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**Case Identifier:** 38315588-2d3d-551e-aded-37d47d5509d7
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-06
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 06.03.2025 720 2024 199 (720 24 199)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-2024-199_2025-03-06.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 6. März 2025 (720 24 199) 
 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung  

 

 

IV-Rente: Gemischte Methode / Rückweisung zu weiteren medizinischen Abklärungen 

und zur Einholung eines neuen Haushaltsabklärungsberichts. 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-

richter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Katja Wagner 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Deborah Büttel, 
Rechtsanwältin, Lange Gasse 90, 4052 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  
 
 
 
A.a Die 1984 geborene A.____ war zuletzt als Pflegehelferin tätig. Am 28. Januar 2020 
meldete sie sich unter Hinweis auf psychische Probleme erstmals bei der Eidgenössischen In-
validenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. In der Folge sprach ihr die IV-Stelle Basel-
Landschaft (IV-Stelle) berufliche Massnahmen in Form der Arbeitsvermittlung (Erhalt des be-
stehenden Arbeitsplatzes) zu. Nachdem die Versicherte infolge dieser Massnahme wieder zu 

 

 
 
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80% bei ihrem bisherigen Arbeitgeber arbeiten konnte, wurden die beruflichen Massnahmen mit 
Verfügung vom 22. September 2020 abgeschlossen. 
 
A.b Am 7. September 2021 meldete sich A.____ erneut zum Leistungsbezug an, wobei sie 
im entsprechenden Gesuch auf somatische und psychische Beschwerden hinwies. Nach Abklä-
rung der erwerblichen, gesundheitlichen und haushälterischen Verhältnisse lehnte die IV-Stelle 
mit Verfügung vom 3. Juni 2024 einen Anspruch auf eine Invalidenrente in Anwendung der ge-
mischten Methode der Invaliditätsbemessung (80% Erwerb / 20% Haushalt) unter Hinweis auf 
einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad ab.  
 
B. Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertreten durch Deborah Büttel, Advo-
katin, mit Eingabe vom 5. Juli 2024 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abtei-
lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es sei die Verfügung der 
Beschwerdegegnerin vom 3. Juni 2024 aufzuheben und diese zu verpflichten, ihr seit 1. März 
2022 eine ganze Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% zuzuspre-
chen und auszurichten. Eventualiter sei die Verfügung vom 3. Juni 2024 aufzuheben und ein 
gerichtliches medizinisches Gutachten in den Fachgebieten Neurologie, Psychiatrie, Gastro-
enterologie und Urologie einzuholen und es sei nach Vorliegen des Gutachtens über den Leis-
tungsanspruch zu entscheiden; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung wurde im Wesentlichen 
angeführt, dass das von der IV-Stelle eingeholte Gutachten, auf das sich die Verfügung stütze, 
in verschiedener Hinsicht nicht beweiskräftig sei. Ferner sei die in der Haushaltsabklärung vom 
13. Juni 2022 beurteilte Einschränkung in der Haushaltsführung viel zu tief angesetzt worden. 
Hierbei sei die Schadenminderungspflicht der Familienangehörigen überstrapaziert worden. 
Ferner wurde beanstandet, dass gewisse Feststellungen der Abklärungsperson zu den einzel-
nen Bereichen nicht nachvollziehbar oder falsch seien.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 21. August 2024 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der 
Beschwerde.  
 
Auf die Vorbringen der Parteien ist − soweit notwendig − in den nachfolgenden Erwägungen 
einzugehen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht und im Weiteren form- und frist-
gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.  
 
1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Ände-
rung des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 ("Weiter-
entwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Nach den allgemeinen Grundsätzen des materiellen inter-
temporalen Rechts sind bei einer Rechtsänderung in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze 
massgebend, die bei der Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Gel-
tung standen. Die Beschwerdeführerin meldete sich im September 2021 bei der Beschwerde-

 

 
 
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gegnerin zum Leistungsbezug an. Der Anspruch auf eine Invalidenrente könnte folglich unter 
Berücksichtigung der sechsmonatigen Karenzfrist (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) − ungeachtet des 
zeitlichen Beginns des Wartejahres (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) − frühestens ab 1. März 2022 
entstehen, weshalb die Gesetzesgrundlagen in der ab 1. Januar 2022 gültigen Fassung an-
wendbar sind. Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und 
angewendet. 

 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 
 
2.2 Seit dem 1. Januar 2022 wird die Höhe des Rentenanspruchs in prozentualen Anteilen 
an einer ganzen Rente festgelegt (vgl. Art. 28b Abs. 1 IVG). Bei einem Invaliditätsgrad von 50 – 
69% entspricht der prozentuale Anteil dem Invaliditätsgrad (Abs. 2). Bei einem Invaliditätsgrad 
ab 70% besteht Anspruch auf eine ganze Rente (Abs. 3). Bei einem Invaliditätsgrad von 40 – 
50% gelten prozentuale Anteile zwischen 25% und 47.5% (Abs. 4). 
 
2.3 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfä-
higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei 
langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich 
berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder 
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge 
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit 
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur-
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt 
zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit 
sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti-
ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
3. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Bei nicht erwerbstätigen versicherten Personen, 
die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zuge-
mutet werden kann, wird für die Bemessung des Invaliditätsgrads in Abweichung von Art. 16 

 

 
 
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ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betä-
tigen (Art. 28a Abs. 2 IVG). Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unent-
geltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird der Invaliditätsgrad für 
diesen Teil nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, 
so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Abs. 2 festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil 
der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehe-
gattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in 
beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Dies ist die gemischte Methode der Inva-
liditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen). 
 
4. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass das Administrativverfahren und der kantonale 
Sozialversicherungsprozess vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht sind (Art. 43 Abs. 1 und 
Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Am-
tes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu 
sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streiti-
gen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (vgl. Urteil des Bundes-
gerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Die Verwaltung als verfügende Instanz 
und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, 
wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht haben sie den Ent-
scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sach-
verhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Vielmehr ist jener Sachverhaltsdarstellung zu 
folgen, die von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste gewürdigt wird 
(vgl. BGE 126 V 353 E. 5b). 
 
5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das 
Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute 
zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu-
stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte 
eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person 
noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) − wie alle an-
deren Beweismittel − frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 

 

 
 
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Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer- 
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).  
 
5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge-
holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach-
tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Er-
örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-
pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Zur Frage der beweisrecht-
lichen Verwertbarkeit der Berichte und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen wird der 
Grundsatz betont, wonach ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherungsträger 
alleine nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen lässt 
(BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Diesen Berichten kommt allerdings nicht derselbe Beweiswert wie 
einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar 
wie einem Gerichtsgutachten zu, sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe 
Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 465 E. 4.7). 
 
6.1 Für die Beurteilung des medizinischen Sachverhalts stehen zahlreiche medizinische 
Akten zur Verfügung, welche allesamt vom Gericht gewürdigt wurden. Im Zentrum der medizini-
schen Beurteilung stehen indessen insbesondere die nachfolgenden medizinischen Unterlagen: 

 
6.2 In einem Sprechstundenbericht des Spitals B.____, Klinik für Orthopädie und Trauma-
tologie des Bewegungsapparats, vom 6. Mai 2021 wurde ein prätibiales ("vor dem Schienbein 
gelegen") Brennen an beiden Unterschenkeln, vermutlich neurologischer Genese, erhoben. In 
der Zusammenschau der radiologischen und klinischen Befunde bestünden physiologische 
Kniegelenke ohne Hinweis auf mechanische Schäden oder Weichteilläsionen. Es sei eine Ab-
klärung durch die Neurologie bzw. Gefässchirurgie zu empfehlen.  
 
6.3 In einem weiteren Sprechstundenbericht des Spitals B.____, Klinik für Orthopädie und 
Traumatologie des Bewegungsapparats, vom 1. Juni 2021 wurden lokale Schmerzen im Be-
reich des Olecranons bzw. als Differenzialdiagnose ein Plica-Syndrom am linken Ellenbogen 
erhoben. Zur Klärung der Diagnose einer möglichen Plica humeroradialis wurde eine sonogra-
phische Abklärung empfohlen, welche am 17. Juni 2021 stattfand. Diese ergab eine mögliche 
Plica humeroradialis, ansonsten aber keine Hinweise auf eine Enthesitis, eine Arthritis oder eine 
Bursitis.  
 

 

 
 
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6.4 Im Rahmen einer Magnetresonanztomographie (MRT) vom 20. Juli 2021 an der Len-
denwirbelsäule (LWS) wurden ein Verdacht auf eine gering aktivierte Spondylarthrose LWK 
5/SWK 1 beidseits, jedoch keine relevante spinale Enge und keine Wurzelaffektion erhoben. 
Eine weitere MRT vom 2. September 2021 an der Halswirbelsäule (HWS) ergab auf der Höhe 
HWK 5/6 eine akute Osteochondrose mit breitbasiger, mediolinkslateraler Extrusion und fora-
minaler Enge C6 links, mit möglicher Kompression der Wurzel bereits im Liegen. Ferner wurden 
eine geringe Enge C6 rechts (kleine Synovialiszyste) sowie auf HWK 6/7 eine weitere medio-
linkslaterale Extrusion mit foraminaler Enge C7 links und möglicher Affektion der Wurzel unter 
Belastung erhoben. Ansonsten wurden keine relevante spinale Enge und keine Myelopathie 
festgestellt.  
 
6.5 In zwei Berichten des Spitals B.____, Neurologie, vom 23. November 2021 zuhanden 
der Hausärztin der Versicherten sowie zuhanden der Versicherten selbst wurde die zu einem 
früheren Zeitpunkt erhobene Verdachtsdiagnose einer sogenannten Small-Fiber-Neuropathie 
bestätigt. Hierzu wurde auf das Ergebnis der pathologischen Untersuchung verwiesen, wonach 
die untersuchten Hautproben den Befund bestätigt hätten (vgl. hierzu Bericht des Spitals 
B.____, Institut für Pathologie, vom 22. September 2021, IV-act. 36, S. 22). Ein durchgeführtes 
Laborscreening habe jedoch keinen richtungsweisenden Befund ergeben, so dass die Ursache 
der Neuropathie zunächst unklar bleibe. 
 
6.6 Am 26. Januar 2022 berichtete die Hausärztin der Versicherten, Dr. med. C.____, FMH 
Allgemeine Innere Medizin, dass eine Einschätzung der gesundheitlichen Situation für die Zu-
kunft schwierig sei. Vor zwei Jahren sei es ein rein psychisches Problem gewesen, nun sei es 
sowohl ein somatisches als auch ein psychisches Problem. Es würde eine neurologische Er-
krankung vorliegen, die nachweisbar und messbar sei. Es sei aber schwer zu erklären, ob eini-
ge somatische Beschwerden durch die Psyche verursacht oder verschlimmert würden. Im Be-
reich der Pflege habe die Versicherte keine Zukunft mehr. Im Moment sei sie aber auch nicht 
fähig, Integrationsschritte zu unternehmen. Wenn die Versicherte Ende Februar 2022 aufhöre 
zu arbeiten, werde sie sie zu 100% krankschreiben 
 
6.7 Mit Bericht vom 18. Februar 2022 hielt die behandelnde Psychiaterin Dr. med. D.____, 
FMH Psychiatrie und Psychotherapie fest, dass die bisher erhobene Diagnose einer mittelgra-
digen depressiven Episode ICD-10 F32.1 (vgl. Bericht vom 21. Februar 2020, IV-act. 16) unver-
ändert weiterbestehe. Zusätzlich bestehe der Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung mit 
suchtartigen, aggressiven, abhängigen, histrionischen und selbstdestruktiven Zügen (ICD-10 
F61). Es bestehe ein suchtartiges Verhalten in Bezug auf die Medikamenteneinnahme, Essen, 
aber auch in Bezug auf Dinge des Alltags (mehrmals täglich Kontrolle des Blutzuckerspiegels, 
obwohl die Patientin keinen Diabetes habe, 10mal pro Tag unterschiedliche Haarfarbe auftra-
gen), das erst kürzlich bekannt geworden sei. Allerdings hätten in der Jugend offenbar ver-
gleichbare Phasen bestanden. Es werde über innere Leere, Kälte und das Gefühl, ihren Körper 
nicht zu spüren, sowie sexuelle Lustlosigkeit berichtet. Einschiessende aggressive Durchbrüche 
(verbal und mit Geschirrzerschlagen) seien offenbar auch neu aufgetreten, früher hätte sie die-
se unter Kontrolle gehabt.  
 

 

 
 
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6.8 In einem weiteren Bericht vom 23. Juni 2022 führte Dr. D.____ aus, dass sie die Pati-
entin erst wieder am 10. Juni 2022 gesehen habe, da sie in der Zwischenzeit zahlreiche soma-
tische Abklärungen und Behandlungen absolviert habe. Zum jetzigen Zeitpunkt imponiere die 
Patientin weiterhin auffallend parathym. Sie berichte über gravierende körperliche Beschwerden 
mit einem Lächeln im Gesicht (sie würde sich in die Beine stechen, damit der Schmerz durch 
die Small-Fiber-Neuropathie nachlasse), über die massive Belastung des Ehemannes durch sie 
(rufe ihn bis zu 30-mal täglich bei der Arbeit an) sowie über die Schlaflosigkeit und die affekti-
ven Durchbrüche. Ferner bekräftigte Dr. D.____, dass aufgrund der Durchsicht ihres Berichts 
vom 18. Februar 2022 und der damaligen Schilderungen der Patientin, des zunehmenden 
Suchtverhaltens der Patientin (die verordnete und "organisierte" Medikamente wahllos einneh-
me) sowie der nach wie vor unklaren Diagnose einer Persönlichkeitsstörung eine Einweisung in 
die Klinik E.____ veranlasst werden sollte. Idealerweise sollte sie zunächst in die Abteilung 
Sucht und dann weiterführend in eine stationäre Psychotherapie in der gleichen Klinik einge-
wiesen werden. Hintergrund sei, dass die Summe der somatischen und psychiatrischen Situati-
onen ambulant nicht mehr gemanagt werden könnten.  
 
6.9 Am 23. August 2022 berichtete das Spital F.____, Medizinische Genetik, im Wesentli-
chen, dass der Erkrankung einer Small-Fiber-Neuropathie unterschiedliche Ursachen, wie ein 
Diabetes Mellitus oder eine rheumatische Erkrankung, zugrunde liegen könnten. Für eine sol-
che Ursache bestünden bei der Versicherten keine Hinweise. In einigen Fällen sei die Small-
Fiber-Neuropathie genetisch bedingt. Eine wichtige Differenzialdiagnose sei die hereditäre 
Erythermalgie (seltenes Syndrom, bei dem sich die Arteriolen in der Haut regelmässig erwei-
tern, brennende Schmerzen verursachen und die Haut heiss werden lassen). Ein sehr wichtiges 
Gen für beide Erkrankungen sei das SCN9A-Gen. Im Rahmen einer Blutprobe seien in den Ge-
nen, die mit einer Small-Fiber-Neuropathie verbunden seien, keine bekannten krankheitsrele-
vanten Genveränderungen (Mutation) nachgewiesen worden. Auch in den anderen mitanaly-
sierten 161 Genen für hereditäre Neuropathien sei keine pathogene Sequenzveränderung oder 
Gendosisabweichung festgestellt worden. Wenngleich die genetische Ursache für eine Small-
Fiber-Neuropathie nicht festgestellt worden sei, sei die klinische Diagnose nicht ausgeschlos-
sen. Die Diagnose sei hautbiotisch gestellt worden. 
 
6.10 Seitens des Spitals F.____ wurde eine Abklärung in der psychosomatischen Klinik am 
Spital G.____ in die Wege geleitet. Im entsprechenden Bericht vom 16. Januar 2023 wurden 
eine chronische Schmerzerkrankung mit somatischen und psychischen Faktoren, eine Small-
Fiber-Neuropathie (bioptisch gesichert), eine Depression mit Schlafstörungen und Panikatta-
cken sowie ein Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Im Rahmen der Beurtei-
lung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass die Patientin zu Beginn des Gesprächs stark de-
motiviert gewirkt und immer wieder gegensätzliche Aussagen gemacht habe. Auch auf konkre-
tes Nachfragen hin sei es schwierig gewesen, mit der Patientin auf eine sinnvolle Antwort zu 
kommen. Im Verlauf sei es zunehmend zur Herstellung einer Arzt-Patienten-Beziehung ge-
kommen. Die Patientin habe angegeben, keine Hoffnung mehr zu haben, dass man ihr medizi-
nische helfen könne. Sie habe allgemein sehr verwirrt gewirkt. Entgegen den Aussagen der 
behandelnden Psychiaterin und der Neurologin habe sie angegeben, alle ein bis zwei Wochen 
zu Dr. D.____ zu gehen. Sie gebe passive Todeswünsche an, ohne konkrete Planungen oder 

 

 
 
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Handlungen. Ferner habe sie berichtet, bis im Sommer dieses Jahres sich gelegentlich in Hän-
de und Füsse geschnitten zu haben. Die stark widersprüchlichen Angaben im Gespräch, wel-
cher sich die Patientin nicht bewusst zu sein scheine, sowie die Aussage, dass ein zweiter 
Mensch in oder neben ihr sei, welcher spreche oder manchmal aus ihr herausbreche mit 
Fremdaggressionen, würden derzeit noch offenlassen, ob dies eine extreme Form der Anpas-
sungsstörung aufgrund der Small-Fiber-Neuropathie sei, oder ob diese Zustände in einer psy-
chiatrischen Erkrankung begründet liegen. Die Patientin beschreibe ein komplettes Abhängig-
keitsgefühl von der Familie inklusive Urin- und Stuhlinkontinenz, was sie extrem belasten wür-
de. Es seien deshalb eine stationäre psychiatrische Therapie und weitere Abklärungen empfoh-
len.  
 
6.11 Die Beschwerdegegnerin veranlasste ein Gutachten bei der GA eins AG, welches am 
20. September 2023 erstattet wurde. Darin diagnostizierten die beteiligten Fachpersonen aus 
polydisziplinärer Sicht mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Small-Fiber-Polyneuropathie 
(ICD-10 G62), eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige 
Episode (ICD-10 F33.00/F33.10), eine Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01) und eine 
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41).  
 
6.11.1 Im psychiatrischen Fachgutachten wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass die diag-
nostischen Kriterien einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode erfüllte seien, ge-
kennzeichnet durch depressive Verstimmung mit verminderter Freude, erhöhter Ermüdbarkeit, 
Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen und vermindertem Selbstwert mit lnsuffizienzgefüh-
len. Ferner würde eine Agoraphobie mit Panikstörung vorliegen, gekennzeichnet durch anfalls-
artige Ängste mit vegetativen Symptomen als Ausdruck der Angst, auch unabhängig von der 
Situation auftretend, und Ängsten in Menschenmengen mit einem Vermeidungsverhalten. Fer-
ner seien die Kriterien einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 
Faktoren, gekennzeichnet durch ausgeweitete Schmerzen im Bewegungsapparat, deren Aus-
mass mit somatischen Befunden nicht hinreichend erklärt werden könne, erfüllt. Der Hinter-
grund dieser psychischen Störungen sei durch lebensgeschichtliche Belastungen zwar wenig 
begründet. Es bestehe aber eine Doppelbelastung als Hausfrau, Mutter und ausserhäuslich 
Erwerbstätige. Die finanzielle Situation sei nun angespannter mit Abhängigkeit vom Einkommen 
des berufstätigen Ehemannes. Die psychischen Funktionen seien aber erhalten, das Untersu-
chungsgespräch habe gut durchgeführt werden können, die Patientin habe keine Panikattacken 
und keinen Schreikrampf gezeigt, wenngleich die Explorandin vor allem gegen den Schluss hin 
psychomotorisch angespannter erschienen sei. Es bestünden akzentuierte histrionische (dra-
matisierende) Persönlichkeitszüge, die sich nach Angaben der Explorandin auch in Schrei-
krämpfen äussern könnten. Es komme auch zu Erbrechen, weshalb sie im Untersuchungsge-
spräch einen Becher bei sich gehabt habe. Gegen die Achse-II-Diagnose einer Persönlichkeits-
störung spreche jedoch der Verlauf bei ansonsten normaler Sozialisation und voller Leistungs-
fähigkeit während mehrerer Jahre. Die Explorandin betreibe einen gewissen Nikotinabusus, ein 
Suchtleiden bestehe nicht. Die Störungen würden negativ interagieren im Sinne einer Chronifi-
zierung, weshalb die Arbeitsfähigkeit anhaltend eingeschränkt sei. In der zuletzt ausgeübten 
Tätigkeit als Pflegehelferin bestehe keine Arbeitsfähigkeit. Bei der Arbeit komme es zu einer 
erhöhten Ermüdbarkeit. Es könne auch zu Panikattacken und Schreikrämpfen mit Rückzug 

 

 
 
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kommen. In einer Tätigkeit, welche Anforderungen an die soziale Kompetenz (Angepasstheit) 
stelle, wie der Beruf in der Pflege, sei eine Arbeit so nicht möglich. Zumutbar seien Tätigkeiten, 
die nach Anleitung relativ selbstständig verrichtet werden können und keine zu hohen Anforde-
rungen an die soziale Kompetenz (Angepasstheit) stellen würden. Die Präsenzzeit betrage 
7 Stunden. Während dieser Anwesenheitszeit bestehe eine leichte Leistungseinschränkung. Es 
komme zu einer erhöhten Ermüdbarkeit und es könne auch zu Panikattacken und Schreikrämp-
fen mit Rückzug kommen. Ferner bestehe ein vermehrter Pausenbedarf. 
 
6.11.2 Im rheumatologischen Fachgutachten wurde im Wesentlichen festgehalten, dass die 
Explorandin im Rahmen der aktuellen Anamneseerhebung trotz mehrfachen Nachfragens kei-
nerlei spezifische zervikale Beschwerden geschildert habe. Die segmentale Untersuchung der 
HWS sei völlig regelrecht gewesen, so dass in Bezug auf die früher bildmässig dokumentierten 
HWS-Pathologien kein klinisches Korrelat bestehe. Der funktionelle Status im Bereich der 
Brustwirbelsäule (BWS) und der LWS sei völlig adäquat. Ebenso wenig habe der detaillierte 
Gelenkstatus an den oberen und unteren Extremitäten objektivierbare Dysfunktionen respektive 
Bewegungseinschränkungen oder lokale provozierbare Arthralgien darstellen können. Insge-
samt bestünden aus klinisch-rheumatologischer Sicht keinerlei Diagnosen, welche eine Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit, sei es angestammt oder adaptiert, negativ beeinflussen würden. Im 
Vordergrund der beklagten Beschwerden stünden die seit Monaten erfolglos therapierten, sehr 
unangenehmen Dysästhesien, welche sich in den Füssen manifestieren und strumpfförmig bis 
zu den Kniegelenken aufsteigen würden. Ähnliche unangenehme Dysästhesien würden nun seit 
einigen Monaten im Bereich der Unterarme bis zu den Fingerspitzen geschildert. Diesbezüglich 
werde auf das fachärztlich-neurologische Gutachten verwiesen. 
 
6.11.3 Im neurologischen Fachgutachten wurde ausgeführt, dass sich bei der klinischen Un-
tersuchung eine normale muskuläre Trophik gefunden habe. Der Tonus sei normal und die 
Muskeleigenreflexe könnten symmetrisch mittellebhaft ausgelöst werden. Bei der Kraftprüfung 
habe die Versicherte ein leichtes bis mittelschwer ausgeprägtes "Giving-way" an allen Extremi-
täten gezeigt. Fokale Paresen hätten nicht festgestellt werden können. Trotzdem breche die 
Versicherte beim freien Gehen in sich zusammen und verharre längere Zeit in einer Kauerstel-
lung, wobei sie sich anschliessend wieder erheben könne und ein normales Gangbild aufweise. 
Auch der Fussspitzen- und Fersengang sei beidseits gut möglich. Es seien somit keine motori-
schen Defizite objektivierbar. Im sensiblen Bereich berichte die Versicherte über ein stark aus-
geprägtes handschuhförmiges Defizit an den oberen Extremitäten verbunden mit einem so-
ckenförmigen sensiblen Defizit an den Füssen (für Berührung, Schmerz und Temperatur). Der 
Vibrationssinn sei an den oberen Extremitäten praktisch fehlend, an den unteren Extremitäten 
ebenfalls stark vermindert, wobei ein distaler Gradient weder an den oberen noch an den unte-
ren Extremitäten feststellbar sei. Der Lagesinn werde an den unteren Extremitäten ebenfalls als 
stark eingeschränkt beschrieben. Dahingegen sei es der Versicherten möglich, den Knie-
Hacken-Versuch korrekt durchzuführen. Auch der Romberg-Test sei normal gewesen. Somit 
seien die angegebenen sensiblen Defizite bei der fokussierten Untersuchung in ihrer funktionel-
len Auswirkung schwierig fassbar. Ergänzend sei eine neuro-myographische Untersuchung 
erfolgt, welche lediglich Hinweise auf ein leichtes Karpaltunnelsyndrom rechts (Zufallsbefund) 
ergeben habe. Dahingegen habe weder an den oberen noch an den unteren Extremitäten ein 

 

 
 
Seite 10    

pathologischer Befund erhoben werden können, welcher mit den angegebenen schweren sen-
siblen Defiziten in Übereinstimmung stehe. Auffällig sei lediglich die fehlende Ableitbarkeit der 
F-Welle des Nervus peroneus auf beiden Seiten und der Nachweis von A-Wellen im Nervus 
tibialis rechts. Diese Befunde sprächen dafür, dass möglicherweise eine gewisse Beeinträchti-
gung vorliege. Eine höhergradige Schädigung der myelinisierten Nervenfasern sei allerdings 
nicht vorhanden. Für die Diagnose einer Small-Fiber-Neuropathie sei neben der klinischen 
Symptomatik mit Schmerzen und Sensibilitätsstörungen, typischerweise mit distal betonter 
Ausbreitung der apparativen Nachweise, eine Rarefizierung (diffuse Substanzverminderung 
eines Gewebes oder ein Schwund bestimmter Strukturen) oder einer Funktionsstörung der nicht 
myelinisierten Nervenfasern gefordert. Aktuell basiere die Diagnose der Small-Fiber-
Neuropathie alleine auf dem Befund der Hautbiopsie. Das Resultat dieser Untersuchung lasse 
allerdings keine Rückschlüsse auf den Schweregrad der Symptomatik zu. Ein typisches klini-
sches Beschwerdebild einer Small-Fiber-Neuropathie liege nicht vor. Aktuell berichte die Versi-
cherte über eine hochgradige Einschränkung der Nervenfunktionen von myelinisierten Nerven-
fasern. Diesbezüglich würden sich zur vorausgehenden neurologischen Untersuchung an der 
Neurologischen Poliklinik (Universitätsspital Basel) vom 6. Oktober 2022 erhebliche Diskrepan-
zen ergeben. Insbesondere habe die Versicherte damals über keine autonomen Funktionsstö-
rungen wie z.B. die aktuell beschriebene Urin- und Stuhlinkontinenz berichtet. Inzwischen schil-
dere die Versicherte eine Hilflosigkeit, indem sie in sämtlichen alltäglichen Verrichtungen auf die 
Hilfe von Familienangehörigen angewiesen sei. Diese hochgradigen Einschränkungen könnten 
aufgrund der objektiven Befunde nicht erklärt werden. Es sei davon auszugehen, dass eine er-
hebliche Überlagerung durch psychische Faktoren vorliege. In dieser veränderten klinischen 
Situation sollten weitere Abklärungen hinsichtlich einer Neuropathie durchgeführt werden. Ins-
besondere wäre eine Blasenfunktionsstörung objektiv zu dokumentieren. Bei der Versicherten 
liege eine Therapieresistenz vor. Angesichts dieser Therapieresistenz sollte eine intensive Su-
che nach der Ursache der Neuropathie durchgeführt werden. Das im Bericht der neurologi-
schen Klinik erwähnte Polyneuropathie-Screening sei vom Umfang her völlig ungenügend. Es 
sei z.B. keine Fabry-Erkrankung ausgeschlossen worden. Aufgrund der sicher objektivierbaren 
Befunde − vorbehalten seien weiterführende Befunde bei ergänzenden Abklärungen, die das 
groteske Verhalten neurologisch begründen könnten − seien körperlich leichte wechselbelas-
tende, vorzugsweise sitzend durchzuführende Tätigkeiten möglich. 
 
6.11.4 Im Rahmen ihrer Konsensbeurteilung gelangten die Gutachter zur Auffassung, dass 
die psychiatrischen Befunde sich erheblich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würden. Das 
Ausmass der Einschränkung aus neurologischer Sicht lasse sich noch nicht abschliessend be-
stimmen, unbestritten sei eine leichte Leistungseinbusse. Diese wirke sich nicht additiv zur hö-
hergradigen psychiatrischen Einschränkung aus. Die aufgehobene Arbeitsfähigkeit in der ange-
stammten Tätigkeit könne seit März 2022 angenommen werden. In einer angepassten Tätigkeit 
bestehe seit März 2022 eine Arbeitsfähigkeit von 70%. Sollten sich aus neurologischer Sicht im 
weiteren Verlauf Erklärungen für die eindrücklich vorgetragenen Beschwerden und Limitierun-
gen ergeben, müsste die Arbeitsfähigkeit reevaluiert werden. Dies gelte auch für die Situation, 
wenn sich keine somatisch-neurologischen Erklärungen ergeben würden. Dann müsste die 
perpetuierte groteske Beschwerdesituation allenfalls psychiatrisch reevaluiert werden.  
 

 

 
 
Seite 11    

6.12 Am 26. September 2023 nahm Dr. med. H.____, Facharzt für Arbeitsmedizin, regiona-
ler ärztlicher Dienst (RAD), zum Gutachten Stellung. Darin kam er zum Schluss, dass dem Gut-
achten voller Beweiswert zuerkannt werden könne. Die Gutachter hätten sich mit der Bemes-
sung der Restarbeitsfähigkeit sichtlich schwergetan. Sie hätten auf Inkonsistenzen und grotes-
kes Verhalten hingewiesen. Gleichzeitig sei deutlich gemacht worden, dass die Einschätzung 
der Arbeitsfähigkeit auf den tatsächlich objektivierbaren Befunden beruhen würde. Weiterge-
hende Auflagen für die Versicherte seien nicht zielführend. Zwar seien allenfalls weitere neuro-
logische Beurteilungen empfohlen worden, die Therapieansätze zur Verbesserung der Arbeits-
fähigkeit zutage fördern könnten. Die Versicherte habe aber angegeben, dass sie keine Mass-
nahmen wolle. Zudem gehe die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit überwiegend auf psychi-
sche Beeinträchtigungen zurück. 
 
6.13 Im Rahmen des Einwandverfahrens reichte die Versicherte zwei weitere Berichte vom 
21. März 2024 (Neurologisches Konsilium vom 18. März 2024) sowie vom 9. April 2024 (Neu-
ropsychologisches Konsilium vom 3. April 2024) der Neurologie I.____ ein. Im Bericht vom 
21. März 2024 wurde im Wesentlichen festgehalten, dass bei der Versicherten eine komplexe 
Situation bei einerseits im Vordergrund stehenden neuropathischen Beschwerden im Bereich 
der Füsse und Unterschenkel beidseits, und andererseits einem aktenanamnestischen Ver-
dacht auf eine Small-Fiber-Neuropathie bestehe. Gleichzeitig bestehe der Verdacht auf eine 
Panikstörung bzw. eine anxio-depressive Symptomatik sowie eine mögliche Persönlichkeitsstö-
rung. In diesem Kontext sei weiterhin von einer Arbeitsunfähigkeit von 100% auszugehen. Fer-
ner sei eine regelmässige psychologische Anbindung der Patientin zu empfehlen. Im Bericht 
vom 3. April 2024 wurde eine nicht näher quantifizierbare kognitive Störung mit stark reduzierter 
kognitiver Belastbarkeit und erhöhter Ermüdbarkeit diagnostiziert. Die Schmerzproblematik und 
die Depression würden für die Patientin als belastend beschrieben. In der aktuellen Untersu-
chung sei die verminderte kognitive Belastbarkeit und die erhöhte Ermüdbarkeit bei affektiv 
deutlich reduzierter Patientin im Vordergrund gestanden. Psychometrisch würden sich formal 
Auffälligkeiten in nahezu allen geprüften Bereichen ergeben. Die testpsychologischen Befunde 
wie auch die formal auffällige Performanzvalidierung seien bei klinisch unauffälliger Leistungs-
bereitschaft als überlagert durch die Schmerzproblematik sowie das psychiatrische Störungsbild 
einer mittelgradigen bis schweren depressiven Episode zu beurteilen. Es sei davon auszuge-
hen, dass reelle, die Alltagsfunktionalität beeinträchtigende kognitive Defizite vorliegen würden. 
Aufgrund der erwähnten Einschränkungen sei eine Quantifizierung ebendieser derzeit nicht 
möglich. Ebenso sei unter diesem Aspekt derzeit aus neuropsychologischer Sicht keine Aussa-
ge zur Arbeitsfähigkeit zulässig. 
 
6.14 In seinen hierzu ergangenen Beurteilungen vom 4. April 2024 und 20. April 2024 kam 
der RAD-Arzt Dr. H.____ zum Schluss, dass es aufgrund dieser Berichte keine neuen medizini-
schen Erkenntnisse gebe. Der (recte: Die) Versicherte sei zu 70% arbeitsfähig. Die kognitiven 
Einschränkungen, die bestehen sollen, seien in den Einschränkungen berücksichtigt, die sich 
aus den Hauptdiagnosen ergeben würden. Zudem gebe es Auffälligkeiten bei der Symptomva-
lidierung (vgl. hierzu die RAD-Berichte vom 4. April 2024 und 20. April 2024, IV-act. 141 und 
144).  
 

 

 
 
Seite 12    

7.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 3. Juni 
2024 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts und der zumutbaren Arbeitsfähigkeit 
in erster Linie auf das vorstehend zitierte Gutachten der GA eins AG vom 20. September 2023 
sowie die Einschätzungen des RAD. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Versicherten die 
angestammte Tätigkeit als Pflegehelferin seit März 2022 nicht mehr zumutbar gewesen sei. 
Eine angepasste Verweistätigkeit sei hingegen seit eben diesem Zeitpunkt zu 70% zumutbar. 
Wie nachfolgend darzulegen sein wird, kommt diesen Beurteilungen − entgegen der Auffassung 
der Beschwerdegegnerin − keine ausschlaggebende Beweiskraft zu, so dass nicht darauf ab-
gestellt werden kann.  
 
7.2 Das psychiatrische Fachgutachten erweist sich sowohl in Bezug auf die Herleitung der 
Diagnosen als auch hinsichtlich der daraus resultierenden funktionellen Auswirkungen auf die 
Arbeitsfähigkeit als unvollständig und enthält zahlreiche Ungereimtheiten.  
 
7.2.1 Der begutachtende Psychiater diagnostizierte zwar eine rezidivierende depressive Stö-
rung, eine Agoraphobie mit Panikstörung sowie eine chronische Schmerzstörung mit somati-
schen und psychischen Faktoren. Die Herleitung der erhobenen Diagnosen fiel indessen äus-
serst knapp aus, wobei die jeweils einschlägigen Diagnosekriterien nur unzureichend aufgeführt 
und diskutiert wurden. Ferner setzte der Gutachter sich auch nicht mit dem seitens der behan-
delnden Psychiaterin Dr. D.____ geäusserten Verdacht auf das Vorliegen einer Persönlich-
keitsstörung oder einer dissoziativen Störung auseinander. Ein Verdacht auf eine Persönlich-
keitsstörung wurde auch im Bericht des Spitals G.____ vom 16. Januar 2023 erwähnt (vgl. 
E. 6.10 hiervor). Der Gutachter führte diesbezüglich lediglich sehr rudimentär einzelne Gründe 
an, die gegen das Vorliegen einer entsprechenden Diagnose sprechen würden (vgl. E. 6.11.1 
hiervor). Eine Auseinandersetzung mit den für eine Persönlichkeitsstörung erforderlichen Kardi-
nalkriterien lässt sich dem Gutachten jedenfalls nicht entnehmen. Diesbezüglich lässt das Gut-
achten auch eine umfassende Berufs-, Sozial- und Familienanamnese vermissen. In diesem 
Zusammenhang spielt auch die Dauer der Begutachtung eine entscheidende Rolle, welche ge-
rade einmal 50 Minuten umfasste. Ferner erfuhr auch das von Dr. D.____ beschriebene zu-
nehmende Suchtverhalten der Versicherten im Gutachten keinerlei Würdigung. Ohnehin unter-
blieb eine Auseinandersetzung mit den Ausführungen der behandelnden Psychiaterin genauso 
wie eine solche mit weiteren abweichenden medizinischen Beurteilungen. Das Erfordernis einer 
einwandfrei festgestellten und für den Rechtsanwender nachvollziehbar begründeten Diagnostik 
gemäss klassifikatorischer Vorgaben ist damit jedenfalls klarerweise nicht erfüllt.  
 
7.2.2 Ungeklärt bleibt ferner auch die für den Leistungsanspruch zentrale Frage nach den 
funktionellen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. So führte der Gutachter aus, dass eine an-
haltende höhergradige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der erhaltenen psychischen Funktionen 
nicht begründet werden könne. Der Gutachter unterliess es hierbei jedoch, die erhaltenen psy-
chischen Funktionen zu benennen und im Kontext der Indikatorenprüfung bzw. mit Blick auf die 
funktionellen Einschränkungen zu gewichten. Hierzu begnügte er sich im Wesentlichen mit der 
Aussage, dass das Untersuchungsgespräch gut habe durchgeführt werden können und die Ex-
plorandin keine Panikattacken und keinen Schreikrampf gezeigt habe. Ferner bleibt in diesem 
Kontext auch unklar, auf welche Vergleichsgrösse er sich mit dem Terminus höhergradig be-

 

 
 
Seite 13    

zog, zumal er unmittelbar im Anschluss an diese Aussage unterschiedliche abweichende Ein-
schätzungen zur Arbeitsfähigkeit der bisher involvierten Ärzte wiedergab, die ein Spektrum der 
Arbeitsunfähigkeit von 20% bis zu 100% umfassen. Des Weiteren stellte der Gutachter fest, 
dass das deutliche regressive Verhalten der Explorandin auch auf dem Hintergrund eines se-
kundären Krankheitsgewinns zu sehen sei. Gleichwohl wurde der Explorandin jedoch eine voll-
ständige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit zuerkannt, wobei hierfür neben einer 
erhöhten Ermüdbarkeit insbesondere Panikattacken und Schreikrämpfe mit Rückzug als Ursa-
che angeführt wurden. In diesem Zusammenhang lässt sich dem Gutachten auch nicht schlüs-
sig entnehmen, weshalb der Agoraphobie mit Panikstörung bei der Bemessung Arbeitsunfähig-
keit ein derartiges Gewicht beigemessen wurde, wohingegen im bisherigen medizinischen Ver-
lauf die Depression und die Schmerzstörung in den Vordergrund gestellt worden waren. Vor 
diesem medizinischen Hintergrund vermag denn auch die attestierte Arbeitsfähigkeit von 70% 
hinsichtlich einer leidensangepassten Tätigkeit nicht zu überzeugen. Dies umso weniger, als im 
Rahmen der Konsensbeurteilung schliesslich festgehalten wurde, dass aus psychiatrischer 
Sicht aufgrund des Zusammenspiels einzelner Diagnosen eine erhebliche Leistungseinschrän-
kung für jegliche Tätigkeiten bestehe. 
 
7.3 Das neurologische Fachgutachten enthält zunächst zwar eine ausführliche Anamnese 
sowie eine eingehende Auseinandersetzung mit den bisher erfolgten medizinischen Beurteilun-
gen. Ferner wurde nachvollziehbar dargelegt, dass keine pathologischen Befunde für die ange-
gebenen schweren sensiblen Defizite hätten erhoben werden können. Das Vorliegen eines ty-
pischen klinischen Beschwerdebilds einer Small-Fiber-Neuropathie wurde mit der Begründung 
verneint, dass die Diagnose allein auf dem Befund der Hautbiopsie beruhe. Im Widerspruch 
dazu bestätigte der neurologische Gutachter aber schliesslich eine Small-Fiber-Neuropathie 
und führte sie als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf. Erhebliche Widersprü-
che ergeben sich auch in Bezug auf die mit dem entsprechenden Befund verbundenen Auswir-
kungen auf die Arbeitsfähigkeit. Hervorzuheben ist hierbei der Umstand, dass der Gutachter 
explizit darauf hinwies, dass weitere Abklärungen hinsichtlich einer Neuropathie durchgeführt 
werden sollten. Insbesondere sei eine Blasenfunktionsstörung objektiv zu dokumentieren. In 
diesem Kontext wurde zudem bekräftigt, dass das erfolgte Polyneuropathie-Screening vom Um-
fang her völlig ungenügend sei, wobei das Resultat der Untersuchung keine Rückschlüsse auf 
den Schweregrad der Symptomatik zulasse. Gleichwohl wurde schliesslich – unter Vorbehalt 
weiterführender Befunde – auf eine Einschränkung von 20% in Bezug auf eine angepasste Tä-
tigkeit geschlossen. Diese Schlussfolgerungen sind vor diesem medizinischen Hintergrund in 
keiner Weise nachvollziehbar, zumal unklar bleibt, worauf die reduzierte Leistungsfähigkeit 
letztlich basiert.  
 
Insgesamt bleiben das Diagnosebild sowie insbesondere die daraus resultierenden funktionel-
len Einbussen mit Auswirkung auf das Leistungsvermögen unklar. Das Gutachten ist unvoll-
ständig und widersprüchlich, so dass ihm kein hinreichender Beweiswert zukommen kann. 
Vielmehr bestehen erhebliche Zweifel daran, ob der Gesundheitszustand und die Leistungsfä-
higkeit der Beschwerdeführerin im Rahmen der Begutachtung zutreffend erfasst wurden. 
 

 

 
 
Seite 14    

8. Daran vermögen auch die Ausführungen des RAD-Arztes Dr. H.____ nichts zu ändern. 
Unter Berücksichtigung des vorstehend Dargelegten ist seine Beurteilung, wonach dem Gut-
achten voller Beweiswert zuerkannt werden könne, nicht nachvollziehbar. Ferner steht auch 
seine Aussage, derzufolge die im Rahmen des neuropsychologischen Konsiliums vom 3. April 
2024 erhobenen kognitiven Beeinträchtigungen bereits durch die im Gutachten gestellten 
Hauptdiagnosen erfasst würden, in einem erheblichen Widerspruch zur Tatsache, dass die 
Gutachter die neurologischen Einschränkungen nicht abschliessend erfassen konnten und eine 
Reevaluation der psychischen Situation empfahlen. Die Funktion interner RAD-Berichte besteht 
insbesondere auch darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die 
medizinischen Laien in der Verwaltung, die über den Leistungsanspruch zu entscheiden hat – 
den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen. Angesichts des wider-
sprüchlichen und mangelhaften Gutachtens ist es nicht einleuchtend, weshalb Dr. H.____ zur 
Klärung des rechtserheblichen Sachverhalts im Rahmen des Verwaltungsverfahrens keine er-
neute Begutachtung empfahl.  
 
9. Nach dem Gesagten erlaubt das Gutachten der GA eins AG weder eine zuverlässige 
Beurteilung des medizinischen Sachverhalts noch bildet es eine rechtsgenügliche Grundlage 
zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Der massgebende medizinische Sachverhalt im Sinne von 
Art. 43 Abs. 1 ATSG ist damit nicht ausreichend abgeklärt. Vor diesem Hintergrund wäre die 
Beschwerdegegnerin gehalten gewesen, den Gesundheitszustand der Versicherten vor Verfü-
gungserlass eingehender abklären zu lassen. Dies gilt umso mehr, als die begutachtenden 
Fachpersonen weitere Abklärungen aus neurologischer Sicht selbst als notwendig erachteten, 
um die funktionellen Einschränkungen zuverlässig beurteilen zu können. Hierzu wurde im Rah-
men der Konsensbeurteilung gar bekräftigt, dass die Arbeitsfähigkeit nicht nur dann zu reevalu-
ieren sei, wenn sich aus neurologischer Sicht im weiteren Verlauf Erklärungen für die eindrück-
lich vorgetragenen Beschwerden und Limitierungen ergeben würden, sondern auch für den Fall, 
dass keine somatisch-neurologischen Erklärungen erhoben werden könnten. Diesfalls müsste 
die perpetuierte groteske Beschwerdesituation allenfalls psychiatrisch reevaluiert werden. Da 
die übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Berichte ebenfalls keine verlässliche Ent-
scheidungsgrundlage bilden, sind die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren 
nicht ausreichend beweiskräftig. Der relevante medizinische Sachverhalt bedarf deshalb weite-
rer Abklärung.  
 
10. Hingegen kann bereits an dieser Stelle festgehalten werden, dass die allgemeininter-
nistischen und rheumatologische Fachgutachten – soweit sie sich auf ihr jeweiliges Fachgebiet 
beziehen – nicht zu beanstanden sind. Die Teilgutachten sind umfassend, sie berücksichtigen 
die geklagten Beschwerden, sie sind in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden und sie 
leuchten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medi-
zinischen Situation ein. Die jeweiligen Schlussfolgerungen, wonach keine Diagnosen mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden, stehen sodann im Einklang mit der medizinischen 
Aktenlage. Den entsprechenden Gutachten ist daher volle Beweiskraft zuzuerkennen. 
 
11.1 Die IV-Stelle ermittelte den Invaliditätsgrad der Versicherten in der Verfügung vom 
3. Juni 2024 − wie eingangs dargelegt − in Anwendung der gemischten Bemessungsmethode 

 

 
 
Seite 15    

mit Anteilen von 80% an Erwerbs- und von 20% an Haushalttätigkeit. Die Beurteilung der Sta-
tusfrage und die damit zusammenhängende Methodenwahl sowie auch die Festlegung der An-
teile der Erwerbstätigkeit und der Haushalttätigkeit sind zwischen den Parteien − zu Recht − 
nicht umstritten. Nicht zu überzeugen vermag jedoch die Schlussfolgerung der IV-Stelle, wo-
nach bei der Versicherten im Haushaltsbereich keine Einschränkung bestehen soll. Diese vo-
rinstanzliche Beweiswürdigung basierte vollumfänglich auf der Einschätzung ihrer Abklärungs-
person gemäss dem "Abklärungsbericht Haushalt" vom 13. Juni 2022 bzw. insbesondere dem 
ergänzenden Bericht des Abklärungsdiensts vom 2. November 2023. Entgegen der Auffassung 
der IV-Stelle kann diesen Berichten jedoch kein ausschlaggebender Beweiswert beigemessen 
werden. 
 
11.2 Zur Ermittlung der Einschränkung im Haushaltsbereich bedarf es im Regelfall einer 
Abklärung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV). Hinsichtlich des Beweiswertes des Abklärungsbe-
richts sind − analog zur Rechtsprechung zur Beweiskraft von Arztberichten (BGE 134 V 231 
E. 5.1) − verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Ein Haushaltsabklärungsbericht ist be-
weiskräftig, wenn er von einer qualifizierten Person verfasst wird, welche Kenntnis der örtlichen 
und räumlichen Verhältnisse sowie der Beeinträchtigungen und Behinderungen hat, die sich 
aus den medizinischen Diagnosen ergeben. Weiter sind die Angaben der versicherten Person 
zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. 
Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich 
der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erho-
benen Angaben stehen (vgl. AHI-Praxis 2003 S. 218 E. 2.3.2; Urteil des Bundesgerichts vom 
22. April 2010, 9C_90/2010, E. 4.1.1.1). Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige 
Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der Abklä-
rungsperson nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen oder Anhaltspunkte für die 
Unrichtigkeit der Abklärungsresultate vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass 
die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt steht als das im 
Beschwerdefall zuständige Gericht (Urteil des Bundesgerichts vom 18. August 2008, 
8C_107/2008, E. 3.2.1 mit Hinweis; BGE 128 V 93 E. 4). 
 
11.3 Vorliegend fällt entscheidend ins Gewicht, dass die Abklärungsperson im Bericht vom 
13. Juni 2022 eine Einschränkung im Haushalt von insgesamt 20.4% ermittelte. Demgegenüber 
kam sie im ergänzenden Bericht vom 2. November 2023 nach Vorliegen des Gutachtens der 
GA eins AG zum Schluss, dass seit Februar 2022 keine Einschränkungen im Haushalt beste-
hen würden. Hierzu führte sie im Wesentlichen an, dass ihr das gutachterliche Resultat zum 
Abklärungszeitpunkt nicht vorgelegen habe, weshalb die Einschränkungen nicht abschliessend 
hätten verifiziert werden können. Die vordergründig bedingten psychiatrischen Einschränkun-
gen hätten nur aufgrund der Aussagen der versicherten Person erhoben werden können. Zum 
Abklärungszeitpunkt habe somit die gutachterlich attestierte Arbeitsfähigkeit von 70% mit dem 
entsprechenden Belastungsprofil nicht vorgelegen. Es sei der versicherten Person möglich, 
Arbeiten frei einzuteilen und bei Bedarf in Etappen zu übernehmen. Ausserdem gelte im Allge-
meinen, dass im geschützten Rahmen der Wohnung psychische Defizite üblicherweise zu einer 
reduzierten Einschränkung führen. Die Berechnung der Haushaltseinschränkung erfolge nun 
unter Berücksichtigung der allgemeinen Schadenminderung (vgl. hierzu ausführlich den ergän-

 

 
 
Seite 16    

zenden Bericht vom 2. November 2023, IV-act. 122). Diese nachträglich von den nicht beweis-
kräftigen gutachterlichen Feststellungen beeinflussten Aussagen vermögen in keiner Weise zu 
überzeugen. Alsdann stehen sie in einem erheblichen Widerspruch zu den an Ort und Stelle 
erhobenen Angaben gemäss "Abklärungsbericht Haushalt" vom 13. Juni 2022. In diesem Rah-
men kam die gleiche Abklärungsperson aufgrund des geschilderten Verhaltens der Versicher-
ten sowie des Ausmasses der Beschwerden mit Blick auf die im selben Haushalt lebenden Kin-
der unter anderem gar zum Schluss, dass eine Institution zur Untersuchung des Kindeswohl 
(bspw. Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde [KESB]) beauftragt werden sollte. Alsdann 
wurde die berücksichtigte Einschränkung von 20.4% auch im damaligen Zeitpunkt unter ande-
rem mit der Begründung, wonach psychische Defizite zu einer reduzierten Einschränkung im 
Haushalt führen würden, sowie unter Berücksichtigung der Schadenminderungspflicht festge-
setzt. Im Bericht vom 2. November 2023 schloss die Abklärungsperson mit exakt der gleichen 
Argumentation auf eine fehlende Einschränkung im Haushaltsbereich. Dessen ungeachtet wur-
de im Gutachten der GA eins AG die festgestellte Einschränkung von 20.4% im Bereich Haus-
halt bestätigt. Die Frage, ob den Angehörigen der Versicherten im Bericht vom 13. Juni 2022 
darüber hinaus auch ein zu hohes Mass an Mithilfe im Haushalt zugemutet bzw. auferlegt wur-
de, wie von dieser geltend gemacht wird, braucht sodann nicht abschliessend diskutiert zu wer-
den, da sich vorliegend so oder anders eine neue Haushaltsabklärung aufdrängt.  
 
11.4 So gilt es im Zusammenhang mit der Beurteilung der Einschränkung im Haushaltbe-
reich ferner auf die Rechtsprechung hinzuweisen, wonach der Abklärungsbericht seiner Natur 
nach in erster Linie auf die Bestimmung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen 
zugeschnitten ist. Leidet die versicherte Person − wie im vorliegenden Fall − an einer psychi-
schen Erkrankung, kommt den ärztlichen Stellungnahmen zu den gesundheitlich bedingten Ein-
schränkungen erhöhtes Gewicht zu. Stehen die Ergebnisse der Abklärung vor Ort dazu im Wi-
derspruch, kommt in der Regel der fachmedizinischen Einschätzung der Fähigkeit der versi-
cherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, Vorrang zu. Denn für die Abklärungsper-
son ist es häufig nur beschränkt möglich, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit 
verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteil des Bundesgerichts vom 22. April 2010, 
9C_90/2010, E. 4.1.1.3 mit Hinweisen). Wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt, 
kann dem psychiatrischen Fachgutachten jedoch keine Beweiskraft beigemessen werden und 
es bedarf weiterer medizinischer Abklärungen. Die strittige Frage, in welchem Ausmass die Be-
schwerdeführerin im Haushaltsbereich beeinträchtigt ist, lässt sich gestützt auf die vorhandene 
Aktenlage nicht beurteilen. Der Sachverhalt bedarf auch in dieser Hinsicht weiterer Abklärung, 
wobei diese durch die Einholung eines neuen Haushaltsabklärungsberichts zu erfolgen haben 
wird. Da sich die bisherige Abklärungsperson durch die Abklärung vor Ort im Juni 2022 und 
durch die Abgabe der ergänzenden Stellungnahme vom 2. November 2023 schon zu einge-
hend mit dem Fall befasst hat, um noch als unvoreingenommen zu gelten, ist es angezeigt, die 
Abklärung durch eine neue, bis anhin noch nicht mit der Angelegenheit betraute Abklärungs-
person durchführen zu lassen. 
 

12. Gemäss neuerer bundesgerichtlicher Rechtsprechung können die Sozialversiche-
rungsgerichte nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Streitsache zur neuen Begutachtung an 
die Verwaltung zurückweisen. Die Beschwerdeinstanz hat vielmehr im Regelfall selbst ein Ge-

 

 
 
Seite 17    

richtsgutachten einzuholen, wenn sie einen im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen 
Sachverhalt überhaupt für gutachterlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativ-
expertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Eine Rückweisung an die IV-
Stelle bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher voll-
ständig ungeklärten Frage begründet ist, oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung 
oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1). Im 
vorliegenden Fall erweisen sich das der angefochtenen Verfügung zugrunde gelegte Gutachten 
der GA eins AG vom 20. September 2023 sowie die Beurteilung des RAD als nicht beweistaug-
lich. Da es die IV-Stelle versäumt hat, den massgeblichen medizinischen Sachverhalt mit der 
gebotenen Sorgfalt widerspruchsfrei abzuklären, und es nicht die Aufgabe der kantonalen Ge-
richte ist, im Verwaltungsverfahren versäumte medizinische Abklärungen nachzuholen, steht 
einer Rückweisung an die Vorinstanz nichts entgegen. Dies gilt umso mehr, als es überdies 
auch an beweiskräftigen Feststellungen zur Einschränkung im Haushaltsbereich mangelt. Die 
IV-Stelle wird den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Versicherten durch ein ver-
waltungsexternes Gutachten, welches – mindestens – die Fachbereiche Psychiatrie und Neuro-
logie umfasst, abklären zu lassen haben. Hierzu wird sie vorab im Rahmen einer Nachfrage 
beim begutachtenden Neurologen der GA eins AG in Erfahrung zu bringen haben, was für eine 
spezialisierte neurologische Abklärung betreffend die Klärung der Frage nach dem Vorliegen 
einer Small-Fiber-Neuropathie und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit angedacht war. 
Über die Frage, ob aus medizinischer Sicht allenfalls noch weitere Abklärungen in anderen 
Fachrichtungen erforderlich sind, werden die beauftragten Gutachter zu befinden haben. Hier-
bei könnte sich angesichts der wiederholt in den medizinischen Akten erwähnten psychischen 
Überlagerung bei organischen Beschwerden möglicherweise zusätzlich eine neuropsychologi-
sche Abklärung aufdrängen. Ferner könnten sich auch ergänzende urologische Abklärungen als 
notwendig erweisen, falls tatsächlich zu objektivierende Blasenfunktionsstörungen nicht auf 
einer neurologischen Ursache gründen sollten. Auf diese Umstände wird die Beschwerdegeg-
nerin im Rahmen des Gutachtensauftrags hinzuweisen haben. Darüber hinaus wird die Be-
schwerdegegnerin zur Ermittlung der Einschränkung der Versicherten im Haushalt einen neuen 
Abklärungsbericht Haushalt durch eine mit der Angelegenheit noch nicht befasste Abklärungs-
person erstellen zu lassen haben. Gestützt auf die Ergebnisse der Aktenergänzung wird sie 
schliesslich über den Rentenanspruch der Versicherten in Anwendung der gemischten Methode 
– mit einem Erwerbsanteil von 80% und einem Haushaltanteil von 20% – neu zu verfügen ha-
ben. Die vorliegende Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen.  
 
13. Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu befinden.  
 
13.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund-
sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rück-
weisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und Entscheidung (mit noch offe-
nem Ausgang) für die Frage der Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der Parteientschädi-
gung als vollständiges Obsiegen der beschwerdeführenden Partei, unabhängig davon, ob sie 
beantragt oder ob das Begehren im Haupt- oder Eventualantrag gestellt wird (BGE 137 V 210 
E. 7.1 mit Hinweisen). Dieser Grundsatz gilt ausdrücklich auch für das kantonale Beschwerde-

 

 
 
Seite 18    

verfahren (Urteil des Bundesgerichts vom 23. August 2023, 9C_379/2022, E. 4.2; BGE 
137 V 57 E. 2.1 und 2.2 mit Hinweisen). 
 
13.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-
Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 
Fr. 1000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfah-
rensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des 
bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden 
die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufer-
legt. Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr aufzuer-
legen sind.  
 
13.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsiegende Partei ist, ist ihr eine Partei-
entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin der Beschwerde-
führerin machte in ihrer Honorarnote vom 17. September 2024 für das vorliegende Verfahren 
einen Zeitaufwand von 15 Stunden und 40 Minuten sowie Auslagen von Fr. 91.60 geltend. 
Während die ausgewiesenen Auslagen zu keinen Beanstandungen Anlass geben, muss der 
geltend gemachte Zeitaufwand – auch im Quervergleich zu anderen gleichgelagerten Fällen – 
als zu hoch bezeichnet werden. So erweist sich insbesondere der für die Redaktion der Be-
schwerde ausgewiesene Zeitaufwand von insgesamt 12 Stunden und 15 Minuten als zu hoch. 
Es rechtfertigt sich daher, den entschädigungsberechtigten Zeitaufwand um 3 Stunden zu kür-
zen und insgesamt auf 12 Stunden und 40 Minuten festzusetzen. Die Bemühungen sind zu dem 
in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung ge-
langenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Der Beschwerdeführerin ist demnach 
eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'523.10 (12 Stunden und 40 Minuten à Fr. 250.-- 
und Auslagen von Fr. 91.60 zuzüglich 8.1% Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzuspre-
chen. 
 
14. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 
2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zuläs-
sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenent-
scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Aus-
standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-
ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 
Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid her-
beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Be-
weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur 
Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um 
einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei-
sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen 
Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2).  

 

 
 
Seite 19    

Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischenentscheid 
im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angele-
genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vor-
aussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende 
Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt.  
 
  

 

 
 
Seite 20    

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene 
Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 3. August 2024 aufge-
hoben und die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen im Sinne der 
Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle 
Basel-Landschaft zurückgewiesen wird 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. 

Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdeführerin eine Par-
teientschädigung in der Höhe von Fr. 3'523.10 (inkl. Auslagen und 
8,1% Mehrwertsteuer) zu bezahlen.