# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 85139619-fa59-5725-bf14-75a441ed6e18
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-15
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 15.01.2018 SB170386
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB170386_2018-01-15.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB170386-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. iur. F. Bollinger, Präsident, Oberrichter lic. iur.  

S. Volken und Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz sowie die Gerichts-

schreiberin MLaw M. Konrad 

 
Urteil vom 15. Januar 2018 

 
in Sachen 

 
A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 
gegen 

 
Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  
vertreten durch Stv. Leitende Staatsanwältin lic. iur. S. Steinhauser,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 
sowie 

 
B._____,  
Privatklägerin und Anschlussberufungsklägerin 

 
betreffend  

Geldwäscherei 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon, Einzelgericht,  
vom 3. Mai 2017 (GG170005) 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 1. Februar 

2017 (Urk. 32) ist diesem Urteil beigeheftet. 

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Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 49 S. 14 ff.) 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 

StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu 

Fr. 50.00 (entsprechend Fr. 2'500.00), wovon bis und mit heute 1 Tagessatz als 

durch Haft geleistet gilt.  

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre fest-

gesetzt.  

4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Staat als Ersatz für den nicht mehr vor-

handenen, widerrechtlich erlangten Vermögensvorteil Fr. 220.00 zu bezahlen. 

5. Die Privatklägerin wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivil-

prozesses verwiesen. 

6. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 1'500.00;   die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'500.00   Gebühr für das Vorverfahren. 

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.  

Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Urteils, ermässigt sich 

die Entscheidgebühr auf zwei Drittel. 

7. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidi-

ger des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 9'229.50 (inkl. Barauslagen 

und 8 % MwSt.) entschädigt. 

8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen 

diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.  

9. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; 

vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.  

10. (Mitteilungen) 

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11. (Rechtsmittel).  

Berufungsanträge: 

a) Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 69 S. 1) 

1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der Geldwäscherei freizusprechen. 

2. Die Anschlussberufung sei abzuweisen. 

3. Es sei dem Beschuldigten eine Genugtuung von CHF 500.– auszurichten. 

4. Die Kosten des gesamten Verfahrens, einschliesslich die Kosten der amt-

lichen Verteidigung, seien – zu Folge Freispruchs – auf die Staatskasse zu 

nehmen. 

b) Der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland: 

(Urk. 55) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

c) Der Privatklägerschaft B._____: 

(Urk. 60 S. 2) 

1. Die Berufung des Beschuldigten vom 4. Oktober 2017 sei abzuweisen und 

das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 3. Mai 2017 sei mit Ausnahme 

der Dispositivziffer 5 zu bestätigen. 

2. Die Dispositivziffer 5 des Urteils des Bezirksgerichtes Dietikon vom 3. Mai 

2017 sei aufzuheben und der Beschuldigte sei zu verpflichten der Privat-

klägerin Schadenersatz in der Höhe von CHF 11'790.– zzgl. 5% Zins seit 

dem 12. Mai 2016 zu bezahlen.  

Erwägungen: 

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I. Prozessuales 

1.  Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil der Vorinstanz vom 

3. Mai 2017 wurde der Beschuldigte A._____ anklagegemäss der Geldwäscherei 

schuldig gesprochen und mit einer bedingt aufgeschobenen Geldstrafe bestraft  

(Urk. 49 S. 14). Gegen diesen Entscheid liess der Beschuldigte durch seinen amt-

lichen Verteidiger mit Eingabe vom 10. Mai 2017 innert gesetzlicher Frist Be-

rufung anmelden (Art. 399 Abs. 1 StPO; Urk. 45). Die Berufungserklärung der 

Verteidigung ging ebenfalls innert gesetzlicher Frist bei der Berufungsinstanz ein 

(Art. 399 Abs. 3 StPO; Urk. 51). Die Anklagebehörde hat mit Eingabe vom 

25. Oktober 2017 innert Frist mitgeteilt, dass auf Anschlussberufung verzichtet 

wird (Urk. 55; Art. 400 Abs. 2 f. und Art. 401 StPO). Mit Eingabe vom 

8. November meldete die Privatklägerin Anschlussberufung im Zivilpunkt an und 

reichte diverse schriftliche Beweismittel ein (Urk. 60; Urk. 62; Art. 389 Abs. 3 

StPO). Beschuldigter und Anklagebehörde haben keine Beweisergänzungs-

anträge gestellt (Urk. 51; Urk. 55). Die Verteidigung hat die Berufung in ihrer Be-

rufungserklärung ausdrücklich beschränkt (Urk. 51; Art. 399 Abs. 4 StPO). Die 

Anklagebehörde beantragt die Bestätigung des angefochtenen Entscheides 

(Urk. 55).  

2.  Demnach sind im Berufungsverfahren einzig die vorinstanzliche Kostenfest-

setzung (Dispositiv-Ziff. 6) sowie die Bemessung des Honorars des amtlichen 

Verteidigers (Dispositiv-Ziff. 7) nicht angefochten. Vom Eintritt der Rechtskraft 

dieser Anordnungen ist vorab Vormerk zu nehmen (Art. 404 StPO). 

3. Am 15. Januar 2018 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher der 

Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. 

X._____, sowie C._____ als Vertreter der Privatklägerin erschienen sind (Prot. II 

S. 5). Das vorliegende Urteil erging im Anschluss an die Berufungsverhandlung 

(Prot. II S. 10 ff.). 

4. An der Berufungsverhandlung rügte die Verteidigung – erstmals explizit – 

die Verletzung des Anklageprinzips und machte die Unverwertbarkeit der polizei-

lichen Einvernahme vom 11. Juni 2016 von D._____ aufgrund einer Verletzung 

der Teilnahmerechte des Beschuldigten geltend (Urk. 69 S. 3 f.), welche (pro-

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zessualen) Vorbringen der Übersichtlichkeit halber nachfolgend im Rahmen der 

Erwägungen zum Schuldpunkt abgehandelt werden.  

II. Schuldpunkt 

1.  Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift der Anklagebehörde vom 

1. Februar 2017 zusammengefasst vorgeworfen, was folgt: 

Er habe im Mai 2016 via Internet und e-mail-Verkehr eine Anstellung bei der Fir-

ma "E._____ AG" angenommen, anschliessend auf Anweisung deren Vertreter 

ein Bankkonto bei der F._____ [Bank] eröffnet, einen auf dieses Konto überwie-

senen Betrag von Fr. 11'790.– abgehoben und davon Fr. 11'520.– in bar per Post 

an eine Adresse in Moskau geschickt. Die auf das F._____-Konto des Beschul-

digten erfolgte Überweisung ab dem Konto der B._____-Kundin D._____ sei 

durch eine unbekannte Täterschaft deliktisch verursacht worden. Bei seiner Ab-

hebung des Zahlungseingangs und Postsendung nach Russland habe der Be-

schuldigte in Kauf genommen, dass der fragliche Betrag deliktischer Herkunft sei 

(Urk. 32 S. 2-5). 

2.1.  Die Verteidigung bestritt an der Hauptverhandlung die Darstellung des 

äusseren Anklagesachverhalts in der Anklageschrift in diversen Punkten (Urk. 38 

S. 3 f.). Die Vorinstanz erwog eingangs ihres angefochtenen Entscheides, der 

Beschuldigte habe den äusseren Ablauf des Sachverhalts gemäss Anklageschrift 

eingestanden, weshalb für die rechtliche Würdigung davon auszugehen sei 

(Urk. 49 S. 3). Damit setzte sich die Vorinstanz über die Einwände der Vertei-

digung schlicht hinweg, ohne sich damit auseinander zu setzen. 

2.2. Die Verteidigung rügte weiter, der dem Beschuldigten mitgeteilte Zahlungs-

grund "... lohnausfall" habe sich nicht aus dem beim Beschuldigten am 12. Mai 

2016 eingegangenen e-mail seiner Auftraggeber ergeben, sondern vielmehr aus 

der erst später erhaltenen Gutschriftanzeige der F._____ (Urk. 38 S. 3). Auch die-

ser Einwand ist berechtigt: Die Formulierung in der Anklageschrift ist diesbezüg-

lich in der Tat irreführend. Dieser (widersprüchliche und daher auffällige) Zah-

lungsgrund wird in der weiteren Anklageschilderung zum subjektiven Tatbestand, 

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d.h. zur Frage, ob der Beschuldigte eine deliktische Herkunft des Geldes in Kauf 

genommen hat, nicht mehr angeführt (Urk. 32 S. 3-5) und auch die verurteilende 

Vorinstanz hat nicht darauf abgestellt (Urk. 49 S. 5-7). 

2.3.  Die Verteidigung beanstandete sodann, dass in der Anklageschrift von einer 

Western-Union-Transaktion gesprochen werde, obwohl die inkriminierte Geld-

überweisung per Post in bar erfolgt ist (Urk. 38 S. 4; Urk. 32 S. 4 unten; 

Urk. 3/12/19). Diese falsche Darstellung in der Anklage ist zwar nicht nachvoll-

ziehbar, im weiteren jedoch nicht relevant. 

2.4.  Die Verteidigung rügte weiter zurecht, dass in der Anklageschrift ab Seite 4 

plötzlich – und falsch – von einem massgeblichen Betrag von CHF 11'970 die 

Rede ist (Urk. 38 S. 4). Da auf den vorherigen Seiten mehrfach der korrekte Be-

trag von CHF 11'790 genannt wird, handelt es sich dabei offensichtlich schlicht 

um Unsorgfalt seitens der Anklagebehörde. Zur Relevanz gilt hingegen das un-

mittelbar vorstehend Erwogene.  

2.5.  Schliesslich rügte die Verteidigung, die Darstellung in der Anklageschrift, 

wonach der Beschuldigte gemäss seiner eigenen Aussage in der Einvernahme 

vom 12. Juli 2016 vermutet habe, das Geld stamme aus einem unrechtmässigen 

Geldtransfer, beruhe auf einem falschen Zitat (Urk. 38 S. 4). Auch dieser Einwand 

ist zutreffend: Die Formulierung in der Anklageschrift ist klar aktenwidrig! In der 

fraglichen Einvernahme wurde der Beschuldigte ab Frage 101 unter dem Titel 

"Deliktserlös" zur ihm angelasteten Geldüberweisung befragt. In Frage 115 wurde 

er gefragt, ob er "weitere Geldtransfers gemacht" habe. Nachdem er dies (zu-

treffend) verneinte, wurde er gefragt, weshalb nicht. Er antwortete, "ich hatte den 

Verdacht, dass etwas nicht stimmen könnte". Die nächste Frage lautete, ob er 

angenommen oder vermutet habe, dass es sich um unrechtmässige Geldtrans-

fers handeln könnte. Der Beschuldigte antwortete, "ich habe das vermutet" 

(Urk. 3/11 S. 11 f.). Der Beschuldigte wurde somit klar über längere Zeit (und 

ausschliesslich!) zu seiner eigenen Geldüberweisung nach Moskau befragt. Dies-

bezüglich hat er auch die Vermutung einer Unzulässigkeit eingeräumt. Die Her-

kunft des Gelds war in keiner Weise Thema der Befragung! Die konkrete Darstel-

lung in der Anklageschrift, der Beschuldigte habe damit auch die Vermutung der 

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Unrechtmässigkeit der Herkunft des Geldes gestanden, ist offensichtlich objektiv 

falsch: Eine solche Äusserung des Beschuldigten ist nicht nur nicht erstellt, son-

dern eigentlich widerlegt.  

Wie die Aussagen des Beschuldigten, die er tatsächlich gemacht hat, zu würdigen 

sind, wird nachstehend erwogen. 

3.1. Zum objektiven Tatbestand hat die Verteidigung in materieller Hinsicht erst-

mals an der Berufungsverhandlung bestritten, dass die auf dem F._____-Konto 

des Beschuldigten eingegangenen Gelder tatsächlich deliktischer Herkunft waren. 

Zur Begründung machte die Verteidigung – wie bereits vor Vorinstanz (damals al-

lerdings noch sinngemäss, vgl. Urk. 38 S. 4 f.) – die Verletzung des Anklageprin-

zips geltend, da aufgrund der Anklageschrift nicht nachvollziehbar sei, weshalb 

eine von der Anklageschrift nicht näher umschriebene, mittels Trojaner verübte 

Citadel Phishing-Attacke auf das Konto von G._____ dazu führen sollte, dass Ver-

mögenswerte von D._____ verbrecherisch erlangt worden wären. Der Nachweis, 

dass die Vermögenswerte aus einer verbrecherischen Vortat stammen, sei des-

halb nicht erbracht (Urk. 69 S. 3). Weiter beanstandete die Verteidigung eine Ver-

letzung der Teilnahmerechte des Beschuldigten, da die Angabe, wonach 

die Transaktion vom 12. Mai 2016 vom Konto von D._____ auf das Konto des 

Beschuldigten gegen ihren Willen ausgeführt worden sei, auf der aktenkundigen 

polizeilichen Einvernahme von D._____ als Auskunftsperson durch die Kantons-

polizei Bern vom 11. Juni 2016 beruhe, wobei der Beschuldigte an dieser Einver-

nahme weder zugegen gewesen noch dazu eingeladen gewesen sei. Beweise, 

die in Verletzung der Teilnahmerechte, in concreto des Konfrontationsrechts, er-

hoben worden seien, dürften nicht zu Lasten der Partei verwendet werden, die 

nicht anwesend gewesen sei (Urk. 69 S. 3 f.). 

3.2. In der Tat ist es kein Musterbeispiel an Klarheit, wenn in der Anklage – ohne 

weitere Erklärungen – dargestellt wird, eine Phishing-Attacke auf das Konto einer 

Person namens G._____ habe zu einem unautorisierten Geldabfluss ab dem 

Konto einer anderen Person namens D._____ geführt (Urk. 32 S. 2 letzter Ab-

schnitt). Die genauen Modalitäten der – wie zu zeigen sein wird – erstellten 

Phishing-Attacke, welche zur deliktischen Beschaffung des massgeblichen Geld-

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betrages als Vortat geführt hat, sind für den Beschuldigten jedoch auch nicht rele-

vant, um sich gegen den ihn betreffenden Tatvorwurf der Geldwäscherei vertei-

digen zu können. Somit genügt die Schilderung des äusseren Sachverhalts dem 

Anklageprinzip (vgl. BGer Urteile 6B_389/2010 vom 27. September 2010 

E. 1.3.1 m.w.H.; 6B_716/2014 vom 17. Oktober 2014 E. 2.3).  

3.3. Sodann ist es – wie von der Verteidigung zurecht beanstandet – zutreffend, 

dass die polizeiliche Einvernahme von D._____ vom 11. Juni 2016 (Urk. 3/4) nicht 

zulasten des Beschuldigten verwertet werden darf, da sie in Verletzung der Teil-

nahmerechte des Beschuldigten erhoben wurde (Art. 147 Abs. 4 StPO). Dieser 

prozessuale Mangel könnte im Berufungsverfahren grundsätzlich geheilt und eine 

Wiederholung der Beweiserhebung durchgeführt werden. Von einer erneuten Be-

fragung von D._____ ist vorliegend jedoch mit Verweis auf die nachfolgenden Er-

wägungen zum subjektiven Tatbestand, wonach der Beschuldigte ohnehin freizu-

sprechen ist, abzusehen. 

Der objektive Tatbestand der einschlägigen Geldwäschereistrafbestimmung im 

Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB ist durch den äusseren Tathergang mit Anklage-

behörde sowie Vorinstanz (Urk. 49 S. 4) und entgegen der Verteidigung erfüllt: 

Der massgebliche Vermögenswert stammte aus einem Verbrechen und die Bar-

auszahlung von Geldbeträgen ist geeignet, die Papierspur zu unterbrechen 

(BGer Urteil vom 6B_124/2016 vom 11. Oktober 2016 E. 5.1).   

4.1. Was der Täter weiss, will und in Kauf nimmt, betrifft eine innere Tatsache 

und ist Tatfrage. Rechtsfrage ist hingegen, nach welchen tatsächlichen Voraus-

setzungen bewusste Fahrlässigkeit, Eventualvorsatz oder direkter Vorsatz gege-

ben ist (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3 m.w.H.). Es ist allerdings nicht zu übersehen, dass 

sich insoweit Tat- und Rechtsfragen teilweise überschneiden. Denn der Sinn-

gehalt des Eventualvorsatzes lässt sich nur im Lichte der tatsächlichen Umstände 

erschliessen (BGer Urteil 6B_222/2014 vom 15. Juli 2014 E. 1.3.3).  

Wenn die Vorinstanz im Rahmen der rechtlichen Würdigung geprüft hat, ob der 

Beschuldigte in Kauf genommen hat, dass der auf seinem F._____-Konto einge-

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gangene Geldbetrag deliktischer Herkunft war (Urk. 49 S. 5 ff.), kann dieser Sys-

tematik angesichts der zitierten Praxis gefolgt werden.  

4.2. Den subjektiven Tatbestand von Art. 305bis Ziff. 1 StGB erfüllt jener Täter, 

der weiss oder annehmen muss, dass die Vermögenswerte, betreffend welche er 

die Ermittlung der Herkunft, die Auffindung oder die Einziehung vereitelt, aus ei-

nem Verbrechen herrühren (BGer Urteil 6B_1013/2010 vom 17. Mai 2011 E. 5.1). 

4.3. Die Anklagebehörde führt in ihrer Anklageschrift eine Reihe von Indizien an, 

aus welchen sich ergeben soll, dass der Beschuldigte in Kauf genommen habe, 

dass der von ihm nach Moskau verschickte Geldbetrag aus einem Verbrechen 

stammte (Urk. 32 S. 3-5). Diese Indizien – so die Anklagebehörde – "hätten den 

Beschuldigten (äusserst) misstrauisch stimmen müssen" (Urk. 32 S. 5 oben). Mit 

dieser Umschreibung unterstellt die Anklagebehörde dem Beschuldigten, er hätte 

hinsichtlich der Herkunft des Geldes misstrauisch sein müssen, gesteht ihm aber 

gleichzeitig zu, er sei es gerade nicht gewesen. Damit umschreibt die Anklagebe-

hörde im optima forma eben gerade nicht ein Wissen respektive eine Inkaufnah-

me, sondern das Handeln in Verletzung einer Sorgfaltspflicht, also eine fahrlässi-

ge Tatbegehung. Der Vorwurf einer Fahrlässigkeit erfolgt wohl tatsächlich zurecht 

und wird seitens des Beschuldigten auch nicht bestritten (vgl. Urk. 69 S. 17 f.). 

Dies reicht jedoch allseits anerkanntermassen für die Erfüllung des subjektiven 

Tatbestandes des vorliegend massgeblichen Art. 305bis Ziff. 1 StGB nicht aus.  

Gleiches gilt, wenn auch die Vorinstanz die angeblich ungewöhnlichen Umstände 

der Anstellung und Beauftragung des Beschuldigten und somit – wiederum an-

geblich – belastenden Indizien gemäss Anklageschrift anführt und erwägt, der 

Beschuldigte "hätte Verdacht schöpfen müssen" (Urk. 49 S. 7). Wie die Anklage 

operiert somit auch die Vorinstanz – zumindest zwischenzeitlich – mit dem Vor-

wurf einer Fahrlässigkeit, was am konkret interessierenden Anklagevorwurf vor-

beigeht.   

4.4. Nichtsdestotrotz hat die Vorinstanz im Resultat dafür gehalten, der Beschul-

digte habe den subjektiven Tatbestand von Art. 305bis Ziff. 1 StGB erfüllt. Dabei 

hat sie – wie die Anklagebehörde – zentral auf die Einvernahme des Beschuldig-

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ten vom 12. Mai 2016 abgestützt: Dort habe der Beschuldigte ausgesagt, er habe 

den Verdacht gehabt, dass etwas nicht stimmen könnte. Auf die Frage, ob er an-

genommen oder vermutet habe, dass es sich um unrechtmässige Geldtransfers 

gehandelt habe, habe er gesagt, er habe es vermutet. Daraus folgert die Vor-

instanz, es sei dem Beschuldigten "bereits am Tag der Überweisung klar gewe-

sen, dass es sich um deliktisch erlangtes Geld handelte" (Urk. 49 S. 5).   

Wie bereits vorstehend erwogen, ist dieser Schluss nicht haltbar, da die Antwor-

ten des Beschuldigten in der fraglichen Einvernahme in einen falschen Kontext 

gestellt werden. Mit der Rüge der Verteidigung, wie sie schon an der Hauptver-

handlung und sodann erneut an der Berufungsverhandlung deponiert wurde, ist 

es aktenwidrig, dem Beschuldigten gestützt auf diese Befragung ein Geständnis 

zur massgeblichen Inkaufnahme der deliktischen Herkunft des Geldes zu unter-

stellen (Urk. 38 S. 5; Urk. 69 S. 6 ff.). Die Vorinstanz hat sich mit dem entspre-

chenden Einwand in keiner Weise auseinander gesetzt.  

4.5. Die Vorinstanz zitierte den Beschuldigten an anderer Stelle denn auch sel-

ber dahingehend, er habe sich gedacht, dass etwas nicht stimmen könnte. Er ha-

be nicht gewusst was und habe gedacht, dass es allenfalls um Steuervorteile ge-

hen könnte (Urk. 49 S. 6). In seiner ersten (und einzigen) polizeilichen Befragung 

wurde der Beschuldigte zur Herkunft der eingegangenen Zahlung knapp befragt 

und sagte dazu aus, es sei eine Mietzahlung gewesen, dies habe er geglaubt; er 

habe nicht gewusst, dass die Zahlung deliktisch ausgelöst worden war (Urk. 3/9 

[= Urk. 3/11] S. 14 Fragen 134 f. und 138).  

In der Folge erging ohne weitere Einvernahme der Strafbefehl (Urk. 10). Nach der 

Einsprache des Beschuldigten folgte die einzige Einvernahme durch den Staats-

anwalt (Urk. 25). Im Rahmen dieser Einvernahme hat der Beschuldigte wiederholt 

und konstant ausgesagt, man habe ihm seitens der Auftraggeber gesagt, dass es 

sich beim eingehenden Betrag um eine Mietzins(depot)-Zahlung handle, was er 

geglaubt habe (Urk. 25 S. 5, S. 7 und S. 9). Auch in der Anklageschrift wird ge-

schildert, dass dem Beschuldigten seitens seiner Auftraggeber schriftliche Unter-

lagen zum – angeblichen – Mietverhältnis zugesandt und ihm die erwartete Zah-

lung als Mietzins(depot)-Leistung erst angekündigt und dann gemeldet wurde 

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(Urk. 32 S. 4 ff.). All dies ist auch ohne Weiteres aktenkundig (Anhänge zu 

Urk. 3/9; Urk. 3/12). Seine geäusserten Bedenken, so der Beschuldigte in der un-

tersuchungsrichterlichen Einvernahme erneut, seien dahingehend gewesen, der 

konkrete Geldtransfer sei allenfalls steuerrechtlich nicht korrekt (Urk. 25 S. 4, S. 5, 

S. 6 und S. 11). Genau in diesem Sinne sagte der Beschuldigte schliesslich auch 

an der Hauptverhandlung vor Vorinstanz (Prot. I S. 6-10) sowie wie an der Beru-

fungsverhandlung aus. So gab der Beschuldigten an der Befragung im Rahmen 

der Berufungsverhandlung erneut glaubhaft zu Protokoll, er habe geglaubt, das 

Geld sei von einer Mietkaution gewesen, wobei er die Mietkaution zusammen mit 

dem Vertrag der Kundin erhalten habe (Urk. 68 S. 6). Entgegen der Anklage-

behörde und der Vorinstanz hat der Beschuldigte vorliegend nie eine Vermutung 

betreffend die deliktische Herkunft des Geldes eingeräumt, sondern Solches viel-

mehr konstant bestritten. 

4.6. Gemäss dem von der Verteidigung zitierten Bundesgerichtsentscheid 

6B_627/2012 vom 18. Juli 2013 genügt es für die Annahme eines Eventualvor-

satzes, dass der Täter die Umstände kennt, die den Verdacht nahelegen, das 

Geld entstamme einer verbrecherischen Vortat. Ist nach dem Beweisergebnis da-

von auszugehen – so das Bundesgericht – dass der Täter nicht eine bestimmte 

Vorstellung von der Art der Vortat hatte, ist entscheidend, ob er aus Gleichgültig-

keit zumindest die Möglichkeit in Kauf genommen hat, das Geld könnte aus einer 

Verbrechensvortat stammen. Wenn der Geldwäscher mit einiger Wahrscheinlich-

keit annimmt, dass es sich um Vermögenswerte aus Verbrechen handelt, jedoch 

möglichst jede Nachforschung vermeidet, um die Wahrheit nicht erfahren zu müs-

sen, handelt er eventualvorsätzlich. Erkennt er lediglich leichtfertig nicht, dass die 

Vermögenswerte verbrecherischer Herkunft sind, ist der Tatbestand nicht erfüllt 

(Urk. 69 S. 5 mit Verweis auf BGer Urteil 6B_627/2012 vom 18. Juli 2013 E. 1.2). 

Aus den vorstehend zitierten Aussagen erhellt, dass der Beschuldigte einzig be-

treffend seine eigene Transaktion, also den Versand des Geldes nach Russland, 

Bedenken hatte, worauf er sich bei seiner Arbeitgeberin, der E._____ AG, erkun-

digte. Er habe – so der Beschuldigte auch an der Berufungsverhandlung – sich 

gedacht, dass es komisch sei, das Geld in Bar zu verschicken. Er habe danach 

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seine Chefin angerufen und gefragt, wieso das Geld nicht von Konto zu Konto 

überwiesen werde. Seine Chefin hätte ihm gesagt, es sei eine Spätzahlung und 

dies sei nötig, damit die geschätzte Kundin nicht betrieben werde. Weiter gab er 

an, er habe alles bekommen, den Mietvertrag etc. (Urk. 68 S. 5 und S. 9). Ge-

stützt auf diese Aussagen kann dem Beschuldigten auch keine Gleichgültigkeit 

betreffend die Möglichkeit, das das Geld aus einer verbrecherischen Vortat 

stammte, im Sinne der zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung vorgeworfen 

werden.  

4.7.  Den weiteren zentralen, belastenden Umstand sieht die Vorinstanz wie folgt: 

Der Beschuldigte habe aufgrund seiner Bedenken die ihn betreuende Sozialarbei-

terin kontaktiert. Diese habe ihm gesagt, "dass etwas verdächtig sei und ihm so-

gar die Kontaktadresse der Geldwäschereibehörde gegeben". Trotz der Warnung 

der Sozialarbeiterin habe er jedoch das Geld abgehoben und per Post versandt 

(Urk. 49 S. 5 f.).  

Korrekt und eingestanden ist, dass der Beschuldigte nach Erhalt des e-mails der 

E._____ AG vom 12. Mai 2016, wonach der eingegangene Betrag abzuheben 

und bar zu verschicken sei, dieses e-mail seiner Sozialbetreuerin H._____ vorge-

legt und diese grundsätzlich Bedenken geäussert und dem Beschuldigten die 

Kontaktadresse der Geldwäschereibehörde übermittelt hat. Dies haben sie und 

der Beschuldigte übereinstimmend geschildert (Urk. 3/9 S. 7; Urk. 25 S. 3; Prot. I 

S. 7; Urk. 27/4 S. 4). Interessant ist immerhin, dass der Beschuldigte konstant an-

gegeben hat, er habe die Sozialarbeiterin bereits am Tag der Vertragsunterzeich-

nung am 10. Mai 2016 aufgesucht und ihr den Vertrag vorgelegt. Sie habe im In-

ternet geprüft, ob die Firma eingetragen sei und dann "ok" gesagt (Urk. 25 S. 13). 

Die Sozialarbeiterin H._____ hat dies grundsätzlich bestätigt (Urk. 27/4 S. 8). Sie 

sagte als Zeugin dazu weiter aus, nicht mehr sicher zu sein, ob sie gegenüber 

dem Beschuldigten bereits nach Vorlage des Arbeitsvertrags oder erst nach Vor-

lage des e-mails vom 12. Mai 2016 geäussert habe, dass wohl etwas faul sei, si-

cher aber am 12. Mai 2016. Nach der Lektüre des Vertrags habe sie noch gar 

nicht begriffen, was vom Beschuldigten verlangt werde (Urk. 27/4 S. 4 f.).  

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Wenn die Zeugin H._____ sodann angibt, sie habe den sie um Rat ersuchenden 

Beschuldigten auf die Gefahr einer Geldwäschereihandlung hingewiesen, ist für 

die Beurteilung des vorliegend interessierenden subjektiven Tatbestandes rele-

vant, dass die Sozialarbeiterin H._____ offensichtlich gar nicht weiss, was Geld-

wäscherei ist: Auf entsprechende Frage gab sie als Zeugin an: "Dass Geld, was 

man nicht angeben möchte, so weiterleitet an Personen, damit es niemand mitbe-

kommt. Ungefähr so" (Urk. 27/4 Frage 68). Die Zeugin verwechselt somit das 

Transferieren nicht verbuchter Gelder, z.B. auch legal erwirtschaftetes Schwarz-

geld, mit der Verschleierung deliktisch erlangter Vermögenswerte im Sinne von 

Art. 305bis Ziff. 1 StGB. Dies ist der Zeugin als juristische Laiin nicht vorzuwerfen, 

hinsichtlich der Erwägung der Vorinstanz, der Beschuldigte sei betreffend den nun 

konkret eingeklagten Tatbestand vorgewarnt worden, jedoch bedeutend: Letzte-

res trifft somit nämlich nicht zu, wie dies auch von der Verteidigung zurecht gerügt 

wurde (Urk. 69 S. 15). 

4.8. Aufschlussreich ist ferner der Inhalt des e-mails vom 12. Mai 2016, welches 

die Sozialarbeiterin H._____ an den Beschuldigten sandte: Dort wird ohne weitere 

Erläuterung ein Link zu einer Internet-Adresse des fedpol angeführt, gefolgt von 

der Bemerkung, dass der Beschuldigte die Fr. 150.– Spesen, die er behalten dür-

fe, wenn er das Geld heute abhebe, gegenüber der Gemeinde anzugeben habe. 

Dies gelte auch für weitere Transaktionen (Anhang zu Urk. 3/9; Urk. 3/12/14). Da-

raus geht zweifelsfrei hervor, dass die Sozialbetreuerin nicht nur mit dem Abhe-

ben des aktuellen, sondern auch noch weiterer Eingänge rechnete. Ihre einzige 

Sorge war dabei scheinbar, dass der Beschuldigte ihm dadurch erwachsende 

Einkünfte deklariert, was er – gemäss seiner Darstellung um Korrektheit bemüht –

auch umgehend gemacht hat (Urk. 27/4 S. 11 f.; Urk. 25 S. 8). Die Verteidigung 

hat bereits an der Hauptverhandlung zutreffend darauf verwiesen (Urk. 38 

S. 10 ff.), was von der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid einmal mehr kom-

plett übergangen wurde. Entgegen den Vorbringen der Privatklägerin (Prot. II 

S. 8) lässt sich sodann nicht beweisen, wann der Beschuldigte das vorgenannte 

e-mai gelesen hat, weshalb zu seinen Gunsten und mit der Verteidigung (Urk. 69 

S. 9) davon auszugehen ist, dass er dieses – wie von ihm zu Protokoll gegeben 

(Urk. 25 S. 12; Urk. 68 S. 8) – erst am Abend gesehen hat 

- 14 - 

Vor diesem Hintergrund ist der Vorwurf, der Beschuldigte sei zur deliktischen 

Herkunft des massgeblichen Geldbetrages gewarnt gewesen, nicht haltbar.  

Im Gegenteil spricht die absolute Offenheit des Beschuldigten in der fraglichen 

Sache gegenüber den Behörden gegen seine Bösgläubigkeit: Er zeigte der Ge-

meindevertreterin erst den Arbeitsvertrag, dann die e-mail-Anweisung zur Ab-

hebung, er deklarierte den – marginalen – erwirtschafteten Gewinn zwecks ord-

nungsgemässer Abrechnung der Sozialunterstützung und teilte Frau H._____ 

auch sofort seine telefonische Kündigung des Arbeitsverhältnisses mit (Urk. 25 S. 

8).  

4.9.  Die Behauptung des Beschuldigten, seine Bedenken hätten nicht die Her-

kunft des eingehenden Geldes betroffen, ist im übrigen auch nicht realitätsfremd: 

Eine eingetragene (vgl. Urk. 3/10) und prima vista auch der Gemeindevertreterin 

H._____ nicht suspekte Firma täuschte dem Beschuldigten, einem Ausländer  

algerischer Herkunft mit durchschnittlichen Deutschkenntnissen, einen legalen 

Zahlungsgrund für eine Bank-zu-Bank-Überweisung vor und lieferte zu diesem er-

fundenen Rechtsgeschäft auch gewisse schriftliche Unterlagen. Es wurde dem 

Beschuldigten ja nicht einfach ein Bündel Bargeld in die Hand gedrückt, welches 

er hätte weiterleiten müssen. Diesfalls hätte sich die Frage nach einer deliktischen 

Herkunft, z.B. aus Diebstahl oder Drogenhandel, tatsächlich zwingend gestellt. 

Eine Banküberweisung mit einer Erklärung der Herkunft hingegen macht ja nicht 

per se misstrauisch. Dass der Auslöser der Überweisung eine sog. Phishing-

Attacke auf das Absender-Konto sein könnte, drängt sich – mit der Verteidigung 

(Urk. 38 S. 9; Urk. 69 S. 13 f.) – dem durchschnittlichen Laien nicht auf.  

Fazit: Der dringend eine Beschäftigung suchende Beschuldigte schloss einen Ar-

beitsvertrag mit einer Firma betreffend eine Tätigkeit im Immobilienbereich ab. Die 

Anstellungs- und Arbeitsbedingungen waren ungewöhnlich, weshalb er die Sache 

mit der für ihn zuständigen Sozialbetreuerin der Gemeinde besprach. Überein-

stimmend war man nach der e-mail-Anweisung der Auftraggeber vom 12. Mai 

2016 der Meinung, "dass etwas faul sein könnte". Beim Beschuldigten führte dies 

zu Bedenken, ob seine Auftraggeber allenfalls aus – durchaus unzulässigen – 

steuerlichen Motiven Bar-Überweisungen von eingehenden Geldern beabsich-

- 15 - 

tigen. Das bei ihm via Banküberweisung eingehende Geld wurde ihm als Miet-

zins(depot)-Einnahme angekündet und deklariert; sodann erhielt er schriftliche 

Miet-Unterlagen. Der Beschuldigte hob den Betrag weisungsgemäss ab, überwies 

ihn einzig unter Abzug eines relativ geringen Spesenaufwandes an seine Auftrag-

geber und deklarierte sowohl die Überweisung wie die Höhe der eingenommenen 

Spesen umgehend der ihn betreuenden Gemeindeangestellten.  

Angesichts des gesamten Tathergangs, seines konkreten Verhaltens und seiner 

konstanten Aussagen im gesamten Verfahren lässt sich dem Beschuldigten nicht 

rechtsgenügend nachweisen, dass er betreffend die deliktische Herkunft der Gel-

der Kenntnis hatte oder eine solche auch nur in Kauf nahm. Es gilt der Grundsatz 

"in dubio pro reo", auch wenn die Beweiswürdigung zur Frage der Inkaufnahme 

hier im Rahmen der rechtlichen Würdigung erfolgt.  

4.10. Allenfalls muss der Beschuldigte sich vorwerfen lassen, zur Herkunft des 

eingegangenen Geldes keine genaueren Abklärungen gemacht zu haben, was er 

selber auch nicht rundweg bestreitet. Die Verletzung einer solchen Sorgfaltspflicht 

im Sinne einer Fahrlässigkeit erfüllt jedoch den eingeklagten Tatbestand in sub-

jektiver Weise nicht. Wollte man dem Beschuldigten gestützt auf seine Zugaben 

etwas vorwerfen, wäre dies eine versuchte eventualvorsätzliche Beihilfe zu einem 

Steuervergehen (im übrigen am untauglichen Objekt: Deliktsgut bildet kein Steu-

ersubstrat). Solches ist jedoch in concreto – zurecht – nicht Gegenstand der An-

klage. Versuchte Gehilfenschaft bliebe sodann ohnehin straflos.  

Somit ist der Beschuldigte freizusprechen.  

III. Ersatzforderung  

Ausgangsgemäss ist keine staatliche Ersatzforderung festzusetzen (Art. 70 Abs. 1 

und Art. 71 Abs. 1 StGB). 

- 16 - 

IV. Zivilanspruch/Anschlussberufung 

Ebenfalls entsprechend dem Ausgang des Verfahrens und namentlich in Überein-

stimmung mit der Verteidigung (Urk. 69 S. 18 f.; Prot. II S. 9) sowie dem Eventu-

alantrag der Privatklägerin (Prot. II S. 8) ist die Zivilforderung der Privatklägerin 

B._____ – in Abweisung der Anschlussberufung – auf den Weg des Zivilprozes-

ses zu verweisen (Art. 126 Abs. 2 lit. d StPO). 

V. Kosten 

1.  Ausgangsgemäss sind die Kosten der Untersuchung und des Hauptver-

fahrens, inklusive Kosten der amtlichen Verteidigung, auf die Gerichtskasse zu 

nehmen (Art. 426 StPO).  

2.  Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.– festzu-

setzen. 

3.   Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten reichte im Berufungsverfahren 

eine Honorarnote über einen Aufwand in der Höhe von Fr. 4'963.20 sowie Aus-

lagen von Fr. 109.10 ein, was einer Forderung von insgesamt Fr. 5'468.40 

(inkl. MwSt.) entspricht (vgl. Urk. 71, vorab per Fax Urk. 71A). Der geltend ge-

machte Aufwand ist sowohl ausgewiesen wie auch angemessen und demzufolge 

zu entschädigen. Weiter ist ein Zuschlag für die Berufungsverhandlung vom 

15. Januar 2018, das Studium des Urteils sowie eine Nachbesprechung mit dem 

Beschuldigten im Umfang von 4 Stunden zu entschädigen (4h à Fr. 220.– = 

Fr. 880.– + Fr. 67.76 [7.7% MwSt.] = Fr. 947.76). Folglich ist die Entschädigung 

für die amtliche Verteidigung auf Fr. 6'416.20.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) 

festzusetzen. 

4. Im Berufungsverfahren werden die Kosten nach Obsiegen und Unterliegen 

auferlegt (Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO). Im Berufungsverfahren obsiegt der Be-

schuldigte und unterliegen die Anklägerin und die Privatklägerin mit ihren Anträ-

gen. Daher sind die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich der Kosten 

- 17 - 

der amtlichen Verteidigung, zu ¾ auf die Gerichtskasse zu nehmen und im ver-

bleibenden ¼ der Anschlussappellantin aufzuerlegen (Art. 428 StPO).  

5. Der Beschuldigte beantragt eine Genugtuung von Fr. 500.– (Urk. 51 S. 1; 

Urk. 69 S. 19). Dies ist – auch gestützt auf seine dazu deponierten Aussagen an 

der Berufungsverhandlung –  angemessen (vgl. Urk. 5/2; Urk. 68 S. 8 f.). Folglich 

ist dem Beschuldigten in der beantragten Höhe eine Genugtuung aus der Ge-

richtskasse auszurichten (Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO). 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon, Einzel-

gericht, vom 3. Mai 2017 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt: 

1. (...) 

 2. (...) 

 3. (...) 

 4. (...) 

5. (...) 

6. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 1'500.00;   die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'500.00   Gebühr für das Vorverfahren. 

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.  

Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Urteils, ermäs-

sigt sich die Entscheidgebühr auf zwei Drittel. 

7. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Ver-

teidiger des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 9'229.50 (inkl. Bar-

auslagen und 8 % MwSt.) entschädigt. 

 8. (...) 

 9. (...) 

- 18 - 

10. (Mitteilungen) 

11. (Rechtsmittel)" 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ wird freigesprochen. 

2. Es wird keine staatliche Ersatzforderung festgesetzt.  

3. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin B._____ wird auf den Weg 

des Zivilprozesses verwiesen. 

4. Die Kosten der Untersuchung und des Hauptverfahrens, inklusive Kosten 

der amtlichen Verteidigung, werden auf die Gerichtskasse genommen.  

5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr.  3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 6'416.20   amtliche Verteidigung. 

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich der Kosten der amt-

lichen Verteidigung, werden zu ¾ auf die Gerichtskasse genommen und im 

verbleibenden ¼ der Anschlussberufungsklägerin auferlegt. 

7. Dem Beschuldigten wird eine Genugtuung von Fr. 500.– aus der Gerichts-

kasse ausgerichtet. 

8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des  
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (versandt) 
− die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die 

Privatklägerschaft (übergeben) 
(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer eigenen 
Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur zugestellt, sofern 
sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.) 

- 19 - 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden   
des Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland  
− die Vertretung  der Privatklägerin im Doppel für sich und die  

Privatklägerschaft 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle Vostra mittels Kopie von Urk. 50 
− die Kantonspolizei Zürich gemäss § 54a Abs. 1 PolG  

(Geschäfts-Nr. 66795593). 

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 15. Januar 2018 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Dr. iur. F. Bollinger 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw M. Konrad 
 

	Urteil vom 15. Januar 2018
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 49 S. 14 ff.)
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu Fr. 50.00 (entsprechend Fr. 2'500.00), wovon bis und mit heute 1 Tagessatz als durch Haft geleistet gilt.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Staat als Ersatz für den nicht mehr vorhandenen, widerrechtlich erlangten Vermögensvorteil Fr. 220.00 zu bezahlen.
	5. Die Privatklägerin wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	6. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.  Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Urteils, ermässigt sich die Entscheidgebühr auf zwei Drittel.
	7. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 9'229.50 (inkl. Barauslagen und 8 % MwSt.) entschädigt.
	8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.
	9. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
	Berufungsanträge:
	1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der Geldwäscherei freizusprechen.
	2. Die Anschlussberufung sei abzuweisen.
	3. Es sei dem Beschuldigten eine Genugtuung von CHF 500.– auszurichten.
	4. Die Kosten des gesamten Verfahrens, einschliesslich die Kosten der amtlichen Verteidigung, seien – zu Folge Freispruchs – auf die Staatskasse zu nehmen.
	1. Die Berufung des Beschuldigten vom 4. Oktober 2017 sei abzuweisen und das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 3. Mai 2017 sei mit Ausnahme der Dispositivziffer 5 zu bestätigen.
	2. Die Dispositivziffer 5 des Urteils des Bezirksgerichtes Dietikon vom 3. Mai 2017 sei aufzuheben und der Beschuldigte sei zu verpflichten der Privatklägerin Schadenersatz in der Höhe von CHF 11'790.– zzgl. 5% Zins seit dem 12. Mai 2016 zu bezahlen.
	I.  Prozessuales
	3. Am 15. Januar 2018 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher der Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, sowie C._____ als Vertreter der Privatklägerin erschienen sind (Prot. II S. 5). Das vor...
	4. An der Berufungsverhandlung rügte die Verteidigung – erstmals explizit – die Verletzung des Anklageprinzips und machte die Unverwertbarkeit der polizeilichen Einvernahme vom 11. Juni 2016 von D._____ aufgrund einer Verletzung der Teilnahmerechte d...

	II. Schuldpunkt
	1.  Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift der Anklagebehörde vom 1. Februar 2017 zusammengefasst vorgeworfen, was folgt:
	Er habe im Mai 2016 via Internet und e-mail-Verkehr eine Anstellung bei der Firma "E._____ AG" angenommen, anschliessend auf Anweisung deren Vertreter ein Bankkonto bei der F._____ [Bank] eröffnet, einen auf dieses Konto überwiesenen Betrag von Fr. 11...

	III. Ersatzforderung
	IV. Zivilanspruch/Anschlussberufung
	V. Kosten
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon, Einzelgericht, vom 3. Mai 2017 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Es wird erkannt:
	1. (...)
	2. (...)
	3. (...)
	4. (...)
	5. (...)
	6. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.  Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Urteils, ermässigt sich die Entscheidgebühr auf zwei Drittel.
	7. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 9'229.50 (inkl. Barauslagen und 8 % MwSt.) entschädigt.
	8. (...)
	9. (...)
	10. (Mitteilungen)
	11. (Rechtsmittel)"
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ wird freigesprochen.
	2. Es wird keine staatliche Ersatzforderung festgesetzt.
	3. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin B._____ wird auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	4. Die Kosten der Untersuchung und des Hauptverfahrens, inklusive Kosten der amtlichen Verteidigung, werden auf die Gerichtskasse genommen.
	5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	6. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden zu ¾ auf die Gerichtskasse genommen und im verbleibenden ¼ der Anschlussberufungsklägerin auferlegt.
	7. Dem Beschuldigten wird eine Genugtuung von Fr. 500.– aus der Gerichtskasse ausgerichtet.
	8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des  Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (versandt)
	 die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die Privatklägerschaft (übergeben)
	(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden   des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland
	 die Vertretung  der Privatklägerin im Doppel für sich und die  Privatklägerschaft
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle Vostra mittels Kopie von Urk. 50
	 die Kantonspolizei Zürich gemäss § 54a Abs. 1 PolG   (Geschäfts-Nr. 66795593).

	9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.