# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 06eeb2fb-a9b8-5711-8f15-d867537dcb73
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-08-19
**Language:** de
**Title:** Herzbeschwerden und schwere Depression sind invalidisierend. Gutheissung, Dreiviertels-bzw. ganze Rente.
**Docket/Reference:** IV.2013.00969
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2013.00969.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2013.00969
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Käch
Sozialversicherungsrichterin Sager
Gerichtsschreiberin Lienhard
Urteil
vom
19. August 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt David Husmann
schadenanwaelte.ch AG
Alderstrasse
40, Postfach, 8034 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
weitere Verfahrensbeteiligte:
Y.___
Beigeladene
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1955, war seit 2002 bei der
Z.___
AG,
A.___
, tätig (
Urk.
8/8), zuletzt als
Schichtleiter Fracht
(vgl.
Urk.
8/10/2 Ziff.
7.2). Am
7.
November 2008 meldete er sich wegen Kreislauf- und
Herz
problemen
sowie einem Burn-out bei der Invalidenversicherung an (Urk.
8/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte erwerbliche (
Urk.
8/8;
Urk.
8/10) und medizinische Abklärungen (
Urk.
8/9
; Urk.
8/14;
Urk.
8/18;
Urk.
8/24;
Urk.
8/61
) und führte eine Abklärung der beruflichen Ein
gliederung durch (
Urk.
8/12-13).
Per 3
1.
Dezember 2009 verlor der Versicherte seine Anstellung (
Urk.
8/28/4).
D
ie IV-Stelle
erteilte
am 2
6.
Januar 2010 Kostengutsprache für ein berufliches Aufbautraining (
Urk.
8/30)
, welches der Versicherte erfolgreich absolvierte (vgl.
Urk.
8/53)
. Mit Vorbescheid vom
1.
Oktober 2010 wurde dem Versicherten die
Zusprache
einer vom
1.
August 2008 bis 3
1.
Oktober 2010 befristeten ganzen Rente in Aussicht gestellt (
Urk.
8/65).
Aufgrund der erneuten Erkrankung des Versicherten (vgl.
Urk.
8/76) holte die IV-Stelle weitere Arztberichte (Urk.
8/80
81;
Urk.
8/86;
Urk.
8/91;
Urk.
8/101) ein und ve
ranlasste eine Unter
suchung
durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD;
Urk.
8/93-94). Mit Schreiben vom 2
1.
Oktober 2011 (
Urk.
8/106) wurde dem Versicherten eine Schadenminderungspflicht (psychotherapeutische Behandlung) auferlegt.
1.2
Mit Vorbescheid vom 2
1.
Oktober 2011 (
Urk.
8/108)
nahm die IV-Stelle
die Aus
richtung einer
Viertelsrente
ab
1.
September 2010
bei einem Invaliditätsgrad von 46
%
in Aussicht. Dagegen erhob der Versicherte
Einwände (
Urk.
8/111;
Urk.
8/133).
Es ergingen weitere Arztberichte (
Urk.
8/121
;
Urk.
8/131;
Urk.
8/136). Die IV-Stelle erliess einen weiteren Vorbescheid vom 1
5.
Mai 2012 (
Urk.
8/140), wogegen der Versicherte wiederum Einwände erhob (
Urk.
8/145;
Urk.
8/151). Nach Eingang weiterer Arztberichte (
Urk.
8/150;
Urk.
8/151/12;
Urk.
8/152) erliess die IV-Stelle am
5.
August 2013 (
Urk.
8/168) einen weiteren Vorbescheid, womit sie die Verneinung eines Rentena
nspruches in Aussicht stellte. Auch d
agegen erhob der Versicherte Einwände (
Urk.
8/170;
Urk.
8/173;
Urk.
8/179) und es ergingen weitere Arztberichte (
Urk.
8/169;
Urk.
8/177-178). Mit Verfügung vom 2
4.
September 2013 verneinte die IV-Stelle einen Renten
anspruch des Versicherten (
Urk.
8/180 =
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 2
4.
September 2013 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am 2
4.
Oktober 2013 Beschwerde mit den Anträgen, es sei die angefochtene
Verfügung aufzuheben und
es seien
die gesetzlichen Leistungen, namentlich eine ganze Rente zuzusprechen, eventuell sei ein Gerichtsgutachten einzuholen und es sei die Vorinstanz zu verpflichten, dem Rechtsvertreter die Aufwen
dungen im Zusammenhang mit dem
Einwandverfahren
gegen den Vorbescheid vom
5.
August 2013 zu entschädigen (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom
1
4.
Januar 2014 (
Urk.
7) beantragte die Beschwerdegegnerin die teilweise Gut
heissung der Beschwerde. Mit Gerichtsverfügung vom 2
9.
Januar 2014 (
Urk.
9) wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet und dem Beschwerdeführer antragsgemäss (
Urk.
1 S. 2) die unentgeltliche Rechtspflege gewährt. Mit Replik vom 2
4.
Februar 2014 (
Urk.
10) hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (
Urk.
13). Mit Gerichtsverfügung vom
8.
April 2014 wurde die
Y.___
beigeladen (
Urk.
14). Diese ver
zichtete auf Stellungnahme, was den Parteien am
3.
Juni 2014 mitgeteilt wurde (
Urk.
16).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1
IVG
in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung damit, dass nach der gelten
den Rechtsprechung keinem der beim Beschwerdeführer diagnostizierten Leiden inval
idisierender Charakter zukomme und dementsprechend
dadurch keine Arbeitsunfähigkeit begründet werde. Aus somatischer Sicht sei keine dau
erhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit überwiegend wahrscheinlich. Auf die neueren Arztberichte könne nicht abgestellt werden (
Urk.
2). In ihrer Beschwerdeantwort führte die Beschwerdegegnerin aus, die somatische Erkran
kung sei zu berücksichtigen; es sei von einem Anspruch auf eine
Viertelsrente
ab
1.
November 2010, auf eine ganze Rente ab
1.
Januar 2011 und auf eine
Viertelsrente
ab
1.
Juni 2011 auszugehen. Was die unentgeltliche
Rechtsvertre
tung
im Verwaltungsverfahren angehe, so
werde diesbezüglich eine separate Verfügung ergehen (
Urk.
7).
2.2
Der Beschwerdeführer hielt dem entgegen, gemäss ärztlicher Einschätzung aus somatischen Gründen vollständig arbeitsunfähig zu sein und an schweren Depressionen zu leiden. Es sei nicht ersichtlich, inwiefern dies nicht invalidi
sierend sei. Auf die RAD-Beurteilungen könne nicht abgestellt werden. Zudem sei die angefochtene Verfügung ungenügend begründet und das
Vorbescheid
verfahren
widersprüchlich und verfahrensverzögernd gewesen. Auch habe
es
die Beschwerdegegnerin
in Verletzung des rechtlichen Gehörs versäumt, über das Gesuch der unentgeltlichen
Verbeiständung
im Verwaltungsverfahren zu ent
scheiden (
Urk.
1 S. 4 ff.;
Urk.
10).
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers.
Hinsichtlich des Anspruch
s
des Beschwerdeführers auf
unentgeltliche
Verbei
stän
dung
im Verwaltungsverfahren fehlt es vorlie
gend an einem
Anfechtungs
objekt
. D
ie Beschwerdegegnerin wird eine entsprechende Verfü
gung erlassen (
Urk.
7 S. 3).
Auf den Antrag auf
Zusprache
einer
Prozessent
schädigung
für Auf
wendungen im Zusammenhang mit dem
Einwandverfahren
ist
daher nicht einzutreten.
3.
3.1
Mit Bericht vom 1
9.
August 2008 (
Urk.
8/9/6-7) stellte
PD
Dr.
med.
B.___
, Spezialarzt FMH für Kardiologie und Innere Medizin, folgende Diagnosen (S. 1):
-
koronare Herzkrankheit
-
Status nach inferiorem Myokardinfarkt 2001
-
Risikofaktoren: Hypertonie, Nikotinkonsum
-
aktuell: atypische
Thoraxschmerzen
, negative
Ergometrie
-
psychosoziale Belastungssituation
Wegen eines ungünstigen Risikofaktorenprofils habe der Beschwerdeführer ein hohes Risiko, in den nächsten Jahren ein erneutes kardiales Ereignis zu erleiden. Es sei eine kardiologische Verlaufskontrolle in zwei Jahren zu empfehlen.
3.2
Dr.
med.
C.___
, Allgemeine Medizin FMH,
Hausarzt des Beschwerdefüh
rers (vgl.
Urk.
8/2
Ziff.
6.7)
, diagnostizierte mit Bericht vom 1
0.
Dezember 2008 (
Urk.
8/9/8-9) einen akuten Erschöpfungszustand bei Status nach Herzinfarkt
200
1.
Vom 1
1.
August bis etwa Ende Dezember 2008 sei der Beschwerdeführer zu 100
%
arbeitsunfähig. Der bisherigen Tätigkeit sei der Beschwerdeführer insofern nicht gewachsen, als er die Arbeitsbedingungen und das Umfeld nicht mehr ertrage. Mit einer Wiederaufnahme zu 50
%
sei ab
1.
Januar 2009 zu rechnen.
3.3
Vom
3.
November bis
3.
Dezember 2008
war der Beschwerdeführer in ambulan
ter Rehabilitationsbehandlung in der Klinik
D.___
. Mit Austrittsbericht vom 1
1.
Dezember 2008 (
Urk.
8/18/3-5) diagnostizierte
Dr.
med.
E.___
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, eine Anpassungsstörung im Sinne eines Burnout-Syndroms (ICD-10 F43.2, Z73.0). Im Laufe der
Rehabilita
tionsbehandlung
habe sich
eine deutliche Rückläufigkeit des Erschöpfung
szu
standes und eine verbesserte Antriebs- und Affektlage gezeigt. Der Beschwerdeführer habe in deutlich gebessertem Zustand aus der
Rehabi
litations
behand
lung
entlassen werden können. Bis 3
1.
Dezember 2008 bestehe eine Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
und ab
1.
Januar 2009 von voraussichtlich 50
%
. Eine Steigerung auf eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
sei auf innert etwa vier Wochen geplant.
3.4
Dr.
med.
F.___
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
diagnosti
zierte mit Bericht vom 1
3.
April 2009 (
Urk.
8/14)
eine Anpassungsstörung (ICD
10 F43.21;
Urk.
8/18/2). Seit 1
1.
August 2008 bis auf weiteres bestehe gemäss Hausarzt eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für die noch bestehende Tätigkeit (
Ziff.
1.6). Aufgrund des Verlaufs ab Februar 2009 sei die Prognose eher günstig (
Ziff.
1.4). Bei eingeschränkter Belastbarkeit sei eine schrittweise Steigerung des Arbeitspensums mit einem nicht allzu hohen Stressniveau am Arbeitsplatz
sinnvoll
(
Urk.
8/14/3).
3.5
Dr.
C.___
hielt mit Schreiben vom 2
8.
Dezember 2009 (
Urk.
8/24) fest, er erachte den Beschwerdeführer als in einer angepassten Tätigkeit ab Februar 2010 zu 50
%
arbeitsfähig, was im besten Fall eventuell auf 100
%
gesteigert werden könne.
3.6
Dr.
med.
G.___
, Facharzt für Innere Medizin FMH, RAD, untersuchte den Beschwerdeführer am
2.
September 2010 und berichtete am 2
8.
September 2010 (
Urk.
8/61-62). Der Beschwerdeführer
halte fest, er
sei guten Mutes, die neu gefundene Tätigkeit ab 1
5.
September 2010 aufnehmen zu können. Er befürchte aber eine erneute Herzerkrankung, da er bei Anstrengung präkordiale Schmer
zen habe.
Weitere Abklärungen seien vorgesehen.
Zudem sei eine Arterienver
kalkung im linken Bein entdeckt worden
. Aktuell sei er lediglich in
hausärztli
cher
Behandlung; die Psychotherapie sei im Mai 2010 gestoppt worden (
Urk.
8/62 S. 1).
Dr.
G.___
stellte als Hauptdiagnose diejenige einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion. Als Nebendiagnose nannte er die folgenden (S. 2 unten):
-
periphere arterielle Verschlusskrankheit Stadium II
-
koronare Herzkrankheit bei Status nach
Myokardinfarkt
2001
-
aktuell Verdacht auf medikamentös kompensierte Angina
pectoris
Für die bisherige Tätigkeit als Projektkoordinator sei von August 2008 bis Januar 2010 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen. Zwischen Feb
ruar und Juli 2010 sei ein Aufbautraining erfolgt. Ab August 2010 sei von einer Arbeitsfähigkeit von 80
%
in der bisherigen Tätigkeit auszuge
hen. Als ange
passte Tätigkeit kom
me höchstens eine körperlich leichte Tätigkeit in Frage (S.
3). Die Arbeitsfähigkeit von 80
%
gelte für die angestammte wie
auch für
eine angepasste Tätigkeit (vgl.
Urk.
8/63/4 unten).
3.7
Dr.
C.___
führte mit Schreiben vom 2
3.
Februar 2011 (
Urk.
8/86) aus, der Beschwerdeführer habe sich am 2
4.
November 2010 und am 2
0.
Januar 2011 einer Koronarangiographie unterziehen müssen. Er sei deshalb seit 2
0.
Sep
tember 2010 arbeitsunfähig. Wegen Verschlimmerung der Beschwerden habe er seither keine Arbeit aufnehmen können. Es sei zu hoffen, dass er gele
gentlich in einem Pensum von 50
%
als kaufmännischer Angestellter tätig sein könne; ein höheres Pensum sei kaum möglich.
3.8
PD
Dr.
B.___
(vorstehend E. 3.1)
stellte mit Bericht vom 2
9.
März 2011 (
Urk.
8/91
=
Urk.
8/101/7-
9
) folgende Diagnosen (S. 1):
-
koronare Herzkrankheit
-
Status nach inferiorem Myokardinfarkt 2001
-
Rezidiv Angina
pectoris
-
Dilatation eines grossen ersten Diagonalastes am 2
0.
Januar 2011
-
chronischer
Verschluss RIVP und RIVA
-
Re-Koronarangiographie vom 2
0.
Januar 2011
-
peripher arterielle Verschlusskrankheit
-
75%ige Stenose der
Arteria
femoralis
superficialis
links
-
arterielle Hypertonie
-
Status nach Nikotinkonsum bis Mai 2010
-
psychosoziale Belastungssituation
Die vorbestehenden Angina
pectoris
- Beschwerden seien nicht mehr aufgetre
ten. Der Beschwerdeführer habe jedoch das Gefühl, in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt zu sein. Eine ergometrische Stressechokardiographie habe 90
%
des Solls ergeben. Aufgrund der aktuellen Befunde sei ein konservatives Vorge
hen indiziert. Obwohl die körperliche Leistungsfähigkeit nur mässig einge
schränkt sei, fühle sich der Beschwerdeführer dadurch eingeschränkt. Ein kar
diovaskuläres Aufbauprogramm könnte die Leistungsfähigkeit verbessern. Aus kardiologischer Sicht betrage die Leistungsfähigkeit noch für zwei Monate 50
%
. Es sei zu berücksichtigen, dass neben der kardiovaskulären Arbeitsunfä
higkeit noch eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit aufgrund der psychischen Situation bestehen könne (S. 2 unten f.).
3.9
Am
6.
Juni 2011 wurde der Beschwerdeführer vom RAD
bidisziplinär
(psychiat
risch/internistisch) untersucht (
Urk.
8/93-94).
Dr.
med.
H.___
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, diagnostizierte mit Bericht vom
8.
Juni 2011 eine generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1
)
und eine rezidi
vierende depressive Störung, gegenwärtig leicht (ICD-10 F33.0;
Urk.
8/93 S. 4). Der Beschwerdeführer sei durch seine Ängste eingeschränkt, eine verantwor
tungsvolle Führungsposition zu übernehmen oder auch in einer Tätigkeit mit viel Druck oder Stress zu arbeiten. Solche Situationen verstärkten bei ihm die auch sonst vorhandenen Ängste, die Belastbarkeit sei nicht mehr gegeben. So
lange die Angst so sehr im Zentrum seines Erlebens stehe, sei der Beschwerde
führer auch nicht in der Lage, einen ganzen Arbeitstag durchzustehen. Ihm sei eine Präsenzzeit von etwa fünf Stunden täglich zumutbar. Aus rein psychiatri
scher Sicht sei für die bisherige Tätigkeit seit Januar 2011 (dem Zeitpunkt der gescheiterten Herzoperation) keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben. In einer
reiz
armen
Umgebung ohne übermässige Verantwortung sei er zu 60
%
arbeitsfähig. Eine psychiatrische Behandlung solle als Schadenminderungspflicht auferlegt werden, da durch die Behandlung der Angst die Arbeitsfähigkeit innerhalb von sechs Monaten gesteigert werden könne. Eine volle Arbeitsfähigkeit sei rea
listisch. Es sei jedoch fraglich, ob der Beschwerdeführer in Zukunft je wieder eine Führungsposition werde einnehmen können (S. 4-5).
Dr.
G.___
(vorstehend E. 3.6)
diagnostizierte mit gleichentags verfasstem Bericht (
Urk.
8/94) eine
koronare
Herzkrankheit mit Status nach inferiorem Myokar
dinfarkt im Jahr 2001 und Rezidiv einer Angina
pectoris
im September 2010 (S.
3).
Im September 2010 sei eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten Tätigkeit als zumutbar erachtet worden. Seither sei aus somatischer Sicht eine leichte Verschlechterung plausibel. Die persistierende
Anstrengungs
dyspnoe
und der schon bei geringen physischen und psychischen Belastungen auftretende präkordiale Druck schränkten die Arbeitsfähigkeit um weitere 10
%
ein. Diese Einschätzung stimme auch mit der Einschätzung des Kardiologen überein, der ab März 2011 noch für zwei Monate von einer 50%igen Arbeitsfä
higkeit und anschliessend wieder von einer Steigerung ausgehe. Für die Dauer des akuten kardialen Ereignisses und die anschliessenden Therapien, also von Anfang Oktober 2010 bis Ende Februar 2011, sei eine erneute vollständige
Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen. Ab März 2011 sei aus somatischer Sicht von einer 70%igen Leistungsfähigkeit in einer körperlich leichten Tätigkeit auszuge
hen, wobei die Präsenzmöglichkeit etwas höher sein dürfte. Bezüglich der Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht sei auf den entspre
chenden Bericht zu verweisen (S. 3 f.).
Zusammenfassend sei ab Ende September 2010 eine Verschlechterung ausge
wiesen, welche ab Ende Januar 2011 wieder weitgehend
regredient
gewes
en sei. Aus somatischer Sicht we
rd
e
eine leichte Verschlechterung mit einer Arbeitsfä
higkeit von 70
%
für leichte körperliche Tätigkeiten angenommen (vorher 80
%
). Aus psychiatrischer Sicht sei davon auszugehen, dass für die bisherige verantwortungsvolle Führungsposit
ion keine Arbeitsfähigkeit mehr
, hingegen für eine Tätigkeit in reizarmer Umgebung ohne übermässige Verantwortung eine Arbeitsfähigkeit von 60
%
bestehe. Für eine verantwortungsvolle Füh
rungstätigkeit bestehe ab Mitte Januar 2011 weiterhin eine volle Arbeitsunfä
higkeit (
Urk.
8/105/3).
RAD-Arzt
Dr.
med.
Dr.
rer
. pol.
I.___
, Facharzt für Innere Medizin, führte am 3
0.
August 2011 aus, es sei für den Zeitraum von Januar bis März 2011 für eine adaptierte Tätigkeit vorübergehend eine 50
%ige Arbeitsfähigkeit plausibel
. Ab April 2011 gelte wieder die Einschätzung der
bidisziplinären
Untersuchung (
Urk.
8/105/4).
3.10
Dr.
C.___
stellte mit Bericht vom
4.
Oktober 2011 (
Urk.
8/101/5-6) folgende Diagnosen (
Ziff.
1.1):
-
koronare
Herzkrankheit bei Hypertonie seit 1989, Infarkt 2001, Status nach PTCA und Stent 2010, Versuch eines Re-
Stenting
2011
-
peripher arterielle Verschlusskrankheit mit 50%iger Stenose der
Arteria
femoralis
superficialis
links
Als kaufmännischer Angestellter sei der Beschwerdeführer seit 2
0.
September 2010 bis auf
weiteres
zu 100
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
1.6). Diese Tätigkeit sei ihm weiterhin
zumutbar
, aber nur zu 50
%
. Seine Leistungsfähigkeit habe deutlich nachgelassen. Nach geringer Anstrengung fühle er sich erschöpft und müsse sich setzen oder hinlegen. Eine Arbeitsleistung über 50
%
sei ihm nicht mehr möglich (
Ziff.
1.7).
3.11
Dr.
med.
J.___
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, stellte mit Bericht vom 2
0.
März 2012 (
Urk.
8/136) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
lit
. A):
-
rekurrente
Depression, gegenwärtig
schwergradige
Episode,
ICD-10 F.32.1
-
internistisch-kardiologisches Beschwerdebild mit koronarer Herzkrank
heit; Bericht
Dr.
B.___
Aufgrund des psychiatrischen Leidens sei der Beschwerdeführer in der ange
stammten Tätigkeit vom 2
0.
Januar bis
8.
November 2011 zu 80
%
arbeitsun
fähig gewesen, dies gestützt auf die anamnestischen Angaben. Seit
9.
November 2011 bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, dies gestützt auf die Ergeb
nisse der
aktuellen
Untersuchung.
Nach dem ersten Herzinfarkt im Mai 2001
hätten
die Intensität und Frequenz der zuvor schon seit etwa zwei Jahren erlebten jeweils mehrwöchigen Episoden der depressi
ven Phasen deutlich zugenommen. Der Befund habe eine massiv depressive Stimmung, Hoffnungslosigkeit, massiv
es
Ru
m
inieren
, schwache Kon
zentration, Einschlafstörungen, Existenzängste und einen schweren Verlust des Lebensinteresses ergeben
. Wegen der schwierigen internistisch-kardiologischen Situation erfolge vorläufig noch keine antidepressive Medikation. Die
Thera
piefrequenz
umfasse wöchentliche Sitzungen mit zusätzlichen Konsultationen sowie psychiatrischer Krisenintervention. Es sei ein Einsatz der Psychiatrie-Spi
tex geplant
(S. 2).
Dr.
J.___
diagnostizierte in einem weiteren Bericht vom 1
3.
Juni 2012 (
Urk.
8/150) eine
rekurrente
Depression, leicht gebessert seit letztem Bericht, noch knapp
schwergradige
Episode. Unter Verweis auf die Vorberichte attes
tierte
Dr.
J.___
in der
angestammten
Tätigkeit vom
9.
November 2011 bis 1
3.
Juni 2012
eine volle Arbeitsunfähigkeit
und ab 1
4.
Juni 2012 bis auf wei
teres eine Arbeitsunfähigkeit von 80
%
, wobei eine Neuevaluation in etwa sechs bis neun Monaten zu empfehlen sei (S. 1 unten f.). Der Beschwerdeführer sei derzeit noch knapp
schwergradig
depressiv und leide an Energiemangel, schweren
therapierestistente
n
Ein- und Durchschlafstörungen und
erheblichen Konzentrationsstörungen. Es bestehe ein umfangreiches somatisches
Beschwer
debild
und der Beschwerdeführer sei schnell ermüdbar und latent suizidal
. Es werde ein intensives Behandlungsprogramm mit psychiatrisch-psychotherapeu
tischen Konsultationen, Medikation und Krisenintervention durchgeführt. Wegen der Schwere des Beschwerdebildes werde zusätzlich eine hochfrequente psychiatrische Spitex-Betreuung geleistet. Mittelfristig erscheine eine Arbeitsfä
higkeit von etwa 30 bis 40
%
als realistisch
, wobei wegen des
rekurrenten
Ver
laufs abgewartet werden müsse, ob dieses Ziel wirklich erreicht werden könne
(S. 2).
3.12
Dr.
med.
K.___
, Praktisch
e
Ärztin,  führte mit Schreiben vom 2
1.
Juni 2012 (
Urk.
8/151/2) aus, der Beschwerdeführer leide an einer lebensbedrohen
den progredienten Erkrankung, bei der eine Wiedererlangung der Arbeitsfähig
keit unmöglich sei. Die medizinischen Massnahmen versuchten den
Krankheits
verlauf
zu verlangsamen, könnten aber keine Besserung bringen. Er sei
zur Zeit
nicht arbeitsfähig (
Urk.
8/152/3
;
Urk.
8/159
).
3.13
Dr.
J.___
(vorstehend E. 3.11)
berichtete am
7.
August 2013 (
Urk.
8/169
=
Urk.
177
) erneut und diagnostizierte eine
rekurrente
Depression, gegenwärtig
schwergradige
Episode ICD-10 F32.2). Als Kaufmann sei der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht vom 2
0.
März bis 1
5.
Mai 2012 zu 100
%
, vom 1
6.
Mai 2012 bis
7.
August 2013 zu 60
%
und seit
8.
August 2013 bis auf wei
teres zu 100
%
arbeitsunfähig. Die intensive Behandlung sei fortgesetzt worden und
es habe eine leichte Verbesserung erzielt werden können. Wegen des wel
lenförmigen Verlaufes mit etwa alle zwei bis drei Monate auftretenden akuten mehrwöchigen Verschlechterungen, eingehend mit Suizidalität, finde eine kon
tinuierliche Betreuung durch die psychiatrische Spitex statt. Die enge Beglei
tung durch die Praxis habe bisher geholfen, eine
Hospitalisation
zu vermeiden. Die letzte Untersuchung habe eine akute erneute depressive Episode, deutliche Antriebsschwäche, depressive Stimmung, Konzentrationsschwächen, Ein- und Durchschlafstörungen, eine maximale Schlafdauer von drei Stunden und Angstattacken ergeben. Es bestehe ein deutlicher Verlust des Lebensinteresses. Der weitere Verlauf sei in etwa vier bis sechs Monaten zu erfragen. Auch bei sehr günstigem Verlauf sei eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf mehr als 30-40
%
nicht vor Mitte 2015 zu erwarten (S.
1
2).
4.
4.1
Hausarzt
Dr.
C.___
erachtete
den Beschwerdeführer aufgrund eines Er
schöpfungszustandes als vom 1
1.
August bis 3
1.
Dezember 2008 zu 100
%
arbeitsunfähig. Mit einer Wiederaufnahme der Tätigkeit zu 50
%
sei ab
1.
Januar 2009 zu rechnen (vgl. vorstehend E. 3.2). Nachdem der Beschwerde
führer in diesem Zeitraum noch als Schichtleiter Fracht angestellt gewesen war, beziehen sich diese Angaben auf die angestammte Tätigkeit. Diese Arbeitsunfä
higkeit wurde auch von
Dr.
E.___
bestätigt, welcher eine
Anpassungsstö
rung
im Sinne eines Burnout-Syndroms diagnostizierte und ebenfalls von einer angestammten Arbeitsunfähigkeit von 50
%
ab
1.
Januar 2009 ausging, welche er als innert vier Wochen auf 100
%
steigerbar
schätzte (vgl. vorstehend E. 3.3).
Dr.
F.___
diagnostizierte ebenfalls eine Anpassungsstörung und
verwies bezüglich der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auf die Ein
schätzung des Hausarztes (vgl.
vorstehend E.
3.4 und
Urk.
8/19)
. Dieser ging mit Schreiben vom 2
8.
Dezember 2009 von einer behinderungsangepassten Arbeitsfähigkeit von 50
%
ab Februar 2010 aus (vgl. vorstehend E. 3.5). Daraus
ergibt sich, dass seit August 2008 eine
andauernde
Arbeitsunfähigkeit von min
destens 40
%
(vgl. vorstehend E. 1.1) bestand. Das Wartejahr lief somit im August 2009 ab.
4.2
Im September 2009 litt der Beschwerdeführer nach Lage der Akten weiterhin
einzig
an einer Anpassungsstörung im Sinne eines Burnout-Syndroms.
Auch wenn nachvollziehbar ist, dass ihm dadurch die anspruchsvolle angestammte Tätigkeit als Frachtspezialist einer Fluggesellschaft
erheblich erschwert, wenn nicht gar verunmöglicht
wurde, ist aus versicherungsrechtlicher Sicht
nach Ablauf des Wartejahrs ab September 2009
von einer vol
len Arbeitsfähigkeit auszugehen:
Die
Diagnose einer Anpassungsstörung
vermag
keine Invalidität im
invaliden
versicherungsrechtlichen Sinn zu begründen, denn sie
gilt
recht
sprechungsgemäss
als vorübergehendes und damit nicht invalidisierendes psy
chisches Leiden (Urteil des Bundesgerichts 8C_322/2010 vom
9.
August 2010 E.
5.2 mit Hinweisen).
Dies gilt auch für ein
Burnout-Syndrom
,
welches
unter ICD-10 Z.73.0 und damit in der Kategorie "Probleme verbunden mit Schwierig
keiten bei der Lebensbewältigung" aufgeführt
ist
, mithin
zu den Faktoren gehört, die
zwar
den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruch
nahme von Gesundheitsdiensten führen (ICD-10 Z.00-/99), denen jedoch kein
versiche
rungsmedizinischer
Krankheitswert zukommt (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_663/2010 vom 1
5.
November 2010, E. 5.2.4).
In Überein
stimmung damit erachteten die
behandelnden Ärzte denn auch eine
Ver
besserung
der Arbeitsfä
higkeit
in absehbarer Zeit
als realistisch. Die Beschwerdegegnerin ging jedoch nach Lage der Akten weiterhin von einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
aus und gewährte deshalb ein Aufbautraining von Februar bis April 2010 mit entspre
chendem Taggeld (vgl.
Urk.
8/30
-31;
Art.
22
Abs.
1 IVG).
Nach dem Gesagten galt der Beschwerdeführer aus versicherungsrechtlicher Sicht ab September 2009
aber
als
nicht invalid
, weshalb
nach Ablauf des Wartejahres
im August 2009
kein Rentenanspruch entstand (
Art.
28
Abs.
1
lit
. c
IVG
).
4.3
Nachdem der Beschwerdeführer
das Aufbautraining im Juli 2010 erfolgreich abschliessen konnte,
erreichte er ab August 2010 wieder eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
und fand ab September 2010 eine Anstellung in diesem Umfang (vgl.
Urk.
8/62
Ziff.
1). Die Untersuchung durch den RAD im September 2010 (vgl. vorstehend E. 3.6) ergab als Hauptdiagnose eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion. RAD-Arzt
Dr.
G.___
ging von einer vollen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit im Zeitraum von Au
gust 2008 bis Januar 2010 aus, was nach dem vorstehend Gesagten nicht korrekt ist. Ab August 2010 bestand gemäss
Dr.
G.___
eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
in der angestammten wie auch einer angepassten Tätigkeit, wobei
Dr.
G.___
die verblei
bende Beeinträchtigung auf die somatischen Probleme (arterielle
Verschluss
krankheit
, koronare Herzkrankheit und Verdacht auf Angina
pectoris
) zurück
führte (vgl.
Urk.
8/62/2
Ziff.
7).
4.4
In der Folge verschlechterte sich der somatische Zustand des Beschwerdeführers und er verlor seine neue Stelle
noch in der Probezeit
(vgl.
Urk.
8/74). Er
musste
sich im November 2010 und im Januar 2011 einer Herzoperation
unterziehen
.
Dr.
C.___
hielt fest, der Beschwerdeführer sei deshalb seit 2
0.
September 2010 arbeitsunfähig (vgl. vorstehend E. 3.7).
Mit Bericht vom 2
9.
März 2011 führte PD
Dr.
B.___
aus, es bestehe noch für zwei Monate eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
, wobei auch eine psychisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähig
keit bestehen könne (vgl. vorstehend E. 3.8). Die
bidisziplinäre
Untersuchung durch den RAD im Juni 2011 ergab
-
bei der Diagnose einer generalisierten Angststörung und rezidivierender gegenwärtig leichter depressiver Episode sowie in somatischer Hinsicht einer
koronaren
Herzkrankheit und Rezidiv einer Angina
pectoris
-
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit von September 2010 bis Februar 201
1.
Die bisherige Tätigkeit sei ab Mitte Januar
2011
aus psychiatri
scher Sicht nicht mehr zumutbar. Für eine Tätigkeit in reizarmer Umgebung ohne übermässige Verantwortung bestehe eine Restarbeitsfähigkeit von 60
%
(vgl. vorstehend E.
3.9
;
Urk.
8/105/3 unten
).
Diese Beurteilung erging unter Durchführung eigener Untersuchungen sowie ausführlicher Beschreibung der Anamnese und der Befunde und steht im Einklang mit den praxisgemässen Anforderungen an einen beweiswertigen Arztbericht (vgl. vors
tehend E 1.4
).
Dr.
I.___
ergänzte dies dahingehend, dass infolge der zweiten Herzoperation
im Zeitraum Januar bis März 2011 eine Restarbeitsfähigkeit von 50
%
un
d anschliessend von 60
%
bestand
.
4.5
Mit der ab 2
0.
September 2010 attestierten Arbeitsunfähigkeit von (mehr als) 40 % begann ein neues Wartejahr zu laufen. Ein neues Wartejahr zu bestehen galt es, da dem Wartejahr von August 2008 bis August 2009 im Wesentlichen eine Anpassungsstörung beziehungsweise ein Burnout-Syndrom zugrunde lag. Zwar war eine Herzerkrankung auch 2008 erwähnt worden (vgl. E. 3.1). Diese führte in Zeitraum von August 2008 bis August 2009 jedoch nicht zu einer Arbeitsunfähigkeit. Erst ab September 2010 wurde aufgrund der Herzprobleme eine Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die ab September 2010 bestehende Arbeits
unfähigkeit war somit auf einen anderen Gesundheitsschaden als die ab August 2008 bestehende Arbeitsunfähigkeit zurückzuführen, weshalb ein neues
Warte
jahr
zu bestehen war (vgl.
Art.
29
bis
der Verordnung über die Invalidenversi
cherung, IVV).
Nach Ablauf der Wartefrist im September 2011 lag damit eine
Arbeitsfähigkei
t von 60
%
in einer angepassten Tätigkeit
vor
.
Auf den nachfolgenden Bericht
von
Dr.
C.___
vom
4.
Oktober 2011 (vgl. vorstehend E. 3.10), wonach der Beschwerdeführer lediglich zu 50
%
arbeitsfähig sei, kann nicht abgestellt wer
den, da
Dr.
C.___
die psychische Erkrankung nicht
mit
berücksichtigte.
4.
6
In Erfüllung seiner Schadenminderungspflicht (
Urk.
8/106) begab sich der Beschwerdeführer ab
9.
November 2011 in psychotherapeutische Behandlung bei
Dr.
J.___
. Dieser stellte zunächst eine mittel- bis
schwergradige
depressive Episode fest (vgl.
Urk.
8/131). Mit Bericht vom 2
0.
März 2012 diag
nostizierte
Dr.
J.___
eine bei Behandlungsbeginn festgestellte
rekurrente
Depression gegenwärtig schwerer Ausprägung, welche
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit ab Behandlungsbeginn bis auf
weiteres
verursache.
Dass dieser Bericht von der Beschwerdegegnerin nicht berücksichtigt wurde (vgl.
Urk.
8/138/1 und
Urk.
8/151/5
lit
. c),
verletzte das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers
.
Dr.
J.___
hat darin als Facharzt für Psychiatrie unter Berücksichtigung aller beweisrelevanter Kriterien (vgl. vorst
ehend E. 1.4
) eine volle Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers dargelegt. Dies auch in seinem weiteren Bericht vom 1
3.
Juni 2012 (vgl. vorstehend E. 3.11),
wo er bei guter Compliance des Beschwerdeführers eine leichte Verbesserung beschrieb und deshalb von einer Arbeitsunfähigkeit von 80
%
in der angestammten Tätigkeit ab 1
4.
Juni 2012 ausging. Auch dies erfolgte unter genauer Beschreibung der Befunde und mit nachvollziehbarer Begründung. Es ist davon auszugehen, dass diese Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auch für eine behinderungsangepasste Tätigkeit Geltung hat, auch wenn im Formular der Beschwerdegegnerin nicht ausdrücklich danach gefragt wurde (vgl.
Urk.
8/150/2).
Im weiteren Verlauf
trat keine Besserung des psychischen Gesundheitszustandes
des Beschwerdeführers
ein. In somatischer Hinsicht wies
Dr.
K.___
auf die Beeinträchtigung durch die Herzkrankheit hin (vgl. vorstehend E. 3.12).
Dr.
J.___
berichtete am
7.
August 2013 von einer weiterhin schweren depressiven Episode mit wellenförmig auftretenden akuten mehrwöchigen Verschlechterungen und Suizidalität.
Der Befund ergab eine deutliche Antriebs
schwäche, depressive Stimmung, Konzentrationsschwächen, Ein- und
Durch
schlafstörungen
, eine maximale Schlafdauer von drei Stunden und
Angst
attacken
.
Die
engmaschige
Begleitung habe bisher eine
Hospitalisation
des Beschwerdeführers verhindern können. Trotz intensiver Therapiebemühungen und guter Compliance des Beschwerdeführers liess sich
somit
keine Verbesse
rung seines Zustandes und seiner Arbeitsfähigkeit erreichen.
Weshalb nach Ansicht der Beschwerdegegnerin eine solche fachärztlich schlüssig und sorgfäl
tig festgestellte Beeinträchtigung nicht invalidisierend sein soll, ist nicht ersichtlich. Insbesondere lässt die Beschwerdegegnerin - nebst dem Umstand,
dass sie in der angefochtenen Verfügung trotz
dreimaligem Erlass eines
aus
führ
lich begründeten Vorbescheides
nur noch
äusserst rudimentäre Überlegun
gen anstellte - jeglichen Nachweis für die ihrer Ansicht nach geltende Recht
sprechung zum
pauschal
fehlenden invalidisierenden Charakter einer schweren Depression vermissen (vgl.
Urk.
2 S. 2).
Im Übrigen macht es wenig Sinn, dem Beschwerdeführer eine Schadenminderungspflicht in Form
von Psychotherapie aufzuerlegen, wenn die Beschwerdegegnerin
seine psychische Erkrankung sinn
gemäss als
nicht invalidisierend
betrachtet.
4.
7
Ausgehend von der Beurteilung durch
Dr.
J.___
besteht somit seit
9.
November 2011 eine volle Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers, was aufgrund der Schwere der psychischen Beeinträchtigung auch für eine
behin
derungsangepasste
Tätigkeit Geltung hat. Vorübergehende leichte Verbesserun
gen im Sinne einer Reduktion der Arbeitsunfähigkeit auf 80 und 60
%
(vgl. vorstehend E. 3.11 und 3.13) erwiesen sich nicht als nachhaltig. Die volle Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigk
eit ist somit ab
9.
Februar 2012
zu berücksichtigen (
Art.
88a
Abs.
2 IVV).
Damit kann offenbleiben, wie stark sich die somatische Beeinträchtigung auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt.
5.
5.1
Für den Zeitraum vom
1.
September
2011 bis 3
1.
Januar 2012 ist nach dem Gesagten
ausgehend
von einer behinderungsangepassten Arbeitsfähigkeit von 60
%
der Invaliditätsgrad zu berechnen
.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
stellt sich die Frage, was der Beschwerdeführer aufgrund seiner beruflichen Fähigkeiten und persönlichen
Umstände zu erwarten gehabt hätte, wenn er nicht invalid geworden wäre. Dabei entspricht es empirischer Erfahrung, dass die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, weshalb Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des
Valideneinkommens
häufig der zuletzt erzielte, der Teuerung sowie der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst ist (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 f. E. 3b).
5.3
Der Beschwerdeführer übte seine angestammte Tätigkeit seit 2002 aus (vgl.
Urk.
8/10/8).
Nach Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin des Beschwerde
führers hätte er im Jahr 2008
- dem Jahr des Eintritts des Gesundheitsschadens -
ohne Gesundheitsschaden
Fr.
80‘314.-- verdient (
Fr.
6‘178.-- x 13; vgl.
Urk.
8/10/3
Ziff.
2.10-11). Gemäss IK-Auszug verdiente er jedoch vor Eintritt des Gesundheitsschadens
in den Jahren 2004 bis
2007
durchschnittlich
Fr.
84‘563.--
(
Urk.
8/96/3
; vgl. auch
Urk.
8/10/13-15
).
Dieser Wert bildet das
Valideneinkommen
. Unter Berücksichtigung der Lohnentwicklung
im Bereich Verkehr in den Jahren 2008 bis 2011 von 1.9
%
, 2.2
%
, 0.7
%
und 0.6
%
(Die Volkswirtschaft, Tabelle B10.2) ergibt sich
für das Jahr 2011
ein hypothetisches
Valideneinkommen
von
rund
Fr.
89‘214.-- (
Fr.
84‘563.-- x 1.019 x 1.022 x 1.007 x 1.006).
5.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturer
hebungen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es aus
serdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40
Wochen
stunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die ent
sprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E
. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
5.5
Der im Durchschnitt aller Wirtschaftszweige von Männern in einfachen und repetitiven Tätigkeiten erzielte Lohn betrug im Jahr 2010 Fr. 4‘901.-- pro Monat (LSE 2010, Tab. TA 1, Total, Niveau 4) und somit Fr. 58‘812.-- pro Jahr (Fr. 4‘901.-- x 12). Angepasst an die seit 2008 übliche durchschnittliche
Wochenarbeitszeit von 41.6 Stunden (www.bfs.ch)
und an die allgemeine
Lohn
entwicklung
im Jahr 2011 in Höhe von 1
%
ergibt sich ein Jahreslohn von
rund
Fr.
61'776
.-- (Fr. 58‘812.
-- :
40 x 41.6
x 1.01
). Bei einer Restarbeitsfähigkeit von 60 % sind dies
rund
Fr.
37‘065
.-- (Fr.
61'776
.-- x 0.6).
5.6
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E.
4.1.2).
5.7
Da der Beschwerdeführer gemäss Beurteilung des RAD eine
reiz
arme
Umgebung ohne Verantwortung benötigt und bereits geringe physische und p
sych
ische Belastung Herzbeschwerden verursachen kann (vgl. vorstehend E. 3.9) sowie
unter Berücksichtigung des Umstands, dass sich Teilzeitarbeit bei Männern erfahrungsgemäss lohnmindernd auswirkt, rechtfertigt sich ein Abzug vo
m Tabellenlohn in Höhe von 10
%
. Damit beträgt das hypothetische
Invali
den
einkommen
rund
Fr.
33‘358.-- (
Fr. 37‘065.--
x 0.9).
5.8
Der Vergleich des hypothetischen
Valideneinkommens
von
Fr.
89‘214.--
mit dem hypothetischen Invalideneinkommen von
Fr.
33‘358.-- ergibt eine Einbusse von
Fr.
55‘856.-- und damit einen Invaliditätsgrad von 62.6
%
oder gerundet 63
%
. Der Beschwerdeführer hat
vom
1.
September
2011 bis 3
1.
Januar 2012
deshalb Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
. Bei einer
seither
vollständigen Arbeitsunfähigkeit und damit einem Invaliditätsgrad von 100
%
ab
1.
Februar 2012 besteht ab diesem Zeitpunkt Anspruch auf eine ganze Rente.
Die angefochtene Verfügung
ist somit aufzuheben
, was zur Gutheissung der Beschwerde führt.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 1‘000.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss
sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6
.2
Der vollständig obsiegende Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine
Prozess
ent
schädigung
, die
unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsa
che und der Schwierigkeit des Prozesses (§ 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht,
GSVGer
)
sowie
beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 200.-- (zuzüglich
MWSt
)
auf
Fr.
3‘000.-- festzusetzen und
ausgangsge
mäss
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen ist.
Die mit Gerichtsverfügung vom 2
9.
Januar 2014 gewährte unentgeltliche Rechtspflege
(
Urk.
9)
ist damit gegenstandslos.
Das Gericht erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 2
4.
September 2013 aufgehoben, und es wird festge
stellt, dass der Beschwerdeführer ab
1.
September
2011
Anspruch auf eine
Dreivier
telsrente
und ab
1.
Februar 2012 Anspruch auf eine ganze Rente hat
.
Soweit die
Zusprache
einer Prozessentschädigung für Aufwendungen betreffend das
Ein
wand
verfahren
beantragt wurde
,
i
st auf die Beschwerde nicht einzutreten.
2.
Die Gerichtskosten von Fr.
1‘000
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine
Prozessent
schädigung
von
Fr.
3‘000
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt David Husmann
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Y.___
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannLienhard