# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e07a31d6-85e9-5a7e-a246-ac2e09504cfb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.09.2009 D-6110/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6110-2009_2009-09-30.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6110/2009
sch/bah
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9

Einzelrichter Hans Schürch, 
mit Zustimmung von Richterin Emilia Antonioni;
Gerichtsschreiber Christoph Basler.

A._______, geboren (...),
Serbien,
vertreten durch Dr. iur. Nicolas Roulet, Advokat, (...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 16. September 2009 / 
N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6110/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer – ein unbegleiteter, minderjähriger ethni-
scher Roma mit letztem Wohnsitz in Belgrad – Serbien eigenen Anga-
ben zufolge zirka am 20. Mai 2009 verliess und am 22. Mai 2009 in der 
Schweiz um Asyl nachsuchte,

dass er bei der Erstbefragung, die am 28. Mai 2009 im Empfangs- und 
Verfahrenszentrum Basel  durchgeführt  wurde,  und  der  Anhörung  zu 
den Asylgründen vom 16. Juni 2009 im Wesentlichen geltend machte, 
seine Eltern hätten sich scheiden lassen, als er sieben Jahre alt gewe-
sen sei, wonach er bei einem Onkel in Belgrad gelebt habe, 

dass sein Onkel verstorben sei,  als er (der Beschwerdeführer) zehn-
jährig gewesen sei, wonach er alleine in einer Baracke (...) in Belgrad 
gelebt habe,

dass er Kartons gesammelt habe, die er an einer Sammelstelle habe 
verkaufen können, 

dass er immer wieder und in letzter Zeit immer öfters von Skinheads 
verprügelt worden sei, die ihm das Geld, welches er verdient habe, ab-
genommen hätten,

dass er auf der Strasse als Zigeuner beschimpft und verspottet worden 
sei,

dass er sich mehrmals an die Polizei gewandt habe, die aber nichts zu 
seinem Schutz unternommen habe,

dass er  schliesslich auch von den Polizisten beschimpft  worden sei, 
bei denen er um Schutz nachgesucht habe,

dass für den weiteren Inhalt seiner Aussagen auf die Akten zu verwei-
sen ist,

dass  der  Beschwerdeführer  vom  Jugendgericht  (...)  mit  Urteil  vom 
18. August  2009  wegen  Widerhandlungen  gegen  das 
Betäubungsmittelgesetz  (Heroinkonsum)  und  das  Strafgesetzbuch 
(Hausfriedesbruch,  Diebstahl  und  Diebstahlversuch)  zu  einem  Frei-
heitsentzug von neun Tagen verurteilt wurde,

Seite 2

D-6110/2009

dass das BFM mit Verfügung vom 16. September 2009 – eröffnet am 
17. September 2009 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 des Asylge-
setzes  vom  26. Juni 1998  (AsylG,  SR 142.31)  auf  das  Asylgesuch 
nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug 
anordnete,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, der Bundes-
rat habe Serbien mit  Beschluss vom 6. März 2009 als verfolgungssi-
cheren Staat (safe country) im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG 
bezeichnet,

dass der Beschwerdeführer nicht habe glaubhaft machen können, seit 
dem  siebten  Lebensjahr  (...)  in  Belgrad  gelebt  zu  haben,  da  er 
unsubstanziierte Angaben zur Umgebung (...) gemacht habe,

dass er den zweiten Hauptfluss, der neben der Donau durch Belgrad 
fliesse, nicht kenne,

dass er (...) in Belgrad gelebt habe, jedoch den Fluss, (...), nicht kenne 
beziehungsweise behauptet habe, (...),

dass (...) aber über den zweiten Hauptfluss von Belgrad (...),

dass er nicht in der Lage gewesen sei, die Namen aller Leute, die mit 
ihm in der Baracke gelebt  hätten,  zu nennen, und auch den Namen 
des Bahnhofs, von dem aus er Belgrad verlassen habe, nicht gewusst 
habe,

dass die Behauptung, bewaffnete Skinheads hätten sie im Jahr 2008 
jede Nacht in den Baracken belästigt, er sei aber dennoch dort geblie-
ben, angesichts der Vorgeschichte realitätsfremd sei,

dass er zudem widersprüchliche Angaben zum Zeitpunkt seines letz-
ten Kontaktes mit der Polizei gemacht habe,

dass  die  vom Beschwerdeführer  geltend  gemachten  Probleme  nicht 
glaubhaft seien,

dass sich aus den Akten somit keine Hinweise ergäben, die die wider-
legbare Vermutung des Art. 6a Abs. 2 Bst a AsylG umstossen könnten,

Seite 3

D-6110/2009

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  24. September 2009 
durch seinen Rechtsvertreter  gegen diesen Entscheid beim Bundes-
verwaltungsgericht Beschwerde erheben und beantragen liess, die an-
gefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Angelegenheit  sei  zur 
materiellen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen,

dass er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  die Gewährung der vollum-
fänglichen unentgeltlichen Rechtspflege beantragen liess,

dass für den Inhalt der Beschwerde auf die Akten zu verweisen und, 
soweit entscheidrelevant, nachfolgend auf diesen einzugehen ist,

dass die vorinstanzlichen Akten am 29. September 2009 beim Bundes-
verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Be-
schwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. 
Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM   ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 

Seite 4

D-6110/2009

überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretensent-
scheid  als  unrechtmässig  erachtet  – einer  selbständigen materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Entscheidun-
gen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt, 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass in der Beschwerde geltend gemacht wird, der Beschwerdeführer 
sei  nicht  rechtsgenüglich verbeiständet  gewesen (vgl. Art. 17 Abs. 3 
AsylG), 

dass die  Identität  der Vertrauensperson nicht  klar  und eindeutig  sei, 
weshalb nicht davon gesprochen werden könne, ihm sei eine rechts-
kundige Vertrauensperson beigeordnet worden,

dass die unklare Zuteilung einer Vertrauensperson aus seiner Sicht ei-
nen gravierenden formellen Mangel darstelle, und die Verfügung allei-
ne aus diesem Grund aufzuheben sei,

dass die (...) dem BFM am 11. Juni 2009 mitteilte, Herr B._____ werde 
die  Vertrauensperson  des  Beschwerdeführers  sein  (vgl.  act.  A11/3 
S. 1),

Seite 5

D-6110/2009

dass dem BFM des Weiteren mitgeteilt  wurde, die Vertrauensperson 
werde den Beschwerdeführer am 12. Juni 2009 um zirka 10 Uhr abho-
len, um mit ihm ein Vorgespräch zu führen,

dass dem Protokoll  der Befragung vom 16. Juni 2009 zu entnehmen 
ist,  der  Beschwerdeführer  sei  von  einer  Vertrauensperson  begleitet 
worden (vgl. act. A12/21 S. 2),

dass die Rüge, der Beschwerdeführer kenne die Identität der Vertrau-
ensperson  nicht,  weshalb  nicht  beurteilt  werden  könne,  ob  diese 
rechtskundig sei, somit nicht stichhaltig ist,

dass auf Gesuche von Asylsuchenden aus verfolgungssicheren Staa-
ten nach Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG (sogenannte safe-country-Rege-
lung) nicht eingetreten wird, ausser es gebe Hinweise auf Verfolgung 
(Art. 34 Abs. 1 AsylG),

dass die fehlende Verfolgung im Herkunftsland somit lediglich vermutet 
wird und widerlegt werden kann,

dass der Bundesrat mit Beschluss vom 6. März 2009 (in Kraft seit dem 
1. April 2009) Serbien zum "safe country" (im Sinne von Art. 6a Abs. 2 
Bst. a AsylG) erklärt  hat, in welchem nach seinen Feststellungen Si-
cherheit vor Verfolgung besteht,

dass bei dieser Sachlage die Grundvoraussetzung für einen Nichtein-
tretensentscheid in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 AsylG erfüllt ist,

dass somit auf das Gesuch des Beschwerdeführers nicht einzutreten 
ist, es sei denn, seinen Vorbringen wären Hinweise auf Verfolgung zu 
entnehmen,

dass bei  der Prüfung,  ob Hinweise auf  Verfolgung vorliegen,  erstens 
ein weiter Verfolgungsbegriff gilt, der alle erlittenen oder befürchteten 
Nachteile umfasst, die von Menschenhand zugefügt werden, und zwei-
tes nur einem tiefen Beweismass Genüge getan werden muss, wes-
halb auf ein Gesuch einzutreten ist, wenn Verfolgungshinweise geltend 
gemacht werden, die nicht bereits auf den ersten Blick als unglaubhaft 
erkennbar sind (vgl. dazu EMARK 2004 Nr. 5 m.w.H.),

Seite 6

D-6110/2009

dass in der Beschwerde geltend gemacht wird, es könne nicht von der 
Hand gewiesen werden, dass Roma in Serbien zumindest parastaatli-
cher Verfolgung ausgesetzt seien,

dass auch der Beschwerdeführer sich darauf berufe, als Angehöriger 
der  ethnischen  Minderheit  der  Roma von Skinheads  andauernd  be-
nachteiligt und malträtiert worden zu sein,

dass in seinem Falle Hinweise auf eine parastaatliche Verfolgung vor-
lägen, weshalb auf sein Asylgesuch hätte eingetreten werden müssen,

dass eine Prüfung der Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen erst hätte vor-
genommen werden dürfen, nachdem auf sein Asylgesuch eingetreten 
worden wäre,

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers betreffend seine Wohnsi-
tuation,  die erlittenen Nachteile und die Kontakte mit  der serbischen 
Polizei teilweise realitätswidrig und in mehreren Punkten vage, wider-
sprüchlich  und  unsubstanziiert  ausgefallen  sind,  sodass  von  deren 
Haltlosigkeit auszugehen ist,

dass in  diesem Zusammenhang auf  die zutreffenden Erwägungen in 
der vorinstanzlichen Verfügung zu verweisen ist (vgl. act. A31/8 S. 3 f.),

dass diesbezüglich auch in der Beschwerde nichts  Konkretes einge-
bracht wird, was einen anderen Schluss rechtfertigen könnte,

dass sich die allgemeine Lage für Roma in Serbien – trotz gewisser 
Verbesserungen in  den letzten Jahren – weiterhin als  schwierig  und 
insbesondere in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht teilweise als pre-
kär darstellt,

dass  jedoch  alleine  diese  Umstände die  grundsätzliche Feststellung 
der Verfolgungssicherheit nicht umzustossen vermögen, mithin alleine 
die Berufung auf eine schwierige allgemeine Lage nicht als Ersatz für 
einen konkreten Verfolgungshinweis dienen kann,

dass im Falle des Beschwerdeführers – auch unter Berücksichtigung 
eines  weiten  Verfolgungsbegriffes  und  eines  tiefen  Beweismasses  – 
kein konkretes, ausreiserelevantes Ereignis ersichtlich ist, 

Seite 7

D-6110/2009

dass das BFM demnach in Anwendung von  Art. 34 Abs. 1 AsylG zu 
Recht  auf  das  Asylgesuch  des Beschwerdeführers  nicht  eingetreten 
ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer im Heimat- oder Herkunfts-
staat droht,

Seite 8

D-6110/2009

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage in Serbien noch individuelle Gründe 
auf  eine konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers im Falle einer 
Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung vor-
liegend zumutbar ist,

dass aufgrund der gesamten Aktenlage davon auszugehen ist, der Be-
schwerdeführer  habe  über  seine  tatsächlichen  Lebensverhältnisse 
nicht zutreffende Aussagen gemacht,

dass die Asylbehörden nicht verpflichtet sind, weitere Abklärungen zu 
den familiären und persönlichen Verhältnissen im Heimatland einer un-
begleiteten und minderjährigen Person zu machen, wenn sich im Rah-
men der Würdigung ihrer Vorbringen und der Aktenlage die unter dem 
Aspekt des Kindeswohls zu berücksichtigenden Verhältnisse, die sich 
für diese im Falle der Rückkehr ins Heimatland ergeben würden, zu-
verlässig einschätzen lassen,

dass  angesichts  der  Aktenlage  nicht  glaubhaft  erscheint,  der  Be-
schwerdeführer  habe  seit  Jahren  alleine  in  einer  Baracke  (...)  in 
Belgrad gelebt, da er zur dortigen Umgebung unzutreffende Angaben 
machte,

dass seinen Angaben gemäss sowohl sein Vater als auch sein älterer 
Bruder nach wie vor in Serbien leben und aufgrund der gesamten Um-
stände entgegen seinen Aussagen davon auszugehen ist,  er  sei  vor 
seiner Ausreise in Kontakt mit ihnen gestanden,

dass  der  Beschwerdeführer  den  Akten  gemäss  nicht  in  der  Lage 
scheint, sich an die in der Schweiz geltende Rechtsordnung zu halten, 
weshalb eine Rückkehr in die ihm vertraute Umgebung – er hat eige-
nen Angaben gemäss nie Probleme mit den serbischen Behörden ge-
habt, weshalb davon ausgegangen werden darf, er habe sich dort an 
die  Rechtsordnung  gehalten  –  auch  unter  dem  Aspekt  des  Kindes-
wohls vorteilhaft erscheint,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-

Seite 9

D-6110/2009

hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihm obliegt, bei der Beschaffung gül-
tiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass das Gesuch um Gewährung der vollumfänglichen unentgeltlichen 
Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG) angesichts der Aussichtslo-
sigkeit der Beschwerde unbesehen der Frage der Bedürftigkeit des Be-
schwerdeführers abzuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 
1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 10

D-6110/2009

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird ab-
gewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (vorab per Telefax; Ein-
schreiben, Beilage: Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt, mit den Akten Ref.-Nr. N (...) (vorab 
per Telefax, in Kopie; per Kurier)

- die kantonale Behörde (per Telefax)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Hans Schürch Christoph Basler

Versand: 

Seite 11