# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5a092833-98ef-5b93-92ac-87edfb3a90f1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-08-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.08.2023 D-4160/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4160-2023_2023-08-10.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4160/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 0 .  A u g u s t  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Daniela Brüschweiler (Vorsitz), 

Richterin Claudia Cotting-Schalch, 

Richter Thomas Segessenmann,  

Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch MLaw Eliane Schmid, Rechtsanwältin,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 19. Juli 2023 / N (…). 

 

 

 

D-4160/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 14. Januar 2023 in der Schweiz um Asyl 

nach und gab dabei an, am (…) geboren und somit noch minderjährig zu 

sein. Am 19. Januar 2023 mandatierte er die ihm zugewiesene Rechtsver-

tretung. 

B.  

Ein Abgleich der Fingerabdrücke mit der Eurodac-Datenbank vom 17. Ja-

nuar 2023 ergab, dass der Beschwerdeführer am (…) 2022 in Griechen-

land aufgegriffen worden war und am 7. Januar 2023 in Kroatien ein Asyl-

gesuch gestellt hatte. 

C.  

C.a Am 16. März 2023 ersuchte das SEM die kroatischen Behörden ge-

stützt auf die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfah-

ren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von ei-

nem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat ge-

stellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: 

Dublin-III-VO) um Übernahme des Beschwerdeführers.  

C.b Am 30. März 2023 stimmten die kroatischen Behörden der Wiederauf-

nahme des Beschwerdeführers in Anwendung von Art. 20 Abs. 5 Dublin-

III-VO zu. Deren Angaben zufolge wurde der Beschwerdeführer in Kroatien 

mit Geburtsdatum vom (…) registriert. Nachdem er am 7. Januar 2023 die 

Absicht zur Schutzsuche zum Ausdruck gebracht habe, habe er das Emp-

fangszentrum vor dem Interview verlassen.  

D.  

Mit Schreiben vom 18. April 2023 reichte der Beschwerdeführer beim SEM 

Kopien respektive Fotografien folgender Dokumente ein: Tazkira, Impfaus-

weis, Schuldokument und Koranseite. 

E.  

Anlässlich der Erstbefragung des Beschwerdeführers als unbegleiteter, 

minderjähriger Asylsuchender (EB UMA) vom 27. April 2023 gab der Be-

schwerdeführer im Wesentlichen zu Protokoll, er sei afghanischer Staats-

angehöriger und ethnischer B._______. Er stamme aus dem Dorf 

C._______ im Distrikt D._______ in der Provinz E._______. Er sei am (…) 

(entspricht im gregorianischen Kalender dem […]) geboren und derzeit 

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Seite 3 

ungefähr (…) Jahre und (…) Monate alt. Bei der Umrechnung des Datums 

in den gregorianischen Kalender hätten ihm andere Jugendliche unter Zu-

hilfenahme von Google geholfen. Sein Vater habe sein Geburtsdatum (das-

jenige des Beschwerdeführers) nach seiner Geburt auf einer Seite im Ko-

ran notiert, wie es der afghanischen Tradition entspreche. Er habe sein 

Geburtsdatum schon immer gekannt beziehungsweise seitdem er im Alter 

von 7 Jahren mit der Schule begonnen habe, da er dafür auch eine Tazkira 

benötigt habe. Als er hierzulande beim Grenzübertritt von der Polizei ange-

halten worden sei, seien die von den griechischen Behörden erfassten Per-

sonalien übernommen worden. Warum in Griechenland der (…) als Ge-

burtsdatum registriert worden sei, wisse er nicht. Er habe dort die gleichen 

Personalien angegeben wie hierzulande. Er sei mit 7 Jahren, wohl im Jahr 

(…), eingeschult worden und habe die Schule 7 Jahre lang besucht. Im 

Jahr (…) habe er die Schule im Alter von 14 Jahren verlassen, weil seine 

Mutter erkrankt sei. Im Jahr (…) seien seine Eltern wegen der Krankheit 

der Mutter nach F._______ gegangen und er habe sich dann um den Haus-

halt und die Landwirtschaft gekümmert. In Afghanistan sei es üblich, schon 

ab 6 oder 7 Jahren zu arbeiten. Er habe drei Brüder im Alter von (…), (…) 

und (…) Jahren und eine Schwester im Alter von (…) Jahren. Er kenne das 

Alter seiner Geschwister, seitdem er mit der Schule begonnen habe. Zu-

dem habe er die Identitätskarte seines älteren Bruders gesehen. Die Ge-

burtsdaten der Eltern kenne er nicht. Sein Vater sei wahrscheinlich zwi-

schen (…) und (…) Jahre und seine Mutter etwa (…) Jahre alt. Heute lebe 

sein ältester Bruder in G._______, die Eltern und die anderen Geschwister 

seien in Afghanistan. Er habe nie einen Pass gehabt. Im Jahr (…) sei ihm 

im Alter von (…) Jahren in D._______ in Begleitung seines Vaters eine 

Tazkira ausgestellt worden. Das Original befinde sich in Afghanistan. Da 

seine Familie in einer Gegend lebe, in der es keine Postämter gebe, und 

seine Geschwister zudem noch zu klein seien, um zu wissen, wie sie Do-

kumente verschicken könnten, habe ihm sein mittlerer Bruder nur Fotos 

von den Unterlagen, welche er eingereicht habe, zukommen lassen. Er 

habe Afghanistan im Alter von (…) Jahren im Winter (…) verlassen. Über 

den Iran, die Türkei, Griechenland, Albanien, Montenegro, Bosnien, Kroa-

tien, Slowenien und Italien sei er schliesslich in die Schweiz gelangt. Es sei 

nur in Griechenland und Kroatien daktyloskopisch erfasst worden. In Kro-

atien sei er zur Abgabe der Fingerabdrücke verpflichtet worden, er habe 

dort aber kein Asylgesuch gestellt. Er habe den kroatischen Behörden ge-

sagt, dass er am (…). des Monats (…) geboren und (…) Jahre alt sei, das 

Geburtsjahr hätten diese dann selbst eingetragen. Nach der Registrierung 

habe er gehen können. Es gefalle ihm in der Schweiz und er möchte nicht 

nach Kroatien zurück. Er sei dort schlecht behandelt und diskriminiert 

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worden. Die Einreise sei ihm erst beim dritten Versuch gelungen. Beim ers-

ten Mal sei sein Schlauchboot abgefangen und ihm alles weggenommen 

worden. Beim zweiten Versuch sei er aus einem LKW-Container geholt und 

es sei ihm wieder alles abgenommen worden. Beim dritten Mal habe er die 

Grenze schliesslich zu Fuss überquert. Zwecks Registrierung sei er zwei 

Tage lang festgehalten und erst nach der Abnahme der Fingerabdrücke 

freigelassen worden. Seitdem er in  H._______ im Gefängnis gewesen sei, 

habe er psychische Probleme. 

F.  

F.a Mit Schreiben vom 12. Mai 2023 lud das SEM den Beschwerdeführer 

zu einer medizinischen Altersabklärung vor.  

F.b Am (…) Mai 2023 wurde eine rechtsmedizinische Untersuchung des 

Beschwerdeführers durchgeführt und am 25. Mai 2023 ein entsprechendes 

Gutachten durch das (…) erstellt. Demzufolge wurde ein durchschnittliches 

Alter von (…) bis (…) Jahren und ein Mindestalter zum Zeitpunkt der Un-

tersuchung von (…) Jahren festgestellt. Der Beschwerdeführer habe mit 

an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das 18. Altersjahr erfüllt. Das 

angegebene Alter von (…) Jahren und (…) Monaten erscheine ausge-

schlossen. 

F.c Mit Schreiben vom 6. Juni 2023 informierte das SEM den Beschwer-

deführer über das Altersgutachten und es teilte ihm mit, dass es die von 

ihm geltend gemachte Minderjährigkeit als nicht glaubhaft erachte und be-

absichtige, sein Geburtsdatum im Zentralen Migrationsinformationssystem 

(ZEMIS) auf den (…) anzupassen. Es gewährte ihm hierzu das rechtliche 

Gehör.  

F.d Der Beschwerdeführer nahm mit Eingabe vom 14. Juni 2023 Stellung. 

F.e Am 16. Juni 2023 änderte das SEM das Geburtsdatum des Beschwer-

deführers im ZEMIS auf den (…). Es versah den Eintrag mit einem Bestrei-

tungsvermerk. 

G.  

Zwischen dem 30. Januar 2023 und 10. Juli 2023 gingen beim SEM di-

verse ärztliche Kurzberichte ein. Am 18. Juli 2023 forderte das SEM eine 

Auflistung der vom Beschwerdeführer wahrgenommenen und allfälliger 

ausstehender Arzttermine an. Die Liste wurde gleichentags übermittelt. 

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Seite 5 

H.  

Mit Verfügung vom 19. Juli 2023 – eröffnet am 20. Juli 2023 – trat das SEM 

in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asyl-

gesuch des Beschwerdeführers nicht ein. Es ordnete die Wegweisung aus 

der Schweiz nach Kroatien an, forderte den Beschwerdeführer auf, die 

Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

und beauftragte den Kanton I._______ mit dem Vollzug der Wegweisung. 

Des Weiteren händigte es die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenver-

zeichnis aus und stellte fest, dass einer allfälligen Beschwerde gegen den 

Entscheid keine aufschiebende Wirkung zukomme. 

Für die Begründung wird auf die Ausführungen der Vorinstanz in der Ver-

fügung verwiesen. 

I.  

Mit Eingabe vom 27. Juli 2023 erhob der Beschwerdeführer durch die rubri-

zierte Rechtsvertreterin beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er 

ersuchte um Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und um Erfassung 

als Minderjähriger sowie um Rückweisung der Sache an das SEM zwecks 

Prüfung seines Asylgesuchs im Rahmen eines nationalen Verfahrens, 

eventualiter – bei Nichtanerkennung der Minderjährigkeit – um Feststellung 

der Zuständigkeit der Schweiz und um materielle Prüfung des Asylge-

suchs, subeventualiter um Rückweisung der Sache an die Vorinstanz 

zwecks vollständiger Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung. In ver-

fahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses. Zudem beantragte er die Aussetzung des Vollzugs der Wegweisung 

und die Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde.  

Auf die Begründung der Rechtsbegehren wird – soweit für den Entscheid 

wesentlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

J.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

28. Juli 2023 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). Glei-

chentags setzte die Instruktionsrichterin den Vollzug der Überstellung im 

Sinne einer vorsorglichen Massnahme einstweilen aus. 

K.  

Mit Eingabe vom 2. August 2023 reichte der Beschwerdeführer ein Beweis-

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Seite 6 

mittel zu den Akten (Zuweisung zu medizinischer Abklärung vom 26. Juli 

2023 und entsprechender ärztlicher Bericht vom 27. Juli 2023).  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet auf dem Gebiet des Asyls 

– in der Regel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen 

Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 

Abs. 1 VwVG). 

1.3 Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass das SEM in der ange-

fochtenen Verfügung nicht über den Eintrag eines Geburtsdatums im 

ZEMIS entschieden hat. Auf die Ausführungen auf Seite 7 der Beschwerde 

(Ziff. 17 f.) ist deshalb nicht weiter einzugehen. Die Beschwerde enthält 

denn auch keinen konkreten Antrag in Bezug auf das ZEMIS. Es ist dem 

Beschwerdeführer unbenommen, mit einem entsprechenden Gesuch an 

das SEM zu gelangen, das zur Behandlung eines solchen verpflichtet ist. 

2.  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

3.  

3.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der 

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Seite 7 

Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vo-

rinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 

VI/5 E. 3.1; 2012/4 E. 2.2, je m.w.H.). 

4.  

4.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des zuständigen Staats prüft das 

SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO. Führt diese Prü-

fung zur Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die Prüfung des 

Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betreffende Mit-

gliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstellung explizit oder implizit 

zugestimmt hat, auf das Asylgesuch nicht ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2). 

4.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständi-

gen Mitgliedstaats wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals 

ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rahmen des 

– hier interessierenden – Wiederaufnahmeverfahrens (Art. 23–25 Dublin-

III-VO) findet grundsätzlich keine (neue) Zuständigkeitsprüfung nach Kapi-

tel III Dublin-III-VO mehr statt. Die Zuständigkeit beziehungsweise die Ver-

pflichtung des Mitgliedstaats zur Wiederaufnahme ergibt sich direkt aus 

Art. 18 Abs. 1 Bst. b–d beziehungsweise Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO (vgl. 

Urteil des Europäischen Gerichtshofs [EuGH; Grosse Kammer] vom 2. Ap-

ril 2019, Staatssecretaris van Veiligheid en Justitie gegen H. und R., 

C-582/17 und C-583/17, Rn. 47–50; BVGE 2019 VI/7 E. 4-6, 2017 VI/5 

E. 6.2 und E. 8.2.1 m.H.). 

4.3 Der Mitgliedstaat, bei dem der erste Antrag auf internationalen Schutz 

gestellt wurde, ist gehalten, einen Antragsteller, der sich ohne Aufenthalts-

titel im Hoheitsgebiet eines anderen Mitgliedstaats aufhält oder dort einen 

Antrag auf internationalen Schutz gestellt hat, nachdem er seinen ersten 

Antrag noch während des Verfahrens zur Bestimmung des zuständigen 

Mitgliedstaats zurückgezogen hat, nach den Bestimmungen der Art. 23, 

24, 25 und 29 wieder aufzunehmen, um das Verfahren zur Bestimmung 

des zuständigen Mitgliedstaats zum Abschluss zu bringen (Art. 20 Abs. 5 

Dublin-III-VO). Diese Bestimmung findet auch im Falle der Weiterreise ei-

nes Antragstellers in einen anderen Mitgliedstaat bei noch nicht 

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Seite 8 

abgeschlossenem Zuständigkeitsverfahren Anwendung (vgl. CHRISTIAN 

FILZWIESER/ANDREA SPRUNG, Dublin-III-Verordnung, Das europäische 

Asylzuständigkeitssystem, 2014, K 19 zu Art. 20). 

4.4 Im Fall von unbegleiteten Minderjährigen ohne familiäre Anknüpfungs-

punkte zu einem anderen Mitgliedstaat gemäss Art. 8 Abs. 4 Dublin-III-VO 

ist stets derjenige Mitgliedstaat zuständig, in dem der Minderjährige seinen 

(aktuellen) Antrag auf internationalen Schutz gestellt hat; solche Minder-

jährige sind mithin vom Aufnahme- oder Wiederaufnahmeverfahren ausge-

nommen (vgl. CHRISTIAN FILZWIESER/ANDREA SPRUNG, Dublin-III-Verord-

nung, Das europäische Asylzuständigkeitssystem, 2014, K15 f. zu Art. 8 

Dublin-III-VO, m.w.H.).  

5.  

5.1 Der Beschwerdeführer vertritt die Auffassung, die Schweiz sei gemäss 

Art. 8 Abs. 4 Dublin-III-VO für die Prüfung seines Asylgesuchs zuständig, 

weil er minderjährig sei. 

5.2 Asylsuchende sind verpflichtet, an der Feststellung des Sachverhalts 

mitzuwirken; insbesondere müssen sie ihre Identität offenlegen und Reise-

papiere sowie Identitätsausweise abgeben (Art. 8 Abs. 1 Bst. a und b 

AsylG). Eine geltend gemachte Minderjährigkeit ist von der asylsuchenden 

Person zu beweisen, soweit ihr ein Beweis möglich ist, und andernfalls we-

nigstens glaubhaft zu machen. Im Rahmen einer Gesamtwürdigung ist eine 

Abwägung sämtlicher Anhaltspunkte, welche für oder gegen die Richtigkeit 

der betreffenden Altersangaben sprechen, vorzunehmen. Dabei ist insbe-

sondere an für echt befundene Identitätspapiere oder an eigene Angaben 

zu denken (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der [vormaligen] Schwei-

zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 30 E. 5.3.3; Urteil des 

BVGer E-891/2017 vom 8. August 2018 E. 4.2.3 m.w.H.). Bei Fehlen 

rechtsgenüglicher Identitätsausweise kann im Rahmen der Feststellung 

des Sachverhalts mit Unterstützung wissenschaftlicher Methoden – bei-

spielsweise Knochenaltersanalysen (Art. 17 Abs. 3bis AsylG) – abgeklärt 

werden, ob die Altersangabe der asylsuchenden Person dem tatsächlichen 

Alter entspricht (Art. 7 Abs. 1 AsylV 1). Die asylsuchende Person hat bei 

der entsprechenden Sachverhaltsfeststellung mitzuwirken. Das Resultat 

eines Altersgutachtens stellt nur ein Element bei der Beurteilung der Frage 

der Glaubhaftigkeit einer geltend gemachten Minderjährigkeit dar (vgl. 

BVGE 2019 I/6 E. 6.1 ff.). 

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Seite 9 

5.3 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten in 

Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass es dem Beschwer-

deführer nicht gelungen ist, die geltend gemachte Minderjährigkeit glaub-

haft zu machen. 

5.3.1 Der Beschwerdeführer hat keine rechtsgenüglichen Identitätsdoku-

mente ins Recht gelegt. Seine Identität steht folglich nicht fest und es ist 

daher auch nicht gesichert, dass die vorgelegten Dokumente ihm zuzuord-

nen sind. Eine afghanische Tazkira gilt nicht als fälschungssicher und ihr 

kommt deshalb gemäss geltender Rechtsprechung nur ein verminderter 

Beweiswert zu. Der Beschwerdeführer hat lediglich eine Fotografie einge-

reicht und selbst bei Vorliegen des Originals besteht die Möglichkeit, dass 

die darin enthaltenen zeitlichen Angaben über das Geburtsdatum nicht 

dem wirklichen Alter entsprechen (vgl. BVGE 2019 I/6 E. 6.2, 2013/30 

E. 4.2.2). Die eingereichte Tazkira vermag somit in Bezug auf das Alter des 

Beschwerdeführers keine genügende Beweiskraft zu entfalten. Gleiches 

gilt für den Impfausweis, das Schuldokument und die Koranseite. Ander-

weitige Dokumente, welche Rückschlüsse auf sein Alter zulassen würden, 

reichte der Beschwerdeführer nicht ein. Zum seinem Alter liegen teils wi-

dersprüchliche Angaben vor. Auf dem am 14. Januar 2023 ausgefüllten 

Personalienblatt gab er den (…) als Geburtsdatum an (vgl. SEM-Akte […]-

3/2). In Kroatien wurde er mit einem anderen Geburtsdatum ([…]) registriert 

(vgl. SEM-Akte […]-23/2). Die Notiz auf der Koranseite, mit welcher der 

Vater das Geburtsdatum des Beschwerdeführers vermerkt habe, nennt 

nochmals ein anderes Geburtsdatum ([…] [{…}]). Bei der EB UMA vom 

27. April 2023 gab der Beschwerdeführer an, sein Geburtsdatum seit der 

Einschulung im Alter von 7 Jahren zu kennen, da er dann auch eine Tazkira 

benötigt habe (vgl. SEM-Akte 1227263-28/12 S. 3). Der eingereichten 

Tazkira-Kopie lässt sich jedoch entnehmen, dass das besagte Dokument 

erst im Jahr (…) ausgestellt worden sei, als der Beschwerdeführer bereits 

(…) Jahre alt gewesen sei, und die Schule nach eigenen Angaben bereits 

verlassen hatte. 

5.3.2 Auch mit seinen weiteren Aussagen vermag der Beschwerdeführer 

das Gericht nicht in einem für die Glaubhaftigkeit erforderlichen Mass von 

seiner Minderjährigkeit zu überzeugen. Zwar stimmen seine Aussagen bei 

der EB UMA vom 27. April 2023 zum Schulbesuch in rechnerischer Hin-

sicht überein (Schuleintritt mit 7 Jahren, Schulaustritt nach 7 Jahren im Al-

ter von 14 Jahren), aber auf konkrete Rückfragen zur zeitlichen Einord-

nung von Ereignissen blieben seine Angaben vage oder er wich aus und 

repetierte stattdessen bereits Gesagtes (vgl. SEM-Akte {…}-28/12 bspw. 

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Seite 10 

S. 4 und 7). Das Vorbringen, gegenüber den kroatischen Behörden eben-

falls angegeben zu haben, am (…) des Monats (…) geboren und (…) Jahre 

alt zu sein, wobei diese das Geburtsjahr dann selbst umgerechnet hätten 

(vgl. SEM-Akte […]-28/12 S. 8-9), vermag nicht zu überzeugen, wurde der 

Beschwerdeführer in Kroatien doch mit dem Geburtsdatum vom (…) (ent-

spricht im afghanischen Kalender dem […]. des Monats […] […]) registriert 

(vgl. SEM-Akte […]-23/2). Die Annahme, die kroatischen Behörden hätten 

ohne entsprechende Angabe des Beschwerdeführers ein Geburtsdatum 

vermerkt, erscheint lebensfremd. Dem Beschwerdeführer gelingt es damit 

nicht, das behauptete Alter schlüssig darzulegen. 

5.3.3 Des Weiteren spricht auch das Ergebnis der am (…). Mai 2023 

durchgeführten Begutachtung des Beschwerdeführers durch das (…) für 

die Volljährigkeit des Beschwerdeführers. Von den in der Schweiz ange-

wandten Methoden der medizinischen Altersabklärung sind die Schlüssel-

bein- respektive Skelettaltersanalyse und die zahnärztliche Untersuchung 

(nicht jedoch die Handknochenaltersanalyse und die ärztliche körperliche 

Untersuchung) zum Beweis der Minder- beziehungsweise Volljährigkeit ei-

ner Person geeignet. Keine Aussage zur Minder- beziehungsweise Volljäh-

rigkeit einer Person lässt sich anhand der medizinischen Altersabklärung 

machen, wenn das Mindestalter bei der zahnärztlichen Untersuchung und 

der Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse unter 18 Jahren liegt 

(vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 4.21 f.). Laut dem Gutachten vom 25. Mai 2023 

entspricht das bei der Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse er-

mittelte Stadium einem mittleren Alter von (…) +/- (…) Jahren und einem 

Mindestalter von (…) Jahren und damit von über 18 Jahren. Das Gutach-

ten kommt in einer Gesamtbetrachtung zum Schluss, dass der Beschwer-

deführer das 18. Lebensjahr mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlich-

keit vollendet habe (vgl. SEM-Akte […]-37/11). Diese medizinische Alters-

abklärung ist damit als Indiz für die Volljährigkeit des Beschwerdeführers 

im Zeitpunkt der Asylgesuchstellung in der Schweiz am 14. Januar 2023 

zu erachten. Die vom Beschwerdeführer in der Rechtsmitteleingabe vom 

27. Juli 2023 geäusserten Vorbehalte gegenüber dem Gutachten vermö-

gen an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Anhaltspunkte, die aufgrund 

ihrer Beweiskraft geeignet wären, dennoch für die Minderjährigkeit des Be-

schwerdeführers zu sprechen, sind den Akten nicht zu entnehmen. 

5.3.4 Nach Würdigung aller Umstände ist es dem Beschwerdeführer, der 

die Beweislast trägt, nicht gelungen, die geltend gemachte Minderjährigkeit 

im Zeitpunkt der Asylgesuchstellung in der Schweiz glaubhaft zu machen. 

Es überwiegen diejenigen Umstände, die für das Erreichen der Volljährig-

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Seite 11 

keit sprechen. Er hat die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen und es ist 

vom Erreichen der Volljährigkeit auszugehen (vgl. EMARK 2004 Nr. 30 

E. 5.2). 

5.4 Nachdem die Minderjährigkeit des Beschwerdeführers nicht glaubhaft 

ist, fällt Art. 8 Abs. 4 Dublin-III-VO nicht als Kriterium zur Bestimmung des 

für das Asylverfahren zuständigen Mitgliedstaats in Betracht. 

6.  

6.1 Der Beschwerdeführer erklärte zwar, er habe in Kroatien kein Asylge-

such gestellt, aber durch den Abgleich der Fingerabdrücke mit der Zentral-

einheit Eurodac steht fest, dass er am 7. Januar 2023 in Kroatien als asyl-

suchende Person registriert wurde. Die kroatischen Behörden stimmten 

der Wiederaufnahme des Beschwerdeführers am 30. März 2023 gestützt 

auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO ausdrücklich zu und wiesen gleichzeitig da-

rauf hin, dass das Verfahren noch im Gange sei. Der Einwand des Be-

schwerdeführers, man habe ihm unter Zwang seine Fingerabdrücke abge-

nommen, ist unbehelflich und ändert nichts daran, dass die kroatischen 

Behörden ein Asylverfahren ihn betreffend eröffnet haben. Die grundsätz-

liche Zuständigkeit Kroatiens ist somit gegeben. Entgegen der Ansicht des 

Beschwerdeführers vermag der Umstand, dass die Zustimmung Kroatiens 

gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO, «in order to continue to determine 

responsibility» erfolgte, daran nichts zu ändern (vgl. hierzu Urteile des 

BVGer D-4063/2023 vom 25. Juli 2023 S. 4 und F-1876/2023 vom 13. April 

2023 S. 4 m.w.H.). Auch sein Wunsch um Verbleib in der Schweiz vermag 

nicht gegen die Zuständigkeit Kroatiens zu sprechen, zumal die Dublin-III-

VO den Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfen-

den Staat selber auszuwählen (vgl. auch BVGE 2010/40 E. 8.3). 

6.2 Der Beschwerdeführer gelangte zwar in Griechenland in das Hoheits-

gebiet der Dublin-Mitgliedstaaten (vgl. auch den entsprechenden Eurodac-

Treffer), was – wie in der Beschwerde vorgebracht – gestützt auf Art. 13 

Abs. 1 Dublin-III-VO die Zuständigkeit Griechenlands begründen könnte. 

Da im Falle von Griechenland indessen nach ständiger Praxis grundsätz-

lich vom Vorliegen systemischer Mängel (im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 

Dublin-III-VO) auszugehen ist (vgl. Urteil des BVGer D-4651/2022 vom 

20. Oktober 2022) und der Beschwerdeführer vor seiner Asylgesuchstel-

lung in der Schweiz in Kroatien um Asyl nachsuchte, ersuchte das SEM 

gestützt auf Art. 3 Abs. 2 Satz 1 respektive Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-

VO zu Recht die kroatischen Behörden um Rückübernahme des Be-

schwerdeführers. Dass sich das SEM dazu nicht explizit äusserte, ist nicht 

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zu beanstanden, zumal der Beschwerdeführer nie geltend machte, er wolle 

nach Griechenland überstellt werden, und zudem die Frist für ein Übernah-

megesuch von Seiten der kroatischen Behörden an Griechenland in Anbe-

tracht des Asylgesuchdatums mittlerweile abgelaufen ist.  

6.3 Des Weiteren ist – entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers – 

auch nicht zu beanstanden, dass das Rückübernahmeersuchen an die kro-

atischen Behörden bereits vor Durchführung der EB UMA und des in die-

sem Rahmen geführten Dublin-Gesprächs erfolgte. Das besagte Rück-

übernahmeersuchen des SEM vom 16. März 2023 erfolgte auf der Grund-

lage des Eurodac-Treffers und das Vorgehen wirkte sich auch nicht zum 

Nachteil des Beschwerdeführers aus, zumal die schweizerischen Behör-

den jederzeit die Möglichkeit hätten, ihr Selbsteintrittsrecht auszuüben 

oder den kroatischen Behörden relevante Informationen aus dem Dublin-

Gespräch nachzuliefern. 

7.  

7.1 Weiter ist zu prüfen, ob es im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO we-

sentliche Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Aufnah-

mebedingungen für Asylsuchende in Kroatien würden systemische 

Schwachstellen aufweisen, welche eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 EU-Grundrechtecharta 

mit sich bringen würden. 

7.2 Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller in den eigentlich zu-

ständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für die 

Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für 

Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische Schwachstellen aufwei-

sen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behand-

lung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen 

Union (2012/C 326/02, nachfolgend: EU-Grundrechtecharta) mit sich brin-

gen, ist zu prüfen, ob aufgrund dieser Kriterien ein anderer Mitgliedstaat 

als zuständig bestimmt werden kann. Kann kein anderer Mitgliedstaat als 

zuständig bestimmt werden, wird der die Zuständigkeit prüfende Mitglied-

staat zum zuständigen Mitgliedstaat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO). 

7.3 Kroatien ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK; SR 0.105) und des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK; 

SR 0.142.30), des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 

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Seite 13 

(SR 0.142.301) sowie des Internationalen Übereinkommens zur Beseiti-

gung jeglicher Form von Rassendiskriminierung vom 21. Dezember 1965 

(SR 0.104). Es darf davon ausgegangen werden, dieser Staat komme sei-

nen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtungen nach und  aner-

kenne und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richt-

linien des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 

26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aber-

kennung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 

2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Auf-

nahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnah-

merichtlinie) ergeben. 

7.4 Im Referenzurteil des BVGer E-1488/2020 vom 22. März 2023 hat das 

Bundesverwaltungsgericht die seit dem Referenzurteil D-1611/2016 vom 

22. März 2016 bestehende Praxis der grundsätzlichen Zulässigkeit von 

Dublin-Überstellungen nach Kroatien bestätigt. Das Gericht stellte fest, 

dass nicht davon auszugehen ist, das Asylverfahren und die Aufnahmebe-

dingungen in Kroatien wiesen systemische Schwachstellen im Sinne von 

Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO auf, die eine Überstellung von 

Gesuchstellenden generell als unzulässig erscheinen liessen (vgl. a.a.O. 

E. 9.5). Der – angesichts der (im Urteil in E. 9.4.2 f.) dargelegten Situation 

prima vista nicht unbegründete – Verdacht eines Gefährdungszusammen-

hangs zwischen Pushbacks und Dublin-Rückkehr lasse sich aufgrund der 

verfügbaren Informationen und Erkenntnisse nicht erhärten. Im Rahmen 

einer auf die Dublin-III-VO gestützten Überstellung liege das Hauptaugen-

merk auf der Frage, ob die gesuchstellende Person, zu deren Aufnahme 

sich die kroatischen Behörden bereit erklärt hätten, Zugang zum dortigen 

Asylverfahren erhalten werde. Dabei stehe nicht mehr im Vordergrund, ob 

es für die schutzsuchende Person zuvor allenfalls äusserst schwierig ge-

wesen sei, überhaupt auf kroatisches Territorium zu gelangen. Es sei nicht 

a priori von einer gleichgelagerten Gefährdung für Dublin-Rückkehrende 

auszugehen wie für Personen, die erstmals versuchten, in das Land einzu-

reisen oder es zu durchqueren. Zum heutigen Zeitpunkt bestünden keine 

genügenden Anzeichen dafür, die befürchten liessen, im Dublin-Kontext 

überstellte Personen würden ohne Eröffnung und Durchführung eines Asyl-

verfahrens in unzulässiger Weise aus Kroatien ausgeschafft. Dies treffe 

sowohl auf die Überstellung im Rahmen von Take-Charge (Aufnahme) als 

auch von Take-Back (Wiederaufnahme) Verfahren zu (vgl. a.a.O. E. 9.4.4). 

Im Ergebnis sei davon auszugehen, dass Gesuchstellende, die gestützt 

auf die Dublin-III-VO nach Kroatien überstellt würden, Zugang zum dorti-

gen Asylverfahren erhalten, unabhängig davon, ob es sich um ein Take-

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Seite 14 

Charge oder Take-Back Verfahren handle. Insbesondere bestehe keine be-

achtliche Wahrscheinlichkeit, die Überstellten würden der Gefahr einer Ver-

letzung ihrer aus dem Refoulement-Verbot fliessenden Rechte ausgesetzt 

werden (vgl. a.a.O. E. 9.5). 

7.5 Von einer Überstellung ist nur in Ausnahmefällen abzusehen, in wel-

chen gesuchstellende Personen durch substanziierte Vorbringen darlegen 

können, dass die im Referenzurteil E-1488/2020 vom 22. März 2023 auf-

gezeigte generelle Annahme in ihrem Fall nicht zutrifft. Dies gelingt dem 

Beschwerdeführer mit seinen Schilderungen der Erlebnisse beim Grenz-

übertritt nach Kroatien und während des kurzen Aufenthalts in dem Land 

sowie dem Verweis in der Rechtsmitteleingabe auf – teils erst nach dem 

zitierten Referenzurteil entstandene – Berichte verschiedener Organisatio-

nen betreffend punktuelle Schwachstellen im kroatischen Asylsystem nicht, 

wobei diesbezüglich auch auf die nachstehenden Erwägungen zu verwei-

sen ist. Eine Übernahme der Zuständigkeit Kroatiens gestützt auf Art. 3 

Abs. 2 Dublin-III-VO ist damit nicht angezeigt. 

8.  

8.1 Es bleibt zu prüfen, ob die Vorinstanz angesichts der Vorbringen des 

Beschwerdeführers trotz der grundsätzlichen Zuständigkeit Kroatiens das 

Selbsteintrittsrecht nach Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO, konkreti-

siert in Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, hätte ausüben müssen. Zwar kann die Ver-

mutung, Kroatien halte seine völkerrechtlichen Verpflichtungen ein, im Ein-

zelfall widerlegt werden. Dafür bedarf es aber konkreter und ernsthafter 

Hinweise, die gegebenenfalls vom Betroffenen glaubhaft darzutun sind 

(vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4 f.). Der Entscheid über den Selbsteintritt liegt im 

pflichtgemässen Ermessen der Behörde. Ein einklagbarer Anspruch auf 

die Ausübung des Selbsteintrittsrechts besteht dann, wenn sich die Über-

stellung der asylsuchenden Person in den an sich zuständigen Mitglied-

staat als unzulässig im Sinne der EMRK oder einer anderen die Schweiz 

bindenden, völkerrechtlichen Bestimmung erweist. Diesfalls muss die Vor-

instanz die Souveränitätsklausel anwenden und das Asylgesuch in der 

Schweiz behandeln (vgl. BVGE 2015/9 E. 8.2.1). 

8.2 Der Beschwerdeführer machte geltend, er sei beim Grenzübertritt von 

kroatischen Polizisten schlecht behandelt und zwecks Registrierung zwei 

Tage lang festgehalten worden. Zudem leide er an gesundheitlichen Prob-

lemen respektive sei in schlechter psychischer Verfassung und befürchte, 

dass er in Kroatien keine adäquate Unterstützung finden würde. Auch 

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Seite 15 

bestehe seines Erachtens die Gefahr einer Rücküberstellung von Kroatien 

nach Griechenland. 

8.3 Das Bundesverwaltungsgericht verkennt nicht, dass der Empfang und 

die Aufnahmebedingungen für Asylsuchende in Kroatien problematisch 

sein können. Der Beschwerdeführer vermag indessen nicht darzutun, dass 

die ihn bei einer Rückführung nach Kroatien zu erwartenden Bedingungen 

derart schlecht sind, dass sie zu einer Verletzung von Art. 3 EMRK führen 

könnten. Mit seinen Schilderungen wird nicht dargetan, er laufe ernsthaft 

Gefahr, bei einer Rückkehr nach Kroatien unmenschlich im Sinne von Art. 3 

EMRK behandelt zu werden. Die kroatischen Behörden haben der Wieder-

aufnahme des Beschwerdeführers am 30. März 2023 zugestimmt und da-

mit ihre Zuständigkeit zur Prüfung seines Antrags auf internationalen 

Schutz explizit anerkannt. Den Akten sind denn auch keine Gründe für die 

Annahme zu entnehmen, die kroatischen Behörden würden dem Be-

schwerdeführer nach einer Überstellung den Zugang zum Asylverfahren 

unter Einhaltung der Regeln der Verfahrensrichtlinie verweigern. Es liegen 

auch keine konkreten Anhaltspunkte für die Annahme vor, das dortige Asyl-

verfahren würde nicht korrekt durchgeführt beziehungsweise Kroatien 

werde im Fall des Beschwerdeführers den Grundsatz des Non-Refoule-

ment missachten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein 

Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 

AsylG gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein 

solches Land gezwungen zu werden. Gründe, die gegen eine allfällige 

Wegweisung in einen anderen Dublin-Mitgliedstaat sprechen würden, hat 

der Beschwerdeführer gegebenenfalls bei den kroatischen Behörden vor-

zubringen.  

8.4 Es sind auch keine konkreten Hinweise für die Annahme gegeben, Kro-

atien würde dem Beschwerdeführer nach einer Überstellung im Rahmen 

des Dublin-Verfahrens dauerhaft die ihm gemäss Aufnahmerichtlinie zu-

stehenden minimalen Lebensbedingungen vorenthalten. Es darf davon 

ausgegangen werden, dass der Zugang zu einer Asylunterkunft, zu Nah-

rungsmitteln und zu medizinischer Grundversorgung für den Beschwerde-

führer nach einer Überstellung nach Kroatien gewährleistet ist. Nötigenfalls 

kann er sich an die zuständigen Behörden vor Ort wenden und die ihm 

zustehenden Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg einfordern (vgl. 

Art. 26 Aufnahmerichtlinie). Zudem könnte er die vor Ort tätigen karitativen 

Organisationen kontaktieren, sollte er deren Hilfestellung in Anspruch neh-

men wollen. Auch mit der Behauptung, seitens kroatischer Grenzwächter 

Gewalt erfahren zu haben, was nicht auszuschliessen und keinesfalls 

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Seite 16 

gutzuheissen wäre, vermag der Beschwerdeführer nicht darzutun, er 

würde ernsthafte Gefahr laufen, bei einer Rückkehr nach Kroatien un-

menschlich im Sinne von Art. 3 EMRK behandelt zu werden. Die Glaubhaf-

tigkeit dieses Vorbringens muss vorliegend nicht abschliessend beurteilt 

werden. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass sich der 

Beschwerdeführer nach der Dublin-Überstellung in einer anderen Situation 

befinden wird als bei seiner ersten (illegalen) Einreise nach Kroatien. Sollte 

er sich künftig von Behördenvertretern oder Drittpersonen ungerecht oder 

rechtswidrig behandelt fühlen, ist es ihm zuzumuten, sich – allenfalls mit 

Unterstützung karitativer Organisationen vor Ort – an das Justizwesen Kro-

atiens oder dortige Aufsichtsbehörden zu wenden. 

8.5 Eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen 

Problemen kann nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 

EMRK darstellt. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die betroffene 

Person sich in einem fortgeschrittenen oder terminalen Krankheitsstadium 

und bereits in Todesnähe befindet, nach einer Überstellung mit dem siche-

ren Tod rechnen müsste und dabei keinerlei soziale Unterstützung erwar-

ten könnte (vgl. BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die damalige Praxis 

des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR]). Eine wei-

tere vom EGMR definierte Konstellation betrifft Schwerkranke, die durch 

die Abschiebung – mangels angemessener medizinischer Behandlung im 

Zielstaat – mit einem realen Risiko konfrontiert würden, einer ernsten, ra-

schen und unwiederbringlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszu-

stands ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer erheb-

lichen Verkürzung der Lebenserwartung führen würde (vgl. Urteil des 

EGMR Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 

41738/10, §§ 180–193 m.w.H.). 

8.5.1 Der medizinische Sachverhalt ist vorliegend als hinreichend erstellt 

zu erachten. Es besteht diesbezüglich keine Veranlassung, die Sache 

zwecks weiterer Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz zurückzuwei-

sen. Der entsprechende (Eventual-)Antrag des Beschwerdeführers um 

Rückweisung ist abzuweisen. 

In den vorinstanzlichen Akten befinden sich zehn Arztberichte aus dem 

Zeitraum vom (…) 2023 bis zum (…) 2023 und eine tabellarische Auflistung 

der vom Beschwerdeführer wahrgenommenen Arzttermine bis zum 18. Juli 

2023. Darüber hinaus reichte er am 2. August 2023 einen weiteren Arztbe-

richt vom 27. Juli 2023 zu den Akten. Die gesundheitlichen Beeinträchti-

gungen des Beschwerdeführers sind nicht von einer Schwere, dass sie die 

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Seite 17 

Feststellung der Unzulässigkeit im Sinne der restriktiven Rechtsprechung 

zu rechtfertigen vermöchten. Er wurde hierzulande wegen (...) sowie einer 

(…) behandelt. Im Rahmen der EB UMA vom 27. April 2023 gab er zudem 

an, seit einem Gefängnisaufenthalt in H._______ psychische Probleme zu 

haben. Gemäss diesbezüglichem ärztlichem Bericht vom 16. Februar 

2023, psychiatrischer Konsultation vom 21. Februar 2023 und ärztlichem 

Bericht vom 27. Juli 2023 leidet er an (…) und (…). Er sei besorgt um seine 

Angehörigen in Afghanistan und empfinde ein Gefühl der Perspektivenlo-

sigkeit. Die Einnahme der ihm verschriebenen Medikamente lehnte er aber 

teils ab. Der Einwand des Beschwerdeführers in den Rechtsmitteleinga-

ben, er habe Gesprächsbedarf und seine psychischen Beschwerden res-

pektive die entsprechende Behandlungsbedürftigkeit bedürften weiterer 

Abklärung, vermag nicht zu verfangen, zumal selbst dann, wenn sich eine 

weitergehende psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlungsbedürf-

tigkeit bestätigen würde. In Kroatien steht eine ausreichende medizinische 

Infrastruktur zur Verfügung und es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass 

dem Beschwerdeführer dort nach einer Überstellung erforderliche medizi-

nische Behandlungen verweigert würden, zumal die Mitgliedstaaten zur 

entsprechenden Erbringung verpflichtet sind (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtli-

nie). Nebst den staatlichen Einrichtungen bieten auch Nichtregierungsor-

ganisationen in Kroatien Hilfestellung bei der psychologischen Betreuung 

von Asylsuchenden an, womit auch in dieser Hinsicht von einem genügen-

den Behandlungsangebot auszugehen ist (vgl. etwa Urteile des BVGer 

D-1737/2023 vom 6. April 2023 E. 7.5.1, D-272/2023 vom 8. Februar 2023 

E. 7.2.3, D-4163/2022 vom 2. Februar 2023 E. 9.3.2, D-5422/2022 vom 

23. Januar 2023 E. 9.3.2, D-5623/2022 vom 12. Dezember 2022 E. 6.2.2 

und D-5299/2022 vom 30. November 2022 E. 7.2 m.v.H.). 

8.5.2 Das Bundesverwaltungsgericht geht in seiner Praxis davon aus, dass 

die schweizerischen Behörden bei den kroatischen Behörden in der Regel 

keine individuellen Zusicherungen bezüglich des Zugangs zu adäquater 

Unterbringung, Betreuung und medizinischer Versorgung einzuholen ha-

ben. Vorliegend bestehen keine Gründe, die ein Abweichen von dieser Re-

gel gebieten würden. Der Beschwerdeführer kann sich an die zuständigen 

kroatischen Behörden wenden und die ihm zustehenden Aufnahmebedin-

gungen gegebenenfalls auf dem Rechtsweg einfordern (vgl. Art. 26 Auf-

nahmerichtlinie). Überdies werden die schweizerischen Behörden, die mit 

dem Vollzug der angefochtenen Verfügung beauftragt sind, den medizini-

schen Umständen bei der Bestimmung der konkreten Modalitäten der 

Überstellung des Beschwerdeführers Rechnung tragen und die 

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Seite 18 

kroatischen Behörden vorgängig in geeigneter Weise über die spezifischen 

medizinischen Umstände informieren (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO). 

8.6 Nach dem Gesagten konnte der Beschwerdeführer kein konkretes und 

ernsthaftes Risiko dartun, wonach seine Überstellung nach Kroatien die 

Verletzung völkerrechtlicher Bestimmungen zur Folge hätte. 

9.  

9.1 Der Vorinstanz kommt bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 

Ermessen zu (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.). Die angefochtene Verfügung ist 

unter diesem Blickwinkel nicht zu beanstanden. Entgegen der vom Be-

schwerdeführer in der Rechtsmitteleingabe vom 27. Juli 2023 vertretenen 

Auffassung sind den Akten keine Hinweise auf eine gesetzeswidrige Er-

messensausübung respektive ein Über- beziehungsweise Unterschreiten 

des Ermessens (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) durch das SEM zu ent-

nehmen. Der vom Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang erhobene 

Eventualantrag um Rückweisung zwecks Neubeurteilung durch die Vor-

instanz ist abzuweisen. Das Bundesverwaltungsgericht enthält sich unter 

diesen Umständen weiterer Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts. 

9.2 Nach dem Gesagten besteht kein Grund für eine Anwendung der Er-

messensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO. An dieser Stelle bleibt noch-

mals festzuhalten, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein 

Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen 

(vgl. BVGE 2010/45 E. 8.3). Kroatien bleibt somit zuständiger Mitgliedstaat 

gemäss Dublin-III-VO und ist verpflichtet, den Beschwerdeführer wieder 

aufzunehmen. 

9.3 Das SEM ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten. 

Da der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder 

Niederlassungsbewilligung ist, wurde die Überstellung nach Kroatien in An-

wendung von Art. 44 AsylG ebenfalls zu Recht angeordnet (Art. 32 Bst. a 

AsylV 1). 

9.4 Unter diesen Umständen sind allfällige Vollzugshindernisse gemäss 

Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen, da das Fehlen 

von solchen bereits Voraussetzung des Nichteintretensentscheids gemäss 

Art. 31a Abs.1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 2015/18 E. 5.2 m.w.H.). 

D-4160/2023 

Seite 19 

10.  

Die Beschwerde ist aufgrund des Gesagten abzuweisen und die Verfügung 

des SEM zu bestätigen. 

11.  

Mit vorliegendem Urteil ist das Beschwerdeverfahren abgeschlossen, wes-

halb sich die Anträge auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Be-

schwerde und auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses als 

gegenstandslos erweisen. Der angeordnete Vollzugsstopp fällt dahin. 

12.  

12.1 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist 

gutzuheissen, da die Begehren nicht als aussichtslos zu bezeichnen wa-

ren, und von der prozessualen Bedürftigkeit des Beschwerdeführers aus-

zugehen ist. Die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG sind damit er-

füllt. 

12.2 Angesichts des Verfahrensausgangs wären die Kosten von Fr. 750.– 

(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2) 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Infolge der 

gewährten unentgeltlichen Prozessführung ist auf die Kostenauflage zu 

verzichten. 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 20 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird gut-

geheissen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Susanne Burgherr 

 

 

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