# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7bdda1ae-5ee1-5466-bfd9-c440cfd787b7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-11-21
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 21.11.2011 SB110542
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB110542_2011-11-21.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB110542-O/U/eh 
 
 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. F. Bollinger, Präsident, lic. iur. S. Volken und  

Ersatzoberrichter lic. iur. A. Flury sowie die Gerichtsschreiberin  

lic. iur. A. Truninger 

 

Urteil vom 21. November 2011 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt Dr. iur. U. Weder,  

Anklägerin und Berufungsklägerin 

 

gegen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____  

 

betreffend  

versuchte schwere Körperverletzung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Uster vom 9. Juni 2011  
(DG110007) 

 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom  

28. März 2011 (Urk. 26) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 73) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

- der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 StGB sowie 

- der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 

StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 22 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 515 Tage durch 

 U-Haft, vorzeitigen Massnahmevollzug sowie Sicherheitshaft erstanden sind. 

3. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 60 StGB 

(Suchtbehandlung Alkohol und Cannabis) angeordnet. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zu diesem Zweck aufgeschoben. 

Das Amt für Justizvollzug wird angewiesen, bis zum raschmöglichsten Eintritt des  

Beschuldigten in die stationäre Massnahme für eine geeignete ambulante Behandlung des 

Beschuldigten im Rahmen des Freiheitsentzuges zu sorgen. 

5. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV vom 31. August 2010 beschlagnahmte  

Küchen-/Fleischermesser mit schwarzem Griff (Länge insgesamt 42,4 cm) wird eingezogen 

und der Bezirksgerichtskasse Uster zur Vernichtung überlassen. 

6. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 19'106.80   Untersuchungskosten  

Fr. 3'811.80   Kosten der Kantonspolizei  

Fr. 19'241.45   Kosten der amtlichen Verteidigung 
 

- 3 - 

7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten 

auferlegt, aber abgeschrieben. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf  

die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135  

Abs. 4 StPO. 

8. … (Mitteilung) 

9. … (Rechtsmittel)" 

 

Berufungsanträge: 

a) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 92 S. 2; sinngemäss)  

1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Uster 
vom 9. Juni 2011 mit Ausnahme des Strafmasses und der Anord-
nung einer ambulanten Massnahme in Rechtskraft erwachsen ist; 

2. Der Angeklagte sei mit einer Freiheitsstrafe von 3 ¾ Jahren zu 
bestrafen, unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungs- 
und Sicherheitshaft; 

3. Auf die von der Vorinstanz unter Dispositiv Ziffer 4 ihres Urteils 
vorgenommene Anweisung an das Amt für Justizvollzug, "bis zum 
raschmöglichsten Eintritt des Beschuldigten in die stationäre 
Massnahme" sei "für eine geeignete ambulante Behandlung des 
Beschuldigten im Rahmen des Freiheitsentzuges zu sorgen" sei 
zu verzichten. 

b) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 93 S. 2) 

1.  Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 9. Juni 2011 zu 
bestätigen. 

2. Es seien die Kosten des Verfahrens auf die Staatskasse zu  
nehmen. 

 

- 4 - 

Erwägungen: 

I. 

Verfahrensgang 

1. Mit Urteil vom 9. Juni 2011 sprach das Bezirksgericht Uster den Beschuldig-

ten A._____ schuldig der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von 

Art. 122 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 StGB sowie der Gewalt und Dro-

hung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB und be-

strafte ihn unter Anrechnung von 515 Tagen Untersuchungshaft, vorzeitigem 

Massnahmevollzug sowie Sicherheitshaft mit 22 Monaten Freiheitsstrafe. Das 

Bezirksgericht ordnete eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von 

Art. 60 StGB (Suchtbehandlung Alkohol und Cannabis) an und schob zu diesem 

Zweck den Vollzug der Freiheitsstrafe auf. Des Weiteren wies die Vorinstanz das 

Amt für Justizvollzug an, bis zum raschmöglichsten Eintritt des Beschuldigten in 

die stationäre Massnahme für eine geeignete ambulante Behandlung des  

Beschuldigten im Rahmen des Freiheitsentzuges zu sorgen (Urk. 73, insb. S. 22). 

Ausserdem beschloss die Vorinstanz am 9. Juni 2011, dass der Beschuldigte in 

Sicherheitshaft bleibe (Urk. 50).  

