# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a1b381da-268c-5055-a150-91a5e4bdaa45
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-09-30
**Language:** de
**Title:** Gutachten nicht schlüssig, Rückweisung an IV-Stelle
**Docket/Reference:** IV.2017.00883
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2017.00883.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2017.00883
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens
Gerichtsschreiber Frischknecht
Urteil
vom
30. September 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Christos
Antoniadis
Antoniadis
Advokaturbüro
Badenerstrasse
89, 8004 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1962 geborene
X.___
war seit 19
89 als Heizungsmonteur tätig und
meldete sich am 21. Dezem
ber 1992 unter Hinweis auf eine
Dis
k
us
hernie
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 5/2).
Mit Ver
fügung
vom 20. Dezember 1994 (Urk. 5/29) sprach die Sozialversicherungsan
stalt
Schwyz, IV-Stelle, dem Versicherten eine Umschulung zu
m
Heizungszeichner zu.
Zusätzlich gewährte die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 21. Juli
1995 (Urk. 5/39
ff.
)
rückwirkend ab dem 1. August 1993 eine halbe be
zieh
ungs
weise ab dem 1. Februar 1994 eine ganze Rente; befristet bis 31. Mär
z
1994 (S. 2).
Nach zwei erfolglosen Versuchen verweigerte die unterdessen zuständige Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügung vom 21. August
1998
(Urk. 5/79)
eine
Kostengutsprache
für die abermalige
Repetition des zweiten Lehrjahres
im Rahmen der Ausbildung zum Heizungszeichner
, sprach
dem Versicherten aber wiederholt Leistungen in Form von orthopädischen Schuhen
zu (vgl. Urk. 5/57, 73
)
.
1.2
Am 1. Mai 2015
(Urk. 5/86)
meldete sich der Ver
sicherte unter Hinweis auf ein unfall
beding
tes («Beim Herabtreten am Backstein Fuss geknickt») i
nstabiles rechtes Fussgelenk sowie eine reduzierte Belastbarkeit
und Rückenschmerzen
erneut zum Leistungsbezug
an; zuletzt arbeitete er
bis 31. Juli 2015 (letzter Arbeitstag)
als Heizungsmonteur in
einem Vollzeitpensum (Urk. 5/85 S. 7, 10, Urk. 5/
99). Nach getätigten erwerblichen sowie medizinischen Abklärungen er
teil
te die IV-Stelle am 29. Juli 2015 Kostengutsprache für ein Assessment und die Suche eines Trainingsarbeitsplatzes im Rahmen von Frühinterventionsmass
nah
men (Urk. 5/139). Nachdem die Arbeitsvermittlung erfolglos
ge
blieb
en war
, wurde
sie am 14. Januar 2016 von der Verwaltung beendet und dem Versicherten ein Ent
scheid betreffend Rente in Aussicht gestellt (Urk. 5/
159); zwischenzeitlich wurde dem Versicherten mit Verfügungen vom 3. November 2015 die Kosten
über
nahme für eine Fussorthese sowie orthopädische Spezialschuhe gewährt (Urk. 5/151-153).
Im Rahmen des
Vorbescheidverfahren
s
(Urk. 5/177) veranlasste die IV-Stelle eine interdisziplinäre Begutachtung durch das
Y.___
in Basel
(Gutachten vom 27. April 2017, Urk. 5/205)
und wies
in der Folge
das Leistungsbegehren
hinsichtlich
R
ente
mit Ver
fü
gung vom 27. Juni 2017 (Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 29. August 2017 (Urk. 1) Be
schwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen auszurichten (1.), unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuersatz zu Lasten der
Beschwerdegegnerin (2., Urk. 1
S. 2).
Ergänzend beantragte er, es sei eine gerichtliche Zusatzbegutachtung bei der
Medas
Y.___
in Auftrag zu geben (S. 6). In formeller Hinsicht beantragte der Beschwerdeführer die Durchführung einer mündlichen öffentlichen V
erhandlung (S. 2).
Die IV-Stelle schloss am 4. Oktober 2017 (Urk. 4) auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 9. Oktober 2017 (Urk. 6) zur Kenntnis gebracht wurde. Mit Schreiben vom 6. März 2019 (Urk. 8) zog der Beschwerdeführer sein Be
gehren um Durchführung einer mündlichen Verhandlung zurück.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
de
s Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburts
ge
brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen
guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus
(vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzel
fall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
geh
end objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die angefochtene Verfügung damit, dass de
m
Beschwer
de
führer eine seinem Gesundheitszustand angepasste, leichte Tätigkeit medizi
nisch durchgehend zumutbar gewesen sei. Somit ergebe der Einkommens
ver
gleich einen Invaliditätsgrad von 17 %. Aus diesem Grund bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente. Im Weiteren führte die Verwaltung an, die Depression
werde durch die unbehandelte Schmerzproblematik sowie psychosoziale Pr
obleme ausgelöst und stelle somit kein eigenständiges Krankheitsbild dar (Urk. 2).
In ihrer Beschwerdeantwort vom 4. Oktober 2017 (U
rk
. 4)
wies
die Beschwerde
gegnerin
unter
Verweis auf die bundesgerichtliche
Rechtsprechung ergänzend darauf hin, dass die Therapierbarkeit bei einer mittelgradigen depressiven Störung sowie bei einer Schmerzstörung durchaus ein Kriterium für die IV-Relevanz der Beschwerde
n
darstelle.
2.2
Der Beschwerdeführer (Urk. 1) hält im Wesentlichen dagegen,
das MEDAS-Gut
achten besitze Beweiswert (S. 5)
.
E
s bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit für Verweistätigkeiten. Weder spiele es aus rechtlicher Sicht eine Rolle, ob die medizinischen Massnahmen ausgeschöpft seien, noch lägen Befunde vor, welche in psychosozialen Umstände
n
ihre Erklärung fänden. Es bestünden auch keinerlei «Inkonsistenzen» (S. 7).
Des
Weiteren macht der Beschwerdeführer geltend, das von der Beschwerde
geg
nerin ermittelte Invalideneinkommen müsse aufgrund der 50%igen Restarbeits
f
ä
h
igkeit zunächst um die Hälfte gekürzt werden. Weil er nur noch Teilzeit
arbei
te,
sei ein Abzug von 12 %
vorzunehmen
. Dies führe zu eine
m
Invaliditätsgrad von 64 % (S. 7).
2.3
Unbestritten (Urk. 1 S. 4, Urk. 2 S. 1, Urk. 4
, Urk. 5/207 S. 3 f.
) und aufgrund
der al
lgemein-internistischen,
orthopädischen
und neurologischen
gutachterlichen Be
ur
teilung vom
27. April 2017
ausgewiesen ist,
dass der Beschwerdeführer unter somatischen Gesichtspunkten (organische Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
c
hronisches
Lumbovertebralsyndrom
,
c
hronisches intermittie
ren
des Schmerzsyndrom des rechten Rückfusse
s mit Reizzuständen an Bänder-
/
Sehnenansätzen
,
c
hronisch rezidivierendes
Cervikalsyndrom
mit aktivierter Fa
cetten
arthrose C7/Th1 rechts; Urk. 5
/
205 S. 62
)
in leichten Tätigkeiten im Wech
sel von Sitzen, Stehen und Gehen mit überwiegendem Sitzen unter Vermeidung von häufigem Bücken, Hebe
n und Tragen von Lasten über 10
kg sowie ohne Gefahrpotenzial zu 100
%
arbeitsfähig ist
(
S. 3
6
, S. 45, S. 67).
Demgegenüber ist streitig und zu prüfen,
wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit in psychischer Hinsicht verhält und ob diese
rechtsgenüglich
abgeklärt worden ist.
3.
3.1
3.1
.1
In seinem Bericht
vom 23. Dezember 2015 (
Urk
5/158)
zuhanden der IV-Stelle
diag
nostizierte der behandelnde Psychiater
Dr.
med.
Z.___
, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie
, folgende psychiatrischen Erkran
kung
en mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
1.
Anpassungsstörung mit längerer depressiven Symptomatik (ICD-10: F 43
.21)
Differentialdiagnose
ICD-10: F32
2.
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychiatrischen Fak
toren
(ICD-10: F45.41) bei Status nach OSG-Distorsionstrauma mit rezi
di
vierender Traumatisierung des Ligamentums
fibulo
talare
anterius
und
posterius
, a
usgeprägte
residuelle
s
e
nsomotor
i
sche Ausfallsymptomatik der Wurzel L5 rechts bei Status nach Diskushernie 1995
Er
führte aus, der Beschwerdeführer fühle sich seit mehreren Wochen deprimiert und etwas niedergeschlagen, könne die Dinge nicht so geniessen wie früher. Er fühle sich in letzter Zeit zunehmend
gereizt, habe wenig Interesse an sozialen Aktivitäten. Der Schlaf sei wegen seiner Schmerzen gestört. In Folge Betriebs
unfall vom August 2014 sei er aus der Bahn geworfen. Der Beschwerdeführer gebe an, unter den aktuellen Erkrankungen, den damit
verbundenen
Beeinträch
tigungen und Belastungen
zu leiden
. We
iter schildere er psychosoziale Probleme wie Verlust der Arbeitsstelle, finanzielle Engpässe und fehlende Zukunftsper
spek
tiven
(S. 2)
.
3.1.2
Die ärztlichen Befunde von
Dr.
Z.___
lauteten wie folgt:
«An mehreren Untersuchungsterminen imponierte der Patient stets bewussts
eins
klar und allseits orientiert. Kein Hinweis für Auffassungsstörung, leichtgradige Merkfähigkeits- und Konzentrationsstörungen vorhand
en. Im formalen Denken deutlich
grübelnd und eingeengt auf seine Schmerzen und aktuelle psychosoziale Situation. Er berichtet über persistierende rechte Fuss- und Rückenschmerzen.
Keine Anhaltspunkte für Phobien
,
Zwangsgedanken und
-h
andlungen
. Keine Anhaltspunkte für inhaltliche Denkstörungen und Sinnestäuschungen. Keine Anhaltspunkte für Ich-Störungen. Im Affekt ist er deprimiert,
klagsam
, teilweise
dysphorisch
und gereizt. Vitale Gefühle sind herabgesetzt. Das Selbstwertgefühl ist deutlich vermindert.
Antrieb unauffällig, psychomotorisch teilweise unruhig. Ein- und Durchschlafstörungen vorhanden
.
Sozial hat er sich eher zurück
ge
zogen. Patient berichtet über geringe Frustrationstoleranz und Gereiztheit in familiären und sozialen Interaktionen. Keine Anhaltspunkte für akute
Suizi
da
lität.»
3.1.3
Zur Arbeitsunfähigkeit bemerkte der Psychiater, diese sei in der bisherigen Be
rufstätigkeit in erster Linie aus somatischer Sicht beziehungsweise interdiszi
plinär zu beurteilen (S. 3).
3.2
3.2.1
Die für die psychiatrische Beurteilung verantwortlich zeichnende
MEDAS-
Gut
a
ch
terin Dr. med.
A.___
, Psychiatrie, nannte in ihrem
Teilgutachten
(Urk. 5/205
S. 46-56
)
folgende
Diagnosen (S. 51):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
(ICD-10 F 32.1)
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(ICD-10 F 45.41)
3.2.2
Die Gutachterin befand, d
ie Bewusstseinslage sei klar und ungestört, der Be
schwerdeführer sei wach. Die Orientierung örtlich, zeitlich, zur eigenen Person und zur Situation sei vollständig gegeben. Die Psychomotorik sei im Antrieb deut
lich gehemmt, der Beschwerdeführer wirke schwunglos und in den Bewe
gungen, auch in der Mimik
,
reduziert. Die Gangart sei etwas schleppend, obwohl der Beschwerdeführer sich bemühe, ungezwungen zu wirken. Im Ausdrucks
ver
halten sei der Beschwerdeführer angepasst, zum Teil lebhaft, mimisch moduliert, zum Teil auch sparsam und eingeengt. Die Sprache und Stimmlage seien gut arti
kuliert, in der Lautstärke moduliert, der Beschwerdeführer spreche in Schweizer Dialekt, die Verständigung sei problemlos möglich.
Im Benehmen und den Um
gangsformen sei der Beschwerdeführer gewandt und höflich, er wirke natürlich und offen. Der Wille sei leicht beeinträchtigt, der Beschwerdeführer bezeichne sich im Gegensatz zu früher als willensschwach. In Kontaktverhalten sei der Beschwerdeführer detailreich, differenziert, farbig schillernd, warmherzig und zugewandt. Das Denken sei formal nicht beeinträchtigt, auch inhaltliche Denk
störungen fänden sich nicht. Subjektiv berichte der Beschwerdeführer über ein Gedankenkreisen über seine Ohnmacht und Hilflosigkeit. Wahnhafte Symptome oder Phobien seien nicht
eruierbar
. Auch Wahrnehmungsstörungen im Sinne von Halluzinationen, Pseudohalluzinationen oder Illusionen seien nicht vorhanden. Ich-Störungen seien in Bezug auf die Ich-Vitalität
und die Ich-Aktivität vorhan
den. In Stimmung und Affekt wirke der Beschwerdeführer ängstlich, deutlich herabgestimmt, zum Teil hoffnungslos und sehr pessimistisch. Ausserdem sei er überempfindlich in Bezug auf Lärm oder soziale Kontakte. Er
klage
über eine massive Störung der Vitalgefühle. Die mnestischen Funktionen seien klinisch leicht beeinträchtigt. Der Beschwerdeführer habe immer wieder Wortfindungs
störungen, er müsse lange überlegen, bis er den passenden Begriff finde, wobei diese Störung nicht sprachlicher Natur sei. Psychische Werkzeugstörungen seien nicht vorhanden. Die Intelligenz werde al
s
durchschnittlich eingeschätzt. Eine Suizidalität bestehe nicht, hingegen ein deutl
icher Lebensüberdruss. Im Hamil
ton
Depressionsindex mit 21 Items erreiche der
Beschwerdeführer 36/64 möglichen
Punkten, was einer mindestens mittelschweren depressiven Episode entspreche (S. 50 f.).
3.2.3
Dr.
A.___
hielt weiter fest
, der behandelnde Psychiater habe eine Anpas
sungsstörung mit längerer depressiver Symptomatik und eine chronische Schme
rz
störu
ng mit somatischen und psych
ischen Faktoren diagnostiziert.
Psycho
phar
makologisch sei der Beschwerdeführer mit
Cipralex
zuerst 10
mg, danach 20
mg eingestellt worden. Neu habe der Beschwerdeführer
aufgrund der Schlafstörungen von
seinem Hausarzt offenbar
Quetiapin
in unbekannter Dosierung bekommen. Dies würde ihm bezüglich der Schlafstörungen helfen. Nach wie vor sei der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben motiviert, wieder einer Tätigkeit nach
zugehen, er sehe selbst sogar die Notwendigkeit und die Möglichkeit einer psy
chischen Zustandsverbesserung, wenn er wieder eine Tagesstruktur habe. Aktuell sei sein Leben gänzlich unstrukturiert. Der Beschwerdeführer lebe an der Fami
lienstruktur vorbei. Er habe sich sozial stark zurückgezogen, sei reizbar, emp
findlich geworden
(S. 52 f.)
.
3.2.4
D
er Beschwerdeführer
zeige
die Symptome einer mittelschweren depressiven Epi
sode. So bestehe eine Antriebsstörung, eine subjektiv verminderte Konzen
tration und Aufmerksamkeit, ein stark vermindertes Selbstwertgefühl sowie Schuld
gefühle und Gefühle von Wertlosigkeit, die im Zusammenhang mit der Familie immer wieder zu Konflikten führ
t
en. Der Beschwerdeführer habe stark negative Gedanken und klage auch über Schlafstörungen. Ausserdem
bestünden auch Merkmale des somatischen Syndroms, so ein Interessensverlust, zum Beispiel bezüglich sportlicher Aktivitäten, die der Beschwerdeführer stets ausgeführt habe, auch gehe er kaum mehr aus, er würde nicht mehr lesen und fernsehen. Ausser
dem
habe
er
eine mangelnde Fähigkeit, auf eine fr
eundl
iche Umgebung zu rea
gie
ren. Er z
eige auch ein frühmorgendliches
Erwachen und ein Morgentief. Er
sei psycho
motorisch gehemmt und habe einen
Libidoverlust
. Die Depression sei aus
gut
achterlicher
Sicht nur mangelhaft behandelt worden. Im Schlussbericht der
B.___
, die für eine Wiederintegration des Beschwerdeführers zuständig gewe
sen sei, vom 17. Dezember 2015 werd
e der Beschwerdeführer für den e
rsten Arbeits
markt als zu 100 % arbeitsunfähig beurteilt. Es hätten sich durchaus unge
nügende Leistungen in allen beurteilten Fähigkeiten gezeigt. So seien Sorgfalt,
Ordnung, gezieltes Vorgehen, Bewerbungsfähigkeiten sowie die kognitiven Fä
hig
keiten als teilweise ausreichend beurteilt worden, das Durchhaltevermögen, die Ausdauer sowie die Belastbarkeit und die Frustrationstoleranz seien als nicht ausreichen
d
beurteilt worden. Der Beschwerdeführer habe sich immer wieder krankheitsbedingt abgemeldet und weilte während der Integration au
ch
zwei Wochen in der Türkei, um seine Zähne ziehen zu lassen.
Im Abschlussgespräch mit der
B.___
hätten sich Hinweise auf eine agitierte Depression gezeigt. Aller
dings sei hier auch zu bemerken, dass der Beschwerdeführer sich offenbar schwer
getan habe, die ihm gegebenen Ra
t
schläge umzusetzen
(S. 53)
.
3.2.5
Ein stationärer Aufenthalt in
C.___
im Sommer 2016 habe dem Be
schwerdeführer gutgetan, jedoch sei nach seiner Rückkehr in den Alltag
die Symptomatik
wieder aufgetaucht
. Insbesondere wäre es angezeigt
– so die Gut
achterin -
, den Beschwerdeführer wieder in eine Tagesstruktur hineinzuführen. Positiv zu sehen sei, dass der Beschwerdeführer seit der Einnahme von
Quetiapin
wieder einen adäquaten Tag-Nacht Rhythmus habe.
Nachteilig sei an dieser Medikation, dass sie die Müdigkeit und Antriebslosigkeit verstärken könne und appetitfördernd sei. Aktuell sei der Versicherte im Rahme
n
seiner Depressi
o
n zu 50 % in seiner Erwerbstätigkeit im
e
rsten Arbeitsmarkt reduziert (S. 54).
3.2.6
Sodann führte die Expertin zu den resultierenden Funktionsstörungen aus, der Beschwerdeführer zeige eine mittelgradige Beeinträchtigung der Anpassung an Regeln und Routinen.
E
r
sei selbst
ändig nur schwer in der Lage, sich an Regeln zu halten, er füge sich nicht mehr in die Organisationsabläufe der Familie ein, sondern lebe ein gänzlich selbst strukturiertes beziehungsweise unstrukturiertes Leben. Die Planung und Strukturierung von Aufgabe
n
sei
en
ebenfalls leicht bis mittelgradig beeinträchtigt. Der
Beschwerdeführer p
asse sich kaum mehr an Ge
gebenheiten an. Die Anwendung fachlicher Kompetenzen sei angesichts der doch spürbaren kognitiven Einschränkungen mittelgradig beeinträchtigt. Die
Entschei
dungs
- und Urteilsfähigkeit sei leicht beeinträchtigt. Die Durchhaltefähigkeit sei aufgrund der Schmerzen, der Antriebslosigkeit und des vermehrten Pausen
be
darfs auch aus somatischen Gründen schwer beeinträchtigt. Die Selbstbehaup
tungsfähigkeit sei leicht beeinträchtigt. Der
Versicherte sei jedoch deutlich beeinträchtigt in seiner Kontaktfähigkeit zu Dritten. Dies würden die Gutachter insbesondere auch
vor
dem Hintergrund der se
hr intensiven sozialen Kontakte
, die der Versicherte vor seiner psychischen Erkrankung innegehabt habe, beurtei
len. Der Versicherte sei gut integriert, nehme jedoch die vorhandenen sozialen Kontakte nicht mehr wahr. Die Gruppenfähigkeit sei ebenfalls mittelgradig beein
trächtigt. Der Versicherte fühle sich durch die Anwesenheit von anderen Personen sehr schnell beeinträchtigt, er sei lärmempfindlich geworden. Aus demselben Grund seien auch die familiären Beziehungen eingeschränkt. Eine intime Be
zieh
ung zu
r
Ehefrau finde auch aktuell nicht statt. Spontanaktivitäten habe der Ver
sicherte kaum mehr, somit sei der Versicherte mittelgradig beeinträchtigt. Die Selbstpflege sei nicht beeinträchtigt, die Verkehrsfähigkeit sei leicht beein
träch
tigt. Der Versicherte fahre nicht mehr längere Strecken alleine mit dem Auto
(S. 54 f.)
.
4.
4.1
Die von der psychiatrischen Gutachterin
Dr.
A.___
gestellte Diagnose einer c
hronische
n
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
gemäss ICD-10 F
45.41 ist nicht nachvollziehbar.
Charakterisierend für somatoforme Störungen im Sinne von ICD-10 F45 ist die wiederholte Darbietung körperlicher Symptome in Verbindung mit hartnäckigen Forderungen nach medizinischen Untersuchungen trotz wiederholter negativer Er
geb
nisse und Versicherung der Ärzte, dass die Symptome nicht körperlich be
gründbar sind. Sind aber irgendwelche körperliche Symptome vorhanden, dann erklären sie nicht die Art und das Ausmass der Symptome oder das Leiden und die in
nerliche Beteiligung des Patie
nten
. Im Weiteren wi
dersetzt sich der Patient für gewöhnlich den Versuchen, die Möglichkeit einer psychischen Ursache zu diskutieren; sogar bei deutlich depressiven und Angstsymptomen kann es sich so verhalten. Das zu erreichende Verständnis für die körperliche oder psychische Verursachung der Symptome ist häufig für Patienten und Arzt enttäuschend (
Dilling
H./
Mombour
W./Schmidt M.H. (Hrsg.),
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen,
ICD-10, Kapitel V [F], 1
0.
Über
arbei
tete Auflage, 2015,
S. 224 F45). Sodann ist die vorherrschende Beschwerde bei anhaltenden Schmer
z
störungen (ICD-10 F45.4) ein andauernder, schwerer und quälender Schmerz, der durch einen physiologischen Prozess oder eine körperliche Störung nicht voll
stän
dig erklärt werden kann (
Dilling
et.
al
.,
a.a.O., S. 233 F45.4).
Betreffend Schmerzen hält
Dr.
A.___
fest,
es bestünden Rückenbeschwerden, die den Beschwerdeführer im Alltag behindern würden, es verunmöglichen würden, eine lange sitzende Tätigkeit oder auch eine Tätigkeit im Stehen oder Wechselbelastung auszuführen. Auch schwere Lasten könne er aufgrund des Rückens nicht mehr tragen, da er Schmerzen habe (Urk. 5/205 S. 49). Nach einem Arbeitsunfall im Jahre 2014, bei dem er den Fuss verletzt habe, habe sich danach die Schmerzproblematik
verstärkt
, er habe dann den anderen Fuss noch verletzt und habe auch andere somatische Probleme bekommen (S. 50).
Dahingegen unterlässt es die Gutachterin im Folge
nden
, auf ihre Diagnose Bezug zu nehmen
– geschweige denn
,
diese zu begründen und sich diesbezüglich
differenziert mit möglichen Befunde
n auseinanderzusetzen
.
So bleibt i
nsbesondere unklar, inwie
fern
die vom Beschwerdeführer geklagten Schmerzen nicht vollständig durch kör
perliche Störungen erklärt werden können
beziehungsweise
durch ihre Art und Ausmass den somatisch begründbare
n
Grad übersteigen
, zumal letztere aus
ge
wiesen sind und wie
vorstehend
festgehalten
(E.
2.3 hiervor)
unbestritten zur vollständigen Arbeitsunfähigkeit in angestammter Tätigkeit führen.
In diesem Zusammenhang lässt das Gutachten bereits jegliche Erläuterung
des für diese Störung typischen andauernden, schweren und quälenden Schmerzes missen. Ein Schmerzgeschehen dieser expliziten Ausprägung
ist gemäss den
Schilderungen des Beschwerdeführers nicht
evident
(vgl. S. 49 f.).
4.2
Alsdann setzt die Diagnose einer
depressive
n
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F 32.1)
, das Vorliegen mindestens zwei der drei für eine leichte
depressive Episode typischen (depressive Stimmung, Verlust von Interesse/
Fre
ude, Antriebsmangel und
erhöhte Ermüdbarkeit
)
sowie mindestens drei der anderen (Verminderung der Konzentration/Aufmerksamkeit, Verminderung Selbstwertge
fühl/
Selbstvertrauen, Schuldgefühle/Gefühl der Wertlosigkeit, negative und pessi
mistische Zukunftsperspektive, Suizidgedanken/-handlungen/Selbstver
let
zung,
Schlaf
störung, Verminderung Appetit)
Symptome voraus (
Dilling
et.
al
.,
a.a.O., S. 173 F32.1).
Eingangs fällt auf, dass die Gutachterin eine
rezidivierende
depressive Störung mit
gegenwärtig mittelgradige
r
Episode
diagnostizie
rt, welche der Klassifizierung
F33.1 entsprechen würde. Ungeachtet dieser möglicherweise
versehentlich fehler
haften
Klassifizierung hält sie fest,
es
bestehe eine Antriebsstörung (E. 3.2.4 hier
vor). Nachfolgend
fehlen
jedoch
Ausführungen
,
inwiefern eine Antriebsstörung vorhanden sei, zumal der Beschwerdeführer
im Widerspruch dazu
nach eigenen Angaben motiviert sei, wieder einer
Tätigkeit nachzugehen (
E. 3.2.3 hiervor
),
während der Arbeitsvermittlung bestrebt war, möglichst viele Kurse z
u besuchen (Urk. 5/147
S. 3)
und sich laufend auf reguläre Stellenaus
schreibungen bewarb
(Urk. 5/157
S. 1).
Auch mit dem gegenteiligen Befund des behandelnden Psychi
a
ters (
E. 3.1.2 hiervor
)
setzte sich die Gutachterin nicht auseinander. Gleich verhält es sich mit den ebenfa
lls wi
dersprechenden Befunde
n
der formellen Beein
träch
tigung des Denkens sowie einer Ich-Störung (E. 3.1.2 u. E. 3.2.2 hiervor). Im Weiteren befand
Dr.
A.___
ein detailreiches
, differenzierte
s
, farbig schillern
de
s, warmherziges
und zugewandte
s
Kontaktverhalten
des Beschwerdeführers (E.
3.
2.2 hiervor)
. Eine
einleuchtende
Begründung für die im offenen Widerspruch dazu stehende anschliessen
d
festgehaltene
deutliche Beeinträchtigung der Kon
taktfähigkeit zu Dritten (E. 3.2.6 hiervor
) ist nicht erkennbar und wird von der Gutachterin nicht formuliert
.
Ferner ist festzuhalten, dass es
Dr.
A.___
jeweils bei der pauschalen
Angabe einer
subjektiv verminderten Konzentration und Aufmerksamkeit sowie de
m
Hin
weis, der Beschwerdeführer sei ängstlich, deutlich herabgestimmt, zum Teil hoff
nungslos
und sehr pessimistisch (
E. 3.2.2 hiervor
) belässt. Nähere diesbezügliche Ausführungen, namentlich über die Ursache und Ausprägung der Konzentra
tions
störung beziehungsweise der Ängstlichkeit, fehlen hingegen.
Darüber hinaus stellt
e
die Gutachterin fest
, i
m Abschlussgespräch mit der
B.___
hätten sich Hinweise auf eine agitierte Depression gezeigt
(E. 3.2
.4
hiervor).
D
ie
Grundlage
für diese
Einschätzung
wird wiederum
offengelassen
, obwohl gerade anamnes
tisch abgeleitet
e
Befunde
und deren Einfluss auf die eigene Diagnose
eine ein
gehende Erörterung erheischt hätte
n
.
Somit bleibt auch diese Diagnose bereits auf Befundebene unklar.
Im Weiteren verweist
Dr.
A.___
auf das Bestehen von Merkmalen eines somatischen Syndroms (E. 3.2
.4
hiervor). Ob ein solches
tatsächlich besteht oder nicht, kann gestützt auf die gutachterliche Berichterstattung nicht vollständig eruiert werden
.
Aufgrund der
gestellte
n
Diagnose wäre dies zu verneinen (F32.11 bei Vorliegen eines somatischen Syndroms,
Dilling
et. al.,
a.a.O., S. 173 F32.1).
In
des sprechen die gutachterlichen Befunde
(Interessensverlust, mangelnde Fähi
g
keit der freundlichen Reaktion auf die Umgebung, frühmorgendliches Erwachen, Morgentief, psychomotorische Hemmung,
Libidoverlust
) mit grösserer Wahr
schein
lichkeit für das Vorlie
gen eines somatischen Syndroms
(
E. 3.2.4 hiervor
; vgl.
Dilling
et. al.,
a.a.O., S. 173
F32.1). Der an dieser Stelle somit bestehende Widerspruch zur gutachterlichen Klassifizierung (F32.1 ohne somatisches Syn
drom, F32.11 mit somatischem Syndrom) fällt umso mehr ins Gewicht, als dass
bereits die grundsätzliche Diagnose (F32 oder F33, vgl. vorstehend)
Unstimmig
keiten aufweist.
Sodann liegen Anhaltspunkte für erhebliche psychosoziale Belastungsfaktoren vo
r. Namentlich weist
d
er behandelnde Psychiater
Dr.
Z.___
ebenso
ausdrücklich
darauf
hin (E. 3.1
.2
hiervor), wie
die Gutachterin
die Migrations
geschichte und de
n
fehlende
n
Abschluss der Heizungszeichner-Ausbildung als individuelle belastende Faktoren (
Urk.
5/205 S. 55)
bezeichnet und
den Umstand
festhält
, dass
der Beschwerdeführer
s
einen psychischen Zustand auf seine Er
werbslosigkeit
zurück
führe
(S. 50).
Im Weiteren ergibt sich aus der Anamnese, dass
sämtliche psychischen Probleme erst nach dem Unfall im August 2014 und der damit einhergehenden Arbeits
un
fähigkeit auftraten
(S. 4-18), womit
nicht aus
geschlossen
erscheint, dass die psychosozialen Belastungsfaktoren (Migration, fehlende Heizungszeichner-Ausbildung,
Verlust der Arbe
itsstelle, finanzielle Eng
pässe, fehlende Zukunftsperspektiven) das
depressive Geschehen auslösten und dessen Aufrechterhaltung massgeblich mitbestimmen.
In diesem Zusammenhang gilt un
verändert, dass ein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden nur gegeben sein kann, wenn das klinische Beschwerdebild nicht einzig in psychoso
zialen und soziokulturellen Umständen seine Erkl
ärung findet, sondern davon psy
chiatrisch unterscheidbare Befunde umfasst (
BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 2
3.
März 2009 E. 2
).
Eine solche
Auseinan
dersetzung mit der Frage
der psychosozialen Umstände und deren Einfluss auf das Krankheitsgeschehen
nahm die Gutachterin nicht vor.
Schliesslich stellt
Dr.
A.___
im Rahmen der Depression eine Einschränkung des Beschwerdeführers auf dem ersten Arbeitsmarkt im Umfang von 50 % fest.
Unklar bleibt hingegen, worin diese Einschränkung im Detail begründet sein soll. So begnügt sich die Gutachterin einerseits mit einer überwiegend pauschalen Nennung resultierender Funktionsstörungen (E. 3.2
.6
hiervor) und unterlässt andererseits eine Auseinandersetzung mit einem für den Beschwerdeführer geeig
neten Stellenprofil.
Auch eine Diskussion der abweichenden Beurteilung durch die
B.___
(E.
3.2
.4
hiervor) unterbleibt.
Die fehlende Differenzierung der aus
schlaggebenden Einflüsse auf die postulierte Restarbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von 50 %
erweist sich umso gewichtiger
, als dass die Diagnose einer
chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren - welch
er gutachterlich Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zugebilligt
werden
– a priori nicht nachvollzogen werden kann (E. 4.1 hiervor).
4.3
Vor diesem Hintergrund
stellt
sich das Gutachten von
Dr.
A.___
als nicht schlüssig
heraus
, weshalb mangels Beweiswert (
E. 1.4 hiervor
) nicht darauf abge
stellt werden kann.
4.4
Ebenso wenig kann gestützt auf die übrigen medizinischen Unterlagen in rechts
genügender Weise auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers geschlossen werden.
Abgesehen vom Gutachten von Dr.
A.___
lie
gt
in psy
chiatrischer Hinsicht lediglich
der Bericht des behandelnden Psychiaters
Dr.
Z.___
vom
2
3.
Dezember 2015
(E. 3.1 hiervor) im Recht, auf welchen bereits infolge seiner Widersprüchlichkeit nicht abgestellt werden kann.
Namentlich
stellt
Dr.
Z.___
zuerst fest (S. 2), aus psychia
tri
scher Sicht sei eine Arbeitsfähigkeit in einer
behinderungsangepassten
Tätigkeit halbtags zumutbar, um anschliessend entgegengesetzt auszuführen (S. 4), eine Beschäftigung (40-60 %) in der
bisherigen
Berufstätigkeit würde aus therapeu
tischer Sicht und zur Förderung des Selbstwertgefühls und der Tagesstruktu
rie
rung und Reintegration Sinn machen.
4.5
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass dem Gutachten der
Y.___
vom 27. April
2017
(Urk. 5/205)
entgegen der Auffassung beider Parteien
keine Be
weis
kraft zuerkannt werden kann. Auch gestützt auf die übrigen medizinischen Unterlagen lässt sich
die
entscheidende Frage
nach
dem psychischen Gesund
heits
zustand
des Beschwerdeführers
nicht beantworten. Die
Arbeits- und Leis
tungs
fähigkeit des Beschwerdeführers
kann somit nicht mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit festgestellt werden.
5.
5.1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen insbesondere, wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss der Rechtsprechung ist eine Rückweisung an die IV-Stelle möglich, wenn sie in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist, oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierun
g oder Ergänzung der medizi
nischen Akten beziehungsweise von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 139 V 99 E. 1.1 und 137 V 210 E. 4.4.1.4).
5.2
Vorliegend erweist sich der medizinische Sachverhalt in Bezug auf die
Beurteilung
der Restarbeitsfähigkeit de
s Beschwerdeführers
in zumutbaren behinderungsangepassten Tätigkeiten
in
psychischer Hinsicht, im Verlauf, aber auch im Verfügungszeitpunkt als ungenügend abgeklärt (vorstehend E. 4.1 und E. 4.2). Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit s
ie eine erneute Begutachtung des
Beschwe
rdeführers
veranlasst und zeit
nah zum Gut
achten über den Rentenanspruch erneut entscheidet.
5.3
In diesem Sinn ist die Beschwerde gutzuheissen.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens-aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf
Fr.
800.-- festzus
etzen und der unterliegenden Be
schwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Ausgangsgemäss hat
der Beschwerdeführer
A
nspruch auf eine Prozessent
schä
di
gung, welche in Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwie
rigkeit des Prozesses und eines gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
1’900.-- (inklusive Barauslagen und Mehr
wert
steuer) festzusetzen ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 27. Juni 2017 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese im Sinne der Erwägungen verfahre und hernach über den Rentenanspruch de
s
Beschwerdeführer
s
erneut verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin
wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine Prozessent
schädigung von
Fr.
1’900
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Christos
Antoniadis
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubFrischknecht