# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2b970768-d312-5b96-83cc-7444117ce4e9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-27
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 27.12.2021 SK 2020 422
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2020-422_2021-12-27.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 20 422

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 27. Dezember 2021 

Besetzung Oberrichter Zuber (Präsident i.V.), Oberrichter Gerber, Oberrichter 
Vicari
Gerichtsschreiberin Baronian

Verfahrensbeteiligte A.________
verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

C.________

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. D.________

Straf- und Zivilklägerin

und

E.________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. D.________

Straf- und Zivilkläger

und

F.________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. D.________

Straf- und Zivilklägerin

2

und

G.________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. D.________

Straf- und Zivilklägerin

und

H.________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. D.________

Straf- und Zivilklägerin

und

I.________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. D.________

Straf- und Zivilkläger

Gegenstand Fahrlässige Tötung

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Ein-
zelgericht) vom 6. Mai 2020 (PEN 2019 204)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil des Regionalgerichts Oberland (Einzelgericht; nachfolgend: Vorinstanz) 
vom 6. Mai 2020 wurde A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) der fahrlässigen 
Tötung, begangen am 26. Februar 2015 in Y.________, schuldig erklärt und zu ei-
ner Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu CHF 130.00, ausmachend CHF 11'700.00, 
verurteilt. Der Vollzug der Geldstrafe wurde aufgeschoben und die Probezeit auf 
zwei Jahre festgesetzt. Ferner wurde er zu den erstinstanzlichen Verfahrenskosten 
von CHF 11'764.30 sowie zur Bezahlung einer Entschädigung (inkl. Auslagen und 
MwSt.) von CHF 23'191.80 an die Straf- und Zivilkläger für ihre Aufwendungen im 
erstinstanzlichen Verfahren verurteilt. Im Zivilpunkt wurde der Beschuldigte verur-
teilt zur Bezahlung von CHF 9'417.40 Schadenersatz an den Straf- und Zivilkläger 
E.________, zur Bezahlung einer Genugtuung von CHF 25'000.00 zuzüglich Zins 
an den Straf- und Zivilkläger E.________, zur Bezahlung einer Genugtuung von 
CHF 25'000.00 zuzüglich Zins an die Straf- und Zivilklägerin C.________, zur Be-
zahlung einer Genugtuung von CHF 8’000.00 zuzüglich Zins an die Straf- und Zivil-
klägerin G.________ und zur Bezahlung einer Genugtuung von CHF 8'000.00 zu-
züglich Zins an die Straf- und Zivilklägerin F.________ (pag. 1164 ff.). 

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, privat verteidigt durch Rechtsanwalt 
Dr. B.________, mit Eingabe vom 7. Mai 2020 (pag. 1185) form- und fristgerecht 
Berufung an. Die schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 22. September 2020 
(pag. 1189 ff.) und wurde den Parteien mit Verfügung vom 22. September 2020 
(pag. 1218 ff.) zugestellt. Mit Eingabe vom 13. Oktober 2020 (pag. 1229 f.) erklärte 
der Beschuldigte sodann form- und fristgerecht die Berufung. Angefochten wurden 
die Dispositivziffern I (Schuldspruch, Sanktion, Kosten- und Entschädigungsfolge), 
II.1-5 (Ziff. II.1 insoweit die Zivilklage des Straf- und Zivilklägers E.________ gut-
geheissen wurde) sowie III. (betreffend Strafregistereintrag). Mit Verfügung vom 15. 
Oktober 2020 gab die Verfahrensleitung der Generalstaatsanwaltschaft sowie den 
Straf- und Zivilklägern, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. D.________, Gelegenheit, 
innert Frist Anschlussberufung zu erklären oder begründet ein Nichteintreten auf 
die Berufung zu beantragen. Gleichzeitig stellte sie die Durchführung des schriftli-
chen Verfahrens in Aussicht und forderte die Parteien auf, innert 20 Tagen zu er-
klären, ob sie mit der Durchführung eines schriftlichen Verfahrens einverstanden 
sind (pag. 1232 ff.). Mit Eingabe vom 3. November 2020 (pag. 1248) gab der Be-
schuldigte sein Einverständnis zur Durchführung des schriftlichen Verfahrens be-
kannt. Die Privatklägerschaft teilte mit Schreiben vom 4. November 2020 (pag. 
1250) mit, dass weder die Anschlussberufung erklärt noch ein Nichteintreten auf 
die Berufung beantragt werde. Mit gleichem Schreiben gab die Privatklägerschaft 
ihr Einverständnis zur Durchführung des schriftlichen Verfahrens bekannt. Unter 
Bezugnahme auf die Verfügung vom 15. Oktober 2020 (pag. 1232 ff.) teilte die Ge-

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neralstaatsanwaltschaft mit Schreiben vom 4. November 2020 (pag. 1252 ff.) mit, 
dass weder die Anschlussberufung erklärt noch ein Nichteintreten auf die Berufung 
beantragt werde. Mit gleichem Schreiben gab die Generalstaatsanwaltschaft ihr 
Einverständnis zur Durchführung des schriftlichen Verfahrens bekannt. Mit Verfü-
gung vom 5. November 2020 (pag. 1255 ff.) ordnete die Verfahrensleitung die 
Durchführung des schriftlichen Verfahrens an und forderte den Beschuldigten zur 
Einreichung einer schriftlichen Berufungsbegründung auf. Gleichzeitig orientierte 
die Verfahrensleitung die Parteien über die Beweisergänzungen von Amtes wegen 
(siehe Ziff. I.3 nachfolgend; pag. 1257). Die Berufungsbegründung des Beschuldig-
ten folgte nach zweimaliger Fristerstreckung mit Eingabe vom 8. Februar 2021 
(pag. 1305 ff.). Der Generalstaatsanwaltschaft und den Straf- und Zivilklägern wur-
de mit Verfügung vom 9. Februar 2021 (pag. 1328 ff.) Gelegenheit zur Stellung-
nahme eingeräumt. Die Generalstaatsanwaltschaft reichte mit Eingabe vom 5. 
März 2021 (pag. 1333 ff.) fristgerecht ihre Stellungnahme ein. Die Stellungnahme 
der Privatklägerschaft folgte nach einmaliger Fristerstreckung mit Eingabe vom 9. 
April 2021 (pag. 1348 ff.). Mit Verfügung vom 12. April 2021 (pag. 1363 ff.) wurde 
dem Beschuldigten Gelegenheit zur Replik eingeräumt. Die Replik des Beschuldig-
ten folgte nach einmaliger Fristerstreckung am 25. Mai 2021 (pag. 1373 ff.). Mit 
Verfügung vom 1. Juni 2021 (pag. 1382 ff.) wurde den Straf- und Zivilklägern sowie 
der Generalstaatsanwaltschaft Gelegenheit zur Duplik eingeräumt. Mit Schreiben 
vom 2. Juni 2021 (pag. 1387 f.) verzichtete die Generalstaatsanwaltschaft auf die 
Einreichung einer Duplik. Die Duplik der Privatklägerschaft folgte mit Eingabe vom 
21. Juni 2021 (pag. 1389 ff.). Mit Verfügung vom 23. Juni 2021 (pag. 1399 ff.) wur-
de der Schriftenwechsel unter Bekanntgabe der Zusammensetzung der Kammer 
als abgeschlossen erachtet. Gleichzeitig wurden die Parteien aufgefordert innert 
Frist ihre Kostennoten einzureichen. Die Kostennoten der Privatklägerschaft sowie 
des Beschuldigten folgten fristgerecht mit Schreiben vom 30. Juni 2021 (Privatklä-
gerschaft; pag. 1404 ff.) und vom 5. Juli 2021 (Beschuldigter; pag. 1408).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Die Verfahrensleitung holte von Amtes wegen mit Verfügung vom 5. November 
2020 (pag. 1255 ff.) einen aktuellen Strafregisterauszug (pag. 1282) sowie einen 
aktuellen Bericht über die wirtschaftlichen Verhältnisse (pag. 1279 f.) über den Be-
schuldigten ein. 

4. Oberinstanzliche Anträge der Parteien

Rechtsanwalt Dr. B.________ stellte und begründete mit schriftlicher Berufungsbe-
gründung vom 8. Februar 2021 namens und im Auftrag des Beschuldigten folgende 
Anträge (pag. 1307):

1. Der Beschuldigte/Berufungsführer sei vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung, angeblich began-
gen am 26. Februar 2015 in Y.________ z.N. von J.________, freizusprechen.

2. Die Zivilklagen (Schadenersatz und Genugtuung) gegen den Beschuldigten/Berufungsführer 
seien allesamt abzuweisen (Art. 126 Abs. 1 lit. b StPO), insoweit sie erstinstanzlich nicht bereits 
rechtskräftig abgewiesen wurden.

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3. Dem Beschuldigten/Berufungsführer seien die Verteidigungskosten gemäss aktenkundiger Kos-
tennote vom 5. Mai 2020 für das erstinstanzliche Verfahren sowie gemäss nachzureichender 
Kostennote für das oberinstanzliche Verfahren zu entschädigen (Art. 429 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 
429 Abs. 2 sowie Art. 399 Abs. 4 lit. f StPO).

4. Dem Beschuldigten/Berufungsführer sei eine Genugtuung in gerichtlich zu bestimmender Höhe 
auszurichten (art. 429 Abs. 1 lit. c i.V.m. Art. 429 Abs. 2 StPO).

5. Die Untersuchungs- sowie die Verfahrenskosten der ersten und zweiten Instanz seien dem Kan-
ton Bern aufzuerlegen (Art. 423 StPO).

6. Es seien von Amtes wegen die weiteren notwendigen Verfügungen zu treffen, einschliesslich der 
Rechtskraft des erstinstanzlichen Urteils wo eingetreten. 

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte mit Eingabe vom 5. März 2021 folgende An-
träge (pag. 1334 f.; Hervorhebungen im Original):

I.

A.________ sei schuldig zu sprechen der fahrlässigen Tötung, begangen am 26. Februar 2015 in 
Y.________

und in Anwendung der einschlägigen Bestimmungen 

zu verurteilen zu

1. einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu CHF 130.00, ausmachend total CHF 11'700.00. Der 
Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben mit einer Probezeit von 2 Jahren.

2. zur Bezahlung der vollumfänglichen erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (zzgl. Gebühr 
von CHF 500.00 gemäss Art. 21 VDK [recte: VKD]).

II.

Es seien die üblichen Verfügungen zu treffen (Genugtuung, Entschädigung Privatklägerschaft etc.).

Rechtsanwalt Dr. D.________ stellte und begründete namens und im Auftrag der 
Straf- und Zivilkläger mit Eingabe vom 9. April 2021 folgende Anträge (pag. 1349):

1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zulasten des Beklagten.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 
312.0]). 

Das Urteil der Vorinstanz vom 6. Mai 2020 wurde – abgesehen von Ziff. II.6 und 
Ziff. II.7 – vollumfänglich angefochten. Es ist zunächst festzustellen, dass die Ab-
weisung der weitergehenden Genugtuungsforderungen (Dispositivziffer II.6; insbe-
sondere auch die Genugtuungsforderungen der Straf- und Zivilkläger HI.________ 
(Familienname der Straf- und Zivilkläger H. und I.) betreffend) sowie die Nichtaus-

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scheidung von Verfahrenskosten für die erstinstanzliche Behandlung des Zivil-
punkts (Dispositivziffer II.7) in Rechtskraft erwachsen sind. Soweit weitergehend ist 
das Urteil der Vorinstanz vom 6. Mai 2020 vollumfänglich zu überprüfen, d.h. in Be-
zug auf den erstinstanzlichen Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung (Dispositiv-
ziffer I), den Sanktionenpunkt (Dispositivziffer I.1), die Verfahrenskosten (Disposi-
tivziffer I.2), die Parteientschädigung (Dispositivziffer I.3) und den gesamten Zivil-
punkt (Schadenersatz und Genugtuung [Dispositivziffer II]). Nicht der Rechtskraft 
zugänglich sind sodann die weiteren Verfügungen betreffend die Eröffnungen und 
Mitteilungen (Dispositivziffer III). 

Die Rechtsmittelinstanz verfügt im Berufungsverfahren über volle Kognition (Art. 
398 Abs. 3 StPO). Sie hat das erstinstanzliche Urteil im Rahmen der angefochte-
nen Punkte umfassend zu überprüfen (Art. 398 Abs. 2 StPO). Aufgrund der alleini-
gen Berufung des Beschuldigten darf das Urteil nicht zu seinem Nachteil abgeän-
dert werden; es ist das Verschlechterungsverbot (Verbot der «reformatio in peius») 
zu beachten (Art. 391 Abs. 2 StPO).

II. Erwägungen der Vorinstanz

Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, dass der angeklagte Sachverhalt erstellt sei. 
J.________ sei bei der Anhöhe beim Chalet K.________ in einem Bereich, wo ne-
ben der ursprünglich präparierten Piste diverse Spuren anderer Schneesportler 
gewesen seien, leicht von dieser gefahren und kopfvoran in einen für sie nicht er-
kennbaren, mit Eiswasser unterlaufenen Bachgraben gestürzt, wobei sie sich tödli-
che Verletzungen zugezogen habe. Die Unfallstelle sei mit drei gelb-schwarzen 
Markierungsstangen parallel zur Piste gesichert gewesen. 

In rechtlicher Hinsicht gelangte die Vorinstanz zusammengefasst zum Schluss, 
dass der Bachgraben eine aussergewöhnliche und fallenartige Gefahr im Pisten-
randbereich darstelle. Der Beschuldigte habe damit nicht nur eine Kennzeich-
nungspflicht gehabt, sondern er hätte den Bachgraben wirksam sichern müssen. 
Die nur leicht quer zur Piste angebrachte schwarz-gelbe Markierung mit Wimpelseil 
vermöge dem nicht zu genügen. Der Beschuldigte habe die zur Erfolgsabwehr ge-
botene Handlung nicht vorgenommen bzw. habe er es unterlassen, den Graben 
seinen Pflichten entsprechend wirksam zu sichern. Zur Voraussehbarkeit des Er-
folgs führte die Vorinstanz aus, dass ein Sturz in den besagten Graben mit Todes-
folge für den Beschuldigten mit seinen Kenntnissen und Fähigkeiten voraussehbar 
gewesen sei. Zur Vermeidbarkeit des Erfolgs führte die Vorinstanz aus, dass der 
Tod von J.________ mit grosser Wahrscheinlichkeit vermeidbar gewesen wäre. 
Hätte der Beschuldigte wie geboten den Bachgraben zugeschüttet oder die Markie-
rungsstangen entlang dem Graben und quer zur Piste gesetzt, hätte der Bachgra-
ben nicht mehr bestanden oder wäre zumindest viel früher erkennbar gewesen. Bei 
einer pflichtgemässen Sicherung wäre es höchstwahrscheinlich nicht zum tödlichen 
Sturz von J.________ gekommen.

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III. Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien 

6. Verteidigung

Die Verteidigung macht in sachverhaltlicher Hinsicht in der Berufungsbegründung 
zusammengefasst geltend, der Sachverhalt sei entgegen den Ausführungen der 
Vorinstanz nicht vollumfänglich unbestritten. Unumstritten sei, dass J.________ am 
26. Februar 2015 zusammen mit ihrer Skiklasse Z.________ nach 13 Uhr als letzte 
Fahrt des Tages die rote Piste Nr. .________ AA.________ im Skigebiet 
Y.________ hinuntergefahren sei. Die Piste sei im Februar 2014 vom SBS-
Experten M.________ im Beisein des Beschuldigten im Rahmen der Homologie-
rung des Skigebiets befahren worden. Hinter J.________ sei nur N.________ in 
der Kolonne gefahren. Während die anderen Schüler dem Skilehrer und dem Pis-
tenverlauf gefolgt seien, sei J.________ auf der Höhe des Chalets K.________ von 
der Skipiste auf ein Nebenweglein abgefahren. Sie sei kurz darauf in einen Bach-
graben gestürzt, der in etwa quer zur Piste verlaufen sei. Beim Sturz sei 
J.________ auf ihren Skistock gefallen und sei kopfüber im Schnee stecken ge-
blieben. J.________ sei anschliessend von hinzufahrenden Ski- und Snowboard-
fahrern, vom Skilehrer und vom Pistenrettungsdienst geborgen worden. Die 
AS.________ habe J.________ daraufhin ins Inselspital Bern überflogen. Noch am 
selben Tag sei J.________ an einem Multiorganversagen infolge einer hochgradi-
gen Zerreissung der Leber verstorben. Der Berufungsführer sei zum Unfallzeitpunkt 
als AB.________ der O.________ AG unter anderem für die Sicherheit, die Präpa-
ration und den Unterhalt der Pisten verantwortlich gewesen. 

Betreffend die Erkennbarkeit des Pistenrands sowie des Pistenverlaufs führt die 
Verteidigung aus, es sei umstritten, ob der Pistenrand nicht erkennbar gewesen sei 
und ob J.________ die markierte Piste unbewusst verlassen habe. Nach Ansicht 
der Verteidigung sei der Pistenrand erkennbar gewesen und J.________ sei somit 
bewusst in ein Nebenweglein gefahren. Dies ergebe sich bereits aus den unver-
dächtigen Zeugenangaben der (Ski-)Klassenkameradin N.________.

Weiter sei erstinstanzlich unbeachtet geblieben, dass J.________ die Piste Nr. 
.________ schon von früheren Fahrten in derselben Woche her gekannt habe 
(pag. 251, Z. 266). Sie sei folglich nicht von einem unbekannten Pistenverlauf über-
rascht worden, sondern habe sich bewusst für dieses Nebenweglein entschieden. 
Auch ihre Vorankündigung des Befahrens des Nebenwegleins belege dies. Abge-
sehen davon greife bei unbekanntem Gelände ohnehin die Regel 2 der Fédération 
Internationale de Ski (nachfolgend: FIS; Fahren auf Sicht). Entgegen den Aus-
führungen in der erstinstanzlichen Urteilsbegründung sei daher eindeutig (und 
sonst zumindest in dubio pro reo) davon auszugehen, dass J.________ die Piste 
bewusst verlassen habe, als sie auf das Nebenweglein vor dem Chalet 
K.________ eingebogen sei. Nicht zuletzt habe sich J.________ auch von ihrer 
Skiklasse entfernt, was sich aus N.________ Schilderungen ergebe, wonach diese 
beinahe neben bzw. auf gleicher Höhe mit J.________ gefahren sei. Es gäbe keine 
andere vernünftige Erklärung, als dass J.________ den Fahrtverlauf ihrer Skiklasse 
bewusst verlassen habe. Die übrigen Skischüler seien hingegen dem Skilehrer auf 
der markierten Piste gefolgt. Bereits J.________ Hinweis auf das «Näbewägli» 

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deute darauf hin, dass eben der «Hauptweg» (Piste) für sie erkennbar gewesen 
sei. 

N.________ habe zwischen offizieller Piste und einem Nebenweglein unterschei-
den können. Zudem sei bereits vorinstanzlich festgestellt worden, dass J.________ 
sich nicht mehr auf der offiziellen Piste befunden habe (S. 13 der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung, pag. 1201). J.________ sei somit auf einem Nebenweglein und 
nicht auf einer durch Schneespuren verbreiterten Skipiste gefahren. 

Die Vorinstanz habe sich in ihrer Argumentation, wonach der Pistenrand nicht zu 
erkennen gewesen sei, insbesondere auf die durch die Polizei nach dem Unfall er-
stellte Fotodokumentation (pag. 264 ff.) gestützt. Dabei habe die Vorinstanz über-
sehen, dass sich nach dem Unfall von J.________ zahlreiche Personen im Bereich 
der Unfallstelle aufgehalten hätten, diese dort über den ursprünglichen Pistenrand 
gefahren seien und der Pistenrand im Zeitpunkt der Fotoaufnahmen nicht mehr mit 
jenem im Unfallzeitpunkt verglichen werden könne. Dass der Pistenrand durch die 
Helfer und wohl auch durch Zuschauer nach dem Unfall verfälsch worden sei, sei 
auf den Fotos auf pag. 123 (Foto 3), 269 und 270 ersichtlich. Darauf sei unter dem 
(falsch stehenden) roten Pfosten klar noch nicht befahrener Neuschnee zu erken-
nen. Zuvor habe es auch geschneit, sodass rechts und links des Nebenwegleins 
Neuschnee gelegen habe. Es sei davon auszugehen, dass der rote Pfosten nach 
dem Unfall umgesteckt worden sei und zu diesem Zeitpunkt, also kurz nach dem 
Unfall, folglich der Pistenrand aufgrund des dortigen Neuschnees noch klar er-
kennbar gewesen sei. 

Hinzu komme, dass die Tanne am rechten Pistenrand kurz vor dem Chalet 
K.________ und die mittlere gelb-schwarze Stange eine eindeutig erkennbare Linie 
entlang des rechten Pistenrands gebildet hätten (pag. 29). Es sei insbesondere für 
erfahrene Skischüler als bekannt vorauszusetzen, dass der Pistenrand einer gera-
den Linie folge, keine «blasenartigen» Ausbuchtungen aufweise und erst recht 
nicht unmittelbar vor einem Chalet (mit etwaigen schneebedeckten Hindernissen) 
durchführe. 

Zur obersten gelb-schwarzen Stange habe die Vorinstanz selbst ausgeführt, dass 
diese 60 cm von der Spur des Pistenfahrzeugs und damit vom Pistenrand zurück-
versetzt worden sei, diese somit neben der Piste gesteckt habe. Die Vorinstanz 
gehe somit selbst von einem erkennbaren Pistenrand aus. Die gelb-schwarzen 
Stangen seien entgegen der vorinstanzlichen Darstellung erkennbar gewesen (pag. 
268). An dieser Stelle habe J.________ gemäss den Aussagen von N.________ 
kurz abgebremst und sich bewusst entschieden, rechts auf das Nebenweglein ein-
zubiegen. 

Ferner habe das von J.________ befahrene Nebenweglein derart nah am Chalet 
K.________ vorbeigeführt, dass ohne Weiteres erkennbar gewesen sei, dass es 
sich nicht mehr um die markierte Piste gehandelt habe. Aufgrund der unmittelbaren 
Nähe zum Chalet sei dort ohnehin mit schneebedeckten Hindernissen wie Sitzbän-
ken bzw. –gelegenheiten, Zaun, Holzbeigen, etwaigen Gartenzwergen, verbauten 
Holzschwellen, Gartengegenständen und dergleichen mehr zu rechnen. 

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Die gemäss Vorinstanz (angeblich) kleine Körpergrösse und die dynamische Be-
wegungssituation von J.________ ändere nichts daran, dass die Neuschneespur 
am rechten Pistenrand resp. rechts und links des Nebenwegleins sowie die Nähe 
zum Chalet K.________ für J.________ klar erkennbar gewesen seien und sich 
J.________ bewusst dafür entschieden habe, das Nebenweglein zu befahren. 

Betreffend die gelb-schwarzen Stangen samt Wimpelseil und den Graben zum 
AC.________ führt die Verteidigung aus, dass das Nebenweglein vor den gelb-
schwarzen Stangen wieder auf die Skipiste geführt habe und nicht etwa in den 
«Bachgraben». Es habe keine Spur hinter der gelb-schwarzen Gefahrenmarkie-
rung hindurch gegeben. Das Nebenweglein habe zudem deutlich (mehr als zwei 
Meter) vor den gelb-schwarzen Gefahrenstangen und deutlich vor dem Graben 
wieder auf die Piste zurückgeführt. 

Aus der erstinstanzlichen Urteilsbegründung erhelle nicht, ob J.________ entweder 
die Kontrolle über ihre Skier verloren habe oder ob sie bewusst rechts neben den 
gelb-schwarzen Stangen hinunterfahren wollte. Im Falle eines Kontrollverlusts hätte 
auch ein blosses Absperrseil den Unfall bzw. Sturz nicht verhindert. Im Falle des 
bewussten Hintendurchfahrens gelte, dass J.________ aufgrund der konkreten 
Umstände keinesfalls hätte davon ausgehen können, rechts (pistenabseitig) neben 
den gelb-schwarzen Stangen durchfahren zu können. Aufgrund ihrer Skischulbe-
suche habe sie wissen müssen, dass die gelb-schwarzen Stangen und Wimpelsei-
le eine Gefahrenstelle markierten und dass gemäss FIS-Regel 2 ohnehin nur auf 
Sicht gefahren werden dürfe. Hinzu komme, dass auf der rechten Seite Gestrüpp 
das AC.________ gesäumt habe und auch die Topografie mit einem (plötzlichen) 
Gefälle von 42 Grad unmissverständlich auf eine Gefahrenstelle hingedeutet habe. 
Es hätten auch keine Spuren in die Bachmulde geführt (pag. 30 und 271 f.). Sogar 
nach Anklageschrift habe J.________ die Piste verlassen. 

Die Verteidigung macht in rechtlicher Hinsicht in der Berufungsbegründung zu-
sammengefasst geltend, im Unfallzeitpunkt seien die SKUS-Richtlinien sowie die 
SBS-Richtlinien in der Version vom November 2012 gültig gewesen. Die Verteidi-
gung stelle nicht auf die Richtlinien aus dem Jahr 2019 ab. Die neu überarbeiteten 
SKUS- sowie SBS-Richtlinien würden allerdings den bereits im Jahr 2012 gelten-
den Zweck der Randmarkierung und des Schutzbereichs verdeutlichen und die 
Ausführungen von Prof. Dr. P.________ in seinem Gutachten vom 18. April 2018 
und 5. März 2019 untermauern. Die Überarbeitung bzw. Neufassung aus dem Jahr 
2019 könne als Interpretationshilfe für die Richtlinien von 2012 bzw. deren Gehalt 
beigezogen werden, unbeschadet der Tatsache, dass die neuen Richtlinien erst 
nach dem Unfall in Kraft getreten seien. 

Zur Verkehrssicherungspflicht macht die Verteidigung geltend, dass die Skipiste Nr. 
.________ im Unfallzeitpunkt sowohl am rechten als auch am linken Pistenrand 
von roten Markierungsstangen begrenzt worden sei. Damit bestehe im Unterschied 
zur früher üblichen Pistenmarkierung mit bloss einem pistenmittigen Pfosten (sog. 
Mittelmarkierung) keine Unsicherheit über die räumliche Ausdehnung der Piste und 
über die Verkehrssicherungspflicht mehr. Der Pistenrand sei klar erkennbar gewe-
sen. Zudem sei die Piste durch die (natürlichen) Gegebenheiten (Tanne und gelb-
schwarze Stangen; auch ohne die rote Stange) seitlich markiert gewesen. Die Piste 

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sei durch das Nebenweglein und die dortigen Spuren nicht über die präparierte 
Fläche hinaus erweitert worden. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung gel-
te die Skipiste nur als um die Fahrspur erweitert, sofern die Verantwortlichen den 
Pistenrand nicht mit Markierungen gekennzeichnet haben (BGE 130 III 193 
E. 2.4.1). Vorliegend seien beide Ränder der Piste markiert gewesen. Weshalb die 
Skipiste Nr. .________ nicht erweitert worden sei. 

Pistenbenützer, die auf der markierten und präparierten Piste stürzen, seien vor 
Gefahrenstellen ausserhalb der Piste zu schützen, wenn sie durch ihren Sturz über 
den Pistenrand hinausgeraten. Ein eigentlicher Schutz vor Gefahrenstellen bei 
Stürzen neben der markierten und präparierten Piste sei dabei nicht vorgesehen. 
Der zweimetrige Randbereich sei nicht Teil der Piste und sei nicht zum Befahren 
als Piste bestimmt. 

Es bestehe keine generelle Sicherungspflicht im Randbereich von zwei Metern, da 
dies faktisch zu einer Erweiterung der Skipisten um je seitlich zwei Meter, insge-
samt vier Meter, führen würde. Insbesondere sei nicht vorgesehen, dass der Rand-
bereich von zwei Metern auch gegen oben in Hinblick auf Schneesportler zu si-
chern sei, welche den Randbereich wie eine Piste befahren würden. Zu sichern sei 
lediglich der Abschwungbereich. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung soll 
der Randbereich den Pistenbenützern ein gefahrloses Abschwingen und Stehen-
bleiben unmittelbar am Pistenrand ermöglichen und zudem Pistenbenützer, die in-
folge eines Sturzes in der Nähe des Pistenrands geringfügig über den Pistenrand 
hinausgeraten, vor Verletzungen schützen. Das bedeute, dass Hindernisse parallel 
zum Pistenverlauf gesichert werden müssten, sodass Pistenbenützer, die über den 
Rand abschwingen, Gefahren erkennen könnten. Dementsprechend sei die Mar-
kierungsstange längs zur Fahrbahn gespannt worden, wodurch der Graben für ab-
schwingende Wintersportler sichtbar markiert worden sei. Entsprechend sei die 
Absperrung mit den schwarz-gelben Gefahrenstangen und dem Wimpelseil längs 
der Piste angebracht worden. Den Pistenbenützern sei mit dieser Absperrung un-
missverständlich signalisiert worden, dass an dieser Stelle eine Gefahr bestehe, 
mithin ein gefahrloses Abschwingen im Randbereich nicht möglich sei und die Piste 
dort nicht verlassen werden dürfe (FIS-Regel Nr. 8).

Das AC.________ sei vom Beschuldigten als Gefahrenstelle eingestuft worden. 
Dementsprechend habe er auch das Anbringen gelb-schwarzer Stangen mit Wim-
pelseil veranlasst, wobei zwei der Stangen entlang des Pistenrands und eine Stan-
ge ca. 60 cm vom Pistenrand weggesteckt worden waren. Das AC.________ sei so 
am Pistenrand korrekt gesichert resp. sei auf die Gefahrenstelle aufmerksam ge-
macht worden, damit die Pistenbenützer in diesem Bereich vorsichtig fahren und in 
diesem Bereich der markierten Piste nicht stürzen und von der Piste her in das 
AC.________ fielen. Eine zusätzliche Sicherung des AC.________ gegen die An-
höhe vor dem Chalet sei vorliegend aufgrund der nur beschränkten Sicherungs-
pflicht neben der markierten Piste resp. im zweimetrigen Randbereich nicht ver-
langt. 

Das Schneesportgebiet der O.________ AG sei am 4. Februar 2014 durch 
M.________, Experte von AD.________, abgenommen und homologiert worden. 
Dabei sei auch die Piste Nr. .________ befahren worden. Der AD.________-

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Experte hätte das AC.________ bei der Befahrung der Piste allerdings nicht als 
Gefahrenstelle eingestuft und habe keine Änderung der Pistenführung und –
markierung verlangt. Der Beschuldigte habe die Verkehrssicherungspflicht damit 
nicht verletzt, weshalb ihm keine Sorgfaltspflichtverletzung vorgeworfen werden 
könne. 

Auch eine Markierung mit weiteren gelb-schwarzen Stangen und einem Wimpelseil 
entlang des AC.________ im Bereich von zwei Metern hätte bei einem Kontrollver-
lust nicht genügt, um den Unfall zu verhindern. Hinzu komme, dass auch die Zu-
schüttung des AC.________ keine wirksame Sicherung bewirkt hätte, da der hin-
eingeschüttete Schnee vom AC.________ weggetragen worden wäre und erneut 
ein Graben entstanden wäre. Ausserdem hätte eine Zuschüttung gewässerschutz-
rechtliche Vorschriften verletzt.

Zur Vorhersehbarkeit führt die Verteidigung aus, dass die Verkehrssicherungs-
pflichten (SKUS- und SBS-Richtlinien) stets in Kombination mit dem von den Pis-
tenbenützern verlangten Verhalten (FIS-Regeln) zu verstehen seien. Der Beschul-
digte habe nicht voraussehen können, dass J.________ die markierte Piste verlas-
se, auf die Anhöhe vor dem Chalet K.________ fahre und dort entweder die Kon-
trolle über ihre Skier verliere und in das AC.________ stürze oder bewusst das 
Nebenweglein verlasse, hinter den Gefahrenstangen durchfahren wolle und dabei 
stürze. Weiter sei nicht erstellt, dass bei der Unfallstelle regelmässig hinter den Ge-
fahrenstangen durchgefahren worden wäre. Hinzu komme, dass das Skigebiet 
durch einen AD.________-Experten abgenommen worden sei und ein Unfall, wie 
dem vorliegenden, auch von diesem nicht vorausgesehen worden war. 

Zur Vermeidbarkeit hält die Verteidigung fest, dass der Unfall von J.________ 
durch eine Markierung entlang des AC.________ nicht hätte verhindert werden 
können und die Zuschüttung des AC.________ rechtswidrig gewesen wäre. Das 
AC.________ sei auch mit der vorhandenen Markierung gut erkennbar gewesen. 
Die gelb-schwarzen Stangen und das Wimpelseil hätten für alle Pistenbenützer klar 
signalisiert, dass sich dahinter eine Gefahrenstelle befinde. Eine weitergehende 
Markierung entlang des AC.________ hätte daran nichts geändert. Ein bewusstes 
Verlassen des Nebenwegleins wäre dadurch nicht ausgeschlossen gewesen (Un-
fallvariante bewusstes Verlassen des Nebenwegleins) und J.________ sei rund 
zwei Meter abseits der Piste in den Graben gefahren. Zudem hätten die Stangen 
und das Wimpelseil den Sturz von J.________ (Unfallvariante Kontrollverlust) auch 
nicht bremsen können. Eine eigentliche Auffangvorrichtung (Auffangnetz) werde 
nicht einmal von der Anklage oder der Vorinstanz verlangt und sei nach SKUS- und 
SBS-Vorgaben auch nicht notwendig. Es handle sich an der Unfallstelle nicht um 
eine eigentliche Absturzstelle (Felswand/Gratrand usw.). Es sei allerdings einleuch-
tend, dass der Beschuldige nach dem (auch für ihn sehr einschneidenden) Erlebnis 
den Graben mit einer noch weiter nach hinten versetzten Stange samt Wimpelseil 
zusätzlich für neben der Piste fahrende Wintersportler markierte (pag. 277). Daraus 
könne jedoch nicht abgeleitet werden, dass mit dieser Massnahme der Unfall von 
J.________ hätte verhindert werden können. 

Zum Verhalten von J.________ führt die Verteidigung aus, dass die SKUS-
Richtlinien auf die FIS-Regeln und somit auf die Eigenverantwortung der Pisten-

12

benützer verweisen würden. Gemäss FIS-Regel 2 müssten die Skifahrer die Ge-
schwindigkeit und die Fahrweise beherrschen. Dabei müsse jeder Skifahrer auf 
Sicht fahren und seine Geschwindigkeit und seine Fahrweise seinem Können und 
den Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen sowie der Verkehrsdichte an-
passen. Ferner müssten Skifahrer gemäss FIS-Regel 8 die Markierungen und Si-
gnalisationen beachten. J.________ hätte nicht einfach dem angeblichen Spuren-
bild (Nebenweglein) vertrauen dürfen, da dieses ab der markierten Piste und über 
unpräparierten Schnee führte. Spuren über das Nebenweglein hinaus gebe es zu-
dem keine. Hinzu komme, dass das Nebenweglein, also die bestehenden Spuren, 
vor den gelb-schwarzen Stangen wieder auf die markierte Piste führten. Wäre 
J.________ diesen Spuren gefolgt, wäre es nicht zum Unfall gekommen. Hinter 
den gelb-schwarzen Stangen führten keine Spuren in oder über das AC.________. 
Auch wenn davon ausgegangen werden würde, dass das AC.________ für 
J.________ nicht erkennbar gewesen sei, müsse zwingend eine Verletzung der 
FIS-Regel 2 angenommen werden. Diesfalls wäre J.________ nicht auf Sicht und 
somit in einer nicht den Verhältnissen angepassten Weise gefahren, andernfalls 
wäre ihr ein Halt vor dem Sturz in das AC.________ ohne Weiteres möglich gewe-
sen.

7. Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft bringt zusammengefasst vor, dass der Sachverhalt 
grundsätzlich unbestritten sei. Die Funktion des Beschuldigten, die gegebenen 
Markierungen, die Wetter- und Schneeverhältnisse, der Unfallort, die Todesursa-
che und viele weitere Umstände seien beweismässig zweifelsfrei erstellt und vom 
Beschuldigten nicht bestritten. Nach den Ausführungen in der Berufungsbegrün-
dung sei einzig umstritten, ob die Gefahrenstelle, der Graben des AC.________, 
für J.________ genügend erkennbar gewesen sei und damit eine Verantwortlich-
keit des Beschuldigten verneint werden müsse. 

Dass der Graben des AC.________ in seinen tatsächlichen Ausmassen (pag. 272) 
aus der Fahrtrichtung von J.________ nicht erkennbar gewesen sei, zeige sich 
eindrücklich an der entsprechenden Fotodokumentation (pag. 268 ff.). Die Vor-
instanz habe (entgegen den Ausführungen der Verteidigung) bei der Sachverhalts-
feststellung nicht festgehalten, dass J.________ die Piste nicht verlassen habe. 
Vielmehr habe die Vorinstanz zutreffend und schlüssig konstatiert, dass aufgrund 
bereits vorbestehender Spuren ein Pistenrand von der ursprünglich präparierten 
Piste für J.________ nicht und die gelb-schwarzen Stangen und insbesondere das 
Wimpelseil schlecht bzw. kaum erkennbar gewesen seien. Bei Betrachtung der Fo-
todokumentation sei unverständlich, inwiefern davon ausgegangen werden könne, 
dass die Markierungen und damit der Graben gut erkennbar gewesen seien. 

Die Aussagen der Beteiligten würden die Sachverhaltsfeststellungen der Vor-
instanz stützen (Aussage von Q.________: «Man hat von einem Graben fast nichts 
gesehen. Wenn ich das Gebiet nicht kennen würde, wäre ich vielleicht auch dort 
hinaus gefahren» [pag. 122, Z. 203 f.]; Aussage von R.________: «Man dachte 
nicht, dass es unter dem Graben dort so hinunter geht. […] Ich fuhr früher auch ne-

13

ben der Piste. Ich wäre glaublich dort sogar hineingefahren, falls es einen Hang 
hätte» [pag. 145, Z. 155 ff.]).

Es sei vorliegend auch von der Vorinstanz unbestritten, dass sich J.________ (wis-
sentlich und willentlich) leicht neben der Piste befunden habe, wenn auch zweifels-
ohne noch im unmittelbaren Pistenrandbereich von zwei Metern. Es sei unbeacht-
lich, dass J.________ bewusst ein «Nebenweglein» befahren habe. Weil dieses 
nicht mehr durch einen erkennbaren Pistenrand von der offiziellen Piste abgegrenzt 
gewesen sei und auch keine Markierung oder Signalisierung einen solchen Pisten-
rand gekennzeichnet habe, müsse von einer Pistenerweiterung ausgegangen wer-
den. Des Weiteren habe die Vorinstanz schlüssig aufgezeigt, dass die Gefahren-
stelle als solche durch J.________ in einem dynamischen Handlungsablauf schlicht 
nicht und die Markierungen nur schlecht oder kaum zu erkennen gewesen seien. 

Ein Unfallablauf, bei welchem J.________ unter dem Wimpel durchgefahren sei, 
ergebe sich keineswegs aus den Aussagen von N.________ (pag. 102 ff.). Sie sei 
jedoch die einzige Person, welche die dem Unfall unmittelbar vorangegangenen 
Handlungsabläufe direkt beobachtet habe. 

In rechtlicher Hinsicht bringt die Generalstaatsanwaltschaft zusammengefasst vor, 
dass es sich beim Bachgraben um eine aussergewöhnliche und fallenartige Gefahr 
für Leib und Leben gehandelt habe, die sich im unmittelbaren Pistenrandbereich 
von zwei Metern befunden habe. Diese atypische Gefahr und deren Lage in unmit-
telbarer Nähe zur offiziellen Piste habe für sich bereits eine Sicherungspflicht des 
Beschuldigten begründet. Dies umso mehr, als der Pistenrand aufgrund der vorbe-
stehenden Spuren sowie des Fehlens eines roten Markierungspfostens nicht mehr 
erkennbar gewesen sei und deshalb gar von einer Erweiterung der Piste ausge-
gangen werden müsse. Die Gerichte seien bei der Festlegung der gebotenen Sorg-
falt nicht absolut an Richtlinien wie die SKUS- bzw. SBS-Richtlinien gebunden. Ört-
liche Verhältnisse könnten einen höheren Sicherheitsstandard erfordern (BGE 130 
III 193 E. 2.3 oder auch BGE 87 II 301 E. 5a). Selbst wenn die angeblich fehlende 
Pistenerweiterung oder der abweichende Sicherungszweck des Pistenrandbereichs 
keine Verkehrssicherungspflicht begründet hätten, sei die Vorinstanz richtigerweise 
davon ausgegangen, dass die konkreten Umstände, namentlich die atypische und 
fallenartige Gefahr des Bachgrabens, eine solche begründet hätten. Dies umso 
mehr, als aufgrund der berufsmässigen Gewinnerzielung aus einem gefährlichen 
Unternehmen der Verantwortliche streng zu beurteilen sei und an seine Verkehrs-
sicherungspflichten hohe Anforderungen zu stellen seien (BGE 138 IV 124 E. 
4.4.5).

Dass der Erfolgseintritt für den Beschuldigten voraussehbar gewesen sei, zeige die 
Aussage des AE.________ Q.________ vom 15. Oktober 2015 («Aus meiner Er-
fahrung heraus, passiert das überall, jeden Tag. Wenn am Pistenrand ein Hügel ist, 
wird dort hinausgefahren, um darüber zu jucken und dann kommen sie wieder in 
die Piste» [pag. 121, Z. 188 ff.]). Die Verantwortlichen für die AU.________ seien 
sich also bewusst gewesen, dass die Situation, wie sie sich damals präsentiert ha-
be, dazu verleitet habe, die Piste in diesem Randbereich zu verlassen und die Ge-
fahr des Bachgrabens auch von pflichtbewussten Pistenbenützern nicht adäquat 
erfassbar gewesen sei.

14

Betreffend die Vermeidbarkeit könne auf die Ausführungen der Vorinstanz sowie 
die nachträglich zusätzlich ergriffenen Sicherheitsmassnahmen (Aufschüttung des 
Grabens und Verschiebung der Markierung) verwiesen werden. Es möge zwar 
sein, dass eine Beurteilung der gebotenen Sorgfalt nicht ex post erfolgen dürfe, je-
doch zeige die nachträglich angebrachte zusätzliche Sicherung auf, dass die An-
sicht des Beschuldigten, wonach keine andere Sicherung der Gefahr möglich ge-
wesen wäre und der Unfall damit unvermeidbar gewesen sei, schlicht nicht zutreffe. 
Offensichtlich habe auch der Gewässerschutz der nach dem Unfall erfolgten Auf-
schüttung nicht im Wege gestanden. Das Verhalten von J.________ habe zudem 
nicht derart ausserhalb der normalen Erfahrung gelegen, dass vernünftigerweise 
nicht damit habe gerechnet werden müssen (BGE 106 IV 58). 

Die atypische und fallenartige Gefahr sei nicht (ausreichend) erkennbar gewesen 
und hätte nach einer weitergehenden Markierung bzw. Sicherung verlangt, die der 
Berufungsführer als Verantwortlicher für die AU.________ jedoch pflichtwidrig un-
terlassen habe. Daran vermöge auch das von der Verteidigung eingebrachte Pri-
vatgutachten nichts zu ändern. Einem Privatgutachten komme lediglich die Bedeu-
tung einer der freien Beweiswürdigung unterliegenden Parteibehauptung zu (BGE 
132 II 83 E. 3.4; BGE 127 I 73 E. 3 f/bb).

8. Privatklägerschaft

Die Privatklägerschaft bringt im Wesentlichen vor, dass die Helfer nicht von oben 
an die Unfallstelle herangefahren seien, sondern von unten zu Fuss die Piste 
hochgekommen seien (Skilehrer) oder von der Pistenmitte her an die Unfallstelle 
herangefahren seien. Es gäbe keinerlei Hinweise, dass die Retter die Schneespu-
ren verursacht hätten, die zum verborgenen, durch Schnee bedeckten Bachbett ge-
führt hätten.

Es sei umstritten, ob J.________ auf einem «Nebenweglein» gefahren sei. Es habe 
sich nicht um ein Nebenweglein, sondern um eine durch Schneespuren verbreiterte 
Skipiste gehandelt. Dies ergebe sich aus den sich in den Akten befindenden Fotos. 
Auf die pistentechnisch als Laiin zu bezeichnende N.________ und deren Wort-
wahl könne nicht abgestellt werden.  

Weiter sei nicht erstellt, dass sich J.________ von der Skiklasse entfernt habe. Es 
sei davon auszugehen, dass die restlichen Skischüler den letzten Pistenabschnitt 
runtergerast seien und die beiden Mädchen abgehängt worden seien. 

Dass der Pistenrand erkennbar gewesen sei, sei aufgrund der Neuschneeverhält-
nisse eine aktenwidrige Behauptung. Aus der Fotodokumentation sei klar ersicht-
lich, dass der ursprüngliche Pistenrand nicht erkennbar gewesen sei, sondern 
durch häufiges Befahren des Randbereichs durch Schneespuren erweitert worden 
sei. Das Foto (pag. 269) zeige, dass J.________ habe darauf vertrauen dürfen, 
sich noch auf der Skipiste befunden zu haben. Eine seitliche Begrenzungsmarkie-
rung in Form eines roten Pfostens habe es nicht gegeben (der rote Pfosten auf 
pag. 269 sei nach dem Unfall eingesetzt worden).

Die schwarz-gelben Stangen und die schwarz-gelben Seilwimpel seien seitlich, 
somit parallel zur Piste und quer zum Bachbett und nicht parallel zum Bachbett 

15

aufgestellt gewesen und hätten so die Gefahr nicht zu entschärfen vermocht (pag. 
271). Der Beschuldigte habe in der Einvernahme vom 27. Februar 2015 ausge-
führt, dass die Unfallstelle schnellst möglich so zu signalisieren sei, dass der Gra-
ben für die Pistenbenützer ersichtlich sei (pag. 69, Z. 62 f.). Daraus gehe hervor, 
dass der Graben für die Pistenbenützer vor dem Unfall nicht ersichtlich gewesen 
sei. Selbst der Beschuldigte habe eingestanden, dass die Falle nicht sichtbar ge-
wesen sei (pag. 79, Z. 201). Die Gefahr sei für J.________ wie auch für andere 
Skifahrer nicht erkennbar gewesen, da die Stangen und das Wimpelseil nur längs 
zur Fahrbahn gespannt gewesen seien. Aufgrund dieser Kennzeichnung sei nicht 
erkennbar gewesen, dass sich ein Bachbett unter der Schneedecke verborgen ha-
be. 

Selbst der Beschuldigte gestehe ein, dass sich eine Neuschneespur am rechten 
Pistenrand befunden habe, sich J.________ mithin am rechten Pistenrand und 
damit noch auf der Piste bewegt habe. Der Pistenrand sei erkennbar gewesen, 
wobei dieser durch Schneespuren erweitert gewesen sei, sodass J.________ habe 
davon ausgehen dürfen, dort sicher durchfahren zu können. 

Nach dem Unfall sei die Markierungsstange oben (pag. 276) durch Bahnbetreiber 
aus Sicherheitsgründen versetzt worden. Der Graben sei aus Sicherheitsgründen 
mit Schnee gefüllt worden (pag. 277). J.________ sei zwar im Randbereich, aller-
dings auf der Piste gefahren.

In rechtlicher Hinsicht macht die Privatklägerschaft in der Berufungsbegründung 
zusammengefasst geltend, dass es sich beim Gutachten R.________ um ein Par-
teigutachten handle und dieses damit nicht als objektiv gelten könne. Zudem lasse 
das Gutachten Wesentliches ausser Acht. So sei eine Pistenmarkierung kurz nach 
dem Unfall eingesetzt worden, was sich aus der Fotodokumentation ergebe (pag. 
268 lit. c) und im Übrigen bereits aufgrund des im Vergleich zu den anderen Mar-
kierungsstangen der rechten Skipistenseite schmaleren orangen Markierung er-
sichtlich sei. Der Pfosten sei mithin von der linken Pistenseite auf die rechte ver-
bracht worden. Zur Zeit des Unfalls habe sich der fragliche Pfosten somit nicht an 
dieser Stelle befunden. Aufgrund des fehlenden Pfostens stelle sich die Frage, ob 
die rechte Seitenbegrenzung der Piste durchgehend ordnungsgemäss markiert 
gewesen sei. Die Pfosten müssten in Sichtweite sein, insbesondere, wenn die 
präparierte Piste erweitert werde bzw. aufgrund der Präparation nicht mehr ersicht-
lich sei, wo die Piste endet.

Aus der Aktenlage gehe hervor, dass den Verantwortlichen erst nach dem Unfall 
aufgefallen sei, dass die Erkennbarkeit der seitlichen Pistenbegrenzung kurz vor 
der Unfallstelle nicht möglich gewesen sei und deshalb hätten sie provisorisch den 
Pfosten zur linksseitigen Begrenzung auf die rechte Seite versetzt. Hinzu komme 
betreffend Pistenrand, dass J.________ habe davon ausgehen können, dass die 
bestehenden Spuren, welchen sie folgte, auch zur Piste gehörten und deshalb oh-
ne Bedenken hätten befahren werden können. Dies sei insbesondere dann so, 
wenn die rote Seitenbegrenzung an dieser Stelle fehle. 

Gemäss Ziff. 27 der SKUS-Richtlinie sei der Pistenrand einschliesslich eines 
Randbereiches von maximal zwei Metern Breite wirksam zu sichern. Der Gutachter 

16

habe bestätigt, dass die Unfallstelle im zu sichernden Bereich liege. Die gelb-
schwarze Markierung sei keine wirksame Sicherung für den Fall, dass jemand stür-
ze. Es handle sich vorliegend zudem nicht um ein offensichtliches Hindernis, son-
dern um einen versteckten und mithin getarnten Graben (Bachbett), weil Schnee 
darüber liege.

Entgegen den Behauptungen der Verteidigung sei nicht klar, ob die Piste Nr. 
.________ abgefahren worden sei (pag. 30, Z. 154 ff.). So wie das Bächlein unter 
der Piste durchgeführt werde, hätte es auch im Randbereich von zwei Metern re-
spektive in der Folge neben der Piste gesichert werden müssen, unabhängig da-
von, ob jemand in Fahrtrichtung von oben oder seitlich stürze und in das Bächlein 
falle. Eine blosse Markierung mit Seilwimpeln – schon gar nicht, wenn sie seitlich 
angebracht seien – genüge den Anforderungen einer wirksamen Sicherungspflicht 
nicht. Noch eher hätten die Seilwimpel genützt, wenn sie zusätzlich auf der Anhöhe 
längs zum Bachbett angebracht gewesen wären, doch auch dann hätte ein Sturz in 
den Bach je nach den Umständen nicht verhindert werden können. J.________ 
hätte die Gefahr allenfalls früher erkannt, wären die Seilwimpel zusätzlich auf der 
Anhöhe längs zum Bachbett angebracht gewesen. 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung treffe den für die Sicherheit eines 
Skigebiets Verantwortlichen eine unterschiedliche Sicherungspflicht für Piste und 
Pistenrand einerseits sowie für Nebenflächen andererseits (BGE 122 IV 193 E. 2a). 
Im Bereich von Piste und Pistenrand (zwei Meter Bereich) habe der Verantwortli-
che durch geeignete Sicherungs- bzw. Warnungsmassnahmen dafür zu sorgen, 
dass Skifahrern aus Gefahren kein Schaden erwachse (BGE 115 IV 186 E. 3a; 
BGE 111 IV 15 E. 2). Bei besonderen Gefahrenherden, wie beispielsweise mit 
Schnee überdeckte Bachbette oder andere fallenartige Hindernisse, bilde der zu 
sichernde Bereich der unmittelbare Grenzbereich der Piste, also die rund zwei Me-
ter neben der abgesteckten Piste (BGE 122 IV 193 mit weiteren Hinweisen). Vor-
liegend handle es sich um einen solchen Gefahrenherd, der hätte gesichert werden 
müssen. Allein die Dimensionen (2.7 Meter Tiefe, Gefälle von 42° sowie Wasser-
führung) sprächen für eine massive Gefahr.

Die Verteidigung habe geäussert, dass im Randbereich von zwei Metern neben der 
Piste nur eine beschränkte Sicherungspflicht gelte. Dies stimme nicht. Die Piste 
und deren Randbereich unterlägen einer erhöhten Sicherungspflicht, abseits der 
Piste – also ausserhalb der markierten Piste sowie des Randbereichs von zwei Me-
tern – einer einfachen Sicherungspflicht (SKUS-Richtlinie Ziff. 27). Die Fotos in den 
Akten aus der Kennzeichnung des Bächlis zeigten deutlich, dass die Wimpelseile 
auch parallel zum Bachbett hätten aufgestellt werden müssen, sodass die Falle ge-
kennzeichnet gewesen wäre. Daran ändere nichts, dass zum Unfallzeitpunkt der 
oberste gelb-schwarze Markierungspfosten 60 cm zurückversetzt gewesen sei. In 
einem Skifahrgelände sei es bei dynamischer Betrachtung kaum erkennbar, ob ein 
Pfosten 60 cm weiter zurück- oder vorversetzt sei. 

Gemäss Ziff. 28 der SKUS-Richtlinie seien auf den Pisten diejenigen Gefahren zu 
beseitigen, mit denen der Benutzer nicht rechnen müsse, wenn er eine markierte 
Abfahrt befahre. Es handle sich insbesondere um diejenigen Gefahren, die der Be-
nutzer bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt nicht erkennen könne und die wie 

17

eigentliche Fallen wirkten. Im vorliegenden Fall handle es sich um eine solche Fal-
le, welche (unzureichend) gekennzeichnet, aber weder beseitigt noch gesichert 
worden sei. Das Bachbett hätte in Längsrichtung zum Bachbett zumindest rund 
zwei Meter signalisiert werden müssen, sodass die Gefahr zumindest erkennbar 
gewesen wäre. Eine blosse Signalisierung hätte die Pflicht zur AU.________ nicht 
erfüllt. Die Entschärfung der Gefahr wäre nötig gewesen, was durch eine grössere 
Absperrung der Kuppe, welche in das Bachbett führe, hätte erreicht werden können 
oder durch Zuschüttung des Bachbetts mit Schnee. 

In Bezug auf die Vorhersehbarkeit macht die Privatklägerschaft geltend, es sei für 
den Beschuldigten aufgrund der Fallenartigkeit des Hindernisses vorhersehbar ge-
wesen, dass früher oder später ein(e) Skifahrer(in) in das Bachbett falle und ertrin-
ke. Eine derartige Falle nicht zu entschärfen grenze gar an Eventualdolus und 
müsse zumindest als grobfahrlässig, also als ausser Acht lassen der elementarsten 
Vorsichtsmassnahmen gelten. Die Gefahr, die von einem mit Schnee bedeckten 
Bachbett ausgeht, welches quer zur Piste verlaufe und unter dieser durchgeführt 
wird, wäre selbst für eine pistenbautechnisch nicht versierte Person vorhersehbar 
gewesen. 

Zur Vermeidbarkeit bringt die Privatklägerschaft vor, dass durch eine Entschärfung 
der Gefahrenquelle – beispielsweise durch Zuschütten, was nicht als illegal einge-
stuft werden könne im Hinblick auf die Verkehrssicherung – der Tod von 
J.________ hätte verhindert werden können. Wären die gelb-schwarzen Markie-
rungsstangen mit Seilwimpelketten nicht nur quer, sondern auch längs zum Bäch-
lein gesteckt worden, wäre die Gefahr erkennbar gewesen und so hätte der Unfall 
vermieden werden können. Es habe sich vorliegend um eine doppelte Falle gehan-
delt, denn einerseits sei dort eine aus der Skifahrerperspektive nicht erkennbare 
Grube gewesen und andererseits am Grund der Grube noch ein mit Schnee über-
decktes und damit unkenntlich gemachtes, potenziell tödliches fallenartiges Hin-
dernis. Ein solches Fallenkonstrukt hätte nicht nur ordnungsgemäss gekennzeich-
net werden müssen, sondern hätte ohne Frage entschärft werden müssen. Dies 
insbesondere im Pistenrandbereich. 

Zum Verhalten von J.________ führt die Privatklägerschaft aus, dass sie nach bes-
tem Wissen und Gewissen gehandelt habe. Ein Verstoss gegen die Regel Fahren 
auf Sicht könne aus den Akten nicht erstellt werden. 

IV. Sachverhalt und Beweiswürdigung

9. Vorwurf gemäss Anklageschrift vom 30. April 2019 

Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift vom 30. April 2019 (pag. 849 ff.) fol-
gender Sachverhalt vorgeworfen: 

Die Skiklasse Z.________ des Skilehrers S.________ fuhr auf der roten Piste Nr. .________ 
AA.________. Die Klasse folgte ihrem Lehrer S.________ in einer Kolonne. Nach dem letzten Zwi-
schenstopp fuhr die Skiklasse mit dem Skilehrer an der Spitze los in Richtung abgemachtem Treff-
punkt in AF.________. J.________ fuhr als zweithinterste Fahrerin der Gruppe. J.________ fuhr auf 

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der im Bereich AG.________ coupierten Piste, wo der Skilift die Piste überquert, über einen kleinen 
Hügel beim Chalet K.________ leicht von der Piste und stürzte anschliessend kopfüber in den nach-
folgenden in ihrer Fahrtrichtung nicht sichtbaren 270 cm tiefen Graben eines Baches, welcher quer 
zur Piste verlief und bis zu einer Höhe von ca. 100 cm mit Eiswasser gefüllt war. Beim Sturz in den 
ca. 270 cm tiefen Graben fiel J.________ auf ihren Skistock und blieb 120 cm vom Pistenrand ent-
fernt mit Kopf und einem grossen Teil ihres Körpers unter dem Eiswasser des Grabens stecken. 
J.________ wurde durch den Skilehrer S.________ und hinzufahrende Skifahrer und Snowboarder 
geborgen, durch den Pistenrettungsdienst und das Team der AS.________ weiter betreut und 
schliesslich ins Inselspital überflogen, wo J.________ am gleichen Tag um 19.43 Uhr an einem Multi-
organversagen verstarb, welches durch den erlittenen Sauerstoffmangel, die Unterkühlung und eine 
massive Blutung, hervorgerufen durch zerrissene grössere Blutgefässe und zerrissenes Lebergewebe 
verursacht worden war. Die Leberverletzung war dabei durch stumpfe Gewalteinwirkung - vermutlich 
durch den Sturz auf den Skistock - verursacht worden. Der Graben war durch die Betreiberin der Lifte 
und des Skigebietes, die O.________ AG, am Pistenrand längs der Piste mit einem Wimpelseil an 
drei gelb-schwarzen Markierungsstangen gekennzeichnet.

A.________ unterliess es als Verantwortlicher für die AH.________ der O.________ AG pflichtwidrig 
unvorsichtig, den Graben, welcher für J.________ nicht zu erkennen war, unter Missachtung der 
SKUS-Richtlinien Nr. 27 und 28 als die Pistenbenützer gefährdendes und für die Pistenbenützer bei 
gebotener Sorgfalt nicht erkennbares Hindernis im Bereich von 2 Metern neben der Piste entweder 
durch Zuschütten wirksam zu beseitigen oder durch Setzen von Markierungsstangen und -seilen ent-
lang dem Graben und quer zur Piste für die Skifahrerin gut sichtbar zu machen und damit wirksam 
gegen einen Sturz in diesem Bereich zu sichern. Durch das Zuschütten des Grabens oder die Markie-
rung entlang des Grabens und quer zur Piste als pflichtgemässem Vorgehen hätte der Sturz von 
J.________ und damit deren Tod mit grosser Wahrscheinlichkeit vermieden werden können.

10. Unbestrittener Sachverhalt

Unbestritten ist zunächst die Funktion des Beschuldigten bzw. dass dieser allge-
mein und insbesondere am 26. Februar 2015 als Verantwortlicher für die 
AI.________ bei der O.________ AG für die AH.________ zuständig war. Diesbe-
züglich kann vollumfänglich auf die zutreffenden Feststellungen der Vorinstanz 
verwiesen werden (vgl. S. 7 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1195 
f.). 

Unbestritten ist des Weiteren, dass J.________ am Donnerstag, 26. Februar 2015, 
mit der Skiklasse Z.________ – mit welcher sie bereits seit Anfang der Woche un-
terwegs war – die Piste Nr. .________ (AA.________ in Y.________) befuhr und 
es sich dabei um die letzte Fahrt des Tages handelte. Die rote Piste Nr. .________ 
(AA.________) überquert an der Unfallstelle einen Graben bzw. einen Bach, der 
aus dem AJ.________ hinunterkommt (AC.________). J.________ fuhr an zweit-
hinterster Stelle der Skiklasse, gefolgt von N.________, welche sich in derselben 
Skiklasse wie J.________ befand. Die beiden Mädchen fuhren mit etwas Abstand 
zum Skilehrer S.________ sowie den restlichen Skischülern der Klasse in Richtung 
des ausgemachten Treffpunkts AF.________ (vgl. S. 8 der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung, pag. 1196). J.________ war eine sichere Skifahrerin, die der 
zweithöchsten Skigruppe (Z.________ Gruppe) angehörte. Unbestritten sind ferner 

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die guten Wetter- und Sichtverhältnisse am Unfalltag sowie die Tatsache, dass es 
zuvor frisch geschneit hatte.

Betreffend den Unfallhergang ist unbestritten, dass J.________ auf der Höhe des 
Chalets K.________ auf einen Hügel fuhr und anschliessend kopfüber in den da-
hinterliegenden Graben stürzte. Dabei blieb sie mit dem Kopf und einem Grossteil 
ihres Körpers im darunterliegenden Bach stecken, sodass lediglich ihre Beine bzw. 
Skier herausragten. Die dem Unfall nachfolgenden Bergungs- und Rettungs-
bemühungen sind des Weiteren unbestritten. J.________ wurde ins Inselspital 
überflogen, wo sie gleichentags um 19:43 Uhr ihren Verletzungen – konkret einem 
Multiorganversagen, welches durch den erlittenen Sauerstoffmangel, die Unterküh-
lung und eine massive Blutung, hervorgerufen durch zerrissene grössere Blutge-
fässe und zerrissenes Lebergewebe – erlag. Die Leberverletzung war dabei ver-
mutlich durch den Sturz auf den Skistock (stumpfe Gewalteinwirkung) verursacht 
worden. 

Betreffend die Unfallstelle bzw. deren Signalisation ist unbestritten, dass der quer 
zur Skipiste Nr. .________ verlaufende Graben im Unfallzeitpunkt mit drei gelb-
schwarzen Markierungsstangen mit einem zehn Meter langen Wimpelseil gekenn-
zeichnet war. Unbestritten ist schliesslich auch, dass der rote Pistenmarkierungs-
pfosten mit oranger Einfärbung (30 cm; pag. 268 lit. c) im Unfallzeitpunkt nicht vor-
handen war und erst später an dieser Stelle eingesteckt wurde (dies ergibt sich 
sowohl aus den nach dem Unfall erstellten Fotoaufnahmen [vgl. pag. 29 f.] sowie 
aus den Aussagen der Beteiligten [vgl. hierzu S. 10 f. der erstinstanzlichen Urteils-
begründung, pag. 1198 f.]).

11. Bestrittener Sachverhalt

Bestritten und damit im Rahmen der nachfolgenden Beweiswürdigung zu prüfen 
bleibt, ob der Pistenrand bzw. der Pistenverlauf für J.________ erkennbar war und 
ob sich J.________ auf der Piste wähnte, ob sie bewusst neben der Piste fuhr oder 
ob sie allenfalls vor dem Unfall die Kontrolle über die Skier verlor. In diesem Zu-
sammenhang stellt sich ferner die Frage, ob der Pistenrand durch das Betreten der 
Unfallstelle im Nachhinein verändert wurde. Sollte J.________ die Kontrolle über 
ihre Skier verloren haben, wäre zudem zu prüfen, ob sich der Unfall durch die in 
der Anklageschrift umschriebenen Massnahmen hätte verhindern lassen. 

12. Beweismittel

Die Vorinstanz hat die zahlreichen vorhandenen objektiven sowie subjektiven Be-
weismittel korrekt aufgeführt (S. 6 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 
1194 f.). Darauf kann vorab verwiesen werden. Die Kammer beschränkt sich im 
Nachfolgenden darauf, jeweils einzig die entscheidenden Aussagen und Dokumen-
te wiederzugeben. 

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13. Erwägungen der Kammer

13.1 Verweis auf theoretische Grundlagen

Für die Grundlagen der Beweiswürdigung kann auf die zutreffenden Ausführungen 
der Vorinstanz verwiesen werden (S. 5 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, 
pag. 1193). 

13.2 Würdigung der objektiven Beweismittel 

13.2.1 Fotodokumentation der Polizei vom 26. Februar 2015 (pag. 262 ff.)

Vorab kann in Bezug auf die Unfallstelle bzw. deren Markierung auf die ausführli-
chen und zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 9 ff. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1197 ff.). Wie bereits festgestellt wurde, 
stimmten die Markierungen und Sicherungen am Unfalltag – mit Ausnahme des ro-
ten Pfostens (vgl. Ziff. 9 hiervor) – mit den auf der Fotodokumentation der Polizei 
ersichtlichen Markierungen und Sicherungen überein (vgl. pag. 1009, Z. 16 f.). 

Gemäss Berichtsrapport vom 23. März 2015 (pag. 5 ff.) ging am 26. Februar 2015 
um 14:07 Uhr eine Meldung von T.________ bei der Regionalpolizei Berner-
Oberland ein. Beim Eintreffen der Polizei sei J.________ gemäss Berichtsrapport 
bereits durch die Rettungskräfte geborgen und ins Inselspital überflogen worden. 
Der Unfallort sei in der Folge fotografiert und ausgemessen worden. Folglich zeigt 
die Fotodokumentation den relevanten Pistenabschnitt am Tag des Unfalls, wobei 
nicht ausgemacht werden kann, zu welcher Zeit die Fotos genau aufgenommen 
wurden. 

Auf der Übersichtaufnahme in Richtung der Unfallstelle (pag. 264) ist die präparier-
te Piste bzw. deren seitliche Begrenzung eindeutig erkennbar. Am Rand der präpa-
rierten Piste sind jeweils rot-orange Pfosten auszumachen. Die Pfosten markieren 
die seitliche Begrenzung der Piste und weisen je nach Umfang der orangen Einfär-
bung jeweils auf den rechten oder linken Pistenrand hin. Die Pfosten auf der rech-
ten Seite zeichnen sich durch eine (lange) orange Einfärbung von 100 cm und die-
jenigen auf der linken Seite durch eine (kurze) orange Einfärbung von 30 cm aus 
(pag. 265; pag. 1009, Z. 20 ff.; SKUS-Richtlinie Ziff. 21; SBS-Richtlinie Nr. 36). 

Die Übersichtaufnahme vor der Unfallstelle (pag. 265) zeigt, dass sich am rechten 
Rand der Aufnahme ein gepolsterter (oranger) Mast des Sessellifts befindet. Vor 
dem gepolsterten Mast ist der durch die Pistenpräparationsmaschine aufgescho-
bene Schnee in Form eines erhöhten Rands ersichtlich. Im Anschluss daran lässt 
sich parallel zur Piste eine rot-orange Markierungsstange (Einfärbung 100 cm) 
ausmachen, gefolgt von drei ebenfalls parallel zur Piste verlaufenden schwarz-
gelben Markierungsstangen mit einem Wimpelseil. Die linke Seite der Piste ist mit 
einer rot-orangen Markierungsstange (Einfärbung 30 cm) versehen. Der Pistenver-
lauf/Pistenrand lässt sich an dieser Stelle sowohl anhand der Abgrenzung der 
präparierten Piste zum danebenliegenden Neuschnee als auch anhand der in Form 
einer Linie (parallel zur Piste [mit Ausnahme des dritten, leicht rückversetzten Pfos-
tens]) eingesteckten Pistenmarkierungspfosten ausmachen. 

Die «Nahaufnahme Situation Markierung vor Chalet K.________» (pag. 266) zeigt, 
dass bereits bei örtlicher Annäherung an den Unfallort (aus einer gewissen Di-

21

stanz) die sich bei der Unfallstelle befindenden schwarz-gelben Markierungspfos-
ten ersichtlich sind. Die das AC.________ signalisierenden schwarz-gelben Stan-
gen mussten somit – vor allem, wenn man sich die im Unfallzeitpunkt nicht vorhan-
dene rote Pistenmarkierungsstange wegdenkt – aus dieser Perspektive aufgrund 
der am Unfalltag herrschenden klaren Sichtverhältnisse erkennbar gewesen sein. 

Auf der Nahaufnahme vor der Unfallstelle (pag. 267) sind nach der letzten schwarz-
gelben Markierungsstange zwei kleine Tannen ersichtlich. Der durch die Pisten-
präparationsmaschine verursachte erhöhte Rand endet in etwa nach der zweiten 
Tanne. Die durch Schneesportler verursachten Spuren verlaufen anschliessend in 
einem Bogen nach rechts in Richtung der Anhöhe vor dem Chalet K.________. 
Ferner sind die drei schwarz-gelben Markierungspfosten, gefolgt von einem rot-
orangen Markierungspfosten zur seitlichen Begrenzung der Piste (80 cm – der an-
dere Markierungspfosten [30 cm] wurde nach dem Unfall eingesetzt, vgl. Ziff. 9 
hiervor) zu sehen. Der durch die Pistenpräparationsmaschine aufgeschobene er-
höhte Rand, der mit den nachfolgenden schwarz-gelben Markierungsstangen in ei-
ner Linie verläuft, deutet bereits an dieser Stelle daraufhin, dass die präparierte 
Piste links von den schwarz-gelben Markierungsstangen zu passieren ist und nicht 
über die bogenartigen Spuren auf die Anhöhe vor dem Chalet K.________ führt. 

Die Nahaufnahme der Situation vor dem Chalet K.________ (pag. 268) zeigt am 
rechten Rand der Aufnahme die Spuren der Präparationsmaschine (lit. a), gefolgt 
von bogenartigen Fussspuren im Neuschnee in Richtung der Anhöhe vor dem Cha-
let K.________. Auf der linken Seite neben den Fussspuren sind weitere Spuren 
von Schneesportlern zu sehen (lit. b), die ebenfalls in derselben Bogenform verlau-
fen. Auf der Fotoaufnahme ist ferner der rot-orange Pfosten (lit. c) sichtbar, der im 
Unfallzeitpunkt – wie bereits festgestellt wurde – nicht vorhanden war. Ferner sind 
die drei parallel zur Piste verlaufenden schwarz-gelben Markierungsstangen mit 
Wimpelseil (lit. d) deutlich erkennbar. Die Fotoaufnahme zeigt zudem, wie nah die 
durch die Schneesportler geschaffenen Spuren am Chalet K.________ vor-
beiführen. 

Die Nahaufnahme (pag. 270) an der Stelle des später eingesetzten roten Markie-
rungspfostens zeigt eine deutliche Abgrenzung zwischen der linksseitig präparier-
ten Piste und dem nicht präparierten (Neu)Schnee (lit. a). Auf der rechten Seite ne-
ben dem Pfosten ist ein schmaler, durch Schneesportler geschaffener Weg er-
kennbar (lit. b). Neben diesem bauschen sich (rechtsseitig) grössere Mengen Neu-
schnee mit tiefen Fussspuren auf. Die drei schwarz-gelben Markierungsstangen 
sind aus dieser Perspektive nicht zu übersehen. Deutlich erkennbar ist zudem, 
dass die Spuren der Schneesportler vor den schwarz-gelben Markierungsstangen 
links auf die präparierte Piste zurückführen. Hinter dem Grabenrand und auf der 
rechten Seite der schwarz-gelben Markierungsstangen sind diverse herausragende 
Äste ersichtlich, die auf einen Geländeabfall hindeuten. Der nächste rot-orange 
Pfosten zur seitlichen Markierung der Piste ist aus dieser Perspektive ebenfalls 
sichtbar. Insbesondere wird deutlich, dass man sich auf dem durch die Schnee-
sportler geschaffenen Weg deutlich auf der rechten Seite der schwarz-gelben Mar-
kierungsstangen sowie der nachfolgenden rot-orangen Markierungsstange und 
damit ausserhalb der präparierten Piste befindet. 

22

Gemäss den Nahaufnahmen des Grabens (pag. 271 und 272) misst der Bachgra-
ben von der Höhe des Grabenrands bis zum Grabengrund 2.7 Meter. Die Sturzlinie 
beträgt vier Meter und das Gefälle 42 Grad. Die Spuren zum Grabenrand befinden 
sich 1.4 Meter von der ersten gelb-schwarzen Markierungsstange entfernt. Das 
Sturzzentrum ist indessen 1.2 Meter von der mittleren gelb-schwarzen Markie-
rungsstange entfernt. Die Ausmessung der Unfallstelle durch die Polizei wird von 
den Parteien nicht bestritten und es besteht auch kein Anlass, an deren Korrektheit 
zu zweifeln. Die Fotodokumentation (pag. 271 und 272) zeigt weiter, dass die unte-
ren beiden schwarz-gelben Markierungsstangen in etwa parallel zur Piste verlaufen 
und die obere schwarz-gelbe Markierungsstange ca. 60 cm (vgl. auch pag. 15) 
rückversetzt ist. Ferner ist die unterschiedliche Beschaffenheit des Schnees zwi-
schen der Seite des Grabens und der präparierten Piste augenfällig (pag. 271). Auf 
der präparierten Piste lässt sich eine glatte Schneeoberfläche feststellen, die mit 
zahlreichen Spuren von Schneesportlern versehen ist und einem geraden Verlauf 
folgt. Auf der Seite des Grabens sind dagegen unebene Schneemassen erkennbar, 
die sich durch eine deutlich feststellbare Linie (sowie durch die schwarz-gelben 
Markierungsstangen) von der präparierten Piste abgrenzen lassen.

13.2.2 Fotoaufnahmen der Unfallstelle von oben (pag. 28 ff.)

Die gemäss Nachtrag vom 2. April 2015 (pag. 26 f.) von einem Skifahrer gemach-
ten Fotoaufnahmen (pag. 28 ff.) zeigen die Unfallstelle kurz nach der Landung des 
AK.________ Helikopters und somit nur kurze Zeit nach dem Unfall, allerdings 
noch vor der Erstellung der Fotodokumentation der Polizei (vgl. pag. 262 ff.). Die 
Übersichtsaufnahme aus der Perspektive des Sessellifts zeigt die Unfallstelle von 
oben (pag. 29 f.). Deutlich erkennbar sind die drei schwarz-gelben Markierungs-
stangen mit Wimpelseil, von denen die oberste Stange leicht rückversetzt ist, was 
mit der Fotodokumentation der Polizei übereinstimmt (vgl. pag. 272). Ferner lässt 
sich der Pistenverlauf anhand der eingesteckten rot-orangen Markierungsstangen 
(vor der Unfallstelle), der in gleicher Linie liegenden Tanne und dem (durch das 
Pistenpräparationsfahrzeug) aufgeschobenen Schnee erkennen. Anhand der etwas 
rückversetzten gelb-schwarzen Markierungsstange ist feststellbar, dass der durch 
das Pistenpräparationsfahrzeug verursachte Pistenrand deutlich vor der gelb-
schwarzen Stange und parallel zu den anderen beiden schwarz-gelben Markie-
rungsstangen verläuft (vgl. pag. 30 lit. a). Die Fahrspur von J.________ lässt sich 
ebenfalls ausmachen (vgl. pag. 30 lit.c). Wie bereits mehrfach ausgeführt befand 
sich zum Unfallzeitpunkt sowie zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Fotografie noch 
kein roter Markierungspfosten auf der Anhöhe vor dem Chalet K.________. 

13.2.3 Fotoaufnahmen der Patrouilleure (pag. 98 ff.)

Es befinden sich des Weiteren durch die Patrouilleure erstellte Fotoaufnahmen in 
den Akten (pag. 87, Z. 66 f.; pag. 98 ff.). Zu welchem Zeitpunkt die Aufnahmen 
gemacht wurden, lässt sich nicht feststellen. Die Aufnahme des fraglichen Pisten-
abschnitts (pag. 99) zeigt den durch Schneesportler geschaffenen Weg, der in ei-
ner Bogenform über die Anhöhe vor dem Chalet K.________ führt. Anhand der 
Aufnahme ist zudem erkennbar, dass auf der linken und rechten Seite des durch 
die Schneesportler geschaffenen Wegs Neuschnee liegt. Ferner ist erkennbar, 

23

dass der Weg vor den schwarz-gelben Markierungsstangen wieder zurück auf die 
Piste führt.

13.3 Würdigung der subjektiven Beweismittel 

13.3.1 Zu den Aussagen von N.________

Gemäss den Angaben von N.________ anlässlich der polizeilichen Einvernahme 
vom 26. Februar 2015 (pag. 102 ff.) sei das Tempo während der Abfahrt als der 
Unfall passierte nicht so schnell gewesen (pag. 103, Z. 60 ff.). Sie habe gesehen, 
wie J.________ von der Skipiste, welche eine leichte Linkskurve mache, rechts von 
der Skipiste in ein «Nebenwägli» gefahren sei. Die anderen Personen (gemeint 
sind die anderen Kinder der Skischule [pag. 225, Z. 277]) seien dem Pistenverlauf 
gefolgt. Sie habe in der Folge beobachten können, wie J.________ von dem «Ne-
benwägli» in eine Mulde gestürzt sei (pag. 104, Z. 74-77). Die Fahrfähigkeiten von 
J.________ seien recht gut gewesen (pag. 105, Z. 143). Auf Frage, ob sie und 
J.________ bereits vorgängig abseits der Piste gefahren seien, gab sie zu Proto-
koll, ja, sie seien vorgängig bereits zwei Mal gemeinsam neben der Piste gefahren 
(pag. 105, Z. 145 ff.). 

Anlässlich der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom 25. Oktober 2016 
(pag. 218 ff.) gab N.________ zu Protokoll, dass sie bereits ein paar Mal in 
Y.________ gewesen sei, wo sie bereits mehrere Male die Skischule besucht habe 
(pag. 219, Z. 20 ff.). Auf Frage, ob es bezüglich des Neben der Piste Fahrens 
während der Skischule Regeln gäbe, antwortete sie, dass eine Nebenstrecke fah-
ren, auf welcher der Skilehrer einen nicht sehe, wohl nicht vorgesehen sei. Dies sei 
während ihrer ganzen Skischulzeit nie vorgekommen. Aber ein kleiner Schwenker 
«näbeuse», dass sei nicht so schlimm (pag. 220, Z. 51 ff.). Auf Frage, wie gut 
J.________ Skifahren konnte, gab sie an, dass sie jeweils gemeinsam ein bisschen 
hinten fuhren. Sie seien nicht die Raser gewesen. J.________ habe aber schon 
wirklich gut fahren können (pag. 220, Z. 57 ff.). Auf Frage, ob sie diese Piste schon 
früher hinuntergefahren seien, äusserte sie, ja, bereits ein paar Mal, vielleicht zwei 
bis drei Mal (pag. 220, Z. 66 f.). Auf Frage, was während der Abfahrt passiert sei, 
gab sie an, hinter J.________ gefahren zu sein. Diese habe gemeint, dass es dort 
ein Nebenweglein hätte. Sie habe einen Bogen fahren wollen und dort sei dann ei-
ne Mulde gewesen. Sie sei in die Mulde gefallen (pag. 221, Z. 100 ff.). Sie sei nicht 
sehr weit hinter J.________ gefahren. Als J.________ in den Graben gefahren sei, 
sei sie beinahe neben ihr gefahren. Sie habe dies aus ihrem Augenwinkel gesehen 
(pag. 221, Z. 121 ff.). Sie habe zuerst gedacht, dass es dort bereits Spuren gehabt 
hätte, aber dies könne im Nachhinein gesehen gar nicht so gewesen sein, weil dort 
unten nämlich alles unberührt gewesen sei. Aber vorher habe sie den Eindruck ge-
habt, dass dort bereits Spuren gewesen seien (pag. 222, Z. 129 ff.). Weiter gab 
N.________ an, dass sie sich erinnern könne, gemeinsam mit der Skischule auf 
Nebenweglein neben den Pisten gefahren zu sein (pag. 226, Z. 281 f.). Es könne 
sein, dass J.________ bevor sie in den Graben gestürzt sei, mit ihren Skiern kurz 
angestemmt habe. Die Fahrt von J.________ habe sie allerdings nur aus dem Au-
genwinkel wahrgenommen (pag. 226, Z. 288 f.). Auf Frage, ob sie J.________ auf 
das Nebenweglein gefolgt sei, gab sie an, nein, J.________ habe kurz «ange-
bremst», um in dieses Nebenweglein einzufahren. Sie selbst sei dann aber der 

24

normalen Piste gefolgt und sei deshalb beinahe neben ihr durchgefahren (pag. 226 
Z. 297 ff.). 

Die Skischulgruppen im Skigebiet Y.________ sind in vier Kategorien gegliedert 
(pag. 315, S. 6 f.): «AL.________», «AM.________», «AN.________» und 
«AO.________». Innerhalb der Kategorien werden die Gruppen (aufsteigend) ein-
geteilt in die Stufen «AP.________», «AQ.________» und «AR.________». 
N.________ gehörte der zweitstärksten Kategorie AN.________ und der (innerhalb 
der Kategorie) höchsten Gruppe der «AR.________» (kombiniert «Z.________») 
an. Die Ziele der Skigruppe Z.________ sind im Booklet der Swiss Snow League 
definiert: Parallelschwingen im Stangencouloir und Parcours, Parallelschwung 
«Switch» (gerutscht), Einbeinschwingen auf einfacher Piste, Kurzschwingen auf 
mittelschwerer Piste (pag. 315, S. 22 f.). Entgegen den Ausführungen der Privat-
klägerschaft kann N.________ somit pistentechnisch nicht schlichtweg als Laiin 
bezeichnet werden. Sie konnte den Ablauf des Skiunterrichts und insbesondere die 
verschiedenen abgefahrenen Strecken am Unfalltag – vor allem in Anbetracht ihres 
Alters – detailliert schildern sowie örtlich genau bezeichnen (vgl. pag. 103, Z. 16 
ff.). Schliesslich war N.________ mit dem Skigebiet – und der Piste Nr. .________ 
(vgl. pag. 220, Z. 66 f.) – bereits vertraut (vgl. pag. 219, Z. 22) und besuchte auch 
im Jahr 2015 bereits seit mehreren Tagen die dortige Skischule (pag. 103, Z. 40). 
Aufgrund ihrer Aussagen und der Tatsache, dass sie als gute und geübte Skifahre-
rin einzustufen ist, geht die Kammer davon aus, dass sie zwischen der offiziellen, 
präparierten Skipiste und einem durch Schneesportler geschaffenen Nebenweglein 
unterscheiden konnte. Dabei geht es einzig um die Einschätzung einer jungen Ski-
fahrerin und nicht um die rechtliche Würdigung des Fahrverlaufs. 

13.3.2 Zu den Aussagen der übrigen befragten Personen 

Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung und auf Frage, ob der Pisten-
verlauf erkennbar gewesen sei, gab der Beschuldigte zu Protokoll, dieser sei mit 
der linken und rechten Pistenmarkierung erkennbar. Die Pistenstange sei sichtbar. 
Es handle sich um eine langsame und übersichtliche Stelle. Dem Gelände nach sei 
sie von der Traverse aus erkennbar (pag. 1009, Z. 19 ff.). Diese Aussagen stim-
men zudem mit den Angaben des Zeugen Q.________ überein (pag. 123, Z. 248 
ff.).

Zur Erkennbarkeit des Pistenverlaufs sind ferner die Aussagen der weiteren Zeu-
gen und Auskunftspersonen heranzuziehen, die den Unfall bzw. Unfallort beobach-
tet haben. 

L.________ äusserte anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 28. Februar 
2015, dass das Mädchen (gemeint ist J.________) am rechten Pistenrand (in 
Fahrtrichtung) gefahren sei (pag. 108, Z. 40 f.). 

R.________ äusserte anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 
17. August 2016, dass er früher auch neben der Piste gefahren sei (pag. 145 Z. 
156 f.). Seit dem Unfall fahre er nie mehr neben der Piste […] (pag. 146, Z. 195 f.). 

U.________ gab anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 17. Au-
gust 2016 zu Protokoll, dass er ein oder zwei Kinder rechts von der Piste gesehen 
habe (pag. 151, Z. 54 f.). Auf Frage, ob er die Beschaffenheit des Grabens be-

25

schreiben könne, gab er an, es gäbe ein Seil ausserhalb der Skipiste. […] der 
Schnee sei relativ sulzig gewesen neben der Piste (153, Z. 137 ff.). Ferner gab er 
an, es seien ein oder zwei Kinder bei dem Loch, aber ausserhalb der Piste gewe-
sen (pag. 154, Z. 190 ff.). 

V.________ gab anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 17. Au-
gust 2016 auf Frage, ob er die Unfallstelle beschreiben könne, an: «Der Graben 
neben der Piste» (pag. 168, Z. 123 f.). 

Aus den Aussagen der Zeugen und Auskunftspersonen erhellt, dass sie den Pis-
tenverlauf und den Pistenrand als solchen erkannt haben. Immerhin gaben doch al-
le übereinstimmend an, dass sich der Unfallort neben der Piste befand. 

13.4 Fazit bezüglich Erkennbarkeit des Pistenverlaufs 

Nach Ansicht der Kammer ist davon auszugehen, dass der Pistenverlauf und der 
Pistenrand erkennbar waren. Die Kammer stützt sich dabei zunächst auf die zahl-
reichen vorhandenen Fotoaufnahmen der Unfallstelle. 

Soweit die Verteidigung vorbringt, dass sich nach dem Unfall von J.________ zahl-
reiche Personen im Bereich der Unfallstelle aufgehalten hätten, dort über den ur-
sprünglichen Pistenrand gefahren seien und der Pistenrand im Zeitpunkt der Foto-
aufnahmen nicht mehr mit jenem im Unfallzeitpunkt verglichen werden könne (pag. 
1311), ist anzumerken, dass nicht klar ist, ob die Spuren neben der Piste vor dem 
Unfall oder anlässlich der Rettung entstanden sind. R.________ äusserte anläss-
lich einer telefonischen Befragung durch die Polizei vom 7. März 2015, dass viele 
Spuren durch den Rettungseinsatz zerstört worden seien. Er habe jedoch gesehen, 
wie von oberhalb der letzten Stange eine Spur ins Loch geführt habe (pag. 13). 
Dies stimmt im Übrigen auch mit den kurz nach dem Unfall erstellten Fotoaufnah-
men (pag. 30 lit. c) überein, auf welchen einzig die Fahrspur von J.________ in 
Richtung des Grabens zu sehen ist. Die Spur ist aufgrund des sich dort befinden-
den Neuschnees deutlich zu erkennen. Festzuhalten ist jedoch, dass seit dem Un-
fall bis zur Erstellung dieser Fotografie bereits über 26 Minuten vergangen sind und 
folglich bereits zusätzliche Spuren von Rettern oder Dritten entstanden sein könn-
ten (Unfallzeitpunkt ca. 13:20 [pag. 5], Eintreffen des auf der Fotografie sichtbaren 
Helikopters 13:46 [pag. 318]). Ferner spricht die Tatsache, dass der rote Pisten-
markierungspfosten während oder kurz nach dem Rettungseinsatz auf der Anhöhe 
vor dem Chalet K.________ eingesteckt worden ist, dafür, dass sich zumindest ei-
ne Person an dieser Stelle des Unfallorts aufgehalten haben musste. Anlässlich der 
Erstellung der Fotodokumentation der Polizei (pag. 262 ff.) wurde zudem ein Ruck-
sack am roten Pistenmarkierungspfosten deponiert, womit sich erneut jemand über 
die Unfallstelle begeben haben musste (Rucksack ersichtlich auf pag. 265, 266 und 
267). Schliesslich wurde auch eine Nahaufnahme des Grabens (pag. 98) aus der 
Perspektive des Hügels gemacht, womit sich eine weitere Person (wohl von oben 
herkommend) auf den Hügel begeben haben musste. Ob diese Fotoaufnahme vor 
oder nach der Fotodokumentation der Polizei entstanden ist, ist allerdings unklar. 
Zusammengefasst ist somit denkbar und gar wahrscheinlich, dass zusätzliche Spu-
ren durch den Rettungseinsatz bzw. allfällige Zuschauer und Dritte entstanden 
sind, wobei sich dies nicht abschliessend beurteilen lässt. In Anwendung des 

26

Grundsatzes in dubio pro reo muss deshalb davon ausgegangen werden, dass 
nach dem Unfall zusätzliche Spuren durch Schneesportler, Zuschauer, Gaffer, Ret-
tungskräfte oder andere Personen auf dem fraglichen Pistenabschnitt entstanden 
sind und der auf der Fotodokumentation abgebildete Pistenrand nicht demjenigen 
im Unfallzeitpunkt entspricht. 

Das Gelände vor und bei der Unfallstelle ist als relativ flaches Gelände zu qualifi-
zieren (pag. 99). Entsprechend handelt es sich um eine übersichtliche Stelle, die – 
wie die Fotoaufnahmen der Polizei zeigen (pag. 267) – einen relativ grossen Sicht-
winkel umfasst. Aufgrund der guten Sichtverhältnisse am Unfalltag waren bereits 
vor der Stelle der beiden Tannen (vgl. pag. 267) die drei schwarz-gelben Markie-
rungsstangen und die nachfolgende rot-orange Pistenrandmarkierung zu sehen, 
anhand derer der Pistenverlauf eingeschätzt werden konnte. Ferner konnte der Pis-
tenverlauf aufgrund des Erscheinungsbilds der Piste (Schneeverhältnisse, Schnee-
spuren, gerader Pistenverlauf, Nähe zum Chalet K.________) erkannt werden. 
Daran vermag weder die Tatsache, dass es sich um ein dynamisches Geschehen 
handelte noch die angeblich kleine Körpergrösse von J.________ etwas zu ändern. 
Schliesslich handelte es sich bei der Piste .________ um eine flache, breite und 
langsame Strecke und das Tempo von J.________ war gemäss Angaben von 
N.________ während der Abfahrt als der Unfall passierte, nicht so schnell (pag. 
103, Z. 60 ff.). Selbst bei einer erhöhten Fahrgeschwindigkeit hätte der Pistenver-
lauf aufgrund der flachen Piste und des erhöhten Pistenrands (abgegrenzt durch 
den danebenliegenden Neuschnee), der in einer Linie mit den schwarz-gelben 
Markierungsstangen (sowohl vor als auch bei der Unfallstelle) liegt, erkannt werden 
können. Dies umso mehr, als J.________ die Strecke bereits mehrfach zuvor be-
fahren hatte (pag. 105, Z. 145 ff.; pag. 251, Z. 266 f.) und es sich bei ihr um eine 
gute Skifahrerin handelte (pag. 114, Z. 179; pag. 246, Z. 63 f.; pag. 254, Z. 377; 
pag. 1013, Z. 41). 

Die Erkennbarkeit des Pistenverlaufs bzw. des Pistenrands stimmt ferner mit den 
Aussagen von N.________ überein, die als Einzige das Unfallgeschehen beob-
achtete und aus derselben Richtung an den Unfallort heranfuhr wie J.________ 
(vgl. Ziff. 12.3.1 hiervor). Auch die Aussagen der weiteren Zeugen und Auskunfts-
personen zeigen auf, dass sie den Pistenverlauf und den Pistenrand als solchen 
erkannt haben (vgl. Ziff. 12.3.2 hiervor). Die Kammer geht deshalb mindestens in 
Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo davon aus, dass der Pistenverlauf 
und der Pistenrand auch für J.________ erkennbar war. Schliesslich gehörte sie 
der Skigruppe der Z.________ an, war mit dem Skigebiet bereits vertraut und 
kannte die Piste aufgrund früherer Fahrten in derselben Woche (pag. 251, Z. 266; 
pag. 103, Z. 36 und Z. 47 ff.; pag. 251, Z. 266 f.). Durch den Pistenrand, den all-
gemeinen Pistenverlauf, die Pistenmarkierungspfosten (vor und nach der Unfall-
stelle) und die schwarz-gelben Markierungsstangen hat J.________ erkennen 
müssen, dass sie sich neben der Piste befindet und dass die Warnstangen nur 
links zu passieren sind. Daran ändern auch allfällige vorbestehende Spuren von 
Schneesportlern nichts, zumal diese nicht rechts von den Warnstangen vorbeiführ-
ten. Ferner musste J.________ aufgrund ihrer Erfahrung bekannt sein, dass die 
präparierte Piste nicht plötzlich in einem Bogen nach rechts verlaufen und nah am 
Chalet K.________ vorbeiführen würde. Auch die Spuren der Schneesportler, die 

27

deutlich vor dem Grabenrand zurück auf die Piste führten, das sich beim Graben 
befindliche Gestrüpp und die fehlenden Spuren in Richtung des Grabens deuteten 
darauf hin, dass sie sich einerseits nicht auf der präparierten Piste befand und an-
dererseits nicht davon ausgehen durfte, ungehindert geradeaus fahren zu können.

13.5 Fazit weiterer Fahrverlauf 

Es ist somit (zumindest in dubio pro reo) davon auszugehen, dass sowohl der Pis-
tenverlauf als auch der Pistenrand für J.________ erkennbar gewesen sind. Dass 
J.________ sich bewusst auf die Anhöhe vor dem Chalet K.________ begeben 
hat, ergibt sich aus den glaubhaften Aussagen von N.________. So sei sie hinter 
J.________ gefahren als diese kurz «angebremst/angestemmt» habe, um in das 
Nebenweglein einzubiegen. Danach sei J.________ beinahe neben ihr gefahren. 
Ohne ein kurzes Bremsmanöver seitens J.________ hätten die beiden zunächst 
hintereinanderfahrenden Mädchen nicht auf der gleichen Höhe (nebeneinander) 
fahren können, sodass N.________ den Unfall aus dem Augenwinkel hätte beob-
achten können. Die diesbezüglichen Aussagen von N.________ erachtet die 
Kammer somit als nachvollziehbar und glaubhaft. Das kurze Abbremsen seitens 
J.________ deutet darauf hin, dass sie sich bewusst für das Befahren des Neben-
wegleins entschied und nicht unbewusst von der Piste abgekommen ist. 

Auch wenn der Pistenrand erkennbar war, dürfte der kleine Hügel vor dem Chalet 
K.________ bereits vor dem Unfall von anderen Skifahrern zum Abschwingen von 
der Piste genutzt worden sein. Selbst wenn nicht erstellt werden konnte, welche 
Spuren im Einzelnen vor oder nach dem Unfall entstanden, ist doch davon auszu-
gehen, dass es entsprechende Spuren in den Randbereich gab, welche vor den 
schwarz-gelben Markierungsstangen wieder auf die Piste zurückführten. Keine 
Spuren gab es rechts von den vorgenannten Markierungsstangen in den Graben. 
Die entsprechenden Spuren der abschwingenden Skifahrer im Randbereich der 
Piste stellten denn auch das Nebenweglein dar, welches J.________ befahren 
wollte.  

J.________ fuhr mithin bewusst auf dem Nebenweglein abseits der Piste. Dieses 
führte jedoch vor den Markierungsstangen wieder zurück auf die Piste. Fraglich ist, 
ob J.________ bewusst in Richtung des Grabens rechts von der Markierung bzw. 
der Piste weiterfuhr oder ob sie die Kontrolle über ihre Skier verlor und deshalb 
nicht mehr rechtzeitig zurück auf die Piste einbiegen konnte. Es ist notorisch, dass 
Fahren in tiefem Pulverschnee für ungeübte Skifahrer beschwerlich ist. Ebenso 
lässt sich aus den Aussagen von N.________ schliessen, dass J.________ allen-
falls die Fahrt auf Nebenweglein suchte; von Fahrten im Pulverschnee war nicht die 
Rede. Jedenfalls unter Berücksichtigung des Grundsatzes in dubio pro reo ist da-
von auszugehen, dass J.________ (nach dem bewussten Verlassen der Skipiste) 
die Kontrolle verloren hat und deshalb statt dem Nebenweglein entlang zurück auf 
die Piste rechts von den Markierungsstangen in den Graben gefahren ist. 

13.6 Auswirkungen einer Sicherung oder einer Signalisation auf den Unfall

Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift vorgeworfen, er hätte als Verantwort-
licher für die AH.________ den Graben bzw. das Hindernis durch Zuschütten wirk-

28

sam beseitigen oder durch Setzen von Markierungsstangen und –seilen entlang 
dem Graben und quer zur Piste signalisieren müssen. 

Ein Zuschütten des Grabens hätte den Unfall und damit den Tod von J.________ 
mit hoher Wahrscheinlichkeit verhindert. Ob eine Signalisation des Grabens den 
Tod hätte verhindern können, ist demgegenüber fraglich. Zu bejahen wäre dies 
zweifellos, wenn J.________ in Unkenntnis der Gefahr bewusst durch den Neu-
schnee rechts von den schwarz-gelben Markierungsstangen gefahren wäre. Dies-
falls hätte sie beim Vorhandensein einer Markierung eine anderweitige Fahrspur 
gewählt. Vorliegend ist jedoch davon auszugehen, dass J.________ nach dem 
Verlassen der Piste die Kontrolle über ihre Skier verloren hat und deshalb der 
Fahrspur vor den Markierungsstangen zurück auf die Piste nicht mehr folgen konn-
te. Sie fuhr mithin unkontrolliert und ohne Einfluss auf ihren Fahrweg nehmen zu 
können rechts von den Markierungsstangen vorbei durch den Neuschnee in den 
Graben. Eine zusätzliche Signalisation mit weiteren Stangen entlang des Grabens 
hätte an dieser unkontrollierten Fahrt nichts ändern können – selbst wenn 
J.________ vor der Gefahr gewarnt worden wäre, hätte sie infolge des Kontrollver-
lustes der Spur zurück auf die Piste nicht zu folgen vermocht. Gleiches gilt – jeden-
falls in dubio pro reo – auch bezüglich eines Markierungsseils. Derartige Seile wei-
sen auf eine Gefahr hin; sie sind jedoch nicht zum Auffangen oder Rückhalten von 
Skifahrern konstruiert. Während es denkbar ist, dass zusätzliche Markierungsstan-
gen oder -seile entgegen ihrem Zweck J.________ aufgefangen hätten, ist ebenso 
denkbar, dass diese am weiteren Verlauf nichts zu ändern vermocht hätten (vgl. 
dazu auch pag. 1357, wonach selbst die Privatkläger davon ausgehen, dass eine 
zusätzliche Markierung den Sturz in den Bach je nach Umständen nicht hätte ver-
hindern können).  

13.7 Erwiesener Sachverhalt

Zusammengefasst erachtet die Kammer als erwiesen, dass J.________ am 26. 
Februar 2015 mit nicht überhöhter Geschwindigkeit die Skipiste Nr. .________ be-
fuhr, als sie kurz vor dem Chalet K.________ abbremste und bewusst von der 
präparierten Piste auf die Anhöhe vor dem Chalet K.________ fuhr. Angekommen 
auf der Anhöhe vor dem Chalet K.________ verlor sie die Kontrolle über ihre Skier, 
fuhr durch den Neuschnee rechts von den gelb-schwarzen Markierungsstangen 
und stürzte in der Folge kopfüber in den dahinterliegenden Graben. Dabei blieb sie 
mit dem Kopf und einem Grossteil ihres Körpers im darunterliegenden Bach ste-
cken, sodass lediglich ihre Beine bzw. Skier herausragten. J.________ erlag am 
selben Abend ihren durch den Sturz in den Graben verursachten Verletzungen. 

Ein Zuschütten des Grabens hätte den Tod von J.________ wahrscheinlich zu ver-
hindern vermocht. Ob eine zusätzliche Signalisation mit Markierungsstangen und –
seilen den Tod von J.________ verhindert hätte, ist unklar. 

29

V. Rechtliche Würdigung

14. Vorbemerkungen

Vorab kann auf die allgemeinen rechtlichen Ausführungen der Vorinstanz verwie-
sen werden (S. 14 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1202 ff.). Die 
wichtigsten Punkte sind hier dennoch aufzuführen bzw. zu wiederholen (vgl. Ziff. 15 
hiernach).

15. Rechtliche Grundlagen

Gemäss Art. 117 StGB macht sich strafbar, wer fahrlässig den Tod eines Men-
schen verursacht. Fahrlässig begeht ein Verbrechen oder ein Vergehen, wer die 
Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder 
darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter 
die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen per-
sönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB).

Eine fahrlässige Tötung kann auch durch pflichtwidriges Untätigbleiben begangen 
werden (vgl. Art. 11 StGB). Voraussetzung ist in diesem Fall eine Rechtspflicht zur 
Vornahme der unterlassenen Handlung (Garantenstellung) sowie die Möglichkeit, 
diese Handlung vorzunehmen (Urteil des Bundesgerichts 6B_884/2020 vom 19. 
November 2020 E. 2.2 mit Hinweisen).

Grundvoraussetzung für das Bestehen einer Sorgfaltspflichtverletzung und mithin 
für die Fahrlässigkeitshaftung bildet die Vorhersehbarkeit des Erfolgs. Die zum Er-
folg führenden Geschehensabläufe müssen für den konkreten Täter mindestens in 
ihren wesentlichen Zügen voraussehbar sein. Zunächst ist daher zu fragen, ob der 
Täter eine Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte voraussehen bezie-
hungsweise erkennen können und müssen. Für die Beantwortung dieser Frage gilt 
der Massstab der Adäquanz. Danach muss das Verhalten geeignet sein, nach dem 
gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens einen Erfolg wie 
den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens zu begünstigen. Die Adäquanz 
ist nur zu verneinen, wenn ganz aussergewöhnliche Umstände, wie das Mitver-
schulden des Opfers beziehungsweise eines Dritten oder Material- oder Konstruk-
tionsfehler, als Mitursache hinzutreten, mit denen schlechthin nicht gerechnet wer-
den musste und die derart schwer wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und un-
mittelbarste Ursache des Erfolgs erscheinen und so alle anderen mitverursachen-
den Faktoren – namentlich das Verhalten des Beschuldigten – in den Hintergrund 
drängen (Urteil des Bundesgerichts 6B_217/2020 vom 31. August 2020 E. 4.2; 
BGE 135 IV 56 E. 2.1; BGE 131 IV 145 E. 5.2 je mit Hinweisen). Damit der Eintritt 
des Erfolgs auf das pflichtwidrige Verhalten des Täters zurückzuführen ist, genügt 
allerdings seine Voraussehbarkeit nicht. Weitere Voraussetzung ist vielmehr, dass 
der Erfolg auch vermeidbar war. Dabei wird ein hypothetischer Kausalverlauf un-
tersucht und geprüft, ob der Erfolg bei pflichtgemässem Verhalten des Täters aus-
geblieben wäre. Für die Zurechnung des Erfolgs genügt, wenn das Verhalten des 
Täters mindestens mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit die Ursache des 
Erfolgs bildete (Urteil des Bundesgerichts 6B_884/2020 vom 19. November 2020 
E. 2.2 mit Hinweisen; BGE 135 IV 56 E. 2.1; BGE 130 IV 7 E. 3.2).

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Bergbahn- und Skiliftunternehmen, welche Pisten erstellen und diese für den Ge-
brauch öffnen, sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung verpflichtet, die 
zur Gefahrenabwehr zumutbaren Vorsichts- und Schutzmassnahmen vorzukehren.

Diese sogenannte Verkehrssicherungspflicht verlangt zum einen, dass Pisten-
benützer vor nicht ohne Weiteres erkennbaren, sich als eigentliche Fallen erwei-
senden Gefahren geschützt werden. Zum anderen ist dafür zu sorgen, dass Pis-
tenbenützer vor Gefahren bewahrt werden, die selbst bei vorsichtigem Fahrverhal-
ten nicht vermieden werden können. Die Grenze der Verkehrssicherungspflicht bil-
det die Zumutbarkeit. Schutzmassnahmen können nur im Rahmen des nach der 
Verkehrsübung Erforderlichen und Möglichen verlangt werden, wenn auch ein Min-
destmass an Schutz immer gewährleistet sein muss. 

Wie weit die Verkehrssicherungspflicht im Einzelnen reicht, hängt von den Gege-
benheiten des Einzelfalles ab. Als Massstab sind jeweils die von der Schweizeri-
schen Kommission für Unfallverhütung auf Schneesportabfahrten ausgearbeiteten 
Richtlinien für Anlage, Betrieb und Unterhalt von Schneesportabfahrten (nachfol-
gend SKUS-Richtlinien) und die von der Kommission Rechtsfragen auf Schnee-
sportabfahrten der Seilbahnen Schweiz herausgegebenen Richtlinien (nachfolgend 
SBS-Richtlinien) beizuziehen. Obwohl diese Richtlinien kein objektives Recht dar-
stellen, erfüllen sie eine wichtige Konkretisierungsfunktion im Hinblick auf die inhalt-
liche Ausgestaltung der Verkehrssicherungspflicht (BGE 130 III 193 E. 2.3 mit Hin-
weisen; Urteile des Bundesgerichts 4A_489/2014 vom 20. Februar 2015 E. 5.1; 
4A_206/2014 vom 18. September 2014 E. 3.3; 6B_925/2008 vom 9. März 2009 
E. 1.1). 

Die SKUS- und die SBS-Richtlinien wurden letztmals im Jahr 2019 herausgegeben. 
Da sich der Unfall am 26. Februar 2015 ereignete, sind die damals geltenden Aus-
gaben der Richtlinien aus dem Jahr 2012 massgebend. Entgegen der Ansicht der 
Verteidigung können die überarbeiteten Richtlinien aus dem Jahr 2019 nicht als In-
terpretationshilfe beigezogen werden, da sie keine Rückschlüsse auf den im Tat-
zeitpunkt geltenden Sorgfaltsmassstab zulassen. 

16. Garantenstellung

Diesbezüglich kann vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vor-
instanz verwiesen werden (S. 15 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 
1203). Die Garantenstellung und die Garantenpflicht des Beschuldigten werden 
seitens der Parteien nicht bestritten. Als Chef für AH.________ hatte er diese klare-
rweise inne. 

17. Sorgfaltspflichtverletzung

Es ist zu prüfen, ob der Beschuldigte seinen Sicherungspflichten in Bezug auf den 
Unfallort ausreichend nachgekommen ist. Zur Prüfung der Verkehrssicherungs-
pflicht ist vorab auf die SKUS- und SBS-Richtlinien abzustellen. 

Die Verkehrssicherungspflicht besteht auf den markierten Abfahrten (Pisten, Ab-
fahrtsrouten, Wegen sowie Schlittel- und Wanderwegen [SBS-Richtlinie Ziff. 19]). 
Die Abfahrten sind so zu markieren, dass deren Benützer auch bei schlechten 

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Sichtverhältnissen sicher den Weg ins Tal finden. Die Markierungen müssen 
während des ganzen Winters kontrolliert und instand gehalten werden (SKUS-
Richtlinie Ziff. 18). Gemäss SKUS-Richtlinie Ziff. 21 sind Pisten in der Mitte oder 
beidseits zu markieren. Bei beidseitiger Markierung ist die Markierung des rechten 
und des linken Pistenrandes unterschiedlich zu gestalten, damit die Benützer die 
beiden Pistenränder zweifelsfrei auseinanderhalten können. Um das Erkennen der 
Markierung bei schlechter Sicht zu verbessern, soll diese mit oranger Tagesleucht-
farbe ergänzt werden (SKUS-Richtlinie Ziff. 24). Bei Pisten mit beidseitiger Markie-
rung kennzeichnet die Markierung den Pistenrand. Die Pisten sind damit seitlich 
begrenzt (SKUS-Richtlinie Ziff. 25; SBS-Richtlinien Ziff. 45). Die Markierungen 
müssen gut erkennbar sein und so aufgestellt werden, dass man von einer Tafel 
zur nächsten sieht (STIFFLER, Schweizerisches Schneesportrecht, 3. Auflage, Bern 
2002, N 353). Bei Pisten mit Mittelmarkierung wird der Pistenrand nicht gekenn-
zeichnet. Die Begrenzung der Piste ergibt sich aus der maschinellen Herrichtung 
und den Geländeverhältnissen (SKUS-Richtlinie Ziff. 26). Der Pistenrand ergibt 
sich aus den natürlichen Geländeverhältnissen, aus künstlich angebrachten Mar-
kierungen oder aus den Schneespuren, wenn die präparierte Piste durch häufiges 
Befahren ausgeweitet worden ist. Haben die Verantwortlichen den Pistenrand nicht 
mit Markierungen gekennzeichnet, so gilt auch der um die Fahrspuren erweiterte 
Bereich als Skipiste (BGE 130 III 193 E. 2.4.1). Verbreitert sich die ursprünglich 
hergerichtete Piste, dehnt sich die Verkehrssicherungspflicht entsprechend aus 
(SBS-Richtlinie Ziff. 21; STIFFLER, a.a.O, N 571; BGE 130 III 193 E. 2.4.1). 

Die Piste Nr. .________ war sowohl vor als auch unmittelbar nach dem Unfallort 
mit unterschiedlich eingefärbten Pistenrandmarkierungsstangen eingegrenzt (vgl. 
pag. 265). Des Weiteren wurde der Pistenverlauf durch die schwarz-gelben Markie-
rungsstangen gekennzeichnet (pag. 265 f.; pag. 663), von denen man bereits die 
nächste rote Pistenrandmarkierungsstange mit oranger Einfärbung (80 cm) erken-
nen konnte. Dies entspricht Ziff. 21 und 24 der SKUS-Richtlinien. Einzig bei fehlen-
der Markierung könnten Unsicherheiten in Bezug auf die Ausdehnung der Piste 
entstehen. Durch die beidseitigen Markierungen waren die Pistenränder allerdings 
bestimmt und die Piste damit klar begrenzt. In Übereinstimmung mit der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung und entgegen der Ansicht der Privatklägerschaft führ-
ten die durch Schneesportler verursachten Fahrspuren – aufgrund der vorhande-
nen Markierungsstangen – zu keiner Erweiterung der Skipiste. Im Sinne eines Zwi-
schenfazits kann festgehalten werden, dass sich die Unfallstelle somit nicht auf der 
(erweiterten) Skipiste, sondern im an den Pistenrand grenzenden Randbereich – 
und damit neben der Piste – befand. 

Die Verkehrssicherungspflicht schliesst die Pflicht ein alle Hindernisse (auf Pisten), 
welche die Benützer bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt nicht zu erkennen 
vermögen (atypische Gefahren), zu beseitigen oder zu signalisieren, wenn sie nicht 
weggeräumt werden können (SKUS-Richtlinie Ziff. 28). Ausnahmsweise reicht die 
Verkehrssicherungspflicht über den Pistenrand hinaus und erstreckt sich auf den 
unmittelbaren Grenzbereich einer Piste, wenn sich dort fallenartige Hindernisse 
oder andere besondere Gefahrenherde befinden. Bei diesem unmittelbaren Grenz-
bereich einer Piste handelt es sich höchstens um ein eng begrenztes Gebiet von 
etwa Schwungbreite (rund zwei Meter) neben dem Pistenrand (SBS-Richtlinie Ziff. 

32

19 ff.; SKUS-Richtlinie 27; BGE 130 III 193 E. 2.4.2; STIFFLER, a.a.O, N 574). Si-
gnale sollen nur dort aufgestellt werden, wo eine Gefahr für die Benützer nicht 
rechtzeitig erkennbar ist (SKUS-Richtlinie Ziff. 30). Das Bundesgericht hat 
mehrfach festgehalten, dass die Breite des Randbereichs von zwei Metern in der 
Regel ausreicht, um die Sicherheit von verantwortungsbewussten Pistenbenützern 
zu garantieren (Urteil des Bundesgerichts 4A_489/2014 vom 20. Februar 2015 E. 
5.3; BGE 130 III 193 E. 2.4.2).

Die Unfallstelle bzw. der Graben befand sich im Unfallzeitpunkt 1.2 Meter von der 
mittleren gelb-schwarzen Markierungsstange entfernt. Wie die Beweiswürdigung 
ergeben hat (und im Übrigen auch nicht bestritten wird), war der Bachgraben mit 
drei schwarz-gelben Markierungsstangen (inkl. dazwischen gespannten Seilwim-
peln) gesichert. Die unteren beiden schwarz-gelben Markierungsstangen waren 
dabei parallel zur Piste gesetzt und die oberste (dritte) Stange um etwa 60 cm in 
Richtung des Pistenrandbereichs zurückversetzt (vgl. pag. 99; pag. 270 f.). Beim 
Bachgraben handelt es sich um einen neben der Piste liegenden Gefahrenherd, 
weshalb sich die Verkehrssicherungspflicht (ausnahmsweise) auf den zwei Meter 
breiten Randstreifen neben der Piste ausdehnt. Es stellt sich somit die Frage, ob 
die Unfallstelle mit den vorgenannten – im Unfallzeitpunkt vorhandenen – Absper-
rungen ausreichend gesichert war. 

Auf Pisten, am Pistenrand und im unmittelbaren Grenzbereich einer Piste sind die 
nicht wegräumbaren Hindernisse, wie Betonsockel, Brunnen, Gräben, […], Bach-
betten zu signalisieren. Hindernisse solcher Art sind zudem zu polstern oder durch 
Absperrungen zu entschärfen (die Absperrung ist eine optische, nicht stabile Kon-
struktion, die jederzeit umgangen werden kann [SBS-Richtlinie Ziff. 82] im Gegen-
satz zur Abschrankung, die eine stabile Konstruktion darstellt, die das Befahren der 
Gefahrenzone ausschliesst [SBS-Richtlinie Ziff. 83]), soweit auch bei vorsichtigem 
und den persönlichen Fähigkeiten angepasstem Fahrverhalten Unfallgefahr besteht 
(SBS-Richtlinie Ziff. 86 ff.). Felsabbrüche, steile Querpassagen usw. sind deutlich 
zu signalisieren. Zusätzlich sind stürzende und abrutschende Abfahrtsbenützer 
durch solide Geländer, Auffangnetze und ähnliche Einrichtungen vor Absturzgefahr 
zu sichern, soweit nicht durch die Anlage der Pisten, Abfahrtsrouten und Wege und 
die Signalisation eine Absturzgefahr vermieden werden kann (SKUS-Richtlinie Ziff. 
39; SBS-Richtlinie Ziff. 147 f.). 

Die SKUS- und SBS-Richtlinien äussern sich nicht zum Zweck des zwei Meter brei-
ten Randbereichs. Unterläge der zwei Meter breite Randbereich denselben Siche-
rungsanforderungen wie der Pistenbereich, würde dies – wie die Verteidigung zu 
Recht vorbrachte – im Ergebnis zu einer Verbreiterung der Skipiste um zwei Meter 
führen. Der Sinn und Zweck des gesicherten Randbereichs besteht allerdings nicht 
darin, den Pistenbenützern einen verbreiterten Fahrstreifen zur Verfügung zu stel-
len, sondern den Pistenbenützern ein gefahrloses Abschwingen und Stehenbleiben 
unmittelbar am Pistenrand zu ermöglichen. Zudem sollen Pistenbenützer, die infol-
ge eines Sturzes in der Nähe des Pistenrandes geringfügig über die Piste hinaus-
geraten, vor Gefahrenstellen geschützt werden, die nicht erkennbar oder selbst für 
verantwortungsbewusste Pistenbenützer schwer vermeidbar sind (vgl. zum Gan-
zen: Urteil des Bundesgerichts 4A_489/2014 vom 20. Februar 2015 E. 5.3; BGE 

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130 III 193 E. 2.4.2). Eigentliche Sturzräume, d.h. abgesicherte Geländeteile aus-
serhalb der präparierten Piste zur Reduktion der Sturzdynamik eines gestürzten 
Pistenbenützers bis zum Stillstand, müssen nicht geschaffen werden (SKUS-
Richtlinie Ziff. 27; SBS-Richtlini