# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eab084bd-a6e3-569f-b92a-991af0a3da5e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-22
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 22.09.2016 SB160063
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB160063_2016-09-22.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB160063-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, lic. iur. B. Gut und Ersatz-

oberrichterin Dr. iur. S. Bachmann sowie der Gerichtsschreiber 

Dr. iur. F. Manfrin 
 

Urteil vom 22. September 2016 
 

in Sachen 
 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  

vertreten durch Leitenden Staatsanwalt Dr. iur. R. Jäger,  

Anklägerin und Berufungsklägerin 
 

sowie 
 
A._____,  

Privatkläger sowie Anschlussberufungskläger 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 
 

gegen 
 
B._____,  

Beschuldigter und Berufungsbeklagter 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 
 

betreffend  

schwere Körperverletzung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Andelfingen vom  

17. Dezember 2014 (DG140004) 

 

 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 

26. September 2014 (Urk. 19) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 45 = 47 S. 36 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 
Abs. 3 StGB. 

2. Vom Vorwurf der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB und der Tätlichkei-
ten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB wird der Beschuldigte freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit zwei Jahren Freiheitsstrafe. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe  wird aufgeschoben und die Probezeit auf drei Jahre fest-
gesetzt. 

5. Für die Dauer der Probezeit wird eine Bewährungshilfe angeordnet. 

6. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte dem Privatkläger A._____ aus dem eingeklagten 
Ereignis dem Grundsatz nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Um-
fangs des Schadenersatzanspruches wird der Privatkläger auf den Weg des Zivilprozesses 
verwiesen. 

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger A._____ Fr. 6'000.–, zuzüglich 5 % Zins 
ab dem 27. Juli 2013, als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 
Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'500.–. Über die weiteren Kosten (Barauslagen 
usw.) wird die Gerichtskasse Rechnung stellen. 

9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen 
der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers, wer-
den dem Beschuldigten auferlegt.  

10. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privat-
klägers werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung 
gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

11. Die Kosten der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten belaufen sich auf Fr. 12'316.30 
(inkl. 8 % MWST). Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers betra-
gen Fr. 10'509.25 (inkl. 8 % MWST).  

12. (Mitteilungen) 

13. (Rechtsmittel)" 

-   3   - 

Berufungsanträge:  
(Prot. II S. 4 f.) 

a) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 83 S. 1 f.) 

1. Der Beschuldigte sei zu bestrafen mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, als 

Zusatzstrafe zu den Strafbefehlen der Staatsanwaltschaft Winterthur/ 

Unterland vom 25. August 2015 und der Staatsanwaltschaft Zürich-

Limmat vom 25. Januar 2016 und 28. Januar 2016 (Dispositiv Ziff. 3). 

2. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei anzuordnen (Dispositiv Ziff. 4).  

3. Dispositiv Ziff. sei aufzuheben. 

b) Der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers:  

(Urk. 84 S. 2) 

1. Auf die Berufung sowie auf die Anschlussberufung sei einzutreten; 

2. Die Berufung der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland sei gutzu-

heissen; 

3. Ziff. 7 des Urteils des Bezirksgerichts Andelfingen (DG140004) vom 

17. 12.2014 sei aufzuheben und der Beschuldigte sei zu verpflichten, 

dem Privatkläger eine Genugtuung von Fr. 12'000.– zzgl. 5% Zins seit 

dem 27.07.2013 zu bezahlen; 

4. Dem Beschuldigten sei ein Kontaktverbot für die Dauer der Probezeit 

aufzuerlegen ; 

5. Die Kosten seien dem Beschuldigten aufzuerlegen. 

Prozessualer Antrag: Dem Privatkläger sei das persönlichen Erscheinen an 

der Berufungsverhandlung zu erlassen. 

 

 

-   4   - 

c) Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 85 S. 2) 

1. Die Berufung gegen das vorinstanzliche Urteils des Bezirksgerichts An-

delfingen vom 17. Dezember 2014 sei abzuweisen. Das erstinstanzliche 

Urteil sei vollumfänglich zu bestätigen. 

2. Die für das Berufungsverfahren anfallenden Gerichtskosten, inkl. derje-

nigen der amtlichen Verteidigung, seien vollumfänglich auf die Staats-

kasse zu nehmen. 

Erwägungen: 

I. Einleitung und Prozessverlauf 

1. Anklagevorwurf 

Am 1. Oktober 2014 erhob die Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland Anklage 

gegen den Beschuldigten beim Bezirksgericht Andelfingen (Urk. 19). Sie wirft dem 

Beschuldigten in der Anklageschrift vor, dem Privatkläger einen Fusstritt gegen 

den Kopf versetzt zu haben. Dadurch habe der Privatkläger Blutergüsse und eine 

Kieferfraktur erlitten. Zudem habe der Beschuldigte den Privatkläger unter ande-

rem mit dem Tod bedroht (Anklageschrift Urk. 19 S. 2 - 4).  

2. Erstinstanzliches Verfahren 

2.1. Die Hauptverhandlung vor Bezirksgericht fand am 16. Dezember 2014 statt 

(Prot. I S. 5). Mit vorstehend wiedergegebenem Urteil vom 17. Dezember 2014 

sprach die Vorinstanz den Beschuldigten der schweren Körperverletzung für 

schuldig und bestrafte ihn mit einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren 

(Urk. 47 S. 36). Von den Vorwürfen der mehrfachen Drohung und der Tätlichkei-

ten wurde der Beschuldigte frei gesprochen. Das am 17. Dezember 2014 gefällte 

Urteil wurde den Parteien am 18. Dezember 2014 mündlich eröffnet (Prot. I 

S. 28).  

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2.2. Mit Eingabe vom 23. Dezember 2014 (Poststempel 24. Dezember 2014) 

meldete die Staatsanwaltschaft Berufung an (Urk. 28). Das begründete Urteil 

wurde den Parteien am 2. bzw. 3. Februar 2016 zugestellt (Urk. 45, Urk. 46/1-3).  

3. Berufungsverfahren 

3.1. Am 23. Februar 2016 (Poststempel 22. Februar 2016), somit innert der  

20-tägigen Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO, ging hierorts die Berufungserklärung 

der Staatsanwaltschaft ein (Urk. 49). 

3.2. Mit Verfügung vom 9. März 2016 wurde den Parteien eine 20-tägige Frist 

zur Anschlussberufung angesetzt. Diese Verfügung wurde vom unentgeltlichen 

Rechtsbeistand des Privatklägers am 16. März 2016 in Empfang genommen 

(Urk. 53). Am 31. März 2016 (Poststempel 30. März 2016) erhob der Privatkläger 

rechtzeitig innert der vorgenannten Frist Anschlussberufung (Urk. 59). 

3.3. Nachdem der Wohn- und Aufenthaltsort des Beschuldigen zeitweise unbe-

kannt war, teilte das Amt für Justizvollzug am 28. Juni 2016 auf Anfrage mit, dass 

sich der Beschuldigte im Vollzugszentrum Bachtel aufhalte (Urk. 63). Hierauf wur-

de zur Berufungsverhandlung am 22. September 2016 vorgeladen (Urk. 64).  

3.4. Zur Berufungsverhandlung erschienen der Beschuldigte in Begleitung sei-

nes amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, der Leitende Staats-

anwalt Dr. iur. R. Jäger, der unentgeltliche Rechtsvertreter des Privatklägers, 

Rechtsanwalt lic. iur. X._____, sowie der Zeuge lic. iur. C._____ (Prot. II S. 4).  

II. Prozessuales 

1. Die vorinstanzlichen Protokolle entsprechen in verschiedener Hinsicht nicht 

den strafprozessualen Protokollierungsvorschriften gemäss Art. 76 ff. StPO.  

So wurde namentlich im Verfahrensprotokoll der Eintrag über die Urteilsberatung 

vom 17. Dezember 2014 (vgl. Prot. I S. 25-27) nicht unterzeichnet (Art. 76 Abs. 2 

StPO) und die Namen der an der Beratung Mitwirkenden nicht aufgeführt (Art. 77 

lit. b StPO). Ebenso ist der Verfahrensprotokolleintrag über die Urteilseröffnung 

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(Prot. I S. 28) nicht unterzeichnet und kein Gerichtsschreiber bei den seitens des 

Gerichts anwesenden Personen aufgeführt. Der Eintrag der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung ist schliesslich nicht vom Gerichtsschreiber, sondern – und 

entgegen § 133 Abs. 1 GOG – vom Auditor unterzeichnet (vgl. Prot. I S. 24). 

