# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 30decf2e-e200-5dc9-b6fe-4792c05707e2
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-07
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 07.02.2024 810 23 197 (810 2023 197)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-23-197_2024-02-07.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

Vom 7. Februar 2024 (810 23 197) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Zivilgesetzbuch 

 

 

Erwachsenen-Stiefkindadoption / Erfordernis des Fortbestehens einer faktischen  

Lebensgemeinschaft und eines gemeinsamen Haushalts des Paars im Zeitpunkt der Ein-

reichung des Adoptionsgesuchs  

 

 

Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Markus Clausen, Daniel 
Häring, Daniel Noll, Stefan Schulthess, Gerichtsschreiberin i.V. Fiona 
Loretz 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Dieter Roth, Advokat 
  

 
gegen 
 
 

 Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, Vorinstanz 
 

  
  

Betreff Adoption (RRB Nr. 991 vom 15. August 2023) 

 

 

 

A. B.____, geboren am 13. Januar 2003, ist der Sohn von C.____. Der biologische Vater 

von B.____ lebt in D.____. Er hat nie eine Vaterschaftsanerkennung abgegeben. Seit der Ge-

burt von B.____ bis zum Jahr 2016 lebten A.____, geboren am 21. Oktober 1965, und C.____ 

in einem familienähnlichen Rahmen zusammen. Sie engagierten sich gemeinsam für die Pflege 

und Erziehung von B.____. Im Oktober 2016 trennten sich A.____ und C.____, worauf C.____ 

und B.____ ihren Wohnsitz an eine andere Adresse verlegten. B.____ lebte ab dann überwie-

gend bei seiner Mutter, indes verbrachte er minimal zwei Tage pro Woche bei A.____. Seit dem 

13. Januar 2023 ist der Wohnsitz von B.____ bei A.____. 

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B. Am 25. Januar 2023 stellte A.____ bei der Zivilrechtsverwaltung Basel-Landschaft, 

Ressort Adoptionen und Namensänderungen (Zivilrechtsverwaltung), das Adoptionsbegehren 

für seinen "Stiefsohn", B.____. Mit E-Mail vom 26. Januar 2023 teilte ihm die Zivilrechtsverwal-

tung mit, dass die Voraussetzungen der Erwachsenen-Stiefkindadoption nicht erfüllt seien. Mit 

Eingabe vom 5. Februar 2023 verlangte A.____ eine beschwerdefähige Verfügung. Mit Verfü-

gung vom 23. März 2023 wies die Zivilrechtsverwaltung das Gesuch um Erwachsenen-

Stiefkindadoption ab.  

 

C. Mit Eingabe vom 31. März 2023 erhob A.____, fortan vertreten durch Dieter Roth,  

Advokat in Liestal, gegen die Verfügung der Zivilrechtsverwaltung Beschwerde beim Regie-

rungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat).  

 

D. Mit Beschluss (RRB) Nr. 2023-991 vom 15. August 2023 wies der Regierungsrat die 

Beschwerde ab. 

 

E. Mit Eingabe vom 28. August 2023 erhob A.____ Beschwerde beim Kantonsgericht 

Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Er bean-

tragt, es sei in kostenfälliger Gutheissung der Beschwerde der RRB vom 15. August 2023 auf-

zuheben und es sei ihm sein Gesuch um Adoption von B.____ zu bewilligen.  

 

F. Der Regierungsrat schliesst in seiner Vernehmlassung vom 28. November 2023 auf die 

kostenfällige Abweisung der Beschwerde. 

 

G. Mit Verfügung vom 4. Dezember 2023 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung 

überwiesen. 

 

 

Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 

 

1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess-

ordnung (Verwaltungsprozessordnung, VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen 

und Entscheide des Regierungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kantonsge-

richt zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzlicher 

Ausschlusstatbestand vorliegt, ist die örtliche und sachliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts 

zur Beurteilung der vorliegenden Angelegenheit gegeben. Der Beschwerdeführer ist vom ange-

fochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, womit 

er gestützt auf § 47 Abs. 1 lit. a VPO zur Beschwerde legitimiert ist. Die weiteren Prozessvor- 

aussetzungen sind ebenfalls erfüllt, sodass auf die Beschwerde einzutreten ist. 

 

2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können nach § 45 Abs. 1 lit. a und b 

VPO Rechtsverletzungen einschliesslich der Überschreitung, Unterschreitung oder des Miss- 

brauchs des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts 

gerügt werden. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kantonsgericht dagegen – abge-

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sehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO 

e contrario). 

 

3.1 Der Regierungsrat verweigert dem Beschwerdeführer in Bestätigung der Verfügung der 

Zivilrechtsverwaltung die Adoption von B.____. Er begründet seinen Beschluss im Wesentli-

chen damit, dass bei der Erwachsenen-Stiefkindadoption die Voraussetzungen der Erwachse-

nenadoption und der Stiefkindadoption kumulativ erfüllt sein müssten. Die Voraussetzungen 

einer Erwachsenenadoption seien erfüllt, da der Beschwerdeführer mit B.____ während 14  

Jahren im gleichen Haushalt gelebt habe und sich auch nach der Trennung von der leiblichen 

Mutter um dessen Pflege und Erziehung gekümmert habe. Das Fortbestehen einer faktischen 

Lebensgemeinschaft und des gemeinsamen Haushalts des Paars seien indes nicht gegeben. 

Da die diesbezüglichen Gesetzesbestimmungen im Präsens formuliert seien, müssten diese 

Voraussetzungen auch im Zeitpunkt der Einreichung des Adoptionsbegehrens erfüllt sein, was 

infolge der Auflösung der Lebensgemeinschaft zwischen dem Beschwerdeführer und C.____ im 

Oktober 2016 nicht gegeben sei. Die Voraussetzungen der Stiefkindadoption seien in zwingen-

den Gesetzesbestimmungen geregelt, welche den Behörden keinen Ermessensspielraum be-

lassen würden. Aus dem Recht auf Familienleben lasse sich gemäss der Rechtsprechung kein 

Anspruch auf Adoption ableiten. Das durch dieses Konventionsrecht geschützte Familienleben 

habe infolge der Trennung des Beschwerdeführers von der leiblichen Mutter schon lange  

keinen Bestand mehr. Daran vermöchten vermögensrechtliche und erbrechtliche Interessen 

seinerseits nichts zu verändern.  

 

3.2 Der Beschwerdeführer begründet seine Beschwerde zusammengefasst damit, dass die 

Vorinstanz das Gesetz rein grammatikalisch und damit zu eng auslege. Vielmehr seien auch 

der Zweck der Bestimmungen, die Normensystematik und der historische Wille des Gesetzge-

bers zu berücksichtigen. Die Erwachsenenadoption verlange kein Fortbestehen eines gemein-

samen Haushalts, weshalb deren Voraussetzungen erfüllt seien. Mit der Revision der Geset-

zesbestimmung zur Stiefkindadoption sei eine Liberalisierung des Adoptionsrechts bezweckt 

worden. Deshalb müsse das Gesetz dahingehend ausgelegt werden, dass die faktische  

Lebensgemeinschaft und der gemeinsame Haushalt zwischen dem Gesuchsteller und der leib-

lichen Mutter zwar in der Vergangenheit bestanden haben müssten, aber nicht mehr zwingend 

bei Einreichung des Adoptionsgesuchs. Das Gesetzesrecht müsse zudem im Einklang mit dem 

Recht auf Familienleben ausgelegt werden, welches neben rechtlichen Familienbeziehungen 

auch De-facto-Familien schütze. Die zu enge grammatikalische Auslegung durch die Vorinstanz 

sei nicht menschenrechtskonform. Die sachlich ungerechtfertigte Ungleichbehandlung aufgrund 

der nicht mehr bestehenden Partnerschaft trotz Zusammenlebens von Stiefvater und Stiefsohn 

stelle eine Diskriminierung dar. Dies gelte auch indirekt aufgrund der erbrechtlichen und erb-

schaftssteuerrechtlichen Implikationen. Es liege eine planwidrige Unvollständigkeit des Geset-

zes vor, wobei der Gesetzgeber die vorliegende Konstellation der Erwachsenen-Stiefkind- 

adoption nicht habe ausschliessen wollen. Deswegen müsse eine richterliche Lückenfüllung 

vorgenommen werden. Hätte der Gesetzgeber die vorliegende Konstellation bedacht gehabt, so 

hätte er diese zugelassen. Deswegen müsse die richterliche Lückenfüllung zum Ergebnis  

haben, dass die anbegehrte Adoption zulässig sei. 

 

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3.3 Der Regierungsrat bringt dagegen in seiner Vernehmlassung zusammengefasst vor, 

dass der Wortlaut Ausgangspunkt der Auslegung einer jeden Gesetzesbestimmung sei. Der 

Wortlaut sei in diesem Fall klar, weswegen er keinen Interpretationsspielraum zulasse. Vom 

Wortlaut einer klaren Gesetzesbestimmung dürfe im Wege der Auslegung nur abgewichen  

werden, wenn objektive Gründe die Annahme rechtfertigen würden, dass dieser nicht den  

wahren Sinn der betreffenden Bestimmung wiedergebe. Es lägen indes keine solchen Gründe 

vor. Die systematische Auslegung zeige, dass mit der Stiefkindadoption die Adoption des  

Kindes des Partners gemeint sei. Das Gesetz sehe sowohl bei den Voraussetzungen der Stief-

kindadoption als auch den Wirkungen der Adoption abschliessend jene zulässigen Konstellatio-

nen einer Adoption vor, im Rahmen welcher das Kindesverhältnis zum leiblichen Elternteil nicht 

erlösche. Der Entstehungsgeschichte sei sodann nirgends zu entnehmen, dass das Erfordernis 

des Zusammenlebens zwischen der adoptierenden Person und dem leiblichen Elternteil des zu 

adoptierenden Kindes bei der Erwachsenen-Stiefkindadoption entfallen solle. Eine teleologische 

Auslegung entgegen dem klaren Wortlaut des Gesetzes sei nur zulässig, wenn der Zweck der 

Regelung eindeutig feststehe. Mit der Stiefkindadoption solle die gelebte Realität einer Patch-

work-Familie rechtlich abgesichert werden. Die Adoptionsrechtsrevision habe die Gleichstellung 

von eingetragenen Partnerschaften und faktischen Lebensgemeinschaften mit der Ehe be-

zweckt und nicht die Ermöglichung einer Stiefkindadoption nach Auflösung der Beziehung zwi-

schen den Lebenspartnern. Mit einer Adoption dürften auch keine sachfremden Zwecke, wie die 

Reduktion von Erbschaftssteuern, verfolgt werden. Deswegen dürfe nicht vom klaren Geset-

zeswortlaut abgewichen werden. Es liege keine echte Gesetzeslücke vor, womit das Adop- 

tionsgesuch zu Recht abgewiesen worden sei. 

 

4. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist somit, ob bei der Erwachsenen-

Stiefkindadoption die faktische Lebensgemeinschaft und der gemeinsame Haushalt des Paars 

im Zeitpunkt der Einreichung des Adoptionsgesuchs fortbestehen müssen. 

 

5.1 Die Adoption findet im Schweizerischen Zivilgesetzbuch (ZGB) vom 10. Dezember 

1907 als Variante der Entstehung des Kindesverhältnisses durch besonderen Rechtsakt ihre 

Regelung (HEINZ HAUSHEER/THOMAS GEISER/REGINA E. AEBI-MÜLLER, Das Familienrecht des 

Schweizerischen Zivilgesetzbuches, 7. Aufl., Bern 2022, Rz. 1241). Das Gesetz unterscheidet 

zwischen der Adoption Minderjähriger (Art. 264 ff. ZGB) und der Adoption einer volljährigen 

Person (Art. 266 ZGB). Die Erwachsenenadoption bildet im System des Adoptionsrechts den 

Ausnahmetatbestand (PETER BREITSCHMID, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar 

Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 2022, N 1 zu Art. 266 ZGB). Nach bundesgerichtlicher Recht-

sprechung werden der gesetzliche Ausnahme- und Regelfall der Adoption durch Verweise ver-

knüpft (Art. 266 Abs. 2 und Art. 268 Abs. 3 ZGB), deren Tragweite unklar und durch Gesetzes-

auslegung zu ermitteln ist (BGE 137 III 1 E. 2). Neben der Adoption einer minderjährigen Per-

son durch ein Ehepaar sind auch die Einzeladoption, die Adoption einer volljährigen Person und 

die Adoption eines Stiefkindes möglich (HAUSHEER/GEISER/AEBI-MÜLLER, a.a.O., Rz. 1242). 

 

5.2 Bezüglich der Wirkungen der Adoption geht das Gesetz gemäss Art. 267 Abs. 1 ZGB 

vom Prinzip der Volladoption aus (BREITSCHMID, a.a.O., N 2 zu Art. 267 ZGB). So erlischt ge-

mäss Art. 267 Abs. 2 ZGB mit der Adoption das bisherige Kindesverhältnis. Absatz 3 des 

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Art. 267 ZGB definiert abschliessend die folgenden Ausnahmen vom Prinzip der Volladoption: 

Das Kindesverhältnis erlischt nicht zum Elternteil, mit dem die adoptierende Person verheiratet 

ist (Ziff. 1), in eingetragener Partnerschaft lebt (Ziff. 2) oder eine faktische Lebensgemeinschaft 

führt (Ziff. 3; PETER TUOR/BERNHARD SCHNYDER/JÖRG SCHMID/ALEXANDRA JUNGO/BETTINA 

HÜRLIMANN-KAUPP, Das Schweizerische Zivilgesetzbuch, 15. Aufl., Zürich/Genf 2023, N 68 zu 

§ 40). 

 

5.3 Nach Art. 266 Abs. 1 ZGB darf eine volljährige Person adoptiert werden, wenn sie aus 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gründen dauernd hilfsbedürftig ist und die adoptions-

willigen Personen ihr während mindestens eines Jahres Pflege erwiesen haben (Ziff. 1), wenn 

die adoptionswilligen Personen ihr während ihrer Minderjährigkeit mindestens ein Jahr lang 

Pflege und Erziehung erwiesen haben (Ziff. 2) oder wenn andere wichtige Gründe vorliegen und 

sie während mindestens eines Jahres mit den adoptionswilligen Personen im gleichen Haushalt 

gelebt hat (Ziff. 3). Mit der Erwachsenenadoption gilt es indes keine sachfremden Zwecke wie 

die Umgehung von Pflichtteilsschranken oder die Reduktion von Erbschaftssteuern zu verfolgen 

(BREITSCHMID, a.a.O., N 2 zu Art. 266 ZGB). Im Übrigen sind die Bestimmungen über die Adop-

tion Minderjähriger sinngemäss anwendbar; ausgenommen davon ist die Bestimmung über die 

Zustimmung der Eltern (Art. 266 Abs. 2 ZGB).  

 

5.4 Alsdann regelt Art. 264c ZGB die Stiefkindadoption. Nach Abs. 1 dieser Bestimmung 

darf eine Person das Kind adoptieren, mit dessen Mutter oder Vater sie verheiratet ist (Ziff. 1), 

in eingetragener Partnerschaft lebt (Ziff. 2) oder eine faktische Lebensgemeinschaft führt 

(Ziff. 3). Das Paar muss seit mindestens drei Jahren einen gemeinsamen Haushalt führen 

(Art. 264c Abs. 2 ZGB). Personen in einer faktischen Lebensgemeinschaft, welche eine Stief-

kindadoption beabsichtigen, dürfen nach Art. 264c Abs. 3 ZGB weder mit einer anderen Person 

verheiratet noch durch eine eingetragene Partnerschaft gebunden sein (BREITSCHMID, a.a.O., 

N 7 zu Art. 264c ZGB). Zweck der Regelung ist es, in verschiedenen Paarkonstellationen die 

Adoption des Kindes der Partnerin oder des Partners zu ermöglichen, ohne dass das Kindes-

verhältnis zum leiblichen Elternteil aufgelöst wird, damit eine neue "vollständige" Familie entste-

hen kann (HAUSHEER/GEISER/AEBI-MÜLLER, a.a.O., Rz. 1278). 

 

6.1 Die Vorinstanz hat unbestrittenermassen richtig festgehalten, dass die Voraussetzun-

gen des Art. 266 Abs. 1 Ziff. 2 und 3 ZGB erfüllt sind. Gleichermassen hat die Vorinstanz rich-

tigerweise neben den Voraussetzungen der Erwachsenenadoption die im vorliegenden Fall an-

wendbaren Bestimmungen über die Adoption Minderjähriger herangezogen (Art. 266 Abs. 2 

ZGB). Zu prüfen bleibt lediglich, ob Art. 264c Abs. 1 Ziff. 3 und Abs. 2 ZGB Raum für die  

Erwachsenen-Stiefkindadoption von B.____ durch den Beschwerdeführer bieten, wenngleich 

sich der Beschwerdeführer und die leibliche Mutter von B.____ vor rund acht Jahren getrennt 

haben. 

 

6.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass eine Gesetzesauslegung unter Berücksich-

tigung der Systematik, der Teleologie und der Entstehungsgeschichte zum Ergebnis führe, dass 

die anbegehrte Adoption zulässig sei. Dieser Ansicht kann jedoch nicht gefolgt werden. Mit der 

am 1. Januar 2018 in Kraft getretenen Gesetzesrevision wurde eine Erweiterung der Ermes-

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sensspielräume der Behörden angestrebt (Botschaft vom 28. November 2014 zur Änderung 

des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Adoption], BBl 2015 878; HAUSHEER/GEISER/AEBI-

MÜLLER, a.a.O., Rz. 1244). Dies kann allerdings nicht dahingehend verstanden werden, dass 

die Adoption für eine Konstellation wie die vorliegende geöffnet werden sollte. Vielmehr war es 

Zweck der Revision, den Kreis an Partnerschaften, im Rahmen welcher die Stiefkindadoption 

möglich ist, zu erweitern (BBl 2015 925 f.). Während diese früher lediglich im Rahmen einer 

Ehe zulässig war (BBl 2015 878), ist sie seit dieser Gesetzesrevision auch für Personen in einer 

eingetragenen Partnerschaft oder einer faktischen Lebensgemeinschaft möglich (Art. 264c 

Abs. 1 Ziff. 2 und 3 ZGB). Es wird jedoch in allen Konstellationen eine Partnerschaft mit ge-

meinsamem Haushalt gefordert, ein welcher auf die Stabilität der Beziehung schliessen lässt 

(BBl 2015 926). Auch aus der Gesetzessystematik lässt sich nichts zu Gunsten des Beschwer-

deführers herleiten. Der Gesetzgeber hat in Art. 267 Abs. 3 ZGB abschliessend die Ausnahmen 

vom Grundsatz des Erlöschens des bisherigen Kindesverhältnisses festgehalten (E. 5.2 hier-

vor). Der Katalog der zulässigen Konstellationen der Stiefkindadoption gemäss Art. 264c Abs. 1 

ZGB ist mit Art. 267 Abs. 3 ZGB identisch, womit auch die Systematik des Adoptionsrechts die 

Adoption von B.____ durch den Beschwerdeführer nicht zulässt. Sodann hat die Vorinstanz 

richtigerweise festgehalten, dass im Rahmen der teleologischen Auslegung eine Abweichung 

vom Wortlaut nur zulässig ist, wenn der Zweck eindeutig feststeht (E. 3.3 hiervor; vgl. zur all-

gemeinen Problematik teleologischer Auslegung THOMAS MÜLLER-GRAF, "Sinn und Zweck" – 

Anmerkungen zur Problematik teleologisch gestützter Argumentation, BVR 2014, S. 386 ff.). Mit 

der vorliegenden strittigen Adoption wird gerade nicht die Entstehung einer vollständigen  

Familie bezweckt (E. 5.4 hiervor). Wenn der Beschwerdeführer eine erbschaftssteuerrechtliche 

Ungleichbehandlung anführt, verfolgt er zudem einen dem Adoptionsrecht fremden Zweck 

(E. 5.3 hiervor). Die Erwachsenen-Stiefkindadoption von B.____ durch den Beschwerdeführer 

entspricht damit gerade nicht dem Ergebnis der Gesetzesauslegung nach den anerkannten 

Methoden. 

 

6.3 Auch die vom Beschwerdeführer angerufenen Grundrechte vermögen nichts an  

diesem Ergebnis zu verändern. Das Recht auf Familienleben gemäss Art. 8 der Konvention 

zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. November 1950 vermit-

telt keinen Anspruch auf eine Adoption (Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschen-

rechte Emonet et autres c. Suisse vom 13. Dezember 2007, Requète 39051/03, Rz. 66; MARTIN 

NETTESHEIM, in: Meyer-Ladewig/Nettesheim/von Raumer [Hrsg.], EMRK – Europäische Men-

schenrechtskonvention, 5. Aufl., Baden-Baden 2023, N 62 zu Art. 8 EMRK). Hinzu kommt vor-

liegend, dass es sich infolge der Trennung des Beschwerdeführers und C.____ (Sachverhalt 

lit. A hiervor) gerade nicht mehr um ein Familienleben handelt, welches von der EMRK ge-

schützt wird (vgl. NETTESHEIM, a.a.O., N 54 zu Art. 8 EMRK). Schliesslich kann auch der Dis-

kriminierungsschutz nach Art. 14 EMRK und Art. 8 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweize-

rischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 nicht angerufen werden. Weder mit der 

Regelung des Art. 264c ZGB noch mit der vorinstanzlichen Rechtsanwendung wird an einem 

"sensiblen" Merkmal angeknüpft, welches in der Geschichte oder in jüngster Vergangenheit 

Anlass zu Stigmatisierung und Herabwürdigung gegeben hat (vgl. BERNHARD WALDMANN, in: 

Waldmann/Belser/Epiney [Hrsg.], Basler Kommentar Bundesverfassung, Basel 2015, N 65 zu 

Art. 8 BV). Da der Beschwerdeführer und C.____ seit mehreren Jahren getrennt sind, liegt dem 

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vorliegenden Fall vielmehr ein ungleicher Sachverhalt zugrunde, welcher nach Massgabe sei-

ner Ungleichheit eine abweichende Behandlung von den Fällen gemäss Art. 264c Abs. 1 Ziff. 1 

bis 3 ZGB rechtfertigt und gar gebietet (vgl. zur Formel der Rechtsgleichheit BGE 147 I 1 

E. 5.2). 

 

6.4 Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers lässt der Wortlaut des Art. 264c 

ZGB somit keinen Raum für die Annahme einer Gesetzeslücke nach Art. 1 Abs. 2 ZGB, welche 

eine vom Wortlaut abweichende richterliche Gesetzesauslegung erlauben würde. Die Vor- 

instanz hat richtigerweise darauf abgestellt, dass Art. 264c Abs. 1 Ziff. 3 und Art. 264c Abs. 2 

ZGB im Präsens formuliert sind. Das bedeutet, dass die faktische Lebensgemeinschaft und der 

gemeinsame Haushalt des Paars gegenwärtig, d.h. im Zeitpunkt der Einreichung des Adop- 

tionsgesuchs (Art. 268 Abs. 2 ZGB), Bestand haben müssen. Wenn diese Voraussetzungen, 

wie im vorliegenden Fall, lediglich in der Vergangenheit erfüllt waren, vermag dies für eine  

Erwachsenen-Stiefkindadoption nicht zu genügen (vgl. Arrêt de la Cour de Justice de Genève 

ACJC/1078/2022 du 25 juillet 2022 E. 2.2). Mangels gegenwärtiger Partnerschaft und gemein-

samen Haushalts des Beschwerdeführers und der leiblichen Mutter von B.____ sind die Vor- 

aussetzungen einer Erwachsenen-Stiefkindadoption nicht erfüllt. 

 

7. Zusammengefasst ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf 

die vorliegend geltend gemachte Erwachsenen-Stiefkindadoption hat, da deren zwingende ge-

setzliche Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen. 

 

8. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor 

Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die 

Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass 

auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'500.-- sind ausgangs-

gemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss 

in gleicher Höhe zu verrechnen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Partei-

kosten wettzuschlagen (§ 21 Abs. 1 VPO).  

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

   

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'500.-- werden dem Be-

schwerdeführer auferlegt und mit dem bereits geleisteten Kostenvor-

schuss in der Höhe von Fr. 1'500.-- verrechnet. 

   

 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. 

 

 

 

 

Vizepräsident 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiberin i.V. 
 
 
 
 
 
 

 

 

 

 

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