# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b8ac79e5-ad64-5403-ab90-1b4eb73e7af2
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 2. Abteilung O2V-17-36
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_002_O2V-17-36_nodate.pdf

## Full Text

Beschwerdeführer A___ 

 
vertreten durch: RA AA___  

 
 
Vorinstanz Kantonale Arbeitslosenkasse Appenzell Ausserrhoden , 

Obstmarkt 1, 9102 Herisau 
 
 
Beigeladener  RAV Regionales Arbeitsvermittlungszentrum , 

Obstmarkt 1, 9102 Herisau  
 

 
Gegenstand Anspruchsablehnung 

Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom  
28. September 2017 

 

Obergericht Appenzell Ausserrhoden   
2. Abteilung 
 

Urteil vom 23. Oktober 2018  
 

Mitwirkende Obergerichtsvizepräsident W. Kobler 
Oberrichterin D. Sieber 
Oberrichter R. Krapf, S. Plachel, Dr. M. Winiger 
Obergerichtsschreiber J. Kürsteiner 
 
 

Verfahren Nr. O2V 17 36 
 
 

Sitzungsort Trogen 
 

Seite 2 

Rechtsbegehren 

 

a) des Beschwerdeführers: 

1. Die Verfügung Nr. 247/17/HER vom 11. August 2017 sei aufzuheben und die 

Angelegenheit an den Verwaltungsträger, die Arbeitslosenkasse AR, zur 

Neubeurteilung zurückzuweisen.  

2. Eventualiter sei die Verfügung Nr. 247/17/HER vom 11. August 2017 aufzuheben 

und festzustellen, dass der Beschwerdeführer anspruchsberechtigt ist und die 

Angelegenheit zur Berechnung des Anspruchs an den Verwaltungsträger zu 

überweisen. 

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. MwSt.) zulasten des Staates. 

 

b) der Vorinstanz: 

 Die Beschwerde sei abzuweisen.  

 

 

 

Sachverhalt 

 

A. Überblick 

 

Per 1. Juni 2017 meldete sich der Beschwerdeführer beim regionalen 

Arbeitsvermittlungszentrum Herisau zur Stellenvermittlung und zum Bezug von 

Arbeitslosentaggeldern an (act. 6/49). Mit Verfügung vom 11. August 2017 lehnte die 

kantonale Arbeitslosenkasse den Anspruch vollumfänglich ab. Begründet wurde der 

Entscheid damit, dass der Beschwerdeführer aufgrund der von ihm ausgeübten 

selbständigen Erwerbstätigkeit, die er noch ausbauen wolle, nicht vermittlungsfähig sei 

(act. 6/49). Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 22. August 2017 Einsprache. Im 

Wesentlichen machte er geltend, dass seine selbständige Erwerbstätigkeit nicht mehr 

als 8 Stunden pro Woche in Anspruch nehme und er im Umfang von 80 % ohne 

weiteres einer unselbständigen Arbeitstätigkeit nachgehen könne (act. 6/50). Die 

kantonale Arbeitslosenkasse wies die Einsprache mit Entscheid vom 28. September 

2017 vollumfänglich ab (act. 2/1).  

 

B. Prozessverlauf vor dem Obergericht 

 
Mit Beschwerde vom 30. Oktober 2017 focht der Versicherte den Einspracheentscheid 

beim Obergericht an (act. 1). Dieses forderte die kantonale Arbeitslosenkasse sowie 

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das regionale Arbeitsvermittlungszentrum mit Schreiben vom 7. November 2017 zur 

Stellungnahme auf (act. 4.1; act. 4.2). Die Vernehmlassung der kantonalen 

Arbeitslosenkasse erfolgte am 7. Dezember 2017 (act. 5). Das regionale 

Arbeitsvermittlungszentrum verzichtete stillschweigend auf eine Stellungnahme. Am 23. 

Februar 2018 reichte der Beschwerdeführer seine Replik ein (act. 11). Die Duplik der 

kantonalen Arbeitslosenkasse sowie jene des regionalen Arbeitsvermittlungszentrums 

datieren beide vom 12. April 2018 (act. 17; act. 19). Am 23. Oktober 2018 fällte das 

Obergericht seinen Entscheid (act. 23). Mit Schreiben vom 31. Oktober 2018 verlangte 

die kantonale Arbeitslosenkasse die Entscheidbegründung (act. 25).  

 

 

 

Erwägungen 

 
1. Formelles 

 
1.1. Der Beschwerdeführer verlangt mit seinem Rechtsbegehren die Aufhebung der Verfügung 

vom 11. August 2017. Er übersieht dabei, dass diese durch den Einspracheentscheid vom 

28. September 2017 ersetzt wurde (vgl. BGE 142 V 337 E. 3.2.1 S. 340). 

Anfechtungsobjekt bildet demnach der Einspracheentscheid. Gegen diesen steht die 

Beschwerde ans kantonale Versicherungsgericht offen (Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung [AVIG, SR 

837.0] i.V.m. Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG, SR 830.1]). Örtlich zuständig ist das Gericht am Ort, 

wo der Versicherte die Kontrollpflicht erfüllt (Art.100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 1 

der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die 

Insolvenzentschädigung [AVIV, SR 873.02] i.V.m. Art. 119 Abs. 1 lit. a AVIV). Der 

Versicherte erfüllt seine Kontrollpflicht im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Die örtliche 

Zuständigkeit des angerufenen Gerichts ist somit gegeben. Sachlich zuständig ist das 

Obergericht (Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 57 ATSG; Art. 28 Abs. 1 lit. b Justizgesetz [JG, 

bGS 145.31]; Art. 17 Abs. 3 der Verordnung über die Arbeitsvermittlung und die 

Arbeitslosenversicherung [bGS 824.11]). Der Entscheid ergeht durch die Abteilung, zumal 

bei einem versicherten Verdienst von monatlich Fr. 11‘482.-- (act. 6/12) die 

Streitwertgrenze von Fr. 15‘000.-- ohne weiteres überschritten wird (Art. 29 Abs. 1 lit. a 

Justizgesetz e contrario).  

   
1.2. Die Beschwerde ist innerhalb von 30 Tagen nach Eröffnung des Einspracheentscheides 

einzureichen (Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 60 Abs. 1 ATSG). Der Einspracheentscheid 

datiert vom 28. September 2017 und wurde dem Beschwerdeführer am 30. 

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September 2017 zugestellt (act. 2.1). Die Frist nahm somit am 1. Oktober 2017 ihren Lauf 

und endete am 30. Oktober 2017 (Art. 1 Abs. 1 AVIV i.V.m. Art. 61 Abs. 2 i.V.m. Art. 38 

Abs. 1 ATSG). Mit Aufgabe der Beschwerde am 30. Oktober 2017 wurde die Frist 

gewahrt.   

 

1.3. Als Adressat des angefochtenen Entscheides ist der Beschwerdeführer ohne weiteres zur 

Beschwerde legitimiert (Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 59 ATSG). Sämtliche 

Prozessvoraussetzungen sind erfüllt, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist.  

 

2. Materielles  

 

2.1. Standpunkt der Beteiligten  

 

2.1.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass die selbständige Erwerbstätigkeit, welcher er 

in einem geringen Pensum nachgehe, der Aufnahme einer unselbständigen 

Erwerbstätigkeit nicht entgegenstehe. Die Vermittlungsfähigkeit sei deshalb zu Unrecht 

verneint worden. Bereits mit seinem ehemaligen Arbeitgeber sei vereinbart gewesen, 

dass er das Pensum ab dem 2. Dienstjahr auf 90% reduziere, um seine früher ausgeübte 

selbständige Erwerbstätigkeit wieder aufzunehmen bzw. etwas auszubauen. Dazu sei es 

letztlich nicht gekommen, weil ihm vorher gekündigt worden sei. Das Pensum als 

Selbständigerwerbender wolle er langfristig nicht auf über 20% erhöhen. Die gegenteilige 

Behauptung der kantonalen Arbeitslosenkasse treffe nicht zu. Den Schiffscontainer für 

Fr. 15‘000.-- habe er erworben, weil er mit der Kündigung auch das privat genutzte Atelier 

verloren habe. Der Kauf habe dem Erhalt und nicht dem Ausbau der selbständigen 

Erwerbstätigkeit gedient. Auch der Mietvertrag in Venedig habe bereits zuvor bestanden. 

Zutreffend sei, dass er nach der Kündigung seinen Fokus auf die selbständige 

Erwerbstätigkeit gelegt habe. Dies aus der Überlegung heraus, dass es ihm durch 

Erweiterung derselben von 5 – 10% auf 20% am ehesten gelingen würde, den durch die 

Arbeitslosigkeit verursachten Schaden zu verringern. Zu keinem Zeitpunkt sei jedoch die 

Rede davon gewesen, das ganze Einkommen als Selbständigerwerbender zu 

erwirtschaften. Richtig sei, dass er diverse Kurse und Stunden (z.B. „Menschen lesen“, 

„Musikalischer Workshop für Unmusikalische“) anbiete. Diese seien bis anhin aber nicht 

gebucht worden. Selbst wenn, wären die angegebenen 8.5 h pro Woche nicht 

überschritten worden. Hinzu komme, dass die Kurse jeweils abends hätten durchgeführt 

werden sollen. Ein Konflikt mit einer unselbständigen Erwerbstätigkeit habe deshalb nicht 

gedroht. Notfalls hätten die Kurse und Stunden auch abgesagt bzw. verlegt werden 

können. Seine selbständige Erwerbstätigkeit sei mit einer unselbständigen 

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Erwerbstätigkeit im Umfang von 80% jedenfalls ohne weiteres vereinbar. Die 

Vermittlungsfähigkeit sei folglich zu Unrecht verneint worden.  

 

2.1.2. Die kantonale Arbeitslosenkasse hält dem entgegen, dass der Beschwerdeführer 

angegeben habe, jeweils den Montag für die selbständige Erwerbstätigkeit freihalten zu 

wollen. Es habe sich dann aber herausgestellt, dass er entgegen dieser Angabe auch an 

anderen Werktagen sowie am Wochenende Kurse anbiete. Ferner würde er Workshops in 

Venedig offerieren, die sich über mehrere Tage erstrecken. Dass er die Kurse einer 

unselbständigen Erwerbstätigkeit unterordnen würde, erscheine wenig glaubhaft. Dies 

zeige die Aussage, wonach er bereit wäre, Kurse abzusagen oder zu verschieben, wenn 

dies „wirtschaftlich sinnvoll“ erscheine. Der Beschwerdeführer verkenne, dass er eine 

zumutbare Arbeit jederzeit anzunehmen habe. Weiter habe er ausgeführt, dass er „frei 

von Strukturen“ sein wolle. Offenbar sei er nicht bereit, sich als Angestellter 

unterzuordnen. Er sei denn auch früher schon selbständig erwerbstätig gewesen bzw. 

habe nur nebenbei in einer Anstellung bei der Pädagogischen Hochschule St. Gallen 

gearbeitet. Seine Arbeitsleistung beim „Haus des Lernens“ habe er nur während 4.5 

Monaten erbracht, danach sei er bis zur Kündigung krankgeschrieben gewesen. Aufgrund 

des Gesagten sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer keine unselbständige 

Erwerbstätigkeit anstrebe. Die Vermittlungsfähigkeit sei deshalb zu Recht verneint 

worden.     

 

2.1.3. Das regionale Arbeitsvermittlungsamt bringt vor, dass sich im Laufe der Arbeitslosigkeit 

Zweifel an der Vermittlungsfähigkeit ergeben hätten. So habe sich der Beschwerdeführer 

im Monat Juni nicht um unselbständige Stellen bemüht, sondern sich nur um seine 

selbständige Erwerbstätigkeit gekümmert. Für die fehlenden Arbeitsbemühungen in der 

Kontrollperiode Juni 2017 sei er sanktioniert worden. Man habe ihm dann erklärt, dass er 

nebenbei durchaus einer selbständigen Erwerbstätigkeit nachgehen könne, dies aber 

nichts daran ändere, dass er Arbeitsbemühungen auch für unselbständige Stellen 

nachweisen müsse. Nachdem der Beschwerdeführer mehrmals auf seine Pflichten 

hingewiesen worden sei, habe dieser schliesslich mitgeteilt, dass er auf eine weitere 

Zusammenarbeit verzichte. Nach erfolgter Vorankündigung sei er deshalb ab dem 

23. November 2017 bei der Arbeitslosenversicherung abgemeldet worden.    

 

2.2. Würdigung 

 

2.2.1. Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt unter anderem Vermittlungsfähigkeit 

voraus (Art. 8 Abs. 1 lit. f AVIG). Vermittlungsfähigkeit ist zu bejahen, wenn der 

Arbeitslose bereit (Vermittlungsbereitschaft), in der Lage (Arbeitsfähigkeit / Verfügbarkeit) 

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und berechtigt (Arbeitsberechtigung) ist, eine zumutbare Arbeit anzunehmen und an 

Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen (Art. 15 Abs. 1 AVIG). Vermittlungsbereitschaft 

liegt vor, wenn der Versicherte gewillt ist, seine Arbeitskraft so einzusetzen, wie es ein 

Arbeitgeber normalerweise verlangt (BARBARA KUPFER BUCHER, Bundesgesetz über die 

obligatorische Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung, 4. Aufl. 2013, 

Art. 15 S. 82 f.; vgl. auch BGE 120 V 385 E. 3a S. 388). Erforderlich ist namentlich die 

Bereitschaft zur Annahme einer Dauerstelle (THOMAS NUSSBAUMER, 

Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht Band XIV, 2016, 

S. 2348, N. 270) sowie zur Leistung eines Arbeitspensums von mindestens 20% (BGE 

125 V 51 E. 6a; vgl. auch Art. 5 AVIV). Arbeitsfähigkeit ist zu bejahen, wenn der 

Versicherte körperlich, geistig sowie sozial zur Arbeit geeignet ist. Weiter muss der 

Versicherte verfügbar sein (NUSSBAUMER, a.a.O., 2016, S. 2345, N. 264). Die Ausübung 

einer selbständigen Erwerbstätigkeit neben einer teilweisen Arbeitslosigkeit schliesst die 

Verfügbarkeit nicht per se aus (Urteil des Bundesgerichts 8C_966/2010 vom 28. März 

2011 E. 2). Fehlende Verfügbarkeit ist vielmehr erst zu bejahen, wenn an die Arbeitszeit 

Bedingungen gestellt werden, die eine neue Beschäftigung verunmöglichen oder 

erheblich erschweren (vgl. BGE 112 V 215 E. 1 S. 218; KUPFER BUCHER, a.a.O, S. 77). 

Dies ist beispielsweise der Fall, wenn der Versicherte sich lediglich während gewissen 

Tages- oder Wochenstunden erwerblich betätigen kann (vgl. BGE 120 V 385 E. 3a S. 

388; NUSSBAUMER, a.a.O., S. 2346, N 266).  

 

2.2.2. Die kantonale Arbeitslosenkasse macht geltend, dass der Beschwerdeführer feste 

Strukturen ablehne und sich ausschliesslich seiner selbständigen Erwerbstätigkeit 

widmen wolle. Sie bestreitet damit sinngemäss dessen Vermittlungsbereitschaft. 

Fehlende Vermittlungsbereitschaft darf nicht leichthin angenommen werden. 

Vorauszusetzen sind grundsätzlich fortdauernd ungenügende Arbeitsbemühungen oder 

die wiederholte Ablehnung zumutbarer Arbeit (vgl. BGE 112 V 215 E. 1b S. 218; KUPFER 

BUCHER, a.a.O, S. 82). Die Gesetzmässigkeit einer Verwaltungsverfügung beurteilt sich 

dabei grundsätzlich nach dem Sachverhalt zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses (BGE 

130 V 138 E. 2.1 S. 140). Massgebend sind deshalb die Verhältnisse am 11. August 2017 

(act. 6/49). Der Beschwerdeführer meldete sich per 1. Juni 2017 zur Arbeitsvermittlung 

an, wobei er angab, eine Vollzeitstelle zu suchen (act. 6/20). Ab August 2017 bezifferte er 

das gewünschte Arbeitspensum neu mit 80% (act. 6/3; 6/58), da er sich jeweils am 

Montag seiner selbständigen Erwerbstätigkeit widmen wollte (vgl. act. 6/4). Im Juni 2017 

bemühte sich der Beschwerdeführer nicht um eine unselbständige Erwerbstätigkeit 

(act. 18/27). Mit Verfügung vom 25. Juli 2017 wurde er deshalb für 7 Tage in der 

Anspruchsberechtigung eingestellt (act. 18/31). Im Juli 2017 wies er immerhin 6 

Arbeitsbemühungen nach (act. 18/34). Bereits im August 2017 erfolgte die 

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Anspruchsablehnung. Fortdauernd ungenügende Arbeitsbemühungen können dem 

Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt nicht vorgeworfen werden. Auch ist nicht 

erwiesen, dass der Beschwerdeführer nie die Absicht hatte, sich einer unselbständigen 

Erwerbstätigkeit zu widmen. Aus den Einnahmen der von ihm angebotenen Kurse hätte er 

seinen Lebensunterhalt jedenfalls nicht bestreiten können, selbst wenn alle durchgeführt 

worden wären. Hinzu kommt, dass die Kurse ausserhalb der üblichen Arbeitszeiten 

angeboten wurden. Hätte er sich sodann tatsächlich gänzlich selbständig machen wollen, 

so hätte er die Möglichkeit gehabt, Unterstützungsbeiträge zur Förderung der 

selbständigen Erwerbstätigkeit zu beantragen (Art. 71a AVIG; Urteil des Bundesgerichts 

C 86/06 vom 22. Januar 2007 E. 3.2). Dass er dies nicht getan hat, deutet ebenfalls auf 

ein Interesse an einer unselbständigen Erwerbstätigkeit hin. Im Ergebnis ist damit 

festzuhalten, dass die kantonale Arbeitslosenkasse die Vermittlungsbereitschaft zu 

Unrecht verneint hat.  

 

2.2.3. Zu prüfen bleibt, ob die Vermittlungsfähigkeit wegen ungenügender Verfügbarkeit verneint 

werden muss. Der Beschwerdeführer geht bereits seit seiner Anmeldung zur 

Arbeitsvermittlung nebenbei einer selbständigen Erwerbstätigkeit nach. So leitete er 

beispielsweise am Mittwochabend (19.30 – 21:00) die Chorproben „B___“. Ferner gab er 

im Juni zwei Konzerte in St. Gallen und leitete einen 5-tägigen Kurs in Venedig (act. 6/9; 

act. 6/10). Seit August 2017 hält er sich den Montag fest für seine selbständige 

Erwerbstätigkeit frei (act. 6/4). Darüber hinaus bietet er die Kurse „Menschen lesen“ sowie 

„musikalischer Workshop für Unmusikalische“ an. Diese Kurse sollen jeweils an 5 

Dienstag- bzw. Freitagabenden (20.00 – 21.30 Uhr) durchgeführt werden. Auch Kurse in 

Venedig, die sich über 3-5 Tage erstrecken, werden offeriert (act. 6/10). Der Umstand 

allein, dass der Beschwerdeführer seit August 2017 jeweils den Montag für seine 

selbständige Erwerbstätigkeit reserviert, hat noch keine Vermittlungsunfähigkeit zur Folge 

(vgl. BGE 112 V 215 E. 2 S. 218), finden sich auf dem Arbeitsmarkt doch immer mehr 

Teilzeitstellen, die eine flexible Ausgestaltung der Arbeitszeiten ermöglichen. Die Kurse 

„Menschen lesen“, „musikalischer Workshop für unmusikalische“ sowie die Chorproben 

stehen der Vermittelbarkeit ebenfalls nicht entgegen, da diese abends, also ausserhalb 

der üblichen Arbeitszeiten, durchgeführt werden. Problematischer mit Blick auf die 

Vermittelbarkeit sind die Kurse in Venedig, zumal sich diese über 3-5 Tage erstrecken. 

Der Beschwerdeführer hat indessen klargestellt, dass er die Kurse jederzeit zugunsten 

einer unselbständigen Erwerbstätigkeit verschieben oder absagen würde (act. 1, S. 6). 

Angesichts dessen, dass er noch keine zumutbare Stelle wegen der Kurse abgelehnt hat, 

gibt es keinen Grund, an dieser Aussage zu zweifeln. Denkbar wäre sodann, dass sich 

der neue Arbeitgeber kulant zeigt und die Durchführung bereits gebuchter Kurse unter 

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Bezug von Ferientagen gestattet. Im Ergebnis ist die Verfügbarkeit und damit die 

Vermittelbarkeit des Beschwerdeführers jedenfalls zu bejahen.   

 
2.3. Fazit 

 

Die Vermittlungsfähigkeit des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 15 AVIG wurde zu 

Unrecht verneint. Der Einspracheentscheid vom 28. September 2017 ist deshalb 

aufzuheben und die Sache zur Prüfung der übrigen Anspruchsvoraussetzungen an die 

Vorinstanz zurückzuweisen.  

 

3. Kosten- und Entschädigungsfolgen  

 

3.1. Das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist kostenlos (Art. 1 Abs. 1 AVIG 

i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG). Gerichtskosten werden deshalb keine erhoben.     

 

3.2. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Partei in der Regel Anspruch auf eine 

Entschädigung für die notwendigen Kosten und Auslagen. In Verwaltungssachen beträgt 

das Honorar pauschal grundsätzlich Fr. 1‘000.-- bis Fr. 10‘000.-- (Art. 16 Abs. 1 

Anwaltstarif [bGS 145.53]). Innerhalb des Rahmens der Pauschale ist das Honorar unter 

Berücksichtigung von Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des Falles 

sowie der wirtschaftlichen Verhältnisse der Beteiligten festzusetzen (Art. 17 Anwaltstarif). 

Vorliegend erscheint ein Honorar von Fr. 2‘500.-- angemessen. Zusätzlich zu 

berücksichtigen sind die Barauslagen sowie die Mehrwertsteuer (Art. 3 Anwaltstarif). Die 

Barauslagen werden mangels Bezifferung praxisgemäss mit 4%, vorliegend also mit Fr. 

100.-- (Fr. 2‘500.-- x 0.04), veranschlagt. Bei der Festsetzung der Mehrwertsteuer auf 

dem Betrag von Fr. 2‘600.-- ist zu beachten, dass sich der Mehrwertsteuersatz per 

1. Januar 2018 von 8.0% auf 7.7% reduziert hat. Auf dem im Jahre 2017 betriebenen 

Arbeitsaufwand (ca. 2/3) ist demnach eine Mehrwertsteuer von Fr. 138.65 geschuldet (Fr. 

2600.-- x 2/3 x 0.08). Die Mehrwertsteuer für den Aufwand im Jahre 2018 (ca. 1/3) beläuft 

sich auf Fr. 66.75 (Fr. 2600.-- x 1/3 x 0.077). Die Vorinstanz hat dem obsiegenden 

Beschwerdeführer somit eine Entschädigung von Fr. 2‘805.40 (Fr. 2‘600.-- + Fr. 138.65 + 

66.75) auszurichten. 

 
  

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Demnach erkennt das Obergericht:  
 
1. In Gutheissung der Beschwerde von A___ wird der angefochtene Einspracheentscheid 

vom 28. September 2017 mitsamt zugrundeliegender Verfügung vom 11. August 2017 
aufgehoben, die Vermittelbarkeit bejaht und die Sache zur neuen Beurteilung sowie 
Entscheidung der übrigen Anspruchsvoraussetzungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

 
2. Es werden keine Kosten erhoben. 
 
3. Dem Beschwerdeführer wird zulasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung von 

Fr. 2'805.40 (inklusiv Barauslagen und Mehrwertsteuer) zugesprochen. 
 
4. Rechtsmittel:  
 Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde 
richtet sich nach Art. 82 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist 
beim Schweizerischen Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, schriftlich 
einzureichen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als 
Beweismittel angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen (Art. 42 BGG). 
Die Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG).  

 
5. Zustellung an den Beschwerdeführer über dessen Anwältin, die Vorinstanz, den 

Beigeladenen und an das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO. 
 
 
Im Namen der 2. Abteilung des Obergerichts 
 
 
Der Obergerichtsvizepräsident:  
 
 
 
lic. iur. Walter Kobler 

Der Obergerichtsschreiber:   
 
 
 
lic. iur. Joachim Kürsteiner 

 
 
 
 
 
versandt am: 05.03.19