# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 85be273e-dea7-5a98-b4c6-8e18d6e09f31
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-26
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 26.02.2015 100 2014 225
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2014-225_2015-02-26.pdf

## Full Text

100.2014.225U
MUT/BDE/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 26. Februar 2015

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, Verwaltungsrichter Müller
Gerichtsschreiberin Baerfuss Klossner

A.________
vertreten durch Fürsprecher …
Beschwerdeführer   

gegen

Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung infolge 
Straffälligkeit (Entscheid der Polizei-und Militärdirektion des Kantons Bern vom 26. Juni 
2014; BD 259/13)

Sachverhalt:

A.

Der am … 1961 geborene A.________, Staatsbürger der Türkei, reiste am 29. Juni 
1981 in die Schweiz ein und heiratete am 2. August 1981 seine hier 
niederlassungsberechtigte Landsfrau B.________. Aus dieser Ehe sind zwei Kinder 
hervorgegangen (geboren 1982 und 1984). Wegen mehrerer strafrechtlichen 
Verurteilungen und seiner betreibungsrechtlichen Situation verwarnte ihn das Amt für 
Migration und Personenstand des Kantons Bern (MIP), Migrationsdienst (MIDI), am 
13. Dezember 2006. Mit Urteil vom 1. Februar 2013 verurteilte das Amtsgericht 
Bucheggberg-Wasseramt A.________ wegen qualifizierten Widerhandlungen gegen 
das Betäubungsmittelgesetz zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren. Mit Verfügung 
vom 30. September 2013 widerrief das MIP die Niederlassungsbewilligung von 
A.________ und wies ihn unter Ansetzung einer Ausreisefrist aus der Schweiz weg.

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 6. November 2013 Beschwerde bei der 
Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM). Mit Entscheid vom 26. Juni 2014 
wies diese das Rechtsmittel ab und setzte ihm eine Ausreisefrist bis zum 8. August 
2014. 

C.

Hiergegen hat A.________ am 4. August 2014 Verwaltungsgerichtsbeschwerde 
erhoben mit dem Antrag, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei auf 
den Widerruf der Niederlassungsbewilligung zu verzichten. Gleichzeitig hat er um 
unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung seines Rechtsvertreters als amtlicher 
Anwalt ersucht. 

Die POM beantragt mit Vernehmlassung vom 14. August 2014 die Abweisung der 
Beschwerde; betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege hat sie auf einen 
Antrag verzichtet. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale 
Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 
über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig. Der 
Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch den 
angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an 
dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- und 
fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art.  80 VRPG).

2.

In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer die Verletzung des Gebots der 
Verfahrensfairness und der korrekten Aktenführung, weil die Vorinstanz den Antrag 
abgelehnt hat, die Strafanzeige der Stadt Solothurn vom 19. August 2010 aus den 
Akten zu weisen. Diese Anzeige erwecke einen falschen Eindruck, da sie zahlreiche 
Delikte enthalte, die er nicht begangen habe (Beschwerde S. 8).

2.1 Art.  29 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV; SR 101) garantiert einen 
allgemeinen Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung in allen Verfahren. Aus 
dieser verfahrensrechtlichen Grundnorm leitet die Rechtsprechung auch das Gebot 
eines fairen Verfahrens ab (BGE 133 I 1 E. 5.3.1). Aus dem Gehörsanspruch (Art. 29 
Abs. 2 BV) folgt weiter die Pflicht zur vollständigen Aktenführung in hängigen 
Verfahren. In den Akten ist alles festzuhalten, was zur Sache gehört und 
entscheidwesentlich sein kann. Die Aktenführungspflicht ist als Teilgehalt von Art.  23 
Abs. 1 VRPG auch gesetzlich verankert (BVR 2012 S. 109 E. 2.3.1, S. 252 E. 3.3.5, je 
mit Hinweisen; vgl. auch BVR 2013 S. 407 E. 3.2).

2.2 Wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat, gehört vorliegend auch die 
strafrechtliche Vorgeschichte zum entscheidrelevanten Sachverhalt (E. 7a). Es ist nicht 
aussergewöhnlich, dass eine beschuldigte Person wegen mehrerer Straftatbeständen 
angezeigt bzw. eine Untersuchung gegen sie eröffnet wird und das Verfahren in der 
Folge eingestellt wird oder gar ein Freispruch erfolgt; dies liegt in der Natur des 
Strafverfahrens. Es ist daher nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz den Anspruch 
auf ein faires Verfahren und die Aktenführungspflicht verletzt haben soll, indem sie die 
Strafanzeige in den Akten belassen hat, zumal sie bei der Interessenabwägung 

nachweislich auf das rechtskräftige Urteil vom 1. Februar 2013 ‒ und nicht auf die 
Strafanzeige ‒ abgestellt hat (Entscheid E. 2a und 3a). Dem Beschwerdeführer 
erwächst aus der Belassung der Strafanzeige in den Akten kein Nachteil. Aufgrund des 
Gesagten wird der Antrag, wonach die Strafanzeige aus den Akten zu weisen sei, 
abgewiesen.

3.

Umstritten sind der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers 
und dessen Wegweisung aus der Schweiz.

3.1 Die Niederlassungsbewilligung wird unbefristet und ohne Bedingungen erteilt 
(Art. 34 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG; SR 142.20]). Sie kann widerrufen werden, wenn die Ausländerin 
oder der Ausländer zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe, d.h. zu einer solchen von 
mehr als einem Jahr, verurteilt worden ist (Art. 63 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 62 Bst. b 
AuG; BGE 139 I 31 E. 2.1). Vorausgesetzt ist, dass das Strafurteil in Rechtskraft 
erwachsen ist (BVR 2013 S. 543 E. 3.1). Der Bewilligungswiderruf ist in diesem Fall 
auch möglich, wenn sich die ausländische Person länger als 15 Jahre in der Schweiz 
aufgehalten hat (Art. 63 Abs. 2 AuG). ‒ Mit Urteil vom 1. Februar 2013 verurteilte das 
Amtsgericht Bucheggberg-Wasseramt den Beschwerdeführer rechtskräftig zu einer 
Freiheitsstrafe von sechs Jahren (Akten MIDI pag. 195 ff.). Damit hat er 
unbestrittenermassen den Widerrufsgrund der längerfristigen Freiheitsstrafe gesetzt. 
Hingegen erachtet der Beschwerdeführer die Entfernungsmassnahme als 
unverhältnismässig.

3.2 Der Widerruf einer Niederlassungsbewilligung ist nur zulässig, wenn er 
aufgrund der im Einzelfall vorzunehmenden Interessenabwägung als verhältnismässig 
erscheint (Art. 5 Abs. 2 BV und Art. 96 AuG). Im Rahmen dieser Beurteilung sind die 
öffentlichen Interessen an der Entfernungsmassnahme aus Gründen der öffentlichen 
Sicherheit und Ordnung und die privaten Interessen der betroffenen Person am 
weiteren Verbleib in der Schweiz gegeneinander abzuwägen. Zu berücksichtigen ist 
die Gesamtheit der rechtswesentlichen Umstände im Einzelfall, namentlich die 
Schwere des Verschuldens, das Verhalten gegenüber der öffentlichen Ordnung und 
Sicherheit im Allgemeinen, die Rückfallgefahr, die Dauer der bisherigen Anwesenheit 
bzw. die Integration sowie die der betroffenen Person und ihrer Familie oder anderen 
Angehörigen drohenden Nachteile (BGE 135 II 377 E. 4.3 und 4.5, 110 E. 2.1; BVR 
2013 S. 543 E. 4.1, 2011 S. 289 E. 5.1, 2008 S. 193 E. 2.2 und 5.1). Wird durch die 
Entfernungsmassnahme die weitere Pflege familiärer Beziehungen im Sinn von Art. 8 
Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) bzw. des 

inhaltlich deckungsgleichen Art. 13 Abs. 1 BV beeinträchtigt, bilden Grundlage dieser 
Interessenabwägung Art. 8 Ziff. 2 EMRK und Art. 36 BV (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.2 und 
2.4, 31 E. 2.3.3, 16 E. 2.2.2, je auch mit Hinweisen auf die Praxis des Europäischen 
Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR]). 

4.

Aufgrund der Akten ist von folgendem unbestrittenem Sachverhalt auszugehen:

4.1 Der aus der Türkei stammende Beschwerdeführer, geboren am … 1961, reiste 
am 29. Juni 1981 in die Schweiz ein und heiratete am 2. August desselben Jahres eine 
in der Schweiz niedergelassene Landsfrau. Aus dieser Ehe sind zwei mittlerweile 
erwachsene Kinder hervorgegangen. Die Eheleute lebten während rund zehn Jahren 
getrennt; sie nahmen die eheliche Beziehung erst während des Gefängnisaufenthalts 
des Beschwerdeführers wieder auf (Akten MIDI pag. 225). Seit seiner bedingten 
Entlassung aus dem Strafvollzug am 25. Februar 2013 lebt der Beschwerdeführer 
wieder mit seiner Ehefrau zusammen. Er arbeitete während mehrerer Jahre für 
verschiedene Unternehmen, bis er sich in den neunziger Jahren erstmals selbständig 
machte und … verkaufte (Akten MIDI pag. 225). In der Folge eröffnete er einen Billard-
Club, musste aber wegen finanzieller Schwierigkeiten Konkurs anmelden. Nachdem 
der Beschwerdeführer für kurze Zeit in Deutschland gearbeitet hatte, eröffnete er 
Anfang 2005 in der Schweiz erneut einen Billard-Club (Akten MIDI pag. 225). Per 
28. Februar 2014 ist er im Betreibungsregister Emmental-Oberaargau mit einer offenen 
Betreibung in der Höhe von Fr. 530.-- und 35 offenen Verlustscheinen in der Höhe von 
Fr. 58ʹ174.50 registriert (Vorakten POM pag. 37). Der Beschwerdeführer und seine 
Ehefrau werden gegenwärtig vollumfänglich durch die Sozialhilfe unterstützt (Akten 
POM pag. 29 f., inkl. dazugehörige Beilagen 3 und 4; Beschwerde S. 9).

4.2 Seit dem Jahr 2003 hat sich der Beschwerdeführer wie folgt strafbar gemacht 
(Akten MIDI pag. 193 f. sowie 311 f.):

– Urteil des Gerichtskreises IV Aarwangen-Wangen vom 26. März 2003 wegen 
Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz: Busse von Fr. 200.--, bedingt 
vollziehbar;

‒ Urteil des Gerichtskreises IV Aarwangen-Wangen vom 21. März 2005 wegen 
Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz und einfacher 
Körperverletzung (mit Gift/Waffe/gefährlichem Gegenstand): Busse von Fr. 1ʹ500.--, 
bedingt vollziehbar;

‒ Strafmandat der Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn vom 19. November 
2005 wegen Widerhandlung gegen das Ausländergesetz: Busse von Fr. 200.--;

‒ Strafmandat der Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn vom 22. August 2006 
wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittel- und das Waffengesetz, 
unrechtmässiger Aneignung und Sachbeschädigung: vier Monate Gefängnis, 
bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von zwei Jahren (Untersuchungshaft 
21 Tage);

‒ Strafmandat des Untersuchungsrichteramts Freiburg vom 24. September 2007 
wegen Hehlerei und Widerhandlung gegen das Waffengesetz: Geldstrafe von 15 
Tagessätzen und Busse von Fr. 500.-- (Untersuchungshaft 11 Tage);

‒ Urteil des Amtsgerichts Bucheggberg-Wasseramt vom 1. Februar 2013 wegen 
Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (begangen in der Zeit von 
1.1.2005 bis 19.1.2009): Freiheitsstrafe von sechs Jahren (teilweise als Zusatzstrafe 
zum Strafmandat der Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn vom 22.8.2006; 
unter Anrechnung der Untersuchungshaft von 1ʹ474 Tage).

Am 19. Januar 2009 wurde der Beschwerdeführer in Untersuchungshaft genommen; 
am 23. September 2011 trat er in den vorzeitigen Strafvollzug ein. Bedingt aus dem 
Strafvollzug entlassen wurde er am 25. Februar 2013; die Probezeit endete am 
17. Januar 2015 (Akten MIDI pag. 241 ff.).

4.3 Bereits am 13. Dezember 2006 verwarnte das MIP den Beschwerdeführer 
wegen seiner strafrechtlichen Verfehlungen sowie seiner Verschuldung. Gleichzeitig 
stellte es ihm die Prüfung fremdenpolizeilicher Massnahmen in Aussicht, sollte er 
erneut straffällig werden und seine Schulden nicht in den Griff bekommen (Akten MIDI 
pag. 37 f.).

5.

Für die Beurteilung des öffentlichen Interesses am Widerruf der Niederlas-
sungsbewilligung sind die Schwere des Verschuldens, das Verhalten der 
ausländischen Person gegenüber der öffentlichen Ordnung und Sicherheit im 
Allgemeinen sowie die Rückfallgefahr zu berücksichtigen.

5.1 Das Verschulden, welches die betroffene Person mit der längerfristigen 
Freiheitsstrafe auf sich geladen hat, ist Ausgangspunkt der Beurteilung des öffentlichen 
Interesses. Seine Schwere bemisst sich regelmässig nach der Höhe der vom 
Strafgericht verhängten Strafe (BGE 134 II 10 E. 4.2 [Pra 97/2008 Nr. 87], BVR 2013 
S. 543 E. 4.2). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung sprechen Freiheitsstrafen 
ab 24 Monaten für ein schweres Verschulden, da diese Fälle bereits als so gravierend 
eingestuft werden, dass ein vollständiger Aufschub der Strafe nicht mehr in Frage 
kommt und mindestens ein Teil zwingend vollzogen werden muss. Auch aus fremden-
polizeilicher Sicht bedeutet die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von mehr als 24 

Monaten in jedem Fall einen sehr schwerwiegenden Verstoss gegen die 
schweizerische Rechtsordnung (BGE 139 I 145 E. 2.3 und 3.4, 135 II 377 E. 4.4 zur 
vorliegend infolge langer Aufenthaltsdauer zwar nicht anwendbaren «Reneja-Praxis»; 
in Bezug auf die Beurteilung des Verschuldens sind die Erwägungen dennoch 
massgebend; BVR 2013 S. 543 E. 4.2.3). ‒ Die Vorinstanz ist aufgrund der hohen 
Freiheitsstrafe von sechs Jahren von einem sehr schweren Verschulden des 
Beschwerdeführers ausgegangen (Entscheid E. 3a, auch zum Folgenden). Das ist 
nicht zu beanstanden, zumal sich dieser nicht näher dazu äussert. Es ist nichts 
ersichtlich, das die Würdigung der Vorinstanz in Frage stellen könnte. Namentlich 
handelte der Beschwerdeführer aus rein finanziellen Motiven, ohne sich in einer 
Notlage befunden zu haben. Zudem bezogen sich seine Widerhandlungen auf fast 
zwei Kilogramm reines Kokain, das er während einer langen Dauer von vier Jahren 
unter die Leute brachte. Damit hat er die Gesundheit einer Vielzahl von Menschen 
gefährdet (Akten MIDI pag. 224). 

5.2 Zu berücksichtigen ist sodann das Verhalten gegenüber der öffentlichen 
Ordnung und Sicherheit im Allgemeinen. Bei Personen, die mehrfach oder sogar 
regelmässig delinquiert haben, besteht aufgrund ihrer Einsichtslosigkeit ein erhebliches 
sicherheitspolizeiliches Interesse, sie aus der Schweiz wegzuweisen. Wiederholte oder 
gar notorische Delinquenz zeigt in besonderer Weise, dass sich die betreffende Person 
von Strafurteilen nicht hat beeindrucken lassen und führt zum Schluss, dass sie nicht 
willens oder fähig ist, sich an die hiesige Rechtsordnung zu halten (BVR 2013 S. 543 
E. 4.3 mit Hinweisen). ‒ Wie dargelegt (vgl. E. 4.2), ist der Beschwerdeführer bereits 
vor der Verurteilung vom 1. Februar 2013 mehrfach strafrechtlich in Erscheinung 
getreten. Die Straferkenntnisse wegen Körperverletzung und Widerhandlungen gegen 
das Betäubungsmittelgesetz fallen dabei besonders ins Gewicht; doch sind auch die 
mehrfachen Widerhandlungen gegen das Waffengesetz nicht zu bagatellisieren. Es 
zeugt von einer erheblichen Uneinsichtigkeit und einer inakzeptablen Geringschätzung 
der schweizerischen Rechtsordnung, dass sich der Beschwerdeführer weder durch die 
Verurteilungen und zweimalige Untersuchungshaft noch durch die förmliche 
Verwarnung des MIP im Dezember 2006 hat beeindrucken lassen, sondern im 
Gegenteil weiter delinquierte und sein deliktisches Verhalten durch die schweren 
Betäubungsmitteldelikte sogar noch erheblich steigerte. Die Vorinstanz hat daher zu 
Recht auf ein erhöhtes sicherheitspolizeiliches Interesse an einer aufenthalts-
beendenden Massnahme geschlossen (Entscheid E. 3b). Der Beschwerdeführer rügt 
diese Würdigung denn auch nicht als rechtsfehlerhaft. 

5.3 Mit Blick auf die Zukunft ist im Weiteren die Rückfallgefahr zu beurteilen:

5.3.1 Aus fremdenpolizeilicher Sicht ist das Risiko eines Rückfalls umso weniger 
hinzunehmen, je schwerer die Tat wiegt, welche die ausländische Person verübt hat. 
Bei schweren Straftaten, insbesondere bei Drogendelikten aus rein finanziellen 

Motiven, muss, angesichts der von diesen Delikten ausgehenden potentiellen Gefahr 
für die Gesellschaft, ausländerrechtlich selbst ein relativ geringes Rückfallrisiko nicht 
hingenommen werden (BGE 139 I 16 E. 2.2.1 und 31 E. 2.3.2). Der konkreten 
Prognose über das Wohlverhalten (und somit der Rückfallgefahr) sowie dem Resoziali-
sierungsgedanken des Strafrechts ist zwar im Rahmen der umfassenden 
fremdenpolizeilichen Interessenabwägung Rechnung zu tragen, die beiden Umstände 
geben aber nicht den Ausschlag (BGE 136 II 5 E. 4.2; BVR 2013 S. 543 E. 4.4.1).

5.3.2 Die Vorinstanz hat erwogen, es bestehe ein nicht unerhebliches, nicht 
hinzunehmendes Rückfallrisiko, vor allem weil der Beschwerdeführer trotz 
einschlägiger Vorstrafen mit den deliktischen Tätigkeiten im Betäubungsmittelbereich 
über lange Zeit und in schwerem Masse fortfuhr und er sich auch durch die förmliche 
Verwarnung vom 13. Dezember 2006 nicht davon abhalten liess (E. 3c). 
Demgegenüber rügt der Beschwerdeführer, dass die Vorinstanz die Abklärungen des 
Departements des Inneren des Kantons Solothurn, welches eine Rückfallgefahr 
verneine, ausser Acht lasse und seine positive Entwicklung nicht berücksichtige 
(Beschwerde S. 6). ‒ Es ist unbestritten, dass der Vollzug beim Beschwerdeführer 
positiv verlief und dieser am 25. Februar 2013 nach Verbüssen von zwei Dritteln der 
Strafe bedingt entlassen wurde (Akten MIDI pag. 241 ff.). Die Vorinstanz stellt aber zu 
Recht fest, dass der Beschwerdeführer aus seinem Verhalten im Strafvollzug und in 
der Probezeit nichts Wesentliches zu seinen Gunsten ableiten kann. Ein Wohlverhalten 
wird vielmehr erwartet und besitzt deshalb kaum Aussagekraft bezüglich des 
Verhaltens nach Ablauf dieser Zeitspanne (BGE 137 II 233 E. 5.2.2, 134 II 10 E. 4.3 
[Pra 97/2008 Nr. 87]; BVR 2011 S. 289 E. 5.3.1). Auch aus dem Umstand, dass er seit 
der bedingten Entlassung nicht rückfällig geworden ist, kann der Beschwerdeführer 
nichts Weitergehendes ableiten, zumal seither nur rund ein Jahr vergangen und die 
Probezeit erst kürzlich, am 17. Januar 2015, abgelaufen ist. Gemäss Strafurteil (Akten 
MIDI pag. 227) und entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers (Beschwerde 
S. 6) ist sodann von Reue und Einsicht nicht viel zu spüren. Vielmehr gebe sich der 
Beschwerdeführer selbstmitleidig und beschuldige andere Personen, ihn in die ganze 
Sache hineingezogen zu haben. Ansätze von Selbstreflexion seien nicht auszu-
machen. Das Departement des Inneren des Kantons Solothurn teilte diese 
Einschätzung in seiner Verfügung vom 21. Februar 2013 betreffend die bedingte 
Entlassung (Akten MIDI pag. 244). Die trotz mehrfacher Verurteilung im einschlägigen 
Bereich fehlende Reue, Einsicht und Selbstreflexion sowie der Umstand, dass ihn nicht 
einmal eine förmliche Verwarnung vor weiterer Delinquenz abzuhalten vermochte, 
führen in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass ein nicht unerheb-
liches Risiko weiterer Straffälligkeit besteht, welches nicht hingenommen werden muss.

5.4 Nach dem Gesagten ist es nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz 
angesichts des sehr schweren Verschuldens, der wiederholten Straffälligkeit und der 

nicht unerheblichen Rückfallgefahr ein sehr gewichtiges öffentliches Interesse am 
Widerruf der Niederlassungsbewilligung und der damit verbundenen Wegweisung des 
Beschwerdeführers aus der Schweiz angenommen hat.

6.

Hinsichtlich der privaten Interessen, welche der Entfernungsmassnahme 
entgegenstehen können, sind die Dauer der Anwesenheit, die Integration in der 
Schweiz sowie die dem Beschwerdeführer und seinen Angehörigen drohenden 
Nachteile zu berücksichtigen.

6.1 Je länger sich eine ausländische Person in der Schweiz aufgehalten hat, desto 
strengere Anforderungen sind grundsätzlich an die Anordnung eines Widerrufs der 
Niederlassungsbewilligung zu stellen. Die Aufenthaltsdauer ist aber insofern zu 
relativieren, als die Jahre, welche die ausländische Person in Illegalität, im Strafvollzug 
oder aufgrund einer vorläufigen Duldung hier verbracht hat, für die 
Interessenabwägung nicht ausschlaggebend sein können (BGE 137 II 1 E. 4.3, 
134 II 10 E. 4.3 [Pra 97/2008 Nr. 87]). Zu berücksichtigen ist auch, in welchem Alter die 
ausländische Person in die Schweiz eingereist ist. Selbst bei einem Ausländer, der be-
reits hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben in der Schweiz verbracht hat 
(Ausländer der «zweiten Generation»), ist der Widerruf der Niederlassungsbewilligung 
nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht ausgeschlossen (BGE 139 I 16 
E. 2.2.1, 31 E. 2.3.1). Erst recht gilt dies für ausländische Personen, die als 
Jugendliche oder ‒ wie der Beschwerdeführer ‒ erst als Erwachsene in die Schweiz 
gelangt sind. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung ist auch nach längerem 
Aufenthalt in der Schweiz eher zulässig, wenn die ausländische Person in der Schweiz 
nicht integriert ist (BVR 2013 S. 543 E. 5.1 mit Hinweisen; vgl. auch BGer 
2C_888/2012 vom 14.3.2013, E. 4.3.1).

6.2 Der heute 54-jährige Beschwerdeführer ist 1981 als 20-Jähriger in die Schweiz 
eingereist. Seine bisherige Aufenthaltsdauer von über 33 Jahren fällt damit ‒ was auch 
die Vorinstanz nicht verkannt hat ‒ vergleichsweise lang aus und begründet ein 
gewichtiges privates Interesse am Verbleib in der Schweiz, wiewohl ein Widerruf auch 
in solchen Fällen durch ein genügendes öffentliches Interesse gerechtfertigt sein kann 
(BVR 2013 S. 543 E. 5.2). Zu Recht führt die Vorinstanz aber aus, dass die Respektie-
rung der rechtsstaatlichen Ordnung grundlegender Aspekt jeglicher Integration ist 
(E. 4a; vgl. Art.  4 Abs. 1 Bst.  a der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über die 
Integration von Ausländerinnen und Ausländern [VIntA; SR 142.205]). Der 
Beschwerdeführer ging in der Vergangenheit verschiedenen Erwerbstätigkeiten nach 
und machte sich zwischenzeitlich erfolglos selbständig. Zurzeit wird er vollumfänglich 

von der Sozialhilfe unterstützt (vgl. vorne E. 4.1); gemäss unbestritten gebliebener 
Feststellung der Vorinstanz bezog er bereits in früheren Jahren Sozialhilfeleistungen 
(Entscheid E. 4a). Hinzu kommt eine Verschuldenssituation mit offenen Verlustschei-
nen in erheblicher Höhe (vgl. vorne E. 4.1). Mit der Vorinstanz ist damit auch eine 
gelungene wirtschaftlich-berufliche Integration des Beschwerdeführers klar zu 
verneinen. Abgesehen von seinen familiären Beziehungen hat der Beschwerdeführer 
keine genaueren Angaben zu seinem sozialen Umfeld und Freundeskreis gemacht. Er 
begnügt sich mit der allgemein gehaltenen Behauptung, dass er sich in der Schweiz 
einen Freundeskreis aufgebaut habe (Beschwerde S. 5), um kurz darauf auszuführen, 
dass seine Ehefrau, seine Kinder und seine Enkeltochter die einzigen Personen seien, 
die ihm Halt geben und zu denen er Kontakte pflege (Beschwerde S. 8; vgl. auch Akten 
MIDI pag. 226). Die Erwägung der Vorinstanz, wonach der Beschwerdeführer auch in 
sozialer Hinsicht nur bescheiden bzw. nicht genügend integriert ist, ist ebenfalls nicht 
zu beanstanden. 

6.3 Zu würdigen sind weiter Nachteile, die der Beschwerdeführer und seine 
Angehörigen durch die ausländerrechtliche Massnahme zu gewärtigen haben. 

6.3.1 Hinsichtlich der Reintegration in der Türkei hat die Vorinstanz zutreffend 
erwogen, dass der Beschwerdeführer die ersten 20 Jahre seines Lebens dort verbracht 
hat (E. 4d). Es ist davon auszugehen, dass er mit den sprachlichen, kulturellen und 
gesellschaftlichen Gepflogenheiten seines Heimatlands nach wie vor vertraut ist. Dafür 
spricht, dass er seit vielen Jahren mit einer Landsfrau verheiratet ist und auch in der 
Schweiz ‒ zumindest in der Vergangenheit ‒ viele Kontakte zu Landsleuten pflegt(e) 
(Akten MIDI pag. 224 f.). Aktenkundig ist auch, dass er sich sowohl im April 2013 
(Akten MIDI pag. 307) als auch im Juli 2014 (Akten POM pag. 61) um ein Rück-
reisevisum bemüht hat, um seine Familie zu besuchen. Daraus kann gefolgert werden, 
dass er Kontakte zu Familienangehörigen in der Türkei hat und diese Beziehungen 
aktiv pflegt. Dies wäre ihm bei einer Wiedereingliederung von Nutzen. Die 
Eingliederung in den Arbeitsmarkt dürfte zwar mit gewissen Schwierigkeiten verbunden 
sein; seine Deutschkenntnisse und seine in der Schweiz gesammelten 
Berufserfahrungen begünstigen jedoch den Aufbau einer wirtschaftlichen Existenz. Im 
Übrigen besteht in wirtschaftlicher und persönlicher Hinsicht auch die Möglichkeit, dass 
ihn seine Angehörigen von der Schweiz aus finanziell und moralisch unterstützen. Eine 
Rückkehr in die Heimat ist nach einem faktisch 33-jährigen Aufenthalt in der Schweiz 
gewiss nicht einfach, eine soziale und wirtschaftliche Reintegration erscheint jedoch 
möglich. 

6.3.2 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, eine Rückkehr in die Türkei sei 
ihm aufgrund seines Gesundheitszustands nicht zumutbar (Beschwerde S. 5). Eine 
medizinische Notlage steht der Wegweisung nur dann entgegen, wenn eine 
notwendige medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die 

Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des 
Gesundheitszustands der betroffenen Person führt. Dabei wird als wesentlich die 
allgemeine und dringende medizinische Behandlung erachtet, welche zur 
Gewährleistung einer menschenwürdigen Existenz absolut notwendig ist. 
Unzumutbarkeit liegt jedenfalls dann noch nicht vor, wenn im Heimat- oder 
Herkunftsstaat eine nicht dem schweizerischen Standard entsprechende medizinische 
Behandlung möglich ist (BGE 139 II 393 E. 6, 137 II 305 E. 4.3; BVR 2013 S. 543 
E. 5.3.2 mit Hinweisen). ‒ Der Beschwerdeführer leidet an rezidivierend auftretenden 
depressiven Störungen sowie vermutlich an einer Angststörung; er befindet sich – mit 
teilweise längeren Unterbrüchen – seit 2002 in psychiatrisch-psychotherapeutischer 
Behandlung (Akten MIDI pag. 335). Laut dem Bericht der Schweizerischen 
Flüchtlingshilfe «Türkei: Pflegebetreuung und psychiatrische Behandlung» vom 28. 
November 2013 (nachfolgend SFH-Bericht 2013, einsehbar unter: 
<http://www.fluechtlingshilfe.ch>) bieten staatliche und private Institutionen 
psychotherapeutische Behandlungen an, wobei die Kosten von der allgemeinen 
Krankenversicherung übernommen werden, wenn die Behandlung in einer staatlichen 
Institution erfolgt. Dies gilt ebenfalls für die Konsultationen durch eine psychiatrische 
Fachperson. Auch der Grossteil der Medikamentenkosten wird durch die allgemeine 
Krankenversicherung abgedeckt (vgl. SFH-Bericht 2013, S. 13 ff.; vgl. auch BVGer D-
7058/2014 vom 15.12.2014, E. 10.3.2, sowie C-1600/2010 vom 18.12.2013, 
E. 8.3.2.2). Mit der Vorinstanz ist daher davon auszugehen, dass die medizinische 
Versorgung des Beschwerdeführers auch in seinem Heimatland gewährleistet ist. Dass 
sie wohl nicht dem schweizerischen Standard entspricht, ist nicht massgebend.

6.3.3 Der Beschwerdeführer rügt, die Entfernungsmassnahme verletze sein Recht 
auf Achtung des Privat- und Familienlebens gemäss Art. 13 BV sowie Art. 8 Ziff. 1 
EMRK, weil sie zur Trennung von seiner in der Schweiz lebenden Familie führen würde 
(Beschwerde S. 7). ‒ Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer seit seiner 
Entlassung aus dem Strafvollzug wieder eine intakte eheliche Beziehung mit seiner 
Ehefrau führt (Entscheid E. 4b). Ob, wie er vorbringt (Beschwerde S. 8), seiner seit 34 
Jahren hier lebenden Ehefrau eine Ausreise nicht zumutbar ist, kann offenbleiben, 
denn ein Eingriff in den Schutzbereich des Grundrechts ist zulässig, wenn er sich 
insgesamt als verhältnismässig erweist (BGE 137 I 247 E. 4.1). Das 
Verwaltungsgericht anerkennt mit der Vorinstanz die Beeinträchtigung der Beziehung, 
wenn der Beschwerdeführer die Schweiz allein verlassen würde, da sie nur noch in 
eingeschränktem Mass gepflegt werden könnte. Den Eheleuten ist jedoch 
entgegenzuhalten, dass sie bereits vor der Inhaftierung des Beschwerdeführers im 
Januar 2009 seit mehreren Jahren getrennt gelebt hatten (vgl. vorne E. 4.1), während 
des langjährigen Strafvollzugs ebenfalls eine räumliche Trennung bestand und sie bei 
Wiederaufnahme des Ehelebens nicht darauf vertrauen konnten, dieses in der Schweiz 
führen zu können. Das private Interesse des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau an 

seinem Verbleib in der Schweiz ist vor diesem Hintergrund stark zu relativieren. Wie 
die Vorinstanz zutreffend erkannt hat, fallen sodann die Beziehungen des 
Beschwerdeführers zu seinen beiden in der Schweiz lebenden erwachsenen Kindern 
und deren Familien nicht in den konventions- bzw. verfassungsmässigen 
Schutzbereich des Ehe- und Familienlebens (vgl. Entscheid E. 4b). Diese Angehörigen 
zählen nicht zur sogenannten Kernfamilie des Beschwerdeführers, und ein besonderes 
Abhängigkeitsverhältnis, welches über die normalen affektiven Beziehungen 
hinausgeht, ist weder geltend gemacht noch ersichtlich (statt vieler BGE 137 I 154 
E. 3.4.2). Ungeachtet dessen anerkennt das Verwaltungsgericht, dass die örtliche 
Trennung für Vater, Kinder und Enkelkind wohl nicht einfach wäre. Immerhin würden 
die Beziehungen aber mit Hilfe moderner Kommunikationsmittel und im Rahmen von 
Besuchen gepflegt werden können.

6.4 Insgesamt sind die privaten Interessen am Verbleib des Beschwerdeführers in 
der Schweiz insbesondere aufgrund der langen Aufenthaltsdauer sowie der familiären 
Beziehungen ‒ selbst wenn deren Bedeutung wie gesehen zu relativieren ist ‒ von 
einigem Gewicht. Demgegenüber kann nicht von einer gelungenen wirtschaftlichen und 
sozialen Integration des Beschwerdeführers in der Schweiz gesprochen werden und es 
stehen auch der Rückkehr und Wiedereingliederung in sein Heimatland keine wesent-
lichen Hindernisse entgegen.

7. 

Die Abwägung der massgeblichen öffentlichen und privaten Interessen ergibt 
Folgendes:

7.1 Der Beschwerdeführer wurde wegen mehrjähriger Delinquenz im 
Betäubungsmittelbereich zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt, was ein 
schweres Verschulden zum Ausdruck bringt. Im Verbund mit der wiederholten 
Straffälligkeit sowie der Rückfallgefahr begründet sie ein sehr gewichtiges Interesse an 
seiner Fernhaltung. Trotz seiner langen Anwesenheit in der Schweiz hat sich der 
Beschwerdeführer weder in sozialer noch wirtschaftlicher Hinsicht erfolgreich zu 
integrieren vermocht. Bedeutende Hindernisse stehen seiner Rückkehr in die Türkei 
nicht entgegen. Hinsichtlich der ihm und seiner Frau drohenden Nachteile muss sich 
der Beschwerdeführer entgegenhalten lassen, dass er mit seinem Verhalten die 
Beeinträchtigung der familiären Beziehung in Kauf genommen und die Beziehung ‒ 
nach langjähriger Trennung ‒ zu einem Zeitpunkt wieder aufgenommen hat, als er 
nicht mehr damit rechnen konnte, diese in der Schweiz leben zu können. Insgesamt 
überwiegt das öffentliche Interesse an der Entfernungsmassnahme die privaten 
Interessen am Verbleib in der Schweiz klar.

7.2 Nichts zu seinen Gunsten ableiten kann der Beschwerdeführer schliesslich aus 
dem Urteil 12020/09 des EGMR vom 16. April 2013 i.S. Udeh gegen Schweiz 
(Beschwerde S. 7), in welchem der EGMR die Wegweisung des betroffenen 
Beschwerdeführers aus der Schweiz als Verstoss gegen das Recht auf Familienleben 
gewertet hat. Dieses Urteil ist kein Grundsatzentscheid, sondern erscheint vielmehr als 
spezifischer Anwendungsfall der bisherigen Praxis des EGMR (BGE 139 I 325 E. 2.4 
[Pra 103/2014 Nr. 22]; BGer 2C_366/2014 vom 6.6.2014, E. 2.3.2; VGE 2013/346 vom 
28.8.2014, E. 6.2 [noch nicht rechtskräftig]). Im Übrigen unterscheidet sich der dem 
Urteil Udeh zugrunde liegende Sachverhalt vom hier zu beurteilenden: So hat der 
Beschwerdeführer keine minderjährigen Kinder, und seine strafrechtlichen 
Verfehlungen übertreffen jene des Beschwerdeführers Udeh deutlich. Auch der 
Vergleich mit dem Urteil 52166/09 des EGMR vom 11. Juni 2013 i.S. Hasanbasic 
gegen Schweiz (Beschwerde S. 8) hilft nicht. Der Beschwerdeführer Hasanbasic wurde 
zwar ebenfalls wiederholt straffällig, die höchste Strafe ging aber nicht über eine 17-
tägige Freiheitsstrafe hinaus. Diese Konstellation lässt sich mit vorliegendem 
Sachverhalt in keiner Weise vergleichen. Im Übrigen dürfte auch das Urteil Hasanbasic 
nicht von grundsätzlicher Bedeutung sein.

7.3 Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung des 
Beschwerdeführers erweisen sich nach dem Gesagten als verhältnismässig. Der 
angefochtene Entscheid hält somit der Rechtskontrolle stand. Die Beschwerde ist 
abzuweisen und dem Beschwerdeführer ist eine neue Ausreisefrist anzusetzen.

8.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer an sich kostenpflichtig 
und hat keinen Anspruch auf Parteikostenersatz (Art. 108 Abs. 1 und 3 VRPG). Er hat 
indessen für das verwaltungsgerichtliche Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege 
unter Beiordnung seines Rechtsvertreters als amtlicher Anwalt ersucht.

8.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von den 
Verfahrenskosten, wenn diese nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr 
Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 117 
der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO; SR 272]). 
Unter den gleichen Voraussetzungen kann einer Partei überdies eine Anwältin oder ein 
Anwalt beigeordnet werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es 
rechtfertigen (Art. 111 Abs. 2 VRPG). Ein Prozess ist nicht aussichtslos, wenn berech-
tigte Hoffnung besteht, ihn zu gewinnen, das heisst wenn Gewinnaussichten und 
Verlustgefahren sich ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als 
diese. Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Praxis demgegenüber 

Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer 
sind als die Verlustgefahren und deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden 
können. Massgebend ist dabei, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich 
bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen oder aber davon absehen 
würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht 
führen würde, nicht deshalb austragen können, weil er sie nichts kostet (BGE 
139 III 475 E. 2.2; BVR 2008 S. 97 E. 5.2).

8.2 Die Vorinstanz hat gestützt auf die detaillierte Wiedergabe der massgebenden 
Praxis und auf zutreffender sachverhaltlicher Grundlage die involvierten Interessen 
sorgfältig gegeneinander abgewogen. Vor diesem Hintergrund waren aufgrund der 
schweren Delinquenz im Bereich der Betäubungsmittel und des Umstands, dass der 
Beschwerdeführer im verwaltungsgerichtlichen Verfahren nichts Substantielles anführt 
bzw. anführen kann, das das öffentliche Interesse an der ausländerrechtlichen Mass-
nahme nur annähernd aufzuwiegen vermöchte, die Gewinnaussichten der Beschwerde 
von Beginn weg beträchtlich geringer als die Verlustgefahren. Die Beschwerde ist 
aussichtslos und das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen, ohne dass 
die Prozessarmut noch zu prüfen wäre. 

8.3 Da über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege erst im Endentscheid 
befunden wird und der Beschwerdeführer deshalb keine Gelegenheit hatte, sein 
Rechtsmittel nach Abweisung dieses Begehrens zurückzuziehen und damit Kosten zu 
sparen, sind diese praxisgemäss bloss im Rahmen der üblichen 
Abschreibungsgebühren zu erheben. Ersatzfähige Parteikosten sind keine angefallen 
(Art. 108 Abs. 1 und 3 i.V.m. Art. 104 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Dem Beschwerdeführer wird eine neue 
Ausreisefrist angesetzt auf den 14. April 2015.

2. Das Gesuch um Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen.

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine 
reduzierte Pauschalgebühr von Fr. 500.--, werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

5. Zu eröffnen:
- dem Beschwerdeführer
- der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
- dem Staatssekretariat für Migration

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.