# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 960666cb-8c8e-527e-907f-0203adfc195d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.09.2025 D-6098/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6098-2025_2025-09-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6098/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger (Vorsitz), 

Richterin Gabriela Freihofer, 

Richterin Giulia Marelli, 

Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Guinea, 

vertreten durch Urs Jehle, 

(…), 

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung (beschleunigtes Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 5. August 2025. 

 

 

 

D-6098/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer suchte am 29. März 2025 in der Schweiz um 

Asyl nach. Auf dem Personalienblatt gab er an, am (…) geboren und somit 

noch minderjährig zu sein. 

A.b Im Rahmen der Erstbefragung für Unbegleitete Minderjährige Asylsu-

chende (EB UMA) vom 9. Mai 2025 und der Anhörung zu den Asylgründen 

vom 24. Juli 2025 erklärte er, er gehöre der Ethnie der Koniake an und sei 

in B._______ in Guinea geboren. Seine Mutter habe ihm sein Geburtsda-

tum genannt; er glaube, er kenne dieses seit der 2. oder 3. Klasse, nach-

dem der Lehrer ihnen gesagt habe, sie sollten ihre Eltern danach fragen. 

Er wisse nicht mehr, wofür er in der Schule das Geburtsdatum gebraucht 

habe. Der Lehrer habe in jeder Klasse den Namen, das Geburtsdatum und 

das Alter der Schüler genannt und sie hätten dies bestätigen müssen. Ob 

er eines der älteren oder jüngeren Kinder in der Klasse gewesen sei, wisse 

er nicht. Seinen Geburtstag habe er nie gefeiert, weil das Geld gefehlt 

habe. Die Schule habe er bis zur 6. Klasse, die er nicht abgeschlossen 

habe, besucht. Wenn er sich nicht irre, habe er die 4. Klasse wiederholt. Er 

wisse nicht, wie alt er beim Schulbeginn gewesen sei. Auch wisse er nicht 

mehr, wie alt er gewesen sei, als er sein Geburtsdatum in der 2. oder 3. 

Klasse habe mitteilen müssen. Wenn er sich nicht irre, sei er 12 Jahre alt 

gewesen, als er mit der Schule aufgehört habe. Danach habe er seiner 

Mutter auf dem Markt geholfen. Wie viele Jahre er das gemacht habe, 

könne er leider nicht sagen. Im Jahr (…) sei er für die Schule zu seinem 

Onkel mütterlicherseits nach C._______ gezogen. Der Onkel habe ihn je-

doch nicht unterstützt, weshalb er wieder nach B._______ zurückgekehrt 

sei. Er habe zwei Brüder und drei Halbbrüder. Er könne nur deren Namen 

nennen, die Geburtsdaten oder Alter seien ihm nicht bekannt. Seine Eltern 

hätten sich scheiden lassen, seien jedoch seit seiner Ausreise wieder zu-

sammen. Die Mutter lebe aufgrund der Arbeit in einer Mietwohnung in 

D._______ und der Vater in B._______ im Familienhaus des Grossvaters 

väterlicherseits. Er sei Ende (…) aus Guinea ausgereist und damals 12 

Jahre beziehungsweise, wenn er sich nicht irre, 13 Jahre alt gewesen. 

Über E._______, F._______, G._______ und H._______ sei er in die 

Schweiz gelangt. In H._______ habe er seine Fingerabdrücke abgeben 

müssen. Er habe dort denselben Namen und dasselbe Geburtsdatum wie 

in der Schweiz angegeben. 

D-6098/2025 

Seite 3 

A.c Der Beschwerdeführer reichte eine Geburtsurkunde und einen Schü-

lerausweis in Kopie sowie Arztberichte des I._______ vom 23. April 2025, 

12. Mai 2025, 27. Mai 2025 und 12. Juni 2025 zu den Akten. 

A.d Das vom J._______ am 23. Mai 2025 erstellte forensische Altersgut-

achten ergab zum Zeitpunkt der Untersuchung (gleichentags erfolgt) ein 

durchschnittliches Alter des Beschwerdeführers von (…) Jahren und ein 

Mindestalter von (…) Jahren, wobei die Volljährigkeit nicht zu beweisen 

und die Minderjährigkeit möglich sei. Das vom Beschwerdeführer angege-

bene Lebensalter von (…) Jahren und (…) Monaten liege aber unterhalb 

der Ergebnisse der Altersschätzung und könne nicht zutreffen. 

A.e Mit Schreiben vom 19. Juni 2025 gewährte das SEM dem Beschwer-

deführer zum Resultat des Altersgutachtens und zur beabsichtigten Anpas-

sung seines Geburtsdatums im Zentralen Migrationsinformationssystem 

(ZEMIS) auf den (…) das rechtliche Gehör. Der Beschwerdeführer sprach 

sich in seiner Stellungnahme vom 24. Juni 2025 gegen die beabsichtigte 

Altersanpassung aus. 

A.f Am 25. Juni 2025 änderte das SEM das Geburtsdatum des Beschwer-

deführers im ZEMIS auf den (…) mit Bestreitungsvermerk. 

A.g Das SEM unterbreitete dem Beschwerdeführer am 31. Juli 2025 einen 

ablehnenden Entwurf des Asylentscheids zur Stellungnahme. Eine solche 

ging gleichentags beim SEM ein. Der Stellungnahme lag ein Bericht der 

Klassenlehrperson des Beschwerdeführers vom 9. Juli 2025 zur Altersein-

schätzung bei. 

B.  

Mit Verfügung vom 5. August 2025 – eröffnet gleichentags – stellte das 

SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz 

sowie den Wegweisungsvollzug an. Zudem hielt es fest, das Geburtsdatum 

werde im ZEMIS unter Anbringung eines Bestreitungsvermerks auf den 

(…) erfasst. 

C.  

Der Beschwerdeführer erhob dagegen mit Eingabe vom 13. August 2025 

Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er beantragte, die Disposi-

tivziffer 6 (ZEMIS-Eintrag) der angefochtenen Verfügung sei aufzuheben 

und die Vorinstanz sei anzuweisen, das im ZEMIS geführte Geburtsdatum 

vom (…) zu berichtigen und auf den (…), eventualiter auf den (…) 

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Seite 4 

festzusetzen, subeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vo-

rinstanz zurückzuweisen. Zudem beantragte er, die Ziffern 4 und 5 (Weg-

weisungsvollzug) der angefochtenen Verfügung seien aufzuheben und die 

Sache sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Sinnge-

mäss ersuchte er eventualiter um Anordnung der vorläufigen Aufnahme. In 

verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er, es sei im Rahmen einer vor-

sorglichen Massnahme festzustellen, dass er während des laufenden Be-

schwerdeverfahrens als unbegleiteter minderjähriger Asylsuchender be-

handelt werde. Weiter ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung samt Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem 

Gebiet des Asyls in der Regel – so auch hier – endgültig (Art. 105 AsylG 

[SR 142.31]; Art.83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

2.1 Die Beschwerde richtet sich ausschliesslich gegen den angeordneten 

Wegweisungsvollzug nach Guinea und gegen die Änderung der ZEMIS-

Eintragung betreffend das Geburtsdatum. Die Feststellung des Nichterfül-

lens der Flüchtlingseigenschaft, die Abweisung des Asylgesuchs und die 

angeordnete Wegweisung (Dispositivziffern 1-3 der Verfügung des SEM) 

bilden mangels Anfechtung nicht Prozessgegentand. 

2.2 Das Bundesverwaltungsgericht führt praxisgemäss das Beschwerde-

verfahren betreffend Berichtigung von ZEMIS-Einträgen getrennt von Asyl-

Beschwerdeverfahren, weshalb hinsichtlich der beantragten Berichtigung 

des Geburtsdatums des Beschwerdeführers ein vom vorliegenden Asylver-

fahren abgetrenntes Verfahren unter der Verfahrensnummer D-6165/2025 

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Seite 5 

eröffnet wurde. Eine Koordination erfolgt insofern, als dass in beiden Ver-

fahren derselbe Spruchkörper eingesetzt ist. 

2.3 Mit Zwischenverfügung D-6165/2025 vom 19. August 2025 wurde der 

Antrag auf Anordnung einer vorsorglichen Massnahme (Behandlung des 

Beschwerdeführers für die Dauer des Beschwerdeverfahrens als unbeglei-

teter minderjähriger Asylsuchender) abgewiesen. 

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 

2014/26 E. 5). 

4.  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

5.  

5.1 In der Beschwerde werden formelle Rügen erhoben, welche vorab zu 

beurteilen sind, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassation der vor-

instanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. BVGE 2013/34 E. 4.2). 

5.2 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des Untersuchungsgrund-

satzes und der Begründungspflicht. Er bringt vor, das SEM habe das Ver-

fahren auf einer unzutreffenden tatsächlichen Grundlage geführt, indem sie 

seine Minderjährigkeit verneint und den Wegweisungsvollzug nach dem 

rechtlichen Standard für erwachsene Personen geprüft habe. Weiter habe 

es weder die medizinische Situation mit den zwingend notwendigen Folge-

untersuchungen noch seine persönliche Lebenslage ausreichend gewür-

digt. Es sei vertieft zu prüfen, ob bei einem Vollzug der Wegweisung eine 

erhebliche und möglicherweise irreversible Verschlechterung des Gesund-

heitszustands drohe, was unter den Schutzbereich von Art. 83 Abs. 4 AIG 

sowie Art. 3 EMRK falle. 

5.3 Wie der angefochtenen Verfügung zu entnehmen ist, hat das SEM auf-

grund der Befunde des J._______, der teilweise widersprüchlichen, unge-

nauen und stellenweise auch nicht nachvollziehbaren Altersangaben des 

Beschwerdeführers sowie der Tatsache, dass er keine rechtsgenüglichen 

Identitätspapiere vorweisen konnte, sein Geburtsdatum für die Fortsetzung 

des Asylverfahrens auf den (…) festgesetzt (vgl. a.a.O., S. 5 unten). Vor 

dem Hintergrund, dass sie ihn demnach als volljährig betrachtet, bestand 

für sie kein Anlass zur Befolgung von Schutzpflichten bei der Ausschaffung 

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Seite 6 

von unbegleiteten Minderjährigen (Art. 69 Abs. 4 AIG [SR 142.20]). Weiter 

nahm das SEM in der angefochtenen Verfügung Kenntnis von den Einwän-

den des Beschwerdeführers, wonach es sich nicht eingehend mit seiner 

gesundheitlichen Situation auseinandergesetzt und die Möglichkeiten einer 

Behandlung seiner K._______ und L._______ in seiner Heimat nicht ab-

geklärt habe. Es hielt dazu fest, dass er selbst in der vertieften Befragung 

angegeben habe, sich gut zu fühlen, keine Schmerzen zu haben, von den 

Diagnosen erst in der Schweiz erfahren zu haben und sich im Alltag 

dadurch nicht beeinträchtigt zu fühlen (SEM-act. 37, F7-F16). Von einer 

akut gefährlichen und lebensbedrohlichen gesundheitlichen Lage im Falle 

einer Rückkehr sei daher nicht auszugehen (vgl. angefochtene Verfügung, 

S. 8 unten). Im Arztbericht des I._______ vom 12. Juni 2025 wird festge-

halten, dass der gleichentags durchgeführte M._______ bei nicht nüchter-

nem Patienten nicht adäquat beurteilbar gewesen sei. Bei nicht verwertba-

rer (…) und damit «nicht gänzlich einschätzbarer» (…) sei eine Wiederho-

lung des M._______ in drei Monaten notwendig; ein Aufgebot folge in drei 

Monaten. Vor dem Hintergrund, dass die behandelnde Ärztin keinen Anlass 

sah, den Beschwerdeführer unmittelbar nach dem Untersuch vom 12. Juni 

2025 zu einem erneuten M._______ aufzufordern, sondern damit drei Mo-

nate zuwarten konnte, ist die Schlussfolgerung des SEM, dass aufgrund 

der Krankheit des Beschwerdeführers nicht von einer akut gefährlichen 

und lebensbedrohlichen gesundheitlichen Lage im Falle einer Rückkehr 

auszugehen sei, nicht zu beanstanden. Das Gericht geht vielmehr davon 

aus, dass es sich beim zu wiederholenden Untersuch im Wesentlichen um 

einen Kontrolltermin handeln, den der Beschwerdeführer auch in seinem 

Heimatland wird wahrnehmen können (vgl. nachstehend, E. 9.3.4.1). Das 

SEM durfte nach dem Gesagten zu Recht davon ausgehen, es liege keine 

medizinische Notlage vor, ohne dass es dabei veranlasst gewesen wäre, 

sich mit dem Gesundheitszustand des Beschwerdeführers weiter zu befas-

sen und eine entsprechende Folgeuntersuchung beziehungsweise einen 

zusätzlichen Arztbericht abzuwarten (vgl. zur antizipierten Beweiswürdi-

gung BVGE 2008/24 E. 7.2 S. 357). Eine Verletzung der Begründungs-

pflicht ist zu verneinen, zumal es dem Beschwerdeführer durchaus möglich 

war, sich ein Bild über die Tragweite des vorinstanzlichen Entscheids zu 

machen und diesen – wie die Beschwerde zeigt – sachgerecht anzufech-

ten. Dass der Beschwerdeführer die Auffassung und Schlussfolgerungen 

der Vorinstanz nicht teilt, stellt weder eine Verletzung des Untersuchungs-

grundsatzes noch eine solche der Begründungspflicht dar, sondern be-

schlägt vielmehr die Frage der materiellen Würdigung. Es besteht damit 

insgesamt keine Veranlassung, die Verfügung aus formellen Gründen 

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Seite 7 

aufzuheben. Das Begehren um Rückweisung der Sache an das SEM zur 

Neubeurteilung ist abzuweisen. 

6.  

6.1 Das SEM hielt zur Begründung seines Entscheids fest, die Angaben 

des Beschwerdeführers würden auf ein anderes als das von ihm angege-

bene Alter hindeuten. Zwar habe er im Asylverfahren und auch in 

H._______ konsistente Angaben zu seinem Geburtsdatum gemacht, ei-

nige Angaben im Rahmen der EB UMA würden aber Zweifel am angege-

benen Alter wecken. So habe er erklärt, er habe sein Alter in der zweiten 

oder dritten Klasse von seiner Mutter erfahren und dieses dann in der 

Schule angeben müssen. In jeder Klasse habe der Lehrer den Namen, das 

Geburtsdatum und das Alter der Schüler genannt und er habe seine Anga-

ben jeweils bestätigen müssen. Als er im Verlauf der Befragung zum Alter 

bei Schulbeginn befragt worden sei, habe er angegeben, dieses nicht zu 

kennen. Auch das Alter in der zweiten oder dritten Klasse, welches er an-

geblich mehrmals in der Schule habe bestätigen müssen, habe er nicht 

mehr gewusst. Darauf angesprochen seien seine Angaben sehr vage und 

teilweise ausweichend gewesen (SEM-act. 16, F1.17.04). Auch erstaune 

es, dass er angeblich sein eigenes Geburtsdatum, aber weder die Geburts-

daten noch das Alter seiner Geschwister kenne (SEM-act. 16, F3.01). Zwar 

habe er eine Geburtsurkunde und einen Schülerausweis eingereicht, wel-

che ebenfalls den (…) als Geburtstag aufführen würden; diesen komme 

aber nur ein geringer Beweiswert zu, zumal sie vor Fälschung nicht sicher 

seien, keine überprüfbaren Merkmale enthielten und käuflich erwerbbar 

seien. Er habe sein geltend gemachtes Alter damit nicht mit rechtsgenügli-

chen Identitätspapieren belegen können. Das vom Beschwerdeführer an-

gegebene Alter von (…) Jahren und (…) (recte: […]) Monaten könne ferner 

gemäss dem Bericht des J._______ vom 23. Juni (recte: Mai) 2025 nicht 

zutreffen. Die entsprechend vorgenommene Anpassung des Geburtsda-

tums auf den (…) erscheine adäquat und entspreche der geltenden 

Asylpraxis. Die Einschätzungen einer Lehrperson könnten die Ergebnisse 

einer naturwissenschaftlich fundierten Altersabklärung nicht umstossen. 

Weiter ging das SEM von der Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

aus. Es stellte fest, der Grundsatz der Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 

Abs. 1 AsylG könne nicht angewandt werden, weil der Beschwerdeführer 

die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle. Ferner würden sich aus den Akten 

keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass ihm bei einer Rückkehr in sein 

Heimatland eine Behandlung nach Art. 3 EMRK drohe. Trotz der politi-

schen Instabilität, die durch die jüngsten Ereignisse in Guinea gekenn-

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zeichnet sei, liege keine Situation von Krieg, Bürgerkrieg oder allgemeiner 

Gewalt vor, aufgrund derer die Zivilbevölkerung generell als konkret ge-

fährdet bezeichnet werden müsste. Auch seien keine individuellen Unzu-

mutbarkeitsgründe ersichtlich. Der Beschwerdeführer leide an K._______ 

und an (…) (vgl. Arztbericht vom 12. Juni 2025). Gemäss den eingereich-

ten ärztlichen Kurzberichten sowie seinen Aussagen sei nicht von einer 

medizinischen Notlage auszugehen (SEM-act. 37, F7, F13). Er sei jung, 

gesund, im arbeitsfähigen Alter und verfüge über Berufserfahrung als (…) 

(SEM-act. 37, F46-F47), weshalb davon auszugehen sei, dass es ihm ge-

lingen werde, sich nach seiner Rückkehr erneut eine wirtschaftliche Le-

bensgrundlage aufzubauen. Dies gelte umso mehr, als er ledig und kinder-

los sei und allein für seinen eigenen Lebensunterhalt aufkommen müsse. 

Blosse soziale oder wirtschaftliche Schwierigkeiten, von denen die ansäs-

sige Bevölkerung betroffen sei (bspw. Mangel an Arbeitsplätzen), vermöch-

ten keine existenzbedrohende Situation zu begründen. Es stehe dem Be-

schwerdeführer auch offen, vom Angebot der Rückkehrhilfe Gebrauch zu 

machen. Im Übrigen verfüge er in Guinea über ein breites familiäres Netz, 

welches ihm bei der sozialen und wirtschaftlichen Reintegration behilflich 

sein könne (SEM-act. 37, F40-F42). Es könne daher davon ausgegangen 

werden, dass er bei einer Rückkehr nicht in eine existenzbedrohende Not-

lage geraten werde. Schliesslich sei der Wegweisungsvollzug auch tech-

nisch möglich und praktisch durchführbar. 

6.2 In der Rechtsmitteleingabe entgegnet der Beschwerdeführer, es sei an-

gesichts seines Bildungsstandes, seines jungen Alters sowie der traumati-

sierenden Erlebnisse auf der Reise nachvollziehbar, dass er sich nicht an 

alle Details erinnern könne. Er habe im gesamten Verfahren durchgehend 

und widerspruchsfrei angegeben, am (…) geboren zu sein. Sein teilweises 

Unwissen habe er in nachvollziehbarer Weise erklären können, habe doch 

das Alter für ihn und seine Familie keine grosse Rolle gespielt und die Ge-

burtstage seien nicht gefeiert worden. Er könne sich jedoch daran erinnern, 

dass sein jüngerer Bruder circa ein oder zwei Jahre jünger sei. Seine Aus-

sagen könnten insgesamt als starkes Indiz für das geltend gemachte Alter 

gewertet werden. Die eingereichten Dokumente seien inhaltlich stimmig, 

formal dem Erscheinungsbild guineischer Geburtsurkunden beziehungs-

weise Schulausweise entsprechend aufgebaut und enthielten keinerlei ob-

jektive Hinweise auf eine Fälschung. Dass es sich dabei um Kopien handle, 

vermöge den Beweiswert zu mindern, aber keineswegs vollständig aufzu-

heben. Hinzu komme, dass eine vollständige Übereinstimmung zwischen 

den Dokumenten und seinen persönlichen Angaben vorliege. Das SEM 

verkenne die strukturellen Realitäten unbegleiteter minderjähriger Asyl-

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suchender aus Ländern wie Guinea, zumal es ihnen in der Praxis regel-

mässig unmöglich sei, Originaldokumente zu beschaffen. Die eingereich-

ten Kopien der Geburtsurkunde und des Schülerausweises seien unter Be-

rücksichtigung der Umstände als Indiz für das angegebene Alter zu würdi-

gen. Indem die Vorinstanz das Altersgutachten als Indiz für die Volljährig-

keit qualifiziere, obwohl darin die Minderjährigkeit als möglich erachtet 

werde, untergrabe sie die Schlussfolgerung der medizinischen Fachperso-

nen. Im Einklang mit der geltenden Rechtsprechung lasse die vorliegende 

Altersabklärung keine Aussage zur Minder- beziehungsweise Volljährigkeit 

zu. Dem Urteil BVGE 2018 VI/3 sei klar zu entnehmen, dass in Fällen wie 

hier, in denen das Mindestalter bei der zahnärztlichen Untersuchung und 

der Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse unter achtzehn Jahren 

liege, sowohl eine Voll- als auch eine Minderjährigkeit möglich sei, ohne 

dass sich eine verlässliche Aussage darüber machen lasse, was wahr-

scheinlicher sei. Schliesslich sei die Einschätzung der Klassenlehrperson, 

welche den Beschwerdeführer täglich begleite und betreue, als starkes In-

diz für dessen Minderjährigkeit zu werten. 

Im Zusammenhang mit der Prüfung der Zumutbarkeit des Wegweisungs-

vollzugs wird ausgeführt, die (…) des Beschwerdeführers erfordere zwin-

gend eine engmaschige Überwachung im Abstand von drei Monaten, ein-

schliesslich Laboruntersuchungen ([…], […]) und wiederholter M._______-

Untersuchungen. Zudem leide er an einer (…), die nur durch wiederholte 

(…) Laboranalysen zuverlässig überwacht und gegebenenfalls mit (…) be-

handelt werden könne. Gemäss den ärztlichen Berichten des I._______ 

könne aktuell keine abschliessende Therapieentscheidung zur K._______ 

getroffen werden, solange keine vollständige Verlaufskontrolle inklusive 

M._______-Ergebnisse vorliege. Ein Abbruch dieser Kontrollen – so der 

Beschwerdeführer – berge das Risiko einer unbemerkten Krankheitspro-

gression bis hin zu (…) oder (…). Mehrere Länderberichte würden bezüg-

lich der Infrastruktur und des Zugangs zu Behandlung und Medikamenten 

klare Schwächen in der gesundheitlichen Versorgung Guineas aufzeigen. 

B._______, woher der Beschwerdeführer stamme, liege rund (…) km Fahr-

strecke von Conakry entfernt, dies mit einer geschätzten Reisezeit von (…) 

bis (…) Stunden bei unzuverlässigen Strassenverhältnissen. Für einen 

minderjährigen Patienten ohne eigenes Einkommen und familiäre Unter-

stützung in der Hauptstadt sei eine regelmässige Anreise praktisch unmög-

lich. Auch für eine erwachsene Person sei eine regelmässige medizinische 

Behandlung nicht sichergestellt. Der Beschwerdeführer verfüge über kein 

unterstützendes familiäres Netzwerk und habe nie Zugang zu medizini-

scher Behandlung gehabt. In B._______ seien die notwendigen 

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Seite 10 

diagnostischen Verfahren nicht verfügbar, und auch in Conakry sei der Zu-

gang zu spezialisierten Untersuchungen durch gravierende infrastruktu-

relle Mängel, Personalknappheit und unzureichende Hygienestandards er-

heblich eingeschränkt. Selbst wenn eine Behandlung in Conakry theore-

tisch möglich wäre, könnte der Beschwerdeführer diese aufgrund der er-

wähnten Umstände (Minderjährigkeit, fehlende familiäre Begleitung, feh-

lende finanzielle Mittel, enorme Entfernung) nicht wahrnehmen. 

7.  

7.1 Zunächst ist die Glaubhaftmachung der geltend gemachten Minderjäh-

rigkeit des Beschwerdeführers zu prüfen. 

7.2 In einer Gesamtwürdigung müssen die Gründe, welche für die Minder-

jährigkeit sprechen, überwiegen (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.3). Wurde der 

Sachverhalt abschliessend festgestellt und ist es der betroffenen Person 

nicht gelungen, die behauptete Minderjährigkeit glaubhaft zu machen, res-

pektive bleiben entsprechende Behauptungen unsubstanziiert, hat sie die 

Folgen zu tragen und wird als volljährig betrachtet (vgl. BVGE 2019 I/6 

E. 5.4; vgl. auch Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 

Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 30 E. 7.1). 

7.3 Für die Beurteilung des Alters einer asylsuchenden Person fallen in 

erster Linie von dieser Person selbst abgegebene oder von den Behörden 

auf andere Weise erlangte und für echt befundene Identitätspapiere in Be-

tracht, das heisst Urkunden im Sinne von Art. 12 Bst. a VwVG; ihnen 

kommt – ihre Echtheit vorausgesetzt – ein hoher Beweiswert zu. Reicht die 

asylsuchende Person keine Identitätspapiere ein, welche die Behauptung, 

minderjährig zu sein, stützen könnten, darf jedoch allein daraus noch nicht 

der Schluss gezogen werden, dieser Person sei es nicht gelungen, ihre 

Minderjährigkeit glaubhaft zu machen, sondern es sind zuvor die angege-

benen Gründe für dieses Versäumnis auf deren Plausibilität zu prüfen (vgl. 

EMARK 2004 Nr. 30 E. 6.1 m.w.H.). 

8.  

8.1 Vorab ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer in Missachtung sei-

ner Mitwirkungspflicht (Art. 8 Abs. 1 AsylG) weder bei der Vorinstanz noch 

auf Beschwerdeebene rechtsgenügliche Identitätspapiere einreichte, mit 

denen er sein Geburtsdatum nachweisen könnte. Es darf davon ausge-

gangen werden, dass er sich um die Beschaffung entsprechender Papiere 

bemüht hätte, hätte er die Behörden von seiner Minderjährigkeit überzeu-

gen wollen. Die in Kopie beigebrachten Dokumente (Geburtsurkunde, 

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Seite 11 

Schülerausweis), sind – wie das SEM zu Recht festgestellt hat – nicht fäl-

schungssicher und zudem leicht käuflich erwerbbar, weshalb ihnen – selbst 

im Original eingereicht – nur ein geringer Beweiswert zukommen kann. Der 

Beschwerdeführer hat im Übrigen namentlich auch in keiner Weise erläu-

tert, unter welchen Umständen die Geburtsurkunde im Jahr (…) ausgestellt 

worden sein soll und weshalb sein Vater (als «déclarant», vgl. Beweismit-

tel, ID-Nr. 001/1) überhaupt die Ausstellung derselben zu jenem Zeitpunkt 

beantragt haben soll. Ebenso wenig wurde klargestellt, auf Grundlage wel-

cher Informationen das Dokument verfasst wurde. Das Altersgutachten 

vom 23. Mai 2025 hat zum Zeitpunkt der Untersuchung ein Mindestalter 

von (…) Jahren ergeben, weshalb das vom Beschwerdeführer angege-

bene Lebensalter von (…) Jahren und (…) Monaten nicht zutreffen kann 

(vgl. oben Sachverhalt, Bst. A.d). Er vermag daher weder aus der Geburts-

urkunde noch aus dem Schülerausweis, welche sich beide auf das geltend 

gemachte Geburtsdatum vom (…) stützen (vgl. Beweismittel, ID-Nr. 001/1, 

002/4), etwas zu seinen Gunsten abzuleiten; dies unbesehen dessen, dass 

er in H._______ und im Verlauf des Asylverfahrens in der Schweiz das-

selbe Geburtsdatum angegeben hat. 

8.2 Gemäss Altersgutachten ist die Volljährigkeit des Beschwerdeführers 

nicht bewiesen, die Minderjährigkeit mithin möglich (vgl. Sachverhalt, 

Bst. A.d). Unter Verweis auf die geltende Rechtsprechung lässt sich damit 

keine verlässliche Aussage zur Wahrscheinlichkeit der Minder- bezie-

hungsweise Volljährigkeit machen. Das Altersgutachten ist demnach in der 

Beurteilung der geltend gemachten Minder- beziehungsweise Volljährigkeit 

ausser Acht zu lassen (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.2).  

8.3 Im Weiteren ist das vom Beschwerdeführer angegebene Alter aufgrund 

seiner Angaben zu bezweifeln. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann 

auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. 

E. 6.1; auch Sachverhalt, Bst. A.b). Namentlich hervorzuheben ist, dass 

der Beschwerdeführer nicht wusste, wie alt er in der zweiten oder dritten 

Klasse war, was von ihm jedoch zu erwarten gewesen wäre, musste er 

doch angeblich in jeder Klasse seinen Namen, sein Geburtsdatum und sein 

Alter bestätigen. Auch darf davon ausgegangen werden, dass der Be-

schwerdeführer auch die Geburtsdaten und das Alter seiner Geschwister 

hätte angeben können, wenn er sein eigenes Geburtsdatum nennen 

konnte. Die Erklärung in der Beschwerde, wonach das Alter für ihn und 

seine Familie keine grosse Rolle gespielt habe und die Geburtstage nicht 

gefeiert worden seien, sowie der Hinweis auf seinen Bildungsstand, sein 

junges Alter und die traumatisierende Reise sind als unbehelfliche 

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Seite 12 

Schutzbehauptungen zu qualifizieren. Insgesamt sind seine Angaben nicht 

geeignet, das Gericht von der Richtigkeit des von ihm geltend gemachten 

Geburtsdatums zu überzeugen. Es entsteht vielmehr der Eindruck, dass er 

sein wahres Alter zu verschleiern versucht. Vor diesem Hintergrund ergibt 

sich auch daraus, dass seine Klassenlehrperson von seiner Minderjährig-

keit ausgeht und die vom SEM vorgenommene Alterskorrektur auf (…) 

Jahre als Missverständnis erachtet (vgl. dazu entsprechender Bericht vom 

9. Juli 2025 [SEM-act. 42/1]), nichts zu seinen Gunsten. 

8.4 Insgesamt ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, die geltend 

gemachte Minderjährigkeit zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung in der 

Schweiz nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Er ist des-

halb übereinstimmend mit dem SEM als volljährig zu betrachten. 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshin-

dernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche 

Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, 

sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls 

wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2  

9.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

9.2.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die 

Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 

BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und 

andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der 

Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung 

unterworfen werden. 

D-6098/2025 

Seite 13 

9.2.3 Da rechtskräftig feststeht, dass der Beschwerdeführer die Flücht-

lingseigenschaft nicht erfüllt, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz 

der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung fin-

den. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist dem-

nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

9.2.4 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-

rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer 

Ausschaffung nach Guinea dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit – im 

Sinne eines «real risk» (vgl. dazu das Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 

vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer, 37201/06, §§ 124–127) – einer 

nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung aus-

gesetzt wäre. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimat-

staat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als un-

zulässig erscheinen. 

Namentlich steht auch die gesundheitliche Situation des Beschwerdefüh-

rers dem Vollzug der Wegweisung unter dem Aspekt der Zulässigkeit nicht 

entgegen. Die diesbezügliche Schwelle ist hoch und stellt nur ganz aus-

nahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK dar. Dies ist insbesondere 

dann der Fall, wenn die betroffene Person durch die Abschiebung – man-

gels angemessener medizinischer Behandlung im Zielstaat – mit einem re-

alen Risiko konfrontiert würde, einer ernsten, raschen und unwiederbring-

lichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustands ausgesetzt zu wer-

den, die zu intensivem Leiden oder einer erheblichen Verkürzung der Le-

benserwartung führen würde (vgl. Urteil des EGMR Paposhvili gegen Bel-

gien vom 13. Dezember 2016, Grosse Kammer, 41738/10, §§ 180-193 

m.w.H., bestätigt durch Savran gegen Dänemark vom 7. Dezember 2021, 

Grosse Kammer, 57467/15, §§ 121 ff.). Die vorliegenden medizinischen 

Beschwerden (vgl. nachstehend, E. 9.3.4.1) erfüllen die Anforderungen 

von Art. 3 EMRK nicht, zumal sie auch in Guinea behandelt werden kön-

nen. 

9.2.5 Aufgrund der angenommenen Volljährigkeit des Beschwerdeführers 

(vgl. vorstehend, E. 8) erübrigen sich inhaltliche Ausführungen zur An-

wendbarkeit des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die 

Rechte des Kindes (Kinderrechtskonvention, KRK; SR 0.107). 

9.2.6 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

D-6098/2025 

Seite 14 

9.3  

9.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

9.3.2 Da der Beschwerdeführer als volljährig zu betrachten ist, erübrigt sich 

auch in Bezug auf die Zumutbarkeit eine Prüfung der Vereinbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs mit den Bestimmungen der KRK. 

9.3.3 In Guinea herrscht zurzeit weder Krieg oder Bürgerkrieg noch eine 

Situation allgemeiner Gewalt. Der Vollzug der Wegweisung ist daher ge-

mäss der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts nicht als generell unzu-

mutbar zu erachten (vgl. Urteile D-7836/2024 und D-7790/2024 vom 

6. Februar 2025 E. 7.3.1; E-5329/2020 vom 7. Oktober 2024 E. 8.2.1; 

D-3060/2024 vom 29. Mai 2024 E. 7.3.3; E-1706/2024 vom 2. Mai 2024 

E. 10.3.2). 

9.3.4 Es sind auch keine individuellen Vollzugshindernisse ersichtlich.  

9.3.4.1 Gemäss konstanter Praxis ist aus medizinischen Gründen nur dann 

auf eine Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu schliessen, wenn 

eine notwendige medizinische Behandlung im Zielstaat nicht zur Verfügung 

steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beein-

trächtigung des Gesundheitszustands der betroffenen Person führen 

würde. Dabei wird als wesentlich die allgemeine und dringende medizini-

sche Behandlung erachtet, welche zur Gewährleistung einer menschen-

würdigen Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit liegt jedenfalls 

noch nicht vor, wenn im Zielstaat keine dem schweizerischen Standard ent-

sprechende medizinische Behandlung verfügbar ist (vgl. BVGE 2011/50 

E. 8.3 oder etwa Urteil des BVGer E-1899/2023 vom 13. April 2023 

E. 7.3.4). In Guinea gibt es im Allgemeinen eine oder mehrere medizini-

sche Einrichtungen in vielen Gebieten des Landes. In städtischen Gebieten 

sind öffentliche Krankenhäuser, öffentliche Gesundheitszentren und pri-

vate Kliniken die wichtigsten medizinischen Einrichtungen. Ärzte/-innen 

und gute Ausstattung sind in grossen Krankenhäusern und preiswerten Kli-

niken zu finden. In der Hauptstadt Conakry gibt es zwei öffentliche Univer-

sitätskrankenhäuser: Donka und Ignace Deen (vgl. Internationale Organi-

sation für Migration [IOM] Deutschland, Guinea Länderinformationsblatt 

D-6098/2025 

Seite 15 

2024, S. 3 [https://www.returningfromgermany.de/de/countries/guinea, ab-

gerufen am 26. August 2025]). Das Universitätskrankenhaus Donka verfügt 

dabei unter anderem über eine Abteilung für (…) und eine solche für (…) 

(vgl. <https://hndonka.com> Spécialités et services > Services Médicaux 

d’Hospitalisation, abgerufen am 26. August 2025). Es ist vor diesem Hin-

tergrund davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer die ihm diagnos-

tizierten Erkrankungen (K._______, […] [L._______, (…)]; vgl. Arztberichte 

des I._______ vom 23. April 2025, 12. Mai 2025, 27. Mai 2025 und 12. Juni 

2025 [SEM-act. 21/3, 22/2, 28/2, 31/3]) im Heimatland behandeln lassen 

und sich namentlich für die indizierte engmaschige Überwachung in Bezug 

auf seine K._______ (vgl. SEM-act. 31/3) an das medizinische Fachperso-

nal wenden kann. Was die in der Beschwerde geäusserte Befürchtung an-

belangt, er könnte eine Behandlung wegen fehlender finanzieller Mittel 

nicht wahrnehmen (vgl. dazu auch Anhörungsprotokoll, SEM-act. 37/9, 

F14), ist er auf die Möglichkeit hinzuweisen, medizinische Rückkehrhilfe 

gemäss Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG zu beantragen, welche durch die Ab-

gabe von Medikamenten, Hilfe bei der Ausreiseorganisation oder durch 

Unterstützung während und nach der Rückkehr gewährt werden kann. Die 

erwähnte weite Distanz zwischen B._______ und Conakry ist dahingehend 

zu relativieren, dass zwei Verwandte des Beschwerdeführers in Conakry 

leben (vgl. Befragungsprotokoll, SEM-act. 16/14, Ziff. 3.01, S. 8), ein Um-

stand, der ihm die Erreichbarkeit des Krankenhauses erleichtern dürfte. 

Abgesehen davon wäre dem volljährigen Beschwerdeführer angesichts 

der dort wohnhaften Verwandten wohl auch eine Wohnsitznahme in der 

Hauptstadt zuzumuten. Nach dem Gesagten ist nicht davon auszugehen, 

dass er bei einer Rückkehr in seine Heimat in eine medizinische Notlage 

geraten würde. 

9.3.4.2 Im Übrigen handelt es sich beim Beschwerdeführer um einen jun-

gen, arbeitsfähigen Mann, der den Grossteil seines Lebens in Guinea ver-

bracht hat, dort sozialisiert wurde und immerhin eine Schulbildung von 

knapp sechs Jahren genossen hat. Auch hat er eigenen Angaben zufolge 

seiner Mutter (…) geholfen (vgl. SEM-act. 16/14, Ziff. 1.17.05, S. 5/6) und 

verfügt damit bereits über eine gewisse Arbeitserfahrung in der Heimat. 

Aufgrund seiner Volljährigkeit ist ebenso von einer gewissen Selbststän-

digkeit auszugehen, die es ihm erleichtern dürfte, im Heimatland wieder 

Fuss zu fassen. Ausserdem ist damit zu rechnen, dass seine Familienan-

gehörigen ihm bei der Wiedereingliederung behilflich sein werden. Es ist 

demnach nicht von einer existenzbedrohenden Situation des Beschwerde-

führers im Falle der Rückkehr auszugehen. 

D-6098/2025 

Seite 16 

9.3.5 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich insgesamt als zumutbar. 

9.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 

E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeich-

nen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 49 

VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

11.1 Mit dem vorliegenden Urteil in der Hauptsache ist das Gesuch um 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos ge-

worden. 

11.2 Aufgrund der Akten ist von der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers 

auszugehen und die Beschwerde kann nicht als von vornherein aussichts-

los bezeichnet werden. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist demnach gutzuheis-

sen. 

11.3 Ausgangsgemäss wären die Kosten grundsätzlich dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da die unentgeltliche Prozess-

führung gewährt wird, ist er indessen von der Bezahlung von Verfahrens-

kosten zu befreien. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-6098/2025 

Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird gut-

geheissen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Jeannine Scherrer-Bänziger Karin Schnidrig 

 

 

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