# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 77c2aed1-e764-59bd-aa43-17c52a1ab309
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-17
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 17.06.2020 UV 2019/11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2019-11_2020-06-17.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2019/11

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 29.09.2020

Entscheiddatum: 17.06.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 17.06.2020
Art. 25 Abs. 1 und 53 Abs. 2 ATSG: Dem angefochtenen Entscheid liegt 
formell eine Wiedererwägung der - durch formlose Mitteilungen und durch 
Vergütung von Heilungskosten und Taggeldleistungen - faktisch erfolgten 
Anerkennung der Leistungspflicht zu Grunde. Die ursprüngliche 
Anerkennung des Versicherungsfalls durch die Beschwerdegegnerin – sei 
dies aufgrund der Anerkennung des gemeldeten Ereignisses als Unfall oder 
als unfallähnliche Körperschädigung – ist nicht zweifellos unrichtig gewesen. 
Gleiches gilt auch für die Frage der anfänglichen Unfallkausalität der 
Beschwerden. Folglich sind die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung 
der ursprünglichen Anerkennung der Leistungspflicht nicht erfüllt, weshalb 
die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen zu Unrecht zurückgefordert hat. 
Einspracheentscheid in Gutheissung der Beschwerde aufgehoben 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. Juni 
2020, UV 2019/11).

Entscheid vom 17. Juni 2020

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Christiane 

Gallati Schneider und Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

UV 2019/11

Parteien

A.___,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Petrik, St. Leonhardstrasse 45, Postfach 

1637, 9001 St. Gallen,

gegen

Helsana Unfall AG, Recht & Compliance, Postfach, 8081 Zürich Helsana,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (ehemals: B.___, vgl. UV-act. K 50; nachfolgend: Versicherte) liess der 

Helsana Unfall AG (nachfolgend: Helsana), Zürich, bei welcher sie aufgrund ihrer 

Anstellung als Pflegefachfrau bei der C.___ unfallversichert war, am 5. Mai 2016 ein 

Schadensereignis vom 25. Februar 2016 melden. Sie sei beim Versuch, die Bremse 

eines Patientenbettes zu lösen, ausgerutscht und habe sich dabei am rechten 

Mittelfuss verletzt (UV-act. K 1 und 6). Eine MRT-Untersuchung des rechten Fusses 

vom 15. April 2016 hatte eine subakute Querfraktur der Metatarsale (MT) II Basis 

ergeben (UV-act. M 1). Anlässlich einer MRT-Verlaufskontrolle vom 24. Mai 2016 zeigte 

sich im Bereich der ehemaligen Fraktur vor allem die kraniale kortikale Struktur in den 

fettgesättigten Sequenzen massiv signalgesteigert im Sinne einer erneuten Fraktur 

bzw. noch unvollständigen Konsolidation der Fraktur (UV-act. M 2). Die Helsana kam 

für die Heilbehandlung auf und entrichtete Taggelder (vgl. z.B. UV-act. K 20, 24, 35, 46 

und 56).

A.a. 

Nach einer zwischenzeitlichen Besserung der Beschwerden mit Erlangung der 

vollen Arbeitsfähigkeit ab Mitte Juli 2016 (vgl. UV-act. K 10, M 4 f. und M 9 S. 1) 

A.b. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

meldete die Versicherte der Helsana am 11. Oktober 2016 eine Verschlechterung der 

gesundheitlichen Situation (UV-act. K 13; vgl. ferner UV-act. M 6). In einem Bericht vom 

26. Oktober 2016 führte Dr. med. D.___, FMH Allg. Medizin und Phys. Med. u. Rehab., 

aus, dass die Versicherte ab ca. August 2016 nur noch geringe Belastungsschmerzen 

verspürt habe, während ab Mitte September 2016 eine Schmerzexazerbation mit einer 

erneuten Schwellung aufgetreten sei, wobei in einer MRT-Untersuchung eine Fraktur 

des MT-II-Köpfchens nachweisbar gewesen sei (UV-act. M 7; vgl. ferner UV-act. M 8). 

Anlässlich einer Besprechung mit einem Schadeninspektor der Helsana vom 13. 

Dezember 2016 erklärte die Versicherte, dass sie eigentlich zwei Unfälle erlitten habe. 

Der erste Unfall habe sich am 25. Februar 2016 während der Arbeit zugetragen. Der 

zweite Unfall habe ca. Mitte September 2016 stattgefunden, als es ihr eigentlich bereits 

wieder einigermassen gut gegangen sei. Sie habe ihren rechten Fuss zu Hause am 

Bettpfosten angeschlagen (vgl. UV-act. K 20 S. 3 f.). In einer Stellungnahme vom 10. 

November 2016 führte Prof. Dr. med. E.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, beratender Arzt der Helsana, aus, dass 

es bei der Versicherten im Rahmen der durch die Fraktur bedingten Minderbelastung 

des rechten Fusses zur mechanischen Schwächung des Knochens gekommen sei. 

Nach der Belastungsaufnahme sei es zur Überbeanspruchung gekommen mit der 

Ermüdungsfraktur in der Nähe der früheren Fraktur. Ohne die erste Fraktur wäre es 

nicht zur aktuellen Problematik gekommen. Unfallfremde Faktoren seien nicht 

vorhanden (UV-act. M 9). In der Folge entwickelte sich am rechten Fuss der 

Versicherten eine CRPS-Problematik, weshalb neben orthopädischen Kontrollen auch 

eine Anbindung an das Schmerzzentrum des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) erfolgte 

(vgl. UV-act. M 10 ff.), wo die Versicherte nach ambulanten Vorstellungen eine ca. 

dreiwöchige multimodale Schmerztherapie absolvierte (UV-act. M 19). In einer 

Stellungnahme vom 18. September 2017 kam Dr. med. F.___, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, 

beratender Arzt der Helsana, zum Schluss, dass Zweifel an der Kausalität zwischen der 

subkapitalen MT-II-Fraktur und dem Unfallereignis vom 25. Februar 2016 bestünden. 

Nach der Wertung aller medizinischen Fakten und des Verhaltens der Versicherten, die 

sich erst am 14. April 2016 beim Hausarzt wegen Fussbeschwerden vorgestellt habe, 

sei die in den MRT-Untersuchungen vom 15. April und 24. Mai 2016 dargestellte 

Fraktur der MT II nur mit einer möglichen Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.  

C.  

25. Februar 2016 zurückzuführen. Es handle sich eher um eine Stressfraktur unklarer 

Genese. Auch das Unfallereignis von Mitte September 2016 sei nicht geeignet 

gewesen, eine MT-II-Fraktur auszulösen. Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei bei 

beiden Unfallereignissen von einer Kontusion des Fusses ohne strukturelle 

traumatische Läsion auszugehen. Der Status quo sine sei spätestens am 12. Oktober 

2016 erreicht gewesen (UV-act. M 23).

Mit einer Verfügung vom 28. September 2017 stellte die Helsana ihre 

Versicherungsleistungen rückwirkend per 12. Oktober 2016 ein, da die Behandlungen 

nach diesem Datum nicht mehr im Zusammenhang mit den gemeldeten Ereignissen 

stünden. Die bezahlten Heilungskosten übernehme sie ohne Präjudiz und das bezahlte 

Taggeld werde sie mit der Krankentaggeldversicherung verrechnen (UV-act. K 56).

A.c. 

Gegen diese Verfügung liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 

A. Petrik, St. Gallen, am 25. Oktober 2017 Einsprache erheben (UV-act. K 64 und 72).

B.a. 

Mit Schreiben vom 23. August 2018 teilte die Helsana der Versicherten mit, sie sei 

im Rahmen ihrer weiteren Abklärungen zum Schluss gekommen, dass sich am 25. 

Februar 2016 weder ein Unfall noch eine unfallähnliche Körperschädigung ereignet 

habe, weshalb sie ihre Leistungen nicht nur per 12. Oktober 2017 (richtig: 2016) 

einstellen, sondern die gesamten Kosten zurückfordern könnte. Weiter gab die Helsana 

der Versicherten Gelegenheit zur Prüfung, ob sie ihre Einsprache zurückziehen wolle 

(UV-act. K 80). In einem Telefonat vom 30. Oktober 2018 liess die Versicherte durch 

ihren Rechtsvertreter ausrichten, dass sie an der Einsprache festhalte (UV-act. K 83).

B.b. 

Mit Einspracheentscheid vom 13. Dezember 2018 wies die Helsana die 

Einsprache der Versicherten ab und forderte die seit dem 25. Februar 2016 

ausgerichteten Leistungen zurück (UV-act. K 86).

B.c. 

Gegen diesen Einspracheentscheid liess die Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) durch ihren Rechtsvertreter am 1. Februar 2019 Beschwerde 

erheben (act. G 1). Sie liess beantragen, der Einspracheentscheid vom 13. Dezember 

C.a. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.

Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 

(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die 

sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 

Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden 

daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2016 zur Diskussion steht, die bis 31. 

Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.

2.

Vorliegend strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin in ihrem 

Einspracheentscheid vom 13. Dezember 2018 die bisher ausgerichteten Leistungen zu 

Recht per 25. Februar 2016 zurückfordert.

3.  

2018 sei aufzuheben, es seien die gesetzlichen Leistungen auszurichten und von der 

Rückforderung der bereits erbrachten Leistungen sei abzusehen. Eventualiter sei die 

Angelegenheit zur Durchführung weiterer Abklärungen zurückzuweisen; unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwertsteuer) (act. G 1 S. 2).

In ihrer Beschwerdeantwort vom 8. März 2019 beantragte die Helsana 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde vom 1. Februar 

2019 (act. G 3).

C.b. 

In ihrer Replik vom 28. Mai 2019 hielt die Beschwerdeführerin an den in der 

Beschwerde gestellten Anträgen fest (act. G 7).

C.c. 

In ihrer Duplik vom 4. Juli 2019 hielt die Beschwerdegegnerin an dem in der 

Beschwerdeantwort gestellten Antrag vollumfänglich fest (act. G 9).

C.d. 

Nachdem die Beschwerdegegnerin zunächst Versicherungsleistungen für das als 

Unfall gemeldete Ereignis vom 25. Februar 2016 erbracht hatte (vgl. z.B. UV-act. K 20, 

24, 35, 46 und 56), hat sie ihre Leistungen mit Verfügung vom 28. September 2017 

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

rückwirkend per 12. Oktober 2016 mangels Kausalzusammenhangs eingestellt (UV-

act. K 56). Im Rahmen des Einspracheverfahrens hat die Beschwerdegegnerin den 

Sachverhalt anders beurteilt. Sie ist zur Ansicht gelangt, dass sich am 25. Februar 2016 

weder ein Unfall noch eine unfallähnliche Körperschädigung ereignet habe, sodass sie 

ihre Leistungen ab dem 25. Februar 2016 zurückfordern könne. Nach der Ankündigung 

der reformatio in peius (vgl. UV-act. K 80) hat die Beschwerdegegnerin in ihrem 

Einspracheentscheid vom 13. Dezember 2018 die seit dem 25. Februar 2016 

ausgerichteten Leistungen zurückgefordert (vgl. UV-act. K 86). Diesem Entscheid liegt 

formell eine Wiedererwägung der - durch formlose Mitteilungen und durch Vergütung 

von Heilungskosten und Ausrichtung von Taggeld - faktisch erfolgten Anerkennung der 

Leistungspflicht zu Grunde (vgl. BGE 130 V 381 ff. E. 2.1 ff., insbesondere E. 2.3.1 und 

129 V 110 ff. E. 1, je mit Hinweisen; Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons 

Zürich vom 29. Juli 2003, UV.2002.00061, E. 4.1 mit Hinweisen; Urteil des 

Bundesgerichts vom 24. September 2019, 8C_22/2019, E. 3 letzter Satz mit 

Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin hat sich in ihrem Einspracheentscheid denn auch 

darauf berufen, berechtigt zu sein, ihre ursprüngliche Einschätzung aufgrund 

offensichtlicher Unrichtigkeit in Wiedererwägung zu ziehen (vgl. UV-act. K 86 S. 9, 

oben). Soweit die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort neu geltend macht, 

die Voraussetzungen einer Wiedererwägung für eine Abänderung der in der Verfügung 

vom 28. September 2017 getroffenen Anordnungen müssten nicht erfüllt sein 

(vgl. act. G 3 S. 4), verkennt sie, dass sie ihre Versicherungsleistungen schon vor dem 

Erlass der Verfügung ausgerichtet hat (vgl. BGE 129 V 110 f. E. 1). Für das 

Zurückkommen auf die im Zeitpunkt des Einspracheentscheids noch nicht in 

Rechtskraft erwachsene Verfügung vom 28. September 2017 hätten die 

Voraussetzungen einer Wiedererwägung tatsächlich nicht erfüllt sein müssen (vgl. BGE 

129 V 111 E. 1.2.1), jedoch für das Zurückkommen auf die bereits zuvor formlos 

ausgerichteten Leistungen. Denn eine ohne Bindung an die Voraussetzungen der 

Wiedererwägung oder der prozessualen Revision erfolgende Rückforderung ist auch 

bei formlos zugesprochener Versicherungsleistungen grundsätzlich nur während des 

Zeitraums möglich, welcher der Rechtsmittelfrist bei formellen Verfügungen entspricht 

(BGE 129 V 112 E. 1.2.3; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 

2020, N 52 zu Art. 53 ATSG mit Hinweisen). Folglich ist zu prüfen, ob die 

Voraussetzungen für eine Wiedererwägung erfüllt sind.

Gemäss Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) setzt das wiedererwägungsweise 

Zurückkommen auf Entscheide voraus, dass diese zweifellos unrichtig sind und ihre 

Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Gemäss Bundesgericht meint die 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zweifellose Unrichtigkeit, dass kein vernünftiger Zweifel an der Unrichtigkeit der 

Verfügung bzw. des Entscheids denkbar ist (BGE 138 V 328 E. 3.3 mit Hinweisen). Sind 

hingegen ermessensgeprägte Teile der Anspruchsprüfung im Zeitpunkt der 

Leistungszusprechung in vertretbarer Weise beurteilt worden, ist nicht von einer 

zweifellosen Unrichtigkeit auszugehen (BGE 141 V 414 f. E. 5.2; Urteil des 

Bundesgerichts vom 3. April 2017, 9C_766/2016, E. 1.1.2, je mit Hinweisen). In der 

Regel betrifft die zweifellose Unrichtigkeit einen Entscheid wegen falsch bzw. 

unzutreffend verstandener Rechtsbestimmungen oder unterlassener bzw. unrichtiger 

Anwendung von Normen (vgl. BGE 141 V 414 f. E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts vom 

3. April 2017, 9C_766/2016, E. 1.1.2, je mit Hinweisen). Wenn es um die Beurteilung 

von materiellen Anspruchsvoraussetzungen geht, die regelmässig Ermessenszüge 

aufweist, kann eine zweifellose Unrichtigkeit nur zurückhaltend angenommen werden 

(vgl. SVR 2010 IV Nr. 5, 8C_1012/2008, E. 2.2; zum Ganzen Kieser, a.a.O., N 60 f. zu 

Art. 53 ATSG mit Hinweisen). So ist bei Ermessensbetätigungen eine Wiedererwägung 

grundsätzlich nur dann zulässig, wenn die neue Ermessensausübung klarerweise als 

die einzig richtige erscheint (SVR 2014 UV Nr. 14, 8C_469/2013, E. 3.2; in BGE 140 V 

70 nicht veröffentlichte E. 3.2; Kieser, a.a.O., N 63 zu Art. 53 ATSG mit Hinweisen).

Die Beschwerdegegnerin will die ausgerichteten Leistungen zurückfordern, da sie 

zur Auffassung gelangt ist, bei dem ihr seitens der Beschwerdeführerin gemeldeten 

Ereignis vom 25. Februar 2016 handle es sich weder um einen Unfall noch um eine 

unfallähnliche Körperschädigung (vgl. UV-act. K 86). Die Subsumtion eines 

Sachverhalts unter die in Art. 4 ATSG enthaltene Definition eines Unfalls ist zumeist von 

einem gewissen Ermessen geprägt. Gleiches gilt für die Frage, ob eine Leistungspflicht 

aufgrund einer unfallähnlichen Körperschädigung vorliegt, da eine solche nach der 

einschlägigen Rechtsprechung zu den im Zeitpunkt des Unfallereignisses geltenden 

Bestimmungen zu den unfallähnlichen Körperschädigungen mit Ausnahme des 

Merkmals der Ungewöhnlichkeit das Vorliegen sämtlicher Unfallbegriffsmerkmale 

vorausgesetzt hat (vgl. Art. 6 Abs. 2 UVG i.V.m. Art. 9 Abs. 2 UVV; vgl. die Übersicht 

über die Entwicklung der Rechtsprechung zu den unfallähnlichen Körperschädigungen 

im Urteil des Bundesgerichts vom 24. September 2019, 8C_22/2019, E. 7 f.). Die 

Beschwerdeführerin hat ein Ereignis beschrieben, bei dem sie beim Versuch des 

Lösens einer Bettbremse ausgerutscht sei (vgl. UV-act. K 1 und 6). Insofern besteht ein 

potenziell ungewöhnlicher äusserer Faktor durch das Ausrutschen (vgl. dazu Urteil des 

Bundesgerichts vom 10. April 2014, 8C_783/2013, E. 4.2 mit Hinweisen; BGE 130 V 

118 E. 2.1), sodass ein Unfallereignis und erst recht eine unfallähnliche 

Körperschädigung nicht ohne Weiteres ausscheiden. Vielmehr bedarf es einer 

eingehenden Würdigung, ob das Ausrutschen im konkreten Fall den Rahmen des 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.  

Alltäglichen oder Gewöhnlichen überstiegen hat bzw. als äusserer Faktor zählt, wobei 

auf den ersten Blick jedenfalls nicht ersichtlich ist, weshalb es nicht mindestens einem 

äusseren Faktor entsprechen sollte (vgl. dazu BGE 134 V 76 E. 4.1 mit Hinweis; Urteil 

des Bundesgerichts vom 10. April 2014, 8C_783/2013, E. 4.2 und vom 24. September 

2019, 8C_22/2019, E. 7.5, je mit Hinweisen). Die Anerkennung der Leistungspflicht ist 

demnach nicht offensichtlich unrichtig gewesen. Im Übrigen hat die 

Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung vom 28. September 2017 das Vorliegen eines 

Unfallereignisses sogar unter Bezugnahme auf die in Art. 4 ATSG enthaltene Definition 

bejaht (vgl. UV-act. K 56 S. 1, unten), während sie im Einspracheentscheid vom 13. 

Dezember 2018 neu den Standpunkt eingenommen hat, sie sei aufgrund der Diagnose 

irrtümlich von den Leistungsvoraussetzungen einer unfallähnlichen Körperschädigung 

ausgegangen (vgl. UV-act. K 86 S. 9). Aus dem Gesagten erhellt, dass die 

ursprüngliche Anerkennung des Versicherungsfalls – sei dies aufgrund der 

Anerkennung des gemeldeten Ereignisses als Unfall oder als unfallähnliche 

Körperschädigung – jedenfalls nicht zweifellos unrichtig gewesen ist. An dieser 

Einschätzung ändert auch die Beurteilung von Dr. F.___ vom 18. September 2017, 

worin er mögliche Zweifel daran äussert, ob das gemeldete Ereignis vom 25. Februar 

2016 zu einer Fraktur geführt habe (vgl. UV-act. M 23), nichts. Vielmehr bestätigt die 

von ihm mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % oder weniger angegebene 

Aussagesicherheit, dass die ursprüngliche Annahme eines Unfalls oder einer 

unfallähnlichen Körperschädigung nicht zweifellos unrichtig gewesen ist. Gleiches gilt 

auch für die Frage der anfänglichen Unfallkausalität der Beschwerden (vgl. dazu Kieser, 

a.a.O., N 64 zu Art. 53 ATSG mit Hinweisen), welche die Beschwerdegegnerin in ihrem 

Einspracheentscheid alternativ bzw. zusätzlich zum Vorliegen eines Versicherungsfalls 

verneint hat (vgl. UV-act. K 86 S. 9 ff.). Folglich sind die Voraussetzungen für eine 

Wiedererwägung der ursprünglichen Anerkennung des Versicherungsfalls nicht erfüllt, 

weshalb die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen zu Unrecht zurückgefordert hat 

(vgl. Art. 25 Abs. 1 ATSG).

Zusammenfassend ist im Sinne der Erwägungen festzuhalten, dass die 

Voraussetzungen für eine Wiedererwägung der ursprünglichen Anerkennung der 

Leistungspflicht nicht erfüllt sind, weshalb die Beschwerdegegnerin nicht berechtigt 

gewesen ist, ihre Leistungen zurückzufordern. Wann und aus welchem Grund die 

Leistungspflicht für das Unfallereignis bzw. die unfallähnliche Körperschädigung 

dahinfallen wird oder bereits dahingefallen ist, wird die Beschwerdegegnerin erneut zu 

prüfen haben.

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Entscheid

1.

In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheentscheid vom 13. 

Dezember 2018 im Sinne der Erwägungen aufgehoben.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

4'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).4.2. 

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei 

Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise 

festzusetzen, wobei insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand 

Rechnung zu tragen ist (Art. 61 lit. g ATSG). Der Bedeutung und dem Aufwand der 

Streitsache angemessen erscheint vorliegend eine Parteientschädigung von pauschal 

Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).

4.3. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 17.06.2020
	Art. 25 Abs. 1 und 53 Abs. 2 ATSG: Dem angefochtenen Entscheid liegt formell eine Wiedererwägung der - durch formlose Mitteilungen und durch Vergütung von Heilungskosten und Taggeldleistungen - faktisch erfolgten Anerkennung der Leistungspflicht zu Grunde. Die ursprüngliche Anerkennung des Versicherungsfalls durch die Beschwerdegegnerin – sei dies aufgrund der Anerkennung des gemeldeten Ereignisses als Unfall oder als unfallähnliche Körperschädigung – ist nicht zweifellos unrichtig gewesen. Gleiches gilt auch für die Frage der anfänglichen Unfallkausalität der Beschwerden. Folglich sind die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung der ursprünglichen Anerkennung der Leistungspflicht nicht erfüllt, weshalb die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen zu Unrecht zurückgefordert hat. Einspracheentscheid in Gutheissung der Beschwerde aufgehoben (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. Juni 2020, UV 2019/11).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte