# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 568c3b42-3a09-5662-a2b1-47d40253d01e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 22.04.2021 19-9713
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_19-9713_2021-04-22.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/19

Publikationsplattform

Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden

Fall-Nr.: 19-9713

Stelle: Generalsekretariat Bau- und Umweltdepartement

Instanz: Bau- und Umweltdepartement

Publikationsdatum: 14.05.2021

Entscheiddatum: 22.04.2021

BDE 2021 Nr. 31
Art. 9 VRP, Art. 39 AuLaV, Art. 24 RPG, Art. 3 RPV, Art. 21 PBV. Die 
unentbehrlichen Organe des Vereins wurden bestellt, so dass die 
Handlungsfähigkeit der Rekursgegnerin gegeben ist (Erw. 3). Damit im 
vorliegenden Fall die Auswirkungen des Gleitschirmstartplatzes auf Raum 
und Umwelt im Rahmen einer Interessenabwägung überhaupt erst beurteilt 
werden können, braucht es ein Betriebskonzept. Zwar liegt ein sog. 
Flugbetriebshandbuch vor, jedoch finden sich darin keinerlei konkrete 
Angaben zum geplanten Betrieb (Erw. 5.2). Ohne die notwendigen 
Betriebsdaten kombiniert mit einem verbindlichen Betriebskonzept können 
zahlreiche Rechtsfragen wie etwa die Interessenabwägung nach Art. 3 RPV, 
die hinreichende Erschliessung oder der privatrechtliche Immissionsschutz 
gar nicht erst beurteilt werden (Erw. 5.4). Hinzukommt, dass sich das AREG 
im Rahmen der Interessenabwägung zur kommunalen SchutzV und des 
darin vorgesehenen Verbots der Gleitschirmfliegerei nicht geäussert hat 
(Erw. 6).

BDE 2021 Nr. 31 finden Sie im angehängten PDF-Dokument

Kanton St.Gallen 

Baudepartement 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

19-9713 

 

Entscheid Nr. 31/2021 vom 22. April 2021 

Rekurrenten 

 

  

 A.___ 

B.___ 

vertreten durch Dr. Christoph Bürgi, Rechtsanwalt, Bogenstrasse 9, 

9000 St.Gallen 

   

gegen 

 

 

Vorinstanz  Gemeinderat Z.___ (Entscheid vom 25. November 2019) 

 

 

Rekursgegnerin 

 

 Verein C.___ 

Grundeigentümerin 1 

 

Grundeigentümerin 2 

 

 

 Alpkorporation D.___ 

 

E.___ 

 

Betreff  Baubewilligung (Start- und Landeplatz für Hängegleiter) 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 31/2021), Seite 2/18 

 

Sachverhalt 

A.  

a) Die Gegend um die Alp D.___, oberhalb des H.___see, wird seit 

längerer Zeit als Startgebiet für Hängegleiter – sprich Gleitschirme und 

Deltasegler – genutzt. Die Zunahme des Flugbetriebs über die letzten 

Jahre führte zu immer grösserem Widerstand der Eigentümer der 

angrenzenden Wohn- und Ferienhäuser. Im Jahr 2013 gelangten die 

betroffenen Anwohner an den Gemeinderat Z.___ und beantragten die 

Aufhebung des damals genutzten Startplatzes auf dem Grundstück 

Nr. 001. Daraufhin führte der Gemeinderat mit den Beteiligten sowie 

den entsprechenden kantonalen Stellen einen runden Tisch durch, 

wobei beschlossen wurde, dass von Seiten der Gleitschirmvereine ein 

Baugesuch für den Startplatz eingereicht werde.  

 

b) Nach mehrmaliger Mahnung reichte der Gleitschirmclub F.___ 

am 13. März 2014 ein Baugesuch betreffend Nutzung des 

Grundstücks Nr. 001 als Startplatz ein. Mit Verfügung vom 15. Mai 

2014 erliess der Gemeinderat bis zum Entscheid über das Baugesuch 

ein Nutzungsverbot für das Starten von Hängegleitern. Das Nutzungs-

verbot wurde vom Baudepartement mit Entscheid Nr. 73/2015 vom 

19. Oktober 2015 bestätigt. Daraufhin wurde der Startplatz aufgege-

ben und das Baugesuch zurückgezogen.  

 

B.  

a) Im Jahr 2016 übernahm die Interessengemeinschaft C.___ (im 

Folgenden IGC) – welcher verschiedene Flugschulen angehören – die 

Interessensvertretung für das Fluggebiet. Mit Baugesuch vom 30. Mai 

2017 beantragte die IGC beim Gemeinderat Z.___ die Baubewilligung 

für zwei Startplätze und einen Landeplatz. Der geplante Startplatz Ost 

(gemäss Situationsplan etwa 1'750 m2 gross) liegt etwa 300 m östlich 

des alten Startplatzes auf dem Grundstück Nr. 002, welches sich im 

Eigentum von E.___ befindet. Der Startplatz West (gemäss 

Situationsplan etwa 20'980 m2 gross) soll rund 750 m westlich des 

alten Startplatzes auf Grundstück Nr. 003 zu liegen kommen, welches 

sich im Eigentum der Alpkorporation D.___ befindet. Der geplante 

Landeplatz (gemäss Situationsplan etwa 14'350 m2 gross) befindet 

sich östlich des H.___seeufers, auf Grundstück Nr. 004, welches 

wiederum im Eigentum von E.___ steht.  

 

b) Die Startplätze Ost und West liegen gemäss geltendem Zonen-

plan der Gemeinde Z.___ vom 1. Juni 1981 in der Landwirtschafts-

zone. Der Landeplatz liegt im übrigen Gemeindegebiet. Die gesamte 

Südflanke der Bergkette – und damit die Startplätze Ost und West, 

nicht aber der Landeplatz – wird vom Gebiet Nr. 005 „G.___“ (im Fol-

genden BLN-Objekt Nr. 005) gemäss Anhang 1 der Verordnung über 

das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler (SR 

451.11; abgekürzt VBLN) erfasst. Gemäss kantonalem Richtplan be-

finden sich die Startplätze im Landschaftsschutzgebiet. Die Gebiete 

ober- und unterhalb der Startplätze sind dem Lebensraum bedrohter 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 31/2021), Seite 3/18 

 

Arten zugewiesen. Des Weiteren befinden sich die Startplätze im  

Perimeter des Waldentwicklungsplans Nr. 006 "H.___see" aus dem 

Jahr 2017 (im Folgenden WEP Nr. 006). Nach dem dazugehörigen 

WEP Plan 1 (Wald mit Vorrangfunktionen) sind die Startplätze keiner 

Vorrangfunktion zugewiesen. Nach dem WEP Plan 2 (Wald und Ob-

jekte mit spezieller Funktion) ist auf der Alp D.___ ein Startplatz für 

Hängegleiter ausgewiesen (Objektblatt: Spezielle Funktion Erholung 

und Sport, Nr. E 5). Sodann sind die Gebiete ober- und unterhalb der 

Startplätze gemäss der Natur- und Landschaftsschutzverordnung der 

Gemeinde Z.___ vom 10. Februar 1995 dem Lebensraum Kerngebiet 

zugewiesen.  

 

c) Das Gebiet um die Startplätze wird über die I.___strasse 

(Gemeindestrasse 3. Klasse) erschlossen. Auf der I.___strasse ver-

läuft sodann ein Wanderweg von regionaler Bedeutung. Die 

I.___strasse verläuft direkt unterhalb des Startplatzes West. Von der 

I.___strasse nach Norden, am Startplatz West vorbei, verläuft der 

Wanderweg der Route 007. Nördlich des Startplatzes West verläuft 

sodann in Ost-West-Richtung der J.___weg (Gemeindeweg 

3. Klasse).  

 

Um zum Startplatz Ost zu gelangen, muss von der I.___strasse abge-

zweigt und über den K.___weg (Gemeindestrasse 3. Klasse) weiter-

gefahren werden. Der K.___weg führt bis zum denkmalgeschützten 

Denkmal L.___, einem beliebten Wanderziel. Zum Startplatz Ost ge-

langt man ab dem K.___weg nur noch zu Fuss. 

 

d) Bestandteil des Baugesuchs bildet das 

sog. Flugbetriebshandbuch vom 22. Mai 2017 (nachfolgend FBH), in 

welchem sich die IGC Regeln für den Flugbetrieb vorgibt. Gemäss 

FBH sollen im Fluggebiet Schulungsflüge, Passagierflüge, 

Trainingsflüge und Flüge von Privatpiloten erfolgen. Fahrten zu den 

Startplätzen sollten ausschliesslich mittels Kleinbussen eines privaten 

Busunternehmens erfolgen. Für die Durchführung der Aus- und 

Weiterbildungsflüge sieht das FBH eine bestimmte Flugschneise vor. 

 

e) Innert der Auflagefrist vom 22. Juni bis 6. Juli 2017 erhoben 

unter anderem A.___ und B.___ öffentlich-rechtliche und privatrechtli-

che Einsprache gegen das Vorhaben. A.___ bewohnt das zum En-

semble des Denkmals L.___ gehörende Wohnhaus auf Grundstück 

Nr. 008. Darüber hinaus ist er Eigentümer des Grundstücks Nr. 009, 

welches an den Startplatz Ost grenzt. Die Grundstücke von B.___ 

(Grundstücke Nrn. 010 und 011) liegen direkt an der I.___strasse, kurz 

vor der Abzweigung auf den K.___weg. Die Einsprecher rügten unter 

anderem eine Ausweitung des Flugbetriebs, eine Verletzung der 

Schutzverordnung, fehlende Standortgebundenheit, ungenügende  

Erschliessung sowie die Verletzung der Privatsphäre durch überflie-

gende Hängegleiter.  

 

f) Gestützt auf Stellungnahmen des Amtes für Wasser und Ener-

gie (AWE), des Kantonsforstamtes (KFA) und des Amtes für Natur, 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 31/2021), Seite 4/18 

 

Jagd und Fischerei (ANJF) stimmte das Amt für Raumentwicklung und 

Geoinformation (AREG) mit raumplanungsrechtlicher Teilverfügung 

vom 13. August 2018 dem zonenfremden Vorhaben aufgrund Art. 24 

des eidgenössischen Raumplanungsgesetzes (SR 700; abgekürzt 

RPG) unter Bedingungen und Auflagen zu. Das AREG begründete die 

Zustimmung namentlich mit der Tatsache, dass die Startplätze im 

WEP Nr. 006 vorgesehen seien. Als Art Richtplan sei der WEP behör-

denverbindlich. Widersprüche zu bestehenden Schutzverordnungen 

oder Schutzbestimmungen seien nicht ersichtlich. Als Präventions-

massnahme bzw. Verhaltensanweisung verfügte das AREG in Über-

einstimmung mit Ziff. 8.7 FBH die Auflage, dass die ausserhalb des 

Hauptflugraums gelegenen Wohn- und Ferienhäuser im Gebiet M.___ 

nur im ausserordentlichen Fall mit einer vertikalen und/oder horizonta-

len Distanz von weniger als 100 m überflogen werden dürfen. Sodann 

machte das AREG Auflagen über den Zugang zum Startplatz Ost, der 

Ausarbeitung der Infotafeln und untersagte das Erstellen von Bauten 

und Anlagen wie Toiletten und Containern.  

 

g) Mit Schreiben vom 17. Oktober 2019 gelangten die Einsprecher, 

neu vertreten durch Dr. Christoph Bürgi, Rechtsanwalt, St.Gallen, an 

den Gemeinderat Z.___ und beanstandeten die Verfahrensdauer. 

 

h) Mit Beschluss vom 25. November 2019 erteilte der Gemeinderat 

Z.___ die Baubewilligung unter Bedingungen und Auflagen und wies 

die öffentlich-rechtliche Einsprache von A.___ und B.___ ab. Die pri-

vatrechtliche Einsprache nach Art. 684 des Schweizerischen Zivilge-

setzbuches (SR 210; abgekürzt ZGB) wurde teilweise gutgeheissen, 

im Übrigen abgewiesen. Die übrigen privatrechtlichen Einsprachen 

verwies der Gemeinderat auf den Zivilweg. In Ziff. 6 verfügte der Ge-

meinderat weitere Auflagen. So sei bei Aus- und Weiterbildungskursen 

die im FBH vorgesehene Flugschneise einzuhalten, wobei die Wohn- 

und Ferienhäuser im Gebiet M.___ nicht mit weniger als 100 m Distanz 

überflogen werden dürften. Über diese Auflagen – Flugschneise und 

Flughöhe – seien die Piloten mittels Infotafel sowie Internetauftritt zu 

informieren. Schliesslich verkleinerte der Gemeinderat den nordöstli-

chen Randbereich des Startplatzes Ost, da dieser in einer Grundwas-

serschutzzone liege.  

 

C.  

Gegen diesen Beschluss erhoben A.___ und B.___ durch ihren 

Rechtsvertreter mit Schreiben vom 12. Dezember 2019 Rekurs beim 

Baudepartement. Mit Rekursergänzung vom 24. Januar 2020 werden 

folgende Anträge gestellt:  

 
1. Die Baubewilligung Nr. 012 vom 25. November 2019 

betreffend Start- und Landeplatz für Gleitschirmflieger 
und die raumplanungsrechtliche Teilverfügung vom 
13. August 2018 seien aufzuheben.  

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen  
(zzgl. MwSt.) zulasten der Gesuchstellerin. 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 31/2021), Seite 5/18 

 

Zur Begründung wird geltend gemacht, dass es der IGC als einfache 

Gesellschaft offensichtlich an der erforderlichen Parteifähigkeit fehle. 

Sodann stelle die erteilte Baubewilligung eine Kehrtwende zum im 

Jahr 2014 ausgesprochenen Nutzungsverbot dar. Nur wegen einer 

leichten Verschiebung der Startplätze sei der Entscheid Nr. 73/2015 

vom 19. Oktober 2015 keineswegs hinfällig. Weiter rügen die Rekur-

renten eine ungenügende Erschliessung, die Unvollständigkeit des 

Baugesuchs, eine Verletzung der Schutzverordnung, die Abfall- und 

Notdurftsituation sowie übermässige Immissionen nach Art. 684 ZGB. 

Sodann rügen die Rekurrenten im Einzelnen die raumplanungsrechtli-

che Teilverfügung des AREG.  

 

D.  

a) Mit Vernehmlassung vom 2. März 2020 führt die Rekursgegnerin 

ohne Antragsstellung aus, dass die IGC im Jahr 2018 in einen Verein 

umgewandelt worden sei. Die IGC habe in Absprache mit der 

Vorinstanz ein Baugesuch eingereicht, damit die kommerzielle 

Nutzung des Fluggebiets geregelt werde. Die IGC stelle sich als 

Ansprechpartnerin zur Verfügung und nehme im für sie möglichen 

Rahmen die Verantwortung war. Grundsätzlich werde die private 

Gleitschirmfliegerei von der Baubewilligung nicht tangiert, da diese 

nicht bewilligungspflichtig sei. Weiter führt die Rekursgegnerin aus, 

dass sog. Sicherheitstrainings gesetzlich vorgeschrieben seien und 

einen wichtigen Teil der Weiterbildung darstellen würden. Damit 

könnten Unfälle verhindert werden, was im öffentlichen Interesse 

liege.  

 

b) Mit Vernehmlassung vom 3. März 2020 beantragt die 

Grundeigentümerin 1 den Rekurs abzuweisen. Zur Begründung wird 

geltend gemacht, dass die I.___strasse den Anforderungen an eine 

hinreichende Erschliessung genüge. Die Rekursgegnerin könne so-

dann nicht für das allfällige Fehlverhalten sämtlicher Gleitschirmpiloten 

verantwortlich gemacht werden. Die Tatsache, dass durch die Flug-

schulen und andere direkt oder indirekt Beteiligte finanzielle Einnah-

men generiert werden können, werde zu Unrecht als Makel dargestellt. 

Im Weiteren rügt die Grundeigentümerin die Sachverhaltsdarstellung 

der Rekurrenten.  

 

c) Mit Vernehmlassung vom 9. März 2020 verweist die Vorinstanz 

grundsätzlich auf den angefochtenen Beschluss und beantragt den 

Rekurs abzuweisen. Ergänzend wird lediglich festgehalten, dass die 

Regelung des Luftraums in die alleinige Zuständigkeit des Bundesam-

tes für Zivilluftfahrt (BAZL) falle.  

 

d) Mit Vernehmlassung vom 28. April 2020 führt das AREG aus, 

dass die I.___strasse für die Erschliessung des geplanten Vorhabens 

ausreichend sei. Soweit sich die Rekurrenten auf die Schutzwürdigkeit 

des BLN-Objekts Nr. 005 berufen würden, so sei dieses bereits im 

WEP Nr. 006 mitberücksichtigt. Zumal die Startplätze im WEP 

ausdrücklich eingetragen seien, sei die Standortgebundenheit nicht 

erneut geprüft worden. Der von den Rekurrenten aufgerufene Art. 684 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 31/2021), Seite 6/18 

 

ZGB sei als nachbarrechtliche Vorschrift weder vom Wortlaut noch von 

der Art und Weise der Ausübung des Eigentums auf das Überfliegen 

von Grundstücken zugeschnitten. Die übrigen Rügen der Rekurrenten 

würden das öffentliche Interesse betreffen, zu deren Geltendmachung 

sie nicht legitimiert seien. Damit stünden dem Vorhaben keine 

überwiegenden öffentlichen Interessen entgegeben. 

 

e) Mit Amtsbericht vom 19. Juni 2020 führt das ANJF aus, dass die 

für Schulungen vorgesehene Flugschneise das Lebensraum-Kernge-

biet in erheblicher Höhe quere und daher keine erheblichen Beein-

trächtigungen zu erwarten seien. Der Betrieb der Start- und Lande-

plätze könne als verträglich bezeichnet werden, sofern die Regeln und 

Abmachungen gemäss FBH umgesetzt würden. Das Vorhaben sei so-

dann mit den Schutzzielen des BLN-Objekts Nr. 005 vereinbar.  

 

f) Mit Amtsbericht vom 25. August 2020 führt das kantonale Tief-

bauamt (TBA) aus, dass die bereits stark reduzierten Anforderungen 

an die Strassenbreite für den Begegnungsfall Personenwagen / Fuss-

gänger nicht erfüllt seien. Die Anzahl der klassierten Ausweichstellen 

sei ebenfalls ungenügend. Sodann würden die Nachweise zu den 

Wendemöglichkeiten und den Sichtverhältnissen fehlen.  

 

g) Mit Schreiben vom 22. September 2020 reichen die Rekurrenten 

eine Kostennote in der Höhe von Fr. 4'704.35 ein. 

 

E.  

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vor-

genannten Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen 

eingegangen. 

Erwägungen 

1.  

1.1 Die Zuständigkeit des Baudepartementes ergibt sich aus 

Art. 43bis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1; 

abgekürzt VRP).  

 

1.2 Die Frist- und Formerfordernisse von Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 

VRP sind erfüllt. Die Rekursberechtigung ist gegeben (Art. 45 VRP). 

Auf den Rekurs ist einzutreten.  

 

2.  

Am 1. Oktober 2017 ist das Planungs- und Baugesetz (sGS 731.1; 

abgekürzt PBG) in Kraft getreten und das Baugesetz vom 6. Juni 1972 

(nGS 8, 134; abgekürzt BauG) aufgehoben worden (Art. 172 Bst. a 

PBG). Der erstinstanzliche Einsprache- und Baubewilligungsent-

scheid erging am 25. November 2019. Mithin sind vorliegend grund-

sätzlich die Bestimmungen des PBG anwendbar, sofern sie gemäss 

Anhang zum Kreisschreiben „Übergangsrechtliche Bestimmungen im 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 31/2021), Seite 7/18 

 

PBG“ vom 8. März 2017 (Baudepartement SG, Juristische Mitteilun-

gen 2017/I/1) als unmittelbar anwendbar erklärt werden. Im Übrigen 

gelangen weiterhin das Baugesetz und das entsprechende Bauregle-

ment zur Anwendung.  

 

3.  

Die Rekurrenten machen geltend, dass die Rekursgegnerin nicht par-

teifähig sei. Die Beteiligtenfähigkeit nach Art. 8 VRP knüpfe – wie die 

zivilprozessuale Parteifähigkeit – bei der Rechtsfähigkeit an. Die Re-

kursgegnerin sei eine einfache Gesellschaft und damit weder eine na-

türliche noch eine juristische Person des Privatrechts. Dagegen bringt 

die Rekursgegnerin vor, dass die IGC im Jahr 2018 in einen Verein 

umgewandelt worden sei. 

 

3.1 Nach Art. 8 VRP können an einem Verwaltungsverfahren natür-

liche und juristische Personen sowie Personenvereinigungen beteiligt 

sein. Die Handlungsfähigkeit für das Verwaltungsverfahren richtet sich 

gemäss Art. 9 Abs. 1 VRP nach dem ZGB, soweit das öffentliche 

Recht nichts anderes bestimmt. Gemäss Art. 54 ZGB erlangt die juris-

tische Person die Handlungsfähigkeit, sobald die nach Gesetz und 

Statuten hierfür unentbehrlichen Organe bestellt sind. Für den Verein 

schreibt das Gesetz als Organe zwingend die Vereinsversammlung 

und den Vorstand vor (TUOR/SCHNEIDER/SCHMID/JUNGO, Das Schwei-

zerische Zivilgesetzbuch, 14. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015, S. 143).  

 

3.2 Den Vorakten sind die Gründungsstatuten vom 20. November 

2018 zu entnehmen. Demnach besteht unter dem Namen "IG C.___" 

ein Verein im Sinn von Art. 60 ff. ZGB mit damaligem Sitz in N.___. 

Zweck des Vereins ist die Bewirtschaftung von Start- und Landeplät-

zen für Hängegleiter, der Abschluss von Verträgen mit den jeweiligen 

Landeigentümern sowie die finanzielle Entschädigung derselben. Wie 

aus dem Protokoll der Gründungsversammlung hervorgeht, wurden 

die unentbehrlichen Organe bestellt. Die Handlungsfähigkeit des Ver-

eins ist damit gegeben; die Rüge der Rekurrenten erweist sich somit 

als unbegründet.  

 

4.  

Bevor auf die einzelnen Rügen eingegangen wird, sind kurz die recht-

lichen Grundlagen des Hängegleitschirmfliegens sowie die raumpla-

nungsrechtlichen Grundlagen darzulegen.  

 

4.1 Das Fliegen mit Hängegleitern, Drachen, Drachenfallschirmen 

usw. ist in der Verordnung des Eidgenössischen Departementes für 

Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) über Luftfahr-

zeuge besonderer Kategorien (SR 748.941; abgekürzt VLK) geregelt. 

Dieser ist zu entnehmen, dass unter anderem für Hängegleiter kein 

Zwang besteht, auf einem Flugplatz abzufliegen oder zu landen (Art. 3 

VLK). Das Abfliegen oder Landen ausserhalb eines Flugplatzes gilt als 

Aussenlandung im Sinn von Art. 1 Abs. 2 der eidgenössischen Verord-

nung über das Abfliegen und Landen mit Luftfahrzeugen ausserhalb 

von Flugplätzen (SR 748.132.3; abgekürzt AuLaV). Gemäss Art. 21 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 31/2021), Seite 8/18 

 

AuLaV gelten für Hängegleiter nur die Artikel 4, 5, 17, 19, 20, 22, 23 

sowie der vierte, fünfte und sechste Titel der Verordnung. Der vierte 

Titel der Verordnung widmet sich der Raumplanung und der Baube-

willigung. Gemäss Art. 39 AuLaV darf eine für Aussenlandungen vor-

gesehene Stelle nicht wie ein Flugplatz eingerichtet sein. Zulässig sind 

lediglich untergeordnete Einrichtungen wie optische Hilfen, Windsäcke 

oder kleinere befestigte Aufsetzflächen und kleinere Geländeanpas-

sungen. Das Erfordernis einer Baubewilligung richtet sich nach Art. 22 

Abs. 1 RPG und dessen kantonalen Ausführungsbestimmungen. Da-

bei prüft die Baubewilligungsbehörde, ob das Bauprojekt der AuLaV 

entspricht. Darüber hinaus findet keine luftfahrtspezifische Prüfung 

des Baugesuchs statt. Die Baubewilligungsbehörde holt jedoch eine 

Stellungnahme des BAZL ein, wenn für das Bauprojekt auch eine Be-

willigung des BAZL nach Art. 39 Abs. 4 AuLaV (mehrtägige Grossan-

lässe von internationaler Bedeutung) erforderlich ist (Art. 41 Abs. 1 

AuLaV). Schliesslich hat die Baubewilligungsbehörde ihre Entscheide 

dem BAZL, dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) und dem Bundesamt 

für Raumentwicklung (ARE) zu eröffnen.  

 

4.2 Gegenstand des strittigen Vorhabens sind Start- und Lande-

plätze für Hängegleiter ausserhalb der Bauzone. Mit Entscheid 119 Ib 

222 erklärte das Bundesgericht, dass die Benützung eines Landstücks 

als Start- oder Landeplatz für Hängegleiter der Bewilligungspflicht 

nach Art. 22 RPG unterstehe, wenn sie in einer organisierten und auf 

Dauer ausgerichteten Weise erfolge und deshalb erhebliche Auswir-

kungen auf die raumplanerische Nutzungsordnung und die vorhan-

dene Infrastruktur habe. Das strittige Vorhaben ist auf Dauer ausgelegt 

und hat – auch wenn keine eigentlichen baulichen Massnahmen vor-

gesehen sind und die Startplätze weiterhin landwirtschaftlich bewirt-

schaftet werden könnten – aufgrund der zusätzlichen Nutzung zwecks 

Freizeitaktivität erhebliche Auswirkungen auf die raumplanerische 

Nutzungsordnung. Die grundsätzliche Baubewilligungspflicht ist daher 

auch unbestritten geblieben. Weiter ist unbestritten, dass es sich um 

ein zonenfremdes Vorhaben handelt. Eine Ausnahmebewilligung nach 

Art. 24 RPG kann jedoch erteilt werden, wenn der Zweck der Baute 

oder der Anlage – bzw. vorliegend die Nutzung – einen Standort aus-

serhalb der Bauzone erfordert (Bst. a) und keine überwiegenden Inte-

ressen entgegenstehen (Bst. b). 

 

5.  

Die Rekurrenten rügen die Unvollständigkeit des Baugesuchs. Es wür-

den Angaben zu den zu erwartenden Flugbewegungen fehlen. Der 

Startplatz West weise eine 15-mal grössere Fläche auf als der alte 

Startplatz, für welchen ein Nutzungsverbot verhängt worden sei. Mit 

dem vorliegend strittigen Vorhaben werde ein weiterer Ausbau des 

kommerziellen Flugbetriebs angestrebt, ohne Angaben zum Flugauf-

kommen zu machen. Dabei seien diese Angaben unerlässlich, um die 

Beanspruchung des Startgebiets, die damit verbundene Umweltbelas-

tung sowie die Erschliessungsfrage beurteilen zu können.  

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 31/2021), Seite 9/18 

 

5.1 Gemäss Art. 137 Abs. 1 PBG werden Baugesuche sowie Gesu-

che um Erlass von weiteren für die Ausführung des Bauvorhabens not-

wendigen Verfügungen der Baubehörde eingereicht, auf deren Gebiet 

die Baute oder Anlage errichtet werden soll. Die Bestimmung regelt 

neu die Zuständigkeit für die Einreichung von Baugesuchen. Im Ge-

gensatz zum bisherigen Recht wurde keine Bestimmung über den In-

halt eines Baugesuchs in das PBG übernommen. Die erforderlichen 

Unterlagen werden in der Verordnung zum Planungs- und Baugesetz 

(sGS 731.11; abgekürzt PBV) umschrieben. Nach Art. 21 Abs. 1 PBV 

muss das Baugesuch die für die Beurteilung notwendigen Unterlagen 

wie Situationsplan, Grundriss, Ansichten, Schnitte und Kanalisations-

pläne enthalten. Die Aufzählung ist nicht abschliessend. Nach Art. 21 

Abs. 2 PBV sind die Baubewilligungsbehörden berechtigt, weitere für 

die Beurteilung erforderlichen Unterlagen einzufordern. Dazu können 

z.B. statische Berechnungen, Verkehrsgutachten, Modelle (insb. im 

Zusammenhang mit Schutzobjekten) und Betriebskonzepte gehören 

(M. MÖHR in: Bereuter/Frei/Ritter [Hrsg.], Kommentar zum Planungs- 

und Baugesetz des Kantons St.Gallen, Basel 2020, Art. 137 N 6; 

B. HEER, St.Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 883 

ff.). Weil die zu erwartenden Auswirkungen von der konkreten Nutzung 

abhängen, kann ein individuelles Betriebskonzept notwendig sein. In 

einem Betriebskonzept wird die vorgesehene Nutzung in ihren Einzel-

heiten umschrieben, damit daraus Schlüsse über die zu erwartenden 

Auswirkungen gezogen werden können. Betriebskonzepte sehen oft 

auch Betriebszeiten oder andere beschränkende Massnahmen vor, 

damit auch sichergestellt ist, dass die Nutzung nicht intensiver ausfällt. 

Da die Baubewilligungsbehörde den Sachverhalt und die Beweise 

nach Art.12 VRP von Amtes wegen erhebt, liegt es grundsätzlich in 

ihrem Ermessen, weitere Unterlagen einzufordern, wenn sie die Auf-

fassung vertritt, ein Bauvorhaben oder dagegen gerichtete Rügen 

seien ohne zusätzliche Unterlagen nicht beurteilbar (M. MÖHR, a.a.O., 

Art. 137 N 6). Welche Sachverhaltselemente sich als entscheidrele-

vant erweisen und daher eine nähere Darlegung erfordern, ergibt sich 

wiederum aus den Tatbestandsmerkmalen der anzuwendenden 

Rechtsnormen (B. MÄRKLI, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Praxis-

kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege (VRP),  

Zürich/St.Gallen 2020, Art. 12 N 4).  

 

5.2 Die Erteilung der Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG setzt 

unter anderem eine umfassende Interessenabwägung voraus. Die In-

teressenabwägung ist gemäss Art. 3 der eidgenössischen Raumpla-

nungsverordnung (SR 700.1; abgekürzt RPV) in folgende drei Schritte 

gegliedert: Die betroffenen Interessen sind zuerst zu ermitteln (Bst. a). 

Anschliessend sind die ermittelten Interessen zu beurteilen. Dabei 

sind Vereinbarkeit mit der anzustrebenden räumlichen Entwicklung 

und die möglichen Auswirkungen zu berücksichtigen (Bst. b). 

Schliesslich sind die Interessen aufgrund der Beurteilung im Entscheid 

möglichst umfassend zu berücksichtigen (Bst. c). Damit im vorliegen-

den Fall die möglichen Auswirkungen auf Raum und Umwelt im Rah-

men einer Interessenabwägung überhaupt erst beurteilt werden kön-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 31/2021), Seite 10/18 

 

nen, braucht es ein Betriebskonzept. Mit dem FBH liegt ein Betriebs-

konzept zwar grundsätzlich vor. Inhaltlich kommt das FBH aber nicht 

als Betriebskonzept, sondern als Grundlage einer baurechtlichen Vor-

abklärung daher. So ist etwa in Ziff. 82 festgehalten, dass "ein Bauge-

such zur Vorabklärung eines gewerblich nutzbaren Gleitschirmstart-

platzes eingereicht" werde. Weiter soll "durch die Ausarbeitung eines 

finalen Betriebskonzepts eine mögliche Koexistenz vom Gleitschirm-

sport und dem Lebensraum Kerngebiet differenziert aufgearbeitet wer-

den". Auch datieren die Flugregeln aus der Saison 2016, obwohl das 

FBH im Jahr 2017 entstanden sein soll. Der Eindruck wird selbst durch 

die Rekursgegnerin bestätigt, teilte sie doch der Vorinstanz im Ein-

spracheverfahren mit, dass es sich beim FBH bloss um eine erste Ver-

sion handle und diese bei Bedarf nachgebessert werde. Gravierender 

fällt dagegen aus, dass im FBH keinerlei Angaben über den geplanten 

Betrieb gemacht werden. Die Ausführungen gemäss FBH beschreiben 

lediglich die saisonalen und meteorologischen Bedingungen unter wel-

chen geflogen werden kann (Ziff. 8.4 FBH). Damit werden bloss die 

Rahmenbedingungen umschrieben, unter welchen die Startplätze 

grundsätzlich genutzt werden könnten. In welchem Ausmass die Start-

plätze aber effektiv genutzt werden sollen, geht aus dem FBH nicht 

hervor. Angaben über Anzahl Flugbewegungen, Anzahl Fahrten zu 

den Startplätzen, Anzahl durchzuführender Kurse (Schulungsflüge, 

Weiterbildungsflüge, Passagierflüge), Anzahl Teilnehmer, Anzahl er-

warteter Privatpiloten usw. fehlen vollends. Auch wenn die Gleit-

schirmfliegerei wetterabhängig ist und die effektive Nutzung daher va-

riieren kann, braucht es zumindest Schätzungen zur beabsichtigten 

und erwarteten Nutzung. Diese Schätzungen können mit Erfahrungs-

werten aus den vergangenen Jahren (z.B. Anzahl durchgeführter 

Schulungen der verschiedenen Flugschulen, Anzahl durchgeführter 

Fahrten des Transportunternehmens usw.) unterlegt werden. Auf die 

Schätzungen aus dem Entscheid BDE Nr. 73/2015 vom 19. Oktober 

2015 mit 6000 bis 7000 Flugbewegungen pro Jahr verteilt auf ungefähr 

50 Flugtage – d.h. 120 bis 140 Starts pro Tag – kann dabei nicht ab-

gestellt werden. Zum einen handelt es sich im vorliegenden Verfahren 

um einen anderen Betreiber; der damalige Rekurrent – der Gleit-

schirmclub F.___ – ist am vorliegenden Vorhaben (zumindest gemäss 

FBH) nicht einmal mehr beteiligt. Zum anderen handelt es sich um ei-

nen anderen Verfahrensgegenstand. Die Startfläche des alten Start-

platzes betrug lediglich 1'500 m2. Die vorliegend strittigen Startplätze 

weisen dagegen zusammen eine Fläche von mehr als 22'000 m2 auf 

und sind damit rund 15-mal grösser. Damit ist auch von einer Zunahme 

der Nutzung auszugehen, stehen doch hinter dem Projekt auch zah-

lenmässig mehr Flugschulen. Vor diesem Hintergrund kann nicht auf 

die Feststellung aus BDE Nr. 73/2015 abgestellt werden.  

 

5.3 Hinzu kommt, dass das ANJF in seiner Stellungnahme vom 

16. Oktober 2014 im Rahmen des Rekursverfahrens zu BDE 

Nr. 73/2015 bereits festgehalten hat, dass bei einem allfälligen Bauge-

such zeitliche und räumliche Flugzeitbeschränkungen notwendig 

seien. Dabei handle es sich um tageszeitliche, saisonale, räumliche 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 31/2021), Seite 11/18 

 

und quantitative Beschränkungen. Namentliche keine Flüge in den Ta-

ges-Randzeiten, welche die Hauptaktivitäten der Wildtiere betreffen 

würden. Keine Flüge in der Wintersaison und der sensiblen Aufzucht- 

und Brutzeit der Säugetiere und Vögel. Flüge seien nur von Juni bis 

Ende Oktober zulässig. Flugrouten und Flugverbotszonen über den 

Haupteinständen der Wildtiere wüssten definiert werden. Sodann sei 

der Betrieb auf gewisse Wochentage zu beschränken, um dem Wild 

auch Ruhezeiten zu gewähren. Das ANJF ging noch weiter und bean-

tragte bis zur Erarbeitung eines Betriebskonzepts die Auflage, dass 

nur noch von Anfangs Juni bis Ende Oktober, jeweils von 10.30 bis 

16.00 Uhr geflogen werden dürfe. Das nun vorliegende FBH sieht 

demgegenüber keinerlei Beschränkungen vor. Wie oben ausgeführt, 

werden im FBH lediglich die saisonalen und meteorologischen Bedin-

gungen umschrieben, in welchen grundsätzlich geflogen werden kann. 

Damit handelt es sich nicht um griffige und vollzugsfähige Betriebsre-

geln. Dies bestätigt sich bereits darin, dass gemäss FBH die gewerb-

lichen Fluggebietsnutzer über Betriebszeiten orientiert werden sollen 

(Ziff. 5.2), die eigentliche Zeiten aber gar nicht definiert sind. Wie das 

ANJF trotz seiner klaren Worte im vorangehenden Verfahren, die im 

FBH "vorgeschlagenen Einschränkungen von Fluggebiet und Flugzeit, 

Anfahrt etc." als sinnvoll erachten konnte, ist nicht nachvollziehbar. 

 

5.4 Ohne die notwendigen Betriebsdaten kombiniert mit einem ver-

bindlichen Betriebskonzept können zahlreiche Rechtsfragen wie etwa 

die Interessenabwägung nach Art. 3 RPV, die hinreichende Erschlies-

sung oder der privatrechtliche Immissionsschutz gar nicht erst beurteilt 

werden. Das Baugesuch erweist sich somit als unvollständig, weshalb 

die Vorinstanz sowie das AREG hierauf gar nicht hätten eintreten dür-

fen. Die Rüge erweist sich somit als begründet. Bereits deshalb ist der 

Rekurs gutzuheissen; die Baubewilligung sowie die raumplanungs-

rechtliche Teilverfügung sind entsprechend aufzuheben. 

 

6.  

Aufgrund der fehlenden Betriebsdaten erweist sich die vorgenommene 

Interessenabwägung zwangsläufig als mangelhaft. Zusätzlich rügen 

die Rekurrenten, dass die SchutzV und das BLN-Objekt Nr. 005 in der 

Interessenabwägung nicht berücksichtigt worden seien.  

 

6.1 Wie bereits oben dargelegt, setzte die Ausnahmebewilligung 

nach Art. 24 RPG eine umfassende Interessenabwägung voraus. Mit 

der Interessenabwägung sind sowohl materielle als auch formelle 

Voraussetzungen für die Erteilung einer Ausnahmebewilligung ver-

bunden. In materieller Hinsicht verlangt Art. 24 Bst. b RPG, dass alle 

sich widerstreitenden räumlichen Interessen – seien sie öffentlicher o-

der privater Natur – ermittelt, gegeneinander abgewogen und mit 

sachgerechten Erwägungen gewichtet werden (Art. 3 RPV). Wird bei 

der Beurteilung einer Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG ein we-

sentlicher Gesichtspunkt ausser Acht gelassen, so liegt darin nicht 

etwa nur eine unvollständige Feststellung des Sachverhalts, sondern 

in der Regel auch eine Verletzung von Art. 24 RPG. Soweit einzelne 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 31/2021), Seite 12/18 

 

Aspekte der allgemeinen Interessenabwägung durch positives Verfas-

sungs- und Gesetzesrecht geregelt werden, sind Bauvorhaben vorweg 

nach diesen Sondernormen zu prüfen. Zu berücksichtigen sind alle 

Vorschriften, deren sachlicher, räumlicher, zeitlicher und persönlicher 

Geltungsbereich betroffen ist. Dazu zählen insbesondere die Immissi-

onsschutzgesetzgebung des Bundesgesetzes über den Umweltschutz 

(SR 814.01; abgekürzt USG) und seiner Ausführungsvorschriften, das 

Natur- und Landschaftsschutzrecht von Bund und Kantonen oder die 

Gewässer-schutz-, Wasserbau-, Jagd- und Waldgesetzgebung. Ne-

ben den raumplanerischen und umweltschutzrechtlichen Gesichts-

punkten sind auch solche des Tierschutzes einzubeziehen. Erst wenn 

sich zeigt, dass nach diesen Sondernormen das Vorhaben nicht ver-

hindert wird, ist die Abwägung aller für und gegen das Vorhaben spre-

chenden privaten und öffentlichen Interessen gemäss Art. 24 Bst. b 

RPG koordiniert durchzuführen. Lenkender Massstab bilden dabei na-

mentlich die Ziele und Grundsätze der Raumplanung gemäss Art. 1 

und 3 RPG. In formeller Hinsicht verlangt Art. 24 Bst. b RPG, dass die 

Interessenabwägung durch die gleiche Behörde vorgenommen wird. 

Das bedeutet, dass für die Interessenabwägung massgebende Einzel-

fragen nicht separaten Verfahren vorbehalten werden dürfen. Abgese-

hen davon muss die vorgenommene Interessenabwägung in der Be-

gründung des Entscheids über die Ausnahmebewilligung dargelegt 

werden (Art. 3 Abs. 2 RPV; B. WALDMANN/P. HÄNNI, Handkommentar 

RPG, Bern 2006, Art. 24 N 21 ff.). 

 

6.2 Die beiden Startplätze liegen im Perimeter des BLN-Objekts 

Nr. 005. Art. 6 des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimat-

schutz (SR 451) legt für das BLN fest, dass durch die Aufnahme eines 

Objekts von nationaler Bedeutung in ein Inventar des Bundes darge-

tan wird, dass es in besonderem Masse die ungeschmälerte Erhal-

tung, jedenfalls aber unter Einbezug von Wiederstellungs- oder ange-

messenen Ersatzmassnahmen die grösstmögliche Schonung verdient 

(Abs. 1). Ein Abweichen von der ungeschmälerten Erhaltung im Sinn 

der Inventare darf bei der Erfüllung einer Bundesaufgabe nur in Erwä-

gung gezogen werden, wenn ihr bestimmte gleich- oder höherwertige 

Interessen von ebenfalls nationaler Bedeutung entgegenstehen (Abs. 

2). Gemäss kantonalem Richtplan sind die Startplätze mit einem Land-

schaftsschutzgebiet überlagert, wobei die Gebiete ober- und unterhalb 

der Startplätze dem Lebensraum Kerngebiet zugewiesen sind. Der 

Standort des Startplatzes West ist im WEP Nr. 006 als Objekt "Erho-

lung und Sport" Nr. E 5.1 aufgeführt. Im dazugehörigen Objektblatt E 

5 mit dem Titel "Hängegleiter Management" sind neben der Alp D.___ 

noch vier weitere Startplätze festgehalten. Rund 800 bis 1'300 m west-

lich des Startplatzes West befindet sich die Wildruhezone "Säls". Die 

Gebiete oberhalb und unterhalb der Startplätze sind sodann dem Le-

bensraum Kerngebiet gemäss Art. 12 SchutzV zugewiesen. Nach 

Art. 12 Abs. 3 SchutzV sind Aktivitäten und Vorkehrungen untersagt, 

welche die Qualität des Lebensraums Kerngebiet schmälern. Nicht 

vereinbar mit den Schutzzielen ist unter anderem die Delta- und Gleit-

schirmfliegerei, welche den ortsüblichen Umfang im Sinn von Art. 699 

ZGB überschreiten (Art. 12 Abs. 4 SchutzV). 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 31/2021), Seite 13/18 

 

6.3 Das Vorbringen der Rekurrenten, wonach für den Vollzug der 

kommunalen SchutzV der Gemeinderat und nicht das AREG zustän-

dig sei, geht fehl. Die umfassende Interessenabwägung hat durch die 

gleiche Behörde zu erfolgen (BGE 112 Ib 119 Erw. 4), weshalb das 

AREG als Zustimmungsbehörde im Sinn von Art. 25 Abs. 2 RPG auch 

allfällige kommunale Schutzverordnungen zu berücksichtigen hat.  

 

6.4 Eingehender ist die vom AREG vorgenommene Interessenab-

wägung zu prüfen. In der raumplanungsrechtlichen Teilverfügung wer-

den das BLN-Objekt Nr. 005, das Landschaftsschutzgebiet, der WEP 

Nr. 006 sowie die Wildruhezone als Grundlagen genannt. In der Ab-

wägung stellt das AREG auf den WEP Nr. 006 ab, wonach die Start-

plätze im Bereich des Objekts "Erholung und Sport" Nr. 5.1 lägen. Un-

ter dem Titel "Hängegleiter Management" werde im Objekt Nr. E 5 be-

treffend dem Gebiet Alp D.___ ausdrücklich darauf hingewiesen, dass 

der langjährige unbewilligte Startplatz wegen Problemen mit den An-

stössern provisorisch verlegt worden sei. Mit den vorgesehenen Start-

plätzen würden Störungen der Fauna minimiert, die Benützung von 

öffentlichen Startplätzen ermöglicht und in Form von Öffentlichkeitsar-

beit Hängegleiterpiloten zur Rücksichtnahme sensibilisiert. Die Mass-

nahmen würden ab sofort gelten und der WEP sei als Art Richtplan 

behördenverbindlich. Weiter zog das AREG das AWE, das KFA und 

das ANJF bei. Das ANJF hielt in seiner Stellungnahme zuhanden des 

AREG fest, dass ein definierter Startplatz ein grosser Fortschritt ge-

genüber dem Wildwuchs und den unkoordinierten Startplätzen sei. Die 

im FBH vorgeschlagenen Einschränkungen von Fluggebiet und Flug-

zeiten, Anfahrt usw. würden als sinnvoll und gut erachtet werden. Wei-

ter wies das ANJF darauf hin, dass der Zugang zum Startplatz Ost 

nicht über die angrenzende Naturschutzfläche erfolgen dürfe. Das 

AREG übernahm die Stellungnahme wörtlich in seine Teilverfügung 

und schloss die Interessenabwägung mit der Feststellung, dass das 

Vorhaben mit den Richtplanvorgaben übereinstimme. Widersprüche 

zu bestehenden Schutzverordnung oder Schutzbestimmungen seien 

nicht ersichtlich. Aus Sicht der betroffenen kantonalen Amtsstellen 

stünden keine im öffentlichen Recht begründeten Hindernisse entge-

gen.  

 

6.5 Dem rekurrentischen Vorwurf der Nichtberücksichtigung des 

BLN-Objekts Nr. 005 hielt das AREG in seiner Vernehmlassung ent-

gegen, dass das BLN-Objekt im WEP Nr. 006 mitberücksichtigt sei. 

Der WEP habe im Hinblick auf die touristische Nutzung auch aus-

serhalb von Wald den Charakter eines Richtplans und sei daher be-

hördenverbindlich. Im Objektblatt Nr. E 5 sei das Gebiet D.___ aus-

drücklich als Startplatz aufgeführt. Entsprechend sei den Interessen 

der Rekurrenten bereits im WEP Rechnung getragen worden. Zur 

SchutzV äusserte sich das AREG dagegen nicht.  

 

6.6 Im Amtsbericht vom 19. Juni 2020 hielt das ANJF fest, dass 

Art. 12 SchutzV zwar Delta- und Gleitschirmflüge verbiete. Weil aber 

die Regelung des Luftraums in die Zuständigkeit des Bundes falle, 

könne ein Verbot des Überfliegens des Kerngebiets nicht durchgesetzt 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 31/2021), Seite 14/18 

 

werden. Es werde daher begrüsst, dass mit Flugschulen vertragliche 

Abmachungen getroffen werden können, wie sie im FBH vorgesehen 

seien. Die Regelungen seien zwar für Einzelpersonen nur beschränkt 

anwendbar. Einerseits sei die Benützung der vorgesehenen Start-

plätze nur für die entsprechenden Schulungsbetriebe bindend, ander-

seits seien die Sanktionsmöglichkeiten für Nichteinhaltung der Regeln 

schwierig umsetzbar. Die Flugschulen würden die Schulungen in ei-

nem Korridor abhalten, welcher schnell vom Hang Richtung See führe, 

was aus Sicht des Lebensraums gut sei. Anders verhalte es sich mit 

den für Gams- und Steinwild wichtigen Lebensräumen oberhalb von 

Z.___. Flugaktivitäten von den Churfirsten-Gipfeln her würden teil-

weise zu starken Störungen des Wilds führen. Der Betrieb, welcher 

von den Start- und Landeplätzen ausgehe, könne als verträglich be-

zeichnet werden, sofern die Regeln und Abmachungen gemäss FBH 

umgesetzt würden. Die Zielsetzungen des BLN-Objekts könnten dabei 

ebenfalls eingehalten werden. 

 

6.7 Weder in der raumplanungsrechtlichen Teilverfügung noch in 

der Vernehmlassung äusserte sich das AREG zur kommunalen 

SchutzV und des darin vorgesehenen Verbots der Gleitschirmfliegerei. 

Die Bestimmung hätte aber in der Interessenabwägung berücksichtig 

werden müssen. Ebenso wäre eine Begründung notwendig gewesen, 

warum die Startplätze mit der SchutzV zu vereinbaren sind. Dies umso 

mehr, als die Verletzung der SchutzV bereits im Entscheid Nr. 73/2015 

thematisiert und das ANJF bereits damals festgehalten hat, dass ein 

uneingeschränkter Gleitschirmbetrieb auf der Alp D.___ in Konflikt mit 

der SchutzV stehe.  

 

6.8 Das Gleiche gilt für die fehlende Auseinandersetzung mit dem 

BLN-Objekt Nr. 005. In der Stellungnahme zu Handen des AREG 

führte das ANJF im Jahr 2014 hinsichtlich des BLN-Objekts noch aus, 

dass eine starke Nutzung durch die Gleitschirmfliegerei das Land-

schaftsbild verändere. Die vielen Hängegleiter in der Luft seien dabei 

jedoch eher vernachlässigbar. Problematischer sei dagegen die mit 

der Baubewilligung einhergehende intensivere Nutzung des Startbe-

reichs. Dem AREG ist zwar zuzustimmen, dass der WEP gestützt auf 

Grundlagen der Raumplanung (kantonaler Richtplan, Regionalpläne, 

Richtpläne von Gemeinden sowie deren Nutzungspläne und Schutz-

verordnungen) erarbeitet worden ist und nach eingehender Interes-

senabwägung die Leitplanken für jede Art Waldnutzung- und -benut-

zung setzt (vgl. Ziffn. 1.1.1 bis 1.1.3). Der WEP ist jedoch lediglich be-

hördenverbindlich. Verlangt das anwendbare Recht eine umfassende 

Interessenabwägung, ist zwar der Richtplaninhalt als verbindliches Er-

gebnis des räumlichen Abstimmungsprozesses in die Interessenab-

wägung einzubeziehen. Dabei gilt es allerdings zu beachten, dass sich 

der Richtplan nur über räumliche Belange aus der Sicht des Gemein-

wesens äussert. Die im Einzelfall notwendige Interessenabwägung 

bleibt vorbehalten (P. TSCHANNEN, in: Aemisegger/Moor/ 

Ruch/Tschannen [Hrsg.], Praxiskommentar RPG: Richt- und Sachpla-

nung, Interessenabwägung, Zürich/Basel/Genf 2019, Art. 9 N 27). 

Hinzu kommt, dass sich der Richtplan allein an Behörden wendet, die 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 31/2021), Seite 15/18 

 

mit raumwirksamen Aufgaben betraut sind, nicht aber an richterliche 

Behörden, die staatliche Akte auf ihre Rechtskonformität hin zu prüfen 

haben. Diese müssen auf Beschwerde eines Privaten, der am Richt-

planverfahren nicht beteiligt war und dagegen keine Rechtsmittel ein-

legen konnte, frei prüfen, ob der angefochtene Entscheid auf einer um-

fassenden und ermessensfehlerfreien Abwägung aller massgeblichen 

öffentlichen und privaten Interessen beruht (Urteil des Bundesgerich-

tes 1A.154/2002 vom 22. Januar 2003 Erw. 4.1).  

 

6.9 Aufgrund der fehlenden Auseinandersetzung mit dem BLN-

Objekt sowie der SchutzV erweist sich die vom AREG vorgenommene 

Interessenabwägung als mangelhaft. Der Verweis auf die im Rahmen 

des WEP bereits vorgenommene Abwägung erweist sich als unbehel-

flich. Die vom ANJF im Rahmen der Vernehmlassung gemachten Aus-

führungen zur SchutzV und dem BLN-Objekt ändern daran ebenfalls 

nichts. Zum einem hat die umfassende Interessenabwägung durch 

das AREG als Zustimmungsbehörde zu erfolgen. Zum anderen kann 

eine mögliche Beeinträchtigung der SchutzV sowie des BLN-Objekts 

aufgrund fehlender Betriebsdaten gar nicht beurteilt werden 

(vgl. oben). Somit ist der Rekurs auch wegen der mangelhaften Inte-

ressenabwägung gutzuheissen.  

 

7.  

Zusammenfassend ergibt sich, dass das strittige Baugesuch unvoll-

ständig ist. Sodann erweist sich die vorgenommene Interessenabwä-

gung als mangelhaft. Der Rekurs ist entsprechend gutzuheissen. Der 

vorinstanzliche Beschluss vom 25. November 2019 sowie die raum-

planungsrechtliche Teilverfügung vom 13. August 2018 sind vollum-

fänglich aufzuheben. Aus prozessökonomischen Überlegungen ist in-

dessen, wenn auch nur summarisch, auf einige weitere Punkte einzu-

gehen.  

 

7.1 Soweit sich die Rekursgegnerin sowie weitere Beteiligte auf den 

Standpunkt stellen, dass private Piloten von der Baubewilligung nicht 

tangiert seien, so ist auf Folgendes hinzuweisen: Es trifft zwar zu, dass 

der private Gleitschirmpilot – mit Einverständnis des Grundeigentü-

mers – grundsätzlich von jedem beliebigen Grundstück aus starten 

kann und hierfür keine Baubewilligung notwendig ist. Die Rekursgeg-

nerin übersieht aber, dass sie den Startplatz auch privaten Flugge-

bietsbenutzern zur Verfügung stellen möchte (Ziff. 5.3 FBH). Damit 

umfasst das Baugesuch nicht nur einen Startplatz für Schulungsgrup-

pen, sondern einen offiziellen Startplatz. Die Auswirkungen der priva-

ten Gleitschirmfliegerei wären bei der Beurteilung des vorliegenden 

Baugesuchs daher ebenfalls miteinzubeziehen gewesen. Dies umso 

mehr als ein offizieller Startplatz samt Transportmöglichkeit mittels 

Sammelbus die Attraktivität des Fluggebiets steigert und damit auch 

die Gefahr störender Überflüge begünstigt.  

 

7.2 Die Beteiligten wenden in diesem Zusammenhang ein, dass die 

Regelung des Luftraums in die Zuständigkeit des Bundes falle und ein 

Überfliegen der sensiblen Gebiete daher nicht verhindert werden 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 31/2021), Seite 16/18 

 

könne. Die Regelung des Luftraums fällt zwar in der Tat in die alleinige 

Kompetenz des Bundes. Die grundsätzliche Möglichkeit, dass ein 

Schutzgebiet überflogen wird, kann weder von Kanton noch Gemein-

den verhindert werden. Wenn aber die Gefahr besteht, dass durch die 

Bewilligung eines offiziellen Startplatzes ein nahegelegenes Schutz-

gebiet vermehrt unter Druck gerät, so besteht sehr wohl Handhabe. 

Denn die Kantone bzw. die Gemeinden dürfen im Rahmen ihrer Kom-

petenzen auf dem Gebiet der Raumplanung, des Baurechts und des 

Natur- und Heimatschutzes die Errichtung und den Betrieb von Gleit-

schirmstart- und Landeplätzen regeln (BGE 119 Ib 222 Erw. 2a, mit 

Hinweisen; BGE 102 Ia 355 Erw. 6d; ZBL 89/1988 S. 65 Erw. 4). Klare 

und vollziehbarer Auflagen zum Betrieb eines Startplatzes können zu 

einer schonenden Betriebsführung beitragen und damit dem Interesse 

der Schutzgebiete Rechnung tragen. 

 

7.3 Unter den Beteiligten ist die Frage der hinreichenden Erschlies-

sung strittig. Nach Art. 22 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 Bst. b RPG 

setzt die Erteilung einer Baubewilligung für das Errichten oder Ändern 

von Bauten und Anlagen voraus, dass das Land erschlossen ist. Das 

Bundesrecht stellt für das Erfordernis der zureichenden Zufahrt nur all-

gemeine Grundsätze auf, während sich die Anforderungen an die Er-

schliessung im Einzelnen aus dem kantonalen Recht und der kanto-

nalen Rechtsprechung ergeben. Das Gebot der hinreichenden stras-

senmässigen Erschliessung soll unter anderem verhindern, dass Le-

ben, Gesundheit und Eigentum von Personen dadurch gefährdet wer-

den. Eine abschliessende Beurteilung der vorliegenden Erschliessung 

ist zwar nicht möglich, weil bereits grundlegende entscheidrelevante 

Daten wie Frequentierung, Anzahl Bergfahrten, Wendemöglichkeiten 

usw. fehlen. Jedoch hat das TBA festgestellt, dass die bereits redu-

zierten Anforderungen an die Strassenbreite für den Begegnungsfall 

Personenwagen/Fussgänger nicht erfüllt seien und die Wendemög-

lichkeiten nicht nachgewiesen seien. Vor dem Hintergrund der schma-

len Strassenbreite und der Tatsache, dass die meisten Fahrten mit 

dem Sammelbus vor allem bei schönem Wetter stattfinden – also just 

in der Zeit in welcher auch am meisten Wanderer zu erwarten sind – 

ist die Frage der Erschliessung sicherlich kritisch. 

 

7.4 Schliesslich ist festzuhalten, dass die angefochtene Baubewilli-

gung entgegen Art. 41 Abs. 3 AuLaV lediglich dem BAZL, nicht aber 

dem BAFU und dem ARE eröffnet worden ist.  

 

8.  

8.1 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die 

Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen 

werden. Die Entscheidgebühr beträgt Fr. 3'000.– (Nr. 20.13.01 des 

Gebührentarifs für die Kantons- und Gemeindeverwaltung, 

sGS 821.5). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die 

amtlichen Kosten der Rekursgegnerin und der Grundeigentümerin 1 – 

die im Rahmen ihrer Vernehmlassungen jeweils die Abweisung des 

Rekuses beantragt haben – je hälftig zu überbinden. Somit haben die 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 31/2021), Seite 17/18 

 

Rekursgegnerin und die Grundeigentümerin 1 amtliche Kosten von je 

Fr. 1'500.– zu bezahlen.  

 

8.2 Der vom Rechtsvertreter der Rekurrenten am 6. Januar 2020 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1'800.– ist zurückzuerstatten. 

 

9.  

Die Rekurrenten stellen ein Begehren um Ersatz der ausseramtlichen 

Kosten. 

 

9.1 Im Rekursverfahren werden ausseramtliche Kosten entschädigt, 

soweit sie auf Grund der Sach- und Rechtslage notwendig und ange-

messen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Die ausseramtliche Entschä-

digung wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Unter-

liegen auferlegt (Art. 98bis VRP). Die Vorschriften der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung (SR 272) finden sachgemäss Anwendung 

(Art. 98ter VRP).  

 

9.2 Die Rekurrenten obsiegen mit ihren Anträgen. Da das Verfahren 

zudem in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten bot, 

die den Beizug eines Rechtsvertreters rechtfertigen, besteht grund-

sätzlich Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung (Art. 98bis 

VRP). Nach Art. 22 Abs. 1 Bst. a der Honorarordnung (sGS 963.75; 

abgekürzt HonO) beträgt das Honorar in der Verwaltungsrechtspflege 

vor Verwaltungsbehörden pauschal Fr. 500.– bis Fr. 6'000.–. Für ein 

aussergewöhnlich aufwendiges Verfahren kann das Honorar um 

100 Prozent erhöht werden (Art. 22 Abs. 2 HonO). Innerhalb des für 

eine Pauschale gesetzten Rahmens wird das Grundhonorar nach den 

besonderen Umständen, namentlich nach Art und Umfang der not-

wendigen Bemühungen, der Schwierigkeit des Falls und den wirt-

schaftlichen Verhältnissen der Beteiligten, bemessen (Art. 19 HonO). 

Nach ständiger Praxis des Baudepartementes wird für durchschnittlich 

schwierige Rekursverfahren (ohne Rekursaugenschein) regelmässig 

ein mittleres Honorar von Fr. 2'750.–, bzw. von Fr. 3'250.– mit Re-

kursaugenschein, zuzüglich Mehrwertsteuer festgesetzt, sofern ein 

begründeter Antrag auf Entschädigung der Mehrwertsteuer gestellt 

wurde.  

 

9.3 Der Rechtsvertreter der Rekurrenten reichte am 22. September 

2020 eine Kostennote ein und wies auf den Umstand hin, dass zwei 

Parteien vertreten worden seien, deren Interessenlage unterschiedlich 

gewesen sei. Dementsprechend seien verschiedene zusätzliche Ge-

sichtspunkte in die Rekursbegründung einzubringen gewesen. Zudem 

habe der Koordinations- und Absprachebedarf zu einem Mehraufwand 

geführt. Dies habe insgesamt zu einem höheren Aufwand geführt, wel-

cher in der Kostennote ausgewiesen sei. Die ausseramtliche Entschä-

digung sei zuzüglich Mehrwertsteuer zuzusprechen, da die vertrete-

nen Rekurrenten als private Grundeigentümer die anfallende Mehr-

wertsteuer nicht weiterbelasten könnten. Die Kostennote weist ein Ho-

norar in der Höhe von Fr. 4'200.– und Barauslagen (4 Prozent) in der 

Höhe von Fr. 168.–, zuzüglich Mehrwertsteuer (7,7 Prozent) in der 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 31/2021), Seite 18/18 

 

Höhe von Fr. 336.35 aus. Die in der Rekursschrift vorgebrachten Rü-

gen sind allgemeiner Natur, so dass eine unterschiedliche Interes-

senslage der Rekurrenten nicht erkennbar ist. Die Vertretung von le-

diglich zwei Personen, welche die gleiche Interessenslage verfolgen, 

rechtfertigt daher auch keine Erhöhung. Die ausseramtliche Entschä-

digung ist ermessensweise auf Fr. 2'750.– zuzüglich der beantragen 

4% Barauslagen (Fr. 110.–); insgesamt Fr. 2'860.– (zuzüglich Mehr-

wertsteuer) festzulegen; sie ist je zur Hälfte (also je Fr. 1'430.–) von 

der Rekursgegnerin und der Grundeigentümerin 1 zu bezahlen. 

Entscheid 

1.  

a) Der Rekurs von A.___ und B.___ wird im Sinn der Erwägungen 

gutgeheissen. 

 

b) Der Beschluss des Gemeinderates Z.___ vom 25. November 

2019 und die raumplanungsrechtliche Teilverfügung des Amtes für 

Raumentwicklung und Geoinformation (AREG) vom 13. August 2018 

werden aufgehoben. 

 

2.  

a) Der Verein C bezahlt eine Entscheidgebühr von Fr.  1'500.–. 

 

b) Die Alpkorporation D.___ bezahlt eine Entscheidgebühr von 

Fr. 1'500.–. 

 

c) Der am 6. Januar 2020 von Christoph Bürgi, St.Gallen, geleis-

tete Kostenvorschuss von Fr. 1'800.– wird zurückerstattet. 

 

3.  

Das Begehren von A.___ und B.___ um Ersatz der ausseramtlichen 

Kosten wird gutgeheissen. Der Verein C.___ und die Alpkorporation 

D.___ entschädigen A.___ und B.___ ausseramtlich mit jeweils 

Fr. 1'430.– zuzüglich Mehrwertsteuer. 

 

 

Die Vorsteherin 

 

 

 

Susanne Hartmann 

Regierungsrätin 

	Publikationsplattform
	Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden
	BDE 2021 Nr. 31
	Art. 9 VRP, Art. 39 AuLaV, Art. 24 RPG, Art. 3 RPV, Art. 21 PBV. Die unentbehrlichen Organe des Vereins wurden bestellt, so dass die Handlungsfähigkeit der Rekursgegnerin gegeben ist (Erw. 3). Damit im vorliegenden Fall die Auswirkungen des Gleitschirmstartplatzes auf Raum und Umwelt im Rahmen einer Interessenabwägung überhaupt erst beurteilt werden können, braucht es ein Betriebskonzept. Zwar liegt ein sog. Flugbetriebshandbuch vor, jedoch finden sich darin keinerlei konkrete Angaben zum geplanten Betrieb (Erw. 5.2). Ohne die notwendigen Betriebsdaten kombiniert mit einem verbindlichen Betriebskonzept können zahlreiche Rechtsfragen wie etwa die Interessenabwägung nach Art. 3 RPV, die hinreichende Erschliessung oder der privatrechtliche Immissionsschutz gar nicht erst beurteilt werden (Erw. 5.4). Hinzukommt, dass sich das AREG im Rahmen der Interessenabwägung zur kommunalen SchutzV und des darin vorgesehenen Verbots der Gleitschirmfliegerei nicht geäussert hat (Erw. 6).

		2024-05-26T22:58:35+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen