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**Case Identifier:** 0940568a-a970-5a3f-9296-dab372d31046
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.02.2023 200 2022 32
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-32_2023-02-14.pdf

## Full Text

200 22 32 UV
WIS/LUB/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 14. Februar 2023

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Solida Versicherungen AG
Saumackerstrasse 35, Postfach, 8048 Zürich
vertreten durch C.________, Rechtsanwalt D.________ und Rechtsanwalt 
E.________
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 16. Dezember 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Feb. 2023, UV/22/32, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1965 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war als … über ihre Arbeitgeberin bei der Solida Versicherungen AG (Soli-
da bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- 
und Nichtberufsunfällen versichert. Gemäss Schadenmeldung UVG ist am 
13. Mai 2021 ein Klient beim Treppensteigen auf der Treppe gestürzt; die 
Versicherte hat ihn auffangen, stützen und ihm helfen müssen aufzustehen, 
damit sie nicht beide die Treppe hinuntergefallen sind (Akten der Solida 
[act. II] A1). Die Solida gewährte im Zusammenhang mit diesem Ereignis 
zunächst die gesetzlichen Unfallversicherungsleistungen in Form von Heil-
behandlung und Taggeld (vgl. act. II A9, A11). Mit formlosem Schreiben 
vom 13. August 2021 (act. II A27) stellte sie gestützt auf eine Beurteilung 
ihres beratenden Arztes (Bericht vom 3. August 2021; act. II M15) die Leis-
tungen aus der obligatorischen Unfallversicherung per 12. Juli 2021 ein. 
Nachdem sich die Versicherte hiermit nicht einverstanden erklärt hatte 
(act. II A31), stellte die Solida die Versicherungsleistungen mit Verfügung 
vom 31. August 2021 (act. II A35) entsprechend der formlosen Mitteilung 
ein. Die dagegen erhobene Einsprache der Versicherten (act. II A37) wies 
die Solida nach Einholung einer weiteren Beurteilung ihres beratenden Arz-
tes (Bericht vom 13. Dezember 2021; act. II M19) mit Entscheid vom 
16. Dezember 2021 (act. II A39) ab.

B.

Mit Eingabe vom 17. Januar 2022 erhob die Versicherte, vertreten durch 
Fürsprecher B.________, Beschwerde. Sie beantragte, der Einspracheent-
scheid vom 16. Dezember 2021 sei aufzuheben und es sei die Beschwer-
degegnerin zu verurteilen, ihr ab 12. Juli 2021 weiterhin Versicherungsleis-
tungen aus der obligatorischen Unfallversicherung UVG für das Unfaller-
eignis vom 13. Mai 2021 zu leisten.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Feb. 2023, UV/22/32, Seite 3

Mit Beschwerdeantwort vom 9. März 2022 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 16. Dezem-
ber 2021 (act. II A39). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Be-
schwerdeführerin auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung im 
Zusammenhang mit dem Ereignis vom 13. Mai 2021.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit (Art. 6 Abs. 1 des Bundes-
gesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; SR 
832.20]) sowie eines natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs 
zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 147 V 
161 E. 3.1 S. 162, 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; Entscheid des Bun-
desgerichts [BGer] vom 12. Juli 2022, 8C_596/2021 [zur Publikation vorge-
sehen], E. 3).

2.2 Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung 
eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die 
eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge-
sundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objektiven 
Massstab – nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den jeweiligen 
Lebensbereich alltäglich und üblich ist. Das Merkmal des Ungewöhnlichen 
macht den alltäglichen Vorgang zum einmaligen Vorfall. Einwirkungen, die 
aus alltäglichen Vorgängen resultieren, taugen in aller Regel nicht als Ur-
sache einer Gesundheitsschädigung. Liegt der Grund somit allein im Innern 
des Körpers, ist Krankheit gegeben. Daran ändert die blosse Auslösung 
des Gesundheitsschadens durch einen äusseren Faktor nichts; Unfall setzt 
vielmehr begrifflich voraus, dass das exogene Element so ungewöhnlich 
ist, dass eine endogene Verursachung ausser Betracht fällt (BGE 134 V 72 
E. 4.1 S. 76 und E. 4.1.1 S. 77). Das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlich-
keit bezieht sich nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur 
auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist 
insoweit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete 
Folgen nach sich zog. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere 
Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen 
Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Un-
gewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 S. 79; SVR 2021 UV Nr. 12 S. 60 
E. 4.2, 2020 UV Nr. 3 S. 9 E. 3).

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Das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann auch in einer 
unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der 
Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann 
erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürli-
chen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" beein-
flusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnli-
che äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Veränderung 
zwischen Körper und Aussenwelt – ist wegen der erwähnten Programm-
widrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1 S. 
118; SVR 2021 UV Nr. 21 S. 102 E. 3.3). Dies trifft beispielsweise dann zu, 
wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einem Gegenstand 
anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige 
Abwehrhaltung ausführt oder auszuführen versucht (SVR 2021 UV Nr. 10 
S. 54 E. 4.2; RKUV 2004 U 502 S. 183 E. 4.1, 1999 U 345 S. 422 E. 2b). 
Gerät ein Bewegungsablauf behinderungsbedingt ausser Kontrolle und 
mündet dieser programmwidrig in einer unkoordinierten Bewegung, welche 
zur schädigenden Einwirkung führt, so ist die Ungewöhnlichkeit des äusse-
ren Faktors zu bejahen (SVR 2009 UV Nr. 33 S. 117 E. 5.2).

2.3 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 
eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 
eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist 
für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 
dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 
Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 
anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-
ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche 
Störung entfiele ("conditio sine qua non"; BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-

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finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 
129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.4 Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die 
adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die 
Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 
356 E. 3.2 S. 358; SVR 2020 UV Nr. 34 S. 137 E. 3.2).

2.5 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem durch den 
Unfall verschlimmerten oder überhaupt erst manifest gewordenen krankhaf-
ten Vorzustand entfällt erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und 
adäquate Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also nur noch und 
ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn 
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem 
Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er 
sich nach schicksalsmässigem Verlauf eines krankhaften Vorzustandes 
auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), er-
reicht ist (BGE 147 V 161 E. 3.3 S. 163). Ebenso wie der leistungsbegrün-
dende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausa-
len Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens 
mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Mög-
lichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfal-
les genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfra-
ge handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leis-
tungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht 
bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (BGE 146 V 
51 E. 5.1 S. 56).

2.6 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche 
bedarf es verlässlicher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (Entscheid 
des BGer vom 26. März 2019, 8C_824/2018, E. 3.2). Insbesondere ist der 
Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. dessen Wegfallens in 
erster Linie mit den Angaben medizinischer Fachpersonen zu führen (Ent-
scheid des BGer vom 27. April 2021, 8C_287/2020, E. 3.1).

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3.

3.1 Vorab ist zu klären, ob das Ereignis vom 13. Mai 2021 als Unfall 
i.S.v. Art. 4 ATSG zu qualifizieren ist und in diesem Zusammenhang insbe-
sondere, ob das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors gegeben 
ist (vgl. E. 2.2 hiervor).

Mit Schadenmeldung UVG vom 25. Mai 2021 liess die Beschwerdeführerin 
der Solida melden, am 13. Mai 2021 sei ein Klient beim Treppensteigen auf 
der Treppe gestürzt; sie habe ihn auffangen, stützen und ihm helfen müs-
sen aufzustehen, damit sie nicht beide die Treppe hinuntergefallen seien 
(act. II A1). Im Fragebogen der Solida zum Ereignis vom 13. Mai 2021 führ-
te die Beschwerdeführerin am 31. Mai 2021 aus, der Klient sei beim Trep-
penaufsteigen gestürzt. Sie sei hinter ihm gelaufen, habe ihn auffangen, 
stützen und aufstellen müssen. Durch die starke Kraftanstrengung sei es 
ihr in den Rücken und (die) Schulter gefahren. Normalerweise stürzten die 
Klienten nicht auf der Treppe (act. II A8).

Grundsätzlich liegt das Stützen eines zu betreuenden (…-)Klienten und 
somit das Halten oder Tragen seines Gewichts durchaus im Rahmen des 
im …alltag Alltäglichen oder Üblichen. Einzig aufgrund eines Hinweises auf 
die Berufsüblichkeit oder aufgrund der Tatsache, dass die versicherte Per-
son abstrakt mit dem Eintritt einer Gefahr rechnen musste, darf indessen 
die Ungewöhnlichkeit des Gefahreneintritts nicht verneint werden (Ent-
scheid des BGer vom 22. September 2008, 8C_827/2007, E. 4.2.1). Viel-
mehr sind die gesamten objektiven Umstände des Einzelfalls zu berück-
sichtigen. Gemäss den unbestrittenen und glaubhaften Schilderungen der 
Beschwerdeführerin ging der Klient beim Treppenhinaufsteigen vor ihr, als 
er stürzte und sie ihn auffangen musste. Weiter erwähnte die Beschwerde-
führerin, dass normalerweise die Klienten nicht auf der Treppe stürzten. Die 
Möglichkeit eines Sturzes war bloss abstrakter Natur, zumal der Klient beim 
Treppensteigen offensichtlich auch nicht gestützt oder gehalten werden 
musste. Hinzu kommt, dass aufgrund des Höhenunterschiedes zwischen 
der Beschwerdeführerin und dem Klienten (infolge der Treppenstufen) ein 
Grossteil dessen Körpergewichts auf sie einwirkte und sie auch verhindern 
musste selbst hinunterzustürzen. Der natürliche Bewegungsablauf des 
Treppensteigens wurde durch das Stürzen des Klienten mit Auffan-

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gen/Stützen und Verhindern eines eigenen Sturzes in programmwidriger 
Weise gestört. Unter diesen Umständen kann – entgegen der nunmehr 
erstmals in der Beschwerdeantwort (S. 12 Ziff. 2.2 lit. A Rn. 35, 40) geäus-
serten Ansicht – nicht von einem alltäglichen Ereignis gesprochen werden. 
Der geschilderte Vorgang geht über den üblichen Rahmen der Tätigkeit der 
Beschwerdeführerin hinaus, rechtfertigt die Annahme eines aussergewöhn-
lichen äusseren Faktors und damit eines Unfallereignisses (vgl. hierzu RU-
MO-JUNGO/HOLZER, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 
2012, S. 41 f., und auch BGer 8C_827/2007 E. 4.2.2 f.). 

3.2 Damit ist weiter zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistun-
gen im Zusammenhang mit dem besagten Ereignis zur Recht per 12. Juli 
2021 eingestellt hat. In medizinischer Hinsicht ist den Akten – soweit ent-
scheidwesentlich – das Folgende zu entnehmen:

3.2.1 Im ärztlichen Erstbericht vom 27. Mai 2021 diagnostizierte Dr. med. 
F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, eine Schulterdistorsi-
on rechts und ein akutes thorakobrachiales Syndrom rechts dominant. Die 
Schulter sei allseits schmerzhaft beweglich. Die Rotatorenmanschette sei 
intakt. Neurologische Ausfälle bestünden keine. Es bestehe eine Druckdo-
lenz Höhe Th 4 paramedial rechts. Die HWS sei frei beweglich (act. II M1).

Am 19. Juni 2021 erwähnte Dr. med. F.________ als Diagnose ein trauma-
tisches myofaszial-betontes thorakobrachiales Syndrom rechts bei Trep-
pensturz vom 13. Mai 2021 mit sekundärer Ausweitung lumbospondylogen 
rechts. Es bestünden gegenwärtig anhaltende Schmerzen im Schulterblatt 
rechts, lumbal rechts und im Gesäss rechts und eine Druckdolenz panver-
tebral BWS TH 4 rechts (act. II M7). 

3.2.2 Im Bericht des Spitals G.________, Klinik für Orthopädie und Trau-
matologie, vom 7. Juli 2021 nannte Dr. med. H.________, Facharzt für Or-
thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, als 
Diagnose ein Schulterdistorsionstrauma mehr rechts als links, Unfall vom 
13. Mai 2021. Das Röntgen der linken Schulter zeige eine kleine Tendinitis 
calcarea im Bereich der Subscapularissehne, ansonsten ein zentriertes 
Gelenk und keine Arthrose. Dasjenige der rechten Schulter zeige ein zen-
triertes Gelenk und keine Arthrose (act. II M11). Bezüglich der rechten 

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Schulter bestehe eine deutliche Einschränkung mit myofaszialen Be-
schwerden im Bereich der parascapulären Muskulatur. Die Schulter-
/Armschmerzen seien nur bedingt beurteilbar aufgrund der deutlichen Be-
schwerden (act. II M11.1).

3.2.3 Das Arthro-MRI des rechten Schultergelenks vom 12. Juli 2021 of-
fenbarte leichte degenerative Veränderungen des AC-Gelenks, keine Pa-
thologie der Rotatorenmanschette, ein Akromion mit leichtem lateralem 
Downslope und eine kontrastmittelunterminierte Basis des Labrums an der 
superioren Zirkumferenz bei angrenzender Knorpelläsion, wobei diese eher 
mit einer SLAP-Läsion zu vereinbaren sei (act. II M12).

3.2.4 Am 17. Juli 2021 berichtete Dr. med. H.________, klinisch bestehe 
eine Impingement-Symptomatik mit typischer Ausstrahlung in den Ober-
arm. Zusätzlich bestünden aber auch Beschwerden im Bereich der rechten 
Schulter. Bei der klinischen Untersuchung sei die HWS unauffällig bei freier 
Beweglichkeit, keine Neurologie. Die myofaszialen Verspannungen 
sprächen aber auch für eine mögliche HWS-Pathologie (act. II M14).

3.2.5 In der versicherungsmedizinischen Stellungnahme vom 3. August 
2021 führte der beratende Arzt der Solida, Dr. med. I.________, Facharzt 
für Allgemeine Innere Medizin, aus, die Abklärungen hätten keine objekti-
vierbaren strukturellen traumatischen Schäden zu zeigen vermocht 
(act. II M15.1). Es bestünden weder klinisch, radiologisch noch anamnes-
tisch Anhaltspunkte und Hinweise für eine Schulterluxation oder 
-subluxation. Damit sei die SLAP-Läsion als degenerativ zu klassifizieren. 
Es könne maximal nur eine vorübergehende Verschlimmerung akzeptiert 
werden. Spätestens mit der Arthro-MRI-Untersuchung vom 12. Juli 2021 
mit fehlendem Nachweis struktureller traumatischer Läsionen sei der Status 
quo sine festzusetzen. Auch die Symptomausweitung mit sekundärer Aus-
weitung lumbospondylogen rechts spreche gegen eine traumatische Läsion 
und gegen unfallkausale Faktoren. Kontusionen und Distorsionen heilten 
innert Tage bis Wochen folgenlos ab. Der Verlauf spreche gegen eine 
traumatische Ursache und für unfallfremde Faktoren. Ein "Listenschaden" 
liege nicht vor. Bei fehlendem Nachweis struktureller traumatischer Läsio-
nen könne kein Dauerschaden oder eine richtunggebende Verschlechte-
rung bewiesen werden. Aufgrund der Unterlagen seien die Beschwerden 

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überwiegend wahrscheinlich zumindest als teilkausal zum Ereignis vom 
13. Mai 2021 zu klassifizieren (act. II M15.2). Es liege ein unspezifisches 
myofasziales Beschwerdebild vor, welches im Verlauf mit dem Ereignis 
vom 13. Mai 2021 nicht mehr erklärt werden könne (act. II M15.3).

3.2.6 Das Röntgen der Halswirbelsäule vom 23. August 2021 zeigte eine 
verstärkte Lordose der HWS, ein regelrechtes Alignement, keine Listhesis, 
einen regelrecht zentrierter Dens, eine Osteochondrose HWK 5/6, keine 
höhengeminderten Wirbelkörper und keine Weichteilschwellung 
(act. II M17).

Die ebenfalls am 23. August 2021 durchgeführte MRI-Untersuchung der 
Wirbelsäule zeigte eine höhergradige, vorwiegend retrospondylotisch be-
dingte neuroforaminale Enge rechtsseitig Segment HWK 5/6 (act. II M18), 
keine Diszitis, diskrete Zeichen der aktivierten osteochondrotischen Verän-
derungen der dorsalen Region HWK 4-6, eine mässiggradige Engpasssi-
tuation Segment HWK 5/6 jedoch ohne Hinweis auf eine Syrinx oder Mye-
lopathie und kein Hinweis auf eine absolute spinale Enge. In erster Linie 
liege eine degenerativ bedingte diskrete Ventrolisthese HWK 3/4 vor 
(act. II M18.1).

3.2.7 Im Bericht des Spitals G.________, Kompetenzzentrum Wirbelsäu-
lenchirurgie, vom 27. September 2021 diagnostizierte Dr. med. 
J.________, Facharzt für Neurochirurgie, einen Zustand nach HWS-
Distorsion nach Sturz am 13. Mai 2021 mit posttraumatischer Zervikobra-
chialgie nach Nervenwurzelkontusion in der Höhe C5/6 rechts bei mässiger 
Foraminalstenose C5/6 auf der rechten Seite und ein Schulterdistorsions-
trauma rechts mehr als links, Unfalldatum 13. Mai 2021 (act. II M16). Die 
beklagten Beschwerden seien eindeutig traumatisch, da die vorbestehen-
den degenerativen Veränderungen der HWS als ganz minim zu bezeichnen 
seien. Durch das Trauma und die Überdehnung sowie den Druck auf die 
Nervenwurzel C6 seien die Beschwerden ausgelöst worden und erklärten 
die immer noch bestehenden Schmerzen (act. II M16.1).

3.2.8 In der versicherungsmedizinischen Stellungnahme vom 13. Dezem-
ber 2021 führte Dr. med. I.________ aus, die durchgeführten Abklärungen 
beider Schultern hätten an der linken Schulter eine kleine Tendinitis cal-

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carea im Bereich der Subscapularissehne sowie bildgebend eine SLAP-
Läsion ergeben. Diese Befunde, sowohl an der linken als auch der rechten 
Schulter, seien degenerative Leiden. Eine Tendinitis calcarea sei kein 
traumatischer Befund, sondern einer Überlastung entsprechend. Auch ha-
be er in seiner bisherigen Stellungnahme dargelegt, dass die SLAP-Läsion 
degenerativ zu klassifizieren sei. Inzwischen habe eine Abklärung auf der 
Wirbelsäulenchirurgie im Spital G.________ stattgefunden. Es würden wei-
terhin Beschwerden im Zervikalbereich geklagt, welche in die rechte Schul-
ter sowie den rechten Oberarm ausstrahlten. Von der Wirbelsäulenchirurgie 
des Spitals G.________ werde nun ein Zustand nach HWS-
Distorsionstrauma am 13. Mai 2021 diagnostiziert (act. II M19.1) und die 
Beschwerden als eindeutig traumatisch klassifiziert, da die degenerativen 
Veränderungen der HWS als minim bezeichnet würden. Es handle sich 
dabei um eine Beurteilung nach dem Prinzip "post hoc ergo propter hoc", 
jedoch reiche eine zeitliche Korrelation nicht. In der MRI-Untersuchung der 
HWS und im konventionellen Röntgen könnten keine objektivierbaren 
strukturellen traumatischen Läsionen nachgewiesen werden. Diese organi-
sche Distorsion könne Beschwerden hervorrufen, welche aber innerhalb 
von wenigen Tagen bis maximal drei Wochen abklängen. Eine organische 
Distorsion der HWS ohne relevante strukturelle Schäden heile folgenlos 
aus. Die Persistenz der Beschwerden lasse sich mit dem Unfallmechanis-
mus nicht erklären. Die Argumentation, dass lediglich wenig degenerative 
Veränderungen vorlägen, beweise längerdauernde traumatische Be-
schwerden nicht. Es sei an der bisherigen Beurteilung festzuhalten, der 
Status quo sine sei auch nach den eingereichten Unterlagen per 12. Juli 
2021 erreicht (act. II M19.2).

3.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 

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dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte – zu welchen 
auch beratende Ärzte eines Versicherungsträgers zählen (SVR 2021 UV 
Nr. 34 S. 155 E. 2.3) – kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er-
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind 
und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 
E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV Nr. 3 S. 8 E. 3.2). Trotz dieser grundsätzli-
chen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizini-
scher Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie ei-
nem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versiche-
rungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachverständiger. Soll 
ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschie-
den werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu 
stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65).

Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenlo-
ser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beur-
teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mit-
hin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hin-
tergrund rückt (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3).

3.4 Die Aktenbeurteilungen von Dr. med. I.________ vom 3. August 
und 13. Dezember 2021 (act. II M15, M19) erfüllen die höchstrichterlichen 
Beweisanforderungen an ein Aktengutachten und erbringen vollen Beweis. 
Dass der beratende Arzt keine klinische Exploration der Beschwerdeführe-
rin durchgeführt hat (vgl. Beschwerde S. 8 Ziff. III Rn. 12), ist nicht zu be-
anstanden, konnte er sich aufgrund der medizinischen Akten einschliess-
lich der bildgebenden Abklärungen doch ein gesamthaft lückenloses Bild 
verschaffen, womit die Voraussetzungen für einen rechtsgenüglichen Ak-
tenbericht erfüllt sind (vgl. E. 3.3 hiervor). Zudem kann rechtsprechungs-
gemäss insbesondere (auch) die Kausalität im Rahmen eines Aktenbe-
richts erörtert werden (Entscheid des BGer vom 9. November 2011, 
8C_383/2011, E. 4.2), ohne dass damit das rechtliche Gehör verletzt würde 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Feb. 2023, UV/22/32, Seite 13

(vgl. Beschwerde S. 8 Ziff. III Rn. 12 in fine). Der beratende Arzt hat sich in 
seinen Beurteilungen in Kenntnis der medizinischen Vorakten sorgfältig mit 
den gesundheitlichen Befunden und Beschwerden auseinandergesetzt und 
seine Schlussfolgerung insbesondere auch auf die bildgebenden Untersu-
chungen gestützt.

Dr. med. I.________ hat nachvollziehbar und schlüssig begründet, weshalb 
die unfallkausalen Beschwerden betreffend spätestens am 12. Juli 2021 
der Status quo sine erreicht war bzw. die weiterhin geklagten Beschwerden 
ab diesem Zeitpunkt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht (mehr) in 
einem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Ereignis vom 13. Mai 
2021 stehen. Unter einlässlicher Auseinandersetzung mit den klinischen 
und bildgebenden Befunden sowie unter Bezugnahme auf die medizinische 
Literatur hat Dr. med. I.________ schlüssig dargelegt, dass es sich beim in 
der Arthro-MRI des rechten Schultergelenks vom 12. Juli 2021 mit einer 
SLAP-Läsion vereinbaren Befund mangels eines typischen Mechanismus 
wie einer inferioren Subluxation (nicht vollständige Ausrenkung) oder Luxa-
tion (Ausrenkung) der Schulter um einen degenerativen Körperschaden 
handelt (act. II M15.1 f.). Weder klinisch, radiologisch noch anamnestisch 
konnte er Anhaltspunkte für entsprechende Mechanismen feststellen. Der 
erstbehandelnde Dr. med. F.________ wie auch der nachbehandelnde 
Dr. med. H.________ diagnostizierten diesbezüglich denn auch einzig eine 
Distorsion (Verdrehung) und damit weder eine Sub- noch eine Luxation. 
Vielmehr zeigte das erwähnte MRI eine leichte degenerative Veränderung 
des AC-Gelenks (act. II M12). Hinsichtlich der linken Schulter ist mit 
Dr. med. I.________ festzuhalten, dass es sich bei der diagnostizierten 
Tendinitis calcarea im Bereich der Subscapularissehne (act. II M11) eben-
falls um ein degenerativ bedingtes Leiden handelt (act. II M19.1) und damit 
kein unfallbedingtes. 

Sodann hat sich der beratende Arzt auch einlässlich mit den klinischen und 
bildgebenden Befunden betreffend die Halswirbelsäule und Wirbelsäule 
auseinandergesetzt und bezugnehmend auf den Unfallmechanismus und 
die Fachliteratur schlüssig dargelegt, dass es sich um unfallfremde Be-
schwerden handelt. Zutreffend hielt Dr. med. I.________ insbesondere fest, 
dass weder in der MRI- noch in der Röntgen-Untersuchung (beide vom 

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23. August 2021; act. II M17 f.) objektivierbare strukturelle traumatische 
Läsionen hätten nachgewiesen werden können (act. II M19.2); vielmehr 
offenbarten sich dagegen degenerativ bedingte Veränderungen, so na-
mentlich osteochondrotische Veränderungen der dorsalen Region HWK 4-6 
und eine degenerativ bedingte Ventrolisthese HWK 3/4 (act. II M17 f.; vgl. 
auch PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. 2017, S. 1320, 
1700). Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin hat sich der beraten-
de Arzt auch konkret mit dem – nach seiner ersten Beurteilung – erstatte-
ten Bericht des Kompetenzzentrums Wirbelsäulenchirurgie vom 27. Sep-
tember 2021 und damit auch ausdrücklich der Einschätzung des Dr. med. 
J.________, wonach die Beschwerden eindeutig traumatischer Natur seien 
(act. II M16), auseinandergesetzt (vgl. Beschwerde S. 8 Ziff. III Rn. 12). Mit 
Dr. med. I.________ ist festzuhalten, dass aus unfallversicherungsrechtli-
cher Sicht das Vorliegen nur weniger degenerativer Veränderungen keine 
unfallbedingten (längerdauernden) Beschwerden zu beweisen vermag 
(act. II M19.2). Auch ist das Auftreten von Beschwerden nach einem Unfal-
lereignis für sich allein kein genügender Nachweis für den Kausalzusam-
menhang zwischen Unfall und Gesundheitsschädigung. Die Regel "post 
hoc ergo propter hoc" hat im Rahmen der Kausalitätsbeurteilung keine be-
weisrechtliche Bedeutung (BGE 119 V 335 E. 2b bb S. 341; SVR 2021 UV 
Nr. 34 S. 156 E. 4.2). Im Übrigen bezeichnete Dr. med. F.________ anläss-
lich der Erstbehandlung vom 17. Mai 2021 die HWS als frei beweglich und 
erhob keine neurologischen Ausfälle und Dr. med. H.________ stellte bei 
der klinischen Untersuchung vom 15. Juli 2021 eine unauffällige HWS bei 
freier Beweglichkeit fest und schloss eine neurologische Problematik aus 
(act. II M14). Damit begründet der Bericht von Dr. med. J.________ keine 
auch nur geringen Zweifel an der Zuverlässigkeit der Beurteilungen des 
beratenden Arztes. Mit Blick auf das Dargelegte kann der Beschwerdefüh-
rerin ebenso wenig gefolgt werden, Dr. med. I.________ habe im Rahmen 
der Aktenbeurteilungen verschiedene medizinische Beurteilungen und Mei-
nungen unberücksichtigt gelassen (vgl. Beschwerde S. 8 Ziff. III Rn. 12), 
zog er doch, wie zuvor ausgeführt, u.a. explizit die Ergebnisse der bildge-
benden Abklärungen und die (anderslautende) Einschätzung von Dr. med. 
J.________ in seine medizinische Prüfung und Würdigung mit ein. Unter 
diesen Umständen und dem Hinweis, wonach Kontusionen und Distorsio-
nen innert Tagen bis Wochen folgenlos abheilen, überzeugt die Schlussfol-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Feb. 2023, UV/22/32, Seite 15

gerung des beratenden Arztes, dass spätestens per 12. Juli 2021 der Sta-
tus quo sine erreicht war, mithin die weiterhin geklagten Beschwerden ab 
diesem Zeitpunkt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht (mehr) in 
einem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Ereignis vom 13. Mai 
2021 stehen.

3.5 Der Sachverhalt ist folglich rechtsgenüglich abgeklärt und es kann – 
entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin – in antizipierter Be-
weiswürdigung auf weitere Abklärungen, insbesondere die beantragte Be-
gutachtung (vgl. Beschwerde S. 9 Ziff. III Rn. 14) verzichtet werden (BGE 
144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; 
SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4). Unerheblich ist, ob konkurrenzierende 
Ursachen haben festgestellt werden können oder nicht. Der Unfallversiche-
rer hat nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen zu erbringen; entschei-
dend ist allein, ob die unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsscha-
dens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind. 
Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis 
zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die 
versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Entscheid des BGer vom 
22. Juli 2019, 8C_68/2019, E. 3.2).

3.6 Nach dem Dargelegten verneinte die Beschwerdegegnerin einen 
über den 12. Juli 2021 hinausgehenden Anspruch auf Unfallversicherungs-
leistungen zu Recht. Damit ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 
16. Dezember 2021 (act. II A39) nicht zu beanstanden und die dagegen 
erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben. 

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht weder für die unter-
liegende Beschwerdeführerin noch für die obsiegende Beschwerdegegne-
rin ein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG; BGE 126 V 143 E. 4a S. 150).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Feb. 2023, UV/22/32, Seite 16

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Rechtsanwalt D.________ und Rechtsanwalt E.________ z.H. der 

Beschwerdegegnerin 
- Bundesamt für Gesundheit

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.