# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f7d64a78-c842-5134-8410-b8012c733a52
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-04-21
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 21.04.2004 SB 2004 9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2004-9_2004-04-21.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 21. April 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 04 9 (nicht mündlich eröffnet)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Schäfer und Vital 
Aktuarin ad hoc Collenberg

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In der strafrechtlichen Berufung

des X., Angeklagter und Berufungskläger, vertreten durch Dr. iur. Kaspar Sollber-
ger, c/o Anwaltsbüro Tramèr & Nievergelt, Plazzet 11, 7503 G.,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Albula vom 8. Oktober 2003, mitgeteilt 
am 5. Februar 2004, in Sachen gegen den Angeklagten und Berufungskläger,

betreffend Verletzung von Verkehrsregeln,

hat sich ergeben:

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A. X. ist am M. in der bosnischen Stadt E. geboren. Als er sieben Monate 
alt war, liessen sich seine Eltern scheiden. Aufgewachsen ist X. daraufhin bei seinen 
Grosseltern väterlicherseits. Die Grosseltern betrieben in N., einem Dorf etwa 40 
bis 50 km von E. entfernt, einen kleinen Landwirtschaftsbetrieb. Der Vater arbeitete 
zu diesem Zeitpunkt in Slowenien. Im Jahre 1989 kam der Vater, welcher unterdes-
sen wieder geheiratet hatte, in die Schweiz und begann als Schreiner in F. zu ar-
beiten. Drei Jahre später folgten ihm seine Frau und X. in die Schweiz. Die Primar-
schule besuchte X. in der bosnischen Stadt E.. Die erste Realklasse absolvierte er 
in F., die zweite und dritte Realklasse in G.. Im Jahre 1994 begann er in G. eine 
Lehre als Sanitärinstallateur, welche er drei Jahre später erfolgreich abschloss. Der 
Berufungskläger ist nach wie vor bei demselben Unternehmen angestellt. Dabei er-
zielt er monatlich ein durchschnittliches Einkommen von Fr. 4‘350.-- brutto bzw. Fr. 
3'800.-- netto. Er verfügt über kein Vermögen, hat jedoch Schulden im Betrage von 
Fr. 11'000.--.

Der Berufungskläger ist weder im ADMAS-Register noch im Zentralstrafre-
gister verzeichnet. Er verfügt in G. über einen einwandfreien Leumund.

B. Am 21. Juni 2002 um ca. 17.10 Uhr fuhr X. mit dem Personenwagen 
Kennzeichen H. von I. kommend in Richtung J.. Bei K., ausgangs einer übersichtli-
chen Rechtskurve, hat er, nach eigenen Angaben, die anschliessende gerade Stre-
cke mit 80 bis 85 km/h befahren. Er habe sich auf der Höhe eines entgegenkom-
menden Lastwagens befunden, als plötzlich ein dem Lastwagen folgender Perso-
nenwagen auf seine Fahrbahnseite ausgeschwenkt sei. Um eine Frontalkollision zu 
verhindern, habe er sein Fahrzeug nur noch nach rechts steuern können. Dabei 
geriet er über den Strassenrand auf den Naturparkplatz, Höhe Garage D.. Das Fahr-
zeug stürzte über den Parkplatz hinaus in den Bach und gelangte dort zum Still-
stand. Demgegenüber befand sich nach Angaben von B., der den betreffenden Per-
sonenwagen geführt hat, vor ihm kein Lastwagen. Er habe sein Fahrzeug an der 
Mittellinie angehalten, um das Fahrzeug von X. vorbeifahren zu lassen und dann 
auf den Parkplatz abzubiegen. Im Fahrzeug hinter B. fuhr dessen Cousin A., der 
später als Zeuge einvernommen wurde.

C. Der Kreispräsident Surses erliess am 6. November 2002, mitgeteilt am 
8. November 2002, ein Strafmandat, mit welchem er X. der Verletzung von Ver-
kehrsregeln gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG sowie Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung 
mit Art. 90 Ziff. 1 SVG schuldig sprach und ihn mit einer Busse von Fr. 250.-- be-
strafte. Dagegen liess X. am 20. November 2002 Einsprache beim Kreisamt Surses 

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erheben. Diese wurde am 25. November 2002 dem Bezirksgerichtspräsidenten Al-
bula überwiesen. 

D. Der Bezirksgerichtspräsident Albula führte gestützt auf Art. 175 StPO 
in Verbindung mit Art. 66 ff. StPO die Ergänzung der Untersuchung. Er liess am 10. 
Dezember 2002 X. und B. als Angeschuldigte und Auskunftspersonen sowie A. als 
Zeuge einvernehmen. Am 22. Januar 2003 erging die Schlussverfügung, am 19. 
März 2003 die Anklageverfügung. 

E. Der Bezirksgerichtsausschuss Albula führte am 8. Oktober 2003 die 
Hauptverhandlung durch und erkannte mit Urteil vom 8. Oktober 2003, mitgeteilt am 
5. Februar 2004, was folgt:

"1. X. ist schuldig der Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von 
Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 
90 Ziff. 1 SVG.

2. Dafür wird er mit einer Busse von Fr. 250.-- bestraft.

3. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus

- Gebühr Kreisamt Fr.   434.80

- Untersuchungsgebühr Bezirksgericht Fr.   500.00

- Gerichtskosten Fr. 1'200.00

Total Fr. 2'134.80

gehen zu Lasten von X. und sind zusammen mit der Busse innert 
30 Tagen seit Mitteilung dieses Entscheides mittels beiliegendem 
Einzahlungsschein an das Bezirksgericht Albula zu überweisen.

4. (Rechtsmittelbelehrung).

5. (Mitteilung).“ 

F. Gegen dieses Urteil liess X. am 26. Februar 2004 Berufung erheben 
mit dem folgenden Rechtsbegehren:

"1.1. Das angefochtene Urteil sei vollumfänglich aufzuheben.

1.2. X. sei von der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 31 
Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 
Ziff. 1 SVG freizusprechen.

1.3. Alles unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu-
lasten des Staates.“

G. Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit Schreiben vom 2. März 2004 
auf eine Vernehmlassung. Die Vorinstanz verzichtete mit Schreiben vom 22. März 

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2004, unter Verweis auf die Erwägungen im ergangenen Urteil, auf eine Vernehm-
lassung. 

Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Urteil sowie in der Beru-
fungsschrift wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegan-
gen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile der Bezirksgerichte und ihrer Ausschüsse können der 
Verurteilte und der Staatsanwalt beim Kantonsgerichtsausschuss Berufung erhe-
ben (Art. 141 Abs. 1 StPO). Diese ist innert zwanzig Tagen seit der schriftlichen 
Eröffnung des angefochtenen Entscheides einzureichen; sie ist zu begründen und 
hat darzutun, welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheides gerügt werden und 
ob das ganze Urteil oder lediglich Teile davon angefochten werden (Art. 142 Abs. 1 
StPO). Diesen Anforderungen vermag die vorliegende Berufung zu genügen. Auf 
die frist- und formgerecht eingereichte Berufung ist daher einzutreten.

2. Der Berufungskläger hat nicht die Durchführung einer mündlichen Be-
rufungsverhandlung verlangt. Es besteht aber auch kein Grund, dass das urteilende 
Gericht von sich aus (vgl. hierzu Art. 144 Abs. 1 StPO) eine mündliche Berufungs-
verhandlung anordnet, nachdem die Vorinstanz öffentlich verhandelt hat, bezüglich 
des strittigen Sachverhalts keine zusätzlichen Aufschlüsse von einer mündlichen 
Verhandlung zu erwarten sind, eine reformatio in peius ausgeschlossen ist und sich 
zudem keine Fragen zur Person und zum Charakter des Berufungsklägers stellen, 
welche sich nicht mit genügender Hinlänglichkeit aus den Akten beantworten lies-
sen (vgl. BGE 119 Ia 318 f., E. 2b).

3. Die Vorinstanz stellte in ihren Erwägungen im Wesentlichen auf die 
Aussagen von B. und A. ab, da diese als glaubhaft betrachtet wurden und schlüssi-
ger seien als jene von X.. Der Bezirksgerichtsausschuss Albula kam deshalb zum 
Schluss, dass X. nicht einem Fahrzeug, das sich auf seiner Strassenseite habe be-
finden sollen, habe ausweichen müssen, sondern dass das Ausweichmanöver un-
begründet erfolgt sei. Das Ausweichmanöver lasse zudem auf eine übersetzte, nicht 
den Umständen angepasste Geschwindigkeit des Berufungsklägers schliessen. X. 
habe sich daher der Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 31 Abs. 1 
SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG schuldig gemacht.

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Demgegenüber machte der Verteidiger von X. in seiner Berufungsschrift gel-
tend, dass Anhaltspunkte bestehen würden, welche die Sachverhaltsdarstellung 
von B. und A. in Frage stellen. So sei insbesondere bemerkenswert, dass keiner 
der beiden vor dem Unfall hinter einem Lastwagen hergefahren sein will. Aus der 
Zeugenaussage von C. gehe jedoch unmissverständlich hervor, dass dieser in un-
mittelbarer Nähe des Unfallortes - an einer anderen Stelle sei auf diesem Strecke-
nabschnitt der Passstrasse L. ein Überholen gar nicht möglich - einen Lastwagen 
überholt habe, was vom Berufungskläger habe beobachtet werden können. Da dies 
unmittelbar vor dem Unfall erfolgt sei, habe der Lastwagen für B. und A. ebenfalls 
zwingend sichtbar sein müssen. Folglich könne nicht ausgeschlossen werden, dass 
der Lastwagen diesen die Sicht versperrt habe und sie den entgegenkommenden 
Wagen des Berufungsklägers zu spät wahrgenommen hätten und dass sich nämlich 
zumindest einer von ihnen bereits teilweise auf der anderen Strassenseite befunden 
habe. Deshalb sei durch die Zeugenaussage von C. die Glaubwürdigkeit der Aus-
sagen von B. und A. erschüttert. Es könne dem Berufungskläger nicht zum Nachteil 
gereichen, wenn er sich nicht mehr genau an den Unfallhergang erinnern könne. 
Schliesslich stelle der Bezirksgerichtsausschuss Albula selber fest, dass der Beru-
fungskläger durchaus als glaubwürdig erscheine und seine nicht schlüssigen Aus-
sagen aus der Einschränkung des Erinnerungsvermögens als Unfallfolge resultie-
ren würden. Aus dem Urteil ergebe sich, dass der Bezirksgerichtsausschuss Albula 
Zweifel an der Sachverhaltsdarstellung von B. und A. gehabt habe. Es hätte deshalb 
aufgrund der Regel „in dubio pro reo“ ein Freispruch erfolgen sollen. 

4. Die Beweislast für die dem Beschuldigten zur Last gelegten Tat liegt 
grundsätzlich beim Staat (Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kan-
tons Graubünden [StPO], 2. Auflage, Chur 1996, S. 306). Bei der Würdigung der 
Beweismittel entscheidet das Gericht auch im Berufungsverfahren nach freier Über-
zeugung (Art. 144 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 125 Abs. 2 StPO). Für den Beweis 
wird mehr als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis der 
Täterschaft verlangt. Nach der aus Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziffer 2 EMRK flies-
senden Beweiswürdigungsregel „in dubio pro reo“ darf sich der Strafrichter jedoch 
nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalts über-
zeugt erklären, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sach-
verhalt so verwirklicht hat. Es darf sich dabei nicht lediglich um theoretische Zweifel 
handeln, sondern es müssen vielmehr erhebliche und nicht zu unterdrückende 
Zweifel vorliegen, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 120 Ia 
37). Aufgabe des Richters ist es, ohne Bindung an Beweisregeln die an sich mögli-
chen Zweifel zu überwinden und sich mit Überzeugung für einen bestimmten Sach-

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verhalt zu entscheiden, wobei die Bildung der Überzeugung objektivier- und nach-
vollziehbar sein muss. Die Schuld des Angeklagten muss sich auf vorgelegte Be-
weise stützten, die vernünftige Zweifel in ausschliesslicher Weise zu beseitigen ver-
mögen (vgl. PKG 1987 Nr. 17; Padrutt, a.a.O., S. 307). Es ist anhand sämtlicher 
sich aus den Akten ergebenden Umstände zu untersuchen, ob die Darstellung der 
Anklage oder jene des Angeklagten den Richter zu überzeugen vermag. Erst wenn 
eine solche Überzeugung weder in der einen noch in der anderen Richtung zu ge-
winnen ist, muss gemäss dem Grundsatz „in dubio pro reo“ der für den Angeklagten 
günstigere Sachverhalt angenommen werden und es hat ein Freispruch zu erfolgen 
(PKG 1978 Nr. 31; Padrutt, a.a.O., S. 307).

Zu den verschiedenen Beweismitteln ist auszuführen, dass der Grundsatz 
der freien Beweiswürdigung eine Rangordnung verbietet. Insbesondere sind die 
Aussagen von Zeugen, Auskunftspersonen und Angeschuldigten voll gültige Be-
weismittel mit derselben Beweiseignung. Bei Würdigung der Beweise ist weniger 
die Form, sondern vielmehr der Gesamteindruck, das heisst die Art und Weise der 
Bekundung sowie die Überzeugungskraft entscheidend. Massgebend ist mit ande-
ren Worten allein die Beweiskraft der konkreten Beweismittel im Einzelfall (Niklaus 
Schmid, Strafprozessrecht, 4. Auflage, Zürich 2004, N 290; Robert Hauser / Erhard 
Schweri, 5. Auflage, Basel 2002, § 54 N 5).

Im Rahmen des Gerichtsverfahrens interessiert nicht in erster Linie die per-
sönliche Glaubwürdigkeit des Zeugen, sondern vielmehr die sachliche Glaubhaftig-
keit seiner konkreten Aussage (vgl. Robert Hauser, Der Zeugenbeweis im Strafpro-
zess mit Berücksichtigung des Zivilprozesses, Zürich 1974, S. 311 ff.). Die Richtig-
keit einer Aussage - für welche deren Klarheit, Folgerichtigkeit und Konstanz spre-
chen kann - ist auf ihre Übereinstimmung mit den Lebenserfahrungen und dem Er-
gebnis der übrigen Beweiserhebungen zu prüfen. Der Grad der Objektivität ist 
schliesslich massgebend für den Grad der Glaubhaftigkeit, der sich aus dem Moti-
vationsumfeld ergibt (Friedrich Arntzen / Else Michaelis Arntzen, Psychologie der 
Zeugenaussage, System der Glaubwürdigkeitsmerkmale, 3. Auflage München 
1993, S. 15 ff.).

5.a) Gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG muss der Führer das Fahrzeug ständig 
so beherrschen, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Beherrschen 
heisst dafür sorgen, dass das Fahrzeug nichts tut, was der Fahrer nicht will. Gemäss 
BGE 76 IV 53 ff. verlangt die Beherrschung des Fahrzeuges, dass der Führer Herr 
der Maschine bleibt, damit er jederzeit in der durch die Lage geforderten Weise 

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raschestens auf sie einwirken und auf jede Gefahr ohne Zeitverlust zweckmässig 
reagieren kann.

b) B. und A. sagen beide übereinstimmend aus, dass unmittelbar vor B. 
niemand fuhr, dieser den Blinker gestellt habe, dann auf seiner Fahrbahn angehal-
ten habe um das Fahrzeug von X. vorbeifahren zu lassen, und um dann auf den 
Parkplatz abzubiegen. Diese beiden Aussagen sind übereinstimmend und wider-
spruchsfrei. Wie die Vor-instanz zutreffend festgestellt hat und vom Verteidiger auch 
anerkannt wird, kann allein aufgrund der Tatsache, dass B. und A. Cousins sind, 
nicht auf verminderte Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen geschlossen werden. Wird ins-
besondere berücksichtigt, dass A. als Zeuge unter der strengen Strafdrohung von 
Art. 307 StGB ausgesagt hat, wird die Glaubhaftigkeit der Aussage noch verstärkt. 
Die Glaubhaftigkeit wird dadurch noch erhärtet, als B. und A., dessen Datum der 
Befragung auf dem Rapport offensichtlich unrichtig angegeben ist, beide unmittel-
bar nach dem Unfall (ca. eine Stunde) unabhängig voneinander durch zwei ver-
schiedene Polizeibeamte befragt worden sind. Beide haben dabei im Kerngehalt 
übereinstimmende Aussagen gemacht (Einspuren gegen die Strassenmitte, entlang 
Mittellinie, aber nicht darüber hinaus; linker Blinker; angehalten; Umstände des Un-
falls). Eine vorgängige Absprache dieser deckungsgleichen Aussagen beziehungs-
weise das Erfinden einer nicht realen Geschichte erscheint aufgrund der kurzen 
Zeitspanne bis zur Befragung als nicht nachvollziehbar, waren sie doch unmittelbar 
nach dem Unfall um ca. 17.10 Uhr mit der Bergung von X. beschäftigt, trafen die 
Polizeibeamten um ca. 17.30 Uhr am Unfallort ein und befragten diese B. und A. 
noch am Unfallort handschriftlich getrennt voneinander. Schliesslich haben B. und 
A. auch in einer zweiten, späteren Befragung ihre Aussage widerspruchsfrei wie-
derholt und bestätigt. Beide gaben zudem an, keinen Lastwagen wahrgenommen 
zu haben sowie, dass X. schnell gefahren sei. Dem Kantonsgerichtsausschuss er-
scheinen die Sachverhaltsdarstellungen der beiden Cousins, die aussagen, dass X. 
in der Fahrt nicht behindert worden sei, demnach als glaubhaft. Es steht somit fest, 
dass sich kein Fahrzeug auf der Fahrbahn von X. befunden hat, dem er hätte aus-
weichen müssen. Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass die Aus-
sage von X., vor B. und A. sei ein Lastwagen gefahren, von Letzteren nicht bestätigt 
wurde. Diesbezüglich lässt sich zum einen feststellen, dass diese Frage das eigent-
liche Unfallgeschehen gar nicht betrifft, mithin in Bezug auf die Frage, ob X. einem 
Fahrzeug auf seiner Fahrbahn hat ausweichen müssen oder nicht, irrelevant ist. 
Andererseits lässt sich auch nicht zur Feststellung gelangen, B. und A. hätten den 
fraglichen Lastwagen in der von X. geschilderten Weise wahrnehmen müssen. 

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Der Berufungskläger hat ausgesagt, dass er ausgangs der Rechtskurve ei-
nen entgegenkommenden roten Alfa bemerkte, der auf der Höhe der Garage D. 
einen Lastwagen überholt hatte. Er habe die Geschwindigkeit verlangsamt, damit 
der Fahrer des Personenwagens wieder problemlos einschwenken konnte. Dann 
sei er auf der geraden Strecke mit einer Geschwindigkeit von 80-85 km/h weiterge-
fahren. C., Fahrer eines Personenwagens der Marke Alfa mit einem Aufkleber 
„weisse Schlange“ auf der Motorhaube, konnte später ausfindig gemacht werden 
und bestätigte, dass er auf der Höhe der Garage D. einen Lastwagen überholt habe. 
Wenn sich der Überholvorgang aber so abgespielt hat, wie C. und X. schildern, war 
C. etwa auf der gleichen Höhe wie der Lastwagen, als er sich bei der Garage D. 
befand. Währenddessen hat X. angeblich weiter oben verlangsamt, damit C. das 
Überholmanöver problemlos beenden konnte. Bis das Überholmanöver mit der 
noch zurückzulegenden Einbiegestrecke beendet war, muss sich der Lastwagen 
jedoch zwischenzeitlich bereits eine erhebliche Strecke von der Garage entfernt ha-
ben. Daraus muss gefolgert werden, dass zur Zeit, als X. sich auf der Höhe der 
Garage D. befand und dort mit dem angeblichen Ausweichmanöver begann, eine 
erhebliche Distanz zwischen B. bzw. A. und dem Lastwagen bestand; der Perso-
nenwagen von B. folgte mit anderen Worten nicht unmittelbar dem Lastwagen. 

Wenn B. und A. aussagen, keinen Lastwagen wahrgenommen zu haben, ist 
dies damit erklärbar, dass dieser sich, wie oben dargelegt, nicht unmittelbar vor ih-
nen befand und sie ihn deshalb nicht wahrgenommen haben und auch nicht zwin-
gend wahrnehmen mussten, zumal sich ihre Aufmerksamkeit auf das Anhalte- und 
Abbiegemanöver gerichtet haben konnte; dies unter der Annahme, dass es sich bei 
dem von X. angeblich beobachteten Lastwagen und dem von C. überholten Last-
wagen um denselben handelte. Deshalb kann allein aus dem Umstand, dass B. und 
A. aussagen, keinen Lastwagen gesehen zu haben, selbst wenn ein Lastwagen sich 
auf der Strecke vor ihnen befunden haben sollte, nicht abgeleitet werden, dass ihre 
Aussagen nicht glaubhaft seien, da dies aufgrund ihrer Entfernung zum Lastwagen 
durchaus möglich erscheint. 

Wie die Vorinstanz sowie der Verteidiger richtig erkannt haben, kann aus der 
Zeugenaussage von C. nichts weiteres zur Aufklärung des Unfallherganges abge-
leitet werden, da dieser sich weder an ein entgegenkommendes noch an nachfol-
gende Fahrzeuge erinnern kann. Es liegen auch keine anderen Hinweise vor, die 
darauf deuten würden, dass sich das Fahrzeug von B. auf der Gegenfahrbahn be-
funden habe, so dass einzig noch ein Ausweichmanöver eine Kollision verhindern 
konnte. Hätte B. sein Fahrzeug nicht bereits frühzeitig angehalten, sondern seinen 

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Wagen plötzlich stark abbremsen müssen, wären allfällige Bremsspuren seines 
Fahrzeuges zu erwarten. Solche konnten jedoch keine festgestellt werden. Die 
Glaubhaftigkeit der Aussagen von B. und A. wird somit durch keine sich aus den 
Akten ergebenden Umstände geschmälert.

c) Für den Kantonsgerichtsausschuss ist der Nachweis, dass X. nicht ei-
ner überraschend auftretenden Gefahr ausweichen musste, sondern das voraus-
sehbare Verhalten von B. (Einspuren gegen die Mittellinie) zu spät erkannt und nicht 
richtig eingeschätzt hatte und deshalb nicht richtig reagiert hatte und als Folge dar-
aus die Beherrschung über das Fahrzeug verloren hat, erbracht. Da er keiner von 
einem andern verursachten Gefahr entrinnen musste, ist sein Handeln nicht ent-
schuldbar. X. hat somit Art. 31 Abs. 1 SVG verletzt und ist gemäss Art. 90 Ziff. 1 
SVG zu bestrafen.

6. Die Geschwindigkeit ist stets den Umständen anzupassen, namentlich 
den Besonderheiten von Fahrzeug und Ladung sowie den Strassen-, Verkehrs- und 
Sichtverhältnissen (Art. 32 Abs. 1 SVG). Die allgemeine Höchstgeschwindigkeit für 
Fahrzeuge beträgt unter günstigen Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen 80 
km/h ausserhalb von Ortschaften (Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV).

Indem die Vorinstanz den Berufungskläger der Verletzung von Art. 32 Abs. 1 
SVG schuldig gesprochen hat, geht sie davon aus, dass X. mit einer nicht der Si-
tuation angepassten Geschwindigkeit gefahren ist. Beim relevanten Streckenab-
schnitt handelt es sich um eine Hauptstrasse mit der generell geltenden Höchstge-
schwindigkeit von 80 km/h (vgl. Art. 32 Abs. 2 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV). 
Die Unfallstelle liegt auf einer geraden Strecke mit einer ebenen Strassenanlage 
(vgl. act. 1b ). Die Strasse weist eine totale Breite von 6.05 m auf, die Fahrbahn-
breite auf der sich X. befand, beträgt 3.05 m (vgl. act. 8) Zum Unfallzeitpunkt war 
Tag, es herrschten somit gute Sichtverhältnisse, es fiel kein Niederschlag und die 
Strasse war trocken (vgl. act. 1b). Gemäss Aussagen der beteiligten Parteien 
herrschte geringes Verkehrsaufkommen (vgl. act. 36, 37, 38). Es sind somit keine 
Verhältnisse ersichtlich, die darauf hinweisen, dass eine Geschwindigkeit von 80 
km/h nicht angepasst gewesen wäre. X. hat ausgesagt, mit einer Geschwindigkeit 
von 80-85 km/h gefahren zu sein. Gemäss Angaben von B. und A. sei X. mit hoher 
Geschwindigkeit gefahren (vgl. act. 3, 36, 37). Es liegen jedoch keine weiteren 
Nachweise vor, die darauf schliessen lassen, dass X. mit einer Geschwindigkeit von 
über 80 km/h gefahren wäre. Allein aufgrund des subjektiven Empfindens der ent-
gegenkommenden Fahrer kann nicht auf eine übersetzte Geschwindigkeit ge-

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schlossen werden. Es kann dem Berufungskläger daher keine Verletzung von Art. 
32 Abs. 1 SVG nachgewiesen werden. Dieser ist deshalb vom Vorwurf der Verlet-
zung von Art. 32 Abs. 1 SVG freizusprechen.

7. Bei der Überprüfung der vorinstanzlichen Strafzumessung setzt der 
Kantonsgerichtsausschuss sein Ermessen anstelle desjenigen der Vorinstanz und 
wendet die Regeln über die Strafzumessung selbständig an. Er misst die Strafe 
nach dem Verschulden des Täters zu, wobei er die Beweggründe, das Vorleben 
und die persönlichen Verhältnisse des Schuldigen berücksichtigt (Art. 63 StGB). 
Das Verschulden umfasst den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten 
Straftat. Der Bemessung der Schuld ist die Schwere der Tat zugrunde zu legen. 
Weiter unterscheidet man beim Verschulden Tat- und Täterkomponenten. Bei der 
Tatkomponente betrachtet man das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Wil-
lensrichtung, mit welcher der Täter handelte und seine Beweggründe. Die Täter-
komponente umfasst Vorleben und persönliche Verhältnisse des Täters sowie das 
Verhalten nach der Tat oder im Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, Einsicht oder 
Strafempfindlichkeit (BGE 129 IV 20; BGE 117 IV 112 ff. mit Hinweisen). Innerhalb 
des gesetzlichen Strafrahmens ist ohne Bindung an feste Regeln die verschulden-
sgerechte Strafe zu finden. Gemäss Art. 90 Ziff. 1 SVG wird, wer Verkehrsregeln 
des SVG oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt, mit Haft oder 
mit Busse bestraft. Der Betrag einer allfälligen Busse wird vom Richter je nach den 
Verhältnissen des Täters so bestimmt, dass dieser durch die Einbusse die Strafe 
erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist; wobei für die Verhältnisse des 
Täters namentlich sein Einkommen und sein Vermögen, sein Familienstand und 
seine Familienpflichten, sein Beruf und Erwerb, sein Alter und seine Gesundheit von 
Bedeutung sind (vgl. Art. 48 Ziff. 2 StGB). - Das Verschulden des Berufungsklägers 
wiegt leicht. Strafmindernd fällt sein guter automobilistischer Leumund in Betracht. 
Strafschärfungs- und Strafmilderungsgründe liegen keine vor. Der Kantonsgerichts-
ausschuss hat X. von der Verletzung von Art. 32 Abs. 1 SVG freigesprochen. Auch 
wenn die Berufungsinstanz von einem weniger gravierenden Sachverhalt als die 
erste Instanz ausgeht, ist sie an die erstinstanzliche Strafzumessung nicht gebun-
den und kann grundsätzlich die Strafe gleich belassen oder gar verschärfen (vgl. 
Die Praxis, 12/2001, Nr. 197). Unter Berücksichtigung der konkreten Umstände so-
wie sämtlicher Strafzumessungsgründe erscheint dem Kantonsgerichtsausschuss 
die von der Vorinstanz ausgesprochene Busse in Höhe von Fr. 250.-- als dem Ver-
schulden und den finanziellen Verhältnissen des Berufungsklägers angemessen. 
Das ausgesprochene Strafmass wird beibehalten, weil die von der Vorinstanz aus-
gesprochene Busse bereits im untersten Bereich des Strafrahmens liegt.

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8. Da die Berufung teilweise gutgeheissen wird, gehen die Kosten des 
Berufungsverfahrens zu ¾ zu Lasten des Berufungsklägers und zu ¼ zu Lasten des 
Kantons Graubünden, welcher den Berufungskläger mit Fr. 400.-- zu entschädigen 
hat (Art. 160 StPO). 

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Berufung wird dahin entschieden, als die Ziffer 1 des angefochtenen Ur-
teils aufgehoben und wie folgt neu gefasst wird:

X. ist schuldig der Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 31 Abs. 
1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 1'600.-- gehen zu ¾ zu Lasten 
des Berufungsklägers und zu ¼ zu Lasten des Kantons Graubünden, welcher 
den Berufungskläger mit Fr. 400.-- zu entschädigen hat.

3. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

4. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin ad hoc: