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**Case Identifier:** 52a7a2bf-943c-539e-a5c9-8cb076a052c1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-12
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 12.09.2018 200 2017 804
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-804_2018-09-12.pdf

## Full Text

200 17 804 UV
GRD/SCM/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 12. September 2018

Verwaltungsrichter Grütter, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

Visana Versicherungen AG
Weltpoststrasse 19, Postfach 253, 3000 Bern 15
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 9. August 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2018, UV/17/804, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1986 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war am 24. Januar 2015 über ihre Arbeitgeberin bei der Visana Versiche-
rungen AG (Visana bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen die 
Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als sie sich bei ei-
nem Sturz mit dem Roller am rechten Knie verletzte (Akten der Visana, 
Antwortbeilage [AB] 286). Die Visana anerkannte ihre Leistungspflicht teil-
weise, indem sie für die Heilungskosten aufkam und Taggelder ausrichtete; 
unter anderem erteilte sie wiederholt Kostengutsprache für Physiotherapie 
bzw. medizinische Trainingstherapie (MTT; vgl. u.a. AB 149, 157 - 160, 
193, 252 - 253, 258 - 259, 263 - 264, 266, 284 - 285). Mit Verfügung vom 
22. Juni 2016 (AB 145 - 147) hielt sie fest, dass kein Anspruch auf Versi-
cherungsleistungen bezüglich der psychischen Beschwerden bestehe, was 
unangefochten blieb (vgl. Beschwerdeantwort S. 3 Ziff. 7 und S. 7 Ziff. 2). 
Nach Rücksprache mit ihrem Vertrauensarzt (AB 90, 116) verfügte die Vi-
sana am 27. April 2017 (AB 85 - 87) die Einstellung der Taggeldleistungen 
per 31. Juli 2017 sowie die Ablehnung der Kostenübernahme für Physio-
therapie bzw. MTT ab dem 6. Juli 2016 (vgl. hierzu auch die formlose Leis-
tungseinstellung vom 19. September 2016 [AB 109]). Die dagegen erhobe-
ne Einsprache der Versicherten (AB 74 - 77) wies sie mit Entscheid vom 
9. August 2017 (AB 29 - 38) ab, wobei auf die von der Krankenkasse vor-
sorglich erhobene Einsprache (AB 82) nicht eingetreten wurde.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte am 12. September 2017 Beschwerde. 
Sinngemäss beantragt sie die Aufhebung des angefochtenen Entscheids 
sowie die Weiterausrichtung der Taggeldleistungen, die weitere Kosten-
übernahme sämtlicher im Zusammenhang mit dem Unfall stehenden Leis-
tungen inklusive psychiatrischer Behandlung, die Fortsetzung des bisheri-
gen Arbeitsvertrages und allfällige Unterstützung bei der beruflichen Neu-
orientierung.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2018, UV/17/804, Seite 3

Mit Beschwerdeantwort vom 9. Oktober 2017 schliesst die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Am 14. Oktober und 2. November 2017 liess die Beschwerdeführerin dem 
Gericht zusätzliche Unterlagen zukommen. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 1. Mai 2018 edierte der Instruktions-
richter die Akten der IV-Stelle Bern, welche beim Gericht am 7. Mai 2018 
eingingen.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 Abs. 1 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde 
grundsätzlich einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 9. August 
2017 (AB 29 - 38). Streitig und zu prüfen ist im Zusammenhang mit dem 
Ereignis vom 24. Januar 2015 einerseits der Taggeldanspruch über den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2018, UV/17/804, Seite 4

31. Juli 2017 hinaus sowie andererseits die Kostenübernahme für Physio-
therapie bzw. MTT ab dem 6. Juli 2016. Soweit die Beschwerdeführerin 
überdies Leistungen im Zusammenhang mit der psychiatrischen Behand-
lung verlangt (vgl. Beschwerde S. 2 Ziff. 3 und 4), bilden diese nicht Ge-
genstand des angefochtenen Entscheids, vielmehr hat die Beschwerde-
gegnerin mit Verfügung vom 22. Juni 2016 (AB 145 - 147) darüber bereits 
befunden, welchen Entscheid die Beschwerdeführerin nicht angefochten 
hat (vgl. Beschwerdeantwort S. 3 Ziff. 7 und S. 7 Ziff. 2). In der Folge ist 
insoweit auf die Beschwerde nicht einzutreten (vgl. hierzu BGE 131 V 164 
E. 2.1 S. 165; SVR 2010 BVG Nr. 14 S. 56 E. 4.1). Ebenfalls nicht einzutre-
ten ist auf das Begehren, wonach der Arbeitsvertrag mit der Arbeitgeberin 
im bisherigen Umfang weiterbestehen solle (vgl. Beschwerde S. 2 Ziff. 2), 
ist das angerufene Gericht hierfür doch sachlich nicht zuständig. Schliess-
lich ist auch auf die beantragte Unterstützung bei der beruflichen Neuorien-
tierung (vgl. Beschwerde S. 2 Ziff. 5) nicht einzutreten, denn das Bundes-
gesetz vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) 
enthält keine Grundlage für die Zusprache beruflicher Eingliederungsmass-
nahmen; diese werden von der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) 
geprüft (vgl. edierte Akten der IV [act. III] 53, 82 sowie AB 16 - 20).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). In Streitigkei-
ten, die weder von grundsätzlicher Bedeutung noch von grosser Tragweite 
sind, können sie auf dem Zirkulationsweg auch Mehrheitsbeschlüsse fas-
sen (Art. 56 Abs. 5 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2017 sind die Änderung vom 25. September 2015 des 
UVG und die Änderung vom 9. November 2016 der Verordnung vom 
20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in 
Kraft getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich – wie vorlie-

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gend (Ereignis vom 24. Januar 2015 [vgl. AB 286]) – vor dem Inkrafttreten 
der Änderung vom 25. September 2015 des UVG ereignet haben, und für 
Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, werden 
nach bisherigem Recht gewährt (Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 
Änderung vom 25. September 2015 des UVG).

2.2 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). 

Weiter setzt der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusam-
menhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus 
(BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2017 UV Nr. 8 S. 28 E. 3.3, 
2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.3 Gemäss Art 10 Abs. 1 UVG hat der Versicherte Anspruch auf die 
zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen, unter anderem auf die ambu-
lante Behandlung durch den Arzt, den Zahnarzt oder auf deren Anordnung 
durch eine medizinische Hilfsperson sowie durch den Chiropraktor und die 
ambulante Behandlung in einem Spital (lit. a). Als Personen, die auf ärztli-
che Anordnung hin Leistungen erbringen werden u.a. Physiotherapeutin-
nen und Physiotherapeuten zugelassen (Art. 69 UVV i.V.m. Art. 46 Abs. 1 
lit. a der Verordnung vom 27. Juni 1995 über die Krankenversicherung 
[KVV, SR 832.102]). Die von Physiotherapeuten zu erbringenden und von 
der Versicherung zu vergütenden Massnahmen der Behandlung, Beratung 
und Instruktion können namentlich aus MTT bestehen (Art. 5 Abs. 1 lit. b 
Ziff. 5 KVV). 

2.4 Ist der Versicherte infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsun-
fähig, so hat er Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). Der An-
spruch auf Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er erlischt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2018, UV/17/804, Seite 6

mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer 
Rente oder mit dem Tod des Versicherten (Art. 16 Abs. 2 UVG).

2.5 Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperli-
chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise 
Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit 
zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem 
anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). Der 
Gesetzgeber ging davon aus, dass eine lange Dauer anzunehmen ist, 
wenn diese mehr als sechs Monate dauert (UELI KIESER, Kommentar zum 
ATSG, 3. Aufl. 2015, Art. 6 N. 74).

Die bundesgerichtliche Rechtsprechung leitet die Pflicht der versicherten 
Person zur beruflichen Neueingliederung aus dem Gebot der Schadenmin-
derungspflicht ab. Der Versicherte soll alles ihm Zumutbare unternehmen, 
um die erwerblichen Folgen seines Gesundheitsschadens bestmöglich zu 
mindern, denn die Sozialversicherung soll nicht Schäden ausgleichen müs-
sen, welche der Versicherte durch zumutbare geeignete Vorkehren selbst 
beheben oder vermindern kann. Die durch die Pflicht zur Schadenminde-
rung gebotene Verwertung der Restarbeitsfähigkeit in einem anderen als 
dem angestammten Tätigkeitsbereich bildet aber die Ausnahme vom 
Grundsatz, wonach für die Bemessung der Arbeitsunfähigkeit auf die 
tatsächliche Einschränkung im zuletzt ausgeübten Beruf abzustellen ist. Sie 
setzt eine voraussichtlich dauernde Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit in 
der bisher ausgeübten Berufstätigkeit einerseits und einen stabilen Ge-
sundheitszustand anderseits voraus; ein labiles gesundheitliches Gesche-
hen von zeitlich beschränkter Dauer genügt nicht. Sind die sachlichen Vor-
aussetzungen für ein Abstellen auf die Restarbeitsfähigkeit in einer lei-
densangepassten Tätigkeit gegeben und hat dies eine Herabsetzung oder 
Einstellung der Taggeldleistungen zur Folge, ist dem Versicherten sodann 
regelmässig eine Anpassungszeit zu gewähren, um sich auf die neue be-
rufliche Situation einzustellen, namentlich eine geeignete Arbeit zu suchen. 
In der Praxis werden Anpassungsfristen von drei bis fünf Monaten als an-
gemessen betrachtet (vgl. Entscheide des Eidgenössischen Versiche-
rungsgerichts [heute Bundesgericht {BGer}] vom 28. August 2006, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2018, UV/17/804, Seite 7

U 108/05, E. 2.4, und vom 1. Oktober 2003, U 301/02, E. 1.3, sowie Ent-
scheid des BGer vom 23. Februar 2015, 8C_889/2014, E. 3.2).

Die Frage, ob und gegebenenfalls welche berufliche Neueingliederung von 
einem Versicherten im Rahmen seiner Pflicht zur Schadenminderung ver-
langt werden kann, beantwortet sich nach dem Grundsatz der Zumutbar-
keit, der als Teilgehalt im verfassungsmässigen Grundsatz der Verhältnis-
mässigkeit (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101]) enthalten ist. 
Vom Versicherten kann daher nur eine berufliche Umstellung verlangt wer-
den, die ihm unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjekti-
ven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar ist (EVG U 301/02, E. 1.4, 
vgl. auch BGE 113 V 28 E. 4a).

2.6 Um über den Leistungsanspruch entscheiden zu können, ist die 
Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewie-
sen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund-
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Um-
fang und bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig 
sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 
zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 
S. 99).

3.

3.1 Aufgrund der Akten ist erstellt und zwischen den Parteien denn 
auch unbestritten, dass die Beschwerdeführerin am 24. Januar 2015 einen 
Unfall im Rechtssinne erlitten hat (vgl. AB 286 sowie E. 2.2 hiervor). Weiter 
liegt zu Recht ausser Streit, dass die Beschwerdegegnerin den formellen 
Fallabschluss (noch) nicht vorgenommen hat und die Kosten von Arztbesu-
chen, Kontrollen, Medikamenten und allfälligen unfallkausalen Folgeopera-
tionen weiterhin übernimmt (vgl. AB 32 Ziff. 12, Beschwerdeantwort S. 7 
Ziff. 3).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2018, UV/17/804, Seite 8

3.2 Den medizinischen Akten lässt sich im Wesentlichen das Folgende 
entnehmen:

3.2.1 Im Bericht vom 14. Juli 2016 (AB 122 - 123) hielten die Ärzte des 
Spitals B.________ fest, strukturell finde sich eine Patella baja Knie rechts, 
wobei sich klinisch ein recht ruhiges Knie mit einem sehr guten Bewe-
gungsumfang und einer guten Stabilität zeige. Die Patella baja werde 
wahrscheinlich durch die Physiotherapie nicht sehr viel verbessert werden 
können, aber der funktionelle Verlauf spreche eher für das Weiterführen 
der Physiotherapie, da hiermit bereits eine sehr gute Verbesserung der 
Beweglichkeit und Schmerzsituation habe erzielt werden können. Mögli-
cherweise könne durch das Weiterführen der intensiven Therapie noch 
eine Verbesserung erzielt werden. In einer Tätigkeit mit wechselnd stehen-
der-sitzender Tätigkeit ohne kauernde Bewegung und ohne Tragen von 
Lasten über 10 kg sowie mit Treppensteigen nicht mehr als ein Stockwerk, 
sei die Beschwerdeführerin längerfristig und nach einer Eingewöhnungszeit 
wieder zu 100 % arbeitsfähig.

3.2.2 Dr. med. C.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, führte im Bericht vom 13. Sep-
tember 2016 (AB 116) aus, es sei sicher wichtig, dass die Beschwerdefüh-
rerin weiterhin intensiv trainiere, um die erzielten Fortschritte zu bestätigen 
oder sogar noch auszubauen. Seines Erachtens sollte sie aber nach mehr 
als einjähriger Rehabilitation ohne weiteres in der Lage sein, die gelernten 
Übungen selbständig durchzuführen. Dies habe den Vorteil, dass das Pro-
gramm zeit- und ortsunabhängig absolviert werden könne, so dass eine viel 
höhere Frequenz (wichtig vor allem bei der Bewegungstherapie) möglich 
sei. Eine Indikation für eine externe Physiotherapie oder eine MTT sehe er 
unter den gegebenen Voraussetzungen nicht.  

3.2.3 Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt im Bericht vom 3. Novem-
ber 2016 (AB 103 - 104) fest, es bestehe nach wie vor Potential zur Ver-
besserung der Kniegelenksituation rechts, d.h. möglicherweise könne eine 
erneute Operation mit Kranialisierung der Tuberositas tibiae durch Weiter-
führen von Physiotherapie und Krafttraining vermieden werden. Diese Ein-
schätzung teile er mit der Orthopädie des Spitals B.________.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2018, UV/17/804, Seite 9

3.2.4 Am 11. April 2017 (AB 90) führte Dr. med. C.________ aus, im Be-
richt von Dr. med. D.________ vom 3. November 2016 (vgl. AB 103 - 104 
bzw. E. 3.2.3 hiervor) werde zwar eine weiterhin bestehende Patella infera 
(bzw. baja) beschrieben, ohne dass sich diese aber wesentlich auf den 
Bewegungsumfang des Kniegelenks auswirke, wie dies typischerweise der 
Fall sei. Der Zustand werde als gut beschrieben bei lediglich noch gewis-
sen Rehabilitationsdefiziten, die aber kompensiert werden könnten. Auf 
Frage ob die von den behandelnden Ärzten attestierte Arbeitsunfähigkeit 
von 50 % (vgl. AB 94, 97) noch gerechtfertigt sei, hielt Dr. med. 
C.________ fest, für Aktivitäten mit hohen Ansprüchen an die Belastungs-
fähigkeit des rechten Kniegelenks – am aktuellen Arbeitsplatz wahrschein-
lich vor allem Knien, Kauern sowie allenfalls repetitives Begehen von Trep-
pen und Leitern – bestünden Einschränkungen, wogegen sämtliche adap-
tierten Tätigkeiten ohne die genannten Belastungen schon seit Monaten 
zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkt möglich seien. Hinsichtlich 
der Notwendigkeit der Physiotherapie wiederholte er im Wesentlichen seine 
Ausführungen gemäss Stellungnahme vom 13. September 2016 (vgl. 
AB 116 bzw. E. 3.2.2 hiervor).

3.2.5 Dr. med. D.________ hielt im Bericht vom 10. Mai 2017 (AB 78 -
 79) fest, für die Beschwerdeführerin sei klar, dass sie in Zukunft keinen 
Job mehr ausüben könne, bei welchem sie den ganzen Tag stehen müsse. 
Alternativ zu einer weiteren Operation mit geschätzter Erfolgsquote von 
50 % sei nur das Akzeptieren der aktuellen Situation sowie die Neuorientie-
rung auf dem Arbeitsmarkt sinnvoll.

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2018, UV/17/804, Seite 10

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem An-
stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 
mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, 
wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die 
Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 
E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen 
in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen 
lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten 
im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut-
achters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 
E. 3b ee S. 354). Urteilt das Gericht indessen abschliessend gestützt auf 
Beweisgrundlagen, die aus dem Verfahren vor dem Sozialversicherungs-
träger stammen, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu 
stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 
Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen 
vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 
122 V 157 E. 1d S. 162).

3.4 Hinsichtlich der unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit im Zeitpunkt der 
Taggeldeinstellung per 31. Juli 2017 (AB 30 Ziff. 19 und 32 Ziff. 12, 86 
Ziff. 1) ist das Nachstehende zu beachten:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2018, UV/17/804, Seite 11

3.4.1 Die Beschwerdegegnerin hat sich hierzu massgeblich auf den Be-
richt ihres Vertrauensarztes Dr. med. C.________ vom 11. April 2017 
(AB 90) gestützt. Dieser wurde in Kenntnis der gesamten Aktenlage sowie 
insbesondere unter Berücksichtigung der Arbeitsplatzbeschreibung zur 
bisherigen Tätigkeit vom 5. November 2015 (AB 223 - 225) verfasst, zudem 
sind die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammen-
hänge einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesund-
heitszustand werden nachvollziehbar begründet, weshalb der Bericht dies-
bezüglich voll beweiskräftig ist, so dass darauf abgestellt werden kann (vgl. 
E. 3.3 hiervor). In überzeugender Weise gelangte Dr. med. C.________ 
zum Schluss, dass die bisherige Tätigkeit als ... in einem … (vgl. AB 286) 
mit unter anderem Knien und Kauern sowie dem Begehen von Leitern und 
Treppen (siehe hierzu AB 225) aufgrund der bestehenden Einschränkun-
gen für Aktivitäten mit hohen Ansprüchen an die Belastungsfähigkeit des 
rechten Kniegelenks nicht mehr zumutbar ist. Ebenso schlüssig ist demge-
genüber die in einer entsprechend angepassten Tätigkeit (ohne Knien, 
Kauern, repetitives Begehen von Treppen und Leitern) zeitlich und leis-
tungsmässig uneingeschränkt attestierte Arbeitsfähigkeit. Dies korreliert 
denn auch gut mit den Ausführungen der übrigen mit dem Fall betrauten 
Ärzte. So hielten die Orthopäden des Spitals B.________ bereits am 
14. Juli 2016 fest, in einer entsprechend angepassten Tätigkeit sei die Be-
schwerdeführerin wohl längerfristig wieder zu 100 % arbeitsfähig (AB 122), 
was auch der Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes der IV am 20. Okto-
ber 2016 als nachvollziehbar beurteilte (act. III 41 S. 3). Schliesslich führte 
ebenso der behandelnde Orthopäde Dr. med. D.________ am 10. Mai 
2017 aus, seines Erachtens wären alternativ zu einer nochmaligen Opera-
tion das Akzeptieren der aktuellen Situation sowie eine berufliche Neuori-
entierung sinnvoll (AB 79; vgl. hierzu auch die bereits im Mai 2016 stattge-
habte Diskussion über die zukünftigen beruflichen Möglichkeiten [AB 171]). 
Unter diesen Umständen ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin infolge 
des Unfalls vom 24. Januar 2015 spätestens ab dem 11. April 2017 (Be-
richt von Dr. med. C.________ [AB 90]) bezogen auf eine den gesundheit-
lichen Beeinträchtigungen der Knie angepasste Tätigkeit nicht mehr in der 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit eingeschränkt war.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2018, UV/17/804, Seite 12

3.4.2 Unter Berücksichtigung der Ausführungen hiervor (E. 3.4.1) herrsch-
te unter den Fachärzten Einigkeit darüber, dass die Wiederaufnahme der 
bisher ausgeübten Tätigkeit nicht mehr in Frage kommt, womit die Be-
schwerdegegnerin zu Recht die zumutbare Tätigkeit bzw. Arbeitsfähigkeit 
in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich geprüft hat (AB 35 
Ziff. 8 und 9, 86 - 87; vgl. E. 2.5 hiervor sowie EVG U 108/05, E. 2.2). Frag-
lich ist dabei jedoch bereits das Kriterium eines stabilen Gesundheitszu-
standes, zeigte sich die bekannte Patella baja im Mai 2017 doch nach wie 
vor und bestand im rechten Kniegelenk im Vergleich zu links immer noch 
ein deutliches Muskeldefizit (AB 79). Von Dr. med. D.________ wurde 
denn auch ein dritter operativer Eingriff zur Diskussion gestellt (vgl. AB 58, 
79). Zudem hielt die Beschwerdegegnerin im Verwaltungs- wie auch im 
vorliegenden Beschwerdeverfahren fest, dass sie den formellen Fallab-
schluss bisher nicht vorgenommen habe und die Kosten für unfallkausale 
Kontrollen, Arztbesuche, Medikamente und mögliche Folgeoperationen 
weiterhin übernehme (vgl. AB 32 Ziff. 12, Beschwerdeantwort S. 7 Ziff. 3), 
womit sie offenbar selbst davon ausgeht, dass von der Fortsetzung der 
Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands zu 
erwarten ist (vgl. Art. 19 UVG). Damit war nicht von einem stabilen Ge-
sundheitszustand auszugehen, so dass die Voraussetzungen für ein Ab-
stellen auf die vorhandene Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten 
Tätigkeit mit Folge der Leistungsaufhebung nicht erfüllt waren. Zu berück-
sichtigen wäre bei Annahme eines stabilen gesundheitlichen Geschehens 
im Zeitpunkt der Taggeldeinstellung der Grundsatz der Zumutbarkeit der 
beruflichen Neueingliederung (vgl. E. 2.5 hiervor). Der Vertrauensarzt der 
Beschwerdegegnerin erstellte zwar ein medizinisches – und damit allge-
mein gehaltenes – Zumutbarkeitsprofil (AB 90), jedoch entbindet dies die 
Beschwerdegegnerin nicht davon darzulegen, welche Berufsbilder oder 
Tätigkeiten der seit dem Jahr 2003 ausschliesslich als ... tätigen Be-
schwerdeführerin (vgl. AB 10 Ziff. 5.3 und 5.4) konkret noch zumutbar sind 
(vgl. AB 32 - 36, 86 - 87 sowie Beschwerdeantwort; siehe hierzu EVG 
U 301/02, E. 2.3). Damit sind die Anforderungen an die Begründungspflicht 
als Bestandteil des verfassungsmässigen Gehörsanspruchs (Art. 29 Abs. 2 
BV) nicht erfüllt, weshalb die Taggeldeinstellung auch aus diesem Grund 
nicht haltbar ist (vgl. zum Ganzen auch Urteil des Verwaltungsgerichts des 
Kantons Bern vom 16. Dezember 2013, UV/2013/230). Weiter enthalten die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2018, UV/17/804, Seite 13

Akten keine Angaben dazu, ob und wie die Neuberechnung der Taggelder 
nach Ablauf der von der Beschwerdegegnerin zum Berufswechsel gesetz-
ten Anpassungsfrist von drei Monaten erfolgt ist (vgl. AB 86 sowie EVG 
U 108/05, E. 2.4).

3.4.3 Zusammenfassend waren per Datum der Taggeldeinstellung 
(31. Juli 2017) die Voraussetzungen eines Fallabschlusses unbestrittener-
massen nicht erfüllt und war auch ein Abstellen auf die vorhandene Arbeits-
fähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit nicht zulässig, so dass die 
gegen den Einspracheentscheid vom 9. August 2017 (AB 29 - 38) erhobe-
ne Beschwerde insoweit gutzuheissen ist und der Beschwerdeführerin die 
Taggelder auch über den 31. Juli 2017 hinaus im bisherigen Umfang zu 
entrichten sind. 

3.5 Zu beurteilen ist weiter, ob die Beschwerdegegnerin die Heilbe-
handlungskosten in Form von Physiotherapie bzw. MTT ab dem 6. Juli 
2016 zu Recht ablehnte. Hierzu stützte sie sich hauptsächlich auf die Be-
richte von Dr. med. C.________ vom 13. September 2016 (AB 116) und 
11. April 2017 (AB 90).

Am 14. Juli 2016 sprachen sich die Orthopäden des Spitals B.________ 
aufgrund der damit erreichten sehr guten Verbesserung der Beweglichkeit 
und Schmerzsituation für eine Weiterführung der Physiotherapie aus 
(AB 122). Diese Einschätzung wurde am 3. November 2016 unter Hinweis 
auf das nach wie vor vorhandene Verbesserungspotential der Kniesituation 
von Dr. med. D.________ bestätigt (AB 104). Auch der Vertrauensarzt der 
Beschwerdegegnerin bekräftige am 13. September 2016 sowie am 11. 
April 2017, dass ein weiterhin intensives Training notwendig sei, um die 
erzielten Fortschritte zu bestätigen oder sogar noch auszubauen (AB 90, 
116). Unter diesen Umständen bestehen mehr als nur geringe Zweifel an 
den Ausführungen des Vertrauensarztes (vgl. E. 3.3 hiervor), wonach die 
Physiotherapie nicht mehr therapeutisch begleitet werden müsse, sondern 
einzig noch von der Beschwerdeführerin selbständig zu Hause durchzu-
führen sei. Dem kann bereits deshalb nicht beigepflichtet werden, weil die 
Beschwerdeführerin nicht über eine entsprechende Therapeutenausbildung 
verfügt, für den Behandlungserfolg indessen aber massgeblich ist, dass die 
Betroffenen die verordneten Übungen in korrekter Weise ausführen. Zwar 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2018, UV/17/804, Seite 14

leuchtet ein, dass die Beschwerdeführerin diese (zusätzlich) auch zu Hau-
se und damit ohne Überwachung eines Therapeuten durchführt, nicht aber, 
dass dies ausschliesslich in Eigenregie und ohne weitere Physiotherapie-
sitzungen, bei welchen eine Überprüfung der jeweiligen Situation und Fort-
schritte vorgenommen würde, angezeigt ist. Zu beachten ist, dass der An-
spruch auf Heilbehandlung (vgl. E. 2.3 hiervor) auch Massnahmen umfasst, 
welche auf die Bewahrung des Gesundheitszustandes vor wesentlicher 
Verschlechterung gerichtet sind (vgl. FRÉSARD/MOSER-SZELESS, 
L’assurance-accidents obligatoire, in ULRICH MEYER [Hrsg.], Schweizeri-
sches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Band XIV, Soziale Sicherheit, 
3. Aufl. 2016, S. 968 N. 194). Unter diesen Umständen erfolgte die Einstel-
lung der Physiotherapieleistungen bzw. MTT zu Unrecht und sind die ent-
sprechenden Leistungen gemäss der von den behandelnden Ärzten erach-
teten Notwendigkeit und deren Verordnungen auch über den 6. Juli 2016 
hinaus zu gewähren. Allfällige nach dem 6. Juli 2016 ausgesprochene Leis-
tungsablehnungen (weiterer) Heilbehandlung, hat der Versicherungsträger 
grundsätzlich in Verfügungsform zu erlassen (vgl. hierzu die formlose Kos-
tenverweigerung vom 26. Oktober 2017 [act. III 70]).

4.

Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin die streitigen Leistun-
gen in unzulässiger Weise per 6. Juli 2016 (Heilbehandlung) bzw. per 
31. Juli 2017 (Taggeld) eingestellt. In der Folge ist der Einspracheentscheid 
vom 9. August 2017 (AB 29 - 38) in Gutheissung der dagegen erhobenen 
Beschwerde aufzuheben und die Beschwerdegegnerin anzuweisen, der 
Beschwerdeführerin auch nach dem 6. Juli 2016 Leistungen für die ärztlich 
verordnete Physiotherapie bzw. MTT sowie über den 31. Juli 2017 hinaus 
Taggeldleistungen im bis dahin gewährten Umfang zu erbringen.

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG sind 
keine Verfahrenskosten zu erheben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2018, UV/17/804, Seite 15

5.2 Trotz ihres Obsiegens hat die nicht vertretene Beschwerdeführerin 
nach konstanter Praxis keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung, da 
der Aufwand zur Wahrung ihrer Interessen den Rahmen dessen nicht 
überschritten hat, was der Einzelne üblicher- und zumutbarerweise zur Be-
sorgung seiner persönlichen Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat (vgl. 
BGE 127 V 205 E. 4b S. 207).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Soweit darauf einzutreten ist, wird in Gutheissung der Beschwerde der 
angefochtene Einspracheentscheid der Visana vom 9. August 2017 
aufgehoben und die Beschwerdegegnerin angewiesen, der Beschwer-
deführerin auch nach dem 6. Juli 2016 Leistungen für die ärztlich ver-
ordnete Physiotherapie bzw. MTT sowie auch über den 31. Juli 2017 
hinaus Taggeldleistungen im bis dahin gewährten Umfang zu erbrin-
gen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen. 

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Visana Versicherungen AG 
- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2018, UV/17/804, Seite 16

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.