# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 641ced57-044d-5b0d-bf83-b20616535b58
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-05-10
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 10.05.2005 B 2005/22
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2005-22_2005-05-10.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2005/22

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 10.05.2005

Entscheiddatum: 10.05.2005

Entscheid Verwaltungsgericht vom 10. Mai 2005
Ausländerrecht, Art. 4 und 9 Abs. 2 lit. b ANAG (SR 142.20), Art. 8 EMRK (SR 
0.101). Es ist verhältnismässig, einem Staatsangehörigen von Serbien und 
Montenegro, der sich seit 1991 in der Schweiz aufhält, verheiratet ist und 
dessen volljährige Kinder in der Schweiz leben, aufgrund einer 
Zuchthausstrafe von fünfeinhalb Jahren wegen mehrfachen vollendeten 
Versuchs der vorsätzlichen Tötung den weiteren Aufenthalt zu verweigern 
(Verwaltungsgericht, B 2005/22).

Anwesend: Präsident Prof. Dr. U. Cavelti; Verwaltungsrichter Dr. E. Oesch-Frischkopf, 

lic. iur. A. Linder, Dr. B. Heer, lic. iur. A. Rufener; Gerichtsschreiber lic. iur. Th. Vögeli

_______________

In Sachen

S.U.,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. P.,

gegen

Justiz- und Polizeidepartement des Kantons St. Gallen,

Oberer Graben 32, 9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

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betreffend

Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ a) S.U., geboren 1954, ist Staatsangehöriger von Serbien und Montenegro 

(Kosovo). Er hielt sich zwischen 1987 und 1991 als Saisonnier in der Schweiz auf. Im 

November 1991 wurde ihm eine ordentliche Jahresaufenthaltsbewilligung erteilt. Ende 

1991 reisten seine Ehefrau Z.U., geboren 1957, im Rahmen des Familiennachzugs 

zusammen mit den Kindern K. (geboren 1976), L.(geboren 1978), R. (geboren 1980) 

und E. (geboren 18. Februar 1987) in die Schweiz ein. Die Ehefrau und der noch bei ihr 

lebende jüngste Sohn E. besitzen die Niederlassungsbewilligung. Die Tochter K. und 

der älteste Sohn L. verfügen ebenfalls über Niederlassungsbewilligungen; beide sind 

verheiratet und haben eigene Familien. R. U. ist ledig und besitzt seit Mai 2003 das 

Schweizer Bürgerrecht.

b) S.U. verfolgte am 4. Februar 1996 mit einem seiner Brüder nach der Teilnahme an 

einem katholischen Gottesdienst von Kosovo-Albanern in Bazenheid das mit drei 

Erwachsenen und zwei Kindern besetzte Auto der Familie S. und schoss beim 

Ueberholen vom Beifahrersitz aus durch die heruntergelassene Scheibe mehrmals mit 

einer Pistole auf deren Fahrzeug. Dabei verletzte er F.S., den in der Schweiz zu Besuch 

weilenden Vater von M.S., an der Nase und am Hals. Nachdem beide Fahrzeuge zum 

Stillstand gekommen waren, gab er weitere Schüsse auf das Auto ab. F. und M. S. 

flüchteten aus dem Fahrzeug und versuchten, sich hinter dem nachfolgenden Wagen in 

Sicherheit zu bringen. S.U. folgte ihnen mit gezückter Pistole. Auch die Ehefrau von 

M.S. verliess mit ihren Kindern das Auto. Als M.S. zurückkehrte, um sich um die Kinder 

zu kümmern, schoss S.U. aus einer Distanz von einem bis zwei Metern auf ihn und 

verletzte ihn lebensgefährlich im Unterbauch. Nach einem Versuch der Ehefrau von 

M.S., ihm die Waffe abzunehmen, und einem weiteren Handgemenge schoss S.U. ein 

letztes Mal in Richtung von F.S.. Anschliessend stieg er zu seinem Bruder ins Fahrzeug 

und machte sich davon. Insgesamt feuerte S.U. dreizehn Schüsse ab. Die Ehefrau von 

M.S. und die Kinder blieben unverletzt.

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Am 18. Dezember 2000 sprach das Kantonsgericht St. Gallen S.U. des mehrfachen 

vollendeten Versuchs der vorsätzlichen Tötung schuldig und verurteilte ihn zu 

fünfeinhalb Jahren Zuchthaus. Eine Landesverweisung von acht Jahren wurde bedingt 

aufgeschoben und eine Probezeit von zwei Jahren angesetzt. Die dagegen erhobene 

Nichtigkeitsbeschwerde der Staatsanwaltschaft wurde vom Kassationsgericht mit 

Entscheid vom 28. August 2001 abgewiesen. Am 27. Dezember 2001 wies der 

Kassationshof des Bundesgerichts die Nichtigkeitsbeschwerden von S.U. sowie der 

Staatsanwaltschaft ab.

Mit Verfügung vom 10. September 2004 wies das Ausländeramt das Gesuch von S.U. 

um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ab und setzte ihm eine Ausreisefrist bis 

Ende November 2004.

S.U. wurde am 15. September 2004 bedingt aus dem Strafvollzug entlassen.

B./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 24. September 2004 erhob S.U. Rekurs, 

der vom Justiz- und Polizeidepartement mit Entscheid vom 20. Januar 2005 

abgewiesen wurde.

C./ Mit Eingaben vom 1. und 28. Februar 2005 erhob S.U. durch seinen Rechtsvertreter 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, es sei ihm der weitere 

Aufenthalt in der Schweiz zu bewilligen, eventuell mit Bedingungen und Auflagen, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Staates. Zur Begründung wird im 

wesentlichen vorgebracht, der Beschwerdeführer sei in einer Ausnahmesituation dem 

Druck der Familie und der Tradition erlegen und habe einmalig versagt. Ein Mitglied der 

Familie S. habe anlässlich eines Verkehrsunfalls den Tod seines Bruders verschuldet. 

Im psychiatrischen Obergutachten, welches vom Strafgericht eingeholt worden sei, 

werde eine generell erhöhte Rückfallgefahr weitgehend ausgeschlossen. Nach der 

Rechtsprechung des Bundesgerichts dürften Ausländer, die ausgesprochen lange hier 

gelebt hätten, in der Regel nicht schon wegen einer einzelnen Straftat ausgewiesen 

werden, selbst wenn diese schwerer Natur sei, sondern erst bei wiederholten Straftaten 

von Gewicht und wenn eine negative Tendenz und Prognose in Richtung einer 

Fortsetzung der deliktischen Tätigkeit zu erwarten seien. Beim Beschwerdeführer 

würden nicht nur eigene Interessen, sondern insbesondere auch die Ansprüche seiner 

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Ehefrau und der Kinder auf Ehe und Familienleben verletzt. Es sei für die Ehefrau 

unzumutbar, nach jahrzehntelanger guter Ehe ohne den Mann weiter hier zu leben oder 

mit ihrem Mann nach Serbien und Montenegro zurückzukehren. Die Familie sei in der 

Schweiz sehr gut integriert. Ausserdem habe eine Versöhnung zwischen den ehemals 

verfeindeten Familien S. und U. stattgefunden. Auch der Anstaltspsychiater schliesse 

einen Rückfall praktisch aus. Auf die weiteren Vorbringen in der Beschwerde wird, 

soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 10. März 2005 unter Hinweis auf 

den angefochtenen Entscheid auf Abweisung der Beschwerde.

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1 

des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der 

Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in 

Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 1. und 28. Februar 

2005 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 

64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten.

2./ a) Nach Art. 4 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der 

Ausländer (SR 142.20, abgekürzt ANAG) entscheidet die zuständige Behörde im 

Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland nach freiem 

Ermessen über die Bewilligung von Aufenthalt und Niederlassung.

Nach Art. 9 Abs. 2 lit. b ANAG kann die Aufenthaltsbewilligung widerrufen werden, 

wenn eine mit ihr verbundene Bedingung nicht erfüllt wird oder wenn das Verhalten des 

Ausländers Anlass zu schweren Klagen gibt.

Die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers lief 1999 ab. Dieser suchte 

rechtzeitig um Verlängerung der Bewilligung nach. Streitgegenstand ist demnach im 

vorliegenden Fall die Verweigerung der Verlängerung der Bewilligung. In einem solchen 

Fall gelangen grundsätzlich die selben Kriterien zur Anwendung wie beim Widerruf 

einer Aufenthaltsbewilligung nach Art. 9 Abs. 2 lit. b ANAG.

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b) Die Ehefrau des Beschwerdeführers verfügt über eine Niederlassungsbewilligung. 

Der Beschwerdeführer hat somit gestützt auf Art. 17 Abs. 2 ANAG grundsätzlich 

Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Dieser Anspruch 

erlischt, wenn der Anspruchsberechtigte gegen die öffentliche Ordnung verstossen hat 

(Art. 17 Abs. 2 letzter Satz ANAG).

Aufgrund der Niederlassungsbewilligung der Ehefrau kann sich der Beschwerdeführer 

auf Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und 

Grundfreiheiten (SR 0.101, abgekürzt EMRK) berufen. Die Beziehung zur Ehefrau 

verschafft dem Beschwerdeführer grundsätzlich einen Anspruch auf Schutz des

Familienlebens.

c) Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ist ein Eingriff in das Recht auf Schutz des Familienlebens 

statthaft, wenn er gesetzlich vorgesehen ist und eine Massnahme darstellt, die in einer 

demokratischen Gesellschaft für die nationale Sicherheit, die öffentliche Ruhe und 

Ordnung und das wirtschaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung der Ordnung 

sowie Verhinderung von strafbaren Handlungen, zum Schutz der Gesundheit und Moral 

sowie der Rechte und Freiheiten anderer notwendig ist. Die EMRK verlangt somit 

ebenfalls ein Abwägen der sich gegenüberstehenden privaten Interessen am Belassen 

der Bewilligung und dem öffentlichen Interesse an deren Entzug, wobei die öffentlichen 

Interessen in dem Sinn überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig 

erweist (BGE 122 II 6 mit Hinweisen). Bei der Interessenabwägung ist zu fragen, ob den 

hier anwesenheitsberechtigten Familienangehörigen zugemutet werden kann, dem 

Ausländer, der ausgewiesen wird, ins Ausland zu folgen. Die Frage der Zumutbarkeit 

beurteilt sich nicht nach den persönlichen Wünschen der Betroffenen, sondern ist unter 

Berücksichtigung ihrer persönlichen Verhältnisse und aller Umstände objektiv zu 

beurteilen (BGE 122 II 6 mit Hinweis auf BGE 116 Ib 353 und 115 Ib 3). Eine allfällige 

Unzumutbarkeit der Ausreise für die hier lebenden Angehörigen ist mitabzuwägen, führt 

aber nicht zwingend für sich allein zur Unzulässigkeit einer Ausweisung. Wenn es den 

Familienangehörigen zumutbar ist, ihr Familienleben im Ausland zu führen, ist Art. 8 

Ziff. 1 EMRK zum vornherein nicht verletzt (BGE 122 II 297 mit Hinweisen auf Literatur 

und Judikatur).

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Den öffentlichen Interessen sind somit die privaten Interessen der Betroffenen an 

einem Verbleib in der Schweiz gegenüberzustellen. Je länger ein Ausländer in der 

Schweiz lebt und je gewichtiger sein Interesse an der Aufrechterhaltung der familiären 

Beziehung einzustufen ist, desto strengere Anforderungen sind grundsätzlich an einen 

Eingriff in das Recht auf Familienleben zu stellen. Entscheidend bleibt in jedem Fall die 

Verhältnismässigkeitsprüfung gestützt auf die gesamten wesentlichen Umstände des 

Einzelfalls.

d) Bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit der Verweigerung einer Bewilligung bzw. 

der Notwendigkeit eines Eingriffs in das Recht auf Familienleben sind namentlich die 

Schwere des Verschuldens, die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz sowie die dem 

Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (vgl. statt vieler 

BGE 120 Ib 130 f.).

Ausgangspunkt und Massstab für die Schwere des Verschuldens und die 

fremdenpolizeiliche Interessenabwägung ist die vom Strafrichter verhängte Strafe (BGE 

129 II 216).

Das Kantonsgericht ging davon aus, der Tat sei eine über Jahre bestehende 

Konfliktsituation vorausgegangen. Innere Unruhe und Wut über das vermeintliche 

Verschleiern der tatsächlichen Ursachen für den Tod seines Bruders durch die Familie 

des angeblichen "Täters" M. S. habe sich mit dem Schmerz und der Trauer über den 

Verlust des Bruders und der durch die angeblich von Seiten der S.s erfolgten 

Drohungen verursachten Angst vermischt. Eine eigentliche Rachetötung liege nicht vor. 

Das wohl im Zeitpunkt der Tat ebenfalls mitschwingende, aber nicht auslösende 

Mitmotiv der Rache für den Unfalltod des Bruders werde durch das Ergebnis der 

Begutachtung in den Hintergrund gedrängt. Jedenfalls könne die Tat nicht mehr 

hauptsächlich als eine durch ein verzerrtes Ehrgefühl und einen primitiven, starken 

Egoismus hervorgerufene (Blut-)Rachehandlung betrachtet werden. Vielmehr sei von 

einer Mischung von Motiven wie Wut/Rache, Trauer, Angst und Verzweiflung wegen 

der subjektiv als ungewiss empfundenen Umstände des Todes des Bruders 

auszugehen. Diese Beweggründe würden die aufgrund des äusseren 

Erscheinungsbildes als heimtückisch, rücksichtslos und kaltblütig erscheinende Tat in 

einem Ausmass überwiegen, dass bei einer Gesamtwürdigung nicht mehr von einem 

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Mord gesprochen werden könne. Die Tat erscheine somit aufgrund ihres Ablaufs zwar 

immer noch als skrupellos, sei aber, was die inneren Umstände betreffe, vor dem 

Hintergrund der chronischen depressiven Anpassungsstörung und einer 

affektmässigen Belastung in einer sich zuspitzenden Konfliktsituation als Tat einer 

psychisch destabilisierten und in ihrem Denken immer mehr eingeengten Person zu 

würdigen.

Das Kantonsgericht beurteilte das Verschulden als sehr schwer. Im Anschluss an einen 

Gottesdienst habe der Beschwerdeführer auf einer öffentlichen Strasse während des 

Ueberholens vom Beifahrersitz aus auf das Fahrzeug der Familie S. geschossen mit der 

Absicht, eine bestimmte Person zu töten. Nachdem beide Fahrzeuge zum Stillstand 

gekommen seien, habe der Beschwerdeführer weitere Schüsse auf die Beifahrerseite 

des Fahrzeuges abgegeben. Auch als die Fahrzeuginsassen bereits die Flucht ergriffen 

hätten, sei ihnen der Beschwerdeführer mit vorgehaltener Waffe gefolgt und habe M.S. 

mit einem Schuss aus einer Distanz von einem bis zwei Metern in den Unterbauch 

lebensgefährlich verletzt. Weiter kam das Strafgericht zum Schluss, der 

Beschwerdeführer geniesse allgemein einen guten Ruf. Er habe sich reumütig gezeigt. 

Sodann anerkannte das Kantonsgericht eine mittelgradige Verminderung der 

Zurechnungsfähigkeit und milderte die Strafe entsprechend. Im Ergebnis wurde eine 

Zuchthausstrafe von fünfeinhalb Jahren als angemessen erachtet. Bei der 

Strafzumessung wurde übrigens die Versöhnung der ehemals verfeindeten Familien 

ausdrücklich als strafmindernd berücksichtigt. Der Beschwerdeführer beruft sich auf 

ein Urteil des Kantonsgerichts, bei dem die Versöhnung zwischen Täter und Opfer zu 

einer Strafreduktion führte. Im vorliegenden Fall schlug sich die Versöhnung auch im 

Strafmass von fünfeinhalb Jahren nieder.

Auch in fremdenpolizeilicher Hinsicht wiegt das Verschulden sehr schwer. 

Insbesondere ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei Gewaltdelikten ein 

strenger Massstab anzusetzen (BGE 125 II 526). Wer nach einem Gottesdienst auf 

einer öffentlichen Strasse Selbstjustiz übt und den Wagen und die Familienangehörigen 

eines Widersachers beschiesst, handelt ausgesprochen skrupellos und verwerflich.

Unbestritten ist weiter, dass das Gericht den Vollzug der strafrechtlichen 

Landesverweisung bedingt aufgeschoben hat, was bei der fremdenpolizeilichen 

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Beurteilung ebenfalls zu berücksichtigen ist (BGE 122 II 435). Die Rechtmässigkeit bzw. 

Verhältnismässigkeit einer fremdenpolizeilichen Ausweisung ist indes nicht nach 

denselben Grundsätzen zu beurteilen wie die Frage des Vollzugs bzw. des Aufschubs 

einer strafrechtlichen Landesverweisung. Zwar trifft es zu, dass im Interesse der 

Rechtssicherheit und Rechtseinheit eine gewisse Koordination geboten ist. Das 

Bundesgericht bestätigte aber in einem unlängst ergangenen Entscheid seine Praxis, 

wonach abweichende Entscheidungen zulässig sind. So erwog es, die 

Voraussetzungen für die beiden Entfernungsmassnahmen seien nicht deckungsgleich. 

Sie beruhten auf unterschiedlichen Interessenlagen. Die strafrechtliche 

Landesverweisung sei vorab auf die Person des betreffenden Ausländers ausgerichtet. 

So sei für den Entscheid über den bedingten Vollzug der strafrechtlichen 

Landesverweisung die Prognose über ein künftiges Wohlverhalten des Ausländers in 

der Schweiz entscheidend. Für den Entscheid über den probeweisen Aufschub nach 

Art. 55 Abs. 2 StGB sei einzig auf die Resozialisierungschancen abzustellen, wobei 

regelmässig die Aussichten auf Wiedereingliederung in der Schweiz denjenigen im 

Heimatland gegenüberzustellen seien. Demgegenüber stehe für den Entscheid über die 

fremdenpolizeiliche Ausweisung das allgemeine Interesse der öffentlichen Ordnung 

und Sicherheit im Vordergrund. Der konkreten Prognose über das Wohlverhalten sowie 

dem Resozialisierungsgedanken des Strafrechts sei zwar im Rahmen der umfassenden 

fremdenpolizeilichen Interessenabwägung ebenfalls Rechnung zu tragen, die beiden 

Umstände gäben aber nicht den Ausschlag (BGE 125 II 110 mit Hinweisen). Die 

Strafvollzugsbehörde ging übrigens bei der Gewährung der vorzeitigen bedingten 

Entlassung aus dem Strafvollzug davon aus, dass sich der Beschwerdeführer vor allem 

deshalb bewähren werde, weil er in sein Herkunftsland zurückkehren müsse.

Zwar hat der Gutachter im Strafverfahren eine generell erhöhte Rückfallgefahr 

weitgehend ausgeschlossen. Immerhin schränkte er ein, es könne aufgrund der 

sensitiven und sensiblen Persönlichkeitszüge des Beschwerdeführers nicht 

ausgeschlossen werden, dass dieser beim Auftreten neuer Probleme wieder in eine 

Affektlage gerate, die seine Einsichts- und Steuerungsfähigkeit herabsetze. In der 

Beschwerde wird festgehalten, der Beschwerdeführer sei in einer Ausnahmesituation 

dem Druck der Familie und der Tradition erlegen. Der Priester, der an der Versöhnung 

der verfeindeten Familien beteiligt war, führt in seinem Bericht aus, die Blutrache-

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Tradition sei im Herkunftsgebiet des Beschwerdeführers immer noch sehr lebendig und 

gegenwärtig und habe letztlich mehr Gewicht und Kraft als das Individuum.

Bei der vom Beschwerdeführer verübten Tat handelte es sich um eine gezielte Aktion 

gegen Angehörige einer verfeindeten Familie. Wenn auch mit dieser Familie eine 

Versöhnung stattgefunden hat, so kann doch aufgrund des psychiatrischen Gutachtens 

nicht ausgeschlossen werden, dass der Beschwerdeführer in einer ähnlichen Situation, 

in der er sich oder Mitglieder seiner Familie als Opfer eines Angriffs sieht, seinerseits 

wieder eine Racheaktion begehen kann. Aufgrund der Persönlichkeitsstruktur des 

Beschwerdeführers besteht jedenfalls eine erhöhte Gefahr einer Kurzschlusshandlung 

in problematischen Lebenssituationen.

Eine Ausweisung kann auch bei einem einmaligen Delikt verhältnismässig sein, wenn 

dieses als schwerwiegend einzustufen ist. Das Bundesgericht hat die Zulässigkeit einer 

Ausweisung nicht vom Vorliegen mehrerer Delikte abhängig gemacht. Die Berufung 

des Beschwerdeführers auf das Urteil des Bundesgerichts vom 16. März 2001 (2A.

468/2000) ist nicht stichhaltig. Dieser Fall betraf einen Ausländer, der seit seinem 

neunten Lebensjahr in der Schweiz ansässig war. Demgegenüber ist der 

Beschwerdeführer erst seit 1991 im Besitz einer Aufenthaltsbewilligung, nachdem er 

zuvor während vier Jahren als Saisonnier in der Schweiz geweilt hatte. Im Zeitpunkt der 

Tat hielt er sich somit weniger als zehn Jahre in der Schweiz auf. Hinzu kommt, dass 

das Bundesgericht in jenem Fall dem Betroffenen zugutehielt, er habe keine 

Gewaltdelikte begangen. Der Beschwerdeführer verübte dagegen ein 

schwerwiegendes Gewaltdelikt.

Die Kinder des Beschwerdeführers sind allesamt volljährig. Der Beschwerdeführer kann 

sich daher im Zusammenhang mit der Beziehung zu seinen Kindern nicht mehr auf Art. 

8 EMRK berufen. Anders verhält es sich in bezug auf die Ehefrau. Diese verfügt über 

die Niederlassungsbewilligung. Die Ehefrau weilt seit Dezember 1991 und damit seit 

etwas mehr als dreizehn Jahren in der Schweiz. Sie verbrachte zuvor ihr gesamtes 

Leben im Herkunftsland. Unter diesen Umständen ist für sie eine Rückkehr mit dem 

Beschwerdeführer nach Kosovo nicht mit unüberwindlichen Problemen verbunden. 

Sowohl der Beschwerdeführer als auch seine Ehefrau sind mit den 

Lebensverhältnissen in Kosovo nach wie vor vertraut. Dies zeigt sich namentlich auch 

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darin, dass die Versöhnung zwischen den verfeindeten Familien U. und S. in Kosovo 

stattfand. Falls die Ehefrau dem Beschwerdeführer nicht nach Kosovo folgen will, hat 

sie, wie übrigens auch die Kinder, die Möglichkeit, ihn regelmässig zu besuchen. 

Reisen zwischen der Schweiz und Kosovo sind heutzutage ohne besondere 

Schwierigkeiten möglich. Ausserdem bleibt festzuhalten, dass der Beschwerdeführer 

selbst durch seine Straftat die Trennung der Familie verursacht hat. Aufgrund der 

Besuchsmöglichkeiten sind die familiären Beziehungen nach einer Rückkehr des 

Beschwerdeführers nach Kosovo nicht wesentlich stärker erschwert als während des 

Strafvollzugs.

Aufgrund des bisherigen Aufenthalts in der Schweiz kann zwar ohne weiteres von einer 

gewissen Integration des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau ausgegangen werden. 

Allerdings fällt auf, dass der Beschwerdeführer trotz des langen Aufenthalts in der 

Schweiz die deutsche Sprache sehr schlecht versteht bzw. sehr schlecht deutsch 

spricht. Dies spricht gegen eine intensive Integration in der Schweiz. Auch die Straftat 

bzw. die Tatmotive sprechen gegen eine tiefgreifende Integration. Zugutezuhalten ist 

dem Beschwerdeführer, dass er sich als Arbeitnehmer wohlverhalten hat und dass er 

sich, abgesehen von der vorliegend releventen Straftat, keine weiteren Delikte 

zuschulden kommen liess. Nicht zu übersehen ist schliesslich, dass die Kinder weit 

besser integriert scheinen als ihre Eltern. Dieser Umstand ist aber bei der 

Interessenabwägung nicht von ausschlaggebender Bedeutung.

Der Beschwerdeführer beruft sich im weiteren auf Aeusserungen des 

Anstaltsgeistlichen sowie des Hausarztes und des ehemaligen Lehrers seiner Kinder. 

Inwieweit diese Personen die Möglichkeit haben, die Rückfallgefahr zu beurteilen, kann 

offen bleiben. Immerhin machte der gerichtliche Gutachter einen gewissen Vorbehalt in 

bezug auf emotionale Ausnahmesituationen beim Beschwerdeführer. Die Einholung 

einer erneuten Expertise ist angesichts des ausführlichen Gutachtens, welches im 

Strafverfahren eingeholt wurde, nicht erforderlich.

e) Zusammenfassend gelangt das Verwaltungsgericht zum Schluss, dass das 

öffentliche Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdeführers aufgrund der 

schweren Straftat bzw. des schweren Verschuldens höher gewichtet werden darf als 

das private Interesse des Betroffenen und seiner Ehrfrau an einem Verbleib in der 

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Schweiz. Die Verweigerung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung erweist sich 

daher als verhältnismässig. Folglich ist die Beschwerde als unbegründet abzuweisen.

3./ Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des 

Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine 

Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS 

941.12). Der geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist zu verrechnen.

Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98bis VRP).

Demnach hat das Verwaltungsgericht zu Recht erkannt:

1./ Die Beschwerde wird abgewiesen.

2./ Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 2'000.-- bezahlt der 

Beschwerdeführer unter Verrechnung des Kostenvorschusses in gleicher Höhe.

3./ Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

V. R. W.

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

 

Zustellung dieses Entscheides an:

 

 

Dr. P.)

 

den Beschwerdeführer (durch Rechtsanwalt–

die Vorinstanz–

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am:

 

Rechtsmittelbelehrung:

Soweit eine Verletzung von Bundesrecht bzw. eines Rechtsanspruchs auf Erteilung 

einer Bewilligung geltend gemacht wird (Art. 100 lit. b Ziff. 3 und Art. 104 lit. a und b 

OG), kann gegen diesen Entscheid innert dreissig Tagen seit der Eröffnung 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 

14, eingereicht werden.

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