# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4b93c81c-84a1-59ea-86d5-23fa091018f4
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-08-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 13.08.2008 IV 2007/353
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2007-353_2008-08-13.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2007/353

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.06.2020

Entscheiddatum: 13.08.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 13.08.2008
Invaliditätsbemessung bei einer geschiedenen, allein stehenden 
Versicherten mit eigenem Haus nicht nach der gemischten Methode, 
sondern nach dem Einkommensvergleich. Fall einer Validenkarriere mit 
Patchwork-Arbeitsverhältnis ohne rechtlich relevante Haushaltaktivität. 
Sachverhaltsentwicklung von drei Pensen (Pflege der Mutter, Hauswart, 
Spital-Pflegehelferin im Nachtdienst) zu zwei nach dem Pflegeheimeintritt 
der Mutter (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 13. August 2008, IV 2007/353).

Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Entscheid vom 13. August 2008

in Sachen

F.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Irja Zuber Hofer, procap, Froburgstrasse 4,

Postfach, 4601 Olten,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

betreffend

Invalidenrente

Sachverhalt:

A.   

A.a  Die 1947 geborene F.___ meldete sich am 10./12. August 2005 zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung an und beantragte namentlich Berufsberatung, 

Umschulung, Wiedereinschulung, Arbeitsvermittlung und eine Rente. Sie erklärte, sie 

sei als Schwesternhilfe und in Nebenbeschäftigung als Hauswartin tätig. Ca. seit Juni 

2004 leide sie an Rückenproblemen.

A.b Der Arbeitgeberbescheinigung vom 21. August 2005 war zu entnehmen, dass die 

Versicherte seit Mai 1983 mit einem Pensum von sechs bis sieben Stunden pro Woche 

als Hausabwartin angestellt sei und in den Jahren 2002 bis 2004 jeweils Fr. 8'630.-- 

Verdienst erzielt habe. Die Grossreinigungen mit entsprechenden Rückenbelastungen 

könnten nicht ohne Hilfe durchgeführt werden. In der Arbeitgeberbescheinigung vom 

25. August 2005 war angegeben worden, die Versicherte sei seit April 1986 als 

Pflegehelferin im Nachtdienst (der Klinik) angestellt und habe durchschnittlich ein 

Pensum von 25.2 Stunden pro Woche gehabt. Daneben habe sie über Jahre hinweg 

ihre betagte, kranke Mutter gepflegt. Seit dem 11. Januar 2005 (nach Eintritt des 

Gesundheitsschadens) habe sie noch an durchschnittlich 10.25 Stunden pro Woche zu 

einem Lohn von durchschnittlich Fr. 1'560.-- pro Monat (im Stundenlohn) gearbeitet. Im 

Jahr 2003 habe der Jahreslohn Fr. 29'238.55 und im Jahr 2004 Fr. 35'055.90 betragen.

A.c  Dr. med. A.___, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, benannte in seinem 

Arztbericht vom 11. Oktober 2005 (act. 16-1 bis 4/9) im Wesentlichen als Diagnosen: 

seit August 2004 einen Status nach erweiterter interlaminärer Fensterung L4/5 rechts 

mit Sequesterektomie und Nucleotomie bei nach caudal sequestrierter DH L4/5 mit 

residuellem sensomotorischem Ausfallsyndrom L5 rechts, postoperativ persistierend, 

sowie seit Oktober 2002 ein Mammacarcinom rechts (Status nach Tumorektomie und 

Axilladissektion) und seit Juli 2001 eine depressive Erkrankung, daneben seit 

September 1999 eine mediale Chondropathia patellae rechts und seit 1993 ein Status 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

nach Varizenstripping. Als Schwesternhilfe (mit einem Anstellungsgrad von 60 %) sei 

die Versicherte vom 11. August 2004 bis 10. Januar 2005 zu 100 % arbeitsunfähig 

gewesen und sei seither zu 50 % arbeitsunfähig. Bei der bisherigen Tätigkeit wirke sich 

die gesundheitliche Störung insofern aus, als die Versicherte bei Belastungen 

Rückenschmerzen habe und die Arbeit deshalb nur zu 50 % (in Teilzeit mit voller 

Leistung) ausüben könne. Zumutbar sei die bisherige Tätigkeit noch an eineinhalb bis 

zwei Stunden pro Tag. Nicht rückenbelastende, wechselnd im Stehen, Sitzen und 

Gehen durchführbare Arbeiten seien an drei bis vier Stunden pro Tag zumutbar. Auf 

Ergänzungsfrage gab Dr. A.___ am 20. Dezember 2005 bekannt, die Tätigkeit als 

Schwesternhilfe sei an zweieinviertel Stunden pro Tag, entsprechend zehn bis elf 

Stunden pro Woche, zumutbar, in derjenigen als Hausabwartin könne sie noch leichte 

Reinigungsarbeit während einer Stunde pro Tag, entsprechend fünf Stunden pro 

Woche, verrichten. 

A.d Nach Einholen weiterer medizinischer Berichte fand am 6. Juni 2006 eine 

interdisziplinäre Untersuchung durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der 

Invalidenversicherung statt (act. 30). Als Diagnosen mit Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit wurden im Wesentlichen erhoben: (erstens) ein chronisches lumbo-

radikuläres Ausfallsyndrom L4/5 rechts bei St. n. erweiterter interlaminärer Fensterung, 

Nukleotomie und Sequesterektomie L4/5 rechts (18.8.2004), St. n. fraktionierter 

periduraler Infiltration L3/4, L4/5 und L5/S1 (November/Dezember 2004), und St. n. 

Infiltration rechts (Fazettengelenke?, April 2006), (zweitens) St. n. invasiv duktalem 

Mamma-Karzinom rechts, (drittens) anhaltende depressive Störung, (viertens) 

Erschöpfungssyndrom, und (fünftens) eine akzentuierte Persönlichkeit im Sinne einer 

rigiden Persönlichkeitsstruktur mit erheblichen Selbstverleugnungstendenzen. Sowohl 

aus orthopädischer wie aus psychiatrischer Sicht bestünden Gesundheitsschäden, die 

sich negativ auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten. Die Arbeit als Schwesternhilfe müsse 

als körperlich anspruchsvoll betrachtet werden; hierfür liege streng genommen aus 

orthopädischer Sicht nur noch eine geringe Restarbeitsfähigkeit vor. Die Versicherte 

habe aber diverse Vorkehren getroffen (Anpassung der Arbeit als Schwesternhilfe, 

Inanspruchnahme fremder Hilfe bei der Tätigkeit als Schulhausabwartin), sodass in 

diesen Tätigkeiten eine Leistung von 50 % realisiert werden könne. Es sei schwierig, 

ein angepasstes Tätigkeitsprofil zu entwerfen. Unter Berücksichtigung der 

Gesamtsituation könne deshalb die aktuell ausgeübte Tätigkeit als adaptiert betrachtet 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

werden. Die Einschränkung von 50 % sei orthopädisch nachvollziehbar, (die Leistung 

von 50 %) dürfte aber die oberste Grenze des Zumutbaren darstellen. Die anhaltende 

depressive Störung mit dem Erschöpfungssyndrom bewirke ferner eine Minderung der 

Arbeitsfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten. Die psychischen Einschränkungen deckten 

sich nicht mit den orthopädischen, sodass eine Addition der beiden 

Arbeitsunfähigkeitsgrade erfolgen müsse. Insgesamt bestehe eine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit von 65 %. Die Versicherte sei in der aktuellen Tätigkeit befriedigend 

eingegliedert.

A.e Der Arbeitgeberbescheinigung vom 26. Juli 2006 (act. 33) war zu entnehmen, dass 

die Versicherte ab 11. Januar 2005 als Pflegehelferin durchschnittlich in einem 30 %-

Pensum (12.6 Stunden pro Woche) zu einem durchschnittlichen Lohn von (ab 2006) 

Fr. 1'695.-- pro Monat gearbeitet habe. In einem vollen Pensum betrügen der 

Grundlohn Fr. 60'470.-- und die Nachtzulage Fr. 8'160.--. Aus der 

Arbeitgeberbescheinigung vom 23. August 2006 ging hervor, dass die Versicherte als 

Hausabwartin auch im Jahr 2005 etwa dieselbe Jahres-Arbeitsstundenzahl (ca. 350 

Stunden) wie in den Vorjahren aufgewiesen habe.

A.f Gemäss einer Stellungnahme des RAD vom 11. September 2006 wurde die 

Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit auf 35 % eines Vollpensums festgelegt, der 

Beginn der Arbeitsunfähigkeit auf August 2004.

A.g Als Grundlage für eine Haushaltabklärung füllte die Versicherte am 18. Oktober 

2006 einen Fragebogen (act. 46) aus. Sie gab darin unter anderem an, da sie allein sei, 

würde sie ohne Behinderung zu 80 % in der Klinik arbeiten und zu 20 % die 

Schulhausabwartstätigkeit ausüben.

A.h Am 21. November 2006 fand eine Abklärung der Verhältnisse an Ort und Stelle im 

Haushalt statt. Im Bericht (act. 44-1 bis 8/24) wurde festgehalten, die Versicherte habe 

erklärt, am Arbeitsort in der Klinik habe man gesagt, sie könne in ihrer Verfassung den 

Nachtdienst nicht mehr besorgen. Ab November 2006 habe sie deshalb in den 

Tagdienst gewechselt und arbeite noch zweimal 4.75 Stunden pro Woche. Im 

Gegenzug habe sie im Schulhaus den Aufgabenbereich von etwa sieben auf acht bis 

neun Stunden pro Woche erhöhen können. Sie könne die Arbeit frei einteilen, Pausen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

einschalten und für alles mehr Zeit verwenden. Wenn sie gesund wäre, wäre sie 

weiterhin im bisherigen Ausmass erwerbstätig. Im Haushalt wurde eine Einschränkung 

von 18 % ermittelt. Die Erwerbstätigkeit mache (mit ca. 33 Stunden pro Woche) 80 %, 

der Haushalt 20 % am gesamten Tätigkeitsbereich aus. Im Erwerbsteil würde die 

Versicherte ohne Einschränkung ca. Fr. 44'000.--, mit Behinderung ca. Fr. 24'000.-- 

(nach Berücksichtigung von Auslagen für Dritthilfe bei anstrengenderen 

Schulhausarbeiten) erzielen. Die Einschränkung im Erwerbsteil betrage daher 45.45 % 

und der entsprechende Teilinvaliditätsgrad 36.4 % (0.8 x 45.45 %). Zusammen mit dem 

Teilinvaliditätsgrad von 3.6 % aus dem Haushaltanteil ergebe sich ein Invaliditätsgrad 

von 40 %. In der Zeit ab 11. August 2004 bis 26. Januar 2005 sei die Versicherte im 

Haushalt zu etwa 50 % und in der Erwerbstätigkeit zu 100 % eingeschränkt gewesen.

A.i  Der damalige Rechtsvertreter der Versicherten wandte mit Schreiben vom 9. Januar 

2007 ein, der ausgewiesene Verdienst habe sich nur dank immensen Anstrengungen 

der Versicherten in Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern und mit Hilfe von 

verschiedenen Aushilfen erreichen lassen. Bei voller Gesundheit hätte die Versicherte, 

nachdem sie ihre Mutter nicht mehr habe pflegen müssen, ein höheres Einkommen 

erzielen können. Die Einschränkung von 45.45 % lasse sich angesichts der 

Arbeitsunfähigkeit gemäss der RAD-Beurteilung von 65 % nicht nachvollziehen. Im 

Haushalt bestehe eine höhere Einschränkung.

A.j  Der Abklärungsbeauftragte nahm am 12. Januar 2007 Stellung (act. 44-23 f./24) 

und räumte ein, das Valideneinkommen hätte sich ab Herbst 2006 - die Versicherte 

habe das Pensum als Schulhausabwartin erhöhen können, weil zusätzliche 

Schulräumlichkeiten dazugekommen seien - erhöht, indem dort anstelle von 

Fr. 8'630.-- im Jahr 2007 Fr. 14'551.-- zu erwarten gewesen wären. Das 

Valideneinkommen 2007 mache daher insgesamt Fr. 50'500.-- (Fr. 36'000.-- und 

Fr. 14'500.--) aus. Der Invalidenlohn mache daher Fr. 24'000.-- (Fr. 26'500.-- abzüglich 

Kosten von Fr. 2'500.--) aus, der Erwerbsausfall Fr. 26'500.-- oder 52.47 %. Bezogen 

auf den Anteil von 80 % ergebe sich ein Teilinvaliditätsgrad von 41.2 % und zusammen 

mit den 3.6 % aus dem Haushalt ein Gesamtinvaliditätsgrad von 44.8 %. Ab August 

2005 sei daher Anspruch auf eine Viertelsrente zu gewähren.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.k  Mit Vorbescheid vom 24. Januar 2007 stellte die Sozialversicherungsanstalt/IV-

Stelle dem damaligen Rechtsvertreter der Versicherten eine Abweisung deren Gesuchs 

um berufliche Massnahmen und die Zusprechung einer Viertelsrente ab August 2005 in 

Aussicht. Die Rechtsvertreterin der Versicherten wandte am 26. Februar 2007 ein, ohne 

Behinderung wäre diese vollzeitlich erwerbstätig und würde ausschliesslich nachts in 

der Klinik arbeiten. Die entsprechenden Angaben der damals noch unvertretenen 

Versicherten, die alleinstehend sei und keine Betreuungsaufgaben mehr zu erfüllen 

habe, seien als Aussagen der ersten Stunde zu berücksichtigen. Gegenwärtig arbeite 

die Versicherte über das zumutbare Mass hinaus, was nicht über längere Zeit haltbar 

sei. Zu berücksichtigen sei die vom RAD festgelegte Arbeitsfähigkeit. Sollte die 

gemischte Methode angewendet werden, müsste der RAD zu den Wechselwirkungen 

befragt werden. Bei der Bemessung des Valideneinkommens seien alle Zuschläge 

(Nachtdienst) einzurechnen. Ergänzend reichte die Rechtsvertreterin der Versicherten 

am 16. März 2007 eine provisorische Lohnberechnung der Klinik bei einem Pensum 

von 80 % im Nachtdienst ein, wonach ein Lohn von Fr. 4'517.90 (mal 12) zu erwarten 

wäre. Der Abklärungsbeauftragte hielt am 5. April 2007 fest, massgeblich sei die 

tatsächliche Validensituation unmittelbar vor Eintritt der Gesundheitsschädigung. Das 

gelte insbesondere im fortgeschrittenen Alter, da dann Pensenerhöhungen praktisch 

gar nicht mehr möglich seien. Die provisorische Lohnberechnung sei nicht realistisch, 

da einerseits nur die tatsächlichen Arbeitsstunden (rund 45 Arbeitswochen) vergütet 

würden und sich anderseits bei Rückfragen in mehreren Heimen ergeben habe, dass 

es Angestellte mit einem 80 %-Pensum im Nachtdienst nicht gebe (das Maximum liege 

bei 60 % Nachtdienst). Korrekt umgesetzt ergebe sich (bei einem Pensum von 60 %) 

ein Jahreslohn von Fr. 35'187.--. Wechselwirkungen seien nicht zu berücksichtigen.

A.l  Mit Verfügung vom 10. April 2007 (act. 63) wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-

Stelle einen Anspruch der Versicherten auf berufliche Massnahmen ab. Mit Verfügung 

vom 16. August 2007 (act. 66) sprach sie ihr ab 1. August 2005 bei einem 

Invaliditätsgrad von 45 % eine Viertelsrente zu. Die Stellungnahme des 

Abklärungsbeauftragten sandte die IV-Stelle der Rechtsvertreterin der Versicherten 

nachträglich am 5. September 2007 zu.

B.  

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gegen die Verfügung vom 16. August 2007 richtet sich die von Rechtsanwältin lic. iur. 

Irja Zuber Hofer, procap, für die Betroffene am 21. September 2007 erhobene 

Beschwerde. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin beantragt Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung und Zusprechung mindestens einer Dreiviertelsrente, 

eventualiter Rückweisung der Sache zur Durchführung weiterer Abklärungen. Es frage 

sich, ob die Praxis der Beschwerdegegnerin, die Einwände auf den Vorbescheid durch 

die Sachbearbeiter - statt wie unter dem Einspracheverfahren vom Rechtsdienst - 

prüfen zu lassen, womit eine massive Abnahme von Umfang und Dichte der 

Begründung verbunden sei, den Anspruch auf rechtliches Gehör verletze. Die 

Beschwerdeführerin sei als Vollerwerbstätige einzustufen. Abzustellen sei auf die 

ärztlich festgesetzte Arbeitsunfähigkeit. Sollte aber die gemischte Methode zur 

Anwendung gelangen, müsste die Wechselwirkung zwischen den beiden 

Tätigkeitsbereichen berücksichtigt werden. Unbestritten sei das Valideneinkommen aus 

der Tätigkeit als Schulabwartin (Fr. 14'500.--). Selbst wenn die Beschwerdegegnerin 

dies für ungewöhnlich halte, würde die Beschwerdeführerin als Pflegehelferin - wie seit 

Jahren - in der Nacht arbeiten, und zwar auch in einem höheren Pensum. Es sei von 

einem Lohn bei 80 % von Fr. 4'517.90 monatlich auszugehen. Bei der Berechnung des 

Invalideneinkommens sei zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin über das 

Zumutbare hinaus arbeite. Das Arbeitspensum als Schulabwartin betrage 20.91 %, wie 

es sich aus dem beigelegten Anstellungsvertrag vom 18. Dezember 2006 (act. 70) 

ergebe. Daneben könne die Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen Gründen noch 

zu 14 % als Schwesternhilfe tätig sein. Das entspreche einer Wochenarbeitszeit von 

5.88 Stunden. Bei einem Stundenlohn von Fr. 24.05 und 45 Wochen pro Jahr ergebe 

sich ein Einkommen von Fr. 6'363.--. Das Invalideneinkommen insgesamt mache 

Fr. 18'363.-- aus und der Invaliditätsgrad liege über 60 %.

C.  

Mit Beschwerdeantwort vom 8. November 2007 beantragt die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde. Die angefochtene Verfügung erfülle die 

Mindestbedingungen bezüglich der Begründung. Es sei nicht auszuschliessen, dass 

bei den Angaben der bereits vertretenen Beschwerdeführerin vom 18. Oktober 2006 

versicherungsrechtliche Überlegungen eine Rolle gespielt haben könnten. Die 

finanziellen Gründe seien kein Anlass, von der vorgenommenen Qualifikation 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

abzurücken. Solche Gründe seien nur relevant, wenn auch andere Gesichtspunkte für 

eine Ausweitung der Erwerbstätigkeit in der Validenkarriere sprächen, was hier nicht 

zutreffe. Obwohl die Mutter der Beschwerdeführerin bereits Ende 2002 ins Altersheim 

eingetreten sei, habe die Beschwerdeführerin das Pensum - in den über eineinhalb 

Jahren bis zum Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im August 2004 - nicht erhöht, sondern 

weiterhin zu 60 % als Pflegehelferin und zu 15 % als Abwartin gearbeitet. Die 

Qualifikation mit einer Aufteilung in 80 % und 20 % sei richtig - und wohlwollend, da 

der tatsächliche Anstellungsgrad lediglich etwa 75 % betragen habe. Da der 

Gesundheitsschaden im August 2004 eingetreten sei, müsste das Einkommen aus dem 

Jahr 2003 als Valideneinkommen betrachtet werden. Das Einkommen als Pflegehilfe 

habe aber gemäss dem IK-Auszug im Jahr 2004 mit Fr. 35'055.-- deutlich höher 

gelegen als dasjenige von 2003 (mit Fr. 29'238.--). Da dieses Einkommen eher in der 

Grössenordnung der früheren Einkommen von 2001 und 2002 liege, könne darauf 

abgestellt werden. Das Valideneinkommen betrage somit Fr. 43'685.--. Das 

Invalideneinkommen sei konkret zu bestimmen, weil die ausgeübten beiden Tätigkeiten 

als adaptiert angesehen werden könnten. Mit der Arbeitsfähigkeit von 35 % ergebe 

sich ein Invalideneinkommen von Fr. 19'112.--. Die Einschränkung mache somit 56 % 

und der mit 0.8 gewichtete Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich mache 45 % aus. Im 

Haushalt erscheine eine Arbeitsunfähigkeit von 18 % als schlüssig, zumal der 

Beschwerdeführerin gemäss dem RAD-Gutachten in gewissem Ausmass auch 

körperlich mittelschwere Tätigkeiten zumutbar seien. Der Gesamtinvaliditätsgrad 

betrage zusammen mit den 3.6 % aus dem Haushalt aufgerundet 49 %, so dass 

Anspruch auf eine Viertelsrente bestehe. Das Bundesgericht habe in einem Entscheid 

vom Februar 2006 (I 841/04) festgehalten, gegenseitige Beeinflussungen von 

Haushalts- und Erwerbstätigkeit seien unbeachtlich. In weiteren Entscheiden habe das 

Bundesgericht ebenfalls keine Wechselwirkung berücksichtigt (September 2006, 

I 154/06) bzw. als grundsätzlich unbeachtlich bezeichnet (November 2006, I 654/05). 

Eine allfällige Wechselwirkung sei im Übrigen bereits aufgrund des Umstands 

berücksichtigt, dass der RAD die orthopädisch und die psychiatrisch bedingte 

Arbeitsunfähigkeit addiert habe. Eine Addition dürfe nämlich nach der Rechtsprechung 

des Bundesgerichts nicht erfolgen (I 597/00). Die angefochtene Verfügung sei im 

Ergebnis richtig.

D.  

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

In ihrer Replik vom 4. Dezember 2007 bringt die Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin vor, als die Mutter der Beschwerdeführerin im Herbst 2002 ins 

Pflegeheim eingetreten sei, sei die Beschwerdeführerin bereits gesundheitlich 

angeschlagen gewesen. Sie habe im September 2002 die Diagnose des Karzinoms 

gestellt erhalten und bis Anfang 2003 regelmässig behandelt werden müssen. Bei der 

Frage des hypothetischen Ausmasses an Erwerbstätigkeit seien auch die anhaltende 

depressive Störung und das Erschöpfungssyndrom zu berücksichtigen, ferner die 

Rückenschmerzen. Anderseits hätten finanzielle Gründe die Beschwerdeführerin dazu 

gezwungen, die durch den Wegfall der Betreuungsaufgaben entstandenen Ressourcen 

in eine Pensenerhöhung einzusetzen. Berücksichtige man die Pflegetätigkeit der 

Beschwerdeführerin gegenüber ihrer Mutter, habe sie schon seit Jahren ein weit über 

100 % liegendes Pensum geleistet. Für eine volle Erwerbstätigkeit spreche auch das - 

vom Bundesgericht nicht anerkannte - Argument der Zumutbarkeit. Dass das 

Einkommen 2003 tiefer als das der vorangegangenen Jahre ausgefallen sei, sei mit der 

Krankheitsgeschichte zu erklären. Bei der Bestimmung des Valideneinkommens 

müssten die Erhöhung des Pensums als Pflegehilfe und der tatsächliche Ausbau der 

Tätigkeit als Abwartin berücksichtigt werden, beim Invalideneinkommen, dass die 

Beschwerdeführerin aus finanziellen Gründen noch immer eine über das zumutbare 

Mass hinausgehende Erwerbstätigkeit leiste.

E.  

Die Beschwerdegegnerin hat am 12. Dezember 2007 auf die Erstattung einer Duplik 

verzichtet.

F.   

Mit Eingabe vom 1. Juli 2008 ersucht die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin um 

eine beschleunigte Behandlung der Sache, weil die Beschwerdeführerin ihren 

bescheidenen Lebensunterhalt nur noch sehr knapp decken könne. Sie versuche, ihre 

beiden Anstellungen weiterzuführen, sei jedoch dabei gezwungen, über ihre 

Möglichkeiten und Grenzen hinauszugehen. Gleichzeitig würden die Ausgaben (bei 

langem Arbeitsweg und gestiegenen Benzinpreisen) steigen.

Erwägungen:

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

1.   

1.1  Da ein Sachverhalt zu beurteilen ist, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der 

angefochtenen Verfügung am 16. August 2007 entwickelt hat, sind die auf den 

1. Januar 2008 in Kraft getretenen Rechtsänderungen nicht anwendbar.

1.2  Im Streit liegt die Verfügung, mit welcher die Beschwerdegegnerin der 

Beschwerdeführerin eine Viertelsrente zugesprochen hat. Die Verfügung betreffend den 

Anspruch auf berufliche Massnahmen ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen.

2.   

2.1  Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 

sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.2  Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird nach Art. 16 ATSG das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen; sog. allgemeine Methode). Versicherte Personen 

mit vollendetem 20. Altersjahr (Art. 5 Abs. 1 IVG), die vor der Beeinträchtigung ihrer 

körperlichen oder geistigen Gesundheit nicht erwerbstätig waren und denen eine 

Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, gelten gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG als 

invalid, wenn eine Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu 

betätigen (vgl. auch Art. 28 Abs. 2  IVG; spezifische Methode, namentlich für im 

Haushalt tätige versicherte Personen). Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig 

sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie 

daneben in einem Aufgabenbereich nach Art. 8 Abs. 3 ATSG tätig, so wird die 

Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28 Abs. 2  IVG festgelegt. In diesem Falle sind 

die Anteile der Erwerbstätigkeit und der Tätigkeit im andern Aufgabenbereich 

bis

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

festzulegen und es ist der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden 

Bereichen zu bemessen (Art. 28 Abs. 2  IVV; gemischte Methode).  

3.   

3.1  Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige oder als 

Nichterwerbstätige einzustufen ist - was je zur Anwendung einer andern Methode führt 

-, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, 

wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Abgestellt wird nach der 

Rechtsprechung des Bundesgerichts bei der Beurteilung des Status - einzig - auf den 

Beweis der hypothetischen Erwerbsverhältnisse im Gesundheitsfall (Entscheid des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S A. vom 4. Januar 2002, I 715/00), ohne die 

Zumutbarkeit als zusätzliches Kriterium zu betrachten (vgl. Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 

Abs. 3 ATSG; hierzu Franz Schlauri, Das Rechnen mit der Arbeitsunfähigkeit in Beruf 

und Haushalt in der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung in: René 

Schaffhauser/Franz Schlauri, Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, 

S. 343 f.). Massgeblich sind die gesamten (persönlichen, familiären, sozialen und 

erwerblichen) Umstände (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S R. 

vom 24. Juli 2006, I 116/06). Nebst dem früheren Arbeitsverhalten sind im 

Wesentlichen die Absicht der versicherten Person und ihre Vorstellungen und Pläne 

zum Alltag ohne Gesundheitsschaden zu berücksichtigen (vgl. Entscheid des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S A. vom 20. Juni 2003, I 635/02). Von 

Bedeutung sind vor allem auch die Sicherstellung der Kinderbetreuung und die 

Verdienstverhältnisse (I 715/00). Die konkrete Situation und die Vorbringen der 

Versicherten sind nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen 

(I 116/06). Zu beachten ist allerdings, dass der Entscheid über die Statusfrage immer 

ein solcher über eine Hypothese bleibt, da sie sich immer stellt, wenn in Wirklichkeit 

eine gesundheitliche Beeinträchtigung (schon seit längerer oder kürzerer Zeit) 

eingetreten ist. Die Arbeitseinteilung in der Vergangenheit kann für die massgebliche 

Hypothese nur ein Indiz darstellen; die spätere reale Einteilung ist anderseits meist 

bereits durch die Invalidität beeinflusst (nicht veröffentlichter Entscheid des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S V.L.-R. vom 2. Februar 2006).

ter

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.2  Die Beschwerdegegnerin hat die Invaliditätsbemessung nach der gemischten 

Methode mit einer Aufteilung in 80 % Erwerbs- und 20 % Haushaltarbeit 

vorgenommen. Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, sie sei als 

Vollerwerbstätige zu betrachten. Sie ist jahrelang parallel zwei ausserhäuslichen 

Erwerbstätigkeiten nachgegangen, welche gemäss den Arbeitgeberbescheinigungen 

ein Ausmass von durchschnittlich 60 % und von rund 15 % eines Vollzeitpensums 

ausgemacht hatten. Daneben hat sie nach der Aktenlage ebenfalls jahrelang ihre 

Mutter gepflegt. Im Fragebogen vom 18. Oktober 2006 gab sie an, ohne Behinderung 

würde sie nebst der 20 %-igen Hauswarttätigkeit zu 80 % in der Klinik arbeiten. Diese 

Vorstellung über ihre hypothetische Arbeitseinteilung im Gesundheitsfall erscheint 

angesichts ihrer Verhältnisse als alleinstehende Frau ohne Betreuungsaufgabe 

durchaus plausibel. Sie findet ausserdem einen bestätigenden Anhaltspunkt in der 

Angabe der Arbeitgeberin aus früherer Zeit (vom 25. August 2005), welche diese 

Betreuung als Grund dafür bezeichnet hatte, weswegen die Arbeitszeit der 

Beschwerdeführerin nicht der Normalarbeitszeit entsprochen habe. Dass die 

Beschwerdeführerin eine Pensenerhöhung in der Zeit vom Heimeintritt ihrer Mutter bis 

zum Auftreten des die Arbeitsfähigkeit einschränkenden Rückenleidens tatsächlich 

nicht vorgenommen hat, lässt sich aufgrund ihrer damaligen depressiven (ab Juli 2001) 

und der Erkrankung an einem Karzinom (ab Oktober 2002) nachvollziehen. Es muss 

bezüglich der Anstellung in der Klinik (für die Frage des hypothetischen 

Arbeitspensums als Gesunde) nicht angenommen werden, eine Pensenerhöhung wäre 

nicht möglich gewesen. Ob es sich ausschliesslich um Nachtarbeit oder um eine 

Verbindung mit Tagdienst gehandelt hätte, kann dahingestellt bleiben. Insgesamt kann 

als mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan gelten, dass die 

Beschwerdeführerin ohne eine gesundheitliche Beeinträchtigung einer 

(zusammengesetzten) vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nachginge. Ihre Invalidität ist 

daher nach dem Einkommensvergleich zu bemessen. Ohnehin wäre zu beachten, dass 

Frauen und Männer mit einem reduzierten Beschäftigungsgrad nicht ohne weiteres der 

gemischten Methode unterstellt werden dürfen (vgl. BGE 131 V 51).

4.   

4.1  Als Grundlage des Einkommensvergleichs sind die medizinischen Vorbedingungen 

einer Erwerbstätigkeit von Bedeutung. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gesundheitszustand zu beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem 

Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. 

Die ärztlichen Auskünfte sind in der Folge eine wichtige Grundlage für die Beurteilung 

der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden 

können (BGE 125 V 261 E. 4; ZAK 1982 S. 34).

4.2  Die Beschwerdeführerin hatte wie erwähnt als Pflegehelferin in einer Klinik und als 

Hauswartin in einer Schule gearbeitet. Beide Tätigkeiten sind, wie der orthopädische 

RAD-Gutachter festgehalten hat, körperlich anspruchsvoll, denn sie umfassen Arbeiten 

mit Heben und Tragen von mittelschweren Lasten, das Einnehmen von 

Zwangspositionen der Wirbelsäule und längeres Stehen und Gehen. Dr. A.___ hatte 

dafürgehalten, die bisherige Tätigkeit in der Pflege sei der Beschwerdeführerin noch zu 

etwa 20 % (bzw. 26 %) zumutbar, eine adaptierte Tätigkeit noch zu etwa 40 %. 

Gemäss der interdisziplinären RAD-Beurteilung (vom 6. Juni 2006; vgl. Stellungnahme 

vom 11. September 2006) ist die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin um 65 % 

eingeschränkt, liegt also in adaptierter Tätigkeit noch bei 35 % eines Vollpensums. Die 

ausgeübte Tätigkeit wurde, da diverse Vorkehrungen vorgenommen worden seien und 

weil es schwierig sei, ein angepasstes Tätigkeitsprofil zu entwerfen, als adaptiert 

bezeichnet. Eine Leistung von 50 % dürfte orthopädisch betrachtet das Äusserste des 

Zumutbaren sein. Dazu komme, weil sich die psychischen nicht mit den 

orthopädischen Einschränkungen deckten, eine Einschränkung aus psychischen 

Gründen von 15 %. Auf das Ergebnis dieser Arbeitsfähigkeitsbeurteilung, die aufgrund 

von Anamneseerhebungen und einer Auseinandersetzung mit den geklagten 

Beschwerden zustande gekommen ist, kann in Bezug auf adaptierte Tätigkeiten 

abgestellt werden. Dass die gesamthaft geschätzte Arbeitsunfähigkeit mit einer 

Addition von orthopädischen und psychiatrischen Einschränkungen begründet wurde, 

ändert hieran nichts, ist doch entscheidend, dass es sich bei der Beurteilung um die im 

interdisziplinären Zusammenwirken zustande gekommene Einschätzung der insgesamt 

sich ergebenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit handelt. Nicht sachgerecht wäre 

hingegen gewesen, Arbeitsunfähigkeiten verschiedener Disziplinen ohne medizinische 

Gesamteinschätzung unbesehen der Umstände zu addieren.

4.3  In erwerblicher Hinsicht ist vorliegend festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin 

ohne Beeinträchtigung ein zusammengesetztes Pensum von insgesamt 100 % erfüllen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

würde. Sie selber macht eine Aufteilung in 80 % Klinik- und 20 % Abwartstätigkeit 

geltend. Beide Aktivitäten sind nahezu gleichwertig entlöhnt (vgl. act. 33-2/8: 

Vollpensum Klinik, Nachtdienst, Fr. 68'630.--; vgl. act. 70: Vollpensum Hauswart 

Fr. 68'426.80). Für das Jahr 2006 (es kann beidseits zum Vergleich herangezogen 

werden, da die Entwicklung seit 2005 nicht von erheblichem Einfluss ist) kann damit 

von einem Jahreseinkommen von rund Fr. 68'500.-- ausgegangen werden.

4.4   Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung 

primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 

Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei 

der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen 

ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, 

und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und 

nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als 

Invalidenlohn (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S G. vom 

17. November 2003, I 621/01). Die Beschwerdeführerin übte gemäss der 

Arbeitgeberbescheinigung vom 26. Juli 2006 nach Eintritt des Gesundheitsschadens 

ein Pensum von etwa 30 % in der Klinik und gemäss derjenigen vom 23. August 2006 

(in Verbindung mit derjenigen vom 21. August 2005) nach wie vor das Pensum von 

rund 15 % als Abwartin aus. Nach dem Bericht über die Abklärung an Ort und Stelle 

verschob sich diese Aufteilung im Herbst 2006 nach 22 % Klinik- und rund 21 % 

Abwartstätigkeit. Es ist klar, dass konkrete, vom Arbeitgeber in zufälliger Grösse zur 

Verfügung gestellte Beschäftigungspensen für das zumutbare Invalideneinkommen 

nicht ausschlaggebend sein können.

4.5  Medizinisch gesehen zumutbar ist der Beschwerdeführerin wie erwähnt nicht mehr 

als eine Arbeitsleistung von insgesamt 35 % eines Vollpensums adaptierter Tätigkeit. 

Aus den Angaben des RAD lässt sich schliessen, dass die bisherigen Tätigkeiten als 

solche angesichts ihrer körperlichen Ansprüche eigentlich nicht zumutbar sind. Hieran 

vermag nichts zu ändern, dass Drittpersonen zur Entlastung der schweren 

Arbeitsanteile beigezogen werden. Als Invalideneinkommen anzurechnen ist der 

Beschwerdeführerin allein das mit einer Arbeitsfähigkeit von 35 % in einer zumutbaren 

adaptierten Tätigkeit erzielbare Einkommen. Es ist daher auf die statistischen Löhne 

abzustellen. Sie stammen aus einem Fächer verschiedenster Anforderungsprofile, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

darunter auch leichtere körperliche Arbeitsgelegenheiten. Gemäss der Tabelle TA1 der 

Schweizerischen Lohnstrukturerhebung LSE 2006 des Bundesamtes für Statistik 

konnten Frauen mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten im privaten Sektor in jenem 

Jahr durchschnittlich (statistisches Mittel, Zentralwert; vgl. AHI 1999 S. 50) Fr. 48'228.-- 

(12mal Fr. 4'019.--) verdienen. Bezogen auf die betriebsübliche durchschnittliche 

Arbeitszeit von damals 41.7 Stunden (statt 40 Stunden, wie sie der Tabelle TA1 

zugrunde liegen) macht dies Fr. 50'277.-- aus. Mit einer Arbeitsfähigkeit von 35 % 

beläuft sich das Jahreseinkommen damit auf Fr. 17'596.--. Der invaliditätsbedingte 

Ausfall beträgt somit 74 % des Valideneinkommens, sodass offen bleiben kann, ob und 

gegebenenfalls welcher "Leidensabzug" am Platz sei.

4.6  Wenn der RAD - nachdem er festgehalten hatte, ein angepasstes Tätigkeitsprofil 

zu entwerfen, sei schwierig - die bisherigen Tätigkeiten als "adaptiert" betrachtet hat, 

so nur um die Option der Beschwerdeführerin auf die bisherigen, an sich ungünstigen 

Betätigungsmöglichkeiten nicht zu diskreditieren. Eine Stellenaufgabe würde die 

Beschwerdeführerin erheblich der Gefahr der Arbeitslosigkeit aussetzen. Es steht denn 

auch in der Freiheit der Beschwerdeführerin, ob sie ihre verbliebene Arbeitsfähigkeit in 

an sich ungünstigen Funktionen verwertet. Für die Invaliditätsbemessung darf ihr 

indessen lediglich Einkommen aus einer ihr medizinisch zumutbaren, sie nicht 

überfordernden Tätigkeit angerechnet werden. Die Beschwerdeführer wird insoweit 

nicht etwa bereichert.

4.7  Bei einem Invaliditätsgrad von 74 % hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine 

ganze Rente. Der Rentenanspruchsbeginn vom 1. August 2005 ist nicht beanstandet 

worden.

5.   

5.1  Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung vom 16. August 2007 zu schützen. Der Beschwerdeführerin 

ist ab 1. August 2005 eine ganze Rente zuzusprechen. 

5.2  Angesichts des vollständigen Unterliegens der Beschwerdegegnerin rechtfertigt es 

sich, ihr die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1

IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von 

Fr. 600.-- erscheint angemessen. Der Beschwerdeführerin ist der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten. 

5.3  Die Beschwerdeführerin hat bei vollem Obsiegen Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung 

der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 

lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Die Entschädigung ist auf Fr. 3'500.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen. 

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.  In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 16. August 

2007 aufgehoben und es wird der Beschwerdeführerin im Sinne der Erwägungen ab 

1. August 2005 eine ganze Rente zugesprochen.

2.  Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--.

3.  Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

zurückerstattet.

4.  Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'500.-- zu bezahlen.

bis

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 13.08.2008
	Invaliditätsbemessung bei einer geschiedenen, allein stehenden Versicherten mit eigenem Haus nicht nach der gemischten Methode, sondern nach dem Einkommensvergleich. Fall einer Validenkarriere mit Patchwork-Arbeitsverhältnis ohne rechtlich relevante Haushaltaktivität. Sachverhaltsentwicklung von drei Pensen (Pflege der Mutter, Hauswart, Spital-Pflegehelferin im Nachtdienst) zu zwei nach dem Pflegeheimeintritt der Mutter (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. August 2008, IV 2007/353).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T15:30:16+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen