# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6368b2f0-e6c6-56f5-b528-cc791d13b618
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-01-27
**Language:** de
**Title:** Einschätzung 2007 und Direkte Bundessteuer 2007
**Docket/Reference:** ST.2009.101
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2009_101_hm.pdf

## Full Text

STEUERREKURSKOMMISSION III 
DES KANTONS ZÜRICH 

3 ST.2009.101 
3 DB.2009.53 

Entscheid 

27. Januar 2010 

Mitwirkend: 

Einzelrichter A. Widl und Sekretärin S. Weigold 

In Sachen 

1.  A,    

2.  B,    

Rekurrenten/ 
Beschwerdeführer,  

vertreten durch AB Steuerberatungen, 
Agnes Baltensberger-Keller,  
Hatzenbühlstrasse 2, Postfach 232, 8309 Nürensdorf,  

gegen 

1.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

2.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

Rekursgegner,  

Beschwerdegegnerin,  

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Nord,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

betreffend 

Einschätzung 2007 und Direkte Bundessteuer 2007 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 2 - 

hat sich ergeben: 

A.  A  und  B  (nachfolgend  die  Pflichtigen)  erwarben  per  1. Januar  2007  vom 

Vater der Ehefrau das in den Fünfzigerjahren erstellte Chalet C, in D/SG. In der Folge 

führten sie verschiedene Umbauten durch. In der Steuererklärung 2007 deklarierten sie 

bisher  aufgelaufene  Kosten  von  Fr. 106'622.85. Am  10. Oktober  2008  forderte  der 

Steuerkommissär  die  Pflichtigen  u.a.  auf,  sämtliche  diesbezügliche  Belege  (Rech-

nungskopien) einzureichen. Ferner verlangte er detaillierte Auskünfte über die ausge-

führten Arbeiten und über den Zustand sowie die Ausstattung der Liegenschaft vor und 

nach  dem  Umbau.  Gleichzeitig  verlangte  er  zur  Dokumentation  der  Situation  vor  und 

nach den ausgeführten Arbeiten Beweismittel (wie  z.B. Grundrisspläne, Fotos, Schät-

zungsberichte  und  dergleichen).  In der  Folge  reichten  die  Pflichtigen sämtliche  Rech-

nungen, diverse Fotos und drei Pläne mit Grundrissen und Seitenansichten des Cha-

lets ein. Bezüglich der verlangten Auskünfte über die ausgeführten Arbeiten und über 

den  Zustand  sowie  die  Ausstattung  der  Liegenschaft  vor  und  nach  dem  Umbau  ver-

wiesen sie auf die eingereichten Handwerkerrechnungen und Fotos. Die Erteilung von 

detaillierten Auskünften über Lieferungen und Leistungen sowie zum Zustand vor und 

nach  dem  Umbau  erachteten sie  als  überflüssig.  Am  11. November 2008  wiederholte 

der Steuerkommissär im Sinn einer Mahnung die früher ergangene Mitwirkungsauffor-

derung. Dabei gab er keine schriftliche Erklärung darüber ab, welche Punkte der Aufla-

ge  er  als  nicht  (genügend  und klar)  beantwortet  erachtete.  Nachdem sich  die  Pflichti-

gen  in  einem  hinterher  erfolgten  Telefongespräch  von  der  Unvollständigkeit  ihrer 

Auflageantwort nicht überzeugen liessen, befolgten sie die zweite Mitwirkungsaufforde-

rung nicht mehr. 

Am  12. Dezember  2008  veranlagte  der  Steuerkommissär  die  Pflichtigen  für 

die  Staats-  und  Gemeindesteuern  2007  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von 

Fr. 191'700.- und mit einem steuerbaren Vermögen von Fr. 0.-. Zu dieser Veranlagung 

gelangte er, nachdem er u.a. die für das Ferienhaus in D deklarierten Liegenschaftsun-

terhaltskosten  im  Sinn  einer  partiellen  Ermessenseinschätzung  nur  im  Umfang  von 

Fr. 56'623.- (Fr. 106'623.- - Fr. 50'000.-) zum Abzug  zugelassen hatte. Am 23. Januar 

2009  erging  eine  entsprechende  Veranlagung  betreffend  die  direkte  Bundessteuer, 

Steuerperiode 2007, mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 193'400.-. 

3 ST.2009.101 
3 DB.2009.53 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 3 - 

B.  Hiergegen  erhobene  Einsprachen,  womit  die  Pflichtigen  beantragten,  Un-

terhaltskosten  von  Fr. 78'808.10  zu  berücksichtigen,  hiess  das  kantonale  Steueramt 

am  18. März  2009  teilweise  gut,  indem  es  die  abzugsfähigen  Unterhaltskosten  um 

Fr. 10'000.- auf Fr. 66'623.- erhöhte. Entsprechend wurde das steuerbare Einkommen 

bei  der  Staats-  und  Gemeindesteuer  2007  auf  Fr. 181'700.-  und  bei  der  direkte  Bun-

dessteuer, Steuerperiode 2007, auf Fr. 183'400.- herabgesetzt. 

C. Mit Rekurs und Beschwerde vom 15. April 2009 beantragten die Pflichtigen 

der Steuerrekurskommission, den Fall an das kantonale Steueramt zurückzuweisen. 

In  seiner  Rekurs-  und  Beschwerdeantwort  vom  24. April  2009  schloss  das 

kantonale Steueramt auf Abweisung des Rekurses und der Beschwerde. 

Auf  die  Parteivorbringen  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den  nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1. Gemäss § 25 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) bzw. Art. 25 des 

Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom  14. Dezember  1990  (DBG)  wer-

den  zur  Ermittlung  des  Reineinkommens  die  gesamten steuerbaren Einkünfte  um  die 

zu  ihrer  Erzielung  notwendigen  Aufwendungen  und  die  allgemeinen  Abzüge  vermin-

dert. Dazu gehören nach § 30 Abs. 2 Satz 1 StG bzw. Art. 32 Abs. 2 Satz 1 DBG bei 

Liegenschaften  im  Privatvermögen  die  Unterhaltskosten,  die  Versicherungsprämien 

und die Kosten der Verwaltung durch Dritte.  

2. a) Nach Lehre und Rechtsprechung sind unter Unterhaltskosten Aufwendun-

gen zu verstehen, deren Ziel nicht die Schaffung neuer, sondern die Erhaltung bisheri-

ger  Werte  ist  und  die  in  längeren  oder  kürzeren  Zeitabständen  wiederkehren  (Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Kommentar  zum  harmonisierten  Zürcher  Steuergesetz,  

3 ST.2009.101 
3 DB.2009.53 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 4 - 

2. A.,  2006,  § 30  N 36  ff.;  Richner/Frei/Kaufmann,  Handkommentar  zum  DBG,  2. A., 

2009,  Art. 32  N 37).  Dazu  gehören  einerseits  die  Aufwendungen  für  den  laufenden 

Unterhalt – wie Kosten für Ausbesserungsarbeiten aller Art und Ersatzanschaffungen –

sowie  die  mit  dem  Grundstück  verbundenen  jährlich  wiederkehrenden  Abgaben.  Ab-

zugsfähig  sind  sodann  auch  Aufwendungen  für  periodische  Renovationen  grösseren 

Ausmasses  (Fassaden,  Dachrenovation,  zeitbedingte  Änderung  der  Zentralheizung, 

Anpassung der elektrischen Einrichtung an geänderte Vorschriften u. dgl.). Mit anderen 

Worten  sind  Unterhaltskosten  im  Sinn  von  § 30  Abs. 2  StG  bzw.  Art. 32  Abs. 2 

DBG Kosten, die der Instandhaltung des Grundstücks oder seiner Instandstellung die-

nen,  d.h.  der  Nachholung  unterbliebener  Instandhaltung  (VGr,  22. April  1986  = 

StE 1987  B 44.13.1  Nr. 1;  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  § 30  N 43,  und  Rich-

ner/Frei/Kaufmann,  Art. 32  N 30  ff.),  so  dass  das  Grundstück  weiterhin – allenfalls 

"modernisiert" – seinen bisherigen Verwendungszweck erfüllen kann.  

b)  Nicht  abzugsfähig sind  demgegenüber  Aufwendungen,  welche  zur  Wertver-

mehrung eines  Grundstücks  führen  (§ 33  lit. d  StG, Art. 34  lit. d  DBG).  Dazu  gehören 

alle Aufwendungen, welche ein Grundstück in einen besseren Zustand versetzen, d.h. 

ein Haus in den Rang eines besser ausgestatteten, wertvolleren Gebäudes aufrücken 

lassen  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  § 30  N 48,  Art. 32  N 48).  Ferner  sind  all  jene 

Aufwendungen  nicht  abzugsfähig,  die  sich  als  Lebenshaltungskosten  erweisen  (§ 33 

lit. a StG). Dies ist der Fall, wenn sie weder dem Unterhalt noch der Schaffung liegen-

schaftlicher Werte, sondern einzig der Befriedigung persönlicher Bedürfnisse und Nei-

gungen  eines  Steuerpflichtigen  dienen  und  damit  Einkommensverwendung  darstellen 

(Peter  Locher,  Kommentar  zum  DBG,  I.  Teil,  Art. 1 - 48  DBG,  2001,  Art. 34  N 4).  Als 

Lebenshaltungskosten  gelten  bei  selbstbewohnten  Liegenschaften  beispielsweise 

Farbtonänderung einer neuwertigen Bemalung, luxuriöse Anlagen, Ersatz von Installa-

tionen  kurz  nach  deren  Investition  etc.  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  § 30  N 69), 

aber auch die periodisch wiederkehrenden Verbrauchskosten (inkl. Grundgebühren) für 

Wasser,  Abwasser,  Entwässerung,  Strom,  Erdgas,  Fernheizung,  Kehricht  und  Feuer-

schau (BGr, 15. Juli 2005 = StE 2006 B 25.6 Nr. 53). 

d) Die Abgrenzung zwischen Werterhaltung und Wertvermehrung erfolgt in der 

Regel nach objektiv-technischen Kriterien (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 30 N 47). 

Ob das Objekt zufolge der Aufwendung wirtschaftlich für den Berechtigten einen höhe-

ren Wert aufweist oder nicht, ist somit unerheblich (RB 1982 Nr. 55, 1997 Nr. 47). Son-

3 ST.2009.101 
3 DB.2009.53 

 
 
 
 
 
 
 
 
- 5 - 

derregeln  bestehen  bei  Aufwendungen,  die  der  Beseitigung  einer  seit  Erwerb  beste-

henden Verwahrlosung dienen oder die mit einer Gebäudeauskernung verbunden sind 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 221 N 35 und 36). Ferner sind aufgrund bundesge-

richtlicher Rechtsprechung, an welche die Kantone bei der Auslegung des Begriffs der 

Unterhaltskosten gebunden sind (StE 2005 A 23.1 Nr. 10, E. 3.3), bei neu erworbenen, 

Liegenschaften  die  bundesrechtlichen  Regeln  der  sog.  Dumont-Praxis  zu  beachten 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 30 N 53 ff., § 221 N 35, Art. 32 N 60). Danach kann 

der  Erwerber  einer  Liegenschaft,  die  im  Unterhalt  vernachlässigt  worden  war,  in  den 

ersten  fünf  Jahren  seit  Erwerb  des  Grundstücks,  Aufwendungen  zur  Instandstellung 

der neuerworbenen Liegenschaft, die objektiv-technisch als reine Unterhaltskosten zu 

qualifizieren  wären, nicht von den steuerbaren Einkünften abziehen. Diese können im 

Fall  eines  späteren  Verkaufs  einzig  als  Anlagekosten  (sog.  "anschaffungsnahe  Er-

werbskosten")  bei  der  Grundstückgewinnsteuer  geltend  gemacht  werden.  Auf  diese 

Weise  wird  die  Rechtsgleichheit  hergestellt  zwischen  dem  Steuerpflichtigen,  der  ein 

Grundstück nach der Renovation durch den früheren Eigentümer erwirbt und demjeni-

gen, der ein im Unterhalt vernachlässigtes Grundstück – zu einem entsprechend nied-

rigeren Preis – kauft, um es anschliessend zu renovieren (Richner/Frei/Kaufmann/Meu-

ter, § 30 N 53). Die Dumont-Praxis ist auch dann anwendbar, wenn ein Grundstück im 

familiären Verbund zu einem Vorzugspreis, als Erbvorbezug oder Schenkung übereig-

net wird (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 30 N 60). 

e)  Im  Übrigen  lassen  sich  bei  Umbauten  bestehender  Gebäude  wertvermeh-

rende  und  werterhaltende  Aufwendungen  naturgemäss  nicht  immer  scharf  auseinan-

derhalten;  sie  lassen  sich  aus  diesem  Grund  nur  schätzen.  Dabei  ist  es  Sache  des 

Steuerpflichtigen,  die  notwendigen  Schätzungsgrundlagen  zu  beschaffen.  Hierzu  be-

darf  es  insbesondere  genauer  Angaben  über  die  ausgeführten  Arbeiten  und  den  Zu-

stand  und  die  Ausrüstung  des  Objekts  vor  und  nach  dem  Umbau  (RB 1997  Nr. 51; 

VGr,  22. April  1986  =  StE 1987  B 44.13.1  Nr. 1).  Andernfalls  ist  die  steuerrechtliche 

Beurteilung der Abzugsfähigkeit nicht möglich. Folge davon ist, dass die betreffenden 

Aufwendungen  entweder  gänzlich  unberücksichtigt  bleiben  müssen  oder  diese  nach 

pflichtgemässem Ermessen im Sinn von § 139 Abs. 2 StG zu schätzen sind.  

f) Zur Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen im Sinne von § 139 Abs. 2 

StG wird geschritten, wenn der Steuerpflichtige trotz Mahnung seine Verfahrenspflich-

ten  nicht  erfüllt  oder  die  Steuerfaktoren  mangels  zuverlässiger  Unterlagen  nicht  ein-

3 ST.2009.101 
3 DB.2009.53 

 
 
 
 
 
 
 
 
- 6 - 

wandfrei  ermittelt  werden  können.  Vorausgesetzt  ist  ein  Untersuchungsnotstand.  Die-

ser ist im Regelfall dadurch verursacht, dass der Steuerpflichtige trotz Mahnung seinen 

Mitwirkungspflichten nicht oder nur unvollständig nachgekommen ist. Betrifft dies steu-

eraufhebende oder -mindernde Tatsachen, z.B. einen von ihm geltend gemachten Ab-

zug,  so  führt  dies  nach  neuerer  verwaltungsgerichtlicher  Rechtsprechung  (RB 2003 

Nr. 92  =  ZStP  2003,  343,  auch  zum  Folgenden)  grundsätzlich  nicht  zu  einer  Ermes-

senseinschätzung.  Vielmehr  ist  diesfalls  aufgrund  der  allgemeinen  Beweislastregel 

(vgl. ASA 62, 720 E. 5b; BGE 121 II 257 E. 4c/aa) zu Ungunsten des für derartige Tat-

sachen  beweisbelasteten  Steuerpflichtigen  anzunehmen,  die  behaupteten  Tatsachen 

hätten sich nicht verwirklicht. Dementsprechend ist der in Frage stehende Abzug nicht 

zu berücksichtigen (vgl. BGE 92 I 398 = ASA 36, 192; ASA 46, 512). Nur ausnahms-

weise ist auch bezüglich steueraufhebender oder -mindernder Tatsachen eine Schätz-

ung nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen, nämlich dann, wenn dem Steuer-

pflichtigen  die  gehörige  Mitwirkung  an  der  Ermittlung  dieser  Tatsachen  aus  Gründen, 

die er nicht zu vertreten hat, unmöglich oder unzumutbar ist (RB 1975 Nr. 54). Gleich 

verhält es sich, wenn feststeht, dass dem Steuerpflichtigen abziehbare Kosten erwach-

sen  sind,  diese  aber  hinsichtlich  ihrer  Höhe  ungewiss  sind.  In  diesem  Fall  wäre  es 

sachwidrig und willkürlich, den Abzug nicht zu berücksichtigen, vielmehr muss diesfalls 

dessen  Höhe  nach  pflichtgemässem  Ermessen  geschätzt  werden  (Martin  Zweifel,  in: 

Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Band  I/1,  2. A.,  2002,  Art. 46  N 30  ff. 

StHG; RB 2003 Nr. 92 = ZStP 2003, 343 = StE 2004 B 92.3 Nr. 13). 

3. Vorliegend ist streitig, ob das kantonale Steueramt bezüglich der in der Steu-

ererklärung  deklarierten  Liegenschaftsunterhaltskosten  von  Fr. 106'622.85,  welche  im 

Einspracheverfahren  auf  Fr. 78'808.10  reduziert  wurden,  zu  Recht  eine  partielle  Er-

messenseinschätzung mit einem zuletzt geschätzten Unterhaltsanteil von Fr. 66'622.85 

vorgenommen hat.  

a)  Die  Pflichtigen  vertreten  die  Auffassung,  dass  sie  die  Auflage  des  Steuer-

kommissärs vom 10. Oktober 2008 fristgerecht, vollständig und mit allen Belegen und 

Unterlagen  versehen  beantwortet  hätten.  Die  eingereichten  Handwerkerrechnungen 

seien  selbsterklärend  und  textlich  gut  verständlich.  Aufgrund  der  erteilten  Auskünfte 

und eingereichten Unterlagen (Pläne und Fotos zum Zustand vor und nach der Sanie-

rung  des  Ferienhauses)  wären  die  geltend  gemachten  Kosten  überprüfbar  gewesen. 

3 ST.2009.101 
3 DB.2009.53 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 7 - 

Zumindest  aber  hätte  der  Steuerkommissär  die  Pflichtigen  auf  allfällig  verbleibende 

Unklarheiten  hinweisen  müssen. Stattdessen  habe er  ohne  Kommentar,  inwiefern  die 

erste  Mitwirkungsaufforderung  nicht  richtig  oder  vollständig  erfüllt  worden  sei,  am 

11. November 2008 eine gleichlautende Mahnung erlassen. Auf telefonische Nachfra-

ge  hin  habe  der  Steuerkommissär  lediglich  erklärt,  dass  die  Auflage  nicht  vollständig 

beantwortet worden sei. Jedoch habe er nicht im Detail erklärt, welche Auskünfte oder 

Unterlagen er für die Einschätzung noch benötige. Bei dieser Sachlage sei die Ermes-

senseinschätzung bezüglich der Liegenschaftsunterhaltskosten zu Unrecht erfolgt und 

die Sache an das kantonale Steueramt zur neuerlichen Prüfung und Neuveranlagung 

zurückzuweisen. 

b)  Der  Auffassung  der  Pflichtigen, die  Auflage  des  Steuerkommissärs sei voll-

ständig  beantwortet  worden,  kann  nicht  gefolgt  werden.  Zwar  haben  die  Pflichtigen 

einen Grossteil der Auflage erfüllt, indem sie sämtliche Rechnungen samt den dazuge-

hörigen Offerten und diverse Fotos und Pläne einreichten. Mit diesen Unterlagen sind 

die  beim  Umbau  erfolgten  Lieferungen  und  Leistungen genügend  dokumentiert.  Inso-

fern ist den Pflichtigen beizupflichten, dass die Mahnung hinsichtlich der bereits einge-

reichten vollständigen Rechnungen pro 2007 nicht nötig gewesen  wäre. Es hätte sich 

auch erübrigt, von den Pflichtigen in der Mahnung eine weitergehende Sachdarstellung 

über die ausgeführten Arbeitsgattungen zu verlangen, weil diese aus den eingereichten 

Unterlagen  und  abgegebenen,  wenn  auch  knappen  Erklärungen  genügend  deutlich 

hervorgehen.  Eine  unbeteiligte  Person  kann  sich  jedenfalls  von  Art  und  Umfang  des 

Umbaus ein einigermassen anschauliches Bild machen.  

c)  Detaillierte  Angaben  über  Lieferungen und  Leistungen reichen jedoch  allein 

nicht aus, um die steuerliche Abgrenzung  zwischen abzugsfähigen und nicht abzugs-

fähigen liegenschaftsbezogenen Aufwendungen  vorzunehmen.  Erforderlich  sind – ins-

besondere  bei  Umbauten – auch  detaillierte  Angaben  über  den  Zustand  und  die  Aus-

stattung  der  Liegenschaft  vor  und  nach  dem  Umbau.  Diesbezüglich  haben  die 

Pflichtigen die Auflage nicht erfüllt, sondern sich einzig mit dem Hinweis begnügt, dass 

die Liegenschaft renoviert worden sei. Dabei seien im Jahr 2007 Fenster, Türen, Ein-

bauschränke, Böden, Treppen, Badezimmer, WC, Strom- und Wasserleitungen, ersetzt 

worden.  Diese  allgemeine  Aussage  erlaubt  jedoch  keine  steuerrechtliche  Würdigung, 

weil der Ersatz von Bauteilen durch Einbau von quantitativ und/oder qualitativ besseren 

Materialien  durchaus  auch  zu  einem  teilweisen  Mehrwert  der  Liegenschaft  führen 

3 ST.2009.101 
3 DB.2009.53 

 
 
 
 
 
 
 
 
- 8 - 

kann. Bei einer Liegenschaft, die in den Fünfzigerjahren erstellt wurde, drängt sich die-

se Annahme erst Recht auf, weil Liegenschaften aus dieser Zeit heutigen Material- und 

Komfortansprüchen  i.d.R.  nicht  mehr  genügen.  Entgegen  der  Auffassung  der  Pflichti-

gen sind die eingereichten Rechnungskopien zur Dokumentation des Zustands vor und 

nach  dem  Umbau – abgesehen  von  wenigen  Ausnahmen,  nämlich  Malerarbeiten 

(Fr. 2'376.45 und Fr. 3'206.50), Gebäudeversicherungsprämie (Fr. 154.05) und Kamin-

reinigung (Fr. 62.20) – nicht selbsterklärend, weil der Zustand und die Ausstattung der 

Liegenschaft vor und nach dem Umbau aus diesen Unterlagen nicht hervorgeht. Auch 

die  eingereichte  Fotodokumentation  ist  wenig  aufschlussreich,  weil  sie  bezüglich  der 

streitbetroffenen  Arbeitsgattungen  im  überwiegenden  Ausmass  nur  den  Neuzustand 

dokumentiert  und  somit  ein  Vergleich  zwischen  dem  ursprünglichen  und  dem  neuen 

Zustand (samt Ausstattung) über weite Strecken nicht möglich ist. Hinzu kommt, dass 

es  sich  um  schwarz-weiss  replizierte  Fotokopien  mit  teilweiser  schlechter  Bildqualität 

handelt.  Ferner  ist  auch  nicht  immer  klar,  welche  Bauteile  die  Bildmotive  darstellen 

sollen.  Mit  den  im  Veranlagungsverfahren  eingereichten  Unterlagen  lässt  sich  die  bei 

jedem  Umbauvorhaben  gebotene  Abgrenzung  von  wertvermehrenden  und  -erhalten-

den  Aufwendungen  nicht  einwandfrei  vornehmen.  Schon  gar  nicht  lässt  sich  aus  die-

sen Angaben – wie im Veranlagungsverfahren noch geltend gemacht – ableiten, sämt-

liche  Renovationsaufwendungen  seien  werterhaltender  Natur  und  damit  bei  der 

Einkommenssteuer abzugsfähig, zumal der Umbau auch mit einem wertvermehrenden 

Anbau im Eingangsbereich verbunden war. Zudem stellt sich vorliegend auch die Fra-

ge nach der Anwendbarkeit der Dumont-Praxis, weil die Pflichtigen die Liegenschaft im 

Jahr 2007 erworben und in den Jahren 2007 und 2008 mit einem Kostenaufwand von 

rund  Fr. 150'000.-  saniert  haben.  Die  erforderliche  Unterhaltsvernachlässigung  lag 

beim  Erwerb  zumindest  teilweise  vor,  weil  die  Pflichtigen  im  Einspracheverfahren  er-

klärten,  dass  die  bisherigen  elektrischen  Installationen  hobbymässig  erstellt  worden 

seien und öfters zu Stromausfällen führten. Einzelne Innenholzwände seien beim Auf-

schlitzen gleich in sich zusammengefallen. Wasserleitungen und Ablaufrohre seien an 

einigen  Stellen  undicht  bzw.  gebrochen  gewesen.  Jedenfalls  handelt  es  sich  bei  Ge-

samtinvestitionen  von  rund  Fr. 150'000.-  nicht  um  Unterhaltsaufwendungen,  die  bei 

jedem Mieterwechsel üblicherweise vorgenommen werden müssen. 

d)  Die  vom  Steuerkommissär  verlangten  Mitwirkungsaufforderungen  waren  im 

Übrigen klar formuliert, erfüllbar und verhältnismässig. Denn eine genaue Sachdarstel-

lung über die ausgeführten Arbeiten und über den Zustand sowie die Ausstattung der 

3 ST.2009.101 
3 DB.2009.53 

 
 
 
 
 
 
- 9 - 

Liegenschaft  vor  und  nach  dem  Umbau  ist  nach  dem  Gesagten  nicht  nur  geeignet, 

sondern  in jedem  Fall  auch  notwendig,  um  die  Abzugsfähigkeit  damit  zusammenhän-

gender Kosten beurteilen zu können. Zudem darf dem Eigentümer eines selbstgenutz-

ten  Grundstücks  eine  derartige  Sachdarstellung  auch  zugemutet  werden  (RB 1992 

Nr. 47;  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  § 221  N 38).  Dass  der  Steuerkommissär  im 

Rahmen seiner Mitwirkungsaufforderungen auch Beweismittel zur Dokumentation des 

Zustands  vor  und  nach  dem  Umbau  verlangte,  war  ebenfalls  zulässig,  wäre  jedoch 

nicht  nötig  gewesen.  Denn  eine  detaillierte  Sachdarstellung  über  erfolgte  Lieferungen 

und Leistungen und über Zustand und Ausstattung der Liegenschaft vor und nach dem 

Umbau genügt im Allgemeinen für eine steuerliche Beurteilung.  

e) Zwar wäre es angebracht gewesen, wenn der Steuerkommissär im Rahmen 

der  Mahnung kurz  begründet  hätte,  inwiefern  die  mit  der  Auflage  beigebrachten  Aus-

künfte und Unterlagen nicht genügten. Inwieweit dies auf Anfrage der Vertreterin tele-

fonisch  erfolgte,  lässt  sich  hinterher  nicht  mehr  feststellen,  weil  der  Steuerkommissär 

die telefonische Besprechung nicht protokollierte. Ein gravierender Mangel ist jedoch in 

der  fehlenden  Begründung  im  vorliegenden  Fall  nicht  zu  erblicken.  Denn  es  musste 

den steuerrechtskundig vertretenen Pflichtigen bekannt sein, dass detaillierte Angaben 

zum Zustand und zur Ausstattung der Liegenschaft vor und nach dem Umbau notwen-

dig  sind,  um  werterhaltende  und  wertvermehrende  Aufwendungen  voneinander  ab-

grenzen zu können. Ebenso hätte es den Pflichtigen bei selbstkritischer Durchsicht der 

Auflageantwort auffallen müssen, dass sie die erste Mitwirkungsaufforderung gerade in 

diesem Punkt nicht erfüllt haben. Bei dieser Sachlage war der Steuerkommissär nicht 

verpflichtet,  den  über  weite  Strecken  unklar  gebliebenen  Sachverhalt  weiter  abzuklä-

ren. 

f) Weil die detaillierten Angaben zum Zustand und zur Ausstattung der Liegen-

schaft vor  und  nach  dem  Umbau  aus  der  Auflageantwort  nicht  hervorgingen,  hat  das 

kantonale  Steueramt  zu  Recht  eine  partielle  Ermessenseinschätzung  über  die  anre-

chenbaren  Liegenschaftsunterhaltskosten  getroffen.  Nach  dem  Gesagten  kann  dem 

kantonalen  Steueramt  keine  Verletzung  der  Untersuchungspflicht  im  Sinn  von  § 149 

Abs. 3  StG  vorgeworfen  werden.  Somit  sind  die  Voraussetzungen  für  eine  Rückwei-

sung an die Vorinstanz nicht erfüllt und der diesbezügliche Hauptantrag abzuweisen. 

3 ST.2009.101 
3 DB.2009.53 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 10 - 

4. a)  Eine  zu  Recht  ergangene  Ermessenseinschätzung  kann  der  Steuer-

pflichtige  laut  § 140  Abs. 2  StG  einzig  wegen  offensichtlicher  Unrichtigkeit  anfechten. 

Diese  Norm  beinhaltet  eine  Kognitionsbeschränkung  der  Prüfungsinstanzen.  Letztere 

können eine zu Recht getroffene Ermessensveranlagung nur aufheben, wenn sie sich 

als  offensichtlich  falsch  erweist  (so  im  Ergebnis  Martin  Zweifel,  in:  Kommentar  zum 

Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2b, 2000, Art. 132 N 33 DBG). Den entsprechen-

den  Nachweis  kann  der  Steuerpflichtige  auf  zwei  Arten  erbringen  (Martin  Zweifel,  in: 

Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Band  I/1,  2. A.,  2002,  Art. 48  N 46  ff. 

StHG, auch zum Folgenden): Vorab kann er den tatsächlichen Sachverhalt dartun und 

den entsprechenden Nachweis leisten, mit der Folge, dass die im Streit stehende Er-

messenseinschätzung durch eine ordentliche Veranlagung ersetzt wird und die Steuer-

faktoren  nach  den  für  "gewöhnliche"  Einschätzungen  geltenden  Regeln  ermittelt  wer-

den.  Ist  das  nicht  möglich  oder  misslingt  dies,  kann  der  Steuerpflichtige  sodann 

darlegen und nachweisen, dass die angefochtene Einschätzung offensichtlich unrichtig 

(namentlich zu hoch) ist. Als offensichtlich unrichtig erweist sich eine Schätzung dann, 

wenn  sie  sachlich  nicht  begründbar  (z.B.  erkennbar  pönal  oder  fiskalisch  begründet) 

ist, sich auf sachwidrige Schätzungsgrundlagen, -methoden oder -hilfsmittel stützt oder 

sonst  wie  mit  den  konkreten  aktenkundigen  Verhältnissen  aufgrund  der  Lebenserfah-

rung vernünftigerweise nicht vereinbar ist (Zweifel, Art. 48 N 59 StHG, mit Hinweisen). 

Ist  dieser  Nachweis  geleistet,  bleibt  es  zwar  bei  einer  Ermessensveranlagung,  doch 

wird  die  angefochtene  durch  eine  neue  (tiefere)  Schätzung  der  Rechtsmittelinstanz 

ersetzt. 

b)  Der  Rekurskommission  sind  weitere  Untersuchungen  verwehrt.  Sie  hat 

vielmehr  bei  ihrer  eingeschränkten  Überprüfung  des  angefochtenen  Entscheids  auf 

offensichtliche  Unrichtigkeit  hin  nur  jene  im  Zeitpunkt  der  Entscheidfällung  vorhande-

nen  Schriftstücke  zu  berücksichtigen,  welche  den  behaupteten  Sachverhalt sofort  be-

weisen oder zumindest als sehr wahrscheinlich erscheinen lassen (VGr, 27. Mai 1986, 

SB 10/1986  und  11. September  1986,  SB 38/1986;  Martin  Zweifel,  Die  Sachverhalts-

ermittlung im Steuerveranlagungsverfahren, 1989, S. 144). 

c) Im vorliegenden Fall haben die Pflichtigen die versäumte Mitwirkungspflicht, 

nämlich die Ablieferung eines detaillierten Beschriebs über den Zustand und die Aus-

stattung  der  Liegenschaft  vor  und  nach  dem  Umbau,  weder  im  Einsprache-  noch  im 

Rekursverfahren  nachgeholt.  Ihre  Annahme,  die  detaillierten  Handwerkerrechnungen 

3 ST.2009.101 
3 DB.2009.53 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 11 - 

und  die  eingereichte  Fotodokumentation  seien  in  dieser  Hinsicht  selbsterklärend,  trifft 

 – wie  dargelegt – nicht  zu.  Die  ergänzenden  Erklärungen  im  Einspracheverfahren  zu 

einzelnen  Arbeiten  weisen  den  erforderlichen  Detaillierungsgrad  nicht  auf.  Als  unbe-

helflich  erweist  sich  schliesslich  die  im  Einspracheverfahren  eingereichte  Aufstellung 

über die Aufteilung zwischen werterhaltenden und -vermehrenden Aufwendungen, weil 

es sich dabei in erster Linie um eine rechtliche Würdigung handelt. Daraus gehen die 

Fakten, die zu dieser Würdigung geführt haben, nicht klar hervor. 

Damit  ist  der  Unrichtigkeitsnachweis  gescheitert  und  die  getroffene  Ermes-

senseinschätzung  in  betraglicher  Hinsicht  lediglich  noch  auf  offensichtliche  Unrichtig-

keit  hin  zu  überprüfen,  auch  wenn  die  Pflichtigen  keinen  entsprechenden  Antrag  ge-

stellt haben. 

d) Der Steuerkommissär hat die abzugsfähigen Liegenschaftsunterhaltskosten 

auf  Fr. 66'622.85  geschätzt  bzw.  einen  Anteil  von  Fr. 40'000.-  nicht  einkommensmin-

dernd berücksichtigt. Demgegenüber machen die Pflichtigen abzugsfähige Unterhalts-

kosten von Fr. 78'808.10 geltend. 

aa) Als grundsätzlich abzugsfähige, von den Pflichtigen zu 100% geltend ge-

machte Unterhaltskosten fallen folgende Aufwendungen in Betracht: 

- Innere Malerarbeiten gem. Rechnung von E  

- Äussere Malerarbeiten gem. Rechnung von E 

- Ersatz der Bodenbeläge gem. Rechnung von F 

- Gebäudeversicherung, Versicherungsprämie 2007 

- Kaminreinigung gem. Rechnung von G 

Total 

2'376.45 

3'206.50 

5'785.60 

154.05 

62.20 

11'584.80 

Allerdings ist zu berücksichtigen, dass die Pflichtigen einen wertvermehrenden 

Anbau  erstellten,  welcher  ebenfalls  einen  wertvermehrenden  Farbanstrich  bzw.  wert-

vermehrende  Anpassungsarbeiten  an  bestehenden  Einrichtungen  erforderte.  Zudem 

ist davon auszugehen, dass der Anbau einen vorher noch nicht bestehenden und somit 

wertvermehrenden Bodenbelag erforderte. Weiter fällt in Betracht, dass die Pflichtigen 

bei  den  Malerkosten  Skontoabzüge  von  jeweils  2%  des  Rechnungsbetrages,  insge-

samt  somit  einen  Betrag  von  Fr. 111.65  in  Abzug  bringen  durften.  Aufgrund  der  Le-

benserfahrung  werden  solche  Vergünstigungen,  die  nach  dem  Prinzip  der  effektiven 

3 ST.2009.101 
3 DB.2009.53 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 12 - 

Kostenanrechnung steuerlich nicht beim Aufwand berücksichtigt werden dürfen (Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter,  § 221  N 8),  i.d.R.  genutzt.  Vor  diesem  Hintergrund  ist  es 

geboten,  von  den  oben  aufgeführten  Gesamtkosten  einen  geschätzten  Anteil  von 

Fr. 500.- beim Unterhalt nicht zu berücksichtigen. 

bb) Nicht zu den Unterhaltskosten gehören – wie die Pflichtigen zu Recht be-

antragen – die Kosten für die TV-Installation im Wohnzimmer gemäss Rechnung der H 

(Fr. 681.25) und die von der gleichen Firma in Rechnung gestellte Anschlussgebühr für 

das Kabelfernsehen (Fr. 1'883.-). 

cc)  Hinsichtlich  Elektroinstallationen  (Gesamtkosten  Fr. 17'434.65,  davon 

Fr. 11'240.45 als Unterhalt geltend gemacht) brachten die Pflichtigen vor, dass die al-

ten (hobbymässig erstellten) Installationen veraltet gewesen seien und nicht mehr den 

heutigen Sicherheitsvorschriften entsprochen hätten. Es habe infolge durchgebrannter 

Sicherungen öfters Stromausfälle gegeben. Ausserdem seien die Leitungen über Putz 

montiert gewesen. Der Ersatz der Elektroinstallationen sei zur Reduktion der Brandge-

fahr unumgänglich gewesen. Sämtliche neuen Leitungen seien unter Putz verlegt wor-

den,  was  entsprechende  Folgekosten  (für  Schreiner-  und  Maurerarbeiten)  zur  Folge 

gehabt habe. 

Aus  dieser  Sachdarstellung  geht  nicht  hervor,  inwiefern  die  neu  verlegten 

Elektroinstallationen  (Sicherungsverteilung,  Leitungen,  Wand-  und  Deckenleuchten, 

Steckdosen,  Schalter,  Dimmer,  Wandheizgeräte,  Schnellheizer,  Speicherheizung  mit 

Funk-Thermostat  und  Aufladesteuerung)  hinsichtlich  Menge  und  Qualität  bereits  vor 

dem Umbau vorhanden gewesen sind. Die eingereichten Unterlagen (Fotodokumenta-

tion  und  Rechnungen)  erteilen  diesbezüglich  keine  Aufschlüsse.  Bei  dieser  Sachlage 

kann  der  werterhaltende  Anteil  nicht  ermittelt  werden.  Es  erweist  sich  somit  nicht  als 

willkürlich, wenn der Steuerkommissär bei seiner internen Kalkulation die betreffenden 

Kosten nur im Umfang von ca. Fr. 7'434.- beim Unterhalt berücksichtigt hat. Aufgrund 

der  Sachdarstellung  der  Pflichtigen  zum  bedenklichen  Zustand  der  Elektroinstallatio-

nen im Zeitpunkt des Erwerbs wäre es im Übrigen auch nicht willkürlich, diesbezüglich 

die  Dumont-Praxis  anzuwenden  und  überhaupt  keine  Kosten  beim  Unterhalt  zu  be-

rücksichtigen.  

3 ST.2009.101 
3 DB.2009.53 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 13 - 

dd) Die Kosten für Maurerarbeiten gemäss Rechnung der I vom 20. Juli 2007 

(Gesamtkosten brutto Fr. 7'558.90, davon Fr. 1'582.80 als Unterhalt geltend gemacht) 

stehen einerseits im Zusammenhang mit dem neu erstellten Anbau. Andererseits wur-

den Abbruch- und Maurerarbeiten für Elektro- und Wasserleitungen und die Kanalisati-

on erbracht. Die Abbruch- und Betonarbeiten für den Anbau stellen  wertvermehrende 

Aufwendungen dar. Gleiches gilt für die Ab- und Durchbrucharbeiten für die neu unter 

Putz verlegten Elektroleitungen. Damit verbleibt ein Unterhaltskostenanteil nur mehr für 

die Maurerkosten im Zusammenhang mit dem Ersatz von Wasserleitungen und Arbei-

ten an der Kanalisation. Der hierauf entfallende Unterhaltskostenanteil beläuft sich auf 

maximal Fr. 2'000.-. 

ee)  Die von  der  J  in  Rechnung  gestellten  Kosten von  Fr. 10'924.15  betreffen 

einerseits  die  Aussensanierung  (Fassadenverkleidung,  Fensterbänke)  und  anderer-

seits auch die Dachdecker- und Spenglerarbeiten für den neu erstellten Vorbau. Insge-

samt bezifferten die Pflichtigen den werterhaltenden Anteil auf Fr. 3'969.95, was nicht 

zu beanstanden ist. 

ff) Die zu 100% als Unterhalt geltend gemachten Kosten von Fr. 4'198.40 für 

innere  Verputzarbeiten  gemäss  Rechnung  von  K  vom  16. Juli  2007  stehen  gemäss 

Sachdarstellung  der  Pflichtigen  im  Zusammenhang  mit  den  Elektroleitungen,  welche 

neu unter Putz verlegt wurden. Da letztere Arbeiten einen Mehrwert zur Folge haben, 

gilt  dies  auch  für  sämtliche  Folge-  und  Anpassungsarbeiten  an  bestehenden  Einrich-

tungen  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  § 221  N 40).  Somit  sind  die  streitbetroffenen 

Kosten nicht als Unterhaltskosten abzugsfähig. 

gg)  Hinsichtlich  der  Erneuerung  der  sanitären  Anlagen  im  Badezimmer  und 

WC  mit  werterhaltend  geltend  gemachten  Gesamtkosten  von  Fr.12'357.70  gemäss 

Rechnung  der  L  vom  21. September  2007  fehlt  eine  detaillierte  Sachdarstellung  über 

den Zustand und die Ausstattung dieser Räume vor dem Umbau.  Ein im Einsprache-

verfahren eingereichtes Foto zeigt nur einen kleinen Bildausschnitt der alten Badewan-

ne,  die – soweit  aus  der  Rechnung  ersichtlich  ist –durch  eine  Dusche  ersetzt  wurde. 

Weitere  Einzelheiten  der  ursprünglichen  Ausstattung  sind  auf  der  Fotodokumentation 

nicht  ersichtlich.  Bei  dieser  Sachlage  kann  ein  allfälliger  Mehrwert  für  zusätzliche  In-

stallationen  und  Qualitätssteigerungen  nicht  ausgeschlossen  werden.  Unter  diesen 

Umständen erweist es sich nicht als willkürlich, die betreffenden Kosten gemäss inter-

3 ST.2009.101 
3 DB.2009.53 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 14 - 

ner Kalkulation des Rekursgegners bzw. der Beschwerdegegnerin nur im Umfang von 

Fr. 7'357.- zu berücksichtigen. 

hh) Schliesslich leisteten die Pflichtigen im Jahr 2007 noch Akontozahlungen 

von Fr. 40'000.- für Schreinerarbeiten, welche sie im Umfang von Fr. 33'874.- als wert-

erhaltende  Aufwendungen  geltend  machen.  Gemäss  Schlussabrechnung  des  zustän-

digen  Unternehmens  vom  18. Mai  2008  belaufen  sich  die  Gesamtkosten  auf 

Fr. 60'145.75 (vor Skontoabzug von 2%). Aus der Sachdarstellung und den eingereich-

ten  Unterlagen  (Rechnung,  Fotodokumentation  und  Pläne)  ergibt  sich  jedoch  nicht, 

dass  die  Arbeiten  im  geltend  gemachten  Umfang  von  rund  85%  der  Werterhaltung 

dienten. Als überwiegend werterhaltend erscheinen folgende Arbeiten: Ersatz Haustüre 

mit  Zylinder  (Fr. 4'967.-),  Ersatz  Treppe  (Fr. 3'265.-),  Anfertigen  von  Schranktüren  für 

bestehenden  Einbauschrank  im  OG  (Fr. 550.-),  Ersatz  Wand  bei  Küche/Wohnzimmer 

(Fr. 687.-), Ersatz Möbelgriffe in Küche (Fr. 185.15), Anfertigen Estrichklappe mit Trep-

pe (Fr. 778.-), Isolation Treppenaufgang und Gang OG (Fr. 4'689.-), Ersatz Ortsbretter 

(Fr. 467.-).  Das  Total  dieser  Kosten  beläuft  sich  auf  Fr. 15'588.15. Bei  allen  übrigen 

Arbeiten ist der Unterhaltscharakter dagegen entweder nicht gegeben oder im behaup-

teten Ausmass fraglich. Als wertvermehrend ist der neu erstellte Anbau beim Eingang 

(Fr. 5'484.-)  und  das  neu  erstellte  Wandregal  im  Wohnzimmer  für  Fernseher,  Satellit 

und DVD (Fr. 642.-) zu würdigen. Bezüglich der Position "Zimmertüren" (Fr. 3'975.-) ist 

unklar, ob es sich diesbezüglich ausschliesslich um Ersatz oder teilweise um neue Tü-

ren  im  Zusammenhang  mit  dem  neu  erstellten  Anbau  gehandelt  hat.  Der  Ersatz  der 

Fenster  durch  energetisch  bessere  Fenster  (Fr. 9'471.-)  stellt  zwar  grundsätzlich  ab-

zugsfähigen  Unterhalt  dar.  Allerdings  deutet  die  eingereichte  Plankopie  darauf  hin, 

dass  auch  beim  neu  erstellten  Anbau  ein  Fenster  eingebaut  wurde,  womit  die  betref-

fenden Kosten teilweise als wertsteigernde Neuinvestition zu würdigen sind. Bezüglich 

der Anfertigung von Einbauschränken im Untergeschoss (mit Garderobe) und Oberge-

schoss (Fr. 2'985.- und Fr. 3'450.-) ist fraglich, ob an diesen Stellen bereits vorher Ein-

bauschränke und gegebenenfalls in vergleichbarer Qualität bestanden haben. Der Be-

schrieb der Abbrucharbeiten erwähnt den Abbruch bestehender Einbauschränke nicht. 

Unklar ist ferner, ob die alte Treppe im OG  bereits ein Treppengeländer aufgewiesen 

hat. Unter diesen Umständen können die Kosten von Fr. 975.- für die Anfertigung eines 

neuen  Treppengeländers  nicht  dem  Unterhalt  zugerechnet  werden.  Die  Anfertigung 

eines  Küchenschranks  für  den  Kühlschrank  und  eines  Schubladenschranks  mit  Kü-

chenarbeitsplatte (Fr. 1'950.-) deutet auf eine wertvermehrende Zusatzausstattung hin. 

3 ST.2009.101 
3 DB.2009.53 

 
 
 
 
 
 
- 15 - 

Bezüglich der Arbeiten im WC und insbesondere in der Dusche im neu erstellten An-

bau  (Fr. 2'424.-  und  Fr. 4'145.-)  ist  ebenfalls  nicht  belegt,  dass  es  sich  hierbei  aus-

schliesslich  um  Unterhalt  gehandelt  hat.  Der  Einbau  eines  Einbauschränklis  und  die 

Ergänzung  der  Bodenbretter  deuten  eher  auf  wertvermehrende  Anpassungsarbeiten 

resp. Zusatzausstattungen hin. Dasselbe gilt bezüglich der Kosten von Fr. 680.- für die 

Ergänzung  der  Aussenwand.  Bezüglich  der  Kosten  für  den  Holzzaun  unterhalb  des 

Hauses (Fr. 1'450.-) geht aus der Fotodokumentation nicht hervor, dass bereits früher 

ein  Zaun  vorhanden  war.  Weitere  Kosten  für  Planung  und  Kostenvoranschlag 

(Fr. 1'500.-), Abbrucharbeiten (Fr. 2'426.-) und Entsorgung (Fr.  1'514.60 + Fr. 1'450.- + 

Fr. 36.-)  sind  im  gleichen  Umfang  wie  die  entsprechenden  Baukosten  als  Unterhalts-

kosten abzugsfähig. Da die Baukosten  wie dargelegt nicht ausschliesslich der Werter-

haltung  dienten  bzw.  eine  Beurteilung  mangels  hinreichender  Sachdarstellung  nicht 

möglich ist, verbietet sich die vollumfängliche Berücksichtigung dieser Kosten.  

ii) Aufgrund dieser Erwägungen erweist sich die Schätzung der Vorinstanz in 

betraglicher Hinsicht keineswegs als willkürlich zu tief, sondern im Gegenteil sogar als 

grosszügig.  Denn  der  geschätzte  Unterhaltskostenanteil  von  Fr. 66'622.85  lässt  sich 

aufgrund  der  fehlenden  Sachdarstellung  nicht  einmal  dann  übertrumpfen,  wenn  die 

Kosten  für  Schreinerarbeiten  im  beantragten  (zu  hohen)  Umfang  von  Fr. 33'874.-  als 

Unterhalt  angerechnet  würden  (Fr. 11'584.80  -  Fr. 500.-  +  Fr. 7'434.-  +  2'000.-  + 

3'969.95 + 7'357.- + 33'874.- = Fr. 65'719.75). 

Somit sind Rekurs und Beschwerde abzuweisen. 

4. Ausgangsgemäss  sind  die  Verfahrenskosten  den  Pflichtigen  aufzuerlegen 

(§ 151 Abs. 1 StG, Art. 144 Abs. 1 DBG). 

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

3 ST.2009.101 
3 DB.2009.53 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 16 - 

2.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

[…] 

3 ST.2009.101 
3 DB.2009.53