# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 106a51a4-c0fb-5e54-b6d4-cbd3db00a4eb
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-08-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 12.08.2009 IV 2008/61
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2008-61_2009-08-12.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2008/61

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 06.07.2020

Entscheiddatum: 12.08.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 12.08.2009
Art. 28 IVG. Würdigung sich widersprechender ärztlicher Einschätzungen 
von behandelndem Psychiater und Gutachter (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. August 2009, IV 
2008/61).

Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin 

Huber-Studerus; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Entscheid vom 12. August 2009

in Sachen

Q.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Advokat lic. iur. Martin Boltshauser, c/o procap, Froburgstrasse 4, 

Postfach, 4601 Olten,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

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Sachverhalt:

A.   

A.a Der 1958 geborene Q.___ meldete sich am 13. März 2006 zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung an. Er gab an, zuletzt als (ungelernter) 

Bauarbeiter bei einer Bauunternehmung tätig gewesen zu sein. Seit dem 14. Januar 

2005 sei er arbeitsunfähig (act. G9.1.1).

A.b Nach Angaben des Arbeitgebers war der Versicherte vom 1. Juni 2003 bis 31. Mai 

2005 für Bauarbeiten im Tiefbau angestellt. Aus wirtschaftlichen Gründen habe der 

Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis am 17. Dezember 2004 auf den 28. Februar 2005 

gekündigt. Der Versicherte sei ab dem 14. Januar 2005 arbeitsunfähig gewesen 

(act. G9.1.12).

A.c Dr. med. A.___, Spezialärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 

diagnostizierte in ihrem Arztbericht vom 13. April 2006 mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit eine seit Januar 2005 bestehende depressive Störung mit somatischen 

Symptomen sowie chronische Kopfschmerzen. Diagnosen ohne Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit seien ein St.n. Facialisparese 1979 und ein St.n. Q-Fieber und Hepatitis 

Januar 2005. Der Versicherte ziehe seine Beachtung aus dem Umstand, dass er auf 

dem Bau viel und gut arbeite. Im Winter 2004/2005 habe er sich schwach gefühlt, dann 

seien

Q-Fieber und Hepatitis diagnostiziert worden. Seither sei er nie mehr gesund gewesen. 

Da er nicht mehr arbeiten könne, fühle sich der sehr kooperative, sehr ängstliche, auf 

somatisches Empfinden fixierte Versicherte wertlos. Er sei enttäuscht und verzweifelt, 

wenn er durch eine Therapie nicht die frühere Leistungsfähigkeit wiedergewinne. 

Besonders nach der Rehabilitation sei er depressiv gewesen. Er sei in seiner 

angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter seit dem 14. Januar 2005 zu 100 % 

arbeitsunfähig. Eine andere Tätigkeit sei dem Versicherten nicht zumutbar (act. G9.1.7).

A.d Die Klinik Gais, wo sich der Versicherte vom 16. Januar 2006 bis 17. Februar 2006 

zur Rehabilitation aufgehalten hatte, diagnostizierte gemäss ihrem Arztbericht vom 

5. Mai 2006 eine mittelschwere depressive Episode mit somatischem Syndrom und 

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Symptomen einer somatoformen Schmerzstörung (schleichender Beginn Anfang 2005) 

und einen chronischen Kopfschmerz vom Mischtyp (seit Jahren). Die weiteren 

Diagnosen, ein Zustand nach Q-Fieber 2005 und nach idiopathischer Fazialisparese 

rechts 1979 sowie die arterielle Hypertonie hätten keinen Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit des Versicherten. Er sei derzeit und auch weiterhin zu 100 % 

arbeitsunfähig. Unter der Annahme einer erfolgreichen integrativen psychiatrisch/

psychotherapeutischen Behandlung mit angemessener und ausreichender 

antidepressiver und begleitender neuroleptischer Medikation sowie regelmässigen 

stützenden Gesprächen sei mittelfristig eine Besserung des psychischen Zustandes mit 

eventuellem Wiedererlangen zumindest einer Teilarbeitsfähigkeit in einer adaptierten 

Tätigkeit denkbar (act. G9.1.13).

A.e Dr. med. B.___, Innere Medizin FMH, gab in seinem Arztbericht vom 11. Juli 2006 

an, es bestünden die Diagnosen einer chronisch rezidivierenden Cephalaea rechts, bei 

Status nach idiopathischer Facialisparese rechts 1975, sowie eines Verdachts auf ein 

psychosomatisches Leiden mit angstbetonter reaktiver Depression. Ohne Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit seien der Status nach Q-Fieber mit Begleithepatitis Februar bis 

März 2005 sowie eine Hypertonie. Während der Versicherte als Bauarbeiter vollständig 

arbeitsunfähig sei, könne ihm aus somatischer Sicht eine leichte, körperlich wenig 

anstrengende Tätigkeit in einem reduzierten zeitlichen Rahmen, der später allenfalls 

ausgeweitet werden könne, und mit verminderter Leistungsfähigkeit zugemutet werden 

(act. G1.9.16). Wie den Beilagen zu entnehmen war, war der Versicherte wegen 

ausgeprägten Nachtschweisses und unklarer Sensationen im Bereich der Stirn vom 

5. bis 13. April 2005 auf der Abteilung Allgemeine Innere Medizin im Kantonsspital 

St. Gallen hospitalisiert gewesen. Mit Austrittsbericht vom 18. April 2005 wurden ein 

Verdacht auf eine Angststörung mit konsekutiver mittelgradiger depressiver Störung, 

eine positive Coxiella burnetii-Serologie, chronische Kopfschmerzen vom Mischtyp 

sowie ein Status nach idiopathischer Facialisparese 1979 diagnostiziert (act. 

G9.1.16-10/18). Im Oktober und November 2005 war der Versicherte ferner drei Mal 

wegen exacerbierender Kopfschmerzen auf der Klinik für Neurologie am Kantonsspital 

St. Gallen untersucht worden (act. G9.1.16-8/18 bis 16-18/18). Im Bericht vom 

19. Oktober 2005 hatte die Klinik für Neurologie bekannt gegeben, in der 

Gesamtsituation mit einer bekannten Angststörung und der depressiven Episode trete 

die Kopfschmerzsymptomatik in den Hintergrund bzw. es dränge sich der Gedanke an 

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eine Somatisierungsstörung auf. Bestärkt werde diese Annahme durch die 

narzisstische Persönlichkeit, die den Arbeitsprozess nur ganz – wie früher – oder gar 

nicht bewältigen könne und wolle. Je länger ein chronifiziertes Schmerzsyndrom oder 

ein depressives Syndrom bestehe, umso schwieriger werde eine kurative Therapie, so 

dass eine stationäre Rehabilitation vorzuschlagen sei.

A.f  Der Regionale Ärztliche Dienst der Invalidenversicherung (RAD) hielt am 

21. Oktober 2006 fest, es sei soweit nachvollziehbar, dass der Versicherte wegen des 

psychischen Leidens allseits als voll arbeitsunfähig beurteilt werde, während die Frage 

der Therapie aber offen sei. Insbesondere zur weiteren Abklärung der Arbeitsfähigkeit 

und der Ausschöpfung des zumutbaren therapeutischen Potentials und ihren 

Wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sei eine ergänzende Anfrage an die Klinik Gais zu 

tätigen. Am 9. Januar 2007 befürwortete der RAD schliesslich eine 

polydisziplinäreBegutachtung (act. G9.1.24). Nach einer Untersuchung am 20. Juni 

2007 erstattete das beauftragte Ärztliche Begutachtungsinstitut (ABI) am 27. August 

2007 sein Gutachten. Als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine 

leichte depressive Episode sowie chronische Kopfschmerzen unklarer Aetiologie 

angegeben. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien eine 

Schmerzverarbeitungsstörung, eine residuelle deutliche periphere Facialisparese 

rechts, eine arterielle Hypertonie und eine anamnestisch positive Coxiella burnetii-

Serologie. Aus neurologischer Sicht könnten dem Versicherten aufgrund der 

chronischen Kopfschmerzen körperlich schwere und mindestens anhaltend 

mittelschwere Tätigkeiten und damit auch die angestammte Tätigkeit als Bauarbeiter 

seit dem 14. Januar 2005 bleibend nicht mehr zugemutet werden. Ebenso sollten 

Tätigkeiten auf Leitern oder Gerüsten wegen der Gangunsicherheit mit Schwindelgefühl 

vermieden werden. Körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere Tätigkeiten in 

abwechslungsreicher Stellung sowie administrative Arbeiten seien dem Versicherten 

jedoch aus neurologischer Sicht ganztags zumutbar, wobei die Leistungsfähigkeit 

aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs um 20 % eingeschränkt sei. Aus 

psychiatrischer Sicht bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 %; es 

könne dem Versicherten zugemutet werden, eine seinen körperlichen Einschränkungen 

angepasste Tätigkeit zu 80 % auszuüben. Aufgrund der Schmerzverarbeitungsstörung 

bestehe eine ausgeprägte Selbstlimitierung und Dekonditionierung. Die 

Kontaktfähigkeit innerhalb der Familie sei aber gut und wäre bei einer mittelgradigen 

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Depression mehr eingeschränkt. Ferner seien dem Versicherten trotz subjektiv starker 

Beschwerden Flugreisen möglich. Es sei davon auszugehen, dass sich die Depression 

unter der psychiatrischen Behandlung und der antidepressiven Medikation etwas 

gebessert habe. Die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung 

könne nicht bestätigt werden. Hierfür fordere die ICD-10 das Vorliegen von schweren 

psychosozialen oder deutlichen emotionalen Belastungssituationen, was beim 

Versicherten nicht der Fall sei. Die depressiven Symptome seien nicht von genügender 

Ausprägung, Intensität und Dauer, um zusätzlich eine depressive Störung zu 

diagnostizieren. Eine mittelgradige oder gar schwere depressive Störung liege nicht 

vor. Der Versicherte sei nicht suizidal. Es bestünden keine Konzentrationsstörungen. 

Serumspiegelmessungen hätten zudem gezeigt, dass der Versicherte die angegebenen 

Psychopharmaka nicht oder kaum einnehme, was die Einschätzung stütze, dass er 

sich selber nicht für relevant depressiv halte. Aufgrund offensichtlicher Fehlangaben 

seien seine Aussagen in Zweifel zu ziehen. Als medizinische Massnahme wurde 

vorgeschlagen, die Gesprächstherapie bei Dr. A.___ sowie die antidepressive Therapie 

(angepasst) fortzusetzen. Berufliche Massnahmen könnten wegen mangelnder 

Motivation des Versicherten nicht empfohlen werden (act. G9.1.34).

A.g Mit Vorbescheid vom 30. Oktober 2007 stellte die Sozialversicherungsanstalt/IV-

Stelle des Kantons St Gallen dem Versicherten eine Abweisung des 

Leistungsbegehrens in Aussicht, da der Invaliditätsgrad 36 % betrage (act. G9.1.43 f.). 

Dagegen wandte der Versicherte am 14. November 2007 ein, er könne nicht arbeiten 

(act. G9.1.45). Am 12. Dezember 2007 verfügte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle 

die Abweisung des Anspruchs auf eine Invalidenrente (act. G9.1.46).

B.   

Gegen diese Verfügung richtet sich die von der procap für den Betroffenen am 28. 

Januar 2008 erhobene vorsorgliche Beschwerde, mit welcher beantragt wird, die 

angefochtene Verfügung aufzuheben und den Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers 

nochmals zu prüfen. Vor dem Gutachten sei eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % in 

angestammter und adaptierter Tätigkeit ausgewiesen gewesen, so dass dem 

Beschwerdeführer ab Januar 2006 bis zur Neubeurteilung eine ganze Rente zustehe. 

Für die Zeit danach sei mindestens ein Abzug von 20 % vom Tabellenlohn 

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zuzugestehen. Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Prozessführung für die 

Gerichtskosten zu bewilligen und er sei von der Pflicht zur Leistung eines 

Kostenvorschusses zu befreien. In der Beschwerdeergänzung vom 3. April 2008 

beantragt Advokat lic. iur. Martin Boltshauser, procap, als Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers, die angefochtene Verfügung aufzuheben und dem 

Beschwerdeführer eine Invalidenrente zuzusprechen. Es sei nicht hinreichend geklärt, 

ob eine mittelgradige oder nur eine leichte Depression vorliege. Dem ABI-Gutachten 

stünden alle anderen ärztlichen Berichte entgegen, die von einer mittelgradigen 

Depression und einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % ausgingen. Vor der 

Auftragserteilung habe auch der RAD das bestätigt. Aus dem ABI-Gutachten sei nicht 

ersichtlich, dass der Beschwerdeführer aufgrund der psychiatrischen Behandlung eine 

Besserung des Gesundheitszustandes erfahren habe. Das werde auch von der 

behandelnden Psychiaterin nicht bestätigt. Auf die Beurteilung des ABI könne daher 

nicht ohne weiteres abgestellt werden. Bezüglich einer allfälligen Besserung wäre eine 

Rückfrage bei den behandelnden Ärzten angezeigt. Obwohl die Gutachter den 

Gesundheitszustand erst ab dem Begutachtungszeitpunkt hätten einschätzen können, 

lehne die Beschwerdegegnerin eine Rente ab. Weil die Gutachter von einer 

gesundheitlichen Verbesserung durch die Therapie ausgehen würden und der 

Beschwerdeführer seit 14. Januar 2005 unbestrittenermassen 100 % arbeitsunfähig 

sei, hätte er bei Abstellen auf das Gutachten ab Januar 2006 bis mindestens drei 

Monate nach dem Begutachtungszeitpunkt Anspruch auf eine Invalidenrente. Die 

Angelegenheit sei zu zusätzlichen medizinischen Abklärungen zurückzuweisen.

C.   

Der RAD nahm am 18. April 2008 zur Beschwerdebegründung Stellung, indem er als 

eindeutig bezeichnete, dass bei der Begutachtung eine leichte depressive Episode 

vorgelegen habe. Das gehe aus dem Psychostatus hervor und sei auch 

verschiedentlich nachvollziehbar begründet worden. Zum zeitlichen Verlauf sei 

indessen eine Rückfrage an das ABI zu richten. Mit Antwortschreiben vom 23. April 

2008 führte das ABI aus, die gestellte Diagnose sei im Gutachten genau begründet 

worden und es habe diesbezüglich auch eine Auseinandersetzung mit den früheren 

ärztlichen Einschätzungen stattgefunden. Aufgrund der Akten sei davon auszugehen, 

dass die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht im Januar 2006 

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eingetreten sei. Damals habe gemäss dem beschriebenen Psychostatus 

wahrscheinlich (und höchstens) eine mittelgradige depressive Störung vorgelegen. Eine 

vollständig aufgehobene Arbeitsfähigkeit lasse sich dadurch nicht nachweisen. Die 

depressive Störung habe sich dann offensichtlich aufgrund des natürlichen Verlaufs 

und wahrscheinlich aufgrund der Behandlung bis zur Untersuchung vom Juni 2007 

progredient gebessert. Deshalb sei über die Zeit von Januar 2006 bis Juni 2007 

gemittelt eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in adaptierten Verweistätigkeiten zu 

bestätigen. Ab Juni 2007 sei die Erhöhung auf 80 % Arbeitsfähigkeit eingetreten. Der 

RAD erachtete diese Angaben für gut nachvollziehbar. Sie deckten sich auch mit den 

allgemeinen Erfahrungen mit versicherten Personen mit derartigen 

Gesundheitsschäden und seien zudem höchstrichterlich bestätigt worden.

D.   

Mit Beschwerdeantwort vom 27. Mai 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Der Meinung der neutralen ABI-Experten sei ein grösserer 

Stellenwert beizumessen als derjenigen der behandelnden Ärzte. Letztere hätten 

offenbar nicht überprüft, ob der Beschwerdeführer die verordneten Psychopharmaka 

tatsächlich einnehme, und hätten sich bei ihrer Arbeitsfähigkeitsschätzung von dessen 

diesbezüglichen Falschangaben leiten lassen. Die psychiatrische Diagnose stütze sich 

auf die subjektiven (und kaum überprüfbaren) Angaben des Beschwerdeführers. 

Serumspiegelmessungen dagegen seien objektiv. Drei der getesteten Wirkstoffe seien 

überhaupt nicht nachweisbar gewesen. Es stehe fest, dass der Beschwerdeführer bei 

der Begutachtung nur unter dem Einfluss von Cymbalta gestanden und nur einen 

leichten depressiven Eindruck gemacht habe. Seine Angaben zum Befinden und den 

Schmerzen seien, da er Falschangaben zur Medikamenteneinnahme gemacht habe, 

mit Vorsicht zu geniessen. Der sogenannte Leidensabzug werde bereits vollständig mit 

der Berücksichtigung der um 20 % eingeschränkten Leistungsfähigkeit abgegolten. 

Der Invaliditätsgrad betrage 27 % (act. G9). - Das Gesuch um unentgeltliche 

Prozessführung ist am 22. September 2008 zurückgezogen worden.

E.  

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Mit Replik vom 12. November 2008 bringt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

unter Hinweis auf eine beigelegte Stellungnahme von Dr. A.___ vom 16. Oktober 2008 

vor, im ABI-Gutachten herrsche aufgrund einer ungenauen Abklärung bezüglich der 

verordneten Medikamente und der allenfalls nachgewiesenen oder nicht 

nachgewiesenen Substanzen ein Durcheinander. Der Beschwerdeführer habe (nebst 

Cymbalta) Dalmador, Demetrin und Paspertin (die letzten beiden vom ABI nicht geprüft) 

gekannt. Ein restriktiver Gebrauch sei von ihm erwartet worden. Dass Dalmador nicht 

nachgewiesen worden sei, sei ein Zeichen der guten Kooperation. Zyprexa hingegen 

sei gar nicht verordnet gewesen. Weshalb Fluoxetin habe nachgewiesen werden 

wollen, das in der Zusammenstellung gar nicht figuriere, sei unverständlich. Das ABI 

habe es zu Unrecht unterlassen, mit der behandelnden Ärztin Rücksprache zu nehmen. 

Der Vorwurf, der Beschwerdeführer habe falsche Angaben zur Medikamenteneinnahme 

gemacht, sei nicht haltbar. Die seit längerer Zeit behandelnde Ärztin nehme ausführlich 

Stellung zur Diagnose einer mittelschweren oder schweren Depression. In ihrem 

Schreiben zeige sie, dass sie keineswegs nur auf die subjektiven Angaben des 

Beschwerdeführers abstelle, sondern eine differenzierte Beurteilung abgeben könne. 

Dass der Meinung der neutralen ABI-Experten ein grösserer Stellenwert beizumessen 

sei, treffe hier nicht zu. Zu bedenken sei, dass die psychiatrische Exploration einer 

Momentaufnahme entspreche. Der infolge des Durcheinanders mit der 

Medikamenteneinnahme gezogene falsche Schluss habe wohl auch die 

Diagnosestellung beeinflusst. Des Weiteren habe Dr. A.___ die Flugreisen des 

Beschwerdeführers ausdrücklich befürwortet und ihn dazu ermutigt (act. G15).

F.  

In ihrer Duplik vom 17. November 2008 weist die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass 

Dr. A.___ die letzte Einnahme von Zyprexa auf den 5. Juni 2007 datiere, während der 

Beschwerdeführer beim ABI angegeben habe, dieses Medikament vor fünf Tagen (also 

am 15. Juni 2007) abgesetzt zu haben. Die Reihe widersprüchlicher Angaben reisse 

also nicht ab. Dass man wenige Tage nach dem Absetzen Olanzapin (den betreffenden 

Wirkstoff) habe messen wollen, erscheine legitim. Die Medikamentenpläne zu prüfen, 

sei nicht möglich, da sie nicht vorgelegt worden seien. Fest stehe, dass der 

Beschwerdeführer zum Begutachtungszeitpunkt nur das Medikament Cymbalta 

eingenommen habe und trotzdem nur einen leicht depressiven Eindruck gemacht habe. 

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Hätte er zusätzlich das von Dr. A.___ verschriebene Medikament Dogmatil 

eingenommen, wäre sein Zustand noch besser gewesen (act. G17).

Erwägungen:

1.  

1.1  Da ein Sachverhalt zu beurteilen ist, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der 

angefochtenen Verfügung am 12. Dezember 2007 entwickelt hat, sind die auf den 

1. Januar 2008 in Kraft getretenen Rechtsänderungen nicht anwendbar.

1.2  Streitgegenstand bildet vorliegend zunächst die Rentenfrage. Die 

Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen Verfügung entsprechende Leistungen 

abgelehnt, der Beschwerdeführer lässt im Gerichtsverfahren (wie schon in der IV-

Anmeldung) einzig eine Rente beantragen. Ergäbe sich allerdings, dass ohne 

Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in Frage steht, so gehörte zum 

Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz 

"Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht des Beschwerdeführers zu 

Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.

2.  

Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.

3.  

3.1  Für die Invaliditätsbemessung, welche das Mass der Zurücksetzung der 

erwerblichen Leistungsfähigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigung ergeben soll, 

sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen von Bedeutung. Aufgabe des Arztes 

oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beschreiben und dazu Stellung zu 

nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person 

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arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in der Folge eine wichtige Grundlage 

für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch 

zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte 

Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch tatsächlich ausübt, ist für die 

Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046 des vom Bundesamt für 

Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in 

der Invalidenversicherung = KSIH).

3.2  Die Beschwerdegegnerin stützt den angefochtenen Entscheid in erster Linie auf 

das ABI-Gutachten vom 27. August 2007, worin eine leichte depressive Episode und 

chronische Kopfschmerzen diagnostiziert worden sind. Schwere und anhaltend 

mittelschwere Tätigkeiten und Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten sind für 

unzumutbar erklärt worden. Eine Arbeit in einer adaptierten Tätigkeit ist noch zu 80 % 

als zumutbar erachtet worden.

3.3  In den Akten liegen daneben ferner etwa die Berichte der beiden Kliniken am 

Kantonsspital St. Gallen, wo je der Verdacht auf eine Angststörung mit konsekutiver 

mittelgradiger depressiver Störung geäussert, aber keine Arbeitsfähigkeitsschätzung 

abgegeben worden ist. Die Klinik Gais hat als Diagnose (nebst dem Kopfschmerz, im 

Wesentlichen) eine mittelschwere depressive Episode mit somatischem Syndrom mit 

Symptomen einer somatoformen Schmerzstörung bezeichnet. Bei Eintritt sei die 

psychosomatische Symptomatik ausgeprägt, bei Austritt sei der Beschwerdeführer in 

leicht gebessertem und stabilerem psychischem Zustand gewesen. Die Klinik für 

psychosomatische Rehabilitation hat ihm nach einer stationären Behandlungsdauer 

von einem Monat eine Arbeitsunfähigkeit bei Austritt von weiterhin 100 % bei 

skeptischer Prognose attestiert. Bei einer erfolgreichen psychiatrischen Behandlung 

stehe aber mittelfristig eine Besserung mit eventuellem Wiedererlangen mindestens 

einer Teilarbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit in Aussicht. Dr. B.___ hat am 11. Juli 

2006 erklärt, obwohl der Beschwerdeführer somatisch wieder völlig gesund geworden 

sei, habe er durch die infolge der Erkrankung aufgetretene Verunsicherung und die 

Insuffizienzgefühle mit Angst trotz Arbeitsversuchen auf tiefem Belastungsniveau und 

eines Rehabilitationsaufenthalts die Arbeitsfähigkeit oder auch nur Teilarbeitsfähigkeit 

nicht wieder erlangen können. Die Ursache liege in einer erheblichen Angststörung und 

einer reaktiven Depression. Die behandelnde Psychiaterin Dr. A.___ hat den 

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Beschwerdeführer gemäss ihrem Arztbericht vom 13. April 2006 wegen einer 

depressiven Störung mit somatischen Symptomen und chronischen Kopfschmerzen 

ebenfalls für gänzlich arbeitsunfähig gehalten.

3.4  In seinem ergänzenden Schreiben vom 23. April 2008 hat das ABI dargelegt, die 

depressive Störung des Beschwerdeführers habe sich im Zeitablauf offensichtlich 

progredient gebessert. Zunächst habe gemäss dem von der Klinik Gais beschriebenen 

Psychostatus wahrscheinlich (und höchstens) eine mittelgradige depressive Störung 

vorgelegen und es sei für die Zeit vor der Begutachtung gemittelt von einer 

Arbeitsfähigkeit von 50 % in adaptierten Verweistätigkeiten auszugehen.

3.5  In ihrer Stellungnahme vom 16. Oktober 2008 hält Dr. A.___ dafür, der 

Beschwerdeführer schwanke zwischen den Zuständen einer mittelschweren und einer 

schweren depressiven Störung, im zweiten Fall gelegentlich mit psychotischen 

Symptomen. Sie stellt sich auf den Standpunkt, auch bei der Begutachtung habe 

(noch) eine mittelschwere Depression vorgelegen. Die Frage, ob sich eine 

Verbesserung des Gesundheitszustandes im Zeitablauf ergeben habe, wird demnach 

von den Fachpersonen unterschiedlich beurteilt. Doch selbst unter der Annahme einer 

Verbesserung differieren die übrigen ärztlichen Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit 

erheblich mit dem Ergebnis der Begutachtung.

3.6  Dr. A.___ hält dafür, von den psychotischen Symptomen spreche der 

Beschwerdeführer aus Scham und mangelndem Vertrauen nur selten und nur zu 

Menschen, die er gut kenne. Dass er zu der seit längerem behandelnden Ärztin offener 

gesprochen haben könnte als zu den Gutachtern, ist nicht auszuschliessen. Dr. A.___ 

stellt sich ausserdem auf den Standpunkt, die vielfältigen, vom ABI erwähnten 

Symptome reichten vollauf zur Diagnose einer mittelschweren Depression (sc. wohl: 

mit höherer Arbeitsunfähigkeit). Das ABI hat tatsächlich etliche psychiatrischen 

Symptome aufgenommen, allerdings bei der Erhebung der Anamnese und der 

subjektiven Angaben des Beschwerdeführers. Massgebend erscheint indessen, was es 

- enger - als psychopathologischen Befund festgehalten hat: Der Beschwerdeführer 

habe rasch etwas angespannt gewirkt, teilweise auch resigniert und enttäuscht. Die 

Stimmung sei depressiv gewesen, Mimik und Gestik herabgesetzt. Die affektive 

Modulationsfähigkeit sei leicht eingeschränkt gewesen. Die Aufmerksamkeit, die 

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Auffassung und das Gedächtnis seien aber nicht beeinträchtigt gewesen. Wahnhafte 

Störungen, Sinnestäuschungen, Halluzinationen und Ich-Störungen seien nicht 

vorhanden gewesen. Bei der Beurteilung wurde dargelegt, es bestünden 

Schlafschwierigkeiten und eine Antriebsstörung. Der Beschwerdeführer ziehe sich in 

der Familie zurück und habe kaum mehr Kontakte zu seinen früheren Kollegen. Der 

soziale Rückzug sei auch durch die Reaktion der Kollegen bedingt. Die 

Kontaktfähigkeit innerhalb der Familie sei gut und wäre bei einer mittelgradigen 

Depression mehr eingeschränkt. Das ABI schliesst, die depressiven Symptome seien 

nicht von genügender Ausprägung, Intensität und Dauer, um zusätzlich eine depressive 

Störung zu diagnostizieren. Dr. A.___ hält bezüglich der Kontaktfähigkeit dagegen, der 

Beschwerdeführer sei vom Kontakt zur Familie rasch überfordert und ziehe sich auch 

dort zurück. Das sei auch in der Heimat nicht anders gewesen, da er sich schäme, als 

schwacher, kranker Mann gesehen zu werden. Diese Darstellung der behandelnden 

Ärztin erscheint zumindest ebenfalls denkbar.

3.7  Zur Begründung der Diagnose einer lediglich leichten depressiven Episode und der 

entsprechenden Arbeitsfähigkeitsschätzung mit 80 % erwähnt das ABI-Gutachten 

weiter etwa, dass dem Beschwerdeführer trotz subjektiv starker Beschwerden 

Flugreisen möglich seien. Diesbezüglich erklärt Dr. A.___, der Hausarzt und sie hätten 

dem Beschwerdeführer "eine Kur" zuhause anempfohlen und diese Flugreise sei (unter 

Zusatzmedikation) in erster Linie auf ihr Drängen hin zustande gekommen. Auch zu der 

Flugreise, die er wegen des Todes seiner Mutter unternommen habe, habe er viel 

Ermutigung gebraucht. Aus der Tatsache, dass der Beschwerdeführer Flugreisen 

gemacht hat, lässt sich unter diesen Umständen entgegen der Annahme des ABI nichts 

für einen positiven psychischen Zustand ableiten.

3.8  Des Weiteren nahm das ABI aufgrund der Serumspiegelmessungen an, dass der 

Beschwerdeführer die angegebenen Psychopharmaka nicht oder kaum einnehme, und 

erachtete dies als Hinweis darauf, dass er sich selber nicht für relevant depressiv halte. 

Getestet hat es Fluoxetin/Norfluoxetin, dessen Spiegel massiv unterhalb des 

therapeutischen Referenzbereichs lag. Zwei Tabletten waren gemäss der Wiedergabe 

des ABI aus dem Medikamentenverordnungsblatt, welches bei der psychiatrischen 

Untersuchung vorgelegt worden war, einzunehmen. Bei den anlässlich der 

internistischen/allgemeinmedizinischen und der neurologischen Abklärung des ABI 

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aufgenommenen Aufzählungen figurierte das Medikament nicht. Dr. A.___ gab an, der 

Beschwerdeführer habe es am 14. Mai 2007 zuletzt eingenommen, und es sei nicht 

mehr verordnet gewesen. Das könnte eventuell erklären, weshalb offenbar bei der 

Abklärung am 20. Juni 2007 nur, aber immerhin noch Spuren davon gefunden wurden. 

Des Weiteren wurde im ABI der Olanzapin-Spiegel bestimmt und das Mittel nicht 

gefunden. Bei der internistisch/allgemeinmedizinisch erhobenen Liste wurde Zyprexa 

als verordnet bezeichnet. Bei der psychiatrischen und der neurologischen 

Untersuchung hatte der Beschwerdeführer angegeben, dieses Medikament vor fünf 

bzw. vor wenigen Tagen abgesetzt zu haben. Dr. A.___ gab an, er habe es am 5. Juni 

2007 zuletzt eingenommen, und auch dieses Mittel sei nicht mehr verordnet gewesen. 

Es könnte somit aus dem Testergebnis höchstens abzuleiten sein, der 

Beschwerdeführer habe dieses Medikament allenfalls früher trotz Verordnung nicht 

eingenommen. Das lässt sich aber bei der vorhandenen Aktenlage nicht beurteilen. 

Geprüft und nicht gefunden wurde ferner Flurazepam, der Wirkstoff von Dalmadorm. 

Dalmadorm war gemäss allen vom ABI wiedergegebenen Auflistungen verordnet. 

Dr. A.___ erklärte, das Schlafmittel ab 5. Juni 2007 nur (noch?) in Reserve abgegeben 

zu haben. Hier gilt demnach das zu Zyprexa Dargelegte. Gemessen und nicht 

nachgewiesen wurde ferner die Sulpirid-Konzentration. Für Dogmatil gab es gemäss 

der psychiatrischen und der neurologischen Erhebung und gemäss Dr. A.___ eine 

Verordnung, hingegen war das Medikament gemäss der internistischen/

allgemeinmedizinischen Liste nur in Reserve einzunehmen. Ob die Nichteinnahme 

vorwerfbar sei, erscheint angesichts dieses letzteren Umstands wiederum zweifelhaft.

3.9  In Anbetracht der gesundheitlichen Beeinträchtigung und der 

Sprachschwierigkeiten des Beschwerdeführers sowie der insgesamt grossen Anzahl 

wechselnder Medikamente kann es in der Frage der Medikamenteneinnahme beim 

Beschwerdeführer durchaus zu Schwierigkeiten und Missverständnissen gekommen 

sein. Abgesehen davon, dass Schlüsse aus Serumspiegelmessungen ohnehin nur mit 

besonderer Vorsicht getroffen werden können, da der Blutspiegel aus individuellen 

Gründen um einen Faktor 20 variieren kann (vgl. J. John Mann, Drug Therapy, The 

Medical Management of Depression, in New England Journal of Medicine, October 27, 

2005, 1829), muss aber beanstandend festgestellt werden, dass die drei Gutachter des 

ABI von verschiedenen Annahmen zur Medikamentenverordnung ausgegangen sind, 

ohne Rücksprache untereinander oder mit der behandelnden Psychiaterin zu nehmen. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

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Diese berichtet, sie habe ab 5. Juni 2007 eine (vierte, nochmals mehr oder weniger) 

abweichende Variante der Verordnung abgegeben. Nach der Aktenlage rechtfertigt es 

sich jedenfalls nicht, dem Beschwerdeführer vorzuwerfen, er habe (vorsätzlich) 

Fehlangaben gemacht.

3.10  Stützt das ABI seine Beurteilung unter den dargelegten Umständen mit der 

angenommenen Fähigkeit des Beschwerdeführers zu Flugreisen und mit der Annahme, 

er halte sich, da er einen Teil der verordneten Medikamente nicht einnehme, selber 

nicht für relevant depressiv, und wird bei der Begutachtung dafürgehalten, aufgrund 

offensichtlicher Fehlangaben seien die Aussagen des Beschwerdeführers in Zweifel zu 

ziehen, so erscheint die Beweiskraft des Gutachtens als geschwächt. Es vermag nicht 

ohne Weiteres gegen die übrigen medizinischen Einschätzungen, insbesondere die 

ausreichend distanziert erscheinende Beurteilung der behandelnden Psychiaterin, 

durchzudringen. Insgesamt hat das Gericht erhebliche Zweifel daran, ob das ABI die 

gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers hinreichend abgeklärt hat. Vor allem 

wurde trotz Anlasses keine Rücksprache mit der behandelnden Psychiaterin gepflogen. 

Damit die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers genügend zuverlässig beurteilt 

werden kann, ist eine ergänzende psychiatrische Abklärung im Sinne eines 

Obergutachtens erforderlich.

4.  

4.1  Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung vom 12. Dezember 2007 teilweise zu schützen. Die Sache ist 

zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zu entsprechender neuer 

Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). In Anbetracht des unterdurchschnittlichen 

Aufwandes erscheint eine Gerichtsgebühr von Fr. 400.-- als angemessen. Bei einer 

Rückweisung zur Abklärung ist praxisgemäss für die Kostenfolgen von einem vollen 

Obsiegen des Beschwerdeführers auszugehen (vgl. zur Parteientschädigung ZAK 1987 

S. 266 E. 5a). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von 

bis

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Fr. 400.-- zu bezahlen. Dem Beschwerdeführer ist der geleistete Kostenvorschuss von 

Fr. 600.-- zurückzuerstatten.

4.3  Der Beschwerdeführer hat als obsiegende beschwerdeführende Partei Anspruch 

auf Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach 

der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen 

werden (Art. 61 lit. g ATSG). Vorliegend erscheint eine (volle) Parteientschädigung von 

Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 12. 

Dezember 2007 aufgehoben und die Sache wird zur weiteren Abklärung im Sinne der 

Erwägungen und zu entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2. Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 400.--. Dem 

Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'500.-- zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 12.08.2009
	Art. 28 IVG. Würdigung sich widersprechender ärztlicher Einschätzungen von behandelndem Psychiater und Gutachter (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. August 2009, IV 2008/61).

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