# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 600df6ce-77fb-5ac3-8b95-411ff8713e19
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-26
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 26.06.2021 B 2021/96
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2021-96_2021-06-26.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2021/96

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 06.08.2021

Entscheiddatum: 26.06.2021

Entscheid Verwaltungsgericht, 26.06.2021
Sozialhilfe, Zuständigkeit der Kostentragung bei Unterbringung 
Minderjähriger, Art. 41 lit. a und b SHG (sGS 381.1), Art. 4 lit. d IVSE (sGS 
381.31). In Sinn einer funktionalisierenden Auslegung des Wohnsitzbegriffs 
sowie in Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
rechtfertigt es sich, für die Bestimmung des Wohnsitzes nach Art. 4 lit. d 
IVSE die Kriterien von Art. 7 Abs. 3 lit. c ZUG (SR 851.1) heranzuziehen, 
wonach erst eine dauerhafte Fremdplatzierung einen eigenen 
Unterstützungswohnsitz begründet. Eine solche liegt bei einem von der 
KESB vorsorglich verfügten, mit weiteren Abklärungen verbundenen Entzug 
des Aufenthaltsbestimmungsrechts in der Regel nicht vor 
(Verwaltungsgericht, B 2021/96).

Entscheid vom 26. Juni 2021

Besetzung

Abteilungspräsident Zürn; Verwaltungsrichterin Bietenharder, Verwaltungsrichter 

Engeler; Gerichtsschreiberin Schmid Etter

Verfahrensbeteiligte

Politische Gemeinde F.__,

Beschwerdeführerin,

gegen

Departement des Innern des Kantons St. Gallen, Regierungsgebäude, 

9001 St. Gallen,

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Vorinstanz,

Gegenstand

Zuständigkeit für die Kostentragung (A.__ und B.__)

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.

A.__ (geb. 2013) und B.__ (geb. 2015) sind die Söhne von C.__ (geb. 1991) und D.__ 

(geb. 1977), unter deren gemeinsamer elterlicher Sorge sie stehen. Mit 

Eheschutzentscheid des Kreisgerichts H.__ vom 23. März 2017 wurden A.__ und B.__ 

für die Dauer der Aufhebung des gemeinsamen Haushalts unter die Obhut der Mutter 

gestellt, die damals in F.__ SG lebte, bevor sie am 1. April 2019 nach G.__ TG zog.

B.

Das zuständige Behördenmitglied der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde H.__ 

(Vizepräsident der KESB H.__) entzog dem Vater mit superprovisorischer Verfügung 

vom 30. November 2018 das Aufenthaltsbestimmungsrecht über A.__ und B.__ und 

platzierte diese im K.__heim in W.__ (act. 3/2). Mit Verfügung vom 12. Dezember 2018 

entzog der Vizepräsident der KESB H.__ beiden Elternteilen das 

Aufenthaltsbestimmungsrecht über A.__ und B.__ vorsorglich und platzierte die Brüder 

im K.__heim in W.__ ZH; zudem wurde eine ambulante Begutachtung der Kinder 

angeordnet (act. 3/3). Am 13. Dezember 2018 wurde A.__ fürsorgerisch in der Klinik 

Z.__ in E.__ untergebracht. Ab 25. März 2019 wurde er vorsorglich im 

Kinderschutzzentrum X.__ und ab 22. April 2019 in der Sozialpädagogischen 

Lebensgemeinschaft des Vereins M.__ in R.__ untergebracht (Verfügung des 

Vizepräsidenten der KESB H.__ vom 22. März 2019, act. 3/4). Das Sozialamt der 

Politischen Gemeinde F.__ unterzeichnete am 11. März 2019 die 

Kostenübernahmegarantien für die Aufenthalte von A.__ und B.__ im K.__heim in W.__ 

ab 30. November 2018 sowie am 3. Juli 2019 jene für den Aufenthalt von A.__ im 

Kinderschutzzentrum in X.__ ab 25. März 2019 (act. 6/3.17 und 18).

Mit Verfügung vom 19. November 2019 bestätigte die KESB H.__ als Kollegialbehörde 

den gegenüber den Eltern C.__ und D.__ verfügten Entzug des 

Aufenthaltsbestimmungsrechts über A.__ und B.__ sowie die bereits per 22. April 2019 

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erfolgte Platzierung von A.__ in der Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaft des 

Vereins M.__ in R.__; ferner ordnete sie die Umplatzierung von A.__ in dieselbe 

Institution per 9. Dezember 2019 an. Für die Eltern wurden begleitete Besuche 

angeordnet (act. 3/8).

C.

Mit Schreiben vom 14. Juni 2019 unterbreitete das Sozialamt F.__ dem Amt für 

Soziales des Kantons St. Gallen eine Unterstützungsanzeige nach Art. 30 des 

Bundesgesetzes über die Zuständigkeit für die Unterstützung Bedürftiger (SR 851.1, 

ZUG) und ersuchte die Stadt G.__, wohin die Mutter gezogen war, die 

Platzierungskosten für die beiden Kinder ab 1. April 2019 zu übernehmen. Das 

Sozialamt des Kantons Thurgau lehnte eine Kostenübernahme mit Schreiben vom 6. 

September 2019 ab (act. 6/3.7).

Das Amt für Soziales des Kantons St. Gallen stellte in der Folge mit Verfügung vom 

26. November 2019 die Pflicht der Politischen Gemeinde F.__ zur Tragung der Kosten 

der Aufenthalte von A.__ im Kinderschutzzentrum X.__ (25. März bis 22. April 2019) und 

in der Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaft des Vereins M.__ in R.__ (ab 22. April 

2019) sowie von B.__ im K.__heim in W.__ (ab. 30. November 2018) fest (act. 6/3.1). 

Zur Begründung wurde ausgeführt, dass die Aufenthalte in den verschiedenen 

Einrichtungen nicht geeignet gewesen seien, einen neuen Wohnsitz der Minderjährigen 

an den jeweiligen Standorten zu begründen. Der letzte von der Mutter abgeleitete 

Wohnsitz in F.__ bleibe daher bestehen.

D.

Den dagegen von der Politischen Gemeinde F.__ erhobenen Rekurs wies das 

Departement des Innern mit Entscheid vom 12. April 2021 (act. 2) ab im Wesentlichen 

mit der Begründung, mit dem Eintritt von A.__ und B.__ in das K.__heim in W.__ habe 

die tatsächliche Obhut der Mutter und am 12. Dezember 2018 auch deren Befugnis zur 

täglichen Betreuung, Pflege und Erziehung der beiden Kinder geendet. Der Wegzug der 

Mutter per 1. April 2019 nach G.__ habe daher nicht zu einem von der Mutter 

abgeleiteten, neuen zivilrechtlichen Wohnsitz der Kinder geführt. Die Platzierung der 

Kinder sei vielmehr zu einem Sonderzweck erfolgt und nicht auf Dauer angelegt 

gewesen, weshalb deren Aufenthalt in den verschiedenen Einrichtungen keinen 

Wohnsitz geschaffen habe, womit der Wohnort F.__ als letzter von der Mutter 

abgeleiteter Wohnsitz bestehen bleibe.

E.

Die Politische Gemeinde F.__ (Beschwerdeführerin) erhob gegen den Rekursentscheid 

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des Departements des Innern (Vorinstanz) vom 12. April 2021 mit Eingabe vom 27. 

April 2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen sei der angefochtene Entscheid aufzuheben (act. 1). Es sei 

festzustellen, dass die Stadt F.__ für die Kostentragung im Rahmen der IVSE-

Leistungsabgeltung für A.__ und B.__ seit dem 1. April 2019 örtlich nicht zuständig sei, 

und die IVSE-Verbindungsstelle des Kantons St. Gallen sei anzuweisen, dem Kanton 

Thurgau den Widerruf der erteilten Kostenübernahmegarantie per 1. April 2019 

mitzuteilen. Die Vorinstanz verzichtete auf eine Vernehmlassung.

Auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin zur Begründung ihrer Anträge sowie die 

Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.

Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59  Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die Politische Gemeinde 

F.__, deren Rekurs gegen die von der Verbindungsstelle nach der Interkantonalen 

Vereinbarung für soziale Einrichtungen (sGS 381.31, IVSE) festgestellte Verpflichtung 

zur Tragung der Kosten für Aufenthalte von A.__ und B.__ in verschiedenen 

Institutionen mit dem angefochtenen Entscheid der Vorinstanz vom 12. April 2021 

abgewiesen worden war, ist zur Erhebung der Beschwerde befugt (Art. 64 in 

Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP; Art. 5 Abs. 1 des Sozialhilfegesetzes, sGS 381.1, 

SHG; Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, 

Rz. 446). Die Beschwerde wurde mit Eingabe vom 27. April 2021 rechtzeitig erhoben 

und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 

in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten.

2.

Mit dem am 1. Januar 2018 in Kraft getretenen IV. Nachtrag zum Sozialhilfegesetz vom 

25. April 2017 (IV. Nachtrag in: nGS 2017-064; Botschaft vom 6. September 2016 in: 

ABl 2016 2707 ff. oder unter www.ratsinfo.sg.ch: Geschäftsnummer 22.16.02) und dem 

(gestaffelt) am 1. Januar 2019, 1. April 2019 und 1. Januar 2020 in Vollzug getretenen 

V. Nachtrag vom 29. Januar 2019 (nGS 2019-024, Botschaft vom 1. Mai 2018 und 

Festlegung des Vollzugsbeginns: Protokoll der Regierung des Kantons St. Gallen vom 

5. Februar 2019, Nr. 047, www.ratsinfo.sg.ch: Geschäftsnummer 22.18.11) wurden die 

gesetzlichen Grundlagen betreffend die Gewährung finanzieller Sozialhilfe in 

stationären Einrichtungen revidiert. Nach den allgemein gültigen 

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intertemporalrechtlichen Grundsätzen ist die Rechtmässigkeit von Verwaltungsakten 

mangels einer anderslautenden übergangsrechtlichen Regelung nach der Rechtslage 

im Zeitpunkt ihres Ergehens zu beurteilen (vgl. z.B. BGE 139 II 263 E. 6; 135 II 384 E. 

2.3; 125 II 591 E. 5e/aa; je mit Hinweisen). In anderen Urteilen des Bundesgerichts (vor 

allem zum Sozialversicherungsrecht) findet sich die Formulierung, es seien jene 

Rechtssätze massgebend, die im Zeitpunkt der Verwirklichung des Sachverhalts bzw. 

der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 129 V 

1 E. 1.2 S. 4 mit Hinweisen). Eine dem SHG eigene übergangsrechtliche Regelung 

besteht zum Bereich der Staatsbeiträge nur in Art. 57b SHG, wonach die bei 

Vollzugsbeginn des V. Nachtrags dem Bereich A der IVSE unterstellten Einrichtungen 

nach Art. 40d SHG gelten. Weitere übergangsrechtliche Bestimmungen zu den 

Beiträgen bei Unterbringungen von Minderjährigen in einem Kinder- oder Jugendheim 

sind nicht vorhanden. Der vorliegend zu beurteilende Sachverhalt trug sich in den 

Jahren 2018 und 2019 zu, mithin vor dem Vollzugsbeginn der vorliegend anwendbaren 

Bestimmungen des SHG (Art. 41 bis 43) durch den V. Nachtrag, welcher am 1. Januar 

2020 in Kraft trat (nGS 2019-24). Dementsprechend ist die Streitsache - unter 

Anwendung der oben dargelegten Grundsätze - nach der bis dahin geltenden Fassung 

des SHG zu beurteilen. Gleiches gilt in Bezug auf die darin enthaltenen Verweise auf 

die Bestimmungen der IVSE in der zum damaligen Zeitpunkt geltenden Fassung (vgl. 

VerwGE B 2016/212 vom 14. Juli 2018 E. 2). Soweit es nachfolgend um Art. 4 lit. d 

IVSE geht, hat dieser indessen keine Änderung erfahren.

3.

Die Beschwerdeführerin ist der Auffassung, der für die Leistungsabgeltung 

massgebliche zivilrechtliche Wohnsitz von A.__ und B.__ habe sich ab 1. April 2019 in 

G.__ befunden, weshalb ihr die Kosten für die Aufenthalte der Kinder im K.__heim in 

W.__, im Kinderschutzzentrum X.__ und in der Sozialpädagogischen 

Lebensgemeinschaft des Vereins M.__ in R.__ ab jenem Zeitpunkt nicht auferlegt 

werden könnten. 

 3.1. 

Nach aArt. 41 Abs. 1 lit. a SHG erhalten Heime und Einrichtungen ausserhalb des 

Kantons für st. gallische Betreuungsbedürftige Beiträge nach der IVSE. Heime und 

Einrichtungen im Kanton wiederum erhalten Beiträge nach der ISVE für 

ausserkantonale Betreuungsbedürftige im Umfang der Vergütungen anderer Kantone 

(aArt. 41 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 SHG), sowie für st. gallische Betreuungsbedürftige in 

3.1.1. 

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sachgemässer Anwendung der Bestimmungen der IVSE (aArt. 41 Abs. 1 lit. b Ziff. 2 

SHG). Die zuständige Stelle des Staates leistet Kostenübernahmegarantie bei 

zivilrechtlicher Unterbringung und bei einer Unterbringung durch die Eltern in einem 

Kinder- oder Jugendheim bis zum vollendeten 20. Altersjahr (aArt. 42 Abs. 1 SHG). Die 

zuständige politische Gemeinde trägt bei Unterbringung in ein Kinder- oder 

Jugendheim zwei Drittel der Leistungsabgeltung nach Abzug der Beiträge der 

Unterhaltspflichtigen sowie der weiteren gesetzlichen Kostenträger und die Beiträge 

der Unterhaltspflichtigen nach Art. 22 IVSE, wenn diese nicht leistungsfähig sind (aArt. 

43 Abs. 1 SHG).

Nach Art. 4 lit. d IVSE ist der Wohnkanton derjenige Kanton, in dem die Person, welche 

die Leistungen beansprucht, ihren zivilrechtlichen Wohnsitz hat. Als zivilrechtlicher 

Wohnsitz des Kindes unter elterlicher Sorge gilt gemäss Art. 25 Abs. 1 des 

Schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR 210, ZGB) der Wohnsitz der Eltern oder, wenn 

die Eltern keinen gemeinsamen Wohnsitz haben, der Wohnsitz des Elternteils, unter 

dessen Obhut das Kind steht (Satzteil 1); in den übrigen Fällen gilt sein Aufenthaltsort 

als Wohnsitz (Satzteil 2). Das Kriterium der Obhut spielt für den Wohnsitz des Kindes 

dann keine Rolle, wenn dieser an die elterliche Sorge angeknüpft wird. Unabhängig 

davon, wo sich das Kind aufhält und unter wessen Obhut es steht, leitet sich dessen 

Wohnsitz bei gemeinsamem Wohnsitz der Eltern oder wenn die elterliche Sorge nur 

einem Elternteil übertragen wurde, von jenem der Eltern bzw. des sorgeberechtigten 

Elternteils ab, auch im Fall eines behördlichen Obhutsentzugs (D. Stähelin, in: Honsell/

Vogt/Geiser, Basler Kommentar, ZGB I, 6. Aufl. 2018, N 4 zu Art. 25 ZGB). Gemäss 

überwiegender Lehrmeinung ist letzteres bei Eltern mit gemeinsamer elterlicher Sorge 

und unterschiedlichem Wohnsitz nicht der Fall. Sobald jenem Elternteil, der die Obhut 

innehatte, das Aufenthaltsbestimmungsrecht entzogen wird, ist gestützt auf Art. 25 

Abs. 1 Satzteil 2 ZGB sein Aufenthaltsort massgebend. Dies kann grundsätzlich auch 

der Ort einer Erziehungseinrichtung sein, sofern er eine gewisse Dauer aufweist, ein 

kurzer Ortswechsel genügt nicht (Hausheer/Reusser/Geiser [Hrsg.], Berner Kommentar, 

2. Aufl. 1999, N 34/19 zu Art. 162 ZGB; VerwGE B 2017/35 vom 27. September 2018 

E. 2.2). Anders, als bei Eltern mit demselben Wohnsitz, wechselt der Wohnort eines 

unmündigen Kindes unter gemeinsamer Sorge von Eltern, die nicht denselben 

Wohnsitz haben, im Fall des Entzugs des Aufenthaltsbestimmungsrechts zum 

Aufenthaltsort. Das Bundesgericht stellte diese Schlussfolgerung in einem neueren 

Entscheid zwar in Frage, ohne jedoch für Klärung zu sorgen. Es wurde offengelassen, 

ob sich der für Belange in Zusammenhang mit der IVSE massgebende Wohnsitz eines 

minderjährigen Kindes nach seiner Fremdplatzierung noch ändern könne und nicht der 

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bei der Anordnung der Heimunterbringung bestehende erhalten bleibe (BGE 143 V 451 

E. 7.4).

Das öffentliche Recht knüpft zur Bestimmung des Wohnsitzes meist – wie vorliegend 

Art. 4 lit. d IVSE ausdrücklich – am zivilrechtlichen Wohnsitzbegriff an, wobei der 

zivilrechtliche Wohnsitz in einer „funktionalisierenden Auslegung“ zur angemessenen 

Berücksichtigung der Interessen der Beteiligten und der Allgemeinheit teilweise 

modifiziert wird. Nach einem Teil der Lehre ist einer funktionalisierenden Auslegung des 

zivilrechtlichen Wohnsitzbegriffs, welche die daran anknüpfenden Rechtsfolgen 

berücksichtigt, zwar grundsätzlich zuzustimmen. Jedoch sei im Interesse der 

Rechtssicherheit an der Einheitlichkeit des zivilrechtlichen Wohnsitzbegriffs 

festzuhalten; unterschiedliche Auslegungen seien nur in geringem Umfang zuzulassen 

(Staehelin, a.a.O., Rz. 3 zu Art. 23 ZGB). Eine weitere Lehrmeinung erachtet die 

Wohnsitzbestimmung als einer funktionalen Auslegung insofern zugänglich, als der 

zivilrechtliche Wohnsitz einer räumlichen Zuordnung eines Rechtsobjekts diene und nie 

Selbstzweck sei. Bei der Wohnsitzbestimmung sei in erster Linie das Kindeswohl zu 

berücksichtigten. Dieses verlange in der Regel eine stabile Zuständigkeit für 

Kindesschutzmassnahmen und die Vermögensverwaltung, die an einem schnell 

wechselnden Aufenthaltsort meist nicht sichergestellt werden könne, sondern vielmehr 

am Wohnsitz des Sorgeberechtigten (Hausheer/Reusser/Geiser, a.a.O., N 34/5a zu Art. 

162 ZGB).

Die aus Art. 4 lit. d IVSE in Verbindung mit Art. 25 Abs. 1 Satzteil 2 ZGB resultierende 

Finanzierungszuständigkeit des Standortkantons führte in den vergangenen Jahren 

vermehrt zu Rechtsstreitigkeiten über die Festlegung des zivilrechtlichen Wohnsitzes, 

was letztlich Sinn und Zweck der IVSE widerspricht. Das Bundesgericht hielt in diesem 

Zusammenhang fest, die Bestimmung von Art. 4 lit. d IVSE als kantonales Recht führe 

in der erwähnten Konstellation zu einer Verhinderung oder zumindest übermässigen 

Erschwerung von Bundesrecht, namentlich der angeordneten Unterbringung nach Art. 

310 Abs. 1 ZGB, was wiederum einen Verstoss gegen Art. 48 Abs. 3 und 49 Abs. 1 der 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV) darstelle. 

Interkantonal sei daher nicht nach Massgabe der IVSE vom zivilrechtlichen Wohnsitz 

auszugehen, sondern auf Art. 7 Abs. 3 lit. c ZUG abzustellen (vgl. BGE 143 V 451 E. 

9.4). Als Folge davon wurde Art. 5 Abs. 1  IVSE neu geschaffen, wonach in jenen 

Fällen, wo eine Person mit dem Aufenthalt in einer Einrichtung ihren zivilrechtlichen 

Wohnsitz am Standort der Einrichtung begründet, der Kanton des letzten von den 

3.1.2. 

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Eltern oder eines Elternteils abgeleiteten zivilrechtlichen Wohnsitzes für das Leisten der 

Übernahmegarantie zuständig ist. Im Kanton St. Gallen trat diese Änderung am 1. Juni 

2020 in Kraft, womit sie für den vorliegenden Fall keine Geltung hat.

Als eigener Unterstützungswohnsitz eines minderjährigen Kindes, das dauernd nicht 

bei den Eltern oder einem Elternteil wohnt, gilt gemäss Art. 7 Abs. 3 lit. c in Verbindung 

mit Abs. 1 und 2 ZUG der Ort, an dem es unmittelbar vor der Fremdplatzierung 

gemeinsam mit den Eltern oder einem Elternteil gelebt bzw. Wohnsitz gehabt hat. Der 

derart definierte Unterstützungswohnsitz bleibt künftig für die gesamte Dauer der 

Fremdplatzierung der gleiche, auch wenn die Eltern oder der sorgeberechtigte Elternteil 

den Wohnsitz wechseln (BGer 8C_701/2013 vom 14. März 2014, E. 3.2.2.1). Als 

lediglich vorübergehend – und damit keinen eigenen Unterstützungswohnsitz des 

minderjährigen Kindes nach Art. 7 Abs. 3 lit. c in Verbindung mit Abs. 1 und 2 ZUG 

begründend – gelten indes Fremdaufenthalte in auswärtigen Institutionen, die entweder 

nur von kurzer Dauer sind oder bei denen ein Kontakt zwischen Kindern und Eltern 

aufrechterhalten wird und die Absicht besteht, dass die Kinder nach einer bestimmten 

Zeit wieder zu den Eltern ziehen. Kümmern sich die Eltern hingegen nicht ernstlich um 

ihre Kinder bzw. nehmen sie ihre elterliche Sorge nicht wahr und erfolgt die 

Fremdplatzierung auf unbestimmte Zeit oder für mehr als sechs Monate, spricht dies in 

der Regel für die Dauerhaftigkeit des Fremdaufenthaltes. Ob dabei die elterliche Sorge 

entzogen wird oder entsprechende Bestrebungen bestehen, ist nicht massgeblich. 

Genauso wenig kommt es auf die tatsächliche Dauer des Fremdaufenthaltes an. 

Entscheidend ist einzig, ob bei Beginn der Fremdplatzierung von Dauerhaftigkeit 

auszugehen war oder ob nur eine vorübergehende Lösung beabsichtigt war. 

Andernfalls könnte immer erst nach einer bestimmten Dauer des Fremdaufenthalts 

darüber entschieden werden, welcher Kanton letztlich die Kosten zu tragen hat, was 

wiederum nicht dem Sinn des Gesetzes entsprechen kann, weil dieses doch gerade für 

klare Verhältnisse bei der interkantonalen Zuständigkeitsausscheidung sorgen will 

(BGer 8C_701/2013, a.a.O., E. 3.2.2.2 mit Hinweisen; Thomet, Kommentar zum 

Bundesgesetz über die Zuständigkeit für die Unterstützung Bedürftiger, Zürich 1994, 

Rz. 132).

In Sinn einer funktionalisierenden Auslegung des Wohnsitzbegriffs sowie in 

Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung rechtfertigt es sich 

daher, für die Bestimmung des Wohnsitzes nach Art. 4 lit. d IVSE im Folgenden die 

Kriterien von Art. 7 Abs. 3 lit. c ZUG heranzuziehen, wonach erst eine dauerhafte 

Fremdplatzierung einen eigenen Unterstützungswohnsitz begründet.

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Die Beschwerdeführerin bringt im Wesentlichen vor (act. 1), mit ihrem Umzug weg von 

F.__ habe die Mutter von A.__ und B.__ sowohl ihren zivilrechtlichen als auch den 

Unterstützungswohnsitz per 1. April 2019 nach G.__ verlegt. In jenem Zeitpunkt habe 

nämlich keine dauerhafte, sondern lediglich eine vorsorgliche Fremdplatzierung, verfügt 

am 12. Dezember 2018, bestanden. Gestützt auf Art. 25 Abs. 2 letzter Satzteil ZGB 

gelte der Aufenthaltsort als Wohnort des Kindes, wenn dieses nicht mehr dauerhaft 

unter der alleinigen oder überwiegenden Obhut des entsprechenden Elternteils stehe 

und der Wohnsitz somit nicht von jenem der Eltern abgeleitet werden könne. Dies treffe 

gemäss geltender Lehre und Rechtsprechung auch zu, wenn das Kind dauerhaft in 

einem Heim platziert sei. Bis zum Wegzug der Mutter sei vorliegend keine dauerhafte 

Fremdplatzierung erfolgt. Da der dauerhafte Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts 

und die dauerhafte Fremdplatzierung einen schweren Eingriff in das durch die EMRK 

gewährleistete Elternrecht darstellten, wäre es unseriös, wenn die KESB diese 

definitive Massnahme ohne Vornahme gründlicher Abklärungen anordnen würde. Die 

KESB H.__ (d.h. deren Vizepräsident in Einzelzuständigkeit) habe daher vorliegend 

völlig zurecht zunächst nur vorläufig für die Dauer des Verfahrens verfügt. Der definitive 

Entscheid der KESB über den Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts und die 

Platzierung sei erst am 19. November 2019 und damit mehrere Monate nach dem 

Umzug der Mutter nach G.__ erfolgt. Im Zeitpunkt des Wegzugs am 1. April 2019 habe 

somit keine auf Dauer ausgerichtete Massnahme vorgelegen. Solange dies nicht der 

Fall sei, knüpfe der Wohnsitz der Kinder an jenem der Mutter an, welche bisher die 

tatsächliche Obhut innegehabt habe. Mit dem Umzug der Mutter von F.__ nach G.__ 

sei daher auch der Wohnort von A.__ und B.__ nach G.__ verlegt worden. Die vom 

Kanton Thugau und der Stadt G.__ vertretene Auffassung, wonach sich der Wohnsitz 

der Kinder am jeweiligen Aufenthaltsort befinde, treffe mangels dauerhafter 

Fremdplatzierung nicht zu. Der Wohnsitz unmündiger Kinder werde in Art. 25 ZGB 

abschliessend geregelt. Art. 24 Abs. 1 ZGB sei nicht anwendbar. Nach 

höchstrichterlicher Rechtsprechung richte sich die örtliche Zuständigkeit für die IVSE-

Abgeltung bei freiwillig oder behördlich dauernd fremdplatzierten Kindern nicht nach 

dem zivilrechtlichen Wohnsitz, sondern nach dem Unterstützungswohnsitz, vorliegend 

G.__. Zweck dieser Ausnahmeregelung sei es, die Standortkantone und -gemeinden 

vor Kostenfolgen zu schützen.

3.2. 

Die Vorinstanz erwog im angefochtenen Entscheid (act. 2), mit dem Eintritt von A.__ 

und B.__ in das K.__heim in W.__ habe die tatsächliche Obhut der Mutter geendet. 

Infolge fehlender Obhut habe ihr Wegzug nach G.__ daher nicht zu einem neuen von 

3.3. 

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der Mutter abgeleiteten Wohnsitz der Kinder in G.__ führen können. Deren 

Platzierungen seien aufgrund einer akuten Gefährdung der Kinder notfallmässig vorerst 

superprovisorisch und anschliessend vorsorglich verfügt worden, bis die KESB 

aufgrund des erstellten Gutachtens über weitere Kindesschutzmassnahmen habe 

befinden können. Sie seien daher zu einem Sonderzweck erfolgt und nicht auf Dauer 

angelegt gewesen, weshalb der Aufenthalt in den jeweiligen Einrichtungen keinen 

zivilrechtlichen Wohnsitz geschaffen habe. Gestützt auf Art. 24 Abs. 1 ZGB sei der 

Wohnsitz in F.__ bestehen geblieben.

Diese Schlussfolgerung erweist sich vor dem oben geschilderten gesetzlichen 

Hintergrund als unzutreffend. Mit ihrer Begründung, dass sich der Wohnsitz der Brüder 

mangels Obhut nicht von der Mutter ableite (Art. 25 Abs. 1 Satzteil 1 ZGB), aber auch 

nicht am Aufenthaltsort befinde (Art. 25 Abs. 1 Satzteil 2 ZGB), versagt die Vorinstanz 

Art. 25 ZGB jegliche Anwendung. Der Wohnsitz unmündiger Kinder unter elterlicher 

Sorge bestimmt sich jedoch zwingend und abschliessend nach Art. 25 ZGB. Lässt er 

sich nicht von den Eltern ableiten, ist stets auf den Aufenthaltsort abzustellen ("in den 

übrigen Fällen"). Art. 24 ZGB findet gerade keine Anwendung (Hausheer/Reusser/

Geiser, a.a.O., N 34/9 zu Art. 162 ZGB), ansonsten auf einen perpetuierten und völlig 

fiktiven Wohnsitz abgestellt werden müsste (BGE 135 II 49 E. 6.3), was indes nicht 

angeht.

 3.4. 

Vorliegend wurde die Obhut über A.__ und B.__ unter Beibehaltung der gemeinsamen 

elterlichen Sorge mit Eheschutzentscheid vom 23. März 2017 der Mutter eingeräumt. 

Der von der Mutter abgeleitete Wohnsitz befand sich gestützt auf Art. 25 Abs.1 Satzteil 

1 ZGB seither in F.__. Am 30. November 2018 entzog der Vizepräsident der KESB H.__ 

in Einzelzuständigkeit dem Vater superprovisorisch das Aufenthaltsrecht. A.__ und B.__ 

wurden noch am gleichen Tag im K.__heim in W.__ platziert, womit die Mutter 

einverstanden war (act. 3/2). Am 12. Dezember 2018 entzog der Vizepräsident der 

KESB H.__ beiden Elternteilen vorsorglich das Aufenthaltsbestimmungsrecht; 

gleichzeitig ordnete er eine medizinische Begutachtung der beiden Kinder an. In den 

Erwägungen wurde ausgeführt, es sei notwendig, die aktuelle gesundheitliche Situation 

von A.__ und B.__ sowie ihren Bedarf an Unterstützung durch eine ambulante 

Begutachtung abzuklären. Die Ergebnisse aus der Begutachtung sollten Grundlage für 

den definitiven Entscheid über die Anpassung der angeordneten 

Kindesschutzmassnahmen bilden. In die Begutachtung sollten auch die 

3.4.1. 

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Erziehungskompetenzen der Eltern Eingang finden (act. 3/3).

Der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts und die Fremdplatzierungen durch die 

örtlich zuständige KESB erfolgten gestützt auf Art. 445 ZGB. Danach trifft die KESB auf 

Antrag einer am Verfahren beteiligten Person oder von Amtes wegen alle für die Dauer 

des Verfahrens notwendigen vorsorglichen Massnahmen (Abs. 1), wobei sie bei 

besonderer Dringlichkeit vorsorgliche Massnahmen sofort ohne Anhörung der am 

Verfahren beteiligten Personen treffen kann (Abs. 2). Die entsprechende Verfügung 

kann der oder die Vorsitzende oder das zuständige Mitglied der KESB erlassen (Art. 20 

des Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über das Kindes- und 

Erwachsenenschutzrecht, sGS 912.5). Bei der mit Verfügung vom 30. November 2018 

superprovisorisch bzw. am 12. Dezember 2018 vorsorglich angeordneten 

Kindesschutzmassnahme handelt es sich folglich um eine Massnahme, welche 

lediglich für die Dauer des Verfahrens Gültigkeit hatte und (noch) nicht auf Dauer 

ausgelegt war. Mit anderen Worten konnte zum damaligen Zeitpunkt noch nicht von 

einer auf unbestimmte Dauer angelegten Kindesschutzmassnahme gesprochen 

werden. Vielmehr ist zu berücksichtigen, dass der Verdacht einer ernsthaften 

Kindeswohlgefährdung ein rasches Einschreiten notwendig machte, ohne dass 

vorgängig bereits die für die endgültige Klärung der Sachlage unabdingbaren vertieften 

Erhebungen hätten vorgenommen werden können. Die im November 2018 

(superprovisorisch) und Dezember 2018 (vorsorglich) verfügten Fremdplatzierungen 

von A.__ und B.__ stellten lediglich eine einstweilige vorsorgliche Vorkehr dar. 

Folgerichtig leitete die KESB H.__ in der Folge die notwendigen Schritte ein, um 

entscheiden zu können, ob weitergehende und auf Dauer ausgerichtete 

Kindesschutzmassnahmen erforderlich und geboten seien. Daher hatte das mit der 

Erstellung eines medizinischen Gutachtens betraute Ambulatorium Zürich Nord 

entsprechend insbesondere die Frage zu beantworten, wie die Kompetenzen und 

Ressourcen der Eltern hinsichtlich Pflege, Erziehung und Schutz der Kinder seien und 

ob bzw. welche Veränderungen der aktuellen Betreuungssituation angezeigt seien (act. 

3/3).

Am 13. Dezember 2018 wurde A.__ aufgrund einer ärztlichen Verfügung fürsorgerisch 

in der Klinik Z.__ in E.__ untergebracht. Mit Verfügung der KESB H.__ vom 22. März 

2019 wurde er für die kurze Zeitspanne vom 25. März bis 22. April 2019 in das 

Kinderschutzzentrum X.__ und anschliessend ab 22. April 2019 in die 

Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaft M.__ umplatziert (act. 3/4). Auch diese 

Verfügung wurde lediglich vorsorglich getroffen. Das in Auftrag gegebene medizinische 

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Gutachten lag damals noch nicht vor, es wurde erst im Verlauf des Herbst 2019 

erstattet. Erst nach dessen Fertigstellung wurde der Entzug des 

Aufenthaltsbestimmungsrechts gegenüber beiden Elternteilen mit Beschluss der KESB 

H.__ (als Kollegialbehörde) vom 19. November 2019 bestätigt und die Platzierung der 

beiden Brüder in der Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaft M.__ angeordnet (act. 

3/8). Erst mit diesen definitiven im ordentlichen Verfahren ergangenen Anordnungen 

wurde das Kindesschutzverfahren abgeschlossen und der zuvor vorsorglich für die 

Dauer des Verfahrens verfügte Obhutsentzug nunmehr auf unbestimmte Zeit 

ausgesprochen.

Vor diesem Hintergrund kann nicht gesagt werden, die Fremdplatzierung von A.__ und 

B.__ sei bereits von Beginn an auf Dauer ausgerichtet gewesen; dies umso weniger, als 

es sich beim Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts und einer Fremdplatzierung 

um erhebliche Eingriffe in die Rechtsstellung der Direktbetroffenen handelt, welche 

regelmässig erst nach gründlichen Abklärungen und Würdigungen der konkreten 

Gegebenheiten zu auf Dauer angelegten Massnahmen erklärt werden können. Auch die 

Vorinstanz führte im angefochtenen Entscheid aus, die vorsorgliche Platzierung sei zu 

Beginn nicht auf Dauer angelegt gewesen (act. 2 E. 4.1). Daraus folgt, dass der 

Aufenthaltsort am Ort der Einrichtung erst mit der definitiven Verfügung des Entzugs 

des Aufenthaltsbestimmungsrechts am 19. November 2019 gestützt auf Art. 25 Abs. 1 

Satzteil 2 zum Wohnsitz der Kinder wurde. Bis dahin, insbesondere auch im Zeitpunkt 

des Wohnsitzwechsels der Mutter am 1. April 2019 von F.__ nach G.__, leitete sich der 

Wohnsitz der Söhne von deren Wohnsitz als Inhaberin der Obhut ab. Ab jenem 

Zeitpunkt entfiel folglich gestützt auf Art. 4 lit. d IVSE die Zuständigkeit der 

Beschwerdeführerin zur Kostentragung, womit die Beschwerde gutzuheissen ist.

Selbst wenn man bereits im Zeitpunkt der vorsorglichen Verfügung am 12. Dezember 

2018 von einer hinreichend dauerhaften Fremdplatzierung und damit einer Aufhebung 

der Obhut der Mutter ausgehen wollte mit der Folge, dass bereits ab jenem Zeitpunkt 

der jeweilige Aufenthaltsort von A.__ und B.__ massgebender Wohnsitz gewesen wäre, 

würde sich nichts am Ausgang des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ändern, 

ausser, dass in dieser Konstellation die Zuständigkeit der Beschwerdeführerin zur 

Kostentragung bereits am 12. Dezember 2018 weggefallen wäre. Weil die 

Beschwerdeführerin ihre Kostentragungspflicht bis 1. April 2019 indessen ausdrücklich 

anerkennt, kann von weiteren Erörterungen hierzu abgesehen werden.

3.4.2. 

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4.  

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht auf dem Zirkulationsweg zu Recht:

1.

Die Beschwerde wird gutgeheissen, und der angefochtene Entscheid der Vorinstanz 

vom 12. April 2021 wird aufgehoben.

2.

Es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin für die Kostentragung im Rahmen 

der IVSE-Leistungsabgeltung für A.__, geb. 2013, und B.__, geb. 2015, ab 1. April 2019 

örtlich nicht zuständig ist.

Zusammenfassend zeigt sich, dass die Zuständigkeit der Beschwerdeführerin zu 

Kostentragung spätestens am 1. April 2019 weggefallen und der Entscheid der 

Vorinstanz vom 12. April 2021 aufzuheben ist. Unter Gutheissung der Beschwerde ist 

festzustellen, dass die Beschwerdeführerin für die Kostentragung im Rahmen der IVSE-

Leistungsabgeltung für A.__, geb. 2013, und B.__, geb. 2015, seit dem 1. April 2019 

örtlich nicht mehr zuständig ist.

3.5. 

Aufgrund des Obsiegens der Beschwerdeführerin sind die amtlichen Kosten des 

Beschwerdeverfahrens vom Staat zu tragen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine 

Entscheidgebühr von CHF 2'000 erscheint angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 222 der 

Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf deren Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 

Abs. 3 VRP).

4.1. 

Ausseramtliche Kosten sind nicht zuzusprechen (Art. 98 Abs. 1 und Art. 98  VRP). Der 

Beschwerdeführerin steht kein Kostenersatz zu (vgl. VerwGE B 2019/117 vom 

19. Dezember 2019 E. 5.3, VerwGE B 2017/59 vom 23. März 2018 E. 7, R. Hirt, Die 

Regelung der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, St. Gallen 

2004, S. 176 ff., A. Linder, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die 

Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2020, N 20 zu Art. 98

VRP).

4.2. 
bis

bis

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3.

Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 2'000 trägt der Staat. Auf 

die Erhebung wird verzichtet.

4.

Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

 

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	Entscheid Verwaltungsgericht, 26.06.2021
	Sozialhilfe, Zuständigkeit der Kostentragung bei Unterbringung Minderjähriger, Art. 41 lit. a und b SHG (sGS 381.1), Art. 4 lit. d IVSE (sGS 381.31). In Sinn einer funktionalisierenden Auslegung des Wohnsitzbegriffs sowie in Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung rechtfertigt es sich, für die Bestimmung des Wohnsitzes nach Art. 4 lit. d IVSE die Kriterien von Art. 7 Abs. 3 lit. c ZUG (SR 851.1) heranzuziehen, wonach erst eine dauerhafte Fremdplatzierung einen eigenen Unterstützungswohnsitz begründet. Eine solche liegt bei einem von der KESB vorsorglich verfügten, mit weiteren Abklärungen verbundenen Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts in der Regel nicht vor (Verwaltungsgericht, B 2021/96).

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