# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e2714664-8abc-56da-9239-9a8c7c8338d9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-12-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.12.2010 D-2114/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2114-2010_2010-12-06.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-2114/2010/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  6 .  D e z e m b e r  2 0 1 0  

Richter Daniel Schmid (Vorsitz), Richter Markus König,
Richter Daniele Cattaneo; 
Gerichtsschreiberin Jacqueline Augsburger.

A._______ geboren [...], Kosovo,
vertreten durch lic. iur. Christian Affentranger, 
Rechtsanwalt, Rudolf & Bieri AG, [...], 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Aufhebung der vorläufigen Aufnahme; 
Verfügung des BFM vom 2. März 2010 / N [...].

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-2114/2010

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer, ein ethnischer Ashkali  aus Z._______ (Koso-
vo),  verliess seine Heimat gemäss eigenen Angaben zusammen mit 
seiner Ehefrau B._______ (N [...]; D-5290/2010) am 1. Juni 2001 und 
reiste über Montenegro und ihm unbekannte Länder am 9. Juni 2001 
illegal in die Schweiz ein, wo das Ehepaar am 11. Juni 2001 um Asyl 
nachsuchte.  Zur  Begründung  machte  der  Beschwerdeführer  im 
Wesentlichen geltend, sie seien von den Albanern unterdrückt worden 
und hätten sich nicht frei bewegen können; er sei für seine Arbeit als 
Tagelöhner  nicht  immer bezahlt  worden. Drei  Tage vor  der  Ausreise 
hätten unbekannte Personen sie zu Hause überfallen, dabei wertvolle 
Sachen gestohlen und versucht, seine Frau zu vergewaltigen. 

B.
Mit Verfügung vom 12. September 2001 lehnte das BFM die Asylgesu-
che des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau mangels Asylrelevanz 
(Art. 3  des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]) und 
wegen Unglaubhaftigkeit der Verfolgungsvorbringen (Art. 7 AsylG) ab. 
Gleichzeitig  ordnete die Vorinstanz wegen Unzumutbarkeit  des Weg-
weisungsvollzugs  die  vorläufige  Aufnahme  des  Ehepaars  in  der 
Schweiz an. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. 

C.
Mit Urteil vom 11. Juni 2008 sprach das Kantonsgericht Y._______ den 
Beschwerdeführer  der  qualifizierten  Vergewaltigung  im  Sinne  von 
Art. 190  Abs.  1  des  Schweizerischen  Strafgesetzbuchs  vom 
21. Dezember 1937 (StGB, SR 311.0) in Verbindung mit Art. 200 StGB 
sowie der qualifizierten sexuellen Handlungen mit einem Kind im Sin-
ne von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 200 StGB 
schuldig und verurteilte ihn zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 
drei Jahren. Das Strafgericht erklärte 18 Monate unter Anrechnung der 
Untersuchungshaft von 122 Tagen als vollziehbar und schob den Voll-
zug der übrigen 18 Monate bei einer Probezeit  von drei  Jahren auf. 
Das Obergericht des Kantons Y._______ wies mit Urteil vom 23. April 
2009 die gegen das erstinstanzliche Urteil  erhobene Appellation des 
Beschwerdeführers  ab.  Mit  Urteil  6B_884/2009  vom  14.  Dezember 
2009 wies die Strafrechtliche Abteilung des Bundesgerichts die vom 
Beschwerdeführer  gegen  das  Obergerichtsurteil  erhobene  Be-
schwerde in Strafsachen ab. 

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D.
Mit Schreiben vom 7. Januar 2010 beantragte die zuständige Behörde 
des Kantons Y._______ beim BFM die Aufhebung der vorläufigen Auf-
nahme des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau gestützt auf das in 
Rechtskraft  erwachsene  Urteil  des  Kantonsgerichts  Y._______  vom 
11. Juni 2008. 

E.
Am  [...]  Januar  2010  trat  der  Beschwerdeführer  im  [...]gefängnis 
Y._______ in X._______ seine Freiheitsstrafe an. 

F.
Mit  Schreiben  vom  27.  Januar  2010  gewährte  das  BFM  dem  Be-
schwerdeführer  das  rechliche  Gehör  im Hinblick  auf  eine  eventuelle 
Aufhebung der vorläufigen Aufnahme. Zur Begründung wies es auf die 
mit dem Bundesgerichtsurteil  vom 14. Dezember 2009 in Rechtskraft 
erwachsene,  vom Kantonsgericht  Y._______  ausgesprochene  teilbe-
dingte Freiheitsstrafe von drei  Jahren hin. Der  Beschwerdeführer er-
hielt  Gelegenheit  zur schriftlichen Stellungnahme bis am 19. Februar 
2010. 

G.
Mit Eingabe vom 19. Februar 2010 nahm der Rechtsvertreter des Be-
schwerdeführers  Stellung zur  vom Bundesamt beabsichtigten Aufhe-
bung der vorläufigen Aufnahme. Er führte im Wesentlichen an, bei der 
Verurteilung des Beschwerdeführers wegen Vergewaltigung handle es 
sich eindeutig um ein Fehlurteil, weshalb daraus nicht auf eine Gefähr-
dung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung durch seinen Mandan-
ten geschlossen werden dürfe und kein öffentliches Interesse an einer 
Wegweisung desselben bestehe. Dieser führe eine intakte und harmo-
nische Beziehung mit seiner Ehefrau; beide seien in der Schweiz, in  
der sie seit bald zehn Jahren lebten, bestens integriert und seit neun 
Monaten nicht  mehr  vom Sozialamt  abhängig. Gemäss einem Urteil 
des  Europäischen  Gerichtshofs  für  Menschenrechte  (EGMR, Boultif 
gegen die Schweiz, Urteil vom 2. August 2001) sei das Verhalten eines 
Verurteilten  während  des  Strafvollzuges  sowie  nach der  vorzeitigen 
Entlassung zu berücksichtigen,  weshalb es nicht  angezeigt sei,  eine 
Wegweisung zu verfügen, bevor die Strafe vollzogen sei. Die Aufhe-
bung  der  vorläufigen  Aufnahme seines  Mandanten  sei  unverhältnis-
mässig. Mit  der  Stellungnahme reichte  der  Rechtsvertreter  zwei  Be-
richte einer Integrationsbegleiterin sowie einen Arbeitsvertrag des Be-

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schwerdeführers vom 29. Mai 2009 und einen undatierten Anstellungs-
vertrag von dessen Ehefrau (Vertragsbeginn: 1. Januar 2010) zu den 
Akten. 

