# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0822d117-d41d-506b-ad24-5affd5ebf538
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-04-18
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 18.04.2017 WBE.2016.539b
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2016-539b_2017-04-18.pdf

## Full Text

186 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2017 

len, zumal die budgetierten Kosten vorliegend um mehr als das dop-
pelte über dem Richtpreis lagen. Die Vergabestelle hat den Mehr-
leistungen sowie allfälligen Unsicherheiten somit durchaus in ange-
messener Weise Rechnung getragen. Insofern ist ihr Vorgehen nicht 
zu beanstanden. (...) 

2.2.3. (...) 
3. 
Zusammenfassend erweist sich der von der B. verfügte Abbruch 

des Submissionsverfahrens als durch einen wichtigen Grund im 
Sinne von § 22 Abs. 2 SubmD gerechtfertigt und damit als rechtmäs-
sig. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde, mit der sinngemäss die 
Feststellung der Widerrechtlichkeit des Verfahrensabbruchs verlangt 
wird, ist demzufolge abzuweisen. 

 

33 Vergabestelle 

- Ein Kantonsspital ist eine Vergabestelle im Sinne von § 5 Abs. 1 lit. c 

SubmD (Erw. 1.2.2). 

- Auch private Listenspitäler mit rein privater Trägerschaft unter-

stehen dem öffentlichen Beschaffungsrecht (Erw. 1.2.3). 

Aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 18. April 

2017, i.S. A. AG gegen B. AG (Beigeladene) und Kantonsspital X. AG 

(WBE.2016.539) 

Aus den Erwägungen 

1.2.2. 
Dem Dekret unterstehen aufgrund von § 5 Abs. 1 SubmD der 

Kanton und seine Anstalten (lit. a), die Gemeinden, deren Anstalten 
sowie die Gemeindeverbände (lit. b), andere Träger kantonaler und 
kommunaler Aufgaben (lit. c), privatrechtliche Träger, soweit der zu 
vergebende Auftrag von Bund, Kantonen, Gemeinden, Gemeindever-

2017 Submissionen 187 

bänden oder anderen öffentlichrechtlichen Organisationen zu mehr 
als 50 % subventioniert wird (lit. d) sowie andere öffentlichrechtliche 
Organisationen (lit. e). Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts 
unterstehen dem SubmD auch öffentliche Unternehmungen mit 
privatrechtlicher Struktur sowie gemischtwirtschaftliche Unterneh-
mungen, welche in personeller und finanzieller Hinsicht massgeblich 
von der öffentlichen Hand beherrscht werden und nicht in Konkur-
renz zu (privaten) Dritten agieren (AGVE 2013, S. 195; 2001, 
S. 349 ff.). 

Bei der Kantonsspital X. AG handelt es sich um eine gemein-
nützige Aktiengesellschaft des Schweizerischen Obligationenrechts 
(§ 9 Abs. 1 Spitalgesetz vom 25. Februar 2003 [SpiG; 
SAR 331.200]). Der Kanton hält mindestens 70 % des Aktienkapitals 
und der Aktienstimmen (§ 11 Abs. 1 SpiG). Die Wahrnehmung von 
wichtigen öffentlichen Aufgaben im Gesundheitswesen (Betrieb 
eines Kantonsspitals), die kantonale Mindestbeteiligung zu 70 % am 
Aktienkapital und die damit verbundenen Entscheid- und Aufsichts-
befugnisse des Kantons führen zur Unterstellung der Kantonspital X. 
AG unter das Submissionsdekret (AGVE 2013, S. 194 f.; vgl. auch 
AGVE 1997, S. 343; VGE III/99 vom 21. Dezember 2009 
[WBE.2009.207], S. 4; VGE III/51 vom 8. Juni 2005 
[BE.2004.00381], S. 4 f.; vgl. ferner HANS RUDOLF TRÜEB/DANIEL 
ZIMMERLI, Spitalfinanzierung und Vergaberecht, Zürich/Basel/Genf 
2012, Rz. 12 ff., 30, 39 ff.). Es besteht keinerlei Veranlassung zur 
Änderung dieser Rechtsprechung. Bei der Kantonsspital X. AG han-
delt es sich somit um eine Vergabestelle im Sinne von § 5 Abs. 1 
lit. c SubmD (und Art. 8 Abs. 1 lit. a IVöB; vgl. AGVE 2013, 
S. 195). 

1.2.3. 
Die Vergabestelle verkennt, dass auch die Listenspitäler mit rein 

privater Trägerschaft dem öffentlichen Beschaffungsrecht unter-
stehen. Sie sind "andere Träger kantonaler oder kommunaler Aufga-
ben" und als solche im Umfang ihres Leistungsauftrags nicht 
kommerziell oder industriell tätig, da im Bereich der Leistungsauf-
träge im Sinne von Art. 39 Abs. 1 lit. e KVG ein wirksamer Wettbe-
werb im Sinne des Kartellrechts und des öffentlichen Beschaffungs-

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rechts fehlt (vgl. TRÜEB/ZIMMERLI, a.a.O., Rz. 121 ff.; Auszug aus 
dem Protokoll des Regierungsrats des Kantons Zürich, Sitzung vom 
8. Juli 2015, Nr. 758. Beschaffungsrecht [GZO AG; Verpflichtung 
zur Einhaltung des öffentlichen Beschaffungswesens], insbes. 
Erw. 4.3.2; CLAUDIA SCHNEIDER HEUSI, Vergaberecht in a nutshell, 
Zürich/St. Gallen 2014, S. 28; PETER GALLI/ANDRÉ 
MOSER/ELISABETH LANG/MARC STEINER, Praxis des öffentlichen 
Beschaffungsrechts, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2013, Rz. 144; 
vgl. ferner Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 
20. Dezember 2016 [VB.2015.00555], Erw. 3 ff., insbes. Erw. 6.1). 
Aus dem Umstand, dass die von der Vergabestelle genannten Klini-
ken ihrer Pflicht zur öffentlichen Ausschreibung allenfalls in rechts-
widriger Weise nicht nachkommen, kann die Vergabestelle jedenfalls 
keinen Anspruch ableiten, sich ihrerseits nicht an das öffentliche Be-
schaffungsrecht halten zu müssen.  

 

34 Bewertung der Angebote; "Strafabzüge" 

Unzulässigkeit von "Strafabzügen" für Offertmängel im Rahmen der 

Offertbewertung 

Aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 31. Mai 

2017, i.S. A. AG gegen Stadt B. (WBE.2016.540) 

Aus den Erwägungen 

4.2.5.2. 
Die Beschwerdeführerin hat es insbesondere bei den Referenz-

projekten Nrn. 1 und 3 unterlassen, detaillierte Informationen zur 
Bandbreite der ausgeführten Arbeitsleistungen bzw. zu den Arbeits-
gattungen zu machen, was jeweils zu einer "Bewertung" mit 
0 Punkten geführt hat (mit der Begründung "nicht vergleichbar" bzw. 
"unklar"). Die Beschwerdeführerin macht in diesem Kontext geltend,