# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9d237067-41d6-5d88-a8e2-7c3ff0b2a24c
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-25
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 25.01.2021 I 2020 84
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2020-84_2021-01-25.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2020 84

Entscheid vom 25. Januar 2021 

Besetzung lic.iur. Gion Tomaschett, Vizepräsident
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
lic.iur. Achilles Humbel, Richter
MLaw Christina Zehnder, a.o. Gerichtsschreiberin

Parteien A.________
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr.iur. B.________
substituiert durch MLaw C.________

gegen

IV-Stelle Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Invalidenversicherung (Invalidenrente)

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Sachverhalt:

A. A.________ (geb. am ________1966, aus D.________) arbeitete u.a. in 
einer Möbelfabrik und später als Anlagenführer bei einer Spiralhülsenfabrik in 
E.________. Am 27. März 2006 unterzeichnete er eine Anmeldung zum Bezug 
von IV-Leistungen (IV-act. 4-8/8). Nach Abklärungen, welche ein interdiszi-
plinäres Gutachten der MEDAS F.________ vom 25. September 2009 umfassen 
(IV-act. 57), verfügte die IV-Stelle am 19. Mai 2010, dass kein rentenbegründen-
der IV-Grad bestehe und deswegen das Leistungsbegehren abgewiesen werde 
(IV-act. 82). Gleichentags kündigte die IV-Stelle an, die Kosten für ein Arbeits-
training (3 Monate) bei der Firma G.________ in H.________ zu übernehmen 
(IV-act. 84). 

Am 4. April 2011 meldete sich A.________ erneut bei der IV-Stelle und ersuchte 
um Arbeitsvermittlung (IV-act. 100). Dieses Begehren lehnte die IV-Stelle mit 
(unangefochten gebliebener) Verfügung vom 28. Juni 2011 unter Hinweis auf die 
bestehende Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten ab (IV-act. 108).

B. Nachdem Dr.med. I.________ (E.________) der IV-Stelle neue Berichte 
eingereicht hatte, veranlasste die IV-Stelle eine interdisziplinäre Begutachtung 
am J.________ (J.________, K.________). Das entsprechende Gutachten wur-
de am 7. Januar 2013 erstattet (IV-act. 124). Gestützt darauf verfügte die IV-
Stelle am 29. April 2013, dass bei einem ermittelten IV-Grad von 26% kein Ren-
tenanspruch bestehe (IV-act. 132).

Eine dagegen erhobene Beschwerde hat das Verwaltungsgericht mit Entscheid 
VGE I 2013 71 vom 17. Dezember 2013 abgewiesen (IV-act. 141). Dagegen be-
schwerte sich A.________ erfolglos beim Bundesgericht (Urteil 8C_109/2014 
vom 9.4.2014 = IV-act. 145).

C. Eine weitere IV-Anmeldung erfolgte am 4. März 2015 (IV-act. 149). Der 
RAD-Arzt Dr.med. L.________ empfahl am 18. August 2015 die Durchführung 
einer Verlaufsbegutachtung (IV-act. 170). Das entsprechende J.________-
Gutachten wurde am 7. April 2016 erstattet (IV-act. 184). 

Mit Vorbescheid vom 26. Juli 2016 kündigte die IV-Stelle an, das Leistungsbe-
gehren abzuweisen (vgl. IV-act. 192). Dagegen liess A.________ am 11. Sep-
tember 2016 Einwände erheben (IV-act. 195). Am 18. Oktober 2016 teilte der 
damalige Rechtsvertreter mit, dass A.________ stationär behandelt werde (IV-
act. 197). Der Aufenthalt in der Klinik M.________ dauerte vom 31. Oktober 2016 
bis zum 16. Dezember 2016 (IV-act. 205).

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D. Die IV-Stelle erachtete eine interdisziplinäre Begutachtung als nötig. Der 
Begutachtungsauftrag wurde der Gutachterstelle "N.________" (O.________) 
zugelost (IV-act. 213). Vom 3. bis 5. Juli 2017 war A.________ im Spital 
P.________ hospitalisiert (IV-act. 224). Das N.________-Gutachten wurde am 1. 
November 2017 erstattet (IV-act. 229). Der RAD-Arzt Dr.med. Q.________ emp-
fahl am 5. Dezember 2017, das Gutachten zur Stellungnahme (bzw. nachvoll-
ziehbaren Konsensfindung) den Gutachtern nochmals vorzulegen (IV-act. 231-
12/12). Die Antwort der Gutachter folgte am 30. Dezember 2017 (IV-act. 234). 
Nach Prüfung des Gutachtens gelangte der RAD-Arzt Dr.med. R.________ am 
15. Februar 2018 zum Ergebnis, dass die Beurteilung des orthopädischen Gut-
achters Dr.med. S.________ (mit einer Arbeitsfähigkeit von 40% bzw. einer Ar-
beitsunfähigkeit von 60%) nicht nachvollziehbar sei, weshalb eine weitere or-
thopädische Begutachtung unerlässlich sei (IV-act. 237-17/17). Dagegen oppo-
nierte A.________ in einer Eingabe vom 11. März 2018 (IV-act. 241). Am 13. Ju-
ni 2018 verfügte die IV-Stelle, dass an einer orthopädischen Begutachtung durch 
Dr.med. T.________ festgehalten werde (IV-act. 247). Ihr Gutachten folgte am 
17. September 2018 (IV-act. 258). Am 24. Oktober 2018 teilte der damalige 
Rechtsvertreter der IV-Stelle mit, dass A.________ aktuell im U.________ in 
V.________ behandelt werde (IV-act. 261). Eine Rückfrage wurde von Dr.med. 
T.________ am 28. November 2018 beantwortet (IV-act. 265). 

E. Mit Vorbescheid vom 22. Februar 2019 kündigte die IV-Stelle an, das Ren-
tenbegehren abzuweisen (IV-act. 269). Dagegen liess A.________, welcher vom 
3. bis 15. April 2019 im W.________ Kantonsspital hospitalisiert war (schwere 
koronare 3-Gefäss-Erkrankung, IV-act. 281-5ff./10), am 26. März 2019 Einwände 
erheben (IV-act. 272). Vom 15. April 2019 bis zum 7. Mai 2019 folgte eine statio-
näre Rehabilitation in der X.________ (IV-act. 281-1ff./10). Der RAD-Arzt 
Dr.med. R.________ empfahl am 26. September 2019, noch einen Verlaufsbe-
richt des Kardiologen Dr.med. Y.________ einzuholen (IV-act. 286-21/21). Die-
ser Bericht ging am 9. Oktober 2019 bei der IV-Stelle ein (IV-act. 287). Der RAD-
Psychiater Dr.med. Z.________ regte am 2. Dezember 2019 an, noch ein psych-
iatrisches Gutachten einzuholen (IV-act. 288-23/23). Der erste Begutachtungs-
termin bei Dr.med. AA.________ vom 19. April 2020 wurde aufgrund der Corona-
Situation abgesagt (IV-act. 296) und am 11. sowie 13. Mai 2020 nachgeholt (IV-
act. 298-2/63). Das psychiatrische Gutachten vom 8. Juni 2020 ging am 9. Juni 
2020 bei der IV-Stelle ein (IV-act. 298). 

Mit Vorbescheid vom 16. Juni 2020, welcher den früheren vom 22. Februar 2019 
ersetzte, hielt die IV-Stelle daran fest, dass das Leistungsbegehren abzuweisen 
sei (IV-act. 303).

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F. Am 31. August 2020 verfügte die IV-Stelle, dass das Leistungsbegehren 
abgewiesen werde (IV-act. 305).

Dagegen reichte A.________ rechtzeitig am 1. Oktober 2020 beim Verwaltungs-
gericht Beschwerde ein mit den folgenden Anträgen:

1. Es sei die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Schwyz vom 31. August 2020 
aufzuheben und dem Beschwerdeführer ab dem 1. September 2015 eine volle, 
eventualiter eine Dreiviertel-, subeventualiter eine halbe und subsubeventualiter 
eine Viertel-IV-Rente zuzusprechen.

2. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Schwyz vom 31. Au-
gust 2020 aufzuheben und die Angelegenheit zur ergänzenden Abklärung und 
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanz bzw. zu 
Lasten des Staates.

Des Weiteren beantragte der Beschwerdeführer, dass ihm die unentgeltliche 
Prozessführung (inkl. unentgeltliche Verbeiständung) zu gewähren sei, und zwar 
im Falle einer Rückweisung auch für das Verfahren vor der IV-Stelle.

Mit Vernehmlassung vom 10. November 2020 beantragte die IV-Stelle, die Be-
schwerde sei abzuweisen, unter Kostenfolge zulasten des Beschwerdeführers.

Dazu äusserte sich der Beschwerdeführer in einer zusätzlichen Eingabe vom 
24. Dezember 2020.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 Welche Regelungen für einen Anspruch auf IV-Rentenleistungen von Be-
deutung sind, dies wurde dem Beschwerdeführer bereits im Entscheid I 2013 71 
vom 17. Dezember 2013 im Einzelnen dargelegt. Es kann darauf verwiesen wer-
den (siehe IV-act. 141). Ergänzend sind folgende Ausführungen zu beachten.

1.2 In der Würdigung der Beweise ist der Sozialversicherungsrichter frei (vgl. 
Art. 61 lit. c ATSG). Er hat die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Er hat alle 
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und 
danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be-
urteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten (BGE 125 V 351 Erw. 3a; 
122 V 157 Erw. 1c). Im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutach-
ten von externen Spezialisten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen 
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei 
der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist regelmäs-

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sig volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die 
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 Erw. 1.3.4 mit Hinweis).

1.3 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist mithin entscheidend, 
ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizini-
schen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein-
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gege-
benen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 Erw. 3a).

1.4 In der Rechtsprechung sind die Aufgaben von Rechtsanwender und 
Arztperson im Rahmen der Invaliditätsbemessung seit jeher wie folgt verteilt 
worden: Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es erstens, den 
Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe 
der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher 
Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde 
zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der 
Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür die Verwaltung und im Streitfall 
Gerichte nicht kompetent sind (z.B. Bundesgerichtsurteil 9C_437/2012 vom 
6.11.2012 Erw. 3.2). Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen 
Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine 
abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt die Arztperson zur 
Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer 
Sicht so substanziell wie möglich begründet. Die ärztlichen Angaben sind eine 
wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der Frage, welche 
Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (so die mit BGE 
105 V 156 Erw. 1 begründete und in zahllosen Urteilen bestätigte 
Rechtsprechung, z.B. BGE 132 V 93 Erw. 4).

1.5 Die psychiatrische Exploration kann von der Natur der Sache her nicht 
ermessensfrei erfolgen. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher 
praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene 
medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu 
respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts I 676/05 vom 13.3.2006 Erw. 2.4 mit Verweis auf die Leitlinien 
der Schweizerischen Gesellschaft für Versicherungspsychiatrie für die 

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Begutachtung psychischer Störungen, in: SAeZ 2004 S. 1050 f.; hinsichtlich der 
aktuelleren Fassung der Leitlinien vgl. hinten, Erw. 4.5). 

1.6 Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit haben sich sowohl die 
medizinischen Sachverständigen als auch die Organe der Rechtsanwendung an 
den normativen Vorgaben zu orientieren, die Gutachter im Idealfall gemäss der 
entsprechend formulierten Fragestellung (BGE 141 V 281 Erw. 5.2). Die 
Rechtsanwender prüfen die medizinischen Angaben frei, insbesondere 
daraufhin, ob die Ärzte sich an die massgebenden normativen 
Rahmenbedingungen gehalten haben und ob und in welchem Umfang die 
ärztlichen Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf 
Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (BGE 143 V 418 Erw. 6). Im Rahmen der 
Beweiswürdigung obliegt es den Rechtsanwendern zu überprüfen, ob in concreto 
ausschliesslich funktionelle Ausfälle bei der medizinischen Einschätzung 
berücksichtigt wurden und ob die Zumutbarkeitsbeurteilung auf einer 
objektivierten Grundlage erfolgte (BGE 141 V 281 Erw. 5.2.2; Art. 7 Abs. 2 
ATSG). Eine rentenbegründende Invalidität ist nur dann anzunehmen, wenn 
funktionelle Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren schlüssig und 
widerspruchsfrei festgestellt sind und somit den versicherungsmedizinischen 
Vorgaben Rechnung getragen wurde (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
8C_821/2018 vom 18.6.2019 Erw. 3.2 mit Verweis auf BGE 141 V 281 Erw. 6; 
Urteil 8C_260/2017 vom 1.12.2017 Erw. 4.2.4).

Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkungen 
einer Störung, welche im Rahmen des Sozialversicherungsrechts abschliessend 
nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann. Nach BGE 141 V 281 kann 
somit der Beweis für eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte 
Arbeitsunfähigkeit nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung 
der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung 
ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen 
(Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist 
der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den Regeln über 
die (materielle) Beweislast zuungunsten der rentenansprechenden Person 
auswirkt (vgl. zit. Urteil 8C_821/2018 vom 18.6.2019 Erw. 3.2 mit Verweis auf 
BGE 143 V 143 V 418 Erw. 6 und auch BGE 144 V 50 Erw. 4.3).

1.7 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwal-
tung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, 
ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten 
und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis 
nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten 

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(antizipierte Beweiswürdigung; Kölz/Häner, Verwaltungsverfahren und Verwal-
tungsrechtspflege des Bundes, 3. A. Rz. 153; Urteil 8C_424/2010 vom 19.7.2010 
Erw. 3.2.3 mit Verweis auf BGE 134 I 140 Erw. 5.3). 

2. Was die gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Versicherten anbelangt, 
sind den vorliegenden Akten u.a. die nachfolgend aufgeführten Angaben zu 
entnehmen.

2.1.1  Im ersten Entscheid (I 2013 71 vom 17.12.2013) hielt das 
Verwaltungsgericht u.a. fest, dass der Versicherte im Jahre 2009 umfassend ab-
geklärt wurde. Im interdisziplinären Gutachten der MEDAS F.________ vom 16. 
Oktober 2009 wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein 
chronisches lumbales Schmerzsyndrom (mit/bei Diskusprotrusionen L4/5 und 
L5/S1 mit möglicher Irritation der NW L5 rechts/ MRT der LWS vom 18.9.2008) 
sowie ein chronisches zervikales Schmerzsyndrom (mit/bei Haltungsstörung/ 
Myogelosen der Trapeziusrandmuskulatur) festgehalten, derweil aus psychiatri-
scher Sicht keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vergeben 
wurde. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden u.a. ein 
Status nach anamnestisch beschriebener Panikstörung (aktuell weitgehend re-
mittiert), Insertionstendinosen an beiden Hüftgelenken sowie ein Senk-Spreizfuss 
beidseits aufgeführt. Im Rahmen der Begutachtung war auch die Fragestellung, 
ob beim Exploranden eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung vorliege, 
unter Berücksichtigung der diesbezüglichen ICD-10-Kriterien geprüft (und im Er-
gebnis verworfen) worden. Weiter wurde im Gutachten hervorgehoben, dass der 
Versicherte ein erheblich aggravierendes und demonstratives Verhalten im Rah-
men einer jahrelang gehegten Schmerz- und Krankheitsüberzeugung zeigte. Er 
habe sich dementsprechend verbal und nonverbal konsequent defizit- und be-
schwerdeorientiert geäussert. Er sehe sich ausserstande, wieder einer Tätigkeit 
nachzugehen und eine Arbeit anzunehmen, und dies obwohl er im Alltag durch-
aus aktiv sein könne und bei Bedarf auch reisefähig sei, sogar grössere und län-
gere Reisen in die Heimat bewältigen könne (vgl. IV-act. 57-38f./117, mit Verweis 
auf den starken Kontrast zwischen Schmerzschilderungen und dem Verhalten 
während der Untersuchung gemäss IV-act. 57-39/117 oben). Aus interdisziplinä-
rer Sicht wurden leichte bis gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten, ausgeführt in 
frei zu wählendem Wechsel der Arbeitspositionen, als vollschichtig zumutbar be-
urteilt, wobei insgesamt eine um 10% verminderte Leistungsfähigkeit attestiert 
wurde (vgl. IV-act. 57-43/117 unten i.V.m. IV-act. 141-5/12).

2.1.2  Im gleichen Gerichtsentscheid wurde im weiteren Verlauf mitberücksichtigt 
(vgl. IV-act. 141-5f./12), 

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- dass der Versicherte sich im Rahmen eines Testarbeitsplatzes in einer wech-
selbelastenden Tätigkeit mit leichten Arbeiten als 100% arbeitsfähig erachtete, 
während er für eine rein stehende Tätigkeit (Bedienen einer Maschine) 50% als 
Obergrenze betrachtete. Diesen Testarbeitsplatz beendete er am 22. Juli 2010, 
um anschliessend mit dem Auto nach D.________ für Ferienzwecke zu reisen;

- dass der Versicherten sich vom 8. bis 18. Juli 2011 wegen therapieresistenten 
lumbalen Schmerzen im Spital P.________ aufhielt;

- dass Dr.med. I.________ den Versicherten in seinem Bericht vom 25. Novem-
ber 2011 als "dauernd zu 80% arbeitsunfähig" einschätzte;

- dass Dr.med. AB.________ (Fachärztin des Sozialpsychiatrischen Dienstes, 
SPD, heute APP AC.________) und AD.________ (Oberarzt SPD) im Bericht 
vom 
9. Januar 2012 an die IV-Stelle folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit festhielten auf (vgl. IV-act. 114-2/5):

o Panikstörung (ICD-10 F41.0)
o Mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
o Somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) bei lumbospondylogenem 

Schmerzsyndrom (ICD-10 F45.4)
o Diskushernie Höhe L3/4 mit Kompression des Abganges der Nervenwur-

zel L4 rechts
o Diskusprotrusion L4/5 und L5/S1

- dass die beiden Fachärzte des SPD (bzw. nun APP AC.________) eine Ar-
beitsfähigkeit für angepasste leichte Tätigkeiten aus psychiatrischer Sicht von 3 
bis 4 Stunden täglich veranschlagten (IV-act. 141-6/12);

- dass in der Folge ein weiteres MEDAS-Gutachten (J.________ K.________) 
veranlasst wurde, welches am 7. Januar 2013 erstattet wurde mit folgenden 
Diagnosen (mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit):

o Mediolaterale Diskushernie L3/L4 rechts
o Status nach Bandscheibenvorfall L5/S1 links und L4/L5 links.

- dass folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erwähnt wur-
den: beginnende AC-Gelenksarthrose links (radiologisch), multiple Diskrepan-
zen mit deutlichem Hinweis auf eine bewusstseinsnahe Schmerzverdeutli-
chung, Selbstlimitierung mit Inkonsistenzen, ein metabolisches Syndrom mit ar-
terieller Hypertonie, Adipositas und Hyerlipidämie;

- sowie die Funktions- und Arbeitsfähigkeit von den Gutachtern wie folgt beurteilt 
wurde (IV-act. 141-7/12):

Unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Befunde ist der Versicherte 
aus rheumatologischer Sicht aufgrund einer Osteochondrose L4/L5 und 
L5/S1 im Sinne einer beginnende erosiven nicht reversiblen Osteochondro-
se für eine wirbelsäulenbelastende resp. schwere bis mittelschwere Tätigkei-
ten zu 100% arbeitsunfähig (…). Hingegen sind körperlich leichte Tätigkeiten 
ohne repetitiv vornüber gebückte Arbeitsposition, ideal mit Wechsel zwi-
schen sitzender und stehender Position ohne repetitives Gewichtheben über 
10 kg mit einem 80%igen Arbeitspensum zumutbar. Bei beginnender AC-
Gelenksarthrose sind repetitive Überkopfarbeiten nicht zu empfehlen. Es 
kämen Arbeiten unter Einhalten von regelmässigen kurzen Pausen im Rah-

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men einer Teilarbeitsfähigkeit für körperlich leichte Tätigkeiten mit obigen 
Einschränkungen medizinisch-theoretisch in einem Umfang von 80% in Be-
tracht. 

Aus psychiatrischer Sicht besteht keine Arbeitsunfähigkeit. (…)

In der psychiatrischen Gutachteruntersuchung vom 10.02.2012 wurde ein 
normaler psychischer Befund erhoben. Somit ist der Versicherte gesamthaft 
gesehen für eine behinderungsangepasste Tätigkeit global gesehen zu 80% 
arbeitsfähig. (vgl. IV-act. 124-56/58).

2.1.3  Daraus folgerte das Verwaltungsgericht im erwähnten Entscheid zusam-
menfassend, dass die IV-Stelle zu Recht einen zumutbaren Arbeitsfähigkeitsgrad 
von 80% für leichte adaptierte Tätigkeiten angenommen habe (IV-act. 141-
10/12). Dieses Ergebnis wurde vom Bundesgericht im anschliessenden Rechts-
mittelverfahren mit Urteil 8C_109/2014 vom 9. April 2014 bestätigt (IV-act. 145).

2.2 Bei der erneuten IV-Anmeldung vom 4. März 2015 beklagte der Versicherte 
Schmerzen hinsichtlich Rücken, Nacken, Schulter, Hüfte, Becken, Fersen sowie 
psychische Probleme (IV-act. 149-5/6 oben). Nach einer Konsultation an der 
AE.________ Klinik vom 26. März 2015 stellten Dr.med. AF.________ (Chefarzt 
Orthopädie) und Dr.med. AG.________ (Assistenzarzt Orthopädie) im gleichen-
tags erstellten Bericht folgende Diagnosen (IV-act. 160, wobei zum Arbeitsfähig-
keitsgrad nicht Stellung genommen wurde):

Postmeniskektomie-Syndrom bei Status nach zweifacher medialer TME rechts 
08/2014, 12/2014 bei
Medialer Meniskushinterhornläsion rechts (Unfalldatum 05.05.2014)
Nebendiagnosen:
Chronische LWS-Problematik L5/S1 mit Nervenwurzelirritation

2.3 In einem Bericht vom 8. April 2015 bescheinigten die SPD-Fachärzte       
Dr. AB.________ und der Leitende Arzt AD.________ nach einer Auflistung der 
bereits bekannten Diagnosen (vgl. vorne Erw. 2.1.2 mit Ergänzungen wie Karpal-
tunnelsyndrom beidseits/ St.n. Knie re-OP September 2014, Dezember 2014) ei-
ne Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von ca. 50% bis 60% (IV-act. 163-3/5 un-
ten).

2.4 Dr.med. AH.________ (Konsiliararzt Neurochirurgie, Kantonsspital 
AI.________) untersuchte den Versicherten am 18. Juni 2015 und stellte folgen-
de Diagnosen (IV-act. 169-13/16):

Multilokuläres Schmerzsyndrom mit Zustand nach Diskushernie C5/6 links 2013

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Aktuell ubiquitäre Schmerzen hauptsächlich im Bereich der linken Schulter und im 
Bereich der rechten unteren Extremität.

Seine Beurteilung fasste Dr.med. AH.________ wie folgt zusammen (IV-act. 169-
14/16):

Die bei dem Patienten sichtbaren Pathologien sind meines Erachtens altersent-
sprechend und nicht spektakulär. Eine gewisse Reizung der Nervenwurzel L5 im 
Neuroforamen L5/S1 rechts könnte man dem Patienten unterstellen. Ich habe dem 
Patienten dort eine Infiltration empfohlen. Allerdings hat der Patient offensichtlich 
vorgängig schon schlechte Erfahrungen in P.________ gemacht (?), so dass er 
nicht unbedingt "begeistert" von dieser Empfehlung ist. Auf der anderen Seite sind 
die Veränderungen hier nicht so gravierend, dass man prima vista ein operatives 
Procedere empfehlen dürfte. Ausserdem wäre ich in diesem Fall sehr vorsichtig bei 
vorhandenen positiven Waddell-Zeichen und auch bei nicht zu übersehenden so-
zioökonomischen Komponenten in dieser Angelegenheit. Ich kann mich - um das 
ganz klar zu sagen - nicht dazu verwenden, um hier die alltäglichen finanziellen 
Probleme des Patienten mit einer Rente zu lösen. Noch dazu in einem Fall, wo die 
Situation der Wirbelsäule alles in allem als nicht hoch-pathologisch zu bezeichnen 
ist, sondern hier eigentlich definitiv altersentsprechende Befunde zu sehen sind, 
die man möglicherweise auch durch ein Selbstprogramm (Gewichtsreduktion, 
Stärkung der Rückenmuskulatur) in den Griff bekommen sollte. (…)

2.5 Dr.med. AJ.________ (Arzt für Anästhesie/ prakt. Arzt FMH, AK.________) 
diagnostizierte in seinem Bericht vom 1. Juli 2015 ein chronisches Schmerzsyn-
drom bei depressivem Syndrom und allg. Aggravationstendenzen (IV-act. 169-
1/16 Ziff. 1.1). Als zumutbar erachtete dieser Hausarzt leichte körperliche Tätig-
keiten im Umfange von 2 bis 4 Stunden pro Tag (IV-act. 169-3/16). Am Schluss 
dieses Berichts wies der Hausarzt auf eine ausgeprägte psycho-somatische 
Komponente mit Aggravation und Rentenwunsch hin (IV-act. 169-6/16).

2.6.1  Gestützt auf eine Empfehlung des RAD-Arztes Dr.med. L.________ (All-
gemeinmedizin FMH) veranlasste die IV-Stelle die Durchführung einer polydiszi-
plinären medizinischen Verlaufsbegutachtung (IV-act. 170-5/5ff.). Am entspre-
chenden MZR-Gutachten vom 7. April 2016 wirkten folgende Fachärzte mit (IV-
act. 184-90/102):

- Dr.med. AL.________ (Innere Medizin FMH/ zertif. mediz. Gutachter SIM);
- Dr.med. AM.________ (Neurologie FMH)
- Dr.med. AN.________ (Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Be-

wegungsapparates, Rheumatologie D)
- Dr.med. AO.________ (Psychiatrie und Psychotherapie FMH) 

2.6.2  Diese Gutachter stellten folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit: Vertebragenes (zervikales, thorakales und lumbales) Schmerz-
syndrom ohne Anhalt auf eine Nervenwurzelreizung (IV-act. 184-80/107). Als 

11

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielten diese Gutachter fest 
(IV-act. 184-80f./107):

- Mittelgradiges Karpaltunnelsyndrom beidseits
- Blockierung der Costotransversalgelenke 6 rechts und 6-8 links
- Arthropathie beider Kniegelenke bei Innenmeniskusdegeneration ohne behin-

derungsrelevantes Korrelat
- Senk-Spreiz-Plattfuss beidseits mit Digitus subduktus D V und D IV beidseits
- Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Symptomen 

(ICD-10: F45.41)
- Leichte depressive Episode (ICD-10. F32.0)
- Zst. nach Panikstörung (anamnestisch)

2.6.3  Zur Frage der Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, dass in der zu-
letzt ausgeübten Erwerbstätigkeit als Zeitungsausträger der Versicherte seit der 
aktuellen Begutachtung 100% arbeitsfähig sei. In einer dem Leiden optimal an-
gepassten, körperlich leichten bis gelegentlich mittelschweren wechselbelasten-
den Tätigkeit bestehe aus interdisziplinärer Sicht eine Restarbeitsfähigkeit von 
100% (IV-act. 184-88/107 Ziff. 7.6 und 7.7).

2.7 In einem Kurzbericht vom 11. Oktober 2016 bescheinigten die SPD-
Fachärztin Dr. AB.________ und der Leitende Arzt AD.________ unter Hinweis 
auf die Diagnosen einer Panikstörung (ICD-10 F41.0) und einer mittelgradigen 
depressiven Episode (ICD-10 F32.1) eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im 
Umfange von ca. 50% bis 60%. Es würden ein eingeschränktes Auffassungs-
vermögen, ein reduziertes Konzentrationsvermögen sowie eine verminderte 
Ausdauer und Belastbarkeit bestehen (IV-act. 197-2/2).

2.8 Auf Zuweisung von Dr.med. AJ.________ nahm Dr.med. AP.________ (In-
nere Medizin/ Rheumatologie FMH, K.________) am 14. und 18. November 
2016 rheumatologische Untersuchungen vor. Im Bericht vom 16. Dezember 2016 
an den Hausarzt stellte Dr.med. AP.________ folgende Diagnosen (IV-act. 203-
2/5):

Panvertebrales Schmerz-Syndrom

- Chronisches lumbospondylogenes Syndrom bds.
o degenerative Veränderungen
o Neu (2016) Diskushernie TH12/L1 mit Prolaps ohne Nervenwurzel-

kompression
o St. nach DH L3/4 mit LRS L4 rechts (2011)

- Chronisches cervicospondylogenes Syndrom links
o St. nach DH C5/6 (2013), aktuell vollständig regredient
o St. nach Neurokompression der Wurzel C6 links

12

- Thorakovertebrales Schmerz-Syndrom
o degenerative Veränderungen, insbesondere aktivierte Spondylose 

BWK9/10 re
o Diskusprotrusion BWK6/7 und 7/8 mit Kontakt zum Myelon

Rechtsseitige Schulter-Schmerzen
Neu (2016) ausgeprägte AC-Gelenksarthrose rechts mit erosiven Anteilen

Chronisch persistierende Knie-Schmerzen rechts
St. nach Operationen 2014 und 2015

Dekonditionierung
Schwere Depression
Art. Hypertonie
Dyslipidämie
Adipositas

Zur Arbeitsfähigkeit äusserte Dr.med. AP.________, dass die frühere berufliche 
Aktivität als Schreiner in Möbel-Fabriken sowie mittelschwere Arbeiten ange-
sichts der chronifizierten Rückenschmerzen und Gelenkbeschwerden (Schulter 
und Knie) mit ausgedehnten und nicht stabilisierten degenerativen Veränderun-
gen nicht mehr möglich sei. Aus rheumatologischer Sicht käme einzig eine leich-
te angepasste Tätigkeit in abwechselnd stehender und sitzender Position sowie 
ohne Heben und Tragen von Lasten über 5 kg in Frage. Über-Kopf-Arbeiten und 
Arbeiten in geneigter Position oder auf Knien seien nicht mehr möglich (IV-act. 
203-5/5 unten).

2.9 Vom 31. Oktober 2016 bis zum 16. Dezember 2016 hielt sich der Versi-
cherte in der Klinik M.________ auf. Im Austrittsbericht vom 27. Dezember 2016 
stellten Dr.med. AQ.________ (Leitender Arzt) und lic.phil. AR.________ (be-
handelnde Psychologin) folgende Diagnosen (IV-act. 205-5/8):

- F32.2 Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome/ DD mit 
psychotischen Symptomen

- F41.0 Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst)
- F45.41 Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakto-

ren.

Auf die Frage, wie sich diese Krankheiten auf den Arbeitsfähigkeitsgrad auswir-
ken würden, antworteten Dr.med. AQ.________ und lic.phil. AR.________ am 
10. März 2017, beim Versicherten bestehe durch die erwähnten psychischen Er-
krankungen eine stark erhöhte Vulnerabilität mit eingeschränkter Belastbarkeit, 
Konzentrations- und Durchhaltefähigkeit, stark vermindertem Antrieb sowie mög-
licherweise eingeschränkter Anpassungsfähigkeit. Ebenfalls leide er unter star-
ken Schmerzen. Zum Zeitpunkt des Klinikaustritts habe eine 100%ige Arbeitsun-
fähigkeit bestanden. Eine Beurteilung der aktuellen Arbeits(un)fähigkeit gestalte 

13

sich schwierig; es werde empfohlen, die aktuelle Behandlerin Dr.med. 
AB.________ zu befragen (IV-act. 205-3/8).

2.10 Zur Prüfung der Fahreignung wurde im Institut für Rechtsmedizin (IRM 
Zürich) eine verkehrsmedizinische Untersuchung durchgeführt. Im entsprechen-
den Bericht vom 2. Februar 2017 an das Verkehrsamt Schwyz verneinte Dr.med. 
AS.________ (Verkehrsmedizinerin SGRM) aufgrund der Hospitalisation bis De-
zember 2016 mit einer schweren depressiven Episode und der noch bestehen-
den depressiven Symptomatik zum aktuellen Zeitpunkt die Fahreignung (IV-act. 
207-6f./7).

2.11.1 Am 9. Mai 2017 empfahl der RAD-Arzt Q.________ (Facharzt Allgem. In-
nere Medizin) unter Hinweis auf die eingegangenen neuen Berichte die Durch-
führung einer neuen polydisziplinären Begutachtung (IV-act. 210-7/7). Der Be-
gutachtungsauftrag wurde der Gutachterstelle N.________ AG (O.________) 
zugelost (IV-act. 213). Am 22. Juni 2017 teilte die IV-Stelle die Namen der vorge-
sehenen Gutachter mit (IV-act. 216). Am 7. Juli 2017 teilte der Versicherte tele-
fonisch mit, dass er einen Bandscheibenvorfall erlitten habe und bei Dr.med. 
AT.________ (Spital P.________) und Dr.med. AJ.________ in Behandlung sei 
(IV-act. 219). Der Versicherte hatte wegen starken Rückenschmerzen am 3. Juli 
2017 das Spital P.________ aufgesucht. Nach einer MRI-Abklärung der LWS 
vom 4. Juli 2017, welche u.a. eine neu aufgetretene rechtslaterale Diskushernie 
mit rezessaler Verlagerung der rechten L4 Wurzel ergab, nahm Dr.med. 
AT.________ gleichentags eine BV-gesteuerte Steroidinfiltration L5/S1 rechts 
vor. Am 5. Juli 2017 konnte der Versicherte in gebessertem Allgemeinzustand 
aus dem Spital entlassen werden (IV-act. 224).

2.11.2 Am 26. Juli 2017 erhielt die IV-Stelle Kenntnis, dass sich der Versicherte 
bis 14. August 2017 für eine Kur in D.________ befinde (IV-act. 222, weshalb der 
vorgesehene Termin bei der Gutachterin lic.phil. AU.________ nicht eingehalten 
werden könne). Am 2. August 2017 wurden dem Versicherten die neuen Termine 
für die Begutachtung bekanntgegeben (IV-act. 223). 

Das entsprechende N.________-Gutachten datiert vom 1. November 2017 (Ein-
gang bei der IV-Stelle am 14.11.2017, vgl. IV-act. 229). An dieser Begutachtung 
wirkten folgende Fachpersonen mit (vgl. IV-act. 229-91/168):

- Dr.med. S.________ (Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie)
- Dr.med. AV.________ (Facharzt für Allgem. Innere Medizin FMH/ Vertrauensarzt 

SGV/ zertif. mediz. Gutachter SIM)
- Prof. Dr.med. AW.________ (Facharzt für Neurologie/ zertif. mediz. Gutachter 

SIM)

14

- Dr.med. AX.________ (Facharzt für Orthopädie und Rheumatologie9
- lic.phil. AU.________ (Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP und Psycho-

therapie FSP/ zertif. neuropsychologische Gutachterin SIM)
- med.pract. AY.________ (Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie/ Vertrau-

ensarzt SGV/ zertif. mediz. Gutachter SIM)
- Prof. Dr.med. AZ.________ (Facharzt FMH für Neurologie)

2.11.3 Diese Gutachter stellten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit (IV-act. 229-82/168):

- St.n. Diskushernie L3/4 und L4/L5
- Chronische Lumboischialgie mit radikulärem Reizsyndrom L5 links
- Skoliose der WS mit Scheitelpunkt LWK 1
- Osteochrondrose L3-S1
- Chronifiziertes lumbospondylogenes Schmerzsyndrom
- Chronisches zervikales Schmerzsyndrom
- St.n. komplexen Einriss Innenmeniskus-Hinterhorn (Operation 11.08.2014)
- Status nach Teilruptur vorderes Kreuzband rechts
- St.n. persistierendem Meniscus medialis Hinterhorn rechts Kniegelenk (OP 

01.12.2014)
- Impingement Syndrom an beiden Schultern
- Diskushernie thorakal 12/L1 mit Prolaps ohne Nervenwurzelkompression
- ACG Arthrose rechts mit erosiven Anteilen
- Undifferenzierte Somatisierungsstörung (F45.1 ICD-10)
- Leichte depressive Episode (F32.0 ICD-10)
- Nicht authentische neuropsychologische Funktionsstörungen; möglicherweise 

bestehende kognitive Defizite können unter diesen Umständen differenzialdia-
gnostisch nicht objektiviert werden.

2.11.4 Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde was folgt 
aufgelistet: St.n. Karpaltunneloperation bds./ arterielle Hypertonie/ Hypercholes-
terinämie/ Adipositas WHO Grad I/ St.n. Helicobacter assoziierter Antrumgastri-
tis/ St.n. Refluxösophagitis/ Reizdarmsyndrom/ atypische Thoraxschmerzen DD 
Tietze-Syndrom (02/2016)/ rezidivierende Nephro-/Urolithiasis in Vorgeschichte/ 
essentieller Tremor/ Tinnitus rechtsbetont/ Senk-Spreizfuss bds./ V.a. Fersen-
sporn bds. (vgl. IV-act. 229-82f./168).

2.11.5 Die Teilgutachter attestierten aus ihrer Fachrichtung die nachfolgend dar-
gelegten Arbeitsunfähigkeitsgrade (IV-act. 229-86/168):

Bisherige Tätigkeit (Arbeiter) Verweistätigkeit
Orthopädie 100% 60%
Innere Medizin 0% 0%
Neurologie 0% 0%
Rheumatologie 0% 0%

15

Psychiatrie 20% 20%
Neuropsychologie ---1 ---1

1 Aufgrund der nicht validen Testresultate kann aus neuropsychologischer Sicht keine Aussage zur 
Arbeitsfähigkeit gemacht werden

Daraus folgerten die Gutachter, dass aus interdisziplinärer Sicht eine Arbeitsun-
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 100% und in einer Verweistätigkeit 
von 60% resultiere. Dabei gelte das im orthopädisch-unfallchirurgischen Teilgut-
achten geäusserte Fähigkeitsprofil, wonach Tätigkeiten mit Bücken, Überkopfa-
rbeiten, Kauern, Knien und auf Leitern/ Gerüsten nicht mehr möglich seien, der-
weil folgende Tätigkeiten (mit einer Gewichtslimite von 5 kg für Heben/ Tragen) in 
reduziertem Umfange zumutbar seien (IV-act. 229-65/168 i.V.m. 229-86/168):

in welchem zeitlichen 
Rahmen zumutbar

mit welcher Leistung 
(in %)

rein sitzende Tätigkeiten ganztags 30%
rein stehende Tätigkeiten ganztags 40%
wechselbelastende Tätigkeiten ganztags 50%
Vorwiegend im Gehen ausgeübte 
Tätigkeiten (unebenes Gelände?)

ganztags 20%

Rotation im Sitzen/ Stehen ganztags 30%
Heben/ Tragen (körpernah/--fern) ganztags 30%
Treppen steigen ganztags 20%

Diese Einschätzung der Arbeitsunfähigkeiten gelte ab dem 1.1.2017 aufgrund 
der Aktenlage unter Einbezug von aktuellen radiologischen und klinischen Be-
funden. Eine retrospektive Beurteilung der Arbeits(un)fähigkeit ohne die begut-
achtete Person auch früher selber untersucht zu haben, sei problematisch. Re-
trospektiv sei eine abschliessende Überprüfung der echtzeitlich erhobenen Be-
funde und gestützt darauf vorgenommenen Diagnosen und Arbeitsfähig-
keitseinschätzungen nicht möglich (IV-act. 229-86/168 unterhalb der Mitte). 

2.11.6 Nach einer Prüfung des N.________-Gutachtens formulierte der RAD-Arzt 
Q.________ (Facharzt Allgem. Innere Medizin/ zertif. mediz. Gutachter SIM) am 
5. Dezember 2017 Kritik am orthopädischen Teilgutachten und an der Konsens-
beurteilung. Im Ergebnis empfahl er, diese Kritik den Gutachtern vorzulegen und 
um eine nachvollziehbare Konsensfindung nachzusuchen (IV-act. 231-11f./12).

2.11.7 Die von Dr.med. S.________ unterzeichnete Antwort der Gutachterstelle 
folgte am 30. Dezember 2017. In dieser Stellungnahme wurde daran festgehal-
ten, dass in einer Verweistätigkeit die Arbeitsunfähigkeit 60% bzw. die Arbeits-
fähigkeit 40% betrage (IV-act. 234). Nach einer Auswertung dieser Antwort ver-
trat der RAD-Arzt Q.________ am 12. Januar 2018 den Standpunkt, dass auf 
das N.________-Gutachten nicht abgestellt werden könne (IV-act. 237-13/17). 
Daraufhin wurde das medizinische Aktendossier dem RAD-Arzt Dr.med. 

16

R.________ (Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Be-
wegungsapparates) vorgelegt, welcher seine Erkenntnisse am 15. Februar 2018 
folgendermassen zusammenfasste (IV-act. 237-17/17):

- Die Beurteilung durch Dr. S.________ mit einer AF von 40% ist nicht nachvoll-
ziehbar. Im Wesentlichen handelt es sich um die gleichen Diagnosen wie im 
MEDAS-Vorgutachten vom 7.04.2016. Auch wenn Dr. S.________ in seiner er-
gänzenden Stellungnahme vom 8.01.2018 Veränderungen angibt gegenüber 
dem Vorgutachten von 2016, sind aus der klinischen gutachterlichen Untersu-
chung von        Dr. S.________ keine so ausgeprägten funktionellen Einschrän-
kungen abzuleiten, die eine 60% AUF rechtfertigen. Die Wirbelsäule ist in allen 
Segmenten ausreichend frei beweglich, eindeutige radikuläre Ausstrahlungen 
liegen nicht vor, weder cervikal noch lumbal. Es besteht unverändert gegenüber 
dem Vorgutachten ein Schulterimpingement beidseits, eine ACG Arthrose 
rechts. Auffällig ist auch die Diskrepanz zwischen der rheumatologischen und 
der orthopädischen Begutachtung bezüglich der Arbeitsfähigkeit in einer ange-
passten Tätigkeit und den festgestellten Diskrepanzen bei der Untersuchung.

- Eine Aktenbeurteilung reicht nicht aus.

- Eine leichte Verschlechterung ist medizinisch-theoretisch möglich, das Aus-
mass der Einschränkung in der Begutachtung von Dr. S.________ ist nicht 
nachvollziehbar.

- Es empfiehlt sich aufgrund der Komplexität des Falles, der bereits mehrfachen 
Begutachtungen eine neue externe Begutachtung.

- Eine objektive Beurteilung ist in den meisten Fällen möglich, basierend auf die 
klinische Untersuchung, die dann mit den bildgebenden Verfahren korreliert 
werden kann.

2.12 In einem Kurzbericht vom 27. April 2018 an den damaligen Rechtsvertreter 
des Versicherten führten die Fachärztin Dr. AB.________ und der Leitende Arzt 
AD.________ (APP AC.________, AK.________) unter anderem aus, dass der 
Versicherte einen mittelgradigen depressiven Eindruck vermittle. Er beklage un-
verändert Freud- und Antriebsmangel, eine ausgeprägte Müdigkeit bzw. rasche 
Ermüdbarkeit. Dazu kämen ein vermindertes Selbstwertgefühl, häufig Gefühle 
der Wertlosigkeit sowie Schuldgefühle, ausserdem Konzentrationsverminderung, 
Vergesslichkeit, Erschöpfung und sozialer Rückzug, manchmal Sinnlosigkeit des 
Lebens sowie lebensmüde Gedanken. Weiterhin würden wiederkehrende Angst-
zustände geprägt durch innere Unruhe, Spannungsgefühle, Zittern, Herzklopfen, 
Magenbeschwerden, Schweissausbrüche, Schwindelgefühle und Muskelan-
spannung auftreten. Darüber hinaus bestünden anhaltende Rückenschmerzen 
mit Ausstrahlung ins rechte Bein, Schulterschmerzen links, welche in das linke 
Ohr und den Nacken ausstrahlen würden. Die Schmerzen würden von Jahr zu 
Jahr zunehmen und seien gemäss seinen Angaben jeden Tag vorhanden (IV-act. 
245-2/2).

17

2.13 Am 30. Mai 2018 nahm der RAD-Arzt Dr.med. R.________ eine versiche-
rungsmedizinische (orthopädische) Beurteilung der medizinischen Unterlagen vor 
und hielt daran fest, dass der Arbeits(un)fähigkeitsbeurteilung im orthopädisch-
chirurgischen Teilgutachten von Dr.med. S.________ nicht beigepflichtet werden 
könne, sondern vielmehr diesbezüglich eine neue orthopädische Begutachtung 
nötig sei (IV-act. 246-13f./14). Daraufhin ordnete die IV-Stelle mit Zwischenverfü-
gung vom 13. Juni 2018 an, dass sich der Versicherte einer Abklärung durch 
Dr.med. T.________ zu unterziehen habe (IV-act. 247). Nachdem der Versicher-
te sich damit einverstanden erklärt hatte (IV-act. 248), erteilte die IV-Stelle am 21. 
Juni 2018 den Auftrag für eine monodisziplinäre Abklärung (IV-act. 249). 

2.14 Am 18. Juli 2018 untersuchte Dr.med. BA.________ (Facharzt für orthopä-
dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates) den Versicherten 
und erwähnte in seinem gleichentags erstellten Bericht an den Hausarzt Dr.med. 
AJ.________ (abgesehen von der bereits bekannten Diagnoseliste) eine deutli-
che Zunahme der dorsalen Diskusprotrusion auf Höhe L4/5 mit Betonung der 
rechten Seite und Kontakt zum Abgang der Nervenwurzel L5 rechts. Zur Frage 
der Arbeitsfähigkeit nahm Dr.med. BA.________ nicht Stellung, hingegen schlug 
er eine Beurteilung und Behandlung durch das Schmerzzentrum V.________ vor 
(IV-act. 256-2f./3).

2.15.1 Am 17. September 2018 erstattete Dr.med. T.________ (Orthopädie u. 
Traumatologie des Bewegungsapparates, K.________) ihr orthopädisches Gut-
achten, welches auf ein Studium der umfangreichen Akten sowie auf klinischen 
Untersuchungen vom 31. August 2018 basiert. Ihre Diagnosen fasste die Gut-
achterin wie folgt zusammen (IV-act. 258-31/61):

- Verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule bei Haltungsinsuffizienz, Fehlstatik, 
muskulärem Hartspann und verschmächtigter Rumpfmuskulatur.
Radiologisch zeigen sich degenerative Veränderungen der mittleren/ unteren 
HWS, im Übergang mittleres/unteres Drittel BWS und in den unteren 3 Etagen 
der LWS.
Kein sicheres nervenwurzelbezogenes neurologisches Defizit.

- Beidseits verkürzte Ischiokruralmuskulatur, links mit Dehnungsschmerzen
- Langjährige Dekonditionierung, seit zwei Jahren auch keine Physiotherapie 

mehr.
- Fehl- und Überlastung des Bewegungsapparates bei Adipositas mit einem BMI 

von 31, funktionell ungünstig stammbetont.
- Funktionseinschränkungen zum Beispiel der Schultergelenke, aber auch Ein-

schränkungen der Inklination des Oberkörpers sind begleitet von einem Tremor.
- Anhand der passiven Bewegungsüberprüfungen ergeben sich keine Kapsel-

muster mit Hinweis auf Einschränkungen der Schultergelenke und der Hüftge-
lenke.

18

Radiologischer Nachweis einer ausgeprägten ACG-Arthrose rechts, intakte Ro-
tatorenmanschette.

- Status nach zweimaliger Meniskus-OP rechtes Kniegelenk.
Beidseits medial betont beginnende degenerative Veränderungen, links auch 
an der Patella medial.

- Status nach CTS-Operationen beidseits in 2016.
- Status nach Entfernung eines Handgelenksganglions rechts.
- Keine reproduzierbaren Schmerzen am linken Handgelenk ulnar, Abklärungen 

Anfang 2018 ergaben entzündliche Veränderungen ulnar.
- Kein Hinweis auf ein Nervus ulnaris-Syndrom.
- Demonstratives Verhalten, auch mit Tragen neuer Bandagen am linken Unter-

arm, rechten Kniegelenk und einer Lumbalbandage.

2.15.2 Für die (angestammten) Tätigkeiten in der Fabrikation von Möbeln/ Karto-
nagen verneinte die Gutachterin eine zumutbare Arbeitsfähigkeit. Die Arbeits-
fähigkeit in angepassten Tätigkeiten beurteilte sie wie folgt (IV-act. 258-35/61):

Für angepasste Tätigkeiten ergibt sich weiterhin eine volle Arbeitsfähigkeit ohne 
Einschränkungen der Leistungsfähigkeit aus orthopädischer Sicht. Dies entspricht 
einem täglichen Arbeitseinsatz von 8.5 Stunden.

Es sollte sich um körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten handeln, die be-
vorzugt im Sitzen verrichtet werden können, aber mit der Möglichkeit freier Positi-
onswechsel. Die Funktionen der Hände sind frei, die Kraft ist erhalten.

Retrospektiv ergibt sich der Anhalt darauf, dass unter Annahme einer medizinisch-
theoretischen Arbeitsfähigkeit von 100% für angepasste Tätigkeiten immer mal 
wieder Zeiten von Arbeitsunfähigkeit bestanden.

2.16.1 Mit Kurzbericht vom 17. Oktober 2018 an den damaligen Rechtsvertreter 
des Versicherten wiederholte der Hausarzt Dr.med. AJ.________ seine (frühere) 
Einschätzung (vom 16.4.2018 = IV-act. 244-3/20), wonach die Hauptdiagnose ei-
ne psycho-somatisch betonte Depression mit Schmerzverarbeitungsstörung und 
Chronifizierung sei, während "nebenbefundlich u.a. diverse orthopädische Er-
krankungen" bestünden. Eine Besserung der Allgemeinsymptomatik sei nicht  
beobachtbar. Aus hausärztlicher Sicht sei der Versicherte zurzeit stark einge-
schränkt arbeitsfähig, 20% in angepasster Tätigkeit, "d.h. dem psychiatrischen 
Krankheitsbild entsprechend" (IV-act. 261-2/2).

2.16.2 Dr.med. BA.________ untersuchte den Versicherten im Rahmen der (or-
thopädischen) Sprechstunde vom 26. Oktober 2018 und wiederholte die bereits 
bekannten Diagnosen (vgl. oben, Erw. 2.14). In der Beurteilung vertrat er den 
Standpunkt, dass der Versicherte nicht vollumfänglich arbeitsfähig sei, wobei 
nicht nur die orthopädische Problematik, sondern auch die psychologische Situa-
tion und die Schmerzentwicklung im Verlauf von Bedeutung seien. Insgesamt sei 
die Arbeitsfähigkeit auf höchstens 50% zu veranschlagen (IV-act. 264-3/3).

19

2.17.1 Am 8. November 2018 beurteilte der RAD-Arzt Dr.med. R.________ das 
Gutachten von Dr.med. T.________ als schlüssig und nachvollziehbar. Unter 
Einbezug der psychiatrischen gutachterlichen Stellungnahme vom 1. November 
2017 könne von einer 80% Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus-
gegangen werden. Zudem regte dieser RAD-Arzt eine Rückfrage an die Gutach-
terin Dr.med. T.________ an hinsichtlich der Fragestellung, wie die unterschied-
liche Stellungnahme zum Vorgutachten von Dr.med. S.________ begründet wer-
de (IV-act. 262-15/15). 

2.17.2 Nach der Antwort der Gutachterin vom 28. November 2018 (IV-act. 265) 
fasste der RAD-Arzt Dr.med. R.________ seine versicherungsmedizinische Stel-
lungnahme am 6. Dezember 2018 u.a. dahingehend zusammen, dass das Gut-
achten von Dr.med. T.________ für die strittigen Belange umfassend sei, auf all-
seitigen Untersuchungen und in Kenntnis der Vorakten beruhe. Sämtliche or-
thopädische Diagnosen (Blatt 30/36) seien berücksichtigt und ausführlich gewür-
digt. Die Begutachtung entspreche im Wesentlichen der rheumatologischen Be-
gutachtung und Stellungnahme im polydisziplinären Gutachten vom 1.11.2017. 
Aus radärztlicher Sicht könne auf das Gutachten von Dr.med. T.________ abge-
stützt werden, wonach die angestammte Tätigkeit seit März 2015 nicht mehr zu-
mutbar sei und seither eine anpasste Tätigkeit in einem (unter Berücksichtigung 
der psychiatrischen Diagnosen) 80% Pensum zugemutet werden könne (unter-
brochen mit Zeiten von Arbeitsunfähigkeiten von 100%, so nach den CTS Opera-
tionen zweimal 6 Wochen sowie während einer Hospitalisation vom 31.10.2016 
bis 16.12.2016, vgl. IV-act. 266-1/2).

Was die Berichte von Dr. AJ.________ und Dr. BA.________ (von Oktober 2018) 
anbelange, werde dort jeweils (im Sinne einer fachfremden Argumentation) be-
tont, dass der Schwerpunkt im Bereich der psychischen Situation des Versicher-
ten liege (was sinngemäss ausführlich in der psychiatrischen Begutachtung mit 
Indikatorenprüfung im Rahmen der polydisziplinären Begutachtung vom 
1.11.2017 - mit einer 20%-igen Arbeitsunfähigkeit - hinreichend berücksichtigt 
worden sei, vgl. IV-act. 266-1/2 unten). Sodann verwies der Rad-Arzt Dr.med. 
R.________ auf die ungenügende Anstrengungsbeteiligung des Versicherten 
sowie das deutliche Aggravationsverhalten im Rahmen der neuropsychologi-
schen Begutachtung mit Leistungstest mit Symptomvalidisierungsverfahren (IV-
act. 266-2/2).

2.18 Nachdem die IV-Stelle am 28. März 2019 Kenntnis von einer schweren ko-
ronaren Dreigefässerkrankung erhalten hatte (IV-act. 274), empfahl der RAD-Arzt 
Dr.med. R.________ am 23. Mai 2019, aktualisierte kardiologische (und auch 
psychiatrische) Berichte einzuholen (IV-act. 278-18/18). Am 3. Juni 2019 gingen 

20

bei der IV-Stelle weitere Berichte ein. Vom 3. April 2019 bis zum 15. April 2019 
war der Versicherte im W.________ Kantonsspital hospitalisiert, wo am 4. April 
2019 eine aortokoronare Bypassoperation durchgeführt wurde. Die Hauptdiagno-
se im Austrittsbericht lautet (IV-act. 280-2/6):

Schwere koronare 3-Gefäss-Erkrankung
- EF 60%, diskrete Hypokinesie apikal
- CVRF: arterielle Hypertonie, Hypercholesterinämie, Adipositas Grad 1 (BMI 

31.8 kg/m2), sistierter Nikotinabusus
- Klinisch: Angina pectoris CCS II-III, Belastungsdyspnoe NYHA III
- EuroSCORE 2: 1%

Vom 15. April 2019 bis zum 7. Mai 2019 hielt sich der Versicherte zur Rehabilita-
tion in der X.________ auf. Im Bericht dieser Klinik vom 13. Mai 2019 wurde u.a. 
ausgeführt, dass der Versicherte seine körperliche Leistungsfähigkeit verbessern 
konnte auf 114 Watt, was 62% des Alterssolls entspreche; limitierend seien vor 
allem muskuläre Beschwerden (IV-act. 281-3/10 oben).

2.19 Der Hausarzt Dr.med. AJ.________ attestierte am 5. Juni 2019 mit Verweis 
auf die koronare Herzkrankheit eine eingeschränkte Belastungsfähigkeit bzw. 
weiterhin einen Arbeitsunfähigkeitsgrad von 80% (IV-act. 283-1/8). 

2.20 In einem Bericht vom 27. August 2019 stellte die behandelnde Psychiaterin 
Dr.med. AB.________ die Diagnosen einer chronischen mittelgradigen bis 
schweren depressiven Episode (ICD-109 F32.2) sowie einer Panikstörung (ICD-
10 F41.0). Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit veranschlagte sie auf circa 
60% bis 70% (IV-act. 285). 

2.21 Am 9. Oktober 2019 gingen bei der IV-Stelle noch Berichte des Kardiolo-
gen Dr.med. Peter Y.________ (u.a. vom 9. und vom 25.9.2019) ein, in welchen 
die bekannten Diagnosen sowie die aktuelle Medikamentenliste aufgeführt wur-
den. In diesen Berichten wurde zur Frage der Arbeitsfähigkeit nicht Stellung ge-
nommen, hingegen darauf hingewiesen, dass die nächste kardiologische Nach-
kontrolle am 6. April 2020 vorgesehen sei (IV-act. 287). 

2.22.1 Am 2. Dezember 2019 nahm der RAD-Psychiater Dr.med. Z.________ 
(FMH Psychiatrie und Psychotherapie) dahingehend Stellung, dass die behan-
delnde Psychiaterin eine Verschlechterung beschreibe und in ihrem Bericht vom 
August 2019 eine chronische mittelgradige bis schwere depressive Episode 
(F32.2) und eine Panikstörung (F41.0) diagnostiziere, woraus diese Psychiaterin 
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 60% bis 70% herleite. Allerdings er-

21

folgte trotz dieser beschriebenen Verschlechterung "lediglich eine antidepressive 
Behandlung mit Venlafaxin 150 mg und Mirtazapin 15 mg/Tag". Eine Verschlech-
terung im Verlauf sei nicht ausgeschlossen, weshalb noch eine monodisziplinäre 
Begutachtung angezeigt sei (IV-act. 288-23/23).

2.22.2 Daraufhin gab die IV-Stelle ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag, wel-
ches am 8. Juni 2020 von Dr.med. AA.________ (Psychiatrie u. Psychotherapie 
FMH/ zertif. mediz. Gutachter SIM) erstattet wurde (IV-act. 298). Dabei gelangte 
der Gutachter zum Ergebnis, dass eine psychiatrische Störung nicht ausgewie-
sen sei. Als psychische Auffälligkeiten ohne Krankheitswert wurde eine 
Simulation psychiatrischer Symptomatik festgehalten. Diese Beurteilung wurde 
eingehend diskutiert und begründet (IV-act. 298-55ff./63). 

2.23 Der RAD-Psychiater Dr.med. Z.________ beurteilte das psychiatrische 
Gutachten von Dr.med. AA.________ am 15. Juni 2020 als nachvollziehbar, 
schlüssig und widerspruchsfrei (IV-act. 301). Daraufhin kündigte die IV-Stelle am 
16. Juni 2020 an, das Leistungsbegehren abzuweisen (IV-act. 303). Nachdem 
sich der Versicherte dazu nicht äusserte, verfügte die IV-Stelle am 31. August 
2020, dass das Leistungsbegehren abgewiesen werde (IV-act. 305).

3.1 In der vorliegenden Beschwerde (S. 9 bis S. 11, Ziff. 22 bis Ziff. 26) rügt der 
Beschwerdeführer vorab, dass die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung 
seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt habe. Diese Kritik ist aus den fol-
genden Gründen nicht zu hören.

3.2.1 Der Beschwerdeführer wird im vorliegenden IV-Beschwerdeverfahren 
durch einen Rechtsanwalt vertreten, dessen Vollmacht vom 22. September 2020 
datiert (vgl. die entsprechende Vollmacht = Bf-Beilage 1). Ein Kollege aus der 
gleichen Anwaltskanzlei hatte der IV-Stelle bereits am 30. August 2018 eine 
Vollmacht des gleichen Beschwerdeführers eingereicht, um Einblick in die zu 
diesem Zeitpunkt vorhandenen IV-Akten zu erhalten. Allerdings betonte dieser 
Kollege damals, dass er die IV-Akten für eine "Streitigkeit mit dem Amt für Arbeit" 
benötige. Zudem ergänzte dieser Kollege ausdrücklich, "die Vertretung von Herrn 
A… im IV-Verfahren wird weiterhin durch Herr RA M… ausgeführt" (vgl. IV-act. 
253 und 254, mit der Präzisierung, dass dieser "Herr RA M..." gemäss seinen 
Selbstangaben über kein RA-Patent verfügt, vgl. seine Vollmacht vom 10.6.2016 
= IV-act. 196). Demnach hatte die Vorinstanz beim Erlass des Vorbescheides 
vom 16. Juni 2020, welcher den früheren Vorbescheid vom 22. Februar. 2019 er-
setzte, die Zustellung an den bis zu diesem Zeitpunkt für den Beschwerdeführer 
auftretenden Rechtsvertreter M… vorzunehmen, was sie auch korrekt vorge-
nommen hat (siehe die Adressierung dieses Vorbescheides in IV-act. 303-1/4). 

22

Im Anschluss an diesen Vorbescheid hat weder der damalige Rechtsvertreter 
M..., noch der Versicherte selber gegen diesen Vorbescheid etwas eingewendet. 
Namentlich wird in der vorliegenden Beschwerde nicht vorgebracht, dass nach 
Kenntnisnahme dieses neuen Vorbescheids vom 16. Juni 2020 der Versicherte 
Einwände vorgebracht habe, auf welche die Vorinstanz zu Unrecht nicht einge-
gangen sei. Wer aber auf einen Vorbescheid, welcher einen früheren Vorbe-
scheid ersetzte, mit keinem Wort reagiert, kann vor Gericht grundsätzlich nicht 
geltend machen, dass ihm sein rechtliches Gehör verletzt worden sei. Ein sol-
ches Verhalten (auf einen neuen, überarbeiteten Vorbescheid nicht zu reagieren 
und dann vor Gericht eine Gehörsverletzung geltend zu machen) kommt einem 
Verhalten wider Treu und Glauben gleich und verdient keinen Rechtsschutz.

3.2.2 Abgesehen von den vorstehenden Ausführungen hat die Vorinstanz im 
neuen Vorbescheid vom 16. Juni 2020 grundsätzlich hinreichend (wenn auch 
kurz) begründet, aus welchen Gründen sie beabsichtigte, das Leistungsbegehren 
abzuweisen. Soweit sich der Beschwerdeführer auf seine damaligen Einwände 
(= IV-act. 270 und 272) gegen den früheren Vorbescheid vom 22. Februar 2019 
(= IV-act. 269) beruft, hat die IV-Stelle im neuen Vorbescheid (= IV-act. 303) dar-
gelegt, dass sie nebst den zu diesem Zeitpunkt bekannten Gutachten (MRZ, 
N.________, Dr. T.________) noch zusätzliche Abklärungen (Gutachten Dr. 
AA.________) veranlasste, wobei bei sämtlichen Gutachten Hinweise auf Inkon-
sistenzen bzw. Aggravation vorliegen würden. Des Weiteren führte die Vorin-
stanz im neuen Vorbescheid aus:

Aus dem aktuellen Gutachten geht hervor, dass keine psychiatrische Störung mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegt und auch nie vorgelegen hat. Gemäss 
Beurteilung des Regionalen Ärztlichen Dienstes ist das Gutachten von Dr. 
AA.________ nachvollziehbar, schlüssig und widerspruchsfrei.
Gesamthaft kann festgehalten werden, dass dem Versicherten die angestammte 
Tätigkeit seit 03.2015 nicht mehr zumutbar ist. Hingegen besteht seit 03.2015 in 
einer dem Leiden optimal angepassten, körperlich leichten bis gelegentlich mittel-
schweren und wechselbelasteten Tätigkeit eine Restarbeitsfähigkeit von 100%, 
womit ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen erzielt werden könnte.

Daraus konnte der Versicherte hinreichend entnehmen, aus welchen wesentli-
chen Gründen die Vorinstanz auf eine Ablehnung des Leistungsbegehrens 
schloss. Entgegen der sinngemässen Auffassung des Beschwerdeführers war 
die Vorinstanz nicht verpflichtet, im Rahmen ihrer Entscheidung sich mit sämtli-
chen vom Versicherten früher geäusserten Vorbringen im Einzelnen auseinan-
derzusetzen. Vielmehr konnte sie sich auf die wesentlichen Aspekte konzentrie-
ren, von welchen sie sich leiten liess und auf welche sie ihre Entscheidung ab-
stützte.

23

3.3  Eine Verletzung der aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör abgeleiteten 
Begründungspflicht ist schliesslich auch gestützt auf die in der vorinstanzlichen 
Vernehmlassung (Ziff. 7) ausgeführten Gründen zu verneinen. Es kann darauf 
verwiesen werden.

3.4 Im Übrigen ist die Fragestellung, ob die Vorinstanz zu Recht einen An-
spruch auf IV-Rentenleistungen verneint hat, im Rahmen der materiellen Prüfung 
der Beschwerdesache zu untersuchen. Darauf ist nachfolgend zurückzukommen.

4.1.1 Was die somatischen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers anbe-
langt, wird in der vorliegenden Beschwerde (S. 15, Ziff. 33) sinngemäss argu-
mentiert, dass zum einen Dr.med. T.________ in ihrem orthopädischen Gutach-
ten vom 17. September 2018 die beim Versicherten diagnostizierte verminderte 
Belastbarkeit der Wirbelsäule bei Haltungsinsuffizienz, Fehlstatik (etc.) sowie die 
Fehl- und Überlastung des Bewegungsapparates (vgl. Erwägung 2.15.1 = IV-act. 
258-31/61) bzw. die Schmerzproblematik bei der Arbeits(un)fähigkeitsbeurteilung 
ungenügend mitberücksichtigt habe. Zum andern macht der Beschwerdeführer 
sinngemäss geltend, dass auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung gemäss 
N.________-Gutachten bzw. auf die darin enthaltene Einschätzung gemäss dem 
orthopädisch-chirurgischen Teilgutachten (von Dr.med. S.________, basierend 
auf den Untersuchungen vom 8.9.2017, vgl. IV-act. 229-52/168 oben) abzustel-
len sei (vgl. Beschwerde, S. 15 unten), wonach die Arbeitsfähigkeit in einer Ver-
weistätigkeit 40% (60% Arbeitsunfähigkeit) betrage. Auf diese unterschiedlichen 
Beurteilungen wird nachfolgend in Erwägung 4.1.3 eingegangen.

4.1.2  Die im N.________-Gutachten (vom 1.11.2017) enthaltenen Ergebnisse 
der weiteren somatischen Untersuchungen (hinsichtlich der Fachrichtungen Inne-
re Medizin, Neurologie und Rheumatologie), wonach aus diesen Disziplinen für 
Verweistätigkeiten keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultieren (vgl. die 
Zusammenstellung in Erwägung 2.11.5 = IV-act. 229-86/168), werden vor Gericht 
nicht in Frage gestellt, weshalb grundsätzlich kein Anlass besteht, hinsichtlich der 
genannten Fachrichtungen weitere medizinische Abklärungen in Betracht zu zie-
hen. Dies gilt erst recht, als vor Gericht nicht vorgebracht wird, dass sich seit dem 
N.________-Gutachten der Gesundheitszustand des Versicherten aus neurolo-
gischer, rheumatologischer oder generell aus der Sicht der Inneren Medizin ver-
ändert bzw. verschlechtert hat. Was die kardiologische Fachrichtung anbelangt, 
verhält es sich so, dass (im Einklang mit den Ausführungen in der Vernehmlas-
sung, Ziff. 7) der Versicherte infolge einer koronaren 3-Gefässerkrankung am 
4. April 2019 operiert wurde (Bypass-OP). Nach komplikationslosem Verlauf er-
folgte am 15. April 2019 die Verlegung zur stationären Rehabilitation in die 

24

X.________ (bis 7.5.2019). Diese stationäre Rehabilitation (22 Tage) zeigte ins-
gesamt einen stabilen Verlauf, wonach der Versicherte seine körperliche Leis-
tungsfähigkeit auf 114 Watt (62% des Alterssolls) erhöhen konnte (limitierend 
waren vor allem muskuläre Beschwerden, vgl. IV-act. 281-3/10 oben). Am Ende 
dieses Aufenthalts konnte der Versicherte in gutem Allgemeinzustand in die 
hausärztliche Weiterbetreuung entlassen werden (mit der Empfehlung, dass das 
Heben und Tragen von schweren Lasten bis 3 Monate postoperativ zu vermei-
den sei, vgl. IV-act. 281-3/10 oben). Daraus lässt sich aus kardiologischer Sicht 
keine weitere Einschränkung für leichte körperliche Tätigkeiten ableiten, zumal 
sich der mit der Nachkontrolle betraute Kardiologe Dr.med. Y.________ in seinen 
Berichten vom 9. und 25. September 2019 an den Hausarzt Dr.med. 
AJ.________ nicht veranlasst sah, von irgendeiner Beschäftigung, und schon gar 
nicht von angepassten leichten Tätigkeiten abzuraten (siehe IV-act. 287-4f./15). 
Vielmehr teilte er am 25. September 2019 ausdrücklich mit, dass die nächste 
kardiologische Nachkontrolle erst in mehr als einem halben Jahr (am 6.4.2020) 
vorgesehen sei (IV-act. 287-4/15), was offenkundig auf einen ordentlichen Ver-
lauf schliessen lässt. Jedenfalls macht der beanwaltete Beschwerdeführer vor 
Gericht nicht substantiiert geltend, dass zwischenzeitlich wieder kardiologische 
Probleme aufgetreten seien. Bei dieser konkreten Sachlage ist es nicht zu bean-
standen, dass die Vorinstanz in ihrer Beurteilung auf die Einschätzung des RAD-
Arztes Dr.med. R.________ abgestellt hat, wonach ausgehend von den im Rah-
men der stationären Rehabilitation erzielten Leistungswerten (114 Watt/ 62% des 
Alterssolls) leichte Tätigkeiten dem Versicherten (aus somatischer bzw. kardiolo-
gischer Sicht) wieder als zumutbar beurteilt wurden (vgl. zit. Vernehmlassung, S. 
3 Mitte i.V.m. IV-act. 288-22/23).

4.1.3 Bei der Überprüfung der divergierenden Einschätzungen von Dr.med. 
S.________ (im N.________-Gutachten vom 1.11.2017) einerseits und Dr.med. 
T.________ (im späteren Gutachten vom 17.9.2018) andererseits fällt massge-
blich die Beurteilung des Hausarztes Dr.med. AJ.________ (prakt. Arzt FMH/ 
Arzt für Anästhesiologie FMH) ins Gewicht. Dieser Hausarzt betonte selber am 
16. April 2018 (und mithin nach der gutachtlichen Einschätzung von Dr.med. 
S.________ und noch vor der gutachtlichen Einschätzung von Dr.med. 
T.________), aber auch noch am 17. Oktober 2018, d.h. nach dem Gutachten 
von Dr.med. T.________ und in Kenntnis dieses Gutachtens, dass die Hauptdia-
gnose eine psycho-somatisch betonte Depression mit Schmerzverarbeitungs-
störung und Chronifizierung sei, derweil "nebenbefundlich u.a. diverse orthopädi-
sche Erkrankungen" vorliegen würden (vgl. IV-act. 244-3/20 und IV-act. 261-2/2). 
Insbesondere nahm dieser Hausarzt im Schreiben vom 17. Oktober 2018 an den 
(damaligen) Rechtsvertreter auf das Gutachten von Dr.med. T.________ Bezug 

25

mit den Worten: "Aus rein orthopädischer Sicht mag das Gutachten nachvoll-
ziehbar sein…", indes erachtete er es unter Einbezug seiner Hauptdiagnose (ei-
ner psycho-somatisch betonten Depression mit Schmerzverarbeitungsstörung) 
sinngemäss als nicht ausschlaggebend für die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung (IV-
act. 261-2/2). Mit diesen Ausführungen unterstützt der Hausarzt, welcher den 
Versicherten jahrelang (seit Januar 2014) betreut, im Ergebnis die Kritik des 
RAD-Arztes Q.________ vom 5. Dezember 2017, wonach die im orthopädisch-
chirurgischen Teilgutachten von Dr.med. S.________ veranschlagte Arbeits-
fähigkeit von nur 40% für angepasste Tätigkeiten nicht zu überzeugen vermag 
(IV-act. 231-11/12). 

Dies gilt erst recht, als Dr.med. S.________ nach einer Rückfrage der IV-Stelle 
vom 
6. Dezember 2017 (IV-act. 232) in seiner Stellungnahme (Antwort) vom 30. De-
zember 2017 für seine Herleitung einer Arbeitsfähigkeit von lediglich 40% für an-
gepasste leichte Tätigkeiten ohne weitere Diskussion die Diagnoseliste wieder-
holt und den MRI-Röntgenbefund der rechten Schulter sowie ausführlich (über 2 
Seiten) den Bericht von Dr. AP.________ zitiert. Dr.med. S.________ berück-
sichtigt weder die Inkonsistenzen, welche die Teilgutachter Rheumatologie, 
Psychiatrie und Neuropsychologie (immer 3 von 6) festgestellt haben (wie auch 
frühere Gutachter), noch diskutiert er konsensual seine unterschiedliche Beurtei-
lung des Schmerzerlebens des Beschwerdeführers. Im Hauptgutachten (von 
Dr.med. S.________) wird unter Ziffer 2.5.5 festgehalten: "Es finden sich keine 
Diskrepanzen zwischen subjektiven Beschwerden und objektiven Befunden" (IV-
act. 229-64/168). Unter Ziffer 4.5 der interdisziplinären Begutachtung heisst es 
dagegen: "Es finden sich Diskrepanzen zwischen subjektiven Beschwerden und 
objektiven Befunden auf rheumatologischem und auf neuropsychologischem 
Fachgebiet" (IV-act. 229-76/168 unten). Unter Ziffer 5.1.5 des Gutachtens wird 
wiederholt, dass sich aus orthopädisch-unfallschirurgischer Sicht keine Hinweise 
auf eine Aggravation oder Simulation ergeben, aus psychiatrischer Sicht eine 
Verdeutlichungstendenz vorliegt (ohne Hinweise auf Aggravation oder Simulati-
on), dagegen aus rheumatologischer Sicht Hinweise auf eine Aggravation beste-
hen (siehe auch IV-act. 229-130/168 oben Ziff. 2.5.4 und 2.5.5) sowie aus neuro-
psychologischer Sicht auf eine ungenügende Anstrengungsbeteiligung und ein 
deutliches Aggravationsverhalten zu schliessen ist (IV-act. 229-79f./168). Eine 
ausreichende und nachvollziehbare Auseinandersetzung mit diesen unterschied-
lichen Angaben fehlt. 

Zudem fallen (hinsichtlich des Teilgutachtens von Dr.med. S.________) erhebli-
che Befundabweichungen zum rheumatologischen Teilgutachten auf, die kom-
mentarlos bleiben, wie die nachfolgende Zusammenstellung dokumentiert:

26

Diskrepanzen im
N.________-Gutachten

Dr.med. AX.________
(Facharzt für Orthopädie und 
Rheumatologie)
(Gutachten S. 127ff.)

Dr.med. S.________ 
(Facharzt Chirurgie und Un-
fallchirurgie)
(Gutachten S. 59ff.)

Wirbelsäule (WS)
muskulär

Die gesamte Rückenmusku-
latur zeigt keine nennens-
werten Verspannungen oder 
gar Myogelosen.

Deutliche Muskelverspan-
nungen und Myogelosen 
mittlere BWS

WS Beweglichkeit Im Sitzen zeigt sich eine 
normale Seitneigung und 
Drehung der ganzen Wir-
belsäule, ebenso zeigt die 
HWS keine erkennbaren 
Einschränkungen

Einschränkung der HWS in 
Seitneigung. Ebenfalls ist die 
Drehung im Bereich der 
BWS und LWS schmerzhaft 
eingeschränkt.

Knie Stabile Bandverhältnisse bei 
negativen Meniskuszeichen

Rechts positiver Hinweis auf 
Meniskusschaden innen und 
aussen. Links sind die Me-
niskuszeichen ebenfalls po-
sitiv, aber geringgradiger in 
der Schmerzintensität aus-
geprägt

Schultergelenk Beidseits keine Einschrän-
kungen (detailliertes Be-
fundblatt) Armseitwärtsbe-
wegung seitengleich 180°, 
Armvorwärtsbewegung sei-
tengleich 180°, Nacken- und 
Schultergriff kann durchge-
führt werden.

Armseitwärtsbewegung und 
-vorwärtsbewegung deutlich 
schmerzhaft eingeschränkt. 
Nackengriff ist bds nicht 
durchführbar

Lasègue Zeichen Die grobneurologische Un-
tersuchung ist unauffällig, 
insbesondere ist das 
Lasègue'sche Zeichen, wel-
ches jedoch mehrfach wie-
derholt werden musste, bds. 
negativ.

Der Lasègue ist rechts bei 
60° positiv, links bei 70°.

Insgesamt überzeugt daher die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch Dr.med. 
S.________ (und damit die markante Abweichung von der rheumatologischen 
Beurteilung) nicht, auch wenn im rheumatologischen Teilgutachten expressis 
verbis darauf hingewiesen wird, das "das orthopädisch/chirurgische Teilgutach-
ten hier wegweisend sei" (IV-act. 229-130/168, Ziff. 2.5.5 in fine).

Demgegenüber hat Dr.med. T.________ ihre Arbeitsfähigkeitsbeurteilung für 
Verweistätigkeiten unter Einbezug von detaillierten klinischen Untersuchungsbe-
funden, einer Beurteilung von Konsistenz und Plausibilität sowie einer Würdigung 

27

von Ressourcen und Belastungen begründet (vgl. IV-act. namentlich IV-act. 258-
25ff./61 Ziff. 4.3, Ziff. 7.3, Ziff. 7.4 und Ziff. 8). 

Bei dieser konkreten Sachlage ist es unter Einbezug der dargelegten Ausführun-
gen des Hausarztes zusammenfassend nicht zu beanstanden, dass der RAD-
Arzt Dr.med. R.________ am 6. Dezember 2018 in der Würdigung der somati-
schen Aktenlage den Beweiswert des orthopädischen Gutachtens von Dr.med. 
T.________ grundsätzlich bejaht und gestützt darauf festgehalten hat (IV-act. 
266):

- dass die angestammte Tätigkeit seit März 2015 nicht mehr zumutbar war;

- dass seither hingegen eine angepasste Tätigkeit in einem Pensum von 80% (un-
ter Mitberücksichtigung der psychiatrischen Diagnosen, dazu noch nachfolgend) 
zugemutet werden könne (wobei diese Arbeitsfähigkeitszeiten zweimal durch 
eine befristete vollständige Arbeitsunfähigkeit unterbrochen worden seien, und 
zwar nach den CTS-Operationen zweimal 6 Wochen und sodann während der 
Hospitalisation vom 31.10.2016 bis 16.12.2016; weitere Arbeitsunfähigkeitspha-
sen seien aus somatischer Sicht nicht anzurechnen). 

An dieser Stelle ist (im Einklang mit der gesamthaften Einschätzung des Arbeits-
fähigkeitsgrades von 80% durch Dr.med. R.________, siehe oben) hervorzuhe-
ben, dass im ersten Rechtsgang ein massgebender Arbeitsfähigkeitsgrad von 
80% für leichte adaptierte Tätigkeiten ermittelt wurde (VGE I 2013 71 vom 
17.12.2013, Erw. 4 = IV-act. 141-10/12). Zieht man den gesamten Verlauf der 
Krankheitsgeschichte des Versicherten in Betracht, kann man nicht annehmen, 
dass sich der Arbeitsfähigkeitsgrad des Versicherten seit dem erwähnten VGE I 
2013 71 vom 17. Dezember 2013 hinsichtlich leichter Verweistätigkeiten von 
80% auf 100% erhöht habe. In diesem Sinne läuft die von Dr.med. T.________ 
aus ihrer fachärztlichen Sicht vorgenommene Beurteilung einer Arbeitsfähigkeit 
von 100% für Verweistätigkeiten letztlich auf eine strengere Beurteilung eines be-
reits damals (im erwähnten VGE thematisierten) angeschlagenen Gesundheits-
zustandes hinaus. Nach dem Gesagten ist im vorliegenden Fall die massgeben-
de Arbeitsfähigkeit für leichte Verweistätigkeiten aus somatischer Sicht auf 80% 
festzulegen.

4.1.4 An diesem dargelegten Ergebnis zur somatischen Beurteilung der gesund-
heitlichen Beeinträchtigungen des Versicherten vermögen die weiteren Vorbrin-
gen des Beschwerdeführers vor Gericht nichts zu ändern. Soweit in der Be-
schwerdeschrift (S. 15) sinngemäss geltend gemacht wird, dass beim Versicher-
ten nicht die mangelhafte Beweglichkeit das Problem sei, sondern "die starken 
Schmerzen, die sich bei einem langandauernden Arbeitseinsatz zeigen" würden, 
ist dem Beschwerdeführer was folgt entgegenzuhalten. Die Gutachterin versuch-
te im Rahmen ihrer Begutachtung abzuklären, wie der Versicherte seinen Alltag 

28

verbringe bzw. welche Beschäftigungsarten ihm noch (ganz oder teilweise) mög-
lich seien. Diesbezüglich verweigerte der Versicherte sämtliche Auskünfte (vgl. 
IV-act. 258-22/61 oben 2. Abs.; IV-act. 258-23/61 oben, 3. und 4. Abs.; IV-act. 
258-32/61 unten). Aus einer solchen Weigerungshaltung kann der Beschwerde-
führer nichts zu seinen Gunsten ableiten. Anzufügen ist, dass bereits im ersten 
MEDAS-Gutachten vom 7. Januar 2013 relevante Diskrepanzen beobachtet und 
Inkonsistenzen mit erheblicher Selbstlimitierung festgestellt wurden, welche im 
ersten Gerichtsentscheid thematisiert wurden (vgl. IV-act. 141-9/12 oben und IV-
act. 141-10/12 Mitte).

In diesem Zusammenhang fällt auch auf, dass der Versicherte bei der Begutach-
tung zur Behandlung der Beschwerden am Bewegungsapparat die regelmässige 
Einnahme von Arcoxia 60, von Ibuprofen 600 (beide Medikamente gehören zu 
den nicht steroidalen Antirheumatika) und von Tramadol-Tropfen (ein Schmerz-
mittel aus der Gruppe der Opioiden) vorbrachte (vgl. IV-act. 258-24/61 unten), 
hingegen bei der Medikamentenbestimmung "nur die regelmässige Einnahme 
von Venlafaxin bestätigt" wurde (IV-act. 258-33/61 Mitte; beim Medikament Ven-
lafaxin handelt es sich um ein Antidepressivum). 

4.1.5  Im Lichte all dieser Ausführungen ist hinsichtlich der somatischen Beein-
trächtigungen entgegen der Argumentation in der Beschwerde nicht auf die gut-
achtliche Einschätzung von Dr.med. S.________, sondern in Anlehnung an die 
Beurteilung der Gutachterin Dr.med. T.________ auf die bereits früher gerichtlich 
festgestellte Arbeitsfähigkeit von 80% für leichte Verweistätigkeiten abzustellen, 
ohne dass Anlass für eine weitere (orthopädische) Abklärung bestünde. Von ei-
ner solchen zusätzlichen Untersuchung wären im Rahmen einer zulässigen anti-
zipierten Beweiswürdigung keine neuen relevanten Erkenntnisse zu erwarten. 

4.2 In der Folge sind die psychischen Beeinträchtigungen des Versicherten zu 
untersuchen.

4.2.1 Im MEDAS-Gutachten vom 25. September 2009 wurde u.a. ausgeführt, 
dass der Versicherte anlässlich der versicherungspsychiatrischen Untersuchung 
(durch Dr.med. BB.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie) vom 
16. März 2009 ein erheblich aggravierendes und demonstratives Verhalten im 
Rahmen einer jahrelang gehegten Schmerz- und Krankheitsüberzeugung zeigte 
(IV-act. 57-38/117 unten). Eine psychiatrische Störung mit entsprechenden funk-
tionellen Einbussen konnte der begutachtende Psychiater im versicherungs-
psychiatrischen Teilgutachten nicht erkennen, weshalb keine psychiatrische Dia-
gnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vergeben wurde (IV-act. 57-
66f./117).

29

4.2.2 Im nächsten interdisziplinären Gutachten vom 7. Januar 2013 konnte 
Dr.med. BC.________ (Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH/ zertif. 
mediz. Gutachter SIM) erneut keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit stellen, weshalb die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht 
als nicht beeinträchtigt beurteilt wurde (IV-act. 124-48f./58 i.V.m. 124-58/58).

4.2.3 Weniger als ein Jahr nach dem (für den Versicherten negativ ausgefalle-
nen) Urteil des Bundesgerichts vom 9. April 2014 (Versand am 28.4.2014) mel-
dete sich der Versicherte am 4. März 2015 erneut bei der IV-Stelle zum Leis-
tungsbezug an, wobei er u.a. psychische Probleme geltend machte (IV-act. 149-
5/6). Beim nächsten MEDAS-Gutachten vom 7. April 2016 konnte die begutach-
tende Psychiaterin (Dr.med. AO.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psy-
chotherapie FMH, IV-act. 184-90/107) erneut keine psychiatrische Diagnose mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellen. Als psychiatrische Diagnosen ohne 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine chronische Schmerzstörung mit 
somatischen und psychischen Symptomen (ICD-10 F 45.41), eine leichte de-
pressive Episode (DIE-10 F32.0) sowie ein Status nach Panikstörung (anamnes-
tisch) aufgelistet (IV-act. 184-78/107). Zudem verwies die Gutachterin ausdrück-
lich darauf, dass die Konsistenzprüfung Diskrepanzen bzw. Hinweise auf nicht im 
geklagten Umfang vorhandene Funktionsbeeinträchtigungen ergaben, nament-
lich hinsichtlich der beklagten Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, 
aber auch hinsichtlich der undifferenzierten Symptomschilderungen sowie bezüg-
lich der Divergenzen zwischen geltend gemachter schwerer subjektiver Beein-
trächtigung und einem punktuell hohen Alltags-Funktionsniveau (vgl. IV-act. 184-
72f./107).

4.2.4  Vom 31. Oktober 2016 bis zum 16. Dezember 2016 hielt sich der Versi-
cherte in der Klinik M.________ auf. Im Austrittsbericht vom 27. Dezember 2016 
diagnostizierte Dr.med. AQ.________ eine schwere depressive Episode ohne 
psychotische Symptome (F32.2), eine Panikstörung (F41.0) sowie eine chroni-
sche Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41), der-
weil die Arbeitsfähigkeit auf 0% veranschlagt wurde (mit Weiterbeurteilung durch 
den Nachbehandler). In der Beurteilung verwies Dr.med. AQ.________ u.a. dar-
auf, dass beim Versicherten eine "Häufung massiver psychosozialer Belastungs-
faktoren (Krebserkrankung der beiden Töchter und Mutter sowie Pflegeheimplat-
zierung des Vaters)" vorliege (IV-act. 205-4f./8).

4.2.5  Die nächste MEDAS-Begutachtung folgte mit Untersuchungen im Zeitraum 
von August 2017 bis zum 3. Oktober 2017 (IV-act. 229-2/168). Am 24. August 
2017 hatte die Fachpsychologin lic.phil. AU.________ eine neuropsychologische, 

30

rund 4 Stunden dauernde Untersuchung durchgeführt (mit Teilgutachten = IV-act. 
229-136ff./168). Im Ergebnis stellte sie die Diagnose von nicht authentischen 
neuropsychologischen Funktionsstörungen (IV-act. 229-143/168 unten).

Im psychiatrischen Teilgutachten vom 3. Oktober 2017 stellte der Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie med.pract. AY.________ (Vertrauensarzt SVG/ 
zertifiz. mediz. Gutachter SIM) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit: undifferenzierte Somatisierungsstörung (F45.1) und leichte de-
pressive Episode (F32.0). Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Zeitungszustel-
ler und für Verweistätigkeiten veranschlagte der psychiatrische Gutachter eine 
marginale Einschränkung von etwa 20%; Hinweise auf Aggravation oder gar Si-
mulation konnte er nicht erkennen, hingegen habe sich bei der Untersuchung 
und Exploration eine Verdeutlichungstendenz abgezeichnet (vgl. IV-act. 229-
167f./168). 

4.2.6 Am 27. April 2018 berichtete die behandelnde Psychiaterin Dr.med. 
AB.________ dem damaligen Rechtsvertreter des Versicherten, letzterer vermitt-
le einen mittelgradigen depressiven Eindruck; er beklagte unverändert Freud- 
und Antriebsmangel, ausgeprägte Müdigkeit, rasche Ermüdbarkeit, dazu ein 
vermindertes Selbstwertgefühl, häufig Gefühle der Wertlosigkeit sowie Schuldge-
fühle (etc., vgl. IV-act. 245-2/2).

Im Verlaufsbericht vom 31. Oktober 2018 wiederholte die behandelnde Psychia-
terin Dr.med. AB.________ ausgeprägte depressive Beschwerden mit Freud-, 
Antriebsmangel, Lustlosigkeit, Müdigkeit und vermindertes Selbstwertgefühl, 
Schuldgefühle (etc.). Als massgebende Diagnosen hielt sie fest (IV-act. 284-2/6):

- Panikstörung (F41.0)
- Rezidivierende depressive Störung (F33)
- Somatoforme Schmerzstörung (F45.4).

4.2.7  Nachdem die behandelnde Psychiaterin mit Bericht vom 27. August 2019 
eine chronische mittelgradige bis schwere depressive Episode (F32.2) diagnosti-
zierte (zusätzlich zur bereits bekannten Panikstörung) und ausserdem aus 
psychiatrischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Umfange von 
60% bis 70% attestierte (vgl. IV-act. 285), erachtete der RAD-Psychiater Dr.med. 
Z.________ ein aktuelles psychiatrisches Konsilium als unumgänglich (IV-act. 
288-23/23). Der Begutachtungsauftrag wurde Dr.med. AA.________ (Psychiatrie 
u. Psychotherapie FMH/ Alterspsychiatrie/ Konsiliarpsychiatrie/ Psychosomatik, 
BD.________) erteilt. Die Durchführung der Begutachtung verzögerte sich auf-
grund der Corona-Situation (vgl. IV-act. 289 - 294). Nach den psychiatrischen 
Untersuchungen vom 11. und 13. Mai 2020, bei welchen eine Dolmetscherin 

31

mitwirkte (IV-act. 298-2/63), erstattete Dr.med. AA.________ sein psychiatri-
sches Gutachten am 8. Juni 2020, welchem u.a. sinngemäss zu entnehmen ist:

- dass die Exploration äusserst auffällig verlief, indem es kaum möglich war, vom 
Exploranden konkrete Antworten zu erhalten, weil er bei Versuchen genauer 
nachzufragen ausweichende Antworten gab oder das Thema wechselte (insbe-
sondere bei der Erfragung des üblichen Tagesablaufs, vgl. IV-act. 298-35/63 
unterhalb der Mitte; siehe dazu auch die Würdigung dieser Vorgehensweise in 
IV-act. 298-48f./63);

- dass er auffällig häufig (auch bei relativ unverbindlichen Fragen) ausweichend 
mit "es nicht zu wissen" antwortete (IV-act. 298-35/63 unten);

- dass er bezüglich des Aktivitätsniveaus teilweise einander widersprechende 
Angaben machte (vgl. IV-act. 298-36/63 mit konkreten Beispielen bezüglich 
Häufigkeit und Dauer der Spaziergänge sowie hinsichtlich des Auftretens von 
Schmerzen);

- dass zur Validierung der vorgebrachten Beschwerden Testungen (TOMM = 
Test of Memory Malingering) durchgeführt wurden, welche folgende Ergebnisse 
zeitigten:

o Ergebnis TOMM Trial 1 Explorand: Der Explorand erkennt 23 der 50 Zeich-
nungen korrekt. Das Ergebnis liegt deutlich noch innerhalb des 95%-
Konfidenzintervall für Rateleistung, ist jedoch schlechter als bei einer rein 
zufallsgesteuerten Antwort. Das Ergebnis legt Simulation nahe (vgl. IV-act. 
298-39/63 unten);

o Ergebnis TOMM Trial 2 Explorand: Der Explorand erkennt 16 der insgesamt 
50 Zeichnungen korrekt. Alle Werte unter 45 Punkten legen Simulation na-
he. Das Ergebnis fällt deutlich schlechter aus als in der Gruppe der mittel-
schwer bis schwer dementen Patienten. Es lässt sich durch den Gesund-
heitszustand nicht erklären und ist nur als Ausdruck willentlicher Simulation 
erklärbar (IV-act. 298-40/63 Mitte);

- dass dem psychiatrischen Gutachter die Einschätzung des Schmerztherapeu-
ten Dr.med. AT.________ (Spital P.________) vom 28. August 2015 auffiel, 
wonach der Versicherte "immer wieder ein Symptom finden werde, welches die 
Arbeitsfähigkeit resp. die Rehabilitation einschränke" (vgl. IV-act. 298-42/63 un-
ten i.V.m. IV-act. 173-3/7);

-  dass schon früh eine Diskrepanz zwischen den festgestellten Befunden und 
den beklagten Beeinträchtigungen/ Einschränkungen dokumentiert wurde, wo-
bei diese Diskrepanz in den Berichten "mehr oder weniger explizit als Ausdruck 
einer psychiatrischen Störung interpretiert" werde. Besonders deutlich komme 
diese "Tendenz, somatisch Unerklärbares oder überzogen Wirkendes als 
psychiatrisch, also durch eine Störung bedingt zu erklären, in den zusammen-
fasssenden Beurteilungen des Hausarztes zur Geltung" (vgl. IV-act. 298-42/63 
unten i.V.m. IV-act. 244-3/20 und IV-act. 261-2/2);

- dass das vorgenannte Phänomen mit den Kriterien der jeweiligen psychiatri-
schen Störungen nichts zu tun habe (IV-act. 298-43/63 oben);

- dass nach der Aktenlage die psychiatrischen Behandlungen (abgesehen von 
einer einzigen stationären Behandlung) aus sporadischen niederfrequenten 
Terminen und zurückhaltendem Einsatz von Medikamenten bestanden, was 
deutlich darauf hinweise, dass den krankheitswertigen, psychopathologischen 
Aspekten (biopsychologische Komponente) im Rahmen des therapeutisch gül-
tigen bio-psycho-sozialen-Models eine untergeordnete Rolle beigemessen wor-
den sei (IV-act. 298-44/63 oberhalb der Mitte);

32

- dass sich sowohl in früheren, als auch in der aktuellen Begutachtung Zweifel an 
der Plausibilität der angegebenen psychopathologischen Symptome ergaben 
(IV-act. 298-44/63 unterhalb der Mitte);

- dass in den Gutachten und in Schlussfolgerungen aus dem (dokumentierten) 
Teil der Behandlung sich das "Bild eines durch soziale Schwierigkeiten beding-
ten psychischen Unwohlbefindens" abzeichne, was indessen nicht ohne Weite-
res mit einer psychiatrischen Störung gleichzusetzen sei (IV-act. 298-44/63 un-
ten);

- dass insgesamt fünf psychiatrische Gutachten aktenkundig seien (welche nicht 
alle über jeden Zweifel erhaben seien), welche indessen "alle übereinstimmend 
das Vorliegen einer arbeitsfähigkeitsrelevanten psychischen Störung verneinen" 
würden (IV-act. 298-47/63 Mitte);

- dass zudem im Rahmen neuropsychologischer Validierungsverfahren jedes Mal 
auf die Unechtheit der gelten gemachten Beeinträchtigungen hingewiesen wor-
den sei (IV-act. 298-47/63 Mitte);

- dass die gesamte Krankengeschichte von Unstimmigkeiten geprägt sei, die sich 
psychiatrisch so nicht erklären liessen (IV-act. 298-47/63 unterhalb der Mitte);

- dass eine psychiatrische Störung nicht ausgewiesen sei (IV-act. 298-55/63 Mit-
te);

- dass hinsichtlich der abweichenden Einschätzungen der Therapeuten letztere 
sich mit der Glaubhaftigkeit der Angaben (des Versicherten) bzw. mit der Vali-
dität eigener Diagnosen unzureichend beschäftigt hätten. Mithin fehle diesbe-
züglich eine realistische, Leitlinien konforme Diagnostik. Hinzu komme, dass 
viele dieser Berichte zwecks Unterstützung des Anspruchs auf Versicherungs-
leistungen erstellt worden seien (IV-act. 298-55/63 unten);

- und dass keine der vorbestehenden psychiatrischen Diagnosen sich in einem 
Ausmass nachvollziehen lasse, dass sie im vorliegenden Gutachten übernom-
men werden könnten (IV-act. 298-56/63 oben).

4.3 An diesem aktuellsten psychiatrischen Gutachten wird in der vorliegenden 
Beschwerde (S. 13f.) im Wesentlichen kritisiert, dass der Gutachter gezielt ver-
sucht habe, dem Versicherten ein von der Vorinstanz vermutetes Aggravations-
verhalten nachzuweisen. Der Versicherte sei "beinahe verhörmässig zu seinem 
Tagesablauf befragt" worden und jede Erinnerungslücke sei als Inkonsistenz in 
der Diagnosestellung der Vorgutachter interpretiert worden. Mit den durchgeführ-
ten TOMM-Testungen habe der Gutachter bestätigt, dass er nur darauf aus ge-
wesen sei, dem Beschwerdeführer Aggravation nachzuweisen. Dass die gerüg-
ten Inkonsistenzen in den Aussagen des Versicherten "auch durch dessen unter-
durchschnittliche Intelligenz", durch die trotz Übersetzung schwierige sprachliche 
Verständigung und die fordernde, als ungewöhnlich empfundene Begutach-
tungssituation begründet sein könnte, werde nicht einmal in Erwägung gezogen. 
Sodann sei nicht untersucht worden, ob der Versicherte an einer sog. larvierten 
Depression leide, bei welche sich die typischen depressiven Kernsymptome hin-
ter einer Vielzahl körperlicher Beschwerden verbergen würden. Es sei nahelie-
gend, dass depressive Symptome von Personen aus dem Kulturkreis des Versi-

33

cherten, welche mit Emotionalität und Gefühlen nicht leicht offen umgehen könn-
ten, regelmässig körperlich erlebt würden. Solche Personen würden die Frage 
nach der psychischen Befindlichkeit häufig mit der Beschreibung körperlicher 
Symptome beantworten. Das subjektive Erleben und Schmerzempfinden der Be-
troffenen stehe bei dieser Depressionsart im Vordergrund (womit die beschriebe-
nen starken Schmerzen - neben den aus orthopädischer Sicht nachvollziehbaren 
Schmerzen - "ganz einfach erklär- und nachvollziehbar" seien (vgl. Beschwerde, 
S. 14 oben). Zusammenfassend wird in der Beschwerde (S. 14) argumentiert, 
dass auf das Gutachten von Dr.med. AA.________ nicht abgestellt werden kön-
ne. Vielmehr sei die psychiatrische Einschätzung im N.________-Gutachten (in 
Verbindung mit den Berichten der behandelnden Psychiaterin Dr.med. 
AB.________ und der 
Klinik M.________) massgebend, wonach der Versicherte in psychiatrischer 
Sicht "zu mindestens 20%" arbeitsunfähig sei, wobei auch Phasen von deutlich 
höherer Arbeitsunfähigkeit (insbesondere während des stationären Aufenthalts in 
der Klinik M.________) zu berücksichtigen seien (vgl. Beschwerde, S. 14 unten).

4.4 Dieser zuletzt erwähnten Argumentation des Beschwerdeführers ist vorab 
die höchstrichterliche Rechtsprechung entgegenzuhalten, wonach es grundsätz-
lich Aufgabe des psychiatrischen Facharztes ist, die Arbeitsfähigkeit unter 
Berücksichtigung allfälliger neuropsychologischer Defizite einzuschätzen (vgl. Ur-
teil des Bundesgerichts 9C_752/2018 vom 12.4.2019 Erw. 5.3 mit Hinweisen). 
Bei der Durchsicht des interdisziplinären N.________-Gutachtens fällt auf, dass 
sich der begutachtende Psychiater (in seinem Teilgutachten vom 3.10.2017 = IV-
act. 229-145ff./168) auch nicht ansatzweise mit der im Rahmen dieser interdiszi-
plinären Begutachtung rund 6 Wochen früher (am 24.8.2017) durchgeführten 
neuropsychologischen Untersuchung auseinandergesetzt hat. Die Fachpsycho-
login lic.phil. AU.________ fasste die Ergebnisse der rund 4 Stunden dauernden 
Untersuchungen in ihrer Beurteilung wie folgt fest (IV-act. 229-143/168 oben):

Es wurden durchwegs sehr auffällige Testresultate im untersten Messbereich er-
zielt, die auf nicht authentische neuropsychologische Funktionsstörungen schlies-
sen lassen. Daher konnten die Testergebnisse inhaltlich nicht ausgewertet werden 
und lieferten wegen insuffizienter Anstrengungsbeteiligung und durchwegs sehr 
langsamen Arbeitstempo keine verwertbaren neuropsychologischen Befunde. Die-
se bildeten das effektiv vorhandene kognitive Leistungsniveau sehr wahrscheinlich 
nicht ab. Tatsächlich bestehende und spezifische kognitive Defizite können unter 
diesen Umständen differenzialdiagnostisch nicht festgestellt werden.

Nachdem sich im Rahmen dieser MEDAS-Begutachtung der psychiatrische Gut-
achter mit den von der Fachpsychologin festgestellten, nicht authentischen neu-
ropsychologischen Funktionsstörungen überhaupt nicht auseinandersetzte, auch 
nicht im Rahmen der konsensualen Diskussion der Auswirkungen der festgestell-

34

ten Befunde auf den Arbeits(un)fähigkeitsgrad aus interdisziplinärer Sicht (vgl. 
dazu die Zusammenstellung in IV-act. 229-86/168), kann entgegen der Argumen-
tation in der Beschwerde (Ziff. 32) nicht auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von 
med.pract. AY.________ (wonach aus psychiatrischer Sicht eine Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit von 20% resultiere) abgestellt werden. Denn diesbezüglich 
erfüllt das psychiatrische Teilgutachten vom 3. Oktober 2017 nicht die von der 
höchstrichterlichen Rechtsprechung formulierten Anforderungen (siehe oben). 
Dieser Aspekt untermauert die Vorgehensweise der Vorinstanz, wonach zu 
Recht eine zusätzliche psychiatrische Begutachtung (durch Dr.med. 
AA.________) veranlasst wurde.

4.5 Die in der Beschwerde (Ziff. 30f.) vorgebrachten Einwände erweisen sich 
aus den folgenden Gründen als unbehelflich. Dass der Gutachter Dr.med. 
AA.________ (der u.a. Leiter einer neurokognitiven und neuropsychologischen 
Abklärungsstelle ist, vgl. IV-act. 298-50/63 unten) testpsychologische Zusatzun-
tersuchungen durchführte (TOMM-Testungen), entspricht einem lege artis-
Vorgehen, wie dies in den Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische 
Gutachten der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie 
SGPP (und der Schweiz. Gesellschaft für Versicherungspsychiatrie sgvp) vom 
16. Juni 2016 
(3. Aufl.) unter Ziffer 4.3.22 explizit vorgesehen ist. Bereits erwähnt wurde, sind 
nach der Aktenlage hinreichende Anhaltspunkte zur Überprüfung der Validität der 
geklagten Symptome vorhanden (vgl. u.a. oben Erw. 2.1.2 und 4.1.4). Sodann 
übersieht der Beschwerdeführer, dass eine detaillierte Abklärung des Tagesab-
laufs des Exploranden unerlässlich ist (Ziff. 3.2.8 der Qualitätsleitlinien). Auch bei 
einer allfälligen (unter)durchschnittlichen Intelligenz ist es dem IV-Leistungen be-
antragenden Exploranden regelmässig möglich und zumutbar, ausführlich darzu-
legen, wie er den Alltag verbringt, wie er seinen Tag strukturiert, welche Kontakte 
er innerhalb der Familie und im Freundeskreis pflegt, inwiefern er Verkehrsmittel 
benutzt (etc.). Soweit der Explorand diesbezüglich Auskünfte verweigert, erweckt 
dies den Eindruck, dass er sein Aktivitätsniveau im Alltag verbergen möchte. 
Daraus, aber auch aus der konkreten Begutachtungssituation (mit Dolmetscher) 
kann er hier nichts zu seinen Gunsten ableiten. Ferner kann dem Gutachter auch 
nicht vorgehalten werden, dass er nicht explizit das Vorliegen einer larvierten 
Depression abgeklärt habe, zumal eine solche Diagnose weder von Seiten der 
Behandler (seit längerem Dr.med. AB.________ einerseits/ Hospitalisation im 
Spätherbst 2016 in der Klinik M.________ anderseits), noch von den Vorgutach-
tern thematisiert wurde. Dies gilt erst recht, wenn die neuropsychologischen Zu-
satzuntersuchungen nicht authentische Funktionsstörungen ergaben (IV-act. 
229-143/168). 

35

4.6 Zusammenfassend ist im Einklang mit der Vorinstanz festzuhalten, dass 
das vorliegende psychiatrische Gutachten von Dr.med. AA.________ die von der 
Rechtsprechung formulierten Anforderungen vollumfänglich erfüllt. Namentlich 
setzt es sich mit den abweichenden Einschätzungen der behandelnden Ärzte 
ausreichend und nachvollziehbar auseinander. Überzeugend sind insbesondere 
auch die Ausführungen des Gutachters Dr.med. AA.________, wonach ein Teil 
der beigezogenen N.________-Gutachter explizit über zumindest aggravierte 
Beschwerden berichtete, derweil ein anderer Teil die Diagnosen zum wesentli-
chen Teil auf die Angaben des Exploranden abstützte, ohne die Erkenntnisse der 
anderen Gutachter zu berücksichtigen (vgl. zit. Vernehmlassung, S. 3 unten und 
S. 4 oben, i.V.m. IV-act. 298-24/63 und 298-22f./63, bzw. IV-act. 229-64/168 Ziff. 
2.5.5,     IV-act. 229-70/168 Ziff. 3.5.1 bis 3.5.3, IV-act. 229-76/168 Ziff. 4.5, IV-
act. 229-80/168 oben, IV-act. 229-85/168 Ziff. 5.5.1, IV-act. 229-128/168 4. Abs. 
in fine und 6. Abs., IV-act. 229-130/168 Ziff. 2.5.4, IV-act. 229-140ff./168). Auch 
den weiteren Ausführungen in der vorinstanzlichen Vernehmlassung (S. 4f.) ist 
uneingeschränkt beizupflichten. Es kann darauf verwiesen werden.

4.7 Am vorliegenden Ergebnis, wonach die Vorinstanz in der angefochtenen 
Verfügung zu Recht auf das psychiatrische Gutachten von Dr.med. AA.________ 
abgestellt hat, vermögen sämtliche weiteren Vorbringen vor Gericht nichts zu än-
dern. Nicht zu hören ist namentlich auch die Argumentationskette des Beschwer-
deführers, dass im Rahmen eines arbeitslosenversicherungsrechtlichen Verfah-
rens das Verwaltungsgericht mit Entscheid VGE II 2018 81 vom 16. Januar 2019 
die Vermittlungsfähigkeit des Beschwerdeführers verneint habe. In jenem Be-
schwerdeverfahren verhielt es sich so, dass das Amt für Arbeit mit Verfügung 
vom 
5. Januar 2018 gestützt auf Arztzeugnisse des Hausarztes Dr.med. AJ.________ 
die Vermittlungsfähigkeit verneinte, was das Gericht nach der damaligen Akten-
lage bestätigte. Indessen lagen dem Gericht damals das IV-Aktendossier sowie 
die oben enthaltenen Ausführungen zu festgestellten Inkonsistenzen, Diskrepan-
zen und nicht authentischen neuropsychologischen Funktionsstörungen nicht 
vor. Ausschlaggebend ist hier, dass die bei der Entscheidfindung im Verfahren II 
2018 81 vorhandene (medizinische) Datenlage (mit ausschliesslich Angaben des 
Hausarztes) auch nicht ansatzweise mit der umfangreichen Aktenlage (mit den 
zahlreichen Gutachten, siehe oben) im vorliegenden Verfahren vergleichbar ist, 
weshalb der Beschwerdeführer im IV-Verfahren aus der früher (aufgrund einer 
anderen, beschränkten Aktenlage) in einem arbeitslosenversicherungsrechtli-
chen Verfahren getroffenen Entscheidung hier nichts für sich ableiten kann. Im 
Übrigen wird auf die vorinstanzlichen Ausführungen in der Vernehmlassung (Ziff. 
6) verwiesen. Dass sich der Beschwerdeführer damals nicht in der Lage sah, ei-

36

nem vom RAV durchgeführten Programm zur vorübergehenden Beschäftigung 
bei der Einrichtung Impuls an zwei Halbtagen pro Woche teilzunehmen, erscheint 
im Lichte des (beweiskräftigen) Gutachtens vom 8. Juni 2020 (mit einer Simulati-
on psychiatrischer Symptomatik, vgl. IV-act. 298-55/63) in einem anderen Licht.

5.1 Schliesslich rügt der Beschwerdeführer, dass die Vorinstanz in der ange-
fochtenen Verfügung zur Ermittlung des IV-Grades keinen Einkommensvergleich 
durchgeführt habe. Nach seiner Argumentation wäre das hypothetische Validen-
einkommen auf Fr. 75'830.60 (per 2018) zu veranschlagen (vgl. Beschwerde S. 
20 und S. 22, Ziff. 47). Demgegenüber sei das massgebende Invalideneinkom-
men sinngemäss von den aus den LSE-Tabellenlöhnen hergeleiteten Durch-
schnittsverdienst im tiefsten Kompetenzniveau auf der Basis von Fr. 67'102.-- 
herzuleiten. Dieses Zwischenergebnis sei nach Massgabe des Arbeitsfähigkeits-
grades und unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 20% 
entsprechend herabzusetzen (vgl. Beschwerde, S. 22). 

5.2 Nach der vorinstanzlichen Argumentation erreicht der Versicherte im Ein-
kommensvergleich keinen rentenbegründenden IV-Grad (vgl. Vernehmlassung, 
Ziff.9). Diesem Ergebnis ist beizupflichten. Als massgebendes Valideneinkom-
men ist an die Herleitung im ersten Gerichtsentscheid I 2013 71 vom 13. Dezem-
ber 2013 anzuknüpfen, wonach das Valideneinkommen des Beschwerdeführers 
per 2011 Fr. 65'444.-- betrug. Unter Berücksichtigung der Entwicklung des Nomi-
nallohnindexes für Männer, wonach (ausgehend von der Basis 1993 = 100) der 
Index-Wert im Jahre 2011 "124.5" betrug und sich bis 2018 auf "129.6" erhöhte 
(siehe die entsprechende Tabelle des Bundesamtes für Statistik), ist das mass-
gebende Valideneinkommen per 2018 auf Fr. 68'125.-- zu veranschlagen (65'444 
: 124.5 x 129.6 = 68'124.83). Nicht plausibel ist schliesslich die Argumentation in 
der Beschwerde (S.20), dass das Valideneinkommen Fr. 75'830.60 (per 2018) 
betragen würde.

Ausgehend von den vom Beschwerdeführer angeführten statistischen Durch-
schnittsverdienst von Fr. 67'102.-- (vgl. Beschwerde, S. 22 unten) und dem Ar-
beitsfähigkeitsgrad von 80% (vgl. Erw. 4.1.3) ist zur Festlegung des Invalidenein-
kommens von einem hypothetischen Jahreseinkommen von Fr. 53'681.60 
(Fr. 67'102 x 0.80) auszugehen. Ob diesbezüglich noch ein leidensbedingter Ab-
zug gerechtfertigt wäre, ist fraglich und jedenfalls nicht hinreichend ausgewiesen. 
Vorab ist festzuhalten, dass die in der Beurteilung der medizinischen Arbeits-
fähigkeit eingeflossenen gesundheitlichen Aspekte nicht zusätzlich bei der Be-
messung des leidensbedingten Abzugs berücksichtigt werden dürfen, denn dies 
würde zu einer doppelten (und damit unzulässigen) Anrechnung desselben Ge-
sichtspunkts führen (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_233/2018 vom 

37

11.4.2019 Erw. 3.2 mit Hinweisen). Weder führt die gesundheitlich bedingte Un-
möglichkeit, körperlich schwere Arbeit zu verrichten, grundsätzlich zu einer Ver-
minderung des hypothetischen Invalidenlohns (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
9C_833/2017 v. 20.4.2018 Erw. 5.5), noch kann ein Abzug vom Tabellenlohn er-
folgen, wenn aus psychischen Gründen eine verstärkte Rücksichtnahme seitens 
Vorgesetzter und/ oder Arbeitskollegen erforderlich wäre (Urteil des Bundesge-
richts 9C_233/2018 v. 11.4.2019 Erw. 3.2). Sodann ist beim Heranziehen des 
statistischen Durchschnittslohns für Hilfsarbeitertätigkeiten praxisgemäss der 
Faktor der fehlenden Dienstjahre zu vernachlässigen (vgl. Urteil des Bundesge-
richts 9C_18/2020 vom 19.5.2020 Erw. 6.2.3 mit Hinweisen). Selbst wenn - um 
allen Eventualitäten gerecht zu werden - ein leidensbedingter Abzug von 10% 
zugestanden würde, würde diesfalls kein rentenbegründender IV-Grad von min-
destens 40% resultieren. Denn bei einem Invalideneinkommen von Fr. 48'313.44 
(53'681.60 x 0.90) und einem Valideneinkommen von Fr. 68'125.-- betrüge der 
IV-Grad 29% (68'125 minus 48'313.44 = 19'811.56; 19'811.56 : 68'125 x 100 = 
29.08). Nicht anders wäre es schliesslich, wenn der vom Beschwerdeführer ge-
forderte leidensbedingte Abzug von 20% gewährt würde (wozu indessen über-
haupt kein Anlass besteht). Denn diesfalls würde ein IV-Grad von 36.9% resultie-
ren, welcher ebenfalls zu keiner IV-Rente berechtigt. Damit hat es mit der Ableh-
nung eines IV-Rentenanspruchs sein Bewenden. 

6. Aus all diesen Gründen ist die Beschwerde als unbegründet abzuweisen. 
Diesem Ergebnis entsprechend werden die Verfahrenskosten dem Beschwerde-
führer auferlegt. Die Zusprechung einer Parteientschädigung fällt ausser Be-
tracht.

7.1 Zu prüfen ist das Begehren um unentgeltliche Rechtspflege (inkl. unentgelt-
liche Rechtsverbeiständung). Aufgrund der eingereichten URP-Unterlagen ist die 
Voraussetzungen der Bedürftigkeit gegeben. Ob das Kriterium der Nichtaus-
sichtslosigkeit der Beschwerde insgesamt erfüllt ist, obwohl dem Beschwerdefüh-
rer gestützt auf das beweiskräftige Gutachten vom 8. Juni 2020 eine Simulation 
psychiatrischer Symptomatik anzulasten ist, kann hier offen bleiben, nachdem 
dem Rechtsvertreter (gestützt auf den Prozessantrag Ziffer 3) mit gerichtlichem 
Schreiben vom 13. Oktober 2020 (noch vor Eingang der IV-Akten) die Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege zugesichert wurde. Wie bei einem 
Weiterzug zu entscheiden wäre, wird gegebenenfalls das Bundesgericht zu prü-
fen haben.

7.2 Für die Höhe des Honorars ist auf den kantonalen Gebührentarif für 
Rechtsanwälte (GebTRA, SRSZ 280.411) abzustellen, welcher in Verfahren vor 

38

dem Verwaltungsgericht in § 14 einen Rahmen von Fr. 300.-- bis Fr. 8'400.-- vor-
sieht. Nach § 2 GebTRA ist die Vergütung nach der Wichtigkeit der Streitsache, 
ihrer Schwierigkeit, dem Umfang und der Art der Arbeitsleistung sowie dem not-
wendigen Zeitaufwand zu bemessen. Nach § 6 Abs. 1 GebTRA kann eine Partei 
eine spezifizierte Kostennote über ihre Tätigkeit einreichen; erscheint sie ange-
messen, ist sie der Festsetzung der Vergütung zugrunde zu legen, andernfalls 
wird die Vergütung nach pflichtgemässem Ermessen festgesetzt. Von dieser 
Möglichkeit hat der Rechtsvertreter in seiner Eingabe vom 24. Dezember 2020 
Gebrauch gemacht. Die in der Honorarnote aufgeführten Arbeitsstunden (von 
über 39 h, was nahezu einer ganzen Arbeitswoche entspricht), erweist sich als 
offenkundig übersetzt und kann so nicht akzeptiert werden, auch wenn das IV-
Aktendossier im Verlauf umfangreich geworden ist. Als Vergleichsmassstab ist 
hier zu berücksichtigen, dass eine Rechtsanwältin (aus der gleichen Kanzlei) in 
einem bezüglich Aktenumfang und Komplexität des IV-Verfahrens sehr ähnlichen 
Beschwerdeverfahren einen Arbeitsaufwand von rund 20 Stunden bzw. gesamt-
haft ein Honorar von Fr. 3'900.-- geltend machte, was im Verfahren I 2020 72 als 
angemessen beurteilt und im Ergebnis akzeptiert wurde. Analog rechtfertigt es 
sich hier, ein Honorar von maximal Fr. 3'900.-- zuzusprechen. Dass der vom 
Rechtsvertreter eingesetzte Praktikant gemäss Honorarnote mehr Zeit benötigte 
als wenn der Erstgenannte die Beschwerde selber verfasst hätte, verm