# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 27a91970-6c51-57eb-b013-fd36bdf7c3c4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.09.2023 200 2023 529
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-529_2023-09-14.pdf

## Full Text

200 23 529 IV
SCP/GET/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 14. September 2023

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 7. Juni 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2023, IV/23/529, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die … geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwerde-
führerin), gelernte ... mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ), zuletzt 
teilzeitig in der Behindertenassistenz tätig, meldete sich im März 2021 unter 
Hinweis auf Schmerzen in der rechten Schulter und Hüfte sowie in den 
Füssen (Achillessehne rechts und links) bei der Eidgenössischen Invali-
denversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern 
[nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin], [act. II] 1; 18 S. 1; 32 S. 2 ff.). 
Die IVB klärte den Sachverhalt in erwerblicher Hinsicht ab, zog Berichte der 
behandelnden Ärzte sowie die Akten der C.________ bei, führte mit der 
Versicherten ein Assessment durch und veranlasste auf Empfehlung des 
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; act. II 75) bei der D.________ 
(nachfolgend MEDAS) eine polydisziplinäre Begutachtung (Expertise vom 
18. November 2022 [Akten der IVB {act. IIA} 106.1 ff.]). Ferner unterbreitete 
sie der Versicherten einen Fragenkatalog zum Umfang der Erwerbstätigkeit 
mit und ohne gesundheitliche Beeinträchtigung (act. IIA 110). Mit Vorbe-
scheid vom 26. Januar 2023 (act. IIA 111) stellte die IVB der Versicherten 
bei einem Invaliditätsgrad von 100 bzw. 33 % die Ausrichtung einer vom 
1. Dezember 2021 bis 31. Juli 2022 befristeten ganzen Rente (samt Kinder-
rente) in Aussicht. Dagegen liess die Versicherte Einwand erheben und 
diverse Berichte behandelnder Ärzte einreichen (act. IIA 116; 120; 122), 
woraufhin die IVB eine Stellungnahme von der MEDAS einholte (act. IIA 
126). Mit Verfügung vom 7. Juni 2023 (act. IIA 136) entschied die IVB wie 
im Vorbescheid in Aussicht gestellt. 

B.

Dagegen liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, mit Eingabe vom 10. Juli 2023 Beschwerde erheben. Sie stellt 
die folgenden Rechtsbegehren: 

1. Die Verfügung vom 7. Juni 2023 betreffend die Ablehnung des Leistungs-
anspruchs der Beschwerdeführerin ab dem 1. August 2023 sei aufzuheben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2023, IV/23/529, Seite 3

2. Der Beschwerdeführerin sei ab dem 1. August 2022 eine unbefristete 
52%ige Invalidenrente samt Kinderrente zuzusprechen.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

Mit Beschwerdeantwort vom 7. August 2023 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 7. Juni 2023 (act. IIA 
136 S. 2 ff.). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente. 
Mit der rückwirkenden Zusprechung einer abgestuften und/oder befristeten 
Invalidenrente wird ein Rechtsverhältnis im anfechtungs- und streitge-

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genständlichen Sinne geregelt. Wird nur die Abstufung oder die Befristung 
der Leistungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbe-
fugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass unbestritten gebliebene Be-
zugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben (BGE 125 V 413). 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1

2.1.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. In zeitlicher Hin-
sicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung 
des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 
Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). 
Demnach ist nach der bis zum 31. Dezember 2021 geltenden Rechtslage 
zu beurteilen, ob bis zu diesem Zeitpunkt ein Rentenanspruch entstanden 
ist. Trifft dies zu, so erfolgt ein allfälliger Wechsel zum neuen stufenlosen 
Rentensystem je nach Alter der Rentenbezügerin oder des Rentenbezü-
gers gemäss lit. b und c der Übergangsbestimmungen des IVG zur Ände-
rung vom 19. Juni 2020 (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 16. Mai 
2023, 8C_608/2022, E. 3.1). Gemäss lit. b Abs. 1 bleibt für Rentenbezüge-
rinnen und -bezüger, deren Rentenanspruch vor Inkrafttreten dieser Ände-
rung entstanden ist und die bei Inkrafttreten dieser Änderung das 
55. Altersjahr noch nicht vollendet haben, der bisherige Rentenanspruch 
solange bestehen, bis sich der Invaliditätsgrad nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
ändert. 

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2.1.2 Die angefochtene Verfügung datiert vom 7. Juni 2023 (act. IIA 136 
S. 2 ff.), womit sie nach dem Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 
2020 erging. Indessen liegt der frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen 
Entstehung des Rentenanspruchs vor dem 1. Januar 2022 (Art. 28 Abs. 1 
lit. b und Art. 29 Abs. 1 IVG; vgl. E. 4 hinten), weshalb insoweit die Be-
stimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung vom 17. Januar 1961 
über die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) in der bis 31. Dezember 
2021 gültigen Fassung (fortan: aArt.) massgebend sind. Mit dem Vorliegen 
eines Revisionsgrundes im Mai 2022 (vgl. E. 3.5 und E. 5.4 hinten) gelangt 
ab diesem Zeitpunkt jedoch das seit 1. Januar 2022 geltende Recht (mit 
dem Wechsel ins stufenlose Rentensystem) zur Anwendung (vgl. auch Rz. 
9102 und 9201 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversiche-
rungen [BSV] über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung 
[KSIR]); zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen, vgl. BGE 147 V 79 
E. 7.3.2 S. 82). 

2.2

2.2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-

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lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). 

2.2.2.1 Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.2.2.2 Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG (in der seit 1. Januar 2022 gültigen 
Fassung) wird die Höhe des Rentenanspruchs in prozentualen Anteilen an 
einer ganzen Rente festgelegt. Bei einem Invaliditätsgrad von 50 bis 69% 
entspricht der prozentuale Anteil dem Invaliditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 IVG), 
bei einem Invaliditätsgrad ab 70% besteht Anspruch auf eine ganze Rente 
(Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei einem Invaliditätsgrad zwischen 40 und 49% 
gelten die prozentualen Anteile nach Massgabe von Art. 28b Abs. 4 IVG.

2.3 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an-
spruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann 
gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine 
abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeit-
punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-
natsfrist von Art. 88a IVV festzusetzende Zeitpunkt der Anspruchsänderung 
die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 133 V 263 E. 6.1 S. 263; 
SVR 2020 IV Nr. 70 S. 244 E. 4.2.2).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2023, IV/23/529, Seite 7

können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Die medizinische Aktenlage präsentiert sich im Wesentlichen wie 
folgt: 

3.1.1 Am 28. November 2019 zog sich die Beschwerdeführerin bei ei-
nem Sturz eine Verletzung der rechten Schulter zu (act. II 26.82). Dr. med. 
E.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, diagnostizierte im Bericht vom 3. Januar 2020 (act. 
II 26.76) ein posttraumatisches subacromiales Impingement Schulter 
rechts. Es wurde bis zum 31. März 2020 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 
bescheinigt (act. II 26.74 f.; 26.60). 

3.1.2 Im Bericht des Spitals F.________, vom 12. November 2020 (act. 
II 14 S. 32-34) wurden im Wesentlichen die folgenden Diagnosen gestellt 
(S. 32): 

1. Achillessehnentendinopathie beidseits mit leichter ansatznaher Enthesitis 
mit Verkalkungen beidseits 

2. Fibromyalgie-Syndrom 
3. Posttraumatisches subacromiales Impingement Schulter rechts
4. Rezidivierende Laryngitiden und Sialadenosen
5. St. n. Sleeve-Gastrektomie 02/2015

Im Vordergrund ständen Schulterschmerzen rechts nach Sturz am 28. No-
vember 2019. Aktuell berichte die Beschwerdeführerin des Weiteren über 
Achillodynien beidseits, welche seit einer M. Soleus-Zerrung im Januar 
2020 mit konsekutiver Fehlbelastung der Achillessehnen aufgetreten seien 
(S. 33). 

3.1.3 Vom 8. bis 21. Dezember 2020 war die Beschwerdeführerin we-
gen einer beidseitigen Achillessehnentendinopathie hospitalisiert. Im ent-
sprechenden Austrittsbericht vom 5. Januar 2021 (act. II 14 S. 14-18) 
wurde für eine schwere körperliche Arbeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2023, IV/23/529, Seite 8

für eine leichte bis mittelschwere Arbeit eine 20%ige Arbeitsfähigkeit attes-
tiert (S. 16). 

3.1.4 Am 1. März 2021 erfolgte bei diagnostizierter chronischer trauma-
tischer subtotaler Ruptur der Subscapularissehne mit konsekutiver Mediali-
sierung der langen Bizepssehne, SLAP-Läsion und Tendinosis calcarea 
des ISP-Sehnenvorderrandes ein operativer Eingriff an der rechten Schul-
ter (act. II 26.36). Es wurde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab 1. Januar 
2021 attestiert (act. II 2 F.________ 6.29 S. 2 f.; 26.10 S. 2; 29 S. 3). 

3.1.5 Im Bericht des Spitals F.________, vom 4. September 2021 (act. II 
37) wurde festgehalten, sechs Monate nach Rotatorenmanschettenrefixati-
on der rechten Schulter imponiere klinisch eine Restkapsulitis, welche die 
Beschwerdeführerin in ihren Alltagsaktivitäten immer noch einschränke. 
Insgesamt sei der Verlauf positiv. Eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % sei bis 
zur nächsten Konsultation weiterhin gerechtfertigt (S. 2; vgl. auch act. II 
43.16 S. 1).

3.1.6 Die RAD-Ärztin med. pract. G.________, Fachärztin für Allgemei-
ne Innere Medizin, hielt im Bericht vom 24. November 2021 (act. II 39) fest, 
es beständen im Vordergrund belastungs- und bewegungsabhängige 
Schulterschmerzen rechts mit komplizierterem Verlauf postoperativ und 
Fussschmerzen rechts trotz fortgesetzter konservativer Behandlung. Be-
kannt seien auch chronische Schmerzen im Sinne einer Fibromyalgie 
(S. 6). Aus Sicht des RAD sei die erlernte Tätigkeit als ..., eingestuft als 
körperlich schulter- und beinbelastende Tätigkeit, dauerhaft seit November 
2019 ungünstig (S. 7).

3.1.7 Im Bericht des Spitals F.________, vom 15. Dezember 2021 (act. 
II 44 S. 2 f.) wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin habe den Bewe-
gungsumfang der rechten Schulter weiter verbessert. Lediglich die Innenro-
tationseinschränkung scheine sich nur wenig zu verändern; es erfolge 
keine fixe Schmerzmitteleinnahme. Als .../... sei sie zu 100% arbeitsunfähig 
(S. 2). Beratertätigkeiten seien von Seiten der rechten Schulter ab sofort 
gut möglich, höhere körperliche Belastungen jedoch mittel- bis langfristig 
wahrscheinlich nicht mehr umsetzbar. Es werde weiter eine Arbeitsunfähig-
keit zu 100 % bis 12. Januar 2022 attestiert (S. 3). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2023, IV/23/529, Seite 9

3.1.8 Am 12. Januar 2022 erfolgte bei diagnostizierter ansatznahen 
"Achillestendinopathie rechts > links bei Haglund-Exostose" ein operativer 
Eingriff am rechten Fuss (act. II 50 S. 5). Es zeigte sich ein guter postope-
rativer Verlauf (act. II 57 S. 2). 

3.1.9 Im Bericht des Spitals F.________, vom 9. März 2022 (act. II 55 S. 
1 f.) wurde festgehalten, die Rehabilitation des rechten Fusses stehe zur-
zeit im Vordergrund. Bezüglich der rechten Schulter sei wahrscheinlich von 
einem Endzustand auszugehen. Die Arbeitsunfähigkeit betrage bis zur 
nächsten Konsultation 100 % (S. 2; vgl. auch S. 3).

3.1.10 Aus dem Bericht des Spitals F.________, vom 28. April 2022 (act. 
II 66 S. 6-8) geht hervor, aktuelles Problem seien schubweise auftretende 
Gelenkschwellungen, die sowohl die rechte Schulter als auch Handgelenke 
und Füsse beträfen. Die Beschwerdeführerin berichte über eine Morgen-
steifigkeit unterschiedlicher Länge und auch ein nächtliches schmerzbe-
dingtes Erwachen. Die Bestimmung von Rheumafaktor und Antikörpern sei 
negativ gewesen. Es habe sich laborchemisch eine leichtgradige humorale 
Aktivität gezeigt, was allerdings auch Ausdruck der Adipositas sein könne. 
Im klinischen Status seien keine Synovitiden palpabel gewesen. In den 
ergänzend durchgeführten Röntgenaufnahmen der Hände hätten sich 
leichte degenerative Veränderungen gezeigt. Auch das anhängige IV-
Verfahren sei im Gesamtkontext zu beachten (S. 7).

Mit weiterem Bericht vom 6. Mai 2022 (act. II 66 S. 4 f.) wurde festgehalten, 
die Beschwerden seien unverändert, sprächen allerdings auf die Einnahme 
von Celebrex an (S. 5).

3.1.11 Am 1. Juni 2022 erfolgte aufgrund einer Netzhautablösung ein 
operativer Eingriff am linken Auge (act. II 73 S. 5).

3.1.12 Im polydisziplinären, die Fachrichtungen der Allgemeinen Inneren 
Medizin, Neurologie, Orthopädie, Psychiatrie und Ophthalmologie beinhal-
tenden MEDAS-Gutachten vom 18. November 2022 (act. IIA 106.1 ff.) wur-
den interdisziplinär die folgenden Diagnosen gestellt (act. IIA 106.1 S. 8 f.): 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2023, IV/23/529, Seite 10

Mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

1. Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-
10 F45.41) 

- chronisches unspezifisches multilokuläres Schmerzsyndrom (ICD-10 
R52.9) 

2. Chronische Fussbeschwerden rechts (ICD-10 M79.67/Z98.8) 
- Status nach Abtragung der Haglund-Exostose, Debridement sowie De- 

und Reinsertion der Achillessehne am 12. Januar 2022 bei Tendinopa-
thie der Achillessehne 

3. Chronische Schulterbeschwerden der dominanten rechten Seite (ICD-10 
M79.61/Z98.8) 

- Status nach Schulterarthroskopie, subakromialer Dekompression, Teno-
tomie und Tenodese der langen Bizepssehne, offener Tenolyse und Re-
fixation der Subskapularissehne sowie Exzision eines Kalkdepots am 1. 
März 2021 bei subtotaler Subskapularis-Sehnenruptur mit Medialisierung 
der langen Bizepssehne, SLAP-Läsion Typ II und Tendinosis calcarea 

- im postoperativen Verlauf Auftreten einer Frozen shoulder 

4. Verminderte Sehfähigkeit links > rechts 
- passagere Diplopie (ICD-10 H53.2) bei dekompensierender Exophorie 

(ICD-10 H50.5) 
- periphere Netzhautnarben (linkes Auge; ICD-10 H59.8) bei Zustand nach 

Amotio retinae und netzhautchirurgischem Eingriff (ICD-10 H33.0) 
- Fehlsichtigkeit (Myopie, Astigmatismus; ICD-10 H52.1; H52.2) 
- Amblyopie bei Anisometropie (linkes Auge; ICD-10 H53.0, H52.3) 
- Fundus myopicus (linkes Auge; ICD-10 H44.2) 
- Cataracta incipiens (linkes Auge; ICD-10 H25.0) 
- Benetzungsstörung (ICD-10 H04.1) 
- Alterssichtigkeit (ICD-10 H52.4)

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

1. Adipositas permagna mit einem BMI-Wert von 40 kg/m2 (ICD-10 E66.06) 
- Status nach Sleeve-Gastrektomie Februar 2015 (ICD-10 Z98.8) 
- Status nach Abdominoplastik und Hernienversorgung am 1. Februar 

2017 (ICD-10 Z98.8) 
- Hyperurikämie (ICD-10 E79.0) 
- GGT-Erhöhung (ICD-10 R74.8) 

2. Wahrscheinlich episodischer Clusterkopfschmerz links (ICD-10 G44.0) 
- DD atypische Migräne (ICD-10 G43.0) 

3. Chronische spontane Urtikaria (ICD-10 L50.8)

In der gesamtmedizinischen Beurteilung (act. IIA 106.1 S. 7 f.) hielten die 
Gutachter fest, aus allgemeininternistischer Sicht bestehe eine volle Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit.

Bei der orthopädischen Untersuchung der Wirbelsäule habe eine weitge-
hend freie Beweglichkeit sämtlicher Abschnitte bestanden, desgleichen an 
den oberen und unteren Extremitäten mit endgradiger Ausnahme der rech-

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ten Schulter sowie am rechen Sprunggelenk nach hier erfolgten Eingriffen. 
Radiologisch beständen an Schulter und Fuss der rechten Seite regelrech-
te postoperative Verhältnisse. Der Befund an den Händen sei regelrecht 
gewesen. Zusammenfassend liessen sich die sehr diffus präsentierten Be-
schwerden durch die klinischen und radiologischen Befunde keinesfalls 
vollständig begründen und es hätten Hinweise auf eine erhebliche nicht-
organische Beschwerdekomponente bestanden.

In neurologischer Hinsicht erfüllten die beschriebenen Kopfschmerzen teil-
weise die Kriterien zur Diagnosestellung eines Clusterkopfschmerzes. Die 
Frequenz der Kopfschmerzattacken sei insgesamt sehr niedrig und eigent-
lich nicht "clusterartig". Die Behandelbarkeit der einzelnen Attacken sei gut. 
Im Intervall bestehe Beschwerdefreiheit und dementsprechend sei auch der 
klinisch-neurologische Status unauffällig gewesen. Aus neurologischer 
Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.

In ophthalmologischer Hinsicht bestehe eine überwiegend funktionelle Mo-
nokelsituation ohne Stereosehen. Das rechte Auge sei das dominante 
Führungsauge. Bis auf eine mässig ausgeprägte Benetzungsstörung be-
stehe hier ein intakter ophthalmologischer Befund mit guter Sehschärfe in 
der Ferne und in der Nähe mit intaktem Gesichtsfeld. Die Beschwerdefüh-
rerin erfülle mit Brillenkorrektur die Voraussetzung für das Fahren eines 
Personenwagens und sei in der Lage, Schrift in Zeitungsdruckgrösse zu 
lesen. Das linke Auge sei hoch myop mit palmyopen Fokusveränderungen 
und peripheren Netzhautnarben nach Amotio. Dies verursache eine gerin-
ge konzentrische Gesichtsfeldeinschränkung. Es bestehe eine latente Aus-
senschielstellung mit passagerer Doppelbildwahrnehmung beim Blick in der 
Nähe. Aufgrund einer beginnenden Linsentrübung bestehe eine vermehrte 
Blendungsempfindlichkeit. Aus ophthalmologischer Sicht bestehe für Tätig-
keiten mit durchschnittlichen Anforderungen an die Sehfähigkeit wie zum 
Beispiel Büroarbeit mit PC-Tätigkeit oder Tätigkeit als ... oder auch Tätig-
keit in einem eigenen ... eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 70 %. Für 
angepasste Tätigkeiten ohne oder mit nur geringen Anforderungen an die 
Sehfähigkeit bestehe aus ophthalmologischer Sicht eine 100 %ige Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2023, IV/23/529, Seite 12

In psychiatrischer Hinsicht seien die körperlichen Beschwerden auf rein 
somatischer Ebene nicht vollends nachvollziehbar. Es liege eine psychi-
sche Überlagerung vor und es könne die Diagnose einer chronischen 
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren gestellt wer-
den. Weitere psychiatrische Diagnosen könnten nicht gestellt werden. Auf-
grund der Schmerzstörung bestehe eine Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit von 80 % (richtig: 20 %; vgl. act. 
IIA 106.4 S. 10 Ziff. 8.1.2 und E. 3.4.1.1 hinten). In angepassten Tätigkeiten 
mit genügend Pausenbedarf bestehe eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
von 90 % aus psychiatrischer Sicht (act. IIA 106.1 S. 7 f.).

Körperlich mittelschwere und schwer belastende sowie überwiegend ste-
hend und gehend oder mit wiederholter Einnahme der kauernden Position 
verbundene Tätigkeiten könnten nicht mehr zugemutet werden und es be-
stehe dafür eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis auf Weiteres (S. 10 Ziff. 
4.6.1). Eine den Leiden angepasste Tätigkeit sollte folgende Merkmale 
aufweisen: Es sollte sich um eine körperlich sehr leichte, immer wieder 
auch sitzende Tätigkeit unter Wechselbelastung handeln. Das wiederholte 
Heben und Tragen von Lasten über 5 kg, das längere Stehen und Gehen, 
das wiederholte Überwinden von Treppen und Gehen auf unebenem 
Grund, die Einnahme kauernder Positionen sowie der Einsatz der rechten 
oberen Extremität oberhalb des Schulterniveaus sollten dabei vermieden 
werden. Es sollte sich um eine Tätigkeit mit durchschnittlichen Anforderun-
gen an die Sehfähigkeit handeln. Bei einer solchen Tätigkeit sei eine Prä-
senz von sechs bis acht Stunden pro Tag möglich (S. 10 Ziff. 4.7.1 f.). Es 
bestehe eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit aufgrund eines erhöhten 
Pausenbedarfs; die Arbeitsfähigkeit betrage 70 %. Die aktuelle Arbeits-
fähigkeit könne für die Zeit ab Mai 2022 angenommen werden (S. 11 Ziff. 
4.7.3 ff.). 

3.1.13 Am 11. Januar 2023 erfolgte bei diagnostizierter morbider Adiposi-
tas Grad III eine diagnostische Laparoskopie sowie das Einsetzen eines 
proximalen antekolischen Magenbypasses (act. IIA 116 S. 15). Am 26. Ja-
nuar 2023 berichtete die Beschwerdeführerin, es gehe ihr besser und sie 
benötige keine Analgetika mehr (S. 9). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2023, IV/23/529, Seite 13

3.1.14 Im Bericht des Zentrums H.________ vom 7. März 2023 (act. IIA 
120 S. 3 f.) wurde festgehalten, bezüglich der linken Schulter sei die Be-
schwerdeführerin mittlerweile beschwerdearm. Hinsichtlich der rechten 
Schulter bestehe eine unveränderte Symptomatik. Eine polydisziplinäre 
Untersuchung durch die IV habe stattgefunden; danach werde unter limi-
tierter Belastung eine 100%ige Arbeitsfähigkeit zugemutet, was nicht der 
subjektiven Kapazität der Beschwerdeführerin entspreche. Eine maximale 
Zusatzbelastung von 2-3 kg ohne Repetition und Überkopftätigkeiten in 
einem Pensum von 50 % sollte realistisch sein (S. 4). 

3.1.15 In der Stellungnahme vom 20. April 2023 (act. IIA 126) hielten die 
MEDAS-Gutachter an der gutachterlichen Einschätzung vom 18. November 
2022 einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit für körperlich höher belastende 
Tätigkeiten seit Dezember 2020 und einer Arbeitsfähigkeit von 70 % mit um 
30 % verminderter Leistungsfähigkeit aufgrund eines erhöhten Pausenbe-
darfes ab Mai 2022 fest. Nach dem am 11. Februar 2023 erfolgten erneu-
ten abdominalen Eingriff sei nur von einer vorübergehenden 
Arbeitsunfähigkeit von einigen Wochen auszugehen. Es seien keine weite-
ren Abklärungen angezeigt (S. 3).

3.2

3.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2023, IV/23/529, Seite 14

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

Im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Spezia-
lärzte, welche diesen Anforderungen entsprechen, kommt grundsätzlich 
(voller) Beweiswert zu, solange nicht konkrete Indizien gegen deren Zuver-
lässigkeit sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470).

3.3 Das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 18. November 2022 
(act. IIA 106.1 ff.) einschliesslich der Stellungnahme vom 20. April 2023 
(act. IIA 126) erfüllen die Anforderungen der Rechtsprechung an Expertisen 
(vgl. E. 3.2.2 vorne) und erbringen vollen Beweis. Das Gutachten ist in Be-
zug auf die befundmässige und diagnostische Einschätzung – welche mit 
jener der behandelnden Ärzte im Wesentlichen übereinstimmt (vgl. E. 3.1 
vorne) – überzeugend und es lassen sich gestützt darauf sämtliche vorlie-
gend relevanten Tat- und Rechtsfragen beantworten. Danach liegen bei der 
Beschwerdeführerin diverse gesundheitliche Beeinträchtigungen vor, wel-
che die Arbeits- und Leistungsfähigkeit einschränken, wobei sich die sehr 
diffus präsentierten Beschwerden durch die klinischen und radiologischen 
Befunde nicht vollständig begründen und auf eine nicht-organische Be-
schwerdekomponente (im Sinne einer chronischen Schmerzstörung mit 
somatischen und psychischen Faktoren) schliessen lassen. In der Folge 
attestierten die Gutachter hinsichtlich einer den Leiden angepassten Tätig-
keit eine Arbeitsfähigkeit von 70 % (Arbeitsunfähigkeit 30 %). 

3.4 Zur beschwerdeweise geäusserten Kritik am Gutachten ist Fol-
gendes festzuhalten: 

3.4.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, die psychiatrische Sachver-
ständige Dr. med. I.________ diagnostiziere eine somatoforme Schmerz-
störung mit somatischen und psychischen Faktoren und attestiere lediglich 
eine leichte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Wie sie dazu komme, las-
se sich ihren Ausführungen nicht entnehmen. Sie unterlasse es, den funkti-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2023, IV/23/529, Seite 15

onellen Schweregrad der Erkrankung zu begründen (Beschwerde S. 5 Art. 
3). 

3.4.1.1 Dr. med. I.________ hielt im psychiatrischen Teilgutachten fest, 
die Beschwerdeführerin erfülle die Kriterien für das Vorliegen einer chroni-
schen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Die 
Störung führe zu einer leichten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Anläss-
lich der Angaben zur persönlichen Anamnese und zum Lebenslauf hätten 
keine Hinweise für das Vorliegen einer Persönlichkeits- oder Verhaltens-
störung festgestellt werden können, wenn sich auch Hinweise für das Vor-
liegen eines "Z73-Faktors (Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der 
Lebensbewältigung)" präsentiert hätten. Diesbezüglich sei jedoch keine 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit anzunehmen. Ebenfalls hätten sich 
keine Hinweise für das Vorliegen einer Abhängigkeitserkrankung ergeben 
(act. IIA 106.4 S. 9). In der Folge attestierte Dr. med. I.________ "in der 
bisherigen Tätigkeit" eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 10), womit die im 
interdisziplinären Konsens insoweit postulierte "Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit in der bisherigen Tätigkeit von 80 %" offensichtlich auf einem Ver-
schrieb basiert. In einer den Leiden angepassten Tätigkeit bescheinigte die 
Gutachterin eine zumutbare Präsenzzeit von acht Stunden, wobei sie einen 
rund 10%igen Pausenbedarf und in der Folge eine 90%ige Arbeitsfähigkeit 
(Arbeitsunfähigkeit 10 %) attestierte (S. 10). 

3.4.1.2 Der Beschwerdeführerin ist grundsätzlich darin beizupflichten, 
dass die Frage, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbe-
gründende Invalidität zu bewirken vermag, anhand eines strukturierten 
normativen Prüfungsrasters beurteilt wird (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 
V 281 E. 4.1 S. 296), was für sämtliche psychischen Störungen gilt (BGE 
143 V 418 E. 7.2 S. 429). Aus medizinischer Sicht entscheidend ist dabei, 
dass die Gutachterin eine leitliniengerechte und alle Ressourcen und Ein-
schränkungen (soweit objektivierbar) berücksichtigende Beurteilung abgibt. 
Diesen Anforderungen genügt das psychiatrische Teilgutachten: So geht 
daraus zunächst hervor, dass sich die Befundlage anlässlich der Begutach-
tung bis auf eine leichtgradige Affektlabilität beim Berichten über schwierige 
Umstände als nahezu bland präsentierte, wobei insbesondere – in Über-
einstimmung mit den Feststellungen im orthopädischen Teilgutachten (act. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2023, IV/23/529, Seite 16

IIA 106.5 S. 7 f.) – kein Schmerzerleben erkennbar war (act. IIA 106.4 
S. 7). Auch wies Dr. med. I.________ auf die weitere Behandelbarkeit und 
die guten Heilungschancen des psychischen Leidens hin (S. 10). Weiter 
waren die in der Beschwerde geltend gemachte belastende psychosoziale 
Situation und die geschilderten Schicksalsschläge (Beschwerde S. 5 Art. 3) 
Dr. med. I.________ bekannt (act. IIA 106.4 S. 2 f.) und flossen namentlich 
in die diagnostische Evaluation ein (S. 9), jedoch kann allein aus dem Vor-
liegen belastender Lebensereignisse nicht unmittelbar auf den Schwere-
grad einer Störung geschlossen werden, was denn Dr. med. I.________ 
auch nicht getan hat. Weiter ergeben sich in den Akten keine Hinweise auf 
eine wesentliche längerdauernde psychiatrische Erkrankung und ein da-
durch namhaft und nachhaltig eingeschränktes funktionelles Leistungsver-
mögen in der Vergangenheit (vgl. E. 3.1 vorne), was Dr. med. I.________ 
im Gutachten ebenso festhielt (S. 5). Die Beschwerdeführerin hat denn 
auch "Spezifisch psychische Probleme" in der Vergangenheit gegenüber 
der Gutachterin verneint (S. 8). Zwar berichtete die Beschwerdeführerin, 
inzwischen eine ambulante psychiatrische Behandlung angenommen zu 
haben. Allerdings wird diese gemäss ihren Angaben allein mit Terminen 
alle drei bis vier Wochen wahrgenommen und dient einzig einer "Auslege-
ordnung" im Kontext mit einer als belastend empfundenen Situation mit den 
Behörden (S. 4, 8). Entsprechend qualifizierte Dr. med. I.________ die 
(ohne Medikation erfolgende) Behandlung als niederfrequent (S. 10). Zur 
Frage der "Konsistenz und Plausibilität im Alltag" führte die Gutachterin 
aus, sie gestalte den Alltag aktiv und soziale Kontakte und eine Partner-
schaft würden gepflegt (S. 8). Ebenso klärte Dr. med. I.________ die Per-
sönlichkeit der Beschwerdeführerin entgegen der beschwerdeweise 
erhobenen Rügen (S. 5 f. Art. 3) ab, stellte jedoch aufgrund der Angaben 
zur persönlichen Anamnese und zum Lebenslauf keine Hinweise für das 
Vorliegen einer Persönlichkeits- oder Verhaltensstörung fest (S. 9), was 
sich mit den übrigen Akten deckt. Jedenfalls ist ohne weiteres nachvoll-
ziehbar, dass allein "Hinweise für das Vorliegen eines Z73-Faktors (Pro-
bleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung)" nicht 
genügen, um einen wesentlichen Einfluss auf die Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit zu begründen, zumal dies in der Vergangenheit mangels ander-
weitiger Anhaltspunkte in den Akten auch nie der Fall war. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2023, IV/23/529, Seite 17

3.4.1.3 Wenn Dr. med. I.________ demnach keine höhere als eine 
10 %ige Arbeitsunfähigkeit (in einer den Leiden angepassten Tätigkeit) 
bescheinigte, überzeugt dies. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass 
die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung 
und Verhaltensbeobachtung als wichtigste Grundlage gutachtlicher Fest-
stellungen und Schlussfolgerungen nicht lege artis erfolgt wäre, weshalb 
(auch) das psychiatrische Teilgutachten die allgemeinen beweismässigen 
Anforderungen an einen medizinischen Bericht (vgl. E. 3.2.2 vorne) erfüllt. 
Angesichts der voll beweiskräftigen gutachterlichen Einschätzung erübrigt 
sich eine Validierung der gutachterlich bescheinigten Arbeitsunfähigkeit, 
zumal mittels einer Indikatorenprüfung keine höhere als die im Gutachten 
attestierte Arbeitsunfähigkeit resultieren könnte (Entscheid des BGer vom 
23. September 2022, 8C_230/2022, E. 5.2.3.2). Die entsprechende Rüge 
der Beschwerdeführerin erweist sich somit als unbegründet.

3.4.2 Im Weiteren kritisiert die Beschwerdeführerin die Einschätzung der 
Arbeitsfähigkeit im MEDAS-Gutachten. Werde richtigerweise von einer 
möglichen Präsenzzeit von sechs Stunden pro Tag ausgegangen, bestehe 
(gegenüber einem Achtstundentag) bereits eine Arbeitsunfähigkeit aus zeit-
licher Sicht von 25 % bzw. eine Arbeitsfähigkeit von 75 %. Hinzu komme 
die ausgewiesene leistungsmässige Einschränkung (Pausenbedarf) von 30 
%, woraus bei dieser Ausgangslage eine Gesamtarbeitsfähigkeit von 52.5 
% resultiere (Beschwerde S. 4 Art. 2).

3.4.2.1 Wie in E. 3.3 vorne gezeigt, wurde in einer den Leiden angepass-
ten Tätigkeit interdisziplinär eine 70%ige Arbeitsfähigkeit attestiert. Dabei 
wurde eine maximal zumutbare Präsenz von täglich sechs bis acht Stun-
den veranschlagt (act. IIA 106.1 S. 10 Ziff. 4.7.2) und zusätzlich eine ein-
geschränkte Leistungsfähigkeit aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs 
bescheinigt (S. 11 Ziff. 4.7.3). Indem praxisgemäss von einem Mittelwert 
(Entscheid des BGer vom 15. April 2020, 9C_782/2019, E. 2.2) auszuge-
hen ist, ist das Rendement auf sieben Stunden pro Tag festzulegen, womit 
– bezogen auf einen Achtstundenarbeitstag – von einer Arbeitsfähigkeit 
von knapp 90 % auszugehen ist. In der Folge wurde der zusätzlich zu 
berücksichtigende Pausendarf im interdisziplinären Konsens nicht pro-
zentmässig quantifiziert, was die Beschwerdeführerin übersieht, sondern es 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2023, IV/23/529, Seite 18

wurde eine gesamthafte Einschätzung der Arbeitsfähigkeit unter Berück-
sichtigung eines Pausenbedarfs vorgenommen (act. IIA 106.1 S. 11 Ziffern 
4.7.4) und auf "insgesamt" 70 % veranschlagt. 

3.4.2.2 Eine andere Frage ist, ob sich die – interdisziplinär – bescheinigte 
Arbeitsfähigkeit von 70 % nachvollziehen lässt. So besteht in internisti-
scher, neurologischer und ophthalmologischer Hinsicht in einer den Leiden 
angepassten Tätigkeit keine Arbeitsunfähigkeit (act. IIA 106.3 S. 7; 106.6 
S. 7; 106.7 S. 8). Auch im orthopädischen Teilgutachten wurde in Bezug 
auf eine solche Tätigkeit eine zeitlich und leistungsmässige uneinge-
schränkte Arbeitsfähigkeit attestiert (act. IIA 106.5 S. 10). Einzig in psychia-
trischer Hinsicht wurde aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs eine 
Leistungsminderung (bei maximaler Präsenzzeit) von 10 % bescheinigt 
(act. IIA 106.4 S. 10). In der interdisziplinären Beurteilung hielten die Gut-
achter zur Begründung der Gesamtarbeitsfähigkeit ausdrücklich fest, die 
Einschränkungen aus somatischer und psychiatrischer Sicht ergänzten sich 
bzw. addierten sich nicht, da die gleichen Zeitabschnitte für Pausen und 
Erholung genutzt werden könnten (act. IIA 106.1 S. 10). Vor diesem Hin-
tergrund ist eine über 10 % hinausgehende Leistungsminderung in einer 
den Leiden angepassten Tätigkeit grundsätzlich nicht erstellt. Wie es sich 
damit verhält, kann jedoch letztlich offen bleiben, da ab Mai 2022 auch 
dann keine rentenrelevante Invalidität resultiert, wenn zu Gunsten der Be-
schwerdeführerin von einer Arbeitsunfähigkeit von 30 % ausgegangen wird 
(vgl. E. 5.4 hinten). 

3.4.3 Ferner vermögen auch die im Einwandverfahren eingereichten 
Berichte der behandelnden Ärzte die (grundsätzliche) Beweiseignung des 
MEDAS-Gutachtens nicht in Frage zu stellen: So hielten die MEDAS-
Gutachter in der Stellungnahme vom 20. April 2023 (act. IIA 126) überzeu-
gend fest, die durchgeführte Magenoperation zur Behandlung der morbiden 
Adipositas führe allein zu einer postoperativen Rekonvaleszenz von zwei 
Monaten (S. 1), was sich mit den Berichten der Behandler deckt, verlief der 
Eingriff bis auf eine Wunddehiszenz doch unauffällig (vgl. act. IIA 116 S. 9). 
Gegenteiliges wird denn auch beschwerdeweise nicht geltend gemacht. 
Soweit schliesslich im Bericht des Zentrums H.________ vom 7. März 2023 
(act. IIA 120 S. 3 f.) eine allein 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert wurde (S. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2023, IV/23/529, Seite 19

4), so basiert diese Einschätzung ausdrücklich auf der subjektiven Kapa-
zität der Beschwerdeführerin, was nicht entscheidend ist. Insbesondere 
erfolgt in diesem Bericht keine Auseinandersetzung mit den Ausführungen 
im MEDAS-Gutachten und es werden folglich auch keine medizinischen 
Aspekte ins Feld geführt, welche konkrete Indizien gegen die Plausibilität 
der im MEDAS-Gutachten getroffenen Einschätzung des funktionellen Leis-
tungsvermögens aufzeigen (vgl. E. 3.2.2 vorne). 

3.4.4 Demnach zeigt die Beschwerdeführerin keine Aspekte auf, welche 
den Beweiswert des polydisziplinären MEDAS-Gutachtens vom 18. No-
vember 2022 zu schmälern vermöchten. 

3.5 Gestützt auf das MEDAS-Gutachten vom 18. November 2022 ist 
somit von einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit von minimal 70 % auszu-
gehen. Zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit hielten die Experten fest, nach 
vorangehend nicht dokumentierter länger andauernder höhergradiger Ar-
beitsunfähigkeit und aufgehobener Arbeitsfähigkeit ab Dezember 2020 
könne die aktuelle Arbeitsfähigkeit ab Mai 2022 angenommen werden (act. 
IIA 106.1 S. 11). Die per Mai 2022 angenommene Verbesserung der Ar-
beitsfähigkeit wird denn auch seitens der Beschwerdeführerin nicht 
grundsätzlich in Frage gestellt. Mit der eingetretenen Verbesserung des 
Gesundheitszustandes und der gleichzeitig bescheinigten 70%igen und 
damit um – mindestens (vgl. E. 3.4.2.2 vorne) – 70% gesteigerten Arbeits-
fähigkeit ist ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG gegeben 
mit der Folge, dass der Rentenanspruch ab 1. Mai 2022 umfassend zu prü-
fen ist (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2021 IV Nr. 
36 S. 110 E. 3.1; vgl. auch E. 2.3 vorne und E. 5.4 hinten).

Basierend auf diesen Feststellungen ist nachfolgend der Invaliditätsgrad zu 
bestimmen. 

4.

Die Beschwerdegegnerin hat den frühestmöglichen Rentenbeginn auf den 
1. Dezember 2021 festgelegt (act. IIA 136 S. 6). Dies ist nach Lage der 
Akten nicht zu beanstanden: Zwar bestand ab dem Zeitpunkt des Sturzer-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2023, IV/23/529, Seite 20

eignisses vom 28. November 2019 bis zum 31. März 2020 eine 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit (vgl. E. 3.1.1 vorne). Ab diesem Zeitpunkt liegen jedoch 
keine Arbeitsunfähigkeitsatteste mehr vor, womit es für die vom RAD "im 
Verlauf wahrscheinlich Herbst 2020" erneut postulierte 100%ige Arbeitsun-
fähigkeit (act. II 39 S. 6) keine aktenmässige Grundlage gibt. Ein vor dem 
Dezember 2020 beginnender Rentenanspruch wird denn auch von der Be-
schwerdeführerin nicht geltend gemacht. Erst für die Zeit ab Dezember 
2020 – im Rahmen der damaligen Hospitalisierung in Zusammenhang mit 
der beidseitigen Achillessehnentendinopathie (act. II 14 S. 14-18) – ist eine 
(gänzliche) Arbeitsunfähigkeit entsprechend der Einschätzung im MEDAS-
Gutachten (vgl. E. 3.5 vorne) wiederum erstellt. Demnach ist die Wartezeit 
im Dezember 2021 abgelaufen und der von der Beschwerdegegnerin per 
1. Dezember 2021 festgelegte Rentenbeginn ist mit Blick auf die im März 
2021 erfolgte Anmeldung zum Leistungsbezug (act. II 1) korrekt (vgl. auch 
Art. 29ter IVV i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG). 

5.

Die Rechtsgrundlagen für die Bestimmung des Invaliditätsgrades haben mit 
Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 geändert.

5.1 Für den Zeitraum bis 31. Dezember 2021 gilt was folgt: 

5.1.1 Für die Bestimmung des lnvaliditätsgrades nach Massgabe der 
Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG) wird bei einer erwerbstäti-
gen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der 
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all-
fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre.

5.1.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2023, IV/23/529, Seite 21

nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2022 UV Nr. 4 S. 12 E. 3.2). Lässt sich aufgrund 
der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung 
realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf statisti-
sche Werte wie die vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen 
Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen 
der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöh-
nung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen 
Faktoren abgestellt werden (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; SVR 2022 IV Nr. 
22 S. 71 E. 4.2).

5.1.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 S. 
296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom BFS herausgegebenen LSE herangezogen werden. Da-
bei wird in der Regel der Totalwert angewendet. Praxisgemäss ist beim 
anhand der LSE vorgenommenen Einkommensvergleich sodann von der 
Tabellengruppe A (standardisierte Bruttolöhne) auszugehen, wobei übli-
cherweise auf die Tabelle TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, abgestellt 
wird. Bei der Verwendung der standardisierten Bruttolöhne ist gemäss 
Rechtsprechung jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszuge-
hen (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 S. 297). 

5.1.1.3 Wird auf Tabellenlöhne abgestellt, sind grundsätzlich immer die im 
Zeitpunkt des angefochtenen Verwaltungsaktes bezogen auf den Zeitpunkt 
des Rentenbeginns aktuellsten veröffentlichten statistischen Daten zu ver-
wenden (BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297; SVR 2022 IV Nr. 23 S. 76 E. 6.2.1 
und 6.2.2).

5.2 Für die Zeit ab 1. Januar 2022 präsentiert sich die Rechtslage wie 
folgt: 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2023, IV/23/529, Seite 22

5.2.1 Für die Bestimmung des lnvaliditätsgrades nach Massgabe der 
Einkommensvergleichsmethode wird das Erwerbseinkommen, das die 
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 
erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).

5.2.1.1 Das Valideneinkommen bestimmt sich anhand des zuletzt vor 
Eintritt der Invalidität tatsächlich erzielten Erwerbseinkommens. Unterlag 
das in den letzten Jahren vor Eintritt der Invalidität erzielte 
Erwerbseinkommen starken Schwankungen, so wird auf ein 
angemessenes Durchschnittseinkommen abgestellt (Art. 26 Abs. 1 IVV). 
Kann das tatsächlich erzielte Erwerbseinkommen nicht oder nicht 
hinreichend genau bestimmt werden, so wird das Einkommen ohne 
Invalidität nach statistischen Werten nach Art. 25 Abs. 3 IVV für eine 
Person bei gleicher Ausbildung und entsprechenden beruflichen 
Verhältnissen festgelegt (Art. 26 Abs. 4 IVV).

5.2.1.2 Erzielt die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität ein 
Erwerbseinkommen, so wird ihr dieses als Einkommen mit Invalidität (Art. 
16 ATSG) angerechnet, sofern sie damit ihre verbliebene funktionelle 
Leistungsfähigkeit in Bezug auf eine ihr zumutbare Erwerbstätigkeit 
bestmöglich verwertet (Art. 26bis Abs. 1 IVV). Liegt kein anrechenbares 
Erwerbseinkommen vor, so wird das Einkommen mit Invalidität nach 
statistischen Werten gemäss Art. 25 Abs. 3 IVV bestimmt. Kann die 
versicherte Person aufgrund ihrer Invalidität nur noch mit einer 
funktionellen Leistungsfähigkeit nach Art. 49 Abs. 1bis IVV von 50 % oder 
weniger tätig sein, so werden vom statistisch bestimmten Wert 10 % für 
Teilzeitarbeit abgezogen (Art. 26bis Abs. 3 IVV).

5.2.2 Soweit für die Bestimmung der massgebenden 
Erwerbseinkommen statistische Werte herangezogen werden, sind die 
Zentralwerte der LSE des BFS massgebend. Andere statistische Werte 
können beigezogen werden, sofern das Einkommen im Einzelfall nicht in 
der LSE abgebildet ist. Es sind altersunabhängige und 
geschlechtsspezifische Werte zu verwenden (Art. 25 Abs. 3 IVV). In der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2023, IV/23/529, Seite 23

Regel sind die Werte der Tabelle TA1_tirage_skill_Level (Monatlicher 
Bruttolohn nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, 
Privater Sektor) massgebend (vgl. Ausführungsbestimmungen zur 
Änderung des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung 
[Weiterentwicklung der IV], Erläuternder Bericht des BSV [nach 
Vernehmlassung; nachfolgend Vernehmlassung BSV], S. 47; Rz. 3207 
KSIR). Es ist immer die aktuellste zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses 
verfügbare LSE-Tabelle beizuziehen (vgl. Vernehmlassung BSV, S. 48).

5.3

5.3.1 Für die Zeit ab Dezember 2021 erübrigt sich die Ermittlung des 
Valideneinkommens, da der Invaliditätsgrad bei vollständiger 
Arbeitsunfähigkeit ohnehin 100% beträgt (vgl. E. 5.4 hinten).

Für die Zeit ab Mai 2022 legte die Beschwerdegegnerin den Tabellenlohn 
Ziff. 55-56 (Gastgewerbe/Beherbergung u. Gastronomie), 
TA1_tirage_skill_Level, Kompetenzniveau 2, Frauen der LSE 2020 
zugrunde. Zwar ist die Beschwerdeführerin gelernte ... EFZ (act. II 18 S. 1), 
jedoch hat sie gemäss ihrem Lebenslauf in diesem Beruf nie (act. II 19 S. 
2) bzw. nach dem Auszug aus dem individuellen Konto (IK) (act. II 10 S. 3-
5) allein 1997 gearbeitet. So oder anders bestehen in den Akten keine 
Anhaltspunkte dafür, dass sie als Gesunde im massgebenden 
Beurteilungszeitraum in diesem Bereich tätig gewesen wäre. Dasselbe trifft 
auch auf die in der Vergangenheit (und zuletzt bis August 2022; act. II 32 
S. 2 ff.; act. IIA 106.3 S. 4) wiederholt, jedoch allein in kleinen Pensen 
ausgeübte Tätigkeit als ... zu. Zuletzt war die Beschwerdeführerin im ... 
tätig (vgl. act. IIA 106.4 S. 4; 133.17 S. 3), den sie gemäss ihren Angaben 
auch weiterhin betreiben möchte (act. IIA 106.4 S. 7). Gleichzeitig gab sie 
befragt nach ihrer beruflichen Zukunft anlässlich der Begutachtung auch 
an, nicht zu wissen, wie es insoweit weitergehen soll (act. IIA 106.6 S. 4) 
bzw., dass sie sich eine wechselbelastende Tätigkeit ohne Arbeitsweg im 
"richtigen Umfeld" vorstellen könne (act. IIA 106.3 S. 4). Zwar wird nicht 
verkannt, dass diese Angaben (auch) vor dem Hintergrund der aktuellen 
gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu deuten sind. Dennoch ist mit Blick 
auf diese sehr vagen Angaben sowie die Erwerbsbiografie, wonach die 
Beschwerdeführerin in der Vergangenheit diversen Tätigkeiten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2023, IV/23/529, Seite 24

nachgegangen ist (act. II 19 S. 2) und aus welcher ebenso wenig 
eindeutige Rückschlüsse hinsichtlich eines spezifischen Tätigkeitsfelds im 
hypothetischen Gesundheitsfall gezogen werden können, gerechtfertigt, für 
die Bestimmung des Valideneinkommens auf Tabellenlöhne der LSE 2020 
abzustellen und dabei den Totalwert gemäss TA1_tirage_skill_level, Kom-
petenzniveau 1, zu berücksichtigen (vgl. E. 5.1.1.1, E. 5.2.1.1 und E. 5.2.2 
vorne). 

5.3.2 Zum Invalideneinkommen ergibt sich Folgendes:

Im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns per 1. Dezember 2021 
betrug die Arbeitsunfähigkeit 100% und das Invalideneinkommen folglich 
Fr. 0.--. 

Für die Zeit ab Mai 2020 (vgl. E. 3.5 und E. 4 vorne) stellte die 
Beschwerdegegnerin auf den Wert Total gemäss TA1_tirage_skill_level, 
Kompetenzniveau 1, Frauen, ab (act. IIA 136 S. 5), was mit Blick auf das 
Zumutbarkeitsprofil (vgl. act. IIA 106.1 S. 10) nicht zu beanstanden ist (vgl. 
E. 5.1.1.2, E. 5.2.1.2 und E. 5.2.2 vorne). 

Was sodann die Gewährung eines leidensbedingten Abzugs anbelangt, so 
ist Folgendes festzuhalten: 

5.3.2.1 Für die Zeit ab 1. Dezember 2021 (zu den bis 31. Dezember 2021 
massgeblichen Rechtsgrundlagen, vgl. BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 135 
V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 
E. 3.3) stellt sich die Frage nach einem Abzug nicht, da insoweit aufgrund 
bescheinigter 100%iger Arbeitsunfähigkeit (vgl. E. 3.5 vorne) das Invali-
deneinkommen ohnehin Fr. 0.-- beträgt (vgl. E. 5.3.2 vorne). 

5.3.2.2 Ab 1. Januar 2022 fällt ein Abzug ebenfalls ausser Betracht, da die 
Arbeitsunfähigkeit ab Mai 2022 30 % beträgt (vgl. E. 3.4.2.2 vorne) und 
damit so oder anders über der abzugsrelevanten Schwelle einer 
Mindestarbeitsunfähigkeit von 50 % im Sinne von Art. 26bis Abs. 3 IVV liegt 
(vgl. E. 5.2.1.2 vorne).

5.4 Demnach ergeben sich die folgenden Invaliditätsgrade: 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2023, IV/23/529, Seite 25

Ab 1. Dezember 2021 beträgt der Invaliditätsgrad bei einem 
Invalideneinkommen von Fr. 0.-- 100%.

Für die Zeit ab Mai 2022 sind Validen- und Invalideneinkommen 
ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen, womit sich deren 
genaue Ermittlung erübrigt. Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem 
Grad der Arbeitsunfähigkeit (Entscheid des BGer vom 27. Juni 2022, 
8C_104/2021 [zur Publikation vorgesehen], E. 6.2), vorliegend somit 
maximal 30 % (vgl. E. 3.4.2.2 vorne). Damit hat sich der Invaliditätsgrad ab 
Mai 2022 um mindestens 70% und damit revisionsrelevant verändert (Art. 
17 Abs. 1 lit. a ATSG). Folglich besteht ab August 2022 (Art. 88a Abs. 1 
IVV) kein Rentenanspruch mehr (vgl. E. 2.2.2.2 vorne). 

6.

Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung vom 7. Juni 2023 nicht 
zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen. 

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei 
diesem Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdeführerin zu 
tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese sind dem geleisteten Kostenvor-
schuss gleicher Höhe zu entnehmen. 

7.2 Nach Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG (Um-
kehrschluss) hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Partei-
entschädigung. Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat als 
Sozialversicherungsträgerin bzw. öffentlich-rechtliche Anstalt des Kantons 
Bern keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 104 Abs. 3 
VRPG; BGE 128 V 124 E. 5b S. 133).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2023, IV/23/529, Seite 26

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdefüh- rerin
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe vom 12. September 2023)
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.