# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 594ace8e-9d93-58df-b221-672695503c76
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-08-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.08.2009 C-1090/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1090-2009_2009-08-25.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-1090/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 5 .  A u g u s t  2 0 0 9

Richter Michael Peterli (Vorsitz), 
Richter Francesco Parrino, 
Richter Beat Weber, 
Gerichtsschreiberin Sandra Tibis.

A._______, Singapur,
vertreten durch B._______, 
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

IV (Eingliederungsmassnahmen).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-1090/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  A._______  mit  Gesuch  vom  23. Juni  2008  zufolge  einseitiger 
Taubheit als Folge eines seit Geburt bestehenden Cholesteatoms die 
Ausrichtung  von  Leistungen  der  Schweizerischen 
Invalidenversicherung beantragt hat;

dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA (nachfolgend: IV-
Stelle)  dem  am  14. Juni  1997  geborenen  A._______  mit  Verfügung 
vom 22. Januar 2009 medizinische Massnahmen zur Behandlung des 
Geburtsgebrechens  Nr. 447  der  Verordnung  vom  9. Dezember  1985 
über Geburtsgebrechen (GgV; SR 831.232.21) für  den Zeitraum vom 
24. Juni 2007 bis zum 31. August 2011 zugesprochen hat;

dass  A._______  (nachfolgend:  Beschwerdeführer),  gesetzlich 
vertreten  durch  seine  Mutter,  B._______,  diese  Verfügung  mit 
Beschwerde  vom  14. Februar  2009  beim  Bundesverwaltungsgericht 
angefochten und beantragt hat, es seien ihm nebst den medizinischen 
Massnahmen  auch  Massnahmen  pädagogisch-therapeutischer  Art 
zuzusprechen,  da  nur  diese  ihm  eine  spätere  Eingliederung  in  das 
Erwerbsleben ermöglichten;

dass im System der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege das auf 
Grund  der  Beschwerdebegehren  (vgl.  Art. 52  Abs. 1  des  Bundesge-
setzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
[VwVG, SR 172.021]) tatsächlich angefochtene, somit als Prozessthe-
ma vor das Gericht gezogene Rechtsverhältnis, Streitgegenstand bil-
det;

dass  die  Zusprechung  der  medizinischen  Massnahmen  unbestritten 
geblieben und vorliegend somit lediglich der Anspruch auf Massnah-
men pädagogisch-therapeutischer Art Streitgegenstand ist;

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung 
mit  Art. 69 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die  Invalidenversicherung  (IVG,  SR 831.20)  zur  Beurteilung  von Be-
schwerden gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 VGG 
zuständig ist;

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dass die  IV-Stelle  eine Vorinstanz gemäss Art. 33  lit. d  VGG ist  und 
vorliegend keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt;

dass der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 59 des Bundesgesetzes 
vom 6. Oktober  2000 über  den Allgemeinen Teil  des Sozialversiche-
rungsrechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist;

dass  die  Beschwerde  im  Übrigen  frist-  und  formgerecht  eingereicht 
(Art. 60  ATSG  und  Art. 52  VwVG)  und  der  einverlangte  Kostenvor-
schuss in der Höhe von Fr. 300.-- fristgerecht geleistet wurde und so-
mit auf die Beschwerde einzutreten ist;

dass die IV-Stelle mit Vernehmlassung vom 8. Juli 2009, welche dem 
Beschwerdeführer am 16. Juli 2009 zur Kenntnis zugestellt wurde, be-
antragt hat, die Beschwerde sei dahingehend gutzuheissen, dass die 
Angelegenheit zur Prüfung der Frage des Bestehens eines befristeten 
Anspruchs auf Massnahmen pädagogisch-therapeutischer Art  für  die 
Zeit bis zum 31. Dezember 2007 an die IV-Stelle zurückzuweisen sei;

dass  die  IV-Stelle  ihren  Antrag damit  begründet,  dass  sie  zwar  seit 
dem  1. Januar  2008  zur  Gewährung  von  pädagogischen-therapeuti-
schen Massnahmen nicht mehr zuständig sei,  sich das Leistungsbe-
gehren des Beschwerdeführers aber (auch) auf den Zeitraum vor dem 
1. Januar 2008 beziehe, weshalb sie den Anspruch entsprechend prü-
fen müsse;

dass die IV-Stelle zur Beurteilung dieses Anspruchs weitere Abklärun-
gen zu treffen hat und somit der Sachverhalt im heutigen Zeitpunkt un-
genügend festgestellt ist;

dass das Bundesverwaltungsgericht daher nicht in der Lage ist,  auf-
grund der vorliegenden Akten betreffend des Anspruchs auf pädago-
gisch-therapeutische Massnahmen einen Entscheid zu fällen;

dass die Beschwerde daher in dem Sinn gutzuheissen ist, dass die an-
gefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache gestützt auf Art. 61 
Abs. 1 VwVG zur Neubeurteilung an die IV-Stelle zurückzuweisen ist, 
verbunden mit  der Anweisung,  den Sachverhalt  entsprechend zu er-
gänzen und anschliessend in der Sache neu zu verfügen;

dass  keine  Verfahrenskosten  zu  erheben  sind  (Art. 63  Abs. 1  und  2 
VwVG) und dem Beschwerdeführer der geleistete Kostenvorschuss in 

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der Höhe von Fr. 300.-- nach Eintritt  der Rechtskraft auf ein von ihm 
anzugebendes Konto zurückzuerstatten ist;

dass  dem  obsiegenden  Beschwerdeführer,  der  sich  nicht  anwaltlich 
vertreten liess und dem auch sonst keine notwendigen und verhältnis-
mässig hohen Kosten entstanden sind, für das Beschwerdeverfahren 
vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  somit  keine  Parteientschädigung 
zuzusprechen ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 
und 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird in dem Sinn gutgeheissen, dass die angefochte-
ne Verfügung aufgehoben und die Sache zur ergänzenden Abklärung 
und Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zu-
rückgewiesen wird.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvor-
schuss  von  Fr. 300.--  wird  dem  Beschwerdeführer  nach  Eintritt  der 
Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet.

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer  (Gerichtsurkunde;  Beilage:  Formular  Zahl-
adresse)

- die Vorinstanz 
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Michael Peterli Sandra Tibis

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung 
mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der 
angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die 
beschwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art. 42 
BGG).

Versand: 

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