# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e804a21c-19ea-5444-8d3f-5aef6936d005
**Source:** Schaffhausen (SH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-10
**Language:** de
**Title:** Schaffhausen Obergericht 10.02.2021 (publiziert) 60/2016/22
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SH_OG/SH_OG_001_60-2016-22_2021-02-10.pdf

## Full Text

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Wildschaden an landwirtschaftlichen Kulturen – Art. 5 Abs. 1 lit. b und Art. 13 

Abs. 2 JSG; Art. 15 Abs. 1 und Art. 22 Abs. 1 lit. a LBV; Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 

Abs. 1 lit. a Kantonales Jagdgesetz. 

Entschädigungspflichtig sind nur Schäden, die Wildschweine an Wald, landwirt-

schaftlichen Kulturen und Nutztieren anrichten. Mit landwirtschaftlichen Kulturen 

sind landwirtschaftliche Kulturpflanzen gemeint. Nicht entschädigt werden demge-

genüber Kosten für Schäden an Infrastrukturen. 

OGE 60/2016/22 vom 5. Juli 2016 

Veröffentlichung im Amtsbericht 

Sachverhalt 

Auf Gesuch von A verpflichtete die Schätzungskommission für Wildschäden des 

Kantons Schaffhausen die Jagdgesellschaft B und den Kanton Schaffhausen, dem 

Gesuchsteller die Kosten für die Instandstellung der von Wildschweinen be-

schädigten Weinberg-Terrassenanlage C in B je zur Hälfte zu bezahlen. Gegen 

diesen Entscheid beschwerte sich das Departement des Innern des Kantons 

Schaffhausen beim Obergericht, welches die Beschwerde guthiess. 

Aus den Erwägungen 

2. A bewirtschaftet die Weinberg-Terrassenanlage C in B. Im März 2016 be-

schädigten unstreitig Wildschweine Teile der grasbewachsenen Böschungen, wel-

che innerhalb des Terrassenhangs parallel zu den Rebstöcken verlaufen. 

Gemäss Art. 5 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die Jagd und den Schutz 

wildlebender Säugetiere und Vögel (Jagdgesetz, JSG, SR 922.0) gehört das Wild-

schwein zu den jagdbaren Tierarten. Der Schaden, den jagdbare Tiere an Wald, 

landwirtschaftlichen Kulturen und Nutztieren anrichten, wird angemessen entschä-

digt; ausgenommen sind – was vorliegend jedoch nicht zutrifft – Schäden durch 

Tiere, gegen welche nach Art. 12 Abs. 3 JSG Selbsthilfemassnahmen ergriffen 

werden dürfen (Art. 13 Abs. 1 JSG). Die Kantone regeln die Entschädigungspflicht. 

Entschädigungen sind nur insoweit zu leisten, als es sich nicht um Bagatellschäden 

handelt und die zumutbaren Massnahmen zur Verhütung von Wildschaden getrof-

fen worden sind (Art. 13 Abs. 2 JSG). Schäden, die jagdbare Tiere an Wald, land-

wirtschaftlichen Kulturen und Nutztieren anrichten, sind von den Jagdgesellschaf-

ten angemessen zu entschädigen (Art. 28 Abs. 1 des Gesetzes über die Jagd und 

den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel vom 15. Juni 1992 [Kantonales 

Jagdgesetz, SHR 922.100]). Art. 28 Abs. 2 des Kantonalen Jagdgesetzes sieht 

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gewisse Fälle vor, bei denen die Entschädigung entfällt. Schaden durch Wild-

schweine entschädigt sodann unter Vorbehalt der Ausschlussgründe gemäss 

Art. 28 Abs. 2 zur Hälfte der Kanton (Art. 29 Abs. 1 lit. a Kantonales Jagdgesetz).  

Zu entschädigen sind somit nur – aber immerhin – Schäden, die Wildschweine an 

Wald, landwirtschaftlichen Kulturen und Nutztieren anrichten. Mit landwirtschaftli-

chen Kulturen sind landwirtschaftliche Kulturpflanzen gemeint, wie zum Beispiel 

Getreide, Mais, Rüben, Kartoffeln etc. (vgl. Botschaft des Bundesrats zur Reform 

der Agrarpolitik: Zweite Etappe [Agrarpolitik 2002] vom 26. Juni 1996, BBl 1996 IV 

172 ff.). Reben gelten dabei als Spezialkulturen, sie sind Dauerkulturen (Art. 15 

Abs. 1 und Art. 22 Abs. 1 lit. a der Verordnung über landwirtschaftliche Begriffe und 

die Anerkennung von Betriebsformen vom 7. Dezember 1998 [Landwirtschaftliche 

Begriffsverordnung, LBV, SR 910.91]). Nicht entschädigt werden demgegenüber 

Kosten für Schäden an Infrastrukturen, wie zum Beispiel Wege (vgl. die Antwort 

des Bundesrats vom 10. März 2014 auf die Fragestunde Nr. 14.5065 [Guhl], Wer 

zahlt für Biberschäden an Infrastrukturen? vom 5. März 2014; Rechtsgutachten 

zum Biber, Rechtsgutachten vom 5. März 2015 von Dr. iur. Michael Bütler, Ziff. 4.7, 

S. 72 f.). Dieses Ergebnis mag rechtspolitisch zu bedauern sein, doch bestehen für 

die vom Gesetzgeber getroffene Unterscheidung sachliche Gründe.  

Unstreitig wurden vorliegend nicht landwirtschaftliche Kulturpflanzen, das heisst 

die Rebstöcke des Gesuchstellers, von Wildschweinen beschädigt, sondern Teile 

der grasbewachsenen Böschungen, welche innerhalb des Terrassenhangs parallel 

zu den Rebstöcken verlaufen. Diese sind jedoch als Infrastrukturen zu qualifizie-

ren, dienen sie doch als Zugangs- bzw. Zufahrtswege zu den Rebstöcken. Kosten 

für Schäden an Infrastrukturen sind jedoch nicht entschädigungspflichtig. Der an-

gefochtene Entscheid der Schätzungskommission ist daher in Gutheissung der Be-

schwerde aufzuheben.