# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ebdd1148-d66f-5c5f-a83c-bbd3f9b99ad5
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240198-O1
**Docket/Reference:** SB240198-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240198-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240198-O/U/cs

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichter Dr. iur. Bezgovsek 

und Oberrichter lic. iur. Weder sowie Gerichtsschreiberin MLaw Brü-

lisauer

Urteil vom 17. Januar 2025

in Sachen

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, 

Anklägerin, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagte

gegen

A._____, 

Beschuldigter, Berufungsbeklagter und Anschlussberufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt M.A. HSG in Law X._____, 

betreffend Diebstahl  

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Meilen, Einzelgericht in 

Strafsachen, vom 23. November 2023 (GG230020)

-  2  -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 26. Juli 2023 

ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 9).

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 32 S. 43 ff.)

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des Diebstahls im Sinne von Art. 139 

StGB (Dossier 2).

2.

Der Beschuldigte A._____ ist 

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 -

der mehrfachen Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Abs. 1 StGB 

(Dossier 1);

der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 StGB 

(Dossier 1);

nicht schuldig und wird freigesprochen.

3.

Es wird keine Zusatzstrafe zur Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu CHF 30.– 

gemäss  Urteil  des  Bezirksgerichtes  Bülach  vom  22. Juni  2021  (Geschäfts-

Nr. GG20009-C) ausgesprochen. 

4.

Die  erlittene  Haft  von  17  Tagen  wird  an  die  mit  Urteil  des  Bezirksgerichtes 

Bülach  vom  22. Juni  2021  (Geschäfts-Nr. GG20009-C)  ausgesprochene 

Geldstrafe angerechnet. 

5.

Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 20. Juni 

2023 beschlagnahmten CHF 340.– werden eingezogen. Dieser Betrag wird 

zur teilweisen Deckung der Gerichtsgebühr gemäss Dispositiv Ziffer 8 ver-

wendet.

6.

Die folgenden von der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland mit Verfü-

gung vom 20. Juni 2023 als Beweismittel beschlagnahmten Gegenstände 

werden dem Beschuldigten innert 3 Monaten nach Eintritt der Rechtskraft 

 
 
-  3  -

auf erstes Verlangen hin zurückgegeben und hernach der Lagerbehörde zur 

Vernichtung überlassen: 

 -

ein Paar Schuhe (Asservaten-Nr. A014'469'988);

 - Winterkappe (Asservaten-Nr. A014'469'999);

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 -

Herrenjacke (Asservaten-Nr. A014'470'010);

Schal (Asservaten-Nr. A014'470'021);

Klarsichtmappe blau mit diversen Unterlagen (Asservaten-

Nr. A014'470'043);

Hygienemaske schwarz (Asservaten-Nr. A014'470'098);

Tresorschlüssel Nr. 7938 (Asservaten-Nr. A014'470'101).

7.

Die folgenden gemäss Sicherstellungsliste vom 13. Juni 2023 sichergestell-

ten Asservate werden eingezogen und der zuständigen Lagerbehörde nach 

Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zur gutscheinenden Verwendung/Ver-

nichtung überlassen: 

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Schuhabdruckspur – Foto (Asservaten-Nr. A014'474'625);

Foto (Asservaten-Nr. A014'485'484);

Schuhsolenvergleichsabdruck – Folie (Asservaten-Nr. A014'474'534);

Datenausauslesung / Datensicherung (Asservaten-Nr. A014'635'973);

Mikrospuren - Klebbandasservat (Asservaten-Nr. A014'470'667).

8.

Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf 

CHF

CHF

CHF

CHF

CHF

CHF

4'800.00 ; die weiteren Kosten betragen:

6'000.00 Gebühren für das Vorverfahren

2'620.00  Auslagen (EJPD, rückwirkende Überwachung)

549.00  Auslagen (IRM, DNA-Gutachten)

964.50  Auslagen Polizei (Autohilfe ZH, EDV-Datensicherung)

1'120.00  Auslagen Polizei (FOR Zürich, Kurzberichte vom 

 8. Dezember 2020, 10. Dezember 2020 und 
 29. August 2022)

CHF

16'053.50 Total

 
-  4  -

9.

Rechtsanwalt M.A. HSG in Law X._____, … [Adresse] wird für seine Bemü-

hungen als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten wie folgt entschädigt:

CHF  44'707.79  Entschädigung als amtlicher Verteidiger

CHF - 24'565.00 Akontozahlung vom 22. März 2021

CHF

20'142.79 Total (7.7 % MwSt. darin eingeschlossen)

Die Kasse des Bezirksgerichts Meilen wird angewiesen, diesen Betrag an 

Rechtsanwalt M.A. HSG in Law X._____ auszubezahlen.

10. Die Gebühren des Vorverfahrens sowie des gerichtlichen Verfahrens – mit 

Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung – werden dem Beschul-

digten zu einem Viertel auferlegt und – soweit ausreichend – mit den einge-

zogenen CHF 340.– verrechnet und im Restumfang von drei Vierteln auf die 

Gerichtskasse genommen. 

11. Die Auslagen im Gesamtbetrag von CHF 5'253.50 werden dem Beschuldig-

ten auferlegt.

12. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen. Die Rückzahlungspflicht der Kosten der amtlichen Verteidigung im 

Umfang von einem Viertel bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

Im Umfang von drei Vierteln werden die Kosten der amtlichen Verteidigung 

definitiv auf die Gerichtskasse genommen.

Berufungsanträge:

a)

Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 50 S. 2)

1.

2.

Der Berufungsantrag der Oberstaatsanwaltschaft sei abzuweisen.

Der Beschuldigte sei in Abänderung des vorinstanzlichen Urteils vom 

23. November 2023 auch von Dossier 2 (Diebstahl) freizusprechen und 

angemessen zu entschädigen.

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3.

Eventualiter sei im Falle einer Verurteilung die Probezeit auf zwei Jahre 

festzusetzen. 

4.

Der amtliche Verteidiger sei gemäss Kostennote angemessen zu ent-

schädigen.

5.

Dem Beschuldigten seien für dieses Berufungsverfahren keine Kosten 

aufzuerlegen, eventualiter sei ihm die Kostenauflage aus Billigkeit an-

gemessen zu reduzieren.

b)

Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland: 

(Urk. 33 S. 2; Urk. 49 S. 1)

1.

Der Beschuldigte sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 5 Mona-

ten unter Anrechnung der erstandenen Haft.

2.

Dem Beschuldigten sei der bedingte Vollzug der Freiheitsstrafe zu ge-

währen unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren.

3.

Dem Beschuldigten seien die Kosten des Berufungsverfahrens aufzu-

erlegen.

_____________________________

  Erwägungen:

I.  Verfahren

1.

Mit Urteil des Bezirksgerichtes Meilen - Einzelgericht in Strafsachen - vom 

23. November 2023 wurde der Beschuldigte des Diebstahls im Sinne von Art. 139 

Ziff. 1 StGB (Anklagedossier 2) schuldig gesprochen, während er von den Vorwür-

fen  der  mehrfachen  Veruntreuung  im  Sinne  von  Art. 138  Ziff.  1  StGB  sowie  der 

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mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB (Anklagedos-

sier 1)  freigesprochen  wurde.  Es  wurde  keine  (Zusatz-)Strafe  ausgefällt  und  die 

vorliegend  verbüsste  Untersuchungshaft  an  eine  frühere  Strafe  angerechnet. 

Schliesslich wurde über die im Verfahren verfügten Beschlagnahmungen sowie die 

Kosten- und Entschädigungsfolgen befunden (Urk. 32 S. 43 ff.). 

2.

Die Staatsanwaltschaft liess gegen diesen Entscheid fristgerecht die Beru-

fung anmelden (Urk. 28) und reichte in der Folge am 11. April 2024 rechtzeitig die 

Berufungserklärung ein (Urk. 33). Nach entsprechender Fristansetzung mit Präsi-

dialverfügung vom 2. Mai 2024 (Urk. 37) erhob der Beschuldigte die Anschlussbe-

rufung (Urk. 39). Nachdem der Beschuldigte aufforderungsgemäss das vervollstän-

digte Datenerfassungsblatt eingereicht hatte (vgl. Urk. 40), wurde schliesslich am 

5. Juli  2024  auf  den  17. Januar  2025  zur  Berufungsverhandlung  vorgeladen 

(Urk. 43), zu welcher der Vertreter der Staatsanwaltschaft sowie der Beschuldigte 

in Begleitung seiner amtlichen Verteidigung erschienen sind (Prot. II S. 4). 

II.  Formelles

1.

Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechts-

kraft des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Die Staats-

anwaltschaft hat ihre Berufung auf die Strafe und deren Vollzug beschränkt (Urk. 33 

S. 1 f.), während der Beschuldigte mit der Anschlussberufung einen vollumfängli-

chen  Freispruch  mit  den  sich  daraus  ergebenden  Anpassungen  betreffend  die 

Straf- und Nebenfolgen verlangt (Urk. 39 S. 1). Unangefochten blieben in zweiter 

Instanz  die  Dispositivziffern  2  (Freisprüche),  6  (Beschlagnahmungen  Gegen-

stände), 7 (Sicherstellungen Asservate) sowie 8 und 9 (Kostenfestsetzung), welche 

somit in Rechtskraft erwachsen sind, was vorab mit Beschluss festzuhalten ist.

2.

Im Vorfeld der Berufungsverhandlung reichte die Verteidigung mit Eingabe 

vom  14. Januar  2025  auszugsweise  die  Chat-Korrespondenz  zwischen  dem  Be-

schuldigten  und  seinem  damaligen  Vorgesetzten  sowie  die  dazugehörigen  An-

hänge ein und beantragte im Sinne einer Beweisergänzung, dass diese Unterlagen 

zu den Akten zu nehmen seien (Urk. 45 f.). Nachdem die Staatsanwaltschaft hierzu 

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anlässlich der Berufungsverhandlung Stellung nehmen konnte und gegen den Be-

weisergänzungsantrag der Verteidigung nicht opponierte (vgl. Urk. 48 S. 1), ist die-

ser gutzuheissen und die eingereichten Unterlagen sind antragsgemäss zu den Ak-

ten zu nehmen. Im Übrigen wurden von keiner Seite Vorfragen oder Beweisanträge 

gestellt (vgl. Prot. II S. 6), wobei sich in zweiter Instanz – abgesehen von der er-

neuten Befragung des Beschuldigten – auch von Amtes wegen keine weiteren Be-

weiserhebungen aufdrängen. 

III.  Schuldpunkt

1.

Die Anklage vom 26. Juli 2023 wirft dem Beschuldigten mit Bezug auf das 

vorliegend  noch  angefochtene  Dossier 2  vor,  am  6. Dezember  2020  um  ca. 

23:27 Uhr  in  die  Lagerräumlichkeiten  der  B._____-Tankstelle  in  C._____  einge-

drungen zu sein und dort aus dem untersten Fach des Geschäftstresors einen Beu-

tel  mit  den  Tageseinnahmen  und  den  Gewinnlosen  mit  einem  Deliktsbetrag  von 

insgesamt Fr. 3'059.– zwecks Deckung seiner eigenen Bedürfnisse entwendet zu 

haben, obwohl er gewusst habe, auf diese Vermögenswerte keinerlei Anspruch zu 

haben (Urk. 9 S. 7). 

2.

Der Beschuldigte hat diesen Vorwurf im bisherigen Verfahren nicht aner-

kannt und geltend gemacht, er sei zur fraglichen Zeit in Zürich gewesen und später 

nach D._____ zu einem Kollegen gefahren. Im Übrigen habe er die Schlüssel zu 

den Tankstellenräumlichkeiten bei seiner Freistellung abgegeben und erkenne sich 

auch auf den zur Tatzeit gemachten Aufnahmen der Überwachungskamera nicht 

wieder (Urk. D1/2/2 S. 1 - 4; D1/2/4 S. 10 ff.; Prot. I S. 39 ff.). In der heutigen Beru-

fungsverhandlung  stellte  er  erneut  in  Abrede,  der  Täter  des  eingeklagten  Dieb-

stahls vom 6. Dezember 2020 zu sein, und führte im Wesentlichen aus, dass so-

wohl sämtliche bei ihm aufgefundenen Kleidungsstücke als auch die sichergestell-

ten  Schuhe  als  Massenware  anzusehen  seien,  welche  von  vielen  Leuten  in  der 

Schweiz getragen werde, weshalb die Übereinstimmung zwischen den bei ihm kon-

fiszierten Gegenständen und jenen, welche der Täter getragen habe, reiner Zufall 

sei. Im Übrigen sei in dieser Sache von Beginn weg nur gegen ihn ermittelt worden, 

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obwohl auch andere Mitarbeiter der inkriminierten Tankstelle für die Tat in Frage 

kämen, wobei in diesem Zusammenhang auch zu berücksichtigen sei, dass ihn der 

Arbeitgeber bereits betreffend weitere Vorfälle falsch beschuldigt habe und andere 

Mitarbeiter von dieser Verdächtigung profitiert hätten (Prot. II S. 13 ff.).

Nachdem der Sachverhalt der Anklage mithin auch in zweiter Instanz be-

stritten  blieb,  ist  im  Folgenden  nochmals  zu  prüfen,  inwiefern  sich  der  entspre-

chende Vorwurf dem Beschuldigten in Anwendung der allgemeinen Beweisgrund-

sätze gestützt auf die im Recht liegenden Beweismittel rechtsgenügend nachwei-

sen lässt.

3.

3.1.

Die  Grundsätze  der  Beweiswürdigung  sind  im  angefochtenen  Urteil  voll-

ständig wiedergegeben (vgl. Urk. 32 S. 7 ff.), so dass auf die dortigen Erwägungen 

verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO). Zu ergänzen ist, dass der Nachweis 

der  Tat  namentlich  auch  mit  Indizien  geführt  werden  kann.  Beim  Indizienbeweis 

wird aus bestimmten Tatsachen, die bewiesen sind, auf den zu beweisenden, un-

mittelbar  rechtserheblichen  Umstand  geschlossen.  Eine  Mehrzahl  von  Indizien, 

welche  für  sich  alleine  nur  mit  einer  gewissen  Wahrscheinlichkeit  auf  die  Täter-

schaft oder die Tat hinweisen und einzeln betrachtet die Möglichkeit des Anders-

seins offen lassen, kann einen Anfangsverdacht verstärken und in der Gesamtheit 

ein Bild erzeugen, das bei objektiver Betrachtung keine Zweifel offen lässt, dass 

sich der Sachverhalt im Sinne der Anklage verwirklicht hat. Dies ist mithin auch der 

Fall, wenn sich die als belastend gewerteten Indizien zu einer Gewissheit verdich-

ten, welche die entlastenden Umstände als unerheblich erscheinen lassen (Urteil 

6B_678/2013 vom 3. Februar 2014, E. 3.3. m.w.H.). 

3.2.

Die Verwertbarkeit der mit Bezug auf das vorliegend streitgegenständliche 

Dossier 2 erhobenen Beweismittel erscheint – mit Ausnahme der ersten nicht ent-

scheidenden polizeilichen Einvernahme des Beschuldigten (vgl. Urk. D1/2/1) – un-

bedenklich und wurde seitens des Beschuldigten insoweit auch nicht in Frage ge-

stellt,  zumal  im  Rahmen  der  Untersuchung  seinen  prozessualen  Verteidigungs- 

und Mitwirkungsrechten bis auf die erwähnte Ausnahme gebührend Rechnung ge-

tragen worden ist.

-  9  -

4.

4.1.

Die  Vorinstanz  erachtete  den  Sachverhalt  betreffend  den  Vorfall  vom 

6. Dezember 2020 nach umfassender Würdigung der relevanten Beweismittel als 

erstellt. Dabei stützte sie sich massgeblich auf die Ergebnisse der im Anschluss an 

die  Tatnacht  beim  Beschuldigten  durchgeführten  Hausdurchsuchung  sowie  auf 

weitere belastende Indizien, welche diese Ergebnisse gemäss ihrer Ansicht stützen 

(vgl.  Urk. 32  S. 31  - 38).  Die  entsprechenden  Darlegungen  erweisen  sich  nach 

nochmaliger  Prüfung  als  schlüssig  und  nachvollziehbar,  so  dass  den  zu  Grunde 

liegenden Überlegungen ohne massgebende Vorbehalte gefolgt werden kann. So 

ist  namentlich  auch  in  zweiter  Instanz  zu  erkennen,  dass  die  Merkmalsidentität 

gleich mehrerer beim Beschuldigten im Rahmen der an seinem Wohnort durchge-

führten Hausdurchsuchung sichergestellten Kleider mit den entsprechenden Klei-

dungsstücken der Person auf dem aktenkundigen Überwachungsvideo ein starkes 

Indiz darstellt, welches bereits für sich allein nahezu genügt, um mit genügender 

Wahrscheinlichkeit  auf  die  Täterschaft  des  Beschuldigten  schliessen  zu  können 

(vgl. Urk. 32 S. 35 f.; Urk. D2/5/3 Fotos 3 -  10). Wenn die Verteidigung diesbezüg-

lich argumentiert, dass es sich bei diesen Kleidungsstücken um Massenware han-

delt (Urk. 50 S. 9), so ist dies insofern zutreffend, als das Auffinden eines einzelnen 

solchen Kleidungsstückes für sich alleine nicht genügen würde, um den Beschul-

digten rechtsgenügend überführen zu können. Vorliegend entscheidend ist indes, 

dass beim Beschuldigten genau jene Kombination von Kleidungsstücken gefunden 

wurde, wie sie auch von der Person auf dem Überwachungsvideo getragen wird, 

wobei auch die beim Beschuldigten sichergestellte Mütze mit jener auf dem Über-

wachungsvideo  identisch  erscheint.  Dass  die  Mütze  –  wie  die  Verteidigung  vor-

bringt (vgl. Urk. 50 S. 10 ff.) – auf dem Video im Gegensatz zu den Fotoaufnahmen 

mit dem Beschuldigten bei der Polizei dunkler und glatter wirkt, lässt sich ohne Wei-

teres mit den unterschiedlichen Lichtverhältnissen erklären. So sind die Lichtver-

hältnisse auf dem Überwachungsvideo zur Tatzeit – damals war es Nacht und die 

Aufnahmequalität von Überwachungskameras ist dannzumal notorisch schlecht – 

keineswegs mit jenen bei der Polizei, deren Räumlichkeiten mitunter für das Erstel-

len solcher Fotodokumentationen eingerichtet sind, vergleichbar. Gleichermassen 

wirkt denn auch die Gesichtsmaske auf dem Überwachungsvideo dunkler als auf 

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den Tagesaufnahmen bei der Polizei (vgl. Urk. D2/5/3 Foto 1 + 2). Wenn die Ver-

teidigung mit Verweis auf die Fotoaufnahmen bei der Polizei schliesslich vorbringt, 

dass dem Beschuldigten die Lederjacke zu klein sei (vgl. Urk. D2/5/3 Foto 9 + 10, 

wo die Lederjacke nur zu drei Vierteln geschlossen ist) und er diese bei der Tat 

deshalb nicht getragen haben könne (vgl. Urk. 50 S. 12), so handelt es sich hierbei 

letztlich nur um eine Mutmassung bzw. einen rein theoretischen Einwand, da weder 

auf den polizeilichen Aufnahmen noch auf dem Überwachungsvideo genügend zu 

erkennen ist, ob die Jacke vollständig geschlossen werden konnte. Kommt hinzu, 

dass die Lederjacke beim Beschuldigten im Auto sichergestellt wurde, woraus sich 

ohne Weiteres der Schluss ziehen lässt, dass er diese kurz zuvor noch getragen 

hat  (vgl.  hierzu  seine  Aussage,  wonach  er  Kleidungsstücke,  welche  er  draussen 

trage, jeweils im Auto ausziehe und dort zurücklasse [Prot. II S. 14]), zumal er nicht 

geltend macht, diese für einen Dritten bei sich im Fahrzeug aufbewahrt zu haben. 

Ein weiteres bedeutendes Indiz stellt sodann der im Vergleich zu den si-

chergestellten  Schuhen  des  Beschuldigten  identische  Sohlenabdruck  auf  einem 

Karton  am  Tatort  unterhalb  der  Überwachungskamera  dar  (vgl.  Urk. D2/2/1  Fo-

tos 10 + 11; Urk. D2/8/1 S. 3), zumal  nur eine theoretische Möglichkeit dafür be-

steht, dass ein einen Monat früher vom Beschuldigten hinterlassener Abdruck (als 

er noch bei der B._____ arbeitete) die Zeit im Freien in der abgebildeten Qualität 

überstanden haben könnte. Ferner wirkt sich für den Beschuldigten belastend aus, 

dass das zu Vergleichszwecken von ihm angefertigte Foto mit den besagten Klei-

dungsstücken in der Tat eine nicht zu übersehende Ähnlichkeit mit dem auf den 

Videoaufnahmen  sichtbaren  Täter  aufweist  (vgl.  Urk. D2/5/3  Fotos 1  + 2  = 

Urk. D1/17/1 Fotos 1 + 2), auch wenn eine solchermassen gegebene Ähnlichkeit 

den Tatnachweis für sich allein noch nicht zu führen vermöchte. Entgegen der Ver-

teidigung (vgl. Urk. 50 S. 8) kamen denn auch die Spezialisten des Forensischen 

Instituts Zürich zu keinem anderen Schluss, nachdem im morphologischen Bildver-

gleich nicht die beiden vorgenannten Bilder auf ihre visuelle Ähnlichkeit hin vergli-

chen wurden, sondern versucht wurde, die Gesichtsmerkmale des Beschuldigten 

mit  jenen  der  Täterschaft  auf  dem  Überwachungsvideo  abzugleichen,  was  auf-

grund  dessen,  dass  die  Täterschaft  eine  Gesichtsmaske  trug  und  das  Überwa-

chungsvideo von schlechter Qualität war, nicht gelang. Andrerseits wird im entspre-

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chenden  Kurzbericht  des  Forensischen  Instituts  Zürich  aber  auch  festgehalten, 

dass  der  morphologische  Bildvergleich  der  Täterschaft  und  des  Beschuldigten 

keine Merkmalsunterschiede ergeben habe, die als identitätsausschliessende Kri-

terien zu bewerten wären (vgl. Urk. D2/5/4 S. 3 ff.). Schliesslich passt ins Bild, dass 

die  für  die  Tatbegehung  notwendigen  Insiderkenntnisse  betreffend  die  Überwa-

chungskamera, die Alarmanlage sowie den Tresor (mit den jeweils darin befindli-

chen  Tageseinnahmen)  allesamt  auch  dem  Beschuldigten  eigen  waren  und  an-

sonsten kaum eine andere männliche Person mit den entsprechenden Kenntnissen 

in Frage kommt, welche die Tat realistischerweise begangen haben könnte. Dass 

trotz vorhandener Insiderkenntnisse der Täterschaft nicht mehr Geld aus dem Tre-

sor  entnommen  wurde,  kann  verschiedene  Gründe  haben,  wobei  namentlich  zu 

berücksichtigen ist, dass die Täterschaft bei einem Einbruchdiebstahl naturgemäss 

unter  Zeitdruck  steht  und  vorliegend  bereits  das  Aufwuchten  des  Tresors  einige 

Zeit in Anspruch genommen haben dürfte, weshalb der Umstand, dass nicht mehr 

Geld entwendet wurde, damit begründbar ist und den Beschuldigten entgegen sei-

ner  Ansicht  (vgl.  Prot. II  S. 16;  vgl.  auch  Urk. 50  S. 14)  mithin  nicht  zu  entlasten 

vermag. Im Übrigen ist aber auch durchaus denkbar, dass beim Handeln des Be-

schuldigten  nebst  finanziellen  Motiven  nicht  zuletzt  auch  Rachegedanken  mit  im 

Spiel waren, nachdem er sich von seiner Arbeitgeberin zu Unrecht beschuldigt und 

freigestellt sah (vgl. Prot. II S. 15 f.; vgl. hierzu auch hinten Ziffer IV./6.3.), in wel-

chem  Fall  die  Höhe  der  Deliktsbeute  gar  nicht  die  entscheidende  Rolle  gespielt 

hätte.  War  der  Beschuldigte  zum  Zeitpunkt  des  Einbruchdiebstahls  aber  bereits 

freigestellt, ist schliesslich nicht ersichtlich, dass ihn die stellvertretende Filialleiterin 

E._____ zu Unrecht falsch belasten sollte (so die Beschuldigtenseite in Urk. 50 S. 7 

+ 9 i.V.m. Prot. II S. 18 f.), stand der Beschuldigte ihr zu diesem Zeitpunkt doch gar 

nicht mehr entscheidend im Weg.

Auf der anderen Seite fällt für den vorliegenden Fall aber auch wesentlich 

ins Gewicht, dass – wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat (Urk. 32 S. 31 ff.) 

–  keine  valablen  Ausschlusskriterien  vorhanden  sind,  welche  das  insofern  kom-

pakte Bild der Täterschaft des Beschuldigten in relevante Zweifel zu ziehen ver-

möchten.  Namentlich  entpuppt  sich  das  vorgebrachte  Alibi  als  löchrig  und  wird 

durch  die  Auswertung  der  damaligen  Antennenstandorte  des  Mobiltelefones  des 

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Beschuldigten konterkariert (vgl. Urk. D2/1/4 S. 10). Und auch der morphologische 

Bildvergleich des Forensischen Instituts Zürich vermochte die Täterschaft des Be-

schuldigten  wie  erwogen  nicht  auszuschliessen,  selbst  wenn  im  Gegenzug  auch 

das  Gegenteil  nicht  hinreichend  belegt  werden  konnte  (vgl.  Urk. D2/5/4).  Dass 

schliesslich am Wohnort des Beschuldigten weder die Deliktsbeute noch das beim 

Einbruch verwendete Werkzeug gefunden werden konnten, erscheint nicht ausser-

gewöhnlich und entspricht eher der Erfahrung anhand gleichgelagerter Delikte, da 

potentiell  belastendes  Einbruchswerkzeug  in  der  Regel  zeitnah  entsorgt  und  die 

Beute an einem geeigneten Ort versteckt wird. Demgegenüber erscheint es lebens-

fremd, wenn der Beschuldigte geltend macht, dass das aufgewuchtete Loch im Tre-

sor derart klein gewesen sei, dass nur jemand mit einer Kinderhand das Geld dar-

aus entnommen haben könne (Prot. II S. 16), zumal der besagte Spalt im Tresor-

fach auch für einen ausgewachsenen Täter durchaus genügend gross anmutet, um 

daraus – allenfalls unter Behändigung von Hilfsmitteln – Geld und Lose zu entneh-

men (vgl. Urk. D2/2/1 Foto 8). 

4.2.

Insgesamt kann demzufolge auch bei nochmaliger Würdigung der mass-

gebenden Beweismittel in zweiter Instanz mit rechtsgenügender Sicherheit als er-

stellt erachtet werden, dass der Beschuldigte die inkriminierten Vermögenswerte 

im Lagerraum seiner früheren Arbeitgeberin entwendet hat und diese in der Folge 

für eigene Zwecke verbrauchte, wobei unklar bleibt, wo das behändigte Deliktsgut 

schliesslich verblieben ist, was indessen im Hinblick auf die rechtliche Beurteilung 

des Falles auch ohne Weiteres offen bleiben kann. 

5.

Die rechtliche Würdigung des erstellten Anklagesachverhaltes erweist sich 

mit der Vorinstanz als unproblematisch und ist vollumfänglich zu bestätigen (vgl. 

Urk. 32 S. 38). Der Beschuldigte ist demgemäss betreffend Anklagedossier 2 auch 

vom Berufungsgericht des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB schuldig 

zu sprechen. 

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IV.  Strafe

1.

Der  Beschuldigte  hat  entsprechend  den  vorstehenden  Erwägungen  zum 

Schuldpunkt am 6. Dezember 2020 einen Diebstahl begangen, wofür er mit dem 

vorliegenden Entscheid zu bestrafen ist. In der Zwischenzeit wurde der Beschul-

digte  indessen  mit  Urteil  des  Bezirksgerichtes  Bülach  vom  22.  Juni  2021  wegen 

mehrfachen  betrügerischen  Missbrauchs  von  Datenverarbeitungsanlagen  bereits 

mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 30.– belegt, welche rechtskräftig 

geworden  ist  (vgl.  Beizugsakten  BG  Bülach,  Geschäfts-Nr.  GG200009,  Urk. 91 

+ 95).

2.

Die  Vorinstanz  hat  vor  dem  dargelegten  Hintergrund  unter  dem  Titel  der 

Sanktionsart  zunächst  die  Strafbemessung  für  den  vorliegend  zu  beurteilenden 

Diebstahl vorgenommen und dabei eine Strafe von 150 Strafeinheiten festgelegt, 

bevor sie sich dann zur Strafart äusserte und dabei mangels anderweitiger ersicht-

licher Gründe auf eine Geldstrafe erkannte (Urk. 32 S. 39 f.). In der Folge äusserte 

sie sich aufgrund der verhängten Geldstrafe zur Problematik der Zusatzstrafe zur 

früher ausgefällten Geldstrafe von 180 Tagessätzen und gelangte in diesem Zu-

sammenhang zum Schluss, dass angesichts des mit dem ersten Entscheid bereits 

ausgeschöpften Strafrahmens der Geldstrafe keine weitere Geldstrafe als Zusatz-

strafe mehr in Betracht falle (Urk. 32 S. 40 f.). 

Zu diesem gewählten Vorgehen der Vorinstanz drängen sich im Berufungs-

verfahren verschiedene präzisierende bzw. korrigierende Überlegungen auf, wel-

che im Folgenden näher darzulegen sind.

3.

Gemäss  höchstrichterlicher  Rechtsprechung  ist  aufgrund  des  zentralen 

Stellenwertes des Verschuldens im hiesigen Sanktionensystem zunächst die Straf-

art  einer  bestimmten  Sanktion  zu  bestimmen,  bevor  dann  daraus  das  Strafmass 

abgeleitet wird. Demzufolge ist es dem Gericht verwehrt, in einem ersten Schritt 

eine bestimmte Anzahl von Strafeinheiten festzulegen und im Anschluss daran die 

Art der Sanktion festzulegen, da auf diese Weise das Verschulden bzw. die krimi-

nelle Energie des jeweiligen Täters unberücksichtigt bliebe. Namentlich setze auch 

-  14  -

die Anwendung von Art. 49 StGB voraus, dass die Strafen von gleicher Art seien, 

was dazu führe, dass der Richter für jede begangene Straftat zunächst überprüfe, 

welche Strafart für diese angemessen sei (BGE 147 IV 241, E. 3.2.; vgl. auch be-

reits BGE 144 IV 313, E. 1.1.1.). 

4.

Nachdem für den in casu zu beurteilenden Diebstahl alternativ sowohl eine 

Geldstrafe als auch eine Freiheitsstrafe vorgesehen ist (vgl. Art. 139 Ziff. 1 StGB), 

ist demzufolge im Rahmen der nachfolgenden Beurteilung der Strafe zunächst über 

die Art der betreffenden Sanktion zu befinden, bevor dann in weiteren Schritten die 

konkrete Strafzumessung nach der Massgabe von Art. 47 ff. StGB vorzunehmen 

ist. Dabei beurteilt sich die Frage, ob im konkreten Fall eine Geld- oder eine Frei-

heitsstrafe zu verhängen ist, nach dem Ausmass des Tatverschuldens sowie der 

Zweckmässigkeit der Strafe, ihren Auswirkungen auf den Täter und sein soziales 

Umfeld sowie ihrer präventiven Effizienz (vgl. BGE 147 IV 241, E. 3.2.; 144 IV 313, 

E. 1.1.1.; 134 IV 82, E. 4.1.; 134 IV 97, E. 4.2.; Urteil 6B_104/2023 vom 12. April 

2024, E. 3.3.2.). Der Gesetzgeber hat für den Bereich der leichteren und mittleren 

Kriminalität die Geldstrafe als Regelsanktion vorgesehen, womit bei Einzelstrafen 

im Bereich bis zu 6 Monaten Freiheitsstrafe bzw. 180 Tagessätzen Geldstrafe im 

Grundsatz eine gesetzliche Prioritätsordnung zu Gunsten der nicht freiheitsentzie-

henden Sanktion besteht (vgl. Art. 41 Abs. 1 StGB; BGE 144 IV 313, E. 1.1.1.; 144 

IV  217,  E. 3.3.3.;  Urteile  6B_93/2022  vom  24. November  2022,  E. 1.3.1. ff.  und 

6B_436/2018 vom 24. September 2018, E. 1.2.). Allerdings kann nach der neueren 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch in diesem Bereich eine (Gesamt-)Frei-

heitsstrafe ausgesprochen werden, wenn viele Einzeltaten zeitlich sowie sachlich 

eng miteinander verknüpft sind und eine blosse Geldstrafe bei keinem der in einem 

engen Zusammenhang stehenden Delikte geeignet ist, in genügendem Masse prä-

ventiv auf den Täter einzuwirken. Das Gericht darf somit bei der Wahl der Strafart 

die mehrfache und kontinuierliche gleichartige Delinquenz mitberücksichtigen und 

in diesem Zusammenhang selbst einen Ersttäter mit einer Freiheitsstrafe belegen 

(Urteil 6B_180/2023 vom 27. Juni 2024, E. 4.3.3.). 

5.

5.1.

Die Vorinstanz hat in casu mit Bezug auf die Strafart ohne weitere Erwä-

-  15  -

gungen festgehalten, es seien vorliegend keine Gründe ersichtlich, welche die Ver-

hängung einer Freiheitsstrafe anstatt einer Geldstrafe nahelegen würden (Urk. 32 

S. 40). Dieser Einschätzung kann bei näherem Hinsehen nicht gefolgt werden. Der 

Beschuldigte wurde mit Urteil des Bezirksgerichtes Bülach vom 22. Juni 2021 we-

gen mehrfachen betrügerischen Missbrauchs von Datenverarbeitungsanlagen so-

wie  mehrfachen  Versuchs  dazu  mit  einer  Geldstrafe  von  180 Tagessätzen  zu 

Fr. 30.– bestraft (vgl. Beizugsakten Nr. GG200009, Urk. 91 S. 30). Dieser Verurtei-

lung lag eine Deliktsserie zwischen dem 5. August und dem 1. September 2018 zu 

Grunde, für welche das damalige Gericht eine deutlich höhere Gesamtstrafe von 

260 Tagessätzen  als  angemessen  erachtete,  welche  indessen  aufgrund  des  ge-

setzlichen Höchstmasses der Geldstrafe bei 180 Tagessätzen zu plafonieren war 

(Beizugsakten Nr. GG200009, Urk. 91 S. 27). Angesichts der über 20 gleichgela-

gerte Taten enthaltenden Delinquenz hätte es sich aber vor dem Hintergrund der 

dargelegten Rechtsprechung, wonach bei der Wahl der Strafart namentlich auch 

die mehrfache und kontinuierliche Straffälligkeit mitberücksichtigt werden kann, be-

reits  damals  aufgedrängt,  den  Beschuldigten  mit  der  härteren  Sanktion  der  Frei-

heitsstrafe zu belegen, auch wenn er als Ersttäter zu gelten hatte, hätte man doch 

mit  Fug  auch  die  Meinung  vertreten  können,  angesichts  der  zahlreichen  zeitlich 

sowie sachlich eng miteinander verknüpften Taten und der damit verbundenen kri-

minellen Energie könne nur eine (Gesamt-)Freiheitstrafe den wiederholt delinquie-

renden Beschuldigten von weiterem strafbaren Verhalten abhalten (vgl. vorstehend 

Ziffer 4.). Zwar kann aufgrund des Grundsatzes "ne bis in idem" heute auf die frü-

here Verurteilung weder betreffend die Strafart noch die Strafhöhe zurückgekom-

men werden, doch bedeutet dies nicht, dass das hiesige Gericht bei der Gesamt-

beurteilung des vorliegenden Falles an die damalige rechtliche Auffassung gebun-

den wäre, da sich eine Justizbehörde im Rahmen ihrer Rechtsprechung betreffend 

die  konkrete  Situation  einzig  von  ihrem  pflichtgemässen  Ermessen  zu  leiten  hat 

und  es  mit  der  richterlichen  Unabhängigkeit  nicht  vereinbar  wäre,  wenn  sie  sich 

entgegen ihrer Überzeugung einem anderen Urteil anzupassen hätte (vgl. BGE 135 

IV 191, E. 3.3.).

5.2.

Hinzu  kommt  nun  aber  in  entscheidender  Weise,  dass  der  Beschuldigte 

nach seiner vorerwähnten Deliktsserie im Jahr 2020 anlässlich des vorliegend zu 

-  16  -

beurteilenden Falles während des wegen der früheren Taten laufenden Strafver-

fahrens ein weiteres Vermögensdelikt beging, welches ebenfalls von einer erhebli-

chen kriminellen Energie im selben Tatsegment zeugt. Unterzieht man das Verhal-

ten  des  Beschuldigten  in  der  massgeblichen  Zeit  insofern  einer  Gesamtbetrach-

tung, so erscheint seine Entwendung von Bargeld und Gewinnlosen als gleichge-

lagerte Fortsetzung der früheren Delinquenz, ohne dass er sein Tun im gesamten 

Zeitraum in irgendeiner Weise hinterfragt hätte. Der Beschuldigte offenbarte damit 

eine  nachhaltige  Unverfrorenheit  gegenüber  dem  hiesigen  Rechtssystem,  womit 

die neuerliche Verurteilung mit einer Geldstrafe definitiv nicht mehr mit dem Krite-

rium  der  hinreichend  präventiven  Effizienz  der  Sanktion  vereinbar  erscheint  (vgl. 

dazu vorstehend Ziffer 4.). 

5.3.

Schliesslich  ist  auch  zu  berücksichtigen,  dass  seit  dem  erstinstanzlichen 

Urteil keine persönlichen Entwicklungen des Beschuldigten ersichtlich sind, welche 

aus aktueller Sicht doch noch für eine mildere Gangart im Rahmen der Sanktions-

bestimmung sprechen würden. Zwar sind in der Zwischenzeit keine neuen straf-

rechtlichen  Vorgänge  aktenkundig  geworden  (vgl.  Urk. 44),  doch  zeigte  sich  der 

Beschuldigte betreffend den Diebstahl trotz klarer Beweislage auch im Berufungs-

verfahren  in  keiner  Weise  einsichtig,  was  die  Zweifel  weiterbestehen  lässt,  dass 

eine blosse Geldstrafe in seinem Fall geeignet ist, um ihn von weiteren Verbrechen 

oder Vergehen abzuhalten (vgl. Art. 41 Abs. 1 lit. a StGB). 

5.4. Wären somit sämtliche vom Beschuldigten begangenen Taten gemeinsam 

in einem Entscheid beurteilt worden, so wäre bei einer Gesamtbetrachtung jeden-

falls  für  den  vorliegend  relevanten  Diebstahl  eine  Freiheitsstrafe  auszusprechen 

gewesen, womit der Beschuldigte bei einer Verurteilung zu einer Geldstrafe im vor-

liegend separaten Verfahren bessergestellt wäre, was indessen nicht angeht, nach-

dem mit der Staatsanwaltschaft (vgl. Urk. 49 S. 2) eine solche Besserstellung im 

Lichte von Art. 49 Abs. 2 StGB gleichermassen zu verhindern ist, wie eine insge-

samt schlechtere Beurteilung aufgrund von getrennt geführten Verfahren (vgl. HEIM-

GARTNER, OFK StGB, 21. Aufl., N 8 zu Art. 49 StGB m.H.a. BGE 129 IV 115). Wird 

nun  aber  im  Falle  einer  grundsätzlich  gegebenen  retrospektiven  Konkurrenz  im 

zweiten  Verfahren  für  das  zusätzliche  Delikt  eine  abweichende  Strafart  gewählt 

-  17  -

oder hätte das Zweitgericht auch für die bereits rechtskräftig entschiedenen Delikte 

die abweichende Sanktion ausgefällt, so kann keine Zusatzstrafe zur rechtskräftig 

ausgesprochenen anderen Art der Grundstrafe verhängt werden, da die besonde-

ren Regeln von Art. 49 Abs. 2 StGB diesfalls mangels Vorliegen gleichartiger Stra-

fen nicht zur Anwendung kommen (vgl. ACKERMANN, BSK StGB I, 4. Aufl., N 174 zu 

Art. 49 StGB mit Verweis auf BGE 142 IV 265). Demzufolge ist das Strafmass für 

die  betreffend  den  Diebstahl  in  casu  festzulegende  Freiheitsstrafe  im  Folgenden 

isoliert ohne Berücksichtigung des Asperationsprinzips zu bestimmen.

6.

6.1.

Die Vorinstanz hat sich zu den allgemeinen Grundsätzen der Strafzumes-

sung nicht geäussert (vgl. Urk. 32 S. 39). Prinzipiell kann dazu auf Art. 47 f. StGB 

verwiesen  werden,  wonach  das  Gericht  die  Strafe  innerhalb  des  massgebenden 

Strafrahmens  nach  dem  Verschulden  des  Täters  bemisst  und  dabei  auch  sein 

Vorleben  und  seine  persönlichen  Verhältnisse  sowie  die  Wirkung  der  Strafe  auf 

seine  Lebensverhältnisse  berücksichtigt  (Art. 47  Abs. 1  StGB).  Das  Verschulden 

wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechts-

guts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des 

Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren 

Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 

Abs. 2 StGB). Für die konkrete Strafzumessung ist zwischen der Tatkomponente 

und der Täterkomponente zu unterscheiden. Das Gericht ist dabei nicht gehalten, 

in  Zahlen  oder  Prozenten  anzugeben,  wie  es  die  einzelnen  Bemessungsgründe 

innerhalb der Einzelstrafen gewichtet (BGE 136 IV 55, E. 5.6.), doch ist zumindest 

zu begründen, in welchem Grad die einzelnen Faktoren strafmindernd oder straf-

erhöhend in die Waagschale geworfen werden (vgl. statt vieler Urteil 6B_475/2011 

vom 30. Januar 2012, E. 1.4.3.1.).

Bei der Tatkomponente ist als Ausgangspunkt die objektive Schwere des 

Deliktes festzulegen. Dabei ist anhand des Ausmasses des Erfolgs sowie aufgrund 

der  Art  und  Weise  des  Vorgehens  zu  beurteilen,  wie  stark  das  strafrechtlich  ge-

schützte Rechtsgut beeinträchtigt wurde. Ebenfalls von Bedeutung ist die kriminelle 

Energie,  wie  sie  durch  die  Tat  und  die  Tatausführung  offenbart  wurde.  In  einem 

-  18  -

zweiten  Schritt  ist  eine  Bewertung  des  subjektiven  Verschuldens  vorzunehmen, 

wobei bei allen Umständen danach zu fragen ist, ob sie vom Täter gewollt oder in 

Kauf  genommen  beziehungsweise  als  möglich  vorausgesehen  wurden.  Es  stellt 

sich somit die Frage, wie dem Täter die objektive Tatschwere tatsächlich anzurech-

nen  ist,  wozu  auch  die  Frage  der  Schuldfähigkeit,  das  Motiv  sowie  einige  der  in 

Art. 48 StGB aufgeführten Strafmilderungsgründe gehören. 

Die  Täterkomponente  umfasst  zum  einen  die  persönlichen  Verhältnisse 

und das Vorleben des Täters, wobei hier vor allem frühere Strafen zu berücksichti-

gen sind. Zum anderen ist das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren, insbe-

sondere gezeigte Reue und Einsicht oder ein abgelegtes Geständnis, zu berück-

sichtigen (WIPRÄCHTIGER/KELLER, BSK StGB I, N 120 ff. zu Art. 47 StGB).

6.2.

Der ordentliche Strafrahmen des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB 

reicht bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. Dieser Strafrahmen ist vorliegend nicht zu 

modifizieren, da keine aussergewöhnlichen Umstände ersichtlich sind, welche aus-

nahmsweise dessen Erweiterung nach oben oder nach unten nahelegen würden 

(vgl. BGE 136 IV 55, E. 5.8.).

6.3.

Hinsichtlich der im Rahmen der Tatkomponente zu beurteilenden objekti-

ven Tatschwere ist mit dem angefochtenen Urteil festzuhalten, dass der Beschul-

digte für seine Tat bewusst einen Zeitpunkt wählte, in welchem gemäss seiner In-

siderkenntnis relativ viel Geld im Tresor lag, um seine Arbeitgeberin entsprechend 

schädigen  zu  können.  Entsprechend  bedurfte  die  Tat  einer  gewissen  Planung, 

doch ist entgegen der Vorinstanz letztlich unklar, ob die entsprechenden Absichten 

tatsächlich lange im Voraus gehegt wurden, da die auf dem Mobiltelefon des Be-

schuldigten  sichergestellten  Fotos  des  Tatortes  diesbezüglich  zu  wenig  Anhalts-

punkte zu bieten vermögen (vgl. Urk. D1/2/8) und in diesem Zusammenhang tat-

sächlich noch andere Gründe für die Aufnahmen in Frage kommen, wie die Vertei-

digung insofern zu Recht vorbrachte (vgl. Urk. 50 S. 13 f. i.V.m. Prot. II S. 19 m.H.a. 

auf  Urk. 45 f.).  Sodann  ist  zu  berücksichtigen,  dass  der  mit  der  Tat  verwirklichte 

Deliktsbetrag im Vergleich zu anderen Einbruchdiebstählen nicht hoch war, obwohl 

eine höhere Beute angesichts der weiteren unangetastet gebliebenen Tresorfächer 

durchaus denkbar gewesen wäre. Er hat mit seinem nächtlichen Streifzug in den 

-  19  -

leeren Lagerraum auch keine Drittperson erschreckt oder gefährdet und trat offen-

sichtlich relativ schnell den Rückzug an, ohne einen namhaften Sachschaden zu 

hinterlassen.  Dass  der  zu  jenem  Zeitpunkt  bereits  freigestellte  Beschuldigte  das 

Vertrauen  seiner  Arbeitgeberin  besonders  ausgenutzt  hätte,  ist  schliesslich  nicht 

ersichtlich,  zumal  im  Dunkeln  geblieben  ist,  wie  er  effektiv  in  das  Gebäude  ge-

langte. Die Vorinstanz hat im Ergebnis denn auch richtig festgestellt, dass das Ver-

schulden des Beschuldigten insofern leicht wiegt.

In subjektiver Hinsicht bleibt die Motivlage letztlich im Unklaren. Zwar mag 

dem Beschuldigten das entwendete Geld sicherlich gelegen gekommen sein, doch 

ist  dabei  nicht  restlos  verständlich,  weshalb  er  im  Falle  rein  pekuniärer  Beweg-

gründe nicht eine höhere Beute machte, obwohl ihm dies wohl grundsätzlich mög-

lich gewesen wäre. Neben den finanziellen Aspekten stehen somit auch revanchie-

rende Gelüste im Vordergrund, nachdem der Beschuldigte aus seiner Sicht zu Un-

recht freigestellt worden war, obwohl er zuvor offenbar zahlreiche Überstunden für 

die Firma geleistet hatte (vgl. hierzu auch vorne Ziffer III./4.1.). Da indessen allfäl-

lige Retorsionsmotive das Verhalten des Beschuldigten nicht in ein wesentlich bes-

seres Licht zu rücken vermögen, bleibt es infolge der subjektiven Aspekte bei einem 

leichten  Verschulden,  was  eine  Freiheitsstrafe  von  4  Monaten  gerechtfertigt  er-

scheinen lässt, wobei dieses Strafmass mit den von der Verteidigung zitierten Straf-

massempfehlungen  der  Staatsanwaltschaft  durchaus  vereinbar  ist  (vgl.  Urk. 50 

S. 5 f.). In diesem Zusammenhang gilt es nämlich zu bedenken, dass die vom Be-

schuldigten vorliegend an den Tag gelegte kriminelle Energie durchaus erheblich 

wiegt, nachdem er im Zuge des Einbruchdiebstahles gewaltsam einen Tresor auf-

wuchtete, weshalb es ohne Weiteres gerechtfertigt erscheint, dass im Vergleich zu 

den Strafmassempfehlungen, welche den "Standardfall" abbilden und für das Ge-

richt im Übrigen ohnehin nicht bindend sind, eine leicht erhöhte Strafe ausgespro-

chen wird.

6.4.

Bei der Beurteilung der Täterkomponente kann betreffend die persönlichen 

Verhältnisse des Beschuldigten vollumfänglich auf die entsprechenden Erwägun-

gen im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden (Urk. 32 S. 39 f.), nachdem sich 

im Berufungsverfahren abgesehen davon, dass sich der Beschuldigte derzeit auf 

-  20  -

Arbeitssuche  befindet  und  von  seinem  Ersparten  lebt,  im  Wesentlichen  nichts 

Neues  ergeben  hat  (vgl.  Prot. II  S. 7 ff.).  Der  dort  skizzierte  Werdegang  enthält 

keine besonderen Auffälligkeiten und ist im Rahmen der Strafzumessung neutral 

zu werten.

6.5.

Das  Vorleben  und  das  Nachtatverhalten  des  Beschuldigten  beinhalten 

ebenfalls keine Umstände, welche die Strafe zu modifizieren vermöchten. Zwar de-

linquierte er vorliegend während eines laufenden Strafverfahrens, was negativ ins 

Gewicht fällt, doch dauert das vorliegende Verfahren mittlerweile über vier Jahre 

an, ohne dass es besonders komplex gewesen wäre, so dass die für den Beschul-

digten damit verbundenen Belastungen die erwähnte straferhöhende Komponente 

zu neutralisieren vermögen.

6.6.

Insgesamt ist der Beschuldigte mithin in zweiter Instanz mit einer Freiheits-

strafe  von  4  Monaten  zu  bestrafen,  woran  die  verbüsste  Untersuchungshaft  von 

17 Tagen anzurechnen ist (Art. 51 StGB).

7.

7.1.

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe 

von  höchstens  zwei  Jahren  in  der  Regel  auf,  wenn  eine  unbedingte  Strafe  nicht 

notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder 

Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). In subjektiver Hinsicht erfordert diese 

Bestimmung eine eigentliche Schlechtprognose bezüglich weiterer künftiger Ver-

gehen oder Verbrechen, wobei sämtliche sich bis zum Endentscheid ergebenden 

Umstände  zu  berücksichtigen  sind  (SCHNEIDER/GARRÉ,  BSK  StGB I,  N 38 ff.  zu 

Art. 42 StGB; HEIMGARTNER, OFK StGB, N 6 f. zu Art. 42 StGB). 

7.2.

Der Beschuldigte beging den vorstehend zu beurteilenden Diebstahl, ohne 

dass er zuvor bereits mit einer Vorstrafe belegt worden wäre, weshalb formell von 

einer Ersttäterschaft auszugehen ist. Allerdings delinquierte er in diesem Zusam-

menhang  während  eines  bereits  weit  fortgeschrittenen  Strafverfahrens  wegen 

gleichgelagerter  Taten,  welches  bald  darauf  zu  einer  mittlerweile  rechtskräftigen 

Verurteilung führte. Nachdem sich der Beschuldigte durch dieses frühere Verfahren 

offensichtlich nicht beeindrucken liess, bestehen doch einige Bedenken hinsichtlich 

-  21  -

seiner  Legalprognose,  welchen  mit  einer  leicht  erhöhten  Probezeit  von  3 Jahren 

Rechnung zu tragen ist (vgl. Art. 44 Abs. 1 StGB). Daran vermögen die Ausführun-

gen der Verteidigung und namentlich der von ihr angeführte Umstand, dass sich 

die Probezeit durch das Rechtsmittelverfahren faktisch verlängere (vgl. Urk. 50 S. 4 

+ 14 f.), nichts zu ändern, zumal das Rechtsmittelverfahren von ihm mitverursacht 

wurde und es im Übrigen ein bewusster gesetzgeberischer Entscheid war, dass die 

Probezeit  erst  mit  der  Eröffnung  des  Urteils  beginnt,  das  vollstreckbar  wird  (vgl. 

Art. 44 Abs. 4 StGB).

V.  Beschlagnahmungen

1.

Der  Beschuldigte  hat  mit  seiner  Berufungserklärung  für  den  Fall  seines 

Freispruches  die  Herausgabe  des  beschlagnahmten  Bargeldes  in  der  Höhe  von 

Fr. 340.– verlangt (Urk. 39 S. 1). Für den Fall eines Schuldspruches wurde der be-

treffende  Punkt  indes  nicht  mit  eigenständiger  Begründung  gerügt,  weshalb  die 

vorinstanzliche  Verwendung  des  Bargeldes  zur  teilweisen  Kostendeckung  ohne 

Weiteres zu bestätigen ist, ohne dass indessen diesbezüglich eine vorgängige Ein-

ziehung anzuordnen ist (vgl. Urk. 32 S. 41 + 44).

2.

Den erstinstanzlichen Entscheid betreffend die beschlagnahmten Gegen-

stände  und  die  sichergestellten  Asservate  hat  der  Beschuldigte  demgegenüber 

nicht angefochten. Diese Punkte sind somit bereits in Rechtskraft erwachsen (vgl. 

vorne Ziffer II./1.). 

VI.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Der Berufungsprozess brachte im Schuldpunkt keine Änderung des Urteils 

der  Vorinstanz.  Die  Kosten-  und  Entschädigungsregelung  der  Vorinstanz  (Zif-

fern 10 - 12) ist demzufolge vorliegend vollumfänglich zu bestätigen (vgl. Art. 426 

StPO).

-  22  -

2.

2.1.

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens haben die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Inwiefern eine 

Partei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt insbesondere da-

von  ab,  in  welchem  Ausmass  ihre  in  zweiter  Instanz  gestellten  Anträge  gut-

geheissen werden (Urteil 6B_1344/2019 vom 11. März 2020, E. 2.2.). Ausnahmen 

von der allgemeinen Kostenregelung gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO sind entspre-

chend Art. 428 Abs. 2 StPO für jene Fälle vorgesehen, in denen die Voraussetzung 

für das Obsiegen erst im Rahmen des Weiterzuges geschaffen oder der angefoch-

tene Entscheid in diesem Stadium nur unwesentlich abgeändert wurde.

2.2.

Die Entscheidgebühr für das obergerichtliche Verfahren ist vorliegend auf 

Fr. 3'600.– zu veranschlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 

und § 14 Abs. 1 lit. a GebV OG).

2.3.

Der  Beschuldigte  vermag  sich  in  zweiter  Instanz  mit  seinem  Antrag  auf 

Freispruch nicht durchzusetzen. Im Gegenzug obsiegt die Staatsanwaltschaft mit 

ihrem  Standpunkt  zur  Sanktion,  wonach  anstatt  einer  Geldstrafe  eine  Freiheits-

strafe zu verhängen sei. Demgemäss sind die Kosten des Berufungsverfahrens – 

mit Ausnahme jener der amtlichen Verteidigung – vollumfänglich dem Beschuldig-

ten aufzuerlegen. Den gegenteiligen Ausführungen der Verteidigung kann nicht ge-

folgt werden (vgl. Urk. 50 S. 15). 

2.4.

Die amtliche Verteidigung des Beschuldigten macht für ihre Bemühungen 

und Barauslagen vor Berufungsgericht den Betrag von Fr. 3'551.10 (inkl. MWST) 

geltend  (Urk. 52).  Der  Aufwand  ist  ausgewiesen  und  das  geltend  gemachte 

Honorar steht auch im Einklang mit den Ansätzen der kantonalen Anwaltsgebüh-

renverordnung. Unter Berücksichtigung der (teilweise von der Verteidigung bereits 

inkludierten) Aufwendungen für die heutige Berufungsverhandlung (inkl. Weg zum 

Verhandlungsort und Nachbesprechung mit dem Klienten) erscheint es mithin an-

gemessen, den Verteidiger mit insgesamt Fr. 3'800.– (inkl. 8,1 % MWST) aus der 

Gerichtskasse zu entschädigen. Diese Kosten sind unter dem Vorbehalt der Rück-

zahlungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO auf die Gerichts-

kasse zu nehmen.

-  23  -

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Meilen, Einzelge-

richt in Strafsachen, vom 23. November 2023 bezüglich der Dispositivzif-

fern 2 (Freisprüche), 6 (Beschlagnahmungen Gegenstände), 7 (Sicherstel-

lungen Asservate) sowie 8 und 9 (Kostenfestsetzung) in Rechtskraft erwach-

sen ist.

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des Diebstahls im Sinne von Art. 139 

Ziff. 1 StGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 4 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 17 Tage 

durch Untersuchungshaft erstanden sind.

3.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

3 Jahre festgesetzt. 

4.

Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 20. Juni 

2023 beschlagnahmte Bargeldbetrag von Fr. 340.– wird zur teilweisen De-

ckung der Verfahrenskosten verwendet.

5.

6.

Die erstinstanzliche Kostenregelung (Ziff. 10 - 12) wird bestätigt.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

3'800.–   amtliche Verteidigung (inkl. 8,1 % MWST).

-  24  -

7.

Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Die 

Rückzahlungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt 

vorbehalten.

8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an





die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben)

die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (übergeben)

sowie in vollständiger Ausfertigung an





die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an









die Vorinstanz

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Löschung 
des DNA-Profils

die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a 
Abs. 1 PolG)

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A.

-  25  -

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsa-

chen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer

Zürich, 17. Januar 2025

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

Oberrichter lic. iur. Spiess

MLaw Brülisauer

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.