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**Case Identifier:** a2750d6a-0887-5338-b5a7-509a43aace42
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 21.10.2025 UV 2024/67
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2024-67_2025-10-21.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2024/67

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 17.11.2025

Entscheiddatum: 21.10.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 21.10.2025
Art. 4 ATSG, Art. 6 Abs. 1 UVG; Beweisverfahren, Zeugenbefragung; in freier 
Beweiswürdigung ergibt sich, dass ein Sturz der Beschwerdeführerin als 
überwiegend wahrscheinlich anzusehen ist; die Beschwerdegegnerin wird 
sich vor diesem Hintergrund erstmals mit der Frage nach unfallkausalen 
Gesundheitsschäden und nach ihrer Leistungspflicht auseinanderzusetzen 
haben; dazu erfolgt Rückweisung an die Beschwerdegegnerin (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. Oktober 2025, UV 
2024/67). Beim Bundesgericht angefochten.

«Entscheid als PDF»

 

Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
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Versicherungsgericht 
Abteilung III 

 

 

 
 
 
 

 Entscheid vom 21. Oktober 2025 

Besetzung  Präsidentin Christiane Gallati Schneider, Versicherungsrichterin Mirjam 
Angehrn und Versicherungsrichter Michael Rutz; a.o. Gerichtsschreiber 
Julian Gantenbein  

   

Geschäftsnr.   UV 2024/67 

   

Parteien 
 

 A.___,  
Beschwerdeführerin,  

 
 

  gegen 

  S c h w e i z e r i s c h e  U n f a l l v e r s i c h e r u n g s a n s t a l t  
( S u v a ) ,  Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern,  

Beschwerdegegnerin,  
 
 

 
  

Gegenstand  Versicherungsleistungen 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

UV 2024/67 
 

 

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Sachverhalt 
A.   

A.a A.___ (nachfolgend: Versicherte) war bei der B.___ GmbH (nachfolgend: Arbeitgeberin) zu 100 
% als Gartenarbeiterin angestellt und daher bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt 

(nachfolgend: Suva) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten 

versichert (vgl. Suva-act. 2).  

A.b Die Arbeitgeberin meldete der Suva am 21. Mai 2024 einen Berufsunfall der Versicherten vom 6. 
Mai 2024. Beim Anheben eines Baumes habe sich die Versicherte am Rücken verletzt (Suva-act. 2). 

A.c Die Erstbehandlung war am Tag des Schadenereignisses, dem 6. Mai 2024, im Spital C.___ 
erfolgt. Im Spitalbericht hatten die behandelnden Ärzte festgehalten, die Versicherte leide bereits seit 

ca. zwei Wochen an Schmerzen im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule (BWS und LWS) sowie 

an Kribbelgefühlen in beiden Händen und im Beckenring. Als sie bei der Arbeit eine schwere Kiste vom 

Boden angehoben habe, habe sie einen akuten Schmerz in der LWS verspürt und es sei zu einer 

Ausbreitung des Kribbelgefühls in beide Beine gekommen. Es war eine Lumbago acuta bei Hebetrauma 

vom 6. Mai 2025 diagnostiziert worden (Suva-act. 14). Auf Zuweisung der behandelnden Ärzte des 

Spitals C.___ waren zudem noch am 6. Mai 2024 in der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin, 

Netzwerk Radiologie, Röntgenaufnahmen von LWS und Becken angefertigt worden. Eine Fraktur hatte 

sich dabei nicht nachweisen lassen können. Auch die paravertebralen Weichteile und die ossären 

Strukturen im Beckenbereich hatten sich intakt gezeigt (Suva-act. 12). 

A.d Die Nachbehandlung erfolgte durch Dr. med. univ. (A) D.___, Facharzt Innere Medizin (vgl. Suva-
act. 2 und act. G32.1). 

A.e Am 14. Mai 2024 war bei der Versicherten auf Zuweisung von Dr. D.___ eine 
Magnetresonanztomographie (MRT) von LWS und Iliosakralgelenk angefertigt worden. Im Bericht von 

Dr. med. E.___, Fachärztin für Radiologie, waren als Indikation LWS-Schmerzen und Taubheit der 

unteren Extremitäten seit dem Aufheben einer «sehr starken Kiste» am 6. Mai 2024 vermerkt worden. 

Dr. E.___ hatte in der Bildgebung keine Frakturen erkennen können. Auffällig waren einzig zwei 

Bandscheibenprotrusionen gewesen (Suva-act. 21). 

A.f Mit Schreiben vom 30. Mai 2024 teilte die Suva der Versicherten mit, ihrer Einschätzung nach 
habe sich kein Unfallereignis im Rechtssinne zugetragen. Auch liege keine unfallähnliche 

Körperschädigung vor, sodass die angefragten Versicherungsleistungen nicht erbracht werden könnten 

(Suva-act. 17). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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3/14 

A.g Am 4. Juni 2024 beantwortete die Versicherte das ihr am 23. Mai 2024 übermittelte (vgl. Suva-
act. 36-4) Formular zum Schadenfall. Am 6. Mai 2024 habe es stark geregnet; sie habe einen Baum 

getragen, als sie auf einer nassen, unebenen Oberfläche ausgerutscht und auf den Rücken gefallen 

sei. Allfällige «Untertreibungen» in ihren vorherigen Schilderungen entschuldigte die Versicherte mit 

Verweis auf ihre mangelnden Deutschkenntnisse (Suva-act. 19). 

A.h Mit Schreiben vom 5. Juni 2024 wandte sich Dr. D.___ an die Suva. Er erklärte, die Versicherte 
habe ihm gegenüber angegeben, beim Anheben eines Baumes auf unebenem und rutschigem Gelände 

auf den Rücken gestürzt zu sein und sich dabei eine Verletzung zugezogen zu haben. Für dieses 

Geschehen gebe es einen Zeugen. Die Versicherte spreche schlecht Deutsch und habe den 

Ereignishergang nur mit Hilfe eines Übersetzungsprogramms beschreiben können (Suva-act. 20).  

A.i Am 6. Juni 2024 richtete die Versicherte eine E-Mail an die Suva, deren Inhalt im Wesentlichen 
den Ausführungen im Formular zum Schadenfall (siehe Sachverhalt A.g) entspricht (Suva-act. 22). 

A.j Die Suva verfügte am 10. Juni 2024 die Ablehnung der Ausrichtung von Versicherungsleistungen 
für die Folgen des Ereignisses vom 6. Mai 2024 (Suva-act. 28).  

B.   

B.a Die Versicherte erhob mit Schreiben vom 12. Juni 2024 (Datum Poststempel) Einsprache gegen 
die Verfügung vom 10. Juni 2024 (Suva-act. 31). 

B.b Der Suva wurde am 17. Juni 2024 ein abgeänderter Bericht zur Notfallkonsultation im Spital 
C.___ vom 6. Mai 2024 eingereicht. Der auf den 14. Juni 2024 datierte Bericht lässt wissen, die 

Versicherte sei bei der Arbeit auf einer Baustelle «auf die LWS gefallen» und stellt die Diagnose 

«Lumbago acuta nach Sturz» (Suva-act. 33). 

B.c Mit Einspracheentscheid vom 11. September 2024 wies die Suva die Einsprache der Versicherten 
ab. Es liege weder ein Unfall noch eine unfallähnliche Körperschädigung vor (Suva-act. 36). 

C.   

C.a Die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) erhob bei der Suva (nachfolgend: 
Beschwerdegegnerin) am 5. Oktober 2024 (Datum Poststempel) Beschwerde gegen deren 

Einspracheentscheid vom 11. September 2024. Sie beantragte die Anerkennung des Ereignisses vom 

6. Mai 2024 als Unfall und die Ausrichtung der gesetzlichen Versicherungsleistungen (act. G1.2). Die 

Beschwerdegegnerin leitete die fälschlicherweise an sie gerichtete Beschwerde am 15. Oktober 2024 

zuständigkeitshalber an das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen weiter (act. G1). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte mit ihrer Beschwerdeantwort vom 29. Oktober 2024 die 
Abweisung der Beschwerde (act. G3). 

C.c Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen befragte am 25. August 2025 in Anwesenheit 
eines Vertreters der Beschwerdegegnerin einen Zeugen, den die Beschwerdeführerin zuvor aus einer 

von der Arbeitgeberin eingereichten Liste der Personen ausgewählt hatte, die am 6. Mai 2024 
zusammen mit ihr gearbeitet hatten (act. G13-G15). Zu seinen Beobachtungen zum Schadenereignis 

vom 6. Mai 2024 befragt, gab der Zeuge an, selbst nicht genau gesehen zu haben, wie es zur Verletzung 

der Beschwerdeführerin gekommen sei. Insbesondere habe er keinen Sturz beobachtet. Die 

Beschwerdeführerin habe sich beschwert, sie sei ausgerutscht (act. G26). Das Einvernahmeprotokoll 

wurde den Parteien zur Kenntnisnahme zugestellt (act. G28). 

C.d Nach der Erteilung einer Entbindungserklärung von der ärztlichen Schweigepflicht durch die 
Beschwerdeführerin (act. G30) holte das Gericht einen Auszug aus der Krankengeschichte (KG-

Auszug) der Beschwerdeführerin für den Zeitraum vom 6. Mai 2024 bis 17. Juni 2024 bei Dr. D.___ ein 

(act. G31 f.). Den Parteien wurde der KG-Auszug zur Kenntnis und allfälligen Stellungnahme 

zugesendet (act. G33). 

C.e Die Beschwerdegegnerin äusserte sich mit Eingabe vom 7. Oktober 2025 zu obenerwähntem 
KG-Auszug (act. G34). 

C.f Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der sonstigen Akten 
wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Erwägungen 
1.   

1.1 Gemäss Art. 60 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist die Beschwerde innerhalb von 30 Tagen nach der 

Eröffnung des Einspracheentscheids einzureichen. Nach Art. 60 Abs. 2 i.V.m. Art. 39 Abs. 2 ATSG gilt 

die Beschwerdefrist auch als gewahrt, wenn die Beschwerdeführerin rechtzeitig, d.h. innert 30 Tagen 

ab Eröffnung des Einspracheentscheids, an eine unzuständige Behörde, insbesondere an den 

Versicherungsträger, gelangt (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 10. April 2019, 9C_441/2018, E. 1, 

und vom 24. November 2021, 8C_362/2021, E. 4; PHILIPP GEERTSEN, N 21 zu Art. 39, in: Ueli 

Kieser/Matthias Kradolfer/ Miriam Lendfers [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, 5. Aufl. 2024 [nachfolgend zitiert: Kommentar 

ATSG]). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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1.2 Die Beschwerdeführerin gelangte mit Schreiben vom 2. Oktober 2024 (Datum Poststempel: 5. 
Oktober 2024) an die Beschwerdegegnerin, also an die Versicherungsträgerin. Die Beschwerdefrist von 

30 Tagen ab Eröffnung des Einspracheentscheids vom 11. September 2024 war am 5. Oktober 2024 

offensichtlich noch nicht abgelaufen. Die Beschwerde ist somit rechtzeitig erfolgt.  

2.   

Vorliegend strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Versicherungsleistungen im 

Zusammenhang mit dem Ereignis vom 6. Mai 2024 zu Recht verweigert hat. 

3.  

3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) werden, 
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, 

nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den 

Tod zur Folge hat. 

3.2 Der Unfallbegriff des Art. 4 ATSG setzt unter anderem die Einwirkung eines ungewöhnlichen 
äusseren Faktors auf den Körper des Verunfallten voraus. Dabei bezieht sich das Begriffsmerkmal der 

Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern auf den Faktor selbst. Ohne 

Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls 
schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich gezogen hat. Ein äusserer Faktor ist ungewöhnlich, 

wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob 

dies zutrifft, beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht 

fallen (ANDRÉ NABOLD, N 42 zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend 

zitiert: KOSS UVG]; IRENE HOFER, N 32 ff. zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne 

Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: 

BSK UVG]; ANDRÉ NABOLD, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum UVG, in: Hans-Ulrich 

Stauffer/Basile Cardinaux [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 

5. Aufl. 2024, S. 32; RKUV 2000 Nr. U 368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen; BGE 122 V 233 E. 1, 121 V 38 

E. 1a, je mit Hinweisen). Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen 

äusseren Faktors auch in einer unkoordinierten Bewegung bestehen (BGE 130 V 118 E. 2.1, 116 V 136 

E. 3b mit Hinweisen; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 13. Dezember 

2002, U 65/02, E. 1.2; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38 E. 2; ALFRED MAURER, Schweizerisches 
Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 176 f.). Bei unkoordinierten Bewegungen gilt der 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der 

Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam 

«programmwidrig» unterbricht oder stört. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der 

ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Veränderung zwischen Körper 

und Aussenwelt – ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor 
(BGE 130 V 118 E. 2.1 mit zahlreichen Hinweisen). Von einer programmwidrigen Störung der 

körperlichen Bewegung ist beispielsweise dann auszugehen, wenn die versicherte Person stolpert, 

ausgleitet oder sich an einem Gegenstand anstösst oder wenn sie, um einen Sturz zu verhindern, eine 

Abwehrbewegung vollführt (NABOLD, a.a.O., S. 41; MAURER, a.a.O., S. 176 f.).  

3.3 Ein Sturz infolge Ausgleitens, wie er von der Beschwerdeführerin behauptet wird, stellt demnach 
unbestreitbar einen Unfalltatbestand im Sinne von Art. 4 ATSG dar. Sollte der von der 

Beschwerdeführerin behauptete Geschehensablauf (Sturz nach Ausgleiten) im vorliegenden Fall 

erwiesen sein, so wäre der Unfallbegriff als erfüllt anzusehen. 

4.  

Im Folgenden ist demnach zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin am 6. Mai 2024 ausrutschte und 

stürzte. Damit diese Frage beurteilt werden kann, muss vorab geprüft werden, wie sich das Ereignis mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit abgespielt hat.  

4.1   

4.1.1 Gemäss Art. 43 Abs. 1 Satz 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die 
notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein. Die nach 

Art. 61 lit. c ATSG vom kantonalen Gericht zu beachtende Untersuchungspflicht entspricht derjenigen 

von Art. 43 Abs. 1 ATSG (Kommentar ATSG-LENDFERS, N 106 zu Art. 61). Im Sozialversicherungsrecht 

herrscht somit der Untersuchungsgrundsatz. Eine Tatsache darf dann als bewiesen angenommen 

werden, wenn die zuständige Verwaltungsbehörde bzw. das Gericht von ihrem Bestehen überzeugt ist. 

Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes 

vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit 

eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener 

Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die 

Wahrscheinlichste würdigt (BGE 138 V 218 E. 6; THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des 

Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, § 70 N 58).  

4.1.2 Der Untersuchungsgrundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den 
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a und 121 V 210 E. 6c). So muss die 
leistungsansprechende Person im Rahmen ihrer Mitwirkungspflicht die einzelnen Umstände des 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Unfallgeschehens glaubhaft machen. Zur Glaubhaftmachung genügt es nicht, lediglich einen 

Gesundheitsschaden nachzuweisen, welcher möglicherweise auf ein Unfallereignis zurückgehen 

könnte. Vielmehr gilt es für die versicherte Person, über das konkrete Geschehen wahre, genaue und 

– wenn möglich – Einzelheiten berührende Angaben zu machen, anhand derer der Unfallversicherer in 

die Lage versetzt wird, sich über die Tatumstände des Ereignisses ein Bild zu machen und diese in 
objektiver Weise abzuklären. Kommt die versicherte Person diesem Erfordernis nicht nach, indem sie 

etwa unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines 

Unfallschadens unglaubwürdig erscheinen lassen, ist der Unfallversicherer nicht leistungspflichtig. Im 

Streitfall obliegt es dem Gericht, zu beurteilen, ob die Elemente eines Unfalls erfüllt sind (NABOLD, 

a.a.O., S. 30).  

4.1.3 Bei widersprüchlichen Angaben zum Ereignishergang ist auf die Beweismaxime abzustellen, 
nach der die spontanen «Aussagen der ersten Stunde» kurze Zeit nach dem Ereignis in der Regel 

unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, welche bewusst oder unbewusst von 

nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können. 

Ändert sich also die Darstellung des Versicherten im Laufe der Zeit, so kommt den kurz nach dem 

Ereignis gemachten Angaben in der Regel höhere Glaubwürdigkeit zu als jenen, die zu einem späteren 

Zeitpunkt, insbesondere in Kenntnis einer Ablehnungsverfügung der Versicherung, erfolgen (BGE 121 

V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c). Allerdings kann auch ein im Nachhinein dargelegter Sachverhalt als 
ausgewiesen gelten und berücksichtigt werden, wenn spätere Aussagen auf früheren Aussagen 

aufbauen bzw. sich die späteren einzig durch einen höheren Detaillierungsgrad auszeichnen. Die 

verschiedenen Aussagen müssen kongruent miteinander vereinbar sein, damit nicht von 

widersprüchlichen Aussagen gesprochen werden kann. Wird dagegen zu einem späteren Zeitpunkt ein 

neuer, mit der bisherigen Schilderung nicht zu vereinbarender Sachverhalt hinzugefügt, ist er 

überwiegend wahrscheinlich als zweifelhaft und damit lediglich als möglich zu betrachten (Entscheid 

des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. April 2019, UV 2017/61, E. 5.1). 

4.1.4 Der Kreis der zulässigen Beweismittel ist gesetzlich nicht abschliessend umschrieben. 
Grundsätzlich ist als Beweismittel alles zulässig, was sich zum Beweis eignet. In Art. 12 Abs. 1 des St. 

Galler Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRP; sGS 951.1) ist der Zeugenbeweis explizit als 

zulässiges Beweismittel genannt. Gemäss Art. 13 VRP richtet sich der Zeugenbeweis «sachgemäss» 

nach den Bestimmungen der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272), namentlich nach 

Art. 169 ff. ZPO. Das VRP kennt keine Beschränkung des Zeugenbeweises. Grundsätzlich ist jede 

Behörde befugt, Zeugeneinvernahmen durchzuführen (vgl. Kommentar VRP-MÄRKLI, N 28 ff. zu Art. 12 
f.). 

4.1.5 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien 
Beweiswürdigung (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG [Urteil des Bundesgerichts vom 1. September 2021, 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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9C_549/2020, E. 3.1; Kommentar ATSG-WIEDERKEHR, N 64 zu Art. 43] und Art. 61 lit. c ATSG). Danach 

haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie 

umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie 

stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine 

zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten (BGE 125 V 351 E. 3a mit 
Hinweisen).  

4.1.6 Der Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im Sinne einer Beweisführungslast 
begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall der 

Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesenen 

Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Die Beweislast für das Vorliegen eines Unfallereignisses liegt 

demnach bei der den Anspruch erhebenden Person (BGE 116 V 140 f. E. 4b m. w. H.; RKUV 1990 Nr. 

U 86 S. 50). Diese Beweisregel gelangt jedoch erst dann zur Anwendung, wenn es sich als unmöglich 

erweist, aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die 

Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen; 

Urteil des Bundesgerichts vom 28. April 2017, 8C_794/2016, E. 4.3.1 mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 

206 S. 327 E. 1).  

4.2  

4.2.1 Die Beschwerdeführerin macht plausibel geltend, über keine oder nur geringe Kenntnisse der 
deutschen Sprache zu verfügen und bei der Notfallbehandlung im Spital C.___ am 6. Mai 2024 sowie 

beim Ausfüllen der Schadenmeldung ein Übersetzungsprogramm zu Hilfe genommen zu haben (Suva-

act. 19 und 22, act. G7.4). Ebendies berichtete Dr. D.___ im Schreiben vom 5. Juni 2024 (Suva-act. 

20). Die mangelnden Deutschkenntnisse und die Zuhilfenahme eines Übersetzungsprogramms können 

womöglich die Variationen und Ungenauigkeiten in den Ereignisschilderungen erklären (vgl. 

Spitalbericht: «schwere Kiste vom Boden gehoben» [Suva-act. 14]; Schadenmeldung: Anheben eines 

Baumes [Suva-act. 2]; Röntgenuntersuchung: «etwas Schweres vom Boden gehoben» [Suva-act. 12]), 

nicht jedoch – und das ist die hier entscheidende Frage –, warum der später behauptete Sturz nach 

Ausgleiten weder im Spitalbericht zur Untersuchung vom 6. Mai 2024 (Suva-act. 14) noch in der 

Schadenmeldung vom 21. Mai 2024 (Suva-act. 2) Erwähnung findet. Der Verweis auf die Verwendung 

eines Übersetzungsprogramms allein vermag diese entscheidende Auslassung, die noch dazu in gleich 

zwei gesonderten Situationen (bei der Untersuchung im Spital und beim Ausfüllen der 

Schadenmeldung) aufgetreten ist, nicht zu erklären. In den beiden mittels eines 

Übersetzungsprogramms abgegebenen Sachverhaltsschilderungen ist nicht einmal ein einem Sturz nur 
annähernd ähnliches Geschehen erwähnt. Als wahrscheinlichste Erklärung für das Fehlen des 

Ausrutschens und des Sturzes in Spitalbericht und Schadenmeldung erscheint, dass die 

Beschwerdeführerin derartiges schlichtweg nicht erwähnt hat.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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4.2.2 Gleichwohl gibt es im vorliegenden Fall auch Anhaltspunkte, die für einen von der 
Beschwerdeführerin am 6. Mai 2024 erlittenen Sturz nach Ausgleiten sprechen. So bringt Dr. D.___ in 

seinem Schreiben vom 5. Juni 2024 vor, die Beschwerdeführerin habe ihm gegenüber bei der 

Anamnese einen Sturz berichtet, was auch in der vom Gericht eingeholten Krankengeschichte 

Abstützung findet (act. G32.1). Nicht unerwähnt bleiben sollte zudem, dass sich auch das Spital C.___ 
auf entsprechende Bemühungen der Beschwerdeführerin hin zu einer nachträglichen Änderung des 

Berichts zur Notfallkonsultation vom 6. Mai 2024 veranlasst sah; der Sturz ist im «korrigierten» Bericht 

vom 22. November 2024 neu in Anamnese und Diagnose erwähnt (act. G7.1). Ferner hat die 

Beschwerdeführerin wiederholt mitgeteilt, dass es für den von ihr behaupteten Geschehensablauf eines 

Sturzes nach Ausgleiten Zeugen gebe, so gegenüber Dr. D.___ und in ihrer Einsprache und in der 

Beschwerdeschrift (vgl. Suva-act. 20 und 31, act. G1.2). Im Ergebnis präsentiert sich der Sachverhalt 

als im Zeitpunkt des Erlasses des Einspracheentscheids nicht abschliessend abgeklärt, die 

Beschwerdegegnerin hätte nicht einfach in Anlehnung an die Beweismaxime der «Aussagen der ersten 

Stunde» in antizipierter Beweiswürdigung auf weitere Beweiserhebungen verzichten dürfen. Auch bei 

Berufung auf die Beweismaxime, dass den ursprünglichen Aussagen regelmässig höhere 

Glaubwürdigkeit zukommt als nachträglichen präzisierenden und/oder abweichenden Schilderungen, 

ist gleichwohl immer vorausgesetzt, dass die ursprünglichen Schilderungen als mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit erstellt angesehen werden können. Die genannte Beweismaxime ersetzt mithin 
nicht eine genügende Sachverhaltsabklärung durch den Versicherungsträger, an deren Ende ein 

überwiegend wahrscheinlicher Sachverhalt erstellt sein muss. In Nachachtung des 

Untersuchungsgrundsatzes wäre es an der Beschwerdegegnerin gelegen gewesen, weitere 

Nachforschungen anzustrengen und insbesondere den von der Beschwerdeführerin bzw. Dr. D.___ 

(Suva-act. 20) angebotenen Beweis in Form einer Zeugenbefragung einzuholen. Indem sie dies 

unterliess, verletzte die Beschwerdegegnerin ihre Untersuchungspflicht. Vor diesem Hintergrund und in 

Erfüllung des Untersuchungsgrundsatzes des Art. 61 lit. c ATSG schritt das Versicherungsgericht zu 

einer Zeugenbefragung (vgl. Sachverhalt C.c).  

4.3   

4.3.1 Die am 25. August 2025 durch das Versicherungsgericht durchgeführte Befragung des von der 
Beschwerdeführerin benannten Zeugen ergab, dass Letzterer den Schädigungsvorgang nicht mit 

eigenen Augen beobachtet hatte. Nach Aussage des Zeugen beklagte sich die Beschwerdeführerin, 

sie sei ausgerutscht, könne nicht mehr richtig stehen. Sie habe die Arbeit verlassen müssen und sei 

von ihrem Mann im Magazin abgeholt worden. Am nächsten Tag erfuhr der Zeuge dann, dass die 
Beschwerdeführerin nicht mehr zur Arbeit zurückkehren werde. Der Zeuge vermochte nicht zu erhellen, 

wie genau es zur Schädigung der Beschwerdeführerin gekommen war. Er verwies darauf, dass man in 

Eile gewesen und seine Sicht auf die Beschwerdeführerin, mit der er (und eine weitere Person) 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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gemeinsam eine Kübelpflanze getragen habe, durch das ausladende Gewächs verstellt gewesen sei 

(act. G26-2).  

4.3.2 Der Zeuge hat demnach keinen Sturz der Beschwerdeführerin beobachtet. Eigene 
Beobachtungen berichtete er erst für die Folge des Verletzungsereignisses: Die Beschwerdeführerin 

habe sich «beschwert», sie sei ausgerutscht. Auch auf explizite Frage nach einem Sturz antwortete der 
Zeuge, er könne über das genaue Geschehen keine Aussage treffen (act. G26-3). Der 

Beschwerdegegnerin ist in ihrer Argumentation gemäss Eingabe vom 7. Oktober 2025 (act. G34) Recht 

zu geben, dass das Nichtbeobachten eines Sturzes durch den Zeugen angesichts der Tatsache, dass 

dieser mit der Beschwerdeführerin eine Pflanze trug und sich daher in ihrer unmittelbaren Nähe befand, 

gegen das Geschehen eines Sturzes spricht. Allerdings gab der Zeuge mehrfach zu bedenken, den 

Moment der Schädigung der Beschwerdeführerin nicht mit eigenen Augen beobachtet zu haben und 

enthielt sich jeglicher Aussage über den Schädigungsablauf. So berichtete der Zeuge nicht etwa, 

beobachtet zu haben, dass die Beschwerdeführerin nicht gestürzt war, sondern sein Zeugnis ist 

dahingehend zu interpretieren, dass er den von der Beschwerdeführerin behaupteten Sturz nicht 

bezeugen konnte. Das Zeugnis beweist den Sturz somit nicht, kann aber auch nicht als Beweis dafür 

verstanden werden, dass die Beschwerdeführerin nicht gestürzt ist. Das von der Beschwerdeführerin 

als Ursache des Sturzes angegebene Ausrutschen auf feuchtem Untergrund hingegen findet in den 

Aussagen des Zeugen eindeutige Abstützung, machte die Beschwerdeführerin diesem doch 
unmittelbar nach dem Ereignis davon Mitteilung. Zudem schilderte der Zeuge, dass er bemerkt habe, 

wie der Beschwerdeführerin der gemeinsam getragene Kübel aus der Hand geglitten sei (act. G26-3). 

4.4  

4.4.1 Eindeutig gestützt wird das Vorbringen eins Sturzes nach Ausgleiten jedoch durch den 
behandelnden Arzt Dr. D.___, welcher – wie bereits erwähnt – mit Schreiben vom 5. Juni 2024 

verlautete, die Beschwerdeführerin habe ihm «bei der Anamnese angegeben», dass sie beim Anheben 

eines Baumes auf unebenem und regennassem Gelände auf den Rücken gestürzt sei (Suva-act. 20). 

In der Krankengeschichte der Beschwerdeführerin bei Dr. D.___ ist denn auch für die Behandlung vom 

14. Mai 2024 unter «Anamnese» vermerkt, die Beschwerdeführerin sei beim Heben eines schweren 

Baums auf unebenem Gelände, das wegen Regens rutschig gewesen sei (übrigens bestätigte der 

Zeuge das Regenwetter; act. G26-2 f.), auf den Rücken gestürzt (act. G32.1). Die Beschwerdeführerin 

hat die Angabe eines Sturzes nach Ausgleiten also vor Kenntnis der Leistungsablehnung (diese erfolgte 

am 30. Mai 2024, Suva-act. 17) gemacht, was entschieden für die Glaubwürdigkeit dieser Angabe 

spricht. Dem Einwand der Beschwerdegegnerin, dass es sich bei der Behandlung vom 14. Mai 2024 
nicht um die Erstbehandlung gehandelt habe, sodass die Äusserungen nicht als Aussagen der ersten 

Stunde zu behandeln, sondern als von versicherungsrechtlichen Überlegungen beeinflusst anzusehen 

seien (act. G34), kann nicht gefolgt werden. Zum einen macht der Umstand, dass zwischen dem 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Ereignis vom 6. Mai 2024 und der Konsultation bei Dr. D.___ vom 14. Mai 2024 rund eine Woche 

verging, die am 14. Mai 2024 erfolgte Sturzangabe nicht unglaubwürdig, zum anderen erfolgte diese 

Angabe – wie bereits erwähnt – vor der Leistungsablehnung, womit eine Beeinflussung durch 

versicherungsrechtliche Überlegungen nicht naheliegt. Schliesslich ist der Umstand, dass es sich bei 

der Konsultation vom 14. Mai 2024 nicht um die Erstbehandlung nach dem Schadenereignis handelte, 
für die Beurteilung der Beweiskraft der an jenem Termin erfolgten Angaben irrelevant. 

4.4.2 Im Regelfall erhält die versicherte Person erstmals im Rahmen der Beantwortung eines 
Fragebogens oder eines ähnlichen Instruments die Gelegenheit, sich mit eigenen Worten direkt 

gegenüber dem Unfallversicherer zum Schadenereignis zu äussern und insbesondere den 

Schadenmechanismus zu schildern. In der Konsequenz kommt der Schilderung im Fragebogen eine 

für die Beurteilung des Leistungsanspruches regelmässig entscheidende Bedeutung zu (zur 

besonderen Beweiskraft der Angaben im Fragebogen vgl. Urteile des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts vom 26. Februar 2004, U 64/2002, E. 2.2.3, und vom 27. Juni 2002, U 148/01, 

E. 2.b). Im vorliegenden Fall lehnte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht mittels Schreiben 

vom 30. Mai 2024 ab (Suva-act. 17), bevor die Beschwerdeführerin den ausgefüllten Fragebogen am 

4. Juni 2024 retournierte (Suva-act. 19). Es entspricht nicht dem üblichen Verfahren der 

Versicherungsträger, die Leistungsablehnung zu kommunizieren, ohne zunächst die Beantwortung des 

Fragebogens abzuwarten. Ein solches Vorgehen verbaut der beschwerdeführenden Person die 
Möglichkeit einer unbefangenen und von insbesondere versicherungsrechtlichen Überlegungen 

unbeeinflussten erstmaligen persönlichen Äusserung. Der Fragebogen vom 4. Juni 2024 ist auch im 

vorliegenden Fall die erste persönliche Äusserung der Beschwerdeführerin zum Ereignishergang; dass 

die Beschwerdegegnerin, ohne die Beantwortung des Fragebogens abzuwarten, ihre Leistungspflicht 

ablehnte, darf sich nicht zu Lasten der Beschwerdeführerin auswirken. 

4.4.3 Im Fragebogen machte die Beschwerdeführerin die Angabe, auf nasser Oberfläche ausgerutscht 
und auf den Rücken gefallen zu sein (Suva-act. 19). Diese Darstellung stimmt im Wesentlichen mit der 

Sachverhaltsschilderung, wie sie aus der Krankengeschichte hervorgeht, sowie mit der Schilderung 

gemäss Schreiben von Dr. D.___ vom 5. Juni 2024 überein. Der am 25. August 2025 befragte Zeuge 

wusste – wie bereits erwähnt – zwar keine eigenen Beobachtungen zum Schädigungsvorgang zu 

berichten, erinnerte sich aber daran, dass sich die Beschwerdeführerin unmittelbar nach dem 

Schädigungsereignis beschwerte, ausgerutscht zu sein (vgl. vorangehende E. 4.3; act. G26-2). 

Abweichend hiervon ist zwar in der echtzeitlichen medizinischen Dokumentation und in der 

Schadenmeldung nicht von einem Sturz nach Ausgleiten die Rede (vgl. vorangehende E. 4.2.1), mit 
der Krankengeschichte (act. G32.1), der erstmaligen persönlichen Schilderung des Geschehens durch 

die Beschwerdeführerin im Fragebogen (Suva-act. 19) und der bezeugten echtzeitlichen (d.h. 

unmittelbar nach der Schädigung erfolgten) Aussage der Beschwerdeführerin, sie sei ausgerutscht (vgl. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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act. 26-2), sprechen allerdings gewichtigere Momente für einen Sturz als gegen einen solchen. 

Insbesondere ergibt sich aus der Schadenmeldung und der medizinischen Dokumentation kein 

einheitliches und stimmiges Bild davon, wie das Geschehen ohne Ausrutschen und Sturz abgelaufen 

sein könnte. Im Vergleich erscheint die Version eines Sturzes wahrscheinlicher, mit anderen Worten 

also überwiegend wahrscheinlich. 

5.   

Nachdem mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein Sturz nach Ausgleiten und damit ein Unfall im 

Sinne von Art. 4 ATSG (vgl. vorangehende E. 3.2) der Beschwerdeführerin nachgewiesen ist, stellt sich 

die Frage, ob aus diesem Geschehen ein Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin auf 

Unfallversicherungsleistungen resultiert. 

5.1 Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung bildet die 
Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur für 

Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis 

zusammenhängen (KOSS UVG-NABOLD, N 48 ff. zu Art. 6; BSK UVG-HOFER, N 63 ff. zu Art. 6; NABOLD, 

a.a.O., S. 56 ff.). Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher 

Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher 

Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist 

demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln 
zu beurteilen ist (KOSS UVG-NABOLD, N 53 und 59 zu Art. 6; BSK UVG-HOFER, N 65 f. und N 74 zu 

Art. 6; NABOLD, a.a.O., S. 58 und 61). Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinne 

nachweisbarer struktureller Veränderungen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus 

dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine 

Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (vgl. BGE 134 V 111 

E. 2.1 und 127 V 103 E. 5b/bb, je mit Hinweisen; SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45; BSK UVG-HOFER, N 80 

zu Art. 6; NABOLD, a.a.O., S. 61 f.). 

5.2 Mit der Begründung, es liege kein Unfallereignis vor, hat die Beschwerdegegnerin eine 
Leistungspflicht bezüglich des Ereignisses vom 6. Mai 2024 von Grund auf abgelehnt und daher zum 

Vorliegen der kausalen Unfallfolgen (vgl. dazu BGE 129 V 181 E. 3.1 ff. mit Hinweisen), der im 

gegebenen Fall dadurch notwendig gewordenen Heilbehandlungen und eingetretenen 

Arbeitsunfähigkeiten nicht verfügt. Dies wird sie nun angesichts des Vorliegens eines Unfallereignisses 

nachzuholen haben. Der vorliegende Fall ist entsprechend zur erstmaligen Abklärung dieser Frage 

unter der Annahme eines Sturzereignisses an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.  

6.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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6.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 2. Oktober 2024 unter Aufhebung 
des angefochtenen Einspracheentscheids vom 11. September 2024 gutzuheissen und die 

Beschwerdegegnerin zu verpflichten, den Anspruch der Beschwerdegegnerin auf die gesetzlichen 

Versicherungsleistungen aus dem Ereignis vom 6. Mai 2024 zu prüfen und darüber neu zu verfügen. 

6.2 Gerichtskosten sind mangels spezialgesetzlicher Grundlage im UVG keine zu erheben (Art. 61 
lit. fbis ATSG). 

6.3 In Anwendung von Art. 45 Abs. 1 ATSG und angesichts ihrer Untersuchungspflicht gemäss Art. 
43 Abs. 1 ATSG hat die Beschwerdegegnerin die im Beschwerdeverfahren durch die vom Gericht 

durchgeführte Zeugenbefragung angefallenen Kosten von Fr. 263.60 (act. G27) zu tragen.  

6.4 Die obsiegende (die Zurückweisung zur neuer Beurteilung gilt praxisgemäss als Obsiegen, vgl. 
BGE 132 V 215 E. 6.2) Beschwerdeführerin hat grundsätzlich Anspruch auf Entschädigung der 

Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Aus den Akten ergeben sich indessen keine Hinweise darauf, dass 

der nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin durch das vorliegende Verfahren Parteikosten 

entstanden sind, welche nach Art. 61 lit. g ATSG zu ersetzen wären. Es ist demnach keine 

Parteientschädigung zuzusprechen. 

  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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14/14 

Entscheid 
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  
In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 11. September 2024 aufgehoben 

und die Streitsache zur Prüfung des Anspruchs der Beschwerdeführerin auf die gesetzlichen 

Leistungen und zum Erlass einer entsprechenden anfechtbaren Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

überwiesen. 

2.  
Es werden keine Gerichtskosten erhoben. 

3.  
Die Beschwerdegegnerin hat die Kosten für die Zeugenbefragung durch das Gericht in Höhe von Fr. 

263.60 zu tragen. 

4.  
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 21.10.2025
	Art. 4 ATSG, Art. 6 Abs. 1 UVG; Beweisverfahren, Zeugenbefragung; in freier Beweiswürdigung ergibt sich, dass ein Sturz der Beschwerdeführerin als überwiegend wahrscheinlich anzusehen ist; die Beschwerdegegnerin wird sich vor diesem Hintergrund erstmals mit der Frage nach unfallkausalen Gesundheitsschäden und nach ihrer Leistungspflicht auseinanderzusetzen haben; dazu erfolgt Rückweisung an die Beschwerdegegnerin (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. Oktober 2025, UV 2024/67). Beim Bundesgericht angefochten.

		2026-01-28T04:04:59+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen