# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 25684c00-3cbd-52d7-aa52-4eac992d8714
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-09
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 09.03.2016 IV 2013/430
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-430_2016-03-09.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/430

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 09.10.2019

Entscheiddatum: 09.03.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 09.03.2016
Wiedererwägung nach Art. 53 Abs. 2 ATSG. Zweifellose Unrichtigkeit auf 
Grund der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes bejaht. Rückweisung 
zur Vornahme weiterer Abklärungen des Gesundheitszustands ex nunc. 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. März 
2016, IV 2013/430).

Besetzung

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider und 

Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Marilena Gnesa

Geschäftsnr.

IV 2013/430

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Hubatka,

Tiefenackerstrasse 49, Postfach 240, 9450 Altstätten,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gegenstand

Rente (Wiedererwägung, Aufhebung)

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich am 20. Dezember 1990 zum Bezug von IV-Leistungen 

(Umschulung auf eine neue Tätigkeit) an. Er gab an, seit April 1990 an Schmerzen in 

der rechten Hand sowie im rechten Arm zu leiden. Die Chirurgie B.___ habe ihm 

geraten, den Beruf zu wechseln (IV-act. 1). Der Versicherte war zwischen 1979 und 

1983 bei der Firma C.___ und danach - nach einer einjährigen Arbeitsunfähigkeit infolge 

einer Kieferoperation - bei D.___ AG als Stahlbau-Monteur angestellt gewesen (IV-act. 

11). In der Folge klärte die IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Regionalstelle für 

berufliche Eingliederung Behinderter, die beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten ab 

(IV-act. 10). Im Bericht vom 6. November 1991 hielt sie fest, es habe für den 

Versicherten ab 1. Juli 1991 eine seiner Behinderung entsprechende Arbeitsstelle bei 

E.___ AG gefunden werden können; der Versicherte habe mitgeteilt, dass die Tätigkeit 

bei dieser Firma seinen Einschränkungen in der Schulter angepasst sei. Er werde bei 

E.___ AG als Apparatebauer angelernt. Da der Versicherte sehr zufrieden mit seiner 

Arbeit sei, könne der Fall geschlossen werden (IV-act. 11). Daraufhin zog der 

Versicherte am 11. Mai 1992 die IV-Anmeldung vom 10. Dezember 1990 zurück (IV-act. 

12).

A.b Am 19./20. April 2001 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-

Leistungen an (Berufsberatung). Dabei gab er an, an einer dreifachen Diskushernie 

sowie an Beschwerden an der rechten Schulter zu leiden (IV-act. 13-5). Der 

behandelnde Arzt, Dr. med. F.___, Facharzt für Innere Medizin FMH, diagnostizierte ein 

chronisches lumbospondylogenes Syndrom beidseits linksbetont bei medianer 

Diskusprotrusion L4/L5 und Spondylarthrose L5/S1, ein chronisches cervikobrachiales 

Syndrom bei kleiner rechtsparamedianer Diskushernie C6/C7 mit Wurzelkontakt C7 

rechts, und eine AC-Gelenksarthrose rechts (Arztbericht vom 12. Februar 2002, IV-act. 

26). Er bescheinigte dem Versicherten eine Arbeitsfähigkeit von weniger als 30 % auch 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

in leidensangepasster Tätigkeit; die bisherige Tätigkeit als Schlosser sei nicht mehr 

zumutbar (IV-act. 28, S. 2). Mit Wirkung ab 1. November 2001 sprach die IV-Stelle dem 

Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 75 % eine ganze IV-Rente zu (Verfügungen 

vom 3. und 23. Oktober 2002, IV-act. 36 und 38; vgl. auch den Vorbescheid vom 9. 

August 2002, IV-act. 32).

A.c  Im August 2003 leitete die IV-Stelle eine ordentliche Rentenrevision ein (IV-act. 39). 

Dr. F.___ bescheinigte einen stationären Gesundheitszustand (Verlaufsbericht vom 21. 

Oktober 2003, IV-act. 41). Darauf gestützt teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 30. 

Oktober 2003 mit, es bestehe ein unveränderter Anspruch auf eine ganze IV-Rente (IV-

act. 42).

A.d Auf Grund eines anonymen Hinweises, wonach sich der Versicherte hauptsächlich 

im Ausland aufhalte und dort womöglich einer Arbeitstätigkeit nachgehe (vgl. IV-act. 

44, 46, 47 und 48), leitete die IV-Stelle im Frühjahr 2005 eine vorgezogene 

Rentenrevision ein (IV-act. 47, 50). Den Auftrag zu einer interdisziplinären Abklärung 

erteilte die IV-Stelle am 8. April 2005 dem Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und 

Hygiene (AEH) GmbH, Zürich (IV-act. 51; vgl. auch IV-act. 59 und 61). Der Versicherte 

wurde am 8./9. Dezember 2005 im AEH untersucht. Die Gutachter diagnostizierten ein 

chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit Ausstrahlung rechtsseitig (mit/bei 

BWS-Kyphose und LWS-Lordose, rechtsseitiger Diskushernie L5/S1, 

Übergangsanomalie mit Nearthrose, und allgemein verminderter Kraftausdauer) und ein 

Schmerzsyndrom beim rechten Arm (mit/bei Periarthropathia humero-scapularis, 

Epicondylopathia humero-radialis, ohne klinischen Hinweis für eine radikuläre Reiz- 

oder sensomotorische Ausfallsymptomatik bei anamnestisch bekannten Diskushernien 

C5/C6 und C6/C7). Zumutbar sei eine mittelschwere Arbeit ganztags mit einer 

Belastungsgrenze (Heben vom Boden bis zu Taillenhöhe bis max. 17.5 kg; Heben von 

der Taille zu Kopfhöhe bis max. 12.5 kg; Heben horizontal bis max. 20 kg). Betreffend 

Arbeitsfähigkeit bestehe für eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit eine volle 

Arbeitsfähigkeit (Gutachten vom 6. Februar 2006, IV-act. 63). Der Regionale Ärztliche 

Dienst der Invalidenversicherung (RAD) nahm zum AEH-Gutachten am 17. Februar 

2006 Stellung. Er befand, ein „Revisionsgrund“ liege nicht vor, da der 

Gesundheitszustand unverändert mit gleicher Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei. 

Ein IV-Grad von 75 % bei einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit sei 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

nicht nachvollziehbar (IV-act. 64). Am 27. Februar 2006 teilte die IV-Stelle dem 

Versicherten mit, bei der Überprüfung des IV-Grades sei keine Änderung festgestellt 

worden, die sich auf die IV-Rente auswirke. Es bestehe deshalb weiterhin Anspruch auf 

die bisherige IV-Rente bei einem IV-Grad von 75 % (IV-act. 67).

A.e  Im Rahmen eines am 10. Dezember 2007 von Amtes wegen eingeleiteten 

Rentenrevisionsverfahrens (vgl. IV-act. 79) stellte Dr. F.___ im Verlaufsbericht vom 28. 

Januar 2008 einen stationären Zustand fest. Er sehe den Patienten nur sporadisch; in 

den letzten zwei Jahren hätten keine rückenspezifischen Abklärungen und 

Behandlungen stattgefunden (IV-act. 76, S. 2 und 4). Die IV-Stelle hielt unter Verweis 

auf das Feststellungsblatt vom 24. (richtig: 23.). Februar 2006 (IV-act. 65) und den 

Verlaufsbericht von Dr. F.___ vom 28. Januar 2008 (IV-act. 76) fest, ein Revisionsgrund 

liege nicht vor. Es bestehe weiterhin Anspruch auf die bisherige IV-Rente 

(Feststellungsblatt vom 19. März 2008, IV-act. 77), was sie dem Versicherten am 19. 

März 2008 mitteilte (IV-act. 78).

A.f Am 16. März 2011 stellte die IV-Stelle dem Versicherten einen Fragebogen für eine 

weitere Rentenrevision zu, den dieser am 20. Juli 2011 ausfüllte und einen nach wie vor 

unveränderten Gesundheitszustand festhielt (IV-act. 83 und 84). Der neue Hausarzt, Dr. 

med. G.___, nahm am 5. November 2011 dahingehend Stellung, der 

Gesundheitszustand habe sich nicht geändert, die Prognose sei schlecht. Tätigkeiten, 

bei denen der Patient keine Schmerzen verspüre, seien ihm zumutbar (IV-act. 90, S. 1 

und 4). Am 9. März 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass zur Klärung der 

Leistungsansprüche eine polydisziplinäre medizinische Untersuchung (Innere Medizin, 

Orthopädie, Psychiatrie) notwendig sei (IV-act. 92). Die Academy of Swiss Insurance 

Medicine (asim), Basel, wurde mit der Erstellung des polydisziplinären Gutachtens 

beauftragt (IV-act. 97). Die asim teilte in der Folge der IV-Stelle mit, der Versicherte sei 

für eine Terminvereinbarung bzw. für eine Begutachtung weder per Post noch 

telefonisch erreichbar (IV-act. 99; vgl. auch die Telefonnotiz vom 16. Mai 2012, wonach 

der Versicherte in H.___ lebe, IV-act. 100). Am 29. Mai 2012 orientierte sie die IV-Stelle, 

dass der Versicherte zum vorgesehenen Termin nicht bei der asim erschienen sei (IV-

act. 102).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.g Mit Schreiben vom 4. Juni 2012 leitete die IV-Stelle ein Mahn- und Bedenkzeit­

verfahren ein (IV-act. 105) mit der Aufforderung an den Versicherten, sich einer 

Begutachtung durch die asim zu unterziehen, und sich spätestens bis 22. Juni 2012 mit 

der asim in Verbindung zu setzen, um einen Begutachtungstermin zu vereinbaren, 

ansonsten die IV-Stelle auf Grund der Akten verfügen und die Rentenleistung auf den 

nächstmöglichen Termin einstellen werde (IV-act. 105). Der Versicherte leistete dieser 

Aufforderung keine Folge (IV-act. 110). Daraufhin verfügte die IV-Stelle am 27. Juli 2012 

die Einstellung der Rentenleistungen auf Grund fehlender Mitwirkung. Der Versicherte 

wurde aufgefordert, sich bei der IV-Stelle schriftlich zu melden, wenn er bereit sein 

sollte, seine Mitwirkungspflicht zu erfüllen (IV-act. 111). Wegen Adressunklarheiten (IV-

act. 114) wurde die gleiche (nicht abgeholte: IV-act. 109) Verfügung vom 27. Juli 2012 

am 24. September 2012 nochmals verschickt (IV-act. 115).

