# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f95f773c-158e-5761-8ae1-c1640a26f873
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 16.01.2024 IV 2023/112
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2023-112_2024-01-16.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2023/112

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 08.02.2024

Entscheiddatum: 16.01.2024

Entscheid Versicherungsgericht, 16.01.2024
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Invalidenrente. Invaliditätsgrad. Würdigung eines 
Administrativgutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 16. Januar 2024, IV 2023/112).

Entscheid vom 16. Januar 2024

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und Tanja 

Petrik-Haltiner; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.

IV 2023/112

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Advokat Stephan Müller, c/o Procap Schweiz, Frohburgstrasse 4, 

Postfach, 4601 Olten 1 Fächer,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im September 2010 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er gab an, er habe in seinem Herkunftsland die 

Matura und anschliessend einen Bachelor in Computer Application erlangt. Nach der 

Einreise in die Schweiz habe er einen MBA-Lehrgang in Hotelmanagement absolviert. 

Zuletzt habe er als „Allrounder Hotellerie“ gearbeitet. Der Lohn habe 4’388.85 Franken 

betragen. Der Allgemeinmediziner Dr. med. B.___ berichtete im Oktober 2010 (IV-act. 

17), der Versicherte habe sich im April 2010 eine Talus-Impressionsfraktur am rechten 

Fuss zugezogen. Er könne deshalb seine angestammte Tätigkeit, die vorwiegend im 

Stehen und Gehen zu verrichten sei, nicht mehr ausüben. Vorwiegend sitzende 

Tätigkeiten seien ihm dagegen uneingeschränkt zumutbar. Er befinde sich bereits in 

einer Umschulung zum Finanzbuchhalter. Mit einer Mitteilung vom 20. Januar 2011 

übernahm die IV-Stelle – als Frühinterventionsmassnahme – die Kosten des bereits 

begonnenen Diplom-Lehrgangs zum Sachbearbeiter Rechnungswesen (IV-act. 32). Mit 

einer weiteren Mitteilung vom selben Datum gewährte sie eine Arbeitsvermittlung (IV-

act. 33). Der Versicherte konnte den Lehrgang erfolgreich abschliessen, befand sich 

anschliessend auf Stellensuche und wurde dabei gemäss einem 

Eingliederungsverantwortlichen der IV-Stelle „optimal“ vom RAV betreut (IV-act. 39). 

Mit einer Mitteilung vom 14. November 2011 verweigerte die IV-Stelle dem 

Versicherten deshalb weitere berufliche Massnahmen (IV-act. 44).

A.a. 

Im Januar 2012 ging der IV-Stelle ein Bericht des Spitals C.___ vom 20. Juni 2011 

zu, in dem ein Grand Mal-Anfall vom 15. Februar 2011 mit einer 

Deckplattenimpressionsfraktur L2–4, einer Kontusion des Kiefergelenks links und einer 

Kontusion der linken Schulter erwähnt und als Diagnose eine kryptogene Epilepsie mit 

partiell-komplexen sowie sekundär-generalisierten Anfällen angeführt worden war (IV-

act. 48). Am 5. März 2012 berichtete Dr. B.___, eine sitzende oder wechselbelastende 

A.b. 

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Tätigkeit sei dem Versicherten uneingeschränkt zumutbar (IV-act. 52–3). Am 28. März 

2012 notierte Dr. med. D.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD), unter 

Berücksichtigung des erfolgreichen Abschlusses zum Sachbearbeiter 

Rechnungswesen sei der Versicherte uneingeschränkt arbeitsfähig (IV-act. 54). Mit 

einer Verfügung vom 15. Juni 2012 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des 

Versicherten mangels eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ab (IV-act. 61). 

Diese Verfügung erwuchs unangefochten in formelle Rechtskraft.

Im November 2018 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 63). Die IV-Stelle forderte ihn am 4. 

Dezember 2018 auf, eine relevante Veränderung seines Gesundheitszustandes seit 

dem 15. Juni 2012 glaubhaft zu machen; sie drohte ihm an, dass sie andernfalls nicht 

auf die Neuanmeldung eintreten werde (IV-act. 67). Am 12. Dezember 2018 berichtete 

Dr. B.___ (IV-act. 69), im Verlauf der letzten Monate habe der Versicherte unter stark 

zunehmenden lumbalen Beschwerden gelitten. Ein MRI habe einen schweren Morbus 

Scheuermann gezeigt. Die Belastungsfähigkeit des Achsenskelettes sei deutlich 

eingeschränkt. Dem Versicherten könne lediglich noch eine nicht rückenbelastende, 

sehr leichte Tätigkeit zugemutet werden. Selbst bei einer solch ideal leidensadaptierten 

Tätigkeit liege eine Verminderung der Leistungsfähigkeit von gut 20 Prozent vor. Der 

eigentlich gut ausgebildete Versicherte habe leider keine geeignete Arbeitsstelle 

gefunden und deshalb als Lagerist gearbeitet, was nun aber definitiv nicht mehr 

möglich sei. Die RAD-Ärztin Dr. med. E.___ notierte im Februar 2019, eine relevante 

Veränderung des Gesundheitszustandes seit dem 15. Juni 2012 sei glaubhaft gemacht 

(IV-act. 77). Die IV-Stelle gewährte dem Versicherten mit zwei Mitteilungen vom 16. 

April 2019 eine Arbeitsvermittlung sowie eine Frühinterventionsmassnahme in der Form 

eines „Job Coaching“ (IV-act. 85 und 86). Mit einer Mitteilung vom 6. September 2019 

verlängerte die IV-Stelle die Kostengutsprache für das „Job Coaching“ (IV-act. 92). Der 

„Job Coach“ hielt im Abschlussbericht vom 7. Oktober 2019 fest (IV-act. 95), der 

Versicherte habe per 1. Oktober 2019 eine Festanstellung in einem Vollpensum 

erhalten. Da ihm die Arbeitgeberin einen höhenverstellbaren Schreibtisch zur Verfügung 

gestellt habe und da er teilweise im „Home Office“ arbeiten könne, sei das Vollpensum 

für ihn trotz der nach wie vor starken Rückenschmerzen zu bewältigen. Die für das 

„Job Coaching“ gesetzten Ziele seien vollumfänglich erreicht worden. Mit einer 

A.c. 

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Mitteilung vom 6. Januar 2020 wies die IV-Stelle das Begehren um berufliche 

Massnahmen sowie das Rentenbegehren ab (IV-act. 100).

Im April 2020 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf eine 

Verschlechterung seines Gesundheitszustandes zum dritten Mal zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 101). Am 7. Mai 2020 berichtete Dr. 

B.___ (IV-act. 106), Ende Februar 2020 sei es zu einer massiven Exacerbation der 

lumbalen Schmerzen gekommen. Der Versicherte leide an einer Discushernie mit einer 

Kompression der Nervenwurzel S1. Durch Infiltrationen hätten sich die Schmerzen 

etwas gebessert. Der Versicherte habe seine Arbeitsstelle verloren. Ab nächster Woche 

werde er sich für eine stationäre Behandlung in die Rehabilitationsklinik F.___ begeben. 

Diese berichtete am 6. Juni 2020 (IV-act. 119–10 ff.), die stationäre Behandlung habe 

vom 10. Mai 2020 bis zum 6. Juni 2020 gedauert. Der Versicherte leide an einem 

Morbus Scheuermann der lumbalen Segmente. Zudem bestehe der Verdacht auf ein 

radiculäres Reizsyndrom S1 rechts. Bezüglich der vordiagnostizierten Epilepsie sei der 

Versicherte seit dem Jahr 2011 anfallsfrei. Bereits im März 2020 hatte die Neurologin 

Dr. med. G.___ allerdings festgehalten (IV-act. 119–18 ff.), ein aktuelles MRI zeige zwar 

eine Discusprotrusion L5/S1, aber keine signifikante Neurokompression. Damit 

übereinstimmend hätten sich klinisch weder sensomotorische Defizite noch eine 

Einschränkung des Achillessehnenreflexes feststellen lassen, was gegen eine relevante 

Nervenwurzelaffektion S1 rechts spreche. Die RAD-Ärztin Dr. E.___ hielt im August 

2020 fest, eine relevante Veränderung des Gesundheitszustandes seit dem 6. Januar 

2020 sei mit den eingereichten medizinischen Berichten glaubhaft gemacht (IV-act. 

120). Ein Eingliederungsverantwortlicher der IV-Stelle schlug dem Versicherten im Mai 

2021 ein Belastbarkeitstraining vor, was dieser allerdings mit dem Hinweis ablehnte, 

gemäss den behandelnden Ärzten könnte sich sein Gesundheitszustand dadurch 

verschlimmern (IV-act. 137). Mit einer Mitteilung vom 17. Mai 2021 wies die IV-Stelle 

das Begehren um berufliche Eingliederungsmassnahmen ab (IV-act. 140).

A.d. 

Im Auftrag der Krankentaggeldversicherung erstattete die SMAB AG am 1. 

September 2021 ein bidisziplinäres rheumatologisches und psychiatrisches Gutachten 

(Fremdakten 6–690 ff.). Die Sachverständigen hielten fest, der Versicherte leide an 

einem degenerativ bedingten Lumbalsyndrom. Die objektiven klinischen Befunde 

beschränkten sich im Wesentlichen auf schmerzbedingte Bewegungseinschränkungen 

A.e. 

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der lumbalen Wirbelsäule. Einseitig repetitive Belastungen oder fehlende 

Positionswechsel hätten lumbale Schmerzentwicklungen zur Folge. Eine 

Verdeutlichung oder Aggravation habe nicht festgestellt werden können. Als 

inkonsistent erscheine der Umstand, dass der Versicherte trotz invalidisierender 

Schmerzen in sein Herkunftsland fliegen sowie meditieren könne, wobei er eine halbe 

Stunde sitze. Gemäss dem geschilderten Tagesablauf sei der Versicherte über den Tag 

aktiv. Das relativiere den Leidensdruck. Aus rheumatologischer Sicht sei die 

Leistungsfähigkeit um 30 Prozent reduziert, weil der Versicherte immer wieder 

schmerzbedingte Pausen einlegen müsse. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine 

Gesundheitsbeeinträchtigung.

Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die PMEDA AG am 9. Januar 2023 ein 

polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 175). Der internistische Sachverständige hielt fest, 

der Versicherte habe den Untersuchungsraum mit einem langsamen Gangbild betreten. 

Die Anamneseerhebung habe er im Stehen absolviert. Das Aus- und Ankleiden sei ihm 

im Stehen ohne Schmerzreklamation gelungen. Er habe keinen Schonsitz und keine 

Schonhaltungen eingenommen und auch nicht schmerzgeplagt gewirkt. Der 

vorgesehene Belastungstest mit Treppensteigen über zwei Etagen sei nicht 

durchgeführt worden, da der Versicherte unter Hinweis auf Schmerzen darum gebeten 

habe, darauf zu verzichten. Der objektive internistische Befund sei unauffällig gewesen. 

Die vom Versicherten geschilderte Alltagsgestaltung mit der Unterstützung der Ehefrau 

bei den Haushaltarbeiten, der Pflege des Hobbys Musik, zwei kurzen Spaziergängen 

pro Woche, dem Führen eines Motorfahrzeugs mit Automatikgetriebe über kurze 

Strecken und einer Flugzeugreise in das Herkunftsland im Sommer 2022 für eineinhalb 

Monate spreche für erhaltene Ressourcen. Aus allgemein-internistischer Sicht könne 

keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden. Die 

neurologische Sachverständige führte aus, obwohl der Versicherte angegeben habe, 

dass er unter Schmerzen der Intensität 7,5–8 (VAS) leide, habe er klinisch keinen 

erheblich schmerzgeplagten Eindruck gemacht. Während der Anamneseerhebung 

habe er überwiegend gestanden. Gegen Ende habe er sich hingesetzt. Er habe dann 

ruhig und entspannt gesessen. Dabei habe eine Diskrepanz zwischen der 

angegebenen Schmerzintensität und der spontanen Mobilität imponiert. Das Aus- und 

Ankleiden sei dem Versicherten selbständig und geschickt gelungen. Er habe den Kopf 

A.f. 

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spontan frei in alle Richtungen wenden können. Er habe weder einen Schonsitz noch 

eine Schonhaltung eingenommen und auch keinen Schongang präsentiert. Die Motorik 

und die Koordination hätten wegen wiederholter Angabe stärkster Schmerzen nur 

teilweise geprüft werden können. Im Übrigen sei der klinische Befund unauffällig 

gewesen. Eine die dargebotenen Einschränkungen begründende neurale Läsion habe 

sich nicht abgrenzen lassen. Ein MRI habe degenerative Veränderungen, aber keine 

Affektion der Nervenwurzeln gezeigt. Da in der klinischen Untersuchung keine 

Reflexdifferenzen, keine dermatombezogenen Sensibilitätsstörungen und keine 

Paresen hätten festgestellt werden können, hätten gesamthaft keine Hinweise auf eine 

spinale neurale Schädigung vorgelegen. Die in der klinischen Untersuchung 

dargebotenen Einschränkungen seien folglich nicht auf eine zentrale Ursache, auf eine 

Schädigung von peripheren Nerven oder auf spinale Nervenläsionen zurückzuführen; 

sie seien aus gutachterlicher Sicht nicht plausibel, weshalb eine überzeichnende 

Beschwerdedarstellung und Verdeutlichung vorliegen müsse. Die Epilepsie sei 

medikamentös gut eingestellt. Der Versicherte sei seit etwa zehn Jahren anfallsfrei. Die 

Epilepsie schränke die Arbeitsfähigkeit nur in qualitativer Hinsicht ein. Der Versicherte 

sollte nämlich keine Nachtarbeit ausführen und keine Tätigkeiten auf Leitern oder 

Gerüsten oder an gefährdenden Maschinen ausüben. Abgesehen von der Epilepsie 

finde sich in keinem der aktenkundigen Berichte ein Hinweis auf eine relevante 

neurologische Gesundheitsbeeinträchtigung. In quantitativer Hinsicht sei deshalb aus 

rein neurologischer Sicht sowohl aktuell als auch für die Vergangenheit eine 

uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit zu attestieren. Der orthopädische Sachverständige 

hielt fest, der Versicherte habe die zwei Geschosstreppen zum Untersuchungsraum 

problemlos bewältigt und beim Betreten des Untersuchungsraumes ein regelrechtes 

Gangbild gezeigt. Er habe keinen Schonsitz und keine Schonhaltungen eingenommen. 

Das Aus- und Ankleiden sei überwiegend im Stehen und teils abstützend an der 

Stuhllehne erfolgt. Die Körperhaltung sei aufrecht gewesen, eine Schonungstendenz 

habe nicht festgestellt werden können. Die Kyphose und die Lordose seien regelrecht 

gewesen. Allerdings habe der Versicherte eine diskrete linkskonvexe skoliotische 

Fehlhaltung gezeigt. Die paravertebralen Muskelstrukturen seien symmetrisch und die 

Kopfhaltung im Raum lotrecht gewesen. Der klinische Befund der Halswirbelsäule sei 

unauffällig gewesen. In der spontanen Mobilität habe sich eine nahezu freie spinale 

Beweglichkeit gezeigt. Über der Dornfortsatzreihe der unteren Brustwirbelsäule und im 

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Bereich der gesamten Lendenwirbelsäule habe der Versicherte einen Druck- oder 

Klopfschmerz angegeben. Die paravertebrale Muskelspannung sei normal gewesen. 

Die Beweglichkeit des Rumpfes sei konzentrisch geringfügig eingeschränkt gewesen. 

Bei der Rumpfbeugung habe sich der Versicherte an den Beinen und an der 

Untersuchungsliege abgestützt. Die Entfaltung der Dornfortsatzreihe sei harmonisch 

gewesen. Bei der Inklination habe sich eine leichtgradige Seitabweichung gezeigt. Die 

Inklination sei mühevoll bis zu einem Finger-Boden-Abstand im Bereich der 

Oberschenkelhöhe gelungen. Das Wiederaufrichten habe sich mühevoll gestaltet. Der 

(im Gutachten detailliert beschriebene) klinische Befund bezüglich der oberen und 

unteren Extremitäten sei unauffällig gewesen. Bezüglich des in den Berichten der 

behandelnden Ärzte erwähnten Morbus Scheuermann sei darauf hinzuweisen, dass es 

sich dabei um eine Strukturveränderung aus der Wachstumszeit handle, die bereits 

viele Jahre vor der ersten Diagnose bestanden haben müsse, ohne je zu einer 

Leistungseinschränkung geführt zu haben. Der aktuelle funktionelle 

Untersuchungsbefund sei sowohl bezüglich der oberen und unteren Extremitäten als 

auch bezüglich der Wirbelsäule alters- und konstitutionsgerecht gewesen. Die bei der 

Bewegungsprüfung der Lendenwirbelsäule demonstrierte Einschränkung der 

Beweglichkeit sei in einem erheblichen Umfang durch eine ausgeprägte 

Gegeninnervation und damit durch eine mangelnde Kooperation beeinflusst gewesen. 

Konträr dazu seien der Muskeltonus unauffällig und die Spontanmotorik 

uneingeschränkt gewesen. Die medizinischen Vorakten enthielten keine mit objektiven 

klinischen Befunden begründete Arbeitsfähigkeitsschätzungen, sondern beruhten 

weitgehend auf dem subjektiven Vortrag und den bildmorphologischen Befunden ohne 

eigenständigen Krankheitswert. Die behandelnden Ärzte hätten vorrangig auf die 

subjektiven Schmerzangaben abgestellt. Auch die Arbeitsfähigkeitsschätzung im 

Gutachten der SMAB AG sei vorwiegend mit den Schmerzangaben begründet worden. 

