# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ba1f9e1c-c39b-55f4-8ab9-42fe81940ad3
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240271-O1
**Docket/Reference:** SB240271-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240271-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer 

Geschäfts-Nr.: SB240271-O/U/nk

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichter lic. iur. Weder und 

Oberrichterin lic. iur. Graf sowie Gerichtsschreiber MLaw Orlando

Urteil vom 3. September 2025

in Sachen

A._____,

Beschuldigter und Berufungskläger

bis 7. August 2025 amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin MLaw X1._____, 

ab 7. August 2025 amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin MLaw, LL.M. 

X2._____,

gegen

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,

Anklägerin und Berufungsbeklagte

sowie

B._____,

Privatklägerin

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____,

betreffend Drohung etc.

- 2 -

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur, Einzelgericht 

Strafsachen, vom 11. Januar 2024 (GG230112)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 6. November 

2023 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 23).

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 76 S. 41 f.)

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig







der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 StGB;

der mehrfachen Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB, so-
wie

des mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen im Sinne 
von Art. 292 StGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 10 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis 

und mit heute 255 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft erstan-

den sind, einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.– (entsprechend 

Fr. 900.–) sowie einer Busse von Fr. 1'500.–.

3.

4.

Die Freiheitsstrafe und die Geldstrafe werden vollzogen.

Die Busse ist zu bezahlen.

Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 15 Tagen.

5.

Es wird eine ambulante Behandlung im Sinne von Art. 63 StGB (Behandlung 

psychischer Störungen) angeordnet. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zu 

diesem Zweck aufgeschoben.

6.

Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

vom 3. November 2023 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich, 

Asservaten-Triage, lagernden Gegenstände werden eingezogen und dem 

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Forensischen Institut Zürich (FOR) zur gutscheinenden Verwendung über-

lassen.

1 Selbstladepistole Marke CZECH, Modell 75, Kal. 9x19 mm PARA, Nr. 1, 
mit schwarzem Holster (Asservat-Nr. A017'123'636);
2 Magazine zu Pistole CZECH enthaltend je 15 Patronen 9x19 mm PARA 
(Asservat-Nr. A017'123'625).

7.

Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 3. No-

vember 2023 beschlagnahmte und bei der Kantonspolizei Zürich, Asserva-

ten-Triage, gelagerte Säbel, rostig, mit Säbelscheide (Asservat-

Nr. A017'123'750) wird dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft auf 

erstes Verlangen herausgegeben. Wird innert 3 Monaten kein entsprechen-

des Begehren gestellt, wird der Säbel, rostig, mit Säbelscheide der Lagerbe-

hörde zur Vernichtung überlassen. 

8.

Das am 21. Juli 2023 vom Forensischen Institut Zürich (FOR) sichergestellte 

Beschussmaterial aus Pistole CZECH (Asservat-Nr. A017'602'970) wird als 

Beweismittel bei den Akten belassen.

9.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin (B._____) eine Um-

triebsentschädigung von Fr. 533.05 zu bezahlen.

10. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 

(B._____) aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadener-

satzpflichtig ist.

11. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin (B._____) Fr. 1'500.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 9. Mai 2023 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.

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12. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

1'800.00 ; die weiteren Kosten betragen:

2'000.00 Gebühr für das Vorverfahren;

14'595.00   Gutachten und Expertisen;

2'080.00   Auslagen Untersuchung;

1'500.00   Kosten Beschwerdeverfahren Obergericht III. Strafkam-

mer (UB230137-K);

1'200.00   Kosten Beschwerdeverfahren Obergericht III. Strafkam-

mer (UB230168-K);

1'000.00   Kosten Beschwerdeverfahren Obergericht III. Strafkam-

mer (UB230184-K);

17'987.65 Kosten amtliche Verteidigung Rechtsanwalt lic. iur. 
X3._____ (inkl. Auslagen und MwSt.);

12'148.95 Kosten unentgeltliche Verbeiständung Rechtsanwältin 
MLaw C._____ (inkl. Auslagen und MwSt.);

54'311.60   Total

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert 

sich die Entscheidgebühr auf zwei Drittel.

13. Die Kosten gemäss Dispositivziffer 12 werden, mit Ausnahme der Kosten 

der amtlichen Verteidigung, der unentgeltlichen Geschädigtenvertretung und 

der Begutachtung, welche auf die Gerichtskasse genommen werden, dem 

Beschuldigten auferlegt, jedoch sofort endgültig abgeschrieben.

14. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an:









die erbetene Verteidigung, in dreifacher Ausfertigung für sich, zuhan-
den des Beschuldigten und zuhanden des amtlichen Verteidigers 
(übergeben),

die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, im Doppel (überbracht, 
gegen Empfangsschein),

die Vertreterin der Privatklägerschaft für sich und zuhanden der Privat-
klägerschaft (übergeben);

den Justizvollzug und Wiedereingliederung, Bewährungs- und 
Vollzugsdienste, per E-Mail (kanzlei.bvd@ji.zh.ch),

- 6 -





das Bundesamt für Polizei, Zentralstelle Waffen, 3003 Bern (hinsicht-
lich Disp.-Ziff. 9);

die Bezirksgerichtskasse (übergeben);

und hernach als begründetes Urteil an







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Be-
schuldigten (eingeschrieben, gegen Empfangsschein);

die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (gegen Empfangsschein);

die Vertreterin der Privatklägerschaft für sich und zuhanden der Privat-
klägerschaft (eingeschrieben, gegen Empfangsschein);

und nach Eintritt der Rechtskraft an











den Justizvollzug und Wiedereingliederung, Bewährungs- und Voll-
zugsdienste, mit Vermerk der Rechtskraft (im Doppel unter Beilage der 
Akten zur Einsicht);

die Kantonspolizei Zürich, Asservaten-Triage, Zeughausstrasse 11, 
Postfach, 8021 Zürich (hinsichtlich Disp.-Ziff. 9, 7 und 8);

das Forensische Institut Zürich, Erkennungsdienst, Postfach, 8010 Zü-
rich (hinsichtlich Disp.-Ziff. 9 und 8);

die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich, 8090 Zürich (hinsichtlich 
Disp.-Ziff. 9);

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A unter Beilage 
des Formulars "Löschung DNA-Profil und Vernichtung ED-Material", 
Postfach, 8090 Zürich.

15. Gegen dieses Urteil kann innert 10 Tagen von der Eröffnung an beim Be-

zirksgericht Winterthur, Einzelgericht Strafsachen, Lindstrasse 10, 8400 

Winterthur, mündlich oder schriftlich Berufung angemeldet werden.

Mit der Berufung kann das Urteil in allen Punkten umfassend angefochten 

werden. Mit der Berufung können gerügt werden:

Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung des Ermessens, 

Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung, die unvollständige und unrich-

tige Feststellung des Sachverhaltes oder Unangemessenheit.

Die Berufung erhebende Partei hat binnen 20 Tagen nach Zustellung des 

begründeten Entscheids dem Obergericht des Kantons Zürich, Strafkammer, 

Postfach, 8021 Zürich, eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. 

Sie hat darin anzugeben, ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen 

anficht, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils sie verlangt. 

- 7 -

Werden nur Teile des Urteils angefochten, ist verbindlich anzugeben, auf 

welche sich die Berufung beschränkt.

Bei offensichtlich verspäteten Berufungsanmeldungen oder Berufungserklä-

rungen wird auf die Berufung ohne Weiterungen nicht eingetreten.

Berufungsanträge:

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 107 S. 2)

1.

Der Beschuldigte sei von den Vorwürfen

- der mehrfachen Drohung i.S.v. Art. 180 StGB;

- der mehrfachen Beschimpfung i.S.v. Art. 177 Abs. 1 StGB; sowie

- des mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen i.S.v. 

Art. 292 StGB 

vollumfänglich freizusprechen.

2.

Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 

3. November 2023 beschlagnahmte Selbstladepistole Marke CZECH, 

Modell 75, al. 9x19 mm PARA, NR. 1, mit schwarzem Holster (Asser-

vat-Nr. A017'123'636) sowie 2 Magazine zur Pistole CZECH enthaltend 

je 15 Patronen 9x19 mm PARA (Asservat-Nr. A017'123'625) seien dem 

Beschuldigten auf erstes Verlangen hin herauszugeben.

3.

Das am 21. Juli 2023 vom Forensischen Institut Zürich (FOR) sicherge-

stellte Beschussmaterial aus Pistole CZECH (Asservat-Nr. 

A017'602'970) sei zu vernichten.

4.

Die Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 

seien vollumfänglich abzuweisen.

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5.

Dem Beschuldigten sei für die zu Unrecht erlittene Haft sowie die zu 

Unrecht erlittenen Ersatzmassnahmen eine angemessene Entschädi-

gung in der Höhe von mindestens CHF 60'640.00 zuzusprechen.

6.

Es sei festzustellen, dass die Gerichtsgebühr ausser Ansatz fällt und 

die übrigen Kosten seien, einschliesslich derjenigen der amtlichen Ver-

teidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatkläge-

rin, auf die Staatskasse zu nehmen.

b)

Der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland:

(schriftlich, Urk. 82)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

- 9 -

Erwägungen:

I. Prozessgeschichte/Prozessuales

1.

Verfahrensgang

1.1. Gegen das vorstehend wiedergegebene, mündlich eröffnete und schriftlich im 

Dispositiv mitgeteilte Urteil vom 11. Januar 2024 (Urk. 60) meldete die Verteidigung 

namens des Beschuldigten innert Frist Berufung an (Urk. 71). Das begründete Ur-

teil (Urk. 73 = 76) wurde den Parteien am 3. und 4. Juni 2024 zugestellt (Urk. 74). 

Mit Schreiben vom 21. Juni 2024 ging die Berufungserklärung der Verteidigung na-

mens des Beschuldigten fristgerecht ein, wobei keine Beweisanträge gestellt wur-

den (Urk. 79). Mit Präsidialverfügung vom 28. Juni 2024 wurde der Staatsanwalt-

schaft Winterthur/Unterland (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) und der Privatkläge-

rin Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erklären oder begründet ein Nichtein-

treten auf die Berufung zu beantragen. Zudem wurde der Beschuldigte aufgefor-

dert, dem Gericht bis spätestens drei Wochen vor der Berufungsverhandlung das 

ihm  zugestellte  "Datenerfassungsblatt"  und  diverse  Unterlagen  einzureichen 

(Urk. 80). Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 4. Juli 2024 auf An-

schlussberufung, beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils und er-

suchte um Dispensation ihres Vertreters von der Teilnahme an der Berufungsver-

handlung (Urk. 82). Die Verteidigung reichte namens des Beschuldigten mit Ein-

gabe vom 8. August 2024 die angeforderten Dokumente ein (Urk. 84 und 85/1-6). 

Mit Datum vom 22. Oktober 2024 wurden die Parteien auf den 3. September 2025 

zur Berufungsverhandlung vorgeladen, wobei die Vorladung gegenüber der Staats-

anwaltschaft fakultativ erfolgte (Urk. 86). Die Privatklägerin liess mit Eingabe vom 

24. Februar 2025 den Antrag stellen, ihr sei die unentgeltliche Rechtspflege zu ge-

währen und ihre Vertreterin als unentgeltliche Rechtsvertreterin einzusetzen (Urk. 

87). Mit Präsidialverfügung vom 17. März 2025 wurde der Privatklägerin Frist ge-

setzt, um schriftlich ihre aktuellen wirtschaftlichen Verhältnisse ergänzend darzule-

gen (Urk. 88). Die Privatklägerin liess mit Eingabe vom 28. April 2025 samt Beila-

gen ihr Gesuch ergänzend begründen (Urk. 91 und 92/1-7). Mit Präsidialverfügung 

vom 7. Mai 2025 wurde der Privatklägerin für das Berufungsverfahren die unent-

geltliche Rechtspflege gewährt und Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ als unentgeltli-

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che Rechtsvertreterin der Privatklägerin bestellt (Urk. 93). Mit Eingabe vom 6. Au-

gust 2025 liess der Beschuldigte den Antrag stellen, seine bisherige amtliche Ver-

teidigerin, Rechtsanwältin MLaw X1._____, die noch bis Ende August 2025 im Mut-

terschaftsurlaub weile, aus dem Amt zu entlassen und durch Rechtsanwältin MLaw 

X2._____ zu ersetzen, wobei Rechtsanwältin X2._____ auf Nachfrage erklärte, das 

Vorgehen sei mit Rechtsanwältin X1._____ so abgesprochen (Urk. 95 und 96). Mit 

Präsidialverfügung vom 7. August 2025 wurde Rechtsanwältin MLaw X1._____ als 

amtliche  Verteidigerin  entlassen  und  Rechtsanwältin  MLaw  X2._____  als  neue 

amtliche  Verteidigerin  des  Beschuldigten  bestellt  (Urk.  97).  Am  12.  August  2025 

wurden die Parteien über eine erfolgte Änderung der Gerichtsbesetzung unterrich-

tet (Urk. 99). Im Rahmen der Vorbereitung der Berufungsverhandlung zeigte sich, 

dass sich eine Einvernahme der Privatklägerin als Auskunftsperson vor Gericht als 

unumgänglich  erweist,  weswegen  die  Privatklägerin  entsprechend  vorgeladen 

wurde (Urk. 100).

1.2. Zur Berufungsverhandlung vom 3. September 2025 erschienen der Beschul-

digte in Begleitung seiner amtlichen Verteidigerin, Rechtsanwältin MLaw X2._____, 

und die Privatklägerin in Begleitung ihrer unentgeltlichen Vertreterin, Rechtsanwäl-

tin lic. iur. Y._____ (Prot. II S. 6). Das Urteil erging gleichentags nach erfolgter Be-

ratung im Anschluss an die Berufungsverhandlung (Prot. II S. 30 ff.).

2.

Umfang der Berufung

2.1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung aufschie-

bende Wirkung. Die Rechtskraft des angefochtenen Urteils wird somit im Umfang 

der  Berufungsanträge  gehemmt,  während  die  von  der  Berufung  nicht  erfassten 

Punkte in Rechtskraft erwachsen (vgl. BÜHLER, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], 

Basler  Kommentar,  Schweizerische  Strafprozessordnung,  3.  Aufl.,  Basel  2023, 

Art. 402 N 1 f., m.w.H.). Mit der Berufungserklärung ist deshalb verbindlich anzu-

geben, auf welche Teile des angefochtenen Urteils sich die Berufung gegebenen-

falls beschränkt (Art. 399 Abs. 3 lit. a sowie Abs. 4 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 3 

lit. b StPO sind mit der Berufungserklärung zudem reformatorische Anträge in der 

Sache  selbst  zu  stellen,  d.h.  vom  Berufungskläger  ist  anzugeben,  wie  das  Urteil 

nach seiner Ansicht richtigerweise lauten soll (BGE 149 IV 284, E. 2.2; BGE 143 IV 

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408, E. 6.1; BGer. 7B_539/2023 vom 3. November 2023, E. 3.1.2). Die gestellten 

Rechtsbegehren sind dabei stets nach Treu und Glauben auszulegen, insbeson-

dere im Lichte der dazu gegebenen Begründung (BGE 147 V 369, E. 4.3.1; Urteile 

des  Bundesgerichts  6B_881/2021  vom  27.  Juni  2022,  E.  1.2;  7B_293/2022  vom 

6. Januar 2024, E. 2.2.1 f.).

2.2. Die Verteidigung ficht das vorinstanzliche Urteil mit ihrer Berufung ausdrück-

lich bezüglich Dispositivziffern 1-6, 8-11 und  13 an (Urk. 79 S. 2). Nachdem der 

Beschuldigte einen vollumfänglichen Freispruch beantragt, gilt die an sich nicht an-

gefochtene  Kostenfestsetzung  als  mit  der  Kostenauflage  mitangefochten,  da  im 

Falle eines vollständigen Freispruchs die Gerichtsgebühr ausser Ansatz fiele.

2.3. Von der Berufung nicht umfasst ist somit einzig die Dispositivziffer 7 (Heraus-

gabe des Säbels). Das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur - Einzelgericht Straf-

sachen, vom 11. Januar 2024 ist mithin bezüglich jener Dispositivziffer in Rechts-

kraft erwachsen, was vorab mittels Beschluss festzustellen ist.

3.

Formelles

Auf die Argumente der Parteien ist im Rahmen der nachstehenden Erwägungen 

einzugehen. Dabei muss sich das Gericht nicht ausdrücklich mit jeder tatsächlichen 

Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen; vielmehr kann es 

sich  auf  die  für  die  Entscheidfindung  wesentlichen  Gesichtspunkte  beschränken 

(vgl. statt vieler: BGE 141 IV 249, E. 1.3.1, mit Hinweisen). Ferner kann das Gericht 

zur Begründung im Folgenden auf Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen 

Entscheid verweisen, soweit es diese als zutreffend erachtet (Art. 82 Abs. 4 StPO; 

vgl. hierzu BGer. 6B_570/2019 vom 23. September 2019, E. 4.2, m.w.H., sowie NY-

DEGGER, Der Verweis auf die Entscheidbegründung der Vorinstanz gemäss Art. 82 

Abs. 4 StPO, recht 2021, S. 15 ff.). Dies, zumal das strafrechtliche Berufungsver-

fahren  keine  Wiederholung  des  erstinstanzlichen  Erkenntnisverfahrens  darstellt 

und  das  Berufungsgericht  auch  keine  Erstinstanz  ist;  vielmehr  knüpft  das  Beru-

fungsverfahren an das erstinstanzliche Verfahren an und baut darauf auf (vgl. dazu 

Urteile  des  Bundesgerichts  7B_15/2021  vom  19.  September  2023,  E. 4.2.2; 

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7B_11/2021  vom  15.  August  2023,  E.  5.2;  6B_931/2021  vom  15.  August  2022, 

E. 3.2; 7B_293/2022 vom 6. Januar 2024, E. 2.2.1).

II. Sachverhalt

1.

Ausgangslage

1.1. Anklagevorwürfe

Die Anklage wirft dem Beschuldigten zusammengefasst vor, die Privatklägerin am 

14. Februar 2023, am 15. Februar 2023, am 25. Februar 2023 und Anfang August 

2023  mehrfach  verbal  bedroht  und  teilweise  beschimpft  zu  haben.  Am  12.  und 

18. August habe er zudem gegen ein gegen ihn erlassenes Kontaktverbot zur Pri-

vatklägerin verstossen (Urk. 23 S. 2 ff.).

1.2. Beschuldigter/Verteidigung

1.2.1.

Der Beschuldigte bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Hinsicht-

lich des eingeklagten Vorfalls vom 14. Februar 2023 bestreitet er, zur Privatklägerin 

gesagt zu haben, "ich ficke deine türkische Mutter, ich werde dich jetzt umbringen, 

ich werde dich zertrampeln", sowie sie als Kuh und Schwein bezeichnet zu haben 

(Urk. 5/3  F/A 7,  Prot. I  S.  10  f.)  und  mehrmals  gesagt  zu  haben  "ich  werde  dich 

umbringen, ich werde dich erledigen" (Urk. 5/5 F/A 28, Prot. I S. 11 f.). Der Beschul-

digte bestreitet mithin, an jenem Abend mindestens fünf Mal gesagt zu haben, er 

werde die Privatklägerin umbringen (Urk. 5/5 F/A 28, Prot. I S. 13). Betreffend den 

vorgeworfenen Vorfall vom 15. Februar 2023 bestreitet der Beschuldigte ebenfalls, 

die Privatklägerin mit der Äusserung "Ja cu tebe ubiti" [ich bringe dich um] bedroht 

zu haben (Urk. 5/1 F/A 7; Urk. 5/2 F/A 6) und sie erneut als Kuh und Schwein be-

zeichnet zu haben (Urk. 5/5 F/A 28). Des Weiteren bestreitet der Beschuldigte, am 

25. Februar 2023 gegenüber seiner Ex-Frau – bezogen auf die Privatklägerin – ge-

sagt zu haben, dass er "die Türkin von oben" umbringen würde (Urk. 5/3 F/A 12; 

Urk. 5/5  F/A 28,  Prot. I  S.  13).  Im  Rahmen  des  Berufungsverfahrens  bestritt  der 

Beschuldigte die Tatvorwürfe nach wie vor (Prot. II S. 25, S. 27). 

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1.2.2.

Bezüglich des eingeklagten Vorfalls von Anfang August 2023 bestreitet 

der  Beklagte  ebenfalls,  in  seiner  Wohnung  gegenüber  einer  Person  am  Telefon 

gesagt zu haben, dass, wenn er zurückkomme, die Privatklägerin sehen werde und 

sie keine Ruhe hätte, solange sie am Leben sei (Urk. 5/5 F/A 12; Urk. 5/5 F/A 28, 

Prot. I  S.  15  f.).  Schliesslich  bestreitet  der  Beschuldigte,  die  Privatklägerin  am 

12. August 2023  und  am  18. August 2023  gesehen  oder  getroffen  zu  haben  und 

sich ihr mehr als zehn Meter genähert zu haben (Urk. 5/5 F/A 18 und 19, Prot. I S. 

17 f., Prot. II S. 25 f.). 

1.2.3.

Seitens der Verteidigung wird ein vollumfänglicher Freispruch von den 

Vorwürfen der mehrfachen Drohung, der mehrfachen Beschimpfung und des mehr-

fachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen beantragt (Urk. 58 S. 1; Urk. 79 

S. 2; Urk. 107).

1.3. Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtete den Anklagesachverhalt sowohl hinsichtlich der Tatvor-

würfe  im  Februar  2023  als  auch  derjenigen  im  August  2023  als  erstellt  (Urk.  76 

S. 10-23).

2. Grundlagen der Beweiswürdigung/Beweismittel

Hierzu kann zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen auf die zutreffenden Aus-

führungen im vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden (Urk. 76 S. 7 ff.). 

3. Glaubwürdigkeit/Interessenslage/allgemeines  Aussageverhalten  der  wich-

tigsten Aussagepersonen

3.1. Beschuldigter

Der Beschuldigte hat bereits aufgrund seiner prozessualen Stellung ein evidentes 

Interesse am Verfahrensausgang, doch spricht dies nicht per se gegen die Richtig-

keit seiner Aussagen. Zu berücksichtigen ist, dass die vorliegend zu beurteilenden 

Vorfälle insofern eine Vorgeschichte haben, als dass zwischen dem Beschuldigten 

und  der  Privatklägerin  –  wie  von  beiden  geschildert  (Urk.  5/1  F/A  11  und  13; 

Urk. 6/2 F/A 23 und 57) – offenbar bereits seit einiger Zeit ein Konflikt schwelte, der 

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sich im Verlaufe des Jahres 2023 immer mehr intensivierte. Mithin ist festzustellen, 

dass zwischen den Parteien im relevanten Zeitraum Mitte bis Ende Februar 2023 

und August 2023 zweifellos eine emotionale Konfliktsituation bestand. Das für die 

Glaubhaftigkeit seiner Aussagen primär entscheidende Aussageverhalten des Be-

schuldigten ist nachfolgend anhand der konkreten Tatvorwürfe zu den jeweiligen 

Tatvorwürfen zu würdigen. Vorab ist aber zu bemerken, dass in seinen Aussagen 

doch diverse Anpassungen festzustellen sind. Soweit der Beschuldigte insbeson-

dere auf entsprechende Vorhalte gewisse Handlungen eingestand bzw. in seinen 

Aussagen mit der Privatklägerin übereinstimmte, kann jedenfalls durchaus auf die 

anerkennenden Aussagen abgestellt werden.

3.2. Privatklägerin

3.2.1.

Die Privatklägerin macht im vorliegenden Verfahren Zivilansprüche ge-

gen  den  Beschuldigten  geltend,  weswegen  auch  sie  grundsätzlich  ein  gewisses 

Interesse am Verfahrensausgang hat. Vor allem ist aber auch bei ihr die soeben 

erwähnte vorbestehende Konfliktsituation mit dem Beschuldigten zu berücksichti-

gen, indem die nachbarschaftliche Beziehung aufgrund von Differenzen betreffend 

die offene Haustür und die Benützung des Weges vor dem Sitzplatz des Beschul-

digten zwischen der Privatklägerin und dem Beschuldigten im Verlaufe des Jahres 

2023 immer zerrütteter wurde. Angesichts dieses Konfliktverhältnisses ist eine ge-

wisse Voreingenommenheit der Privatklägerin nicht gänzlich auszuschliessen und 

besteht – was sie im Übrigen auch nicht in Abrede stellt – ein Interesse der Privat-

klägerin an einer Verurteilung des Beschuldigten. Beides spricht aber nicht per se 

dafür, dass sie den Beschuldigten deshalb falsch oder übermässig belasten würde. 

Was die mentale Belastung der Privatklägerin aufgrund des Verfahrens betrifft – so 

weinte sie im Rahmen der Einvernahmen mehrfach (Urk. 6/1 PN S. 1, 4, 5, und 6 f.; 

Urk. 6/2 PN S. 5 und 6; Urk. 6/3 PN S. 3 und 9), zitterte (Urk. 6/1 PN S. 4) oder 

musste sich gar übergeben (Urk. 6/3 PN S. 9; vgl. hierzu auch ihre Vertreterin, die 

ausführte, die Privatklägerin sei psychisch stark angeschlagen und krankgeschrie-

ben [Urk. 56 Rz. 3 und 5]) – ist entgegen der Verteidigung, die vor Vorinstanz hierzu 

vorbrachte, die Privatklägerin neige zu "massivsten Übertreibungen von Situatio-

nen" (Urk. 58 Rz. 27), festzuhalten, dass aus einer Belastungssituation seitens der 

- 15 -

Privatklägerin nicht auf Falschaussagen geschlossen werden kann. Ob Übertrei-

bungen in ihren Aussagen festzustellen sind, ist vielmehr Gegenstand deren Wür-

digung. Festzuhalten ist, dass trotz des erwähnten Interesses der Privatklägerin am 

Prozessausgang kein eigentliches Motiv für Falschanschuldigungen festzustellen 

ist. Der vom Beschuldigten vor Vorinstanz geschilderte Grund für die angeblichen 

falschen  Anschuldigungen,  dass  er  seine  Stelle  als  Hauswart  abgeben  und  von 

einer anderen Person ersetzt werden solle (Prot. I S. 18), vermag hierfür nicht zu 

überzeugen. Dass die Privatklägerin einzig um einen anderen Hauswart in der Lie-

genschaft zu erhalten den Beschuldigten falsch anschuldigen und damit einen bis 

dahin  noch  unbedeutenden  Konflikt  massiv  eskalieren  sollte,  erscheint  lebens-

fremd. Trotz ihres Interesses am Prozessausgang ist damit ein nachvollziehbares 

Motiv  der  Privatklägerin  für  Falschanschuldigungen  des  Beschuldigten  nicht  er-

sichtlich. Wie beim Beschuldigten ist somit auch bei der Privatklägerin primär die 

Würdigung der konkreten Aussagen zu den jeweiligen Tatvorwürfen entscheidend 

zur Beurteilung deren Glaubhaftigkeit.

3.2.2.

Anzumerken ist, dass sich eine Einvernahme der Privatklägerin vor Ge-

richt als zwingend erwies, da es sich bei den Tatvorwürfen mangels weiterer Aus-

sagen um Vieraugendelikte bzw. sozusagen um Vierohrendelikte handelt. Die Pri-

vatklägerin sagte zwar, wie im Rahmen der Würdigung der konkreten Tatvorwürfe 

zu zeigen sein wird, konstant und in sich logisch aus, und zudem werden ihre Aus-

sagen wenigstens teilweise durch weitere Beweismittel gestützt. Die parteiöffentli-

chen  Einvernahmen  der  Privatklägerin  vor  Staatsanwaltschaft  wurde  allerdings 

nicht auf Video aufgezeichnet (vgl. Urk. 6/2 und 6/3), so dass sich die gerichtlichen 

Instanzen kein Bild vom Wirken der Privatklägerin anlässlich ihrer Aussagen in der 

Untersuchung machen können. Gestützt auf die diesbezügliche bundesgerichtliche 

Rechtsprechung war die Privatklägerin daher als Auskunftsperson vor Gericht ein-

zuvernehmen (Urteil 6B_1265/2019 vom 9. April 2020 E. 1.2.; m.H.a. BGE 140 IV 

196 E. 4.4.2 und Urteil 6B_918/2018 vom 24. April 2019 E. 2.2.2).

- 16 -

4.

Konkrete Sachverhaltswürdigung

4.1. Vorbemerkung

Die Würdigung des Anklagesachverhalts durch die Vorinstanz erscheint grundsätz-

lich  überzeugend  (Urk.  76  S. 10-23),  weswegen  grundsätzlich  darauf  verwiesen 

werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO). Die nachfolgenden Erwägungen sind daher pri-

mär  präzisierender  Natur,  soweit  ein  Abweichen  von  den  vorinstanzlichen  Erwä-

gungen nicht ausdrücklich erwähnt wird.

4.2. Tatvorwürfe vom 4., 15. und 25. Februar 2023 

4.2.1.

Aussagen Beschuldigter 

Der  Beschuldigte  bestritt,  am  14.  Februar  2023,  am  15.  Februar 2023  und  am 

25. Februar 2023 je gegenüber der Privatklägerin gesagt zu haben, sie umzubrin-

gen  (Urk.  5/1  F/A  7;  Urk.  5/2  F/A  6).  Es  sei  am  14.  Februar  2023  aufgrund  der 

offenen Haustüre lediglich zu lauteren Diskussionen gekommen (Urk. 5/1 F/A 9). 

Am 15. Februar 2023 habe er ihr lediglich gesagt, dass es besser sei für den Hund, 

wenn sie den normalen Weg über die Strasse nehmen und "dass jemand von [ih-

nen] beiden das Haus verlassen müsse, entweder sie oder [er]" (Urk. 5/1 F/A 15). 

Auch bezüglich des 25. Februars 2023 stritt der Beschuldigte ab, die Privatklägerin 

bedroht zu haben (Urk. 5/1 F/A 26; Urk. 5/2 F/A 26). Angesichts des kategorischen 

Bestreitens jeglicher drohender Äusserungen gegenüber der Privatklägerin finden 

sich  in  den  Aussagen  des  Beschuldigten  keine  Widersprüche  im  unmittelbaren 

Kernpunkt der Anklage. Indessen führte er in der ersten staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahme betreffend den Vorfall am 14. Februar 2023 aus, dass er die Türe, 

nachdem  die  Privatklägerin  nach  Hause  gekommen  sei,  zwar  etwas  lauter,  aber 

nicht mit viel Kraft geschlossen habe (Urk. 5/2 F/A 16). In der zweiten staatsanwalt-

schaftlichen Einvernahme räumte er dann ein, er habe die Türe heftig zugemacht 

(Urk. 5/3 F/A 7). Ein weiterer Widerspruch findet sich in seinen Aussagen zum als 

solchem von ihm nicht bestrittenen Telefongespräch vom 25. Februar 2023 mit sei-

ner Ex-Frau, der Zeugin D._____. In der polizeilichen Einvernahme führte der Be-

schuldigte dazu aus, er habe während des Telefonats mit seiner Ex-Frau keinen 

Waffenschein erwähnt (Urk. 5/1 F/A 18). In der ersten staatsanwaltschaftlichen Ein-

- 17 -

vernahme räumte er dann aber ein – wohl nun damit rechnend, dass seine Ex-Frau 

dies auch aussagen könnte –, er habe schon mit ihr über die Waffe und den Waf-

fenschein gesprochen, welchen er legal erworben habe. Bedroht habe er die Pri-

vatklägerin  aber  nicht  (Urk. 5/2  F/A  26).  In  der  zweiten  staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahme führte er dann jedoch – nachdem D._____ unmittelbar davor die Aus-

sage verweigert hatte (vgl. Urk. 7 F/A 6 und 12) – wieder aus, dass während des 

Gesprächs mit seiner Ex-Frau zu keinem Zeitpunkt über Waffen gesprochen wor-

den  sei  (Urk.  5/3  F/A 12).  Dieses  stark  widersprüchliche  Aussageverhalten  stellt 

doch ein deutliches Lügensignal dar, das stark gegen die Glaubhaftigkeit der Aus-

sagen des Beschuldigten spricht. Wenn die Vorinstanz trotz Feststellens besagter 

Widersprüche  von  einer  nahezu  "widerspruchsfreien  Schilderung  der  Gescheh-

nisse  durch  den  Beschuldigten"  ausgeht  (Urk.  76  S.  22),  kann  ihr  insofern  nicht 

gefolgt werden. Die Verteidigung kritisiert die vorinstanzliche Begründung insoweit, 

als aus dieser nicht hervorgehe, aus welchen Gründen die Vorinstanz zum Schluss 

gelangt sei, die schematischen Aussagen des Beschuldigten würden die Aussagen 

der Privatklägerin nicht in Zweifel zu ziehen vermögen (Urk. 107 S. 5). Soweit die 

Aussagen des Beschuldigten von der Vorinstanz als schematisch wirkend bezeich-

net werden, kann dies auch damit zusammenhängen, dass der Beschuldigte die 

verbalen  Drohungen  als  solche  schlicht  bestreitet.  Dies  darf  dem  Beschuldigten 

nicht zum Nachteil gereichen. Mit der Verteidigung (Urk. 107 S. 6) kann daher auch 

nicht davon ausgegangen werden, die scheinbare Widerspruchsfreiheit in den Aus-

sagen des Beschuldigten, die vorstehend ohnehin widerlegt wurde, sei darauf zu-

rückzuführen, dass der Beschuldigte diese Aussagen einstudiert habe. Insgesamt 

kann jedoch aufgrund der geschilderten Widersprüche in den Aussagen des Be-

schuldigten nicht von einem überzeugenden Aussageverhalten ausgegangen wer-

den. Daran vermag nichts zu ändern, dass die Formulierungen und der Detailgrad 

der Aussagen des Beschuldigten variieren würden, wie dies die Verteidigung vor-

bringt  (Urk.  107  S. 6).  Ferner  sagte  die  Privatklägerin  auch  anlässlich  der  Beru-

fungsverhandlung  widerspruchsfrei  und  konsistent  aus.  Aus  ihrem  konsistenten 

Aussageverhalten erhellt, dass die Tatvorwürfe nicht einfach als erfunden gelten 

können. Auf die Aussagen der Privatklägerin wird nachstehend zurückzukommen 

sein (vgl. nachstehend E. 4.2.2). Bereits an dieser Stelle ist festzuhalten, dass die 

- 18 -

vorinstanzliche Schlussfolgerung (Urk. 76 S. 22), dass die Aussagen des Beschul-

digten keine Zweifel an den Aussagen der Privatklägerin zu begründen vermögen, 

im Ergebnis nicht zu beanstanden ist.

4.2.2.

Aussagen Privatklägerin 

Hinsichtlich der Aussagen der Privatklägerin in der Untersuchung kann zur Vermei-

dung unnötiger Wiederholungen grundsätzlich auf deren korrekte Zusammenfas-

sung im vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden (Urk. 76 S. 11-14). Im Rah-

men ihrer Einvernahme als Auskunftsperson anlässlich der Berufungsverhandlung 

führte die Privatklägerin zum Ereignis vom 14. Februar 2023 aus, sie sei wie üblich 

von der Arbeit nach Hause gekommen. Sie habe Tragtaschen mit Lebensmitteln 

getragen und sei in das Haus hineingegangen. Als sie auf der Treppe gewesen sei, 

habe sie sich daran erinnert, dass sie ihre Zigaretten im Auto vergessen habe. Sie 

habe die Wohnungstür aufgemacht und die Tragtaschen abgestellt und sei danach 

zurück zum Auto gegangen. In diesem Moment sei er (der Beschuldigte) heraus-

gekommen  und  habe  mehrmals  "mit  der  Tür  geschlagen"  und  er  habe  über  ihre 

Mutter geschimpft. Er habe sie eine Türkin genannt, dass sie ein Schwein und eine 

Kuh sei und sie umbringen werde (Prot. II S. 14). Auf weitere Nachfrage gab die 

Privatklägerin an, der Beschuldigte habe gesagt, er werde sie umbringen und zer-

trampeln. Er habe viele andere Wörter gesagt (Prot. II S. 14). Weiter sagte die Pri-

vatklägerin aus, eine Freundin angerufen zu haben, die aber den Anruf nicht ent-

gegengenommen habe. Danach habe sie die Ex-Frau des Beschuldigten angeru-

fen und der Beschuldigte habe weiter geschimpft (Prot. II S. 15). Der Beschuldigte 

habe über ihre Mutter geschimpft und sie mit dem Tod bedroht (Prot. II S. 15, S. 16). 

Am  nächsten  Morgen,  d.h.  am  15.  Februar  2023,  sei  die  Privatklägerin  auf  die 

Strasse raus und sei der Strasse entlang bis zur Garage gelaufen. Dann habe der 

Beschuldigte aus dem Dunkeln geschrien. Er habe die gleichen Inhalte wiederholt, 

ihre Mutter beschimpft. Er habe wieder gesagt, sie sei eine Türkin, dass er Türken 

erledigen und zertrampeln werde. Er habe wieder Kuh und Schwein und so weiter 

gesagt (Prot. II S. 16). Am 25. Februar 2025 habe der Beschuldigte mit der Ex-Frau 

telefoniert. Er habe der Ex-Frau erzählt, wie er sie (die Privatklägerin) umbringen 

werde. Bis dahin habe sie geglaubt, dass das nicht stimmen könne. Er habe gesagt, 

- 19 -

dass er die Türkin von oben umbringen werde (Prot. II S. 17). Die Aussagen der 

Privatklägerin sind grundsätzlich als plausibel, in sich stimmig, lebensnah und de-

tailreich geschildert sowie frei von relevanten Widersprüchen zu bezeichnen. Die 

Art und Weise, wie die Privatklägerin die Abläufe beschrieb, lässt darauf schliessen, 

dass sie dies effektiv so erlebt hatte. Die Aussagen anlässlich der Berufungsver-

handlung stimmen zudem mit den bisherigen Aussagen der Privatklägerin im Un-

tersuchungsverfahren  überein.  Anhaltspunkte  dafür,  dass  die  Privatklägerin  den 

Beschuldigten zu Unrecht belastet, bestehen keine. Die Aussagen der Privatkläge-

rin zum Kerngeschehen sind insgesamt konsistent und glaubhaft.

Wenn die Verteidigung vor Vorinstanz bezugnehmend auf die Aussage der Privat-

klägerin, der Beschuldigte habe gesagt, er werde sie "zertrampeln" (Urk. 6/2 F/A 

23 und 30), geltend machte, sie könne nicht ernsthaft Angst gehabt haben, von ihm 

auf der Stelle "zertrampelt" zu werden (Urk. 58 Rz. 16), so ist dem entgegenzuhal-

ten, dass die betreffende drohende Äusserung offensichtlich metaphorisch gemeint 

war. Dass die Privatklägerin eine derartige Äusserung des im Streit aufgebrachten 

Beschuldigten so erfinden würde, ist jedenfalls nicht anzunehmen. Soweit die Pri-

vatklägerin in der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft detaillierter aussagte, 

als sie dies noch bei der Polizei tat, ist mit der Vorinstanz (Urk. 76 S. 14) festzustel-

len, dass das offensichtlich mit der Art der Befragung zusammenhängt, indem die 

einvernehmende Staatsanwältin deutlich öfters als die Polizistin Nachfragen stellte. 

So erscheint es absolut nachvollziehbar, dass die Privatklägerin von sich aus nicht 

die Worte sagte, mit denen der Beschuldigte ihre Mutter beleidigt habe, auf ausdrü-

ckliche Nachfrage, was der genaue Wortlaut gewesen sei, diesen aber zu nennen 

vermochte (vgl. Urk. 6/1 F/A 32 gegenüber Urk. 6/2 F/A 34). Die Verteidigung ver-

mag damit nichts aus dem Umstand abzuleiten, dass die Privatklägerin anlässlich 

der  polizeilichen  Einvernahme  nicht  den  genauen  Wortlaut  nannte,  mit  dem  der 

Beschuldigte die Mutter der Privatklägerin beschimpfte (Urk. 107 S. 8). Dasselbe 

gilt  für  die  weiteren  seitens  der  Vorinstanz  zitierten  Beispiele  von  detaillierteren 

Aussagen  nach  ausdrücklichen  Nachfragen  seitens  der  Staatsanwältin  (Urk. 76 

S. 14). Der höhere Detailierungsgrad in den Aussagen der Privatklägerin ist damit, 

wie dargelegt, auf die Befragung durch die einvernehmende Staatsanwältin zurück-

- 20 -

zuführen und entgegen der Verteidigung (Urk. 107 S. 12) nicht als Lügensignal oder 

als übermässige Belastung (Urk. 107 S. 15) zu werten.

Weiter tut der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin – entgegen der Ver-

teidigung (Urk. 107 S. 7-8) – keinen Abbruch, dass die Privatklägerin bei der Polizei 

aussagte, sie habe gesehen, dass der Beschuldigte die Haustüre mehrfach zuge-

schlagen habe und anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme aussagte, 

gehört zu haben, wie der Beschuldigte die Tür zweimal zugeschlagen habe. We-

sentlich ist, dass die Privatklägerin auch anlässlich der Berufungsverhandlung aus-

sagte, sie habe ihre Einkäufe im Haus deponiert und sei nochmals zum Auto ge-

gangen, weil sie die Zigaretten vergessen habe. Der Beschuldigte habe "mit der 

Tür geschlagen". Den entscheidenden Punkt, dass der Beschuldigte mehrmals "mit 

der Tür geschlagen" bzw. diese zugeschlagen habe, schilderte die Privatklägerin 

konsistent. Dass der Beschuldigte mehrmals mit der Tür geschlagen haben soll, ist 

entgegen der Verteidigung auch nicht realitätsfremd (Urk. 107 S. 8), sondern lässt 

die konsistente Schilderung der Privatklägerin auf ein aggressives Verhalten des 

Beschuldigten schliessen, dass sich letztlich in seinen Beschimpfungen und Dro-

hungen widerspiegelt. Dass die Privatklägerin einmal angab, sie habe gehört, wie 

der Beschuldigte die Tür zugeschlagen habe, und einmal aussagte, sie habe das 

gesehen, vermag ihre Aussagen nicht in Zweifel zu ziehen. Entscheidend ist, dass 

die Privatklägerin diesen Vorgang wahrnahm und diesen Vorgang anlässlich jeder 

Einvernahme schilderte.

Mit der Verteidigung ist zutreffend (Urk. 107 S. 12), dass die Privatklägerin anläss-

lich der polizeilichen Einvernahme aussagte, die Todesdrohung mehrmals ausge-

sprochen zu haben (Urk. 6/1 F/A 40), wohingegen die Privatklägerin anlässlich der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme angab, der Beschuldigte habe die Drohun-

gen vielleicht zehnmal ausgesprochen (Urk. 6/2 F/A 39). Die Aussagen der Privat-

klägerin sind deshalb jedoch nicht unglaubhaft und es ist, entgegen der Verteidi-

gung (Urk. 107 S. 12), aufgrund dieser Aussagen nicht auf eine übermässige Be-

lastung durch die Privatklägerin zu schliessen. Zum einen ist kein Widerspruch in 

den Aussagen erkennbar und zum anderen ist die konkrete Anzahl der Todesdro-

hungen  nicht  entscheidend,  um  die  Glaubhaftigkeit  der  Aussagen  zu  beurteilen. 

- 21 -

Konsistent sind die Aussagen dahingehend, dass die Drohungen vom Beschuldig-

ten mehrmals ausgesprochen wurden. So wiederholte die Privatklägerin anlässlich 

der Berufungsverhandlung, der Beschuldigte habe ihr mehrfach mit dem Tod ge-

droht (Prot. II. S. 15).

Die Verteidigung verortet sodann einen Widerspruch in den Aussagen der Privat-

klägerin darin, dass die Privatklägerin vermeintlich erst zehn Tage nach dem Vorfall 

Anzeige erstattet habe, weil sie geglaubt habe, der Beschuldigte würde sich beru-

higen. Später habe die Privatklägerin jedoch im Widerspruch dazu erklärt, sie habe 

derart grosse Angst vor dem Beschuldigten und einer möglichen Verwirklichung der 

Todesdrohung gehabt (Urk. 107 S. 8). Diese Aussagen widersprechen sich nicht. 

Tatsache ist, dass die Privatklägerin sowohl anlässlich der polizeilichen als auch 

anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme bestätigte, Angst wegen der 

Todesdrohungen gehabt zu haben (Urk. 6/1 F/A 63; Urk. 6/2 F/A 42-43). Sie machte 

an der Berufungsverhandlung nach wie vor einen verängstigten Eindruck und sagte 

aus, auf Schutz und Hilfe angewiesen zu sein (Prot. II S. 17, S. 20). Diese Aussa-

gen wirkten authentisch und es ist durchaus plausibel, dass die Privatklägerin aus 

Angst mit der Anzeigeerstattung zuwartete. Es ist der Verteidigung damit nicht zu 

folgen, insoweit sie vorbringt, die unerträgliche Angst, welche die Privatklägerin vor 

dem Beschuldigten gehabt haben will, entspreche nicht den Tatsachen (Urk. 107 

S.  9)  bzw.  dass  die  Privatklägerin  "gezielt  stark"  dramatisiere  (Urk.  107  S.  13). 

Darüber hinaus ist nicht auszuschliessen, dass die Privatklägerin hoffte, dass sich 

der Beschuldigte beruhigen werde. Ein weiteres Motiv, die Anzeige nicht zu erstat-

ten, könnte gewesen sein, dass sich die Privatklägerin fürchtete, die Wohnung ver-

lassen zu müssen und keine andere Wohnung zu finden. So gab sie an der staats-

anwaltschaftlichen Einvernahme an, gefürchtet zu haben, dass die Polizei ihr sagen 

müsse, dass sie ausziehen müsse (Urk. 6/2 F/A 23). Alle diese Motive können da-

mit  ausschlaggebend  gewesen  sein,  mit  einer  Anzeige  zuzuwarten.  Ein  Wider-

spruch in den Aussagen der Privatklägerin ist nicht ersichtlich. Nach dem Darge-

legten kann aufgrund des Umstandes, dass die Privatklägerin mit der Anzeige zehn 

Tage zuwartete, auch nicht darauf geschlossen werden, dass die Drohungen die 

Privatklägerin nicht in Angst versetzten. 

- 22 -

Entgegen der Verteidigung ist es ferner nicht ausgeschlossen, dass die Privatklä-

gerin aus ihrer Wohnung das Telefonat zwischen dem Beschuldigten und dessen 

Ex-Frau  sowie  die  Antworten  der  Ex-Frau  hörte  (Urk.  107  S.  9,  S. 11).  In  einem 

ringhörigen Wohnhaus ist das durchaus möglich. Ferner lassen sich die Aussagen 

der Privatklägerin in Bezug auf das von ihr gehörte Telefonat zwischen dem Be-

schuldigten und seiner Ex-Frau vom 25. Februar 2023 mit den Aussagen der Pri-

vatklägerin zum Ereignis vom 14. Februar 2023 vereinbaren. So gab die Privatklä-

gerin beispielsweise an, die Ex-Frau des Beschuldigten habe anlässlich des Tele-

fonats vom 25. Februar 2023 unter anderem gesagt, der Beschuldigte solle sie (die 

Privatklägerin) nicht bedrohen, weil die Privatklägerin sonst eine Anzeige erstatten 

werde (Urk. 6/2 F/A 23). Die Privatklägerin sagte mit Bezug auf das Ereignis vom 

14. Februar 2023 sodann aus, zuerst ihre Freundin angerufen zu haben. Als diese 

den Anruf nicht entgegengenommen habe, habe die Privatklägerin die Ex-Frau des 

Beschuldigten  angerufen  (Urk.  6/2  F/A  23).  Die  Privatklägerin  habe  der  Ex-Frau 

des Beschuldigten dann gesagt, dass sie die Polizei informieren werde (Urk. 6/2 

F/A 23). Damit erweist sich als plausibel, dass die Ex-Frau dem Beschuldigten am 

25. Februar 2023 am Telefon gesagt haben soll, die Privatklägerin werde ihn an-

zeigen. Die Aussagen der Privatklägerin sind damit als in sich stimmig zu qualifi-

zieren. 

Sodann ist zu bemerken, dass in den Aussagen der Privatklägerin auch keine Über-

steigerungen  festzustellen  sind.  So  belastete  sie  den  Beschuldigten  abgesehen 

von den ihm vorgeworfenen Äusserungen nicht übermässig, sondern ihre Aussa-

gen erfolgten vielmehr vergleichsweise neutral und zurückhaltend. Wenn die Ver-

teidigung  geltend  machte,  ihre  Aussagen  seien  von  Aggravationstendenzen  ge-

prägt (Urk. 58 Rz. 9 und 31), so kann dem nicht gefolgt werden. 

Weiter ist zu bemerken, dass die Aussagen der Privatklägerin in diversen Neben-

punkten mit denjenigen des Beschuldigten und weiteren Umständen übereinstim-

men. Die Privatklägerin führte aus, sie habe das Gespräch am 25. Februar 2023 

zwischen  dem  Beschuldigten  und  seiner  Ex-Frau  aufgrund  der  "Ringhörigkeit" 

(Hellhörigkeit) des Hauses mitgehört (Urk. 6/1 F/A 69; Urk. 6/2 F/A 23). Zur "Ring-

hörigkeit" führte der Beschuldigte aus, er habe in seiner Wohnung gehört, wie die 

- 23 -

Privatklägerin  am  14. Februar 2023  nach  Hause  gekommen  sei,  das  höre  man 

(Urk. 5/3 F/A 7), womit er bestätigte, dass das Haus offenbar tatsächlich "ringhörig" 

ist.  Zur  Frage  des  Telefongesprächs  mit  seiner  Ex-Frau  bestätigte  der  Beschul-

digte, am 25. Februar 2023 ein Telefonat mit ihr geführt zu haben (Urk. 5/1 F/A 19; 

Urk. 5/2 F/A 25), wobei er einmal auf Nachfrage der Staatsanwaltschaft auch be-

stätigte, dass es dabei um Waffen resp. um seinen Waffenschein, den er legal er-

worben habe, gegangen sei (Urk. 5/2 F/A 27). Mit Ausnahme der geäusserten Dro-

hung bestätigte er damit die diesbezügliche Aussage der Privatklägerin (Urk. 6/2 

F/A 23 und 71). Die Privatklägerin führte zudem im Rahmen der polizeilichen Ein-

vernahme aus, sie wisse, dass der Beschuldigte Waffen besitze, weil sie diese beim 

Umzug in einer Schublade gesehen habe (Urk. 6/1 F/A 25), was sich mit den Er-

kenntnissen  der  Hausdurchsuchung  beim  Beschuldigten  vom  25. Februar 2023 

deckt (Urk. 10/4), wobei anzufügen ist, dass die Privatklägerin im Zeitpunkt ihrer 

Aussage  noch  nicht  wissen  konnte,  dass  sich  hernach  effektiv  Waffen  im  Besitz 

des Beschuldigten finden liessen. Ebenso wurde die Aussage der Privatklägerin, 

sie habe am Morgen des 15. Februars 2023 den Weg über die Asphaltstrasse ge-

nommen  (Urk. 6/2  F/A 57),  vom  Beschuldigten  bestätigt,  indem  er  aussagte,  zur 

Privatklägerin gesagt zu haben, es sei besser, dass sie den normalen Weg nehme 

(Urk. 5/1 F/A 15). Schliesslich bestätigte die Zeugin D._____, die Ex-Frau des Be-

schuldigten,  auch,  seit  rund  zwei  Monaten  –  gemeint  im  Zeitpunkt  ihrer  Einver-

nahme vom 12. Mai 2023 – keinen Kontakt zur Privatklägerin mehr zu haben, da 

sich jene nicht mehr gemeldet habe (Urk. 7 F/A 10), was sich mit der diesbezügli-

chen Aussage der Privatklägerin deckt (Urk. 6/1 F/A 19). Die Verteidigung führt aus, 

es sei unbestritten, dass es zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Beschul-

digten und der Privatklägerin gekommen sei. Es sei auch nicht weiter erstaunlich, 

wenn die Privatklägerin diesbezüglich lebensnahe und anschauliche Schilderungen 

zu machen vermöge, wie etwa zu den vergessenen Zigaretten. Entgegen der Vor-

instanz bedeute die lebensnahe Schilderung der zum Streit führenden Umstände 

jedoch keinesfalls, dass es auch tatsächlich zu den genannten Drohungen und Be-

schimpfungen gekommen sei, mithin die Aussagen der Privatklägerin zum Kernge-

schehen überzeugen würden. Diese könne die Privatklägerin genauso gut erfunden 

und dazu gedichtet haben, um den Beschuldigten in ein schlechtes Licht zu rücken 

- 24 -

und  endlich  loszuwerden  (Urk.  107  S.  12).  Die  Verteidigung  spekuliert  an  dieser 

Stelle über ein Motiv der Privatklägerin, den Beschuldigten zu Unrecht zu belasten. 

Konkrete Anhaltspunkte und Gründe dafür, dass die Privatklägerin den Beschuldig-

ten  zu  Unrecht  belasten  sollte,  bestehen  keine.  Dass  der  schwelende  nachbar-

schaftliche Konflikt die Privatklägerin dazu veranlasst haben sollte, dem Beschul-

digten  unter  anderem  Todesdrohungen  zu  unterstellen,  ist  nicht  lebensnah.  Es 

kann dazu auf die vorstehenden Ausführungen (vgl. vorstehend E. 3.2) verwiesen 

werden. Aufgrund der konsistenten Aussagen der Privatklägerin zum Kerngesche-

hen sowie ihrer nach wie vor erkennbaren und authentisch geschilderten Angst vor 

dem  Beschuldigten  bestehen  keine  Zweifel  daran,  dass  sich  der  Sachverhalt  so 

zutrug, wie ihn die Privatklägerin schilderte. 

Wie bereits vorstehend dargelegt, spricht der Umstand, wonach die Privatklägerin 

erst elf resp. zehn Tage nach den eingeklagten Vorfällen vom 14. Februar 2023 

und 15. Februar 2023 bei der Polizei Strafanzeige einreichte und Strafantrag stellte 

(Urk. 3/1), keineswegs gegen die Richtigkeit ihrer Schilderungen. So führte sie an-

lässlich  der  polizeilichen  Einvernahme  nachvollziehbar  aus,  bei  den  ersten  zwei 

Vorfällen vom 14. Februar 2023 und vom 15. Februar 2023 habe sie noch gehofft, 

dass "das alles nicht wahr" sei und sie habe befürchtet, der Beschuldigte werde sie 

umbringen, wenn sie der Polizei etwas sagen würde (Urk. 6/1 F/A 66). Dies deckt 

sich grundsätzlich mit ihren Angaben in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme, 

in der sie ausführte, Angst gehabt zu haben, die Polizei würde ihr raten, sie solle 

wegziehen und sie wisse nicht wohin (Urk. 6/2 F/A 23). Zudem habe sie geglaubt, 

der Beschuldigte sei vielleicht unter Alkoholeinfluss gestanden und er werde sich 

schon beruhigen (Urk. 6/2 F/A 23). Auf weitere Nachfrage, weshalb nicht sie, son-

dern die Tochter ihrer Kollegin die Polizei informiert habe, gab sie an, dass sie nicht 

gut Deutsch spreche und sich nicht gut erklären könne. Sie habe nicht gewusst, 

wie man "ich werde dich umbringen" auf Deutsch sagen würde (Urk. 6/2 F/A 73). 

Dass sich die Privatklägerin vor dem Hintergrund der Äusserungen des Beschul-

digten hin und her gerissen fühlte zwischen Angst einerseits und der Hoffnung, die 

Situation  werde  sich  vielleicht  wieder  beruhigen,  andererseits,  erscheint  absolut 

nachvollziehbar; ebenso, dass sie sich angesichts ihrer limitierten Deutschkennt-

nisse unsicher fühlte. Dass die Privatklägerin die Strafanzeige erst einige Tage spä-

- 25 -

ter stellte und sich dabei von anderen Personen unterstützen liess, vermindert die 

Glaubhaftigkeit ihrer Depositionen daher nicht.

Zusammenfassend sind die Aussagen der Privatklägerin, nachdem wie vorstehend 

dargelegt kein relevantes Motiv für Falschanschuldigungen ersichtlich ist (vgl. vor-

stehend E. 3.2), als glaubhaft und überzeugend zu bezeichnen.

4.2.3.

Aussagen Zeugin D._____ 

D._____ machte im Rahmen ihrer Einvernahme als Zeugin von ihrem Zeugnisver-

weigerungsrecht als Ex-Frau des Beschuldigten Gebrauch, weswegen nur wenige 

Aussagen vorhanden sind. Die Zeugin führte aus, sie und die Privatklägerin hätten 

seit zwei Monaten – gemeint bezüglich des Datums ihrer Einvernahme vom 12. Mai 

2023 – keinen Kontakt mehr (Urk. 7 F/A 10). Entgegen der Ansicht der Verteidigung 

(Urk. 58 Rz. 29) widerspricht diese Aussage der Aussage der Privatklägerin jedoch 

keineswegs. So führte die Privatklägerin bereits in der polizeilichen Einvernahme 

aus, dass das Verhältnis zu D._____ eigentlich gut sei und sie, als der Beschuldigte 

sie das letzte Mal bedroht habe, der Zeugin dies am Telefon auch gesagt habe, sie 

seither aber keinen Kontakt mehr zur Zeugin habe (Urk. 6/1 F/A 19). Die Zeugin 

stimmt mit ihrer einzigen Aussage daher durchaus mit der Privatklägerin überein.

4.2.4.

Fazit äusserer Sachverhalt 

Basierend auf den glaubhaften und überzeugenden Aussagen der Privatklägerin, 

die  von  den  genannten  weiteren  Beweismitteln  gestützt  werden,  ist  der  äussere 

Sachverhalt bezüglich der Tatvorwürfe vom 14., 15. und 25. Februar 2023, wonach 

der Beschuldigte die betreffenden Äusserungen gegenüber der Privatklägerin di-

rekt bzw. laut schreiend am Telefon gegenüber seiner Ex-Frau D._____ machte, 

erstellt. 

4.2.5.

Fazit innerer Sachverhalt 

Hinsichtlich der Tatvorwürfe vom 14. und 15. Februar 2023, als der Beschuldigte 

sich gegenüber der Privatklägerin direkt äusserte, ist ohne weiteres davon auszu-

gehen, dass der Beschuldigte wusste, dass die Privatklägerin dadurch einerseits 

- 26 -

erschreckt bzw. verängstigt und anderseits in ihrem Ehrgefühl verletzt würde auf-

grund seiner Äusserungen, und er dies auch so wollte. Bezüglich des Tatvorwurfs 

vom 25. Februar 2023 ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte wusste, dass 

jedenfalls laute Geräusche in seiner Wohnung auch in der Wohnung der Privatklä-

gerin hörbar waren. Dennoch schrie er die Äusserungen, die inhaltlich grundsätz-

lich mit den früheren übereinstimmten, sehr laut ins Telefon gegenüber seiner Ex-

Frau. Zwar wusste er nicht, dass die Privatklägerin dies hören würde. Aufgrund der 

Hellhörigkeit im Haus musste er aber damit rechnen, dass sie das hören würde, 

was ihm offensichtlich egal war. Dementsprechend nahm er auch in Kauf, dass die 

Privatklägerin seine neuerliche Äusserung hören und dadurch erschreckt bzw. ver-

ängstigt würde. Mithin ist der innere Sachverhalt erstellt. 

4.3. Tatvorwürfe vom August 2023 

4.3.1.

Aussagen Beschuldigter 

Der Beschuldigte bestritt bezüglich des Vorwurfs von Anfang August 2023, die Pri-

vatklägerin bedroht zu haben. Er führte aus, er habe lediglich mit einem Polizisten, 

einem Herrn E._____, über seine beschlagnahmten Waffen gesprochen (Urk. 5/5 

F/A 10). Es sei eine Lüge, dass er gesagt habe, dass die Privatklägerin keine Ruhe 

mehr hätte, solange sie am Leben sei (Urk. 5/5 F/A 12). Des Weiteren bestritt er, 

die  Privatklägerin  seit  seiner  Haftentlassung  bis  zum  Zeitpunkt  der  staatsanwalt-

schaftlichen Einvernahme vom 28. August 2023 gesehen oder getroffen zu haben 

(act. 5/5 F/A 6). Hinsichtlich des allgemeinen Aussageverhaltens des Beschuldig-

ten kann grundsätzlich auf die vorstehenden Erwägungen zu den Tatvorwürfen des 

vom 14., 15. und 25. Februar 2023 (E. 4.2.1) verwiesen werden. Anzumerken ist, 

dass  hinsichtlich  der  Vorwürfe  vom  August  2023  im  Gegensatz  zu  den  früheren 

keine relevanten Widersprüche festzustellen sind. Da sich seine Aussagen im we-

sentlichen darin erschöpfen, die Vorwürfe zu bestreiten, ist indessen auch nichts 

anderes zu erwarten. Anzumerken ist, dass die Erklärung des Beschuldigten, wes-

wegen die Privatklägerin ein Telefonat von ihm über Waffen gehört habe, damit zu 

erklären versuchte, er habe mit einem Polizisten E._____ am Telefon über seine 

beschlagnahmten Waffen gesprochen, wenig überzeugend wirkt. Dass er gegen-

über einem Polizisten so laut gesprochen hätte, dass die Privatklägerin das in der 

- 27 -

Wohnung  darüber  –  selbst  bei  starker  Hellhörigkeit  im  Haus  –  gehört  hätte,  er-

scheint nicht nachvollziehbar, zumal der Beschuldigte auch nicht geltend machte, 

er habe am Telefon mit dem Polizisten z.B. gestritten. 

4.3.2.

Aussagen Privatklägerin 

Hinsichtlich der Aussagen der Privatklägerin in der Untersuchung zu den Tatvor-

würfen  im  August  2023  kann  zur  Vermeidung  unnötiger  Wiederholungen  grund-

sätzlich auf deren korrekte Zusammenfassung im vorinstanzlichen Entscheid ver-

wiesen werden (Urk. 76 S. 17 f.). Im Rahmen ihrer Einvernahme als Auskunftsper-

son  anlässlich  der  Berufungsverhandlung  führte  die  Privatklägerin  aus,  sie  habe 

ein  Gespräch  mithören  können,  als  der  Beschuldigte  mit  jemandem  telefoniert 

habe. In diesem Gespräch habe der Beschuldigte "wie eine Waffe bestellt" (Prot. II 

S. 18). Hinsichtlich des Tatvorwurfes des Ungehorsams gegen amtliche Verfügun-

gen sagte die Privatklägerin aus, sie habe ihren Briefkasten "überprüfen" müssen. 

Der Hund des Beschuldigten sei an der Leine im Garten in der Nähe des Briefkas-

tens gewesen. Als sie gesehen habe, dass der Briefkasten leer gewesen sei, sei 

sie am Garten des Beschuldigten vorbeigelaufen. In diesem Moment sei er aus der 

Tür  herausgekommen  und  sei  in  ihre  Richtung  gelaufen.  Sie  habe  sich  auf  die 

Strasse  begeben,  um  sich  zu  entfernen.  Sie  glaube,  dass  er  das  absichtlich  ge-

macht habe. Sie glaube, es sei seine Absicht gewesen, sie zu erschrecken. Wäre 

sie nicht auf die Strasse gegangen, wäre er ihr bis auf zwei Meter nahe gekommen. 

Sodann habe sie einmal schnell auf der Treppe Staub saugen wollen. Er sei mit 

seinem Hund durch die Eingangstüre hineingekommen. Er hätte sich entfernen sol-

len, als er sie gesehen habe, das habe er aber nicht getan. Sie habe sich entfernen 

müssen (Prot. II S. 19 f.). Die Aussagen der Privatklägerin zu den Tatvorwürfen im 

August 2023 sind ebenfalls grundsätzlich als plausibel, in sich stimmig, lebensnah 

und detailreich geschildert sowie frei von relevanten Widersprüchen zu bezeichnen. 

Die  Art  und  Weise,  wie  die  Privatklägerin  die  Abläufe  beschrieb,  lässt  darauf 

schliessen, dass sie dies effektiv so erlebt hatte. So vermochte die Privatklägerin 

jeweils zu sagen, wie sie anlässlich der betreffenden Äusserungen des Beschuldig-

ten  gestanden  sei  und  was  deren  genauer  Wortlaut  gewesen  sei.  Auch  an  sich 

- 28 -

nebensächliche Details vermochte sie dabei genau und widerspruchsfrei zu schil-

dern. 

Ihre Aussagen erfolgten in den Belastungen des Beschuldigten auch durchaus zu-

rückhaltend, indem sie ihn nicht übermässig belastete, was insbesondere für die 

Vorfälle vom 12. und 18. August 2023 gilt, indem sie etwa weder weitere verbale 

Äusserungen des Beschuldigten schilderte noch ihm ein absichtliches Nähern vor-

warf. 

Sodann stimmen ihre Aussagen hinsichtlich des gehörten Telefongesprächs wie-

derum  teilweise  mit  denjenigen  des  Beschuldigten  überein.  So  räumte  er  etwa 

selbst ein (Urk. 5/5 F/A 14), dass er im September nach Serbien reisen wollte. Hätte 

die Privatklägerin den Beschuldigten nicht effektiv darüber sprechen hören, hätte 

sie davon gar nichts wissen können. Zudem räumte der Beschuldigte, wie vorhin 

dargelegt ein, einmal am Telefon über Waffen gesprochen zu haben, auch wenn er 

jenes Telefonat gänzlich anders darstellte. 

Weiter bringt die Verteidigung vor, die Aussagen der Privatklägerin seien auch in 

Bezug auf die mutmasslich vom Beschuldigten am 1. und 2. August 2023 geführten 

Telefonate widersprüchlich. So habe die Privatklägerin einmal ausgesagt, der Be-

schuldigte habe am 1. August 2023, als sie zur Arbeit gegangen sei, ein Telefonat 

geführt, anlässlich dessen er Waffen bestellt habe. Ein anderes Mal habe die Pri-

vatklägerin  ausgesagt,  am  1.  August  2023  nicht  gearbeitet  zu  haben  (Urk.  107 

S. 11). Es ist festzuhalten, dass die Privatklägerin nicht von sich aus angab, das 

Telefonat  habe  am  1.  August  2023  stattgefunden,  sondern  dass  Rechtsanwältin 

C._____ in ihrem Schreiben festgehalten habe, das Telefonat hätte am 1. August 

2023 stattgefunden. Die Privatklägerin bestätigt in diesem Zusammenhang sinnge-

mäss einzig, dass dies so gewesen sein muss, wenn Rechtsanwältin C._____ das 

so dokumentiert habe (Urk. 6/3 F/A 32). Ferner räumt die Privatklägerin auch mehr-

mals ein, sich nicht an die Daten erinnern zu können (Urk. 6/3 F/A 31-32), wodurch 

auch glaubhaft erscheint, dass sie diese Vorfälle nicht einfach erfunden hat. Erin-

nerungslücken hinsichtlich der Daten erscheinen zudem nicht unplausibel. So gab 

die Privatklägerin auch bereits hinsichtlich der Vorwürfe des Ungehorsams gegen 

eine amtliche Verfügung an, sich Daten nicht merken zu können. Sie sei zerstreut 

- 29 -

(Urk. 6/3 F/A 17). Dass sich die Privatklägerin hinsichtlich der genauen Daten un-

sicher  war  bzw.  sich  nicht  erinnern  konnte  (Urk.  6/3  F/A 16  und  Urk. 12/10  S. 2; 

Urk. 6/3 F/A 31 und Urk. 12/10 S. 1; Urk. 6/3 F/A 55, Urk. 6/3 F/A 31, Urk. 6/3 F/A 

16), vermag ihre Aussagen nicht in Zweifel zu ziehen, nachdem sich zwischen den 

Parteien mehrere ähnliche Vorfälle ereigneten. Vielmehr spricht das Einräumen ih-

rer Unsicherheit für die Richtigkeit ihrer Schilderungen.

Sodann ist entgegen der Verteidigung nicht unglaubhaft (Urk. 107 S. 11), dass die 

Privatklägerin  das  Telefonat  vom  2.  August  2023  aus  ihrer  Wohnung  hörte.  So 

führte die Privatklägerin hinsichtlich des Telefonats vom 25. Februar 2023 aus, in 

ihrer Küche gewesen zu sein und dass es sehr ringhörig sei. Man könne alles hören 

(Urk. 6/2 F/A 66). Es ist zudem entgegen der Verteidigung unzutreffend (Urk. 107 

S. 11), dass die Privatklägerin hinsichtlich des Telefonats vom 25. Februar 2023 

gesagt habe, sie habe die Wohnungstür öffnen müssen, um den Beschuldigten ver-

stehen zu können. Sie sagte einzig, dass sie die Wohnungstür aufgemacht habe 

und man alles hören könne (Urk. 6/2 F/A 66). Ein klarer Widerspruch in den Aus-

sagen zum Ereignis vom 25. Februar 2023 ist damit nicht gegeben.

Wiederum  spricht  schliesslich  entgegen  der  Ansicht  der  Verteidigung  (Urk. 58 

Rz 23)  der  Umstand,  dass  die  Privatklägerin  nicht  sofort  Anzeige  erstattete  oder 

sich an die Staatsanwaltschaft wandte, keineswegs gegen die Glaubhaftigkeit ihrer 

Aussagen. Nachdem das Verfahren bereits über mehrere Monate am Laufen war, 

hatte  die  in Strafverfahren  unerfahrene  Privatklägerin  offenbar  den  Eindruck,  die 

Vorwürfe würden seitens der Behörden nicht genügend Ernst genommen, weswe-

gen  sie  aufgrund  verlorenen  Vertrauens  nicht  sofort  Anzeige  erstattete  (Urk.  6/3 

F/A 48;  vgl. a.  Urk. 12/11  S. 1).  Dies  erscheint  aus  ihrer  Perspektive  betrachtet 

durchaus nachvollziehbar. Auch die wiederum vergleichsweise spät erfolgte Straf-

anzeige vermag die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen daher nicht in Frage zu stellen. 

Zusammenfassend sind auch die Aussagen der Privatklägerin zu den Tatvorwürfen 

im  August  2023,  nachdem,  wie  vorstehend  dargelegt,  kein  relevantes  Motiv  für 

Falschanschuldigungen ersichtlich  ist (vgl. vorstehend E. 3.2.), als glaubhaft und 

überzeugend zu bezeichnen.

- 30 -

4.3.3.

Fazit äusserer Sachverhalt 

Basierend auf den glaubhaften und überzeugenden Aussagen der Privatklägerin, 

die in den genannten Punkten auch von den Aussagen des Beschuldigten selbst 

gestützt werden, ist der äussere Sachverhalt bezüglich der Tatvorwürfe vom 1. und 

ca. 2. August 2023 sowie vom 12. und 18. August 2023 erstellt. 

4.3.4.

Fazit innerer Sachverhalt 

Bezüglich der Tatvorwürfe vom 1. und ca. 2. August 2023 ist wiederum zu berück-

sichtigen, dass der Beschuldigte wusste, dass jedenfalls laute Geräusche in seiner 

Wohnung auch in der Wohnung der Privatklägerin bzw. im Korridor hörbar waren. 

Dennoch führte er das Telefonat mit den Äusserungen, die inhaltlich grundsätzlich 

mit  den  früheren  übereinstimmten,  so  laut,  dass  die  Privatklägerin  dies  hören 

würde. Aufgrund der Hellhörigkeit im Haus musste er damit rechnen, dass sie das 

hören würde, was ihm offensichtlich egal war. Dementsprechend nahm er auch in 

Kauf, dass die Privatklägerin seine neuerlichen Äusserungen hören und dadurch 

erschreckt  bzw.  verängstigt  würde.  Hinsichtlich  der  Tatvorwürfe  vom  12.  und 

18. August 2023 sah der Beschuldigte die Privatklägerin im bzw. vor dem Haus. 

Dabei wusste er, dass er sich ihr gemäss Verfügung des Zwangsmassnahmenge-

richts nicht näher als zehn Meter nähern durfte. Diese Distanz unterschritt er an-

lässlich beider Vorfälle wissentlich. Mithin ist der innere Sachverhalt erstellt.

III. Rechtliche Würdigung

1.

Ausgangslage

1.1. Staatsanwaltschaft

Die  Anklagebehörde  subsumiert  die  Tathandlungen  des  Beschuldigten  unter  die 

Tatbestände der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB, der Be-

schimpfung im Sinne von Art. 177 Abs.1 StGB und des mehrfachen Ungehorsams 

gegen amtliche Verfügungen im Sinne von Art. 292 StGB (Urk. 23 S. 6).

- 31 -

1.2. Beschuldigter/Verteidigung

Die  Verteidigung  beantragte  namens  des  Beschuldigten  einen  Freispruch  von 

sämtlichen Vorwürfen (Urk. 58 S. 1; Urk. 79 S. 2; Urk. 107 S. 2).

1.3. Vorinstanz

Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten anklagegemäss schuldig (Urk. 76 S. 27).

2. Grundlagen

Bezüglich der rechtlichen Grundlagen der Tatbestände der Drohung im Sinne von 

Art. 180 Abs. 1 StGB, der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs.1 StGB und 

des mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen im Sinne von Art. 292 

StGB kann zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen auf die zutreffenden Erwä-

gungen im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden (Urk. 76 S. 23 ff.).

3. Mehrfache Drohung

3.1. Objektiver Tatbestand

3.1.1.

In objektiver Hinsicht drohte der Beschuldigte gemäss erstelltem Sach-

verhalt mit den Äusserungen vom 14. Februar 2023 "[i]ch werde dich jetzt umbrin-

gen, ich werde dich zertrampeln" und "ich werde dich umbringen, ich werde dich 

erledigen", der zweimaligen Äusserung auf Serbisch vom 15. Februar 2023, dass 

er die Privatklägerin umbringen würde und dem Telefonat vom 25. Februar 2023, 

anlässlich dem der Beschuldigte sagte, dass er die "Türkin" von oben umbringen 

werde, der Privatklägerin mit körperlicher Gewalt, wobei diese Äusserungen als To-

desdrohungen zu werten sind. Mit diesen Äusserungen stellte der Beschuldigte der 

Privatklägerin  in  Form  deren  Todes  einen  schweren  Nachteil  in  Aussicht,  wobei 

dessen Verwirklichung für die Privatklägerin vor dem Hintergrund der erfolgten wie-

derholten Streitigkeiten und des Umstands, dass sie wusste, dass der Beschuldigte 

Waffen  besass,  als  ernst  gemeint  erscheinen  musste.  Aufgrund  der  mehrfachen 

Äusserungen des Beschuldigten wurde die Privatklägerin ernsthaft in Angst bzw. 

Schrecken versetzt. Der objektive Tatbestand der Drohung ist damit unter diesen 

Sachverhaltsabschnitten mehrfach erfüllt.

- 32 -

3.1.2.

Gemäss erstelltem Sachverhalt erklärte der Beschuldigte Anfang August 

2023  anlässlich  eines  Gesprächs,  dass  es  nicht  möglich  sei,  eine  Waffe  in  der 

Schweiz zu besorgen. Am ca. 2. August 2023 erwähnte er während eines weiteren 

Gesprächs, dass, wenn er von Serbien zurückkommen werde, die Privatklägerin 

keine Ruhe haben werde, solange sie am Leben sei. Angesichts des sehr engen 

zeitlichen Konnexes dieser beiden Äusserungen anlässlich des zweiten Gesprächs 

im Zusammenhang mit dem Gespräch vom Vortrag betreffend Beschaffung einer 

Waffe wurde der Privatklägerin durch die Aussagen des Beschuldigten in Aussicht 

gestellt, dass er, nachdem er sich in Serbien eine Waffe organisiert habe und wie-

der zurück sei, sie keine Ruhe mehr haben werde. Damit stellte der Beschuldigte 

der  Privatklägerin  durch  seine  Telefonate  anfangs  August  in  Aussicht,  dass  ihre 

körperliche Unversehrtheit, solange sie am Leben sei, in Gefahr sei, mithin stellte 

der Beschuldigte der Privatklägerin wiederum einen schweren Nachteil in Aussicht. 

Dessen Verwirklichung musste für die Privatklägerin vor dem Hintergrund der er-

folgten wiederholten Streitigkeiten und des Umstands, dass der Beschuldigte auf-

grund  ihrer  Anzeige  und  Aussagen  zuvor  während  mehrerer  Monate  in  Untersu-

chungshaft war, als ernst gemeint erscheinen. Aufgrund der Äusserungen des Be-

schuldigten  wurde  die  Privatklägerin  ernsthaft  in  Angst  bzw.  Schrecken  versetzt. 

Der  objektive  Tatbestand  der  Drohung  ist  damit  unter  diesem  Sachverhaltsab-

schnitt ebenfalls erfüllt.

3.2. Subjektiver Tatbestand

3.2.1.

Anlässlich der Tatvorwürfe vom 14. und 15. Februar 2023, als der Be-

schuldigte sich gegenüber der Privatklägerin direkt äusserte, wusste der Beschul-

digte, dass die Privatklägerin dadurch erschreckt bzw. verängstigt würde aufgrund 

seiner Äusserungen, und er wollte das auch. Insofern handelte er mit direktem Vor-

satz.

3.2.2.

Beim Tatvorwurf vom 25. Februar 2023 wusste der Beschuldigte, dass 

jedenfalls laute Geräusche in seiner Wohnung auch in der Wohnung der Privatklä-

gerin bzw. im Korridor hörbar waren. Dennoch schrie er die Äusserungen, die in-

haltlich grundsätzlich mit den früheren übereinstimmten, sehr laut ins Telefon ge-

genüber seiner Ex-Frau. Zwar wusste er nicht, dass die Privatklägerin dies hören 

- 33 -

würde. Aufgrund der Hellhörigkeit im Haus musste er aber damit rechnen, dass sie 

das hören würde, was ihm offensichtlich egal war. Nicht zutreffend ist des Weitern, 

entgegen der Verteidigung (Urk. 107 S. 16), dass die Privatklägerin aussagte, sie 

habe aus der Wohnung auf den Korridor gehen müssen, um den Beschuldigten zu 

hören. Wie dargelegt (vgl. vorstehend Ziffer II/E.4.3.2, Urk 6/2 F/A 66), konnte die 

Privatklägerin den Beschuldigten bereits aus ihrer Wohnung hören. Der Umstand, 

dass die Privatklägerin die Wohnungstür geöffnet hat, zeigt gerade, dass sie den 

Beschuldigten bereits aus der Wohnung hörte. Allenfalls konnte sie das Gespräch 

durch das Öffnen der Tür nur noch besser hören. Das ändert jedoch nichts daran, 

dass der Beschuldigte aufgrund der Hellhörigkeit im Haus damit rechnen musste, 

dass die Privatklägerin ihn hören konnte. Im Übrigen hatten die Privatklägerin und 

der  Beschuldigte  in  sprachlicher  Hinsicht  keine  Verständigungsprobleme,  zumin-

dest sind keine solchen dokumentiert. Damit verfängt auch die Argumentation der 

Verteidigung nicht (Urk. 107 S. 16), dass es absurd sei, die Schlussfolgerung zu 

ziehen, der Beschuldigte hätte wissen bzw. in Kauf nehmen müssen, dass die Pri-

vatklägerin die Telefongespräche auch inhaltlich verstehe. Die Privatklägerin ver-

steht Serbisch, so konnte sie auch den Wortlaut der Beschimpfungen des Beschul-

digten widergeben (Urk. 6/2 F/A 35-36). Dementsprechend nahm er auch in Kauf, 

dass die Privatklägerin seine neuerliche Äusserung hören und dadurch erschreckt 

bzw. verängstigt würde. Demnach liegt Eventualvorsatz vor.

3.2.3.

Hinsichtlich  der  Tathandlungen  Anfang  August  2023  wusste  der  Be-

schuldigte, dass jedenfalls laute Geräusche in seiner Wohnung auch in der Woh-

nung der Privatklägerin bzw. im Korridor hörbar waren. Dennoch führte er das Te-

lefonat  mit  den  Äusserungen,  in  denen  die  Privatklägerin  mit  dem  Tod  bedroht 

wurde, so laut, dass die Privatklägerin dies hören würde. Aufgrund der Hellhörigkeit 

im Haus musste er damit rechnen, dass sie das hören würde, was ihm offensichtlich 

egal war. Dementsprechend nahm er auch in Kauf, dass die Privatklägerin seine 

neuerliche Äusserung hören und dadurch erschreckt bzw. verängstigt würde. Auch 

bei diesen Tathandlungen liegt damit Eventualvorsatz vor.

- 34 -

3.3. Zwischenfazit

Der Tatbestand der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB ist somit mehrfach 

erfüllt.

4. Mehrfache Beschimpfung

4.1. Objektiver Tatbestand

In objektiver Hinsicht bezeichnete der Beschuldigte die Privatklägerin gemäss er-

stelltem  Sachverhalt  am  14.  Februar  2023  und  15. Februar  2023  als  Kuh  und 

Schwein.  Zudem  sagt  er  am  15. Februar 2023  der  Privatklägerin  gegenüber,  er 

werde ihre türkische Mutter "ficken". Diese Äusserungen des Beschuldigten zielten 

einzig darauf ab, die Privatklägerin zu missachten und sie in ihrem Gefühl, ein ehr-

barer Mensch zu sein, zu verletzen. Dadurch verletzte er die Privatklägerin in ihrer 

Ehre. Der objektive Tatbestand der Beschimpfung ist somit mehrfach erfüllt.

4.2. Subjektiver Tatbestand

In  subjektiver  Hinsicht  handelte  der  Beschuldigte  gemäss  erstelltem  Sachverhalt 

wissentlich, willentlich und somit vorsätzlich.

4.3. Zwischenfazit

Der  Tatbestand  der  Beschimpfung  im  Sinne  von  Art.  177  Abs.  1  StGB  ist  somit 

mehrfach erfüllt.

5. Mehrfacher Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen

5.1. Objektiver Tatbestand

5.1.1.

In objektiver Hinsicht untersagte das Zwangsmassnahmengericht Win-

terthur dem Beschuldigten mit Verfügung vom 22. Juni 2023 in Dispositivziffer 3, 

sich der Privatklägerin näher als 10 Meter anzunähern. Ferner wurde der Beschul-

digte in Dispositivziffer 8 der genannten Verfügung explizit auf die Strafandrohung 

gemäss Art. 292 StGB hingewiesen. Die Verfügung wurde ihm schriftlich zugestellt 

(Urk.12/6 S. 6 f.). 

- 35 -

5.1.2.

Gemäss erstelltem Sachverhalt näherte sich der Beschuldigte der Pri-

vatklägerin am 12. August 2023 und am 18. August 2023 auf einen Abstand von je 

drei bis vier Metern bzw. ca. fünf Metern, wodurch er der amtlichen Verfügung zu-

widerhandelte. Der objektive Tatbestand ist daher mehrfach erfüllt.

5.2. Subjektiver Tatbestand

Der Beschuldigte wusste vom betreffenden Verbot gemäss Verfügung des Zwangs-

massnahmengerichts vom 22. Juni 2023 und er handelte dem Verbot wissentlich 

zuwider. Der Beschuldigte handelte somit mit direktem Vorsatz.

5.3. Zwischenfazit

Der  Tatbestand  des  Ungehorsams  gegen  amtliche  Verfügungen  im  Sinne  von 

Art. 292 StGB ist somit mehrfach erfüllt.

6.

Schuldfähigkeit

Ein  Ausschluss  der  Einsicht-  und/oder  der  Steuerungsfähigkeit  und  damit  der 

Schuldfähigkeit wird durch den psychiatrischen Gutachter Dr. med. F._____ in des-

sen Gutachten vom 31. Juli 2023 (Urk. 9/11 S. 41) und dessen Ergänzungsgutach-

ten vom 11. Oktober 2023 (Urk. 9/19 S. 11 f.) für sämtliche Tatzeitpunkte überzeu-

gend verneint.

7.

Fazit

Zusammenfassend  ist  der  Beschuldigte  der  mehrfachen  Drohung  im  Sinne  von 

Art. 180 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 

StGB und des mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen im Sinne 

von Art. 292 StGB schuldig zu sprechen.

IV. Strafzumessung

1.

Ausgangslage

1.1. Die Staatsanwaltschaft beantragte in ihrer Anklageschrift die Bestrafung des 

Beschuldigten  mit  einer  Freiheitsstrafe  von  10  Monaten,  einer  Geldstrafe  von 

- 36 -

30 Tagessätzen zu Fr. 80.– und einer Busse von Fr. 1'500.– (Urk. 23 S. 7). Im Rah-

men des Berufungsverfahrens beantragt sie die Bestätigung des vorinstanzlichen 

Urteils (Urk. 82).

1.2. Die Verteidigung stellte keinen Eventualantrag im Falle eines anklagegemäs-

sen Schuldspruchs. 

1.3. Die  Vorinstanz  bestrafte  den  Beschuldigten  mit  einer  Freiheitsstrafe  von 

10 Monaten, einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.– und einer Busse von 

Fr. 1'500.– (Urk. 76 S. 34).

2.

Strafzumessungsgrundsätze

2.1. Verschulden/Asperationsprinzip

2.1.1.

Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es 

berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung 

der  Strafe  auf  das  Leben  des  Täters  (Art.  47  Abs.  1  StGB).  Die  Bewertung  des 

Verschuldens richtet sich gemäss Art. 47 Abs. 2 StGB nach der Schwere der Ver-

letzung oder der Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit 

des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach, wie weit 

der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefähr-

dung  oder  Verletzung  zu  vermeiden.  Das  Bundesgericht  hat  die  Grundsätze  der 

Strafzumessung nach Art. 47 ff. StGB wiederholt dargelegt (BGE 144 IV 313 E. 1.1; 

141  IV  61  E.  6.1.2;  136  IV  55  E. 5.4;  je  mit  Hinweisen).  Darauf  kann  verwiesen 

werden.

2.1.2.

Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzun-

gen  für  mehrere  gleichartige  Strafen  erfüllt,  so  verurteilt  ihn  das  Gericht  zu  der 

Strafe  der  schwersten  Straftat  und  erhöht  sie  angemessen.  Es  darf  jedoch  das 

Höchstmass  der  angedrohten  Strafe  (Strafrahmen)  nicht  um  mehr  als  die  Hälfte 

erhöhen. Dabei ist es an das gesetzliche Höchstmass der Strafart (z.B. 180 Tages-

sätze Geldstrafe) gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB).

- 37 -

Für  die  Bildung  einer  Gesamtstrafe  hat  das  Gericht  in  einem  ersten  Schritt  den 

Strafrahmen für die schwerste Straftat zu bestimmen und alsdann die Einsatzstrafe 

für  diese  Tat,  unter  Einbezug  aller  straferhöhenden  und  strafmindernden  Um-

stände,  innerhalb  dieses  Strafrahmens  festzusetzen.  Bei  der  Bestimmung  des 

Strafrahmens für die schwerste Tat ist von der abstrakten Strafandrohung auszu-

gehen:  Schwerer  ist  die  Tat  mit  der  höheren  Höchststrafe;  sieht  eine  weniger 

schwere Tat eine höhere Mindeststrafe vor, so bestimmt diese den unteren Rand 

des Strafrahmens (BGE 144 IV 313; 142 IV 265 E. 2.4). In einem zweiten Schritt 

hat das Gericht diese Einsatzstrafe unter Einbezug der anderen Straftaten zu einer 

Gesamtstrafe zu erhöhen (BGE 144 IV 313; 144 IV 217 E. 2 f., statt vieler anschau-

lich Urteil des Bundesgerichts 6B_196/2021 vom 25. April 2022, E. 5.4.3). Die Ein-

zelstrafen sind unter Einbezug aller straferhöhenden und strafmindernden Tatum-

stände grundsätzlich innerhalb des ordentlichen Strafrahmens des jeweiligen Straf-

tatbestandes und nicht desjenigen mit der abstrakt höchsten Strafandrohung fest-

zusetzen (BGE 142 IV 265 E. 2.4.3).

Die Bildung einer Gesamtstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB ist nur bei gleich-

artigen  Strafen  möglich.  Dass  die  anzuwendenden  Strafbestimmungen  abstrakt 

gleichartige Strafen vorsehen, genügt nicht. Vielmehr ist nach der konkreten Me-

thode für jeden einzelnen Normverstoss die entsprechende Strafe zu bestimmen. 

Ungleichartige Strafen – wie Geld- und Freiheitsstrafe – sind daher kumulativ zu 

verhängen (BGE 144 IV 313 E. 1.1.1; 144 IV 217 E. 2.2; 142 IV 265 E. 2.3.2).

2.2. Wahl der Strafart

Nach der Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob im zu beurteilenden Einzelfall 

eine Geld- oder Freiheitsstrafe auszusprechen ist, gemäss Art. 47 StGB nach dem 

Ausmass des jeweiligen Verschuldens (BGE 144 IV 217 E. 3.3.1), wobei die Gelds-

trafe gegenüber der Freiheitsstrafe als mildere Sanktion gilt (Urteil des Bundesge-

richts 6B_1239/2023 vom 22. Januar 2024 E. 1.1.2). Bei der Wahl der Sanktionsart 

ist  als  wichtiges  Kriterium  die  Zweckmässigkeit  einer  bestimmten  Sanktion,  ihre 

Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizi-

enz zu berücksichtigen (BGE 147 IV 241 E. 3.2; 144 IV 313 E. 1.1.1; 134 IV 82 

E. 4.1,  97  E.  4.2;  Urteile  des  Bundesgerichts  6B_355/2021  vom  22.  März  2023 

- 38 -

E. 3.3; 6B_658/2021 vom 27. Januar 2022 E. 2.3.1; je mit Hinweisen). Nach dem 

Prinzip  der  Verhältnismässigkeit  soll  bei  alternativ  zur  Verfügung  stehenden  und 

hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen im Regelfall diejenige 

gewählt werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen ein-

greift bzw. die ihn am wenigsten hart trifft (BGE 138 IV 120 E. 5.2; 134 IV 82 E. 4.1, 

97 E. 4.2.2). Dies gilt auch im Rahmen der Gesamtstrafenbildung. Der Täter darf 

aufgrund des Umstands, dass mehrere Delikte gleichzeitig zur Beurteilung stehen, 

für die einzelnen Taten nicht schwerer bestraft werden als bei separater Beurteilung 

(BGE 144 IV 217 E. 3.3.3, 313 E. 1.1.1; Urteile des Bundesgerichts 6B_355/2021 

vom  22.  März  2023  E.  3.3;  6B_93/2022  vom  24.  November  2022  E. 1.3.4; 

6B_658/2021  vom  27. Januar  2022  E.  2.3.1;  je  mit  Hinweisen).  Nach  neuerer 

Rechtsprechung darf in Anwendung von Art. 41 Abs. 1 lit. a StGB immerhin dann 

eine Gesamtfreiheitsstrafe ausgesprochen werden, wenn viele Einzeltaten zeitlich 

sowie sachlich eng miteinander verknüpft sind und eine blosse Geldstrafe bei kei-

nem der in einem engen Zusammenhang stehenden Delikte geeignet ist, in genü-

gendem  Masse  präventiv  auf  den  Täter  einzuwirken  (Urteil  des  Bundesgerichts 

6B_141/2021 vom 23. Juni 2021 E. 1.3.2; m.w.H.).

2.3. Geldstrafe

Wird eine Geldstrafe ausgefällt, bemisst sich die Zahl der Tagessätze nach dem 

Verschulden des Täters (Art. 34 Abs. 1 StGB). Die Höhe des Tagessatzes ist hin-

gegen  nach  den  persönlichen  und  finanziellen  Verhältnissen  des  Täters  im  Zeit-

punkt des Urteils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, 

allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem Existenzminimum 

zu bestimmen. Ein Tagessatz beträgt dabei in der Regel mindestens Fr. 30.– und 

höchstens  Fr. 3'000.–.  Das  Gericht  kann  den  Tagessatz  ausnahmsweise  bis  auf 

Fr. 10.– senken, wenn die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Tä-

ters  dies  gebieten.  Es  kann  die  maximale  Höhe  des  Tagessatzes  überschreiten, 

wenn das Gesetz dies vorsieht (Art. 34 Abs. 2 StGB). Ausgangspunkt für die Be-

messung des Tagessatzes bildet das strafrechtlich relevante Nettoeinkommen, das 

dem Täter durchschnittlich an einem Tag zufliesst, ganz gleich, aus welcher Quelle 

die Einkünfte stammen. Vom Bruttoeinkommen ist dabei bereits in Abzug gebracht 

- 39 -

worden, was dem Täter wirtschaftlich nicht zusteht oder gesetzlich geschuldet ist 

(BGE 134 IV 60 E. 6.1.).

2.4. Massgeblicher Strafrahmen

Die Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei 

Jahren oder Geldstrafe bestraft. Der Strafrahmen des Tatbestands der Beschimp-

fung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 beträgt Geldstrafe bis zu 90 Tagessätzen. Allen-

falls zu bildendende Gesamtstrafen sind innerhalb dieser Strafrahmen festzulegen, 

wobei die Delikts- und Tatmehrheit innerhalb des jeweiligen Strafrahmens strafer-

höhend zu berücksichtigen ist. Strafmilderungsgründe sind bei den jeweiligen Tat-

vorwürfen strafmindernd zu berücksichtigen.

2.5. Übertretungen

Der Tatbestand des mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen wird 

mit Busse geahndet. Gemäss Art. 106 Abs. 1 StGB gilt bei Übertretungen im Allge-

meinen  ein  Maximalbetrag  von  Fr. 10'000.–  Busse,  wobei  auch  im  Bereich  der 

Übertretungen bei Deliktsmehrheit oder Mehrfachbegehung das Asperationsprinzip 

zur Anwendung gelangt (HEIMGARTNER, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kom-

mentar Strafrecht I, 4. Aufl., Basel 2019, Art. 106 StGB N 36).

2.6. Strafzumessung im engeren Sinn/Vorgehen

Nachfolgend  werden  zunächst  die  vom  Beschuldigten  gesetzte  objektive 

Tatschwere und das subjektive Verschulden aufgrund der konkreten Verhältnisse 

beurteilt (Tatkomponente). Darauf werden weitere Aspekte dargestellt, welche kei-

nen unmittelbaren Zusammenhang mit den verübten Taten aufweisen (Täterkom-

ponente), und schliesslich wird eine Gesamtwürdigung vorgenommen. Es versteht 

sich dabei von selbst, dass der Strafzumessung derjenige Sachverhalt zugrunde 

zu legen ist, welcher durch das vorstehend dargelegte Beweisergebnis erstellt ist 

(vgl.  zur  Strafzumessung:  MATHYS,  Zur  Technik  der  Strafzumessung,  SJZ  100 

[2004]  Nr.  8  S.  173  ff.;  ders.,  Leitfaden  Strafzumessung,  2. Aufl.,  Basel  2019, 

N 53 ff.). 

- 40 -

3.

Tatkomponenten 

3.1. Mehrfache Drohung vom 14., 15. und 25. Februar 2023

3.1.1.

Objektive Tatschwere 

Angesichts des sehr engen sachlichen und insbesondere auch zeitlichen Konnexes 

zwischen den innerhalb von lediglich 12 Tagen begangenen Drohungen erscheint 

es geboten, die diesbezüglichen Tathandlungen gemeinsam zu würdigen, zumal 

die Auswirkungen der Tathandlungen auf die Privatklägerin nicht anders als in ihrer 

Gesamtheit betrachtet werden können. In objektiver Hinsicht verletzte der Beschul-

digte die psychische Integrität der Privatklägerin, also ihre innere Freiheit, mittels 

seiner mehrfachen Todesdrohungen innerhalb jener 12 Tage massiv. Er versetzte 

sie mit seinem Vorgehen mehrfach in grosse Angst, indem sie angesichts des ihr 

bewussten Waffenbesitzes des Beschuldigten um ihr Leben fürchtete, weswegen 

sie zeitweise während des Schlafens die Zimmertüre abschloss. Dabei kam für die 

Privatklägerin  erschwerend  hinzu,  dass  der  Beschuldigte  in  der  Wohnung  direkt 

unter ihr wohnte, wobei das Haus sehr hellhörig war. Sie musste dabei auch stets 

um neuerliche Drohungen seitens des Beschuldigten fürchten. Mit den mehrfachen 

Todesdrohungen sprach der Beschuldigte Drohungen aus, die klar über das Mini-

mum der Erfüllung des Tatbestandes hinausgehen. Zudem erfolgten diese in einem 

Klima heftiger Auseinandersetzungen, die selbst nach Aussage des Beschuldigten 

ein solches Ausmass annahmen, dass auch er zu dem Schluss kam, dass einer 

der beiden das Haus verlassen müsse. Das mehrfache Tathandeln des Beschul-

digten wirkt sich dabei straf- bzw. verschuldenserhöhend aus. In objektiver Hinsicht 

ist insgesamt von einem nicht mehr leichten Verschulden auszugehen.

3.1.2.

Subjektives Verschulden 

In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte am 14. und 15. Februar 2023 di-

rektvorsätzlich. Am 25. Februar 2023, als er die Privatklägerin laut mit seiner Ex-

Frau telefonierend bedrohte, handelte er in Eventualvorsatz, doch vermag ihn das 

vorliegend  nicht  zu  entlasten.  Das  Motiv  des  Beschuldigten  lag  offenbar  einzig 

darin, die Privatklägerin, mit der er sich im Streit befand, mittels seiner Äusserungen 

- 41 -

zu erschrecken. Eine Verminderung der Einsicht- und/oder der Steuerungsfähigkeit 

und damit der Schuldfähigkeit wird durch den psychiatrischen Gutachter Dr. med. 

F._____ in dessen Gutachten vom 31. Juli 2023 (Urk. 9/11 S. 41) und dessen Er-

gänzungsgutachten  vom  11.  Oktober  2023  (Urk.  9/19  S. 11 f.)  für  sämtliche  Tat-

zeitpunkte überzeugend verneint. Die objektive Tatschwere wird durch die subjek-

tiven Zumessungsgründe nicht relativiert.

3.1.3.

Strafart 

Der Beschuldigte weist zwar keine Vorstrafen auf (Urk. 78). Zu berücksichtigen ist 

aber, dass er im vorliegenden Verfahren bezüglich der Deliktsvorwürfe vom August 

2023 trotz laufenden Strafverfahrens und knapp viermonatiger Untersuchungshaft 

sowie nachfolgenden Ersatzmassnahmen erneut delinquierte. Auch wird ihm be-

reits  mit  psychiatrischem  Gutachten  von  Dr. med.  F._____  vom  31.  Juli  2023 

(Urk. 9/11 S. 39 und 41) und dessen Ergänzungsgutachten vom 11. Oktober 2023 

(Urk. 9/19 S. 12) eine hohe Rückfallgefahr hinsichtlich Drohungen gegen die Pri-

vatklägerin  attestiert,  was  sich  bekanntlich  kurz  nach  dem  ersten  Gutachten  be-

wahrheitete.  Dass  sich  der  Beschuldigte  deshalb  von  einer  auszusprechenden 

Geldstrafe von der Begehung neuerlicher Straftaten abhalten liesse, ist nicht anzu-

nehmen. Selbst wenn also für jede Tathandlung eine Einzelstrafe ausgefällt würde, 

wäre dafür in Anwendung von Art. 41 Abs. 1 lit. a StGB eine Freiheitsstrafe auszu-

sprechen. 

3.1.4.

Zwischenfazit 

Ausgehend von einem nicht mehr leichten Verschulden erscheint in Berücksichti-

gung des Asperationsprinzips eine Einsatzstrafe von 8 Monaten Freiheitsstrafe als 

angemessen, wobei für die Drohungen vom 14. und 15. Februar 2023 von ange-

messenen  Einzelstrafen  von  je  4 Monaten  und  für  die  Drohung  vom  25. Februar 

2023 von einer angemessenen Einzelstrafe von 3 Monaten auszugehen wäre. 

- 42 -

3.2. Drohung von Anfang August 2023 

3.2.1.

Objektive Tatschwere 

In objektiver Hinsicht delinquierte der Beschuldigte einige Wochen nach Entlassung 

aus der Wohnung erneut einschlägig gegen die Privatklägerin, wobei grundsätzlich 

auf das zuvor Ausgeführte verwiesen werden kann (vgl. vorstehend E. 3.1.1). Durch 

die neuerliche Drohung wurde die Privatklägerin erneut in ihrem Sicherheitsgefühl 

massiv beeinträchtigt. Nachdem vorliegend eine einzelne Drohungshandlung vor-

liegt, die zudem nicht direkt gegenüber der Privatklägerin, sondern in der Weise am 

Telefon geäussert wurde, dass die Privatklägerin sie hören musste, ist in objektiver 

Hinsicht von einem noch leichten Verschulden auszugehen. 

3.2.2.

Subjektives Verschulden 

In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte in Eventualvorsatz, doch vermag 

ihn das wiederum nicht zu entlasten. Das Motiv des Beschuldigten lag auch hier 

offenbar  einzig  darin,  die  Privatklägerin,  mit  der  er  sich  im  Streit  befand,  mittels 

seiner Äusserungen zu erschrecken. Eine Verminderung der Einsicht- und/oder der 

Steuerungsfähigkeit und damit der Schuldfähigkeit wird durch den psychiatrischen 

Gutachter  Dr. med.  F._____  in  dessen  Gutachten  vom  31.  Juli  2023  (Urk. 9/11 

S. 41) und dessen Ergänzungsgutachten vom 11. Oktober 2023 (Urk. 9/19 S. 11 f.) 

für sämtliche Tatzeitpunkte überzeugend verneint. Die objektive Tatschwere wird 

durch die subjektiven Zumessungsgründe nicht relativiert.

3.2.3.

Strafart 

Der Beschuldigte delinquierte trotz laufenden Strafverfahrens und knapp viermona-

tiger  Untersuchungshaft  sowie  nachfolgenden  Ersatzmassnahmen  erneut.  Auch 

wird ihm bereits mit psychiatrischem Gutachten von Dr. med. F._____ vom 31. Juli 

2023 (Urk. 9/11 S. 39 und 41) und dessen Ergänzungsgutachten vom 11. Oktober 

2023 (Urk. 9/19 S. 12) eine hohe Rückfallgefahr hinsichtlich Drohungen gegen die 

Privatklägerin attestiert, was sich bekanntlich kurz nach dem ersten Gutachten be-

wahrheitete.  Dass  sich  der  Beschuldigte  deshalb  von  einer  auszusprechenden 

Geldstrafe von der Begehung neuerlicher Straftaten abhalten liesse, ist nicht anzu-

- 43 -

nehmen. In Anwendung von Art. 41 Abs. 1 lit. a StGB ist daher eine Freiheitsstrafe 

auszusprechen. 

3.2.4.

Zwischenfazit 

Ausgehend von einem noch leichten Verschulden erscheint eine Einzelstrafe von 

3 Monaten Freiheitsstrafe als angemessen. In Anwendung des Asperationsprinzips 

sind davon 2 Monate Freiheitsstrafe straferhöhend zu berücksichtigen.

3.3. Mehrfache Beschimpfung 

3.3.1.

Objektive Tatschwere 

Angesichts des sehr engen sachlichen und insbesondere auch zeitlichen Konnexes 

zwischen den innerhalb von zwei Tagen begangenen Beschimpfungen erscheint 

es geboten, die diesbezüglichen Tathandlungen gemeinsam zu würdigen, zumal 

die Auswirkungen der Tathandlungen auf die Privatklägerin nicht anders als in ihrer 

Gesamtheit betrachtet werden können. In objektiver Hinsicht verletzte der Beschul-

digte das Rechtsgut des Ehrgefühls der Privatklägerin mehrfach, indem er sie als 

Kuh  bzw.  Kuh  und  Schwein  betitelte  sowie  gegenüber  ihr  äusserte,  dass  er  ihre 

türkische Mutter "ficken" würde. Hierdurch brachte er eine deutliche Herabwürdi-

gung der Privatklägerin zum Ausdruck. Das mehrfache Tathandeln des Beschul-

digten wirkt sich dabei straf- bzw. verschuldenserhöhend aus. In objektiver Hinsicht 

ist insgesamt von einem nicht mehr leichten Verschulden auszugehen.

3.3.2.

Subjektives Verschulden 

In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte mit direktem Vorsatz, wobei kein 

anderes  Motiv  ersichtlich  ist,  als  die  Privatklägerin  in  ihrem  Gefühl,  ein  ehrbarer 

Mensch zu sein, herabzuwürdigen. Eine Verminderung der Einsicht- und/oder der 

Steuerungsfähigkeit und damit der Schuldfähigkeit im Tatzeitpunkt wird durch den 

psychiatrischen  Gutachter  Dr. med.  F._____  in  dessen  Gutachten  vom  31. Juli 

2023 (Urk. 9/11 S. 41) und dessen Ergänzungsgutachten vom 11. Oktober 2023 

(Urk. 9/19 S. 11 f.) für sämtliche Tatzeitpunkte überzeugend verneint. Die objektive 

Tatschwere wird durch die subjektiven Zumessungsgründe nicht relativiert.

- 44 -

3.3.3.

Zwischenfazit 

Ausgehend  von  einem  nicht  mehr  leichten  Verschulden  erscheint  je  eine  Einzel-

strafe von 20 Tagessätzen Geldstrafe für die Tathandlung des 14. und des 15. Fe-

bruars  2023  als  angemessen.  In  Anwendung  des  Asperationsprinzips  erscheint 

eine Gesamtgeldstrafe von 30 Tagessätzen als angemessen.

3.4. Mehrfacher Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen

In  objektiver  Hinsicht  näherte  sich  der  Beschuldigte  der  Privatklägerin  trotz  Kon-

taktverbots und des Verbots, sich ihr näher als 10 Meter anzunähern, zweimal auf 

wenige Meter an. Dies erfolgte aber in Alltagssituationen und nur für wenige Mo-

mente. In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte vorsätzlich, wobei der ein-

zige Grund darin zu sehen ist, der Privatklägerin Angst einzujagen. Insgesamt ist 

von  einem  mittleren  Verschulden  auszugehen.  In  finanzieller  Hinsicht  ist  auf  die 

nachfolgenden  Angaben  zu  seinen  finanziellen  Verhältnissen  zu  verweisen 

(E. 4.1.). Diese sind als bescheiden, wenn auch nicht als geradezu angespannt zu 

bezeichnen.  Insgesamt  erscheint  für  beide  Tathandlungen  je  eine  Busse  von 

Fr. 800.–  als  angemessen,  so  dass  sich  nach  der  Tatkomponente  unter  Anwen-

dung des Asperationsprinzips eine angemessene Gesamtbusse von Fr. 1'200.– er-

gibt.

3.5. Fazit bezüglich Tatkomponente

Insgesamt  ist  das  Tatverschulden  des  Beschuldigten  sowohl  von  der  objektiven 

Tatschwere her wie auch unter Berücksichtigung seines subjektiven Verschuldens 

als  nicht  mehr  leicht  zu  qualifizieren.  Gestützt  auf  die  erwähnten  Faktoren  nach 

Würdigung der Tatkomponente gelangt man somit zu einer Gesamtfreiheitsstrafe 

von 10 Monaten, einer Gesamtgeldstrafe von 40 Tagessätzen und einer Gesamt-

busse von Fr. 1'000.–.

- 45 -

4.

Täterkomponenten 

4.1. Persönliche Verhältnisse/Vorleben

Der Beschuldigte machte sowohl im Rahmen der Untersuchung wie auch anläss-

lich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung nur wenig Angaben zu seinen persön-

lichen Verhältnissen und zu seinem Vorleben. Er führte aus, er sei AHV-Rentner 

und  beziehe  aus  AHV  und  2.  Säule  ein  monatliches  Gesamteinkommen  von 

Fr. 3'200.–. Der monatliche Mietzins betrage Fr. 1'428.–. Vor der Verhaftung sei er 

schuldenfrei gewesen, nun habe er Schulden aufgrund der Betreuung des Hundes. 

Nach  der  Haftentlassung  werde  er  seine  Tätigkeit  als  Hauswart  weiterführen.  Er 

könnte sich auch vorstellen, z.B. eine Tätigkeit anzunehmen, Hunde für zwei Stun-

den  zu  führen,  um  seine  finanzielle  Lage  zu  verbessern  (Urk.5/1  S.  5;  Urk.  5/5 

S. 16;  Prot. I  S.  22).  Gegenüber  dem  psychiatrischen  Gutachter  machte  der  Be-

schuldigte Angaben, die wie folgt zusammengefasst werden können: Der Beschul-

digte wuchs in armen Verhältnissen auf dem Land auf, besuchte keinen Kindergar-

ten und durchlief die Schule aber regulär über 8 Jahrgangsstufen, mit einer Repe-

tition. Aufgrund finanzieller Knappheit soll er bereits 12-jährig gearbeitet haben, Mit-

schüler  hätten  gar  für  ihn  gesammelt.  Neben  dieser  Belastung  wurde  auch  eine 

Aggressivität des Vaters beschrieben, der unter Alkoholeinfluss, vor allem die Mut-

ter, teils aber auch die Kinder, schlug. Nach dem Schulabschluss absolvierte der 

Beschuldigte  eine  3-jährige  Metzgerlehre,  durchlief  das  Militär  und  reiste  in  der 

Hoffnung auf bessere Verdienstmöglichkeit 500 km weit nach Montenegro, wo er 

als Fleischverkäufer arbeitete. In jener Zeit lernt er seine erst Ehefrau kennen, im 

Folgejahr 1978 kam der Sohn zur Welt. Die erste Ehe dauerte bis 2009. Nach Heirat 

und Vaterschaft im Alter von 23 Jahren reiste der Beschuldigte im Alter von 26 Jah-

ren alleine in die Schweiz und lebte jahrelang auch allein in der Schweiz. Die Ehe-

frau  und  den  Sohn  besuchte  er  nur  im  Rahmen  von  Urlaubaufenthalten.  In  der 

Schweiz arbeitete er zunächst als Metzger, später als Maler. Nach der Trennung 

von  der  ersten  Ehefrau  fand  der  Beschuldigte  gemäss  eigenen  Angaben  recht 

schnell eine neue Partnerin, die er 2011 heiratete. Die Trennung von der zweiten 

Ehefrau  erfolgte  2022  (Urk.  9/11  S.  33  ff.).  Hinsichtlich  der  psychiatrischen  Dia-

gnose gelangte Dr. med. F._____ zur Erkenntnis, dass beim Beschuldigten im Tat-

zeitraum  eine  narzisstische  Persönlichkeitsakzentuierung,  eine  höchstens  mittel-

- 46 -

gradige depressive Episode sowie eine paranoid wahnhaft anmutende Realitäts-

verzerrung vorliege (Urk. 9/11 S. 39 und 41). Im Rahmen des Berufungsverfahrens 

reichte der Beschuldigte einerseits das Datenerfassungsblatt samt Belegen ein, die 

seine bescheidenen finanziellen Verhältnisse bestätigen (Urk. 84 und 85/1-6). Zu-

dem führte er anlässlich der Berufungsverhandlung ergänzend aus, dass sein mo-

natliches Einkommen aus der AHV und der Pensionskasse Fr. 3'200.– betrage. Die 

Miete belaufe sich auf Fr. 1'428.– und die Krankenkassenprämie Fr. 535.– (Prot. II 

S. 22-23). Die persönlichen Verhältnisse und das Vorleben des Beschuldigten blei-

ben insgesamt zumessungsneutral.

4.2. Vorstrafen/Delinquenz trotz laufenden Strafverfahrens

Der  Beschuldigte  weist  keine  Vorstrafe  auf  (Urk.  78),  was  zumessungsneutral 

bleibt. Straferhöhend ist – einzig bezüglich der Delikte im August 2023 – jedoch zu 

berücksichtigen, dass er während laufenden Strafverfahrens erneut einschlägig de-

linquierte, wobei er sich auch von knapp vier Monaten erlittener Untersuchungshaft 

offenbar nicht genügend beeindrucken liess.

4.3. Geständnis/Reue und Einsicht

Der Beschuldigte ist nicht geständig, weswegen dieses Kriterium zumessungsneu-

tral bleibt.

4.4. Fazit bezüglich Täterkomponenten

Unter den Täterkomponenten ist somit einzig die Delinquenz trotz laufenden Straf-

verfahrens bezüglich der Delikten im August 2023 straferhöhend zu berücksichti-

gen. Die nach der Tatkomponente erhaltene Gesamtfreiheitsstrafe von 10 Monaten 

ist daher aufgrund der Täterkomponente um 1 Monat zu erhöhen, während die Ge-

samtbusse um Fr. 300.– auf Fr. 1'500.– zu erhöhen ist.

5.

Höhe des Tagessatzes

Unter Berücksichtigung der finanziell eingeschränkten Möglichkeiten des Beschul-

digten als AHV-Rentner mit knapper Rente ist die Höhe des Tagessatzes auf das 

ordentliche Minimum von Fr. 30.– festzusetzen. 

- 47 -

6. Gesamtwürdigung

6.1. Strafhöhe

Angemessen  erscheinen  somit  in  Berücksichtigung  sämtlicher  Zumessungskrite-

rien eine Freiheitsstrafe von 11 Monaten, eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 

Fr. 30.– und eine Busse von Fr. 1'500.–. Aufgrund des Verbots der reformatio in 

peius gemäss Art. 391 Abs. 1 StPO bleibt es damit bei der vorinstanzlich ausge-

sprochenen Freiheitsstrafe von 10 Monaten, der Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 

Fr. 30.– und der Busse von Fr. 1'500.–.

6.2. Anrechnung von Haft

Der Beschuldigte befand sich vom 25. Februar 2023, 19:15 Uhr, bis am 22. Juni 

2023, 12:20 Uhr, und vom 28. August 2023, 14:28 Uhr, bis am 11. Januar 2024, 

15:35 Uhr, in Untersuchungs- bzw. Sicherheitshaft (Urk. 23 und 64). Am 22. Juni 

2023  wurden  Ersatzmassnahmen  angeordnet  (Urk.  12/6,  versandt  am  23.  Juni 

2023).  Insgesamt  befand  er  sich  somit  im  vorliegenden  Verfahren  während  255 

Tagen  in  Untersuchungs-  bzw.  Sicherheitshaft  und  musste  der  Beschuldigte  die 

Ersatzmassnahmen bis zur erneuten Versetzung in Untersuchungshaft am 28. Au-

gust  2023  während  66  Tagen  gegen  sich  gelten  lassen.  Die  erstandene  Haft  ist 

gemäss Art. 51 StGB auf die ausgesprochene Freiheitsstrafe anzurechnen. Nach 

der  Rechtsprechung  sind  Ersatzmassnahmen  analog  der  Untersuchungshaft  ge-

mäss dieser Bestimmung auf die Freiheitsstrafe anzurechnen. Bei der Bemessung 

der anrechenbaren Dauer hat das Gericht den Grad der Beschränkung der persön-

lichen Freiheit im Vergleich zum Freiheitsentzug bei Untersuchungshaft zu berück-

sichtigen  (Urteil  des  Bundesgerichts  6B_587/2019,  6B_616/2019  vom  27.  Mai 

2020, E. 4.3). Dabei kommt dem Gericht ein erheblicher Ermessensspielraum zu 

(vgl.  [betreffend  Kontaktverbot] BGE  140  IV  74 E.  2.4  S.  79  mit  Hinweisen).  Die 

persönliche Freiheit des Beschuldigten wurde durch die Ersatzmassnahmen deut-

lich weniger stark eingeschränkt als durch die Untersuchungshaft. Im Wesentlichen 

musste  er  sich  einer  ambulanten  therapeutischen  Behandlung  unterziehen  und 

durfte  er  die  Privatklägerin  weder  kontaktieren  noch  sich  ihr  näher  als  10  Meter 

annähern. Ferner musste sich der Beschuldigte in seine Wohnung begeben, wenn 

- 48 -

er die Privatklägerin im Eingangsbereich angetroffen hätte. Angesichts der durch 

die angeordneten Ersatzmassnahmen verursachten Einschränkungen rechtfertigt 

es sich, 15 Tage an die ausgesprochene Freiheitsstrafe anzurechnen. Von der aus-

gesprochenen Freiheitsstrafe gelten damit insgesamt 270 Tage als durch Haft und 

Ersatzmassnahme erstanden. 

V. Vollzug

1.

Ausgangslage

1.1.

Die Vorinstanz ordnete den Vollzug der Freiheitsstrafe, der Geldstrafe und 

der Busse an (Urk. 76 S. 36 und 41).

1.2.

Seitens der Verteidigung wurde kein expliziter Eventualantrag im Falle ei-

nes Schuldspruchs gestellt.

1.3.

Die Staatsanwaltschaft beantragt im Berufungsverfahren die Bestätigung 

des vorinstanzlichen Entscheids (Urk. 82).

2.

Rechtliche Grundlagen

Das  Gericht  schiebt  den  Vollzug  einer  Geldstrafe  oder  einer  Freiheitsstrafe  von 

höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht not-

wendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Ver-

gehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Wurde der Täter innerhalb der letzten fünf 

Jahre vor der Tat zu einer bedingten oder unbedingten Freiheitsstrafe von mehr als 

sechs Monaten verurteilt, so ist der Aufschub nur zulässig, wenn besonders güns-

tige  Umstände  vorliegen  (Art. 42  Abs. 2  StGB).  Voraussetzung  in  objektiver  Hin-

sicht ist, dass eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren 

ausgesprochen wird. In subjektiver Hinsicht wird das Fehlen einer ungünstigen Pro-

gnose  vorausgesetzt;  die  günstige  Prognose  wird  vermutet,  kann  aber  widerlegt 

werden  (BGE  135  IV  180  E. 2.1;  134  IV  97  E. 7.3;  Urteil  des  Bundesgerichts 

6B_80/2024 vom 9. Januar 2025 E. 3.1). Für die Einschätzung des Rückfallrisikos 

ist  ein  Gesamtbild  der  Täterpersönlichkeit  unerlässlich  (BGE  134  IV  140 

E. 4.4 m.H.;  Urteil  des  Bundesgerichts  6B_1376/2022  vom  12. September  2023 

- 49 -

E. 1.3) Dabei hat das Gericht eine Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände 

vorzunehmen und insbesondere auch seit der Tat eingetretene positive Verände-

rungen (wie den Erhalt einer festen Arbeitsstelle, das Eingehen einer stabilen Be-

ziehung) zu berücksichtigen. In erster Linie ist dabei die strafrechtliche Vorbelas-

tung  relevant,  namentlich  wenn  der  Täter  sog.  einschlägige  Vorstrafen  aufweist 

(HEIMGARTNER, in: Donatsch/Heimgartner/Isenring/Weder [Hrsg.], OFK Kommentar 

zum StGB, 21. Auflage, 2022, Art. 42 StGB N 7 f. m.w.H.; SCHNEIDER/GARRÉ, in: 

Niggli/Wiprächtiger  [Hrsg.]  Basler  Kommentar,  Strafrecht I,  a.a.O.,  Art. 42  StGB 

N 46).  Die  Anordnung  einer  Massnahme  schliesst  einen  bedingten  Vollzug  nach 

Art. 42 StGB und Art. 43 StGB aus, weil die Anordnung einer Massnahme gemäss 

Art. 56 Abs. 1 lit. a StGB voraussetzt, dass die Gefahr weiterer Straftaten durch den 

Beschuldigten besteht. Dies gilt auch dann, wenn eine ambulante Massnahme aus-

gesprochen wird (BGE 135 IV 180 E. 2.3; Urteil 6B_652/2016 des Bundesgerichts 

vom 28. März 2017 E. 3.3.1; SCHNEIDER/GARRÉ, a.a.O., Art. 42 N 25).

3.

Subsumtion Freiheits- und Geldstrafe

Der Beschuldigte weist zwar keine Vorstrafen auf (Urk. 78). Zu berücksichtigen ist 

aber, dass er im vorliegenden Verfahren bezüglich der Deliktsvorwürfe vom August 

2023 trotz laufenden Strafverfahrens und knapp viermonatiger Untersuchungshaft 

sowie nachfolgenden Ersatzmassnahmen erneut delinquierte. Auch wird ihm be-

reits  mit  psychiatrischem  Gutachten  von  Dr. med.  F._____  vom  31.  Juli  2023 

(Urk. 9/11 S. 39 und 41) und dessen Ergänzungsgutachten vom 11. Oktober 2023 

(Urk. 9/19 S. 12) eine hohe Rückfallgefahr hinsichtlich Drohungen gegen die Pri-

vatklägerin  attestiert,  was  sich  bekanntlich  kurz  nach  dem  ersten  Gutachten  be-

wahrheitete. Somit ist von einer ausgesprochen schlechten Prognose auszugehen, 

so  dass  seitens  des  Gutachters  auch  eine  ambulante  Massnahme  nach  Art.  63 

StGB empfohlen wird, worauf nachfolgend einzugehen sein wird. Die Freiheits- und 

die Geldstrafe sind daher zu vollziehen.

4.

Vollzug der Busse und Ersatzfreiheitsstrafe 

Bussen sind nach Art. 105 Abs. 1 StGB zwingend zu vollziehen. Für den Fall, dass 

die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, ist gemäss Art. 106 Abs. 2 StGB eine Er-

- 50 -

satzfreiheitsstrafe von mindestens einem Tag und höchstens drei Monaten festzu-

setzen. Das Gericht bemisst Busse und Ersatzfreiheitsstrafe je nach den Verhält-

nissen des Täters so, dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden an-

gemessen ist (Art. 106 Abs. 3 StGB). Für den Fall der schuldhaften Nichtbezahlung 

der Busse ist daher eine Ersatzfreiheitsstrafe von 15 Tagen festzusetzen.

VI. Massnahme

1.

Ausgangslage

1.1. Die Vorinstanz ordnete eine ambulante Massnahme nach Art. 63 StGB ohne 

stationäre Einleitung gemäss Art. 63 Abs. 3 StGB an, wobei sie den Vollzug der 

Freiheitsstrafe zu diesem Zweck aufschob (Urk. 76 S. 37).

1.2. Seitens der Verteidigung wurde kein expliziter Eventualantrag im Falle eines 

Schuldspruchs gestellt,

1.3. Die Staatsanwaltschaft beantragt im Berufungsverfahren die Bestätigung des 

vorinstanzlichen Entscheids (Urk. 82).

2.

Rechtliche Grundlagen

Bezüglich  der  rechtlichen  Voraussetzungen  der  Anordnung  einer  ambulanten 

Massnahme nach Art. 63 StGB kann zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen 

auf  die  zutreffenden  Erwägungen  im  vorinstanzlichen  Urteil  verwiesen  werden 

(Urk. 76 S. 34).

3. Gutachten

3.1. Diagnose 

Der psychiatrische Sachverständige Dr. med. F._____ gelangt in seinem Gutach-

ten  vom  31. Juli  2023  zum  Schluss,  dass  beim  Beschuldigten  eine  narzisstische 

Persönlichkeitsakzentuierung, rezidivierende depressive Episoden sowie eine Ten-

denz  zu  paranoiden  misstrauischen  Realitätsverzerrungen  vorliegen  (Urk.  9/11 

S. 39). An seiner Diagnose hielt der Gutachter auch im Rahmen des Ergänzungs-

- 51 -

gutachtens vom 31. Oktober 2023 grundsätzlich fest (Urk. 9/19 S. 11). Beim Be-

schuldigten liegt mithin eine schwere Störung im Sinne von Art. 63 Abs. 1 StGB 

vor.

3.2. Deliktszusammenhang der Störung

Die psychische Störung des Beschuldigten steht gemäss psychiatrischem Gutach-

ten ursächlich in Zusammenhang mit den seitens des Beschuldigten gegen die Pri-

vatklägerin verübten Taten bzw. die Taten wären ohne die diagnostizierte Störung 

nicht denkbar (Urk. 9/11 S. 39; Urk. 9/19 S. 12).

3.3.

Legalprognose

Gemäss Erkenntnis des Gutachters belasten die narzisstische Persönlichkeitsak-

zentuierung, die rezidivierenden depressiven Episoden sowie die Tendenz zu pa-

ranoid  misstrauischer  Realitätsverzerrung  die  Legalprognose.  Es  ergeben  sich 

hieraus Defizite im Bereich der Beziehungskompetenz und der Stressresilienz. Der 

Beschuldigte ist nicht vorbestraft, es finden sich keine dissozialen Merkmale, keine 

grundsätzliche Aggressionsbereitschaft oder chronifizierte Gewaltbereitschaft. Es 

handelt sich um einen "Beziehungskonflikt" zwischen Beschuldigtem und Privatklä-

gerin, der aber aufgrund der unzureichenden Desaktualisierungsfähigkeit bei para-

noid wahnhaft getragener Realitätsinterpretation noch anhält. Obwohl der Beschul-

digte weiterhin von seiner Variante, nicht mit dem Tod gedroht und die Waffe er-

wähnt zu haben, ausgehe, sei gleichzeitig eine gewisse abschätzige Feindseligkeit 

gegenüber der Geschädigten gegeben, ebenso die weitere Annahme ihres Fehl-

verhaltens, was im Sinne von Leugnungen und Bagatellisierung sowie Legitimie-

rungstendenzen interpretierbar wäre. So sei die Legalprognose, insbesondere die 

Konstellation mit der Geschädigten noch belastet, solange keine Desaktualisierung 

stattfinde, hingegen nicht grundsätzlich bezüglich Gewalt, Drohungen und anderer 

Delikte.  Am  ehesten  wären  verbale  Drohungen  zu  erwarten.  Der  Gutachter  ge-

langte zur Erkenntnis, dass die Rückfallgefahr für erneute Drohungen/Beleidigun-

gen gegenüber der Privatklägerin und dem näheren Umfeld zumindest als moderat-

deutlich einzustufen ist, die Ausführungsgefahr bezüglich der Drohungen aber als 

noch gering. Situativ sei gegenüber Fremden allenfalls mit "handsoff"-Gewalt, d.h. 

- 52 -

mit Drohungen und Beleidigungen mit moderater Wahrscheinlichkeit zu rechnen. 

Für andere Delikttypen bestehe keine belastete Legalprognose (Urk. 9/11 S. 38 f.). 

Im Rahmen des Ergänzungsgutachtens, das aufgrund der neuerlichen Delikte im 

August  2023  in  Auftrag  gegeben  wurde,  gelangte  der  Gutachter  zur  Erkenntnis, 

dass die Rückfallgefahr für neue Drohungen aufgrund der neuen Tatvorwürfe als 

deutlich einzustufen ist und damit etwas höher als bisher. Die Ausführungsgefahr 

der Drohungen wird als allenfalls gering-moderat angesehen. Damit ergibt sich ge-

mäss Gutachter eine leichte Verschlechterung der bisher gestellten Legalprognose 

(Urk. 9/19 S. 12).

3.4. Massnahmenindikation

Der  Gutachter  empfiehlt  in  seinem  Gutachten  die  Anordnung  einer  ambulanten 

Massnahme nach Art. 63 StGB. Es empfiehlt sich gemäss Gutachter eine Anbin-

dung  an  einen  Psychiater,  der  nicht  nur  die  psychische  Stabilität  verbessert  und 

sicherstellt, sondern auch eine Alltagsstrukturierung des nunmehr alleinstehenden 

Beschuldigten mitunterstützt, den noch nicht desaktualisierten Konflikt zur Privat-

klägerin angeht und zu entspannen hilft und zudem einen Behandlungsversuch mit 

einer adäquaten Neuroleptikadosis durchführt. Dies mit dem Ziel, paranoid wahn-

hafte Denkmuster beeinflussen bzw. neuerlichen paranoiden Missinterpretationen 

und misstrauische Überdeutungen vorbeugen zu können. Die empfohlene Behand-

lung  zeige  eine  intakte  Erfolgsaussicht,  die  Rückfallgefahr  signifikant  zu  senken. 

Die Medikamenteneinnahme und – im Ermessen des Therapeuten – auch eine all-

fällige Alkoholabstinenz sollte laborchemisch objektiviert werden. Andere oder zu-

sätzliche Massnahmen seien nicht angezeigt. So sei weder ein stationärmilieuthe-

rapeutisches  Setting  notwendig,  noch  eine  eigentliche  Suchtbehandlung,  auch 

wenn im Verlauf sehr wohl erwogen werden sollte, inwieweit doch zumindest ein 

schädlicher Gebrauch von Alkohol bestehe (Urk. 9/11 S. 39 f.). Diese Empfehlung 

bestätigte der Gutachter auch im Rahmen seines Ergänzungsgutachtens (Urk. 9/19 

S. 13).  Der  Beschuldigte  erklärte  sich  sowohl  im  Rahmen  des  Explorationsge-

sprächs gegenüber dem Gutachter (Urk. 9/11 S. 40) als auch anlässlich der vor-

instanzlichen Hauptverhandlung (Prot. I S. 22) dazu bereit, sich einer Behandlung 

- 53 -

zu  unterziehen.  Dies  bestätigte  er  auch  anlässlich  der  Berufungsverhandlung 

(Prot. II S. 25).

4.

Würdigung

4.1. Gemäss überzeugenden Erkenntnissen des psychiatrischen Sachverständi-

gen weist der Beschuldigte eine schwere psychische Störung auf, die weiterhin be-

steht, und sein psychosoziales Funktionsniveau ist deutlich eingeschränkt. Die Stö-

rung steht mit den Anlasstaten, den mehrfachen Drohungen gegen die Privatkläge-

rin, in direktem Zusammenhang. Die Legalprognose fällt jedenfalls hinsichtlich neu-

erlicher Drohungen gegenüber der Privatklägerin kritisch aus. Mittels der seitens 

des  psychiatrischen  Gutachters  vorgeschlagenen  Behandlung  im  Rahmen  einer 

ambulanten Massnahme lässt sich die Legalprognose deutlich verbessern. Nach-

dem die Frage einer allfälligen stationären Einleitung der Massnahme nach Art. 63 

Abs. 3 StGB vorliegend nicht mehr zu prüfen ist, ist auch die Verhältnismässigkeit 

zwischen den vom Beschuldigten verübten Delikten, die mit einer zehnmonatigen 

Freiheitsstrafe bestraft werden, einerseits und der Eingriffswirkung der Massnahme 

in die persönliche Freiheit des Beschuldigten andererseits klar gegeben, zumal die 

Massnahme den Beschuldigten lediglich verpflichtet, sich einer regelmässigen Be-

handlung zu unterziehen. In Würdigung aller Umstände sind alle Voraussetzungen 

für die Anordnung einer ambulanten Massnahme im Sinne von Art. 63 StGB gege-

ben.

4.2. Der Vollzug der Freiheitsstrafe ist nach Art. 63 Abs. 2 StGB zum Zweck der 

Massnahme aufzuschieben.

VII. Zivilbegehren

1.

Ausgangslage

1.1. Die  Privatklägerin  beantragte  vor  Vorinstanz,  der  Beschuldigte  sei  zu  ver-

pflichten, ihr Schadenersatz in der Höhe von Fr. 533.05 zuzüglich 5 % Zins ab Ein-

tritt  der  Rechtskraft  des  Urteils  zu  bezahlen.  Weiter  sei  der  Beschuldigte  dem 

Grundsatz nach zu verpflichten, die von ihr in Zukunft zu tragenden Kosten für die 

- 54 -

ärztliche Behandlung, Therapie und  Arbeitsunfähigkeit als Schadenersatz zu be-

zahlen. Zudem beantragte die Privatklägerin, der Beschuldigte sei zur Zahlung ei-

ner  Genugtuung  in  der  Höhe  von  Fr. 3'000.–  zuzüglich  5 %  Zins  ab  dem  9. Mai 

2023 zu verpflichten (Urk. 56 S. 2).

1.2. Der  Beschuldigte  beantragte,  die  Zivilforderungen  der  Privatklägerin  seien 

vollständig abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen (Urk. 58 S. 1; 

Urk. 79 S. 2; Urk. 107 S. 2, S. 19).

1.3. Die  Vorinstanz  hiess  die  Schadenersatzbegehren  gut  und  verpflichtete  den 

Beschuldigten, der Privatklägerin Fr. 1'500.– zuzüglich 5 % Zins ab 9. Mai 2023 als 

Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wurde das Genugtuungsbegehren abge-

wiesen (Urk. 76 S. 38 ff.).

2. Würdigung

Seitens der Verteidigung, die wie soeben erwähnt den Antrag stellte, die Zivilklagen 

seien abzuweisen, eventualiter auf den Weg des Zivilprozesses zu verweisen, wur-

den keine substantiierten Ausführungen zu den Zivilbegehren der Privatkläger bzw. 

den Erwägungen der Vorinstanz dazu gemacht mit Ausnahme, dass vor Vorinstanz 

und im Berufungsverfahren die Höhe der geltend gemachten Genugtuung kritisiert 

wurde (Prot. I S. 25; Urk. 58 Rz 39; Urk. 107 S. 19). Die Anträge der Verteidigung 

namens des Beschuldigten stellen vielmehr die Folge ihres Antrags auf vollumfäng-

lichen  Freispruch  im  Schuldpunkt  dar.  Nachdem  sich  die  diesbezüglichen  Erwä-

gungen im vorinstanzlichen Urteil (Urk. 76 S. 38 ff.) als zutreffend erweisen, kann 

zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen vollumfänglich darauf verwiesen wer-

den. Die vorinstanzliche Regelung der Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren 

der Privatklägerschaft ist daher zu bestätigen.

VIII. Beschlagnahmungen/Sicherstellungen

Der Beschuldigte setzte die Selbstladepistole Marke CZECH inklusive der 2 Maga-

zine bei den mehrfachen Drohungen nicht ein. Hingegen war die Waffe vorliegend 

insofern  mittelbar  von  Bedeutung,  als  der  Beschuldigte  sich  damit  beschäftigte, 

- 55 -

eine Waffe anzuschaffen. Damit besteht ernsthaft die Gefahr, dass auch die Selbst-

ladepistole als Tatmittel für die Drohung bzw. eine darüber hinausgehende Tat ver-

wendet  wird,  was  eine  Einziehung  rechtfertigt  (Urteil  des  Bundesgerichts 

6B_1277/2018 vom 21. Februar 2019, E. 3.3). Die Selbstladepistole inklusive der 

2 Magazine ist ferner geeignet, die Sicherheit von Menschen zu gefährden, und es 

ist, wie dargelegt, nicht auszuschliessen, dass der Beschuldigte die Waffe für wei-

tere Straftaten einsetzt und die Sicherheit von Menschen dadurch gefährdet. Die 

Einziehung erschwert sodann die Begehung weiterer Straftaten, womit die Einzie-

hung als verhältnismässig erscheint. Die Selbstladepistole inklusive der 2 Maga-

zine sind damit einzuziehen. Hinsichtlich des am 21. Juli 2023 vom Forensischen 

Institut  Zürich  (FOR) sichergestellten Beschussmaterials  aus  der Pistole  CZECH 

(Asservat-Nr. A017'602'970),  äusserte  sich  die  Vorinstanz  in  ihren  Erwägungen 

nicht,  entschied  indessen,  das  Beschussmaterial  bei  den  Akten  zu  belassen 

(Urk. 76  S. 42).  Inwieweit  eine  Belassung  des  Beschussmaterials  in  den  Akten 

nach  Verfahrensabschluss  zweckmässig  erscheint,  ist  indessen  nicht  ersichtlich. 

Das fragliche Beschussmaterial ist daher dem FOR zur gutscheinenden Verwen-

dung – ggf. Vernichtung – zu überlassen.

IX. Kostenfolgen

1.

Erstinstanzliche Kostenfolgen 

Nachdem es auch im Berufungsverfahren bei einem Schuldspruch bleibt, ist das 

erstinstanzliche  Kostendispositiv  (Dispositivziffern 12  und 13)  zu  bestätigen 

(Art. 426 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 StPO).

2.

Kosten des Berufungsverfahrens 

2.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'600.– zu veran-

schlagen (§14 Abs. 1 lit. b in Verbindung mit § 16 Abs. 1 GebV OG). 

2.2.

Im Berufungsverfahren werden die Kosten nach Obsiegen und Unterliegen 

auferlegt (Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt mit seiner Be-

rufung vollumfänglich. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derje-

nigen  der  amtlichen  Verteidigung  und  der  Kosten  der  unentgeltlichen  Vertretung 

- 56 -

der Privatklägerin, sind daher dem Beschuldigten aufzuerlegen. Für eine Abschrei-

bung der Verfahrenskosten besteht kein Anlass. Vielmehr können allfällige knappe 

finanzielle Verhältnisse des Beschuldigten auch beim Kostenbezug (Art. 425 StPO) 

berücksichtigt werden.

2.3. Die vormalige amtliche Verteidigung, Rechtsanwältin MLaw X1._____, ist für 

ihre Bemühungen und Barauslagen im Berufungsverfahren mit Fr. 1'593.70 (inkl. 

MwSt, Urk. 101) aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Die amtliche Verteidigung 

des Beschuldigten, Rechtsanwältin MLaw, LL.M. X2._____ ist unter Berücksichti-

gung  der  Dauer  der  Berufungsverhandlung  für  das  Berufungsverfahren  mit 

Fr.6'200.– (inkl. MwSt, Urk. 108, inklusive Nachbesprechung und Mehrwertsteuer) 

aus  der  Gerichtskasse  zu  entschädigen.  Die  Kosten  der  amtlichen  Verteidigung 

sind einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die diesbezügliche Rückzah-

lungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.

2.4. Die unentgeltliche Vertreterin der Privatklägerin berechnet für ihre Bemühun-

gen  und  Barauslagen  im  Berufungsverfahren  den  Betrag  von  Fr.  6'419.75  (inkl. 

MwSt, Urk. 106). Der geltend gemachte Aufwand erweist sich, gerade im Verhältnis 

zu den Aufwendungen der amtlichen Verteidigung, als sehr hoch. Hingegen ist nicht 

zu verkennen, dass die Betreuung der Privatklägerin in diesem für sie belastenden 

Verfahren  mit  einigem  Aufwand  verbunden  war.  Insgesamt  erscheint  eine  pau-

schale Entschädigung mit Fr. 6'000.– (inkl. MwSt) als angemessen. Die Kosten der 

unentgeltlichen  Vertretung  der  Privatklägerin  sind  einstweilen  auf  die  Gerichts-

kasse  zu  nehmen.  Die  diesbezügliche  Rückzahlungspflicht  des  Beschuldigten 

bleibt gemäss Art. 138 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur - Einzel-

gericht Strafsachen, vom 11. Januar 2024 bezüglich der Dispositivziffer 7 

(Herausgabe des Säbels) in Rechtskraft erwachsen ist.

2.

Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

- 57 -

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig







der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB

der mehrfachen Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB und

des mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen im Sinne 

von Art. 292 StGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 10 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 270 

Tage durch Haft und Ersatzmassnahme erstanden sind, 30 Tagessätzen zu 

Fr. 30.– Geldstrafe und Fr. 1'500.– Busse.

3.

4.

Die Freiheitsstrafe und die Geldstrafe werden vollzogen.

Die Busse ist zu bezahlen.

Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 15 Tagen.

5.

Es wird eine ambulante Behandlung im Sinne von Art. 63 StGB (Behandlung 

psychischer Störungen) angeordnet. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zu 

diesem Zweck aufgeschoben.

6.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ eine Umtrieb-

sentschädigung von Fr. 533.05 zu bezahlen.

7.

Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 

B._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatz nach schadener-

satzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Schadenersatzanspruches 

wird die Privatklägerin auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

8.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Fr. 1'500.– zu-

züglich 5 % Zins ab 9. Mai 2023 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbe-

trag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

- 58 -

9.

Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

vom 3. November 2023 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich, 

Asservaten-Triage, lagernden Gegenstände werden eingezogen und dem 

Forensischen Institut Zürich (FOR) zur gutscheinenden Verwendung über-

lassen:





1 Selbstladepistole Marke CZECH, Modell 75, Kal. 9x19 mm PARA, 

Nr. 1, mit schwarzem Holster (Asservat-Nr. A017'123'636);

2 Magazine zu Pistole CZECH enthaltend je 15 Patronen 9x19 mm 

PARA (Asservat-Nr. A017'123'625).

10. Das am 21. Juli 2023 vom Forensischen Institut Zürich (FOR) sichergestellte 

Beschussmaterial aus Pistole CZECH (Asservat-Nr. A017'602'970) wird dem 

FOR zur gutscheinenden Verwendung überlassen.

11. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 12 und 13) wird bestätigt.

12. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

1'593.70   amtliche Verteidigung RAin X1._____ (inkl. MwSt.)

6'200.–   amtliche Verteidigung RAin X2._____ (inkl. MwSt.)

6'000.–   unentgeltliche Vertretung Privatklägerin (inkl. MwSt.).

13. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtli-

chen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin, 

werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung 

und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin werden einstweilen auf 

die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten 

bleibt vorbehalten.

14. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an





die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten

die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

- 59 -







die unentgeltliche Vertreterin der Privatklägerin im Doppel für sich und 
zuhanden der Privatklägerin

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste 

das Bundesamt für Polizei, Zentralstelle Waffen, 3003 Bern (hinsicht-
lich Dispositivziffer 9)

sowie in vollständiger Ausfertigung an







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland

die unentgeltliche Vertreterin der Privatklägerin im Doppel für sich und 
zuhanden der Privatklägerin

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an













die Vorinstanz

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste 

die Kantonspolizei Zürich, Asservaten-Triage, Zeughausstrasse 11, 
Postfach, 8021 Zürich (hinsichtlich Dispositivziffern 9 und 10)

das Forensische Institut, Erkennungsdienst, Güterstrasse 33, 8004 
Zürich gemäss Dispositivziffer 10

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks 
Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A. 

15. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-

gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

- 60 -

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer

Zürich, 3. September 2025

Der Präsident:

Der Gerichtsschreiber:

Oberrichter lic. iur. Spiess

MLaw Orlando