# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9c63afe6-af09-5d35-b3ef-80968c30e4a9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-11-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.11.2008 B-1085/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-1085-2008_2008-11-13.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-1085/2008

{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 3 .  N o v e m b e r  2 0 0 8

Richter David Aschmann (Vorsitz), 
Richterin Maria Amgwerd, Richter Hans Urech; 
Gerichtsschreiber Philipp J. Dannacher.

X._______,
vertreten durch Frau Dr. Renata Kündig,
Beschwerdeführerin,

gegen

Y._______,
vertreten durch Dr. R. C. Salgo + Partner,
Patentanwälte AG,
Beschwerdegegner,

Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum,
Stauffacherstrasse 65, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verfügungen in Widerspruchsverfahren Nr. 8927 RED 
BULL/STIERBRÄU und Nr. 8928 BULL/STIERBRÄU.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-1085/2008

Sachverhalt:

A.
Die  Eintragung  der  Schweizer  Wortmarke  CH  555'781  STIERBRÄU 
des Beschwerdegegners wurde am 8. März 2007 im Schweizerischen 
Handelsamtsblatt veröffentlicht. Die Marke ist nach einer Teillöschung 
vom 19. April 2007 noch für folgende Waren registriert:

1 Biergärungskohlensäure.
30 Bierhefe.
31 Treber.
32 Bier, einschliesslich alkoholfreies Bier, Ale und Porter; Biermischgeträn-

ke, die Zusätze enthalten wie Spirituosen, Limonaden, Süssstoffe und/ 
oder Aufputschmittel wie Koffein oder Taurin.

33 Alkoholische Mischgetränke, die Bier und Zusätze enthalten wie Spiri-
tuosen,  Limonaden,  Süssstoffe  und/oder  Aufputschmittel  wie  Koffein 
oder Taurin.

B.
Gestützt  auf  ihre älteren Wortmarken CH P-413'261 RED BULL und 
IR 790'141  BULL  und  beschränkt  auf  die  Eintragung  für  Waren  der 
Klassen  32  und  33  erhob  die  Beschwerdeführerin  am  9.  Mai  2007 
zweimal  Widerspruch gegen die Marke des Beschwerdegegners, die 
sie je mit dem Bestehen einer Verwechslungsgefahr begründete.

Die Widerspruchsmarke CH P-413'261 RED BULL ist für:

32 Bières; eaux minérales et gazeuses et autres boissons non alcooliques; 
boissons de fruits et jus de fruits; sirops et autres préparations pour fai-
re des boissons,

die Widerspruchsmarke IR 790'141 BULL für:

32 Boissons non alcooliques, y compris les boissons rafraîchissantes, les 
boissons énergétiques, les boissons à base de petit-lait et les boissons 
isotoniques (hypertoniques et  hypotoniques, destinées à être utilisées 
par  des sportifs  et  adaptées à leurs besoins); bières,  bières de malt, 
bières de froment, porters, ales, stouts et bières de garde appelées "la-
ger";  boissons  de malt  non  alcooliques; eaux minérales et  gazeuses; 
boissons de fruits et jus de fruits; sirops, essences et autres prépara-
tions  pour  faire  des  boissons,  ainsi  que  comprimés  effervescents  et 
poudres pour faire des boissons et des cocktails non alcooliques

eingetragen.

C.
Mit  Stellungnahme vom 8. Juni  2007 bestritt  der  Beschwerdegegner 

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den rechtserhaltenden Gebrauch der Widerspruchsmarke CH 413'261 
RED BULL mit  Ausnahme für  einen alkoholfreien "Energy-Drink". Er 
verneinte das Bestehen einer Verwechslungsgefahr zwischen den zu 
vergleichenden  Marken,  da  die  Waren  zu  unterschiedlich  seien  und 
"Stierbräu" für die Annahme einer Verwechslungsgefahr zu stark von 
"Bull" und von "Red Bull" abweiche, um diesen Zeichen ähnlich zu se-
hen. Eine allfällige Bekanntheit der Widerspruchsmarke "Red Bull" sei 
auf Energy-Drinks beschränkt. Eventualiter sei der Widerspruch nur für 
alkoholfreies Bier gutzuheissen, im Mehrumfang aber abzuweisen.

D.
Die Beschwerdeführerin legte mit Replik vom 16. August 2007 Belege 
für Verkaufszahlen des Energy-Drinks "Red Bull" (normal und zucker-
frei)  vor  und bekräftigte  ihre Argumente  für  die  Annahme einer  Ver-
wechslungsgefahr zwischen den entsprechenden Marken.

E.
Mit Duplik vom 28. Dezember 2007 bestritt der Beschwerdegegner ins-
besondere, dass die Wortfolge auf den vorgelegten Gebrauchsbelegen 
in rechtsgenüglicher Weise als Marke verwendet worden sei, und hielt 
im Übrigen an seinen Argumenten fest.

F.
Mit Verfügungen vom 23. Januar 2008 wies die Vorinstanz die beiden 
Widersprüche Nr. 8927 und 8928 ab. Hinsichtlich  der  Widerspruchs-
marke RED BULL stellte sie fest, ein Markengebrauch sei beschränkt 
auf Energy-Drinks glaubhaft gemacht, die Unterschiede zwischen den 
Zeichen verhinderten aber das Bestehen einer Verwechslungsgefahr. 
Die  Widerspruchsmarke  BULL  sodann  geniesse  zwar  eine  erhöhte 
Kennzeichnungskraft,  da sie  mit  der  Bedeutung "Stier"  nicht  auf  die 
Getränke Bezug nehme, für die sie eingetragen sei. Indessen erfasse 
dieser  erweiterte  Schutzbereich  die  zweisilbige  Marke  "Stierbräu" 
nicht, welche mit der Widerspruchsmarke als Ganzes und nicht in ein-
zelnen Bestandteilen zu vergleichen sei.

G.
Am 20. Februar 2008 erhob die Beschwerdeführerin gegen diese bei-
den Verfügungen Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht mit den 
Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung des Instituts im Widerspruchsverfahren 8927 vom 23. Ja-
nuar  2008  sei  aufzuheben  und  die  Eintragung  der  Schweizer  Marke 

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555'781 STIERBRÄU sei für die Waren der Klassen 32 und 33 zu wider-
rufen.

2. Die Verfügung des Instituts im Widerspruchsverfahren 8928 vom 23. Ja-
nuar  2008  sei  aufzuheben  und  die  Eintragung  der  Schweizer  Marke 
555'781 STIERBRÄU sei für die Waren der Klassen 32 und 33 zu wider-
rufen.

3. Unter  Kosten-  und Entschädigungsfolgen,  auch für  das erstinstanzliche 
Verfahren.

Zur Begründung trug sie unter anderem vor, die Vorinstanz hätte die 
Warengleichartigkeit  zwischen  den  zu  vergleichenden  Marken  näher 
prüfen  müssen,  da  Energy-Drinks  und  Biermischgetränke  gemischt 
verkauft  und  alternativ  konsumiert  würden  und  daher  zwischen  den 
Widerspruchsmarken  und  der  Marke  des  Beschwerdegegners  eine 
mittelbare Verwechslungsgefahr bestehe.

H.
Die Vorinstanz verzichtete mit Schreiben vom 14. April 2008 auf eine 
Stellungnahme und beantragte unter Hinweis auf den angefochtenen 
Entscheid, die Beschwerde abzuweisen.

I.
Mit Beschwerdeantwort vom 28. Mai 2008 beantragte der Beschwer-
degegner, die Beschwerde vollumfänglich und eventualiter zumindest 
für alle alkoholhaltigen Waren in der Warenliste seiner Marke abzuwei-
sen.  Er  bestritt  die  Substituierbarkeit  von  Energy-Drinks  und  Bier-
mischgetränken,  die  unterschiedlichen  Getränkegattungen  angehör-
ten, sowie die Ansicht, dass die Widerspruchsmarke BULL eine erhöh-
te Kennzeichnungskraft geniesse.

J.
Eine Parteiverhandlung wurde nicht durchgeführt  (Art. 40 Abs. 1 des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Das Bundesverwaltungsgericht  ist  zur  Beurteilung von Beschwerden 
gegen Verfügungen der Vorinstanz in  Widerspruchssachen zuständig 
(Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG). Die Beschwerde wurde innert der ge-

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setzlichen Frist von Art. 50 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes 
vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) eingereicht und der ver-
langte Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet. Als Widersprechende ist 
die Beschwerdeführerin durch die angefochtene Verfügung besonders 
berührt und beschwert (Art. 48 VwVG). Auf die Beschwerde ist darum 
einzutreten.

2.
Nach Art. 3 Abs. 1 Bst. c des Markenschutzgesetzes vom 28. August 
1992  (MSchG,  SR 232.11)  sind  Zeichen  vom Markenschutz  ausge-
schlossen, wenn sie einer älteren Marke ähnlich und für gleiche oder 
gleichartige Waren oder Dienstleistungen registriert sind, so dass sich 
daraus  eine  Verwechslungsgefahr  ergibt.  Die  Beurteilung  der  Ver-
wechslungsgefahr richtet sich nach der Ähnlichkeit der Zeichen im Er-
innerungsbild der Letztabnehmer (BGE 121 III  378 E. 2a  Boss/Boks) 
und  dem  Mass  an  Gleichartigkeit  zwischen  den  geschützten  Waren 
und Dienstleistungen. Zwischen diesen Elementen besteht eine Wech-
selwirkung: An die Verschiedenheit der Zeichen sind umso höhere An-
forderungen zu stellen, je ähnlicher die Produkte sind, und umgekehrt 
(LUCAS DAVID, in: Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Marken-
schutzgesetz Muster- und Modellgesetz, Basel 1999, MSchG, Art. 3, N 
8).  Bis  eine  Verwechslungsgefahr  droht,  müssen  aber  noch  weitere 
Faktoren  hinzukommen. Ausschlaggebend ist,  ob  aufgrund  der  Ähn-
lichkeit Fehlzurechnungen zu befürchten sind, die das besser berech-
tigte Zeichen in seiner Individualisierungsfunktion gefährden (BGE 127 
III 166 E. 2a Securitas). Zu berücksichtigen sind im Einzelfall der Auf-
merksamkeitsgrad,  mit  dem  die  Abnehmer/innen  bestimmte  Waren 
oder Dienstleistungen nachfragen, sowie die Kennzeichnungskraft, da 
diese den Schutzumfang einer Marke massgeblich bestimmt (CHRISTOPH 
WILLI, Markenschutzgesetz, Kommentar zum schweizerischen Marken-
recht  unter  Berücksichtigung  des  europäischen  und  internationalen 
Markenrechts, Zürich 2002, Art. 3, N 17 ff.). Massenprodukte des all-
täglichen Gebrauchs werden mit einem geringen Aufmerksamkeitsgrad 
nachgefragt,  sodass bei  entsprechenden Waren im Hinblick auf  eine 
allfällige Verwechslungsgefahr ein strengerer Massstab anzulegen ist 
(BGE 117 II 326 E. 4 Valser).

Eine Verwechslungsgefahr ist anzunehmen, wenn eines der zu verglei-
chenden  Zeichen  für  das  andere  gehalten  wird  ("unmittelbare  Ver-
wechslungsgefahr"),  aber  auch  dann,  wenn  die  massgeblichen  Ver-
kehrskreise die Zeichen zwar auseinanderhalten, dahinter aber unrich-

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tige wirtschaftliche Zusammenhänge vermuten und namentlich anneh-
men, dass beide gekennzeichneten Angebote aus demselben Unter-
nehmen stammen ("mittelbare Verwechslungsgefahr", vgl. BGE 127 III 
166  E.  2a  Securitas,  128  III  97  f.  E.  2a  Orfina/Orfina,  Entscheid 
4C.171/2001  vom 5. Oktober  2001  des  Schweizerischen  Bundesge-
richts, veröffentlicht in sic! 2002 S. 99 E. 1b Stoxx/StockX [fig.]). Weiter 
geht der Schutz berühmter Marken, der unabhängig vom Bestehen ei-
ner  Verwechslungsgefahr  alle  Zeichen  umfasst,  deren  Gebrauch die 
Unterscheidungskraft der berühmten Marke gefährdet, deren Ruf aus-
nützt oder ihn beeinträchtigt (Art. 15 MSchG). Im Widerspruchsverfah-
ren kann dieser Schutz der berühmten Marke allerdings nicht angeru-
fen oder gewährt werden, da Art. 31 MSchG die Anwendung von Art. 
15 MSchG als Prüfungsgegenstand des Widerspruchsverfahrens nicht 
vorsieht (Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts B-5325/2007 vom 
12. November 2007 E. 3 Adwista/ad-vista mit weiteren Hinweisen).

3.
Die Feststellung der Vorinstanz, die Widerspruchsmarke CH P-413'261 
RED BULL sei für  einen sogenannten "Energy Drink" bekannt,  wäh-
rend der vergangenen fünf Jahre aber für keine andere eingetragene 
Ware gebraucht worden, ist im Beschwerdeverfahren von keiner Seite 
mehr  angezweifelt  worden.  Die  Beschwerdeführerin  kann  darum  im 
vorliegenden Verfahren keinen Schutz der Marke über solche "Energy 
Drinks" hinaus geltend machen (Art. 12 Abs. 1 MSchG). Dafür kann sie 
sich für den Schutz dieser Marke für "Energy Drinks" auf eine durch 
Bekanntheit gesteigerte Kennzeichnungskraft und einen entsprechend 
erweiterten Schutzumfang berufen (vgl. E. 7). Die grundsätzliche Kritik 
des Beschwerdegegners, der nach ständiger bundesgerichtlicher Pra-
xis erweiterte Schutzumfang bekannter Marken sei zu versagen, wenn 
bei den betroffenen Verkehrskreisen ein "präzises Erinnerungsbild" an 
die Marke bestehe, wurde in BGE 122 III 385 f. E. 2a  Kamillosan/Ka-
millon, Kamillan bereits begründet verworfen (vgl. BGE 128 III 446 E. 
3.1  Appenzeller/Appenzeller  Natural). Nach Art. 3  Abs. 3 MSchG ist 
auch die Berufung des Beschwerdegegners auf ältere Drittmarken als 
Schutzminderungsgrund  für  die  Widerspruchsmarke  CH  P-413'261 
RED BULL nicht zu hören.

4.
Die massgeblichen Abnehmer/-innen-Kreise bestehen bei beiden Wi-
derspruchsmarken  aus  einem  Massenpublikum  für  schwach-  bzw. 
nichtalkoholische  Getränke,  wozu  bei  der  Widerspruchsmarke 

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IR 790'141 BULL auch Sportler/innen zählen. Mit der Käuferschaft der 
ausschliesslich für Bier und Alkoholika eingetragenen, angefochtenen 
Marke überschneidet sich dieses Publikum weitgehend, mit Bezug auf 
schwere Spirituosen in Klasse 33 allerdings nur teilweise. Dass die an-
gefochtene  Marke CH 555'781 STIERBRÄU mit  Mischgetränken auf 
der Basis von Bier, Wein oder Spirituosen eine abwechslungliebende 
Käuferschaft  von  alkoholhaltigen  Modegetränken  anspricht,  während 
die Widerspruchsmarken eher für klassische alkoholische und nichtal-
koholische Getränke geschützt sind, hat keine klare Trennung der Ab-
nehmerkreise zur Folge und vermag als marketingbezogenes und dar-
um für eine normative Unterscheidung ungeeignetes Kriterium sowie 
in Anbetracht der meist breiten Sortimente von Getränkeherstellern die 
Verwechslungsrisiken zwischen den Kennzeichen nicht  zu  beeinflus-
sen (vgl. EUGEN MARBACH, Die Verkehrskreise im Markenrecht, sic! 2007, 
S. 9, Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts B-7396/2006 vom 14. 
März 2007, E. 7 Turbinenfuss).

5.

5.1 Gleichartigkeit  der  Waren  oder  Dienstleistungen  bedeutet,  dass 
die massgeblichen Abnehmerkreise auf den Gedanken kommen kön-
nen, die unter Verwendung ähnlicher Marken angebotenen Waren wür-
den angesichts ihrer  üblichen Herstellungs- und Vertriebsstätten aus 
demselben  Unternehmen  stammen  oder  doch  wenigstens  unter  der 
Kontrolle  des gemeinsamen Markeninhabers hergestellt  (LUCAS DAVID, 
a.a.O., Art. 3, N 35). Für das Bestehen gleichartiger Waren sprechen 
Übereinstimmungen zwischen ihren Herstellungsstätten, dem fabrika-
tionsspezifisch  erforderlichen  Know-how,  den  Vertriebskanälen,  den 
Abnehmerkreisen und dem Verwendungszweck der Waren, deren Sub-
stituierbarkeit,  verwandte  oder  gleiche  technologische  Indikationsbe-
reiche sowie das Verhältnis  von Hauptware und Zubehör (Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts vom 17. April 2007 E. 5 Martini Baby, ver-
öffentlicht in sic! 2007 S. 748, Entscheid der Eidgenössischen Rekurs-
kommission für geistiges Eigentum [RKGE] vom 16. August 2004 E. 6 
Harry/Harry's  Bar,  veröffentlicht  in  sic!  2004  S.  863,  Entscheid  der 
RKGE vom 25. Mai 2005 E. 5  Käserosette, veröffentlicht in sic! 2006 
S. 36).  Gegen  das  Vorliegen  von  Gleichartigkeit  sprechen  getrennte 
Vertriebskanäle innerhalb derselben Käuferschicht sowie das Verhält-
nis von Hilfsware oder Rohstoff zu Haupt-, Zwischen- oder Fertigware 
(Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 17. April 2007 E. 5 Martini  
Baby,  veröffentlicht  in  sic! 2007  S. 748,  Entscheid  der  RKGE  vom 

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16. August  2004  E. 6  Harry/Harry's  Bar, veröffentlicht  in  sic! 2004 
S. 863; EUGEN MARBACH,  in:  Roland  von  Büren/Lucas  David  [Hrsg.], 
Schweizerisches  Immaterialgüter-  und  Wettbewerbsrecht,  Kennzei-
chenrecht, Basel 1996, Markenrecht, S. 264 ff.).

5.2 Zwischen  Bier,  Sirup  und  Fruchtsäften  einerseits  und  Bier  und 
Biermischgetränken anderseits besteht damit, aufgrund ihrer Substitu-
ierbarkeit,  ihren  übereinstimmenden  Vertriebswegen  und  Abnehmer-
kreisen, Gleichartigkeit und zum Teil Identität (vgl. Entscheid der Eid-
genössischen Rekurskommission für geistiges Eigentum [RKGE] vom 
21. Juli 2000 E. Red Bull/Energy Bull Dog, veröffentlicht in sic! 2000 S. 
606). Die bei der angefochtenen Marke in Klasse 32 erwähnten Bier-
mischgetränke und die "alkoholischen Mischgetränke, die Bier und Zu-
sätze enthalten..." in Klasse 33, bei welchen das Bier keinen Hauptbe-
standteil darstellt – da Klasse 33 nach der Klassifikation von Nizza kei-
ne Biere enthält –, sind dabei auseinander zu halten (vgl. Deutsches 
Patent- und Markenamt, Marken Klassifikation – Internationale Klassi-
fikation von Waren und Dienstleistungen für die Eintragung von Mar-
ken, 9. Aufl. München 2006, S. 26). Aufgrund ihres Spirituosen- und Li-
monadengehalts, und insbesondere angesichts der Eintragung der Wi-
derspruchsmarken für Bier, kommen sie jenen aber derart nahe, dass 
auch diesbezüglich von gleichartigen Waren auszugehen ist. Aus den 
gleichen Gründen besteht auch Gleichartigkeit zwischen "boissons én-
ergétiques" der Widerspruchsmarke IR 790'141 BULL und "Biermisch-
getränken  und  alkoholischen  Mischgetränken,  die  Zusätze  wie  Auf-
putschmittel  wie  Koffein  oder  Taurin  enthalten"  der  angefochtenen 
Marke. 

Dagegen führt die Gegenüberstellung von Bieren, Mineral- und Spru-
delwassern,  anderen  nichtalkoholischen  Getränken,  Fruchtsaft-  und 
Fruchtgetränken, Sirupen und anderen Getränkezubereitungen einer-
seits, wofür die Widerspruchsmarke CH P-413'261 RED BULL einge-
tragen ist, und alkoholischen Mischgetränken mit Aufputschmitteln wie 
Koffein  oder  Taurin  im  Verzeichnis  der  angefochtenen  Marke ander-
seits nur zu einer entfernten Warengleichartigkeit. Sowohl Spirituosen 
als  auch  Aufputschgetränke werden nämlich  eher  zu  anderen Gele-
genheiten als Bier nachgefragt und auf andere Weise als jenes produ-
ziert.  Dennoch  bestehen  zwischen  den  beiden  Warengruppen  aller-
dings noch genügend Berührungspunkte und Substituierbarkeit, dass 
eine  Verwechslungsgefahr  bei  sehr  ähnlichen  Zeichen  noch  bejaht 
werden könnte, sodass eine entfernte Gleichartigkeit besteht (vgl. Ent-

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scheid der RKGE vom 29. Juni 2004 E. 7 Vismara/Vismara, veröffent-
licht in sic! 2005 S. 130).

6.

6.1 Ob sich zwei Zeichen ähnlich sind, ist aufgrund ihres Gesamtein-
drucks  zu  beurteilen  (Entscheid  der  RKGE vom 11.  Mai  2006  E.  4 
Hero/Hello, veröffentlicht in sic! 2006 S. 478). Dabei ist von den Eintra-
gungen im Register auszugehen (BGE 119 II 475 E. 2b Radion), doch 
gilt es zu berücksichtigen, dass das angesprochene Publikum die bei-
den Marken in der Regel nicht gleichzeitig vor sich hat. Deshalb ist auf 
das Erinnerungsbild abzustellen, das die Abnehmer von den eingetra-
genen Marken bewahren (Entscheid der RKGE vom 27. April 2005 E. 6 
O [fig.]/O [fig.], veröffentlicht in sic! 2006 S. 673). Diesem Erinnerungs-
bild haftet zwangsläufig eine gewisse Verschwommenheit an (MARBACH, 
a.a.O., S. 116),  wobei es wesentlich durch das Erscheinungsbild der 
kennzeichnungskräftigen Markenelemente  geprägt  wird  (BGE 122 III 
386 E. 2a Kamillosan). Schwache oder gemeinfreie Markenbestandtei-
le dürfen jedoch bei der Beurteilung der Markenähnlichkeit nicht ein-
fach weggestrichen werden (WILLI, a.a.O., Art. 3, N 65; vgl. Entscheid 
der RKGE vom 20. Oktober 2005 E. 6 f.  Mictonorm,  veröffentlicht  in 
sic! 2006 S. 90).

6.2 Eine Übereinstimmung zwischen den zu vergleichenden Zeichen 
besteht vorliegend nur in der Ähnlichkeit der Sinngehalte der Wortbe-
standteile "Bull" und "Stier-". Andere Komponenten oder Einflüsse ei-
ner  Zeichenähnlichkeit,  zum  Beispiel  eine  Ähnlichkeit  im  Wortklang 
oder  Schriftbild,  sind  nicht  ersichtlich  und  werden  nicht  geltend  ge-
macht.

"Bull" ist die englische Variante des deutschen Wortes "Bulle" und be-
zeichnet bei Rindern, Elefanten und bestimmten anderen grossen Tier-
arten ein geschlechtsreifes männliches Tier (Meyers Grosses Univer-
sal Lexikon, Mannheim 1981, S. 39). Von diesen Tierarten leben in der 
Schweiz in grösserer Zahl nur Rinder, weshalb die Beschwerdeführe-
rin zurecht geltend macht, dass "Bulle" gewöhnlich bedeutungsgleich 
mit  dem häufigeren  Wort  "Stier"  zur  Bezeichnung  eines  männlichen 
Hausrinds  verwendet  werde  (Meyers  Grosses  Universal  Lexikon, 
a.a.O., S. 434; Duden Die deutsche Rechtschreibung, 23. Aufl. Mann-
heim 2004, S. 249). Den deutschsprachigen Abnehmerinnen und Ab-
nehmern sind allerdings auch einige mit "Bull" verwandte Wörter wie 

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"Bullauge", "Bulldogge", "Bullenhitze", "Bullenbeisser" oder "Bulldozer" 
bekannt,  die den Wortteil  nur mit  dem Sinngehalt  "gewölbt,  wuchtig" 
verwenden und keinen Bezug zur Tierart der Rinder erkennen lassen. 
Der Bedeutungsmittelpunkt ist damit im Wort "Stier-" eher biologisch-
spezifizierend, im Wort "Bull(e)" attributiv-beschreibend, was die allein 
mit der Übereinstimmung der Sinngehalte begründete Ähnlichkeit der 
Zeichen relativiert. Die Widerspruchsmarken verwenden sodann nicht 
das  deutsche  Wort  "Bulle",  sondern  das  englische  "Bull",  die  ange-
fochtene Marke aber das deutsche Wort "Stier",  was die Assoziation 
von "Bull" mit dem Sinngehalt "Stier" ebenfalls schwächt.

6.3 Gestützt auf diese Feststellungen sind die Markenzeichen in ihrem 
Gebrauchszusammenhang mit den jeweiligen Waren zu prüfen. Dabei 
wirken die Marken "Bull" (Bulle),  "Red Bull" (Roter Bulle) und "Stier-
bräu" im Zusammenhang mit Getränken grundsätzlich fantasievoll, da 
Getränke nicht  aus oder  von Stieren gemacht  werden und ein Bulle 
oder Stier weder umgangssprachlich noch in übertragenem Sinne auf 
Getränke unmittelbar hinweist. Auf der anderen Seite sind fantasievolle 
Symbole und Figuren der Sagenwelt wie zum Beispiel ein Bulle oder 
ein  Stier  auf  Getränkeetiketten  aber  nichts  Unerwartetes,  sondern 
häufig anzutreffen. Nicht jeder thematische Anklang derartiger Symbo-
le führt deshalb sofort zu einer Verwechslungsgefahr. Thematisch ähn-
liche Biernamen wie  Sternbräu (Hürlimann) und  Vollmond (Appenzel-
ler),  Adler (Adler Bier) und  Falken (Falken Bier),  Rittergold  (Thurella) 
und Schlossgold (Feldschlösschen) können gerade ihres erkennbaren 
Fantasiegehalts  wegen ohne Marktverwirrung nebeneinander  existie-
ren,  solange  die  Klang-  und  Buchstabenfolgen  sich  deutlich  unter-
scheiden (zur zusätzlichen Übereinstimmung im Wortbau demgegen-
über BGE 82 II 351 E. 2a Weissenburger/Schwarzenburger, 96 II 248 
E. 2 Blauer Bock) und der Schutzumfang der älteren Marke nicht durch 
eine besondere Bekanntheit  erweitert  ist  (hierzu nachstehend,  E. 7). 
Ähnlich weit  von einander  entfernt  wie die erwähnten Beispiele sind 
sich, trotz ihrer referentiellen Überschneidung im Sinngehalt, das eng-
lische Wort "Bull" und das deutsche "Stierbräu". Entgegen den Vorbrin-
gen in der Beschwerdeschrift  ist  somit nicht zu befürchten, dass die 
Marken  als  Teile  derselben  Markenserie  angesehen  werden.  Auch 
kann sich die Beschwerdeführerin gegenüber der angefochtenen Mar-
ke, entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin, nicht auf ergänzen-
den  Serienmarkenschutz  berufen,  da  die  angefochtene  Marke  den 
übereinstimmenden Bestandteil  "Bull"  der  Widerspruchsmarken nicht 
verwendet (DAVID, a.a.O., Art. 3, N 21; WILLI, a.a.O., Art. 3, N 116).

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6.4 Die Widerspruchsmarke CH 413'261 RED BULL, und für einen Teil 
ihrer Waren auch die angefochtene Marke CH 555'781 STIERBRÄU, 
beziehen sich allerdings sinngehaltlich zumindest insofern auf die mit 
ihnen gekennzeichneten Waren,  als  sie  dafür  geschützt  beziehungs-
weise eingetragen sind, dass diese den Wirkstoff Taurin enthalten.

Das Wort "Taurin" ist in Ableitung vom französischen Wort taureau und 
altgriechischen Wort taurós (italienisch toro) für "Stier" gebildet. Es be-
zeichnet eine natürliche Aminosulfonsäure bei Säugetieren, die mit der 
Galle ausgeschieden wird, zuerst in Ochsengalle entdeckt und darum 
Taurin genannt  wurde. Taurin wird  heute synthetisch aus 2-Hydroxy-
äthansulfonsäure mit  Ammoniak gewonnen und hat  mit  Stieren oder 
Ochsen keinen Zusammenhang (Meyers Grosses Universal  Lexikon, 
a.a.O., S. 79). Sollten die massgeblichen Verkehrskreise in diesem Be-
standteil allerdings einen wesentlichen Bestandteil eines Getränks er-
blicken,  sich  um dessentwillen  an  jenes  erinnern  und  es  deswegen 
kaufen, wird ihnen durch dieses besondere Interesse sein Sinngehalt 
und seine sinngehaltliche Anspielung an "Bull"  und "Stier-"  ebenfalls 
verständlich sein. Beschränkt sich die Übereinstimmung der zu verglei-
chenden Marken in solchen Fällen auf den Sinngehalt  "Taureau/Bull/ 
Stier", der vom Namen des Wirkstoffes und nicht von der Beschwerde-
führerin stammt ("Motivschutz"), vermag diese ein Recht darauf nicht 
für  sich  abzuleiten  (WILLI,  a.a.O.,  Art.  3  N,  83,  MARBACH,  Kommentar 
a.a.O., S. 118). Ist den massgeblichen Abnehmerkreisen der Bestand-
teil Taurin und dessen sinngehaltlicher Bezug zu "Bull" oder "Stier" hin-
gegen unbekannt,  ist  die motivliche Übereinstimmung von "Bull" und 
"Stier" gleich zu beurteilen wie bei Getränken, die kein Taurin enthal-
ten (vgl. Entscheid der RKGE vom 26. Oktober 2006, veröffentlicht in 
sic! 2007 S. 531 E. 7 Red Bull (fig.); Red/Red Devil). In beiden Fällen 
sprechen die Anzeichen nicht für das Bestehen einer Ähnlichkeit zwi-
schen den zu vergleichenden Zeichen und damit nicht für das Beste-
hen einer Verwechslungsgefahr.

7.
Die  Beschwerdeführerin  macht  allerdings  geltend,  dass  die  Wider-
spruchsmarke CH 413'261 RED BULL eine überragende Verkehrsgel-
tung geniesse, weshalb die Marke CH 555'781 STIERBRÄU "unwei-
gerlich Assoziationen zu RED BULL" erwecke. In der Tat haben bereits 
die RKGE und das Handelsgericht des Kantons Zürich eine gerichts-
notorische Bekanntheit der Widerspruchsmarke mehrfach festgestellt, 
die für das Bundesverwaltungsgericht ebenfalls bestätigt werden kann 

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(Entscheide der RKGE vom 21. Juli 2000 und 26. Oktober 2006, veröf-
fentlicht in sic! 2000 S. 606 f. E. 6  Red Bull/Energy Bull Dog und sic! 
2007 S. 531 E. 7 Red Bull [fig.]; Red/Red Devil, Massnahmeentscheid 
des Handelsgerichts des Kantons Zürich vom 19. Oktober 2001, veröf-
fentlicht in sic! 2002 S. 50 E. 3.1  Red Bull/Red Bat II). Allerdings hat 
selbst  innerhalb des Gleichartigkeitsbereichs der sich  gegenüberste-
henden Waren nicht jede Assoziation einer Marke an eine andere so-
fort  das  Bestehen einer  Verwechslungsgefahr  zur  Folge. Der  Begriff 
der Verwechslungsgefahr im Sinne von Art. 3 Abs. 1 lit. c MSchG wird 
vielmehr durch den Schutz der berühmten Marke nach Art. 15 MSchG, 
auch wenn dieser im Widerspruchsverfahren nicht berücksichtigt wer-
den  kann,  insofern  beschränkt,  als  jener  nach  ständiger  Rechtspre-
chung über ihn hinausführt (vgl. BGE 130 III 753 f. E. 1.3 Nestlé, 124 
III 279 E. 1 Nike). Namentlich die qualitative Wertschätzung der Marke 
"Red Bull" am Getränkemarkt, ihr Ruf als Modegetränk im Sinne von 
Art. 15 MSchG und eine allfällige Nachahmungsabsicht der Beschwer-
degegnerin können, im Unterschied zu einem auf Art. 15 MSchG ge-
stützten Zivilverfahren, bei der vorliegenden Beurteilung der Verwechs-
lungsgefahr nicht berücksichtigt werden. Auch bei grosser Bekanntheit 
der Widerspruchsmarke CH 413'261 RED BULL ist darum das Beste-
hen einer Verwechslungsgefahr mit der angefochtenen Marke zu ver-
neinen, da die Warengleichartigkeit dieser Widerspruchsmarke mit der 
angefochtenen Marke weiter entfernt ist und der erste Wortbestandteil 
"Red" die Zeichen noch zusätzlich von einander unterscheidet.

8.
Die  Beschwerde  ist  damit  abzuweisen  und  die  angefochtene  Verfü-
gung zu bestätigen. Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Verfah-
rens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG), und 
die Beschwerdeführerin  hat  der  Beschwerdegegnerin eine Parteient-
schädigung zu bezahlen (Art. 64 Abs. 1 VwVG).

9.
Die Gerichtsgebühr  ist  nach Umfang und Schwierigkeit  der  Streitsa-
che, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien festzu-
legen (Art. 63 Abs. 4bis VwVG, Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 21. 
Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]).  Im Beschwerdeverfahren 
vor dem Bundesverwaltungsgericht  ist  dafür  ein Streitwert  zu veran-
schlagen (Art. 4 VGKE), wobei bei  eher unbedeutenden Zeichen ein 
Streitwert  zwischen Fr. 50'000.- und Fr. 100'000.- angenommen wer-

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den darf  (BGE 133 III  492 E. 3.3  Turbinenfuss [3D],  mit  Hinweisen). 
Von diesem Erfahrungswert ist im vorliegenden Verfahren auszugehen, 
da vor allem der Bestand der angefochtenen Marke und nicht der Wert 
der Widerspruchsmarken zur Diskussion steht.

10.
Die Parteientschädigung für das Beschwerdeverfahren hat zu berück-
sichtigen, dass die Beschwerdegegnerin zwei Beschwerden mit unter-
schiedlicher Ausgangslage zu beantworten hatte, aber keine weiteren 
Instruktionsmassnahmen erfolgt sind. Sie ist damit auf Fr. 2'700.- (inkl. 
MWST) festzusetzen.

11.
Gegen dieses  Urteil  steht  keine Beschwerde ans Bundesgericht  zur 
Verfügung  (Art.  73  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005 
[BGG, SR 173.110]). Es ist somit rechtskräftig.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen und die angefochtene Verfügung be-
stätigt.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 4'000.- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 5'000.- ver-
rechnet. Der Restbetrag von Fr. 1'000.- wird der Beschwerdeführerin 
zurückerstattet.

3.
Die  Beschwerdeführerin  hat  der  Beschwerdegegnerin  für  das  Be-
schwerdeverfahren  eine  Parteientschädigung  von  Fr.  2'700.-  (inkl. 
MWST) zu bezahlen.

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4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben; Beilage: Rückerstattungsfor-
mular; Beschwerdeakten zurück)

- den Beschwerdegegner (Einschreiben)
- die  Vorinstanz  (Ref.:  WI  Nr.  8927-8928-emc/ule;  Einschreiben; 

Beilage: Vorakten zurück)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

David Aschmann Philipp J. Dannacher

Versand: 17. November 2008

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