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**Case Identifier:** c6beb823-ce7d-5005-a4b6-100c9a84ac84
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.05.2017 200 2016 1181
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-1181_2017-05-11.pdf

## Full Text

200 16 1181 IV
GRD/SCM/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Mai 2017

Verwaltungsrichter Grütter, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 3. November 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2017, IV/16/1181, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1985 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 27. März 2015 unter Hinweis auf eine Erschöpfungsde-
pression bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leis-
tungsbezug an (Akten der IV, Antwortbeilagen [AB] 1). Im Rahmen erwerb-
licher und medizinischer Abklärungen holte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin) insbesondere das zuhanden des Krankentaggeld-
versicherers erstattete psychiatrische Gutachten von Dr. med. C.________, 
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 21. März 2016 
(AB 38.2) ein. Gestützt darauf und die hierzu erfolgte Stellungnahme des 
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 49) sowie nach Durchführung 
des Vorbescheidverfahrens (AB 50, 53, 56) wies die IVB das Leistungsbe-
gehren mit Verfügung vom 3. November 2016 (AB 57) ab. Dabei führte sie 
hauptsächlich aus, es liege kein objektiviertes krankheitswertiges 
Störungsbild bzw. keine Invalidität im Sinne des Gesetzes vor. 

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Fürsprecher B.________, 
am 1. Dezember 2016 Beschwerde. Sie lässt die Aufhebung der angefoch-
tenen Verfügung sowie die Bewilligung beruflicher Massnahmen, eventuali-
ter die Einholung eines gerichtlichen medizinischen Gutachtens mit ansch-
liessender Rückweisung an die Vorinstanz, beantragen.

Mit Beschwerdeantwort vom 15. Dezember 2016 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Am 18. Januar 2017 verzichtete die Beschwerdegegnerin mangels neuer 
Tatsachen auf die Einreichung von Schlussbemerkungen, während die 
Beschwerdeführerin dem Gericht keine weitere Eingabe zukommen liess. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2017, IV/16/1181, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 3. November 2016 
(AB 57). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf berufliche Massnah-
men (Umschulung).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). 

2.2.1 Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie 
Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befund-
lage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann an-
spruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung 
ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 281 
E. 2.1 S. 285). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht 
gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, 
beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den 
der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Ent-
scheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens 
nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine 
objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichti-
gung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 
E. 4.4 S. 110). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens 
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Ein-
schränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei 
Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver-

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werten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitge-
hend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 
S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern 
es der versicherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, 
die Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehen-
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesell-
schaft tragbar ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab 
zu prüfen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.2).

2.2.2 Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht klar 
vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können solche 
äusseren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen im Sinne 
des Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invaliditätsbegriff 
klar zwischen dem Gesundheitsschaden, an dem die versicherte Person 
leidet, und der durch ihn verursachten Erwerbsunfähigkeit unterscheidet. 
Infolgedessen können psychische Störungen, welche durch soziale Um-
stände verursacht werden und bei Wegfall der Belastung wieder ver-
schwinden, nicht zur Invalidenrente berechtigen. Zwar kann einer fachge-
recht diagnostizierten psychischen Krankheit der invalidisierende Charakter 
nicht mit dem blossen Hinweis auf eine bestehende psychosoziale Belas-
tungssituation abgesprochen werden. Je stärker aber psychosoziale und 
soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund treten und das 
Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich 
festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein (BGE 
127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 3.2). Nur wenn und 
soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren einen derart verselbst-
ständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder seine – unabhängig 
von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlim-
mern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (BGE 
139 V 547 E. 3.2.2 S. 552; SVR 2010 IV Nr. 19 S. 59 E. 5.2). In diesem 
Sinn werden Wechselwirkungen zwischen sich körperlich und psychisch 
manifestierenden Störungen und der sozialen Umwelt berücksichtigt, wenn 
auch bedeutend weniger stark als nach dem in der Medizin verbreiteten 
bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 204 E. 4.2).

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2.3 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Eingliede-
rungsmassnahmen bestehen nach Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG unter anderem in 
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbil-
dung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe) im Sinne von Art. 15 ff. 
IVG.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Die angefochtene Verfügung vom 3. November 2016 (AB 57) ba-
siert in medizinischer Hinsicht massgeblich auf dem psychiatrischen Gut-
achten von Dr. med. C.________ vom 21. März 2016 (AB 38.2) sowie den 
RAD-Stellungnahmen vom 15. Juni 2016 (AB 49) und 18. Oktober 2016 
(AB 56).

3.1.1 Dr. med. C.________ explorierte die Beschwerdeführerin am 
19. März 2016. Im dazugehörigen Gutachten vom 21. März 2016 (AB 38.2) 
attestierte sie auf Grundlage der aktuellen Begutachtungsergebnisse, der 
Aktenlage sowie den anamnestischen Angaben keine psychiatrische Dia-
gnose mit Auswirkung auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit gemäss ICD-
10 (S. 8). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei eine aktenkundige de-
pressive Störung, derzeit vollständig remittiert (S. 10). Die typische Sym-

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ptomatologie einer depressiven Störung finde sich derzeit nicht (mehr). 
Klinisch relevante Hinweise für eine manifeste Aufmerksamkeitsdefizit-
Hyperaktivitätsstörung (ADHS) seien nicht ausgemacht worden, eine neu-
ropsychologische Testung habe nicht stattgefunden, andere für die Dia-
gnostik relevante Ergebnisse seien nicht vorgelegt worden, so dass die 
Diagnose vorerst gutachterlich nicht bestätigt werde (S. 8). Im Zeitpunkt der 
Begutachtung habe die Beschwerdeführerin keine eigenständigen psychi-
schen Beschwerden im Sinne eines spezifischen und systematischen 
Symptomkomplexes beklagt. Eine aktuell floride psychiatrische Störung 
bzw. ein akut psychischer Gesundheitsschaden liege nicht vor (S. 11). Die 
zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei im bisherigen Pensum grundsätzlich per 
sofort und ohne Leistungseinschränkung zumutbar, wobei aufgrund der 
langen Absenz und im Sinne eines schrittweisen Einstiegs mit 50 % be-
gonnen und eine Pensumerhöhung von 10 % pro Woche umgesetzt wer-
den sollte. Auch sämtliche anderen Tätigkeiten seien zumutbar (S. 11 f.). 

3.1.2 RAD-Arzt Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie, hielt im Bericht vom 15. Juni 2016 (AB 49) fest, die von der 
behandelnden Dr. med. E.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psy-
chotherapie, gestellten Diagnosen einer ADHS (ICD-10 F90) und einer re-
zidivierenden depressiven Störung (ICD-10 F33) vermöchten nicht ohne 
weiteres zu überzeugen. Das psychiatrische Gutachten von Dr. med. 
C.________ (AB 38.2) gebe zu den wesentlichen Fragen nach Diagnosen 
und Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit nachvollziehbare und klare Ant-
worten. Überzeugend habe die Gutachterin keine hinreichenden Anhalts-
punkte für das Vorliegen einer eigenständigen rezidivierenden affektiven 
Störung oder einer ADHS im Erwachsenenalter feststellen können. Nicht 
zuletzt schulische und berufliche Laufbahnzeugnisse stünden in deutlichem 
Kontrast zu den diagnostischen Annahmen der behandelnden Fachärztin 
(AB 49 S. 2). Die Feststellung der Gutachterin, dass bei einem fast völlig 
unauffälligen psychopathologischen Befund sicher nicht (mehr) von einer 
mittelgradigen depressiven Symptomatik ausgegangen werden könne, 
überzeuge. Auch die Untersuchungen hinsichtlich der Aktivitäten des tägli-
chen Lebens und Partizipationsstörungen würden diese Einschätzung 
überzeugend nahelegen. Die widersprüchliche Einschätzung durch die be-
handelnde Ärztin erscheine im Licht der Befunde der Begutachtung kaum 

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nachvollziehbar. Schliesslich erscheine auch die aus dem Fehlen aktuell 
relevanter psychiatrischer Diagnosen abgeleitete Einschätzung von Dr. 
med. C.________, dass eine vollständige Arbeitsfähigkeit für die bisherige 
und jede andere Erwerbstätigkeit vorliege, schlüssig und nachvollziehbar. 
Insgesamt könne sich der RAD der Beurteilung von Dr. med. C.________ 
anschliessen und der Nachweis eines anhaltend vorliegenden Gesund-
heitsschadens sei nicht als erstellt anzusehen (S. 3).

3.1.3 In der im Rahmen des Einwandverfahrens verfassten Stellungnah-
me vom 18. Oktober 2016 (AB 56) hielt Dr. med. D.________ unter ande-
rem bezugnehmend auf die „ärztliche Gegenbeurteilung“ von Dr. med. 
E.________ vom 3. August 2016 (AB 53 S. 8 ff.) fest, die Aussage der be-
handelnden Psychiaterin, wonach die Beschwerdeführerin einerseits medi-
kamentös gut eingestellt und symptomatisch deutlich verbessert sei, ande-
rerseits ihre Stabilität aber nur vorübergehend und nicht anhaltend sei, er-
scheine als gewisser Widerspruch. In der Einschätzung von Dr. med. 
E.________ würde ohne neue medizinische Aspekte die bisherige Beurtei-
lung dargelegt und begründet. Andere, durchaus mögliche Deutungen der 
Symptomatik und des Verlaufs würden nicht erkennbar erwogen, alternati-
ve Diagnosen zu der einzig verbliebenen Diagnose ADHS auch nicht disku-
tiert. Die früher genannte Diagnose einer genuinen rezidivierenden affekti-
ven Störung (ICD-10 F33; vgl. AB 22 S. 2 und 6, 24 S. 2) werde nicht mehr 
aufrechterhalten (vgl. AB 43.2 S. 4, 53 S. 11). Der Einschätzung dass eine 
Rückkehr in den bisherigen Beruf als … nicht mehr in Frage komme, könne 
pragmatisch zwar gefolgt werden, die Begründung von Dr. med. 
E.________ sei vor dem Hintergrund der Beurteilung durch die Gutachterin 
sowie anderer Umweltfaktoren nicht ohne weiteres schlüssig (AB 56 S. 3). 
Gesamthaft würden im Einwand der Beschwerdeführerin (vgl. AB 53) be-
züglich der Feststellung des medizinischen Sacherhalts keine neuen Ge-
sichtspunkte vorgebracht. Die darin vertretenen, von der Gutachterin ab-
weichenden Einschätzungen des medizinischen Sachverhalts würden als 
andere Einschätzung desselben Sachverhalts erscheinen (S. 4).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 

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ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). Den vom Krankentaggeldversicherer nicht im gesetzlich vor-
gesehenen Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten kommt 
der Beweiswert versicherungsinterner ärztlicher Feststellungen zu (vgl. 
Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 18. Januar 2017, 9C_481/2016, 
E. 2.2, vom 1. Juli 2016, 8C_71/2016, E. 5.3, sowie vom 30. November 
2015, 8C_486/2015, E. 4.1.3). Diesen kommt Beweiswert zu, sofern sie als 
schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich wider-
spruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen 
(BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354). 

3.3 Das Gutachten von Dr. med. C.________ vom 21. März 2016 
(AB 38.2) wurde in Kenntnis der Anamnese verfasst, berücksichtigt die 
geklagten Beschwerden, beruht auf einer persönlichen Untersuchung und 
die für die streitigen Belange massgeblichen Fragen hinsichtlich Befund, 
Diagnose sowie Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit lassen sich hinrei-
chend und schlüssig beantworten (vgl. E. 3.2 hiervor). Die Auffassung der 
Expertin wird durch die Berichte des RAD vom 15. Juni und 18. Oktober 
2016 (AB 49 und 56) bestätigt. Alle diese Berichte überzeugen und es 
kommt ihnen Beweiswert zu, so dass darauf abzustellen ist. Dass die Ex-

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pertise von Dr. med. C.________ nicht von der Beschwerdegegnerin ver-
anlasst worden und damit kein Gutachten im Sinne des Art. 44 ATSG ist, 
ändert an der inhaltlichen Überzeugungskraft und am Beweiswert per se 
nichts (E. 3.2 hiervor).

Vorab ist festzuhalten, dass Dr. med. C.________ in Übereinstimmung mit 
Dr. med. E.________ (AB 24 S. 3) – abgesehen von für die vorliegende 
Beurteilung nicht relevanten gelegentlichen Rückenschmerzen, der Scheu-
ermann-Krankheit und einer Skoliose (AB 38.2 S. 4) – keine somatischen 
Beschwerden festhielt. Vielmehr führte die Beschwerdeführerin gegenüber 
der Gutachterin aus, körperliche Ursachen seien durch den Hausarzt abge-
klärt und nicht festgestellt worden (AB 38.2 S. 5). Somatische Beschwer-
den werden im vorliegenden Verfahren denn auch zu Recht nicht geltend 
gemacht und es besteht kein Anlass zu deren Annahme. 

Zu der von der behandelnden Psychiaterin zunächst diagnostizierten 
(AB 22 S. 2 und 6, 24 S. 2), unter Antidepressiva jedoch als mindestens 
teilweise remittiert bewerteten depressiven Störung (AB 43.2 S. 4, 53 
S. 11) führte die Gutachterin überzeugend aus, dass eine solche im Explo-
rationszeitpunkt (19. März 2016) nicht mehr vorhanden war (AB 38.2 S. 8). 
In der Befunderhebung verneinte die Gutachterin das Beklagen depres-
sionstypischer Denkinhalte und Schlafstörungen. Auch ein Interessenver-
lust, welcher alle Belange des alltäglichen Lebens betreffen müsste, konnte 
nicht festgestellt werden. Eine Einschränkung im sozialen und Integrations-
niveau lag nicht vor, die Freudfähigkeit war vorhanden, die Schwingungs-
fähigkeit zeigte sich formgerecht, der psychomotorische Antrieb war un-
auffällig und Anhaltspunkte für Zwänge, Phobien oder spezifische Ängste 
waren nicht auszumachen (AB 38.2 S. 7). Vielmehr berichtete die Be-
schwerdeführerin von diversen Freizeitbeschäftigungen, Hobbies und Akti-
vitäten, guten sozialen Kontakten, einer uneingeschränkten Integration so-
wie von einer geplanten Ferienreise (AB 38.2 S. 9). Damit stützt auch eine 
Prüfung der Konsistenz des Verhaltens der Beschwerdeführerin über alle 
Lebensbereiche die gutachterliche Einschätzung. Sogar bei Annahme ei-
nes depressiven Geschehens wäre zu beachten, dass leichte bis höchs-
tens mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis gemäss 
der konstanten bundesgerichtlichen Rechtsprechung in der Regel thera-

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pierbar sind und invalidenversicherungsrechtlich zu keiner Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit führen (vgl. Entscheid des BGer vom 22. Januar 2016, 
9C_892/2015, E. 2). Leicht- bis mittelgradige depressive Störungen rezidi-
vierender oder episodischer Natur kommen deshalb einzig dann als invali-
disierende Krankheiten in Betracht, wenn sie erwiesenermassen therapie-
resistent sind. Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich 
und darf nicht lediglich nicht auszuschliessen sein. Zudem muss die Thera-
pie in dem Sinn konsequent gewesen sein, als die aus fachärztlicher Sicht 
indizierten zumutbaren (ambulanten und stationären) Behandlungsmög-
lichkeiten in kooperativer Weise optimal und nachhaltig ausgeschöpft wor-
den sind (Entscheid des BGer vom 24. August 2016, 8C_399/2016, E.4.2). 
Eine Therapieresistenz wäre vorliegend mit Blick auf die obigen Aus-
führungen sowie die im März 2015 begonnene fachärztliche Behandlung 
(AB 15 S. 2) mit zweiwöchentlich stattfindenden Konsultationen (AB 38.2 
S. 6) und zwischenzeitlicher Verbesserung der Symptomatik (AB 43.2 S. 4, 
53 S. 11) zu verneinen.

Was die von Dr. med. E.________ gestellte Diagnose einer ADHS (AB 22 
S. 2 und 6, 24 S. 2, 43.2 S. 3, 53 S. 11) betrifft, so konnte die psychiatri-
sche Gutachterin keine klinisch relevanten Hinweise für ein manifestes 
ADHS ausmachen und die Diagnose demnach nicht bestätigen (AB 38.2 
S. 8). Da die Gutachterin erklärte, dass sich für das Vorliegen einer ADHS 
keine typischen Symptome fänden, konnte sie auch auf weitergehende 
Untersuchungen verzichten (vgl. Beschwerde S. 8 f.). Die Wahl der Unter-
suchungsmethode fällt denn auch grundsätzlich in das Ermessen des me-
dizinischen Experten (vgl. Entscheid des BGer vom 30. Januar 2015, 
8C_277/2014, E. 5.2). Zu beachten ist hierbei schliesslich, dass hyperkine-
tische Störungen immer früh in der Entwicklung – in der Regel in den ers-
ten fünf Lebensjahren – auftreten (vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], 
Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], 
Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl. 2015, S. 358). Selbst wenn die 
Beschwerdeführerin seit ihrer Kindheit an einer ADHS leiden würde (vgl. 
hierzu die Ausführungen von Dr. med. E.________ [AB 43.2, 53 S. 8 ff.]) 
resp. allein von einer „ADHS im Erwachsenenalter“ (AB 24 S. 2) auszuge-
hen wäre, wäre sie dadurch nicht in ihrer Erwerbsfähigkeit eingeschränkt, 
hat sie doch erfolgreich die Maturität sowie das …diplom für die … und die 

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… erlangt (AB 33 S. 9 ff.) und während mehreren Jahren eine Erwerbsar-
beit ausgeübt, wobei ihr jeweils gute bis sehr gute Leistungen attestiert 
wurden (vgl. AB 33 S. 2 - 8, zum Ganzen: Entscheid des BGer vom 29. Ok-
tober 2013, 9C_454/2013, E. 4.2).

3.4 Zusammenfassend erweist sich der Sachverhalt als rechtsgenüglich 
abgeklärt. Von weitergehenden Abklärungen (vgl. Beschwerde S. 2, Even-
tualbegehren) sind vorliegend keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, wes-
halb in antizipierter Beweiswürdigung auf solche zu verzichten ist (vgl. BGE 
122 V 157 E. 1d S. 162). Auch wenn für die Beschwerdeführerin persönlich 
ein Verbleib in der ursprünglichen Tätigkeit nicht mehr vorstell- und zumut-
bar scheint, so ist die gewünschte Umschulung mangels eines invalidisie-
renden Gesundheitsschadens nicht von der Beschwerdegegnerin zu finan-
zieren. Da hier kein invalidisierender Gesundheitsschaden erstellt ist, ist 
auch eine deswegen drohende Invalidität von vornherein ausgeschlossen, 
weshalb auch insoweit kein Anspruch besteht.

4.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 3. November 
2016 (AB 57) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwer-
de abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2017, IV/16/1181, Seite 13

5.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 104 
Abs. 3 VRPG sowie Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. der Beschwerdeführerin (samt Eingabe 

der Beschwerdegegnerin vom 18. Januar 2017)
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.