# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 75805c83-6bda-5ff1-a069-9aa037c73255
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts 00.00.0000 PKG 2021 10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_001_PKG-2021-10_0000-00-00.pdf

## Full Text

PKG 2021

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Praxis Kantonsgericht 2021
10 Unterschied zwischen Schlussbericht (Art. 425 ZGB) und Re-

chenschaftsbericht (Art. 411 ZGB) und daraus folgende Konse-
quenzen. 

 Der Rechenschaftsbericht und die Kontrolle bilden ein Steuerungsinstrument 
der Beistandschaft und dienen der KESB als Instrument zur Beaufsichtigung 
und Überprüfung der Tätigkeiten des Mandatsträgers (E. 3.2).

 Der Schlussbericht und die Schlussrechnung dienen lediglich der Information. 
Deren Genehmigung hat weder unmittelbare materiellrechtliche Bedeutung 
noch wird dem Mandatsträger dadurch die Décharge erteilt (E. 3.3). 

 Voraussetzungen zur Entbindung von der Pflicht zur Ablage von Schlussbericht 
und Schlussrechnung (E. 3.5.2).

Aus dem Sachverhalt:

Für B._____ besteht seit dem 30. September 2015 eine Erziehungsbeistandschaft mit beson-

deren Befugnissen im Bereich des persönlichen Verkehrs. Zur Umsetzung des Entscheids 

setzte die Berufsbeistandschaft Plessur E._____ als Beistand ein. Am 23. März 2020 stellte die 

Berufsbeistandschaft Plessur bei der KESB Nordbünden den Antrag auf Wechsel der Beistand-

sperson von E._____ auf F._____, da E._____ die Berufsbeistandschaft Plessur per 30. April 

2020 verlasse. Stellvertretend übernahm G._____ die Beistandschaft bis zum 30. Juni 2020. 

Am 3. Juni 2020 erliess G._____ einen Zwischenbericht und am 29. Juni 2020 legte G._____ 

der KESB Nordbünden einen Rechenschaftsbericht für die Zeit vom 1. April 2018 bis 31. März 

2020 zur Prüfung vor und beantragte dessen Genehmigung sowie die unveränderte Weiter-

führung der Massnahme. Die KESB Nordbünden entschied am 2. Juli 2020, dass die laufende 

Rechenschaftsperiode auch für die neue Beistandsperson gelte. E._____ werde von der Pflicht 

zur Einreichung eines Schlussberichts und der Schlussrechnung entbunden und über seine Ent-

lastung werde anlässlich der nächsten periodischen Rechenschaftsablage zu befinden sein. Die 

Mutter von B._____ führte gegen diesen Entscheid Beschwerde an das Kantonsgericht und 

stellte unter anderem den Antrag, dass E._____ anzuweisen sei, innert einer Frist von 30 Tagen 

seinen Schlussbericht samt Schlussrechnung über seine Tätigkeit als Erziehungsbeistand der 

Beschwerdeführerin einzureichen. Über seine Entlastung sei jetzt zu befinden. Die Be-

schwerde wurde abgewiesen. 

Aus den Erwägungen:

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3.1. Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass der Beistand, E._____, anzuweisen sei, in-

nert Frist von 30 Tagen seinen Schlussbericht samt Schlussrechnung über seine Tätigkeit als 

Erziehungsbeistand der Beschwerdeführerin einzureichen (act. A.1, Anträge). Da die Be-

schwerdeführerin in ihren Anträgen einen Schlussbericht samt Schlussrechnung verlangt und 

in der Beschwerdebegründung teilweise von einem Rechenschaftsbericht spricht, ist zuerst 

auf die Unterscheidung zwischen Schlussbericht und Rechenschaftsbericht einzugehen und 

sind die allenfalls dazugehörenden Konsequenzen zu klären. Danach bleibt zu prüfen, ob be-

reits ein Schlussbericht erstellt worden ist oder zu erstellen gewesen wäre, und ob bei vor-

handenem Schlussbericht der Beschwerdeführerin das rechtliche Gehör verweigert wurde. 

3.2. Die Berichterstattung des Beistands ist in Art. 411 ZGB geregelt. Demnach erstattet der 

Beistand der Erwachsenenschutzbehörde so oft wie nötig, aber mindestens alle zwei Jahre 

einen Rechenschaftsbericht über die Lage der betroffenen Person und die Ausübung der Bei-

standschaft (Art. 411 Abs. 1 ZGB). Bei der Erstellung des Rechenschaftsberichts zieht der Bei-

stand, soweit tunlich, die betroffene Person bei und gibt ihr auf Verlangen eine Kopie (Art. 411 

Abs. 2 ZGB). 

Über die Form von Rechnung und Rechenschaftsbericht spricht sich das Bundesrecht nicht 

aus, weshalb diese sich nach den kantonalen Bestimmungen oder mangels solcher nach den 

Vorgaben der KESB oder der kantonalen Aufsichtsbehörden richtet (Christiana Fountoula-

kis/Kurt Affolter-Fringeli/Yvo Biderbost/Daniel Steck [Hrsg.], Fachhandbuch Kindes- und Er-

wachsenenschutzrecht, Expertenwissen für die Praxis, Zürich 2016, Rz. 8.219). Die Berichtspe-

rioden richten sich nach den Bedürfnissen im Einzelfall. Sie umfassen höchstens einen Zeit-

raum von zwei Jahren. Die Rechenschaftsberichterstattung gemäss Art. 411 ZGB und auch die 

Kontrolle nach Art. 415 ZGB bilden zusammen ein Steuerungsinstrument der Beistandschaft. 

Dies erlaubt der KESB sowohl eine Beaufsichtigung und Überprüfung der Tätigkeiten des Man-

datsträgers, eine allfällige Anpassung der Massnahme oder einen allfälligen Wechsel der Bei-

standsperson als auch eine Standortbestimmung für die betroffene Person selbst (Kurt Affol-

ter, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, Art. 1-456 ZGB, 6. 

Aufl., Basel 2018, N 1 zu Art. 411 ZGB).

Inhaltlich bezieht sich die Rechenschaftsberichterstattung nur auf das erhaltene Mandat. Mit 

der bewussten Trennung von Rechnungsablage und Berichterstattung will der Gesetzgeber 

die eigenständige Bedeutung der persönlichen Betreuung hervorheben. Allerdings beschränkt 

sich der Umfang der Rechenschaftsberichterstattung nicht auf die persönliche Betreuung, 

sondern sie hat sich aufgrund ihrer Zweckbestimmung auch über Auffälligkeiten und Beson-

derheiten der Rechnung, über die rechtliche Interessenwahrung sowie über die in der Be-

richtsperiode angefallenen zustimmungsbedürftigen Rechtsgeschäfte zu äussern. Dabei las-

sen sich zur Gestaltung und Ausführlichkeit des Rechenschaftsberichts dem Gesetz keine di-

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rekten Aussagen entnehmen. Der Beistand hat der KESB nur soweit Informationen aus dem 

Lebensbereich der verbeiständeten Person zu liefern, als dies zur Sicherstellung der Aufsichts- 

und Kontrollpflicht der KESB über den Beistand nötig ist. Dabei ist es unumgänglich, vorhan-

dene Ressourcen, aber auch Defizitbereiche offen zu nennen, sofern die KESB, der Beistand 

und die verbeiständete Person eine kongruente Vorstellung über den Grund, den Sinn und die 

Zielsetzungen einer Beistandschaft haben sollen. Der Rechenschaftsbericht hat sich an der im 

Massnahmebeschluss formulierten Problemanalyse zu orientieren und sich Werturteilen ge-

genüber der betreuten Person zu enthalten, auch wenn der Rechenschaftsbericht immer nur 

eine subjektive Sicht des Beistandes wiedergeben kann (Affolter, a.a.O., N 5 und 7 zu Art. 411 

ZGB).  

3.3. Vom Rechenschaftsbericht zu unterscheiden ist der Schlussbericht nach Art. 425 ZGB. En-

det das Amt eines Beistands, so erstattet dieser der KESB den Schlussbericht und reicht gege-

benenfalls die Schlussrechnung ein. Gemäss Art. 21 KESV (BR 215.010) sind Schlussbericht und 

–rechnung innert zwei Monaten nach Ablauf der Rechnungs- und Berichtsperiode der KESB 

vorzulegen. Die KESB kann den Berufsbeistand von dieser Pflicht entbinden, wenn das Arbeits-

verhältnis endet (Art. 425 Abs. 1 ZGB). Die KESB prüft und genehmigt den Schlussbericht und 

die Schlussrechnung auf die gleiche Weise wie die periodischen Berichte und Rechnungen 

(Art. 425 Abs. 2 ZGB). Sie stellt den Schlussbericht und die Schlussrechnung der betroffenen 

Person und der neuen Beiständin zu und weist diese Personen gleichzeitig auf die Bestimmun-

gen über die Verantwortlichkeit hin (Art. 425 Abs. 3 ZGB). Sie teilt ihnen zudem mit, ob sie den 

Beistand entlastet oder die Genehmigung des Schlussberichts oder der Schlussrechnung ver-

weigert (Art. 425 Abs. 4 ZGB).

Das ZGB enthält keine Vorschriften über den Inhalt des Schlussberichts. Das Bundesgericht hat 

sich jedoch mit der Bedeutung des Schlussberichts und der Schlussrechnung auseinanderge-

setzt. Danach dient der Schlussbericht nicht der Überprüfung der Führung der Beistandschaft, 

sondern der Information. Die Genehmigung ist auszusprechen, soweit der Schlussbericht der 

Informationspflicht genügt. Nicht anders verhält es sich mit der Schlussrechnung. Dadurch un-

terscheiden sich Schlussbericht und -rechnung von den periodischen Berichten und Rechnun-

gen (Art. 415 ZGB), die der Behörde dazu dienen, die Amtsführung des Beistands zu steuern 

und ihm gegebenenfalls Weisungen zu erteilen. Die mit der Genehmigung des Schlussberichts 

und der Schlussrechnung befasste Behörde hat sich daher nicht über allfällige Verfehlungen 

des Beistands zu äussern. Entsprechend eignet der Genehmigung der Schlussrechnung weder 

unmittelbare materiellrechtliche Bedeutung zu noch wird dem Mandatsträger damit eine 

vollständige Décharge erteilt. Allfällige Rechtsansprüche des Schutzbefohlenen (namentlich 

Verantwortlichkeitsansprüche gemäss Art. 454 ZGB) bleiben von der Genehmigung unberührt 

(BGer 5A_35/2019 v. 11.11.2019, E. 3.3.1 m.w.H.). 

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3.4.1. Die Beschwerdeführerin rügt in ihren Eingaben mehrfach einen Verstoss gegen Art. 411 

ZGB (vgl. act. A.1. Ziff. 8, 10 ff., 17 ff.) als Folge der Befreiung von E._____ von der Einreichung 

eines Schlussberichts. Sie verkennt indessen mit ihren Rügen die unterschiedlichen Charaktere 

von Rechenschaftsberichten nach Art. 411 ZGB und Schlussberichten gemäss Art. 425 Abs. 1 

ZGB, wenn sie die Entbindung von E._____ von der Pflicht zur Erstellung eines Schlussberichts 

als Verletzung der Berichterstattung nach Art. 411 ZGB bezeichnet. Sie vermischt dabei die 

Anforderungen und den Zweck einer Berichterstattung nach Art. 411 ZGB einerseits, welche 

als Steuerungsinstrument der KESB für ein laufendes Mandat dient, mit einer solchen nach 

Art. 425 ZGB andererseits, welche insbesondere bei der Weitergabe eines Mandats auf einen 

Nachfolger den Charakter einer Information an einen nachfolgenden Beistand trägt. Zum Aus-

druck kommt diese Vermischung insbesondere in Ziff. 12 und 17 der Beschwerdeschrift vom 

3. August 2020, wonach sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt stellt, der Zweck des 

Schlussberichts sei, wenn die Massnahme nicht beendet werde, derselbe wie der periodische 

Rechenschaftsbericht gemäss Art. 411 ZGB (act. A.1, Ziff. 12 und 17), und sich ausschliesslich 

mit den Anforderungen an die Berichterstattung nach Art. 411 ZGB auseinandersetzt. Soweit 

sich die Beschwerdeführerin auch in ihren Eingaben vom 1. September 2020 (act. A.2), vom 

28. Januar 2021 (act. A.4) und vom 8. Februar 2021 (act. A.6) erneut mit den Voraussetzungen 

von Art. 411 ZGB auseinandersetzt, kann auf die bereits gemachten Ausführungen verwiesen 

werden.

3.4.2. Die Beschwerdeführerin führt in ihren Ausführungen zwar Gründe auf, welche aus ihrer 

Sicht die Erstellung eines Rechenschaftsberichts notwendig machen. Sie erläutert in ihrer Be-

schwerde demgegenüber nicht, weshalb sie einen Schlussbericht verlangt und setzt sich mit 

den Voraussetzungen eines Schlussberichts auch gar nicht auseinander. Aufgrund der Rüge, 

wonach sie dem Beistand E._____ vorwirft, er habe sein Amt nicht pflichtgemäss ausgeübt 

(act. A.1, Ziff. 6), ist davon auszugehen, dass sie den Beistand in die Pflicht nehmen möchte. 

So bringt sie vor, E._____ habe die Beschwerdeführerin massiv benachteiligt und den Vater 

sehr stark bevorzugt. Auch ihre Beobachtungen und Feststellungen von sexuellen Übergriffen, 

begangen durch den Vater, habe der Beistand nicht an die zuständigen Stellen weitergeleitet. 

Er habe die Beschwerdeführerin sogar davon abgehalten, selbst Anzeige zu machen, mit der 

Begründung, dies falle allein in die Zuständigkeit der KESB (act. A.1, Ziff. 6). Unabhängig von 

der Schwere solcher Vorwürfe sind diese Rügen im Beschwerdeverfahren gegen den ange-

fochtenen Entscheid nicht zielführend. Verantwortlichkeitsansprüche gegenüber einem Bei-

stand können gerade nicht aus dem Schlussbericht abgeleitet werden. Die Rüge der Beschwer-

deführerin, sofern sie in diesem Sinne zu interpretieren ist, ist daher unzulässig. Eine Verlet-

zung der Informationspflicht des Beistandes E._____ gegenüber der übernehmenden Beistän-

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din aufgrund des fehlenden Schlussberichts macht die Beschwerdeführerin demgegenüber 

gerade nicht geltend. 

3.5.1. Kern der vorliegenden Beschwerde kann somit nur die Frage sein, ob die KESB Nordbün-

den im angefochtenen Entscheid zu Recht davon absehen durfte, von E._____ einen Schluss-

bericht und eine Schlussrechnung einzuholen. Auch wenn eine Verletzung von Art. 411 Abs. 1 

ZGB durch den Verzicht auf einen Schlussbericht nicht ersichtlich ist, stellt sich die Frage, ob 

die KESB Nordbünden Art. 425 Abs. 1 ZGB angesichts der bestehenden Verhältnisse korrekt 

angewendet hat und im konkreten Fall der Verzicht auf einen Schlussbericht und eine Schluss-

rechnung rechtswidrig oder unangemessen war.

3.5.2. Die Beschwerdeführerin verkennt, dass es sich bei E._____ nicht um ihren Erziehungs-

beistand handelt, sondern um den Erziehungsbeistand von B._____. Dementsprechend ist vor 

Augen zu halten, dass ein Schlussbericht ausschliesslich die Information an die Nachfolgerin 

F._____ für die Weiterführung der Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB 

enthalten müsste und sich zum Vornherein auf die diesbezüglichen Ausführungen zu be-

schränken hätte. Die KESB Nordbünden kann den Beistand folgerichtig von der Pflicht zur Er-

stellung eines Schlussberichts sowie einer Schlussrechnung entbinden, wenn sein Amt endet 

(Art. 425 Abs. 1 ZGB), insbesondere dann, wenn die Beistandschaft fortgeführt werden soll. In 

diesem Fall hat die Berufsbeistandschaft den internen Informationsfluss sicherzustellen. Die 

Informationen werden der Amtsnachfolgerin übertragen, welche die Geschäfte weiterführt. 

Die ursprüngliche Rechenschaftsperiode kann so aufrechterhalten werden (Urs Vogel/Kurt Af-

folter, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, Art. 1-456 ZGB, 6. 

