# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d97caff2-643f-50ac-b81e-0a22c468a12a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-05-25
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 25.05.2010 U 2010 50
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2010-50_2010-05-25.pdf

## Full Text

U 10 50

1. Kammer 

URTEIL
vom 25. Mai 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Submission

1. Die Gemeinde … (Beschwerdegegnerin 1) schrieb am 23. November 2009 

die Leistungen „Erweiterung … BKP 237 Gebäudeautomation, BKP 421 

Gärtnerarbeiten und BKP 421 Belagsarbeiten“ in einem offenen Verfahren 

aus. Auf die ausgeschriebene Leistung „BKP 421 Gärtnerarbeiten und 

Belagsarbeiten“ gingen insgesamt 10 Angebote ein, wobei die … AG neben 

einer Hauptofferte von Fr. 760'759.83.-- auch eine Offertvariante von Fr. 

688'748.95.-- einreichte. Darin wurde die als „Material für 

Fundationsschichten liefern; Kiessand 0/63 für Asphalt und Chaussierung 

Volumen lose“ bezeichnete Position 413.112 des Leistungsverzeichnisses 

alternativ mit einem Mischabbruchgranulat aus Recyclingmaterial angeboten. 

2. In der Folge wurden sämtliche Angebote durch eine Fachplanerin der … 

Landschaftsarchitekten rechnerisch und inhaltlich geprüft. Im Schreiben vom 

4. Februar 2010 wies die zuständige Fachplanerin darauf hin, dass drei 

Unternehmer eine Variante eingereicht hätten, wobei sie die Position 413.112 

(Lieferung Kiessand 0/63) alternativ mit einem Mischabbruchgranulat aus 

Recyclingmaterial angeboten hätten. Erfahrungswerte hätten indes ergeben, 

dass ein Mischabbruchgranulat aus Recyclingmaterial nicht die gleiche 

Qualität aufweise wie Kiessand 0/63. Der Unternehmer sei indes gerade 

verpflichtet, gleichwertige Materialien anzubieten. Um diesen Nachweis 

erbringen zu können, sei vom Anbieter eine Eignungsprüfung zum 

angebotenen Produkt vorzulegen. Unter Berücksichtigung der 

Unternehmervarianten ergebe sich folgende Reihenfolge:

1. … AG Fr. 688'748.95

2. … Fr. 725'309.12

3. … Fr. 735'233.80

3. Am 16. April 2010 teilte die Gemeinde … den Anbietern den 

Vergebungsbeschluss mit. Darin zeigte sich folgendes Bild:

1. … Fr. 735'233.82

2. … AG Fr. 760'759.83

3. … Fr. 806'388.05

[…]

Der Vergebungsbeschluss beinhaltete zwar die Hauptofferte der … AG, nicht 

jedoch deren Unternehmervariante „BKP 421 Belagsarbeiten    VARIANTE 

Kies/Sand“ von Fr. 688'748.95.--. Mit der Begründung, dass es sich um das 

wirtschaftlich günstigste Angebot handle, wurde der Zuschlag der … 

(Beschwerdegegnerin 2) erteilt.

4. Dagegen erhob die … AG am 23. April 2010 frist- und formgerecht 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit dem 

Antrag, der Zuschlag vom 16. April 2010 an die … sei aufzuheben und der 

Auftrag „BKP 421 Belagsarbeiten“ sei direkt an die Beschwerdeführerin zu 

vergeben. Eventualiter sei die Streitsache zur Neuvergabe an die 

Beschwerdegegnerin 1 zurückzuweisen. Zudem sei der Beschwerde 

aufschiebende Wirkung zu erteilen. Begründend brachte die 

Beschwerdeführerin vor, sie habe mit ihrer Unternehmervariante ein 

wesentlich günstigeres Angebot eingereicht als die Beschwerdegegnerin 2. 

Voraussetzung für die Einreichung einer Unternehmervariante sei, dass der 

Anbieter zusätzlich eine Hauptofferte einreiche, was sie zweifelsfrei getan 

habe. Eine Unternehmervariante sei von der Beschwerdegegnerin 1 zudem 

als erwünscht und geboten bezeichnet worden. Ferner gehe es nicht an, die 

Unternehmervariante im Protokoll der Offertöffnung vom 23. Dezember 2009 

aufzuführen und diese im angefochtenen Vergebungsbeschluss vom 16. April 

2010 nicht mehr zu berücksichtigen. Dieses Vorgehen sei sachlich nicht 

gerechtfertigt und ausserdem völlig willkürlich. Im Weiteren sei im 

Vergebungsbeschluss darauf hinzuweisen, weshalb ein bestimmter Anbieter 

den Zuschlag erhalten habe oder weshalb die übrigen Anbieter nicht 

berücksichtigt worden seien. Die im Vergebungsbeschluss vom 16. April 2010 

festgehaltene Begründung, wonach das Angebot der Beschwerdegegnerin 2 

das wirtschaftlich günstigste sei, genüge indes nicht. 

5. Die Gemeinde … beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 6. Mai 2010 die 

kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Es treffe zu, dass im Protokoll der 

Offertöffnung beim beschwerdeführenden Unternehmen der Betrag der 

Hauptofferte von Fr. 760'759.83.-- durchgestrichen sei und somit nur der 

Betrag der Unternehmervariante von Fr. 688'748.95.-- als relevant erscheine. 

Dazu sei jedoch anzumerken, dass in einer Offertöffnung lediglich die 

eingegangenen Angebote sowie offensichtliche Mängel festgehalten würden. 

Eine Vorselektion der Angebote hätte im Rahmen der Offertöffnung keine 

stattgefunden, was durch vier daran beteiligte Unternehmer bezeugt werden 

könne. Folglich könne die Beschwerdeführerin aus dem Protokoll der 

Offertöffnung nichts Weiteres zu ihren Gunsten ableiten. Ferner habe die 

Beschwerdegegnerin 1 in den Vergabeunterlagen nicht ausgeschlossen, eine 

Unternehmervariante einzureichen, weshalb die eingereichte Offertvariante 

der Beschwerdeführerin grundsätzlich zulässig sei. Die zuständige 

Fachplanerin der … Landschaftsarchitekten habe alle eingereichten Offerten 

geprüft. Dabei hätten in Position 431.112 des Leistungsverzeichnisses alle 

Anbieter Kiessand 0/63 angeboten. Dies sei ein anerkanntes Material, 

welches die geforderte Stabilität auf der Vorfahrt des neuen 

Kongresszentrums biete. Demgegenüber habe die Beschwerdeführerin in 

ihrer Unternehmervariante ein Mischabbruchgranulat ohne jegliche 

Spezifikation offeriert. Auf die von der Fachplanerin in Erwägung gezogene 

Alternative (Betongranulat) habe die Beschwerdeführerin jedoch keine Offerte 

eingereicht. Im Weiteren brachte die Beschwerdeführerin vor, dass bei einer 

qualitativen Würdigung von Kiessand 0/63, Betongranulat und 

Mischabbruchgranulat, letzteres die geringste Qualität aufweise. Somit stelle 

die von der Beschwerdeführerin eingereichte Unternehmervariante kein 

gleichwertiges Angebot dar, weshalb sie im Vergebungsbeschluss vom 16. 

April 2010 zu Recht nicht berücksichtigt wurde. Ausserdem komme dem 

Auftraggeber nach der Praxis des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden beim Entscheid, ob er einer Offertvariante den Zuschlag erteile 

oder an der Hauptofferte festhalte, ein grosser Ermessensspielraum zu. 

6. In der Stellungnahme vom 7. Mai 2010 beantragte die Beschwerdegegnerin 

2 ebenfalls die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Ihre Offerte basiere 

auf einem Koffermaterial aus Kiessand 0/63, die Unternehmerofferte der 

Beschwerdeführerin hingegen auf einem Koffermaterial aus einem 

Mischabbruchgranulat. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin sei das 

Produkt Kiessand 0/63 als Koffermaterial einem nicht spezifizierten 

Mischabbruchgranulat qualitativ überlegen. Ferner sei gemäss dem vom 

Tiefbauamt Graubünden herausgegebenen Handbuch für Belagsarbeiten zu 

berücksichtigen, dass die Verwendung von ungebundenen Gemischen aus 

Mischabbruchgranulat nur in der unteren Hälfte der Fundationsschicht erlaubt 

sei. Die Beschwerdeführerin beabsichtige indes, das Mischabbruchgranulat 

aus Recyclingmaterial für die gesamte Fundationsschicht zu verwenden. 

Folglich erfülle die Unternehmervariante der Beschwerdeführerin nicht die 

gleichen qualitativen Vorgaben wie ihre Offerte. Unter Berücksichtigung der 

Vorschriften im kantonalen Belagshandbuch sei die eingereichte 

Unternehmerofferte sogar als nicht zulässig zu bezeichnen. 

7. In der ergänzenden Stellungnahme vom 14. Mai 2010 hielt die 

Beschwerdeführerin an den in der Beschwerde vom 23. April 2010 gestellten 

Rechtsbegehren fest. Begründend brachte sie vor, dass der von ihr offerierte 

Mischabbruchgranulat-Koffer qualitativ durchaus besteche. Mithin hätte die 

Beschwerdegegnerin 1 diesen Mischabbruchgranulat-Koffer in den letzten 10 

Jahren immer wieder erfolgreich eingesetzt. Allein sie (Beschwerdeführerin) 

habe dies in mehr als 10 Fällen für die Beschwerdegegnerin 1 getan. Im 

Weiteren führe das Strassenbaulabor des Tiefbauamtes Graubünden eine 

Liste der anerkannten ungebundenen Gemische. Darauf werde auch der von 

ihr verwendete Mischabbruchgranulat-Koffer geführt. Abschliessend sei 

festzuhalten, dass im angefochtenen Entscheid mit keinem Wort erwähnt 

worden sei, dass der von ihr verwendete Mischabbruchgranulat-Koffer 

qualitativ nicht genüge. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Auf das vorliegende Verfahren gelangen die Bestimmungen des kantonalen 

Submissionsgesetzes (SubG; BR 803.300) sowie der hierzu erlassenen 

Submissionsverordnung (SubV; BR 803.310) zur Anwendung. Die 

Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts zur Behandlung der 

Submissionsbeschwerde ist unbestritten und ergibt sich ohne Weiteres aus 

Art. 25 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 lit. c SubG. 

b) Beschwerdegegenstand bildet vorliegend die Frage, ob die 

Beschwerdegegnerin 1 die von der Beschwerdeführerin eingereichte 

Unternehmervariante von Fr. 688’748.95.-- zu Recht vom Wettbewerb 

ausgeschlossen hat. Ist dies zu bejahen, ist die Beschwerde abzuweisen.

c) Hinsichtlich der Beschwerdegründe und damit der der Beschwerdeinstanz 

zustehenden Kognition beschränkt sich die Überprüfung von Verfügungen im 

Submissionsverfahren auf Rechtsverletzungen einschliesslich 

Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie auf unvollständige     

oder unrichtige Sachverhaltsfeststellungen (Art. 27 Abs. 1 SubG). Dagegen 

kann das Verwaltungsgericht nicht sein Ermessen an die Stelle jenes der 

Vorinstanz setzen, sondern es hat die Lösungen der Verwaltung zu 

akzeptieren, die mit sachlichen Gründen vertretbar sind, auch wenn eine 

andere Lösung als zweckmässiger erschiene. Bei Fragen technischer, 

technologischer, (bau)physikalischer, ästhetischer und methodologischer Art 

oder bei Eignungs- und Angebotsbewertungen ist die Kognition – wie bei 

Examina – praktisch auf Willkür beschränkt (VGU U 07 25; U 04 114; U 01 

111 und 128). Den Vergabebehörden kommt insbesondere bei der Bewertung 

der einzelnen Angebote aufgrund der ausgewählten Eignungs- und 

Zuschlagskriterien ein weiter Ermessenspielraum zu (VGU U 06 98). 

d) Die Beschwerdeführerin macht in formeller Hinsicht geltend, dass die im 

Vergebungsbeschluss vom 16. April 2010 festgehaltene Begründung, wonach 

das berücksichtigte Angebot der Beschwerdegegnerin 2 das wirtschaftlich 

günstigste sei, nicht genüge. Gemäss Art. 23 Abs. 1 SubG ist die 

Zuschlagsverfügung nur kurz zu begründen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass 

der ausgeschlossene oder nicht berücksichtigte Anbieter darüber im Unklaren 

gelassen werden darf, weshalb sein Angebot ausgeschlossen oder nicht 

berücksichtigt wurde. Vielmehr muss ihn auch eine kurze Begründung in die 

Lage versetzen, den Entscheid sachgerecht anfechten zu können (VGU U 05 

90). Vorliegend erhielt das Angebot der Beschwerdegegnerin 2 den Zuschlag, 

weil dieses die an den Auftrag „BKP 421 Gärtnerarbeiten und Belagsarbeiten“ 

gestellten Anforderungen (Kiessand 0/63) am günstigsten zu erfüllen 

vermochte. Somit ist festzuhalten, dass es sich dabei um das wirtschaftlich 

günstigste Angebot handelte, weshalb die Begründung im 

Vergebungsbeschluss vom 16. April 2010 den oben festgehaltenen 

Anforderungen genügt. Eine darüber hinausgehende Begründung ist 

vorliegend nicht angezeigt. 

2. a) Laut Art. 22 lit. c SubG ist ein Angebot u.a. dann von der Berücksichtigung 

auszuschliessen, wenn der Anbieter ein Angebot einreicht, welches 

unvollständig ist oder den Anforderungen der Ausschreibung nicht entspricht. 

Weicht ein Anbieter von den vorgegebenen Merkmalen ab, so hat er die 

Gleichwertigkeit dieser technischen Spezifikationen zu beweisen (Art. 13 Abs. 

3 SubV). Liegt ein Ausschlussgrund vor, so ist der Auftraggeber verpflichtet, 

einen Anbieter bzw. dessen Angebot vom Wettbewerb auszuschliessen. 

b) Es fragt sich, was unter dem Begriff der Unternehmervariante zu verstehen 

ist. Im Gesetz wird er nicht definiert. Das Verwaltungsgericht hat indessen zu 

dieser Frage bereits mehrfach Stellung genommen. Dabei ging es von den 

allgemeinen submissionsrechtlichen Zielen und Grundsätzen aus. Diese 

gewährleisten den Anbietern einerseits die Durchführung eines fairen, 

rechtsgleichen und diskriminierungsfreien sowie auch transparenten 

Wettbewerbes und ermöglichen es andererseits der öffentlichen Hand, dem 

jeweils wirtschaftlich günstigsten Angebot den Zuschlag zu erteilen. Dies 

bedinge, führte das Gericht z. B. in VGU U 99 63 und U 01 111 aus, dass als 

Unternehmervarianten nur solche Angebote qualifiziert werden könnten, die 

sich innerhalb des Rahmens des ausgeschriebenen Leistungsgegenstandes 

und -umfanges bewegten. In diesem Sinne könne ein Angebot dann als 

Variante betrachtet werden, wenn es die verlangte Leistung inhaltlich anders 

anbiete, als dies in der Leistungsbeschreibung vorgesehen ist, ohne dass es 

deshalb zur Ausführung einer anderen als der geforderten Leistung komme. 

Umgekehrt könne dann nicht mehr von einer Variante gesprochen werden, 

wenn das Ergebnis der Ausführung sich nicht mit dem geforderten 

Gegenstand decken oder etwas Zusätzliches zur Ausführung gelangen 

würde. Im Einzelfall könne es schwierig sein festzulegen, ob ein Angebot als 

Variante akzeptiert werden könne oder nicht. Richtlinie müsse dabei bleiben, 

dass die Gleichbehandlung der Anbieter und die Transparenz des 

Wettbewerbs gewährleistet würden. Dem ist vor allem mit Blick auf die 

Interessen des Auftraggebers hinzuzufügen, dass er sich über Varianten 

zusätzliche Lösungsmöglichkeiten erschliessen oder Angeboten erhalten 

kann, die wirtschaftlich günstiger oder technisch ausgereifter sind als der dem 

Devis zugrundeliegende Vorschlag. Das liegt im Interesse der 

Wirtschaftlichkeit der Beschaffung (VGU U 09 15). 

3. a) Grundsätzlich können die Anbieter sogenannte Unternehmervarianten 

einreichen, sofern die Vergabestelle diese Möglichkeit nicht einschränkt oder 

ausschliesst. Vorausgesetzt wird aber in solchen Fällen, dass der Anbieter 

zusätzlich zu seiner Variante auch eine Offerte für die ausgeschriebene 

Leistung (Grundangebot) einreicht (Art. 20 Abs. 1 und 2 SubV; Handbuch 

öffentliches Beschaffungswesen im Kanton Graubünden, Kapitel 8.1.4). Den 

Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin in der eingereichten 

Offerte „BKP 421 Belagsarbeiten“ die Position 413.112 des 

Leistungsverzeichnis mit dem von der Beschwerdegegnerin 1 

ausgeschriebenen Kiessand 0/63 besetzte, womit das besagte Angebot als 

Grundangebot zu gelten hat. Ferner hat die Beschwerdegegnerin die 

Einreichung von Unternehmervarianten weder in der Ausschreibung noch in 

den Ausschreibungsunterlagen ausgeschlossen oder beschränkt. Vielmehr 

ist Ziffer 3 der „Allgemeinen Bedingungen“ des Hochbauamtes der Gemeinde 

… zu entnehmen, dass Varianten separat einzureichen und als solche zu 

bezeichnen seien. Nach dem Ausgeführten erhellt, dass die 

Beschwerdeführerin berechtigt war, eine Unternehmervariante einzureichen. 

b) Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin in Position 413.112 

des Leistungsverzeichnisses Kiessand 0/63 als Material für die 

Fundationsschicht ausschrieb. Demgegenüber besetzte die 

Beschwerdeführerin diese Position in der Offertvariante mit einem Recycling-

Mischabbruchgranulat. Nach dem oben Ausgeführten (Erw. 2.a und b) ist 

somit zu prüfen, ob das von der Beschwerdeführerin in der Offertvariante 

„BKP 421 Belagsarbeiten VARIANTE Kies/Sand“ angebotene Recycling-

Mischabbruchgranulat mit dem ausgeschriebenen Kiessand 0/63 gleichwertig 

ist und ob sie dies zu beweisen vermag. In der Eingabe vom 23. April 2010 

bringt die Beschwerdeführerin keine Argumente vor, die darauf ausgerichtet 

sind, die Gleichwertigkeit des Mischabbruchgranulats zu belegen. In der 

ergänzenden Stellungnahme vom 14. Mai 2010 macht sie lediglich geltend, 

dass sich das von ihr offerierte Mischabbruchgranulat aus Recyclingmaterial 

als Koffermaterial für Fundationsschichten eigne. Schliesslich hätte sie dieses 

in den letzten 10 Jahren auch für 11 andere ausgeschriebene Projekte der 

Beschwerdegegnerin 1 verwendet. Aus diesen Ausführungen kann die 

Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ableiten. Aus der Tatsache, dass 

im Rahmen anderer Projekte ein Mischabbruchgranulat-Koffer zugelassen 

wurde, kann nicht geschlossen werden, dass dieser den Anforderungen des 

Auftrag „BKP 421 Gärtnerarbeiten und Belagsarbeiten“ ebenfalls genügt. 

Schliesslich liegt es ja gerade in der Natur einer neuen Ausschreibung, dass 

einem darin auszuführenden Projekt andere Ansprüche zugrunde gelegt 

werden. Mithin kann ein Auftraggeber selber definieren, welchen 

Anforderungen ein Angebot zu entsprechen hat (Art. 13 Abs. 1 SubV). Mit 

Eingabe vom 14. Mai 2010 reichte die Beschwerdeführerin im Weiteren eine 

als „ungebundene Gemische nach SN 670’119-NA für Fundationsschichten“ 

bezeichnete Liste des Tiefbauamtes Graubünden ein. Dieser ist zwar zu 

entnehmen, dass Mischabbruchgranulat als ungebundenes Gemisch für 

Fundationsschichten grundsätzlich verwendet werden darf. Nach den von der 

Beschwerdegegnerin 2 eingereichten „Vorschriften für die Ausführung von 

Erdarbeiten (Schüttarbeiten und Fundationsschichten)“ des Tiefbauamtes 

Graubünden kann diese Angabe jedoch nur dahingehend verstanden werden, 

dass die Verwendung von ungebundenen Gemischen aus 

Mischabbruchgranulat lediglich in der unteren Hälfte der unteren 

Fundationsschicht zulässig ist. Die von der Beschwerdeführerin eingereichte 

Offertvariante sah indes für die gesamte Fundationsschicht die Verwendung 

von Recycling-Mischabbruchgranulat vor. Daraus ergibt sich, dass die 

Beschwerdeführerin nicht nur nicht zu beweisen vermag, dass das von der 

Beschwerdeführerin offerierte Recycling-Mischabbruchgranulat mit Kiessand 

0/63 gleichwertig ist, sondern auch, dass eine lediglich aus ungebundenen 

Gemischen bestehende Fundationsschicht unzulässig ist. 

Demgegenüber führte die die Beschwerdegegnerin 1 beratende Fachplanerin 

in ihrem Schreiben vom 4. Februar 2010 aus, dass ihrer Erfahrung nach ein 

Mischabbruchgranulat aus Recyclingmaterial nicht dieselbe Qualität aufweise 

wie Kiessand 0/63 und dass aus ihrer Sicht allenfalls ein Betongranulat in 

Frage käme. Unter Berücksichtigung dieser Ausführungen erhellt, dass die 

Beschwerdeführerin den in Ziffer 13 der „Allgemeinen Bedingungen“ des 

Hochbauamtes der Gemeinde … festgehaltenen Anforderungen nicht 

nachgekommen ist. Darin wird sodann ausgeführt, dass alle zur Verwendung 

kommenden Materialien von bester Qualität sein müssen. Die Darstellung der 

zuständigen Fachplanerin zeigt hingegen, dass bei Mischbruchgranulat aus 

Recyclingmaterial gerade nicht von „bester Qualität“ gesprochen werden 

kann. Ferner reichte die Beschwerdeführerin kein Angebot ein, in welchem für 

die Erstellung der Fundationsschicht ein Betongranulat vorgesehen war. 

Somit ist festzuhalten, dass das von der Beschwerdeführerin offerierte 

Recycling-Mischabbruchgranulat mit Kiessand 0/63 nicht gleichwertig ist, 

weshalb sich die eingereichte Offertvariante nicht innerhalb des Rahmens des 

ausgeschriebenen Leistungsgegenstandes bewegt. Die Beschwerdegegnerin 

1 hat demnach die Offertevariante der Beschwerdeführerin ohne 

Übermessensüberschreitung zu Recht nicht als zulässige 

Unternehmervariante qualifiziert. Der Ausschluss der Offertvariante vom 

Wettbewerb ist somit zu Recht erfolgt. Die Beschwerde erweist sich demnach 

als unbegründet und ist abzuweisen. 

4. Die Beschwerdeführerin macht im Weiteren geltend, dass die 

Beschwerdegegnerin 1, indem sie die Offertvariante von Fr. 688'748.95.-- im 

Protokoll der Offertöffnung vom 23. Dezember 2009 aufgeführt und im 

Vergebungsbeschluss vom 16. April 2010 lediglich noch das Grundangebot 

von   Fr. 760'759.83.-- berücksichtigt habe, willkürlich gehandelt habe. Dieses 

Vorbringen der Beschwerdeführerin ist nicht zu hören. Anlässlich der 

Offertöffnung liest die Vergabebehörde lediglich die Namen der Anbieter ab 

und gibt die Gesamtpreise der einzelnen Angebote sowie die Einreichung 

allfälliger Angebotsvarianten oder Teilangebote bekannt. Im Rahmen der 

Offertöffnung ist weder eine Prüfung noch eine Bereinigung der Angebote 

vorzunehmen. Über die Öffnung der Angebote erstellt der Auftraggeber ein 

Protokoll, das die Namen der Anbieter, die Gesamtpreissumme der einzelnen 

Angebote sowie allfällige Angebotsvarianten oder Teilangebote enthält 

(Handbuch öffentliches Beschaffungswesen im Kanton Graubünden, Kapitel 

10.1.1). Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin 1 sowohl 

die Haupt- als auch die Offertvariante in das Protokoll der Offertöffnung 

aufgenommen hat, wobei erstere durchgestrichen wurde. Gestützt auf die im 

Vergabeantrag vom 4. Februar 2010 gemachten Ausführungen der 

zuständigen Fachplanerin hat die Beschwerde-gegnerin 1 die Offertvariante 

der Beschwerdeführerin mangels Gleichwertigkeit mit dem ausgeschriebenen 

Kiessand 0/63 vom Wettbewerb ausgeschlossen. Daher ist es 

nachvollziehbar, dass der Vergebungsbeschluss vom 16. April 2010 lediglich 

das Grundangebot der Beschwerdeführerin von Fr. 760'759.83.-- enthält. 

Unter Berücksichtigung, dass die Offertöffnung am 23. Dezember 2009 

stattfand und die Ergebnisse der Angebotsprüfungen erst mit Vergabeantrag 

vom 4. Februar 2010 bekannt gegeben wurden, erhellt ferner, dass den 

Ausführungen der Beschwerdegegnerin 1, wonach im Rahmen der 

Offertöffnung keine Vorselektion erfolgt sei, Glauben geschenkt werden kann. 

Zum Zeitpunkt der Offertöffnung verfügte die Beschwerdegegnerin noch gar 

nicht über die im Vergabeantrag vom 4. Februar 2010 enthaltene Information, 

wonach ein Mischabbruchgranulat aus Recyclingmaterial in qualitativer 

Hinsicht nicht mit Kiessand 0/63 gleichwertig sei. Eine Vorselektion hätte 

demnach nicht im Interesse der Beschwerdegegnerin 1 gelegen, zumal zu 

diesem Zeitpunkt doch noch die Möglichkeit bestand, dass das in der um Fr. 

46'484.87   (Fr. 735'233.82 [Offerte …] – Fr. 688'748.95 [Offertvariante … 

AG]) günstigeren Offertvariante angebotene Mischabbruchgranulat mit dem 

Kiessand 0/63 gleichwertig ist. Nach dem Ausgeführten ergibt sich, dass das 

Ausschlussverfahren ordnungsgemäss durchgeführt wurde. Was an der 

Vorgehensweise der Beschwerdegegnerin 1 willkürlich gewesen sein sollte, 

erscheint dem Gericht schleierhaft. Die Beschwerde ist somit auch in diesem 

Punkt abzuweisen. 

5. Mit der Eröffnung dieses Urteils wird das Gesuch um aufschiebende Wirkung 

gegenstandslos. 

6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Verfahrenskosten gemäss Art. 

73 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) 

zulasten der Beschwerdeführerin. Bund, Kanton und Gemeinden sowie 

öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen wird dagegen 

gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn 

sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen. Da die Beschwerdegegnerin 

1 öffentlich-rechtliche Aufgaben erfüllt, hat sie demnach kein Anspruch auf 

eine Parteientschädigung. Demgegenüber hat die Beschwerdeführerin die 

Beschwerdegegnerin 2 mit Fr. 1'200.-- aussergerichtlich zu entschädigen. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 4'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 333.--

zusammen Fr. 4'333.--

gehen zulasten der … AG und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

3. Die … AG hat die … mit Fr. 1'200.-- aussergerichtlich zu entschädigen.