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**Case Identifier:** abbda8fc-abe6-523f-a2ae-43ac17ca7795
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 21.02.2023 UV 2021/57
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2021-57_2023-02-21.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2021/57

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 06.03.2023

Entscheiddatum: 21.02.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 21.02.2023
Art. 18 Abs. 1 UVG; 22 Abs. 4 UVV; Art. 23 Abs. 5 UVV; Art. 28 Abs. 2 und 4 
UVV: Mangels Feststellungsinteresses bzw. aktuellen praktischen 
Rechtsschutzinteresses Nichteintreten auf den Antrag um Feststellung, dass 
der angefochtene Einspracheentscheid nach rechtswidrig zu langer 
Bearbeitungsdauer ergangen sei. Nichteintreten auf den Antrag um 
Weiterausrichtung der Taggeldleistungen. Praktische Verwertbarkeit der 
Restarbeitsfähigkeit mit Blick auf Art. 28 Abs. 4 UVV bejaht. Durchführung 
Einkommensvergleich. Bei Versicherten, die im Unfallzeitpunkt bei mehreren 
Arbeitgebern tätig gewesen sind, ist sowohl für die Festlegung des 
Valideneinkommens im Rahmen der Ermittlung des Invaliditätsgrades als 
auch für die Ermittlung des versicherten Verdienstes der gesamte bei allen 
Arbeitgebern erzielte Verdienst massgeblich und zwar unabhängig davon, ob 
die Versicherungsdeckung nur für Berufs- oder auch für Nichtberufsunfälle 
besteht. Kein Tabellenlohnabzug beim Invalideneinkommen. Teilweise 
Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 21. Februar 2023, UV 2021/57). Aufgehoben durch 
Urteil des Bundesgerichts 8C_196/2023.

Entscheid vom 21. Februar 2023

Besetzung

Versicherungsrichter Michael Rutz (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Mirjam Angehrn 

und Christiane Gallati Schneider; Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

UV 2021/57

Parteien

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A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Manfred Dähler, SwissLegal asg.advocati, 

Kreuzackerstrasse 9, 9000 St. Gallen,

gegen

Zürich Versicherungs- Gesellschaft AG, Geschäftsbereich Litigation, Scanning GIC, 

8085 Zürich,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war als […] bei der B.___ angestellt und als 

solcher bei der Zürich Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Zürich) 

unfallversichert, als er sich gemäss Unfallmeldung beim Tennis spielen am 30. Juni 

2011 das linke Knie verdrehte. Die Zürich kam in der Folge für die 

Heilbehandlungskosten auf und entrichtete Taggeldleistungen. Mit Schreiben vom 10. 

Januar 2012 teilte sie dem Versicherten mit, dass das Schadensdossier geschlossen 

worden sei, er sich aber bei einem allfälligen Rückfall oder bei Spätfolgen wieder 

melden könne (act. G 7.2-1).

A.a. 

Am 30. Mai 2013 ging bei der Zürich eine erneute Unfallmeldung ein, wonach der 

Versicherte, der inzwischen als Kontraktmanager bei der B.___ tätig war, am 20. Mai 

2013 während des Gehens plötzlich starke Schmerzen verspürt habe. Die 

medizinischen Abklärungen ergaben eine Fraktur des Malleolus medialis der distalen 

A.b. 

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Tibia rechts, welche am 3. Juni 2013 in der Klinik C.___ operativ versorgt wurde. 

Intraoperativ bestätigte sich das Vorliegen einer Pseudoarthrose. Nach einigen 

Abklärungen, die darauf hindeuteten, dass die Verletzung nicht auf das Ereignis vom 

20. Mai 2013, sondern auf eine Bewegung beim Tennisspielen am 20. Dezember 2012 

zurückzuführen war, anerkannte die Zürich am 20. November 2013 das 

Schadensereignis als Unfall. Sie kam für die Heilbehandlungskosten auf und entrichtete 

Taggeldleistungen. Am 23. Januar 2014 erfolgte aufgrund einer Refraktur des 

Innenknöchels bei einer Arthrose des oberen rechten Sprunggelenks (OSG) eine 

erneute Operation, eine Arthrodese (zum Ganzen vgl. Entscheid des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. April 2019, UV 2017/37, 

Sachverhalt A.a und A.b; act. G 7.1-1).

Am 18. April 2016 liess das Zentrum D.___, in welchem der Versicherte 

nebenberuflich als Dozent tätig gewesen war, der Zürich eine Aufstellung über die vom 

Versicherten im Zeitraum vom 20. Dezember 2011 bis 19. Dezember 2012 erteilten 

Lektionen zukommen. Mit Schreiben vom 21. April 2016 liess die Zürich dem 

Versicherten unter Berücksichtigung der Dozententätigkeit eine bereinigte 

Taggeldabrechnung zustellen (zum Ganzen vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts 

des Kantons St. Gallen vom 2. April 2019, UV 2017/37, Sachverhalt A.n; act. G 7.1-1).

A.c. 

Mit Verfügung vom 4. Oktober 2016 stellte die Zürich die Leistungen für 

Heilbehandlung per 31. Januar 2016 und die Taggeldleistungen per 30. September 

2016 ein. Weiter verneinte sie einen Anspruch auf eine Invalidenrente, sprach dem 

Versicherten jedoch eine Integritätsentschädigung basierend auf einer 

Integritätseinbusse von 25 % zu (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 

Gallen vom 2. April 2019, UV 2017/37, Sachverhalt A.s; act. G 7.1-1). Die vom 

Versicherten erhobene Einsprache wies die Zürich mit Einspracheentscheid vom 2. Mai 

2017 ab (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. April 

2019, UV 2017/37, Sachverhalt B.c; act. G 7.1-1).

A.d. 

Am 20. August 2018 wurde der Zürich ein Rückfall zum Unfall vom 16. Dezember 

(richtig: 30. Juni) 2011 gemeldet (act. G 7.2-1; vgl. ferner die Schadenmeldung vom 18. 

Oktober 2018; act. G 7.2-3).

A.e. 

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B.  

Mit Entscheid vom 2. April 2019 hob das Versicherungsgericht des Kantons St. 

Gallen den Einspracheentscheid vom 2. Mai 2017 in Gutheissung der dagegen 

erhobenen Beschwerde auf und wies die Sache zur Prüfung und Ausrichtung der 

Leistungen an die Zürich zurück (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 

Gallen vom 2. April 2019, UV 2017/37, S. 19; act. G 7.1-1).

A.f. 

Am 25. April 2020 erstattete PD Dr. med. E.___, MSc FMH Physikalische Medizin 

und Rehabilitation / Rheumatologie, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, AEH 

Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG (nachfolgend: AEH) im Auftrag 

der Zürich ein medizinisches Gutachten (act. G 7.1-16 f.).

A.g. 

Mit Verfügung vom 18. Juni 2020 stellte die Zürich ihre Heilbehandlungsleistungen 

für den gemeldeten Rückfall zum Unfall vom 30. Juni 2011 per 31. Januar 2019 ein und 

sprach dem Versicherten eine Integritätsentschädigung basierend auf einer 

Integritätseinbusse von 20 % zu. Einen Anspruch auf Taggelder verneinte die Zürich 

explizit, da der Versicherte im Zeitpunkt des Rückfalls bereits 

Sozialversicherungsleistungen bezogen habe, sodass keine Taggelder geschuldet 

seien (act. G 7.2-61).

A.h. 

Mit Verfügung vom 22. Juni 2020 stellte die Zürich bezüglich des Unfalls vom 20. 

Dezember 2012 ihre Leistungen für Heilbehandlung sowie die Taggeldleistungen per 

30. September 2016 ein und sprach dem Versicherten ab dem 1. Oktober 2016 eine 

monatliche Rente von Fr. 2'772.-- basierend auf einem Invaliditätsgrad von 33 % zu 

(act. G 7.1-23).

A.i. 

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. 

iur. M. Dähler, St. Gallen, am 17. August 2020 Einsprache. Er beantragte die 

Aufhebung der Verfügung vom 22. Juni 2020, eventualiter deren Abänderung 

betreffend Rente. Überdies verlangte er den Erlass einer Verfügung zu den Taggeldern 

bis zum Rentenzeitpunkt vom 1. Oktober 2016 und die Ausrichtung eines allfällig noch 

nicht geleisteten Betrags unter Berücksichtigung von Verzugszinsen (act. G 7.1-34).

B.a. 

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In einem Telefonat vom 30. Oktober 2020 erklärte der Versicherte, dass aus seiner 

Sicht eine Taggeldkorrektur zu erfolgen habe und verlangte diesbezüglich eine 

anfechtbare Verfügung (act. G 7.1-48). Nach weiterer Korrespondenz betreffend die 

Taggelder (vgl. act. G 7.1-49 ff.) unterbreitete die Zürich dem Versicherten am 4. 

Dezember 2020 einen Nachzahlungsvorschlag (act. G 7.1-63), mit welchem sich dieser 

am 7. Dezember 2020 einverstanden erklärte (act. G 7.1-64). Gleichentags erliess die 

Zürich eine Verfügung, wonach sie dem Versicherten eine Nachzahlung zur 

Taggeldabrechnung vom 21. April 2016 in der Höhe von Fr. 12'528.-- leiste und der 

Taggeldanspruch (Periode Unfall bis Rentenbeginn) damit als vollständig vergütet gelte 

(act. G 7.1-66). Auf eine entsprechende Nachfrage vom 8. Dezember 2020 (act. G 

7.1-67) teilte die Zürich dem Versicherten mit Schreiben vom 6. Januar 2021 mit, dass 

er Anspruch auf die Vergütung von Verzugszinsen für die Taggelder in der Höhe von Fr. 

2'946.-- habe und bat ihn um Mitteilung, ob er hinsichtlich der Verzugszinsen eine 

anfechtbare Verfügung wünsche (act. G 7.1-75). Mit E-Mail vom gleichen Tag erklärte 

der Versicherte, mit dem Schreiben bezüglich Verzugszins einverstanden zu sein und 

diesbezüglich auf eine zusätzliche Verfügung zu verzichten. Die Taggeldproblematik sei 

für ihn somit vollumfänglich abgeschlossen. Offen sei nun noch die Stellungnahme zur 

Einsprache gegen die Verfügung betreffend die Rentenfestlegung (act. G 7.1-77).

B.b. 

Am 26. Februar 2021 gelangte die Zürich an Dr. E.___ mit Rückfragen zu seinem 

Gutachten vom 25. April 2020 (act. G 7.1-81).

B.c. 

Mit Schreiben vom 1. März 2021 gewährte die Zürich dem Versicherten das 

rechtliche Gehör zu den aus ihrer Sicht für die Rentenberechnung wesentlichen 

Parametern. Namentlich machte sie ihn darauf aufmerksam, dass aus ihrer Sicht für die 

Nebentätigkeit als Dozent und […] keine Deckung für Nichtberufsunfälle bestehe, da 

der Versicherte weniger als acht Wochenstunden in dieser Tätigkeit gearbeitet habe. 

Da er einen eigentlichen Nichtberufsunfall erlitten habe, beabsichtige die Zürich, das 

Einkommen aus dieser Nebentätigkeit aufgrund des Äquivalenzprinzips weder bei der 

Berechnung des Invaliditätsgrades noch beim versicherten Verdienst zu 

berücksichtigen (act. G 7.1-82). Mit Stellungnahme vom 12. April 2021 erklärte der 

Versicherte, dass die Frage des Taggeldes und diejenige der Integritätsentschädigung 

erledigt seien. An den Einwänden zur Rentenfrage gemäss Einsprache vom 17. August 

2020 werde vollumfänglich festgehalten (act. G 7.1-88).

B.d. 

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C.  

Am 12. Mai 2021 ging die ergänzende Stellungnahme von Dr. E.___ ein (act. G 

7.1-100; vgl. ferner act. G 7.1-96 ff.). Am 14. Juni 2021 nahm der Versicherte dazu 

Stellung (act. G 7.1-103; vgl. dazu ferner act. G 7.1-101 ff.).

B.e. 

Mit Schreiben vom 16. Juli 2021 informierte die Zürich den Versicherten darüber, 

dass sie nach der Überprüfung der Einwände und weiterer Abklärungen zum Schluss 

gelangt sei, dass die verfügte Rentenberechnung nicht korrekt sei und ab dem 1. 

Oktober 2016 lediglich ein Rentenanspruch von monatlich Fr. 2'347.-- bestehe. Sie gab 

ihm Gelegenheit, seine Einsprache zurückzuziehen (act. G 7.1-109; vgl. ferner act. G 

7.1-110 f.). Am 30. Juli 2021 erklärte der Versicherte, an seiner Einsprache 

vollumfänglich festzuhalten (act. G 7.1-118).

B.f. 

Mit Einspracheentscheid vom 6. August 2021 wies die Zürich die Einsprache des 

Versicherten ab und änderte die Verfügung vom 18. Juni 2020 (recte: 22. Juni 2020) 

insofern ab, als der Versicherte ab dem 1. Oktober 2016 Anspruch auf eine monatliche 

Rente von Fr. 2'347.-- zuzüglich späterer Teuerungszulagen habe. Der zu viel 

ausbezahlte Betrag werde mit den zukünftigen Rentenansprüchen des Versicherten 

verrechnet (act. G 7.1-120).

B.g. 

Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der weiterhin durch Rechtsanwalt 

Dähler vertretene Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 3. September 2021 

Beschwerde. Er beantragte, der Einspracheentscheid vom 6. August 2021 der Zürich 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei aufzuheben, ihm sei eine Rente von monatlich 

Fr. 6'636.-- rückwirkend per 1. Oktober 2016, nebst Teuerungszulagen und 

Verzugszins, zuzusprechen; eventuell sei die Beschwerdegegnerin anzuhalten, 

nachträglich Taggeld bis 18. Dezember 2019 und von da an die Rente auszurichten. 

Zum Einspracheverfahren der Beschwerdegegnerin sei festzustellen, dass der 

Einspracheentscheid nach rechtswidrig zu langer Bearbeitungsdauer ergangen sei. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates und/oder der 

Beschwerdegegnerin. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte der 

Beschwerdeführer die Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung und seine 

persönliche Anhörung (act. G 1).

C.a. 

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Erwägungen

1.  

Am 21. September 2021 holte das Versicherungsgericht bei der IV-Stelle des 

Kantons F.___ die Akten des dort hängigen IV-Verfahrens des Beschwerdeführers ein 

(act. G 2 und 4), worüber es die Parteien informierte und ihnen Gelegenheit zur 

Stellungnahme einräumte (act. G 2 ff. und 8).

C.b. 

Mit Beschwerdeantwort vom 12. November 2021 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beschwerdeführers (act. G 7).

C.c. 

In seiner Replik vom 21. Dezember 2021 hielt der Beschwerdeführer an den in der 

Beschwerde gestellten Anträgen fest. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er 

neu, die Beschwerde sei zeitlich dringlich zu bearbeiten (act. G 9).

C.d. 

In ihrer Duplik vom 5. Januar 2022 hielt die Beschwerdegegnerin an den in der 

Beschwerdeantwort gestellten Anträgen fest (act. G 11).

C.e. 

