# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7d688d41-b72f-571d-871c-50ae9cb85289
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-22
**Language:** de
**Title:** Zum beantragten früheren Rentenbeginn liegen nur retrospektive, spekulative ärztliche Einschätzungen vor, die auf nicht massgeblichen fremdanamnestischen Angaben basieren.
**Docket/Reference:** IV.2017.00022
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2017.00022.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2017.00022
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Spitz
Ersatzrichter Wilhelm
Gerichtsschreiber Pfefferli
Urteil
vom
22. Dezember 2017
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Ivo Baumann
Grieder
Bugada
Baumann Lerch, Rechtsanwälte
Badenerstrasse
21, Postfach, 8021 Zürich 1
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, gebor
en 1970, war zuletzt bis am 31.
Januar 2015 als Wäschereimitarbeiterin bei der
Y.___
AG angestellt, wobei der letzte Arbeitstag
der
3
0.
Januar 2015 war (
Urk.
11/5/3). Am
8.
Januar 2016 (
Urk.
11/2) meldete sich die Versicherte wegen der Folgen eines Hirntumors bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an.
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
,
IV-Stelle,
tätigte
medizinische (Urk.
11/1, 11/7, 11/8, 11/10, 11/11, 11/12, 11/13, 11
/15) und erwerbliche (Urk.
11/5, 11/6, 11/17) Abklärungen.
Mit Vorbe
scheid vom
4.
Oktober 2016 (Urk. 11/21) stellte sie der Versicherten die
Zu
sprache
einer ganzen Invalidenrente ab dem
1.
September 2016 in Aussicht.
Nachdem die Versicherte
da
gegen keine Einwände erhoben hatte,
verfügte
die IV-Stelle
am
2
4.
Novembe
r 2016 (
Urk.
2) wie angekündigt
.
2.
Mit Beschwerde vom 1
0.
Januar 2017 beantragte die Beschwerdeführerin eine
Rentenzusprache
bereit
s ab einem früheren Datum
. In formeller Hinsicht ersuchte sie um Ansetzung einer Nachfrist bis Ende Februar 2017 zur ergänze
n
den Beschwerdebegründung (Urk. 1 S.
2). Nachdem ihr mit Referentenverf
ügung vom 2
4.
Januar 2017 (Urk.
5) eine Nachfrist von 20 Tagen angesetzt worden war, hielt sie mit Ein
gabe vom 1
0.
Februar 2017 (Urk.
7) an den gestellten Anträgen fest und reichte
die
von ihrem eh
emaligen Hausarzt Dr. med.
Z.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, dokume
ntierte Krankengeschichte (Urk.
8/1-50) ein
. Mit Beschwerdeantwort vom 20. März 2017 (Urk.
10) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerde
führerin mit Ve
rfügung vom 22. März 2017 (Urk.
12) mitgeteilt wurde.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (Art.
6
des Bundesgesetzes über den Allgemei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG)
gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres z
u mindestens 40 % invalid (Art.
8 ATSG) sind.
1.2
Die Wartezeit im Sinne
von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG gilt in jenem Zeitpunkt als eröffnet, in welchem eine deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit einge
treten ist. Als erheblich in diesem Sinne gilt bereits eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % (AHI 1998 S. 124 E. 3c; Urteil des Bundesgerichts I 10/05 vom 14. Juni 2005 E. 2.1.1 in
fine
mit Hinweisen). Unter relevanter Arbeitsunfähigkeit im Sinne dieser Bestimmung ist eine Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen. Das heisst, es muss arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person an Leistungs
vermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit ent
sprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitsgebers oder durch gehäufte, aus dem Rahmen fallende gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Mit anderen Worten: Die Leistungseinbusse muss in aller Regel dem seinerzeitigen Arbeitgeber aufgefallen sein. Eine erst nach Jahren rückwirkend festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit genügt nicht. Umgekehrt ist eine in der beruflichen Tätigkeit im Vergleich zu einer gesunden Person tatsächlich nur reduziert erbrachte Leistung für sich allein gesehen in aller Regel ebenso wenig ausreichend für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit im Sinne des Gesetzes. Vielmehr bedarf es dazu regelmässig zusätzlich einer (überzeugenden) medizi
nischen Einschätzung, die
ordentlicherweise
echtzeitlicher Natur ist. Der Zeit
punkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im Sozialversiche
rungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nach
gewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch nachträgliche erwerbliche oder medizinische Annahmen und spekulative Überlegungen ersetzt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_204/2012 vom 19. Juli 2012 E. 3.2 mit weiteren Hinwei
sen).
1.3
Der Rentenanspruch entsteht gemäss
Art.
29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29
Abs.
1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (
Abs.
1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die ver
sicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (
Abs.
3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung aus, die Bes
chwerdeführerin sei seit dem 2.
September 2015 in ihrer Leistungsfähigkeit erheblich eingeschränkt. Aufgrund der getätigten Abklärungen sei
sie
weder auf
dem ersten Arbeitsmarkt erwerbsfähig noch sei ihr eine selbständige Haushalts
führung möglich. Dies entspreche
einem Invaliditätsgrad von 100
%. Mit dem Ablauf der einjährigen Wartezei
t sei der
Anspruch
auf eine ganze Rente per 1.
September 2016 entstanden (Urk.
2 S.
3).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend, der Hirntumor habe sich bereits ab Herbst 2014 bemerkbar gemacht und zu einer Wesensverände
rung geführt. Es treffe nicht zu, dass das Arbeitsverhältnis aus wirtschaftlichen Gründen respektive wegen Umstrukturierungen aufgelöst worden sei. Vielmehr habe sich eine Weiterbeschäftigung wegen der manifesten Verhaltensauffällig
keiten und der geklagten Beschwerden als nicht mehr möglich erwiesen. Anlässlich eines län
gst fälligen Arzttermins am 27.
März 2015 habe
Dr.
Z.___
aufgrund ihrer Angaben
seit zwei bis drei Monaten
bestehende Beschwerden in Form von
Nervosität, schlechtem Schlaf, Rückzugsgedanken und einer Antriebsstörung
festgehalten
(Urk. 7 S. 2)
.
Daraus ergebe sich, dass die Wesens
veränderung, deren Ursache der damals noch nicht diagnostizierte Hirntumor gewesen sei, bereits im Jahr 2014 eingetreten sei und eine Arbeitsu
nfähigkeit bewirkt habe (Urk. 7 S.
3).
3.
3.1
Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin lässt sich zusammengefasst wie folgt darstellen:
Am 2. September 2015 wurde in Portugal eine Resektion eines Olfaktorius-
Meningeoms
(Hirntumor im Bereich des
Riechnervs
)
durchgeführt. Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz trat die Beschwerdeführerin am 19. September 2015 in die
Klinik für Neurochirurgie des
A.___
ein. Dort wurde
sie bis zu ihrem Übertritt in die Rehaklinik
B.___
am 30. September 2015 statio
när
behandelt
. Gemäss dem am Austrittstag verfassten Bericht
habe
der Hirn
tumor einen Verlust des
Geschmackssinns
sowie eine hochgradige
Visusminde
rung
rechts
bewirkt
. W
ährend des Aufenthaltes im
A.___
wurden zudem
eine Lungenentzündung sowie eine tiefe Beinvenenthrombose diagnosti
ziert
(Urk. 11/1/3
f.
).
3.2
Anschliessend wurde die Beschwerdeführerin bis
am 16. Dezember 2015
in der Rehaklinik
B.___
stationär behandelt. Dabei wurde
als
weitere
Folge
des
Meningeoms
eine mittelschwere neuropsychologische Störung mit Defiziten der Aufmerksamkeits-, Gedächtnis- und exekutiven Funktionen,
mit
kognitiver Verlangsamung sowie
mit
affektiven Auffälligkeiten
festgestellt
.
E
ine neuropsy
chologische Verlaufsuntersuchung
wurde
frühestens nach Ablauf von sechs
Monaten empfohlen.
Weiter wurden in diesem Zusammenhang ein neuropa
thisches Schmerzsyndrom frontal rechts sowie
eine
regrediente
leichte depressi
ve Episode
(ICD-10: F32.0) diagnostiziert
. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in einer Wäscherei wurde eine Arbeitsfähigkeit
bei Austritt
und bis auf Weiteres
verneint
(medizinischer Austrittsbericht vom 17. Dezember 2015 Urk. 11/7/5 f.).
3.3
Seit dem 14. Dezember 2015
st
and
die Beschwerdeführerin bei
Dr. med.
C.___
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin
in
hausärztlicher
Behandlung. Am 30. Januar 2016 berichtete diese der Beschwerdegegnerin und stellte im Vergleich zum Austrittsbericht der Rehaklinik
B.___
unveränderte Diagnosen
(Urk. 11/7/1)
. Sie hielt eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in
sämtlichen
Tätigkei
t
en
seit dem 2. Septemb
er 2016
(richtig: 2015)
fest,
wobei diese
retrospektiv b
ei
m Auftreten
der
ersten Symptome der Krankheit im Februar/März 2015 schon bestanden
habe
n müsse
(Urk. 11/7/3
f.
).
Am 28. Mai 2016 berichtete
Dr.
C.___
der Beschwerdegegnerin über den Verlauf d
er Behandlung.
Im Vergleich zum Vorbericht diagnostizierte sie zusätzlich Kopfschmerzen und Schwindelzustände
(Urk. 11/8/4)
.
Aktuell sei die Beschwerdeführerin
nicht in der Lage
,
den Haushalt selbständig zu führen. Ab und zu gelinge es ihr einen Salat zuzubereiten und mit dem Hund spazieren zu gehen. Mehr gehe nicht, weshalb für die angestammte Tätigkeit nach wie
vor eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe
.
Zur Evaluation von Veränderungen habe sie die Beschwerdeführerin
bei
Dr.
med.
D.___
, Facharzt für Neurologie,
angemeldet
(Urk. 11/8/5
)
.
3.4
Dr.
D.___
berichtete Dr. Oberle am 24. Juni 2016 über die neurologische Unter
suchung der Beschwerdeführerin vom 21. Juni 201
6.
Die festgestellten vorder
gründigen neuropsychologischen Auffälligkeiten beurteilte er als Frontalhirn
syndrom, das gut zum
Parenchymdefekt
passe. Die Beschwerdeführerin gebe zudem sehr störende, wahrscheinlich neuropathisch bedingte Schmerzen im Operationsgebiet an. Aufgrund einer
Opticusatrophie
sei auch eine
residuelle
Visusminderung
rechts
erwähnenswert. Gemäss a
ktuell
er
klinisch
er Unter
suchung handle es sich dabei
um eine
Amaurosis
(Blindheit
).
Er beurteilte
die kognitiven Defizite bis auf Weiteres und wahrscheinlich auch langfristig
als
invalidisierend und
empfahl eine erneute Kontrolle
f
rühestens ein Jahr postope
rativ
. Eine wesentliche Besserung sei leider unwahrscheinlich und eine Wieder
erlangung der Arbeitsfähigkeit innerhalb der nächsten Jahre kaum möglich (Urk. 11/10/2).
3.5
Das interdisziplinäre Zentrum für Schwindel und neurologische Sehstörungen des
A.___
berichtete der IV-Stelle am 23. Juni 2016 über die
ambulante
Behandlung der Beschwerdeführerin. Aus augenärztlicher Sicht bestehe als Folge des erlittenen Hirntumors im Bereich des rechten Auges eine
kompressive
Opticusatrophie
(Urk. 11/15/1). Es bestehe eine
Amauros
is
, wobei
e
ine Sehverbesserung nicht zu erwarten
sei
.
Da d
ie zuletzt ausgeübte Arbeitstä
tigkeit nicht bekannt
sei
,
könne
keine Aussage zur entsprechenden
Arbeits
fähigkeit gemacht werden
. Bei vollständiger
Funktionsfähigkeit des linken Auges sollten viele Berufe uneingeschränkt ausgeübt werden können. Nicht mehr ausgeübt werden könnten
hingegen
Tätigkeiten, welche ein binokulares Gesichtsfeld voraussetzten (Urk. 11/15/3).
3.6
PD
Dr.
med. univ.
E.___
, Facharzt für Neurologie und Arzt
ihres
Regionalen Ärztlichen Dienstes
,
nahm am 31. August 2016 zuhanden der Beschwerdegeg
nerin Stellung. Er hielt fest, aufgrund
der Berichte von Dr.
D.___
, des
interdis
ziplinären Zentrum
s
für Schwindel und neurologische Sehstörungen sowie von
Dr.
C.___
bestehe
mit den Folgen eines Olfaktorius-
Malingeoms
ein rele
vanter Gesundheitsschaden. Führende Beschwerden seien eine
Amaurosis
rechts sowie neuropsychologische Defizite. Ab September 2015 könne von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt ausgegangen wer
den.
Eine Besserung der Sehstörung sei nicht zu erwarten.
I
m neuropsycholo
gischen Bereich sei eine Besserung möglich
, wobei deren
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
unklar sei
. Er empfahl eine medizinische Neubeurteilung in einem Jahr (Urk. 11/19/4).
4.
4.1
Die im Verwaltungsverfahren eingeholten ärztlichen Berichte
zeichnen ein kon
gruentes Bild des Gesundheitszustandes
auf
.
Es ist damit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
bei Erlass der angefochtenen Verfügung
a
ufgrund der festgestellten Folgen des Hirntumors, insbesondere der als mittelschwer bis schwer beurteilten neuropsychologischen Defizite
,
sowohl in der zuletzt ausge
übten Tätigkeit als Wäschereimitarbeiterin
als auch in sämtlichen weiteren Tätigkeiten
des ersten Arbeitsmarktes
vollständig
arbeitsunfähig war
. Es stellt sich jedoch die Frage nach dem Beginn der
Arbeitsunfähigkeit und damit auch der Wartezeit
.
Während die Beschwerdegegnerin von einem Beginn der Arbeits
unfähigkeit am 2. September 2015 ausgeht,
macht
die Beschwerdeführerin
beschwerdeweise
geltend, bereits zu einem früheren Zeitpunkt
habe
eine rele
vante Arbeitsunfähigkeit bestanden
(Urk. 1 S. 3, Urk. 7 S. 3
).
Ob sich dies so
verhält ist nachfolgend zu prüfen. Vorab darauf hinzuweisen ist, dass aufgrund der im Januar 2016 erfolgten Anmeldung gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG der Ren
tenanspruch frühestens im Juli 2016 entstehen konnte.
4.2
Die vollständige Arbeitsunfähigkeit ab dem
2.
September 2015 ist ohne weiteres ausgewiesen. Ab diesem Zeitpunkt befand sich die Beschwerdeführerin auf
grund des Hirntumors durchgehend bis zum 1
6.
Dezember 2015 in stationärer Behandlung. Auch für die Zeit hernach attestierten die Ärzte der Rehaklinik
B.___
im Austrittsbericht vom 1
7.
Dezember 2015 nachvollziehbar eine fort
dauernde vollständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche erwerbliche Tätigkeit (Urk. 11/7/6 f.).
4.3
Dr.
C.___
führte aus, die Arbeitsunfähigkeit hätte
schon
retrospektiv bei
m Auftreten
der
ersten Symptome der Krankheit im Februar/März 2015 bestanden (Urk. 11/7/3). Sie verweist dabei auf die Angaben des Ehemannes, wonach die Beschwerdeführerin seit diesem Zeitpunkt zunehmend wesensver
ändert gewesen sei und an starken Kopfschmerzen gelitten habe. Da sie ihrer Arbeit in der Wäscherei nicht mehr habe nachkommen können, sei dieses Arbeitsverhältnis durch die Arbeitgeberin gekündigt worden (Urk. 11/7/2).
Die
Y.___
AG beantwortete am 25. Januar 2016 (Urk. 11/5) einen Fragebogen der Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit dem
fraglichen
Arbeitsverhältnis. Diesem ist zu entnehmen, dass der Arbeitsvertrag durch
die
Arbeitgeber
in
als Folge einer Reorganisation per
31. Januar 2015 gekündigt wurde
. Als
letzte
r
effektive
r
Arbeitstag
wurde
de
r 30.
Januar 2015
genannt (Urk. 11/5/1).
D
abei
handelte es sich
um einen Freitag
, was bedeutet,
dass die Beschwerdeführerin ihre Tätigkeit bis zum letzten Arbeitstag der Kündigungs
frist aus
ge
übt
hatt
e
.
Krankheitsbedingte Absenzen wurden
von der Arbeitgebe
rin
keine aufgeführt (Urk. 11/5).
Zudem ist aus
den eingereichten Auszügen aus dem Lohnkonto ersichtlich, dass weder im Zeitraum ein halbes Jahr vor der am 27. Oktober 2014 ausgesprochenen Kündigung noch während
der laufenden
Kündigungsfrist
Krankentaggelder ausbezahlt w
o
rden
waren
(Urk. 11/5/9 f.).
Dr.
C.___
behandelt die Beschwerdeführerin erst seit dem Austritt aus der Rehaklinik
B.___
. Soweit sich ihre retrospektive Einschätzung zur Arbeitsunfähigkeit auf die Zeit vor dem 2. September 2015 (Operationsdatum) bezieht und
auf den
Angaben des Ehemannes der Beschwerdeführerin beruht,
kann diesen nicht gefolgt werden. Da die Beschwerdeführerin bis zur Beendi
gung des Arbeitsverhältnisses keinerlei Fehlzeiten aufwies, war ihre Arbeits
fähigkeit offensichtlich nicht beeinträchtigt.
4.
4
Zur Begründung
des Beginns der
Arbeitsunfähigkeit
vor dem 2. September 2015 reichte
die Beschwerdeführerin ihre vom ehemaligen Hausarzt Dr.
Z.___
doku
mentierte Krankengeschichte
(
Urk.
8/1-50)
für den Zeitraum von
November 1997 bis Oktober 2015
ein
.
Dabei
verweist
sie insbesondere auf den
Eintrag vom
27. März 2015 (
Urk. 7 S. 2 f.,
Urk. 8/38)
.
D
iesem
ist die Angabe der
Beschwerdeführerin
zu entnehmen, dass sie
seit z
wei bis drei Monaten
an schlechtem
Schlaf, Rü
ckzugsgedanken und
einem gestörtem Antrieb
leide
.
Auf
grund dieser Symptome kann weder auf eine Wesensveränderung noch auf Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden. Es handelt sich insgesamt um wenig ausgeprägte Symptome, zumal die Beschwerdeführerin erst zwei bis drei Monate nach deren Auftraten ihren Hausarzt aufsuchte. Dies lässt auf einen geringen Leidensdruck schliessen.
Weiter fällt auf, dass der Beschwerdeführerin in der Vergangenheit häufig Arbeitsunfähigkeiten attestiert wurden (vgl. Urk. 8/3, 8/4, 8/5, 8/17,
8/20,
8/21, 8/23, 8/24, 8/25
, 8/26, 8/28, 8/33, 8/34, 8/35).
D
ie im Frühjahr aufgetretene
n
Symptome
führte
n
jedoch zu
k
einer Krankschreibung durch den Hausarzt
.
Gegen die Annahme einer Arbeitsunfähigkeit vor dem 2. September 2015 spricht auch der Umstand, dass die Beschwerdeführerin bis zu diesem Zeitpunkt
gemäss den anamnestischen Angaben im Bericht von
Dr.
D.___
vom 2
4.
Juni 2016
Arbeitslosentaggelder bezogen hatte (Urk. 11/10/1). Dies setzt
namentlich
voraus, dass
sie bei
der Arbeitslosenversicherung
als vermittlungsfähig
gemeldet
war
.
4.5
Im Ergebnis ist
die
Beschwerdegegnerin
zu Recht
davon
ausgegangen
, dass die Arbeitsfähigkeit überwiegend wahrscheinlich
erst
am 2. September 2015 einge
treten ist
und
aufgrund
eines Invaliditätsgrades
von 100 % ab dem 1. September 2016 ein Anspruc
h auf eine ganze Invalidenrente
bestand
.
Damit erweist sich d
ie angefochtene Verfügung als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenver
siche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht
in Abweichung von Art. 61
lit
.
a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
setzt. Vorliegend erweist sic
h eine Kostenpauschale von Fr. 7
00.-- als ange
messen.
Weil die Beschwerde abzuweisen ist,
sind die Kosten de
r
Beschwerde
führerin
aufzuerlegen
.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Ivo Baumann
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GrünigPfefferli