# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0c230ac7-12d9-5660-b59f-00772978a1a9
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** LE240040-O6
**Docket/Reference:** LE240040-O6
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/LE240040-O6.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LE240040-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin 

lic. iur. N. Jeker und Ersatzoberrichter lic. iur. T. Engler 

sowie Gerichtsschreiberin MLaw I. Aeberhard

Beschluss vom 6. Mai 2025

in Sachen

A._____, 

Gesuchstellerin und Berufungsklägerin

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

gegen

B._____, 

Gesuchsgegner und Berufungsbeklagter

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Y1._____ und / oder

Rechtsanwalt lic. iur. Y2._____, 

betreffend Eheschutz

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren 

am Bezirksgericht Affoltern vom 17. Juli 2024 (EE210008-A)

- 2 -

Zuletzt aufrechterhaltene Rechtsbegehren:

der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin (Urk. 71 S. 2 f. und Urk. 97 S. 2; sinn-
gemäss):

1.

2.

Es sei der Gesuchstellerin das Getrenntleben auf unbestimmte 
Zeit zu bewilligen und es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die 
Parteien seit dem 1. Mai 2019 getrennt leben;

Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin 
persönlich monatliche Ehegattenunterhaltsbeiträge von 
mindestens

-

-

CHF 21'904.– ab 1. Mai 2020 und

CHF 15'904.– ab 1. August 2020

zu bezahlen, zahlbar an die Gesuchstellerin jeweils im Voraus auf 
den ersten Tag eines jeden Monats;

 3. Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des 
Gesuchsgegners inklusive Mehrwertsteuer.

des Gesuchsgegners und Berufungsbeklagten (Urk. 79 S. 2):

"1. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Parteien seit dem 

1. Mai 2019 getrennt leben.

  2. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Gesuchstellerin aus 

der ehelichen Wohnung ausgezogen ist und dass die eheliche 
Wohnung C._____ [Strasse] 1, … D._____, mitsamt sämtlich am 
verbliebenen Haushalt und Mobiliar alleine dem Gesuchsgegner 
zugewiesen wird.

  3.

Im Übrigen seien die Rechtsbegehren der Gesuchsgegnerin 
vollständig abzuweisen, insbesondere ihre Anträge auf die 
Zuweisung von irgendwelchen persönlichen Unterhaltsbeiträgen, 
Herausgabe von weiteren Unterlagen, Zahlung eines 
Prozesskostenvorschusses bzw. eventualiter die unentgeltliche 
Rechtspflege.

4. Alles unter entsprechender Kosten- und Entschädigungsfolge 
(zuzüglich Mehrwertsteuer) zu Lasten der Gesuchstellerin."

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Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren 

am Bezirksgericht Affoltern vom 17. Juli 2024:
(Urk. 103 S. 24 f. = Urk. 110 S. 24 f.)

1.

2.

Den Parteien wird das Getrenntleben auf unbestimmte Zeit bewilligt.

Es wird davon Vormerk genommen, dass die Parteien seit 1. Mai 2019 ge-

trennt leben.

3.

Dem Gesuchsgegner wird für die eheliche Wohnung, C._____ [Strasse] 1, 

… D._____, inkl. Mobiliar und Hausrat zur alleinigen Benützung zugeteilt.

4.

5.

Im Übrigen wird das Eheschutzgesuch abgewiesen.

Der Antrag der Gesuchstellerin auf Leistung eines Prozesskostenbeitrags 

wird abgewiesen.

6.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

9'000.– ; die weiteren Kosten betragen:

1'005.–   Kosten Dolmetscherin

7.

Die Gerichtskosten werden zu zwei Dritteln der Gesuchstellerin und zu ei-

nem Drittel dem Gesuchsgegner auferlegt.

8.

Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsgegner eine Parteient-

schädigung von Fr. 3'449.60 (inkl. MwSt.) zu bezahlen.

9.

[Schriftliche Mitteilung]

10.

[Rechtsmittel]

11.

[Rechtsmittel]

- 4 -

Berufungsanträge:

der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin (Urk. 109 S. 2, Rz. 27 und Rz. 96 f.; 
sinngemäss):

1.

2.

3.

4.

Es sei Dispositiv-Ziffer 4 des Urteils des Bezirksgerichts Affoltern 
vom 17. Juli 2024 (Geschäfts-Nr. EE210008) aufzuheben und 
durch folgende Fassung zu ersetzen:

' Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin monat-
liche Ehegattenunterhaltsbeiträge von CHF 21'904 (ab 1. Mai 
2020) und CHF 15'904 (ab 1. August 2020) zu bezahlen, jeweils 
im Voraus auf den ersten Tag eines jeden Monats.'

Es seien Dispositiv-Ziffer 7 und 8 des Urteils des Bezirksgerichts 
Affoltern vom 17. Juli 2024 (Geschäfts-Nr. EE210008) aufzuhe-
ben und dahingehend anzupassen, als dass die Gerichtskosten 
von CHF 10'005 vollumfänglich vom Gesuchsgegner zu tragen 
sind und er der Gesuchstellerin eine Parteientschädigung von 
CHF 10'000 zuz. MWST auszurichten hat.

Eventualiter sei das Urteil aufzuheben und das Verfahren zur 
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MWST 
zu Lasten des Berufungsbeklagten.

des Gesuchsgegners und Berufungsbeklagten (Urk. 116 S. 2):

"1. Die Berufung gemäss den Anträgen vom 25. November 2024 sei 

vollständig abzuweisen.

2. Unter entsprechender Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüg-
lich Mehrwertsteuer zu Lasten der Gesuchstellerin und Beru-
fungsklägerin."

Erwägungen:

I. Sachverhalt und Prozessgeschichte

1.

Die Parteien heirateten am tt. August 2014. Beide haben voreheliche Kinder. 

Die Gesuchstellerin ist Mutter von E._____, geboren am tt. Dezember 2000. Der 

Gesuchsgegner ist Vater von F._____, geboren im Jahr 2005, und G._____, die 

wegen ihrer mehrjährigen Mitarbeit im Betrieb des Gesuchsgegners ebenfalls er-

wachsen  zu  sein  scheint.  Gemeinsame  Kinder  haben  die  Parteien  keine  (Urk. 1 

Rz. 4, Urk. 4/2, Urk. 79 S. 11 und Urk. 95 S. 2, Urk. 109 Rz. 9 und Urk. 116 S. 13). 

Seit 1. Mai 2019 leben die Parteien getrennt (Urk. 110 Dispositiv-Ziffer 2).

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2.1. Mit Eingabe vom 24. März 2021 machte die Gesuchstellerin das vorliegende 

Eheschutzverfahren bei der Vorinstanz hängig (Urk. 1). Hinsichtlich der Prozess-

geschichte  vor  Vorinstanz  kann  auf  das  angefochtene  Urteil  verwiesen  werden 

(Urk. 110 E. I.). Dieses erging am 17. Juli 2024 (Urk. 110). 

2.2. Gegen  das  vorinstanzliche  Urteil  erhob  die  Gesuchstellerin  fristgerecht 

(aArt. 314 Abs. 1 ZPO; Urk. 106 und Urk. 109) Berufung und stellte die eingangs 

wiedergegebenen Anträge. Mit Verfügung vom 27. November 2024 wurde der Ge-

suchstellerin Frist angesetzt, um einen Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 6'000.– 

zu leisten (Urk. 111). Nachdem kein Kostenvorschuss einging, wurde der Gesuch-

stellerin  mit  Verfügung  vom  31. Dezember  2024  eine  Nachfrist  zur  Leistung  des 

Kostenvorschusses eingeräumt, innert welcher der Kostenvorschuss der Gesuch-

stellerin geleistet wurde (Urk. 112 f.). In der Folge wurde dem Gesuchsgegner mit 

Verfügung vom 24. Januar 2025 Frist angesetzt, um die Berufungsantwort einzu-

reichen  (Urk. 115).  Die  Berufungsantwort  wurde  rechtzeitig  erstattet  (Anhang  zu 

Urk. 115 und Urk. 116). Sie wurde der Gesuchstellerin mit Verfügung vom 14. Fe-

bruar 2025 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 117). Es folgten keine weiteren Ein-

gaben der Parteien. 

2.3. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-108). Das Verfahren 

erweist  sich  als  spruchreif,  was  den  Parteien  mit  Verfügung  vom  11. März  2025 

angezeigt wurde (Urk. 118).

II. Prozessuales

1.

Die  Berufung  hemmt  die  Rechtskraft  nur  im  Umfang  der  Anträge  (Art. 315 

Abs. 1  ZPO).  Nicht  angefochten  sind  die  Dispositiv-Ziffern  1  bis  3,  5  und  6  des 

vorinstanzlichen Urteils. Die Ziffern 1-3 und 5 sind somit in Rechtskraft erwachsen, 

was vorzumerken ist. Bezüglich Dispositiv-Ziffer 6 (Höhe der Gerichtskosten) bleibt 

ein anderslautender Entscheid der Berufungsinstanz vorbehalten (Art. 318 Abs. 3 

ZPO).

2. Mit der Berufung kann sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch die 

unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). 

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Die  Berufungsinstanz  verfügt  über  unbeschränkte  Kognition  bezüglich  Tat-  und 

Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemes-

senheitsprüfung; siehe BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013 E. 3.1). In der schrift-

lichen  Berufungsbegründung  (Art.  311  ZPO)  ist  hinreichend  genau  aufzuzeigen, 

inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehler-

haft zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet (BGE 142 I 93 

E. 8.2). Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanforderungen 

genügenden Weise beanstandet wird, ist – abgesehen von offensichtlichen Män-

geln – von der Rechtsmittelinstanz grundsätzlich nicht zu überprüfen (BGE 142 III 

413 E. 2.2.4).

III. Materielles

1.

Verletzung des rechtlichen Gehörs 

1.1. Die Vorinstanz erwog, es obliege den Parteien, die rechtsrelevanten Tatsa-

chenbehauptungen zum ehelichen Unterhalt aufzustellen. Die Gesuchstellerin ver-

lange  ehelichen  Unterhalt  vom  Gesuchsgegner.  Sie  habe  damit  tatsächliche, 

schlüssige (und bei genügender Bestreitung durch den Gesuchsgegner, auch sub-

stantiierte) Ausführungen zum Bedarf und Einkommen der Parteien zu machen. Sie 

trage  die  Beweislast  (Art.  8  ZGB)  für  ihren  behaupteten  Unterhaltsanspruch  und 

auch ihren behaupteten Bedarf (Urk. 110 E. III.3.1). In der anlässlich der Verhand-

lung vom 3. April 2023 (ergänzten) Gesuchsbegründung habe sie ausgeführt, dass 

für beide Berechnungsmethoden (zur einstufig-konkreten wie auch zur zweistufigen 

Methode mit Überschussverteilung) Behauptungen aufgestellt würden, wobei die 

Wahl der Berechnungsmethode dem Gericht obliege. Bei der zweistufigen Methode 

mit Überschussverteilung müsse nicht über Einzelheiten des früheren Lebensstan-

dards gestritten werden, vielmehr greife die Prämisse, dass die vorhandenen Mittel 

zur Bestreitung des Lebensunterhalts verwendet worden seien (wohl mit Verweis 

auf BGE 147 III 265; Urk. 110 E. III.3.3). In der Folge habe die Gesuchstellerin nur 

Behauptungen zur einstufig-konkreten Berechnungsmethode aufgestellt, was sich 

exemplarisch  unter  Berücksichtigung  von  Bedarfspositionen  wie  z.B.  Bootsplatz, 

Unterhalt Boot, Ferien Hotel, Flug nach H._____, Coiffeur, Kosmetik, Hundesteuer, 

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Kosten  Hund  und  Katze,  Fitness-Abonnement  oder  auch  Kleidung  zeige.  Dies 

seien allesamt Bedarfspositionen, die unter der Anwendung der zweistufigen Me-

thode  mit  Überschussverteilung  aus  dem  Überschuss  zu  finanzieren  seien  und 

nichts im betreibungsrechtlichen oder auch familienrechtlichen Bedarf zu suchen 

hätten.  Die  Behauptungen  der  Gesuchstellerin  würden  denn  letztlich  auch  darin 

münden,  dass  ihr  Bedarf  Fr. 25'904.–  resp.  Fr. 19'904.–  betrage.  Mit  diesen  Be-

hauptungen werde der Unterhaltsanspruch der Gesuchstellerin nach der einstufig-

konkreten Methode vorgetragen (Urk. 110 E. III.3.4). Tatsachenbehauptungen zur 

zweistufig-konkreten Unterhaltsberechnung würden fehlen. Ebenso wenig habe die 

Gesuchstellerin den konkreten Unterhalt der Parteien beziffert. Es würden z.B. Tat-

sachenbehauptungen  zum  Gesamtbedarf  der  Parteien,  zum  Gesamteinkommen 

und den daraus resultierenden Überschussanteilen für die Parteien fehlen, sei dies 

während des zuletzt gemeinsam gelebten Standards oder auch ab 1. Mai 2020 (ab 

diesem Datum verlange die Gesuchstellerin Unterhalt). Es würden keine Ausfüh-

rungen zum zuletzt gemeinsam gelebten Standard vor der Trennung (am 1. Mai 

2019) im Sinne der zweistufig-konkreten Unterhaltsberechnung gemacht (Urk. 110 

E. III.3.5).  Auch  nach  entsprechendem  Hinweis  des  Gerichts  seien  keinerlei  Be-

hauptungen  zur  zweistufigen  Methode  mit  Überschussverteilung  erfolgt.  Es  sei 

nicht die Aufgabe des Gerichts, ohne entsprechende schlüssige Behauptungen für 

die Parteien in den Akten oder den Rechtsschriften danach zu suchen, wie sich der 

Bedarf der Parteien – sei es nun zum zuletzt gemeinsam gelebten Standard vor der 

Trennung,  wie  auch  nach  der  Trennung  –  nach  der  zweistufig-konkreten  Unter-

haltsberechnung  mit  Überschussverteilung  berechne  (Urk. 110  E.  III.3.6).  Vorlie-

gend hätten sich überdies auch noch Ausführungen zum zuletzt gemeinsam geleb-

ten Standard der Parteien aufgedrängt. Dieser liege zum einen doch rund zwei bis 

drei Jahre vor Einreichung des Eheschutzgesuchs am 24. März 2021 zurück. Der 

zuletzt  gemeinsam  gelebte  Standard  ergebe  sich  grundsätzlich  aus  den  letzten 

zwölf Monaten vor der Trennung (Urk. 110 E. III.3.7). Der zuletzt gemeinsam ge-

lebte eheliche Standard (i.S.d. familienrechtlichen Existenzminimums bei Getrennt-

leben zuzüglich des betragsmässig unveränderten Anteils am früheren gemeinsa-

men Überschuss) stelle die Obergrenze des ehelichen oder nachehelichen Unter-

halts dar. Gemäss den Ausführungen der Gesuchstellerin habe sich das Einkom-

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men des Gesuchsgegners ab der Trennung (1. Mai 2019) im Vergleich zu jenem 

vor der Trennung doch wesentlich erhöht (vgl. die Ausführungen der Gesuchstel-

lerin in Urk. 71 Rz. 60 ff.: Einkommen des Gesuchsgegners: 2018: Fr. 240'000.–, 

2019: Fr. 4'336'432.–, 2020: Fr. 370'000.–, ab 2021: mind. Fr. 1'700'000.– und auch 

die  Ausführungen  der  Gesuchstellerin  in  act.  97;  Eheschutzverhandlung,  2018: 

Fr. 191'114.–,  2019:  Fr.  4'336'432.–,  2020:  Fr.  588'025.–,  2021:  Fr.  253'957.95, 

woraus  ein  Durchschnittseinkommen  des  Gesuchsgegners  von  Fr. 1'342'382.–

/Jahr resultiere). Die Gesuchstellerin habe indessen lediglich Ausführungen zur ein-

stufigen Methode gemacht. Weiter würde die Tochter der Gesuchstellerin, E._____, 

angeblich bei den Parteien leben und sei auch schon während des Zusammenle-

bens vom Gesuchsgegner unterstützt worden. Dieser Umstand dürfte sich auch auf 

den  Bedarf  der  Parteien  und  einen  allfälligen  ihnen  zur  Verfügung  gestandenen 

Überschuss während des Zusammenlebens ausgewirkt haben. Schlüssige Tatsa-

chenbehauptungen zum Gesamteinkommen und zum Gesamtbedarf der Parteien 

wie auch zu allfälligen Überschussanteilen, sowohl im Rahmen des zuletzt gemein-

sam  gelebten  Standards  wie  auch  nach  der  Trennung,  würden  jedoch  fehlen 

(Urk. 110 E. III.3.8). Somit lasse sich der gebührende Unterhalt der Gesuchstellerin 

mangels (schlüssiger) Tatsachenbehauptungen nicht ermitteln. Gleiches gelte für 

die Frage der Unterhaltsberechnung resp. eines allfälligen Unterhaltsanspruchs der 

Gesuchstellerin nach der zweistufig-konkreten Methode. Die Gesuchstellerin ma-

che hierzu keinerlei (schlüssige) Tatsachenbehauptungen, da sie ihre Behauptun-

gen  auf  die  einstufig-konkrete  Unterhaltsberechnung  beschränke  (Urk. 110  E. 

III.3.9). Es mangle an Tatsachenbehauptungen, die im Rahmen der Rechtsanwen-

dung unter die anzuwendenden Rechtsnormen (Art. 163 ZGB i.V.m. Art. 173 Abs. 

1 und Art. 176 Abs. 1 Ziffer 1 ZGB resp. die zweistufige Methode mit Überschuss-

verteilung gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 163 ZGB; vgl. 

u.a. BGE 147 III 301 E. 4.3. mit Hinweisen auf BGE 147 III 265 und BGE 147 III 

293)  subsumiert  werden  könnten  und  eine  Rechtsanwendung  zulassen  würden 

(Urk. 110 E. III.3.11). Es bleibe somit auch kein Raum für Beweisabnahmen, da die 

Schlüssigkeit eines Tatsachenvortrags Voraussetzung des Beweisanspruchs sei. 

Überdies  diene  ein  Beweisverfahren  vorliegend  dem  Beweis  einer  strittigen,  we-

sentlichen Tatsachenbehauptung, und nicht der Sachverhaltsermittlung oder -ver-

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vollständigung. Auch für eine amtliche Beweisabnahme nach Art. 153 Abs. 2 ZPO 

würden die Voraussetzungen nicht vorliegen, würden doch nicht unbestrittene Tat-

sachenbehauptungen,  sondern  vielmehr  ungenügende  Tatsachenbehauptungen 

vorliegen (Urk. 110 E. III.3.12). Nach dem Gesagten sei der Gesuchstellerin kein 

ehelicher  Unterhalt  zuzusprechen  und 

ihr  Gesuch  abzuweisen  (Urk. 110 

E. III.3.13).

1.2. Die Gesuchstellerin rügt, die Vorinstanz verkenne im Wesentlichen, dass sie 

vorinstanzlich nicht nur sämtliche für die zweistufige Berechnungsmethode relevan-

ten  Tatsachenbehauptungen  aufgestellt  und  auch  glaubhaft  gemacht  habe,  na-

mentlich Grundbetrag, Wohnkosten, Kosten für Hausrat- und Haftpflichtversiche-

rung, Kosten für Krankenkasse, Kosten für Strom, Kosten für TV/Internet, Mobilität 

und Steuern. Sie habe den Bedarf vorsichtshalber auch für die einstufige Methode 

konkretisiert und im Ergebnis ohne Weiteres auch den damals gelebten höheren 

Lebensstandard  glaubhaft  gemacht.  Aufgrund  der  Gesellschaften  des  Gesuchs-

gegners, die Millionengewinne abwerfen würden, habe sie schliesslich damit rech-

nen müssen, dass die einstufige Methode zur Anwendung gelangen könnte, was 

auch  unter  der  neuen  Rechtsprechung  in  solchen  Einkommenshöhen  weiterhin 

gelte (Urk. 109 Rz. 14 und Rz. 29). Zur Vermeidung von Missverständnissen habe 

sie gar hervorgehoben, dass sie ihre Ausführungen zu beiden Berechnungsmetho-

den  mache  (Urk. 109  Rz. 59).  Zu  diesen  Tatsachenbehauptungen  habe  der  Ge-

suchsgegner Stellung genommen und habe die Positionen in einem Umfang von 

Fr. 4'000.– anerkannt. Damit hätte der Sachverhalt als soweit erstellt gelten müs-

sen,  als  dass  ihr  Bedarf  in  Anwendung  der  zweistufigen  Methode  mindestens 

Fr. 4'000.– betrage (Urk. 109 Rz. 30 und Rz. 49). Im Verlaufe des Prozesses habe 

sie die Tatsachenbehauptungen aktualisiert, indem sie vorgebracht habe, dass sich 

nur die KVG Prämien verändert hätten, und im Übrigen an den früheren Ausführun-

gen zum Bedarf festgehalten worden sei (Urk. 109 Rz. 31). Sie vertrete die Auffas-

sung, dass eine rechtsrelevante Tatsachenbehauptung (insbesondere auch betref-

fend den Bedarf) sowohl bei Anwendung der einstufigen als auch bei Anwendung 

der zweistufigen Methode als vorgetragen zu gelten habe und vom Gericht zu hören 

sei. Dies folge bereits aus dem Grundsatz iura novit curia. Genügend substantiierte 

relevante Tatsachenbehauptungen einer Partei seien vom Gericht zu subsumieren 

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(Urk. 109  Rz. 16).  Würden  zu  den  glaubhaften  Tatsachenbehauptungen  zu  Be-

darfspositionen, die gewöhnlich in der zweistufigen Methode (wie Grundbedarf [ge-

meint wohl Grundbetrag], Wohnkosten etc.) berücksichtigt würden, zusätzliche wei-

tere konkrete Bedarfspositionen (wie Unterhalt Boot, Coiffeur etc.) nachgewiesen, 

so habe das Gericht diese Tatsachenbehauptungen im Rahmen der zweistufigen 

Methode in dem Sinne zu subsumieren, als dass diese Bedarfspositionen mit dem 

Hinweis gestrichen würden, dass diese Kosten aus dem Überschuss zu finanzieren 

seien. Die Vorinstanz sei zum selben Schluss gekommen, was nicht zu beanstan-

den  sei.  Damit  habe  die  Vorinstanz  ihre  Tatsachenbehauptungen  bereits  subsu-

miert, womit die Vorinstanz die diesbezüglichen Tatsachenbehauptungen offenbar 

als auch unter der zweistufigen Methode vorgetragen und als unter der zweistufigen 

Methode  vorgebracht  und  erstellt  erachtet  habe.  Diese  Tatsachenbehauptungen 

jedoch nicht zu hören und daraus zu schliessen, es seien nur Ausführungen zur 

einstufigen Methode gemacht worden, gehe nicht an (Urk. 109 Rz. 18 und Rz. 52 

ff.). Sie habe das Einkommen beider Parteien sowie deren Bedarfe behauptet und 

glaubhaft gemacht (Urk. 109 Rz. 20, Rz. 43 ff.). Es sei dem Gericht zuzumuten, die 

beiden  Einkommen  und  die  beiden  Bedarfe  von  Amtes  wegen  zu  addieren 

(Urk. 109 Rz. 20 und Rz. 64). Würden keine Behauptungen zum Überschuss ge-

macht, so greife die Vermutung, dass dieser hälftig zu teilen sei. Diesfalls den ge-

samten Unterhaltsanspruch – und nicht nur allenfalls eine Überschussbeteiligung 

– abzuweisen, würde zu weit greifen (Urk. 109 Rz. 20 und Rz. 67). Überdies habe 

sie im letzten Plädoyer vorgetragen, ein Überschuss der Einkommen sei hälftig auf-

zuteilen (Urk. 109 Rz. 32, Rz. 39 und Rz. 63). Sie habe über viele Seiten umfas-

send vorgetragen und glaubhaft gemacht, dass die Parteien einen gehobenen bis-

herigen Lebensstandard gepflegt hätten. Sie habe insbesondere konkret und um-

fassend  über  viele  Seiten  ausgeführt  und  glaubhaft  gemacht,  dass  die  Parteien 

während der Ehe (d.h. auch in den letzten Monaten vor der Trennung) in einem 

luxuriösen 6.5-Zimmer-Haus mit Sauna, Swimmingpool, Garten, Wintergarten und 

Fitnesscenter gelebt, Haustiere und drei Fahrzeuge gehalten hätten, eine Ferien-

wohnung  in  I._____,  ein  Motorboot  und  E-Bikes  gehabt  hätten,  regelmässig  zur 

Verpflegung auswärts in ein Restaurant gegangen seien, oft Ferien gemacht hätten 

und sie oft zum Coiffeur gegangen sei. Als Fazit habe sie geltend gemacht, dass 

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die Parteien von offensichtlich mehr Einkommen gelebt hätten als mit demjenigen, 

das der Gesuchsgegner mit seiner Rente und dem tiefen Verwaltungslohn angebe 

(Urk. 109 Rz. 34). Sie habe Tatsachenbehauptungen zum Einkommen für die Zeit-

spanne von 18 Monaten vor der Trennung (konkret Januar 2018 bis Mai 2019) auf-

gestellt und glaubhaft gemacht (Urk. 109 Rz. 80). In den Seiten 7 bis 15 des Ehe-

schutzgesuchs habe sie Ausführungen zum bisherigen, höheren Lebensstandard 

der Parteien – was auch die letzten 12 Monate vor der Trennung miteinschliesse – 

gemacht und mit rund 16 Beilagen und 8 Beweisofferten untermauert. Weil der bis-

herige  Lebensstandard  bei  der  zweistufigen  Methode  nicht  einmal  detailliert  be-

hauptet und glaubhaft gemacht werden müsse, sei sie weit über das Ziel hinausge-

schossen und habe mehr als die eigentlich erforderlichen Tatsachenbehauptungen 

vorgebracht  und  glaubhaft  gemacht  (Urk. 109  Rz. 37).  Alleine  schon  mit  diesen 

Ausführungen habe sie zusammenfassend den Lebensstandard zweifelsohne ge-

nügend  vorgetragen  und  glaubhaft  gemacht.  Unabhängig  davon,  ob  sie  auch  in 

Anrechnung der einstufigen Methode zu berücksichtigen seien, seien sie vom Ge-

richt auch bei der zweistufigen Methode zu hören (Urk. 109 Rz. 38). Weiter habe 

sie darauf hingewiesen, dass der Gesuchsgegner keine Sparquote behauptet habe 

und  eine  solche  auch  nicht  bestehe  (Urk. 109  Rz. 39).  Entgegen  der  Vorinstanz 

habe sie ihren Unterhaltsanspruch in den Rechtsbegehren des Eheschutzgesuchs 

auch beziffert (Urk. 109 Rz. 61). Nur weil die Vorinstanz fälschlicherweise gemut-

masst habe, dass ihre Tochter E'._____ ihre Ausbildung wohl schon abgeschlossen 

hätte, gehe es nicht an, aus dieser angeblich fehlenden Tatsachenbehauptung et-

was zu ihren Ungunsten abzuleiten (Urk. 109 Rz. 83). Die Vorinstanz wäre gehal-

ten gewesen, über die ihr strittig und relevant erscheinenden Tatsachenbehauptun-

gen Beweis abzunehmen (Urk. 109 Rz. 86). Indem die Vorinstanz trotz ihrer um-

fangreichen  und  klaren  Tatsachenbehauptungen  erwogen  habe,  es  würde  ihrer-

seits an Tatsachenbehauptungen zur zweistufigen Methode, zum Lebensstandard 

sowie  an  einer  Bezifferung  des  Unterhalts  fehlen  und  ihr  Unterhaltsanspruch  sei 

wegen ihrer Tochter nicht bestimmbar, und indem sie keine Beweise abgenommen 

habe, habe die Vorinstanz ihr rechtliches Gehör verletzt, den Sachverhalt nicht voll-

ständig und nicht korrekt dargestellt und das Recht falsch angewendet (Urk. 109 

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Rz. 33, Rz. 41 f., Rz. 50, Rz. 56, Rz. 60, Rz. 62 Rz. 68, Rz. 71, Rz. 76, Urk. 82 ff. 

und Rz. 87). 

1.3. Der  Gesuchsgegner  stellt  sich  auf  den  Standpunkt,  dass  der  Vorinstanz 

keine unrichtige Rechtsanwendung und keine unrichtige Feststellung des Sachver-

halts vorzuwerfen sei. Das angefochtene Urteil sei – abgesehen von der Kosten-

verteilung und der Zusprechung der Parteientschädigung – in allen Belangen richtig 

(Urk. 116 S. 3 ff.). Sodann bestreitet er die Tatsachenbehauptungen der Gesuch-

stellerin (erneut) und stellt sie seinen eigenen (grossmehrheitlich bereits vor Vor-

instanz vorgetragenen) Tatsachenbehauptungen gegenüber (Urk. 116 S. 6 ff.). Er 

habe  sämtliche  falschen  Behauptungen  der  Gesuchstellerin  detailliert  bestritten 

und die Gesuchstellerin habe ihre Darlegungen in der Folge nicht ansatzweise be-

legt, obwohl er mehrfach auf die falschen Tatsachenbehauptungen konkret hinge-

wiesen habe (Urk. 116 S. 10 und S. 14 ff.). Die Ausführungen und Behauptungen 

der Gesuchstellerin zum Lebensstandard könnten gar nicht stimmen, weil ein sol-

cher  angeblicher  Lebensstandard  durch  das  tatsächliche  Einkommen  des  Ge-

suchsgegners gar nicht finanzierbar gewesen sei. Richtig sei, dass er den monatli-

chen Bedarf der Gesuchstellerin von rund Fr. 4'000.– anerkannt habe, wobei er den 

reduzierenden Kostenbetrag der Tochter der Gesuchstellerin nicht gekannt habe. 

Wesentliche  Kostenpunkte  seien  von  der  Tochter  mitzutragen.  Dieser  angeblich 

anerkannte  Gesamtbetrag  von  Fr. 4'000.–  sei  deshalb  erheblich  zu  relativieren 

(Urk. 116 S. 10). Die Gesuchstellerin sei ihrer Mitwirkungspflicht rund um ihre Toch-

ter in keiner Art und Weise nachgekommen, obwohl er stets darauf hingewiesen 

habe. Die Gesuchstellerin habe ihre tatsächlichen Kosten jederzeit und ohne Wei-

teres mit ihrem eigenen Einkommen bestreiten können, insbesondere weil er der 

Gesuchstellerin  beim  Auszug  nachgewiesenermassen  Fr. 50'000.–  bezahlt  habe 

(Urk. 116 S. 10). 

1.4. Nach Art. 57 ZPO wendet das Gericht das Recht von Amtes wegen an. Die 

Rechtsanwendung besteht in der Feststellung des anzuwendenden Rechts und in 

der Anwendung dieses objektiven Rechts auf den konkreten Sachverhalt (Subsum-

tion; BGer 5A_71/2019 vom 12. Februar 2020 E. 3.3.2). Das von Amtes wegen an-

zuwendende einheimische Recht umfasst nicht nur den ausdrücklichen Gesetzes-

- 13 -

wortlaut,  sondern  auch  dessen  Auslegung  und  Gerichtspraxis  (ZK  ZPO-Seiler, 

Art. 57 N 9 m.w.H.). Aufgabe der Parteien ist es lediglich, dem Gericht anhand von 

Tatsachenbehauptungen den strittigen Sachverhalt zu präsentieren. Rechtliche Er-

örterungen in den Rechtsschriften und Plädoyers der Parteien können zwar zweck-

dienlich sein, sind aber – auch bei anwaltlich vertretenen Parteien – nicht erforder-

lich (ZK ZPO-Seiler, Art. 57 N 4 f. m.w.H.). Falsche oder fehlende rechtlichen Aus-

führungen führen zu keinem Nachteil. Ergeben sich aus dem Sachverhalt Anhalts-

punkte, dass sich der vom Kläger geltend gemachte Anspruch auf eine andere oder 

mehrere Anspruchsgrundlagen bezieht, so hat dies das Gericht von Amtes wegen 

zu  prüfen,  selbst  wenn  der  Kläger  nur  eine  Anspruchsgrundlage  geltend  macht 

(ZK ZPO-Seiler, Art. 57 N 17 m.w.H.). Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 53 

Abs. 1 ZPO, Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK) verlangt von der Behörde, 

dass sie die Parteivorbringen tatsächlich hört, ernsthaft prüft und in ihrer Entscheid-

findung angemessen berücksichtigt. Dies gilt für alle form- und fristgerechten Äus-

serungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung der konkreten Streitfrage geeig-

net und erforderlich erscheinen (BGer 4D_31/2021 vom 22. Juni 2021 E. 2.1).

1.5. Die Gesuchstellerin zeigt mit einer Vielzahl an Fussnotenverweisen in der 

Berufungsschrift auf, in welchen Rechtsschriften sie welche Tatsachenbehauptun-

gen  zum  Einkommen,  Bedarf  und  Lebensstandard  der  Parteien  im  erstinstanzli-

chen Verfahren vortrug. Einerseits lassen sich ihre genannten Tatsachenbehaup-

tungen weitgehend an den zitierten Stellen finden (Urk. 109 FN 1 i.V.m. Urk. 1 Rz. 

1  ff.,  Urk.  109  FN  4  i.V.m.  Urk. 71  Rz. 55,  Urk.  109  FN 6  i.V.m.  Urk. 1,  Urk.  109 

FN 12 i.V.m. Urk. 1 Rz. 13, Urk. 109 FN 13 i.V.m. Urk. 71 Rz. 11 ff., Urk. 109 FN 14 

i.V.m.  Urk. 71  Rz. 2,  Urk.  109  FN 18  i.V.m.  Urk. 1  Rz. 13,  Urk.  109  FN 20  i.V.m. 

Urk. 71 Rz. 11 und Urk. 97 Rz. 20 f., Urk. 109 FN 21 i.V.m. Urk. 1 Rz. 14, Urk. 109 

FN 22 i.V.m. Urk. 97 Rz. 4, Urk. 109 FN 23 i.V.m. Urk. 71 Rz. 2, Urk. 109 FN 25 

i.V.m. Urk. 71 Rz. 3, Urk. 109 FN 27 i.V.m. Urk. 71 Rz. 22 ff., Urk. 109 FN 28 i.V.m. 

Urk. 71  Rz. 48,  Urk.  109  FN 29  bis  31  i.V.m.  Urk. 97  Rz.  4,  Urk. 109  FN 33 

i.V.m. Urk. 1  Rz. 8,  Urk.  109  FN 34  i.V.m.  Urk. 1  Rz. 10,  Urk.  109  FN 35  i.V.m. 

Urk. 71 Rz. 52 f., Urk. 109 FN 36 i.V.m. Urk. 97 Rz. 6 ff., Urk. 109 FN 37 f. i.V.m. 

Urk. 71 Rz. 52 f., Urk. 109 FN 40 i.V.m. Urk. 97 Rz. 19, Urk. 109 FN 41 bis 43 i.V.m. 

Urk. 71 Rz. 60 ff., Urk. 109 FN 44 f. i.V.m. Urk. 97 Rz. 12 ff., Urk. 109 FN 46 i.V.m. 

- 14 -

Urk. 97 Rz. 16, Urk. 109 FN 48 i.V.m. Urk. 1 Rz. 13, Urk. 109 FN 50 i.V.m. Urk. 71 

Rz. 25, Urk. 109 FN 54 i.V.m. Urk. 1 Rz. 13, Urk. 109 FN 55 i.V.m. Urk. 71 Rz. 2, 

Urk. 109 FN 56 i.V.m. Urk. 1 Rechtsbegehren sowie Urk. 109 FN 59 i.V.m. Urk. 71 

Rz. 17  ff.).  Andererseits  räumt  der  Gesuchsgegner  ein,  dass  die  Gesuchstellerin 

Tatsachenbehauptungen  aufstellte,  die  Anlass  zu  Bestreitungen  gaben.  Das  mit 

der Sache befasste Gericht hat die sich entgegenstehenden Tatsachenbehauptun-

gen  der  Parteien  zu  hören  und  hat  unter  Beizug  der  offerierten  Beweismittel  zu 

würdigen,  welche  rechtserheblichen  strittigen  Behauptungen  glaubhaft  gemacht 

wurden und welche nicht. Sodann hat es den festgestellten Sachverhalt selbst – im 

Rahmen der Rechtsanwendung – unter die von der Gerichtspraxis entwickelten Re-

geln über die zweistufig-konkrete Methode der Unterhaltsberechnung zu subsumie-

ren  (soweit  es  nicht  ausnahmsweise  nach  der  einstufigen  Methode  vorgeht,  vgl. 

BGE 147 III 293 E. 4.5), was die Vorinstanz unterliess. Insbesondere ist es Frage 

der Rechtsanwendung, welche glaubhaft gemachten Bedarfspositionen, Einkom-

men und Sparquoten in einer zweistufigen Bedarfsberechnung zu berücksichtigen 

sind und welche nicht. Wenn eine Partei sich zu diesen Fragen nicht äussert, han-

delt  es  sich  nicht  um  fehlende  schlüssige  Tatsachenbehauptungen,  sondern  es 

fehlt lediglich (allenfalls) an einer rechtlichen Subsumption, zu welcher die Parteien 

–  auch  bei  anwaltlicher  Vertretung  –  nach  dem  Gesagten  nicht  verpflichtet  sind. 

Selbst wenn die Gesuchstellerin ihre Mitwirkungspflicht bezüglich der finanziellen 

Verhältnisse der Tochter nicht erfüllt hätte, hätte dies durch die Vorinstanz gewür-

digt werden können und müssen, indem der Gesuchstellerin beispielsweise ein re-

duzierter Grundbetrag und lediglich die hälftigen Wohnkosten oder ein Beitrag der 

Tochter  an  die  Lebenskosten  angerechnet  worden  wären.  Der  Gesuchsgegner 

übersieht, dass der Ehegattenunterhalt bei der Deckung des erweiterten familien-

rechtlichen Bedarfs bzw. der tatsächlich angefallenen Kosten nicht sein Bewenden 

hat,  sondern  gebührender  Unterhalt  inklusive  Überschussanteil  geschuldet  wird, 

wenn die finanziellen Mittel dies zulassen (BGE 147 III 265). Auch seine behauptete 

Überweisung von Fr. 50'000.– kann nicht zum Schluss führen, dass keine Unter-

haltsbeiträge festzusetzen wären. Vielmehr wäre im Anschluss an die Berechnung 

der Unterhaltsbeiträge zu klären, ob Fr. 50'000.– an die zu leistenden Unterhalts-

beiträge anzurechnen und in Abzug zu bringen wären. 

- 15 -

1.6. Nach dem Erwogenen ist die Berufung gutzuheissen. 

2.

Rückweisung 

2.1. Die Rechtsmittelinstanz kann die Sache an die erste Instanz zurückweisen, 

wenn ein wesentlicher Teil der Klage nicht beurteilt wurde oder der Sachverhalt in 

wesentlichen Teilen zu vervollständigen ist (Urk. 318 Abs. 1 lit. c ZPO). Ob refor-

matorisch oder kassatorisch entschieden wird, liegt im Ermessen der Berufungsin-

stanz, wobei sie dabei die Verfahrensökonomie sowie das Recht der Parteien auf 

Wahrung des Instanzenzugs und auf ein korrektes Verfahren berücksichtigt (OGer 

ZH NP230012 vom 13. Februar 2023 E. II.3.3 m.w.H.).

2.2. Da sich die Vorinstanz mit den divergierenden Parteibehauptungen zu den 

Einkommen,  Bedarfen  und  dem  Lebensstandard  der  Parteien  nicht  ansatzweise 

auseinandersetzte,  nähme  die  hiesige  Kammer  mit  einem  reformatorischen  Ent-

scheid faktisch die Aufgabe der Vorinstanz wahr. Sie würde als erste und als ein-

zige Instanz mit umfassender Kognition über wichtige Tat- und Rechtsfragen ent-

scheiden. Vor Bundesgericht könnte nur noch die Verletzung von verfassungsmäs-

sigen Rechten gerügt werden. Auch die Berichtigung oder Ergänzung der Sachver-

haltsfeststellungen würde vor Bundesgericht nur infrage kommen, hätte die kanto-

nale Instanz verfassungsmässige Rechte verletzt (Art. 98 BGG; BGer 5A_908/2023 

vom 7. Februar 2024 E. 2.1). Vor diesem Hintergrund rechtfertigt es sich, das an-

gefochtene Urteil zur Wahrung des doppelten kantonalen Instanzenzugs aufzuhe-

ben und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen (vgl. 

OGer ZH LF220090 vom 23. Mai 2023 E. 5.6). Da die Vorinstanz ihre Kosten- und 

Entschädigungsfolgen teilweise vom Obsiegen und Unterliegen abhängig machte 

(Urk. 110 E. IV), wird sie auch erneut über diese zu befinden haben.

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Das  Gericht  entscheidet  über  die  Prozesskosten  in  der  Regel  im  Endent-

scheid (Art. 104 Abs. 1 ZPO) nach Massgabe des Obsiegens und Unterliegens der 

Parteien (Art. 106 Abs. 1 und 2 ZPO). Das gilt grundsätzlich auch für die Berufungs-

instanz. Fällt diese einen Rückweisungsentscheid, kann sie die Verteilung der Pro-

- 16 -

zesskosten  des  Rechtsmittelverfahrens  gemäss  Art.  104  Abs.  4  ZPO  allerdings 

auch  der  Vorinstanz  überlassen.  Diese  fakultative  "Kann"-Bestimmung  gibt  der 

Rechtsmittelinstanz die Wahl, entweder die zweitinstanzlichen Prozesskosten in ih-

rem Rückweisungsentscheid selbst direkt und definitiv zu regeln oder die Kosten 

nur festzusetzen, deren Verteilung aber der ersten Instanz zu überlassen. Das Ge-

setz favorisiert keine dieser beiden Varianten, sondern stellt sie ins freie Ermessen 

der  Rechtsmittelinstanz  (BGer  4A_523/2013  vom  31. März  2014  E.  8.1;  BGer 

5A_614/2022  vom  7.  Februar  2023  E.  1.2.3  m.w.H.).  Da  im  vorliegenden  Beru-

fungsverfahren nicht der strittige Unterhaltsanspruch als solcher, sondern nur die 

prozessuale Frage der Gehörsverletzung beurteilt wurde, rechtfertigt es sich, die 

zweitinstanzlichen  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  (im  Sinne  von  Art.  104 

Abs. 1 ZPO) selbstständig und definitiv entsprechend dem Ausgang des Beschwer-

deverfahrens zu verlegen (Art. 106 ZPO). 

2.

Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von § 12 

Abs. 1 und Abs. 2 in Verbindung mit § 5 sowie § 8 Abs. 1 GebV OG auf Fr. 3'000.– 

festzulegen und dem mit seinem Antrag auf vollumfängliche Abweisung der Beru-

fung (Urk. 116 S. 2) unterliegenden Gesuchsgegner aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 

ZPO).  Sie  ist  nach  aArt.  111  Abs.  1  und  2  ZPO  (vgl.  Art.  407f  e  contrario  und 

Art. 405 Abs. 1 ZPO) mit dem von der Gesuchstellerin geleisteten Kostenvorschuss 

von Fr. 6'000.– zu verrechnen, wobei der Gesuchsgegner der Gesuchstellerin den 

Vorschuss im Umfang von Fr. 3'000.– zu ersetzen hat. 

3.

Der Gesuchsgegner ist antragsgemäss (Urk. 109 S. 2) zu verpflichten, der an-

waltlich vertretenen Gesuchstellerin für das Berufungsverfahren eine volle Partei-

entschädigung zu bezahlen (Art. 106 Abs. 1, aArt. 111 Abs. 2 und Art. 95 Abs. 3 lit. 

b  ZPO).  Angesichts  des  beschränkten  Prozessthemas  und  des  Umfangs  der 

Rechtsschriften erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 4'000.– als angemes-

sen (§ 2, § 5, § 6 Abs. 1 und Abs. 3, § 11 sowie § 13 Abs. 1 und Abs. 2 AnwGebV). 

Hinzu  kommt  die  Mehrwertsteuer  von  8.1  %  (Art.  25  Abs. 1  MWSTG),  mithin 

Fr. 324.–.

- 17 -

Es wird beschlossen:

1.

Es wird vorgemerkt, dass Dispositiv-Ziffern 1 bis 3 und 5 des Urteils des Ein-

zelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Affoltern vom 

17. Juli 2024 in Rechtskraft erwachsen sind.

2.

Die Dispositiv-Ziffern 4, 7 und 8 des Urteils des Einzelgerichts im summari-

schen Verfahren am Bezirksgericht Affoltern vom 17. Juli 2024 werden auf-

gehoben und die Sache zur Ergänzung des Verfahrens und zu neuer Ent-

scheidung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen.

3.

4.

Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'000.– festgesetzt.

Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden dem Gesuchsgegner 

auferlegt und mit dem von der Gesuchstellerin geleisteten Kostenvorschuss 

verrechnet. 

Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin den geleisteten 

Vorschuss im Umfang von Fr. 3'000.– zu ersetzen.

5.

Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für das zweitin-

stanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 4'324.– zu bezahlen.

6.

Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an die Vorinstanz, je gegen 

Empfangsschein.

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück.

7.

Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid über vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 90 BGG 
und Art. 98 BGG.

- 18 -

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
mehr als Fr. 30'000.–.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Zürich, 6. Mai 2025

versandt am:
sba

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw I. Aeberhard