Mit Schreiben vom 9. Januar 2023 setzte der verfahrensleitende Richter dem 

Beschwerdeführer Frist zur Erläuterung seines Antrags auf die Durchführung einer 

mündlichen Verhandlung, namentlich um Darlegung, ob sich der Antrag auf eine 

publikumsöffentliche Verhandlung beziehe. Weiter wies er ihn darauf hin, dass der Fall 

ohne Gegenbericht baldmöglichst ohne Durchführung einer mündlichen Verhandlung 

mit der Zustellung des begründeten Entscheids zum Abschluss gebracht werde (act. G 

14). Der Beschwerdeführer verzichtete in der Folge auf eine Erläuterung seines Antrags 

auf eine mündliche Verhandlung.

C.f. 

Auf den Antrag des Beschwerdeführers um Feststellung, dass der angefochtene 

Einspracheentscheid nach rechtswidrig zu langer Bearbeitungsdauer ergangen sei (act. 

G 1 S. 3), kann nicht eingetreten werden, da ein Feststellungsinteresse weder 

ersichtlich noch vom Beschwerdeführer aufgezeigt worden ist. Soweit der 

Beschwerdeführer mit diesem Antrag eine Rechtsverzögerungsbeschwerde stellt, kann 

darauf mangels aktuellen, praktischen Rechtsschutzinteresses ebenfalls nicht 

eingetreten werden. Da die Beschwerdegegnerin das Einspracheverfahren im Zeitpunkt 

der Beschwerdeerhebung bereits abgeschlossen hatte, würde ihm nämlich selbst eine 

1.1. 

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Gutheissung der Beschwerde keinen praktischen Nutzen in tatsächlicher oder 

rechtlicher Hinsicht mehr verschaffen (zum Ganzen vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

1. März 2018, 8C_596/2017, E. 5.3.2 mit Hinweisen).

Soweit der Beschwerdeführer eventualiter die Weiterausrichtung der Taggelder bis 

zum 18. Dezember 2019 verlangt (vgl. act. G 1 S. 3), kann darauf ebenfalls nicht 

eingetreten werden. Denn die Beschwerdegegnerin hat die vorübergehenden 

Leistungen (Taggeld und Heilbehandlung) für den Unfall vom 20. Dezember 2012 

(rechtes OSG) mit Verfügung vom 22. Juni 2020 per 30. September 2016 eingestellt 

(act. G 7.1-23 S. 4). In seiner gegen diese Verfügung gerichteten Einsprache vom 17. 

August 2020 hat sich der Beschwerdeführer mit dem Zeitpunkt des Rentenbeginns 

vom 1. Oktober 2016 ausdrücklich einverstanden erklärt und den Erlass einer 

separaten Verfügung der bis zum Rentenzeitpunkt auszurichtenden Taggelder verlangt 

(act. G 7.1-34 S. 3, oben). Dieser Aufforderung ist die Beschwerdegegnerin nach 

weiterer Korrespondenz mit dem Beschwerdeführer zur Taggeldhöhe (vgl. act. G 

7.1-48 ff.), in welcher dieser ebenfalls die Ansicht vertreten hatte, dass Taggelder bis 

September 2016 auszurichten seien (vgl. act. G 7.1-48), am 7. Dezember 2020 

nachgekommen (act. G 7.1-66). Sie hat darin dem Beschwerdeführer eine Nachzahlung 

zur Taggeldabrechnung vom 21. April 2016 in der Höhe von Fr. 12'528.-- 

zugesprochen und festgehalten, dass der Taggeldanspruch (Periode Unfall bis 

Rentenbeginn) damit als vollständig vergütet gelte. Da diese Verfügung in Rechtskraft 

erwachsen ist, bleibt für die Zusprache von weiteren Taggeldleistungen für das 

Unfallereignis vom 20. Dezember 2012 kein Raum mehr. Dies ergibt sich im Übrigen 

auch aus dem Grundsatz von Treu und Glauben, nachdem sich der Beschwerdeführer, 

wie soeben dargelegt, mit dem festgelegten Zeitpunkt des Rentenbeginns mehrfach 

einverstanden erklärt und – nach Erhalt der Berechnung des Verzugszinses für die 

Taggeldnachzahlung (vgl. act. G 7.1-75) – mit Mail vom 6. Januar 2021 explizit 

festgehalten hatte, dass die Taggeldproblematik für ihn nun vollumfänglich 

abgeschlossen sei (act. G 7.1-78). Für den Rückfall vom 20. August 2018 zu einem 

weiteren Unfallereignis vom 30. Juni 2011, anlässlich welchem sich der 

Beschwerdeführer das linke Knie verletzt hatte, hat die Beschwerdegegnerin einen 

Taggeldanspruch im Übrigen bereits mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 

18. Juni 2020 verneint, da der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Rückfalls 

Sozialversicherungsleistungen bezogen habe, sodass keine Taggelder geschuldet 

seien. Gleichzeitig hat sie die Heilbehandlungsleistungen für den Rückfall zum Unfall 

vom 30. Juni 2011 per 31. Januar 2019 eingestellt (act. G 7.2-61). Über den 

Taggeldanspruch für die Unfallereignisse vom 20. Dezember 2012 und 30. Juni 2011 

1.2. 

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2.  

bzw. den Rückfall vom 20. August 2018 ist somit bereits rechtskräftig befunden 

worden.

Im Übrigen sind die von der Beschwerdegegnerin für die Unfallereignisse vom 20. 

Dezember 2012 und vom 30. Juni 2011 bzw. Rückfall vom 20. August 2018 verfügten 

medizinischen Endzustände nicht zu beanstanden. Wie die Beschwerdegegnerin 

nachvollziehbar darlegt, hat bereits ab dem 1. Oktober 2016 keine massgebliche 

Steigerung der unfallbedingt eingeschränkten Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

mehr erwartet werden können, zumal keine zielgerichteten Behandlungen mehr 

stattgefunden haben. Die Kniebeschwerden, welche gemäss den Ausführungen im 

AEH-Gutachten erst Mitte 2019 ausgeheilt gewesen sind, haben die Arbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers erst nach dessen Pensionierung beeinflusst und sind somit 

ohne Einfluss auf seine tatsächliche Arbeitsfähigkeit bis zur Pensionierung geblieben 

(vgl. act. G 7 S. 9 f.).

1.3. 

Anders als die dem Einspracheentscheid zu Grunde liegende Verfügung vom 22. 

Juni 2020, die – wohl aufgrund des Umstandes, dass es damals nicht nur um die 

Rente, sondern auch noch um die vorübergehenden Leistungen gegangen war – einzig 

Bezug auf das Unfallereignis vom 20. Dezember 2012 genommen hatte (act. G 7.1-23), 

ist im angefochtenen Einspracheentscheid der Rentenanspruch integral für beide 

Unfallereignisse vom 20. Dezember 2012 und 30. Juni 2011 festgelegt worden (vgl. act. 

G 1.1). Dies ergibt sich, wie die Beschwerdegegnerin zu Recht darauf hinweist (vgl. 

act. G 7 S. 4 f.), bereits aus dem Gutachten von Dr. E.___ (act. G 7.1-16 f.) bzw. dessen 

Schreiben vom 12. Mai 2021 (act. G 7.1-100), in denen sowohl auf die gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen am rechten OSG als auch auf diejenigen am linken Knie Bezug 

genommen wird. Vor allem aber wird dies aus dem angefochtenen 

Einspracheentscheid deutlich, da darin auch die Einschränkungen am linken Knie für 

die Bemessung des Invaliditätsgrades Berücksichtigung gefunden haben (vgl. act. G 

1.1). Der Einwand des Beschwerdeführers (vgl. act. G 1 S. 6 ff.), wonach die 

Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch nicht gesamthaft, sprich unter 

Berücksichtigung der Unfallfolgen beider Unfälle (beim vom Beschwerdeführer auf S. 8 

genannten Unfalldatum vom 23. Januar 2019 dürfte es sich um einen Verschrieb 

handeln), festgelegt habe, geht somit fehl.

1.4. 

Nach dem Gesagten ist im vorliegenden Verfahren einzig die Höhe der ab dem 1. 

Oktober 2016 von der Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zugesprochenen 

Invalidenrente zu prüfen.

2.1. 

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Anspruch auf eine Invalidenrente hat eine versicherte Person, wenn sie infolge des 

Unfalls zu mindestens 10 % invalid ist (Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, 

ist die Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, 

die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 

haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 und 115 V 134 

E. 2). Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die 

Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie 

stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren 

Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten 

(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist 

entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 

der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 

352 E. 3a mit Hinweis).

2.2. 

Unbestrittenermassen bestehen beim Beschwerdeführer Unfallrestfolgen. Die 

Beschwerdegegnerin hat sich für die Festlegung der sich aus diesen Restfolgen 

ergebenden medizinisch-theoretischen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers im 

Wesentlichen auf das AEH-Gutachten von Dr. E.___ vom 25. April 2020 (act. G 7.1-16 

f.) sowie dessen ergänzende Stellungnahme vom 12. Mai 2021 (act. G 7.1-100) 

gestützt. Dr. E.___ ist zum Schluss gekommen, dass beim Beschwerdeführer in einer 

optimal leidensangepassten Tätigkeit eine medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit 

von 35 % bestehe (Restarbeitsfähigkeit von 65 %), wobei der unfallfremde Anteil der 

Arbeitsunfähigkeit 15 % ausmache. Denn beide Knie (rechts unfallfremd; links zur 

Hälfte unfallfremd) seien an den gesamtheitlichen Beeinträchtigungen zu je 10 % 

beteiligt, was eine unfallfremde Beteiligung an der gesamten Arbeitsunfähigkeit von 15 

% ergebe. Die rein unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit betrage demnach 29.75 % (15 % 

von 35 % = 5.25 %; 35 % - 5.25 % = 29.75 %; Restarbeitsfähigkeit von 70.25 %; 

act. G 7.1-100 S. 2 und 7.1-17 S. 38 f.). Angesichts dessen, dass Dr. E.___ in seinem 

Gutachten vom 25. April 2020 in Ziff. 7.5.1, S. 33 f., ausgeführt hatte, dass der Unfall 

am linken Knie zu einer richtungsgebenden Verschlimmerung geführt habe, hat die 

2.3. 

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Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid jedoch zu Gunsten des 

Beschwerdeführers den durch das linke Knie bedingten Anteil an der 

Gesamtarbeitsunfähigkeit vollständig, sprich zu 10 %, als unfallkausal angerechnet und 

ist somit lediglich von einem unfallfremden Anteil von insgesamt 10 % wegen des 

rechten Knies ausgegangen (vgl. act. G 7.1-120 S. 3). Folglich hat sie ihrer 

Invaliditätsberechnung eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit in optimal angepassten 

Verweistätigkeiten von 31.5 % (35 % abzüglich des Anteils von 10 % für das rechte 

unfallfremde Knie; 10 % von 35 % = 3.5 %; 35 % - 3.5 % = 31.5 %) zu Grunde gelegt.

Die Abweichung von der Einschätzung von Dr. E.___ hinsichtlich des 

unfallkausalen Anteils der Einschränkungen am linken Knie ist von der 

Beschwerdegegnerin plausibel dargelegt worden und wirkt sich ohnehin zu Gunsten 

des Beschwerdeführers aus. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um eine Korrektur 

aus rechtlichen Überlegungen, welche die Beweiskraft des Gutachtens nicht schmälert. 

Im Übrigen hat die Beschwerdegegnerin auf das Gutachten von Dr. E.___ abgestellt, 

was nicht zu beanstanden ist. Das Gutachten beruht auf eigenständigen Abklärungen. 

Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Aspekte im 

Gutachten unberücksichtigt geblieben wären. Namentlich hat sich Dr. E.___ auch mit 

den vom Beschwerdeführer geklagten Leiden auseinandergesetzt und seine 

Einschätzung in Kenntnis der Vorakten abgegeben. Die von ihm gestellten Diagnosen 

hat Dr. E.___ nachvollziehbar begründet und die bescheinigte Arbeitsfähigkeit leuchtet 

in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation ein. Auch der Beschwerdeführer hat in der Beschwerde selber 

keine konkreten Einwände gegen die von der Beschwerdegegnerin angenommene 

medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit vorgebracht. Er hat denn in seiner Einsprache 

gegen die rentenablehnende Verfügung auch zugegeben, dass möglicherweise noch 

irgendeine andere Tätigkeit rein theoretisch und abstrakt objektiv zumutbar sei, jedoch 

sei ihm aus subjektiven Gründen (Alter, bisheriger Beruf, soziale Stellung, Verwurzelung 

am Wohnort, Zugang zu Verweistätigkeiten) nur die angestammte Tätigkeit zumutbar 

(act. G 1.10 S. 11 f.). Aus seiner Sicht ist die Erwerbsunfähigkeit in seinem Fall daher 

nicht anhand der medizinisch-theoretischen Einschränkungen zu ermitteln, sondern 

anhand des von ihm konkret erzielten Einkommens vor und nach Eintritt der Invalidität. 

Selbst in seiner Eventualbegründung für den Fall, dass das Gericht seiner 

Betrachtungsweise nicht folgen sollte, hat der Beschwerdeführer die von der 

Beschwerdegegnerin angenommene medizinisch-theoretische Einschränkung nicht 

konkret kritisiert (vgl. act. G 1 S. 15 ff.). Demnach ist davon auszugehen, dass auch er 

von einer ausreichend abgeklärten medizinischen Situation ausgeht, die eine 

abschliessende Beurteilung des Rentenanspruchs erlaubt (vgl. dazu auch die 

2.4. 

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3.  

Einsprache vom 17. August 2020; act. G 1.10; und die Stellungnahme vom 12. April 

2021; act. G 1.11, auf welche der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde verweist; 

act. G 1 S. 15). Im Übrigen hat er in seiner Beschwerde die Festlegungen im AEH-

Gutachten als für die Parteien verbindlich erklärt (vgl. act. G 1 S. 15, oben), mithin misst 

er dem Gutachten Beweiswert zu. Auf die von der Beschwerdegegnerin gestützt auf 

das Gutachten von Dr. E.___ ermittelte medizinisch-theoretische unfallbedingte 

Arbeitsunfähigkeit in optimal angepassten Verweistätigkeiten von 31.5 % 

(Restarbeitsfähigkeit von 68.5 %) kann folglich abgestellt werden.

Weiter ist – entsprechend den Einwänden des Beschwerdeführers zur 

Zumutbarkeit einer anderen als der angestammten Tätigkeit (vgl. oben E. 3.4) – zu 

prüfen, ob die medizinisch-theoretisch ermittelte Restarbeitsfähigkeit in optimal 

leidensangepassten Tätigkeiten sozialpraktisch überhaupt noch verwertbar ist.

3.1. 

Die Zumutbarkeit der Ausschöpfung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit ist unter 

Annahme eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes zu bestimmen. Der Begriff des 

ausgeglichenen Arbeitsmarktes gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist ein theoretischer 

und abstrakter Begriff, welcher die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt 

(BGE 134 V 70 f. E. 4.2.1). Er umschliesst einerseits ein gewisses Gleichgewicht 

zwischen dem Angebot von Stellen und der Nachfrage nach solchen. Andererseits 

bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer 

verschiedenartiger Stellen offenhält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten 

beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen 

Einsatzes (BGE 110 V 276 E. 4b; Urteil des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 

9C_485/2014, E. 2.2; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 3. 

Dezember 2003, I 349/01, E. 6.1 mit Hinweisen). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt 

umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei 

welchen mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers gerechnet 

werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 2.2 

mit Hinweis auf Urteil vom 29. August 2007, 9C_95/2007, E. 4.3). Von einer 

Arbeitsgelegenheit kann allerdings nicht mehr gesprochen werden, wenn die 

zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der 

ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem 

Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden 

einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil 

des Bundesgerichts vom 14. April 2022, 8C_323/2021, E. 6.1 mit weiteren Hinweisen).

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/22

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Die IV-Stelle hat in ihrer Rentenverfügung vom 27. Oktober 2015 festgehalten, 

dass der Beschwerdeführer medizinisch-theoretisch zwar in der Lage wäre, in einem 

höheren Pensum als in der angestammten Arbeit tätig zu sein, die Zumutbarkeit für die 

Aufnahme einer adaptierten Tätigkeit aufgrund des Alters des Beschwerdeführers 

jedoch nicht gegeben sei. Sie hat daher auf das vom Beschwerdeführer ausgeübte 

tatsächliche Pensum von 25 % in seiner angestammten Tätigkeit abgestellt und ihm 

dieses Einkommen im Umfang von Fr. 28'126.80 als Invalideneinkommen angerechnet, 

sodass sie einen Invaliditätsgrad von 75 % bemessen hat. Sie hat zwar noch 

angemerkt, dass auch unter Anrechnung des hypothetischen Erwerbseinkommens kein 

niedrigerer Invaliditätsgrad resultieren würde. Wie sie dies gemeint hat, bleibt jedoch 

unklar (IV-act. 83-7). Ob dies zutrifft oder nicht, ist nämlich abhängig von der 

medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit, welche die IV-Stelle nur ungefähr bestimmt 

hat (vgl. IV-act. 83-7), sowie des verwendeten Tabellenlohns. Mit diesen Fragen hat 

sich die IV-Stelle nicht näher auseinandersetzen müssen, da sie, wie bereits gesagt, 

aufgrund des Alters des Beschwerdeführers im Berentungszeitpunkt einen Wechsel 

von der angestammten Tätigkeit in eine adaptierte als nicht realistisch bzw. zumutbar 

erachtet hat. Mit anderen Worten hat sie die Verwertbarkeit der medizinisch-

theoretischen Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit verneint.

3.3. 

Aus diesem Umstand kann jedoch, entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers, 

nicht abgeleitet werden, auch im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren sei die 

Verwertbarkeit der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit nicht vollumfänglich 

zumutbar. Zunächst ist die Beschwerdegegnerin nicht an die Feststellungen der IV-

Stelle gebunden (BGE 131 V 362 E. 2.2). Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht 

ausführt (vgl. act. G 7 S. 6), ist das vorgerückte Alter in der Unfallversicherung 

grundsätzlich kein Argument gegen die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit. Die IV-

Rechtsprechung zum vorgerückten Alter gilt im UVG nicht (Urteile des Bundesgerichts 

vom 26. März 2019, 8C_732/2018, E. 7.2, und vom 18. Oktober 2022, 8C_472/2022, E. 

6; je mit Hinweisen). Denn nimmt ein Versicherter nach dem Unfall die Erwerbstätigkeit 

altershalber nicht mehr auf oder wirkt sich das vorgerückte Alter erheblich als Ursache 

der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit aus, so sind gemäss Art. 28 Abs. 4 der 

Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) für die Bestimmung des 

Invaliditätsgrades die Erwerbseinkommen massgebend, die ein Versicherter im 

mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung erzielen könnte. 

Gemäss Rechtsprechung gelangt Art. 28 Abs. 4 UVV gerade auch dann zur 

Anwendung, wenn das vorgerückte Alter das Zumutbarkeitsprofil nicht zusätzlich 

negativ beeinflusst, also keine zusätzlichen Einschränkungen des funktionellen 

Leistungsvermögens mit sich bringt, aber einer Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit 

3.4. 

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4.  

trotzdem entgegensteht, weil sich kein Arbeitgeber mehr findet, der die betroffene 

Person einstellen würde (Urteil des Bundesgerichts vom 26. September 2017, 

8C_307/2017, E. 4.2.2 mit Hinweisen). Im Zeitpunkt des von der Beschwerdegegnerin 

festgelegten Rentenbeginns vom 1. Oktober 2016 ist der am ___ geborene (vgl. dazu 

z.B. act. G 7.2-1) Beschwerdeführer bereits __ Jahre alt gewesen und hat sich damit 

unfallversicherungsrechtlich eindeutig im vorgerückten Alter befunden, bejaht die 

Rechtsprechung dieses doch grundsätzlich bereits ab einem Alter von rund 60 Jahren 

(vgl. BGE 122 V 424 E. 4c; Urteile des Bundesgerichts vom 20. Juni 2016, 

8C_205/2016, E. 3.3, und vom 26. September 2017, 8C_307/2017, E. 4.2.2). Anders als 

in der Invalidenversicherung, bei der ein Rentenanspruch im Zeitpunkt des Erreichens 

des Rentenalters wieder dahinfällt, ist im Bereich der Unfallversicherung mit 

lebenslänglich auszuzahlenden Invalidenrenten (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 12. 

Juli 2012, 8C_209/2012, E. 5.5) bei der Beurteilung der Verwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit aber eben gestützt auf Art. 28 Abs. 4 UVV darauf abzustellen, was 

der Beschwerdeführer im mittleren Alter noch für ein Erwerbspotential besessen hätte.

Gemäss dem Zumutbarkeitsprofil im AEH-Gutachten sind dem Beschwerdeführer 

grundsätzlich leichte bis mittelschwere, vorwiegend sitzende Arbeiten unter Einhaltung 

von Pausen möglich. Nicht möglich sind Tätigkeiten mit Anforderungen an das 

Gleichgewicht, Hocken, wiederholte Kniebeugen und das Besteigen von Leitern. 

Kriechen, Knien, Gehen und Treppe steigen sind nur bis maximal 30 Minuten über den 

Tag verteilt möglich. Arbeiten über Schulterhöhe, Stehen und Sitzen vorgeneigt, 

Rotationen im Stehen, Stehen an Ort, längeres Stehen und Gehen sind nur bis maximal 

drei Stunden über den Tag verteilt möglich (act. G 7.1-17 S. 31, unten). Da sitzende 

Arbeiten mit einer gewissen Wechselbelastung also grundsätzlich noch möglich sind, 

dürfte es auf dem ausgeglichenen allgemeinen Arbeitsmarkt, wie er oben beschrieben 

worden ist (vgl. E. 3.2), nicht ausgeschlossen sein, dass der Beschwerdeführer, wäre er 

noch im mittleren Alter, eine leidensangepasste Tätigkeit, gerade beispielsweise im 

Beratungsbereich, finden könnte. Jedenfalls erscheint das Auffinden einer geeigneten 

Stelle somit nicht von vornherein als ausgeschlossen. Demnach ist im 

unfallversicherungsrechtlichen Bereich von einer Verwertbarkeit der medizinisch-

theoretischen Arbeitsfähigkeit auszugehen.

3.5. 

In einem nächsten Schritt gilt es, die erwerblichen Auswirkungen der gutachterlich 

attestierten unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit zu prüfen. Gemäss Art. 16 ATSG wird für 

die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte 

Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen 

4.1. 

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Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in 

Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 

invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nimmt ein Versicherter nach dem Unfall 

die Erwerbstätigkeit altershalber nicht mehr auf oder wirkt sich das vorgerückte Alter 

erheblich als Ursache der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit aus, so sind für die 

Bestimmung des Invaliditätsgrades die Erwerbseinkommen massgebend, die ein 

Versicherter im mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung 

erzielen könnte (Art. 28 Abs. 4 UVV).

 4.2. 

Für das Valideneinkommen ist massgebend, was die versicherte Person 

aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Umstände nach dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des 

allfälligen Rentenbeginns verdient hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Dabei 

ist in der Regel vom zuletzt – d.h. grundsätzlich vor dem Beginn der unfallbedingten 

ganzen oder teilweisen Arbeitsunfähigkeit – erzielten Verdienst auszugehen (BGE 139 V 

30 E. 3.3.2, mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 18. März 2015, 

8C_590/2014, E. 5.1).

4.2.1. 

Der Beschwerdeführer war vor dem Unfall im Haupterwerb zuletzt bei der B.___ 

als Kontraktmanager angestellt, wobei er gemäss dem Auszug aus seinem 

individuellen Konto im Jahr 2012 ein Jahreseinkommen von Fr. 113'586.-- erzielt hat. 

Daneben hat er durch Unterrichtstätigkeiten als Nebenerwerb beim G.___ Fr. 2'400.-- 

und beim D.___ Fr. 22'800.-- verdient (vgl. IV-act. 69-5). Seine Einkünfte im Jahr 2012 

beliefen sich gesamthaft demnach auf Fr. 138'786.--.

4.2.2. 

Die Beschwerdegegnerin rechnet dem Beschwerdeführer als Valideneinkommen 

lediglich den Haupterwerb bei der B.___ an, da sie der Ansicht ist, dass es sich beim 

Nebenerwerb um eine in Bezug auf Nichtberufsunfälle nicht versicherte Tätigkeit 

handle, für die keine Prämien entrichtet worden seien, und die nach Art. 28 Abs. 2 Satz 

2 UVV bei der Berechnung des Invaliditätsgrades entsprechend unberücksichtigt zu 

bleiben habe (vgl. act. G 7 S. 7 ff. und 11 S. 2). Demgegenüber stellt sich der 

Beschwerdeführer auf den Standpunkt, dass zur Berechnung des Valideneinkommens 

auf das Total seiner Einkünfte abzustellen sei, zumal der Nebenerwerb eigentlich 

ohnehin zur Haupttätigkeit bei der B.___ gezählt habe, da er für dessen Ausübung 

zusätzlichen Urlaub erhalten habe, jedoch unter entsprechender Reduktion des Gehalts 

bei der B.___ (act. G 1 S. 9 ff.; vgl. zum versicherten Verdienst ferner act. G 9).

4.2.3. 

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Gemäss Art. 28 Abs. 2 Satz 1 UVV ist bei Versicherten, die gleichzeitig mehr als 

eine unselbständige Erwerbstätigkeit ausüben, der Invaliditätsgrad entsprechend der 

Behinderung in sämtlichen Tätigkeiten zu bestimmen. Eine Ausnahme davon sieht Art. 

28 Abs. 2 Satz 2 UVV für nicht nach dem Gesetz versicherte oder nicht entlöhnte 

Tätigkeiten vor, die ein Versicherter neben der unselbständigen Tätigkeit ausübt. Die 

Behinderung in solchen nicht versicherten Tätigkeiten ist gemäss Art. 28 Abs. 2 Satz 2 

UVV nicht zu berücksichtigen. Der Erwerb aus unselbständigen Tätigkeiten ist zur 

Ermittlung des Invaliditätsgrades unabhängig davon, ob in den jeweiligen Tätigkeiten 

nur eine Berufsunfall- oder auch eine Nichtberufsunfallversicherung nach UVG besteht, 

zu beachten. Nicht anzurechnen sind einzig Tätigkeiten, für die überhaupt keine 

Versicherung nach UVG besteht (Thomas Flückiger, N 68 zu Art. 18, in: Ghislaine 

Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler 

Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG]; so wohl auch Marc Hürzeler/Claudia 

Caderas, N 30 zu Art. 18, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 

[nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; vgl. auch die Ausführungen zum versicherten 

Verdienst unten in E. 5), was auch mit dem Wortlaut von Art. 28 Abs. 2 Satz 2 UVV in 

Einklang steht ("nicht nach dem Gesetz versicherte […] Tätigkeit").

4.2.4. 

Nach dem Gesagten sind die Einkünfte aus sämtlichen Erwerbstätigkeiten in der 

Höhe von gesamthaft Fr. 138'786.-- (vgl. oben E. 5.2.2) auf Seiten des 

Valideneinkommens zu berücksichtigen. Für eine doppelte Berechnung des IV-Grades 

getrennt nach Haupterwerb und Nebenerwerb, wie sie der Beschwerdeführer in seiner 

Beschwerde vorgenommen hat (vgl. act. G 1 S. 10 ff.), bleibt damit kein Raum. 

Angepasst an die Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2016 (Beginn des 

Rentenanspruchs) ergibt sich ein Valideneinkommen von Fr. 142'020.95 (Fr. 

138'786.-- / 2188 x 2239; vgl. Tabelle T 39 des Bundesamtes für Statistik, Entwicklung 

der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 2010-2021).

4.2.5. 

 4.3. 

Für das Invalideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin auf einen statistischen 

Tabellenlohn gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) 2016 des Bundesamtes für Statistik 

abgestellt und den Beschwerdeführer dabei in das Kompetenzniveau 4 eingeteilt. Sie 

begründet diese Einstufung namentlich damit, dass der Beschwerdeführer während 

seiner beruflichen Laufbahn in unterschiedlichen Branchen in wichtigen 

Führungspositionen und als Selbständiger gearbeitet habe (vgl. act. G 1.1 S. 4 f.).

4.3.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/22

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Demgegenüber ist der Beschwerdeführer der Ansicht, dass für das 

Invalideneinkommen auf das konkret von ihm nach Eintritt der Invalidität erzielte 

Einkommen aus seiner Tätigkeit bei der B.___ im Pensum von 25 % abzustellen sei 

(vgl. act. G 1 S. 9, oben, S. 10, unten und S. 15 f.), wobei auch zu berücksichtigen sei, 

dass er in seinem Nebenerwerb gemäss medizinischer Einschätzung überhaupt nicht 

mehr tätig sein könne. Ausserdem kritisiert er die von der Beschwerdegegnerin 

vorgenommene Einstufung ins Kompetenzniveau 4, da er weder die Matura gemacht 

noch einen akademischen Abschluss habe. Allenfalls wäre er im angestammten 

Bereich auf Kompetenzniveau 3 einzuordnen, keinesfalls aber auf Niveau 4. Wenn die 

versicherte Person nicht auf einen angestammten Beruf zurückgreifen könne, 

rechtfertige sich höchstens die Anwendung des Kompetenzniveaus 2, wenn die 

versicherte Person über besondere Fertigkeiten und Kenntnisse verfüge (vgl. act. G 1 

S. 17, unten).

4.3.2. 

Das Abstellen auf Tabellenlöhne ist angesichts dessen, dass gestützt auf Art. 28 

Abs. 4 UVV von einer Verwertbarkeit der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit 

auszugehen ist (vgl. oben E. 3) nicht zu beanstanden. Denn der Beschwerdeführer 

schöpft mit einem Pensum von 25 % in seiner angestammten Tätigkeit die ihm 

medizinisch-theoretisch attestierte Arbeitsfähigkeit in optimal leidensangepasster 

Tätigkeit von 65 % bzw. von 68.5 % (vgl. dazu oben E. 2.3 f.) nicht voll aus. Im Übrigen 

hat ihm Dr. E.___ selbst in der angestammten Tätigkeit eine medizinisch-theoretische 

Leistungsfähigkeit von 50 % attestiert (vgl. act. G 7.1-17 S. 38). Angesichts dessen, 

dass für die Bestimmung des Invalideneinkommens auf Tabellenlöhne abzustellen ist, 

ist die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit im Nebenerwerb als Dozent bzw. […] 

nicht von Belang.

4.3.3. 

Der Umstand, dass eine versicherte Person ihren angestammten 

Tätigkeitsbereich nicht mehr ausüben kann, führt zwar in der Regel tatsächlich zu einer 

Einstufung ins Kompetenzniveau 1 oder gegebenenfalls bei besonderen Fertigkeiten 

ins Kompetenzniveau 2, wenn es vorgängig zu keiner Umschulung gekommen ist (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts vom 2. August 2021, 8C_131/2021, E. 7.4.1, mit Hinweisen). 

Denn in diesen Fällen ist grundsätzlich anzunehmen, dass eine versicherte Person nur 

Zugang zu denjenigen Anstellungen hat, die keine besondere Ausbildung erfordern. 

Nicht gelten kann dies jedoch, wenn eine versicherte Person aufgrund von mehreren 

Ausbildungen oder ihrer Selbständigkeit noch weitere berufliche Standbeine hat, die 

trotz gesundheitlicher Einschränkungen denkbare Betätigungsfelder eröffnen (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts vom 17. April 2013, 8C_796/2012, E. 3.2; Urteil des 

Bundesgerichts vom 25. August 2017, 8C_382/2017, E. 2.3.3, das darauf schliessen 

4.3.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/22

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lässt, dass bei formalen Weiterbildungen eine andere Einstufung möglich ist). Der 

Beschwerdeführer verfügt über zahlreiche Weiterbildungen und Berufserfahrungen (vgl. 

IV-act. 6), die ihm auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt trotz fehlender Umschulung 

auch nach Eintritt der Invalidität zu Tätigkeiten verhelfen dürften, die intellektuell über 

einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art im Sinne des 

Kompetenzniveaus 1 und auch über praktischen Tätigkeiten wie Verkauf, Pflege, 

Datenverarbeitung, Administration und Bedienen von Maschinen liegen dürften. 

Namentlich sein Spezialwissen im Bereich der […], welches ihm eine selbständige 

Beratungstätigkeit ermöglicht zu haben scheint, aber auch seine Unterrichts- und 

Führungserfahrung gepaart mit guten Englischkenntnissen (vgl. IV-act. 6) dürften ihm 

durchaus Tätigkeiten im Kompetenzniveau 3 (komplexe praktische Tätigkeiten, welche 

ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen) erlauben, die zu einem 

grossen Teil auch sitzend ausgeübt werden können. Eine Einstufung ins 

Kompetenzniveau 4 (Tätigkeiten mit komplexer Problemlösung und 

Entscheidungsfindung, welche ein grosses Fakten- und theoretisches Wissen in einem 

Spezialgebiet voraussetzen), wie sie die Beschwerdegegnerin vorgenommen hat, 

erscheint jedoch angesichts des Umstandes, dass der Beschwerdeführer seine zuletzt 

mehrjährig ausgeübte Tätigkeit nicht mehr vollzeitig wahrnehmen kann, als nicht 

angezeigt. Trotz der sehr guten Aus- und Weiterbildung des Beschwerdeführers ist zu 

bedenken, dass er gemäss eigenen Aussagen keinen akademischen Abschluss 

mitbringt (vgl. act. G 1 S. 17; vgl. ferner seinen Lebenslauf in IV-act. 6, der, soweit 

ersichtlich keinen Hochschulabschluss enthält). Eine Einstufung ins Kompetenzniveau 3 

erscheint demnach sachgerecht.

Ausgehend vom Tabellenlohn gemäss Tabelle TA1 LSE 2016 für die im 

Kompetenzniveau 3 tätigen Männer ergibt sich unter Berücksichtigung einer 

durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden und angepasst an die 

Restarbeitsfähigkeit von 68.5 % (vgl. oben E. 2.3 f.) ein Invalideneinkommen von Fr. 

61'553.65 (Fr. 7'183.-- x 12 / 40 x 41.7 x 0.685).

4.3.5. 

Gründe, die einen Tabellenlohnabzug rechtfertigen, sind vorliegend nicht 

ersichtlich. Den gesundheitlichen Einschränkungen ist bereits im Rahmen der 

medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeitsschätzung Rechnung getragen worden. 

Das Alter rechtfertigt im Lichte von Art. 28 Abs. 4 UVV vorliegend ebenfalls keinen 

weiteren Abzug.

4.3.6. 

Stellt man dem Valideneinkommen von Fr. 142'020.95 (vgl. E. 4.2.5) ein 

Invalideneinkommen von Fr. 61'553.65 (vgl. E. 4.3.5) gegenüber, resultiert eine 

Erwerbseinbusse von Fr. 80'467.30 und ein Invaliditätsgrad von gerundet 57 % (Fr. 

4.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/22

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5.  

80'467.30 x 100 / Fr. 142'020.95). Demnach hat der Beschwerdeführer ab dem 1. 

Oktober 2016 Anspruch auf eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad 

von 57 %.

Taggelder und Renten werden nach dem versicherten Verdienst bemessen (Art. 15 

Abs. 1 UVG). Als versicherter Verdienst gilt für die Bemessung der Taggelder 

grundsätzlich der letzte vor dem Unfall bezogene Lohn, für die Bemessung der Renten 

der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bezogene Lohn (Art. 15 Abs. 2 UVG; Art. 22 

Abs. 3 UVV), wobei der Bundesrat Bestimmungen über den versicherten Verdienst in 

Sonderfällen erlassen kann (vgl. Art. 15 Abs. 3 UVG).

5.1. 

Gemäss dem seit dem 1. Januar 2017 in Kraft getretenen Art. 23 Abs. 5 UVV wird 

für das Taggeld explizit festgehalten, dass der Gesamtlohn aus allen 

Arbeitsverhältnissen massgebend ist, unabhängig davon, ob diese eine Deckung nur 

bei Berufsunfällen oder auch bei Nichtberufsunfällen begründet haben. Da sich der 

Unfall jedoch noch vor dem Inkrafttreten dieser Verordnungsbestimmung ereignet hat, 

kommt grundsätzlich die zum Unfallzeitpunkt geltende Regelung zum Zug, die lediglich 

festgehalten hatte, dass für das Taggeld der Gesamtlohn massgebend sei, wenn ein 

Versicherter vor dem Unfall bei mehr als einem Arbeitgeber tätig gewesen sei (alt Art. 

23 Abs. 5 UVV). Der Wortlaut der früheren Fassung hat sich zur Unfalldeckung im 

Gegensatz zur neuen Regelung also noch nicht explizit ausgesprochen. Das 

Bundesgericht hatte in seiner früheren Rechtsprechung denn auch die Ansicht 

vertreten, dass für die Bemessung des Taggeldes bei mehreren Arbeitgebern nur 

Löhne zu berücksichtigen seien, auf welchen Beiträge zur Finanzierung des 

verwirklichten Risikos erhoben worden seien (vgl. BGE 126 V 26). Schon in einem Urteil 

vom 4. März 2013 ist es aber im Fall einer Versicherten, die auf dem Arbeitsweg einen 

Unfall erlitten hatte, zumindest implizit von dieser Rechtsprechung abgewichen (vgl. 

BGE 139 V 148). Mit der aktuellen Regelung kommt nun auch der gesetzgeberische 

Wille zum Ausdruck, dass bei der Taggeldberechnung sämtliche Löhne zu 

berücksichtigen sind, unabhängig von der Unfalldeckung der zugrundeliegenden 

Arbeitsverhältnisse. Die Beschwerdegegnerin hat bei der Bemessung des versicherten 

Verdienstes bei den Taggeldern denn auch auf den gesamten vom Beschwerdeführer 

im Jahr 2012 erzielten Lohn abgestellt, mithin den Verdienst aus seiner 

Nebenbeschäftigung als Dozent miteinkalkuliert (vgl. act. G 7.1-66).

5.2. 

Bei der Rentenberechnung vertritt die Beschwerdegegnerin jedoch die Ansicht, 

dass mangels expliziter Regelung für die Rentenberechnung und aufgrund des 

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/22

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6.

Nach dem Gesagten ist der Sachverhalt für die zu beurteilenden Belange hinreichend 

abgeklärt, sodass auf weitere Abklärungen, namentlich auch auf die vom 

Beschwerdeführer beantragten Beweiserhebungen (vgl. act. G 1 S. 3 ff.), in antizipierter 

Beweiswürdigung verzichtet werden kann. Auch der vom Beschwerdeführer in der 

Beschwerde vom 3. September 2021 gestellte und nicht weiter begründete Antrag auf 

eine mündliche Verhandlung mit Parteibefragung (act. G 1 S. 3) ist mit dem Ziel 

weiterer Beweiserhebung und nicht unter dem Gesichtspunkt der Gewährleistung des 

in Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 

(EMRK; SR 0.101) verankerten Öffentlichkeitsprinzips erfolgt (vgl. act. G 14). Da von 

einer solchen Parteibefragung ebenfalls keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind und 

kein Anspruch auf die Durchführung einer Verhandlung primär im Hinblick auf eine 

Äquivalenzprinzips zwischen Prämien und Leistungen (Art. 22 Abs. 4 UVV beziehe sich 

auf Löhne, welche in Tätigkeiten erzielt würden, für welche eine Deckung für 

Nichtberufsunfälle bestehe) für den versicherten Verdienst nur auf den Haupterwerb 

abzustellen sei (act. G 7 S. 7 ff.). Dies bemängelt der Beschwerdeführer. Er ist der 

Ansicht, dass auch das aus der Dozententätigkeit erzielte Einkommen für den 

versicherten Verdienst massgeblich sei (vgl. act. G 1 S. 13 ff. und act. G 9 S. 3 f.).

Wie der Beschwerdeführer zu Recht ausgeführt hat (vgl. act. G 1 S. 13 ff.), ist bei 

Versicherten, die im Unfallzeitpunkt bei mehreren Arbeitgebern tätig gewesen sind, für 

die Ermittlung des versicherten Verdienstes auch bei der Rente der gesamte bei allen 

Arbeitgebern erzielte Verdienst massgeblich und zwar unabhängig davon, ob die 

Versicherungsdeckung nur für Berufs- oder auch für Nichtberufsunfälle besteht, wie 

dies für die Taggelder in dem per 1. Januar 2017 in Kraft getretenen Art. 23 Abs. 5 UVV 

explizit festgehalten ist (Ueli Kieser/Kaspar Gehring/Susanne Bollinger, KVG/UVG 

Kommentar, Bundesgesetze über die Krankenversicherung, die Unfallversicherung und 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] mit weiteren Erlassen, 

2018, N 9 zu Art. 15; vgl. ferner oben E. 5.2). Einen sachlichen Grund für eine 

diesbezügliche Ungleichbehandlung zwischen den Renten und den Taggeldern ist nicht 

ersichtlich, zumal im Bereich der Renten bereits Art. 22 Abs. 4 UVV – anders als die 

Taggeldbestimmung in Art. 22 Abs. 3 UVV, die nur von Lohn im Singular spricht – den 

Grundsatz aufstellt, dass der gesamte bei einem oder mehreren Arbeitgebern erzielte 

Lohn in die Berechnung des versicherten Verdienstes einzufliessen hat (vgl. dazu BSK 

UVG-Vollenweider/Brunner, N 15 zu Art. 15; Ueli Kieser/Kaspar Gehring/Susanne 

Bollinger, KVG/UVG Kommentar, in: OFK-Orell Füssli Kommentar, 2018, N 9 zu Art. 

15).

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/22

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St.Galler Gerichte

Beweisabnahme besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 16. Oktober 2018, 

9C_321/2018, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen), ist auch darauf zu verzichten (vgl. 

Entscheide des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Dezember 

2019, UV 2020/37, E. 3.9, und vom 7. Juli 2021, UV 2020/37, E. 5.4).

7.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheentscheid 

aufgehoben und die Beschwerdegegnerin verpflichtet, dem Beschwerdeführer für die 

Zusammenfassend ist die Beschwerde dahingehend gutzuheissen, dass die 

Beschwerdegegnerin verpflichtet wird, dem Beschwerdeführer für die Zeit ab dem 1. 

Oktober 2016 eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 57 % 

auszurichten. Zur Festsetzung des Rentenbetrages im Sinne der Erwägungen ist die 

Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, wobei sie bei der Festlegung des 

versicherten Verdienstes auch die Einkünfte des Beschwerdeführers aus seinen 

Erwerbstätigkeiten beim D.___ sowie beim G.___ zu berücksichtigen hat. Im Übrigen ist 

die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist (vgl. oben E. 2.1 f.).

7.1. 

Gerichtskosten sind mangels gesetzlicher Grundlage im UVG keine zu erheben 

(Art. 61 lit. f  ATSG).

7.2. 
bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei 

Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise 

festzusetzen, wobei insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand 

Rechnung zu tragen ist (Art. 61 lit. g ATSG). Bei vollem Obsiegen erschiene eine 

Parteientschädigung von pauschal Fr. 4'500.-- der Komplexität der Streitsache 

angemessen. Gemessen an den Anträgen (vgl. act. G 1 S. 3) obsiegt der 

Beschwerdeführer allerdings nur teilweise, während er teilweise unterliegt, zumal auf 

einen Teil seiner Rechtsbegehren nicht eingetreten werden kann (vgl. oben E. 1.1 f.). 

Nachdem der Beschwerdeführer mit seinen Anträgen nur teilweise durchgedrungen ist, 

jedoch eine nicht unwesentliche Verbesserung seiner Rechtsposition erstritten hat, 

rechtfertigt sich die Zusprache einer Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'250.-- 

(1/2 von Fr. 4'500.--). Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer demnach 

pauschal mit Fr. 2'250.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

7.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 22/22

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Zeit ab dem 1. Oktober 2016 eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad 

von 57 % auszurichten. Zur Festsetzung des Rentenbetrages im Sinne der 

Erwägungen ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, wobei diese im 

Rahmen ihrer Rentenberechnung bei der Festlegung des versicherten Verdienstes auch 

die Einkünfte des Beschwerdeführers aus seinen Erwerbstätigkeiten beim B.___ sowie 

beim G.___ zu berücksichtigen hat. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, 

soweit darauf eingetreten wird.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

pauschal Fr. 2'250.-- zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 21.02.2023
	Art. 18 Abs. 1 UVG; 22 Abs. 4 UVV; Art. 23 Abs. 5 UVV; Art. 28 Abs. 2 und 4 UVV: Mangels Feststellungsinteresses bzw. aktuellen praktischen Rechtsschutzinteresses Nichteintreten auf den Antrag um Feststellung, dass der angefochtene Einspracheentscheid nach rechtswidrig zu langer Bearbeitungsdauer ergangen sei. Nichteintreten auf den Antrag um Weiterausrichtung der Taggeldleistungen. Praktische Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit mit Blick auf Art. 28 Abs. 4 UVV bejaht. Durchführung Einkommensvergleich. Bei Versicherten, die im Unfallzeitpunkt bei mehreren Arbeitgebern tätig gewesen sind, ist sowohl für die Festlegung des Valideneinkommens im Rahmen der Ermittlung des Invaliditätsgrades als auch für die Ermittlung des versicherten Verdienstes der gesamte bei allen Arbeitgebern erzielte Verdienst massgeblich und zwar unabhängig davon, ob die Versicherungsdeckung nur für Berufs- oder auch für Nichtberufsunfälle besteht. Kein Tabellenlohnabzug beim Invalideneinkommen. Teilweise Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. Februar 2023, UV 2021/57). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_196/2023.

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		2024-05-26T20:59:51+0200
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