# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e005be44-1f35-51c7-93cd-cd36ae128c3b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-15
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 15.02.2022 S 2021 67
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2021-67_2022-02-15.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 21 67

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis

RichterIn Meisser und Pedretti

Aktuarin Maurer

URTEIL

vom 15. Februar 2022

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A.________,

Beschwerdeführer

gegen

Ausgleichskasse des Thurgauer Gewerbeverbandes,

Beschwerdegegnerin

betreffend Schadenersatz nach AHVG

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I. Sachverhalt:

1. A.________, wohnhaft in B.________, war ab März 2018 bis Januar 2019 

Verwaltungsratspräsident der C.________ AG mit Sitz in B.________ so-

wie ab Januar 2019 bis zur Löschung der Gesellschaft im März 2020 Ver-

waltungsratsmitglied, jeweils mit Einzelunterschriftsberechtigung. Die 

C.________ AG war der Ausgleichskasse des Thurgauer Gewerbever-

bandes (nachfolgend Ausgleichskasse) angeschlossen. Am 14. Oktober 

2019 wurde über die Gesellschaft der Konkurs eröffnet und das Konkurs-

verfahren mit Konkursentscheid des Regionalgerichts D.________ vom 

8. November 2019 mangels Aktiven eingestellt. Am 11. März 2020 wurde 

die Gesellschaft im Handelsregister des Kantons Graubünden gelöscht.

2. Weil die offenen Forderungen der Ausgleichskasse gegenüber der Gesell-

schaft aufgrund des Konkurses nicht mehr beglichen werden konnten, er-

liess die Ausgleichskasse am 6. Januar 2021 gegenüber A.________ ge-

stützt auf Art. 52 AHVG eine Schadenersatzverfügung in der Höhe von 

CHF 26'837.55 für entgangene Sozialversicherungsbeiträge.

3. Am 15. Januar 2021 erhob A.________ gegen die Schadenersatzverfü-

gung bei der Ausgleichskasse Einsprache mit dem sinngemässen Antrag 

auf deren Aufhebung. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, 

dass er 2020 an Krebs erkrankt sei und deshalb nicht mehr seiner Tätigkeit 

als selbständiger Handelsagent habe nachgehen können. Als ehemaliger 

Aktionär der C.________ habe er kein Anrecht auf Arbeitslosenentschädi-

gung. Aufgrund der Pandemie sei in der Folge auch seine weitere Tätigkeit 

(Einkauf und Vermittlung von Produkten aus Italien) stillgestanden. Auf-

grund seines Alters und der angeschlagenen Gesundheit habe er ab Ja-

nuar 2021 lediglich eine 40 %-Stelle als Immobilienverwalter gefunden. Da 

dieser Lohn nicht ausreiche, lebe er zurzeit auf Pump und habe alles ver-

kauft, was er verkaufen konnte. Es sei unmöglich, diesen Betrag zu be-

zahlen, zurzeit auch nicht auf Abzahlung. Er habe sich keinesfalls etwas 

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zu Schulden kommen lassen. Nachdem er bereits bei der Übernahme der 

C.________ AG anfangs 2018 festgestellt habe, dass die Gesellschaft 

Probleme mit ihrer Liquidität gehabt habe, habe er ab April 2018 für sich 

keinen Lohn mehr bezogen und selbst Geld in das Unternehmen gesteckt. 

Nachdem 2019 eine weitere Erhöhung des Baukredits abgelehnt worden 

sei, habe der Bau nicht beendet werden können. Indes seien bis zum 

Schluss alle Löhne, ausser sein eigener, bezahlt worden.

4. Mit Entscheid vom 20. Mai 2021 wies die Ausgleichskasse die Einsprache 

mit der Begründung ab, dass der Ausgleichskasse aufgrund grobfahrläs-

siger Missachtung von Vorschriften durch Nichtbezahlung von paritäti-

schen Sozialversicherungsbeiträgen ein Schaden entstanden sei, den 

A.________ zu begleichen habe.

5. Dagegen erhob A.________ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 17. Juni 

2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. 

Der Beschwerdeführer beantragt sinngemäss die Aufhebung des Einspra-

cheentscheids der Vorinstanz vom 20. Mai 2021 und die Verneinung einer 

Schadenersatzpflicht im Sinne der Arbeitgeberhaftung nach Art. 52 

AHVG. Im Wesentlichen macht der Beschwerdeführer geltend, er habe im 

März 2018 das Verwaltungsratspräsidium der C.________ AG übernom-

men. Damals hätten gute Geschäftsaussichten für Projekte in E.________ 

und im Tessin bestanden. Er habe bereits im Frühling 2018 feststellen 

müssen, dass es bei der Rechnungsführung der C.________ AG Pro-

bleme gegeben habe. Die Liquidität sei als Folge der schleppenden Zah-

lungen des Bauprojekts in E.________ sehr knapp geworden. Die Löhne 

der Angestellten habe er zahlen müssen, damit diese nicht die Arbeit nie-

dergelegt hätten und die Bauarbeiten hätten zu Ende gebracht werden 

können. Schliesslich hätten sie die Schlussarbeiten in E.________ nicht 

mehr tätigen können, was eine Beschäftigungslücke und Nichtbezahlung 

der Endforderungen zur Folge gehabt habe. Auch hätten sie den Bauauf-

trag im Tessin nicht ausführen können. Als Demonstration seines guten 

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Willens zur Zahlung der offenen AHV-Beiträge habe er aus seinem eige-

nen Vermögen Zahlungen an die Ausgleichskasse getätigt und auf seinen 

Lohn verzichtet. Die ganze negative Entwicklung sei in sehr kurzer Zeit 

geschehen und er habe nicht mehr reagieren können. Diese Ausgangs-

lage hätte seinen Plan zur Zahlung der AHV-Beiträge zunichtegemacht; 

es sei aber nie sein Gedanke gewesen, die AHV-Beiträge nicht zu bezah-

len. Er habe auch nicht grobfahrlässig gehandelt, vielmehr alles getan, um 

den Schaden auf ein Minimum zu senken.

6. Mit Vernehmlassung vom 3. August 2021 beantragte die Ausgleichskasse 

(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Beschwerdeabweisung und 

Bestätigung des Einspracheentscheids vom 20. Mai 2021. Zur Begrün-

dung verwies die Beschwerdegegnerin auf die Ausführungen im angefoch-

tenen Einspracheentscheid. Dem Vorbringen des Beschwerdeführers hielt 

die Beschwerdegegnerin entgegen, dass bei länger andauernden Bei-

tragsausständen keine Rechtfertigung in Betracht komme. Bei längerfris-

tigen Engpässen gelte uneingeschränkt der Grundsatz, dass nur so viel 

Lohn ausbezahlt werden dürfe, als die darauf geschuldeten Beiträge ge-

deckt werden könnten.

Auf die Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und den ange-

fochtenen Einspracheentscheid wird, soweit erforderlich, in den nachste-

henden Erwägungen eingegangen.

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II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die zu beurteilende Beschwerde richtet sich gegen den in Anwendung von 

Art. 52 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversiche-

rung (AHVG; SR 831.10) ergangenen Einspracheentscheid vom 20. Mai 

2021, mit welchem die Beschwerdegegnerin die Einsprache des Be-

schwerdeführers vom 15. Januar 2021 abwies. Gegen sozialversiche-

rungsrechtliche Einspracheentscheide kann Beschwerde beim kantonalen 

Versicherungsgericht erhoben werden (Art. 56 Abs. 1 des Bundesgeset-

zes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 

830.1] i.V.m. Art. 57 ATSG). Für die Beurteilung dieser Beschwerde ist in 

Abweichung zu Art. 58 Abs. 1 ATSG das kantonale Versicherungsgericht 

örtlich zuständig, in welchem die Arbeitgeberin ihren Wohnsitz hat bzw. 

bis zum Konkurs hatte (Art. 52 Abs. 5 AHVG; vgl. KIESER, in: STAUF-

FER/CARDINAUX [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum AHVG, 

4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, Rz. 143 zu Art. 52 AHVG). Nachdem die 

Gesellschaft vor ihrer Löschung in B.________ und damit im Kanton 

Graubünden domiziliert war, ist für die Beurteilung der vorliegenden Strei-

tigkeit demnach das Versicherungsgericht des Kantons Graubünden, d.h. 

das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden zuständig (Art. 49 

Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 

370.100]). Das angerufene Gericht ist für die Beurteilung der vorliegenden 

Beschwerde somit örtlich und sachlich zuständig. Als formeller und mate-

rieller Adressat ist der Beschwerdeführer vom angefochtenen Einspra-

cheentscheid überdies unmittelbar berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an dessen gerichtlicher Überprüfung (vgl. Art. 59 ATSG). Auf die 

von ihm frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist damit einzu-

treten (Art. 60 f. ATSG).

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2. Vorliegend geht es um die Arbeitgeberhaftung gemäss Art. 52 AHVG, wel-

cher in der seit dem 1. Januar 2020 geltenden Fassung wie folgt lautet:

1Fügt ein Arbeitgeber durch absichtliche oder grobfahrlässige Missachtung von 

Vorschriften der Versicherung einen Schaden zu, so hat er diesen zu ersetzen.
2Handelt es sich beim Arbeitgeber um eine juristische Person, so haften subsi-

diär die Mitglieder der Verwaltung und alle mit der Geschäftsführung oder Li-

quidation befassten Personen. Sind mehrere Personen für den gleichen Scha-

den verantwortlich, so haften sie für den ganzen Schaden solidarisch.
3Der Schadenersatzanspruch verjährt nach den Bestimmungen des Obligatio-

nenrechts über die unerlaubten Handlungen.
4Die zuständige Ausgleichskasse macht den Schadenersatz durch Erlass einer 

Verfügung geltend.
5In Abweichung von Artikel 58 Absatz 1 ATSG ist für die Beschwerde das Ver-

sicherungsgericht des Kantons zuständig, in welchem der Arbeitgeber seinen 

Wohnsitz hat.
6Die Haftung nach Artikel 78 ATSG ist ausgeschlossen.

In materieller Hinsicht unbestritten sind die Organstellung des Beschwer-

deführers als Verwaltungsratspräsident bzw. –Mitglied der C.________ 

AG im fraglichen Zeitraum der Jahre 2018 und 2019 (vgl. Akten des Be-

schwerdeführers [Bf-act.] 3), der Schaden (vgl. Akten der Beschwerdegeg-

nerin [Bg-act.] 1 bis 10) und die Widerrechtlichkeit (Verletzung der Bei-

tragszahlungspflicht im Sinne von Art. 14 i.V.m. Art. 51 AHVG, Art. 34 ff. 

AHVV). Bestritten wird hingegen das Verschulden (Grobfahrlässigkeit).

Die Arbeitgeber sind verpflichtet, auf den von ihnen ausgerichteten Ein-

kommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit die Arbeitnehmerbeiträge 

in Abzug zu bringen, mit der Ausgleichskasse abzurechnen sowie die er-

forderlichen Angaben zu machen, und die Beiträge zusammen mit dem 

Arbeitgeberbeitrag periodisch der Ausgleichskasse zu entrichten (Art. 14 

Abs. 1 und Art. 51 AHVG; Art. 34 ff. der Verordnung über die Alters- und 

Hinterlassenenversicherung [AHVV; SR 831.101]). Die Missachtung die-

ser Pflichten verletzt Vorschriften der Versicherung im Sinne von Art. 52 

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AHVG. Art. 52 Abs. 1 AHVG sieht eine Verschuldenshaftung nach öffent-

lichem Recht vor. Damit eine Schadenersatzpflicht entstehen kann, müs-

sen alle Haftungsvoraussetzungen gegeben sein, d.h. es muss ein Scha-

den eingetreten sein, der auf ein widerrechtliches und schuldhaftes Ver-

halten des verantwortlichen Organs zurückzuführen ist. Zudem muss zwi-

schen dem Verhalten der belangten Person und dem eingetretenen Scha-

den ein adäquater Kausalzusammenhang gegeben sein.

3.1. Nachstehend sind somit die spezifischen Haftungsvoraussetzungen 

gemäss Art. 52 AHVG zu prüfen. Die Beschwerdegegnerin macht einen 

Schaden von CHF 26'837.55 geltend für die Periode vom 1. Januar 2018 

bis zur Einstellung des Konkursverfahrens der C.________ AG (in Liqui-

dation) mangels Aktiven am 8. November 2019 (vgl. Bg-act. 10). Der 

Schaden im Sinne von Art. 52 AHVG umfasst in erster Linie die geschul-

deten paritätischen AHV/IV/EO/ALV- und FAK-Beiträge sowie Verwal-

tungskosten. Hinzu kommen unbezahlt gebliebene Mahngebühren, Ver-

zugszinsen sowie Veranlagungs- und Betreibungskosten (vgl. REICHMUTH, 

Die Haftung des Arbeitgebers und seiner Organe nach Art. 52 AHVG, 

Zürich/Basel/Genf 2008, Rz. 329 ff.; FORSTER, in: STEIGER-SACKMANN/MO-

SIMANN [Hrsg.], Recht der Sozialen Sicherheit, Basel 2014, Rz. 11.6; NEDI, 

Die Haftung der GmbH als Arbeitgeberin nach Art. 52 AHVG und Art. 52 

BVG, S. 145). In zeitlicher Hinsicht ist die Haftung beschränkt. Der Bei-

tragsausstand, für den das Organ haftbar gemacht wird, muss im Zeit-

punkt seines effektiven Austritts aufgelaufen sein bzw. müssen die Bei-

tragsforderungen bis dahin fällig sein (vgl. FREY/MOSIMANN/BOLLINGER, 

AHVG-/IVG-Kommentar, Aufl. 2018, Rz. 7 zu Art. 52 AHVG; KIESER, 

a.a.O., Rz. 17 ff. und 86 ff. zu Art. 52 AHVG). Der Schaden entsteht nicht 

schon mit der Fälligkeit der Beiträge, sondern erst im Zeitpunkt, in dem 

anzunehmen ist, dass die geschuldeten Beiträge aus rechtlichen oder 

tatsächlichen Gründen nicht mehr erhoben werden können, sei es durch 

Beitragsverwirkung, sei es durch Zahlungsunfähigkeit der Arbeitgeberin. 

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Zahlungsunfähigkeit wird bejaht, wenn der Konkurs eröffnet oder ein defi-

nitiver Verlustschein ausgestellt wurde (siehe BGE 141 V 487 E.2.2, 136 

V 268 E.2.2 und 2.6, 129 V 193 E.2.2; KIESER, a.a.O., Rz. 18 zu Art. 52 

AHVG).

Die Schadenspositionen über die ausstehenden Sozialversicherungsbei-

träge zuzüglich Verwaltungskosten, Mahngebühren, Verzugszinsen und 

Betreibungskosten von gesamthaft CHF 26'837.55 sind belegt (vgl. Bg-

act. 10) und im Übrigen nicht bestritten. Die C.________ AG (in Liquida-

tion) wurde nach Einstellung des Konkursverfahrens am 8. November 

2019 mangels Aktiven am 11. März 2020 im Handelsregister gelöscht (vgl. 

Bf-act. 3). Die infrage stehenden Sozialversicherungsbeiträge etc. können 

somit im ordentlichen Bezugsverfahren tatsächlich nicht mehr erhoben 

werden. Die Beschwerdegegnerin hat folglich einen Schaden in der Höhe 

von CHF 26'837.55 erlitten, womit die Haftungsvoraussetzung des Scha-

dens erfüllt ist.

3.2.1. Weitere Haftungsvoraussetzung für die Schadenersatzforderung ist die 

Widerrechtlichkeit bzw. Pflichtverletzung. Dabei geht es um eine doppelte 

Prüfung: Zum einen stellt sich die Frage, ob Vorschriften der AHV verletzt 

wurden; zum anderen ist zu beantworten, ob die entsprechende Verlet-

zung dem Arbeitgeber bzw. dem Organ entgegenzuhalten ist (Verletzung 

der Organpflicht; siehe dazu KIESER, a.a.O, Rz. 39 f. zu Art. 52 AHVG). 

Anwendbar sind Art. 14 Abs. 1 AHVG und Art. 51 Abs. 1 AHVG, wonach 

die Beiträge vom Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit bei je-

der Lohnzahlung in Abzug zu bringen und vom Arbeitgeber zusammen mit 

dem Arbeitgeberbeitrag periodisch zu entrichten sind. Weiter zu beachten 

sind Art. 34 ff. AHVV. Der Arbeitgeber haftet grundsätzlich nur für jenen 

Schaden, der durch die Nichtbezahlung von paritätischen Beiträgen ent-

standen ist, die zu einem Zeitpunkt zur Bezahlung fällig waren, als er über 

allenfalls vorhandenes Vermögen disponieren und eine Zahlung an die 

Ausgleichskasse veranlassen konnte. Die Haftung des Organs setzt mit 

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dem Eintritt in den Verwaltungsrat ein; dabei wird auf den Tag des effekti-

ven Eintritts und nicht auf den Zeitpunkt des Handelsregistereintrags ab-

gestellt (vgl. KIESER, a.a.O., Rz. 86 ff. zu Art. 52 AHVG).

3.2.2. Der Beschwerdeführer war ab März 2018 bis Januar 2019 Verwaltungs-

ratspräsident und ab Januar 2019 bis zur Löschung der C.________ AG 

(in Liquidation) im März 2020 Verwaltungsratsmitglied, jeweils mit Einzel-

unterschrift (vgl. Bf-act. 3). Die C.________ AG war der Beschwerdegeg-

nerin angeschlossen und die Verletzung der pflichtgemässen Bezahlung 

der Sozialversicherungsbeiträge ist unbestritten. Der Beschwerdeführer 

konnte sich in seiner Funktion als Verwaltungsratspräsident bzw. -mitglied 

mit der damit verbundenen unübertragbaren und unentziehbaren Aufgabe 

der Ausgestaltung des Rechnungswesens, der Finanzkontrolle sowie der 

Finanzplanung, sofern dies für die Führung der Gesellschaft notwendig ist 

(Art. 716a Abs. 1 Ziff. 3 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung 

des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Obligationenrecht, OR; SR 220]), 

und der Oberaufsicht über die mit der Geschäftsführung und der Vertre-

tung betrauten Personen, namentlich im Hinblick auf die Befolgung der 

Gesetze, Statuten, Reglemente und Weisungen (Art. 716a Abs. 1 Ziff. 5 

OR) seiner Verantwortung nicht entziehen.

Aktenkundig ist, dass der Ausstand der Sozialversicherungsbeiträge der 

C.________ AG Ende Februar 2018 mit der Jahresabrechnung für das 

Jahr 2017 sprunghaft von CHF 4'206.-- um CHF 35'878.30 auf 

CHF 40'084.30 anstieg (vgl. Bg-act. 10). Angesichts der finanziellen 

Schieflage der C.________ AG, in welcher sie sich nach eigenen Angaben 

des Beschwerdeführers bereits im Frühling 2018 befand, was ihm auch 

bewusst war (siehe Beschwerde S. 1; Einsprache, Bf-act. 1), hat die 

C.________ AG bzw. der Beschwerdeführer als deren Organ die Pflicht 

zur gesetzesmässigen Abrechnung und Beitragszahlung missachtet, wo-

mit die Haftungsvoraussetzung der Widerrechtlichkeit bzw. Pflichtverlet-

zung (unbestrittenermassen) zu bejahen ist.

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3.3.1. Das Verschulden der Arbeitgeberin bzw. des Beschwerdeführers als Or-

gan aus Art. 52 Abs. 1 AHVG statuiert eine Verschuldenshaftung aus öf-

fentlichem Recht. Sowohl den Arbeitgeber wie auch das allfällige Arbeit-

geberorgan muss ein Verschulden treffen; verlangt wird somit ein doppel-

tes oder zweistufiges Verschulden (vgl. REICHMUTH, a.a.O., Rz. 535; KIE-

SER, a.a.O., Rz. 40 zu Art. 52 AHVG; BGE 136 V 268 E.3 zum qualifizier-

ten Verschulden). Art. 52 Abs. 1 AHVG setzt weiter für die Haftbarkeit des 

Arbeitgebers voraus, dass die Missachtung von Vorschriften in absichtli-

cher oder grobfahrlässiger Weise erfolgt ist. Als Kriterien der Beurteilung 

des Verschuldens werden u.a. die Organisation und Aufgabendelegierung 

innerhalb des Arbeitgebers, die Passivität des Arbeitgebers und seiner Or-

gane, die Dauer der Beitragsausstände sowie die Unternehmensgrösse 

berücksichtigt (vgl. NEDI, a.a.O., S. 148 f.). Wenn eine Gesellschaft bei ob-

jektiver Betrachtung durch einfache und leicht überschaubare Betriebsver-

hältnisse (wenige Angestellte, einfache Verwaltungsstruktur) gekenn-

zeichnet ist, so ist ein strenger Sorgfaltsmassstab anzulegen (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 9C_763/2018 vom 16. Juli 2019 E.4.1.1). Die Aus-

gleichskasse, welche feststellt, dass sie einen durch Missachtung von Vor-

schriften entstandenen Schaden erlitten hat, darf rechtsprechungsgemäss 

allerdings davon ausgehen, dass die Vorschriften absichtlich oder mindes-

tens grobfahrlässig verletzt wurden, sofern keine Rechtfertigungs- oder 

Exkulpationsgründe gegeben sind (siehe BGE 119 V 401 E.4a, 108 V 199 

E.1; Urteile des Bundesgerichts 9C_599/2017 vom 26. Juni 2018 

E.4.2.1 ff., 9C_906/2017 vom 21. Juni 2018 E.4.2.3; vgl. FREY/MOSI-

MANN/BOLLINGER, a.a.O., Rz. 12 zu Art. 52 AHVG; NUSSBAUMER, Die Haf-

tung des Verwaltungsrates nach Art. 52 AHVG, in: AJP 1996, S. 1071 ff., 

1077 f. mit Hinweisen auf BGE 108 V 186 E.1b). Der Begriff der Grobfahr-

lässigkeit im Sinne von Art. 52 AHVG ist gleich zu verstehen wie im übri-

gen Haftpflicht- und Versicherungsrecht. Grobfahrlässig handelt, wer eine 

elementare Vorsichtsmassnahme missachtet bzw. ausser Acht lässt, was 

jedem verständigen Menschen in gleicher Lage und unter gleichen Um-

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ständen als beachtlich hätte einleuchten müssen. Die Verschuldensfrage 

wird primär nach den Umständen beurteilt, die zum Zahlungsrückstand ge-

führt haben (vgl. BGE 124 V 255 E.3b); dabei stellt der Normverstoss von 

einer gewissen Schwere eine grobe Fahrlässigkeit im Sinne von Art. 52 

AHVG dar (vgl. zum Ganzen KIESER, a.a.O., Rz. 41 ff. zu Art. 52 AHVG 

m.H.). Das Nichtmelden von Änderungen der massgebenden Lohnsumme 

und die daraus resultierende Nichtanpassung der Beiträge ist grundsätz-

lich als grobe Fahrlässigkeit im Sinne von Art. 52 AHVG zu werten (siehe 

SVR 2006 AHV Nr. 8). Gemäss Urteil des Bundesgerichts 9C_312/2021 

vom 8. November 2021 E.3.2.2 ist es – allenfalls abgesehen von kurzfris-

tigen Ausständen – auch grobfahrlässig, Löhne zu bezahlen, wenn die 

darauf geschuldeten AHV-Beiträge nicht gedeckt sind. Solches Verhalten 

ist den verantwortlichen Organen grundsätzlich als qualifiziertes Verschul-

den zuzurechnen, was die volle Schadenersatzpflicht nach sich zieht, so-

fern ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen der schuldhaften Ver-

letzung von Vorschriften und dem Schadenseintritt besteht und die Aus-

gleichskasse kein Mitverschulden trifft. Der Grund für diese Praxis liegt in 

der besonderen Natur der AHV-Beiträge, hinsichtlich welcher der Arbeit-

geber die Funktion eines Vollzugsorgans ausübt (Art. 51 AHVG). Daraus 

resultiert eine besondere Pflicht, für die ordnungsgemässe Bezahlung der 

Beiträge zu sorgen. Als Exkulpationsgrund reicht demnach nicht, dass die 

Auszahlung von Löhnen für die Aufrechterhaltung eines Betriebes (und 

damit zur Wahrung einer minimalen Sanierungschance) zentral sind. So 

vermag der Einwand der Einbringung beachtlicher privater Mittel in die Ge-

sellschaft nichts an der Verpflichtung zu ändern, für die ordnungsgemässe 

Bezahlung der Sozialversicherungsbeiträge zu sorgen. Nach der Recht-

sprechung stellt auch die Tatsache, dass ein Organ der Gesellschaft die-

ser ohne rechtliche Verpflichtung eigene Mittel zuwendet oder auf Lohn-

ansprüche verzichtet, grundsätzlich keinen Entlastungsgrund dar und 

schliesst auch das geforderte qualifizierte Verschulden nicht aus. Ist doch 

für die Beurteilung der Verschuldensfrage nicht entscheidend, was die ver-

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antwortlichen Organe zur Aufrechterhaltung des Betriebes oder zur Ver-

meidung des Konkurses allenfalls unternommen haben, sondern, ob sie 

(nach aussen erkennbar) der Pflicht, für eine ordnungsgemässe Bezah-

lung der Sozialversicherungsbeiträge zu sorgen, nachgekommen sind 

(siehe zum Ganzen Urteile des Bundesgerichts 9C_312/2021 vom 8. No-

vember 2021 E.3.2.2 und E.4.3, 9C_41/2017 vom 2. Mai 2017 E.7.3.2 

m.w.H., 9C_247/2016 vom 10. August 2016 E.5.2 [Bejahung des Ver-

schuldens, weil der Arbeitgeber höhere Akontozahlungen hätte vorneh-

men müssen]; KIESER, a.a.O., Rz. 48 ff. zu Art. 52 AHVG).

3.3.2. Wenn auch die Sorgfaltspflicht der Organe einer Aktiengesellschaft 

grundsätzlich streng ist, ist doch das Ausmass der Sorgfaltspflicht nach 

den Verhältnissen im Einzelfall zu beurteilen (vgl. KIESER, a.a.O., Rz. 43 ff. 

zu Art. 52 AHVG). Ob das Verhalten eines Organs als schuldhaft zu wer-

ten ist, beurteilt sich aufgrund der ihm obliegenden obligationenrechtlichen 

Sorgfalts- und Überwachungspflichten im Rahmen der ihm von der juristi-

schen Person übertragenen Verantwortung und den Kompetenzen, wobei 

ein objektiver Verschuldensmassstab anzuwenden ist. Das Mass der zu 

verlangenden Sorgfalt ist seinerseits entsprechend der Sorgfaltspflicht ab-

zustufen, die in den kaufmännischen Belangen jener Arbeitskategorie, 

welcher der Betroffene angehört, üblicherweise erwartet werden kann und 

muss. Die Differenzierung des Sorgfaltsmasstabs richtet sich nach der Or-

ganisation und Rechtsform des Arbeitgebers, sie ist nicht abhängig von 

der Branche der Gesellschaft oder der Berufsgattung des Organs (vgl. 

dazu BGE 108 V 199 E.3a; FREY/MOSIMANN/BOLLINGER, a.a.O., Rz. 4 und 

14 f. zu Art. 52 AHVG; siehe dazu auch FORSTER, a.a.O., Rz. 11.22 f.). So 

sieht Art. 717 Abs. 1 OR vor, dass die Mitglieder des Verwaltungsrates 

sowie Dritte, die mit der Geschäftsführung befasst sind, ihre Aufgaben mit 

aller Sorgfalt erfüllen und die Interessen der Gesellschaft in guten Treuen 

wahren müssen. Vom Verwaltungsratspräsidenten, der einziges aus-

führendes Organ einer Gesellschaft ist, ist ein höheres Mass an Sorgfalt 

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zu verlangen als vom Organ eines Grossunternehmens, dessen Kontroll-

möglichkeiten eingeschränkt sind. Der Verwaltungsrat kann sich seiner 

Überwachungspflicht im Sinne von Art. 716a OR durch eine Delegation 

seiner Geschäftsführungs- und Vertretungsbefugnisse an Dritte nicht ent-

ledigen. Auch wenn sich das Verwaltungsratsmitglied auf die Überprüfung 

der Tätigkeit der Geschäftsleitung und des Geschäftsganges beschränken 

darf, wird diesbezüglich verlangt, dass es sich laufend über den Ge-

schäftsgang informiert, Rapporte verlangt und sie sorgfältig studiert, nöti-

genfalls ergänzende Auskünfte beizieht und Irrtümer abzuklären versucht. 

Massgebend sind dabei die gesetzlich nicht übertragbaren Pflichten des 

Verwaltungsrates (siehe dazu FREY/MOSIMANN/BOLLINGER, a.a.O, Rz. 15 

zu Art. 52 AHVG; KIESER, a.a.O., Rz. 41 ff. zu Art. 52 AHVG m.H.). Passi-

vität trotz möglicher Kenntnis ausstehender Beitragszahlungen ist als 

grobfahrlässig zu bewerten (vgl. FREY/MOSIMANN/BOLLINGER, a.a.O., 

Rz. 15 zu Art. 52 AHVG).

3.3.3. Die Beschwerdegegnerin bejaht das Verschulden des Beschwerdeführers 

und weist darauf hin, dass bei länger andauernden Beitragsausständen 

keine Rechtfertigung in Betracht komme und bei längerfristigen Engpäs-

sen nur so viel Lohn ausbezahlt werden dürfe, als die darauf geschuldeten 

Beiträge gedeckt werden könnten. Der Beschwerdeführer hingegen be-

streitet, grobfahrlässig gehandelt zu haben.

3.3.4. Unter Hinweis auf obige Rechtsprechung und Lehre ist das Verschulden 

des Beschwerdeführers insbesondere aufgrund nachfolgender Überle-

gungen zu bejahen. Rechtsprechungsgemäss darf die Ausgleichskasse 

bei einer Beitragspflichtverletzung davon ausgehen, dass Vorschriften ab-

sichtlich oder mindestens grobfahrlässig verletzt wurden, sofern keine 

Rechtfertigungs- oder Exkulpationsgründe gegeben sind (vgl. BGE 108 V 

199 E.1; Urteile des Bundesgerichts 9C_599/2017 vom 26. Juni 2018 

E.4.2.1 ff., 9C_906/2017 vom 21. Juni 2018 E.4.2.3). Als Exkulpations-

grund für die Nichtbezahlung von Sozialversicherungsbeiträgen gilt, wenn 

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bei ungenügender Liquidität eine Arbeitgeberin zunächst für das Überle-

ben des Unternehmens wesentliche andere Forderungen (insbesondere 

solche der Arbeitnehmer und Lieferanten) befriedigt werden, sofern sie auf 

Grund der objektiven Umstände und einer seriösen Beurteilung der Lage 

annehmen darf, sie werde die geschuldeten Beiträge innert nützlicher Frist 

nachzahlen können (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_330/2010 vom 

18. Januar 2011 E.3.4 m.w.H.).

3.3.5. Aktenmässig erstellt sind die seit Anfang 2018 bestehenden Ausstände 

bei der Beschwerdegegnerin u.a. bezüglich Sozialversicherungsbeiträge. 

Der Beschwerdeführer beschreibt zunächst gute Geschäftsaussichten be-

züglich zweier Bauvorhaben in E.________ und im Tessin, welche jedoch 

nicht seinen Vorstellungen gemäss realisiert werden konnten, was sich 

insbesondere in der immer knapper werdenden Liquidität niederschlug 

und wiederum zu den Zahlungsausständen bei der Beschwerdegegnerin 

führte. Konkrete Anhaltspunkte für das Vorliegen von Exkulpationsgrün-

den bzw. dafür, dass der Beschwerdeführer rechtsprechungsgemäss ob-

jektiv und ernsthaft hätte davon ausgehen können, dass er die geschulde-

ten Beiträge innert nützlicher Frist, d.h. innert eines Jahres, leisten könnte, 

wodurch eine vorübergehende Nichtbezahlung der Beiträge ausnahms-

weise rechtmässig erscheint, werden nicht substanziiert geltend gemacht 

und sind auch nicht ersichtlich. Es lag auch kein gezieltes, in zeitlicher 

Hinsicht konkretes Sanierungskonzept vor, welches eine Sanierung hätte 

erwarten lassen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_330/2010 vom 18. Ja-

nuar 2011 E.3.4 m.w.H.). Im Mai 2019 und im Juni 2019 überwies der Be-

schwerdeführer von seinem (mutmasslichen) Privatkonto insgesamt 

CHF 8'878.55 an die Beschwerdegegnerin (vgl. Bf-act. 4), als die Zah-

lungsausstände sich jedoch bereits auf CHF 48'713.30 bzw. 

CHF 37'958.15 beliefen (vgl. Bg-act. 10). Zudem wurden die Akontobei-

träge just ab Mai/Juni 2019 massiv (auf CHF 13.00) reduziert (vgl. Bg-act. 

8 bis 10), was ein starkes Indiz dafür ist, dass die C.________ AG damals 

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nicht mehr operativ tätig war. Damit kann die Liquiditätsspritze des Be-

schwerdeführers nicht als Exkulpationsgrund gewertet werden.

3.3.6. Die Beitragsausstände waren (wenn auch in unterschiedlicher Höhe) nicht 

von relativ kurzer Dauer (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_330/2010 vom 

18. Januar 2011 E.3.4 m.w.H.), sondern bestanden in der gesamten Amts-

zeit des Beschwerdeführers als Organ der C.________ AG (in Liquidation) 

von März 2018 bis zur Löschung im März 2020. Bei der C.________ AG 

handelte es sich um ein Unternehmen mit einfacher Verwaltungsstruktur. 

Als formelles Organ war nur der Beschwerdeführer als Verwaltungs-

ratspräsident bzw. -mitglied tätig. Die Verhältnisse bei der C.________ AG 

waren überschaubar und dem Beschwerdeführer bekannt und vertraut, 

war er doch schon seit 2015 in leitender Funktion für dieses Unternehmen 

tätig (vgl. Bf-act. 3), so dass vom einzigen Verwaltungsrat, der die Verwal-

tung der Aktiengesellschaft zu besorgen hatte, der Überblick über alle we-

sentlichen Belange der Gesellschaft verlangt werden muss. So wäre er 

verpflichtet gewesen, die betrieblichen und personellen Strukturen anzu-

passen, damit die Liquidität zur Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge 

vorhanden gewesen wäre. Selbst wenn die Einbringung der eigenen finan-

ziellen Mittel etwas an der desolaten finanziellen Situation der Gesellschaft 

hätte ändern können, so hätte dem Beschwerdeführer doch bewusst sein 

müssen, dass er es gar nicht so weit hätte kommen lassen dürfen, und 

dass er nicht weiterhin von den Löhnen paritätische Beiträge abziehen 

durfte, ohne diese – zusammen mit den Arbeitgeberbeiträgen – der Aus-

gleichskasse zu überweisen. In Anbetracht der zunehmend desolaten fi-

nanziellen Lage der C.________ AG hätte der Beschwerdeführer somit 

erst recht für die Bezahlung dieser Beiträge sorgen müssen. Indem der 

Beschwerdeführer seine ihm obliegende Sorgfaltspflicht missachtete, hat 

er das ausser Acht gelassen, was jedem verständigen Menschen in glei-

cher Lage und unter gleichen Umständen als beachtlich hätte einleuchten 

müssen. Es sind weder Umstände dargetan worden, welche sein Verhal-

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ten als berechtigt oder entschuldbar erscheinen lassen, noch ergeben sich 

hierfür relevante Anhaltspunkte aus den Akten (vgl. BGE 108 V 199 E.3b).

Zusammenfassend hätte der Beschwerdeführer bei pflichtgemässer Aus-

übung seiner Sorgfalts-, Oberleitungs- und Überwachungspflichten als 

Verwaltungsratspräsident bzw. -mitglied der C.________ AG die finanzi-

ellen Schwierigkeiten, in denen sich die Gesellschaft spätestens ab März 

2018 erwiesenermassen befand, erkennen und mit erhöhter Aufmerksam-

keit für die Begleichung der ausstehenden Sozialversicherungsbeiträge 

der Mitarbeitenden sorgen müssen. Seine Passivität stellt eine Verletzung 

seiner Sorgfalts-, Oberleitungs- und Überwachungspflichten als Verwal-

tungsratspräsident bzw. -mitglied dar, welche ihm zumindest als grobfahr-

lässiges Verhalten vorwerfbar ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

9C_906/2017 vom 21. Juni 2018 E.4.2.3). Damit ist auch die Haftungsvor-

aussetzung des Verschuldens zu bejahen.

3.4. Zwischen dem bei der Beschwerdegegnerin eingetretenen Schaden und 

dem pflichtwidrigen Verhalten des Arbeitgebers muss sodann ein adäqua-

ter Kausalzusammenhang bestehen (vgl. BGE 119 V 406 E.4a). Ein Er-

gebnis hat dann als adäquate Ursache eines Schadens zu gelten, wenn 

es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach allgemeiner Lebens-

erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg in der Art des eingetretenen 

herbeizuführen, der Eintritt des Erfolgs durch das Ereignis also allgemein 

als begünstigt erscheint (vgl. BGE 128 V 124 E.4 f., 125 V 456 E.5a). 

Daran fehlt es, wenn auch ein pflichtgemässes Verhalten den Schaden 

nicht hätte verhindern können (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

9C_599/2017 vom 26. Juni 2018 E.4.3.1.1).

Vorliegend hat das pflichtwidrige Verhalten der C.________ AG bzw. des 

Beschwerdeführers als Verwaltungsratspräsident bzw. -mitglied dazu ge-

führt, dass Beitragszahlungen mangels Liquidität nicht geleistet werden 

konnten. Wären die C.________ AG bzw. der Beschwerdeführer als Ver-

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waltungsratspräsident bzw. -mitglied ihren Zahlungs- und Meldepflichten 

rechtzeitig nachgekommen und wären die Löhne nur insoweit ausbezahlt 

worden, als die darauf geschuldeten Abgaben bei Fälligkeit hätten begli-

chen werden können, wäre der Schaden nicht eingetreten bzw. geringer 

ausgefallen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_789/2018 vom 1. Mai 2019 

E.3.4). Ihre Unterlassungen waren nach dem gewöhnlichen Lauf der 

Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet, den eingetretenen 

Erfolg (Schaden) herbeizuführen. Somit ist auch der adäquate Kausalzu-

sammenhang zu bejahen.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sämtliche Haftungs-

voraussetzungen i.S.v. Art. 52 AHVG gegenüber dem Beschwerdeführer 

erfüllt sind. Die Beschwerdegegnerin hat somit den Beschwerdeführer als 

Haftpflichtigen zu Recht verpflichtet, Ersatz für den entstandenen Schaden 

zu leisten. Demgemäss ist die Beschwerde abzuweisen.

4.1. In Anwendung der geänderten Praxis des Verwaltungsgerichts (vgl. dazu 

Urteile des Verwaltungsgerichts [VGU] S 21 48 vom 8. Februar 2022 

E.4.1. ff. und S 21 49 vom 8. Februar 2022 E.3.1. ff.) richtet sich die Kos-

tenpflicht und der Kostenrahmen von versicherungsgerichtlichen Verfah-

ren gemäss Art. 61 ATSG bei Verfahren mit Einleitung ab dem 1. Januar 

2021 (Art. 82a ATSG) im Anwendungsbereich des ATSG, die nicht als 

Leistungsstreitigkeiten im Sinne von Art. 61 lit. fbis ATSG gelten, wie ins-

besondere Beitragsstreitigkeiten, grundsätzlich nach dem kantonalen 

Recht und somit nach den allgemeinen Kostenverlegungsgrundsätzen für 

Rechtsmittel- und Klageverfahren vor dem Verwaltungsgericht (Art. 72 ff. 

VRG).

4.2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten zu Lasten des Be-

schwerdeführers (Art. 73 Abs. 1 VRG). Die Staatsgebühr beträgt in der 

Regel höchstens CHF 20'000.-- und richtet sich nach dem Umfang und der 

Schwierigkeit der Sache sowie nach dem Interesse und der wirtschaftli-

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chen Leistungsfähigkeit der Kostenpflichtigen. Vorliegend ist die Staatsge-

bühr in Anwendung von Art. 75 Abs. 2 VRG auf CHF 1'000.-- festzusetzen 

(Art. 1 Abs. 1 AHVG i.V.m. Art. 61 ATSG). Der obsiegenden Beschwerde-

gegnerin steht keine Parteientschädigung zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

4.3. Nach BGE 137 V 51 E.4.3 muss die Rechtsmittelbelehrung die subsidiäre 

Verfassungsbeschwerde im Sinne von Art. 85 Abs. 1 lit. a BGG i.V.m. 

Art. 52 AHVG vorsehen, sofern die Streitwertgrenze von CHF 30'000.-- 

nicht erreicht wird, was hier der Fall ist (vgl. dazu VGU S 19 98 vom 

24. November 2020 E.4.2 und S 18 88 vom 27. August 2019).

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 1'000.--

- und den Kanzleiauslagen von CHF 374.--

Zusammen CHF 1'374.--

gehen zulasten von A.________.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]