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**Case Identifier:** 2504f06c-3f61-59fe-b092-bbb92de83c6a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-12
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 12.09.2016 200 2016 497
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-497_2016-09-12.pdf

## Full Text

200 16 497 IV
ACT/IMD/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 12. September 2016

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Matti, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 22. April 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2016, IV/16/497, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1956 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im September 2013 unter Hinweis auf eine im Juli 2013 erlit-
tene intrazerebrale Blutung bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung 
(IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 2, 5 S. 1). 
Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) nahm Abklärungen in 
medizinischer und erwerblicher Hinsicht vor, liess die Versicherte durch 
den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) untersuchen (Bericht vom 2. Juni 
2015 [AB 36]) und beauftragte ihren Abklärungsdienst mit einer Haushalts-
abklärung (Bericht vom 26. Oktober 2015 [AB 47]). Mit Vorbescheid vom 
29. Oktober 2015 (AB 48) stellte sie gestützt auf einen anhand der ge-
mischten Methode (73 % Erwerbstätigkeit; 27 % Aufgabenbereich Haus-
halt) ermittelten Invaliditätsgrad von 79 % ab 8. Juli 2014 bzw. von 45 % ab 
28. Oktober 2014 die Ausrichtung einer ganzen Rente ab 1. Juli 2014 bzw. 
einer Viertelsrente ab 1. Februar 2015 in Aussicht. Nach dagegen vorge-
brachten Einwänden (AB 53) und diesbezüglichen Stellungnahmen durch 
den RAD (AB 56) und den Abklärungsdienst (AB 58) verfügte die IVB am 
22. April 2016 (AB 60) wie angekündigt.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, mit Eingabe vom 23. Mai 2016 Beschwerde mit dem Antrag, 
die Verfügung vom 22. April 2016 sei bezüglich der ab 1. Februar 2015 
gesprochenen Invalidenrente aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei 
zu verpflichten, ab 1. Februar 2015 eine Dreiviertelsrente auszurichten. 
Eventualiter sei die Verfügung vom 22. April 2016 bezüglich der ab 1. Fe-
bruar 2015 gesprochenen Invalidenrente aufzuheben und die Beschwerde-
gegnerin zu verpflichten, die verbliebene Resterwerbsfähigkeit gutachter-
lich abzuklären. Sie macht einerseits geltend, der RAD-Untersuchungs-
bericht erfülle die praxisgemässen Anforderungen an ein beweistaugliches 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2016, IV/16/497, Seite 3

Gutachten nicht, andererseits rügt sie das der Invaliditätsbemessung zu 
Grunde gelegte Valideneinkommen als zu tief.

Mit Beschwerdeantwort vom 15. Juni 2016 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Der zuständige Instruktionsrichter machte die Beschwerdeführerin mit pro-
zessleitender Verfügung vom 16. August 2016 auf die Möglichkeit einer 
Schlechterstellung aufmerksam und gab ihr Gelegenheit, sich hierzu zu 
äussern bzw. einer solchen durch Rückzug der Beschwerde zu entgehen. 
Mit Eingabe vom 23. August 2016 hielt die Beschwerdeführerin an der Be-
schwerde fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

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vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 22. April 2016 
(AB 60). In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein 
Rechtsverhältnis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete 
Invalidenrente zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befris-
tung der Leistungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungs-
befugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebe-
nen Rentenbezugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blie-
ben (BGE 125 V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a). Folglich ist der generelle 
Anspruch auf eine Invalidenrente – unter Einschluss der grundsätzlich un-
bestritten gebliebenen Zusprechung einer ganzen Rente vom 1. Juli 2014 
bis 31. Januar 2015 – zu prüfen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-

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keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Bei Nichterwerbstätigen wird der 
Erwerbsunfähigkeit die Unmöglichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich 
zu betätigen, gleichgestellt (Art. 5 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 3 Satz 1 
ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3

2.3.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.3.2 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 
Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermit-
telt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätig-
keit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und 

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der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Me-
thode; BGE 141 V 15 E. 3.2 S. 20, 125 V 146 E. 2a S. 150).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5

2.5.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.5.2 Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein 
ärztliches Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hin-
sichtlich der erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen ver-
gleichbaren Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 
S. 165 E. 3.3.2). Soll allerdings ein Versicherungsfall ohne Einholung eines 
externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung 
strenge Anforderungen zu stellen. Insbesondere sind die von der versicher-
ten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte 
mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versi-
cherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht 

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eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale 
Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc 
S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht 
entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versi-
cherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach 
Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 
S. 469).

2.6 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand bzw. zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
lässt sich den Akten im Wesentlichen das Folgende entnehmen:

3.1.1 Im Austrittsbericht des Spitals C.________ vom 12. August 2013 
(Neurozentrum; AB 5 S. 4 ff.) wurde – soweit vorliegend von Interesse – 
eine Einblutung in eine plexiform-fistulöse arteriovenöse Malformation des 
Gehirns (AVM) rechts parietal, Spetzler-Martin Grad IV, am 8. Juli 2013, 
diagnostiziert. Bei Übertritt in die Klinik hätten sich ein sensomotorisches 
Hemisyndrom links mit einer Gang- und Standunsicherheit, eine partielle 
Hemianopsie nach links mit Akzentuierung des linken unteren Quadranten 
sowie deutliche Hinweise für einen Hemineglect nach links gefunden. Pas-
send dazu hätten eine leicht sakkadierte Folgebewegung nach rechts so-
wie hypometrische Sakkaden nach links vorgelegen. In der Ergotherapie 
habe bis zum Austritt die Verkehrssicherheit als Fussgängerin und eine 
Selbstständigkeit im Alltag erreicht werden können. Allerdings seien Situa-
tionen mit hohen Anforderungen an die geteilte Aufmerksamkeit noch 

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schwierig zu bewältigen. In der Physiotherapie habe sich bei Austritt am 
linken Bein eine leicht verminderte Kraft gefunden, das Gleichgewicht sei 
persistierend auf hohem Niveau leichtgradig vermindert. 

3.1.2 Gemäss Bericht des Spitals C.________ vom 23. August 2013 
(AB 5 S. 1 f.) wurde am 21. August 2013 eine digitale Substraktionsangio-
grafie und Embolisation eines Grossteils der arteriovenösen Malformation 
durchgeführt. Die Patientin habe sich bei Eintritt in weitestgehend gutem 
Allgemeinzustand befunden. In der neurologischen Untersuchung habe 
sich eine leichte linksseitige Beinschwäche gezeigt. Gang- und Standver-
suche seien darüber hinaus unauffällig gewesen. Es hätten sich keine wei-
teren sensomotorischen und neuen fokal-neurologische Defizite gezeigt. 
Insbesondere die initial beschriebene inkomplette Hemianopsie nach links 
habe sich fingerperimetrisch als nicht mehr erfassbar gezeigt. Die Austritts-
befunde hätten den Eintrittsbefunden entsprochen.

3.1.3 Dem Austrittsbericht des Spitals C.________ vom 21. Oktober 
2013 (AB 13 S. 7 f.) ist zu entnehmen, dass sich im Anschluss an den Ein-
griff vom 21. August 2013 eine Restmalformation gezeigt habe und ent-
schieden worden sei, diese in einer weiteren Angiografie zu verschliessen 
und bei inkomplettem Verschluss direkt die operative Exstirpation durchzu-
führen. Der Eingriff habe komplikationslos durchgeführt werden können. 
Bei Eintritt habe eine minime Hemianopsie nach links bestanden, welche 
gemäss Patientin fluktuierend und stärker ausgeprägt bei Müdigkeit sei. 
Der restliche Hirnnervenstatus sei ohne pathologischen Befund gewesen. 
Für die linke Seite habe eine leicht verminderte Sensibilität für Berührung 
bestanden, die Motorik sei allseits M5 (entsprechend einer normalen Mus-
kelkraft [vgl. PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 266. Aufl. 2014, 
S. 1148, Stichwort „Kraft“]) und die Muskeleigenreflexe seien symmetrisch 
gewesen. Es habe ein unauffälliges Gangbild bestanden.

3.1.4 Im undatierten Bericht des Spitals C.________ (AB 13; Eingang 
bei der Beschwerdegegnerin am 18. November 2013) wurde eine vollstän-
dige Arbeitsunfähigkeit von Juli bis Dezember 2013 attestiert. Es bestün-
den eine schnelle Ermüdbarkeit, eine Verlangsamung, eine geringere Be-
lastbarkeit, gelegentlicher Schwindel, Kopfschmerzen und eine Gesichts-
feldeinschränkung. Die bisherige Tätigkeit sei noch zumutbar, wobei der 

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zeitliche Rahmen noch zu evaluieren sei. Dabei bestehe eine verminderte 
Leistungsfähigkeit.

3.1.5 Laut Bericht des Spitals C.________ vom 17. April 2014 (AB 18) 
habe die Patientin neun Monate nach der Einblutung immer noch eine stark 
verminderte Belastbarkeit und erhöhte Ablenkbarkeit beschrieben, wodurch 
sie ihre Arbeit am angestammten Arbeitsplatz nicht wieder vollumfänglich 
habe aufnehmen können. Dieser prolongierte Verlauf lasse sich durch die 
residuellen Defizite der Blutung mit Quadrantenanopsie und Neglect nach 
links allein nicht erklären. Das kognitive Leistungsprofil sei bei Austritt nach 
der stationären Rehabilitation normal gewesen. Die stark fluktuierende 
Symptomatik und die Angaben mit Rückzugstendenz und gedrückter 
Stimmung deuteten auf eine Depression hin.

3.1.6 Die Hausärztin Dr. med. D.________, Fachärztin für Innere Medi-
zin FMH, attestierte im Bericht vom 16. Mai 2014 (AB 20) eine vollständige 
Arbeitsunfähigkeit seit dem 7. Juli 2013 bis auf weiteres. An körperlichen 
Einschränkungen lägen eine Gesichtsfeldeinschränkung und ein Neglect 
sowie eine verminderte Belastbarkeit und erhöhte Ablenkbarkeit vor. Aus 
psychischer Sicht bestünden leichte depressive Reaktionen. Die bisherige 
Tätigkeit sei teilweise zumutbar, jedoch beschränkt auf ca. zwei Stunden 
pro Tag.

Am 6./8. September 2014 (AB 23) berichtete Dr. med. D.________ über 
einen stationären Gesundheitszustand. Die bisherige Tätigkeit sei nicht 
mehr, eine angepasste Tätigkeit maximal eine Stunde pro Tag zumutbar. 

3.1.7 Die RAD-Ärztin Dr. med. E.________, Fachärztin für Neurologie 
sowie Psychiatrie und Psychotherapie, hielt im Untersuchungsbericht vom 
2. Juni 2015 (AB 36) zusammenfassend fest, nach erlittener Hirnblutung im 
Juli 2013 und bei vorbekannter Übersichtigkeit und Altersweitsichtigkeit sei 
mittlerweile eine Defektheilung mit begrenzten Kompensationsmöglichkei-
ten eingetreten. Kompensationsstrategien bestünden in Form einer Er-
höhung des Aufmerksamkeitsfokus durch ein kontrolliertes und disziplinier-
tes Verhalten sowie in Form von verstärkten Suchbewegungen der Augen 
und vermehrten Kopfwendemanövern. Dadurch resultierten eine vermin-
derte psycho-physische Belastbarkeit mit einer verminderten Stresstoleranz 

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unter Einwirkung von Mehrfachreizen und somit eine quantitative und quali-
tative Einschränkung des Leistungsvermögens. An funktionellen Ein-
schränkungen lägen vor: eine endgradige Einschränkung der linksseitigen 
Gesichtsfeldhälften; eine Beeinträchtigung des räumlichen Sehens und der 
Einschätzung von Distanzen, ein leichtgradig herabgesetztes Sehvermö-
gen trotz Brille, eine erhöhte Sehanstrengung und eine Hemiataxie links / 
Gleichgewichtsstörungen, kompensiert durch Augenkontrolle. Die Ausü-
bung der bisherigen Tätigkeit im Büro sei faktisch nicht mehr möglich. Die 
Versicherte sei lediglich in der Lage, vorbereitende Bürotätigkeiten in einem 
begrenzten Stundenumfang (vier Stunden täglich) in einer angepassten 
Tätigkeit zu verrichten (AB 36 S. 15 f.). Die vollständige Arbeitsunfähigkeit 
in der bisherigen Tätigkeit bestehe fortlaufend seit dem Tag der Hirnblu-
tung. Die Ausübung einer angepassten Tätigkeit im Umfang von vier Stun-
den täglich sei spätestens ab dem Tag der Begutachtung möglich. Auf-
grund der vorliegenden Gesichtsfeldeinschränkung sei die Versicherte nicht 
fahrtauglich (AB 36 S. 17).

3.2 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der vorliegend angefochtenen 
Verfügung vom 22. April 2016 (AB 60) in medizinischer Hinsicht massgeb-
lich auf den Untersuchungsbericht der RAD-Ärztin Dr. med. E.________ 
vom 2. Juni 2015 (AB 36) gestützt. Dieser Bericht basiert zwar auf einer 
umfassenden Untersuchung (AB 36 S. 4 ff.), erfüllt insgesamt jedoch die 
strengen Anforderungen nicht, welche an die Beweiswürdigung zu stellen 
sind, wenn ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutach-
tens entschieden werden soll (vgl. E. 2.5.2 hiervor). Die RAD-Ärztin stützt 
sich allein auf ihre Untersuchung und setzt sich nicht mit den Angaben der 
behandelnden Ärzte auseinander, so dass ihre Annahme einer Arbeits-
fähigkeit von vier Stunden täglich für leidensangepasste Tätigkeiten (AB 36 
S. 16) nicht vollständig zu überzeugen vermag. Es ist denn auch nicht klar, 
ob sie sämtliche Vorakten berücksichtigt hat, erwähnt sie doch in der Auflis-
tung der medizinischen Berichte „mit Relevanz für die versicherungsmedi-
zinische Beurteilung“ (AB 36 S. 2 f.) die Berichte der Hausärztin (AB 20, 
23) nicht. Weiter äussert sie sich nicht zu allfälligen Wechselwirkungen 
zwischen Erwerb und Haushalt. Daran ändert die Stellungnahme der RAD-
Ärztin vom 23. Dezember 2015 (AB 56 S. 2) nichts, wonach die Leistungs-
beurteilung durch die Inhalte des Abklärungsberichtes vom 26. Oktober 

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2015 und das vor Ort differenziert und detailliert ermittelte sozial-berufliche 
Aktivitätsniveau der Versicherten gestützt werde. Die RAD-Ärztin übersieht 
dabei, dass die Abklärungsperson im Rahmen der Bemessung der Ein-
schränkungen im Haushalt mehrfach – und dies grundsätzlich zu Recht – 
auf die Schadenminderungspflicht (BGE 133 V 504 E. 4.2 S. 509) hinge-
wiesen und infolgedessen die Einschränkungen in gewissen Tätigkeiten als 
weniger hoch gewichtet hat (AB 47 S. 9 ff. Ziff. 6), als dies allenfalls aus 
medizinischer Sicht begründet wäre. Weiter hat sich die Abklärungsperson 
auf die medizinische Einschätzung zu stützen, welche hier gerade nicht 
vollständig zu überzeugen vermag.

3.3 Auf der anderen Seite kann auch nicht auf die Einschätzungen der 
behandelnden Ärzte abgestellt werden, da diejenige der Hausärztin 
Dr. med. D.________ im Bericht vom 8. September 2014 – maximal eine 
Stunde Arbeit pro Tag (AB 23 S. 3 Ziff. 3) – nicht begründet sowie aktuell 
ist und zudem in Widerspruch steht zur Einschätzung im Bericht vom 16. 
Mai 2014 (AB 20), wonach zwei Stunden täglich zumutbar seien. Des Wei-
teren liegt vom Neurozentrum ebenfalls keine aktuelle Einschätzung vor.

3.4 Nach dem Gesagten stellen weder der Untersuchungsbericht der 
RAD-Ärztin Dr. med. E.________ noch die Berichte der behandelnden Ärz-
te eine genügende Grundlage für den Rentenentscheid dar und der Sach-
verhalt erweist sich somit auch unter Berücksichtigung der übrigen Akten 
als nicht genügend abgeklärt. Die Beschwerde ist folglich gutzuheissen und 
die angefochtene Verfügung aufzuheben. Die Sache geht zurück an die 
Verwaltung, damit sie eine externe Begutachtung veranlasse, danach eine 
erneute Abklärung im Haushalt durchführe und anschliessend neu verfüge. 
Anzumerken bleibt, dass vorliegend das Verfahren gemäss BGE 137 V 
314, wonach der Beschwerde führenden Partei auch dann die Gelegenheit 
zum Rückzug der Beschwerde zu geben ist, wenn eine rentenzusprechen-
de Verfügung aufgehoben und die Sache zu weiterer Abklärung und neuer 
Entscheidung an die IV-Stelle zurückgewiesen werden soll, durchgeführt 
und damit der Beschwerdeführerin das rechtliche Gehör gewährt wurde 
(vgl. prozessleitende Verfügung vom 16. August 2016).

Bei diesem Stand des Verfahrens erübrigen sich Ausführungen zur Be-
stimmung des Valideneinkommens (vgl. Beschwerde, S. 8 ff.).

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4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 800.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Partei hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Nach der Rechtsprechung gilt es unter dem Ge-
sichtspunkt des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine Parteientschädi-
gung im Streit um eine Sozialversicherungsleistung bereits als Obsiegen, 
wenn die versicherte Person ihre Rechtsstellung im Vergleich zu derjenigen 
nach Abschluss des Administrativverfahrens insoweit verbessert, als sie die 
Aufhebung einer ablehnenden Verfügung und die Rückweisung der Sache 
an die Verwaltung zu ergänzender Abklärung und neuer Beurteilung er-
reicht (BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61).

Die Beschwerdeführerin wird durch Rechtsanwältin B.________ vertreten. 
Deren Kostennote vom 23. Juni 2016 gibt zu keinen Beanstandungen An-
lass. Entsprechend wird die Parteientschädigung auf Fr. 3‘750.-- zuzüglich 
Auslagen von Fr. 75.30 und Mehrwertsteuer (8 %) im Betrag von Fr. 306.--, 
somit auf total Fr. 4‘131.30, festgesetzt. Diesen Betrag hat die Beschwer-
degegnerin der Beschwerdeführerin zu ersetzen.

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 22. April 2016 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von Beschwerdeführerin geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 800.-- wird nach Eintritt der Rechtskraft des Ur-
teils zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 4‘131.30 (inkl. Auslagen und Mehrwert-
steuer), zu ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern (samt Kopie der Eingabe der Beschwerdeführerin vom 

23. August 2016)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.