Der rheumatologische Sachverständige habe damals explizit festgehalten, dass er 

keine Funktionsdefizite habe feststellen können, dass keine neurologische 

Ausfallsymptomatik vorgelegen habe und dass die seitenvergleichende 

Umfangsmessung keine pathologische Differenz als Hinweis auf eine längerfristige 

Schonung eines Armes oder eines Beines ergeben habe, weshalb das Attest einer 

Arbeitsunfähigkeit von 30 Prozent nicht nachvollziehbar sei. Eine Arbeitsunfähigkeit für 

die angestammte wie auch für eine vergleichbare (körperlich überwiegend leichte, 

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wechselbelastende) Tätigkeit könne aus orthopädischer Sicht weder aktuell noch für 

die Vergangenheit attestiert werden. Gegenüber dem psychiatrischen 

Sachverständigen machte der Versicherte geltend, er habe zeitlebens nie psychische 

Beschwerden gehabt, sich aber zunächst schwer damit getan, die durch die 

Rückenschmerzen bedingte Lebensumstellung zu akzeptieren. Er habe damals weniger 

als zehn Sitzungen bei einem Psychotherapeuten gehabt und sich schnell wieder 

stabilisiert. Aktuell sehe er keine Notwendigkeit für eine psychotherapeutische 

Behandlung. Er könne auch keinen Zusammenhang zwischen den Rückenschmerzen 

und seiner psychischen Verfassung erkennen. Er leide nicht unter einer 

Niedergeschlagenheit oder unter einem Antriebs- oder Freudverlust. Der psychiatrische 

Sachverständige führte aus, der Versicherte habe offen, freundlich zugewandt und 

kooperativ gewirkt. Er habe mit einer guten Sprachproduktion ohne längere 

Antwortlatenzen berichtet. Die Sprachmelodie, die Mimik und die Gestik seien gut 

moduliert, der Rapport geordnet und kohärent gewesen. Der Augenkontakt sei 

gehalten worden. Überschiessende emotionale Reaktionen seien nicht zu beobachten 

gewesen. Ein Lächeln sei mehrfach erwidert worden. Der Versicherte habe die 

Exploration mit Verweis auf seine Rückenbeschwerden im Stehen begonnen und sich 

während der Untersuchung dann für einen kürzeren Zeitraum hingesetzt. Insgesamt 

hätten ansonsten keine weiteren Zeichen einer Schmerzbeeinträchtigung wie eine 

Schonhaltung, ein Schongang oder vegetative oder mimische Auffälligkeiten feststellen 

lassen. Bei einem völlig unauffälligen klinischen Befund und einer blanden 

Aktenanamnese könne keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt 

werden. Der neuropsychologische Sachverständige hielt fest, der Versicherte habe 

diskret angespannt gewirkt. Gegen Ende der Testung hätten sich 

Ermüdungserscheinungen gezeigt. Im Verlauf der Untersuchung habe der Versicherte 

um Pausen gebeten. Die Testung habe überwiegend normale Einzeltestergebnisse 

gezeitigt. Im Bereich der nonverbalen Lernleistung, des mittelfristigen visuellen 

Gedächtnisses, der langfristigen nonverbalen Abrufleistung, „Vergessen durch Zeit“ 

und im logischen Denken seien die Ergebnisse unterdurchschnittlich gewesen. 

Zusätzlich habe sich im Teilbereich der Verarbeitungsgeschwindigkeit ebenfalls eine 

unterdurchschnittliche Leistung gezeigt. Das Beschwerdevalidierungsverfahren habe 

keine Hinweise auf eine eingeschränkte Leistungsmotivation ergeben. Die 

Einschränkungen seien am ehesten im Kontext der Opioid-Medikation zu verstehen, 

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die geeignet sei, kognitive Minderleistungen auszulösen. Eine Modifikation der 

Medikation sei geeignet, zu einer Verbesserung der Kognition zu führen. Diese 

Möglichkeit sollte ausgeschöpft werden. Diagnostisch liege eine leichte kognitive 

Störung vor, die das Rendement für die angestammte Tätigkeit auf 80 Prozent 

einschränke. Gut strukturierte Tätigkeiten ohne hohe Anforderungen an die 

Gedächtnisleistung und ohne höhere Verantwortung für Dritte seien dem Versicherten 

uneingeschränkt zumutbar. Nach der Konsensbesprechung führten die 

Sachverständigen aus, im Vordergrund des Beschwerdebildes stünden spinale 

Beschwerden, wobei die Befunde allerdings kein konsistentes erhebliches spinales 

Syndrom gezeigt hätten. Damit liege zusammenfassend keine 

Gesundheitsbeeinträchtigung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor. Dem 

Versicherten seien leidensadaptierte Tätigkeiten uneingeschränkt zumutbar. Für die 

angestammte Tätigkeit sei wegen einer leichten kognitiven Beeinträchtigung eine 

Arbeitsunfähigkeit von 20 Prozent zu attestieren.

Die RAD-Ärztin Dr. E.___ qualifizierte das Gutachten als nicht überzeugend (IV-act. 

181). Sie hielt fest, die Sachverständigen hätten sich nicht hinreichend mit der gut 

dokumentierten, langjährigen Krankheitsgeschichte des „beherrscht und dissimulierend 

auftretenden“ Versicherten auseinandergesetzt. Zu beachten sei, dass die Ergebnisse 

der Beschwerdevalidierungstests gegen eine bewusste Beschwerdeverdeutlichung und 

gegen eine eingeschränkte Leistungsmotivation sprächen. Die Sachverständigen der 

PMEDA AG seien um eine ergänzende Stellungnahme im Sinne einer vertieften 

Auseinandersetzung mit den Vorakten aufzufordern. Auf eine entsprechende Rückfrage 

der IV-Stelle hin (vgl. IV-act. 182) hielten die Sachverständigen der PMEDA AG am 10. 

Februar 2023 fest (IV-act. 183), sie hätten sich im Gutachten eingehend zu den 

medizinischen Vorakten geäussert (die Stellungnahme enthielt ein entsprechendes, 

fünfseitiges Zitat aus dem Gutachten). Wie die behandelnden Ärzte und der 

rheumatologische Sachverständige der SMAB AG messe offenbar auch der RAD den 

subjektiven Schilderungen des Versicherten und den bildgebenden Befunden eine 

ausschlaggebende Bedeutung bei. Entscheidend seien aber die klinischen Befunde, 

die sehr diskret ausgeprägt seien. In den Vorakten fänden sich praktisch keine 

Hinweise auf wesentliche klinische Befunde. Die RAD-Ärztin Dr. E.___ notierte am 20. 

Februar 2023, weil der Beweiswert eines polydisziplinären Gutachtens höher als jener 

A.g. 

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B.  

von Berichten der behandelnden Ärzte sei, betrage die Arbeitsfähigkeit 80 Prozent für 

die angestammte und 100 Prozent für „geistig einfache“ Bürotätigkeiten (IV-act. 184).

Mit einem Vorbescheid vom 21. Februar 2023 teilte die IV-Stelle dem Versicherten 

mit, dass sie die Abweisung des Rentenbegehrens mangels eines rentenbegründenden 

Invaliditätsgrades vorsehe (IV-act. 187). Dagegen liess der Versicherte am 14. April 

2023 einwenden (IV-act. 193), die Arbeitsfähigkeitsschätzung der PMEDA AG könne 

erst für die Zeit ab der Begutachtung im Oktober 2022 gelten. Für die Zeit davor sei auf 

die Berichte der behandelnden Ärzte abzustellen. Unter Berücksichtigung eines 

Valideneinkommens von 97’400 Franken (zuletzt erzielter Lohn) und eines 

Invalideneinkommens, das angesichts einer fehlenden, in der Schweiz anerkannten 

Berufsbildung angesichts eines Arbeitsfähigkeitsgrades von 80 Prozent und eines 

„behinderungsbedingten Abzuges“ von zehn Prozent maximal 43’468 Franken 

betragen könne, ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 55 Prozent. Mit einer Verfügung 

vom 24. Mai 2023 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren ab (IV-act. 194). Für die 

Berechnung des Invaliditätsgrades hatte sie den zuletzt erzielten, an die 

zwischenzeitliche Nominallohnentwicklung angepassten Lohn von 99’459 Franken mit 

80 Prozent dieses Betrages verglichen, was einen Invaliditätsgrad von 20 Prozent 

ergeben hatte.

A.h. 

Am 26. Juni 2023 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine 

Beschwerde gegen die Verfügung vom 24. Mai 2023 erheben (act. G 1). Er liess die 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Einholung eines Gerichtsgutachtens und 

eventualiter die Zusprache einer ganzen Rente ab dem 1. Februar 2021 und einer 

Viertelsrente ab dem 1. Januar 2023 beantragen. Zur Begründung liess er ausführen, 

die RAD-Ärztin Dr. E.___ habe anschaulich aufgezeigt, dass das Gutachten der PMEDA 

AG nicht überzeuge. Die nachträgliche Stellungnahme der Sachverständigen habe 

daran nichts geändert, weil sie inhaltlich nichts Neues enthalten habe. Folglich müsse 

ein Gerichtsgutachten eingeholt werden. Bezüglich des Invalideneinkommens sei zu 

berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer über keinen in der Schweiz anerkannten 

Berufsabschluss verfüge. Wenn auf das Gutachten der PMEDA AG abgestellt würde, 

resultierte ein Invaliditätsgrad von 47 Prozent.

B.a. 

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Erwägungen

1.

Dieses Beschwerdeverfahren bezweckt die Überprüfung der angefochtenen Verfügung 

auf deren Rechtmässigkeit, weshalb sein Gegenstand jenem des vorangegangenen 

Verwaltungsverfahrens entsprechen muss. Dieses hat sich nach der Abweisung des 

Begehrens um berufliche Eingliederungsmassnahmen am 17. Mai 2021 auf die Prüfung 

des im April 2020 eingereichten Rentenbegehrens und damit auf die Frage beschränkt, 

ob der Beschwerdeführer ab dem 1. Oktober 2020 (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) einen 

Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung gehabt hat. Auch in diesem 

Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 14. 

September 2023 die Abweisung der Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie 

an, das Gutachten der PMEDA AG überzeuge in jeder Hinsicht. Massgebend sei, dass 

der objektive klinische Befund weitestgehend unauffällig gewesen sei. Bei der 

Bestimmung des Invalideneinkommens sei zu berücksichtigen, dass dem 

Beschwerdeführer die zuletzt ausgeübte Tätigkeit zu 80 Prozent zumutbar sei. Für eine 

Verweistätigkeit sei von einem Lohn im Kompetenzniveau 2 auszugehen, da der 

Beschwerdeführer in seinem Herkunftsland eine akademische Laufbahn eingeschlagen 

habe, sich nach der Einreise in die Schweiz weitergebildet habe und von seinen 

ehemaligen Arbeitgebern als klug und als mit manuellen Tätigkeiten unterfordert 

beschrieben worden sei. Auch bei der Anwendung der statistischen Löhne gemäss der 

LSE resultiere kein rentenbegründender Invaliditätsgrad.

B.b. 

Der Beschwerdeführer liess am 23. Oktober 2023 an seinen Anträgen festhalten 

(act. G 6). Er liess darauf hinweisen, dass die Eidgenössische Kommission für 

Qualitätssicherung dem Bundesamt für Sozialversicherungen kürzlich empfohlen habe, 

keine Aufträge mehr an die PMEDA AG zu vergeben, da eine Überprüfung zahlreiche 

Mängel zutage gefördert habe. Im vorliegenden Fall habe auch der RAD das Gutachten 

kritisiert.

B.c. 

Die Beschwerdegegnerin machte am 30. Oktober 2023 geltend, die Empfehlung 

der Eidgenössischen Kommission für Qualitätssicherung habe nicht zur Folge, dass alle 

Gutachten der PMEDA AG automatisch ihren Beweiswert verlören (act. G 8).

B.d. 

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Beschwerdeverfahren ist folglich zu prüfen, ob ab dem 1. Oktober 2020 ein 

Rentenanspruch bestanden hat.

2.

Bei dem im April 2020 eingereichten Rentenbegehren hat es sich um eine sogenannte 

Neuanmeldung nach der Abweisung eines früheren Rentenbegehrens gehandelt. Das 

bedeutet, dass das Eintreten auf diese Anmeldung das Glaubhaftmachen einer 

relevanten Sachverhaltsveränderung seit der Abweisung des letzten Rentenbegehrens 

erfordert hat. Obwohl die Neuanmeldung nur drei Monate nach der Abweisung des 

früheren Rentenbegehrens im Januar 2020 erfolgt ist, ist es dem Beschwerdeführer 

gelungen, eine relevante Sachverhaltsveränderung im Sinne des Art. 87 Abs. 3 IVV 

glaubhaft zu machen, denn Dr. B.___ hat berichtet, dass es im Februar 2020 zu einer 

massiven Exacerbation der lumbalen Schmerzen gekommen sei, weshalb er den 

Beschwerdeführer für eine stationäre Behandlung angemeldet habe. Die 

Beschwerdegegnerin ist daher zu Recht auf die Neuanmeldung eingetreten.

3.

Eine versicherte Person hat einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung, 

wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, wenn sie während eines Jahres ohne 

einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig 

gewesen ist und wenn sie nach dem Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent 

invalid ist (Art. 28 Abs. 1 IVG). Für die Bemessung der Invalidität wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu 

jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben 

wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG).

4.

Der Beschwerdeführer hat in seinem Herkunftsland eine akademische Ausbildung mit 

einem Bachelorabschluss absolviert. Dieser Abschluss ist aber in der Schweiz nicht 

anerkannt. Nach seiner Einreise in die Schweiz hat er einen Master in Business 

Administration erlangt, wobei es sich allerdings nicht um den üblichen Abschluss eines 

Fachhochschulstudiums, sondern um einen privaten Titel nach nur einem Jahr 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/18

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Ausbildung gehandelt hat, der es dem Beschwerdeführer nicht ermöglicht hat, im 

entsprechenden Berufsfeld Fuss zu fassen. Der Beschwerdeführer hat deshalb in der 

Folge auch eher einfache, praktische Tätigkeiten verrichtet. Im Rahmen eines ersten 

Verwaltungsverfahrens hat die Beschwerdegegnerin die Kosten für einen Kurs im 

Rechnungswesen an einer Abendschule übernommen. Auch bei diesem Abschluss hat 

es sich nicht um einen Berufsabschluss etwa im Sinne eines eidgenössischen 

Fähigkeitszeugnisses gehandelt. Er hat es dem Beschwerdeführer aber ermöglicht, 

eine Anstellung im Bereich Rechnungswesen zu finden, an seiner Arbeitsstelle sogar 

eine gewisse Personalverantwortung zu übernehmen und zuletzt einen Lohn von knapp 

100’000 Franken zu erzielen. Auch wenn der Beschwerdeführer also über keinen in der 

Schweiz anerkannten Berufsabschluss verfügt hat, haben es ihm seine im Rahmen der 

verschiedenen Ausbildungen erworbenen Fertigkeiten zusammen mit einer für einen 

Hilfsarbeiter überdurchschnittlichen Auffassungsgabe ermöglicht, ein 

Erwerbseinkommen zu erzielen, das deutlich höher als der statische Zentralwert der 

Hilfsarbeiterlöhne gewesen ist. Das zuletzt erzielte Erwerbseinkommen ist also nicht die 

Folge eines „Glücksfalls“ gewesen und es hat auch keinen Soziallohnanteil enthalten. 

Vielmehr hat es überwiegend wahrscheinlich dem objektiven Wert der Arbeitsleistung 

des Beschwerdeführers entsprochen, weshalb die Beschwerdegegnerin diesen Lohn 

zu Recht als Valideneinkommen berücksichtigt hat. Das Valideneinkommen beträgt 

also 99’459 Franken.

5.  

Für die Bestimmung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ist 

massgebend, welche Tätigkeiten dem Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht in 

welchem Umfang noch zugemutet werden können. Zur Beantwortung dieser Frage hat 

die Beschwerdegegnerin ein Gutachten bei der PMEDA AG eingeholt. Die 

Sachverständigen der PMEDA AG haben den Beschwerdeführer umfassend untersucht 

und sie haben die medizinischen Vorakten eingehend gewürdigt. Das Gutachten 

enthält ausführliche Schilderungen des Beschwerdeführers, eine detaillierte 

Beschreibung der erhobenen objektiven klinischen Befunde sowie eine eingehende 

Auseinandersetzung mit den relevanten Vorakten. Nichts deutet darauf hin, dass die 

Sachverständigen den für ihre medizinische Beurteilung massgebenden Sachverhalt 

unvollständig oder unsorgfältig erhoben hätten. Zwar hat die RAD-Ärztin Dr. E.___ in 

einer Stellungnahme zum Gutachten geltend gemacht, die Sachverständigen hätten 

sich unzureichend mit der Krankengeschichte respektive mit den Vorakten 

auseinandergesetzt, aber dieser Vorwurf ist nicht nachvollziehbar, da die 

Sachverständigen auf alle relevanten Berichte eingegangen sind und nachvollziehbar 

5.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/18

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begründet haben, weshalb sie sich den Ausführungen in den Vorakten angeschlossen 

haben oder nicht. Zusammenfassend ist mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Sachverständigen der PMEDA AG 

über eine umfassende Kenntnis des für ihre Beurteilung massgebenden medizinischen 

Sachverhaltes verfügt haben. Damit trifft einer der Hauptvorwürfe, den die 

Eidgenössische Kommission für Qualitätssicherung nach einer stichprobenartigen 

Überprüfung von mehreren Gutachten der PMEDA AG erhoben hat, dass nämlich der 

medizinische Sachverhalt nicht lege artis ermittelt worden sei, in Bezug auf das hier zur 

Diskussion stehende Gutachten der PMEDA AG nicht zu. Die Sachverständigen haben 

anhand der subjektiven Angaben des Beschwerdeführers, anhand der Ausführungen in 

den Vorakten und anhand der von ihnen erhobenen objektiven klinischen sowie 

bildgebenden Befunde anschaulich aufgezeigt, dass sich die gesundheitliche 

Problematik – nicht nur im Zeitpunkt der Untersuchung, sondern auch im 

vorangegangenen Zeitraum – hauptsächlich auf Rückenschmerzen beschränkt hat. 

Eine relevante psychische Problematik hat nie zur Diskussion gestanden. Die Epilepsie 

hat nach einem einmaligen Grand Mal-Anfall dank einer optimalen medikamentösen 

Behandlung keine wesentliche Rolle gespielt und die Arbeitsfähigkeit nur in qualitativer 

Hinsicht eingeschränkt (keine Nachtarbeit, keine Arbeit mit Selbst- oder 

Fremdgefährdung). Auch im Vorgutachten der SMAB AG, das im Auftrag der 

Krankentaggeldversicherung erstellt worden war, waren die Rückenschmerzen als 

einzige wesentliche Gesundheitsbeeinträchtigung mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit festgestellt worden. Vergleicht man die Befundschilderung im 

Gutachten der PMEDA AG mit jener im Gutachten der SMAB AG, stellt man eine 

weitestgehende Übereinstimmung fest: Bei beiden Begutachtungen haben nur diskrete 

Auffälligkeiten hinsichtlich des objektiven klinischen Befundes festgestellt werden 

können. Trotzdem weichen die Arbeitsfähigkeitsschätzungen des rheumatologischen 

Sachverständigen der SMAB AG und des orthopädischen sowie des neurologischen 

Sachverständigen der PMEDA AG erheblich voneinander ab, denn während weder der 

orthopädische noch der neurologische Sachverständige der PMEDA AG eine 

Arbeitsunfähigkeit für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten attestiert haben, hatte der 

rheumatologische Sachverständige der SMAB AG die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers selbst für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten auf lediglich noch 70 

Prozent geschätzt. Allerdings findet sich im Gutachten der SMAB AG keine 

nachvollziehbare Begründung für dieses Arbeitsunfähigkeitsattest. Der orthopädische 

Sachverständige der PMEDA AG hat geltend gemacht, dass der rheumatologische 

Sachverständige der SMAB AG wohl dem (verbreiteten) Trugschluss unterlegen sei, 

dass direkt von den bildgebenden Befunden auf die Arbeitsfähigkeit geschlossen 

werden könne. Angesichts des vom rheumatologischen Sachverständigen 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/18

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beschriebenen, weitestgehend unauffälligen objektiven klinischen Befund lasse sich 

das Attest einer Arbeitsunfähigkeit von 30 Prozent nämlich nicht erklären. Diese Kritik 

des orthopädischen Sachverständigen der PMEDA AG am rheumatologischen 

Teilgutachten der SMAB AG überzeugt. Die RAD-Ärztin Dr. E.___ hat zwar geltend 

gemacht, das orthopädische Gutachten der PMEDA AG überzeuge sie nicht 

vollständig, aber ihre Kritik hat sich nicht gegen die fachliche Qualität der 

Untersuchungen gerichtet, sondern sich vielmehr auf eine ihrer Ansicht nach 

ungenügende Begründungsdichte beschränkt, weshalb sie auch nicht eine weitere 

Begutachtung, sondern das Stellen von Ergänzungsfragen empfohlen hat. Aus der 

Sicht eines medizinischen Laien hat die Begründungsdichte im Gutachten der PMEDA 

AG allerdings dem üblichen Durchschnitt eines MEDAS-Gutachtens entsprochen, 

weshalb nicht nachvollziehbar ist, wieso die RAD-Ärztin Dr. E.___ hier eine höhere 

Qualität als üblich gefordert hat. Entscheidend ist jedenfalls, dass der massgebende 

klinische Befund weitestgehend unauffällig und durch eine Verdeutlichungstendenz an 

der Grenze zur Aggravation beeinflusst gewesen ist. Die unauffälligen Ergebnisse bei 

der testneuropsychologischen Beschwerdevalidierung ändern daran nichts, denn sie 

belegen nur, dass der Beschwerdeführer nicht bewusst eine zu tiefe kognitive

Leistungsfähigkeit präsentiert hat, sagen aber nichts betreffend eine allfällige 

Verdeutlichungstendenz hinsichtlich der geltend gemachten Rückenschmerzen aus. 

Ausschlaggebend ist, dass der Beschwerdeführer trotz Geltendmachung massivster 

Rückenschmerzen in keiner der Untersuchungen schmerzgeplagt gewirkt hat und dass 

bei den klinischen Untersuchungen keine namhafte Einschränkung hat festgestellt 

werden können. Schliesslich haben die Sachverständigen der PMEDA AG auch 

überzeugend aufgezeigt, dass bildgebende Befunde für sich allein nichts über allfällige 

Einschränkungen im Alltag oder im Beruf aussagen, weil es keinen zwingenden 

Zusammenhang zwischen bildgebenden und klinischen Auffälligkeiten gibt. Für die 

Sorgfältigkeit der Untersuchungen spricht zudem der Umstand, dass der 

neuropsychologische Sachverständige eine leichte kognitive Beeinträchtigung 

festgestellt und eine entsprechende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für geistig 

anforderungsreichere Tätigkeiten attestiert hat, obwohl der Beschwerdeführer 

wiederholt geltend gemacht hatte, er habe keine kognitiven Beeinträchtigungen 

bemerkt und er sei überzeugt, dass er in kognitiver Hinsicht nach wie vor voll 

leistungsfähig sei. Zusammenfassend ist kein Grund ersichtlich, am Beweiswert des 

sorgfältig erarbeiteten und überzeugend begründeten Gutachtens der PMEDA AG zu 

zweifeln.

Nicht überzeugend ist allerdings die Arbeitsfähigkeitsschätzung des 

neuropsychologischen Sachverständigen der PMEDA AG. Dabei handelt es sich jedoch 

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/18

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nicht um einen medizinischen, sondern um einen aus einer Verletzung der 

Untersuchungspflicht der Beschwerdegegnerin resultierenden Mangel des Gutachtens. 

Die Beschwerdegegnerin hätte nämlich vor der Begutachtung durch einen 

Berufsberater abklären lassen müssen, welche konkreten kognitiven Anforderungen die 

angestammte Tätigkeit gestellt hat. Der Berufsberater hätte ein spezifisches 

Anforderungsprofil formulieren müssen, das anschliessend dem neuropsychologischen 

Sachverständigen der PMEDA AG hätte vorgelegt werden müssen. Da die 

Beschwerdegegnerin diese an sich zwingend erforderliche Abklärung unterlassen 

hatte, ist dem neuropsychologischen Sachverständigen der PMEDA AG nichts anderes 

übrig geblieben, als gestützt auf seine allgemeine Lebenserfahrung bezüglich der 

kognitiven Anforderungen der angestammten Tätigkeit zu mutmassen. Seine gestützt 

auf die allgemeine Lebenserfahrung und nicht auf qualifizierte berufsberaterische 

Informationen abgegebene Arbeitsfähigkeitsschätzung für die angestammte Tätigkeit 

kann deshalb keinen ausreichenden Beweiswert haben. An sich müsste die 

angefochtene Verfügung deshalb wegen einer Verletzung der Untersuchungspflicht 

(Art. 43 Abs. 1 ATSG) als rechtswidrig aufgehoben werden und die Sache müsste an 

die Beschwerdegegnerin zur Vervollständigung der Sachverhaltsermittlung 

zurückgewiesen werden. Wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen ergibt, könnten 

sich die dadurch gewonnenen Erkenntnisse aber letztlich nicht auf das Ergebnis 

auswirken, weshalb aus verfahrensökonomischen Gründen von weiteren 

Sachverhaltsabklärungen abzusehen ist.

Geht man davon aus, dass die Invalidenkarriere in der Fortsetzung der 

eingeschlagenen Berufskarriere besteht, entspricht der Ausgangswert zur Ermittlung 

des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens dem zuletzt erzielten Lohn und 

damit dem Valideneinkommen. Der Invaliditätsgrad kann folglich anhand eines 

sogenannten Prozentvergleichs errechnet werden, was bedeutet, dass er dem 

Arbeitsunfähigkeitsgrad, korrigiert um einen allfälligen dem sogenannten 

Tabellenlohnabzug analogen Abzug entspricht. Zwar steht der genaue 

Arbeitsunfähigkeitsgrad für diese Tätigkeit nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, aber dem neuropsychologischen Teilgutachten 

der PMEDA AG lässt sich entnehmen, dass die festgestellten kognitiven Defizite 

weitgehend oder sogar vollständig verschwinden würden, wenn die Medikation des 

Beschwerdeführers umgestellt würde. Selbstverständlich ist dem Beschwerdeführer im 

Rahmen seiner allgemeinen Schadenminderungspflicht eine solche 

Medikamentenumstellung ohne Weiteres zumutbar. Folglich ist davon auszugehen, 

dass der Arbeitsunfähigkeitsgrad unter Berücksichtigung der 

Schadenminderungspflicht für die angestammte Tätigkeit tatsächlich nicht mehr als 20 

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/18

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6.

Prozent betragen kann. Bleibt zu prüfen, ob ein dem Tabellenlohnabzug analoger 

Abzug vorzunehmen ist. Massgebend für die Beantwortung dieser Frage ist, ob davon 

ausgegangen werden muss, dass die versicherte Person ihre Arbeitsfähigkeit nicht mit 

demselben ökonomischen Erfolg verwerten kann wie eine gesunde, im selben Pensum 

tätige Person. Das ist der Fall, wenn ein strikt ökonomisch-betriebswirtschaftlich 

denkender, also keinen Soziallohn ausrichtender Arbeitgeber keinen 

durchschnittlichen, sondern nur einen unterdurchschnittlichen Lohn ausbezahlen wird, 

um seinen aus der Anstellung der versicherten Person resultierenden 

„Arbeitsmehrwert“ – die Differenz zwischen dem ökonomischen Wert der 

Arbeitsleistung für den Arbeitgeber und den direkten und indirekten Lohn- und 

Lohnnebenkosten – auf einen durchschnittlichen Betrag zu erhöhen. Ein potentieller 

Arbeitgeber müsste bei einer Beschäftigung des Beschwerdeführers unter anderem in 

Kauf nehmen, dass der Beschwerdeführer nicht so flexibel wie ein gesunder, in einem 

Pensum von 80 Prozent tätiger Arbeitnehmer eingesetzt werden könnte, weil er nur 

ideal leidensadaptierte Tätigkeiten ausführen und weil er keine Mehr- oder 

Überstunden leisten könnte, weil das zumutbare Pensum von 80 Prozent das 

Maximum dessen darstellen würde, was er zu leisten in der Lage ist und weil der 

Beschwerdeführer seinen Arbeitsplatz den ganzen Tag besetzen, aber nur zu 80 

Prozent mit der Erzielung eines ökonomischen Mehrwertes „auslasten“ würde. Nach 

der ständigen Praxis der Abteilung II des Versicherungsgerichtes des Kantons St. 

Gallen können die bestehenden geringfügigen Einschränkungen maximal einen Abzug 

von zehn Prozent rechtfertigen. Bei einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von maximal 20 

Prozent und einem zusätzlichen Abzug von maximal zehn Prozent resultiert kein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad (100% – 90% × 80% = 28%).

Würde man allerdings davon ausgehen, dass der Beschwerdeführer nur noch 

einfachste Tätigkeiten ausüben und folglich lediglich noch einen dem statistischen 

Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne entsprechenden Lohn erzielen könnte, betrüge das 

Invalideneinkommen 68’906 Franken (Stand 2020; vgl. die von der Informationsstelle 

AHV/IV herausgegebene Textausgabe des IVG, 11. Aufl. 2022, Anhang 2) × 103,6 

(Indexstand Männer 2022; Basis 2015) ÷ 103,2 (Indexstand Männer 2020) = 69’173 

Franken, denn eine solche Tätigkeit wäre dem Beschwerdeführer sogar ohne eine 

Medikamentenumstellung uneingeschränkt zumutbar. Verglichen mit dem 

Valideneinkommen von 99’459 Franken würde ein Invaliditätsgrad von 30,45 Prozent 

resultieren, der nicht zum Bezug einer Rente der Invalidenversicherung berechtigen 

würde.

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gemäss den überzeugenden Ausführungen der Sachverständigen der PMEDA AG ist 

der Beschwerdeführer im hier massgebenden Zeitraum nie zu mehr als 20 Prozent 

arbeitsunfähig gewesen, was bedeutet, dass das sogenannte Wartejahr gemäss dem 

Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG nicht erfüllt ist. Zudem liegt kein rentenbegründender 

Invaliditätsgrad vor. Folglich kann der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

Rente der Invalidenversicherung haben. Die angefochtene Verfügung erweist sich 

damit im Ergebnis als rechtmässig, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.

7.  

Die angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes praxisgemäss auf 600 

Franken festzusetzenden Gerichtskosten sind dem unterliegenden Beschwerdeführer 

aufzuerlegen. Sie sind durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss von 600 

Franken gedeckt. Der unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Der Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen; diese sind 

durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss von 600 Franken gedeckt.

3.

Das Begehren um eine Parteientschädigung wird abgewiesen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 16.01.2024
	Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Invalidenrente. Invaliditätsgrad. Würdigung eines Administrativgutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. Januar 2024, IV 2023/112).

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		2024-05-27T02:04:31+0200
	"9001 St.Gallen"
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