# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 34623c48-26e5-5390-9d66-875ebe343887
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.12.2008 E-7779/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7779-2008_2008-12-10.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-7779/2008/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichter Bruno Huber, 
mit Zustimmung von Richter Maurice Brodard;
Gerichtsschreiber Peter Jaggi.

X._______, Mazedonien,
_______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 2. Dezember 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Parteien

Gegenstand

Besetzung

E-7779/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  am 23. Mai  2002  ein  erstes  Mal  in  der 
Schweiz um Asyl nachsuchte, das BFF (Bundesamt für Flüchtlinge, ab 
1.1.2005: Bundesamt für Migration [BFM]) mit unangefochten gebliebe-
ner Verfügung vom 5. November 2002 sein Asylgesuch ablehnte und 
die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass er am 15. März 2003 in A._______ um Asyl nachsuchte und die 
zuständige Behörde mit  Verfügung vom 12. Mai  2003 auf  sein Asyl-
gesuch nicht eintrat,

dass  das  BFF mit  Verfügung  vom 24. Oktober  2003 auf  das  zweite 
Asylgesuch des Beschwerdeführers in der Schweiz vom 21. Septem-
ber 2003 nicht eintrat und ihn am 20. Oktober 2003 nach A._______ 
rücküberstellte,

dass  er  eigenen  Angaben  zufolge  Mazedonien am  14.  September 
2008  erneut  verliess  und  am  18.  September  2008  illegal  in  die 
Schweiz gelangte, wo er am 23. September 2008 ein drittes Mal um 
Asyl nachsuchte,

dass er zur Begründung seines Asylgesuchs anlässlich der summari-
schen  Befragung  im  B._______  vom 20. Oktober  2008  und  bei  der 
Direktanhörung des BFM zu seinen Asylgründen vom 27. November 
2008 ausführte, er sei mazedonischer Staatsangehöriger albanischer 
Ethnie mit letztem Wohnsitz in C._______,

dass  er  homosexuell  sei  und ihn  seine Eltern  im (...)  zu  Hause zu-
sammen mit einem Freund überrascht hätten,

dass er von seinem Vater zusammengeschlagen und des Hauses ver-
wiesen worden sei, sich in der Folge bei Freunden aufgehalten habe, 
kurz  vor  seiner  Ausreise  nach  Hause  zurückgekehrt  sei  und  Geld 
gestohlen habe, um die Reise in die Schweiz zu finanzieren,

dass für  den Inhalt  der  weiteren Aussagen auf  die  Akten verwiesen 
wird,

dass  das  BFM mit  Verfügung vom 2. Dezember  2008  -  eröffnet  am 
4. Dezember 2008 - in Anwendung von Art. 34 Abs. 1  des Asylgeset-

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zes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf  das Asylgesuch nicht 
eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anord-
nete,

dass das  Bundesamt zur  Begründung anführte,  der  Bundesrat  habe 
Mazedonien mit Beschluss vom 25. Juni 2003 als verfolgungssicheren 
Staat (safe country) im Sinne von Art. 6a Abs. 2 lit. a AsylG bezeich-
net,

dass  das  BFM  auf  Asylgesuche  mazedonischer  Staatsangehöriger 
nicht eintrete, ausser die Anhörung ergebe Hinweise auf eine asylrele-
vante Verfolgung,

dass sich vorliegend aus den Akten keine Hinweise ergeben würden, 
welche die widerlegbare Vermutung der Verfolgungssicherheit umstos-
sen könnten,

dass zwar Diskriminierungen und Schikanen gegenüber Homosexuel-
len nicht ausgeschlossen werden könnten, Homosexuelle in Mazedo-
nien aber nicht generell Übergriffen Dritter schutzlos ausgesetzt seien, 

dass es sich bei  den geltend gemachten Vorfällen um ein familiäres 
respektive allgemeines gesellschaftliches Problem und nicht um eine 
asylrechtlich relevante, gezielt gegen die Person des Beschwerdefüh-
rers gerichtete Verfolgung handle,

dass Einschränkungen oder  Diskriminierungen,  denen sich Homose-
xuelle in Mazedonien aufgrund der dort herrschenden öffentlichen Mo-
ral  ausgesetzt  sähen,  für  sich  allein  genommen keine  asylrelevante 
Bedeutung zukomme,

dass es sich beim vom Beschwerdeführer begangenen Diebstahl um 
ein gemeinrechtliches Delikt  handle, dessen Ahndung rechtsstaatlich 
legitim sei,

dass die Wegweisung Regelfolge des Nichteintretens auf das Asylge-
such und deren Vollzug zulässig, zumutbar und möglich sei,

dass der Beschwerdeführer mit Rechtsmitteleingabe vom 4. Dezember 
2008  (Poststempel)  sinngemäss  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen 
Verfügung und die Rückweisung der Sache an das BFM zur materiel-
len Prüfung des Asylgesuchs beantragt,

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dass auf  die Begründung des Rechtsbegehrens, soweit  für  den Ent-
scheid  wesentlich,  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  eingegangen 
wird,

dass die vorinstanzlichen Akten am 8. Dezember 2008 beim Bundes-
verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Be-
schwerde einzutreten ist  (Art. 108 Abs. 2 und 6 AsylG i.V.m. Art. 52 
VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz - sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet - einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Ent-

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scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung eines zweiten Richters entschie-
den  wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nach-
folgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerde-
entscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf Gesuche  von Asylsuchenden  aus verfolgungssicheren Staa-
ten (safe countries) nach Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG nicht eingetreten 
wird,  ausser  es  gebe  Hinweise  auf  eine  Verfolgung  (Art.  34  Abs.  1 
AsylG; vgl. EMARK 1993 Nr. 16 S. 102 ff. und EMARK 2004 Nr. 5),

dass der Bundesrat Mazedonien mit Beschluss vom 25. Juni 2003 zum 
verfolgungssicheren Staat (safe country) erklärt hat,

dass sich die Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe im Wesentli-
chen  in  einer  Wiederholung  und  Bekräftigung  der  Asylrelevanz  der 
mündlichen Vorbringen zur Begründung des Asylgesuchs erschöpfen, 
ohne indessen in substanziierter und stichhaltiger Weise zu den Erwä-
gungen des BFM Stellung zu nehmen,

dass in der angefochtenen Verfügung in rechtsgenüglicher Weise dar-
gelegt wird, weshalb sich die Verfolgungsvorbringen als offensichtlich 
haltlos erweisen und dass sie keine Hinweise auf Verfolgung enthalten,

dass deshalb an dieser Stelle zur Vermeidung von Wiederholungen auf 
die  nicht  zu  beanstandenden  Ausführungen  in  der  vorinstanzlichen 
Verfügung verwiesen werden kann (Art. 109 Abs. 3 BGG i.V.m. Art. 6 
AsylG und Art. 4 VwVG),

dass das BFM demnach in Anwendung von  Art. 34 Abs. 1 AsylG zu 
Recht  auf  das  Asylgesuch  des Beschwerdeführers  nicht  eingetreten 
ist,

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dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer im Heimatstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

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dass weder die allgemeine Lage im Heimatstaat des Beschwerdefüh-
rers noch individuelle Gründe - der Beschwerdeführer verfügt eigenen 
Aussagen zufolge in Mazedonien über ein verwandtschaftliches Bezie-
hungsnetz  und  Freunde,  bei  denen  er  sich  vor  seiner  Ausreise  auf- 
hielt  -  auf  eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr 
schliessen  lassen,  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend 
zumutbar ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art.  8  Abs.  4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.− 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art.  63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.− werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref. Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)
- D._______ (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bruno Huber Peter Jaggi

Versand:

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