# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7acaa7fd-599c-524b-b076-fb0d66c93590
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-17
**Language:** de
**Title:** Status quo ante erreicht
**Docket/Reference:** UV.2014.00280
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2014.00280.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2014.00280
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Vogel
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Gerichtsschreiber Kreyenbühl
Urteil
vom
17. September 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Daniel Richter
Rechtsanwälte
Pugatsch
Beethovenstrasse 11, Postfach, 8027 Zürich
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1971, war
seit dem
1.
November 2013
in einem 60%
Pensum
als Platzwart bei der Gemeinde
Y.___
angestellt und dadurch
bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er
am
9.
Februar 2014
bei sich zu Hause
beim Spielen mit seinen Kindern stolperte und stürzte (Schadenmeldung UVG vom 2
0.
Februar 2014,
Urk.
7/1).
Der Versicherte begab sich in die
Notfal
l
station
des Spitals
Y.___
, wo
(1)
eine
Thoraxkontusion
rechts,
(2)
eine
Knie
kontusion
rechts
und (3) eine
Osteogenesis
imperfecta
Typ I (Nebendiagnose; vorbestehend)
diagnostiziert
wurde
n
(
provisorischer
Kurza
ust
rittsbericht vom
9.
Februar 2014
,
Urk.
7/17).
Die SUVA trat auf den Schaden ein und
teilte dem Versicherten mit Schreiben vom 2
5.
Februar 2014 mit, dass er die gesetzlichen Versicherungsleistungen erhalte (
Urk.
7/3).
Am 9.
Mai 2014 nahm Kreisarzt Prof.
Dr.
med.
Z.___
, FMH
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
,
eine medizini
sche Aktenbeurteilung vor (Urk.
7/16).
Mit Verfügung vom 1
3.
Mai 2014 teilte die SUVA dem Versicherten mit, dass sie gestützt auf das
Arbeits
unfähigkeitszeugnis
des Spitals
Y.___
vom
9.
bis zum
1
3.
Februar 2014
Taggeldleistungen erbracht habe.
Gemäss
den
vor
liegenden medizinischen Berichten sei eine Arbeitsunfähigkeit als Folge des Unfallerei
gnisses vom
9.
Februar 2014 jedoch
nicht objektivierbar.
Es handle sich einzig um Prellun
gen ohne nachweisbare strukturelle
traumatische
Läsion.
Weitere
Taggeldfor
derungen
würden daher abgelehnt (
Urk.
7/19).
Dagegen erhob der Versicherte am 1
2.
Juni bzw.
8.
Juli 2014 Einspr
ache (
Urk.
7/24 und
Urk.
7/34), woraufhin
Kreisarzt Prof.
Z.___
am
9.
Oktober 2014
eine weitere medizinische
Aktenbeur
teilung
vor
nahm
(
Urk.
7/43). Mit Entscheid vom 3
1.
Oktober 2014
hiess
die SUVA die Einsprache des Versicherten in dem Sinne teilweise gut, dass sie ihm neben den bereits erbrachten Taggeldleistungen vom 1
4.
Februar bis zum
9.
März 2014 Taggelder auf der Basis einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
zu
sprach (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
1.
Dezember 2014 Beschwerde und bean
tragte, es seien ihm in Aufhebung des angefochtenen Entscheids die gesetzli
chen Leistungen aus dem Unfalle
reignis vom
9.
Februar 2014
über den
9.
März 2014 hinaus zu erbringen; eventualiter sei durch die Beschwerdegegnerin eine ergänzende MRI-Untersuchung des rechten Kniegelenks durch
zuführen (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin
schloss
mit Beschwerdea
ntwort vom 1
9.
Dezember 2014 auf
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Beschwerdeführer am 2
2.
Dezember 2014 angezeigt wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1
.1
Gemäss
Art.
6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) sind
Versicherungsleistungen, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und
Berufskrankheiten zu gewähren.
1
.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst vor
aus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krank
heit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit einge
treten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E.
4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürli
cher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
gen
den Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsan
spruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlim
mert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusam
menhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und aus
schliesslich auf
unfall
fremden
Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn ent
weder der Gesund
heitszustand,
wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesge
richts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tat
frage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein
leistungs
begrün
dender
natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicher
ten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S.
328 f. E.
3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im
Grund
fall
als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche
Leistungs
arten
massgebend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 1
1.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwe
rden. Solange jedoch der S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf
Art.
36
Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungs
kosten
nach
Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 1
1.
März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Ist der Versicherte infolge eines Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversiche
rungsrechts
, ATSG), so hat er Anspruch auf
ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1
UVG).
Der Anspruch auf Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente od
er mit dem Tod des Versicherten (
Art.
16
Abs.
2 UVG).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S.
572; BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Nach dem Unfallereignis vom
9.
Februar 2014
wurde
n
im
provisorischen
Kurz
a
ustrittsbericht
der Notfallstation
des Spitals
Y.___
vom
9.
Februar 2014
(1) eine
Thoraxkontusion
rechts, (2) ei
ne Kniekontusion rechts und (3)
eine
Osteo
genesis
imperfecta
Typ I (Nebendiagnose; vorbestehend) diagnostiziert
.
Es wurde festgehalten, dass sich in der FAST-
Sono
grafie
Abdomen
keine freie Flüssig
keit
perihepatisch
,
perisplenisch
und im kleinen Becken gezeigt
habe
. In der Röntgenuntersuchung des Knies
ap
/seitlich
, Patella tangential, seien keine Frakturen ersichtlich gewesen
(
Urk.
7/17).
Im
Arztzeugnis vom
9.
Februar 201
4
erklärte A.___
, Assistenzarzt Chirurgie des Spitals
Y.___
, dass der Besc
hwerdeführer vom
9.
bis zum 13.
Februar 2014
unfallbedingt
zu 100
%
arbeitsunfähig sei (
Urk.
7/9).
2
.2
Dr.
med.
B.___
, FMH Innere Medizin, diagnostizierte im Arztzeugnis UVG
vom 1
1.
März 2014
(1) eine
Thoraxkontusion
und (2) eine depressive Reak
tion.
Sie gab an, dass der Beschw
erdeführer wegen des
Fusses
zu
4
0
%
arbeits
unfähig sei. Wegen der Rippen bestehe
keine Arbeitsunfähigkeit (Urk.
7/8)
.
2
.3
Im Bericht vom 3
0.
April 2014 stellte
Dr.
B.___
folgende Diagnosen
(Urk.
7/12)
:
(1
)
Status nach Stolpersturz am
9.
Februar 2014
-
Thoraxkontusion
rechts und Kniekontusion
-
Knie rechts mit
Ansatztendinitis
der Patella
-
Schulter
mit „
Frozen
Shoulder
“; Differenz
ialdiagnose: V
erdacht auf
Impinge
-
ment
/partiellen
Rotatorenmanschettendefekt
(2)
Status nach
Zerrung
des oberen Sprunggelenks (OSG)
2011
-
Status nach
Refixation
der
Peronealsehne
im Mai 2011
-
persistierende Restbeschwerden
(3)
eine
Osteogenesis
imperfecta
Typ I
Dr.
B.___
führte
aus, dass beim Beschwe
rdeführer wegen
der Grundkrankheit
Osteogenesis
imperfecta
Typ I aktue
ll – zwei Monate nach dem Sturz mit Abstützreaktion
– noch persistierende Beschwerden im Bereich des rechten Knies und der rechten Schulter vorliegen würden. Diese Restbeschwerden würden aktuell noch zu einer verminderten Arbeitsfähigkeit führen, bei schmerzhafter Bewegungseinschränkung (
Urk.
7/12).
2
.4
Kreisarzt Prof.
Z.___
erklärte
in der Aktenbeurteilung vom
9.
Mai 2014, dass nach Kenntnis der medizinischen Berichte eine Arbeitsunfähigkeit als Folge des Unfallereignisses vom
9.
Februar 2014 nicht objektivierbar sei. Es handle sich
ausschliesslich
um Prellungen ohne
eine
nachweisbare
strukturelle
traumatisch
e
Läsion. Nach allgemeiner ärztlicher Erfahrung seien derartige Beschwerden nach spätestens
vier bis sechs
Wochen abgeklungen. Die Arbeitsfähigkeit sollte ab sofort bestehen (
Urk.
7/16).
2.5
Dr.
med.
C.___
, Leitende Ärztin Radiologie des Spitals
Y.___
,
legte
im Bericht vom 1
1.
Juni 2014
zuhanden von
Dr.
B.___
dar
, dass das glei
chentags durchgeführte MRI des Knies rechts nativ Zeichen einer Bursitis
prae
patellaris
und eine umschriebene
Chondropathia
patellae
Grad I-II
medialseitig
zeige. Weiter seien geringe degenerative Veränderungen
des medialen
Gelenk
kompartiment
s
mit umschriebener
Chondropathia
des
femoralen
Gelenkknor
pels und verkürzter Pars
intermedia
des Innenmeniskus ersichtlich. Der Bandapparat sei intakt (
Urk.
7/23).
2.6
Dr.
B.___
hielt
im Unfallschein UVG (ohne Datum
, Eingangsdatum:
7.
Juli 2014
) fest
, dass der Beschwerdeführer vom 1
2.
Februar bis zum
3.
Juni 2014 zu 40
%
bzw. 50
%
arbeitsunfähig gewesen sei (
Urk.
7/32). A
nlässlich des Telefon
gesprächs mit der Beschwerdegegnerin vom 1
3.
Juni 2014
erklärte Dr.
B.___
, dass aufgrund des Unfalls vom
9.
Februar 2014 keine Arbeitsunfähigkeit mehr ausgewiesen sei. Der Beschwerdeführer habe ihr alle Unterlagen entzogen und werde einen neuen Arzt aufsuchen (
Urk.
7/22).
2
.7
Med.
pract
.
D.___
, FMH Allgemeine Innere Medizin, gab im Bericht vom 1
1.
August 2014 an, dass der Beschwerdeführer wegen des erlittenen
Knietrau
mas
zurzeit noch analgetisch behandelt werde. Die rheumatologische Betreuung erfolge durch
Dr.
med.
E.___
, FMH Rheumatologie
. Eine Verbesserung sei noch zu erwarten, in welchem Zeitraum aber aktuell
nicht beurteilbar
(
Urk.
7/39).
2
.8
Dr.
E.___
diagnostiziert
e im Bericht vom 2.
Oktober 2014
eine
Osteogenesis
imper
fecta
, seit Jahren bekannt mit inter
mittierenden Arthralgien. Er führte
aus
, dass beim Beschwerdeführer intermittierend Kniegelenksprobleme
,
insbe
sondere mit Schwellungen bei
retropatellären
Arthrosen
,
aufgetreten seien. Bei schwerer
körperlicher Arbeit sei es jeweils zu einer Zunahme der
Gelenks
schmerzen
und –
schwellungen
gekommen. Aktuell erfolge eine Therapie mit
Prolia
subcutan
in halbjährlichen Abständen. Darunter sei die Situation bezüg
lich
der
Knochen
einige
rmassen
stabil.
M
it einer wesentlichen Verbesserung der Schmerzsymptomatik
sei aktuell allerdings nicht
zu rechnen. Insgesamt könne man zufrieden sein, wenn die
derzeitige
Belastbarkeit erhalten bleibe. Vorerst sei der Beschwerdeführer für leichte bis mittelschwere körperliche Arbeiten als zu 50
%
arbeitsfähig zu betrachten. Für eine schwere körperliche Arbeit sei er ungeeignet (
Urk.
7/42).
2
.9
Kreisarzt Prof.
Z.___
erklärte
in
der ärztlichen Beurteilung vom
9.
Oktober 2014
, dass im vorliegenden Fall als Folge eines Sturzes mit Verletzung des Thorax rechts und nachfolgend des Kniegelenks rechts zu keinem Zeitpunkt ein struk
turell
er
traumatischer Schaden habe belegt werden können. Der Beschwerde
führer leide unter einer
Osteogenesis
imperfecta
Typ I. Bei
dieser Erkrankung komme es,
teils
bei
banalen Verrichtungen
,
häufig zu Frakturen aufgrund einer nur ungenügenden Knochenbildung und –
stabilisierung
. Vorliegend
seien jedoch keine knöchernen Läsionen nachgewiesen worden, so dass hier nicht grundsätzlich von einer verzögerten Knochenheilung auszugehen sei. Der Sta
tus quo ante sei aus kreisärztlicher Sicht vier Wochen nach dem Unfallereignis erre
icht (
Urk.
7/43
).
2.10
Dr.
E.___
führte
im Bericht vom 2
7.
November 2014 zuhanden des
Rechtsver
treters des
Beschwerdeführers
aus
, dass
er den
Beschwerdeführer
bezüglich des Unfallereignisses vom
9.
Februar 2014
am 2
6.
Juni 2014
erstmalig
untersucht
habe. Der Beschwerdeführer
habe
damals
noch rechtsseitige Knieschmerzen beim Treppensteigen und eine intermittierend auftretende Schwellung des rechten Kniegelenks angegeben. In der klinischen Untersuchung habe sich eine normale rechtsseitige Beweglichkeit ohne Absinken im
Einbeinstand
gezeigt.
Sodann
habe im Kniebereich auch keine Schwellung vorgelegen. Im weiteren Verlauf hätten sich gemäss Aktenkonsilium Schmerzen im OSG rechts ergeben. Die weitere konventionelle
radiologische
Abklärung sei bis auf eine
geringgra
dige
Chondropathie
unauffällig gewesen. Auch klinisch habe kein Verdacht auf eine
strukturelle
Kniebinnenläsion bestanden. Bei anhaltender Problematik hätte diesbezüglich
eine MRI-Untersuchung durchgeführt werden müssen.
Bei
e
iner
Osteogenesis
imperfecta
Typ
I
sei
mit einer erhöhten Knochenbrüchigkeit auch durch inadäquate Traumen zu rechnen. Bereits im Vorfeld sei durch die Beschwerdegegnerin belegt worden, dass damals keine strukture
lle
Knochenl
ä
sion
vorgelegen habe. Diesbezüglich werde es schwierig, den Entscheid der
Beschwerdegegnerin anzufechten. Allenfalls sollte bzw. könne
noch
eine MRI
Untersuchung bezüglich d
es Knies durchgeführt werden, damit
sich
mit
tels
Bildgebung eine Knochenläsi
on nachweisen bzw. eine Kniebinnenläsion
aus
schliessen
lasse
(
Urk.
3/5).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stützte
sich
im angefochtenen
Einspracheentsche
id
vom 3
1.
Oktober 2014
, mit dem sie dem Beschwerdeführer nebst den bereits erbrachten Taggeldleistungen vom 1
4.
Februar bis zum
9.
März 2014 Taggelder auf der Basis einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
zusprach, in medizinischer Hinsicht
im Wesentlichen
auf die ärztliche Beurteilung von Kreisarzt Prof.
Z.___
vom
9.
Oktober 2014.
3.2
Kreisarzt Prof.
Z.___
führte in dieser ärztlichen Beurteilung aus, dass im vorliegen
den Fall als Folge eines Sturzes mit Verletzung des Thorax rechts und nachfolgend des Kniegelenks rechts zu keinem Zeitpunkt ein strukturell
er
trau
matischer Schaden habe belegt werden können. Der Beschwerdeführer leide unter einer
Osteogenesis
imperfecta
Typ I. Bei dieser Erkrankung komme es
, teils bei
banalen Verrichtungen
,
häufig zu Frakturen aufgrund einer nur unge
nügenden Knochenbildung und –
stabilisierung
.
Vorliegend
seien jedoch keine knöcherne
n Läsionen nachgewiesen worden. Im
MRI des rechten Kniegelenks vom 1
1.
Juni 2014 seien ausschliesslich intraartikuläre degenerative Verände
rungen beschrieben worden.
Dementsprechend sei hier nicht grundsätzlich von einer verzögerten Knochenheilung auszugehen.
Der Status quo ante sei aus kreisärztlicher Sicht vier Wochen nach dem Unfallereignis erre
icht (
Urk.
7/43
).
3.3
Diese Beurte
ilung von Kreisarzt Prof.
Z.___
, die er in Kenntnis der
Vorakten
abgab,
ist überzeugend.
Wie d
ie
Beschwerdegegnerin
zu Recht geltend
machte
(
Urk.
6
S. 3),
wurde
am
1
1.
Juni 2014 im Spital
Y.___
bereits eine MRI-Un
tersuchung
des Knies rechts
durchgeführt
, der
en Ergebnisse Kreisarzt Prof.
Z.___
i
m Rah
men seiner Beurteilung auch berücksichtigte
.
Ein struktureller traumati
scher Schaden bzw. eine knö
cherne Läsion konnte
bei dieser MRI-Untersuchung
nicht
festgestellt
werden (vgl. E. 2.5
).
3.4
Die Berichte von
Dr.
B.___
und
Dr.
E.___
vermögen die Beurteilung
von Kreisarzt Prof.
Z.___
nicht in Zweifel zu ziehen.
Dr.
B.___
gab
im Arztzeugnis vom 1
1.
März 2014
zunächst
an
, dass
einzig
noch wegen
der
Fussbeschwerden
des Beschwerdeführers eine 40%ige Arbeits
unfähigkeit bestehe,
nicht wegen der Rippen (
bzw.
der am
9.
Fe
bruar 2014
erlittenen
Thoraxkontusion
, vgl. E.
2.2
)
.
Weiter
erklärte
Dr.
B.___
i
m Bericht
vom 3
0.
April 2014, dass
wegen
der Grundkrankheit
Osteogenesis
imperfecta
Typ I aktuell –
zwei Monate nach dem Sturz mit Abstützreaktion
– noch per
sistierende Beschwerden im Bereich des rechten Knies und der rec
hten Schulter vorlägen, welche
zu einer verminderten Arbeitsfähigkeit
führen würden
, bei schmerzhafter Bewegungseinschränkung
(vgl. E.
2.3
).
Dass sich der Beschwer
deführer
beim Unfall
vom
9.
Februar 2014 auch
eine Verletzung der rechten Schulter
zugezogen hätte, geht allerdings weder aus
dem
Kurzaustrittsbericht
der Notfallstation
des Spitals
Y.___
vom
9.
Februar
2014 (vgl. E. 2.1
) noch
aus
Dr.
B.___
eigenem
Arztzeugnis
vom 1
1.
März 2014
hervor
(vgl. E. 2.2
)
.
Inwiefern die
Osteogenesis
imperfecta
Typ I die Heilung der anlässlich des Unfallereignisses vom
9.
Februar 2014 erlittenen Kniekontusion
rechts
verzö
gert haben soll
, hat
Dr.
B.___
sodann
nicht begründet.
Im Weiteren hat
Dr.
E.___
im Bericht vom
2.
Oktober 2014
einzig eine
Osteo
ge
nesis
imperfecta
Typ I diagnostiziert und die
attestierte 50%ige Arbeits
un
fähi
gkeit des Beschwerdeführers
darauf – und nicht
auf die Folgen des
Unfall
ereignisses
vom
9.
Februar 2014
–
zurückgeführt
(vgl. E. 2.8
).
3.5
Es ist somit festzuhalten, dass a
uf die Beurteilung
von Kreisarzt Pro
f.
Z.___
, wonach der Status quo ante vier Wochen nach dem Unfallereignis
vom 9. Februar 2014
erreicht
sei, abgestellt werden kann. Die Beschwerdegegnerin stellte dabei
für diesen
vierwöchigen
Zeitrau
m grundsätzlich auf die von
Dr.
B.___
im Unfallschein UVG bescheinigte Arbeitsunfähigkeit ab
(vgl.
E.
2.6)
–
was nicht zu beanstanden ist
.
Die Beschwerdegegnerin hat einen Taggeldanspruch des Beschwerdeführers über den
9.
März 2014 hinaus damit zu Recht verneint.
4.
Soweit der Beschwerdeführer über den Taggeldanspruch hinaus Leistungen der
Beschwerdegegnerin beantragte
(
Urk.
1 S. 2)
, ist auf die Beschwerde mangels Anfechtungsgegenstandes nicht einzutreten. Denn die angefochtene Verfügung und der angefochtene
Einspracheentscheid
, deren Inhalt den beschwerdeweise
weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand b
estimmen (vgl. BGE 131 V 164
E.
2.1; 125 V 413 E. 1a), beurteilen einzig d
en Taggeldanspruch.
5.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
3
1.
Oktober 2014
erweist sich dem
zufolge als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen
, soweit
auf sie eingetreten wird.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt
Dr.
Daniel Richter
-
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zu
zu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
hal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstKreyenbühl