# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2f4c12ca-575f-52fc-b97c-474063cc566e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.05.2020 IV 2018/76
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2018-76_2020-05-11.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/76

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 11.09.2020

Entscheiddatum: 11.05.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 11.05.2020
Art. 7 und 8 ATSG, Art. 28 IVG. Würdigung eines polydisziplinären 
Gutachtens. Keine ausreichende Begründung der 
Arbeitsfähigkeitsschätzung. Zudem Fehlen von Angaben zu den Ressourcen. 
Verbliebener Arbeitsfähigkeitsgrad steht noch nicht mit dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest. Rückweisung zur ergänzenden 
Abklärung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 11. Mai 2020, IV 2018/76).

Entscheid vom 11. Mai 2020

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiberin Viviane Kull

Geschäftsnr.

IV 2018/76

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im Mai 2015 (Posteingang: 3. Juni 2015) wegen einer 

Migräneerkrankung und psychischen Schwierigkeiten respektive einer Depression zum 

Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 1). Sie gab an, im 

Heimatland drei Jahre die Primarschule besucht zu haben. Im Jahr 1993 sei sie in die 

Schweiz eingereist. Von Juni 2006 bis September 2009 habe sie als Mitarbeiterin in der 

Montage zu 100% bei der B.___ AG gearbeitet. Sie habe dort Fr. 3‘720.-- brutto 

monatlich verdient. Seither sei sie als Hausfrau tätig.

A.a. 

Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 3. Juli 2015 mit (IV-act. 12), zurzeit seien 

keine beruflichen Massnahmen angezeigt.

A.b. 

Am 5. August 2015 berichtete Dr. med. C.___ von der Psychiatrie D.___ (IV-

act. 14), die Versicherte befinde sich seit Juli 2009 in psychiatrischer Behandlung. Der 

Erstkontakt sei auf der Kriseninterventionsstelle der Psychiatrie D.___ erfolgt. Die 

Versicherte habe damals suizidale Absichten geäussert, nachdem ihr die Arbeitsstelle 

unerwartet gekündigt worden sei und der Ehemann sie mit den beiden Kindern alleine 

zurückgelassen habe. Ihr sei eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Der 

Gesundheitszustand der Versicherten habe sich im Verlauf der Therapie gebessert und 

auf einem mässigen, jedoch zufriedenstellenden Niveau stabilisiert. Dr. C.___ gab die 

Diagnosen einer rezidivierend depressiven Störung, gegenwärtig eine mittelgradige 

Episode mit einem somatischen Syndrom (ICD-10 F33.11), und einer Agoraphobie 

(ICD-10 F40.0) an. Am 4. Dezember 2015 wiederholte Dr. C.___ diese Angaben (IV-

act. 17). Sie hielt fest, seit 2009 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.

A.c. 

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Die Versicherte gab am 11. Januar 2016 im Fragebogen betreffend 

Erwerbstätigkeit / Haushalt an (IV-act. 18), ohne gesundheitliche Beeinträchtigung 

würde sie aus wirtschaftlichen Gründen zu 100% als Hilfskraft erwerbstätig sein.

A.d. 

Am 4. Mai 2016 reichte eine Mitarbeiterin der Psychiatrie D.___ einen 

Austrittsbericht des Kriseninterventionszentrums vom 5. Januar 2011 ein (IV-act. 25, 

26). Dr. med. E.___ hatte darin folgende Diagnosen festgehalten: Anpassungsstörung 

(ICD-10 F43.22), DD mittelgradige depressive Episode, und chronifizierte migräniforme 

Cephalea mit Verdacht auf analgetika-induzierte Kopfschmerzkomponente. Dr. E.___ 

hatte ausgeführt, die erstmalige Anmeldung der Versicherten sei im Juli 2009 erfolgt. 

Im Erstgespräch habe sich die Versicherte in einem mittelschwer bis schwergradig 

depressiven Zustandsbild bei einer schweren psychosozialen Belastungssituation 

gezeigt. Im Verlauf habe sich der Zustand der Versicherten gebessert und auf einem 

mässigen, aber zufriedenstellenden Niveau stabilisiert. Die Versicherte habe weiterhin 

über ihre Belastungssituation und über anhaltend latente ständige Kopfschmerzen mit 

attackenartigen, pulsierenden Schmerzspitzen geklagt. Sie sei deshalb durch Dr. med. 

F.___ neurologisch untersucht worden. Dr. F.___ habe eine chronifizierte migräniforme 

Cephalea diagnostiziert und den Verdacht auf eine analgetika-induzierte 

Kopfschmerzkomponente geäussert (zum Bericht von Dr. F.___ vom 23. November 

2009 vgl. IV-act. 32). In der Zusammenschau der eineinhalb Jahre dauernden 

Behandlung habe sich der Gesundheitszustand der Versicherten stabilisiert.

A.e. 

In einem Arbeitgeberbericht teilte die B.___ AG am 19. Mai 2016 mit (IV-act. 30), 

die Versicherte sei von März 1999 bis September 2009 als Mitarbeiterin in der Montage 

tätig gewesen. Der AHV-beitragspflichtige Jahreslohn habe im Jahr 2008 Fr. 50‘374.50 

betragen. Die Kündigung sei aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt. Die Versicherte habe 

über langjährige Erfahrung verfügt und sehr selbstständig gearbeitet.

A.f. 

Am 15. August 2016 hätte bei der Versicherten vor Ort eine Haushaltabklärung 

stattfinden sollen. Die Abklärungsperson notierte gleichentags, die Versicherte habe 

sich im Treppenhaus sehr auffällig benommen. Die Abklärung sei deshalb nicht 

durchgeführt worden (IV-act. 36). Am 25. August 2016 fand ein Abklärungsgespräch in 

den Räumen der IV-Stelle statt. Im Abklärungsbericht, welcher der Versicherten am 

8. September 2016 zur Stellungnahme zugesandt wurde (IV-act. 44), hielt die 

A.g. 

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Abklärungsperson fest (IV-act. 50), die Versicherte habe immer präsente 

Kopfschmerzen beklagt. Sie habe angegeben, nachts sei der Schlaf gestört. Wegen 

der Schmerzen benötige sie Ruhe und bei Stress nähmen die Kopfschmerzen zu. Die 

Hausarbeit erledige sie je nach gesundheitlichem Befinden. Die Waschküche könne sie 

nicht aufsuchen, da sie Angst vor fremden Menschen habe. Diesen Part übernehme 

deshalb der Schwager. Die Kinder würden am Morgen alleine aufstehen. Mittags 

würden sie an einem Mittagstisch betreut. Auch am Mittwochnachmittag seien sie 

betreut. Sie (die Versicherte) stehe oft erst am Mittag auf. Die Nachmittage verbringe 

sie zu Hause. Drei- bis viermal pro Woche, je nach Befinden, koche sie abends ein 

Gericht (Reis und etwas Fleisch). Ohne gesundheitliche Beeinträchtigung wäre sie aus 

wirtschaftlichen Gründen zu 100% ausserhäuslich erwerbstätig. Die Versicherte 

ergänzte den Abklärungsbericht am 12. September 2016 dahingehend, dass der 

Schwager auch bei der Wohnungspflege helfe. Die Abklärungsperson notierte am 

26. September 2016 im Rahmen einer Würdigung, die Versicherte sei während des 

Gesprächs in gebückter Haltung dagesessen und habe mit leiser und leidvoller Stimme 

geantwortet. Sie habe wegen Kopfschmerzen wiederholt darum gebeten, das 

Gespräch abzubrechen. Nach 45 Minuten sei das Gespräch abgebrochen worden. Die 

Versicherte habe den Schwager angerufen; dabei sei sie normal dagesessen und habe 

mit bestimmter Stimme gesprochen. Da er sie nicht habe abholen können, sei ein Taxi 

gerufen worden. Die Versicherte sei darüber orientiert worden, dass sie die Kosten zur 

Rückerstattung einreichen könne. Trotz der Sprachprobleme habe sie dies verstanden 

und umgehend in die Tat umgesetzt. Ein Telefonat mit dem Schwager der Versicherten 

am 15. September 2016 habe ergeben, dass er zwar den ganzen Wäschebereich 

übernehme und selten beim Fenster putzen helfe, ansonsten aber bei der 

Wohnungspflege nicht helfe (vgl. auch die Telefonnotiz vom 22. September 2016, IV-

act 48). Damit bestünden widersprüchliche Angaben. Auch das Ausmass der 

Beschwerden sei fraglich. In Bezug auf den Status sei die Versicherte als 

Vollerwerbstätige zu qualifizieren, da sie ohne gesundheitliche Beeinträchtigung 

weiterhin zu 100% ausserhäuslich erwerbstätig wäre.

Am 29. November 2016 berichteten Dr. med. G.___ und med. pract. H.___ von der 

Psychiatrie D.___ (IV-act. 55), die Vorgängerin Dr. C.___ habe eine Depression und eine 

Agoraphobie diagnostiziert. Sie hätten aber den Verdacht auf eine generalisierte 

A.h. 

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Angststörung und eine Somatisierungsstörung neben der depressiven Symptomatik. 

Diese Annahme beruhe auf den Angaben der Versicherten. Dr. G.___ und med. pract. 

H.___ diagnostizierten eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig eine 

mittelgradige Episode mit einem somatischen Syndrom (ICD-10 F33.11), einen 

Verdacht auf eine generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1) und eine 

Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0).

Der RAD-Arzt Dr. med. I.___ empfahl am 12. Januar 2017 eine im Rahmen eines 

stationären Aufenthalts durchzuführende psychiatrische Begutachtung (IV-act. 59). 

Vom 8. bis 11. August 2017 hielt sich die Versicherte im Psychiatrischen Zentrum J.___ 

auf. Sie wurde durch Dr. med. K.___ psychiatrisch untersucht. Im Gutachten vom 

2. November 2017 gab Dr. K.___ folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit an (IV-act. 65-33): Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10 

F41.2), St. n. längerer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 

F43.21), Spannungskopfschmerz, chronische Schmerzstörung mit somatischen und 

psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) und akzentuierte Persönlichkeit mit asthenisch-

abhängigen und ängstlich-vermeidenden Zügen (ICD-10 Z73.1). Als Diagnosen ohne 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit notierte er: (Partielle) psychogene Schlafumkehr 

(ICD-10 F51.2), Albträume (ICD-10 F51.5), V. a. analgetika-induzierte 

Kopfschmerzkomponente, Nikotinkonsum und Vitamin D3-Mangel. Er führte aus (IV-

act. 65-23 ff.), auf der klinischen Ebene stehe ein vorzeitiger asthenischer 

Versagenszustand mit einem depressiven und ängstlichen Gepräge im Vordergrund. 

Der Depressionsschweregrad sei derzeit höchstens leicht bis mittel. Die Ängstlichkeit 

könne verschiedene Formen annehmen: Frei flottierend, agoraphobisch, panikartig (bis 

hin zur Hyperventilation) und letztlich auch als Angsttraum. Angesichts von 

Schweregrad und klinischem Erscheinungsbild könne aber weder eine depressive 

Episode noch eine spezifische Angststörung diagnostiziert werden. Da sich die 

Depressivität und die Ängstlichkeit in etwa die Waage hielten, könne am ehesten von 

einer "Angststörung und depressiven Störung gemischt" gesprochen werden. Aus den 

Akten gehe hervor, dass die Versicherte im Anschluss an die Kündigung ein 

deutlicheres depressives Zustandsbild geboten habe. Anamnestisch könne von einer 

Anpassungsstörung gesprochen werden. Da solche jedoch immer von einer zeitlich 

begrenzten Dauer seien, falle das derzeitige Zustandsbild der Versicherten nicht mehr 

A.i. 

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darunter. Die Versicherte habe über Schlafstörungen geklagt. Vermutet werden dürfe, 

dass die Verschiebung des Schlafrhythmus durch die unstrukturierte Lebensweise 

zustande gekommen sei, sodass von einer (partiellen) psychogenen Schlafumkehr 

gesprochen werden könnte. Die Albträume seien in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit 

tagsüber von untergeordneter Bedeutung. Die Versicherte habe die Kopfschmerzen als 

hauptsächlichen Hinderungsgrund für ein normales Arbeitsleben angegeben. Von der 

klinischen Phänomenologie her liege die Diagnose von Spannungskopfschmerzen 

nahe. Die Dauer einer Kopfschmerzattacke werde von der Versicherten mit bis zu zwei 

bis drei Tagen angegeben. Die Versicherte habe die Fragen nach den exakten 

Quantitäten ihres Analgetika-Konsums ausweichend beantwortet. An mindestens der 

Hälfte der Tage des Aufenthalts habe sie aber Analgetika eingenommen. Der bereits 

früher durch Dr. F.___ geäusserte Verdacht eines medikamenteninduzierten 

Kopfschmerzes bestehe auch heute noch. Die Kopfschmerzen und die eher leichte 

ängstlich-depressive Dauerverstimmung lieferten keinen überzeugenden Grund dafür, 

dass die Versicherte von jeder Erwerbstätigkeit absehe und auch im Haushalt nur noch 

minimalen Einsatz leiste. Angesichts der etwas demonstrativ wirkenden 

Leidenspräsentation sei an eine somatoforme Schmerzstörung zu denken. Da mit den 

episodischen Spannungskopfschmerzen ein gewisses somatisches Substrat 

vorzuliegen scheine, handle es sich um eine "chronische Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren". Es sei eine klinische Erfahrungstatsache, 

dass somatoforme Schmerzstörungen gehäuft mit einem abnormen 

Krankheitsverhalten assoziiert seien; das Individuum verharre im Krankenstand, auch 

wenn die Arbeitsaufnahme aus medizinischer Sicht unbedenklich wäre. Beim 

abnormen Krankheitsverhalten seien die sogenannten "Phänomene der 

dysfunktionalen Beschwerdenbewältigung" typisch. Dazu zählten etwa Aggravation 

(die Versicherte fühle sich "wie eine Leiche"), Selbstlimitierung (sie gehe nicht an die 

Leistungsgrenze), final ausgerichtete Entschädigungshaltung (lieber Rente als 

Rehabilitation), Persönlichkeitsregression (sie ziehe sich aus der Erwachsenenrolle 

zurück und lasse andere für sich walten), Kinesiophobie (Unterlassen von Bewegungen 

aus Angst vor möglichen Schmerzen), Cogniphobie (sie möchte sich aus Angst vor 

Kopfschmerzen geistig nicht anstrengen), Dekonditionierung (Trainingsverlust) und 

subjektive Leistungsinsuffizienz mit negativer Selbstprognose (sie traue sich praktisch 

nichts mehr zu). Diese Häufung maladaptiver Phänomene spreche klar für ein 

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abnormes Krankheitsverhalten und lasse an der Authentizität des von der Versicherten 

präsentierten Störungsbilds zweifeln. Die Grundpersönlichkeit begünstige oft eine 

dysfunktionale Störungsverarbeitung. Objektive Angaben über die Frühzeit der 

Versicherten fehlten. Indessen gebe es Hinweise darauf, dass die Versicherte schon in 

der Zeit der Arbeitstätigkeit ein eher karges, zurückgezogenes Leben ohne grosse 

Teilhabe am Gesellschaftsleben geführt habe, sodass eine diskrete 

Persönlichkeitsanomalie vermutet werden könne. Aufgrund der Tests und des 

klinischen Eindrucks dürfte die Versicherte von der Intelligenz her im unteren 

Normbereich liegen. Allerdings mache sich ihr weitgehender Mangel an Schulbildung 

deutlich bemerkbar. Auch bestehe nicht der geringste Impetus, sich die hiesige 

Sprache und Kultur zu eigen zu machen. Als IV-fremde Faktoren seien zu nennen: 

Entwurzelung, Isolation, mangelhafte Akkulturation, weitgehendes Fehlen von 

Sprachkompetenz, beruflicher Misserfolg mit Kündigung als Kränkung, Scheitern als 

Familienfrau und weitgehend fehlende Schulbildung. Hinzu kämen eine Mentalität mit 

starken Versorgungswünschen und eine passive Heilserwartung. Der ängstlich-

depressiv geprägte Dauerzustand könne keine komplette Arbeitsunfähigkeit 

begründen. Die offensichtliche Ressourcenschwäche (niedrige Intelligenz, fehlende 

Schulbildung, schwache Akkulturation, sprachliche Inkompetenz) lieferten im Grunde 

die noch fehlende Erklärung für den Vollausfall der Versicherten im Arbeitsbereich. Ein 

wichtiger Motivationsfaktor seien die Töchter. Ein starker Helfer sei zudem der 

Schwager. Zudem habe die Versicherte einen Bekannten, der sie an den 

Untersuchungsort gefahren und teilweise übersetzt habe und den sie für 

Vermittlerdienste jeweils anrufe. Die medikamentöse Therapie sei gut gewählt und die 

Compliance scheine in Anbetracht des Serumspiegels gut zu sein. Um die Versicherte 

aus ihrer Lethargie und regressiven Position herauszuholen, bräuchte es aber vor allem 

aktivierende Massnahmen. Die Arbeitsfähigkeit habe bis zum Zeitpunkt der Kündigung 

im Jahr 2009 100% betragen. Anschliessend sei diese so weit abgefallen, dass ihr die 

Fachärzte der Psychiatrie D.___ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hätten. Da 

sich der Zustand in der Folge gebessert und die Versicherte auch ein Stück weit 

Haushaltsarbeiten erledigt habe, sei die Arbeitsfähigkeit zwangsläufig wieder 

angestiegen. Mangels Arbeitsversuchen fehle aber jeder Erfahrungswert, weshalb die 

Arbeitsfähigkeit rein medizinisch-theoretisch einzuschätzen sei. Der Einfluss des 

abnormen Krankheitsverhaltens mit der dysfunktionalen Beschwerdenbewältigung auf 

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die Arbeitsfähigkeit sei mit ca. 30% und jener der IV-fremden Faktoren mit ca. 20% zu 

veranschlagen. Von daher könnte bei der Versicherten in der angestammten Tätigkeit 

eine ca. 50%ige Arbeitsfähigkeit vermutet werden. Hinweise, dass das Funktionsniveau 

in den letzten Jahren zu irgendeinem Zeitpunkt im Wesentlichen anders gewesen sein 

könnte, fehlten. Welche Tätigkeit eine besser angepasste sein könnte als die 

angestammte, sei womöglich von einem IV-Berufsberater besser zu eruieren. 

Postuliere man aber eine optimalere Tätigkeit an einem Arbeitsplatz mit reizarmen 

Bedingungen, wechselbelastender Tätigkeit, fehlender Kommunikationsnotwendigkeit, 

vermehrten Pausen, empathischem Vorgesetzten etc., so wäre eine Arbeitsfähigkeit 

von 50% längerfristig, nach der Beseitigung der Dekonditionierung möglicherweise 

sogar von 60% zumutbar. Rückblickend dürfte dies in den letzten Jahren (seit der 

Erholung von der Anpassungsstörung) nicht wesentlich anders gewesen sein.

Der RAD-Arzt Dr. med. L.___ notierte am 6. November 2017 (IV-act. 66), auf das 

Gutachten sei abzustellen. Ein Mitarbeiter des Rechtsdienstes der 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen erklärte am 22. November 2017 (IV-

act. 67), es sei von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit der Versicherten 

auszugehen. Zur Begründung gab er an, die von Dr. K.___ diagnostizierte Angst und 

depressive Störung gemischt stelle keine invalidisierende psychische Erkrankung dar. 

Das Gleiche gelte für den Zustand nach einer längeren Anpassungsstörung und für die 

akzentuierte Persönlichkeit als Z-Diagnose. Bei der von Dr. K.___ diagnostizierten 

chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren handle es 

sich um ein sogenanntes pathogenetisch-ätiologisch unklares syndromales 

Beschwerdebild ohne nachweisbare organische Ursache. Diesen komme nur im 

Ausnahmefall invalidisierende Wirkung zu. Nach einer Prüfung der Standardindikatoren 

gemäss BGE 141 V 281 kam er zum Schluss, aufgrund der dargelegten Indikatoren sei 

nicht ausgewiesen, weshalb die Versicherte nur noch zu 50% arbeitsfähig sein sollte. 

Demnach sei auch der Schmerzstörung keine invalidisierende Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit der Versicherten zu attestieren.

A.j. 

Mit einem Vorbescheid vom 27. November 2017 teilte die IV-Stelle der 

Versicherten mit (IV-act. 70), sie sehe vor, das Begehren um eine Rente abzuweisen. 

Zur Begründung gab sie an, die Abklärungen hätten ergeben, dass die Versicherte 

ohne gesundheitliche Beeinträchtigung einer Vollerwerbstätigkeit nachgehen würde. 

A.k. 

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B.  

Sie werde deshalb als Vollerwerbstätige eingestuft. Die im Gutachten genannten 

Diagnosen seien nicht invalidisierend. Aus IV-rechtlicher Sicht sei die Arbeitsfähigkeit 

uneingeschränkt und der Invaliditätsgrad betrage 0%. Die Versicherte erhob am 

8. Februar 2018 dagegen einen Einwand (IV-act. 76). Sie beantragte die Zusprache 

einer halben Rente. Zur Begründung machte sie geltend, die psychiatrische 

Begutachtung habe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit ergeben. Ihre psychischen und 

körperlichen Beschwerden liessen keine 100%ige Arbeitsfähigkeit zu. Sie habe täglich 

massive Kopfschmerzen und müsse sich immer wieder hinlegen. Sie könne sich 

deshalb nicht lange konzentrieren und ermüde rasch. Sogar den Haushalt könne sie 

nicht selber erledigen und sie brauche fast täglich Hilfe.

Mit einer Verfügung vom 10. Februar 2018 wies die IV-Stelle, entsprechend dem 

Vorbescheid, das Rentenbegehren ab (IV-act. 77). Zum Einwand hielt sie fest, die 

Versicherte habe keine medizinischen Unterlagen beigelegt, welche ihre Einschätzung 

begründen würden. Am Gutachten werde festgehalten. Die darin enthaltenen 

Diagnosen seien aus IV-rechtlicher Sicht nicht invalidisierend.

A.l. 

Die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) erhob am 16. Februar 2018 

eine Beschwerde (act. G 1). Sie beantragte die Zusprache einer halben Rente und die 

Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung. Zur Begründung machte sie – 

entsprechend dem Einwand zum Vorbescheid – geltend, die psychiatrische 

Begutachtung habe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit ergeben. Ihre psychischen und 

körperlichen Beschwerden liessen keine 100%ige Arbeitsfähigkeit zu.

B.a. 

Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 28. Februar 2018 

die Abweisung der Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung verwies sie auf die 

Erwägungen in der Stellungnahme des Rechtsdienstes vom 22. November 2017 (IV-

act. 67).

B.b. 

Am 7. März 2018 bewilligte das Versicherungsgericht das Gesuch um die 

unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten) für das 

Beschwerdeverfahren (act. G 6).

B.c. 

Die Beschwerdeführerin verzichtete auf eine Replik (vgl. act. G 7).B.d. 

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Erwägungen

1.

Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung vom 10. Februar 2018 

einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bei einem IV-Grad von 0% verneint. 

Strittig ist somit, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Invalidenrente hat.

2.  

Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende 

oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 

830.1). Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.1. 

Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich 

durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, 

das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Bei nicht erwerbstätigen 

Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer 

Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität 

in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, 

sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG; sog. Betätigungsvergleich). 

Bei Versicherten, die teilweise erwerbstätig und teilweise im Aufgabenbereich tätig 

sind, wird der Invaliditätsgrad für beide Bereiche nach der jeweiligen Methode 

berechnet; die Teilinvaliditätsgrade werden nach den Anteilen der Bereiche "gewichtet" 

und dann addiert (sog. gemischte Methode; Art. 28a Abs. 3 IVG).

2.2. 

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3.

Die Beschwerdeführerin wäre ohne gesundheitliche Beeinträchtigung zu 100% 

ausserhäuslich erwerbstätig (IV-act. 50). Die Beschwerdegegnerin hat sie deshalb zu 

Recht als Vollerwerbstätige qualifiziert. Die Bemessung der Invalidität hat damit durch 

einen Einkommensvergleich zu erfolgen.

4.  

Um das zumutbare Invalideneinkommen ermitteln zu können, muss der 

verbliebene Arbeitsfähigkeitsgrad der Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Die Beschwerdegegnerin hat dazu 

Dr. K.___ mit der Erstellung eines psychiatrischen Gutachtens beauftragt. Im Gutachten 

vom 2. November 2017 hat Dr. K.___ angegeben, in der angestammten Tätigkeit könne 

eine ca. 50%ige Arbeitsfähigkeit vermutet werden; der Einfluss des abnormen 

Krankheitsverhaltens mit der dysfunktionalen Beschwerdenbewältigung auf die 

Arbeitsfähigkeit sei mit ca. 30% und jener der IV-fremden Faktoren mit ca. 20% zu 

veranschlagen. Hinweise darauf, dass das Funktionsniveau in den letzten Jahren zu 

irgendeinem Zeitpunkt im Wesentlichen anders gewesen sein könnte, fehlten. 

Postuliere man als adaptierte Tätigkeit eine Tätigkeit an einem Arbeitsplatz mit 

reizarmen Bedingungen, wechselbelastender Tätigkeit, fehlender 

Kommunikationsnotwendigkeit, vermehrten Pausen, empathischem Vorgesetzten etc., 

so wäre eine Arbeitsfähigkeit von 50% längerfristig, nach der Beseitigung der 

Dekonditionierung möglicherweise sogar von 60% zumutbar. Rückblickend dürfte dies 

in den letzten Jahren (seit der Erholung von der Anpassungsstörung) nicht wesentlich 

anders gewesen sein.

4.1. 

Ein Gutachten hat vollen Beweiswert, wenn es für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen 

Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 

125 V 352, E. 3a). Notwendig ist zudem, dass der Gutachter die vom Bundesgericht in 

Bezug auf anhaltende somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare 

psychosomatische Leiden aufgestellten und später auf alle psychischen Erkrankungen, 

insbesondere auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen, anwendbar erklärten 

Standardindikatoren berücksichtigt hat (vgl. BGE 141 V 281; 143 V 409 und 143 V 418). 

Mit der Aufgabe der in Bezug auf somatoforme Schmerzstörungen aufgestellten 

Überwindbarkeitsvermutung und deren Ersetzung durch ein strukturiertes 

4.2. 

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Beweisverfahren, das in einer Prüfung der Standardindikatoren besteht, hat das 

Bundesgericht zum Ziel gehabt, dass das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen 

einer versicherten Person im Rahmen einer ergebnisoffenen, sowohl 

leistungshindernde äussere Belastungsfaktoren als auch Kompensationspotentiale 

(Ressourcen) berücksichtigenden Prüfung ermittelt wird (BGE 141 V 294 f., E. 3.6). Im 

Vergleich zur aufgegebenen Praxis bedeutet dies namentlich, dass die Ressourcen 

einer versicherten Person vermehrt im Fokus stehen (BGE 141 V 296 f., E. 4.1.1). Die 

Vermutung, die versicherte Person könne mit einer zumutbaren Willensanstrengung die 

Folgen einer somatoformen Schmerzstörung überwinden, sodass nur im Ausnahmefall 

eine invalidisierende Gesundheitsbeeinträchtigung vorliegt, hat nämlich dazu geführt, 

dass in der Praxis vor allem nach den die Vermutung entkräftenden, das heisst die 

Arbeitsunfähigkeit begründenden Faktoren gesucht worden ist. Für die Bestimmung 

der Arbeits(un)fähigkeit sind aber die Belastungen und die Ressourcen relevant. Mit 

dem strukturierten Beweisverfahren soll also gewährleistet werden, dass die das 

Leistungsvermögen begünstigenden Ressourcen tatsächlich erfasst und in die 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einbezogen werden (vgl. BGE 141 V 292 f., E. 3.4.2.1). 

Die Aufgabe der Überwindbarkeitsvermutung hat nichts daran geändert, dass die 

Frage, ob es der versicherten Person möglich ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen, 

aufgrund einer objektivierten Beurteilungsgrundlage zu beantworten ist (vgl. Art. 7 

Abs. 2 Satz 2 ATSG, wonach eine Erwerbsunfähigkeit nur vorliegt, wenn sie aus 

objektiver Sicht nicht überwindbar ist; vgl. BGE 141 V 295, E. 3.7.1). Das strukturierte 

Beweisverfahren dient also dazu, die der versicherten Person mögliche Arbeitsleistung 

aus objektiver Sicht zu ermitteln. Für die Beurteilung der Möglichkeit zur Erbringung 

einer Arbeitsleistung stellen die Ressourcen einer versicherten Person ein wesentlicher 

Faktor dar. Sie zeigen auf, in welchem objektiv möglichen Ausmass eine versicherte 

Person einer adaptierten Erwerbstätigkeit nachgehen kann. Die im Regelfall 

beachtlichen Standardindikatoren sind: (a) "funktioneller Schweregrad", (aa) 

"Gesundheitsschädigung", (aaa) Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde, (aab) 

Behandlungs- und Eingliederungserfolg, (aac) Komorbiditäten, (ab) "Persönlichkeit", 

(ac) "sozialer Kontext", (b) "Konsistenz", (ba) gleichmässige Einschränkung des 

Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen, (bb) behandlungs- und 

eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck. Die Antworten der 

medizinischen Sachverständigen zu den einzelnen Standardindikatoren dienen dazu, 

den Rechtsanwendern Indizien zu verschaffen, um den Beweisnotstand im 

Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeits(un)fähigkeit bei psychischen 

Erkrankungen zu überbrücken (BGE 141 V 297 f., E. 4.1.3; 143 V 427 f., E. 7.1).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/16

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Aus dem Gutachten vom 2. November 2017 ist ersichtlich, dass Dr. K.___ 

umfassende Kenntnis von den Vorakten gehabt hat. Er hat zudem beim Hausarzt der 

Beschwerdeführerin und bei deren Schwager Auskünfte eingeholt. Er hat die 

Beschwerdeführerin untersucht, ihre subjektiven Klagen aufgenommen und die 

objektiven Befunde wiedergegeben. Insbesondere hat er erklärt, dass ein vorzeitiger 

asthenischer Versagenszustand mit einem depressiven und ängstlichen Gepräge im 

Vordergrund stehe, obwohl die Beschwerdeführerin als zentrale Beschwerden starke 

Kopfschmerzen genannt habe. Dr. K.___ hat seine Befunderhebung und die gestützt 

darauf gestellten Diagnosen im Gutachten ausführlich und nachvollziehbar dargelegt. 

Diese Ausführungen überzeugen. Im Anschluss daran hat er sich zu den 

Standardindikatoren geäussert und eine Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben. Die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. K.___ ist mit der Angabe, in der angestammten 

Tätigkeit könne eine ca. 50%ige Arbeitsfähigkeit vermutet werden und in einer 

adaptierten Tätigkeit sei möglicherweise, nach einer Beseitigung der 

Dekonditionierung, sogar eine 60%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar, äusserst vage 

ausgefallen. Des Weiteren hat er weder ausgeführt, welche durch die psychische 

Erkrankung der Beschwerdeführerin verursachten Befunde die Arbeitsfähigkeit 

einschränkten, noch wie sich diese Einschränkungen am idealen Arbeitsplatz konkret 

auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten. Er hat lediglich erklärt, der Einfluss des abnormen 

Krankheitsverhaltens mit der dysfunktionalen Beschwerdenbewältigung auf die 

Arbeitsfähigkeit sei mit ca. 30% und jener der IV-fremden Faktoren mit ca. 20% zu 

veranschlagen gewesen. Damit hat Dr. K.___ seine Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht 

ausreichend begründet. Für eine überzeugende Arbeitsfähigkeitsschätzung wäre 

darzulegen gewesen, inwieweit das funktionelle Leistungsvermögen der 

Beschwerdeführerin eingeschränkt gewesen sei. So können beispielsweise eine 

Verlangsamung, ein Verlust der Konzentrationsfähigkeit oder ein erhöhter 

Pausenbedarf zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen. Des Weiteren ist zu 

erklären, wie sich diese Beeinträchtigung des Leistungsvermögens an einem idealen 

Arbeitsplatz konkret auswirkt, beispielsweise dass die versicherte Person für die 

Erfüllung einer Arbeitsaufgabe doppelt so viel Zeit wie eine gesunde Person benötige, 

dass sie am Vormittag eine volle Leistung zu erbringen vermöge und am Nachmittag 

aufgrund von zunehmenden Konzentrationsschwierigkeiten nur noch zur Hälfte 

leistungsfähig sei oder dass sie nach jeder Arbeitsstunde zehn Minuten Pause 

benötige, um sich zu erholen (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 

St. Gallen vom 4. November 2019, IV 2017/428, E. 3.3). Dr. K.___ hat also den Bogen 

zwischen den erhobenen Befunden und deren Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nicht 

geschlagen (vgl. BGE 145 V 367 f., E. 4.3). Selbst wenn er die 

Arbeitsunfähigkeitsschätzung begründet hätte, würde diese der rechtlichen Prüfung 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/16

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nicht standhalten. Die durch ihn vorgenommene Prüfung der Standardindikatoren 

erfüllt die Vorgaben des Bundesgerichts nämlich nicht. Wesentlicher Bestandteil des 

strukturierten Beweisverfahrens ist die Prüfung der Ressourcen und damit die Frage, 

welche Faktoren sich positiv auf das Leistungsvermögen der versicherten Person 

auswirken. Diese können in der Persönlichkeit der versicherten Person oder in deren 

sozialem Umfeld verankert sein (Indikatoren "Persönlichkeit" und "sozialer Kontext", 

vgl. BGE 141 V 302 f., E. 4.3.2 und 4.3.3). Dem Gutachten lässt sich zu den 

persönlichen Ressourcen der Beschwerdeführerin nichts entnehmen (vgl. IV-act. 65-31, 

Ziffer 8). Aus dem Bericht der Arbeitstherapie (IV-act. 65-21), an der die 

Beschwerdeführerin während des stationären Aufenthalts im Rahmen der 

Begutachtung teilgenommen hat, ist immerhin ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin 

an einem Nachmittag während drei Stunden gut hat arbeiten können. Sie hat die Arbeit 

sauber erledigt und Fleiss und Durchhaltewillen gezeigt. Ihre Leistung ist also 

quantitativ und qualitativ gut gewesen. Die Beschwerdeführerin muss somit über 

gewisse persönliche Ressourcen verfügen. Sie hat die Arbeit mehrmals wegen 

Kopfschmerzen frühzeitig beendet. Ob die Kopfschmerzen tatsächlich so stark 

gewesen sind, dass sie die Arbeit hat abbrechen müssen, ist jedoch offen. Im 

Gespräch betreffend die Haushaltsabklärung hat die Beschwerdeführerin angegeben 

(IV-act. 50-2), sie koche drei- bis viermal pro Woche abends, je nach Befinden, ein 

Gericht (Reis und etwas Fleisch). Das Kochen ist eine komplexe Tätigkeit, 

insbesondere wenn das Gericht aus mehreren Teilen besteht (Beilage, Fleisch, 

Gemüse). Das regelmässige Kochen deutet ebenfalls darauf hin, dass die 

Beschwerdeführerin über persönliche Ressourcen verfügt. In Bezug auf die Ressourcen 

aus dem sozialen Kontext hat Dr. K.___ lediglich festgehalten, ein wichtiger 

Motivationsfaktor seien die Töchter, für die sich die Beschwerdeführerin engagiere, 

wobei ihr aber die Arbeit durch schulische Strukturen (Aufgabenhilfe u.ä.) erleichtert 

werde. Ein starker Helfer sei überdies der Schwager, der die Kinder zur Schule fahre, 

Einkäufe erledige und gröbere Putzarbeiten und die Wäsche für die 

Beschwerdeführerin besorge. Des Weiteren habe die Beschwerdeführerin einen guten 

Bekannten, der sie zum Untersuchungsort gefahren und teilweise übersetzt habe und 

den sie jeweils anrufe, wenn Vermittlerdienste notwendig seien (IV-act. 65-33). 

Inwiefern die Hilfe des Schwagers eine persönliche Ressource der Beschwerdeführerin 

sein soll, ist nicht nachvollziehbar. Diese Hilfe dient nämlich nicht dazu, persönliche 

Ressourcen der Beschwerdeführerin zu mobilisieren. Vielmehr dürfte sie für die 

Beschwerdeführerin eher eine Bestätigung dafür sein, dass sie wegen ihrer Krankheit 

auf Hilfe angewiesen, also arbeitsunfähig sei. So hat die Beschwerdeführerin 

beispielsweise angegeben, wenn sie Haushaltsarbeiten erledige, werde sie rasch müde 

oder gerate in Spannung, sodass sie sich wieder hinlegen müsse; ihr Schwager springe 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/16

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5.  

dann regelmässig ein (IV-act. 65-14). Bei der Prüfung der persönlichen Ressourcen 

geht es aber nicht darum herauszufinden, welche Hilfe die Beschwerdeführerin von 

aussen erhält, um ihren (aktuellen) Alltag zu bewältigen, sondern darum, ob ihr aus dem 

sozialen Umfeld Hilfe zukommt, die sie befähigt, ihr tatsächlich vorhandenes 

persönliches Leistungsvermögen im Rahmen einer Erwerbstätigkeit auszuschöpfen. 

Fraglich ist auch, wie gross das Engagement der Beschwerdeführerin für die Töchter 

ist. Dem Gutachten lassen sich dazu keine konkreten Angaben entnehmen. 

Insbesondere fehlt, entgegen der Angabe von Dr. K.___ (IV-act. 65-32), ein detaillierter 

Tagesablauf. Insgesamt fehlen im Gutachten Informationen zu den persönlichen 

Ressourcen der Beschwerdeführerin. Der Ansatz von Dr. K.___ hat darin bestanden, 

dass die Beschwerdeführerin keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen sei und dass 

deshalb zu prüfen gewesen sei, welcher Anteil dieser von der Beschwerdeführerin als 

vollständig empfundenen Arbeitsunfähigkeit auf nichtgesundheitsbedingte 

Einschränkungen zurückzuführen sei, nämlich ca. 30% auf die dysfunktionale 

Beschwerdenbewältigung und 20% auf IV-fremde Faktoren. Gestützt darauf ist er zum 

Resultat gelangt, dass die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit noch 50%, 

möglicherweise 60%, betrage. Zu prüfen wäre aber gewesen, was die 

Beschwerdeführerin aus objektiver Sicht noch tatsächlich leisten kann bzw. in welchem 

Umfang sie noch arbeitsfähig ist. Da hierfür im Gutachten die notwendigen Angaben 

fehlen, ist es für die Beschwerdegegnerin - und nun für das Versicherungsgericht - 

nicht möglich gewesen, die Arbeitsunfähigkeitsschätzung von Dr. K.___ 

nachzuvollziehen. Der verbliebene Arbeitsfähigkeitsgrad der Beschwerdeführerin steht 

damit noch nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest. Die 

Angelegenheit ist deshalb zur ergänzenden Abklärung des medizinischen Sachverhalts 

an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Beschwerdegegnerin wird Dr. K.___ 

auffordern, nach einer sorgfältigen Anwendung des vom Bundesgericht vorgegebenen 

Indikatorenkatalogs eine neue, diesmal nachvollziehbare und überzeugende 

Arbeitsfähigkeitsschätzung abzugeben. Nach der Auffassung des Bundesgerichts ist 

die Rückweisung in diesem Fall zulässig (vgl. BGE 137 V 264, E. 4.4.1.4, wonach eine 

Sache zurückgewiesen werden kann, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung 

oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist; vgl. auch Urteil des 

Bundesgerichts vom 15. November 2019, 8C_525/2019, E. 3.3).

Demnach ist die angefochtene Verfügung in teilweiser Gutheissung der 

Beschwerde aufzuheben und die Sache ist zur Vornahme ergänzender Abklärungen 

und zur anschliessenden neuen Verfügung im Sinne der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen

4.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/16

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Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. 

Praxisgemäss ist die Rückweisung an die Verwaltung zur weiteren Abklärung als volles 

Obsiegen der Beschwerdeführerin zu werten (vgl. BGE 132 V 235, E. 6.1). 

Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 10. Februar 2018 

aufgehoben und die Sache wird zur ergänzenden Abklärung und zur anschliessenden 

Neuverfügung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 11.05.2020
	Art. 7 und 8 ATSG, Art. 28 IVG. Würdigung eines polydisziplinären Gutachtens. Keine ausreichende Begründung der Arbeitsfähigkeitsschätzung. Zudem Fehlen von Angaben zu den Ressourcen. Verbliebener Arbeitsfähigkeitsgrad steht noch nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest. Rückweisung zur ergänzenden Abklärung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. Mai 2020, IV 2018/76).

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