# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8ff15446-42ee-52a9-b0ed-eabed035011e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.11.2010 C-6018/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6018-2008_2010-11-25.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-6018/2008/frj/fas
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 5 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Richter Johannes Frölicher (Vorsitz), Richter Vito Valenti, 
Richter Michael Peterli, 
Gerichtsschreiberin Susanne Fankhauser.

A._______ Bautreuhand GmbH,
vormals: A._______ Bauakkord GmbH,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Jürg Gasche Bühler, 
Beschwerdeführerin,

gegen

Suva,
Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 
6002 Luzern,
Vorinstanz.

Arbeitssicherheit, Prämienerhöhung 
(Einspracheentscheid vom 20. August 2008).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-6018/2008

Sachverhalt:

A.
Am 10. Juli 1995 wurde im Handelsregister des Kantons Thurgau die 
A._______  Bauakkorde  GmbH  mit  Sitz  in  Z._______  eingetragen 
(Firmennummer CH-_______). Die Gesellschaft bezweckte das Erbrin-
gen von Dienstleistungen im Bereich Bauakkorde und den Handel mit 
Produkten aus  dem Baubereich  (Akt. 1  Beilage  [B]  1). Im Mai  2009 
änderte sie die Firma in „A._______ Bauakkord GmbH“ und verlegte 
den Sitz nach Y._______. Am 27. Oktober 2009 wurden die Firma und 
der  Zweck  geändert;  die  Gesellschaft  firmiert  neu  mit  „A._______ 
Bautreuhand  GmbH“  und  bezweckt  das  Erbringen  von  Dienstleis-
tungen im Bereich Vermittlung & Begleitung von Bauaufträgen aller Art 
(Akt. 20 f.). Ebenfalls am 27. Oktober 2009 wurde im Handelsregister 
des  Kantons  Thurgau  eine  (neue)  Gesellschaft  mit  der  Firma 
„A._______  Bauakkord  GmbH“  mit  Sitz  in  Y._______  eingetragen 
(Firmennummer  CH-_______).  Diese  bezweckt  das  Erbringen  von 
Dienstleistungen im Bereich Bauakkord und den Handel mit Produkten 
aus  dem  Baubereich  (Akt. 22 f.).  Allein-Gesellschafter  und 
Geschäftsführer ist bei beiden GmbH X._______ A._______. 

A.a Am  26. Februar  2008  führte  die  Suva  auf  einer  Baustelle  in 
C._______ eine Kontrolle durch und stellte fest, dass Mitarbeiter der 
(damaligen) A._______ Bauakkorde GmbH (im Folgenden: A._______ 
GmbH)  Arbeiten  (Fassadenmauerwerk  und  Deckenschalung)  ohne 
Absturzsicherungen  ausführten  und  keinen  Schutzhelm  trugen.  Mit 
Datum  vom  11. März  2008  erliess  die  Suva  eine  Ermahnung,  in 
welcher  dem  Betrieb  bei  erneuter  Zuwiderhandlung  gegen 
Arbeitssicherheitsvorschriften eine Prämienerhöhung angedroht wurde 
(Akt. 9 B 13). 

A.b Bei  einer  Baustellenkontrolle  am  12. Juni  2008  in  Y._______ 
stellte die Suva erneut fest, dass ein Mitarbeiter der A._______ GmbH 
Schalungsarbeiten auf ca. 5 m Höhe ohne Fassadengerüst ausführte. 
Mit  Verfügung  vom 15. Juli  2008  wurde  der  Betrieb  rückwirkend auf 
den  1. Januar  2008  für  die  Dauer  von  einem  Jahr  in  eine  um vier 
Stufen höhere Prämienstufe eingereiht (Akt. 9 B 14). Der Prämiensatz 
erhöhte sich dadurch von 4.08 % (Stufe 110) auf 4.96 % (Stufe 114).

A.c Die  A._______  GmbH  erhob  mit  Datum  vom  4. August  2008 
Einsprache  und  beantragte  die  Aufhebung  der  Prämienerhöhung 

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(Akt. 9  B 15).  Zur  Begründung  führte  sie  im  Wesentlichen  aus,  ihre 
Auftraggeberin – die B._______ GmbH – habe ihr zugesichert,  dass 
bei  Einsatzbeginn am 11. Juni  2008 ein Fassadengerüst  erstellt  sei. 
Zudem habe  sie  ihren  Mitarbeiter  angewiesen,  zunächst  die  Decke 
über  dem  Erdgeschoss  auszuschalen,  falls  bei  Einsatzbeginn  das 
Fassadengerüst  noch  nicht  erstellt  sei.  Der  Mitarbeiter  habe  sich 
jedoch  nicht  an  diese  Anweisung  gehalten,  sondern  sei  den 
Anweisungen  der  B._______  GmbH gefolgt,  die  Deckenschalung  im 
1. Obergeschoss  zu  erstellen.  Bei  einem  so  kurzen  Arbeitseinsatz 
(zwei  Tage  für  einen  einzelnen  Mitarbeiter)  müsse  sie  sich  darauf 
verlassen  können,  dass  die  zugesicherten  Schutzvorrichtungen 
tatsächlich  vorhanden  seien.  Es  sei  ihr  nicht  möglich,  täglich  hinter 
jedem Mitarbeiter  zu  stehen,  um die  Einhaltung  der  Vorschriften  zu 
kontrollieren.  Zudem  habe  die  Geschäftsleitung  vom  fehlenden 
Fassadengerüst keine Kenntnis gehabt. 

A.d Mit Einspracheentscheid vom 20. August 2008 wies die Suva die 
Einsprache ab (Akt. 9 B 17). 

B.
Die  A._______  GmbH  liess,  vertreten  durch  Rechtsanwalt  Jürg 
Gasche  Bühler,  am  19. September  2008  Beschwerde  beim 
Bundesverwaltungsgericht  erheben  und  –  unter  Kosten  und 
Entschädigungsfolge – die Aufhebung des angefochtenen Entscheids 
beantragen (Akt. 1). In  formeller  Hinsicht  wurde eine Verletzung des 
Anspruchs auf rechtliches Gehör gerügt, weil die Beschwerdeführerin 
zum Ergebnis der Baustelleninspektion nicht vor Erlass der Verfügung 
habe  Stellung  nehmen  können.  Zum  Materiellen  brachte  sie  im 
Wesentlichen  vor,  der  Entscheid  beruhe  auf  einer  unzureichenden 
Sachverhaltsabklärung  sowie  einer  unrichtigen Auslegung von Art.  3 
der  Verordnung  vom  29. Juni  2005  über  die  Sicherheit  und  den 
Gesundheitsschutz  der  Arbeitnehmerinnen  und  Arbeitnehmer  bei 
Bauarbeiten  (Bauarbeitenverordnung  [BauAV],  SR 832.311.141). Die 
verfügte  Prämienerhöhung  von  Fr. 15'000.-  pro  Jahr  sei  zudem 
unverhältnismässig. 

C.
Der  mit  Zwischenverfügung  vom 26. September  2008  auf  Fr. 1'000.- 
festgesetzte Kostenvorschuss (Akt. 2) ging am 6. Oktober 2008 bei der 
Gerichtskasse ein (Akt. 4).

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D.
In ihrer Vernehmlassung vom 9. Januar 2009 beantragte die Suva die 
Abweisung  der  Beschwerde  (Akt. 9).  Entgegen  der  Darstellung  der 
Beschwerdeführerin habe vor Erlass der Verfügung eine (mündliche) 
Anhörung  stattgefunden.  Die  verfügte  Prämienerhöhung  entspreche 
den gesetzlichen Vorgaben und dem Ablauf gemäss Leitfaden für das 
Durchführungsverfahren in der Arbeitssicherheit der Eidgenössischen 
Koordinationskommission für die Arbeitssicherheit (EKAS-Leitfaden).

E.
Mit Replik vom 27. Februar und Duplik vom 27. April 2009 hielten die 
Parteien an ihren Anträgen fest (Akt. 16 und 18).

F.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten 
wird,  soweit  für  die  Entscheidfindung  erforderlich,  im  Rahmen  der 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes 
vom 20. Dezember  1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 
172.021),  sofern  keine  Ausnahme  nach  Art. 32  VGG  vorliegt.  Als 
Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden. Die Suva 
ist eine Vorinstanz im Sinne von Art. 33 Bst. e VGG. Nach Art. 109 des 
Bundesgesetzes  vom  20. März  1981  über  die  Unfallversicherung 
(UVG, SR 832.20) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer-
den gegen Einspracheentscheide über die Zuteilung der Betriebe und 
der Versicherten zu den Klassen und Stufen der Prämientarife (Bst.  b) 
und Anordnungen zur Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten 
(Bst. c).

1.2 Angefochten ist  ein Einspracheentscheid der Suva,  mit  welchem 
die Einsprache gegen die in Anwendung von Art. 92 Abs. 3 UVG und 
Art. 66  der  Verordnung vom 19. Dezember  1983 über  die  Verhütung 
von Unfällen  und  Berufskrankheiten  (Verordnung  über  die  Unfallver-

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hütung,  VUV,  SR  832.30)  verfügte  Höhereinreihung  im  Prämientarif 
abgewiesen wurde. Bei einer solchen Höhereinreihung handelt es sich 
um  eine  Massnahme  der  Unfallverhütung  (BGE  116  V  255  E. 2), 
welche gemäss Art. 109 Bst. c UVG im Beschwerdefall  vom Bundes-
verwaltungsgericht zu überprüfen ist (Urteil  BVGer C-4640/2007 vom 
9. März 2009 E. 1.2 mit Hinweis).

2.
Das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  richtet  sich  nach 
dem  Verwaltungsverfahrensgesetz,  soweit  das  Verwaltungsgerichts-
gesetz  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG).  Vorbehalten  bleiben 
gemäss  Art. 3  Bst. dbis VwVG  die  besonderen  Bestimmungen  des 
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG, SR 830.1).

2.1 Beschwerdeführerin ist die A._______ Bautreuhand GmbH, die im 
Zeitpunkt  der  Beschwerdeerhebung  (am  4. August  2008)  noch  mit 
A._______  Bauakkord  GmbH  firmierte,  und  nicht  die  erst  am 
27. Oktober 2009 neu im Handelsregister eingetragene (gleichnamige) 
A._______  Bauakkord  GmbH  (vgl.  Sachverhalt  Bst. A).  Die 
Beschwerdeführerin  hat  diese  –  während  der  Rechtshängigkeit  des 
von  ihr  eingeleiteten  Beschwerdeverfahrens  eingetretenen  – 
Änderungen  dem  Gericht  nicht  mitgeteilt,  wozu  sie  aufgrund  ihrer 
prozessualen Pflichten (vgl. Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG) und nach Treu 
und Glauben verpflichtet gewesen wäre. Dies gilt umso mehr als eine 
andere  Gesellschaft  mit  der  früheren  Firma  der  Beschwerdeführerin 
an der gleichen Adresse existiert. 

2.2 Als  Adressatin  des  Einspracheentscheides  hat  die  Beschwerde-
führerin  ein  schützenswertes  Interesse  an  dessen  Aufhebung  oder 
Abänderung  (vgl.  Art. 59  ATSG).  Auf  die  frist-  und  formgerecht 
eingereichte Beschwerde (vgl. Art. 38 ff. und Art. 60 ATSG, Art. 49 ff. 
VwVG)  ist,  nachdem auch  der  Kostenvorschuss  rechtzeitig  geleistet 
wurde, einzutreten.

2.3 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerde-
verfahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Miss-
brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder 
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie 
die Unangemessenheit des Entscheids beanstanden (Art. 49 VwVG).

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3.
In formeller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung des 
Anspruchs  auf  rechtliches  Gehör  (Art. 29  Abs. 2  der  Bundesver-
fassung der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 18. April  1999 
[BV, SR 101],  Art. 42 ATSG),  weil  sie vor Erlass der Verfügung vom 
15. Juli  2008,  mit  welcher  die  Prämienerhöhung  angeordnet  wurde, 
nicht angehört worden sei.

3.1 Der  verfassungsmässige  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  dient 
einerseits der Sachverhaltsaufklärung und stellt andererseits zugleich 
ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht  der Parteien dar. Der 
Anspruch umfasst  insbesondere deren Recht,  sich vor Erlass des in 
ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, 
erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit 
erheblichen Beweisanträgen gehört  zu werden und an der Erhebung 
wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum 
Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid 
zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1 mit Hinweisen).

3.2 Der  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  ist  formeller  Natur. Dessen 
Verletzung  führt  grundsätzlich  ungeachtet  der  Erfolgsaussichten  der 
Beschwerde  in  der  Sache  selbst  zur  Aufhebung  der  angefochtenen 
Verfügung (BGE 132 V 387 E. 5.1, BGE 127 V 431 E. 3d/aa). Nach der 
Rechtsprechung  kann  eine  –  nicht  besonders  schwerwiegende  – 
Verletzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, 
wenn  die  betroffene  Person  die  Möglichkeit  erhält,  sich  vor  einer 
Beschwerdeinstanz zu äussern,  die sowohl  den Sachverhalt  wie  die 
Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E.  3d/aa). Von einer 
Rückweisung der Sache an die Verwaltung ist selbst bei einer schwer-
wiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzusehen, wenn 
und  soweit  die  Rückweisung  zu  einem formalistischen  Leerlauf  und 
damit  zu  unnötigen  Verzögerungen  führen  würde,  die  mit  dem (der 
Anhörung gleichgestellten)  Interesse der  betroffenen Partei  an einer 
beförderlichen  Beurteilung  der  Sache  nicht  zu  vereinbaren  wären 
(BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweis, vgl. auch BGE 133 I 201 E. 2.2, 
BGE 136 V 117 E. 4.2.2.2).

3.3 Die Vorinstanz behauptet,  es habe eine mündliche (telefonische) 
Anhörung  stattgefunden,  und  bietet  als  Beweis  eine  Befragung  des 
zuständigen Suva-Mitarbeiters als Zeuge an. 

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3.3.1 Da die Suva zu einer systematischen Aktenführung verpflichtet 
ist,  erübrigen  sich  solche  Beweismassnahmen.  Die  Aktenführungs-
pflicht der Verwaltungsbehörden ergibt sich aus dem Untersuchungs-
grundsatz  (PATRICK L.  KRAUSKOPF/KATRIN EMMENEGGER,  Praxiskommentar 
VwVG,  Art. 12  N. 42)  und  ist  zugleich  Voraussetzung  für  die  Wahr-
nehmung  der  aus  dem Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  fliessenden 
Garantie  des  Akteneinsichtsrechts  (UELI KIESER,  ATSG-Kommentar, 
2. Aufl.,  Zürich  2009,  Art. 46  N. 2,  BERNHARD WALDMANN/MAGNUS 
OESCHGER,  Praxiskommentar  VwVG,  Art. 26  N. 34).  Art. 46  ATSG 
verpflichtet  die  Versicherungsträger,  für  jedes  Sozialversicherungs-
verfahren alle Unterlagen, die massgeblich sein können, systematisch 
zu erfassen (vgl. auch Urteil BVGer C-3132/2008 vom 17. August 2010 
E. 4.1.1).

3.3.2 Eine  Anhörung  der  Beschwerdeführerin  vor  Erlass  der  Verfü-
gung ist in den Akten nicht dokumentiert, weshalb davon auszugehen 
ist, dass das rechtliche Gehör nicht gewährt wurde (vgl. auch nachfol-
gende E. 3.4).

3.4 Das  Vorgehen  der  Suva  entspricht  zudem  nicht  dem  EKAS-
Leitfaden. Dieser soll – wie eine Verwaltungsverordnung – eine einheit-
liche,  gleichmässige  und  sachrichtige  Praxis  des  Gesetzesvollzugs 
sicherstellen und ist daher für die Durchführungsorgane grundsätzlich 
verbindlich (vgl. Urteil BVGer C-1454/2008 vom 8. Juni 2010 E. 2.5.1).

Laut  dem  EKAS-Leitfaden  hat  das  Durchführungsorgan  (das  die 
Anwendung der Arbeitssicherheitsvorschriften kontrolliert) den Arbeit -
geber – zumindest mündlich – anzuhören, bevor es eine Prämiener-
höhung  gemäss  Art. 66  VUV  verfügt  (EKAS-Leitfaden  S. 30  f.  und 
S. 19,  vgl.  auch  S. 87 f.  [Musterdokumente]).  Bei  einer  mündlichen 
Anhörung  ist  ein  Protokoll  zu  erstellen  (EKAS-Leitfaden  S. 19,  vgl. 
auch Art. 43 Abs. 1 Satz 2 ATSG). 

3.5 Nach Art. 42 ATSG haben die Parteien Anspruch auf  rechtliches 
Gehör. Sie müssen nicht angehört werden vor Verfügungen, die durch 
Einsprache  anfechtbar  sind  (vgl.  auch  Art. 30  Abs. 2  Bst. b  VwVG). 
Nach  der  gesetzlichen  Ordnung  ist  es  demnach  zulässig,  die 
Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs  ins  Einspracheverfahren  zu 
verschieben (vgl. BGE 132 V 368 E. 4, BGE 136 V 113 E. 5.3). 

3.6 Dass sich die Suva im vorliegenden Fall nicht an die Vorgaben im 
EKAS-Leitfaden  gehalten hat,  ist  zwar  zu  beanstanden. Eine Verlet-

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zung des verfassungsmässigen Anspruchs auf rechtliches Gehör liegt 
jedoch nicht vor, da die Beschwerdeführerin Gelegenheit hatte, sich im 
Einspracheverfahren  zu äussern. Im Übrigen wären vorliegend auch 
die  Voraussetzungen  für  eine  Heilung  des  Mangels  erfüllt.  Zudem 
käme eine Rückweisung einem formalistischen Leerlauf  gleich,  wes-
halb  selbst  bei  Annahme  einer  schwerwiegenden  Gehörsverletzung 
von einer Rückweisung an die Vorinstanz abzusehen wäre.  

4.
In materieller Hinsicht streitig ist  die per 1. Januar 2008 rückwirkend 
verfügte höhere Prämienstufe im Prämientarif für die Berufsunfallver-
sicherung (BUV) der Suva. 

4.1 Nach Art. 92 Abs. 3 UVG können die Betriebe bei  Zuwiderhand-
lung gegen Vorschriften über die Verhütung von Unfällen und Berufs-
krankheiten  jederzeit  und  auch  rückwirkend  in  eine  höhere  Gefah-
renstufe versetzt werden. Diese Höhereinreihung richtet sich nach den 
Bestimmungen der VUV, wobei der betroffene Betrieb in der Regel in 
eine  Stufe  mit  einem  um  mindestens  20 %  höheren  Prämiensatz 
versetzt werden soll. Ist dies innerhalb des Tarifs nicht möglich, so wird 
der  Prämiensatz  der  höchsten  Stufe  der  betreffenden  Klasse 
entsprechend erhöht (Art. 113 Abs. 2  der Verordnung über die Unfall-
versicherung  vom 20. Dezember  1982  [UVV, SR 832.202]). Gemäss 
Art. 66 Abs. 1 VUV kann ein Betrieb in eine höhere Stufe des Prämien-
tarifs  versetzt  werden,  sofern  der  Arbeitgeber  einer  vollstreckbaren 
Verfügung keine Folge leistet oder auf andere Weise Vorschriften über 
die Arbeitssicherheit zuwider handelt. In dringenden Fällen werden die 
erforderlichen  Zwangsmassnahmen  (gemäss  Art. 67  VUV)  getroffen. 
Die Prämienerhöhung, die nach Art. 113 Abs. 2 UVV festzusetzen ist, 
wird  unter  Angabe  von Beginn  und Dauer,  vom zuständigen  Durch-
führungsorgan  angeordnet.  Sie  muss  vom  Versicherer  unverzüglich 
verfügt  werden,  wobei  das  Durchführungsorgan  eine  Kopie  dieser 
Verfügung erhält (Art. 66 Abs. 2 VUV).

4.2 Bei der Überprüfung einer Verfügung nach Art. 92 Abs. 3 UVG ist 
in  einem ersten Schritt  zu  beurteilen,  ob  eine Missachtung der  Vor-
schriften über die Unfallverhütung vorliegt. Ist dies zu bejahen, muss 
weiter  geprüft  werden,  ob  die  verfügte  Prämienerhöhung  in  recht-
mässiger Anwendung der massgeblichen Bestimmungen ergangen ist.

5.

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5.1 Gemäss Art. 82  Abs. 1 UVG ist  der  Arbeitgeber  verpflichtet,  zur 
Verhütung  von  Berufsunfällen  und  Berufskrankheiten  alle  Massnah-
men zu treffen,  die nach der Erfahrung notwendig,  nach dem Stand 
der Technik anwendbar und den gegebenen Verhältnissen angemes-
sen sind. Gestützt  auf  Art. 83 Abs. 1 UVG hat  der  Bundesrat  neben 
der  VUV  weitere  Verordnungen  erlassen,  in  welchen  die  Anforde-
rungen an die Arbeitssicherheit für bestimmte Tätigkeiten konkretisiert 
werden.  Dazu  gehört  namentlich  die  Bauarbeitenverordnung  vom 
29. Juni  2005 (BauAV),  welche am 1. Januar  2006 die  gleichnamige 
Verordnung  vom 29. März  2000  (altBauAV, AS  2000  1403)  abgelöst 
hat.

5.2 Der 4. Abschnitt im 2. Kapitel  der BauAV trägt den Titel Absturz-
sicherungen.  Art. 15  und  Art. 16  regeln  den  Seitenschutz,  Art. 18 
BauAV die  Gerüste. Wird  bei  Hochbauarbeiten die  Absturzhöhe  von 
3 m  überschritten,  so  ist  ein  Fassadengerüst  zu  erstellen  (Art. 18 
Satz 1 BauAV). Ist  das Anbringen eines Seitenschutzes nach Art.  16 
oder  eines  Gerüstes  nach  Art. 18  technisch  nicht  möglich  oder  zu 
gefährlich,  sind  Fanggerüste,  Schutznetze  oder  Seilsicherungen  zu 
verwenden oder gleichwertige Schutzmassnahmen zu treffen (Art.  19 
BauAV).  Die  Anforderungen  an  die  einzelnen  Gerüste  sind  im 
4. Kapitel (Art. 37 ff. BauAV) enthalten.

5.3 Bei der Baustellenkontrolle vom 12. Juni 2008 in Y._______ stellte 
die Suva fest, dass ein Mitarbeiter der Beschwerdeführerin Schalungs-
arbeiten auf einer Höhe von ca. 5 m ausführte obwohl kein Fassaden-
gerüst  (oder  eine  andere  Absturzsicherung)  vorhanden  war  (Akt. 9 
B 14). 

5.3.1 In  ihrer  Einsprache  machte  die  Beschwerdeführerin  insbeson-
dere geltend, ihr Auftraggeber habe ihr zugesichert, dass bei Beginn 
der Schalungsarbeiten ein Fassadengerüst erstellt  sei. Als der Mitar-
beiter am 11. Juni 2008 wie vereinbart auf der Baustelle eingetroffen 
sei, habe er feststellen müssen, dass kein Fassadengerüst vorhanden 
sei. Deshalb habe er – entsprechend den Anweisungen der Beschwer-
deführerin  –  zunächst  mit  den  Schalungsarbeiten  im  Erdgeschoss 
beginnen wollen. Der Auftraggeber habe aber ihren Mitarbeiter ange-
wiesen, die Deckenschalung über dem 1. Obergeschoss zu erstellen, 
weil bereits die Elektro- und Sanitärmonteure für das Einlegen in die 
Deckenschalung bestellt  seien. Der Mitarbeiter sei  den Anweisungen 
des Auftraggebers gefolgt ohne seine Arbeitgeberin zu informieren. Da 

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die  Beschwerdeführerin  weder  von ihrem Mitarbeiter  noch vom Auf-
traggeber  über  das fehlende Gerüst  informiert  worden sei,  habe sie 
davon ausgehen dürfen, es sei alles in Ordnung (Akt. 9 B 15). 

5.3.2 Der  in  der  Einsprache  geschilderte  Sachverhalt  stimmt  im 
Wesentlichen mit den Darstellungen in der Beschwerdeschrift überein. 
Bestätigt  wird  insbesondere,  der  Mitarbeiter  des  Subunternehmers 
(Beschwerdeführerin)  habe  auf  Anweisung  des  Verantwortlichen  der 
Bauunternehmung B._______ GmbH (Auftraggeberin)  begonnen,  die 
Deckenschalung über  dem ersten Obergeschoss zu erstellen,  nach-
dem er bei Einsatzbeginn am 11. Juni 2008 festgestellt habe, dass das 
Fassadengerüst fehlte (Akt. 1 S. 6).

5.3.3 Angesichts  dieser  Darstellungen kann  als  erstellt  gelten,  dass 
ein  Mitarbeiter  der  Beschwerdeführerin  am  12. Juni  2008  auf  einer 
Höhe von etwa 5 m Schalungsarbeiten ausführte, obwohl kein Fassa-
dengerüst  vorhanden  war. Die  Vorbringen  in  der  Beschwerde  (S. 4) 
und  in  der  Replik  (S. 7),  der  von  der  Suva  behauptete  Sachverhalt 
lasse sich durch das von ihr  erstellte  Fotoblatt  nicht  beweisen,  sind 
daher unbehelflich. 

5.4 Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass ein Fassadengerüst 
erforderlich gewesen wäre. Sie wirft der Vorinstanz jedoch eine falsche 
Auslegung von Art. 3 BauAV vor. Aus dieser Bestimmung gehe hervor, 
dass  der  Hauptunternehmer  und  nicht  der  Subunternehmer  für  die 
Sicherheitsmassnahmen zuständig und verantwortlich sei. Der Verord-
nungsgeber  habe  damit  der  in  der  Praxis  herrschenden  Baustel len-
hierarchie Rechnung getragen.

5.4.1 Art. 3 BauAV (in der bis Ende Dezember 2008 gültigen Fassung 
vom 29. Juni 2005 [AS 2005 4289], welche vorliegend anwendbar ist) 
regelt die Planung von Bauarbeiten wie folgt: Bauarbeiten müssen so 
geplant  werden,  dass  das  Risiko  von  Berufsunfällen,  Berufskrank-
heiten oder Gesundheitsbeeinträchtigungen möglichst klein ist und die 
notwendigen Sicherheitsmassnahmen, namentlich bei der Verwendung 
von  Arbeitsmitteln,  eingehalten  werden  können  (Abs. 1).  Der  Arbeit-
geber, der sich im Rahmen eines Werkvertrags als Unternehmer zur 
Ausführung  von Bauarbeiten  verpflichten  will,  hat  vor  dem Vertrags-
abschluss  zu  prüfen,  welche  Massnahmen  notwendig  sind,  um  die 
Arbeitssicherheit  und  den  Gesundheitsschutz  bei  der  Ausführung 
seiner Arbeiten zu gewährleisten. Baustellenspezifische Massnahmen, 
die  nicht  bereits  realisiert  werden,  sind  in  den  Werkvertrag  aufzu-

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nehmen  und  in  der  gleichen  Form  zu  spezifizieren  wie  die  übrigen 
Inhalte des Werkvertrags. Die Massnahmen, die bereits realisiert wer-
den,  sind  im Werkvertrag  anzumerken (Abs. 2).  Als  baustellenspezi-
fische  Massnahmen  gelten  Schutzmassnahmen,  die  von  mehreren 
Unternehmen benützt  werden wie  Gerüste,  Auffangnetze,  Laufstege, 
Sicherungsmassnahmen in Gräben und Baugruben sowie Hohlraum-
sicherungsmassnahmen  im  Untertagbau  (Abs. 3).  Überträgt  der 
Arbeitgeber die Umsetzung des Werkvertrags einem anderen Arbeit-
geber, so muss er sicherstellen, dass dieser die im Werkvertrag ent -
haltenen  Sicherheits-  und  Gesundheitsschutzmassnahmen  realisiert 
(Abs. 4).  Der  Arbeitgeber,  der  Bauarbeiten  ausführt,  hat  dafür  zu 
sorgen,  dass  geeignete  Materialien,  Installationen  und  Geräte  in 
genügender Menge und rechtzeitig zur Verfügung stehen. Sie müssen 
sich in betriebssicherem Zustand befinden und den Anforderungen der 
Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes entsprechen (Abs. 5).

5.4.2 Es trifft  zwar zu, dass gemäss Art. 3 Abs. 4 BauAV der Haupt-
unternehmer  sicherstellen  muss,  dass  die  von ihm mit  der  Bauherr-
schaft  vereinbarten Sicherheitsmassnahmen auch vom Subunterneh-
mer beachtet werden. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin 
kann aus Art. 3 Abs. 4 BauAV aber nicht abgeleitet werden, dass ein 
Subunternehmer als Arbeitgeber von seiner Pflicht befreit wäre, dafür 
zu sorgen, dass seine Mitarbeitenden ihre Arbeit unter Beachtung der 
massgebenden  Arbeitssicherheitsvorschriften  ausführen.  Die  BauAV 
legt  insbesondere  fest,  welche  spezifischen  Arbeitssicherheits-
massnahmen  bei  Bauarbeiten  getroffen  werden  müssen  (Art. 1 
Abs. BauAV),  regelt  jedoch  die  Verantwortung  der  Arbeitgeber  für 
deren Einhaltung nicht abweichend vom UVG und von der VUV (vgl. 
auch  Art. 1  Abs. 2  BauAV).  Verantwortlich  für  die  Einhaltung  der 
notwendigen  Sicherheitsmassnahmen  ist  jeder  Arbeitgeber,  dessen 
Personal  Bauarbeiten ausführt  (vgl. Art. 82  Abs. 1 in  Verbindung mit 
Art. 81 Abs. 1 UVG, Art. 6 Abs. 3 Art. 7 Abs. 2 und Art. 9 Abs. 1 VUV, 
Art. 3 Abs. 5 BauAV). 

5.4.3 Aufgrund von Art. 3 Abs. 2 und Abs. 4 BauAV wären im Werk-
vertrag zwischen der Beschwerdeführerin als  Subunternehmerin und 
dem Hauptunternehmer auch die baustellenspezifischen Massnahmen 
(vorliegend  insbesondere  das  Fassadengerüst)  zu  regeln  gewesen, 
worauf die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung zu Recht hinweist (vgl.  
auch  Urteil  BVGer  C-1454/2008  vom  8. Juni  2008  E. 3.2.4).  Eine 
solche  Regelung  enthält  der  als  Auftragsbestätigung  bezeichnete 

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Vertrag zwischen der B._______ GmbH und der Beschwerdeführerin 
nicht  (vgl.  Akt. 1  B 4).  Ob  die  B._______  GmbH  der  Beschwerde-
führerin  mündlich  zugesichert  hat,  dass  bei  Einsatzbeginn  ein 
Fassadengerüst erstellt sei, ist deshalb nicht entscheidend. 

5.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin 
gegen Arbeitssicherheitsvorschriften verstossen hat,  indem sie einen 
Arbeitnehmer  auf  einer  Absturzhöhe  von  etwa  5 m  arbeiten  liess, 
obwohl das gemäss Art. 18 BauAV erforderliche Fassadengerüst nicht 
vorhanden war.

6.
Zu prüfen bleibt,  ob die Höhereinreihung im Prämientarif in korrekter 
Anwendung der  gesetzlichen Zuständigkeitsregeln  und unter  Beach-
tung  der  allgemeinen  Grundsätze  des  Verwaltungshandelns  verfügt 
wurde.

6.1 Nach Art. 66  Abs. 2 VUV ordnet  das  zuständige Durchführungs-
organ die Prämienerhöhung nach Art. 113 Abs. 2 UVV an. Der zustän-
dige Versicherer hat unverzüglich eine Verfügung betreffend Höherein-
reihung  zu  erlassen.  Für  Betriebe  des  Baugewerbes  ist  die  Suva 
gemäss Art. 49 Ziff. 11 VUV zuständiges Durchführungsorgan für die 
Aufsicht  betreffend  Einhaltung  der  Unfallverhütungsvorschriften  und 
gemäss  Art. 66  Abs. 1  Bst. b  UVG der  zuständige  Unfallversicherer. 
Vorliegend  war  die  Suva  demnach  sowohl  für  die  Anordnung  der 
Massnahme als auch für den Erlass der Verfügung zuständig.

6.2 Gemäss  Art. 113  Abs. 2  UVV  haben  Zuwiderhandlungen  gegen 
Vorschriften zur Verhütung von Unfällen in der Regel eine Höherein-
stufung des betreffenden Betriebs in eine Stufe mit einem mindestens 
20 % höheren Prämiensatz zur Folge. Die Sanktion greift ungeachtet 
der  Schwere  des  Verstosses.  Das  Eidgenössische  Versicherungs-
gericht (EVG) hat diese Ordnung grundsätzlich als mit dem Verhältnis-
mässigkeitsprinzip und dem Willkürverbot vereinbar bezeichnet (Urteil  
EVG U 240/03 vom 2. Juni 2004, veröffentlicht in Kranken- und Unfall-
versicherung,  Rechtsprechung  und  Verwaltungspraxis  [RKUV]  2004 
Nr. U 525 S. 549 E. 6.3 mit Hinweis auf BGE 116 V 255 E. 4b und c). 
Die verfügte Sanktion muss sich aber auch im Einzelfall  als verhält -
nismässig erweisen (BGE 116 V 255 E. 4b, Urteil BVGer C-4640/2007 
vom 9. März 2009 E. 4.2.2 mit Hinweis).

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6.2.1 Die Beschwerdeführerin wurde von der Suva für die Dauer von 
einem  Jahr  um  vier  Stufen  höher  im  Prämientarif  eingereiht.  Der 
Prämiensatz  von 4.08 % (Stufe  110)  wurde  auf  4.96 % (Stufe  114), 
das heisst um 21.57 % erhöht. Diese Höhereinreihung entspricht den 
Vorgaben von Art. 113 Abs. 2 UVV. 

6.2.2 Die  Beschwerdeführerin  macht  geltend,  die  Prämienerhöhung 
sei  unverhältnismässig,  weil  sich  diese  über  viele  Jahre  hinweg 
auswirken würde. Bei späteren Reduktionen des Prämiensatzes würde 
sie  jeweils  ein  Jahr  „hinterherhinken“  und  es  würde  entsprechend 
länger  dauern,  bis  sie  wieder  auf  dem tiefstmöglichen  Prämiensatz 
angelangt  wäre  (Akt. 1  S. 10).  Die  Beschwerdeführerin  scheint  den 
Unterschied zu verkennen zwischen einer sanktionsweisen Höherein-
reihung im Prämientarif  nach Art. 92 Abs. 3 UVG einerseits  und der 
ordentlichen (risikogerechten) Einreihung in den Prämientarif gemäss 
Art. 92 Abs. 2 UVG (vgl. dazu bspw. Urteil  BVGer C-2487/2008 vom 
10. August  2010  E. 3  und  E. 4  mit  Hinweisen)  andererseits.  Für  die 
Versetzung  in  eine  höhere  Stufe  des  Prämientarifs  gemäss  Art.  92 
Abs. 3 UVG in Verbindung mit Art. 113 Abs. 2 UVV und Art. 66 Abs. 1 
VUV bildet die ordentliche Einreihung die Grundlage, nicht umgekehrt. 
Die  sanktionsweise  Höhereinreihung  ist  (in  der  Regel  auf  ein  Jahr) 
befristet.  Nach  Ablauf  dieser  Zeitperiode  fällt  die  Höhereinreihung 
dahin und hat keinen Einfluss auf die weitere (ordentliche) Einreihung.

6.2.3 Die  Beschwerdeführerin  wurde  seit  dem  Jahr  2000  mehrmals 
wegen  Verletzung  von  Arbeitssicherheitsvorschriften  ermahnt  (vgl. 
Akt. 9  B 1  ff.).  Für  das  Jahr  2006  wurde  bereits  einmal  eine  rück-
wirkende Versetzung in eine höhere Stufe des Prämientarif angeordnet 
(vgl. Verfügung vom 12. Oktober 2006 und Einspracheentscheid vom 
29. November 2006, Akt. 9 B 8 und 11). Am 26. Februar 2008 wurden 
Mitarbeiter  der  Bescherdeführerin  bei  Bauarbeiten  ohne  die 
vorgeschriebenen  Schutzmassnahmen  (Tragen  eines  Schutzhelmes 
[Art. 5 BauAV] und Absturzsicherungen [Art. 18 BauAV]) angetroffen, 
worauf die Vorinstanz eine Ermahnung erliess und bei einem weiteren 
Verstoss gegen Unfallschutzvorschriften eine Versetzung in eine höhe-
re  Prämienstufe  androhte.  Dreieinhalb  Monate  später  (am  12. Juni 
2008) stellte die Suva erneut einen Verstoss gegen Art. 18 BauAV fest. 
Vor diesem Hintergrund ist  die angeordnete Erhöhung des Prämien-
satzes von 4.08 % auf 4.96 % für die Dauer eines Jahres nicht unver-
hältnismässig. 

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6.2.4 Dass das Kontrollorgan üblicherweise dreimal eine Ermahnung 
ausspricht  und  erst  bei  der  vierten  Feststellung  eines  sicherheits-
widrigen  Zustandes  eine  Prämienerhöhung  verfügt  (vgl.  EKAS-
Leitfaden  Ziff. 5.3),  vermag daran nichts  zu  ändern.  Diese Regel  ist 
Ausdruck des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes (vgl. Urteil  BVGer C-
1454/2008  vom  8. Juni  2008  E. 2.4.2.2)  und  gilt  insbesondere  vor 
einer  erstmaligen Sanktion. Wird während der  Dauer einer Prämien-
erhöhung festgestellt, dass andere schwerwiegende sicherheitswidrige 
Zustände  bestehen,  so  kann  das  Durchführungsorgan  (ohne  vorher 
eine Ermahnung zu erlassen)  eine weitere  Prämienerhöhung anord-
nen (EKAS-Leitfaden Ziff. 5.3.5 [S. 32]). Vorliegend stellte das Kontroll-
organ  etwas  mehr  als  ein  Jahr  nach  Ablauf  der  letzten  Höherein-
reihung  nach  Art. 92  Abs. 3  UVG  einen  weiteren  Verstoss  gegen 
Unfallverhütungsvorschriften  fest.  Dass  die  Vorinstanz  bei  dieser 
Sachlage nur einmal eine Ermahnung ausgesprochen hat, ist nicht zu 
beanstanden. In diesem Zusammenhang ist  daran zu erinnern, dass 
gemäss  Art. 92  Abs. 3  UVG  und  Art. 66  Abs. 1  VUV  grundsätzlich 
auch  ein  einzelner  Verstoss  eine  (rückwirkende)  Prämienerhöhung 
rechtfertigen  kann  und  dass  eine  solche  Sanktion  den  betreffenden 
Arbeitgeber dazu zwingen soll, die Unfallvorschriften in Zukunft einzu-
halten. Führte eine frühere Prämienerhöhung nicht zum angestrebten 
Erfolg,  hat  das  Kontrollorgan  die  ihm  zur  Verfügung  stehenden 
Zwangsmittel  weiterhin  und  konsequent  anzuwenden.  Es  ist  auch 
daran zu erinnern, dass das Nichteinhalten von Sicherheitsvorschriften 
erhebliche Kosten zum Schaden der Versichertengemeinschaft verur-
sachen kann.

6.3 Zusammenfassend  erweist  sich  die  mit  Verfügung  vom  15. Juli 
2008  angeordnete  Prämienerhöhung  als  korrekt.  Die  Vorinstanz  hat 
die dagegen erhobene Einsprache zu Recht abgewiesen. Der Einspra-
cheentscheid vom 20. August 2008 ist deshalb zu bestätigen und die 
Beschwerde ist abzuweisen.

7.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige 
Parteientschädigung.

7.1 Gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG sind die Verfahrenskosten der unter-
liegenden Partei  aufzuerlegen, wobei der geleistete Kostenvorschuss 
zu berücksichtigen ist. Da die Beschwerdeführerin unterlegen ist, hat 
sie  die Verfahrenskosten zu tragen. Diese bemessen sich nach Um-

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fang und Schwierigkeit  der  Streitsache,  Art  der  Prozessführung und 
finanzieller Lage der Parteien (vgl. Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]).  Bei  Streitigkeiten 
mit  Vermögensinteresse beträgt die Gerichtsgebühr bei einem  Streit-
wert  von Fr. 10'000.-  bis  20'000.-  zwischen Fr. 500.-  und 5'000.-  Die 
Verfahrenskosten sind vorliegend auf Fr. 1'000.- festzulegen.

7.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begeh-
ren eine Entschädigung für  ihr  erwachsene notwendige  und verhält-
nismässig hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). 
Die Vorinstanz hat als mit einer öffentlichen Aufgabe betraute Organi-
sation jedoch keinen Anspruch auf Parteientschädigung (vgl. BGE 128 
V 124 E. 5b sowie Art. 7 Abs. 3 VGKE).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 1'000.- verrechnet. 

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. [...]; Gerichtsurkunde)
- das Bundesamt für Gesundheit, Dienstbereich Kranken- und Unfall-

versicherung

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

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Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Johannes Frölicher Susanne Fankhauser

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und 
hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und 
die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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