# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d0efaa9f-d44c-5675-b731-45c6cec6ecfb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.12.2008 D-7658/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7658-2008_2008-12-04.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7658/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichter Robert Galliker,
mit Zustimmung von Richter Kurt Gysi;
Gerichtsschreiberin Daniela Brüschweiler.

A._______, geboren (...),
Sri Lanka,
vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer, 

Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Vollzug der Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
21. November 2008 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7658/2008

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer  verliess  Sri  Lanka  eigenen  Angaben  zufolge 
am  4. November  2008  und  gelangte  nach  einem  Zwischenhalt  in 
B._______  gleichentags  auf  dem Luftweg  in  den  Transitbereich  des 
Flughafens Zürich, wo er am 5. November 2008 um Asyl nachsuchte. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  5. November  2008  –  eröffnet  am 
6. November 2008 – verweigerte das BFM dem Beschwerdeführer die 
Einreise  in  die  Schweiz  vorläufig  und  wies  ihm  für  die  Dauer  von 
maximal sechzig Tagen den Transitbereich des Flughafens Zürich als 
Aufenthaltsort zu.

B.
Am 9. November 2008 erfolgte die Kurzbefragung durch die Flughafen-
polizei und am 13. November 2008 die Anhörung zu den Asylgründen 
durch  das  BFM.  Zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  machte  der 
Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  geltend,  er  sei  ethnischer  Moor, 
stamme aus dem Distrikt  Kandy und habe während der  letzten  vier 
Jahre in C.______, Anuradhapura Distrikt, ein (...)geschäft betrieben, 
in  welchem  auch  Mitglieder  der  LTTE  (Liberation  Tigers  of  Tamil 
Eelam) eingekauft  hätten. Am 10. Januar 2008 habe die srilankische 
Armee  eine  Razzia  in  seinem  Geschäft  durchgeführt  und  seine 
anwesenden Kunden (vermutlich LTTE-Mitglieder), seine Angestellten 
sowie ihn selber festgenommen und in ein Militärcamp gebracht. Nach 
einem  Verhör  seien  seine  Angestellten  und  er  wieder  freigelassen 
worden. In der Folge seien am 15. Januar 2008 LTTE-Mitglieder in sein 
Geschäft  gekommen,  hätten  ihn  des  Verrats  beschuldigt  und  einen 
seiner  Angestellten  mitgenommen.  Nachdem  er  diesen  Vorfall  der 
Polizei  gemeldet  habe,  sei  er  im Militärcamp erneut  befragt  worden. 
Am 19. Januar  2008  seien  schliesslich  wiederum LTTE-Mitglieder  in 
sein Geschäft gekommen und hätten ihn bedroht. Aus diesem Grund 
habe  er  das  Geschäft  am 20. Januar  2008  geschlossen  und  sei  zu 
seinen  Eltern  nach  D._______,  Kandy  Distrikt,  gegangen.  Er  sei 
daraufhin  noch  dreimal  von  der  Armee  bei  seinen  Eltern  gesucht 
worden,  wobei  er  sich  jeweils  nicht  zuhause  aufgehalten  habe. 
Anfangs  Mai  2008  und  Mitte  September  2008  sei  er  mit  einem 
Schlepper nach Indien ausgereist,  jedoch jeweils auf Anordnung des 
Schleppers wieder nach Sri Lanka zu seinen Eltern zurückgekehrt.

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Der  vom  Beschwerdeführer  mitgeführte  Reisepass  wurde  von  der 
Flughafenpolizei zuhanden des BFM sichergestellt.

C.
Mit  Verfügung vom 21. November  2008 –  eröffnet  am 24. November 
2008  –  stellte  das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht,  lehnte sein  Asylgesuch ab und ordnete 
die Wegweisung aus dem Transitbereich des Flughafens Zürich sowie 
den Vollzug an. Als Begründung führte die Vorinstanz im Wesentlichen 
aus,  aufgrund  verschiedener  Ungereimtheiten  könnten  die  geltend 
gemachten  Vorbringen  nicht  geglaubt  werden,  weshalb  sie  den 
Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 des Asylgesetzes 
vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht standhielten, sodass ihre 
Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. Der Vollzug der Wegweisung 
nach Sri Lanka sei zulässig, zumutbar und möglich.

D.
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  1. Dezember  2008  (Faxeingang  und 
Poststempel  1. Dezember  2008)  beantragte  der  Beschwerdeführer 
durch  seinen  Rechtsvertreter  die  Aufhebung  der  Dispositiv-Ziffern  4 
und  5  (Wegweisungsvollzug)  der  vorinstanzlichen  Verfügung,  es  sei 
die  Unzulässigkeit,  allenfalls  die  Unzumutbarkeit  des  Vollzugs  der 
Wegweisung festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In 
prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen 
Prozessführung und um Verzicht  auf  die  Erhebung eines Kostenvor-
schusses. Auf  die  Begründung der  Beschwerde wird,  soweit  für  den 
Entscheid  wesentlich,  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  eingegan-
gen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 

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nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Der  Beschwerdeführer ist  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde  legitimiert  (Art. 108  Abs. 2  und  Art. 6  AsylG  i.V.m. Art. 48 
Abs. 1, Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.3 Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in 
einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten 
Richters  bzw.  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art.  111  Bst.  e 
AsylG). Wie  nachstehend  aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

1.4 Gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Die vorliegende Beschwerde richtet  sich  nur  gegen den Vollzug der 
von der Vorinstanz verfügten Wegweisung. Die Verneinung der Flücht-
lingseigenschaft,  die Ablehnung des Asylgesuchs sowie die Wegwei-
sung (vgl. Ziffern 1-3 des Dispositivs der Verfügung vom 21. November 
2008) blieben unangefochten und sind mit Ablauf der Beschwerdefrist 
in Rechtskraft erwachsen. Gegenstand des vorliegenden Beschwerde-
verfahrens  bildet  somit  entsprechend  dem  Rechtsbegehren,  ob  die 
Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht angeordnet hat.

4.  
Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 
so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord-
net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der  Familie  (Art.  44  Abs. 1  AsylG). Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung 

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nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bun-
desamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen  Bestim-
mungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 
AsylG; Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005 
über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

4.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So  darf  keine Person  in  irgendeiner  Form zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101),  Art. 3  des 
Übereinkommens vom 10. Dezember  1984 gegen Folter  und andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

4.2 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
rechtskräftig feststeht, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen 
ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder 
glaubhaft zu machen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des 
flüchtlingsrechtlichen  Non-Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren 
keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach 
Sri  Lanka ist  demnach unter  dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmä-
ssig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers  noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall 

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einer Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrschein-
lichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder 
Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen 
Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-
Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete 
Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft  machen, dass ihm im 
Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung 
drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinwei-
sen;  EGMR,  Bensaid  gegen  Grossbritannien,  Urteil  vom 6.  Februar 
2001,  Recueil  des  arrêts  et  décisions  2001-I,  S.  327  ff.).  Auch  die 
allgemeine  Menschenrechtssituation  im  Heimatstaat lässt  den 
Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als  unzulässig 
erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung 
sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmun-
gen zulässig.

4.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

4.3.1 Das Bundesamt hielt  in der angefochtenen Verfügung fest, der 
Beschwerdeführer sei  nach seinen eigenen Angaben ein Muslim (Sri 
Lanka-Moor)  aus  Kandy  und  stamme  folglich  nicht  aus  dem 
Krisengebiet. Zwar gebe er zu Protokoll, dass er während vier Jahren 
in  C._______,  Anuradhapura  Distrikt,  sein  Geschäft  betrieben habe. 
Gestützt auf die mit  seiner Staatsangehörigkeit  verbundenen Nieder-
lassungsfreiheit könne er jedoch wieder in seiner Heimatregion Kandy, 
wo  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt  im  Sinne  von  Art. 83  Abs. 4 
AuG bestehe, oder in einem anderen ruhigen Teil seines Heimatlandes 
Wohnsitz  nehmen.  Zudem  verfüge  der  Beschwerdeführer  über  eine 
gute  Schulbildung,  Kenntnisse der  singhalesischen Sprache und  Er-
fahrung im Erwerbsleben. Der Vollzug der Wegweisung nach Sri Lanka 
sei unter diesen Umständen nicht generell als unzumutbar zu bezeich-
nen.

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4.3.2 Der Beschwerdeführer verweist auf den Grundsatzentscheid des 
Bundesverwaltungsgerichts vom 2. Februar 2008 (BVGE 2008/2) und 
hält fest, aus dem erwähnten Urteil gehe nicht hervor, dass Kandy ein 
sicherer Ort darstelle. Von den 25 Distrikten Sri Lankas würden ledig-
lich 9 mit Namen erwähnt. In diese erweise sich der Wegweisungsvoll-
zug als unzumutbar. Der südwestliche Distrikt Colombo könne gemäss 
Urteil  für  Tamilen eine inländische Fluchtalternative darstellen,  wenn 
einige  Voraussetzungen  erfüllt  seien.  Das  Bundesverwaltungsgericht 
sei  allgemein der  Ansicht,  dass sich die Sicherheitslage in  ganz Sri 
Lanka seit Januar 2006 kontinuierlich verschlechtert habe. Daraus den 
Schluss  zu  ziehen,  dass  die  anderen  15  Distrikte  ohne  weitere 
Abklärungen als zumutbare Fluchtalternativen in Frage kämen, gehe 
entschieden zu weit.

4.3.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat in dem vom Beschwerdefüh-
rer  genannten  Grundsatzentscheid  eine  Lageanalyse  vorgenommen 
und die Praxis  hinsichtlich der  Frage der  Zumutbarkeit  des Wegwei-
sungsvollzugs  von  abgewiesenen  Asylsuchenden  tamilischer  Ethnie 
festgelegt.  Wie  im Urteil  festgehalten  (und  in  der  Beschwerdeschrift 
erwähnt), ist davon auszugehen, dass alle drei ethnischen Gruppen – 
Singhalesen,  Muslime (die sich selbst  als eigenständige Ethnie defi-
nieren) und in besonderem Masse Tamilen – von der Gewaltsituation 
im Norden und Osten Sri Lankas betroffen sind. In Colombo sind vor 
allem Tamilen durch gezielte  Übergriffe gefährdet; andere Personen-
gruppen sind der Gefahr schwerwiegender Menschenrechtsverletzun-
gen  ausgesetzt,  sofern  sie  bestimmte  Profile  aufweisen  (vgl.  BVGE 
2008/2 E. 7.2.3). 

Die Muslime geniessen grundsätzlich religiöse Freiheiten innerhalb Sri 
Lankas; sie sind im Hinblick auf die Ausübung ihres religiösen Glau-
bens keinen staatlichen Restriktionen unterworfen. Die muslimischen 
Festtage werden wie öffentliche Festtage gefeiert. Muslime haben das 
Recht,  Familienangelegenheiten  durch  „Quasi-Gerichte“  unter  der 
Schariagesetzgebung  regeln  zu  lassen  und  können  eine  separate, 
staatlich finanzierte Schulbildung geniessen, wobei nebst den staatli-
chen Bildungsinhalte auch der Islam gelehrt wird. Im Weiteren sind die 
Muslime in allen politischen Parteien vertreten. Muslimische Parteien 
werden  keinen  besonderen  Einschränkungen  unterworfen.  Von  den 
insgesamt 225 Parlamentssitzen sind im Jahr 2007 deren 34 durch ta-
milische und 24 Sitze durch muslimische Abgeordnete besetzt worden 
(vgl. US State Departement, „Country Reports on Human Rights Prac-

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tices 2007, Sri Lanka“, vom 11. März 2008, section 3). Im Mai 2007 ha-
ben von 107 Ministern und stellvertretenden Ministern insgesamt 17 
Muslime  der  Regierung  angehört.  Generell  sind  die  Muslime in  den 
staatlichen  und  halbstaatlichen  Strukturen,  namentlich  innerhalb  der 
Sicherheitskräfte, untervertreten (vgl. zum Ganzen: International Crisis 
Group, „Sri Lanka's Muslims: Caught in the Crossfire“, Asia Report No. 

134 vom 29. Mai 2007, S. 3); andererseits versucht jedoch die Regie-
rung seit Ende August 2007 mit einer Massenrekrutierung namentlich 
Tamilen und Muslime anzuwerben und insgesamt 50 neue Polizeista-
tionen im Bezirk Batticaloa zu eröffnen (vgl. dazu: UK Border Agency, 
„Country of Origin Information Report Sri  Lanka“ vom 11. Juni 2008, 
S. 41).

Von den allgemeinen Kriegesereignissen in Sri  Lanka sind - wie be-
reits oben festgehalten - die Muslime als Bevölkerungsgruppe eben-
falls stark betroffen, und sie sind Ziel von Diskriminierung, politischer 
Gewalt, Massakern und ethnischen Säuberungen geworden. Nament-
lich  die  im  Osten  lebenden  Muslime  standen  zunächst  seitens  der 
LTTE unter  dem Verdacht,  mit  den Regierungskräften zusammen zu 
arbeiten. Die Karuna-Faktion, die sich 2004 von der LTTE abgespalten 
hatte, hat sich als politische Partei TMVP (Timileela Makkal Viduthailai 
Puligal)  zu  manifestieren  versucht.  Seit  Anfang  2007  ist  es  immer 
wieder  zu  Streitigkeiten  über  Land  und  Ressourcen  zwischen  den 
Muslimen und den TMVP gekommen.

4.3.4 Der Beschwerdeführer stammt weder aus den nördlichen noch 
den  östlichen  Distrikten,  sondern  aus  dem  in  der  Zentralprovinz 
gelegenen Distrikt  Kandy, in  welchen –  entgegen der  Darstellung in 
der  Beschwerdeschrift  –  der  Wegweisungsvollzug  des  muslimischen 
Beschwerdeführers  nicht  generell  unzumutbar  erscheint.  Er  verfügt 
zudem in seiner Heimatprovinz nach wie vor über ein soziales Bezie-
hungsnetz,  leben  doch  seine  Eltern  sowie  seine  Schwestern  in 
D.______, Distrikt Kandy. Der Beschwerdeführer verfügt sodann über 
Berufserfahrung, nachdem er selbstständig während beinahe vier Jah-
ren  ein  (...)geschäft  in  C._______  führte. Es  dürfte  dem Beschwer-
deführer somit  gelingen,  sich im Distrikt  Kandy eine Existenz aufzu-
bauen,  zumal  auch  seine  Wohnsituation  als  gesichert  betrachtet 
werden kann. Der Beschwerdeführer wohnte nämlich nach der Schlie-
ssung  seines  Geschäfts  bis  zu  seiner  Ausreise  bereits  wieder  bei 
seinen Eltern in D._______ und er war zuletzt auch dort behördlich re-
gistriert. Es ist somit nicht davon auszugehen, der Beschwerdeführer, 

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der  gemäss  Aktenlage  bei  guter  Gesundheit  ist,  gerate  nach  einer 
Rückkehr  in  sein  Heimatland  in  eine  existenzbedrohende  Situation. 
Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  somit  als 
zumutbar zu bezeichnen.

4.4 Der Beschwerdeführer verfügt über einen bis zum 5. Februar 2018 
gültigen  Reisepass,  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung  auch 
möglich ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

5.
Insgesamt ist  der  durch die Vorinstanz verfügte Wegweisungsvollzug 
zu  bestätigen.  Er  wurde  von  der  Vorinstanz  zu  Recht  als  zulässig, 
zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anord-
nung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83  Abs. 1-4 
AuG).

6.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

7.
Das Gesuch des Beschwerdeführers um Verzicht auf Erhebung eines 
Kostenvorschusses wird mit  vorliegendem Entscheid in der Hauptsa-
che gegenstandslos. Da die Begehren des Beschwerdeführers – wie 
sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu 
bezeichnen  sind,  sind  die  kumulativen  Voraussetzungen  für  die 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art. 65 
Abs. 1 VwVG nicht erfüllt,  weshalb das entsprechende Gesuch abzu-
weisen ist.

8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insgesamt 
Fr. 600.--  festzusetzen  (Art. 1-3  des  Reglements  vom  21. Februar 
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  (per  Telefax; 
Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)

- das BFM, OPC (per Telefax zu den Akten Ref.-Nr. N [...])
- die Flughafenpolizei Zürich-Kloten, Grenzpolizeiliche Massnahmen/

Asyl (per Telefax)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Robert Galliker Daniela Brüschweiler

Versand: 

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