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**Case Identifier:** d1da4f8c-5707-5464-a1a2-25696067c34f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.11.2016 200 2016 642
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-642_2016-11-15.pdf

## Full Text

200 16 642 IV
SCI/SCC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. November 2016

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 6. Juni 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, IV/16/642, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1965 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
arbeitete seit 19. September 2011 im B.________ in einem Pensum von 70 
% (Dossier der Invalidenversicherung, Antwortbeilage [AB] 1 S. 5; AB 11). 
Sie meldete sich im Januar 2013 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) zum Bezug von Leistungen an (AB 1). Die IVB holte die 
Akten ein, u.a. den von der Taggeldversicherung eingeholten Bericht von 
Dr. med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 
vom 12. November 2012 (AB 6.2 S. 2 ff.) und einen Bericht des behan-
delnden Arztes Dr. med. D.________ vom 8. März 2013 (AB 10). Nach 
einer Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 11. 
April 2013 (AB 14) stellte die IVB mit Vorbescheid vom 17. April 2013 die 
Ablehnung des Leistungsgesuchs in Aussicht (AB 15). Hiergegen erhob Dr. 
med. D.________ im Auftrag der Versicherten Einwände (AB 17). Nach 
einer Stellungnahme des RAD von 8. Juli 2013 (AB 24), wies die IVB mit 
Verfügung vom 12. Juli 2013 das Leistungsbegehren ab (AB 25). Diese 
Verfügung blieb unangefochten.

B.

Am 18. Januar 2015 meldete sich die Versicherte erneut bei der IVB zum 
Bezug von Leistungen an (AB 29). Nach der Einholung medizinischer und 
erwerblicher Unterlagen (AB 34, 35, 39, 52, 53, 57) veranlasste die IVB 
eine Begutachtung durch Dr. med. E.________, Fachärztin für Psychiatrie 
und Psychotherapie FMH (psychiatrisches Gutachten vom 30. Dezember 
2015 [AB 62.1]). Mit Vorbescheid vom 26. Januar 2016 stellte die IVB die 
Ablehnung des Leistungsbegehrens in Aussicht (AB 66). Hiergegen erhob 
die Versicherte (mitunterzeichnet durch den behandelnden Arzt Dr. med. 
D.________) am 22. Februar 2016 Einwände (AB 67). Nach Einholung 
einer Stellungnahme der Gutachterin vom 18. Mai 2016 (AB 82) verneinte 
die IVB mit Verfügung vom 6. Juni 2016 den Anspruch auf Leistungen der 
Invalidenversicherung. Aus dem Gutachten von Dr. med. E.________ gehe 

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hervor, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten gegenüber der 
letzten Beurteilung durch Dr. med. C.________ aus dem Jahr 2012 nicht 
relevant verschlechtert habe (AB 83).

C.

Am 6. Juli 2016 erhob die Versicherte (mitunterzeichnet durch den behan-
delnden Arzt Dr. med. D.________) beim Verwaltungsgericht des Kantons 
Bern Beschwerde. Sie beantragt eine ganze IV-Rente. 

Mit Beschwerdeantwort vom 30. August 2016 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 
6. Juni 2016 (AB 83). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistun-
gen der Invalidenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).

2.1.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). 

2.1.2 Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht klar 
vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können solche 
äusseren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen im Sinne 
des Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invaliditätsbegriff 
selber klar zwischen der versicherten Person als Trägerin des (invalidisie-
renden) Gesundheitsschadens und der durch ihn verursachten Erwerbsun-
fähigkeit unterscheidet. Infolgedessen können psychische Störungen, wel-
che durch soziale Umstände verursacht werden und bei Wegfall der Belas-
tung wieder verschwinden, nicht zur Invalidenrente berechtigen. Zwar kann 
einer fachgerecht diagnostizierten psychischen Krankheit der invalidisie-
rende Charakter nicht mit dem blossen Hinweis auf eine bestehende psy-
chosoziale Belastungssituation abgesprochen werden. Je stärker aber psy-
chosoziale und soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund 
treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss 
eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor-
handen sein (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 

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E. 3.2). Nur wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren 
einen derart verselbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten 
oder seine – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehen-
den – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegrün-
dend auswirken (BGE 139 V 547 E. 3.2.2 S. 552; SVR 2010 IV Nr. 19 S. 59 
E. 5.2). In diesem Sinn werden Wechselwirkungen zwischen sich körperlich 
und psychisch manifestierenden Störungen und der sozialen Umwelt 
berücksichtigt, wenn auch bedeutend weniger stark als nach dem in der 
Medizin verbreiteten bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell (SVR 2008 IV 
Nr. 62 S. 204 E. 4.2).

2.2 Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied 
zur Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätig-
keitsbereich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleiben-
de Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

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2.4

2.4.1 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn 
angenommen werden kann, der Anspruch auf eine Invalidenrente (oder 
deren Erhöhung) sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände 
als richtig erweisen sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2). Diese Eintre-
tensvoraussetzung soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder 
mit gleichlautenden und nicht näher begründeten, d.h. keine Veränderung 
des Sachverhalts darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 
V 108 E. 5.3.1 S. 112).

2.4.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache 
materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten 
Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch 
tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei ei-
nem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 
2 S. 8 E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der frühe-
ren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie 
das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die 
festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.4.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

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2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Die IVB ist auf die Neuanmeldung von Januar 2015 (AB 29) einge-
treten, weshalb die Eintretensfrage hier nicht zu beurteilen ist (BGE 109 V 
108 E. 2b. S. 114). Zu prüfen ist, ob im massgebenden Vergleichszeitraum 
zwischen der ersten rentenablehnenden Verfügung vom 12. Juli 2013 
(AB 25) und der angefochtenen Verfügung vom 6. Juni 2016 (AB 83) eine 
Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die geeig-
net ist, den Invaliditätsgrad in einer für den Rentenanspruch erheblichen 
Weise zu beeinflussen. 

3.2

3.2.1 In der Verfügung vom 12. Juli 2013 (AB 25) stellte die Beschwerde-
gegnerin im Wesentlichen auf das zuhanden des Krankentaggeldversiche-
rers erstellte Gutachten von Dr. med. C.________ vom 12. November 2012 
ab (AB 6.2 S. 2 ff.). Darin diagnostizierte der Gutachter mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit depressive Episoden, aktuell leicht bis mittelschwer 
ausgeprägt (ICD-10 F32.0/F32.1), bei Neurasthenie (ICD-10 F48.0), seit 
ca. 2008 (AB 6.2 S. 4). Der Gutachter hielt fest, aktuell liege eine leicht bis 
mittelgradig ausgeprägte depressive Episode vor, die sich im Februar 2012 
aus einer Neurasthenie entwickelt habe. Die depressive Symptomatik und 
die damit retrospektiv erklärbaren objektiv ausgeprägten Defizite seien bei 
der Beschwerdeführerin schleichend nach Problemen und Überbelastung 
mit der beruflichen Selbstständigkeit, Todesfällen in der Familie und bei 
Eisen- und Vitamin B12-Mangel entstanden. Dies habe zu einer Einschrän-

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kung der Leistungsfähigkeit geführt und begründe die bereits attestierte 
Arbeitsunfähigkeit seit September 2012 bis einschliesslich November 2012. 
Ab Dezember 2012 könne jedoch aufgrund einer objektiv erkennbaren und 
subjektiv von der Beschwerdeführerin genannten Verbesserung der de-
pressiven Symptome von einer 50 %igen Arbeitsunfähigkeit in der bisheri-
gen Tätigkeit ausgegangen werden (AB 6.2 S. 7). In einer angepassten 
Tätigkeit sei ab Dezember 2012 von einer 70 %igen Arbeitsfähigkeit aus-
zugehen (AB 6.2 S. 9).

3.2.2 Im Rahmen der Abklärungen betreffend den Gesundheitszustand 
nach Erlass der Verfügung vom 12. Juli 2013 (AB 25) veranlasste die IVB 
eine psychiatrische Begutachtung durch Dr. med. E.________ (AB 62.1). 
Die Gutachterin diagnostizierte am 30. Dezember 2015 mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.11) und ohne Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit mögliche akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 
F73.1; AB 62.1 S. 19). Sie führte aus, neben einer möglichen familiären 
Disposition zu depressiven Störungen komme den psychosozialen Belas-
tungsfaktoren eine entscheidende Rolle bei der Krankheitsentwicklung zu 
(migrationsbedingte Schwierigkeiten, nach Firmengründung berufliche und 
finanzielle Belastungen, Todesfälle in der Familie; AB 62.1 S. 21 f.). Die 
Beschwerdeführerin wisse zudem, dass im Falle der Wiederaufnahme ei-
ner Berufstätigkeit der Gehaltsanteil, welcher über die Sicherung eines 
Existenzminimums hinausgehe, gepfändet und für die Bezahlung der 
Schulden des Ehemannes herangezogen würde. Dies stelle einen erhebli-
chen, die depressive Symptomatik aufrechterhaltenden Faktor dar. Es sei 
naheliegend, dass dies die Motivation zur Wiederaufnahme einer Arbeits-
tätigkeit mindere. Die Entwicklung der depressiven Störung stehe in engem 
Zusammenhang mit der sehr negativen Lebensbilanz der Beschwerdefüh-
rerin (AB 62.1 S. 23 oben). Die Gutachterin führte schliesslich aus, es sei 
nicht zu einer Chronifizierung mit Verselbstständigung des Krankheitsbildes 
mit einem therapeutisch nicht mehr zu beeinflussenden Zustandsbild ge-
kommen. In den stationären bzw. teilstationären Behandlungen in der 
psychiatrischen Klinik F.________ habe jeweils eine Besserung des Zu-
standsbildes erreicht werden können (AB 62.1 S. 23 Mitte). 

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Zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit führte die Gutachterin aus, bei Aus-
klammerung der durch krankheitsfremde Belastungsfaktoren verursachten 
Krankheitsanteile habe aus versicherungspsychiatrischer Sicht zu keinem 
Zeitpunkt eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit von 20 % oder darüber vorge-
legen (AB 62.1 S. 26 Ziff. 7.1). Zum Zumutbarkeitsprofil hielt sie fest, es 
seien sämtliche ungelernten oder angelernten Tätigkeiten zumutbar, wel-
che keine erhöhten Anforderungen bezüglich Selbststrukturierung, Ent-
scheidungsfindung, Arbeitstempo oder Multitasking stellten. Unter das An-
forderungsprofil fielen auch Tätigkeiten im … oder als …, welche die Be-
schwerdeführerin in der Vergangenheit verrichtet habe (AB 62.1 S. 27 Ziff. 
7.2).

Zur Entwicklung des Gesundheitszustands hielt sie ferner fest, es könne 
keine signifikante Änderung seit der Erstbegutachtung durch Dr. med. 
C.________ im November 2012 festgestellt werden (AB 62.1 S. 23 unten). 
Es stelle keine richtungsweisende Diskrepanz dar, dass Dr. med. 
C.________ eine leichte bis mittelschwer ausgeprägte depressive Episode 
bescheinige und hier im Gutachten eine mittelgradige depressive Episode 
diagnostiziert werde (AB 62.1 S. 23 unten und S. 24 oben). 

3.3

3.3.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 
4.1).

3.3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 

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Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich 
somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder 
Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 
231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4 Das psychiatrische Gutachten von Dr. med. E.________ vom 30. 
Dezember 2015 (AB 62.1) erfüllt die Voraussetzungen der Rechtsprechung 
an ein Gutachten. Die Expertin hatte Kenntnis der Akten (AB 62.1 S. 1 ff.) 
und sie hat die Beschwerdeführerin einlässlich untersucht (AB 62.1 S. 9 ff.). 
Dabei hat sie nicht zuletzt auch die Konsistenz der Angaben der 
Beschwerdeführerin geprüft (vgl. z.B. die Angaben betreffend die 
psychosozialen Umstände, das Reiseverhalten und die Notwendigkeit einer 
Brille bzw. das Nichttragen derselben [AB 62.1 S. 24]) und ihre Befunde im 
Gutachten festgehalten. Die Beurteilung selbst ist einlässlich und 
nachvollziehbar begründet (AB 62.1 S. 19 ff.). Die Gutachterin hat die 
Befunde, welche für eine gegenwärtig mittelgradige Episode der 
rezidivierenden depressiven Störung sprechen, einleuchtend dargelegt (AB 
62.1 S. 21 oben). Sie hat sich zudem ausführlich mit den teilweise 
abweichenden Diagnosen der behandelnden Ärzte auseinandergesetzt (AB 
62.1 S. 24 ff.). Die Schlussfolgerung, aus rein medizinischer Sicht habe 
sich am Gesundheitszustand nichts geändert, überzeugt (AB 62.1 S. 23 
unten). 

An diesem Ergebnis ändert auch die fortdauernde Kritik des behandelnden 
Arztes Dr. med. D.________ nichts. Dr. med. E.________ hat sich im 
psychiatrischen Gutachten ausführlich mit dessen Berichten auseinander-
gesetzt (AB 62.1 S. 25). Diese Berichte und Einschätzungen sind – wie 
dies die Gutachterin fundiert darlegt – aus rein psychiatrischer Sicht 
ungenügend. Eine Befundlage, die seine Einschätzung bestätigen könnte, 
hat Dr. med. D.________ bis heute nie objektiviert. Vielmehr negierte Dr. 
med. D.________ die psychosozialen Belastungen und dabei u.a. den 
Umstand, dass ein Einkommen über dem Existenzminimum umgehend für 
die Begleichung von Schulden eingezogen würde (AB 62.1 S. 23), 

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vollständig. Seine Therapie hat er nun seit Jahren offensichtlich nicht auf 
die Ressourcen, sondern die Defizite der Beschwerdeführerin ausgerichtet. 
Demgegenüber hat die Gutachterin nachvollziehbar zu den Ressourcen 
festgehalten, die Beschwerdeführerin habe in der Schweiz zwar seit jeher 
kaum soziale Kontakte gepflegt, sie stehe jedoch in engem Kontakt zur 
Tochter in der Heimat und sei auch in der Lage, diese in … zu besuchen 
(AB 62.1 S. 26 unten). Anlässlich des Telefongesprächs am 21. Dezember 
2015 (AB 62.1 S. 18) hat die Gutachterin Dr. med. D.________ im frem-
danamnestischen Gespräch dementsprechend zu Recht nach der Einord-
nung seiner Diagnosen gefragt. Wie bereits in den Berichten ist er eine 
nachvollziehbare Erklärung schuldig geblieben. Wenn die Gutachterin in 
der Folge der Einschätzung des Dr. med. D.________ nicht folgen konnte, 
so ist dies – entgegen der Auffassung dieses Arztes – in keiner Weise zu 
beanstanden.

Dabei ist festzuhalten, dass Dr. med. D.________, auch wenn er sich als 
Psychiater sieht und geltend macht, während Jahrzehnten selbstständig als 
solcher gearbeitet zu haben, über keine entsprechende (abgeschlossene) 
Facharztausbildung verfügt (von ihm selbst bestätigt; Beschwerde, S. 2). In 
Bezug auf Atteste von Hausärzten darf und soll das Gericht im Übrigen der 
Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick 
auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu-
gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; 
SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3). 

Wenn Dr. med. D.________ schliesslich eine „schwere 
Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.1+5+6+7)“ diagnostiziert (Bericht vom 
19. März 2015 [AB 39]; Bericht vom 22. Oktober 2015 [AB 57 S. 2, 5]) ohne 
eine auch nur ansatzweise mit den Diagnosekriterien (DILLING, MOMBOUR, 
SCHMIDT, Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 
Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 9. Aufl., S. 278 ff.) 
übereinstimmende Begründung abzugeben, so kann ihm nicht gefolgt 
werden. Bezüglich dieser neuen Diagnose verweist er zwar auf den Bericht 
der psychiatrischen Klinik G.________ vom 7. November 2014 (AB 39 
S. 1), lässt dabei jedoch ausser acht, dass darin nicht von einer 
Persönlichkeitsstörung die Rede ist. Vielmehr diagnostizierten die Ärzte der 

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psychiatrischen Klinik G.________ eine rezidivierende depressive Störung, 
gegenwärtig mittelgradige Episode mit psychotischen Symptomen (AB 32 
S. 4). Bezüglich dem Vorbringen von Dr. med. D.________, es sei unwis-
senschaftlich seine gestellte Diagnose einer Persönlichkeitsstörung im 
Rahmen einer einzigen Untersuchung in Frage zu stellen (AB 67 S. 1 un-
ten), hat die Gutachterin in der Stellungnahme vom 18. Mai 2015 zutreffend 
dargelegt, dass der behandelnde Arzt nach wie vor keine inhaltlichen 
Argumente angeführt und keine Auseinandersetzung mit den 
diagnostischen Kriterien oder mit den psychosozialen Belastungsfaktoren 
vorgenommen hat (AB 82). 

Nicht nachvollziehbar und den Beweiswert des Gutachtens in keine Weise 
schmälernd sind die Vorbringen (vgl. die vom Arzt mitunterzeichnete 
Beschwerde, S. 1) zu den in den Kliniken vorgenommenen Behandlungen, 
wonach sämtliche Aktivierungsversuche in den klinikinternen Ateliers 
misslungen seien, die Therapeuten und Therapeutinnen zu jung und zu 
unerfahren gewesen seien und die Beschwerdeführerin jeweils froh 
gewesen sei, wenn sie nach der Klinik wieder in die ambulante Therapie 
bei Dr. med. D.________ habe kommen können (Beschwerde, S. 1). Auch 
die Kritik an den Einschätzungen der behandelnden Klinikärzte hat Dr. 
med. D.________ nicht mit objektiven Befunden begründet, vielmehr hat er 
sich auf die Angabe beschränkt, deren Diagnose einer mittelschweren 
depressiven Episode sei falsch (Beschwerde, S. 1). Dr. med. D.________ 
scheint die von ihm als Arzt und Therapeut geforderte kritische Distanz zur 
Patientin inzwischen verloren zu haben. 

Weder hinsichtlich Diagnostik noch hinsichtlich der Befundlage weichen die 
Beurteilungen von Dr. med. C.________ (vgl. E. 3.2.1) und von Dr. med. 
E.________ wesentlich voneinander ab. Dies hat die Expertin denn auch 
ausdrücklich so festgehalten (AB 62.1 S. 24 oben). Unerheblich für die Be-
urteilung des vorliegenden Falles ist dementsprechend, dass die Gutachte-
rin Dr. med. E.________ eine leicht abweichende – im Ergebnis bessere – 
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit abgegeben hat. Dr. med. C.________ ging 
von einer 70 %igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit aus. Dr. med. 
E.________ verortete die Arbeitsfähigkeit bei 70 % mit einem Abzug von 
10 % Leistungseinbusse (AB 62.1 S. 26). Unter Ausscheidung der psycho-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, IV/16/642, Seite 13

sozialen Belastungsfaktoren erklärte sie die Beschwerdeführerin schliess-
lich für voll arbeitsfähig. Auch wenn letztere Beurteilung durchaus über-
zeugt – sind doch psychosoziale Faktoren wie die missliche Lebenslage 
zufolge hoher Schulden, die jeden Mehrverdienst sofort beschlagen wür-
den, und dem nach wie vor wichtigen Zentrum ihrer Beziehungen in der 
fernen Heimat, nicht unwesentlich für den derzeitigen Zustand verantwort-
lich – ändert sich nichts am Ergebnis. Es liegt ein unveränderter Gesund-
heitszustand und damit bezüglich der abweichenden Einschätzung der Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit unter Abzug der psychosozialen Faktoren 
letztlich allein eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhalts vor. 

Schliesslich macht denn auch Dr. med. D.________ im Ergebnis gar keine 
Veränderung der Situation geltend, sondern hält – unter Einschub weiterer 
Diagnosen – weiterhin an seiner im Vergleich zu den Gutachtern seit je 
gravierenderen Einschätzung fest. Diese Einschätzung war weder früher 
noch ist sie heute korrekt.

3.5 Aus medizinischer Sicht ist im massgeblichen Vergleichszeitraum 
(vgl. E. 3.1 hiervor) keine wesentliche Veränderung der gesundheitlichen 
Situation ausgewiesen und es liegt auch aus rein erwerblicher Sicht keine 
Änderung der Sachlage vor. Es besteht somit kein Revisionsgrund. Die 
gegen die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 6. Juni 2016 (AB 83) erhobe-
ne Beschwerde ist abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Nov. 2016, IV/16/642, Seite 14

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin 
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Um-
kehrschluss]). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________ (samt Eingabe des Dr. med. D.________ vom 1. Okto-

ber 2016)
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe des Dr. med. D.________ vom 1. Okto-

ber 2016)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.