# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d9d9954d-d04f-52f2-b420-54878f443302
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.01.2012 D-6818/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6818-2011_2012-01-26.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­6818/2011
law/auj

U r t e i l   v om   2 6 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Walter Lang,
mit Zustimmung von Richterin Nina Spälti Giannakitsas;
Gerichtsschreiberin Jacqueline Augsburger.

Parteien A._______, geboren am […],
deren Ehemann 
B._______, geboren am […],
und deren Kind 
C._______, geboren am […],
Bosnien und Herzegowina,  
alle vertreten durch lic. iur. Martin Leiser, 
[…], 
5000 Aarau, 
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 16. November 2011 / N […].

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  30. Oktober  2007  das  erste 
Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  vom  26. September  2007  ablehnte 
und das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D­8081/2007 vom 3. Januar 
2008 auf die dagegen erhobene Beschwerde nicht eintrat, 

dass  der  Beschwerdeführer  am  11. November  2008  ein  zweites 
Asylgesuch  einreichte,  dieses  zwei  Tage  später  zurückzog  und  am 
29. Dezember 2008 in sein Heimatland zurückkehrte, 

dass  er  zusammen  mit  seiner  Ehefrau  am  27. Oktober  2010  in  die 
Schweiz gelangte und das Ehepaar am selben Tag um Asyl nachsuchte, 

dass  die  Beschwerdeführenden  anlässlich  der  Befragung  zu  Person 
(BzP)  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  Vallorbe  vom  28. Oktober 
2011  sowie  der  Anhörung  zu  den  Asylgründen  vom  1. November  2011 
zur Begründung der Asylgesuche im Wesentlichen geltend machten, der 
Bruder  der  Beschwerdeführerin  und  der  Vater  des  Beschwerdeführers 
hätten ihnen an ihrem Wohnort in Z._______ seit Beginn ihrer Beziehung 
Probleme bereitet, 

dass  der  Beschwerdeführer  aus  einer  wohlhabenden,  die 
Beschwerdeführerin hingegen aus einer sehr armen Familie stamme, sie 
zu Hause kein Vorbild gehabt habe, weil ihr Vater früh verstorben sei, und 
man  sie  deswegen  als  leichtes  Mädchen  betrachtet  habe,  welches  für 
jeden zu haben sei, 

dass der psychisch kranke Schwiegervater der Beschwerdeführerin sich 
an  ihr  rächen  würde,  weil  er  ihren  drogensüchtigen,  gewalttätigen  und 
psychisch kranken Bruder hasse, 

dass der Bruder der Beschwerdeführerin ihr im Jahr 2006 das erste Kind 
weggenommen und sie gezwungen habe, es zur Adoption freizugeben,

dass sie nach der Rückkehr des Beschwerdeführers aus der Schweiz im 
Jahr 2009 einige Monate  in Y._______ gelebt hätten, wo sie zwar nicht 
physisch angegriffen, jedoch bedroht worden seien, 

dass  die  Beschwerdeführerin  während  ihrer  zweiten  Schwangerschaft 
den Wunsch verspürt habe, nach Z._______ zurückzukehren, um dort ihr 
erstes Kind zu suchen, 

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dass  ihr  Bruder  sie  in  Z._______  verprügelt  und  sie  deshalb  im  März 
2010 eine Fehlgeburt erlitten habe, 

dass  sie  ihren  Bruder  deshalb  bei  der  Polizei  angezeigt  habe,  diese 
jedoch das die Fehlgeburt bestätigende Arztzeugnis habe verschwinden 
lassen und nichts unternommen habe, 

dass  die  Mutter  der  Beschwerdeführerin  ihr  eine  Bestätigung  über  die 
erstattete Strafanzeige schicken könne, 

dass  die  Beschwerdeführerin  fast  eine  Million  Mal  telefonisch  bedroht 
worden sei und sie zirka 100 Mal die Telefonnummer gewechselt hätten, 

dass ihr Bruder überdies mehrmals versucht habe, sie zu vergewaltigen, 
und sie vor Freunden als Hure beschimpft habe, 

dass die Beschwerdeführerin  im Mai  2010 wieder  schwanger  geworden 
sei  und  sich  aus  Angst  vor  dem  Schwiegervater  versteckt  habe,  da 
Freunde und Bekannte  ihr mitgeteilt hätten, dass er nach  ihr suche und 
sie  umbringen  wolle,  und  sie  von  ihrer  Mutter  erfahren  habe,  ihr 
Schwiegervater habe eine Pistole gekauft, um sie zu töten, 

dass die Beschwerdeführenden schliesslich in die Schweiz gereist seien, 
um ihr drittes Kind zu retten, 

dass ihr Kind C._______ am […] geboren wurde, 

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  16. November  2011  –  eröffnet  am 
18. November  2011  –  feststellte,  die  Beschwerdeführenden  würden  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfüllen,  ihre  Asylgesuche  ablehnte,  die 
Wegweisung aus der Schweiz verfügte und den Vollzug der Wegweisung 
anordnete, 

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  die 
Beschwerdeführenden  seien  nicht  auf  den  Schutz  der  Schweiz 
angewiesen, weil sie Nachteile geltend machten, die sich aus  lokal oder 
regional  beschränkten  Verfolgungsmassnahmen  ableiteten,  denen  sie 
sich  durch  einen  Wegzug  in  einen  anderen  Teil  des  Heimatlandes 
entziehen könnten, 

dass  vorliegend  vom  Vorhandensein  eines  adäquaten  staatlichen 
Schutzes  durch  den Heimatstaat  auszugehen  sei,  da  sich  in  den Akten 

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keine  Hinweise  auf  eine  Verweigerung  dieses  Schutzes  fänden,  hätten 
die  Beschwerdeführenden  doch  nach  einer  allfälligen  Untätigkeit  der 
Behörden nochmals  intervenieren  respektive auf dem Rechtsweg gegen 
diese vorgehen können, 

dass die Probleme der Beschwerdeführenden sich nicht auf einen der in 
Art. 3  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31) 
genannten  Gründe  zurückführen  liessen,  sondern  auf  familiäre 
Zerwürfnisse,  weshalb  den  Vorbringen  keine  asylrechtliche  Relevanz 
zukomme, 

dass  die  Vorinstanz  ferner  auf  Unglaubhaftigkeitselemente  in  den 
Vorbringen der Beschwerdeführenden zu  ihrem Aufenthalt  in Y._______ 
hinwies, 

dass  der  Beschwerdeführer  angegeben  habe,  sie  seien  in  Y._______ 
keinen  Behelligungen  ausgesetzt  gewesen,  die  Beschwerdeführerin 
hingegen ausgesagt habe, sie seien telefonisch bedroht worden, 

dass  das  Paar  während  der  zweiten  Schwangerschaft  der 
Beschwerdeführerin  freiwillig von Y._______ nach Z._______ und damit 
in  die  Nähe  ihrer  Familien  zurückgekehrt  und  aus  diesem  Umstand  zu 
schliessen  sei,  dass  die  beiden  nicht  derart  stark  bedroht  und  behelligt 
worden seien wie behauptet, 

dass  die  eingereichten  Beweismittel  zwar  die  Vorbringen  der 
Beschwerdeführenden bestätigen würden, diese jedoch nicht relevant im 
Sinne von Art. 3 AsylG seien, 

dass die Beschwerdeführenden die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllten, 
so  dass  die Asylgesuche  abzulehnen  seien,  die Wegweisung  die  Folge 
der Ablehnung des Asylgesuches sei, und der Vollzug der Wegweisung 
zulässig, zumutbar und möglich sei, 

dass  die  Beschwerdeführenden  am  19. Dezember  2011  mittels  ihres 
Rechtsvertreters  gegen  die  vorinstanzliche  Verfügung  beim 
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und beantragen liessen, 
es  sei  festzustellen,  dass  sie  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllten,  die 
Ziffer 1 der angefochtenen Verfügung sei dahingehend abzuändern,  ihre 
Asylgesuche  seien  gutzuheissen,  Ziffer  2  des Verfügungsdispositivs  sei 
dahingehend abzuändern, und die Ziffern 3, 4 und 5 seien aufzuheben; 
eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

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dass  sie  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  beantragen  liessen,  es  sei 
ihnen  die  unentgeltliche  Prozessführung  zu  gewähren  und  der 
unterzeichnende Rechtsanwalt sei als  ihr unentgeltlicher Rechtsvertreter 
einzusetzen, 

dass  der  Instruktionsrichter mit  Zwischenverfügung  vom 3. Januar  2012 
das Gesuch  um Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne 
von  Art. 65  Abs. 1  und  Abs. 2  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  abwies  und 
diese  aufforderte,  bis  am  18. Januar  2012  einen  Kostenvorschuss  von 
Fr. 600.– zu leisten, 

dass  die  Beschwerdeführenden  mit  handschriftlicher  und 
englischsprachiger  Eingabe  vom  12. Januar  2012  ein  mit  fehlenden 
finanziellen Mitteln begründetes Gesuch um Ratenzahlung einreichten, 

dass  dem  Gericht  am  17. Januar  2012  eine  vom  Vortag  datierende 
Fürsorgebestätigung der zuständigen Behörde zuging, 

dass  die  Beschwerdeführenden  am  17. Januar  2012  den 
Kostenvorschuss leisteten, 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  Beschwerde  führende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 
vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, 

dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der 

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Beschwerde  legitimiert  sind  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und 
Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  der  erhobene  Kostenvorschuss  am  17. Januar  2012  innert 
angesetzter Frist geleistet wurde und somit auf die frist­ und formgerecht 
eingereichte Beschwerde einzutreten  ist  (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 
AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass  das  am  12. Januar  2012  eingereichte  und  ausschliesslich  mit 
ungenügenden  finanziellen  Mitteln  begründete  Gesuch  um  Bezahlung 
des  Kostenvorschusses  in  Raten  mit  der  vollständigen  Zahlung 
desselben am 17. Januar 2012 gegenstandslos geworden ist, 

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird 
(Art. 111  Bst. e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend 
aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid 
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG) 

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  auf  einen  Schriftenwechsel 
verzichtet wurde, 

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1 
AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder 
im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 
gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), 

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung zutreffend festgestellt hat, 
dass  die  geltend  gemachten  Probleme  –  deren  Wahrheitsgehalt 
unterstellt  –  nicht  auf  einen  der  in  Art. 3  AsylG  genannten  Gründe 
zurückzuführen sind, sondern auf eine persönliche Feindschaft zwischen 

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dem  Schwiegervater  und  dem  Bruder  der  Beschwerdeführerin,  welche 
auf deren Kosten ausgetragen worden sind, 

dass  nämlich  die  Beschwerdeführerin  anlässlich  der  Anhörung  zu 
Protokoll  gab,  ihr Schwiegervater wolle sich an  ihr  rächen, weil er  ihren 
Bruder  hasse  (vgl.  act.  C32/13  S. 3  Frage  14),  und  auch  der 
Beschwerdeführer  selber  die  geltend  gemachten  Behelligungen  seiner 
Frau  auf  persönliche  Probleme  zwischen  seinem  Vater  und  seinem 
Schwager zurückführte (vgl. act. C31/13 S. 4 Fragen 26 f.), 

dass die Einwände  in der Beschwerde an der  fehlenden asylrechtlichen 
Relevanz  der  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden  nichts  zu  ändern 
vermögen, 

dass die Ausführungen zum Verfolgungsgrund der Zugehörigkeit zu einer 
bestimmten sozialen Gruppe sowie zu frauenspezifischer Verfolgung kein 
Verfolgungsmotiv im Sinne von Art. 3 AsylG zu begründen vermögen, da 
die  geltend  gemachten Behelligungen  der Beschwerdeführerin  nicht  auf 
sie  als  Frau  abzielen,  sondern  in  einer  persönlichen  Unverträglichkeit 
zwischen ihrem Bruder und ihrem Schwiegervater gründen, 

dass angesichts der in der Beschwerde erwähnten Diskriminierungen von 
unverheirateten  Müttern  in  ländlichen  Gegenden  Bosniens  nicht 
nachvollziehbar  ist,  weshalb  die  beschwerdeführenden  Eltern,  welche 
angeben, seit 2004 oder 2006 ein Paar zu sein, erst im März 2010, mithin 
vor  der  dritten  Schwangerschaft  der  Beschwerdeführerin,  geheiratet 
haben,  und  die  Erklärungsversuche  der  Beschwerdeführerin  für  die 
verzögerte  Eheschliessung  nicht  überzeugend  erscheinen  (vgl.  act. 
C32/13 S. 8), 

dass auch den Erwägungen des BFM zu Unglaubhaftigkeitselementen in 
der Darstellung der Beschwerdeführenden beizupflichten ist, 

dass  diese  während  der  zweiten  Schwangerschaft  der 
Beschwerdeführerin wohl kaum wieder nach Z._______ gezogen wären, 
wenn sie tatsächlich Angst um ihr Leben und dasjenige des ungeborenen 
Kindes gehabt hätten, 

dass  ferner nicht nachvollziehbar  ist, dass der Beschwerdeführer sich  in 
der  Schweiz  aufhielt,  während  seine  Partnerin  angeblich  hilflos  den 
Bedrohungen  und  Behelligungen  seines  Vaters  und  ihres  Bruders 
ausgesetzt  gewesen  sein  soll,  dies  umso  mehr,  als  –  wie  in  der 

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Beschwerde  (Ziff.  III  2  S. 6)  geltend  gemacht  –  eine  Frau  in  der 
bosnischen Gesellschaft nicht den Schutz bekommen könne, welchen ein 
Mann erhalten würde, 

dass  nicht  zuletzt  auch  aufgrund  des  weit  überdurchschnittlichen 
Bildungsstandes der Beschwerdeführerin  (vgl.  act. C7/9 S. 2)  sowie der 
Herkunft des Beschwerdeführers aus einer relativ wohlhabenden Familie 
(vgl.  act.  C32/13  S. 3)  zu  erwarten  gewesen  wäre,  dass  sich  diese 
vehementer und nachdrücklicher gegen die vorgebrachten Behelligungen 
einerseits und die angebliche Untätigkeit der Behörden andererseits zur 
Wehr gesetzt hätten, wenn die Bedrohungslage dies tatsächlich erfordert 
hätte, 

dass ferner davon auszugehen  ist, die Behörden hätten den Bruder und 
den  Schwiegervater  der  Beschwerdeführerin  nicht  jeweils  nach  einigen 
Tagen  in der psychiatrischen Klinik und/oder  in der Polizeistation wieder 
auf  freien  Fuss  gesetzt,  wenn  der  Bruder  tatsächlich  die 
Beschwerdeführerin  mehrmals  zu  vergewaltigen  versucht,  ihr 
Brandwunden  an  ihrem  Gesicht  zugefügt  und  sie  brutal 
zusammengeschlagen  sowie  auch  seine  Mutter  wiederholt  misshandelt 
hätte,  und der Schwiegervater Morddrohungen gegen  sie  ausgestossen 
und sich zu diesem Zweck eine Waffe besorgt hätte, 

dass  das  BFM  vor  diesem  Hintergrund  schliesslich  die  im 
erstinstanzlichen  Verfahren  eingereichten  Beweismittel  –  insbesondere 
den Bruder und den Schwiegervater der Beschwerdeführerin betreffende 
psychiatrische  Arztberichte  –  zu  Recht  als  asylrechtlich  nicht  relevant 
eingestuft hat, 

dass sich aus der der Beschwerde als Beweismittel beigelegten Auskunft 
der  Länderanalyse  der  Schweizerischen  Flüchtlingshilfe  (SFH)  vom 
8. Januar  2009  über  den  Fall  einer  alleinstehenden,  unter  einer 
posttraumatischen Belastungsstörung  leidenden Mutter  aus einer  streng 
islamischen  Familie  mit  einem  staatenlosen  Kind,  ebenfalls  nichts 
zugunsten der Beschwerdeführenden ableiten lässt, 

dass  es  sich  nämlich  bei  den  Beschwerdeführenden  nicht  um  sozial 
schwache  und  besonders  verletzliche  Personen  handelt,  sondern  um 
eine Studentin und einen aus relativ wohlhabender Familie stammenden 
Mann, welche zudem derselben Ethnie angehören und beide bosnische 
Staatsangehörige sind, 

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dass  sodann  weder  der  –  unkommentiert  eingereichte – 
"Wirtschaftsbericht:  Bosnien  und  Herzegowina"  des  Eidgenössischen 
Departements  für  auswärtige  Angelegenheiten  (EDA)  noch  der 
fremdsprachige  Polizeibericht  geeignet  sind,  asylrechtlich  relevante 
Sachverhalte  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  ist  der 
Beschwerde  doch  zum  Inhalt  des  Polizeiberichts  nichts  zu  entnehmen 
ausser  der  Aussage,  der  Bericht  bestätige,  dass  den 
Beschwerdeführenden schlicht nicht geglaubt werde, 

dass  es  den  Beschwerdeführenden  somit  nicht  gelingt,  die 
Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu 
machen, weshalb das Bundesamt  ihre Asylgesuche zu Recht abgelehnt 
hat, 

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs in der Regel die Wegweisung aus 
der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton 
keine  Aufenthaltsbewilligung  erteilt  hat  und  zudem  kein  Anspruch  auf 
Erteilung einer solchen besteht (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb 
die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen 
Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet 
wurde, 

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  regelt,  wenn  der  Vollzug 
der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist 
(Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 
16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), 

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), 

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dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), 

dass es den Beschwerdeführenden nicht gelungen  ist, eine asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet, 

dass  ferner  keine  Anhaltspunkte  für  eine  den  Beschwerdeführenden  in 
Bosnien und Herzegowina drohende menschenrechtswidrige Behandlung 
im Sinne von Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  ist  es  ihnen  doch  nicht  gelungen, 
diesbezüglich  eine  tatsächlich  bestehende  konkrete  Gefahr  ("real  risk") 
nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, 

dass die Beschwerdeführerin nicht als alleinstehende Frau nach Bosnien 
und  Herzegowina  zurückkehren  muss,  sondern  in  Begleitung  ihres 
Ehemannes, und davon auszugehen ist, dass das Paar in der Lage sein 
wird, sich gegen allfällige psychisch kranke Verwandte zu schützen und 
notfalls staatliche Hilfe beizuziehen,

dass  keine  konkreten  Anhaltspunkte  vorliegen,  die  darauf  hindeuten 
würden,  dass  die  bosnischen  Behörden  ihrer  Schutzpflicht  in  der 
Vergangenheit  generell  nicht  nachgekommen  wären,  haben  diese 
gemäss  den  Aussagen  der  Beschwerdeführerin  ihren  Bruder  doch 
mehrmals verhaftet, 

dass auch kein Anlass zur Annahme besteht, dies könnte in Zukunft nicht 
mehr der Fall sein, 

dass schliesslich die Behauptung der Beschwerdeführerin – "Eine Million 
Mal  war  ich  bei  der  Polizei.  So  zu  sagen  nonstop"  –  als  ebenso 
übertrieben  und  damit  unglaubhaft  erscheint  wie  ihre  Aussage,  ihr 

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Gesuch  um  Herausgabe  einer  Protokollkopie  im  Zusammenhang  mit 
einer  Strafanzeige  gegen  ihren  Bruder  sei  abgewiesen  worden  (vgl. 
act. C32/13 S. 5), 

dass  ferner  nicht  ersichtlich  ist,  wie  die  Mutter  der  Beschwerdeführerin 
vom Kauf einer Pistole durch den Schwiegervater und von der geplanten 
Tötung ihrer Tochter erfahren haben will, 

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  der 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  in  Bosnien  und  Herzegowina  noch 
individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Gefährdung  der 
Beschwerdeführenden im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, zumal 
sich aus den Akten keine Anhaltspunkte ergeben, die darauf schliessen 
liessen,  sie  würden  im  Falle  der  Rückkehr  in  den  Heimatstaat  aus 
sozialen,  wirtschaftlichen  oder  gesundheitlichen  Gründen  in  eine 
existenzbedrohende Situation geraten,

dass  die  Beschwerdeführerin  an  der  […]  Fakultät  der  Universität 
Z._______  studiert  hat  (vgl.  act.C7/9  S. 2)  und  der  Beschwerdeführer 
ausgebildeter  […]  ist sowie über Berufserfahrung unter anderem als  […] 
und […] verfügt (vgl. act. C6/9 S. 2, C32/13 S. 3) und davon auszugehen 
ist, das Paar verfüge in Z._______ über ein soziales Beziehungsnetz, 

dass die  jungen und gesunden Beschwerdeführenden  ferner  in Bosnien 
und  Herzegowina  über  ein  tragfähiges  familiäres  Beziehungsnetz 
verfügen,  leben  doch  neben  den  in  Z._______  wohnhaften  Eltern  und 
einem Bruder noch  fünf Tanten und zwei Onkel des Beschwerdeführers 
in  Bosnien  und  Herzegowina  (vgl.  act.  C6/9  S. 3),  und  hat  auch  die 
Beschwerdeführerin neben ihrer  in Z._______ lebenden Mutter und dem 
Bruder mehrere Onkel und Tanten (vgl. act. C7/9 S. 3), 

dass das Paar daher in der Lage sein wird, für sich und das gemeinsame 
Kind  in  Bosnien  und  Herzegowina  erneut  eine  wirtschaftliche 
Lebensgrundlage zu schaffen, 

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dass  sich  der  Vollzug  der  Wegweisung  somit  nicht  als  unzumutbar 
erweist, 

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  nach 
Bosnien  und  Herzegowina  schliesslich  möglich  ist,  da  keine 
Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihnen obliegt, 
bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ff.),

dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzen,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellen 
oder  unangemessen  sein  sollte  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die 
Beschwerde abzuweisen ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.– 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1 
VwVG)  und  mit  dem  am  17. Januar  2012  in  gleicher  Höhe  geleisteten 
Kostenvorschuss zu verrechnen sind.

(Dispositiv nächste Seite) 

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  den  Beschwerdeführenden 
auferlegt  und  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  in  gleicher  Höhe 
verrechnet. 

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Lang Jacqueline Augsburger

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