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**Case Identifier:** 6b0c1fef-0acf-50dc-9027-2e0569e68521
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-17
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 17.11.2022 SST.2022.104
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2022-104_2022-11-17.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

 

SST.2022.104 
(ST.2021.5; StA.2017.3809) 

 

 

Urteil vom 17. November 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichter Fedier 

Ersatzrichterin Jacober 

Gerichtsschreiberin Wanner 

 

 
   

Anklägerin   Oberstaatsanwaltschaft Kanton Aargau, 

Frey-Herosé-Strasse 20, 5001 Aarau 

 

 
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.1961, von Berikon AG, 

[…]  

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Thierry Wunderlin,  

[…] 

 

 

 
 

Gegenstand  Gewerbsmässiger Diebstahl, gewerbsmässiger betrügerischer Missbrauch 

einer Datenverarbeitungsanlage, Sachbeschädigung 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten erhob am 13. Januar 2021 

Anklage gegen den Beschuldigten wegen gewerbsmässigen Diebstahls, 

mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfachen betrügerischen Missbrauchs 

einer Datenverarbeitungsanlage, teilweise versucht, und Drohung.  

 

1.2. 

Das Bezirksgericht Bremgarten erkannte mit Urteil vom 20. Januar 2022:  

 

1. 
Der Beschuldigte wird von der Anklage der Drohung gemäss Art. 180 StGB freigesprochen 
(Anklageziffer I.4.).  
 
2. 
Der Beschuldigte ist schuldig 
- des gewerbsmässigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 2 StGB (Anklageziffer I.1.); 
- des gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage 

gemäss Art. 147 Abs. 2 StGB (Anklageziffer I.3.); 
- der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB (Anklageziffer I.2.).  
 
3. 
Der mit Urteil des Bezirksgerichts Leuk und Westlichen Raron vom 16.05.2017 für 

18 Monate Freiheitsstrafe (abzüglich 21 Tage Untersuchungshaft) gewährte bedingte 

Strafvollzug wird gestützt auf Art. 46 Abs. 1 Satz 1 StGB widerrufen.  

 

Die widerrufene Freiheitsstrafe bildet zusammen mit der vorliegend auszufällenden Strafe 

eine Gesamtstrafe gemäss nachfolgender Dispositiv-Ziffer 4. 

 

4.  

4.1. 

Der Beschuldigte wird als Gesamtstrafe i.S.v. Art. 46 Abs. 1 Satz 2 StGB gestützt auf 

Art. 40, 47 und 49 Abs. 1 StGB zu 30 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.  

 

4.2. 

Die ausgestandene Untersuchungshaft aus dem Strafverfahren vor dem Bezirksgericht 

Leuk und Westlich Raron von 21 Tagen (14.01.2015 bis 03.02.2015) wird gestützt auf 

Art. 51 StGB auf die Freiheitsstrafe angerechnet.  

 

5. 

Gestützt auf Art. 69 Abs. 1 StGB werden folgende Gegenstände eingezogen und die 

Gerichtskanzlei Bremgarten mit der Vernichtung beauftragt:  

- 4 Schraubenzieher (Handgriffe: schwarz, rot und 2x gelb).  

  

 - 3 - 

 

 

 

6.  

6.1. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Zivil- und Strafkläger 4 (C.) als Schadenersatz 

Fr. 1'200.00 zu bezahlen.  

 

6.2. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Zivil- und Strafkläger 5 (D.) als Schadenersatz den 

Betrag von Fr. 900.00 zu bezahlen (keine Berücksichtigung des geltend gemachten 

Ersatzes für das Hallenbadabonnement von Fr. 200.00 und der beantragten Genugtuung 

von Fr. 250.00).  

 

6.3. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Zivil- und Strafklägerin 6 (E.) als Schadenersatz 

einen Betrag von Fr. 1'039.00 zu bezahlen.  

 

6.4. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Zivilkläger 1 (F.) als Schadenersatz einen Betrag 

von Fr. 408.00 zu bezahlen (keine Berücksichtigung des geltend gemachten 

Wiederbeschaffungsaufwandes von 8 Stunden à Fr. 120.00).  

 

6.5. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Zivilkläger 2 (G.) als Schadenersatz einen Betrag 

von Fr. 275.00 zu bezahlen.  

 

6.6. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Zivilklägerin 3 (Gemeinde Q.) als Schadenersatz 

einen Betrag von Fr. 595.90 zu bezahlen. 

 

6.7. 

Im Übrigen werden sämtliche Zivilforderungen auf den Zivilweg verwiesen.  

 

6.8. 

Sämtlichen Zivil- und Strafklägern werden keine Parteientschädigungen zugesprochen 

(weder im Straf- noch im Zivilpunkt).  

 

7.  

Die Verfahrenskosten bestehen aus:  

 
Anklagegebühr Fr. 2'150.00 
Gerichtsgebühr Fr. 4'000.00 
Kosten für die amtliche Verteidigung Fr. 13'564.50 
Kosten der Mitwirkung anderer Behörden Fr.  75.20 
anderen Auslagen  Fr. 946.00 
Total Fr.  20'735.70 
 
Dem Beschuldigten werden die Verfahrenskosten – ausgenommen die amtliche 

Verteidigung – auferlegt, somit insgesamt Fr. 7'171.20. 

 

8. 

8.1. 

Dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten wird eine Entschädigung von Fr. 13'564.50 

(inkl. Auslagen und MWSt) zugesprochen.  

 - 4 - 

 

 

 

 

8.2. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Kanton Aargau die Kosten für die amtliche 

Verteidigung zurückzubezahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben 

(Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 

 

9. 

Der Beschuldigte trägt seine Kosten selber.  

 

Gleichzeitig stellte das Bezirksgericht Bremgarten das Verfahren 

betreffend Anklageziffern I.3.1. und I.3.3. (geringfügiger (versuchter) 

Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage) infolge Verjährung ein.  

 

2. 

2.1. 

Mit Berufungserklärung vom 16. Mai 2022 beantragte der Beschuldigte, er 

sei nicht des gewerbsmässigen, sondern wegen mehrfachen betrüg-

erischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage schuldig zu 

sprechen. Zugleich beantragte er einen Freispruch vom Vorwurf der 

Sachbeschädigung gemäss Anklageziffer I.1.1. Die Freiheitsstrafe habe 

maximal 9 Monaten zu betragen; auf den Widerruf des mit Urteils des 

Bezirksgerichts Leuk, Westliches Raron vom 16. Mai 2017 für die 

Freiheitsstrafe von 18 Monaten gewährten bedingten Vollzugs sei zu 

verzichten und stattdessen sei die Probezeit zu verlängern.  

 

Der Beschuldigte reichte am 29. Juni 2022 vorgängig zur Berufungs-

verhandlung eine schriftliche Berufungsbegründung ein.  

 

2.2. 

Mit vorgängiger Berufungsantwort vom 15. Juli 2022 beantragte die 

Staatsanwaltschaft die Abweisung der Berufung.  

 

3. 

Die Berufungsverhandlung mit Einvernahme des Beschuldigten fand am 

17. November 2022 statt.  

 

  

 - 5 - 

 

 

 

   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der Beschuldigte wendet sich mit Berufung nicht gegen die Verurteilung 

wegen gewerbsmässigem Diebstahl und mehrfacher Sachbeschädigung, 

er beantragt indessen einen Freispruch in Bezug auf eine ihm vorgehaltene 

Sachbeschädigung (Anklageziffer I/1.1. i.V.m. I/2). Er anerkennt ebenfalls, 

sich wegen mehrfachen betrügerischen Missbrauchs einer Datenver-

arbeitungsanlage schuldig gemacht zu haben, bestreitet hingegen 

gewerbsmässig gehandelt zu haben. Weiter angefochten sind das 

Strafmass, der Widerruf sowie die Kostenfolge.  

 

Im Übrigen blieb das Urteil unangefochten. Diese Punkte sind somit nicht 

zu überprüfen (Art. 404 Abs. 1 StPO).  

 

2. 

2.1. 

In Anklageziffer I/1.1. i.V.m. I/2 wird dem Beschuldigten Diebstahl und 

Sachbeschädigung zum Nachteil von B. vorgeworfen. Er soll am 

26. Oktober 2017, zwischen 13:10 Uhr und 13:44 Uhr auf unbekannte Art 

und Weise die Seitenscheibe der Beifahrerseite des ordentlich auf dem 

Parkplatz Kapelle in 5621 Zufikon parkierten Personenwagens 

[Kennzeichen] von B. eingeschlagen, die Beifahrertüre geöffnet und die im 

Fussraum der Beifahrerseite deponierte Handtasche samt deren Inhalt 

behändigt haben. 

