# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8eba6ad4-6836-5cfc-ba91-16bd56fc8a53
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-29
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Schuldbetreibungs- und Konkurskammer 29.09.2021 105 2021 77
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_003_105-2021-77_2021-09-29.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00
tribunalcantonal@fr.ch
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

105 2021 77

Urteil vom 29. September 2021

Schuldbetreibungs- und Konkurskammer

Besetzung Präsidentin: Catherine Overney
Richter: Dina Beti, Markus Ducret
Gerichtsschreiberin: Frédérique Jungo

Parteien A.________, Beschwerdeführerin,

gegen

das BETREIBUNGSAMT DES SENSEBEZIRKS, Vorinstanz

Gegenstand Betreibung auf Pfändung (Art. 89-150 SchKG)

Beschwerde vom 30. August 2021 gegen die Verfügung des Betrei-
bungsamtes des Sensebezirks vom 26. August 2021

Kantonsgericht KG
Seite 2 von 4

Sachverhalt

A. Mit Verfügung vom 26. August 2021 hat das Betreibungsamt des Sensebezirks den Lohn von 
A.________ in der das Existenminimum von CHF 2'207.- übersteigenden Höhe gepfändet und die 
Lohnpfändung gleichentags deren Arbeitgeberin, der B.________ AG, angezeigt.

B. Gegen diese Verfügung erhob A.________ (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) am 
30. August 2021 (Postaufgabe) Beschwerde ans Kantonsgericht und beanstandet, die B.________ 
AG sei nicht ihre Arbeitgeberin. Sie könne über diese Plattform lediglich Gelegenheitsjobs anneh-
men und habe dadurch immer wieder grössere Einkommenslücken. Auch habe sie grosse Auslagen 
für die zum Teil sehr langen Arbeitswege. A.________ beantragt sinngemäss die Aufhebung der 
Verfügung, damit sie nicht gezwungen sei, auf Jobangebote zu verzichten um Kosten zu sparen.

C. Am 13. September 2021 beantragt das Betreibungsamt des Sensebezirks (nachfolgend: das 
Betreibungsamt), die Beschwerde sei abzuweisen. Die Berechnung des betreibungsrechtlichen 
Existenzminimums entspreche der gewärtigen Situation und den gesetzlichen Bestimmungen. Es 
wies aber darauf hin, dass die Beschwerdeführerin jeden Monat ihre Kilometerabrechnung und die 
Lohnabrechnung einreichen kann, damit eine monatliche genaue Berechnung vorgenommen wird.

Erwägungen

1.

1.1. Soweit nicht eine gerichtliche Klage vorgesehen ist, kann gegen jede Verfügung des Betrei-
bungsamtes mit Beschwerde an die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer des Kantonsgerichts 
als Aufsichtsbehörde gelangt werden (Art. 17 Abs. 1 SchKG; Art. 13 SchKG i.V.m. Art. 5 des Ausfüh-
rungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über Schuldbetreibung und Konkurs vom 12. Februar 2015 
[AGSchKG; SGF 28.1] sowie Art. 19 des Reglements für das Kantonsgericht betreffend seine Orga-
nisation und seine Arbeitsweise [RKG; SGF 131.11]). Die Beschwerde muss innert zehn Tagen ab 
dem Zeitpunkt, an dem der Beschwerdeführer von der Verfügung Kenntnis erhalten hat, erhoben 
werden (Art. 17 Abs. 2 SchKG).

1.2. Aus der Beschwerdeschrift muss ersichtlich sein, gegen welchen Entscheid sie sich richtet, 
was daran falsch sein soll und was der Beschwerdeführer verlangt. An die Begründung der 
Beschwerde werden keine allzu hohen Anforderungen gestellt; es genügt, wenn sie eine verständ-
liche und ausdrückliche Kritik am angefochtenen Entscheid enthält (BGE 118 III 1 E. 2a). Mindestens 
aber muss die Beschwerde einen Antrag und eine summarische Begründung aufweisen, ansonsten 
kann nicht darauf eingetreten werden.

1.3. Die vorliegend angefochtene Verfügung wurde der Beschwerdeführerin frühestens am 
27. August 2021 zugestellt; weder liegt ein Zustellnachweis vor, noch macht die Beschwerdeführerin 
oder das Betreibungsamt Angaben dazu. Die am 30. August 2021 erhobene Beschwerde erfolgt in 
jedem Fall fristgerecht.

Auf die fristgerecht und den gesetzlichen Vorgaben genügende Beschwerde ist somit einzutreten.

Kantonsgericht KG
Seite 3 von 4

2.

Die Beschwerdeführerin bringt vor, es bestehe kein Arbeitsvertrag mit der B.________ AG und diese 
sei nicht ihre Arbeitgeberin. Diese Plattform mache es ihr möglich, während der Stellensuche Gele-
genheitsjobs anzunehmen. Da die Angebote sehr unregelmässig seien, habe sie immer wieder grös-
sere Einkommenslücken und auch grosse Auslagen für die teils sehr langen Arbeitswege. Sie habe 
sich beim Sozialamt anmelden müssen, damit sie während diesen Lücken über die Runden komme. 
Falls die Verfügung durchgesetzt werde, sei sie gezwungen, auf über die Hälfte der Jobangebote zu 
verzichten, um so Kosten zu sparen, was sie vermeiden möchte.

2.1. Gemäss Art. 93 Abs. 1 SchKG können Erwerbseinkommen jeder Art, Nutzniessungen und 
ihre Erträge, Leibrenten sowie Unterhaltsbeiträge, Pensionen und Leistungen jeder Art, die einen 
Erwerbsausfall oder Unterhaltsanspruch abgelten, namentlich Renten und Kapitalabfindungen, die 
nicht nach Artikel 92 unpfändbar sind, so weit gepfändet werden, als sie nach dem Ermessen des 
Betreibungsbeamten für den Schuldner und seine Familie nicht unbedingt notwendig sind.

Bei der Festsetzung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums ist von den von der Konferenz 
der Betreibungs- und Konkursbeamten der Schweiz zur Anwendung empfohlenen und vom Kanton 
Freiburg übernommenen Richtlinien zur Berechnung des Existenzminimums (vgl. Kreisschreiben 
des Kantonsgerichts Freiburg vom 1. Juli 2009 betreffend Richtlinien für die Berechnung des betrei-
bungsrechtlichen Existenzminimums [Notbedarf] nach Art. 93 SchKG) auszugehen. Demnach 
besteht das Existenzminimum aus einem monatlichen Grundbetrag für Nahrung, Kleidung und 
Wäsche, Körper- und Gesundheitspflege, Unterhalt der Wohnungseinrichtung, Privatversicherun-
gen, Kulturelles und Auslagen für Beleuchtung, Kochstrom und/oder Gas etc. sowie Zuschlägen. Als 
Zuschläge zum monatlichen Grundbetrag kommen unter anderem unumgängliche Berufsauslagen 
für Fahrten zum Arbeitsplatz in Frage, soweit der Arbeitgeber nicht dafür aufkommt. Sofern einem 
Automobil Kompetenzqualität zukommt, sind die festen und veränderlichen Kosten ohne Amortisa-
tion zu berechnen. Bei Benützung eines Automobils ohne Kompetenzqualität werden die Auslagen 
wie bei der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel eingesetzt.

Allgemein gilt für sämtliche Zuschläge zu den Grundbeträgen des Existenzminimums, dass sie nur 
berücksichtigt werden dürfen, wenn der Schuldner sie tatsächlich benötigt, zur Zahlung verpflichtet 
ist und sie auch effektiv bezahlt (vgl. VONDER MÜHLL, in Basler Kommentar Bundesgesetz über 
Schuldbetreibung und Konkurs I, 2. Aufl. 2010, Art. 93 N. 25).

2.2. Das Betreibungsamt hat vorliegend das Einkommen der Beschwerdeführerin aufgrund der 
von ihr eingereichten drei letzten Lohnabrechnungen (Mai, Juni und Juli 2021) festgesetzt. Auch 
wenn auf der Lohnabrechnung als Arbeitgeber der Einsatzort aufgeführt ist, erfolgt die Lohnzahlung 
und -abrechnung über die B.________ AG, einen Personalverleih (C.________, besucht am 
24. September 2021). Ob diese Lohnzahlungen gestützt auf einen Arbeitsvertrag oder einen ande-
ren Vertrag aus dem Bereich Personalverleih erfolgt, ist unerheblich. Es wird der das Existenzmini-
mum der Beschwerdeführerin übersteigende Betrag gepfändet, weshalb der als Einkommen in die 
Berechnung aufgenommene Betrag nicht ausschlaggebend ist. Sollte die Beschwerdeführerin mit 
ihrem variablen Einkommen in einem Monat ihr Existenzminimum nicht decken können, hält das 
Betreibungsamt in seiner Stellungnahme fest, dass sie die Lohnabrechnung einreichen kann und 
der fehlende Betrag mit den Pfändungsquoten ausgeglichen werden wird. In das festgesetzte Exis-
tenzminimum wird folglich in keinem Fall eingegriffen.

Hinsichtlich der geltend gemachten Auslagen für die zum Teil sehr langen Arbeitswege ist festzu-
stellen, dass bereits ein Zuschlag für die Fahrt zum Arbeitsplatz mit dem privaten Fahrzeug berück-

Kantonsgericht KG
Seite 4 von 4

sichtigt wurde. Die Autoversicherung und die Fahrzeugsteuer wurden voll berücksichtigt. Zudem hat 
die Beschwerdeführerin gemäss der Stellungnahme des Betreibungsamtes die Möglichkeit, dem 
Betreibungsamt jeden Monat eine Zusammenstellung der für die Arbeit zurückgelegten Kilometer 
zuzustellen. Das Betreibungsamt wird anhand dieser Angaben eine genaue Abrechnung erstellen 
und der Beschwerdeführerin die Mehrauslagen, die über den bereits als Zuschlag berücksichtigten 
Betrag hinausgehen, zurückerstatten.

2.3. Nach diesen Erwägungen erweist sich die Berechnung des Existenzminimums und die 
darauf gestützte Pfändung des Erwerbseinkommens als korrekt.

Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.

3.

Das Verfahren vor der kantonalen Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen ist 
kostenlos (Art. 20a Abs. 2 Ziff. 5 SchKG).

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet (Art. 62 Abs. 2 GebV SchKG).

Die Kammer erkennt:

I. Die Beschwerde wird abgewiesen.

II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

III. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 10 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Zivilsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvorausset-
zungen sind in den Art. 72–77 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 
2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 
14, einzureichen.

Freiburg, 29. September 2021/fju

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin: