# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4ecf78ae-0701-5d1f-8455-5183da67d4b9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.07.2009 D-4694/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4694-2009_2009-07-30.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4694/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  J u l i  2 0 0 9

Einzelrichter Robert Galliker, 
mit Zustimmung von Richter Hans Schürch;
Gerichtsschreiberin Daniela Brüschweiler.

A._______, geboren (...),
Kongo (Kinshasa),
vertreten durch lic. iur. Michael Guidon, 

Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
22. Juni 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4694/2009

Sachverhalt:

A.
Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  die  Beschwerdeführerin,  eine 
Staatsangehörige  von  Kongo  (Kinshasa),  ihren  Heimatstaat  am 
25. April 2009 und reiste per Flugzeug via Addis Abeba nach Rom. Mit 
einem  Personenwagen  gelangte  die  Beschwerdeführerin  unter 
Umgehung der Grenzkontrolle am 27. April  2009 in die Schweiz,  wo 
sie  gleichentags  im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  (EVZ) 
B._______ um Asyl nachsuchte.

Am 7. Mai 2009 wurde die Beschwerdeführerin im EVZ summarisch zu 
Personalien und Ausreisegründen befragt und am 18. Juni 2009 fand 
die Anhörung zu den Asylgründen durch das BFM statt. Die Beschwer-
deführerin  machte dabei  im Wesentlichen geltend,  sie habe von (...) 
bis November (...)  in einem (...)  in C._______ gelebt. Sie sei  jedoch 
von  ihren  Onkeln  gedrängt  worden,  das  (...)  zu  verlassen  und  zu 
heiraten,  weil  diese das Brautgeld hätten  erlangen wollen. Sie  habe 
sich  den  Drohungen  schliesslich  gebeugt  und  habe  sich  zunächst 
kurze Zeit bei einer Schwester aufgehalten. Nach etwa zwei Monaten 
sei  sie  zu einem Onkel  nach D._______ gegangen. Dort  sei  sie  am 
Morgen des 26. Dezember 2008 von zwei Männern abgeholt und in ein 
Büro  des  ANR  (Agence  nationale  de  renseignements)  gebracht 
worden. Man habe ihr gesagt, sie sei keine Kongolesin, da sie wie eine 
Ruanderin aussehe. Dank der Intervention ihres Onkels und des Abtes 
habe  man sie  am 29. Dezember  2008  wieder  freigelassen. Bis  zum 
Tag  ihrer  Ausreise  habe  sie  das  Haus  des  Onkels  nicht  mehr 
verlassen.

Für den Inhalt der weiteren Aussagen der Beschwerdeführerin wird auf 
die Protokolle bei den Akten verwiesen.

B.
Das BFM stellte mit Verfügung vom 22. Juni 2009 – eröffnet am glei-
chen Tag – fest,  die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigen-
schaft nicht, und lehnte ihr Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die 
Wegweisung  der  Beschwerdeführerin  aus  der  Schweiz  und  ordnete 
deren Vollzug an.

Zur Begründung des ablehnenden Asylentscheides hielt das Bundes-
amt  zusammengefasst  fest,  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin 

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hinsichtlich  der  Drohungen  durch  ihre  Onkel  und  des  damit  zusam-
menhängenden  Verlassens  des  (...)  seien  aufgrund  zahlreicher 
erheblicher Unstimmigkeiten nicht glaubhaft. So habe die Beschwerde-
führerin  unterschiedliche Angaben dazu gemacht,  wann die  Drohun-
gen  erfolgt  seien.  Zudem  seien  ihre  Aussagen  in  verschiedener 
Hinsicht, so zur Art der Drohungen, zu den übermittelnden Personen, 
zur Höhe des angeblichen Brautgeldes  sowie dazu, ob schon konkre-
te  Heiratspläne  bestanden  hätten,  unbestimmt  und  unsubstanziiert 
ausgefallen. Insgesamt vermittelten ihre Angaben nicht den Eindruck, 
die Beschwerdeführerin habe das Geschilderte selbst erlebt. Ebenfalls 
nicht zu überzeugen vermöchten die Angaben der Beschwerdeführerin 
zu ihrer Festnahme in C._______. Diese seien oberflächlich und vage 
ausgefallen. Nachdem die Beschwerdeführerin zudem im Besitz einer 
Wählerkarte gewesen sei, mit welcher sie ihre kongolesische Herkunft 
sofort hätte nachweisen können, sei kein nachvollziehbares Motiv für 
die  Festnahme  erkennbar.  Anderseits  vermöge  die  Aussage  der 
Beschwerdeführerin,  sie  habe  die  Wählerkarte  bei  der  Festnahme 
nicht  vorgezeigt,  weil  sie  nicht  danach  gefragt  worden  sei,  nicht  zu 
überzeugen.  Schliesslich  habe  die  Beschwerdeführerin  die  Notwen-
digkeit  ihrer  Ausreise  nach  der  Freilassung  auch  nicht  plausibel 
erklären können.

Insgesamt  kam  die  Vorinstanz  zum  Schluss,  die  Vorbringen  der 
Beschwerdeführerin hielten den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit 
gemäss  Art. 7  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 
142.31) nicht stand, weshalb deren Asylrelevanz nicht geprüft werden 
müsse.  Der  Vollzug  der  Wegweisung  sei  zulässig,  zumutbar  und 
möglich.

C.
Mit  Beschwerde vom 22. Juli  2009 (Poststempel) an das Bundesver-
waltungsgericht  liess die Beschwerdeführerin  durch ihren Rechtsver-
treter die Aufhebung der angefochtenen Verfügung beantragen, sie sei 
als Flüchtling anzuerkennen und es sei ihr Asyl zu gewähren, eventua-
liter  sei  die  Unzumutbarkeit  der  Wegweisung  festzustellen  und  das 
BFM sei anzuweisen, die Beschwerdeführerin vorläufig aufzunehmen. 
In  prozessualer  Hinsicht  ersuchte  die  Beschwerdeführerin  um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art. 65 
Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwal-
tungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  und  um  Verzicht  auf  die 
Erhebung eines Kostenvorschusses.

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Auf die Begründung der  Beschwerde wird,  soweit  für  den Entscheid 
wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt  Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5  VwVG. Das BFM 
gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine 
Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet 
betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das 
Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der 
vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig 
(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Die 
Beschwerdeführerin ist durch die angefochtene Verfügung besonders 
berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung.  Die  Beschwerdeführerin ist  daher  zur 
Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 6  AsylG  i.V.m.  Art. 48 
Abs. 1, Art. 50 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

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4.  
4.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu 
einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

5.  
Aufgrund einer Prüfung der Akten durch das Gericht erweisen sich die 
vorinstanzlichen  Erwägungen  als  zutreffend.  Zur  Vermeidung  von 
Wiederholungen kann daher vorab auf  die nicht  zu beanstandenden 
Ausführungen  des  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  verwiesen 
werden. 

5.1 Die  Vorbringen  in  der  Rechtsmitteleingabe  sind  nicht  geeignet, 
eine Änderung der vorinstanzlichen Verfügung herbeizuführen. Wenn 
ausgeführt wird, aus den Erläuterungen der Beschwerdeführerin gehe 
klar  hervor,  dass  Druck  und Drohungen  nach dem Tod ihres  Vaters 
begonnen  und  nach  Ableben  des  Bruders  sehr  stark  zugenommen 
hätten,  so  mag  dies  gesamthaft  gesehen  zwar  zutreffen,  es  erklärt 
jedoch  nicht  die  unterschiedlichen  Angaben  dazu  anlässlich  der 
Kurzbefragung  und  der  Anhörung.  Im  Rahmen  der  summarischen 
Befragung  erklärte  die  Beschwerdeführerin,  das  Drängen  und  die 
Drohungen hätten nach dem Tod des Vaters begonnen. Dass sich dies 
nach dem Ableben des Bruders massiv verstärkt hätte, erwähnte sie 
jedoch nicht (A1/10 S. 4). Umgekehrt lassen ihre Angaben anlässlich 

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der  Anhörung  höchstens  erahnen,  dass  die  Drohungen  bereits  vor 
dem Tod des Bruders begonnen haben könnten (vgl. A5/18 S. 9 F80, 
S. 12 F115 und S. 13 F126 sowie F127). Von einer  diesbezüglichen 
klaren Aussage kann keine Rede sein. Die weiteren Ausführungen in 
der  Beschwerdeschrift  sind  sodann  nicht  geeignet,  die 
vorinstanzlichen  Argumente,  die  Beschwerdeführerin  habe  keine 
konkrete  Personen,  über  welche  sie  von  den  Drohungen  erfahren 
haben wolle, oder sie habe sich nur vage zum Inhalt der Drohungen 
geäussert,  zu  widerlegen,  da  lediglich  der  Standpunkt  der 
Beschwerdeführerin  wiederholt  wird.  Nicht  nachvollziehbar  erscheint 
zudem, wieso sich die Beschwerdeführerin  nach dem Verlassen des 
(...) noch zwei Monate bei ihrer Schwester aufgehalten haben soll (vgl. 
A5/18  S. 3),  wenn  sie  tatsächlich  eine  Zwangsverheiratung 
befürchtete.  Dies  insbesondere  vor  dem  Hintergrund,  dass  es  sich 
beim  Entschluss,  das  (...)  zu  verlassen,  gemäss  Beschwerdeschrift 
nicht  um  einen  überstürzten  Entscheid  handelte,  sondern  sich  die 
Beschwerdeführerin schon längere Zeit mit dieser Möglichkeit befasste 
oder  befassen  musste.  Ebenso  wenig  überzeugt,  dass  die 
Beschwerdeführerin über Jahre hinweg bedroht worden sein soll,  sie 
jedoch  nichts  Konkretes  über  die  Pläne  ihrer  Onkel  zu  einer 
Verheiratung  wissen  will.  Insgesamt  ist  mit  dem  Bundesamt  davon 
auszugehen, die Vorbringen der Beschwerdeführerin, von ihren Onkeln 
bedroht  und  zum  Verlassen  des  (...)  aufgefordert  worden  zu  sein, 
seien nicht glaubhaft.

5.2 Was auf  Beschwerdeebene sodann zur Situation im Heimatstaat 
der Beschwerdeführerin, insbesondere im Osten von Kongo (Kinsha-
sa),  ausgeführt  wird,  ändert  nichts  daran,  dass  die  Angaben  der 
Beschwerdeführerin  zu  ihrer  angeblichen  Festnahme,  insbesondere 
auch  zum Grund  ihrer  Festnahme,  nicht  überzeugen. Die  allgemein 
gehaltenen Ausführungen in der Beschwerdeschrift vermögen die vor-
instanzlichen Argumente in keiner Weise zu entkräften.

5.3 Die geltend gemachten Verfolgungsvorbringen genügen nach dem 
Gesagten  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  im  Sinne  von 
Art. 7 AsylG nicht. Es gelingt der Beschwerdeführerin insgesamt nicht, 
die Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu 
machen, weshalb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt 
hat.

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6.  
6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2 Die  Beschwerdeführerin  verfügt  weder  über  eine  auslän-
derrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf 
Erteilung  einer  solchen. Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu  Recht 
angeordnet  (Art. 44  Abs. 1  AsylG;  Entscheidungen  und  Mitteilungen 
der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 

7.
7.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme  von  Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So  darf  keine Person  in  irgendeiner  Form zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist  oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101),  Art. 3  des 
Übereinkommens vom 10. Dezember  1984 gegen Folter  und andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-
heiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand der  Folter  oder  unmenschli-
cher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

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7.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es  der  Beschwerdeführerin  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann 
das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine  Rückkehr  der  Beschwerdeführerin  nach  Kongo (Kinshasa)  ist 
demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführe-
rin  noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  sie  für  den  Fall 
einer  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK 
verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis 
des  Europäischen Gerichtshofes für  Menschenrechte  (EGMR) sowie 
jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin 
eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, 
dass  ihr  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche 
Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EMARK  2001  Nr. 16  S. 122,  mit 
weiteren  Hinweisen;  EGMR,  Bensaid  gegen  Grossbritannien,  Urteil 
vom  6. Februar  2001,  Recueil  des  arrêts  et  décisions  2001-I, 
S. 327 ff.).  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  in  Kongo 
(Kinshasa)  lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt 
nicht  als  unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist  der Vollzug 
der  Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl-  als  auch  der 
völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

7.5 Das Bundesverwaltungsgericht erachtet den Vollzug der Wegwei-
sung nach Kongo (Kinshasa) unter Berücksichtigung der allgemeinen 
Lage  beim  Vorliegen  bestimmter  Voraussetzungen  grundsätzlich  als 

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zumutbar  (vgl.  EMARK  2004  Nr. 33  E. 8.1  bis  8.3  S. 232  ff.).  Die 
Vorinsstanz  verneinte  zudem  mit  zutreffender  Begründung  das 
Vorliegen  individueller  Gründe,  welche gegen den  Wegweisungsvoll-
zug sprächen. In der Beschwerdeschrift werden dazu denn auch keine 
Einwände geltend gemacht.  Nach dem Gesagten erweist sich Vollzug 
der Wegweisung auch als zumutbar.

7.6 Schliesslich  obliegt  es  der  Beschwerdeführerin,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art. 8  Abs. 4  AsylG), 
weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen 
ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

8.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

10.
Mit Ergehen des vorliegenden Urteils wird das Gesuch um Erlass des 
Kostenvorschusses gegenstandslos.

Aufgrund vorstehender Erwägungen erweisen sich die Beschwerdebe-
gehren  als  aussichtslos.  Das  Gesuch  der  Beschwerdeführerin  um 
unentgeltliche  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art. 65  Abs. 1  VwVG  ist 
damit  –  unabhängig  von  einer  allfälligen  prozessualen  Bedürftigkeit 
der Beschwerdeführerin – abzuweisen. 

11.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerde-
führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insgesamt 
Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt [VGKE, SR 173.320.2]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin  (Einschreiben; Beila-
ge: Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 
Kurier; in Kopie)

- den (...) des Kantons E._______ (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Robert Galliker Daniela Brüschweiler

Versand: 

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