H.
Aufgrund des mit Urteil  des Bundesgerichts vom 14. Dezember 2009 
in  Rechtskraft  erwachsenen  Urteils  des  Kantonsgerichts  Y._______ 
vom 11. Juni 2008 hob das BFM mit Verfügung vom 2. März 2010 – er-
öffnet am 4. März 2010 – die vorläufige Aufnahme des Beschwerde-
führers auf,  ordnete den Vollzug der Wegweisung unverzüglich nach 
Beendigung  des  Strafvollzugs  an  und  entzog  gestützt  auf  Art.  55 
Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwal-
tungsverfahren (VwVG, SR 172.021) einer allfälligen Beschwerde ge-
gen diese Verfügung die aufschiebende Wirkung. Die Vorinstanz sah 
den Aufhebungsgrund von Art. 83 Abs. 7 Bst. a des Bundesgesetzes 
vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer 
(AuG,  SR 142.20)  aufgrund der  Verurteilung des Beschwerdeführers 
zu einer teilbedingten dreijährigen Freiheitsstrafe als gegeben an. Die 
qualifizierte Vergewaltigung sowie die qualifizierten sexuellen Handlun-
gen mit einem Kind seien äusserst verwerflich und beträfen ein wert -
volles  Rechtsgut,  weshalb  ein  gewichtiges  öffentliches  Interesse  an 
der Fernhaltung des Beschwerdeführers von der Schweiz bestehe. 

Weder das erstinstanzliche Urteil des Kantonsgerichts Y._______ vom 
11. Juni 2008, noch das zweitinstanzliche Urteil des Obergerichts des 
Kantons Y._______ vom 23. April 2009 fanden sich in den Akten der 
Vorinstanz. 

I.
Mit ergänzender Eingabe vom 3. März 2010, welche sich mit der Verfü-
gung des BFM vom 2. März 2010 kreuzte und daher in dieser nicht be-
rücksichtigt wurde, verneinte der Rechtsvertreter unter Hinweis auf di -
verse Medienberichte und einen Bericht der Schweizerischen Flücht-
lingshilfe (SFH) vom 21. September 2009 zur Rückführung von Roma 
nach Kosovo die Zumutbarkeit  einer Rückkehr seines zur Minderheit 
der Ashkali gehörenden Mandanten. 

J.
Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 31. März 2010 erhob der Be-
schwerdeführer gegen die Verfügung des BFM vom 2. März 2010 Be-
schwerde beim Bundesverwaltungsgericht.  Er  beantragte,  es  sei  die 
angefochtene Verfügung aufzuheben und von einer Aufhebung der vor-

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läufigen  Aufnahme  abzusehen.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  er-
suchte er um die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der 
Beschwerde gemäss Art. 55 Abs. 3 VwVG sowie um Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG. 

Zur Begründung brachte der Rechtsvertreter im Wesentlichen vor, auf-
grund der rechtskräftigen Verurteilung des Beschwerdeführers zu einer 
längerfristigen  Freiheitsstrafe  sei  der  Aufhebungsgrund  von  Art.  83 
Abs. 7 Bst. a AuG zwar erfüllt. Eine Aufhebung der vorläufigen Aufnah-
me sei  jedoch unverhältnismässig,  da das private Interesse des Be-
schwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz das öffentliche Inte-
resse an seiner Wegweisung überwiege. 

Das Kantonsgericht Y._______ habe in seinem Urteil vom 8. Juni 2008 
eine Rückfallgefahr  des Beschwerdeführers  verneint,  weshalb  davon 
auszugehen sei, dass dieser keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit  
und Ordnung der Schweiz darstelle und das öffentliche Interesse an 
seiner Fernhaltung als gering einzustufen sei. Der Beschwerdeführer 
und seine Ehefrau hätten sich überdurchschnittlich gut in der Schweiz 
integriert, was auch aus den beiliegenden Empfehlungsschreiben her-
vorgehe, und sie würden seit bald zehn Jahren hier leben. Die Ehefrau 
sei in engmaschiger ärztlicher Behandlung, um ihre Kriegserfahrungen 
zu  verarbeiten,  und  eine  adäquate  Behandlung  sei  in  Kosovo  nicht 
möglich. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Kosovo sei nicht 
nur  aufgrund  der  persönlichen  Verhältnisse  nicht  zumutbar,  sondern 
auch  aufgrund  der  äusserst  kritischen  Lage  für  Rückkehrer,  welche 
den  Minderheiten  der  Ashkali  beziehungsweise  Roma  angehörten, 
doch habe sich das BFM in der angefochtenen Verfügung zu dieser 
Thematik nicht geäussert. Aus diesen Gründen sei das private Interes-
se des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz als hoch 
einzustufen. 

Der Rechtsvertreter beanstandet ferner, die Vorinstanz habe sich nicht 
mit der Argumentation des Beschwerdeführers (in der Stellungnahme 
vom 19. Februar 2010, siehe Sachverhalt Bst. G) auseinandergesetzt, 
wonach die Wegweisung eines Verurteilten nicht verfügt werden dürfe, 
bevor die Strafe vollzogen sei. 

Als Beschwerdebeilagen fanden Kopien folgender Dokumente Eingang 
in die Akten: Zwei Empfehlungsschreiben vom 21. März 2010 und vom 
29. März 2010, ein Schreiben der [...] Y._______ vom 24. März 2010, 
ein  Lebenslauf  des  Beschwerdeführers,  ein  hausärztliches  Zeugnis 

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vom 24. März 2010 dessen Ehefrau betreffend sowie eine Medienmit-
teilung der SFH vom 17. Februar 2010 zu Zwangsrückschaffungen von 
Roma nach Kosovo. 

K.
Mit Schreiben vom 9. März 2010 gewährte das BFM der Ehefrau des 
Beschwerdeführers das rechliche Gehör im Hinblick auf eine eventuel-
le Aufhebung ihrer vorläufigen Aufnahme. Zur Begründung führte das 
Bundesamt an, Kosovo sei heute auch für Angehörige ethnischer Min-
derheiten ein sicheres Land, und die vorläufige Aufnahme ihres Ehe-
mannes sei am 2. März aufgehoben worden. Abklärungen hätten erge-
ben, dass sie in W._______/Z._______ über ein grosses soziales Be-
ziehungsnetz verfüge und ausserdem ein Grundstück und zahlreiche 
Immobilien in W._______ in Familienbesitz seien, weshalb es ihr und 
ihrem Ehemann möglich sein sollte, dort eine wirtschaftliche Lebens-
grundlage  aufzubauen. Die  der  Ehefrau  des  Beschwerdeführers  bis 
am  31.  März  2010  angesetzte  Frist  zur  schriftlichen  Stellungnahme 
liess diese ungenutzt verstreichen. 

L.
Mit Zwischenverfügung vom 4. Mai 2010 hiess der zuständige Instruk-
tionsrichter  das  Gesuch  um  Wiederherstellung  der  aufschiebenden 
Wirkung der  Beschwerde gut  und stellte  fest,  der  Beschwerdeführer 
könne den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. Das Ge-
such um die  Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 VwVG hiess der Instruktionsrichter ebenfalls gut, auf 
die  Erhebung eines  Kostenvorschusses  verzichtete  er,  und  das  Ge-
such um Beiordnung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes wies er 
indessen ab. 

M.
Mit  Zwischenverfügung vom 14. Juni 2010 lud der Instruktionsrichter 
die Vorinstanz zur Vernehmlassung ein. Dabei forderte er das Bundes-
amt auf, zur Frage der Familieneinheit  gemäss Art. 44 Abs. 1 AsylG 
Stellung zu nehmen, die Urteile des Kantonsgerichts Y._______ vom 
11.  Juni  2008  und  des  Obergerichts  des  Kantons  Y._______  vom 
23. April 2009 zu den vorinstanzlichen Akten zu nehmen und zu er läu-
tern, weshalb es sich in der angefochtenen Verfügung nicht mit den Er-
wägungen  (Schwere  des  Verschuldens)  der  Strafgerichtsbehörden 
auseinandergesetzt hatte. 

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N.
In seiner Vernehmlassung vom 29. Juni 2010 beantragte das BFM die 
Abweisung  der  Beschwerde.  Es  argumentierte,  die  Familieneinheit 
beim Wegweisungsvollzug werde dadurch gewahrt, dass die vorläufige 
Aufnahme  der  Ehefrau  des  Beschwerdeführers  mit  Verfügung  vom 
28. Juni  2008  nun  ebenfalls  aufgehoben  worden  sei.  Die  Vorinstanz 
edierte die beiden Gerichtsurteile und räumte ein, dass gemäss Kan-
tonsgericht  Y._______  keine  Anhaltspunkte  für  ein  offensichtliches 
Rückfallrisiko ersichtlich seien und die Prognose nicht ungünstig aus-
falle. Das Bundesgericht (BGE 125 II 521 E. 4a/aa S. 526 f.; 122 II 433 
E. 2c S. 436 f.) verfolge aber insbesondere bei Delikten gegen die kör -
perliche und sexuelle Integrität eine strenge Praxis, so dass selbst ein  
geringes Rückfallrisiko nicht hingenommen werden müsse. Ein Wohl-
verhalten im Strafvollzug habe praxisgemäss nur eine untergeordnete 
Bedeutung. Der  Beschwerdeführer  sei  zu  einer  längerfristigen  Frei-
heitsstrafe verurteilt worden und habe zudem gegen die öffentliche Si-
cherheit und Ordnung verstossen (Art. 83 Abs. 7 lit. a und lit. b AuG). 
Durch  seine  Straftat  habe  er  eine  besonders  ausgeprägte  Gering-
schätzung für die schweizerische Rechtsordnung und insbesondere für 
die physische,  psychische und sexuelle  Integrität  anderer  Menschen 
demonstriert. Sexuelle Handlungen mit einem Kind seien gemäss bun-
desgerichtlicher  Rechtsprechung  (BGE  122  II  433  E. 2c.  S.  436; 
2A.404/2000) als schwere Straftaten zu werten; bei solchen Straftaten 
bestehe ein wesentliches öffentliches Interesse an einer Wegweisung. 
Das Kantonsgericht Y._______ habe sodann nur einen teilweisen Auf-
schub der Freiheitsstrafe angeordnet, um dem schweren Verschulden 
des Beschwerdeführers gerecht zu werden. Die günstige Prognose än-
dere nichts daran, dass er ein schwer wiegendes Verbrechen began-
gen habe und sich daher nicht  auf  die Unzumutbarkeit  des Wegwei-
sungsvollzugs berufen könne. 

O.
Mit  Instruktionsverfügung  vom 3.  August  2010  kündigte  der  Instruk-
tionsrichter (mit Hinweis auf die Zwischenverfügung vom 27. Juli 2010 
i.S. D-5290/2010)  die koordinierte Behandlung des vorliegenden Be-
schwerdeverfahrens mit demjenigen der Ehefrau des Beschwerdefüh-
rers (D-5290/2010) an und gab Letzterem Gelegenheit zur Replik zur 
vorinstanzlichen Vernehmlassung. 

P.
In seiner Replik vom 13. August 2010 beantragte der Rechtsvertreter 

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des  Beschwerdeführers  nochmals,  die  Verfügung vom 2. März  2010 
sei  aufzuheben  und  von einer  Aufhebung  der  vorläufigen  Aufnahme 
sei abzusehen. Die Ausführungen der Vorinstanz bestritt er pauschal, 
soweit sie der eigenen Darstellung widersprächen und nicht ausdrück-
lich Zugaben erfolgten. Art. 83 Abs. 7 Bst. a AuG sei unter Beachtung 
des Verhältnismässigkeitsprinzips anzuwenden, wobei im vorliegenden 
Fall das private Interesse des Beschwerdeführers am Verbleib in der 
Schweiz gegenüber dem öffentlichen Interesse der Schweiz an dessen 
Fernhaltung überwiege. Zur Begründung verwies der Rechtsvertreter 
auf die Ausführungen in der Beschwerdeschrift vom 31. März 2010, an 
denen er vollumfänglich festhielt. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  auf  dem Gebiet  des 
Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) 
des BFM  (Art. 112 Abs. 1 AuG i.V.m Art. 31-33 des Verwaltungsge-
richtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG,  SR  173.32];  Art. 83  Bst. c 
Ziff. 3  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht;  der  Be-
schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art.  112 
Abs. 1 AuG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG, Art. 50 Abs. 1 
und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.  
2.1 Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht, die un-
richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts  und die  Unangemessenheit  gerügt  werden (Art.  112 Abs. 1 
AuG i.V.m. Art. 49 VwVG). 

2.2 Am  1. Januar  2008  trat  das  Bundesgesetz  vom  16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG) in Kraft; gleichzei-
tig wurde das Bundesgesetz vom 26. März 1931 über Aufenthalt und 
Niederlassung  der  Ausländer  (ANAG,  BS  1  121)  aufgehoben  (vgl. 

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Art. 125 i.V.m. Anhang Ziff I AuG). Gemäss der Übergangsbestimmung 
von Art. 126a Abs. 4 AuG gilt – unter Vorbehalt der Absätze 5 bis 7 – 
für  Personen,  die  im Zeitpunkt  des  Inkrafttretens der  Änderung vom 
16. Dezember 2005 des AsylG sowie des AuG vorläufig aufgenommen 
sind, neues Recht. Der Beschwerdeführer wurde vom BFM mit Verfü-
gung vom 12. September 2001 gestützt auf Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. 
Art. 14a ANAG vorläufig aufgenommen. Aufgrund der übergangsrecht-
lichen Regelung gemäss Art. 126a Abs. 4 AuG ist im vorliegenden Be-
schwerdeverfahren daher das AuG anwendbar. 

3.  
3.1 Das BFM kann gemäss Art. 84 Abs. 3 AuG auf Antrag der kanto-
nalen Behörden oder des Bundesamtes für Polizei  eine wegen Unzu-
mutbarkeit oder Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs angeordnete 
vorläufige Aufnahme aufheben und den Vollzug der Wegweisung an-
ordnen, wenn Gründe nach Art. 83 Abs. 7 AuG gegeben sind. 

Art. 83 Abs. 7 AuG zählt  in  seinen Bst. a-c die Voraussetzungen ab-
schliessend auf,  bei  deren Vorliegen eine vorläufige Aufnahme nach 
Art. 83 Abs. 2 und 4 AuG nicht verfügt respektive – gestützt auf Art.  84 
Abs. 3 AuG – eine bereits rechtskräftig angeordnete vorläufige Aufnah-
me aufgehoben wird. Demnach wird die vorläufige Aufnahme nicht an-
geordnet  respektive aufgehoben,  wenn die weg- oder  ausgewiesene 
Person zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe im In- oder Ausland ver-
urteilt wurde oder wenn gegen sie eine strafrechtliche Massnahme im 
Sinne von Art. 64 oder 61 StGB angeordnet wurde (Bst. a), wenn sie 
erheblich  oder  wiederholt  gegen  die  öffentliche  Sicherheit  und  Ord-
nung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat oder diese ge-
fährdet  oder  die  innere  oder  äussere  Sicherheit  gefährdet  (Bst. b), 
oder wenn sie die Unmöglichkeit des Vollzugs der Weg- oder Auswei-
sung durch ihr eigenes Verhalten verschuldet hat (Bst. c). 

Die Bestimmungen von Art. 83 Abs. 7 Bst. a und b AuG stimmen in-
haltlich im Wesentlichen mit denjenigen von Art. 62 Bst. b und c AuG 
überein, welche die allgemeinen Voraussetzungen des Widerrufs von 
Bewilligungen oder anderen Verfügungen nach diesem Gesetz regeln. 

3.2 Im angefochtenen Entscheid hob das BFM die vorläufige Aufnah-
me auf Antrag der zuständigen Behörde des Kantons Y._______  ge-
stützt auf Art. 83 Abs. 7 Bst. a AuG auf, da der Beschwerdeführer we-
gen qualifizierter Vergewaltigung eines Kindes im Sinne von Art.  190 
Abs. 1  StGB i.V.m. Art. 200 StGB sowie  der  qualifizierten sexuellen 

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Handlungen mit einem Kind im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 
i.V.m. Art. 200 StGB zu einer teilbedingten dreijährigen Freiheitsstrafe 
verurteilt  worden war. In der Vernehmlassung vom 29. Juni 2010 sah 
die Vorinstanz auch Art. 83 Abs. 7 Bst. b AuG als erfüllt an. 

3.2.1 Von  einer  längerfristigen  Freiheitsstrafe  im  Sinne  von  Art.  62 
Bst. b  AuG – und damit auch von Art. 83 Abs. 7 Bst. a AuG – ist ge-
mäss neuster bundesgerichtlicher Rechtsprechung bei einer Freiheits-
strafe von mehr als einem Jahr auszugehen (BGE 135 II  377 E. 4.2 
und E. 4.5); dies unabhängig davon, ob die Strafe bedingt, teilbedingt 
oder  unbedingt  zu  vollziehen  ist  (Urteil  des  Bundesgerichts 
2C.515/2009 vom 27. Januar 2010 E. 2.1).  Die Vorinstanz  bejahte im 
vorliegenden Fall  demnach zu Recht  die  Anwendbarkeit  von Art. 83 
Abs. 7 Bst. a AuG wegen der Verurteilung des Beschwerdeführers zu 
einer dreijährigen, teilbedingten Freiheitsstrafe, was im Übrigen – im 
Gegensatz  zur  Eingabe vom 19. Februar  2010,  wo noch von einem 
Fehlurteil  die Rede war (vgl. Sachverhalt  Bst. G) – auf  Beschwerde-
ebene nicht mehr bestritten wird. 

3.2.2 Im  Weiteren  sind  vorliegend  auch  die  Voraussetzungen  von 
Art. 83 Abs. 7 Bst. b AuG erfüllt. Der Beschwerdeführer hat durch die 
qualifizierte Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB i.V.m. 
Art. 200 StGB sowie die qualifizierten sexuellen Handlungen mit einem 
Kind im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 200 StGB be-
sonders  wertvolle  Rechtsgüter  (sexuelle  Freiheit  beziehungsweise 
Selbstbestimmung  sowie  ungestörte  Entwicklung  von  Unmündigen) 
verletzt beziehungsweise gefährdet, weshalb auch in Berücksichtigung 
der  (teil-)  bedingt  ausgesprochenen  Freiheitsstrafe  eine  schwerwie-
gende Verletzung und Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ord-
nung vorliegen. 

4.
4.1 Zu prüfen bleibt, ob die Aufhebung der vorläufigen Aufnahme mit 
dem Verhältnismässigkeitsprinzip im Einklang steht. Dieses Prinzip bil -
det  einen  allgemeinen  Grundsatz  staatlichen  Handelns  (vgl.  Art. 5 
Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
vom 18. April 1999 [BV, SR 101]) und wird für den vorliegend relevan-
ten Rechtsbereich durch Art. 96 Abs. 1 AuG konkretisiert, wonach die 
zuständigen  Behörden  bei  der  Ermessensausübung  die  öffentlichen 
Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der In-
tegration der Ausländerinnen und Ausländer zu berücksichtigen haben. 

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4.1.1 In diesem Sinne wurden bereits die früheren Bestimmungen von 
Art. 10 Bst. a und Art. 14a Abs. 6 aANAG, welche durch die vorste-
hend  in  E.  2.2  genannten  neuen  Bestimmungen  des  AuG abgelöst 
wurden, durch die massgebliche Rechtsprechung ausgelegt. 

4.1.2 So hat  die – in  BVGE 2007/32  bestätigte und daher  weiterhin 
gültige – Praxis der Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) bei 
der Anwendung von Art. 14a Abs. 6 aANAG eine Abwägung zwischen 
den Interessen  des Ausländers  oder  der  Ausländerin  an einem Ver-
bleib in  der  Schweiz und denjenigen der  Schweiz an einer Wegwei-
sung vorausgesetzt und dabei die Interessen des Staates am Schutz 
vor  Gefährdung der  öffentlichen Sicherheit  und Ordnung oder  deren 
schwerwiegender  Verletzung  eingeschränkt.  Die  Ausschlussklausel 
von Art. 14a Abs. 6 aANAG sei mit  Zurückhaltung und insbesondere 
unter Beachtung des Verhältnismässigkeitsprinzips anzuwenden (vgl. 
BVGE  2007/32  E.  3.2  sowie  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2006  Nr. 30  E.  6, 
EMARK 2006 Nr. 23 E. 8.3, EMARK 2006 Nr. 11 E. 7.2, EMARK 2004 
Nr. 39 E. 5.3, EMARK 2003 Nr. 3 E. 3a). 

4.1.3 Bei der Interessenabwägung sind insbesondere die Art der be-
gangenen Delikte beziehungsweise der dadurch verletzten Rechtsgü-
ter,  die Schwere des Verschuldens,  die Dauer  der  Anwesenheit  des 
Ausländers oder der Ausländerin in der Schweiz sowie die dieser Per-
son  und  ihrer  Familie  drohenden  Nachteile  zu  berücksichtigen  (vgl.  
EMARK 2006 Nr. 23 E. 8.3.1, EMARK 2004 Nr. 39 E. 5.2). Steht nicht 
der Ausschluss von der vorläufigen Aufnahme, sondern die Aufhebung 
derselben  zur  Diskussion,  wird  auf  Seiten  des  Ausländers  oder  der 
Ausländerin im Rahmen der Interessenabwägung namentlich der Dau-
er  der  Anwesenheit  in  der  Schweiz  sowie  den  mit  dem Vollzug der 
Wegweisung allenfalls verbundenen persönlichen und familiären Nach-
teilen  ein  vergleichsweise  hoher  Stellenwert  beizumessen  sein  (vgl. 
EMARK 2006 Nr. 23 E. 8.3.1 und 8.3.3,  EMARK 2006 Nr. 11 E. 7.2.3 
S. 128). 

4.1.4 Auch  das  Bundesgericht  setzt  in  seiner  Rechtsprechung  zu 
Art. 62 f. AuG – in Fortführung der Praxis zur Ausweisung  nach dem 
vormaligen Art. 10 Bst b aANAG – für die Anwendung dieser Bestim-
mung eine Interessenabwägung voraus, was bedeutet, dass die Mass-
nahme nach den gesamten Umständen angemessen respektive ver-
hältnismässig sein muss. In seiner aktuellsten publizierten Rechtspre-

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chung hält das Bundesgericht diesbezüglich unter Hinweis auf Art.  96 
Abs. 1 AuG fest,  im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung seien 
namentlich  die  Schwere des Verschuldens,  der  Grad der  Integration 
beziehungsweise die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die der 
betroffenen Person und ihrer Familie drohenden Nachteile zu berück-
sichtigen (BGE 135 II  377 E. 4.3  S. 381,  BGE 134 II  1  E.  2.2  S. 3 
m.w.H.). 

4.1.5 Daraus ergibt sich, dass bei der Beurteilung der Verhältnismäs-
sigkeit  (weiterhin)  nicht  von einer  schematischen  Betrachtungsweise 
auszugehen, sondern auf die gesamten Umstände des Einzelfalles ab-
zustellen ist. 

4.2 Der  Rechtsvertreter  bringt  vor,  das  Kantonsgericht  habe  eine 
Rückfallgefahr verneint,  weshalb der Beschwerdeführer  keine Gefahr 
für die öffentliche Sicherheit und Ordnung der Schweiz darstelle und 
das öffentliche Interesse an einer Fernhaltung als gering einzustufen 
sei.  Dieser  Argumentation  kann  nicht  gefolgt  werden. Die  Tatsache, 
dass der Beschwerdeführer rechtskräftig zu einer längerfristigen Strafe 
verurteilt wurde und dabei im Weiteren erheblich gegen die öffentliche 
Sicherheit und Ordnung verstossen hat, lässt per se das öffentliche In-
teresse am Wegweisungsvollzug und somit an der Aufhebung der vor-
läufigen Aufnahme des Beschwerdeführers als gewichtig erscheinen. 

4.2.1 Den  Erwägungen  im  Urteil  der  [...]  des  Kantonsgerichts 
Y._______ vom 11. Juni 2008 ist zu  entnehmen, dass der Beschwer-
deführer  [Zeitpunkt  des Delikts]  auf  einem öffentlichen [Ort  des  Ge-
schehens] in V._______ im Zusammenwirken mit einem Kollegen das 
damals fünfzehnjährige Opfer durch Anwendung von Gewalt zur Dul-
dung des Geschlechtsverkehrs nötigte. [Weitere Angaben zum Tather-
gang). 

4.2.2 Das Strafgericht folgte bei der Strafzumessung dem Antrag der 
Staatsanwaltschaft  (vgl. S. 28 f.) und blieb mit  der ausgesprochenen 
dreijährigen Freiheitsstrafe zwar deutlich unter der möglichen Höchst-
strafe von 15 Jahren. In der Urteilsbegründung beurteilte das Gericht 
das Verschulden des Beschwerdeführers jedoch als objektiv und sub-
jektiv schwer. Es stellte eine planmässige, "kaltblütige Vorgehenswei-
se" und einen "erheblichen kriminellen Willen", egoistische Motive und 
ein "verwerfliches Bestreben nach hemmungs- und rücksichtsloser Be-
friedigung seines Sexualtriebes" fest. Als strafmindernd berücksichtig-
te das Gericht die kurze zeitliche Dauer des strafbaren Verhaltens, die 

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lange Verfahrensdauer, die schwierige Jugendzeit des Angeklagten so-
wie fehlende Vorstrafen (vgl. S. 101 ff.). 

4.2.3 Beim  Entscheid  über  die  Gewährung  des  bedingten  Strafvoll-
zugs hielt  das Gericht  fest,  dass nach altem Recht für  den Strafauf-
schub  eine  günstige  Prognose  erforderlich  war,  nach  neuem Recht 
nunmehr das Fehlen einer ungünstigen Prognose genügt. Es hielt dem 
Beschwerdeführer zugute, dass er nicht vorbestraft war und nach sei-
ner Entlassung aus der Untersuchungshaft die ihm auferlegten stren-
gen Meldepflichten stets korrekt befolgt hatte. Das Gericht vermochte 
keine Anhaltspunkte zu erkennen, die auf ein offensichtliches Rückfall-
risiko hindeuten und stellte fest, dass eine ungünstige Prognose fehlt 
(vgl. S. 105 f.). Um dem schweren Verschulden des Beschwerdefüh-
rers gerecht zu werden, ordnete es jedoch nur einen teilweisen Auf-
schub  der  Freiheitsstrafe an  (vgl.  S. 107). Angesichts  der  günstigen 
Prognose und der seit der Tat verstrichenen Zeit setzte es die Probe-
zeit auf drei Jahre an (vgl. S. 107). 

4.2.4 In der Stellungnahme ans BFM vom 19. Februar 2010 zur beab-
sichtigten Aufhebung der vorläufigen Aufnahme liess der Beschwerde-
führer  geltend  machen,  bei  der  Verurteilung  wegen  Vergewaltigung 
handle es sich um ein Fehlurteil. Der Eingabe lagen zwei Schreiben ei-
ner  Integrationsbegleiterin  bei.  Diese  brachte  im  Schreiben  vom 
20. Februar 2010 an den Rechtsvertreter ihre Überzeugung zum Aus-
druck, dass der Beschwerdeführer unschuldig sei,  und bat jenen um 
eine  Einschätzung  der  Chancen  einer  Revision.  Gemäss  Urteil  des 
Bundesgerichts  vom  14.  Dezember  2009  erschöpfte  sich  der  Be-
schwerdeführer mit seiner Beschwerde gegen das Urteil des Oberge-
richts des Kantons Y._______ in einer blossen appellatorischen Kritik 
am  angefochtenen  Urteil  und  beschränkte  sich  darauf,  die  eigene 
Sichtweise der Verhältnisse darzulegen und einzelne angebliche Dis-
krepanzen im Aussageverhalten  der  Geschädigten  darzustellen  (vgl. 
Urteil des Bundesgerichts a.a.O. E. 2.4 S. 4). Mit der Beschwerde ans 
Bundesverwaltungsgericht vom 31. März 2010 liess er sodann ein am 
29. März 2010 datiertes Empfehlungsschreiben einreichen, in welchem 
ein Gefängnisseelsorger aus dem [...]gefängnis in X._______ schrieb, 
er  könne sich nur schwer vorstellen, dass der Beschwerdeführer die 
Tat,  die  ihm  vorgeworfen  werde,  wirklich  begangen  habe.  Aus  der 
gleichsamen Verharmlosung seines Fehlverhaltens und der Verunglim-
pfung des Opfers ist zu schliessen, dass es dem Beschwerdeführer bis 

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heute an der Einsicht in das Unrecht seiner höchstinstanzlich rechts -
kräftig abgeurteilten Tat fehlt. 

4.2.5 Den Akten ist als Vollzugsende der Gefängnisstrafe der [...] März 
2011 zu entnehmen (vgl. B2/2 S. 1). Hinweise auf eine vorzeitige Ent-
lassung aus dem Strafvollzug bestehen nicht. Zum Verhalten des Be-
schwerdeführers  im  Strafvollzug  liegt  kein  offizieller  Vollzugsbericht 
der Strafanstalt  vor. Das mit  der Beschwerde eingereichte Schreiben 
eines Sozialarbeiters  der  [...]  Y._______  vom 24. März  2010  enthält 
zum einen keine Aussagen zum Verhalten des Beschwerdeführers im 
Strafvollzug und stützt  sich zum anderen ausschliesslich auf  dessen 
eigene Angaben, welche zum Teil offensichtlich tatsachenwidrig sind. 
So trifft es beispielsweise – wie nachstehend (vgl. E. 4.3.1) zu zeigen 
sein  wird  –  nicht  zu,  dass  der  Beschwerdeführer  während  seines 
neunjährigen Aufenthalts in der Schweiz immer erwerbstätig gewesen 
und hier integriert sei. 

4.2.6 Zusammenfassend ist  festzuhalten, dass die vom Beschwerde-
führer gemeinsam mit einem Mittäter begangene Straftat und sein Ver-
schulden  offensichtlich  schwer  wiegen.  Erschwerend  kommt  sodann 
hinzu,  dass es dem Beschwerdeführer bis  heute an der Einsicht  ins 
Unrecht seiner Tat fehlt und er keine Reue zeigt. Aus diesen Gründen 
besteht ein erhebliches öffentliches Interesse am Vollzug der Wegwei-
sung. 

4.3 Dem öffentlichen Interesse am Wegweisungsvollzug sind die pri-
vaten  Interessen  des  Beschwerdeführers  an  einem  Verbleib  in  der 
Schweiz gegenüberzustellen. 

4.3.1 Dieser bringt zu seinen Gunsten die lange Anwesenheitsdauer 
in  der  Schweiz  vor  und  macht  geltend,  er  und  seine  Ehefrau  seien 
"bestens"  beziehungsweise  "überdurchschnittlich  gut"  integriert  (vgl. 
Sachverhalt Bst. G und J). Eine lange Aufenthaltsdauer in der Schweiz 
kann  ein  Indiz  für  eine  fortgeschrittene  Integration  darstellen,  was 
nach den vorstehenden Ausführungen (vgl. E. 4.1.4) für die erforderli-
che Interessenabwägung zu berücksichtigen ist. Der Beschwerdefüh-
rer  hält  sich  zusammen mit  seiner  Ehefrau nunmehr  seit  über  neun 
Jahren in der Schweiz auf. Aus den Akten sind allerdings keine konkre-
ten  Anhaltspunkte  für  eine  der  langen  Anwesenheitsdauer  entspre-
chende, fortgeschrittene Integration des Beschwerdeführers (und sei-
ner Ehefrau) ersichtlich. Der Beschwerdeführer – ein junger, gesunder 
Mann – hat keine besonderen Anstrengungen unternommen, sich dau-

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erhaft in die hiesige Arbeitswelt zu integrieren und sich wirtschaftlich 
selbst  zu erhalten. Der eingereichte Lebenslauf  des Beschwerdefüh-
rers  ist  lückenhaft,  und  es  liegt  kein  einziges Arbeitszeugnis  vor. Er 
war nur gelegentlich als Hilfsarbeiter und jeweils nur während einiger 
Monate  am Stück  erwerbstätig,  so  dass  das  Ehepaar  während  des 
überwiegenden Teils seiner Anwesenheit in der Schweiz von Sozialhil-
fe abhängig war – eine Tatsache, die er selbst einräumt, wenn er in der 
Eingabe vom 19. Februar 2010 ans BFM (aus seiner Sicht allerdings 
zu seinen Gunsten) darlegt, "seit  neun Monaten nicht mehr vom So-
zialamt abhängig" zu sein (vgl. Sachverhalt  Bst. G). Aus den im Zu-
sammenhang  mit  dem Gesuch  der  Ehefrau  des  Beschwerdeführers 
um  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  eingereichten 
Unterlagen geht überdies hervor, dass diese nach wie vor beziehungs-
weise wieder von der öffentlichen Hand unterstützt wird. 

Zur  Untermauerung  seiner  Integration  reichte  der  Beschwerdeführer 
diverse Schreiben zu den Akten. Die wiederholte Teilnahme des Ehe-
paars [...]  an Anlässen eines interkulturellen Projektes sowie die ein-
malige Tätigkeit als [...]  (vgl. Schreiben vom 21. März 2010) belegen 
jedoch  noch  keine  fortgeschrittene  soziale  Integration.  Das  Empfeh-
lungsschreiben eines Sozialarbeiters der [...] Y._______ vom 24. März 
2010  stützt  sich  auf  aktenwidrige  Angaben  des  Beschwerdeführers, 
trifft  es doch keineswegs zu, dass dieser in den neun Jahren seiner 
Anwesenheit in der Schweiz immer gearbeitet habe (vgl. E. 4.2.5 hie-
vor). Auch das der Eingabe vom 19. Februar 2010 beigelegte Empfeh-
lungsschreiben vom 12. Februar 2010 der oben bereits erwähnten In-
tegrationsbegleiterin  (vgl.  E. 4.2.4)  scheint  überwiegend  auf  mündli-
chen Angaben des Beschwerdeführers zu beruhen, finden die vielfälti-
gen geltend gemachten Engagements für das Amt für Asyl sowie seine 
Arbeitswilligkeit doch keinerlei Bestätigung in den Akten.

Die vorstehend in E. 4.2.4 dargelegte fehlende Reue und Einsicht des 
Beschwerdeführers  in  das  Unrecht  seiner  Tat  sowie  die  Verunglim-
pfung  des  Vergewaltigungsopfers  lassen  zudem  darauf  schliessen, 
dass er auch nach fast zehnjährigem Aufenthalt weder mit den hiesi-
gen Wertvorstellungen und Gepflogenheiten,  noch mit  der geltenden 
Rechtsordnung vertraut ist. Auch ein allfälliges Wohlverhalten im Straf-
vollzug vermag an dieser Tatsache nichts zu ändern (siehe dazu auch 
nachfolgend E. 4.5) und stellt ausserdem noch keine gelungene Inte-
gration in die hiesige Gesellschaft dar. Die genannten Schreiben ver-
mögen daher an der offensichtlich fehlenden wirtschaftlichen und ge-

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sellschaftlichen Integration  des Beschwerdeführers  (und seiner  Ehe-
frau) nichts zu ändern. 

4.3.2 Sodann  wird  der  Beschwerdeführer  abgesehen  von  einer 
Schwester in  der  Schweiz keine Angehörigen mehr  haben, von wel-
chen er durch die Rückkehr nach Kosovo getrennt werden würde. Das 
BFM hob mit  Verfügung vom 28. Juni 2010 die vorläufige Aufnahme 
der Ehefrau des Beschwerdeführers wegen Zumutbarkeit des Wegwei-
sungsvollzugs an den gemeinsamen Wohnort in Kosovo auf und ord-
nete den Vollzug gleichzeitig mit  demjenigen des Beschwerdeführers 
nach  dessen  Strafverbüssung  an.  Da  mit  Urteil  des  Bundesverwal-
tungsgerichts D-5290/2010 heutigen Datums die Beschwerde der Ehe-
frau  betreffend  Aufhebung  der  vorläufigen  Aufnahme letzt instanzlich 
ebenfalls abgewiesen wird, ist ein gleichzeitiger koordinierter Wegwei-
sungsvollzug des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau gewährleis-
tet.  Damit  bleibt  auch  der  Grundsatz  der  Einheit  der  Familie  nach 
Art. 44 Abs. 1 AsylG gewahrt. 

4.3.3 Schliesslich sind die persönlichen Nachteile, die der Beschwer-
deführer als Folge der Wegweisung nach Kosovo zu gewärtigen hat, 
nicht als derart schwerwiegend zu bezeichnen, dass sie gemessen am 
öffentlichen Interesse am Vollzug der Wegweisung als übermässig er-
scheinen würden. Der Beschwerdeführer hat seine gesamte Kindheit 
in Kosovo verbracht; er kam im Alter von fast 22 Jahren zusammen mit  
seiner Ehefrau in die Schweiz. Wie vorstehend in E. 4.3.1 aufgezeigt, 
hat er als junger und gesunder Mann während des über neunjährigen 
Aufenthalts in der Schweiz zusammen mit seiner Ehefrau keine wirt-
schaftlich  eigenständige  Existenz  aufzubauen  und  sich  auch  gesell -
schaftlich nicht der langen Anwesenheitsdauer entsprechend zu inte-
grieren  vermocht.  Bei  dieser  Sachlage  ist  nicht  davon  auszugehen, 
dass der Beschwerdeführer bei einem Wegweisungsvollzug aus einem 
besonders engen Beziehungsfeld herausgerissen würde und damit ei-
ne nicht zu vertretende persönliche Härte vorläge. In seiner Herkunfts-
region hingegen verfügen er und seine Ehefrau nach wie vor über ein 
intaktes familiäres Beziehungsnetz, wobei das Ehepaar zweifellos ei-
nen tieferen Lebensstandard hinnehmen müssen wird (vgl. die im Rah-
men des Aufhebungsverfahrens gegen die Ehefrau durch das Verbin-
dungsbüro in Pristina am 22. Februar 2010 vorgenommenen Abklärun-
gen  vor  Ort,  N  [...]  act. C2).  Das  Vorbringen,  die  Ehefrau  des  Be-
schwerdeführers sei in engmaschiger psychiatrischer Behandlung, de-
ren  Fortführung  in  Kosovo  nicht  gewährleistet  sei,  wird  mit  Urteil 

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D-5290/2010 heutigen Datums des Bundesverwaltungsgerichts wider-
legt (vgl. a.a.O. E. 4.2.4). 

4.4 Der  Beschwerdeführer  argumentiert,  das  Kantonsgericht 
Y._______ habe in seinem Urteil vom 8. Juni 2008 eine Rückfallgefahr 
verneint, weshalb dieser keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und 
Ordnung der Schweiz darstelle und das öffentliche Interesse an einer 
Fernhaltung  als  gering  einzustufen  sei.  Dazu  ist  festzuhalten,  dass 
das Kantonsgericht die nicht ungünstige Prognose im Rahmen der Ge-
währung eines teilweisen Strafaufschubs berücksichtigt hat. Die Prog-
nose bildet sodann nur ein Element in der bei der Verhältnismässig-
keitsprüfung  gebotenen  Interessenabwägung  und  vermag  im  vorlie-
genden Fall die oben dargelegte Schwere der Tat und des Verschul-
dens sowie die fehlende Integration des Beschwerdeführers in die hie-
sige Gesellschaft nicht aufzuwiegen. 

4.5 Auch dem Vorbringen des Rechtsvertreters  des Beschwerdefüh-
rers, die Verhältnismässigkeit einer Wegweisung dürfe erst nach dem 
Vollzug  der  Freiheitsstrafe  geprüft  werden,  weil  das  Verhalten  eines 
Verurteilten während des Strafvollzugs und einer gewissen Zeit  nach 
der vorzeitigen Entlassung zu berücksichtigen sei,  kann nicht gefolgt 
werden. Ein allfälliges Wohlverhalten im Strafvollzug und nach der Ent-
lassung lässt zum einen keine Rückschlüsse auf das künftige Verhal-
ten in Freiheit zu und ändert zum anderen nichts an der Schwere der 
Tat und des Verschuldens des Beschwerdeführes sowie an seiner feh-
lenden Integration. Der Einwand des Rechtsvertreters, die Vorinstanz 
habe sich vor Erlass der Verfügung nicht mit dieser Argumentation be-
fasst (vgl. Sachverhalt Bst. G und J), geht somit ins Leere. 

4.6 Der Beschwerdeführer bringt sodann vor, der Vollzug der Wegwei-
sung nach Kosovo sei aufgrund der äusserst kritischen Lage für Rück-
kehrer, welche der Minderheit der Ashkali angehörten, nicht zumutbar. 
Hierzu  ist  zum einen  festzustellen,  dass  das  Bundesverwaltungsge-
richt  mit  Urteil  D-5290/2010  heutigen  Datums  die  in  der  Verfügung 
vom 28. Juni 2010 angeordnete Aufhebung der vorläufigen Aufnahme 
der Ehefrau des Beschwerdeführers stützt,  deren dagegen erhobene 
Beschwerde  abweist  und  in  Fortführung  der  diesbezüglichen  Praxis 
nach  einer  Einzelfallprüfung  die  Zumutbarkeit  des Wegweisungsvoll-
zugs einer Ashkali an ihren Herkunftsort  in Kosovo bejaht (vgl. Urteil  
D-5290/2010 a.a.O. E. 4.2.2).  Zum anderen  kann sich der Beschwer-
deführer  –  im  Gegensatz  zu  seiner  Ehefrau  –  offensichtlich  gerade 

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nicht auf den Aspekt der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs be-
rufen, weil seine vorläufige Aufnahme gestützt auf Art. 83 Abs. 7 i.V.m. 
Art. 83 Abs. 4 AuG aufgehoben wurde. Die diesbezügliche Rüge, das 
BFM habe sich in der angefochtenen Verfügung zur Thematik der äus-
serst  kritischen  Lage  für  rückkehrende  Ashkali  nicht  geäussert  (vgl. 
Sachverhalt Bst. I und J), ist daher unbegründet. 

4.7 In gesamthafter  Würdigung aller  Umstände gelangt das Bundes-
verwaltungsgericht  zum Schluss,  dass  das  öffentliche  Interesse  der 
Schweiz an einer Fernhaltung des Beschwerdeführers dessen privates 
Interesse an einem Verbleib in der Schweiz überwiegt. Die von der Vor-
instanz verfügte Aufhebung der vorläufigen Aufnahme des Beschwer-
deführers erweist sich daher auch als verhältnismässig. 

5.  
Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung vom 2. März 2010 
die Begründungspflicht beziehungsweise den Anspruch des Beschwer-
deführers auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 29 VwVG) 
verletzt, indem sie die Familieneinheit gemäss Art. 44 Abs. 1 AsylG mit  
keinem Wort erwähnte, die Strafurteile des Kantonsgerichts sowie des 
Obergerichts nicht edierte und sich bei der Verhältnismässigkeitsprü-
fung nicht  mit  den Erwägungen der Strafgerichtsbehörden auseinan-
dersetzte  (vgl.  Zwischenverfügung  vom 14.  Juni  2010  sowie  vorste-
hend Sachverhalt Bst. C und M). Diese Verfahrensmängel wurden im 
vorliegenden Beschwerdeverfahren geheilt; sie sind jedoch bei der Re-
gelung der Kostenpunkte zu berücksichtigen.

6.
Dem Beschwerdeführer ist  es demnach nicht  gelungen darzutun,  in-
wiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzen,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt  unrichtig oder unvollständig feststellen 
oder unangemessen sein sollte (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist 
daher abzuweisen. 

7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten an sich grund-
sätzlich  vollumfänglich  dem Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63 
Abs. 1 VwVG). Das in der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewäh-
rung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1 
VwVG wurde  jedoch  mit  Zwischenverfügung  vom 14. Juni  2010  na-
mentlich aus verfahrensrechtlichen Gründen gutgeheissen (siehe auch 
oben E. 5). Aufgrund der Akten ist auch im heutigen Zeitpunkt von der 

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anhaltenden Bedürftigkeit des Beschwerdeführers auszugehen ist. Es 
sind daher keine Kosten aufzuerlegen. 

8.
Wie vorstehend  aufgezeigt,  litt  die  angefochtene  Verfügung  im  Zeit-
punkt ihres Erlasses an mehreren Verfahrensmängeln. Diese konnten 
zwar im Rahmen des Beschwerdeverfahrens geheilt werden; aus dem 
Umstand, dass der Beschwerdeführer nur durch das Ergreifen eines 
Rechtsmittels  zu  einem rechtskonformen  Entscheid  gelangt  ist,  darf 
ihn jedoch kein finanzieller Nachteil treffen. Obwohl er im vorliegenden 
Beschwerdeverfahren mit  seinen Rechtsbegehren nicht durchgedrun-
gen ist, ist ihm daher in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG 
i.V.m. Art.  6  Bst. b  des Reglements  vom 21. Februar  2008 über  die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
(VGKE, SR 173.320.2) eine angemessene Parteientschädigung für die 
ihm  daraus  erwachsenen,  notwendigen  Kosten  zuzusprechen  (vgl. 
BVGE 2008/47 E. 5.1 und 5.2 S. 680 f.). Nachdem keine Kostennote zu 
den  Akten  gereicht  wurde  und  sich  der  notwendige  Vertretungsauf-
wand  aufgrund  der  Aktenlage  hinreichend  zuverlässig  abschätzen 
lässt, ist die von der Vorinstanz auszurichtende angemessene Partei-
entschädigung  unter  Berücksichtigung  der  massgebenden  Berech-
nungsfaktoren von Amtes wegen pauschal  auf  insgesamt Fr. 1'000.– 
(inkl.  Spesen  und  Mehrwertsteuer)  festzusetzen  (vgl.  Art.  14  Abs. 1 
und 2 beziehungsweise Art. 10 VGKE). Das BFM ist anzuweisen, dem 
Beschwerdeführer diesen Betrag zu entrichten. 

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3.
Das BFM hat dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor dem Bun-
desverwaltungsgericht  eine  Parteientschädigung  in  der  Höhe  von 
Fr. 1'000.– zu entrichten.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N  [...] (per 

Kurier; in Kopie)
- [die zuständige kantonale Behörde] (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel Schmid Jacqueline Augsburger

Versand: 

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