# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6e202952-6473-5cfb-87ac-b75196eb526f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-03-05
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 05.03.2004 110 2003 78
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2003-78_2004-03-05.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION

Ÿ

RA Nr. 110/2003/78 Bern, 5. März 2004 

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer

und

B.________
handelnd durch C.________
Beschwerdegegnerin

sowie

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Homberg, Gemeindeverwaltung, 
3622 Homberg b. Thun

betreffend die Verfügung des Gemeinderates Homberg vom 5. Juni 2003 (Baugesuch Nr. 
931.03.435; Kirchgemeindesaal)

I. Sachverhalt

1. Am 5. März 2003 stellte die Beschwerdegegnerin ein Baugesuch für das Erstellen 

eines Anbaus auf der Südostseite der bestehenden Liegenschaft "F.________", 

D.________ 20 B, auf Parzelle Homberg Gbbl. Nr. E.________. Der Anbau, welcher sich in 

der Wohn- und Gewerbezone WG 2 befindet, soll der Beschwerdegegnerin als 

Gemeindesaal für verschiedene kirchliche Anlässe dienen. 

Gegen das Bauvorhaben erhob der Beschwerdeführer Einsprache. Er machte geltend, die 

2

Realisierung des Bauvorhabens könne zu übermässigen Lärmimmissionen und zu einem 

grossen Verkehrsaufkommen führen. Er verlange von der Bauherrschaft ein Nutzungs- und 

Betriebskonzept, welches Bestandteil der Baubewilligung sein müsse. Im Konzept müsse 

insbesondere die Art, Anzahl und Dauer der Veranstaltungen, die zu erwartende 

Publikumsmenge sowie die Parkplatzsituation geregelt werden.

Am 22. Mai 2003 reichte die Beschwerdegegnerin bei der Bauverwaltung Homberg ein 

Nutzungs- und Betriebskonzept für den geplanten Gemeindesaal ein.

Am 5. Juni 2003 bewilligte die Gemeinde Homberg das Bauvorhaben und erklärte das 

Nutzungs- und Betriebskonzept der Beschwerdegegnerin vom 22. Mai 2003 als 

integrierenden Bestandteil der Baubewilligung.  

2. Gegen diese Baubewilligung erhob der Beschwerdeführer bei der kantonalen Bau-, 

Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) am 30. Juni 2003 Beschwerde. Er macht geltend, 

ein Gemeindesaal in dieser Grössenordnung sei im fraglichen Quartier von Homberg nicht 

zumutbar. Das Nutzungs- und Betriebskonzept der Beschwerdegegnerin sei ungenau und 

lasse viele Fragen offen. Hinzu komme, dass das Parkplatzangebot nicht dem 

vorgesehenen Nutzen des Anbaus entspreche. Der Passus im Nutzungs- und 

Betriebskonzept, wonach dieses nach Rücksprache mit der Gemeinde geändert werden 

könne, sei inakzeptabel.    

3. Die Beschwerdegegnerin macht geltend, der geplante Gemeindesaal sei für ihre  

Gottesdienste und Plenum-Gespräche unbedingt erforderlich. Der heute bestehende Saal 

im Untergeschoss der Pension "F.________" genüge den heutigen Anforderungen nicht 

mehr. Im Übrigen sei man bestrebt, ein möglichst attraktives Programm mit mehreren 

Anlässen pro Woche anzubieten. Es sei unmöglich, das vorgelegte Nutzungs- und 

Betriebskonzept genauer abzufassen, da nicht absehbar sei, wie sich die Kirchgemeinde 

entwickle. Das Parkplatzangebot sei genügend.

Die Gemeinde Homberg hält fest, das Nutzungs- und Betriebskonzept der 

Beschwerdegegnerin sei in Absprache mit der Gemeinde bereits einmal präzisiert worden. 

Die Gemeinde sei sich bewusst, dass das Parkplatzangebot auf der Bauparzelle 

3

ungenügend sei. Es bestehe jedoch seit längerer Zeit eine mündliche Vereinbarung 

zwischen der benachbarten Käsereigenossenschaft und dem Eigentümer der Pension 

"F.________", etwa 12 Parkplätze benutzen zu dürfen. Im Übrigen bestehe die Möglichkeit, 

beim rund 300 m entfernten Mehrzweckgebäude der Gemeinde 10 öffentliche Parkplätze 

zu benutzen. Die Baubewilligung enthalte zudem die Auflage, dass die 

Beschwerdegegnerin bei grösseren Anlässen einen Parkdienst bereit stellen muss.

4. Das Rechtsamt der BVE, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte 

mit den Verfahrensbeteiligten eine Augenscheins- und Instruktionsverhandlung durch. Die 

Verfahrensbeteiligten erhielten danach Gelegenheit, zum Augenscheinprotokoll Stellung zu 

nehmen und Schlussbemerkungen zum Verfahren einzureichen.

Auf die Rechtsschriften und das Ergebnis des Beweisverfahrens wird, soweit für den 

Entscheid von Bedeutung, in den Erwägungen zurückzukommen sein.

II. Erwägungen

1. Prozessvoraussetzungen

Nach Art. 40 Abs. 1 BauG2 können Bauentscheide innert 30 Tagen seit Eröffnung mit 

Beschwerde bei der BVE angefochten angefochten werden. Die BVE ist somit zur 

Beurteilung der Beschwerde zuständig. Der Beschwerdeführer ist  als abgewiesener 

Einsprecher durch den vorinstanzlichen Bauentscheid beschwert und somit unbestritten 

zur Beschwerde befugt. Auf seine form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist 

einzutreten. 

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 155.221.191)
2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)

4

2. Parkplätze

Der Beschwerdeführer rügt, das mit dem Bauvorhaben vorgesehene Parkplatzangebot von 

sechs Parkplätzen sei unzureichend.

a) Nach Art. 49 Abs. 1 BauV3 berechnet sich die Anzahl der Abstellplätze für 

Motorfahrzeuge auf Grund von Art. 50 ff. BauV. Die Anzahl der Abstellplätze wird durch 

eine Bandbreite begrenzt; innerhalb dieser Bandbreite legt die gesuchstellende Partei die 

Anzahl fest (Art. 50 Abs. 1 BauV). Die Bandbreite umfasst insbesondere die Abstellplätze 

für die Motorfahrzeuge der Beschäftigten, der Besucher und der Behinderten (Art. 50 Abs. 

2 BauV). 

b) Der geplante Anbau weist im Untergeschoss eine Bruttogeschossfläche von 193 m2  

und im Erdgeschoss eine solche von 282 m2  auf. Die gesamte Bruttogeschossfläche 

beträgt somit 475 m2 . Nach Art. 52 Abs. 1 BauV berechnet sich die minimale Bandbreite 

nach der Formel 0.6 x BGF/n - 3. Da sich die Nutzung des geplanten Anbaus im Freizeit- 

und Kulturbereich bewegt,  gilt für den Parameter n eine Zahl von 20. Für den Anbau ergibt 

sich somit eine Zahl von 11,25 Parkplätzen. Für das bestehende Alters- und Pflegheim 

"Pension F.________" ergibt sich in Anwendung von Art. 51 Abs. 1 BauV und Art. 52 Abs. 

1 BauV zusätzlich eine Bandbreite von 1 bis 3 Abstellplätzen4. Die abgerundete untere 

Bandbreite an Abstellflächen beträgt somit 12 Parkplätze. 

c) Das Baugesuch der Beschwerdegegnerin weist insgesamt sechs Parkplätze aus, 

welche sowohl der Beschwerdegegnerin als auch dem Alters- und Pflegheim "Pension 

F.________" zur Verfügung stehen sollen. Die minimal erforderliche Parkplatzzahl wird 

somit um mehr als 50 % unterschritten. Die Auffassung der Beschwerdegegnerin, wonach 

die ausgewiesenen sechs Parkplätze von den Mitgliedern der Beschwerdegegnerin und 

den Besucherinnen und Besuchern des Alters- und Pflegheims nicht zeitgleich genutzt 

würden und der Normbedarf an Parkplätzen daher zu reduzieren sei, überzeugt nicht. So 

ist denkbar, dass es beispielsweise am Sonntagmorgen hinsichtlich der Nutzung der 

Parkplätze durchaus Überschneidungen geben kann. Im Übrigen ist bei der 

Parkplatzberechnung auf die objektiv zur Verfügung stehende Bruttogeschossfläche 

3 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1)
4 vgl. Parkplatzberechnung der Gemeinde Homberg vom 25. Mai 2003

5

abzustellen. Die drei Mehrzweckräume im Untergeschoss sind daher bei der 

Parkplatzberechnung hinzuzurechnen. Der Einwand der Beschwerdegegnerin, wonach der 

Saal und die Mehrzweckräume nicht zeitgleich genutzt würden, ändert an diesem Ergebnis 

nichts. 

d) Nach Art. 55 Abs. 1 BauV befreit die Baubewilligungsbehörde den Bauherrn im 

erforderlichen Umfang von der Erfüllung der Parkplatzpflicht, wenn er aus tatsächlichen 

oder rechtlichen Gründen (topografische Verhältnisse, Schutz der Landschaft oder des 

Ortsbildes, unzulässige Inanspruchnahme von Innenhöfen oder Vorgärten, Notwendigkeit 

der Verkehrsberuhigung) die verlangte Abstellfläche weder auf dem Baugrundstück noch 

im Umkreis von 300 m bereitzustellen vermag. Die Befreiung ist jedoch ausgeschlossen, 

wenn verkehrsgefährdende Zustände drohen, denen weder mit Bedingungen und Auflagen 

noch mit einer Projektänderung begegnet werden kann (Art. 55 Abs. 2 BauV). 

Es trifft zwar zu, dass die bestehenden räumlichen Verhältnisse auf der Bauparzelle nicht 

mehr als sechs Parkplätze zulassen. Das Beweisverfahren hat jedoch ergeben, dass 

bereits die heutige Parkplatzsituation rund um die Bauparzelle als verkehrsgefährdend 

bezeichnet werden muss. So ist festzustellen, dass die Mitglieder der Beschwerdegegnerin 

ihre Fahrzeuge bei grösseren Anlässen, insbesondere während des sonntäglichen 

Gottesdienstes, vor der benachbarten Käserei und dem Alters- und Pflegheim "Pension 

F.________" entlang der Hauptstrasse "wild" parkieren. Es handelt sich dabei nicht um 

offizielle Parkplätze5. Die Fahrzeuge werden zum Teil sogar auf der gelb markierten 

Bushaltestelle vor der "Pension F.________" abgestellt. Das Abstellen von Fahrzeugen 

unmittelbar neben der Hauptstrasse gefährdet bereits heute den Durchgangsverkehr. Die 

Nebenbestimmung in der Baubewilligung, wonach bei grösseren Anlässen jeweils ein 

Parkdienst organisiert werden muss, vermag an dieser Situation nichts zu ändern. Eine 

Befreiung von der Parkplatzpflicht scheidet in Anwendung von Art. 55 Abs. 2 BauV somit 

aus. Die Frage, ob die bestehende Topografie auf der Bauparzelle allenfalls eine Befreiung 

von der Erfüllung der Parkplatzpflicht rechtfertigt, kann bei dieser Sachlage offen gelassen 

werden. Die Beschwerdegegnerin vermochte im Beschwerdeverfahren auch nicht den 

Nachweis zu erbringen, dass die fehlenden Abstellplätze im näheren Umkreis der 

Bauparzelle auf fremdem Boden sichergestellt werden könnten. Es liegen schliesslich auch 

keine besonderen Verhältnisse vor, die nach Art. 54 BauV ein Abweichen von der 

Parkplatz-Bandbreite rechtfertigen würden.

5 vgl. Fotodokumentation zum Augenscheinprotokoll vom 29. September 2003

6

e) Zusammenfassend folgt, dass das Bauvorhaben den nach Art. 49 ff. BauV 

erforderlichen minimalen Normbedarf an Parkplätzen bei weitem nicht erfüllt. Eine 

Befreiung von der Erfüllung der Parkplatzpflicht ist wegen drohender verkehrsgefährdender 

Zustände rund um die Bauparzelle ausgeschlossen.  

3. Zonenkonformität

Der Beschwerdeführer macht geltend, ein Gemeindesaal in dieser Grössenordnung sei im 

fraglichen Ortsteil von Homberg, welcher vorwiegend dem Wohnen und der 

landwirtschaftlichen Nutzung vorbehalten sei, nicht zumutbar. Er rügt somit sinngemäss, 

der geplante Anbau sei zonenwidrig.   

a) Die Bauparzelle Homberg Gbbl. Nr. E.________ liegt in der Wohn- und 

Gewerbezone WG 2. Art. 29 Abs. 2 GBR6 bestimmt, dass in der Wohn- und Gewerbezone 

WG 2 Wohnbauten und Bauten mässig störender Betriebe zugelassen sind. 

Ausgeschlossen sind gewerbliche Nutzungen, die ein Übermass an quartierfremdem 

Verkehr verursachen (Art. 29 Abs. 4 GBR). 

Als erstes ist zu prüfen, welche Bedeutung dieser kommunalen Bestimmung, soweit sie die 

zulässigen Immissionen umschreibt, neben dem USG7 noch zukommt. Mit dem 

Inkrafttreten des USG verlor das kantonale Recht seine selbständige Bedeutung, soweit 

sich sein materieller Gehalt mit dem Bundesrecht deckt oder weniger weit geht als dieses. 

Es behielt sie dort, wo es die bundesrechtlichen Normen ergänzt oder - soweit erlaubt - 

verschärft. Das USG erfasst aber nicht alle denkbaren Auswirkungen und Störungen, die 

eine Baute oder Anlage mit sich bringen kann. Selbständige Bedeutung können 

insbesondere kantonale oder kommunale Bestimmungen über die Zulässigkeit von 

störenden Bauten und Anlagen in Nutzungszonen haben, soweit sie die Frage regeln, ob 

aus raumplanerischen Gründen ein Betrieb am vorgesehenen Ort überhaupt erstellt 

werden darf. Es steht die Frage im Vordergrund, welche Nutzungsstrukturen eine 

6 Gemeindebaureglement von Homberg vom 18. Dezember 2000
7 Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (USG; SR 814.01)

7

bestimmte Zone aufweisen soll. In diesem Rahmen beruhen kantonale oder kommunale 

Normen auf eigenständigen kantonalen oder kommunalen Rechtsetzungskompetenzen auf 

dem Gebiet der Ortsplanung8. 

Es ist weiter zu berücksichtigen, dass die bauliche Nutzung durch die baurechtliche 

Grundordnung der Gemeinde bestimmt ist (Art. 4 Abs. 1 BauG). Bei der Festlegung dieser 

Nutzungsordnung kommt den Gemeinden gestützt auf die Verfassung eine Autonomie zu, 

welche ihnen einen möglichst weiten Handlungsspielraum gewährt. Sie bestimmen im 

Rahmen des übergeordneten Rechts, welche von mehreren gesetz- und zweckmässigen 

Planungslösungen zu wählen ist (Art. 65 Abs. 1 BauG). Dieser Kompetenz ist auch bei der 

Auslegung und Anwendung der kommunalen Nutzungsvorschriften Rechnung zu tragen. 

Es wäre mit der verfassungsrechtlichen Gemeindeautonomie nicht vereinbar, wenn jener 

Handlungsspielraum durch eine zu enge Rechtsverwirklichung wieder übermässig 

eingeschränkt würde9. Der Auffassung der Gemeinde Homberg kommt deshalb in der 

nachfolgenden Beurteilung eine besondere Bedeutung zu.

b) Die Zone, in welcher der geplante Anbau errichtet werden soll, ist eine gemischte 

Zone für Wohn- und Gewerbebauten. Zugelassen sind neben Wohnbauten "Bauten mässig 

störender Betriebe". Im Gegensatz zu einer reinen Wohnzone, von welcher störende 

Gewerbe fernzuhalten sind, dürfen in einer gemischten Zone Gewerbe errichtet werden, 

die zwar gewisse Unannehmlichkeiten mit sich bringen, das gesunde Wohnen aber nicht 

beeinträchtigen. Die Rechtsprechung hat die Betriebe in verschiedene Kategorien 

eingeteilt: Nicht störend sind Betriebe, die mit der Wohnnutzung ohne Weiteres vereinbar 

sind oder diese sogar begünstigen, das heisst zum Beispiel Bäckereien, Coiffeursalons 

und dergleichen. Als mässig störend gelten Betriebe, welche die Wohnnutzung in der 

Nacht und zur üblichen Freizeit nicht beeinträchtigen und deren Störungen während der 

übrigen Zeit aus wohnhygienischer und gesundheitspolizeilicher Sicht noch hingenommen 

werden können10. Betriebe, die noch stärker stören, sind solche, die das gesunde Wohnen 

wesentlich beeinträchtigen. Sie sind als Grossgewerbe in Industriezonen zu verweisen. Die 

Rechtsprechung hat zum Beispiel die gewöhnlichen Autoreparaturwerkstätten in einer 

gemischten Zone nicht von vornherein als unzulässig beurteilt11. Auch wurde die 

8 BGE 117 Ib 150 E. 3c und 3d; BVR 1994 S. 232 E. 2a
9 BGE 118 Ia E. 3a; BVR 2002 S. 65 E. 3b; Ulrich Häfelin/Georg Müller, Grundriss des allg. Verwaltungsrechts, 
2. Aufl., Zürich 1993, N. 1114 f. 
10 BVR 1986 S. 212 E. 4a
11 BVR 1996 S. 213 E. 4

8

Zonenkonformität einer Fabrikation und Reparatur von Fahrzeug- und Industriekühlern, die 

nicht zu mehr Emissionen führt als eine Autoreparaturwerkstätte, einer gemischten Zone 

bejaht. Dagegen wurde ein Carosseriebetrieb, ein Schlossereibetrieb und ein Betrieb zur 

Metallverarbeitung in einer gemischten Zone als störend eingestuft12.     

c) Das Bundesgericht hatte sich kürzlich mit der Frage zu befassen, unter welchen 

Voraussetzungen Bauten, die kulturellen oder religiösen Tätigkeiten dienen, in einer 

gemischten Wohn- und Gewerbezone zonenkonform sind13. Im fraglichen Fall ging es um 

die Umnutzung einer leer stehenden, früher gewerblich genutzten Baute in ein islamisches 

Zentrum, in welchem wöchentliche Versammlungen mit bis zu 120 Personen und - 

während des Ramadans - zwei Mal jährlich Versammlungen mit etwa 300 Personen 

abgehalten werden sollen. Beabsichtigt war zudem, den Ort als soziokulturelles Zentrum 

mit Schulzimmern für den Sprach- und Stützunterricht der Kinder, einem Kinderhort, einer 

Bibliothek mit Tagungsraum, mehreren Büros und einer Dienstwohnung zu nutzen. Das 

Bundesgericht erwog unter anderem, die Zonenkonformität beurteile sich nach dem 

Ausmass der Immissionen, welche die geplante Nutzung verursache. Die Vorinstanz 

erachtete die geplante Nutzung in der gemischten Wohn- und Gewerbezone als 

zonenkonform, da der Schulunterricht nicht zur gleichen Zeit stattfinde wie die 

wöchentlichen Freitagsgebete und deshalb nicht mit einer übermässigen Beanspruchung 

der Infrastruktur zu rechnen sei. Es bestehe auch kein zusätzlicher Bedarf an Parkplätzen, 

da die Freitagsgebete zu einer eher unproblematischen Tageszeit, d.h. zwischen 12 und 

14 Uhr, stattfänden. Angesichts des bestehenden Parkplatzangebots und wegen der guten 

Erreichbarkeit des Zentrums mit öffentlichen Verkehrsmitteln sei die Gefahr wilden 

Parkierens auf den Quartierstrassen gering. Die von der Bauherrschaft abgegebene 

Zusicherung, an Anlässen mit grösserem Publikumsaufmarsch einen Ordnungsdienst zu 

organisieren, gewährleiste zudem Ruhe und Ordnung im Quartier. Das islamische Zentrum 

beeinträchtige somit den Quartiercharakter und die Wohnqualität nicht und könne daher als 

zonenkonform beurteilt werden. Das Bundesgericht hatte diese Auffassung gestützt.    

Zusammenfassend folgt, dass Bauten, die kulturellen oder religiösen Tätigkeiten dienen, 

nach der bundesgerichtlichen Praxis in der Wohn- und Gewerbezone nicht von vornherein 

als zonenfremd bezeichnet werden können. Die Grenze zur zonenfremden Nutzung wird 

dann überschritten, wenn die geplante Nutzung ein Ausmass an Immissionen verursacht, 

12 BVR 1985 S. 409 E. 3; Baurecht 4/82; ZBl 73/1972 S. 484 E. 5c
13 BGer 1P.290/2003 vom 15.8.2003

9

welches aus wohnhygienischer und gesundheitspolizeilicher Sicht nicht mehr 

hingenommen werden kann oder die öffentliche Sicherheit erheblich beeinträchtigt. 

d) Aus den Vorakten geht hervor, dass der geplante Anbau im Erdgeschoss einen rund 

150 m2 grossen Saal mit etwa 180 Sitzplätzen und im Untergeschoss drei 

Mehrzweckräume mit einer Gesamtfläche von etwa 146 m2 beinhaltet14. Der Anbau ist für 

die Nutzung von freikirchlichen Anlässen vorgesehen15. Als Hauptanlass findet jeweils am 

Sonntagmorgen ein etwa zweistündiger Gottesdienst statt. Hinzu kommen drei 

wöchentliche Treffen kleinerer Gruppen, welche an verschiedenen Abenden zwischen 20 

und 22 Uhr stattfinden sowie betreute Kinder- und Jugendanlässe an zwei Nachmittagen 

pro Woche zwischen 16 und 19 Uhr. Für die Durchführung grösserer Anlässe ist wie bis 

anhin die Nutzung der gemeindeeigenen Mehrzweckhalle vorgesehen. Die 

Beschwerdegegnerin besteht heute aus etwa 70 Mitgliedern, welche zu rund 70 % in der 

Gemeinde Homberg wohnhaft sind. Die restlichen Mitglieder wohnen vorwiegend in 

Anliegergemeinden.  

Im vorliegenden Fall hängt die Frage der Zonenkonformität eng mit der Parkierungsfrage 

zusammen (siehe Erwägungen in Ziffer 3). Vorhanden sind nur 6 Parkplätze. Für die 

Frage, ob das Vorhaben in dieser Zone zu sehr stört, ist auf die objektiv möglichen 

Nutzungsmöglichkeiten abzustellen. Es sieht einen Saal mit 180 Sitzplätzen (147,68 m² 

Bruttofläche) und 3 Mehrzweckräume mit zusammengezählt nochmals der gleichen Fläche 

(146,11 m² Bruttofläche) vor. Die gleichzeitige Nutzung einer oder verschiedener Räume ist 

objektiv möglich, das Vorhaben sieht die nötigen Nebenräume wie WC's vor. Für die 

Beurteilung wird auf eine durchschnittlich intensive Nutzung und damit auch auf die zum 

Teil gleichzeitige Nutzung mehrerer Räume abgestellt. Damit wird nicht bezweifelt, dass 

die Angaben der Beschwerdegegnerin im Betriebskonzept richtig sind oder dass das 

Konzept dem effektiv geplanten Betrieb entspricht. Die Annahmen müssen aber einer 

objektiv möglichen Nutzung einer durchschnittlichen Betreiberin entsprechen. Im Übrigen 

lässt sich der vorliegende Fall mit demjenigen im oben erwähnten 

Bundesgerichtsentscheid nicht vergleichen, da es hier an einem genügenden 

Parkplatzangebot fehlt und die Erschliessung mit öffentlichen Verkehrsmitteln im 

Gegensatz zu städtischen Verhältnissen eher schlecht ist. Erfahrungsgemäss passt sich 

die Nutzung den baulichen Möglichkeiten an, hohe Investitionen (Bausumme gemäss 

14 Grundrissplan vom 3. März 2003
15 Nutzungs- und Betriebskonzept der Beschwerdegegnerin vom 22. Mai 2003

10

Baugesuch: 970'000 Franken) legen eine intensive Nutzung nahe. Das vorliegende 

Konzept, das von einer Zahl von 70 Mitgliedern und von einer sehr geringen 

Nutzungsintensität ausgeht, ist kein Garant für den Bestand dieser Intensität. Auch mit 

Nebenbestimmungen kann die heute beabsichtigte Nutzung nicht gesichert werden. Es 

würde auch dem Wesen einer (Frei-)Kirche widersprechen, den Rahmen des 

Gemeindelebens in der Baubewilligung abzustecken. Die Beschwerdegegnerin muss 

vielmehr im Rahmen des bewilligten Zustandes relativ frei über ihr Gemeindeleben 

bestimmen können. Deshalb muss der bewilligte Zustand nicht einer momentanen sondern 

einer objektiven durchschnittlichen und damit entwicklungsfähigen Betriebsintensität 

entsprechen.

Zu berücksichtigen ist auch die Verkehrsmittelwahl der Besuchenden. Aus dem Zonenplan 

der Gemeinde Homberg ergibt sich, dass der Anteil der Bevölkerung, welche nicht in der 

Bauzone wohnhaft ist und zum Teil mehrere Kilometer von der Bauparzelle entfernt wohnt, 

verhältnismässig gross ist. Damit ist davon auszugehen, dass der Verkehr der 

einheimischen wie der auswärtigen Besuchenden vorwiegend mit dem Auto erfolgt. 

e) Bei objektiv durchschnittlicher Auslastung bewirkt der Betrieb häufige und zahlreiche 

Zu- und Wegfahrten mit den Autos der Besuchenden, die mit den vorhandenen 6 

Parkplätzen unmöglich ordentlich bewältigt werden können. Ob eine schlichte Erhöhung 

des Parkplatzangebotes die Situation verbessern würde, kann offen bleiben, denn im Laufe 

des Verfahrens haben sich keine solche Möglichkeiten gezeigt. Eine Verbesserung scheint 

allerdings fraglich. Denn störend wirkt, dass der Zielverkehr sich nicht nur beim Ziel 

auswirkt, sondern sich am Ziel relativ breit und ungeordnet verteilt. Deshalb ist die zu 

erwartende Störung übermässig und das Vorhaben in der Wohn- und Gewerbezone von 

Homberg nicht zonenkonform.

Dass die Wohn- und Gewerbezone in der Gemeinde die Grundzone darstellt und daneben 

nur noch bestimmte Zonen für öffentliche Nutzungen ausgeschieden sind, ändert daran 

nichts. Planerische Möglichkeiten sind vielmehr denkbar.

4. Zusammenfassung

Zusammenfassend folgt, dass das Bauvorhaben der Beschwerdegegnerin den minimal 

11

erforderlichen Parkplatzbedarf nur zu rund 50 % erfüllt. Eine Befreiung von der Erfüllung 

der Parkplatzpflicht scheidet wegen verkehrsgefährdender Zustände aus. Die vom 

Bauvorhaben insbesondere durch den ungeregelten Verkehr ausgehende Störung ist 

übermässig, so dass das Vorhaben in der Wohn- und Gewerbezone von Homberg nicht 

zonenkonform ist. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen und die vorinstanzliche 

Baubewilligung aufzuheben. Der Beschwerdegegnerin ist für das geplante Bauvorhaben 

der Bauabschlag zu erteilen.             

5. Kosten   

Bei diesem Verfahrensausgang sind die oberinstanzlichen Verfahrenskosten der 

unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 108 Abs. 1 VRPG16). Sie werden 

bestimmt auf insgesamt Fr. 1'600.00 (Pauschalgebühr: Fr. 1'400.00, Beweiskosten 

[Augenschein]: Fr. 200.00). Parteikosten sind keine zu sprechen. Die amtlichen Kosten des 

Baubewilligungsverfahrens (Gebühren und Auslagen) bleiben der Beschwerdegegnerin 

auferlegt (Art. 52 Abs. 1 BewD17).  

III. Entscheid

1. a) Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Baubewilligung der Gemeinde Homberg 

vom 5. Juni 2003 wird aufgehoben. 

b) Der Beschwerdegegnerin wird für das Erstellen eines Anbaus auf der 

Südostseite der Liegenschaft "Pension F.________", D.________ 20 B, auf Parzelle 

Homberg Gbbl. Nr. E.________ (Baugesuch vom 5. März 2003) der Bauabschlag 

erteilt. 

2. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 1'600.00 werden der 

Beschwerdegegnerin auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser 

Entscheid in Rechtskraft erwachsen ist. Die amtlichen Kosten des 

16 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (BSG 155.21)
17 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (BewD; BSG 725.1) 

12

Baubewilligungsverfahrens (Gebühren, Auslagen) bleiben der Beschwerdegegnerin 

auferlegt. 

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- Herrn A.________ (mit Gerichtsurkunde)

- B.________ (mit Gerichtsurkunde)

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Homberg, Gemeindeverwaltung (LSI) 

- Regierungsstatthalter von Thun, zur Kenntnis (mit B-F.________)

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

B. Egger-Jenzer, Regierungsrätin