# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fc3d75ae-a514-5baa-a210-84104e9f74b5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.05.2020 100 2018 289
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2018-289_2020-05-04.pdf

## Full Text

100.2018.289U
HER/BDE/ROS

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 4. Mai 2020

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, Verwaltungsrichter Stohner
Gerichtsschreiber Spring 

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin …
Beschwerdeführer 

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung 
infolge Straffälligkeit (Entscheid der Polizei- und Militärdirektion des 
Kantons Bern vom 30. Juli 2018; 2018.POM.34)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.05.2020, Nr. 100.2018.289U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der türkische Staatsangehörige A.________ (Jg. 1995) ist in der Schweiz 
geboren und aufgewachsen. Er ist im Besitz einer Niederlassungs-
bewilligung. Am 19. September 2016 verurteilte ihn das Appellationsgericht 
des Kantons Basel-Stadt in zweiter Instanz wegen Schändung in 
gemeinsamer Begehung und geringfügiger Hehlerei zu einer teilbedingten 
Freiheitsstrafe von 28 Monaten mit einer Probezeit von zwei Jahren sowie 
zu einer Busse von Fr. 300.-- als Zusatzstrafe zum Strafbefehl vom 
15. Oktober 2014. Mit Verfügung vom 7. Dezember 2017 widerrief das Amt 
für Migration und Personenstand des Kantons Bern (MIP; heute: Amt für 
Bevölkerungsdienste des Kantons Bern [ABEV]), Migrationsdienst (MIDI), 
die Niederlassungsbewilligung von A.________ und wies ihn aus der 
Schweiz weg. Zudem setzte es ihm eine Ausreisefrist.

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 8. Januar 2018 Beschwerde 
bei der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM; heute: 
Sicherheitsdirektion des Kantons Bern [SID]). Diese wies die Beschwerde 
mit Entscheid vom 30. Juli 2018 ab und setzte A.________ eine neue 
Ausreisefrist auf den 6. September 2018. Zudem gewährte sie ihm die 
unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung seines Rechtsvertreters als 
amtlicher Anwalt. 

C.

Gegen den Entscheid der POM hat A.________ am 30. August 2018 Ver-
waltungsgerichtsbeschwerde erhoben mit folgenden Anträgen:

«1. Die angefochtene Verfügung sei mit Ausnahme der Gutheissung 
der unentgeltlichen Rechtspflege und Bestimmung der amtlichen 
Anwaltsentschädigung (Ziff. 3 und 6b) sowie der Partei-

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entschädigung (Ziff. 5) aufzuheben und der Beschwerdeführer unter 
Androhung des Bewilligungswiderrufs zu verwarnen.

2. Es sei dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 31. Juli 2018 das 
Recht zur unentgeltlichen Prozessführung zu erteilen und ihm der 
unterzeichnete Anwalt amtlich beizuordnen.»

Die POM hat mit Vernehmlassung vom 20. September 2018 die Abweisung 
der Beschwerde beantragt; hinsichtlich des Gesuchs um unentgeltliche 
Rechtspflege hat sie sich eines Antrags enthalten.

Im Verlauf des weiteren Verfahrens hat sich A.________ erneut geäussert 
und weitere Beweismittel eingereicht (Eingaben vom 30.11.2018 und 
13.5.2019). Am 12. Juni 2019 hat er das Verwaltungsgericht über seine 
Heirat mit der Schweizer Bürgerin B.________ in Kenntnis gesetzt (Zeit-
punkt der Eheschliessung 11.6.2019). 

Mit Verfügung vom 18. Juni 2019 hat die Instruktionsrichterin das Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege für die Zeitspanne ab Gesuchs- bis Ver-
fügungszeitpunkt bewilligt und Fürsprecher …, Bern, amtlich beigeordnet; 
gleichzeitig hat sie A.________ Frist eingeräumt, sich zur Prozessarmut ab 
Eheschluss zu äussern. Am 10. Juli 2019 hat sie vom angezeigten 
Anwaltswechsel Kenntnis genommen und gegeben (pensionierungshalber 
Beendigung des Mandats durch Fürsprecher …). Mit Eingaben vom 30. Au-
gust 2019 und 4. September 2019 hat A.________, nunmehr vertreten 
durch Rechtsanwältin …, Unterlagen zu seinen wirtschaftlichen Verhält-
nissen eingereicht und darum ersucht, ihm weiterhin die unentgeltliche 
Rechtspflege zu gewähren unter Beiordnung seiner neuen Rechts-
vertreterin als amtliche Anwältin. Mit Verfügung vom 5. September 2019 
hat die Instruktionsrichterin das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ab 
2. Juli 2019 bewilligt und Rechtsanwältin …, Bern, amtlich beigeordnet.

Am 16. Oktober 2019 hat eine Delegation des Verwaltungsgerichts eine 
Instruktionsverhandlung durchgeführt, anlässlich derselben A.________ als 
Partei und B.________ als Auskunftsperson einvernommen worden sind. 
An der Verhandlung hat die Instruktionsrichterin die angeforderten 
aktuellen Auszüge aus dem Straf- und Betreibungsregister sowie die 
verwaltungsgerichtlichen Akten im abgeschlossenen Verfahren 
100.2017.268 betreffend den Stiefvater von A.________ zu den Akten er-
kannt. Den Verfahrensbeteiligten wurde in der Folge das Protokoll der 

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Instruktionsverhandlung vorläufig zur Kenntnis zugestellt und A.________ 
Gelegenheit eingeräumt, die vorgebrachten Bemühungen um Schulden-
abbau zu belegen, wovon er mit Eingabe vom 6. November 2019 Gebrauch 
gemacht hat. Im Rahmen der Gelegenheit zu Schlussbemerkungen hat die 
POM am 27. November 2019 mitgeteilt, sie habe nichts weiter zu 
bemerken. A.________ hat am 12. Dezember 2019 seine Anträge 
sinngemäss bestätigt und weitere Unterlagen zum Schuldenabbau 
eingereicht. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig. Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen 
Verfahren teilgenommen, ist durch den angefochtenen Entscheid beson-
ders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung 
oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und 
Frist sind eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.  

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Umstritten sind der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Be-
schwerdeführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz.

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2.1 Die Niederlassungsbewilligung wird unbefristet und ohne Be-
dingungen erteilt (Art. 34 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration 
[Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG; SR 142.20]; vor dem 1.1.2019: 
Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer [Ausländergesetz, 
AuG]). Sie kann widerrufen werden, wenn die Ausländerin oder der Aus-
länder zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde (Art. 63 
Abs. 1 Bst. 1 i.V.m. Art. 62 Abs. 1 Bst. b AIG). Darunter ist eine solche von 
mehr als einem Jahr zu verstehen, wobei unerheblich ist, ob diese (teil)-
bedingt ausgesprochen wurde (BGE 139 I 145 E. 2.1, 139 I 31 E. 2.1; 
BGer 2C_99/2019 vom 28.5.2019 E. 4.2). Vorausgesetzt ist, dass das 
Strafurteil in Rechtskraft erwachsen ist (BVR 2015 S. 391 E. 3.1, 2013 
S. 543 E. 3.1). Der Widerrufsgrund der längerfristigen Freiheitsstrafe ist 
auch bei Ausländerinnen und Ausländern mit Niederlassungsbewilligung 
anwendbar, die sich seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen und ord-
nungsgemäss in der Schweiz aufgehalten haben (Art. 63 Abs. 2 AuG in der 
Fassung vom 19. Juni 2015 [AS 2016 S. 1249, 1263], Art. 126 Abs. 1 AIG 
analog; vgl. BGer 2C_305/2018 vom 18.11.2019 E. 3.2 mit Hinweis; zum 
Übergangsrecht BGer 2C_329/2009 vom 14.9.2009 E. 2.1).

2.2 Der Beschwerdeführer wurde vom Appellationsgericht Basel-Stadt 
am 19. September 2016 rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe von 28 Mona-
ten verurteilt (vgl. hinten E. 3.3). Damit hat er den Widerrufsgrund der 
längerfristigen Freiheitsstrafe gesetzt, was er nicht bestreitet. Er hält die 
Entfernungsmassnahme jedoch für unverhältnismässig (Beschwerde 
S. 12). – Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung 
sind auch bei Vorliegen eines Widerrufsgrunds nur zulässig, wenn sie auf-
grund der im Einzelfall vorzunehmenden Interessenabwägung als verhält-
nismässig erscheinen (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101] 
und Art. 96 AIG). Im Rahmen dieser Prüfung sind die öffentlichen Inter-
essen an der Entfernungsmassnahme aus Gründen der öffentlichen 
Sicherheit und Ordnung und die privaten Interessen der betroffenen Person 
am weiteren Verbleib in der Schweiz gegeneinander abzuwägen. Zu be-
rücksichtigen ist die Gesamtheit der rechtswesentlichen Umstände im 
Einzelfall (vgl. BGE 139 I 31 E. 2.3.1; BVR 2013 S. 543 E. 4.1). Beein-
trächtigt die Entfernungsmassnahme die weitere Pflege familiärer Be-

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ziehungen oder das Privatleben (Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Menschen-
rechtskonvention [EMRK; SR 0.101]; Art. 13 Abs. 1 BV), bilden Grundlage 
dieser Interessenabwägung Art. 8 Ziff. 2 EMRK und Art. 36 BV 
(BGE 144 II 1 E. 6.1, 143 I 21 E. 5.1; BVR 2015 S. 391 E. 4.1).

3.

Aufgrund der Akten ist von folgendem Sachverhalt auszugehen:

3.1 Der Beschwerdeführer wurde am … 1995 in der Schweiz (Basel) als 
Kind eingewanderter Eltern türkischer Herkunft geboren und wuchs hier 
auf. Nach der Trennung seiner Eltern im Jahr 1998 lebte er zusammen mit 
seiner Schwester (Jg. 1993) bei seiner Mutter. Diese verheiratete sich im 
Oktober 2001 wieder mit einem türkischen Landsmann. Im Jahr 2003 
wurde aus dieser Ehe der Halbbruder des Beschwerdeführers geboren. 
Der Vater des Beschwerdeführers lebte nach der Trennung weiterhin in 
Basel (Protokoll der Instruktionsverhandlung [nachfolgend: Protokoll] S. 4 
[act. 26A]); er ist am 30. Oktober 2013 verstorben (Akten POM act. 3A3, 
Beilage 2). Der Stiefvater musste die Schweiz im Jahr 2018 wegen 
schwerer Straffälligkeit verlassen (VGE 2017/268 vom 21.3.2018) und lebt 
seither wieder in der Türkei (vgl. Protokoll S. 5). Der Beschwerdeführer ist 
seit Sommer 2016 mit der Schweizer Bürgerin B.________ (Jg. 1998) liiert. 
Seit Juni 2018 wohnt das Paar in gemeinsamem Haushalt mit der Mutter 
des Beschwerdeführers und dessen Halbbruder; per September 2019 
haben die vier eine von B.________ und deren Vater gemietete 4,5-
Zimmerwohnung in … bezogen (vgl. Beschwerde S. 6, Beschwerdebeilage 
[BB] 2, 16, 18 und 26, Protokoll S. 3, 8 f.). Am 11. Juni 2019 hatten der 
Beschwerdeführer und B.________ geheiratet (act. 12A).

3.2 Nach der obligatorischen Schulzeit gelang es dem Beschwerde-
führer nicht, eine Berufsausbildung abzuschliessen. Mehrere Ausbildungen 
brach er ab. Er ging diversen Erwerbstätigkeiten nach und war zwischen-
zeitlich arbeitslos (vgl. Akten MIDI pag. 172 f.). Am 1. August 2018 hat der 
Beschwerdeführer eine zweijährige Ausbildung zum … bei der … be-
gonnen (Akten POM pag. 93-92). Sein Lehrmeister bescheinigte ihm nach 

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Bestehen der Probezeit ein gutes Verhalten. Er sei motiviert, freundlich und 
hilfsbereit; mit der Kundschaft gehe er vorbildhaft um. Aufgrund seiner 
Kenntnisse aus einer Vorlehre in der Autobranche könne er selbständig 
arbeiten. Sein reifes Verhalten erlaube es, ihm mehr Verantwortung zu 
übertragen als anderen Lernenden (BB 14). Nach Angaben der 
Berufsfachschule ist der Beschwerdeführer gewillt, im Unterricht gute 
Noten zu erreichen und habe dabei auch Erfolg. Er sei zum Klassenchef 
gewählt worden und zeige grosse Bereitschaft, Verantwortung zu tragen. 
Gegenüber Lehrpersonen und Mitlernenden verhalte er sich immer sehr 
höflich, hilfsbereit und respektvoll (BB 13). Der Beschwerdeführer bezog in 
den Monaten Februar und März 2013 Sozialhilfeleistungen von insgesamt 
Fr. 1ʹ838.70 (Akten MIDI pag. 187). Im Betreibungsregister war er per 
8. Oktober 2019 mit 25 Verlustscheinen im Gesamtbetrag von 
Fr. 32ʹ528.07 verzeichnet (act. 26B).

3.3 Der Beschwerdeführer ist strafrechtlich wie folgt in Erscheinung ge-
treten (vgl. Strafregisterauszug vom 10.10.2019 [act. 26B]; Akten MIDI 
pag. 21, 34, 195 ff.; Akten POM pag. 55, 59, 62, 66):

– Störung des Eisenbahnverkehrs und Beeinträchtigen des Bahnbetriebs-
gebiets: Busse Fr. 100.-- (Strafbefehl der Jugendanwaltschaft Bern-
Mittelland vom 5.8.2011);

– Verstoss gegen die Benutzungsvorschriften/Bahnhofordnung: Busse 
Fr. 40.-- (Strafbefehl der Jugendanwaltschaft Bern-Mittelland vom 
15.2.2012);

– Grobe Verletzung der Verkehrsregeln (mehrfach begangen) und Führen 
eines Motorfahrzeugs ohne erforderlichen Führerausweis: Geldstrafe 
von 72 Tagessätzen zu Fr. 30.-- (bedingt vollziehbar, Probezeit zwei 
Jahre) und Busse Fr. 540.-- (Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bern-
Mittelland vom 15.10.2014);

– Nichtabgabe von Ausweisen und/oder Kontrollschildern: Geldstrafe von 
5 Tagessätzen zu Fr. 30.-- (bedingt vollziehbar, Probezeit drei Jahre) 
und Busse Fr. 200.-- (Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland 
vom 20.3.2015); 

– Schändung (gemeinsame Begehung) und geringfügige Hehlerei (beides 
begangen am 1.11.2013): Freiheitsstrafe von 28 Monaten (teilbedingt 

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vollziehbar, Probezeit zwei Jahre) und Busse Fr. 300.-- als Zusatzstrafe 
zum Strafbefehl vom 15. Oktober 2014 (Urteil des Appellationsgerichts 
Basel-Stadt vom 19.9.2016);

– Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Übertretung) durch 
unbefugten Konsum von Marihuana: Busse Fr. 100.-- (Strafbefehl der 
Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 18.10.2016);

– Widerhandlung gegen das Personenbeförderungsgesetz (Reisen ohne 
gültigen Fahrausweis oder andere Berechtigung): Busse Fr. 200.-- 
(Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 3.11.2016);

– In Umlaufsetzen falschen Geldes: Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu 
Fr. 40.-- (bedingt vollziehbar, Probezeit drei Jahre) und Busse Fr. 200.-- 
(Strafbefehl der Bundesanwaltschaft vom 6.2.2017);

– Widerhandlung gegen das Personenbeförderungsgesetz (Reisen ohne 
gültigen Fahrausweis oder andere Berechtigung): Busse von Fr. 200.-- 
(Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 19.4.2017);

– Widerhandlung gegen das Personenbeförderungsgesetz (Reisen ohne 
gültigen Fahrausweis oder andere Berechtigung): Busse Fr. 200.-- 
(Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 23.8.2017). 

Der Beschwerdeführer befand sich vom 20. November 2013 bis 6. Januar 
2014 in Untersuchungshaft (vgl. Akten MIDI pag. 176). Den unbedingt zu 
vollziehenden Teil seiner Freiheitsstrafe hat er vom 12. August 2017 bis 
25. Dezember 2017 verbüsst; die Probezeit ist im September 2018 ab-
gelaufen (Akten MIDI pag. 217; Schreiben des Straf- und Massnahmen-
vollzugs des Kantons Basel-Stadt vom 12.1.2018 [Akten POM act. 3A2]). 
Das Vollzugszentrum attestierte dem Beschwerdeführer tadelloses Ver-
halten gegenüber den Vorgesetzten und Mitinsassen und bezeichnete ihn 
als geschätzten Insassen, der durch sein angenehmes Auftreten hervor-
steche (Führungsbericht vom 23.11.2017 [Akten POM act. 3A3]). Während 
des Strafvollzugs musste er zweimal disziplinarisch gebüsst werden: Am 
1. Dezember 2017 wegen Diebstahls von frischem Teig (Busse Fr. 20.--) 
und am 6. Dezember 2017 wegen Gefährdung der Sicherheit im Vollzugs-
zentrum durch Abdecken des Rauchmelders (Busse Fr. 120.--; vgl. Akten 
POM pag. 36-46).

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4.

Das öffentliche Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung und 
an der Wegweisung richtet sich nach der Schwere des Verschuldens, dem 
Verhalten gegenüber der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im All-
gemeinen und der Rückfallgefahr.

4.1 Das Verschulden, welches die betroffene Person mit der länger-
fristigen Freiheitsstrafe auf sich geladen hat, ist Ausgangspunkt der Be-
urteilung des öffentlichen Interesses. Die Schwere des Verschuldens be-
misst sich regelmässig nach der Höhe der vom Strafgericht verhängten 
Strafe (BGE 134 II 10 E. 4.2 [Pra 97/2008 Nr. 87]; BVR 2013 S. 543 
E. 4.3). Praxisgemäss sprechen Freiheitsstrafen ab 24 Monaten für ein 
schweres Verschulden, da diese Fälle bereits als so gravierend eingestuft 
werden, dass ein vollständiger Aufschub der Strafe nicht mehr in Frage 
kommt und mindestens ein Teil zwingend vollzogen werden muss. Auch 
aus fremdenpolizeilicher Sicht bedeutet eine Verurteilung zu einer Frei-
heitsstrafe von mehr als 24 Monaten in jedem Fall einen sehr schwer-
wiegenden Verstoss gegen die schweizerische Rechtsordnung (vgl. 
BGE 139 I 145 E. 2.3 und 3.4, 135 II 377 E. 4.4, zur hier infolge langer Auf-
enthaltsdauer zwar nicht anwendbaren sog. «Reneja-Praxis»; in Bezug auf 
die Beurteilung des Verschuldens sind die Erwägungen aber dennoch 
massgeblich). 

4.2 Der Beschwerdeführer wurde am 19. September 2016 in zweiter 
Instanz rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten verurteilt 
wegen Schändung und Hehlerei, begangen am 1. November 2013 (Urteil 
des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 19.9.2016, in Akten 
MIDI pag. 161 ff. [nachfolgend: Strafurteil]). Mit Blick auf die konkreten Tat-
umstände ist von einem schweren Verschulden auszugehen: Gemeinsam 
mit zwei Mittätern hatte er am bewusstlosen Opfer ungeschützten Ge-
schlechtsverkehr vollzogen, sich dabei über das Opfer amüsiert und zu-
gelassen, dass einer der Mittäter die Tat teilweise filmte. Das Video wurde 
in der Folge von einem der Mittäter an mindestens sieben Empfänger ver-
schickt. Das Opfer wurde zudem bestohlen und die Beute unter den drei 
Tätern aufgeteilt. Die Tat hatte für das Opfer, eine junge Frau, eine 
schwere posttraumatische Belastungsstörung zur Folge (vgl. Strafurteil 

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S. 5 ff.). Das Appellationsgericht hat zugunsten der Beschuldigten berück-
sichtigt, dass jeder einzelne der noch sehr jungen Erwachsenen kaum eine 
derartige Tat begangen hätte. Vielmehr dürfte es aufgrund des Alkohol-
konsums und der sexuell aufgeladenen Stimmung dreier unreifer Männer 
zur Schändung und zu den weiteren Delikten gekommen sein (Strafurteil 
S. 8). Bei der Festsetzung des Strafmasses berücksichtigte das Appella-
tionsgericht, dass der Beschwerdeführer der Jüngste der drei Be-
schuldigten und er gegenüber seinen Mittätern eher als Mitläufer zu be-
trachten war. Weder das Filmen noch das Bestehlen des Opfers sei von 
ihm initiiert worden (vgl. Strafurteil S. 12). Mit seiner Berufung, die sich 
lediglich gegen das Strafmass richtete, habe der Beschwerdeführer die 
Schändung eingeräumt. Seine Aussagen hätten dieser Anerkennung aller-
dings bis zuletzt widersprochen, weshalb ihm keine Reue zugutegehalten 
werden könne (vgl. Strafurteil S. 12). – Im ausländerrechtlichen Verfahren 
besteht kein Raum, die strafrichterlichen Sachverhaltsfeststellungen und 
rechtlichen Würdigungen in Frage zu stellen (vgl. BGE 124 II 103 E. 1c; 
BVR 2013 S. 543 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer kann da-
her nicht gehört werden, soweit er vorbringt, er sei im Strafverfahren «ver-
mutlich nicht optimal verteidigt worden», da sein eigener Geschlechts-
verkehr kaum als Schändungstat hätte anerkannt werden dürfen und sich 
der strafrechtliche Vorwurf auf die psychologische Gehilfenschaft bei den 
Schändungshandlungen der beiden Haupttäter hätte beschränken müssen 
(Beschwerde S. 15). Zuzugestehen ist dem Beschwerdeführer, dass er im 
Tatzeitpunkt erst 18 Jahre alt war und zwei Tage zuvor seinen Vater ver-
loren hatte (vorne E. 3.1). Der Tod seines Vaters, mit dem er seit rund zwei 
Jahren wieder in Kontakt stand, hatte ihn sehr getroffen (vgl. Protokoll 
S. 4). Insgesamt ändert dies aber nichts daran, dass der Beschwerdeführer 
mit dem Sexualdelikt eine Straftat begangen hat, bei dem ausländerrecht-
lich eine strenge Praxis am Platz ist (vgl. BGE 125 II 521 E. 4a/aa; 
BVR 2013 S. 543 E. 4.2.3). 

4.3 Zu berücksichtigen ist sodann das Verhalten gegenüber der öffent-
lichen Ordnung und Sicherheit im Allgemeinen. Bei Personen, die mehrfach 
oder sogar regelmässig delinquiert haben, besteht aufgrund ihrer Einsichts-
losigkeit ein erhebliches sicherheitspolizeiliches Interesse, sie aus der 
Schweiz wegzuweisen. Wiederholte oder gar notorische Delinquenz zeigt 

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in besonderer Weise, dass sich die betreffende Person von Strafurteilen 
nicht hat beeindrucken lassen, und führt zum Schluss, dass sie nicht 
willens oder fähig ist, sich an die hiesige Rechtsordnung zu halten (vgl. 
BGE 139 I 145 E. 3.8; BVR 2013 S. 543 E. 4.3 mit Hinweisen). – Der Be-
schwerdeführer wurde bereits als Jugendlicher zweimal gebüsst. Er trat so-
dann auch nach der Tat vom 1. November 2013 und der erstandenen 
Untersuchungshaft von 47 Tagen wiederholt strafrechtlich in Erscheinung 
(vgl. vorne E. 3.3). Die weiteren Verfehlungen sind von ihrem Unrechts-
gehalt her zwar nicht vergleichbar mit dem verübten Sexualdelikt und mehr-
heitlich im Bagatellbereich anzusiedeln. Ihre Anzahl und Regelmässigkeit 
zeugen aber insgesamt doch von einer gewissen Unbelehrbarkeit und einer 
Geringschätzung der schweizerischen Rechtsordnung. Unter diesen Um-
ständen kann der Vorinstanz darin gefolgt werden, dass das Verhalten des 
Beschwerdeführers gegenüber der öffentlichen Sicherheit und Ordnung 
dem öffentlichen Interesse an der umstrittenen Entfernungsmassnahme zu-
sätzliches Gewicht verleiht. 

4.4 Weiter ist die Rückfallgefahr zu beurteilen:

4.4.1 Aus fremdenpolizeilicher Sicht ist das Risiko eines Rückfalls umso 
weniger hinzunehmen, je schwerer die Tat wiegt, welche die ausländische 
Person verübt hat. Bei schweren Straftaten, wozu insbesondere Sexual-
delikte zählen, muss angesichts der von diesen Delikten ausgehenden 
potentiellen Gefahr für die Gesellschaft, ausländerrechtlich selbst ein relativ 
geringes Rückfallrisiko nicht hingenommen werden (BGE 139 I 16 E. 2.2.1, 
139 I 31 E. 2.3.2, 137 II 233 E. 5.2.2). Da Art. 5 Anhang I des Freizügig-
keitsabkommens (FZA; SR 0.142.112.681) hier nicht Anwendung findet, 
bildet zudem das Vorliegen einer gegenwärtigen Gefahr nicht Voraus-
setzung einer Wegweisungsmassnahme. Vielmehr dürfen auch general-
präventive Überlegungen mitberücksichtigt werden. Der konkreten 
Prognose über das Wohlverhalten (und somit der Rückfallgefahr) sowie 
dem Resozialisierungsgedanken des Strafrechts ist zwar im Rahmen der 
umfassenden fremdenpolizeilichen Interessenabwägung ebenfalls 
Rechnung zu tragen; die beiden Umstände geben aber nicht den Aus-
schlag (BGE 136 II 5 E. 4.2; BVR 2013 S. 543 E. 4.4.1, je mit Hinweisen).

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4.4.2 Nach der Beurteilung der Vorinstanz im Zeitpunkt ihres Entscheids 
lag ein nicht unerhebliches Risiko vor, dass der Beschwerdeführer erneut 
straffällig wird (angefochtener Entscheid E. 6c/bb). Der Beschwerdeführer 
bestreitet dies unter Berufung auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung. 
Bei Straftätern der Alterskategorie junger Erwachsener stehe die Nach-
reifung und die oft fehlende berufliche Eingliederung im Vordergrund. Auf-
grund persönlicher und familiärer Probleme habe sich seine Persönlich-
keitsreifung zunächst verzögert, doch habe er seit einiger Zeit eine Kehrt-
wende vollzogen. Mit Hilfe seiner Partnerin und unter dem Eindruck des 
Strafvollzugs habe er in einem tiefgreifenden inneren Reifungsprozess das 
volle Unrecht und die Konsequenzen seines Verhaltens und schlechten 
Umgangs erkannt und eingesehen; sein Leben habe er nun auf solide 
Grundlagen gestellt. Er habe sich von seiner deliktischen Vergangenheit, 
dem negativen Umfeld sowie seiner unüberlegten Handlungsweise 
distanziert (vgl. Beschwerde S. 18 f.; act. 31).

4.4.3 Der Beschwerdeführer hat sich im Jahr 2013 eines schweren 
Sexualdelikts schuldig gemacht (vgl. vorne E. 4.2). Die Tat richtete sich 
gegen ein hochwertiges Rechtsgut, weshalb bereits eine geringe Rückfall-
gefahr ein gesteigertes öffentliches Interesse an der Beendigung seines 
Aufenthalts begründet. Zudem erscheint die Anordnung ausländerrecht-
licher Massnahmen in solchen Fällen auch unter generalpräventiven Ge-
sichtspunkten als geboten (vgl. vorne E. 4.4.1). Zu berücksichtigen ist, dass 
der Beschwerdeführer im Deliktszeitpunkt erst 18 Jahre alt war. Angehörige 
dieser Altersgruppe lassen sich in ihrer Entwicklung regelmässig noch 
wesentlich beeinflussen, was grundsätzlich gerade bei Ausländern der 
zweiten Generation für eine stärkere Berücksichtigung ihres Wohl-
verhaltens seit der Tatbegehung spricht (vgl. BGer 2C_1121/2018 vom 
3.10.2019 E. 2.5.2, 2C_634/2018 vom 5.2.2019 E. 6.3.1; ferner 
BGer 2C_114/2019 vom 11.11.2019 E. 5.2.3). Dass die Tat unter anderem 
auf die Unreife des Beschwerdeführers und der Mittäter zurückzuführen ist 
und jeder Einzelne der Täter die Tat allein wohl nicht begangen hätte, hatte 
denn auch das Strafgericht festgestellt (vorne E. 4.2). Anzuerkennen ist, 
dass es sich bei der Tat vom 1. November 2013 um ein singuläres Delikt 
handelte und der Beschwerdeführer seither nicht wegen Sexual- oder Ge-
waltdelikten strafrechtlich verfolgt oder verurteilt werden musste. Sein Ver-

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Seite 13

halten in der Folgezeit war jedoch nicht klaglos und wurde wiederholt mit 
Geldstrafen und Bussen geahndet (vorne E. 3.3). Der Beschwerdeführer 
bekundete somit trotz hängigem Strafverfahren bzw. erfolgter Verurteilung 
weiterhin Mühe, die schweizerische Rechtsordnung einzuhalten. Dass er 
nun seit rund drei Jahren deliktsfrei lebt, ist grundsätzlich positiv zu werden. 
Dieses Wohlverhalten ist indes angesichts der erst im September 2018 ab-
gelaufenen Probezeit und namentlich der drohenden ausländerrechtlichen 
Entfernungsmassnahme zu relativieren.

4.4.4 Die Lebensumstände des Beschwerdeführers haben sich in den 
letzten Jahren positiv verändert: Nachdem es ihm nach der obligatorischen 
Schulzeit während längerer Zeit nicht gelungen ist, beruflich Fuss zu 
fassen, absolviert der Beschwerdeführer nun seit August 2018 eine Aus-
bildung zum …. Sowohl sein Lehrmeister als auch die Schule attestieren 
ihm gute Leistungen und einwandfreies Verhalten (vorne E. 3.2). Es 
bestehen gewisse Chancen, dass der Beschwerdeführer nach Ende der 
Ausbildung im Betrieb bleiben kann. Er ist sodann gewillt, sich nach 
Abschluss der Ausbildung weiterzubilden (Protokoll S. 3). Der Beschwerde-
führer bemüht sich nachgewiesenermassen, sein Leben auch in finanzieller 
Hinsicht zu ordnen und hat sich hierzu auf Anregung seiner Ehefrau 
Unterstützung von seinem Schwiegervater geholt, der ihm als «Schulden-
berater» zur Seite steht und mit ihm die Abzahlungen organisiert hat (vgl. 
Protokoll S. 3, 9). Dass er trotz seines geringen Einkommens bestrebt ist, 
die Schulden abzuzahlen, und unter anderem regelmässig Zahlungen an 
die dem Schändungsopfer zugesprochene Genugtuung leistet (vgl. act. 27, 
27A, 31 und 31A), ist positiv zu werten. Der Beschwerdeführer lebt seit 
Sommer 2016 in einer Beziehung mit der Schweizer Bürgerin B.________; 
seit 11. Juni 2019 ist das Paar verheiratet (vorne E. 3.1). Der 
Beschwerdeführer ist zwar in der ersten Zeit dieser Beziehung noch 
strafrechtlich in Erscheinung getreten. Es ist aber deutlich erkennbar, dass 
er seither in sämtlichen Lebensbereichen eine positive Entwicklung zeigt, 
wozu seine Ehefrau und deren Familie wesentlich beitragen. Anlässlich der 
Instruktionsverhandlung haben der Beschwerdeführer und seine Ehefrau 
glaubhaft dargelegt, dass er sich von seinem früheren sozialen Umfeld 
distanzieren konnte (Protokoll S. 4, 9). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.05.2020, Nr. 100.2018.289U, 
Seite 14

4.4.5 Aufgrund des an der Instruktionsverhandlung gewonnenen persön-
lichen Eindrucks erachtet es das Gericht als glaubhaft, dass der Be-
schwerdeführer inzwischen gereift und ernsthaft bemüht ist, ein geordnetes 
Leben zu führen und sich künftig rechtskonform zu verhalten. Diese Ein-
schätzung spiegelt sich in der positiven Entwicklung wieder, die der Be-
schwerdeführer in jüngerer Zeit an den Tag legt. Mit Blick auf die noch nicht 
besonders lange Deliktsfreiheit kann zwar eine gewisse Rückfallgefahr 
nicht ausgeschlossen werden; in Bezug auf Sexual- oder Gewaltdelikte er-
scheint sie nach Einschätzung des Verwaltungsgerichts aber als sehr ge-
ring.

4.5 Insgesamt besteht angesichts der gesamten Umstände ein nicht un-
erhebliches, jedoch nicht ausgesprochen grosses öffentliches Interesse am 
Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers und seiner 
Wegweisung aus der Schweiz.

5.

Bei den privaten Interessen, welche der Entfernungsmassnahme entgegen-
stehen können, sind die Dauer der Anwesenheit und die Integration in der 
Schweiz sowie die dem Beschwerdeführer und seinen Angehörigen 
drohenden Nachteile zu berücksichtigen. 

5.1 Je länger eine Ausländerin oder ein Ausländer in der Schweiz an-
wesend war, desto strengere Anforderungen sind grundsätzlich an die An-
ordnung eines Widerrufs der Niederlassungsbewilligung zu stellen. Zu be-
rücksichtigen ist auch, in welchem Alter die ausländische Person in die 
Schweiz eingereist ist. Die Aufenthaltsbewilligung einer ausländischen Per-
son, die sich schon sehr lange in der Schweiz aufhält, soll nur mit be-
sonderer Zurückhaltung widerrufen werden; allerdings ist dies bei wieder-
holter bzw. schwerer Straffälligkeit selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn 
sie hier geboren ist und ihr ganzes Leben in der Schweiz verbracht hat 
(Ausländerin oder Ausländer der «zweiten Generation»; BGE 139 I 16 
E. 2.2.1, 139 I 31 E. 2.3.1). Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung ist 
auch nach längerem Aufenthalt in der Schweiz eher zulässig, wenn die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.05.2020, Nr. 100.2018.289U, 
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ausländische Person in der Schweiz nicht integriert ist (vgl. BGE 139 I 31 
E. 3.2; BGer 2A.119/2001 vom 15.10.2001 E. 2b; BVR 2015 S. 487 
[VGE 2014/339 vom 23.3.2015] nicht publ. 4.1; zum Ganzen BVR 2013 
S. 543 E. 5.1). – Der heute 25-jährige Beschwerdeführer ist in der Schweiz 
geboren und hat sein ganzes Leben hier verbracht. Als Ausländer der 
«zweiten Generation» hat er ein gewichtiges Interesse am Verbleib in der 
Schweiz.

5.2 Zur Integration des Beschwerdeführers ergibt sich Folgendes: Hin-
sichtlich der sozialen Integration ist festzustellen, dass der Beschwerde-
führer mit seiner Schweizer Ehefrau, seiner Mutter und seinem Halbbruder 
zusammenlebt. In die Familie seiner Ehefrau scheint er gut eingebettet zu 
sein und von ihr viel Unterstützung zu erfahren (vgl. Protokoll S. 8 f.; BB 4 
und 5). Kontakte pflegt er sodann zu seiner hier lebenden Schwester und 
deren Familie (Protokoll S. 6). Die Ehefrau hat ihn als hilfsbereiten und 
liebenswürdigen Mann kennengelernt; sie hielt zu ihm, als er ihr ca. ein 
halbes Jahr nach Aufnahme der Beziehung vom strafrechtlichen Vorwurf 
der Schändung erzählte, obschon sie geschockt gewesen sei. Es habe 
nicht mit dem Bild übereingestimmt, das sie damals bereits von ihm hatte. 
Das Eheleben funktioniere gut, sie würden sich gegenseitig unterstützen. 
Auch in der Wohngemeinschaft funktioniere es gut, alle würden ihren Teil 
im Haushalt leisten. Sie hat auch für sich selber einen klaren Lebensplan 
und hat nun noch die Vorbereitung für die Berufsmaturität aufgenommen 
(vgl. Protokoll S. 8 f.). Die ins Recht gelegten Referenzschreiben seiner 
drei besten Freunde belegen, dass er auch ausserhalb der Familie und des 
Lehrbetriebs vertiefte soziale Kontakte pflegt (BB 6, 7 und 9; Protokoll 
S. 8). Insgesamt ist von einer sozialen Verbundenheit des Beschwerde-
führers mit der Schweiz auszugehen. In beruflich-wirtschaftlicher Hinsicht 
kann im heutigen Zeitpunkt noch nicht von einer erfolgreichen Integration 
gesprochen werden: Der Beschwerdeführer brach mehrere Ausbildungen 
ab, war zwischenzeitlich arbeitslos und bezog im Jahr 2013 während zwei 
Monaten Sozialhilfeleistungen (vorne E. 3.2). Seit August 2018 befindet er 
sich nun aber in der Ausbildung zum …. Sein Lehrmeister ist sehr zufrieden 
mit ihm und in der Berufsfachschule erzielt er gute bis sehr gute Leistungen 
(vorne E. 3.2; act. 11A). Seine weiteren beruflichen Pläne scheinen 
realistisch und zeugen von einer ernsthaften positiven Neuausrichtung. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.05.2020, Nr. 100.2018.289U, 
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Seine finanzielle Situation ist weiterhin angespannt; er ist verschuldet und 
hat auch 2018 und 2019 weitere Krankenkassenschulden angehäuft (vorne 
E. 3.2; act. 31A). Inzwischen lässt er sich jedoch in seinen finanziellen 
Angelegenheiten unterstützen (vgl. vorne E. 4.4.4). Für den Beschwerde-
führer spricht zudem, dass er sich trotz seiner knappen finanziellen Mittel 
ernsthaft darum bemüht, seine Verschuldung abzubauen. Die In-
tegrationsfortschritte des Beschwerdeführers in der jüngsten Zeit sind 
wesentlich der Unterstützung durch seine Ehefrau und deren Familie zu 
verdanken. Es bestehen gute Aussichten, dass es ihm mit dieser Unter-
stützung gelingt, seine Ausbildung erfolgreich abzuschliessen, in der Ar-
beitswelt fest Fuss zu fassen und seine Schulden zu tilgen. Nach dem Ge-
sagten weist die Integration des Beschwerdeführers gewisse Defizite auf. 
Indes hat er in jüngster Zeit bedeutende Integrationsfortschritte gemacht, 
die angesichts der lebensprägenden Sozialisierung in den hiesigen Verhält-
nissen von einigem Gewicht sind.

5.3 Zu würdigen sind weiter die dem Beschwerdeführer und seinen An-
gehörigen durch die Entfernungsmassnahme drohenden Nachteile:

5.3.1 Hinsichtlich der Rückkehr in die Türkei hat die POM zutreffend er-
wogen (E. 7c/aa), dass der Beschwerdeführer in einer türkischen Familie 
aufgewachsen ist, Türkisch spricht und zudem in seinem Heimatland mehr-
fach Ferien verbracht und an Familienanlässen teilgenommen hat (vgl. 
Protokoll S. 6). In der Türkei leben mindestens noch eine Tante sowie der 
Stiefvater des Beschwerdeführers. Zum Stiefvater unterhalte er aber keinen 
Kontakt; zu ihm bestand nach Darstellung des Beschwerdeführers bereits 
in der Zeit, als jener noch in der Schweiz lebte, keine stützende Beziehung 
(vgl. Protokoll S. 5). Ein gewisser Bezug zum Heimatland liegt damit vor, 
auch wenn er nicht besonders eng sein mag. Der junge, gesunde und 
arbeitsfähige Beschwerdeführer ist sodann grundsätzlich in der Lage, in der 
Türkei einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Insgesamt ist von intakten 
Rückkehr- und Integrationsmöglichkeiten auszugehen. Indes ist nicht von 
der Hand zu weisen, dass für den Beschwerdeführer angesichts seines 
bisherigen Lebens in der Schweiz eine Eingliederung im Heimatland 
schwierig sein dürfte.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.05.2020, Nr. 100.2018.289U, 
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5.3.2 In familiärer Hinsicht steht die Beziehung des Beschwerdeführers zu 
seiner Ehefrau im Vordergrund. Das Paar hat sich im Sommer 2016 
kennengelernt und ist seit Mitte 2019 verheiratet. Die Ehefrau ist Schweizer 
Bürgerin, spricht nicht Türkisch und war noch nie in der Türkei (vgl. Proto-
koll S. 10). Ihr dürfte es daher nicht zumutbar sein, dem Beschwerdeführer 
ins Heimatland zu folgen. Die Wegweisung des Beschwerdeführers hätte 
demnach eine erhebliche Beeinträchtigung des Ehelebens zur Folge und 
wäre insbesondere auch für die Ehefrau schwer zu verkraften (vgl. Proto-
koll S. 10). Sie haben aber die Beziehung zu einem Zeitpunkt auf-
genommen, als das erstinstanzliche Strafurteil bereits ergangen war (vgl. 
Akten MIDI pag. 71); die Heirat erfolgte erst während des verwaltungs-
gerichtlichen Verfahrens. Das Paar konnte daher von Beginn an nicht damit 
rechnen, mittel- und längerfristig in der Schweiz zusammenleben zu 
können (vgl. zu ähnlichen Konstellationen VGE 2018/299 vom 6.11.2019 
E. 4.4.5, 2017/138 vom 31.7.2018 E. 5.4.3). 

5.4 Insgesamt sind die privaten Interessen mit Blick auf das Auf-
wachsen in der Schweiz, die eheliche Beziehung und den Umstand, dass 
dem Beschwerdeführer die Eingliederung in der Türkei schwer fallen 
würde, von erheblichem Gewicht.

6.

Die Abwägung der massgeblichen öffentlichen und privaten Interessen er-
gibt Folgendes: Der Beschwerdeführer wurde hauptsächlich wegen Schän-
dung zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 28 Monaten verurteilt. Damit 
hat er ein schweres Verschulden auf sich geladen, auch wenn er im Tat-
zeitpunkt erst 18 Jahre alt war und die Tat im Stadium einer gewissen Un-
reife begangen hat. Weiter ist ihm anzulasten, dass er in der Folge bis ins 
Jahr 2017 weiter delinquierte, wenn auch mehrheitlich im Bagatellbereich. 
Anzuerkennen ist, dass die verfahrensauslösende Tat inzwischen über 
sechs Jahre zurückliegt, das einzige Delikt des Beschwerdeführers gegen 
ein hochwertiges Rechtsgut (sexuelle Integrität) geblieben ist und dem Be-
schwerdeführer seit 2017 kein strafbares Verhalten mehr angelastet 
werden musste. Vielmehr haben sich seine Lebensumstände seither 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.05.2020, Nr. 100.2018.289U, 
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wesentlich verändert und der Beschwerdeführer zeigt eine anhaltend 
positive Entwicklung in sämtlichen Lebensbereichen. Dank der Hilfe seiner 
Ehefrau und deren Familie hat er nun ein tragfähiges soziales Netz, 
welches ihn vollumfänglich unterstützt. Er absolviert zudem bislang erfolg-
reich eine Ausbildung und schafft damit die Voraussetzung, um auch in 
beruflich-wirtschaftlicher Hinsicht langfristig Fuss zu fassen. Anhaltspunkte 
dafür, dass der Beschwerdeführer im Bereich der Gewalt- oder Sexual-
delikte rückfallgefährdet wäre, sind nicht erkennbar. Soweit bei ihm in 
anderen Deliktskategorien eine geringe Rückfallgefahr besteht, ist sie an-
gesichts der sehr grossen privaten Interessen am Verbleib hinzunehmen. 
Dabei ist besonders zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer An-
gehöriger der «zweiten Generation» ist und hier vollständig sozialisiert 
wurde. Er hat glaubhaft dargetan, dass er mit seiner deliktischen 
Vergangenheit gebrochen und sowohl privat wie auch beruflich ein stabiles 
neues Umfeld aufgebaut hat. Demgegenüber müsste er sich bei einer 
Wegweisung in die Türkei in einer für ihn weitgehend fremden Umgebung 
ohne die unmittelbare Unterstützung seiner engsten Angehörigen 
zurechtfinden. In Würdigung der gesamten Umstände vermögen derzeit die 
öffentlichen Interessen am Widerruf der Niederlassungsbewilligung und 
Wegweisung die privaten Interessen des Beschwerdeführers am Verbleib 
in der Schweiz nicht zu überwiegen.

7.

Die Beschwerde erweist sich damit als begründet und ist gutzuheissen. 
Ziffern 1 und 2 des angefochtenen Entscheids sind aufzuheben und dem 
Beschwerdeführer ist die Niederlassungsbewilligung zu belassen. Im Hin-
blick auf sein früheres Verhalten rechtfertigt es sich als mildere Mass-
nahme, ihn (antragsgemäss) förmlich ausländerrechtlich zu verwarnen 
(Art. 96 Abs. 2 AIG). Sollte er das vom Gericht in ihn gesetzte Vertrauen 
missbrauchen und erneut zu namhaften Klagen Anlass geben, hat er trotz 
seiner langen Anwesenheit mit einem sofortigen Widerruf seiner Be-
willigung zu rechnen (vgl. BGer 2C_1112/2018 vom 3.10.2019 E. 3.1, 
2C_314/2018 vom 10.1.2019 E. 7.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.05.2020, Nr. 100.2018.289U, 
Seite 19

8.

8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten 
zu erheben (Art. 108 Abs. 1 und Abs. 2 VRPG). Der Kanton Bern (SID) hat 
dem im verwaltungsgerichtlichen Verfahren anwaltlich vertretenen Be-
schwerdeführer die Parteikosten zu ersetzen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. 
Art. 104 Abs. 1 VRPG). Die für das verwaltungsgerichtliche Verfahren be-
willigte unentgeltliche Rechtspflege (vgl. vorne Bst. C) wird daher gegen-
standslos. Die Kostennoten von Fürsprecher … und Rechtsanwältin … 
weisen insgesamt ein Honorar von Fr. 8ʹ250.-- (ohne Auslagen und Mehr-
wertsteuer) aus. Dies gibt zu folgenden Bemerkungen Anlass: Gemäss 
Art. 41 Abs. 1 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 (KAG; 
BSG 168.11) i.V.m. Art. 11 Abs. 1 der Verordnung vom 17. Mai 2006 über 
die Bemessung des Parteikostenersatzes (PKV; BSG 168.811) beträgt das 
Honorar in Beschwerdeverfahren Fr. 400.-- bis 11'800.-- pro Instanz 
zuzüglich allfälliger Zuschläge nach Art. 11 Abs. 2 und Art. 16 i.V.m. Art. 9 
PKV, wobei sich der Parteikostenersatz innerhalb dieses Rahmentarifs 
nach dem in der Sache gebotenen Zeitaufwand, der Bedeutung der Streit-
sache und der Schwierigkeit des Prozesses bemisst (Art. 41 Abs. 3 KAG). 
Das geltend gemachte Honorar erscheint trotz des im Quervergleich über-
durchschnittlich aufwendigen Falls im Licht der massgebenden Kriterien als 
überhöht. Fürsprecher … war mit der Sache bereits aus seiner Vertretung 
im vorinstanzlichen Beschwerdeverfahren vertraut; Anwaltswechsel 
berechtigen grundsätzlich nicht zu einer (deutlichen) Erhöhung des 
Honorars. Der für die prozessrechtlichen Vorkehren im verwaltungs-
gerichtlichen Beschwerdeverfahren veranschlagte Zeitaufwand, ins-
besondere derjenige von Fürsprecher … für die Redaktion der Ver-
waltungsgerichtsbeschwerde, erscheint als übersetzt, zumal der Fall recht-
lich nicht besonders schwierig war, sondern es im Wesentlichen um sach-
verhaltliche Argumentation und das Beibringen der nötigen Belege ging. In 
vergleichbaren Fällen ohne doppelten Schriftenwechsel und/oder 
Instruktionsverhandlung, in denen es ebenfalls um ausländerrechtliche Ent-
fernungsmassnahmen geht, wird praxisgemäss je nach den konkreten Um-
ständen das Honorar auf pauschal Fr. 3'000.-- bis Fr. 4'000.-- festgesetzt. 
Mit Blick darauf und die Umstände im vorliegenden Fall, welche die Pro-
zessführung vergleichsweise aufwendiger machten (insb. Instruktions-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.05.2020, Nr. 100.2018.289U, 
Seite 20

verhandlung), ist das Honorar auch mit Rücksicht auf die Bedeutung der 
Sache auf pauschal Fr. 6'500.-- festzusetzen, zuzüglich Fr. 225.20 Aus-
lagen. Hinsichtlich der Mehrwertsteuer ist zu berücksichtigen, dass Rechts-
anwältin … nicht mehrwertsteuerpflichtig ist und der von ihr ausgewiesene 
Aufwand zu keinen Bemerkungen Anlass gibt; damit ist nur der auf Für-
sprecher … entfallende Anteil massgebend. Die Mehrwertsteuer ist daher 
auf einem Honorar von Fr. 4ʹ400.-- (Fr. 6ʹ500.-- abzüglich Fr. 2ʹ100.--), 
zuzüglich Fr. 139.-- Auslagen, insgesamt auf dem Betrag von Fr. 4ʹ539.-- 
zu bestimmen, ausmachend Fr. 349.50.  

8.2 Für die Verlegung der vorinstanzlichen Kosten ist nicht vom Ob-
siegen des Beschwerdeführers auszugehen, weil der angefochtene Ent-
scheid aufgrund der seinerzeitigen Verhältnisse korrekt war. Die vor-
liegende Gutheissung rechtfertigt sich mit Blick auf die seitherige positive 
Entwicklung des Beschwerdeführers und die damit verbundene veränderte 
Sachlage. Nach dem Unterliegerprinzip (Art. 108 Abs. 1 und 3 VRPG) ist 
der vorinstanzliche Kostenschluss somit zu bestätigen bzw. hat er weiterhin 
Bestand (vgl. BVR 2008 S. 193 E. 9.2; VGE 2017/318 vom 19.10.2018 
E. 3.2). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Ziffern 1 und 2 des Entscheids der 
Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern vom 30. Juli 2018 (heute: 
Sicherheitsdirektion des Kantons Bern) werden aufgehoben. 

2. Der Beschwerdeführer wird im Sinn der Erwägungen ausländerrechtlich 
verwarnt.

3. a) Für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht werden keine Kosten 
erhoben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.05.2020, Nr. 100.2018.289U, 
Seite 21

b) Der Kanton Bern (Sicherheitsdirektion) hat dem Beschwerdeführer für 
das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht die Parteikosten, be-
stimmt auf insgesamt Fr. 7ʹ074.70 (inkl. Auslagen und MWSt), zu er-
setzen.

3. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführer
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern 
- Staatssekretariat für Migration

Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.