# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 09665de0-d7cc-5275-b925-aab291c8f33d
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-07
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2011 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2011
**Docket/Reference:** DB.2016.3
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2016_3_ds.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2016.3 
1 ST.2016.6 

Entscheid 

7. April 2016 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Walter Balsiger und Gerichtsschreiber Fabian Steiner 

1.  A ,    
2.  B ,    

vertreten durch C AG,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2011 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2011 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. Der 1947 geborene A (nachfolgend der Pflichtige bzw. zusammen mit sei-

ner Ehefrau B die Pflichtigen) war freiberuflich als Arzt in der eigenen Arztpraxis tätig. 

Im … 2011 verkaufte er diese und stellte seine Arzttätigkeit ein. In der Steuererklärung 

2011  deklarierten  die  Pflichtigen  dementsprechend  letztmalige  Einkünfte  aus  selbst-

ständiger  Erwerbstätigkeit  in  der  Höhe von  Fr. 357'682.-,  wobei  sie davon  ausgingen, 

hiervon  entspringe  ein  Anteil  von  Fr. 252'137.-  der  Realisation  stiller  Reserven  und 

qualifiziere damit als separat zu besteuernder Liquidationsgewinn im Sinn von Art. 37b 

des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom  14. Dezember  1990  (DBG) 

bzw. § 37b des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG).  

In der  Veranlagungsverfügung  bzw.  im  Einschätzungsentscheid für  die  Steu-

erperiode  2011  vom  31.  Oktober  2014  ging  auch  der  Steuerkommissär  von  einem  

separat zu besteuernden Liquidationsgewinn aus, allerdings in geringerem Umfang von 

Fr. 142'355.-; entsprechend erhöhte er das ordentlich zu besteuernde Einkommen und 

nahm er zudem noch eine Korrektur bei den AHV-Beiträgen vor. Zur Begründung ver-

wies er darauf, dass die in der Liquidationsgewinnberechnung der Pflichtigen enthalte-

ne  Position  "Debitorenveränderungen"  nicht  unter  die  stillen  Reserven  falle,  weshalb 

insoweit die separate Liquidationsgewinnbesteuerung nicht zu gewähren sei.  

B.  Die  in der  Folge  vom  Vertreter  der  Pflichtigen  am  27.  November  2014  er-

hobenen  Einsprachen  wies  das  kantonale  Steueramt  nach  einer  Parteianhörung  mit 

Entscheiden vom 24. November 2015 im Wesentlichen ab; stattgegeben wurde ledig-

lich der beantragten Rücknahme der die AHV-Beiträge betreffenden Korrektur. Derge-

stalt resultierten die folgenden Steuerfaktoren: 

       Direkte Bundessteuer         Staats- und Gemeindesteuern 
                         Fr. 

     Fr. 

Steuerbares Einkommen 

Steuerbares Vermögen 

270'500.- 

Steuerbarer Liquidationsgewinn 

142'300.- 

277'600.- 

1'733'000.- 

142'300.- 

Satzbestimmender Liquidationsgewinn 

28'400.- 

14'200.-.  

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C. Hiergegen liessen die Pflichtigen am 23. Dezember 2015 Beschwerde bzw. 

Rekurs erheben und nunmehr beantragen, den separat zu besteuernden Liquidations-

gewinn  auf  Fr. 190'400.-  festzusetzen  und  die  Steuerfaktoren  entsprechend  anzupas-

sen; zudem sei ihnen eine Parteientschädigung zuzusprechen. 

Während sich die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) nicht vernehmen 

liess,  schloss  das  kantonale  Steueramt  mit  Beschwerde-/Rekursantwort  vom 

25. Januar  2016  auf  Abweisung  der  Rechtsmittel.  Darauf  Bezug  nehmend  hielten  die 

Pflichtigen  mit  Eingabe  vom  15. Februar  2016  an  ihren  Anträgen  fest;  das  kantonale 

Steueramt liess sich nicht mehr vernehmen. 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1.  a)  Wird  die  selbstständige  Erwerbstätigkeit  nach  dem  vollendeten 

55. Altersjahr oder wegen Unfähigkeit zur Weiterführung infolge Invalidität definitiv auf-

gegeben, so ist die Summe der in den letzten zwei Geschäftsjahren realisierten stillen 

Reserven getrennt vom übrigen Einkommen zu besteuern. Einkaufsbeiträge in die be-

rufliche Vorsorge gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. d DBG sind abziehbar. Werden keine sol-

chen Einkäufe vorgenommen, so wird die Steuer auf dem Betrag der realisierten stillen 

Reserven,  für  den  der  Steuerpflichtige  die  Zulässigkeit  eines  Einkaufs  gemäss  

Art. 33 Abs. 1 lit. d DBG nachweist, zu einem Fünftel der Tarife nach Art. 36 berechnet. 

Für die Bestimmung des auf den Restbetrag der realisierten stillen Reserven anwend-

baren  Satzes  ist  ein  Fünftel  dieses  Restbetrags  massgebend,  es  wird  aber  in  jedem 

Fall  eine  Steuer  zu  einem  Satz  von  mindestens  2  Prozent  erhoben  (Art. 37b 

Abs. 1 DBG).  

Im kantonalen Recht gilt die entsprechende Bestimmung von § 37b StG, wo-

bei der Tarifansatz bei einem Zehntel (anstatt bei einem Fünftel) angesetzt ist.  

b)  Als  Ausführungsbestimmung  zu  Art.  37b  DBG  hat  der  Bundesrat  die  Ver-

ordnung  über  die  Besteuerung  der  Liquidationsgewinne  bei  definitiver  Aufgabe  der 

selbstständigen  Erwerbstätigkeit  vom  17.  Februar  2010  (LGBV)  erlassen.  Weiter  hat 

die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) das Kreisschreiben Nr. 28 Besteuerung 

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der  Liquidationsgewinne  bei  definitiver  Aufgabe  der  selbstständigen  Erwerbstätigkeit 

vom 3. November 2010 ausgearbeitet.  

c)  Die  privilegierte  separate  Besteuerung  des  Liquidationsgewinns  setzt  zu-

nächst eine Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit voraus. Massgebend für die 

Bestimmung des Zeitpunkts der Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit ist dabei 

das Liquidationsjahr. Als solches gilt dasjenige Geschäftsjahr, in dem die letzte Liqui-

dationshandlung  vorgenommen  wird  (Art. 2  LGBV  sowie  Richner/Frei/Kaufmann/ 

Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A., 2009, Art. 37b N 3 ff., und Kommentar zum 

Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 37b N 6 ff.). Dies ist der Fall, wenn die laufenden 

Geschäfte beendet, die Aktiven verwertet, die Verpflichtungen erfüllt sind und allenfalls 

die  Verteilung  des  Vermögens  vollzogen  ist  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art. 54 

N 25 DBG und § 59 N 17 StG).  

2. a) In der Buchhaltung der streitbetroffenen Arztpraxis wurde in den Vorjah-

ren stets eine Position "Ausstehende Guthaben" im Betrag von Fr. 80'000.- unter den 

Aktiven geführt (vgl. Bilanz per … 2010). Nachdem der Pflichtige seine Arztpraxis Mitte 

… 2011 verkauft hatte, liess er auf Ende … 2011 die Schluss- bzw. Liquidationsbilanz 

erstellen.  In  dieser  wurde  die  Position  "Ausstehende  Guthaben"  mit  Fr. 201'775.-  be-

wertet;  die  Differenz  zum  bisher  verbuchten  Betrag,  entsprechend  Fr.  121'775.- 

(Fr. 201'775.- ./.  Fr. 80'000.-),  wurde  in  der  noch  7  Monate  erfassenden  Erfolgsrech-

nung  (…  2010  -  …  2011)  als  Liquidationsgewinn  aufgeführt  (vgl. Praxisrechnung 

2010/11). 

aa)  Zur  Rechtfertigung  dieser  Buchungen  liessen  die  Pflichtigen  im  Veranla-

gungs-  bzw.  Einschätzungsverfahren  Folgendes  geltend machen (vgl.  Schreiben vom 

27. August  2014):  Das Total  der  Praxiseinnahmen habe  in  der  Vergangenheit  monat-

lich  immer  rund  Fr.  53'000.-  bis  Fr.  55'000.-  betragen,  wobei  der  Fakturierungsrhyth-

mus nie verändert worden sei. Seit Aufnahme der Praxistätigkeit seien die erbrachten 

Arztleistungen bis zur Abrechnung manuell auf Karten erfasst worden; EDV-mässig sei 

die  Erfassung  erst  im  Zeitpunkt  der  Abrechnung  erfolgt.  Die  per  Ende  Geschäftsjahr 

noch nicht fakturierten Leistungen hätten aus diesem Grund in der Vergangenheit nicht 

genau beziffert werden können. Die Einnahmen und Ausgaben seien jedoch über Jah-

re  immer  etwa  gleich  hoch  gewesen;  es  hätten  mithin  keine  Verschiebungen  stattge-

funden  und  die  Buchführungsvorschriften  seien  nicht  verletzt  worden.  Eine  Abgren-

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zungspflicht für angefangene Arbeiten habe nicht bestanden. Mit Fr. 80'000.- hätten die 

aktivierten Praxisausstände etwa eineinhalb Monatsumsätzen entsprochen; dies sei im 

Zeitpunkt  der  Erwerbsaufnahme  als  angemessen  betrachtet  und  danach  stets  beibe-

halten worden. Es zeige sich nun aber, dass per … 2009 bzw. … 2011 (recte 2010) die 

effektiven Debitoren Fr. 99'438.- bzw. Fr. 92'424.- betragen hätten; unter Berücksichti-

gung  des  Delkredereabzugs  hätten  diese  also  mit  rund  Fr. 90'000.-  bzw.  Fr. 84'000.- 

aktiviert werden müssen anstatt mit Fr. 80'000.-. Aus diesem Grund sei der deklarierte 

Liquidationsgewinn um Fr. 10'000.- bzw. Fr. 4'000.- zu reduzieren.  

bb) Die Veranlagungs- und Einschätzungsbehörde stellte sich in der Folge auf 

den  Standpunkt,  eine  Debitorenveränderung  stelle  ordentliches  Einkommen  dar  und 

entspringe  nicht  der  Auflösung  stiller  Reserven.  Zurückzuführen  sei  sie  vorliegend 

vermutlich  auf  die  veränderte  bzw.  abschliessende  Fakturierung  aller  Behandlungen 

sowie  die  wohl  nicht  vollständige  Erfassung  der  ausstehenden  Guthaben  in  den  Vor-

jahresbilanzen. 

cc)  Dem  liessen  die  Pflichtigen  einspracheweise  Folgendes  entgegenhalten: 

Nicht  fakturierte  Leistungen  würden  zu  den  Herstellungskosten  aktiviert,  wobei  in  der 

Praxis  60%  des  Fakturawerts  eingesetzt  werde.  Bei  der  Praxisaufgabe  hätte  folglich 

der maximal aktivierbare Anteil der Patientenausstände rund Fr. 121'000.- (= 60% von 

Fr. 201'775.-) ausgemacht. Weil keine Änderung der Fakturierungsgewohnheit stattge-

funden  habe,  hätte  dieser  Betrag  wohl  schon  in  der  Vergangenheit  aktiviert  werden 

"dürfen".  Die  Differenz  zum  stattdessen  aktivierten  Betrag  von  Fr. 80'000.-,  also  rund 

Fr. 40'000.-,  sei  damit  als  ordentliches  Einkommen  steuerbar,  während  die  Differenz 

zwischen  den  effektiven  Einnahmen  von  Fr. 201'775.-  und  Fr. 121'000.-,  also 

Fr. 80'775.-,  der  Auflösung  stiller  Reserven  entstamme  und  damit  als  Liquidationsge-

winn zu besteuern sei.  

dd) Die Einsprachebehörde lehnte auch eine solche anteilige Besteuerung der 

geltend gemachten Debitorenveränderung als Liquidationsgewinn ab. Sie erwog, dass 

zunächst als Liquidationsdatum nicht einfach der … 2011 angesetzt werden könne, sei 

doch auf die letzte Inkassohandlung abzustellen. Würden nur schon die Zahlungsein-

gänge des Folgemonats … 2011 berücksichtigt, bestehe rein rechnerisch keine positi-

ve Veränderung gegenüber ausstehenden Guthaben; diese Zahlungseingänge stellten 

mit  anderen  Worten  weitere  Einnahmen  aus  ordentlicher  Geschäftstätigkeit  dar.  Aus 

solcher  könne  gemäss  steueramtlicher  Praxis  kein  liquidationsgewinnrelevantes 

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Betreffnis  entstehen;  privilegiert  zu  behandeln  seien  nur  Gewinnanteile,  welche  aus 

buchhalterisch realisierten stillen Reserven bei Beendigung der Tätigkeiten stammten. 

In Bezug  auf  Debitoren betreffe  dies die Auflösung  des  Delkredere.  Die Veränderung 

der Patientenausstände könne mit den Entstehungsgründen von stillen Reserven folg-

lich nicht in Einklang gebracht werden. Eine Erfassung der Umsätze der Liquidations-

jahre sei bei der Liquidationsgewinnbesteuerung nicht beabsichtigt.  

ee)  Als  Reaktion  auf  diese  Einsprachebegründung  lassen  die  Pflichtigen  be-

schwerde- und rekursweise den verfochtenen Liquidationsgewinnanteil erneut reduzie-

ren; nunmehr mit folgender Begründung:  

Im  Zusammenhang  mit der  Praxisaufgabe per Mitte  …  2011  seien  sämtliche 

offenen  Behandlungen  fakturiert  und  in  den  Folgemonaten  vereinnahmt  worden.  Die 

zuvor  in  den  Bilanzen  jeweils  aufgeführten  Patientenausstände  im  Betrag  von 

Fr. 80'000.- hätten per Stichtag jeweils die noch offenen Patientenrechnungen, also die 

Debitoren, wie auch die noch nicht in Rechnung gestellten offenen Behandlungen ent-

halten. Die Letzteren stellten Aktiven dar, welche aufgrund vorsichtiger Bewertung sehr 

wohl  zu  stillen  Reserven  führen  könnten.  Der  Pflichtige  habe  die  offenen  Behandlun-

gen  in den ordentlichen Geschäftsjahren  wie  im  Praxisaufgabejahr  jeweils  auf  Kartei-

karten erfasst; die Leistungen seien in der Regel drei Monate nach Behandlungsbeginn 

EDV-mässig erfasst und fakturiert worden. Die Fakturierung sei in regelmässigen Ab-

ständen  erfolgt,  wobei  der  Fakturierungsmodus  der  Minimierung  des  Administrations-

aufwands gedient und auch damit in Zusammenhang gestanden habe, dass Kranken-

scheine in der Regel drei Monate gültig seien.  

Im Rahmen der ordentlichen Geschäftstätigkeit habe keine Veranlassung bzw. 

Verpflichtung  bestanden,  per  Jahresabschluss  über  sämtliche  offenen  Behandlungen 

abzurechnen; jedoch habe sich die Frage gestellt, wie diese nach der Soll-Methode zu 

bewerten seien. Debitoren seien dabei zu 100% zu bewerten, wobei dem Ausfallrisiko 

mit einer Delkredere-Rückstellung von 10% Rechnung getragen werden könne. Ange-

fangene  Arbeiten  seien  demgegenüber  zu  den  Herstellungskosten  bzw.  mit  60%  des 

Fakturawerts  zu  aktivieren;  der  Gewinnanteil  dürfe  bei  den  Letzteren  nicht  aktiviert 

werden  und  qualifiziere  deshalb  als  stille  Reserve.  Damit  resultiere  folgendes  Bewer-

tungsschema: 

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Per Stichtag ausstehende Debitoren zu 100% 

Abzüglich 10% Delkredere auf dem Debitorenbestand 

Zuzüglich offene Behandlungen zu 60% bewertet 

Vorliegend  sei  der  Debitorenbestand  per  …  2009  und  …  2010  bekannt.  Die 

Höhe der nicht fakturierten Leistungen könne demgegenüber nicht mehr nachgewiesen 

werden. Bekannt sei sodann, dass die Abrechnung über sämtliche offenen Leistungen 

nach der Praxisabgabe Ausstände in der Höhe von Fr. 201'775.- ergeben habe. Unter 

der Annahme, dass sich der ordentliche Debitorenbestand bei einer Weiterführung der 

Praxis wie in den Vorjahren bei rund Fr. 90'000.- bewegt hätte, errechne sich die Posi-

tion Patientenausstände per … 2011 demnach wie folgt: 

Debitoren 

Delkredere 

Fr.  

90'000.- 

- 9'000.- 

Patientenausstände (201'775.- ./. 90'000.-; davon 60%) 

  67'000.- 

Buchwert  

148'000.- 

Nicht aktivierungsfähiger Gewinn bzw. stille Reserve 

    53'775.- 

Effektiv erhaltene Zahlungen nach Praxisaufgabe 

201'775.-. 

Die  Differenz  zwischen  dem  Buchwert  der  Patientenausstände  von 

Fr. 148'000.-  und  den  effektiven  Zahlungseingängen  von  Fr. 201'775.-,  somit 

Fr. 53'775.-, sei als Realisation von stillen Reserven zu qualifizieren und der gesonder-

ten  Liquidationsgewinnbesteuerung  zuzuführen.  Derweil  stelle  die  Differenz  zwischen 

dem  in  der  Jahresrechnung  ausgewiesenen  Buchwert  von  Fr. 80'000.-  und  dem  nun-

mehr errechneten Buchwert von Fr. 148'000.- ordentliches Einkommen dar. 

b)  Während  des  dargestellten  Verfahrensverlaufs  haben  die  Pflichtigen  den 

zunächst  deklarierten  Liquidationsgewinn  aus  Debitorenveränderung  schrittweise  und 

mit  wechselnder  Begründung  von  Fr. 121'775.-  auf  nunmehr  noch  Fr. 53'775.-  redu-

ziert. Soweit sie in diesem letzteren Umfang daran festhalten, dringen sie noch immer 

nicht durch: 

Auszugehen ist davon, dass der Pflichtige in der Vergangenheit stets "ausste-

hende Guthaben" von rund Fr. 80'000.- bilanziert hatte, wobei die genaue Zusammen-

setzung  dieser  Aktivenposition 

(Debitoren  nach  Rechnungsstellung/Delkredere/ 

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erbrachte,  jedoch  noch  nicht  abgerechnete  Leistungen/angefangene  Arbeiten)  unge-

wiss ist. Fest steht immerhin, dass der Betrag von Fr. 80'000.- per 2009 und 2010 nicht 

einmal für die Debitorenbestände ausreichte, wenn diese gemäss Angaben der Pflich-

tigen  Fr. 99'438.-  bzw.  Fr. 92'424.-  betragen  haben;  insoweit  kann  folglich  auch  nicht 

von einer ordnungsgemässen Buchführung ausgegangen werden.  

Wenn nun der Pflichtige im Anschluss an den Praxisverkauf bis Ende … 2011 

über sämtliche noch von ihm erbrachten ärztlichen Leistungen abrechnete, so liegt auf 

der Hand, dass sich die dabei resultierenden "Patientenausstände" nur noch aus Debi-

toren zusammensetzen können; enthaltend einerseits die Debitoren aus zuvor (im übli-

chen Geschäftsgang) schon verschickten, aber noch nicht bezahlten Rechnungen so-

wie andrerseits die Debitoren aus den wegen der Praxisaufgabe per Ende … (in einer 

finalen  Aufräumaktion)  neu  verschickten  Rechnungen.  Wie  im  Rahmen  dieser 

Schlussabrechnung stille Reserven hätten aufgelöst werden können, ist nicht nachvoll-

ziehbar.  Die  Pflichtigen  versuchen  einen  entsprechenden  Zusammenhang  zu  kon-

struieren, indem sie den vormals verbuchten Patientenausständen aktivierte "angefan-

gene  Arbeiten"  zuordnen.  Abgesehen  davon,  dass  entsprechende  Positionen 

betragsmässig nicht ausgewiesen sind, kann man sich fragen, ob bei einem Arzt über-

haupt  von  "angefangenen  Arbeiten"  gesprochen  werden  kann.  Grundsätzlich  steht 

nämlich  nach  jedem  Arztbesuch  genau  fest,  welche  Leistungen  der  Arzt  erbracht  hat 

und er folglich nach Massgabe der gesundheitsrechtlichen Tarifvorgaben frankengenau 

in Rechnung stellen kann. Von daher kann es bei zunächst auf Patientenkarten notier-

ten  Behandlungen  nicht um  "angefangene Arbeiten",  sondern  nur  um  am  Bilanzstich-

tag erbrachte, jedoch noch nicht verrechnete ärztliche Leistungen gehen. Selbst wenn 

nun die Letzteren im Rahmen der Buchführungspflicht zu den Herstellungskosten bzw. 

zu 60% des Fakturawerts zu aktivieren sind, folgt daraus nicht, dass die 40%ige Diffe-

renz zum Fakturawert als stille Reserve qualifiziert. Wie die Pflichtigen selbst vertreten 

lassen,  geht  es  bei  dieser  Differenz  vielmehr  um  den  noch  nicht  realisierten  Gewinn, 

welcher  als  solcher  gar  nicht  aktivierungsfähig  ist.  Insoweit  können  demzufolge  gar 

keine  unterbewerteten  Aktiven  vorliegen  (wie etwa im  Fall  einer  Liegenschaft,  welche 

mit 60% des Verkehrswerts in den Büchern steht). Die besagte Differenz ist also letzt-

lich  nichts  anderes  als  Gewinn  aus  bereits  erbrachter  ärztlicher  Tätigkeit,  welcher  im 

Rahmen  der  Soll-Methode  eben  erst  im  Zeitpunkt  der  Rechnungsstellung  anfällt  und 

entsprechend zu verbuchen ist. Wenn nun die Praxisaufgabe den Pflichtigen verständ-

licherweise veranlasste, über alle noch von ihm erbrachten ärztlichen Leistungen abzu-

rechnen, so hat er damit also letztmalig entsprechenden Gewinn aus ordentlicher Ge-

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schäftstätigkeit  vereinnahmt  und  nicht  stille  Reserven  aufgelöst.  Wenn  sodann  im 

Rahmen dieser Schlussabrechnung per Praxisaufgabe im … 2011 die Debitoren einen 

Umfang von 3 bis 4  Monatsumsätzen erreichten, widerspiegelt sich darin die Abrech-

nungsart des Pflichtigen, welche vor dem geltend gemachten Hintergrund der dreimo-

natigen Gültigkeit von Krankenscheinen zuvor offenbar mit dreimonatiger Verzögerung 

erfolgte; diese Verzögerung fällt mit der Schlussabrechnung weg und bewirkt dadurch 

einen entsprechenden Gewinnanstieg im Monat … . Hätte der Pflichtige den alten Mo-

dus beibehalten (Rechnungsstellung und EDV-mässige Erfassung der ärztlichen Leis-

tungen ab Patientenkarten nach 3 Monaten), wären die entsprechenden Umsätze eben 

verteilt über die Folgemonate …, .. und … eingegangen und demzufolge ebenfalls im 

Geschäfts- bzw. Liquidationsjahr 2011 zugeflossen, denn in diesem Fall hätte die Ge-

schäftstätigkeit entsprechend fortgedauert (wenn auch nur für das Abrechnen bzw. für 

letzte Inkassohandlungen) und hätte der Liquidationszeitpunkt nicht auf Ende … 2011 

angesetzt werden können.  

Damit  steht fest,  dass  die  Steuerbehörde mit  Blick  auf  die geltend gemachte 

Debitorenveränderung zu Recht nicht von einem privilegiert zu besteuernden Liquidati-

onsgewinn, sondern von ordentlichem Einkommen ausgegangen ist.  

3. Nach alledem sind Beschwerde und Rekurs abzuweisen. Ausgangsgemäss 

sind die Verfahrenskosten den Beschwerdeführern/Rekurrenten aufzuerlegen (Art. 144 

Abs. 1 DBG; § 151 Abs. 1 StG) und fällt die Zusprechung von Parteientschädigungen 

ausser Betracht (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

das Verwaltungsverfahren vom 12. Dezember 1968; § 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des 

Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. September 1987, VRG). 

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs wird abgewiesen.  

[…] 

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