# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f85ad38f-2594-5afc-903b-6e00c5c60ff8
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-10
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 10.10.2017 PQ170053
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PQ170053_2017-10-10.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: PQ170053-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichterin 

lic. iur. M. Stammbach und Oberrichter Dr. P. Higi sowie Gerichts-

schreiberin MLaw R. Schneebeli 

Urteil vom 10. Oktober 2017 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Beschwerdeführerin  

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 
B._____,  

Beschwerdegegner 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y1._____ 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y2._____ 

 

betreffend gemeinsame elterliche Sorge / persönlicher Verkehr 

Beschwerde gegen ein Urteil des Bezirksrates Pfäffikon vom 13. Juni 2017 
i.S. C._____, geb. tt.mm.2012; VO.2016.8 (Kindes- und Erwachsenenschutz-

behörde Pfäffikon) 

 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 
(Übersicht zum Sachverhalt/Prozessgeschichte) 

1. - 1.1 A._____ und B._____ sind die Eltern von C._____. C._____ wurde am 

tt.mm.2012 geboren und steht seit da unter der alleinigen elterlichen Sorge der 

Mutter. B._____ hat die Vaterschaft bereits vor der Geburt des Sohnes anerkannt. 

Im Zeitpunkt der Geburt von C._____ lebten die Eltern in einem gemeinsamen 

Haushalt, dem überdies der am tt.mm.2004 geborene D._____ angehörte. 

D._____ ist der aus einer früheren Beziehung der Mutter stammende Halbbruder 

von C._____. 

 Anfangs 2013 trennten sich die Eltern. Zu einer Unterhaltsregelung kam es 

2014. Seit der Trennung der Eltern lebt C._____ zusammen mit seinem Halbbru-

der im mütterlichen Haushalt. Dieser befindet sich neuerdings in E._____, weil die 

Mutter dort mit ihrem neuen Partner F._____ ein Einfamilienhaus erworben hat 

(vgl. act. 2 S. 14). 

 Die Mutter ist von Beruf Sozialpädagogin, der Vater ist kaufmännischer An-

gestellter bei einer Versicherung. 

1.2 Die Beziehung der Eltern war schon vor der Geburt von C._____ schwierig 

und blieb es während und nach der konflikthaften Trennung in den ersten Mona-

ten des Jahres 2013 (vgl. KESB-act. 12/1, dort Abklärungsbericht des kjz … vom 

6. Juni 2013, S. 3). Die Eltern wiesen sich gegenseitig die Schuld zu, ihre Kom-

munikation miteinander war gestört (vgl. a.a.O., S. 4). In ihren Konflikt zogen sie 

zudem ihre Eltern, die Grosseltern von C._____, hinein (vgl. a.a.O., S. 6: Famili-

enkonflikt). 

 Am Grundlegenden des elterlichen Paarkonfliktes und der damit einherge-

henden gestörten, also mitunter schwierigen Kommunikation hat sich seither 

nichts Wesentliches geändert. 

1.3 Im September 2013 regelte die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Us-

ter den persönlichen Umgang von Vater und Sohn; aufgrund des Alters von 

C._____ wurde einstweilen auf Ferienbesuche des Vaters verzichtet. Weiter wur-

- 3 - 

de vermerkt, dass sich die Eltern verpflichtet hatten, nach Ablauf von sechs Mo-

naten über eine weitergehende Besuchsrechtsregelung Vergleichsgespräche zu 

führen. Den Eltern wurde überdies die Weisung erteilt, alles zu unterlassen, was 

sich nachteilig auf das Wohl von C._____ sowie dessen Halbbruder auswirken 

könne, und für Übergaben von C._____ die Hilfe neutraler Dritter, namentlich das 

KET des Marie Meierhofer Instituts für das Kind in Anspruch zu nehmen (vgl. 

KESB-act. 3/2: Entscheid vom 18. September 2013, S. 5 f.). 

 Im April 2014 liess die Mutter C._____ taufen, wovon der Vater nichts wuss-

te; er erfuhr davon erst im November 2014 (vgl. KESB-act. 37). 

1.4 Am 8. Juli 2014 ersuchte der Vater die Kindes- und Erwachsenenschutzbe-

hörde Bezirk Pfäffikon (fortan nur: KESB) um eine Ausweitung des persönlichen 

Verkehrs von Vater und Sohn; weiter beantragte er die gemeinsame elterliche 

Sorge für C._____ (vgl. KESB-act. 3/1). 

1.4.1 Am 19. September 2014 wurden die Eltern bei der KESB angehört (vgl. 

KESB-act. 17). Die Mutter lehnte dabei eine Mediation zur Ausarbeitung einer 

weitergehenden Besuchsrechtsregelung ab (macht keinen Sinn, wir sind zu weit 

voneinander entfernt mit unseren Vorstellungen; vgl. KESB-act. 17 S. 1). Zum An-

trag des Vaters auf Ausweitung des persönlichen Verkehrs vermerkte sie, dieser 

liege nicht im Kindeswohl, sondern entspreche nur den Wünschen des Vaters 

(vgl. a.a.O.). Ebenso lehnte sie den Antrag des Vaters auf gemeinsame elterliche 

Sorge ab. Der Vater nehme zu wenig Rücksicht auf das Kind, wolle auf sein 

Recht nicht verzichten, wenn C._____ nicht zu ihm gehen wolle. Sie befürchte, 

dass der Vater bei allem dagegen sein werde, wenn er die elterliche Sorge erhalte 

(vgl. a.a.O., S. 2). Zudem wünschte sie einen Wechsel bei den Tagen, an denen 

C._____ beim Vater auf Besuch ist. 

 Der Vater beharrte auf einer Mediation beim Marie Meierhofer Institut für das 

Kind, die angeordnet werden solle, beklagte sich über wiederholte Kontaktunter-

brüche (die Mutter sei u.a. seit der Geburt von C._____ 26 Wochen mit dem Kind 

in den Ferien gewesen), erklärte, er fühle sich ohne gemeinsame Sorge ausge-

schlossen und wünschte sich Einvernehmlichkeit zwischen den Eltern, die er für 

machbar erachtete (vgl. a.a.O., S. 2 f.). 

- 4 - 

1.4.2 Am 4. November 2014 gelangte die Mutter per E-Mail an die KESB und ver-

langte eine bereits in der Anhörung bei der KESB angesprochene Abänderung 

des Kontaktrechts von Vater und Sohn alle zwei Wochen an den Freitagen. Sie 

wies auf einen Einschätzungsbericht der Kinderärztin hin und gab weiter an, es 

gebe zu viele Wechsel für das Kind, das teilweise bei einer Tagesmutter sei; 

C._____ könne zur Kompensation alle zwei Wochen an den Samstagen dafür 75 

Minuten länger beim Vater bleiben (vgl. KESB-act. 28; siehe auch KESB-act. 31). 

Den in der E-Mail erwähnten Arztbericht reichte sie später nach (vgl. KESB-act. 

32 bzw. 32/1). 

 Gespräche beim Marie Meierhofer Institut wurden aufgenommen und im De-

zember 2014 abgebrochen, weil mit den Eltern keine Grundlage für eine psycho-

logische Beratung hatte erarbeitet werden können (vgl. KESB-act. 38). 

 Im Februar 2015 erteilte die KESB dem Kinder- und Jugendhilfezentrum 

(kjz) … den Auftrag, die sozialen und familiären Verhältnisse der Eltern abzuklä-

ren, Vorschläge für eine angemessene Besuchsrechtsregelung zu unterbreiten, 

sich zur allfälligen Notwendigkeit einer Besuchsrechtsbeistandschaft sowie zur 

Frage gemeinsamer elterlicher Sorge zu äussern (vgl. KESB-act. 44). 

 Im Mai 2015 gelangte die Mutter erneut per E-Mail an die KESB; sie erklärte, 

sie würde gerne ein Testament verfassen und klären, wer für C._____ das Be-

treuungs- und Sorgerecht habe, wenn ihr etwas zustossen sollte (vgl. KESB-act. 

55). 

 Mit Eingabe vom 3. Juni 2015 gelangte der Vater an die KESB mit dem An-

liegen, ihm im Sommer 2015 Ferien mit C._____ zu ermöglichen, weil er bislang 

noch nie Ferien mit dem Sohn habe verbringen können (vgl. KESB-act. 60). Das 

Gesuch wurde an das mit den Abklärungen zur Besuchsrechtsregelung usw. be-

auftragte kjz … weiter geleitet (vgl. KESB-act. 61). 

1.4.3 Am 15. Juni 2015 fand im Rahmen der Abklärungen zur Besuchsrechtsrege-

lung ein Gespräch mit der Mutter im kjz … statt, in dem die Mutter einen Vorfall 

zur Sprache brachte, der sich am Vorabend ereignet habe, als C._____ mit 

D._____ alleine in der Badewanne gewesen sei, nachdem C._____ zuvor beim 

Vater auf Besuch gewesen war. Sie berichtete, was D._____ geschildert und was 

sie dann durch eigenes Befragen sozusagen überprüft habe, nämlich dass 

- 5 - 

C._____ dem Bruder gegenüber angegeben habe, er habe den Penis seines Va-

ters geleckt (vgl. KESB-act. 64 S. 1). Die Mitarbeiterinnen des kjz gelangten da-

raufhin an die KESB, die am 16. Juni 2015 Strafanzeige wegen Verdachts auf ei-

nen sexuellen Übergriff des Vaters einreichte und C._____ für das Strafverfahren 

einen Beistand bestellte (vgl. KESB-act. 65 f.). Am 17. Juni 2015 hörte der Präsi-

dent der KESB die Mutter an und wies diese an, dem Vater Besuche mit C._____ 

zu verweigern (vgl. KESB-act. 69). 

 Am 4. Juli 2015 wurde dem Vater, der tags zuvor verhaftet worden war, we-

gen Kollusionsgefahr vom Zwangsmassnahmegericht ein Rayon- und ein Kon-

taktverbot gegenüber der Mutter und D._____ auferlegt (vgl. KESB-act. 92, An-

hang). Die Staatsanwaltschaft führte eine grössere Untersuchung durch (u.a. mit 

der Einvernahme von D._____, der Mutter und Dritter, Auswertung von E-Mail-

Verkehr und beim Vater sichergestellter Datenträger). Am 2. Dezember 2015 

stellte sie das Verfahren gegen den Vater ein, weil sich der – letztlich – von der 

Mutter zur Anzeige gebrachte Sachverhalt objektiv nicht hatte erhärten lassen. 

Festgehalten wurde in der Einstellungsverfügung dazu u.a., dass sich der zur An-

zeige gebrachte Sachverhalt nicht auf eigene Wahrnehmungen der Mutter oder 

von D._____ abzustützen vermochte, sondern im Wesentlichen auf "Hören-

Sagen" beruhte. Der den Strafbehörden zur Kenntnis gebrachte Inhalt von Äusse-

rungen C._____s basiere nicht auf spontanen Äusserungen des Kindes, sondern 

auf mütterlichen Befragungen; Vorgespräche der Mutter mit D._____ vor dessen 

Einvernahme hätten zudem dessen Aussage beeinflussen müssen (vgl. KESB-

act. 116 S. 2). Dem Vater wurde eine Entschädigung sowie eine Genugtuung zu-

gesprochen (vgl. KESB-act. 116 S. 3 f.). 

1.5 - 1.5.1 Die KESB erwog in der Folge, eine vorsorgliche Besuchsregelung zu 

erlassen. Am 16. Dezember 2015 wurde die Mutter angehört (vgl. KESB-act. 

132). Diese hatte der KESB bereits im Vorfeld mitgeteilt, sie sei über Weihnach-

ten/Neujahr in den Ferien (KESB-act. 120) und ab Februar 2016 für drei Monate 

ferienabwesend (KESB-act. 125). Am 20. Dezember 2015 ersuchte die Mutter die 

KESB zudem, das Verfahren während ihrer Ferienabwesenheit ab Februar 2016 

zu sistieren (vgl. KESB-act. 146). 

- 6 - 

 In der Anhörung vom 16. Dezember 2015 erachtete die Mutter begleitete 

Besuche von Sohn und Vater ein Mal pro Monat "als ausreichend" (KESB-act. 

132 S. 1). Sie betonte, eine Kommunikation zwischen ihr und dem Vater über 

Kinderbelange sei kaum möglich und sehr aufwändig, sprach sich gegen eine 

gemeinsame elterliche Sorge aus und äusserte Befürchtungen über das Kindes-

wohl trotz der Einstellung der Strafuntersuchung. C._____ habe noch im Sommer 

2015 "gehäuft sexualisierte Aussagen getätigt" (a.a.O.). 

 Dem Vater wurde von der KESB am 17. Dezember 2015 per E-Mail ein "Te-

lefontermin für das rechtliche Gehör" angeboten (KESB-act. 136). Der Vater ver-

langte daraufhin eine Anhörung vor Ort. Zu dieser kam es am 10. Februar 2016 

(KESB-act. 167). Zuvor war der im Februar 2015 in Auftrag gegebene Abklä-

rungsbericht des kjz … eingegangen (vgl. KESB-act. 164) und hatte der Vater er-

neut die gemeinsame elterliche Sorge beantragt sowie einen Vorschlag für die 

Gestaltung des persönlichen Verkehrs mit seinem Sohn der KESB unterbreiten 

lassen, der einen kontinuierlichen Aufbau des Kontaktes bis hin zu Ferienbe-

suchsrechten vorsah sowie Skypekontakte (vgl. act. 165, S. 2 - 4). Ebenfalls am 

10. Februar 2016 wurde die Mutter nochmals angehört (vgl. KESB act. 166). 

1.5.2 Der Abklärungsbericht des kjz … (KESB-act. 164) datiert vom 26. Januar 

2016. Er erachtet beide Eltern je einzeln als kompetent in der Erziehung und in 

der Kommunikation, ortet jedoch einen hochgradigen Trennungs- bzw. Betreu-

ungskonflikt zwischen ihnen. Die Positionen der Eltern seien unvereinbar; bei 

sämtlichen C._____ betreffenden Belangen verträten sie eine entgegengesetzte 

Haltung, so dass Vermittlung unmöglich erscheine (vgl. a.a.O., S. 9). Gegenseiti-

ge Vorbehalte seien deutlich erkennbar (vgl. a.a.O., S. 8). 

 Der Bericht hielt weiter fest, bis zum Juni 2015 hätten keine Hinweise vorge-

legen, die gegen die Ausweitung des Besuchsrechts gesprochen hätten. Aufgrund 

des dann erfolgten Kontaktabbruches müsse nun der Kontakt aber schrittweise 

aufgebaut werden (a.a.O., S. 8), zunächst mit Besuchen in Begleitung, einer 

Auswertung dazu, dann mit wöchentlichen Besuchen beim Vater mit Übernach-

tungen und später auch gemeinsame Ferien von Sohn und Vater im Umfang von 

jährlich drei Wochen, verbunden mit einer Kompensationsregelung bei längeren 

Abwesenheiten der Mutter mit Sohn (a.a.O., S. 9). Vermerkt wurde zudem der 

- 7 - 

Sache nach, der Vater habe hinsichtlich des sorgfältigen Aufbaus der Kontakte 

und der Häufigkeit der Besuche wenig kindergerechte Vorstellungen, stelle seine 

Rechte in den Vordergrund; die Mutter hingegen schränke durch ihre häufigen Fe-

rienabwesenheiten den Kontakt von C._____ zum Vater ein (vgl. a.a.O., S. 10) 

bzw. störe damit den Wiederaufbau der Beziehung von Sohn und Vater erheblich 

(vgl. a.a.O., S. 9). Weil C._____ dem Konflikt seiner Eltern ausgeliefert sei und die 

Eltern nicht in der Lage seien, das Besuchsrecht kindergerecht einzurichten, wur-

de im Bericht eine "Besuchsrechtsbeistandschaft" empfohlen; mit dieser könne 

einer Gefährdung des Kindeswohl durch die beiden Eltern adäquat begegnet 

werden (vgl. a.a.O., S. 9 und S. 10). Ergänzend wurde für den Fall der Verschär-

fung des elterlichen Konflikts u.a. eine Erziehungsbeistandschaft bzw. ein Eltern-

coaching empfohlen (vgl. a.a.O., S. 10) und von einer erneuten Mediation abgera-

ten (aufgrund der bislang erfolglosen Versuche kaum zielführend; vgl. a.a.O., 

S. 11). Endlich empfahl der Bericht, eine Entscheidung über die gemeinsame el-

terliche Sorge erst im Januar 2017 zu treffen, "wenn das Besuchsrecht funktio-

niert" (vgl. a.a.O., S. 9). 

1.5.3 Der Vater erklärte sich in der Anhörung vom 10. Februar 2016 im Wesentli-

chen mit der im Abklärungsbericht skizzierten Aufbauphase und der vorgeschla-

genen Beistandschaft einverstanden, nicht hingegen mit der Begleitung der Kon-

takte sowie deren Auswertung. Detailliertere Besuchsregelungen hielt er für ziel-

führender als den damit verbundenen langsamen Aufbau. Weiter wünschte er ei-

ne hälftige Aufteilung der Ferien von C._____ zwischen den Eltern (vgl. KESB-

act. 167 S. 1) und Skypekontakte während der Ferienabwesenheiten der Mutter 

(vgl. a.a.O., S. 2). 

 Die Mutter stimmte in ihrer Anhörung vom 10. Februar 2017 einer Beistand-

schaft ebenfalls zu. Sie begrüsste zudem eine Familienbegleitung während der 

Aufbauphase. Übernachtungen von C._____ bei seinem Vater lehnte sie einstwei-

len ab; das Kriterium für eine Ausweitung des persönlichen Verkehrs müsse das 

Wohlergehen von C._____ sein: C._____ gehe es derzeit ohne häufigen Wechsel 

der Bezugspersonen besser. Auch in Zukunft wolle sie häufige Bezugspersonen-

wechsel vermeiden (vgl. KESB-act. 166 S. 1). Die im Abklärungsbericht vorge-

schlagene Regelung zu Besuchen an Feiertagen lehnte sie ab mit dem Verweis 

- 8 - 

auf das, was bisher eingeplant gewesen sei (an Ostern und Weihnachten eine 

Übernachtung, an Pfingsten ein Tag); ebenso lehnte sie das vorgeschlagene Fe-

rienbesuchsrecht ab. Gegen Skypekontakte hatte sie nichts einzuwenden. Ein 

gemeinsames Sorgerecht kam für sie hingegen "nicht in Frage": dagegen spreche 

das verringerte Konfliktpotenzial bei alleiniger Sorge und die vollständige Kom-

munikationsunfähigkeit zwischen ihr und dem Vater (vgl. a.a.O.). 

1.5.4 Mit Entscheid vom 23. Februar 2016 wies die KESB das Sistierungsgesuch 

der Mutter ab, traf für die Dauer der Abwesenheit der Mutter eine einstweilige 

Kontaktregelung (alle 14 Tage per Telefon oder Skype) und erteilte der Mutter die 

Weisung, die Kontaktregelung zu ermöglichen bzw. einzuhalten. Der Mutter wur-

de für das Verfahren vor der KESB zudem die (sog. umfassende) unentgeltliche 

Rechtspflege bewilligt (KESB-act. 177). 

 Die von der KESB angeordneten Telefon- bzw. Skypekontakte wurden in der 

Folge von der Mutter nicht voll eingehalten, weil sie sich in Australien etc. an Or-

ten aufzuhalten gedachte bzw. aufhielt, die über kein Internet verfügt haben sollen 

(vgl. KESB-act. 181, 184). 

