbrachten  Leistungen  sind  ausserdem  weder  hinreichend 

detailliert dargelegt noch belegt. Es liegen weder Rechnungs- noch Zahlungsbelege für 

die streitbetroffene Steuerperiode 2014 vor. Ausserdem ist zu bezweifeln, ob ein Hono-

rar  von  insgesamt  Fr. 376'000.-  bei  nicht  vollumfänglich  honorarberechtigten  Gesamt-

kosten von Fr. 1'177'967.- (auf der Basis der Kostenaufstellung vom 18. Juni 2017: Fr. 

1'553'966.90.- abzüglich Fr. 376'000.-) überhaupt noch als marktüblich betrachtet wer-

den kann. 

Es  ist  nicht  davon  auszugehen,  dass  die  Pflichtige  ihrem  Gesellschafter  für 

erbrachte Dienstleistungen in künftigen Steuerperioden Honorare in Rechnung stellen 

wird.  Erstens  müsste  die  Pflichtige  diese  Honorare  versteuern.  Zweitens  würde  dies 

dem  Gesellschafter  bei  seiner  privaten  Steuereinschätzung  wenig  nützen,  weil  Auf-

wendungen für Dachaufstockung, Anbau von zwei Liftanlagen und Balkonerweiterung 

mit Wetterverglasung – soweit diese Anlagen erstellt wurden oder noch erstellt werden 

–  wertvermehrender  Natur  sind,  und  zwar  auch  dann,  wenn  das  bisherige  Dach  und 

die Balkone unterhaltsbedürftig waren bzw. immer noch sind (BGr, 4. September 2014, 

2C_153/2014). Drittens riskiert der Gesellschafter für den Fall, dass er die Liegenschaft 

…..strasse 5 und 7 künftig ganz oder teilweise veräussern sollte, dass ihn das kantona-

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le Steueramt als Liegenschaftenhändler einstuft, was zur Konsequenz hätte, dass ein 

allfälliger  Veräusserungsgewinn  auch  bei  der  direkten  Bundessteuer  zu  versteuern 

wäre. Vor diesem Hintergrund erweist sich das bei der Einkommenssteuer deklarierte, 

in  keiner  Weise  belegte  Honorar  für  angebliche  Dienstleistungen  der  Pflichtigen  im 

Zusammenhang mit dem Umbau der Liegenschaft …..strasse 5 und 7 nichts weiter als 

ein  ungeschickter  Versuch  des  Gesellschafters,  den  Anteil  der  bei  der  Einkommens-

steuer abzugsfähigen Unterhaltskosten zu erhöhen. Darin eine verdeckte Gewinnaus-

schüttung in Form einer Gewinnvorwegnahme zu erblicken, geht zu weit. 

3. Gestützt  auf  diese  Erwägungen  sind  die Beschwerde und der  Rekurs gut-

zuheissen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerdegeg-

nerin/dem Rekursgegner aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG, § 151 Abs. 1 StG). Eine 

Parteientschädigung  ist der  Pflichtigen  nicht  zuzusprechen,  da  sie  nicht vertreten  war 

und  ihr  durch  das  vorliegende  Rechtsmittelverfahren  keine  hohen  Kosten  erwachsen 

sind  (Art.  144  Abs.  4  DBG  i.V.m.  Art.  64  Abs.  1  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes 

vom 20. Dezember 1968). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen.  Die  Beschwerdeführerin  wird  für  die  direkte 

Bundessteuer, Steuerperiode 1.1. - 31.12.2014, mit einem steuerbaren Gewinn von 

Fr. 0.- (Steuersatz 8.5%) veranlagt. 

Das  steuerlich  massgebende  Eigenkapital  der  Steuerperiode  1.1. - 31.12.2014  

beträgt Fr. 53'526.- (Art. 131 Abs. 1 Satz 2 DBG). 

2.  Der Rekurs wird gutgeheissen. Die Rekurrentin wird für die Staats- und Gemeinde-

steuern,  Steuerperiode  1.1. - 31.12.2014,  mit  einem  steuerbaren  Reingewinn  von 

Fr. 0.- (Gewinnsteuersatz 8%) und einem steuerbaren Eigenkapital von Fr. 53'000.- 

(Kapitalsteuersatz 0.75‰) eingeschätzt. 

[…] 

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