# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 102d20fe-4683-5370-a1d3-d52469e07524
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-03-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.03.2025 F-6756/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-6756-2024_2025-03-25.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

  
 Abteilung VI 

F-6756/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 5 .  M ä r z  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), 

Richterin Claudia Cotting-Schalch, 

Richter Sebastian Kempe, 

Gerichtsschreiber Stefan Weber. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, 

Zustelladresse: (...), 

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nationales Visum aus humanitären Gründen; 

Verfügung des SEM vom 1. Oktober 2024. 

 

 

 

F-6756/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Am (...) ersuchte der syrische Beschwerdeführer, geboren am (...), beim 

Schweizer Generalkonsulat in Istanbul um Erteilung eines humanitären Vi-

sums. Mit Formularverfügung vom 8. August 2024 verweigerte diese die 

Ausstellung des Visums. 

B.  

Mit Verfügung vom 1. Oktober 2024 wies die Vorinstanz die gegen den Ent-

scheid der Schweizer Auslandvertretung erhobene Einsprache des Be-

schwerdeführers vom 5. September 2024 ab.  

C.  

Am 29. Oktober 2024 reichte der Beschwerdeführer gegen den Entscheid 

der Vorinstanz Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein. Er bean-

tragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und ihm ein Visum 

aus humanitären Gründen zu erteilen.  

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 4. November 2024 forderte die Instruktions-

richterin den Beschwerdeführer zur Beschwerdeverbesserung auf, welche 

am 11. November 2024 fristgerecht eingereicht wurde. 

E.  

In ihrer Vernehmlassung vom 6. Dezember 2024 beantragte die Vorinstanz 

die Abweisung der Beschwerde. 

F.  

Die Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer am 11. Dezember 

2024 zur Kenntnisnahme zugestellt. 

G.  

Mit Schreiben vom 5. Februar räumte die Instruktionsrichterin dem 

Beschwerdeführer Gelegenheit ein, sich bis am 7. März 2025 zum 

Machtwechsel in Syrien und zu dessen allfälligen Auswirkungen auf die 

von ihm geltend gemachte Gefährdung bei einer Rückkehr dorthin zu 

äussern. 

H.  

Der Beschwerdeführer nahm mit Schreiben vom 4. März 2025 dazu 

Stellung. 

F-6756/2024 

Seite 3 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Von der Vorinstanz erlassene Einspracheentscheide betreffend huma-

nitäre Visa sind mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht anfecht-

bar (vgl. Art. 31 ff. VGG i.V.m. Art. 5 VwVG). In diesem Bereich entscheidet 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG).  

1.2 Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerde berechtigt (vgl. Art. 48 

Abs. 1 VwVG). Auch die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen sind erfüllt, 

weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist (Art. 50 Abs. 1 VwVG und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht können die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhaltes und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 

VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bundesrecht von Am-

tes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG nicht an die Begründung 

der Begehren gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als 

den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. 

3.  

3.1 Als Staatsangehöriger Afghanistans unterliegt der Beschwerdeführer 

der Visumspflicht gemäss Art. 9 der Verordnung vom 15. August 2018 über 

die Einreise und die Visumserteilung (VEV, SR 142.204). Mit seinem Ge-

such beabsichtigt er einen längerfristigen Aufenthalt, weshalb dieses nicht 

nach den Regeln zur Erteilung von Schengen-Visa, sondern nach den 

Bestimmungen des nationalen Rechts zu prüfen ist (vgl. BVGE 2018 VII/5 

E. 3.5 und E. 3.6.1). 

3.2 Gemäss Art. 4 Abs. 2 VEV kann in Abweichung von den allgemeinen 

Einreisevoraussetzungen (vgl. Art. 4 Abs. 1 VEV) in begründeten Fällen 

aus humanitären Gründen ein Visum für einen längerfristigen Aufenthalt 

erteilt werden. Ein solcher Fall liegt insbesondere vor, wenn die betreffende 

Person im Herkunftsstaat unmittelbar, ernsthaft und konkret an Leib und 

Leben gefährdet ist. Praxisgemäss werden humanitäre Visa nur unter sehr 

restriktiven Bedingungen ausgestellt (vgl. BVGE 2015/5 E. 4.1.3). Diese 

werden dann als erfüllt angesehen, wenn bei einer Person aufgrund der 

konkreten Umstände davon ausgegangen werden muss, dass sie sich im 

Heimat- oder Herkunftsstaat in einer besonderen Notsituation befindet, die 

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Seite 4 

ein behördliches Eingreifen zwingend erforderlich macht und es rechtfer-

tigt, ihr – im Gegensatz zu anderen Personen in derselben Lage – ein Ein-

reisevisum zu erteilen. Dies kann etwa bei akuten kriegerischen Ereignis-

sen oder bei einer aufgrund der konkreten Situation unmittelbaren indivi-

duellen Gefährdung gegeben sein (BVGE 2015/5 E. 4.1.3). Hingegen ge-

nügt eine rein hypothetische Gefahr aufgrund eines lediglich abstrakten Ri-

sikoprofils nicht, um ein humanitäres Visum zu erhalten (vgl. Urteile des 

BVGer F-4179/2022 vom 2. Oktober 2023 E. 6.3 f.; F-4139/2022 vom 

19. Juni 2023 E. 5.1 f.).  

 

Befindet sich die betroffene Person bereits in einem Drittstaat oder ist sie 

nach einem Aufenthalt in einem solchen freiwillig in ihr Heimat- oder Her-

kunftsland zurückgekehrt und hat sie die Möglichkeit, sich erneut in den 

Drittstaat zu begeben, ist in der Regel davon auszugehen, dass keine Ge-

fährdung mehr besteht (BVGE 2018 VII/5 E. 3.6.3; 2015/5 E. 4.1.3; Urteil 

des BVGer F-4139/2022 vom 19. Juni 2023 E. 3.2; je m.w.H.). Das Visums-

gesuch ist unter Berücksichtigung der aktuellen Gefährdung, der persönli-

chen Umstände der betroffenen Person und der Lage im Heimat- oder Her-

kunftsland sorgfältig zu prüfen (vgl. BVGE 2018 VII/5 E. 3.6.3; Urteil des 

BVGer F-2470/2022 vom 29. November 2023 E. 3.2 m.H.). 

3.3 Im Hinblick auf das Beweismass ist hervorzuheben, dass für die Ertei-

lung eines humanitären Visums eine im Sinne von Art. 4 Abs. 2 Satz 2 VEV 

relevante Gefährdung offensichtlich gegeben sein muss (vgl. BVGE 2018 

VII/5 E. 3.6.3; 2015/5 E. 4.1.3; Urteile des BVGer F-1077/2022 vom 21. Ja-

nuar 2024 E. 5.4.2 [zur Publikation vorgesehen]; F-4626/2012 vom 13. Ap-

ril 2023 E. 3.3; F-4827/2012 vom 13. März 2023 E. 3.4; BBl 2010 4455, 

4490) und der volle Beweis zu erbringen ist (vgl. Urteil F-1077/2022 

E. 5.4.1 [zur Publikation vorgesehen]). 

4.  

4.1 Der Beschwerdeführer rügt sinngemäss eine Verletzung des rechtli-

chen Gehörs, da die Vorinstanz die Akten nicht sorgfältig studiert habe. Sie 

führe nämlich an, er sei am (...) 2022 festgenommen worden. Die Fest-

nahme durch das Assad-Regime habe jedoch am (...) 2011, mithin elf Jahre 

früher stattgefunden. Ausserdem behaupte sie, er habe eine medizinische 

Behandlung im Krankenhaus B._______ erhalten, was er aber nie erwähnt 

habe. Sodann werde behauptet, er hätte das Datum seiner Entlassung aus 

dem Gefängnis nicht angegeben, was unzutreffend sei. 

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Seite 5 

4.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 

2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be-

hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer 

Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich ist, 

dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich ausei-

nandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt 

(vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2). 

Dieser verfahrensrechtlichen Anforderung hat die Vorinstanz Genüge ge-

tan. Sie hat sich mit den vom Beschwerdeführer dargelegten und gegen 

ihn gerichteten Übergriffen und Vorfällen sowie mit den diesbezüglich ein-

gereichten Beweismitteln auseinandergesetzt. Im Rahmen der Einzelfall-

prüfung hat sie nach Prüfung und Würdigung der Parteivorbringen sowie 

der zur Stützung derselben eingereichten Beweismittel hinreichend nach-

vollziehbar aufgezeigt, von welchen Überlegungen sie sich – gerade auch 

in individueller Hinsicht – leiten liess (vgl. SEM act. 4/pag. 94 f.). Dabei 

musste sie sich nicht ausdrücklich mit jeder tatbestandlichen Behauptung 

und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen, sondern durfte sich 

auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (vgl. BGE 143 III 65 

E. 5.2), was sie hier getan hat. Bei der kritisierten Jahreszahl (2022 anstelle 

von 2011) handelt es sich offensichtlich – wie das SEM in seiner Vernehm-

lassung denn auch anführt – um einen blossen Verschrieb. Dies ist im Üb-

rigen aus dem durch das SEM im Anschluss an dieses Sachverhaltsele-

ment weiter chronologisch vermerkten Sachverhalt der Jahre 2013 bis 

2023 problemlos erkennbar (vgl. SEM act. 4/pag. 95). Weiter liess sich der 

Beschwerdeführer wohl im Krankenhaus B._______ behandeln, auch 

wenn es sich dabei nicht um eine Operation, sondern um eine Untersu-

chung handelte (vgl. SEM act. 1/pag. 80). Da er sich in der Folge in einer 

Privatklinik einer Operation unterziehen konnte, stellt die vorinstanzliche 

Feststellung, es könne davon ausgegangen werden, dass er in Syrien adä-

quate medizinische Hilfe erhalten habe, keine Gehörsverletzung (und im 

Übrigen auch keine unrichtige Sachverhaltsfeststellung im Sinne von 

Art. 49 Bst. b VwVG) dar. Soweit er den vorinstanzlichen Vorhalt, wonach 

er das Datum seiner Entlassung aus dem Gefängnis nicht angegeben 

habe, bestreitet, ist zu differenzieren. In der Tat führt er dieses Datum in 

seiner Einsprache vom 5. September 2024 nicht an; dieses wird denn auch 

erst aus deren Beilagen ersichtlich (vgl. SEM act. 1/pag. 12, 73 f. und 84). 

Das SEM hat bei der Darlegung des Sachverhalts jedoch explizit darauf 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/35
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/35

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Seite 6 

hingewiesen, dass "gemäss seinen eigenen Schilderungen" der Zeitpunkt 

der Entlassung nicht erwähnt werde (vgl. SEM act. 4/pag. 95 letzter Ab-

satz), weshalb aus dieser Formulierung ebenfalls kein formeller Mangel 

hergeleitet werden kann.  

 

Eine Verletzung der Begründungspflicht im Besonderen ist sodann zu ver-

neinen, weil es dem Beschwerdeführer möglich war, sich ein Bild über die 

Tragweite des vorinstanzlichen Entscheides zu machen und diesen sach-

gerecht anzufechten. Dass er die Auffassung und Schlussfolgerungen der 

Vorinstanz hinsichtlich der Würdigung seiner Aussagen und Beweismittel 

nicht teilt, ist keine Verletzung des rechtlichen Gehörs, sondern betrifft eine 

materielle Frage. 

4.3 Die formelle Rüge erweist sich demnach als unbegründet. 

4.4 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres ablehnenden Entscheids 

aus, der Beschwerdeführer gebe zwar an, er sei vom syrischen Regime 

am (...) 2022 (recte: 2011) wegen politischer Aktivitäten und seiner Tätigkeit 

für die Medien verhaftet worden. Nach der Haftentlassung habe er seine 

politischen und revolutionären Aktivitäten in Syrien fortgesetzt. Im (Nen-

nung Zeitpunkt) sei er erfolglos zuhause gesucht worden, worauf er zu-

sammen mit seiner Familie in die von der Freien Syrischen Armee kontrol-

lierten Gebiete geflohen sei. Weil er in den Jahren (...), (...) und (...) von 

der Terrororganisation C._______ aufgrund seiner Medienaktivitäten ver-

haftet worden sei, sei er schliesslich in die Türkei geflohen. Nachdem er 

sich dort während (Nennung Dauer) aufgehalten habe, sei er nach Syrien 

abgeschoben worden. Dort habe er sich wegen verschiedener Verletzun-

gen ärztlich behandeln lassen. Anschliessend sei er zurück in die Türkei 

gereist, wo er nun seit (Nennung Dauer) versteckt lebe und nicht arbeiten 

könne. Gemäss Angaben des Beschwerdeführers bestehe die Gefahr ei-

ner jederzeitigen Abschiebung. Demgegenüber halte die Schweizer Vertre-

tung in Istanbul fest, er halte sich seit dem Jahr (...) in der Türkei auf, lebe 

in einem gemieteten Haus und gehe einer Erwerbstätigkeit nach. Weiter 

verfüge er über ein Temporary Protection Identity Document der Türkei und 

habe im Jahr (...) versucht, illegal in D._______ einzureisen. Er habe weder 

in seinem Antrag noch im Rahmen des ihm gewährten rechtlichen Gehörs 

eine unmittelbare, konkrete und ernsthafte Gefahr für Leib und Leben 

nachweisen können. Bei den türkischen Behörden sei er registriert und 

eine Abschiebung nach Syrien sei nicht zu befürchten. Selbst für den Fall 

einer Rückkehr nach Syrien habe eine ernsthafte und konkrete Gefährdung 

an Leib und Leben nicht belegt werden können. Zudem habe er den Akten 

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Seite 7 

zufolge dort offenbar adäquate medizinische Hilfe erhalten. Sodann seien 

keine engen Beziehungen zur Schweiz ersichtlich. Er befinde sich in der 

Türkei in einem für ihn sicheren Drittstaat und müsse keine konkrete, ernst-

hafte und unmittelbare Gefährdung an Leib und Leben befürchten. 

4.5 Der Beschwerdeführer hält in seiner Beschwerdeschrift im Wesentli-

chen an der bisherigen Sachverhaltsdarstellung und der damit einherge-

henden relevanten Gefährdung seiner Person fest. Es treffe nicht zu, dass 

er in der Türkei vorläufigen Schutz geniesse. So sei dieses Dokument seit 

(...) nicht mehr gültig. Er habe den Akten ein altes Bild der Schutzkarte 

beigefügt, das sich auf seinem Handy befunden habe, bevor er 2023 nach 

Syrien abgeschoben worden sei. Dieses habe er zwecks Identifizierung 

seiner Person dem SEM zur Verfügung gestellt. Dies bedeute jedoch nicht, 

dass er in der Türkei Schutz geniesse. Ferner treffe es zu, dass er versucht 

habe, in D._______ einzureisen. Er habe alle möglichen Wege gesucht, 

um sein Leben zu retten. Er könne nicht in einem Land bleiben, in dem er 

versteckt leben müsse und von einer Abschiebung in seine Heimat bedroht 

sei.  

 

In seiner Stellungnahme vom 5. März 2025 weist der Beschwerdeführer 

sodann darauf hin, dass Syrien auch nach dem Machtwechsel für ihn nicht 

sicher sei. Es bestünden nach wie vor gefährliche Herausforderungen, de-

nen ehemalige Gefangene, Aktivisten und Journalisten gegenüberstünden. 

Morde und Attentate seien weiterhin in allen Regionen präsent. Zudem be-

stünden konfessionelle und ethnische Spaltungen. Das Land werde bes-

tenfalls noch mehrere Jahre brauchen, um Sicherheit zu erreichen. Er sei 

nicht aus Angst vor dem Krieg ausgereist, sondern weil er Verhaftung, Ent-

führung oder Ermordung befürchtet habe. Die Angst bestehe immer noch, 

obwohl er sich ein Leben in seiner Heimat wünsche. 

5.  

5.1 Vorweg ist anzuführen, dass sich der Beschwerdeführer eigenen An-

gaben zufolge in den Jahren (...) bis (...) in der Türkei aufgehalten habe, 

anschliessend nach Syrien deportiert worden und nach einer medizini-

schen Behandlung zirka im (Nennung Zeitpunkt) in die Türkei zurückge-

kehrt sei. Dort lebe er seither in einem kleinen gemieteten Haus in beschei-

denen finanziellen Verhältnissen; das Haus verlasse er nur, wenn es abso-

lut nötig sei. Ein Nachbar helfe ihm, indem er ihm Haushaltsgegenstände 

und Lebensmittel bringe. Er fürchte eine neuerliche Rückschaffung nach 

Syrien durch die türkischen Behörden (vgl. SEM act. 1/pag. 61 ff.). In Er-

mangelung gegenteiliger Anhaltspunkte ist davon auszugehen, dass sich 

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Seite 8 

der Beschwerdeführer nach wie vor in der Türkei – wenn allenfalls auch 

ohne Aufenthaltsregelung – aufhält. So soll das ihm am (...) von den türki-

schen Behörden ausgestellte "Temporary Protection Identity Document" 

seit dem Jahr (...) keine Gültigkeit mehr haben (vgl. SEM act. 1/pag. 26, 65 

ff. und 82). Demgegenüber macht er – ausser seiner grundsätzlichen Be-

fürchtung, wieder nach Syrien abgeschoben zu werden – keine Gründe 

geltend, die Anhaltspunkte für eine unmittelbare, ernsthafte und konkrete 

Gefährdung seiner Person in der Türkei geben würden. Das Gericht ver-

kennt nicht, dass er sich in einer schwierigen Lage befindet. Insgesamt ist 

jedoch seine Situation mit jener zahlreicher syrischer Staatsangehöriger, 

welche sich in der Türkei als Migranten aufhalten, vergleichbar. Nachdem 

vorliegend keine Gründe erkennbar sind, welche im Fall einer Rückkehr 

des Beschwerdeführers von der Türkei nach Syrien die Erteilung eines Ein-

reisevisums in die Schweiz rechtfertigten (vgl. nachfolgende E. 5.2 f.), be-

steht keine Veranlassung, sich zu einer möglichen Gefährdung seiner Per-

son in der Türkei abschliessend zu äussern. 

5.2 Hinsichtlich der zu prüfenden Frage, ob der Beschwerdeführer in  

Syrien offensichtlich einer unmittelbaren, ernsthaften und konkreten Ge-

fahr an Leib und Leben im Sinn von Art. 4 Abs. 2 VEV ausgesetzt wäre, die 

sich massgeblich von anderen dortigen Personen abhebt, argumentiert er 

im Wesentlichen wie folgt: Er könne nicht nach Syrien zurück, da sein Le-

ben wegen seiner Medienaktivitäten durch die C._______, welche nicht an 

Demokratie und Freiheiten glaube, bedroht sei. Er sei insgesamt drei Mal, 

so in den Jahren (...), (...) und (...) durch Angehörige der C._______ ver-

haftet worden, da er sich auf seiner Facebook-Seite gegen ihre Ideen ge-

äussert habe. Bei der letzten Verhaftung habe ihm der Richter mit dem Tod 

gedroht. Diese Vorfälle liegen bereits etliche Jahre zurück und wurden 

durch keinerlei Belege untermauert. Das am (...) gegenüber dem (Nennung 

Organisation) abgegebene Zeugnis seiner Erlebnisse (vgl. SEM act. 1/pag. 

8-22) basiert ausschliesslich auf seinen eigenen Schilderungen und kann 

weder überprüft werden noch weist der vorgebrachte Sachverhalt offen-

sichtlich auf eine ernsthafte, konkrete und unmittelbare Gefährdung seiner 

Person hin.  

 

Den Ausführungen des Beschwerdeführers zufolge soll er im (Nennung 

Zeitpunkt) von der Türkei in seine Heimat deportiert worden sein. Ein ent-

sprechendes Dokument, das dies belegen würde, hat er nicht eingereicht. 

Ein solches kann auch nicht im in den Akten liegenden und aus dem Jahr 

2022 stammenden "Formular zur Bekanntmachung über die Aufhebung 

des Beschlusses über die Verwaltungshaft" erblickt werden (vgl. SEM 

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Seite 9 

act. 1/pag. 55), auch wenn darin auf ein Abschiebungsverfahren hingewie-

sen wird. Im Wesentlichen wird er darin aufgefordert, einmal im Monat bei 

der (Nennung Behörde) seine Unterschrift zu leisten oder seine Fingerab-

drücke abzugeben. Ein Datum für die Abschiebungsentscheidung wird je-

denfalls nicht aufgeführt. Nach seiner Rückführung nach Syrien war es 

dem Beschwerdeführer gemäss seinen Ausführungen offenbar problemlos 

möglich, sich ärztlich untersuchen zu lassen und über einen Kollegen einen 

gefälschten Ausweis zu organisieren, um sich zwecks weiterer Inanspruch-

nahme von medizinischer Hilfe und Behandlung in das damals von der 

C._______ kontrollierte Gebiet zu begeben. Dies trotz des Umstands, dass 

die C._______ laut seinen Ausführungen in der Einsprache Aktivisten und 

Journalisten entführen und ermorden würden (vgl. SEM act. 1/pag. 82 letz-

ter Absatz). Der Beschwerdeführer habe sich danach bei einem (...)-Arzt 

operieren lassen und sei bis zu seiner Erholung eineinhalb Monate später 

untergetaucht; danach sei er in die Türkei zurückgekehrt (vgl. SEM act. 

1/pag. 80). Selbst wenn er sich während dieser Zeit nicht mehr im von der 

C._______, sondern von der Nationalen Armee kontrollierten Gebiet auf-

gehalten hätte, wurde er offenbar nicht behelligt oder gesucht, obwohl er 

selber angibt, die C._______ habe ihre "verdeckten Hände" innerhalb der 

Fraktionen der Nationalen Armee und könne aus diesen Gebieten holen, 

wen immer sie wolle (vgl. SEM act. 1/pag. 82 letzter Absatz). Eine unmit-

telbare, ernsthafte und konkrete Gefahr an Leib und Leben ist aus diesen 

Schilderungen nicht ersichtlich. Weiter führte der Beschwerdeführer aus, 

er habe kurz vor seiner Flucht in die Türkei im (Nennung Zeitpunkt) seine 

öffentlichen Medienaktivitäten aus Angst vor Vergeltungsmassnahmen des 

Regimes gegen seine Kinder und seine Frau komplett eingestellt (vgl. SEM 

act. 1/pag. 69). Vor diesem Hintergrund ist – auch in Berücksichtigung des 

im Dezember 2024 geschehenen Machtwechsels in Syrien und der dies-

bezüglichen Ausführungen des Beschwerdeführers in seiner Stellung-

nahme vom 5. März 2025 – nicht ersichtlich, weshalb er nun zirka (...) Jahre 

später noch immer im Visier der C._______ stehen respektive ein konkre-

tes Verfolgungsinteresse an seiner Person bestehen soll. Daran ändert 

nichts, dass der Chef der C._______, E._______, Ende Januar 2025 in 

Syrien bei einem Treffen hochrangiger militärischer und politischer Funkti-

onäre zum Übergangspräsidenten ernannt wurde (Neue Zürcher Zeitung 

[NZZ], 03.02.2025: Syrien: Die neuesten Entwicklungen nach dem Um-

sturz…, https://www.nzz.ch/international/syrien-die-neusten-entwicklun-

gen-im-buergerkrieg-ld.1536230, abgerufen am 06.03.2025). So lässt sich 

daraus schon alleine mit Blick auf die erforderliche Unmittelbarkeit der Ge-

fährdung nichts zu seinen Gunsten herleiten. 

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Seite 10 

5.3 Insgesamt vermögen nach dem Gesagten die Darlegungen des Be-

schwerdeführers und die vorliegenden Unterlagen die erforderliche unmit-

telbare, ernsthafte und konkrete Gefährdung seiner Person im Sinne von 

Art. 4 Abs. 2 VEV nicht rechtsgenügend zu begründen. 

6.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer die Vor-

aussetzungen für die Ausstellung eines humanitären Visums zwecks Ein-

reise in die Schweiz nicht erfüllt. Die angefochtene Verfügung erweist sich 

somit im Lichte von Art. 49 VwVG als rechtmässig. Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie Art. 1–3 des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE; SR 173.320.2]). Gestützt auf Art. 6 Bst. b 

VGKE wird jedoch vorliegend auf die Auferlegung der Verfahrenskosten 

verzichtet. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und die Vorinstanz. 

 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Regula Schenker Senn Stefan Weber 

 

 

 

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