# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f0588ba1-eca3-503d-903e-69df91714260
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-31
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 31.05.2016 SB140494
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140494_2016-05-31.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB140494-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. L. Chitvanni, Präsidentin, Oberrichter lic. iur. 

Ch. Prinz und Ersatzoberrichterin lic. iur. C. Brenn sowie  

Gerichtsschreiberin lic. iur. T. Weilenmann 

 

Urteil vom 31. Mai 2016 

 

in Sachen 

 

A._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 
Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

betreffend  
mehrfacher Exhibitionismus und Widerruf 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung -  
Einzelgericht, vom 8. Juli 2014 (GG140045) 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 3. März 

2014 (Urk. 20) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 47 S. 32 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig des mehrfachen Exhibitionismus im Sinne von 

Art. 194 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird zur Leistung von 240 Stunden gemeinnütziger Arbeit 

(an Stelle einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 20.–) verurteilt. 

3. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen 

vom 15. Dezember 2008 ausgefällten Strafe von 300 Tagessätzen zu 

Fr. 20.– unter Ansetzung einer Probezeit von 4 Jahren (welche am 

17. Januar 2013 von der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland um ein 

Jahr verlängert wurde) wird, unter Abzug von 30 Tagessätzen (entspricht 

der damals erstandenen Untersuchungshaft von 30 Tagen), widerrufen. Es 

ist somit eine Geldstrafe von 270 Tagessätzen zu Fr. 20.– zu vollziehen. 

4. Die Privatklägerin B._____ wird mit ihrem Schadenersatz- und Genugtu-

ungsbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

5. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'500.00   Gebühr Anklagebehörde 

Fr.    Auslagen Untersuchung 

Fr. 9'920.00   amtliche Verteidigung 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.  

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6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt, aber definitiv abgeschrieben. 

7. Der amtliche Verteidiger wird mit Fr. 9'920.– (inkl. MwSt.) entschädigt. Diese 

Kosten werden auf die Gerichtskasse genommen. Vorbehalten bleibt eine 

Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

8. (Mitteilung) 

9. (Rechtsmittel)" 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten:  

(Urk. 87 S. 2) 

1. Herr A._____ sei von Schuld und Strafe freizusprechen. 

2. Es sei der mit Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen vom 15. Dezember 2008 

für eine Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu Fr. 20.00 unter Ansetzung einer 

Probezeit von 4 Jahren (welche am 17. Januar 2013 von der Staatsanwalt-

schaft Winterthur/Unterland um 1 Jahr verlängert wurde) gewährte bedingte 

Strafvollzug nicht zu widerrufen.  

3. Die Verfahrenskosten – d.h. die Kosten sowohl sämtlicher gerichtlicher Ver-

fahren (Bezirksgericht sowie Obergericht) wie auch des Vorverfahrens –

seien vollumfänglich dem Staat aufzuerlegen. 

4. Der amtliche Verteidiger sei für seine Aufwendungen im Berufungsverfahren 

gemäss den am 3. März 2015 bereits eingereichten sowie gemäss der bei-

liegenden Honorarnote zu entschädigen. Auch diese Kosten seien zusam-

men mit den Verteidigerkosten des vorinstanzlichen Verfahrens definitiv auf 

die Staatskasse zu nehmen. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(schriftlich, Urk. 54) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

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Erwägungen: 

I. Prozessuales 

1. Verfahrensgang 

1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zur Vermeidung 

von Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Ent-

scheid verwiesen werden (Urk. 47 S. 4 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

1.2. Mit Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Zürich, 10. Abteilung, vom 

8. Juli 2014 wurde der Beschuldigte A._____ im Sinne des eingangs wiedergege-

benen Dispositivs schuldig gesprochen und entsprechend bestraft. Zudem ent-

schied die Vorinstanz über den Widerruf, die Zivilforderungen der Privatklägerin 

B._____ sowie die Kosten- und Entschädigungsregelung (Urk. 47 S. 32 ff.).  

1.3. Gegen dieses Urteil meldete die amtliche Verteidigung innert Frist Berufung 

an (Urk. 42). Ebenso fristgerecht ging die Berufungserklärung ein (Urk. 49). Mit 

Präsidialverfügung vom 3. November 2014 wurde der Privatklägerin B._____ so-

wie der Staatsanwaltschaft Frist angesetzt, Anschlussberufung zu erklären oder 

begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 52). Während 

die Staatsanwaltschaft mit Eingabe vom 17. November 2014 mitteilte, sie bean-

trage die Bestätigung des angefochtenen Entscheides und verzichte auf die Er-

hebung einer Anschlussberufung (Urk. 54), liess sich die Privatklägerin innert Frist 

nicht vernehmen.  

1.4. Auf das Stellen von Beweisanträgen wurde im Vorverfahren allseits verzich-

tet (Urk. 49 und Urk. 54). 

1.5. Am 9. März 2015 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher der  

Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt Dr. iur. 

X._____, erschien (Prot. II. S. 4).  

1.6. Im Anschluss an die Befragung des Beschuldigten wurde diesem sowie sei-

nem amtlichen Verteidiger eröffnet, dass das Gericht eine erneute psychiatrische 

Begutachtung des Beschuldigten in Betracht ziehe. Der Verteidigung wurde in der 

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Folge Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt, wovon diese Gebrauch mach-

te. Zusammengefasst stellte sie sich auf den Standpunkt, dass gegen eine neuer-

liche Begutachtung, namentlich zur Frage der Schuldfähigkeit sowie der Motivati-

on des Beschuldigten, nichts einzuwenden sei (Prot. II, S. 6). Am 11. März 2015 

wurde die Einholung eines psychiatrischen Gutachtens beschlossen und 

med. pract. C._____ als Gutachter bestellt. Gleichzeitig wurde den Parteien Frist 

angesetzt, um sich zur Person des Gutachters sowie zu den an diesen zu stellen-

den Fragen zu äussern (Urk. 68). Mit Eingabe vom 24. März 2015 teilte der amtli-

che Verteidiger des Beschuldigten mit, dass gegen den Gutachter keine Einwän-

de erhoben und dass sich zum beabsichtigten Fragekatalog keine Bemerkungen 

respektive Ergänzungen ergeben würden (Urk. 73). In der Folge wurde am 15. 

April 2015 der Gutachtensauftrag an med. pract. C._____ erteilt (Urk. 77). 

1.7. Im Einverständnis mit den Parteien wurde entschieden, das Berufungsver-

fahren nach Eingang des psychiatrischen Gutachtens (Urk. 81) schriftlich fortzu-

setzen (Prot. II S. 6, Urk. 82; Urk. 83). Dem Beschuldigten wurde mit Präsi-

dialverfügung vom 5. Oktober 2015 Frist angesetzt, um zum Gutachten Stellung 

zunehmen und Berufungsanträge zu stellen und zu begründen (Urk. 83). Nach 

einmaliger Erstreckung der Frist (Urk. 85) ging die ergänzende Berufungsbegrün-

dung vom 13. November 2015 fristgerecht beim hiesigen Gericht ein (Urk. 87). Mit 

Präsidialverfügung vom 16. November 2015 (Urk. 90) wurde der Staatsanwalt-

schaft Frist zur abschliessenden Berufungsantwort und der Vorinstanz Frist zur 

Vernehmlassung angesetzt. Die Vorinstanz verzichtete auf eine Vernehmlassung 

(Urk. 92). Die Staatsanwaltschaft liess sich innert Frist nicht vernehmen. 

2. Umfang der Berufung 

2.1. Die Verteidigung hat in ihrer Berufungserklärung die Aufhebung der Dispo-

sitiv Ziffern 1 bis 3 sowie 6 verlangt (Urk. 49 S. 2). 

2.2. Nicht angefochten ist somit der Verweis der Zivilforderung auf den Weg des 

Zivilprozesses (Dispositiv Ziffer 4) sowie die vorinstanzliche Kostenfestsetzung 

(Dispositiv Ziffer 5) und die Entschädigungsregelung der amtlichen Verteidigung 

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(Dispositiv Ziffer 7). In diesem Umfang ist das vorinstanzliche Urteil in Rechtskraft 

erwachsen, was vorab mittels Beschluss festzustellen ist (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

II.  Sachverhalt und rechtliche Würdigung 

3. Sachverhalt 

3.1. Die Vorinstanz hat den gegen den Beschuldigten erhobenen Anklage-

vorwurf richtig und vollständig zusammengefasst. Darauf kann zwecks Vermei-

dung von unnötigen Wiederholungen verwiesen werden (Urk. 47 S. 6 f.; Art. 82 

Abs. 4 StPO). Sie sprach den Beschuldigten anklagegemäss schuldig (Urk. 47 

S. 32). 

3.2. Der Beschuldigte hat den eingeklagten Sachverhalt sowohl in der Untersu-

chung als auch im vorinstanzlichen Verfahren insofern anerkannt, als er zugab, 

sich anklagegemäss verhalten zu haben (Urk. 6/1 S. 1 f.; Urk. 6/2 S. 2). Er bestritt 

jedoch, dass sein Verhalten unter den Tatbestand des Exhibitionismus zu subsu-

mieren sei (Urk. 6/1 S. 1 und 4; Urk. 6/2 S. 1). Auch anlässlich seiner Befragung 

in der Berufungsverhandlung stellte der Beschuldigte den eingeklagten Sachver-

halt nicht in Abrede, blieb jedoch dabei, es habe kein Fall von Exhibitionismus 

vorgelegen und es stehe auch keine sexuelle Motivation hinter seinen Hand-

lungen (Urk. 64 S. 9 ff.).  

3.3. Das Geständnis des Beschuldigten deckt sich mit den Untersuchungsakten, 

weshalb zunächst festzuhalten ist, dass der zur Anklage gebrachte Sachverhalt 

erstellt ist. Davon kann im Rahmen der rechtlichen Würdigung ausgegangen wer-

den. Auf die überzeugenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid kann da-

her vollumfänglich verwiesen werden (Urk. 47 S. 6 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

3.4. Die Vorbringen der Verteidigung, das Verhalten des Beschuldigten sei in 

mehrfacher Hinsicht nicht als Exhibitionismus zu qualifizieren (Urk. 66 S. 4 f.; 

Urk. 87 S. 3 f.) werden nachfolgend im Rahmen der rechtlichen Würdigung  

behandelt.  

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4. Rechtliche Würdigung 

4.1. Vorfall "Café D._____" (Anklageziffer 1.) 

4.1.1. Die Anklagebehörde wirft dem Beschuldigten in rechtlicher Hinsicht vor, er 

habe sich beim Vorfall vom 18. Juli 2013 im Café D._____ an der E._____-

Strasse ... in ... Zürich des Exhibitionismus i.S.v. Art. 194 Abs. 1 StGB, eventuell 

der sexuellen Belästigung i.S.v. Art. 198 Abs. 1 StGB schuldigt gemacht (Urk. 20 

S. 2).  

4.1.2. Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, der Beschuldigte sei gesamthaft 

gesehen auffällig hell und eintönig (d.h. ausschliesslich in weiss gekleidet) in Er-

scheinung getreten, wodurch sein (zumindest teilweise) erigiertes und deshalb 

deutlich abstehendes Glied eine eindeutige Auffälligkeit dargestellt habe. Indem 

er seinen Penis mit seiner Hand zurecht gerückt habe, habe er Drittpersonen da-

zu gedrängt, ihre Aufmerksamkeit auf sein Glied zu richten. Dies habe er nach ei-

gener Darstellung mit seinem Tun denn auch bezweckt gehabt. Obwohl sein 

Glied stets von der Radlerhose verdeckt gewesen sei, so sei es laut den Aus-

sagen der Geschädigten B._____ und F._____ deutlich erkennbar gewesen. Der 

Beschuldigte habe nach deren Darstellungen seinen Penis präsentiert. Auch 

wenn unbeteiligte Personen nicht mit dem völlig entblössten Glied des Be-

schuldigten konfrontiert worden seien und auch keinen direkten Kontakt damit zu 

befürchten gehabt hätten, so sei die seitens des Beschuldigten getätigte Zur-

schaustellung seines Gliedes im Ergebnis einer Entblössung gleichzusetzen. Das 

Ausmass an Zurschaustellung des Gliedes liege ausserhalb der gesellschaft-

lichen Akzeptanz und noch innerhalb der strafrechtlichen Relevanz. Dass die ex-

hibitionistische Handlung des Beschuldigten durch die Geschädigten Geschwister 

BF._____ wahrgenommen worden sei, sei unbestritten, weshalb auch diese ob-

jektive Tatbestandsvoraussetzung erfüllt sei. Beim Beschuldigten sei in subjekti-

ver Hinsicht die verlangte Absicht zu bejahen. Mit dem Zurschaustellen seines 

Gliedes habe er beabsichtigt, von Frauen gesehen zu werden. Dass er es nicht 

direkt auf die Geschädigten Geschwister BF._____ abgesehen gehabt habe, sei 

in subjektiver Hinsicht unerheblich. Schliesslich habe der Beschuldigte auch aus 

einem sexuell motivierten Beweggrund heraus gehandelt. Aufgrund des Umstan-

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des, dass der Beschuldigte seinen Zwang nur befriedigen könne, wenn er durch 

Zurschaustellung seines erigierten Gliedes Aufmerksamkeit von ausschliesslich 

erwachsenen Frauen bekomme, sei der sexuelle Aspekt seines Beweggrundes 

nicht mehr von der Hand zu weisen. Offenbar habe der Beschuldigte bei Frauen 

nicht irgendeine Form von Beachtung gesucht, sondern gezielt deren Reaktion 

auf sein erigiertes Glied angestrebt. Insgesamt habe der Beschuldigte hinsichtlich 

des Sachverhaltsvorwurfs "Café D._____" den Straftatbestand des Exhibitionis-

mus im Sinne von Art. 194 Abs. 1 StGB erfüllt (Urk. 47 S. 11 ff.). 

4.1.3. In tatsächlicher Hinsicht brachte die Verteidigung vor, dass B._____ nicht 

Zielperson des Beschuldigten gewesen sei (vgl. Urk. 66 S. 4; Urk. 87 S. 3 f.). Wei-

ter beanstandete sie die rechtliche Würdigung der Vorinstanz im Berufungsverfah-

ren dahingehend, dass es in objektiver Hinsicht am effektiven Entblössen des 

Geschlechtsorgans fehle, weshalb der Tatbestand des Exhibitionismus nicht er-

füllt sei. Der Beschuldigte sei mit einer hautengen Leggings bekleidet gewesen. 

Diese Bekleidung dürfte zwar mit gängigen gesellschaftlichen Normen nicht ver-

einbar sein, dies sei aber nicht per se auch strafrechtlich relevant. Des weiteren 

fehle in subjektiver Hinsicht der direkte Vorsatz und die sexuelle Motivation. Dem 

Beschuldigten gehe es um die zwang- und krankhafte Kompensation fehlender 

Anerkennung per se und nicht um die Kompensierung fehlender Anerkennung auf 

dem Gebiet der Sexualität (Urk. 66 S. 6 ff.; Urk. 87 S. 4 ff.). 

4.1.4. Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, ist der in Art. 194 Abs. 1 StGB ver-

wendete Begriff der "exhibitionistischen Handlung" in der Tat auslegungsbedürf-

tig. Der Vorderrichter hat zunächst eine grammatikalische Auslegung (Auslegung 

nach dem Wortlaut) vorgenommen und den aus dem Lateinischen stammenden 

Begriff "exhibere" einer näheren Betrachtung unterzogen. Hernach hat er unter 

Zuhilfenahme der teleologischen Auslegungsmethode (Auslegung nach dem Sinn 

und Zweck einer Gesetzesbestimmung) geschlossen, dass es bei der exhibitionis-

tischen Handlung nicht ausschliesslich auf die vollständige Entblössung des nack-

ten Gliedes ankommen könne. Durch diese Auslegung werde dem Schutz des 

Rechtsgutes von Art. 194 StGB am ehesten entsprochen, welches die geschlecht-

liche Freiheit des einzelnen Opfers und dessen Recht auf sexuelle Selbstbestim-

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mung beinhalte sowie dieses vor unerwünschten visuellen Einwirkungen schütze. 

Diese Auslegung der Vorinstanz deckt sich auch mit dem in der Botschaft über 

die Änderung des Schweizerischen Strafgesetzbuches vom 26. Juni 1985 defi-

nierten Begriff der exhibitionistischen Handlung. Nach dem Willen des damaligen 

Gesetzgebers versteht sich die exhibitionistische Handlung nach Art. 194 des 

Entwurfs als ein bewusstes Zurschaustellen der Sexualorgane aus sexuellen Be-

weggründen (BOTSCHAFT 1985, 1080). Das Schwergewicht des inkriminierten 

Verhaltens liegt nach dem Willen des Gesetzgebers mithin auf dem "Zur-

schaustellen" der Sexualorgane. Unter bestimmten Voraussetzungen muss daher 

nach der ratio legis – dies entgegen der Auffassung der Verteidigung (vgl. Urk. 87 

S. 3 ff.) – auch dann in objektiver Hinsicht von einem strafbaren Verhalten aus-

gegangen werden, wenn der Täter durch die bewusste Zurschaustellung seines  

– wenn auch nicht vollständig entblössten, jedoch eindeutig wahrnehmbaren – 

erigierten Penis visuell auf das Opfer einwirkt. Nach hier vertretener Auffassung 

kann daher nicht ausschlaggebend sein, ob der eindeutig zur Schau gestellte,  

erigierte Penis teilweise oder vollständig – im Sinne von textilfrei – entblösst ist 

(Kritisch dazu BSK Strafrecht II - Meng, Art. 194 StGB N 9 f., der die Auffassung 

des Bezirksgerichtes Zürich im Entscheid GG090126 vom 21.4.2009, wonach die 

vollständige Entblössung des Sexualorgans nicht zwingend notwendig sei, als 

zumindest fragwürdig taxiert.). In diesem Zusammenhang kann auf das von der 

Vorinstanz angeführte Beispiel verwiesen werden, wonach ein Täter, der über den 

erigierten Penis ein Kondom stülpt (vgl. Urk. 47 S. 12), dennoch exhibitionistisch 

handelt, welche Schlussfolgerung selbst nach Auffassung der Verteidigung zutrifft 

(vgl. Urk. 87 S. 6). Entsprechend müssen als "entblösst" sodann Geschlechtsor-

gane gelten, die lediglich durch freie Sicht gewährende Kleidungsstücke oder 

sonstige Materialien bedeckt sind (z.B. dünne und durchsichtige Strumpfhosen, 

durchsichtige Folien oder dergleichen). Ob ein solches Einwirken auf das Opfer 

strafbaren Charakter hat und in welchem Umfang das inkriminierte Zurschaustel-

len das Opfer zu beeinträchtigen vermag, muss letztlich im konkreten Einzelfall 

ermittelt werden.  

4.1.5. Der Beschuldigte hat sich am Donnerstag, den 18. Juli 2013 in seinen 

hautengen weissen Leggings und mit deutlich sichtbar erigiertem Penis im Aus-

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senbereich des Cafés D._____ aufgehalten. Die besagten Leggings sind dabei 

nach Darstellung des Beschuldigten eigentlich für Frauen gedacht. Am Tattag ha-

be er im Zug nach Oerlikon die Leggings, welche er normalerweise unter den kur-

zen Hosen trage, schon angehabt. Ein Staatsanwalt habe ihm zuvor schon einmal 

gesagt, er solle mit diesen Leggings nicht mit einem Ständer rumlaufen (Urk. 6/1 

S. 2 f.). Nichtsdestotrotz präsentierte sich der Beschuldigte, nachdem er sich der 

kurzen Hosen entledigt hatte, in den beinahe durchsichtigen Leggings und mit 

deutlich erregtem Glied im Aussenbereich des Cafés D._____ und rückte bei  

dieser Gelegenheit sein erregtes Glied mit der Hand dergestalt zurecht, dass die 

Geschwister B._____ und F._____ unweigerlich von den exhibitionistischen 

Handlungen des Beschuldigten Kenntnis erlangen mussten. Aufgrund der Tatsa-

che, dass das bewusst gewählte hautenge Kleidungsstück eindeutig seinen – zu-

vor durch eine Injektion eines Medikamentes in den Schwellkörper – erigierten 

und deshalb deutlich abstehenden Penis zeigte, hat der Beschuldigte vorliegend  

– entsprechend der oben dargestellten und entgegen der Auffassung der Vertei-

digung – sein Sexualorgan im Sinne von Art. 194 StGB zur Schau gestellt. Damit 

hat der Beschuldigte den objektiven Tatbestand von Art. 194 Abs. 1 StGB erfüllt, 

was die Vorinstanz mit zutreffender Argumentation richtig erkannt hat. Auf deren 

Erwägungen kann ergänzend verwiesen werden (Urk. 47 S. 11 ff., Art. 82 Abs. 4 

StPO).  

4.1.6. Subjektiv ist Absicht (sprich: direkter Vorsatz) gefordert; der Täter muss 

wollen, dass das Opfer hinsieht. Eventualvorsatz ist mit einer exhibitionistischen 

Handlung nach Auffassung des Bundesgerichts nicht vereinbar (Entscheid des 

Bundesgerichts 6B_527/2009 vom 3. September 2009, E. 3.1: "D'un point de vue 
subjectif, la personne qui s'exhibe doit le faire intentionnellement. L'auteur doit ainsi vouloir que la 

victime le voie. Le dol éventuel ne suffit pas"). Diese Ansicht des Bundesgerichtes ist in 

der Lehre nicht unumstritten. WEDER sieht beispielsweise keine Veranlassung, 

den Eventualvorsatz auszuschliessen (Weder, in: Donatsch/Flachsmann/Hug/ 

Weder, Kommentar zum StGB, 19. Aufl., Zürich 2013, N 4 zu Art. 194). Der Be-

schuldigte führte anlässlich seiner polizeilichen Befragung vom 25. Juli 2013 wört-

lich was folgt aus: "Ich bin in gewohnter Art mit meinen engen weissen Leggings 

an dieser Strasse etwa 4 - 5 mal hin- und hergelaufen. Ich blieb auch teilweise 

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stehen um ein wenig herumzuschauen, ob ich Beachtung bekomme. […] Von Ex-

hibitionismus kann man hier nicht sprechen. Ich wollte einfach auffallen und Be-

achtung erhaschen. Das wäre meine Vorstellung von dem was abgelaufen ist." 

(Urk. 6/1 S. 1 Antwort auf Frage 5). An anderer Stelle gab er zu Protokoll: "Ich 

kann nur mit Sicherheit sagen, dass ich mir nicht ans Glied gefasst habe. Viel-

leicht ein paar mal, um es zu richten und so Aufmerksamkeit zu bekommen. Aber 

onaniert habe ich auf keinen Fall." (Urk. 6/1 S. 2 Antwort auf Frage 8). Wie zuvor 

ausgeführt, wusste der Beschuldigte um die Beschaffenheit seiner Leggings und 

es war ihm auch bewusst, dass er von einem Staatsanwalt schon einmal aufge-

fordert worden war, mit diesen Leggings "nicht mit einem Ständer" rumzulaufen. 

Anlässlich der Schlusseinvernahme vom 12. Februar 2014 gab der Beschuldigte 

zudem zu Protokoll, er frage sich immer, welchen Unterschied es mache, ob er 

ein erregtes Glied gehabt habe oder nicht. Man könne ja auch einfach einen gros-

sen Schwanz haben, der dann durch die Leggings auch imposant aussehe. Er 

habe zuvor eine Spritze in seinen Penis injiziert, was eine künstliche Erektion oh-

ne Gefühle verursacht habe (Urk. 6/4 S. 2). Die Zurschaustellung seines Gliedes 

im Aussenbereich des Cafés D._____ sei eine totale Erleichterung für ihn gewe-

sen, welche ihn in einen Trance-ähnlichen Zustand versetzt habe (Urk. 6/1 S. 2, 

Antwort auf Frage 11). Angesichts dieser klaren und unmissverständlichen Zuga-

ben des Beschuldigten – welche er anlässlich der Berufungsverhandlung bestätig-

te (Urk. 64 S. 9 ff.) – steht ausser Frage, dass die in subjektiver Hinsicht verlangte 

Absicht, nämlich beim Zurschaustellen des Gliedes von Frauen gesehen zu wer-

den, im Tatzeitpunkt gegeben war. Es mag zutreffen, dass die Geschädigte 

B._____ (ihre Schwester F._____ zog den Strafantrag zurück [vgl. Urk. HD 7/4 S. 

7]) von Anfang an nicht die direkte Zielperson des Beschuldigten war (Urk. 87 

S. 3 f. und S. 6 f.). Dies ist vorliegend indessen – dies entgegen der Verteidigung 

(vgl. Urk. 87 S. 6) – nicht entscheidend. Der Beschuldigte ist mit seinen hauten-

gen, praktisch durchsichtigen Leggings und erigiertem Penis auf der öffentlichen 

Terrasse des Cafés D._____ herumspaziert. Dabei war ihm absolut klar, dass er 

von den dort anwesenden Personen gesehen wird, was er zugegebenermassen 

auch wollte, äusserte er sich doch selber zum Gefühl der Erleichterung, welches 

er anlässlich der Zurschaustellung verspürte. Wie die Vorinstanz in diesem Zu-

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sammenhang zutreffend erwog, ist es für die Erfüllung des subjektiven Tatbe-

standes eben nicht erforderlich, dass der Beschuldigte zum Vornherein die Ab-

sicht hegte, sich gegenüber bestimmten Zielpersonen zu exhibitionieren. Mass-

geblich ist einzig, dass der Täter die Absicht verfolgt, dass das/die Opfer ihn und 

seine exhibitionistischen Handlungen sehen (müssen), was in casu unbestritten 

der Fall war. Vorliegend steht daher ausser Frage, dass es der Beschuldigte auf 

die Geschädigte B._____ – selbst wenn diese zuerst auf ihn und auf sein Handeln 

aufmerksam wurde – zumindest mitabgesehen hatte (vgl. dazu Jenny/ 

Schubarth/Albrecht, Kommentar zum schweizerischen Strafrecht Besonderer Teil, 

Band 4, Bern 1997 N 4 S. 99 mit weiteren Hinweisen) und diese zu seiner Ziel-

person wurde.  

4.1.7. Was die Motivation des Beschuldigten angeht, so ist offenkundig, dass sein 

deliktisches Handeln auf die Erregung respektive Befriedigung seiner Ge-

schlechtslust abzielte. Anerkanntermassen gründet das vom Beschuldigten an 

den Tag gelegte Verhalten in seinem pathologisch zwanghaften Verlangen nach 

Aufmerksamkeit. Nach seinen eigenen Darstellungen gelingt es ihm nur dann, 

seinen Zwang zumindest vorübergehend zu befriedigen, wenn er sein steifes 

Glied vor Frauen dergestalt zur Schau stellen kann, dass diese ihre Aufmerksam-

keit – wenn auch nur kurzzeitig – auf ihn lenken. Wie die Vorinstanz mit Verweis 

auf die Botschaft zu Art. 194 StGB zutreffend erwog, kann in einem Fall wie dem 

vorliegenden (bei welchem von einem psychopathologischen Exhibitionismus 

auszugehen ist) im Zusammenhang mit dem sexuellen Motiv nicht zwingend von 

einer Lust im herkömmlichen Sinne gesprochen werden. Nichtsdestotrotz weist 

das Antriebsmotiv des Beschuldigten klarerweise einen sexuellen Bezug auf und 

muss daher im Sinne von Art. 194 StGB als tatbestandsmässig bezeichnet wer-

den. Dies geht auch aus dem Ergänzungsgutachten vom 18. September 2015 

hervor. Darin erklärt der Gutachter, diverse Kindheitstraumata des Beschuldigten 

würden diesen eine permanente Machtlosigkeit gegenüber seinem Umfeld und 

seinen Emotionen erleben lassen. Es sei zwar durchaus nachvollziehbar, dass 

der Beschuldigte seine Taten mit der Suche nach Aufmerksamkeit und Beachtung 

begründet sehe, jedoch spiegle sich in diesen Taten auch sein Bedürfnis nach ei-

ner gewissen Machtdemonstration wieder. Da ihm alternative Möglichkeiten, 

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Macht zu erleben fehlen würden, nehme das Exhibitionieren nun einen zentralen 

Stellenwert in seinem Leben ein. Die Handlungen des Beschuldigten seien somit 

als "Ausdruck einer sexualisierten Machtbedürfnisbefriedigung und gleichzeitig 

Ohnmachtsentledigung" einzustufen und darin müsse ein sexuelles Tatmotiv ge-

sehen werden (Urk. 81 S. 27 f. und S. 34). Wenn die Verteidigung argumentiert, 

dem Beschuldigten gehe es nicht um eine Kompensierung fehlender Anerken-

nung auf dem Gebiet der Sexualität, sondern um die zwang- und krankhafte 

Kompensierung fehlender Anerkennung per se (vgl. Urk. 87 S. 8) und in diesem 

Zusammenhang ausführt, auf die Aussenbetrachtung komme es bei der Frage 

nach der sexuellen Motivation – welche ein subjektives Element darstelle – nicht 

an, so blendet sie aus, dass sich das Gericht für den Nachweis des Vorsatzes – 

soweit der Täter nicht geständig ist – regelmässig nur auf äusserlich feststellbare 

Indizien und auf Erfahrungsregeln stützen kann, die Rückschlüsse von den 

äusseren Umständen auf die innere Einstellung des Täters erlauben. Vorliegend 

anerkennt auch die Verteidigung, dass das Handeln des Beschuldigten von aus-

sen betrachtet eine eindeutig sexuelle Komponente aufweist (vgl. Urk. 87 S. 8). 

Dies – zusammen mit der oben wiedergegebenen überzeugenden gutachterlichen 

Schlussfolgerung – widerlegt die Auffassung der Verteidigung, wonach der  

Beschuldigte nicht aus einer sexuellen Motivation heraus handle bzw. gehandelt 

habe (Urk. 66 S. 11 f.; Urk. 87 S. 7 ff.). Im Übrigen änderte auch das Vorbringen 

der Verteidigung nichts, mit der vom Beschuldigten nur durch eine Injektion her-

vorgerufenen Erektion seien keine sexuellen Gefühle verbunden. Denn eine exhi-

bitionistische Handlung wird nicht zu einer nichtexhibitionistischen, nur weil der 

Beschuldigte behauptet, keine körperliche Erregung mehr zu spüren. So führt 

auch der Gutachter aus, dass exhibitionistische Handlungen zwar meist von se-

xueller Erregung begleitet würden und es meist zur Masturbation komme, dass 

dies jedoch nicht immer der Fall sein müsse (Urk. 81 S. 25).  

4.1.8. Mit Verweis auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz ist nach dem 

Gesagten festzuhalten, dass der Beschuldigte den Straftatbestand von Art. 194 

Abs. 1 StGB auch in subjektiver Hinsicht erfüllt hat.  

- 14 - 

4.1.9. Die Vorinstanz hat unter Hinweis auf die am 14. April 2005 vorgenommene 

Begutachtung des Beschuldigten zusammenfassend erwogen, es bestünden kei-

ne Anhaltspunkte dafür, dass sich die im Jahre 2005 beim Beschuldigten hinsicht-

lich des Exhibitionierens diagnostizierte mittelschwere bis schwere Beeinträchti-

gung seiner Fähigkeit zu einsichtsgemässem Handeln verschlimmert oder ver-

bessert habe. Entsprechend sei vorliegend von einer verminderten Schuldfähig-

keit mittelschweren bis schweren Grades auszugehen (Urk. 47 S. 19). Im Ergän-

zungsgutachten kommt med. pract. C._____ zum Schluss, dass sich bezüglich 

der geistigen Gesundheit des Beschuldigten seit der Begutachtung vom 14. April 

2005 nichts geändert habe und an den damaligen gutachterlichen Einschätzun-

gen festgehalten werden müsse. Die Unrechtseinsichtsfähigkeit des Beschuldig-

ten sei nicht beeinträchtigt gewesen und eine fehlende Dissoziation zu den ein-

zelnen Tatzeitpunkten oder gar eine Aufhebung derselben sei auszuschliessen. 

Der Beschuldigte verfüge über ausreichend intellektuelle Fähigkeiten zur Un-

rechtseinsicht. Jedoch sei von einer Verminderung der Fähigkeit zum einsichts-

gemässen Handeln mittelschweren Grades auszugehen. Die exhibitionistischen 

Handlungen des Beschuldigten würden einen deutlichen "Suchtcharakter" zeigen, 

indem sie für ihn dem Spannungsabbau dienten. Nach aktuellem gutachterlichen 

Dafürhalten und dies entgegen der gutachterlichen Schlussfolgerung aus dem 

Jahre 2005, könne die Störung der Impulskontrolle nicht als schweren Grades 

eingestuft werden, sondern diese sei "lediglich" als mittelschwer anzusiedeln. Der 

Gutachter begründete das Abweichen von der früheren Einschätzung damit, in 

den soweit bekannten Tathergängen in Verbindung mit den aktuellen Angaben 

des Beschuldigten offenbare sich doch noch eine gewisse Fähigkeit, sein Tatvor-

gehen zu modifizieren, beispielsweise darauf zu achten, wem er gegenübertrete 

(vgl. Urk. 81 S. 30 und S. 33). Die aktuelle gutachterliche Einschätzung ist über-

zeugend begründet und damit zu übernehmen. Damit ist die Rüge der Verteidi-

gung, es ergebe sich aus dem Gutachten nicht ohne Weiteres, weshalb nur noch 

von einer mittelschweren Beeinträchtigung ausgegangen werden solle (vgl. Urk. 

87 S. 12), ohne Fundament. Die dem Beschuldigten vom Gutachter attestierte 

Verminderung der Schuldfähigkeit in mittelschwerem Grade ist hernach bei der 

Strafzumessung gebührend zu berücksichtigen. 

- 15 - 

4.1.10. Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass sich der Beschuldigte hin-

sichtlich des Anklagevorwurfs "Café D._____" des Exhibitionismus im Sinne von 

Art. 194 Abs. 1 StGB schuldig gemacht hat. Der angefochtene Schuldspruch ist 

daher zu bestätigen. 

4.2. Vorfall "G._____" (Anklageziffer 2.) 

4.2.1. Gemäss erstelltem Anklagesachverhalt hat sich der Beschuldigte am  

Donnerstag, den 25. Juli 2013, ca. 15.50 Uhr, bei einem Gebüsch beim Fussweg, 

welcher zur Badeanstalt "G._____" führt, aufgehalten. Dort hat er gegenüber den 

Privatklägerinnen H._____, I._____ und J._____ seinen erigierten Penis zunächst 

über der Badehose berührt, diesen hernach entblösst und vor den Privatklägerin-

nen onaniert (Urk. 20 S. 3). Durch dieses Verhalten hat der Beschuldigte zweifels-

frei den objektiven Tatbestand von Art. 194 Abs. 1 StGB erfüllt.  

4.2.2. Wie bereits zuvor dargetan, verlangt Art. 194 Abs. 1 StGB in subjektiver 

Hinsicht, dass der Täter mit seinem Vorgehen – vorsätzlich – beabsichtigt, dass 

er bei seiner exhibitionistischen Handlungsweise von irgendjemandem gesehen 

wird. Die Vorinstanz hat in diesem Zusammenhang richtigerweise darauf hinge-

wiesen, dass der Beschuldigte selbst ausgesagt habe, er sei am fraglichen Tag 

bereits ca. eine Stunde, bevor er von den drei Geschädigten erblickt worden sei, 

vis-à-vis des G._____-Stegs und anschliessend auf der Seite der Badeanstalt  

"G._____" mit erigiertem Glied in der Badehose umhergelaufen, um Aufmerksam-

keit zu erregen. Dabei seien ihm mehrere Frauen entgegengekommen, wobei bei 

ihm jedoch keine "Aufregung" entstanden sei (vgl. Urk. 6/2 S. 2, Antwort zu Frage 

8). Wer – wie der Beschuldigte – mit der Absicht, mittels seines erigierten Gliedes 

in der Badehose generell Aufmerksamkeit zu erregen, umherläuft und schliesslich 

wenige Meter neben einem stark frequentierten Fussweg sein Glied entblösst, 

dieses Passantinnen präsentiert und zu onanieren beginnt, handelt jedenfalls 

auch in subjektiver Hinsicht tatbestandsmässig. Bei dieser Vorgehensweise ist die 

sexuelle Motivation des Beschuldigten derart offenkundig, dass sich Weiterungen 

hierzu erübrigen. Die diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz sind überzeu-

gend und können übernommen werden (Urk. 47 S. 21; Art. 82 Abs. 4 StPO). Be-

züglich der Vorbringen der Verteidigung, die drei Privatklägerinnen seien nicht 

- 16 - 

Zielpersonen des Beschuldigten gewesen (Urk. 87 S. 10 f.), kann vorerst auf die 

treffenden Erwägungen der Vorinstanz und das zuvor unter Ziff. 4.1.6 Ausgeführte 

verwiesen werden (Urk. 47 S. 20 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Vorliegend bestätigte 

die Privatklägerin H._____, dass der Beschuldigte sie (und die weiteren Privatklä-

gerinnen) anschaute, als er seinen Penis entblösst und onaniert habe (vgl. Urk. 

7/5 S. 4). Auch die Privatklägerin I._____ führte aus, der Beschuldigte habe sich 

dabei in direkter Seitenlinie zu ihnen positioniert und sie angeschaut (vgl. Urk. 7/6 

S. 3). Durch sein Verhalten machte er sie klar zu seinen Zielpersonen, weswegen 

seine anderslautende Darstellung als eine reine Schutzbehauptung taxiert werden 

muss. Bei dieser Ausgangslage ist im Übrigen nicht von Belang, ob sich der Be-

schuldigte – wie er geltend machte – ursprünglich vor einem Pärchen, welches 

sich angeblich am Flussufer verlustierte, produzieren wollte.  

4.2.3. Was die Schuldfähigkeit des Beschuldigten angeht, kann auf die Erwägun-

gen der Vorinstanz (Urk. 47 S. 21 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO) sowie auf das zuvor 

Erwogene (Ziff. 4.1.9. vorstehend), insbesondere auf die in diesem Zusammen-

hang erwähnten überzeugenden Schlussfolgerungen im neu erstatteten psychiat-

rischen Gutachten verwiesen werden. Auch mit Bezug auf den Vorfall "  

G._____" ist dem Beschuldigten damit die ihm vom Gutachter attestierte Vermin-

derung der Schuldfähigkeit in mittelschwerem Grade bei der Strafzumessung zu 

berücksichtigen. 

4.2.4. Der Beschuldigte hat sich nach dem Gesagten bezüglich des Anklagevor-

wurfs "G._____" des Exhibitionismus im Sinne von Art. 194 Abs. 1 StGB schuldig 

gemacht. 

5. Verfahrenseinstellung (Art. 194 Abs. 2 StGB) 

5.1. Auch anlässlich des Berufungsverfahrens thematisierte die Verteidigung ei-

ne Verfahrenseinstellung gemäss Art. 194 Abs. 2 StGB (Urk. 66 S. 23 f.; Urk. 87 

S. 15). Die diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz sind überzeugend und 

können übernommen werden (Urk. 47 S. 22; Art. 82 Abs. 4 StPO). Ergänzend 

kann auf das Gutachten vom 18. September 2015 verwiesen werden, in welchem 

die Therapiefähigkeit des Beschuldigten – bei einem sehr deutlichen Rückfall-

- 17 - 

risiko und einer geringen Beeinflussbarkeit – als sehr gering eingestuft wurde. Der 

Beschuldigte habe sich zwar einer ambulanten psychiatrisch-psychotherapeuti-

schen Behandlung unterzogen, jedoch liessen sich aus dieser noch keine tat-

relevanten Verhaltensmodifikationen ableiten. So sei beim Beschuldigten kaum 

eine Verantwortungsübernahmebereitschaft für sein sexualdelinquentes Verhalten 

auszumachen und es habe sich bei ihm vielmehr ein Opfererleben statt ein Täter-

bewusstsein verfestigt (Urk. 81 S. 30 ff.). Nachdem sich in der Vergangenheit ge-

zeigt hat, dass die Therapien beim Beschuldigten nicht zum gewünschten Erfolg 

führten und auch der Gutachter die Anordnung einer ambulanten Massnahme 

nicht zwingend als zweckmässig einstuft (Urk. 81 S. 33), ist eine Einstellung na-

mentlich auch mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung nicht mehr 

angebracht (BGer vom 4. September 2008, 6B_115/2008 E. 3.2).  

6. Sexuelle Belästigung (Art.198 StGB) 

6.1. Wie unter den Ziffern 4.1. und 4.2 dargetan, ist der Tatbestand des Exhibiti-

onismus sowohl hinsichtlich des Sachverhaltsvorwurfes "Café D._____", als auch 

hinsichtlich des Sachverhaltsvorwurfs "G._____" erfüllt. Art. 194 StGB geht als lex 

specialis Art. 198 StGB vor (Meng, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kom-

mentar Strafrecht II, 3. Aufl., Basel 2013, N 40 zu Art. 198), weshalb es sich vor-

liegend erübrigt, den Tatbestand der sexuellen Belästigung zu prüfen. Auf die 

entsprechenden Ausführungen der Verteidigung (Urk. 66 S. 14 und 19; Urk. 87 

S. 9 f. und S. 11 f.) ist nicht weiter einzugehen.  

III. Sanktion 

7. Allgemeines 

7.1. Die Vorinstanz hat eine Strafzumessung vorgenommen, die – wie noch auf-

zuzeigen sein wird – im Ergebnis nicht zu beanstanden ist. Zur Vorgehensweise 

bei der Strafzumessung kann vorliegend auf BGE 136 IV 55 ff., 59 ff., m.w.H. 

verwiesen werden.  

- 18 - 

8. Konkrete Strafzumessung 

8.1. Strafrahmen 

8.1.1. Exhibitionismus im Sinne von Art. 194 Abs. 1 StGB wird mit Geldstrafe von 

einem bis zu 180 Tagessätzen sanktioniert, wobei ein Tagessatz höchstens 

Fr. 3'000.-- beträgt (Art. 34 Abs. 2 StGB). Mit der Vorinstanz kann vorab festge-

halten werden, dass der Strafschärfungsgrund der mehrfachen Tatbegehung und 

der Strafmilderungsgrund der verminderten Schuldfähigkeit keine Erweiterung des 

ordentlichen Strafrahmens rechtfertigen. Vielmehr sind diese Strafzumessungs-

faktoren innerhalb des Strafrahmens straferhöhend respektive strafmindernd zu 

berücksichtigen. 

8.1.2. Aufgrund des Umstandes, dass die vorliegend zu beurteilende Delinquenz 

des Beschuldigten krankheitsbedingt und deshalb in einem gewissen Masse repe-

titiven Charakters ist, sowie dass ein relativ enger zeitlicher Zusammenhang zwi-

schen den beiden Tatbegehungen besteht, rechtfertigt es sich, ausnahmsweise 

beide Vorfälle gemeinsam zu würdigen und die mehrfache Tatbegehung im Rah-

men dieser Würdigung straferhöhend zu berücksichtigen. 

8.2. Tatkomponente 

8.2.1. Die Vorinstanz hat die massgeblichen objektiven Tatkomponenten erwähnt, 

weshalb auf ihre betreffenden Erwägungen unter Ziffer 2.1.1. verwiesen werden 

kann (Urk. 47 S. 24; Art. 82 Abs. 4 StPO). Unter Berücksichtigung der mehrfa-

chen Tatbegehung muss das objektive Tatverschulden insgesamt betrachtet als 

erheblich bezeichnet werden. 

8.2.2. Hinsichtlich des subjektiven Tatverschuldens hat die Vorinstanz richtiger-

weise darauf hingewiesen, dass der Beschuldigte aufgrund seines psychopatho-

logischen Exhibitionismus bis zu einem gewissen Grad krankheitsbedingt handel-

te. Dennoch darf nicht unerwähnt bleiben, dass er jeweils planmässig und gezielt 

vorging. So zog er beispielsweise nach eigenen Angaben die kurzen Hosen, wel-

che er sozusagen als Sichtschutz über den Leggings trug, im Zug nach Oerlikon 

aus, weil er plante, sein Glied wirkungsvoll zur Schau zu stellen. Wie bereits im 

- 19 - 

Rahmen der rechtlichen Würdigung dargetan, agierte der Beschuldigte absichtlich 

und damit direkt vorsätzlich. Insgesamt betrachtet, muss indes namentlich auf-

grund des beim Beschuldigten diagnostizierten Exhibitionismus noch von einem 

leichten subjektiven Tatverschulden ausgegangen werden, war er doch gemäss 

psychiatrischem Gutachten krankheitsbedingt durch seine mittelschwere Störung 

der Impulskontrolle und der dadurch verminderten Fähigkeit zum einsichtsgemäs-

sen Handeln (Urk. 81 S. 30) massgeblich in seiner Entscheidungsfreiheit einge-

schränkt (vgl. hierzu auch Ziff. 4.1.9. vorstehend).  

8.2.3. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das objektive durch das subjekti-

ve Tatverschulden eine deutliche Reduktion erfährt, weshalb insgesamt noch von 

einem leichten Tatverschulden gesprochen werden kann. Es rechtfertigt sich da-

her, die hypothetische Einsatzstrafe für beide Vorfälle auf 40 Tagessätze Geld-

strafe festzusetzen.  

8.3. Täterkomponente  

8.3.1. Die Vorinstanz hat zum Vorleben des Beschuldigten und zu seinen persön-

lichen Verhältnissen auf die umfangreichen Ausführungen im psychiatrischen 

Gutachten vom 14. April 2005 verwiesen. Dieses Vorgehen rechtfertigt sich aus-

nahmsweise, weil der Beschuldigte selbst sowohl in der Untersuchung als auch 

im gerichtlichen Verfahren keine Angaben zu seinen persönlichen Verhältnissen 

machte und in diesem Zusammenhang auf das betreffende Gutachten verwies 

(Urk. 14/4 S. 3, Prot. I S. 8). Zu seinen finanziellen Verhältnissen gab er an, dass 

er eine IV-Rente von monatlich Fr. 3'300.– beziehe. Er verfüge weder über Ver-

mögen noch habe er Unterhaltsverpflichtungen. Seine Schulden würden sich mitt-

lerweile auf ca. Fr. 50'000.– belaufen (Urk.14/4 S. 2 f.). Im Rahmen der Beru-

fungsverhandlung führte der Beschuldigte zu seinen persönlichen Verhältnissen 

zudem aus, es habe sich nichts wesentliches geändert. Neu sei, dass die Kran-

kenkasse nun direkt abgezogen werde und er jetzt darum eine Rente von 

Fr. 2'900.– erhalte. Er habe im Datenerfassungsblatt angegeben, seine Schulden 

würden sich auf ca. Fr. 70'000.– belaufen (Urk. 58/1 S. 2). Er wisse aber ehrlich 

gesagt nicht mehr genau, wie hoch seine Schulden wirklich seien (Urk. 64 

- 20 - 

S. 2 ff.). Den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten lassen sich keine 

strafzumessungsrelevanten Hinweise entnehmen. 

8.3.2. Wie die Vorinstanz richtig erkannte, wirken sich die zahlreichen, grossteils 

einschlägigen Vorstrafen des Beschuldigten massiv straferhöhend aus. Ebenso 

deutlich straferhöhend ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte während lau-

fender Probezeit erneut delinquierte.  

8.3.3. Leicht strafmindernd ist hingegen zu berücksichtigen, dass der Beschuldig-

te bereits zu Beginn der Untersuchung weitestgehend geständig war und im 

Rahmen seiner Möglichkeiten auch Einsicht in das Unrecht seiner Taten zeigte. 

Auch eine gewisse Reue kann dem Beschuldigten durchaus leicht strafmindernd 

attestiert werden, hat er sich doch im Rahmen der Strafuntersuchung bei den ge-

schädigten Frauen für sein Verhalten entschuldigt (Urk. 7/3 S. 6, Urk. 7/4 S. 7, 

Urk. 7/5 S. 6, Urk. 7/6 S. 7).  

8.4. Fazit 

8.4.1. Ausgehend von einer hypothetischen Einsatzstrafe von 40 Tagessätzen 

Geldstrafe sowie unter Berücksichtigung der unter dem Titel Täterkomponente 

erwähnten Zumessungsfaktoren, erweist sich die von der Vorinstanz ausgefällte 

Geldstrafe von 60 Tagessätzen als durchaus angemessen, weshalb sie bestätigt 

werden kann. 

8.4.2. Die Vorinstanz setzte den Tagessatz auf Fr. 20.– fest, was von der Vertei-

digung nicht beanstandet wurde und übernommen werden kann. 

8.4.3. Nachdem die Anklagebehörde vor Vorinstanz eine Bestrafung in Form von 

gemeinnütziger Arbeit beantragte (Urk. 20 S. 4) und der Beschuldigte sowohl vor 

Vorinstanz als auch im Berufungsverfahren zu Protokoll gab, dass er im Falle sei-

ner Verurteilung mit der Anordnung von gemeinnütziger Arbeit einverstanden sei 

(Prot. I S. 8; Prot. II S. 13), ist nicht zu beanstanden, wenn die Geldstrafe von 

60 Tagessätzen in 240 Stunden gemeinnützige Arbeit umgewandelt wird. Auch 

diesbezüglich ist der angefochtene Entscheid zu bestätigen und der Beschuldigte 

ist zu 240 Stunden gemeinnütziger Arbeit zu verurteilen.  

- 21 - 

9. Vollzug 

9.1. Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe, von gemeinnütziger Arbeit 

oder einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten und höchstens zwei 

Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, 

um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten 

(Art. 42 Abs. 1 StGB). Wurde der Täter innerhalb der letzten fünf Jahre vor der 

Tat zu einer bedingten oder unbedingten Freiheitsstrafe von mindestens sechs 

Monaten oder zu einer Geldstrafe von mindestens 180 Tagessätzen verurteilt, so 

ist der Aufschub nur zulässig, wenn besonders günstige Umstände vorliegen 

(Art. 42 Abs. 2 StGB). 

9.2. Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, wurde der Beschuldigte mit Urteil des 

Kantonsgerichts St. Gallen vom 15. Dezember 2008 unter anderem zu einer 

Geldstrafe von 300 Tagessätzen verurteilt (Urk. 48). Die heute zu beurteilende 

Delinquenz des Beschuldigten stammt aus dem Sommer 2013. Damit wurde der 

Beschuldigte innerhalb von 5 Jahren erneut straffällig, weshalb Art. 42 Abs. 2 

StGB zur Anwendung gelangt. Bei dieser Ausgangslage stellt der Ausschluss des 

bedingten Strafvollzuges die Regel dar. Ein Aufschub der Strafe wäre nur dann 

zulässig, wenn besonders günstige Umstände vorliegen würden. Zieht man in Be-

tracht, dass der Beschuldigte nach seiner Verurteilung aus dem Jahre 2008 vier 

weitere Male wegen einschlägiger Delikte verurteilt wurde, so bleibt offenkundig 

kein Raum mehr für die Gewährung des bedingten Strafvollzuges. Vollkommen zu 

Recht hat die Vorinstanz die vorliegende Strafe für vollziehbar erklärt. Der ange-

fochtene Entscheid kann auch in diesem Punkt bestätigt werden.  

10. Widerruf 

10.1. Wie schon im erstinstanzlichen Verfahren beantragt die Verteidigung auch 

anlässlich des Berufungsverfahrens, auf den Widerruf des mit Urteil des Kantons-

gerichts St. Gallen vom 15. Dezember 2008 gewährten bedingten Strafvollzugs 

sei zu verzichten (Urk. 66 S. 20 ff.; Urk. 87 S. 13 f.). Die Vorinstanz hat sich mit 

den Vorbringen der Verteidigung detailliert und gründlich auseinander gesetzt. Die 

betreffenden Erwägungen der Vorinstanz sind zutreffend und können vollumfäng-

- 22 - 

lich übernommen werden (Urk. 47 S. 27 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Eine Inten-

sivierung der Therapie, von der eine nachhaltigere Wirkung zu erwarten wäre, hat 

offensichtlich nicht stattgefunden. Gibt doch der Beschuldigte selber zu Protokoll, 

er gehe weiterhin einmal im Monat zu Dr. K._____ in Behandlung. An der Häufig-

keit dieser Konsultationen habe sich nichts geändert. Die Konsultationen würden 

eine Stunde, in Krisensituationen auch zwei Stunden dauern (Urk. 64 S. 4 ff.). 

Auch aus dem Ergänzungsgutachten vom 18. September 2015 lässt nichts auf 

eine Verbesserung des status quo schliessen. Im Gegenteil wird dem Beschuldig-

ten ein sehr hohes Rückfallrisiko bei geringer Therapiefähigkeit attestiert (Urk. 81 

S. 32 f.). 

10.2. Der mit Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen vom 15. Dezember 2008 für 

eine Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu Fr. 20.– unter Ansetzung einer Probezeit 

von 4 Jahren (welche am 17. Januar 2013 von der Staatsanwaltschaft Winterthur 

/Unterland um ein Jahr verlängert wurde) gewährte bedingte Strafvollzug ist in 

Bestätigung des angefochtenen Urteils zu widerrufen. Die damals erstandene Un-

tersuchungshaft von 30 Tagen ist im Umfang von 30 Tagessätzen anzurechnen 

beziehungsweise abzuziehen, womit eine Geldstrafe von 270 Tagessätzen zu 

Fr. 20.– zu vollziehen ist.  

10.3. Die Vorinstanz hat schliesslich mit zutreffender Begründung erkannt, dass 

die zu widerrufende und die zu vollziehende Strafe gleichartig sind und dass unter 

diesen Voraussetzungen die Bildung einer Gesamtstrafe im Sinne von Art. 46 

Abs. 1 StGB nicht statthaft ist (BGE 134 IV 241 E. 4; BGE 137 IV 249 E. 3 und 4).  

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

11. Erstinstanzliches Verfahren 

11.1. Die Vorinstanz auferlegte dem Beschuldigten die Kosten der Untersuchung 

sowie des gerichtlichen Verfahrens, schrieb diese jedoch zufolge der misslichen 

finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten definitiv ab. Die Kosten der amtlichen 

Verteidigung nahm die Vorinstanz vorbehaltlos auf die Gerichtskasse. 

- 23 - 

11.2. Ausgangsgemäss sowie unter Berücksichtigung des Verbotes der reformatio 

in peius ist die erstinstanzliche Kostenauflage gemäss Dispositiv Ziffer 6 des an-

gefochtenen Entscheides zu bestätigen. 

12. Berufungsverfahren  

12.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.– festzu-

setzen. 

12.2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unter-

liegt mit seiner Berufung vollumfänglich, weshalb ihm die Kosten des Berufungs-

verfahrens (exklusive der Kosten der amtlichen Verteidigung) aufzuerlegen sind. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind einstweilen auf die Gerichtskasse zu 

nehmen (Art. 426 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte ist jedoch zu verpflichten, die 

vom Staat an den amtlichen Verteidiger entrichtete Entschädigung zurückzu-

zahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 

StPO).  

12.3. Eine definitive Abschreibung der dem Beschuldigten aufzuerlegenden Kos-

ten, wie dies die Vorinstanz getan hat, findet in der Strafprozessordnung keine 

Stütze und entspricht auch nicht der Praxis der hiesigen Kammer. Die Kosten des 

Rechtsmittelverfahrens sind dem Beschuldigten daher ausgangsgemäss aufzuer-

legen, wobei es ihm frei steht, bezüglich der Zahlungsmodalitäten mit der Kasse 

des Obergerichts gegebenenfalls Ratenzahlungen zu vereinbaren.  

12.4. Die amtliche Verteidigung des Beschuldigten hat ihre Honorarnote einge-

reicht und ihren Aufwand mit insgesamt Fr. 6'469.60 beziffert (Urk. 63; Urk. 89). 

Der geltend gemachte Aufwand ist ausgewiesen und scheint angemessen, wes-

halb Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ mit Fr. 6'469.60 inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer zu entschädigen ist.  

- 24 - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung 

- Einzelgericht, vom 8. Juli 2014 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt: 

1.-3. (…) 

4. Die Privatklägerin B._____ wird mit ihrem Schadenersatz- und Genugtuungs-

begehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

5. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'500.00   Gebühr Anklagebehörde 

Fr.    Auslagen Untersuchung 

Fr. 9'920.00   amtliche Verteidigung 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.  

6. (…) 

7. Der amtliche Verteidiger wird mit Fr. 9'920.– (inkl. MwSt.) entschädigt. Diese Kosten 

werden auf die Gerichtskasse genommen. Vorbehalten bleibt eine Nachforderung 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

8.-9. (…)" 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig des mehrfachen Exhibitionismus im Sinne von 

Art. 194 Abs. 1 StGB. 

- 25 - 

2. Anstelle von 60 Tagessätzen zu Fr. 20.-- Geldstrafe wird der Beschuldigte 

zur Leistung von 240 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. 

3. Die gemeinnützige Arbeit wird vollzogen. 

4. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen 

vom 15. Dezember 2008 ausgefällten Strafe von 300 Tagessätzen zu 

Fr. 20.-- wird, unter Abzug von 30 Tagessätzen (welche durch die damals 

erstandene Untersuchungshaft von 30 Tagen als geleistet gelten), wider-

rufen. Es ist somit eine Geldstrafe von 270 Tagessätzen zu Fr. 20.-- zu voll-

ziehen. 

5. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 6) wird bestätigt. 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.-- ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.  5'940.--   Gutachten 

Fr. 6'469.60   amtliche Verteidigung. 

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse ge-

nommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO vorbehalten. 

8. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich  

− die Privatklägerin B._____ (auszugsweise) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 

- 26 - 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste  

− an das Kantonsgericht St. Gallen, Geschäfts Nr. STRO.1999.01721 (im 
Doppel für sich und zuhanden der Vollzugsbehörde) 

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A und B.  

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 31. Mai 2016 
 
 

Die Präsidentin: 
 
 
 

lic. iur. L. Chitvanni 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. T. Weilenmann 
 

 

 

	Urteil vom 31. Mai 2016
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 47 S. 32 ff.)
	"Es wird erkannt:
	Berufungsanträge:
	1. Herr A._____ sei von Schuld und Strafe freizusprechen.
	2. Es sei der mit Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen vom 15. Dezember 2008 für eine Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu Fr. 20.00 unter Ansetzung einer Probezeit von 4 Jahren (welche am 17. Januar 2013 von der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland ...
	3. Die Verfahrenskosten – d.h. die Kosten sowohl sämtlicher gerichtlicher Verfahren (Bezirksgericht sowie Obergericht) wie auch des Vorverfahrens –seien vollumfänglich dem Staat aufzuerlegen.
	4. Der amtliche Verteidiger sei für seine Aufwendungen im Berufungsverfahren gemäss den am 3. März 2015 bereits eingereichten sowie gemäss der beiliegenden Honorarnote zu entschädigen. Auch diese Kosten seien zusammen mit den Verteidigerkosten des vor...
	Erwägungen:
	I.  Prozessuales

	1. Verfahrensgang
	1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zur Vermeidung von Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 47 S. 4 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
	1.2. Mit Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Zürich, 10. Abteilung, vom 8. Juli 2014 wurde der Beschuldigte A._____ im Sinne des eingangs wiedergegebenen Dispositivs schuldig gesprochen und entsprechend bestraft. Zudem entschied die Vorinstanz...
	1.3. Gegen dieses Urteil meldete die amtliche Verteidigung innert Frist Berufung an (Urk. 42). Ebenso fristgerecht ging die Berufungserklärung ein (Urk. 49). Mit Präsidialverfügung vom 3. November 2014 wurde der Privatklägerin B._____ sowie der Staats...
	1.4. Auf das Stellen von Beweisanträgen wurde im Vorverfahren allseits verzichtet (Urk. 49 und Urk. 54).
	1.5. Am 9. März 2015 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher der  Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, erschien (Prot. II. S. 4).
	1.6. Im Anschluss an die Befragung des Beschuldigten wurde diesem sowie seinem amtlichen Verteidiger eröffnet, dass das Gericht eine erneute psychiatrische Begutachtung des Beschuldigten in Betracht ziehe. Der Verteidigung wurde in der Folge Gelegenhe...
	1.7. Im Einverständnis mit den Parteien wurde entschieden, das Berufungsverfahren nach Eingang des psychiatrischen Gutachtens (Urk. 81) schriftlich fortzusetzen (Prot. II S. 6, Urk. 82; Urk. 83). Dem Beschuldigten wurde mit Präsidialverfügung vom 5. ...

	2. Umfang der Berufung
	2.1. Die Verteidigung hat in ihrer Berufungserklärung die Aufhebung der Dispositiv Ziffern 1 bis 3 sowie 6 verlangt (Urk. 49 S. 2).
	2.2. Nicht angefochten ist somit der Verweis der Zivilforderung auf den Weg des Zivilprozesses (Dispositiv Ziffer 4) sowie die vorinstanzliche Kostenfestsetzung (Dispositiv Ziffer 5) und die Entschädigungsregelung der amtlichen Verteidigung (Dispositi...
	II.  Sachverhalt und rechtliche Würdigung

	3. Sachverhalt
	3.2. Der Beschuldigte hat den eingeklagten Sachverhalt sowohl in der Untersuchung als auch im vorinstanzlichen Verfahren insofern anerkannt, als er zugab, sich anklagegemäss verhalten zu haben (Urk. 6/1 S. 1 f.; Urk. 6/2 S. 2). Er bestritt jedoch, das...
	3.3. Das Geständnis des Beschuldigten deckt sich mit den Untersuchungsakten, weshalb zunächst festzuhalten ist, dass der zur Anklage gebrachte Sachverhalt erstellt ist. Davon kann im Rahmen der rechtlichen Würdigung ausgegangen werden. Auf die überzeu...
	3.4. Die Vorbringen der Verteidigung, das Verhalten des Beschuldigten sei in mehrfacher Hinsicht nicht als Exhibitionismus zu qualifizieren (Urk. 66 S. 4 f.; Urk. 87 S. 3 f.) werden nachfolgend im Rahmen der rechtlichen Würdigung  behandelt.

	4. Rechtliche Würdigung
	4.1. Vorfall "Café D._____" (Anklageziffer 1.)
	4.1.1. Die Anklagebehörde wirft dem Beschuldigten in rechtlicher Hinsicht vor, er habe sich beim Vorfall vom 18. Juli 2013 im Café D._____ an der E._____-Strasse ... in ... Zürich des Exhibitionismus i.S.v. Art. 194 Abs. 1 StGB, eventuell der sexuelle...
	4.1.2. Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, der Beschuldigte sei gesamthaft gesehen auffällig hell und eintönig (d.h. ausschliesslich in weiss gekleidet) in Erscheinung getreten, wodurch sein (zumindest teilweise) erigiertes und deshalb deutlich abst...
	4.1.3. In tatsächlicher Hinsicht brachte die Verteidigung vor, dass B._____ nicht Zielperson des Beschuldigten gewesen sei (vgl. Urk. 66 S. 4; Urk. 87 S. 3 f.). Weiter beanstandete sie die rechtliche Würdigung der Vorinstanz im Berufungsverfahren dahi...
	4.1.4. Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, ist der in Art. 194 Abs. 1 StGB verwendete Begriff der "exhibitionistischen Handlung" in der Tat auslegungsbedürftig. Der Vorderrichter hat zunächst eine grammatikalische Auslegung (Auslegung nach dem Wortla...
	4.1.5. Der Beschuldigte hat sich am Donnerstag, den 18. Juli 2013 in seinen hautengen weissen Leggings und mit deutlich sichtbar erigiertem Penis im Aussenbereich des Cafés D._____ aufgehalten. Die besagten Leggings sind dabei nach Darstellung des Bes...
	4.1.6. Subjektiv ist Absicht (sprich: direkter Vorsatz) gefordert; der Täter muss wollen, dass das Opfer hinsieht. Eventualvorsatz ist mit einer exhibitionistischen Handlung nach Auffassung des Bundesgerichts nicht vereinbar (Entscheid des Bundesgeric...
	4.1.7. Was die Motivation des Beschuldigten angeht, so ist offenkundig, dass sein deliktisches Handeln auf die Erregung respektive Befriedigung seiner Geschlechtslust abzielte. Anerkanntermassen gründet das vom Beschuldigten an den Tag gelegte Verhalt...
	4.1.8. Mit Verweis auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz ist nach dem Gesagten festzuhalten, dass der Beschuldigte den Straftatbestand von Art. 194 Abs. 1 StGB auch in subjektiver Hinsicht erfüllt hat.
	4.1.9. Die Vorinstanz hat unter Hinweis auf die am 14. April 2005 vorgenommene Begutachtung des Beschuldigten zusammenfassend erwogen, es bestünden keine Anhaltspunkte dafür, dass sich die im Jahre 2005 beim Beschuldigten hinsichtlich des Exhibitionie...
	4.1.10. Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass sich der Beschuldigte hinsichtlich des Anklagevorwurfs "Café D._____" des Exhibitionismus im Sinne von Art. 194 Abs. 1 StGB schuldig gemacht hat. Der angefochtene Schuldspruch ist daher zu bestätigen.
	4.2. Vorfall "G._____" (Anklageziffer 2.)
	4.2.1. Gemäss erstelltem Anklagesachverhalt hat sich der Beschuldigte am  Donnerstag, den 25. Juli 2013, ca. 15.50 Uhr, bei einem Gebüsch beim Fussweg, welcher zur Badeanstalt "G._____" führt, aufgehalten. Dort hat er gegenüber den Privatklägerinnen H...
	4.2.2. Wie bereits zuvor dargetan, verlangt Art. 194 Abs. 1 StGB in subjektiver Hinsicht, dass der Täter mit seinem Vorgehen – vorsätzlich – beabsichtigt, dass er bei seiner exhibitionistischen Handlungsweise von irgendjemandem gesehen wird. Die Vorin...
	4.2.3. Was die Schuldfähigkeit des Beschuldigten angeht, kann auf die Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 47 S. 21 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO) sowie auf das zuvor Erwogene (Ziff. 4.1.9. vorstehend), insbesondere auf die in diesem Zusammenhang erwähnten überz...
	4.2.4. Der Beschuldigte hat sich nach dem Gesagten bezüglich des Anklagevorwurfs "G._____" des Exhibitionismus im Sinne von Art. 194 Abs. 1 StGB schuldig gemacht.

	5. Verfahrenseinstellung (Art. 194 Abs. 2 StGB)
	5.1. Auch anlässlich des Berufungsverfahrens thematisierte die Verteidigung eine Verfahrenseinstellung gemäss Art. 194 Abs. 2 StGB (Urk. 66 S. 23 f.; Urk. 87 S. 15). Die diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz sind überzeugend und können übernommen ...

	6. Sexuelle Belästigung (Art.198 StGB)
	6.1. Wie unter den Ziffern 4.1. und 4.2 dargetan, ist der Tatbestand des Exhibitionismus sowohl hinsichtlich des Sachverhaltsvorwurfes "Café D._____", als auch hinsichtlich des Sachverhaltsvorwurfs "G._____" erfüllt. Art. 194 StGB geht als lex special...
	III.  Sanktion

	7. Allgemeines
	7.1. Die Vorinstanz hat eine Strafzumessung vorgenommen, die – wie noch aufzuzeigen sein wird – im Ergebnis nicht zu beanstanden ist. Zur Vorgehensweise bei der Strafzumessung kann vorliegend auf BGE 136 IV 55 ff., 59 ff., m.w.H. verwiesen werden.

	8. Konkrete Strafzumessung
	8.1. Strafrahmen
	8.1.1. Exhibitionismus im Sinne von Art. 194 Abs. 1 StGB wird mit Geldstrafe von einem bis zu 180 Tagessätzen sanktioniert, wobei ein Tagessatz höchstens Fr. 3'000.-- beträgt (Art. 34 Abs. 2 StGB). Mit der Vorinstanz kann vorab festgehalten werden, da...
	8.1.2. Aufgrund des Umstandes, dass die vorliegend zu beurteilende Delinquenz des Beschuldigten krankheitsbedingt und deshalb in einem gewissen Masse repetitiven Charakters ist, sowie dass ein relativ enger zeitlicher Zusammenhang zwischen den beiden ...
	8.2. Tatkomponente
	8.2.1. Die Vorinstanz hat die massgeblichen objektiven Tatkomponenten erwähnt, weshalb auf ihre betreffenden Erwägungen unter Ziffer 2.1.1. verwiesen werden kann (Urk. 47 S. 24; Art. 82 Abs. 4 StPO). Unter Berücksichtigung der mehrfachen Tatbegehung m...
	8.2.2. Hinsichtlich des subjektiven Tatverschuldens hat die Vorinstanz richtigerweise darauf hingewiesen, dass der Beschuldigte aufgrund seines psychopathologischen Exhibitionismus bis zu einem gewissen Grad krankheitsbedingt handelte. Dennoch darf ni...
	8.2.3. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das objektive durch das subjektive Tatverschulden eine deutliche Reduktion erfährt, weshalb insgesamt noch von einem leichten Tatverschulden gesprochen werden kann. Es rechtfertigt sich daher, die hypothet...
	8.3. Täterkomponente
	8.3.1. Die Vorinstanz hat zum Vorleben des Beschuldigten und zu seinen persönlichen Verhältnissen auf die umfangreichen Ausführungen im psychiatrischen Gutachten vom 14. April 2005 verwiesen. Dieses Vorgehen rechtfertigt sich ausnahmsweise, weil der B...
	8.3.2. Wie die Vorinstanz richtig erkannte, wirken sich die zahlreichen, grossteils einschlägigen Vorstrafen des Beschuldigten massiv straferhöhend aus. Ebenso deutlich straferhöhend ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte während laufender Prob...
	8.3.3. Leicht strafmindernd ist hingegen zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte bereits zu Beginn der Untersuchung weitestgehend geständig war und im Rahmen seiner Möglichkeiten auch Einsicht in das Unrecht seiner Taten zeigte. Auch eine gewisse Re...
	8.4. Fazit
	8.4.1. Ausgehend von einer hypothetischen Einsatzstrafe von 40 Tagessätzen Geldstrafe sowie unter Berücksichtigung der unter dem Titel Täterkomponente erwähnten Zumessungsfaktoren, erweist sich die von der Vorinstanz ausgefällte Geldstrafe von 60 Tage...
	8.4.2. Die Vorinstanz setzte den Tagessatz auf Fr. 20.– fest, was von der Verteidigung nicht beanstandet wurde und übernommen werden kann.
	8.4.3. Nachdem die Anklagebehörde vor Vorinstanz eine Bestrafung in Form von gemeinnütziger Arbeit beantragte (Urk. 20 S. 4) und der Beschuldigte sowohl vor Vorinstanz als auch im Berufungsverfahren zu Protokoll gab, dass er im Falle seiner Verurteilu...

	9. Vollzug
	9.1. Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe, von gemeinnütziger Arbeit oder einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten und höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter vo...
	9.2. Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, wurde der Beschuldigte mit Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen vom 15. Dezember 2008 unter anderem zu einer Geldstrafe von 300 Tagessätzen verurteilt (Urk. 48). Die heute zu beurteilende Delinquenz des Besch...

	10. Widerruf
	10.1. Wie schon im erstinstanzlichen Verfahren beantragt die Verteidigung auch anlässlich des Berufungsverfahrens, auf den Widerruf des mit Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen vom 15. Dezember 2008 gewährten bedingten Strafvollzugs sei zu verzichten...
	10.2. Der mit Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen vom 15. Dezember 2008 für eine Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu Fr. 20.– unter Ansetzung einer Probezeit von 4 Jahren (welche am 17. Januar 2013 von der Staatsanwaltschaft Winterthur /Unterland um e...
	10.3. Die Vorinstanz hat schliesslich mit zutreffender Begründung erkannt, dass die zu widerrufende und die zu vollziehende Strafe gleichartig sind und dass unter diesen Voraussetzungen die Bildung einer Gesamtstrafe im Sinne von Art. 46 Abs. 1 StGB n...
	IV.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	11. Erstinstanzliches Verfahren
	11.1. Die Vorinstanz auferlegte dem Beschuldigten die Kosten der Untersuchung sowie des gerichtlichen Verfahrens, schrieb diese jedoch zufolge der misslichen finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten definitiv ab. Die Kosten der amtlichen Verteidigu...
	11.2. Ausgangsgemäss sowie unter Berücksichtigung des Verbotes der reformatio in peius ist die erstinstanzliche Kostenauflage gemäss Dispositiv Ziffer 6 des angefochtenen Entscheides zu bestätigen.

	12. Berufungsverfahren
	12.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.– festzusetzen.
	12.2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt mit seiner Berufung vollumfänglich, weshalb ihm die Kosten des Berufungsverfahrens (exkl...
	12.3. Eine definitive Abschreibung der dem Beschuldigten aufzuerlegenden Kosten, wie dies die Vorinstanz getan hat, findet in der Strafprozessordnung keine Stütze und entspricht auch nicht der Praxis der hiesigen Kammer. Die Kosten des Rechtsmittelver...
	12.4. Die amtliche Verteidigung des Beschuldigten hat ihre Honorarnote eingereicht und ihren Aufwand mit insgesamt Fr. 6'469.60 beziffert (Urk. 63; Urk. 89). Der geltend gemachte Aufwand ist ausgewiesen und scheint angemessen, weshalb Rechtsanwalt Dr....

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 8. Juli 2014 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Es wird erkannt:
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig des mehrfachen Exhibitionismus im Sinne von Art. 194 Abs. 1 StGB.
	2. Anstelle von 60 Tagessätzen zu Fr. 20.-- Geldstrafe wird der Beschuldigte zur Leistung von 240 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.
	3. Die gemeinnützige Arbeit wird vollzogen.
	4. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen vom 15. Dezember 2008 ausgefällten Strafe von 300 Tagessätzen zu Fr. 20.-- wird, unter Abzug von 30 Tagessätzen (welche durch die damals erstandene Untersuchungshaft von 3...
	5. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 6) wird bestätigt.
	6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschul...
	8. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 die Privatklägerin B._____ (auszugsweise)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 an das Kantonsgericht St. Gallen, Geschäfts Nr. STRO.1999.01721 (im Doppel für sich und zuhanden der Vollzugsbehörde)
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A und B.

	9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.