# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e93451af-dedb-579b-8e00-aa84e62793d6
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-07-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 03.07.2014 IV-2014/38
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_IV-2014-38_2014-07-03.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV-2014/38

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Verkehr

Publikationsdatum: 03.07.2014

Entscheiddatum: 03.07.2014

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 03.07.2014
Art. 16b Abs. 1 lit. a, Art. 16b Abs. 2 lit. a, Art. 26 Abs. 2, Art. 31 Abs. 1 SVG 
(SR 741.01). Die Fahrzeuglenkerin kollidierte zufolge ungenügender 
Aufmerksamkeit mit einer einen Fussgängerstreifen von links nach rechts 
überquerenden Jugendlichen. Das Mädchen stiess ein Fahrrad und rannte 
im Kollisionszeitpunkt. Bestätigung des einmonatigen 
Führerausweisentzugs wegen mittelschwerer Widerhandlung gegen die 
Strassenverkehrsvorschriften (Verwaltungsrekurskommission, Abteilung IV, 
3. Juli 2014, IV-2014/38).

Präsident Urs Gmünder, Richter Urs Früh und Beat Fritsche, Gerichtsschreiberin Silvia 

Geiger

X., Rekurrentin,

vertreten durch lic.iur. Tobias Fankhauser, Rechtsanwalt, Rennweg 10, 8022 Zürich,

gegen

Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt, Abteilung Administrativmassnahmen, 

Frongartenstrasse 5, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

betreffend

Führerausweisentzug (Warnungsentzug)

Sachverhalt:

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A.- Am Mittwoch, 29. Mai 2013, um 13.20 Uhr, lenkte X. ihren Personenwagen auf der 

St. Gallerstrasse in Jona in Fahrtrichtung Rapperswil. Beim Fussgängerstreifen auf der 

Höhe des Restaurants Kreuz kam es zu einer Kollision zwischen ihrem Fahrzeug und 

einem Mädchen mit Fahrrad, das von links her die Strasse überqueren wollte. Das 

Mädchen erlitt diverse Prellungen an der rechten Körperseite.

B.- Wegen des Vorfalls vom 29. Mai 2013 wurde X. mit Strafbefehl des 

Untersuchungsamtes Uznach vom 10. Oktober 2013 der Verletzung von 

Verkehrsregeln schuldig gesprochen und zu einer Busse von Fr. 300.– bzw. einer 

Ersatzfreiheitsstrafe von drei Tagen verurteilt. Mit Verfügung vom 28. Februar 2014 

entzog das Strassenverkehrsamt X. aufgrund des Vorfalls vom 29. Mai 2013 den 

Führerausweis für die Dauer eines Monats zufolge mittelschwerer Widerhandlung 

gegen die Strassenverkehrsvorschriften.

C.- Gegen die Verfügung des Strassenverkehrsamtes vom 28. Februar 2014 erhob X. 

durch ihren Vertreter mit Eingabe vom 19. März 2014 Rekurs bei der 

Verwaltungsrekurskommission. Sie beantragte, anstelle eines einmonatigen 

Führerausweisentzugs sei eine Verwarnung auszusprechen. Die Vorinstanz liess sich 

mit Eingabe vom 4. April 2014 vernehmen; sie trug auf Abweisung des Rekurses an. 

Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die 

Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur 

Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 19. März 2014 ist rechtzeitig eingereicht 

worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen 

(Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 

951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.

2.- Das Gesetz unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a des 

Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt: SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG) 

und schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine leichte Widerhandlung begeht, 

bis

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wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer 

hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG). 

Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln 

eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 

lit. a SVG). Ist die Verletzung von Verkehrsregeln grob und wird dadurch eine ernstliche 

Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen, ist die 

Widerhandlung schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Die mittelschwere Widerhandlung 

nach Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG stellt einen Auffangtatbestand dar. Sie liegt vor, wenn 

nicht alle privilegierenden Elemente einer leichten Widerhandlung und nicht alle 

qualifizierenden Elemente einer schweren Widerhandlung gegeben sind (BGE 135 II 

138 E. 2.2.2).

3.- a) In tatsächlicher Hinsicht hielt das Untersuchungsamt Uznach im Strafbefehl vom 

10. Oktober 2013 gestützt auf die Feststellungen und Anzeige der Polizei fest, dass es 

"mit einer nicht ordnungsgemäss den Fussgängerstreifen querenden Schülerin mit 

Fahrrad zu einer Kollision" gekommen sei, die die Rekurrentin mitverschuldet habe. Bei 

genügender Aufmerksamkeit hätte die Rekurrentin die Kollision vermeiden können. Sie 

habe dadurch Art. 26 Abs. 2 und Art. 31 Abs. 1 SVG verletzt.

b) Die Verwaltungsbehörde ist an die tatsächlichen Feststellungen im Strafverfahren 

grundsätzlich gebunden. Nach ständiger Rechtsprechung darf sie vom Strafurteil nur 

abweichen, wenn sie Tatsachen feststellt und ihrem Entscheid zu Grunde legt, die dem 

Strafrichter unbekannt waren, wenn sich die Erhebung zusätzlicher Beweise aufdrängt, 

wenn die Beweiswürdigung des Strafrichters eindeutig im Widerspruch zur 

Tatsachenlage stand oder wenn der Strafrichter bei der Rechtsanwendung auf den 

Sachverhalt nicht sämtliche Rechtsfragen abgeklärt hat, insbesondere jene nicht, 

welche die Verletzung von Verkehrsregeln betreffen (BGE 124 II 103 E. 1c/aa). Die 

Verteidigungsrechte und allfällige Rechtsmittelmöglichkeiten hat die Beschuldigte 

bereits im Strafverfahren wahrzunehmen, wenn sie weiss oder annehmen muss, dass 

gegen sie auch ein Führerausweisentzugsverfahren durchgeführt werden wird.

c) Die Voraussetzungen für ein Abweichen von den tatsächlichen Feststellungen im 

Strafbefehl sind nicht erfüllt. Die Rekurrentin wurde im Schreiben der Vorinstanz vom 

21. August 2013 auf die Bedeutung des Ausgangs des Strafverfahrens für das 

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Administrativmassnahmeverfahren aufmerksam gemacht. Der Strafbefehl vom 10. 

Oktober 2013 wurde mangels Anfechtung gemäss Art. 354 Abs. 3 der Schweizerischen 

Strafprozessordnung (SR 312.0, abgekürzt: StPO) zum rechtskräftigen Urteil. In 

tatsächlicher Hinsicht ist dementsprechend der Sachverhalt massgebend, welcher vom 

Untersuchungsamt Uznach festgestellt wurde. Es ist somit davon auszugehen, dass 

die Rekurrentin aufgrund mangelnder Aufmerksamkeit eine Kollision mit einer nicht 

ordnungsgemäss den Fussgängerstreifen querenden Schülerin, die ein Fahrrad bei sich 

hatte, mitverschuldete. Da im Strafbefehl von Kollision die Rede ist, ist von einem 

Zusammenprall auszugehen. Darauf, dass sich das Auto der Rekurrentin und die 

Schülerin nie berührt haben sollen – wie es die Rekurrentin geltend macht und was 

aber im klaren Widerspruch zu den Angaben der Schülerin steht – ist deshalb nicht 

weiter einzugehen.

4.- Gegenüber Kindern, Gebrechlichen und alten Leuten ist besondere Vorsicht 

geboten, ebenso wenn Anzeichen dafür bestehen, dass sich ein Strassenbenützer 

nicht richtig verhalten wird (Art. 26 Abs. 2 SVG). Gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG muss der 

Führer das Fahrzeug ständig so beherrschen, dass er seinen Vorsichtspflichten 

nachkommen kann. Indem die Rekurrentin mit mangelnder Aufmerksamkeit ein 

Fahrzeug führte und so eine Kollision mit einem Mädchen mitverschuldete, verletzte sie 

diese beiden Verkehrsvorschriften. Zu prüfen ist, ob die Verkehrsregelverletzung eine 

mittelschwere Widerhandlung im Sinn von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG oder eine leichte 

Widerhandlung gemäss Art. 16a Abs. 1 lit a SVG war.

5.- a) Die Vorinstanz stufte die Kollision als mittelschwere Widerhandlung im Sinn von 

Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG ein. Zur Begründung wird in der angefochtenen Verfügung 

ausgeführt, dass der Fussgängerstreifen und der übrige Bereich der Strasse von 

weitem sichtbar gewesen seien. Bei entsprechender Aufmerksamkeit hätte die 

Schülerin insbesondere aufgrund der Tatsache, dass diese den Fussgängerstreifen von 

links nach rechts überquerte, frühzeitig erkannt werden müssen und nicht erst 

unmittelbar vor der Kollision. Die Pflicht, allfälligen Fussgängern erhöhte 

Aufmerksamkeit zu schenken, sei vernachlässigt worden. Ein solches Verschulden 

könne nicht mehr als leicht eingestuft werden. Auch ein allfälliges Fehlverhalten der 

Fussgängerin könne das Verschulden nicht aufheben. Im 

Administrativmassnahmeverfahren sei eine Schuldkompensation ausgeschlossen. 

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Durch das Fehlverhalten sei schuldhaft ein Verkehrsunfall und dabei eine 

Verkehrsteilnehmerin konkret gefährdet worden. Damit liege ein mittelschwerer Fall 

gemäss Art. 16b Abs. 1 SVG vor.

Gegen die Qualifikation des Verhaltens der Rekurrentin als mittelschwere 

Widerhandlung wird im Rekurs im Wesentlichen vorgebracht, dass sich die Rekurrentin 

im Bereich eines Fussgängerstreifens in erster Linie auf korrekt den Streifen 

passierende Fussgänger zu konzentrieren habe, bevor sie nach unkorrekt und rasch 

die Fahrbahn überquerenden Fahrrädern Ausschau zu halten habe. Es könne ihr 

höchstens zum äusserst leichten Verschulden gereichen, wenn sie die unvermittelt von 

links in einem Zug über den linksseitigen Streifen und ungebremst über die Mittelinsel 

fahrende Velofahrerin etwas zu spät wahrgenommen habe. Die daraus resultierende 

Sturzgefahr habe aber in erster Linie die Radfahrerin selbst zu vertreten. Hätte sie ihr 

Velo vorschriftsgemäss gestossen, so wäre sie nicht gestürzt. Unter diesen Umständen 

sei von einem leichten Verschulden und einer bloss geringen Gefährdung auszugehen.

b) Im Strafbefehl wurde die Rekurrentin wegen einfacher Verkehrsregelverletzung 

gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG verurteilt. Die Strafbestimmung der einfachen 

Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG erfasst administrativrechtlich 

leichte und mittelschwere Widerhandlungen (BGE 135 II 138 E. 2.4). Aus der 

strafrechtlichen Verurteilung kann die Rekurrentin folglich nichts zu ihren Gunsten 

ableiten. Ebenso wenig lässt die Bussenhöhe ohne Weiteres auf die 

administrativrechtliche Qualifikation der Widerhandlung schliessen.

c) Eine leichte Widerhandlung im Sinn von Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG setzt voraus, dass 

der Lenker durch die Verkehrsregelverletzung eine geringe Gefahr für die Sicherheit 

anderer hervorgerufen hat und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft. Nach der 

Rechtsprechung müssen beide Voraussetzungen kumulativ gegeben sein (BGE 135 II 

138 E. 2.2.3).

aa) Eine Verkehrsgefährdung liegt vor, wenn die körperliche Integrität einer Person 

entweder konkret oder zumindest abstrakt gefährdet wurde. Im Recht der 

Administrativmassnahmen wird dabei zwischen der einfachen und der erhöhten 

abstrakten Gefährdung unterschieden. Erstere zieht keine Administrativmassnahmen 

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nach sich (vgl. Art. 16 Abs. 2 SVG). Von einem solchen Fall ist jedoch nur dann 

auszugehen, wenn keine anderen Verkehrsteilnehmer vom Fehlverhalten hätten 

betroffen werden können. Führte dieses hingegen zu einer Verletzung eines Rechtsguts 

oder einer konkreten bzw. einer erhöhten abstrakten Gefährdung der körperlichen 

Integrität, hat dies eine Administrativmassnahme zur Folge (R. Schaffhauser, Die neuen 

Administrativmassnahmen des Strassenverkehrsgesetzes, in: Jahrbuch zum 

Strassenverkehrsrecht 2003, St. Gallen 2003, S. 181, Rz. 43 ff.). Innerhalb der erhöhten 

abstrakten Gefährdung ist auf die Nähe der Verwirklichung der Gefahr abzustellen. Je 

näher die Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder Verletzung liegt, umso 

schwerer wiegt die erhöhte abstrakte Gefahr (vgl. BGE 118 IV 285 E. 3a). Eine konkrete 

Gefahr liegt vor, wenn für einen bestimmten, tatsächlich daherkommenden 

Verkehrsteilnehmer oder einen Mitfahrer des Täters die Gefahr einer Körperverletzung 

oder gar Tötung bestand (J. Boll, Grobe Verkehrsregelverletzung, Davos 1999, S. 12). 

Zudem ist das Ausmass der üblicherweise entstehenden Schädigung bei Eintritt der 

Rechtsgutverletzung zu berücksichtigen (vgl. VRKE IV-2011/113 vom 24. November 

2011 E. 3.b, in: www.gerichte.sg.ch/Verwaltungsrekurskommission). Der Gefährdung 

der Sicherheit kommt durch die seit 1. Januar 2005 geltenden Art. 16a bis 16c SVG 

eine wesentliche und eigenständige Bedeutung zu. Der Gesetzgeber hat bewusst dem 

Gesichtspunkt der Verkehrsgefährdung ein höheres Gewicht beigemessen. 

Insbesondere hat er das Recht des Warnungsentzugs verselbständigt und im Hinblick 

auf die Erhöhung der Verkehrssicherheit verschärft (Urteil des Bundesgerichts [BGer] 

1C_267/2010 vom 14. September 2010 E. 3.4).

Gemäss Polizeirapport vom 21. Juni 2013 erlitt das am Unfall beteiligte Mädchen 

diverse Prellungen an der rechten Körperseite. Sie war zur Untersuchung im Spital 

Uznach. Da die Strassenverkehrsgesetzgebung die körperliche Integrität und die 

Gesundheit anderer Personen schützt, genügt jede Gefährdung, welche eine 

Beeinträchtigung der Gesundheit nach sich ziehen kann. Eine Verletzung dieser 

Rechtsgüter muss deshalb nicht die Schwelle einer Körperverletzung im Sinn des 

Strafrechts erreichen (vgl. GVP 2006 Nr. 29). Selbst wenn die Verkehrsregelverletzung 

der Rekurrentin nicht zu einer Verletzung der durch die Art. 16 ff. SVG geschützten 

Rechtsgüter geführt haben sollte – wie es die Rekurrentin geltend macht –, blieb es 

jedenfalls nicht bei einer abstrakten Gefährdung. Mit der Kollision konkretisierte sich 

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die Gefahr, und es zeigte sich, dass das Verhalten der Rekurrentin jedenfalls geeignet 

war, andere Verkehrsteilnehmer zu verletzen.

bb) Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung begeht eine schwere Widerhandlung 

gegen die Strassenverkehrsvorschriften, wer das Vortrittsrecht einer von links 

kommenden Fussgängerin auf dem Fussgängerstreifen missachtet, sein Fahrzeug nicht 

mehr rechtzeitig zum Halten bringt und die Fussgängerin noch touchiert (BGer 6A.

78/2006 vom 28. Dezember 2006 E. 2). Dass das Verhalten der Rekurrentin nicht als 

schwere Widerhandlung zu qualifizieren ist, hängt damit zusammen, dass die Schülerin 

gemäss Strafbefehl vom 10. Oktober 2013 den Fussgängerstreifen "nicht 

ordnungsgemäss" überquerte. Dies ist auch im Administrativmassnahmeverfahren zu 

berücksichtigen. Dass das Mädchen mit ihrem Fahrrad über den Fussgängerstreifen 

gefahren ist – wie im Rekurs geltend gemacht wird –, steht jedoch weder im 

Polizeirapport ("ihr Fahrrad auf der rechten Seite stossend") noch im Strafbefehl ("nicht 

ordnungsgemäss den Fussgängerstreifen querende Schülerin mit Fahrrad"). Das 

Mädchen selbst erklärte, dass es nach der Fussgängerinsel beim zweiten Balken zu 

rennen angefangen habe, da das Auto schnell gekommen sei. Die Rekurrentin war sich 

nicht sicher, ob das Mädchen gerannt oder gefahren ist. Das Verletzungsbild 

(Prellungen an der rechten Körperseite) spricht ebenfalls dafür, dass das Mädchen 

gerannt, und nicht gefahren ist, weshalb auch im Administrativmassnahmeverfahren 

davon auszugehen ist. Ein leichtes Verschulden liegt deshalb aber nicht vor. Gerade 

vor Fussgängerstreifen wird vom Fahrzeugführer eine erhöhte Aufmerksamkeit 

erwartet. Hinzu kommt, dass es im Administrativmassnahmerecht – gleich wie im 

Strafrecht – keine Schuldkompensation gibt (vgl. VRKE IV-2011/27 vom 30. Juni 2011 

E. 3.d, in: www.gerichte.sg.ch/Verwaltungsrekurskommission). Dies bedeutet, dass die 

einem Fahrzeuglenker anzulastende Sorgfaltspflichtverletzung durch ein allfälliges 

schuldhaftes Verhalten eines Dritten grundsätzlich nicht beseitigt werden kann.

d) Zusammenfassend steht damit fest, dass weder eine geringe Gefährdung noch ein 

leichtes Verschulden vorliegt. Die Voraussetzungen der leichten Widerhandlung sind 

damit nicht erfüllt. Die Würdigung der Vorinstanz erweist sich als zutreffend. Es liegt 

eine mittelschwere Widerhandlung im Sinne von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG vor, und der 

Führerausweis wurde zu Recht entzogen.

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6.- Zu prüfen bleibt die von der Vorinstanz verfügte Dauer des Entzugs des 

Führerausweises von einem Monat.

a) Bei der Festsetzung der Dauer des Lernfahr- oder Führerausweisentzugs sind 

gemäss Art. 16 Abs. 3 SVG die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, 

namentlich die Gefährdung der Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als 

Motorfahrzeugführer sowie die berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen. 

Die Mindestentzugsdauer darf jedoch nicht unterschritten werden. Diese beträgt 

gemäss Art. 16b Abs. 2 lit. a SVG nach einer mittelschweren Widerhandlung 

mindestens einen Monat.

b) Die von der Vorinstanz festgesetzte Dauer des Führerausweisentzugs entspricht der 

Mindestentzugsdauer gemäss Art. 16b Abs. 2 lit. a SVG. Da das Gesetz eine 

Unterschreitung dieser Mindestentzugsdauer ausschliesst (Art. 16 Abs. 3 SVG), können 

massnahmemindernde Umstände, wie ein allfällig ungetrübter automobilistischer 

Leumund eine Unterschreitung der Mindestentzugsdauer nicht rechtfertigen. 

Angesichts der zwingenden Natur der gesetzlichen Mindestentzugsdauer verbleibt der 

rechtsanwendenden Behörde auch kein Ermessensspielraum, innerhalb dessen sie 

Überlegungen zur Verhältnismässigkeit der Massnahme im Sinn der Erforderlichkeit zur 

Besserung des Betroffenen anstellen könnte (vgl. Botschaft, in: BBl 1999, S. 4462 ff.). 

Daraus folgt, dass die Mindestentzugsdauer selbst in Ausnahmesituationen nicht 

unterschritten werden darf.

c) Nach der früheren Rechtsprechung wurde der seit mehr als fünf Jahren ungetrübte 

automobilistische Leumund bei der Bemessung der Entzugsdauer zu Gunsten des 

Betroffenen berücksichtigt. Diese Rechtsprechung ging davon aus, dass das 

automatisierte Datensystem für Administrativmassnahmen zweimal jährlich auf den 

neuesten Stand gebracht wird, indem sämtliche Massnahmen, die fünf Jahre und 

länger zurückliegen – bei Sicherungsentzügen und Warnungsentzügen wegen Fahrens 

in angetrunkenem Zustand sowie Vereitelung der Blutprobe nach zehn Jahren – im 

System gelöscht wurden (vgl. BGE 122 II 21 E. 1b). Die Rechtslage hat sich seit diesem 

Entscheid insoweit geändert, als Verweigerungen, Entzüge und Aberkennungen von 

Lernfahr-, Führer- oder Fahrlehrerausweisen sowie Fahrverbote nicht mehr bereits 

nach fünf, sondern erst nach zehn Jahren nach ihrem Ablauf oder ihrer Aufhebung und 

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lediglich andere Massnahmen fünf Jahre nach Eintreten der Rechtskraft aus dem 

Datensystem entfernt werden (vgl. Art. 104b Abs. 6 lit. b SVG in Verbindung mit Art. 10 

Abs. 1 der Verordnung über das automatisierte Administrativmassnahme-Register, 

ADMAS-Register-Verordnung, SR 741.55). Diese Rechtsänderung rechtfertigt es, einen 

automobilistischen Leumund, der nicht seit mehr als zehn Jahren ungetrübt erscheint, 

grundsätzlich nicht massnahmemindernd zu berücksichtigen. Da die Rekurrentin im 

Jahr 2007 einen Verkehrsunfall verursacht hatte und ihr der Führerausweis deswegen 

für einen Monat entzogen war, bezeichnete die Vorinstanz ihren automobilistischen 

Leumund zu Recht als getrübt.

7.- Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz der Rekurrentin den 

Führerausweis zu Recht wegen einer mittelschweren Widerhandlung gegen die 

Strassenverkehrsvorschriften gemäss Art. 16b Abs. 2 lit. a SVG für einen Monat 

entzogen hat. Der Rekurs ist daher abzuweisen.

8.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten der Rekurrentin 

aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.– erscheint 

angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der 

Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist zu verrechnen.

Entscheid:

1.      Der Rekurs wird abgewiesen.

2.      Die Rekurrentin hat die amtlichen Kosten von Fr. 1'200.– zu bezahlen,

         unter Verrechnung des Kostenvorschusses in gleicher Höhe.

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		2025-07-19T09:47:16+0200
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