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**Case Identifier:** 049b32e5-c571-5503-aa13-1c1f8f9bcc70
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-07
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 07.04.2025 100 2023 171
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2023-171_2025-04-07.pdf

## Full Text

100.2023.171U
SEH/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 7. April 2025

Verwaltungsrichter Daum, Abteilungspräsident
a.o. Verwaltungsrichter Seiler, Verwaltungsrichterin Steinmann
Gerichtsschreiberin Nuspliger

1. A.________
2. B.________
3. C.________
alle vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführende

gegen

D.________ AG
handelnd durch die statutarischen Organe 
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. …
Beschwerdegegnerin 1

Einwohnergemeinde Biel
Stadtkanzlei, Rechtsdienst, Mühlebrücke 5, 2501 Biel/Bienne
Beschwerdegegnerin 2

und

Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern
Rechtsamt, Reiterstrasse 11, 3013 Bern

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.171U, 
Seite 2

betreffend Baubewilligung; Abbruch bestehender Gebäude und Neubau 
eines Mehrfamilienhauses mit Einstellhalle (Entscheid der Bau- und Ver-
kehrsdirektion des Kantons Bern vom 24. Mai 2023; BVD 110/2021/191)

Prozessgeschichte:

A.

A.a Die D.________ AG reichte am 3. Februar 2020 (Eingang) bei der 
Einwohnergemeinde (EG) Biel ein Baugesuch ein für den Abbruch von zwei 
Einfamilienhäusern samt Nebengebäuden und den Neubau eines Mehrfami-
lienhauses mit zehn Wohnungen und einer Einstellhalle mit 17 Autoabstell-
plätzen auf den Parzellen Biel Gbbl. Nrn. 1________, 2________ und 
3________, Bauzone 2, Mischzone A. Gegen das Vorhaben erhoben unter 
anderen A.________, B.________ und C.________ Einsprache. Mit Gesam-
tentscheid vom 4. Oktober 2021 erteilte die EG Biel die Baubewilligung.

A.b Mit Gesamtentscheid vom 6. September 2021 hatte die EG Biel der 
E.________ SA die Baubewilligung erteilt für den Abbruch von bestehenden 
Gebäuden und den Neubau von zwei Mehrfamilienhäusern mit zwölf bzw. 
fünf Wohnungen und gemeinsamer Einstellhalle mit 25 Autoabstellplätzen 
auf den südlich an die Parzellen Nrn. 1________, 2________ und 
3________ angrenzenden Parzellen Biel Gbbl. Nrn. 4________ und 
5________, Bauzone 2, Mischzone A. Gegen dieses Vorhaben hatten 
A.________, B.________, C.________ sowie eine weitere Privatperson 
(ebenfalls) Einsprache erhoben.

B.

B.a Gegen den Gesamtentscheid vom 4. Oktober 2021 erhoben 
A.________, B.________ und C.________ am 3. November 2021 Be-
schwerde an die Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD; Ver-
fahren BVD 110/2021/191). Das Rechtsamt holte einen Fachbericht beim 
kantonalen Tiefbauamt (TBA), Oberingenieurkreis III, zur strassenmässigen 

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Erschliessung und Berichte der Abteilung Naturförderung (ANF) des Amtes 
für Landwirtschaft und Natur des Kantons Bern (LANAT) ein.

B.b Am 5. Oktober 2021 hatten A.________, B.________, C.________ 
sowie eine weitere Privatperson Beschwerde an die BVD erhoben gegen den 
Gesamtentscheid vom 6. September 2021 (Verfahren BVD 110/2021/176). 
Auch in diesem Verfahren holte das Rechtsamt Fachberichte beim TBA und 
bei der ANF ein.

B.c Am 10. August 2022 führte das Rechtsamt einen gemeinsamen Au-
genschein für die beiden Verfahren durch. Mit Verfügung vom 19. August 
2022 forderte es die D.________ AG auf, aktualisierte Pläne betreffend Bau-
stelleneinrichtung und Umgebungsgestaltung einzureichen sowie sich zur 
möglicherweise beabsichtigten Bedingung zu äussern, den Beginn der Bau-
arbeiten von der rechtskräftigen Aufhebung von Parkfeldern in der blauen 
Zone abhängig zu machen. Mit Eingabe vom 12. September 2022 reichte 
die D.________ AG einen aktualisierten Umgebungsgestaltungsplan (Pro-
jektänderung; eingegangen bei BVD am 13.9.2022) ein und verwies darauf, 
dass sie bereits mit Eingabe vom 2. November 2021 bei der Baubewilli-
gungsbehörde um eine geringfügige Änderung des Gesamtentscheids be-
treffend Baustellenerschliessung nachgesucht habe. Mit Verfügung vom 
8. November 2022 forderte das Rechtsamt die Baubewilligungsbehörde auf, 
das Baugesuch nachträglich im kantonalen Amtsblatt zu publizieren, was am 
7. Dezember 2022 erfolgte. Mit Schreiben vom 16. Januar 2023 teilte die 
Baubewilligungsbehörde dem Rechtsamt mit, es seien keine weiteren Ein-
sprachen mehr eingegangen. Nach weiteren Schriftenwechseln hiess die 
BVD mit Entscheid vom 24. Mai 2023 die Beschwerde im Verfahren 
110/2021/191 teilweise gut. Es bewilligte die Projektänderung vom 13. Sep-
tember 2022 und ergänzte den Gesamtentscheid von Amtes wegen in eini-
gen Punkten. Im Übrigen bestätigte es den Gesamtentscheid.

B.d Ebenfalls am 24. Mai 2023 entschied die BVD im Verfahren 
110/2021/176. Es hiess die Beschwerde teilweise gut und ergänzte den Ge-
samtentscheid von Amtes wegen in einigen Punkten, bestätigte diesen aber 
im Übrigen.

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C.

C.a A.________, B.________ und C.________ haben am 22. Juni 2023 
gemeinsam Beschwerde an das Verwaltungsgericht erhoben (Verfahren 
100.2023.171), mit dem Antrag, der Entscheid der BVD 110/2021/191 vom 
24. Mai 2023 sei aufzuheben und dem Baugesuch inklusive sämtlicher Pro-
jektänderungen sei die Baubewilligung zu verweigern (Bauabschlag). Even-
tuell sei die Angelegenheit im Sinn der Erwägungen des Verwaltungsgerichts 
zur Neubeurteilung zurückzuweisen.

Die D.________ AG beantragt mit Beschwerdeantwort vom 25. Juli 2023 die 
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden kann. Die EG 
Biel beantragt mit Beschwerdeantwort vom 24. Juli 2023 die Abweisung der 
Beschwerde. Die BVD schliesst mit Vernehmlassung vom 13. Juli 2023 unter 
Verweis auf den angefochtenen Entscheid ebenfalls auf Abweisung der Be-
schwerde. Die eingangs Genannten haben mit Eingabe vom 26. April 2024 
auf eine Replik verzichtet und an ihren Rechtsbegehren festgehalten.

C.b Parallel dazu haben A.________, B.________, C.________ und eine 
weitere Privatperson auch Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben (Ver-
fahren 100.2023.170) gegen den Entscheid der BVD 110/2021/176 vom 
24. Mai 2023. Sie beantragen, die Verfahrensakten der beiden Verfahren 
wechselseitig zu edieren.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanzlichen Verfahren 
teilgenommen, sind als Eigentümer und Eigentümerin sowie Bewohner und 
Bewohnerin der von den Baugrundstücken weniger als hundert Meter ent-

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fernten Liegenschaften Biel Gbbl. Nrn. 6________ bzw. 7________ durch 
den angefochtenen Entscheid besonders berührt und haben ein schutzwür-
diges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; 
vgl. auch Art. 40 Abs. 5 i.V.m. Abs. 2 des Baugesetzes vom 9. Juni 1985 
[BauG; BSG 721.0]). Die Bestimmungen über Form und Frist sind eingehal-
ten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

1.2 Die sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen sind in den bei-
den Verfahren 100.2023.170 und 100.2023.171 weitgehend dieselben, da 
die beiden Bauprojekte unmittelbar benachbart sind. Eine Vereinigung der 
beiden Verfahren ist aber nicht angezeigt, da sie nicht den gleichen Gegen-
stand betreffen (Art. 17 Abs. 1 VRPG). Soweit das eine Projekt auf das an-
dere Bezug nimmt, wird in den folgenden Erwägungen darauf eingegangen.

1.3 Trotz Rechtsanwendung von Amtes wegen (Art. 20a VRPG; vgl. 
Art. 110 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht 
[Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110]) ist das Verwaltungsgericht nicht 
verpflichtet, wie die Baubewilligungsbehörde alle möglicherweise relevanten 
Rechtsfragen von Amtes wegen aufzugreifen; es kann sich grundsätzlich 
darauf beschränken, sich mit den Argumentationen der Parteien auseinan-
derzusetzen (BGE 141 II 307 E. 6.5; Ruth Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], 
Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 84 N. 5, Art. 80 N. 2, 
Art. 66 N. 2). In der Einsprache und in der Beschwerde an die BVD haben 
die Beschwerdeführenden mehrere Punkte thematisiert, mit denen sich die 
Vorinstanzen auseinandergesetzt haben, die aber in der Beschwerde vor 
dem Verwaltungsgericht nicht mehr aufgegriffen werden (Aufhebung von 
Parkplätzen, Hecke, Bauten im Grundwasser und Bausicherheit, Wärme-
pumpengrundwasserentnahme und -rückführung, Spiel- und Aufenthalts-
flächen). Auf diese Punkte wird nicht mehr eingegangen.

2.

Die Beschwerdeführenden rügen, die vorgesehene strassenmässige Er-
schliessung genüge den gesetzlichen Anforderungen nicht.

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2.1 Die Bauparzellen werden von der Stadt her via Badhausstrasse oder 
Fischerweg über den Schilfweg erschlossen, welcher die Badhausstrasse 
und den Fischerweg verbindet. Eine Zufahrt ist auch über den parallel zum 
Schilfweg verlaufenden Seehofweg und den Ziegeleiweg möglich. Etwa in 
der Mitte des Schilfwegs, vor den Bauparzellen, befindet sich ein öffentlicher 
Platz von ca. 20x23 m, in dessen Mitte ein Baum in einer Rabatte steht. Der 
nördliche Teil des Schilfwegs (von der Badhausstrasse bis zum öffentlichen 
Platz) ist 5,02-5,07 m breit, im südlichen Abschnitt (vom Fischerweg bis zum 
öffentlichen Platz) beträgt die Breite 4,85-5,44 m. Längs des Schilfwegs be-
stehen auf dem nördlichen Teil zwei blaue Parkfelder für je zwei Fahrzeuge, 
auf dem südlichen Teil zwei blaue Parkfelder für je 3-4 Fahrzeuge. Die Park-
felder weisen eine Breite von 1,9 m auf, so dass die daneben liegende 
Durchfahrtsbreite 2,9-3,55 m beträgt (vgl. angefochtener Entscheid E. 4e; 
vgl. auch Streetview auf <www.google.ch/maps>).

2.2 Die BVD hat erwogen, gemäss Art. 1 Abs. 4 der Verkehrsregelnver-
ordnung vom 13. November 1962 (VRV; SR 741.11) sei die Fahrbahn der 
dem Fahrverkehr dienende Teil der Strasse. Für die Bestimmung der Fahr-
bahnbreite im Sinn von Art. 7 der Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; 
BSG 721.1) sei daher auf die ganze Fahrbahn inklusive Parkfelder abzustel-
len. Die Fahrbahnbreite liege daher deutlich über 4,2 m (angefochtener Ent-
scheid E. 4f). Sie hat sodann gestützt auf den beim TBA eingeholten Fach-
bericht vom 17. März 2022 und auf den Augenschein vom 10. August 2022 
erwogen, die Erschliessung sei verkehrssicher: Der Verkehrsfluss auf dem 
Schilfweg funktioniere trotz der eher engen Verhältnisse gut. Beide Ab-
schnitte des Schilfwegs seien gerade und gut übersichtlich. Zwar sei ein 
Kreuzen von Fahrzeugen nicht möglich, wenn auf den Parkfeldern Autos par-
kiert seien. Aufgrund der guten Übersichtlichkeit könnten aber die entgegen-
kommenden Verkehrsteilnehmenden früh genug wahrgenommen werden 
und es könne an einer Stelle ohne Parkfelder gewartet werden. Aufgrund der 
Parkfelder und der dort abgestellten Fahrzeuge werde der Schilfweg sehr 
langsam und mit der nötigen Rücksichtnahme befahren. Da im Gebiet «Zu-
bringerdienst gestattet» signalisiert sei, könne davon ausgegangen werden, 
dass die meisten Verkehrsteilnehmenden das Quartier kennen und entspre-
chend Rücksicht nehmen. Dieser Eindruck sei auch am Augenschein ent-

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standen. Die Zufahrt sei schliesslich auch für Rettungsfahrzeuge und Feuer-
wehr genügend (angefochtener Entscheid E. 4g und h).

2.3 Die Beschwerdeführenden kritisieren die Aussage der BVD, die 
während des Augenscheins auf dem Schilfweg angetroffenen Fahrzeuge 
seien mit einer Geschwindigkeit von 20-30 km/h unterwegs gewesen. Am 
Augenschein seien keine Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen wer-
den, teilweise seien höhere Geschwindigkeiten gefahren worden. Aktenkun-
dig gebe es Fahrzeuge, die mit der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 
50 km/h fahren würden. Zudem seien nicht genügend Ausweichstellen für 
Fussgängerinnen und Fussgänger sowie Fahrradfahrerinnen und Fahrrad-
fahrer vorhanden. Diese könnten sich zumindest auf dem nördlichen Ab-
schnitt des Schilfwegs nicht sicher bewegen. Das Quartier werde trotz der 
Signalisation «Zubringerdienst gestattet» stark von Seebesuchenden fre-
quentiert und nicht nur von Ortskundigen. Der Suchverkehr werde zudem 
noch zunehmen. Insgesamt sei die Verkehrssicherheit unter diesen Umstän-
den nicht gewährleistet. Die Fahrbahnbreite sei mit 2,9 m deutlich unter den 
geforderten 4,2 m und auch unter dem Wert, der bei besonderen Verhältnis-
sen einzuhalten wäre. Weiter fehle ein Trottoir. Die Vorinstanz gehe zu Un-
recht davon aus, dass auf die Fahrbahnbreite ohne die blauen Parkfelder 
abzustellen sei, da diese praktisch immer besetzt seien. Das Lichtraumprofil 
von 0,5 m werde nicht eingehalten. Die Parkfelder lägen zudem auf beiden 
Seiten der Strasse, was normwidrig sei und eine zusätzliche Gefahr dar-
stelle. Zudem sei die zu erwartende Mehrbelastung nicht verhältnismässig 
gering. Für die Beurteilung der Erschliessung sei auf die beiden projektierten 
Vorhaben gemeinsam abzustellen, insgesamt 27 Wohnungen und 42 neue 
Autoabstellplätze sowie 64 neue Veloabstellplätze. Daraus resultiere rund 
eine Verdoppelung des Quartierverkehrs, was nicht mehr verhältnismässig 
gering sei, so dass die Anforderungen an eine neue Erschliessung erfüllt sein 
müssten (vgl. Beschwerde S. 6 ff.).

2.4 Bauvorhaben dürfen nur bewilligt werden, wenn sichergestellt ist, 
dass das Baugrundstück auf den Zeitpunkt der Fertigstellung des Baus oder 
der Anlage, wenn nötig bereits bei Baubeginn, genügend erschlossen sein 
wird (Art. 7 Abs. 1 BauG). Die Erschliessung ist strassenmässig genügend, 
wenn die Zufahrtsstrasse hinreichend nahe an Bauten und Anlagen heran-

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führt und diese für Feuerwehr und Sanität gut erreichbar sind (Art. 7 Abs. 2 
Bst. a BauG). Die Erschliessungsanlagen müssen den Beanspruchungen 
gewachsen sein, die sich aus der Nutzung des Baugrundstücks und der wei-
teren Grundstücke ergeben können, denen sie nach der Planung zu dienen 
bestimmt sind (Art. 7 Abs. 3 BauG). Gemäss Art. 6 Abs. 3 BauV ist bei der 
Strassengestaltung, insbesondere bei der Bemessung der Fahrbahnbreite, 
auf die Verkehrssicherheit sowie auf Landschaft und Ortsbild Rücksicht zu 
nehmen. Besonderen Verhältnissen, wie ungünstigen topographischen Ge-
gebenheiten, vorhandenen baulichen Hindernissen, gebotener Verlangsa-
mung des Verkehrs, zu erwartender geringer Verkehrsbelastung (Zufahrt für 
nicht mehr als 20 Wohnungen oder verkehrsmässig gleichbedeutende Nut-
zung), sowie besonderen Verkehrsbedürfnissen ist im Rahmen der Art. 7-10 
Rechnung zu tragen. Gemäss Art. 7 Abs. 1 BauV ist die Fahrbahnbreite im 
Rahmen von Art. 6 Abs. 3 nach Massgabe der Verkehrsbelastung (fliessen-
der und ruhender Verkehr) zu bestimmen. Sie soll – abweichende Gemein-
devorschriften und Art. 6 Abs. 4 vorbehalten – bei Einbahnstrassen 3 m und 
bei Strassen mit Gegenverkehr 4,2 m nicht unterschreiten (Art. 7 Abs. 2 
BauV). Wenn besondere Verhältnisse im Sinn von Art. 6 Abs. 3 es erfordern, 
kann die Fahrbahnbreite auch für Strassen mit Gegenverkehr bis auf 3 m 
herabgesetzt werden; ist die Strasse auf einer grösseren Strecke nicht über-
blickbar, so sind Ausweichstellen anzulegen (Art. 7 Abs. 3 BauV). Diese An-
forderungen gelten nur für die Errichtung neuer Erschliessungsanlagen. Für 
bestehende Strassen kann der Regierungsrat anordnen, dass sie genügen, 
obgleich sie den Anforderungen an eine Neuerschliessung nicht entspre-
chen (Art. 8 Abs. 2 Bst. a BauG). Gestützt darauf bestimmt Art. 5 Abs. 1 
Bst. a BauV, dass bestehende Erschliessungsanlagen genügen für Bauvor-
haben in einem weitgehend überbauten Gebiet oder ausserhalb der Bau-
zone, wenn die insgesamt zu erwartende Mehrbelastung verhältnismässig 
gering ist und Verkehrssicherheit und Brandbekämpfung gewährleistet sind. 
Eine Verdoppelung des Verkehrsaufkommens bedeutet nicht automatisch, 
dass die Mehrbelastung nicht mehr verhältnismässig gering ist. Für die Be-
urteilung der Verhältnismässigkeit der insgesamt zu erwartenden Mehrbe-
lastung ist entscheidend, ob der Mehrverkehr mit Blick auf die konkreten ört-
lichen und baulichen Verhältnisse (insb. bisherige Nutzung, Fahrbahnbreite) 
gering ist (VGE 2021/117 vom 9.9.2022 E. 4.3.2 mit Hinweisen; Zaugg/Lud-
wig, Kommentar zum bernischen BauG, Band I, 5. Aufl. 2020, Art. 7/8 N. 10). 

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Die Verkehrssicherheit ist nicht mehr gewährleistet, wenn die Normen für 
neue Anlagen massiv unter- bzw. überschritten werden (VGE 2012/208 vom 
31.1.2013 E. 3.2, 21028 vom 11.6.2001 E. 4a). Die Frage, ob die Verkehrs-
sicherheit auf einer bestehenden Erschliessungsstrasse gewährleistet ist, ist 
grundsätzlich aufgrund einer Würdigung der tatsächlichen Verhältnisse vor 
Ort zu beurteilen (BVR 2019 S. 151 E. 4.4.3; VGE 2020/269 vom 20.12.2021 
E. 7.6.2, 2010/301 vom 19.10.2010 E. 3.3 [bestätigt durch BGer 
1C_532/2010 vom 29.3.2011]).

2.5 Da es hier um bestehende Erschliessungsanlagen geht, wäre Art. 5 
BauV anwendbar. Die BVD hat sich aber nicht auf Art. 5 BauV gestützt, da 
sie die Anforderungen für eine Neuerschliessung nach Art. 7 Abs. 2 BauV 
als erfüllt betrachtet. Geht man mit der BVD davon aus, dass Parkfelder 
ebenfalls zur Fahrbahn zählen, trifft dies ohne weiters zu. Nach Art. 1 Abs. 4 
VRV ist die Fahrbahn der dem Fahrverkehr dienende Teil der Strasse. 
Gemäss Art. 19 Abs. 3 VRV dürfen in schmalen Strassen Fahrzeuge nur auf 
einer Seite parkiert werden, wenn sonst die Vorbeifahrt anderer Fahrzeuge 
erschwert würde. Das spricht dafür, dass die Fläche, auf welcher Fahrzeuge 
parkiert werden, ebenfalls als Teil der Fahrbahn zu betrachten ist. Ebenso 
ist Bestandteil der (öffentlichen) Strasse die Fahrbahn einschliesslich Park-
plätze (Art. 5 des Strassengesetzes vom 4. Juni 2008 [SG; BSG 732.11] 
i.V.m. Art. 1 Abs. 1 Bst. a Strassenverordnung vom 29. Oktober 2008 [SV; 
BSG 732.111.1]). Wenn Parkplätze als Teil der Fahrbahn gelten, kann 
logischerweise auch das seitlich an die Fahrbahn angrenzende 
Lichtraumprofil von 0,5 m (Art. 83 Abs. 3 SG) dafür keine Anwendung finden. 
Zwar kann auf dem Schilfweg nicht überall gekreuzt werden, wenn auf den 
Parkfeldern Autos abgestellt sind. Dies räumt auch die BVD ein. Sie geht 
jedoch gestützt auf die Stellungnahme des Fachamts und ihren eigenen Ein-
druck am Augenschein davon aus, dass aufgrund des Verkehrsaufkommens 
und der örtlichen Verhältnisse der Verkehrsfluss dennoch gut funktioniert. 
Dass Fussgängerinnen und Fussgänger oder Radfahrerinnen und Radfahrer 
gelegentlich hinter oder zwischen parkierten Autos warten müssen, bis ein 
durchfahrendes Auto passiert hat, bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Ver-
kehrssicherheit beeinträchtigt wäre. Von Bedeutung ist auch, dass es sich 
um kurze Abschnitte handelt (im südlichen Teil ca. 100 m, im nördlichen Teil 
ca. 60 m). Zudem entspricht es einer Erfahrungstatsache, dass eine schmale 

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Strasse mit Parkfeldern im Allgemeinen eine Reduktion der gefahrenen Ge-
schwindigkeiten zur Folge hat. Dass einzelne Verkehrsteilnehmende mit 
mehr als 20-30 km/h fahren mögen, ändert daran nichts. Sollte sich die Si-
tuation wider Erwarten als problematisch erweisen, besteht abgesehen da-
von immer noch die Möglichkeit, die Durchfahrtsverhältnisse mittels Aufhe-
bung einzelner Parkplätze zu verbessern (vgl. z.B. VGE 2023/33 vom 
23.5.2024). Insgesamt vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführenden 
die ausführliche, auf Fachberichte und Augenschein gestützte Argumenta-
tion der Vorinstanz nicht in Frage zu stellen. Mit der Vorinstanz erübrigen 
sich damit Ausführungen zur Frage, ob die insgesamt zu erwartende Mehr-
belastung verhältnismässig gering ist (vgl. angefochtener Entscheid E. 4f).

3.

Die Beschwerdeführenden beanstanden die Strassenanschlussbewilligung 
und die Einstellhallenzufahrt.

3.1 Auf den Baugrundstücken stehen aktuell zwei Einfamilienhäuser mit 
Strassenanschluss auf den Schilfweg. Das Bauvorhaben sieht eine gemein-
same Einstellhalle mit 17 Autoabstellplätzen für das Mehrfamilienhaus vor, 
mit Zufahrt vom öffentlichen Platz in der Mitte des Schilfwegs. Im Gesam-
tentscheid der Gemeinde wurde die Einstellhallenzufahrt nicht besonders 
thematisiert. Die BVD hat in ihrem Entscheid erwogen, nach Art. 85 Abs. 1 
SG bedürften Zufahrten auf öffentliche Strassen einer Strassenanschlussbe-
willigung. Da hier mit der Einstellhalle gegenüber dem aktuellen Zustand eine 
gesteigerte Nutzung des bestehenden Strassenanschlusses einhergehe, sei 
eine solche Bewilligung erforderlich. Diese sei weder von der Gemeinde er-
teilt noch im Dispositiv des Gesamtentscheids aufgenommen worden. Es sei 
im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob eine solche Bewilligung erteilt wer-
den könne (angefochtener Entscheid E. 5b). Voraussetzung sei, dass die 
Verkehrssicherheit gewährleistet sei. Gemäss den Schweizer Normen des 
Schweizerischen Verbands der Strassen- und Verkehrsfachleute (VSS; im 
Folgenden VSS-Normen), hier VSS-Norm 40 273 «Knoten, Sichtverhältnisse 
in Knoten in einer Ebene» vom September 2024 (soweit hier interessierend 
übereinstimmend mit VSS-Norm 40 273a vom März 2019), müsse die Kno-

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tensichtweite bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h 50-70 m betragen, bei 
einer Zufahrtgeschwindigkeit von 30 km/h zwischen 20 und 35 m und bei ei-
ner Zufahrtgeschwindigkeit von 20 km/h zwischen 10 und 20 m. Gestützt auf 
die Stellungnahme des TBA und den Augenschein erachtete die BVD die 
Verkehrssicherheit als genügend. Im Umgebungsplan vom 21. April 2020 
(revidiert am 9.2.2021; Akten BVD 3A1) sei für von der Einstellhalle nach 
links, in den nördlichen Teil des Schilfwegs einbiegende Fahrzeuge eine 
Sichtweite von 20 m angegeben, für von der Einstellhalle nach rechts, in den 
südlichen Teil des Schilfwegs fahrende Autos, eine solche von 26,55 m. Es 
sei davon auszugehen, dass vom südlichen Teil des Schilfwegs herkom-
mende Verkehrsteilnehmende den öffentlichen Platz aus ihrer Sicht auf der 
rechten Seite des Baumes befahren, so dass keine Kollision mit ausfahren-
den Autos zu erwarten sei. Selbst wenn ein Fahrzeug links um den Baum 
fahre, sei es von der Einfahrt aus mit einer Sichtweite von über 25 m früh 
genug erkennbar. Die aus der Einstellhalle hinausfahrenden Fahrzeuge 
müssten aber auch erkennen, ob ein Fahrzeug aus der Einstellhalle der 
Nachbarparzelle Nr. 5________ hinausfahre. Um dies sicherzustellen, sei 
eine Auflage notwendig, das Sichtfeld Richtung Parzelle Nr. 5________ frei-
zuhalten. Nach links, Richtung Badhausstrasse, betrage die Sichtweite 
20 m. Da auf dem Schilfweg nur Geschwindigkeiten von 20-30 km/h gefah-
ren würden, sei diese Sichtweite genügend. Die Sichtweite für ausfahrende 
Autos könne allerdings durch Autos, die in die Einstellhalle einfahren wollen, 
sowie durch Autos, die auf den zwei Parkfeldern vor dem Grundstück 
Nr. 1________ stehen, behindert werden. Letzteres sei aber unproblema-
tisch, da diese Parkfelder ohnehin aufgehoben würden, um die Einstellhal-
lenzufahrt für das dort projektierte Gebäude zu ermöglichen, was allerdings 
mit einer Bedingung sicherzustellen sei. Hinsichtlich der in die Einstellhalle 
einfahrenden Autos plane die Bauherrin ein Ampelsystem, welches die ein-
fahrenden Autos priorisiere, so dass die Sicht für die ausfahrenden Autos 
nicht behindert werde. Die Erstellung einer Ampelanlage sei allerdings mit 
einer Auflage zu sichern. Dementsprechend ergänzte die BVD im Dispositiv 
ihres Entscheids den Gesamtentscheid dahin, dass die Strassenanschluss-
bewilligung nach Art. 85 Abs. 1 SG erteilt wird, mit der Bedingung, dass mit 
den Bauarbeiten erst begonnen werden darf, wenn die Entfernung der Park-
felder im entsprechenden Verfahren rechtskräftig verfügt und die Markierun-
gen entfernt wurden, und mit den Auflagen, dass die Einstellhallenzufahrt mit 

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einer Ampelanlage versehen wird, welche die einfahrenden Fahrzeuge prio-
risiert, und dass das Sichtfeld nach rechts frei bleiben muss (angefochtener 
Entscheid E. 5c-f sowie Dispositiv Ziff. 4.2.1-4.2.3).

3.2 Die Beschwerdeführenden bringen vor, für die Beurteilung der erfor-
derlichen Sichtweiten sei die zulässige Höchstgeschwindigkeit massgebend, 
nicht etwa die von einzelnen Verkehrsteilnehmenden gefahrene geringere 
Geschwindigkeit. Auf dem Schilfweg gelte eine Höchstgeschwindigkeit von 
50 km/h. Die Sichtweiten gemäss VSS-Norm müssten 50-70 m betragen und 
seien hier offensichtlich nicht eingehalten (Beschwerde S. 10 f.).

3.3 Voraussetzung für die Erteilung einer Strassenanschlussbewilligung 
nach Art. 85 Abs. 1 SG ist, dass die öffentliche Strasse nicht beeinträchtigt 
wird (Art. 73 Abs. 1 SG) und die allgemeinen baurechtlichen Sicherheitsan-
forderungen gewährleistet sind (Art. 21 Abs. 1 BauG sowie Art. 57 Abs. 1 
und 2 BauV). Was als hinreichende Zufahrt gilt, hängt von der beanspruchten 
Nutzung des Grundstücks sowie von den konkreten Umständen des Einzel-
falls ab. Dabei sind die örtlichen Verhältnisse zu berücksichtigen und die Ver-
kehrssicherheit aller Benutzerinnen und Benutzer muss gewährleistet sein. 
Den zuständigen Behörden steht bei der Beurteilung der Verkehrssicherheit 
ein erhebliches Ermessen zu. Soweit der Ausbaustandard von Strassen zu 
beurteilen ist, können die VSS-Normen als Entscheidhilfe beigezogen wer-
den. Da es sich bei diesen indessen nicht um Rechtsnormen, sondern ledig-
lich um Richtlinien handelt, deren Anwendung im Einzelfall vor den allgemei-
nen Rechtsgrundsätzen, insbesondere vor dem Grundsatz der Verhältnis-
mässigkeit, standhalten muss, dürfen sie nicht unbesehen der konkreten 
Verhältnisse der Entscheidung zugrunde gelegt werden (VGE 2020/199 vom 
15.6.2021 E. 5.2, 2015/306 vom 15.6.2016 E. 2.1; Zaugg/Ludwig, a.a.O., 
Art. 21/21a N. 7, je mit Hinweisen; vgl. auch BGer 1C_315/2021 vom 
22.3.2022 E. 2.3.3).

3.4 Die Argumentation der Beschwerdeführenden, die einschlägige VSS-
Norm sei nicht eingehalten, ist nach dem Gesagten für sich allein nicht mass-
geblich. Die Vorinstanz hat einlässlich und unter Würdigung der örtlichen 
Verhältnisse dargelegt, dass und inwiefern die Sichtweiten genügend seien. 
Mit dieser ausführlichen Begründung setzen sich die Beschwerdeführenden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.171U, 
Seite 13

nicht auseinander. In Bezug auf die gefahrenen Geschwindigkeiten kann auf 
das Ausgeführte verwiesen werden (vorne E. 2.5).

4.

Die Beschwerdeführenden rügen, die Einstellhallenzufahrt sei nicht mit der-
jenigen des benachbarten Bauvorhabens abgestimmt, wodurch Art. 7 Abs. 4 
BauG verletzt sei.

4.1 Das hier im Verfahren 100.2023.171 zu beurteilende Vorhaben sieht 
eine Einstellhalle mit Zufahrt auf den Schilfweg vor. Das benachbarte, im 
Verfahren 100.2023.170 zu beurteilende Vorhaben sieht ebenfalls eine Ein-
stellhalle mit Zufahrt auf den Schilfweg vor. Die BVD hat erwogen, der Sinn 
von Art. 7 Abs. 4 BauG liege darin, dass durch die Erschliessung des einen 
Grundstücks nicht diejenige eines anderen Grundstücks vereitelt werde. Hier 
würden sich die beiden Einstellhallenzufahrten gegenseitig nicht behindern. 
Es bestehe keine Pflicht, die Erschliessung gemeinsam zu planen (ange-
fochtener Entscheid E. 6c).

4.2 Die Beschwerdeführenden bringen vor, Sinn und Zweck von Art. 7 
Abs. 4 BauG liege darin, im Interesse einer haushälterischen Bodennutzung 
die Erschliessungsbedürfnisse nach Möglichkeit durch gemeinsame Er-
schliessungsanlagen zu decken. Im vorliegenden Fall entspräche die Erstel-
lung einer gemeinsamen Einstellhalle mit gemeinsamer Zufahrt nicht nur ei-
ner haushälterischen Bodennutzung, sondern würde auch die Verkehrssi-
cherheit wesentlich erhöhen. Gemäss Art. 7 Abs. 4 BauG wären die benach-
barten Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer daher verpflichtet ge-
wesen, eine gemeinsame Einstellhallenzufahrt zu erstellen (Beschwerde 
S. 11 f.).

4.3 Gemäss Art. 7 Abs. 4 BauG haben benachbarte Grundeigentümerin-
nen und Grundeigentümer ihre Erschliessungsanlagen aufeinander abzu-
stimmen und, soweit nötig, gemeinsam zu erstellen. Darin ist das Gebot der 
Rücksichtnahme enthalten. Eine Grundeigentümerin oder ein Grundeigentü-
mer soll durch das eigene Bauvorhaben die Erschliessung der Nachbarpar-
zellen nicht unnötig erschweren oder gar vereiteln. Das Verwaltungsgericht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.171U, 
Seite 14

hat die Frage, ob Art. 7 Abs. 4 BauG im Baubewilligungsverfahren direkt an-
wendbar ist oder es sich dabei um ein planungsrechtliches Instrument han-
delt, bisher wiederholt offengelassen (VGE 2020/296 vom 16.3.2023 E. 4.1, 
m.H.). Sie kann auch hier offenbleiben: Die Pflicht zur gemeinsamen Erstel-
lung von Erschliessungsanlagen kann sich von vornherein nur beziehen auf 
Erschliessungsanlagen, deren Projektierung und Bau Sache der Grundei-
gentümerinnen und Grundeigentümer sind. Dazu gehören die Hauszufahr-
ten und Hausanschlüsse, welche ein Gebäude oder eine zusammengehö-
rige Gebäudegruppe mit dem Erschliessungsnetz verbinden, sowie die De-
tailerschliessungsanlagen, die den Grundeigentümerinnen und Grundei-
gentümern gemäss Art. 108a und 109 BauG zur Planung und Erstellung 
übertragen sind (Art. 106 Abs. 3 BauG; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 7/8 N. 13 
Bst. a). Gemeinsame Erschliessungsanlagen im Sinn von Art. 7 Abs. 4 
BauG stellen in der Regel Detailerschliessungsanlagen dar (BVR 2019 
S. 264 E. 3.2). Zufahrt ist die Strassenverbindung zwischen dem Baugrund-
stück und dem allgemeinen Strassennetz (Art. 6 Abs. 1 BauV). Die Einstell-
halle als solche ist offensichtlich keine Erschliessungsanlage, sondern viel-
mehr Teil des zu erschliessenden Gebäudes (vgl. Zaugg/Ludwig, a.a.O., 
Art. 7/8 N. 2). Art. 7 Abs. 4 BauG kann daher von vornerein keine Grundlage 
bilden für eine Pflicht zur Erstellung einer gemeinsamen Einstellhalle. Auch 
die Einstellhallenzufahrt befindet sich vollumfänglich auf dem Bauareal und 
stellt damit keine Zufahrt im Sinn von Art. 6 Abs. 1 BauV dar. Einzig der An-
schluss der Einstellhallenzufahrt an den Schilfweg im Sinn von Art. 85 Abs. 1 
SG kann als Teil der Erschliessungsanlagen betrachtet werden. Bewilli-
gungskriterium ist, ob die Anforderungen an die Verkehrssicherheit erfüllt 
sind (vgl. Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 7/8 N. 18; VGE 2020/296 vom 
16.3.2023 E. 4.2), was hier der Fall ist (vorne E. 3). Der Anschluss vereitelt 
auch nicht die Erschliessung anderer Parzellen. Es ist daher nicht ersichtlich, 
inwiefern es «nötig» im Sinn von Art. 7 Abs. 4 BauG sein soll, eine gemein-
same Einstellhallenzufahrt zu erstellen. Der blosse Umstand, dass die Ver-
treterin des TBA am Augenschein ausgeführt hat, sie fände es schade, dass 
keine gemeinsame Einstellhallenzufahrt geprüft worden sei, vermag keine 
entsprechende Rechtspflicht zu begründen. Im Übrigen hat der Architekt der 
Bauherrschaft am Augenschein darauf hingewiesen, dass eine gemeinsame 
Erstellung der Einstellhallenzufahrt baurechtlich nicht realisierbar sei (vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.171U, 
Seite 15

Beschwerdeantwort Gemeinde S. 7; Beschwerdeantwort 
Beschwerdegegnerin 1 Rz. 40).

5.

Die Beschwerdeführenden rügen, die geplante Baustellenerschliessung sei 
nicht bewilligungsfähig.

5.1 Im Gesamtentscheid hat die Gemeinde erwogen (E. 3.6.2.c), gemäss 
den Bedingungen und Auflagen der städtischen Dienststelle Tiefbau sei be-
stimmt worden, dass die verkehrsintensiven Arbeiten ausserhalb der Schiff-
fahrtsbetriebszeiten von der Westseite her (Badhausstrasse und 
Schiffländte) zu erfolgen hätten. Für den Ausbau habe die Zufahrt via Fi-
scherweg und Schilfweg zu erfolgen. Die Vorinstanz verwies darauf, dass 
die Beschwerdegegnerin 1 mit Eingabe vom 12. September 2022 einen ak-
tualisierten Baustelleneinrichtungsplan eingereicht habe, der für die Phase I 
von Westen her einen Rundkurs mit Einfahrt über das Nachbargrundstück 
Schilfweg … und Ausfahrt über das Grundstück Schilfweg … vorsehe (an-
gefochtener Entscheid E. 8b; vgl. vorne Bst. B.c). Die Bauherrschaft des 
Bauvorhabens am Schilfweg … habe dazu Hand geboten, sofern die Baua-
rbeiten zeitlich übereinstimmen. Doch sei die Einfahrt auf das Grundstück 
Schilfweg … auch ohne Rundkurs über das Nachbargrundstück problemlos 
möglich und es bestehe auch genügend Platz, darauf zu wenden. Auch wenn 
die beiden Bauvorhaben zeitlich nicht koordiniert werden könnten, könnte die 
Baustellenerschliessung direkt auf das Grundstück Schilfweg … erfolgen. 
Weiter hat die Vorinstanz erwogen, die Badhausstrasse und die Schiffländte 
seien breit genug und das Befahren mit grösseren Lastwagen sei problemlos 
möglich. Indessen sei diese Regelung im Gesamtentscheid, welcher auf den 
Amtsbericht Tiefbau vom 31. März 2021 verweise, nicht als verbindliche Auf-
lage angeordnet worden (angefochtener Entscheid E. 8e). Im Dispositiv ge-
nehmigte die BVD die Projektänderung vom 13. September 2022 (gemäss 
den Plänen vom 14.10.2021) betreffend Baustellenerschliessung und er-
gänzte den Gesamtentscheid um die Auflage, dass die Baustellenerschlies-
sung für die verkehrsintensiven Arbeiten (Abbruch, Pfählung, Aushub und 
Rohbau) von der Westseite her (via Badhausstrasse und Schiffländte) ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.171U, 
Seite 16

schehen müsse und nur ausserhalb der Schifffahrtsbetriebszeiten (Oktober 
bis April) erfolgen dürfe (Dispositiv-Ziff. 4.2.4).

5.2 Die Beschwerdeführenden begrüssen ausdrücklich, dass der Bau-
stellenverkehr für den Schwerverkehr von Westen her erfolgt. Sie erachten 
jedoch diese Lösung als nicht bewilligungsfähig, da die Bewilligung der Pro-
jektänderung ohne bedingungslose Zustimmung und die Unterschrift der an-
deren Bauherrschaft unzulässig sei. Die benachbarte Bauherrschaft halte 
aber an ihrem Erschliessungskonzept fest, welches das Konzept der Be-
schwerdegegnerin 1 verunmögliche. Ohne den Rundkurs über das Nachbar-
grundstück sei die Baustellenerschliessung nicht möglich: Eine solche Vari-
ante sei nicht projektiert und bewilligt und in tatsächlicher Hinsicht angesichts 
der engen Maueröffnung und Wenderadien nicht möglich. Die erforderliche 
Sichtweite bei der Ausfahrt auf die Schiffländte sei nicht eingehalten (Be-
schwerde S. 12 f.).

5.3 Aus den vorne in E. 5.1 zitierten Erwägungen der Vorinstanz ergibt 
sich, dass diese die bewilligte Projektänderung (Rundweg über die Grunds-
tücke Schilfweg … und …) nicht als verbindliche Anordnung verstanden hat, 
sondern nur als mögliche Variante, die aber nicht zwingend realisiert werden 
muss. Es ist deshalb unerheblich, ob eine formelle und verbindliche Zustim-
mung der benachbarten Bauherrschaft vorliegt: Falls diese nicht erfolgt, 
bleibt es bei der im ursprünglichen Entscheid bewilligten Lösung. Dafür, dass 
diese nicht durchführbar wäre, gibt es keine Hinweise: Das Projektände-
rungsgesuch wurde nicht damit begründet, dass die Erschliessung ohne 
Rundkurs nicht möglich sei, sondern damit, dass dadurch das Wenden über-
flüssig werde. Dass das Wenden auf dem Grundstück Schilfweg … nicht 
möglich wäre oder dass die Sichtweiten auf der breiten und übersichtlichen 
Badhausstrasse nicht genügend wären, ergibt sich aber nicht aus den Plä-
nen. Die Baustellenerschliessung ist daher nicht rechtswidrig.

6.

Die Beschwerdeführenden beanstanden, das Bauvorhaben hätte unzuläs-
sige Eingriffe in Lebensräume geschützter Tiere und Pflanzen zur Folge.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.171U, 
Seite 17

6.1 Die Beschwerdegegnerin 1 reichte im Baubewilligungsverfahren ein 
Fachgutachten eines Umweltbüros vom 15. Juli 2020 sowie ein Gesuch um 
eine Ausnahmebewilligung für technische Eingriffe in Lebensräume ge-
schützter Pflanzen und Tiere ein. Mit Amtsbericht vom 28. September 2020 
stimmte die ANF dem Vorhaben unter Bedingungen und Auflagen zu (Akten 
Gemeinde 3C pag. 122). In einem Nachtrag vom 17. Januar 2021 nahm die 
ANF Stellung zu einer Eingabe eines Einsprechers und erläuterte ihre Hal-
tung, wonach die Verhinderung des Bauvorhabens unverhältnismässig wäre 
(Akten Gemeinde 3D pag. 265). Im Gesamtentscheid erwog die Baubewilli-
gungsbehörde (E. 3.4, 3.5 und 3.6.2 f.) unter Hinweis auf den Amtsbericht 
der ANF vom 28. September 2020 und die Ergänzung vom 17. Januar 2021, 
die beantragte Bewilligung könne erteilt werden. Im Dispositiv erteilte sie die 
beantragte Ausnahmebewilligung für technische Eingriffe in Lebensräume 
geschützter Tiere und Pflanzen mit den von der ANF im Amtsbericht vom 
28. September 2020 beantragten Auflagen.

6.2 Im Beschwerdeverfahren vor der BVD äusserte sich die ANF mit Stel-
lungnahme vom 20. Dezember 2021 zur Beschwerde, hielt an ihren bisheri-
gen Berichten fest und betrachtete die vorgesehenen Wiederherstellungs- 
und Ersatzmassnahmen als ausreichend und angemessen (Akten BVD 
pag. 88). Mit Verfügung vom 2. Februar 2022 stellte das Rechtsamt der ANF 
weitere detaillierte Fragen, welche diese mit Stellungnahme vom 11. April 
2022 beantwortete (Akten BVD pag. 107). Am Augenschein vom 10. August 
2022 wurden die Naturschutzaspekte in Anwesenheit einer Vertretung der 
ANF eingehend behandelt (vgl. S. 3-9 des Augenscheinprotokolls; Akten 
BVD pag. 117 ff.). Die Beschwerdegegnerin 1 reichte sodann am 12. Sep-
tember 2022 Erläuterungen des Umweltbüros ein. Mit Verfügung vom 8. No-
vember 2022 forderte das Rechtsamt der BVD die EG Biel auf, das Ausnah-
megesuch nachträglich im kantonalen Amtsblatt zu publizieren, was in der 
Folge geschah, ohne dass weitere Einsprachen eingingen (Akten BVD 
pag. 179).

6.3 Gestützt auf all diese Unterlagen hat die BVD im angefochtenen 
Entscheid erwogen (E. 9k), es sei unbestritten, dass sich auf dem Bauareal 
Lebensräume für geschützte Bienenarten und Landlebensräume für 
Fadenmolche vom Teich aus dem Nachbargrundstück befinden. Zudem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.171U, 
Seite 18

würden Mauersegler am aktuell bestehenden Gebäude an der 
Badhausstrasse … nisten und Fledermäuse würden den Garten als 
Jagdgebiet nutzen. Aus der Lage der Parzellen in der Bauzone folge die 
Standortgebundenheit der Baute. Der Grundeigentümer oder die 
Grundeigentümerin habe den Anspruch, seine oder ihre Parzelle im nach 
den Bauvorschriften zulässigen Mass zu bebauen. Zudem entspreche die 
dichtere Überbauung der Verdichtung der Siedlungsflächen, welche das 
Raumplanungsrecht vorschreibe. Das Interesse, die kleinflächigen 
Lebensräume auf den Bauparzellen zu erhalten, falle bei der 
Interessenabwägung weniger ins Gewicht. Die Lebensräume seien nicht von 
nationaler, regionaler oder lokaler Bedeutung und es könne auch nicht von 
einem aussergewöhnlichen Lebensraum gesprochen werden, zumal sich die 
Bauparzellen inmitten eines überbauten Gebiets befinden. Das Interesse der 
Grundeigentümerin an der Überbauung ihrer Parzelle überwiege und der 
technische Eingriff in die Lebensräume geschützter Tiere und Pflanzen 
könne nicht vermieden werden. Weiter hat die BVD erwogen (E. 9l), die 
Verursacherin der Eingriffe sei verpflichtet, Wiederherstellungs- oder 
Ersatzmassnahmen zu treffen. Die ANF habe Massnahmen definiert, welche 
im revidierten Umgebungsplan weitestgehend umgesetzt worden seien 
(artenreiche Talfettwiesen; Bereiche mit einheimischen Heckensträuchern, 
die ein grosses Nahrungsangebot für Insekten und Landlebensräume für 
Fadenmolche bieten; Ersatz der zu fällenden Bäume mit einheimischen 
Bäumen, welche Fledermäusen als Jaggebiet dienen; Steinpflaster-Trittflur; 
Integration des Dachbalkens, in welchem die Bienenart Xylocopa valga 
niste, in die Ersatzmassnahmen). Die geplanten naturnahen Flächen wiesen 
einen höheren ökologischen Wert auf als die aktuelle Bepflanzung. 
Insgesamt böten die definierten Massnahmen und die Auflagen genügend 
Ersatz für den Eingriff in die Lebensräume. Zwar werde während der 
Bauphase tatsächlich ein Teil der auf der Parzelle vorkommenden 
Lebensräume zerstört. Das sei aber eine nicht zu vermeidende Konsequenz 
aus dem Recht, eine Parzelle in der Bauzone bebauen zu dürfen. Zudem 
ergebe sich durch die Verpflichtung zur Neupflanzung einheimischer und 
standortgerechter Pflanzung eine Aufwertung der Lebensräume gegenüber 
dem aktuellen Zustand, der aus einem Durcheinander von einheimischen 
und nicht standortgerechten, nicht einheimischen und sogar invasiven 
Pflanzen bestehe. Die Erstellung eines naturnahen Teichs auf dem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.171U, 
Seite 19

Nachbargrundstück biete Lebensraum für die Fadenmolche. Aktuell befinde 
sich auf der Parzelle eine Talfettwiese; auch der Endzustand sehe eine 
solche vor. Die ANF habe die Erläuterung zur Naturschutzbilanz und damit 
auch den Standort der geplanten Talfettwiese zur Kenntnis genommen, ohne 
daran Kritik zu üben, was als Zustimmung gewertet werden könne. 
Zusammenfassend seien die definierten Massnahmen notwendig, aber auch 
ausreichend um für den technischen Eingriff in die Lebensräume geschützter 
Tiere und Pflanzen Ersatz zu bieten. Zwar sei der Ersatz flächenmässig nicht 
gleichwertig, werte aber die Umgebung qualitativ deutlich auf und biete auf 
kleinerem Raum in hoher Qualität Lebensraum für einheimische Tiere und 
Pflanzen.

6.4 Die Parteien haben sich dazu wie folgt geäussert:

6.4.1 Die Beschwerdeführenden bestreiten die Annahme der Vorinstanz 
und der ANF, wonach die Standortgebundenheit und ein überwiegendes 
Interesse für den Eingriff in Lebensräume gegeben seien. Primär seien 
Beeinträchtigungen zu vermeiden und erst in letzter Priorität 
Wiederherstellungs- und Ersatzmassnahmen anzuordnen. Es bestehe kein 
Anspruch, eine Parzelle in der Wohnzone unter voller Ausnützung der 
baupolizeilichen Masse zu überbauen, wenn nicht vorgängig eine 
umfassende Interessenabwägung vorgenommmen worden sei. Das sei hier 
nicht erfolgt: Beschwerdegegnerin 1 und Vorinstanzen sowie das 
Fachgutachten des Umweltbüros seien von Beginn weg davon 
ausgegangen, dass das Interesse an einer maximalen Ausnützung einer 
Parzelle Vorrang gegenüber dem Erhalt der geschützten Lebensräume 
habe. In einem ersten Schritt sei der Baukörper geplant und erst nachträglich 
seien geschützte Lebensräume thematisiert worden. Richtigerweise wäre 
zuerst eine Schutzabklärung durchzuführen und nach erfolgter 
Interessenabwägung ein Konzept zu erarbeiten, wie die Lebensräume 
bestmöglich erhalten werden können. Zudem sei die Zonenordnung 
vorliegend über 15 Jahre alt, nicht aktuell und akzessorisch zu überprüfen, 
da seit ihrem Erlass das RPG (Art. 1 und 15) geändert worden sei und auf 
der Parzelle geschützte Lebensräume festgestellt worden seien. Ungeachtet 
der Anpassung der Zonenordnung lasse sich eine Beeinträchtigung der 
geschützten Lebensräume nur halten, wenn eine rechtsgenügliche 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.171U, 
Seite 20

Interessenabwägung vorgenommen werde. Es sei unzutreffend, dass die 
Lebensräume nicht von nationaler, regionaler oder lokaler Bedeutung seien; 
die entsprechenden Schutzabklärungen seien bisher nicht vorgenommen 
worden, es lägen mindestens Lebensräume von lokaler Bedeutung vor. Es 
sei auch unzutreffend, dass die Lebensräume nicht aussergewöhnlich und 
einzigartig seien. Die Talfettwiese sei auf der Roten Liste Lebensräume des 
Bundesamts für Umwelt (BAFU) aufgeführt und die Fledermaus- und 
Wildbienenarten seien teilweise in der Roten Liste der gefährdeten Arten 
aufgeführt. Es bestehe ein grosses Interesse am Erhalt der Lebensräume. 
Selbst wenn aufgrund der Interessenabwägung ein Eingriff zulässig wäre, 
wären die Vorgaben für die erforderlichen Wiederherstellungsmassnahmen 
verletzt: Erstmals mit den am 12. September 2022 eingereichten 
Erläuterungen zur Naturschutzbilanz und dem aktualisierten 
Umgebungsgestaltungsplan hätten Unterlagen vorgelegen, die eine 
Überprüfung der naturschutzrechtlichen Belange erlaubten. Diese seien 
aber von der ANF nicht beurteilt worden, was nachzuholen sei. Die 
Beschwerdeführenden beantragen ausdrücklich die Einholung eines 
aktualisierten Amtsberichts der ANF. Weiter seien die angeordneten 
Ersatzmassnahmen nicht gleichwertig: Die bestehenden Talfettwiesen 
würden beim Bau vollständig zerstört. Der neue Plan «Ausgangszustand» 
weiche erheblich von der Lebensraumkarte gemäss Schreiben vom 
3. Januar 2022 ab, wo die Talfettwiese noch grösser ausgewiesen worden 
sei. Die bestehende Talfettwiese weise eine Fläche von deutlich mehr als 
200 m2 auf, die im Endzustand vorgesehenen Flächen seien flächenmässig 
nicht ebenbürtig, zumal sie nördlich der geplanten Baute lägen und daher 
weniger sonnenbestrahlt seien als die bisher südlich des bestehenden 
Gebäudes liegende Wiese. Sodann werde eine Steinpflaster-Trittflur in 
Mährasen ohne Biotopqualität umgewandelt. Weiter komme den grossen 
Einzelbäumen auf den Parzellen Biotopwert zu. Die 13 bestehenden Bäume, 
die entfernt würden, würden durch Bäume ersetzt, die mehrheitlich in der 
Talfettwiese stünden, was die Bilanz verfälsche (Beschwerde S. 13 ff.).

6.4.2 Die Gemeinde und die Beschwerdegegnerin 1 gehen davon aus, 
dass der Zonenplan nicht akzessorisch zu überprüfen sei: Nutzungs- und 
Bauzonenplan seien zwar älter als 15 Jahre alt, aber unter der Herrschaft 
des RPG entstanden. Es seien seit ihrem Erlass keine hier massgebenden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.171U, 
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geänderten tatsächlichen oder rechtlichen Verhältnisse eingetreten. Das 
Interesse der Eigentümerschaft an der Planbeständigkeit und an der 
Überbauung ihrer im Siedlungsgebiet gelegenen Bauparzelle überwiege den 
technischen Eingriff in die Lebensräume. Die angeordneten Massnahmen 
seien ausreichend, um für den Eingriff Ersatz zu bieten.

6.5 Zum Natur- bzw. Biotopschutz ergibt sich Folgendes:

6.5.1 Gemäss Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 1. Juli 1966 über 
den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451) ist dem Aussterben 
einheimischer Tier- und Pflanzenarten durch die Erhaltung genügend 
grosser Lebensräume (Biotope) und andere geeignete Massnahmen 
entgegenzuwirken. Bei diesen Massnahmen ist schutzwürdigen land- und 
forstwirtschaftlichen Interessen Rechnung zu tragen. Besonders zu schützen 
sind Uferbereiche, Riedgebiete und Moore, seltene Waldgesellschaften, 
Hecken, Feldgehölze, Trockenrasen und weitere Standorte, die eine 
ausgleichende Funktion im Naturhaushalt erfüllen oder besonders günstige 
Voraussetzungen für Lebensgemeinschaften aufweisen (Art. 18 Abs. 1bis 
NHG). Ein technischer Eingriff, der schützenswerte Biotope beeinträchtigen 
kann, darf nur bewilligt werden, sofern er standortgebunden ist und einem 
überwiegenden Bedürfnis entspricht (Art. 14 Abs. 6 der Verordnung vom 
16. Januar 1991 über den Natur- und Heimatschutz [NHV; SR 451.1]). Lässt 
sich eine Beeinträchtigung schutzwürdiger Lebensräume durch technische 
Eingriffe unter Abwägung aller Interessen nicht vermeiden, so hat der 
Verursacher oder die Verursacherin für besondere Massnahmen zu deren 
bestmöglichem Schutz, für Wiederherstellung oder ansonst für 
angemessenen Ersatz zu sorgen (Art. 18 Abs. 1ter NHG; Art. 14 Abs. 7 
NHV). Der Bundesrat bezeichnet nach Anhören der Kantone die Biotope von 
nationaler Bedeutung (Art. 18a Abs. 1 NHG) in besonderen Verordnungen 
(Inventare; Art. 16 Abs. 1 NHV). Die Kantone sorgen für Schutz und 
Unterhalt der Biotope von regionaler und lokaler Bedeutung (Art. 18b Abs. 1 
NHG). Nach Art. 20 Abs. 1 NHG kann sodann der Bundesrat das Pflücken, 
Ausgraben, Ausreissen, Wegführen, Feilbieten, Verkaufen, Kaufen oder 
Vernichten seltener Pflanzen ganz oder teilweise untersagen. Ebenso kann 
er entsprechende Massnahmen zum Schutz bedrohter oder sonst 
schützenswerter Tierarten treffen. Die Kantone können solche Verbote für 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.171U, 
Seite 22

weitere Arten erlassen (Art. 20 Abs. 2 NHG). Gestützt darauf hat der 
Bundesrat in Art. 20 Abs. 1 NHV festgelegt, dass das unberechtigte 
Pflücken, Ausgraben, Ausreissen, Wegführen, Anbieten, Verkaufen, Kaufen 
oder Vernichten, insbesondere durch technische Eingriffe, von wildlebenden 
Pflanzen der im Anhang 2 aufgeführten Arten untersagt ist. Gemäss Art. 20 
Abs. 2 NHV gelten zusätzlich zu den im Bundesgesetz vom 20. Juni 1986 
über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel 
(Jagdgesetz, JSG; SR 922.0) genannten die wildlebenden Tiere der im 
Anhang 3 aufgeführten Arten als geschützt. Es ist untersagt, Tiere dieser 
Arten zu töten, zu verletzen oder zu fangen sowie ihre Eier, Larven, Puppen, 
Nester oder Brutstätten zu beschädigen, zu zerstören oder wegzunehmen 
(Bst. a) oder sie lebend oder tot, einschliesslich der Eier, Larven, Puppen 
oder Nester, mitzuführen, zu versenden, anzubieten, auszuführen, andern 
zu überlassen, zu erwerben, in Gewahrsam zu nehmen oder bei solchen 
Handlungen mitzuwirken. Die zuständige Behörde kann gemäss Art. 20 
Abs. 3 NHV Ausnahmebewilligungen erteilen, wenn dies der Erhaltung der 
biologischen Vielfalt dient (Bst. a) oder für technische Eingriffe, die 
standortgebunden sind und einem überwiegenden Bedürfnis entsprechen. 
Ihr Verursacher oder ihre Verursacherin ist zu bestmöglichen Schutz- oder 
ansonst angemessenen Ersatzmassnahmen zu verpflichten (Bst. b). Die 
Voraussetzungen für technische Eingriffe nach Art. 20 Abs. 3 NHV stimmen 
damit weitgehend überein mit denjenigen nach Art. 14 Abs. 6 NHV 
(BGer 1C_164/2012 vom 30.1.2013 E. 6.1; VGE 2022/371 vom 10.6.2024 
E. 3.2.5 [noch nicht rechtskräftig]).

6.5.2 Das NHG enthält keine eigentliche Legaldefinition eines Biotops 
(Karl-Ludwig Fahrländer, in Keller/Zufferey/Fahrländer [Hrsg.], Kommentar 
NHG, 2. Aufl. 2019, Art. 18 N. 13), sondern nur einerseits eine Liste von 
besonders schützenswerten Bereichen (Art. 18 Abs. 1bis NHG) und 
andererseits qualitative Kriterien, nach denen Biotope als schützenswert 
bezeichnet werden (Art. 14 Abs. 3 NHV). Der Schutz von Art. 18 NHG gilt 
jedoch nicht für jedes biotische Milieu, das einem bestimmten Tier- und 
Pflanzenbestand relativ stabile Lebensraumbedingungen bietet; der Begriff 
des Biotops im Sinn des NHG bezieht sich auf einen «genügend grossen 
Lebensraum», der eine bestimmte Funktion ausübt, eine ökologische 
Qualität aufweist und schutzwürdig ist (BGE 133 II 220 E. 2.3, 121 II 161 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.171U, 
Seite 23

E. 2b/bb [Pra 85/1996 Nr. 96], 116 Ib 203 E. 4b [Pra 80/1991 Nr. 132]). Eine 
nähere Bundesgerichtspraxis zur Abgrenzung der Schutzwürdigkeit hat sich 
bisher nicht entwickelt (Nina Dajcar, in Keller/Zufferey/Fahrländer [Hrsg.], 
Kommentar NHG, 2. Aufl. 2019, Art. 18b N. 15). Anders als bei den in 
besonderen Verordnungen bezeichneten Biotopen von nationaler 
Bedeutung (Art. 16 Abs. 1 NHV) regelt das Bundesrecht auch nicht, welche 
Biotope eine regionale oder lokale Bedeutung haben (Jeannerat/Moor, in 
Praxiskommentar RPG: Nutzungsplanung, 2016, Art. 17 N. 70). Die 
fehlende Präzision des Begriffs des genügend grossen Lebensraums 
(Art. 18 Abs. 1 NHG) macht es unmöglich, direkt aus dem Bundesrecht ein 
einheitliches, für die ganze Schweiz geltendes Konzept des schutzwürdigen 
Lebensraums abzuleiten (BGer 1C_653/2019 vom 15.12.2020 E. 3.6.2). 
Dass auf einem bestimmten Grundstück eine geschützte Tier- oder 
Pflanzenart vorkommt, macht dieses Grundstück noch nicht zwingend zu 
einem (mindestens lokal) schützenswerten Biotop (VGE 2022/371 vom 
10.6.2024 E. 3.2.5 [noch nicht rechtskräftig]).

6.5.3 Das Bundesrecht bestimmt nicht im Einzelnen, wie die Kantone den 
Schutz der Biotope regeln. Schutz und Unterhalt der Biotope sollen wenn 
möglich aufgrund von Vereinbarungen mit den Grundeigentümerinnen und 
Grundeigentümern sowie Bewirtschafterinnen und Bewirtschaftern sowie 
durch angepasste land- und forstwirtschaftliche Nutzung erreicht werden 
(Art. 18c Abs. 1 NHG). Sodann sehen die Kantone gemäss Art. 14 Abs. 5 
NHV ein zweckmässiges Feststellungsverfahren vor, mit dem möglichen 
Beeinträchtigungen schützenswerter Biotope sowie Verletzungen der 
Artenschutzbestimmungen vorgebeugt werden kann. Das 
Feststellungsverfahren muss den Betroffenen ermöglichen, mit 
hinreichender Bestimmtheit den Umfang des Schutzes zu erkennen und 
gegebenenfalls die Massnahmen anfechten zu können (Art. 29 Abs. 2 der 
Bundesverfassung [BV; SR 101]; BGE 133 II 220 E. 3.3-3.5). Abgesehen 
von den Vereinbarungen und besonderen Schutzbeschlüssen erfolgt die 
Unterschutzstellung primär im Rahmen der Nutzungsplanung, d.h. durch 
Schutzzonen im Sinn von Art. 17 RPG (BGE 146 II 347 E. 3.2, 118 Ib 485 
E. 3c; BGer 1C_ 338/2021 vom 25.1.2022 E. 8.4; Karl-Ludwig Fahrländer, 
a.a.O., Art. 18 N. 7, 23; Nina Dajcar, a.a.O., Art. 18b N. 9 f., 22; 
Jeannerat/Moor, a.a.O., Art. 17 N. 69 ff.). Im Rahmen der Zonenplanung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.171U, 
Seite 24

sind die Anliegen des Biotopschutzes zu berücksichtigen (Alexandra Gerber, 
Biotopschutz und ökologischer Ausgleich im Siedlungsgebiet: dringend 
benötigt und rechtlich geboten, in URP 2018 S. 1 ff., 6 f.). Der Schutz 
regionaler und lokaler Biotope gilt nicht schon aufgrund von Bundesrecht 
(Nina Dajcar, a.a.O., Art. 18b N. 1).

6.5.4 Im Kanton Bern werden diese bundesrechtlichen Vorgaben mit dem 
Naturschutzgesetz vom 15. September 1992 (NSchG; BSG 426.11) 
umgesetzt (Art. 1 i.V.m. Art. 3 Abs. 1 Bst. a NSchG). Als Biotope gelten 
schutzwürdige wichtige natürliche und naturnahe Lebensräume der 
einheimischen Tier- und Pflanzenarten, wie bedeutende Einstandsgebiete 
für Tiere, seltene Waldgesellschaften, artenreiche Wiesen und Waldsäume, 
ökologisch wertvolle hochstämmige Obstgärten, Moore, Riede, 
Uferbereiche, Bäche und stehende Kleingewässer (Art. 20 Abs. 1 NSchG). 
Der Kanton sorgt für Schutz und Unterhalt der Biotope von nationaler und 
regionaler Bedeutung (Art. 19 Abs. 1 NSchG). Soweit die 
Unterschutzstellung nicht durch Vertrag erfolgt, sichert der Kanton Bern die 
schutzwürdigen Gebiete von nationaler oder regionaler Bedeutung durch 
Unterschutzstellung mit entsprechendem Beschluss (Art. 4 Abs. 1 Satz 1 
und Art. 6 Abs. 1 Bst. b sowie Art. 36 Abs. 1 NSchG). Der Schutzbeschluss 
obliegt der Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion des Kantons Bern 
(WEU; Art. 14 Abs. 2 und Art. 40 NSchG) und muss die in Art. 36 Abs. 2 
NSchG und Art. 7 der Naturschutzverordnung vom 10. November 1993 
[NSchV; BSG 426.111]) genannten Bestimmungen enthalten. Die 
Gemeinden sorgen für Schutz und Unterhalt der Biotope von lokaler 
Bedeutung (Art. 19 Abs. 2 NSchG). Die Unterschutzstellung von 
schutzwürdigen Gebieten und Objekten von lokaler Bedeutung richtet sich 
nach den Vorschriften der Baugesetzgebung über den Erlass der 
baurechtlichen Grundordnung (Art. 41 Abs. 1 NSchG). Abgesehen von den 
unmittelbar bundesrechtlich geschützten Ufervegetationen (Art. 21 NHG), 
Mooren und Moorlandschaften (Art. 23a ff. NHG) sowie den von Gesetzes 
wegen geschützten Hecken und Feldgehölzen (Art. 27 NSchG; vgl. 
BVR 2002 S. 400 E. 2d) sind also Biotope nach bernischem Recht nicht 
unmittelbar von Gesetzes wegen geschützt, sondern nur aufgrund eines 
Vertrags oder eines kantonalen oder kommunalen Beschlusses. In 
Ausübung der durch Art. 20 Abs. 2 NHG eingeräumten kantonalen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.171U, 
Seite 25

Kompetenz ermächtigt sodann Art. 31 Abs. 2 NSchG den Regierungsrat, 
durch Verordnung die Pflanzen und Tiere zu bezeichnen, die zusätzlich zu 
den vom Bundesrecht genannten geschützt sind. Die gestützt darauf 
erlassene NSchV unterscheidet unbedingt geschützte Pflanzen gemäss 
Anhang 1.1, die vollständig geschützt sind (Art. 19), und bedingt geschützte 
Pflanzen gemäss Anhang 1.2 (Art. 20). Es ist untersagt, die unbedingt 
geschützten Pflanzen oder Teile davon zu pflücken, auszugraben, 
auszureissen oder auf andere Weise zu schädigen, mitzunehmen, zu 
versenden, feilzubieten, zu veräussern oder sich anzueignen (Art. 19 Abs. 2 
NSchV). Die bedingt geschützten Pflanzen dürfen weder ausgegraben noch 
ausgerissen oder geschädigt werden; sofern die Art am Standort und in der 
näheren Umgebung häufig ist, dürfen höchstens fünf Blütentriebe, fünf 
Fruchttriebe oder fünf Zweige sorgfältig gepflückt werden (Art. 20 NSchV). 
Ferner gelten gemäss Art. 25 NSchV die in Anhang 2 aufgeführten Tierarten 
als geschützt. Gemäss Art. 26 NSchV ist es verboten, geschützte Tiere 
absichtlich zu fangen, zu verletzen oder zu töten, ihre Eier, Larven, Puppen 
sowie ihre Nester zu beschädigen oder wegzunehmen, ihre Brutstätten oder 
bevorzugten Aufenthaltsorte zu stören oder zu beschädigen oder sie lebend 
oder tot mitzuführen, zu versenden, anzubieten, auszuführen, anderen zu 
überlassen, zu erwerben, in Gewahrsam zu nehmen oder bei solchen 
Handlungen mitzuwirken; dies gilt auch für die Eier, Larven, Puppen und 
Nester dieser Tiere. Die ANF kann für technische Eingriffe in Brutstätten oder 
bevorzugte Aufenthaltsorte Ausnahmebewilligungen erteilen, wenn die 
Eingriffe standortgebunden sind und einem überwiegenden Bedürfnis 
entsprechen. Die Verursacherin bzw. der Verursacher ist zu verpflichten, die 
erforderlichen Schutz-, Ersatz- oder Wiederherstellungsmassnahmen zu 
treffen (Art. 27 Abs. 2 NSchV).

6.5.5 Für die streitbetroffenen, nicht vertraglich unter Schutz gestellten 
Parzellen liegt weder ein kantonaler Schutzbeschluss noch eine kommunale 
Unterschutzstellung in der baurechtlichen Grundordnung vor. Es fragt sich 
daher, ob im Baubewilligungsverfahren eine solche Unterschutzstellung 
erfolgen kann. Diese Frage wird in der Literatur unterschiedlich beantwortet 
(Hinweise bei Karl-Ludwig Fahrländer, a.a.O., Art. 18 N. 25).

6.5.6 Die Rechtsprechung zu dieser Frage ist nicht widerspruchsfrei:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.171U, 
Seite 26

6.5.6.1 Nach der amtlich publizierten Rechtsprechung des Bundesgerichts 
ergeben sich die Bezeichnung als Biotop und die damit verbundenen 
Eigentumsbeschränkungen – anders als etwa in Bezug auf den Wald – nicht 
schon aus Bundesrecht (Art. 18 NHG), sondern erst aus dem 
entsprechenden kantonalen Recht (BGE 133 II 220 E. 2.3, 118 Ib 485 E. 3a, 
116 Ib 203 E. 4b und 5f-j [Pra 80/1991 Nr. 132]). Die Kantone sind zwar 
aufgrund von Bundesrecht verpflichtet, Biotope zu schützen 
(BGE 116 Ib 203 E. 5d). Aber wenn die Anliegen des Biotopschutzes in 
Konflikt treten mit einer geltenden Zonenplanung, müssen die Kantone 
zunächst die Biotope und die Schutzziele festlegen (BGE 116 Ib 203 E. 5e). 
Eine schwere Eigentumsbeschränkung, namentlich ein Verbot einer 
bestimmungsgemäss möglichen Nutzung bzw. ein Bauverbot, bedarf einer 
formellgesetzlichen Grundlage (Art. 36 Abs. 1 BV), die sich nicht schon aus 
Art. 18 NHG ergibt (BGE 133 II 220 E. 2.5, 118 Ib 485 E. 3c). Es gäbe eine 
grosse Rechtsunsicherheit, wenn direkt aufgrund der allgemeinen 
Schutzpflicht gemäss den Bestimmungen zum Biotopschutz die geltenden 
Zonenordnungen ihrer Substanz beraubt würden (BGE 116 Ib 203 E. 5i).

6.5.6.2 In BGE 118 Ib 485 ging es um einen Quartierplan. Das 
Bundesgericht führte aus, dass die Voraussetzungen von Art. 21 Abs. 2 
RPG erfüllt sein müssen, soweit die Unterschutzstellung von Biotopen die 
Änderung geltender Nutzungspläne erfordert (E. 3c). Alsdann prüfte es 
(E. 4), ob der Kanton für den Schutz des Quartierplangebiets als Biotop 
regionaler oder lokaler Bedeutung zu sorgen hat und bejahte dies, weil das 
Gebiet Lebensraum einer vom Aussterben bedrohten Tierart (Eisvogel) war. 
Der Regionalplan Landschaft, mit welchem der Quartierplan übereinstimmte, 
stammte aus einer Zeit vor dem Erlass der geänderten Bestimmungen von 
Art. 18 ff. NHG (E. 4c/aa). Weiter führte das Bundesgericht aus, die 
Anordnung einer Massnahme zum Schutz des fraglichen Brutbiotops des 
Eisvogels führe zumindest für einen Teil des Quartierplangebiets zu einer 
Einschränkung der nach dem geltenden Zonenplan (aus dem Jahr 1968) 
zulässigen baulichen Nutzung. Die Erhaltung eines Biotops von regionaler 
Bedeutung rechtfertige jedoch eine Einschränkung baulicher Möglichkeiten, 
zumal zum Schutz des Lebensraums des Eisvogels das Bauen nicht im 
ganzen Quartierplangebiet untersagt werden müsse (E. 5a). Das 
bedeutende öffentliche Interesse an der Erhaltung eines natürlichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.171U, 
Seite 27

Lebensraums der einheimischen Tierwelt überwiege das Interesse an einer 
uneingeschränkten baulichen Nutzung (E. 5b). Der Quartierplan verletze 
demnach Art. 18 und 18b NHG (E. 5c).

6.5.6.3 Im Urteil BGer 1A.173/2001 vom 26. April 2002 (ZBl 2003 S. 166), in 
dem es um eine Baubewilligung für eine Waldstrasse (ausserhalb der 
Bauzone) ging und somit schon aus waldrechtlichen Gründen eine 
Interessenabwägung im Einzelfall erforderlich war, erwog das 
Bundesgericht, die Abklärungen betreffend Schutzwürdigkeit dürften auch 
dann nicht unterbleiben, wenn das betreffende Gebiet keiner formellen 
Schutzzone zugewiesen sei. Die förmliche Bezeichnung sei nicht zwingende 
Voraussetzung für den Biotopschutz. Vielmehr sei im Planungs- oder 
Bewilligungsverfahren für einen «technischen Eingriff» abzuklären, ob ein 
schutzwürdiges Biotop vorliege (E. 4.3). Im Urteil BGer 1C_653/2019 vom 
15. Dezember 2020, in dem es um eine Baubewilligung in einer Bauzone 
ging, erwog das Bundesgericht unter Berufung auf das Urteil 
BGer 1A.173/2001 und ohne weitere Begründung, Art. 18b NHG sei direkt 
anwendbar. Art. 18 Abs. 1ter NHG verlange nicht, dass die Biotope formell 
bezeichnet worden seien; sie könnten auch erst im Stadium der 
Baubewilligung festgelegt werden (E. 3.6). Im Urteil BGer 1C_126/2020 vom 
15. Februar 2021 (URP 2021 S. 368) erwog das Bundesgericht sodann, im 
Rahmen der Nutzungsplanung sei der Existenz eines Biotops nicht 
Rechnung getragen worden; eine akzessorische Überprüfung des Plans sei 
daher zulässig (E. 5.2.1) und die Interessenabwägung könne im Rahmen der 
Baubewilligung vorgenommen werden (E. 6.2). Im Urteil BGer 1C_182/2022 
vom 20. Oktober 2023 erinnerte das Bundesgericht an die allgemeinen 
Voraussetzungen für die akzessorische Überprüfung einer Nutzungsplanung 
im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens (BGE 148 II 417 E. 3.2, 
144 II 41 E. 5.1) und bestätigte, dass auch die Entdeckung eines 
schutzwürdigen Biotops die Anpassung des Plans rechtfertigen könne 
(E. 4.1).

6.5.6.4  Das Verwaltungsgericht erwog mehrmals unter Berufung auf die 
bundesgerichtliche Praxis, Art. 18 NHG bewirke keinen unmittelbaren 
Schutz der Biotope (BVR 2002 S. 400 E. 2b/aa, 2006 S. 224 [VGE 21812 
vom 1.10.2004] nicht publ. E. 11.2; VGE 2018/263 vom 7.11.2019 E. 3.2). In 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.171U, 
Seite 28

VGE 21424 vom 20. Dezember 2002 (bestätigt durch BGer 1A_29/2003 
vom 9.7.2003), in dem es um eine Baubewilligung innerhalb einer Bauzone 
ging, prüfte (und verneinte) das Verwaltungsgericht auf entsprechende Rüge 
der Beschwerdeführer hin vorfrageweise, ob die Bauparzelle einen 
schutzwürdigen Lebensraum im Sinn von Art. 18 Abs. 1ter NHG darstellt 
(E. 5d), wobei es dort aber primär um die unmittelbar von Gesetzes wegen 
geschützten Hecken und Feldgehölze (Art. 27 f. NSchG) ging. In VGE 21929 
vom 29. Juni 2006 (bestätigt durch BGer 1A.185/2006, in URP 2007 S. 461), 
in dem es um ein Wegprojekt in einem im Bundesinventar der Landschaften 
und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) aufgenommenen 
Gebiet ging, erwog das Verwaltungsgericht (E. 7.3.3), zwar sei das Biotop 
(noch) nicht im Sinn einer grundeigentümerverbindlichen Vorkehr unter 
Schutz gestellt worden, doch müssten solche Gebiete nicht in jedem Fall 
durch einen behördlichen Akt als schützenswert bezeichnet werden, bevor 
ihnen der gesetzliche Schutz gewährt werden könne. Art. 18 NHG verschaffe 
zwar keinen kraft Bundesrechts rechtswirksamen Biotopschutz. Die 
grundeigentümerverbindliche Durchsetzung des Biotopschutzes im Sinn von 
Art. 18 Abs. 1 und 1bis NHG erfordere grundsätzlich eine den jeweiligen 
Lebensraum betreffende Anordnung der dafür zuständigen Behörde. Soweit 
diese jedoch noch nicht erfolgt, unterblieben oder ungenügend sei, könne 
die unzulässige Beeinträchtigung eines im Sinn von Art. 18 Abs. 1 und 1bis 
NHG schutzwürdigen Biotops auch in dem den Eingriff in den Lebensraum 
betreffenden Verfahren geltend gemacht werden. Analog erwog das 
Verwaltungsgericht in VGE 22500 vom 11. Juli 2007 E. 4.2 (URP 2008 
S. 265; Projekt ausserhalb der Bauzone) unter Berufung auf 
Literaturstimmen sowie die zitierten Urteile BGer 1A.173/2001 und 
VGE 21929, die förmliche Bezeichnung eines Lebensraums sei nicht 
zwingende Voraussetzung für den Biotopschutz. Auch ohne vorherige 
Bewertung und darauf abgestützte Bezeichnung seien technische Eingriffe 
in schutzwürdige Biotope nur unter den Voraussetzungen von Art. 18 
Abs. 1ter NHG zulässig. Im Planungs- oder Baubewilligungsverfahren für 
einen solchen Eingriff sei abzuklären, ob ein schutzwürdiges Biotop vorliege. 
In VGE 2021/245 vom 3. Mai 2022 erwog das Verwaltungsgericht (E. 7.5.2, 
unter Hinweis auf BGer 1C_653/2019 vom 15.12.2020 E. 3.6), für den 
Schutz von Biotopen sei nicht zwingend vorausgesetzt, dass diese in einem 
Richt- oder Nutzungsplan bezeichnet seien. Ausserhalb der Bauzone seien 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.171U, 
Seite 29

auch technische Eingriffe in nicht vorher bezeichnete schutzwürdige Biotope 
grundsätzlich nur nach einer Abwägung aller Interessen zulässig. In 
rechtskräftig ausgeschiedenen Bauzonen könne die Frage der 
Schutzwürdigkeit eines Biotops bei der Beurteilung konkreter Bauvorhaben 
Gegenstand des Bewilligungsverfahrens bilden. Wenn Abklärungen zur 
Schutzwürdigkeit eines allfälligen Biotops unterlassen worden seien, sei dies 
nachzuholen, selbst wenn die Nutzungsplanung bereits erfolgt sei. In 
VGE 2022/371 vom 10. Juni 2024 (noch nicht rechtskräftig) liess das 
Verwaltungsgericht die Frage offen, ob ein schützenswertes Biotop vorliege, 
da in jedem Fall ein technischer Eingriff in den Artenschutz (Art. 20 Abs. 1 
und Abs. 2 Bst. a NHG) vorliege (E. 3.2.5).

6.5.7 Insgesamt lässt sich die Rechtsprechung dahin zusammenfassen, 
dass die nicht einvernehmliche grundeigentümerverbindliche Durchsetzung 
des Biotopschutzes grundsätzlich eine entsprechende Anordnung der 
zuständigen Behörde benötigt. Wenn die Biotopqualität im Zeitpunkt der 
Nutzungsplanung bekannt war und dort eine entsprechende 
Interessenabwägung erfolgte, geht in der Bauzone die Nutzung als Bauland 
grundsätzlich vor (Nina Dajcar, a.a.O., Art. 18b N. 24; Thierry Largey, La 
protection des biotopes dans la zone à bâtir – Commentaire des arrêts du 
tribunal fédéral 1C_126/2020 du 15 février 2021 et 1C_653/2019 de 15 
décembre 2020, in URP 2021 S. 356 ff., 364 f.; VGE 2021/245 vom 3.5.2022 
E. 7.5.2). Auch in einer rechtskräftig festgelegten Bauzone kann aber 
nachträglich die Schutzwürdigkeit eines Biotops beurteilt werden, wenn die 
Frage im Rahmen der Nutzungsplanung nicht oder unzureichend geprüft 
wurde oder wenn bezüglich der Schutzwürdigkeit veränderte Verhältnisse 
vorliegen, die im Rahmen einer Interessenabwägung ein Abweichen vom 
Grundsatz der Planbeständigkeit zu rechtfertigen vermögen (Karl-Ludwig 
Fahrländer, a.a.O., Art. 18 N. 26), mithin wenn die allgemeinen 
Voraussetzungen für eine akzessorische Überprüfung der Nutzungsplanung 
vorliegen (BGE 148 II 417 E. 3, 144 II 41 E. 5; Nina Dajcar, a.a.O., Art. 18b 
N. 24; Thierry Largey, a.a.O., S. 363). Die Rechtsprechung gewichtet dabei 
das Interesse an einer zonengemässen Nutzung von Bauland hoch 
(BGE 116 Ib 203 E. 5g; BGer 1C_653/2019 vom 15.12.2020 E. 3.6.2; 
BVR 2004 S. 214 E. 4.3.2). Zudem entspricht das Anliegen einer Siedlungs-
entwicklung nach innen und einer Nutzung ungenügend genutzter Flächen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.171U, 
Seite 30

in Bauzonen auch einem gewichtigen raumplanerischen Interesse (Art. 1 
Abs. 2 Bst. abis und Art. 3 Abs. 3 Bst. abis RPG; BGE 147 II 125 E. 9.2). Die 
Interessenabwägung ist deshalb bei gleicher Biotopqualität nicht die gleiche 
innerhalb und ausserhalb der Bauzone; die technischen Eingriffe können in 
der Bauzone eher zugelassen werden (BGer 1C_182/2022 vom 20.10.2023, 
in URP 2024 S. 296 E. 11.1 und 11.3, 1C_126/2020 vom 15.2.2021, in 
URP 2021 S. 368 E. 6.1).

6.6 Im vorliegenden Fall stammt das Baureglement der EG Biel samt 
Nutzungszonenplan und Bauzonenplan vom 7. Juni 1998, also lange nach 
dem Inkrafttreten des NHG und des NSchG. Eine Änderung der rechtlichen 
Verhältnisse ist nicht eingetreten. Ob im Rahmen der Nutzungsplanung die 
umstrittenen Lebensräume bekannt waren und berücksichtigt wurden, ist 
nicht aktenkundig. Es kann aber dahin gestellt bleiben, ob eine 
akzessorische Überprüfung der Nutzungsplanung hier zulässig ist, da auch 
dann, wenn dies zu bejahen ist, die Interessenabwägung nicht zu einer 
Infragestellung der Nutzungsordnung führt. Aus dem gleichen Grund ist auch 
der von den Beschwerdeführenden beantragte Beizug früherer 
Nutzungspläne nicht rechtserheblich und kann unterbleiben; der 
entsprechende Beweisantrag wird abgewiesen (vgl. Beschwerde S. 15).

6.7 Zunächst ist zu prüfen, ob sich auf den Bauparzellen geschützte Tier- 
oder Pflanzenarten im Sinn von Art. 20 NHG befinden und ob es sich um ein 
schützenswertes Biotop im Sinn von Art. 18 NHG handelt.

6.7.1 Gemäss Gutachten des Umweltbüros (Akten Gemeinde 3C 
pag. 79 ff., S. 12) befinden sich auf den Baugrundstücken keine natürlich 
vorkommenden gefährdeten oder geschützten Pflanzenarten. Einzig unter 
den kultivierten Arten befinden sich fünf national und fünf regional geschützte 
oder auf der Roten Liste aufgeführte Pflanzen, die indessen dem Artenschutz 
nicht unterstehen (Art. 20 Abs. 1 i.V.m. Anhang 2 NHV im Umkehrschluss). 
Ferner wurden keine Spuren von Fledermauskolonien gefunden; der Garten 
dient Fledermäusen als Jagdgebiet (S. 9-11). Gemäss Art. 20 Abs. 2 Bst. a 
NHV ist es (u.a.) verboten, Nester oder Brutstätten der geschützten Tiere zu 
beschädigen oder zu zerstören. Der blosse Umstand, dass eine Parzelle von 
Fledermäusen als Jagdgebiet benutzt wird, stellt weder ein Nest noch eine 
Brutstätte im Sinn dieser Bestimmung dar. Ferner stellt das Gutachten 34 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.171U, 
Seite 31

Wildbienenarten fest, von denen drei auf der roten Liste als bedroht 
aufgeführt sind (S. 5, 7). Wildbienen gehören indessen nicht zu den nach 
Art. 20 Abs. 2 i.V.m. Anhang 3 NHV geschützten Tieren. Schliesslich brüten 
in den extra angebrachten Mauerseglerkästen mindestens zwei Paare 
Mauersegler, welche nach Art. 2 Bst. a und Art. 7 Abs. 1 JSG i.V.m. Art. 20 
Abs. 2 NHV ebenfalls geschützt sind, und es fanden sich tote Fadenmolche, 
die vermutlich vom Teich auf dem Nachbargrundstück stammen (S. 17 f.).

6.7.2 Nach Art. 14 Abs. 3 NHV werden Biotope als schützenswert 
bezeichnet aufgrund:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.171U, 
Seite 32

a. der insbesondere durch Kennarten charakterisierten 
Lebensraumtypen nach Anhang 1;

b. der geschützten Pflanzen- und Tierarten nach Artikel 20;

c. der nach der Fischereigesetzgebung gefährdeten Fische und 
Krebse;

d. der gefährdeten und seltenen Pflanzen- und Tierarten, die in den 
vom BAFU erlassenen oder anerkannten Roten Listen aufgeführt 
sind;

e. weiterer Kriterien, wie Mobilitätsansprüche der Arten oder 
Vernetzung ihrer Vorkommen.

Nach dem in E. 6.7.1 hiervor Ausgeführten befinden sich auf den 
Bauparzellen keine geschützten Pflanzen und an geschützten Tieren einzig 
Mauersegler. Zudem gibt es einen Lebensraumtyp, der wegen seiner 
ausgleichenden Wirkung als schutzwürdig im Sinn von Art. 18 Abs. 1bis NHG 
eingestuft wird, nämlich eine Talfettwiese (Arrhenatherion), die gemäss 
Gutachten (S. 13) auf der Roten Liste Lebensräume (2016) unter Code 4.5.1 
als verletzlich eingestuft werde. Somit sind zwei Kriterien gemäss Art. 14 
Abs. 3 NHV erfüllt. Damit ist aber noch nicht gesagt, dass es sich um ein 
schutzwürdiges Biotop von mindestens lokaler Bedeutung handelt (vgl. 
vorne E. 6.5.2). Der Amtsbericht der ANF geht davon aus, dass es sich um 
ein schützenswertes Biotop handelt, doch scheint er dies allein daraus zu 
schliessen, dass geschützte Arten vorkommen. Am Augenschein (Akten 
BVD pag. 117 ff.) führte die Vertreterin der ANF aus, bei der Wildbiene 
handle es sich um bewegliche und mobile Organismen. Auch Fledermäuse 
seien mobil, könnten sich auch in anderen Lebensräumen bewegen und 
seien nicht fest an diesen Standort gebunden (Protokoll S. 5). Die Diskussion 
am Augenschein konzentrierte sich in der Folge auf die Talfettwiese, 
während die übrigen Pflanzen und Bewüchse von der Vertreterin der ANF 
nicht als schutzwürdig betrachtet wurden (S. 5-9).

6.7.3 Die BVD geht davon aus, dass jedenfalls keine Lebensräume von 
regionaler Bedeutung vorliegen. Dies entspricht auch der Beurteilung der 
ANF (Amtsbericht vom 28.9.2020 Ziff. 1.2; Akten Gemeinde 3C pag. 122). 
Die Beschwerdeführenden bringen nichts vor, was dies in Frage stellen 
könnte. Mit dem Fachgutachten des Umweltbüros, den mehrmaligen 
Stellungahmen der ANF und dem im Beschwerdeverfahren durchgeführten 
Augenschein liegen hinreichende Grundlagen vor. Es gibt keine Hinweise 
auf eine überlokale Bedeutung, welche weitere Abklärungen als angebracht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.171U, 
Seite 33

erscheinen liessen. Somit liegt höchstens ein Biotop von lokaler Bedeutung 
vor.

6.8 Bei dieser Ausgangslage ist auch die von der 
Baubewilligungsbehörde und der BVD vorgenommene Interessenabwägung 
im Ergebnis nicht zu beanstanden.

6.8.1 Prozedural mag zutreffen – wie die Beschwerdeführenden vorbringen 
–, dass zunächst das Bauprojekt geplant wurde, ohne dass die 
Naturschutzaspekte einbezogen wurden. Es ist aber nicht zu beanstanden, 
dass die Projektierung einer Baute in einer Bauzone zunächst einmal von 
der baurechtlich zulässigen Dimensionierung ausgeht, denn grundsätzlich 
sind baurechtskonforme Bauvorhaben zu bewilligen, solange keine anderen 
Vorschriften entgegenstehen (Art. 2 BauG). Im Baubewilligungsverfahren 
wurde aber ein Fachgutachten eingereicht (vgl. vorne E. 6.1), welches 
zusammen mit den Stellungnahmen der ANF eine rechtsgenügliche 
Beurteilung erlaubt.

6.8.2 Auch in der Sache ist die Interessenabwägung nicht rechtsfehlerhaft. 
Für die Bewertung des Biotops in der Interessenabwägung sind gemäss 
Art. 14 Abs. 6 NHV neben seiner Schutzwürdigkeit insbesondere seine 
Bedeutung für die geschützten, gefährdeten und seltenen Pflanzen- und 
Tierarten (Bst. a), seine ausgleichende Funktion für den Naturhaushalt 
(Bst. b), seine Bedeutung für die Vernetzung schützenswerter Biotope 
(Bst. c), seine biologische Eigenart oder sein typischer Charakter (Bst. d) 
massgebend. Sodann kann auch im Rahmen der Interessenabwägung 
bereits berücksichtigt werden, wie der Endzustand nach Treffen der Ersatz- 
und Wiederherstellungsmassnahmen aussehen wird (BGer 1C_126/2020 
vom 15.2.2021 E. 6.1, 1C_294/2017 vom 4.5.2018 E. 5.6.2; VGE 2020/224 
vom 7.9.2022 E. 12.4, 2022/371 vom 10.6.2024 E. 3.3.3 [noch nicht 
rechtskräftig]). Im Licht dieser Kriterien ist das Schutzinteresse als nicht sehr 
gross zu bezeichnen: Die Fledermäuse und Wildbienen als mobile Arten 
werden durch den projektierten Neubau nicht wesentlich tangiert, zumal 
angesichts der Ersatzmassnahmen (hinten E. 6.9). Auch die Brutgebiete der 
Mauersegler sind grundsätzlich nicht beschränkt; zudem sind die 
Mauersegler zwar geschützt, aber nicht gefährdet (VGE 2022/371 vom 
10.6.2024 E. 3.3.3 [noch nicht rechtskräftig]). Die Einzelbäume sind 

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jedenfalls nicht generell als schutzwürdige Biotope einzustufen und bleiben 
entweder erhalten oder werden durch andere Bäume ersetzt. Bezüglich der 
Steinpflastertrittflur halten die Vertreterin der ANF am Augenschein 
(Protokoll S. 5) und die Erläuterungen zur Naturschutzbilanz fest, dass sich 
im Endzustand die typischen Pflanzen von allein einstellen. Das 
Schutzinteresse konzentriert sich auf die Talfettwiese. Fettwiesen sind nicht 
automatisch besonders schutzwürdig (vgl. BGer 1C_164/2012 vom 
30.1.2013 E. 6.2). Sie ist als solche nicht geschützt und enthält auch keine 
geschützten Pflanzen. Sie wird zwar als verletzlich beschrieben, aber nicht 
als gefährdet. Von den Kriterien nach Bst. b-d von Art. 14 Abs. 6 NHV wird 
keines geltend gemacht. Umgekehrt besteht, wie dargelegt (vorne E. 6.5.7), 
in der Bauzone ein erhebliches öffentliches und privates Interesse an einer 
zonenkonformen Überbauung. Ein vollständiges Verbot einer Überbauung 
käme höchstens in ausgesprochenen Ausnahmefällen in Frage. Sogar beim 
selten vorkommenden Eisvogel hat das Bundesgericht wesentlich darauf 
abgestellt, dass der Schutz nicht für das ganze Plangebiet zu einem 
Bauverbot führt (BGE 118 Ib 485 E. 5 und 6). Insoweit kann die Baute 
grundsätzlich als standortgebunden im Sinn von Art. 14 Abs. 6 und Art. 20 
Abs. 3 Bst. b NHV betrachtet werden. Eine Verkleinerung des Bauprojekts 
wäre zwar technisch möglich. In Bezug auf die Fledermäuse, Wildbienen und 
Fadenmolche würde sich dadurch jedoch nichts Wesentliches ändern. Einzig 
die Talfettwiese könnte in einem grösseren Umfang erhalten bleiben, wenn 
das Bauprojekt verkleinert würde. Eine derart weitgehende Einschränkung 
wäre aber unverhältnismässig.

6.9 Schliesslich sind auch die angeordneten Massnahmen nicht 
ungenügend. Gemäss den angeordneten Auflagen ist der Dachbalken, der 
von der Wildbienenart Xylocopa valga bewohnt wird, zu sichern und in die 
geplanten Ersatzmassnahmen zu integrieren. Es ist fraglich, ob unter diesen 
Umständen überhaupt noch von einem Eingriff in den Lebensraum 
auszugehen ist. Die Kritik der Beschwerdeführenden fokussiert auf die 
Talfettwiese. In den Erläuterungen zur Naturschutzbilanz ist die Fläche der 
Talfettwiese im Ausgangs- und im Endzustand etwa gleich gross (Akten BVD 
3A1 Beilage 3 zur Eingabe vom 12.9.2022). Geht man mit den 
Beschwerdeführenden davon aus, dass zusätzlich auch die südöstlich des 
bestehenden Gebäudes liegende Wiese eine Talfettwiese ist, wäre diese 

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wohl etwas grösser als im Endzustand. Die Ersatzmassnahmen (Art. 18 
Abs. 1ter NHG, Art. 14 Abs. 7 bzw. Art. 20 Abs. 3 Bst. b NHV) sind jedoch 
nicht so zu verstehen, dass sie in jedem Fall quantitativ gleichbedeutend sein 
müssen wie die aufgehobenen, wäre doch sonst in vielen Fällen die 
Anordnung von Ersatzmassnahmen gleichbedeutend mit einem Verbot des 
Vorhabens. Entscheidend ist, dass die ökologische Bilanz ebenbürtig ist 
(Karl-Ludwig Fahrländer, a.a.O., Art. 18 N. 38). Die Vertreterin der ANF hat 
denn auch am Augenschein ausgeführt, die Talfettwiese müsse wieder 
hergestellt werden, die Wiederherstellung beziehe sich aber nicht auf die 
Fläche, sondern auf die Gleichartigkeit der Lebensräume (Protokoll S. 6). 
Die im Anschluss an den Augenschein erstellte Bilanz des Umweltbüros 
kommt im Ausgangszustand zu einem Gesamtwert von 3ʹ470 Punkten, im 
Endzustand zu 4ʹ400 Punkten, was insgesamt eine deutliche Verbesserung 
darstellt (Akten BVD 3A1 Beilage 3 zur Eingabe vom 12.9.2022). Auch wenn 
eine gewisse Fläche im Ausgangszustand nicht berücksichtigt wäre oder 
wenn mit den Beschwerdeführenden davon ausgegangen wird, dass die im 
Endzustand vorgesehene Lage nördlich des Gebäudes qualitativ nicht völlig 
gleichwertig ist wie diejenige südlich oder westlich, wäre eine genügend 
grosse Reserve vorhanden. Schliesslich wurde im Beschwerdeverfahren die 
Bilanz samt aktualisiertem Umgebungsplan der ANF zugestellt zur 
Stellungnahme (Akten BVD pag. 170), worauf diese auf eine weitere 
Stellungnahme verzichtete. Angesichts des bisherigen Verlaufs des 
Verfahrens kann ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass sich die 
ANF geäussert hätte, wenn der aktualisierte Plan nicht ihren Vorstellungen 
entsprochen hätte. In antizipierter Beweiswürdigung kann auf die von den 
Beschwerdeführenden beantragte Einholung eines erneuten Amtsberichts 
verzichtet werden; der Beweisantrag wird abgewiesen (vgl. Beschwerde 
S. 17; zur antizipierten Beweiswürdigung statt vieler BVR 2021 S. 239 
E. 5.6).

6.10 Insgesamt stehen auch die Bestimmungen über den Biotop- und 
Artenschutz der Bewilligung nicht entgegen.

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7.

7.1 Die Beschwerde erweist sich damit als unbegründet. Bei diesem 
Prozessausgang tragen die Beschwerdeführenden für das Verfahren vor 
dem Verwaltungsgericht unter solidarischer Haftbarkeit die 
Verfahrenskosten und haben der Beschwerdegegnerin 1 die Parteikosten zu 
ersetzen (Art. 108 Abs. 1 und 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 und Art. 106 VRPG). 
Seitens der Gemeinde sind keine ersatzfähigen Parteikosten angefallen (vgl. 
Art. 104 Abs. 1 und 4 VRPG).

7.2 Gemäss Art. 41 Abs. 1 des Kantonalen Anwaltsgesetzes vom 
28. März 2006 (KAG; BSG 168.11) i.V.m. Art. 11 Abs. 1 der Verordnung vom 
17. Mai 2006 über die Bemessung des Parteikostenersatzes 
(Parteikostenverordnung, PKV; BSG 168.811) beträgt das Honorar in 
Beschwerdeverfahren Fr. 400.-- bis 11'800.-- pro Instanz. Innerhalb dieses 
Rahmentarifs bemisst sich der Parteikostenersatz nach dem in der Sache 
gebotenen Zeitaufwand, der Bedeutung der Streitsache und der 
Schwierigkeit des Prozesses (Art. 41 Abs. 3 KAG). Der Rechtsvertreter der 
Beschwerdegegnerin 1 macht mit Kostennote vom 28. Januar 2025 für das 
verwaltungsgerichtliche Verfahren ein Honorar von Fr. 10'020.-- (zuzüglich 
Auslagen und MWSt) geltend (act. 14). Dies erscheint mit Blick auf die 
obgenannten Kriterien überhöht: Die Schwierigkeit der Streitigkeit ist als 
leicht überdurchschnittlich und der gebotene Zeitaufwand als 
durchschnittlich zu bezeichnen. Das Gleiche gilt für die Bedeutung der 
Streitsache. Der Rechtsvertreter war zudem bereits aus dem 
vorinstanzlichen Verfahren mit der Sache vertraut und es fand nur ein 
einfacher Schriftenwechsel statt. Die Bedeutung ist ebenfalls 
durchschnittlich. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände erscheint 
ein Honorar von Fr. 5'000.-- (inkl. Auslagen und MWSt) angemessen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

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2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3'500.--, werden den Beschwerdeführenden 
auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 
entnommen.

3. Die Beschwerdeführenden haben der Beschwerdegegnerin 1 für das 
Verfahren vor dem Verwaltungsgericht die Parteikosten, festgesetzt auf 
Fr. 5'000.-- (inkl. Auslagen und MWSt), zu ersetzen.

4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführende 
- Beschwerdegegnerin 1
- Beschwerdegegnerin 2
- Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern
- Bundesamt für Umwelt

und mitzuteilen:
- Amt für Landwirtschaft und Natur, Abteilung Naturförderung

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 

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Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.