# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cad9be42-c84c-512f-8b68-fcd9173c301b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-02
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 02.11.2022 IV 2021/220
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2021-220_2022-11-02.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2021/220

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 16.02.2023

Entscheiddatum: 02.11.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 02.11.2022
Art. 8, 17 und 28 ff. IVG; teilweise Gutheissung der Beschwerde, da – 
entgegen der Annahme der Vorinstanz – von einem rentenbegründenden 
Invaliditätsgrad auszugehen ist, hätten im Rahmen der Rentenprüfung 
Eingliederungsmassnahmen/berufliche Massnahmen geprüft werden 
müssen. Rückweisung in diesem Sinne an die Vorinstanz (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. November 2022, IV 
2021/220).

Entscheid vom 2. November 2022

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterin Christiane Gallati 

Schneider und Versicherungsrichter Michael Rutz; Gerichtsschreiber Markus Jakob

Geschäftsnr.

IV 2021/220

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Nadja D'Amico, c/o Procap Schweiz, 

Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

berufliche Massnahmen / Rente

Sachverhalt

A.  

A.___, ohne abgeschlossene Berufsausbildung (nachfolgend Versicherte), arbeitete 

seit dem 1. April 2017 in einem 100 %-Pensum als Fachkraft für Sortierarbeiten bei der 

B.___ AG (IV-act. 1, 2-3, 23).

A.a. 

Nach entsprechender Anmeldung zur Früherfassung vom 26. Juni 2019 (IV-act. 1) 

meldete sich die Versicherte am 21. Juli 2019 insbesondere wegen der die 

Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden persistierenden Rückenschmerzen mit 

Ausstrahlungen in die Beine sowie Schulterschmerzen rechts mit Ausstrahlung in den 

rechten Arm (vgl. die Berichte der Klinik für Neurochirurgie des Kantonsspitals St. 

Gallen [nachfolgend: KSSG] vom 17. Juli, 14. August, 10. Oktober und 10. Dezember 

2018 sowie vom 30. April und 31. Mai 2019 [IV-act. 9, 11 ff., 15, 22-5 f.] und der Klinik 

für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des KSSG vom 14. Juni und 18. Juli 

2019 [IV-act. 16 f.]) zum Bezug von Leistungen bei der Invalidenversicherung an 

(Berufliche Integration/Rente; IV-act. 4). In der Stellungnahme vom 6. August 2019 hielt 

die RAD-Ärztin Dr. med. C.___, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH, fest, 

dass bei der Versicherten in der angestammten Tätigkeit mit ausschliesslichem Stehen 

und repetitiver Belastung der rechten Schulter wegen einer verminderten Belastbarkeit 

der Wirbelsäule und der rechten Schulter dauerhaft keine Arbeitsfähigkeit mehr 

bestehe. In einer leidensadaptierten Tätigkeit (leichte körperliche Tätigkeit in 

Wechselbelastung, ohne Zwangshaltungen für die Wirbelsäule, ohne repetitive 

Belastungen für die rechte Schulter und den rechten Arm und ohne Überkopfarbeiten) 

bestehe Eingliederungspotential in einem 50%igen Pensum, steigerbar (IV-act. 24).

A.b. 

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Mit Mitteilung vom 4. November 2019 sicherte die IV-Stelle der Versicherten 

Beratung und Unterstützung beim Erhalt des Arbeitsplatzes zu (IV-act. 36).

A.c. 

Im Bericht des Schmerzzentrums des KSSG vom 27. November 2019 über die 

Untersuchung vom 18. November 2019 diagnostizierten die Ärzte ein chronifiziertes 

nozizeptives Schmerzsyndrom des lumbalen Rückens mitbedingt durch die erhebliche 

lumbale S-förmige Skoliose. Die monotone, körperbetonte Arbeit erachteten die Ärzte 

als einen Risikofaktor für eine weitere Chronifizierung (IV-act. 41).

A.d. 

Da eine Anpassung des bisherigen Arbeitsplatzes und ein firmeninterner 

Arbeitsplatzwechsel nicht möglich waren (vgl. IV-act. 44), sprach die IV-Stelle der 

Versicherten mit Mitteilung vom 9. Januar 2020 die Übernahme der Kosten für ein 

Jobcoaching zwecks Suche einer externen Anschlusslösung zu (IV-act. 45). Das 

Arbeitsverhältnis bei der B.___ AG endete am 30. April 2020 (vgl. IV-act. 54-7). 

Anschliessend arbeitete die Versicherte in einer Firma, welche im Bereich der 

automatischen Verpflegung tätig ist. Das Arbeitsverhältnis wurde jedoch bereits nach 

14 Tagen von der Arbeitgeberin wieder aufgelöst (IV-act. 54-6; betreffend 

Auflösungsgrund vgl. auch IV-act. 56-1, 58-2, 63-1 und 72-6).

A.e. 

Mit Mitteilung vom 8. Juli 2020 sprach die IV-Stelle der Versicherten einen vom 1. 

Juli bis 31. Dezember 2020 befristeten Arbeitsversuch im D.___ zu. Als Ziele des 

Arbeitsversuchs wurden insbesondere genannt die möglichst genaue Beurteilung der 

Belastbarkeit, der Leistungs- und Einsatzfähigkeit und der Zuverlässigkeit der 

Versicherten sowie das Sammeln von Berufserfahrung in einem möglichen 

Arbeitsumfeld und das Erschaffen einer aktuellen Referenz für die weitere Stellensuche 

(IV-act. 57, 60). Im Feststellungsblatt berufliche Massnahmen vom 16. Dezember 2020 

wurde von der Eingliederungsberaterin der IV-Stelle zum Arbeitsversuch festgehalten, 

dass bei einem vollen Arbeitspensum sozialpraktisch eine Leistung von 60 bis 80 % 

erreicht worden sei. Die Leistung sei bei Tätigkeiten, die mit längeren Gehstrecken 

verbunden seien, deutlich stärker eingeschränkt. Tätigkeiten an Ort (ohne 

Zwangshaltungen) hätten fast ohne Leistungseinschränkungen durchgeführt werden 

können (IV-act. 74; siehe auch die Ausführungen zur Arbeitsfähigkeit im 

Standortgespräch vom 21. September 2020 sowie im Abschlussgespräch vom 1. 

Dezember 2020, IV-act. 72-8). Mit Mitteilung vom 4. Januar 2021 wurden die 

A.f. 

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beruflichen Massnahmen von der IV-Stelle abgeschlossen (IV-act. 75). Am 7. April 2021 

wurde die Versicherte von der IV-Stelle informiert, dass nach dem Abschluss der 

beruflichen Massnahmen nun der mögliche Anspruch auf eine Rente geprüft werde (IV-

act. 83).

In der Stellungnahme vom 22. April 2021 erklärte RAD-Ärztin Dr. C.___, dass der 

Gesundheitszustand der Versicherten für die Rentenprüfung noch nicht ausreichend 

stabil sei (IV-act. 84). Nach Einholung neuer Berichte beim Schmerzzentrum des KSSG 

(Untersuchungsbericht vom 21. Juni 2021, IV-act. 91, und Beurteilung der 

Leistungsfähigkeit vom 20. Juli 2021, IV-act. 94) erfolgte eine erneute Fallvorlage, 

woraufhin die RAD-Ärztin in der Stellungnahme vom 17. August 2021 festhielt, dass die 

im Rahmen des Arbeitsversuchs am Bundesverwaltungsgericht sozialpraktisch 

erprobte Leistung und die gezeigten Einschränkungen aufgrund der objektiven 

Wirbelsäulenveränderungen plausibel und nachvollziehbar seien. Seither sei es zu einer 

vorübergehenden Verschlechterung und auch wieder zu einer Verbesserung 

gekommen, was den normalen Verlauf bei einer solchen Erkrankung darstelle. In der 

angestammten Tätigkeit (Facharbeiterin Recycling) mit monotoner Körperhaltung 

bestehe seit dem 10. Juli 2018 anhaltend keine relevante Arbeitsfähigkeit mehr. In einer 

optimal leidensadaptierten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 60 % (innerhalb 

eines 80 bis 100%igen Pensums mit Leistungsminderung durch zusätzliche, frei 

wählbare Pausen zum Positionswechsel und eine gewisse Leistungsminderung durch 

verlangsamtes Arbeiten bei Schmerzen). Als Adaptionskriterien wurden genannt: leichte 

körperliche Arbeit in Wechselbelastung, vorwiegend im Sitzen, keine längeren 

Gehstrecken, Knien, Hocken oder Bücken, mit frei wählbaren Pausen zum 

Positionswechsel, keine besondere Stressbelastung unter Zeitdruck sowie keine 

Exposition gegenüber aussergewöhnlicher Kälte, Hitze oder Zugluft (IV-act. 95).

A.g. 

Mit Vorbescheid vom 25. August 2021 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, 

dass vorgesehen sei, das Leistungsbegehren für eine Invalidenrente bei einem 

ermittelten Invaliditätsgrad von 37 % abzuweisen (IV-act. 99; Berechnungsgrundlagen 

siehe IV-act. 96 f.).

A.h. 

Am 29. September 2021 liess die Versicherte, vertreten durch Procap St. Gallen-

Appenzell, Einwand gegen den Vorbescheid erheben. Verlangt wurde die Ausrichtung 

A.i. 

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B.  

einer Viertelsrente. Ausgeführt wurde, dass die medizinisch-theoretische 

Arbeitsfähigkeit des RAD nicht bestritten werde. Da in der Vergangenheit sehr 

unterschiedlich hohe Einkommen erzielt worden seien, sei nicht auf das letzte 

Einkommen bei der B.___ AG, sondern beim Valideneinkommen und beim 

Invalideneinkommen auf die Tabellenlöhne abzustellen. Zudem sei ein 

Tabellenlohnabzug beim Invalideneinkommen zu gewähren (IV-act. 103).

Mit Verfügung vom 1. Oktober 2021 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren der 

Versicherten für eine Invalidenrente bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 37 % ab 

(IV-act. 104). Beim Valideneinkommen wurde auf die Lohnangaben der letzten 

Arbeitgeberin, der B.___ AG, für das Jahr 2019 von Fr. 50'830.- abgestellt (vgl. IV-act. 

23-5 f.). Gestützt auf die Tabellenlöhne und unter Berücksichtigung eines 

Minderverdienstabzug von 3.65 % (8.65 % - 5 %) sowie bei einer 60%igen 

Arbeitsfähigkeit wurde das Invalidenkommen auf Fr. 32'023.- festgelegt. Ein 

Tabellenlohnabzug wurde nicht gewährt (IV-act. 104).

A.j. 

Gegen die Verfügung vom 1. Oktober 2021 richtet sich die vorliegende 

Beschwerde vom 3. November 2021 (act. G 1). Die Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwältin Nadja D'Amico, Procap Schweiz, 

Olten, beantragt darin die Aufhebung der Verfügung vom 1. Oktober 2021, die 

Gewährung von beruflichen Massnahmen und die Zusprache einer Invalidenrente ab 

dem frühest möglichen Zeitpunkt. Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren 

Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung lässt sie 

insbesondere ausführen, dass die Beschwerdegegnerin dem Grundsatz Eingliederung 

vor Rente vorliegend zu wenig Rechnung getragen habe. So habe der Arbeitsversuch 

beim Bundesverwaltungsgericht deutlich gezeigt, dass die Beschwerdeführerin in der 

Eingliederung auf weitere Unterstützung angewiesen sei. Im Weiteren wird darauf 

hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin die erste berufliche Ausbildung 

gesundheitsbedingt habe abbrechen müssen. Die Bemühungen, eine neue, 

leidensadaptierte Lehrstelle zu finden, seien ebenfalls am gesundheitlichen Zustand der 

Beschwerdeführerin gescheitert. Insbesondere auch vor diesem Hintergrund müssten 

B.a. 

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berufliche Massnahmen geprüft werden. Mit einer Arbeitsvermittlung sei es nicht getan. 

Der Rentenentscheid sei zu früh erfolgt. Die vom RAD angenommene Arbeitsfähigkeit 

von 60 % könne nicht nachvollzogen werden, sei dieser doch zuvor von einer 50%igen 

Arbeitsfähigkeit ausgegangen (vgl. IV-act. 24-3).

Mit Schreiben vom 4. November 2021 reichte die Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin bei der Beschwerdegegnerin ein erneutes Gesuch um Gewährung 

von beruflichen Massnahmen ein und begründete dies damit, dass berufliche 

Massnahmen nicht Gegenstand vor Gericht seien und die Beschwerdeführerin ihre 

erstmalige berufliche Ausbildung zur Schlosserin aus gesundheitlichen Gründen habe 

abbrechen müssen, was bisher nicht berücksichtigt worden sei (IV-act. 107).

B.b. 

Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 29. Dezember 

2021 die Abweisung der Beschwerde (act. G 4). Begründet wird dies insbesondere 

damit, dass der Anspruch auf berufliche Massnahmen bereits mit Mitteilung vom 4. 

Januar 2021 (IV-act. 75) verneint worden sei und die Beschwerdeführerin nicht innert 

der Frist von 30 Tagen eine anfechtbare Verfügung verlangt habe. Ausserdem sei der 

Grundsatz Eingliederung vor Rente nicht verletzt, da ein Rentenanspruch der 

Beschwerdeführerin verneint worden sei. Zur Arbeitsfähigkeit wurde ausgeführt, dass 

der RAD gestützt auf den Bericht der Eingliederungsberaterin zum Arbeitsversuch im 

D.___ sowie weitere Berichte des KSSG geprüft habe, ob die anlässlich des 

Arbeitsversuchs gezeigte Leistung anhand der objektiven Wirbelsäulenveränderungen 

plausibel sei, was bestätigt worden sei.

B.c. 

In der Replik vom 16. März 2022 lässt die Beschwerdeführerin vollumfänglich an 

den Rechtsbegehren gemäss der Beschwerde vom 3. November 2021 festhalten (act. 

G 8). Miteingereicht wurden der Untersuchungsbericht des Ostschweizer 

Wirbelsäulenzentrums des KSSG vom 14. Februar 2022 über die Untersuchung vom 

10. Februar 2022 (act. G 8.1), der Verlaufskonsultationsbericht des Schmerzzentrums 

des KSSG vom 7. Januar 2022 über die Untersuchung vom 13. Dezember 2021 (act. 

G 8.2) sowie weitere Arztberichte aus den Jahren 1991 bis 1999 (act. G 8.3).

B.d. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 10).B.e. 

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Erwägungen

1.  

2.  

Am 1. Januar 2022 trat das revidierte Bundesgesetz über die Invalidenversicherung 

(IVG; SR 831.20) in Kraft (Weiterentwicklung der IV [WEIV]: Änderung vom 19. Juni 

2020, AS 2021 705, BBI 2017 2535). Die im vorliegenden Beschwerdeverfahren 

angefochtene Verfügung vom 1. Oktober 2021 (IV-act. 104) erging vor dem 1. Januar 

2022. Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen Rechts und des zeitlich 

massgebenden Sachverhalts (vgl. statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 129 V 351 E. 1 

mit Hinweisen) sind daher die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung 

über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in der bis 31. Januar 2021 gültig 

gewesenen Fassung anwendbar (Urteil des Bundesgerichts vom 22. März 2022, 

8C_736/2021, E. 2.2).

1.1. 

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen sind der Anspruch 

der Beschwerdeführerin auf berufliche Massnahmen sowie derjenige auf eine 

Invalidenrente (vgl. act. G 1-2).

1.2. 

Zum Begehren der Beschwerdeführerin um Gewährung von beruflichen 

Massnahmen ist festzuhalten, dass vorliegend einzig der Rentenanspruch Gegenstand 

der angefochtenen Verfügung vom 1. Oktober 2021 (IV-act. 104) bildet. Der Anspruch 

auf berufliche Massnahmen wurde von der Beschwerdegegnerin mit Mitteilung vom 4. 

Januar 2021 (IV-act. 75) abgewiesen und die Beschwerdeführerin nutzte gemäss 

Aktenlage die Möglichkeit, innert 30 Tagen eine anfechtbare Verfügung zu verlangen, 

nicht. Auch auf das Informationsschreiben der Beschwerdegegnerin vom 7. April 2021, 

dass nach Abschluss der beruflichen Massnahmen nun der mögliche Anspruch auf 

eine Rente geprüft werde (IV-act. 83), reagierte die Beschwerdeführerin nicht. Selbst im 

Einwand vom 29. September 2021 (IV-act. 103) gegen den Vorbescheid vom 25. 

August 2021 (IV-act. 99) beantragte die Beschwerdeführerin keine beruflichen 

Massnahmen, sondern verlangte ausschliesslich die Zusprache einer Invalidenrente. 

Folglich gab es für die Beschwerdegegnerin keine Veranlassung, berufliche 

Massnahmen nochmals zu prüfen und darüber zu befinden.

2.1. 

Im Hinblick darauf, dass der Verfügung vom 1. Oktober 2021 (IV-act. 104) kein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad zugrunde gelegt wurde, ist die Frage betreffend 

Eingliederungsmassnahmen/berufliche Massnahmen auch nicht notwendigerweise 

2.2. 

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3.  

deren Gegenstand. Sollte die Überprüfung aber ergeben, dass der Invaliditätsgrad über 

40 % liegt, besteht entsprechend dem Grundsatz "Eingliederung vor Rente" eine 

Eingliederungspflicht der Invalidenversicherung und über berufliche Massnahmen hätte 

vorab befunden werden müssen, zumal die Ablehnung von beruflichen Massnahmen in 

der Mitteilung vom 4. Januar 2021 (IV-act. 75) insbesondere damit begründet wurde, 

dass keine Arbeitsunfähigkeit mehr attestiert worden sei, der RAD inzwischen 

allerdings von einer Arbeitsunfähigkeit in einer optimal leidensadaptierten Tätigkeit von 

40 % ausgeht (vgl. Stellungnahme vom 17. August 2021, IV-act. 95). Die berufliche 

Eingliederung wäre damit in diesem Verfahren Prozessthema. Liegt der Invaliditätsgrad 

unter 40 %, könnte materiellrechtlich betreffend berufliche Massnahmen höchstens 

noch ein Eingliederungsanspruch der Beschwerdeführerin bestehen. In diesem Fall 

läge kein Anfechtungsobjekt vor und auf die Beschwerde wäre in diesem Punkt nicht 

einzutreten (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. 

November 2018, IV 2018/165, E. 1.2 und 2).

Zur Prüfung einer Verletzung der Eingliederungspflicht seitens der 

Beschwerdegegnerin ist damit im Folgenden die Höhe des Invaliditätsgrads zu 

ermitteln. Dies wiederum setzt seitens der Beschwerdegegnerin eine rechtsgenügliche 

medizinische Abklärung voraus.

2.3. 

Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder 

längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist 

der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 

verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 

oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens 

einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, 

wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

3.1. 

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 

3.2. 

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könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 28a Abs. 1 IVG 

i.V.m. Art. 16 ATSG).

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG versicherte Personen, 

die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 

nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht 

Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 

%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei 

einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente 

und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein Anspruch auf eine 

Viertelsrente.

3.3. 

Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bzw. der Arbeitsunfähigkeit stützt sich die 

Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen, die von ärztlichen und 

gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stellen sind. Ärztliche 

Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 

welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person 

arbeitsunfähig ist (Urteil des Bundesgerichts vom 24. Januar 2018, 9C_790/2017, E. 

2.1.1 mit Hinweisen).

3.4. 

Das Gericht hat zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige 

Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts 

eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten oder 

der Expertin begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen, 141 V 14 E. 6.3.1).

3.5. 

Hinsichtlich Berichten und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen bzw. 

beratender Ärzte und Ärztinnen von Versicherungen gilt der Grundsatz, dass ein 

Anstellungs- bzw. Vertragsverhältnis dieser Personen zum Versicherungsträger alleine 

nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen lässt (BGE 125 V 

353 E. 3b/ee). Erachtet das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen 

tatsächlichen Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als 

schlüssig, darf es den Prozess ohne Weiterungen – insbesondere ohne Anordnung 

3.6. 

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4.

Zu prüfen ist somit vorab, ob die vorliegende medizinische Aktenlage für eine 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ausreicht und die Beschwerdegegnerin zu Recht auf 

die Einschätzungen des RAD vom 17. August 2021 (IV-act. 95) abgestellt hat.

eines externen Gerichtsgutachtens – abschliessen. In solchen Fällen sind an die 

Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe 

Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen 

versicherungsinterner Fachpersonen bzw. beratender Ärzte und Ärztinnen, so sind 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt in 

Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3; BGE 122 V 

162 f. E. 1d).

Gemäss Aktenlage hat die Beschwerdegegnerin keine Begutachtung der 

Beschwerdeführerin veranlasst. Die Verfügung vom 1. Oktober 2021 (IV-act. 104) 

basiert in medizinischer Hinsicht auf der aktenbasierten Stellungnahme der RAD-Ärztin 

Dr. C.___ vom 17. August 2021 (IV-act. 95). Der RAD-Ärztin standen für ihre 

Einschätzungen vor allem Berichte des KSSG zur Verfügung. Dazu gehörten 

insbesondere der vom Schmerzzentrum erstellte Bericht über die Verlaufskonsultation 

vom 21. Juni 2021 (IV-act. 91) und dessen Beurteilung der Leistungsfähigkeit vom 20. 

Juli 2021 (IV-act. 94), der von der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie 

des Bewegungsapparates erstellte Untersuchungsbericht vom 8. Februar 2021 über 

die Untersuchung vom 4. Februar 2021 (IV-act. 80) sowie der vom Ostschweizer 

Wirbelsäulenzentrum verfasste Untersuchungsbericht vom 16. August 2021 über die 

Untersuchung vom 5. August 2021 (IV-act. 98). Zudem standen der RAD-Ärztin ein 

Bericht des Zentrums E.___ vom 19. Februar 2021 zur Verfügung (IV-act. 82). Weitere 

sachdienliche Informationen zur Arbeits-/Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin 

enthalten die Berichte und Gesprächsnotizen über den Arbeitsversuch im D.___ vom 1. 

Juli bis 31. Dezember 2020 (IV-act. 60). Dazu gehören die von der 

Eingliederungsberaterin der IV-Stelle erstellten Kurzprotokolle zum Standortgespräch 

vom 21. September 2020 (IV-act. 72-8) und zum Abschlussgespräch vom 1. Dezember 

2020 (IV-act. 72-8 f.), der Schlussbericht vom 15. Dezember 2020 (IV-act. 73) sowie die 

undatierte Leistungsbeurteilung des Arbeitsversuchs (IV-act. 77).

4.1. 

Die Ärztinnen und Ärzte des KSSG diagnostizierten in den zuvor genannten 

Berichten einerseits eine idiopathische, rechtskonvexe thoracolumbale Skoliose mit 

linkskonvexem tieflumbalem Schwung sowie tiefthoracalem linkskonvexem 

Gegenschwung mit sekundären degenerativen Veränderungen bei Status nach 

4.2. 

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Facettengelenksinfiltration L4/5 und L5/S1 beidseits am 30. August 2018 mit negativem 

Ansprechen sowie bei Status nach Kryorhizotomie L4/5 und L5/S1 beidseits am 1. Mai 

2019 mit negativem Ansprechen und andererseits ein chronifiziertes nozizeptives 

Schmerzsyndrom mit Lokalisation in der LWS, im Becken, im Bein rechts und in der 

Schulter rechts sowie einen Status nach tiefer Beinvenenthrombose links (vgl. IV-act. 

80-1, 91-1, 98-1). Tätigkeiten mit wechselnder Körperhaltung wurden als geeignet 

erachtet (vgl. IV-act. 98-2) bzw. es wurden wechselbelastende Tätigkeiten ohne 

einseitige Belastung und ohne schweres Heben oder Tragen sowie regelmässige 

Pausen, insbesondere nach aktueller Belastung, empfohlen (IV-act. 94). Festzuhalten 

ist, dass die Klinikberichte die für die Diagnosestellung erforderlichen Elemente 

(Kurzanamnese/Kurzstatus, klinisch und/oder bildgebend erhobene Befunde) enthalten 

und Auskunft über die vorgeschlagenen und geplanten Behandlungsmassnahmen 

geben. Die von den Klinikärztinnen und -ärzten beschriebenen Leiden und Diagnosen 

mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sind nachvollziehbar und schlüssig und sind denn 

auch unbestritten. Die RAD-Ärztin stellte somit zu Recht darauf ab.

Dass der Beschwerdeführerin die letzte Tätigkeit (Fachkraft für Sortierarbeiten) 

gesundheitsbedingt nicht mehr zumutbar ist, ist nachvollziehbar und blieb ebenfalls 

unbestritten (vgl. dazu die von der RAD-Ärztin festgelegten Adaptionskriterien [siehe 

Sachverhalt A.g, IV-act. 95-2]).

4.3. 

Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in einer optimal leidensangepassten Tätigkeit 

besteht dagegen kein Konsens zwischen den Parteien.

4.4. 

Die Beschwerdeführerin geht gestützt auf den mit der Replik eingereichten 

Untersuchungsbericht des Ostschweizerischen Wirbelsäulenzentrums des KSSG vom 

14. Februar 2022 über die Untersuchung vom 10. Februar 2022 (act. G 8.1) und den 

Verlaufskonsultationsbericht des Schmerzzentrums des KSSG vom 7. Januar 2022 

über die Untersuchung vom 13. Dezember 2021 (act. G 8.2) sowie die (frühere) 

Stellungnahme des RAD vom 6. August 2019 (IV-act. 24) von einer 50%igen 

Arbeitsfähigkeit aus (vgl. act. G 1-6 f., G 8-3). Die Beschwerdegegnerin hält hingegen in 

Anlehnung an die Stellungnahme des RAD vom 17. August 2021 (IV-act. 95) eine 

60%ige Arbeits-/Leistungsfähigkeit für gegeben (IV-act. 111, act. G 4-5 f.).

4.4.1. 

Die RAD-Ärztin Dr. C.___ führte in der Stellungnahme vom 17. August 2021 zur 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus, dass die im Rahmen des Arbeitsversuchs 

bei D.___ sozialpraktisch erprobte Leistung und die gezeigten Einschränkungen 

plausibel und nachvollziehbar seien. Seither sei es zu einer vorübergehenden 

Verschlechterung aber auch wieder zu einer Verbesserung der Schmerzsymptomatik 

4.4.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/19

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gekommen, was den normalen Verlauf bei einer solchen Erkrankung darstelle. Die 

RAD-Ärztin ging gestützt auf die objektiven Befunde bezüglich der 

Wirbelsäulenveränderungen und die Erfahrungsberichte zum Arbeitsversuch, welche 

sowohl die Einschätzungen der Eingliederungsberaterin als auch diejenigen der 

Bertreuenden des Arbeitsversuchs seitens des D.___s beinhalten, davon aus, dass in 

einer optimal leidensangepassten Tätigkeit eine 60%ige Arbeitsfähigkeit bestehe 

(innerhalb eines 80 bis 100 %-Pensums mit Leistungsminderung durch zusätzliche, frei 

wählbare Pausen zum Positionswechsel und eine gewisse Leistungsminderung durch 

verlangsamtes Arbeiten bei Schmerzen; IV-act. 95-2).

Die Arbeitsfähigkeitschätzung des RAD von 60 % für eine optimal 

leidensangepasste Tätigkeit erscheint in Würdigung der Aktenlage und insbesondere 

des mehrmonatigen Arbeitsversuchs im D.___ als plausibel und dürfte bezogen auf 

eine optimal leidensangepasste Tätigkeit (vgl. die von RAD festgelegten 

Adaptionskriterien, IV-act. 95-2) sogar eher vorsichtig geschätzt sein. So entsprach 

gemäss den Betreuern des Arbeitsversuchs die von der Beschwerdeführerin im 

Vollzeitpensum erbrachte Leistung in etwa derjenigen eines 60%igen Arbeitspensums. 

Die gezeigte Leistung während des Arbeitsversuchs sei konstant gewesen. Sie hätten 

die Beschwerdeführerin jedoch nie aufgefordert, bis an die Leistungsgrenzen zu gehen. 

Als optimal wurden Tätigkeiten in Bewegung und ohne Zwangshaltungen sowie mit 

höchstens kurzen Gehstrecken erachtet (vgl. IV-act. 72-8). Die Leistungsbeurteilung 

des Arbeitsversuchs zeigt, dass die Beschwerdeführerin die Anforderungen an die 

Arbeitsstelle (hinsichtlich Arbeitsverhaltens, beruflichen Könnens, persönlichen 

Verhaltens und sozialer Fähigkeiten) durchwegs zu erfüllen vermöchte (vgl. IV-act. 77). 

Die Eingliederungsberaterin der IV-Stelle ging im Schlussbericht von 15. Dezember 

2020 gar von einer im Arbeitsversuch gezeigten sozialpraktischen Leistungsfähigkeit 

von 60 bis 80 % aus (IV-act. 73).

4.4.3. 

Die von der Beschwerdeführerin vertretene Ansicht, dass nur eine 50%ige 

Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit gegeben sei, vermag nicht zu 

überzeugen. So kann die Beschwerdeführerin aus der früheren 

Arbeitsfähigkeitsschätzung der RAD-Ärztin vom 6. August 2019 nichts zu ihren 

Gunsten ableiten, zumal bereits dazumal das Eingliederungspotential bei einem 50 % 

Pensum als steigerbar beurteilt und bei Einhaltung der Adaptionskriterien von einer 

günstigen Prognose ausgegangen wurde (vgl. IV-act. 24). Zudem hat die neuere 

Arbeitsfähigkeitsschätzung des RAD vom 17. August 2021 die Entwicklungen seither 

mitberücksichtigt und ist begründet und nachvollziehbar. Der mit der Replik 

eingereichte Verlaufskonsultationsbericht des Schmerzzentrums des KSSG vom 7. 

4.4.4. 

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Januar 2022 über die Untersuchung vom 13. Dezember 2021 (act. G 8.2) beruht auf 

einem Gesundheitszustand nach Erlass der Verfügung vom 1. Oktober 2021 und ist 

vorliegend unbeachtlich, da er keine Aussage zu einer optimal adaptierten Tätigkeit 

und der damit einhergehenden Arbeitsfähigkeit enthält. Auch fehlt es an einer 

Auseinandersetzung mit den Einschätzungen der RAD-Ärztin in ihrer Stellungnahme 

vom 17. August 2021. Der Untersuchungsbericht des Ostschweizerischen 

Wirbelsäulenzentrums des KSSG vom 14. Februar 2022 (act. G 8.1) beruht auf der 

Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 10. Februar 2022 und damit ebenfalls auf 

einem Gesundheitszustand nach Verfügungserlass. Aussagen zur Arbeitsfähigkeit zum 

Verfügungszeitpunkt sind im Bericht ebenfalls nicht enthalten. Hinzu kommt, dass sich 

die Klinikärzte des Wirbelsäulenzentrums ebenso nicht mit den Einschätzungen der 

RAD-Ärztin hinsichtlich Adaptionskriterien und Arbeitsfähigkeit auseinandergesetzt 

haben. Dass die Beschwerdeführerin in ihrem aktuellen Beruf maximal zu 33 % 

arbeitsfähig sein soll, ist wegen der fehlenden ausführlichen Begründung nicht 

nachvollziehbar und infolgedessen auch nicht überzeugend. So ist nicht ersichtlich, 

wieso mit den zwei Arbeitsstellen (Reinigungstätigkeit von 3 Stunden pro Woche ab 

dem 1. Juli 2021 und zusätzlich eine Reinigungstätigkeit von ca. 10 Stunden pro 

Woche ab November 2021 [vgl. act. G 1-5]) die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin ausgeschöpft sein soll. Auch ist nicht erwiesen, ob es sich bei den 

beiden Tätigkeiten um optimal leidensangepasste Tätigkeiten im Sinne der 

Adaptionskriterien des RAD handelt. Die Einwände der Beschwerdeführerin und die 

von ihr eingereichten Berichte vermögen nach dem Gesagten keine auch nur geringen 

Zweifel an den Einschätzungen des RAD hinsichtlich Adaptionskriterien und 

Arbeitsfähigkeit zu begründen.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der medizinische Sachverhalt per 

Verfügungszeitpunkt sowohl hinsichtlich der Befunderhebung und der 

Diagnosestellung als auch hinsichtlich der Adaptionskriterien und der Arbeitsfähigkeit 

für eine leidensangepasste Tätigkeit rechtsgenüglich abgeklärt wurde. Die Einwände 

seitens der Beschwerdeführerin vermögen daran keine auch nur geringen Zweifel zu 

wecken. Folglich ist von einer Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als 

Fachkraft für Sortierarbeiten von 0 % und in einer optimal leidensangepassten Tätigkeit 

von 60 % auszugehen.

4.5. 

Bei dieser Ausgangslage erübrigen sich weitere arbeitsmedizinische Abklärungen, 

wie dies die Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 3. November 2021 im 

Eventualantrag forderte (act. G 1-2 Ziff. 4).

4.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/19

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5.

Im Weiteren ist der Grad der Invalidität zu bestimmen.

Der Invaliditätsgrad ist, da davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin im 

Gesundheitsfall einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nachgehen würde, 

unbestrittenermassen anhand eines reinen Einkommensvergleichs zu ermitteln (Art. 16 

ATSG i.V.m. Art. 28a Abs. 1 IVG). Dafür wird gemäss Art. 16 ATSG das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen). Aktenmässig belegt ist durch die Stellungnahme des RAD vom 

17. August 2021 eine zumindest 40%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 10. Juli 2018 (vgl. 

IV-act. 95-2). Die IV-Anmeldung erfolgte am 21. Juli 2019 (IV-act. 4). Der 

frühestmögliche Rentenbeginn wäre somit der 1. Januar 2020 (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b 

i.V.m. Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG).

5.1. 

Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte 

Person nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im Zeitpunkt des 

Rentenbeginns tatsächlich verdienen würde, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(BGE 134 V 322 E. 4.1, 125 V 146 E. 5c/bb). Die Einkommensermittlung hat so konkret 

wie möglich zu erfolgen. Dabei wird grundsätzlich am zuletzt erzielten, nötigenfalls der 

Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft 

(BGE 135 V 58 E. 3.1).

5.2. 

Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass beim Valideneinkommen auf den 

Verdienst einer gelernten Schlosserin abzustellen sei, da sie die Lehre als Anlage- und 

Apparatebauerin, Fachrichtung Feinblech, per 31. Mai 1991 aus gesundheitlichen 

Gründen habe abbrechen müssen und in der Folge keine dem Leiden angepasste 

Berufsausbildung habe finden und absolvieren können (vgl. act. G 1-8, G 1.3). Aus den 

eingereichten Dokumenten (vgl. act. G 1.4 f.) ergibt sich entgegen der Ansicht der 

Beschwerdeführerin nicht, dass nach dem Abbruch der Lehre gesundheitsbedingt eine 

leidensangepasste Berufsausbildung nicht möglich gewesen wäre (vgl. Art. 26 Abs. 2 

IVV in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung). So beschränkte sich gemäss 

Aktenlage die Lehr-/Praktikumsstellensuche auf die Jahre 1991 und 1992. Die 

Beschwerdeführerin stellte dazumal auch kein Leistungsgesuch bei der 

5.2.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/19

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Beschwerdegegnerin. Inwieweit die Heirat im Jahr 19__ und die Geburt ihrer Tochter im 

Jahr 19__ die Lehrstellensuche beeinflusste (vgl. IV-act. 4-3; vgl. dazu auch act. 

G 4-6 f.), ergibt sich nicht aus den Akten, kann vorliegend jedoch unbeantwortet 

bleiben, denn in den Jahren 1992 bis 2000 arbeitete die Beschwerdeführerin als 

Shopmitarbeiterin, Praxishilfe, Pflegehelferin und Mitarbeiterin Hausdienst (vgl. IV-act. 

54, G 8.3), so dass davon ausgegangen werden kann, dass das Absolvieren einer 

leidensangepassten Lehre – allenfalls erstreckt über einen längeren Zeitraum – 

gesundheitsbedingt nicht unmöglich gewesen wäre. Folglich kann beim 

Valideneinkommen auch nicht im Sinne von Art. 26 Abs. 2 IVV auf das Einkommen 

einer ausgebildeten Schlosserin abgestellt werden (vgl. dazu auch die Regelung im 

neuen Art. 26 Abs. 5 IVV, welche seit dem 1. Januar 2022 in Kraft ist). Dem 

entsprechenden Antrag ist deshalb nicht zu folgen.

Das letzte Erwerbseinkommen erzielte die Beschwerdeführerin als Fachkraft für 

Sortierarbeiten bei der B.___ AG. Dabei handelte es sich um ein seit dem 1. April 2017 

bestehendes unbefristetes Arbeitsverhältnis, welches im Frühjahr 2020 aus 

gesundheitlichen Gründen aufgelöst wurde (vgl. IV-act. 54-7). Gemäss dem Auszug 

aus dem individuellen Konto (IK-Auszug, IV-act. 20-1) sowie den Angaben im 

Arbeitgeberfragebogen vom 31. Juli 2019 (IV-act. 23) erzielte die Beschwerdeführerin 

im Jahr 2019 ein Einkommen von Fr. 50'830.- (Grundlohn Fr. 3'910.- x 13). 

Demgegenüber hat ein durchschnittlicher Hilfsarbeiterinnenlohn im Jahr 2019 

Fr. 55'222.- betragen (statistischer Zentralwert des Einkommens für eine Hilfsarbeiterin 

[Frauen, Kompetenzniveau 1] gemäss der Lohnstrukturerhebung [LSE] des 

Bundesamts für Statistik, vgl. Anhang 2 der IV-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, 

Ausgabe 2022). Der Umstand, dass das Einkommen der Beschwerdeführerin tiefer ist 

als das durchschnittliche Hilfsarbeiterinneneinkommen über alle Branchen hinweg, 

muss auf die Zwänge des invalidenversicherungsrechtlich nicht massgebenden 

tatsächlichen Arbeitsmarkts zurückzuführen sein, denn die Beschwerdeführerin hätte 

überwiegend wahrscheinlich eine besser bezahlte Stelle in irgendeiner Branche, bei der 

sie einen durchschnittlichen Hilfsarbeiterinnenlohn hätte erzielen können, 

angenommen, wenn sich ihr die Gelegenheit dazu geboten hätte (vgl. dazu bspw. 

Entscheide des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. April 2016, IV 

2013/577, E. 2.1, vom 2. Dezember 2020, IV 2019/39, E. 4.3, und vom 31. März 2021, 

IV 2020/35, E. 5.4). Folglich kann beim Valideneinkommen nicht auf den zuletzt 

erzielten Verdienst abgestellt werden, sondern es ist von einer Erwerbsfähigkeit 

auszugehen, die jener einer durchschnittlichen Hilfsarbeiterin entspricht. Das 

Valideneinkommen für das Jahr 2020 (frühestmöglicher Rentenzeitpunkt, vgl. 

5.2.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/19

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Erwägung 5.1) beträgt somit Fr. 55'721.- (Fr. 54'681.- [LSE 2018, Frauen, 

Kompetenzniveau 1] / 2732 [Nominallohnindexstand Frauen für das Jahr 2018] x 2784 

[Nominallohnindexstand Frauen für das Jahr 2020]).

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflichen 

Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein 

effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich, weil die versicherte Person nach 

Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare 

neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung 

statistische Werte, insbesondere die Tabellenlöhne der LSE, beigezogen werden (BGE 

139 V 592 E. 2.3). Am 30. April 2020 endete das Arbeitsverhältnis bei der B.___ AG (vgl. 

IV-act. 54-7). Die Beschwerdeführerin war aktenkundig seither nicht mehr längerfristig 

in einem Arbeitsverhältnis unter Ausschöpfung der Arbeitsfähigkeit tätig. Da sie ihre 

angestammte Tätigkeit als Fachkraft für Sortierarbeiten nicht mehr ausüben kann (vgl. 

IV-act. 95-2), ist zur Bestimmung des Invalideneinkommens ebenfalls auf den 

statistischen Zentralwert des Einkommens einer Hilfsarbeiterin im Jahr 2020 von 

Fr. 55'721.- abzustellen. Bei einer 60%igen Arbeitsfähigkeit (vgl. Erwägung 4.5 hiervor) 

beträgt das Invalideneinkommen somit Fr. 33'433.- (Fr. 55'721.- x 0.6).

5.3. 

Nachfolgend ist zu prüfen, ob ein Abzug vom Tabellenlohn zu gewähren ist. Die IV-

Stelle gewährte der Beschwerdeführerin keinen Abzug vom Tabellenlohn (vgl. IV-act. 

96, 104). Die Beschwerdeführerin macht einen solchen von 25 % geltend (act. G 1-9). 

Mit dem Tabellenlohnabzug wird berücksichtigt, dass gesundheitlich beeinträchtigte 

Personen, die selbst bei leichten (Hilfsarbeiter-)Tätigkeiten behindert sind, im Vergleich 

zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden Personen 

lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen 

rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand Rechnung getragen, dass weitere 

persönliche und berufliche Merkmale einer versicherten Person, wie Alter, Dauer der 

Betriebszugehörigkeit, Nationalität, oder Aufenthaltskategorie sowie 

Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 129 V 481 

E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2). Vorliegend ist davon auszugehen, dass die 

vom RAD festgelegte Arbeitsfähigkeit von 60 % für eine optimal leidensangepasste 

Tätigkeit eher tief bzw. vorsichtig angesetzt ist (vgl. Erwägung 4.4.2 ff.) und damit 

allfälligen Nachteilen – wie von der Beschwerdeführerin geltend gemacht (vgl. act. 

G 1-9) – infolge der Beanspruchung eines Arbeitsplatzes zu 100 % bei einer 

Leistungsfähigkeit von (zumindest) 60 % bereits ausreichend Rechnung getragen 

wurde. Zudem sind keine anderweitigen Gründe erkennbar oder ausgewiesen, die 

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/19

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6.  

einen Tabellenlohnabzug rechtfertigen würden. Das Begehren für einen 

Tabellenlohnabzug von 25 % ist daher unbegründet.

Da sowohl das Valideneinkommen als auch das Invalideneinkommen gestützt auf 

die Tabellenlöhne ermittelt wurden, kann ein sogenannter Prozentvergleich 

vorgenommen werden. Bei einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von 40 % resultiert ohne 

Gewährung eines Tabellenlohnabzugs ein Invaliditätsgrad von 40 %.

5.5. 

Da von einem rentenbegründenden Invaliditätsgrad auszugehend ist, besteht eine 

Eingliederungspflicht der Invalidenversicherung und über Eingliederungsmassnahmen/

berufliche Massnahmen hätte vorab befunden werden müssen (vgl. Erwägung 2.2 

hiervor).

5.6. 

Anzufügen bleibt Folgendes: Selbst wenn beim Valideneinkommen vom zuletzt 

erzielten Verdienst als Fachkraft für Sortierarbeiten bei der B.___ AG ausgegangen wird 

(vgl. Erwägung 5.2.2 hiervor), resultiert – wie nachfolgend dargelegt – ebenfalls ein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad, welcher die Prüfung und gegebenenfalls die 

Durchführung von Eingliederungsmassnahmen/beruflichen Massnahmen vor der 

Rentenprüfung verlangt.

6.1. 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine 

Einkommensparallelisierung vorzunehmen, wenn der tatsächlich erzielte Verdienst 

deutlich unter dem branchenüblichen LSE-Tabellenlohn liegt (BGE 135 V 297 E. 6.1.1). 

Massgeblich für die Einkommensparallelisierung ist mithin das branchenspezifische 

Durchschnittseinkommen und nicht etwa das Total über alle Wirtschaftszweige (vgl. 

Urteile des Bundesgerichts vom 22. September 2020, 9C_315/2020, E. 4.2 mit Verweis 

auf BGE 135 V 302 E. 6.1.1, vom 2. September 2019, 9C_323/2019, E. 3.2.1, und vom 

29. Oktober 2010, 9C_632/2010, E. 3.3.3).

6.2. 

Ausgehend vom zuletzt erzielten Einkommen im Jahr 2019 von Fr. 50'830.- 

(Grundlohn Fr. 3'910.- x 13; vgl. IK-Auszug, IV-act. 20-1, sowie die Angaben im 

Arbeitgeberfragebogen vom 31. Juli 2019, IV-act. 23) beträgt das der 

Nominallohnentwicklung angepasste Einkommen für das Jahr 2020 (dem 

frühestmöglichen Rentenbeginn) Fr. 51'291.- (Fr. 50'830.- / 2759 

[Nominallohnindexstand Frauen für das Jahr 2019] x 2784 [Nominallohnindexstand 

Frauen für das Jahr 2020]).

6.2.1. 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=9C_315%2F2020&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-V-297%3Ade&number_of_ranks=0#page297

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7.  

Da die Beschwerdeführerin zuletzt in der Abfallentsorgungsindustrie arbeitete, ist 

auf den branchenspezifischen LSE-Tabellenlohn des Sektors 36-39, 

Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung, abzustellen. Ausgehend vom 

entsprechenden LSE-Tabellenwert des Jahres 2018 für Hilfsarbeiterinnen (Niveau 1) 

von Fr. 4'813.- pro Monat, angepasst an die Nominallohnentwicklung bis 2020 und an 

die branchenspezifische betriebsübliche Arbeitszeit von 42.9 Stunden pro Woche im 

Jahr 2020, resultiert ein branchenspezifisches Durchschnittseinkommen von 

Fr. 63'122.- für das Jahr 2020 (Fr. 4'813.- pro Monat x 12 Monate / 40 Stunden pro 

Woche x 42.9 Stunden pro Woche / 2732 [Nominallohnindexstand Frauen für das Jahr 

2018] x 2784 [Nominallohnindexstand Frauen für das Jahr 2020]). Der Minderverdienst 

der Beschwerdeführerin gegenüber dem branchenspezifischen 

Durchschnitteinkommen beträgt Fr. 11'831.- (Fr. 63'122.- - Fr. 51'291.-) bzw. 18.7 %. 

Beim Valideneinkommen wäre somit von Fr. 59'966.- auszugehen (95 % von 

Fr. 63'122.-).

6.2.2. 

Der IV-Grad würde abgerundet 44 % (Fr. 59'966.- - Fr. 33'433.- [vgl. Erwägung 5.3 

hiervor]) x 100 / Fr. 59'966.-) betragen.

6.3. 

Eine Verpflichtung der Beschwerdegegnerin zur Prüfung von 

Eingliederungsmassnahmen/beruflichen Massnahmen hätte also auch unter diesem 

Aspekt bestanden.

7.1. 

Angesichts der vorangehenden Erwägung ist die angefochtene Verfügung vom 1. 

Oktober 2021 in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache ist 

zur weiteren Sachverhaltsabklärung und zur anschliessenden neuen Verfügung im 

Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

7.2. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis 

Fr. 1'000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). In der vorliegend zu beurteilenden 

Angelegenheit erscheint eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- als angemessen. Dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin 

aufzuerlegen. Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss von 

Fr. 600.- ist ihr zurückzuerstatten.

7.3. 

bis

Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

7.4. 

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

1. Oktober 2021 aufgehoben und die Sache wird zur Durchführung von weiteren 

Abklärungen im Sinne der Erwägungen und anschliessender Neuverfügung über die 

Anspruchsberechtigung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- zu bezahlen; der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 4'000.- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). In der 

Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 

Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75; in der vorliegend anwendbaren, 

seit 1. Januar 2019 gültigen Fassung, siehe Art. 30  HonO) pauschal Fr. 1'500.- bis 

Fr. 15'000.-. In vergleichbaren Fällen spricht das Versicherungsgericht im Fall des 

Obsiegens eine Pauschalentschädigung von Fr. 4'000.- (einschliesslich Barauslagen 

und Mehrwertsteuer) zu.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 02.11.2022
	Art. 8, 17 und 28 ff. IVG; teilweise Gutheissung der Beschwerde, da – entgegen der Annahme der Vorinstanz – von einem rentenbegründenden Invaliditätsgrad auszugehen ist, hätten im Rahmen der Rentenprüfung Eingliederungsmassnahmen/berufliche Massnahmen geprüft werden müssen. Rückweisung in diesem Sinne an die Vorinstanz (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. November 2022, IV 2021/220).

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