# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a5502601-1c0c-5534-9db5-bba4208ff954
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-10-23
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 23.10.2008 3-RV.2006.77
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2006-77_2008-10-23.pdf

## Full Text

2008 Kantonale Steuern 331 

63 Gewinnungskosten des selbständig Erwerbstätigen; Abschreibung (§ 36 
Abs. 2 lit. a StG). 
- Die jährliche Abschreibung auf einem Klavier beträgt, ausgehend 

von einer Lebensdauer von 25 Jahren, 4 % vom Anschaffungswert. 

26. Juni 2008 in Sachen P.L., 3-RV.2007.251 

64 Geschäftsverlust (§ 36 Abs. 2 lit. c StG). 
- Ein Verlust aus der Übertragung eines Landwirtschaftsbetriebes an 

einen Nachkommen ist unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich 
zu anerkennen. 

23. Oktober 2008 in Sachen L.E., 3-RV.2006.77 

Aus den Erwägungen 

2. 
2.1. 
P.E., der Mann der Rekurrentin, ist am 11. März 2002 verstor-

ben. Erben sind die Rekurrentin und die vier gemeinsamen Kinder. 
Mit partiellem Erbteilungsvertrag vom 10. September 2002 hat die 
Erbengemeinschaft des P.E. die Grundstücke des Hofes, den die 
Rekurrentin mit ihrem Ehemann bewirtschaftet hatte, für 
CHF 200'000.00 an den Sohn D.E. übertragen. Daneben übernahm 
D.E. das Inventar des Hofes für CHF 271'000.00. Die Übernahme 
erfolgte rückwirkend per 1. Januar 2001. 

2.2. 
Die Rekurrentin hat, ausgehend von den Buchwerten per 

31. Dezember 2000 von CHF 156'532.00 für das Inventar und 
CHF 490'538.00 für die Grundstücke und unter Einbezug von Ver-
kaufs- und Liquidationskosten von CHF 3'000.00, einen Verlust von 
CHF 179'070.00 ermittelt. Sie ist der Ansicht, es handle sich um 
einen Kapitalverlust auf Geschäftsvermögen, der bei der Einkom-
menssteuer abziehbar sei. 

332 Steuerrekursgericht 2008 

Die Steuerkommission M. hat den Kapitalverlust nicht aner-
kannt. Sie führt aus, die Abtretung der Liegenschaft sei zu einem 
Preis erfolgt, der unter dem Buchwert liege. Somit resultiere ein 
"Grundstückgewinnsteuerverlust", der bei der Einkommenssteuer 
nicht in Abzug gebracht werden könne. Zudem wurde erwähnt, dass 
der Sohn die Möglichkeit gehabt hätte, die Liegenschaften zu den 
Buchwerten zu übernehmen. 

3. 
3.1. 
Gemäss § 27 Abs. 2 StG zählen unter anderem alle Kapitalge-

winne aus der Veräusserung von Geschäftsvermögen zu den Einkünf-
ten aus selbständiger Erwerbstätigkeit. Dabei werden die Gewinne 
auf land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken nur bis zur Höhe 
der Anlagekosten den Einkünften aus selbständiger Erwerbstätigkeit 
zugerechnet (§ 27 Abs. 4 StG), dass heisst die wiedereingebrachten 
Abschreibungen unterliegen der Einkommenssteuer. Der sogenannte 
Wertzuwachsgewinn, dass heisst die Differenz zwischen dem Erlös 
und den Anlagekosten, wird dagegen mit der Grundstückgewinn-
steuer erfasst (§ 95 StG i.V.m. § 27 Abs. 4 StG). 

3.2. 
Bei selbständiger Erwerbstätigkeit werden die geschäftsmässig 

begründeten Kosten abgezogen, wozu unter anderem die eingetrete-
nen und verbuchten Verluste auf Geschäftsvermögen gehören (§ 36 
Abs. 2 lit. c StG).  

3.3. 
Im bis 31. Dezember 2000 geltenden aStG war die Besteuerung 

von Gewinnen aus der Veräusserung von landwirtschaftlichen 
Grundstücken anders geregelt, in dem auch der Wertzuwachsgewinn 
der Einkommenssteuer unterlag, und nicht nur die wiedereingebrach-
ten Abschreibungen. Das aargauische Verwaltungsgericht hatte sich 
im VGE vom 31. August 2006 in Sachen J. + E.V. (= StE 2007 
B 23.9 Nr. 9 = AGVE 2006 S. 106) damit zu befassen, ob unter dem 
aStG ein Verlust aus der Übertragung des Hofes an den Sohn zum 
Ertragswert steuerlich anerkannt werden muss. Es hat das bejaht un-
ter der Voraussetzung, dass sich der Verlust aus der Buchhaltung oder 
vergleichbaren Aufzeichnungen ergibt und der Erwerber den 

2008 Kantonale Steuern 333 

Kaufpreis als Eröffnungsbuchwert einsetzt. Dabei wurde durch das 
Verwaltungsgericht offen gelassen, wie sich die Rechtslage unter 
dem StG darbietet. 

3.4. 
Die von der Erbengemeinschaft übertragenen, landwirtschaft-

lich genutzten Grundstücke zählen zweifellos zum Geschäftsver-
mögen. Aufgrund der klaren Regelung in § 36 Abs. 2 lit. c StG, wo-
nach die eingetretenen und verbuchten Verluste auf Geschäftsve-
rmögen abzugsfähig sind, ist nach Ansicht des Steuerrekursgerichtes 
der Verlust aus der Veräusserung von landwirtschaftlich genutzten 
Grund-stücke zum Abzug zuzulassen. So hat sich denn auch das 
Verwaltungsgericht im genannten VGE auf § 24 lit. b Ziff. 3 aStG 
gestützt, wonach die eingetretenen und verbuchten Verluste zum 
Abzug zuzulassen sind. Diese Regelung hat sich mit dem StG nicht 
geändert.  

Die Regelung gemäss § 27 Abs. 4 StG führt nur zu einer einge-
schränkten Besteuerung der Gewinne aus der Veräusserung von land-
wirtschaftlich genutzten Grundstücken, jedoch entgegen der Ansicht 
der Steuerkommission M. nicht zu einer völligen Unterstellung des 
Verkaufs von landwirtschaftlich genutzten Grundstücke unter die 
Grundstückgewinnsteuer. Mit dem Hinweis auf die Besteuerung der 
Wertzuwachsgewinne mit der Grundstückgewinnsteuer kann der Ab-
zug von eingetretenen Verlusten aus dem Verkauf von landwirt-
schaftlich genutzten Grundstücken nicht verweigert werden.  

Da die Rekurrentin und ihr Mann eine Buchhaltung führten und 
der Verlust sich daraus ergibt, ist kein Grund ersichtlich, den Verlust 
nicht zum Abzug zuzulassen. Die Steuerkommission M. und das 
Kantonale Steueramt machen weder geltend, dass der Verkehrswert 
erheblich über dem Übertragungswert liege und somit eine vorgän-
gige Privatentnahme vorzunehmen sei, noch dass eine Steuerumge-
hung oder ein simulierter Vertrag vorliege. Deshalb ist auf den ver-
einbarten Verkaufspreis abzustellen. 

3.5. 
Die Steuerkommission M. erwähnt, dass der Sohn der Rekur-

rentin die Buchwerte hätte weiterführen können. Auch diesbezüglich 
kann auf den VGE vom 31. August 2006 in Sachen J. + E.V. (= StE 

334 Steuerrekursgericht 2008 

2007 B 23.9 Nr. 9 = AGVE 2006 S. 106) verwiesen werden, wonach 
die Fortführung der Buchwerte nicht Selbstzweck sei, und nicht zu 
erkennen sei, auf welcher Rechtsgrundlage der Erwerber gehindert 
werden könnte, den Vermögenswert - im Rahmen der obligationen-
rechtlichen Vorschriften - zu einem tieferen als dem Buchwert des 
Rechtsvorgängers einzubuchen. 

3.6. 
Das Steuerrekursgericht ist sich bewusst, dass trotz der Aner-

kennung des geltend gemachten Verlustes bei der Einkommenssteuer 
ein beim späteren Verkauf durch den Sohn allenfalls erzielter (Wert-
zuwachs-)Gewinn bei ihm mit der Grundstückgewinnsteuer erfasst 
wird. Dies ist indes systembedingt hinzunehmen (vgl. auch BGE 
2A.116/2007 in Sachen A. + J.H.). Zudem kann die Steuerbelastung 
beim Erwerber durchaus höher sein als die Steuerreduktion beim 
Veräusserer, wenn die Liegenschaften, aus welchem Grund auch 
immer, nur kurz im Besitz des Erwerbers sind. 

4. 
Der Rekurs ist somit insoweit gutzuheissen, als der Verlust aus 

der Übertragung des Hofes durch die Erbengemeinschaft an den 
Sohn der Rekurrentin zum Abzug zuzulassen ist. Damit ist jedoch 
noch nicht geklärt, durch wen der Verlust geltend zu machen ist, 
allein durch die Rekurrentin oder anteilsmässig durch die Mitglieder 
der Erbengemeinschaft, und wie hoch der abzugsfähige Verlust ist. 
Die Angelegenheit ist daher zur Neubeurteilung an die Steuer-
kommission M. zurückzuweisen. 

65 Abzüge vom Reineinkommen; Kosten des Liegenschaftsunterhalts (§ 39 
Abs. 2 StG). 
- Die Kosten für die Verglasung eines beheizbaren Balkons sind nicht 

abziehbar. 

23. Oktober 2008 in Sachen F. + M.J., 3-RV.2007.275