# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 33c44e96-70b0-5087-aaad-2fce6006c583
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-03-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.03.2025 D-1248/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1248-2025_2025-03-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1248/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  M ä r z  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richter Thomas Segessenmann;     

Gerichtsschreiberin Sarah Rutishauser. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Marokko,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (beschleunigtes Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 14. Februar 2025. 

 

 

 

D-1248/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – ein marokkanischer Staatsangehöriger – suchte 

am 6. Januar 2025 in der Schweiz um Asyl nach. Er wurde dem Bundes-

asylzentrum (BAZ) der Region Bern zugewiesen.  

B.  

Am 10. Januar 2025 wurde der Beschwerdeführer im persönlichen Dublin-

Gespräch (Art. 5 Verordnung [EU] Nr. 604/2013) und am 7. Februar 2025 

vertieft zu den Asylgründen nach Art. 29 AsylG (SR 142.31) angehört.  

Zur Begründung seines Asylgesuchs führte er im Wesentlichen aus, Ma-

rokko verlassen zu haben, weil das Leben dort schwierig sei. Im Jahr 2015 

habe er aus rassistisch motivierten Gründen Probleme mit der Polizei ge-

habt und sei deshalb zweimal inhaftiert worden. Alsdann habe er im Jahr 

2020 mit der zweiten Frau des Vaters aufgrund des Erbes seiner verstor-

benen Mutter gestritten und sich nach einer Auseinandersetzung zur Aus-

reise entschieden. Nach einem Aufenthalt von acht Monaten in Spanien, 

drei Jahren in Deutschland und weiteren drei Monaten in Spanien, sei er in 

die Schweiz eingereist. Eine Rückkehr nach Marokko sei aufgrund vieler 

Probleme ausgeschlossen.  

C.  

Das zunächst eröffnete Dublin-Verfahren wurde am 4. Februar 2025 been-

det und das nationale Asyl- und Wegweisungsverfahren eingeleitet. 

D.  

Im Rahmen des vom SEM gewährten rechtlichen Gehörs reichte die da-

malige Rechtsvertretung des Beschwerdeführers eine Stellungnahme vom 

12. Februar 2025 zum Entscheidentwurf ein. 

E.  

Mit am 20. Februar 2025 eröffnetem Entscheid vom 14. Februar 2025 

lehnte das SEM unter Verneinung der Flüchtlingseigenschaft das Asylge-

such des Beschwerdeführers vom 6. Januar 2025 ab, ordnete seine Weg-

weisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. 

F.  

Der Beschwerdeführer erhob mit handschriftlich ergänzter Formularein-

gabe datiert vom 24. Februar 2025 (Datum des Poststempels 25. Februar 

2025) gegen den Entscheid des SEM vom 14. Februar 2025 Beschwerde 

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Seite 3 

beim Bundesverwaltungsgericht. Es wurde die Aufhebung der angefochte-

nen Verfügung und gemäss dem Wortlaut des Formulars die Prüfung sei-

nes Asylgesuchs durch die Schweiz beantragt. In verfahrensrechtlicher 

Hinsicht ersuchte er um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Be-

schwerde und unter Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung. 

G.  

Mit Schreiben vom 26. Februar 2025 bestätigte das Bundesverwaltungs-

gericht den Eingang der Beschwerde.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgül-

tig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist – mit Vorbehalt von Erwägung (E.) 1.3 – einzutreten. 

1.3 Auf das Rechtsbegehren in der Beschwerde, das Asylgesuch sei in der 

Schweiz zu prüfen, ist nicht einzutreten. Aus der Begründung, insbeson-

dere aus dem der Beschwerde beigelegten Asylentscheid vom 14. Februar 

2025 (Eröffnungsdatum 20. Februar 2025; SEM-Akten A38/1) geht – trotz 

anderslautender Rechtsbegehren und Bezugnahme auf einen «Nichtein-

tretensentscheid» der Vorinstanz vom 20. Februar 2025 in der standard-

mässig vorgedruckten Formularbeschwerde – letztlich hervor, dass sich 

die Laienbeschwerde gegen die Abweisung des Asylgesuchs und seine 

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Seite 4 

Wegweisung nach Marokko richtet und der Beschwerdeführer damit nicht 

einverstanden ist.  

1.4 Auf den Prozessantrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung der 

Beschwerde ist, da dieser eine solche bereits von Gesetzes wegen zu-

kommt und sie von der Vorinstanz nicht entzogen wurde (Art. 55 VwVG), 

mangels Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten.  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Die vorliegende Beschwerde erweist sich – wie nachstehend aufgezeigt – 

als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin beziehungsweise eines 

zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weiterungen und mit sum-

marischer Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Entscheid damit, die 

Vorbringen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen an die 

Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG nicht standhalten. Die geltend ge-

machten Probleme mit der Polizei und seine Verurteilung zu sechs mona-

tiger Haft sowie die zwanzigtägige Inhaftierung hätten sich mehrere Jahre 

vor der Ausreise aus Marokko im Jahr 2020 ereignet und stünden in keinem 

direkten Zusammenhang damit. Aus den Akten und den Angaben des 

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Seite 5 

Beschwerdeführers würden sich alsdann auch keine Anhaltspunkte auf 

flüchtlingsrechtlich relevante Motive für die dargelegten Schwierigkeiten 

(Festnahmen, Strafe, Polizeikontrollen, Schlägereien, Geldabnahme) er-

geben. Die familiären Probleme, insbesondere mit der zweiten Frau des 

Vaters, seien aufgrund des hauptsächlichen Streites um das Erbe nach 

dem Tod der Mutter in ökonomischen Gründen begründet. Bei den Vorbrin-

gen, der Beschwerdeführer habe in Marokko für einen geringen Lohn ar-

beiten müssen und die wirtschaftliche Lage sei schwierig gewesen, handle 

es sich um Nachteile aufgrund der allgemeinen Lebensbedingungen in Ma-

rokko, wovon grosse Teile der Bevölkerung in gleicher Weise betroffen 

seien. Insgesamt handle es sich nicht um Nachteile mit flüchtlingsrechtli-

cher Relevanz im Sinne von Art. 3 AsylG. 

Zur Stellungnahme der Rechtsvertretung zum Entscheidentwurf hielt das 

SEM fest, dass keine Beweismittel oder Tatsachen vorgelegt worden seien, 

welche eine Änderung seines Standpunktes rechtfertigen könnten. 

5.2 In der Beschwerde werden die bisherigen Vorbringen pauschal wieder-

holt («viele Probleme») und neu angegeben, der Beschwerdeführer habe 

auch politische Probleme, weil er gegen die Regierung in Marokko sei. Es 

gehe ihm psychisch nicht gut und er sei im Spital gewesen. Er träume da-

von in der Schweiz auf einem Bauernhof zu arbeiten und seine Zukunft hier 

aufzubauen. In der Schweiz habe er eine Freundin, die er heiraten und mit 

der er eine Familie gründen wolle.  

6.  

6.1 Die Vorinstanz hat die Vorbringen des Beschwerdeführers in der ange-

fochtenen Verfügung mit überzeugender Begründung als nicht 

asylrechtlich relevant qualifiziert. Zur Vermeidung von Wiederholungen 

kann auf die zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung 

sowie auf E. 5.1 hiervor verwiesen werden. Die Ausführungen in der 

Beschwerde führen zu keiner anderen Betrachtungsweise, zumal sie keine 

wesentlichen neuen Tatsachen enthalten und auch keine entsprechenden 

Beweismittel eingereicht wurden. 

6.2 Die Vorinstanz hat einen Kausalzusammenhang der Schwierigkeiten 

aus dem Jahr 2015 mit der Ausreise im Jahr 2020 zutreffend verneint. Der 

Beschwerdeführer hat eigens eingeräumt, keine Probleme mehr mit den 

marokkanischen Behörden gehabt zu haben, nachdem er nach den 

Vorfällen nach Agadir umgezogen sei (SEM-Akten A33/10, F66 f.). Es ist 

alsdann mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die dargelegten 

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wirtschaftlichen Probleme im Heimatstaat (Arbeit für geringen Lohn; SEM-

Akten A33/10, F28 f.) keine Asylgründe darstellen. Der Beschwerdeführer 

kann aus den dargelegten familiären Problemen, hauptsächlich aufgrund 

eines Erbstreits (SEM-Akten A33/10, F73), nichts zu seinen Gunsten 

ableiten. Vorab fehlt ein asylrelevantes Motiv im Sinne von Art. 3 AsylG. 

Abgesehen davon und selbst wenn der Beschwerdeführer Probleme mit 

Drittpersonen in einem asylrechtlich relevanten Ausmass (Intensität) hätte 

– was nicht dargetan wird –, würden sie einerseits keine staatliche 

Verfolgungsmassnahme darstellen, andererseits wäre eine Verfolgung von 

privaten Drittpersonen einzig flüchtlingsrechtlich relevant, wenn die 

betroffene Person in ihrem Heimatland keinen ausreichenden Schutz 

finden könnte (vgl. zur sogenannten Schutztheorie: BVGE 2008/4 E. 6.1-

6.5; BVGE 2011/51 E. 7; EMARK 2006 Nr. 18). Marokko verfügt über eine 

funktionierende Infrastruktur zur Ahndung von Verfolgungshandlungen und 

es ist grundsätzlich von der Schutzfähigkeit und dem Schutzwillen der 

dortigen Behörden auszugehen (vgl. BVGE 2011/51 E. 7.1-7.4, 2008/12 

E. 7.2.6.2, 2008/4 E. 5.2; statt vieler Urteil des BVGer D-446/2025 vom  

10. Februar 2025 E. 6.3.1), was vom Beschwerdeführer im Übrigen auch 

nicht bestritten wird. Das neue Vorbringen des Beschwerdeführers, 

politische Probleme zu haben, ist als nachgeschobene Schutzbehauptung 

und damit als unglaubhaft zu erachten, nachdem er in der Anhörung auf 

entsprechende Frage politische Aktivitäten beziehungsweise Interessen 

klar verneinte (SEM-Akten A33/10, F76: «Nein, nein, nein. Ich hatte keine 

Interessen an Politik oder Religion […]»). Betreffend die erstmals auf 

Beschwerdeebene vorgebrachten gesundheitlichen Beeinträchtigungen 

(psychische Probleme, Spitalaufenthalt) ist festzuhalten, dass der 

Beschwerdeführer hierzu keine medizinischen Unterlagen oder sonstige 

Beweismittel einreichte und aus den Akten keine entsprechenden 

Hinweise darauf hervorgehen, es sei ihm in seinem Heimatstaat 

medizinische Hilfe aus asylbeachtlichen Motiven verwehrt worden, was 

von ihm überdies auch nicht geltend gemacht wird.  

Insgesamt wird in der Beschwerde nichts Substantielles vorgebracht, was 

an der Einschätzung des Fehlens der Flüchtlingseigenschaft etwas zu 

ändern vermöchte und eine asylrechtlich relevante Verfolgung begründet 

erscheinen lassen könnte.  

6.3 Aufgrund des Gesagten hat die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft 

des Beschwerdeführers zu Recht verneint und sein Asylgesuch folgerichtig 

abgelehnt. 

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Seite 7 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab, so verfügt es in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt in der Schweiz insbesondere weder 

über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen An-

spruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach 

ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, 

je m.w.H.). Insbesondere ist auch aus dem Grundsatz der Einheit der Fa-

milie mangels substanziierter Angaben zur angeblichen Beziehung zu ei-

ner Frau in der Schweiz kein Anspruch abzuleiten.  

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

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Seite 8 

8.3 Das SEM wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, 

dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Personen 

schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerde-

führer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nach-

zuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte 

Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine An-

wendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Marokko ist 

demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus seinen Aussagen noch aus den Akten An-

haltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer für den Fall einer Ausschaf-

fung nach Marokko dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach 

Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausge-

setzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Men-

schenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste 

er eine konkrete Gefahr («real risk») nachweisen oder glaubhaft machen, 

dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behand-

lung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 

2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Es bestehen keine 

stichhaltigen Gründe für die Annahme, der Beschwerdeführer würde nach 

einer Rückkehr in sein Heimatland einer menschenrechtswidrigen Behand-

lung unterzogen. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Marokko 

lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig 

erscheinen.  

Schliesslich gehen auch hinsichtlich der gänzlich unsubstantiiert gebliebe-

nen Behauptung einer möglichen Heirat einer Partnerin in der Schweiz we-

der aus den Akten noch den Beschwerdeangaben konkrete Anhaltspunkte 

hervor, dass sich der angeordnete Wegweisungsvollzug im Lichte von 

Art. 8 Abs. 1 EMRK (Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens) 

als unzulässig erweisen könnte. 

Der Vollzug der Wegweisung ist sowohl im Sinne der landes- als auch der 

völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme anzuordnen. 

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Seite 9 

In Marokko herrscht weder Krieg, Bürgerkrieg noch eine Situation allge-

meiner Gewalt, aufgrund derer die Zivilbevölkerung als konkret gefährdet 

bezeichnet werden müsste. Der Wegweisungsvollzug ist grundsätzlich zu-

mutbar (vgl. statt vieler Urteil des BVGer D-446/2025 vom 10. Februar 

2025 E. 8.3.1 m.w.H.). 

Auch sprechen keine individuellen Gründe gegen einen Wegweisungsvoll-

zug. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, handelt es sich 

beim Beschwerdeführer um einen jungen Mann mit gewisser Schulbildung, 

dem es aufgrund seiner mehrjährigen Arbeitserfahrung als Mechaniker und 

Mitarbeiter auf Baustellen zuzumuten ist, bei einer Rückkehr ins Heimat-

land ein wirtschaftliches Auskommen zu erzielen. Selbst wenn er aufgrund 

des familiären Streites keinen Kontakt zur Familie pflegt, kann er dennoch 

auf ein soziales Netzwerk zurückgreifen, da er Freunde in Nador sowie ei-

nen arbeitenden Bruder in Spanien hat, welche ihn bei Bedarf entspre-

chend unterstützen können (vgl. SEM-Akten A33/10, F20 ff., F35, F45 f., 

F65). Die neu – bloss behaupteten – gesundheitlichen Probleme vermögen 

nicht gegen die Zumutbarkeit des Vollzugs zu sprechen (Beschwerde: 

«Psychisch geht es mir gar nicht gut. Ich war im Spital»; SEM-Akten 

A33/10, F47 ff.: «Ich habe keine Beschwerden»). Von einer den Vollzug der 

Wegweisung unzumutbar machenden existenziellen medizinischen Not-

lage (vgl. dazu ausführlich BVGE 2011/50 E. 8.3 und 2009/2 E. 9.3.2) ist 

vorliegend nicht auszugehen. Zudem verfügt Marokko generell über ein gut 

entwickeltes Gesundheitssystem und vor allem in städtischen Zentren über 

eine genügende Anzahl von Einrichtungen, die auch psychiatrische oder 

psychologische Therapien anbieten (vgl. etwa das Urteil des BVGer 

D-3307/24 vom 22. August 2024 E. 7.4.4). Es kann folglich davon ausge-

gangen werden, dass der Beschwerdeführer dort bei Bedarf adäquat be-

handelt werden kann. Es ist insgesamt nicht davon auszugehen, er würde 

bei einer Rückkehr nach Marokko aus wirtschaftlichen, sozialen oder ge-

sundheitlichen Gründen in eine existenzielle Notlage geraten. In der Be-

schwerde wird denn auch nichts dergleichen vorgebracht. Der Vollzug der 

Wegweisung ist demnach als zumutbar zu erachten. 

8.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer sich bei der zuständigen 

Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr allfällig notwendigen 

Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

D-1248/2025 

Seite 10 

8.6 Zusammenfassend hat das SEM den Wegweisungsvollzug zu Recht 

als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der vorläu-

figen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 Abs. 1 AsylG und Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Das Gesuch um Erlass des Kostenvorschusses ist mit vorliegendem 

Direktentscheid gegenstandslos geworden. 

10.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist 

unabhängig vom allfälligen Vorliegen der prozessualen Bedürftigkeit abzu-

weisen, da sich die Beschwerdebegehren entsprechend den vorstehenden 

Erwägungen als aussichtslos erwiesen haben (Art. 65 Abs. 1 VwVG). 

11.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.‒ 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-1248/2025 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Sarah Rutishauser 

 

 

Versand: