# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9390788c-ae1c-5627-9ad5-e41f887aedb1
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-28
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 28.08.2019 720 19 85/210
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-19-85-210_2019-08-28.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 28. August 2019 (720 19 85 / 210) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Die Frage nach einer für eine Rentenrevision gemäss Art. 17 ATSG rentenrelvante Verän-

derung des Gesundheitszustandes ist beweismässig nicht zuverlässig dargetan; Rück-

weisung an die Vorinstanz zur weiteren Abklärung  

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons-

richter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin Katja Wagner 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Stephan Bläsi, Rechtsan-
walt, Birsigstrasse 34, 4054 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A. Der 1965 geborene A.____ hatte sich erstmals mit Gesuch vom 18. November 1993 
unter Hinweis auf eine Stoffwechsel- und Vitaminmangelerkrankung bei der Eidgenössischen In-
validenversicherung (IV) zum Leistungsbezug angemeldet. Mit Verfügung vom 6. Juni 1994 
lehnte die IV-Stelle des Kantons Solothurn das Leistungsbegehren ab. Am 23. Juni 2004 meldete 
sich A.____ abermals zum Leistungsbezug an, wobei er im entsprechenden Antragsformular als 

 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

gesundheitliche Beschwerden Gichtschübe, eine chronische Darmentzündung sowie Flüssigkeit 
in den beiden Knien angab. In der Folge sprach ihm die IV-Stelle des Kantons Solothurn eine 
Umschulung zu, die der Versicherte im Juli 2007 mit dem Bürofachdiplom erfolgreich abgeschlos-
sen hat. Hiernach gewährte sie ihm zwei Arbeitstrainings. Seit Mai 2010 arbeitet der Versicherte 
als Allrounder bei der Garage B.___ GmbH in X.____ im Umfang eines Pensums von 50%. Nach 
Abklärung der erwerblichen und gesundheitlichen Verhältnisse sprach ihm die IV-Stelle des Kan-
tons Solothurn mit Verfügung vom 25. Februar 2011 mit Wirkung ab 1. Juni 2004 eine ganze 
Rente, ab 1. Oktober 2005 eine Dreiviertelsrente und ab 1. April 2006 eine halbe Rente der Inva-
lidenversicherung zu. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.  
 
Im März 2015 leitete die nunmehr zuständige IV-Stelle des Kantons Basel-Landschaft (IV-Stelle) 
ein Revisionsverfahren ein. Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens reduzierte sie mit 
Verfügung vom 19. Februar 2019 die halbe Rente per 1. April 2019 auf eine Viertelsrente. Zur 
Begründung wurde im Wesentlichen angeführt, dass sich der Gesundheitszustand des Versicher-
ten insofern verbessert habe, als nicht mehr nur von einer Arbeitsfähigkeit von 70%, sondern 
vielmehr von einer solchen von 80% auszugehen sei. Bei ansonsten unveränderten Verhältnis-
sen resultiere neu ein Invaliditätsgrad von 42% und damit ein Anspruch auf eine Viertelsrente.  
 
B. Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch Stephan Bläsi, Advokat, 
mit Eingabe vom 11. März 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Land-
schaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, die Verfügung 
der IV-Stelle vom 19. Februar 2019 sei ersatzlos aufzuheben. Eventualiter sei die IV-Stelle in 
Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 19. Februar 2019 anzuhalten, vertiefte Sachver-
haltsabklärungen zu treffen, um in der Folge erneut über den Rentenanspruch zu entscheiden; 
unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, dass die Beurteilung von 
Dr. med. C.____, Facharzt für Arbeitsmedizin, Regionaler Ärztlicher Dienst beider Basel (RAD), 
auf die sich die Verfügung stütze, im Widerspruch zu den Einschätzungen seiner behandelnden 
Ärzte und den Angaben seines gegenwärtigen Arbeitgebers stünde. Seit der ursprünglichen Ren-
tenzusprache habe sich keine wesentliche Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen erge-
ben, womit nach wie vor Anspruch auf eine halbe Rente bestehe.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 4. April 2019 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Be-
schwerde. 
 
D. Mit Beschluss vom 23. Mai 2019 stellte das Kantonsgericht den Fall aus und gab dem 
Beschwerdeführer Gelegenheit, sich vernehmen zu lassen und die Möglichkeit des Beschwerde-
rückzugs. Zur Begründung wurde festgehalten, dass das Kantonsgericht – im Falle eines Urteils 
– die angefochtene Verfügung aufheben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung und zum 
Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückweisen würde. Die Neu-
bestimmung des Invaliditätsgrads könne möglicherweise zu einer Schlechterstellung (reformatio 
in peius) führen. 
 
E. Am 17. Juni 2019 liess der Beschwerdeführer mitteilen, dass er an seiner Beschwerde 
festhalte. 

 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht und im Weiteren form- und fristge-
recht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.  
 
2.1  Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 
Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die 
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), die während eines Jahres ohne 
wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen 
(lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). Bei einem Invalidi-
tätsgrad von mindestens 40% besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60% auf 
eine Dreiviertelrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% auf eine ganze Rente 
(Art. 28 Abs. 2 IVG). 
 
2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebre-
chen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be-
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen 
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). 
 
2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu 
betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden 
psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 
IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundesgericht entschieden, 
dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren 
nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen 
definiert systematisierte Indikatoren, die – unter Berücksichtigung von leistungshindernden 
äusseren Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) ander-
seits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 
E. 2., E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einord-
nung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer recht-
lich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die 
materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 
E. 3.7.2). 
 

 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

3. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle die dem Beschwerdeführer seit 1. April 2006 
ausgerichtete halbe Invalidenrente zu Recht per 1. April 2019 auf eine Viertelsrente herabgesetzt 
hat.  
 
3.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende Invalidenrenten für die Zukunft zu erhöhen, 
herabzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheb-
lichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächli-
chen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu be-
einflussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine wesentliche Änderung des Gesundheits-
zustandes der versicherten Person, wobei die reale Veränderung eines medizinischen Sachver-
halts von einer bloss nur nominellen Differenz zu unterscheiden ist. Darüber hinaus ist eine Rente 
aber auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich geblie-
benen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). 
Es obliegt dem Versicherungsträger, eine erhebliche Veränderung des Invaliditätsgrades nach-
zuweisen, wenn er eine Rente reduzieren oder aufheben will (SVR 2014 UV Nr. 7 S. 21). Hinter-
grund bildet der Umstand, dass der Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG) die Verwal-
tung verpflichtet, von Amtes wegen Gründe für und gegen das Vorliegen oder Fehlen eines Sa-
chumstands heranzuziehen (BGE 141 V 281 E. 3.4.2.2). Ist eine anspruchserhebliche Änderung 
des Sachverhalts mit Blick auf eine revisionsweise Änderung einer zuvor zugesprochenen Versi-
cherungsleistung nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt (BGE 
129 V 177 E. 3.1), bleibt es nach dem Grundsatz der materiellen Beweislast beim bisherigen 
Rechtszustand (Urteil des Bundesgerichts vom 7. November 2013, 8C_48/2013, E. 2.4). 
 
3.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätzung von im Wesentlichen un-
veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu einer materiellen Revision. Bloss auf  einer 
anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhebliche Differenzen sind daher von revisi-
onsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugrenzen. Dabei ist zu beachten, dass eine 
ärztliche Schlussfolgerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesund-
heitszustand effektiv nicht verändert hat, meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizi-
nischen Ermessens zurückzuführen ist (BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3, Urteil des Bundesgerichts 
vom 12. Dezember 2012, 8C_549/2012, E. 2.3). Dabei ist weiter zu berücksichtigen, dass auch 
eine Veränderung von versicherungsmedizinischen Beurteilungsparametern zu einer abweichen-
den ärztlichen Schlussfolgerung führen kann (SVR 2012 IV Nr. 18 E. 4.1 mit Hinweisen; Urteil 
des Bundesgerichts vom 8. November 2012, 8C_459/2012, E. 4.2.1).  
 
3.3 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung des In-
validitätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, 
welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhalts-
abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk-
ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht 
(BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). Vorliegend sprach die IV-Stelle des 
Kantons Solothurn mit unangefochten in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 25. Februar 
2011 dem Versicherten eine auf einem Invaliditätsgrad von 54% basierende Invalidenrente zu. 
Infolge des im März 2015 von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevisionsverfahrens gelangte 

 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

die nunmehr zuständige IV-Stelle mit Verfügung vom 19. Februar 2019 zur Auffassung, dass die 
dem Versicherten im damaligen Zeitpunkt zugesprochene halbe Rente aufgrund einer Verbesse-
rung des Gesundheitszustandes auf eine Viertelsrente zu reduzieren sei. Somit beurteilt sich die 
Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine revisions-
weise Herabsetzung der bis anhin ausgerichteten halben Rente rechtfertigt, durch Vergleich des 
Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der rentenzusprechenden Verfügung vom 25. Februar 2011 
bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 19. 
Februar 2019.  
 
4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi-
cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund-
lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge-
mutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro-
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des 
Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 
E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c).  
 
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So führte das Bundesgericht zu den Gerichtsgutachten aus, 
dass das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschätzungen des medizinischen 
Experten abweicht, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfü-
gung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen (BGE 125 V 352 f. 
E. 3b/aa). Gleichwohl wie bei Gutachten externer Spezialärzte, welche von Versicherungsträgern 
im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholt wurden und den Anforderungen der Rechtsprechung 

 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

entsprechen, darf das Gericht insbesondere einem von ihm eingeholten Gerichtsgutachten vollen 
Beweiswert zuerkennen, solange "nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit" der Exper-
tise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f.). Schliesslich lässt es die Natur des Begutach-
tungsauftrags  eines amtlich bestellten fachmedizinischen Experten nicht zu (BGE 124 I 170 E. 4 
S. 175; Urteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E. 2b), ein Administrativ- oder Gerichtsgut-
achten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn andere 
Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 
2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die 
Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in 
überzeugender Weise zu anderen Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung 
kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachleute 
dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu 
stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine weitere Fachperson im Rahmen einer Ober-
expertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne eine solche vom Ergebnis des Gerichtsgutach-
tens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/aa mit Hinweisen). 
 
5.1 Im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung stützte sich die IV-Stelle des Kantons 
Solothurn auf das Gutachten der Swiss Insurance Medicine (asim) vom 6. Juli 2009 mit den Fach-
disziplinen Neurologie und Rheumatologie. Aus gesamtmedizinischer Sicht wurde darin mit Ein-
fluss auf die Arbeitsfähigkeit eine Spondarthropathie mit Sakroiliitis beidseits und peripherem Ge-
lenkbefall diagnostiziert, aktuell aktiv im zweiten proximalen Interphalangealgelenk der linken 
Hand, am Knie rechts anamnestisch intermittierend seit 2004. Ferner wurden rezidivierende 
Gichtattacken an den Gelenken der unteren Extremitäten (Knie, oberes Sprunggelenk und 
Grosszehengrundgelenke beidseits 1998-2004) und im Weiteren beginnende degenerative Ver-
änderungen am rechten Kniegelenk, bei Meniskusdegeneration rechts medial mit Hinterhornriss, 
bei kleinem osteokartilaginärem Defekt am medialen Femurkondylus und bei aktuell klinisch un-
auffälligen Verhältnissen sowie eine Fehlstatik der Füsse diagnostiziert. Ohne Auswirkungen auf 
die Arbeitsfähigkeit bestünden Osteochondrosen der Lendenwirbelsäule (LWS) auf Höhe L4/5 
links, ferner Spannungskopfschmerzen und eine Migräne ohne Aura. Die 2004 bildgebend doku-
mentierte beginnende Sakroiliitis sei gemäss aktueller Anamnese asymptomatisch, als Korrelat 
der beklagten Knieschmerzen seien beginnende degenerative Veränderungen bildgebend nach-
gewiesen. Entzündliche Manifestationen seien phasenweise subklinisch bis klinisch vorhanden, 
aktuell sei jedoch klinisch kein signifikanter Ausdruck einer persistierenden peripheren spon-
darthropathischen Aktivität identifizierbar. Im linken Zeigefinger möge eine leichtgradige Synovitis 
vorliegen, im Labor würden aber Entzündungszeichen fehlen. Klinisch gebe es keine Hinweise 
auf eine chronische Gichtarthropathie, neu seien aber Korrelate einer kutanen Psoriasis auszu-
machen. Trotz Absetzen der antiinflammatorischen Medikation würde aktuell nur eine leichtgra-
dige gastrointestinale Aktivität stattfinden. Die Symptomatik beschränke sich auf drei bis vier 
dünnflüssige Entleerungen pro Tag ohne Blutabgang und ohne Darmkrämpfe. Dies habe nur eine 
geringe Auswirkung im Sinne einer Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit, so dass 
nach Rücksprache mit einem Gastroenterologen auf eine gastroenterologische Begutachtung 
verzichtet worden sei. Es bestehe eine grosse Diskrepanz zwischen der angegebenen Beschwer-
deintensität mit Einschränkung im Alltag und den klinisch erhobenen Befunden. Es sei eine sub-

 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

jektive Krankheitsüberzeugung feststellbar. Die Leistungsfähigkeit sei sicherlich reduziert, grund-
sätzlich könne aber mit adäquaten pharmakologischen Massnahmen eine Beschwerdeverschlim-
merung in engen Grenzen gehalten werden. Die geklagten Knöchelbeschwerden seien am ehes-
ten Ausdruck einer mechanischen Fuss-Fehlstatik. Die angegebenen Hand- und Ellbogenbe-
schwerden seien ohne entsprechende Korrelate, ebenso wie die Schulterbeschwerden, wobei 
intermittierend leichte entzündliche Beschwerdeschübe denkbar seien. Die geklagten Kopf-
schmerzen und die Migräne hätten schon vor Auftreten der Arthropathien bestanden und seien 
damals nicht arbeitseinschränkend gewesen.  
 
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit wurde aus gesamtmedizinscher Sicht für körperlich schwere und 
mittelschwere Tätigkeiten – wie die angestammte Tätigkeit als Sanitärinstallateur – eine vollstän-
dige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Aufgrund der Stuhlfrequenz müsse eine körperliche Schwä-
chung anerkannt werden. Die Colitis ulcerosa sei eine chronische Erkrankung, daher sei mit er-
neuten, die Arbeitsfähigkeit vorübergehend beeinträchtigenden Schüben zu rechnen. Zudem be-
stünden rezidivierend schmerzhafte Gelenksbeschwerden. Insgesamt sei eine Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit von 30% anzuerkennen. Eine körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeit, 
ohne muskuloskelettäre und ohne ausgesprochen kniegelenksspezifische Belastung ohne repe-
titives Heben, Stossen und Ziehen von Lasten von mehr als 3-5kg, ohne vorwiegend stehende 
und gehende Anteile, nicht ausschliesslich sitzend mit der Möglichkeit zum selbständigen Wech-
seln der Körperposition und mit einem WC in der Nähe des Arbeitsplatzes sei dem Versicherten 
seit dem 1. Januar 2006 im Umfang von 70% zumutbar.  
 
5.2  Gestützt auf die Ergebnisse des vorstehend zitierten Gutachtens sprach die IV-Stelle 
des Kantons Solothurn dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 25. Februar 2011 ab 1. April 
2006 eine halbe Rente zu.  
 
5.3. Im Zusammenhang mit dem eingeleiteten Revisionsverfahren holte die IV-Stelle zur Ab-
klärung des massgebenden medizinischen Sachverhalts bei den behandelnden Ärzten des Ver-
sicherten medizinische Berichte ein. 
 
5.4.1 In seinem Bericht vom 28. April 2015 stellte Dr. med. D.____, FMH Allgemeine Innere 
Medizin, die bereits bekannten Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Eine Colitis 
ulcerosa, eine Seronegative Spondylarthropathie mit beginnender Sakroiliitis beidseits, einen 
Status nach Oligoarthritis urica mit Befall der Kniegelenke beidseits und des oberen Sprungge-
lenkes links, eine Meniskus-Degeneration rechts medial und ein Meniskusriss im Hinterhornbe-
reich des rechten Kniegelenks sowie eine symptomatische Fehlstatik der Füsse. Ohne Einfluss 
auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er zusätzlich beginnende entzündliche Läsionen in beiden 
ISG mit entsprechendem Enhacement nach Gadoliniumgabe, vereinbar mit einer beginnenden 
Sakroiliitis sowie einem radikulären Irritationsphänomen in C7 rechts bei wahrscheinlicher Disko-
pathie C6/C7 rechts. Es bestünden dreimal täglich weiche bzw. wässrige Durchfälle sowie all-
abendliche Kniegelenksschmerzen und Erschöpfung. Körperlich sei der Explorand schnell ermü-
det und erschöpft, er brauche längere Erholungsphasen. Mit eingeschränktem Belastungsprofil 
sei der Patient viereinhalb Stunden pro Tag arbeitsfähig mit circa zwei bis drei Ruhepausen von 
circa einer Viertelstunde pro Nachmittag.  

 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
5.4.2 Mit Bericht vom 14. September 2015 stellte Dr. med. E.____, FMH Allgemeine Innere 
Medizin, fest, dass die Colitis ulcerosa gegenwärtig remittiert und der Patient vom Darm her be-
schwerdefrei sei. Allein aufgrund der Darmprobleme sei keine IV-Abklärung notwendig. Die letzte 
Konsultation habe am 3. Juli 2015 stattgefunden.  
 
5.4.3 Mit Stellungnahme vom 26. Oktober 2015 führte Dr. C.____, RAD, aus, dass sich den 
Berichten von Dr. E.____ und Dr. D.____ eine Verbesserung des Gesundheitszustandes entneh-
men lasse. Es sei eine Änderung des Schweregrades der Diagnosen eingetreten. Dr. D.____ 
berichte zwar – wie dies im Gutachten der asim festgehalten werde – von dreimaligem wässrigem 
Stuhlgang pro Tag. Dr. E.____ habe die Colitis ulcerosa aber als remittiert und den Versicherten 
als beschwerdefrei bezeichnet. Folglich könne nicht mehr von einer Restarbeitsfähigkeit von le-
diglich 70% ausgegangen werden. Die körperliche Schwächung sei im damaligen Zeitpunkt auf 
die erhöhte Stuhlfrequenz zurückzuführen gewesen. Diese habe sich nunmehr normalisiert, so 
dass von keiner körperlichen Schwächung mehr auszugehen sei. Die Arbeitsfähigkeit betrage 
spätestens seit 3. Juli 2015 80%. Die verbleibende Einschränkung von 20% sei mit einer vermin-
derten Stresstoleranz bei Colitis ulcerosa begründbar. Gesamtmedizinisch habe sich der Ge-
sundheitszustand verbessert, eine psychische Begleitmorbidität bestehe nicht. Ferner seien auch 
die 2009 noch regelmässig aufgetretenen Gichtattacken remittiert. Der Versicherte könne daher 
sein Pensum bei der B.____ GmbH auf 80% erhöhen.  
 
5.4.4 Am 16. August 2016 bestätigte Dr. E.____ infolge einer weiteren Konsultation die Voll-
remission der Colitis ulcerosa. In einem weiteren Bericht vom 12. September 2016 bestätigte 
auch Dr. D.____ seine Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung vom 28. April 2015. Krankheitshalber stün-
den die extreme Müdigkeit und der Konzentrationsabfall nach vier bis fünf Stunden Arbeiten im 
Vordergrund. Der Patient leide nach wie vor unter Durchfällen und das rechte Knie schwelle nach 
dem Laufen an.  
 
5.4.5 In seiner hierzu ergangenen Beurteilung vom 5. Oktober 2016 führte Dr. C.____ aus, 
dass der Bericht von Dr. D.____ keine neuen medizinischen Fakten enthalte. Objektive Befunde, 
die auf eine so ausgeprägte Fatigue hindeuten würden, seien nicht mehr auszumachen. Seine 
frühere Stellungnahme vom 26. Oktober 2015 habe daher weiterhin Geltung.  
 
5.4.6 Nachdem der Versicherte Einwand gegen den Vorbescheid vom 13. Oktober 2017 er-
hoben hatte, nahm Dr. C.____ am 19. Dezember 2017 erneut zur Sache Stellung. Hinsichtlich 
der begehrten Durchführung einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) führte er 
aus, dass eine solche im vorliegenden Fall nicht angebracht sei. Eine praktische Erprobung der 
Leistungsfähigkeit im Rahmen einer EFL oder eines Arbeitstrainings müsse nicht zwingend die 
tatsächliche Arbeitsfähigkeit wiederspiegeln, da die tatsächlich erbrachten Leistungen auch von 
sozialversicherungsrechtlichen Überlegungen beeinflusst werden könnten. Hinsichtlich der ent-
zündlichen Darmerkrankung empfahl er infolge Hinweise auf bisher unberücksichtigte Fakten die 
Einholung einer Stellungnahme bei Dr. med. F.____, FMH Allgemeine Innere Medizin.  

 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

5.4.7 Dr. F.____ hielt am 9. Januar 2018 fest, dass infolge der Colitis ulcerosa aktuell keine 
Schmerzen des Abdomens bei wechselndem Stuhlgang mit Durchfall und Verstopfung bestün-
den. Bei längerer körperlicher Belastung resultierten aber eine schnelle Erschöpfung sowie Kon-
zentrationsschwierigkeiten. Zudem bestünden Knieschmerzen beidseits, rechts mehr als links. 
Eine Arbeit in einem Pensum im Umfang von 100% sei nicht denkbar.  
 
6.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurteilung des medizinischen Sachver-
halts und der Frage, ob seit der Rentenzusprache mit Verfügung vom 25. Februar 2011 eine 
anspruchserhebliche Änderung in den gesundheitlichen Verhältnissen eingetreten ist, vollum-
fänglich auf die RAD-Beurteilungen von Dr. C.____, namentlich auf seine Stellungnahme vom 
26. Oktober 2015. Anhand dieser Grundlagen und eines Vergleichs zwischen der aktuellen Be-
urteilung und der Beurteilung im Zeitpunkt der Rentenzusprache hat sie erwogen, dass eine sol-
che in Form einer Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgewiesen sei. Demgegenüber 
stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, das von der Beschwerdegegnerin geltend 
gemachte gesteigerte Leistungsvermögen finde in den Akten keine Stütze. Vielmehr ermüde er 
nach wie vor sehr rasch und er sei überdies auch in psychischer Hinsicht beeinträchtigt. Der 
Auffassung der Beschwerdegegnerin kann – wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird – aus ver-
schiedenen Gründen nicht gefolgt werden.  
 
6.2.1 Wie unter Erwägung 4.3 hiervor ausgeführt, sind an die Beweiswürdigung strenge An-
forderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens 
entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüs-
sigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so verliert die Beurteilungsgrundlage 
rechtsprechungsgemäss ihren Beweiswert. Solche Zweifel ergeben sich vorliegend insbesondere 
aus der Tatsache, dass Dr. C.____ die im Vergleich zur gutachterlichen Beurteilung vom 6. Juli 
2009 um 10% erhöhte Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen mit der Remission der Colitis ulcerosa 
begründet. Dabei gilt es zu beachten, dass bereits zum damaligen Zeitpunkt eine nur leichtgra-
dige gastrointestinale Aktivität erhoben werden konnte und mit Blick auf die im Bericht von Dr. 
D.____ vom 28. April 2015 beschriebene Symptomatik mit drei täglichen Entleerungen weitge-
hend unveränderte gesundheitliche Verhältnisse vorliegen. Entgegen den Ausführungen des 
RAD-Arztes trifft es sodann gerade nicht zu, dass die Arbeitsunfähigkeit im Gutachten der asim 
vom 6. Juli 2009 einzig mit der besagten Diagnose begründet wurde. Vielmehr wird im Rahmen 
der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung explizit auf die zusätzlich bestehenden rezidivierenden Gelenks-
beschwerden hingewiesen und aus einer Gesamtsicht heraus eine Arbeitsunfähigkeit von 30% 
veranschlagt (vgl. Gutachten S. 8 und 24 sowie E. 5.1 hiervor). Diese rheumatologischen Be-
schwerden haben in den Berichten von Dr. C.____ jedoch keinerlei Würdigung erfahren. Diese 
Tatsachen sowie die Diskrepanzen der im hier zu beurteilenden Revisionsverfahren beigezoge-
nen Berichte hätten die Beschwerdegegnerin veranlassen müssen, den Gesundheitszustand des 
Versicherten vor Verfügungserlass eingehender – mithin in Form eines externen Verwaltungsgut-
achtens – abklären zu lassen. Eine solche Begutachtung wäre alsdann umso mehr angezeigt 
gewesen, als hinsichtlich der unberücksichtigt gebliebenen Gelenksbeschwerden gar Hinweise 
für eine Verschlechterung ausgemacht werden können, indem neu zusätzlich Beschwerden im 
linken Knie dokumentiert werden. Nachdem die Beschwerdegegnerin jedoch lediglich versiche-

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

rungsmedizinische Aktenbeurteilungen bei Dr. C.____ einholte, ist sie ihrer – aus dem Untersu-
chungsgrundsatz resultierenden – Pflicht zur richtigen und vollständigen Abklärung des rechtser-
heblichen Sachverhalts nur unzureichend nachgekommen. 
 
6.2.2 Nicht gefolgt werden kann dem Beschwerdeführer hingegen, soweit er geltend macht, 
er sei auch in psychischer Hinsicht beeinträchtigt. Hierzu finden sich in den Akten keinerlei Hin-
weise, welche diese Aussagen stützten würden. Im Gegenteil wird im Bericht von Dr. D.____ vom 
28. April 2015 explizit festgehalten, dass keine geistigen und psychischen Beeinträchtigungen 
bestünden. Unter diesen Umständen können aber weitere Abklärungen in psychiatrischer Hin-
sicht in antizipierter Beweiswürdigung unterbleiben (vgl. zur Zulässigkeit einer antizipierten Be-
weiswürdigung: BGE 131 I 153 E. 3, 126 V 130 E. 2a, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 
344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 
 
6.3 Nach dem Gesagten kommt der Beurteilung von Dr. C.____ hinsichtlich der Würdigung 
des massgebenden medizinischen Sachverhalts keine ausschlaggebende Beweiskraft zu. Die 
übrigen, im Verfügungszeitpunkt bei den Akten liegenden medizinischen Berichte bilden aber 
ebenfalls keine verlässliche Entscheidungsgrundlage. Die Frage, ob und welche konkreten Ge-
sichtspunkte in der Krankheitsentwicklung des Versicherten zu einer mittlerweile – wesentlich – 
abweichenden Einschätzung des Schweregrads in gesamtmedizinischer Hinsicht geführt haben, 
kann anhand der vorliegenden Aktenlage nicht zuverlässig beurteilt werden. 
 
7.1 Ist eine anspruchserhebliche Änderung des Sachverhalts bei einer nach Art. 17 ATSG 
strittigen Revision nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit dargetan, bleibt es nach dem Grundsatz der materiellen Beweislast 
beim bisherigen Rechtszustand und der angefochtene Entscheid ist zu kassieren (Urteil des Bun-
desgerichts vom 7. Juni 2017, 9C_143/2017, E. 4.4; ebenso Urteil des Bundesgerichts vom 7. 
November 2013, 8C_481/2013, E. 2.4). Anders ist zu entscheiden, falls zwar Anhaltspunkte für 
eine rechtserhebliche Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse vorliegen, sich ein Revisi-
onsgutachten jedoch nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung 
der gesundheitlichen Situation stattgefunden hat. Sind die in diesem Zusammenhang entschei-
denden Fragen mit anderen Worten bisher medizinisch nicht zuverlässig und widerspruchsfrei 
geklärt worden und existiert für eine anspruchserhebliche Änderung des Sachverhalts mithin 
keine verlässliche Grundlage, welche eine anspruchserhebliche Veränderung mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit bejahen (oder ausschliessen) würde, ist die Angelegenheit diesfalls nicht zu 
kassieren, sondern an die Vorinstanz zur ergänzenden Abklärung zurückzuweisen (Urteil des 
Bundesgerichts vom 6. Dezember 2016, 8C_575/2016, E. 7). 
 
7.2 Im vorliegenden Fall bestehen mehr als nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 
Schlüssigkeit der Aktenbeurteilungen von Dr. C.____ (vgl. E. 6.2 hiervor). Angesichts der Tatsa-
che, dass Dr. C.____ nur die Colitis ulcerosa zum Gegenstand seiner Beurteilung erhoben hat, 
kann die Frage einer allfälligen Veränderung der gesundheitlichen Situation nicht zuverlässig und 
widerspruchsfrei geklärt werden. Hinzu tritt, dass in Bezug auf die vollständig unberücksichtigt 
gebliebene rheumatologische Problematik Anhaltspunkte für eine Veränderung des Gesundheits-

 

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

zustandes vorliegen, die gar auf eine Verschlechterung desselben hindeuten. Ein verlässlich fest-
stehender, medizinisch nachvollziehbar erstellter Sachverhalt, der es erlauben würde, ohne wei-
tere medizinische Abklärungen auf den Eintritt einer anspruchsrelevanten Veränderung zu 
schliessen, liegt damit jedenfalls nicht vor. Die Angelegenheit ist daher zur ergänzenden Abklä-
rung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese wird den aktuellen Gesundheitszustand 
des Versicherten und die Frage, ob sich dieser in rentenrelevantem Ausmass verändert hat, im 
Rahmen eines externen Verwaltungsgutachtens untersuchen zu lassen haben. Gestützt auf die 
Ergebnisse der Aktenergänzung wird die Beschwerdegegnerin über die Ansprüche des Be-
schwerdeführers neu zu verfügen haben. 
 
7.3 Soweit der Beschwerdeführer mit Blick auf weitere von der Verwaltung zu veranlassende 
Abklärungen geltend macht, es sei zwecks Ermittlung seines tatsächlichen Leistungsvermögens 
eine EFL durchzuführen, so erscheint diese nach bisherigem Aktenstand nicht zielführend. Wie 
die Beschwerdegegnerin diesbezüglich zutreffend ausführt, sind valide Ergebnisse mit einer EFL 
nur dann zu erzielen, wenn keine Zweifel über die Leistungsbereitschaft bestehen. Zumal bereits 
im Gutachten der asim vom 6. Juli 2009 Diskrepanzen zwischen den geklagten Beschwerden 
und den klinischen Befunden ausgemacht werden konnten, ist fraglich, ob mit einer EFL-Testung 
verlässliche Ergebnisse zu erwarten wären. Dessen ungeachtet ist eine EFL allenfalls dann in 
Betracht zu ziehen, wenn sich die beteiligten Fachärzte ausser Stande sehen, eine zuverlässige 
Einschätzung des leistungsmässig Machbaren vorzunehmen und deshalb eine konkrete leis-
tungsorientierte berufliche Abklärung als zweckmässigste Massnahme ausdrücklich empfehlen. 
Mangels rechtsgenüglich erstellten Sachverhalts wird die Angelegenheit zur Einholung eines Ver-
waltungsgutachtens – welches Klarheit bezüglich des Leistungsvermögens des Beschwerdefüh-
rers schaffen soll – zurückgewiesen. Insofern erscheint eine abschliessende Klärung dieser 
Frage zum jetzigen Zeitpunkt ohnehin als wenig sinnvoll (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 
29. Dezember 2016, 9C_497/2016, E. 5.3).  
 
8. Nachdem die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen und zu neuer Verfügung an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, führt dies im Ergebnis zur Gutheissung der Be-
schwerde. 
 
9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um 
die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsge-
richt kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Regel in 
angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hat deshalb die IV-Stelle 
als unterliegende Partei die Verfahrenskosten zu tragen. Die Verfahrenskosten in der Höhe von 
Fr. 800.-- sind der IV-Stelle aufzuerlegen. Der Beschwerdeführer erhält seinen bereits geleisteten 
Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 
 
9.2 Gemäss § 21 Abs. 1 VPO steht dem obsiegenden Beschwerdeführer eine Parteient-
schädigung zu. Der Honorarnote vom 12. April 2019 zufolge beläuft sich der geltend gemachte 
Aufwand für das vorliegende Beschwerdeverfahren auf insgesamt 5 Stunden und 35 Minuten, 
was sich angesichts der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen er-

 

 
 
Seite 12   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

weist. Ebenfalls nicht zu beanstanden sind die geltend gemachten Auslagen im Umfang von ins-
gesamt Fr. 105.30. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisge-
mäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu 
entschädigen (vgl. § 3 Abs. 1 der Tarifordnung für Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 
2003). Dem Beschwerdeführer ist demnach eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 
1‘616.70 (5 Stunden und 35 Minuten à Fr. 250.-- zuzüglich Spesen und Auslagen von Fr. 105.30 
sowie 7.7%) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen.  
 
10. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind 
– mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren 
(vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a 
BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und 
damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren er-
sparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt 
es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und 
anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2).  
 
Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischenentscheid 
im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen-
heiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzungen 
zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende Rechtsmittel-
belehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt.  
 
 
  

 

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene 
Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 19. Februar 2019 aufge-
hoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle 
Basel-Landschaft zurückgewiesen wird.  

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. Der Kostenvorschuss in der Höhe von 
Fr. 800.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.  

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdeführer eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 1‘616.70 (inkl. Auslagen und Mehr-
wertsteuer) zu bezahlen.