# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 996412e8-6436-5480-9788-a5fec3d52c30
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-11-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.11.2014 E-6595/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6595-2014_2014-11-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-6595/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  N o v e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), 

Richterin Gabriela Freihofer,  

Richterin Emilia Antonioni Luftensteiner;    

Gerichtsschreiberin Lhazom Pünkang. 

   Parteien 
 

A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch (…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Wiederherstellung der Beschwerdefrist; Verfügung des BFM 

vom 30. September 2014 / N (…). 

 

 

E-6595/2014 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,  

dass der Beschwerdeführer seiner zu den Akten gereichten srilankischen 

Identitätskarte zufolge am (…) geboren ist, 

dass er am 26. Mai 2014 – damals mithin [minderjährig] alt – in der 

Schweiz ein Asylgesuch stellte, 

dass das BFM den Beschwerdeführer für die Dauer des Asylverfahrens 

dem Kanton B._______ zuwies und die zuständige kantonale Behörde 

darauf aufmerksam machte, es handle sich um einen unbegleiteten min-

derjährigen Asylsuchenden, weshalb die entsprechenden, in Art. 17 Abs. 

3 AsylG [SR 142.31] vorgesehenen Schutzmassnahmen einzuleiten sei-

en, 

dass aus den Akten hervorgeht, dass die kantonale Behörde Frau 

C._______, Sozialarbeiterin, (…) als Vertrauensperson eingesetzt hat 

(vgl. A12/2 S. 2), 

dass sich Frau C._______ (nachfolgend: Rechtsvertreterin 1) vom Be-

schwerdeführer mit Datum vom 20. Juni 2014 eine Vollmacht "zur Bera-

tung und Vertretung" (unter Einräumung eines Substitutionsrechts an 

Frau D._______, Abteilungsleiterin Sozialarbeit Asylsuchende, und Frau 

E._______, Sozialarbeiterin, (…)) ausstellen liess (A12/2 S. 2), 

dass am 4. September 2014, in Anwesenheit der Vertrauensperson, die 

Anhörung zu den Asylgründen stattfand (A16/13), 

dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung 

vom 30. September 2014 abwies und die Wegweisung sowie deren Voll-

zug anordnete, 

dass diese Verfügung der Rechtsvertreterin 1 gemäss postalischem 

Rückschein (A20/1) am 3. Oktober 2014 eröffnet wurde, 

dass der Beschwerdeführer mit Datum vom 5. November 2014 seinen 

heutigen Rechtsvertreter (nachfolgend Rechtsvertreter 2) bevollmächtigte 

(vgl. Beschwerdeakten, Beilage 1 zur Beschwerde), und dass dieser mit 

Eingabe vom 6. November 2014 gegen die Verfügung des BFM vom    

30. September 2014 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob 

(Beschwerdeverfahren E-6489/2014) und unter anderem beantragte, es 

sei dem Beschwerdeführer Asyl zu gewähren, beziehungsweise die Ver-

E-6595/2014 

Seite 3 

fügung des BFM vom 30. November 2014 sei aufzuheben und die Sache 

an die Vorinstanz zurückzuweisen; eventualiter wurde sinngemäss die 

Feststellung der Unzulässigkeit und der Unzumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzuges sowie die Anordnung der vorläufigen Aufnahme bean-

tragt, 

dass in formeller Hinsicht die Erteilung der aufschiebenden Wirkung des 

Gesuches (recte: der Beschwerde) beantragt und darum ersucht wurde, 

die zuständige kantonale Behörde sei anzuweisen, auf Vollzugshandlun-

gen zu verzichten; ferner sei von der Erhebung eines Gebührenvorschus-

ses abzusehen, 

dass gleichentags – neben der vorgenannten Beschwerdeeingabe vom  

6. November 2014 – in derselben Rechtssache ein Gesuch um Wieder-

herstellung der Beschwerdefrist, datiert ebenfalls vom 6. November 2014 

(Datum des Poststempels; die Datierung der Eingabe auf den "6. Sep-

tember 2014" ist unrichtig), beim Gericht eingereicht wurde, welches die 

Rechtsvertreterin 1 einreichte, wobei sie gleichzeitig ihre Mandatsnieder-

legung per 6. November 2014 mitteilte, 

dass sie zur Begründung des Wiederherstellungsgesuchs ausführte, sie 

sei zum Zeitpunkt der Eröffnung der Verfügung, am 3. Oktober 2014, 

krankgeschrieben gewesen, und in diesem Zusammenhang ein ärztliches 

Zeugnis betreffend Arbeitsunfähigkeit zu 100% für die Zeit vom 1. bis 

17. Oktober 2014 und noch zu 50% für die Zeit vom 20. bis 31. Oktober 

2014 einreichte, 

dass sie weiter ausführte, ihre Stelle sei derzeit stark überbelastet, und 

aufgrund der hohen Arbeitslast und fehlenden Kapazität habe sie ent-

schieden, keine Beschwerde zu erheben; der Beschwerdeführer habe 

sich daraufhin selbständig an einen Anwalt gewandt, wobei ihm die 

Rechtsvertreterin 1 weder geholfen habe noch anderweitige Unterstüt-

zung habe leisten können; ferner sei der Beschwerdeführer minderjährig, 

unbegleitet und folglich besonders verletzlich, weshalb seine Situation – 

die er nicht selbst verschuldet habe, sondern die alleine ihr, der Rechts-

vertreterin 1, anzulasten sei – besonders schützenswert sei, 

dass das Bundesverwaltungsgericht nach Eingang der Beschwerde und 

des Wiederherstellungsgesuches mit Faxmitteilung vom 10. November 

2014 an [die kantonale Behörde] die Aussetzung des Wegweisungsvoll-

zuges bis zum Ergehen einer ordentlichen Instruktionsverfügung verfügte,  

E-6595/2014 

Seite 4 

dass die vorinstanzlichen Akten am 12. November 2014 beim Bundes-

verwaltungsgericht eintrafen, 

 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 

über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei-

det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor 

welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG 

i.V.m. Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),  

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 

vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, 

dass das Bundesverwaltungsgericht für die Behandlung von Gesuchen 

um Wiederherstellung von Fristen gemäss Art. 24 Abs. 1 VwVG zuständig 

ist, bei denen es im Falle der Wiederherstellung über die nachgeholte 

Parteihandlung beziehungsweise Rechtsvorkehr zu befinden hat 

(vgl. URSINA BEERLI-BONORAND, Die ausserordentlichen Rechtsmittel in 

der Verwaltungsrechtspflege des Bundes und der Kantone, Zürich 1985, 

S. 233), 

dass über zulässige und hinreichende Gesuche um Wiederherstellung ei-

ner Frist nach Art. 24 VwVG ein Spruchgremium aus drei Richtern oder 

Richterinnen entscheidet (vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG), 

dass die angefochtene Verfügung gemäss Rückschein am 3. Oktober 

2014 gegenüber der damaligen Rechtsvertreterin 1 rechtsgültig eröffnet 

wurde (vgl. Stempel Rückschein, A20/1), und dass die Ausführungen im 

Wiederherstellungsgesuch, wonach die Verfügung dem Beschwerdefüh-

rer erst am 7. Oktober 2014 übergeben worden sei und dieses Datum 

demnach als "effektive Eröffnung" gelten müsse, unbehelflich bleiben, 

dass die Beschwerde innerhalb von 30 Tagen seit Eröffnung der Verfü-

gung einzureichen ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG) und demnach die 30-tägige 

Beschwerdefrist am 3. November 2014 geendet hat (Art. 20 VwVG), 

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Seite 5 

dass schriftliche Eingaben spätestens am letzten Tag der Frist der Behör-

de einzureichen oder zu deren Handen der schweizerischen Post zu 

übergeben sind (Art. 21 Abs. 1 VwVG), 

dass die am 6. November 2014 (Datum Poststempel) beim Bundesver-

waltungsgericht eingereichte Beschwerde somit verspätet ist, 

dass in der Beschwerdeeingabe – mit Verweis auf das gleichentags ein-

gereichte Gesuch um Fristwiederherstellung – beantragt wird, es sei "die 

Fristerstreckung zu gewähren" (Beschwerde vom 6. November 2014 

S. 3), 

dass eine gesetzliche Frist wie die Beschwerdefrist nicht erstreckt werden 

kann und der entsprechende Antrag des Rechtsvertreters 2 deshalb sinn-

gemäss als Antrag um Gutheissung des gleichzeitig von der Rechts-

vertreterin 1 eingereichten Fristwiederherstellungsgesuches zu betrach-

ten ist, welches nachfolgend behandelt wird, 

dass eine Fristwiederherstellung die Beseitigung von Rechtsnachteilen 

wegen unverschuldeter Fristversäumnis bezweckt (STEFAN VOGEl in: Au-

er/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Ver-

waltungsverfahren, N 1 zu Art. 24 VwVG), 

dass bei einer Fristwiederherstellung das Ersuchen mit einem Antrag in-

nert 30 Tagen nach Wegfall des Hindernisses zu stellen und zu begrün-

den ist, wobei die Gründe nachzuweisen sind und die versäumte Hand-

lung nachzuholen ist (a.a.O., N 18 zu Art. 24), 

dass die vorliegend geltend gemachte Verhinderung sich auf die Zeit-

spanne seit Eröffnung der vorinstanzlichen Verfügung bis kurz nach Ab-

lauf der Beschwerdefrist (Ablauf Beschwerdefrist: 3. November 2014) be-

zieht und demnach die vorgenannte dreissigtägige Frist mit dem Gesuch 

um Wiederherstellung am 6. November 2014 vorliegend gewahrt ist und 

dass auch die versäumte Handlung mit der Einreichung der Beschwerde-

schrift vom 6. November 2014 nachgeholt wurde, 

dass der Beschwerdeführer legitimiert ist und die Rechtsvertreterin 1 bis 

zu ihrer Eingabe am 6. November 2014 rechtsgültig zur Vertretung im 

vorliegenden Verfahren bevollmächtigt war, weshalb auf das frist- und 

formgerecht eingereichte Gesuch um Wiederherstellung einzutreten ist 

(Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 24 VwVG), 

E-6595/2014 

Seite 6 

dass ein Fristversäumnis als unverschuldet gilt, wenn dafür objektive 

Gründe vorliegen und der säumigen Partei beziehungsweise ihrer Vertre-

tung keine Nachlässigkeit vorgeworfen werden kann, wie dies etwa im 

Falle von Naturkatastrophen, bei Militärdienst oder schwerwiegender Er-

krankungen angenommen wird, 

dass daneben auch subjektive Gründe eine Fristwiederherstellung recht-

fertigen können, welche dann vorliegen, wenn der (objektiv betrachtet) 

Handlungsfähige lediglich deshalb untätig bleibt, weil er die Situation zu-

folge eines Irrtums oder auf Grund mangelnder Kenntnisse nicht richtig 

einzuschätzen vermag, 

dass gemäss ständiger Praxis ein Beschwerdeführer sich die Handlungen 

seines Vertreters anrechnen lassen muss (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

vom 17. Oktober 2013 2A_393/2013 E. 2.4 mit Verweis auf BGE 119 II 86 

E. 2), 

dass die im Gesuch vorgebrachte Begründung – im Wesentlichen wird 

geltend gemacht, die Rechtsvertreterin 1 sei aufgrund ihres schwanger-

schaftsbedingten Arbeitsausfalles, der hohen Arbeitslast und fehlender 

Ressourcen nicht in der Lage gewesen, sich um die Beschwerde zu 

kümmern – für die Annahme, die Rechtsvertreterin 1 habe unverschuldet 

die Frist versäumt, nach Lehre und Praxis nicht ausreicht, 

dass gemäss einschlägiger Rechtsprechung eine Krankheit zwar ein un-

verschuldetes Hindernis darstellen kann, allerdings für eine Fristwieder-

herstellung kein Raum bleibt, hätte der durch Krankheit am eigenen frist-

gemässen Handeln gehinderte Rechtssuchende in nach den Umständen 

zumutbarer Weise einen Dritten mit der Interessenwahrung beauftragen 

können (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der [vormaligen] Schwei-

zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 12 E. 4.2 und statt 

vieler Urteile E-4314/2013 + E-4818/2013 beide vom 16. September 

2013, D-3768/2013 vom 27. August 2013, E-3911/2013 vom 22. Juli 

2013),  

dass dies ebenfalls für die vorliegend geltend gemachte schwanger-

schaftsbedingte Arbeitsreduktion zutrifft, 

dass ferner gemäss bundesgerichtlicher Praxis ein Versäumnis wegen 

subjektiver Unmöglichkeit nur entschuldigt wird, wenn seitens des Hand-

lungspflichtigen kein Verschulden – auch keine bloss leichte Fahrlässig-

keit – vorliegt bzw. die Umstände, welche von der Fristwahrung abhielten, 

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Seite 7 

nicht von der handlungspflichtigen Person zu verantworten sind; es gilt 

somit ein strenger Massstab; nur klare Schuldlosigkeit des Gesuchstellers 

und seines Vertreters können zur Fristwiederherstellung führen; insbe-

sondere stellt ein auf Unachtsamkeit zurückzuführendes Versehen kein 

unverschuldetes Hindernis dar, auch dann nicht, wenn grosse Geschäfts-

last geltend gemacht wird (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_703/2009 

vom 21. September 2010 E. 3.3), 

dass solche Umstände für die Rechtsvertreterin 1 vorliegend offenkundig 

nicht bejaht werden können, 

dass die zum Eröffnungszeitpunkt bevollmächtigte Rechtsvertreterin 1 die 

Verfügung am 3. Oktober 2014 persönlich und gegen unterschriftliche 

Bestätigung entgegennahm und somit von Anfang an über den Beginn 

und die Dauer des Fristenlaufs Bescheid wusste, 

dass sie ferner trotz ihrer zeitweisen schwangerschaftsbedingten Arbeits-

unfähigkeit (gemäss eingereichtem Arztzeugnis: 100% vom 1. Oktober 

2014 bis zum 17. Oktober 2014; 50% vom 20. Oktober 2014 bis zum 31. 

Oktober 2014) jedenfalls zumindest entsprechende Vorkehren betreffend 

Organisation einer Stellvertretung hätte treffen können und ihre Kollegin-

nen des Hilfswerks, für die ja in der Vertretungsvollmacht ausdrücklich ei-

ne Substitutionsmöglichkeit vorgesehen war, oder andere fachlich geeig-

nete Drittpersonen mit der Stellvertretung hätte beauftragen können, 

dass sie in ihrem Gesuch um Wiederherstellung sodann auch eingesteht, 

den Beschwerdeführer nicht sogleich veranlasst zu haben, selbst zu han-

deln und einen anderen Rechtsvertreter aufzusuchen, sondern den un-

begleiteten Minderjährigen "in seinem Tun alleine gelassen" zu haben, 

dass die Rechtsvertreterin 1 mangels gegenteiliger Angaben in den Akten 

schliesslich offenbar ab dem 1. November 2014 wieder voll arbeitsfähig 

gewesen ist und ihr damit immerhin – nebst der ärztlich attestierten Ar-

beitsfähigkeit von bereits 50% während der elf vorangegangenen Tage – 

drei volle Arbeitstage zum Erstellen und Einreichen der Beschwerde vor 

Ablauf der Beschwerdefrist am 3. November 2014 zur Verfügung gestan-

den hätten, 

dass sie in ihrer Eingabe um Fristwiederherstellung darüber hinaus an-

führt, sie habe sich im Wissen um die laufende Beschwerdefrist gegen 

eine Rechtsmitteleingabe entschieden, weshalb der Beschwerdeführer 

demnach kein Verschulden trage, sondern der Fehler bei ihr liege,  

E-6595/2014 

Seite 8 

dass nach dieser Erklärung offenkundig nicht von einer unverschuldeten 

Hinderung der Rechtsvertreterin 1, binnen Frist zu handeln, gesprochen 

werden kann, 

dass das Gericht indessen im vorliegenden Fall – wo die als Vertrauens-

person für einen unbegleiteten Minderjährigen eingesetzte Vertreterin es 

pflichtwidrig unterlassen hat, fristgerecht zu handeln – es nicht als ge-

rechtfertigt betrachtet, dass der Beschwerdeführer als Vertretener sich 

dieses Versäumnis anrechnen lassen muss, 

dass es zwar, wie bereits erwähnt, ständiger Praxis entspricht, dass im 

Rahmen der Prüfung von Fristwiederherstellungsgesuchen die vertretene 

Person sich Handlungen und Unterlassungen ihres Rechtsvertreters an-

rechnen lassen muss, 

dass diese Überlegung sich aber darauf gründet, dass es dem Vertrete-

nen freisteht, einen Rechtsvertreter auszuwählen und mit der Wahrung 

seiner Interessen zu betrauen, und dass er demzufolge für die (freie) 

Wahl seines Rechtsvertreters verantwortlich erscheint, 

dass demgegenüber vorliegend der Beschwerdeführer die Rechtsvertre-

terin 1 nicht frei gewählt hat, sondern diese ihm von den kantonalen Be-

hörden als Vertrauensperson gemäss Art. 17 Abs. 3 AsylG ernannt wor-

den ist, 

dass sich an dieser Einschätzung nach Auffassung des Gerichts auch 

nicht aus dem Grund etwas ändert, dass sich die Rechtsvertreterin 1 vom 

Beschwerdeführer zusätzlich zur Mandatierung durch die kantonale Be-

hörde hat eine Vollmacht ausstellen lassen, 

dass nämlich auch diese Bevollmächtigung nicht eine freie und selbstän-

dige Wahl einer Rechtsvertretung im Sinne einer sogenannt gewillkürten 

Vertretung im Sinne von Art. 11 VwVG darstellt, und dass es für den Be-

schwerdeführer nach Auffassung des Gerichts nicht Nachteile nach sich 

ziehen darf, dass er dem Vorschlag seiner Vertrauensperson folgte, zu-

mal nach der Intention des Gesetzgebers das Handeln der Vertrauens-

person einem rechtsunkundigen unbegleiteten minderjährigen Asylge-

suchsteller zum Schutz und nicht zum Nachteil gereichen soll,  

dass hinzu kommt, dass die bevollmächtigte Rechtsvertreterin 1 gemäss 

Aktenlage ausgebildete Sozialarbeiterin ist, nicht aber über einen juristi-

schen Abschluss verfügt, und dass insofern nicht nachvollziehbar wird, 

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Seite 9 

weshalb sie sich "für die Vertretung" hat bevollmächtigen lassen, anstatt 

vielmehr pflichtgemäss im Falle, dass juristische Schritte wie beispiels-

weise eine Beschwerdeerhebung erforderlich würden, ihrerseits als Ver-

trauensperson des Beschwerdeführers eine juristisch kompetente 

Rechtsvertretung auszuwählen und zu beauftragen, 

dass angesichts der aufgezeigten Umstände der Verbeiständung durch 

die Rechtsvertreterin 1 nicht dieselbe Bedeutung beizumessen ist wie bei 

einer gewöhnlichen, auf freiwilliger Wahl des Vertreters basierenden 

Rechtsverbeiständung, wenn es um die Frage geht, ob Versäumnisse der 

Vertrauensperson im Zusammenhang mit der Wiederherstellung einer 

verpassten Frist dem unbegleiteten Minderjährigen anzurechnen seien, 

dass an dieser Stelle auf die weiterhin gültige Rechtsprechung der vor-

mals zuständigen Asylrekurskommission zu verweisen ist, wonach es – 

anders als im Falle der gewillkürten Vertretung – nicht angemessen sei, 

wenn ein unbegleiteter Minderjähriger sich die Fehlleistung der Vertrau-

ensperson anrechnen lassen müsste, nachdem er auf die Auswahl der 

Vertrauensperson keinen Einfluss habe (vgl. EMARK 2006 Nr. 14 E. 6.1 

S. 152), 

dass die Asylrekurskommission im zitierten Entscheid auch namentlich 

festhielt, eine mangelhafte Amtsführung durch die Vertrauensperson, ins-

besondere wenn im Interesse des Minderjährigen liegende, offensichtlich 

gebotene Handlungen (wie beispielsweise die gebührende Beratung im 

Zusammenhang mit der Frage einer allfälligen Beschwerdeerhebung) un-

terlassen würden, stelle eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches 

Gehör dar (EMARK 2006 Nr. 14 E. 6.1 – 6.4), 

dass nach Auffassung des Gerichts im vorliegenden Verfahren von Män-

geln in der Amtsführung der Vertrauensperson ausgegangen werden 

muss, wie diese in ihrer Eingabe denn auch selber einräumt, wenn sie 

etwa festhält, dem Beschwerdeführer sei die angefochtene Verfügung 

ohne Erklärung und ohne Dolmetscher ausgehändigt worden, und man 

habe ihn in der Folge bei der Prüfung von Beschwerdemöglichkeiten "in 

diesem Tun ... alleine gelassen, ihn also nicht unterstützt" (Eingabe vom 

6. November 2014, S. 2), 

dass nach dem Gesagten zwar weder objektive noch subjektive Gründe 

für das Versäumnis ersichtlich sind, und die Nichteinhaltung der Be-

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Seite 10 

schwerdefrist auf die Nachlässigkeit der Rechtsvertreterin 1 zurückzufüh-

ren ist,  

dass indessen wie vorstehend dargelegt nicht gerechtfertigt werden kann, 

dieses Verschulden dem Beschwerdeführer anzurechnen, weshalb das 

vorliegende Gesuch um Wiederherstellung der Beschwerdefrist gutzu-

heissen ist,  

dass folglich die am 6. November 2014 (Poststempel) eingereichte Be-

schwerde nicht als verspätet zu bezeichnen ist, weshalb auf diese einzu-

treten ist, 

dass schliesslich festzuhalten bleibt, dass die Rechtsvertreterin 1 des Be-

schwerdeführers durch ihr Verhalten – insbesondere durch das Fristver-

säumnis – ihre Funktion als Vertrauensperson mangelhaft wahrgenom-

men hat, indem sie eine im Interesse des Beschwerdeführers liegende, 

offensichtlich gebotene Handlung unterlassen hat (vgl. EMARK 2006 Nr. 

14 E. 6.3), 

dass sie damit ferner die ihr obliegende entsprechende Sorgfaltspflicht 

verletzt hat und der Beschwerdeführer – hätte er ihr Verschulden entge-

gen den obigen Erwägungen sich anrechnen lassen müssen – dadurch 

einen erheblichen Rechtsnachteil erlitten hätte, da das vorliegende or-

dentliche Asylverfahren mit Ergehen dieses Urteils abgeschlossen wor-

den wäre und dem Beschwerdeführer keine weiteren ordentlichen 

Rechtsmittel offen gestanden hätten, 

dass es mangels entsprechender Rechtsgrundlage nicht dem Bundes-

verwaltungsgericht obliegt, von Amtes wegen eine Meldung wegen 

pflichtwidriger Mandatsführung durch eine Vertrauensperson für einen 

unbegleiteten Minderjährigen bei der zuständigen Behörde – [zuständige 

Behörde im Kanton B._______] – zu erstatten, dass entsprechende Mög-

lichkeiten jedoch dem Beschwerdeführer bzw. seinem heutigen Rechts-

vertreter offen stehen würden,  

dass die Rechtsvertreterin 1 im vorliegenden Verfahren dem Gericht ge-

genüber ihre Mandatsniederlegung mitgeteilt hat, dass indessen das 

Bundesverwaltungsgericht mangels entsprechender Kompetenz nicht be-

fugt ist, über die Weiterführung oder Beendigung des Mandats als Ver-

trauensperson für den nach wie vor unbegleiteten minderjährigen Be-

schwerdeführer zu befinden, und dass entsprechende Schritte vielmehr 

gegenüber der zuständigen kantonalen Behörde vorzukehren wären, 

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Seite 11 

dass nach dem Gesagten das Gesuch um Wiederherstellung der Be-

schwerdefrist gutzuheissen und die Beschwerde vom 6. November 2014 

als fristgerecht entgegenzunehmen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Kosten zu erheben sind 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG), 

dass für die Einreichung des Fristwiederherstellungsgesuches - für das 

der Beschwerdeführer noch durch seine Vertrauensperson, die 

Rechtsvertreterin 1, vertreten worden ist - vorliegend keine Entschädi-

gung der Parteikosten zuzusprechen ist, da dem Beschwerdeführer an-

gesichts der behördlich zugewiesenen Vertrauensperson ohnehin keine 

Kosten anfallen und die Rechtsvertreterin 1 die ihr erwachsenen Kosten 

wegen unsorgfältiger Mandatsführung selbst verschuldet hat und diese 

folglich selbst zu tragen hat. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-6595/2014 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Das Gesuch um Wiederherstellung der Beschwerdefrist wird gutgeheis-

sen. 

2.  

Die Beschwerde vom 6. November 2014 (E-6489/2014) wird als fristge-

recht eingereicht entgegengenommen. 

3.   

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Luterbacher Lhazom Pünkang 

 

 

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