# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 09a43765-b89f-58e9-8846-3eca05280a00
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.09.2025 D-7314/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7314-2025_2025-09-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-7314/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Susanne Bolz-Reimann, 

mit Zustimmung von Richterin Regina Derrer;  

Gerichtsschreiberin Regula Aeschimann. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Komoren,  

(…),   

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Flughafenverfahren (Asyl und Wegweisung);  

Verfügung des SEM vom 16. September 2025. 

 

 

 

D-7314/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin kam am 21. August 2025 am Flughafen 

B._______ an. Bei der Passkontrolle wurde sie wegen des Verdachts auf 

missbräuchliche Verwendung von Reisedokumenten angehalten und der 

Grenzfahndung übergeben. Weitere Abklärungen ergaben, dass sie mit ei-

nem ihr nicht zustehenden französischen Reisepass gereist war.  

A.b Gleichzeitig mit der Beschwerdeführerin kamen am Flughafen zwei 

weitere komorische Frauen an, welche ebenfalls aufgrund gefälschter res-

pektive ihnen nicht zustehender Reisedokumente der Grenzfahndung 

übergeben wurden (N […] sowie N […]).  

A.c In der Folge stellte die Beschwerdeführerin am 25. August 2025 ein 

Asylgesuch. Gleichentags wurde ihr das rechtliche Gehör zu einer Einrei-

severweigerung und der Zuweisung in den Transitbereich des Flughafens 

B._______ gewährt. Sie reichte durch ihre zugewiesene Rechtsvertretung 

mit Schreiben vom 27. August 2025 eine entsprechende Stellungnahme 

ein.  

A.d Mit Verfügung vom 27. August 2025 verweigerte das SEM der Be-

schwerdeführerin vorläufig die Einreise in die Schweiz und wies sie für die 

Dauer von maximal sechzig Tagen dem Transitbereich des Flughafens 

B._______ zu. 

B.  

Am 28. August 2025 fand eine Befragung zur Person (BzP) statt und am  

4. September 2025 wurde die Beschwerdeführerin einlässlich zu ihren 

Asylgründen angehört.  

Dabei machte sie geltend, sie habe zuletzt in C._______ in der Region 

D._______ auf den Komoren gelebt. Nach der Schule habe sie ein Univer-

sitätsstudium in (…) abgeschlossen und danach mit Hilfe ihrer Eltern ein 

(…) betrieben. Im (…) 2023 habe sie auf Drängen ihrer Eltern hin geheira-

tet, wobei es sich um eine arrangierte Ehe gehandelt habe. Zwei Monate 

nach der Hochzeit habe ihr Ehemann begonnen, sie zu misshandeln und 

zu schlagen. Sie habe ihren Eltern davon erzählt, aber diese hätten ihr 

nicht geglaubt, zumal ihr Ehemann ihnen gegenüber ein ganz anderes Ge-

sicht gezeigt habe. Zeitweise habe sie sich bei Freunden aufgehalten, aber 

ihre Eltern oder ihr Mann hätten sie dort jeweils gefunden und nach Hause 

zurückgebracht. Aufgrund der Gewalttätigkeit ihres Ehemannes habe sie 

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zweimal eine Fehlgeburt erlitten. Sie habe sich eigentlich trennen wollen, 

aber ihre Eltern hätten das nicht akzeptiert. Bei der Polizei oder einer an-

deren Behörde sei sie nie gewesen, da sie hierfür in die weit entfernte 

Hauptstadt hätte fahren müssen. Zudem habe sie befürchtet, bei einer An-

zeige würde ihr Ehemann von den Behörden kontaktiert und ihre Situation 

würde sich weiter verschlimmern. Daher habe sie sich nach der zweiten 

Fehlgeburt entschieden, weit weg zu gehen. Eine Freundin habe ihr 

schliesslich einen Pass besorgt, mit welchem sie am 9. August 2025 die 

Komoren verlassen habe. Von ihren Ersparnissen habe sie die Kosten für 

die Reise bezahlt, welche sie über E._______, F._______ und G._______ 

in die Schweiz geführt habe. Als Beweismittel reichte die Beschwerdefüh-

rerin eine Kopie ihrer komorischen Identitätskarte ein. Daneben befinden 

sich ein ihr nicht zustehender französischer Reisepass sowie Flugunterla-

gen bei den Akten.  

C.  

Mit Eingabe vom 15. September 2025 nahm die zugewiesene Rechtsver-

tretung zum Entscheidentwurf des SEM Stellung.  

D.  

Das SEM stellte mit gleichentags eröffneter Verfügung vom 16. September 

2025 fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht. 

Es lehnte ihr Asylgesuch ab, wies sie aus dem Transitbereich des Flugha-

fens B._______ weg und beauftragte den zuständigen Kanton mit dem 

Vollzug der Wegweisung.  

E.  

Am 19. September 2025 meldete sich eine Person französischer Nationa-

lität bei der Flughafenpolizei und stellte sich als Anwalt aus Paris vor, wel-

cher die drei Frauen komorischer Herkunft vertrete. In der Folge wurde eine 

Vereinbarung hinsichtlich der anwaltlichen Vertretung eingereicht, wobei 

das betreffende Dokument sowohl die Unterschrift der Beschwerdeführerin 

als auch der beiden anderen komorischen Frauen trägt. Zudem befindet 

sich ein handschriftliches Schreiben der Beschwerdeführerin vom 19. Sep-

tember 2025 bei den Akten, welches den Anwalt ermächtigt, ihre Asylun-

terlagen einzusehen.  

F.  

Die zugewiesene Rechtsvertretung informierte das SEM mit Schreiben 

vom 23. September 2025 über die Beendigung des Mandatsverhältnisses. 

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Seite 4 

G.  

Mit einer am 23. September 2025 der Flughafenpolizei übergebenen Ein-

gabe erhob die Beschwerdeführerin selbständig beim Bundesverwaltungs-

gericht Beschwerde. Darin beantragte sie, der Entscheid des SEM betref-

fend Einreiseverweigerung sei aufzuheben, ihr Freiheitsentzug sei zu be-

enden und ihr sei unter dem Titel von Asyl Zugang zum Territorium der 

Schweiz zu gewähren. Der Beschwerde lagen neben der angefochtenen 

Verfügung mehrere Auszüge aus einem Gesundheitsbüchlein der Be-

schwerdeführerin (Fotografien) bei.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – 

endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Das Ver-

fahren richtet sich nach dem VwVG und dem VGG, soweit das AsylG nichts 

anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). Die Beschwerdeführerin 

ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 

VwVG). Schliesslich ist die Beschwerde frist- und formgerecht eingereicht 

worden, weshalb darauf einzutreten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 

Abs. 1 VwVG).  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

 

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Seite 5 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 In seiner Verfügung führt das SEM aus, eine Verfolgung durch Dritte 

sei für die Asylgewährung nur dann relevant, wenn der Herkunftsstaat kei-

nen angemessenen Schutz gewähre. Vorliegend mache die Beschwerde-

führerin geltend, sie sei von ihrem Ehemann misshandelt worden, was 

auch zu zwei Fehlgeburten geführt habe. Sie habe sich aber weder an die 

Behörden ihres Heimatstaates noch an Opferhilfeorganisationen gewandt, 

sondern sich unmittelbar zur Ausreise entschieden. Angesichts ihrer per-

sönlichen Situation und ihrer finanziellen Unabhängigkeit wäre indessen zu 

erwarten gewesen, dass sie zunächst sämtliche innerstaatlichen Möglich-

keiten ausschöpfe. Anlässlich der Anhörung habe sie erwähnt, sie kenne 

ein Büro in Moroni, welches sich für Frauen und Opfer häuslicher Gewalt 

einsetze. Sie habe dieses aber nicht kontaktiert, da sie befürchtet habe, die 

dortigen Mitarbeiter könnten ihren Mann informieren. Diesbezüglich hielt 

die Vorinstanz fest, dass zwar die Unterstützungsstrukturen für Opfer häus-

licher Gewalt auf den Komoren nicht europäischen Standards entsprä-

chen. Es sei jedoch eine Schutzinfrastruktur vorhanden und es gebe etwa 

eine spezielle Hotline oder konkrete Verfahrensanweisungen. Das Problem 

häuslicher Gewalt werde von den Behörden anerkannt und es würden 

Massnahmen zur Prävention und Bekämpfung ergriffen. Schliesslich ver-

füge die Beschwerdeführerin über die erforderlichen Ressourcen, um sich 

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gegebenenfalls an einem anderen Ort im Heimatstaat niederzulassen. Die 

geltend gemachten Nachteile seien daher flüchtlingsrechtlich nicht erheb-

lich.  

5.2 In der Beschwerde wird vorgebracht, das SEM habe der Beschwerde-

führerin den Zugang zum Schweizer Territorium und die Gewährung von 

Asyl verweigert, weil ihre Erklärungen nicht glaubhaft gewesen seien. Sie 

habe bei der Anhörung aber alle Fragen präzise beantwortet und dargelegt, 

weshalb sie bei einer Rückkehr als Opfer häuslicher Gewalt eine Verfol-

gung befürchte.  

Sie habe ihren Ehemann im Jahr 2023 geheiratet. Dieser sei in einer (…) 

tätig gewesen und habe normalerweise bis 17:30 Uhr gearbeitet. Nachdem 

sie zwei Monate verheiratet gewesen seien, sei er immer später nach 

Hause gekommen, manchmal gegen Mitternacht und manchmal gar nicht. 

Als sie eine Erklärung verlangt habe, sei es zum Streit gekommen und er 

habe sie gestossen und geschlagen. Seine anhaltende Gewalttätigkeit 

habe zu zwei Fehlgeburten geführt, was aus ihrem Gesundheitsbüchlein 

ersichtlich sei. Sie habe keine Anzeige erstattet, da ihr Mann bei den Be-

hörden bekannt und die Justiz auf den Komoren korrupt sei. Selbst wenn 

ihre Schilderungen hinsichtlich einiger Punkte wenig substanziiert gewe-

sen seien, könnten diese nicht als unglaubhaft angesehen werden. Viel-

mehr habe sie kohärente und persönliche Ausführungen über ihre Befürch-

tungen, ihr Leben und die fehlende Unterstützung durch ihre Eltern sowie 

die komorischen Behörden gemacht.  

6.  

6.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie sei Opfer von häuslicher Gewalt 

geworden und habe sich nach ihrer zweiten Fehlgeburt entschieden, die 

Komoren zu verlassen. Damit macht sie keine staatliche Verfolgung, son-

dern Probleme mit einer Privatperson geltend. Solche sind jedoch nur unter 

bestimmten Voraussetzungen als flüchtlingsrechtlich relevant einzustufen. 

Insbesondere ist erforderlich, dass die Betroffenen im Heimatstaat keinen 

angemessenen staatlichen Schutz erhalten können.  

6.2 Anlässlich der Anhörung wurde die Beschwerdeführerin gefragt, ob sie 

sich wegen der Gewaltausbrüche ihres Ehemannes je bei den heimatli-

chen Behörden respektive der Polizei gemeldet habe. Daraufhin gab sie 

an, sie habe dies nicht tun können, da man dies in der Hauptstadt tun 

müsse und sie weit von dieser entfernt gelebt habe; ausserdem gebe es in 

ihrem Land keine funktionierende Justiz (vgl. SEM-Akte […] [nachfolgend: 

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Akte]-19/18, F24). Weiter habe sie befürchtet, wenn sie zu einer Organisa-

tion gehe, würde diese in der Folge ihren Mann kontaktieren (vgl. Akte 

19/18, F35). Sie konnte jedoch nicht näher darlegen, weshalb sie davon 

ausgehe, ihr Mann würde von einer Organisation zum Schutz von Frauen 

kontaktiert (vgl. Akte 19/18, F36 f.). Weiter ist festzustellen, dass die Reise 

vom Wohnort der Beschwerdeführerin zur Hauptstadt offenbar lediglich 

zwei bis drei Stunden in Anspruch genommen hätte (vgl. Akte 19/18, F41). 