 

2.2.  

Die Vorinstanz sah es als erwiesen an, dass der Beschuldigte den unter 

Anklageziffer I/1.1. i.V. I/2 beschriebenen Sachverhalt begangen hat und 

erklärte ihn wegen Diebstahls und Sachbeschädigung für schuldig. Der 

Beschuldigte habe den Diebstahl der Handtasche samt Inhalt nicht 

bestritten. Seine Erklärung, das Fahrzeug sei bei seinem Eintreffen bereits 

aufgebrochen gewesen und er habe die Handtasche neben einem 

Abfalleimer auf dem Parkplatz aufgefunden, qualifizierte die Vorinstanz als 

Schutzbehauptung (vorinstanzliches Urteil E. 2.1.2.).  

 

2.3. 

Der Beschuldigte bestreitet den ihm vorgeworfenen Sachverhalt nur 

teilweise. Er anerkennt den Diebstahl der Handtasche samt Inhalt, wobei 

der Beschuldigte in Abrede stellt, dass sich im Portemonnaie Bargeld 

befunden habe (UA act. 89), ficht aber die Verurteilung wegen 

Sachbeschädigung an. Er habe die Handtasche neben einem Abfalleimer 

auf dem Parkplatz gefunden. Wie die Handtasche dorthin gekommen sei, 

sei ihm auch nicht bekannt, da er zum Zeitpunkt, als die Tasche aus dem 

Auto entwendet worden sei, nicht vor Ort gewesen sei. Dass er selbst die 

Scheibe des Fahrzeugs eingeschlagen habe, ergebe sich weder aus den 

 - 6 - 

 

 

 

Akten und den erhobenen Beweismitteln noch aus den Aussagen. Die 

Vorinstanz habe seine Aussagen zu Unrecht als Schutzbehauptungen 

qualifiziert. Er sei somit vom Vorwurf der Sachbeschädigung zum Nachteil 

von B. freizusprechen (Berufungsbegründung S. 5 f.; Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 8).  

 

2.4. 

2.4.1. 

Das Gericht würdigt die Beweise frei und nach seiner aus dem gesamten 

Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen 

unüberwindbare Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraus-

setzungen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für den 

Beschuldigten günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Bloss 

abstrakte und theoretische Zweifel sind nicht massgebend, weil solche 

immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. 

Der Grundsatz «in dubio pro reo» ist erst anwendbar, nachdem alle aus 

Sicht des urteilenden Gerichts notwendigen Beweise erhoben und 

ausgewertet worden sind und nach erfolgter Beweiswürdigung als Ganzem 

relevante Zweifel bestehen, wobei nur das Übergehen offensichtlich 

erheblicher Zweifel eine Verletzung des Grundsatzes «in dubio pro reo» zu 

begründen vermag (BGE 144 IV 345 E. 2.2.1 ff.).  

 

2.4.2. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt, dass der Beschuldigte die Handtasche 

von B. in Zufikon auf dem Parkplatz Kapelle stahl, die darin aufbewahrte 

Bankkarte zweimal benutzte und einmal bei der Aargauischen Kantonal-

bank in Rudolfstetten Geld abhob. Dass er sich deshalb wegen Diebstahls 

und betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage im Sinne 

der Anklage schuldig gemacht hat, ist insofern unbestritten. 

 

Der Beschuldigte bestreitet, dass er zum Zwecke des Diebstahls die 

Seitenscheibe des Fahrzeugs von B. eingeschlagen habe. Dies sei nicht 

notwendig gewesen, da er die Handtasche auf dem Parkplatz neben einem 

Abfalleimer gefunden und mitgenommen habe. Seinen Aufenthalt auf dem 

nämlichen Parkplatz begründete er vor Vorinstanz noch damit, dass er 

gerade joggen gewesen sei (vgl. UA act. 87 f., GA act. 619; Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 8). Anlässlich der Berufungsverhandlung gab er 

neu zu Protokoll, dass er seine Sportkleider dabeigehabt habe, um noch 

Joggen zu gehen. Er habe die Handtasche gesehen und sei dann nicht 

mehr Joggen gegangen, weshalb er auf den Überwachungsaufnahmen 

noch seine Arbeitskleider angehabt habe (Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 8 und S. 13). 

 

Mit der Vorinstanz hat auch das Obergericht keine Zweifel an der 

Täterschaft des Beschuldigten. Dem Beschuldigten, der anlässlich der 

Berufungsverhandlung zugegeben hat, in anderen Fällen Autoscheiben 

 - 7 - 

 

 

 

eingeschlagen zu haben, um an Deliktsgut zu gelangen, kann unter den 

vorliegenden Umständen nicht geglaubt werden, die Tasche von B. neben 

einem Abfalleimer gefunden zu haben. Hätte tatsächlich eine andere 

Täterschaft – hinsichtlich welcher keinerlei Hinweise bestehen – die 

Seitenscheibe des Fahrzeugs von B. aufgebrochen und sodann die 

Handtasche daraus entwendet, so wäre zu erwarten gewesen, dass sich 

diese Täterschaft auch der in der Handtasche befindlichen Bankkarte 

behändigt hätte. Dass eine Täterschaft, die zur Erlangung einer 

Handtasche extra eine Autoscheibe einschlägt, diese Handtasche gleich in 

der Nähe mit der in ihr enthaltenen Bankkarte auf den Boden stellt und 

sodann zufälligerweise der Beschuldigte genau in diesem Augenblick dort 

vorbeikommt und diese Handtasche erblickt und daraus die Bankkarte 

entnimmt, liegt komplett ausserhalb einer vernünftigen Betrachtungsweise. 

Die zeitlichen Umstände (Parkieren des Autos um ca. 13:10 Uhr, 

UA act. 68; Benutzung der Bankkarte durch den Beschuldigten um 

13:44 Uhr bei der AVIA-Tankstelle in Zufikon) sprechen denn auch gegen 

die vom Beschuldigten geschilderte Dritttäterschaft, zumal auch er nicht 

angegeben hat, selbst eine solche gesehen zu haben, weder beim 

Einschlagen der Scheibe noch beim angeblichen Deponieren der 

Handtasche. Mithin handelt es sich beim Vorbringen des Beschuldigten, 

jemand anders habe die Autoscheibe eingeschlagen und sodann die 

Handtasche in der Nähe auf dem Boden deponiert, um eine offensichtlich 

unglaubhafte Schutzbehauptung. Daran ändert auch der Umstand nichts, 

dass der Beschuldigte vorbringt, andere von ihm begangene Straftaten 

jeweils sofort gestanden zu haben. Denn davon kann keine Rede sein. 

Vielmehr gab er jeweils an, dass die fragliche Tat die einzige Tat gewesen 

sei; über weitere deliktische Vorgänge gab er von sich aus keine Auskunft. 

 

Zusammengefasst hat das Obergericht bei einer Gesamtwürdigung keine 

relevanten Zweifel an der Täterschaft des Beschuldigten. Der Sachverhalt 

unter Anklageziffer I.2. i.V.m. I.1.1. ist damit erstellt.  

 

2.4.3. 

Wer eine Sache, an der ein fremdes Eigentumsrecht besteht, beschädigt, 

zerstört oder unbrauchbar macht, wird nach Art. 144 Abs. 1 StGB wegen 

Sachbeschädigung bestraft. Indem der Beschuldigte die Seitenscheibe des 

Fahrzeugs von B. wissentlich und willentlich eingeschlagen hat, um daraus 

eine Handtasche zu entwenden, hat er sich der Sachbeschädigung nach 

Art. 144 Abs. 1 StGB schuldig gemacht. 

 

2.5. 

Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung des Beschuldigten in 

diesem Punkt als unbegründet. Er ist wegen Sachbeschädigung gemäss 

Art. 144 Abs. 1 StGB zu verurteilen. 

 

 - 8 - 

 

 

 

3. 

3.1. 

Unter Anklageziffer 3 wird dem Beschuldigten mehrfacher, teilweise 

versuchter betrügerischer Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage 

vorgeworfen, indem er mit den anlässlich der Diebstähle entwendeten 

Bank- und Kreditkarten gegen den Willen der Geschädigten und in der 

Absicht, sich insgesamt mit einem möglichst hohen Geldbetrag 

unrechtsmässig zu bereichern, Geldbezüge getätigt habe. Die Vorinstanz 

qualifizierte das Verhalten des Beschuldigten als berufsmässig und 

verurteilte ihn wegen gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer 

Datenverarbeitungsanlage (vorinstanzliches Urteil E. 4.3.1. f.).  

 

3.2. 

Der Beschuldigte bestreitet die ihm in Anklageziffer 3 vorgeworfenen Taten 

nicht und anerkennt, sich wegen mehrfachen, teilweise versuchten 

betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage schuldig 

gemacht zu haben. Er bestreitet einzig die Qualifikation der Gewerbs-

mässigkeit nach Art. 147 Abs. 2 StGB. Zwar habe er mehrere unerlaubte 

Bezüge mit entwendeten Bankkarten von verschiedenen Personen 

getätigt. Daraus dürfe aber nicht abgeleitet werden, dass er bereit gewesen 

wäre, eine unbestimmte Vielzahl von weiteren Delikten nach Art. 147 

Abs. 1 StGB zu begehen (Berufungsbegründung S. 3 ff.).  

 

3.3. 

Nach Art. 147 Abs. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder 

Geldstrafe bestraft, wer in der Absicht, sich oder einen anderen 

unrechtmässig zu bereichern, durch unrichtige, unvollständige oder 

unbefugte Verwendung von Daten oder in vergleichbarer Weise auf einen 

elektronischen oder vergleichbaren Datenverarbeitungs- oder Daten-

übermittlungsvorgang einwirkt und dadurch eine Vermögensverschiebung 

zum Schaden eines andern herbeiführt oder eine Vermögensverschiebung 

unmittelbar danach verdeckt.  

 

Handelt der Täter gewerbsmässig, wird er nach Abs. 2 derselben 

Bestimmung strenger bestraft. Der Täter handelt gewerbsmässig, wenn 

sich aus der Zeit und den Mitteln, die er für die deliktische Tätigkeit 

aufwendet, aus der Häufigkeit der Einzelakte innerhalb eines bestimmten 

Zeitraums sowie aus den angestrebten und erzielten Einkünften ergibt, 

dass er die deliktische Tätigkeit nach Art eines Berufs ausübt. Diese 

abstrakte Umschreibung hat indes nur Richtlinienfunktion. Eine 

«nebenberufliche» deliktische Tätigkeit kann genügen. Wesentlich ist, dass 

sich der Täter darauf eingerichtet hat, durch sein deliktisches Handeln 

relativ regelmässige Einnahmen zu erzielen, die einen namhaften Beitrag 

an die Kosten seiner Lebensgestaltung darstellen; dann ist die erforderliche 

soziale Gefährlichkeit gegeben. Zudem muss er die Tat bereits mehrfach 

begangen haben und es muss aus den gesamten Umständen geschlossen 

 - 9 - 

 

 

 

werden, er sei zu einer Vielzahl unter den entsprechenden Tatbestand 

fallenden Handlungen bereit gewesen. Selbst wenn der Täter auch über 

ein legales Erwerbseinkommen verfügt hat, schliesst dies die Qualifikation 

der Gewerbsmässigkeit nicht aus, zumal die Relation der deliktischen 

Einnahmen zum ordentlichen Erwerbseinkommen nach der Recht-

sprechung irrelevant ist (BGE 147 IV 176 E. 2.2.1 und E. 2.4.1;  

BGE 129 IV 253 E. 2.1; BGE 129 IV 188 E. 3.1.2; je mit weiteren Hin-

weisen). 

 

3.4. 

Der Beschuldigte hat unbestrittenermassen innerhalb eines Zeitraums von 

zwei Monaten einen Betrag von Fr. 4'030.00 erbeutet, was einem 

monatlichen Betrag von Fr. 2'000.00 entspricht. Dass dieser Betrag einen 

namhaften Beitrag an seine Lebenshaltungskosten darstellt, bestreitet er 

nicht. Gemäss eigener Darstellung verfügte er damals über kein geregeltes 

Einkommen und verwendete das Geld zur Bestreitung des notwendigen 

Lebensunterhalts, zur Bezahlung von laufenden Rechnungen, um 

Spielschulden zu bezahlen sowie um weiter zu spielen (GA act. 623; 

Protokoll der Berufungsverhandlung S. 6 ff.). Er ist dabei stets nach 

demselben Muster vorgegangen, indem er Bank- und Kreditkarten aus 

zuvor verübten Diebstählen verwendet hat. Der Beschwerdeführer weist 

eine Vielzahl von einschlägigen Vorstrafen, teilweise auch wegen 

gewerbsmässiger Begehung auf (vgl. aktueller Strafregisterauszug, 

eingeholt am 17. November 2022). Aus den zu beurteilenden Straftaten 

und in Anbetracht dessen, dass sich weder seine finanzielle noch 

persönliche Situation wesentlich geändert hat, muss geschlossen werden, 

dass er zu einer Vielzahl von unter den fraglichen Tatbestand fallenden 

Handlungen bereit gewesen ist, und zwar ungeachtet der bereits 

zahlreichen einschlägigen Verurteilungen (vgl. auch Urteile des 

Bundegerichts 6B_253/2016 vom 29. März 2017 E. 2.4 und 6B_1077/2014 

vom 21. April 2015 E. 3). Der Beschuldigte hat sich für ein systematisches 

Vorgehen entschieden, das ihm zu regelmässigen zusätzlichen Einnahmen 

verhelfen sollte. Insofern der Beschuldigte geltend macht, dass er nach 

dem ersten unrechtmässigen Bezug zum Nachteil der Geschädigten B. erst 

einen Monat später erneut straffällig geworden sei, kann er daraus 

hinsichtlich des Vorwurfs der Gewerbsmässigkeit nichts zu seinen Gunsten 

ableiten, hängt die Häufigkeit der für die Annahme regelmässiger 

Einnahmen nötigen Einzelakte innerhalb eines bestimmten Zeitraums auch 

von der Höhe der durch die einzelnen Taten erzielten Einkünfte ab 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_550/2016 vom 10. August 2016 E. 2.4). 

Der Beschuldigte bezog ein erstes Mal mit der entwendeten Karte von B. 

einen vergleichsweise hohen Betrag von Fr. 2'000.00, wobei er zwei 

Minuten später erneut versuchte, einen Bargeldbezug von Fr. 2'000.00 zu 

tätigen. Rund 20 Minuten später gelang es ihm, weitere Fr. 1'000.00 

abzuheben. Bei einem vierten Bargeldbezug von Fr. 1'000.00 blieb es beim 

Versuch. Da der Beschuldigte innert weniger Minuten erfolgreich 

 - 10 - 

 

 

 

Fr. 3'000.00 abgehoben hatte, ist es nicht ungewöhnlich, dass er erst einen 

Monat später zum Nachteil von H. ein Bargeldbezug von Fr. 750.00 tätigte. 

Mit Blick auf die Bargeldbezüge kann von einem systematischen Vorgehen 

gesprochen werden. Das System des Beschuldigten muss zudem als 

altbewährt bezeichnet werden, nachdem er bereits in früheren Jahren nach 

dem gleichen Muster vorging und in den letzten 9 Jahren über 7-mal wegen 

(teils versuchten) betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungs-

anlage verurteilt wurde. Dass die früheren Missbräuche einer 

Datenverarbeitungsanlage nicht allesamt unter den qualifizierten Tat-

bestand fielen, ändert nichts an einer eigentlichen Regelmässigkeit der 

Delinquenz und an der dadurch manifestierten Bereitschaft zu deren 

Fortsetzung. 

 

Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung des Beschuldigten in 

diesem Punkt als unbegründet. Er ist wegen gewerbsmässigen 

betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage gemäss 

Art. 147 Abs. 2 StGB zu verurteilen.  

 

4. 

4.1. 

Der Beschuldigten ist wegen gewerbsmässigen Diebstahls gemäss 

Art. 139 Ziff. 2 StGB, gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer 

Datenverarbeitungsanlage gemäss Art. 147 Abs. 2 StGB und mehrfacher 

Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen und 

dafür angemessen zu bestrafen.  

 

4.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; 

BGE 144 IV 217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4. ff.; je mit 

Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden. 

 

4.3. 

Die Bestimmungen von Art. 139 Abs. 1 Ziff. 2 und Art. 147 Abs. 2 StGB 

bedrohen Widerhandlungen als Vergehen mit Freiheitsstrafen oder 

Geldstrafen nicht unter 90 Tagessätzen; Art. 144 Abs. 1 StGB sieht als 

Sanktion ebenfalls eine Freiheits- oder Geldstrafe vor. 

 

Angesichts der zahlreichen einschlägigen Vorstrafen des Beschuldigten 

und angesichts der Tatsache, dass er zuvor zu gemeinnütziger Arbeit, einer 

bedingten und einer unbedingten Geldstrafe, je kombiniert mit einer 

Verbindungsbusse und zuletzt zu einer bedingten, empfindlichen Freiheits-

strafe verurteilt wurde, sowie des Umstands, dass er während laufender 

Probezeit rückfällig wurde und schliesslich während des aktuell hängigen 

Strafverfahrens erneut einschlägig weiterdelinquierte, erweist sich eine 

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Geldstrafe als offensichtlich unzweckmässig. Für sämtliche Straftaten ist 

somit eine Freiheitsstrafe auszusprechen (vgl. BGE 147 IV 241 E. 3). 

 

4.4. 

4.4.1. 

Die Einsatzstrafe ist für die schwerste Straftat festzusetzen. Es handelt sich 

dabei aufgrund des abstrakten Strafrahmens und den konkreten 

Verhältnissen um den gewerbsmässigen Diebstahl. Der Tatbestand des 

gewerbsmässigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 2 StGB sieht eine 

Freiheitsstrafe von bis zu 10 Jahren oder eine Geldstrafe nicht unter 

90 Tagessätzen vor. 

 

Ausgangspunkt für die Strafzumessung bildet die Verletzung oder 

Gefährdung des betroffenen Rechtsguts (Art. 47 Abs. 2 StGB). Durch 

Art. 139 StGB wird das Vermögen geschützt (Urteil des Bundesgerichts 

6B_786/2014 vom 10. April 2014 E. 1.5.3).  

 

Der Beschuldigte verübte während eines vergleichsweise kurzen 

Zeitfensters von rund zwei Monaten (26. Oktober bis 28. Dezember 2017) 

bei acht Gelegenheiten 22 Diebstähle. Er delinquierte in verschiedenen 

Kantonen; sein Handeln wurde erst durch polizeiliche Intervention gestoppt 

Insgesamt erbeutete er dabei einen Betrag von rund Fr. 6'000.00. 

Hauptsächlich entwendete er Bargeld und Portemonnaies samt 

Karteninhalt. Dennoch handelt es sich unter Berücksichtigung des 

Strafrahmens von bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe und des grossen 

Spektrums möglicher Deliktssummen noch nicht um einen besonders 

hohen Deliktsbetrag; der Taterfolg ist insgesamt als mittelschwer zu 

qualifizieren.  

 

Auch wenn die Art und Weise bzw. die Verwerflichkeit der Tatbegehung auf 

eine gewisse Planung und Vorbereitung (Auswahl der Bade- resp. 

Wellnessanstalt; Bereithalten des Eintrittsgelds, Mitführen von Bade-

kleidern, Mitnahme von Schraubenziehern) hindeutet und das Vorgehen 

des Beschuldigten von einer beachtlichen kriminellen Energie und 

Dreistigkeit zeugt, so ist es doch nicht wesentlich über die blosse Erfüllung 

des qualifizierten Tatbestands des gewerbsmässigen Diebstahls 

hinausgegangen. Nicht zu berücksichtigen ist, dass der Beschuldigte bei 

den Tatbegehungen Schliessfächer der Badegäste bzw. die Seitenscheibe 

des Fahrzeugs von B. beschädigt hat, da der damit einhergehende 

Unrechtsgehalt bereits durch die für die Sachbeschädigungen auszu-

sprechende Strafe erschöpfend abgegolten wird. 

 

Dass der Beschuldigte aus rein monetären Gründen gehandelt hat, ist 

jedem Vermögensdelikt immanent und wird beim gewerbsmässigen 

Diebstahl zudem bereits für die Annahme der Gewerbsmässigkeit 

vorausgesetzt. Dieser Umstand darf deshalb bei der Tatkomponente nicht 

 - 12 - 

 

 

 

nochmals verschuldenserhöhend berücksichtigt werden (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1327/2015 vom 16. März 2016 E. 4.2). 

 

Der Beschuldigte hat über ein erhebliches Mass an Entscheidungsfreiheit, 

verfügt, zumal nicht von einer verminderten Schuldfähigkeit auszugehen 

ist. Zwar hat der Beschuldigte seine damalige finanzielle Lage, die er auf 

seine langjährige Spielsucht zurückführt, als desolat bezeichnet (vgl. 

Protokoll der Berufungsverhandlung S. 6 ff.). Es ist allerdings nicht 

ersichtlich, dass er sich ernsthaft darum gekümmert hätte, von seiner 

Spielsucht wegzukommen. Mithin hat er mit seiner deliktischen Tätigkeit 

zur Finanzierung seiner Spielsucht und damit einhergehend seines 

Lebensunterhalts den aus seiner Sicht einfachsten Weg gewählt. Je 

leichter es jedoch für ihn gewesen wäre, das fremde Vermögen zu 

respektieren, desto schwerer wiegt unter Verschuldensgesichtspunkten die 

Entscheidung dagegen (vgl. BGE 127 IV 101 E. 2a; BGE 117 IV 112 E. 1 

S. 114 mit Hinweisen). Dennoch rechtfertigt es sich bei einer 

Gesamtbetrachtung, den Umstand seiner langjährigen Spielsucht 

innerhalb des qualifizierten Strafrahmens leicht verschuldensmindernd zu 

berücksichtigen. 

 

Insgesamt ist in Relation zum ordentlichen Strafrahmen von bis zu 

10 Jahren Freiheitsstrafe und der davon erfassten Handlungen und 

Deliktssummen von einem nicht mehr leichten bis mittelschweren 

Verschulden und einer dafür angemessenen Freiheitsstrafe von 

18 Monaten auszugehen. 

 

4.4.2. 

In Bezug auf den gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauch einer 

Datenverarbeitungsanlage ergibt sich Folgendes: 

 

Art. 147 Abs. 2 StGB sieht eine Freiheitsstrafe von bis zu 10 Jahren oder 

eine Geldstrafe nicht unter 90 Tagessätzen vor. Das durch Art. 147 StGB 

geschützte Rechtsgut ist das Vermögen (Urteil des Bundesgerichts 

6S.597/2001 vom 13. Dezember 2002 E. 4.3.1). 

 

Der Beschuldigte hat innerhalb von nur zwei Monaten mit Bank- und 

Kreditkarten von drei verschiedenen Geschädigten einen Betrag von 

Fr. 4'030.00 bezogen. Beim vierten Fall blieb es beim Versuch. Das 

Handeln des Beschuldigten war darauf gerichtet, mit den erbeuteten Karten 

möglichst viel zu bezahlen bzw. erhältlich zu machen. Bank- und 

Kreditkarten haben in aller Regel eine tägliche Bezugslimite von 

mind. Fr. 3'000.00, was dem Beschuldigten aufgrund früherer Bezüge 

bekannt war. Es ist deshalb davon auszugehen, dass sein Handeln auch 

in jenem Fall, in welchem es bei einem blossen Versuch geblieben ist, auf 

den Bezug von mindestens Fr. 3'000.00 gerichtet war. Beim gewerbs-

 - 13 - 

 

 

 

mässigen Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage ist der mass-

gebliche Deliktsbetrag der vollendeten Handlungen verschuldensmässig 

denn auch nicht wesentlich relevanter als der Deliktsbetrag, der sich aus 

den versuchten Delikten ergibt (Urteil des Bundesgerichts 6B_1223/2013 

vom 4. Dezember 2014 E. 5.2). Es ist deshalb von einem massgeblichen 

Deliktsbetrag von rund Fr. 7'000.00 auszugehen. Dieser Betrag ist 

insbesondere in Anbetracht des Zeitraums von knapp zwei Monaten nicht 

zu bagatellisieren. Unter Berücksichtigung des grossen Spektrums 

möglicher Deliktssummen ist innerhalb des qualifizierten Strafrahmens 

jedoch noch von einem vergleichsweise gerade noch leichten Taterfolg 

auszugehen. 

 

Die Art und Weise bzw. die Verwerflichkeit des über einen Zeitraum von 

zwei Monaten gewerbsmässig handelnden Beschuldigten zeugt von einer 

hohen Intensität der deliktischen Tätigkeit und einer erheblichen kriminellen 

Energie. Er verwendete die Karten, bis sie von den Geschädigten gesperrt 

wurden. Insgesamt ist sein Handeln dennoch nicht wesentlich über die 

blosse Erfüllung des qualifizierten Tatbestands hinausgegangen, der ein 

gewerbsmässiges Handeln voraussetzt. 

 

Dass der Beschuldigte aus rein monetären Gründen gehandelt hat, ist 

jedem Vermögensdelikt immanent und wird beim gewerbsmässigen 

Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage zudem bereits für die 

Annahme der Gewerbsmässigkeit vorausgesetzt. Dieser Umstand darf 

deshalb bei der Tatkomponente nicht nochmals verschuldenserhöhend 

berücksichtigt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1327/2015 vom 

16. März 2016 E. 4.2). 

 

Nichts zu seinen Gunsten kann der Beschuldigte im Rahmen der 

Strafzumessung aus dem Umstand ableiten, dass teilweise die PIN aus 

keiner komplexen Zahlenkombination bestand oder sich ein 

entsprechender Notizzettel im Portemonnaie befand. Zwar ist darin eine 

gewisse Nachlässigkeit der Geschädigten zu sehen, von einem 

verschuldensreduzierenden Selbstverschulden kann jedoch nicht 

ausgegangen werden, zumal der Beschuldigte diese Umstände ganz 

gezielt ausgenutzt hat. Auch ist es nicht so, dass die Portemonnaies oder 

Bankkarten offen herumgelegen wären. Vielmehr waren sie entweder im 

Schliessfach oder in einem Fall im Fahrzeug aufbewahrt. Die Geschädigten 

durften darauf vertrauen, dass es sich um einen vergleichsweise sicheren 

Aufbewahrungsort handelte und Wertsachen nicht entwendet resp. 

betrügerisch missbraucht würden.  

 

Der Beschuldigte hat über ein erhebliches Mass an Entscheidungsfreiheit 

verfügt, zumal nicht von einer verminderten Schuldfähigkeit auszugehen 

ist. Dennoch rechtfertigt es sich bei einer Gesamtbetrachtung, den 

Umstand seiner langjährigen Spielsucht innerhalb des qualifizierten 

 - 14 - 

 

 

 

Strafrahmens leicht verschuldensmindernd zu berücksichtigen (siehe dazu 

die obigen Erwägungen beim gewerbsmässigen Diebstahl). 

 

Insgesamt ist in Relation zum ordentlichen Strafrahmen von bis zu 

10 Jahren Freiheitsstrafe und der davon erfassten Handlungen und 

Deliktssummen von einem nicht mehr leichten bis mittelschweren 

Verschulden und einer dafür angemessenen Einzelstrafe von 18 Monaten 

auszugehen. Im Rahmen der Asperation ist zu berücksichtigen, dass der 

gewerbsmässige betrügerische Missbrauch einer Datenverarbeitungs-

anlage insoweit in einem gewissen sachlichen und zeitlichen Zusammen-

hang zum gewerbsmässigen Diebstahl steht, als es teilweise um dieselben 

betrügerisch erhältlich gemachten Sachen geht. Durch die jeweilige 

Entwendung des Portemonnaies gelangte der Beschuldigte unrechtmässig 

in den Besitz der Bank- und Kreditkarten. Ein betrügerischer Missbrauch 

einer Datenverarbeitungsanlage war damit aber keinesfalls automatisch 

verbunden. Der Gesamtschuldbeitrag ist deshalb erheblich. Es rechtfertigt 

sich entsprechend, die Einsatzstrafe von 18 Monaten im Umfang von 

9 Monaten auf 27 Monate Freiheitsstrafe zu erhöhen.  

 

4.4.3. 

In Bezug auf die begangenen Sachbeschädigungen ergibt sich Folgendes:  

 

Der Beschuldigte hat insgesamt 22 Schliessfächer aufgebrochen und eine 

Autoscheibe eingeschlagen. Er verursachte einen Sachschaden von 

insgesamt mehr als Fr. 3'000.00. Die einzelnen Schadenssummen sind 

nicht besonders hoch. Entsprechend ist hinsichtlich der einzelnen 

Sachbeschädigungen abhängig vom jeweils verursachten Sachschaden 

(siehe dazu die Bezifferungen in der Anklageschrift) von einem 

vergleichsweise noch leichten Taterfolg auszugehen. 

 

Das Vorgehen des Beschuldigten war stets dasselbe: Er brach mit einem 

Gegenstand die Schliessfächer auf und schlug in einem Fall mit einem 

unbekannten Gegenstand die Seitenscheibe des Fahrzeugs ein. Die Art 

und Weise des Vorgehens ist somit nicht über die blosse Erfüllung des 

Tatbestands hinausgegangen, was sich allerdings neutral auswirkt. 

Hinsichtlich des Masses an Entscheidungsfreiheit und der Spielsucht des 

Beschuldigten kann auf die obigen Erwägungen beim gewerbsmässigen 

Diebstahl und gewerbsmässigen betrügerischem Missbrauch einer 

Datenverarbeitungsanlage verwiesen werden.  

 

Insgesamt ist – bei isolierter Betrachtung der jeweiligen Sachbe-

schädigungen – von einem jeweils noch knapp leichten Verschulden und 

entsprechenden Einzelstrafen von je 2 Monaten auszugehen. Im Rahmen 

der Asperation ist zu berücksichtigen, dass die Sachbeschädigungen nicht 

primäres Ziel des Beschuldigten waren, sondern eine notwendige 

Begleiterscheinung der Diebstähle. Die Sachbeschädigungen standen 

 - 15 - 

 

 

 

somit allesamt in einem engen situativen und zeitlichen Zusammenhang 

mit den Diebstählen, auch wenn grundsätzlich verschiedene Rechtsgüter 

betroffen waren. Entsprechend geringer fällt bei der Bildung der 

Gesamtstrafe der Gesamtschuldbeitrag aus. Angemessen erscheint eine 

Erhöhung der Freiheitsstrafe um insgesamt 6 Monate auf 33 Monate. 

 

4.5. 

In Bezug auf die Täterkomponente ergibt sich Folgendes: Der aktuelle 

Strafregisterauszug des Beschuldigten weist mehrere, einschlägige 

Vorstrafen auf. Seit der Beschuldigte mit Strafbefehl vom 18. Januar 2013 

der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis wegen Diebstahls und 

betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage zu einer 

Geldstrafe von 30 Tagessätzen à Fr. 110.00 und einer Busse von 

Fr. 200.00 verurteilt wurde, folgten praktisch jährlich weitere Verurteilungen 

wegen derselben Delikte; der Beschuldigte wurde zu Geldstrafen und 

zuletzt mit Urteil des Bezirksgerichts Leuk, Westliches Raron, vom 

16. Mai 2017 zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt. 

Wenige Monate nach Eröffnung dieses letzten Urteils trat der Beschuldigte 

erneut straffällig in Erscheinung, was im vorliegenden Strafverfahren 

mündete. Er hat keine Lehren aus den früheren Strafverfahren gezogen. 

Die Vorstrafen und selbst die Untersuchungshaft von 21 Tagen konnten ihn 

nicht von der Begehung weiterer Straftaten abhalten. Diese Vorstrafen sind 

folglich deutlich straferhöhend zu berücksichtigen (BGE 136 IV 1 E. 2.6.2).  

 

Leicht strafmindernd ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte durch 

seine Geständnisse das Strafverfahren trotz in der Regel erdrückender 

Beweislage zusätzlich verkürzt oder erleichtert hat. Hingegen zeigt sich der 

Beschuldigte hinsichtlich der von ihm begangenen Taten weder nachhaltig 

einsichtig noch aufrichtig reuig. Vielmehr macht er seine Spielsucht für sein 

deliktisches Verhalten verantwortlich. Es liegt in der Natur einer Sucht, dass 

diese nicht kontrolliert werden kann. Der Beschuldigte hat allerdings trotz 

einer gewissen Einsicht in sein Suchtverhalten bis anhin nicht ernsthaft 

versucht, seine Spielsucht nachhaltig anzugehen und über Jahre hinweg 

den aus seiner Sicht einfacheren Weg der Delinquenz eingeschlagen, so 

dass er als eigentlicher Gewohnheitsverbrecher erscheint. Das wird auch 

dadurch manifest, dass er während des aktuell hängigen Strafverfahrens 

erneut straffällig wurde und von der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern 

mit Strafbefehl vom 16. Januar 2020 zu einer unbedingten Geldstrafe von 

150 Tagessätzen à Fr. 70.00 verurteilt wurde. Zudem sind gemäss 

Strafregisterauszug bereits vier weitere Strafverfahren bei der Oberstaats-

anwaltschaft wegen Diebstahls und Sachbeschädigung sowie eine Straf-

untersuchung bei der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis wegen 

Diebstahls hängig. 

 

 - 16 - 

 

 

 

Weitere Faktoren, welche sich strafmindernd oder straferhöhend auswirken 

könnten, sind nicht ersichtlich. Insbesondere erweist sich die Straf-

empfindlichkeit des Beschuldigten als maximal durchschnittlich. Er ist ledig, 

hat keine familiären Verpflichtungen und ist gesund. Das Bundesgericht hat 

wiederholt betont, dass eine erhöhte Strafempfindlichkeit nur bei ausser-

gewöhnlichen Umständen zu bejahen ist (statt vieler: Urteil des Bundes-

gerichts 6B_1053/2018 vom 26. Februar 2019 E. 3.4 mit Hinweis). Es ist 

zwar unbestritten, dass ein Strafvollzug eine Belastung darstellt. Die 

Verbüssung einer Freiheitsstrafe ist jedoch für jede Person mit einer 

gewissen Härte verbunden. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern der 

Beschuldigte von einer auszusprechenden Freiheitsstrafe härter getroffen 

würde als jede andere beruflich und sozial integrierte Person. Auch sein 

Alter führt nicht zur Annahme einer erhöhten Strafempfindlichkeit (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 6B_291/2012 vom 16. Juli 2013 E. 6.3 mit Hinweisen). 

 

Zusammenfassend überwiegen die negativen Faktoren insbesondere 

aufgrund der Vorstrafen des Beschuldigten deutlich. Allerdings ist zu 

beachten, dass Vorstrafen nicht wie eigenständige Delikte gewürdigt 

werden dürfen, weil dies auf eine Doppelbestrafung hinausliefe (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_18/2022 vom 23. Juni 2022 E. 2.6.1 mit Hinweis auf 

Urteile 6B_510/2015 vom 25. August 2015 E. 1.4; 6B_325/2013 vom 

13. Juni 2013 E. 3.2.3). Dies gilt vorliegend umso mehr, als dass die 

schwerste Vorstrafe von 18 Monaten Freiheitsstrafe nunmehr aufgrund des 

zu widerrufenden bedingten Strafvollzugs zu vollziehen sein wird (siehe 

dazu unten). Unter diesen Umständen ist die Täterkomponente im Umfang 

von 3 Monaten straferhöhend zu berücksichtigen. 

 

4.6. 

Die Vorinstanz hat eine Verletzung des Beschleunigungsgebots verneint 

(E. 4.5.2.).  

 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze des Beschleunigungsgebots 

wiederholt dargelegt (statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 

6B_1003/2020 und 6B_855/2020 vom 25. Oktober 2021 E. 1.5.4; BGE 143 

IV 373). Darauf kann verwiesen werden.  

 

Das Strafverfahren gegen den Beschuldigten wegen gewerbsmässigen 

Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung und mehrfachen 

betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage wurde am 

22. Januar 2018 eröffnet (UA act. 53). Am 30. Januar 2018 wurde ein 

weiteres Strafverfahren wegen Drohung eröffnet (UA act. 54). Am 

10. Oktober 2018 wurde ihm (UA act. 513) und am 16. Januar 2020 den 

Geschädigten der Verfahrensabschluss mitgeteilt (UA act. 94.1). Die 

Anklageerhebung erfolgte erst ein knappes Jahr später am 13. Januar 

2021. Diese Verfahrensverzögerungen sind in diesem Umfang nicht zu 

erklären, zumal es nicht um einen besonders komplexen Fall ging. 

 - 17 - 

 

 

 

Insbesondere ist eine Zeitdauer zwischen Verfahrensabschluss und 

Anklageerhebung von knapp einem Jahr nicht nachvollziehbar und 

eindeutig zu lange. Der Vorinstanz kann daher nicht gefolgt werden, wenn 

sie folgert, diese Verzögerung sei nicht so übermässig, dass sie eine 

Strafreduktion rechtfertigen würde (vorinstanzliches Urteil, E. 4.5.3). Bei 

einer als Verzögerung zu qualifizierende Verfahrensdauer von über 

12 Monaten kann es auch nicht mehr bei einer blossen Feststellung im 

Dispositiv sein Bewenden haben, sondern es rechtfertigt sich eine 

Strafreduktion von drei Monaten Freiheitsstrafe. Zudem ist die Verletzung 

des Beschleunigungsgebots im Dispositiv festzuhalten.  

 

4.7. 

Zusammenfassend erscheint dem Obergericht unter Berücksichtigung der 

Verletzung des Beschleunigungsgebotes eine Strafe von 33 Monaten dem 

Verschulden und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten als 

angemessen.  

 

4.8. 

4.8.1. 

Das Gericht kann den Vollzug einer Freiheitsstrafe von mindestens einem 

Jahr und höchstens drei Jahren nur teilweise aufschieben, wenn dies 

notwendig ist, um dem Verschulden des Täters genügend Rechnung zu 

tragen (Art. 43 Abs. 1 StGB). Bei einer Schlechtprognose ist auch ein bloss 

teilweiser Aufschub der Strafe ausgeschlossen (BGE 134 IV 1 E. 5.3.1).  

 

Begeht die verurteilte Person während der Probezeit ein Verbrechen oder 

Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass sie weitere Straftaten verüben 

wird, widerruft das Gericht die bedingte Strafe oder den teilbedingten Teil 

der Strafe. Sind die widerrufene und die neue Strafe gleicher Art, bildet das 

Gericht nach Art. 46 Abs. 1 StGB in sinngemässer Anwendung von 

Art. 49 StGB eine Gesamtstrafe.  

 

Das Nebeneinander von zwei Sanktionen (neue Strafe und 

Widerrufsstrafe) erfordert sodann eine Beurteilung in Varianten: Möglich ist, 

dass der Vollzug der neuen Strafe erwarten lässt, der Verurteilte werde 

dadurch von weiterer Straffälligkeit abgehalten, weshalb es nicht notwendig 

erscheint, den bedingten Vollzug der früheren Strafe zu widerrufen. 

Desgleichen kann sie im umgekehrten Fall, wenn der bedingte Vollzug für 

die frühere Strafe widerrufen wird, unter Berücksichtigung dieses 

nachträglichen Vollzugs eine Schlechtprognose für die neue Strafe im 

Sinne von Art. 42 Abs. 1 und Art. 43 StGB verneinen und deren Vollzug 

bedingt resp. teilbedingt aufschieben (BGE 144 IV 277 E. 3.2, BGE 134 IV 

140 E. 4.3 ff.). Die Prüfung der Bewährungsaussichten des Täters ist 

anhand einer Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzu-

nehmen.  

 

 - 18 - 

 

 

 

4.8.2. 

Der Beschuldigte wurde vom Bezirksgericht Leuk, Westliches Raron mit 

Urteil vom 16. Mai 2017 zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten 

bei einer Probezeit von 4 Jahren verurteilt. Er hat folglich alle vorliegend zu 

beurteilenden Straftaten während noch laufender Probezeit begangen.  

 

4.8.3. 

Dem Beschuldigten ist eine eigentliche Schlechtprognose zu stellen. Wie 

bereits im Rahmen der Täterkomponente ausgeführt, ist er einschlägig 

vorbestraft. Sein Strafregisterauszug verdeutlicht, dass er die ihm in der 

Vergangenheit gewährten Chancen, sich zu bewähren, wiederholt nicht 

genutzt hat. Weder eine bedingte Geldstrafe, verbunden mit einer 

Verbindungsbusse, noch eine spürbare unbedingte Geldstrafe, noch eine 

bedingte mehrmonatige Freiheitsstrafe vermochten ihn von weiteren, 

gleichgelagerten Straftaten abzuhalten. Aufgrund seiner nunmehr 

jahrlangen deliktischen Tätigkeit erscheint er als eigentlicher Gewohnheits-

verbrecher. Angesichts der erneuten, einschlägigen Delinquenz sind die 

Bewährungsaussichten des Beschuldigten stark getrübt. Negativ fällt dabei 

ins Gewicht, dass er wenige Monate nach Eröffnung des Urteils des 

Bezirksgerichts Leuk, Westliches Raron, erneut straffällig in Erscheinung 

trat und nach demselben, eingeschliffenen Muster vorging. Die erhoffte 

Warnwirkung des bedingten Vollzugs einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten 

blieb damit offensichtlich aus. Dabei ist auch zusätzlich von Bedeutung, 

dass der Beschuldigte im früheren Verfahren während 21 Tagen in 

Untersuchungshaft gewesen ist (14. Januar bis 3. Februar 2015) und somit 

wusste, was ein Gefängnisaufenthalt bedeutet. Aus dem neuerlichen 

Rückfall offenbart sich, dass weder die Untersuchungshaft noch der 

drohende Widerruf des bedingten Vollzugs einer Freiheitsstrafe, folglich der 

schärfsten Sanktion, ausgereicht haben, um beim Beschuldigten eine 

nachhaltige Warnwirkung zu erzielen und ihn von einem weiteren Rückfall 

abzuhalten. Bemerkenswert ist auch, dass der vom Beschuldigten 

anlässlich der Berufungsverhandlung erwähnte Gefängnisaufenthalt von 

3 ½ Jahren, als er 32 Jahre alt war, ihn nicht davon hat abhalten können, 

quasi über Jahrzehnte hinweg und immer wieder weitere gleichartige 

Delikte zu begehen (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 4, S. 10 und 

S. 13 f.). Da diese lange zurückliegende Verurteilung nicht mehr im 

Strafregister eingetragen ist, muss sie im Rahmen der Legalprognose aber 

unberücksichtigt bleiben (BGE 135 IV 87 E. 2). Es kommt darauf 

vorliegend, wie ausgeführt, aber auch nicht an. Negativ ins Gewicht fällt 

jedoch, dass der Beschuldigte während des aktuell hängigen Straf-

verfahrens, in dessen Rahmen es zu zwei Hausdurchsuchungen 

gekommen ist, erneut straffällig geworden ist, was zu einer weiteren 

Verurteilung geführt hat (vgl. Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des 

Kantons Bern vom 16. Januar 2020). Selbst die Anstellung als Disponent 

mit einem Lohn von brutto Fr. 6'250.00 (GA act. 623; Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 3 f.) und eine Partnerschaft vermochten keine 

 - 19 - 

 

 

 

Stabilität im Leben des Beschuldigten zu erwirken. Eine grundlegende 

positive Persönlichkeitsentwicklung oder nennenswerte positive Ver-

änderungen seiner Lebensumstände sind nicht erkennbar. Zum heutigen 

Zeitpunkt stellen sich die finanziellen und persönlichen Verhältnisse des 

Beschuldigten sogar noch schlechter dar, da die über 30-Jährige 

Beziehung mit seiner Freundin, die ihn oftmals auch finanziell unterstützt 

hat, aufgelöst worden ist (vgl. Protokoll der Berufungsverhandlung S. 3 ff.). 

Anzumerken ist an dieser Stelle, dass aktuell gegen den Beschuldigten 

neue Strafuntersuchungen bei der Oberstaatsanwaltschaft wegen 

Diebstahls und Sachbeschädigung sowie im Kanton Zürich wegen 

Diebstahls, Sachbeschädigung und betrügerischen Missbrauchs einer 

Datenverarbeitungsanlage hängig sind. Dem Polizeibericht der 

Kantonspolizei Zürich vom 20. April 2021 ist zu entnehmen, dass der 

Beschuldigte geständig ist, mehrere Fahrzeuge aufgebrochen und daraus 

Handtaschen entwendet und mit daraus gestohlenen Bank- und 

Kreditkarten Geld abgehoben zu haben (vgl. Beilagen zum Plädoyer der 

Staatsanwaltschaft, eingereicht anlässlich der erstinstanzlichen 

Hauptverhandlung). Da der Beschuldigte hinsichtlich dieser Vorwürfe 

geständig ist, kann somit ohne Weiteres daraus geschlossen werden, dass 

er erneut einschlägig deliktisch tätig geworden ist, was er anlässlich der 

Berufungsverhandlung denn auch eingeräumt hat. Der Beschuldigte weist 

zudem eine hohe Verschuldung auf. Gemäss eigenen Angaben belaufen 

sich die Schulden auf rund eine Million Franken (GA act. 623; Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 4 und S. 15).  

 

Insgesamt erweist sich der Beschuldigte als eine Person, die über Jahre 

hinweg unbekümmert um sämtliche Strafverfahren weiter delinquierte und 

in den neu zu beurteilenden Straftaten eine kriminelle Energie an den Tag 

legt, die angesichts der innerhalb kurzer Zeit aufeinander folgenden Straf-

verfahren ein eingeschliffenes Muster der Einsichtslosigkeit und Gleich-

gültigkeit hinsichtlich des ihn offenbar kaum beeindruckenden Rechts-

systems offenbart. Bei einer Gesamtwürdigung aller relevanter Umstände 

ist ihm eine eigentliche Schlechtprognose zu stellen. Schon gar nicht ist 

von besonders günstigen Umständen auszugehen, welche hinsichtlich der 

neuen Strafen für den Strafaufschub erforderlich wären, wurde der 

Beschuldigte doch mit Urteil des Bezirksgerichts Leuk, Westliches Raron 

am 16. Mai 2017 und damit innerhalb der letzten fünf Jahre seit der 

Tatbegehung zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt (Art. 42 

Abs. 2 StGB).  

 

Zusammenfassend ist die neu ausgesprochene Strafe unbedingt 

auszufällen. Der mit Urteil des Bezirksgerichts Leuk, Westliches Raron vom 

16. Mai 2017 für die Freiheitsstrafe von 18 Monaten gewährte bedingte 

Vollzug ist zu widerrufen. Ein teilbedingter Vollzug für die neue Strafe 

kommt vorliegend unter Berücksichtigung des Widerrufs der früheren 

 - 20 - 

 

 

 

bedingten Strafen nicht in Frage. Umgekehrt vermag der Vollzug der neuen 

Strafe nicht zum Wegfall der Schlechtprognose zu führen.  

 

4.8.4. 

In Bezug auf die Widerrufsstrafe von 18 Monaten ist in Anwendung von 

Art. 46 Abs. 1 StGB in der seit 1. Januar 2018 geltenden Fassung, welche 

sich für den Beschuldigten als milder im Sinne von Art. 2 Abs. 2 StGB 

erweist, zusammen mit der Freiheitsstrafe von 33 Monaten für die neu 

begangenen Delikte in sinngemässer Anwendung von Art. 49 StGB eine 

Gesamtstrafe zu bilden.  

 

Zwischen den neu begangenen Strafen und den Straftaten, welcher der 

Widerrufsstrafe zugrunde liegen, besteht insofern ein Zusammenhang, als 

der Beschuldigte diese aus rein monetären Gründen begangen hat. Im 

Übrigen besteht jedoch kein enger sachlicher oder zeitlicher 

Zusammenhang. Zu beachten ist weiter, dass sowohl bei der Bildung der 

neuen Strafe als auch der Widerrufsstrafe bereits eine Asperation 

stattgefunden hat (BGE 145 IV 146 mit Hinweisen). Angemessen erscheint 

vorliegend eine Erhöhung der Einsatzstrafe (33 Monaten Freiheitsstrafe für 

die neuen Straftaten) im Umfang von 10 Monaten für die Widerrufsstrafe 

von 18 Monaten auf eine Gesamtstrafe von 43 Monaten. Da nur der 

Beschuldigte ein Rechtsmittel erhoben hat, hat es aufgrund des 

Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) allerdings bei der 

vorinstanzlich ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 30 Monaten sein 

Bewenden.  

 

4.9. 

Dem Beschuldigten ist die Dauer der Untersuchungshaft von 21 Tagen auf 

die Freiheitsstrafe anzurechnen (Art. 51 StGB).  

 

5. 

Die Vorinstanz hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft die Einziehung und 

Vernichtung von vier Schraubenziehern angeordnet, was im Berufungs-

verfahren unstrittig blieb, weshalb es damit grundsätzlich sein Bewenden 

hat (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

Die Vorinstanz und die Staatsanwaltschaft sind jedoch, wie bereits in 

früheren Verfahren, erneut darauf hinzuweisen, dass eine Einziehung 

gemäss Art. 69 StGB nicht nur voraussetzt, dass ein beschlagnahmter 

Gegenstand zur Begehung einer Straftat gedient hat, bestimmt war oder 

durch eine Straftat hervorgebracht worden ist. Vielmehr kommt es nach 

dem klaren Wortlaut von Art. 69 StGB eine Einziehung nur infrage, wenn 

ein solcher Gegenstand zusätzlich die Sicherheit von Menschen, die 

Sittlichkeit oder die öffentliche Ordnung gefährdet. Folglich genügt der 

blosse Deliktskonnex für eine Einziehung noch nicht. Dass diese Voraus-

setzungen vorliegend hinsichtlich der beschlagnahmten Schraubenzieher 

 - 21 - 

 

 

 

erfüllt sind, ist weder ersichtlich noch von der Staatsanwaltschaft, welche 

die Einziehung und Vernichtung beantragt hat, dargelegt worden. 

Entgegen der Vorinstanz genügt es nicht, dass die Schraubenzieher als 

Tatwerkzeuge gedient haben. Es handelt sich bei Schraubenziehern um 

Alltagsgegenstände, die von jedem legal erworben werden können. Eine 

Einziehung muss immer auch verhältnismässig sein, d.h. geeignet und 

erforderlich (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_355/2020 vom 19. Mai 2021 

E. 5.2). Der blosse Umstand, dass der Beschuldigte erneut mit einem 

Schraubenzieher eine Tat begehen könnte, rechtfertigt die Einziehung 

nicht. Da die erwähnten Schraubenzieher jederzeit und voraussetzungslos 

von jedem und damit auch vom Beschuldigten erworben werden können, 

ist die Zwecktauglichkeit einer Einziehung offensichtlich nicht gegeben, 

zumal sich überdies auch der Beschuldigte auf die Eigentumsgarantie 

berufen kann und eine Einziehung nicht der Bestrafung dient. Nicht 

abgestellt werden kann auf die von der Vorinstanz zitierte Lehrmeinung 

(TRECHSEL/JEAN-RICHARD, in: Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxis-

kommentar, 4. Aufl. 2021, N. 3 zu Art. 69 StGB; die Vorinstanz hat 

allerdings noch auf die Kommentatoren TRECHSEL/STÖCKLI aus der 

1. Auflage verwiesen), zumal die dort aufgeführte Ansicht zur relativen 

Gefährlichkeit in der Hand einer bestimmten Person keine Begründung 

enthält und sich in der von der Vorinstanz angenommenen Absolutheit nicht 

mit den Ausführungen in N. 5 zu Art. 69 StGB (gefährliche Gegenstände) 

und N. 7 zu Art. 69 StGB (Grundsatz der Verhältnismässigkeit) in Einklang 

bringen lassen. Keine Rolle spielt sodann, ob der Beschuldigte der 

Einziehung zugestimmt hat oder nicht. Die Voraussetzungen einer 

Einziehung sind von Amtes wegen zu prüfen und unterstehen nicht der 

freien Disposition der Parteien. 

 

Nach dem Gesagten wäre von einer Einziehung der vier Schraubenzieher 

abzusehen gewesen. Die Vorinstanz hat im Urteilsdispositiv die 

Gerichtskanzlei Bremgarten mit der Vernichtung beauftragt. Für eine 

solche Zuständigkeit fehlt es aber offensichtlich an einer gesetzlichen 

Grundlage. Das ist in Anwendung von Art. 404 Abs. 2 StPO zu korrigieren. 

Eingezogene Gegenstände sind vielmehr der Staatsanwaltschaft, welche 

die sachgemässen Verfügungen trifft, abzuliefern (§ 45 Abs. 2 EG StPO). 

 

6. 

6.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Berufungsverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei 

im Berufungsverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon 

ab, in welchem Ausmass ihre vor Obergericht gestellten Anträge 

gutgeheissen wurden (Urteil des Bundesgerichts 6B_330/2016 vom 

10. November 2017 E. 4.3).  

 

 - 22 - 

 

 

 

Der Beschuldigte unterliegt mit seiner Berufung vollständig, weshalb ihm 

die obergerichtlichen Verfahrenskosten, welche auf Fr. 5'000.00 

(§ 18 VKD) festzusetzen sind, vollumfänglich auferlegt werden (Art. 428  

Abs. 1 StPO).  

 

6.2. 

Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten ist für das Berufungsverfahren 

gestützt auf die von ihm anlässlich der Berufungsverhandlung eingereichte 

Kostennote mit Fr. 4'282.65 aus der Staatskasse zu entschädigen (Art. 135 

Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 Abs. 1 und 2bis AnwT).  

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

seine finanziellen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

7. 

7.1. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person 

die Kosten, wenn sie verurteilt wird. Wird sie teilweise freigesprochen bzw. 

erfolgen keine Schuldsprüche in Bezug auf angeklagte Vorwürfe oder wird 

das Verfahren teilweise eingestellt, so sind ihr die Verfahrenskosten 

anteilsmässig aufzuerlegen. Ihr dürfen jedoch dann die gesamten Kosten 

auferlegt werden, wenn die ihr zur Last gelegten Handlungen in einem 

engen und direkten Zusammenhang stehen und alle Untersuchungs-

handlungen hinsichtlich jedes Anklagepunktes notwendig waren (Urteile 

des Bundesgerichts 6B_993/2016 vom 24. April 2017 E. 5.3 f.; 

6B_904/2015 vom 27. Mai 2016 E. 7.4 f.; vgl. auch Urteil des Bundes-

gerichts 6B_580/2019 vom 8. August 2019 E. 2.2 mit Hinweisen). 

 

Der Beschuldigte wird wegen gewerbsmässigen Diebstahls, 

gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungs-

anlage und mehrfacher Sachbeschädigung schuldig gesprochen. Das 

Verfahren wurde in Bezug auf zwei Vorwürfe betreffend geringfügiger 

Missbräuche einer Datenverarbeitungsanlage infolge Verjährung 

eingestellt. Die diesbezüglichen Untersuchungshandlungen standen in 

engem und direktem Zusammenhang mit den übrigen (zahlreichen) Wider-

handlungen gegen das Vermögen, hinsichtlich welcher Schuldsprüche 

erfolgt sind. Entsprechend fallen die beiden Verfahrenseinstellungen mit 

Blick auf den Umfang der Ermittlungen nicht ins Gewicht. Der Beschuldigte 

wurde sodann vom Vorwurf der Drohung freigesprochen, was unan-

gefochten in Rechtskraft erwachsen ist. Die Abklärungen zum Vorwurf der 

Drohung standen zwar nicht in einem engen und direkten Zusammenhang 

zu den anderen Untersuchungshandlungen. Sie haben insgesamt jedoch 

eine derart untergeordnete Rolle eingenommen, dass sich eine 

abweichende Kostenverteilung nicht rechtfertigt. Die erstinstanzlichen 

 - 23 - 

 

 

 

Verfahrenskosten sind deshalb vollumfänglich dem Beschuldigten 

aufzuerlegen. 

 

7.2. 

Die dem amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche Verfahren 

zugesprochene Entschädigung von Fr. 13'564.50 ist mit Berufung nicht 

angefochten worden, weshalb darauf im Berufungsverfahren nicht mehr 

zurückgekommen werden kann (Urteil des Bundesgerichts 6B_1299/2018 

vom 28. Januar 2019 E. 2.3).  

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 

 

8. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO).  

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Es wird festgestellt, dass das Beschleunigungsgebot verletzt worden ist. 

 

2. [in Rechtskraft erwachsen] 

2.1. 

Das Verfahren wird infolge Verjährung in folgenden Anklagepunkten 

eingestellt:  

- geringfügiger versuchter Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage 

(Anklageziffer I.3.1.); 

- geringfügiger Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage (Anklage-

ziffer I.3.3.).  

 

2.2. 

Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der Drohung freigesprochen  

 

3. 

Der Beschuldigte ist schuldig: 

- des gewerbsmässigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 2 StGB [in 

Rechtskraft erwachsen]; 

- des gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer Daten-

verarbeitungsanlage gemäss Art. 147 Abs. 2 StGB;  

- der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB.  
 

 - 24 - 

 

 

 

4. 

4.1. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss den in Ziff. 3 genannten 

Gesetzesbestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 

Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB und Art. 46 Abs. 1 StGB  

 

als Gesamtstrafe mit der Widerrufsstrafe gemäss Ziff. 4.2.  

 

zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt.  

 

4.2. 

Der mit Urteil des Bezirksgerichts Leuk, Westliches Raron vom 16. Mai 

2017 für die Freiheitsstrafe von 18 Monate gewährte bedingte Strafvollzug 

wird widerrufen und bildet Bestandteil der Gesamtstrafe gemäss Ziff. 4.1. 

 

4.3. 

Die ausgestandene Untersuchungshaft von 21 Tagen (14. Januar 2015 bis 

3. Februar 2015) wird auf die Freiheitsstrafe angerechnet.  

 

5. 

Folgende beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen:  

- 4 Schraubenzieher (Handgriffe: schwarz, rot und 2 x gelb)  

 

Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen. 

 

6. [in Rechtskraft erwachsen] 

6.1. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger C. Schadenersatz von 

Fr. 1'200.00 zu bezahlen. 

 

6.2. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger D. Schadenersatz von 

Fr. 900.00 zu bezahlen. 

 

6.3. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin E. Schadenersatz von 

Fr. 1'039.00 zu bezahlen. 

 

6.4. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger F. Schadenersatz von 

Fr. 408.00 zu bezahlen. 

 

6.5. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger G. Schadenersatz von 

Fr. 275.00 zu bezahlen. 

 

 - 25 - 

 

 

 

6.6. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Gemeinde Q. 

Schadenersatz von Fr. 595.00 zu bezahlen. 

 

6.7. 

Im Übrigen werden die Zivilforderungen auf den Zivilweg verwiesen. 

 

7. 

7.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 5'000.00 werden dem 

Beschuldigten auferlegt.  

 

7.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger für das 

Berufungsverfahren eine Entschädigung von Fr. 4'282.65 auszurichten.  

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine finanziellen Verhältnisse erlauben.  

 

8. 

8.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 7'171.20 (inkl. Anklage-

gebühr von Fr. 2'150.00) werden dem Beschuldigten auferlegt.  

 

8.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, dem amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche 

Verfahren eine Entschädigung von Fr. 13'564.50 auszurichten.  

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.  

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

 - 26 - 

 

 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 17. November 2022 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Six     Wanner