A.h Am 10. Oktober 2012 erkundigte sich der Versicherte telefonisch über den Stand 

der Dinge bezüglich seiner IV-Rente (IV-act. 116). Am 16. Oktober 2012 teilte das 

Einwohneramt I.___ der Stadt J.___ der IV-Stelle mit, dass der Versicherte nach wie vor 

Wohnsitz an K.___ in J.___ habe (IV-act. 119). Die IV-Stelle nahm daraufhin das 

Abklärungsverfahren betreffend Rentenrevision und die Ausrichtung der 

Rentenleistungen ab Oktober 2012 wieder auf (Feststellungsblatt vom 17. Oktober 

2012, IV-act. 120; Verfügung vom 19. November 2012, IV-act. 127; vgl. auch IV-act. 

121).

A.i Der Versicherte teilte der IV-Stelle am 18. Oktober 2012 telefonisch mit, dass 

Untersuchungen der Rückenbeschwerden im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) 

stattfinden würden (IV-act. 122). Die IV-Stelle holte die dazu ergangenen medizinischen 

Informationen ein (IV-act. 122, 123 und 124). Die Ärzte der Neurochirurgie des KSSG 

diagnostizierten eine Lumboischialgie links (Bericht vom 8. und 16. Oktober 2012, IV-

act. 125) und liessen am 11. Oktober 2012 in der Radiologie des KSSG ein MRT der 

LWS durchführen (IV-act. 125, S. 4). Dieses ergab leichtgradige mehrsegmentale 

Spondylarthrosen der unteren LWS und eine moderate Diskusdegeneration L4/L5 ohne 

sicheren Nachweis einer Kompression neuraler Strukturen (IV-act. 125, S. 1).

A.j Dr. G.___ attestierte dem Versicherten am 5. November 2012 einen stationären 

Zustand; die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar, hingegen sei eine 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

wechselbelastete Tätigkeit ohne Heben und Tragen von Lasten zumutbar 

(Verlaufsbericht vom 5. November 2012, IV-act. 126). Der RAD-Arzt Dr. med. L.___, 

Facharzt für Arbeitsmedizin, beurteilte am 17. Dezember 2012 die medizinische Lage 

dahingehend, es sei verglichen mit der Situation zum Zeitpunkt des rheumatologischen 

Gutachtens des AEH vom 6. Februar 2006 davon auszugehen, dass sich die 

gesundheitliche Situation seither nicht wesentlich und anhaltend geändert bzw. 

verschlechtert habe. Bereits damals sei die von der Neurochirurgie des KSSG im Jahr 

2000 gestellte Diagnose eines chronischen lumbovertebralen Schmerzsyndroms 

bestätigt worden; zusätzlich habe damals ein Schmerzsyndrom im Bereich der rechten 

Schulter und des rechten Arms bestanden. Der Versicherte sei als in angepasster 

Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig befunden worden, während die ursprüngliche Tätigkeit 

als Schlosser als nicht mehr zumutbar eingestuft worden sei. Diese Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit könne aus medizinischer Sicht auf Grund der vorliegenden 

medizinischen Akten „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ bestätigt werden. Somit sei die 

Situation auch betreffend Arbeitsfähigkeit verglichen mit derjenigen im Jahr 2006 als 

unverändert zu betrachten. Es sei unwahrscheinlich, dass ein rheumatologisches 

Gutachten zu einem wesentlich anderen Ergebnis führen würde. Eine weitere 

Abklärung erscheine demnach aus medizinischer Sicht nicht angezeigt (IV-act. 128).

A.k  Die IV-Stelle stellte dem Versicherten mit Vorbescheid vom 21. Februar 2013 die 

wiedererwägungsweise Aufhebung des Rentenanspruchs in Aussicht (IV-act. 132). 

Dem Versicherten wurde daraufhin die gewünschte Fristerstreckung zur Einreichung 

eines schriftlichen Einwandes sowie von medizinischen Unterlagen bis 6. Mai 2013 

gewährt (Fristerstreckung vom 3. April 2013, IV-act. 135, basierend auf persönlicher 

Besprechung vom gleichen Tag, IV-act. 134).

A.l Mit Eingabe vom 25. April 2013 erhob der Versicherte einen Einwand gegen den 

Vorbescheid vom 21. Februar 2013. Er machte geltend, sein Gesundheitszustand habe 

sich seit 2011 bedeutend verschlechtert und reichte dazu medizinische Unterlagen ein 

(in M.___ verfasster medizinischer Bericht vom 30. Mai 2012 samt Übersetzung, IV-act. 

136; Berichte des KSSG vom 16. März 2013, IV-act. 137, S. 13; vom 21. März 2013, IV-

act. 137, S. 5, und vom 25. März 2013, IV-act. 137, S. 7). Als er (ursprünglich) 

arbeitsunfähig geworden sei, habe er sich für eine Umschulung und gegen eine IV-

Rente geäussert; ihm sei jedoch eine Rente zugesprochen worden. Er sei bereit, sich 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

einer ärztlichen Untersuchung zu unterziehen (IV-act. 137, S. 1 f.). Die IV-Stelle prüfte in 

der Folge, ob von einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes auszugehen sei 

(vgl. Stellungnahme von Dr. L.___, RAD, vom 6. Juni 2013, IV-act. 139, wonach beim 

Schmerzzentrum des KSSG ein Bericht einzuholen und bei Bestätigung der 

Verschlechterung gegenüber 2006 eine medizinische Abklärung vorzunehmen sei).

A.m  Dr. med. N.___, Schmerzzentrum des KSSG, empfahl zu den Fragen der 

Arbeitsunfähigkeit die Erfassung der Leistungsfähigkeit durch die Kollegen der 

Abteilung Rheumatologie und Rehabilitationsmedizin des KSSG, Physiotherapie 

(undatierter Arztbericht, eingegangen bei der IV-Stelle am 3. Juli 2013, IV-act. 141).

A.n Am 10. Juli 2013 leitete die IV-Stelle erneut ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren ein, 

nachdem sich herausgestellt hatte (IV-act. 142), dass der Versicherte nicht mehr an der 

bisherigen Adresse wohne und nun unbekannten Aufenthaltes sei. Der Versicherte 

wurde aufgefordert, bis spätestens 31. Juli 2013 den aktuellen Aufenthaltsort 

mitzuteilen, ansonsten auf Grund der Akten verfügt und die Rentenleistung auf den 

nächstmöglichen Termin eingestellt würde (IV-act. 143). Eine Reaktion seitens des 

Versicherten blieb aus (IV-act. 144).

A.o Am 8. August 2013 verfügte die IV-Stelle die wiedererwägungsweise Aufhebung 

der Verfügungen vom 3. Oktober und 23. Oktober 2002 und stellte die 

Rentenleistungen per Ende September 2013 ein (IV-act. 145).

B. 

B.a  Die Beschwerde vom 4. September 2013 (act. G 1) richtet sich gegen diese 

Verfügung. Der Beschwerdeführer beantragt deren Aufhebung und die Rückweisung an 

die IV-Stelle zu weiterer medizinischer Abklärung sowie die Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung. Zur Begründung führt er aus, er habe die 

Korrespondenz der IV-Stelle mit der Aufforderung, den Aufenthaltsort bekanntzugeben, 

nicht erhalten.

B.b Die Beschwerdegegnerin hielt in der Beschwerdeantwort vom 2. Oktober 2013 an 

ihrer Leistungseinstellung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde (act. G 

5). Die Verfügung vom 3. Oktober 2002 sei zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

sei von erheblicher Bedeutung. Die IV-Stelle habe im Zeitpunkt der fraglichen 

Leistungszusprechung fälschlicherweise auf den Bericht des behandelnden Arztes Dr. 

F.___ abgestellt, obwohl er fachärztlich nicht qualifiziert gewesen sei, und seine 

Schlussfolgerungen betreffend Arbeitsfähigkeit bei gleicher Diagnose diametral 

denjenigen der Klinik Valens widersprochen hätten. Gegebenenfalls hätten weitere 

medizinische Abklärungen stattfinden sollen. Eine zweifellose Unrichtigkeit im Sinne 

von Art. 53 Abs. 2 ATSG könne bereits vorliegen, wenn der relevante Sachverhalt nicht 

richtig festgestellt worden sei. Für die Zulässigkeit einer Wiedererwägung sei somit 

nicht erforderlich, dass die Verfügung auch im Ergebnis rechtsfehlerhaft sei. Die 

Wirkung der Wiedererwägung sei aber nicht rückwirkend vorzunehmen.

B.c  Am 29. Oktober 2013 (act. G 7) und 5. November 2013 (act. G 10) bewilligte die 

Verfahrensleitung das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von 

Gerichtskosten sowie Beizug eines Rechtsanwalts).

B.d Am 11. November 2013 zeigte Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Hubatka, Altstätten, 

an, dass er mit der Wahrung der Interessen des Beschwerdeführers beauftragt worden 

sei (act. G 11). Seinem Schreiben legte er eine Operationsanmeldung vom 4. November 

2013 bei, wonach der Beschwerdeführer sich am 21. November 2013 einer Operation 

an der Klinik O.___ AG bei degenerativer Diskopathie L4/L5 unterziehen werde (act. G 

11, Beilage vom 4. November 2013).

B.e  Mit Replik vom 11. Dezember 2013 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen 

fest (act. G 13). Selbst wenn ihm eine Verletzung seiner Auskunfts- und 

Mitwirkungspflicht vorgeworfen werden könnte, würde sich dies nur auf diejenige 

Zeitspanne beziehen, während welcher die Mitwirkung verweigert worden sei. Ob die 

Auskunfts- und Mitwirkungspflicht durch den Beschwerdeführer in unentschuldbarer 

Weise verweigert worden sei, könne offen bleiben, denn der Beschwerdeführer sei am 

23. August 2013 seiner Auskunftpflicht nachgekommen und die Beschwerdegegnerin 

habe die Rentenleistungen bis September 2013 erbracht. Würde demnach ein zu einer 

IV-Rente berechtigender IV-Grad festgestellt, so wäre die IV-Rente ab Oktober 2013 

geschuldet. Im Weiteren sei es unzutreffend, dass sein Gesundheitszustand 

unverändert geblieben sei, wie dies das AEH-Gutachten, auf welches die 

Beschwerdegegnerin abstelle, festhalte. Schliesslich gab er bekannt, dass die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erwähnte Operation am Rücken inzwischen stattgefunden habe. Da die nachteiligen 

Folgen einer Verletzung der Auskunfts- und Mitwirkungspflicht nur für die Dauer der 

Verletzung zulässig seien, seien medizinische Abklärungen vorzunehmen, und dabei 

seien die Ergebnisse der genannten Rückenoperation vom November 2013 und der 

daraus resultierende Gesundheitszustand miteinzubeziehen (act. G 13). Am 13. Januar 

2014 reichte der Beschwerdeführer den Operationsbericht des Wirbelsäulenzentrums 

P.___ vom 6. Januar 2014 ein (act. G 16.1).

B.f Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 18).

Erwägungen

1.

1.1  In formeller Hinsicht bildet die Verfügung der IV-Stelle vom 8. August 2013 

Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens. Mit dieser zog die 

Beschwerdegegnerin zwei rentengewährende Verfügungen vom 3. und 23. Oktober 

2002 in Wiedererwägung und stellte den Rentenanspruch unter Verzicht auf eine 

Rückforderung bereits geleisteter Rentenzahlungen ein. Einer Beschwerde entzog sie 

die aufschiebende Wirkung (IV-act. 145). Beide in Wiedererwägung gezogenen 

Verfügungen sprachen dem Beschwerdeführer eine ganze IV-Rente zu, die Verfügung 

vom 23. Oktober für die Zeit vom 1. November 2001 bis 30. September 2002 (IV-act. 

38), die Verfügung vom 3. Oktober 2002 mit Wirkung ab 1. Oktober 2002 (IV-act. 36).

1.2  Zu prüfen ist zunächst, ob die angefochtene Verfügung vom 8. August 2013 wie 

von der Beschwerdegegnerin geltend gemacht als Wiedererwägung im Sinne vom Art. 

53 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) zu verstehen ist oder ob sie im Hinblick 

auf das zuvor eingeleitete Mahn- und Bedenkzeitverfahren als Sanktionsverfügung (Art. 

43 Abs. 3 ATSG) zu qualifizieren ist.

1.2.1  Mit Vorbescheid vom 21. Februar 2013 stellte die Beschwerdegegnerin dem 

Beschwerdeführer die wiedererwägungsweise Aufhebung der rentenzusprechenden 

Verfügungen vom 3. und 23. Oktober 2002 in Aussicht (IV-act. 132). Obwohl der 

Beschwerdeführer am 25. April 2013 einwendete, sein Gesundheitszustand habe sich 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

verschlechtert, hat die Beschwerdegegnerin an der Leistungseinstellung festgehalten. 

Gemäss Dispositiv betrifft die Verfügung vom 8. August 2013 die 

wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügungen vom 3. und 23. Oktober 2002. In 

den Erwägungen weist die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass zur Bestimmung des 

Aufenthaltsortes des Beschwerdeführers ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren 

eingeleitet worden sei, welchem der Beschwerdeführer jedoch keine Folge geleistet 

habe (IV-act. 145, S. 2).

1.2.2  Ob die Voraussetzungen für die Einleitung eines Mahn- und 

Bedenkzeitverfahrens erfüllt waren, kann vorliegend offen gelassen werden. Denn die 

angefochtene Verfügung beschlägt in materieller und grundsätzlicher Hinsicht 

zweifellos den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine IV-Rente. Entgegen der in der 

Replik geäusserten Auffassung wirft die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer 

nicht bloss eine Verletzung seiner Mitwirkungs- und Meldepflicht vor, die - wie er richtig 

festhält - nur diejenige Zeitspanne betreffen würde, während welcher der Vorwurf 

zutrifft. Verhielte es sich so, würde der Rentenanspruch wiederaufleben, sobald die 

versicherte Person ihrer Mitwirkungs- und Meldepflicht nachkäme. Vorliegend wäre 

damit fraglich, ob der Beschwerdeführer, angesichts der am 23. August 2013 

geäusserten Bereitschaft, seiner Pflicht nachzukommen, und der tatsächlich bis Ende 

September 2013 erbrachten Rentenleistungen überhaupt ein Rechtsschutzinteresse an 

der Prüfung der Rechtmässigkeit der Einleitung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens 

geltend machen könnte. Es ist auf der Grundlage des Verfügungsinhalts vielmehr 

davon auszugehen, dass die Absicht der Beschwerdegegnerin darin bestand, die 

Rentenleistungen wiedererwägungsweise gänzlich einzustellen. Strittig ist somit nicht 

die (temporäre) Einstellung der Rentenleistungen, sondern deren Aufhebung.

2.

Gegenstand dieses Verfahrens bildet nach dem Gesagten die Frage, ob die 

Verfügungen vom 3. und 23. Oktober 2002 zu Recht in Wiedererwägung gezogen 

worden sind. Es ist m.a.W. zu prüfen, ob die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente 

im Jahr 2002 mit Wirkung ab 1. November 2001 auf Grund der damaligen Sach- und 

Rechtslage offensichtlich unrichtig war, wie dies die Beschwerdegegnerin geltend 

macht.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.1  Nach Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger auf formell rechtskräftige 

Verfügungen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos 

unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Die 

Wiedererwägung dient der nachträglichen Korrektur einer ursprünglich unrichtigen 

Rechtsanwendung oder Sachverhaltsfeststellung durch die Verwaltung. Die 

Wiedererwägung fällt nur in Betracht, wenn es um die Korrektur grober Fehler der 

Verwaltung geht. Grundsätzlich ist die Verwaltung befugt, jederzeit von Amtes wegen 

auf formell rechtskräftige Verfügungen, welche nicht Gegenstand materieller 

richterlicher Beurteilung gebildet haben, zurückzukommen, wenn sie zweifellos 

unrichtig sind und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Das Erfordernis der 

zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn eine Leistungszusprache auf 

Grund falsch oder unzutreffend verstandener Rechtsregeln erfolgt ist oder wenn 

massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden. Anders verhält 

es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller 

Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Beurteilung notwendigerweise Ermessenszüge 

aufweist. Erscheint die Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststellung solcher 

Anspruchsvoraussetzungen (Invaliditätsbemessung, Arbeitsunfähigkeitsschätzung, 

Beweiswürdigung, Zumutbarkeitsfragen) vor dem Hintergrund der Sach- und 

Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprache darbot, 

als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus. Zweifellos ist die 

Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung 

unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss – derjenige auf die Unrichtigkeit der 

Verfügung – denkbar. Eine vor dem Hintergrund der seinerzeitigen Rechtspraxis 

vertretbare Beurteilung der (invaliditätsmässigen) Anspruchsvoraussetzungen kann 

nicht zweifellos unrichtig sein (Urteile des Bundesgerichts 9C_396/2012 vom 30. 

Oktober 2012 E. 2; 8C_920/2009 vom 22. Juli 2010 E. 2.4; 8C_1012/2008 vom 17. 

August 2009 E. 2).

2.2  Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit darf die Wiedererwägung indessen 

rechtsprechungsgemäss nicht zum Instrument einer voraussetzungslosen Neuprüfung 

von Dauerleistungen werden lassen. Es entspricht nicht dem Sinn der 

Wiedererwägung, laufende Ansprüche zufolge nachträglich gewonnener besserer 

Einsicht der Durchführungsorgane jederzeit einer Neubeurteilung zuführen zu können. 

Einer einmal in Rechtskraft erwachsenen Leistungszusprache muss schon im Hinblick 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

auf die Rechtssicherheit eine gewisse Beständigkeit zuerkannt werden, weshalb ein 

späteres Zurückkommen auf früher gefällte Entscheide von vornherein nur bei 

Vorliegen triftiger Gründe in Betracht fallen darf (Urteil des Bundesgerichts 

8C_1012/2008 vom 17. August 2008 E. 4.1)

2.3  Die Beschwerdegegnerin begründet ihre Wiedererwägung damit, dass die 

Zusprechung einer ganzen Invalidenrente im Jahr 2002 unter Berücksichtigung 

medizinischer Unterlagen des damaligen Hausarztes, Dr. F.___, erfolgt sei, und dies 

ohne weitere Abklärungen zur Rentenzusprache geführt habe und im Rahmen weiterer 

Revisionsverfahren bestätigt worden sei, was den Rentenentscheid zweifellos unrichtig 

erscheinen lasse. Nach den aktuellen Unterlagen könne aus medizinischer Sicht 

verglichen mit dem Zeitpunkt des rheumatologischen Gutachtens des AEH vom 6. 

Februar 2006 davon ausgegangen werden, dass sich die Gesundheit des 

Beschwerdeführers nicht geändert bzw. nicht verschlechtert habe. Bereits zum 

damaligen Zeitpunkt sei die Diagnose eines chronischen lumbovertebralen 

Schmerzsyndroms bestätigt worden, nachdem schon im Jahr 2000 erstmals diese 

Diagnose aktenkundig geworden sei (zusätzlich habe damals ein Schmerzsyndrom im 

Bereich der rechten Schulter und des rechten Armes bestanden). Damals sei für die 

angestammte Tätigkeit als Schlosser aus medizinischer Sicht eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Die körperlich schwere Tätigkeit als Schlosser 

werde aus medizinischer Sicht weiterhin als nicht zumutbar erachtet. Gemäss 

abschliessender Stellungnahme des RAD könne aber aus medizinischer Sicht davon 

ausgegangen werden, dass dem Beschwerdeführer eine dem Leiden angepasste 

Tätigkeit weiterhin vollumfänglich (100 % Arbeitsfähigkeit) zumutbar sei (IV-act. 145, S. 

1 f.)

2.4  In medizinischer Hinsicht hatten sich die Verfügungen vom 3. und 23. Oktober 

2002 in der Tat allein auf die Angaben des behandelnden Arztes Dr. F.___ gestützt. 

Dieser hatte im Arztbericht vom 12. Februar 2002 festgehalten, der 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei stationär; die Prognose sei miserabel. 

Ein stationärer Rehabilitationsversuch in der Klinik Valens vom 27. Februar bis 27. März 

2001 habe keine Besserung gebracht. Zur Arbeitsfähigkeit in angestammter und 

allenfalls in angepasster Tätigkeit äusserte sich Dr. F.___ im Rahmen des Arztberichtes 

nicht (IV-act. 26). Auf Anfrage teilte er dazu am 19. März 2002 mit, die Arbeitsfähigkeit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

des Beschwerdeführers betrage „weniger als 30 %, auch in leidensangepasster 

Tätigkeit“. Eine Tätigkeit als Schweisser sei nicht mehr möglich (IV-act. 28, S. 2). Die 

Beschwerdegegnerin hatte darauf gestützt eine Arbeitsunfähigkeit von 70 % 

angenommen (maximal 30 % Arbeitsfähigkeit gemäss IV-act. 30, bei einem 

Invaliditätsgrad von 75 %, vgl. IV-act. 34-36 und 38).

2.5  Gänzlich ausser Acht gelassen wurde im Zeitpunkt der Rentenzusprache im Jahr 

2002 der Bericht der Rehaklinik Valens betreffend den stationären 

Rehabilitationsaufenthalt vom 27. Februar bis 27. März 2001, der sich zum 

gesundheitlichen Zustand des Beschwerdeführers in der fraglichen Zeit kurz vor Erlass 

der Rentenverfügungen im Jahr 2002 sowie zu seiner Arbeitsfähigkeit äussert. 

Diagnostiziert wurde damals ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom beidseits 

linksbetont, ein residuelles zervikobrachiales Syndrom sowie eine Gelenksarthrose 

rechts. Bestätigt wurde sodann, dass der Beschwerdeführer in angestammter Tätigkeit 

zu 100 % arbeitsunfähig, in angepasster Tätigkeit jedoch zu 100 % arbeitsfähig sei (für 

leichte bis maximal mittelschwere Tätigkeiten mit Maximalgewichten von 15 kg ohne 

Zwangshaltung, vgl. Austrittsbericht vom 17. April 2001, IV-act. 16, S. 4).

2.6  Angesichts dieser hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste 

Tätigkeiten widersprüchlichen Aktenlage überzeugt das alleinige Abstellen auf die 

Stellungnahme von Dr. F.___ im Jahr der Rentenzusprache nicht. Sein Bericht fiel recht 

kurz aus. Eine Begründung, warum davon auszugehen sei, dass der Beschwerdeführer 

in jeglicher Tätigkeit maximal 30 % arbeitsfähig gewesen sei, findet sich nirgends. 

Genauso wenig lassen sich seinem Bericht die konkreten funktionellen 

Einschränkungen entnehmen, die seiner Meinung nach zur attestierten 

Arbeitsunfähigkeit führen sollen. Sodann war Dr. F.___ fachärztlich nicht qualifiziert, die 

Arbeitsfähigkeit in rheumatologischer bzw. orthopädischer Hinsicht zu beurteilen, dies 

im Gegensatz zu den Fachärzten der Rehaklinik Valens, die dem Beschwerdeführer für 

leidensangepasste Tätigkeiten eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit bescheinigten. Im 

Übrigen fühlte sich der Beschwerdeführer selbst offensichtlich nicht erheblich 

eingeschränkt, war er doch gewillt und motiviert, wieder eine Vollzeittätigkeit 

auszuüben (Verlaufsprotokoll vom 6. Dezember 2001, IV-act. 24). Warum die IV-Stelle 

die Stellungnahme der Rehaklinik Valens völlig ausser Acht liess, ist gesamthaft 

betrachtet nicht verständlich. Jedenfalls erscheint die Arbeitsfähigkeitsschätzung der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rehaklinik Valens medizinisch fundiert. Die Beschwerdegegnerin hat es unterlassen, 

sich mit dem Widerspruch zwischen den beiden Beurteilungen von Dr. F.___ und der 

Rehaklinik Valens auseinanderzusetzen und ihn durch weitere medizinische 

Abklärungen aufzulösen. Damit hat sie in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes 

(Art. 61 lit. c ATSG) den Sachverhalt nicht richtig abgeklärt. Eine auf ungenügenden 

oder nicht nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit beruhende 

Invaliditätsbemessung ist nicht rechtskonform und die entsprechende Verfügung ist 

zweifellos unrichtig im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG (Urteile des Bundesgerichts 

8C_920/2009 vom 22. Juli 2010 E. 2.4; 9C_290/2009 vom 25. September 2009 E. 

3.1.3). Folglich führt die wiedererwägungsweise Prüfung der Aktenlage zum Ergebnis, 

dass die Verfügungen vom 3. und 23. Oktober 2002 als zweifellos unrichtig zu 

qualifizieren sind. Ihre Aufhebung durch die Beschwerdegegnerin ist demnach nicht zu 

beanstanden.

3.

Zu beurteilen gilt es weiter die Frage, ob der medizinische Sachverhalt eine 

rechtsgenügliche Beurteilung des Gesundheitszustands über den Rentenanspruch ex 

nunc im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts 

9C_215/2007 vom 2. Juli 2007 E. 6.1 mit Hinweis; kritisch dazu Urteil des 

Versicherungsgerichts St. Gallen IV 2012/322 vom 14. Mai 2013 E. 1.2) - im vorliegend 

massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses vom 8. August 2013 - erlaubt. In 

medizinischer Hinsicht lag der angefochtenen Verfügung die Stellungnahme des RAD-

Arztes Dr. L.___ vom 17. Dezember 2012 zugrunde (IV-act. 128).

3.1  Einem ärztlichen Bericht kommt Beweiswert zu, wenn er für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt und in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, wenn 

die Beschreibung der medizinischen Situation und der Zusammenhänge einleuchtet 

und die Schlussfolgerungen begründet sind (BGE 125 V 352 W. 3a). Den diesen 

Anforderungen genügenden Berichten des RAD kommt ebenfalls Beweiswert zu (Urteil 

des Bundesgerichts 9C_8/2011 vom 21. Februar 2011 E. 4.1.2 mit Hinweisen). Nach 

der Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder 

im Wesentlichen gestützt auf die (versicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge 

Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 135 V 465 E. 4.4).

3.2  Bei der Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. L.___ ist zunächst festzustellen, dass er 

als Facharzt für Arbeitsmedizin fachärztlich nicht berufen war, in orthopädischer bzw. 

rheumatologischer Hinsicht Stellung zu nehmen. Im Weiteren fällt auf, dass er den 

Beschwerdeführer nicht persönlich befragt und untersucht hat. Auch in dieser Hinsicht 

ist der Beweiswert seiner Stellungnahme fraglich. Schliesslich stellt Dr. L.___ fest, dass 

sich der Gesundheitszustand verglichen mit der Situation zum Zeitpunkt des 

rheumatologischen Gutachtens vom 6. Februar 2006 nicht wesentlich und anhaltend 

verändert bzw. verschlechtert habe (IV-act. 128). Damit geht er von einer 

unveränderten Situation aus. Da aber die medizinische Situation wie gesagt von Anfang 

an nicht ausreichend abgeklärt wurde, leistet seine Stellungnahme zur Kompensation 

der festgestellten Abklärungsdefizite keinen Beitrag. Es bleibt damit bei der 

Feststellung, dass die bestehenden Akten zur Prüfung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 8. August 

2013 nicht ausreichend sind, weshalb die medizinische Situation nicht als umfassend 

abgeklärt angesehen werden kann.

4.

4.1  Die ungenügende Sachverhaltsfeststellung führt zur Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung vom 8. August 2013. Die Sache ist zur Vornahme von ergänzenden 

medizinischen Abklärungen und zu neuer Verfügung im Sinne der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (vgl. IV-act. 144).

4.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Angesichts des durchschnittlichen 

Aufwandes erscheint eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- als angemessen. Die 

Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 132 V 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin vollumfänglich. Ihr sind die 

Gerichtskosten in Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen.

4.3  Die Rückweisung der Sache zu weiteren Abklärungen und zur Neuverfügung gilt 

praxisgemäss als Obsiegen des Beschwerdeführers, weshalb er zulasten der 

Beschwerdegegnerin Anspruch auf eine Parteientschädigung hat. Diese ist vom 

Gericht ermessensweise und ohne Rücksicht auf den Streitwert festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter 

des Beschwerdeführers hat am 14. Februar 2014 eine Honorarnote in Höhe von Fr. 

2‘687.05 (wovon Fr. 2‘488.-- Honorar; Fr. 199.05 Mehrwertsteuer) eingereicht. Die 

geltend gemachte Parteientschädigung von Fr. 2‘687.05 (inkl. Barauslagen und 

Mehrwertsteuer; act. G 19) erscheint dem Aufwand der Streitsache angemessen. Bei 

diesem Ausgang erübrigt sich die Festsetzung einer Entschädigung aus unentgeltlicher 

Rechtsverbeiständung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 8. August 2013 

aufgehoben und die Sache zur medizinischen Abklärung und zu neuer Verfügung im 

Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. 

Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--.

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

2‘687.05 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 09.03.2016
	Wiedererwägung nach Art. 53 Abs. 2 ATSG. Zweifellose Unrichtigkeit auf Grund der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes bejaht. Rückweisung zur Vornahme weiterer Abklärungen des Gesundheitszustands ex nunc. (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. März 2016, IV 2013/430).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T08:22:05+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen