# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 033af44b-cd16-5508-ae35-0922f192c8f1
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-05-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 07.05.2025 SR1 2024 50
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SR1-2024-50_2025-05-07.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Graubünden
Dretgira superiura dal chantun Grischun
Tribunale d'appello del Cantone dei Grigioni

Urteil vom 07. Mai 2025
mitgeteilt am 13. Mai 2025

Referenz SR1 24 50

Instanz Erste strafrechtliche Kammer

Besetzung Moses, Vorsitz
Cavegn und Righetti
Coray-Mosele, Aktuarin

Parteien A._____
Beschuldigte
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Michael Weltert

gegen

Staatsanwaltschaft Graubünden
Rohanstrasse 5, 7001 Chur

Gegenstand Verletzung von Verkehrsregeln

Anfechtungsobj. Urteil Regionalgericht Landquart vom 22. Mai 2024, mitgeteilt am 
23. August 2024 (Proz. Nr. 515-2024-3)

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Sachverhalt

A. Mit Strafbefehl vom 12. Januar 2023, zugestellt am 20. Januar 2023, erklärte 
die Staatsanwaltschaft A._____ der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 36 
Abs. 4 SVG und Art. 15 Abs. 3 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig. 
Dagegen erhob A._____ am 25. Januar 2023 fristgerecht Einsprache. Nach 
Ergänzung der Untersuchung, erhob die Staatsanwaltschaft mit Anklageschrift vom 
22. Januar 2024 Anklage beim Regionalgericht Landquart.

B. Mit Urteil vom 22. Mai 2024 sprach das Regionalgericht Landquart A._____ 
der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 36 Abs. 4 SVG und Art. 15 Abs. 3 
VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig und bestrafte sie mit einer 
Busse von CHF 400.00 bzw. einer Ersatzfreiheitsstrafe von vier Tagen bei 
schuldhafter Nichtbezahlung der Busse. Zudem wurden ihr die Verfahrenskosten 
auferlegt.

C. Gegen dieses Urteil erhob A._____ (fortan Beschuldigte) Berufung.

D. Nach Zustellung der Berufungserklärung verzichtete die Staatsanwaltschaft 
am 10. Dezember 2024 auf eine Stellungnahme gemäss Art. 400 Abs. 3 StPO.

E. Mit Verfügung vom 9. Januar 2025 wurde das schriftliche Verfahren 
angeordnet und der Beschuldigten Frist zur schriftlichen Berufungsbegründung 
gesetzt, welche am 30. Januar 2025 fristgemäss erfolgte.

F. Mit Verfügung vom 4. Februar 2025 wurde der Vorinstanz und der 
Staatsanwaltschaft die Möglichkeit zur Stellungnahme zur schriftlichen 
Berufungsbegründung eingeräumt. Während die Staatsanwaltschaft mit Schreiben 
vom 12. Februar 2025 auf eine Stellungnahme verzichtete, reichte die Vorinstanz 
mit Eingabe vom 10. Februar 2025 ihre Stellungnahme ein. Diese wurde am 
13. Februar 2025 der Beschuldigten zugestellt.

Erwägungen

1. Eintreten und Kognition

1.1. Gegen das angefochtene Urteil des Regionalgerichts Landquart vom 22. Mai 
2024 ist die Berufung zulässig (Art. 398 Abs. 1 StPO). Die 
Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die frist- 
und formgerecht erhobene Berufung, mit welcher das Urteil des Regionalgerichts 
Landquart vollumfänglich angefochten wird, ist einzutreten.

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1.2. Bei der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG handelt 
es sich um eine mit Busse bedrohte Tat und damit um eine Übertretung (Art. 103 
StGB). Bilden ausschliesslich Übertretungen Gegenstand des erstinstanzlichen 
Hauptverfahrens, so kann mit der Berufung nur geltend gemacht werden, das Urteil 
sei rechtsfehlerhaft oder die Feststellung des Sachverhalts sei offensichtlich 
unrichtig oder beruhe auf einer Rechtsverletzung. Neue Behauptungen und 
Beweise können im Berufungsverfahren nicht vorgebracht werden (Art. 398 Abs. 4 
StPO).

2. Vorwurf

2.1. Die Staatsanwaltschaft wirft der Beschuldigten mit Anklageschrift vom 
22. Januar 2024 (StA-act. 40) vor, sie habe am _____ 2022, um _____ Uhr, den 
Personenwagen B._____, Kontrollschild GR Z.1._____, in O.1._____ über den vom 
C._____weg abzweigenden Verbindungsweg zur D._____strasse gelenkt. Bei 
diesem Verbindungsweg handle es sich um einen bedeutungslosen, nicht für den 
Durchgangsverkehr bestimmten, fahrzeugbreiten Weg in Richtung D._____strasse, 
welche über eine wesentlich höhere Verkehrsfrequenz und Bedeutung für den 
Verkehr verfüge und eine Breite von ca. 8 m aufweise. Zur selben Zeit sei E._____ 
mit dem Personenwagen F._____, Kontrollschild GR Z.2._____, samt 
Sachentransportanhänger über die D._____strasse in Richtung O.1._____ 
gefahren. Bei der Einfahrt ab dem Verbindungsweg in die D._____strasse habe die 
Beschuldigte vorschriftswidrig das Vortrittsrecht des von links heranfahrenden 
E._____ missachtet und sei mit dem Personenwagen frontal in die rechte Seite des 
Sachentransportanhängers gefahren. Durch den Aufprall sei dieser auf die linke 
Seite gekippt und im Wiesenland zum Stillstand gekommen. Bei pflichtgemässer 
Vorsicht hätte die Beschuldigte die Kollision voraussehen und vermeiden können. 
Am Personenwagen B._____ sei ein Sachschaden von CHF 10'000.00 und am 
Sachentransportanhänger ein solcher von CHF 2'500.00 entstanden.

2.2. Die Beschuldigte stellt sich zusammengefasst auf den Standpunkt, als das 
von rechts kommende Fahrzeug hätte sie an der Strassenverzweigung Vortritt 
gehabt, womit das Urteil des Regionalgerichts Landquart vollumfänglich 
aufzuheben und sie freizusprechen sei – unter Kosten- und Entschädigungsfolgen 
zulasten der Staatskasse (act. A.4 S. 2 u. Rz. 24).

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3. Rechtsvortritt

3.1. Die theoretischen Grundlagen zum Vorittsrecht wurden von der Vorinstanz 
korrekt dargelegt (act. E.1 E. 5; vgl. auch BGE 127 IV 91 E. 2, in: Pra 2001 Nr. 106). 
Darauf kann grundsätzlich verwiesen werden.

3.2. Im vorliegenden Fall fuhr die Beschuldigte bei O.1._____ auf der 
Verbindungsstrasse vom C._____weg und bog nach links auf die D._____strasse 
ab, während E._____ auf der D._____strasse von links heranfuhr. Da der 
Rechtsvortritt auf Strassenverzweigungen gilt (Art. 36 Abs. 2 SVG), ist zu prüfen, 
ob die Einmündung der Verbindungsstrasse auf die D._____strasse eine solche 
darstellt. Es ist unstrittig, dass keines der in Art. 1 Abs. 8 VRV explizit genannten 
Beispiele – das Zusammentreffen von Rad- oder Feldwegen, von Garage‑, 
Parkplatz‑, Fabrik- oder Hofausfahrten usw. mit der Fahrbahn –, welche nicht als 
Verzweigungen gelten und wonach auch gemäss Art. 15 Abs. 3 VRV den Benützern 
der Fahrbahn der Vortritt zu gewähren ist, auf die Einmündung der 
Verbindungsstrasse in die D._____strasse zutrifft. 

3.3. Bei der Beurteilung nicht eindeutiger Fälle ist gemäss Rechtsprechung auf 
die Bedeutung des betreffenden Verkehrsweges für den Fahrverkehr, insbesondere 
im Vergleich mit der Strasse, mit der er zusammentrifft, abzustellen, um zu 
bestimmen, ob es sich um eine Verzweigung handelt. Danach besteht nur eine 
Ausnahme von der allgemeinen Rechtsvortrittregel, wenn der eine Verkehrsweg 
eine Durchgangsstrasse ist und der andere eine Seiten- oder Nebenstrasse, die 
offenkundig nicht dem Durchgangsverkehr dient und die praktisch keine oder nur 
eine geringe Verkehrsbedeutung hat (vgl. BGE 127 IV 91 E. 2a/bb, in: Pra 2001 Nr. 
106, 123 IV 218 E. 3a, 117 IV 498 E. 4a). Die Beschuldigte moniert, die Vorinstanz 
habe die D._____strasse zu Unrecht als Durchgangsstrasse qualifiziert (act. A.4 
Rz. 7 f.). 

3.4. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, ist für den Ortsunkundigen oft nicht 
ohne Weiteres erkennbar, ob eine Strasse als Durchgangsstrasse zu qualifizieren 
ist, weshalb auf das Erscheinungsbild, wie es sich bei der Annäherung an die 
Einmündung darstellt, abzustellen ist (act. E.1 E. 5 m.H.a. BGE 127 IV 91 E. 2a/bb, 
Pra 2001 Nr. 106). Im Interesse der Verkehrssicherheit muss die Ausnahme von 
der Rechtsvortrittregel, zumal sie unfallträchtig ist, auf Fälle beschränkt werden, die 
auch ohne Signalisierung für die Beteiligten, selbst für Ortsunkundige und bei 
erschwerten Sichtverhältnissen, zweifelsfrei erkennbar sind (BGE 117 IV 498 E. 4a; 
vgl. auch MAEDER, in: Niggli/Probst/Waldmann [Hrsg.], Basler Kommentar 
Strassenverkehrsgesetz, 1. Aufl. 2014, Art. 36 N. 59). Soweit die Vorinstanz die 

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Qualifikation der D._____strasse als Durchgangsstrasse mittels Routenvorschläge 
von Google Maps begründet (act. E. 1 E. 6), weicht sie vom Kriterium des 
Erscheinungsbildes ab. Letztlich würde diese Argumentation dazu führen, dass die 
Beurteilung einer Strasse als Durchgangsstrasse bei Ortsunkundigen und 
Ortskundigen unterschiedlich ausfallen könnte oder Ortsunkundige gar vor einer 
Einmündung die Verkehrsfrequenz und Bedeutung der Strassen recherchieren 
müssten, was sich mit der Rechts- und Verkehrssicherheit nicht vereinbaren lässt 
und ad absurdum führt.

3.5. Was das Erscheinungsbild der vorliegend zu beurteilenden Einmündung 
anbelangt, ist zu berücksichtigen, dass nach der vorinstanzlichen 
Sachverhaltsfeststellung sowohl die Verbindungsstrasse wie auch die 
D._____strasse asphaltiert sind. Dass eine oder beide Strassen Rand-, 
Sicherheits-, Leit-, Doppellinien, andere Markierungen (vgl. Ziff. 6.15 u. 6.16 Anhang 
zur Siganlisationsverordnung), Leitpfosten oder Ähnliches aufweisen wurde von der 
Vorinstanz nicht festgestellt und ergibt sich auch nicht aus den Akten (vgl. Fotos 
StA-act. 3 S. 2, StA-act. 4, StA-act. 33 S. 11). Die Vorinstanz stellte weiter fest, dass 
die Verbindungsstrasse von landwirtschaftlich genutztem Land umgeben sei, wo 
sich keinerlei Wohnhäuser befänden (act. E.1 E. 6). Dass sich hingegen die 
Umgebung um die D._____strasse anders darstelle, stellte sie nicht fest und ergibt 
sich auch nicht aus den Akten (vgl. Fotos StA-act. 3 S. 2, StA-act. 33 S. 11).

3.6. Zur Breite der beiden Strassen stellt die Vorinstanz fest, dass die 
D._____strasse 8 Meter und die Verbindungsstrasse vom C._____weg 2.7 Meter 
breit sei (act. E.1 E. 6). Die Beschuldigte wendet dagegen ein, dass die 
D._____strasse einzig 5.8 Meter breit sei und die Verbindungsstrasse vom 
C._____weg im Bereich der trichterförmigen Einmündung über 10 Meter breit sei 
(act. A.4 S. 7). Aus den Fotos in den Akten ist erkennbar, dass sich beide Strassen 
im Bereich der Kreuzung ausbreiten. Mit Hilfe des Geoportals des Bundes 
(<https://www.geo.admin.ch>) wird ersichtlich, dass die von der Vorinstanz 
festgestellten 8 Meter sich auf den breitesten Punkt der D._____strasse im Bereich 
der Kreuzung beziehen, die 2.7 Meter der Verbindunsstrasse vom C._____weg 
hingegen vor der Kreuzung gemessen wurden. Der von der Vorinstanz 
vorgenommene Vergleich der Strassenbreiten erweist sich damit als unzulässig.

3.7. Anhand des Erscheinungsbildes der Einmündung – asphaltierte Strasse 
ohne Markierungen mündet in landwirtschaftlich genutzter Umgebung in eine 
ebenfalls asphaltierte Strasse ohne Markierungen ein, die jedenfalls im 
Kollisionszeitpunkt kein merkliches Verkehrsvolumen aufwies – ist nicht ersichtlich, 
wie sich einem, was wie erwähnt massgebend ist, ortsunkundigen 

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Verkehrsteilnehmer von der Verbindungsstrasse herkommend erschliessen soll, 
dass diese keine praktische Verkehrsbedeutung haben und die D._____strasse 
hingegen eine Durchgangsstrasse sein soll. Die Einmündung ist nicht mit den in 
Art. 15 Abs. 3 VRV genannten Ausfahrten oder Wegen vergleichbar. Unter diesen 
Umständen ist die Verbindungsstrasse vom Erscheinungsbild her nicht als "Seiten- 
oder Nebenstrasse, die offenkundig nicht dem Durchgangsverkehr dient und 
praktisch keine oder wenig Verkehrsbedeutung hat" im Sinne der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu qualifizieren; die Vorinstanz bezeichnet sie 
gar selber als "Durchgangsstrasse" (act. E.1 E. 6). Dieser Schluss drängt sich umso 
mehr auf, als im Interesse klarer Verkehr- und Vortrittsverhältnisse und der damit 
einhergehenden Rechts- und Verkehrssicherheit die Ausnahmebestimmungen 
gemäss Bundesgericht restriktiv auszulegen sind und im Zweifel die normale 
Ordnung vorgehen muss (vgl. BGE 127 IV 91 E. 2a/bb, Pra 2001 Nr. 106). Die 
Einmündung der Verbindungsstrasse vom C._____weg herkommen in die 
D._____strasse stellt deshalb eine Verzweigung dar. Die in die D._____strasse 
einbiegende Beschuldigte war damit in Bezug auf den von links kommenden 
Verkehrsteilnehmer auf der D._____strasse gemäss Art. 36 Abs. 2 SVG 
vortrittsberechtigt – wovon auch die Polizei ausging (vgl. StA-act. 2 S. 1), worauf die 
Beschuldigte zu Recht hinweist (act. A.4 Rz. 5) –, so dass der Tatbestand der 
Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 36 Abs. 4 SVG und Art. 15 Abs. 3 VRV 
in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG nicht erfüllt ist.

4. Anderweitige Verletzung der Verkehrsregeln?

Die Staatsanwaltschaft führte im Schlussbericht vom 22. Januar 2024 aus, im 
Übrigen hätte sich die Beschuldigte auch verkehrsregelwidrig verhalten, wenn 
Rechtsvortritt bestanden hätte, da sich E._____ mit seinem Fahrzeug und Anhänger 
bereits im Kreuzungsbereich befunden habe, als die Beschuldigte herangefahren 
und in die D._____strasse abgebogen sei (StA-act. 41 S. 3). Angesichts dessen, 
dass diese Sachverhaltsdarstellung keinen Eingang in die gleichentags verfasste 
Anklageschrift fand und die Vorinstanz dazu (folgerichtig) keine 
Sachverhaltsfeststellungen traf, hat es damit sein Bewenden.

5. Kosten- und Entschädigungsfolgen

5.1. Fällt die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so befindet sie darin 
gemäss Art. 428 Abs. 3 StPO auch über die von der Vorinstanz getroffene 
Kostenregelung. Nach Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die 
Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. Mit dem vorliegenden Urteil wird die 
Beschuldigte freigesprochen. Dementsprechend sind die Untersuchungskosten in 

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der Höhe von CHF 2'170.60 dem Kanton Graubünden aufzuerlegen und aus der 
Kasse der Staatsanwaltschaft zu bezahlen. Genauso sind die erstinstanzlichen 
Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 3'000.00 dem Kanton Graubünden 
aufzuerlegen und aus der Gerichtskasse des Regionalgerichts Landquart zu 
bezahlen. Die Beschuldigte hat die Untersuchungskosten bereits beglichen (vgl. 
StA-act. 14). Diese sind ihr zurückzuerstatten.

5.2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien gemäss Art. 428 
Abs. 1 Satz 1 StPO nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Für 
Entscheide im Berufungsverfahren wird eine Gerichtsgebühr von CHF 1'500.00 bis 
CHF 20'000.00 erhoben (vgl. Art. 6 Abs. 1 VGS [BR 350.210]). Die Beschuldigte 
obsiegt mit ihrer Berufung vollumfänglich. Folglich sind die Kosten des 
Berufungsverfahrens, welche auf CHF 2'000.00 festgelegt werden, dem Kanton 
Graubünden aufzuerlegen und aus der Gerichtskasse des Obergerichts zu 
bezahlen.

5.3. Die Beschuldigte hat Anspruch auf Entschädigung ihrer Aufwendungen für 
die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte im erst- und zweitinstanzlichen 
Verfahren, wenn sie ganz oder teilweise freigesprochen wird (Art. 429 Abs. 1 lit. a 
i.V.m. Art. 436 Abs. 1 StPO). Zu diesen Aufwendungen zählen in erster Linie die 
Kosten der frei gewählten Verteidigung, sofern ihr Beizug angesichts der 
tatsächlichen oder rechtlichen Komplexität des Falles geboten und der von ihr 
betriebene Aufwand unter Berücksichtigung der Komplexität und der Schwierigkeit 
des Falles angemessen war (BGE 142 IV 163 E. 3.1.2, 138 IV 197 E. 2.3.4; 
WEHRENBERG/FRANK, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, 
Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, Art. 429 N. 13). Unnötige und 
übersetzte Kosten, die auf überflüssigen, rechtsmissbräuchlichen oder 
übermässigen, d.h. unverhältnismässig hohen Aufwendungen beruhen, sind nicht 
zu entschädigen (BGE 115 IV 156 E. 2d; WEHRENBERG/FRANK, a.a.O., Art. 429 
N. 15). Als Massstab bei der Beantwortung der Frage, welcher Aufwand für eine 
angemessene Verteidigung im Strafverfahren nötig ist, hat der erfahrene Anwalt zu 
gelten, der im Bereich des materiellen Strafrechts und des Strafprozessrechts über 
fundierte Kenntnisse verfügt und deshalb seine Leistungen von Anfang an 
zielgerichtet und effizient erbringen kann (Urteil des Bundesgerichts 6B_336/2014 
vom 6. Februar 2015 E. 2.2 m.w.H.).

Die Entschädigung ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nach den 
Tarifen des jeweiligen Verfahrensortes festzusetzen (BGE 142 IV 163 E. 3.1.2). 
Vorliegend ist daher die Verordnung über die Bemessung des Honorars der 
Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte des Kantons Graubünden anwendbar (HV; 

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BR 310.250). Die Parteien haben zu Beginn des Verfahrens eine vollständige, 
unterschriebene Honorarvereinbarung einzureichen. Unterlassen sie dies, kann die 
urteilende Instanz davon absehen, für die Festsetzung der Parteientschädigung die 
Anwaltsrechnung beizuziehen (Art. 4 Abs. 1 HV). Wird keine Honorarvereinbarung 
eingereicht, wird praxisgemäss auf einen mittleren Stundenansatz von CHF 240.00 
abgestellt (PKG 2021 Nr. 4 E. 6.6.4 m.w.H.).

Hat die beschuldigte Person eine Wahlverteidigung mit ihrer Verteidigung betraut, 
so steht der Anspruch auf Entschädigung nach Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO 
ausschliesslich der Verteidigung zu unter Vorbehalt der Abrechnung mit ihrer 
Klientschaft (Art. 429 Abs. 3 StPO).

5.4. Rechtsanwalt Michael Weltert macht mit Honorarnote vom 20. Mai 2024 für 
das Untersuchungsverfahren und das erstinstanzliche Verfahren einen Aufwand 
von 32.08 Stunden zu einem Stundenansatz von CHF 250.00 sowie Fahrspesen 
von CHF 0.70 pro Kilometer für eine Fahrt von St. Gallen nach Davos (250 km) und 
eine nach Landquart (200 km) geltend (RG-act. RA-act. 8). Eine 
Honorarvereinbarung findet sich nicht bei den Akten. Damit ist der Stundenansatz 
praxisgemäss auf CHF 240.00 festzusetzen. Der Aufwand erscheint angemessen. 
Insgesamt ist Rechtsanwalt Michael Weltert für das Untersuchungsverfahren und 
das erstinstanzliche Verfahren mit CHF 8'893.30 (Honorar von CHF 3'060.00 zzgl. 
Spesenpauschale 3 % von CHF 91.80 und 8.1 % MwSt. von CHF 255.30; Honorar 
von CHF 4'639.20 zzgl. Spesenpauschale 3 % von CHF 139.20 und 7.7 % MwSt. 
von CHF 367.95; Weg von 250 km à CHF 0.70 zzgl. 7.7 % MwSt. von CHF 13.50; 
Weg von 200 km à CHF 0.70 zzgl. 8.1 % MwSt. von CHF 11.35) zu entschädigen.

5.5. Für das Berufungsverfahren macht Rechtsanwalt Michael Weltert mit 
Honoranote vom 30. Januar 2025 einen Aufwand von 10 Stunden zu einem 
Stundenansatz von CHF 250.00 geltend (act. G.1). Auch dieser Aufwand erscheint 
angemessen. Mangels Einreichung einer Honorarvereinbarung ist praxisgemäss 
von einem Stundenansatz von wiederum CHF 240.00 auszugehen. Was die 
Auslagen betrifft, sind diese praxisgemäss im Umfang von 3 % des Aufwandes 
zuzusprechen. Rechtsanwalt Michael Weltert ist damit für das Berufungsverfahren 
mit CHF 2'672.25 (Honorar von CHF 2'400.00 zzgl. Spesenpauschale 3 % von 
CHF 72.00 und 8.1 % MwSt. von CHF 200.25) zu entschädigen.

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Es wird erkannt:

1. A._____ wird vom Vorwurf der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss 
Art. 36 Abs. 4 SVG und Art. 15 Abs. 3 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 
SVG freigesprochen.

2. Die Untersuchungskosten von CHF 2'170.60 gehen zulasten des Kantons 
Graubünden (Staatsanwaltschaft) und sind A._____ zurückzuerstatten.

3.1. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von CHF 3'000.00 gehen 
zulasten des Kantons Graubünden (Regionalgericht Landquart).

3.2. Rechtsanwalt Michael Weltert wird für das erstinstanzliche Verfahren mit 
CHF 8'893.30 (inkl. Barauslagen und MwSt.) zulasten des Kantons 
Graubünden (Regionalgericht Landquart) entschädigt.

4.1. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 2'000.00 gehen zulasten des 
Kantons Graubünden (Obergericht).

4.2. Rechtsanwalt Michael Weltert wird für das Berufungsverfahren mit 
CHF 2'672.25 (inkl. Barauslagen und MwSt.) zulasten des Kantons 
Graubünden (Obergericht) entschädigt.

5. [Rechtsmittelbelherung]

6. [Mitteilung]