# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dd223ac9-54b4-5dc1-9be3-febcc2bf9a46
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 1996-12-13
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 13.12.1996 BRKE I Nr. 0393/1996
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRKE-I-Nr--0393-1996_1996-12-13.pdf

## Full Text

BRKE I Nr. 393/1996 vom 13. Dezember 1996 in BEZ 1997 Nr. 5

3.2 Nach der von der Direktion der öffentlichen Bauten des Kantons Zürich mit 
Verfügungen vom 9. Mai bzw. 7. Dezember 1995 (Abänderungen und Ergänzungen) 
im Sinne einer «vorläufigen Regelung nach § 344 PBG» für die Stadt Zürich auf-
sichtsrechtlich festgesetzten Bau- und Zonenordnung (BD-BZO 1995) ist das Bau-
grundstück der fünfgeschossigen Quartiererhaltungszone mit Zentrumsfunktion
(QH5Z) zugewiesen. Dort kommen, soweit hier von Bedeutung, folgende Vorschrif-
ten zur Anwendung:

Hauptgebäude dürfen unter Vorbehalt der Abstandsvorschriften die Linie nicht 
überschreiten, die 14 m hinter der Baulinie bzw. der strassenseitigen Bauflucht ver-
läuft; beim Umbau oder Ersatz bestehender Hauptgebäude, die diese Linie über-
schreiten, darf der bisherige Grundriss beibehalten werden (Art. 18f Abs. 2 BD-BZO 
1995). Die geschlossene Überbauung ist uneingeschränkt gestattet; beim Ersatz von 
Hauptgebäuden ist sie im bisherigen Umfang vorgeschrieben. Hofgebäude dürfen 
mit Hauptgebäuden zusammengebaut und verbunden werden (Art. 18f Abs. 4 BD-
BZO 1995). Die nicht mit Hauptgebäuden überbaubare Hoffläche darf höchstens zu 
einem Drittel mit Hofgebäuden überbaut werden (Art. 18d Abs. 3 BD-BZO 1995).

3.3 Die zu beurteilende Anbaute überschreitet die sich aus Art. 18f Abs. 2 BD-
BZO 1995 ergebende (nicht planlich festgesetzte) «14-m-Linie» um maximal 1,7 m. 
Die Vorinstanz hat die nachgesuchte Bewilligung unter Hinweis auf diesen Sachum-
stand verweigert. Dies zu Unrecht, ist doch das in Art. 18f Abs. 2 BD-BZO 1995 sta-
tuierte Verbot, besagte Linie zu überschreiten, auf die streitbetroffene Anbaute gar 
nicht anwendbar. Nach dem klaren Wortlaut von Art. 18f Abs. 2 BD-BZO 1995 dür-
fen vielmehr nur Hauptgebäude die 14-m-Linie nicht überschreiten. Demgegenüber 
ist diese Einschränkung bezogen auf Hofgebäude nicht statuiert worden. Hofgebäu-
de sind Gebäude, die hofseitig stehen und zudem den in Art. 18d Abs. 1 BD-BZO 
statuierten Vorschriften (höchstens zwei Vollgeschosse und ein anrechenbares Un-
tergeschoss) entsprechen. Beide Kriterien werden von der zu beurteilenden – ein-
geschossigen - Anbaute erfüllt. Diese fällt somit unter die Vorschriften für Hofgebäu-
de.

Die Auffassung, die Anbaute sei dennoch als Hauptgebäude(-teil) einzustufen, 
weil sie an ein Hauptgebäude angebaut sei, ist verfehlt. Art. 18f Abs. 4 Satz 2 BD-
BZO 1995 erlaubt ausdrücklich, dass Hofgebäude mit Hauptgebäuden «zusammen-
gebaut und verbunden» werden. Solche baulichen Verbindungen können nicht zur 
Folge haben, dass Hofgebäude alsdann den Vorschriften für Hauptgebäude unter-
stehen. Andernfalls würde die Erlaubnis des Zusammenbaus, mit welcher die kanto-

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nale Baudirektion die hofseitigen Baumöglichkeiten gegenüber der Regelung in der 
Bauordnung vom 17. Mai 1992 (Art. 76 ff. BauO 1992) wesentlich erweitern wollte, 
weitestgehend wieder zunichte gemacht, indem Hofgebäude nurmehr dann ange-
baut werden dürften, wenn sie - zusammen mit dem Hauptgebäude – die 14-m-Linie 
nicht überschreiten. Dies wäre mit Sinn und Zweck von Art. 18f Abs. 4 Satz 2 BD-
BZO 1995 klarerweise nicht zu vereinbaren.

Ebensowenig könnte eingewendet werden, die zu beurteilende Anbaute sei 
deswegen als Hauptgebäude zu behandeln, weil sie sich teilweise innerhalb der mit 
der 14-m-Linie festgesetzten Begrenzung und damit innerhalb jenes Grundstücksbe-
reiches hält, welcher mit Hauptgebäuden überstellt werden darf. Weder Art. 18d 
Abs. 3 noch Art. 18f Abs. 2 BD-BZO 1995 lassen diesen Schluss zu. Letztere Vor-
schrift statuiert einzig eine rückwärtige Begrenzung für Hauptgebäude, und Art. 18d 
Abs. 3 BD-BZO 1995 beschränkt die Überbaubarkeit der übrigen Hoffläche mit Hof-
gebäuden auf einen Drittel der Hoffläche (vgl. hiezu VB 96.0036). Zudem würde ein 
Abstellen darauf, ob ein Gebäude teilweise innerhalb der 14-m-Linie stehe oder 
nicht, gegebenenfalls zu sachwidrigen, ja paradoxen Resultaten führen. Der Anbau 
eines Hofgebäudes an ein Hauptgebäude würde diesfalls entweder wiederum vor-
aussetzen, dass das Hofgebäude die 14-m-Linie nicht überschreitet, oder aber, dass 
das Hauptgebäude rückwärtig mindestens bis an die 14-m-Linie heranreicht. Dem-
gegenüber wäre es beispielsweise unzulässig, ein 4 m tiefes Hofgebäude an ein 
Hauptgebäude anzubauen, dessen rückwärtige Fassade einen Abstand von bloss 2 
m zur 14-m-Linie aufweist. Dies, obwohl damit eine deutlich weniger intensive bauli-
che Nutzung des Hofbereiches verbunden wäre, als es bei einer vollen Ausschöp-
fung der zulässigen Bautiefe mit einem Hauptgebäudekörper unter Hinzufügung ei-
nes jenseits der 14-m-Linie stehenden Hofgebäudes der Fall wäre. Solch sinnwidri-
ge Ergebnisse können nicht als vom Gesetzgeber gewollt unterstellt werden. Eine 
gegenteilige Auffassung verböte sich im übrigen um so mehr, als sich Staffelungen 
hofseitiger Fassaden, die allenfalls die Hofqualität beeinträchtigen könnten, damit
kaum einschränken liessen.

Die fragliche Anbaute ist somit als Hofgebäude zu behandeln. Der Umstand, 
dass sie die in Art. 18f Abs. 2 BD-BZO 1995 statuierte 14-m-Linie überschreitet, 
steht ihrer Bewilligungsfähigkeit nicht entgegen.

3.4 Nach der bereits erwähnten Vorschrift von Art. 18d Abs. 3 BD-BZO 1995 
darf «die nicht mit Hauptgebäuden überbaubare Hoffläche ... höchstens zu einem 
Drittel mit Hofgebäuden überbaut werden». Das Drittelsmass gilt somit nur für die 
Hoffläche, nicht aber auch für die mit Hauptgebäuden überbaubare, innerhalb der 
14-m-Linie gelegene Grundstücksfläche.

Die zu beurteilende Anbaute hält sich weitestgehend innerhalb der 14-m-Linie; 
in diesem Umfange ist sie somit nicht an das Drittelsmass von Art. 18d Abs. 3 BD-
BZO 1995 anzurechnen. Die übrige, ausserhalb der 14-m-Linie liegende Grund-
stücksfläche wird in einem Umfang, der deutlich unter einem Drittel der Hoffläche 
liegt, vom dort stehenden Teil der Anbaute überstellt. Demnach ist auch Art. 18d 
Abs. 3 BD-BZO 1995 eingehalten.