# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3a6c23cf-45dc-5027-9ca1-a70683333f34
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-05-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.05.2025 F-3019/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-3019-2025_2025-05-08.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-3019/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  8 .  M a i  2 0 2 5   

Besetzung 
 Einzelrichter Sebastian Kempe, 

mit Zustimmung von Richter Basil Cupa;   

Gerichtsschreiber Gero Vaagt. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, geboren am (…), 

Türkei,  

vertreten durch MLaw Katrin Henzi,  

HEKS Rechtsschutz Bundesasylzentren Ostschweiz,  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 22. April 2025 / N (…). 

 

 

 

F-3019/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin ersuchte am 25. Januar 2025 in der Schweiz um 

Asyl (Akten der Vorinstanz [SEM-act.] 5/2). Ein Abgleich mit der europäi-

schen Fingerabdruck-Datenbank (Zentraleinheit EURODAC) ergab, dass 

sie bereits am 14. Oktober 2024 in Kroatien ein Asylgesuch gestellt hatte 

(SEM-act. 8/1). 

B.  

Am 4. Februar 2025 gewährte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin im 

Rahmen des persönlichen Dublin-Gesprächs gemäss Art. 5 Verordnung 

(EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung 

des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehö-

rigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-

nationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO), das rechtli-

che Gehör zur Zuständigkeit Kroatiens für die Durchführung des Asyl- und 

Wegweisungsverfahrens, zum beabsichtigten Nichteintretensentscheid, 

zur Wegweisung in diesen Dublin-Mitgliedstaat sowie zu ihrem Gesund-

heitszustand (SEM-act. 15/4). 

C.  

Am 5. Februar 2025 ersuchte die Vorinstanz die kroatischen Behörden um 

Wiederaufnahme der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b 

Dublin-III-VO (SEM-act. 17/5). Das Wiederaufnahmeersuchen lehnten die 

kroatischen Behörden zunächst mit Erklärung vom 19. Februar 2025 ab 

(SEM-act. 22/1). Am 20. Februar 2025 ersuchte die Vorinstanz die kroati-

schen Behörden im Rahmen eines Remonstrationsverfahrens um neuerli-

che Prüfung ihrer Zuständigkeit (SEM-act. 23/3). Dem entsprachen die kro-

atischen Behörden und hiessen das Ersuchen um Wiederaufnahme am 

3. März 2025 gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO gut (SEM-act. 26/2). 

D.  

Mit Verfügung vom 22. April 2025 – eröffnet am 23. April 2025 – trat die 

Vorinstanz in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf 

das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht ein, ordnete ihre Wegwei-

sung aus der Schweiz nach Kroatien an und forderte sie auf, die Schweiz 

spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Gleich-

zeitig wies sie auf die einer allfälligen Beschwerde fehlende aufschiebende 

Wirkung hin und beauftragte den Kanton B._______ mit dem Vollzug der 

Wegweisung (SEM-act. 34/19 und 35/1). 

F-3019/2025 

Seite 3 

E.  

Mit Beschwerde vom 28. April 2025 gelangte die Beschwerdeführerin ge-

gen die Verfügung vom 22. April 2025 an das Bundesverwaltungsgericht 

und beantragte, die angefochtene Verfügung sei vollständig aufzuheben 

und die Vorinstanz anzuweisen, auf ihr Asylgesuch einzutreten. Eventuali-

ter sei die angefochtene Verfügung vollständig aufzuheben und die Sache 

zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Subeventualiter sei 

die angefochtene Verfügung vollständig aufzuheben, die Sache an die  

Vorinstanz zurückzuweisen und diese anzuweisen, bei den kroatischen 

Behörden eine schriftliche individuelle Garantieerklärung einzuholen, wo-

nach diese eine adäquate medizinische Versorgung sowie eine nahtlose 

Unterbringung in einer adäquaten Unterkunft für sie sicherstellen werden. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte die Beschwerdeführerin, ihrer 

Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen und im Sinne einer 

superprovisorischen vorsorglichen Massnahme seien die Vollzugsbehör-

den unverzüglich anzuweisen, von ihrer Überstellung nach Kroatien abzu-

sehen bis das Bundesverwaltungsgericht über die Erteilung der aufschie-

benden Wirkung entschieden habe. Zudem sei ihr die unentgeltliche Pro-

zessführung zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

zu verzichten (Akten im Beschwerdeverfahren [BVGer-act.] 1). 

F.  

Am 29. April 2025 ordnete der Instruktionsrichter einen superprovisori-

schen Vollzugsstopp gestützt auf Art. 56 VwVG an (BVGer-act. 2). 

G.  

Mit Schreiben vom 1. Mai 2025 legte die Beschwerdeführerin den Aufnah-

mestatusbericht vom 31. März 2025 sowie den Eintrittsbericht vom 1. April 

2025 der Psychiatrie C._______ ins Recht (BVGer-act. 4).  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 6 AsylG). 

1.2 Gemäss Art. 105 AsylG in Verbindung mit Art. 31 VGG ist das Bundes-

verwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden auf dem Gebiet des 

Asyls zuständig und entscheidet über diese in der Regel – wie auch 

F-3019/2025 

Seite 4 

vorliegend – endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Die Beschwerdefüh-

rerin ist zur Beschwerdeanhebung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf 

die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 

Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

2.1 Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht (einschliess-

lich Missbrauch und Überschreitung des Ermessens) sowie die unrichtige 

und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ge-

rügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die 

Vorinstanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 31a Abs. 1-3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Be-

schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz 

zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 

E. 3.1; 2012/4 E. 2.2; je m.w.H.). 

2.3 Die Beschwerde erweist sich – wie nachfolgend aufgezeigt wird – als 

offensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines 

Schriftenwechsels und mit summarischer Begründung zu behandeln ist 

(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

3.1 Die Beschwerdeführerin erhebt eine formelle Rüge, über die vorab zu 

befinden ist. 

3.2 In formeller Hinsicht macht sie geltend, die Vorinstanz habe eine um-

fassende und ausführliche Abklärung ihres Gesundheitszustandes unter-

lassen. Sie habe der Vorinstanz mehrfach von traumatischen Erlebnissen 

in Kroatien berichtet. Inwiefern diese ursächlich für ihre posttraumatische 

Belastungsstörung seien, habe die Vorinstanz aber nicht untersucht. Der 

medizinische Sachverhalt sowie der Zugang zu geeigneter und angemes-

sener medizinischer Behandlung in Kroatien seien vorliegend nicht genü-

gend abgeklärt worden. Dies führe dazu, dass die Vorinstanz ihre Pflicht 

zur vollständigen und richtigen Sachverhaltsermittlung verletzt habe.  

3.3 Die Rüge der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe in Bezug auf 

die gegenwärtige medizinische Versorgungslage in Kroatien sowie ihren 

Gesundheitszustand den Sachverhalt ungenügend abgeklärt, geht fehl. 

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Seite 5 

Die Vorinstanz hat die Vorbringen der Beschwerdeführerin bezüglich ihrer 

psychischen Leiden sowie die im Kurzaustrittsbericht vom 27. März 2025 

der Psychiatrie C._______ (SEM-act. 27/2) gestellte Diagnose (Verdacht 

auf posttraumatischen Belastungsstörung) angemessen berücksichtigt 

beziehungsweise rechtsgenügend in ihren Entscheid einbezogen. Hierzu 

hat sie festgehalten, dass Kroatien über eine ausreichende medizinische 

Infrastruktur verfüge und verpflichtet sei, ihr die erforderliche medizinische 

Versorgung zu gewähren. Dass beziehungsweise inwiefern die Vorinstanz 

den Sachverhalt in den genannten Punkten weiter hätte abklären müssen, 

ist vor dem Hintergrund der diesbezüglichen bundesverwaltungs-

gerichtlichen Rechtsprechung (siehe hinten E. 7.3 f.) weder aufgrund der 

Beschwerdevorbringen noch der übrigen Akten ersichtlich. 

 

3.4 Die formelle Rüge der Beschwerdeführerin ist unbegründet. Der 

Umstand, dass sie die Beurteilung durch die Vorinstanz nicht teilt, stellt 

keine Verletzung der Pflicht zur vollständigen und richtigen Abklärung des 

rechtserheblichen Sachverhalts dar. Es besteht keine Veranlassung, die 

Sache zur (weiteren Sachverhaltsabklärung und) Neubeurteilung an die 

Vorinstanz zurückzuweisen. Das diesbezügliche Eventualbegehren ist 

abzuweisen. 

4.  

4.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

4.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8-15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständi-

gen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals 

ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO).  

4.3 Der nach der Dublin-III-VO zuständige Mitgliedstaat ist verpflichtet, 

eine antragstellende Person, welche während der Prüfung ihres Antrags in 

einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat oder sich im Hoheits-

gebiet eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufenthaltstitel aufhält, nach 

Massgabe der Art. 23, 24, 25 und 29 Dublin-III-VO wiederaufzunehmen 

(Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO). 

F-3019/2025 

Seite 6 

4.4 Im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back), wie 

es hier vorliegt, findet grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung 

nach Kapitel III statt. Demgegenüber sind im Fall eines sogenannten Auf-

nahmeverfahrens (engl.: take charge) die in Kapitel III (Art. 8-15 Dublin-III-

VO) genannten Kriterien in der dort aufgeführten Rangfolge (Prinzip der 

Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) an-

zuwenden, und es ist von der Situation im Zeitpunkt, in dem der Antragstel-

ler erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat, auszugehen 

(Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO; vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 

und 8.2.1 m.w.H.). 

4.5 Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller an den zunächst als 

zuständig bestimmten Mitgliedstaat zu überstellen, da es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in diesem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU-Grund-

rechtecharta mit sich bringen, so setzt der die Zuständigkeit prüfende Mit-

gliedstaat die Prüfung der in Kapitel III vorgesehenen Kriterien fort, um fest-

zustellen, ob ein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden 

kann. Kann keine Überstellung gemäss diesem Absatz an einen aufgrund 

der Kriterien des Kapitels III bestimmten Mitgliedstaat oder an den ersten 

Mitgliedstaat, in dem der Antrag gestellt wurde, vorgenommen werden, so 

wird der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat der zuständige Mitglied-

staat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO). 

4.6 Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat 

beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-

tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn 

er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-

fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO). Dieses soge-

nannte Selbsteintrittsrecht ist zwingend auszuüben, wenn die Überstellung 

der betroffenen Person in den an sich zuständigen Mitgliedstaat zu einer 

Verletzung völkerrechtlicher Verpflichtungen der Schweiz führen würde 

(BVGE 2015/9 E. 8.2.1). 

4.7 Gemäss Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 

(AsylV 1, SR 142.311) kann zudem das SEM das Asylgesuch «aus huma-

nitären Gründen» auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO 

ein anderer Staat zuständig wäre. Bei dieser Entscheidung kommt dem 

SEM Ermessen zu; das Bundesverwaltungsgericht darf sein eigenes 

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Seite 7 

Ermessen nicht an dessen Stelle setzen (BVGE 2015/9 E. 7.6 und E. 8.1 

in fine). 

5.  

5.1 Ein Abgleich der Fingerabdrücke der Beschwerdeführerin mit der Zent-

raleinheit EURODAC ergab, dass diese vor ihrer Einreise in die Schweiz 

am 14. Oktober 2024 in Kroatien ein Asylgesuch gestellt hatte (SEM-

act. 8/1). Daraufhin ersuchte die Vorinstanz gestützt auf Art. 18 Abs. 1 

Bst. b Dublin-III-VO die kroatischen Behörden am 5. Februar 2025 um Wie-

deraufnahme der Beschwerdeführerin (SEM-act. 17/5). Nachdem sie diese 

zunächst verweigert hatten (SEM-act. 22/1), stimmten die kroatischen Be-

hörden dem Wiederaufnahmeersuchen gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-

III-VO nach Remonstration der Vorinstanz zu (SEM-act. 26/2). 

5.2 Damit ist die grundsätzliche Zuständigkeit Kroatiens für die Durchfüh-

rung der Asyl- und Wegweisungsverfahren gegeben. Daran ändert auch 

das Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach sie in Kroatien keinen 

Asylantrag gestellt habe und gezwungen worden sei, ihre Fingerabdrücke 

abzugeben, nichts. Der vorliegend registrierte Treffer der Beschwerdefüh-

rerin der Kategorie 1 vom 14. Oktober 2024 aus der Zentraleinheit EURO-

DAC weist ihre Asylantragstellung in Kroatien nach (Art. 24 Abs. 3 i.V.m. 

Art. 9 Abs. 1 der Verordnung [EU] Nr. 603/2013 des Europäischen Parla-

ments und des Rates vom 26. Juni 2013 [Eurodac-Verordnung]). Die Fin-

gerabdruckabnahme bei illegal einreisenden ausländischen Personen und 

Asylsuchenden beruht auf Art. 14 Abs. 1 Eurodac-Verordnung. Es ist recht-

lich nicht zu beanstanden, dass die kroatischen Behörden die Fingerabdrü-

cke der Beschwerdeführerin abgenommen haben. Die Dublin-III-VO räumt 

asylsuchenden Personen kein Recht ein, den ihren Antrag prüfenden Staat 

selbst auszuwählen (vgl. BVGE 2010/45 E. 8.3). 

5.3 Die Beschwerdeführerin vermag auch keinen über drei Monate dauern-

den Aufenthalt ausserhalb des Hoheitsgebietes der Dublin-Mitgliedstaaten 

gemäss Art. 19 Abs. 2 Dublin-III-VO darzulegen, aufgrund dessen die Zu-

ständigkeit Kroatiens dahingefallen wäre. Das hierzu eingereichte Doku-

ment (SEM-act. 6/6, ID-003), nach dem sich die Beschwerdeführerin vom 

15. Oktober 2024 bis zum 21. Oktober 2024 in Bosnien-Herzegowina auf-

gehalten haben soll, sowie die eingereichte türkische Medikamentenver-

ordnung vom 17. Januar 2025, ausgestellt auf Ismail Calman (SEM SEM-

act. 6/6, ID-004) sind ungeeignet, einen über drei Monate dauernden Auf-

enthalt in Bosnien-Herzegowina und der Türkei nach Ausreise aus dem 

Dublin-Raum glaubhaft zu machen. 

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Seite 8 

6.  

6.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, in Kroatien staatlicher Gewalt aus-

gesetzt gewesen zu sein und macht systemische Mängel im Asyl- und Auf-

nahmesystem Kroatiens geltend, die zu einer Zuständigkeit der Schweiz 

nach Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO führen müssten. 

6.2 Im Referenzurteil E-1488/2020 vom 22. März 2023 hat das Bundesver-

waltungsgericht die seit dem Referenzurteil D-1611/2016 vom 22. März 

2016 bestehende Praxis der grundsätzlichen Zulässigkeit von Dublin-Über-

stellungen nach Kroatien bestätigt. Das Gericht stellte fest, dass nicht da-

von auszugehen sei, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingun-

gen in Kroatien systemische Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 

Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO aufwiesen, die eine Überstellung von Gesuch-

stellenden generell als unzulässig erscheinen lassen würden (vgl.  

E-1488/2020 E. 9.5). Der Verdacht eines Gefährdungszusammenhangs 

zwischen Push-Backs und Dublin-Rückkehr lasse sich aufgrund der ver-

fügbaren Informationen und Erkenntnisse nicht erhärten. Im Rahmen einer 

auf die Dublin-III-VO gestützten Überstellung liege das Hauptaugenmerk 

auf der Frage, ob die gesuchstellende Person, zu deren Aufnahme sich die 

kroatischen Behörden bereit erklärt hätten, Zugang zum dortigen Asylver-

fahren erhalten werde. Dabei stehe nicht mehr im Vordergrund, ob es für 

die schutzsuchende Person zuvor allenfalls äusserst schwierig gewesen 

sei, überhaupt auf kroatisches Territorium zu gelangen. Es sei nicht a priori 

von einer gleichgelagerten Gefährdung für Dublin-Rückkehrende auszuge-

hen wie für Personen, welche erstmals versuchen würden, in das Land 

einzureisen oder es zu durchqueren. Zum aktuellen Zeitpunkt würden 

keine genügenden Anzeichen für die Befürchtung bestehen, im Dublin-

Kontext nach Kroatien überstellte Personen würden ohne Eröffnung und 

Durchführung eines Asylverfahrens in unzulässiger Weise ausgeschafft. 

Dies treffe sowohl auf die Überstellung im Rahmen von Take-Charge-(Auf-

nahme-) als auch von Take-Back-(Wiederaufnahme-) Verfahren zu (vgl. 

a.a.O. E. 9.4.4). Im Ergebnis sei davon auszugehen, dass Gesuchstel-

lende, welche gestützt auf die Dublin-III-VO nach Kroatien überstellt wür-

den, Zugang zum dortigen Asylverfahren erhalten, unabhängig davon, ob 

es sich um ein Take-Charge- oder Take-Back-Verfahren handle. Insbeson-

dere bestehe keine beachtliche Wahrscheinlichkeit, die Überstellten wür-

den der Gefahr einer Verletzung ihrer aus dem Refoulement-Verbot flies-

senden Rechte ausgesetzt werden (vgl. a.a.O. E. 9.5). 

6.3 An dieser aktuellen, auf einer Gesamtbetrachtung diverser staatlicher 

und nichtstaatlicher Quellen sowie der Rechtsprechung anderer Dublin-

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Seite 9 

Mitgliedstaaten beruhenden Beurteilung des Bundesverwaltungsgerichts, 

wonach das kroatische Asyl- und Aufnahmesystem keine systemischen 

Schwachstellen aufweist, vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführe-

rin, einschliesslich der von ihr angeführten Berichte und ausländischen 

Rechtsprechung, nichts zu ändern. 

6.4 Unter diesen Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-

III-VO nicht gerechtfertigt. 

7.  

7.1 Zur Frage des Selbsteintrittsrechts nach Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dub-

lin-III-VO, konkretisiert in Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, ist Folgendes auszufüh-

ren: 

7.2 Kroatien ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls zur FK vom 31. Januar 1967 (SR 

0.142.301). Ausserdem wird Kroatien durch die Richtlinien des Europäi-

schen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu ge-

meinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des interna-

tionalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie), gebun-

den. 

7.3 Mangels systemischer Mängel im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO 

kann vermutungsweise davon ausgegangen werden, dass Kroatien seinen 

völker- und gemeinschaftsrechtlichen Verpflichtungen gegenüber Perso-

nen in der Situation der Beschwerdeführerin nachkommt und insbesondere 

auch die Rechte respektiert und schützt, die sich aus der Verfahrens- und 

Aufnahmerichtlinie ergeben (vgl. Urteile F-1883/2023 vom 12. April 2023 

E. 8.2; F-647/2023 vom 9. Februar 2023 E. 7.1; je m.H.). Diese Vermutung 

kann zwar im Einzelfall widerlegt werden. Hierfür bedarf es aber konkreter 

und ernsthafter Hinweise, die von der betroffenen Person glaubhaft darzu-

tun sind (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4 f.; Urteil des BVGer  

D-5698/2017 vom 6. März 2018 E. 5.3.1). 

7.4 Das Bundesverwaltungsgericht anerkennt mit Blick auf die von der Be-

schwerdeführerin geschilderten Erlebnisse, dass das Verhalten der 

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Seite 10 

kroatischen Behörden und die Behandlung von Asylsuchenden im Rahmen 

der Erstaufnahme bis zur Gesuchstellung in Kroatien problematisch sein 

können. Die Beschwerdeführerin vermag aber nicht rechtsgenügend dar-

zutun, dass die von ihr bei einer Rückführung nach Kroatien zu erwarten-

den Bedingungen derart schlecht wären, dass sie zu einer Verletzung von 

Art. 3 EMRK führen könnten. Das Bundesverwaltungsgericht geht davon 

aus, dass sie sich nach der Dublin-Rücküberstellung in einer anderen Si-

tuation als bei der ersten Einreise nach Kroatien befinden wird (vgl. Urteil 

des BVGer E-1488/2020 E. 9.4 m.w.H.). Den Akten sind denn auch keine 

konkreten Gründe für die Annahme zu entnehmen, Kroatien werde in ihrem 

Fall den Grundsatz des Non-Refoulement missachten und sie zur Ausreise 

in ein Land zwingen, in dem sie an Leib, Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet wäre oder in dem sie Gefahr lau-

fen würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden. Bei 

einer allfälligen vorübergehenden Einschränkung der ihr zustehenden Auf-

nahmebedingungen könnte sie sich nötigenfalls an die kroatischen Behör-

den wenden und ihre Rechte auf dem Rechtsweg einfordern (vgl. Art. 26 

Aufnahmerichtlinie). Sollte sie sich durch kroatische Behörden oder Dritt-

personen ungerecht oder rechtswidrig behandelt fühlen, könnte sie sich mit 

einer Beschwerde an die zuständigen Stellen wenden oder eine Anzeige 

einreichen. Im Übrigen steht ihr auch die Möglichkeit offen, die vor Ort täti-

gen karitativen Organisationen zu kontaktieren. 

7.5 Bezüglich der gesundheitlichen Aspekte ist festzuhalten, dass eine 

zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Problemen 

nur ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellt. Dies ist 

insbesondere dann der Fall, wenn Schwerkranke durch die Rückführung 

– mangels angemessener medizinischer Behandlung im Zielstaat – mit ei-

nem realen Risiko konfrontiert würden, einer ernsten, raschen und unwie-

derbringlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustands ausgesetzt 

zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer erheblichen Verkürzung 

der Lebenserwartung führen würde (vgl. anstatt vieler Urteil des BVGer  

F-3746/2023 vom 11. Juli 2023 E. 6.4 unter Verweis auf das Urteil des Eu-

ropäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR] Paposhvili gegen 

Belgien vom 13. Dezember 2016, Grosse Kammer, 41738/10, §§ 180-193; 

letzteres bestätigt durch Urteil des EGMR Savran gegen Dänemark vom 

7. Dezember 2021, Grosse Kammer, 57467/15, §§ 121 ff.).  

7.6 Die geltend gemachten und zuletzt im Austrittsbericht der Psychiatrie 

B._______ vom 2. April 2025 (BVGer-act. 1, Beilage 3) diagnostizierten 

Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin (mittelgradige depressive 

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Seite 11 

Episode, Verdacht auf post-traumatische Belastungsstörung, Vitamin-B12-

Mangelanämie, Vitamin-D-Mangel und Eisenmangel) sind nicht von derar-

tiger Schwere, dass sie eine drohende Verletzung von Art. 3 EMRK zu be-

gründen vermöchten. Zudem können sie in Kroatien behandelt werden, 

das grundsätzlich über eine ausreichende medizinische Infrastruktur ver-

fügt (vgl. Urteil des BVGer D-735/2022 vom 28. Februar 2022 E. 6.7.3). 

Nebst den staatlichen Einrichtungen bestehen in Kroatien auch Angebote 

von Nichtregierungsorganisationen für die psychische Betreuung, womit 

von der grundsätzlichen Möglichkeit einer engmaschigen Behandlung aus-

gegangen werden darf (vgl. Urteile des BVGer D-2714/2021 E. 8.4.3;  

F-1657/2022 vom 21. April 2022 E. 7.3 m.w.H.).  

7.7 Sofern dies im Überstellungszeitpunkt erforderlich wäre, würden die 

schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochtenen Verfü-

gung beauftragt sind, die kroatischen Behörden in geeigneter Weise über 

allfällige spezifische medizinische Bedürfnisse und Umstände der Be-

schwerdeführerin informieren (Art. 31 f. Dublin-III-VO). Bereits jetzt ist ent-

sprechend in den Überstellungsmodalitäten vermerkt, dass die Beschwer-

deführerin unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet (SEM-

act. 33/1). 

7.8 Vor diesem Hintergrund ist es nicht notwendig, von den kroatischen 

Behörden vorgängig der Überstellung individuelle Zusicherungen bezüg-

lich der Unterbringung und medizinischen Versorgung der Beschwerdefüh-

rerin einzuholen. 

7.9 Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts verfügt die Vorinstanz 

bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 über einen Ermessens-

spielraum (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.). Die angefochtene Verfügung ist unter 

diesem Blickwinkel nicht zu beanstanden; insbesondere sind den Akten 

keine Hinweise auf einen Ermessensmissbrauch oder ein Über- respektive 

Unterschreiten des Ermessens zu entnehmen. Das Gericht enthält sich 

deshalb in diesem Zusammenhang einer weiteren Überprüfung. 

7.10 Es liegen somit weder völkerrechtliche Vollzugshindernisse vor, wel-

che die Schweiz zum Selbsteintritt verpflichten würden, noch Rechtsfehler 

bei der Ermessensbetätigung. Es besteht folglich kein Grund für einen 

Selbsteintritt der Schweiz gemäss Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 in Verbindung 

mit Art. 17 Dublin-III-VO. 

F-3019/2025 

Seite 12 

8.  

Die Vorinstanz ist daher zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten und 

hat die Wegweisung nach Kroatien angeordnet. Die Beschwerde ist abzu-

weisen. 

9.  

Das Gesuch um Gewährung der aufschiebenden Wirkung ist mit Ausfäl-

lung des vorliegenden Endentscheids gegenstandslos geworden. Der am 

29. April 2025 verfügte Vollzugsstopp fällt mit dem vorliegenden Urteil da-

hin. 

10.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist abzu-

weisen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen 

ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind und dies auch im Gesuchs-

zeitpunkt waren. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge-

samt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite)   

F-3019/2025 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird  

abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin  

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz und die  

kantonale Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Sebastian Kempe Gero Vaagt 

 

 

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