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**Case Identifier:** 062202a4-8f28-5ac5-ab76-60b98cea078a
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-07
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 07.12.2023 720 2021 29 / 277 (720 21 29 / 277)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-2021-29---277_2023-12-07.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 7. Dezember 2023 (720 21 29 / 277) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

IV-Rente; Würdigung der Arztberichte 

 

 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichterin Susanne Afheldt, 

Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Dieter Roth, Advokat, 
Zeughausplatz 34, Postfach 375, 4410 Liestal 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 

 
 
 
A. Der 1984 geborene A.____ meldete sich am 26. März 2019 bei der IV-Stelle Basel-Land-
schaft (IV-Stelle) aufgrund der Folgen eines Autounfalls am 30.09.2010 zum Leistungsbezug an. 
In der Folge wurde das IV-Verfahren mit dem Suva-Verfahren koordiniert, da keine unfallfremden 
Beschwerden vorlagen. Nach Abklärung der beruflichen, erwerblichen und gesundheitlichen Ver-
hältnisse hat die IV-Stelle mit Verfügung vom 9. Dezember 2020 – nach Durchführung des Vor-
bescheidverfahrens – eine befristete halbe Invalidenrente vom 1. September 2019 bis 31. Mai 
2020 gestützt auf einen IV-Grad von 50 % zugesprochen. 

 

 
 
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B. Gegen diese Verfügung hat A.____, vertreten durch Advokat Dieter Roth, mit Schreiben 
vom 25. Januar 2021 beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht 
(Kantonsgericht), Beschwerde erhoben. Darin beantragte er, es sei die angefochtene Verfügung 
der IV-Stelle aufzuheben und ihm eine halbe Rente mit Wirkung ab 1. September 2019 ohne 
Befristung zu gewähren. Ausserdem beantragte er, es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu 
gewähren.  
 
C. Mit Verfügung vom 9. März 2021 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Pro-
zessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Dieter Roth als Rechtsvertreter 
bewilligt.  
 
D. Die IV-Stelle verwies mit Eingabe vom 17. März 2021 auf ein Schreiben der Suva, wo-
nach diese eine Einsprache des Beschwerdeführers aufgrund einer Operation am 29. September 
2020 gutgeheissen habe und die gesetzlichen Leistungen wieder erbringe. Da die IV-Stelle keine 
Kenntnisse von dieser Operation gehabt habe, beantrage sie, dass das Verfahren zur Einholung 
der Suva-Unterlagen sistiert werde.  
 
E. Nachdem der Beschwerdeführer sich mit Schreiben vom 19. April 2021 mit der Sistie-
rung des Verfahrens einverstanden erklärt hatte, sistierte der instruierende Gerichtspräsident das 
Verfahren mit Verfügung vom 22. April 2021. In der Folge teilte die IV-Stelle mit Schreiben vom 
31. Januar 2023 mit, dass die Suva ihr eine neue Verfügung zugestellt habe. Sie beantrage dem-
zufolge die Aufhebung der Sistierung. Diesem Antrag kam das Kantonsgericht mit Verfügung vom 
8. Februar 2023 nach. 
 
F. In ihrer Vernehmlassung vom 9. März 2023 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Be-
schwerde.  
 
G. Die Parteien hielten mit Replik vom 13. April 2023 bzw. mit Duplik vom 1. Juni 2023 an 
ihren Rechtsbegehren fest. Mit Eingabe vom 11. Juli 2023 teilte der Rechtsvertreter des Be-
schwerdeführers mit, dass sich der Gesundheitszustand seines Mandanten verschlechtert habe 
und reichte zwei Arztzeugnisse zu den Akten. Des Weiteren wies er darauf hin, dass am 17. Juli 
2023 ein neues MRI angefertigt werde. In ihrer Stellungnahme vom 9. August 2023 führte die 
Beschwerdegegnerin im Wesentlichen aus, dass für die Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde die Verhältnisse im Zeitpunkt des Verfügungserlasses massgebend seien. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 

 

 
 
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Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kan-
tonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden 
gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vor-
liegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte – Be-
schwerde des Versicherten vom 25. Januar 2021 ist demnach einzutreten.  
 
1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung 
erging vor dem 1. Januar 2022. Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen Rechts 
und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1; 129 V 354 E. 
1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung über die 
Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie des Bundesgesetzes über den Allgemei-
nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in der bis 31. Dezember 
2021 gültig gewesenen Fassung anwendbar (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Februar 2022, 
8C_455/2021, E. 2). Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert 
und angewendet.  
 
2. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die IV-Stelle dem Beschwerdeführer zu Recht 
eine vom 1. September 2019 bis 31. Mai 2020 befristete halbe Rente zugesprochen hat.  
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die: a. ihre Er-
werbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können; b. während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 
6 ATSG) gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 
ATSG) sind. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt 
abgestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig-
keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer 
Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere 
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge-
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste-
hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach 
Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 

 

 
 
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berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 
 
2.3 Geht es um psychische Erkrankungen wie eine anhaltende somatoforme Schmerzstö-
rung, ein damit vergleichbares psychosomatisches Leiden (vgl. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) oder 
depressive Störungen leicht- bis mittelgradiger Natur (BGE 143 V 409, 143 V 418), sind für die 
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich, die – unter Berücksichti-
gung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotentialen 
(Ressourcen) anderseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschät-
zen (BGE 141 V 281 E. 2., E. 3.4-3.6 und 4.1). Gemäss altem Verfahrensstandard (z.B. BGE 130 
V 352) eingeholte Gutachten verlieren nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen 
einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den er-
hobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweis-
grundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 281 E. 8). 
 
2.4 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbin-
dung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird 
das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in 
der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig mög-
lichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommens-
differenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. Allgemeine Methode des Einkommensver-
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).  
 
Vorliegend nicht umstritten ist, dass der Invaliditätsgrad des Versicherten nach der allgemeinen 
Methode des Einkommensvergleichs zu bemessen ist. 
 
3. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, ob und gegebe-
nenfalls in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträch-
tigungen arbeitsunfähig ist. 
 
3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi-
cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund-
lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge-
mutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 

 

 
 
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3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat-
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess 
nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa-
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Be-
weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 
5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 
3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5).  
 
3.3.1 So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spe-
zialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen so-
wie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssi-
gen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange 
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 
3b/bb mit weiteren Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 6. März 2019, 9C_609/2018, E. 
3.2.2).  
 
3.3.2 Zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit der Berichte und Gutachten versiche-
rungsinterner Fachpersonen wird der Grundsatz betont, wonach ein Anstellungsverhältnis dieser 
Person zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen-
heit schliessen lässt (BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Diesen Berichten kommt allerdings nicht derselbe 
Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG (in der bis 31.12.2021 gültigen Fassung) 
eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu, sie sind 
aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfol-
gerungen bestehen (BGE 135 V 465 E. 4.7). 
3.3.3 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfah-
rungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver-
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen 
(BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch 
tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedi-
zinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 

 

 
 
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506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen 
und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslau-
tenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende 
Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher 
Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt 
oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 
2.2.1, mit Hinweisen). 
 
4. Das Administrativverfahren vor der IV-Stelle wie auch der kantonale Sozialversiche-
rungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). 
Danach haben IV-Stelle und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und 
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs-
pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen 
Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (BGE 126 V 353 E. 5b; Urteil des Bundesgerichts vom 
22. März 2022, 8C_521/2021, E. 3.1.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und 
Rechtslage. 
 
5. Zur Beurteilung des medizinischen Sachverhalts liegen im Wesentlichen die folgenden 
ärztlichen Unterlagen vor: 
 
5.1 Im Kurzbericht der B.____-Klinik vom 24. Februar 2020 bzw. im Austrittsbericht vom 
25. März 2020 werden folgende Diagnosen gestellt: 
 

A. Unfall vom 30.09.2010: Frontalkollision mit einem aus einer Nebenstrasse einbiegendem 
Fahrzeug. 

 A1 Patellaquerfraktur rechts 
    - 01.10.2010 Zuggurtungsosteosynthese und zirkulärer Drahtcerclage 
    - 31.03.2011 St. n. diagnostischer Arthroskopie des rechten Kniegelenks und 
     Osteosynthesematerialentfernung der Patella 
 A2 Patellaspitzensyndrom rechts bei Status nach Zuggurtungsosteosynthese einer 
   Patellaquerfraktur 
 A3 Posttraumatische Patella baja und partielle Synovialitis sowie impingierende Plica 
   Mediopatellaris, Kniegelenk rechts mit retropatellarem Knorpelschaden 
   - 08.08.2018 Arthroskopie Kniegelenk rechts mit partieller Synovektomie, Resek- 

   tion einer impingierenden Plica, retropatellares Knorpeldebridement und offene  
   Tuberositasproximalisierung mit Fixation mit Schraube. 

    - 04.07.2018 MR Kniegelenk rechts: Gut verheilte Patellafraktur. Diffuse Knorpel- 
    höhenminderungen retropatellar, allenfalls einzelne winzige OCL an der lateralen 

   Facette. Reizödem an der Patellaspitze / Übergang Ligamentum patellae. 
-    - 15.03.2019 MR rechtes Kniegelenk: Mässige Tendinopathie des Ligamentum pa-

    tellae, leichtgradige Chondropathie retropatellär. 
   - 19.02.2020 MR rechtes Kniegelenk: verglichen mit der externen Voruntersu- 

   chung vom 15.03.2019, aktuell wenig Gelenkerguss; unverändert geringer Knor-
   pelschaden retropatellär; regrediente Tendinopathie der Patellasehne  

 

 
 
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Als Problem bei Austritt wurde unter anderem ein grotesk anmutendes Gangbild bei Entlastung 
und in Streckstellung gehaltenem Bein bei belastungsabhänigen Schmerzen Knie rechts erwähnt. 
Zur Arbeitsfähigkeit/Zumutbarkeit und Eingliederungsperspektive wurde ausgeführt, es sei eine 
mässige Symptomausweitung beobachtet worden. Es sei davon auszugehen, dass bei gutem 
Effort eine bessere Leistung erbracht werden könnte, als bei den Leistungstests und im Behand-
lungsprogramm gezeigt worden sei. Infolge Selbstlimitierung hätten die zu erwartenden Verbes-
serungen bezüglich Funktion und Belastbarkeit nicht erreicht werden können. Die Resultate der 
physischen Leistungstests seien deshalb für die Beurteilung der zumutbaren körperlichen Belast-
barkeit nur teilweise verwertbar. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen 
lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und 
bildgebenden Abklärung sowie den Diagnosen nur ungenügend erklären. Die Beurteilung der 
Zumutbarkeit stütze sich auch auf medizinisch-theoretische Überlegungen, unter Berücksichti-
gung der Beobachtungen bei den Leistungstests und im Behandlungsprogramm. Eine weiterge-
hende Einschränkung der Belastbarkeit lasse sich medizinisch-theoretisch nicht begründen. Es 
liege keine psychische Störung vor, welche eine arbeitsrelevante Leistungsminderung begründen 
könnte. Die nachstehende Beurteilung der Zumutbarkeit erfolge aus unfallkausaler Sicht. Die be-
rufliche Tätigkeit als Verkäufer (Arbeitsvertrag vorhanden) sei ganztags zumutbar. Ab 24. Februar 
2020 betrage die Arbeitsunfähigkeit 0 %. Auch andere berufliche Tätigkeiten mit (mindestens) 
leichter bis mittelschwerer Arbeit seien ganztags zumutbar. Spezielle Einschränkungen wurden 
für das Knie rechts formuliert. Es wurde eine wechselbelastende Tätigkeit ohne längerdauernde 
Einnahme von Zwangshaltungen empfohlen. Beruflich werde die bisherige Tätigkeit am gleichen 
Arbeitsplatz empfohlen.  
 
5.2 Am 24. April 2020 nimmt Dr. med. C.____, Facharzt für Allgemeinmedizin, Regionaler 
Ärztlicher Dienst (RAD), Stellung. Er hält fest, dass ein unfallfremder Gesundheitsschaden nicht 
erkennbar sei. Er empfehle in Bezug auf die bisherige Tätigkeit mit der Suva zu koordinieren 
(medizinisch gesehen ab Entlassung aus der B.____-Klinik zu 100 % arbeitsfähig in der bisheri-
gen Tätigkeit). In einer angepassten (überwiegend sitzenden Tätigkeit) könne ab November 2018 
(drei Monate postoperativ) von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden.  
5.3 Weiter befindet sich ein Bericht der D.____-Klinik über eine Operation am rechten Knie-
gelenk vom 29. September 2020 bei den Akten. 
 
5.4 Gemäss Bericht der D.____-Klinik vom 21. Dezember 2020 wird dem Beschwerdeführer 
die Durchführung eines Kontroll-MRI's empfohlen. Es wird eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % vom 
22. Dezember 2020 bis 31. Januar 2021 festgehalten. 
 
5.5 In der versicherungsmedizinischen Beurteilung des RAD vom 12. Februar 2021 wird 
festgehalten, dass es nach wie vor keine Hinweise auf einen unfallfremden Gesundheitsschaden 
gebe und die Abklärungen der Suva somit entscheidend seien. Die Aktenlage sei diesbezüglich 
zu ergänzen. 
 
5.6 Aus einem Bericht der D.____-Klinik vom 13. März 2021 ergibt sich, dass der Versicherte 
versucht habe, drei Wochen in einem 60%-Pensum zu arbeiten, sei dann aber wegen einer 
Exazerbation der Schmerzen für die letzten zwei Wochen wieder zu 50 % arbeitsunfähig 

 

 
 
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geschrieben worden. Er sei aber mit dem Erfolg der Operation zufrieden, da er eine deutliche 
Besserung der Bewegung im rechten Knie habe. Schmerzen würden bei Belastung, so bei seiner 
Arbeit im Möbelhaus, bestehen. Es wird eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % vom 31. März 2021 bis 
19. April 2021 ausgewiesen. 
 
5.7 Am 6. Mai 2021 hält Dr. C.____ fest, der Fall sei von der Suva nicht abgeschlossen 
worden. Es sei bald mit einer Untersuchung durch den Kreisarzt zu rechnen. Sobald diese und 
die Verfügung der Suva vorliege, könne der Fall von IV-versicherungsmedizinischer Seite abge-
schlossen werden. 
 
5.8 Am 14. September 2021 berichtet Dr. med. E.____, FMH Neurologie, über eine neuro-
logische Untersuchung vom 13. September 2021. Der Beschwerdeführer habe ausgeführt, ihm 
seien vor ca. drei Monaten sensomotorische Ausfälle im Bereich der distalen rechten unteren 
Extremität aufgefallen. Die Befunde der klinischen neurologischen Untersuchung würden in erster 
Linie für deutliche Aggravation und Symptomausweitung sprechen. Die angegebenen Sensibili-
tätsstörungen würden im Versorgungsgebiet des N. peroneus rechts und des N. tibialis rechts 
liegen. Objektivierbare, von der Mitarbeit des Patienten unabhängige fokale neurologische Aus-
fälle würden sich dagegen nicht finden lassen. In der Elektroneuromyographie hätten sich keine 
pathologischen Befunde und keine Hinweise auf eine periphere neurogene Läsion im Bereich der 
rechten unteren Extremität gezeigt. Zusammenfassend könnten die Beschwerden aus neurologi-
scher Sicht momentan leider nicht erklärt werden. Hinweise auf eine zugrundeliegende neurolo-
gische Problematik würden sich zurzeit nicht ergeben. 
 
5.9 Am 25. Januar 2022 ergeht der Bericht über die Evaluation der arbeitsbezogenen funk-
tionellen Leistungsfähigkeit (EFL) der B.____-Klinik. Der Beschwerdeführer habe am 30. Sep-
tember 2010 bei einem Personenwagen-Unfall eine Patellaquerfraktur am rechten Knie erlitten, 
welche mittels Osteosynthese und im Verlauf mit einer Osteosynthesematerialentfernung ver-
sorgt worden sei. Es habe sich ein ausgesprochen langwieriger Krankheitsverlauf mit mehrfachen 
Bildgebungen sowie Operationen in 2018 (u.a. Resektion einer impingierenden Plica, retropatel-
lares Knorpeldebridement und offene Tuberositasproximalisierung mit Fixation mit Schraube) so-
wie 2020 (u.a. offene Schraubenentfernung und Narbenlösung) ergeben. Im zuletzt durchgeführ-
ten MRI vom 12. Februar 2021 hätten sich retropatellare Knorpeldefekte gezeigt, die Fraktur sei 
seit 2011 radiologisch konsolidiert. Der Beschwerdeführer sei in orthopädischer Behandlung in 
der D.____-Klinik, ein weiterer Kontrolltermin mit Bildgebung sei für Februar 2022 geplant. Es 
seien im Jahr 2021 durch die D.____-Klinik unter anderem eine Infiltrationstherapie sowie eine 
orale Kortisonstufentherapie durchgeführt worden, dies habe aber nicht zu einer anhaltenden 
Reduktion der Beschwerden und Steigerung der Arbeitsfähigkeit geführt. Eine im September 
2021 durchgeführte neurologische Untersuchung habe keine neurologische Ursache für die vom 
Klienten angegebenen Beschwerden ergeben. Im gesamten Zeitraum seit 2010 sei eine 100%ige 
Arbeitsfähigkeit zwar zeitweise erreicht worden, habe aber insgesamt nicht beibehalten werden 
können. Aktuell sei der Beschwerdeführer zu 50 % arbeitsfähig als Mitarbeiter in einem Möbel-
geschäft, eine Steigerung auf 60 % im Frühjahr 2021 habe laut seinen Angaben wegen verstärk-
ter Beschwerden nicht beibehalten werden können. Laut Angaben des Klienten führe er aktuell 
Tätigkeiten im Rahmen eines Schonarbeitsplatzes als Verkäufer aus, mehrheitlich müsse er 

 

 
 
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Gewichte bis maximal 5 kg tragen und könne mehrere Pausen einlegen. Früher habe er auch 
Arbeiten im Lager ausgeführt, bei denen Gewichte von bis zu 60 kg alleine oder zu zweit hätten 
getragen werden müssen. Die unten aufgeführte Schätzung der Belastbarkeit beziehe sich auf 
diese frühere, zum Zeitpunkt des Unfalls ausgeführte Tätigkeit, welche auch Arbeiten im Lager 
umfasst habe. 
 
Im Rahmen der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit sei eine erhebliche Symptomaus-
weitung festgestellt worden. Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich deshalb wesentlich auf 
medizinisch-theoretische Überlegungen. Hierbei sei insbesondere die retropatelläre degenerative 
Entwicklung berücksichtigt worden. Aus diesem Grund entspreche die Zumutbarkeit teilweise den 
vom Beschwerdeführer gezeigten Belastbarkeitswerten bei erheblicher Symptomausweitung, 
dies aber aufgrund medizinisch-theoretischer Überlegungen und nicht wegen der vom Beschwer-
deführer gezeigten Leistungsfähigkeit. Die Beurteilung der Zumutbarkeit entspreche im Wesent-
lichen derjenigen, welche bereits während des Aufenthaltes im Februar 2020 in der B.____-Klinik 
erstellt worden sei, allerdings ohne die Einschränkung „Aktuell" da mittlerweile eine zukünftige 
Verbesserung der Beschwerden als sehr unwahrscheinlich angesehen werde. Somit sei die be-
rufliche Tätigkeit als Mitarbeiter in Verkauf und Lager im Möbelgeschäft nicht zumutbar, da es 
sich um eine schwere, gehend-stehende Tätigkeit handle. Leichte bis mittelschwere Arbeiten 
seien ganztags zumutbar unter Berücksichtigung der folgenden speziellen Einschränkungen: 
Knie rechts: wechselbelastend, keine wiederholte Einnahme von Zwangshaltungen (insbeson-
dere Knien und Hocken), kein wiederholtes Gehen auf unebenem Gelände, ohne wiederholtes 
Treppensteigen, ohne Leitersteigen. 
 
5.10 Mit Stellungnahme vom 1. März 2022 verweist der RAD-Arzt Dr. C.____ auf die EFL der 
B.____-Klinik vom 25. Januar 2022. Diese habe die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus der RAD-
Stellungnahme vom 24. April 2020 bestätigt. Er hält weiter fest, dass ausschliesslich ein unfall-
bedingter Gesundheitsschaden vorliege.  
 
6. Vorliegend unbestritten ist die Zusprache einer halben Invalidenrente vom 1. September 
2019 bis 31. Mai 2020. Zur Berechnung des IV-Grades für die Zeit ab März 2020 stützte sich die 
IV-Stelle auf die Abklärungen der Suva, wonach dem Beschwerdeführer aus versicherungsmedi-
zinischer Sicht die angestammte Tätigkeit wieder im Umfang von 100 % zumutbar sei. Aus dem 
Austrittsbericht der B.____-Klinik vom 25. März 2020 ergab sich, dass der Beschwerdeführer so-
wohl in der bisher ausgeübten Tätigkeit als Verkäufer als auch in einer anderen (angepassten) 
Tätigkeit ab 24. Februar 2020 voll arbeitsfähig sei. Dabei wurde festgehalten, dass davon auszu-
gehen sei, dass bei gutem Effort eine bessere Leistung erbracht werden könnte, als bei den Leis-
tungstests und im Behandlungsprogramm gezeigt worden sei. Infolge Selbstlimitierung hätten die 
zu erwartenden Verbesserungen bezüglich Funktion und Belastbarkeit nicht erreicht werden kön-
nen. Die Resultate der zumutbaren körperlichen Belastbarkeit seien deshalb nur teilweise ver-
wertbar. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den ob-
jektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklä-
rungen sowie den Diagnosen nur ungenügend erklären. Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze 
sich auf medizinisch-theoretische Überlegungen, unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei 
den Leistungstests und im Behandlungsprogramm. Eine weitergehende Einschränkung der 

 

 
 
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Belastbarkeit lasse sich medizinisch-theoretisch nicht begründen. Diese Sichtweise wurde im 
Wesentlichen mit der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit durch die B.____-Klinik vom 
25. Januar 2022 bestätigt, wobei die Ärzte nun die bisherige Tätigkeit als Verkäufer als nicht mehr 
zumutbar erachteten. Die Argumentation der B.____-Klinik ist einleuchtend und überzeugend. Es 
liegen keine Gründe vor, diese Beurteilung in Zweifel zu ziehen. Da auch keine unfallfremden 
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit vorliegen, konnte die IV-Stelle auf die im unfallversiche-
rungsrechtlichen Verfahren festgestellte medizinische Situation abstellen. Unter diesen Umstän-
den erscheint es auch nicht angezeigt, das Einspracheverfahren im unfallversicherungsrechtli-
chen Verfahren abzuwarten.   
 
Aus der Tatsache, dass der Beschwerdeführer seine angestammte Tätigkeit in einem Pensum 
von 50 % weiterführte, kann er nichts zu seinen Gunsten ableiten, da für die Prüfung der IV-Rente 
die theoretisch zumutbare Verweistätigkeit ausschlaggebend ist. Auch keine Zweifel an der me-
dizinischen Beurteilung ergeben sich aus den mit Schreiben vom 11. Juli 2023 eingereichten 
Arztberichten mit einer attestierten vollen Arbeitsunfähigkeit, da diese keine nähere Begründung 
enthalten. Auch aus dem Vorbringen des Beschwerdeführers, dass am 17. Juli 2023 ein weiteres 
MRI durchgeführt werden solle, lässt sich nichts zu seinen Gunsten ableiten. Die attestierten Ar-
beitsunfähigkeiten wurden nach der am 9. Dezember 2020 ergangenen Verfügung ausgestellt 
und auch das angekündigte MRI vom 17. Juli 2023 findet nach Erlass der angefochtenen Verfü-
gung statt. 
7. Gestützt auf diese Erwägungen ging die IV-Stelle für den vorzunehmenden Einkom-
mensvergleich gestützt auf den Kurzbericht der B.____-Klinik vom 24. Februar 2020 bzw. den 
Austrittsbericht vom 25. März 2020 zu Recht davon aus, dass dem Beschwerdeführer ab dem 
24. Februar 2020 die bisherige Tätigkeit als Möbelverkäufer in einem Pensum von 100 % zumut-
bar sei und gelangte demgemäss auf einen Invaliditätsgrad von 0 %. Nichts anderes ergibt sich, 
wenn auf die von der B.____-Klinik ab Januar 2022 festgehaltene Arbeitsunfähigkeit abgestellt 
wird. Die B.____-Klinik stufte den Beschwerdeführer für die bisherige Tätigkeit, die nun als 
schwere Tätigkeit erachtet wurde, ab Januar 2022 als zu 100 % arbeitsunfähig ein, weshalb für 
die Berechnung des Invalideneinkommens auf die LSE abzustellen ist, wie dies die Beschwerde-
gegnerin in ihrer Vernehmlassung vom 9. März 2023 getan hat. Dabei ist das gestützt auf die 
LSE 2020, TA 1, Männer, Kompetenzniveau 1, berechnete Invalideneinkommen von Fr. 66'073.-
- (unter Anpassung an die durchschnittliche Wochenarbeitszeit und Berücksichtigung der Teue-
rung) nicht zu beanstanden. Unter Berücksichtigung des Valideneinkommens von Fr. 59'500.-- 
ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 0 %. Damit wurde die ab 1. September 2019 ausgerichtete 
ganze Rente per 31. Mai 2020 aufgehoben. Die Beurteilung durch die IV-Stelle ist weder im Zeit-
punkt der angefochtenen Verfügung im Dezember 2020 unter Annahme einer vollen Arbeitsfä-
higkeit als Verkäufer noch ab Januar 2022 unter Annahme einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit als 
Verkäufer, aber 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit, zu beanstanden. So 
oder anders ergibt sich kein und schon gar kein rentenbegründender Invaliditätsgrad. Die vorlie-
gende Beschwerde ist demzufolge abzuweisen. 
 
8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige-
rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten 
werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von  

 

 
 
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Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnitt-
licher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksich-
tigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 
VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem 
Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Ver-
fahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist nun allerdings mit Verfügung 
vom 9. März 2021 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund gehen 
die Verfahrenskosten vorläufig zu Lasten der Gerichtskasse.  
 
8.2 Entsprechend dem Prozessausgang wird keine Parteientschädigung zugesprochen. Da 
dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 9. März 2021 auch die unentgeltliche Verbeiständung 
mit seinem Rechtsvertreter bewilligt worden ist, ist dieser für seine Bemühungen aus der Ge-
richtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und An-
wälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-
- bzw. Fr. 120.-- für Volontärinnen und Volontäre pro Stunde. Der Rechtsvertreter des Beschwer-
deführers hat in seiner Honorarnote vom 7. Dezember 2023 für das vorliegende Verfahren einen 
Zeitaufwand von 6,49 Stunden (wovon 0,33 Stunden Volontariatsaufwand) geltend gemacht, was 
sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als  
angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind sodann die ausgewiesenen Auslagen  
von Fr. 112.--. Dem Rechtsvertreter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 1'491.-- 
(6,16 Stunden à Fr. 200.-- und 0,33 Stunden à Fr. 120.-- sowie Auslagen von Fr. 112.-- zuzüglich 
7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 
 
8.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Orga-
nisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Partei, 
der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie 
dazu in der Lage ist. 
 

  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden dem Beschwer-
deführer auferlegt.  

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung werden die Ver-
fahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird dem 
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von 
Fr. 1'491.-- (inklusive Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Ge-
richtskasse ausgerichtet.  

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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