# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d6546455-c080-5d7a-964f-f2e5523bad37
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-06-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 08.06.2005 SB 2005 11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2005-11_2005-06-08.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

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Ref.: Chur, 08. Juni 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 05 11 (nicht mündlich eröffnet)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Vital und Möhr
Aktuar ad hoc Scarpatetti

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In der strafrechtlichen Berufung

des X., Angeklagter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Tho-
mas Kollegger, Promenade 132 A, 7260 Davos Dorf,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtes Maloja vom 19. Januar 2005, mitgeteilt am 22. Fe-
bruar 2005, in Sachen der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , Sennhof-
strasse 17, 7001 Chur, Anklägerin, gegen den Angeklagten und Berufungskläger, 

betreffend einfache Körperverletzung und Drohung,

hat sich ergeben:

A. X. wurde am 4. Juni 1954 in M. geboren, wo er mit vier Schwestern und 
einem Bruder in geordneten Familienverhältnissen aufwuchs und auch alle Schulen 

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besuchte. Anschliessend arbeitete er während einigen Jahren in der Getränkehan-
delsfirma seines Vaters. Im Jahre 1978 kam er zum ersten Mal in die Schweiz und 
arbeitete danach zwei Jahre in Y. als Maschinist. Daraufhin wurde er von der Firma 
N. SA angestellt. Es folgten Tätigkeiten als Chauffeur bei den Firmen O. in Q. und 
P. in R.. Seit dem Jahre 2000 arbeitet er als selbständiger Freischaffender für die 
Baufirma seiner Ehefrau im Z.. Gemäss seinen Angaben verdient er monatlich netto 
CHF 2`100.-. Er hat keine Schulden.

Von 1987 bis 1999 war der Berufungskläger in Italien mit A. verheiratet, mit 
welcher er eine heute 16-jährige Tochter hat. Im Jahre 1999 heiratete er B.K.. Aus 
dieser Ehe hat er einen elfjährigen Sohn.

Der Berufungskläger ist im schweizerischen Zentralstrafregister nicht ver-
zeichnet. Dem Leumundsbericht der Kantonspolizei, Posten U., kann entnommen 
werden, dass, gemäss Angaben des Kreispräsidenten Z., der Berufungskläger ei-
nen nicht über alle Zweifel erhabenen Ruf besitze. Man wisse nicht, wo und was er 
arbeite und wie er den Lebensunterhalt für sich und seine Familie bestreite. Hinzu 
kämen die andauernden Streitigkeiten mit den Angehörigen der Ehefrau des Beru-
fungsklägers. Er lebe zurückgezogen und sei nie in einem öffentlichen Lokal und 
sehr selten an einer öffentlichen Veranstaltung anzutreffen.

B. Mit Anklageverfügung der Staatsanwaltschaft vom 18. November 2004 
wurde X. wegen einfacher Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 
sowie wegen Drohung gemäss Art. 180 StGB in Anklagezustand versetzt. Der An-
klageschrift vom 18. November 2004 wurde sinngemäss übersetzt folgender Sach-
verhalt zugrunde gelegt:

„Am 4. Oktober 2003, gegen 16.00 Uhr, hielt sich der Angeklagte in S. 
auf, wo er Arbeiten an seinem Stall ausführte. Ebenfalls im Maiensäss-
dörfchen waren C. K. und seine Frau D., J. K. und die Ehefrau E., 
geborene L., sowie deren Eltern, F. und G. L. anwesend.  Diese Per-
sonen hielten sich in der Nähe des Stalles des Angeklagten auf. Ge-
gen 16.00 Uhr begab sich der 88-jährige G. L. in den Durchgang zwi-
schen dem Grundstück T. und demjenigen seines Sohnes H. L.. G. L. 
sprach ihn an und fragte ihn, wieso er es sich erlaube, das Land an-
derer Leute zu betreten, nachdem er sein eigenes Land abgesperrt 
habe. Der Angeklagte schrie daraufhin G. L. an, sich unverzüglich zu 
entfernen und schwang dabei gefährlich den Hammer, welchen er in 
der Hand hielt. G. L. war durch das Verhalten des Angeklagten einge-
schüchtert und blieb wie gelähmt stehen. Er hielt gegenüber dem An-
geklagten fest, dass er auf dem Grundstück seines Sohnes stehe. 
Nachdem der Angeklagte feststellte, dass sich G. L. nicht entfernte, 
kam er auf letzteren zu, packte ihn mit beiden Armen unter den Ach-

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selhöhlen, hob in leicht in die Höhe und warf ihn in den an das Grund-
stück des Angeklagten angrenzenden Graben. Dabei brach sich G. L. 
den Arm.

Der Angeklagte bestritt die Vorbehalte kategorisch und führte an, dass 
zwischen seiner und der Familie L. seit Jahren Spannungen wegen 
Erbschaftsproblemen bestehen würden. Gemäss seinen Ausführun-
gen seien die gegen ihn erhobenen Vorwürfe ein Racheakt von Seiten 
von G. L. resp. ein von letzterem und seinen Familienangehörigen auf-
grund von Spannungen ausgehecktes Komplott.

Am 9. Oktober 2003 stellte G. L. gegen den Angeklagten Strafantrag 
wegen Körperverletzung, Tätlichkeiten und Drohung.

Mit Schreiben vom 14. September 2004 reichte G. L. eine Adhäsions-
klage ein. Er machte eine Schmerzensgeldforderung von CHF 
10`000.- sowie die im Zusammenhang mit dem Armbruch entstande-
nen medizinischen Kosten sowie Spesen für Transporte in Höhe von 
CHF 2`323.40.- geltend.“

C. In der Ergänzung der Anklageschrift vom 18. November 2004 stellte die 
Anklägerin folgende Anträge:

„1. X. sei der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 
1 Abs. 1 StGB und der Drohung im Sinne von Art. 180 StGB schul-
dig zu sprechen.

2. Dafür sei er mit 40 Tagen Gefängnis zu bestrafen.

3. Es sei ihm der bedingte Strafvollzug unter Ansetzung einer Pro-
bezeit von zwei Jahren zu gewähren.

4. Kostenfolge sei die gesetzliche.“

D. Mit Urteil vom 19. Januar 2005, mitgeteilt am 22. Februar 2005, erkannte 
das Bezirksgericht Maloja:

„1. X. ist schuldig der einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 
Ziff. 1 Abs. 1 StGB sowie der Drohung gemäss Art. 180 StGB.

2. Dafür wird X. mit 10 Tagen Gefängnis bestraft.
3. Der Vollzug der Strafe wird aufgeschoben, unter Ansetzung einer 

Probezeit von zwei Jahren.
4. Die Adhäsionsklage wird teilweise gutgeheissen und der Ange-

klagte verpflichtet, dem Adhäsionskläger einen Betrag von CHF 
170.- als Ersatz für Arztkosten und Transporte sowie CHF 500.- 
als Genugtuung zu bezahlen.

Entscheide der Bezirksgerichte und ihrer Ausschüsse über Adhä-
sionsklagen können durch Berufung an den Kantonsgerichtsaus-

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schuss weitergezogen werden, der darüber ohne Parteivortritt ent-
scheidet.

5. Die Kosten des Verfahrens von 3`306.- (Untersuchungsgebühr 
der Staatsanwaltschaft Graubünden von CHF 1`860.-, Barausla-
gen der Staatsanwaltschaft Graubünden von CHF 246.-, Gerichts-
gebühr von CHF 1`200.-) werden X. auferlegt.

Die Kosten eines allfälligen Strafvollzuges trägt der Kanton 
Graubünden (Art. 188 StPO).

6. (Rechtsmittelbelehrung)
7. (Mitteilung).“

E. Gegen dieses Urteil erhob X., mit Eingabe vom 15. März 2005, Be-
rufung an den Kantonsgerichtsausschuss Graubünden. Sein Rechtsbegeh-
ren lautet:

„1. Der Entscheid des Bezirksgerichs Maloja vom 19. Januar 2005, 
mitgeteilt am 22. Februar 2005 (Pr.Nr. 510-2004-3), sei vollum-
fänglich (sowohl im Strafpunkt, als auch in Bezug auf den zivil-
rechtlichen Entscheid) aufzuheben, der Berufungskläger von 
Schuld und Strafe freizusprechen und die Adhäsionsklage abzu-
weisen.

2. Eventualiter sei die Sache zu neuer Entscheidung an das Bezirks-
gericht Maloja zurückzuweisen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer 
zu Lasten des Staates.“

Zur Begründung macht X. unter anderem geltend, dass sich die Vor-
instanz mit der Zeugenaussage von I. nicht auseinander gesetzt habe. Als 
einzigem Zeuge, welcher mit den betroffenen Parteien nicht verwandt oder 
verschwägert sei, komme ihm grosse Bedeutung zu. Bei einer objektiven Be-
trachtungsweise des Sachverhaltes kämen bei dem von den Auskunftsper-
sonen bzw. dem Opfer behaupteten Tathergang erhebliche Zweifel auf und 
somit werde der Grundsatz „in dubio pro reo“ verletzt. Auch sei die rechtliche 
Beurteilung des Sachverhalts unrichtig, denn bei einem allfälligen strafbaren 
Verhalten des Berufungsklägers handle es sich nicht um eine einfache Kör-
perverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB.

F. Das Bezirksgericht Maloja verzichtete, mit Schreiben vom 21. März 
2005, auf eine Stellungnahme und verwies auf die beiliegenden Vorakten 1-
14. Auch die Staatsanwaltschaft Graubünden verzichtete, mit Schreiben vom 
22. März 2005, auf eine Vernehmlassung. G. L. teilte dem Kantonsgerichts-
ausschuss, am 12. Mai 2005, nach zweimaliger Fristerstreckung, mit, dass 

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er den Strafantrag zurückziehe; gleichzeitig erklärte er sein Desinteresse am 
Ausgang des Strafverfahrens. Des Weiteren erläuterte er, dass man sich be-
treffend die Adhäsionsklage aussergerichtlich geeinigt habe und die Parteien 
vereinbart hätten, dass die Anwaltskosten für das bezirks- und das kantons-
gerichtliche Verfahren betreffend Adhäsionsklage wettgeschlagen würden. 
Das entsprechende Schreiben wurde vom Rechtsvertreter von X. gegenge-
zeichnet.

Mit Schreiben vom 26. Mai 2005, einen Tag nach einem Telefonat mit 
dem Vizepräsidenten, beantragte der Adhäsionskläger „die Abschreibung 
des Adhäsionsklageverfahrens zufolge erfolgter aussergerichtlicher Eini-
gung“, womit den geforderten, formellen Voraussetzungen genüge getan sei.

Auf die Ausführungen im angefochtenen Urteil sowie die Begründun-
gen in der Rechtsschrift wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Er-
wägungen eingegangen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile und Beschlüsse der Bezirksgerichte und ihrer Ausschüsse 
können der Verurteilte und der Staatsanwalt beim Kantonsgerichtsausschuss Beru-
fung erheben (Art. 141 Abs. 1 StPO). Diese ist innert zwanzig Tagen seit der schrift-
lichen Eröffnung des Entscheides in dreifacher Ausfertigung, unter Beilage des an-
gefochtenen Entscheides, einzureichen. Sie ist zu begründen und hat darzutun, wel-
che Mängel des erstinstanzlichen Entscheides gerügt werden und ob das ganze 
Urteil oder lediglich Teile davon angefochten werden (Art. 142 Abs. 1 StPO). Auf 
die form- und fristgerecht eingereichte Berufung vom 15. März 2005 wird eingetre-
ten.

2. Für das Berufungsverfahren ist zu beachten, dass dem Kantonsgerichts-
ausschuss als Berufungsinstanz zwar eine umfassende, uneingeschränkte Kogni-
tion zukommt (Art. 146 Abs. 1 StPO), er jedoch das vorinstanzliche Urteil grundsätz-
lich nur im Rahmen der in der Berufung oder Anschlussberufung gestellten Anträge 
überprüft. Wenn die Aktenlage die Beurteilung zulässt und keine Verletzung des 
rechtlichen Gehörs vorliegt, oder der Mangel geheilt ist, entscheidet der Kantons-
gerichtsausschuss in der Sache selber (Art. 146 Abs. 2 StPO e contrario). Die Rück-

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weisung an die Vorinstanz bildet die Ausnahme (vgl. Padrutt, Kommentar zur Straf-
prozessordnung des Kantons Graubünden, 2. Auflage, Chur 1996, S. 375 ff., mit 
Hinweisen). Vorliegend wurde eventualiter eine Rückweisung an die Vorinstanz be-
antragt. Eine solche drängt sich im vorliegenden Fall, wie die nachfolgenden Erwä-
gungen zeigen, nicht auf, da die Aktenlage eine schlüssige Beurteilung des Sach-
verhaltes zulässt.

3. In der Vernehmlassung vom 12. Mai 2005 teilte G. L. dem Kantonsge-
richtsausschuss mit, dass er seinen Strafantrag zurückziehe. 

a) Art. 31 Abs. 1 StGB räumt dem Berechtigten die Möglichkeit ein, seinen 
Strafantrag bis zu einem gewissen Zeitpunkt zurückzuziehen. Es handelt sich dabei 
um die vom Gesetz eingeräumte  Möglichkeit, auf eine früher gefällte und zum Aus-
druck gebrachte Entscheidung zurückzukommen. Der Antragsteller wird also nicht 
auf einer Erklärung behaftet, die nicht mehr seinem jetzigen Willen entspricht. Das 
Rückzugsrecht darf nur ausgeübt werden, solange das Urteil erster Instanz noch 
nicht verkündet ist. Urteil im Sinne dieser Bestimmung ist jeder Entscheid der zu-
ständigen Behörde, der verbindlich darüber erkennt, ob sich der Beschuldigte einer 
strafbaren Handlung schuldig gemacht hat, und gegebenenfalls die Rechtsfolgen 
bestimmt, die diese Handlung nach sich zieht. Massgebend ist die schriftliche oder 
mündliche Mitteilung des Dispositivs durch die erste Instanz, denn bis zu diesem 
Zeitpunkt hat das Gericht die Rückzugserklärung entgegenzunehmen (Riedo: in 
Basler Kommentar, Strafgesetzbuch I, Basel/Genf/München, 2002, N 3 ff. zu Art. 31 
StGB sowie BGE 117 IV 1 ff.). Es kann auch keinen Unterschied machen, ob das 
an die zweite Instanz weitergezogene Urteil von dieser aufgehoben und selbst ab-
geändert oder an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückgewiesen wird. Ob näm-
lich der erstinstanzliche Entscheid endgültig ist oder nicht, spielt für die Anwendung 
des Rechtsgrundsatzes, dass von einem Strafantrag nach Verkündung des erstin-
stanzlichen Urteiles nicht mehr zurückgetreten werden kann, keine Rolle (vgl. zum 
Ganzen Schweizerische Juristenzeitung, 1958, Heft 4 S. 61). Nachdem – wie be-
reits dargelegt – in der Sache selbst entschieden werden kann und sich die Frage 
der Rückweisung solcherart nicht stellt, braucht auch nicht auf die – teilweise kon-
trovers – geführte Diskussion, wie im Falle einer Kassation zu verfahren wäre, näher 
eingegangen zu werden. Immerhin sei aber festgestellt, dass der Gesetzestext und 
der Wille des Gesetzgebers klar ist (vgl. BGE 117 IV 1 ff.). Daran hat sich das Ge-
richt zu halten, auch wenn der neue Entwurf in Art. 33 StGB einen Rückzug des 
Strafantrages zulässt, solange das Urteil der zweiten kantonalen Instanz noch nicht 

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eröffnet worden ist (vgl. zum Ganzen auch Stefan Trechsel, Kurzkommentar zum 
StGB, 2. Auflage, 1997, zu Art. 31 StGB).

b) Das Urteil des Bezirksgerichtes Maloja ist am 22. Februar 2005 den Par-
teien schriftlich mitgeteilt worden. Das Bezirksgericht Maloja fungiert als erste In-
stanz und sein Entscheid stellt ein Urteil im Sinne der Bestimmung von Art. 31 Abs. 
1 StGB dar. Die Rückzugserklärung des Strafantrages von G. L. im Rechtsmittel-
verfahren ist somit ohne Wirkung. Die Parteien hätten sich früher über ein solches 
Vorgehen einigen müssen.

4. Mit Schreiben vom 26. Mai 2005 beantragte G. L., unter Hinweis auf die 
Einigung der Parteien gemäss Schreiben vom 12. Mai 2005, „die Abschreibung des 
Adhäsionsklageverfahrens zufolge erfolgter aussergerichtlicher Einigung“. Gemäss 
Art. 132 StPO kann die Adhäsionsklage ohne Verzicht auf den geltend gemachten 
Anspruch jederzeit ab Recht genommen werden. Die Ziffer 4 des angefochtenen 
Urteils wird somit aufgehoben und die Adhäsionsklage ohne Kostenfolge, als durch 
aussergerichtlichen Vergleich erledigt, abgeschrieben.

5. Der Berufungskläger macht geltend, dass sich seine und die Aussagen der 
Auskunftspersonen widersprechen würden. Auch sei der entlastenden Aussage des 
Zeugen I. keine Rechnung getragen worden und die Vorinstanz habe sich nicht mit 
ihr auseinandergesetzt. Der Grundsatz der Unschuldsvermutung erfordere nicht 
erst dann einen Freispruch, wenn nach dem Beweisergebnis überhaupt keine Zwei-
fel am Fehlen des objektiven und subjektiven Tatbestandes erlaubt sind, sondern 
schon dann, wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche oder unüberwindliche 
Zweifel am Tat- oder Schuldbeweis zurückbleiben würden. Die Aussagen der ver-
schiedenen Zeugen/Auskunftspersonen und seine Sachverhaltsfeststellungen hät-
ten einander gegenübergestellt werden müssen. Seine Aussagen seien stets ho-
mogen und glaubwürdig gewesen. Der ganze Vorfall habe sich ab Beginn der ver-
balen Auseinandersetzung bis zum Erblicken des Berufungsklägers auf dem Bag-
ger in einem Zeitraum von ein bis maximal zwei Minuten abgespielt. Da er von sei-
ner Baustelle habe herunterklettern müssen, sei der Zeitraum für eine tätliche Es-
kalation als zu knapp zu betrachten.

a) Bei der Würdigung der Beweismittel entscheidet das Gericht gemäss Art. 
125 Abs. 2 StPO in Verbindung mit Art. 146 Abs. 1 StPO auch im Berufungsverfah-
ren nach freier Überzeugung. Die Beweislast für die dem Angeklagten vorgeworfe-
nen Taten liegt dabei grundsätzlich beim Staat (Padrutt, Kommentar zur Strafpro-

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zessordnung des Kantons Graubünden, 2. Auflage, Chur 1996, S. 306 Ziff. 2). An 
diesen Beweis sind hohe Anforderungen zu stellen. Verlangt wird mehr als eine 
blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis der Täterschaft. Nach 
der aus Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK fliessenden Beweiswürdigungs-
regel „in dubio pro reo“ darf sich der Strafrichter jedoch nicht von der Existenz eines 
für den Angeklagten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt erklären, wenn bei ob-
jektiver Betrachtung Zweifel an den tatsächlichen Voraussetzungen für ein verurtei-
lendes Erkenntnis bestehen (BGE 124 IV 87 f.). Bloss theoretische und abstrakte 
Zweifel sind indessen nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und ab-
solute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich vielmehr um erhebliche 
und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich nach 
der objektiven Rechtslage aufdrängen (BGE 120 Ia 37). Aufgabe des Richters ist 
es, ohne Bindung an Beweisregeln die an sich möglichen Zweifel zu überwinden 
und sich mit Überzeugung für einen bestimmten Sachverhalt zu entscheiden, wobei 
die Bildung der Überzeugung objektivier- und nachvollziehbar sein muss. Die 
Schuld des Angeklagten muss sich auf vorgelegte Beweise und Indizien stützen, 
die vernünftige Zweifel in ausschliesslicher Weise zu beseitigen vermögen (vgl. 
PKG 1987 Nr. 12; Padrutt, a.a.O., S. 307). Es ist anhand sämtlicher sich aus den 
Akten ergebenden Umstände zu untersuchen, ob die Darstellung der Anklage oder 
jene des Angeklagten den Richter zu überzeugen vermag. Erst wenn eine solche 
Überzeugung weder in der einen noch in der anderen Richtung zu gewinnen ist, 
muss gemäss dem Grundsatz „in dubio pro reo“ der für den Angeklagten günstigere 
Sachverhalt angenommen werden und es hat ein Freispruch zu erfolgen (Padrutt, 
a.a.O., S. 307). 

Für den konkreten Fall bedeutet dies, dass sowohl die Aussagen des Beru-
fungsklägers als auch diejenigen der Zeugen/Auskunftspersonen frei zu würdigen 
sind, um dann bei gesamthafter Betrachtung entscheiden zu können, welche Sach-
verhaltsdarstellung zu überzeugen vermag.

b) Im Rahmen der Untersuchung durch die Kantonspolizei Graubünden 
sagte der Berufungskläger aus, dass er in S. mit Arbeiten an seinem Stall beschäf-
tigt gewesen sei. G. L. sei im Durchgang erschienen und habe versucht den ange-
brachten Plastik zu entfernen, um seine ausgeführten Arbeiten zu begutachten. Da-
bei sei G. L. auf ein Brett gestanden, welches danach zu rutschen begonnen habe. 
Obwohl er sich an einem Stock festgehalten habe, sei er auf das Brett gefallen, 
jedoch nicht in den angrenzenden Graben. Die Aussagen, wonach er G. L. mit ei-
nem Hammer bedroht habe, seien nicht wahr, denn er habe sich zu diesem Zeit-

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punkt auf dem Dach befunden. Er sei danach vom Dach heruntergestiegen, um G. 
L. zu helfen. An der Ecke des Stalles angekommen, habe er die Gebrüder C. und 
J. K. gesehen, welche ihn beschimpft hätten. Dabei hätten sich die beiden Gebrüder 
dahingehend geäussert, dass sie ihn gesehen hätten, wie er G. L. zu Boden gewor-
fen habe. Er habe G. L. nie berührt und die Gebrüder K. hätten von ihrer Position 
aus die Position von G. L. gar nicht sehen können (vgl. act. 3/6). Der Berufungsklä-
ger hielt auch vor dem Untersuchungsrichter an seinen Aussagen fest und bestritt 
nochmals vehement, G. L. berührt zu haben (vgl. act. 3/15). In der Konfronteinver-
nahme mit G. L. verwies X. auf die bereits gemachten Aussagen (vgl. act. 3/24).

G. L. gab bei der Einvernahme durch die Kantonspolizei Graubünden be-
kannt, dass er sich um ca. 1600 Uhr von der Liegenschaft V. zur nahe gelegenen 
Liegenschaft seines Sohnes, H. L., begeben habe. Dabei habe er an der Liegen-
schaft des Berufungskläger vorbeigehen müssen. Dieser sei gerade damit beschäf-
tigt gewesen, einen ausgehobenen Graben mit Plastik zu bedecken. Dabei sei der 
Berufungskläger auf dem Boden seines Sohnes gestanden und er habe ihn darauf 
aufmerksam gemacht, dass er überall sein Land absperre und anderen mit Haus-
friedensbruch drohe, er selber sich aber nicht daran halte und den Boden anderer 
betrete. Der Berufungskläger habe ihn danach angeschrien und sei mit einem Ham-
mer auf ihn losgegangen. Mit erhobener Hand habe er gedroht zuzuschlagen, wenn 
er nicht innert zweier Sekunden verschwinde. Wie gelähmt sei er stehen geblieben 
und habe sich nicht entfernt. Als der Berufungskläger dies bemerkt habe, sei er auf 
ihn zugekommen, habe ihn mit beiden Armen unter den Achselhöhlen gepackt, ihn 
in die Höhe gehoben und in den Graben geworfen. Beim Aufprall habe er sich den 
Arm gebrochen. Der Berufungskläger sei daraufhin davon gerannt und im Graben 
liegend habe er gehört, wie der Berufungskläger seinem Nachbarn, I., zugerufen 
habe, er solle bestätigen, dass er die ganze Zeit mit dem Bagger gearbeitet habe 
(vgl. act. 3/5). Vor dem Untersuchungsrichter, als auch in der Konfronteinvernahme 
mit dem Berufungskläger bestätigte G. L. seine bei der Kantonspolizei Graubünden 
gemachten Aussagen, ausser dass der Berufungskläger, als er mit dem Hammer 
auf ihn losgegangen sei, nicht mit zuschlagen gedroht habe (vgl. act. 3/14, 3/24).

C. K. befand sich zum Tatzeitpunkt ebenfalls in S.. Er sagte vor der Kantons-
polizei Graubünden aus, dass sich G. L. um ca. 1600 Uhr in Richtung der Bauruine 
seines Sohnes begeben habe. Er sei hinter der Hütte von W. gesessen und habe 
G. L. solange gesehen, bis dieser hinter dem Plastikdach der Baustelle des Beru-
fungsklägers und der Bauruine seines Sohnes verschwunden sei. Dann habe er 
genau gehört, wie G. L. den Berufungskläger gefragte habe, weshalb er auf dem 

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Boden seines Sohnes herumlaufe und dafür sein Land absperre. Der Berufungsklä-
ger habe daraufhin G. L. gedroht innert zweier Sekunden zu verschwinden. Danach 
habe er ein Rumpeln gehört und sei zum Durchgang gerannt, wo er G. L. im Graben 
habe liegen sehen. G. L. habe ihm sofort gesagt, dass der Berufungskläger ihn in 
den Graben gestossen habe. Des Weiteren erwähnte C. K., dass seine Frau D. und 
sein Bruder den Berufungskläger nach dem „Rumpeln“ hätten um die Ecke rennen 
und auf den Bagger steigen sehen (vgl. act. 3/4). Vor dem Untersuchungsrichter 
wiederholte C. K. seine Aussagen und ergänzte, dass sich der Berufungskläger, als 
er am Unfallort angekommen sei, nicht innerhalb der Baustelle und auch nicht mehr 
im Durchgang befunden habe. Als sich G. L. zur Liegenschaft seines Sohnes auf-
gemacht habe, habe er den Berufungskläger auch nicht auf dem Dach gesehen. 
Und als die Beiden miteinander gesprochen hätten, seien beide im Durchgang ge-
wesen, da er sie nicht habe sehen können. Hätte sich der Berufungskläger im Innern 
der Baustelle befunden, so hätte er ihn sehen können (vgl. act. 3/16).

D. K. sagte aus, dass sie einen Streit zwischen dem Berufungskläger und G. 
L. gehört habe. Als sie in Richtung Baustelle unterwegs gewesen sei, habe sie einen 
Schrei gehört und sei zur Baustellenmitte, Südseite,  gelaufen. Von da aus habe sie 
zum Eingang der Baustelle sehen können und in der Mitte der Baustelle sei ein 
leerer Bagger gestanden. Daraufhin sei der Berufungskläger von der Ecke des 
Durchgangs kommend an der Nordseite der Baustelle entlang gerannt und auf den 
Bagger gestiegen (vgl. act. 3/8, 3/18).

Gemäss Aussagen von J. K. habe er gehört, wie der Berufungskläger G. L. 
angeschrien habe, er solle verschwinden. Als er sich in Richtung Durchgang bege-
ben habe, habe er ein Krachen gehört. Beim Durchgang an der Südseite angekom-
men, habe er den Berufungskläger an der Nordseite des Durchgangs um die Ecke 
in Richtung Baustelle verschwinden gesehen (vgl. act. 3/9). Vor dem Untersu-
chungsrichter führte J. K. aus, dass er den Berufungskläger nicht auf dem Dach 
gesehen habe (vgl. act. 3/19).

I. sagte vor der Kantonspolizei Graubünden aus, dass er gehört habe, wie 
der Berufungskläger G. L. angeschrien habe, er solle sein Territorium verlassen. 
Gesehen habe er aber niemanden. Danach sei er weiter zum Eingang des Stalles 
seines Vaters gegangen, um eine Taschenlampe zu holen. Dies habe ca. ein bis 
zwei Minuten gedauert. In der Zwischenzeit habe sich der Vorfall im Durchgang 
ereignet, von dem er aber nichts mitbekommen habe. Als er danach zum Eingang 
des Kuhstalles an der Nordseite gegangen sei, habe er den Berufungskläger auf 

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dem Bagger sitzen gesehen. Ob sich der Berufungskläger immer in seiner Baustelle 
befunden habe, könne er nicht sagen (vgl. act. 3/7). Vor dem Untersuchungsrichter 
sagte er dann aus, als sich der Berufungskläger auf dem Dach befunden habe, habe 
er gehört, wie der Berufungskläger jemanden aufgefordert habe, sein Land zu ver-
lassen (vgl. act. 3/21). Vor der Vorinstanz führte er aus, dass er glaube, der Beru-
fungskläger habe auf dem Baugerüst gesessen, als er die Taschenlampe geholt 
habe.

c) Bei der Würdigung von Zeugenaussagen im Rahmen des Gerichtsverfah-
rens interessiert nicht in erster Linie die persönliche Glaubwürdigkeit eines Zeugen, 
sondern vielmehr die sachliche Glaubhaftigkeit seiner konkreten Aussage (vgl. Ro-
bert Hauser, Der Zeugenbeweis im Strafprozess mit Berücksichtigung des Zivilpro-
zesses, Zürich 1974, S. 311 ff.). Als Kennzeichen wahrheitsgetreuer Aussagen sind 
dabei die innere Geschlossenheit und Folgerichtigkeit in der Darstellung des Ge-
schehens sowie die konkrete und anschauliche Wiedergabe des Erlebten zu wer-
ten. Die Schilderung des Vorfalles in so charakteristischer Weise, wie sie nur von 
demjenigen zu erwarten ist, der den Vorfall selbst erlebt hat, ist ein weiteres Indiz 
für die Richtigkeit der Deposition. Für die Korrektheit einer Aussage spricht unter 
anderem der Grad der Detaillierung und die Konstanz in der Aussage bei verschie-
denen Befragungen. Bei wahrheitswidrigen Bekundungen fehlen diese Kennzei-
chen regelmässig. Indizien für bewusst oder unbewusst falsche Aussagen sind Un-
stimmigkeiten oder grobe Widersprüche in den eigenen Aussagen, Zurücknahme, 
erhebliche Abschwächungen oder Übersteigerungen im Verlaufe mehrerer Einver-
nahmen, unklare, verschwommene oder ausweichende Antworten und gleichför-
mige, eingeübt wirkende Aussagen. Die Richtigkeit einer Deposition muss alsdann 
auf ihre Übereinstimmung mit den Lebenserfahrungen und dem Ergebnis der übri-
gen Beweiserhebungen geprüft werden. Auch im System der Glaubwürdigkeitskri-
terien von Arntzen (Friedrich Arntzen/Else Michaelis-Arntzen, Psychologie der Zeu-
genaussage, System der Glaubwürdigkeitsmerkmale, 3. Auflage, München 1993, 
S. 15 ff.) steht an erster Stelle die Aussage selbst.

Es ist festzuhalten, dass die verschiedenen Aussagen von G. L. überzeugend 
und glaubhaft wirken. Alle vorgebrachten Aussagen sind deckungsgleich. Vor der 
Kantonspolizei Graubünden, als auch vor dem Untersuchungsrichter und in der 
Konfronteinvernahme schilderte G. L. den gleichen Ablauf des Vorfalles. Der Beru-
fungskläger habe ihn, nach einem vorangehenden Wortgefecht, mit dem Hammer 
bedroht und nachdem er wie gelähmt stehen geblieben sei, habe der Berufungsklä-
ger ihn in den Graben gestossen und sei daraufhin davon gerannt. Die verschiede-

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nen Aussagen des G. L. zeugen von einer inneren Geschlossenheit und sind auch 
sehr detailliert und konkret wiedergegeben. Bezüglich des Vorwurfs des Berufungs-
klägers, die Vorinstanz habe sich mit der Zeugenaussage von I. nicht befasst, kann 
darauf verwiesen werden, dass die Aussagen von I. eben nicht deckungsgleich sind. 
Vor der Kantonspolizei Graubünden sagte er aus, er habe ein Wortgefecht zwischen 
dem Berufungskläger und G. L. gehört, aber niemanden gesehen. Daraufhin habe 
er eine Taschenlampe im Stall seines Vaters geholt und als er danach an der Nord-
seite beim Eingang des Kuhstalles angekommen sei, habe er den Berufungskläger 
auf dem Bagger sitzen gesehen. Vor dem Untersuchungsrichter sagte I. dann aus, 
der Berufungskläger habe sich auf dem Dach befunden, als das Wortgefecht statt-
gefunden habe und er danach eine Taschenlampe im Stall geholt habe. Vor der 
Vorinstanz führte er aus, er glaube, der Berufungskläger habe auf dem Baugerüst 
gesessen, als er die Taschenlampe geholt habe. Die Zeugenaussage von I. er-
scheint somit nicht als konsequent, konstant und nachvollziehbar. Der Standort des 
Berufungsklägers zu Beginn der verbalen Auseinandersetzung ist entscheidend. 
Mehrere Personen können bezeugen, dass sich der Berufungskläger zu Beginn der 
verbalen Auseinandersetzung nicht auf dem Dach befand und er, nach dem Vorfall 
im Durchgang, um die nördliche Ecke des Durchgangs verschwand. Somit muss 
sich der Berufungskläger im Durchgang befunden haben. Hätte er sich im Inneren 
der Baustelle oder auf dem Dach befunden, so wäre er entweder von C. K. oder 
ansonsten von J. K. zu sehen gewesen. Auch I. bestätigte in seiner ersten Aussage 
vor der Kantonspolizei Graubünden, er habe zu Beginn niemanden gesehen, somit 
auch nicht den Berufungskläger auf dem Dach. Erst als er sich beim Eingang seines 
Kuhstalles befunden habe, habe er den Berufungskläger auf dem Bagger sitzen 
gesehen. Somit hat sich der Berufungskläger, nach dem Vorfall im Durchgang und 
nachdem er um die Ecke in das Innere der Baustelle verschwand, auf den Bagger 
begeben. Dies deckt sich auch mit der Aussage von D. K., welche bestätigt, dass 
sich zuerst niemand auf dem Bagger befunden habe und der Berufungskläger erst 
auf den Bagger gestiegen sei, als er um die Ecke des Durchgangs verschwunden 
sei. Die im Kerngehalt gleichlautenden, belastenden Zeugenaussagen ergeben in 
sich ein überzeugendes Gesamtbild. Sie verstärken und bekräftigen die Glaubhaf-
tigkeit der Aussagen von G. L.. Die Tatsache, dass der Haussegen zwischen der 
Familie K. sowie deren übrigen Familienmitgliedern und der Familie des Berufungs-
klägers seit langem schief hängt, kann nicht dahingehend ausgelegt werden, dass 
alle Zeugenaussagen aufeinander abgestimmt worden seien und ein Komplott ge-
gen den Berufungskläger ausgeheckt worden sei. Es ist nämlich nicht davon aus-
zugehen, dass ein 88-jähriger Mann, kurz nachdem er in einen Graben gefallen ist, 
geistesgegenwärtig den Berufungskläger bei den herbeieilenden Personen einer 

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Körperverletzung beschuldigt und diese dann alle ihre Aussagen aufeinander ab-
stimmen. Wie bereits erwähnt sind die Aussagen sehr überzeugend und sie hätten 
bei einer Absprache nicht so glaubhaft dargestellt werden können. Gemäss der Aus-
sage des Berufungsklägers sei G. L. auf einem Brett ausgerutscht und hingefallen. 
Auf dem Fotoblatt (vgl. act. 3/2) ist zu sehen, dass der Durchgang auch für einen 
88-jährigen Mann problemlos begehbar ist und er ohne eine physische Einwirkung 
auf seinen Körper nicht in den Graben hätte fallen müssen.

In Gesamtwürdigung aller Zeugenaussagen und Beweismittel ist demnach 
davon auszugehen, dass der Berufungskläger G. L. am 4. Oktober 2003, um ca. 
1600 Uhr, in einen Graben gestossen und sich G. L. dabei den linken Arm gebro-
chen hat (distale Radiusfraktur). 

6. Der Berufungskläger macht weiter geltend, dass die rechtliche Beurteilung 
des Sachverhaltes unrichtig sei. 

a) Art. 123 StGB erfasst objektiv alle Körperverletzungen, welche noch nicht 
als schwer im Sinne von Art. 122 StGB, aber auch nicht mehr als blosse Tätlichkei-
ten im Sinne von Art. 126 StGB zu werten sind (Trechsel, a.a.O., Art. 123 N 2). Die 
körperliche Integrität ist dann im Sinne einer Körperverletzung beeinträchtigt, wenn 
innere oder äussere Verletzungen oder Schädigungen zugefügt werden, die min-
destens eine gewisse Behandlung und Heilungszeit erfordern, also etwa Knochen-
brüche, auch wenn sie unkompliziert sind und verhältnismässig rasch und problem-
los ausheilen (Roth: in Basler Kommentar, Strafgesetzbuch II, Basel/Genf/Mün-
chen, 2002, Art. 123 N 4). Die Abgrenzungen sind in gewissen Grauzonen schwierig 
und in Grenzfällen legt sich das Bundesgericht eine gewisse Zurückhaltung auf und 
anerkennt einen Beurteilungsspielraum der kantonalen Behörden (BGE 119 IV 2).

Die objektiven Voraussetzungen von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sind erfüllt. 
Der Berufungskläger hat G. L. in einen Graben gestossen und dabei hat sich G. L. 
den linken Arm gebrochen (distale Radiusfraktur). Gemäss Arztbericht handelte es 
sich um eine Verletzung mit einer Heilungsdauer von ca. vier bis sechs Wochen. 
Der vorliegende Armbruch hat die Qualität einer einfachen Körperverletzung im 
Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB. Ein leichter Fall im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 
Abs. 2 StGB ist ausgeschlossen, da einerseits eine besondere Behandlung (Anfer-
tigung eines Gipses) erforderlich war und andererseits der Armbruch für den 88-
jährigen G. L. erhebliche Schmerzen hervorrief (vgl. Roth, a.a.O., Art. 123 N 8).

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b) Subjektiv ist Vorsatz, zumindest Eventualvorsatz, gefordert (Art. 18 Abs. 2 
StGB). Das heisst der Täter muss die Tat mit Wissen und Wollen ausführen oder er 
nimmt den tatbestandsmässigen Erfolg zumindest in Kauf. Nicht selten wird vom 
Vorgehen aus auf den Vorsatz respektive den Eventualvorsatz geschlossen (Roth, 
a.a.O.,  Art. 123 N 30; Trechsel, a.a.O., Art. 123 N 9).

Der Berufungskläger handelte zumindest eventualvorsätzlich, zumal er damit 
rechnen musste, dass der betagte, 88-jährige G. L., durch das Werfen/Stossen in 
den Graben fallen könnte und dabei eine Verletzung im Sinne einer einfachen Kör-
perverletzung erleiden würde. Ob es sich dabei um ein Stossen oder Werfen han-
delte spielt im vorliegenden Fall keine Rolle, da man bei einem solchen Vorgehen, 
vor allem bei betagten Personen, grundsätzlich mit einer einfachen Körperverlet-
zung zu rechnen hat.  Beim vorliegenden Tatort handelt es sich um einen Durch-
gang von ca. 2 Metern Breite. Auch eine jüngere Person wäre höchstwahrscheinlich 
bei einem Stoss in den Graben gefallen. Die Kausalität zwischen dem Wurf/Stoss 
und dem Armbruch von G. L. ist ohne Zweifel gegeben und hätte auch von jeder 
anderen Person in der gleichen Lage erkannt werden müssen. Eine Tätlichkeit im 
Sinne von Art. 126 StGB liegt nicht vor, da der Berufungskläger, wie oben bereits 
erwähnt, durch den Stoss in den Graben, zumindest eventualvorsätzlich eine Ver-
letzung im Sinne einer einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 
StGB beging. Es liegt somit keine Tätlichkeit gemäss Art. 126 StGB vor, welche mit 
fahrlässiger Körperverletzung gemäss Art. 125 StGB konkurrieren würde. Der Vor-
satz bezieht sich auf die Tathandlung und den Erfolg. Durch die Inkaufnahme hat 
der Berufungskläger objektiv und subjektiv eine einfache Körperverletzung bewirkt 
(vgl. Roth, a.a.O., Art. 126 N 12).

Zusammenfassend steht somit fest, dass sich der Berufungskläger mit seiner 
Verhaltensweise der einfachen Körperverletzung nach Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 
schuldig gemacht hat.

7. Die Vorinstanz hat den Berufungskläger des Weiteren der Drohung 
gemäss Art. 180 StGB für schuldig gesprochen. 

a) Bei der Drohung bewirkt der Täter durch eine schwere Drohung beliebiger 
Art, dass ein Mensch in Angst und Schrecken versetzt wird. Der Täter stellt dabei 
dem Opfer Nachteile in Aussicht, deren Verwirklichung er als von seinem Willen 
abhängig darstellt, aber nicht ernsthaft zu wollen braucht. Damit die Drohung 
schwer ist, müssen sich diese Nachteile objektiv eignen, das Opfer in Angst und 

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Schrecken zu versetzen (Rehberg/Eckert/Flachsmann, Tafeln zum Strafrecht, Be-
sonderer Teil, 3. Auflage, Art. 180, Tafel 82).

Der Berufungskläger hat G. L. mit erhobener Stimme angeschrien, ist mit er-
hobenem Hammer auf ihn zugegangen und hat ihm gesagt, er solle innert zweier 
Sekunden verschwinden. Ob er dabei auch gedroht hat zuzuschlagen, ist irrelevant. 
Die Drohung kann nämlich auch durch konkludentes Verhalten (z.B. Zielen mit einer 
Waffe) erfolgen. G. L. konnte erwarten, dass der Berufungskläger zuschlagen 
würde, auch wenn derselbe dies nicht wollte. Wird eine Person im hohen Alter von 
einer Person mit erhöhter Tonlage angeschrien und mit einem Hammer bedroht, so 
darf mit Fug davon ausgegangen werden, dass sie dadurch erheblich in Angst und 
Schrecken versetzt wird. G. L. blieb wie gelähmt stehen und somit ist erkennbar, 
dass er in Angst und einen schockähnlichen Zustand verfiel. Auch eine betagte Per-
son von durchschnittlicher Empfindsamkeit wäre dabei in Angst und Schrecken ver-
setzt worden. 

b) Subjektiv ist Vorsatz oder Eventualvorsatz gefordert. Das Bewusstsein, 
dass eine bestimmte Drohung geeignet ist, jemanden in Angst und Schrecken zu 
versetzen, muss vorhanden sein. Ebenfalls der Wille, durch die Drohung jemanden 
in Angst und Schrecken zu versetzen.

Der Berufungskläger musste sich bewusst sein, dass der 88-jährige G. L. in 
Angst und Schrecken versetzt wird, wenn er ihm mit erhobenem Hammer droht. Er 
wollte ihn auch offensichtlich in einen Angst- und Schreckzustand versetzen, damit 
er schnellstmöglich von der Baustelle verschwinden würde. Der Berufungskläger 
handelte bezüglich aller objektiven Tatbestandsmerkmale vorsätzlich.

Der Berufungskläger hat sich somit der Drohung gemäss Art. 180 StGB 
schuldig gemacht.

8. a) Bei der Überprüfung der vorinstanzlichen Strafzumessung setzt der 
Kantonsgerichtsausschuss sein Ermessen anstelle desjenigen der Vorinstanz und 
wendet die Regeln über die Strafzumessung selbständig an. Er bemisst die Strafe 
nach dem Verschulden des Täters, wobei insbesondere die Beweggründe, das Vor-
leben und die persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen sind (Art. 63 StGB). Das 
Verschulden umfasst den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten 
Straftat. Grundlage für die Bemessung der Schuld bildet die Schwere der Tat. Im 
Weiteren unterscheidet man beim Verschulden zwischen Tat- und Täterkompo-
nente. Bei der Tatkomponente betrachtet man das Ausmass des verschuldeten Er-

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folges, seine Beweggründe und die Willensrichtung, mit welcher der Täter handelte. 
Die Täterkomponente umfasst hingegen das Vorleben und die persönlichen Ver-
hältnisse des Täter sowie das Verhalten nach der Tat oder im Strafverfahren, wie 
zum Beispiel Reue, Einsicht oder Strafempfindlichkeit (BGE 129 IV 20 ff.; BGE 117 
IV 112 ff. mit Hinweisen). Die den Täter belastenden oder entlastenden Umstände 
sind jeweils als Straferhöhungs- bzw. Strafminderungs-gründe innerhalb des or-
dentlichen Strafrahmens zu berücksichtigen. Liegen keine Strafschärfungs- oder 
Strafmilderungsgründe vor, so hat sich der Richter an den ordentlichen Strafrahmen 
zu halten.

b) Hat jemand durch eine oder mehrere Handlungen mehrere Freiheitsstra-
fen verwirkt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der schwersten Tat und er-
höht deren Dauer angemessen. Das Höchstmass der angedrohten Strafe darf dabei 
nicht um mehr als die Hälfte überschritten werden. Auch an das gesetzliche Höchst-
mass der Strafart ist das Gericht gebunden (vgl. Art. 68 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). 

c) Für die vom Berufungskläger verübten Straftaten sieht das Gesetz für die 
einfache Körperverletzung die höchste Strafandrohung vor. Somit bildet der in Art. 
123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 36 StGB vorgesehne Strafrahmen 
von drei Tagen bis drei Jahren Gefängnis die Grundlage für die Strafzumessung. 
Für die Drohung gemäss Art. 180 StGB ist eine Strafe von Gefängnis oder Busse 
vorgesehen.

Das Verschulden des Berufungsklägers wiegt nicht leicht, da er einen 88-
jährigen Mann ohne direkten Anlass in einen Graben gestossen/geworfen hat und 
G. L. dadurch einen Armbruch erlitten hat. Zudem hat er G. L. bedroht. Das Zusam-
mentreffen dieser Straftatbestände ist strafschärfend im Sinne von Art. 68 Ziff. 1 
StGB zu würdigen. Strafmilderungsgründe liegen keine vor. Als straferhöhend wirkt 
sich die Tatsache aus, dass es sich beim Opfer um einen betagten Mann handelt. 
Die Tatsache, dass der Berufungskläger keine Einsicht und Reue zeigte, kann zwar 
nicht straferhöhend gewertet werden; gleichwohl darf aber der Berufungskläger bei 
dieser Sachlage nicht mit besonderer Milde rechnen (vgl. Stratenwerth, Allgemeiner 
Teil II, 1989, S. 241). Als strafmindernd ist dem Berufungskläger sein vorstrafen-
freies Vorleben sowie sein ungetrübter Leumund anzurechnen. In Würdigung sämt-
licher Strafzumessungsgründe erachtet der Kantonsgerichtsausschuss die von der 
Vorinstanz verhängte Strafe von zehn Tagen Gefängnis dem Verschulden des Be-
rufungsklägers als in jeder Hinsicht angepasst. Da die körperliche Integrität, vor al-
lem bei älteren Menschen, zu schützen ist und es sich dabei um ein hohes Rechts-

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gut handelt, wäre auch ein höheres Strafmass angebracht gewesen. Der Untersu-
chungsrichter hat denn auch im vorinstanzlichen Verfahren eine Strafe von 40 Ta-
gen Gefängnis beantragt. Da aber nur zugunsten des Verurteilten Berufung einge-
legt worden ist, ist der Kantonsgerichtsausschuss an das Verbot der reformatio in 
peius gebunden und darf die von der Vorinstanz verhängte Strafe nicht erhöhen.

9. Das vorinstanzliche Urteil erweist sich somit als rechtmässig und die Be-
rufung ist abzuweisen. Die Kosten des Berufungsverfahren werden gemäss Art. 160 
Abs. 1 StPO vollumfänglich dem Berufungskläger auferlegt.

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Berufung wird im Strafpunkt abgewiesen.

2. Die Ziff. 4 des angefochtenen Urteils wird aufgehoben und die Adhäsions-
klage wird ohne Kostenfolge als durch aussergerichtlichen Vergleich erledigt 
abgeschrieben.

Die Entschädigungen für das Adhäsionsklageverfahren werden wettgeschla-
gen.

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 1`500.00 gehen zu Lasten des 
Berufungsklägers. 

4. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

5. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident: Der Aktuar ad hoc: