# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3bdc9ce7-bda3-56de-8a47-7feea3545b7d
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-20
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 20.08.2020 725 20 138/205
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-20-138-205_2020-08-20.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 20. August 2020 (725 20 138 / 205)  

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Ablehnung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, da die geklagten Beschwerden 

des Versicherten nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem natürlichen Kau-

salzusammenhang zum Unfallereignis stehen  

 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Beat Hersberger, 

Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Markus 
Schäfer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Claude Béboux, Rechts-
anwalt, Zimmerli + Béboux Rechtsanwälte AG, Eichwaldstrasse 5, 
Postfach 4449, 6000 Luzern 

  
 
gegen 
 
 

 Vaudoise Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft AG, Place de 
Milan, Case postale 120, 1001 Lausanne, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 
 
 
 
A. Der 1976 geborene A.____ war seit dem 1. Dezember 2016 als Telematiker bei der 
B.____AG angestellt und durch die Arbeitgeberin bei der Vaudoise Allgemeine Versicherungs-
Gesellschaft AG (nachfolgend: Vaudoise) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Be-
rufskrankheiten versichert. Am 14. August 2018 liess A.____ der Vaudoise durch seine Arbeit-
geberin einen Unfall melden. Gemäss den Angaben im Formular "UVG Schadenmeldung" war 

 

 
 
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der Versicherte am 12. August 2018 zu Hause eine Treppe hinuntergestürzt. Die erstbehan-
delnde Ärztin Dr. med. C.____, Allgemeine Innere Medizin FMH, diagnostizierte beim Versi-
cherten am folgenden Tag einen "Status nach Treppensturz mit starker Prellung linker Ober-
schenkel und Becken" (vgl. das Formular "Arztzeugnis UVG" vom 26. September 2018). Nach 
anfänglicher Fokussierung der Schmerzen auf den Oberschenkel klagte A.____ im Verlauf vor 
allem über Beschwerden im Bereich der linken Schulter. Der Versicherte suchte deswegen am 
7. Januar 2019 die Klinik D.____ auf, wo die behandelnden Ärzte an der (adominanten) linken 
Schulter als Befunde den Verdacht auf eine Intervall-Läsion mit Supraspinatussehnenruptur 
(PASTA-Läsion) und den Verdacht auf eine Bicepssehnenpathologie bei Status nach Treppen-
sturz am 12. August 2018 erhoben. Nach weiteren Abklärungen nahm Dr. med. E.____, Ortho-
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, am 30. Januar 2019 in 
der Klinik D.____ eine Arthroskopie der Schulter links mit Rotatorenmanschettenrekonstruktion 
und subpectoraler Tenodese der langen Bicepssehne vor.  
 
Nach Eingang der Unfallmeldung hatte die Vaudoise die gesetzlichen Leistungen für die Heil-
behandlung der anlässlich des Ereignisses vom 12. August 2018 auf der linken Körperseite in 
den Bereichen Oberschenkel/Becken und Schulter erlittenen Verletzungen und für die daraus 
resultierenden Arbeitsunfähigkeiten erbracht. 
 
Am 5. April 2019 untersuchte Dr. E.____ den Versicherten zusätzlich wegen rechtsseitigen 
Schulterschmerzen. In seinem Bericht vom 12. April 2019 hielt der genannte Facharzt fest, es 
bestätige sich nun doch auch rechts eine intervallnahe gelenksseitige Partialruptur der Supra-
spinatussehne mit indirektem Zeichen der Instabilität der langen Bicepssehne (proximale intra-
artikuläre Verdickung derselben). Zur Behandlung dieser Gesundheitsschädigungen nahm 
Dr. E.____ am 27. August 2019 einen arthroskopischen Eingriff an der rechten Schulter des 
Versicherten vor.  
 
Bereits vorgängig, am 29. Mai 2019, hatte die Vaudoise die medizinischen Akten ihrem bera-
tenden Arzt Dr. med. F.____, Chirurgie FMH, spez. Allgemeinchirurgie und Traumatologie FMH, 
vorgelegt und ihn um Beurteilung der Frage ersucht, ob die Beschwerden des Versicherten an 
der rechten Schulter als Folge des Ereignisses vom 12. August 2018 zu betrachten seien. 
Nachdem Dr. F.____ dies in seiner Stellungnahme vom 29. Mai 2019 verneint hatte, erliess die 
Vaudoise am 30. August 2019 eine Verfügung, mit der sie eine Leistungspflicht für die Behand-
lung der rechten Schulter des Versicherten ablehnte. Zur Begründung machte sie im Wesentli-
chen geltend, laut Beurteilung ihres medizinischen Dienstes könnten die Schulterbeschwerden 
rechts, die am 27. August 2019 operiert worden seien, nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad 
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 12. August 2018 zurückgeführt 
werden. An dieser Leistungsablehnung hielt die Vaudoise auf Einsprache des Versicherten hin 
mit Einspracheentscheid vom 26. Februar 2020 fest. 
 
B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Clau-
de Béboux, am 30. März 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei der angefochtene Einspracheentscheid 
aufzuheben und die Beschwerdegegnerin habe die gesetzlichen Leistungen (insbesondere Hei-

 

 
 
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lungskosten und Taggelder) bezüglich der Schulteroperation rechts zu erbringen; unter o/e-
Kostenfolge.  
 
C. In ihrer Beschwerdeantwort vom 17. April 2020 beantragte die Vaudoise, die Be-
schwerde sei abzuweisen, der Einspracheentscheid vom 26. Februar 2020 sei zu bestätigen 
und es seien keine Kosten zu vergüten.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kan-
tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor-
liegend befindet sich dieser in G.____ (BL), weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsge-
richts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfas-
sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons-
gericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden ge-
gen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch 
sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- 
und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 30. März 2020 ist demnach 
einzutreten.  
 
2. Strittig und zu prüfen ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht 
im Zusammenhang mit der (operativen) Behandlung der rechten Schulter des Versicherten zu 
Recht abgelehnt hat. 
 
2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-
lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat 
sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch entsteht gemäss 
Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung 
der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Per-
son. Das Taggeld beträgt bei voller Arbeitsunfähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. 
Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entsprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG).  
 
2.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt unter anderem voraus, 
dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeits-
unfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. 

 

 
 
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Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren 
Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise 
bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschrei-
bung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass 
das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige 
Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht 
weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. 
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher 
Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde - die 
Verwaltung oder im Streitfall das Gericht - im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung 
nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-
lichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begrün-
dung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). 
 
3.1 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es verlässli-
cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (BGE 134 V 231 E. 5.1). Das Gericht hat diese 
nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
(vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi-
alversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu 
prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beur-
teilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widerspre-
chenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismate-
rial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere 
medizinische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arzt-
berichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf 
allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam-
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss-
folgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 
E. 3a mit Hinweis). 
 
3.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispielsweise Berichten und Gutachten versi-
cherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach 
Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgut-
achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver-
sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen 
auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen 
ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 

 

 
 
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E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil A. des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, 
E. 5.3). 
 
4.1 Im Formular "UVG Schadenmeldung" vom 14. August 2018 gab der Versicherte im 
Abschnitt "Unfallhergang" an, er sei am 12. August 2018 zu Hause die Treppe hinuntergestürzt. 
Im Abschnitt "Verletzungen" erwähnte er "starke Prellungen am ganzen linken Oberschenkel 
und Schulter" und "durch ein versuchtes Auffangen" sei zudem die "ganze rechte Seite ver-
spannt." Im Laufe des Verfahrens schilderte der Beschwerdeführer dann den genaueren Unfall-
hergang wie folgt: Er sei auf der Treppe gestürzt. Als er sich mit dem rechten Arm am Handlauf 
habe auffangen wollen, sei er nach links abgedreht und mit der linken Seite auf die Treppenstu-
fen geprallt (vgl. etwa die Angaben in der Einsprache vom 27. September 2019 und in der Be-
schwerde vom 30. März 2020). Diese Schilderung ist nicht in Zweifel zu ziehen und es kann, 
was den Unfallhergang betrifft, darauf abgestellt werden. 
 
4.2 Wie eingangs ausgeführt, bezog sich die Heilbehandlung der Unfallfolgen im An-
schluss an das Ereignis auf die Verletzungen, die der Versicherte auf der linken Körperseite in 
den Bereichen Oberschenkel/Becken und Schulter erlitten hatte. In den ärztlichen Unterlagen 
ist von zusätzlichen unfallbedingten Beeinträchtigungen an der rechten Schulter erstmals im 
Bericht von Dr. E.____ vom 12. April 2019 die Rede. Der genannte Facharzt führte darin aus, er 
habe den Versicherten am 5. April 2019 wegen rechtsseitigen Schulterschmerzen untersucht. 
Dabei habe sich nun doch auch rechts eine intervallnahe gelenksseitige Partialruptur der Sup-
raspinatussehne mit indirektem Zeichen der Instabilität der langen Bicepssehne (proximale int-
raartikuläre Verdickung derselben) bestätigt. Die von ihm deswegen veranlasste weitergehende 
Abklärung mittels Arthro-MRI ergab am 18. April 2019 eine artikularseitige, knapp 50 % des 
Sehnenquerschnitts umfassende Partialruptur der Supraspinatussehne mit leichter Retraktion 
der rupturierten Faserzüge um ca. 6 mm im Sinne einer PASTA-Läsion. Unmittelbar angren-
zend an diesen Befund zeige sich eine kleine, muldenförmige Impression des Humeruskopfs 
mit diskreten subchondralen ödematösen Knochenmarksveränderungen vereinbar mit einem 
Status nach ossärer Kontusion. Zur Behandlung dieser Gesundheitsschädigungen nahm 
Dr. E.____ am 27. August 2019 einen arthroskopischen Eingriff an der rechten Schulter des 
Versicherten vor. In seiner zuhanden des Versicherten verfassten Stellungnahme vom 20. Sep-
tember 2019 führte Dr. E.____ sodann aus, der Patient habe anlässlich eines Treppensturzes 
am 12. August 2018 eine beidseitige Schultertraumatisierung erlitten, wobei er initial mit den 
rechten Arm am Handlauf den Sturz habe auffangen wollen, dabei jedoch nach links abgedreht 
worden und mit der linken Seite auf die Treppenstufen aufgeprallt sei. Seither habe der Patient 
auch Schmerzen rechts verspürt, wobei zuerst am 30. Januar 2019 die linke Schulter und nun 
am 27. August 2019 auch die rechte Schulter operiert worden sei. Eine beidseitige gleichzeitige 
Operation sei nicht möglich gewesen. Primär sei rechts konservativ physiotherapeutisch be-
handelt worden. Wegen persistierender Beschwerden sei dann auch rechts eine weitere Abklä-
rung erfolgt, welche den Befund einer Intervall-Läsion mit subtotaler gelenkseitiger Supraspi-
natussehnenruptur (PASTA-Läsion) ergeben habe. Das am 27. August 2019 anlässlich der 
Arthroskopie vorgefundene Verletzungsmuster passe zum beschriebenen Unfallmechanismus 
mit Rotationstrauma unter axialer Belastung. Aufgrund des Beschwerdeverlaufs stehe der intra-
operativ vorgefundene Defekt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit dem Unfallereignis 

 

 
 
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vom 12. August 2018 in Zusammenhang. Diese Auffassung bestätigte Dr. E.____ in einer wei-
teren, an den damaligen Rechtsvertreter des Versicherten gerichteten Stellungnahme vom 
11. November 2019.  
 
4.3 Die Beschwerdegegnerin liess die strittige Unfallkausalität der operativ behandelten 
rechtsseitigen Schulterbeschwerden durch ihren behandelnden Arzt Dr. F.____ beurteilen. In 
seiner ersten - allerdings noch vor dem operativen Eingriff erfolgten - Stellungnahme vom 
29. Mai 2019 verneinte der genannte Facharzt die ihm unterbreitete Frage, ob die Beschwerden 
des Versicherten an der rechten Schulter als Folge des Ereignisses vom 12. August 2018 zu 
betrachten seien. Die Begründung dieser Einschätzung beschränkte sich auf die Aussage, dass 
sich in den Akten keine Hinweise für eine Verletzung der rechten Schulter beim Ereignis vom 
12. August 2018 finden würden. Nach Eingang der vorstehend geschilderten zusätzlichen Stel-
lungnahmen des behandelnden Arztes Dr. E.____ ersuchte die Beschwerdegegnerin ihren be-
ratenden Arzt um eine weitere, ausführlichere Beurteilung. In der entsprechenden Stellungnah-
me vom 8. Januar 2020 blieb Dr. F.____ bei seinem Standpunkt, wonach die Schulterbe-
schwerden rechts, die zur Operation vom 27. August 2019 geführt hätten, nicht mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 12. August 2018 zurückzuführen seien. In sei-
ner Begründung verwies er auf folgende Aspekte: Eine akute Trennung von Gelenksstrukturen 
im Schultergelenk - auch nur partiell - sei sehr schmerzhaft und mit einer Einschränkung der 
Funktion vergesellschaftet. Dies würde sich nicht nur bei der Ausübung des Berufes, sondern 
beispielsweise auch bei der Körperpflege, bei Tätigkeiten im Haushalt oder beim Autofahren 
auswirken. Dies sei vorliegend offenbar nicht der Fall gewesen. Sodann seien im Bericht über 
die Erstkonsultation vom 7. Januar 2019 in der Klinik D.____ keinerlei Ausfälle oder Einschrän-
kungen der rechten Schulter erwähnt. Damals habe der Treppensturz schon mehr als vier Mo-
nate zurückgelegen und bei anhaltenden Beschwerden hätte der Patient sicher darauf aufmerk-
sam gemacht. Zudem untersuche man bei der Abklärung von Schulterbeschwerden üblicher-
weise beide Schultern, um Abweichungen der verletzten Seite mit dem Befund der nicht verletz-
ten Seite feststellen zu können. Auch bezüglich der entsprechenden Untersuchung seien im 
Bericht über die Erstkonsultation vom 7. Januar 2019 weder Schmerzen in der rechten Schulter 
noch Beeinträchtigen der Funktion beschrieben. Schulterbeschwerden rechts seien erst ab April 
2019, d.h. mehr als sieben Monate nach dem Ereignis, aktenkundig. In diesem Zusammenhang 
sei auch zu erwähnen, dass der Versicherte anlässlich einer Konsultation vom 14. März 2019 
zwar über eine Problematik des linken Ellbogens nach einem früheren Trauma berichtet habe, 
persistierende Beschwerden an der rechten Schulter habe er jedoch auch hier nicht geschildert. 
Erstaunlich sei ferner, dass gemäss den Akten nach dem Ereignis und vor der Operation der 
linken Schulter am 30. Januar 2019 keine Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Dies wäre nach 
seiner Erfahrung als Traumatologe bei einer beidseitigen, akuten Verletzung der Schultern je-
doch zu erwarten gewesen. Auffallend sei im Weiteren die Besonderheit, dass in beiden Schul-
tern eine ventral gelegene, gelenkseitige Teilläsion der Supraspinatussehne festgestellt worden 
sei. Die Wahrscheinlichkeit, dass bei einem unkontrollierten Sturz mit Einwirkung von äusseren 
Kräften auf beide Schultern die gleiche Struktur an der gleichen Stelle verletzt werde, sei aber 
äusserst gering. Auch vor diesem Hintergrund könne nicht davon gesprochen werden, dass die 
intraoperativ vorgefundenen Läsionen der Supraspinatussehne ventral in beiden Schultern mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit gleichzeitig anlässlich des Ereignisses vom 12. August 2018 

 

 
 
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entstanden seien. Zu beachten sei hingegen, dass es durch die postoperative Ruhigstellung der 
linken Seite zwangsläufig zu einer Mehrbelastung der rechten Schulter gekommen sei. Nicht 
selten würden in einem solchen Fall bereits vorhandene, bis dahin aber asymptomatische, de-
generative Veränderungen erst demaskiert und symptomatisch. Schliesslich sei noch auf die 
Erfahrungstatsache hinzuweisen, das artikularseitige Teilläsionen der Rotatorenmanschette 
und insbesondere der Supraspinatussehne ab dem vierten Lebensjahrzehnt häufig anzutref-
fen seien. Häufig seien sie ventral gelegen und vergesellschaftet mit Begleitveränderungen 
der Aufhängung der Bicepssehne. 
 
5.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurteilung des vorliegend strittigen me-
dizinischen Sachverhalts auf die Ergebnisse, zu denen ihr beratender Arzt Dr. F.____ in seinen 
Beurteilungen vom 29. Mai 2019 und 8. Januar 2020 gelangt ist. Sie verneinte demzufolge ei-
nen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den beim Versicherten am 27. August 2019 
operierten Schulterbeschwerden rechts und dessen Unfall vom 12. August 2018. Dieses Er-
gebnis der vorinstanzlichen Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Nach der Rechtspre-
chung kommt zwar dem Bericht eines beratenden Arztes des Versicherungsträgers nicht der-
selbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten exter-
ner Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten, ein solcher Bericht ist aber soweit zu 
berücksichtigen, als keine - auch nur geringe - Zweifel an der Richtigkeit seiner Schlussfolge-
rungen bestehen (vgl. BGE 135 V 471 E. 4.7). Vorliegend besteht kein Anlass, an der Richtig-
keit der Feststellungen von Dr. F.____ zu zweifeln. Dieser setzt sich - insbesondere in seiner 
zweiten fachärztlichen Stellungnahme vom 8. Januar 2020 - mit den bei den Akten liegenden 
medizinischen Unterlagen auseinander und er nimmt darin eine schlüssige Beurteilung der strit-
tigen Kausalitätsfrage vor. Diesbezüglich kann auf die überzeugenden Ausführungen in der ge-
nannten Stellungnahme verwiesen werden, denen vollumfänglich beigepflichtet werden kann.  
 
5.2 Hervorzuheben ist aus all den von Dr. F.____ angeführten Argumenten insbesondere 
der Umstand, dass in den medizinischen Akten erst ab April 2019 von Schulterbeschwerden 
rechts die Rede ist. In der Unfallmeldung vom 14. August 2018 werden denn auch - als erlittene 
Verletzungen - starke Prellungen am ganzen linken Oberschenkel und an der Schulter links 
erwähnt. Zwar wird auch festgehalten, dass "durch ein versuchtes Auffangen" zudem die "gan-
ze rechte Seite verspannt" sei. Dies bedeutet jedoch, wie auch die Beschwerdegegnerin in ihrer 
Vernehmlassung vom 17. April 2020 zutreffend geltend macht, noch nicht, dass die rechte 
Schulter (ebenfalls) traumatisiert worden ist. Zudem wird die rechte Schulter in der Folge weder 
im ersten Arztzeugnis von Dr. C.____ vom 26. September 2018 noch in der detaillierten Anam-
nese im Bericht der Klinik D.____ vom 7. Januar 2019 über die gleichentags erfolgte Erstkon-
sultation erwähnt. Im Rahmen der Beweiswürdigung kommt sodann auch dem Umstand mass-
gebliche Bedeutung zu, dass es - in Anbetracht des vom Versicherten geschilderten Unfallher-
gangs - wenig plausibel erscheint, dass bei diesem unkontrollierten Sturz mit unterschiedlichen 
Einwirkungen von äusseren Kräften auf die linke und die rechte Schulter auf beiden Seiten je-
weils dieselbe Struktur an derselben Stelle verletzt wurde. Dies wird denn auch von Dr. F.____ 
zu Recht betont. Im Weiteren weist die Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung zutref-
fend darauf hin, dass sich die Schulterbeschwerden rechts offenbar erst im Verlauf der Rehabi-
litation nach der Operation links zunehmend deutlich manifestiert haben, was erst dann - ab 

 

 
 
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April 2019 - entsprechende Abklärungen zur Folge hatte. Dies wiederum ist, wie Dr. F.____ zu 
Recht festhält, ein deutliches Indiz dafür, dass im Bereich der rechten Schulter nicht traumati-
sche, sondern degenerative Veränderungen vorlagen, die vermutlich aufgrund der postoperati-
ven Ruhigstellung der linken Seite und der dadurch verursachten Mehrbelastung der rechten 
Schulter (wieder) symptomatisch wurden. In diesem Zusammenhang ist schliesslich ebenfalls 
erwähnenswert, dass der Versicherte gemäss den Angaben in seiner Beschwerde bereits seit 
dem 20. Juli 2018, also noch vor dem Unfallereignis, unter anderem an der rechten Schulter 
und im Bereich des Nackens physiotherapeutisch behandelt wurde. Dies spricht zusätzlich da-
für, dass die am 27. August 2019 operativ angegangenen Schulterbeschwerden rechts degene-
rativen Ursprungs waren und nicht durch das Ereignis vom 12. August 2018 verursacht wurden. 
 
5.3 Was der Versicherte in seiner Beschwerde vorbringt, führt zu keiner anderen Beurtei-
lung der strittigen Kausalitätsfrage. Er beruft sich im Wesentlichen auf die abweichenden, oben 
(vgl. E. 4.2 hiervor) wiedergegebenen Einschätzungen seines behandelnden Arztes Dr. E.____ 
vom 20. September 2019 und 11. November 2019. Diese sind jedoch, wie vorstehend aufge-
zeigt, durch Dr. F.____ überzeugend widerlegt worden. Dazu kommt, dass Dr. E.____ selber 
bestätigte, dass ihm der Versicherte lediglich retrospektiv von Schulterbeschwerden rechts be-
richtet habe. Man kann sich deshalb des Eindrucks nicht erwehren, dass sich Dr. E.____ bei 
seiner späteren, im Nachgang zur Operation vom 27. August 2019 abgegebenen Kausalitäts-
beurteilung doch zu einem beträchtlichen Teil auf die Schilderungen des Beschwerdeführers 
stützte, was den Beweiswert seiner Beurteilung zweifellos schmälert.  
 
6. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin einen 
natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den rechtsseitigen Schulterbeschwerden des Ver-
sicherten und dem Ereignis vom 12. August 2018 zu Recht nur als möglich, nicht aber als mit 
dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt angesehen hat. 
Somit ist aber nicht zu beanstanden, dass sie im angefochtenen Einspracheentscheid vom 
26. Februar 2020 ihre Leistungspflicht im Zusammenhang mit der Behandlung der rechten 
Schulter des Versicherten abgelehnt hat. Die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde 
erweist sich als unbegründet, was zu deren Abweisung führt. 
 
7. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die 
Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu 
erheben. Dem Prozessausgang entsprechend ist dem Beschwerdeführer keine Parteientschä-
digung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen.  
 

  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 
 

 

 
 
 
 
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