# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b29a6fb5-2b2e-599d-a563-603372c3f149
**Source:** Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** fr
**Title:** FR 602_08_121_05_02_09.pdf
**Docket/Reference:** 602_08_121_05_02_09.pdf
**URL:** https://www.fr.ch/sites/default/files/contens/tc/_www/files/pdf2/602_08_121_05_02_09.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal

Kantonsgericht

CANTON DE FRIBOURG / KANTON FREIBURG 

602 2008-121  

Urteil vom 5. Februar 2009 

II. VERWALTUNGSGERICHTSHOF 

BESETZUNG 

Präsident:  Michel Wuilleret 
Richter: 

Josef Hayoz, Christian Pfammatter 

PARTEIEN 

A.______ Beschwerdeführer, 

gegen 

RAUMPLANUNGS-, UMWELT- UND BAUDIREKTION, Rue des Chanoines 
17, Postfach, 1701 Freiburg, Vorinstanz,  

OBERAMT,    Vorinstanz,  

B.______ und C.______, Beschwerdegegner, 

GEGENSTAND 

Raumplanung und Bauwesen 
Offenlegung eines eingedolten Bachs 

Beschwerde  vom  18. September  2008  gegen  die  Entscheide  vom  27.  Mai 
und vom 18. August 2008 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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S a c h v e r h a l t  

A. 
B._____  ist  Eigentümer  des  in  der  Landwirtschaftszone  der  Gemeinde  X._____ 
gelegenen  Grundstücks  Nr.  1___.  Unmittelbar  daran  angrenzend  liegen  im  Norden  die 
Parzelle  Nr.  2__  (Eigentümer:  A.____)  und  im  Osten  die  Parzelle  Nr.  3___  (Eigentümer: 
D.____).  Im  Süden  der  Nr.  1____  ist  ein  Wald,  wo  sich  eine  Quelle  und  eine  Brunnstube 
befinden.  Von  dort  bezieht  A.______  im  Rahmen  einer  Dienstbarkeit  sein  sämtliches 
Trinkwasser  für  den  Haushalt  und den  Hof.  Die  entsprechende  Leitung,  die im  Jahre  1998 
neu  auf  einer  Tiefe  von  rund  1  m  verlegt  wurde,  verläuft  auf  der  Parzelle  Nr. 1____, 
entlang der Grenze zur Nr. 3__, und dann weiter auf die Nr. 2__. Sie wurde anstelle einer 
alten verrosteten Eisenleitung, die immer noch auf einer Tiefe von rund 0,5 m liegt, erstellt. 
Parallel  zu  diesen  Leitungen  verläuft  ein  drittes  Rohr,  das  ebenfalls  vom  Wald  herkommt. 
Dabei  handelt  es  sich  nach  Meinung  von  A.______  um  eine  Drainageleitung.  Für  B.____ 
und  die  Behörden  wurde  in  dieses  Rohr  in  den  Jahren  1900  bis  1945  der  "_____bach" 
eingedolt. 

Am 16. März 2007 reichten B._______ und seine Ehefrau C._______ ein Gesuch für 
B. 
die "Bachoffenlegung auf Parzelle 1____" ein. Das Projekt wurde von der Sektion Gewässer 
des  Tiefbauamts  geplant.  Aus  ihrem  technischen  Bericht  vom  23.  März  2007  ergibt  sich 
unter  anderem,  dass  der  "______bach"  auf  einer  Länge  von  rund  120  m  wieder  offen 
gelegt  werden  soll.  Er  werde  zu  einem  naturnahen  Wiesenbach  umgestaltet,  der 
zickzackmässig  den  Hang  hinunterfliessen  wird.  An  einer  Stelle  werde  der  Bach  über  die 
Trinkwasserleitung  von  A._____  führen.  Das  Grundstück  Nr.  1____  sei  bereits  mehrmals 
überschwemmt  worden.  Bei  starken  Regenfällen  vermöchten  die  Rohre,  weil  sie  eine  zu 
kleine  Abflusskapazität  aufweisen,  die  Wassermengen  nicht  aufzunehmen,  und  werde  der 
Einlauf von Blättern und Todholz verstopft. 

Gegen das Vorhaben gingen drei Einsprachen ein. Die Behörden holten Amtsberichte 
C. 
beim  Tiefbauamt,  Sektion  Gewässer,  beim  Amt  für  Umwelt,  beim  Amt  für  Natur-  und 
Landschaft,  beim  Amt  für  Archäologie,  beim  Amt  für  Landwirtschaft,  beim  Forstingenieur, 
bei  der  Naturgefahrenkommission  und  beim  Bau-  und  Raumplanungsamt  ein.  Kein  Amt 
spricht sich gegen das Baugesuch aus, hingegen gab die Gemeinde X._____ ein negatives 
Gutachten ab. 

Gestützt auf Art. 8 des Bundesgesetzes über die Fischerei vom 21. Juni 1991 (BGF; 
D. 
SR  923.0)  und  auf  Art.  6  des  (kantonalen)  Gesetzes  vom  15.  Mai  1979  über  die  Fischerei 
(SGF  923.1)  erteilte  die  Direktion  der  Institutionen  und  der  Land-  und  Forstwirtschaft 
B._____ und C._____ die Befugnis, den "______bach" auf einer Länge von 120 m offen zu 
legen 

E. 
Mit  Verfügung  vom  27.  Mai  2008  beurteilte  die  Raumplanungs-,  Umwelt-  und 
Baudirektion  (RUBD)  das  Bauvorhaben  als  standortgebunden  und  keinen  überwiegenden 
öffentlichen  oder  privaten  Interessen  entgegenstehend  und  erteilte  dementsprechend  die 
gemäss  Art.  24  ff.  des  Bundesgesetzes  über  die  Raumplanung  vom  22.  Juni  1979 
erforderliche Ausnahmebewilligung (RPG; SR 700). 

