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**Case Identifier:** e20ba7a1-a0d4-5836-a8b2-830aab00f0ca
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-20
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 20.05.2021 720 19 184/138
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-19-184-138_2021-05-20.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 20. Mai 2021 (720 19 184 / 138) 

___________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Gerichtsgutachten 
 
 
 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons-

richter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Christina Markiewicz 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Ana Dettwiler, Advokatin, 
Fischmarkt 12, 4410 Liestal 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 

 
 
 
A. Der 1971 geborene A.____ meldete sich am 9. Januar 2015 wegen eines Knieleidens 
und HWS-Beschwerden bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbe-
zug an. Gestützt auf das bidisziplinäre Gutachten von Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und 
Psychotherapie, vom 4. November 2015 und von Dr. med. C.____, FMH Rheumatologie und 
Innere Medizin, vom 5. November 2015 und einer attestierten Arbeitsunfähigkeit von 100 % für 
körperlich schwere Arbeiten, aber einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten, kör-
perlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 5. Februar 

 

 
 
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2016 und einem ermittelten IV-Grad von 19 % einen Anspruch auf eine IV-Rente. Am 31. Mai 
2018 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an, da sich sein Gesundheitszu-
stand verschlechtert hatte. Neben dem Knieleiden und der HWS-Beschwerden kamen Schulter- 
und Rückenprobleme sowie eine Depression hinzu. Diesbezüglich verwies er auf seinen behan-
delnden Psychiater, Dr. med. D.____. Mit Bericht vom 30. Juli 2018 diagnostizierte Dr. D.____ 
eine mittelgradige depressive Episode und äusserte den Verdacht auf eine narzisstische Persön-
lichkeitsstörung sowie auf eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 
Faktoren. Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Nachdem A.____ Selbstmordgedan-
ken geäussert hatte, wurde er zweimal stationär in der E.____ behandelt. Mit Austrittsberichten 
vom 25. April 2018 sowie vom 11. September 2019 wurde eine mittelgradige depressive Episode 
diagnostiziert und der Verdacht auf eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen, 
dissozialen Zügen geäussert. Zudem wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert. Zur wei-
teren Abklärung des Gesundheitszustands beauftragte die IV-Stelle Dr. B.____ und Dr. C.____ 
mit einem Verlaufsgutachten. Dr. C.____ stellte die gleichen Diagnosen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit wie im Vorgutachten und attestierte weiterhin eine volle Arbeitsfähigkeit für 
leichte bis mittelschwere, dem Leiden angepasste Tätigkeiten (vgl. Teilgutachten vom 18. Januar 
2019). Dr. B.____ konnte keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
nennen. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien eine rezidivierende depressive Störung, 
gegenwärtig leichte Episode, eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 
Faktoren sowie narzisstische und charakterneurotische Persönlichkeitszüge (vgl. Teilgutachten 
vom 21. Januar 2019). Gestützt darauf verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2. Mai 2019 
einen Rentenanspruch von A.____ bei einem IV-Grad von 0 %. 
 
B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin Ana Dettwiler, mit Eingabe vom 29. 
Mai 2019 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht. Er beantragte, 
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm mit Wirkung ab 1. Juni 2018 eine 
ganze IV-Rente zuzusprechen. Eventualiter sei eine polydisziplinäre Begutachtung anzuordnen 
und sodann neu über den Rentenanspruch zu entscheiden. Er machte geltend, dass das rheu-
matologische Gutachten unvollständig und widersprüchlich sei. Ferner äussere sich Dr. C.____ 
zu fachfremden Problemkreisen. Aber auch das Gutachten von Dr. B.____ sei beweisuntauglich, 
indem es in sich nicht schlüssig sei. Es stehe insbesondere im Widerspruch zu allen übrigen 
psychiatrischen Einschätzungen. Am 3. Juni 2019 reichte er eine ausführliche, kritische Stellung-
nahme des behandelnden Psychiaters, Dr. D.____, vom 2. Juni 2019 zum psychiatrischen Gut-
achten von Dr. B.____ vom 21. Januar 2019 ein.  
 
C. Mit Vernehmlassung vom 6. August 2019 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Be-
schwerde gestützt auf die Stellungnahmen des RAD-Arztes Dr. med. F.____, Facharzt für Allge-
meinmedizin, vom 10. Juli 2019 sowie der RAD-Ärztin Dr. med. G.____, Fachärztin für Psychiatrie 
und Psychotherapie, vom 8. Juli 2019 und von Dr. B.____ vom 4. Juli 2019, worin er die Diagnose 
einer Persönlichkeitsstörung verneinte, weil der Versicherte in der Lage gewesen sei, in der freien 
Wirtschaft einer Arbeit nachzugehen. 
 
D. Mit Replik vom 26. September 2019 und einer weiteren ausführlichen Ergänzung von 
Dr. D.____ vom 18. September 2019 sowie mit Duplik vom 16. Oktober 2019 mit Stellungnahmen 

 

 
 
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der RAD-Ärzte vom 4. Oktober 2019 und 9. Oktober 2019 hielten die Parteien an ihren Anträgen 
und Begründungen fest. Es folgte eine weitere Eingabe der Rechtsvertreterin des Beschwerde-
führers vom 17. Dezember 2019 mit einer Stellungnahme von Dr. D.____ vom 12. Dezember 
2019. Die IV-Stelle verzichtete gemäss Schreiben vom 27. Dezember 2019 auf eine weitere Ent-
gegnung.  
 
E. Anlässlich der Urteilsberatung vom 19. März 2020 kam das Gericht zum Schluss, dass 
eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandene medizinische 
Aktenlage nicht möglich sei. In Würdigung des bidisziplinären Gutachtens vom 19. / 21. Januar 
2019 stellte das Gericht zwar fest, dass die Beurteilung von Dr. C.____ eine zuverlässige und 
rechtsgenügliche Grundlage bilde, um den rheumatologischen Gesundheitszustand und die Ar-
beitsfähigkeit des Versicherten beurteilen zu können. Den Schlussfolgerungen von Dr. B.____ in 
seinem psychiatrischen Teilgutachten könne dagegen nicht gefolgt werden. In beweisrechtlicher 
Hinsicht ständen dem Teilgutachten die Beurteilungen des behandelnden Psychiaters, Dr. 
D.____, sowie die Einschätzungen der Ärzte der E.____ gegenüber. Die Kritik von Dr. D.____ 
am Gutachten von Dr. B.____ sei berechtigt und erheblich. Dem Gutachten von Dr. B.____ fehle 
es an einer vertieften Auseinandersetzung mit der Thematik Persönlichkeitsstörung. Insbeson-
dere lasse Dr. B.____ eine umfassende berufliche, private und soziale Anamnese vermissen. 
Eine solche wäre aber für die Beantwortung der Frage, ob eine Persönlichkeitsstörung vorliege 
oder nicht Voraussetzung. Die oberflächliche Begründung des Gutachters, dass eine Persönlich-
keitsstörung auszuschliessen sei, weil der Versicherte über einen längeren Zeitraum hinweg ein 
Einkommen von insgesamt Fr. 882'943.-- habe generieren können und fähig gewesen sei, drei 
Jahre an der gleichen Arbeitsstelle zu verbleiben, sei in dieser isolierten Form nicht haltbar. Wei-
ter sei Dr. B.____ auf die längeren Klinikaufenthalte des Versicherten im Jahr 2018 und die ent-
sprechenden Austrittsberichte vom 25. April 2018 und 11. September 2018 nicht näher einge-
gangen, obwohl sie im Zusammenhang mit der Krankengeschichte relevant seien. Die fundierte 
Kritik von Dr. D.____ in seinen Stellungnahmen vom 2. Juni 2019, 18. September 2019 und 12. 
Dezember 2019 zu den Ausführungen von Dr. B.____ in seinem Gutachten vom 21. Januar 2019 
und seiner Stellungnahme vom 4. Juli 2019 sowie zu den Kommentaren von RAD-Ärztin Dr. 
G.____ vom 8. Juli 2019 und 7. Oktober 2019 führe dazu, dass an der Beweistauglichkeit des 
Gutachtens von Dr. B.____ vom 21. Januar 2019 erheblich zu zweifeln sei, weshalb darauf nicht 
abgestellt werden könne. Die Berichte von Dr. D.____ erwiesen sich demgegenüber als nach-
vollziehbar und schlüssig. Da sie als Entgegnungen auf punktuelle Aussagen von Dr. B.____ und 
Dr. G.____ formuliert seien, fehlten ihnen jedoch systembedingt weitere Ausführungen zur Ju-
gendzeit und eine aktuelle Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in Auseinandersetzung mit den Stan-
dardindikatoren. Für eine Gesamtbeurteilung dränge sich deshalb die Einholung eines unabhän-
gigen psychiatrischen Gutachtens auf.  
 
Das Gericht stellte den Fall mit Beschluss vom 19. März 2020 aus und beauftragte PD Dr. med. 
H.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, mit der Erstellung eines psychiatrischen Gerichts-
gutachtens. 
 
F. In seinem Gutachten vom 25. September 2020 diagnostizierte PD Dr. H.____ mit Auswir-
kungen auf die Arbeitsfähigkeit eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen 

 

 
 
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und narzisstischen Anteilen sowie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte 
depressive Episode. Weiter hielt er fest, dass der Versicherte vollständig arbeitsunfähig sei. Die 
Vermutung liege nahe, dass bereits ab November 2012 (Ende der Arbeitstätigkeit) keine verwert-
bare Arbeitsfähigkeit mehr vorgelegen habe. Er sei sich aber bewusst, dass hiermit ein ausge-
sprochen langer Zeitraum retrospektiv abgedeckt werde. Als Beginn der 100%igen Arbeitsunfä-
higkeit könne auch der Dezember 2017 bezeichnet werden, weil sich der Versicherte in jenem 
Monat in die bis heute andauernde, ambulante psychiatrische Behandlung zu Dr. D.____ bege-
ben habe. 
 
G. Das Gutachten wurde den Parteien zur Stellungnahme zugestellt. Die IV-Stelle erachtete 
mit Eingabe vom 21. Oktober 2020 das psychiatrische Gerichtsgutachten als schlüssig, so dass 
darauf abzustellen sei. Aufgrund der echtzeitlichen psychiatrischen Einschätzungen durch die 
behandelnden Ärzte sei als Beginn der Arbeitsunfähigkeit die Aufnahme der psychiatrischen Be-
handlung bei Dr. D.____ am 15. Dezember 2017 zu sehen. Mit diesem Datum beginne die ge-
setzliche Wartezeit von einem Jahr zu laufen. Folglich habe der Versicherte ab 1. Dezember 2018 
Anspruch auf eine ganze IV-Rente. Der Beschwerdeführer erklärte sich am 2. Dezember 2020 
ebenfalls mit dem Gutachten einverstanden. Danach erwiesen sich beide Verfügungen der IV-
Stelle vom 5. Februar 2016 und vom 2. Mai 2019 als offensichtlich unrichtig, da sie auf den un-
tauglichen Gutachten von Dr. B.____ aus den Jahren 2015 und 2019 basierten. Dementspre-
chend sei ihm in Aufhebung der Verfügung vom 2. Mai 2019 sowie in Wiedererwägung der Ver-
fügung vom 5. Februar 2016 mit Wirkung ab 1. Juli 2015 (6 Monate seit der ersten IV-Anmeldung 
am 9. Januar 2015) eine ganze IV-Rente zuzusprechen. 
 
Mit Stellungnahme vom 9. Dezember 2020 lehnte die IV-Stelle eine Wiedererwägung der Verfü-
gung vom 5. Februar 2016 ab, da die Voraussetzungen dafür nicht erfüllt seien. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, so dass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde der 
Versicherten vom 29. Mai 2019 ist demnach einzutreten. 
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-

 

 
 
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gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge-
wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig-
keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer 
Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere 
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge-
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste-
hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach 
Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück-
sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 
nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu 
betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden 
psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 
IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
wesentlich beeinträchtigt. Um festzustellen, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststel-
lungen auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen, sind sämtliche psychischen Erkrankungen ei-
nem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. 
 
2.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abgestuft: 
Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf 
eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindes-
tens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
3. Ausgangspunkt der Ermittlung des IV-Grades bildet die Frage, in welchem Ausmass die 
versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 
 
3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 

 

 
 
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und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi-
cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund-
lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge-
mutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro-
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des 
Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 
E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 
 
3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nicht ohne zwin-
gende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Experten ab, deren Aufgabe es ist, ihre 
Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt 
medizinisch zu erfassen. Den im Rahmen des Gerichtsverfahrens eingeholten Gutachten ist so-
mit volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit 
der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen; Urteil des Bundesge-
richts vom 20. März 2018, 8C_569/2017, E. 2.2). 
 
4. Im rheumatologischen Teilgutachten vom 18. Januar 2019 diagnostizierte Dr. C.____ 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Retropatellararthrose rechts sowie eine radiomor-
phologisch kleine mediale bis linkslaterale Diskusprotrusion C5/6 und eine grössere mediolate-
rale rechtsseitige Diskusprotrusion bis –hernie C6/7 (MRT HWS vom 6. August 2014). Ohne Ein-
fluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte er einen Status nach einer transossären Sehnenrefixation 
nach Fingerkuppenamputation, eine Perathropathia humeroscapularis links, eine Hypersensibili-
tät im Bereich des rechten Fussrückens bei normaler Peroneus-Neurographie, Migräne, eine 
Dysplasie des horizontalen Bogenganges beidseits sowie einen Status nach Arthroskopie des 
linken Knies. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit kam Dr. C.____ zum Schluss, dass der Versicherte 
keine körperlichen Schwerarbeiten mehr ausführen könne, insbesondere seien Tätigkeiten mit 

 

 
 
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dauernd inklinierter oder reklinierter HWS nicht zumutbar. Für eine körperlich leichte bis mittel-
schwere Tätigkeit bestehe dagegen eine volle Arbeitsfähigkeit, sofern dauerndes Knien und Bü-
cken vermieden würden. Derzeit bestehe aufgrund der rechten Hand noch eine vorübergehende 
Arbeitsunfähigkeit, welche, einen guten Verlauf vorausgesetzt, voraussichtlich Ende Januar 2019 
enden werde. Anlässlich der Urteilsberatung vom 19. März 2020 stellte das Gericht fest, dass 
das Gutachten von Dr. C.____ umfassend und schlüssig sei. Die Anforderungen an den Beweis-
wert eines Gutachtens seien vollumfänglich erfüllt, weshalb es eine zuverlässige und rechts-
genügliche Grundlage bilde, um den rheumatologischen Gesundheitszustand und die Arbeitsfä-
higkeit des Versicherten beurteilen zu können. Die vom Beschwerdeführer dagegen vorgebrachte 
Kritik vermochte daran nichts zu ändern (vgl. ausführliche Auseinandersetzung mit den Einwän-
den im Beschluss vom 19. März 2020). Auf das Teilgutachten von Dr. C.____ vom 18. Januar 
2019 kann somit abgestellt werden. Aus somatischer Sicht ist dem Versicherten eine leichte bis 
mittelschwere adaptierte Tätigkeit zu 100 % zumutbar. 
 
5. Zu den psychischen Einschränkungen liegt nun das Gutachten von PD Dr. H.____ vom 
25. September 2020 vor. Er diagnostizierte mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine kom-
binierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und narzisstischen Anteilen (ICD-10 
F61.0) sowie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode 
(ICD-10 F33.0). Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien Störungen durch Cannabi-
noide (ICD-10 F12.1). Dem Beschwerdeführer sei es nie möglich gewesen, stabile, unterstüt-
zende Elternbilder zu internalisieren, die die Entwicklung eines stabilen Narzissmus erlaubt hät-
ten. Die pathologischen Beziehungserfahrungen mit den Eltern habe durch die konflikthafte Bru-
derbeziehung nicht korrigiert werden können, so dass der Beschwerdeführer eine regelrechte 
Bindungsstörung entwickelt habe. In der Schulzeit sei er regelmässig diskriminiert worden, was 
eine Integration verhindert und die frühe narzisstische Schwäche zusätzlich fixiert habe. Auch 
während der Berufsbildung habe sich der Beschwerdeführer wenig willkommen gefühlt, was sich 
in der Berufsbiographie fortgesetzt habe. So habe er abgesehen von einer einmaligen Arbeits-
dauer von dreieinhalb Jahren ausschliesslich an temporären Arbeitsstellen gearbeitet. Er habe 
sich an keiner Stelle in ein Team integrieren können. Regelmässig seien Konflikte aufgetaucht, 
welche zu einem schnellen Jobwechsel geführt hätten. Im Langzeitverlauf habe der Beschwer-
deführer eine erhebliche Einbusse seiner innerpsychischen Resilienz erfahren. Es sei keines-
wegs unüblich, dass Menschen mit Persönlichkeitsstörungen in der Lage seien, eine teilweise 
langjährige Berufsanamnese zu bewältigen, bevor sich die innerpsychische Resilienz zunehmend 
und schliesslich vollständig erschöpfe. Beim Versicherten seien die zahlreichen Stellenwechsel 
nichts anderes als ein «Hilfsmittel» gewesen, um sich immer wieder den für ihn kaum aushaltba-
ren Interaktionen mit Vorgesetzten und Mitarbeitern zu entziehen. In diesem Zusammenhang er-
weise sich der Cannabiskonsum des Beschwerdeführers klar als Sekundärphänomen, um diese 
Schwierigkeiten im Sinne einer inadäquaten Selbstmedikation zu dämpfen und besser auszuhal-
ten. Im Weiteren sei auch die private Beziehungsanamnese pathologisch. Beide Beziehungen zu 
den Müttern seiner beiden Söhne seien instabil verlaufen. Ferner falle auf, dass der Versicherte 
zeitlebens nie einen regelrechten sozialen Bekanntenkreis habe etablieren können. Auch die 
Kontakte zu seinen Eltern und zu seinem Bruder seien höchst selten und zu seinen Söhnen habe 
er seit vielen Jahren gar keinen Kontakt mehr. Aufgrund dieser Beurteilungsdimensionen könne 

 

 
 
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festgehalten werden, dass der Beschwerdeführer die Kardinaldefinition für eine Persönlichkeits-
störung ohne Zweifel erfülle, indem ab verhältnismässig frühem Lebensalter zentrale Bereiche 
der privaten, sozialen und beruflichen Anamnese nachhaltig und relevant tangiert seien. Sämtli-
che Diagnosekriterien für eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ 
seien erfüllt. Die diagnostischen Kriterien für eine narzisstische Persönlichkeitsstörung seien nur 
teilweise erfüllt. Zusammenfassend könne aber festgestellt werden, dass beim Beschwerdeführer 
eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und narzisstischen Anteilen vor-
liege. Im Weiteren lasse sich aufgrund des objektiven Psychostatus eine leichte depressive Epi-
sode diagnostizieren, wobei der Schweregrad der Psychodiagnostik wie auch die Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit der zugrundeliegenden Persönlichkeitspathologie deutlich untergeordnet 
seien. Die Affektpathologie stelle ein Sekundärphänomen auf dem Boden der primären Persön-
lichkeitspathologie dar. Die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers hätten beim Vergleich 
mit den objektiven Untersuchungsbefunden keinerlei Inkonsistenzen ergeben. Es gebe auch 
keine Hinweise auf bewusste Selbstlimitierungen oder Krankheitsgewinne. Die Prüfung der ICF-
Kriterien führe zum Ergebnis, dass beim Versicherten aus psychiatrischer Sicht keine qualitativen 
Funktionsfähigkeiten mehr vorliegen würden, um im ersten Arbeitsmarkt wieder integriert werden 
zu können. Es liege eine schwere psychische Störung vor, die dauerhaft, chronifiziert und thera-
pierefraktär sei. Sowohl in der bisherigen Tätigkeit wie auch in jeder anderen angepassten Tätig-
keit bestehe aus psychiatrischer Sicht keine Arbeitsfähigkeit. Der Versicherte sei letztmals im 
Oktober 2012 im ersten Arbeitsmarkt tätig gewesen, erst seit Dezember 2017 stehe er in psychi-
atrischer Behandlung. Damit stelle sich eine schwierige Ausgangslage dar, den Beginn der Ar-
beitsunfähigkeit festzulegen. Aufgrund der Persönlichkeitsentwicklung könne durchaus davon 
ausgegangen werden, dass bereits ab November 2012 keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr 
vorgelegen habe, womit ein ausgesprochen langer Zeitraum retrospektiv abgedeckt würde. Es 
könne aber auch ohne weiteres argumentiert werden, dass die Arbeitsunfähigkeit erst ab Dezem-
ber 2017 bestanden habe, als sich der Beschwerdeführer in psychiatrische Behandlung begeben 
habe.  
 
6. Das Gerichtsgutachten von PD Dr. H.____ vom 25. September 2020 ist sowohl formal 
als auch inhaltlich umfassend und schlüssig. Es basiert auf einer ausführlichen Untersuchung 
und berücksichtigt die ganze Krankengeschichte. Der Gutachter setzt sich differenziert mit den 
abweichenden Diagnosen und Beurteilungen auseinander, seine Schlussfolgerungen sind nach-
vollziehbar begründet und überzeugen. Er gibt auch detailliert und differenziert Auskunft über die 
Funktionseinbussen und Ressourcen des Beschwerdeführers. Die bundesgerichtlichen Anforde-
rungen an ein beweistaugliches psychiatrisches Gutachten sind somit erfüllt. Da im Übrigen die 
Parteien keine Einwände gegen das Gutachten vorgebracht haben, kann ohne weiteres darauf 
abgestellt werden. 
 
7.1 Einzig in Bezug auf den Beginn der Arbeitsunfähigkeit vertreten die Parteien unter-
schiedliche Auffassungen, wobei sich beide Parteien auf die gutachterlichen Äusserungen von 
PD Dr. H.____ berufen können, der sich im Ergebnis bezüglich Beginns der Arbeitsunfähigkeit 
nicht festlegt, sondern dafür sowohl November 2012 als auch Dezember 2017 als vertretbar er-
achtet. 
 

 

 
 
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7.2 PD Dr. H.____ begründet November 2012 als Beginn der Arbeitsunfähigkeit mit der Ana-
lyse der Persönlichkeitsentwicklung und stellt offensichtlich darauf ab, dass der Beschwerdefüh-
rer ab diesem Zeitpunkt nie mehr gearbeitet habe. Eine psychische Dekompensation, welche 
damals zeitgleich erfolgt wäre, ist aber weder behauptet noch dokumentiert. Die Annahme, dass 
zeitgleich mit der Aufgabe der letzten Arbeitsstelle auch eine volle Arbeitsunfähigkeit eingetreten 
ist, ohne dass weitere entsprechende Hinweise vorliegen, wirkt spekulativ. Dem scheint sich auch 
der Gerichtsgutachter bewusst gewesen zu sein, indem er einräumt, dass damit ein ausgespro-
chen langer Zeitraum retrospektiv abgedeckt würde und gleichzeitig darauf hinweist, dass auch 
die Aufnahme der Psychotherapie im Dezember 2017 als Beginn der vollen Arbeitsunfähigkeit in 
Frage kommt. In der Tat erscheint erst durch die Aufnahme der psychotherapeutischen Behand-
lung und in der Folge durch die stationären Klinikaufenthalte in der E.____ vom 7. März 2018 bis 
30. April 2018 und vom 31. Juli 2018 bis 5. September 2018 die volle Arbeitsunfähigkeit belegt 
und nachvollziehbar. Frühere echtzeitliche Nachweise für eine psychische Dekompensation sind 
wie gesagt aus den medizinischen Akten nicht ersichtlich, so dass ein rechtsgenüglicher Beleg 
der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit erst ab Dezember 2017 besteht. Folglich geht die IV-
Stelle zu Recht davon aus, dass das Wartejahr im Dezember 2017 zu laufen begann und im 
Dezember 2018 endete (vgl. zum Rentenbeginn auch Art. 29 Abs. 1 IVG). Der Beschwerdeführer 
hat folglich ab 1. Dezember 2018 Anspruch auf eine ganze IV-Rente infolge einer 100%igen Ar-
beitsunfähigkeit. Bei diesem Ergebnis erübrigt sich somit ein Einkommensvergleich. 
 
8. Nachdem aufgrund der vorliegenden medizinischen Unterlagen erst ab Dezember 2017 
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine relevante Arbeitsunfähigkeit 
ausgewiesen ist, erweist sich die in Rechtskraft erwachsene Verfügung vom 5. Februar 2016 im 
Ergebnis als korrekt, jedenfalls sicherlich nicht als zweifellos unrichtig, so dass eine Wiedererwä-
gung dieser Verfügung ausgeschlossen ist. Folglich kann offenbleiben, ob das entsprechende 
Begehren im Rahmen der vorliegenden Beschwerde prozessual überhaupt zulässig und zu prü-
fen wäre. 
 
9.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwer-
deverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfah-
renskosten in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt. Da die IV-Stelle überwiegend unter-
liegende Partei ist, sind ihr die ganzen Verfahrenskosten aufzuerlegen. 
 
9.2 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung zu 
übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeordnet, 
so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des An-
spruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden (vgl. 
BGE 137 V 210 und 137 V 265  E. 4.4.2). Vorliegend war das Kantonsgericht anlässlich der Ur-
teilsberatung vom 19. März 2020 zum Ergebnis gelangt, dass das von der IV-Stelle eingeholte 
Gutachten von Dr. B.____ vom 18. Januar 2019 den rechtsprechungsgemässen Anforderungen 
an ein beweistaugliches Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a) nicht genügte. Da ein Entscheid in 
der Angelegenheit gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage nicht möglich war, beschloss 
das Kantonsgericht, die erforderliche zusätzliche Abklärung des medizinischen Sachverhaltes im 

 

 
 
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Rahmen eines Gerichtsgutachtens vornehmen zu lassen. Das in der Folge eingeholte psychiat-
rische Gutachten von PD Dr. H.____ vom 25. September 2020 war mit anderen Worten für eine 
abschliessende Beurteilung des Rentenanspruchs des Versicherten unerlässlich. Im Lichte der 
geschilderten bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind demnach die Kosten dieses Gutachtens 
von Fr. 7’000.-- der IV-Stelle aufzuerlegen.  
 
9.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da der Versicherte mehrheitlich obsiegende Partei ist, ist ihm eine un-
gekürzte Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin des 
Versicherten macht einen Aufwand von 28.25 Stunden à Fr. 250.-- sowie Auslagen von Fr. 441.40 
geltend (vgl. Kostennote vom 22. Dezember 2020). Dem Versicherten ist demnach eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr.  8'082.75 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu Lasten der 
IV-Stelle zuzusprechen. 
 
 

  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfü-
gung der IV-Stelle vom 2. Mai 2019 aufgehoben und festgestellt, dass 
der Beschwerdeführer Anspruch auf eine ganze IV-Rente ab 1. Dezem-
ber 2018 hat. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. 

 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in der Höhe von Fr. 7'000.-
- werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 

 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdeführer eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 8’082.75 (inkl. Auslagen und Mehr-
wertsteuer) auszurichten. 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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