# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e2d97200-0690-53ec-80c3-8223b91d80ac
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.12.2008 D-8062/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-8062-2008_2008-12-18.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-8062/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 8 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas 
mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi;
Gerichtsschreiber Patrick Weber.

X._______, geboren _______,
Nigeria,
wohnhaft _______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 10. Dezember 2008 /
N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-8062/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der  Beschwerdeführer  Nigeria  gemäss eigenen Angaben Ende 
Juli 2008 verliess und am 12. August 2008 in die Schweiz gelangte, wo 
er gleichentags ein Asylgesuch stellte, 

dass er dazu am 27. August 2008 in _______ summarisch befragt wur-
de, 

dass die Vorinstanz am 2. Dezember 2008 in _______ eine Anhörung 
durchführte, 

dass  der  Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  geltend  machte,  aus 
_______ zu stammen und katholischen Glaubens zu sein, 

dass seine Freundin muslimischen Glaubens sei, 

dass deren Eltern aus religiösen Gründen mit  ihrer  Verbindung nicht 
einverstanden gewesen seien, 

dass  er  aus  diesem  Grund  _______  im  Dezember  2007  verlassen 
habe und zu seinen Eltern zurückgekehrt sei,

dass aber auch sein eigener Vater, welcher jüdischen Glaubens sei, 
die Beziehung nicht gebilligt habe, 

dass ihn dieser entsprechend nicht bei sich aufgenommen habe und er 
zwei Wochen später wieder nach _______ gereist sei, 

dass er dort durch den Vater seiner Freundin aufgefordert worden sei, 
den  muslimischen  Glauben  anzunehmen,  was  er  indes  abgelehnt 
habe, 

dass er durch deren Angehörige im ersten Halbjahr 2008 zweimal be-
droht beziehungsweise angegriffen und sein Ladenlokal verbrannt wor-
den sei, 

dass  er  die  erste  Attacke  der  Polizei  gemeldet  habe,  welche  indes 
nicht zu seinen Gunsten tätig geworden sei, 

dass  er  deshalb  den  zweiten  Angriff  den  Behörden  nicht  mehr  zur 
Kenntnis gebracht habe, 

Seite 2

D-8062/2008

dass seine von ihm schwangere Freundin Mitte Juli 2008 eine Abtrei-
bung vorgenommen und man ihm gesagt habe, sie sei wegen des me-
dizinischen Eingriffs verstorben,

dass er aus religiösen Gründen im Juli 2008 ferner gezwungen gewe-
sen sei, den wieder aufgebauten Laden aufzugeben, 

dass er in Anbetracht der geschilderten Situation ins Ausland geflohen 
sei, 

dass er später erfahren habe, dass seine Freundin doch noch am Le-
ben sei,  

dass er keine Identitätsdokumente zu den Akten gab, 

dass das BFM auf das Asylgesuch mit Verfügung vom 10. Dezember 
2008 - eröffnet am 13. Dezember 2008 - gestützt auf Art. 32 Abs. 2 
Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht 
eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anord-
nete,

dass das Amt zur Begründung seines Entscheids im Wesentlichen an-
führte, aufgrund von widersprüchlichen, realitätsfremden und auswei-
chenden  Ausführungen  des  Beschwerdeführers  zu  Identitätsbelegen 
und zu den Reisemodalitäten müsse davon ausgegangen werden, er 
habe seine Identität  nicht  offengelegt  und die verwendeten Reisepa-
piere nicht eingereicht, obwohl er dazu in der Lage gewesen wäre, 

dass entsprechend keine entschuldbaren Gründe für die Papierlosig-
keit vorlägen, 

dass das BFM weiter festhielt, er erfülle die Flüchtlingseigenschaft ge-
mäss  Art.  3  und  7  AsylG  nicht,  wobei  zusätzliche  Abklärungen  zur 
Feststellung der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvoll-
zugshindernisses aufgrund der Aktenlage nicht erforderlich seien, 

dass es in diesem Zusammenhang erwog, er habe im Verlaufe der An-
hörung die bisher geltend gemachte Gefährdung relativiert und keine 
Furcht mehr vor ernsthaften Nachteilen im Heimatland geäussert, 

dass die allfälligen Nachstellungen durch Dritte überdies durch den ni-
gerianischen Staat grundsätzlich geahndet würden, 

Seite 3

D-8062/2008

dass seine Aussagen ausserdem zahlreiche Unglaubhaftigkeitsmerk-
male aufwiesen, 

dass im Weiteren der Vollzug der Wegweisung aufgrund der Aktenlage 
als zulässig, zumutbar und möglich erscheine, 

dass in  Nigeria  aktuell  nicht  eine Situation  allgemeiner  Gewalt  herr-
sche und auch keine in der Person des Beschwerdeführers liegenden 
Gründe dem Vollzug entgegenstünden, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 16. Dezember 2008 (Da-
tum der  Postaufgabe)  diesen Entscheid  beim Bundesverwaltungsge-
richt  anfocht  und die  Aufhebung der  vorinstanzlichen Verfügung,  die 
Rückweisung  der  Sache  an  die  Vorinstanz  zur  materiellen  Prüfung, 
eventualiter die Gewährung der vorläufigen Aufnahme sowie in verfah-
rensrechtlicher  Hinsicht  die  unentgeltliche  Prozessführung  samt 
Entbindung  von der  Vorschusspflicht  beantragte  (Art.  65  Abs. 1  des 
Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  [VwVG, 
SR 172.021]), 

dass er zur Begründung ausführte, es bestünden entschuldbare Grün-
de für das nicht rechtzeitige Beibringen von Identitätsbelegen, 

dass mithin die Voraussetzungen von Art. 32 Abs. 3 AsylG erfüllt seien 
und das BFM gehalten gewesen wäre, auf sein Asylgesuch einzutre-
ten, 

dass sein Führerschein aus Nigeria nach Weihnachten in der Schweiz 
eintreffen werde, 

dass er eine Bestätigung für seine Bedürftigkeit einreichte, 

dass die vorinstanzlichen Akten am 17. Dezember 2008 beim Bundes-
verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m. Art. 31 - 34 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesverwaltungsgericht [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgesetzes  vom 17.  Juni  2005  über  das  Bundesgericht  [BGG, 
SR 173.110]),

Seite 4

D-8062/2008

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungs-
weise Änderung hat,

dass er zur Einreichung der Beschwerde legitimiert  ist  (Art. 6 AsylG 
i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass auf seine frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde  einzu-
treten  ist  (Art. 108  Abs.  2  AsylG  sowie  Art.  6  AsylG  i.V.m.  Art.  52 
VwVG),

dass  aufgrund  der  abschliessenden  Beschwerde  ein  Entscheid 
während laufender  Beschwerdefrist  möglich  ist  (vgl. Entscheidungen 
und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 
1997 Nr. 13), 

dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung eines zweiten Richters entschie-
den wird (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich, wie nachfolgend aufge-
zeigt, um eine solche Beschwerde handelt, weshalb der Entscheid nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass vorliegend gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass  das  BFM  den  angefochtenen  Nichteintretensentscheid  auf  der 
Grundlage von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG getroffen hat,

dass bei  Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide die Beurtei-
lungszuständigkeit der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Über-
prüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das 
Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass bei  Begründetheit  der Beschwerde die angefochtene Verfügung 
aufzuheben  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorin- 
stanz zurückzuweisen ist (vgl. EMARK 2000 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),

Seite 5

D-8062/2008

dass  gemäss  Art.  32  Abs. 2  Bst.  a  AsylG auf  ein  Asylgesuch  nicht 
eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  den  Behörden  nicht  innerhalb 
von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitäts-
papiere abgeben,