Hierauf  gewährte  der  Oberamtmann  am  18.  August  2008  auch  die  baupolizeiliche 
Bewilligung  nach  Art.  174  des  Raumplanungs-  und  Baugesetzes  vom  9.  Mai  1983  (RPBG; 
SGF 710.1) und wies die noch zwei verbliebenen Einsprachen ab. 

 
 
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F.  Mit  Eingabe  vom  18.  September  2008  hat  A.______  Verwaltungsgerichtsbeschwerde 
erhoben.  Er  befürchtet  eine  Beeinträchtigung  der  Trinkwasserzufuhr  und  ist  weiterhin  der 
Auffassung, dass es sich nicht um einen eingedolten Bach, sondern um eine konventionelle 
Drainageleitung  handelt;  auf  dem  Grundstück  Nr.  1____  hätte  kein  Bach  existiert.  Er 
beantragt, die Entscheide der beiden Vorinstanzen aufzuheben und die Baubewilligung nicht 
zu erteilen. Eventuell sei die Baubewilligung unter der Auflage zu erteilen, dass B.____ und 
C.______ ihm Folgendes zusichern: 

-  unbefristete Sicherstellung der bisherigen Wassermenge und Wasserqualität, 
-  Übernahme  sämtlicher  Kosten  bei  Beschädigung  der  Quellfassung,  der  Wasser-  und 

Zuleitungen oder der Brunnstube, 
regelmässige Reinigung des Teiches,  

- 
-  Übernahme der Kosten bei Überschwemmungsschäden,  
-  Übernahme  sämtlicher  Kosten,  falls  die  Wasserversorgung  nicht  mehr  über  die 

bestehende Wasserfassung möglich ist.  

Die  RUBD  und  der  Oberamtmann  schliessen  auf  Abweisung  der  Beschwerde.  B.____  und 
C._____ stellen kein konkretes Begehren. Aus ihrer Stellungnahme ergibt sich jedoch klar, 
dass sie ebenfalls die Abweisung der Beschwerde beantragen. Die Gemeinde X. unterstützt 
die Beschwerde. 

Auf  die  Argumente  der  Verfahrensbeteiligten  wird  in  den  nachfolgenden  Erwägungen 
eingetreten. 

 
 
 
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E r w ä g u n g e n  

a)  Die  Zuständigkeit  der  Verwaltungsrechtlichen  Abteilung  des  Kantonsgerichts  zur 
1. 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ergibt sich aus Art. 59 Abs. 2 und Art. 176 Abs. 1 
RPBG in Verbindung mit Art. 114 Abs. 1 lit. a und c des  Gesetzes vom 23. Mai 1991 über 
die Verwaltungsrechtspflege (VRG; SGF 150.1).  

b)  Der  Beschwerdeführer  ist  Eigentümer  der  nördlich  an  das  Grundstück  Nr.  1____ 
angrenzenden  Liegenschaft  Nr.  2__.  Zudem  verfügt  er  zu  Lasten  der  Parzelle  Nr.  1____ 
über  ein  Quellrecht  und  eine  Brunnstube,  die  durch  das  Bauvorhaben  betroffen  sein 
könnten. Er hat sich im vorinstanzlichen Verfahren als Einsprecher beteiligt. Mithin ist er in 
seinen  Interessen  berührt  und  zur  Beschwerde  legitimiert  (Art.  176  Abs.  2  RPBG  in 
Verbindung mit Art. 76 lit. a VRG). 

c)  Die  ablehnenden  Entscheide  der  RUBD  und  des  Oberamtmannes  wurden  gestützt 
auf  Art.  175a  Abs.  2  RPBG  und  Art.  95  Abs.  4  des  Ausführungsreglements  vom 
18. Dezember  1984  zum  Raumplanungs-  und  Baugesetz  vom  9.  Mai  1983  (ARRPBG;  SGF 
710.11) dem Beschwerdeführer gleichzeitig am 20. August 2008 eröffnet. Mit der Aufgabe 
der Beschwerdeschrift bei einer schweizerischen Poststelle am 18. September 2008 ist die 
dreissigtägige Rechtsmittelfrist (Art. 79 Abs. 1 VRG) eingehalten. 

d) Da die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und auch der Kostenvorschuss 

rechtzeitig bezahlt wurde, tritt das Gericht auf die Beschwerde ein.  

2.  Mit  einer  Beschwerde  kann  die  Verletzung  des  Rechts  einschliesslich  Überschreitung 
oder  Missbrauch  des  Ermessens  sowie  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  gerügt  werden  (Art.  77  Abs.  1  lit.  a  und  b  VRG).  Nach 
Art. 78  Abs.  2  VRG  kann  die  Unangemessenheit  nur  gerügt  werden,  wenn  die  Angelegen-
heit  das  Gebiet  der  öffentlichen  Abgaben  oder  der  Sozialversicherung  betrifft  (lit.  a)  oder 
die  Angelegenheit  der  Beschwerde  einer  zur  Überprüfung  dieser  Rüge  befugten  Bundes-
behörde  unterliegt  (lit.  b)  oder  ein  Gesetz  diesen  Beschwerdegrund  ausdrücklich  vorsieht 
(lit. c).  

Im  Bereich  des  Ermessens,  das  den  Verwaltungsbehörden  in  der  vorliegenden  Sache 
zusteht, kommt dem Gericht keine freie Nachprüfung zu (vgl. ALFRED KÖLZ / JÜRG BOSSHART / 
MARTIN  RÖHL,  Kommentar  zum  Verwaltungsrechtspflegegesetz  des  Kantons  Zürich,  2.  A., 
Zürich 1999, § 50 N 81, 84 und 87). 

3.  Der  Beschwerdeführer  und  die  Gemeinde  X.  beantragen  die  Durchführung  eines 
Augenscheins,  unter  Beizug  von  Personen,  welche  die  Örtlichkeiten  und  die  speziellen 
Verhältnisse  gut  kennen.  Ohne  diese  Besichtigung  vor  Ort  erscheine  eine  objektive  Be-
urteilung nicht möglich.  

Soweit  entscheidrelevant,  geht  der  massgebliche  Sachverhalt  hinreichend  aus  den  Akten 
hervor.  Es  liegen  Kartenauszüge,  Pläne  und  Fotografien  vor,  welche  die  örtlichen  Ver-
hältnisse  in  rechtsgenügender  Weise  dokumentieren  und  infolgedessen  im  vorliegenden 
Beschwerdeverfahren  berücksichtigt  werden  können.  Das  Gericht  kann  daher  auf  die 
Durchführung  eines  Augenscheins  verzichten.  Ebenfalls  drängen  sich  andere  ergänzende 
Untersuchungshandlungen nicht auf. 

 
 
 
 
 
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In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass die Sektion Gewässer am 27. April 2005 
mit  den  Bauherren  und  dem  Beschwerdeführer  eine  Besprechung  vor  Ort  durchgeführt 
hatte.  Im  Sommer  2005  sind  die  Schüttmengen  vom  Beschwerdeführer  und  von  den 
Bauherren mehrer Male gemeinsam gemessen  und protokolliert worden.  Im Übrigen hätte 
die Gemeinde X. auch eine Einigungsverhandlung durchführen können. Eine solche ist zwar 
von Gesetzes wegen nicht obligatorisch (FZR 2003 S. 338 Fn 11), aber üblich. Schliesslich 
ist  nicht  ersichtlich,  was  das  Kantonsgericht  mit  einem  Augenschein  feststellen  könnte. 
Jedenfalls könnte es sich weder über die ursprüngliche Situation noch über die Folgen der 
Offenlegung des Gewässers ein Bild machen. 

4.  Nach  Art.  38  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  über  den  Schutz  der  Gewässer  vom 
24. Januar  1991  (Gewässerschutzgesetz;  GSchG;  SR  814.20)  dürfen  Fliessgewässer  nicht 
überdeckt  oder  eingedolt  werden.  Die  Behörde  kann  Ausnahmen  bewilligen  für  den  Ersatz 
bestehender  Eindolungen  und  Überdeckungen,  sofern  eine  offene  Wasserführung  nicht 
möglich  ist  oder  für  die  landwirtschaftliche  Nutzung  erhebliche  Nachteile  mit  sich  bringt 
(Art. 38 Abs. 2 lit. c GSchG). Daraus ergibt sich e contrario, dass bestehende Eindolungen 
oder  Überdeckungen  ansonsten  nicht  erneuert  werden  dürfen  (Entscheid  des  Bundes-
gerichts 1A.62/1998 vom 15. Dezember 1998, E. 3a in ZBl 101/2000 S. 323, 327 und URP 
2000  S.  648,  649).  Eine  eigentliche  Sanierungspflicht,  das  heisst  eine  Verpflichtung  zur 
Offenlegung und Renaturierung bereits eingedolter Gewässer besteht jedoch nicht (PETER M. 
KELLER,  Sanierung  in  Grundwasserschutzzonen,  in  URP  2003  S.  534,  538).  Hingegen  sieht 
das  Gesetz  vor,  dass  der  natürliche  Verlauf  des  Gewässers  beibehalten  oder  wieder-
hergestellt werden muss (Art. 37 Abs. 2 GSchG). Zudem leistet der Bund Finanzhilfen zur 
Renaturierung  von  (eingedolten)  Gewässern  (vgl.  Art.  7  des  Bundesgesetzes  über  den 
Wasserbau vom 21. Juni 1991 [SR 721.100]; Art. 3 der eidgenössischen Verordnung über 
den Wasserbau vom 2. November 1994 [Wasserbauverordnung, WBV; SR 721.100.1]). 

5. 
a)  Der  Beschwerdeführer  bestreitet,  dass  vorliegend  von  einem  eingedolten  Bach 
gesprochen  werden  könne.  Es  gehe  vielmehr  um  eine  konventionelle,  seit  Jahrzehnten 
bestehende  Drainageleitung.  So  würden  Grundbuchblätter  aus  dem  Jahre  1932  belegen, 
dass "an dieser Stelle" kein offener Bach existiere. Eine künstliche Anlage eines Bachs mit 
fliessendem Wasser sei nicht möglich. Sämtliches Wasser, das durch das bestehende Rohr 
fliesse, stamme aus den umliegenden Drainagen. Diese speisten bei starken Niederschlägen 
das überflüssige Wasser in diese Leitung ein. Fliessendes Wasser könnte der Bach nur bei 
starken  Niederschlägen  führen.  Es  sei  kein  Wasser  für  einen  Bach  vorhanden.  Auch  sei  es 
absolut illusorisch und entbehre jeglichen Tatsachen, dass ein Bach mit fliessendem Wasser 
realisiert werden könne. 

b) Die Sektion Gewässer hat sich zu diesen Ausführungen in ihrer Stellungnahme vom 
27.  November  2008  an  die  RUBD  geäussert.  Nach  ihrer  Ansicht  ist  fachtechnisch  jedes 
Wasserbett,  in  welchem  oberirdisch  oder  unterirdisch  Wasser  zusammenfliesse  und  einen 
ständigen  Wasserlauf  aufweise,  als  Fliessgewässer  oder  eben  als  Bach  zu  bezeichnen,  un-
abhängig davon, ob dieses Wasser in einem natürlichen Bachbett, in einem von Menschen 
geschaffenen  Kanal  oder  in  einem  Rohr  (Drainageleitung)  verlaufe.  Zudem  sei  der  Bach-
abschnitt  auf  der  historischen  Siegfriedkarte  vom  Jahre  1900  als  offenes  Gewässer  einge-
tragen.  Er  verlaufe  in  einem  natürlichen  Talweg  und  weise  ein  topographisches  Einzugs-
gebiet  von  rund  15  Hektaren  auf.  Bei  Trockenwetter  könne  sowohl  beim  Auslauf  wie  auch 
beim Einlauf des Bachrohrs (Drainageleitung) fliessendes Wasser - rund 0,5 Liter/Sekunde - 
beobachtet werden. 

c)  Die  Beschwerdegegner  stützen  sich  ebenfalls  auf  die  erwähnte  Siegfriedkarte  und 
machen  darauf  aufmerksam,  dass  der  "____bach"  noch  heute  ober-  und  unterhalb  des 

 
 
 
 
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eingedolten  Abschnitts  bestehe.  Der  obere  Teil  des  Bachs  fliesse  frei  durch  den  Wald  und 
werde dann in ein Rohr geleitet. 

d) Das Gewässerschutzgesetz definiert in Art. 4 lit. a und b die Begriffe oberirdisches 
(= Wasserbett mit Sohle und Böschung sowie die tierische und pflanzliche Besiedlung) und 
unterirdisches  Gewässer  (=  Grundwasser  [einschliesslich  Quellwasser],  Grundwasserleiter, 
Grundwasserstauer  und  Deckschicht).  Drainagewasser  scheint  nicht  eigentlich  darunter  zu 
fallen.  Es  dürfte  sich  dabei  entweder  um  oberirdische  Gewässer  (HANS MAURER,  Revitalisie-
rung der Gewässer, in URP 2008 S. 441, 464 f.) oder um Abwasser (Meteorwasser) handeln 
(=  Das  durch  häuslichen,  industriellen,  gewerblichen,  landwirtschaftlichen  oder  sonstigen 
Gebrauch  veränderte  Wasser,  ferner  das  in  der  Kanalisation  stetig  damit  abfliessende 
Wasser  sowie  das  von  bebauten  oder  befestigten  Flächen  abfliessende  Niederschlags-
wasser;  Art.  4  lit.  e  GSchG;  PETER  KARLEN,  Die  Erhebung  von  Abwasserabgaben  aus 
rechtlicher Sicht, in URP 1999 S. 539, 563 f.). 

e) Auf der Siegfriedkarte von 1900 und der Stryienskikarte von 1850 ist in der Nähe 
des  Waldes  auf  Parzelle  Nr.  1____  und  zwar  am  östlichen  Rand,  wo  sich  die  hier  strittige 
Eindolung  befindet,  jeweils  ein  Bach  eingetragen,  der  zuerst  nach  Osten  und  dann  abrupt 
nach Norden verlief. Der Bach ist heute noch teilweise in der Landeskarte eingetragen (vgl. 
Karte Nr. 1186, 1:25'000, Schwarzenburg, zwischen den Koordinaten 184'000 und 185'000 
sowie 585'000 und 586'000). Der heutige Verlauf des Bachs ist deckungsgleich mit jenem 
wie er auf den Karten von 1850 und 1900 verzeichnet ist. Diese Auffälligkeit ist kein Zufall. 
Es  unterliegt  somit  keinem  Zweifel,  dass  es  sich  vorliegend  um  einen  eingedolten  Bach, 
mithin  um  ein  oberirdisches  Gewässer,  und  nicht  um  eine  Drainageleitung  handelt.  Dass 
allenfalls  eigentliche  Drainageleitungen  Wasser  in  den  verrohrten  Abschnitt  des  Bachs 
leiten, vermag an der Qualifikation eines verbauten Fliessgewässers nichts zu ändern.  

a)  Das  Vorhaben  der  Beschwerdegegner  bedarf  unbestrittenermassen  einer  Bau-
6. 
bewilligung (sinngemäss: Art. 70 Abs. 1 lit. d GSchG; JEAN-BAPTISTE ZUFFEREY, Renaturation 
des cours d'eau et responsabilité de l'Etat, in URP 2001 S. 998, 1009 ff.). Da es ausserhalb 
der Bauzone verwirklicht werden soll, ist ebenfalls eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24 
RPG  notwendig.  Zuständig  für  den  Erlass  einer  solchen  Ausnahme-  beziehungsweise 
Sonderbewilligung ist die RUBD (Art. 59 Abs. 1 RPBG). 

b)  Nach  Art.  24  RPG  können  Bewilligungen  erteilt  werden,  Bauten  und  Anlagen 
ausserhalb  der  Bauzone  zu  errichten  oder  ihren  Zweck  zu  ändern,  wenn  der  Zweck  der 
Baute  einen  Standort  ausserhalb  der  Bauzone  erfordert  (lit.  a)  und  wenn  dem  Vorhaben 
keine überwiegenden öffentlichen Interessen entgegenstehen (lit. b). Eine Baute ist positiv 
standortgebunden,  wenn  sie  aus  technischen  oder  betrieblichen  Gründen  oder  wegen  der 
Bodenbeschaffenheit auf einen Standort ausserhalb der Bauzonen angewiesen ist. Negative 
Standortgebundenheit liegt vor, wenn sich die geplante Nutzung aus bestimmten Gründen 
nicht in einer Bauzone verwirklichen lässt. Dabei beurteilen sich die Voraussetzungen nach 
objektiven Massstäben. Es kann weder auf die subjektiven Vorstellungen und Wünsche des 
Einzelnen  noch  auf  die  persönliche  Zweckmässigkeit  oder  Bequemlichkeit  ankommen.  An 
die  Erfordernisse  der  Standortgebundenheit  sind  strenge  Anforderungen  zu  stellen,  da 
sonst  die  vom  Raumplanungsgesetz  geforderte  Trennung  von  Bau-  und  Nichtbaugebiet  in 
Frage  gestellt  würde  (BERNHARD  WALDMANN  /  PETER  HÄNNI,  Handkommentar,  RPG  2006, 
Art. 24 N 6 ff., mit Hinweisen). 

Dem standortgebundenen Bauvorhaben dürfen ausserdem keine überwiegenden Interessen 
entgegenstehen.  Es  sind  alle  sich  widerstreitenden  räumlichen  Interessen  -  seien  sie 
öffentlicher oder privater Natur - zu ermitteln und müssen gegeneinander abgewogen und 

 
 
 
 
 
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mit sachgerechten Erwägungen gewichtet werden (WALDMANN / HÄNNI, Art. 24 N 21). Im Fall 
einer  Freilegung  eines  eingedolten  oder  überdeckten  Gewässers  ist  zu  beachten,  dass 
diverse  Varianten  zu  prüfen  sind,  um  die  Interessenabwägung  korrekt  vornehmen  zu 
können. Dabei ist eine umfassende  Interessenabwägung notwendig, insbesondere  sind die 
landwirtschaftlichen,  natur-  und  bodenschützerischen,  wasserbaulichen  sowie  allenfalls 
forstrechtlichen  Interessen  zu  berücksichtigen  (MAJA  SAPUTELLI,  Eindolung  von  Fliess-
gewässern, in PBG 3/2008 2. 35, 37). 

7.  Die RUBD bejahte die Standortgebundenheit mit der Begründung, es handle sich um 
die  Offenlegung  eines  Fliessgewässers.  Diese  Schlussfolgerung  wird  von  keinem  Ver-
fahrensbeteiligten in Frage gestellt, weshalb es sich erübrigt, näher darauf einzutreten. 

a)  Hinsichtlich  der  zweiten  Voraussetzung  stützte  sich  die  RUBD  vorab  auf  Art.  37 
8. 
Abs.  1  und  Art.  38  Abs.  2  GSchG  (vgl.  oben  E.  4).  Nach  dem  Gesetz  sei  es  verboten, 
Fliessgewässer  zu  überdecken  oder  einzudolen.  Das  habe  zur  Folge,  dass  eingedolte 
Fliessgewässer in der Regel freigelegt werden müssten, sobald die Wasserführungsrohre zu 
ersetzen  seien.  In  Anlehnung  an  den  technischen  Bericht  der  Sektion  Gewässer  vom 
23. März  2007  führte  die  RUBD  weiter  aus,  dass  der  Trinkwasserleitung  des  Beschwerde-
führers  speziell  Rechnung  getragen  werde.  Das  Tiefbauamt  habe  die  bestehende  Trink-
wasserleitung  teilweise  sondiert  und  eingemessen.  An  den  Stellen,  wo  der  Verlauf  nicht 
bekannt war, sei die Einmessung anhand der Angaben des Beschwerdeführers erfolgt. Der 
Bachlauf  sei  so  geplant  worden,  dass  sich  die  Trinkwasserleitung  ausserhalb  des  neuen 
Bachbetts  befinde.  Damit  werde  gewährleistet,  dass  die  heutige  Überdeckung  der  Leitung 
nicht abnehme und die Leitung nicht durch Erosion freigelegt werden könne. An der Stelle, 
wo  die  Trinkwasserleitung  vom  Bachlauf  gequert  werden  müsse,  werde  die  Überdeckung 
auf 4 m Länge etwas abnehmen. Auch an der tiefsten Stelle des Bachbetts werde aber die 
Leitung noch um 40 cm überdeckt sein. Durch das Bachwasser werde an dieser Stelle der 
Boden  abgekühlt,  womit  die  Erwärmung  des  Trinkwassers  verhindert  werde.  Um  den 
Schutz der Quelle zu gewährleisten, werde ein Geologiebüro zu beauftragen sein, die erste 
Phase der Offenlegung zu überwachen. Sollte das Bauvorhaben negative Auswirkungen auf 
die Quelle zeitigen, blieben dem Beschwerdeführer zivilrechtliche Ansprüche vorbehalten. 

b)  Der  Beschwerdeführer  macht  geltend,  dass  er  dank  dem  Quellrecht  und  der 
dazugehörigen Brunnstube über eine Trinkwassermenge von 10 - 20 Liter/Minute verfüge. 
Sein  gesamter  Bedarf  an  Trinkwasser  für  den  Haushalt  und  den  Hof  stamme  aus  dieser 
Quelle.  Drei  Fassungsleitungen  würden  die  Brunnstube  mit  qualitativ  hochstehendem 
Quellwasser  speisen.  Die  künstliche  Anlage  eines  Bachs  mit  fliessendem  Wasser  sei  nicht 
möglich,  es  sei  gar  kein  Wasser  für  einen  Bach  vorhanden.  Auch  seien  die  Pläne  sehr 
ungenau.  Zudem  bestehe  die  Gefahr,  dass  es  zu  einer  Verschiebung  der  Wassermassen 
zugunsten des Bachs und zuungunsten der Quelle komme.  

Die Behörden hätten keine umfassende und objektive Interessenabwägung vorgenommen. 
Seine Interessen an einer auch in Zukunft funktionierenden Trinkwasserversorgung und an 
der  Ausübung  der  Dienstbarkeit  seien  höher  zu  werten  als  das  Interesse  der  Beschwerde-
gegner an der Realisierung eines Bachs, für welchen gar kein Wasser vorhanden sei.  

c)  Die  Beschwerdegegner  weisen  unter  anderem  darauf  hin,  dass  der  Bach  nicht  im 
Bereich  der  Zuleitungen  zur  Brunnstube,  sondern  weiter  oben  im  Wald  entspringe.  Alle 
Leitungen  würden  sich  mindestens  95  cm  unter  der  Erdoberfläche  befinden,  der  vorge-
sehene  Bach  aber  höchstens  60  cm  tief  liegen.  Das  Projekt  sei  ihnen  aus  ökologischen, 
hydrologischen  und  gesundheitlichen  Gründen  wichtig:  Sie  wollten  auf  ihrem  Grundstück 
einen  Lebensraum  für  Kleintiere  (Frösche,  Igel,  Kröten,  Molche,  Libellen,  Vögel)  schaffen 

 
 
 
 
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und den Bachlauf stocken. Die Weiden seien sehr sumpfig und bei Gewittern komme es oft 
zu  Überschwemmungen.  Mit  einem  Bach  könne  das  überschüssige  Wasser  natürlich  ab-
fliessen. ….  

d)  Die  Sektion  Gewässer  hat  am  27.  November  2008  zuhanden  der  RUBD  einen  Be-
richt  erstellt.  Nach  ihrer  Auffassung  besteht  für  die  Offenlegung  und die  Renaturalisierung 
von  Gewässern  ein  öffentliches  Interesse.  Entsprechende  Vorhaben  würden  von  Bund  und 
Kanton bis zu 70% subventioniert. Die erwähnte Quellfassung beziehe das Trinkwasser aus 
einem  unterirdischen  Grundwasserträger.  Das  Quellwasser,  das  nicht  gefasst  werde,  trete 
an  die  Oberfläche  und  fliesse  heute  im  Bachrohr  (Drainageleitung)  flussabwärts.  Das 
Wasser,  das  gemäss  Projekt  im  offenen  Bachbett  fliessen  soll,  entspreche  demjenigen 
Wasser, das heute bereits im Bachrohr (Drainageleitung) fliesse und dem oberflächlich an-
strömenden Regenwasser, das zusätzlich in das Bachbett gelangen werde. Die Ergiebigkeit 
des  Grundwasserträgers  werde  von  der  Bachoffenlegung  nicht  beeinflusst;  im  Bachbett 
würden  nur  das  überschüssige  Quellwasser  und  das  zusätzliche  Regenwasser  fliessen. 
Durch  die  Bachoffenlegung  werde  die  Trinkwasserfassung  des  Beschwerdeführers  keines-
wegs  unmittelbar  gefährdet.  Aber  niemand  könne  die  bisherigen  Wassermengen  und  die 
Wasserqualität  auf  unbefristete  Zeit  garantieren.  Auch  ohne  die  Ausdolung  des  Bachs 
könnten sich die Menge und die Qualität des Quellwassers verändern.  

9. 
a)  Dem  technischen  Bericht  der  Sektion  Gewässer  vom  23.  März  2007  sind  eine 
Fotodokumentation  und  Situationspläne  beigelegt.  In  einem  Plan  sind  die  Trinkwasser-
leitung des Beschwerdeführers, der verrohrte "_____bach" sowie der Verlauf des zukünftig 
offen  gelegten  Bachbetts  eingetragen.  Dazu  kommen  verschiedene  Skizzen  über  Längen- 
und Typenprofile. Aus diesen Unterlagen ergibt sich Folgendes: 

Der  Ausbau  wird  auf  ein  30-jährliches  Hochwasser  dimensioniert  und  die  entsprechende 
Abflussspitze  auf  500  Liter/Sekunde  errechnet.  Die  Breite  des  Bachbetts,  das  mit  einer 
V-förmigen Niederwasserrinne versehen ist, soll gleich dem ursprünglichen Zustand 0,4 m 
Breite  aufweisen.  Das  Längsgefälle  entspreche  dem  natürlichen  Gelände  und  variiere 
zwischen  16%  im  obersten  und  7%  im  unteren  Teil.  Bei  Hochwasser  könne  die  Fliess-
geschwindigkeit  weit  über  2  Meter/Sekunde  erreichen.  Um  dem  Bachbett  eine  möglichst 
grosse Resistenz gegen die Erosion zu geben, würden die Ufer sehr flach mit einer Neigung 
1 : 3 (vertikal : horizontal) erstellt. Die Bachsohle müsse mindestens 0,6 m tief liegen. Auf 
diese  Weise  könne  die  Abflussspitze  des  30-jährlichen  Hochwassers  auch  in  den  flachen 
Abschnitten  abgeleitet  werden.  Dabei  sei  ein  Freibord  von  0,20  m  eingerechnet.  Die 
mittlere Abflussmenge werde auf 2 Liter/Sekunde geschätzt; bei Trockenwetter betrage sie 
0,5 Liter/Sekunde.  

Bei  grossen  Gewittern  müsse  im  obersten  Abschnitt  mit  Erosionen  gerechnet  werden.  Um 
zu  verhindern,  dass  das  Geschiebematerial  das  Bachbett  auffülle,  was  zu  Über-
schwemmungen führe, werde am Ende des steilen Abschnitts eine "Aufweitung" erstellt, in 
welcher  das  Geschiebematerial  abgelagert  werde.  Dieses  werde  dann  periodisch  entfernt 
werden  müssen.  Die  Bachsohle  werde  mit  grobem  Geröll  ausgebildet  und  mit  Quer-
schwellen  (vertikal  eingerammte  Holzpfähle)  gesichert.  Am  Ende  des  frei  gelegten  Bachs, 
an  der  Grenze  der  Parzellen  Nr.  1____  und  Nr.  2__,  soll  ein  Teich  erstellt  werden.  Dort 
sollen  Blätter  und  anderes  schwimmendes  Material  mit  einem  Rechen  zurückgehalten 
werden.  Damit  werde  die  Verstopfungsgefahr  beim  neuen  Einlauf  in  das  Bachrohr 
bedeutend  kleiner  sein.  Anderes  Geschiebematerial  (Sand,  Schlamm)  werde  sich  im  Teich 
setzen und könne das Bachrohr nicht erreichen. 

 
 
 
- 9 -

Der Uferbereich soll mit einheimischen, standortgerechten Gehölzen bestockt und mit einer 
dichten  Grasnarbe  versehen  werden,  um  Erosionen  zu  verhindern.  Zudem  werde  er 
eingezäunt,  damit  er  nicht  von  weidenden  Tieren  …  beschädigt  werde.  Auf  diese  Weise 
werde ein landschaftlich interessantes Element geschaffen, das zugleich einen bedeutenden 
Beitrag zur Vernetzung der Lebensräume leisten werde. 

Der  Beschwerdeführer  beziehe  sein  gesamtes  Trinkwasser  für  Haushalt  und  Hof  von  der 
Quelle,  die  sich  in  der  Nähe  der  geplanten  Bachoffenlegung  befinde.  Die  im  Jahre  1998 
erstellte Leitung sei in der Nähe der Brunnstube sondiert und eingemessen worden. Weiter 
unten sei der genaue Verlauf der Leitung nicht bekannt. Der neue Bachlauf sei so geplant 
worden,  dass  sich  die  Trinkwasserleitung  ausserhalb  des  Bachbetts  befinde.  Damit  werde 
gewährleistet,  dass  die  heutige  Überdeckung  der  Leitung  nicht  abnehme  und  dass  die 
Leitung  nicht  durch  Erosion  freigelegt  werden  könne.  Einzig  an  der  Stelle,  an  welcher  die 
Trinkwasserleitung  gequert  werden  müsse,  werde  ihre  Überdeckung  auf  rund  4  m  etwas 
reduziert.  Im  tiefsten  Punkt  werde  die  Leitung  noch  um  rund  0,4  m  überdeckt  sein.  Der 
Boden  werde  jedoch  vom  Bachwasser  abgekühlt  werden,  so  dass  eine  Aufwärmung  des 
Trinkwassers  verhindert  werde.  Zudem  werde  der  Bachabschnitt  mit  der  Bestockung  be-
schattet. Um bei der Querung der Trinkwasserleitung eine Sohleneintiefung zu verhindern, 
werde  unmittelbar  unterhalb  eine  Querschwelle  aus  vertikal  eingerammten  Holzpfählen 
erstellt.  

b)  Aus  den  Akten,  das  heisst  den  Bauplänen,  dem  technischen  Bericht  sowie  den 
Amtsberichten, lässt sich ein klares Bild über das Bauvorhaben gewinnen. Breite und Länge  
sowie der Verlauf des Bachbetts sind unmissverständlich dargelegt. Weiter wird aufgezeigt, 
welche  bauliche  und  andere  Massnahmen  zu  ergreifen  sind,  um  Überschwemmungen, 
insbesondere  auch  auf  der  Parzelle  Nr.  2__  zu  vermeiden.  Inwiefern  die  Pläne  ungenau 
sind, legt der Beschwerdeführer nicht dar.  

c)  Das  Gericht  hat  keine  Veranlassung,  der  Zusicherung  der  Sektion  Gewässer,  dass 
mit  dem  Projekt  weder  die  Menge  noch  die  Qualität  des  Trinkwassers,  das  zum 
Beschwerdeführer  geleitet  wird,  beeinflusst  werden,  nicht  zu  folgen.  Die  vorgenommenen 
Untersuchungen sowie die Zusicherung der Beschwerdegegner, wonach die Quelle und die 
erste  Phase  der  Offenlegung  von  einem  Hydrologiebüro  überwacht  werden,  lassen  den 
Schluss zu, dass die Interessen des Beschwerdeführers gewahrt werden. 

d) Es ist daran zu erinnern, dass Fliessgewässer nicht überdeckt und eingedolt werden 
dürfen  und  dass  solche  bestehende  Beeinträchtigungen  saniert  werden  sollen  (RAUSCH  / 
MARTI  /  GRIFFEL,  N  425).  Der  Grund  für  diese  Regelung  besteht  darin,  dass  durch  die  Ein-
dolung  dem  Wasserhaushalt  eines  Gebiets  Gewässer  entzogen  werden,  Wechselwirkungen 
zwischen  Oberflächengewässer  und  Grundwasser  verschwinden  und  mikroklimatische  Ein-
flüsse  dahinfallen.  Zudem  ist  die  Selbstreinigungskraft  eingedolter  Wasserläufe  äusserst 
gering. Eingedolte Abschnitte zerschneiden einen Gewässerlauf und haben schwerwiegende 
Nachteile für den Natur- und Landschaftsschutz (Botschaft zur Volksinitiative "Zur Rettung 
unserer  Gewässer"  und  zur  Revision  des  Bundesgesetzes  über  den  Schutz  der  Gewässer 
vom  29.  April  1987  in  BBl  1987  II  1061,  1143  ff.).  Das  Gewässerschutzgesetz  hat  unter 
anderem zum Ziel, dass möglichst alle Gewässer ihren natürlichen Lauf oder ihr natürliches 
Bett  beibehalten  können  und  versucht  darauf  hinzuwirken,  dass  Gewässer  ihre  verlorenen 
Lebensräume zurückerhalten.  

e) Zusammengefasst lässt sich feststellen, dass die Interessen des Beschwerdeführers 
durch die Ausdolung des "_____bach" nur marginal betroffen sind. Es werden offensichtlich 
die  notwendigen  Vorkehren  getroffen,  damit  die  Trinkwasserzufuhr  gewährleistet  bleibt 

 
 
 
 
 
 
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beziehungsweise  durch  die  Ausdolung  keinen  Schaden  erleiden  wird.  Insofern  ist  das 
öffentliche  Interesse  an  der  Revitalisierung  des  Gewässers  höher  zu  werten  als  die  Vor-
bringen  des  Beschwerdeführers.  Aus  diesem  Grund  ist  die  Ausnahme-/Sonderbewilligung 
der RUBD nicht zu beanstanden. 

10.  a)  Die  Baubewilligung  des  Oberamtmannes  ist  eine  Polizeibewilligung.  Sie  stellt  fest, 
dass das ihrem zugrunde liegende Bauvorhaben mit den öffentlich-rechtlichen Rechtsregeln 
und  insbesondere  mit  der  Bau-  und  Planungsgesetzgebung  übereinstimmt.  Entspricht  also 
das  Bauvorhaben  der  gesetzlichen  Ordnung,  muss  die  Baubewilligung  erteilt  werden.  Sie 
darf  nicht  von  Bedingungen  und  Auflagen  abhängig  gemacht  werden,  für  die  im  Gesetz 
keine Grundlagen vorhanden sind. Auch nicht zu prüfen sind die Einhaltung zivilrechtlicher 
Vorschriften  und  Vereinbarungen.  Für  deren  Durchsetzung  sind  die  Betroffenen  auf  den 
zivilrechtlichen Weg zu verweisen (ALDO ZAUGG / PETER LUDWIG, Baugesetz des Kantons Bern 
vom 9. Juni 1985, Kommentar Bd. I, 3. A., Bern 2007, Art. 2 N 1 ff.). 

b)  Die  subsidiären  Begehren  des  Beschwerdeführers  betreffen  ausschliesslich  das 
Zivilrecht  und  können  infolgedessen  nicht  in  die  Baubewilligung  aufgenommen  werden. 
Sollte  die  Ausdolung  für  den  Beschwerdeführer  irgendwelche  Nachteile  zur  Folge  haben, 
wird er sich mit den zur Verfügung stehenden Rechtsmitteln zur Wehr setzen können (vgl. 
Art.  684  ff.  des  Schweizerischen  Zivilgesetzbuches  vom  10.  Dezember  1907  [ZGB;  SR 
210]).  

11.  Nach  dem  Gesagten  erweist  sich  die  Beschwerde  als  unbegründet.  Infolgedessen  ist 
sie abzuweisen. 

Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten des Verfahrens, die auf 1'000 Franken fest-
gelegt  werden,  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  131  Abs.  1  VRG;  (Art.  1  und  2 
des  Tarifs  vom  17.  Dezember  1991  der  Verfahrenskosten  und  Entschädigungen  in  der 
Verwaltungsjustiz [TarifVJ; SGF 150.12]). Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss 
verrechnet; der Restbetrag wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 

 
 
 
- 11 -

D e r   H o f   e r k e n n t :  

I. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

II.  Die dem Staat Freiburg geschuldeten Gerichtskosten von 1'000 Franken werden dem 
Beschwerdeführer  auferlegt  und  mit  dem  geleitsteten  Kostenvorschuss  verrechnet; 
der Restbetrag des Kostenvorschusses wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 

Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30  Tagen  ab  Zustellung  Beschwerde  beim  Bundes-
gericht eingereicht werden.  

Givisiez, 5. Februar 2009/JHA/dbe 

Der Präsident: 

205.8;206.36