Auflage, Basel 2018, N 20 zu Art. 425 ZGB). Grund für diese Bestimmung ist der Umstand, dass 

ein scheidender Berufsbeistand zeitlich und faktisch vielfach gar nicht mehr in der Lage ist, das 

Amt wahrzunehmen. Folglich sieht der Gesetzgeber vor, den Berufsbeistand in diesem Fall 

von der Pflicht zur Ablage von Schlussbericht und Schlussrechnung zu entbinden (Art. 425 

ZGB). Eine solche Lösung ist gerechtfertigt, weil die gleichzeitige Einreichung einer Vielzahl 

von Berichten und Rechnungen, deren termingerechte Revision und die darauf gestützte Ent-

lassung im Falle professioneller Beistände vor Verlassen der Stelle in der Regel nicht möglich 

ist. Notwendig ist aber eine formelle Verfügung der KESB Nordbünden, in welcher die Moda-

litäten der Amtsübergabe geregelt werden (Vogel/ Affolter, a.a.O., N 19 zu Art. 425 ZGB). Die 

übernehmende Beiständin darf sich daher mit einem Kurzbericht des abgebenden Berufsbei-

stands über die Situation begnügen, wenn dadurch der betreuten Person – im konkreten Fall 

dem Kind B._____ – keine nachteiligen Konsequenzen erwachsen (Vogel/Affolter, a.a.O., N 19 

zu Art. 425 ZGB). In den Fällen, in welchen kein Schlussbericht erstattet wird, ist ein Zwischen-

bericht zu erstellen, der jene Informationen enthält und dessen abschliessender Zweck es ist, 

die Weiterführung des Mandats durch die neue Beiständin zu ermöglichen (Kurt Affolter/Au-

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drey Leuba [Hrsg.], Zeitschrift für Vormundschaftswesen, ZWV 5/2006, S. 226 f., noch zu den 

Empfehlungen zum alten Recht). Die Pflicht zur Berichterstattung und Rechnungsablage darf 

von der KESB der Rechtsnachfolgerin übertragen werden. Dabei kann die ursprüngliche Be-

richtsperiode aufrecht erhalten bleiben, das heisst die übernehmende Mandatsträgerin führt 

die Geschäfte des Vorgängers weiter. Damit lässt sich auch vermeiden, dass sich für die Amts-

nachfolgerin die Rechenschaftsperioden für sämtliche Mandate auf einen einzigen Zeitpunkt 

komprimieren, was der Fall wäre, wenn mit ihrem Amtsantritt auch der Beginn der Rechen-

schaftsperiode zusammenfallen würde (Vogel/Affolter, a.a.O., N 20 zu Art. 425 ZGB).

3.5.3. Unbestritten ist, dass E._____ das Arbeitsverhältnis mit der Berufsbeistandschaft Ples-

sur per 30. April 2020 aufgelöst hat und somit sein Amt als Beistand gemäss Art. 421 Ziff. 3 

ZGB von Gesetzes wegen endete. Ebenfalls ist unbestritten, dass die angeordnete Beistand-

schaft weitergeführt wird und F._____ rückwirkend per 1. Juli 2020 als neue Beiständin einge-

setzt wurde. Somit liegen im Grundsatz die Voraussetzungen von Art. 425 Abs. 1 Satz 2 ZGB 

vor, wonach die KESB Nordbünden den Beistand von der Pflicht zur Erstattung eines Schluss-

berichts und gegebenenfalls der Schlussrechnung entbinden durfte (vgl. Art. 425 Abs. 1 ZGB).

3.5.4. Aus den Akten ist ersichtlich, dass G._____, welche nach der Beendigung des Arbeits-

verhältnisses von E._____ stellvertretend für ihn tätig war, einen Rechenschaftsbericht erstellt 

hat, welcher der KESB Nordbünden zum Antrag übermittelt worden war. Auch wenn dieser 

Bericht noch nicht genehmigt worden ist, wurden damit Informationen zusammengetragen, 

welche der mit Entscheid vom 2. Juli 2020 eingesetzten Beiständin F._____ die Weiterführung 

des Mandats ermöglichten. Angesichts dieser Umstände – und der weiteren sehr umfassen-

den Aktenlage – durfte die KESB Nordbünden von genügenden Informationen ausgehen, wel-

che die Weiterführung des Mandats durch die neue Beiständin auch ohne Schlussbericht und 

Schlussrechnung ermöglichten. Der Verzicht auf die Einholung eines Schlussberichts und einer 

Schlussrechnung von E._____ scheint daher angemessen und keinesfalls willkürlich. Daran än-

dert auch nichts, dass der ordentliche Rechenschaftsbericht von E._____ nach Ablauf der Be-

richtsperiode am 31. März 2020 hätte erstellt werden müssen. Vielmehr durfte die KESB Nord-

bünden E._____ zu Recht von der Erstellung eines Schlussberichts und einer Schlussrechnung 

im Sinne von Art. 425 Abs. 1 ZGB entbinden. Der Antrag der Beschwerdeführerin auf Erstellung 

eines Schlussberichts und einer Schlussrechnung innert 30 Tagen ist daher abzuweisen.

3.5.5. Es kann an dieser Stelle offenbleiben, ob die Beschwerdeführerin überhaupt legitimiert 

wäre, den Verzicht auf einen Schlussbericht und auf eine Schlussrechnung für die nicht sie 

selber, sondern ihren Sohn B._____ betreffende Erziehungsbeistandschaft zu rügen. Dies gilt 

umso mehr, als selbst bei ordentlichen Rechenschaftsberichten kein Anspruch besteht, dass 

ein Bericht ihre Sicht der Dinge wiedergibt und einer Korrektur zum Vornherein höchstens 

offensichtliche Fehler und Auslassungen zugänglich sind, welche für die Beschwerdeführerin 

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selber konkrete Nachteile mit sich bringen (vgl. BGer 5A_48/2018 v. 30.7.2018 E. 3.2). Die 

Beschwerdeführerin hätte – umso mehr bei einem Verzicht auf den Schlussbericht – daher 

konkret aufzeigen müssen, welche für sie nachteiligen Folgen der Verzicht auf die Einholung 

eines Schlussberichts auf die weitere Information von F._____ nach sich gezogen hat. Auch 

dann wären diese nur relevant, wenn sich bei Gutheissung der Beschwerde und einer antrags-

gemässen Korrektur des angefochtenen Entscheides an der tatsächlichen Situation der Be-

schwerdeführerin überhaupt etwas ändern würde. Entsprechende konkrete Rügen sind indes-

sen unterblieben. Vielmehr ist aufgrund der vorhandenen Akten und den von G._____ erstell-

ten Berichten festzuhalten, dass genügende Informationen für die Weiterführung des Man-

dats durch F._____ vorhanden waren, womit der Verzicht auf die Einholung eines Schlussbe-

richts von E._____ angemessen erscheint. 

3.5.6. Wenn die Beschwerdeführerin in ihren Rechtsschriften festhält, damit sei eine Rechts-

verzögerung bzw. Rechtsverweigerung begangen worden (act. A.1, Ziff. 15), zumal sie bei der 

Erstellung von Schlussberichten darauf inhaltlich Einfluss nehmen könne, sie Fragen stellen 

könne und Falsches der letzten fünf Jahre richtigstellen könne (act. A.1, Ziff. 16 und 18), ist 

dies unbegründet. Wie bereits erwähnt, ist dies gerade nicht Sinn und Zweck der Schlussbe-

richte und der Schlussrechnung. Erneut ist darauf hinzuweisen, dass der Schlussbericht nicht 

der Überprüfung der Beistandschaft, sondern der Information dient. 

3.5.7. Schliesslich zielen die vorgebrachten Rügen, wonach das Vertrauensverhältnis gemäss 

Art. 406 ZGB in den letzten fünf Jahren nicht habe aufgebaut werden können und sich E._____ 

damit rechtswidrig verhalten habe, ins Leere (act. A.1, Ziff. 19). Das Vertrauensverhältnis zu 

E._____ kann – sofern dieses gestört gewesen wäre – rückwirkend ohnehin nicht wiederher-

gestellt werden. Des Weiteren hat der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses gemäss dem 

Wortlaut von Art. 406 Abs. 1 ZGB vorab auf die betroffene Person hinzuzielen. Diese ist im 

konkreten Fall das verbeiständete Kind B._____ und nicht die Beschwerdeführerin. Mit dem 

Inhalt eines allfälligen Schlussberichtes bei Mandatsübergabe hat dies ohnehin nichts zu tun. 

Die Genehmigung des Schlussberichts ist auszusprechen, soweit der Schlussbericht der Infor-

mationspflicht genügt. Abermals sei darauf hingewiesen, dass mit dem Verzicht auf den 

Schlussbericht dem Beistand E._____ keine Décharge erteilt wurde; entsprechend bleiben 

auch allfällige Rechtsansprüche unberührt (vgl. BGer 5A_494/2013 v. 6.9.2013 E. 2.2.).

ZK1 20 106 Entscheid vom 3. Mai 2021

(Mit Urteil 5A_477/2021 vom 18. November 2021 hat das Bundesgericht die gegen diesen 

Entscheid erhobene Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten war.)