# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2d7ca7d0-1668-5318-b07a-bd182a847da5
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-16
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 16.11.2016 RU160061
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RU160061_2016-11-16.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: RU160061-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichterin 

Dr. M. Schaffitz und Oberrichterin Dr. D. Scherrer sowie  

 Gerichtsschreiber lic. iur. K. Montani Schmidt 

Beschluss vom 16. November 2016 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Klägerin und Beschwerdeführerin 

 

gegen 

 
B._____ AG,  

Beklagte und Beschwerdegegnerin 

 

betreffend Forderung (Kostenvorschuss, Zustellungsdomizil)   
 
Beschwerde gegen eine Verfügung des Friedensrichteramtes der Stadt Zü-
rich, Kreise 1+2, vom 16. August 2016 (GV.2016.00248) 

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Erwägungen: 

1.1 Am 15. Juni 2016 ging beim Friedensrichteramt der Stadt Zürich, Krei-

se 1 + 2 (fortan Vorinstanz), das Schlichtungsgesuch der Klägerin und Beschwer-

deführerin (fortan Klägerin) ein, mit welchem sie von der Beklagten und Be-

schwerdegegnerin (fortan Beklagte) Schadenersatz in der Höhe von 

€ 17'201'121.– verlangte. Gleichzeitig ersuchte die Klägerin um Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 6/1). Am 16. August 2016 verfügte die Vor-

instanz Folgendes (Urk. 6/2 S. 2 = Urk. 2 S. 2):  

1. Im Falle der Ablehnung ihres Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege durch das Be-

zirksgericht wird der Klägerin eine Frist von 10 Tagen ab Zustellung des Entscheids 

des Bezirksgerichts angesetzt, um für die sie allenfalls treffenden Kosten einen Kos-

tenvorschuss von CHF 1'240.00 auf das Konto 80-8010-3 des Friedensrichteramtes 

zu leisten. Dies unter der Androhung, dass bei Nichtleistung auch innert einer Nach-

frist auf das Schlichtungsgesuch nicht eingetreten wird.  

 2. Die Klägerin teilt dem Friedensrichteramt eine Zustelladresse bzw. Vertretung in der 

Schweiz mit innert einer Frist von 10 Tagen ab Zustellung dieser Verfügung.  

 3. Schriftliche Mitteilung an die klagende Partei, unter Beilage eines Einzahlungs-

scheins, eingeschrieben mit Rückschein.  

 4. (Rechtsmittelbelehrung: Beschwerde, Frist 10 Tage). 

1.2 Hiergegen erhob die Klägerin mit Schreiben vom 19. August 2016 

(gleichentags zur Post gegeben, eingegangen am 22. August 2016) innert Frist 

Beschwerde mit folgenden sinngemässen Anträgen (Urk. 1 S. 1): 

1. Die Verfügung des Friedensrichteramtes der Stadt Zürich, Kreise 1 + 2, vom 16. Au-

gust 2016 sei als rechtswidrig aufzuheben und es sei der freie Zugang zum Friedens-

richteramt zu eröffnen. 

2. Die Forderung eines Kostenvorschusses von CHF 1'249.00 [recte: 1'240.–] für das 

Schlichtungsverfahren sei aufzuheben und es sei ihre Person von der Zahlung zu be-

freien. 

3. Die Zustellungen gerichtlicher Schriftstücke sei entweder auf dem Rechtshilfeweg 

nach dem Übereinkommen über die Zustellung gerichtlicher Schriftstücke im Ausland 

in Zivilsachen (Den Haag vom 15.11.1965, Art. 5 Abs. 4) oder auf dem direkten Weg 

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an ihre Person an die bekannte Adresse, C._____-Strasse ... in ... Berlin, vorzuneh-

men. 

2.1 Die Vorinstanz hielt fest, dass die Klägerin in ihrem Klagebegehren ein 

Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gestellt habe. Dieses 

sei zwischenzeitlich an das Einzelgericht des in der Hauptsache örtlich zuständi-

gen Bezirksgerichts weitergeleitet worden. Entsprechend werde die Klägerin ge-

beten, dem Friedensrichteramt den Entscheid des Bezirksgerichts über die un-

entgeltliche Rechtspflege zuzustellen. Bei einem ablehnenden Entscheid könne 

die Klägerin den Kostenvorschuss von CHF 1'240.– bezahlen oder die Klage zu-

rückziehen. Nach Eingang der Gesuchsbewilligung bzw. des Kostenvorschusses 

würden die Parteien zur Schlichtungsverhandlung vorgeladen. Des Weiteren hielt 

die Vorinstanz fest, dass die Klägerin ihren Wohnsitz im Ausland habe, weshalb 

sie gebeten werde, eine Adresse in der Schweiz mitzuteilen, an die ihr die Post 

zugestellt werden könne. An der Schlichtungsverhandlung könne sie sich vertre-

ten lassen (Urk. 2 S. 1).  

2.2 Die Klägerin führt im Wesentlichen aus, dass für die Führung des 

Schlichtungsverfahrens kein Kostenvorschuss nach Art. 98 ZPO vorgesehen sei. 

Ein solcher sei lediglich für das ordentliche Verfahren vorgesehen. Mit der Aufer-

legung eines Kostenvorschusses durch die Vorinstanz werde ihr der Rechtsweg 

versperrt. Sodann sei ihr Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

missachtet worden. Schliesslich bringt die Klägerin vor, dass es gesetzeswidrig 

sei, sie zur Nennung einer Zustelladresse in der Schweiz zu verpflichten. Die Vor-

instanz hätte von Amtes wegen beachten müssen, dass die Zustellung der ge-

richtlichen und aussergerichtlichen Schriftstücke an deutsche Staatsangehörige 

im Ausland nach dem Haager Übereinkommen in Zivil- oder Handelssachen vom 

15.11.1965 (fortan HZUe65) auf dem Rechtshilfeweg zu erfolgen habe. Bislang 

seien ihr vom Bezirksgericht Zürich ebenso wie vom Obergericht des Kantons Zü-

rich und vom Bundesgericht gerichtliche Sendungen sowohl über den Rechtshil-

feweg als auch auf direktem Weg an ihre Adresse in Berlin zugestellt worden. 

Entsprechend sei die Aufforderung der Vorinstanz, eine Zustelladresse in der 

Schweiz zu bezeichnen, nicht nachvollziehbar und könne nur als Mittel zur 

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Rechtsverhinderung angesehen werden. Sie habe in der Schweiz weder Ver-

wandte noch Bekannte, an die sie die Post zustellen lassen könne. Sodann habe 

sie keine finanziellen Möglichkeiten, die Adresse eines schweizerischen Anwalts 

zu benennen (Urk. 1).  

3.1 Am 19. September 2016 teilte die Vorinstanz mit, dass der Klägerin 

zwischenzeitlich vom Einzelgericht am Bezirksgericht Zürich mit Verfügung vom 

26. August 2016 die unentgeltliche Rechtspflege für das Schlichtungsverfahren 

gewährt worden sei (Urk. 7; Urk. 6/9). Nachdem die Parteien auf die Durchfüh-

rung des Schlichtungsverfahrens verzichtet hatten, war der Klägerin die Klagebe-

willigung ausgestellt worden (Urk. 6/15). 

3.2 Nachdem das Schlichtungsverfahren bereits abgeschlossen worden 

ist, ist das vorliegende Beschwerdeverfahren gegenstandslos geworden. Entspre-

chend ist dieses abzuschreiben (Art. 242 ZPO).  

4.1 Die Entscheidgebühr für das Beschwerdeverfahren ist in Anwendung 

von § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG in Verbindung mit § 3 Abs. 1 GebV OG auf 

Fr. 1'240.– festzusetzen. 

4.2.1 Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten 

in Anwendung von Art. 107 Abs. 1 lit. e ZPO aufzuerlegen. Sodann kann das Ge-

richt Gerichtskosten, die weder eine Partei noch Dritte veranlasst haben, gemäss 

Art. 107 Abs. 2 ZPO aus Billigkeitsgründen dem Kanton auferlegen. 

4.2.2 Hinsichtlich der Anordnung in Dispositivziffer 1 der vorinstanzlichen 

Verfügung vom 16. August 2016 rechtfertigt es sich, der Klägerin keine Kosten 

aufzuerlegen: Die Klägerin wäre nur dann zur Zahlung eines Kostenvorschusses 

verpflichtet gewesen, wenn ihr Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege abgewiesen worden wäre. Nur dann wäre sie auch durch die ange-

fochtene Verfügung beschwert gewesen. Indes ist zu beachten, dass die Klägerin 

aufgrund des von der Vorinstanz gewählten Vorgehens sowie mit Blick auf die 

gesetzliche und damit nicht erstreckbare Frist nach Art. 321 Abs. 2 ZPO in Ver-

bindung mit Art. 144 Abs. 1 ZPO vorsorglich zur Beschwerdeerhebung gezwun-

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gen gewesen ist, und zwar ungeachtet des Ausgangs des Verfahrens betreffend 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und der damit verbundenen Frage, 

ob sie durch die angefochtene Dispositivziffer 1 der vorinstanzlichen Verfügung 

überhaupt beschwert sein würde. Angesichts dieser Umstände kann ihr nicht zum 

Vorwurf gemacht werden, die diesbezügliche Gegenstandslosigkeit verursacht zu 

haben. Entsprechend rechtfertigt es sich, für diesen Teil des Beschwerdeverfah-

rens die Kosten auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 107 Abs. 2 ZPO i.V.m. 

Art. 116 Abs. 1 ZPO und § 200 lit. a GOG). Daran ändert auch nichts, dass der 

Klägerin entgegenzuhalten ist, dass Art. 98 ZPO als allgemeine Bestimmung des 

Zivilprozessrechts durchaus für sämtliche Verfahren und damit auch für Schlich-

tungsverfahren gilt, welche nicht gemäss Art. 113 Abs. 2 ZPO kostenlos sind, was 

für das vorliegende Verfahren auszuschliessen ist.  

4.2.3 Hinsichtlich der Frage der Bezeichnung einer Zustelladresse in der 

Schweiz wäre die Beschwerde abzuweisen gewesen. Richtig ist, dass eine Zu-

stellung nach dem Haager Übereinkommen über die Zustellung gerichtlicher und 

aussergerichtlicher Schriftstücke im Ausland in Zivil- oder Handelssachen vom 

15. November 1965 (HZUe65) zu erfolgen hat. Dies gilt indes nur, wenn Schrift-

stücke auch effektiv ins Ausland versandt werden. Da indes für das vorliegende 

Verfahren und dessen Ablauf die Bestimmungen der Schweizerischen Zivilpro-

zessordnung gelten, durfte die Vorinstanz in Anwendung von Art. 140 ZPO für 

das weitere Verfahren verlangen, dass die im Ausland wohnhafte Klägerin ein Zu-

stellungsdomizil in der Schweiz zu bezeichnen hat, damit künftige Zustellungen in 

der Schweiz hätten vorgenommen werden können. Diese Vorschrift widerspricht 

dem Haager Übereinkommen über die Zustellung gerichtlicher und aussergericht-

licher Schriftstücke im Ausland in Zivil- oder Handelssachen vom 15. November 

1965 nicht. Dementsprechend sind die diesbezüglichen Kosten des Beschwerde-

verfahrens in Anwendung von Art. 106 Abs. 1 ZPO in Verbindung mit Art. 107 

Abs. 1 lit. e ZPO der Klägerin aufzuerlegen, was mit Blick auf den entstandenen 

Aufwand der Hälfte der gesamten Verfahrenskosten entspricht.  

4.3 Die Klägerin hat sinngemäss auch für das Beschwerdeverfahren ein 

Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gestellt (Urk. 1 S. 2). 

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Nach dem Gesagten wird das Gesuch der Klägerin um Gewährung der unentgelt-

lichen Rechtspflege für das zweitinstanzliche Verfahren hinsichtlich der angefoch-

tenen Dispositivziffer 1 der vorinstanzlichen Verfügung vom 16. August 2016 ge-

genstandslos und ist folglich abzuschreiben (Art. 242 ZPO). Hinsichtlich der ange-

fochtenen Dispositivziffer 2 der vorinstanzlichen Verfügung vom 16. August 2016 

ist das Gesuch zufolge Aussichtslosigkeit der Beschwerde abzuweisen (Art. 117 

lit. b ZPO).  

4.4 Der Beklagten ist mangels relevanter Umtriebe im Beschwerdeverfah-

ren keine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 95 Abs. 3 ZPO). 

Es wird beschlossen: 

1. Das Gesuch der Klägerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

für das Beschwerdeverfahren bezüglich Dispositivziffer 1 der Verfügung des 

Friedensrichteramtes der Stadt Zürich, Kreise 1 + 2, vom 16. August 2016 

wird abgeschrieben. Im übrigen Umfang wird das Gesuch abgewiesen. 

2. Das Beschwerdeverfahren wird abgeschrieben. 

3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'240.– festgesetzt. 

4. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden zur Hälfte der Kläge-

rin auferlegt und zur Hälfte auf die Gerichtskasse genommen.  

5. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an die Vorinstanz, an die Be-

klagte unter Beilage je einer Kopie der Urk. 1, Urk. 3 und Urk. 4/1-2, gegen 

Empfangsschein, an die Klägerin auf dem Rechtshilfeweg. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

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1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG.  

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt in 
der Hauptsache € 17'201'121. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 
 
 
Zürich, 16. November 2016 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
Die Gerichtsschreiberin: 

 
 
 

lic. iur. K. Montani Schmidt 

 
 
versandt am: jo 
 

	Beschluss vom 16. November 2016
	Erwägungen:
	4.3 Die Klägerin hat sinngemäss auch für das Beschwerdeverfahren ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gestellt (Urk. 1 S. 2). Nach dem Gesagten wird das Gesuch der Klägerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das zwei...
	4.4 Der Beklagten ist mangels relevanter Umtriebe im Beschwerdeverfahren keine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 95 Abs. 3 ZPO).
	Es wird beschlossen:
	1. Das Gesuch der Klägerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das Beschwerdeverfahren bezüglich Dispositivziffer 1 der Verfügung des Friedensrichteramtes der Stadt Zürich, Kreise 1 + 2, vom 16. August 2016 wird abgeschrieben. Im übrigen...
	2. Das Beschwerdeverfahren wird abgeschrieben.
	3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'240.– festgesetzt.
	4. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden zur Hälfte der Klägerin auferlegt und zur Hälfte auf die Gerichtskasse genommen.
	5. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an die Vorinstanz, an die Beklagte unter Beilage je einer Kopie der Urk. 1, Urk. 3 und Urk. 4/1-2, gegen Empfangsschein, an die Klägerin auf dem Rechtshilfeweg.
	7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...