# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 825a2162-b44d-5055-bfac-399706e5ac30
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-07-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.07.2019 D-3873/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3873-2018_2019-07-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3873/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  J u l i  2 0 1 9  

Besetzung 
 Richterin Contessina Theis (Vorsitz), 

Richterin Constance Leisinger, Richter Simon Thurnheer,    

Gerichtsschreiberin Martina Von Wattenwyl. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch MLaw Cora Dubach,  

Freiplatzaktion Basel, (…) 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 1. Juni 2018 / N (…). 

 

 

 

D-3873/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer, ein sri-lankischer 

Staatsangehöriger tamilischer Ethnie, aus B._______ stammend, am 

(…). März 2015 sein Heimatland. Via C._______ flog er in ein ihm unbe-

kanntes Land und verliess dieses mit einem Auto. Am (…). März 2015 

reiste er in die Schweiz ein und stellte gleichentags ein Asylgesuch.  

B.  

Am (…). April 2015 wurde er im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) 

D._______ zum Reiseweg und summarisch zu den Asylgründen befragt 

(Befragung zur Person [BzP]). Die Anhörung zu den Asylgründen fand am 

(…). Juli 2017 statt.  

Zur Begründung machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen Folgen-

des geltend: 

Er stamme aus B._______, Distrikt E._______, Sri Lanka, sei ein Einzel-

kind und habe bei seiner Mutter gelebt. Sein Vater, zu welchem er kaum 

Kontakt habe, habe (…) in der Schweiz um Asyl ersucht und eine vorläufige 

Aufnahme erhalten. Seine Familie sei (…). Nachdem seine Prüfungen am 

College zum Level-A Abschluss nicht hinreichend ausgefallen seien, habe 

er diese wiederholen wollen. Zwischen (…) und (…) sei er ein aktives Mit-

glied des (…) gewesen, wobei er ein Jahr lang die Leitung der (…) über-

nommen habe und ein Jahr Verantwortlicher für die (…) gewesen sei. 

Seine Cousine habe den Bodyguard eines ehemaligen, hochrangigen Mit-

glieds der LTTE geheiratet. Von ihm habe er viele Informationen erhalten, 

da dieser ihn regelmässig bei sich zu Hause besucht habe, bevor er unge-

fähr (…) das Land verlassen habe und nach F._______ geflüchtet sei.  

Gemeinsam mit Studierenden der Universität habe er an unzähligen De-

monstrationen gegen die sri-lankische Armee und gegen deren Landbeset-

zung sowie das Verschwinden von Personen teilgenommen. Einige der 

Demonstrationen, insbesondere eine grosse vor der Bibliothek in 

E._______ im Jahre (…) sowie eine Anfang (…) in G._______, habe er 

mitorganisiert und zudem an diversen Märtyrerfeierlichkeiten teilgenom-

men. Ausserdem habe er Flugblätter verteilt und weitere Propaganda ge-

macht, um neue Studierende für die Teilnahme an den Demonstrationen 

zu motivieren.  

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Seite 3 

Am (…). Oktober 2014 frühmorgens sei er von zu Hause von zwei Perso-

nen des Geheimdienstes abgeholt und nach H._______ gebracht worden, 

wo er zu den Teilnahmen an den Demonstrationen, aber auch zu der Be-

ziehung zum hochrangigen LTTE-Mitglied, respektive zu dessen Body-

guard befragt worden sei. Die Geheimdienstmitarbeiter hätten zudem wis-

sen wollen, inwiefern er von der LTTE für die Demonstrationen und Kund-

gebungen finanziert werde. Während des Verhörs sei er geschlagen und 

geohrfeigt worden. Nach ungefähr zwei bis drei Stunden habe man ihn je-

doch wieder gehen lassen. Am (…). Januar 2015 sei er ein weiteres Mal 

zu Hause abgeholt und erneut zum gleichen Geheimdienst nach 

H._______ zur Befragung gebracht worden. Dort habe man ihn zuerst ohn-

mächtig geschlagen, danach zu Fotos von ihm während Demonstrationen 

gegen die sri-lankische Armee befragt. Nach weiteren Misshandlungen sei 

er zudem von einem Geheimdienstmitarbeiter sexuell missbraucht worden. 

Am Abend des gleichen Tages sei er dank Bestechungsgeldern seiner Mut-

ter freigekommen. In Folge habe er sich noch am gleichen Abend nach 

I._______ begeben und bis (…). März 2015 bei entfernten Verwandten ver-

steckt, während seine Mutter die Ausreise organisiert und bezahlt habe. 

Ein ausschlaggebender Anlass zur Ausreise sei neben den erlittenen Miss-

handlungen und die Furcht vor neuen Repressalien, ein Vorladungsschrei-

ben des Geheimdienstes gewesen, welches die Mutter des Beschwerde-

führers im (…) 2015 bei sich zu Hause entgegengenommen habe.  

Im (…) 2017 sei die Mutter des Beschwerdeführers mehrfach von Geheim-

dienstmitarbeitern über dessen Aktivitäten befragt worden. Zudem habe 

sich der Geheimdienst beim (…) über ihn informiert. 

Nebst dem Einreichen seiner Identitätskarte hat er das Vorladungsschrei-

ben der sri-lankischen Armee – datiert vom (…). Februar 2015 –, eine Be-

stätigung der Mitgliedschaft beim (…) – datiert vom (…). Januar 2015 – 

sowie ein undatiertes Schreiben des (…) als weitere Beweismittel dem Ge-

such beigefügt.  

Auf die weiteren Ausführungen des Beschwerdeführers wird, soweit we-

sentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.   

C.  

Mit Verfügung vom 1. Juni 2018 – eröffnet am 4. Juni 2018 – stellte das 

SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte sein Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und 

ordnete den Wegweisungsvollzug an.  

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Seite 4 

D.  

Der Beschwerdeführer focht mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 

4. Juli 2018 die Verfügung des SEM beim Bundesverwaltungsgericht an 

und beantragte, die Verfügung der Vorinstanz sei aufzuheben, er sei als 

Flüchtling anzuerkennen und ihm sei Asyl zu gewähren. Als Eventualantrag 

stellte er das Begehren, es sei die Unzulässigkeit des Wegweisungsvoll-

zugs, subeventualiter die Unzumutbarkeit festzustellen und es sei die vor-

läufige Aufnahme anzuordnen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um die 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und den Verzicht auf ei-

nen Kostenvorschuss gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie die Beiordnung 

seiner rubrizierten Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin ge-

mäss aArt. 110a lit. a und Abs. 3 AsylG (SR.142.31).  

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 19. Juli 2018 hiess das Bundesverwaltungs-

gericht das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und amtliche 

Rechtsverbeiständung unter der Voraussetzung des Nachreichens einer 

Fürsorgebestätigung gut. Gleichzeitig forderte es den Beschwerdeführer 

auf, diese innert gesetzter Frist nachzureichen, ansonsten darüber zu ei-

nem späteren Zeitpunkt entschieden werde und lud die Vorinstanz zur Ver-

nehmlassung ein.  

F.  

Mit Eingabe vom 3. August 2018 reichte der Beschwerdeführer fristgerecht 

eine Fürsorgebestätigung nach.  

G.  

Mit Vernehmlassung vom 14. August 2018 hielt die Vorinstanz vollumfäng-

lich an ihren Erwägungen fest. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

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Seite 5 

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26, E.5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken, Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

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Seite 6 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Zur Begründung ihrer Verfügung führte die Vorinstanz im Wesentlichen 

an, sie zweifle an der Authentizität der (…) Vorladung der sri-lankischen 

Armee vom (…). Februar 2015, welche an die Mutter des Beschwerdefüh-

rers adressiert gewesen sei. Sie gehe davon aus, es handle sich um eine 

Fälschung, welche die allgemeine Glaubwürdigkeit der Vorbringen mass-

geblich herabsetze. Ferner sei es nicht nachvollziehbar, weshalb die Mutter 

des Beschwerdeführers Anfang 2017 hätte mehrfach über diesen befragt 

worden sein sollen. Ebenfalls als unglaubhaft stufte die Vorinstanz das Vor-

bringen ein, die sri-lankische Armee habe sich beim (…) nach ihm erkun-

digt. Dementsprechend sei dem diesbezüglichen, undatierten Schreiben 

keinen Beweiswert zuzumessen, vielmehr qualifiziere sie es als ein reines 

Gefälligkeitsschreiben. Weiter seien die Festnahmen und die körperlichen 

Übergriffe insgesamt nicht ausreichend substantiiert und wenig lebensecht 

vorgebracht, da insbesondere der spontane Redensfluss sowie der Detail-

reichtum fehle. Auch die Aussagen in Zusammenhang mit der Mitorganisa-

tion von Demonstrationen seien flach und allgemein ausgefallen. Sie wür-

den nicht den Eindruck erwecken, dass der Beschwerdeführer eine tra-

gende Rolle dabei innegehabt habe. Zwar werde eine Teilnahme an De-

monstrationen von der Vorinstanz für möglich gehalten, eine exponierte 

Rolle jedoch verneint.  

Weiter erachte die Vorinstanz die Nachteile aufgrund der illegalen Ausreise 

aus Sri Lanka als nicht asylrelevant, zumal - gemäss ihrer Argumentation - 

keine Risikofaktoren, die ein Verfolgungsinteresse der heimatlichen Behör-

den begründen könnten, vorliegen würden. In Zusammenhang mit der Zu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sei festgestellt worden, dass der Be-

schwerdeführer aus der Nordprovinz stamme und bis zu seiner Ausreise 

auch dort gelebt habe. Es lägen keine individuellen Kriterien vor, welche 

einer Wegweisung entgegenstehen würden. Daran ändere auch die Tatsa-

che nichts, dass sein Vater eine vorläufige Aufnahme erhalten habe und 

seine Mutter mittels Familiennachzug in die Schweiz eingereist sei. Ein 

ausreichendes soziales Beziehungsnetz sowie familiäres (…) seien vor-

handen. Zudem gehe es der Familie (…) und er, ein junger gesunder Mann 

mit einem (…) verfüge über gute Aussichten, sich erfolgreich im Heimat-

land zu reintegrieren.  

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Seite 7 

4.2 Dagegen wendete der Beschwerdeführer ein, die Vorinstanz stütze die 

scheinbar mangelnde Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen hauptsächlich auf 

ein angeblich nicht echtes Dokument. Zudem könne sie in seinen wider-

spruchsfreien Schilderungen lediglich einen fehlenden Detailreichtum fest-

stellen, welcher zur Annahme geführt habe, dass er das Geschilderte nicht 

selber erlebt habe. Es seien von der Vorinstanz keine konkreten Beispiele 

zur fehlenden Glaubhaftmachung und Substanziiertheit der Asylgründe an-

gebracht worden. Diese Vorgehensweise sei insofern unzulässig, da ledig-

lich aufgrund eines angeblich gefälschten Dokumentes die gesamte Glaub-

haftigkeit der Asylvorbringen in Zweifel gezogen würden. Eingereichte Be-

weisstücke würden dazu dienen, die eigentlichen Vorbringen zu untermau-

ern und nicht - wie es vorliegend der Fall sei – den Hauptgegenstand des 

Asylgesuchs darstellen. Weiter erläuterte er, dass es sich bei dem Doku-

ment um ein Original handle, welches tatsächlich lediglich zur Untermaue-

rung seiner Vorbringen diene, denn auch ohne dieses Beweismittel würden 

genügend Glaubhaftigkeitselemente vorliegen. Zudem habe er alle Fragen 

in umfassender Weise beantwortet und es dürfe ihm nicht zur Last gelegt 

werden, wenn er sich nicht zu Themen, zu welchen keine Fragen gestellt 

worden seien, geäussert habe. Weiter habe die Vorinstanz die Wider-

spruchslosigkeit in keiner Weise gewürdigt, dies insbesondere unter dem 

Gesichtspunkt, dass zwischen der BzP und der Anhörung zu den Asylgrün-

den mehr als zwei Jahre liegen würden. Zusammenfassend sei festzuhal-

ten, dass seine Aussagen alle wesentlichen Angaben zu seinen Erlebnis-

sen und insbesondere Details zum sexuellen Übergriff enthalten würden. 

Weiter werde ihm durch die heimatlichen Behörden unterstellt, er unter-

stütze aufgrund der Heirat seiner Cousine mit einem hochrangigen LTTE-

Mitglied, respektive dessen Bodyguard, den Wiederaufbau der Bewegung. 

Unter diesen Umständen erscheine die Furcht vor Verfolgung auch in ob-

jektiver Weise begründet. Er verwies auf zwei Urteile des Bundesverwal-

tungsgerichts (D-1470/2014 vom 19. Februar 2014, E.6.4.4 und 

D-2220/2015 vom 15. März 2015, E.6.5.) sowie auf verschiedene Berichte 

von Menschenrechtsorganisationen in Zusammenhang mit behördlicher 

Willkür der Behörden gegen Tamilen im Norden Sri Lankas. 

Schliesslich hielt er fest, dass er sich kein neues Leben in B._______ auf-

bauen könne, da ihn nicht seine gesamte Verwandtschaft, sondern ledig-

lich nur die Mutter finanziell unterstützt habe, welche sich nun in der 

Schweiz befinde und ihm in einer Notsituation nicht mehr würde helfen kön-

nen.  

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Seite 8 

4.2.1 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft, wenn sie genügend 

substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in 

vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten widersprüchlich 

sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder 

der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss die asyl-

suchende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere 

dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abstützt (vgl. Art. 7 Abs. 3 AsylG), aber auch dann, 

wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im 

Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet 

nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mit-

wirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatz 

zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus 

Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuch-

stellers. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das Ge-

richt von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für 

wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftma-

chung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen 

zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche 

und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdar-

stellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob 

die Gründe, die für eine Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, 

überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustel-

len (vgl. BVGE 2012/5 E. 2.2; 2010/57 E. 2.3). 

4.2.2 Die Vorinstanz führte in ihrer Verfügung aus, die vom Beschwerde-

führer geltend gemachten Festnahmen durch den sri-lankischen Geheim-

dienst von E._______ sowie die anschliessenden Misshandlungen seien 

wenig substanziiert und lebensecht ausgefallen. Des Weiteren wiesen sie 

Detailarmut auf, wobei auf verschiedene Seiten des Protokolls der Befra-

gung zu den Asylgründen verwiesen wurde (A14, S5,7-9,15f.).  

 

Vorwegzunehmen ist, dass in Bezug auf die von ihm geschilderten Miss-

handlungen und die damit verbundenen sexuellen Übergriffe Hinweise be-

stehen, welche für die Glaubhaftigkeit dieser Sachverhaltselemente spre-

chen, zumal er diese bereits in der BzP erwähnt hatte, um demnach das 

Geschilderte weiter in der Befragung zu den Asylgründen zu präzisieren 

(A3/4, S8; A14/20, F125 – 138). 

 

Obwohl die erlittenen sexuellen Übergriffe eher als glaubhaft zu qualifizie-

ren sind, ist aus nachfolgenden Gründen davon auszugehen, dass sich 

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diese in einem anderen zeitlichen und ursächlichen Zusammenhang ereig-

net haben, deren Gründe dem Bundesverwaltungsgericht nicht bekannt 

sind. Ergänzend ist denn auch festzustellen, dass das Asylrecht nicht zur 

Wiedergutmachung von geschehenem Unrecht dient, weshalb die Miss-

handlungen als solche nicht als Grund für die Gewährung der Flüchtlings-

eigenschaft zu genügen vermögen.  

 

4.2.3 Im Gegensatz zu den erlittenen sexuellen Misshandlungen vermag 

der Beschwerdeführer seine Festnahmen nicht überzeugend darzustellen, 

so dass die breiteren Zusammenhänge der geltend gemachten Verfol-

gungsmassnahmen unklar bleiben. Obwohl die beiden Festnahmen durch 

den Geheimdienst zwar chronologisch geschildert wurden und er auch ge-

wisse Präzisierungen zum Verhör wie etwa die Nummer des Büros, in wel-

chem er misshandelt worden sei, beifügte, ist insgesamt jedoch festzustel-

len, dass in seinen Ausführungen individuelle Aspekte oder nebensächli-

che Details, welche auf ein persönliches Erleben der Verhöre schliessen 

lassen könnten, fehlen (vgl. act. A14/20, F36). Zwar stellte er kurze Mut-

massungen über den Rang eines Geheimdienstmitarbeiters an, welcher 

ihn beim ersten Verhör befragt hatte, ansonsten blieben seine Schilderun-

gen vage und allgemein (vgl. act. A14/20, F37). Die Schilderung seiner 

kurzzeitigen Verhaftung erschöpfte sich lediglich in einer repetitiv gleich-

bleibenden kurzen Beschreibung, welche nicht den Eindruck vermittelt, sel-

ber am Geschehen teilgenommen zu haben. (vgl. act. A14/20, F50-52). 

Insgesamt fehlen subjektive Empfindungen des Geschehens, welche zu 

erwarten wären, wenn der Betroffene diese auch selber erlebt hätte. 

 

4.2.4 Ebenso wenig zu überzeugen vermögen seine Darstellungen, er 

wäre als Mitorganisator an verschiedenen Demonstrationen beteiligt gewe-

sen. So erwähnt er die Demonstration im Jahr (…) anlässlich des Besuchs 

von J._______ (vgl. act. A14/20, F40), geht jedoch nicht weiter darauf ein, 

wie er die Demonstration in konkreter Hinsicht organisiert haben will. Seine 

Schilderungen enden mit der Aufzählung von allgemeinen Tätigkeiten wie 

der Verteilung von Flugblättern und der Rekrutierung neuer interessierter 

Studierenden für die Teilnahme an Demonstrationen (vgl. act. A14/20, 

F58). Auch auf die Organisation weiterer Anlässe angesprochen, blieben 

seine Beschreibungen vage und vorwiegend unkonkret (vgl. act. A14/20, 

F40 und 80-95). Mithin lässt dies zwar den Schluss zu, dass er durchaus 

an verschiedenen Demonstrationen und den anderen von ihm erwähnten 

Kundgebungen teilgenommen hatte, jedoch lediglich als einfacher Teilneh-

mer und nicht als eine exponierte Persönlichkeit mit besonderer Verant-

wortung für die jeweiligen Veranstaltungen. Das Gericht stützt in diesem 

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Seite 10 

Punkt die Argumentation der Vorinstanz und erachtet die Teilnahmen an 

den verschiedenen Anlässen als gegeben, spricht ihm jedoch die Rolle als 

Mitorganisator und dementsprechend als exponierte Person ab. Auch zu 

seinen Tätigkeiten im Verein konnte er weder substanziierte Angaben ma-

chen, noch hat er diesbezüglich Beweismittel wie etwa Flyer, Chatverläufe 

oder Fotos eingereicht, was angesichts der heute zur Verfügung stehenden 

Medien durchaus möglich gewesen wäre.  

 

4.3 Der Beschwerdeführer kritisierte in seiner Beschwerde, die Vorinstanz 

habe sich bei der Ablehnung seines Asylgesuchs im Wesentlichen darauf 

gestützt, ein eingereichtes Dokument sei nicht echt und demzufolge seien 

seine Vorbingen nicht glaubhaft.  

 

4.4 Ein einziges Schreiben vermag alleine tatsächlich keine hinreichenden 

Rückschlüsse auf die Glaubhaftigkeit der Vorbringen zu begründen. Insge-

samt ist es jedoch in die Gesamtwürdigung der Glaubhaftmachung einzu-

beziehen. Die Vorinstanz bezweifelte zu Recht die Echtheit des Vorla-

dungsschreibens der sri-lankischen Armee – datiert vom (…). Februar 

2015 - aufgrund der farblichen Abweichung des Logo’s zum Originallogo. 

Obwohl die Echtheit, respektive die Fälschung des Dokuments nicht zwei-

felsfrei nachgewiesen werden konnte, ist davon auszugehen, dass eine 

derart farbliche Abweichung wie vorliegend, nicht mit der Nutzung eines 

anderen als des üblich verwendeten Farbdruckers oder dem Ausbleichen 

des Papiers, wie vom Beschwerdeführer argumentiert, erklärt werden 

kann.  

 

4.5 In einem Zwischenschritt ist festzustellen, dass die Schilderungen des 

Beschwerdeführers insgesamt nicht zu überzeugen vermögen und den 

Kriterien an die Glaubhaftigkeit nicht standhalten können, wobei das 

angeblich verfälschte Dokument vom (…). Februar 2015 lediglich als 

unbedeutender Faktor in der Gesamtwürdigung der Prüfung der Glaubhaft-

machung dient. Es kann offengelassen werden, ob es sich dabei um eine 

Fälschung oder ein Original handelt.  

 

4.6 Weitere Ungereimtheiten ergeben sich auch hinsichtlich der Vorbringen 

zur familiären Verbindung zu einem hohen ehemaligen LTTE Mitglied. So 

bleiben die Erklärungen hierzu lediglich vage und rudimentär. Auch ist nicht 

ersichtlich, inwiefern der Beschwerdeführer in den Jahren 2014 und 2015 

regen Kontakt zu seinem angeheirateten Cousin gehabt haben sollte, da 

sich dieser bereits seit ungefähr dem Jahr 2012 in F._______ aufgehalten 

habe.  

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Seite 11 

 

4.7 Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer seine 

Vorbringen nicht glaubhaft darlegen konnte. Nach einer gründlichen Abwä-

gung zwischen den glaubhaften und unglaubhaften Elementen seiner Vor-

bringen kommt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass die un-

glaubhaften Elemente überwiegen und es ihm nicht gelungen ist, eine asyl-

relevante Verfolgung im Sinne von Art. 3 und Art. 7 AsylG glaubhaft zu ma-

chen. 

 

5.  

5.1 In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer über 

ein erhöhtes Risikoprofil verfügt und ihm bei einer Wiedereinreise ins Hei-

matland eine asylrelevante Verfolgung droht.  

5.2 Gemäss dem Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 zur Situa-

tion von Rückkehrern aus Europa respektive der Schweiz, hat das Bundes-

verwaltungsgericht festgestellt, dass zurückkehrende tamilische Asylsu-

chende nicht generell einer ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und 

Folter ausgesetzt seien (vgl. E. 8.3) und orientiert sich dabei an verschie-

denen Risikofaktoren, welche sich begünstigend für Verhaftung oder Folter 

auswirken. Dabei unterscheidet das Gericht die zwischen stark risikobe-

gründenden und schwach risikobegründeten Faktoren. Bei den ersteren 

handelt es sich um das Vorhandensein einer tatsächlichen oder vermeint-

lichen, aktuellen oder vergangenen Verbindung zur LTTE oder deren finan-

zielle Unterstützung, einem Eintrag in der sog. «Stop-List», aber auch die 

Teilnahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen. Unter schwach 

risikobegründete Faktoren einer Überprüfung durch die sri-lankischen Be-

hörden fallen in vermindertem Mass Personen, welche über keine erforder-

lichen Heimatpapiere verfügen, welche zwangsweise nach Sri Lanka zu-

rückgeführt werden oder über die Internationale Organisation für Migration 

(IOM) nach Sri Lanka zurückkehren (vgl. E. 8.12. bis E. 8.5.5.). Das Gericht 

wägt im Sinne einer Einzelfallprüfung ab, ob die glaubhaft gemachten Ri-

sikofaktoren eine asylrechtlich relevante Verfolgung darstellen. Dabei wird 

insbesondere geprüft, ob die rückkehrende Person von den sri-lankischen 

Behörden als bestrebt gilt, den tamilischen Separatismus wieder aufleben 

zu lassen (E. 8.5.1.) 

5.3 Der Beschwerdeführer konnte insgesamt nicht schlüssig und glaubhaft 

darlegen, dass er zum Zeitpunkt seiner Widereinreise ins Heimatland der 

Aufmerksamkeit der der sri-lankischen Behörden ausgesetzt sein würde. 

So erscheint es wenig wahrscheinlich, dass er aufgrund der Heirat seiner 

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Seite 12 

Cousine mit einem Bodyguard, welcher vor über sieben Jahren für ein ehe-

maliges hohes LTTE Mitglied tätig gewesen sein soll, ins Visier der heimat-

lichen Behörden fallen sollte, zumal gemäss seinen Aussagen keine seiner 

Verwandten Probleme wegen dieser familiären Beziehung mit den sri-lan-

kischen Behörden erfahren haben. Daher erscheint es unwahrscheinlich, 

dass gerade der Beschwerdeführer Probleme bei seiner Rückkehr erfah-

ren und die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden auf sich ziehen 

sollte.  

6.  

6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

D-3873/2018 

Seite 13 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

7.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-

sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–

127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat 

lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig 

erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl 

im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

7.4  Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

D-3873/2018 

Seite 14 

7.5 In Sri Lanka herrscht weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Ge-

walt. Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und 

den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. In den beiden Referenzur-

teilen E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 und D-3619/2016 vom 16. Oktober 

2017 hat das Bundesverwaltungsgericht eine aktuelle Einschätzung der 

Lage in Sri Lanka vorgenommen. Dabei stellte es fest, dass der Wegwei-

sungsvollzug sowohl in die Nordprovinz als auch in die Ostprovinz unter 

Einschluss des sogenannten Vanni-Gebiets zumutbar ist, wenn das Vorlie-

gen von individuellen Zumutbarkeitskriterien bejaht werden kann. Zu den 

individuellen Zumutbarkeitskriterien gehören insbesondere das Vorhan-

densein eines tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes so-

wie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation. 

7.6 Auch die neusten Gewaltvorfälle in Sri Lanka am 22. April 2019 und 

der gleichentags von der sri-lankischen Regierung verhängte Ausnahme-

zustand vermögen nichts daran zu ändern (vgl. Neue Zürcher Zeitung 

[NZZ] vom 23. April 2019, Sri Lanka: Colombo spricht von islamistischem 

Terror, https://www.nzz.ch/.../sri-lanka-colombo-spricht-von-islamisti-

schem-terror-ld.1476769; NZZ vom 25. April 2019, Polizei nimmt weitere 

16 Verdächtige fest – was wir über die Anschläge in Sri Lanka wissen, 

https://www.nzz.ch/international/anschlaege-in-sri-lanka-was-wir-wissen-

was-unklar-ist-ld.1476859; New York Times [NYT], What We Know and 

Don’t Know About the Sri Lanka Attacks, https://www.ny-

times.com/2019/04/22/world/asia/sri-lanka-attacks-bombings-explosions-

updates.html?action=click&module=Top%20Stories&pgtype=Homepage, 

alle abgerufen 15. Juli 2019).  

7.7 Den Argumenten des Beschwerdeführers, er könne auf keine familiäre 

Hilfe hoffen, da seine Mutter diejenige gewesen sei, welche ihm in Notsitu-

ationen bereits einmal geholfen habe, und sich jetzt beim Vater des Be-

schwerdeführers in der Schweiz befinde, kann nicht gefolgt werden. Insge-

samt ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer in seinem Herkunftsort 

B._______ (Distrikt E._______) über ein tragfähiges familiäres Bezie-

hungsnetz verfügt. So leben zwei Onkel sowie zwei Tanten mütterlicher-

seits in B._______. Aufgrund seiner Collegezeit und der ehemaligen akti-

ven Mitgliedschaft im (…) ist davon auszugehen, dass er auch in privater 

Hinsicht breitflächig vernetzt ist oder die vielfältigen Kontakte erneut auf-

nehmen kann. Zudem ist er im Besitz eines (…) und hat die Möglichkeit 

eine gutqualifizierte Ausbildung anzugehen. Folglich ist davon auszuge-

hen, dass er sich in seinem Heimatland beruflich integrieren und auf ein 

tragfähiges Beziehungsnetz zurückgreifen kann.  

D-3873/2018 

Seite 15 

Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 

zumutbar. 

7.8 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

7.9 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1-3 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Nachdem jedoch das mit der 

Beschwerde eingegangene Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege mit Verfügung vom 19. Juli 2018 – unter Voraussetzung des 

Nachreichens einer Fürsorgebestätigung, welche mit Eingabe vom 3. Au-

gust 2018 nachgereicht wurde, – gutgeheissen wurde, werden keine Ver-

fahrenskosten auferlegt.  

10.  

Der Rechtsmitteleingabe vom 4. Juli 2018 wurde eine Kostennote beige-

legt, welche einen Aufwand zur Redaktion der Beschwerde von 8.5 Stun-

den sowie Aktenstudium und länderspezifische Abklärungen von 3 Stun-

den und eine Dossiereröffnungspauschale beinhalten. Angesichts der Ak-

tenlage erscheint der geltend gemachte Aufwand zu den länderspezifi-

schen Abklärungen nicht als angemessen. Die Eröffnungspauschale wird 

praxisgemäss nicht vergütet. Entsprechend ist der Betrag zu kürzen und 

unter Berücksichtigung der in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren 

(Art. 9—13 VGKE) gerundet auf Fr. 1'462.— festzusetzen.   

(Dispositiv nächste Seite) 

D-3873/2018 

Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

3.  

Der amtlichen Rechtsbeiständin wird vom Bundesverwaltungsgericht ein 

Honorar in der Höhe von Fr. 1’462.– zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Martina Von Wattenwyl 

 

 

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