1.6 Am 3. Mai 2016 fällte die KESB ihren Entscheid in der Sache selbst. Sie stelle 

dabei in Dispositivziffer 1 C._____ unter die gemeinsame elterliche Sorge von Va-

ter und Mutter und traf sodann nachstehende Anordnungen (KESB-act. 186, S. 6 

- 7):  

2. Der persönliche Verkehr zwischen C._____, geb. tt.mm.2012, von … OW, 
und dem Kindsvater B._____, geb. tt. November 1965, von …, wird vorerst, 
bis zur Festlegung einer dauerhaften Besuchsregelung, wie folgt geregelt: 

- Im ersten Monat nach Entscheid der KESB wird der Vater für berechtigt er-
klärt, C._____ an Wochenenden gerader Kalenderwochen am Samstag von 
10.00 Uhr bis 16.00 Uhr sowie an Wochenenden ungerader Kalenderwochen 
am Sonntag von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr begleitet durch eine Sozialpädago-
gische Familienbegleitung zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. Die 
Übergabevorbereitung wird bei beiden Elternteilen von der Familienbeglei-
tung begleitet;  

- sofern eine Auswertung der Besuchskontakte unter Beizug Familienbeglei-
tung gemäss Einschätzung der Beistandsperson keine wesentlichen Gefähr-
dungsmomente für C._____ ergibt, wird der Vater ab dem zweiten Monat für 
berechtigt erklärt, C._____ an Wochenenden gerader Kalenderwochen am 

- 9 - 

Samstag von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr sowie an Wochenenden ungerader 
Kalenderwochen am Sonntag von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr unbegleitet zu 
sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. Die Übergaben sowie die Überga-
bevorbereitung werden weiterhin von der Sozialpädagogischen Familienbe-
gleitung begleitet. Andernfalls ist die KESB umgehend zu benachrichtigen; 

- ab dem dritten Monat bis zum Kindergarteneintritt, bzw. bis zum Vorliegen 
einer von den Eltern erarbeiteten erweiterten Besuchsrechtsregelung wird 
der Vater für berechtigt erklärt, C._____ an Wochenenden gerader Kalen-
derwochen von Freitag 17.00 Uhr bis Sonntag 19.00 Uhr bzw. ab Kindergar-
teneintritt von C._____ bis Montagmorgen Kindergartenbeginn bzw. 8.00 Uhr 
unbegleitet mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen. 

3. Für C._____, geb. tt.mm.2012, von … OW, wird eine Besuchsrechtsbei-
standschaft gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB errichtet mit dem folgenden Aufga-
ben und Befugnissen: 

a) die Ausübung des Besuchsrechts zum Vater zu unterstützen und zu überwa-
chen; 

b) die Eltern betreffend das Besuchsrecht zu beraten und bei Konflikten zwi-
schen den Eltern zu vermitteln; 

c) eine Sozialpädagogische Familienbegleitung für die Besuchs- und Übergab-
ebegleitung zu organisieren, zu begleiten und zu überwachen, für die Finan-
zierung besorgt zu sein und der KESB spätestens 5 Monate nach Beginn der 
Familienbegleitung, unter Beilage des Kostenblattes mitzuteilen, ob die Un-
terstützungsmassnahme weiterzuführen sei; 

d) Anfangs Juni 2016 zusammen mit den Eltern sowie der Sozialpädagogi-
schen Familienbegleitung die begleiteten Besuche auszuwerten; 

e) per Ende August 2016, nach dem Eintritt von C._____ in den Kindergarten, 
zusammen mit den Eltern eine dauerhafte Besuchsrechtsregelung zu erar-
beiten und diese der KESB zur Kenntnis oder allfälligen Genehmigung einzu-
reichen bzw. bei Uneinigkeit der Eltern der KESB einen Antrag für eine künf-
tige Regelung des Besuchsrechtes einzureichen. 

(4. Bestellung Beistandsperson.)  

5. A._____, geb. tt. März 1974, von … OW, sowie B._____, geb. tt. November 
1965, von …, werden gestützt auf Art. 307 Abs. 3 ZGB angewiesen, koope-
rativ und konstruktiv mit der Beiständin zusammen zu arbeiten sowie alles zu 
unterlassen, was die Beziehung zum anderen Elternteil schädigen oder ver-
schlechtern könnte. 

 Einer allfälligen Beschwerde gegen ihren Entscheid entzog die KESB die 

aufschiebende Wirkung. 

- 10 - 

2. - 2.1 Mit dem Entscheid der KESB vom 3. Mai 2016 war die Mutter nicht ein-

verstanden und gelangte an den Bezirksrat. Diesem beantragte sie im Wesentli-

chen, es sei bei ihrer alleinigen elterlichen Sorge für C._____ zu belassen und ei-

ne Besuchsrechtsordnung nach ihren Vorstellungen zu erlassen (im Wesentli-

chen: Aufbauphase von vier Monaten mit Übergaben durch Begleitperson, da-

nach, bei positiver Auswertung, ein persönlicher Kontakt von Sohn und Vater alle 

14 Tage an einem Samstag, anschliessend ein neuer Entscheid der KESB und 

das Finden einer Besuchsrechtsregelung durch die Parteien mit Hilfe der Beistän-

din; einstweilen kein Ferienbesuchsrecht). Weiter ersuchte die Mutter um die 

Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung ihrer Beschwerde, namentlich 

auch hinsichtlich des Besuchsrechts, sowie um Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtspflege im bezirksrätlichen Beschwerdeverfahren (vgl. act. 9/1, dort S. 2 f.).  

 Die Gesuche der Mutter um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung 
sowie um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege wies der Bezirksrat am 

15. August 2016 ab; weiter erliess er als vorsorgliche Massnahme eine den An-

ordnungen der KESB zum Besuchsrecht zeitlich angepasste Besuchsrechtsrege-

lung. Die Mutter erhob gegen diesen Entscheid des Bezirksrates Beschwerde 

beim Obergericht des Kantons Zürich. Am 17. Oktober 2016 wurde die Be-

schwerde abgewiesen bzw. durch eine einstweilige Besuchsrechtsregelung er-

setzt, welche an der entsprechenden Regelung des Bezirksrates vom 15. August 

2016 leichte Anpassungen vornahm (vgl. act. 9/53). 

2.2 Der Bezirksrat führte ein umfangreiches Verfahren durch (vgl. act. 9/1-186) 

u.a. mit zwei Schriftenwechseln, weil ihm die Parteien eine Vielzahl von Anträgen 

unterbreiteten, mit denen er sich zu befassen hatte. Neben anderem ersuchte z.B. 

die Mutter erneut um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege und beantrag-

te der Vater eine alternierende Obhut. Eine Übersicht zu den Anträgen zur Sache 

findet sich in act. 7 (dort S. 7 ff.). 

2.2.1 Ab dem 4. Juni 2016 kam es wieder zu persönlichen Kontakten von Vater 

und Sohn. Den Aufbau des persönlichen Umgangs begleitete G._____, der dar-

über Protokolle führte (vgl. dazu act. 7 S. 39 f. mit Verweisen). Im Sommer 2016 

wurden von der KESB Mitteilungen des Beistandes an den Bezirksrat weiter gelei-

- 11 - 

tet, gemäss denen sich die Mutter weigerte, einerseits vom Beistand bestimmte 

Skypekontakte wahrzunehmen und anderseits einen schon festgelegten Besuch 

von C._____ beim Vater zu ermöglichen (vgl. act. 9/35 f.). 

 Die Besuche ab Oktober sowie im November 2016, erstmals mit Übernach-

tungen beim Vater und dessen Partnerin, verliefen gemäss den Protokollen gut 

(vgl. act. 9/106/1-2). 

2.2.2 Die Mutter plante seit einiger Zeit, ihren Wohnsitz in den Kanton Aargau zu 

verlegen (vgl. act. 9/136 S. 7 und dazu act. 9/137/2). Im Frühling 2017 erteilte der 

Bezirksrat wegen dieser Umzugspläne beiden Eltern im Sinne einer vorsorglichen 

Massnahme die gemeinsame Sorge "bezüglich Bestimmung des Aufenthalts-

rechts von C._____" (vgl. act. 9/151).  

 Am 3. April 2017 erstattete die Mutter gegen den Vater Strafanzeige wegen 

Tätlichkeit. Der Vater soll sie am 31. März 2017 bei der Übergabe von C._____ in 

den Rücken getreten haben. Zur Dokumentation des von ihr bezeigten Vorfalls 

reichte sie u.a. Tonaufnahmen ein, die sie mit ihrem Handy gemacht hatte, ein an 

keinen unmittelbaren Adressaten gerichtetes Schreiben, das sie am 29. März 

2017 im eigenen Namen sowie im Namen ihres Partners sowie ihrer Kinder er-

stellt hatte (vgl. auch act. 9/139), sowie ein Arztzeugnis (vgl. act. 9/158). 

 Das keinen Adressaten aufweisende Schreiben vom 29. März 2017 (act. 

9/139) dreht sich zum einen um die Frage der Sorgezuteilung und die damit zu-

sammenhängenden früheren Vorwürfe der Mutter an die Adresse des Vaters (wie 

Häusliche Gewalt, Psychoterror, Drohungen und sexuelle Übergriffe), wobei auch 

erwähnt wird, der häufig unterbrochene Kontakt des Sohns zum Vater sei zum 

Schutze des Sohnes erfolgt (vgl. a.a.O., S. 1). Zudem wird der Hinweis ange-

bracht, es gelte den mit dem Antrag des Vaters auf gemeinsame Sorge einherge-

henden Irrsinn zu stoppen (vgl. a.a.O., S. 2); der Vater werde sich nie mit etwas 

zufrieden geben, er wolle immer mehr und noch mehr (a.a.O.). Mit dem Ent-

scheid, ihr – der Mutter – die alleinige elterliche Sorge zu belassen, würde wieder 

Ruhe einkehren. Zum anderen dreht sich das Schreiben vom 29. März 2017 um 

die Rechtfertigung des geplanten Umzuges (idealer Ort zum Aufwachsen), ver-

bunden mit dem Hinweis, C._____ könne seinen Vater nach wie vor an allen zwei 

Wochenenden sehen, wie dies in vielen anderen Fällen auch üblich sei (vgl. 

- 12 - 

a.a.O.). Dem schickt die Mutter dann noch nach, C._____ erwähne immer wieder, 

er wolle nicht beim Papi schlafen (vgl. a.a.O., S. 3). 

2.2.3 Am 3. April 2017 sprach die Mutter ebenfalls beim Bezirksrat vor, um den 

Vorfall vorzutragen, der Anlass ihrer Strafanzeige war (act. 9/144 und dazu act. 

9/139 ff.) und sie liess diesen Vorfall vom 31. März 2017 schliesslich mit einem 

Schreiben ihrer Rechtsvertreterin vom 10. April 2017 dem Bezirksrat zur Kenntnis 

bringen (vgl. act. 9/145). Diesem Schreiben war ein auf den 8. April 2017 datierter 

Bericht einer früheren Partnerin des Vaters über deren Beziehung mit dem Vater 

von August 2010 bis März 2011 beigelegt (vgl. act. 9/146), der in keinem sachli-

chen Zusammenhang mit dem Vorfall vom 31. März 2017 steht. 

 Das wegen der Anzeige der Mutter vom 3. April 2017 aufgenommene Straf-

verfahren gegen den Vater wurde mit Verfügung vom 17. Mai 2017 eingestellt, 

weil sich der Sachverhalt – u.a. in Auswertung der ärztlichen Feststellungen vom 

31. März 2017 – nicht in rechtsgenügender Weise erstellen liess (vgl. act. 9/173). 

2.3 Am 8. Mai 2017 führte der Bezirksrat eine mündliche Verhandlung durch, an 

der die Eltern noch einmal angehört wurden (vgl. act. 9/166). Am 13. Juni 2017 

fällte er sodann sein Urteil, das im Wesentlichen die folgenden Anordnungen um-

fasst (vgl. act. 7 [= act. 3 = act. 9/174], dort S. 40 ff.): 

I. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

II. Die gemeinsame elterliche Sorge wird bestätigt. 

III. Von der Errichtung der Beistandschaft und der Erteilung der Weisung 
gestützt auf Art. 307 Abs. 3 ZGB im Entscheid der KESB vom 3. Mai 
2016 wird Vormerk genommen. 

IV. Die Obhut verbleibt bei A._____. 

V. Die Anträge von B._____ auf Zuteilung der Obhut und betreffend alter-
nierende Obhut werden abgelehnt. 

VI. A._____ wird die Zustimmung zum Wechsel des Aufenthaltsortes von 
C._____ nach E._____ AG per 24. Juni 2017 erteilt. 

VII. Das Besuchsrecht wird wie folgt geregelt:  

B._____ wird für berechtigt erklärt, C._____ alle 14 Tage in den ungera-
den Wochen von Freitag, 14.00 Uhr, bzw. nach Kindergarten-/Schul-
ende bis Sonntagabend, 18.00 Uhr, mit sich oder zu sich auf Besuch zu 

- 13 - 

nehmen. C._____ wird am Freitag von B._____, am Sonntag von 
A._____ jeweils abgeholt. 

B._____ wird für berechtigt erklärt, am Montag der ungeraden Woche 
jeweils von 19.00 Uhr bis max. 19.15 Uhr mit C._____ zu telefonieren 
oder zu skypen. A._____ wird verpflichtet, die Verbindung zu ermögli-
chen. B._____ wird verpflichtet, auf die Bedürfnisse von C._____, insbe-
sondere bezüglich Dauer des Gesprächs, Rücksicht zu nehmen. 

Ab dem Kindergarteneintritt von C._____ wird B._____ für berechtigt er-
klärt, C._____ jährlich während der Hälfte der Schulferien mit sich oder 
zu sich in die Ferien zu nehmen. Beide Parteien sind verpflichtet, ihre 
Ferien spätestens drei Monate im Voraus mitzuteilen. Können sich die 
Parteien nicht einigen, steht B._____ in den geraden Jahren jeweils die 
erste Hälfte der Ferien und in den ungeraden Jahren die zweite Hälfte 
der Ferien zu. Die Übergabe von C._____ ist wie folgt festzulegen: Der 
Elternteil, welcher die erste Ferienwoche bzw. die erste Sommerferien-
hälfte mit C._____ verbringt, holt diesen vom Kindergarten bzw. von der 
Schule ab und übergibt C._____ nach den Ferien jeweils am Samstag 
bzw. in den Sommerferien jeweils am Mittwoch um 18.00 Uhr dem ande-
ren Elternteil. Hat B._____ C._____ in der zweiten Ferienhälfte, bringt er 
ihn am Sonntag um 18.00 Uhr zu A._____ zurück. 

Bis zum Kindergarteneintritt von C._____ wird B._____ für berechtigt er-
klärt, C._____ eine Woche, von Freitag, 17.00 Uhr, bis Samstag, 18.00 
Uhr, mit sich oder zu sich in die Ferien zu nehmen. 

Die Jokertage von C._____ stehen den Eltern je hälftig zustehen. 

B._____ ist berechtigt, C._____ mit sich oder zu sich auf Besuch zu 
nehmen an Feiertagen in Jahren mit gerader Jahreszahl über die Oster-
feiertage, von Gründonnerstag, 18 Uhr bis Ostermontag, 18 Uhr sowie 
an Feiertagen mit ungerader Jahreszahl an Pfingsten von Freitag, 
12 Uhr bzw. nach Schulende bis Montag, 18 Uhr, und an Weihnachten 
am 26. Dezember von 10 bis 18 Uhr. ln den geraden Jahren, in welchen 
C._____ grundsätzlich bei B._____ in den Ferien ist, verbringt C._____ 
den 26. Dezember von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr bei A._____. ln den Jah-
ren, in denen die Feiertage auf ein Besuchswochenende von B._____ 
fallen und C._____ diese bei A._____ verbringt, entfallen die Besuchs-
wochenenden von B._____ ersatzlos. 

(…) 

 Einer allfälligen Beschwerde gegen sein Urteil entzog der Bezirksrat zudem 

hinsichtlich der Dispositivziffer VI. (Bewilligung zum Wechsel des Aufenthaltsor-

tes) und der Dispositivziffer VII. (Besuchsrechtsregelung) die aufschiebende Wir-

kung (vgl. a.a.O., 43). 

- 14 - 

3. - 3.1 Mit Schriftsatz vom 17. Juli 2017 (act. 2 - 4) beschwerte sich die Mutter 

über das Urteil des Bezirksrates Pfäffikon vom 13. Juni 2017 rechtzeitig bei der 

Kammer. Nicht einverstanden ist sie mit der gemeinsamen elterlichen Sorge ge-

mäss Dispositivziffer II des Urteils sowie der Besuchsrechtsregelung gemäss Dis-

positivziffer VII des Urteils. Letztere soll ersatzlos aufgehoben bzw. eventualiter 

wenigstens hinsichtlich des Abs. 3 und des Abs. 6 wie folgt geändert werden (vgl. 

act. 2 S. 2 f.):  
Absatz 3: 
"Ab dem Kindergarteneintritt von C._____ wird B._____ für berechtigt er-
klärt, C._____ während drei Wochen in den Schulferien mit sich oder zu 
sich in die Ferien zu nehmen. Beide Parteien sind verpflichtet, ihre Ferien 
spätestens drei Monate im Voraus mitzuteilen." 

Absatz 6: 
"B._____ ist berechtigt, C._____ mit sich oder zu sich auf Besuch zu neh-
men an Feiertagen in Jahren mit gerader Jahreszahl über die Osterfeierta-
ge, von Gründonnerstag, 18 Uhr, bis Ostermontag, 18 Uhr, und an Weih-
nachten vom 25. Dezember, 10 Uhr, bis 26. Dezember, 10 Uhr, sowie an 
Feiertagen mit ungerader Jahreszahl an Pfingsten von Freitag, 12 Uhr, 
bzw. nach Schulende, bis Montag 18 Uhr, und an Weihnachten vom 24. 
Dezember, 10 Uhr, bis 25. Dezember, 10 Uhr. ln den Jahren, in denen die 
Feiertage auf ein Besuchswochenende von B._____ fallen und C._____ 
diese bei A._____ verbringt, entfallen die Besuchswochenenden von 
B._____ ersatzlos." 

 Zusätzlich beantragte die Mutter, es sei ihr für das zweitinstanzliche Be-

schwerdeverfahren die sog. umfassende Rechtspflege (Befreiung von Gerichts-

kosten und unentgeltliche Rechtsverbeiständung) zu bewilligen (vgl. act. 2 S. 3). 

3.2 Nach dem Eingang der Beschwerde wurden die vorinstanzlichen Akten beige-

zogen. Mit Beschluss vom 14. August 2017 wurde der Mutter für das zweitin-

stanzliche Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege teilweise (Be-

freiung von den Gerichtskosten) bewilligt und dem Vater Frist angesetzt, um die 

Beschwerde zu beantworten (act. 10, dort insbes. S. 5 f.). Der Beschluss konnte 

dem Vater am 22. August 2017 zugestellt werden. Innert Frist reichte er seine Be-

schwerdeantwort (act. 12) mit Beilagen ein (vgl. act. 13/1-9) und liess dabei die 

Abweisung der Beschwerde beantragen (vgl. act. 12 S. 2): 

 Ein Doppel der Beschwerdeantwort samt Beilagen wurde der Mutter zur 

Kenntnisnahme zugestellt, verbunden mit dem Hinweis, die Sache befinde sich 

nun in Beratung (vgl. act. 14 f.; siehe ferner act. 16 f.). Am 5. Oktober 2017 liess 

- 15 - 

die Mutter unaufgefordert eine Stellungnahme einreichen, mit der sie sich zum 

Umfang der ihr zustehenden Ferien bzw. Freizeit äusserte (act. 19), letztlich in 

blosser Wiederholung bzw. Bekräftigung ihrer bereits früher abgegebenen Sach-

darstellung (vgl. act. 2 S. 12, unten). Anlass zu Weiterungen gibt das keinen. Die 

Sache ist spruchreif. Dem Vater ist jedoch ein Doppel von act. 19 zusammen mit 

diesem Entscheid zuzustellen. 

II. 
(Zur Beschwerde im Einzelnen) 

1. - 1.1 Das Beschwerdeverfahren in Kindes- und Erwachsenenschutzsachen ist 

im EG KESR geregelt, welches als kantonales Verfahrensrecht die Vorgaben der 

Art. 450 ff. ZGB zu befolgen hat (vgl. auch Art. 314 ZGB). Es sind die Vorschriften 

des EG KESR (insbes. die §§ 63, 65 ff. EG KESR) anzuwenden und – soweit das 

EG KESR etwas nicht regelt – ergänzend die Vorschriften des GOG sowie der 

ZPO als kantonales Recht zu beachten (vgl. § 40 EG KESR und dazu ebenfalls 

Art. 450 f. ZGB). 

 Der Kanton Zürich kennt seit dem Inkrafttreten des revidierten Kindes- und 

Erwachsenenschutzrechtes im ZGB zwei gerichtliche Beschwerdeinstanzen, als 

erste Beschwerdeinstanz den Bezirksrat und als zweite das Obergericht. Gegen-

stand des zweitinstanzlichen Beschwerdeverfahrens können daher stets nur Ent-

scheide des Bezirksrates sein, nicht hingegen solche der KESB.  

1.2 Mit der Beschwerde i.S. der §§ 64 ff. EG KESR i.V.m. den Art. 450-450c ZGB 

können eine Rechtsverletzung, die unrichtige oder unvollständige Feststellung 

des rechtserheblichen Sachverhaltes, Unangemessenheit sowie Rechtsverweige-

rung und Rechtsverzögerung gerügt werden (vgl. Art. 450a ZGB). Für das zweit-

instanzliche Beschwerdeverfahren gilt daher eine Begründungsobliegenheit ana-

log derjenigen in den Art. 308 ff. ZPO: Von der Beschwerde führenden Partei ist 

jeweils darzulegen, weshalb der angefochtene Entscheid des Bezirksrates unrich-

tig sein soll (vgl. auch Art. 446 ZGB, §§ 65 und 67 EG KESR sowie BGE 138 III 

374, E. 4.3.1 und z.B. OGer ZH NQ110031 vom 9. August 2011, E. 2, m.w.H. [= 

ZR 110/2011 Nr. 81]). Weiter gelten im zweitinstanzliche Verfahren Novenschran-

- 16 - 

ken, analog den Regeln des Art. 317 Abs. 1 ZPO (aber unter Ausschluss einer 

analogen Anwendung von Art. 229 Abs. 3 ZPO; vgl. Urteil des BGer 5A_528/2015 

vom 21. Januar 2016, dort E. 2 unter Verweis auf BGE 138 III 625 E. 2.2 S. 627 

f.). In Kinderbelangen kommen allerdings sowohl im erst- wie auch im zweitin-

stanzlichen Beschwerdeverfahren stets die Untersuchungs- und die Offizialmaxi-

me zum Tragen (vgl. § 65 EG KESR, Art. 446 Abs. 1 ZGB sowie Art. 296 Abs. 1 

und 3 ZPO und Urteil des BGer 5A_528/2015 vom 21. Januar 2016, E. 2; OGer 

ZH LY160019 vom 21. Juli 2016, E. 2.2.1.2). 

 Soweit die Beschwerde der Begründungsobliegenheit genügende Vorbrin-

gen enthält, wendet das Gericht im Übrigen das Recht von Amtes wegen an und 

prüft sämtliche geltend gemachten Mängel frei und uneingeschränkt; es ist dabei 

weder an die Argumente der Parteien noch an die Begründung des vorinstanzli-

chen Entscheides gebunden (vgl. BGE 133 II 249 E. 1.4.1 m.w.H. sowie ZR 

110/2011 Nr. 80). In der Begründung seines Entscheides darf sich das Gericht auf 

die wesentlichen Überlegungen konzentrieren, von denen es sich hat leiten las-

sen. 

2. Die Parteien streiten seit der Trennung um den persönlichen Verkehr von Sohn 

und Vater und dessen Umfang und seit dem Sommer 2014 ebenfalls um die ge-

meinsame elterliche Sorge für ihren gemeinsamen Sohn. 

2.1 Der Bezirksrat hat sich in seinem Urteil mit den Rechtsgrundlagen des per-

sönlichen Verkehrs von Eltern und Kindern sowie der (gemeinsamen) elterlichen 

Sorge der Eltern einlässlich und zutreffend auseinander gesetzt (vgl. act. 7, dort 

Erw. 4.5 und Erw. 4.1). Zur Vermeidung von Wiederholungen ist vorab darauf zu 

verweisen. Ergänzend bzw. verdeutlichend ist dem beizufügen, dass der Art. 273 

Abs. 1 ZGB nicht einfach einen Anspruch des Elternteils auf angemessenen per-

sönlichen Verkehr bzw. Umgang mit seinem Kind regelt, bei dem das Kind nicht 

wohnt, sondern – und das gilt es besonders hervorzuheben – ebenso den An-

spruch des Kindes auf angemessenen persönlichen Umgang mit dem Elternteil, 

bei dem es nicht wohnt. Denn die Beziehung des Kindes zu beiden Eltern ist an-

erkanntermassen wichtig und spielt für dessen Identitätsfindung eine sehr wichti-

ge Rolle (vgl. etwa BGE 142 III 1, E. 3.4 [S. 6 f.] m.H. auf BGE 130 III 585 E. 2.2.2 

- 17 - 

[S. 590] und BGE 131 III 209 E. 4 [S. 211 f.]). In der möglichst reibungslosen Be-

ziehungspflege zu beiden Eltern liegt daher – aus objektiver Warte gesehen – ein 

äusserst gewichtiges Interesse des Kindes. Das verpflichtet beide Eltern, diese 

Beziehungspflege nicht zu behindern, sondern sie vielmehr im Rahmen des An-

gemessenen zu ermöglichen und zu fördern. Namentlich dem zur Hauptsache be-

treuenden Elternteil obliegt es daher auch, das Kind positiv auf Besuche, auf 

Skype-Kontakte, usw. beim oder mit dem anderen Elternteil vorzubereiten. Eigene 

Interessen und Einstellungen der Eltern haben dabei im Interesse des Kindes zu-

rückzutreten. 

2.2 Der persönliche Verkehr zwischen Sohn und Vater wurde im Sommer 2015 

aus Gründen unterbrochen, die der Vater nicht zu vertreten hatte. Der Unterbruch 

dauerte fast ein Jahr lang (vgl. Erw. I/1.4.3, I/1.5.1 und I/1.5.4), nämlich bis die 

KESB mit Entscheid vom 3. Mai 2016 zwecks Wiederaufbau eine vorsorgliche 

Regelung dazu aufstellte (vgl. Erw. I/1.6), die die Mutter so nicht gelten lassen 

wollte (vgl. Erw. I/2.1). Neben anderem wurde dabei angeordnet, dass der Bei-

stand mit den Parteien bis Ende August 2016 eine definitive Regelung zum per-

sönlichen Verkehr zu erarbeiten habe und falls das nicht gelinge, Antrag auf eine 

solche bei der KESB zu stellen habe (vgl. act 9/3, S. 7 [Dispositivziffer 3 Bstb. e]). 

Der Bezirksrat erwog in seinem Urteil im Juni 2017, der Kontaktwiederaufbau sei 

erfolgt, der Kindergarteneintritt von C._____ stehe bevor und die Eltern könnten 

sich über den genauen Umfang des persönlichen Verkehrs nicht einigen, weshalb 

nun eine definitive Regelung notwendig sei (vgl. für Einzelheiten act. 7 S. 36). Er 

ordnete deshalb unter Hinweis auf die Untersuchungs- und Offizialmaxime eine 

solche an. 

 Die Mutter rügt das in ihrer Beschwerde. Sie ist der Meinung, der Bezirksrat 

sei für die Festsetzung einer definitiven Regelung nicht zuständig gewesen, son-

dern es hätte nach dem Beschluss der KESB vom 3. Mai 2016 am Beistand gele-

gen, der KESB dann einen Antrag auf Festlegung einer dauerhaften Regelung zu 

stellen, wenn er seinem Auftrag, mit den Eltern eine Regelung zu erarbeiten, nicht 

habe nachkommen können. Es gebe keinen Grund, dem Ergebnis der Bemühun-

gen des Beistandes vorzugreifen (vgl. act. 2 S. 9). 

- 18 - 

 Die im Kindesschutzrecht geltende Offizialmaxime lässt sich auch als rich-

terliche Herrschaft über den Streitgegenstand umschreiben (vgl. GLASL, in: Dike-

Komm-ZPO, 2. A., Zürich/St. Gallen 2016, Art. 58 N 26). Sie befugt das Gericht, 

ohne Anträge der Eltern die Anordnungen zu treffen, die im Kindeswohl geboten 

sind. Im bezirksrätlichen Verfahren gelten die Untersuchungs- und die Offizialma-

xime. Das Vorgehen des Bezirksrates ist von daher nicht zu beanstanden. Auch 

sachlich ist diese Anordnung gerechtfertigt, wie der Bezirksrat richtig erkannt hat. 

Seit Jahren streiten sich die Eltern um den Umfang des persönlichen Verkehrs, 

ohne zu einer definitiven Lösung zu gelangen, die Bestand hat. Dass eine solche 

Lösung aufgrund der gemeinsamen Anstrengungen der Eltern mittlerweile konkret 

in Aussicht steht, behauptet die Mutter selbst nicht. Sie beantragt in ihrem Haupt-

standpunkt vielmehr das Andauern eines Provisoriums, wofür sie allerdings keine 

stichhaltigen sachlichen Gründe vorzubringen vermag (vgl. act. 2 S. 9). Solche 

sind auch nicht ersichtlich: Wichtig für C._____ ist ein regelmässiger Umgang mit 

seinem Vater, sind daher klare Verhältnisse, die den Umgang in für ihn vorher-

sehbarer und für die Eltern in leicht planbarer Weise sicherstellen können, letzte-

res notfalls mit Hilfe des Beistands. Eine definitive Regelung des persönlichen 

Umgangs von Sohn und Vater gibt zudem keinen Anlass mehr, weiterhin in guten 

Treuen über den Umfang des persönlichen Verkehrs zu streiten, und beseitigt 

damit entsprechendes Konfliktpotenzial zwischen den Eltern. Endlich sind die El-

tern verpflichtet, die definitive Regelung im Interesse und damit zum Wohl ihres 

Kindes umzusetzen und dabei ihre Eigeninteressen und Einstellungen bzw. Vor-

stellungen zurückzustellen (vgl. vorn Erw. II/2.1). Auch insofern schafft die defini-

tive Regelung klare Verhältnisse. 

2.3 Der Bezirksrat hat mit einlässlicher und grundsätzlich zutreffender Begrün-

dung (vgl. act. 7 S. 37 ff. [Erw. 4.7]), auf die hier zur Vermeidung von Wiederho-

lungen vorab verwiesen werden kann, eine Regelung zum persönlichen Umgang 

von Sohn und Vater aufgestellt. 

 Der Vater hält diese für angemessen. 

 Die Mutter findet die Regelung grundsätzlich als zu grosszügig (vgl. act. 2  

S. 10), beantragt aber doch nur Änderungen in zwei Punkten: Erstens geht es um 

ein Element der Feiertagsregelung (Absatz 6 der Regelung) und zweitens geht es 

- 19 - 

um den Umfang der Ferien, die C._____ mit bzw. bei seinem Vater verbringen 

soll. Von daher kann offen gelassen werden, was die Mutter mit der Charakterisie-

rung der Regelung des persönlichen Umgangs des Kindes mit dem nicht hauptbe-

treuenden Elternteil als "grosszügig" genau meint. Hinzuweisen ist immerhin da-

rauf, dass es bei der Festlegung des persönlichen Umgangs um Angemessenes 

geht. 

2.3.1 Was die Feiertagsregelung betrifft, so stösst sich die Mutter daran, dass 

C._____ während der Weihnachtszeit jeweils den 26. Dezember mit dem Vater 

oder ihr verbringen soll. Diese Regelung diene, so die Mutter, aus ihrer Sicht nie-

mandem (vgl. act. 2 S. 13). Wesentlich ist, ob die Regelung im Interesse von 

C._____ liegt (vgl. vorn Erw. II/2.1, a.E.). Das ist ohne weiteres zu bejahen, si-

chert sie doch in vorhersehbarer Weise, dass er jedes Jahr an einem der zwei 

Weihnachtstage (25. Dezember und 26. Dezember) mit jedem Elternteil und des-

sen Familie Weihnachten feiern kann, was für die Beziehung des Kindes zu sei-

nen beiden Eltern wichtig ist. Der Bezirksrat hat das zutreffend erkannt (vgl. act. 7 

S. 39).  

2.3.2 Die Mutter hält dafür, für C._____ und den Vater sei ein gerichtsübliches Fe-

rienbesuchsrecht von drei Wochen pro Jahr hinreichend bzw. angemessen (vgl. 

act. 2 S. 12). Im Wesentlichen macht sie sodann geltend, es seien alle Umstände 

des konkreten Falles zu berücksichtigen. Die Umstände, denen Rechnung zu tra-

gen sei, habe der Bezirksrat zwar aufgelistet, ohne sich jedoch dazu zu äussern, 

wie sie ins Gewicht fielen. Der hochstrittige Elternkonflikt, das bisher gelebte Be-

treuungsmodell, das Alter von C._____, die enge Beziehung zur Mutter, die 

Hauptbetreuungsperson sei, ferner die Abwehrhaltung von C._____ gegenüber 

auswärtigen Übernachtungen ohne die Mutter und sein Bedürfnis nach Verbleib 

im gewohnten Umfeld sprächen klarerweise gegen ein sechswöchiges Ferienbe-

suchsrecht. Ohnehin sei der Sprung von keinerlei Ferien mit dem Vater auf sechs 

Wochen im Jahr bei einem vierjährigen Kind zu gross (vgl. a.a.O., S. 12). Die bei 

einem gerichtsüblichen Ferienbesuchsrecht von drei Wochen verbleibenden Wo-

chen könne sie problemlos abdecken, weil ihr Ferienanspruch als …-Leiterin in 

- 20 - 

der Stadt Zürich acht Wochen betrage. Mit der Kompensation von Überstunden 

komme sie in der Regel auf zehn arbeitsfreie Wochen im Jahr (vgl. a.a.O.). 

 Der Mutter ist zuzustimmen, wenn sie festhält, der Bezirksrat habe in seinem 

Urteil (act. 7, dort Erw. 4.5 und 4.7) die Umstände aufgelistet, denen es bei der 

Festlegung des persönlichen Verkehrs auch hinsichtlich der Ferien Rechnung zu 

tragen gelte. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann daher wiederum vorab 

auf das angefochtene Urteil verwiesen werden. 

 Die Mutter kritisiert aber eine fehlende Gewichtung von konkreten Umstän-

den, und sie trägt diese Gewichtung dann selbst vor. Die meisten dabei von ihr 

erwähnten Gesichtspunkte, wie etwa hochstrittiger Elternkonflikt, Mutter als 

Hauptbezugsperson, Sträuben von C._____ gegen auswärtige Übernachtungen 

ohne Mutter oder etwa die mütterliche Möglichkeit, verbleibende Ferienwochen 

selbst abzudecken, zeigen indes nicht auf, warum es – aus objektiver Warte ge-

sehen – im Interesse des Kindes ist, exakt drei Wochen seiner Ferien mit dem 

Vater zu verbringen und nicht mehr. Denn entweder haben diese Gründe offen-

sichtlich keinen wesentlichen sachlichen Zusammenhang mit der Dauer der Be-

suche des Sohnes beim Vater: der Elternkonflikt z.B. besteht auch bei drei Wo-

chen Ferien und die Mutter ist auch dann Hauptbezugsperson, wenn C._____ 

mehr als drei Wochen Ferienzeit mit dem Vater verbringt; wieviel Ferien die Mut-

ter haben kann, um sie mit C._____ zu verbringen, ist kein sachlicher Grund, 

C._____ weniger persönlichen Kontakt zum Vater zu ermöglichen, als es der Be-

zirksrat für richtig hielt, sondern zeigt höchstens Interessen der Mutter auf, wie sie 

sich schon früher manifestierten und dabei zu massiven Einschränkungen des 

Umgangs des Sohnes zu seinem Vater führten (vgl. vorn Erw. I/1.5.1 und 1.5.2, 

1.5.4). Oder aber es sprechen diese Gründe – wenn schon – überhaupt gegen 

Besuche von C._____ beim Vater, soweit diese Übernachtungen umfassen (da-

rauf wird noch zurückzukommen sein); inwiefern dann aber gleichwohl drei Wo-

chen gemeinsame Ferienzeit von Sohn und Vater angemessen sein sollen, bleibt 

sachlich unergründlich. Letzteres gilt ebenfalls für den Hinweis der Mutter auf das 

Betreuungsmodell – denn dieses wird durch die Zeit, die C._____ während seiner 

Ferien mit dem Vater verbringen kann, nicht verändert. Im Übrigen hat der Be-

zirksrat zu Recht darauf hingewiesen, dass vor dem Kontaktabbruch im Sommer 

- 21 - 

2015 (vgl. dazu auch vorn Erw. I/1.4.3) ein ausgedehntes Besuchsrecht bestand, 

das sich grundsätzlich bewährt hat (vgl. act. 7 S. 37). Die dadurch geschaffene 

Beziehung von Sohn und Vater erlaubte es, ab Sommer 2016 rasch wieder ein 

Vertrauensverhältnis herzustellen, wie der Bezirksrat unter Hinweis auf die Proto-

kolle des Begleiters G._____ ebenfalls richtig festhielt (vgl. dazu auch act. 96/14 - 

27 und 106/1-2). Der Besuch im November 2016 umfasste auch Übernachtungen 

(act. 106/2). 

 Zur prüfen bleibt noch der Einwand der Mutter, ob der Sprung von keinerlei 

Ferien mit dem Vater auf sechs Wochen im Jahr bei einem vierjährigen Kind nicht 

zu gross ist. Auf den ersten Blick mag das zutreffend erscheinen, käme u.U. auch 

eine kontinuierliche Ausdehnung der Besuchsdauer in der Ferienzeit von C._____ 

in Frage. Die Dinge liegen allerdings anders als beim Beziehungsaufbau nach ei-

nem Kontaktabbruch. Eine Beziehung von Vater und Sohn besteht bereits und in-

soweit bedarf es keiner schrittweise gebotenen Vertiefung mehr. Stünden sodann 

drei Wochen zur Verfügung, beschränkte sich deren Bezug wohl auf Ferienzeiten 

auch des Vaters. Die vom Bezirksrat getroffene Regelung erlaubt es demgegen-

über, dass der Sohn auch einen gewissen Alltag im Umgang mit dem Vater erle-

ben kann, was vorliegend für die Kind-Eltern-Beziehung wichtig ist, weil sie das 

gegenseitige Verständnis fördert und namentlich dem Vater erlaubt, die Bedürf-

nisse seines Sohnes besser zu verstehen. Längere Zeiten, die der Sohn mit dem 

Vater verbringen kann, bieten zudem beiden die Chance eines entspannteren 

Umgangs als an Wochenenden, keinen väterlichen "Zwang", dem Sohn – sozu-

sagen im Nachholen von bislang Verpasstem – möglichst viel bieten zu wollen, 

und C._____ schliesslich eine gewisse Entfernung vom damit einhergehenden el-

terlichen Gezerre (vgl. dazu auch nachfolgend Erw. II/2.3.3). Die vom Bezirksrat 

gewählte Lösung erweist sich daher im wohlverstandenen Interesse des Kindes. 

2.3.3 Nicht zu übersehen ist, dass die Mutter auch heute gegen den persönlichen 

Umgang von Sohn und Vater grundsätzlich Vorbehalte hegt und äussert (vgl.  

act. 2 S. 10 f.; siehe zudem Erw. I/2.2.2 mit Verweis auf act. 9/139). Diese Vorbe-

halte, wie auch ein damit einhergehendes Verhalten der Mutter im Zusammen-

hang mit dem persönlichen Verkehr von Sohn und Vater, ziehen sich fast wie ein 

roter Faden durch die Akten und sind nicht neu. Inwieweit sie heute noch im 

- 22 - 

Paarkonflikt begründet sind, den die Mutter auch als Grund für ein bloss dreiwö-

chiges Ferienbesuchsrecht anführt, kann an dieser Stelle offen bleiben. Aufgrund 

der allgemeinen Lebenserfahrung darf hingegen als gewiss angenommen wer-

den, dass C._____ diese mütterlichen Vorbehalte nicht verborgen bleiben (die 

Annahme des Gegenteils wäre m.a.W. schlicht lebensfremd). Dass die Mutter, die 

wiederholt auch betont, sie sei die Hauptbezugsperson von C._____, damit ihren 

Sohn in einen Loyalitätskonflikt ihr gegenüber bringt, erscheint daher evident. 

Bringt die Mutter heute vor, C._____ sei zu den Zeiten, als G._____ die Überga-

ben begleitete, mehrheitlich gerne zum Vater gegangen, seither aber nicht mehr 

(vgl. act. 2 S. 10), so illustriert sie das selbst. Nicht erkennen lassen die Ausfüh-

rungen der Mutter, mit denen sie ihre Vorbehalte gegen persönlichen Kontakt von 

Vater und Sohn begründet, hingegen ein ernsthaftes Bemühen ihrerseits, seit 

dem Wegfall der Begleitung bei den Übergaben durch einen neutralen Dritten wie 

G._____ C._____ positiv auf die Besuche beim Vater einzustellen und diese 

wohlwollend zu begleiten, wie es ihre Pflicht gegenüber dem Kind ist (vgl. Erw. 

II/2.1). 

 Erhellend in dieser Hinsicht, aber ebenso vor dem Hintergrund der Vorwürfe 

der Mutter an den Vater, C._____ sei nach den Besuchen bei ihm wegen der vie-

len Aktivitäten übermüdet (vgl. act. 2 S. 11: erschöpft und überanstrengt), sind 

ebenfalls die Schilderungen in act. 9/140 auf S. 1 zur Übergabevorbereitung am 

31. März 2017. Diese Vorbereitung bestand letztlich darin, dass C._____ und sein 

Freund um 10 Uhr zu einem Ausflug mit der Mutter aufbrachen, auf einem Cam-

pingplatz einen wunderschönen Frühlingstag verbrachten, u.a. mit "Frisbi, Fuss-

ball" und – als Überraschung – mit versteckten Osterhasen. Dem Ausflug folgten 

dann zu Hause ab 16.15 Uhr Duschen und ein kurzer Zvieri, bei dem mitgeteilt 

wurde, man werde jetzt dann bald gehen, was um 16.50 Uhr wiederholt wurde. 

Positiv einstimmend ist das nicht, sondern es schafft eine Konkurrenzsituation zu 

väterlichen Aktivitäten. Im Übrigen liegt es auf der Hand, dass ein rund vierjähri-

ges Kind nach einem solchen Ausflug müde und von Erlebnissen erfüllt ist und 

nur schon deswegen nicht unbedingt grosse Lust hat, gegen 17 Uhr nochmals 

wegzugehen. 

- 23 - 

 An der Wichtigkeit eines regelmässigen Umgangs von Sohn und Vater im 

vorhin skizzierten Rahen vermag das nichts zu ändern, und es ist Aufgabe des 

Beistandes von C._____, diesen Umgang durch geeignete Massnahmen und in 

Ermahnung beider Eltern sicher zu stellen, nachdem ein Teil der dem Beistand 

durch die KESB übertragenen Aufgaben (vgl. dazu Erw. I/1.6, dort Dispositiv- 

ziffer 3) seit dem Entscheid des Bezirksrates dahingefallen ist. 

 Es ist nicht ersichtlich, was in diesem doch besonderen Fall zu einer ande-

ren als der hier getroffenen Lösung zum persönlichen Umgang von Sohn und Va-

ter führen müsste.  

3. - 3.1 Der Bezirksrat hat – wie schon die KESB – darauf erkannt, die elterliche 

Sorge komme beiden Eltern zu. Die Mutter ist damit nicht einverstanden. Im We-

sentlichen begründet sie ihren Standpunkt zunächst einmal damit, die Akten be-

legten "eindrücklich eine hochstrittige Elternschaft" (act. 2 S. 4). Die Kommunika-

tionsfähigkeit der Eltern sei nachhaltig gestört, Mediationsversuche seien geschei-

tert und es bestünden nebst Streitigkeiten auch diverse Meinungsdifferenzen zu 

Besuchsrecht, Ferienabwesenheit etc. (a.a.O. S. 4, S. 7). Sie erhebt Vorwürfe ge-

gen den Vater (a.a.O., S. 5, S. 7) und hält fest, der Vorfall vom 31. März 2017, 

nämlich der Tritt des Vaters in ihren Rücken, habe C._____ zutiefst verstört. Und 

sie trägt dann vor, was C._____ ihr gesagt haben soll, dass sie eine Opfermel-

dung gemacht habe und die bei der Fachstelle mit C._____ geführten Gespräche 

gezeigt hätten, dass C._____ belastet sei und eine Art Beschützerbedürfnis ge-

genüber der Mutter entwickelt habe (vgl. a.a.O., 2 S. 5). Ab 2017 habe die Ent-

wicklung der Besuche von C._____ beim Vater wieder einen Verlauf genommen 

wie 2013. C._____ habe Einschlafschwierigkeiten, klammere sich an sie, finde 

lange keinen Schlafrhythmus (a.a.O., S. 6). Der seit vier Jahren andauernde Kon-

flikt sei nicht abgeklungen, sondern habe sich zusehends verhärtet. Sie sei seit je 

die Hauptbezugsperson von C._____. Es bestehe eine sehr enge Beziehung zwi-

schen ihr und C._____, was den Vater nicht gehindert habe, einen Eventualantrag 

auf Obhutszuteilung an sich zu stellen oder auf einem Ferienbesuch von C._____ 

bei ihm vom 7. bis 15. Juli 2017 zu beharren (a.a.O., S. 7). Wenn der Fall der Par-

teien kein schwerwiegender elterlicher Konflikt mit Ausnahmecharakter sei, dann 

frage sich, welcher es dann sein soll. Der Bezirksrat habe gemeint, von der Al-

- 24 - 

leinzuteilung sei kein entscheidender Gewinn zu erwarten. Das sei falsch, denn 

die Alleinzuteilung verringerte die Konfliktfelder (vgl. a.a.O.). Der Bezirksrat sei 

auch die Antwort schuldig geblieben, wie die Eltern denn bei gemeinsamer elterli-

cher Sorge zu einer Einigung gelangen sollten (a.a.O., S. 8). Es verstehe sich von 

selbst, dass ein Kind bei einer chronifizierten konfliktreichen Beziehung der Eltern 

Schaden nehme. Das dürfe keine Option sein, zumal der Abklärungsbericht des 

kjz festhalte, die gemeinsame elterliche Sorge könne zu einer weiteren Eskalation 

führen (vgl. a.a.O.). 

3.2 Der Bezirksrat hat in seinem Urteil die rechtlichen Grundlagen, die ihn zu sei-

nem Entscheid führten, grundsätzlich zutreffend dargelegt (vgl. act. 7 S. 30 ff. 

[Erw. 4.1]). Das anerkennt letztlich auch die Mutter (vgl. act. 2 S. 3- 9). Um Wie-

derholungen zu vermeiden, kann daher wiederum vorab auf die entsprechenden 

Erwägungen im angefochtenen Urteil verwiesen werden. Richtig ist insbesondere, 

dass die gemeinsame elterliche Sorge der Grundsatz ist; die Alleinsorge muss ei-

ne eng begrenzte Ausnahme bleiben (vgl. BGE 141 III 472 [S. 479], 142 III 197 

[S. 201]), die dem Fall vorbehalten ist, in dem das Kindeswohl bei gemeinsamer 

elterlicher Sorge beeinträchtigt wäre und die Alleinzuteilung eine Verbesserung 

der Lage bzw. keine zu befürchtende Verschlechterung verspricht. 

 Der Bezirksrat hat das angenommen (vgl. act. 7 S. 32 f.) und grundsätzlich 

zutreffend erkannt, dass sich von der Beibehaltung der alleinigen Sorge kein ent-

scheidender Gewinn versprechen lässt. Auch insoweit kann zur Vermeidung von 

Wiederholungen vorab auf die entsprechenden Erwägungen des Bezirksrates 

verwiesen werden. Daran ändert auch die Argumentation der Mutter im zweitin-

stanzlichen Beschwerdeverfahren, warum dem nicht so sein soll, nichts Wesentli-

ches. Denn diese Argumentation bestätigt letztlich nur die bezirksrätliche Auffas-

sung, weil sie grösstenteils der Argumentation folgt, mit der die Mutter ihre Ein-

wände und Vorbehalte gegen den persönlichen Umgang des Sohnes mit dem Va-

ter begründet (vgl. vorn Erw. II/2.3.2 - 2.3.3). Die dabei angeführten Gründe hät-

ten aus mütterlicher Sicht auch dann zu gelten, wenn die elterliche Sorge weiter-

hin allein bei der Mutter verbliebe. Elterliche Konflikte um den Zeitpunkt und den 

Umfang der persönlichen Kontakte des Sohnes zum Vater blieben folglich auf-

grund des bisherigen Verhaltens bei der Umsetzung des persönlichen Verkehrs 

- 25 - 

ebenso bestehen wie damit einhergehende Dispute, was wann dem Kinde zuträg-

lich ist oder nicht (vgl. beispielhaft act. 2 S. 7 [Ferien anfangs Juli 2017]), zumal 

bei der Alleinsorge die Gewichtung dessen bzw. die Deutungshoheit darüber letzt-

lich wie bis anhin allein bei der Mutter läge.  

 Die gemeinsame elterliche Sorge zwingt im Übrigen beide Eltern, sich auf 

dem Kind Zuträgliches zu besinnen, was bislang offenkundig nicht der Fall war. 

Und es ist sowohl der Mutter als auch dem Vater in Erinnerung zu rufen, dass die 

Kinder ihre Eltern nicht aussuchen können, die Eltern sich hingegen schon. Die 

Eltern tragen daher die Konsequenzen ihrer Wahl und die daraus folgende Ver-

antwortung für ihr gemeinsames Kind. Sie haben (vgl. BGE 142 III 1, E. 3.4  

S. 6 f.) die mit der elterlichen Sorge verbundenen Rechte und Pflichten zum Woh-

le ihres gemeinsamen Kindes auszuüben und im Rahmen ihrer Möglichkeiten ei-

nerseits alles zu unternehmen, was zur gedeihlichen Entwicklung ihres gemein-

samen Kindes erforderlich ist, und anderseits alles zu unterlassen, was diese 

Entwicklung schädigt. Sie haben sich als Erwachsene namentlich zu bemühen, 

zwischen der konfliktbehafteten Elternebene einerseits sowie dem Eltern-Kind-

Verhältnis andererseits zu unterscheiden und – anders als bis anhin – das Kind 

aus dem elterlichen Konflikt herauszuhalten. Beide Elternteile haben deswegen 

ein kooperatives und respektvolles Verhalten an den Tag zu legen und die ihnen 

aus der Sicht vernünftiger und loyaler Dritter zumutbaren Anstrengungen bei der 

gegenseitigen Kommunikation zu unternehmen, ohne die weder ein geregelter, 

dem Wohl des Kindes dienender persönlicher Umgang des Kindes mit dem nicht 

zur Hauptsache betreuenden Elternteil noch ein gemeinsames Sorgerecht zum 

Vorteil des Kindes ausgeübt werden kann. Letzteres betont auch der Abklärungs-

bericht des kjz …, der empfahl, die gemeinsame elterliche Sorge dann zu prüfen, 

wenn das Besuchsrecht funktioniere; das ist, wie gesehen, seit dem Spätsommer 

2016 übrigens der Fall.  

 Ihrer eben skizzierten Verantwortung können sich die Eltern, denen im Übri-

gen beiden – wie gesehen (vgl. Erw. I/1.5.2) – Erziehungsfähigkeit attestiert wur-

de und denen beiden das Wohl ihres gemeinsamen Kindes doch am Herzen liegt, 

nicht entschlagen. Hält die Mutter dafür, der Bezirksrat habe keine Antwort darauf 

gegeben, wie die Eltern zu einer Einigung gelangen sollen, so übersieht sie, dass 

- 26 - 

im eben Gesagten gewissermassen ausgedeutscht die Antwort liegt, die der Be-

zirksrat in seinem Entscheid bereits implizit gegeben hat. Erforderlich ist dafür sei-

tens beider Eltern gewiss ein Lernprozess, der sich nicht bloss auf ein Auseinan-

derhalten von Elternebene und Kind-Eltern-Beziehung wird beschränken können, 

sondern in dem sie mit Blick auf das dem Kind – aus der Warte vernünftiger und 

loyaler Dritter – Zuträgliche ebenfalls von eigenen Vorstellungen in Erziehungs-

fragen abzurücken haben. Was für ein Kind richtig ist, lässt sich ohnehin nicht 

abstrakt bestimmen, weshalb unterschiedliche Auffassungen der Eltern in der Er-

ziehung im jeweils konkreten Einzelfall bekanntlich ebenso familiärer Alltag sind 

wie unterschiedliche Erziehungsstile. Das lässt sich bis zu einem gewissen Grad 

nicht umgehen, insbesondere dann nicht, wenn die Eltern keinen gemeinsamen 

Haushalt führen. Mit gemeinsamer elterlicher Sorge können sie indessen die Un-

terschiede, wenn sich beide gleichermassen bemühen und sich respektieren, ab-

dämpfen. Von der gemeinsamen elterlichen Sorge lässt sich auch insoweit eine 

Besserung erhoffen. 

 Die den Eltern obliegenden Aufgaben sind für sie wohl nicht einfach und es 

ist möglich, dass sie allenfalls Unterstützung brauchen, etwa in Ausweitung der 

bereits bestehende Beistandschaft gestützt auf Art. 308 Abs. 1 ZGB. Als Unter-

stützungsmassnahme kann insbesondere ein Elterncoaching sowohl der Mutter 

als auch des Vaters in Frage kommen, wie es das kjz … empfohlen hat (vgl. Erw. 

I/1.5.2). Ob eine Unterstützung wirklich erforderlich ist, wird sich allerdings erst 

noch weisen müssen und dann von der KESB zu prüfen sein, gegebenenfalls auf 

entsprechende Anträge des Beistands. 

3.3 Im Ergebnis ist somit die Beschwerde abzuweisen und das Urteil des Bezirks-

rates Pfäffikon vom 13. Juni 2017 im angefochtenen Umfang zu bestätigen. 

- 27 - 

III. 
(Kosten- und Entschädigungsfolgen) 

1. In familienrechtlichen Prozessen, bei denen es um Fragen geht, in denen die 

Parteien in guten Treuen unterschiedliche Auffassungen vertreten können, na-

mentlich etwa zum Umfang des persönlichen Umgangs der Kindern mit dem El-

ternteil, bei dem sie nicht wohnen, ist praxisgemäss gestützt auf Art. 107 Abs. 1 

lit. c ZPO von einer Kostenverlegung nach den Grundsätzen des Art. 106 ZPO 

abzusehen und es sind die Kosten den Eltern je hälftig aufzuerlegen. Umstände, 

welche hier ein Abweichen von diesen Überlegungen geböten, liegen nicht vor. Im 

Zusammenhang mit der strittigen Frage der gemeinsamen elterlichen Sorge im 

Wesentlichen die selben Argumente wie beim strittigen Umfang des Besuchs-

rechts zu prüfen, und ein Abweichen von der Praxis wird auch mit Blick auf die 

bezirksrätliche Kostenverlegung von keiner Partei ernsthaft in Frage gestellt; die 

Kostenfestsetzung im Urteil vom 13. Juni 2017 blieb zudem unangefochten (vgl. 

act. 2 [dort insbes. S. 13 und 17] und act. 12 [dort insbes. S. 23]). Das führt einer-

seits zur Bestätigung des bezirksrätlichen Kostendispositivs und anderseits zur 

hälftigen Verlegung der Prozesskosten des zweitinstanzlichen Beschwerdeverfah-

rens. Parteientschädigungen sind bei dieser Kostenverlegung nicht zuzuspre-

chen. 

 Die Entscheidgebühr dieses Beschwerdeverfahrens ist gestützt auf § 12 

Abs. 1 und 2 GebV OG i.V.m. § 5 Abs. 1 GebV OG zu bemessen, wobei – selbst 

in Berücksichtigung des beträchtlichen Aktenumfangs – insgesamt von einem 

noch leichten Fall auszugehen ist. Bei den Anordnungen zur Liquidation der Ge-

richtskosten ist zu berücksichtigen, dass der Mutter die unentgeltliche Rechtspfle-

ge teilweise bewilligt wurde (Befreiung von Gerichtkosten; vgl. act. 10). 

- 28 - 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen und es werden die Dispositivziffern II, VII, 

VIII und IX des Urteils des Bezirksrates Pfäffikon vom 13. Juni 2017 bestä-

tigt. 

2. Die Entscheidgebühr für das zweitinstanzliche Beschwerdeverfahren wird 

auf Fr. 2'000.- festgesetzt und den Parteien je zur Hälfte auferlegt; der auf 

die Beschwerdeführerin entfallende Anteil der Gerichtskosten wird jedoch 

aufgrund der ihr teilweise bewilligten unentgeltlichen Rechtspflege (Befrei-

ung von Gerichtskosten) auf die Gerichtskasse genommen. 

Vorbehalten bleibt gestützt auf Art. 123 ZPO die Nachzahlungspflicht der 

Beschwerdeführerin. 

3. Es werden für das zweitinstanzliche Beschwerdeverfahren keine Parteient-

schädigungen zugesprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung je gegen Empfangsschein an die Parteien, an den Be-

schwerdegegner unter Beilage eines Doppels von act. 19, ferner an die Kin-

des- und Erwachsenenschutzbehörde Bezirk Pfäffikon ZH, die Direktion der 

Justiz und des Innern (Gemeindeamt des Kantons Zürich) sowie an den Be-

zirksrat Pfäffikon. 

Nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die vorinstanzlichen 

Akten an den Bezirksrat zurück. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).  

- 29 - 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 
Es handelt sich um keine vermögensrechtliche Angelegenheit. 
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer 

 
Die Gerichtsschreiberin: 

 
 
 

MLaw R. Schneebeli 
 
 
versandt am: 

	Urteil vom 10. Oktober 2017
	Erwägungen:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen und es werden die Dispositivziffern II, VII, VIII und IX des Urteils des Bezirksrates Pfäffikon vom 13. Juni 2017 bestätigt.
	2. Die Entscheidgebühr für das zweitinstanzliche Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 2'000.- festgesetzt und den Parteien je zur Hälfte auferlegt; der auf die Beschwerdeführerin entfallende Anteil der Gerichtskosten wird jedoch aufgrund der ihr teilweise...
	Vorbehalten bleibt gestützt auf Art. 123 ZPO die Nachzahlungspflicht der Beschwerdeführerin.
	3. Es werden für das zweitinstanzliche Beschwerdeverfahren keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung je gegen Empfangsschein an die Parteien, an den Beschwerdegegner unter Beilage eines Doppels von act. 19, ferner an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Bezirk Pfäffikon ZH, die Direktion der Justiz und des Innern (Gemei...
	Nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die vorinstanzlichen Akten an den Bezirksrat zurück.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...