2. Gegen das mündlich eröffnete Urteil meldete die Staatsanwaltschaft IV mit 

Schreiben vom 14. Juni 2011 rechtzeitig Berufung an (Urk. 53). Am 26. August 

2011 wurde ein aktueller Strafregisterauszug über den Beschuldigten erhoben 

(Urk. 74). Mit Eingabe vom 5. September 2011 reichte die Staatsanwaltschaft IV 

fristgemäss ihre Berufungserklärung ein, in welcher sie angab, das Urteil vom 

9. Juni 2011 allein bezüglich der Sanktion anzufechten, insbesondere des Straf-

masses und der vorinstanzlich angeordneten ambulanten Behandlung des  

Beschuldigten bis zum Antritt der stationären Massnahme. Des Weiteren erklärte 

die Staatsanwaltschaft IV, keine Beweisanträge zu stellen (Urk. 81). Nach  

Einholung von Stellungnahmen der Parteien zur Frage der Fortsetzung der  

Sicherheitshaft (Urk. 76, Urk. 78 und Urk. 80) wurde mit Präsidialverfügung vom 

8. September 2011 die Sicherheitshaft vorerst bis 8. Dezember 2011 verlängert 

- 5 - 

(Urk. 82). Ebenfalls mit Präsidialverfügung vom 8. September 2011 wurde dem 

Beschuldigten unter Zustellung einer Kopie der Berufungserklärung Frist ange-

setzt, um Anschlussberufung zu erheben oder um begründet ein Nichteintreten 

auf die Berufung zu beantragen (Urk. 84). Innert Frist liess der Beschuldigte mit 

Eingabe vom 19. September 2011 erklären, er erhebe keine Anschlussberufung 

(Urk. 86). Am 4. Oktober 2011 wurde zur Berufungsverhandlung auf den  

21. November 2011 vorgeladen (Urk. 89). Hiezu erschienen der Vertreter der  

Anklagebehörde sowie der Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidi-

gers (Prot. II S. 5). 

II. 

Prozessuales 

Die Staatsanwaltschaft IV beschränkt die Berufung insoweit auf den Sanktions-

punkt, als die Strafhöhe sowie die Anweisung an das Amt für Justizvollzug, bis 

zum raschmöglichsten Eintritt des Beschuldigten in die stationäre Massnahme für 

eine geeignete ambulante Massnahme im Rahmen des Freiheitsentzuges zu  

sorgen, angefochten werden (Urk. 81; vgl. Art. 399 Abs. 4 lit. b und lit. c StPO). 

Nicht angefochten sind der Schuldspruch (Disp. Ziff. 1), die Anordnung einer  

stationären therapeutischen Massnahme im Sinne von Art. 60 StGB (Disp. Ziff. 3), 

der Strafaufschub (Disp. Ziff. 4, Abs. 1), die Einziehung und Vernichtung des 

Messers (Disp. Ziff. 5) sowie das Kostendispositiv (Disp. Ziff. 6 und Ziff. 7) (vgl. 

auch Prot. II S. 6). Mithin ist festzustellen, dass das Urteil der Vorinstanz wie folgt 

in Rechtskraft erwachsen ist (dazu auch Donatsch / Hansjakob / Lieber, Kommen-

tar zur schweizerischen Strafprozessordnung, Zürich 2010, N 2 zu Art. 402 StPO): 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

- der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB 

in Verbindung mit Art. 22 StGB sowie 

- 6 - 

 - der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 

Ziff. 1 StGB. 

2. (…). 

3. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 60 StGB 

(Suchtbehandlung Alkohol und Cannabis) angeordnet. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zu diesem Zweck aufgeschoben. 

(…). 

5. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV vom 31. August 2010 beschlagnahmte  

Küchen-/Fleischermesser mit schwarzem Griff (Länge insgesamt 42,4 cm) wird eingezogen 

und der Bezirksgerichtskasse Uster zur Vernichtung überlassen. 

6. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 19'106.80   Untersuchungskosten  

Fr. 3'811.80   Kosten der Kantonspolizei  

Fr. 19'241.45   Kosten der amtlichen Verteidigung 
 

7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten 

auferlegt, aber abgeschrieben. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die  

Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135  

Abs. 4 StPO." 

III. 

Sanktion 

1. Das Bezirksgericht Uster bestrafte den Beschuldigten mit einer Freiheits-

strafe von 22 Monaten (Urk. 73, insb. S. 23). Dagegen richtet sich die Berufung 

der Staatsanwaltschaft IV. Sie beantragt die Ausfällung einer Freiheitsstrafe von 

3 ¾ Jahren und macht im Wesentlichen geltend, das vorinstanzliche Strafmass 

beruhe offenkundig und massgeblich auf einem unzutreffend interpretierten  

bundesgerichtlichen Urteil vom 8. März 2010, wonach die Verminderung der 

Schuldfähigkeit in Abänderung der bisherigen Rechtsprechung nicht zu einer  

- 7 - 

linearen Strafreduktion führe, sondern allein zur Reduktion des Verschuldens. 

Vorliegend habe die Vorinstanz die Strafe indessen aufgrund der schwergradig 

verminderten Schuldfähigkeit um rund ¾ reduziert (Urk. 81 S. 1 f.; Urk. 92 2 f.). 

Der Beschuldigte lässt die Bestätigung des vorinstanzlichen Strafmasses bean-

tragen und dazu im Wesentlichen vortragen, dass die Strafe ohnehin zu Gunsten 

einer Massnahme aufgeschoben werde. Wichtig und unerlässlich sei die Behand-

lung des Beschuldigten, auf welche er schon seit zwei Jahren warte. Demzufolge 

könne die vom Bezirksgericht Uster ausgesprochene Freiheitsstrafe durchaus be-

stätigt werden, auch wenn eine andere Massnahme in Betracht gezogen  

werde, um dem Beschuldigten zu helfen (Urk. 93 S. 2 und S. 8). 

2. Die Vorinstanz hat die Kriterien für die Strafzumessung innerhalb des mass-

geblichen Strafrahmens korrekt dargelegt. Es kann auf ihre Ausführungen ver-

wiesen werden (Urk. 73 S. 7-9; Art. 82 Abs. 4 StPO). Mit dem Bezirksgericht  

ist festzuhalten, dass der ordentliche Strafrahmen beim Vorliegen von Straf-

milderungs- und Strafschärfungsgründen nur zu verlassen ist, wenn ausser-

gewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte  

Strafe im konkreten Fall zu hart bzw. zu milde erscheint (BGE 136 IV 55, 

Erw. 5.8). Vorliegend bestehen keine solchen aussergewöhnlichen Umstände, 

welche ein Verlassen des ordentlichen Strafrahmens nach oben und/oder unten 

rechtfertigen würden. Die Deliktsmehrheit wirkt sich daher innerhalb des ordentli-

chen Strafrahmens straferhöhend aus (Art. 49 Abs. 1 StGB). Auch die verminder-

te Schuldfähigkeit des Beschuldigten ist innerhalb des ordentlichen Strafrahmens 

zu gewichten. Der Strafrahmen für schwere Körperverletzung beträgt Freiheits-

strafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe nicht unter 180 Tagessätzen (Art. 122 

StGB). Zu ergänzen ist des Weiteren, dass bei leichter Tatschwere eine Strafe im 

unteren Drittel des Strafrahmens, bei mittlerer Tatschwere im mittleren Drittel und 

bei gravierender Tatschwere im oberen Drittel angezeigt ist (Mathys, Zur Technik 

der Strafzumessung, SJZ 100 (2004), Nr. 8, S. 176). Die schweizerische Praxis 

siedelt bei nicht besonders schwerem Verschulden in aller Regel die Strafen im 

unteren bis mittleren Teil des vorgegebenen Strafrahmens an. Strafen im oberen 

Bereich, insbesondere Höchststrafen, sind bloss ausnahmsweise und bei sehr 

- 8 - 

schwerem Verschulden des Täters auszusprechen (Basler Kommentar, StGB I, 

2. Auflage, Wiprächtiger, N 15 zu Art. 47 StGB). 

3.1. Das Bezirksgericht hat das Verschulden des Beschuldigten im Rahmen der 

objektiven Tatschwere zu Recht als schwer eingestuft. Nachdem der Beschuldigte 

an seiner Wohnungstüre das Erscheinen der Polizisten realisiert hatte, ging er  

zurück in die Küche und behändigte ein grosses Fleischermesser. Sein  

anschliessendes Vorgehen gegen den Polizeibeamten C._____ war rasch und  

zielgerichtet. Durch seinen mit diversen Stichbewegungen auf Oberkörperhöhe 

geführten Angriff gegen C._____ (vgl. Urk. 10/3 S. 7 und S. 13, Urk. 10/5 S. 9 f.) 

mit einem Fleischermesser mit einer Klingenlänge von ca. 30 cm hätte der Be-

schuldigte den Geschädigten angesichts der recht engen Platzverhältnisse im  

Treppenhaus (C._____ in Urk. 10/5 S. 4 und S. 9 f.) schwer verletzen, wenn nicht 

gar töten können. Der Beschuldigte handelte mit einer erheblichen kriminellen 

Energie, wenngleich seine Tat wohl nicht von langer Hand geplant war. Vielmehr 

begab sich der Beschuldigte, nachdem er die Polizisten erblickt hatte, in seine 

Küche und behändigte das Messer. Sein Vorhaben wurde nur dadurch verhindert, 

indem der Beschuldigte durch einen Schusswaffeneinsatz ausser Gefecht gesetzt 

wurde. Mit dem Bezirksgericht ist von einer hypothetischen Einsatzstrafe im  

Bereich von acht Jahren Freiheitsstrafe auszugehen. 

3.2.1. In subjektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte zumindest 

eventualvorsätzlich handelte, d.h. er lebensgefährliche Verletzungen des  

Geschädigten zumindest in Kauf nahm. Er attackierte den Polizisten C._____ aus 

nichtigem Anlass. Dieser wollte zusammen mit drei weiteren Polizisten dem  

Hinweis nachgehen, der Beschuldigte störe die Ruhe durch lautes Musikhören, 

habe gegen die Türe seiner Nachbarin geschlagen und diese Nachbarin auch  

bedroht (D._____ in Urk. 10/3 S. 2, C._____ in Urk. 10/5 S. 2; vgl. auch E._____ 

in Urk. 10/14 S. 2-4). Es gab für den Beschuldigten keinerlei Anlass, sich durch 

das Erscheinen der Polizei provoziert zu fühlen oder darüber gar wütend zu wer-

den (vgl. der Beschuldigte in Urk. 24/12/15 S. 19). 

3.2.2. Die Vorinstanz hat die aufgrund der objektiven Tatschwere festgesetzte 

Einsatzstrafe wegen der gutachterlich angenommenen, in schwerem Grade  

- 9 - 

verminderten Schuldfähigkeit um rund drei Viertel reduziert (Urk. 73 S. 12). Das 

Bundesgericht hat in BGE 136 IV 55 ausgeführt, es sei abzulehnen, bei der Ver-

minderung der Schuldfähigkeit einen genauen Raster etwa von 75%, 50% und 

25% oder eine lineare Abstufung zu verlangen, da dies dazu führe, dass der vom 

psychiatrischen Experten eingestuften Verminderung der Einsichts- bzw.  

Steuerungsfähigkeit regelmässig ein zu grosses Gewicht beigemessen werde und 

dadurch die Ermessensfreiheit des Richters in unzulässiger Weise eingeschränkt 

werde (Erw. 5.6). Bei Vorliegen einer verminderten Schuldfähigkeit sei in einem 

ersten Schritt aufgrund der tatsächlichen Feststellungen des Gutachters zu ent-

scheiden, in welchem Umfange die Schuldfähigkeit des Täters in rechtlicher  

Hinsicht eingeschränkt sei und wie sich dies insgesamt auf die Einschätzung des 

Tatverschuldens auswirke. Das Gesamtverschulden sei zu qualifizieren und mit 

Blick auf Art. 50 StGB im Urteil ausdrücklich zu benennen, wobei von einer Skala 

denkbarer Abstufungen nach Schweregrad auszugehen sei. Hierauf sei in einem 

zweiten Schritt innerhalb des zur Verfügung stehenden Strafrahmens die (hypo-

thetische) Strafe zu bestimmen, die diesem Verschulden entspreche. Die so  

ermittelte Strafe könne dann gegebenenfalls in einem dritten Schritt aufgrund  

wesentlicher Täterkomponenten (sowie wegen eines allfälligen blossen Versuchs 

im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB) verändert werden (Erw. 5.7, mit weiteren  

Hinweisen). 

3.2.3. Über den Beschuldigten wurde ein forensisch-psychiatrisches Gutachten 

erstellt. Darin diagnostizierte die Expertin eine (schwere) Epilepsie mit partiell-

komplexen und zum Teil sekundär generalisierten Anfällen, eine mindestens  

mittelgradig ausgeprägte organische Persönlichkeitsstörung, eine mindestens  

mittelgradige Alkoholabhängigkeit sowie eine leichte bis mittelgradige Can-

nabisabhängigkeit (Urk. 24/12/15 S. 32-37 und S. 46). Die Gutachterin gelangte 

zum Schluss, die Einsichtsfähigkeit des Beschuldigten im Tatzeitpunkt in das Un-

recht der Tat sei gegeben gewesen, indessen sei seine Fähigkeit, sich gemäss 

dieser Einsicht zu verhalten, schwergradig vermindert gewesen (Urk. 24/12/15 

S. 46). Diese Schlussfolgerungen, welche im Übrigen weder von der Anklagebe-
hörde Urk. 46 S. 6 f. und Urk. 92 S. 4), noch von der Verteidigung in Zweifel ge-

zogen worden sind (Urk. 47 S. 6 f.), vermögen grundsätzlich zu überzeugen, 

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weshalb auf die gutachterlichen Ausführungen und Schlüsse abzustellen ist. Die 

in  

schwerem Grade verminderte Schuldfähigkeit des Beschuldigten führt zu einer 

erheblichen Reduktion seines (objektiv) schweren Verschuldens (vgl. auch BGE 

136 IV 55, Erw. 5.5). Der Beschuldigte wies im Deliktszeitpunkt in Berücksichti-

gung der maximalen stündlichen Resorption eine Blutalkoholkonzentration  

von maximal ca. 0,4 Gewichtspromille auf (vgl. Urk. 17/5 S. 1 f.). Im Blut des  

Beschuldigten konnte kein THC nachgewiesen werden. Indessen liess sich  

THC-Carbonsäure feststellen, womit ein zumindest viele Stunden zurückliegender 

Cannabis-Konsum als erwiesen gelten kann. Da THC aus dem Blut sehr rasch, 

THC-Carbonsäure jedoch langsamer eliminiert wird, kann gemäss den Fest-

stellungen im chemisch-toxikologischen Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin 

der Universität Zürich vom 2. März 2010 eine Cannabis-Wirkung für den Tatzeit-

punkt ausgeschlossen werden (vgl. Urk. 17/5 S. 2). Aufgrund dieser Umstände ist 

das Tatverschulden des Beschuldigten insgesamt als nicht mehr leicht einzu-

stufen. Eine hypothetische Einsatzstrafe im Bereich von 42 Monaten Freiheits-

strafe erscheint diesem Verschulden angemessen. 

3.3.1. Was die Täterkomponente anbetrifft, wirken sich die persönlichen Verhält-

nisse des Beschuldigten und sein Werdegang weder straferhöhend noch strafre-

duzierend aus. Der 1972 geborene Beschuldigte ist in F._____ zusammen mit 

vier Geschwistern in geborgenen und intakten Verhältnissen bei seinen Eltern 

aufgewachsen. Sein Vater war Elektriker, während seine Mutter den Haushalt  

besorgte. Der Beschuldigte besuchte die Schule bis zur zehnten Klasse. Im Alter 

von 17 Jahren wurde er von seinen Eltern aus politischen Gründen - sie befürch-

teten, er würde wie viele andere junge Männer grundlos verhaftet - zur Emigration 

gedrängt. Im Januar 1989 reiste der Beschuldigte in die Schweiz ein und stellte 

erfolgreich ein Asylbegehren. Er war in der Folge an verschiedenen Stellen als 

Küchengehilfe tätig, zuletzt während ca. zehn Jahren bis 2001 in einem Behinder-

tenheim. Infolge ab 1999 aufgetretener epileptischer Anfälle verlor er diese  

Anstellung und wurde 2001 berentet. Seither ist der Beschuldigte nicht mehr  

erwerbstätig. Eine Schwester des Beschuldigten wohnt zusammen mit ihrem  

Ehemann und zwei Kindern in G._____. Der Beschuldigte ist ledig und hat keine 

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Kinder. Neben der IV-Rente von monatlich ca. Fr. 1'200.-- erhält der Beschuldigte 

eine BVG-Rente von monatlich ca. Fr. 1'800.--. Der Beschuldigte hat kein Ver-

mögen. Indessen hat er bei diversen Kollegen Schulden in der Höhe von insge-

samt ca. Fr. 500'000.--. Diese resultieren grösstenteils aus Darlehen, welche der 

Beschuldigte in der Zeitspanne 1990 bis 2000 aufnahm, um an Spielautomaten 

bzw. in Casinos zu spielen. Seine Zukunft sieht der Beschuldigte in der Schweiz. 

Er kann sich nicht vorstellen, wieder zurück in seine Heimat zu gehen, da es dort 

sehr heiss sei und die Hitze einen Einfluss auf seine epileptischen Anfälle habe. 

Seit dem 11. Januar 2010 befindet sich der Beschuldigte in Sicherheitshaft. Ein 

vorübergehend gewährter vorzeitiger Massnahmeantritt wurde widerrufen, nach-

dem sich vorerst keine geeignete Institution finden liess (Urk. 9/2 S. 3 ff.; 

Urk. 23/29, Urk. 29/33 S. 3; Urk. 24/12/15 S. 14 ff.; Urk. 45 S. 3 ff.; Urk. 91 S. 1 

ff.). 

3.3.2. Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 73 S. 12) weist der  

Beschuldigte drei einschlägige Vorstrafen auf. Mit Strafbefehl der Bezirksanwalt-

schaft Uster vom 28. April 2003 wurde der Beschuldigte wegen einfacher Körper-

verletzung mit einer bedingten Gefängnisstrafe von 14 Tagen unter Ansetzung  

einer Probezeit von zwei Jahren bestraft. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

See/Oberland vom 2. Oktober 2006 wurde er u.a. wegen Gewalt und Drohung 

gegen Behörden und Beamte und einfacher Körperverletzung mit einer bedingten 

Gefängnisstrafe von 45 Tagen bei einer Probzeit von fünf Jahren belegt. Schliess-

lich wurde der Beschuldigte mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See/Oberland 

vom 18. Dezember 2009 wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und  

Beamte im Sinne einer Gesamtstrafe - die Strafe vom 2. Oktober 2006 wurde  

widerrufen - mit einer unbedingten Geldstrafe von 75 Tagessätzen zu Fr. 90.-- 

bestraft (Urk. 74). Diese einschlägigen Vorstrafen wirken sich merklich straf-

erhöhend aus, selbst wenn sich die ausgefällten Sanktionen jeweils am unteren 

Ende des jeweiligen Strafrahmens bewegten. 

3.3.3. Nur ein ausgesprochen positives Nachtatverhalten kann nach der Recht-

sprechung zu einer erheblichen Strafreduktion führen. Der Beschuldigte hat den 

Anklagesachverhalt in der Schlusseinvernahme und auch vor Vorinstanz aner-

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kannt (Urk. 9/4 S. 5; Urk. 45 S. 9 und S. 10), wobei er angab, sich nicht an den 

Vorfall erinnern zu können (Urk. 9/2 S. 6, Urk. 9/3 S. 3, Urk. 9/4 S. 2 f. und S. 4 f.; 

Urk. 45 S. 7-9). Anlässlich der Berufungsverhandlung wich er jedoch von diesem 

Geständnis ab (Urk. 91 S. 6). Deshalb und angesichts der übrigen Beweislage - 

insbesondere der belastenden Aussagen der am Einsatz beteiligten Polizei-

beamten - ist ihm dieses Geständnis nur in leichtem Masse strafmindernd  

anzurechnen. 

3.3.4. Die Vorinstanz nahm eine leichte Strafminderung vor mit der Begründung, 

unmittelbare Tatfolge sei eine lebensgefährliche Verletzung des Beschuldigten  

infolge des Schusses in den Brustkorb gewesen (Urk. 73 S. 12). Eine Strafminde-

rung zufolge unmittelbarer Betroffenheit des Täters ist zulässig (vgl. BGE 121 IV 

162, Erw. 2c und 2f). In jenem Fall erlitt der Täter anlässlich seiner polizeilichen 

Verhaftung mehrere Schussverletzungen (u.a. zweifacher Lungendurchschuss, 

einmaliger Zwerchfelldurchschuss und Leberdurchschuss) und erlitt dadurch  

lebensgefährliche Verletzungen. Er war während eines Monates hospitalisiert und 

musste sich diversen Operationen unterziehen. Von seiten der Lunge war ein 

bleibender Funktionsverlust mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht zu erwarten. 

Postoperativ durchgeführte Kontrollen zeigten von seiten der Leber nur eine  

geringfügige Funktionseinschränkung. Im Bereich des rechten Zeigefingers kam 

es aufgrund einer Schussverletzung zu einer irreversiblen Zertrümmerung eines 

Gelenkes, worauf eine Versteifung des Grund- und Mittelgliedes durchgeführt 

werden musste, wobei diese Versteifung zu einer gewissen Funktionseinbusse 

der rechten Hand führte (vgl. BGE 121 IV 162, Erw. 2f.). Vorliegend ist zutreffend, 

dass der Beschuldigte durch den Schuss in den Brustkorb und die Lunge lebens-

gefährlich verletzt wurde (vgl. ärztlicher Befund in Urk. 16/2). Er musste operiert 

werden (Urk. 16/3) und die Hospitalisation dauerte knapp einen Monat (vgl. 

Urk. 23/11). Im ärztlichen Befund vom 3. Februar 2010 wurde festgehalten, dass 

eine Aussage über allfällige bleibende Schäden zum jetzigen Zeitpunkt nicht  

gemacht werden könne (Urk. 16/2). Nachdem der Beschuldigte - nach seinem 

gesundheitlichen Zustand befragt - im Februar 2011 angab, im Schulterbereich 

Schmerzen und beim Einatmen im ganzen rechten Thoraxbereich Schmerzen zu 

haben (Urk. 9/2 S. 2), erwähnte er an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung und 

- 13 - 

der Berufungsverhandlung lediglich noch Schmerzen in der Schulter (Urk. 45 S. 2 

und Urk. 91 S. 2). Inwieweit diese vom polizeilichen Waffeneinsatz stammen ist 

nicht nachgewiesen, wobei aber nicht von nennenswerten unmittelbaren Folgen 

der Schussverletzung ausgegangen werden kann. In diesem Zusammenhang ist 

demnach lediglich eine leichte Strafreduktion vorzunehmen. 

3.3.5. Andere, nicht bereits erwähnte Strafzumessungsfaktoren sind nicht ersicht-

lich. Insbesondere sind keine Auswirkungen der Strafe auf das Leben des  

Beschuldigten zu erkennen (Art. 47 Abs. 1 StGB), welche über das gewöhnliche, 

mit dem Vollzug einer Sanktion zusammenhängenden Mass hinausgehen  

würden. 

3.3.6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass bei der Täterkomponente das 

straferhöhende Moment (drei einschlägige Vorstrafen) das strafreduzierende (Ge-

ständnis und Verletzung aufgrund der Tat) etwas überwiegt. 

3.4. Die bezüglich der Körperverletzung versuchte Tatbegehung wirkt sich  

lediglich leicht strafmindernd aus, da es nur dank glücklicher Umstände und des 

Schusswaffeneinsatzes nicht zu einer Vollendung der Tat kam. 

3.5. Der Beschuldigte hat neben dem Tatbestand der versuchten schweren  

Körperverletzung jenen der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte er-

füllt. Das führt im Rahmen der Asperation zu einer Straferhöhung (Art. 49 Abs. 1 

StGB). Angesichts dessen, dass der Beschuldigte mit seinem Angriff gegen den 

Polizeibeamten C._____ zwangsläufig auch gegen Art. 285 StGB verstiess, fällt 

die Straferhöhung leicht aus. 

3.6. Aufgrund aller aufgezeigten Strafzumessungsgründe erweist sich eine  

Bestrafung des Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und  

9 Monaten als angemessen. An die Strafe anzurechnen sind 680 Tage Unter-

suchungshaft, vorzeitiger Massnahmevollzug sowie Sicherheitshaft (Art. 51 

StGB). 

4. Die Vorinstanz erkannte auf eine Anweisung an das Amt für Justizvollzug, 

bis zum raschmöglichsten Eintritt des Beschuldigten in die stationäre Massnahme 

- 14 - 

im Sinne von Art. 60 StGB für eine geeignete ambulante Behandlung im Sinne 

von Art. 63 StGB im Rahmen des Freiheitsentzuges zu sorgen (Urk. 73 S. 20 und 

S. 22). 

4.1. Die Staatsanwaltschaft macht mit ihrer Berufung geltend, für diese  

Anordnung mangle es an einer gesetzlichen Grundlage (Urk. 81 S. 2, Urk. 92  

S. 2). 

4.2. Bezüglich der ambulanten Behandlung im Sinne von Art. 63 StGB sieht das 

Gesetz explizit vor, dass die zuständige Behörde die vorübergehende stationäre 

Behandlung des Täters verfügen könne, wenn dies zur Einleitung der ambulanten 

Behandlung geboten sei (Abs. 3). Wegen der damit verbundenen Einschränkung 

des Betroffenen in seiner persönlichen Freiheit ist eine solche gesetzliche Grund-

lage in einem Gesetz im formellen Sinne erforderlich. Bei dieser auf zwei Monate 

befristeten stationären Massnahme geht es um die Vorbereitung der ambulanten 

Behandlung, d.h. die Herstellung der therapeutischen Ansprechbarkeit des  

Betroffenen (Basler Kommentar, StGB I, 2. Auflage, Heer, N 77 ff. zu Art. 63 

StGB). Für den umgekehrten Fall, d.h. die Einleitung einer stationären Mass-

nahme durch eine ambulante Behandlung, besteht in der Tat an sich keine  

gesetzliche Grundlage. Angesichts der geringeren Eingriffsintensität in die  

persönliche Freiheit des Betroffenen scheint eine solche Grundlage auch nicht  

erforderlich (vgl. Basler Kommentar, a.a.O., Heer, N 60 und 64 f. zu Art. 60 StGB 

für den Fall eines vorübergehenden Aufenthaltes in einer psychiatrischen Klinik im 

Rahmen einer stationären Behandlung). Letztlich kann diese Frage jedoch vor-

liegend offen bleiben. Aus organisatorischen und sachlichen Gründen ist die  

Einleitung der stationären Behandlung in einem ambulanten Rahmen im Sinne  

einer deliktsorientierten Behandlung gemäss Auskunft des Amtes für Justizvollzug 

nicht möglich (vgl. Urk. 23/32 und Urk. 48/2). Damit ist von einer entsprechenden 

Anordnung abzusehen. 

 

 

- 15 - 

 

IV. 

Kosten/Entschädigungen 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschuldigte grundsätzlich kosten-

pflichtig (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren 

ist auf Fr. 2'500.-- festzusetzen. Unter Hinweis auf die überzeugende Begründung 

der Vorinstanz (Urk. 73 S. 21; Art. 82 Abs. 4 StPO) sind die Kosten im Interesse 

der Resozialisierung des Beschuldigten abzuschreiben. Die Kosten der amtlichen 

Verteidigung sind auf die Gerichtskasse zu nehmen; vorbehalten bleibt eine 

Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

V. 

Zwangsmassnahmen 

1. Gemäss Art. 231 Abs. 1 StPO entscheidet das erstinstanzliche Gericht mit 

dem Urteil, ob eine verurteilte Person in Sicherheitshaft zu setzen oder  

zu behalten ist. Diese Bestimmung ist analog auch für das zweitinstanzliche  

Gericht anzuwenden, nachdem für die Rechtsmittelinstanz keine besonderen  

Bestimmungen betreffend Sicherheitshaft vorgesehen sind (vgl. Art. 379 StPO). 

2.1. Es stellt sich die Frage, ob nach wie vor die gesetzlichen Haftgründe  

gemäss Art. 221 StPO gegeben sind. Nachdem mit diesem Entscheid eine  

Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 9 Monaten ausgesprochen wurde, wobei die 

Strafe zugunsten des Vollzugs der gleichzeitig angeordneten stationären Mass-

nahme aufgeschoben wurde und sich der Beschuldigte erst seit dem 11. Januar 

2010 in Sicherheitshaft befindet (vgl. Urk. 26 S. 2), erscheint die Dauer der Haft 

angesichts der ausgesprochenen Strafe noch nicht als unverhältnismässig.  

Bezüglich Wiederholungsgefahr, die mit Verfügung des Zwangsmassnahmen-

richters vom 16. März 2011 bejaht wurde, hat sich nichts geändert, weshalb  

dieser Haftgrund weiterhin besteht.  

- 16 - 

2.2. Schliesslich steht nach wie vor nicht fest, wann der Beschuldigte die  

stationäre Massnahme wird antreten können. Es wurde zwar eine geeignete  

Institution zur Behandlung des Beschuldigten gefunden, die administrativen  

Angelegenheiten konnten aber bis jetzt nicht geregelt werden (vgl. Urk. 78 S. 2). 

Es erscheint deshalb angebracht, den Beschuldigten zur Sicherung des Mass-

nahmevollzugs in Sicherheitshaft zu behalten.  

3. Da gemäss Urteil des Bundesgerichtes vom 1. Juni 2011 die Sicherheitshaft 

zu befristen ist (vgl. BGE 137 IV 180), ist vorliegend die Sicherheitshaft bis zum 

Antritt der stationären Massnahme, längstens bis zum 21. Mai 2012 zu ver-

längern. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 9. Juni 

2011 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

 - der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB 

in Verbindung mit Art. 22 StGB sowie 

 - der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 

Ziff. 1 StGB. 

2. … . 

3. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 60 StGB 

(Suchtbehandlung Alkohol und Cannabis) angeordnet. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zu diesem Zweck aufgeschoben. 

(…). 

5. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV vom 31. August 2010 beschlagnahmte 

Küchen-/Fleischermesser mit schwarzem Griff (Länge insgesamt 42,4 cm) wird ein-

gezogen und der Bezirksgerichtskasse Uster zur Vernichtung überlassen. 

- 17 - 

 

 

6. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 19'106.80   Untersuchungskosten  

Fr. 3'811.80   Kosten der Kantonspolizei  

Fr. 19'241.45   Kosten der amtlichen Verteidigung 
 

 7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem  
Beschuldigten auferlegt, aber abgeschrieben. Die Kosten der amtlichen Verteidigung 
werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung 
gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO" 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte wird bestraft mit 3 Jahren und 9 Monaten Freiheitsstrafe, 

wovon 680 Tage durch Untersuchungshaft, vorzeitigen Massnahmevollzug 

sowie Sicherheitshaft bis und mit heute erstanden sind. 

2. Von der Anordnung einer ambulanten Behandlung des Beschuldigten im 

Rahmen des Freiheitsentzuges bis zum raschmöglichsten Eintritt des  

Beschuldigten in die stationäre Massnahme wird abgesehen. 

3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'500.--  ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.     amtliche Verteidigung 

4.  Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt, aber 

abgeschrieben. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen 

auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht gemäss Art. 
135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten. 

- 18 - 

 

5. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
des Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben) 
− den Geschädigten  
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste   

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
des Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich  
− den Geschädigten 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung all-

fälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A. 

6. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen er-
hoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

erichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

- 19 - 

Sodann wird beschlossen: 

1. Die Sicherheitshaft wird bis zum Antritt der stationären Massnahme,  

längstens bis zum 21. Mai 2012 verlängert. 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich  
− Gefängnis G._____ 
− Amt für Justizvollzug, Bewährungs- und Vollzugsdienste 

3. Gegen diesen Entscheid kann - soweit die Verletzung verfassungsmässiger 

Rechte geltend gemacht wird (Art. 98 BGG) - bundesrechtliche Beschwerde 
in Strafsachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Ersten öffentlich-rechtlichen 

Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des 

Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.  

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 21. November 2011 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter Dr. F. Bollinger 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. A. Truninger 
 

	Urteil vom 21. November 2011
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 73)
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	- der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 StGB sowie
	- der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 22 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 515 Tage durch  U-Haft, vorzeitigen Massnahmevollzug sowie Sicherheitshaft erstanden sind.
	3. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 60 StGB (Suchtbehandlung Alkohol und Cannabis) angeordnet.
	4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zu diesem Zweck aufgeschoben.
	Das Amt für Justizvollzug wird angewiesen, bis zum raschmöglichsten Eintritt des  Beschuldigten in die stationäre Massnahme für eine geeignete ambulante Behandlung des Beschuldigten im Rahmen des Freiheitsentzuges zu sorgen.
	5. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV vom 31. August 2010 beschlagnahmte  Küchen-/Fleischermesser mit schwarzem Griff (Länge insgesamt 42,4 cm) wird eingezogen und der Bezirksgerichtskasse Uster zur Vernichtung überlassen.
	6. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf
	7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt, aber abgeschrieben. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf  die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135...
	8. … (Mitteilung)
	9. … (Rechtsmittel)"
	Berufungsanträge:
	a) Der Staatsanwaltschaft: (Urk. 92 S. 2; sinngemäss)
	Erwägungen:
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	- der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 StGB sowie
	- der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB.
	2. (…).
	3. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 60 StGB (Suchtbehandlung Alkohol und Cannabis) angeordnet.
	4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zu diesem Zweck aufgeschoben.
	(…).
	5. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV vom 31. August 2010 beschlagnahmte  Küchen-/Fleischermesser mit schwarzem Griff (Länge insgesamt 42,4 cm) wird eingezogen und der Bezirksgerichtskasse Uster zur Vernichtung überlassen.
	6. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf
	7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt, aber abgeschrieben. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die  Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135...
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 9. Juni 2011 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	- der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 StGB sowie
	- der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB.
	2. … .
	3. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 60 StGB (Suchtbehandlung Alkohol und Cannabis) angeordnet.
	4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zu diesem Zweck aufgeschoben.
	(…).
	5. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV vom 31. August 2010 beschlagnahmte Küchen-/Fleischermesser mit schwarzem Griff (Länge insgesamt 42,4 cm) wird eingezogen und der Bezirksgerichtskasse Uster zur Vernichtung überlassen.
	6. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte wird bestraft mit 3 Jahren und 9 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 680 Tage durch Untersuchungshaft, vorzeitigen Massnahmevollzug sowie Sicherheitshaft bis und mit heute erstanden sind.
	2. Von der Anordnung einer ambulanten Behandlung des Beschuldigten im Rahmen des Freiheitsentzuges bis zum raschmöglichsten Eintritt des  Beschuldigten in die stationäre Massnahme wird abgesehen.
	3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	4.  Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt, aber abgeschrieben. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten.
	5. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben)
	 den Geschädigten
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 den Geschädigten
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.

	6. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Sodann wird beschlossen:
	1. Die Sicherheitshaft wird bis zum Antritt der stationären Massnahme,  längstens bis zum 21. Mai 2012 verlängert.
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 Gefängnis G._____
	 Amt für Justizvollzug, Bewährungs- und Vollzugsdienste

	3. Gegen diesen Entscheid kann - soweit die Verletzung verfassungsmässiger Rechte geltend gemacht wird (Art. 98 BGG) - bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom der Zustellung der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorges...
	Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsgesetzes.