# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6d18c6c5-218d-5889-8409-5417e1c189dd
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-04-11
**Language:** de
**Title:** Tierheim in der Landwirtschaftszone. Negative Standortgebundenheit. RPG 24. Reduktion der Anzahl Hunde zur Eindämmung von Lärmimmissionen.
**Docket/Reference:** BRGE IV Nrn. 0034-0035/2019
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_iv_nrn._0034_und_0035-2019_vom_11._april_2019.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
4. Abteilung 

G.-Nrn. 
BRGE IV Nr. 

R4.2018.00024 und R4.2018.00025 
0034/2019 und 0035/2019 

Entscheid vom 11. April 2019 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Reto Philipp, Baurichter Andreas Madianos, Baurichter 
Urs Hany, Gerichtsschreiberin Lisa Kälin     

in Sachen 

Rekurrierende 

R4.2018.00024 
D. und R. I., [….]  

R4.2018.00025 
Rekurrierende 1 – 11, [….]   

gegen 

Rekursgegnerschaft 

1.  Gemeinderat X, [….]  
2.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  

3.  Tierschutzverein YZ, [….]  

betreffend 

Gemeinderatsbeschluss vom 8. Januar 2018 sowie Gesamtverfügung Bau-
direktion  Kanton  Zürich  BVV 16-1459  vom  4. Dezember  2017;  Baubewilli-
gung für Umbau Wohn- und Ökonomiegebäude zu Tierheim mit Tierausläu-
fen  
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit  Beschluss  vom  8. Januar  2018  erteilte  der  Gemeinderat  X  dem  Tier-

schutzverein YZ die baurechtliche Bewilligung für den Umbau eines Wohn- 

und Ökonomiegebäudes zu einem Tierheim mit Ausläufen auf den Grund-

stücken Kat.-Nrn. 0001 und 0002 [….]. 

Gleichzeitig  wurde  die  raumplanungsrechtliche  Bewilligung  der  Baudirekti-

on Kanton Zürich vom 4. Dezember 2017 für das Bauvorhaben eröffnet. 

B. 

Gegen diese Entscheide erhoben D. und R. I. (Rekurrentschaft 1) mit Ein-

gabe vom 9. Februar 2018 Rekurs beim Baurekursgericht des Kantons Zü-

rich und beantragten Folgendes: 

" 1.  Der Bauentscheid des Gemeinderates X vom 08. Januar 2018 
in Sachen Tierschutzverein YZ und die Gesamtverfügung der 
Baudirektion  des  Kantons  Zürich  vom  04. Dezember  2017, 
Referenz-Nr. BVV 16-1459,  seien  aufzuheben  und  die  bau-
rechtliche Bewilligung zu verweigern. 

2.  Es sei ein Augenschein durchzuführen. 

3.  Den  Rekurrenten  sei  eine  angemessene  Prozessentschädi-

gung zuzusprechen. 

4.  Die  Kosten  des  Rekursverfahren  seien  der  Rekursgegner-

schaft aufzuerlegen. 

5.  Es sei dem Rekurs die aufschiebende Wirkung zu erteilen." 

Weitere Anwohner erhoben ebenfalls Rekurs [….] (Rekurrentschaft 2), dies  
mit gemeinsamer Eingabe vom 12. Februar 2018 und stellten folgende An-

träge: 

" 1.  Die  Baubewilligung  Nr. 05.03.0  der  Gemeinde  X  vom 
8. Januar  2018  sowie  die  Gesamtverfügung  der  Baudirektion 
des Kantons Zürich BVV 16-1459 vom 4. Dezember 2017 sei-
en aufzuheben. 

2.  Es sei ein Augenschein durchzuführen. 

3.  Den Rekursgegnern seien die Verfahrenskosten aufzuerlegen, 
und sie seien zu verpflichten, den Rekurrenten eine angemes-
sene Umtriebsenschädigung (inkl. MwSt.) zu entrichten." 

R4.2018.00024 

Seite 2 

 
 
C. 

Mit Verfügungen vom 12. und 14. Februar 2018 wurde vom Rekurs der Re-

kurrentschaft 1  unter  der  Geschäftsnummer  G.-Nr. R4.2018.00024  und 

vom  Rekurs  der  Rekurrentschaft 2  unter  G.-Nr. R4.2018.00025  Vormerk 

genommen, die Vernehmlassungsverfahren eröffnet und die aufschiebende 

Wirkung erteilt. 

D. 

Mit  Eingaben  vom  12.  bzw.  13. März  2018  beantragten  sowohl  der  Ge-

meinderat X als auch die Baudirektion in beiden Verfahren die Abweisung 

der Rekurse, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekur-

rierenden.  Der  private  Rekursgegner  beantragte  mit  Eingaben  vom 

16. März 2018 in beiden Verfahren Folgendes: 

" 1.  Die  Rekursverfahren R4.2018.00024  und  R4.2018.00025  sei-

en zu vereinigen. 

2.  Auf  den  Rekurs  von  D.  und  R.  I.  sei  nicht  einzutreten.  Even-

tualiter sei der Rekurs vollumfänglich abzuweisen. 

3.  Der Rekurs von O. und L. H. und ihren 10 Mitrekurrenten sei 

abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.  

4. 

Für  das  Provisorium  im  Gebäude  Assek.-Nr. 3347  (Notfallbe-
trieb)  sei  die  Bau-  und  Nutzungsfreigabe  als  Zwischenent-
scheid umgehend zu erteilen.  

5.  Es sei ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen. 

6.  Es sei ein Augenschein durchzuführen. 

7.  Die  Verfahrenskosten  seien  den  Rekurrenten  aufzuerlegen 
und  es sei  der  Rekursgegnerin  Nr. 3 eine angemessene  Pro-
zessentschädigung zuzusprechen." 

E. 

Nach  Fristansetzung  zur  Stellungnahme  zu  Antrag 4  des  privaten  Rekurs-

gegners erklärten beide Rekurrentschaften mit Eingaben vom 9. und 3. Ap-

ril  2018  ihr  diesbezügliches  Einverständnis.  Mit  Präsidialverfügungen  vom 

10. April  2018  wurde  den  Rekursen  die  aufschiebende  Wirkung  in  Bezug 

auf  das  Provisorium  im  Gebäude  Vers.-Nr. 3347  (Notfallbetrieb)  entzogen 

und den Rekurrierenden Frist zur Replik angesetzt. 

R4.2018.00024 

Seite 3 

 
 
F. 

Mit Repliken vom 9. und 11. April 2018 sowie Dupliken vom 26. April 2018 

hielten  die  Rekurrentschaften  und  der  Gemeinderat  X  an  ihren  gestellten 

Anträgen  fest.  Der  private  Rekursgegner  beantragte  in  seiner  Duplik  vom 

26. April 2018 Folgendes: 

" 1.  Wir halten an den in unserer Vernehmlassung vom 13.3.2018 
[recte: 16.3.2018]  gestellten  Anträgen  Nrn. 1,  2,  3,  6  und  7 
vollumfänglich fest. 

2.  Den  Anträgen  Nrn. 4  (Zwischenentscheid  Provisorium)  und  5 

(2. Schriftenwechsel) ist entsprochen worden. 

3. 

Für den Augenschein seien zwei Hundeführer der Stadtpolizei 
Winterthur oder der Kantonspolizei mit ihren Hunden aufzubie-
ten." 

Die Baudirektion verzichtete auf Erstattung einer Duplik. 

G. 

Am 24. Mai 2018 führte eine Delegation der 4. Abteilung des Baurekursge-

richts im Beisein der Parteien einen Augenschein auf dem Lokal durch. Die 

Verfahren  wurden  im  Einverständnis  aller  Parteien  zwecks  Führen  von 

Vergleichsgesprächen sistiert.  

Mit  Eingabe  vom  15. Januar  2019  stellte  die  Bauherrschaft  in  beiden  Ver-

fahren ein Fortsetzungsbegehren und folgende Anträge: 

" 1.  Wir halten an den in unserer Vernehmlassung vom 16.3.2018 
gestellten Anträgen Nrn. 1, 2, 3 und 7 vollumfänglich fest. 

2.  Eventualiter sei anzuordnen, dass auf die Erstellung der talsei-
tigen  Hundeboxen  (ausgenommen  die  allseits  geschlossene 
Quarantänebox) zu verzichten sei." 

Nachdem  mit  Präsidialverfügungen  vom  23. Januar  2019  die  Verfahren 

fortgesetzt wurden, liess sich die Rekurrentschaft 2 mit Eingabe vom 7. Fe-

bruar 2019 nochmals vernehmen. 

R4.2018.00024 

Seite 4 

 
 
 
 
Es kommt in Betracht: 

1. 

Die Rekurse G.-Nrn. R4.2018.00024 und R4.2018.00025 beziehen sich auf 

dasselbe  Bauvorhaben  und  werfen  im  Wesentlichen  die  gleichen  Rechts-

fragen  auf.  Die  Verfahren  sind  daher  aus  prozessökonomischen  Gründen 

zu vereinigen. 

2. 

Die  Baugrundstücke  Kat.-Nrn. 0002  und  0001  liegen  in  der  Landwirt-

schaftszone am Hang. Dazwischen verläuft gegen Westen die leicht abfal-

lende  L.-Strasse  [….].  Das  südseitig  der  Strasse  liegende  Grundstück 

Kat.-Nr. 0002 ist mit einem Schopf/Garage (Vers.-Nr. 3347) überbaut. Darin 

sind  die  Igelstation  und  ein  Materialraum  vorgesehen,  wogegen  sich  die 

Rekurrierenden  nicht  zur  Wehr  setzen.  Strittig  ist  der  auf  dem  Grundstück 

Kat.-Nr.  0001  geplante  Um-  und  Erweiterungsbau  des  ehemaligen  Wohn- 

und  Ökonomiegebäudes  Vers.-Nr. 3137  zu  einem  Tierheim  u.a.  für  bis  zu 

25 Hunde.  An  der  Westfassade  soll  der  bestehende  Anbau  mit  Pultdach 

abgebrochen und es sollen vier Hundeboxen mit davorliegenden Zwingern 

erstellt werden. Gegen Norden ist ein eingeschossiger Anbau ebenfalls mit 

vier  Hundeboxen  und  davorliegenden  Zwingern  geplant  sowie  eine  einzig 

im Innern liegende Quarantänebox. Die Bauherrschaft geht in ihrer Progno-

se entsprechend von 17 Hunden aus: je zwei pro Box und einer in der Qua-

rantänebox.  Westlich  des  Ökonomieteils,  angrenzend  an  die  Hundezwin-
ger,  ist  ein  Hundeauslauf  mit  220 m2  Fläche  vorgesehen,  der  gegen  die 
Liebensbergerstrasse  mit  einem  Lebhag  abgegrenzt  werden  soll.  Gegen 
Osten ist ein weiterer, rund 303 m2 grosser Hundeauslauf geplant.  

3. 

Zum Rekurs und zur Beschwerde ist berechtigt, wer durch die angefochte-

ne Anordnung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an ihrer Aufhe-

bung  oder  Änderung  hat  (§ 338a  Satz 1  des  Planungs-  und  Baugesetzes 

[PBG]). Damit wird die Rechtsmittellegitimation bei der Anfechtung von An-

ordnungen  umschrieben,  die  in  Anwendung  des  Raumplanungsgesetzes, 

des  Umweltschutzgesetzes  oder  des  Planungs-  und  Baugesetzes  ergan-

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Seite 5 

 
 
gen  sind  (vgl.  § 329  Abs. 1  PBG;  Martin  Bertschi,  in:  Kommentar  VRG, 

3. Aufl.,  Zürich/Basel/Genf 2014,  § 21  Rz. 10 ff.  und  53 ff.,  auch  zum  Fol-

genden). 

Die  Bestimmung  von  § 338a  PBG  verlangt  zunächst  eine  besondere,  be-

achtenswerte,  nahe  Beziehung  zum  Streitgegenstand,  kraft  derer  der  Re-

kurrent stärker als beliebige Dritte oder die Allgemeinheit von der angefoch-

tenen Anordnung betroffen ist. Der Rekurrent muss demnach über eine hin-

reichend enge nachbarliche Raumbeziehung zum Baugrundstück bzw. den 

dort  vorgesehenen  Bauten  und  Anlagen  verfügen.  Diese  Raumbeziehung 

ergibt  sich  nicht  allein  aus  der  in  Metern  gemessenen  Distanz  zum  Bau-

grundstück.  Die  Distanz  ist  aber  als  Kriterium  zu  beachten.  Daneben  sind 

auch weitere Umstände wie etwa eine allfällige Hanglage oder gegebenen-

falls eine Sichtverbindung zu berücksichtigen. Die hinreichend enge Raum-

beziehung  kann  namentlich  dann  zu  bejahen  sein,  wenn  das  Grundstück 

des  Rekurrenten  unmittelbar  an  das  Baugrundstück  angrenzt  oder  nur 

durch einen Verkehrsträger von diesem getrennt ist. 

Ob eine legitimationsbegründend enge Raumbeziehung gegeben ist, hängt 

auch von der Art der geltend gemachten oder sich sonst aus den Akten er-

gebenden Einwirkungen auf das rekurrentische Grundstück ab. So vermö-

gen sich etwa Schattenwurf oder Lichtentzug nur bei verhältnismässig en-

ger  Nachbarschaft  auszuwirken,  während  von  Grossanlagen  ausgehende 

Immissionen  sehr  weit  reichen  können.  In  solchen  Fällen  kann  auch  eine 

Vielzahl von Grundstücken bzw. Personen betroffen sein, ohne dass diese 

deswegen als – nicht legitimierte – Allgemeinheit zu betrachten wären. Un-

erheblich ist, ob die zur Betroffenheit führenden Einwirkungen rechtswidrig 

bzw. Gegenstand der materiell-rechtlichen Rügen sind oder nicht. 

Der Rekurrent K. N. ist sowohl Eigentümer des im Osten in einem Punkt di-
rekt an die Bauparzelle grenzenden Grundstücks Kat.-Nr. [….] als auch des 

knapp 30 m entfernt liegenden Grundstücks Kat.-Nr. [….] (Siedlung E. M.), 

wo er auch wohnhaft ist; beide Grundstücke liegen in der Landwirtschafts-

zone.  Die  anderen  Rekurrierenden  sind  allesamt  im  Quartier  S.-Strasse 

nordwestlich des Baugrundstücks wohnhaft: Die Grundstücke von J. E., A. 

H. und W. H. [….] liegen in der Wohnzone W1B mit ES II, grenzen im Sü-

den  an  die  Landwirtschaftszone  und  sind  rund  175 m,  147 m  bzw.  125 m 

vom Baugrundstück entfernt. Die Grundstücke von K. G., S. A, I. P. sowie 

O.  und  L.  H.  gehören  zur  Wohnzone  W2,  ES II,  grenzen  im  Osten  an  die 

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Landwirtschaftszone und sind 155 m, 175 m, 195 m bzw. 235 m vom Bau-

grundstück entfernt. Einzig die Grundstücke von C. N., U. S. sowie R. und 

B.  A.  grenzen  nicht  an  die  Landwirtschaftszone  und  liegen  rund  272 m, 

232 m bzw. 255 m vom Baugrundstück entfernt. In rund 300 m Entfernung 

zum  Baugrundstück  und  damit  am  weitesten  entfernt,  befindet  sich  das 

Grundstück  [….]  der  Rekurrentschaft 1.  Angesichts  der  gerügten  Beein-

trächtigungen  (insbesondere  Lärmimmissionen  durch  Hundegebell)  sowie 

der zwischen [….] Quartier S.-Strasse und Baugrundstück liegenden, leicht 

abfallenden  und  nicht  überbauten  Landwirtrschaftsfläche  sind  alle  als 

Nachbarn mehr als beliebige Dritte vom Bauvorhaben betroffen und damit 

auch  aus  dieser  Distanz  zum  Rekurs  legitimiert.  Dies  gilt  aufgrund  der 

grossen Nähe ebenfalls für die Siedlung E. M. Da auch die übrigen formell-

rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Rekurse einzutreten. 

4.1. 

Die  Rekurrierenden  bringen  zusammengefasst  vor,  die  Baudirektion  habe 

zu  Unrecht  die  negative  Standortgebundenheit  des  Tierheims  bejaht.  Die 

Rekurrentschaft 1 bemängelt, es sei nicht ersichtlich, ob überhaupt andere 

Standorte in der Bauzone geprüft worden seien, was aber eine zwingende 

Voraussetzung  wäre,  um  überhaupt  prüfen  zu  dürfen,  ob  gestützt  auf 

Art. 24  des  Raumplanungsgesetzes  (RPG)  eine  Ausnahmebewilligung  er-

teilt werden könne. Selbst wenn jedoch die negative Standortgebundenheit 

zu  bejahen  wäre,  sei  nicht  ersichtlich,  weshalb  dem  Tierheim  auf  einem 

Grundstück, welches unmittelbar an die Wohnzone grenze, die Bewilligung 

erteilt  worden  sei.  Insbesondere  sei  die  Baudirektion,  so  auch  die  Rekur-

rentschaft 2,  in  ihrer  Interessenabwägung  von  teilweise  unzutreffenden 

oder  widersprüchlichen  Annahmen  ausgegangen:  Hundegebell  gehe  mit-

nichten in der zonenkonformen Geräuschkulisse landwirtschaftlicher Tätig-
keiten  wie  Heugebläse  oder  Tierzucht  auf.  Ausserdem  sei  das  Führen  ei-

nes  Hundeheims  keine  dem  Gemeinwesen  übertragene  öffentliche  Aufga-

be  und  liege  entsprechend  auch  nicht  im  öffentlichen  Interesse.  Der  ge-

machte  Verweis  auf  die  Polizeiverordnung  sei  ungenügend,  um  sicherzu-

stellen,  dass  während  den  Ruhezeiten  auch  tatsächlich  Ruhe  herrsche. 

Dies zumal im Tierheim bis zu 25, teilweise wohl verhaltensauffällige Hun-

de  untergebracht  werden  sollten  und  jeweils  nur  zwei  Personen  dauerhaft 

anwesend sein würden. Auch der von der Baudirektion gezogene Schluss, 

dass  mit  dem  Tierheim  keine  erheblichen  neuen  Auswirkungen  auf  Raum 

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und Umwelt entstehen würden, sei nicht haltbar. Zum einen lebten bis jetzt 

keine  Hunde  auf  dem  Baugrundstück,  zum  anderen  werde  mit  dem  Tier-

heim  auch  Mehrverkehr  ausgelöst,  was  insbesondere  die  Verkehrssicher-

heit der Kinder auf dem Schulweg zusätzlich gefährden könne.  

4.2.1. 

In der Landwirtschaftszone sind Bauten und Anlagen zonenkonform, wenn 

sie der bodenabhängigen Bewirtschaftung (landwirtschaftliche Bewirtschaf-

tung bzw. produzierender Gartenbau) oder der inneren Aufstockung dienen 

(Art. 16a  Abs. 1  und  2  RPG;  Art. 34  Abs. 1  der  Raumplanungsverordnung 

[RPV]). Das vorliegend streitbetroffene Tierheim ist in der Landwirtschafts-

zone offensichtlich nicht zonenkonform. 

4.2.2. 

Gemäss  Art. 24  RPG  kann  die  Errichtung  von  Bauten  und  Anlagen  aus-

serhalb  der  Bauzonen  sowie  deren  Zweckänderung  abweichend  von 

Art. 22 Abs. 2 lit. a RPG bewilligt werden, wenn der Zweck der Bauten und 

Anlagen einen Standort  ausserhalb der  Bauzonen  erfordert  (lit. a)  und  der 

Bewilligung keine überwiegenden Interessen entgegenstehen (lit. b). 

Eine  Baute  oder  Anlage  ist  dann  standortgebunden,  wenn  sie  aus  techni-

schen  oder  betrieblichen  Gründen  oder  aber  aus  Gründen  der  Bodenbe-

schaffenheit  auf  einen  bestimmten  Standort  ausserhalb  der  Bauzonen  an-

gewiesen  ist.  Ausreichend  ist  eine  relative  Standortgebundenheit.  Es  ist 

demnach  nicht  (im  Sinne  einer  absoluten  Standortgebundenheit)  erforder-

lich, dass überhaupt kein anderer Standort in Betracht fällt. Es müssen je-

doch besonders wichtige und objektive Gründe vorliegen, die den vorgese-

henen Standort gegenüber andern Standorten innerhalb einer Bauzone als 

wesentlich  vorteilhafter  erscheinen  lassen.  Subjektive,  in  der  Person  des 
Gesuchstellers  liegende  Motive  wie  namentlich  finanzielle  Verhältnisse 

oder  persönliche  Zweckmässigkeit  stellen  regelmässig  keine  solche  Grün-

de dar. An das Erfordernis der Standortgebundenheit sind stets sehr stren-

ge  Anforderungen  zu  stellen,  weil  andernfalls  die  vom  Raumplanungsge-

setz  bezweckte  Trennung  zwischen  Bau-  und  Nichtbaugebiet  nicht  mehr 

gewährleistet ist. 

Die Standortgebundenheit kann eine positive oder eine negative sein. Posi-

tiv standortgebunden ist eine Baute oder Anlage dann, wenn sie aus tech-

nischen oder betrieblichen Gründen oder aber aus Gründen der Bodenbe-

R4.2018.00024 

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schaffenheit  auf  einen  bestimmten  Standort  ausserhalb  der  Bauzonen  an-

gewiesen ist. Dies trifft etwa auf Energie- oder Rohstoffgewinnungsanlagen 

oder  auf  Bergrestaurants  zu.  Negative  Standortgebundenheit  liegt  vor, 

wenn eine Baute oder Anlage auf Grund der von ihr ausgehenden Auswir-

kungen oder Gefahren nicht in einer Bauzone realisiert werden kann. Dazu 

gehören z.B. ein Schiessstand, eine Abfalldeponie oder ein Tierheim. Kön-

nen die Auswirkungen gestützt auf das Umweltschutzrecht soweit begrenzt 

werden,  dass  das  Vorhaben  in  einer  Bauzone  realisiert  werden  kann,  fällt 

die Annahme der negativen Standortgebundenheit ausser Betracht (Walter 

Haller/Peter  Karlen,  Raumplanungs-,  Bau-  und  Umweltrecht,  Band I, 

3. Aufl.,  Zürich 1999,  Rz. 709 ff.  und  dortige  Hinweise  auf  die  Rechtspre-

chung).  Weiter  ist  zu  prüfen,  ob  sich  in  der  Region  keine  geeignete  Nut-

zungszone finden lässt (vgl. Rudolf Muggli, Kommentar zum Bundesgesetz 

über die Raumplanung, hrsg. von Heinz Aemisegger/Pierre Moor/Alexander 

Ruch/Pierre Tschannen, Zürich 2017, Art. 24 Rz. 13). 

4.3. 

In der Vernehmlassung dokumentiert die Bauherrschaft ihre bei der Baudi-

rektion  vorgebrachten  Bestrebungen,  einen  geeigneten  Standort  für  ein 

Tierheim in der Bauzone zu finden (act. 16.9). Diese zeigen, dass der Tier-

schutzverein schon seit längerer Zeit auf der Suche nach einem geeigneten 

Standort ist. Die Rekurrentschaft 1 stellt diese replicando pauschal als un-

genügend in Abrede. Auch wenn letztlich nicht vollständig auszuschliessen 

ist,  dass  es  in  der  Region  Winterthur  in  der  Bauzone  allenfalls  trotzdem 

noch einen möglichen Standort gäbe, hat die Bauherrschaft diesbezügliche 

Bestrebungen getätigt und genügend substanziiert. Die Baudirektion hat zu 

Recht die Voraussetzungen einer negativen Standortgebundenheit geprüft. 

4.4. 

Die  Baudirektion  bejaht  die  negative  Standortgebundenheit  des  Tierheims 

mit  der  Begründung,  es  würden  mehr  als  acht  Hunde  gehalten  und  es 

stünden keine überwiegenden öffentlichen Interessen entgegen. Diese An-

sicht findet Unterstützung im Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 9. Juli 

2015, welcher festhält, dass die gewerbliche Betreuung von acht Hunden in 

der  Wohnzone  den  Rahmen  des  Zulässigen  sprenge  und  als  zonenwidrig 
qualifiziert werden müsse (VB.2015.00019 vom 9. Juli 2015, E. 6.3.1.). Dies 

entspricht  auch  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung,  wonach  die  ge-

werbliche Haltung von bis zu neun Hunden typischerweise zu Immissionen 

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Seite 9 

 
 
führt (insbesondere Bellen), die über das hinausgehen, was normalerweise 

mit  dem  Wohnen  verbunden  ist  (BGr 1C_538/2011  vom  25. Juni 2012, 

E. 5.1.2).  Im  Anbetracht  dessen,  dass  vorliegend  von  einer  gewerblichen 

Haltung von bis zu 25 Hunden die Rede ist, hat die Baudirektion die negati-

ve  Standortgebundenheit  grundsätzlich  zu  Recht  bejaht.  Zu  prüfen  ist,  ob 

dem  Projekt  allgemein  keine  überwiegenden  Interessen  entgegenstehen, 

im Besonderen ist das Augenmerk auf die Lärmimmissionen zu richten. 

5. 

Die  Vorinstanzen  haben  das  strittige  Tierheim  am  vorliegenden  Standort 

unter Auflagen bewilligt. So darf das Maximum von 25 Hunden nicht über-

schritten werden und die Belegung der Hundezwinger ist so vorzunehmen, 

dass das Hundegebell so weit wie möglich verhindert wird. Über Nacht sind 

die  Hunde  im  Gebäudeinnern  zu  halten.  Gemäss  Polizeiverordnung  vom 

27. Juni  2016  dauert  die  Nachtruhe  von  22:00 Uhr  bis  7:00 Uhr.  Mit  Aus-

nahme  der  Lärmschutzwand  sind  die  in  der  Gesamtverfügung  der  Baudi-

rektion, in der "Einzelfallbeurteilung Tierheim im Sinne der Vollzugshilfe All-

tagslärm"  vom  10. Mai  2017  und  im  Plan  "Lärmschutzmassnahmen"  vom 

13. Juli  2017  erwähnten  technischen  und  betrieblichen  Massnahmen  um-

zusetzen  und  einzuhalten  (act. 3  Dispositivziffer I.3).  Die  technischen 

Massnahmen  verlangen  den  Bau  von  schallgedämmten  Hundeboxen,  ge-

eignete Massnahmen zur Vermeidung von Schallreflexionen in den Hunde-

häusern  und  -boxen  und  eine  örtliche  Trennung  der  Hunde  mittels  Sicht-

schutz.  Betrieblich  soll  bei  der  Auswahl  der  Hunde  auf  eine  harmonische 

Gruppenzusammensetzung  in  den  Ausläufen  geachtet  werden  ("verträgli-

che"  Rassen),  der  Freilauf  der  Hunde  muss  getrennt  erfolgen,  die  Anzahl 

der gleichzeitig im Freien weilenden Hunde ist zu begrenzen, die Fütterung 

der  Hunde  ist  ausschliesslich  im  Gebäude  durchzuführen  und  die  Hunde 
sind  in  der  Nacht  bzw.  während  sensiblen  Zeiten  in  geschlossenen  Räu-

men  unterbringen.  Ausserdem  erarbeitete  die  Bauherrschaft  ein  Betriebs-

konzept,  welches  insbesondere  Ruhezeiten  von  20:00 Uhr  bis  7:30 Uhr 

sowie 12:00 Uhr bis 14:00 Uhr vorsieht. 

6. 

Die  Rekurrierenden  bemängeln  insbesondere  den  Verzicht  auf  die  Schall-

schutzwand als wohl wichtigstes bauliches Element. Die nun vorgesehenen 

R4.2018.00024 

Seite 10 

 
 
Massnahmen  (z.B.  Schalldämmung  der  Boxen)  hätten  nur  einen  Einfluss, 

wenn die Hunde sich im Innern aufhalten würden, was jedoch nur im Zeit-

raum der Nachtruhe von 22:00 Uhr bis 7:00 Uhr vorgesehen sei. Wenn sich 

diese  25 Hunde  jedoch  tagsüber  auch  regelmässig  im  Freien  aufhalten 

würden, seien diese Massnahmen wirkungslos. Da das Lärmgutachten der 

Bauherrschaft  eine  erhebliche  Störung  ermittelt  habe  (Störungsgrad 2,67), 

hätten  alle  im  Gutachten  vorgesehenen  Massnahmen  umgesetzt  werden 

müssen.  Stattdessen  sei  nicht  nur  auf  die  Schallschutzwand  verzichtet 

worden, sondern auch auf weitere, vom Gutachten als notwendig erachte-

ten betrieblichen Massnahmen. Auch die Baudirektion halte fest, dass das 

Hundegebell  in  der  Umgebung  wahrscheinlich  hörbar  sein  werde.  Dass 

dieses in zonenkonformen Geräuschen aufgehen würde, sei zu bezweifeln, 

zumal  zonenkonforme  Geräusche  in  Landwirtschaftszonen  keineswegs  an 

sieben  Tagen  in  der  Woche  während  des  ganzen  Jahres  verursacht  wür-

den. Dies im Gegensatz zu den Hunden, die 365 Tage im Jahr – und damit 

auch an öffentlichen Ruhetagen  – anwesend wären und vermutungsweise 

auch  draussen  Lärm  verursachen  würden.  Ein  einfacher  Verweis  auf  die 

Polizeiverordnung sei nicht genügend. Vielmehr sei es vorliegend gar nicht 

möglich, die Lärmimmissionen mittels Auflagen oder Bedingungen vollstän-

dig zu verhindern, weshalb die Baubewilligung für das Tierheim verweigert 

werden müsse.  

7. 

Das  Umweltschutzgesetz  (USG)  bezweckt  gemäss  dessen  Art. 1  Abs. 1 

den Schutz von Menschen, Tieren und Pflanzen, ihrer Lebensgemeinschaf-

ten  und  Lebensräume  gegen  schädliche  oder  lästige  Einwirkungen.  Ge-

mäss Art. 7 Abs. 1 USG sind darunter unter anderem Luftverunreinigungen, 

Lärm, Erschütterungen und Strahlen zu verstehen. Als Quelle der Emissio-
nen  nennt  das  Gesetz  den  Bau  und  Betrieb  von  Anlagen  (Art. 7  Abs. 1 

USG), wozu auch Hundeasyle bzw. Hundezwinger gehören (Peter M. Kel-

ler,  Kommentar  zum  Umweltschutzgesetz,  2. Aufl.,  Hrsg. Vereinigung  für 

Umweltrecht/Helen Keller, Zürich 1998 ff., Art. 7 Rz. 36). Sind – wie vorlie-

gend  bei  Hundegebell  –  keine  Grenzwerte  festgesetzt  worden,  sind  die 

Lärmimmissionen  im  Einzelfall  nach  den  Kriterien  von  Art. 15,  19  und  23 

USG  zu  bewerten  (Art. 40  Abs. 3  LSV;  BGE 126 II 366  mit  zahlreichen 

Verweisungen, auch zum Folgenden). Im Rahmen einer solchen Einzelfall-

beurteilung sind der Charakter des Lärms, Zeitpunkt und Häufigkeit seines 

R4.2018.00024 

Seite 11 

 
 
Auftretens sowie die Lärmbelastung zu berücksichtigen. Dabei ist nicht auf 

das subjektive Lärmempfinden einzelner Personen abzustellen, sondern es 

ist eine objektivierte Betrachtung unter Berücksichtigung von Personen mit 

erhöhter Empfindlichkeit vorzunehmen (vgl. Art. 13 Abs. 2 USG).  

Da der Betrieb eines Tierheims mit bis zu 25 Hunden neu bewilligt wurde, 

handelt es sich dabei unbestrittenermassen um eine neue ortsfeste Anlage, 

für welche das Vorsorgeprinzip nach Art. 11 USG verlangt, dass die Emis-

sionen so weit zu begrenzen sind, als dies technisch und betrieblich mög-

lich und wirtschaftlich tragbar ist.  

8.1. 

Die im Auftrag der Bauherrschaft erstellte Einzelfallbeurteilung für das Tier-

heim des Akustikbüros H. & L. AG stützt sich auf die Vollzugshilfe "Alltags-

lärm", welche in ihrem Anhang eine Beurteilungsmethode erwähnt, die zur 

Beurteilung  der  Störung  und  der  Rechtsfolgen  helfen  soll  (vgl.  Broschüre 

des  Bundesamts  für  Umwelt  BAFU,  Beurteilung  Alltagslärm,  Vollzugshilfe 

im  Umgang  mit  Alltagslärm,  Ziff. 3.2  und  Anhang).  Ausserdem  stellt  das 

BAFU  auf  seiner  Homepage  ein  Excel-Tool  zur  "Beurteilung  von  Alltags-

lärm" zur Verfügung, welches im Lärmgutachten auf den Seiten 15 und 16 

ausgefüllt  vorhanden  ist.  Die  Rekurrierenden  bestreiten  diese  Berechnun-

gen im Grundsatz nicht. Diese berücksichtigen, dass der Lärm auch in sen-

siblen  Tageszeiten  erfolgt,  häufig  zu  hören  und  sehr  stark  impulsartig  ist. 

Berücksichtigt  wird  ebenfalls,  dass  lärmempfindliche  Personen  betroffen 

sein können. Die Berechnungen für die Wohnzone S.-Strasse und die Sied-

lung  E.  M.  unterscheiden  sich  insofern,  als  sie  in  unterschiedlichen  Emp-

findlichkeitsstufen liegen, was sich auch in der Einzelfallbeurteilung nieder-

schlägt.  Zwar  geht  die  Berechnung  für  beide  Immissionsmesspunkte  von 
einem  der  Empfindlichkeitsstufe  entsprechenden  Umgebungslärm  als  Hin-

tergrundpegel  aus.  Unterschieden  wird  jedoch  die  Wahrnehmbarkeit  des 

Lärms,  welche  in  der  genannten  Wohnzone  mit  "mittel"  bezeichnet  wurde 

und in der Siedlung mit "laut". Für die Wohnzone S.-Strasse wird damit eine 

Wertung von 2,67 erreicht. Für die Siedlung E.M. fällt das Ergebnis mit ei-

nem Wert von 2 trotz geringerer Distanz tiefer aus, da die Siedlung eben-

falls  in  der  Landwirtschaftszone  liegt  und  damit  die  höhere  Empfindlich-
keitsstufe ES III gilt. Im Ergebnis wurde  der  neue Betrieb damit  jedoch  für 

beide  als  "erheblich  störend  (zwischen  Immissionsgrenzwert  und  Alarm-

wert)" eingestuft.  

R4.2018.00024 

Seite 12 

 
 
Die  Rekurrentschaft 2  moniert  unter  Berufung  auf  eine  vom  Akustikbüro 

M. AG  durchgeführten  Beurteilung  des  Lärmgutachtens,  die  ermittelte 

Punktzahl sei näher beim Alarmwert als beim Immissionsgrenzwert, obwohl 

für  eine  neue  Anlage  eigentlich  der  Planungswert  (Punktezahl  =  0)  einge-

halten werden müsste. Sie verkennt jedoch, dass beim Ergebnis "erheblich 

störend" gemäss Lärmgutachten die im Kapitel 5 desselben vorgeschlage-

nen  Massnahmen  umzusetzen  sind  (was  sich  auch  aus  dem  Excel-Tool 

ergibt).  Diese  wurden  vorliegend  denn  auch  angeordnet.  Ob  in  einem  ge-

nügenden Ausmass ist nachfolgend zu prüfen.   

8.2. 

In Bezug auf die geplanten Lärmschutzmassnahmen informierte die Baudi-

rektion  die  Bauherrschaft  mit  Schreiben  vom  21. Juni  2017,  dass  sie  die 

projektierte 2 m hohe und 87 m lange Lärmschutzwand aufgrund fehlender 

Einordnung in die bauliche und landschaftliche Umgebung als nicht bewilli-

gungsfähig taxiere. Die Rekurrentschaften stellen sich auf den Standpunkt, 

dass damit das wichtigste Lärmschutzelement wegfalle. Das Akustikbüro H. 

&  L.  AG  kam  in  seiner  Ergänzung  zur  Einzelfallbeurteilung  vom  12. Juli 

2017  zum  Schluss,  dass  das  Weglassen  der  Schallschutzwand  am  expo-

niertesten  Empfangspunkt  der  Einfamilienhaussiedlung  lediglich  zu  einer 

Pegelerhöhung von 0,5 dB führe, was für ein durchschnittlich empfindliches 

Gehör als nicht wahrnehmbar gelte. Das von der Rekurrentschaft 2 beige-

zogene  Akustikbüro  M. AG  bringt  lediglich  sein  Erstaunen  zum  Ausdruck, 

dass der Verzicht nur 0,5 dB ausmachen solle. Letztlich kann die Frage of-

fenbleiben,  wenn  mit  den  anderen  oder  allfälligen  weiteren  Massnahmen 

dem Vorsorgeprinzip genügend Rechnung getragen wird. 

8.3.1. 

Wie  sich  anlässlich  des  Augenscheins  zeigte,  ist  die  Umgebung  rund  um 

die  rekurrentische  Siedlung  und  das  geplante  Tierheim  an  der  L.-Strasse 

relativ  ruhig.  Zu  hören  ist  Verkehrslärm  (Hauptstrasse  und  Autobahn  im 

Norden), manchmal Flugzeuge und Traktoren. Den Rekurrierenden ist da-

bei  beizupflichten,  dass  Hundegebell  in  der  Landwirtschaftszone  nicht  als 

im Umgebungslärm aufgehend bezeichnet werden kann, da er zonenfremd 

ist und impulsartig auftritt. Der von der Bauherrschaft aufgebotene Hunde-

führer mit seinem Polizeihund, einem holländischen Schäferhund, demons-

trierte  am  Augenschein  eindrücklich,  dass  ein  beim  Tierheim  bellender 

Hund  bei  der  Siedlung  E.  M.  sehr  gut  und  beim  Quartier  S.-Strasse  [….] 

R4.2018.00024 

Seite 13 

 
 
ebenfalls  noch  gut  zu  hören  ist.  Das  Gelände  fällt  zu  den  rekurrentischen 

Liegenschaften leicht ab (Protokoll S. 15 Fotos 8–9). Auf der Krete stehen 

ein paar Bäume, wobei der Rekurrentschaft 2 beizupflichten ist, dass diese 

sich nicht mehr auf dem Baugrundstück befinden. Man kann sich entspre-

chend nicht darauf verlassen, dass diese stehen bleiben. Statt der verwei-

gerten Lärmschutzwand ist nun gegen Norden ein Lebhag vorgesehen.  

Für die Akustik wird die logarithmische Skala Dezibel (dB) verwendet. Eine 

Verdoppelung der Schallintensität, sprich der Lärmquelle, führt zu einer Er-

höhung des Schallpegels um 3 dB, eine Verdreifachung der Schallintensität 

zu  einer  Erhöhung  des  Schallpegels  um  5 dB  und  eine  Verzehnfachung 

letztlich zu einer Erhöhung um 10 dB (Robert Wolf, Kommentar USG, Vor-

bem.  zu  Art. 19–25  Rz. 7).  Pegelveränderungen  ab  3 dB  werden  von  den 

meisten  Personen  als  wahrnehmbar,  solche  ab  5 dB  als  deutlich  wahr-

nehmbar  beurteilt.  Eine  Erhöhung  bzw.  Senkung  des  Pegels  um  10 dB 

empfindet  der  Mensch  etwa  als  Verdoppelung  bzw.  Halbierung  der  Laut-

stärke. Wobei sich die Intensität von Luftschall reduziert, je weiter man von 

der  Quelle  entfernt  ist  (Wolf,  Kommentar  USG,  Vorbem.  zu  Art. 19–25 

Rz. 9).  Anlässlich  des  Augenscheins  schätzte  der  anwesende  Akustiker, 

dass 25 Hunde vermutlich etwa doppelt so laut wahrgenommen würden wie 

der bellende Einzelhund (Protokoll S. 9). In Bezug auf die Eindämmung von 

Lärmimmissionen  durch  Hundegebell  steht  damit  die  Beschränkung  der 

Anzahl Hunde im Vordergrund. Vielmehr als auf die Lautstärke des Gebells 

wirkt  sich  die  Anzahl  Tiere  auf  dessen  Häufigkeit  und  Dauer  aus,  da  sich 

die Wahrscheinlichkeit, dass eines der Tiere einen Anlass zum Bellen findet 

und die übrigen mit einstimmen, erhöht, je grösser die Gruppe ist. Dem ist 

auch so, wenn nicht alle Hunde gleichzeitig draussen sein werden. 

Auch die Rassezugehörigkeit kann sich auf das Bellverhalten und die Laut-

stärke auswirken. Das Tierheim soll gemäss Betriebskonzept in erster Linie 

als  Auffangstation  für  Verzichtstiere  und  Tiere  aus  Beschlagnahmungen 

dienen.  Damit  kann  die  Rassezugehörigkeit  der  einzelnen  Hunde  nur  be-

dingt beeinflusst werden. Ausserdem gibt es immer wieder Wechsel in der 

Gruppenzusammensetzung, da die abgegebenen Hunde auch wieder plat-

ziert werden sollen. Selbst wenn das Tierheim – wie ebenfalls im Betriebs-

konzept  festgehalten  –  ein  besonderes  Augenmerk  auf  die  Eingliederung 

neuer Hunde hält, ist deshalb eine Reduktion der Anzahl Hunde zu prüfen. 

R4.2018.00024 

Seite 14 

 
 
8.3.2. 

Staatliches Handeln, namentlich auch die Einschränkung von Grundrechten 

wie  der  Eigentumsgarantie  (Art. 26  der  Bundesverfassung  [BV])  oder  der 

Wirtschaftsfreiheit  (Art. 27  BV),  muss  verhältnismässig  sein  (Art. 5  Abs. 2 

und Art. 36 Abs. 3 BV). Damit wird zunächst verlangt, dass staatliche Mass-

nahmen zwecktauglich und notwendig sind (Verhältnismässigkeit im weite-

ren  Sinne).  Die  Notwendigkeit  bedeutet,  dass  eine  Massnahme  in  ihrer 

konkreten  Ausgestaltung  über  das  zur  Erreichung  ihres  Ziels  Notwendige 

nicht hinausgehen darf. 

Alsdann  muss  die  Verhältnismässigkeit  auch  im  engeren  Sinne  gewahrt 

sein. Das heisst, dass ein vernünftiges Verhältnis zwischen dem angestreb-

ten  Ziel  und  dem  mit  der  Massnahme  verbundenen  Eingriff  in  die  Rechts-

stellung  der  betroffenen  Person  bestehen  muss.  Staatliche  Massnahmen 

müssen  durch  ein  öffentliches  Interesse,  welches  das  private  überwiegt, 

gerechtfertigt sein, andernfalls sie für den Betroffenen unzumutbar sind. Für 

die  Interessenabwägung  massgeblich  ist  einerseits  die  Bedeutung  der  mit 

einer  staatlichen  Massnahme  verfolgten  öffentlichen  Interessen  und  ande-

rerseits  das  Gewicht  der  im  Spiele  stehenden  privaten  Interessen.  Eine 

Massnahme,  die  tief  greifende  Auswirkungen  auf  die  Rechtsstellung  des 

betreffenden  Rechtssubjektes  hat,  jedoch  bloss  von  geringem  öffentlichen 

Interesse  ist,  ist  somit  als  unzulässig  einzustufen  (vgl.  zum  Ganzen  Ulrich 

Häfelin/Georg  Müller/Felix  Uhlmann,  Allgemeines  Verwaltungsrecht, 

7. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 514 ff.). 

Dem  Interesse  der  Bauherrschaft  steht  in  erster  Linie  das  Ruhebedürfnis 

der  Anwohner  gegenüber.  Hundegebell  wird  anders  wahrgenommen  als 

herkömmliche Lärmquellen wie Verkehrslärm. Ausserdem wird das Hunde-

gebell tagtäglich zu hören sein, da die Tiere täglich zumindest in die Zwin-

ger  und  allenfalls  auch  in  die  Ausläufe  zu  lassen  sind  (dazu  später).  Es 

handelt sich bei der Reduktion der Anzahl Hunde um die einzig vorstellba-

re,  nachhaltige  Lärmschutzmassnahme,  insbesondere  für  den  Aussenbe-

reich.  Das  Verwaltungsgericht  hat  im  Entscheid  VB.2005.00320  vom 

7. September 2005 eine Anzahl von 15 Hunden als verhältnismässig erach-

tet.  Da  die  Bauherrschaft  selber  von  einer  grundsätzlichen  Belegung  von 

17 Hunden ausgeht – 16 in den Boxen mit Zwinger und 1 Hund in der Qua-

rantänebox – und im Fortsetzungsbegehren den Eventualantrag stellte, es 

sei  auf  die  nordseitigen  Boxen  zu  verzichten,  ist  davon  auszugehen,  dass 

die  Wirtschaftlichkeit  des  Betriebs  mit  einer  Beschränkung  auf  15 Hunde 

R4.2018.00024 

Seite 15 

 
 
gewährleistet ist. Ein Hund, welcher sich in der allseits geschlossenen und 

schallisolierten  Quarantänebox  aufhalten  muss,  tritt  nicht  lärmrelevant  in 

Erscheinung:  Ausserdem  ist  eine Quarantänebox nicht  immer  belegt,  son-

dern  dient  beispielsweise  dem  Separieren  eines  kranken  Hundes,  womit 

auch ein allfälliger Freigang ausser Betracht fällt.  

Demgemäss ist Dispositivziffer I.b der angefochtenen Verfügung der Baudi-

rektion  BVV Nr. 16-1459  wie  folgt  anzupassen:  "Die  Anzahl  gehaltener 

Hunde wird auf maximal 16 beschränkt, nämlich 15 Tiere in den Boxen mit 

Auslauf und ein Hund in der Quarantänebox." 

8.4. 

Weitere Massnahmen sollen den von den 15 Hunden verursachten Lärm im 

Freilauf einschränken. Insbesondere mit den geplanten Sichtschutzwänden 

zwischen den Zwingern und dem Lebhag im Norden soll sichergestellt wer-

den,  dass  die  optischen  Reize  für  die  Hunde  eingeschränkt  werden  und 

damit ein Faktor reduziert wird, der zum Bellen animieren könnte. Allfällige 

Spaziergänger  mit  oder  ohne  Hund,  die  auf  dem  G.-Weg  südöstlich  am 

Tierheim vorbeigehen, sind ausserdem auf der zwingerabgewandten Seite. 

Sollten sich Hunde im östlichen Freilaufgehege aufhalten, besteht gemäss 

Plan der Lärmschutz-Massnahmen auch dort eine Hecke als Sichtschutz.  

Ausserdem  sind  sämtliche,  betrieblich  vorgesehenen  Massnahmen  des 

Gutachtens  entgegen  der  rekurrentischen  Vermutung  umzusetzen  (vgl. 

act. 3  Dispositivziffer I.3).  Zwar  ist  den  Rekurrentschaften  beizupflichten, 

dass  der  pauschale  Verweis  in  der  kantonalen  Gesamtverfügung  auf  die 

Polizeiverordnung  grundsätzlich  nicht  ausreichend  wäre.  Einerseits  ist  je-

doch bemerkungsweise zu ergänzen, dass die Polizeiverordnung nebst der 

Nachtruhe  von  22:00 Uhr  bis  7:00 Uhr  zusätzlich  eine  Mittagsruhe  von 
12:00 Uhr  bis  13:00 Uhr  vorsieht  (Art. 36  Abs. 2  der  Polizeiverordnung). 

Andererseits  erklärt  die  Baudirektion  aber  in  Dispositivziffer II.1  auch  das 

"Konzept  Hundehaltung"  der  Bauherrschaft  für  verbindlich,  welches  stren-

gere Ruhezeiten vorsieht,  nämlich  von 20:00 Uhr  bis  07:30 Uhr  sowie von 

12:00 Uhr bis 14:00 Uhr. Dieses "Konzept Hundehaltung" befindet sich auf 

S. 3  des  nicht  datierten  Papiers  "Tierhaltung  und  Betriebskonzept,  Grund-

sätze", welches auch gemäss kommunalem Beschluss zu den massgeben-
den Unterlagen gehört, im Dispositiv dieses Entscheids jedoch nicht explizit 

aufgeführt wird. Der Vollständigkeit halber ist es deshalb in dessen Disposi-

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Seite 16 

 
 
tivziffer I.3  nebst  der  Gesamtverfügung,  der  Einzelfallbeurteilung  Tierheim 

und dem Plan Lärmschutzmassnahmen zusätzlich explizit aufzuführen. 

Das  Einhalten  der  Ruhezeiten  obliegt  den  Betreuungspersonen.  Das  Tier-

heim verpflichtet sich, fachlich sehr gut qualifizierte Mitarbeitende zu haben 

und  Freiwillige  professionell  einzuführen  und  zu  begleiten.  Zudem  muss 

sich  während  24 Stunden  mindestens  eine  verantwortliche  Person  im  Be-

trieb  aufhalten  (Pikettdienst).  Mit  den  meisten  Hunden  soll  gearbeitet  wer-

den  (Beschäftigung,  Sozialisierung,  Gehorsam), ein Aspekt,  der anlässlich 

des  Augenscheins  auch  vom  Polizeihundeführer  hervorgestrichen  wurde: 

Beschäftigung  und  Abwechslung  habe  einen  positiven  Einfluss  auf  das 

Bellverhalten  und  mache  Hunde  ruhiger  (Protokoll  S. 8).  Selbst  wenn  es 

damit  einige  verhaltensauffällige  Hunde  im  Tierheim  haben  sollte,  können 

auch  diese  mit  Beschäftigung  ruhiger  gemacht  werden.  Zudem  sollen  in 

erster  Linie  Verzichtstiere  untergebracht  werden,  bis  sie  wieder  platziert 

werden können. Das Lärmgutachten verlangt als weitere betriebliche Mass-

nahme, dass der Freilauf von Hunden in den Freigehegen zeitlich getrennt 

zu  erfolgen  hat.  In  Anbetracht  dessen,  dass  es  zwei  Freigehege  hat,  die 

fast vollständig von Hecken umgeben sind, die Gesamtzahl der Hunde auf 

15 beschränkt wurde und der Freilauf getrennt ausserhalb der Ruhezeiten 

zu erfolgen hat, ist dem Aspekt des Vorsorgeprinzips genügend Rechnung 

getragen worden.  

8.5. 

Wie sich aus dem bewilligten Plan "Lärmschutzmassnahmen" vom 13. Juli 

2017  ergibt,  wurden  (bis  auf  die  Lärmschutzwand)  auch  sämtliche,  vom 

Gutachten für notwendig erachteten baulichen Massnahmen übernommen: 

Die Hundeboxen werden auf der Innenseite allesamt mit einer Schalldäm-

mung versehen. Die Aussenfassade sowohl bei den nördlichen als auch bei 
den  westlichen  Zwingern  soll  eine  Schallabsorption  aufweisen,  bei  den 

nördlichen Zwingern soll auch das rund 1 m lange Vordach (Terrasse vom 

Erdgeschoss)  mit  einer  Schallabsorption  versehen  werden.  Ausserdem 

werden alle Zwinger mit einem 1,5 m hohen Sichtschutz ausgestattet. Rund 

um  die  Aussenausläufe  und  bei  der  Nordfassade  sind  zudem  1,5 m  hohe 

Hecken als zusätzlicher Sichtschutz geplant.  

Da die Hundeboxen schallisoliert zu bauen sind, kann davon ausgegangen 

werden,  dass  Hunde,  welche  in  der  geschlossenen Box  bellen,  höchstens 

in unmittelbarer Nähe der Liegenschaft zu hören sind. Es ist möglich, dass 

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Seite 17 

 
 
die  Hunde  nachts  nicht  durchschlafen  und  allenfalls  sogar  bellen.  Dass 

dadurch  jedoch  Aufwachreaktionen  verursacht  werden  könnten,  wie  von 

der Rekurrentschaft 2 befürchtet, kann aufgrund der Schallisolation und der 

Distanzen praktisch ausgeschlossen werden. Sind die Hunde im Gebäude, 

können  die  Ruhezeiten  eingehalten  werden.  Dies  gilt  insbesondere  für  ei-

nen  allfälligen  Quarantänehund,  er  sich  nur  in  seiner  schallisolierten  Box 

aufhält.  Die  Hunde  in  den  Boxen  unterzubringen  und  die  Tür  zu  den  Aus-

senzwingern  zu  schliessen,  könnte  auch  von  einer  Person  allein  gemacht 

werden.  Die  rekurrentischen  Befürchtungen,  dass  zwei  Personen  nicht  für 

die Einhaltung der Ruhezeiten sorgen könnten, sind nicht nachvollziehbar. 

Unter  Verweis  auf  die  vorangegangenen  Ausführungen  ist  zusammenge-

fasst festzuhalten, dass insbesondere mit der Reduktion der Anzahl Hunde 

von 25 auf 15 dem Vorsorgeprinzip Rechnung getragen werden kann. All-

fällige  Lärmimmissionen  stehen  der  Bewilligung  entsprechend  nicht  als 

überwiegende Interessen entgegen. 

9. 

Das  Amt  für  Wirtschaft  und  Arbeit  geht  gemäss  seiner  Feststellungsverfü-

gung Arbeitnehmerschutz vom 15. August 2017 von einem Kleinbetrieb bis 

max. 10 Personen  aus  (act. 12.3  S. 2).  Gemäss  Umgebungsplan  vom 

27. Juni  2016  sind  insgesamt  neun  Abstellplätze  eingezeichnet  und  bewil-

ligt  worden.  Selbst  unter  Berücksichtigung  der  Tatsache,  dass  Freiwillige, 

Besucher oder gelegentlich ein Veterinär vorbeischauen, sind keine Anzei-

chen  ersichtlich,  dass  damit  ein  Mehrverkehr  in  einem  solchen  Ausmass 

verursacht  werden  sollte,  dass  er  als  überwiegendes  Interesse  hätte  be-

rücksichtigt  werden  müssen.  Dies  wird  von  der  Rekurrentschaft  2  auch  in 

keiner Weise substanziiert vorgebracht. 

Die  von  der  Rekurrentschaft 2  vorgebrachten  Geruchsemissionen  einer 

350 m  entfernt  liegenden  Hühnerfarm  sind  für  das  vorliegende  Verfahren 

nicht  relevant.  Sie  beruft  sich  auf  Art. 8  USG,  welcher  vorsieht,  dass  Ein-

wirkungen  sowohl  einzeln  als  auch  gesamthaft  und  nach  ihrem  Zusam-

menwirken  beurteilt  werden.  Diese Vorschrift  richtet sich in  erster  Linie an 

die rechtsetzenden und rechtsanwendenden Behörden und bezieht sich auf 

Vorhaben,  die  in  zeitlicher  und  sachlicher  Hinsicht  zusammenhängen 

(Heribert  Rausch/Helen  Keller,  Kommentar  USG,  Art. 8  Rz. 3,  8).  Die  von 

den  Rekurrierenden  verlangte  gemeinsame  Beurteilung  von  Geruchs-  und 

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Seite 18 

 
 
Lärmimmissionen zweier Anlagen, die sowohl räumlich als auch funktionell 

keinen Konnex aufweisen, ist daher nicht vorgesehen. Auf das Begehren ist 

nicht weiter einzugehen. 

10. 

Zusammenfassend  ist  somit  festzuhalten,  dass  das  umstrittene  Tierheim 

am  vorgesehenen  Standort  aufgrund  der  negativen  Standortgebundenheit 

einer Ausnahmebewilligung zugänglich ist und dem Vorhaben in Bezug auf 

die  zu  erwartenden  Lärmimmissionen  unter  Einhaltung  der  vorgesehenen 

Massnahmen  und  bei  einer  Reduktion  der  Anzahl  Hunde  auf  maximal  16 

(15 Tiere  in  den  Boxen  mit  Auslauf  und  ein  Hund  in  der  Quarantänebox) 

keine  überwiegenden  Interessen  entgegenstehen.  Die  angefochtenen  Be-

willigungen  sind  entsprechend  in  teilweiser  Gutheissung  der  Rekurse  im 

Sinne  der  Erwägungen  zu  ergänzen.  Im  Übrigen  sind  die  Rekurse  abzu-

weisen, soweit auf sie einzutreten ist.  

11.1. 

Ausgangsgemäss  sind  die  Verfahrenskosten  zu  je  1/4  der  Rekurrent-

schaft 1 und der Rekurrentschaft 2 sowie zu je 1/6 dem Gemeinderat X, der 

Baudirektion  Kanton  Zürich  und  dem  Tierschutzverein  YZ  aufzuerlegen  (§ 

13 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG]). 

Nach  §  338  Abs.  1  PBG  bzw.  §  2  der  Gebührenverordnung  des  Verwal-

tungsgerichts  (GebV  VGr)  legt  das  Baurekursgericht  die  Gerichtsgebühr 

nach seinem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem 

bestimmbaren  Streitwert  oder  dem  tatsächlichen  Streitinteresse  fest.  Liegt 

wie  hier  ein  Verfahren  ohne  bestimmbaren  Streitwert  vor,  beträgt  die  Ge-
richtsgebühr in der Regel Fr. 1'000.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; 

§ 3  Abs.  3  GebV  VGr).  Bei  der  Bemessung  der  Gebührenhöhe  steht  der 

Rekursinstanz  ein  grosser  Ermessensspielraum  zu  (Kaspar  Plüss,  in: 

Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.). 

Demnach ist die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 6'000.-- festzusetzen. 

11.2. 

Gemäss § 17 Abs. 2 lit. a VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu ei-

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Seite 19 

 
 
ner  angemessenen  Entschädigung  für  die  Umtriebe  der  Gegenpartei  ver-

pflichtet werden, wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sach-

verhalte  und  schwieriger  Rechtsfragen  besonderen  Aufwand  erforderte  o-

der  den  Beizug  eines  Rechtsbeistandes  rechtfertigte.  Die  Bemessung  der 

Umtriebsentschädigung richtet sich nach § 8 GebV VGr. 

Bei diesem Verfahrensausgang ist keine Umtriebsentschädigung zuzuspre-

chen. 

[….] 

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