# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5925ee5d-79a8-57cf-8256-6c83f75859e7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-10-26
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 26.10.2011 UE110177
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE110177_2011-10-26.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: UE110177-O/U/uh 

 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. K. Balmer, Präsident, lic. iur. W. Meyer und 

Ersatzoberrichter lic. iur. A. Schärer sowie die Gerichtsschreiberin  

 lic. iur. A. Gürber 

 

 

Beschluss vom 26. Oktober 2011 
 

in Sachen 

 

A._____, 
Beschwerdeführerin 

 

gegen 

 

1. B._____, 
2. Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, Zweigstelle Flughafen, Pri-

me Center 1, 7. Stock, Postfach, 8058 Zürich-Flughafen,  

Beschwerdegegner 

 

betreffend Nichtanhandnahme einer Untersuchung  
 
Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwalt-
schaft Winterthur / Unterland vom 2. August 2011, D-5/2011/4767 

 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Am 30. November 2010 meldete A._____ auf dem Posten der Kantonspoli-

zei in C._____ den Diebstahl eines '… Feuerzeugs' im Wert von ca. Fr. 

400.– aus ihrer Wohnung an der …strasse … in … C._____. Als Täter gab 

sie einen ihr nicht namentlich bekannten Kollegen ihres Mannes an, der am 

13. November 2010 bei ihr vorbeigekommen sei, um – gemäss Polizeirap-

port – Kleider ihres (von ihr getrennt lebenden) Ehemannes abzuholen (Urk. 

7/1 S. 2/3).  

2. Am 2. August 2011 verfügte die Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland 

die Nichtanhandnahme der Strafuntersuchung.  

3. Gegen diese Verfügung hat A._____ (im Folgenden: Beschwerdeführerin) 

rechtzeitig Beschwerde erhoben mit dem sinngemässen Antrag, es sei eine 

Untersuchung durchzuführen (Urk. 2). 

4.  Auf eine Stellungnahme des Beschwerdegegners 1, der weder an der zu-

letzt bekannten Wohnadresse noch an seinem zuletzt bekannten Arbeits-

platz betroffen werden konnte (Urk. 6/1 und Urk. 7/3), kann verzichtet wer-

den, weil sich die angefochtene Verfügung im Ergebnis sogleich als richtig 

erweist. 

II. 

1. Die Staatsanwaltschaft begründete die Nichtanhandnahme der Untersu-

chung damit, die Beschwerdeführerin habe weder den Wert noch die Eigen-

tumsverhältnisse bezüglich des Deliktsgutes rechtsgenügend darlegen kön-

nen. Die Angelegenheit sei deshalb vorab im Rahmen der güterrechtlichen 

Auseinandersetzung des Ehepaares zu klären, weshalb eine Untersuchung 

nicht anhand zu nehmen sei (Urk. 3). 

- 3 - 

2.  Die Beschwerdeführerin bringt demgegenüber im Wesentlichen vor, die 

Staatsanwaltschaft gehe bei ihrem Entscheid von falschen Fakten aus: Der 

Mann, der in ihre Wohnung gekommen sei, habe Kleider seines Freundes 

'D._____' abgeholt, die versehentlich mit Kleidern ihres Freundes 'E._____' 

eingepackt worden seien. Sie lebe sodann seit 2005 von ihrem Mann ge-

trennt und sie hätten Gütertrennung. Die Quittung über den Kauf des Feuer-

zeuges befinde sich bei ihrem 'Ex-Mann', doch heisse dies nicht, dass das 

Feuerzeug ihm gehöre (Urk. 2). 

III. 

1. Es trifft zu, dass die Staatsanwaltschaft in der angefochtenen Verfügung da-

von ausgegangen ist, der Besucher in der Wohnung der Beschwerdeführerin 

sei am 13. November 2011 [recte: 2010] im Auftrag des von der Beschwer-

deführerin getrennt lebenden Ehemannes vorbeigekommen und habe des-

sen Kleider abgeholt. Die Staatsanwaltschaft stützte sich dabei einerseits 

auf die Angaben im Polizeirapport (Urk. 7/1), und der Polizeirapport gründet 

auf den Angaben der Beschwerdeführerin, und andererseits auf eine in einer 

Aktennotiz festgehaltene telefonische Auskunft der Beschwerdeführerin 

(Urk. 7/4). Sowohl im Polizeirapport als auch in der Aktennotiz vom 28. Juli 

2011 wurde – im Widerspruch zur Sachdarstellung in der Beschwerdeschrift 

– festgehalten, dass die beschuldigte Person im Auftrag des Ehemannes der 

Beschwerdeführerin gehandelt habe. Die Frage, ob die Beschwerdeführerin 

bei der Polizei und bei der Staatsanwaltschaft missverständliche Angaben 

gemacht hat, oder ob der Polizeibeamte und danach auch noch die Staats-

anwältin die Angaben der Beschwerdeführerin (möglicherweise wegen 

sprachlicher Schwierigkeiten) nicht richtig protokolliert haben, kann offen 

bleiben. Wie im Folgenden zu zeigen sein wird, ist nämlich die angefochtene 

Verfügung der Staatsanwaltschaft im Ergebnis nicht zu beanstanden. 

2. Die Staatsanwaltschaft verfügt gemäss Art. 310 StPO die Nichtanhandnah-

me, sobald auf Grund der Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, 

dass die fraglichen Straftatbestände oder die Prozessvoraussetzungen ein-

deutig nicht erfüllt sind.  

- 4 - 

 Wohl kann im vorliegenden Fall eine strafbare Handlung nicht völlig ausge-

schlossen werden, es bestehen aber aufgrund der anlässlich der Strafanzei-

ge gemachten Angaben der Beschwerdeführerin gewichtige Bedenken, dass 

der als Täter bezeichnete Unbekannte das abhanden gekommene Feuer-

zeug in unrechtmässiger Aneignungsabsicht an sich genommen hat. Wie im 

Folgenden zu zeigen ist, besteht insoweit höchstens ein vager Verdacht auf 

eine Straftat, der die Einleitung eines Vorverfahrens gemäss Art. 300 Abs. 1 

StPO nicht rechtfertigt: 

 Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin ausgesagt 

hat, der unbekannte Mann habe (zusammen mit den Kleidern) auch das 

Feuerzeug eingepackt. Ergänzt hat sie diese Behauptung mit dem Hinweis, 

dass sie Genaueres dazu nicht sagen könne. Diese Aussagen der Be-

schwerdeführerin legen nahe, dass sie die Wegnahme nicht beobachtet hat, 

es sich dabei vielmehr um eine blosse und allenfalls erst im Nachhinein ent-

standene Vermutung handelt. Dies würde jedenfalls erklären, weshalb die 

Beschwerdeführerin bis zur Anzeige bei der Polizei mehr als zwei Wochen 

zugewartet hat.  

 Hinzuweisen ist sodann auf die Aussage der Beschwerdeführerin, der unbe-

kannte Mann habe einige kleine Arbeiten in ihrer Wohnung ausgeführt, wo-

bei aber über eine Bezahlung dieser Arbeitsleistung mit dem Feuerzeug kei-

ne Abmachung bestanden habe. Dieser auffällige und bemerkenswerte 

Hinweis lässt es zumindest als nicht ausgeschlossen erscheinen, dass die 

Mitnahme des Feuerzeuges zumindest ein Thema zwischen der Beschwer-

deführerin und dem unbekannten Mann gewesen ist, und Letzterer das Feu-

erzeug gutgläubig in die Tasche gepackt hat. 

 Eigenartig ist schliesslich, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen der 

durch die Staatsanwältin telefonisch eingeholten Auskunft, die Möglichkeit, 

dass der Unbekannte das Feuerzeug in fremden Auftrag abgeholt und mit-

genommen hat, nicht ausschliessen konnte (Urk. 7/4 a. E.). 

- 5 - 

 Zusammenfassend ergibt sich, dass die insgesamt diffusen Angaben der 

Beschwerdeführerin es als fraglich erscheinen lassen, ob der Verlust des 

Feuerzeuges tatsächlich auf einen vom unbekannten Mann zu verantwor-

tenden Diebstahl zurückzuführen ist. Auf derart unsicherer Grundlage lässt 

sich eine erfolgversprechende Strafuntersuchung jedoch nicht durchführen, 

weshalb die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft zu bestä-

tigen ist.   

3.  Nach dem Gesagten ist daher die Beschwerde abzuweisen, wobei die Be-

schwerdeführerin darauf hinzuweisen ist, dass einer Wiederaufnahme des 

Verfahrens gemäss Art. 323 StPO nichts im Wege steht, sobald sie – allen-

falls nach Rücksprache mit ihrem Freund und/oder mit ihrem Ehemann – 

neue Tatsachen oder Beweismittel namhaft machen kann. 

IV. 

 Nachdem zwischen der Beschwerdeführerin und der Polizei bzw. der 

Staatsanwaltschaft offensichtlich gewisse Missverständnisse entstanden 

sind, welche Grund zur Beschwerdeerhebung gaben, ist auf das Erheben 

von Kosten für das Beschwerdeverfahren zu verzichten. 

Es wird beschlossen: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Es werden keine Kosten erhoben. 

3. Schriftliche Mitteilung an: 

- die Beschwerdeführerin (per Gerichtsurkunde)  

- die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, Zweigstelle Flughafen, unter 

Rücksendung der Akten (gegen Empfangsschein) 

4. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den. 

- 6 - 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 
Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 

14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise 

schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

 
Zürich, 26. Oktober 2011 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
 

Präsident: 
 
 
 

lic. iur. K. Balmer 

Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. A. Gürber 
 
 
 
 
 

	Beschluss vom 26. Oktober 2011
	
	Erwägungen:
	I.

	Es wird beschlossen:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Es werden keine Kosten erhoben.
	3. Schriftliche Mitteilung an: - die Beschwerdeführerin (per Gerichtsurkunde)  - die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, Zweigstelle Flughafen, unter Rücksendung der Akten (gegen Empfangsschein)
	4. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art....