# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ea2519de-264d-5466-af6f-ebf0a14d78cf
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-06-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 15.06.2016 IV 2014/108
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-108_2016-06-15.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/108

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 15.10.2019

Entscheiddatum: 15.06.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 15.06.2016
Art. 28 IVG. Rentenanspruch (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 15. Juni 2016, IV 2014/108).

Besetzung

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen

Miriam Lendfers und Marie Löhrer; Gerichtsschreiberin Anina Gubser

Geschäftsnr.

IV 2014/108

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Rufener, Amparo Anwälte und Notare, 

Neugasse 26, Postfach 148, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

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Rente 

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich am 15. November 2011 bei der Invalidenversicherung zur 

Früherfassung an. Dabei gab sie an, nach einer Hirnstammischämie zu 100% 

arbeitsunfähig zu sein (IV-act. 1). Nach einem Früherfassungsgespräch am 

22. November 2011 (IV-act. 2, 4), erfolgte am 6. Dezember 2011 die Anmeldung bei der 

IV (IV-act. 11). Dem Gesprächsprotokoll des RAD-Arztes (Regionaler Ärztlicher Dienst) 

mit dem Hausarzt der Versicherten, Dr. med. B.___, vom 16. Dezember 2011 ist zu 

entnehmen, dass die Versicherte nach einer cerebralen Ischämie der Medulla 

oblongata rechts (Erstdiagnose 3. August 2011) an einer vertikalen Schielstellung 

leidet. Aktuell sehe sie Doppelbilder und leide an Schwindel bei körperlichen 

Belastungen. Die Versicherte sei in ihrer Tätigkeit als Büromitarbeiterin im Betrieb ihres 

Ehemannes eingeschränkt. Die Symptome hätten sich aber soweit zurückgebildet, 

dass sie in der Lage sei, während drei Stunden zu arbeiten. Seit dem 1. Dezember 

2011 sei sie zu 50% arbeitsfähig. Eine Steigerung auf das ursprüngliche Pensum von 

60% sei bis Ende Februar 2012 zu erwarten (IV-act. 15).

A.b Im Rahmen des Fragebogens für Arbeitgebende teilte der Ehemann der 

Versicherten am 3. Januar 2012 mit, dass aufgrund des Schwindels und der 

Sehbehinderung eine Arbeit im Büro kaum mehr sinnvoll sei. Die Versicherte mache 

jetzt eine Ausbildung in der Schule für Gestaltung. Eine zukünftige Tätigkeit könne 

allenfalls auf diesem Gebiet möglich sein (IV-act. 20-4).

A.c  Im Assessmentprotokoll vermerkte der Eingliederungsverantwortliche nach einem 

Gespräch mit der Versicherten am 17. Januar 2012, das Hauptproblem seien die 

Sehstörungen, die auch zu Schwindel führen könnten. Die Versicherte sei sehr positiv 

eingestellt und steige baldmöglichst schrittweise in die bisherige Tätigkeit ein. Eine 

weitere Unterstützung durch die IV sei weder notwendig noch erwünscht (IV-

act. 25-2 f.). Am 14. Februar 2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass 

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berufliche Massnahmen nicht notwendig seien, da sie schrittweise beim bisherigen 

Arbeitgeber ins bisherige Pensum einsteigen könne (IV-act. 29).

A.d Der Hausarzt der Versicherten teilte mit Bericht vom 9. März 2012 mit, dass die 

Versicherte ab dem 9. Dezember 2011 bis auf weiteres erneut zu 100% arbeitsunfähig 

sei. Durch die Sehstörungen sei es ihr nicht möglich, die Arbeiten entsprechend 

auszuführen. Voraussichtlich könne ab Mitte 2012 mit einer Wiederaufnahme der 

beruflichen Tätigkeit von 50% gerechnet werden. Dies sei aber abhängig von weiteren 

neuroopthalmologischen Abklärungen (IV-act. 33-2 f.).

A.e  Den Fragebogen zur Rentenabklärung/Haushaltabklärung sandte die Versicherte, 

nach einer telefonischen Rückfrage (IV-act. 34), unausgefüllt mit der Bemerkung 

zurück, es sei ihr möglich den Haushalt ohne Hilfe zu führen. Unter Frage 2 betreffend 

die Erwerbstätigkeit vermerkte sie, sie würde ohne Behinderung ihre Tätigkeit als 

Sekretärin/Sachbearbeiterin im Ausmasse „wie gehabt“ ausführen (IV-act. 35).

A.f Mit Bericht vom 11. Juni 2012 hielt der Hausarzt fest, die Versicherte könne ihre 

bisherige Tätigkeit wegen der Einschränkungen beim Sehen am PC zu 2 Stunden 

täglich ausüben, wobei die Leistungsfähigkeit zu 50% eingeschränkt sei. Angepasste 

Büroarbeiten seien ihr zu 50% (2-4 Stunden) und der Haushalt zu 75% (3-4 Stunden) 

zumutbar (IV-act. 40-2 f.).

A.g Im Bericht der Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen vom 31. August 

2012 hielten die Ärztinnen fest, die Tätigkeit der Versicherten als Sachbearbeiterin 

könnte durch den Nystagmus in der Form beeinträchtigt sein, dass das Sehen 

intermittierend gestört sei. Eine am 4. Juli 2012 gestartete Therapie mit Carbamazepin 

habe die Versicherte nicht gut toleriert. Trotz Besserung sei im Verlauf mit einer 

bleibenden Behinderung zu rechnen (IV-act. 47).

A.h Im Abklärungsbericht Haushalt vom 8. Februar 2013 hielt die Abklärungsperson 

fest, die Hauptproblematik der Versicherten bestehe nach wie vor im eingeschränkten 

Gesichtsfeld. Das „verwackelt sehen“ verunsichere sie bei schnellen Bewegungen und 

in einem lebhaften Umfeld. Sie könne sich kaum konzentrieren. Bei Tätigkeiten, die 

konzentriertes Sehen erforderten (Lesen, PC-Arbeiten, etc.), ermüde sie nach 

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30 Minuten so stark, dass die Zeilen verschwimmen und ineinander übergehen würden. 

Ein Weiterarbeiten sei dann unmöglich. Wenig Probleme habe sie im Haushalt oder bei 

Arbeiten, die sie in Ruhe planen und ausführen könne. Im Unternehmen des 

Ehemannes, wo Flexibilität und schnelles Reagieren gefragt sei, könne sie kaum noch 

tätig sein. Sie sei manchmal für kurze Zeit und wenig belastende Tätigkeiten anwesend. 

Zusammenfassend hielt die Abklärungsperson fest, die Versicherte sei 60% als 

Erwerbstätige und 40% als Hausfrau einzustufen. Die Ausbildung im Rahmen von 40% 

sei keine Erwerbstätigkeit, sondern eine Freizeittätigkeit (IV-act. 63-7).

A.i Am 21. März 2013 wurde der Versicherten mitgeteilt, dass aufgrund der 

Stellungnahme des RAD (IV-act. 64) eine medizinische (neuroophthalmologische und 

neuropsychologische) Abklärung notwendig werde (IV-act. 65). Am 10. Juni 2013 

erstattete Dr. med. C.___, leitender Arzt für Strabologie/Neuroophtalmologie an der 

Augenklinik des Kantonsspitals St. Gallen, sein Gutachten (IV-act. 69). Er hielt fest, die 

Versicherte sei aufgrund des Nystagmus und der damit beklagten Oszillopsien schon in 

Primärposition deutlich beeinträchtigt. Die Beeinträchtigung nehme im Seitenblick 

massiv zu und führe insbesondere bei Computerarbeiten bzw. Tätigkeiten am 

Schreibtisch mit notwendigen Blickwendungen zu zusätzlichen Schwierigkeiten. Die 

beklagte Doppelbildwahrnehmung habe sich deutlich verbessert, so dass nunmehr 

nahezu ausschliesslich die Oszillopsien das Beschwerdebild ausmachten. Diese allein 

bedingten aber nach wie vor eine entsprechend weitreichende Arbeitsunfähigkeit. Die 

bisherige Tätigkeit sei nur noch in einem sehr geringen Ausmass von 1-2 Stunden 

zumutbar. Eine angepasste Tätigkeit könne aus neuroophthalmologischer Sicht nicht 

abschliessend beurteilt werden, dazu brauche es eine neurologische 

Zusatzbeurteilung. Dr. phil. D.___, Fachpsychologin für Neuropsychologie, erstattete ihr 

Gutachten nach einer Rücksprache mit Dr. C.___ am 27. September 2013 bzw. 7. 

Oktober 2013 (IV-act. 75). Sie hielt fest, aus neuropsychologischer Sicht ergäben sich 

aufgrund der leichten kognitiven Störungen mit Daueraufmerksamkeitsstörungen und 

Störungen der komplexeren Aufmerksamkeitsbereiche vor allem Schwankungen im 

Leistungsvermögen sowie unter Zeitdruck eine reduzierte Selektivität und 

Verlangsamung. Aus neuropsychologischer Sicht sei eine Tätigkeit im Bürobereich mit 

Wechsel einerseits von PC-Arbeiten und Telefondienst, andererseits auch Hilfsarbeiten 

körperlicher Art, im zeitlichen Rahmen von 5 Stunden zumutbar. Aufgrund der leichten 

kognitiven Funktionsstörungen mit Verlangsamung und etwas Schwankungen im 

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Aufmerksamkeitsbereich, insbesondere selektiv und visuell-räumlich, zeige sich dabei 

eine verminderte Leistungsfähigkeit von 10-20% (IV-act. 75-8 f.). Wenn sich 

Tätigkeitsbereiche auf einen Bereich eingrenzen liessen, z.B. Telefondienst, bestehe 

aus neuropsychologischer Sicht keine Einschränkung der Leistungsfähigkeit während 

eines Pensums von 5 Stunden täglich (IV-act. 75-10).

A.j In seiner Stellungnahme vom 25. Oktober 2015 befand der RAD gestützt auf diese 

Abklärungen sei die Versicherte in ihrer bisherigen Tätigkeit für 1-2 Stunden täglich 

arbeitsfähig. Eine angepasste Tätigkeit mit höhergradiger Arbeitsfähigkeit gebe es nicht 

(IV-act. 76-2).

A.k  Mit Vorbescheid vom 27. November 2013 kündigte die IV-Stelle an, sie werde das 

Leistungsbegehren bei einem IV-Grad von 36% abweisen (IV-act. 79).

A.l Dagegen liess die Versicherte am 7. Januar 2014 durch ihren Rechtsvertreter 

Einwand erheben (IV-act. 83). Er machte geltend, die Versicherte würde im 

Gesundheitsfall einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen, weshalb ihr eine Rente 

aufgrund eines IV-Grades von 60% zuzusprechen sei.

A.m  Mit Verfügung vom 24. Januar 2014 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab. 

Zum Einwand hielt sie fest, an der Einstufung 60% Erwerbstätigkeit und 40% Haushalt 

werde festgehalten. Die Ausbildung für Gestaltung und Farbdesign weise keinen 

Erwerbscharakter auf und sei überdies vorübergehend. Unter Anwendung der 

gemischten Methode resultiere kein Rentenanspruch (IV-act. 85).

B. 

B.a  Dagegen richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 20. Februar 2014, worin 

der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragt, es sei ihr eine Rente basierend 

auf einem IV-Grad von 80% auszurichten (act. G 1). Zur Begründung führt er an, die 

Beschwerdegegnerin habe aus der Haushaltsabklärung – worin die 

Beschwerdeführerin angab, sie würde im bisherigen Umfang arbeiten – abgeleitet, dass 

die Beschwerdeführerin nur einer 60%igen Erwerbstätigkeit nachgehen und die übrigen 

40% im Haushalt verwenden würde. Die Beschwerdeführerin besuche aber an zwei 

Tagen pro Woche eine Ausbildung „Farbe Form und Raum / Farbdesigner“. Allein aus 

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dieser Tatsache hätte die Beschwerdegegnerin schliessen müssen, dass eine 100%ige 

ausserhäusliche Beschäftigung vorliege, weshalb die Schlussfolgerung 40% 

Haushaltstätigkeit unrichtig sei. Weiter stellt er sich auf den Standpunkt, der von der 

Beschwerdeführerin besuchte zweijährige Lehrgang an der GBS St. Gallen bereite 

optimal für die Prüfung Farbdesigner (mit eidg. Fachausweis) vor. Ein nebenberuflicher 

Vorbereitungskurs im Hinblick auf den Erwerb eines eidgenössischen Fachausweises 

stelle ein Weiterbildungsangebot dar und sei keine Freizeitbeschäftigung. Die Tatsache, 

dass die Beschwerdeführerin die neu erworbenen Fähigkeiten auf dem Arbeitsmarkt 

nun nicht mehr verwerten könne, dürfe ihr nicht angelastet werden. Insbesondere sei 

es falsch, eine berufliche Weiterbildung einer Haushaltstätigkeit gleichzustellen. 

Aufgrund der Akten sei erstellt, dass die Beschwerdeführerin einer 

Vollzeitbeschäftigung nachgehen würde und bereits in der Vergangenheit den Haushalt 

nebenher erledigt habe.

B.b Mit Beschwerdeantwort vom 16. April 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde (act. G 4). Sie stellt sich auf den Standpunkt, es sei 

unstrittig, dass die Beschwerdeführerin seit 2009 in einem 60%-Pensum im Betrieb des 

Ehemannes gearbeitet habe. Im Fragebogen zur Rentenabklärung habe die 

Beschwerdeführerin ausgeführt, sie würde ohne Behinderung weiterhin eine 

Erwerbstätigkeit im bisherigen Ausmass ausüben. Die Beschwerdeführerin sei auf 

dieser Aussage der „1. Stunde“ zu behaften. Zwar habe die Beschwerdeführerin ihre 

zweijährige Ausbildung zur Farbdesignerin Anfang Juli 2013 erfolgreich abgeschlossen; 

dabei handle es sich aber erst um einen Vorbereitungslehrgang zur Ablegung der 

Prüfung als Farbdesignerin. Weil die Beschwerdeführerin keinen Beruf erlernt habe und 

dementsprechend über kein eidg. Fachzeugnis verfüge, würde sie gemäss 

Art. 8 Ziff. 2.2 des Prüfungsreglements erst zur Prüfung zugelassen, wenn sie 

mindestens fünf Jahre im Bereich der Farbberatung eines branchenspezifischen 

Betriebs tätig gewesen wäre. Im Juli 2013 sei die Beschwerdeführerin bereits 57-jährig 

gewesen. Aus den dargelegten Fakten ergebe sich eindeutig, dass die 

Beschwerdeführerin ihre Ausbildung als Farbdesignerin mit hoher Wahrscheinlichkeit 

erwerblich nicht hätte verwerten können. Demnach sei davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin auch ab Juli 2013 weiterhin zu 60% als Sachbearbeiterin im 

Bürobereich tätig geblieben wäre.

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B.c  Mit Replik vom 21. Mai 2014 macht der Rechtsvertreter geltend, es sei nicht 

relevant, welche Tätigkeit die Beschwerdeführerin nach Abschluss des 

Vorbereitungskurses ausgeübt hätte. Wesentlich sei, dass sie weiterhin einer 100%igen 

ausserhäuslichen Tätigkeit nachgegangen wäre (act. G 6).

B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (vgl. 

act. G 8).

Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch 

der Beschwerdeführerin.

1.1  Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; 

SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte 

Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 

zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein 

Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein 

Anspruch auf eine Viertelsrente.

1.2  Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise Erwerbsun­

fähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht 

zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt 

gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 

als Invalidität. Erwerbsunfähigkeit ist demgegenüber der durch eine Beeinträchtigung 

der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

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überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Die Invalidität im Sinn von Art. 8 Abs. 1 ATSG 

wird durch einen Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur 

Bemessung der konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird 

vom ATSG nicht geregelt. Diese Lücke füllt Art. 28a Abs. 2 IVG: Es ist darauf 

abzustellen, in welchem Mass die betreffende Person behindert ist, sich im 

Aufgabenbereich zu betätigen. Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person 

gelten insbesondere die übliche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie 

gemeinnützige und künstlerische Tätigkeiten (Art. 27 der Verordnung über die 

Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Die Bestimmung von Art. 28a Abs. 3 IVG 

regelt die sogenannte gemischte Methode der Invaliditätsbemessung bei Personen, die 

zum Teil erwerbstätig und zum Teil im Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen 

"gemischten" Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im 

Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der 

Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen.

1.3  Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).

1.4  Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach haben Gericht und Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 1. April 2011, 8C_73/2011, E. 4.1). Wenn der entscheidrelevante 

Sachverhalt ungenügend abgeklärt wurde, kann das Gericht die Angelegenheit zu 

neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen.

2.  

In einem ersten Schritt ist nachfolgend zu klären, ob die medizinische Aktenlage für die 

Beurteilung eines allfälligen Rentenanspruchs ausreicht.

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2.1  Die angefochtene Verfügung stützt sich hauptsächlich auf die Beurteilung durch 

die RAD-Ärzte Dr. E.___ und Dr. F.___, die in ihrer gemeinsamen Stellungnahme vom 

25. Oktober 2013 die medizinische Aktenlage kurz zusammengefasst haben. Sie 

stellten dabei insbesondere auf die Gutachten von Dr. C.___ und Dr. phil. D.___ ab und 

kamen zum Schluss, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin werde durch die 

ophthalmologischen Funktionsstörungen und insbesondere durch die Oszillopsie 

limitiert. In der bisherigen Tätigkeit bestehe unter optimalen Beleuchtungsverhältnissen 

eine Arbeitsfähigkeit von 1-2 Stunden täglich. Es gebe keine andere Tätigkeit, in der die 

Beschwerdeführerin eine höhere Arbeitsfähigkeit erlangen könne (vgl. IV-act. 76).

2.2  Dr. C.___ hatte in seinem Gutachten vom 10. Juni 2013 festgehalten, die 

Beschwerdeführerin leide an einem residuellen Nystagmus mit Oszillopsien, der sich 

auf das Tätigkeitsspektrum einer Sachbearbeiterin erheblich auswirke. Dies äussere 

sich im Verschwommensehen und in Orientierungsschwierigkeiten aufgrund der 

Wahrnehmung von Bewegungen eigentlich fixer Objekte. Angesichts ihrer 

Symptomatik sei ihr die bisherige Tätigkeit allenfalls noch in einem sehr geringen 

Ausmass zumutbar und sollte 1-2 Stunden täglich nicht überschreiten. In Bezug auf die 

Anforderungen an einen Arbeitsplatz sei der deutlich eingeschränkten visuellen 

Wahrnehmungskapazität der Beschwerdeführerin Rechnung zu tragen. Ein 

angepasster Arbeitsplatz sollte andere Sinneswahrnehmungen in den Vordergrund 

stellen. Dr. med. C.___ konnte sich nicht dazu äussern, in welchem Rahmen eine 

angepasste Tätigkeit der Beschwerdeführerin zumutbar sei. Dazu, und auch für die 

Beurteilung der Leistungsfähigkeit, sei eine neurologische Zusatzbeurteilung notwendig 

(vgl. IV-act. 69-3).

2.3  Dr. phil. D.___ hielt in ihrem neuropsychologischen Gutachten vom 27. September 

2013 fest, das Arbeitstempo sei mittel bis langsam, die Aufmerksamkeit mittel und 

stabil gewesen. Aus neuropsychologischer Sicht hätten sich leichte kognitive 

Funktionsstörungen sowie bis mittelschwere Auffälligkeiten in der Emotionalität/

Persönlichkeit gezeigt. Es bestünden leichte bis mittelschwere Störungen 

verschiedener Aufmerksamkeitsbereiche, so von Aktivierung und Daueraufmerksamkeit 

sowie in Form einer Verlangsamung in der selektiven, geteilten und visuell-räumlichen 

Aufmerksamkeit. Im Weiteren liessen sich minimale Auffälligkeiten im Bereich der 

exekutiven Funktionen erheben, vor allem Anfangs- und Initiierungsschwierigkeiten bei 

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neuen Aufgaben. Aus neuropsychologischer Sicht sei eine Tätigkeit im Bürobereich mit 

Wechsel von PC Arbeiten, Telefondienst und Hilfsarbeiten körperlicher Art in einem 

zeitlichen Rahmen von 5 Stunden pro Tag zumutbar (vgl. IV-act. 75-6 ff.).

2.4  Bei Würdigung der beiden Gutachten fällt insbesondere auf, dass eine 

gemeinsame Würdigung fehlt und die beiden Schätzungen der Arbeitsfähigkeit relativ 

weit auseinander liegen. Dr. med. C.___ schätzte die bisherige Tätigkeit lediglich noch 

zu 1-2 Stunden täglich als zumutbar ein. Dr. phil. D.___ hingegen hielt die angestammte 

Tätigkeit für 5 Stunden zumutbar, wobei eine Einschränkung von 10-20% bestehe. Eine 

adaptierte Tätigkeit beurteilte sie für 5 Stunden als uneingeschränkt zumutbar, 

während sich Dr. C.___ nicht zu einer adaptierten Tätigkeit äusserte. Er erachtete zur 

Beantwortung dieser Frage eine neurologische Untersuchung als angezeigt.

2.5  Allein daraus ergibt sich, dass der medizinische Sachverhalt für die Einschätzung 

der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin, namentlich bezüglich einer angepassten 

Tätigkeit, nicht ausreichend abgeklärt wurde. In diesem Zusammenhang leuchtet nicht 

ein, wieso die RAD-Ärzte auf die Schätzung von Dr. C.___ abgestellt haben und die 

Ansicht vertraten, es gebe keine andere Tätigkeit, in der die Beschwerdeführerin eine 

höhere Arbeitsfähigkeit erlangen könne. Diese Schlussfolgerung überzeugt 

insbesondere nicht, da Dr. C.___ festgehalten hatte, dass ein möglicher Arbeitsplatz 

andere als die visuellen Sinneswahrnehmungen in den Vordergrund stellen müsse. 

Überdies hielt er ausdrücklich fest, dass seiner Ansicht nach das visuelle 

Anforderungsspektrum bei einer Tätigkeit als Büromitarbeiterin ein wesentlich höheres 

bzw. anderes sei, als jenes bei einer Zweitausbildung in Gestaltung und Farbdesign 

sowie in der Haushaltstätigkeit. Diese Tätigkeiten erforderten nach seiner Sicht klar 

eine andersartige visuelle Zuwendung mit weniger Blickwendung und einer eher 

kontinuierlichen visuellen Zuwendung. Aus dieser Einschätzung folgt, dass auch 

Dr. C.___ durchaus andere mögliche Tätigkeiten gesehen hatte, die für die 

Beschwerdeführerin in Frage kommen würden. Er konnte sich aber ohne neurologische 

Beurteilung nicht festlegen.

2.6  Die von Dr. C.___ angeregte neurologische Beurteilung wurde in der Folge nicht 

gemacht. Eine Begründung dafür fehlt. Es fehlt auch eine Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit im zeitlichen Verlauf. Insgesamt erweist es sich als notwendig, die 

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Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese eine polydisziplinäre 

Begutachtung mit interdisziplinärer Gesamtbeurteilung gebe. Es wird Sache der 

Beschwerdegegnerin sein zu prüfen, welche Disziplinen erforderlich sind.

3.

Erst wenn der medizinische Sachverhalt ausreichend abgeklärt ist, wird die 

Beschwerdegegnerin nochmals zu prüfen haben, ob die Beschwerdeführerin im 

Gesundheitsfall als voll Erwerbstätige zu qualifizieren ist. Dabei wird die 

Beschwerdegegnerin den Umstand mit zu berücksichtigen haben, dass die 

Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer Ausbildung an 2 Tagen ausserhäuslich tätig 

gewesen ist.

4.

4.1  Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 24. Januar 2014 in teilweiser 

Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung im 

Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat die gesamte 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr zurückzuerstatten.

4.3  Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter 

der Beschwerdeführerin hat auf die Einreichung einer Honorarnote verzichtet. Der 

Bedeutung und Komplexität der Streitsache angemessen erscheint eine 

Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'000.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

Entscheid

bis

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

24. Januar 2014 aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung im Sinn der 

Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgeweisen.

2. 

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

zurückerstattet.

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'000.-- zu bezahlen.

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