# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c3be0c60-3d8e-5ac5-8dd3-53edf2c276fb
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-12-03
**Language:** de
**Title:** Solaranlage. Formellrechtliche Fragen. Beurteilung gemäss § 238 Abs. 4 PBG.
**Docket/Reference:** BRGE II Nr. 0174/2013
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_ii_nr._0174-2013_vom_3._dezember_2013.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
2. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE II Nr. 

R2.2012.00154 
0174/2013 

Entscheid vom 3. Dezember 2013 

Mitwirkende 

Abteilungsvizepräsident  Emil  Seliner,  Baurichter  Adrian  Bergmann,  Bau-
richter Stefano Terzi, Gerichtsschreiber Sandro Lang     

in Sachen 

Rekurrierende 

1.  B. B., [….] 
2.  C. B., [….] 

gegen 

Rekursgegnerinnen 

1.  Baukommission X, [….]  

2.  L. J., [….] 

betreffend 

Baukommissionsbeschluss  vom  18.  September  2012;  Baubewilligung  für 
Photovoltaikanlage 
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit Beschluss vom 18. September 2012 erteilte die Baukommission X L. J. 

die  baurechtliche  Bewilligung  für  eine  Photovoltaikanlage  auf  dem  Flach-

dach  des  Mehrfamilienhauses  auf  dem  Grundstück  Kat.-Nr.  12736  an  der 

Z.-Strasse in X. 

B. 

Dagegen erhoben B. und C. B. mit Eingabe vom 29. Oktober 2012 fristge-

recht Rekurs beim Baurekursgericht und stellten folgende Anträge: 

"1.  Der  Beschluss  der  Baurekurskommission  [recte:  Baukommission]  X 
BK-12-413 vom 18. September 2012 sei aufzuheben und die Bewilli-
gung  für die  Erstellung  der in  diesem  Beschluss  beschriebenen So-
larmodule aufgeständert sei nicht zu erteilen; 

eventualiter sei 

   a. 

vorbezeichneter  Beschluss  aufzuheben  und  anzuordnen,  dass  das 
Baubewilligungsverfahren neu zu beginnen ist und die geplante Fo-
tovoltaikanlage auszustecken ist; 

   b.  die Rekurrenten seien auf den Zivilrechtsweg zu verweisen; 

  2. 

[….] 

alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Rekurs-
gegner." 

C. 

Mit  Präsidialverfügung  vom  31. Oktober  2012  wurde  vom  Rekurseingang 

Vormerk genommen und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

D. 

Am 19. November 2012 wurde das Verfahren auf Gesuch der privaten Re-

kursgegnerin  sistiert  und  es  wurden  die  Vernehmlassungsfristen  abge-

nommen. 

Mit  Verfügungen  vom  22.  und  30. November  2012  wurden  die  Fortset-

zungsbegehren  der  Rekurrierenden  abgewiesen.  Dagegen  gelangten  die 
Rekurrierenden  mit  Beschwerde  vom  28. Dezember  2012  an  das  Verwal-

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tungsgericht,  welches  die  Beschwerde  mit  VB.2013.00001  vom  24. April 

2012 guthiess. 

Nachdem  dieses  Urteil  in  Rechtskraft  erwachsen  war,  wurde  das  Rekurs-

verfahren  in  Nachachtung  des  Verwaltungsgerichtsentscheids  mit  Präsidi-

alverfügung  vom  20. Juni  2013  fortgesetzt  und  das  Vernehmlassungs-

verfahren eröffnet. 

E. 

Die  Vorinstanz  liess  sich  innert angesetzter Frist  mit  Eingabe  vom  22. Juli 

2013 zum Rekurs vernehmen und beantragte die Abweisung des Rekurses 

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Rekurrierenden. 

Die private Rekursgegnerin liess sich innert Frist mit Eingabe vom 22. Juli 

2013 zum Rekurs vernehmen und beantragte ebenfalls die Abweisung des 
Rekurses  unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  zulasten  der  Rekurrie-

renden. 

F. 

Sowohl  die  Rekurrierenden  in  ihrer  Replik  vom  30. August  2013  als  auch 

die private Rekursgegnerin in ihrer Duplik vom 8. Oktober 2013 hielten an 

ihren Anträgen fest. Die Vorinstanz verzichtete auf eine Duplik. Auch in ih-

rer Triplik vom 29. Oktober 2013 hielten die Rekurrierenden an ihren Anträ-

gen fest. 

G. 

Am 5. November 2013 führte eine Delegation der 2. Abteilung des Baure-

kursgerichts  im  Beisein  der  Parteien  einen  Augenschein  auf  dem  Lokal 

durch. 

H. 

Auf  die  Vorbringen  der  Parteien  und  die  Ergebnisse  des  Augenscheins 

wird,  soweit  für  die  Entscheidfindung  erforderlich,  in  den  nachstehenden 

Erwägungen Bezug genommen. 

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Es kommt in Betracht: 

1. 

Das  Baugrundstück  befindet  sich  gemäss  geltender  Bau-  und  Zonenord-

nung der Gemeinde  X (BZO) in der Wohnzone W2/1.40 und ist mit einem 

Mehrfamilienhaus  überbaut.  Im  Osten  grenzt  die  Bauparzelle  unmittelbar 

an die Z.-Strasse, im Süden an die Y.-Strasse und im Übrigen an mit Ein- 

und Mehrfamilienhäusern überstellte Parzellen der nämlichen Wohnzone. 

Die Bauherrin beabsichtigt, auf dem Flachdach des kürzlich erbauten Mehr-

familienhauses  eine  Photovoltaikanlage  zu  installieren.  Diese  soll  aus  drei 

Reihen  à  jeweils  14  Solarmodulen  bestehen,  die  auf  einem  Solar-

Montagesystem (Typ "LEC-Round") mit einem Neigungswinkel von 15° ge-

gen  Südwesten  gerichtet  aufgeständert  werden  sollen  (total 42  aufgestän-

derte Solarmodule in drei parallelen Reihen). Die drei jeweils 14,27 m lan-

gen  Solarmodul-Reihen  sollen  von  der  Seite  betrachtet  mit  je  einer  Breite 

von  1,65 m  und  einer Höhe  ab  auf  dem  Dach  liegenden  Betonplatten  von 

bis  zu  0,65 m  in  Erscheinung  treten,  ähnlich  der  Solaranlage  mit  gleichen 

Modulen und gleichem Montagesystem auf dem Flachdach des Gebäudes 

an  der  R.-Strasse  27  in  X.  Zum  Rand  des  Dachgesimses  soll  die  Anlage 

allseitig einen Abstand von 1,2 m aufweisen. 

2. 

Die  Rekurrierenden,  welche  Eigentümer  des  unmittelbar  nördlich  an  die 

Bauparzelle angrenzenden, mit einem älteren Einfamilienhaus überstellten 

Grundstücks  sind  und  überdies  rechtzeitig  um  Zustellung  des  baurechtli-

chen  Entscheides  ersucht  haben,  sind  angesichts  der  engen  nachbar-

schaftlichen  Beziehung  sowie  der  vorgebrachten  Rügen  (insbesondere 

mangelnde Einordnung) ohne weiteres zum Rekurs legitimiert (§§ 315 Abs. 

1  und  338a  Abs. 1  des  Planungs-  und  Baugesetzes  [PBG]).  Da  auch  die 

übrigen formellen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf den Rekurs einzutre-

ten. 

3.1. 
Die Rekurrierenden machen in formellrechtlicher Hinsicht geltend, dass die 

Vorinstanz ihren Entscheid hinsichtlich der ästhetischen Wirkung des Bau-

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vorhabens  nicht  hinreichend  begründet  habe.  Sie  habe  einzig  auf  § 238 

PBG  verwiesen,  sich  aber  nicht  näher  mit  dieser  Norm  befasst.  Entspre-

chend  hätten  sich  die  Rekurrierenden  auch  nicht  mit  der  vorinstanzlichen 

Begründung auseinandersetzen können. 

3.2. 

Eine  Begründungspflicht  besteht  im  zürcherischen  Verwaltungsverfahren 

nicht nur für Rechtsmittelentscheide (vgl. §§ 28 Abs. 1 und 65 Abs. 1  des 

Verwaltungsrechtspflegegesetzes  [VRG]),  sondern  grundsätzlich  auch  für 

alle  Anordnungen  der  erstinstanzlich  verfügenden  Verwaltungsbehörden 

(§ 10  Abs.  1  VRG).  Auf  die  Begründung  einer  Anordnung  kann  allerdings 

dann  verzichtet  werden,  wenn  den  gestellten  Begehren  voll  entsprochen 

wird (§ 10a Abs. 1 lit. a VRG). Diesbezüglich stellt die Baubewilligung einen 

typischen Anwendungsfall dar. Eine Bewilligung kann sich notwendigerwei-
se  nur  auf  das  Bauprojekt  in  der  Form  beziehen,  wie  es  Gegenstand  der 

Baueingabe war. Die Baubewilligung beinhaltet demzufolge nur die behörd-

liche Feststellung, dass das überprüfte Bauvorhaben den Vorschriften ent-
spricht.  Diese  Feststellung  muss  –  im  Gegensatz  zu  einer  Bauverweige-
rung  –  nicht  noch  speziell  begründet  werden  (BRKE III  Nr. 242/1992  in 
BEZ 1993 Nr. 11, www.baurekursgericht-zh.ch, auch zum Folgenden). Der 

Interessierte  bzw.  potentiell  Betroffene  kann  davon  ausgehen,  dass  das 

Bauvorhaben  baueingabegemäss  bewilligt  ist,  soweit  der  baurechtliche 

Entscheid  nichts  Abweichendes  anordnet.  Begründungspflichtig  sind  dem-

zufolge  nur  die  allfällig  statuierten  Bedingungen  und  Auflagen,  soweit  sie 

nicht selbstverständlich sind oder sich aus sich selbst erklären lassen, so-

wie in jedem Fall die Erteilung von Ausnahmebewilligungen (§ 320 Satz 2 

PBG). 

Baubewilligungen  sind  in  der  Regel  auch  unter  dem  Aspekt  der  Anfech-

tungsbefugnis Dritter nicht zu begründen. Der Inhalt der Bewilligung ergibt 

sich  aus  der  im  Bewilligungsverfahren  von  jedermann  einsehbaren  (§ 314 

PBG) Baueingabe. Vor allem in komplexeren Fällen würde es den Rahmen 

eines  angemessenen  Aufwandes  sprengen,  wenn  in  der  Baubewilligung 

darzulegen  wäre,  weshalb  das  Bauvorhaben  sämtlichen  einschlägigen  öf-
fentlich-rechtlichen  Normen  entspricht.  Der  in  der  Lehre  –  allerdings  ohne 
Bezugnahme auf die Baubewilligung – vertretenen Auffassung, eine Verfü-
gung  müsse  begründet  werden,  wenn  sie  auch  anfechtungsbefugten  Drit-
ten zu eröffnen ist (Alfred Kölz/Jürg Bosshart/Martin Röhl, Kommentar zum 

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Verwaltungsrechtspflegegesetz  des  Kantons  Zürich,  2.  Aufl.,  Zürich  1999, 

§ 10a Rz. 6), ist im Kontext mit Baubewilligungen somit nicht zu folgen. 

Bezogen auf Einordnungsvorschriften umfasst die Erteilung der Baubewilli-

gung die Feststellung, dass ein Bauvorhaben in sich selbst die ästhetischen 

Anforderungen  erfülle  und  sich  zudem  hinreichend  in  die  bauliche  und 

landschaftliche  Umgebung  einfüge  (vgl.  §  238  Abs.  1  PBG);  bezogen  auf 

Einordnungsvorschriften bei Solaranlagen sogar nur, dass sich die Anlage 

sorgfältig  in  die  Dach-  und  Fassadenfläche  integriere  und  dem  Vorhaben 

keine  überwiegende  öffentliche  Interessen  entgegenstehen  (vgl.  § 238 

Abs. 4  PBG).  Es  ist  Sache  der  Rekurrierenden,  darzutun,  weshalb  dies 

nicht  der  Fall  sei.  Sind  Rekurrierende  nicht  imstande,  ästhetische  Mängel 

des Projekts aus Sinn und Zweck der Einordnungsnorm heraus zu artikulie-

ren,  bleibt  unerfindlich,  was  sie  an  einem  Bauvorhaben  stören  sollte 

(BRKE III Nr. 242/1992 in BEZ 1993 Nr. 11, www.baurekursgericht-zh.ch). 

Von der Begründungspflicht im Sinne von § 10 Abs. 1 VRG ist im Übrigen 

die Frage zu unterscheiden, ob die Baubehörde ein ihr vom Gesetz einge-

räumtes Ermessen tatsächlich ausgeübt hat oder nicht. Im Regelfall schlägt 

sich die Ermessensbetätigung in den Erwägungen der Baubewilligung nie-

der.  Ermessensentscheide  können  aber  auch  noch  im  Rechtsmittelverfah-

ren begründet werden (vgl. § 26b VRG). Diesfalls ist das rechtliche Gehör 

des  Rekurrenten  zu  wahren.  Fehlt  eine  (nachträgliche)  Ermessensaus-

übung gänzlich, obliegt diese vorbehältlich eines Rückweisungsentscheides 

der  Rekursinstanz,  wobei  jede  Kognitionseinschränkung,  wie  sie  bei  der 

Überprüfung  baubehördlicher Ermessensausübung  bestehen  kann,  entfällt 

(§ 20 Abs. 1 VRG; VB.2006.00026 in BEZ 2006. Nr. 55; VB.2006.00532 in 

BEZ 2007 Nr. 21 = RB 2007 Nr. 12). 

3.3. 

Im  angefochtenen  Beschluss  wird  unter  Nennung  von  § 238  Abs. 1  PBG 

ausgeführt,  dass  das  Bauvorhaben  den  Anforderungen  dieser  Norm  ent-

spreche. Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass die Vorinstanz das Bau-

vorhaben  auf  seine  ästhetische  Wirkung  hin  geprüft  hat  und  es  für  vor-

schriftskonform  befunden  hat.  Wie  sie  zu  diesem  Schluss  gekommen  ist, 

braucht sie nach dem oben Gesagten nicht zwingend darzutun, um der Be-
gründungspflicht im Sinne von § 10 Abs. 1 VRG zu genügen. Es liegt viel-
mehr an  den  Rekurrierenden  aufzuzeigen, weshalb  die  Vorinstanz  in  ihrer 

Beurteilung  falsch  liegen  soll.  Dies  haben  sie  denn  im  Rechtsmittelverfah-

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ren  auch  getan,  wie  die  weitschweifenden  Rechtsschriften  zeigen.  Ihnen 

war  es  also  sehr  wohl  möglich,  das  Bauvorhaben  auf  seine  ästhetische 

Wirkung hin zu rügen. Auch war es ihnen im Rahmen des Rechtsmittelver-

fahrens möglich, zum zwischenzeitlich in Kraft getretenen und von der Vor-

instanz vernehmlassungsweise angerufenen § 238 Abs. 4 PBG Stellung zu 

nehmen. Ein wesentlicher Verfahrensmangel, der zur Aufhebung der erteil-

ten  Bewilligung  führen  würde,  liegt  nicht  vor.  Die  rekurrentische  Rüge  ist 

unbegründet. 

4. 

Weiter  monieren  die  Rekurrierenden  in  formeller  Hinsicht  eine  Verletzung 

der  Aussteckungspflicht  sowie  ungenügende  Baugesuchsunterlagen.  Es 

sei ihnen nicht möglich gewesen, sich das Bauvorhaben vorzustellen. 

Die Aussteckung eines Bauvorhabens (§ 311 PBG) dient dazu, den Nach-

barn  auf  das  Bauvorhaben  und  dessen  mögliche  Auswirkungen  aufmerk-

sam  zu  machen und  ihn  so  auf  die öffentliche  Bekanntmachung  des  Bau-

vorhabens  (§ 314  PBG)  sowie  die  öffentliche  Auflage  der  Baugesuchsun-

terlagen  (§ 310  PBG)  hinzulenken.  Für  den  Inhalt  des  Bauvorhabens 

massgeblich  sind  demgegenüber  einzig  die  Baugesuchsunterlagen 

(VB.2000.00086 in BEZ 2000 Nr. 39), die der Nachbar während der Aufla-

gefrist  einsehen  kann  und  die  er  in  Wahrung  der  ihm  obliegenden  Sorg-

faltspflicht  im  Hinblick  auf  eine  mögliche  Rechtsmittelergreifung  auch  ein-

sehen muss. Die Folgen einer Unterlassung hat der Nachbar selber zu tra-

gen. 

Sowohl mangelhafte Baugesuche (vgl. § 310 PBG) wie auch eine fehlerhaf-

te Aussteckung (vgl. § 311 PBG) bilden in aller Regel keinen wesentlichen 

Verfahrensmangel. Sie können vom Nachbarn nur dann erfolgreich gerügt 

werden,  wenn  sich  die  Mangelhaftigkeit  auf  dessen  Rechts-  und  Interes-

senwahrnehmung  nachteilig  auswirkt,  indem  der  Anfechtende  das  Projekt 

und  seine  Auswirkungen  nicht  bzw.  nicht  hinreichend  beurteilen  konnte. 

Entsteht kein solcher Nachteil, so liegt kein wesentlicher Verfahrensmangel 

vor,  so  dass  die  Rüge  der  fehlerhaften  Aussteckung  oder  die  Rüge  des 

mangelhaften  Baugesuchs  weder  die  Anordnung  einer  Nebenbestimmung 

noch gar die Aufhebung der Baubewilligung zur Folge hat. 

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Trotz  der  allenfalls  mangelhaften  Aussteckung  haben  die  Rekurrierenden 

innert  Frist  den  baurechtlichen  Entscheid  verlangt  bzw.  diesen  zugestellt 

erhalten  und  in  der  Folge  auch  fristgerecht  Rekurs  erhoben  und  diesen 

auch in Bezug auf § 238 PBG einlässlich begründet. Ihnen war es sodann 

möglich, in die massgeblichen Baugesuchsunterlagen Einsicht zu nehmen, 

welche aus einer genügend detaillierten und vermassten Dachaufsicht (act. 

5.2 = act. 19.2), einer genügend detaillierten und vermassten Seitenansicht 

(act.  5.3  =  act.  19.3)  sowie  einem  Beispiel  einer  Anlage  mit  den  gleichen 

Solarmodulen und dem gleichen Montagesystem inklusive deren Beschrieb 

(act.  5.1  =  act.  19.4) bestehen.  Die  Rekurrierenden  konnten  aufgrund  die-

ser Baugesuchsunterlagen das Vorhaben auch hinsichtlich § 238 PBG hin-

reichend beurteilen und folglich  auch die  ihnen  als  wesentlich erscheinen-

den  Rügen  vortragen.  Sie  sind  somit  in  ihrer  Interessenwahrung  nicht  be-

einträchtigt  worden.  Es  liegt  kein  wesentlicher  Verfahrensmangel  vor.  Die 

rekurrentische Rüge ist unbegründet. 

5.1. 

Die  Rekurrierenden  wenden  sich  in  materieller  Hinsicht  gegen  die  Baube-

willigung  für  die  Solaranlage  auf  dem  Flachdach  des  Mehrfamilienhauses. 

Sie  bringen  im  Wesentlichen  zusammengefasst  vor,  die  Solaranlage  füge 

sich nicht gut in die Dachfläche und in die Umgebung ein, sei viel zu gross 

und verstosse so gegen § 238 PBG. Es gäbe in keiner Wohnzone der Ge-

meinde  eine  derart  grosse  Anlage.  In  der  näheren  Umgebung  fände  sich 

sogar  keine  einzige  Solaranlage.  Die  projektierte  Solaranlage  vermittle  in 

der residenziellen, von Einfamilienhäusern geprägten Umgebung durch ihre 

Grösse einen gewerbeartigen Eindruck. Insbesondere stelle die Aufstände-

rung der Solarmodule einen krassen Stilbruch dar. Die bloss knapp befrie-

digende  Ästhetik  des  bestehenden  Mehrfamilienhauses  werde  durch  die 

aufgeständerte  Solaranlage  deutlich  verschlechtert.  Mit  der Aufständerung 

der  Solaranlage  könne  von  einer  genügend  sorgfältigen  Integration  in  die 

Dachkonstruktion  bzw.  einer  genügenden  Anpassung  nicht  mehr  gespro-

chen werden, zumal auf dem Flachdach Lösungen denkbar seien, die keine 

Aufständerung erfordern würden. Baulich-technisch sei die Anlage nicht in 

die Dachfläche integriert. Form, Neigung und Ausrichtung der gewünschten 

Anlage würden nicht harmonisch zum Mehrfamilienhaus passen und sei sie 

auch bezüglich der umliegenden Gebäude ein ins Auge stechender Fremd-
körper. Gegenüber der Wiesenstrasse sei nur die Rückseite der aufgestän-

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Seite 8 

 
 
derten Anlage sichtbar, was das Strassenbild störe und aus einer Wohnzo-

ne eine Industriezone mache. Bei einer flachen Installation der Solarpanels 

liege der Produktionsverlust im Vergleich zu den aufgeständerten Modulen 

bei nur 12,7 %, weshalb die starke Belastung der Nachbarschaft durch die 

aufgeständerte Anlage unverhältnismässig sei. 

Die Vorinstanz beruft sich auf § 238 Abs. 4 PBG und ist zusammengefasst 
der  Meinung,  dass  die  strittige  Solaranlage  die  von  der  Baudirektion  he-
rausgegebenen  Empfehlungen  beachte.  Die  aus  drei  Reihen  bestehende 
Solaranlage  werde  allseitig  1,20  m  vom  Dachrand  abgesetzt  und  bestehe 
aus maximal 0,65 m hohen und 1,65 m breiten Solarpaneelen. Diese wür-
den auf zwei Rollen aufgesetzt. Mit den Baugesuchsunterlagen seien Fotos 
einer ähnlichen  Anlage  eingereicht  worden,  anhand  deren  die  vorliegende 
Anlage  zusammen  mit  den  eingereichten  Bauplänen  auf  die  Einordnung 
überprüft  worden  sei.  Eine  bauliche  Integration  der  Solaranlage  in  die 
Dachlandschaft sei auf Flachdächern schlecht möglich. Trotz der Sichtbar-
keit der Anlage würde das öffentliche Interesse an der Installation einer So-
laranlage auch bei Flachdächern das nachbarliche Interesse überwiegen. 

Die  private  Rekursgegnerin  führt  im  Wesentlichen  zusammengefasst  aus, 

dass gestützt auf Art. 18a RPG auch eine aufgeständerte Solaranlage ge-

nügend sorgfältig in die Dachfläche integriert sein könne und nachbarliche 

Interessen  das  Interesse  an  einer  integrierten  Solaranlage  nicht  zu  über-

wiegen  vermögen.  Denkmalpflegerische  Interessen  seien  im  vorliegenden 

Fall  nicht  betroffen.  Die  Solaranlage  erfülle  sodann  die  in  der  Wegleitung 

des Kantons Zürich aufgestellten Anforderungen bezüglich aufgeständerten 

Solaranlagen allesamt. Die drei Kollektorfelder seien parallel zu zwei Dach-

kanten angeordnet und von der Dachkante genügend weggerückt. Sodann 

seien sie ab den auf dem Dach liegenden 6-8 cm hohen Bodenplatten nur 

max.  65 cm  hoch.  Die  Abschlüsse  seien  sorgfältig  geplant,  und  die  Vorin-

stanz  habe  zudem  die  Auflage  statuiert,  dass  die  Solaranlage  mit  blend- 

und  spiegelfreien  Materialien  auszustatten  sei.  Die  Solaranlage  passe  gut 

zum energetisch fortschrittlichen Neubau, auf dessen Flachdach sie zu lie-

gen  komme.  In  der  Gemeinde  und  sogar  in  der näheren  Umgebung  gäbe 

es sehr wohl weitere aufgeständerte Solaranlagen, teilweise mit Neigungs-

winkeln bis zu 45°. 

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Seite 9 

 
 
5.2. 

Am 1. April 2013 ist in Umsetzung der Gestaltungsvorgabe in Art. 18a RPG 

der  neue  Absatz  4  von  § 238  PBG  in  Kraft  getreten.  Nach  dieser  Bestim-

mung werden "sorgfältig in Dach- und Fassadenfläche integrierte Solaran-

lagen bewilligt, sofern nicht überwiegende öffentliche Interessen entgegen-

stehen".  Das  Vorliegen  der  Rekurslegitimation  vorausgesetzt  (§ 338a 

Abs. 1  PBG),  können  Nachbarn  in  bauästhetischer  Hinsicht  somit  höchs-

tens  noch  rügen,  eine  Solaranlage  sei  nicht  sorgfältig  in  die  betreffende 

Dach- oder Fassadenfläche integriert. Mit darüber hinausgehenden gestal-
terischen Einwänden – namentlich, dass sich die Solaranlage nicht befrie-
digend  in das  Erscheinungsbild  des  rekursbetroffenen  Gebäudes oder gar 

in  dessen  bauliche  und  landschaftliche  Umgebung  einordne  (§ 238  Abs. 1 
PBG)  –  sind  Nachbarn  demgegenüber  nicht  mehr  zu  hören  (BRGE  II  Nr. 
0070/2013  vom 7.  Mai  2013,  E.  9).  Der Bewilligungsfähigkeit  sorgfältig  in-

tegrierter  Solaranlagen  können  höchstens  noch  überwiegende  öffentliche 

Interessen  entgegenstehen.  Eine  solches  Interesse  besteht  namentlich  an 

der  Wahrung  von  Schutzobjekten  (Carmen  Walker  Späh,  PBG-Revision: 

Abbau  von  Hürden  bei  energetischen  Gebäudesanierungen,  PBG  aktuell 

2/2012, S. 8 f.). 

Im Rahmen der Beurteilung der Zulässigkeit einer Solaranlage sind zudem 

die  gesetzgeberischen  Bestrebungen  zu  beachten,  solche  Anlagen  auch 

auf der Ebene des Raumplanungsrechts zu fördern. So wurde dem Raum-

planungsgesetz  auf  den  1.  Januar  2008  ein  neuer  Art.  18a  eingefügt,  wo-

nach in Bau- und Landwirtschaftszonen sorgfältig in Dach- und Fassaden-

flächen integrierte Solaranlagen zu bewilligen sind, sofern keine Kultur- und 

Naturdenkmäler  von  kantonaler  oder  nationaler  Bedeutung  beeinträchtigt 

werden.  In  der  Referendumsabstimmung  vom  3.  März  2013  hiessen  die 

Stimmbürger zudem eine Revision von Art. 18a RPG gut, wonach Solaran-

lagen unter gewissen Voraussetzungen nicht einmal mehr einer Baubewilli-

gung bedürfen (Abs. 1) und die Interessen an der Nutzung der Solarenergie 

auf bestehenden und neuen Bauten den ästhetischen Anliegen grundsätz-

lich  vorgehen  (Abs.  4,  wobei  Abs.  2  dem  kantonalen  Gesetzgeber  einen 

gewissen Gestaltungsspielraum einräumt und Abs. 3 für Kultur- und Natur-

denkmäler  eine  Ausnahme  statuiert;  BGr  1C_311/2012  vom  28.  August 

2013,  E. 5.3,  www.bger.ch;  Bundesgesetz  über  die  Raumplanung,  Ände-
rung vom 15. Juni 2012, BBl 2012 5987; Bundesratsbeschluss vom 30. Ap-
ril  2013  über  das  Ergebnis  der  Volksabstimmung  vom  3.  März  2013,  BBl 

2013 3129). 

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Seite 10 

 
 
5.3. 

Zunächst ist festzuhalten, dass es im vorliegenden Verfahren nicht um eine 

allenfalls  bessere  oder  schönere  Lösung  geht,  sondern  einzig  um  die  Ei-

nordnung bzw. die sorgfältige Integration der Solaranlage, wie sie mit dem 

Baugesuch  zur  Bewilligung  eingegeben  wurde.  Sind  die  gesetzlichen  An-

forderungen erfüllt, so ist die Bewilligung für diese Anlage zu erteilen (§ 320 

PBG) und nicht nach anderen Lösungen zu suchen. Wenn nun die Vorins-

tanz  den unbestimmten  Rechtsbegriff der sorgfältigen  Integration  in  Nach-

achtung der Wegleitung des Kantons (Amt für Raumentwicklung des Kan-

tons  Zürich,  Wegleitung  "Solaranlagen",  Zürich  2013,  www.are.zh.ch)  da-

hingehend  auslegt,  dass  auch  aufgeständerte  Solaranlagen  auf  Flachdä-

chern  sorgfältig  in  die  Dachfläche  integriert  sein  können,  so  ist  dies  unter 

dem  Vorgesagten  nicht  zu  beanstanden.  Aufgrund  der  Entstehungsge-

schichte  und  des  Sinn  und  Zwecks  von  Art. 18a  RPG  bzw.  § 238  Abs. 4 
PBG  –  nämlich  der  Förderung  und  Nutzung  von  Sonnenenergie  und  dem 
Abbau von rechtlichen Hürden (vgl. auch BGr 1C_311/2012) – ist es nach-
vollziehbar, wenn der Integrationsbegriff in § 238 Abs. 4 PBG primär gestal-

terisch verstanden wird. Entgegen der ursprünglichen Intention des Begriffs 

"sorgfältig  integriert"  in  Art. 18a  RPG,  der  zunächst  offenbar  analog  dem 

selben Begriff in der eidgenössischen Energieverordnung (EnV) verstanden 

wurde  (vgl.  Ziff.  2.3  im  Anhang  1.2  der  EnV),  hat  eine  Solaranlage  nach 

dem  heutigen  Verständnis  nicht  zwingend  baulich-architektonisch  in  die 

Dachfläche  integriert  zu  sein,  sondern  kann  auch  lediglich  so  auf  dem 

(Steil-)Dach  angebracht  und  gestaltet  werden,  dass  sie  optisch  noch  als 

Teil  des  Gebäudes  wirkt  (vgl.  Christoph  Jäger,  Kommentar  RPG,  Zürich 
2010,  Art. 18a  Rz. 26  f.).  Der  Kanton  Zürich  geht  –  wie  andere  Kantone 
auch  (z.B.  BS,  LU,  TG,  SZ)  –  nun  noch  einen  Schritt  weiter,  wenn  er  ge-
mäss der Wegleitung "Solaranlagen" auf Flachdächern auch aufgeständer-

te Solaranlagen privilegieren will und unter gewissen Voraussetzungen als 

sorgfältig  in  die  Dachfläche  integriert  bezeichnet.  So  ist  die  sorgfältige  In-

tegration  einer  auf  einem  Flachdach  aufgeständerten  Solaranlage  insbe-

sondere  dann  erreicht,  wenn  sie  in  zusammengefassten,  parallel  zur  Fas-

sade liegenden Flächen errichtet wird und von den Gebäudefassaden ein-

gerückt wird, so dass sie im Verhältnis zum Gebäude nicht übermächtig in 

Erscheinung  tritt.  Dies  steht  Art. 18a  RPG  nicht  entgegen,  der  nicht  zwi-

schen  Wohn-  und  Gewerbe-  bzw.  Industriezonen  unterscheidet  und  mit 

Blick  auf  Art.  75  der  Bundesverfassung  (BV)  weitergehende  Begünstigun-
gen  für  Solaranlagen  durch  die  Kantone  nicht  ausschliesst.  Schliesslich 

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darf  der  in  diesem  Sinne  erlassene  § 238  Abs. 4  PBG  und  insbesondere 

der darin von Art. 18a RPG übernommene unbestimmte Rechtsbegriff der 

"sorgfältigen  Integration"  sehr  wohl  auch  mit  Blick  auf  die  vom  Souverän 

am  3.  März  2013  angenommene  Teilrevision  des  Raumplanungsgesetz 

(vgl.  Art. 18a  revRPG;  www.are.admin.ch)  im  Sinne  von  "genügend  ange-

passt" ausgelegt und folglich umso mehr auch auf aufgeständerte Solaran-

lagen angewandt werden. Die Auslegung des unbestimmten Rechtsbegriffs 

der  sorgfältigen  Integration  hat  klarerweise  zugunsten  der  Solaranlagen 

und zulasten nachbarlicher Gestaltungsinteressen zu erfolgen.  

Die Vorinstanz hat die vorliegend strittige Solaranlage auf ihre Konformität 

mit  § 238  PBG  geprüft  und  ist  zum  Schluss gekommen,  dass  sie sich  so-

wohl im Sinne von Abs. 1 genügend einordne als auch im Sinne von Abs. 4 

sich sorgfältig in die Dachfläche integriere bzw. als genügend angepasst zu 

gelten  habe,  da  sie  die  in  der  kantonalen  Weisung  aufgestellten  Anforde-

rungen  einhalte.  Dem  ist  beizupflichten.  Wie  sich  nämlich  den  Akten  ent-

nehmen  lässt  und  sich  anlässlich des  Augenscheins feststellen  liess,  wer-

den die in der kantonalen Wegleitung aufgestellten Anforderungen allesamt 

erfüllt.  Die  parallel  zu  den  beiden  Gebäudelängsseiten  verlaufenden  drei 

Reihen à je 14 zusammenhängenden, auf runden Aufständerungen mit ei-

nem  Neigungswinkel  von  bloss  15°  aufliegenden  Solarpaneelen  werden 

vom  Dachrand  deutlich  eingerückt  und  nehmen  weniger  als  50%  der  ge-

samten Dachfläche in Beschlag. Sie erscheinen dadurch nicht übermässig 

oder  aufgesetzt,  sondern  in  die  Dachfläche  genügend  sorgfältig  integriert 

und  dem  Flachdach  und  dem  modernen  Mehrfamilienhaus  angepasst.  Al-

lein  der  Umstand,  dass  die  Solaranlage  insbesondere  vom  Obergeschoss 

des  rekurrentischen  Wohnhauses  aus  betrachtet  deutlich  in  Erscheinung 

tritt und auch von der Strasse aus einsehbar ist, spricht nicht gegen deren 

sorgfältige  Integration  in  die  Dachfläche  im  Sinne  von  § 238  Abs.  4  PBG; 

ebenso  wenig  der  Umstand,  dass  die  auf  6-8  cm  hohen  Betonplatten  zu 

montierende  Solaranlage  infolge  der  Aufständerung  eine  Höhe  von  bis  zu 

65 cm aufweisen wird. Mit der Vorinstanz ist von einer genügend sorgfälti-

gen Integration der Solaranlage auszugehen. 

Im Übrigen – wäre § 238 Abs. 1 PBG anwendbar – ist die Solaranlage mit 
den drei Reihen zusammenhängender Solarkollektoren auf je einer runden 

Aufständerung  auch  in  sich  genügend  sorgfältig  gestaltet.  Es  handelt  sich 

um  handelsübliche  Solarpaneelen  auf  einer  rollenähnlichen  sich  dem  Ge-
bäude  unterordnenden,  metallenen  Aufständerung,  die  von  der  Dachbe-

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grünung teilweise kaschiert werden wird. Schliesslich ist auch noch auf die 

doch heterogene nähere Umgebung hinzuweisen, in der sich neben älteren 

Einfamilienhäusern unter Satteldächern mehr und mehr auch grossvolumi-

ge,  moderne  Mehrfamilienhäuser  mit  Flachdächern  finden,  was  ebenfalls 

für  eine  genügende  Einordnung  der  Solaranalage  in  die  Umgebung  spre-

chen würde. Die rekurrentische Rüge ist unbegründet. 

6.1. 

Die Rekurrierenden bringen sodann zusammengefasst vor, dass das Bau-

vorhaben gegen Art. 22 Abs. 3, 4 und 6 BZO verstosse. Die aufgeständerte 

Solaranlage bedecke praktisch das ganze Flachdach und bilde optisch eine 

Art  weiteres  Geschoss.  Von  "klein"  könne  keine  Rede  sein.  Auch  sei  sie 

technisch  nicht  unumgänglich,  da  das  nach  Minergiestandard  erstellte 

Wohnhaus auch ohne Solaranlage betrieben werden könne. Vielmehr die-

ne  sie  dem  gewerblichen  Zweck  der  Stromgewinnung.  Sodann  halte  die 

Solaranlage  als  Dachaufbaute  talseitig  den  erforderlichen  Abstand  gegen-

über der angenommenen  Giebelfassade  nicht  ein, und  auch  die  zulässige 

Länge von Dachaufbauten werde überschritten. Die Solaranlage liege nicht 

einmal innerhalb des zulässigen hypothetischen Dachprofils. 

Die  Vorinstanz  ist  zusammengefasst  der Ansicht,  dass  Solaranlagen  nicht 

als Dachaufbauten im Sinne von Art. 22 BZO gelten würden und auf Dach-

geschossen mit Flachdächern gemäss Wegleitung zur BZO explizit erlaubt 

seien.  

Die  Bauherrschaft  vertritt  im Wesentlichen  die  Meinung,  dass  Art. 22  BZO 

nicht einschlägig  sei, da es  sich  bei Sonnenkollektoren  nicht um  Dachauf-

bauten  handle.  Solaranlagen  seien  gemäss  Wegleitung  zur  BZO  sogar 

ausdrücklich  erlaubt.  Auch  sei  die  Anlage  wie  beispielsweise  ein  Kamin 

oder eine Liftüberfahrt auf den Standort auf dem Dach angewiesen, folglich 

also technisch unumgänglich. 

6.2. 

Bei Art. 22 Abs. 3, 4 und 6 BZO handelt es sich um kompetenzgemäss er-

lassene Ästhetikvorschriften bezüglich Dachaufbauten und Dachgestaltung. 
Gemäss Wegleitung zu diesen Vorschriften sollen sie auf Solaranlagen je-
doch  keine  Anwendung  finden.  Mit  Blick  auf  die  derogatorische  Kraft  des 

übergeordneten Rechts, in diesem Fall auf § 238 Abs. 4 PBG und Art. 18a 

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RPG, ist dies zutreffend. Wie bereits ausgeführt, sind gemäss § 238 Abs. 4 

PBG – in Nachachtung von Art. 18a RPG  – Solaranlagen dann zu bewilli-
gen,  wenn  sie  sorgfältig  in  die  Dach-  und  Fassadenfläche  integriert  sind 

und  wenn  der  Bewilligung  keine  überwiegende  öffentliche  Interessen  ent-

gegen  stehen,  worunter  namentlich  solche  des  Denkmalschutzes  zu  ver-

stehen sind. Diese Norm ist abschliessend. Weitergehende Anforderungen 

an Solaranlagen können nicht gestellt werden (vgl. BRGE II Nr. 0070/2013 

vom  7.  Mai  2013,  E.  9;  Carmen  Walker  Späh,  PBG-Revision:  Abbau  von 

Hürden  bei  energetischen  Gebäudesanierungen,  PBG  aktuell  2/2012, 

S. 8 f.). Art. 22 BZO ist auf die in § 238 Abs. 4 PBG abschliessend geregel-

ten Solaranlagen folglich nicht anwendbar. Die rekurrentische Rüge ist un-

begründet. 

7. 

Wenn  die  Rekurrierenden  sodann  zusammengefasst  ausführen,  dass  die 

Solaranlage als industrielle Baute gelte und infolge ihrer ästhetischen Wir-

kung und ideellen Immissionen nicht zonenkonform sei, so ist ihnen entge-

gen  zu  halten,  dass  eine  Anlage  zur  Nutzung  von  Sonnenenergie  heute 

vielfach zur üblichen Ausrüstung von Wohngebäuden gehört und als tech-

nisches Bauelement selbst in reinen Wohnzonen ohne Weiteres zonenkon-

form ist. Wie bei Mobilfunkanlagen, deren Wirkungskreis im Übrigen bedeu-

tend grösser ist als derjenige einer auf einem Dach installierten Solaranla-

ge,  ist  auch  bei  üblichen,  auf  Gebäudedächern  installierten  Solaranlagen 

grundsätzlich nicht von einem Gewerbebetrieb auszugehen. 

Die Zonenkonformität von Solaranlagen in Bau- und Landwirtschaftszonen 

ergibt sich sodann implizit aus Art. 18a RPG, der von einem umfassenden 

Begriff der Solaranlagen ausgeht und nicht unterscheidet zwischen Anlage 

ohne Anschluss ans öffentliche Netz (sog. Inselanlagen) und sog. Netzver-

bundanlagen, bei denen der überschüssige Strom ins öffentliche Netz ein-

gespeist  wird  (vgl.  Jäger,  Art.  18a  Rz. 14  ff.).  Anders  als  z.B.  in  einer 

Schutzzone  im  Sinne  von  Art.  17  RPG  kann  sich  auch  in  einer  reinen 

Wohnzone somit einzig noch in ästhetischer Hinsicht die Frage stellen, ob 

eine  Solaranlage  aufgrund  ihrer  Dimensionierung  den  Rahmen  des  Zuläs-

sigen  sprenge.  Dies  ist,  wie  oben  dargetan,  vorliegend  nicht  der  Fall.  Die 
rekurrentische Rüge ist unbegründet. 

[….] 

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