Vor diesem Hintergrund erscheint es nicht nachvollziehbar, dass sie es 

nicht in Betracht zog, sich dort Hilfe zu holen, und stattdessen eine Reise 

über Südostasien nach Europa antrat. Dies setzt sowohl eine erhebliche 

Organisation als auch ausreichende finanzielle Mittel voraus. Eigenen An-

gaben zufolge verfügte sie über Ersparnisse, auf welche sie zugreifen 

konnte (vgl. Akte 18/19, F116 und F121). Es kann davon ausgegangen 

werden, dass es ihr möglich gewesen wäre, eine zwei- bis dreistündige 

Fahrt in die Hauptstadt zu organisieren, um sich dort an die Polizei oder 

eine Organisation zum Schutz von Frauen zu wenden. Den Akten lässt sich 

zudem nicht entnehmen, inwiefern ihr Ehemann über einen derart grossen 

Einfluss bei den Behörden verfügt haben sollte, dass eine Anzeige gegen 

ihn von vornherein als aussichtslos hätte erachtet werden müssen. Zwar 

soll er gemäss Angaben der Beschwerdeführerin für die Regierung gear-

beitet haben, wobei seine Funktion in der (…) bestanden habe (vgl. Akte 

19/18, F21 ff.). Es ist nicht ersichtlich, weshalb er aufgrund seiner Arbeits-

tätigkeit im Falle einer Anzeige wegen häuslicher Gewalt nicht belangt wor-

den wäre. Schliesslich sind auch keine anderweitigen Anhaltspunkte dafür 

ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin von den Behörden keine ausrei-

chende Unterstützung erhalten hätte. Vielmehr hat sie offenbar gar nicht 

erst versucht, sich im Heimatstaat an die zuständigen Behörden oder Insti-

tutionen zu wenden, wobei ihre Erklärungen, weshalb sie darauf verzichtet 

habe, nicht überzeugen. Es kann daher nicht davon ausgegangen werden, 

sie würde auf den Komoren keinen angemessenen Schutz finden. In Über-

einstimmung mit dem SEM ist folglich festzustellen, dass es ihr möglich 

und zumutbar gewesen wäre, die vorhandenen Schutzinfrastrukturen in 

Anspruch zu nehmen. Entsprechend erweisen sich die Vorbringen der Be-

schwerdeführerin als flüchtlingsrechtlich nicht relevant.  

6.3 Entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung ging die Vor-

instanz nicht davon aus, dass ihre Schilderungen nicht glaubhaft gewesen 

seien. Angesichts der fehlenden Asylrelevanz wurde die Glaubhaftigkeit 

gar nicht näher geprüft. Auch in der Beschwerde wird jedoch nicht aufge-

zeigt, weshalb der Beschwerdeführerin eine Inanspruchnahme der heimat-

lichen Schutzinfrastrukturen nicht möglich gewesen wäre.  

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Seite 8 

6.4 Nach dem Gesagten hat das SEM zu Recht die Flüchtlingseigenschaft 

der Beschwerdeführerin verneint und ihr Asylgesuch abgelehnt.  

7.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie. Die 

Beschwerdeführerin verfügt insbesondere weder über eine ausländer-

rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung 

einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht ange-

ordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Das SEM wies zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlings-

rechtlichen Non-Refoulement nur Personen schützt, welche die Flücht-

lingseigenschaft erfüllen. Da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, 

eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung glaubhaft zu machen, kann der 

in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegen-

den Verfahren keine Anwendung finden. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus-

schaffung auf die Komoren mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach 

Art. 3 EMRK oder Art. 1 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 

gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende 

Behandlung oder Strafe (SR 0.105) verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschiebung Folter 

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Seite 9 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Nach den vorstehenden Ausführungen gelingt ihr 

dies nicht. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation lässt den Weg-

weisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen.  

8.3  

8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.3.2 Das SEM führte in der angefochtenen Verfügung aus, es sprächen 

weder die politische Lage im Heimatstaat der Beschwerdeführerin noch 

andere Umstände gegen die Zumutbarkeit ihrer Rückführung. Sie sei jung 

und kinderlos, habe ein Hochschulstudium abgeschlossen und die Aus-

reise aus eigenen Ersparnissen finanzieren können. Dabei sei sie von ih-

rem persönlichen Beziehungsnetz unterstützt worden. Sie verfüge somit 

über die erforderlichen Ressourcen, um sich allenfalls auch an einem an-

deren Ort auf den Komoren niederzulassen. In gesundheitlicher Hinsicht 

leide sie an (…) und nehme deswegen (…) ein. Es sei anzunehmen, dass 

sie deswegen bereits im Herkunftsstaat behandelt worden sei und ihr dort 

auch weiterhin eine adäquate medizinische Versorgung zur Verfügung 

stehe.  

8.3.3 Das Gericht schliesst sich diesen Ausführungen an, zumal diesen auf 

Beschwerdeebene nichts entgegengehalten wird. Der Vollzug der Wegwei-

sung ist folglich als zumutbar zu erachten.  

8.4 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 47 Abs. 1 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

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Seite 10 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerdefüh-

rerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– fest-

zusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,  

SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Susanne Bolz-Reimann Regula Aeschimann 

 

 

Versand: