# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bc21b0b6-dcbb-5fbd-bac2-3e5dc57dbd97
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 24.08.2017 B 2016/158
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2016-158_2017-08-24.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2016/158

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 24.08.2017

Entscheiddatum: 24.08.2017

Entscheid Verwaltungsgericht, 24.08.2017
Ausländerrecht, Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG.Der Beschwerdeführer und seine 
Schweizer Ehefrau trennten sich vor Ablauf von drei Jahren seit der 
Eheschliessung. Wichtige persönliche Gründe für einen Härtefall sind nicht 
ersichtlich (Verwaltungsgericht, B 2016/158).Auf eine gegen dieses Urteil 
erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil vom 29. November 
2017 nicht ein (Verfahren 2C_1008/2017).

Besetzung

Abteilungspräsident Zürn; Verwaltungsrichterin Reiter, Verwaltungsrichter Zogg; 

Gerichtsschreiber Scherrer

 

Verfahrensbeteiligte

X.Y.,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Stephan Jau, Jau und Schäfer Rechtsanwälte, 

Degersheimerstrasse 6, Postfach 136, 9230 Flawil,

gegen

 

Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen,

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Oberer Graben 32, 9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

 

Gegenstand

Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A. X.Y., geboren 1986, Staatsbürger von Kosovo, reiste am 10. März 2012 zwecks 

Ehevorbereitung in die Schweiz ein, wo er am 4. April 2012 die Schweizerbürgerin K.Y., 

geboren 1992, heiratete. Im Rahmen des Familiennachzugs erhielt er eine 

Aufenthaltsbewilligung, die letztmals bis 3. April 2015 verlängert wurde. Das Ehepaar 

blieb kinderlos.

Nach einem Streit verliess die Ehefrau die eheliche Wohnung am 26. September 2014 

und zog zu ihren Eltern nach A. (vgl. act. 9/16/4). Am 30. September 2014 kündigten 

die Ehegatten gemeinsam die eheliche Wohnung. X.Y. verblieb bis zum Ablauf der 

Kündigungsfrist in der ehelichen Wohnung. Am 19. Dezember 2014 fand die 

Verhandlung betreffend Eheschutznassnahmen vor dem Kreisgericht W. statt 

(act. 9/16/4). Ein Dolmetscher war dabei anwesend (vgl. Dolmetscherkosten). Die 

Ehefrau erachtete eine Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft damals als 

ausgeschlossen. Sie verlangte gar ein Annäherungsverbot betreffend X.Y. Mit 

Entscheid des Kreisgerichts W. vom 23. Dezember 2014 betreffend 

Eheschutzmassnahmen wurde vom Getrenntleben der Ehegatten seit 26. September 

2014 Kenntnis genommen. Das Gesuch um Erlass des Annäherungsverbots wurde 

abgewiesen. Die Ehefrau hatte damals ausgeführt, dass X.Y. schon an ihrem 

Arbeitsplatz aufgetaucht sei und sie dies nicht wolle und Angst habe. X.Y. hatte dies 

bestritten. Er fahre jeweils bei seinem Weg zur Arbeit an der Bäckerei vorbei, in welcher 

seine Frau arbeite, und kaufe bisweilen dort ein.

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Mit undatiertem Schreiben (eingegangen beim Migrationsamt St. Gallen am 7. Januar 

2015) orientierte die Ehefrau das Migrationsamt über die Ende September 2014 

erfolgte Trennung (vgl. Vorakten). Als Grund für die Trennung nannte sie, dass sie 

während der Dauer der Ehe mehrmals (mind. 20 Mal) von ihrem Mann geschlagen 

worden sei. Sie habe jedes Mal blaue Flecken und Blutergüsse an ihrem Körper 

gehabt. Er habe ihr auch mehrmals gedroht, dass er sie umbringe. Auch nach ihrem 

Auszug habe er sie einmal geschlagen. Sie habe ihn deshalb wegen häuslicher Gewalt 

angezeigt. Sie hoffe, dass seine Aufenthaltsbewilligung nicht verlängert werde, da sie 

Angst um ihre Familie und sich selbst habe. Wenn er wütend sei, sei er ein anderer 

Mensch. Sie denke, dass er die Scheidungspapiere nicht unterschrieben habe, weil er 

hoffe, in der Schweiz bleiben zu dürfen.

B. X.Y. hat seit Februar 2015 eine eigene Wohnung in B. Am 20. Februar 2015 kreuzte 

er auf seiner Verfallsanzeige (Ausweis B VZAE) bzw. dem damit verbundenen 

Verlängerungsgesuch an, mit seiner Ehefrau in einem gemeinsamen Haushalt 

zusammenzuwohnen. Darauf tätigte das Migrationsamt Abklärungen. Laut der dabei 

eingeholten Auskunft des Einwohneramtes C. vom 9. März 2015 war die Ehefrau an der 

Adresse ihrer Eltern in A. gemeldet und die seit 26. September 2014 bestehende 

Trennung bekannt. Mit Verfügung vom 4. September 2015 verweigerte das 

Migrationsamt X.Y. die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und setzte ihm eine 

Ausreisefrist bis 15. November 2015. Mit Eingabe vom 21. September 2015 erhob X.Y. 

gegen die Verfügung des Migrationsamtes Rekurs beim Sicherheits- und 

Justizdepartement und beantragte die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung 

sowie die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Das Sicherheits- und 

Justizdepartement wies den Rekurs am 22. Juni 2016 ab.

C. X.Y. (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 25. Juni 2016 zugestellten Entscheid 

des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) mit Eingabe seines 

Rechtsvertreters vom 10. Juli 2016 (Postaufgabe: 11.07.2016) Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht mit den Rechtsbegehren, der vorinstanzliche Entscheid sei 

aufzuheben und X.Y. der weitere Aufenthalt in der Schweiz zu gestatten. Eventualiter 

sei die Sache zur weiteren Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanz. Die Vorinstanz 

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beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 9. August 2016 die Abweisung der 

Beschwerde.

Mit Entscheid des Kreisgerichts W. vom 15. Dezember 2016 wurde der 

Beschwerdeführer von seiner Ehefrau geschieden (act. 12). Am 26. Januar 2017 trat 

der Beschwerdeführer bei der Q. AG einen Arbeitseinsatz als Temporärmitarbeiter an 

(act. 15).

Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die 

Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1. (…).

2. Gemäss Art. 42 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer 

(SR 142.20, AuG) haben ausländische Ehegatten von Schweizerinnen und Schweizern 

Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit 

diesem zusammenwohnen. Vorbehalten sind der Rechtsmissbrauch und das Vorliegen 

von Widerrufsgründen gemäss Art. 63 AuG (Art. 51 Abs. 1 AuG). Ausnahmsweise 

besteht das Erfordernis des Zusammenwohnens nicht, wenn für getrennte Wohnorte 

wichtige Gründe geltend gemacht werden und die Familiengemeinschaft weiter besteht 

(Art. 49 AuG). Wichtige Gründe für die Ausnahme vom Erfordernis des 

Zusammenwohnens sind etwa berufliche Verpflichtungen oder die vorübergehende, 

kurzzeitige Trennung wegen erheblicher familiärer Probleme (vgl. Art. 76 der 

Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit; SR 142.201, VZAE). Mit 

Blick darauf ist aufgrund sämtlicher Umstände im Einzelfall zu bestimmen, ab welchem 

Zeitpunkt die eheliche Gemeinschaft als definitiv aufgelöst zu betrachten ist (vgl. BGer 

2C_821/2011 vom 22. Juni 2012 E. 2). Dabei ist zu berücksichtigen, dass Art. 49 AuG 

Ausnahmecharakter zukommt und sich dessen Anwendbarkeit auf besondere 

Konstellationen beschränkt.

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Der Bewilligungsanspruch besteht trotz Auflösung bzw. definitiven Scheiterns der 

Ehegemeinschaft fort, wenn diese mindestens drei Jahre gedauert und die betroffene 

ausländische Person sich in der Schweiz erfolgreich integriert hat (Art. 50 Abs. 1 lit. a 

AuG; vgl. BGE 136 II 113 E. 3.3.3) oder, unabhängig von der bisherigen Dauer der 

Ehegemeinschaft oder einer erfolgreichen Integration, wenn wichtige persönliche 

Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (Art. 50 Abs. 1 lit. 

b AuG). Die beiden Kriterien nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG (Fristablauf und Integration) 

sind für den Anspruch kumulativ erforderlich (VerwGE B 2012/181 vom 30. April 2013 

E. 2). Die Dreijahresfrist gilt absolut, d.h. es spielt keine Rolle, ob allenfalls nur wenige 

Wochen fehlen (BGer 2C_635/2009 vom 26. März 2010 E. 5.2). Wichtige persönliche 

Gründe liegen namentlich vor, wenn der Ehegatte Opfer häuslicher Gewalt wurde oder 

die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark gefährdet erscheint (Art. 50 

Abs. 2 AuG).

Besteht kein Rechtsanspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, ist darüber 

nach pflichtgemässem Ermessen zu entscheiden. Dabei haben die zuständigen 

Behörden die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad 

der Integration zu berücksichtigen (Art. 96 Abs. 1 AuG). Bei Ausländerinnen und 

Ausländern, bei welchen nach kurzem Aufenthalt in der Schweiz die Bedingungen für 

die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung wegfallen, besteht ein öffentliches Interesse, 

dass sie die Schweiz wieder verlassen (VerwGE B 2012/105 vom 13. November 2012 

E. 7).

2.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er des Deutschen nur gering mächtig 

sei (act. 1 S. 2 ff.). Dies habe sich insbesondere daran gezeigt, dass er anlässlich der 

Einigungsverhandlung im Eheschutzverfahren auf einen Dolmetscher angewiesen 

gewesen sei. Er habe deshalb die Verfallsanzeige (Ausweis B VZAE) bzw. das damit 

verbundene Verlängerungsgesuch nicht korrekt ausfüllen können. Dies ergebe sich 

auch aus der Gesamtbetrachtung des Formulars, habe er doch nicht angekreuzt, dass 

der Ehegatte Schweizer sei. Auch sei bei der Unterschrift kein Datum mehr angegeben. 

Der Entscheid der Vorinstanz basiere auf einem unvollständig erhobenen Sachverhalt. 

Die psychologische Verfassung und Genesungsdauer der Ehefrau werde dabei nicht 

berücksichtigt. Für den Beschwerdeführer sei es unerklärlich gewesen, weshalb seine 

Ehefrau plötzlich und ohne Vorwarnung die eheliche Wohnung verlassen und ein 

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Scheidungsgesuch gestellt habe, obschon sie wisse, dass eine Scheidung entweder 

nur gemeinsam oder nach Ablauf der zweijährigen Wartefrist in Betracht komme. Dabei 

habe sie die Unterschrift des Beschwerdeführers gefälscht. Das Kreisgericht W. habe 

festgestellt, dass es für die Ehefrau des Beschwerdeführers keine Gründe gebe, sich 

vor dem Beschwerdeführer zu fürchten. Die Angstzustände der Ehefrau seien also 

irrational und hätten andere Gründe. Die lange Trennungszeit hänge mit den 

Angstzuständen der Ehefrau zusammen und eine entsprechende Behandlung nehme 

erhebliche Zeit in Anspruch. Diese Angstzustände seien der Grund, warum der 

Beschwerdeführer nicht ohne weiteres mit der Ehefrau zusammenziehen könne. Würde 

dies voreilig gemacht, wäre eine Verschlechterung des Zustands der Ehefrau zu 

befürchten. Dem Beschwerdeführer bleibe derzeit gar nichts anderes übrig, als 

entsprechend Abstand zu halten und Gespräche mit seiner Ehefrau nur in einem 

sicheren Setting (Unterstützung/Anwesenheit von Familienmitgliedern der Ehefrau) zu 

führen. Die Vorinstanz habe es unterlassen, die entsprechenden Beweismittel 

abzunehmen. Sie scheine also ebenfalls von einem labilen Zustand der Ehefrau 

auszugehen. Mittlerweile hätten weitere Treffen stattgefunden und der Ehefrau gehe es 

jedes Mal besser. Aber eine Rückkehr zur Normalität sei noch nicht möglich. Die 

Bemühungen zwischen den Ehegatten würden aufzeigen, dass die Ehe noch nicht 

gescheitert sei. Die Zeitdauer spiele bei der „vorübergehenden Trennung“ keine Rolle. 

Es sei einzelfallbezogen zu beurteilen, ob eine Möglichkeit für das Wiederaufnehmen 

des Zusammenwohnens bestehe. Dies sei im vorliegenden Fall klar zu bejahen. Die 

Ehefrau spreche denn auch seit längerer Zeit nicht mehr von einer Scheidung. Wie 

lange die Ehefrau noch brauche, um die Angstzustände zu überwinden, sei unklar.

2.2. Vorliegend bringt die Vorinstanz vor, dass das Ehepaar seit dem 26. September 

2014 getrennt lebe (act. 2 S. 5 ff.). Damals habe die Ehefrau des Beschwerdeführers 

die eheliche Wohnung verlassen und sei zu ihren Eltern zurückgekehrt. Seither sei die 

Ehegemeinschaft nicht wieder aufgenommen worden und es seien trotz gegenteiliger 

Behauptungen des Beschwerdeführers keine Anhaltspunkte für eine 

Wiederannäherung der Eheleute ersichtlich. Nach einer derart langen Trennungszeit sei 

objektiv nicht mehr mit der Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft zu rechnen. 

Von einer bloss vorübergehenden Trennung aufgrund einer Ehekrise könne nicht 

ausgegangen werden. Die eheliche Beziehung müsse als definitiv gescheitert 

betrachtet werden. Die gelebte Ehegemeinschaft habe knapp zweieinhalb Jahre 

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gedauert. Die Ausführungen, wonach sich die Eheleute im Sommer 2015 wieder 

angenähert hätten, seien insofern unerheblich, als auch seither bis heute weder das 

Zusammenleben aufgenommen worden sei noch andere konkrete Anhaltspunkte für 

eine Weiterführung der ehelichen Gemeinschaft ersichtlich seien. Bei dieser Sachlage 

spiele es daher keine Rolle, dass die Ehe formell weiterbestehe und noch kein 

Scheidungsverfahren eingeleitet worden sei. Es sei denn auch die zweijährige 

Trennungszeit für eine Scheidung gegen den Willen eines Ehepartners noch nicht 

verstrichen. Angesichts des langdauernden Getrenntlebens, das aktuell andauere, sei 

auch der Gemütszustand der Ehefrau, deren innere Einstellung zur Ehe oder deren 

angeblich fehlender Scheidungswille nicht relevant. Auf die beantragte Befragung von 

verschiedenen Familienangehörigen beider Eheleute sowie des Beschwerdeführers 

könne deshalb verzichtet werden. Der Beschwerdeführer habe keinen Anspruch auf 

Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Der Beschwerdeführer sei am 10. März 2012 

zwecks Vorbereitung seiner Heirat im Alter von 25 Jahren in die Schweiz eingereist. Bei 

einem Aufenthalt dieser kurzen Dauer sei weder in sozialer noch beruflicher Hinsicht 

von einer fortgeschrittenen Integration auszugehen. Dass der Beschwerdeführer weder 

in strafrechtlicher noch finanzieller Hinsicht negativ aufgefallen sei, stelle keine 

besondere Integrationsleistung dar, sondern werde von jeder Person erwartet. Der 

Beschwerdeführer sei bei einem Temporärbüro angestellt und übe demnach keine 

besonders qualifizierte Tätigkeit aus, die aus wirtschaftlicher oder 

arbeitsmarkttechnischer Sicht einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz gebieten 

würde. Vielmehr habe er den prägenden Teil seines Lebens im Heimatland verbracht 

und sei mit den dortigen Verhältnissen und Lebensumständen nach wie vor vertraut. 

Eine Rückkehr in sein Heimatland sei ihm deshalb ohne weiteres zumutbar.

2.3. Aus den Akten geht deutlich hervor, dass die eheliche Gemeinschaft vorliegend am 

26. September 2014 beendet wurde. Denn nach dem Auszug der Ehefrau aus der 

ehelichen Wohnung wurde die Gemeinschaft nicht mehr gelebt und der Mietvertrag 

betreffend die eheliche Wohnung gekündigt. Der Beschwerdeführer schloss einen 

neuen Mietvertrag ab. Dies kann nicht der Irrationalität (vgl. Vorakten, S. 108) oder den 

Angstzuständen der Ehefrau des Beschwerdeführers zugeschrieben werden. Denn die 

Kündigung der ehelichen Wohnung bedurfte des Einverständnisses beider Ehegatten. 

Die Ehegatten dokumentierten damit beide, dass sie nicht mit einer Wiederaufnahme 

der ehelichen Gemeinschaft rechneten. Dies bestätigt sowohl die Tatsache, dass die 

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Ehefrau zunächst ein Scheidungsbegehren eingereicht hatte, als auch die 

entsprechende Aussage der Ehefrau anlässlich der Eheschutzverhandlung vor dem 

Kreisgericht W. am 19. Dezember 2014 sowie ihr Schreiben Anfang 2015 (also gut drei 

Monate nach ihrem Auszug), mit welchem sie das Migrationsamt über die erfolgte 

Trennung informierte. Auch die Existenz dieses Schreibens sowie die Ausführungen der 

Ehefrau in diesem sowie anlässlich der Eheschutzverhandlung bestätigen den 

Trennungsentschluss in aller Vehemenz. Ihr Trennungsentscheid kann daher nicht als 

unüberlegt oder überstürzt gelten. Die Ehefrau des Beschwerdeführers hatte zwischen 

der räumlichen Trennung und dem Schreiben an das Migrationsamt gut drei Monate 

Zeit gehabt, um die Trennung zu reflektieren. Dies ist jedoch letztlich genauso irrelevant 

wie die Frage, ob die Angst der Ehefrau vor dem Beschwerdeführer gerechtfertigt war 

oder nicht. Denn augenscheinlich wurde die eheliche Beziehung nach dem 

26. September 2014 nicht mehr gelebt; selbst ein allfälliger gegenseitiger Ehewille 

alleine würde nicht genügen, um die Ehegemeinschaft weiterhin zu bejahen. Vielmehr 

ist erforderlich, dass die eheliche Beziehung tatsächlich gelebt wird und (kumulativ) ein 

gegenseitiger Ehewille besteht (VerwGE B 2012/181 vom 30. April 2013 E. 2.1. m.w.H.). 

Dabei ist im Wesentlichen auf die Dauer der nach aussen wahrnehmbaren ehelichen 

Wohngemeinschaft abzustellen (BGE 137 II 345 E. 3.1.2). Andere objektive 

Anhaltspunkte (z.B. Ehetherapie) für den Fortbestand der Ehegemeinschaft liegen nicht 

vor und wurden auch nicht behauptet. Die allgemeine Behauptung einer 

Wiederannäherung und weiterer Treffen unter Beizug von Familienmitgliedern der 

Ehefrau ist ohne weitere Details (z.B. betreffend die Häufigkeit solcher Treffen und das 

dabei Besprochene/Stattgefundene) angesichts der Mitwirkungspflicht des 

Beschwerdeführers bei der Abklärung des Sachverhalts (vgl. BGE 138 II 229 E. 3.2.3) 

unzureichend; für die Annahme einer Ehegemeinschaft getrennt lebender Eheleute 

genügen freundschaftliche Kontakte zwei- bis dreimal pro Woche nicht (BGer 

2C_575/2009 vom 1. Juni 2010 E. 3.6, m.w.H.). Für die vom Beschwerdeführer 

behauptete Wiederannährung der Ehegatten bestehen keine Anhaltspunkte (z.B. neues 

Schreiben der Ehefrau an das Migrationsamt; ein solches hätte sie bei einem 

Meinungswechsel oder nur schon bei entsprechender Unsicherheit gewiss verfasst). 

Die Feststellung der Vorinstanz, dass der Beschwerdeführer und seine Ehefrau sich am 

26. September 2014 trennten und damit die gelebte Ehegemeinschaft lediglich knapp 

zweieinhalb Jahre dauerte, ist damit nicht zu beanstanden.

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Der Vollständigkeit halber ist anzumerken, dass es nicht überzeugt, dass der 

Beschwerdeführer das Formular (Verfallsanzeige Ausweis B VZAE) bzw. das damit 

verbundene Verlängerungsgesuch) nicht verstanden haben bzw. beim Ausfüllen keine 

sprachkundige Hilfe gehabt haben soll. Denn er hat das schwierige Wort 

„Gültigkeitsdauer“ im Zusammenhang mit seinem Pass offenbar richtig verstanden und 

dementsprechend das richtige Datum festgehalten (vgl. Vorakten, S. 63). Auch seine 

Nationalität sowie seinen Zivilstand (verheiratet) hat er (grundsätzlich) richtig 

festgehalten. Er hat es allerdings konsistent unterlassen, Angaben festzuhalten, die im 

Zusammenhang mit seiner Aufenthaltsbewilligung problematisch sein könnten, denn 

eigentlich war er damals „gerichtlich getrennt“ und führte einen „getrennten Haushalt“. 

Dass er die Passnummer nicht aufführte, heisst nicht, dass er das Formular nicht 

verstanden hatte. Denn er konnte die Gültigkeitsdauer des Passes nur richtig 

festhalten, weil ihm die Bedeutung des Wortes Passes klar war (Albanisch: pasaportë) 

und er es z.B. nicht mit der Identitätskarte verwechselte. Dass er nicht zusätzlich 

festgehalten hat, dass seine Ehefrau Schweizerin ist, ist ebenfalls kein Hinweis auf 

Verständnisschwierigkeiten. Es erhellt sich einem tatsächlich nicht ohne weiteres, dass 

bei dieser Antwortsektion allenfalls mehr als ein Kreuz erforderlich ist. Das Formular ist 

diesbezüglich logisch nicht ideal aufgebaut. Der Beizug eines Dolmetschers anlässlich 

der Gerichtsverhandlung belegt das seitens des Beschwerdeführers geltend gemachte 

Missverständnis im Zusammenhang mit dem Formular nicht, ist damit doch nichts 

darüber gesagt, ob der Beschwerdeführer beim Ausfüllen des Formulars über 

sprachkundige Unterstützung verfügte. Die Vorinstanz durfte angesichts dieser Sach-/

Aktenlage im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung davon ausgehen, dass die 

seitens des Beschwerdeführers offerierten Beweise am Ergebnis nichts ändern würden 

und die eheliche Gemeinschaft des Beschwerdeführers mit seiner Schweizer Ehefrau 

am 26. September 2014 endete, also rund zweieinhalb Jahre nach deren Aufnahme. Es 

fehlt damit an der Voraussetzung der Dreijahresfrist gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG, 

und die Prüfung der Integration erübrigt sich.

Wurden keine engen Beziehungen zur Schweiz geknüpft und war der Aufenthalt im 

Land, wie dies vorliegend der Fall ist, von kurzer Dauer, besteht praxisgemäss kein 

Anspruch auf einen weiteren Verbleib in der Schweiz, auch wenn die betroffene 

ausländische Person hier nicht straffällig geworden ist, gearbeitet hat und inzwischen 

allenfalls etwas Deutsch spricht (VerwGE B 2013/234 vom 11. November 2014 E. 2.6 

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m.w.H.). Aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer also beruflich integriert ist und 

eine vollzeitliche Tätigkeit ausübt, lässt sich kein Anspruch auf einen weiteren Verbleib 

in der Schweiz ableiten. Es sind auch keine anderen wichtigen persönlichen Gründe 

gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG ersichtlich, welche einen weiteren Aufenthalt in der 

Schweiz erfordern würden.

Bei Ausländerinnen und Ausländern, bei welchen nach so kurzem Aufenthalt in der 

Schweiz die Bedingungen für die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung wegfallen, 

besteht ein öffentliches Interesse, dass sie die Schweiz wieder verlassen (VerwGE B 

2012/105 vom 13. November 2012 E. 7). Dieses Interesse überwiegt vorliegend das 

persönliche Interesse des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz, lebte 

dieser doch vor seiner Einreise in die Schweiz während mehr als 25 Jahren in seinem 

Heimatland und ist damit mit der dortigen Sprache und Kultur bestens vertraut. So 

richtig integriert hat er sich in der Schweiz ohnehin nie, macht er doch selbst geltend, 

dass er des Deutschen nur gering mächtig sei.

3. Da auf eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung kein Anspruch mehr besteht, 

nachdem das eheliche Zusammenleben in der Schweiz nicht länger als drei Jahre 

dauerte, für das Getrenntleben keine wichtigen Gründe vorlagen und der 

Bewilligungsanspruch nicht aufgrund eines Härtefalls weiterbesteht, ist die 

Beschwerde abzuweisen.

4. (…).

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 2‘000.– bezahlt der 

Beschwerdeführer unter Verrechnung des Kostenvorschusses in gleicher Höhe.

3. Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

 

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