# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dac82ddd-4761-5ace-870e-084ca0449172
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-09-30
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 30.09.2021 BV.2021.28
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BV-2021-28_2021-09-30.pdf

## Full Text

Beschluss vom 30. September 2021 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Miriam Forni und Stephan Blättler,     

Gerichtsschreiberin Inga Leonova  

   
 

Parteien 

  

A., vertreten durch Rechtsanwalt Martin Plüss, 

 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

EIDGENÖSSISCHE STEUERVERWALTUNG,  

 

Beschwerdegegnerin 

 

 

Gegenstand  Beschlagnahme (Art. 46 f. VStrR) 

 

Rückzug der Beschwerde 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BV.2021.28 

 

 

 

- 2 - 

 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- die Eidgenössische Steuerverwaltung (nachfolgend «ESTV») unter anderem 

gegen A. ein Verwaltungsstrafverfahren wegen des Verdachts auf Abgabe-

betrug nach Art. 14 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 22. März 1974 über 

das Verwaltungsstrafrecht (VStrR; SR 313.0), evtl. Hinterziehung der Ver-

rechnungssteuer (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes vom 13. Oktober 1965 

über die Verrechnungssteuer [Verrechnungssteuergesetz, VStG; 

SR 642.21]) führt; 

 

- um Geldflüsse abzuklären, die ESTV diverse Banken mittels Aktenedition 

aufforderte, ihr Unterlagen unter anderem auf A. lautenden Bankkonten her-

auszugeben (act. 1.2);  

 

- die ESTV die erhaltenen Bankunterlagen mit Verfügung vom 2. September 

2021 beschlagnahmte (act. 1.2); 

 

- A. dagegen beim Direktor der ESTV zu Handen der Beschwerdekammer des 

Bundesstrafgerichts am 9. September 2021 Beschwerde erheben und im 

Hauptbegehren um Aufhebung der Beschlagnahme ersuchen liess (act. 1); 

 

- der Direktor der ESTV die Beschwerde samt seiner Stellungahme am 

16. September 2021 der Beschwerdekammer weiterleitete, worin er um kos-

tenfällige Abweisung der Beschwerde ersucht (act. 2); 

 

- das Gericht A. mit zwei Schreiben vom 16. September 2021 zur Leistung 

eines Kostenvorschusses von Fr. 2'000.-- sowie zur Einreichung einer allfäl-

ligen Replik aufforderte (act. 3 und 4); 

 

- A. dem Gericht mit Schreiben vom 24. September 2021 mitteilte, dass er 

seine Beschwerde zurückziehe und das Beschwerdeverfahren deshalb ab-

zuschreiben sei (act. 5);  

 

- A. – wie bereits zuvor in der Beschwerde – im Schreiben vom 24. September 

2021 den Antrag stellt, dass die Gerichtskosten der ESTV aufzuerlegen 

seien und ihm eine Parteientschädigung zuzusprechen sei; A. diesen Antrag 

dahingehend begründet, dass die Beschlagnahmeverfügung lediglich rudi-

mentär begründet worden sei und die ESTV erst in der Beschwerdeantwort 

Beweismittel offengelegt habe, weshalb er sich in guten Treuen zur Be-

schwerdeerhebung veranlasst gesehen habe (act. 5). 

 

- 3 - 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- bei der Verfolgung von Widerhandlungen gegen das Verrechnungssteuerge-

setz das VStrR Anwendung findet und die ESTV die verfolgende und urtei-

lende Verwaltungsbehörde i.S.v. Art. 21 Abs. 1 VStrR ist (Art. 67 Abs. 1 

VStG); 

 

- gegen Zwangsmassnahmen im Sinne der Art. 45 ff. VStrR und damit zusam-

menhängende Amtshandlungen bei der Beschwerdekammer des Bun-

desstrafgerichts Beschwerde geführt werden kann (Art. 26 Abs. 1 VStrR 

i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die 

Organisation der Strafbehörden des Bundes; Strafbehördenorganisations-

gesetz, StBOG; SR 173.71); 

 

- der Beschwerdeführer innert der ihm angesetzten Frist zur Einreichung einer 

Replik mit Schreiben vom 24. September 2021 die Beschwerde zurückzog 

(act. 5); 

 

- der Rückzug der Beschwerde den Rechtsstreit beendet, weshalb das Be-

schwerdeverfahren als erledigt abzuschreiben ist (vgl. Beschluss des Bun-

desstrafgerichts BV.2015.9 vom 8. Mai 2015); 

 

- sich die Verteilung der Gerichtskosten und die Zusprechung von Parteient-

schädigungen in verwaltungsstrafrechtlichen Beschwerdeverfahren nach 

den Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-

desgericht richten (Art. 25 Abs. 4 VStrR i.V.m. Art. 66 ff. BGG analog; siehe 

dazu TPF 2011 25 E. 3); 

 

- die Verteilung der Gerichtskosten in der Regel nach dem Erfolgsprinzip, d.h. 

nach Obsiegen bzw. Unterliegen der Parteien erfolgt (Art. 66 Abs. 1 BGG 

analog; GEISER, Basler Kommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 66 BGG N. 16);  

 

- bei Erledigung zufolge Rückzugs der Beschwerde auf die Erhebung der Ge-

richtskosten ganz oder teilweise verzichtet werden kann, wobei dem Gericht 

grosses Ermessen zukommt (Art. 66 Abs. 2 BGG analog; GEISER, a.a.O., 

Art. 66 BGG N. 20); 

 

- die Gerichtskosten für das vorliegende Beschwerdeverfahren grundsätzlich 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 BGG analog; 

TPF 2011 25 E. 3); 

 

http://links.weblaw.ch/TPF_2011_25

- 4 - 

 

 

 

- die Beschwerdekammer in analoger Anwendung von Art. 66 Abs. 1 Satz 2 

BGG eine andere Kostenverteilung vornehmen kann, wenn sich die unterlie-

gende Partei in guten Treuen zur Prozessführung veranlasst gesehen hat; 

dies beispielsweise, weil die angefochtene Verfügung unzutreffend bezeich-

net wurde, eine nicht korrekte Rechtsmittelbelehrung enthält oder die betei-

ligte Verwaltung die beschwerdeführende Partei durch ihr unklares Verhalten 

zur unzulässigen Beschwerdeerhebung verleitet hat (Beschlüsse des Bun-

desstrafgerichts BV.2018.3 vom 17. Mai 2018 E. 2; BV.2010.69 vom 14. De-

zember 2010 E. 2.2; BV.2010.13, BE.2010.12 vom 28. Juli 2010 E. 2.3 und 

4.1; BV.2009.30-32, BE.2009.1-3 vom 10. März 2010 E. 5.1); 

 

- der Beschwerdeführer mit seinem Vorbringen übersieht, dass eine Be-

schlagnahmeverfügung weder eine ausführliche Begründung noch Beweis-

mittel zu enthalten braucht (BGE 120 IV 297 E. 3e; 120 IV 164 E. 1c; Be-

schluss des Bundesstrafgerichts BB.2014.163-164 vom 9. Juni 2015 

E. 2.3.1; s.a. BOMMER/GOLDSCHMID, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, 

Art. 263 StPO N. 62);  

 

- vorliegend kein Grund zu erkennen ist, der es rechtfertigen würde, die Ge-

richtskosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen; der entsprechende An-

trag des Beschwerdeführers daher abzuweisen ist; 

 

- die Gebühren im Beschwerdeverfahren bei Fr. 200 bis Fr. 50'000 liegen 

(Art. 8 Abs. 1 BStKR); 

 

- die Gerichtsgebühr für das vorliegende Verfahren angesichts des bisher an-

gefallenen Aufwandes im unteren gesetzlichen und reglementarischen Mini-

mum, bzw. auf Fr. 400.-- festzusetzen (vgl. Art. 25 Abs. 4 VStrR i.V.m. 

Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 1 BStKR) und, in Ablehnung seines 

Antrags, dem Beschwerdeführer aufzuerlegen ist; 

 

- bei diesem Ausgang des Verfahrens und gestützt auf die oben dargelegten 

Überlegungen dem Beschwerdeführer keine Parteientschädigung zuzuspre-

chen und sein diesbezüglicher Antrag ebenfalls abzuweisen ist. 

 

- 5 - 

 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Das Beschwerdeverfahren wird zufolge Rückzugs der Beschwerde als erledigt 

abgeschrieben. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 400.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.  

 

3. Dem Beschwerdeführer wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

 

 

Bellinzona, 30. September 2021 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Martin Plüss 

- Eidgenössische Steuerverwaltung 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide der Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach 
der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden 
(Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). 
Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu 
dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 
konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 48 Abs. 1 BGG). Im Falle der elektronischen 
Einreichung ist für die Wahrung einer Frist der Zeitpunkt massgebend, in dem die Quittung 
ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle Schritte abgeschlossen sind, die auf der Seite der Partei für 
die Übermittlung notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 BGG). 

Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. 

Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der 
Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).