# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5e7487d4-852c-5b13-97a8-569927d74354
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.07.2009 D-4466/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4466-2009_2009-07-16.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4466/2009/dcl
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  J u l i  2 0 0 9

Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), 
mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer;
Gerichtsschreiber Martin Scheyli

M._______ I._______, geboren [...], Nigeria,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 2. Juli 2009 / N _______

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4466/2009

Das Bundesverwaltungsgericht,

in Anwendung 

des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31),

des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs-
verfahren (VwVG, SR 172.021),

des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungs-
gericht (VGG, SR 173.32),

des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesgericht 
(BGG, SR 173.110),

des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerin-
nen und Ausländer (AuG, SR 142.20),

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2),

stellt fest,

dass der Beschwerdeführer am 28. Oktober  2008 ohne Abgabe von 
Identitätsdokumenten in der Schweiz ein Asylgesuch stellte, 

dass  er  durch das  Bundesamt für  Migration  (BFM) am 5. November 
2008 summarisch und am 26. Mai 2009 nach Art. 29 Abs. 1 AsylG an-
gehört wurde,

dass er dabei zu seinen Asylgründen im Wesentlichen ausführte,  im 
Jahr 2004 sei es in seinem Heimatdorf A._______ (Stadt B._______, 
Bundesstaat  Anambra)  mit  Verwandten  zu  einem  Konflikt  über  ein 
Stück Land seines verstorbenen Vaters gekommen,

dass  mutmasslich  im  Zusammenhang  mit  diesem  Landkonflikt  am 
12. Dezember 2005 sein Bruder erschossen worden sei,

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dass er am 21. Oktober 2008 in seinem Laden, den er seit 1996 bis zu 
seiner Ausreise in B._______ geführt habe, von drei Männern gesucht 
worden sei, die ihn gemäss Aussagen Dritter hätten töten wollen,

dass davon auszugehen sei, dies sei ebenfalls auf jenen Landkonflikt 
zurückzuführen,

dass er  sich unmittelbar nach diesem Vorfall  zunächst  in  die Haupt-
stadt  Abuja  begeben  habe  und  auf  Anraten  eines  Onkels  am 
27. Oktober 2008 auf dem Luftweg aus Nigeria ausgereist sei,

dass der Beschwerdeführer auf entsprechende Frage hin zu Protokoll 
gab, weder einen Reisepass noch eine Identitätskarte, sondern ledig-
lich  einen  Geburtsschein  zu  besitzen,  der  sich  indessen  bei  seiner 
Mutter in B._______ befinde, 

dass er in diesem Zusammenhang ferner ausführte, er habe die Flug-
reise zwischen Nigeria und der Schweiz mittels eines Reisedokuments 
zurückgelegt, das er indessen nicht mehr besitze und nicht näher zu 
beschreiben vermöge,

dass für weitere Einzelheiten auf die angefochtene Verfügung und die 
vorinstanzlichen Akten verwiesen werden kann (vgl. Art. 111a Abs. 2 
AsylG),

dass Abklärungen des BFM ergaben, dass der Beschwerdeführer am 
14. Oktober 2001 unter der Identität  C._______ A._______ (geboren 
[...], Nigeria) in Österreich registriert worden war,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  2. Juli  2009  in  Anwendung  von 
Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdefüh-
rers nicht eintrat, dessen Wegweisung aus der Schweiz anordnete und 
den Vollzug als zulässig, zumutbar und möglich erachtete,

dass diese Verfügung dem Beschwerdeführer am 6. Juli 2009 eröffnet 
wurde,

dass der Beschwerdeführer die Verfügung des BFM mit Eingabe vom 
10. Juli 2009 beim Bundesverwaltungsgericht anfocht,

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dass er dabei beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, 
auf sein Asylgesuch sei einzutreten und dieses sei zu erneuter Beur-
teilung an das BFM zurückzuweisen,

dass der Beschwerdeführer ferner um die Gewährung der unentgeltli-
chen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ersuchte, 

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht  gemäss Art. 31 VGG Beschwer-
den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG beurteilt,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  über  Verfügungen,  die  gestützt 
auf  das AsylG durch das  BFM erlassen worden sind,  endgültig  ent-
scheidet (Art. 105 Abs. 1 AsylG iVm. Art. 31-34 VGG; Art. 83 Bst, Ziff d 
BGG),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 105 AsylG iV.m. Art. 52 VwVG),

dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht, einschliesslich Missbrauch und Überschreitung des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden 
können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer 
zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG),

dass der Beschwerdeentscheid vorliegend nur summarisch zu begrün-
den (Art. 111a Abs. 2 AsylG) und auf einen Schriftenwechsel zu ver-
zichten ist (Art. 111a Abs. 1 AsylG),

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dass nach Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf ein Asylgesuch nicht einge-
treten wird, wenn die asylsuchende Person den Behörden nicht inner-
halb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Iden-
titätspapiere abgibt, 

dass  diese  Bestimmung  keine  Anwendung  findet,  wenn  die  asylsu-
chende Person glaubhaft machen kann, dass sie dazu aus entschuld-
baren Gründen nicht in der Lage ist oder auf Grund der Anhörung so-
wie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festge-
stellt  wird oder  zusätzliche Abklärungen zur  Feststellung der  Flücht-
lingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig 
sind (vgl. Art. 32 Abs. 3 AsylG),

dass das Bundesamt offensichtlich zu Recht zum Schluss gelangt ist, 
der  Beschwerdeführer  mache  keine  entschuldbaren  Gründe  für  das 
versäumte Einreichen von Identitätsdokumenten geltend, 

dass diesbezüglich ausserdem festzustellen ist, dass auch die Anga-
ben  des  Beschwerdeführers  zum  Verlauf  seines  Reisewegs  in  die 
Schweiz  und  die  dabei  verwendeten  Identitätsdokumente  realitäts-
fremd sind,

dass der Beschwerdeführer des Weiteren bis zum heutigen Zeitpunkt 
offensichtlich keine Anstrengungen unternommen hat, Identitätsdoku-
mente nachzureichen, 

dass auch die diesbezüglichen Angaben in  der  Beschwerdeschrift  – 
wonach er bis heute niemanden gefunden habe, der zu seiner Mutter 
in  sein Heimatdorf  habe gehen können – als  Rechtfertigung des er-
wähnten Versäumnisses untauglich sind,

dass  vielmehr,  nachdem  feststeht,  dass  der  Beschwerdeführer  am 
14. Oktober 2001 unter dem Namen C._______ A._______ (geboren 
[...],  Nigeria) in Österreich registriert  wurde, ausserdem zu vermuten 
ist, er verschleiere seine wahre Identität,

dass die Angaben des Beschwerdeführers, er sei in Nigeria aufgrund 
eines  Landkonflikts  in  seinem  Heimatdorf  durch  Verwandte  an  Leib 
und Leben bedroht, offensichtlich nicht geeignet sind, eine asylrecht-
lich relevante Verfolgung zu begründen,

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dass vielmehr festzustellen ist, dass es dem Beschwerdeführer zuzu-
muten ist, gegen die geltend gemachte Bedrohung um den Schutz der 
nigerianischen Behörden zu ersuchen,

dass  dabei  ausserdem  festzustellen  ist,  dass  der  Beschwerdeführer 
zwar angab, der Tod seines Bruders sei den Behörden gemeldet wor-
den, er indessen offenbar keinerlei Anstrengungen unternommen hat, 
bezüglich seiner angeblichen eigenen Probleme behördlichen Schutz 
zu erlangen,

dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  zu  seinen  Asylgründen 
somit als asylrechtlich nicht relevant zu erachten sind,

dass auch die Ausführungen in  der  Beschwerdeschrift  –  die sich im 
Wesentlichen auf Wiederholungen der bei den durchgeführten Anhö-
rungen gemachten Aussagen beschränken – offensichtlich ungeeignet 
sind, eine andere Einschätzung herbeizuführen,

dass angesichts des Gesagten auch keine Abklärungen im Sinne von 
Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG nötig erscheinen,

dass das BFM daher zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerde-
führers nicht eingetreten ist, 

dass, befindet sich der Asylsuchende nicht im Besitz einer ausländer-
rechtlichen Aufenthaltsbewilligung, die Anordnung der Wegweisung die 
gesetzliche  Regelfolge  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ist 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  über  keine  derartige  Bewilligung  verfügt 
und auch keinen Anspruch auf eine solche geltend machen kann, wes-
halb die von der Vorinstanz ausgesprochene Wegweisung im Einklang 
mit  den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist  (vgl. 
Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2001 Nr. 21),

dass das Bundesamt, ist der Vollzug nicht möglich, nicht zulässig oder 
nicht  zumutbar,  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme von  Ausländern  regelt 
(Art. 44 Abs. 2 AsylG),

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dass das BFM den Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers 
als zulässig, zumutbar und möglich im Sinne von Art. 83 AuG erachtet 
hat,

dass diesbezüglich weder angesichts der allgemeinen Lage in Nigeria 
noch aufgrund der persönlichen Situation  des Beschwerdeführers ir-
gendwelche Anhaltspunkte gegeben sind, die zu einer anderen als der 
von der Vorinstanz getroffenen Einschätzung zu führen vermögen,

dass die  angefochtene Verfügung,  da diese weder  Bundesrecht  ver-
letzt noch unangemessen ist und der rechtserhebliche Sachverhalt von 
der Vorinstanz richtig und vollständig festgestellt  wurde (vgl. Art. 106 
AsylG), somit zu bestätigen und die Beschwerde folglich abzuweisen 
ist,

dass  sich  die  Beschwerde  nach  dem  Gesagten  als  von  vornherein 
aussichtslos erwiesen hat, weshalb auch das Gesuch um Gewährung 
der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG – 
unabhängig von der Frage einer allfälligen prozessrechtlichen Bedürf-
tigkeit des Beschwerdeführers – abzuweisen ist,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten von Fr. 600.-- 
(Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 VGKE) dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-- werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer  (eingeschrieben;  Beilagen:  Einzahlungs-
schein; angefochtene Verfügung im Original)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt, mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 
(in Kopie)

- das  Migrationsamt  des  Kantons  X._______,  Ref.-Nr.  _______  (in 
Kopie, per Telefax)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Martin Scheyli

Versand: 

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