# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 030e83a0-eeb2-5d82-b189-0c23822fabf9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-10-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.10.2016 D-6500/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6500-2016_2016-10-31.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6500/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 1 .  O k t o b e r  2 0 1 6  

Besetzung 
 Einzelrichterin Daniela Brüschweiler, 

mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi;   

Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Marokko,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 4. Oktober 2016 / N (…). 

 

 

 

D-6500/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 15. März 2016 in der Schweiz um Asyl 

nach.  

B.  

Mit Schreiben vom 16. März 2016 teilte das SEM dem Beschwerdeführer 

mit, er sei per Zufallsprinzip der Testphase des Verfahrenszentrums Zürich 

zugewiesen worden. Am 21. März 2016 wurde er zu seinen Personalien 

und dem Reiseweg befragt. Ein beratendes Vorgespräch fand am 11. April 

2016 statt. Mit Schreiben vom 6. Juni 2016 erklärte das SEM das Dublin-

Verfahren als beendet und teilte mit, dass das Asylgesuch des Beschwer-

deführers in der Schweiz geprüft werde. Am 14. September 2016 wurde 

der Beschwerdeführer zu seinen Asylgründen angehört. Mit Zwischenver-

fügung vom 29. September 2016 entschied das SEM, dass das Asylge-

such im erweiterten Verfahren ausserhalb der Testphase behandelt werde.  

C.  

Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im 

Wesentlichen geltend, er sei marokkanischer Staatsangehöriger und 

stamme aus B._______. Er sei Vater einer im Jahr (…) geborenen Tochter. 

Von deren Mutter sei er seit zirka (…) geschieden. Er habe nach der Se-

kundarschule eine dreijährige (…)ausbildung absolviert und verfüge über 

ein entsprechendes Diplom. Da er in Marokko aber keine Arbeit gefunden 

habe, habe er das Land im Jahr 2002 verlassen und sei über Frankreich 

nach Italien gereist. Dort habe er eine Aufenthaltsbewilligung erhalten. Auf-

grund der Wirtschaftskrise sei diese im Jahr 2007 nicht mehr verlängert 

worden. Er sei daraufhin obdachlos geworden und deshalb kurzzeitig nach 

Marokko zurückkehrt, jedoch anfangs 2008 wieder nach Italien gereist. Im 

Jahr 2010 sei er von einem Marokkaner namens C._______ (den Nachna-

men kenne er nicht), der ihm Geld geliehen habe, das er nicht habe zu-

rückzahlen können, drei Tage lang in einer Baracke in D._______, in der 

sie zusammengewohnt hätten, festgehalten und krankenhausreif geschla-

gen worden. Nach der Freilassung habe er die italienischen Behörden über 

den Vorfall informiert. C._______ sei zu einer mehrjährigen Haftstrafe ver-

urteilt und aus Italien ausgewiesen worden. Er habe aber gehört, dass die 

in Italien wohnhafte Sippe von C._______, die in (…) verwickelt sei, nach 

ihm suche, und etwa im Jahr 2011 sei er einem Familienmitglied begegnet 

und von diesem geschlagen worden. Er habe sich deshalb in verschiede-

nen italienischen Städten versteckt. Weiter habe er gehört, dass vor etwa 

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einem Jahr auch eine Person bei seiner Familie in Marokko nach ihm ge-

fragt habe. Ende Februar 2016 sei er über Österreich nach Deutschland 

gereist, aber von den Behörden beider Länder weggewiesen worden, wes-

halb er nun in die Schweiz gekommen sei. Im Jahr 2015 habe er sich in 

Italien wegen (…) in spitalärztliche Behandlung begeben. Auch habe er 

Betäubungsmittel konsumiert. Mittlerweile gehe es ihm gesundheitlich aber 

gut. Ausweispapiere könne er nicht vorweisen, da er sowohl den Reise-

pass als auch die Identitätskarte in Italien verloren habe. 

Bezüglich der weiteren Aussagen beziehungsweise der Einzelheiten des 

rechtserheblichen Sachverhalts wird auf die Protokolle bei den Akten ver-

wiesen (vgl. vorinstanzliche Akten A9, A16 und A30).  

D.  

Mit Verfügung vom 4. Oktober 2016 – eröffnet am 6. Oktober 2016 – stellte 

das SEM fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht 

erfülle. Es lehnte das Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der 

Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an.  

Zur Begründung führte das SEM im Wesentlichen aus, die Vorbringen des 

Beschwerdeführers vermöchten den Anforderungen an die Flüchtlingsei-

genschaft gemäss Art. 3 AsylG (SR 142.31) nicht standzuhalten. Übergriffe 

durch Dritte oder Befürchtungen, künftig solchen ausgesetzt zu sein, seien 

nur dann asylrelevant, wenn der Staat seiner Schutzpflicht nicht nach-

komme oder nicht in der Lage sei, Schutz zu gewähren. Der Beschwerde-

führer mache geltend, in Marokko von Privatpersonen gesucht zu werden. 

Er habe aber bisher noch gar keinen Versuch unternommen, bei den hei-

matlichen Behörden um Schutz zu ersuchen. Folglich könne diesen auch 

nicht vorgeworfen werden, ihrer Schutzpflicht nicht nachgekommen zu 

sein. Es seien keine Hinweise ersichtlich, wonach ihm die heimatlichen Be-

hörden den erforderlichen Schutz bei Bedarf nicht gewähren würden. Da 

vom Vorhandensein eines adäquaten Schutzes durch den Heimatstaat 

auszugehen sei, seien die geltend gemachten Drohungen nicht asylrele-

vant. Bei fehlender Asylrelevanz könne darauf verzichtet werden, auf allfäl-

lige Unglaubhaftigkeitselemente in den Vorbringen einzugehen. Es sei 

aber doch darauf hinzuweisen, dass gewisse Zweifel an der Schilderung 

des Beschwerdeführers bestehen würden, zumal seine Vorbringen vor-

nehmlich auf vagen Vermutungen basieren würden. Das Asylgesuch sei 

daher abzulehnen und die Wegweisung anzuordnen. Der Wegweisungs-

vollzug nach Marokko sei zulässig, zumutbar und möglich. In den akten-

kundigen Arztberichten würden (…), (…) sowie (…) aufgeführt. Anlässlich 

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der Anhörung vom 14. September 2016 habe der Beschwerdeführer aber 

angegeben, dass es ihm inzwischen gesundheitlich gut gehe. Folglich 

könne bei einer Rückkehr nicht von einer konkreten Gefährdung ausge-

gangen werden. Im Übrigen sei die Behandlung von psychischen Erkran-

kungen und Suchtkrankheiten in Marokko möglich.  

E.  

Mit Eingabe vom 21. Oktober 2016 (Datum Poststempel; Schreiben datiert 

vom 20. Oktober 2016) erhob der Beschwerdeführer beim Bundesverwal-

tungsgericht Beschwerde, worin sinngemäss um Aufhebung der vor-

instanzlichen Verfügung und um Gewährung des Asyls ersucht wurde.  

Zur Begründung machte der Beschwerdeführer geltend, er werde in Italien 

von einer Person an Leib und Leben bedroht. In Marokko habe er keine 

Aussicht auf eine Arbeit und keinen Ort zum Leben.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

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Seite 5 

1.3 Die (sinngemässen) Beschwerdeanträge sowie die Beschwerdebe-

gründung sind aufgrund der Aktenlage als abschliessend zu erkennen, 

weshalb über die Beschwerde trotz noch laufender Beschwerdefrist ent-

schieden werden kann (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der [vorma-

ligen] Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 13). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). Auf die Durchführung eines Schriftenwechsels wurde gestützt auf 

Art. 111a Abs. 1 AsylG verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Entscheidend ist, ob eine 

Gesamtwürdigung der Vorbringen ergibt, dass die Gründe, die für die Rich-

tigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Gesuchstellers sprechen, überwie-

gen oder nicht (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1).  

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4.3 Die Flüchtlingseigenschaft erfüllt eine asylsuchende Person dann, 

wenn sie Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise 

mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründe-

terweise befürchten muss, welche ihr gezielt und aus einem der vom Ge-

setz aufgezählten Verfolgungsmotive zugefügt worden sind respektive zu-

gefügt zu werden drohen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2). Eine bloss entfernte 

Möglichkeit künftiger Verfolgung genügt nicht, vielmehr müssen konkrete 

Indizien vorliegen, welche den Eintritt der erwarteten und aus einem der 

vom Gesetz aufgezählten Motive erfolgenden Benachteiligung als wahr-

scheinlich und dementsprechend die Furcht davor als realistisch und nach-

vollziehbar erscheinen lassen (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.5, 2010/44 E. 3.4). 

Massgeblich für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Situation 

im Zeitpunkt des Asylentscheids (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4). 

Aufgrund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die An-

erkennung der Flüchtlingseigenschaft voraus, dass die betroffene Person 

in ihrem Heimat- oder Herkunftsstaat keinen ausreichenden Schutz vor 

nichtstaatlicher Verfolgung finden kann. Der Schutz gilt als ausreichend, 

wenn eine funktionierende Schutzinfrastruktur zur Verfügung steht und 

diese dem Betroffenen zugänglich ist, wobei von einem Staat nicht erwartet 

werden kann, dass er jederzeit präventiv in alle Lebensbereiche seiner Bür-

ger eingreifen kann (vgl. zu dieser sogenannten Schutztheorie BVGE 

2011/51 E. 7.1-7.4, 2008/12 E. 7.2.6.2, 2008/4 E. 5.2).  

5.  

5.1 Vorab ist festzustellen, dass es sich vorliegend nicht um ein Dublin-

Verfahren handelt und somit nicht eine Wegweisung des Beschwerdefüh-

rers nach Italien zu prüfen ist. Auf die Beschwerdevorbringen bezüglich ei-

ner Gefährdung des Beschwerdeführers in Italien ist daher nicht weiter ein-

zugehen. Vorliegend ist vielmehr zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer in 

seinem Heimatland Marokko eine asylrechtlich relevante Verfolgung droht. 

5.2 Das SEM erachtete die Vorbringen des Beschwerdeführers bezüglich 

seiner Gefährdung in Marokko als den Anforderungen an die Flüchtlingsei-

genschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht genügend. Dieser Einschätzung ist 

beizupflichten. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann auf die nicht zu 

beanstandenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung verwie-

sen werden. Der Rechtsmitteleingabe vom 21. Oktober 2016 sind keine 

stichhaltigen Entgegnungen zu entnehmen, die geeignet wären, eine Än-

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derung der angefochtenen Verfügung hinsichtlich der Flüchtlingseigen-

schaft und des Asyls (sowie des Vollzugs der Wegweisung nach Marokko) 

herbeizuführen. 

Der Beschwerdeführer machte geltend, er werde in Marokko von privaten 

Drittpersonen gesucht, nachdem ihn ein Marokkaner in Italien wegen Geld-

schulden verprügelt habe und dieser deswegen von den italienischen Be-

hörden strafrechtlich belangt worden sei. Ungeachtet der Frage der Glaub-

haftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers und des Fehlens von Hin-

weisen auf ein Verfolgungsmotiv gemäss Art. 3 Abs. 1 AsylG, hat das SEM 

zutreffend festgestellt, dass Marokko über eine funktionierende Infrastruk-

tur zur Ahndung von Verfolgungshandlungen verfügt und grundsätzlich von 

der Schutzfähigkeit und dem Schutzwillen der dortigen Behörden im Sinne 

der in E. 4.3 umschriebenen Schutztheorie auszugehen ist. Mit dem pau-

schalen Einwand, die marokkanische Polizei würde nur gegen Geld aktiv 

werden (vgl. A30 S. 8 F65), vermag der Beschwerdeführer weder darzule-

gen, ihm wäre der Zugang zu den zuständigen staatlichen Organen ver-

sperrt, noch die Schutzfähigkeit und -willigkeit der heimatlichen Behörden 

generell in Frage zu stellen. Den Akten lassen sich keine konkreten Hin-

weise für die Annahme entnehmen, die heimatlichen Behörden würden 

dem Beschwerdeführer bei Bedarf den erforderlichen Schutz verweigern, 

zumal auch keine Hinweise vorliegen, dass ihm die Hilfe aus einem der in 

Art. 3 AsylG genannten Gründe verweigert würde. Der geltend gemachten 

Gefahr vor Nachstellungen seitens privater Drittpersonen kommt daher 

keine asylrechtliche Relevanz zu.  

Mit den vorgebrachten wirtschaftlichen Schwierigkeiten vermag der Be-

schwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG ebenfalls 

nicht zu erfüllen.  

5.3 Dem Beschwerdeführer ist es damit nicht gelungen, die Flüchtlingsei-

genschaft gemäss Art. 3 AsylG nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu 

machen. Das SEM hat das Asylgesuch zu Recht abgelehnt. 

6.  

Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine aus-

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länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er-

teilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeord-

net (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4, 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AuG). 

7.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

7.2.2 Das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement schützt nur 

Personen, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Besch-

werdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung 

nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG veran-

kerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine 

Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimat-

staat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

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Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Dies ist vorliegend nicht der Fall. Es besteht kein kon-

kreter Anlass zur Annahme, dem Beschwerdeführer würde bei einer Rück-

kehr nach Marokko eine menschenrechtswidrige Behandlung drohen, zu-

mal es ihm nicht gelungen ist, eine asylrechtlich beachtliche Verfolgung 

darzulegen. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Marokko 

lässt den Wegweisungsvollzug nicht als unzulässig erscheinen. 

7.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

7.3.1 In Marokko herrscht weder Krieg noch eine landesweite Situation all-

gemeiner Gewalt. Der Wegweisungsvollzug ist daher generell zumutbar.  

7.3.2 Den Akten lassen sich auch keine konkreten Anhaltspunkte dafür ent-

nehmen, dass der Beschwerdeführer aus individuellen Gründen wirtschaft-

licher, sozialer oder gesundheitlicher Natur bei einer Rückkehr nach Ma-

rokko in eine existenzbedrohende Situation geraten würde. Er verfügt im 

Heimatstaat seinen eigenen Angaben zufolge über ein familiäres und ver-

wandtschaftliches Beziehungsnetz (vgl. A9 S. 4, A30 S. 3 f. F18 ff.) und es 

darf davon ausgegangen werden, dass er zumindest anfänglich auf diese 

sozialen Anknüpfungspunkte zurückgreifen kann. Zudem kann er nebst ei-

ner guten Schulbildung (Sekundarschule [vgl. A30 S. 4 F29 f.]) und Fremd-

sprachenkenntnissen (Französisch, Italienisch [vgl. A9 S. 3]) eine abge-

schlossene Berufsausbildung als (…) (vgl. A30 S. 4 F28 f.) vorweisen. Da-

mit darf grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass er sich im Hei-

matland wieder wird integrieren können und auch in der Lage sein wird, 

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Seite 10 

ein, wenn auch bescheidenes, Einkommen zu erzielen. Allfällige anfängli-

che wirtschaftliche Reintegrationsschwierigkeiten stehen im Übrigen dem 

Vollzug nicht entgegen, da blosse soziale oder wirtschaftliche Schwierig-

keiten, von denen die ansässige Bevölkerung betroffen ist (bspw. Mangel 

an Arbeitsplätzen), keine existenzbedrohende Situation zu begründen ver-

mögen (vgl. BVGE 2010/41 E. 8.3.6).  

Die aktenkundigen medizinischen Probleme des Beschwerdeführers (vgl. 

A20 und A22 [ärztliche Berichte vom 26. April 2016 und 18. Mai 2016: {…}]) 

lassen nicht auf eine medizinische Notlage schliessen, die im Heimatland 

schlicht nicht behandelbar wäre (vgl. BVGE 2011/50 E. 8.3, 2009/2 

E. 9.3.2). Der Beschwerdeführer wurde in der Schweiz medikamentös be-

handelt (vgl. A20 und A22) und er gab am 14. September 2016 zu Proto-

koll, dass es ihm inzwischen gesundheitlich gut gehe (vgl. A30 S. 2 F2). 

Sofern notwendig, ist eine weitere Behandlung auch in Marokko möglich 

(vgl. dazu die entsprechenden Ausführungen in der vorinstanzlichen Ver-

fügung [S. 4]), was der Beschwerdeführer auch nicht bestreitet. Zudem be-

steht bei Bedarf auch die Möglichkeit medizinischer Rückkehrhilfe, bei-

spielsweise in der Form der Mitgabe von Medikamenten (Art. 93 Abs. 1 

Bst. d AsylG; Art. 75 der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 über Fi-

nanzierungsfragen [AsylV 2, SR 142.312]).  

7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

7.5 Das SEM hat den Wegweisungsvollzug aufgrund des Gesagten zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– 

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Seite 11 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Susanne Burgherr 

 

 

Versand: