# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2a808913-63c0-5a76-b460-3e005eb9b08b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.09.2008 E-3361/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3361-2008_2008-09-30.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-3361/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richter Bruno Huber (Vorsitz), 
Richterin Therese Kojic, 
Richter François Badoud, 
Gerichtsschreiber Jonas Tschan.

X._______, Südafrika,
vertreten durch Irène Rodriguez, 
Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende, _______,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 19. Mai 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Gegenstand

Parteien

E-3361/2008

Sachverhalt:

A.
Die Beschwerdeführerin, eine südafrikanische Staatsangehörige, (....) 
und (....) Glaubens aus A._______, verliess ihren Heimatstaat gemäss 
eigenen Angaben Ende August 2007 und gelangte über G._______, 
Tansania, Kenia, Marokko und andere Länder am 11. März 2008 illegal 
in  die Schweiz,  wo sie  am 18. März  2008 um Asyl  nachsuchte. Am 
26. März  2008  wurde  sie  im  B._______  summarisch  befragt;  am 
30. April  2008  führte  das  BFM  die  Anhörung  zu  ihren  Asylgründen 
durch. 

Zur  Begründung  des  Asylgesuches  machte  die  Beschwerdeführerin 
geltend,  dass  sie  aus  dem  Dorf  A._______  (Provinz  C._______) 
stamme, wo ihr Ehemann Leiter der Inkatha Freedom Party (IFP)  ge-
wesen sei. Auf dem Weg nach D._______, einer grösseren Stadt in der 
Nähe,  wo ihre  Kinder  in  die  Schule  gegangen seien,  liege das Dorf 
A._______,  dessen  Bewohner  dem  rivalisierenden  African  National 
Congress  (ANC)  angehören würden. Diese hätten  2004  die  Strasse 
nach D._______ für  die Bewohner  von A._______ gesperrt,  weil  sie 
die  IFP  unterstützen  würden.  Personen,  welche  A._______  hätten 
passieren wollen, seien sogar umgebracht worden.  Bewohner  dieses 
Dorfes hätten die Gruppe der Beschwerdeführerin im Dezember 2004 
angreifen wollen,  doch sei  (...),  bei  welchem 25 Anhänger  des ANC 
getötet worden und mehr als 50 verschwunden seien. Der Ehemann 
der Beschwerdeführerin sei einige Tage später als einer der Anführer 
identifiziert und verhaftet worden. Die Bewohner von A._______ hätten 
ihn nach seiner Freilassung im (....)  sowie  seine Mutter, seinen Vater, 
die  Frau  seines  Bruders  und  deren  Baby  umgebracht.  Die 
Beschwerdeführerin  sei  zusammen  mit  ihren  drei  Kindern  über 
E._______ nach F._______ geflüchtet, wo sie diese in die Schule habe 
schicken  wollen;  jemand  aus A._______  habe sie  jedoch  erkannt, 
weshalb die Familie nach G._______ geflohen sei,  wo sie von einer 
Frau  namens  H._______  aufgenommen  worden  seien.  Präsident 
Mandela  habe  in  den  Medien  erklärt,  die  Leute  sollten  einander 
vergeben  und  in  die  Heimatdörfer  zurückkehren,  worauf  sich  die 
Beschwerdeführerin mit ihren Kindern im (....) wieder nach F._______ 
begeben habe. Ihr ältester Sohn sei jedoch bei der Rückkehr ermordet 
worden,  worauf  sie  sich  entschlossen  habe,  Südafrika  für  immer  zu 
verlassen. In der Folge habe sie die Kinder wieder zu H._______ nach 
I._______ (G._______) gebracht und sei in die Schweiz geflohen.

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B.
Mit  Verfügung  vom  19.  Mai  2008  ist  das  BFM  in  Anwendung  von 
Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  des  Asylgesetzes  vom 26.  Juni  1998  (AsylG, 
SR 142.31) auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht einge-
treten und hat  ihre Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug 
angeordnet.

C.
Mit Eingabe vom 22. Mai 2008 (Poststempel) erhob die Beschwerde-
führerin gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerde  und  beantragte  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfü-
gung sowie die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Prüfung 
des Asylgesuches; in prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewäh-
rung der unentgeltlichen Prozessführung  und um Verzicht auf die Er-
hebung eines Kostenvorschusses.

D.
Mit  Zwischenverfügung vom 30. Mai  2008 teilte  das Gericht  der Be-
schwerdeführerin mit, sie dürfe den Ausgang des Rechtsmittelverfah-
rens in der Schweiz abwarten; ausserdem wurde der Vorinstanz Frist 
zur  Einreichung  einer  Vernehmlassung  angesetzt  und  auf  die  Erhe-
bung eines Kostenvorschusses verzichtet. Der Entscheid über das Ge-
such um unentgeltliche Rechtspflege wurde auf einen späteren Zeit-
punkt verwiesen.

E.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 30. Juni 2008 
die Abweisung der Beschwerde.

F.
Die Beschwerdeführerin hielt in ihrer Replik vom 14. Juli 2008 an den 
gestellten Rechtsbegehren fest.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 

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SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 105 AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die Beschwerdeführerin ist durch die angefochtene Verfügung be-
rührt,  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  bezie-
hungsweise Änderung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde 
legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1VwVG). Auf die im Übrigen 
form-  und  fristgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  einzutreten 
(Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG).

1.3 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide des BFM, die 
gestützt  auf  die  bis  Ende  2006  gültige  Fassung  von Art.  32  Abs. 2 
Bst. a  AsylG getroffen  wurden,  war  die  Beurteilungszuständigkeit  im 
Beschwerdeverfahren auf  die Überprüfung der  Frage beschränkt,  ob 
das BFM zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten war; bei Be-
gründetheit der Beschwerde wurde die angefochtene Verfügung aufge-
hoben und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zu-
rückgewiesen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizeri-
schen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.). 
Nach dem revidierten, am 1. Januar 2007 in Kraft getretenen Art. 32 
Abs. 2 Bst. a i.V.m. Abs. 3 AsylG bildet neu auch die Flüchtlingseigen-
schaft  Prozessgegenstand,  dagegen  weiterhin  nicht  die  Asylgewäh-
rung.  Der  Gesetzgeber  hat  nämlich  mit  der  neuen  Regelung  von 
Art. 32 Abs. 2 Bst. a i.V.m. Abs. 3 AsylG - trotz der Einreihung unter die 
verschiedenen Nichteintretenstatbestände nach Art.  32  -  37  AsylG - 
ein  materielles  Summarverfahren  geschaffen,  in  welchem  über  das 
Bestehen der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell befunden 
wird  (vgl.  BVGE D-688/2007  vom 11. Juli  2007  E. 5.6.1  und  5.6.5). 
Nicht beschränkt ist die Beurteilungszuständigkeit des Bundesverwal-
tungsgerichts  im Übrigen im Wegweisungspunkt,  da  sich  die  Vorins-
tanz diesbezüglich gemäss Art. 44 AsylG in Verbindung mit Art. 83 des 
Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer (AuG, SR 142.20) auch materiell zur Sache zu äussern 
hatte.

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1.4 Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  un-
richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts  und die  Unangemessenheit  gerügt  werden (Art. 106 Abs. 1 
AsylG).

2.

2.1 Gemäss Art. 32  Abs. 2 Bst. a AsylG wird auf  Asylgesuche nicht 
eingetreten,  wenn  Asylsuchende  den  Behörden  nicht  innerhalb  von 
48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspa-
piere  abgeben.  Diese  Norm  findet  jedoch  keine  Anwendung,  wenn 
Asylsuchende entweder glaubhaft machen können, dass sie aus ent-
schuldbaren Gründen nicht in der Lage sind, innerhalb von 48 Stunden 
nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abzuge-
ben (Art. 32 Abs. 3  Bst. a AsylG) oder  aufgrund der Anhörung sowie 
gestützt auf  Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt 
wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG). Weiter  findet die obgenannte Be-
stimmung auch dann keine Anwendung, wenn sich aufgrund der Anhö-
rung  erweist,  dass  zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses 
nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG).

2.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  sich  im  Urteil  BVGE  2007/8 
vom 11. Juli 2007 ausführlich mit der Auslegung des neu formulierten 
Nichteintretenstatbestandes von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG befasst. 
Dabei hat es festgehalten, dass gestützt auf Abs. 3 dann auf das Asyl-
gesuch  zwecks  weiterer,  im  ordentlichen  Verfahren  vorzunehmender 
Abklärungen einzutreten ist, wenn  aufgrund einer summarischen ma-
teriellen Prüfung nicht abschliessend festgestellt werden kann, ob die 
asylsuchende Person offensichtlich Flüchtling ist  oder  nicht. Eine in-
nerstaatliche Fluchtalternative kann dabei  nur dann zu einem Nicht-
eintretensentscheid führen,  wenn die  Inanspruchnahme einer  allfälli-
gen  Fluchtalternative  auch  offensichtlich  zumutbar  ist (vgl.  insbes. 
BVGE 2007 Nr. 8 E. 5.6.4 – 5.6.6).

3.  

3.1 Die  Vorinstanz  führte  zur  Begründung  ihres  ablehnenden  Ent-
scheides im Wesentlichen aus, es lägen keine entschuldbaren Gründe 
vor, die es der Beschwerdeführerin verunmöglicht hätten, Reise- oder 
Identitätspapiere  einzureichen;  ihre  diesbezüglichen  Angaben  seien 

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unglaubhaft. Sie habe zwar Übergriffe durch Dritte  geltend gemacht, 
aber diese seien nur dann asylrelevant, wenn der Staat seiner Schutz-
pflicht  nicht  nachkommen könne oder wolle. Die Beschwerdeführerin 
habe sich bis zu ihrer Ausreise nie an die Behörden gewendet, obwohl 
ihr dies zuzumuten gewesen wäre. Sie mache überdies Nachteile gel-
tend,  welche sich aus lokal  oder  regional  beschränkten Verfolgungs-
massnahmen ableiten liessen,  welchen sie sich durch Wegzug in ei-
nen anderen Teil des Heimatlandes hätte entziehen können. Die Be-
schwerdeführerin  habe  nicht  nachvollziehbar  dargelegt,  weshalb  sie 
nicht in einem anderen Landesteil  leben könnte. Dem Subsidiaritäts-
prinzip entsprechend seien Personen mit einer innerstaatlichen Flucht-
alternative nicht auf den Schutz eines Drittstaates angewiesen. Es sei 
des Weiteren kein überzeugender Grund ersichtlich, weshalb die Be-
schwerdeführerin  nicht  auch  nach  G._______  gehen  könnte.  Dem-
zufolge erfülle sie die Flüchtlingseigenschaft nicht; zusätzliche Abklä-
rungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Weg-
weisungsvollzugshindernisses seien aufgrund der Aktenlage nicht er-
forderlich.

3.2 In der Beschwerde wird der Argumentation der Vorinstanz Folgen-
des entgegengehalten: Es sei zu berücksichtigen, dass die Beschwer-
deführerin eine äusserst beschwerliche Flucht aus ihrem Heimatland 
in  die  Schweiz  hinter  sich  habe. Die  vor  der  Vorinstanz  geltend ge-
machten Vorbringen vermöchten sehr wohl zu entschuldigen, dass sie 
keine Papiere vorlegen könne. Damit sei der Nichteintretenstatbestand 
der Papierlosigkeit  nicht  erfüllt  und die Verfügung der  Vorinstanz sei 
schon deswegen aufzuheben. Nach der Rechtsprechung des Bundes-
verwaltungsgerichts  sei  auf  ein  Asylgesuch  einzutreten,  wenn  auf-
grund der summarischen Prüfung nicht abschliessend festgestellt wer-
den könne,  ob die  asylsuchende Person offensichtlich  Flüchtling  sei 
oder nicht. In einem solchen Fall  - wie vorliegend - müssten zusätzli-
che Abklärungen im ordentlichen Verfahren getroffen werden. Die Vor-
bringen würden zudem klare und glaubhafte Hinweise enthalten, die 
auf eine drohende Verletzung von Art. 3  der Konvention zum Schutze 
der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  vom  4. November  1950 
(EMRK, SR 0.101) und Art. 3 des Übereinkommens gegen Folter und 
andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung 
oder Strafe vom 10. Dezember 1984 (FoK, SR 0.105) schliessen lies-
sen, weshalb der Vollzug der Wegweisung unzulässig sei; dieser sei 
des Weiteren auch unzumutbar.

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3.3 In  ihrer  Vernehmlassung äusserte  sich  die  Vorinstanz  zur  inner-
staatlichen  Fluchtalternative  der  Beschwerdeführerin  dahingehend, 
dass kein  Grund ersichtlich sei, weshalb sie als Fluchtort G._______ 
gewählt habe und nicht in Südafrika geblieben sei. Das Argument, sie 
habe sich einzig aufgrund fehlender finanzieller Mittel noch für einen 
Monat in F._______ aufgehalten, nachdem sie in der Stadt von einem 
ANC-Anhänger  erkannt  worden  sei,  vermöge  nicht  zu  überzeugen. 
Auch  die  Erklärung, wäre  sie  nach  (....) gegangen,  hätte  sie  den 
Leuten sagen müssen, woher sie komme,  sei nicht überzeugend. Sie 
hätte sich dadurch schützen können, dass sie zu ihrer Herkunft keine 
Stellung genommen oder eine andere Identität angegeben hätte. Die 
Beschwerdeführerin hätte auch in eine Stadt in Südafrika gehen kön-
nen, die von der IFP dominiert werde, um den nötigen Schutz zu erhal-
ten.

3.4 In der Replik wurde entgegnet,  die Gruppe, von welcher  die Be-
schwerdeführerin verfolgt werde,  sei  sehr gross, über die Städte und 
Regionen hin verteilt  und sehr gut vernetzt. Bei der Beschwerdefüh-
rerin handle es sich nicht um irgendein IFP-Mitglied, sondern um eine 
in ihrer Region bekannte Persönlichkeit; ihr Gesicht sei im Fernsehen 
und in Zeitungen zu sehen gewesen. In F._______ habe sie sich noch-
mals aufgehalten,  weil  sie mit  den Kindern nicht  sofort  habe weiter-
ziehen können. Dort habe sie sich im Versteckten aufgehalten. (....) sei 
schon  immer  eine  ANC-Stadt  gewesen, und  es  sei  daher  nachvoll-
ziehbar,  dass  die  Beschwerdeführerin  als  IFP-Mitglied  nicht  dorthin 
geflüchtet sei. Zudem sei es nicht einfach, unter falscher Identität zu 
leben. In  Südafrika  würde es  generell  keine sicheren Städte  geben, 
welche nur von Anhängern der IFP bewohnt würden. Sie befinde sich 
in Lebensgefahr und könne von der Polizei nicht geschützt werden.

4.  

4.1 Entgegen der diesbezüglichen Rüge in der Rechtsmitteleingabe ist 
die  Beschwerdefrist  von  fünf  Arbeitstagen  gemäss  Art.  108  Abs.  2 
AsylG weder völkerrechts- noch verfassungswidrig  (vgl. EMARK 2004 
Nr. 15 E. 3c S. 165). Vorliegend versäumte es die Beschwerdeführerin 
trotz  entsprechender  Aufforderung,  den  schweizerischen  Behörden 
innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Asylgesuchs Reise- 
oder Identitätspapiere abzugeben (s. E. 2.1.). Das Bundesverwaltungs-
gericht schliesst sich den diesbezüglich zutreffenden Erwägungen des 
BFM an und kommt aufgrund der  Aktenlage ebenfalls  zum Schluss, 

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dass zufolge der  Gesamtumstände keine entschuldbaren Gründe für 
die  Nichteinreichung  von  Identitätsdokumenten  ersichtlich  sind.  So 
kann  insbesondere das Vorbringen der Beschwerdeführerin, sie habe 
den Pass verloren, aufgrund der bezüglich Ort und Zeit nicht überein-
stimmend gemachten Aussage nicht geglaubt werden. 

4.2 Das Gericht ist  jedoch  im Gegensatz zur Vorinstanz der Ansicht, 
dass  die  Lage  der  Beschwerdeführerin  zu  wenig  klar  ist,  um ohne 
Weiteres  von  einer  innerstaatlichen  Fluchtalternative  ausgehen  zu 
können. Aufgrund der Akten ist nämlich von einer asylrelevanten Ver-
folgung der Beschwerdeführerin in ihrer Herkunftsregion auszugehen. 
Die  Glaubhaftigkeit  der  Asylvorbringen  der  Beschwerdeführerin  wur-
den denn auch von der Vorinstanz nicht bestritten. Diese ging jedoch 
ohne nähere Prüfung davon aus,  dass eine innerstaatliche Fluchtal-
ternative vorhanden sei und hielt fest, die Beschwerdeführerin und ihre 
Kinder  hätten  sich  unter  anderer  Identität  im  Heimatland  aufhalten 
oder in G._______ bleiben können. Gerade diese Argumentation lässt 
aber darauf schliessen, dass die Fluchtalternative nicht offensichtlich 
zumutbar  ist.  Eine  innerstaatliche  Fluchtalternative  kann  jedoch  nur 
dann  zu  einem Nichteintretensentscheid  gestützt  auf  Art.  32  Abs. 2 
Bst.  a  AsylG  führen,  wenn  die  Inanspruchnahme  einer  Fluchtalter-
native auch offensichtlich zumutbar ist (vgl. BVGE 2007 Nr. 8 E. 5.6.6). 

5.

5.1 Das BFM hat demnach zu Unrecht einen Nichteintretensentscheid 
gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG erlassen und damit Bundes-
recht  verletzt  (vgl. Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist  somit  gutzu-
heissen, die angefochtene Verfügung des BFM vom 19. Mai 2008 auf-
zuheben und die Sache zur materiellen Prüfung und Neubeurteilung 
an die Vorinstanz zurückzuweisen.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerle-
gen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG). Damit wird das Ge-
such um unentgeltliche Rechtspflege gegenstandslos.

Der Beschwerdeführerin ist  angesichts des Obsiegens im Beschwer-
deverfahren in Anwendung von Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG 
für  die  Kosten  der  Vertretung  und  allfälligen  weiteren  notwendigen 
Auslagen eine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. auch Art. 7 des 
Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). Es 

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wurde keine Kostennote zu den Akten gereicht. Der notwendige Ver-
tretungsaufwand, lässt sich indes aufgrund der Aktenlage zuverlässig 
abschätzen, weshalb auf die Einholung einer solchen verzichtet wer-
den kann (vgl. Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). In Anwendung der genann-
ten Bestimmungen und unter Berücksichtigung der massgeblichen Be-
messungsfaktoren (vgl. Art. 8 ff. VGKE) sowie des Umstandes,  dass 
die Beschwerdeführerin nur für die Replik vertreten war, wird die von 
der Vorinstanz auszurichtende Parteientschädigung demnach von Am-
tes wegen auf insgesamt Fr. 400.– festgesetzt.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.
Die Verfügung des BFM vom 19. Mai 2008 wird aufgehoben und die 
Sache im Sinne der Erwägungen zur materiellen Prüfung und Neube-
urteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4.
Das BFM wird angewiesen, der Beschwerdeführerin für das Verfahren 
vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  eine  Parteientschädigung  von 
Fr. 400.− zu entrichten.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 

Akten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)
- K._______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Bruno Huber Jonas Tschan

Versand: 

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