# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1d22f5e8-d798-57f6-9773-169a0e3447e3
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-12
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 12.12.2023 I 2023 37
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2023-37_2023-12-12.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2023 37

Entscheid vom 12. Dezember 2023 

Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
Dr.med. Urs Gössi, Richter
Dr.med. Pierre Lichtenhahn, Richter
lic.iur. Josef Mathis, Gerichtsschreiber

Parteien A.________,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt B.________,

gegen

Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 
6002 Luzern,
Vorinstanz,

Gegenstand Unfallversicherung (Leistungen)

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Sachverhalt:

A. A.________ (Jg. 1992) war seit 2017 bei der C.________ AG als Biege-
reimitarbeiter / Kranführer angestellt (Suva-act. 1, 19) und dadurch bei der Suva 
obligatorisch unfallversichert, als er am 8. Juli 2020 einen Berufsunfall erlitt. Ein 
Arbeitskollege hat mit dem Deichselgerät Paletten in ein Lagergestell umgela-
gert, wobei A.________ danebenstand. Dabei ist das Deichselgerät samt Ladung 
umgekippt und hat A.________ getroffen (Suva-act. 1). Er wurde verletzt zur 
Erstversorgung ins Kantonsspital D.________ überführt (Suva-act. 2). Am 15. Ju-
li 2020 anerkannte die Suva ihre Leistungspflicht und erbrachte Taggeld- und 
Heilkostenleistungen (Suva-act. 4). 

B. Mit Schreiben vom 26. August 2022 informierte die Suva A.________, die 
erlittenen Verletzungen am Becken und am Thorax seien folgenlos und vollstän-
dig ausgeheilt; von weiteren Behandlungen könnten keine massgeblichen Ver-
besserungen mehr erwartet werden. Die noch vorhandenen Rückenbeschwerden 
seien nicht mindestens mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfaller-
eignis vom 8. Juli 2020 zurückzuführen. Folglich übernehme die Suva die weite-
ren Kosten von Heilbehandlungen am Thorax, Becken und am Rücken nicht 
mehr. Die Kosten der lebenslang notwendigen urologischen Untersuchungen und 
Behandlungen würden übernommen. In diesem Zusammenhang werde im Ver-
lauf auch ein Anspruch auf Integritätsentschädigung geprüft. Schliesslich bestün-
den unfallbedingt keine Einschränkungen in der Belastbarkeit mehr, auch auf-
grund der urologischen Problematik sei eine volle Arbeitsfähigkeit ausgewiesen; 
die Taggeldleistungen würden per 31. Oktober 2022 eingestellt (Suva-act. 218, 
219). Die Suva stützte sich dabei auf die ärztlichen Beurteilungen von Dr.med. 
E.________ (Facharzt für Allgemeinmedizin und Arbeitsmedizin vom 30. De-
zember 2021 (Suva-act. 164) sowie von Dr.med. F.________ (Facharzt für Chir-
urgie, speziell Allgemeinchirurgie und Traumatologie) vom 8. Juli 2022 (Suva-act. 
205). A.________ zeigte sich damit nicht einverstanden und verlangte eine an-
fechtbare Verfügung (Suva-act. 228), welche die Suva am 16. September 2022 
gleichlautend mit dem Schreiben vom 26. August 2022 erliess (Suva-act. 232). 
Eine von A.________ am 13. Oktober 2022 dagegen erhobene Einsprache (Su-
va-act. 236) wies die Suva mit Entscheid vom 24. März 2023 ab (Suva-act. 253).

C. Am 9. Mai 2023 lässt A.________ beim Verwaltungsgericht des Kantons 
Schwyz fristgerecht Beschwerde erheben mit den Anträgen:

1. Der Einspracheentscheid der SUVA vom 24. März 2023, Referenznummer 
24.32910.202 sei wie folgt aufzuheben.

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2. Dem Beschwerdeführer seien sämtliche möglichen gesetzlichen Leistungen ab 
dem frühestmöglichen Zeitpunkt zuzusprechen.

3. Es sei keine Leistungseinstellung vorzunehmen.

4. Dem Beschwerdeführer seien weiterhin die Heil- und Transportkosten vollum-
fänglich zu bezahlen.

5. Dem Beschwerdeführer seien weiterhin die vollen, eventualiter möglichst hohe, 
Taggelder zu bezahlen.

6. Dem Beschwerdeführer sei eine möglichst hohe Invalidenrente zu bezahlen.

Die Höhe der Rente sei vorab von der Beschwerdegegnerin zu prüfen. Nach 
Vorliegen des Prüfungsresultates sei dem Beschwerdeführer die Möglichkeit zu 
geben, die Höhe der Rente zu spezifizieren.

Es sei mindestens eine 50%ige Invalidenrente zu bezahlen.

7. Dem Beschwerdeführer sei eine möglichst hohe lntegritätsentschädigung zu 
bezahlen.

Die Höhe der lntegritätsentschädigung sei vorab von der Beschwerdegegnerin 
zu prüfen. Nach Vorliegen des Prüfungsresultates sei dem ein Sprecher die 
Möglichkeit zu geben, die Höhe der lntegritätsentschädigung zu spezifizieren.

Es sei mindestens eine 60-prozentige lntegritätsentschädigung zu bezahlen.

8. Die Heilungs- und Transportkosten seien auch nach der Berentung zu bezah-
len.

9. Das Rückfallmelderecht und das Recht Spätfolgen zu melden seien in jedem 
Fall zu gewähren.

10.Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechtspflege zu erteilen und der 
unterzeichnete als sein Vertreter einzusetzen.

11.Dem Unterzeichneten seien die Akten zuzustellen und es sei ihm nach Akten-
einsicht die Möglichkeit zu geben, vorliegende Beschwerde zu ergänzen zu er-
weitern und zu spezifizieren.

12.Es sei ein doppelter Rechtsschriftenwechsel durchzuführen.

13.Weitere Vorbringen werden ausdrücklich vorbehalten.

14.Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.

D. Mit Vernehmlassung vom 16. Mai 2023 beantragt die Suva, die Beschwer-
de sei abzuweisen und der Einspracheentscheid vom 24. März 2023 sei zu 
bestätigen.

Nach gewährter Akteneinsicht und angeordnetem zweiten Schriftenwechsel be-
antragt der Beschwerdeführer mit Replik vom 10. August 2023:

1. Sämtliche eigenen Anträge sind vollumfänglich gutzuheissen.

2. Sämtliche gegnerischen Anträge seien vollumfänglich abzuweisen.

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Am 19. September 2023 nimmt die Suva Stellung zur Replik, wobei sie an den 
Anträgen der Vernehmlassung festhält. Eine weitere Eingabe des Beschwerde-
führers erfolgt am 9. November 2023.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Mit Verfügung vom 16. September 2022 ordnete die Suva an:

- die erlittenen Verletzungen am Becken und am Thorax sind folgenlos und 
vollständig ausgeheilt; von weiteren Behandlungen sind keine massgeblichen 
Verbesserungen zu erwarten;

- die noch vorhandenen Rückenbeschwerden sind nicht mindestens mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 8. Juli 2020 zurück-
zuführen;

- die Suva übernimmt keine weiteren Kosten von Heilbehandlungen am Thorax, 
Becken und am Rücken;

- die Suva übernimmt die Kosten der lebenslang notwendigen urologischen Un-
tersuchungen und Behandlungen;

- im Verlauf wird wegen der urologischen Beschwerden ein Anspruch auf Inte-
gritätsentschädigung gemäss Art. 24 Abs. 1 Bundesgesetz über die Unfallver-
sicherung (UVG; SR 832.20) vom 20. März 1981 geprüft;

- unfallbedingt bestehen keine Einschränkungen in der Belastbarkeit mehr; es 
ist eine volle Arbeitsfähigkeit ausgewiesen; die Taggeldleistungen werden per 
31. Oktober 2022 eingestellt.

Mit Einsprache vom 13. Oktober 2022 beantragte der Beschwerdeführer, es sei-
en ihm sämtliche möglichen gesetzlichen Leistungen ab dem frühest möglichen 
Zeitpunkt zuzusprechen, wobei er explizit die Aufhebung der Leistungseinstel-
lung sowie die Zusprache von Heil- und Transportkosten, Taggeldern, eine mög-
lichst hohe, mindestens 50% Invalidenrente sowie möglichst hohe, mindestens 
60% Integritätsentschädigung forderte. Mit dem angefochtenen Einspracheent-
scheid vom 24. März 2023 wies die Suva die Einsprache ab. Vor Verwaltungsge-
richt wiederholt der Beschwerdeführer seine Anträge der Einsprache. Strittig und 
zu prüfen ist somit, ob die Suva den Fall zu Recht per 31. Oktober 2022 ab-
schloss ohne Zusprache einer Rentenleistung aber mit Zusicherung der lebens-
länglichen Heilkostenübernahme für die urologischen Beschwerden sowie in 
Aussichtstellung der Prüfung einer Integritätsentschädigung für die urologischen 
Beschwerden. 

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2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei 
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das 
Gesetz nichts anderes bestimmt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundesgeset-
zes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) 
vom 6. Oktober 2000 die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung 
eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur 
Folge hat. 

Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person u.a. Anspruch auf die 
zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen sowie auf ein Taggeld, falls sie infol-
ge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig ist (vgl. Art. 16 Abs. 1 UVG). 
Wird die versicherte Person infolge des Unfalles invalid, so hat sie Anspruch auf 
eine Invalidenrente (vgl. Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet sie durch den Unfall eine 
dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 
Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung 
(Art. 24 Abs. 1 UVG).

2.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen 
dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) 
ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 134 V 109 
E. 2.1; BGE 129 V 177 E. 3.1 f.). 

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, 
ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht 
werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natür-
lichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige 
oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das 
schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder 
geistige Integrität des Versicherten beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Wor-
ten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheit-
liche Störung entfiele (BGE 147 V 161 E. 3.2); m.a.W. wenn der Unfall überwie-
gend wahrscheinlich zumindest eine indirekte Teilursache der gesundheitlichen 
Beschwerden ist (BGE 142 V 435 E. 1; BGE 134 V 109 E. 2.1; Urteil BGer 
8C_640/2022 vom 9.8.2023 E. 3.2 je mit Hinweisen). 

Als adäquate Ursache eines Erfolges hat ein Ereignis nach der Rechtsprechung 
dann zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der 
allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des 
eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis 

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allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2; BGE 125 V 461 E. 5a, 
je mit Hinweisen). 

Dabei ist es Aufgabe des Arztes, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beur-
teilen (Urteil BGer 8C_634/2022 vom 23.12.2022 E. 3.1), während es der Verwal-
tung und im Beschwerdefall dem Gericht obliegt, die Frage nach dem adäquaten 
Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 110 E. 2). Die Adäquanz als 
rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang er-
gebenden Haftung des Unfallversicherers spielt bei organisch objektiv ausge-
wiesenen Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate und na-
türliche Kausalität weitgehend decken (BGE 134 V 109 E. 2; Urteil BGer 
8C_582/2021 vom 11.1.2022 E. 9.3). 

2.3 Hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht einmal anerkannt, entfällt 
diese erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache des 
Gesundheitsschadens darstellt, der Gesundheitsschaden mit anderen Worten 
nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann 
zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor 
dem Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er 
sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch 
ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist (vgl. 
BGE 146 V 51 E. 5.1; Urteil BGer 8C_179/2023 vom 20.10.2023 E. 4.1). 

2.4 Ob zwischen dem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber 
die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie-
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be-
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse 
Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs-
anspruchs nicht (vgl. BSK-Hofer, Art. 4 ATSG, Rz. 58 mit Hinweisen auf BGE 
142 V 435 E. 1; BGE 129 V 177 E. 3.1; vgl. BGE 119 V 335 E. 1). 

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss 
das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 
Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die 
blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des 
Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage 
handelt, liegt die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein 
leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht 
beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer (vgl. BGE 146 V 51 E. 5.1). 

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2.5.1  Bis zu welchem Zeitpunkt Heilbehandlung und Taggeld durch den Unfall-
versicherer zu gewähren sind, ergibt sich aus Art. 19 UVG des zweiten Kapitels 
über Beginn und Ende der Invalidenrente, die, sofern die Voraussetzungen für 
deren Ausrichtung erfüllt sind, den vorübergehenden Leistungen folgt. Danach 
entsteht der Rentenanspruch, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behand-
lung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des Versicherten 
mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invali-
denversicherung abgeschlossen sind (Abs. 1 erster Satz). Mit dem Rentenbeginn 
fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Abs. 1 zweiter Satz; 
vgl. auch Art. 16 Abs. 2 zweiter Satz UVG, wo dies für den Taggeldanspruch 
nochmals statuiert wird). Nach konstanter Rechtsprechung heisst dies, der Versi-
cherer hat - sofern allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversiche-
rung abgeschlossen sind - die Heilbehandlung (und das Taggeld) nur solange zu 
gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhaf-
te Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht 
mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit 
gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Inte-
gritätsentschädigung abzuschliessen (vgl. BGE 133 V 57 E. 6.6.2 S. 64; BGE 
128 V 169 E. 1b S. 171 mit Hinweisen; BGE 116 V 41 E. 2c S. 44; RKUV 1995 
Nr. U 227 S. 190, E. 2a, U 29/95).

2.5.2  Nahtlos an diese Regelung schliesst sich Art. 21 Abs. 1 UVG an. Danach 
soll Heilbehandlung - wie die übrigen Pflegeleistungen und die Kostenvergütun-
gen - nach Festsetzung der Rente durch den Unfallversicherer nur unter beson-
deren Voraussetzungen gewährt werden, so bei Berufskrankheit (lit. a), bei Rück-
fall oder Spätfolgen zur wesentlichen Besserung oder Bewahrung vor wesentli-
cher Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit (lit. b), zur Erhaltung der verbleiben-
den Erwerbsfähigkeit (lit. c) und zur wesentlichen Verbesserung oder zur Bewah-
rung vor wesentlicher Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes im Falle der 
Erwerbsunfähigkeit (lit. d). Im dazwischen liegenden Bereich, wenn einerseits 
von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung im 
Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG mehr erwartet werden kann und andererseits die 
Voraussetzungen von Art. 21 Abs. 1 UVG nicht erfüllt sind, hat der Unfallversi-
cherer keine Heilbehandlung mehr zu übernehmen; an seine Stelle tritt der obli-
gatorische Krankenpflegeversicherer (BGE 140 V 130 E. 2.2; 134 V 109 E. 4.2).

2.5.3  Was unter einer 'namhaften Besserung des Gesundheitszustandes' zu ver-
stehen ist, umschreibt das Gesetz nicht näher. Mit Blick darauf, dass die soziale 
Unfallversicherung ihrer Konzeption nach auf die erwerbstätigen Personen aus-
gerichtet ist, wird sich dies namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Stei-

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gerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beein-
trächtigt, bestimmen. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffes "namhaft" 
durch den Gesetzgeber, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende 
Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen 
nicht. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer 
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen - wie 
etwa einer Badekur - zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt 
verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss 
der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht auf-
grund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden. Grundlage für die Beurtei-
lung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den the-
rapeutischen Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel un-
ter dem Begriff Prognose erfasst werden (SVR 2020 UV Nr. 24 S. 95, 
8C_614/2019 E. 5.2; Urteile BGer 8C_640/2022 vom 9.8.2023 E. 4.1; 
8C_604/2021 vom 25.1.2022 E. 5.2).

2.6 Gemäss dem in Art. 43 Abs. 1 ATSG normierten Untersuchungsgrundsatz 
hat der Versicherungsträger die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen 
vorzunehmen. Diese Untersuchungspflicht gilt grundsätzlich auch im Gerichtsver-
fahren (Art. 61 lit. c ATSG; Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Art. 43 Rz. 28). 
Was notwendig ist, ergibt sich zum einen daraus, in welchem Umfang Abklärun-
gen vorzunehmen sind, und zum anderen daraus, in welcher Tiefe dies der Fall 
ist. Zunächst sind die für die zu entscheidende Frage massgebenden Bereiche 
abzustecken und in der Folge ist der Sachverhalt abzuklären. Die Verwaltung als 
verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur 
dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Es 
ist jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die von allen möglichen Geschehens-
abläufen als die wahrscheinlichste zu würdigen ist (BGE 138 V 218 E. 6; BGE 
126 V 353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst 
die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es 
Sache des Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstel-
le) ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozial-
versicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur 
insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Par-
tei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten 
wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich 
erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswür-
digung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für 
sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 144 V 427 E. 3.2; Urteil BGer 
8C_765/2020 vom 4.3.2021 E. 3.2.2). Auf ein beantragtes Beweismittel kann oh-

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ne Verletzung des Gehörsanspruches des Versicherten verzichtet werden, wenn 
die Verwaltung oder der Richter bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Über-
zeugung gelangt, der Sachverhalt, den eine Partei beweisen will, sei nicht 
rechtserheblich oder der angebotene Beweis vermöge keine Abklärungen her-
beizuführen. In der damit verbundenen antizipierten Beweiswürdigung kann kein 
Verstoss gegen das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV erblickt werden 
(BGE 144 V 361 E. 6.5).

2.7 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 43 und 61 ATSG). Danach haben 
die beurteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Be-
weismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und da-
nach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurtei-
lung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

2.7.1  Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf 
es verlässlicher medizinischer Entscheidgrundlagen, weshalb die Verwaltung 
bzw. im Beschwerdefall der Richter wesensgemäss auf zuverlässige Angaben 
ärztlicher Fachkräfte angewiesen ist (Urteil BGer 8C_179/2023 vom 20.10.2023 
E. 4.2). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 
bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet 
und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 134 V 231 
E. 5.1). Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist 
grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut-
achten (BGE 125 V 351 E. 3a; BGE 122 V 157 f. E. 1c mit Hinweisen; Weber, 
'Hürden' und 'Hilfen' bei der richterlichen Würdigung von medizinischen Gutach-
ten, JaSo 2020, S. 199). 

2.7.2  Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte kann rechtsprechungs-
gemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, 
nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien 
gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (Urteil BGer 8C_587/2020 vom 5.2.2021 
E. 3.2). Ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherungsträger alleine 
lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen. Es 
bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpartei-

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lichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Soll ein Versi-
cherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden 
werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Be-
stehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärun-
gen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5; BGE 142 V 58 E. 5.1mit Hinweisen). 

Nicht auf eigenen Untersuchungen der versicherten Person beruhende kreisärzt-
liche Stellungnahmen können beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund 
vorliegt und es im Wesentlichen nur um die Beurteilung eines an sich feststehen-
den medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte fachärztliche Befassung 
mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. SVR 2010 UV Nr. 17 
S. 63, 8C_239/2008 E. 7.2; RKUV 1993 Nr. U 167 S. 95 E. 5d; Urteil BGer 
8C_582/2021 vom 11.1.2022 E. 8.2).

2.7.3  In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll der Richter 
der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass die Ärzte mitunter im Hinblick auf 
ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer 
Patienten aussagen, weshalb den (unabhängigen) Fachärzten mehr Gewicht zu-
kommt (vgl. Urteil BGer 8C_871/2008 vom 24.3.2009 E. 3.2 mit Hinweisen; BGE 
135 V 465 E. 4.5; BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Dies gilt grundsätzlich nicht nur für 
Hausärzte (BGE 135 V 465 E. 4.5), sondern auch für spezialärztlich behandelnde 
Medizinalpersonen (Urteile BGer 8C_609/2017 vom 27.3.2018 E. 4.3.3; 8C_180/ 
2017 vom 21.6.2017 E. 4.4.2). Mit Blick auf die Verschiedenheit von Behand-
lungs- und Begutachtungsauftrag kann daher im Streitfall regelmässig nicht auf 
die Sicht des behandelnden (Fach-)Arztes abgestellt werden (vgl. statt vieler: Ur-
teil BGer I 701/05 vom 5.1.2007 E. 2 mit Hinweisen). 

3. Was das Unfallereignis vom 8. Juli 2020 sowie den gesundheitlichen Ver-
lauf des Beschwerdeführers anbelangt, so ergibt sich aus den Akten:

3.1 Der Polizeirapport vom 23. September 2020 hält folgenden Unfallhergang 
fest (Duplikbeilage 33): Der Arbeitskollege des Beschwerdeführers hatte den Auf-
trag, mehrere Paletten mit Stahldrähten in die Halle zu fahren und dort auf ein 
Regal zu laden. Er fuhr 3 Paletten in die Halle und lud diese auf dem obersten 
Tablar des Regals ab. Zum Ablad musste er das Hubgerät um 90° nach links 
zum Regal drehen. Bei der vierten Palette kippte der Gabelhubwagen rechts um. 
Der Kollege konnte den Beschwerdeführer, der in unmittelbarer Nähe am Boden 
Arbeiten ausführte, noch warnen. Dennoch wurde er von der fallenden Last an 
der Hüfte getroffen und weggeschleudert. 

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Der Beschwerdeführer war nicht eingeklemmt; er wies immer einen GCS 15 auf 
(Suva-act. 37). Er wurde mit der Alpine Air Ambulance in den Schockraum der 
Notfallstation des D.________ überführt (Suva-act. 16).

3.2 Gemäss Austrittsbericht des D.________ erlitt der Beschwerdeführer am 8. 
Juli 2020 bei der Arbeit als Logistiker einen Unfall durch einen kippenden, 4m 
hohen Gabelstapler, welcher ihn am Rücken getroffen und zu Boden gedrückt 
habe. Ein Kopfanprall habe nicht bestanden. Anschliessend habe er schmerzbe-
dingt nicht mehr aufstehen können und er hätte über Schmerzen im Bereich des 
Thorax, des Rückens und des Beckens geklagt. Als Hauptdiagnosen wird aufge-
führt (Suva-act. 16):

Polytrauma (lSS 27)
- stumpfes Thoraxtrauma

- Fraktur Costa lX und X rechts
- Pneumothorax beidseits
- Lungenkontusion rechts

- Wirbelsäulentrauma
- Fraktur des Processus transversus LWK 5 rechts

- Beckentrauma
- Beckenringverletzung Typ B
- Längsfraktur Sakrum rechts
- Schambeinastfraktur beidseits
- Acetabulumfraktur links

- Harnröhrenverletzung mit Abriss der Urethra auf Höhe der Prostata

Noch im Schockraum wurde eine Thoraxdrainage rechts eingelegt (die am 
14.7.2020 entfernt werden konnte). Die Harnröhrenverletzung (traumatischer 
Harnröhrenabriss mit Dislokation von Prostata und Blase nach ventral bei Be-
ckenringverletzung Typ B) wurde durch die Urologie am 10. Juli 2020 operativ 
therapiert (vgl. Suva-act. 28). Für die Beckenringverletzung wurde eine konserva-
tive Therapie beschlossen. Unter Anleitung der Physiotherapie erfolgte die Mobi-
lisation mit erlaubter Vollbelastung der linken unteren Extremität und Entlastung 
der rechten unteren Extremität. Bei ausgeprägter Schmerzsymptomatik erfolgte 
eine analgetische Therapie; im Verlauf war er zunehmend schmerzkompensiert. 
Die Entlassung in die Rehabilitation am 17. Juli 2020 erfolgte in gutem Allge-
meinzustand und reizlosen und trockenen Wundverhältnissen.

3.3 Anschliessend an die Hospitalisation erfolgte am 17. Juli 2020 der Übertritt 
des Beschwerdeführers in die Rehaklinik G.________ (Suva-act. 12, 30). Das 
Haupt-Rehaziel bestand im teilselbständigen Wohnen mit Hilfsperson intern, was 
weitgehend erreicht wurde. Er konnte am 10. September 2020 in gutem Allge-
meinzustand nach Hause ins ambulante Setting entlassen werden. 

12

3.4 In der Verlaufskontrolle vom 16. Oktober 2020 im D.________ berichtete 
der Beschwerdeführer über einen guten Verlauf. Er sei aktuell vollständig ar-
beitsunfähig bei Baustellenjob. Schmerzen bestünden keine grossen. Die Stöcke 
lasse er seit eineinhalb Wochen weg. Inspektorisch zeigte sich eine reizlose Zy-
stofix-Eintritts-stelle und Laparotomienarbe im Unterbauch. Diskrete Druckdolenz 
inguinal beidseits. Diskrete Druckdolenz im Bereich der Glutealmuskulatur rechts. 
Hüftflexion/ Extension 140/0/0° beidseits; Innenrotation/Aussenrotation 20/0/40° 
beidseits; endgradiger Aussenrotationsschmerz rechts. Keine Druckdolenz über 
dem ISG, kein Kompressionsschmerz (Suva-act. 46). 

Am 16. Oktober 2020 wurde das Becken auch bildgebend untersucht bei Frage-
stellung Konsolidation, Stellung? (Suva-act. 51). Es zeigten sich unveränderte 
Stellungsverhältnisse ohne sekundäre Dislokation. Periostale Kallusbildung der 
Schambeinastfrakturen beidseits sowie zunehmende Flauheit der Frakturlinien 
des Processus transversus LWK5 rechts und acetabulär links als Zeichen eines 
progredienten Durchbaus. Die Sacrumfraktur war überlagerungsbedingt nicht 
konklusiv beurteilbar. DK sowie Zystofixkatheter mit Projektion der Spitze aufs 
kleine Becken. 

Die Behandlung auf der Traumatologie D.________ wurde am 16. Oktober 2020 
abgeschlossen (Suva-act. 108).

3.5 Am 26. Oktober 2020 erfolgte im D.________ bei Hauptdiagnose 'praktisch 
kompletter Blasenhalsverschluss' eine Sachse Urethrotomie der prostatischen 
Harnröhre, TUR-Blasenhals-Inzision und Wechsel des Zystofixkatheters Ch.16 
(Suva-act. 59). Der peri- und postoperative Verlauf gestaltete sich komplikations-
los mit zügig gelingender Mobilisation. Der Beschwerdeführer konnte am 28. Ok-
tober 2020 in gutem Allgemein- und Ernährungszustand schmerzfrei entlassen 
werden (Suva-act. 60).

3.6 In der urologischen Verlaufskontrolle im D.________ vom 27. November 
2020 berichtete der Beschwerdeführer über eine beschwerdefreie Miktion bis auf 
sehr kleine Miktionsvolumina; das Blasentagebuch zeige eine restharnfreie Ent-
leerung; er habe sich mittlerweile relativ gut vom schweren Unfall erholt. Bezüg-
lich Erektion/Ejakulation berichtete er von einer Beschwerdefreiheit (Suva-act. 
78). 

3.7 Anlässlich eines runden Tisches am 15. Januar 2021 äusserte der Be-
schwerdeführer, er fühle sich körperlich zu 50% fit; er habe Schmerzen am unte-
ren Rücken bei längerem Sitzen sowie Schmerzen an der Harnröhre und beim 
Wasserlösen. Das kalte Wetter verstärke die Beschwerden. Er habe noch per-
manente Schmerzen im Beckenbereich. Weitere Eingriffe seien keine geplant; er 

13

sei in der Physiotherapie. Sein Ziel sei es, gesund zu werden und wieder zu ar-
beiten. Es wurde vereinbart, am 25. Januar 2021 einen therapeutischen Arbeits-
versuch mit Schontätigkeit beim alten Arbeitgeber zu starten, wozu ihm der Ar-
beitgeber eine Chance geben wollte (Suva-act. 66). Der Versicherungsarzt beur-
teilte die vorgesehene Tätigkeit als gut zumutbar; im Vordergrund stünden die 
urologischen Beschwerden; die Beckenfraktur sei abgeheilt (Suva-act. 67). Auch 
die Hausarztpraxis befürwortete den therapeutischen Arbeitsversuch sehr (Suva-
act. 69). Der Beschwerdeführer erschien am ersten Arbeitstag, am zweiten nicht, 
weil es zu kalt sei und er Schmerzen habe; in der Folgewoche werde er wieder 
kommen (Suva-act. 71). Am 4. Februar 2021 meldete der Arbeitgeber, der Be-
schwerdeführer zeige kein Interesse am therapeutischen Arbeitsversuch. Zuerst 
habe die Kälte gehindert, nun wolle/könne er die Sicherheitsschuhe nicht anzie-
hen. Der Betrieb werde über die Kündigung nachdenken (Suva-act. 77), wozu 
man sich dann schliesslich auch entschied und per 30. April 2021 kündigte (Su-
va-act. 83, 91). 

3.8 Anlässlich der urologischen Verlaufssprechstunde im D.________ vom 29. 
März 2021 zur Kontrolle der Miktionsparameter berichtete der Beschwerdeführer 
von einer subjektiv beschwerdefreien Situation; die Blasenentleerung erfolge 
problemlos mit kräftigem Harnstrahl; auch den Urin zu halten, sei kein Problem; 
Erektion und Ejakulation seien unauffällig (Suva-act. 102).

3.9 Am 16. April 2021 erachtete es der Suva-Arzt als nachvollziehbar, dass der 
Beschwerdeführer durch die Verletzung im Becken Schmerzen habe und bis ein 
Jahr nach Unfall arbeitsunfähig sei (Suva-act. 109). Am 9. Juli 2021 empfahl er 
eine CT-Untersuchung des Beckens (Suva-act. 119), was am 21. Juli 2021 er-
folgte und folgenden Befund zeigte (Suva-act. 129):

Befund:
Zum Vergleich steht uns die Voruntersuchung vom 8.7.2020 zur Verfügung.
lm Vergleich hiezu sind die Frakturen rechts kranial im Sacrum, im Acetabulum 
links ventral sowie im Bereich der oberen und unteren Schambeinäste bds. in un-
veränderter Stellung komplett konsolidiert. Es zeigt sich keine Pseudarthrosenbil-
dung. Keine frische Fraktur.
Mässige Gelenkspaltverschmälerung rechts im Hüftgelenk dorsal.

Beurteilung:
lm Vergleich zur auswärtigen Voruntersuchung vom 8.7.2020 sind die bekannten 
Frakturen komplett konsolidiert ohne Pseudarthrosenbildung.

3.10 Nachdem der Beschwerdeführer durch die Hausarztpraxis dem Orthopä-
den Dr.med. H.________ (Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie 
des Bewegungsapparates) zugewiesen wurde, überwies dieser ihn für eine Ver-
laufskontrolle ein Jahr nach Unfall an die Orthopädie/Traumatologie des 

14

D.________, wo der Beschwerdeführer am 25. Oktober 2021 untersucht wurde 
(Suva-act. 131, 136). Im Bericht zur Sprechstunde wird ausgeführt:

Hauptdiagnosen
1. Restbeschwerden im Bereich des ISG's bei St. n. konservativ behandelter Be-

ckenringfraktur Typ C mit Fraktur des oberen und unteren Schambeinastes 
beidseits, Längsfraktur des Sakrums rechts, Fraktur Processus transversus 
LWK5 rechts

2. St.n. Polytrauma Juli 2020 mit stumpfen Thoraxtrauma […]

3. St.n. inkomplettem traumatischen posterioren Harnröhrenabriss im Bereich der 
membranösen Harnblase […]

Anamnese
Der Patient leidet nach wie vor an Beschwerden im Bereich des Beckens bei St. n. 
Polytrauma mit Beckenringverletzung im Juli 2020. Die Schmerzen sind vor allem 
im Bereich des lSG's lokalisiert sowie im Bereich der rechten lateralen Rippen. Die 
Schmerzen verspürt er vor allem im Liegen und im Sitzen. Aktuell ist er nach wie 
vor zu 100% arbeitsunfähig. Er geht gelegentlich Velofahren und betreibt nach wie 
vor Physiotherapie.

Befunde
29-jähriger Patient in gutem Allgemeinzustand. Hinkfreier Gang. Druckdolenz im 
Bereich des ISG's rechts sowie dem rechten Rippenthorax. Vollständig adolente 
Hüftgelenksbeweglichkeit links mit Flexion/Extension 100-0-0, IR/AR 10-0-30 Grad. 
Rechts Flexion/Extension 90-0-0, IR/AR 20-0-30 Grad. Leichte Schmerzprovokati-
on bei Beugung und Innenrotation der rechten Hüfte. Das Becken ist stabil. Leichte 
Druckdolenz über der Symphyse.

Röntgen
CT des Beckens vom 21.07.2021:
St.n. konservativ behandelter Beckenringfraktur mit ossär konsolidierten Frakturen. 
Kein Hinweis auf eine Pseudoarthrose.

[…]

Beurteilung / Procedere
Herr Pinto leidet nach wie vor an Beschwerden im Bereich des rechten Hemipelvis 
bei St.n. konservativ behandelter Beckenringfraktur Typ C. Es ist zu keiner nen-
nenswerten Dislokation der Fragmente gekommen, diese sind ossär konsolidiert. 
Da die Schmerzen vor allem im Bereich des ISG's liegen, empfehle ich eine Unter-
suchung durch unsere Kollegen der Wirbelsäulenchirurgie. Da am 01.11.2021 
noch ein urologischer Eingriff ansteht, empfehle ich diese Untersuchung erst An-
fang nächsten Jahres durchzuführen. Bei mir vorerst Abschluss der Behandlung. 
Verlaufskontrollen jederzeit gerne bei Bedarf.

Die gleichentags (25.10.2021) am D.________ bildgebend erfolgte Beckenüber-
sicht ergab keine sekundäre Dislokation der bekannten Beckenringfraktur mit 
Zeichen einer progredienten Konsolidation. Frakturspalt der Fraktur des Proces-
sus transversus rechts LWK5 weiterhin sichtbar. Erhaltene Artikulation. Keine 
wesentlichen degenerativen Veränderungen. Normale Knochenmineralisation. 
Normale Weichteile (Suva-act. 142).

15

3.11  Am 1. November 2021 erfolgte bei einem Rezidiv Blasenhalssklerose eine 
Sachse Urethrotomie der membranösen Harnröhre, transurethrale Resektion von 
Fadenmaterial (Suva-act. 153). In der Kontrolle vom 19. November 2021 berich-
tete der Beschwerdeführer über eine deutliche Verbesserung der Miktionssituati-
on; die Miktionsfrequenz habe sich deutlich reduziert und der Harnstrahl sei wie-
der viel besser; seit der Operation allerdings keine Ejakulation mehr bei aber 
normalen Erektionen. Bei hoher Gefahr einer Rezidiv-Striktur empfahl der Arzt 1x 
tägliches Aufbougieren der Harnröhre (Suva-act. 152). 

3.12  In einer ärztlichen Beurteilung gelangte Dr.med. E.________ am 30. De-
zember 2021 zur Beurteilung (Suva-act. 164): 

Im Rahmen des Unfalls vom 08.07.2020 kam es zu einer schwerwiegenden Ver-
letzung an der Harnröhre. Leider zeigten sich Komplikationen, welche der Versi-
cherte möglicherweise lebenslang mit sich tragen muss. Es ist davon auszugehen, 
dass immer wieder Strikturen auftreten bzw. Harnverhalt sowie möglicherweise 
auch Inkontinenz. Aktuell hat der Versicherte keine Ejakulationen mehr, da am 
Blasenhals operiert wurde. Formal bedeutet dies eine Unfruchtbarkeit im jetzigen 
Zustand. Bitte um erneute Vorlage an AM in 2 Jahren zur Beurteilung einer allfälli-
gen Integritätsentschädigung bei Unfruchtbarkeit. Weitere urologische Behandlun-
gen sind im regulären Abstand von 3 Monaten nötig. Es ist auch möglich, dass der 
Versicherte im Intervall akute Probleme haben wird, welche notfallmässige Be-
handlungen mit sich bringen werden. Urologische Kontrollen werden lebenslang 
nötig sein. Zur Aufrechterhaltung der Erwerbsfähigkeit sind diese regelmässigen 
Kontrollen und je nach dem auch Behandlungen nötig. Bitte bei Unklarheiten er-
neute Dossiervorlage an AM.

3.13.1 Der durch die Traumatologie veranlasste Untersuch in der Wirbelsäulen-
chirurgie erfolgte im D.________ am 17. Januar 2022 (Suva-act. 167). Als 
Hauptdiagnose wird im Bericht aufgeführt:

Dorsale hemipelvine Schmerzen rechts, DD ISG-Arthralgie, DD lumbospondylo-
gen/lumboradikulär, DD Pseudoarthrose mit/bei

- St. n. konservativ behandelter Beckenringfraktur Typ C mit Fraktur des oberen 
und unteren Schambeinastes beidseits, Längsfraktur des Sakrums rechts, Frak-
tur Processus transversus LWK5 rechts

Der Beschwerdeführer berichte über seit dem Unfall bestehende Schmerzen im 
Bereich des hinteren rechten Beckens/Flanke. Sie würden teils diffus in den rech-
ten dorsalen Oberschenkel ausstrahlen und sich bei diversen Bewegungen mani-
festieren, aber vor allem beim Gehen oder Cycling (nach ca. 10') auftreten, 
bestünden aber auch im Sitzen und in der Nacht. Er müsse stets die Position 
wechseln; neue neurologische Defizite seien nicht aufgetreten. 

3.13.2 Um eine Wirbelsäulenpathologie als Ursache der Beschwerden auszusch-
liessen, wurde ein MRI von LWS/ISG/Sakrum veranlasst, welches am 7. März 

16

2022 durchgeführt wurde. Der Radiologe gelangte zur Beurteilung (Suva-act. 
203):

Befund
Allseits intakte ossäre Strukturen mit regelrechtem Alignement. Eine Spondylolyse 
liegt nicht vor. lm Niveau L4/5 breitbasige minimale Diskusprotrusion ohne Neuro-
kompression. lm Niveau L5/S1 ist die Bandscheibe dehydriert sowie höhengemin-
dert mit Osteochondrosen, hier mit Ausbildung einer rechts lateralen, rechts-
recessal akzentuierten kleinvolumigen Diskushernie mit Kontakt zur Nervenwurzel 
S1 rechts recessal welche minimal nach dorsal abgedrängt wird mit möglicher 
Kompromittierung der Nervenwurzel daselbst. Keine sonstigen Diskushernien. 
Keine sonstigen signifikanten degenerativen Veränderungen. Die Neuroforamina 
sowie Spinalkanal sind ansonsten von regelrechter Weite.

Beurteilung
Diskopathie L5/S1 mit dehydrierter höhengeminderter Bandscheibe, Osteochon-
drosen und Ausbildung einer rechts recessal akzentuierten kleinvolumigen Diskus-
hernie mit möglicher Kompromittierung der abgehenden Nervenwurzel S1 rechts-
recessal. Minimale breitbasige nicht komprimierende Diskusprotrusion L4/5. Nor-
males übriges Kernspintomogramm.

3.13.3 Im Bericht zur Sprechstunde vom 19. April 2022 zur Besprechung des 
MRI Befundes wiederholte der Arzt die Diagnose des Vorberichtes (vgl. 
E. 3.13.1). Der Beschwerdeführer berichte aktuell über keine Ausstrahlungen 
mehr in den Oberschenkel, lediglich lumbale Wirbelsäulenschmerzen rechts 
mehr als links. Er wünsche eine Infiltration zur Schmerzbesserung. Weiter äus-
serte sich der Bericht zur Arbeitsfähigkeit, wobei die Ärzte organmorphologisch 
eine Wiedereingliederungsfähigkeit als gegeben erachteten. Für eine Bürotätig-
keit bestehe eine 100% Arbeitsfähigkeit; ebenfalls für rückenadaptiertes körperli-
ches Arbeiten. Es sei durchaus auch eine körperlich beanspruchende Tätigkeit, 
jedoch ohne maximale Belastung zumutbar (Suva-act. 187). 

3.14 Mit ärztlicher Beurteilung vom 8. Juli 2022 beantwortete Dr.med. 
F.________ Fragen der Administration (Suva-act. 205). Er gelangte zur Beurtei-
lung:

Der Versicherte erlitt am 08.07.2020 ein Polytrauma. Die Beckenringfraktur Typ B, 
die im Verlauf zu einer Typ C-Fraktur mutierte, ist im CT vom 21.07.2021 vollstän-
dig konsolidiert. Insbesondere wird keine Pseudarthrose erwähnt. Wegen Restbe-
schwerden im ISG-Bereich wird der Versicherte von den behandelnden Unfall-
chirurgen an die Wirbelsäulenspezialisten verwiesen, die dorsale hemipelvine 
Schmerzen rechts mit der Differenzialdiagnose ISG-Arthralgie, lumbospondylo-
gen/lumboradikulär, Pseudoarthrose diagnostizieren. Letzteres kann aufgrund der 
CT-Untersuchung mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Eine ISG Arthralgie 
scheidet bildgebend ebenfalls aus. Eine Unfallkausalität liegt für diese Diagnose 
nicht vor, da die Sacrumfraktur rechts undisloziert und längsgerichtet war und das 
ISG nicht tangierte. Eine lumbospondylogene oder lumboradikuläre Ursache ist 
aufgrund der degenerativen Veränderungen im LWS MRI möglich, doch ist diese 

17

dann nicht mehr unfallkausal, da die LWS vom Unfall nicht betroffen war und vor-
bestehende Degenerationen aufwies. Im Beckenbereich liegen somit keine unfall-
kausalen Schädigungen mehr vor.

Seitens des Thorax bestehen aktenmässig keine Beschwerden mehr. Die urologi-
sche Problematik (Harnröhrenverletzung mit Abriss der Urethra auf Höhe der Pro-
stata) wurde bereits in der versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 
30.12.2021 gewürdigt.

Gemäss Dr.med. F.________ bestand unfallbedingt bei konsolidierter Becken-
fraktur keine Einschränkung der Belastbarkeit mehr; auch die urologische Pro-
blematik führe nicht zu einer Belastungsminderung. Bezüglich Integritätsschaden 
ergebe sich seines Erachtens für die Verletzungen von Thorax und Becken kein 
Integritätsschaden, da aufgrund der Tabellen 2, Integritätsschaden bei Funkti-
onsstörungen der unteren Extremität die Erheblichkeitsgrenze nicht erreicht wer-
de. Es sei aber denkbar, dass die in den vorderen Acetabulumpfeiler einstrah-
lende Fraktur des oberen Schambeinastes links mit der Zeit zu einer Verschleiss-
erscheinung führe, die später einen Integritätsschaden begründen könnte. Hin-
sichtlich urologischer Problematik verwies er auf den Bericht von Dr.med. 
E.________ vom 30. Dezember 2021 (vgl. oben E. 3.12). Schliesslich hielt 
Dr.med. F.________ fest, nicht zur Aufrechterhaltung der Belastbarkeit, aber zur 
Behandlung des unfallkausalen urologischen Problems seien weitere urologische 
Behandlungen nach Bedarf notwendig. 

3.15 Ebenfalls am 8. Juli 2022 erfolgte im D.________ bei Hauptdiagnose Dor-
sale hemipelvine Schmerzen rechts, DD ISG-Arthralgie, DD lumbospondylogen/-
ver-trebral; aktuell Verdacht auf aktivierte Sponsylarthrose L4-S1 beidseits eine 
diagnostisch-therapeutische Facettengelenksinfiltration L4/5 rechts und L5/S1 
rechts (Suva-act. 211). Nach der anschliessenden wirbelsäulenorthopädischen 
Sprechstunde vom 28. Juli 2022 gelangten die behandelnden Ärzte zur Beurtei-
lung:

30-jähriger Patient mit leicht degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule und 
einer nicht nervenkomprimierenden Diskusprotrusion L5/S1 im MRl der LWS. Die 
Infiltration war gemäss Schmerzprotokoll positiv, gemäss Patient war - bei er-
schwerter Anamnese - erst kein positiver Effekt und im Verlauf der Sprechstunde 
eine Aggravierung zu erheben. Unser Vorschlag wäre ein SPECT CT durchzu-
führen oder eine ISG-Testinfiltration/Sakralblock. Der Patient lehnt die Infiltrationen 
ab - oder würde sie mit einer Narkose durchführen lassen. Dies steht unserer Mei-
nung nach momentan in keinem verantwortbaren Verhältnis zum Nutzen. Ausser-
dem ist eine Aggravation durch Infiltrationen und die Ablehnung derselben ein pro-
gnostisch ungünstiger Faktor für jegliche Interventionen. Für einen wirbelsäulen-
chirurgischen Eingriff qualifiziert der Patient nicht. Hinweise auf ein postinterventi-
onelles Infektgeschehen bestehen heute keine. Bei aktueller Klinik besteht keine 
Operationsindikation.

18

Wir sehen hier gewisse Yellow-, Blue- und Black-Flags miteinfliessen sowie eine 
mangelnde Compliance und die Wahrnehmung, dass der Unfall alleiniger Verursa-
cher sämtlicher seiner aktuellen Probleme ist und mittlerweile ein sekundärer 
Krankheitsgewinn mitspielt. Dies wollen und können wir im heutigen Setting wir-
belsäulenchirurgisch weder werten noch weiterführend beurteilen/behandeln. Es ist 
gut möglich, dass residuelle Schmerzen im Becken oder ISG vorhanden sind oder 
eine traumatische Aktivierung der Fazettengelenksarthrose besteht. Nur ist es 
schwierig mit der gegebenen Haltung des Patienten, einen Heilungsweg zu erar-
beiten bzw. zielführend Diagnostik zu betreiben. Zudem entlädt sich eine beträcht-
liche Wut über den Unfall auf die heutigen Untersucher.

Während der Injektion hat der Patient ein deutlich auffallendes Schmerzverhalten 
gezeigt mit Ausweitung des Schmerzes schon beim Hautstich. Dies könnte für eine 
gewisse Schmerzverarbeitungsstörung / Somatisierung sprechen. Wir sind hier 
sehr zurückhaltend mit weiteren Interventionen und Empfehlen allenfalls die Mitbe-
urteilung durch ein Schmerzzentrum oder eine Zweitmeinung, da wir bei Herrn Pin-
to keine Vertrauensbasis aufbauen können.

Weiterhin sehen wir eine volle Arbeitsfähigkeit aus Wirbelsäulenorthopädischer 
Sicht als gegeben.

3.16 Basierend auf den Berichten von Dr.med. E.________ (E. 3.12) und 
Dr.med. F.________ (E. 3.14) informierte die Suva den Beschwerdeführer am 
26. August 2022 über die Leistungseinstellung (ausser urologische Problematik) 
per 31. Oktober 2022 (Suva-act. 219). Am 16. September 2022 erfolgte die ent-
sprechende Verfügung (Suva-act. 232; Ingress Bst. B sowie Erwägung 1).

3.17 In den Akten liegen sodann die Verlaufseinträge der Hausarztpraxis des 
Beschwerdeführers vom 20. Januar 2022 bis 22. Dezember 2022 (Suva-act. 
251). Daraus lässt sich keine eigentliche Behandlung erkennen. Gemäss letztem 
Eintrag (22.12.2022) war die Situation subjektiv unverändert, die Arbeit laufe gut. 

3.18 Mit der Replik reicht der Beschwerdeführer eine Bestätigung der Hausarzt-
praxis vom 24. Juli 2023 ein (Bf-act. 1), der eine Diagnoseliste sowie der Bericht 
D.________ vom 28. Juli 2022 (vgl. oben E. 3.15) beigefügt war. Über eine Be-
handlung gibt die Bestätigung keine Auskunft.

3.19 Aufgrund der Ausführungen in der Replik erkundigte sich die Suva am 
25. August 2023 bei der Urologie D.________ über weitere, nach dem 19. No-
vember 2021 (vgl. oben E. 3.11) durchgeführte Untersuchungen (Duplikbeilage 
2), worauf sie einen Bericht vom 22. Februar 2022 erhielt, in welcher der Haus-
arztpraxis über eine Konsultation vom 21. Februar 2022 berichtet wird (Duplikbei-
lage 3). Als Hauptdiagnose nennt der Bericht eine aktuell kompensierte Miktions-
situation. Der Beschwerdeführer berichte über eine urologisch beschwerdefreie 
Situation; unter dem regelmässigen Katheterisieren habe sich die Miktionssituati-
on deutlich verbessert; er sei im Alltag praktisch beschwerdefrei. Die Spitex wür-

19

de 1xtgl. die Harnröhre bougieren, was problemlos erfolge (es selber durchzu-
führen, könne er sich aber nicht vorstellen). Die Miktionsfrequenz sei normal bei 
guter Blasenkapazität. Auch die Erektion sei normal, Ejakulation habe sich bis 
dato keine eingestellt. Die Fachärztin gelangte zur Beurteilung:

Erfreulicherweise ist die Miktionssituation nun stabil. Das regelmässige Bougieren 
wird vom Patienten gut toleriert. Nach wie vor kann er sich aber nicht vorstellen, 
dies selbst durchzuführen. Somit muss bis auf Weiteres mit einer Unterstützung 
durch die Spitex gerechnet werden. Aktuell haben wir besprochen, die Bougie-
rungsfrequenz auf 3x wöchentlich zu reduzieren, sollte sich die Situation hierunter 
aber verschlechtern, müsste diese wieder täglich erfolgen. Ziel muss ausserdem 
sein, dass Herr Pinto das Bougieren langfristig selbst durchführt. Als Langzeitfolge 
durch die schwere Beckenverletzung ist nebst der Harnröhrenvernarbung mit kon-
sekutiv notwendigen Selbstbougierungen auch eine fehlende Ejakulation. Nebst 
den Einschränkungen bzgl. auf das Sexualleben ist vor allem die Fortpflanzungs-
fähigkeit des Patienten eingeschränkt. Ich gehe davon aus, dass er auf natürli-
chem Wege keine Kinder wird zeugen können und dass diesbezüglich eine medi-
zinische Unterstützung zur künstlichen Befruchtung notwendig wird. Die Kosten 
hierfür müssten sicherlich auch durch die Versicherung übernommen werden. 

4. Der Beschwerdeführer bestreitet, dass die Verletzungen am Becken und 
am Thorax ausgeheilt seien. Zudem seien die Verletzungen im Rückenbereich 
einzig auf das Unfallereignis vom 8. Juli 2020 zurückzuführen und ebenfalls noch 
nicht ausgeheilt. Er befinde sich noch immer in verschiedenen medizinischen 
Behandlungen bezüglich sämtlicher Beschwerden. Entsprechend sei die Suva 
weiterhin leistungspflichtig; sie dürfe sich nicht auf die urologischen Probleme 
beschränken. Weil der Heilungsprozess noch nicht abgeschlossen sei und weil 
weiterhin eine volle Arbeitsunfähigkeit bestehe, seien auch weiterhin Taggelder 
zu entrichten. 

Der Suva-Arzt beschönige die Situation. Aus sämtlichen medizinischen Berichten 
ergebe sich, dass keine Beschwerdefreiheit bestehe, dass er weiterhin vollstän-
dig arbeitsunfähig sei. Das D.________ halte in sämtlichen Berichten eine starke 
Leistungseinschränkung fest; selbst der Bericht vom 28. Juli 2022 zeige, dass 
der Heilungsprozess nicht abgeschlossen sei, dass eine klare Deformation des 
Beckens vorliege. Der Bericht führe eine Lungenkontusion auf und dennoch fehle 
eine pneumatologische Abklärung, was es nachzuholen gelte. Dies gelte auch für 
die Rückenbeschwerden. Diese seien unfallkausal. Der Suva-Arzt behaupte vor-
bestehende Leiden, was aus den Akten indes nicht ersichtlich und somit nicht 
erwiesen sei. Selbst das D.________ empfehle im Bericht vom 28. Juli 2022 eine 
Zweitmeinung; man sei sich über den Sachverhalt somit nicht im Klaren. Es sei 
daher zwingend eine polydisziplinäre medizinische Untersuchung durchzuführen 
inkl. Pneumologie. 

20

Weiter hält der Beschwerdeführer fest, es werde sich ergeben, dass eine dau-
ernde Arbeitsunfähigkeit bestehe, was zu einer lebenslänglichen Invalidenrente 
führe. Im Einspracheentscheid fehle eine Einschätzung des ergonomischen Pro-
fils; selbst wenn eine Restarbeitsfähigkeit bestehe, könne er höchstens in gewis-
sen Bereichen und nur eingeschränkt tätig sein. Weil er sprachlich, ausbildungs-
mässig und leistungsmässig auf dem Arbeitsmarkt eingeschränkt sei, sei von 
einem Leidensabzug von mindestens 10% auszugehen. Er könne aktuell ein 
21%-Pensum erfüllen. Die urologischen Probleme führten zu Arbeitsunter-
brüchen, was wiederum die Gesamtleistungsfähigkeit reduziere und ebenso die 
Vermittelbarkeit auf dem Arbeitsmarkt. Es sei von einer Einschränkung von min-
destens 20% aufgrund der urologischen Probleme auszugehen. So könne der 
Harndrang nur durch regelmässige Selbstkathetisierung gelöst werden; ein ein-
facher Gang zur Toilette sei nicht möglich. Dies verlange einen unüblich langen 
Zeitraum und damit vermehrte Pausen und damit Reduktion der Leistungsfähig-
keit. Rechne man sämtliche Heilungsmöglichkeiten ein, komme man unter 
Berücksichtigung des sehr eingeschränkten ergonomischen Profils auf eine Ein-
kommenseinbusse von sicher über 50%, was zu ebensolcher Rente führe; 
gemäss Replik zu einem Invaliditätsgrad von weit über 70%.

Weil eine dauernde Beeinträchtigung der Organe des Beschwerdeführers vorlie-
gen werde, sei ihm eine Integritätsentschädigung zuzusprechen. Wegen Un-
fruchtbarkeit betrage diese gemäss Suva-Tabelle 22 mindestens 40% und unter 
Berücksichtigung sämtlicher gesundheitlicher Beeinträchtigungen mindestens 
60%. 

5.1 Der angefochtene Entscheid der Vorinstanz stützt sich auf die Beurteilun-
gen der beiden Versicherungsärzte Dr.med. E.________ und Dr.med. 
F.________ ab. Es ist damit die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu Beurtei-
lungen von versicherungsinternen Ärzten zu beachten, wonach nur auf deren 
Feststellungen abgestellt werden kann, wenn keine auch nur geringen Zweifel an 
deren Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 142 V 58 E. 5.1 m.w.H.; 
VGE I 2019 27 vom 27.9.2019 E. 6.1; vorstehend E. 2.7.2).

5.2 Gemäss Suva sind die vom Beschwerdeführer noch geklagten Rücken-
beschwerden nicht unfallkausal. Die natürliche Unfallkausalität ist gegeben, wenn 
der Unfall vom 8. Juli 2020 überwiegend wahrscheinlich zumindest eine indirekte 
Teilursache der gesundheitlichen Beschwerden ist (vgl. oben E. 2.2). 

Soweit Dr.med. F.________ ausführt, die Wirbelsäulenspezialisten (zu welchen 
der Beschwerdeführer durch die Traumatologen zugewiesen wurde) hätten die 
dorsale hemipelvinen Schmerzen rechts mit der Differenzialdiagnose ISG-

21

Arthralgie, lumbospondylogen/lumboradikulär, Pseudoarthrose diagnostiziert, so 
entspricht dies den Berichten des D.________ vom 17. Januar 2022 und 28. Juli 
2022 (vgl. oben E. 3.13.1 und E. 3.15). Die Pseudoarthrose schliesst er dabei mit 
Verweis auf die Bildgebung zu recht aus (vgl. CT Becken vom 21.7.2021 E. 3.9 
"Frakturen komplett konsolidiert ohne Pseudarthrosenbildung"; MRI 
LWS/ISG/Sakrum vom 7.3.2022 E. 3.13.2: "Allseits intakte ossäre Strukturen mit 
regelrechtem Alignement"). Nachvollziehbar ist ebenso seine Schlussfolgerung, 
eine ISG Arthralgie scheide bildgebend aus und eine Unfallkausalität für diese 
Diagnose liege nicht vor, weil die Sacrumfraktur das ISG nicht tangierte, da sie 
rechts undisloziert und längsgerichtet gewesen sei. Wenn Dr.med. F.________ 
sodann eine lumbospondylogene oder lumboradikuläre Ursache für möglich hält, 
aber auf vorbestehende Degenerationen zurückführt, so findet sich auch dies - 
entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers - in den weiteren medizini-
schen Berichten bestätigt. Das am 7. März 2022 durchgeführte MRI von 
LWS/ISG/Sakrum zeigt degenerative Veränderungen in der Wirbelsäule (vgl. 
oben E. 3.13.2), was auch die Wirbelsäulenspezialisten des D.________ in ihrem 
Bericht vom 28. Juli 2022 bestätigten (vgl. oben E. 3.15). Dieser Beurteilung von 
Dr.med. F.________ widersprechende ärztliche Berichte liegen keine im Recht. 
Auch der Beschwerdeführer vermag keinen Bericht zu nennen, der die noch ge-
klagten Rückenbeschwerden zumindest teilweise auf das Unfallereignis vom 8. 
Juli 2020 zurückführt. Entsprechend ist nicht zu beanstanden, wenn die Suva 
zum Schluss gelangte, die vom Beschwerdeführer noch geklagten Rückenbe-
schwerden seien nicht überwiegend wahrscheinlich unfallkausal. Entsprechend 
hat die Suva eine Leistungspflicht des Unfallversicherers zu Recht verneint.

5.3.1  Dass sich der Beschwerdeführer beim Unfall vom 8. Juli 2020 an Becken 
und Thorax verletzt hat, ist unbestritten (vgl. oben E. 3.2). Die Suva erbrachte 
denn auch Versicherungsleistungen. Die erlittenen Verletzungen sind ihres Er-
achtens jedoch folgenlos und vollständig ausgeheilt; von weiteren Behandlungen 
könne keine massgebliche Verbesserung mehr erwartet werden, weshalb sie den 
Fall abschloss. 

Heilbehandlung und Taggeld sind einzustellen, wenn von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes im 
Sinne der Steigerung bzw. Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit erwartet wer-
den kann (vgl. oben E. 2.5).

Der Beschwerdeführer behauptet wohl, er benötige nach wie vor medizinische 
Behandlung. Aus den Akten ergibt sich jedoch nicht, dass er (bezogen auf Be-
cken und Thorax) überhaupt noch in einer ärztlichen Behandlung wäre, welche 
gezielt auf eine Verbesserung der Situation ausgerichtet wäre. In den Verlaufs-

22

einträgen der Hausarztpraxis sind einzig Kontrollen, aber keine Behandlung ver-
merkt. Am 22. Dezember 2022 wird explizit notiert, Infiltration und OP kommt 
nicht in Frage. Im Übrigen werden unter 'Prozedere' Kontakte mit dem Anwalt 
sowie Hinweise auf Entscheide der SUVA und die Arbeitsunfähigkeit vermerkt, 
aber keine Therapievorschläge (Suva-act. 251). Auch in der vom Beschwerde-
führer mit der Replik eingereichten "Bestätigung" der Hausarztpraxis findet sich 
kein Hinweis auf eine laufende Therapie (vgl. oben E. 3.18). Die Behandlung auf 
der Traumatologie D.________ wurde bereits am 16. Oktober 2020 abgeschlos-
sen (Suva-act. 108). Die Hausarztpraxis unterstützte im Januar 2021 einen the-
rapeutischen Arbeitsversuch (Suva-act. 69). Nach Abbruch des Arbeitsversuches 
veranlasste die Suva ein CT des Beckens, mit dem Ergebnis, dass sich am 21. 
Juli 2021 die bekannten Frakturen komplett konsolidiert und ohne Pseudoarthro-
senbildung zeigten (vgl. oben E. 3.9). Am 15. September 2021 erfolgte die neuer-
liche Überweisung des Beschwerdeführers an die Traumatologie D.________, 
wo nach der Sprechstunde vom 25. Oktober 2021 ausdrücklich festgehalten 
wurde, die Behandlung werde abgeschlossen (vgl. oben E. 3.10). Die noch ge-
klagten Rückenbeschwerden sind nicht unfallkausal (vgl. zuvor E. 5.2); dennoch 
ist auch hier festzustellen, dass die Wirbelsäulenspezialisten des D.________ 
keine Behandlungsempfehlung formuliert haben. Zudem haben sie dem Be-
schwerdeführer aus wirbelsäulenorthopädischer Sicht bereits am 19. April 2022 
eine vollständige Arbeitsfähigkeit attestiert (vgl. oben E. 3.13.3) und dies am 28. 
Juli 2022 bestätigt (vgl. oben E. 3.15), was ohnehin gegen die Möglichkeit einer 
noch namhaften Verbesserung spricht. Eine ärztliche Behandlung des Thorax ist 
ebenso wenig aktenkundig, was Dr.med. F.________ zu Recht festhielt. Soweit 
die Physiotherapeutin von Arbeiten zur Verbesserung der Thoraxmobilität spricht 
(Suva-act. 158), so handelt es sich hierbei rechtsprechungsgemäss nicht um 
ärztliche Behandlungen, welche den Fallabschluss hinderten (vgl. Urteile BGer 
8C_ 682/2021 vom 13.4.2022 E. 5.3.2; 8C_674/2019 vom 3.12.2019 E. 4.3; 
8C_39/2018 vom 11.7.2018 E. 5.1). Bei dieser Aktenlage gelangte die Suva zu 
Recht zum Schluss, dass von weiteren Behandlungen keine massgeblichen Ver-
besserungen bezüglich der erlittenen Verletzungen im Bereich Becken und Tho-
rax mehr erwartet werden könnten. 

5.3.2  Demgegenüber ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer als Unfallfolge 
einer lebenslangen medizinischen Behandlung der urologischen Beschwerden 
bedarf. Die entsprechende Heilbehandlung hat die Suva dem Beschwerdeführer 
denn auch zugesichert (Suva-act. 232). Eine andere Frage ist, ob dies den 
Fallabschluss zu verzögern vermag. Dies ist zu verneinen. Die Suva verlangte 
beim D.________ Berichte über laufende Behandlungen ein und erhielt den Be-
richt vom 22. Februar 2022 zur ambulanten Konsultation vom Vortag (Duplikbei-

23

lage 3). Dokumentiert ist eine stabile Miktionssituation sowie gutes Tolerieren 
des Bougierens, welches von täglich auf dreimal wöchentlich reduziert wurde. 
Therapeutische Möglichkeiten, welche noch anstehen würden und eine Verbes-
serung der urologischen Situation erwarten lassen, werden keine genannt. Dem 
widersprechende Arztberichte liegen keine im Recht. Zu wiederholen ist, dass die 
Bestätigung der Hausarztpraxis auch hinsichtlich der urologischen Beschwerden 
keine Hinweise auf therapeutische Massnahmen im Sinne einer ärztlichen Be-
handlung enthält. Auch wenn die Suva dem Beschwerdeführer zur Aufrechterhal-
tung der Erwerbsfähigkeit lebenslange Untersuchung und Behandlung der urolo-
gischen Unfallfolgen zusicherte, war sie damit nicht gehindert, den Fall abzusch-
liessen.

5.4 Damit aber steht als Zwischenergebnis fest, dass sich die Beschwerde in-
soweit als unbegründet erweist, als der Beschwerdeführer einen verfrühten 
Fallabschluss rügt. Die noch geklagten Rückenbeschwerden sind nicht überwie-
gend wahrscheinlich unfallkausal und für den Fallabschluss damit unbeachtlich. 
Sodann ergibt sich aus den Akten, dass im Zeitpunkt des Fallabschlusses keine 
Unfallverletzungen im Bereich Becken, Thorax oder Blase in ärztlicher Behand-
lung waren, welche auf eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes 
gerichtet gewesen wäre. Auch sind keine ärztlichen Empfehlungen für therapeu-
tische Massnahmen zur namhaften Verbesserung der Situation aktenkundig. Die 
urologischen Untersuchungen und Behandlungen, welche zur Aufrechterhaltung 
der Erwerbsfähigkeit lebenslang notwendig sein werden (und für welche die Suva 
eine Leistungspflicht anerkannt hat), vermögen einen Fallabschluss nicht zu ver-
zögern. Mithin hat die Suva die Heilbehandlung und Taggeldzahlungen zu Recht 
per 31. Oktober 2022 eingestellt.

5.5.1  Der Beschwerdeführer fordert im Weiteren eine Invalidenrente von min-
destens 50% (Antrag Beschwerde) resp. 70% (Begründung Replik). 

Ist eine versicherte Person infolge des Unfalles mindestens zu 10% invalid, so 
hat sie gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine Invalidenrente. Zur Be-
stimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität 
und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine zu-
mutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. In-
valideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie er-
zielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen).

5.5.2  Vorliegend steht fest, dass anlässlich eines runden Tisches vom 15. Janu-
ar 2021 ein therapeutischer Arbeitsversuch beim alten Arbeitgeber vereinbart 

24

wurde (vgl. oben E. 3.7). Die Behandlung in der Traumatologie D.________ war 
zu jenem Zeitpunkt abgeschlossen (vgl. oben E. 3.4); die urologische Verlaufs-
kontrolle vom 27. November 2020 war unauffällig, es wurde eine weitere Kontrol-
le vereinbart (vgl. oben E. 3.6). Sowohl die Hausarztpraxis als auch der Suva-
Arzt unterstützten die Wiederaufnahme der Arbeit, die vorgesehenen Tätigkeiten 
seien gut zumutbar (vgl. oben E. 3.7). 

Der Arbeitsversuch scheiterte und die Arbeitgeberin kündigte das Arbeitsverhält-
nis (vgl. oben E. 3.7). Der Suva-Arzt erachtete eine Arbeitsunfähigkeit bis ein 
Jahr nach dem Unfall als nachvollziehbar (Suva-act. 109). Zutreffend ist, dass im 
Unfallschein weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen wurde 
und zwar bis am 19. April 2022. Danach wurde dem Beschwerdeführer bis am 2. 
Mai 2022 eine vollständige Arbeitsfähigkeit attestiert, ab dem 2. Mai 2022 durch 
die Hausarztpraxis erneut eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis am 31. Okto-
ber 2022, danach eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit (vgl. Suva-act. 245). Diese Ar-
beitsunfähigkeitsatteste lassen sich jedoch mit den medizinischen Berichten nicht 
begründen. 

Nachdem der Beschwerdeführer durch die Hausarztpraxis an Dr.med. 
H.________ überwiesen wurde und dieser ihn für eine Kontrolle 1 Jahr nach Po-
lytrauma an die Traumatologie D.________ überwies (Suva-act. 131), schloss 
diese die Behandlung nach einmaligem Untersuch am 25. Oktober 2021 wieder 
ab (Suva-at. 136), überwies den Beschwerdeführer ihrerseits indes an die Wir-
belsäulenspezialisten. Diese erachteten am 17. Januar 2022 eine berufliche 
Wiedereingliederung aus wirbelsäulenorthopädischer Sicht als möglich und wün-
schenswert; eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestierten sie bis zur Bespre-
chung des MRIs (Suva-act. 167). Anlässlich dieser Besprechung vom 19. April 
2022 wurde die Wiedereingliederungsfähigkeit aus organmorphologischer Sicht 
als gegeben betrachtet. Für eine Bürotätigkeit bestehe eine 100% Arbeitsfähig-
keit; ebenfalls für rückenadaptiertes körperliches Arbeiten. Es sei durchaus auch 
eine körperlich beanspruchende Tätigkeit, jedoch ohne maximale Belastung zu-
mutbar (vgl. oben E. 3.13.3). Ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis wurde explizit nicht 
ausgestellt (Suva-act. 187). Und am 28. Juli 2022 bestätigten die Wirbelsäulen-
spezialisten neuerlich, es bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit (vgl. oben E. 3.15). 
Im Bericht der Physiotherapeutin vom 15. April 2022 ist eine deutliche Verbesse-
rung der körperlichen Situation seit dem 16. Dezember 2021 dokumentiert. Dass 
eine körperliche Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit bestünde, lässt sich dem 
Bericht nicht entnehmen. Hingegen vermerkt sie, der Beschwerdeführer benötige 
im Deutsch erlernen Unterstützung, damit er bald wieder eine berufliche Tätigkeit 
aufnehmen könne (Suva-act. 188); die sprachliche Hinderung ist indes unfall-
fremd. Bei dieser medizinischen Berichtslage erscheint es schlüssig, wenn 

25

Dr.med. F.________ am 8. Juli 2022 feststellte, unfallbedingt bestehe bei konso-
lidierter Beckenfraktur keine Einschränkung der Belastbarkeit mehr. Hieran ver-
mögen die Arbeitsunfähigkeitsatteste der Hausarztpraxis nichts zu ändern. Die 
Verlaufseinträge des Jahres 2022 (Suva-act. 251) begründen die dokumentierte 
Arbeitsunfähigkeit nicht. Die berufliche Wiedereingliederung wurde seit Mai 2022 
vorgesehen, aber nicht umgesetzt. Gegenüber dem Anwalt des Beschwerdefüh-
rers stellte die Ärztin der Hausarztpraxis im August 2022 in Frage, ob sie fach-
kompetent sei, die Arbeitsfähigkeit zu beurteilen. Wenn sie dann festhält, die Ar-
beitsfähigkeit sei, soweit sie dies beurteilen könne, noch nicht wieder erreicht, 
und hierzu auf den Bericht D.________ vom 28. Juli 2022 verweist, so ist dies 
ein Widerspruch oder Missverständnis. Denn die Ärzte des D.________ stellten 
ausdrücklich fest, die volle Arbeitsfähigkeit sei weiterhin (wie schon im April 2022 
attestiert) gegeben (Suva-act. 212). Am 26. August 2022 notierte die Hausarzt-
praxis "Möchte bis Ende 09.22 und nachher Termin für AUF 100% bis Ende 
10.22", was keine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit darstellt. Im No-
vember 2022 trat der Beschwerdeführer eine 20%-Stelle an, worauf sie noch ei-
ne Arbeitsunfähigkeit von 80% ausstellte, was die Beurteilung des Suva-Arztes 
und der übrigen medizinischen Berichte nicht in Frage zu stellen vermag. 

Mithin liegen keine medizinischen Berichte vor, welche Zweifel an der orthopädi-
schen Beurteilung des Suva-Arztes erwecken könnten. Die Suva stellte daher zu 
Recht fest, unfallbedingt (ohne urologische Problematik) bestünden keine Ein-
schränkungen in der Belastbarkeit mehr.

5.5.3  Die urologischen Unfallfolgen werden den Beschwerdeführer das ganze 
Leben begleiten und weiterhin Untersuchungen und Behandlungen notwendig 
machen (vgl. oben E. 5.3.2). Dass damit eine Einschränkung in der Belastbarkeit 
des Beschwerdeführers einhergehen würde, ergibt sich aus den medizinischen 
Akten indes nicht. 

In der Replik führte der Beschwerdeführer aus, der Harndrang könne nur durch 
regelmässige Selbstkatheterisierung gelöst werden; ein einfacher Gang zur Toi-
lette sei nicht möglich. Er benötige einen unüblich langen Zeitraum. Der erhöhte 
Pausenbedarf mache 20% eines Vollpensums, aber sicher 1h/Tag aus (Replik 
Ziff. II.4). 

Auf Vorlage hin bestätigte Dr.med. E.________, dass bei dieser neu dargelegten 
Sachlage von einem zusätzlichen Zeitaufwand von geschätzt 60' - 75' pro Ar-
beitstag auszugehen wäre (vgl. Duplikbeilage 1). Gleichzeitig stellte die Suva 
aber duplizierend zu Recht fest, dass sich der beschriebene Sachverhalt aus den 
medizinischen Akten nicht ergebe. Am 30. November 2020 wurden aktuell kom-
pensierte Miktionsverhältnisse dokumentiert (beschwerdefreie Miktion bis auf 

26

sehr kleine Miktionsvolumnia; Suva-act. 78). Bei der nächsten Verlaufskontrolle 
vom 29. März 2021 berichtete der Beschwerdeführer von einer subjektiv be-
schwerdefreien Situation; die Blasenentleerung erfolge problemlos mit kräftigem 
Harnstrahl; auch das Urinhalten sei kein Problem (Suva-act. 102). Am 27. Sep-
tember 2021 berichtete er über irritative Miktionsbeschwerden mit einem fast 
stündlichen Miktionsintervall; der Harnstrahl sei kräftig; stören würde die Situation 
nicht wesentlich (Suva-act. 148). Am 1. November 2021 erfolgte die Urethrotomie 
(vgl. oben E. 3.11); am 19. November 2021 konnte ein gutes postoperatives Er-
gebnis dokumentiert werden; der Beschwerdeführer sei beschwerdefrei. Der Be-
schwerdeführer berichtete über eine deutliche Verbesserung der Miktionssituati-
on, eine deutliche Reduktion der Miktionsfrequenz und viel besseren Harnstrahl. 
Empfohlen wurde tägliches Aufbougieren (Suva-act. 152). Im Rahmen des Be-
schwerdeverfahrens ersuchte die Suva das D.________ um Zustellung jüngerer 
Berichte und erhielt einen zur ambulanten Kontrolle vom 21. Februar 2022 (Du-
plikbeilage 3). Die Miktionssituation wird als kompensiert beschrieben. Der Be-
schwerdeführer berichte über eine beschwerdefreie urologische Situation, er sei 
im Alltag praktisch beschwerdefrei; die Miktionsfrequenz sei normal. Ärztlicher-
seits wurde die Miktionssituation als stabil beurteilt. Das tägliche Bougieren wur-
de auf 3 pro Woche reduziert.

Damit aber besteht für die Darstellung der urologischen Situation in der Replik 
keine medizinische Grundlage. Auch die Verlaufseinträge der Hausarztpraxis 
(Suva-act. 251) enthalten keinerlei Hinweise für urologische Beschwerden, wel-
che die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen würden. In der Stellungnahme zur Duplik 
vom 9. November 2023 verweist der Beschwerdeführer denn auch nurmehr all-
gemein auf seine früheren Ausführungen, ohne indes die neuen Erkenntnisse der 
Suva substantiiert zu bestreiten. Namentlich legt er keine ärztlichen Berichte vor, 
welche seine Darstellung stützen würden. Damit aber steht fest, dass keine ärzt-
lichen Berichte eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus urologischer Sicht 
beschreiben. Die Suva durfte zu Recht basierend auf den ärztlichen Beurteilun-
gen ihrer Ärzte, Dr.med. E.________ und Dr.med. F.________, von einer vollen 
Arbeitsfähigkeit auch aus urologischer Sicht ausgehen.

5.5.4  Wenn aber weder aus orthopädisch-traumatologischer noch aus urologi-
scher fachärztlicher Beurteilung medizinisch begründete Einschränkungen in der 
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers bestehen, dann hat die Suva den Fall zu 
Recht ohne einen Anspruch auf eine Invalidenrente abgeschlossen. 

5.6 Der Beschwerdeführer fordert sodann eine Integritätsentschädigung bei ei-
ner Integritätseinbusse von mindestens 60%. Gemäss Suva-Tabelle 22 betrage 
der Integritätsschaden allein schon wegen Unfruchtbarkeit mindestens 40%; un-

27

ter Berücksichtigung sämtlicher gesundheitlichen Einschränkungen ergebe sich 
eine Einbusse von mindestens 60%.

5.6.1  Erleidet der Versicherte durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schä-
digung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat er An-
spruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Ein 
Integritätsschaden gilt als dauernd, wenn er voraussichtlich während des ganzen 
Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die kör-
perliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähig-
keit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird (Art. 36 Abs. 1 der Verordnung 
über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202] vom 20.12.1982). Gemäss Art. 
36 Abs. 2 UVV gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richt-
linien des Anhangs 3. Die Beurteilung des Integritätsschadens basiert auf dem 
medizinischen Befund. Die Skala der Integritätsschäden im Anhang 3 zur UVV 
erlaubt es dem Arzt, grundsätzlich jeden Integritätsschaden annähernd ver-
gleichbaren Integritätsschäden in dieser Skala zuzuordnen. Trotzdem hat sich in 
der Praxis ein Bedürfnis zur differenzierten listenmässigen Erfassung der Inte-
gritätsschäden manifestiert. Die Suva hat in der Folge, basierend auf der erwähn-
ten Skala und unter Berücksichtigung dieser verbindlichen Werte, weitere Schät-
zungsgrundlagen in tabellarischer Form erarbeitet (vgl. www.suva.ch). Diese von 
der Verwaltung herausgegebenen Tabellen (sog. Feinraster) stellen zwar keine 
Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, werden aber von der 
Rechtsprechung als mit Anhang 3 UVV vereinbare Richtwerte anerkannt, mit de-
nen die Gleichbehandlung aller versicherten Personen gewährleistet werden soll 
(BGE 124 V 29 E. 1c; Urteil BGer 8C_746/2022 vom 18.10.2023 E. 4.1).

Somit fällt es in einem ersten Schritt dem Arzt oder der Ärztin zu, sich unter Ein-
bezug der in Anhang 3 der UVV und gegebenenfalls in den Suva-Tabellen aufge-
führten Integritätsschäden dazu zu äussern, ob und inwieweit ein Schaden vor-
liegt, welcher dem Typus von Verordnung, Anhang oder Weisung entspricht (Ur-
teile BGer 8C_762/2019 vom 12.3.2020 E. 6.3; 8C_734/2019 vom 23.12.2019 
E. 4.2; BGE 140 V 193 E. 3.2). Verwaltung und Gericht obliegt es danach, ge-
stützt auf die ärztliche Befunderhebung die rechtliche Beurteilung vorzunehmen, 
ob ein Integritätsschaden gegeben ist, ob die Erheblichkeitsschwelle erreicht ist 
und - bejahendenfalls - welches Ausmass die erhebliche Schädigung angenom-
men hat oder aber weiter medizinische Abklärungen zu veranlassen (Urteile 
BGer 8C_746/2022 vom 18.10.2023 E. 4.2; 8C_762/2019 vom 12.3.2020 E. 6.3; 
8C_826/2013 vom 28.5.2013 E. 2.4 mit Verweis auf SVR 2009 UV Nr. 27; zum 
Zusammenwirken ärztlicher Einschätzung und juristischer Wertung bei der Be-
messung der Integritätseinbusse vgl. auch Thomas Frei, Die Integritätsentschä-

28

digung nach Art. 24 und 25 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung, 
Diss. Freiburg 1997, S. 68 ff.). 

Zu betonen ist, dass nach Art. 36 Abs. 4 UVV voraussehbare Verschlimmerun-
gen des Integritätsschadens angemessen berücksichtigt werden müssen (Satz 
1). Revisionen sind nur in Ausnahmefällen möglich, wenn die Verschlimmerung 
von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war (Satz 2). Eine vorausseh-
bare Verschlimmerung liegt vor, wenn im Zeitpunkt der Festsetzung der Inte-
gritätsentschädigung eine Verschlimmerung als wahrscheinlich prognostiziert 
und damit auch geschätzt werden kann. Nicht voraussehbare Verschlechterun-
gen können naturgemäss nicht im Voraus berücksichtigt werden. Entwickelt sich 
daher der Gesundheitsschaden im Rahmen der ursprünglichen Prognose, so ist 
die Revision einer einmal zugesprochenen Integritätsentschädigung ausge-
schlossen. Hingegen kann die Entschädigung neu festgelegt werden, wenn sich 
der Integritätsschaden später bedeutend stärker als prognostiziert verschlimmert 
(Urteile BGer 8C_746/2022 vom 18.10.2023 E. 2.2; 8C_734/2019 vom 
23.12.2019 E. 4.1; 8C_885/2014 vom 17.3.2015 E. 2.2.1).

Die Integritätsentschädigung wird gemäss Art. 24 Abs. 2 UVG mit der Invaliden-
rente festgesetzt oder, wenn kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung 
der ärztlichen Behandlung gewährt. Diese Bestimmung schreibt dem Unfallversi-
cherer nicht nur vor, wann er über eine Integritätsentschädigung zu verfügen hat, 
sondern legt auch den massgeblichen Zeitpunkt fest, in dem die materiellen An-
spruchsvoraussetzungen zu prüfen sind (BGE 113 V 48 E. 4). Der Grundsatz der 
Gleichzeitigkeit gemäss Art. 24 Abs. 2 UVG kann indessen nur Anwendung fin-
den, soweit auch die Bedingungen für die Zusprechung der Invalidenrente und 
der Integritätsentschädigung gleichzeitig erfüllt sind. Dies dürfte in der Regel der 
Fall sein; besondere Umstände können aber zu Ausnahmen führen, so wenn der 
Arzt erst in einem späteren Zeitpunkt eine zuverlässige Prognose hinsichtlich der 
Dauerhaftigkeit und Erheblichkeit der Beeinträchtigung sowie allfälliger späterer 
Verschlimmerungen im Sinne von Anhang 3 Ziff. 3 zur UVV stellen kann (BGE 
113 V 48 E. 3b). Weil die Integritätsentschädigung dem Ausgleich von Dauer-
schäden dient, kann dieser Anspruch erst beurteilt werden, wenn sich der Ge-
sundheitszustand der versicherten Person stabilisiert hat und von medizinischen 
Massnahmen keine Besserung mehr erwartet werden kann (Urteile BGer 
8C_68/2021 vom 6.5.2021 E. 4.4; 8C_820/2011 vom 25.4.2012 E. 2.3).

5.6.2  Vorliegend ist anerkannt, dass der Beschwerdeführer nach dem Unfall 
vom 8. Juli 2020 dauerhaft geschädigt bleibt. Diesbezüglich ist wiederum zu un-
terscheiden zwischen der urologischen Problematik und den Verletzungen am 
Becken und Thorax. 

29

5.6.3  In der jüngsten aktenkundigen fachärztlichen Konsultation vom 22. Febru-
ar 2022 benannte die Urologin als Langzeitfolge des Unfalles die Harnröhrenver-
narbung mit konsekutiv notwendigen Selbstbougierungen sowie eine fehlende 
Ejakulation mit Einschränkungen auf das Sexualleben und Fortpflanzungsfähig-
keit (vgl. oben E. 3.19). Auch der Suva-Arzt Dr.med. E.________ anerkennt die-
se Unfallfolgen (vgl. oben E. 3.12). Im Zeitpunkt seiner Beurteilung (30.12.2021) 
ging er aber noch nicht von einem Endzustand aus, sondern verlangte die Neu-
vorlage des Dossiers in 2 Jahren. Erst dann, wenn von einem stabilen Gesund-
heitszustand ausgegangen werden kann, soll über die Integritätsentschädigung 
befunden werden. Dieses Vorgehen der Suva ist rechtskonform und für den Be-
schwerdeführer ohne Nachteile. Die Suva hat nicht den Anspruch auf eine Inte-
gritätsentschädigung wegen eines urologischen Dauerschadens verneint, son-
dern dessen Beurteilung aufgeschoben, bis von einem stabilen Gesundheitszu-
stand ausgegangen werden kann.

5.6.4  Betreffend Unfallfolgen im Bereich Becken und Thorax hat Dr.med. 
F.________ - wie bereits aufgezeigt - nachvollziehbar und schlüssig dargelegt, 
dass diese folgenlos ausgeheilt sind (vgl. oben E. 5.3.1, 5.5.2). Weiter gelangte 
er zur Beurteilung, aufgrund der Suva-Tabellen 2, Integritätsschaden bei Funkti-
onsstörungen der unteren Extremität würden die Unfallfolgen die Erheblichkeits-
grenze (von 5%) nicht erreichen (Suva-act. 205). Eine davon abweichende ärztli-
che Beurteilung ist nicht aktenkundig. Der Beschwerdeführer begründet seine 
Behauptung denn auch nicht weiter und legt nicht dar, worin ein von ihm geltend 
gemachter erheblicher und dauerhafter Schaden liegen sollte. 

Immerhin aber ist anzumerken, dass die Suva auch diesbezüglich noch keinen 
definitiven Entscheid gefällt hat. Dr.med. F.________ schliesst nicht aus, dass 
die in den vorderen Acetabulumpfeiler einstrahlende Fraktur des oberen Scham-
bein-astes links mit der Zeit zu einer Verschleisserscheinung führt, die später ei-
nen Integritätsschaden begründen könnte (Suva-act. 205). Und auch im Einspra-
cheentscheid hält die Suva fest, bezüglich der übrigen Unfallfolgen sei zurzeit 
kein erheblicher Integritätsschaden gegeben (Suva-act. 254). Dies schliesst eine 
Neubeurteilung zu einem späteren Zeitpunkt nicht aus. Auch die Vorgabe, vor-
aussehbare Verschlimmerungen bereits angemessen zu berücksichtigen (Art. 36 
Abs. 4 UVV), lässt die Vorgehensweise der Suva nicht als unrechtmässig er-
scheinen. Die von Dr.med. F.________ aufgezeigte Entwicklung ist zwar mög-
lich, aber doch nicht derart wahrscheinlich, dass sich eine Berücksichtigung 
rechtfertigen würde. Treten später Verschleisserscheinungen tatsächlich auf, 
steht die heutige Anspruchsablehnung der dannzumaligen Zusprache eines Inte-
gritätsschadens daher nicht entgegen. 

30

5.7 Soweit der Beschwerdeführer beantragt, das Rückfallmelderecht und das 
Recht, Spätfolgen zu melden, seien in jedem Fall zu gewähren, so ergibt sich 
dieses Recht bereits aus dem Gesetz (Art. 11 UVV). Dieses Recht wird seitens 
Suva denn auch gar nicht bestritten (vgl. Suva-act. 254).

5.8 Schliesslich fordert der Beschwerdeführer Heilungs- und Transportkosten 
(sic) auch nach der Berentung. Da die Suva - wie zuvor dargelegt - einen Ren-
tenanspruch des Beschwerdeführers zu Recht verneint hat, kann auch kein An-
spruch auf Heilkosten nach Berentung bestehen (vgl. BGE 140 V 130 E. 2.4). 

6. Damit erweist sich die Beschwerde insgesamt als unbegründet, weshalb 
sie abzuweisen ist. Es sind keine medizinischen Berichte aktenkundig, welche 
auch nur geringe Zweifel an den Beurteilungen von Dr.med. E.________ und 
Dr.med. F.________ erwecken würden. Auch der Beschwerdeführer vermag mit 
seinen Ausführungen die versicherungsinternen Beurteilungen nicht in Zweifel zu 
ziehen. Die Suva hat vielmehr zu Recht gestützt auf die vorliegenden medizini-
schen Berichte und Beurteilungen den Fall unter Einstellung von Heilbehandlung, 
(vorbehältlich Untersuch und Behandlung der urologischen Beschwerden) und 
Taggeldleistungen per 31. Oktober 2022 abgeschlossen und einen Rentenan-
spruch verneint. Die Schätzung eines Integritätsschadens in urologischer Hin-
sicht steht noch aus; ein erheblicher dauerhafter Schaden im Bereich Becken 
und Thorax ist zurzeit nicht ausgewiesen. 

7. Der Beschwerdeführer beantragt unentgeltliche Rechtspflege und unent-
geltliche Rechtsverbeiständung. 

7.1 Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG).

7.2.1  Ein Anspruch auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung verlangt nach 
ständiger Praxis grundsätzlich das kumulative Vorliegen von drei Voraussetzun-
gen, nämlich der finanziellen Bedürftigkeit des Rechtsuchenden, der Nichtaus-
sichtslosigkeit seines Parteistandpunktes und der sachlichen Notwendigkeit der 
Verbeiständung (vgl. Urteil BGer 1P.345/2004 vom 1.10.2004 E. 4.2 in fine, mit 
Verweis auf BGE 128 I 232 ff.; siehe auch ZB III 2010 103 vom 21.6.2010 E. 2.2 
mit weiteren Hinweisen, u.a. auf VGE III 2009 54 vom 27.10.2009 E. 4.2.1). 

7.2.2  Die Bedürftigkeit ist ausgewiesen (vgl. Unterlagen URP-Gesuch). Das Ver-
fahren kann nicht als geradezu aussichtslos bezeichnet werden, auch wenn zu 
konstatieren ist, dass abgesehen von den Arbeitsunfähigkeitsattesten der Haus-
arztpraxis keine medizinischen Berichte aktenkundig sind, welche die Darstellung 
des Beschwerdeführers bestätigen würden. Schliesslich kann auch die Notwen-

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digkeit der Verbeiständung bejaht werden, da es als unmöglich erscheint, dass 
der fremdsprachige, wenig gebildete und mit den Verfahren in der Schweiz wenig 
vertraute Beschwerdeführer seine Rechte selber durchsetzen könnte. Das Ge-
such um unentgeltliche Rechtsverbeiständung ist daher gutzuheissen. RA 
B.________, ist dem Beschwerdeführer als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu 
bestellen.

7.2.3  Dem Rechtsbeistand ist in Beachtung des kantonalen Gebührentarifs für 
Rechtsanwälte (GebTRA; SRSZ 280.411) vom 27. Januar 1975, welcher für das 
Honorar in Verfahren vor dem Verwaltungsgericht in § 14 einen Rahmen von 
Fr. 300.-- bis Fr. 8'400.-- vorsieht, und unter Beachtung der in § 2 GebTRA ent-
haltenen Kriterien, in Ausübung des pflichtgemässen Ermessens zulasten des 
Verwaltungsgerichts ein Honorar (inkl. Auslagen und MwSt) von Fr. 2'000.-- zu 
entrichten. Der Beschwerdeführer wird die Kosten der Rechtsverbeiständung von 
Fr. 2'000.-- dem Gericht zurückzuerstatten haben, wenn er dazu innert 10 Jahren 
seit Rechtskraft dieses Entscheides in der Lage ist (vgl. §75 Abs. 3 VRP).

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Dem Beschwerdeführer wird die unentgeltliche Rechtsverbeiständung ge-
währt und Rechtsanwalt B.________ als unentgeltlicher Rechtsbeistand 
bestellt. Ihm ist zu Lasten des Verwaltungsgerichts ein Honorar von 
Fr. 2'000.-- (inkl. Barauslagen und MwSt) zu entrichten.

4. Der Beschwerdeführer hat die Fr. 2'000.-- (unentgeltliche Rechtsverbei-
ständung) dem Gericht zurückzuerstatten, wenn er dazu innert 10 Jahren 
seit Rechtskraft dieses Entscheides in der Lage ist (§ 75 Abs. 3 VRP).

5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

6. Zustellung an:
- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (2/R)
- die Vorinstanz (R)
- und das Bundesamt für Gesundheit, BAG, 3003 Bern (A). 

Schwyz, 12. Dezember 2023

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Der Gerichtsschreiber:

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*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 8. Januar 2024