Die vorinstanzlichen Einvernahmeprotokolle des Beschuldigten (Urk. 30) einer-

seits und des Privatklägers andererseits (Urk. 29) wurden ebenfalls an Stelle des 

Gerichtsschreibers vom Auditor unterzeichnet. Zudem befindet sich auf dem Ein-

vernahmeprotokoll des Privatklägers A._____ (Urk. 29) nicht seine Originalunter-

schrift, sondern eine kopierte Unterschrift.  

2. Dem Verfahrensprotokoll kommt im Wesentlichen die Funktion zu, sämtliche 

Verfahrensvorgänge zusammenfassend zu dokumentieren und die Einhaltung der 

Verfahrensvorschriften zu belegen. Wohl kann die fehlende Unterschrift des Ver-

fahrensleiters grundsätzlich nachträglich nicht beigebracht werden, doch ist nicht 

ausgeschlossen, dass sich jedenfalls die Bestätigung, dass das Verfahren korrekt 

abgelaufen ist, auch auf anderem Weg erbringen lässt (Urteil des Bundesgerichts 

6B_157/2016 vom 8. August 2016 E. 3.4). Dies ist im vorliegenden Fall insofern 

geschehen, als der verfahrensleitende Bezirksrichter im Berufungsverfahren als 

Zeuge befragt worden ist (Urk. 80). Gemäss dessen Aussagen handle es sich bei 

den Mängel am Verfahrensprotokoll um Versehen. Er bestätigte, dass dieselben 

Personen an der Urteilsberatung mitgewirkt haben und an der Urteilseröffnung 

anwesend waren, welche auch an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung zuge-

gen waren, nämlich Gerichtspräsident C._____, Bezirksrichterin D._____, Be-

zirksrichter E._____, Gerichtsschreiber F._____ und Auditor G._____. Der verfah-

rensleitende Bezirksrichter hat im Übrigen die Verfahrensprotokolleinträge – insb. 

über die Urteilseröffnung – als richtig bestätigt (Urk. 80 S. 3 f.). Somit ist die Be-

stätigung, dass das Verfahren korrekt abgelaufen ist, durch die Einvernahme des 

verfahrensleitenden Bezirksrichters erbracht und es kann von einer Rückweisung 

abgesehen werden. Dies wurde denn auch von keiner Partei beantragt und im 

Übrigen macht auch keine der Parteien geltend, dass das Protokoll inhaltlich un-

richtig wäre (Prot. II S. 7; zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 6B_157/2016 

vom 8. August 2016 E. 3.4). 

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Auch die Mängel in den Einvernahmeprotokollen führen nicht zu deren Unver-

wertbarkeit. Das Versehen, dass das Einvernahmeprotokoll des Privatklägers 

nicht dessen Originalunterschrift trägt, hat sich an der Berufungsverhandlung ge-

klärt. So reichte der amtliche Verteidiger anlässlich der Berufungsverhandlung 

das Protokoll der Einvernahme des Privatklägers mit dessen Originalunterschrift 

ins Recht (Urk. 81), welches ihm im Anschluss an die vorinstanzliche Haupt-

verhandlung an Stelle einer Kopie versehentlich mitgegeben wurde, was vom 

amtlichen Verteidiger hingegen erst am Morgen vor der Berufungsverhandlung 

bemerkt wurde (Prot. II S. 7). Die beiden Protokolle (Urk. 81 und Urk. 29) stimmen 

inhaltlich überein. Somit liegen von den Befragungen anlässlich der vorinstanzli-

chen Hauptverhandlung nunmehr beide Protokolle mit Originalunterschriften der 

befragten Personen im Recht (Einvernahme des Beschuldigten: Urk. 30; Einver-

nahme des Privatklägers: Urk. 29 resp. Urk. 81). Auch sind beide Protokolle mit 

der Originalunterschrift des Verfahrensleiters versehen, der die Protokolle über-

dies – soweit dies das Erinnerungsvermögen zuliess – als die vollständig und 

richtig erscheinenden Protokolle aus der Hauptverhandlung identifizierte (Urk. 82 

S. 6). Vor diesem Hintergrund und weil auch diesbezüglich keine Partei Bean-

standungen in Bezug auf die inhaltliche Richtigkeit der Einvernahmeprotokolle 

vorbrachte (vgl. Prot. II S. 7), führt die fälschlicherweise an Stelle des Gerichts-

schreibers vom Auditor (i.V.) vorgenommene Protokollunterzeichnung nicht zur 

Unverwertbarkeit der Einvernahmeprotokolle. 

3. Zusammengefasst liegen keine zur Unverwertbarkeit oder Rückweisung füh-

renden Mängel an den Protokollen vor bzw. diese wurden durch die Beibringung 

des Originalprotokolls der Befragung des Privatklägers und durch die Einvernah-

me des verfahrensleitenden Bezirksrichters anlässlich der Berufungsverhandlung 

geheilt. 

III. Umfang der Berufung und Teilsrechtskraft 

Die Berufungen beschränken sich auf das Strafmass und den Vollzug (und damit 

einhergehend die Bewährungshilfe) sowie die Höhe der Genugtuung (Dispositiv-

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ziffer 3, 4, 5 und 7; vgl. Prot. II S. 4-6). Im Übrigen ist das vorinstanzliche Urteil 

rechtkräftig geworden, was vorzumerken ist (Art. 402 StPO).  

IV. Strafzumessung 

1. Strafrahmen 

Schwere Körperverletzung wird gemäss Art. 122 Abs. 4 StGB mit Freiheitsstrafe 

bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe nicht unter 180 Tagessätzen bestraft. 

2. Grundsätze der Strafzumessung 

Die Vorinstanz hat bereits dargelegt, wie bzw. nach welchen Grundsätzen die 

Strafe innerhalb des genannten Strafrahmens festzulegen ist (Urk. 47 S. 27 

Ziff. 2). Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, kann darauf verwiesen wer-

den. 

3. Objektives Tatverschulden 

3.1. Im Rahmen aller theoretisch möglichen oder denkbaren schweren Körper-

verletzungen liegt die vom Beschuldigten dem Privatkläger zugefügte Verletzung 

im untersten Bereich. Es sind weitaus schwerere Verletzungen denkbar, bei-

spielsweise der Verlust von Gliedmassen oder des Augenlichts, eine Quer-

schnittslähmung, verschiedene lebensgefährliche Verletzungen oder eine arge 

bleibende Entstellung des Gesichts. Nichts desto trotz sind die subjektiven Aus-

wirkungen der Kieferverletzung für den Privatkläger aber erheblich. Objektiv oder 

funktional gesehen ist von einer verminderten Bisskraft und Beeinträchtigungen 

beim Schliessen des Kiefers auszugehen, was unter anderem eine Anpassung 

der Essgewohnheiten nach sich zieht. Weiter leidet der Privatkläger unter Ge-

fühlsstörungen bzw. einer Gefühlslosigkeit im Bereich der Lippe bzw. des Mund-

winkels und des angrenzenden Gewebes beim Unterkiefer. Ebenso komme es zu 

elektrisierenden Stichen bei gewissen Kieferbewegungen (Urk. ND 1/6/21). Sol-

che Beeinträchtigungen bedeuten in der Regel eine spürbare Einschränkung der 

Lebensqualität, einerseits weil sie den Betroffenen das Leben lang an die Straftat 

erinnern, andererseits weil der Mund im täglichen Leben praktisch ständig im Ge-

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brauch ist, sei es zum Sprechen, beim mimischen Ausdruck, beim Essen oder 

beispielsweise auch beim Küssen. Zudem ist das Gesicht als vitaler Körper-

bereich mit den wichtigsten Sinnesorganen sehr eng mit der Ich-Wahrnehmung 

des Menschen verknüpft, weshalb Beschwerden in diesem Bereich psychisch 

meistens belastender sind als beispielsweise bei Extremitäten. Krankhaft vor-

bestehende Veränderungen oder Beschwerden bestanden laut ärztlichem Bericht 

nicht (Urk. ND 1/6/7 S. 2). Jedenfalls gemäss den Ausführungen des unentgeltli-

chen Rechtsvertreters des Privatklägers würden die von jenem vor Vorinstanz ge-

schilderten Beschwerden auch heute noch bestehen (Urk. 84 S. 7 ff.). Ob und wie 

stark die Beschwerden noch abklingen werden, war zumindest Mitte 2014 noch 

nicht definitiv zu beurteilen. Aktuelle Arztberichte wurden keine ins Recht gelegt.  

3.2. Die unmittelbaren Folgen der Tat waren für das Opfer langwierig und 

schmerzlich. Die Röntgenbilder zeigen, dass der ganze Unterkiefer beidseits 

"vernagelt" werden musste (Urk. ND 1/6/11 - 12). Später kam es zu Komplikatio-

nen, einer sogenannten Pseudoarthrose, eine unvollständige knöcherne Verhei-

lung (Urk. ND 1/6/18). Eine zweite Operation wurde nötig, bei welcher Knochen-

material vom Becken transplantiert und zwei Backenzähne entfernt wurden 

(Urk. ND 1/6/4 und ND 1/6/15). Der Privatkläger war mehrere Wochen lang ar-

beitsunfähig, musste mehrfach Antibiotika einnehmen und mehrmals täglich 

Mundspülungen machen.  

3.3. Ein vorsätzlicher wuchtiger Fusstritt in den Kopfbereich eines am Boden 

liegenden Kontrahenden offenbart eine beispielslose Brutalität und Skrupellosig-

keit des Täters. Der vorliegend erzielte Erfolg der Tat lag sehr nahe. Leicht hätten 

auch lebensgefährliche Verletzungen resultieren können. Diese Art und Weise 

des Vorgehens ist gravierend und dokumentiert eine hohe kriminelle Energie und 

eine kaum mehr zu überbietende Missachtung von elementaren menschlichen 

Werten. Im Rahmen aller möglichen denkbaren Vorgehensweisen liegen wuchtige 

Fusstritte gegen den Kopf des Opfers mindestens in einem mittleren Bereich bei 

schweren Körperverletzungen. Noch schwerer wöge beispielsweise, wenn ein Tä-

ter mehrfach mit einem Baseballschläger zuschlägt, oder wenn er das Opfer noch 

besonders quält. Umgekehrt gibt es aber bei schweren Körperverletzungen auch 

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zahlreiche andere Handlungsweisen, welche als weniger schlimm zu bewerten 

wären, beispielsweise blosse Faustschläge oder das Umwerfen auf einen harten 

Boden. Illustrativ ist vorliegend auch die Aussage des Zeugen H._____: "Ich 

weiss nicht, was in B._____s [Beschuldigter] Kopf los war. Er hat ihn so massiv 

geschlagen. So habe ich B._____ nie gesehen. Ich dachte, ich sei im falschen 

Film. Er hat A._____ [Privatkläger] mit dem Fuss fest wie ein Fussballspieler ge-

treten" (Urk. 5/3 S. 5).  

3.4. Im weiten Strafrahmen, der bei schweren Körperverletzungen zur Ver-

fügung steht, ist die objektive Tatschwere nach dem Gesagten – und entgegen 

der Staatsanwaltschaft, die von einem objektiv erheblichen Verschulden ausgeht 

(Urk. 83 S. 3 f.) – als nicht mehr leicht zu bezeichnen. Dies erheischt eine Strafe 

weder am untersten Rand noch in der Mitte, aber im unteren Drittel der Spann-

weite des Strafrahmens von bis zu zehn Jahren. 

4. Subjektives Tatverschulden 

4.1. Der massive Gewaltausbruch des Beschuldigten war völlig unverhältnis-

mässig, ohne jeglichen vernünftigen Anlass. Die Darstellung des Beschuldigten, 

wonach er sich sozusagen schützend vor die erst 15-jährige I._____ habe stellen 

müssen, weil der Privatkläger und J._____ das Mädchen mit sexistischen Sprü-

chen belästigt hätten, ist ein purer Vorwand (Urk. ND 1/2 Antworten 5 und 51). 

I._____ hat gemäss eigenen Aussagen jedenfalls nichts Anstössiges oder Auf-

dringliches wahrgenommen, sondern vielmehr ausgesagt, dass der Beschuldigte 

ziemlich aggressiv gewesen und ihr ein wenig "angepisst rüber gekommen sei" 

(Urk. ND 1/5/5 S. 7). Da die Situation zu eskalieren gedroht habe, habe sie sich 

wieder vom Ort des Geschehens entfernt (Urk. ND 1/5/4 Antworten 13 - 17). Es 

steht deshalb fest, dass der Streit wegen "Nichts" angefangen hat, wie es ein 

Zeuge treffend ausdrückte (Urk. 5/3 S. 2; Urk. ND 1/5/1 S 3). Offenbar schwelte 

seit längerer Zeit ein stiller Konflikt zwischen dem Beschuldigten und dem Privat-

kläger, von welchem sich der Beschuldigte bevormundet und herabgesetzt fühlte 

(Urk. ND 1/4 S. 9; Urk. ND 1/2/2 S. 14; Urk. 30 S. 8). Die genauen Ursachen der 

Spannungen blieben allerdings etwas im Dunkeln (Urk. 29 S. 6 - 8).  

-   11   - 

4.2. Der Beschuldigte beteuerte zwar anlässlich der Berufungsverhandlung, es 

sei ihm damals nicht darum gegangen, sich Respekt zu verschaffen (Urk. 82 

S. 12). Seine früheren Angaben zum Geschehen am Tatabend vermitteln indes 

ein anderes Bild.  

Nachdem sich der Privatkläger nach Ansicht des Beschuldigten ins Gespräch 

zwischen dem Beschuldigten und J._____ einmischte, wies der Beschuldigte den 

Privatkläger zurecht, dass er gar nicht mit ihm, dem Privatkläger, sondern mit 

J._____ gesprochen habe. Wenn der Privatkläger ihm keinen Respekt zeige, 

dann erhalte er auch keinen Respekt. Weiter ermahnte der Beschuldigte den Pri-

vatkläger, er solle ihm "nicht so kommen", er sei kein kleines Kind (Urk. ND 1/4 

S. 9). Er habe ihn zurecht gewiesen, dass er nicht so mit ihm sprechen solle. Er 

sei kein kleiner Hund, mit dem man reden könne, wie man wolle. Das habe er 

dem Privatkläger gesagt (Urk. ND 1/4 S. 15). Der Privatkläger sei im Kollegen-

kreis immer als "'der Stärkste', die Nummer 1, der Grösste, der Kampfsportler" 

angesehen worden. Der Privatkläger habe vom Beschuldigten gedacht, dass die-

ser nicht stark genug sei, um ihn zu schlagen. Als er, der Beschuldigte, vom Pri-

vatkläger zuerst geschlagen worden sei an jenem Abend, sei alles in ihm herauf-

gekommen, "all die Wut, all der Hass" (Urk. ND 1/4 S. 13).  

Diese Aussagen vermitteln vielmehr das Bild des Beschuldigten als jemand, der 

sich generell und auch an jenem Abend speziell vom Privatkläger respektlos, her-

abmindernd behandelt fühlte. So erklärt sich, dass sich nach einer – in der Wahr-

nehmung des Beschuldigten – weiteren Demütigung bzw. Respektlosigkeit des 

Privatklägers an jenem Abend beim Beschuldigten der ganze Frust entlud und es 

zur Gewaltattacke gegenüber dem Privatkläger kam in der – falsch verstandenen 

– Meinung, er könne sich so seinen "verdienten" Respekt verschaffen. Wenn der 

Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung ausführte, der Privatkläger 

habe die Grenzen überschritten, was Respekt anbelange, er habe vor niemandem 

Respekt gehabt, Menschen gedemütigt und nie ein positives Wort übrig gehabt 

(Urk. 82 S. 12), dann scheint er im Lichte seiner früheren Aussagen in erster Linie 

sich selber als Leidtragender des – seiner Ansicht nach – herabwürdigenden Um-

gangs des Privatklägers mit seinen Mitmenschen zu sehen.  

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4.3. Als Ausrede ist die Darstellung des Beschuldigten zu werten, wonach er in 

Notwehr gehandelt habe, weil er vom Privatkläger mit dem Ellbogen ins Gesicht 

geschlagen worden sei. Zum einen steht fest, dass nicht der Beschuldigte ob die-

sem angeblichen Schlag zu Boden ging, sondern der Privatkläger, nachdem ihm 

vom Beschuldigten ein Faustschlag ins Gesicht verpasst wurde (Urk. ND 1/2/1 

Antwort 5). Zum anderen ist erstellt, dass der Privatkläger eine Zigarette in der ei-

nen und eine Bierdose in der anderen Hand gehalten hat (Zeugenaussage 

Urk. ND 1/5/1 S. 4). Es ist deshalb glaubhaft, dass die Armbewegung weniger ein 

harter Angriff war als ein Versuch, den Beschuldigten auf Distanz zu halten 

(Urk. ND 1/5/1 S. 4). Allenfalls hat es ein Gerangel bzw. ein gegenseitiges Stos-

sen oder Zerren gegeben, aber als der Privatkläger dann am Boden lag, bestand 

sicher keine Angriffssituation gegen den Beschuldigten mehr. Klares Indiz dafür 

ist auch die Aussage des Beschuldigten in der Konfrontationseinvernahme, wo-

nach es ihm ein Leichtes gewesen wäre, den am Boden liegenden Privatkläger 

nochmals zu schlagen, ihn zu "zermalmen" (Urk. ND 1/4 S. 20). Wer in Notwehr 

handelt, macht keine solche Aussagen. 

Hinzu kommt, dass dem Privatkläger am Tattag offenbar ein Gips am Bein ent-

fernt worden ist, er am Tatabend weder rennen noch springen konnte und nur auf 

dem einen Bein einen festen Stand hatte. Nach Angaben des Privatklägers, die 

durch die Aussagen des Zeugen J._____ gestützt werden (Urk. ND 1/5/1 S. 10), 

sei es offensichtlich gewesen, dass er an jenem Abend aufgrund seiner vorbeste-

henden Verletzung stark handicapiert war (Urk. ND1 1/4 S. 20). Auch der Be-

schuldigte hatte den Privatkläger früher bereits im Gips gesehen und auch ge-

wusst, dass der Privatkläger lange nicht arbeiten konnte (Urk. 82 S. 9). Dieses 

Wissen um den körperlichen Zustand des Privatklägers relativiert das Vorbringen 

des Beschuldigten, er habe dem Privatkläger quasi aus Furcht vor einem Angriff 

an den Kopf gekickt, als jener sich daran machte, sich wieder vom Boden zu er-

heben. 

4.4. Unglaubhaft bzw. nachgeschoben ist auch die Behauptung des Beschul-

digten, er habe den Privatkläger mit dem Fusstritt ins Gesicht nicht verletzen, 

sondern bloss kampfunfähig machen wollen (Urk. ND 1/2/2 S. 6 und 12). Ohne 

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gravierende Verletzung lässt sich ein Gegner durch einen wuchtigen Fusstritt ins 

Gesicht gar nicht kampfunfähig machen. 

4.5. Immerhin kann dem Beschuldigten nicht widerlegt werden, dass der Privat-

kläger auf das aggressive Verhalten des Beschuldigten mit beleidigenden und 

herabsetzenden Bemerkungen reagiert habe, was den Beschuldigten weiter an-

gestachelt habe (Urk. 5). 

4.6. Erstellt ist, dass der Beschuldigte den Streit provoziert hat, dass er es da-

rauf abkommen liess, den Konflikt zu eskalieren und zwar aufgrund eines nichti-

gen Anlasses. Das subjektive Tatverschulden ist ebenfalls nicht mehr leicht und 

vermag folglich das objektive Tatverschulden nicht zu relativieren. 

5. Bewertung des Tatverschuldens 

Insgesamt ist das Tatverschulden als nicht mehr leicht zu qualifizieren, weshalb 

eine Strafe im Bereich von 30 Monaten angemessen ist. Dies liegt im mittleren 

Bereich des unteren Drittels des Strafrahmens.  

6. Täterkomponenten 

6.1. Nebst dem Tatverschulden sind für die Strafzumessung auch tatunabhän-

gige Faktoren, sogenannte Täterkomponenten massgebend. Diese können sich 

strafmindernd oder straferhöhend auswirken. 

6.2. Im aktuellen Strafregister sind 8 Einträge des Beschuldigten verzeichnet 

(Urk. 75): 

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 30. März 2007, 

60 Tagessätze Geldstrafe zu Fr. 30.-- bedingt und eine Busse von Fr. 500.-- 

wegen Irreführung der Rechtspflege, mehrfachem Hausfriedensbruch und  

diverser Strassenverkehrsdelikte; 

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 25. Januar 

2008, 80 Tagessätze Geldstrafe zu Fr. 30.-- teilbedingt und eine Busse von 

Fr. 300.-- wegen mehrfachem Diebstahl und Nichtanzeigen eines Fundes; 

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- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 13. März 2012, 

60 Tagessätze Geldstrafe zu Fr. 30.-- und eine Busse von Fr. 500.-- wegen 

Hausfriedensbruch, versuchtem Diebstahl und einfacher Körperverletzung;  

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 18. Februar 

2013, 30 Tagessätze Geldstrafe zu Fr. 30.-- wegen Hausfriedensbruch; 

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 5. August 2014, 

20 Tagessätze Geldstrafe zu Fr. 20.-- wegen Vergehen gegen das Waffen-

gesetz 

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 25. August 

2015, 40 Tage Freiheitsstrafe wegen Hausfriedensbruch; 

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 25. Januar 2016, 

120 Tage Freiheitsstrafe wegen Diebstahl und Hausfriedensbruch; 

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 28. Januar 2016, 

120 Tage Freiheitsstrafe wegen Diebstahl. 

Zwar handelt es sich nicht um schwere Delikte und lediglich die ersten vier davon 

sind technisch gesehen Vorstrafen. Insgesamt wirft das Strafregister aber kein gu-

tes Licht auf den Beschuldigten, denn offenbar hinterliessen die Verurteilungen 

bei ihm keinen nachhaltigen Eindruck. Von einem einmaligen Fehlverhalten des 

Beschuldigten im vorliegenden Fall kann deshalb keine Rede sein. Die vier Vor-

strafen wirken sich deutlich straferhöhend aus. Bei den Einträgen 5-8 im Straf-

register (Urk. 75) handelt es sich um Straftaten, die der Beschuldigte nach der 

hier in Frage stehenden Tat verwirkt hat. Darauf wird im Rahmen der Erwägungen 

zur Zusatzstrafe eingegangen. 

6.3. Der Beschuldigte ist geständig, dem Privatkläger die schwere Kieferverlet-

zung durch einen Fusstritt zugefügt zu haben. Zwar nicht die Verletzung aber 

doch deren Entstehung hätte er auch abstreiten können. Von Einsicht, Reue oder 

echtem Bedauern gegenüber dem Privatkläger ist allerdings wenig erkennbar. Er 

hat lediglich sein Bedauern darüber ausgedrückt, dass "es so weit gekommen" ist 

und es nicht hätte passieren dürfen (Urk. 82 S. 8 und 10 f.). Der Beschuldigte 

brachte mehrfach zum Ausdruck, dass nach seiner Ansicht der Privatkläger selbst 

-   15   - 

schuld sei, weil er angefangen habe (Urk. ND 1/2/1 Antwort 50; Prot. I S. 12; 

Urk. 82 S. 11). Wie erwähnt, blendet der Beschuldigte dabei aus, dass er selbst 

den Streit gesucht hat und auch er es war, der mit dem wuchtigen Fusstritt in das 

Gesicht des am Boden liegenden Privatklägers eine ganz andere Ebene hem-

mungsloser Brutalität beschritten hat. Aufgrund des Nachtatverhaltens kann ihm 

deshalb eine leichte Strafminderung zugebilligt werden. 

6.4. Nach eigenen Angaben ist der Beschuldigte, bis er sechs Jahre alt war, in 

… aufgewachsen (Urk. ND 1/2/2 S. 2 f.). Damals trennten sich seine Eltern, und 

er ging zusammen mit seinem Vater zurück nach K._____ [Staat in Südosteuro-

pa], wo er bis zum 13. Altersjahr lebte. Dann kam er zu seiner Mutter zurück in die 

Schweiz. Hier in L._____ besuchte er die Realschule, absolvierte im Anschluss 

daran aber keine Lehre. Er habe temporär, insbesondere als Elektroinstallateur 

auf Baustellen gearbeitet.  

Anlässlich der Berufungsverhandlung ergänzte der Beschuldigte, dass er aktuell 

über keine Wohnung verfüge und in der Beziehung mit seiner Freundin "momen-

tan eine Pause" sei (Urk. 82 S. 1). Seine Mutter sei 2005 verstorben. Zu seinem 

Vater habe er Kontakt und dieser unterstütze ihn finanziell, wenn es ihm möglich 

sei. Seit dem 6. April 2016 befindet er sich im Vollzugszentrum Bachtel im (offe-

nen) Vollzug diverser Freiheits- und Ersatzfreiheitsstrafen. Dort geht er einer Ar-

beit nach. Für die Zeit nach dem Vollzug ist der Beschuldigte auf Stellensuche 

(Urk. 74; vgl. auch Urk. 86/1-2 sowie Urk. 82 S. 1-6 und 12). 

Der Beschuldigte hatte zwar keine völlig unbeschwerte Kindheit und Jugend, be-

sonders belastende und ungewöhnliche Einschnitte sind allerdings auch nicht er-

sichtlich. Die Umstände seines bisherigen Lebens unterscheiden sich jedenfalls  

nicht von jenen vieler anderer Menschen, welche nicht straffällig geworden sind. 

Die persönlichen Verhältnisse sind deshalb bei der Strafzumessung neutral zu 

werten.  

6.5. Insgesamt wirken sich die tatunabhängigen Faktoren in der Summe straf-

erhöhend aus.  

-   16   - 

7. Weitere Strafzumessungsfaktoren 

7.1. Gemäss Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK hat jedermann in einem 

Gerichtsverfahren Anspruch darauf, dass seine Sache innert einer angemesse-

nen Frist behandelt wird. Die Verletzung dieses Beschleunigungsgebotes ist bei 

der Strafzumessung zu berücksichtigen, insbesondere wenn grössere, sachlich 

nicht begründete Unterbrüche in der Bearbeitung des Falles vorliegen oder wenn 

die Verjährungsfrist im Urteilszeitpunkt bald erreicht wird (BGE 117 IV 124 Erw. 3 

und 4d). Ob diese Unterbrüche auf einen Fehler der Strafbehörden zurück zu füh-

ren sind oder nicht, spielt keine Rolle (BGE 130 IV 54 Erw. 3.3.3). 

7.2. Zwar liegt der Eintritt der Verjährung im vorliegenden Fall noch in weiter 

Ferne (Art. 97 Abs. 1 lit. b StGB), eine Dauer von rund 13 Monaten zwischen der 

erstinstanzlichen Hauptverhandlung bis zur Zustellung des erstinstanzlichen be-

gründeten Urteils stellt allerdings eine Verletzung des Beschleunigungsgebotes 

dar. Unter diesem Titel ist dem Beschuldigten deshalb eine leichte Strafminde-

rung zuzubilligen.  

8. Höhe der Einsatzstrafe/retrospektive Konkurrenz/Zusatzstrafe 

8.1. Insgesamt ist somit eine Strafe von 36 Monaten angemessen.  

8.2. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte die vorliegend zu 

beurteilende Tat begangen hatte (am 27. Juli 2013), bevor er zu folgenden Stra-

fen verurteilt wurde (Urk. 75): 

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 5. August 2014, 

20 Tagessätze Geldstrafe zu Fr. 20.-- wegen Vergehen gegen das Waffen-

gesetz; 

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 25. August 

2015, 40 Tage Freiheitsstrafe wegen Hausfriedensbruch; 

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 25. Januar 2016, 

120 Tage Freiheitsstrafe wegen Diebstahl und Hausfriedensbruch (Urk. 76); 

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 28. Januar 2016, 

120 Tage Freiheitsstrafe wegen Diebstahl (Urk. 77). 

-   17   - 

Es liegt somit ein Fall von retrospektiver Konkurrenz im Sinne von Art. 49 Abs. 2 

StGB vor. Die Bestimmung will im Wesentlichen das Asperationsprinzip auch bei 

retrospektiver Konkurrenz gewährleisten (BGE 138 IV 113 E. 3.4.1). Somit darf 

der Täter nicht schwerer bestraft werden, als wenn alle Straftaten zusammen be-

urteilt worden wären. Allerdings greift das Asperationsprinzip nur, wenn mehrere 

gleichartige Strafen ausgesprochen werden (BGE 137 IV 57 4.3.1).  

8.3. In Bezug auf die letzten drei Vorstrafen, in denen – wie vorliegend – auf 

Freiheitsstrafe erkannt wurde, ist somit unter Berücksichtigung des Asperations-

prinzips eine Zusatzstrafe auszufällen. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Zürich-Sihl vom 5. August 2014 ausgefällte Geldstrafe bleibt davon unberührt. 

8.4. Für diese früheren Straftaten – Hausfriedensbruch, Diebstahl und Haus-

friedensbruch und erneut Diebstahl – wurde kumuliert eine Freiheitsstrafe von 

9 Monaten und 10 Tagen ausgefällt.  

Es erscheint angemessen die Einsatzstrafe von 36 Monaten Freiheitsstrafe für die 

schwere Körperverletzung aufgrund der bereits abgeurteilten Taten unter Berück-

sichtigung des Asperationsprinzips auf 40 Monate Freiheitsstrafe zu erhöhen. Von 

dieser hypothetischen Gesamtstrafe von 40 Monaten sind die bereits ausgefällten 

gleichartigen Grundstrafen von 9 Monaten und 10 Tagen in Abzug zu bringen 

(vgl. dazu BGE 132 IV 102 E. 8.3).  

Somit ist hier eine Zusatzstrafe von 30 Monaten und 20 Tagen Freiheitsstrafe zu 

den Freiheitsstrafen gemäss den Strafbefehlen der Staatsanwaltschaft Winterthur 

/ Unterland vom 25. August 2015 (40 Tage), der Staatsanwaltschaft Zürich-

Limmat vom 25. Januar 2016 (120 Tage) sowie der Staatsanwaltschaft Zürich-

Limmat vom 28. Januar 2016 (120 Tage) auszufällen. Die erstandene Polizeihaft 

(1 Tag) ist anzurechnen. 

V. Vollzug 

1. Massgebend für die Frage, ob ein bedingter oder teilbedingter Vollzug in Be-

tracht kommt, ist im Falle von retrospektiver Konkurrenz die hypothetische Ge-

-   18   - 

samtstrafe (vgl. BGE 109 IV 68 E. 1 mit Hinweisen), welche sich aus der Zusatz-

strafe und der gleichartigen Grundstrafe zusammensetzt (Urteil 6B_645/2009 vom 

14. Dezember 2009 E. 1). Beträgt die Summe aus der Grundfreiheitsstrafe und 

der Zusatzfreiheitsstrafe mehr als drei Jahre, ist ein teilbedingter Vollzug daher 

nicht möglich (zum Ganzen auch Urteil des Bundesgerichts 6B_165/2011 vom 

19. Juli 2011 E. 2.2.2). 

2. Mit der hier bestimmten hypothetischen Gesamtstrafe von 40 Monaten fehlt 

es bereits in objektiver Hinsicht an der Voraussetzung für die Gewährung des teil-

bedingten Vollzugs nach Art. 43 StGB.  

Es muss deshalb nicht abschliessend beurteilt werden, ob die subjektiven Vor-

aussetzungen für die Gewährung des (teil-)bedingten Vollzugs erfüllt sind, dem 

Beschuldigten mithin eine positive Legalprognose gestellt werden könnte. Dies 

erscheint indes fraglich. Das Verschulden des Beschuldigten wiegt, wie bereits 

ausgeführt, insgesamt nicht mehr leicht. Bei der Prognosebildung sind einerseits 

die Vorstrafen zu berücksichtigen, andererseits der Umstand, dass der Beschul-

digte seit der Tat bereits wieder viermal bzw. seit dem vorinstanzlichen Urteil 

dreimal strafrechtlich in Erscheinung getreten ist (dazu vorstehend). Es handelt 

sich zwar um leichtere Vergehen, nichts desto trotz bestehen hinsichtlich seines 

Wohlverhaltens nach insgesamt 8 Verurteilungen nicht unerhebliche Bedenken. 

Kommt hinzu, dass die von der Vorinstanz – dannzumal noch zutreffend – veror-

teten stabilisierenden Faktoren (Urk. 47 S. 32: private Beziehung, feste Arbeits-

stelle) nunmehr weggefallen sind, da der Beschuldigte sich im Strafvollzug befin-

det, keinen Job hat und die Beziehung zu seiner Freundin offenbar "pausiert". 

3. Nach dem Gesagten ist die hier auszusprechende Zusatzstrafe zu voll-

ziehen. Damit erübrigen sich Weiterungen zum Antrag auf Anordnung eines Kon-

taktverbotes für die Dauer der Probezeit (vgl. Urk. 84 S. 2; Prot. II S. 4) sowie zu 

einer Bewährungshilfe (vgl. Prot. II S. 9 f.).  

-   19   - 

VI. Genugtuung 

1. Die Vorinstanz sprach dem Privatkläger ein Genugtuung von Fr. 6'000.-- zu 

(Urk. 47 S. 36 Dispositivziffer 7). Der Privatkläger verlangt im Rahmen seiner An-

schlussberufung einer höhere Genugtuung von Fr. 12'000.-- (Urk. 59 und 84). Er 

begründet dies mit einem schweren Verschulden des Beschuldigten und schwe-

ren andauernden Verletzungsfolgen (vgl. zuletzt Urk. 84 S. 6 ff.). 

2. Eine Genugtuung hat die Funktion der Wiedergutmachung von immateriel-

lem Unbill. Immaterielle Unbill entsteht durch Schmerz, seelischem Leiden oder 

anderen Beeinträchtigungen der Lebensfreude oder der Persönlichkeit. Ihre 

Schwierigkeit liegt darin, dass in Geld etwas abgegolten werden soll, was ganz 

allgemein nicht, und erst recht nicht mit Geld messbar ist. Es kommt hinzu, dass 

Schmerz und Leid von jedem unterschiedlich empfunden wird. Die Genugtuung 

ist auch keine Ersatzstrafe, sie soll vielmehr Mittel zum Ausgleich des Gefühls er-

littenen Unrechts sein. In diesem Sinne ist sie eine Art Sühne. Sie soll dem Opfer 

eine gewisse Befriedigung verschaffen. Sie orientiert sich weder an der Ein-

kommens- noch an der Vermögenssituation, weder des Täters noch des Opfers. 

Massgebende Kriterien sind gemäss Rechtsprechung das Verschulden, die Inten-

sität der Verletzung und die Auswirkungen auf das Opfer. Bereits diese Erwä-

gungen dokumentieren, dass bezüglich der Höhe der Genugtuung ein grosses 

richterliches Ermessen besteht.  

3. Wie bereits bei der Strafzumessung ausgeführt, ist von einem nicht mehr 

leichten Verschulden und nicht von einem schweren Verschulden des Beschuldig-

ten auszugehen. Zudem kann auch nicht von schweren Verletzungsfolgen ge-

sprochen werden. Die Beeinträchtigung der Gefühlsnerven um den Mundwinkel 

und beim Zubeissen im Kiefer mögen zwar ausserordentlich störend sein, objektiv 

handelt es sich dabei aber nicht um schwere Verletzungen oder Schäden. Immer-

hin ist von einer bleibenden Beeinträchtigung auszugehen.  

4. Ein Vergleich mit Fällen aus Literatur und Rechtsprechung ist immer prob-

lematisch, weil es Einzelfallentscheide sind, die Wertungen von Details enthalten, 

die wesentlich sind, aber nicht einfach tabellarisch erfasst werden können. So 

-   20   - 

bleibt meistens auch der genaue Grad des Verschuldens und ein allfälliges Mit-

verschulden des Opfers oder weiterer Beteiligter offen. Mit all diesen Vorbehalten 

erscheint in der Kasuistik die Tendenz erkennbar, dass bei Verletzungen aufgrund 

von Faust- oder Fusstritten an den Kopf Genugtuungen in fünfstelliger Höhe nur 

in sehr schweren Fällen zugesprochen wurden, beispielsweise bei bleibender In-

validität (HÜTTE/LANDOLT, Genugtuungsrecht, Grundlagen zur Bestimmung der 

Genugtuung, Bd. 2, Genugtuung bei Körperverletzungen, Kasuistik S. 270 ff., bei-

spielsweise Nr. 568, 688 oder 860). Aus der jüngeren Praxis des Obergerichts  

Zürich können erwähnt werden: Entscheid der II. Strafkammer vom 18. Oktober 

2011, SB090644, Kieferbruch, Genugtuung Fr. 1'500.--; Entscheid der II. Straf-

kammer vom 4. November 2009, SE090005, mehrere Fusstritte mit Springerstie-

feln gegen Körper und Kopf, Schädelhirntrauma mit Jochbeinfraktur links, eine 

Trümmerfraktur der Kieferhöhlenvorderwand links, einen Abbruch der Zahnkrone 

am oberen linken Schneidezahn sowie eine dislozierte Nasenbeinfraktur, Genug-

tuung Fr. 10'000.--; Entscheid der I. Strafkammer vom 13. Januar 2011, 

SB100677, Faustschlag und Fusstritte, Rissquetschwunde, Weichteilschwellung 

der Ober- und Unterlippe sowie Verletzung der Schneidezähne, die durch Implan-

tate ersetzt werden mussten, Genugtuung Fr. 5'000.–; Entscheid der II. Straf-

kammer vom 11. Dezember 2015, SB150153, Faustschläge und Fusstritte ins-

besondere auch gegen den Kopf, Schädelhirntrauma, weitere Kopfverletzungen 

sowie Thoraxtrauma, Genugtuung Fr. 2'000.--.  

5. Auch unter Berücksichtigung der aktuellen Rechtsprechung erscheint des-

halb die von der Vorinstanz zugesprochene Summe von Fr. 6'000.-- im vorliegen-

den Fall wohl abgewogen. Diese Höhe der Genugtuung ist im Resultat zu bestäti-

gen. 

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien nach Massgabe ih-

res Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Verfahrenskosten 

setzten sich gemäss Art. 422 StPO aus der Gerichtsgebühr und den Auslagen 

-   21   - 

zusammen. Zu den Letzteren gehören gemäss Art. 426 Abs. 2 StPO auch die 

Kosten für die amtliche Verteidigung und die unentgeltliche Verbeiständung.  

2. Die Staatsanwaltschaft obsiegt ungefähr zur Hälfte mit ihrer Berufung, womit 

sie anstelle einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten eine unbedingte Stra-

fe von 36 Monaten verlangte. Der Beschuldigte, der die Bestätigung des vor-

instanzlichen Urteils beantragte, unterliegt bei diesem Verfahrensausgang in etwa 

zur Hälfte. Der Privatkläger unterliegt mit seiner Anschlussberufung, wobei die 

Genugtuungsforderung vom Aufwand und der Bedeutung im Rahmen des gesam-

ten Falles her nur einen kleinen Teil ausmachte. Allerdings können dem Privat-

kläger gestützt auf Art. 30 OHG keine Kosten auferlegt werden, auch nicht die 

seiner unentgeltlichen Verbeiständung.  

3. Demzufolge sind die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der 

Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerschaft, dem Beschuldigten zu 1/2 aufzuerlegen und zu 1/2 auf die 

Staatskasse zu nehmen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der 

unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft sind im Umfang von 1/2 definitiv 

und im Umfang von 1/2 einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Rück-

zahlungspflicht des Beschuldigten bleibt im Umfang von 1/2 vorbehalten. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Andelfingen vom 

17. Dezember 2014 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"1. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig der schweren Körperverletzung 
im Sinne von Art. 122 Abs. 3 StGB. 

2. Vom Vorwurf der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 
StGB und der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB wird der 
Beschuldigte freigesprochen. 

3. (…). 

4. (…). 

5. (…). 

-   22   - 

6. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte dem Privatkläger A._____ 
aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatz nach schadenersatz-
pflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfangs des Schadenersatz-
anspruches wird der Privatkläger auf den Weg des Zivilprozesses ver-
wiesen. 

7. (…).  

8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'500.–. Über die weiteren 
Kosten (Barauslagen usw.) wird die Gerichtskasse Rechnung stellen. 

9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-
nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen 
Rechtsvertretung des Privatklägers, werden dem Beschuldigten auf-
erlegt.  

10. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechts-
vertretung des Privatklägers werden auf die Gerichtskasse genommen; 
vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

11. Die Kosten der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten belaufen sich 
auf Fr. 12'316.30 (inkl. 8 % MWST). Die Kosten der unentgeltlichen 
Rechtsvertretung des Privatklägers betragen Fr. 10'509.25 (inkl. 8 % 
MWST).  

12. (Mitteilungen) 

13. (Rechtsmittel)" 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit 30 Monaten und 20 Tagen Frei-

heitsstrafe, wovon 1 Tag durch Polizeihaft erstanden ist, als Zusatzstrafe zu 

den Freiheitsstrafen gemäss den Strafbefehlen der Staatsanwaltschaft Win-

terthur / Unterland vom 25. August 2015 (40 Tage), der Staatsanwaltschaft 

Zürich-Limmat vom 25. Januar 2016 (120 Tage) sowie der Staatsanwalt-

schaft Zürich-Limmat vom 28. Januar 2016 (120 Tage). 

2. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

-   23   - 

3. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger A._____ Fr. 6'000.– zu-

züglich 5% Zins seit dem 27. Juli 2013 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.  

4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'500.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 4'400.–   amtliche Verteidigung 

Fr. 4'700.–   unentgeltliche Verbeiständung  

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerschaft, werden dem Beschuldigten zu 1/2 auferlegt und zu 

1/2 auf die Staatskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung 

und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft werden im Umfang 

von 1/2 definitiv und im Umfang von 1/2 einstweilen auf die Gerichtskasse 

genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten im Umfang von 1/2 

bleibt vorbehalten.  

6. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− den amtlichen Verteidiger im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (übergeben)  
− den unentgeltlichen Vertreter des Privatklägers im Doppel für sich und 

zuhanden des Privatklägers (übergeben) 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste  

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− den amtlichen Verteidiger im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

− den unentgeltlichen Vertreter des Privatklägers im Doppel für sich und 
zuhanden des Privatklägers 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

-   24   - 

− die Vorinstanz 

− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste 

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A. 

7. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 22. September 2016 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. R. Naef 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

Dr. iur. F. Manfrin 
 

 

	Urteil vom 22. September 2016
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 45 = 47 S. 36 ff.)
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 3 StGB.
	2. Vom Vorwurf der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB und der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB wird der Beschuldigte freigesprochen.
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit zwei Jahren Freiheitsstrafe.
	4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe  wird aufgeschoben und die Probezeit auf drei Jahre festgesetzt.
	5. Für die Dauer der Probezeit wird eine Bewährungshilfe angeordnet.
	6. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte dem Privatkläger A._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatz nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfangs des Schadenersatzanspruches wird der Privatkläger auf den Weg des...
	7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger A._____ Fr. 6'000.–, zuzüglich 5 % Zins ab dem 27. Juli 2013, als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'500.–. Über die weiteren Kosten (Barauslagen usw.) wird die Gerichtskasse Rechnung stellen.
	9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers, werden dem Beschuldigten auferlegt.
	10. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
	11. Die Kosten der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten belaufen sich auf Fr. 12'316.30 (inkl. 8 % MWST). Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers betragen Fr. 10'509.25 (inkl. 8 % MWST).
	12. (Mitteilungen)
	13. (Rechtsmittel)"
	Berufungsanträge:  (Prot. II S. 4 f.)
	Erwägungen:
	I. Einleitung und Prozessverlauf
	1. Anklagevorwurf
	2. Erstinstanzliches Verfahren
	2.1. Die Hauptverhandlung vor Bezirksgericht fand am 16. Dezember 2014 statt (Prot. I S. 5). Mit vorstehend wiedergegebenem Urteil vom 17. Dezember 2014 sprach die Vorinstanz den Beschuldigten der schweren Körperverletzung für schuldig und bestrafte i...
	2.2. Mit Eingabe vom 23. Dezember 2014 (Poststempel 24. Dezember 2014) meldete die Staatsanwaltschaft Berufung an (Urk. 28). Das begründete Urteil wurde den Parteien am 2. bzw. 3. Februar 2016 zugestellt (Urk. 45, Urk. 46/1-3).

	3. Berufungsverfahren
	3.1. Am 23. Februar 2016 (Poststempel 22. Februar 2016), somit innert der  20-tägigen Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO, ging hierorts die Berufungserklärung der Staatsanwaltschaft ein (Urk. 49).
	3.2. Mit Verfügung vom 9. März 2016 wurde den Parteien eine 20-tägige Frist zur Anschlussberufung angesetzt. Diese Verfügung wurde vom unentgeltlichen Rechtsbeistand des Privatklägers am 16. März 2016 in Empfang genommen (Urk. 53). Am 31. März 2016 (P...
	3.3. Nachdem der Wohn- und Aufenthaltsort des Beschuldigen zeitweise unbekannt war, teilte das Amt für Justizvollzug am 28. Juni 2016 auf Anfrage mit, dass sich der Beschuldigte im Vollzugszentrum Bachtel aufhalte (Urk. 63). Hierauf wurde zur Berufung...
	3.4. Zur Berufungsverhandlung erschienen der Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, der Leitende Staatsanwalt Dr. iur. R. Jäger, der unentgeltliche Rechtsvertreter des Privatklägers, Rechtsanwalt lic...

	II. Prozessuales
	III. Umfang der Berufung und Teilsrechtskraft
	Die Berufungen beschränken sich auf das Strafmass und den Vollzug (und damit einhergehend die Bewährungshilfe) sowie die Höhe der Genugtuung (Dispositivziffer 3, 4, 5 und 7; vgl. Prot. II S. 4-6). Im Übrigen ist das vorinstanzliche Urteil rechtkräftig...

	IV. Strafzumessung
	1. Strafrahmen
	2. Grundsätze der Strafzumessung
	3. Objektives Tatverschulden
	3.1. Im Rahmen aller theoretisch möglichen oder denkbaren schweren Körperverletzungen liegt die vom Beschuldigten dem Privatkläger zugefügte Verletzung im untersten Bereich. Es sind weitaus schwerere Verletzungen denkbar, beispielsweise der Verlust vo...
	3.2. Die unmittelbaren Folgen der Tat waren für das Opfer langwierig und schmerzlich. Die Röntgenbilder zeigen, dass der ganze Unterkiefer beidseits "vernagelt" werden musste (Urk. ND 1/6/11 - 12). Später kam es zu Komplikationen, einer sogenannten Ps...
	3.3. Ein vorsätzlicher wuchtiger Fusstritt in den Kopfbereich eines am Boden liegenden Kontrahenden offenbart eine beispielslose Brutalität und Skrupellosigkeit des Täters. Der vorliegend erzielte Erfolg der Tat lag sehr nahe. Leicht hätten auch leben...
	3.4. Im weiten Strafrahmen, der bei schweren Körperverletzungen zur Verfügung steht, ist die objektive Tatschwere nach dem Gesagten – und entgegen der Staatsanwaltschaft, die von einem objektiv erheblichen Verschulden ausgeht (Urk. 83 S. 3 f.) – als ...

	4. Subjektives Tatverschulden
	4.1. Der massive Gewaltausbruch des Beschuldigten war völlig unverhältnismässig, ohne jeglichen vernünftigen Anlass. Die Darstellung des Beschuldigten, wonach er sich sozusagen schützend vor die erst 15-jährige I._____ habe stellen müssen, weil der Pr...
	4.2. Der Beschuldigte beteuerte zwar anlässlich der Berufungsverhandlung, es sei ihm damals nicht darum gegangen, sich Respekt zu verschaffen (Urk. 82 S. 12). Seine früheren Angaben zum Geschehen am Tatabend vermitteln indes ein anderes Bild.
	Nachdem sich der Privatkläger nach Ansicht des Beschuldigten ins Gespräch zwischen dem Beschuldigten und J._____ einmischte, wies der Beschuldigte den Privatkläger zurecht, dass er gar nicht mit ihm, dem Privatkläger, sondern mit J._____ gesprochen ha...
	Diese Aussagen vermitteln vielmehr das Bild des Beschuldigten als jemand, der sich generell und auch an jenem Abend speziell vom Privatkläger respektlos, herabmindernd behandelt fühlte. So erklärt sich, dass sich nach einer – in der Wahrnehmung des Be...
	4.3. Als Ausrede ist die Darstellung des Beschuldigten zu werten, wonach er in Notwehr gehandelt habe, weil er vom Privatkläger mit dem Ellbogen ins Gesicht geschlagen worden sei. Zum einen steht fest, dass nicht der Beschuldigte ob diesem angeblichen...
	Hinzu kommt, dass dem Privatkläger am Tattag offenbar ein Gips am Bein entfernt worden ist, er am Tatabend weder rennen noch springen konnte und nur auf dem einen Bein einen festen Stand hatte. Nach Angaben des Privatklägers, die durch die Aussagen de...
	4.4. Unglaubhaft bzw. nachgeschoben ist auch die Behauptung des Beschuldigten, er habe den Privatkläger mit dem Fusstritt ins Gesicht nicht verletzen, sondern bloss kampfunfähig machen wollen (Urk. ND 1/2/2 S. 6 und 12). Ohne gravierende Verletzung lä...
	4.5. Immerhin kann dem Beschuldigten nicht widerlegt werden, dass der Privatkläger auf das aggressive Verhalten des Beschuldigten mit beleidigenden und herabsetzenden Bemerkungen reagiert habe, was den Beschuldigten weiter angestachelt habe (Urk. 5).
	4.6. Erstellt ist, dass der Beschuldigte den Streit provoziert hat, dass er es darauf abkommen liess, den Konflikt zu eskalieren und zwar aufgrund eines nichtigen Anlasses. Das subjektive Tatverschulden ist ebenfalls nicht mehr leicht und vermag folgl...

	5. Bewertung des Tatverschuldens
	6. Täterkomponenten
	6.1. Nebst dem Tatverschulden sind für die Strafzumessung auch tatunabhängige Faktoren, sogenannte Täterkomponenten massgebend. Diese können sich strafmindernd oder straferhöhend auswirken.
	6.2. Im aktuellen Strafregister sind 8 Einträge des Beschuldigten verzeichnet (Urk. 75):
	- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 30. März 2007, 60 Tagessätze Geldstrafe zu Fr. 30.-- bedingt und eine Busse von Fr. 500.-- wegen Irreführung der Rechtspflege, mehrfachem Hausfriedensbruch und  diverser Strassenverkehrsd...
	- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 25. Januar 2008, 80 Tagessätze Geldstrafe zu Fr. 30.-- teilbedingt und eine Busse von Fr. 300.-- wegen mehrfachem Diebstahl und Nichtanzeigen eines Fundes;
	- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 13. März 2012, 60 Tagessätze Geldstrafe zu Fr. 30.-- und eine Busse von Fr. 500.-- wegen Hausfriedensbruch, versuchtem Diebstahl und einfacher Körperverletzung;
	- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 18. Februar 2013, 30 Tagessätze Geldstrafe zu Fr. 30.-- wegen Hausfriedensbruch;
	- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 5. August 2014, 20 Tagessätze Geldstrafe zu Fr. 20.-- wegen Vergehen gegen das Waffengesetz
	- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 25. August 2015, 40 Tage Freiheitsstrafe wegen Hausfriedensbruch;
	- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 25. Januar 2016, 120 Tage Freiheitsstrafe wegen Diebstahl und Hausfriedensbruch;
	- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 28. Januar 2016, 120 Tage Freiheitsstrafe wegen Diebstahl.
	Zwar handelt es sich nicht um schwere Delikte und lediglich die ersten vier davon sind technisch gesehen Vorstrafen. Insgesamt wirft das Strafregister aber kein gutes Licht auf den Beschuldigten, denn offenbar hinterliessen die Verurteilungen bei ihm ...
	6.3. Der Beschuldigte ist geständig, dem Privatkläger die schwere Kieferverletzung durch einen Fusstritt zugefügt zu haben. Zwar nicht die Verletzung aber doch deren Entstehung hätte er auch abstreiten können. Von Einsicht, Reue oder echtem Bedauern g...
	6.4. Nach eigenen Angaben ist der Beschuldigte, bis er sechs Jahre alt war, in … aufgewachsen (Urk. ND 1/2/2 S. 2 f.). Damals trennten sich seine Eltern, und er ging zusammen mit seinem Vater zurück nach K._____ [Staat in Südosteuropa], wo er bis zum ...
	6.5. Insgesamt wirken sich die tatunabhängigen Faktoren in der Summe straferhöhend aus.

	7. Weitere Strafzumessungsfaktoren
	7.1. Gemäss Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK hat jedermann in einem Gerichtsverfahren Anspruch darauf, dass seine Sache innert einer angemessenen Frist behandelt wird. Die Verletzung dieses Beschleunigungsgebotes ist bei der Strafzumessung zu...
	7.2. Zwar liegt der Eintritt der Verjährung im vorliegenden Fall noch in weiter Ferne (Art. 97 Abs. 1 lit. b StGB), eine Dauer von rund 13 Monaten zwischen der erstinstanzlichen Hauptverhandlung bis zur Zustellung des erstinstanzlichen begründeten Urt...

	8. Höhe der Einsatzstrafe/retrospektive Konkurrenz/Zusatzstrafe
	8.1. Insgesamt ist somit eine Strafe von 36 Monaten angemessen.
	8.2. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte die vorliegend zu beurteilende Tat begangen hatte (am 27. Juli 2013), bevor er zu folgenden Strafen verurteilt wurde (Urk. 75):
	- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 5. August 2014, 20 Tagessätze Geldstrafe zu Fr. 20.-- wegen Vergehen gegen das Waffengesetz;
	- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 25. August 2015, 40 Tage Freiheitsstrafe wegen Hausfriedensbruch;
	- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 25. Januar 2016, 120 Tage Freiheitsstrafe wegen Diebstahl und Hausfriedensbruch (Urk. 76);
	- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 28. Januar 2016, 120 Tage Freiheitsstrafe wegen Diebstahl (Urk. 77).
	Es liegt somit ein Fall von retrospektiver Konkurrenz im Sinne von Art. 49 Abs. 2 StGB vor. Die Bestimmung will im Wesentlichen das Asperationsprinzip auch bei retrospektiver Konkurrenz gewährleisten (BGE 138 IV 113 E. 3.4.1). Somit darf der Täter nic...
	8.3. In Bezug auf die letzten drei Vorstrafen, in denen – wie vorliegend – auf Freiheitsstrafe erkannt wurde, ist somit unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips eine Zusatzstrafe auszufällen. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sih...
	8.4. Für diese früheren Straftaten – Hausfriedensbruch, Diebstahl und Hausfriedensbruch und erneut Diebstahl – wurde kumuliert eine Freiheitsstrafe von 9 Monaten und 10 Tagen ausgefällt.
	Es erscheint angemessen die Einsatzstrafe von 36 Monaten Freiheitsstrafe für die schwere Körperverletzung aufgrund der bereits abgeurteilten Taten unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips auf 40 Monate Freiheitsstrafe zu erhöhen. Von dieser hypo...
	Somit ist hier eine Zusatzstrafe von 30 Monaten und 20 Tagen Freiheitsstrafe zu den Freiheitsstrafen gemäss den Strafbefehlen der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 25. August 2015 (40 Tage), der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 25. Jan...

	V. Vollzug
	VI. Genugtuung
	VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Andelfingen vom 17. Dezember 2014 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"1. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 3 StGB.
	2. Vom Vorwurf der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB und der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB wird der Beschuldigte freigesprochen.
	3. (…).
	4. (…).
	5. (…).
	6. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte dem Privatkläger A._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatz nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfangs des Schadenersatzanspruches wird der Privatkläger auf den Weg des...
	7. (…).
	8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'500.–. Über die weiteren Kosten (Barauslagen usw.) wird die Gerichtskasse Rechnung stellen.
	9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers, werden dem Beschuldigten auferlegt.
	10. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
	11. Die Kosten der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten belaufen sich auf Fr. 12'316.30 (inkl. 8 % MWST). Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers betragen Fr. 10'509.25 (inkl. 8 % MWST).
	12. (Mitteilungen)
	13. (Rechtsmittel)"
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit 30 Monaten und 20 Tagen Freiheitsstrafe, wovon 1 Tag durch Polizeihaft erstanden ist, als Zusatzstrafe zu den Freiheitsstrafen gemäss den Strafbefehlen der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 25....
	2. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.
	3. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger A._____ Fr. 6'000.– zuzüglich 5% Zins seit dem 27. Juli 2013 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	5. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, werden dem Beschuldigten zu 1/2 auferlegt und zu 1/2 auf die Staatskasse genommen. Die Kosten der amtl...
	6. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 den amtlichen Verteidiger im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (übergeben)
	 den unentgeltlichen Vertreter des Privatklägers im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers (übergeben)
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 den amtlichen Verteidiger im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland
	 den unentgeltlichen Vertreter des Privatklägers im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.

	7. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.