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), oder wenn auf 
Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flücht-
lingseigenschaft  festgestellt  wird  (Art.  32  Abs. 3  Bst.  b  AsylG)  oder 
wenn sich auf Grund der Anhörung die Notwendigkeit zusätzlicher Ab-
klärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Weg-
weisungsvollzugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass  mithin  auch die  Flüchtlingseigenschaft  Prozessgegenstand des 
Beschwerdeverfahrens  bildet,  wobei  im  Rahmen  der  summarischen 
Prüfung  das offenkundige  Fehlen der  Flüchtlingseigenschaft,  sei  es, 
weil die Vorbringen offensichtlich unglaubhaft sind, oder sei es, weil sie 
offensichtlich  keine  flüchtlingsrechtliche  Relevanz  nach  Art.  3  AsylG 
aufweisen, und das offenkundige Fehlen von Wegweisungsvollzugshin-
dernissen zu beurteilen sind (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1),

dass unter  den Begriff  „Reise und Identitätspapiere“  gemäss Art. 32 
Abs. 2 Bst. a AsylG nur solche Dokumente und Ausweise fallen, wel-
che die Identität zweifelsfrei und fälschungssicher belegen, namentlich 
Reisepässe und Identitätskarten (vgl. dazu im Einzelnen BVGE 2007/7 
E. 4-6),

dass der  Beschwerdeführer unbestrittenermassen keine Identitätsdo-
kumente einreichte und dafür keine entschuldbaren Gründe glaubhaft 
machen konnte, 

dass seine Vorbringen zu Identitätsbelegen und zu den Reisemodalitä-
ten wiederholt realitätsfremd und konstruiert anmuten, 

dass beispielsweise seine Aussage, es sei ihm durch Vorzeigen seines 
Führerscheins  die  Einreise  nach  _______  gelungen,  in  dieser  Form 
kaum zutreffen dürfte (A 1/9, S. 6), 

dass  seine  Darlegungen,  der  (abgelaufene)  Reisepass  befinde  sich 
noch in Nigeria und der Führerschein sei in _______ verloren gegan-
gen, überaus stereotyp wirken, 

Seite 6

D-8062/2008

dass seine angeblichen Bemühungen, den Führerschein aus Nigeria 
durch Vermittlung seiner Schwester zu beschaffen, entsprechend nicht 
nachvollzogen werden können, da sich das Dokument ja gar nicht dort 
befinden soll  und sein Erklärungsversuch, dies sei mit  einer offenbar 
vor Ort vorhandenen Quittung für das Dokument möglich, nicht über-
zeugt (A 13/13, Antworten 4 ff.), 

dass in der Beschwerde keine stichhaltigen Argumente, welche die Pa-
pierlosigkeit allenfalls als plausibel erscheinen lassen würden, vorhan-
den sind, 

dass es bei  der Frist  von 48 Stunden gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG nicht um die Beschaffung neuer Papiere, sondern um die Abga-
be der schon existierenden, für die Reise in die Schweiz verwendeten 
Papiere geht, weshalb auch allfällig noch nachgereichte Belege an der 
vorliegenden Einschätzung nichts ändern würden (vgl. EMARK 1999 
Nr. 16 E. 5c.aa S. 109 f.), 

dass demnach der Eingang des vom Beschwerdeführer in Aussicht ge-
stellte Führerscheins – unbesehen der Frage der Tauglichkeit des Do-
kuments als Identitätsbeleg – nicht abzuwarten ist, 

dass  die  entsprechenden  vorinstanzlichen  Erwägungen  nach  einer 
Prüfung der Akten und unter Berücksichtigung der Beschwerdeeinga-
be als insgesamt zutreffend zu erachten sind und zwecks Vermeidung 
von Wiederholungen darauf verwiesen werden kann (Art. 109 Abs. 3 
BGG i.V.m. Art. 6 AsylG und Art. 4 VwVG),

dass der Beschwerdeführer somit nicht glaubhaft darzulegen vermag, 
er sei durch nicht selbst zu verantwortende Umstände an der unver-
züglichen Einreichung von Reise- oder Identitätspapieren im Sinne von 
Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG gehindert  worden (Art. 32 Abs. 3 Bst. a 
AsylG),

dass  aufgrund der pflichtwidrigen Nichtabgabe entsprechender Doku-
mente seine Identität nicht feststeht,

dass - wie bereits erwähnt - bei Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozessgegenstand  des  Beschwer-
deverfahrens bildet, wobei im Rahmen der summarischen Prüfung das 
offenkundige Fehlen der Flüchtlingseigenschaft und das offenkundige 
Fehlen von Wegweisungsvollzugshindernissen zu beurteilen sind, und 

Seite 7

D-8062/2008

sich  die  Offensichtlichkeit  auch  auf  die  Asylrelevanz  beziehen  kann 
(vgl. BVGE 2007/8 E. 5.6.6),

dass die Vorinstanz die Vorbringen des Beschwerdeführers zu Recht 
als offensichtlich nicht asylrelevant qualifiziert hat, 

dass die geltend gemachten Nachstellungen durch Angehörige seiner 
Freundin gemäss der zutreffenden vorinstanzlichen Sichtweise vorlie-
gend  keine  relevante  Verfolgung  ausmachen  und  grundsätzlich  auf 
eine  hinreichende  Schutzfähigkeit  und  Schutzwilligkeit  der  nigeriani-
schen Behörden geschlossen werden kann, 

dass der Beschwerdeführer angab, die Behörden hätten auf seine  An-
zeige hin versprochen, tätig zu werden (A 13/13, Antwort 65), 

dass seine Behauptung, es sei in der Folge nichts geschehen, auch im 
Falle  ihrer  Wahrheit  lediglich  das  allfällige  Ungenügen  einer  lokalen 
Polizeidienststelle belegen würde, was bei einer vorgesetzten Behörde 
rügbar wäre, 

dass mithin nicht davon ausgegangen werden muss, er habe als allfäl-
liges  Opfer lokaler Gewalt  keinen effektiven und zumutbaren Zugang 
zu  einer  grundsätzlich  funktionierenden  Schutz-Infrastruktur  vor  Ort 
gehabt (vgl. EMARK 2006 Nr. 18),

dass er überdies angab, aufgrund der aktuellen persönlichen Situation 
im Osten seines Heimatlandes keine Verfolgung gewärtigen zu müs-
sen und eine Rückkehr in Erwägung zog (A 13/13, Antworten 85 und 
89), 

dass  seine  Vorbringen  ferner  kaum Realkennzeichen  aufweisen,  mit 
Stereotypien behaftet sind und in ihrer wiederholt  vagen Art  ohnehin 
nicht  den  Eindruck  von  tatsächlich  Erlebtem  oder  Befürchtetem 
vermitteln, 

dass  er  sich  zudem  in  widersprüchliche  Darlegungen  verwickelte, 
wobei  wiederum  auf  die  vorinstanzlichen  Erwägungen  verwiesen 
werden kann, 

dass in der Beschwerde diesbezügliche Gegenargumente, welche al-
lenfalls eine andere Einschätzung als die vorgenommene rechtfertigen 
würden, vollständig fehlen, 

Seite 8

D-8062/2008

dass aufgrund  der  Aktenlage  nach der  Anhörung vom 2. Dezember 
2008  das  Nichtbestehen  der  Flüchtlingseigenschaft  einerseits  und  - 
wie sich auch noch aus den nachfolgenden Erwägungen zum Vollzug 
der Wegweisung ergibt - das Fehlen von Wegweisungsvollzugshinder-
nissen andererseits nach dem Gesagten gleichermassen offensichtlich 
waren,

dass  auch  keine  Anhaltspunkte  für  die  Annahme zu  erkennen  sind, 
das BFM habe, um zu seiner Erkenntnis zu gelangen, eine mehr als 
bloss  summarische  materielle  Prüfung  vornehmen  oder  zusätzliche 
sachliche  oder  rechtliche  Abklärungen  treffen  müssen  (vgl.  hierzu 
BVGE 2007/8 E. 5.6.6 S. 91 f.),

dass das BFM demnach korrekterweise Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG ange-
wendet hat und auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, 

dass gemäss Art. 44 Abs. 1 AsylG die Ablehnung eines Asylgesuchs 
oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat, vorliegend der Kanton keine Auf-
enthaltsbewilligung  erteilt  hat  (Art. 32  Bst. a  der  Asylverordnung  1 
über Verfahrensfragen vom 11. August  1999 [AsylV 1])  und sich der 
Beschwerdeführer auch nicht auf einen dahingehenden Anspruch be-
rufen kann (vgl. EMARK 2001 Nr. 21),  weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundes-
gesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Aus-
länder [AuG, SR 142.20), 

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers ins Heimat-
land unter Berücksichtigung der völkerrechtlichen Verpflichtungen der 
Schweiz (Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze 
der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  [Europäische  Menschen-
rechtskonvention,  EMRK, SR 0.101],  Art. 33  Abs. 1 des  Abkommens 
vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [Flüchtlings-
konvention,  FK,  SR 0.142.30])  und  der  Bestimmungen  von  Art.  5 
Abs. 1  AsylG sowie  Art.  25  Abs. 2  und 3  der  Bundesverfassung der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) 

Seite 9

D-8062/2008

zulässig ist, da offensichtlich keine Menschenrechtsverletzungen dro-
hen und ebenso offensichtlich die Flüchtlingseigenschaft nicht besteht,

dass sich alleine aus der allgemeinen Menschenrechtssituation in Ni-
geria kein reales Risiko von Folter oder unmenschlicher oder erniedri-
gender Strafe oder Behandlung herleiten lässt,

dass im Übrigen selbst das Vorliegen einer allgemein schlechten Men-
schenrechtslage  für  die  Annahme  einer  drohenden  Verletzung  von 
Art. 3 EMRK nicht genügt (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 E. 6a S. 122 mit 
zahlreichen Hinweisen),

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  aktuell  nicht  von  einer  Situation  allgemeiner  Gewalt  und  einer 
konkreten Gefährdung der Bevölkerung in Nigeria ausgegangen wer-
den kann,

dass  der  junge  und  gemäss  Aktenlage  gesunde  Beschwerdeführer 
über ein soziales Netz vor Ort, eine gute Ausbildung und Arbeitserfah-
rung verfügt, weshalb er nach seiner Rückkehr nicht in eine existenz-
bedrohende Situation geraten wird (A 1/9, S. 2 f.; A 13/13, Antworten 
33 ff.), 

dass sich aus den Akten mithin auch keine Hinweise auf individuelle 
Gefährdungsmomente des Beschwerdeführers in seinem Heimatstaat 
ergeben, weshalb der Vollzug der Wegweisung zumutbar ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  in  den  Heimatstaat  schliesslich 
möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen  (Art.  83  Abs.  2 
AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der Beschaffung gül-
tiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist darzutun, inwiefern 
die angefochtene Verfügung Bundesrecht  verletzt,  den rechtserhebli-

Seite 10

D-8062/2008

chen Sachverhalt  unrichtig oder unvollständig feststellt  oder unange-
messen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist,

dass das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-
ses  mit  vorliegendem  Entscheid  in  der  Hauptsache  gegenstandslos 
wird,

dass aufgrund der Aussichtslosigkeit der Beschwerde das Gesuch im 
Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  abzulehnen  und  die  Kosten  von 
Fr. 600.--  (Art.  1-3  des  Reglements  vom 21. Februar  2008  über  die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE,  SR  173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind 
(Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 11

D-8062/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sin-
ne von Art. 65 Abs.1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an:

- den  Beschwerdeführer (Einschreiben;  Beilage:  Einzahlungsschein 
und angefochtene Verfügung im Original)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie)

- _______

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Nina Spälti Giannakitsas Patrick Weber

Versand:

Seite 12