# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9d74153d-e112-5dfd-ac9d-bf5379a8b975
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-26
**Language:** de
**Title:** Verschlechterung Gesundheitszustandes nicht glaubhaft dargelegt. IV-Stelle ist zu Recht nicht auf die Neuanmeldung eingetreten
**Docket/Reference:** IV.2018.00858
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2018.00858.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2018.00858
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiber Müller
Urteil
vom
2
6.
Juni 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Patrick Lerch
Grieder
Bugada
Baumann Lerch, Rechtsanwälte
Badenerstrasse
21, Postfach, 8021 Zürich 1
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
,
geboren
1970
,
verfügt über keine berufliche Ausbildung und
war bis zum 31. Januar 2013 in einem 80 %-Pensum
als Office-Mitarbeiterin bei der
Y.___
sowie bis am 31. Dezember 2013 in einem 20 %-Pensum als Raumpflegerin bei der
Z.___
tätig (Urk. 7/12 S. 5).
Am
13
.
April 2014
meldete sie sich
bei der Invalidenversicherung unter Hinweis auf
Rückenschmerzen
zum Leistungsbezug an (Urk. 7/
12
).
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zü
rich, IV-Stelle, gewährte
der
Versicherten
am
16.
Januar 2015 (Urk.
7/38)
Bera
tung und Unterstützung bei der Stellensuch
e, welche mit Mitteilung vom 4. Sep
tember 2015 (Urk. 7/49) mit
dem
Einverständnis der Versicherten abgeschlossen wurde
.
Seit dem 1.
November 2015 ist
sie
bei der Universitätsklinik
A.___
als Raumpflegerin in einem 3
5%-Pensum
tätig
(vgl. Urk.
7/80).
Mit Verfügung vom
19
.
Oktober
201
6
wies
die IV-Stelle
das Begehren um eine Invalidenrente ab (Urk. 7/
76
).
1.2
Am
3
.
Juni 2018
(Urk. 7/
80
) meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf
eine Beeinträchtigung ihrer Hände
erneut bei der Invalidenversicherung zum Leis
tungsbezug
an.
Auf Aufforderung der IV-Stelle vom 7. Juni 2018 (Urk. 7/82) hin reichte die Versicherte diverse medizinische Unterlagen ein (vgl. Urk. 7/85).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/
88,
Urk. 7/90)
trat die IV-Stelle mit Verfügung vom
3
.
September
2018 (Urk. 7/
94
= Urk. 2)
unter Hinweis auf die beigelegten relevanten gesetzlichen Grundlagen (u.a.
Art.
87 der Verordnung über die Invalidenversicherung)
auf das Leistungsbegehren mangels wesentlicher Veränderungen der beruflichen oder medizinischen Situation nicht ein.
2.
Die Versicherte erhob am
2
.
Oktober
2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom
3
.
September
2018 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei auf ihr
e
Neuanmeldung
einzutreten und
ihr die gesetzlichen Leistungen nach dem Invalidenversicherungsgesetz zu gewähren
(Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
.
November
2018 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am
6
.
November
2018 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
9
).
Am 12. November 2018 (Urk. 10) wurde der Beschwerdeführerin nachträglich der von der IV-Stelle eingereichte Bericht von Dr. med.
B.___
vom 22. Oktober 2018 (Urk. 8) zur Kenntnis zuge
stellt.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung
[
IVG
]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität
d
er versicherten Person in einer für den An
spruch
erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten.
1.3
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Tatsachen
änderung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheb
lichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen. Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Invalidenrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.3; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete das am
3
.
September 2018 (Urk. 2) verfügte Nicht
eintreten damit, dass eine wesentliche Veränder
ung der beruflichen oder medizi
nischen Situation nicht habe festgestellt werden können.
Aufgrund der von der Beschwerdeführerin eingereichten medizinischen Unterlagen sei von einer vorübergehenden Verschlechterung der gesundheitlichen Situation auszugehen. Diese sei jedoch behandelbar und könne somit nicht berücksichtigt werden
. Die
diagnostischen
Abklärungen hätten ergeben, dass keine entzündlich-rheumati
sche Entwicklung und keine Anhaltspunkte
für
Kollagenese
vorlägen
(S. 1)
.
Nach Durchführung von Physiotherapien, Infiltrationen und Operationen im September 2017 und Februar 2018 hätten die Einschränkungen verbessert werden können. In einer körperlich angepassten Tätigkeit habe die Arbeitsfähigkeit wieder erreicht werden können (S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), entgegen der
Behauptung der Beschwerdegegnerin sei ihr Gesundheitszustand offenkundig ein schlechterer als jener zum Zeitpunkt der Erstanmeldung. Damals sei ausschliesslich die Lendenwirbelsäule (L
WS
)-Problematik
im Fokus
gestanden. Aktuell seien jedoch eine Vielzahl weiterer Diagnosen hinzugetreten, wobei die Handbeschwerden prädominierten (S. 5
Rz
18). Die Behauptung der Beschwerde
gegnerin, wonach die aktuell verschlechterte Situation lediglich vorübergehen
d
sei, sei erwiesenermassen unzutreffend
.
Zudem
müssten prognostische Einschät
zungen bei
derart komplexen Beschwerdebildern der materiellen Prüfung vorbe
halten bleiben (S. 6
Rz
19).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht auf di
e
am
3. Juni
2018 unterschriebene und am 4. Juni 2018 bei ihr eingegangene Anmel
dung
(Urk. 7/80)
eingetreten ist und in diesem Zusammenhang insbesondere, ob die Beschwerdeführerin eine rentenrelevante Veränderung der tatsächlichen Ver
hältnisse glaubhaft gemacht hat.
3.
Der Beschwerdegegnerin lagen
für die Beurteilung der rentenverweigernden Ver
fügung vom 19.
Oktober 2016
(Urk. 7/76) im Wesentlichen
Berichte von Dr. med.
C.___
, Fachärztin für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin FMH,
aus der
Zeit
von
Oktober 2013 bis April 2016 (vgl. Urk. 7/16/4-5, Urk. 7/33/9, Urk.
7/53/5, Urk. 7/55/6-9
, Urk. 7/65/4-7
)
und von der Hausärztin Dr. med.
D.___
, Fachärztin für Allgemeine und Innere Medizin FMH, aus der Periode Januar 2014 bis Januar 2016 vor (vgl. Urk. 7/16/2-3, Urk.
7/33/1-4, Urk. 7/53/1-3, Urk. 7/58
, Urk. 7/60/1-2
).
In ihrem letzten
der rentenabweisenden Verfügung
vorangehenden Bericht
vom
21. April 2016 (Urk.
7/65
/4-7
)
diagnostizierte
Dr.
C.___
einzig ein chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits (
Ziff.
1.2)
und
führte dazu aus, die Beschwerdeführerin sei für eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit mit Ver
meidung von Heben, Schieben und Tragen von schweren Lasten von mehr als 15 kg und Vermeiden von langem Stehen sowie
«
in Inklinationsstellung der Lenden
wirbelsäule
»
zu 100 % arbeitsfähig (Ziff. 2)
.
Dr.
D.___
nannte – gestützt auf eine
n
Bericht von Dr. med.
E.___
, Facharzt für Neurologie FMH, vom 24.
Dezember 2015 (Urk. 7/60/3-4) -
in ihrem
letzten
der
rentenabweisenden
Verfügung vorangehenden Bericht vom 11. November 2016 (Urk.
7/
60
/1-2
)
als Diagnosen ein chronisches
lumbospondylogenes
sowie ein chronisch intermittierendes
cervikospondylogenes
Schmerzsyndrom, einen Sta
tus nach distaler
Metatarsale
-I-
Osteomie
,
ein
laterales Kapselrelease und
eine
me
diale Kapselraffung im linken Fuss, ein
e
Vitiligo
und ein Reizdarmsyndrom (S. 1).
Dr. med.
F.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom Re
gionalen Ärztlichen Dienst (RAD) führte in seiner abschliessenden
versicherungs
medizinischen
Beurteilung vom 6. Mai 2016 (Urk. 7/68 S. 7 f.)
aus, unter Berück
sichtigung aller vorliegenden Arztberichte sei der
bekannte
somatische
Gesund
heitsschaden eine
s
chronische
n
lumbospondylogenen
Schmerzsyndroms beid
seits ausgewiesen. Dieser sei stabil. Für eine behinderungsangepasste körperlich leichte und nur gelegentlich mittelschwere Tätigkeit ohne häufiges Bücken oder Verharren in anderweitigen Zwangshaltungen des Rumpfes sei zweifellos die von Dr.
C.___
angegebene Arbeitsfähigkeit von 100 % nachvollziehbar.
Gestützt auf diese Aktenlage ging die Beschwerdegegnerin von einer Arbeitsfä
higkeit
der Beschwerdeführerin
von
30 % in angestammter (Office Mitarbeiterin, Raumpflegerin) und von 10
0 %
in
angepasster Tätigkeit aus (vgl. Urk. 7/75 S. 1).
Sie erwog dazu in ihrer Verfügung vom 19.
Oktober 2016
(Urk. 7/76)
, dass die Versicherte zwar in ihrer angestammten Tätigkeit als Office Mitarbeiterin und Raumpflegerin nicht mehr voll
arbeitsfähig
sei, aber in einer dem Leiden ange
passten Tätigkeit ein Einkommen erzielen könn
t
e, welches keine Erwerbseinbusse mit sich brächte.
Im
Einkommensvergleich stellte
sie
– gestützt auf
das durch
schnittliche Einkommen in den Jahren 2011 bis 2013
- a
uf ein
Valideneinkom
men
von Fr.
4
7’901
.-- und – gestützt auf Tabelle TA1 des Bundesamtes für Sta
tistik über die Schweizerisches Lohnstrukturerhebung (LSE;
Totalwert für Frauen, Hilfsarbeiten [Zentralwert]
) - bei
einem leidensbedingten Abzug von 5 %
wegen
des eingeschränkten Belastungsprofils
auf
ein Invalideneinkommen von
Fr. 51'103.
-- ab. Daraus resultierte somit kein
rentenbegründender Invaliditäts
grad (
vgl. Urk. 7/74-76
).
4.
4.1
Im Zug des Verfahrens bezüglich der Neuanmeldung vom
3. Juni 2018 (Urk. 7/80)
legte die Beschwerdeführerin
im Wesentlichen
folgende medizinische Unterlagen auf:
4.2
Dr.
C.___
nannte
– nach
Einsicht in den
MRI-
Bericht vom 6. Januar 2017 von PD Dr. med.
G.___
(Urk. 7/85/23)
-
in ihrem Verl
aufsbericht vom
16
.
Ja
nuar 2017
(Urk. 7/
85
/
24
-
25
) folgende
Diagnosen
(S. 1
f.
; verkürzt wiedergege
ben
):
-
Chronische Polyarthralgien beidseits mit/bei:
-
differentialdiagnostisch:
reaktiv, beginnender rheumatoider Arthritis, durch Überbeanspruchung bei der Arbeit
-
keiner humoralen Aktivität
-
negativer Rheumaserologie
-
Chlamydienserologi
e
ausstehend
-
MRI Hände
beidseits
vom 6.
Januar
2017: Bilaterale, linksbetonte Tendovaginitis der Sehne des
Musculus
extensor
carpi
u
l
naris
auf Höhe
Processus
styloideus
ulnae
mit angedeutetem
kurzstreckigem
Längsriss links sowie diskrete
r
Tendovaginitis der
Flexorsehne
Digiti
I
-
III rechts und
Digiti
I-II
links jeweils auf Höhe Karpa
l
tunnel bis MCP-
Gelenke. Keine arthritischen Veränderungen, keine Usuren und Erosionen
-
Chronische Parästhesien der Hände beidseits bei:
-
Verdacht auf ein
K
arpaltunnelsyndrom beidseits
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits
-
Aktuell:
Schmerzexazerbation
neu mit Schmerzausstrahlung in den linken Oberschenkel ventral
4.3
Die Beschwerdeführerin legte sieben Berichte von Dr. med.
H.___
, aus der Zeit von Juni 2017 bis Mai 2018
der
Neuanmeldung bei
(Urk. 7/85/2-22).
Im
aktuellsten
Bericht
vom 11. Mai 2018 (Urk. 7/85/5-7) stellte
Dr.
H.___
folgende Diagnosen (S. 1 f.
)
:
-
Chronische Polyarthralgien beide Hände
-
keine humorale Entzündungsaktivität
-
RF, ANA, anti-CCP negativ
-
MRI Hände beidseits vom 6. Januar 2017: bilaterale linksbetonte Ten
d
ovaginitis der Sehne des
Musculus
extensor
carpi
ulnaris
auf Höhe
Processus
styloideus
ulnae
mit angedeutetem Längsriss sowie diskrete Ten
d
ovaginitis der
Flexorsehne
Dig
. I-III rechts und I-II links Höhe Kar
paltunnel bis MCP
-
Gelenke, keine arthritischen Veränderungen, keine Erosionen/Usuren
-
Symptomatische beginnende
Rhiz
- und STT-Arthrose beidseits
-
STT-Infiltration links vom 5. Dezember 2017 und 23. Februar 2018 mit gutem Effekt
-
Infiltration CMC-I-Gelenke beidseits am 13. April 2018
-
Sensibles Karpaltunnelsyndrom beidseits
-
Status nach
K
arpaldachspaltung links am 7. September 20
17, rechts am 2. Februar 20
18
-
Status nach
Ten
d
ovaginitis
stenosans
Dig
.
II
-IV links sowie
II
-V re
chts
-
Status nach
Infiltration des Ringbandes A1
Dig
. II-V
rechts am 20. Feb
ruar 20
18
-
Cerviko
-thorakales Schmerzsyndrom mit
cervicocephalen
Elemente
n
-
segmentalen Dysfunktionen
cervical
und thorakal,
regredient
-
Myogelosen
suboccipital
persistierend
-
aktuell wieder vermehrt symptomatisch
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
beidseits
-
i
ntermittierende Reizung der Wurzel L5 links (ENMG vom 22.
Dezem
ber 20
15,
Dr.
E.___
)
-
Fehlhaltung und H
altung
sinsuffizienz
-
MRI LWS
September 20
13:
Breitbasige
Diskusprotrusion
und
Spon
dylarthrosen
L4/5 mit geringer
recessaler
und
foramina
l
er
Einengung
beidseits
-
m
ediane
Diskusprotrusionen
und leichte
Spondylarthrosen
L5/S1 mit geringer
foraminaler
Einengung beidseits ohne eindeutige Irritation neuraler Strukturen
-
MRI LWS 20. November 2014: Gegenüber Voruntersuchung neu
Anu
lus
fibrosus
Riss L3/4 paramedian rechts ohne Tangierung neuraler Strukturen
-
MRI LWS vom 13. Mai 2016: Unverändert
-
Status nach CT-gesteuerter
Epiduralinfiltration
L4/5 am 21. Januar 2016
-
lokale Steroidinfiltrationen Beckenkamm links am 21. Januar 2016 und Trochanter
major
links
-
MRI LWS und untere BWS 19. Dezember 2017 mit
foraminalen
Engen L4/5 und L5/S1 beidseits ohne sichere Neurokompression trotz klini
schem Verdacht auf eine
Fussheberschwäche
-
MTP I Arthrose links
-
Status nach
Halluxoperation
rechts
-
Verdacht auf Überlastung der
Tibialis
posterior
Sehne links bei Knick- Senkfuss
-
Anamnestisch
:
Reizdarmsyndrom
-
Viti
l
igo
-
Status nach Vitamin D-Mangel, aktuell
suffiziert
substituiert
Dr.
H.___
führte dazu aus,
bei der Beschwerdeführerin stünden aktuell wie
der vermehrt die initial vorhandenen Hand- und Fingergelenkschmerzen im Vor
dergrund. Seit
der CTS-Operation seien zwar die Parästhesien verschwunden, je
doch seien nebst den symptomatischen STT- und
Rhizarthrosen
nun auch alle anderen Fingergelenke wieder symptomatisch. Klinisch und
sonographisch
habe
sie
an den Fingergelenken keine
Synovitid
en
oder Ten
d
ovaginitiden eruier
en
könne
n
. Lediglich in beiden Handgelenken
finde sich wenig vermehrte Flüssigkeit radiokarpal.
Mittels der Labordiagnose hätten
keine
Anhaltspunkte für eine Kollagenose oder ein postentzündliches Geschehen
wie beispi
elsweise eine Hepa
titis eruiert werden
können.
Auch die
Sprue
-Serologie
sei
unauffällig. Die Ursache dieser Hand- und Fingergelenkschmerzen
sei
e
n ihr
nicht klar.
Wa
s die Arbeitsfä
higkeit anbelange
, habe
sie die Beschwerdeführerin
für die 30
% im
Reinigungs
d
ienst nun arbeitsfähig geschrieben, allerdings mit
der
Limitierung,
dass sie nur leichte Arbeiten verrichten
könne
.
5.
5.1
Vorwegzuschicken ist, dass die erst im Rahmen des Beschwerdeverfahrens einge
reichten medizinischen Unterlagen – darunter diverse Arbeitsunfähigkeitszeug
nisse (Urk. 3/3)
, die
Bericht
e
von
PD
Dr.
med.
I.___
, Facharzt FMH Radiologie, vom 3
1.
Mai 2018 und von
Dr.
H.___
vom
30. Juli und 23. August 2018 sowie von Dr. med.
J.___
vom 7
.
August 2018
(Urk. 3/
3
-5)
– und der nach ergangener
Nichteintretensverfügung
erstellte Bericht von Dr.
B.___
vom 22. Oktober 2018 (Urk. 8)
für die vorliegend allein interessierende Frage, ob die Verwaltung auf die Neuanmeldung zu Recht wegen
fehlender
Glaubhaftmachung veränderter Tatsachen nicht eingetreten ist,
unbeachtlich sind (Urteil des Bundes
gerichts 8C_196/2008 vom 5. Juni 2008).
5.2
Aufgrund der vorgelegten Berichte ist offenkundig glaubhaft gemacht, dass sich die gesundheitliche Situation verschlechtert hat
.
Neu finden sich im Gegensatz zur erstmaligen
Rentenverweigerung
chronische Polyarthralgien
und
s
ymptoma
t
ische beginnende
Rhiz
- und STT-
Arthrose
n
an beiden Händen
,
ein sensibles
Kar
paltunnelsyndrom
an beiden
Handgelenken und eine
MTP I Arthrose links
. Zu
dem persistieren beim
c
erviko
-thorakale
n
Schmerzsyndrom
Myogelosen
und die
se
s
ist
aktuell wieder vermehrt symptomatisch
. Daneben bestehen beim
chroni
schen
lumbospondylogene
n
Schmerzsyndrom
foraminale
Engen L4/5 und L5/S1 beidseits ohne sichere Neurokompression trotz klinischem Verdacht auf eine
Fussheberschwäche
(
vgl. E. 4.2-3).
Auf eine Neuanmeldung ist allerdings nicht bereits dann
schon
einzutreten, wenn eine
gesundheitliche Verschlechterung glaubhaft gemacht ist, sondern erst dann, wenn
glaubhaft gemacht wurde, dass sich der Grad der Invalidität der versicher
ten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat
oder we
nigstens gewisse Anhaltspunkte dafür vorliegen (E. 1.2-3)
.
Entscheidend
dabei
sind die zusätzlichen funktionellen Einschränkungen mit Auswirkung auf die Er
werbsfähigkeit.
5.3
Diesbezüglich
ist
anzumerken
,
dass sich in den eingereichten Berichten Dr.
C.___
weder zur Arbeitsfähigkeit noch
zu
allfällige
n
funktionelle
n
Einschränkungen der Beschwerdeführerin
äusserte
(E. 4.2)
und
b
etreffend
den
von Dr.
H.___
stammenden
Berichte
n
lässt sich lediglich dem
jenigen
vom 11. Mai 2018 (E. 4.3) entnehmen, dass sie die Beschwerdeführerin wieder zu 30 % in ihrer Tätigkeit
im Reinigungsdienst
arbeitsfähig geschrieben ha
t
mit der Einschränkung, dass nur leichte Arbeiten verrichtet werden können. Dies entspricht im Wesentlichen der
Einschätzung
,
die bereits
der rentenverweigernden Verfügung vom
19. Oktober 2016
zugrundel
a
g
.
Die
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
wurde da
mals
mit 30 % beziffert
(vgl. E. 3).
Zu einer allfälligen Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit äusserte sich Dr.
H.___
nicht.
5.4
Im Vordergrund der eingereichten medizinischen Unterlagen
, die eine wesentli
che Veränderung des Gesundheitszustandes glaubhaft machen sollen,
stehen
die gesundheitlichen Probleme der Hände. Dabei
sind
die von Dr.
C.___
diagnosti
zierten Parästhesien wegen des Karpaltunnelsyndroms nach erfolgten operativen Eingriffen
(
K
arpaldachspaltung links
am 7. September 2017 und recht
s
am 2. Februar 2018)
verschwunden (E. 4.2-3).
Bezüglich der chronischen Po
lyarthralgien beider Hände liegen keine humoralen Entzündungsaktivitäten, keine arthritischen Veränderungen und keine Erosionen oder Usuren vor. Die
RF-, ANA-, und anti-CCP-Werte waren negativ (vgl. Diagnose E. 4.3). Die erst be
ginnenden
Rhiz
- und STT-Arthrose
n
an beiden Händen konnte
n
mit Infiltratio
nen mit gutem Effekt behandelt werden (vgl. Diagnose E. 4.3). Zudem konnten klinisch und
sonographisch
an den Fingergelenken weder
Synovitiden
noch Ten
d
ovaginitiden festgestellt werden und in der Labordiagnose fanden sich keine Anhaltspunkte für eine Kollagenose oder
ein
postentzündliches Geschehen. Ebenso war die
Sprue
-Serologie unauffällig. Ein objektivierbarer Befund für die Schmerzen an den Händen konnte nicht festgestellt werden
und es
blieb die Ur
sache
denn auch
für
Dr.
H.___
unklar (E. 4.3).
Zusätzliche
zu den
anlässlich der ursprünglich rentenabweisenden Verfügung medizinisch
beschriebene
n
funk
tionelle
n
Einschränkung
en
oder Anhaltspunkte für eine wesentliche, dauerhafte
Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Hände
lässt sich den im
Neua
n
meldeverfahren eingebrachten Berichte jedenfalls nicht entnehmen und
sie sind
demnach nicht glaubhaft dargetan
.
Betreffend das chronische
lu
m
b
ospondylogene
Schmerzsyndrom fanden sich
im MRI vom 19.
Dezember 2017 keine Neurokompressionen.
Funktionelle Ausfälle
wurden
- ebenso wenig wie über die anlässlich der ursprünglich rentenverwei
gernden Verfügung festgestellten
hinausgehende
Einschränkungen (E. 3) - folg
lich auch keine beschrieben (vgl. E. 4.2-3).
Die zervikalen und thorakalen Dys
funktionen des
zerviko
-thorakalen
Schmerzsyndroms zeigten sich
regredient
.
Die
dies
bezüglichen
Myogelosen
(Muskelverhärtungen) konnten mittels lokalen
Kor
tikosteroid
- und
Lidocain
-Infiltrationen behandelt werden (Urk. 7/85/1-4 S. 4).
Was die bereits im Zeitpunkt der
erstmaligen
Renten
verneinung
bestehende (E. 3)
Vitiligo
und
das
Reizdarmsyndrom angeht, lässt sich den eingereichten medizi
nischen Berichten keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes entnehmen (vgl. E. 4.2-3).
Betreffend die
im Zusammenhang
mit
einer
Überlastung der
Tibi
alis
posterior
Sehne links bei Knick-
/
Senkfuss
stehenden Probleme ging Dr.
H.___
davon aus, dass sich diese mit einer Schuhei
n
lage lösen liessen (Urk. 7/85/12-14 S. 3). Die MTP I Arthrose links zeitigt keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
Zudem legte die Beschwerdegegnerin die von der Beschwerdeführerin eingereich
ten Unterlagen dem RAD vor. Dr.
med.
K.___
äusserte sich als einzige medizini
sch
e
Fachperson
zur
Frage, ob es zu einer wesentlichen
gesundheitlichen
Verän
derung gekommen ist, und legte
diesbezüglich
dar, dass nicht von einer dauer
haften Verschlechterung des somatischen Gesundheitszustandes auszugehen
sei – keine entzündlich-rheumatische Genes
e
und keine Anhaltspunkte für eine Kol
lagenose -
und die belastungsbedingt
e
mögliche, latente Verschlechterung be
handelbar
sei
(Urk. 7/87 S. 2).
5.5
Nach dem Gesagten
vermochte die Beschwerdeführerin mit den im Verwaltungs
verfahren eingereichten Berichten (E. 4.2-3) keine rentenrelevante Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse glaubhaft zu machen. Es ist daher nicht zu bean
standen, dass die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung nicht eingetreten ist. Die Beschwerde ist in der Folge abzuweisen.
6
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig und sind die Gerichtskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ermessensweise auf Fr. 500.-- festzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
500
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Patrick Lerch
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubMüller