# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a2178e38-29ba-512e-b011-0ce781bb3802
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-12-18
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 18.12.2018 S 2017 144
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2017-144_2018-12-18.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 17 144

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis
Richter Meisser, Audétat

Aktuarin ad hoc Jauch

URTEIL

vom 18. Dezember 2018

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. HSG Andrea Cantieni,

Beschwerdeführer

gegen 

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA),

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Sabine Baumann Wey,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

- 2 -

1. A._____ war im Unfallzeitpunkt bei der B._____ AG, O.1._____ angestellt 

und obligatorisch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt 

(SUVA) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. 

Er arbeitete im Eisenbahntunnel C._____ bei O.2._____. Seine Aufgabe 

bestand darin, nach einer Sprengung mit dem Radlader das gelöste Ge-

stein nach draussen zu transportieren. Am 20. Juni 2014 wurde A._____ 

im Eisenbahntunnel C._____ beim Einsteigen in einen Radlader von einer 

Nachsprengung überrascht und durch die Wucht der Detonation in die Ka-

bine geworfen, woraufhin er kurz das Bewusstsein verlor. 

2. Die Erstbehandlung fand am 28. Juni 2014 beim Hausarzt von A._____, 

Dr. med. D._____, O.3._____, statt. Dieser diagnostizierte eine Hörstörung 

sowie Angstzustände nach Knalltrauma am 20. Juni 2014. Der Hals-, Na-

sen- und Ohrenarzt Dr. med. E._____ stellte am 1. Juli 2014 die Diagnose 

eines Knalltraumas beidseits und hielt eine leichte Innen-ohrschwerhörig-

keit beidseits fest. In der Unfallmeldung der Arbeitgeberin wurde die Ver-

letzung als Trauma durch Schockwelle und Kopfschmerzen durch Fall, 

leichte Schäden am Gehör beschrieben. Die SUVA anerkannte das Knall-

trauma als Berufsunfall und erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleis-

tungen.

3. In der Folge ging es A._____ psychisch immer schlechter, so dass ab dem 

17. September 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestand. Vom 22. 

September 2014 bis zum 11. Dezember 2014 befand er sich in stationärer 

Behandlung in der Klinik F._____, wo die behandelnden Ärzte eine post-

traumatische Belastungsstörung gemäss ICD-10: F43.1 diagnostizierten. 

Seither wird er von Dr. med. G._____ psychiatrisch behandelt.

4. Die Invalidenversicherung anerkennt eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 

dem 17. September 2014 und richtet seit Ablauf des Wartejahres, mithin 

seit dem 17. September 2015, eine ganze IV-Rente aus. 

- 3 -

5. Mit Verfügung vom 25. Februar 2016 stellte die SUVA ihre Versicherungs-

leistungen per 29. Februar 2016 ein mit der Begründung, die geklagten Be-

schwerden seien organisch nicht hinreichend nachweisbar und die 

Adäquanz sei nicht gegeben. Die von A._____ am 23. März bzw. 26. April 

2016 dagegen erhobene Einsprache wies die SUVA mit Einspracheent-

scheid vom 11. September 2017 ab.

6. Gegen den Einspracheentscheid vom 11. September 2017 erhob A._____ 

(nachfolgend: Beschwerdeführer) am 11. Oktober 2017 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und beantragte, der Einspra-

cheentscheid vom 11. September 2017 sei aufzuheben und die Sache sei 

an die SUVA zurückzuweisen, um seinen Anspruch auf eine Integritätsent-

schädigung und eine Invalidenrente zu berechnen. Zur Begründung führte 

der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, die SUVA begründe die Leis-

tungseinstellung mit der fehlenden Adäquanz gestützt auf BGE 115 V 133 

(Psychopraxis). Dies sei nicht korrekt. Vielmehr sei die Adäquanz unter 

dem Aspekt eines Schreckereignisses zu beurteilen. Die SUVA verneine 

jedoch ein Schreckereignis, ohne sich damit auseinanderzusetzen. Die 

Voraussetzungen für ein Schreckereignis seien im vorliegenden Fall aber 

gegeben. Gemäss psychiatrischem Gutachten der SUVA vom 26. Januar 

2016 sei der Beschwerdeführer im engen Eisenbahntunnel heftigen physi-

kalischen und psychischen Auswirkungen mit Todesangst ausgesetzt ge-

wesen. Aufgrund des Schalldruckspitzenpegels habe die SUVA das Knal-

lereignis auch als Unfall anerkannt und bis zum 29. Februar 2016 Leistun-

gen erbracht. Der natürliche Kausalzusammenhang werde vom psychiatri-

schen Gutachter der SUVA, Dr. med. H._____, im Gutachten vom 26. Ja-

nuar 2016 bejaht. Die Adäquanz sei sodann nach dem gewöhnlichen Lauf 

der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung zu beurteilen, da die 

somatischen Beschwerden lediglich eine untergeordnete Rolle spielten und 

folglich die (analoge) Anwendung der in BGE 115 V 133 entwickelten 

Adäquanzkriterien sowie derjenigen der sog. Schleudertraumapraxis unge-

eignet seien. Gemäss dem psychiatrischen Gutachter Dr. med. H._____ 

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würde das erlittene Ereignis nahezu bei jedem tiefgreifende Verzweiflung 

auslösen. Weiter sei aufgrund der psychiatrischen Beurteilung erstellt, dass 

die bei ihm stattgefundene Traumatisierung nicht innerhalb einiger Wochen 

oder Monate überwunden werden könne. Trotz adäquater Therapie sei 

nach Ansicht von Dr. med. H._____ eine erhebliche und anhaltende Ver-

besserung des psychischen Zustandes ausgeschlossen. Zusammenfas-

send hielt der Beschwerdeführer fest, dass die Adäquanz der psychischen 

Beeinträchtigungen nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gege-

ben sei und die SUVA für die versicherten Leistungen aufzukommen habe. 

7. Die SUVA (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte in ihrer Ver-

nehmlassung vom 4. Dezember 2017 die Abweisung der Beschwerde. Zur 

Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, dem Unfallereignis vom 20. 

Juni 2014 habe nicht bloss ein psychisches, sondern auch ein somatisches 

Geschehen zugrunde gelegen. Demnach sei die Adäquanzprüfung auch 

nicht nach dem Aspekt eines Schreckereignisses zu beurteilen, sondern 

nach BGE 115 V 139. Es liege ein höchstens mittelschwerer Unfall mit Ten-

denz zu den leichten Unfällen vor. Zudem sei keines der Adäquanzkriterien 

erfüllt, weshalb die Adäquanz zu verneinen sei. Zu den beschwerdeführe-

rischen Vorbringen hielt die Beschwerdegegnerin fest, der Gutachter Dr. 

med. H._____ habe entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers 

nicht dargelegt, dass der Beschwerdeführer "Auswirkungen mit Todes-

angst ausgesetzt" gewesen sei. Auch sei die Behauptung in der Be-

schwerde, wonach gemäss Ausführungen von Dr. med. H._____ ein Unfal-

lereignis, wie es der Beschwerdeführer erlebt habe, bei nahezu jedem zu 

einer tiefgründigen Verzweiflung und damit zu psychischen Beeinträchti-

gungen führe, nicht korrekt. Dr. med. H._____ habe einzig aus medizini-

scher Sicht u.a. die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang be-

antwortet und diese bejaht. Damit sei aber die Rechtsfrage der Adäquanz 

nicht beantwortet und separat zu beurteilen. Sodann könne aus den Aus-

führungen von Dr. med. H._____ in seiner Beurteilung vom 26. Januar 

2016, wonach der Tinnitus aufgrund der psychodynamischen Hintergründe 

- 5 -

sehr stark psychisch überlagert sei, nicht das Vorliegen eines ursprüngli-

chen Schreckereignisses abgeleitet werden. Seine Beurteilung beziehe 

sich nämlich auf die Situation gut eineinhalb Jahre nach dem Unfallereignis. 

Zusammenfassend sei die Adäquanz nicht gegeben, selbst dann nicht, 

wenn das Unfallereignis als Schreckereignis beurteilt werden würde. 

8. Mit Replik vom 7. Dezember 2017 reichte der Beschwerdeführer einen Be-

richt von Dr. med. D._____ vom 26. August 2014 ein und führte gestützt 

darauf aus, die Behandlung der Belastungsstörung sei von Dr. med. 

D._____ bereits am 28. Juni 2014 in die Wege geleitet worden. Trotz früh-

zeitiger adäquater Behandlung habe sich die psychiatrische Behandlung 

aber nicht aufhalten lassen. Seine Ehefrau habe sogar zu ihm ins Hotel 

ziehen müssen, damit er seine Schichten habe durcharbeiten können. 

Diesbezüglich reichte der Beschwerdeführer eine Quittung des Hotels vom 

4. September 2014 ins Recht.

9. Die Beschwerdegegnerin verzichtete in der Folge mit Eingabe vom 18. De-

zember 2017 auf das Einreichen einer Duplik. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und auf 

den angefochtenen Einspracheentscheid sowie auf die im Recht liegenden 

Beweismittel wird, soweit rechtserheblich, in den nachfolgenden Erwägun-

gen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 11. September 2017. Ein solcher Entscheid 

kann gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversiche-

rung (UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 des Bundesgeset-

zes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 

- 6 -

830.1) beim Versicherungsgericht desjenigen Kantons angefochten wer-

den, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung 

Wohnsitz hat. Der versicherte Beschwerdeführer wohnt in O.3._____, wes-

halb die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde gegeben ist. 

Dessen sachliche und funktionelle Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 

ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechts-

pflege (VRG; BR 370.100). Damit ist die Zuständigkeit des angerufenen 

Gerichts zu bejahen. Als formeller und materieller Adressat des angefoch-

tenen Entscheides ist der Beschwerdeführer vom angefochtenen Einspra-

cheentscheid berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen 

Überprüfung auf (Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 1 UVG i.V.m. Art. 60 

und Art. 61 lit. a ATSG). 

2. Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin die Ver-

sicherungsleistungen aus dem Unfall vom 20. Juni 2014 per 29. Fe-

bruar 2016 mangels adäquaten Kausalzusammenhangs zu Recht einge-

stellt hat und der Einspracheentscheid vom 11. September 2017 daher zu 

schützen ist.

3. Bezüglich des anwendbaren Rechts gilt zu beachten, dass am 1. Ja-

nuar 2017 die revidierten Bestimmungen des UVG und der Verordnung 

über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten sind. 

Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Sep-

tember 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 

In-krafttreten der Änderung vom 25. September 2015 ereignet haben, und 

für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach 

bisherigem Recht gewährt. Vorliegend ereignete sich der Unfall im 

Juni 2014, so dass diesbezüglich grundsätzlich die bis zum 31. Dezember 

2016 gültigen Bestimmungen Anwendung finden. Hinsichtlich der für das 

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vorliegende Verfahren anwendbaren Bestimmungen haben sich indessen 

mit Inkrafttreten der neuen Rechtssätze keine Änderungen ergeben.

4.1. Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat die zuständige Unfallversicherungsgesell-

schaft, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten Versicherungsleistungen zu ge-

währen. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsich-

tigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf 

den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder 

geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.

4.2. Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst 

voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Scha-

den (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang be-

steht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle 

Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 

eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 

eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist 

für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 

dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 

Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 

anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-

ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-

dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche 

Störung entfiele (BGE 129 V 177 E.3.1, BGE 119 V 335 E.1, BGE 118 V 

286 E.1b, je mit Hinweisen).

4.3. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 

worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 

der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-

recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-

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finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die 

Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E.3.1, BGE 

119 V 335 E.1, BGE 118 V 286 E.1b, je mit Hinweisen).

4.4. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass 

zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäqua-

ter Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Er-

eignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach 

dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfah-

rung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen her-

beizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein 

als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E.3.2 mit Hinweisen).

5.1. Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin das Knalltrauma vom 

20. Juni 2014 als Berufsunfall und erbrachte ihre gesetzlichen Versiche-

rungsleistungen (vgl. SUVA-act. 27). Diese stellte sie in der Folge mit Ver-

fügung vom 25. Februar 2016 per 29. Februar 2016 mit der Begründung 

ein, die heute noch geklagten Beschwerden seien organisch nicht hinrei-

chend nachweisbar und die Adäquanz zwischen dem Unfallereignis vom 

20. Juni 2014 und den geklagten psychischen Beschwerden sei zu vernei-

nen. Dabei prüfte sie die Adäquanz gemäss BGE 115 V 133 bzw. der Psy-

chopraxis (vgl. SUVA-act. 122). An dieser Argumentation hielt die Be-

schwerdegegnerin auch in ihrem Einspracheentscheid vom 11. September 

2017 fest (vgl. SUVA-act. 156). 

5.2. Der Beschwerdeführer wendet in seiner Beschwerde dagegen ein, dass die 

Adäquanz unter dem Aspekt eines Schreckereignisses zu beurteilen sei 

(vgl. Beschwerdeschrift S. 5). Nachfolgend ist damit zunächst zu prüfen, ob 

der Beschwerdeführer am 20. Juni 2014 im Tunnel C._____ einem ausser-

gewöhnlichen Schreckereignis im Sinne der Rechtsprechung ausgesetzt 

war.

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6.1. Rechtsprechung und Lehre haben schreckbedingte plötzliche Einflüsse auf 

die Psyche seit jeher als Einwirkung auf den menschlichen Körper (im 

Sinne des geltenden Unfallbegriffes) anerkannt und für ihre unfallversiche-

rungsrechtliche Behandlung besondere Regeln entwickelt. Danach setzt 

die Annahme eines Unfalles voraus, dass es sich um ein aussergewöhnli-

ches Schreckereignis, verbunden mit einem entsprechenden psychischen 

Schock, handelt; die seelische Einwirkung muss durch einen gewaltsamen, 

in der unmittelbaren Gegenwart der versicherten Person sich abspielenden 

Vorfall ausgelöst werden und in ihrer überraschenden Heftigkeit geeignet 

sein, auch bei einem gesunden Menschen durch Störung des seelischen 

Gleichgewichts typische Angst- und Schreckwirkungen hervorzurufen. In 

Frage kommen Ereignisse wie etwa Brand- oder Erdbebenkatastrophen, 

Seebeben, Eisenbahn- oder Flugzeugunglücke, schwere Autokollisionen, 

Brückeneinstürze, Bombenabwürfe sowie verbrecherische Überfälle oder 

sonstige plötzliche Todesgefahren, bei denen, anders als im Rahmen der 

üblichen Unfälle, die psychische Stresssituation im Vordergrund steht, wo-

gegen dem somatischen Geschehen keine (entscheidende) Bedeutung 

beigemessen werden kann (zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 

8C_167/2016 vom 23. Mai 2016 E.2.2; 8C_412/2015 vom 5. November 

2015 E.2.1; BGE 129 V 177 E.2.1).

In jüngerer Zeit wurde diese Rechtsprechung bestätigt und dahingehend 

präzisiert, dass auch bei Schreckereignissen nicht nur die Reaktion eines 

(psychisch) gesunden Menschen als Vergleichsgrösse dienen kann, son-

dern in diesem Zusammenhang ebenfalls auf eine "weite Bandbreite" von 

Versicherten abzustellen ist. Zugleich hat das Gericht dabei relativierend, 

unter Bezugnahme auf den massgeblichen Unfallbegriff, betont, dass sich 

das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit definitionsgemäss nicht auf die 

Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber bezieht, wes-

halb nicht von Belang sein könne, wenn der äussere Faktor allenfalls 

schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog (Urteil des Bundesge-

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richts 8C_653/2007 vom 28. März 2008 E.2.2 unter Hinweis auf BGE 129 

V 177 E.2.1).

6.2.1. Zu dem sich am 20. Juni 2014 ereigneten Vorfall geht aus den Akten im 

Wesentlichen hervor, dass der Beschwerdeführer am besagten Datum 

nachts um ca. 01.30 Uhr im Eisenbahntunnel C._____ arbeitete. Nach ei-

ner erfolgten Sprengung fuhr der Beschwerdeführer mit dem Pneulader in 

den Tunnel ein. Die Distanz zum Eingang belief sich gemäss den glaubhaf-

ten und unbestrittenen Ausführungen des Beschwerdeführers auf 270-280 

Meter. Er entfernte vom abgesprengten Material ein paar Schaufeln. Als er 

abermals gegen den Ausbruch fuhr, machte ihm der Vorarbeiter, der zuvor 

Sprengstoff neu verkabelt hatte, ohne den Beschwerdeführer entspre-

chend darüber zu informieren, Lichtzeichen. Der Beschwerdeführer fuhr 

deshalb rückwärts vom Ausbruch weg, wobei auf dem Weg nach draussen 

nach etwa 100 Meter ein kleiner Gabelstapler im Weg stand und den Be-

schwerdeführer behinderte. Der Beschwerdeführer stieg deshalb aus und 

parkierte diese Maschine um. In der Folge lief er wieder zu seinem Pneu-

lader zurück. In dem Moment, in welchem er wieder in den Pneulader ein-

steigen wollte, zündete der Vorarbeiter eine Nachsprengung (scheinbar 

kein Sichtkontakt). Die Distanz zur Sprengung betrug gemäss den glaub-

haften und unbestrittenen Angaben des Beschwerdeführers keine 80 Me-

ter. Durch die Druckwelle wurde der Beschwerdeführer in die Kabine des 

Pneuladers geworfen, wobei er mit der rechten Kopfseite an die Scheibe 

der gegenüberliegenden Türe prallte und anschliessend zwischen Steuer 

und Sitz auf den Boden des Pneuladers fiel. Dabei verlor der Beschwerde-

führer kurz das Bewusstsein, wobei er die Dauer des Bewusstseinsverlusts 

nicht sagen konnte. Als er wieder bei Sinnen war, spürte der Beschwerde-

führer schmerzliche Prellungen rund um die Schulter sowie einen ge-

stauchten Nacken. Ebenso hatte er einen Splitter an einem Zahn unten 

rechts ab sowie Mühe mit dem Gehör und Kopfbeschwerden. Durch den 

Kopfaufprall war die gegenüberliegende Türe des Pneuladers aufgeflogen 

und der Helm draussen auf dem Grund gelegen. Irritiert fand der Beschwer-

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deführer alsdann seine Ohrenstöpsel auf dem Kabinenboden (vgl. zum 

Ganzen SUVA-act. 1, 4, 40 S. 3; 45 S. 1, 57 S. 1 f.; 108 S. 1 und 119 S. 

24).

6.2.2. Zu den Folgen des Ereignisses vom 20. Juni 2014 ergibt sich aus den me-

dizinischen Akten alsdann Folgendes: Die Erstbehandlung erfolgte am 28. 

Juni 2014 beim Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med. D._____, Fach-

arzt FMH Allgemeinmedizin in O.3._____ (SUVA-act. 16). Aus dem Arzt-

zeugnis vom 20. September 2014 geht hervor, dass der Beschwerdeführer 

über Ohrgeräusche, Angstzustände und Unwohlsein klagte (vgl. SUVA-act. 

16). Dr. med. D._____ diagnostizierte eine Hörstörung sowie Angstzu-

stände nach Knalltrauma am 20. Juni 2014 (vgl. SUVA-act. 16) und über-

wies den Beschwerdeführer an Dr. med. E._____, Spezialarzt FMH für Oh-

ren-, Nasen-, Hals-Krankheiten, Hals- und Gesichtschirurgie, zur Beurtei-

lung des Gehörs. Dieser diagnostizierte im Bericht vom 1. Juli 2014 ein 

Knalltrauma beidseits und stellte eine leichte Innenohrschwerhörigkeit 

beidseits fest (SUVA-act. 15 S. 1). Ebenfalls überwies Dr. med. D._____ 

den Beschwerdeführer aufgrund von Kopfschmerzen, Angst und diffusem 

Unwohlsein am 26. August 2014 an den Ambulanten Psychiatrischen 

Dienst der Psychiatrischen Dienste (PDGR) in O.4._____. Dies ergibt sich 

aus dem vom Beschwerdeführer im vorliegenden Beschwerdeverfahren 

eingereichten Schreiben von Dr. med. D._____ vom 26. August 2014 (Bei-

lage Beschwerdeführer [Bf-act.] 15). Nach erfolgter ambulanter Erstkonsul-

tation am 11. September 2014 hielten die zuständigen Ärzte der PDGR als 

vorläufige Beurteilung eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver 

Reaktion gemischt (ICD-10: F43.2) sowie differentialdiagnostisch eine 

posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) fest (SUVA-act. 40 S. 

3 f.). Kurz nach dem ambulanten Erstgespräch am 11. September 2014 

verschlechterte sich der Zustand des Beschwerdeführers drastisch, wobei 

dieser Suizidgedanken entwickelte. Von den Ärzten der PDGR wurde des-

halb ein stationärer Eintritt empfohlen (SUVA-act. 40 S. 1), worauf der Be-

schwerdeführer am 22. September 2014 in die Klinik F._____ eintrat und 

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dort bis zum 11. Dezember 2014 stationär behandelt wurde. Die ihn dort 

behandelnden Ärzte diagnostizierten im Bericht vom 19. Januar 2015 eine 

posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) (SUVA-act. 45 S. 4). 

Ab dem 17. September 2014 war der Beschwerdeführer zu 100% krankge-

schrieben (vgl. SUVA-act. 19, 36, 39). Seit dem 12. Dezember 2014 befin-

det er sich in psychiatrischer Behandlung bei Dr. med. G._____, FMH 

Psychiatrie und Psychotherapie. Diese diagnostizierte in den Zwischenbe-

richten vom 3. Juni 2015 (SUVA-act. 71), 22. Juli 2015 (SUVA-act. 83) und 

2. Dezember 2015 (SUVA-act. 108) jeweils als Status nach posttraumati-

scher Belastungsstörung eine Anpassungsstörung mit vorwiegender Be-

einträchtigung von anderen Gefühlen (ICD-10: F43.23) sowie ein dekom-

pensiertes Tinnitus-Leiden (ICD-10: H93.1). Anlässlich der ORL-Untersu-

chung vom 23. September 2015 diagnostizierte Dr. med. E._____ einen 

Zustand nach Knalltrauma beidseits sowie einen dekompensierten Tinni-

tus, wobei er die Gehörverschlechterung gegenüber der Untersuchung im 

Jahr 2014 als altersbedingt einstufte. Zudem hielt Dr. med. E._____ in sei-

ner Beurteilung fest, dass eine erneute akute Dekompensation des psychi-

schen Gleichgewichts des Beschwerdeführers aufgetreten sei (SUVA-act. 

92). Am 21. Januar 2016 wurde der Beschwerdeführer sodann durch den 

Kreisarzt, Dr. med. H._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 

Konsiliarpsychiater, psychiatrisch begutachtet. Dieser diagnostizierte in 

seinem Gutachten vom 26. Januar 2016 eine posttraumatische Belas-

tungsstörung (ICD-10: F43.1) nach Arbeitsunfall vom 20. Juni 2014 mit in-

tensiven Ängsten, somatoformen und kognitiven Beeinträchtigungen unter 

Belastung, eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) bei bis 

anhin weitgehend therapieresistentem Verlauf sowie ein Knalltrauma beid-

seits am 20. Juni 2014 bei dekompensiertem Tinnitus (SUVA-act. 119 S. 

27).

6.3.1. Im Rahmen der rechtlichen Einordnung gilt es, den Vorfall in seiner Ge-

samtheit zu würdigen. Aufgrund der vorstehenden Ausführungen ergibt 

sich, dass der Beschwerdeführer von der Nachsprengung gänzlich über-

- 13 -

rascht wurde und diese in keiner Weise erwartete. So wollte er gerade in 

seinen Pneulader einsteigen und rechnete nicht damit, dass eine erneute 

Sprengung ausgelöst wurde. Insbesondere bestand im Zeitpunkt der Nach-

sprengung offenbar kein Sichtkontakt mit dem Vorarbeiter, welcher die 

Sprengung zündete. Zudem gehörte das Gewärtigen dieser Sprengung 

nicht zur gewohnten Arbeitsausübung. Dass die Sprengung gänzlich uner-

wartet eintrat, zeigt sich u.a. auch darin, dass der Beschwerdeführer zu 

diesem Zeitpunkt lediglich die Ohrstöpsel und nicht den Bügel-Gehörschutz 

trug. Die Sprengung spielte sich sodann in unmittelbarer Nähe des Be-

schwerdeführers ab, wurde er denn auch Opfer derselben. Der Umstand, 

dass er sich im Zeitpunkt der Sprengung weniger als 80 Meter entfernt be-

fand und es ihn regelrecht in die Kabine schleuderte, spricht für die überra-

schende Heftigkeit des Ereignisses. Auch der Umstand, dass der Be-

schwerdeführer durch den Aufprall am Kopf bewusstlos wurde, zeigt, dass 

die durch die Sprengung entstandene Druckwelle entsprechend stark und 

gewaltsam war. Sodann ist davon auszugehen, dass der Beschwerdefüh-

rer durch den Knall und die Wucht, mit der es ihn durch die Kabine des 

Pneuladers schleuderte, aussergewöhnlich erschreckt wurde. Der Knall 

musste für den Beschwerdeführer ohne den Bügel-Gehörschutz extrem 

laut gewesen sein. So ergab die technisch-akustische Analyse des Knal-

lereignisses einen Schalldruckspitzenpegel LPeak von 150 bis 165 dB(C) 

und einen Schallexpositionspegel LE von 125 bis 140 dB(A) (SUVA-act. 

23). Gemäss Merkblatt der SUVA "Akustische Grenz- und Richtwerte" (vgl. 

https://www.suva.ch/de-ch/praevention/sach

themen/laerm-vibrationen; zuletzt besucht am 4. Dezember 2018) ist das 

Tragen eines Gehörschutzes bei einem impulsartigen Schall bereits bei ei-

ner Überschreitung des Schalldruckspitzenpegels LPeak von 135 dB(C) und 

einem Schallexpositionspegel LE zwischen 120 bis 125 dB(A) obligatorisch. 

Diese Werte wurden vorliegend gemäss der Analyse deutlich überschritten. 

Hinzu kommt, dass die Nachsprengung im Tunnel ca. 270-280 Meter vom 

Tunnelausgang entfernt erfolgte und sich der Beschwerdeführer damit im 

Zeitpunkt der Sprengung ca. 200 Meter weit weg vom Tunnelausgang be-

https://www.suva.ch/de-ch/praevention/sach

- 14 -

fand. Dass der Beschwerdeführer bei diesen Gesamtumständen im ersten 

Moment, als er wieder zu sich kam, den Gedanken hatte, dass er sterben 

würde (SUVA-act. 40, 119 S. 20; Bf-act. 14 S. 20), ist durchaus glaubwürdig 

und nachvollziehbar. Verschlimmert wurde die gesamte Situation sodann 

durch das Verhalten des Vorgesetzten, welcher den Beschwerdeführer un-

mittelbar nach dem Vorfall beschimpfte. Zudem musste der Beschwerde-

führer aus Angst vor dem drohenden Verlust des Arbeitsplatzes trotz 

Schmerzen, Schwindels und Konzentrationsstörungen weiterarbeiten und 

konnte das Vorgefallene nicht verarbeiten. Zur Weiterarbeit war er offenbar 

nur fähig, weil seine Frau im Hotel in der Nähe des Arbeitsplatzes bei ihm 

wohnte (SUVA-act. 119 S. 20 f.; Bf-act. 16). Im Übrigen kann der vom Be-

schwerdeführer erlebte Vorfall mit einem Bombenabwurf verglichen wer-

den, welcher in der Regel als Schreckereignis qualifiziert wird. Bei einem 

solchen kommt es ebenfalls unerwartet zu einer Explosion mit einer Deto-

nationswelle, verbunden mit einer Gefahr für Leib und Leben. 

6.3.2. Insofern die Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung vorbringt, es 

liege kein Schreckereignis vor, weil vorliegend die erste Behandlung beim 

Hausarzt mit Überweisung zum ORL-Spezialisten aufgrund somatischer 

Beschwerden erfolgt sei, kann ihr nicht gefolgt werden. Bei einem Schre-

ckereignis steht die psychische Stresssituation im Vordergrund, wogegen 

dem somatischen Geschehen keine (entscheidende) Bedeutung zukommt 

(vgl. E.6.1 vorstehend). Vorliegend klagte der Beschwerdeführer nach dem 

Vorfall vom 20. Juni 2014 über Gehörbeschwerden, Angstzustände und 

Unwohlsein, mithin über somatische und psychische Beschwerden. Dies 

ergibt sich aus dem Arztzeugnis von Dr. med. D._____ vom 20. September 

2014 (vgl. SUVA-act. 16). Es erfolgte deshalb sowohl eine Überweisung an 

den Ohrenspezialisten Dr. med. E._____ (vgl. SUVA-act. 15) als auch an 

die PDGR (Bf-act. 15). Schliesslich führten aber nicht die somatischen, 

sondern die psychischen Beschwerden zu einer Arbeitsunfähigkeit. So 

stammen die Arztzeugnisse betreffend eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab 

dem 17. September 2014 von Dr. med. D._____ und den PDGR und nicht 

- 15 -

von Dr. med. E._____ (vgl. SUVA-act. 19, 36 und 39). Bereits am 11. Sep-

tember 2014 anlässlich der ambulanten Erstkonsultation bei den PDGR 

wurde eine Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2) und differentialdiagnos-

tisch eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) festgehal-

ten (SUVA-act. 40), welche sich im Verlauf der stationären Behandlung in 

der Klinik F._____ bestätigte (SUVA-act. 45). Aus dem Bericht vom 30. De-

zember 2014 betreffend die ambulante Erstkonsultation der PDGR vom 11. 

September 2014 geht hervor, dass der Beschwerdeführer nach einem Ar-

beitsunfall psychisch dekompensiert sei (SUVA-act. 40 S. 1). Der Be-

schwerdeführer berichtete anlässlich der Erstbehandlung am 11. Septem-

ber 2014 nebst einem Hörverlust von 18% bis 19% von Schmerzen im Na-

cken- und Rückenbereich und auf der linken Seite des Beines, Ein- und 

Durchschlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Reizüberflutung 

und geringer Belastbarkeit (SUVA-act. 40 S. 3). Kurz darauf entwickelte der 

Beschwerdeführer zudem Suizidgedanken (vgl. SUVA-act. 40 S. 1). Die 

darauffolgende stationäre Behandlung in der Klinik F._____ vom 22. Sep-

tember 2014 bis zum 11. Dezember 2014 erfolgte aufgrund des schlechten 

psychischen Zustands des Beschwerdeführers und damit wiederum wegen 

den psychischen Beschwerden. Dem Bericht der PDGR vom 19. Januar 

2015 über jene Hospitalisation ist unter dem Titel "Aktuelles Leiden bei Ein-

tritt" zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer bis zum 16. September 

2014 weitergearbeitet und dann einen Zusammenbruch erlitten habe. Er 

habe den Weg nicht mehr gesehen. Die Gedanken und das Leiden sei so 

gross gewesen, dass er am liebsten habe sterben wollen. Seither fühle sich 

der Beschwerdeführer von den Bildern verfolgt, höre immer wieder den 

Knall und das Piepen des rückwärtsfahrenden Autos. Der Beschwerdefüh-

rer schlafe nur zwei bis drei Stunden, schreie manchmal im Traum, habe 

Panik und schwitze stark (SUVA-act. 45 S. 1 f.). Bei den Ausführungen zum 

Verlauf der stationären Behandlung wird festgehalten, dass der Beschwer-

deführer weiterhin Schlafstörungen gezeigt, den ganzen Tag geschwitzt, 

sich wie unter Strom gefühlt habe, ängstlich gewesen sei und von Alpträu-

men überflutet worden sei. Der Beschwerdeführer meine, durch die Explo-

- 16 -

sion sei die Erde weicher und es könne leichter wieder zu einem Unfall 

kommen. Er habe grosse Angst vor dem Tunnel und der Dunkelheit (SUVA-

act. 45 S. 3). Dies zeigt deutlich, dass das am 20. Juni 2014 Erlebte den 

Beschwerdeführer extrem belastete und die psychische Stresssituation im 

Vordergrund stand. Auch nach der stationären Behandlung benötigte der 

Beschwerdeführer weiterhin psychiatrische Betreuung (vgl. E.6.2.2 vorste-

hend). Demgegenüber war der Beschwerdeführer nur gerade zweimal, na-

mentlich am 30. Juni 2014 (SUVA-act. 15) sowie am 23. September 2015 

(SUVA-act. 92), für die Gehörbeschwerden bei Dr. med. E._____ in Be-

handlung. Zudem hielt die Arbeitsärztin der SUVA, Dr. med. I._____, 

Fachärztin für Oto-Rhino-Laryngologie FMH, in ihrer ärztlichen Beurteilung 

vom 20. Oktober 2014 fest, die angegebenen Beschwerden seien unfall-

kausal plausibel, wenn auch unter Umständen nicht mehr im ORL-Fachge-

biet, so vielmehr zwischenzeitlich im psychiatrischen Bereich. Sie gehe da-

von aus, dass möglichweise eine posttraumatische Belastungsstörung 

bzw. eine Angsterkrankung ausgelöst worden sei (SUVA-act. 23). Aus all 

dem erhellt, dass die psychiatrischen Beschwerden beim Beschwerdefüh-

rer im Vordergrund standen bzw. immer noch stehen und den somatischen 

Beschwerden (Gehörbeschwerden) keine entscheidende Bedeutung bei-

gemessen werden könne. 

6.4. In Würdigung des Geschehnisses vom 20. Juni 2014 in seiner Gesamtheit 

ergibt sich, dass sich die Sprengung für den Beschwerdeführer gänzlich 

unerwartet ereignete und deren Einwirkungen auf den Beschwerdeführer 

aufgrund des verursachten Knalls und der Druckwelle in unmittelbarer 

Nähe äusserst gewaltsam und überraschend heftig waren, so dass das Ge-

schehnis geeignet war, durch Störung des seelischen Gleichgewichts typi-

sche Angst- und Schreckwirkungen hervorzurufen. Damit erfüllt der Vorfall 

vom 20. Juni 2014 sämtliche von der Rechtsprechung geforderten Kriterien 

eines Schreckereignisses, weshalb das Ereignis vom 20. Juni 2014 entge-

gen der Auffassung der Beschwerdegegnerin als aussergewöhnliches 

Schreckereignis zu qualifizieren ist.

- 17 -

7. Nachdem der Vorfall vom 20. Juni 2014 ein Schreckereignis darstellt, ist 

nachfolgend zu prüfen, ob ein natürlicher und adäquater Kausalzusam-

menhang zwischen dem Schreckereignis vom 20. Juni 2014 und den ge-

klagten psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers besteht. 

8.1. Was den natürlichen Kausalzusammenhang anbelangt, ergibt sich dieser 

aus dem psychiatrischen Gutachten vom 26. Januar 2016, in welchem Dr. 

med. H._____ festhielt, dass die vorliegenden Beschwerden und Beein-

trächtigungen überwiegend wahrscheinlich in einem teilkausalen Verhältnis 

zum Unfall vom 20. Juni 2014 stünden (vgl. SUVA-act. 119 S. 27). Dies hält 

denn auch die Beschwerdegegnerin zutreffend in ihrer Vernehmlassung 

fest. Bereits vor Dr. med. H._____ hatte auch der Kreisarzt Dr. med. 

K._____ in seinen Beurteilungen vom 26. Januar 2015, vom 20. Februar 

2015 und vom 28. September 2015 wiederholt einen Kausalzusammen-

hang zwischen dem Unfallereignis vom 20. Juni 2014 und den geklagten 

psychischen Beschwerden bejaht. 

8.2.1. Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zwischen einem Schreckereig-

nis ohne körperliche Schädigung und den nachfolgend aufgetretenen psy-

chischen Störungen beurteilt sich nach der allgemeinen Formel (gewöhnli-

cher Lauf der Dinge und allgemeine Lebenserfahrung; BGE 129 V 177 

E.4.2). Diese Rechtsprechung trägt der Tatsache Rechnung, dass bei 

Schreckereignissen – anders als im Rahmen üblicher Unfälle – die psychi-

sche Stresssituation im Vordergrund steht, wogegen dem somatischen Ge-

schehen keine (entscheidende) Bedeutung beigemessen werden kann. 

Aus diesem Grund ist die (analoge) Anwendung der in BGE 115 V 133 ent-

wickelten Adäquanzkriterien der sogenannten Psychopraxis ebenso unge-

eignet wie diejenige der so genannten Schleudertraumapraxis. Nicht an-

ders verhält es sich, wenn die versicherte Person – wie vorliegend – zwar 

körperlich verletzt wird, die somatischen Beeinträchtigungen indessen le-

diglich von untergeordneter Bedeutung sind und im Vergleich zum erlitte-

- 18 -

nen psychischen Stress in den Hintergrund treten. Denn auch in solchen 

Fällen kommt dem somatischen Geschehen keine wesentliche Bedeutung 

zu. Mithin hat die Beurteilung der Adäquanz zwischen Schreckereignissen, 

bei welchen die versicherte Person zwar (auch) körperliche Beeinträchti-

gungen davonträgt, letztere aber nicht entscheidend ins Gewicht fallen, und 

psychischen Schäden nach der allgemeinen Adäquanzformel zu erfolgen 

(Urteile des Bundesgerichts 8C_298/2016 vom 30. November 2016 E.4.3, 

8C_653/2007 vom 28. März 2008 E.2.4, je mit weiteren Hinweisen). 

8.2.2. An den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen psychischen Be-

schwerden und sogenannten Schreckereignissen werden hohe Anforde-

rungen gestellt. Diese sind insbesondere an den Beweis der Tatsachen, 

die das Schreckereignis ausgelöst haben, und an die Aussergewöhnlich-

keit des fraglichen Ereignisses sowie den entsprechenden psychischen 

Schock zu stellen. Nach der Rechtsprechung besteht die übliche und eini-

germassen typische Reaktion auf solche Ereignisse erfahrungsgemäss 

darin, dass zwar eine Traumatisierung stattfindet, diese aber vom Opfer in 

aller Regel innerhalb einiger Wochen oder Monate überwunden wird (Ur-

teile des Bundesgerichts 8C_847/2017 vom 27. September 2018 E.2.3, 

8C_298/2016 vom 30. November 2016 E.4.5 mit weiteren Hinweisen).

8.2.3. Ob in Bezug auf die vom Beschwerdeführer weiterhin geklagten psychi-

schen Beschwerden und dem Unfall vom 20. Juni 2014 die für die Leis-

tungspflicht des Unfallversicherers erforderliche Adäquanz zu bejahen ist, 

beurteilt sich somit nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allge-

meinen Lebenserfahrung. Dabei ist gemäss Rechtsprechung nicht allein 

auf psychisch gesunde Versicherte, sondern auf eine weite Bandbreite von 

versicherten Personen abzustellen. In diesem Rahmen bilden auch solche 

Versicherte Bezugspersonen für die Adäquanzbeurteilung, welche im Hin-

blick auf die erlebnismässige Verarbeitung eines Unfalles zu einer Gruppe 

mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versicherungsmässiger Sicht auf 

einen Unfall nicht "optimal" reagieren. Daraus ergibt sich, dass für die Be-

- 19 -

urteilung der Frage, ob ein konkretes Unfallereignis als alleinige Ursache 

oder als Teilursache nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der all-

gemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, zu einer bestimmten psychischen 

Schädigung zu führen, kein allzu strenger, sondern im dargelegten Sinne 

ein realitätsgerechter Massstab angelegt werden muss (Urteil des Bundes-

gericht 8C_412/2015 vom 5. November 2015 E.2.2 mit Hinweisen).

8.2.4. Zunächst ist festzuhalten, dass die Beurteilung des adäquaten Kausalzu-

sammenhangs nicht medizinischer, sondern rechtlicher Natur ist (WEISS, 

Die Qualifikation eines Schreckereignisses als Unfall, in: SZS 2007, S. 55 

mit Hinweis auf EVG U 15/00 vom 19. März 2003 E.4.3). Soweit der Be-

schwerdeführer demzufolge zur Beurteilung der Adäquanz auf das Gutach-

ten vom 26. Januar 2016 bzw. auf die Ausführungen vom Kreisarzt Dr. 

med. H._____ abstellt, zielt dies ins Leere. Denn die Adäquanz ist nicht von 

medizinischen Sachverständigen, sondern vom Gericht zu beurteilen.

8.2.5. Angesichts der Ausführungen unter E.6.2.1 und 6.3.1 vorstehend ergibt 

sich, dass der Beschwerdeführer nachts um ca. 01.30 Uhr im Eisenbahn-

tunnel C._____ gearbeitet hat. Als er von der Nachsprengung überrascht 

wurde, hielt er sich weniger als 80 Meter von der Sprengung und etwa 200 

Meter vom Tunnelausgang entfernt auf. Die Nachsprengung traf den Be-

schwerdeführer völlig unerwartet, war doch erst kurz zuvor eine Sprengung 

erfolgt, von welcher er noch das abgesprengte Material abtransportierte. 

Als er nach der Sprengung zwischen Steuer und Sitz am Boden des Pneu-

laders wieder zu sich kam, war er irritiert, sah seinen Helm und die Ohren-

stöpsel auf dem Boden liegen und wusste nicht, was passiert war. Er spürte 

Schmerzen an der Schulter, am Nacken, am Kopf und hatte Mühe mit dem 

Gehör. In diesem Moment dachte er, sterben zu müssen. Bei dieser Situa-

tion ist zu bedenken, dass der Knall für den Beschwerdeführer ohne den 

Bügel-Gehörschutz extrem laut gewesen sein musste, die Sprengung für 

ihn sehr plötzlich kam, die Einwirkungen der Druckwelle sehr gewaltsam 

waren, der Beschwerdeführer im ersten Moment nicht wusste, was den 

- 20 -

Knall ausgelöst hatte, und er nicht wusste, was die Folgen davon sein wür-

den. Hinzu kommt die Tatsache, dass der Knall in einem Tunnel erfolgte, 

welcher durchaus auch einstürzen oder bei welchem der Ausgang durch 

gesprengtes Material versperrt sein konnte. Belastend war auch, dass der 

Beschwerdeführer, kurz nachdem er wieder zu sich gekommen war, 

zunächst vom Vorgesetzen beschimpft wurde und in diesem Schockzu-

stand weiterarbeiten musste. Unter diesen gegebenen Umständen (Knall, 

Tunnel, Dunkelheit, etwa 200 Meter vom Ausgang entfernt, Bewusstlosig-

keit, Weiterarbeit) ist ein derartiges Ereignis nach dem gewöhnlichen Lauf 

der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet, bei einem Men-

schen eine psychische Stresssituation verbunden mit einer Bedrohung für 

Leib und Leben auszulösen und damit Angst- und Schreckwirkungen her-

vorzurufen und dauernde psychische Beschwerden herbeizuführen. 

8.3.1. Selbst wenn vorliegend davon ausgegangen werden sollte, dass weder die 

vorhandenen psychischen noch die vorhandenen physischen Beschwer-

den nach dem Unfallereignis vom 20. Juni 2014 klar im Vordergrund stan-

den und somit ein sog. gemischter Vorfall vorliegen sollte, führt dies zu kei-

nem anderen Ergebnis. In einem solchen Fall wäre die Adäquanzbeurtei-

lung nebst der im Falle von Schreckereignissen zur Anwendung gelangen-

den allgemeinen Formel auch noch nach der Praxis zu den psychischen 

Unfallfolgen – mithin unter Ausklammerung psychischer Beschwerdekom-

ponenten – vorzunehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_168/2011 

vom 11. Juli 2011 E.3.2 und E.4.3).

8.3.2. Nach der Rechtsprechung betreffend psychische Unfallfolgen (sog. Psy-

cho-Praxis gemäss BGE 115 V 133) ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, 

wobei − ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf und nicht vom 

subjektiven Empfinden einer betroffenen Person − eine Katalogisierung der 

Unfälle in leichte (banale), im mittleren Bereich liegende und schwere Un-

fälle vorzunehmen ist. Bei leichten Unfällen kann der adäquate Kausalzu-

sammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in 

- 21 -

der Regel ohne weiteres verneint, bei schweren Unfällen bejaht werden. 

Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage nicht auf Grund 

des Unfalls allein beantworten. Weitere, objektiv erfassbare Umstände, 

welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als di-

rekte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, sind in eine Ge-

samtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen 

(BGE 129 V 177 E.4.1; RUMO-JUNGO/HOLZER, Bundesgesetz über die Un-

fallversicherung [UVG], 4. Aufl., Zürich 2012, Art. 6 S. 69 ff. mit Hinweisen):

•   Besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Ein-
drücklichkeit des Unfalls;

•   die Schwere oder besondere Art der erlittenen (somatischen) 
Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, 
psychische Fehlentwicklungen auszulösen;

•   ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
•   (körperliche) Dauerschmerzen;
•   ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich ver-

schlimmert;
•   schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
•   Grad und Dauer der (physisch) bedingten Arbeitsunfähigkeit. 

Die Einordnung des Unfalls in die verschiedenen Kategorien hat allein nach 

dem augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden 

Kräften zu erfolgen, nicht aber nach den Unfallfolgen oder Begleitumstän-

den, die nicht Teil des Geschehensablaufs sind (vgl. etwa die Urteile des 

Bundesgerichts 8C_498/2011 vom 3. Mai 2012 E.6.2.1 und 8C_488/2009 

vom 30. Oktober 2009 E.5.1 je mit Hinweisen).

8.3.3. Unter Berücksichtigung der Akten ist das in vorliegendem Verfahren zur 

Diskussion stehende Unfallereignis nach dem augenfälligen Geschehens-

ablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften (Sprengung, Knall und 

Druckwelle) – entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin – den mittel-

schweren Unfällen im engeren Sinne zuzuordnen, das heisst weder an der 

Grenze zu den leichten, noch zu den schweren Unfällen. Anhaltspunkte, 

welche eine andere Betrachtungsweise rechtfertigen könnten, liegen keine 

vor. Unter diesen Umständen müssen für die Bejahung des adäquaten 

- 22 -

Kausalzusammenhangs zwischen den geklagten psychischen Beschwer-

den und dem Unfallereignis vom 20. Juni 2014 mindestens drei der hiervor 

erwähnten Kriterien in nicht ausgeprägter Weise erfüllt sein, sofern nicht 

(mindestens) eines der relevanten Adäquanzkriterien in besonders ausge-

prägter beziehungsweise auffallender Weise gegeben ist (vgl. das Urteil 

des Bundesgerichtes 8C_769/2011 vom 31. Januar 2012 E.6.1 mit Hinwei-

sen). Dabei sind die genannten Kriterien unter Ausschluss psychischer As-

pekte zu prüfen (Urteil des Bundesgerichtes 8C_441/2010 vom 23. August 

2010 E.3; BGE 115 V 133 E.6c/aa). 

8.3.4. Aufgrund der unter E.8.2.5 geschilderten Umstände ist vorliegend - entge-

gen der Auffassung der Beschwerdegegnerin – durchaus von besonders 

dramatischen Begleitumständen des Unfallereignisses auszugehen. Da 

überdies mit dem eigentlichen Unfallgeschehen (Sprengung, Knall, Druck-

welle), dem Unfallort (dunkler Tunnel), der Bewusstlosigkeit, der Distanz 

zum Tunnelausgang sowie der Weiterarbeit gleich zahlreiche dramatische 

Begleitumstände vorhanden sind, liegt dieses Kriterium in ausgeprägter 

Weise vor. Somit ist auch gestützt auf die Psychopraxis ein adäquater Kau-

salzusammenhang zwischen den geklagten psychischen Beschwerden 

und dem Unfallereignis vom 20. Juni 2014 zu bejahen. 

8.4.1. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die geklagten psychischen Be-

schwerden überwiegend wahrscheinlich in einem teilkausalen Verhältnis 

zum Unfall vom 20. Juni 2014 stehen und dieser Unfall nach dem gewöhn-

lichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung auch geeignet 

war, dauernde psychische Beschwerden herbeizuführen. Damit ist sowohl 

der natürliche als auch der adäquate Kausalzusammenhang aufgrund der 

allgemeinen Adäquanzformel zu bejahen. 

8.4.2. Alsdann geht aus dem psychiatrischen Gutachten von Dr. med. H._____ 

vom 26. Januar 2016 hervor, dass es unwahrscheinlich sei, dass sich der 

psychische Zustand und somit die berufliche Zumutbarkeit innerhalb der 

- 23 -

kommenden rund zwei bis drei Jahre in erheblicher, anhaltender Weise ver-

bessern werden (SUVA-act. 119 S. 28). Damit liegen Hinweise für das Vor-

liegen einer dauernden psychischen Beeinträchtigung des Beschwerdefüh-

rers vor. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb die gesetzlich vorgesehe-

nen Leistungen, namentlich Rente sowie Integritätsentschädigung, zu prü-

fen und festzusetzen.

9. Alles in allem ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin einen adäquaten 

Kausalzusammenhang zwischen den geklagten psychischen Beschwer-

den und dem Unfallereignis vom 20. Juni 2014 zu Unrecht verneint hat. Die 

Einstellung der Versicherungsleistungen per 29. Februar 2016 erweist sich 

damit als nicht rechtens. Die Beschwerde ist folglich gutzuheissen, der an-

gefochtene Einspracheentscheid vom 11. September 2017 aufzuheben 

und die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit 

sie die gesetzlich vorgesehenen Leistungen namentlich einer Rente und 

einer Integritätsentschädigung prüfe und festsetze.

10.1. Gerichtskosten werden vorliegend keine erhoben, da das kantonale Be-

schwerdeverfahren in Sozialversicherungsstreitigkeiten gemäss Art. 61 

lit. a ATSG grundsätzlich kostenlos ist. 

10.2. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Per-

son Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Infolge des Verfahrensaus-

gangs hat der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Diese wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und 

ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und 

nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Vorliegend hat der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Schreiben vom 7. Dezember 

2017 seine Honorarnote im Umfang von Fr. 4'826.60 eingereicht. Dieser 

Betrag setzt sich zusammen aus einem Honorar von Fr. 4'338.90 für 16.07 

Arbeitsstunden à Fr. 270.-- (gemäss Honorarvereinbarung vom 21. April 

2016) zuzüglich 3 % Spesen von Fr. 130.15 sowie 8 % Mehrwertsteuer von 

- 24 -

Fr. 357.55. Der geltend gemachte Zeitaufwand von 16.07 Arbeitsstunden 

erscheint dem Gericht – unter Berücksichtigung von Art. 61 lit. g ATSG – 

als hoch und nicht angemessen. Insbesondere stellten sich keine ausser-

gewöhnlichen Rechtsfragen, welche spezifische Abklärungen notwendig 

gemacht hätten, der Rechtsvertreter war im Einspracheverfahren bereits 

mandatiert, und es wurden im Beschwerdeverfahren keine ausführlichen 

Rechtsschriften eingereicht. Vor diesem Hintergrund erscheint dem Gericht 

vorliegend eine Pauschalentschädigung von Fr. 3'600.-- (inkl. Barauslagen 

und MWST) als angemessen. In diesem Umfang hat die Beschwerdegeg-

nerin den Beschwerdeführer demnach aussergerichtlich zu entschädigen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der Einspracheentscheid vom 

11. September 2017 wird aufgehoben und die Angelegenheit an die 

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) zur Prüfung und Fest-

setzung der gesetzlichen Leistungen im Sinne der Erwägungen zurückge-

wiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) hat A._____ eine 

aussergerichtliche Parteientschädigung von Fr 3'600.-- (inkl. Barauslagen 

und MWST) zu bezahlen. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]