# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c06855b6-efe2-5bfd-9293-df3741a70af3
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 04.11.2015 UV 2014/7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2014-7_2015-11-04.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2014/7

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 04.11.2015

Entscheiddatum: 04.11.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 04.11.2015
Art. 6 UVG: Bejahung gewisser somatischer Unfallrestfolgen; Verneinung 
eines adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und psychischer 
Symptomatik.Art. 6 ATSG: Arbeitsfähigkeit und Verwertbarkeit derselben auf 
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt bei eingeschränkter Gebrauchsfähigkeit 
der rechten, dominanten Hand; wegen Schmerzsymptomatik und 
funktionaler Einschränkung ist nur noch ein Gebrauch der rechten Hand als 
Zudien- bzw. Haltehand möglich (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 4. November 2015, UV 2014/7).Entscheid vom 4. 
November 2015BesetzungVersicherungsrichterin Christiane Gallati 
Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter Joachim Huber, 
Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Philipp 
GeertsenGeschäftsnr.UV 2014/7ParteienA.___,Beschwerdeführerin,vertreten 
durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Roos, Postgasse 5,Postfach, 
9620 Lichtensteig,gegenSchweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), 
Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 
6002 Luzern,Beschwerdegegnerin,GegenstandVersicherungsleistungen 
(Rente; IntegritätsentschädigungSachverhalt

A.       

A.a      A.___ (nachfolgend: Versicherte) war seit 28. Mai 2001 bei der B.___ AG als 

Bürstenmacherin angestellt und dadurch bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Unfällen versichert. Laut 

Angaben der Versicherten stoppte am 20. Januar 2011 die Maschine ihres 

Arbeitsplatzes (eine 6 Prozessstufen umfassende, halbautomatische Büschelpresse) 

mitten im automatischen Ablauf. Die Versicherte wollte die Störung beheben. Dazu 

stellte sie die Maschine ab und griff im Bereich der Prozessstufe 4 in die offene 

Maschine, um ein verklemmtes Teil herauszuholen. Unerwartet bewegte sich einer der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

pneumatischen Zylinder, wodurch das rechte Handgelenk der Versicherten 

eingeklemmt und verletzt wurde (Suva-act. 1, 48). Die Ärzte der Klinik für Neurologie 

des Kantonsspitals St. Gallen (nachfolgend: KSSG), in deren Notfall-Sprechstunde die 

Versicherte am Unfalltag untersucht wurde, diagnostizierten eine Läsion des Nervus 

ulnaris rechts nach Drucktrauma (Suva-act. 14). Die gleichentags konsiliarisch 

beigezogenen Ärzte der Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG diagnostizierten 

eine Neuropraxie des Nervus ulnaris rechts bei Einklemmungstrauma sowie eine 

Rissquetschwunde des rechten Handgelenks ulnarseitig. Die Röntgenuntersuchung 

ergab keinen Hinweis auf eine ossäre Läsion (Suva-act. 8). In Anbetracht der klinisch 

sicher erhaltenen Kontinuität des Nervus ulnaris wurde therapeutisch ein abwartendes 

Verhalten mit Ruhigstellung und medikamentöser Schmerztherapie festgelegt (Suva-

act. 8, 14). Der Versicherten wurde eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Suva-

act. 13). Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen 

Leistungen (Heilkosten und Taggelder; Suva-act. 3, 5).

A.b     Am 31. Januar 2011 wurde bei der Versicherten eine elektrophysiologische 

Untersuchung im Muskelzentrum des KSSG durchgeführt. Im Untersuchungsbericht 

vom 1. Februar 2011 wurde eine wahrscheinlich über eine Neurapraxie hinausgehende 

Schädigung des Nervus ulnaris angenommen. Das elektroneurographische 

Untersuchungsresultat sei vereinbar mit einer hochgradigen axonalen Schädigung. Das 

Ausmass der Schädigung bzw. Aussagen hinsichtlich der Integrität und 

Regenerationsfähigkeit des Nervus ulnaris lasse sich jedoch elektromyographisch 

frühestens zwei bis drei Wochen nach dem ursächlichen Trauma bestimmen (Suva-act. 

92). Der elektrophysiologische Befund des Muskelzentrums des KSSG vom 14. Februar 

2011 bestätigte sodann die hochgradige axonale Schädigung des Nervus ulnaris. 

Dessen partiell erhaltene Kontinuität sprach jedoch gegen eine Neurotmesis. Als 

Beschwerden wurden im Untersuchungsbericht vom 15. Februar 2011 eine im 

Vergleich zur Untersuchung vom 31. Januar 2011 unverändert ausgeprägte motorische 

Einschränkung, eine etwas vermindert ausgeprägte Sensibilitätsstörung sowie eine 

aktuell im Vordergrund stehende neuropathische Schmerzsymptomatik festgehalten. 

Entsprechend wurde als Diagnose eine Nervus ulnaris-Läsion rechts mit/bei 

elektrophysiologischem Nachweis einer hochgradigen axonalen Schädigung mit 

Hinweis für eine erhaltene Kontinuität des Nerven und neuropathischem 

Schmerzsyndrom gestellt (Suva-act. 91). Nachdem eine weitere elektrophysiologische 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Untersuchung vom 14. März 2011 noch keinen Hinweis auf eine aktive axonale 

Regeneration in den Nervus ulnaris-versorgten Handmuskeln erbracht hatte (Suva-act. 

90), konnte aufgrund des elektrophysiologischen Untersuchungsergebnisses vom 5. 

Mai 2011 von einer aktiven Reinnervation ausgegangen werden (Suva-act. 89). Laut 

ärztlichem Zwischenbericht des Hausarztes der Versicherten, Dr. med. C.___, Facharzt 

für Innere Medizin FMH, vom 24. Juli 2011 war wegen einer depressiven Symptomatik 

der Versicherten Ende Mai 2011 mit der Durchführung einer medikamentösen 

Behandlung begonnen worden. Die Handproblematik wurde mit Ergotherapie und 

Schmerzmitteln behandelt (Suva-act. 40, vgl. auch Suva-act. 42). Am 21. November 

2011 erfolgte eine weitere elektrophysiologische Untersuchung im Muskelzentrum des 

KSSG, bei der sich im Vergleich zur Untersuchung vom Januar 2011 ein deutlicher 

Reinnervationsfortschritt und ein noch fortbestehender Reinnervationsprozess zeigten. 

Laut Untersuchungsbericht vom 22. November 2011 befand sich der 5. Finger, weniger 

der 4. Finger, anlässlich der klinisch neurologischen Untersuchung in einer 

Beugestellung, wofür eine Kontraktur vermutet wurde. Bei der Zeigefingerspreizung 

wurde der Kraftgrad 4 erreicht. Belastend wurde nach wie vor das Schmerzsyndrom 

mit einer ausgeprägten Allodynie beschrieben, die sich auf den 5. Finger und die Hälfte 

des 4. Fingers, ulnarseitig, begrenzte (Suva-act. 88). Bei einer elektrophysiologischen 

Untersuchung vom 18. Mai 2012 zeigte sich schliesslich eine weitere Verbesserung 

und zudem eine weitestgehend abgeschlossene Reinnervation des Musculus abductor 

digiti (Kleinfingerspreizer) sowie des Musculus interosseus dorsalis I bei fehlenden 

Zeichen eines aktiven Reinnervationsprozesses. Laut Untersuchungsbericht vom 18. 

Mai 2012 konnte die nach wie vor ausgeprägte Beugestellung des 5., weniger auch des 

4., Fingers, der rechten Hand nicht durch eine reine Neuropathie des Nervus ulnaris 

erklärt werden. Es wurde bestätigt, dass diese vielmehr Ausdruck einer Kontraktur sei. 

Die klinische neurologische Untersuchung zeigte ausserdem für die 

Zeigefingerspreizung weiterhin den Kraftgrad 4. Unverändert präsentierte sich auch die 

ausgeprägte Allodynie begrenzt auf den 5. Finger sowie die Hälfte des 4. Fingers, die 

eine Kraftgradprüfung unmöglich machte. Die Versicherte gab demgegenüber eine 

weitere Verbesserung der Gefühlsstörungen sowie des Bewegungsumfangs an (Suva-

act. 87).

A.c      Am 12. Juni 2012 erfolgte eine kreisärztliche Untersuchung durch Dr. med. 

D.___, Facharzt orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

FMH. Laut gleichentags erstelltem Untersuchungsbericht klagte die Versicherte über 

anhaltende, unregelmässig auftretende Schmerzen im Bereich des rechtsseitigen 

Nervus ulnaris. Es bestehe eine Überempfindlichkeit mit Schmerzhaftigkeit im Sinne 

einer Allodynie im Bereich des 5. Fingers sowie des Hautareals im Bereich des 5. 

Mittelhandknochens. Die Versicherte könne die rechte Hand nicht kraftmässig 

einsetzen. Generell habe sie sich umgestellt und verrichte sämtliche 

Haushaltstätigkeiten mit der linken Hand. Bei Tätigkeiten mit Einsatz beider Hände 

benötige sie Hilfe. Die Beschwerden hätten sich geringfügig gebessert. Jedoch störe 

sie weiterhin die Schmerzhaftigkeit im Bereich des 5. Fingers. Objektiv stellte Dr. D.___ 

eine aktive Beweglichkeitseinschränkung der Finger 4 und 5 bezüglich Streckung in 

den PIP-Gelenken endgradig fest. Bei vorsichtiger passiver Prüfung der Streckung des 

4. Fingers im Bereich des PIP-Gelenks lasse sich das Streckdefizit deutlich verringern. 

Es bestünden keine Anzeichen für eine Kontraktur im Bereich des PIP-Gelenks des 4. 

Fingers. Beim Versuch, eine passive Streckung des PIP-Gelenks des 5. Fingers 

durchzuführen, verweigere sich die Versicherte wegen angeblich ausgelöster 

Schmerzen. Die aktive Abspreiz- und Anspreizbewegung der Finger 4 und 5 sei nicht 

möglich. Anzeichen für eine längerfristige Schonung der rechten Hand liessen sich 

aufgrund fehlender Muskelverschmächtigung sowohl im Bereich der rechten Hand als 

auch des gesamten rechten Armes ca. 18 Monate nach dem Unfallereignis nicht 

verifizieren. Bei Überprüfung der Muskelkraft seien aufgrund mangelnder Mitwirkung 

der Versicherten rechtsseitig keine Werte zu erheben. Man bekomme jedoch den 

Eindruck, dass bessere Kraftwerte bei entsprechendem Effort zu erreichen wären 

(Suva-act. 83).

A.d     Mit Schreiben vom 20. Juni 2012 ersuchte Dr. C.___ das Psychiatrische Zentrum 

E.___ die Versicherte zu einer konsiliarischen Untersuchung aufzubieten. Neben der 

Schmerzproblematik infolge der Quetschverletzung der rechten Hand mit Verletzung 

des Nervus ulnaris würden zunehmend Zukunftsängste und Gefühle der Wertlosigkeit, 

verbunden mit Schlafschwierigkeiten, Albträumen, Gedankenreisen und 

Kopfschmerzen, auftreten (Suva-act. 86).

A.e      Nach Durchsicht sämtlicher elektrophysiologischer Untersuchungsergebnisse 

des Muskelzentrums des KSSG reichte Dr. D.___ am 27. Juni 2012 eine ergänzende 

Stellungnahme zu seinem Untersuchungsbericht vom 12. Juni 2012 ein. Hinsichtlich 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Arbeitsfähigkeit hielt Dr. D.___ fest, dass der Versicherten unter Berücksichtigung der 

Untersuchungsbefunde ein Arbeitsversuch von 30% in der angestammten Tätigkeit als 

Fabrikarbeiterin unter adäquater Schmerztherapie zuzumuten sei. Eine allfällige 

Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei vom weiteren Heilverlauf abhängig. Das Tragen 

einer nächtlichen Schiene in Streckstellung sei nicht indiziert. Hingegen sollte die 

Ergotherapie fortgesetzt werden. Der Behandlungserfolg sollte durch engmaschige 

Verlaufsberichte kontrolliert werden (Suva-act. 94).

A.f       Einen am 9. Juli 2012 aufgenommenen Arbeitsversuch ohne Arbeitsleistung 

musste die Versicherte nach zwei Tagen abbrechen. Die Arbeitgeberin erklärte dazu 

am 13. Juli 2012, es sei bei ihnen schwierig, eine Tätigkeit einhändig durchzuführen. 

Sie hätten einfach zu wenig Arbeiten für die Versicherte. Die Limite für einhändige 

Arbeiten sei auch sehr tief. Am Arbeitseinsatz der Versicherten habe es jedoch nicht 

gelegen (Suva-act. 100).

A.g     Am 19. Juli 2012 stellte sich die Versicherte nach früheren Kontrollen vom 18. 

April 2011 (Suva-act. 18), 15. Juli 2011 (Suva-act. 38), 14. Oktober 2011 (Suva-act. 52), 

20. Januar 2012 (Suva-act. 71) und vom 20. April 2012 (Suva-act. 79) neuerlich in der 

Sprechstunde der Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des 

KSSG vor. Die untersuchenden Ärzte wiesen in ihrem Bericht vom 20. Juli 2012 auf die 

bei der elektrophysiologischen Untersuchung des Muskelzentrums des KSSG 

festgestellte Befundverbesserung hin. Nach wie vor bestehe jedoch eine ausgeprägte 

Beugestellung des 5. Fingers, weniger auch des 4. Fingers der rechten Hand, bei der 

es sich laut Ärzten des Muskelzentrums des KSSG nicht um eine reine Neuropathie des 

Nervus ulnaris, sondern wahrscheinlich eher um eine Beugekontraktur beider Finger 

handle. Die Versicherte berichte über eine depressive Verstimmung aufgrund ihrer seit 

1.5 Jahren andauernden Beschäftigungslosigkeit. Von handchirurgischer Seite könne 

ihr aktuell nichts angeboten werden. Insgesamt würden ihr die intensive Fortführung 

der Ergotherapie sowie eine psychiatrische Behandlung empfohlen. Die Behandlung in 

ihrer Klinik werde abgeschlossen (Suva-act. 104). Am 13. August 2012 trat die 

Versicherte in die Tagesklinik des Psychiatrischen Zentrums E.___ ein, deren 

behandelnde Ärztin in dem der Suva eingereichten Kostengutsprachegesuch vom 6. 

September 2012 eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

diagnostizierte (Suva-act. 116). Die bis anhin durchgeführte Ergotherapie wurde aus 

diesem Grund unterbrochen (Suva-act. 109, 112).

A.h     Mit Schreiben vom 10. September 2012 kündigte die B.___ AG per 31. 

Dezember 2012 das Arbeitsverhältnis mit der Versicherten (Suva-act. 140).

A.i       Am 14. September 2012 legte die Suva den Schadenfall zur Prüfung des 

Fallabschlusses, zur Festlegung der Arbeitsfähigkeit und zur Schätzung eines allfälligen 

unfallbedingten Integritätsschadens der Versicherten Dr. D.___ vor (Suva-act. 119). 

Dieser erachtete eine Besserungsmöglichkeit des unfallbedingten 

Gesundheitsschadens durch konsequente Fortführung der Ergotherapie als gegeben 

und empfahl die Einholung eines Berichts der Ergotherapeutin sowie die Vorstellung 

der Versicherten in einer Schmerzambulanz. Die Beurteilung eines allfälligen 

Integritätsschadens sei angesichts der vorliegenden neurologisch unfallbedingten 

Gesundheitsschäden frühestens zwei Jahre nach dem Unfallereignis sinnvoll. Dies 

betreffe ebenso einen etwaigen Fallabschluss (Suva-act. 120). Entsprechend der 

kreisärztlichen Beurteilung erfolgte die Anmeldung zur Wiederaufnahme der 

Ergotherapie durch Dr. C.___ sowie die Zuweisung an das Schmerzzentrum des KSSG 

durch die Suva, wo die Versicherte erstmals am 8. November 2012 vorstellig wurde 

(Suva-act. 122 f., 133, 137). Am 30. November 2012 erstattete die behandelnde 

Ergotherapeutin F.___ der Suva einen Kurzbericht hinsichtlich Beweglichkeit der Finger 

4 und 5 der rechten Hand (Suva-act. 139). Das Schmerzzentrum des KSSG berichtete 

über seine Behandlung der Versicherten am 19. Dezember 2012 und diagnostizierte ein 

chronifiziertes Schmerzsyndrom rechte obere Extremität (Suva-act. 190). Am 25. 

Februar 2013 brach die Versicherte die psychiatrische Behandlung in der Tagesklinik 

des Psychiatrischen Zentrums E.___ ab (vgl. Suva-act. 178, 190, 210).

A.j       Am 23. Mai 2013 untersuchte Dr. D.___ die Versicherte erneut und empfahl die 

Durchführung einer neurologischen Untersuchung samt elektrophysiologischer 

Untersuchung mit der Fragestellung, ob sich seit Eingangsbefund im Januar 2011 eine 

Änderung des Zustandes bezüglich der rechtsseitigen Ulnarisneuopraxie und Allodynie 

eingestellt habe (Suva-act. 203). Diese erfolgte am 26. Juni 2013 in der Klinik für 

Neurologie des KSSG (Suva-act. 213). Dr. D.___ verfasste hierauf eine ergänzende 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Stellungnahme und äusserte sich zur Arbeitsfähigkeit der Versicherten sowie zur Höhe 

ihres Integritätsschadens (Suva-act. 215 f.).

A.k      Gestützt auf das kreisärztliche Untersuchungsergebnis sowie die ergänzende 

Stellungnahme von Dr. D.___ teilte die Suva dem Rechtsvertreter der Versicherten, 

Rechtsanwalt lic. iur. M. Roos, Lichtensteig, mit Schreiben vom 7. August 2013 die 

Einstellung der Heilkosten- und Taggeldleistungen per 31. August 2013 mit und 

kündigte ab dem Zeitpunkt des Fallabschlusses die Prüfung eines Anspruchs auf eine 

Invalidenrente an (Suva-act. 222).

A.l       Mit Verfügung vom 21. August 2013 sprach die Suva der Versicherten eine 

Invalidenrente ab 1. September 2013 auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 14% 

sowie eine Integritätsentschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von 10% zu 

(Suva-act. 225).

A.m    Auf Einwand von Dr. C.___ vom 26. August 2013 gegen die Einstellung der 

Heilkostenleistungen per 31. August 2013 (Suva-act. 229), sicherte die Suva der 

Versicherten weiterhin die Übernahme der Kosten der Behandlung der unfallbedingten 

Schmerzen im Bereich der rechten Hand in Form von medikamentösen und anderen 

schmerztherapeutischen Massnahmen inklusive Ergotherapie zu (Suva-act. 230).

B.         

B.a      Mit Eingabe vom 18. September 2013 liess die Versicherte durch ihren 

Rechtsvertreter Einsprache gegen die Verfügung vom 21. August 2013 erheben. Es 

wurde insbesondere geltend gemacht, Dr. D.___ habe sich nicht zur neurologischen 

Beurteilung vom 29. Juni 2013 geäussert (Suva-act. 234). Unter diesem Aspekt nahm 

Dr. D.___ am 16. Dezember 2013 nochmals zur Arbeitsfähigkeit bzw. zum 

Zumutbarkeitsprofil der Versicherten Stellung (Suva-act. 255).

B.b     Inzwischen waren bei der Versicherten am 8. Oktober sowie 12. November 2013 

Verlaufsuntersuchungen im Schmerzzentrum des KSSG durchgeführt worden (Suva-

act. 248, 253). Eine Nächste erfolgte am 19. Dezember 2013 (Suva-act. 257).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.c      Mit Einspracheentscheid vom 7. Januar 2014 wies die Suva die Einsprache des 

Rechtsvertreters der Versicherten vom 18. September 2013 gegen die Verfügung vom 

21. August 2013 ab (Suva-act. 258).

C.         

C.a      Dagegen erhob der Rechtsvertreter der Versicherten (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) am 10. Februar 2014 Beschwerde mit folgenden Anträgen: Der 

angefochtene Einspracheentscheid sei vollumfänglich aufzuheben, es sei ein 

Erwerbsunfähigkeitsgrad von mindestens 46.44 % festzulegen und entsprechend sei 

die monatliche Rente neu festzulegen. Die Schätzung des Integritätsschadens von 

10% bzw. von Fr. 12'600.-- sei aufzuheben. Nach Durchführung eines medizinischen 

Gutachtens sei eine höhere Integritätsentschädigung festzulegen. Der 

Beschwerdeführerin sei ausserdem im vorliegenden Beschwerdeverfahren die 

unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. 

G 1).

C.b     Mit Beschwerdeantwort vom 13. März 2014 beantragte die Suva (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Der im angefochtenen 

Einspracheentscheid berechnete Invaliditätsgrad von 14% sei im Rahmen einer 

Reformatio in peius auf den korrekten Prozentsatz von 13% zu reduzieren. Im Übrigen 

sei der Einspracheentscheid zu bestätigen (act. G 6).

C.c      Die Verfahrensleitung bewilligte am 17. März 2014 das Gesuch um 

unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das Gerichtsverfahren (act. G 7).

C.d     Mit Replik vom 29. August 2014 hielt der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin an den gestellten Anträgen fest (act. G 15).

C.e      Mit Duplik vom 30. September 2014 erneuerte auch die Beschwerdegegnerin 

ihren Antrag auf Beschwerdeabweisung (act. G 17) und Reduzierung des im 

angefochtenen Einspracheentscheid berechneten Invaliditätsgrads von 14% im 

Rahmen einer Reformatio in peius auf 13%.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.f       Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den (weiteren) 

Inhalt der medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen

1.        

Streitig und zu prüfen ist die Höhe des Invalidenrenten- und 

Integritätsentschädigungsanspruchs der Beschwerdeführerin. Unbestritten geblieben 

ist, dass spätestens per 31. August 2013 (vgl. dazu Suva-act. 104, 213, 222) der 

gesundheitliche Endzustand erreicht und daher ein Renten- und 

Integritätsentschädigungsanspruch ab bzw. in diesem Zeitpunkt zu prüfen war. Die von 

der Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 5. September 2013 zugesicherten, weiter 

ausgerichteten Heilkostenleistungen werden offensichtlich im Rahmen von Art. 21 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) gewährt und bilden 

nicht Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens.

2.          

2.1      Ist die versicherte Person infolge des Unfalls zu mindestens 10 Prozent invalid 

(Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

[ATSG; SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). 

Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung 

der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine 

angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Der Unfallversicherer ist 

demnach nur für Gesundheitsschäden leistungspflichtig, die natürlich und adäquat-

kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (vgl. dazu BGE 129 V 

181 f. E. 3.1 f.; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Aufgabe des Arztes ist 

es, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, während es dem Gericht 

obliegt, die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (PVG 

1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen spielt indessen die Adäquanz als 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang sich 

ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle (BGE 117 V 365 mit 

Hinweisen; SVR 2000 Nr. 14 Nr. 45).

2.2      Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 

die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind. 

Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich 

weder dessen Herkunft noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a). Die 

Kreisärzte und Kreisärztinnen der Suva sind nach ihrer Funktion und beruflichen 

Stellung Fachärzte bzw. Fachärztinnen im Bereich der Unfallmedizin. Da sie 

ausschliesslich Folgen von Unfällen, unfallähnliche Körperschädigungen und 

Berufskrankheiten diagnostisch beurteilen und therapeutisch begleiten, verfügen sie 

über besonders ausgeprägte traumatologische Kenntnisse und Erfahrungen. Im 

Verhältnis zu Allgemeinpraktikern kommt ihnen eine spezialärztliche Stellung zu, wobei 

diese neben überwachenden und korrigierenden auch beratende Funktionen umfasst 

(Urteil des Bundesgerichts vom 3. Oktober 2008, 8C_510/2007, E. 7.5.4). 

Selbstverständlich ist jedoch auch der Beweiswert kreisärztlicher Beurteilungen nach 

den allgemeinen Grundsätzen der Schlüssigkeit, Nachvollziehbarkeit, 

Widerspruchsfreiheit sowie des Fehlens von Indizien, welche gegen die Zuverlässigkeit 

der spezialärztlichen Beurteilung sprechen, zu beurteilen (RKUV 1991 Nr. 133 S. 311 

ff.). Nicht angenommen werden kann hingegen, dass bei Kreisärzten und 

Kreisärztinnen per se eine Befangenheitssituation vorliegt. Hinweise auf eine konkrete 

Befangenheit Dr. D.___' werden vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin keine 

angeführt und können dessen Beurteilungen auch nicht entnommen werden. Inwieweit 

ihnen materiell rechtlich gefolgt

werden kann, gilt es nachfolgend zu prüfen.

3.          

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.1      Vorab ist abzuklären, welche gesundheitlichen Beeinträchtigungen als 

unfallkausal zu betrachten sind und damit für die Festlegung der Leistungsfähigkeit, der 

Rentenleistungen sowie der Integritätsbeeinträchtigung bzw. Integritätsentschädigung 

relevant sind.

3.2       

3.2.1  Anlässlich des Unfallereignisses vom 20. Januar 2011 erlitt die 

Beschwerdeführerin unbestrittenermassen ein Quetschtrauma des distalen Unterarms 

rechts mit Läsion des Nervus ulnaris. Elektrophysiologisch liess sich eine hochgradige 

axonale Schädigung mit Hinweis für eine erhaltene Kontinuität des Nervs nachweisen 

(Suva-act. 91). In der Folge zeigte sich elektrophysiologisch eine aktive Reinnervation 

bzw. axonale Regeneration des Nervus ulnaris in der durch diesen versorgten 

Handmuskeln Musculus digiti minimi und Musculus interosseus dorsalis I (Suva-act. 

89), welche am 18. Mai 2012 weitestgehend als abgeschlossen bezeichnet wurde. 

Vorhanden war hingegen im Seitenvergleich nach wie vor eine verminderte Amplitude 

der motorischen und sensiblen Potentiale des rechten Nervus ulnaris (Suva-act. 87; 

vgl. auch Suva-act. 213: EMG [Elektromyographie] vom 26. Juni 2013). In dieser 

Hinsicht sind gewisse Unfallrestfolgen zu erwarten.

3.2.2  Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung von Dr. D.___ vom 23. Mai 2013 

klagte die Beschwerdeführerin über ziehende Schmerzen, ausgehend von der rechten 

Hand, unter Einschluss der gesamten rechten oberen Extremität bis zur rechten 

Schulter. Ausserdem wurde eine Überempfindlichkeit im Bereich des 5. und 4. Fingers 

rechts geschildert (Suva-act. 203). Auch anlässlich des Konsiliums der Ärzte der Klinik 

für Neurologie des KSSG vom 26. Juni 2013 berichtete die Beschwerdeführerin von 

konstant fortbestehenden Schmerzen der rechten Hand palmar und dorsal ulnarseitig, 

als auch im Bereich des 4. und 5. Fingers. Der 4. Finger sei nur ulnarseitig betroffen. Es 

bestehe eine Schmerzempfindlichkeit für Berührung. Im Weiteren beschrieb die 

Beschwerdeführerin eine deutlich herabgesetzte Beweglichkeit des 4. und 5. Fingers. 

Die Beweglichkeit der ersten drei Finger sei gut (Suva-act. 213).

3.2.3  Sowohl die Ärzte der Klinik für Hand-, Plastische- und 

Wiederherstellungschirurgie des KSSG in ihrem Bericht vom 17. Oktober 2011 (Suva-

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

act. 52) als auch nachfolgend diejenigen des Muskelzentrums des KSSG in ihrem 

Bericht vom 18. Mai 2012 (Suva-act. 87) hatten den Befund einer Krallenstellung des 

Ring- und Kleinfingers der rechten Hand bzw. eine extreme Beugestellung des 5. 

Fingers, weniger auch des 4. Fingers rechts erhoben. Dr. D.___ erfasste objektiv bei 

Malcompliance der Beschwerdeführerin einen stets in MP-Hyperextensionsstellung 

sowie PIP- und DIP-Flexionsstellung positionierten 5. Finger rechts (vgl. dazu auch 

Suva-act. 33). Die Ursache dieser Beweglichkeitseinschränkung wurde nicht durch eine 

reine Neuropathie des Nervus ulnaris erklärt, sondern als Ausdruck einer Kontraktur 

betrachtet (vgl. dazu auch Suva-act. 87). Der Faustschluss war anlässlich der 

kreisärztlichen Untersuchung rechtsseitig nicht vollständig möglich. Die Greiffähigkeit 

wurde vornehmlich mit den Fingern 1 bis 3 durchgeführt.

3.2.4  Laut Dr. D.___ gestaltete sich die Untersuchung stellenweise schwierig. Die 

Beschwerdeführerin habe diverse Bewegungen bzw. Haltungen nur nach mehrfacher 

Aufforderung des Untersuchers so ausgeführt, dass eine adäquate Untersuchung habe 

durchgeführt werden können. Zum Teil habe die Untersuchung groteske Züge – 

aufgrund abnormen Bewegungsverhaltens der Beschwerdeführerin mit der rechten 

oberen Extremität – angenommen. Die subjektiv angegebene gesamthafte 

Hyposensibilität auf der Beugeseite des rechten Unterarms sei dermatommässig nicht 

zuordenbar. Die fortbestehenden Schmerzen im Bereich des 4. und 5. Fingers stellte 

Dr. D.___ hingegen nicht in Frage. Der Faustschluss sowie die Kraftentwicklung im 

Bereich der rechten Hand seien abgeschwächt, objektiv jedoch unvereinbar mit den 

untersuchungsmässig vorgefundenen seitengleichen Umfangmassen an den oberen 

Extremitäten. Gesamthaft seien die Untersuchungsbefunde mit den von der 

Beschwerdeführerin geschilderten Beschwerden nicht erklärbar. Zum Teil seien beim 

Ausziehen des Pullovers flüssige Bewegungsformen durchgeführt worden, die während 

der Untersuchung mit einem demonstrativ langsamen Ablauf gekennzeichnet gewesen 

seien. Eine Tendenz zur Symptomverstärkung könne der Beschwerdeführerin nicht 

abgesprochen werden. Trotz gewisser Vorbehalte stellte Dr. D.___ die offensichtlich 

unfallkausalen Diagnosen eines chronifizierten neuropathischen Schmerzsyndroms der 

rechten oberen Extremität bei Status nach Nervus ulnaris-Läsion infolge 

Quetschtrauma distaler Unterarm im Januar 2011 sowie aktuell einer 

Hyperextensionsstellung im MP-Gelenk und einer Hyperflexionsstellung im PIP- und 

DIP-Gelenks des 5. Fingers rechts bei fraglicher Kontraktur (Suva-act. 203).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.2.5  Auch die Ärzte der Klinik für Neurologie des KSSG erhoben unzweifelhaft 

weiterhin eine typische Klinik nach Nervus ulnaris-Läsion sowie ein neuropathisches 

Schmerzsyndrom nach entsprechender Schädigung des Nervus ulnaris im Rahmen des 

Quetschtraumas am 20. Januar 2011. Wie von den Ärzten der Klinik für Hand-, 

Plastische- und Wiederherstellungschirurgie als auch denjenigen des Muskelzentrums 

des KSSG wurde sodann eine Flexionsstellung im Sinne einer Krallenhand bezüglich 

des 4. und 5. Fingers der rechten Hand erhoben. Die Kraftprüfung des 4.und 5. Fingers 

war bei ausgeprägter Allodynie nicht konklusiv. Im Gegensatz zu Dr. D.___ stellten die 

Ärzte der Klinik für Neurologie des KSSG zusätzlich sekundär eine Inaktivitätsatrophie 

fest, welche sich auch in den Oberarmumfängen widerspiegle. Im Weiteren 

anerkannten die Ärzte der Klinik für Neurologie des KSSG, dass aufgrund des 

Schmerzes eine Fehlhaltung antrainiert worden sei, welche nun sekundär zu 

Schmerzen im Bereich des rechten Nackens und der rechten Schulter führe. Als 

Diagnose wurde schliesslich - wie von Dr. D.___ - ein neuropathisches 

Schmerzsyndrom gestellt (Suva-act. 213).

3.2.6  Der untersuchende Arzt des Schmerzzentrums des KSSG erhob wie die Ärzte 

der Klinik für Neurologie des KSSG anlässlich seiner Verlaufsuntersuchung vom 8. 

Oktober 2013 eine ausgeprägte Allodynie im Bereich der linken Hand ulnarseitig, die 

Finger 4 und 5 mitbetreffend, wobei die Beschwerden an der Handinnenfläche grösser 

seien als an der Handaussenfläche. Die Bewegung des 4. und 5. Fingers sei deutlich 

herabgesetzt. Die Beweglichkeit der restlichen Finger sei gut. Vermerkt ist schliesslich 

die einheitliche Diagnose eines chronifizierten Schmerzsyndroms im Bereich des 

Nervus ulnaris mit neuropathischem Schmerzcharakter. Bestätigt wurde sodann die 

von den Ärzten der Klinik für Neurologie des KSSG festgestellte Inaktivitätsatrophie 

infolge der Läsion des Nervus ulnaris und die sekundäre Fehlhaltung mit Schmerzen im 

Bereich des rechten Arms und der rechten Nackenhälfte (Suva-act. 248).

3.2.7  Aufgrund der dargelegten medizinischen Aktenlage ist mithin mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit festzuhalten, dass die 

Beschwerdeführerin infolge des Unfalls vom 20. Juni 2011 unter schmerzbedingten 

und funktionellen Einschränkungen im Bereich des 4. und 5. Fingers der rechten Hand 

(vgl. dazu auch Suva-act. 139) sowie unter Schmerzen im Bereich des rechten Arms 

und der rechten Nackenhälfte leidet, welche nachfolgend im Rahmen der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Invaliditätsbemessung und der Schätzung der Höhe des Integritätsschadens zu 

berücksichtigen sind.

3.3       

3.3.1  Nicht zu berücksichtigen sind jedoch entgegen der Auffassung des 

Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin psychische Unfallfolgen im Sinne einer 

psychischen Fehlentwicklung nach dem Unfall. Beschwerdeweise wird vorgebracht, als 

Folge der Traumatisierung im Bereich der rechten Hand habe die Beschwerdeführerin 

eine reaktive Depression entwickelt, welche bei einem Psychiater behandelt werde (act. 

G 1). Erste Hinweise auf psychische Probleme der Beschwerdeführerin sind dem 

ärztlichen Zwischenbericht von Dr. C.___ vom 24. Juli 2011 sowie dem 

Untersuchungsbericht der Klinik für Hand-, Plastische- und 

Wiederherstellungschirurgie des KSSG vom 20. Juli 2012 zu entnehmen (Suva-act. 40, 

104), weswegen die Beschwerdeführerin antidepressive Medikamente zu sich nahm 

und sich ab 13. August 2012 einer psychiatrischen Behandlung in der Tagesklinik des 

Psychiatrischen Zentrums E.___ unterzog (Suva-act. 129). Die behandelnde Ärztin 

diagnostizierte im Kostengutsprachegesuch vom 22. Oktober 2012 eine schwere 

depressive Episode ohne psychotische Symptome. Die Beschwerdeführerin sei im 

formalen Denken eingeengt auf die Auswirkungen des Arbeitsunfalls, der Erkrankung 

und die damit verbundene Arbeitsunfähigkeit. Sie berichte von existentiellen Ängsten 

und einem sozialen Rückzug und mache sich Sorgen, wie es weitergehen könne. Sie 

leide unter vegetativen Symptomen in Form von Schlafstörungen, hauptsächlich 

geprägt durch den brennenden Schmerz der rechten Hand (Suva-act. 129). Am 25. 

Februar 2013 brach die Beschwerdeführerin die psychiatrische Behandlung ab, dies 

trotz stationärem psychischen Gesundheitszustand (vgl. dazu Suva-act. 171, 191, 210). 

Die Ausführungen der behandelnden Ärztin des Psychiatrischen Zentrums E.___ lassen 

eine natürliche Unfallkausalität der Depression der Beschwerdeführerin nicht ohne 

Weiteres in Abrede stellen. Eine abschliessende Beantwortung der Frage der 

natürlichen Unfallkausalität der psychischen Problematik und der daraus resultierenden 

Arbeitsunfähigkeit kann jedoch ausbleiben, nachdem - wie nachstehend zu zeigen ist - 

der kumulativ erforderliche adäquate Kausalzusammenhang zu verneinen ist (vgl. SVR 

1995 UV Nr. 23, S. 68 E. 3c).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.3.2  Bei der im Rahmen der Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs 

vorzunehmenden Katalogisierung des Unfallereignisses sind sich die Parteien zu Recht 

einig, dass der Unfall der Beschwerdeführerin dem Bereich der mittelschweren Unfälle 

zuzurechnen ist. Uneinig sind sie sich darüber, ob der Unfall im Grenzbereich zu den 

leichten Unfällen anzusiedeln sei, wie ihn die Beschwerdegegnerin einstuft, oder im 

schweren Bereich der mittelschweren Unfälle, was der Meinung des Rechtsvertreters 

der Beschwerdeführerin entspricht. Diese Unterscheidung ist insofern von Bedeutung, 

als bei Unfällen im mittelschweren Bereich nach der Praxis eine Anzahl massgeblicher 

Kriterien (besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit 

des Unfalls; Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; ungewöhnlich 

lange Dauer der ärztlichen Behandlung; Dauerbeschwerden; ärztliche Fehlbehandlung, 

welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und 

erhebliche Komplikationen; Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit; vgl. BGE 115 V 140 

E. 6c/aa, BGE 117 367 V E. 6a, BGE 117 V 383 E. 4b) erfüllt sein müssen, um auf 

Adäquanz zu erkennen, wobei diese Zahl um so grösser zu sein hat, je näher das 

Ereignis bei den leichten Unfällen liegt. Im ganzen mittelschweren Bereich genügt es 

für die Bejahung der adäquaten Kausalität, wenn ein einziges dieser Kriterien in 

ausgeprägtem Mass erfüllt ist. Allerdings wird dies vom Bundesgericht nur mit grösster 

Zurückhaltung angenommen (vgl. BGE 134 V 126 f. E. 10.1, BGE 117 V 383 f. E. 4b 

und c; Rumo-Jungo/ Holzer, a.a.O., S. 63 ff.). Angesichts der einschlägigen Praxis (vgl. 

Rumo-Jungo/ Holzer, a.a.O., S. 64 ff.) fällt in Bezug auf den konkreten Fall die 

Annahme eines mittelschweren Unfalls im Grenzbereich zu den schweren Ereignissen 

ausser Betracht. Die Beschwerdegegnerin wendet zu Recht ein, dass der Vergleich des 

Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin mit einer Handamputation (vgl. act. G 15, Ziff. 

42) nicht gezogen werden kann. Die Unfallrestfolgen der Beschwerdeführerin betreffen 

insbesondere die Finger 4 und 5 ihrer rechten Hand. Die weiteren Finger 1 bis 3 sind 

funktionsfähig und mit ihnen ist eine Greiffunktion möglich, womit die rechte Hand 

zumindest als Zudien- bzw. Haltehand weiterhin eingesetzt werden kann (vgl. Suva-act. 

203, 213; vgl. auch nachfolgende Erwägung 4.2). Ob der Unfall der Beschwerdeführerin 

im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen anzusiedeln oder von einem 

mittelschweren Unfall im engeren Sinn auszugehen ist, braucht – wie die 

nachfolgenden Erwägungen 3.3.3 bis 3.3.8 zeigen – nicht abschliessend beantwortet 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zu werden, da weder ein einzelnes der massgeblichen Kriterien in ausgeprägter Weise 

noch vier bzw. drei der massgeblichen Kriterien gegeben sind.

3.3.3  Das Kriterium der dramatischen Begleitumstände ist entgegen der Auffassung 

des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin nicht erfüllt. Die Beschwerdeführerin 

selbst machte in ihren Unfallschilderungen in keiner Weise je eine von ihr empfundene 

Dramatik oder besondere Eindrücklichkeit geltend (vgl. Suva-act. 46, 48). Zu beachten 

ist im Übrigen, dass praktisch jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse 

Eindrücklichkeit eigen ist, welche jedoch noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums 

ausreichen kann (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 69; Urteil des Bundesgerichts vom 20. 

November 2008, 8C_39/2008, E. 5.2).

3.3.4  Die Beschwerdeführerin erlitt beim Unfall vom 20. Januar 2011 eine axonale 

Schädigung des Nervus ulnaris, keine Neurotmesis (vgl. Suva-act. 91). Dabei handelt 

es sich nicht um eine schwere Verletzung und insbesondere nicht um eine Verletzung, 

die erfahrungsgemäss

geeignet ist, psychische Fehlentwicklungen auszulösen. 

3.3.5  Die Beschwerdegegnerin betrachtet das Kriterium der erheblichen Beschwerden 

angesichts der chronischen Schmerzproblematik der Beschwerdeführerin als erfüllt, 

dies jedoch gerechtfertigtermassen nicht in besonders ausgeprägter Weise. Die im 

Vordergrund stehende Allodynie bzw. Hypersensibilität der Beschwerdeführerin im 

Bereich ihres 4. und 5. Fingers macht sich insbesondere bei Berührung der fraglichen 

Finger mit einem brennenden Schmerz bemerkbar. Laut Angaben des 

Beschwerdeführers ist der Schmerz nicht ständig vorhanden, sondern tritt in 

unregelmässigen Abständen auf (vgl. Suva-act. 72, 83, 87). Angesichts dieser Sachlage 

kann nicht von Dauerschmerzen gesprochen werden.

3.3.6  Die Beschwerdeführerin war und ist voraussichtlich fortdauernd auf 

Schmerzmittel angewiesen. Im Weiteren wurde bei ihr wiederholt eine Ergotherapie 

durchgeführt. Einem operativen Eingriff mit anschliessendem längeren Heilungsprozess 

musste sie sich jedoch nicht unterziehen. Verschiedenen Abklärungsmassnahmen und 

blossen ärztlichen Kontrollen kommt nicht die Qualität einer regelmässigen, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zielgerichteten Behandlung zu (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 

27. April 2006, U 393/05, E. 8.2.4). Der Ablauf der Heilbehandlung stellte sich bei der 

Beschwerdeführerin immer gleich dar, ohne dass im Verlauf hinsichtlich Allodynie und 

Beweglichkeit der fraglichen Finger eine wesentliche Besserung eingetreten wäre. 

Spätestens ab 31. August 2013 war der Heilungsprozess bei stationärem Verlauf der 

gesundheitlichen Situation der Beschwerdeführerin als abgeschlossen zu betrachten 

und die weiteren Heilbehandlungen waren nur noch auf die Erhaltung des bestehenden 

Gesundheitszustandes, nicht mehr auf dessen Verbesserung ausgerichtet (RKUV 2000 

Nr. U 549 S. 236 E. 5.2.4; vgl. dazu insbesondere Suva-act. 104, aber auch Suva-act. 

190, 201, 203, 222, 230). Insgesamt ist damit das Kriterium der ungewöhnlich langen 

Dauer der ärztlichen Behandlung zumindest nicht in der geforderten Stärke als erfüllt zu 

betrachten. Anzufügen bleibt, dass die psychische Problematik bzw. deren Behandlung 

hier, wo es um die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen Unfall 

und psychisch bedingter Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit geht, keine Berücksichtigung 

finden kann.

3.3.7  Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen verschlimmert hätte, oder 

ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen, werden vom 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zu Recht nicht geltend gemacht. Letztes 

Kriterium wird nur selten bejaht. Die Einnahme vieler Medikamente und die 

Durchführung verschiedener Therapien – wie im konkreten Fall – genügen nicht zu 

dessen Bejahung. Gleiches gilt für den Umstand, dass trotz regelmässiger Therapie 

keine Beschwerdefreiheit erreicht werden konnte (Urteil des Bundesgerichts vom 16. 

Mai 2008, 8C_252/2007, E. 7.6, und vom 16. Mai 2008, 8C_57/2008, E. 9.6.1; Rumo-

Jungo/Holzer, a.a.O., S. 72 f.).

3.3.8  Selbst wenn das Kriterium "Grad und Dauer der physisch bedingten 

Arbeitsunfähigkeit" als erfüllt betrachtet würde, wäre mithin auch bei Annahme eines 

mittelschweren Unfalls im engeren Sinn die erforderliche Anzahl der massgebenden 

Kriterien nicht gegeben. Ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall 

vom 20. Januar 2011 und den psychischen Beschwerden der Beschwerdeführerin ist 

daher zu verneinen. Im Rahmen der nachfolgenden Bemessung der unfallbedingten 

Invalidität sowie des unfallbedingten Integritätsschadens können dementsprechend 

lediglich die unfallbedingten Beeinträchtigungen in somatischer Hinsicht, diejenigen im 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Bereich des 4. und 5. Fingers der rechten Hand in Form von Schmerzen und einer 

Beweglichkeitseinschränkung sowie im Bereich rechten Arms und der rechten 

Nackenhälfte in Form von sekundär entstandenen Schmerzen, miteinbezogen werden.

4.          

4.1      Der Grad der für den Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 

16 ATSG durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das 

die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Grundlage 

der Bemessung des Invalideneinkommens bilden die Arbeitsfähigkeitsgradschätzung 

und die Umschreibung der trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung noch möglichen und 

zumutbaren Tätigkeiten. Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen zu können, 

ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die 

ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 

Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 

dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4).

4.2       

4.2.1  Die Beschwerdegegnerin stützt sich bei der Bemessung des 

Invalideneinkommens auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung bzw. 

Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. D.___ vom 9. Juli 2013 (Suva-act. 215). Laut 

kreisärztlicher Beurteilung sind der Beschwerdeführerin leichte Tätigkeiten mit Einsatz 

der rechten Hand als Zudienhand ohne Überkopfarbeiten, ohne ausladende 

körperferne repetitive Bewegungen und ohne erhöhte Anforderungen an feinmotorische 

Tätigkeiten mit der rechten Hand auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vollschichtig 

zumutbar. Die Beschwerdeführerin werde zukünftig weiterhin auf die Einnahme von 

Schmerzmitteln angewiesen sein. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hält 

dagegen, dass deren rechte Hand nicht mehr einsetzbar sei und am Arbeitsplatz nur 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

noch die linke Hand genutzt werden könne. Der Beschwerdeführerin seien mithin 

bimanuelle Tätigkeiten nicht möglich. Die rechte Hand sei nur als Haltehand, nicht - wie 

bei bimanuellen Tätigkeiten erforderlich - repetitiv einsetzbar. Die defekte rechte Hand 

verunmögliche es also der Beschwerdeführerin, Hilfsarbeitertätigkeiten entsprechend 

dem von Dr. D.___ beschriebenen Zumutbarkeitsprofil auszuüben. Der Rechtsvertreter 

der Beschwerdeführerin stützt sich dabei auf die Beurteilung der Ärzte der Klinik für 

Neurologie des KSSG vom 28. Juni 2013 (vgl. act. G 1, Ziff. 14). Mit Rücksicht auf die 

Schmerzsymptomatik sowie die eingeschränkte Motorik formulierten diese, dass der 

Beschwerdeführerin bimanuelle Tätigkeiten nicht zu 100% möglich seien. Nicht 

möglich seien zudem bei der rechtshändigen Beschwerdeführerin feinkoordinatorisch/

feinmotorisch anspruchsvolle Aufgaben (Suva-act. 213). Der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin interpretiert zu Unrecht eine Widersprüchlichkeit in die Beurteilung 

von Dr. D.___ gegenüber derjenigen der Ärzte der Klinik für Neurologie des KSSG 

hinein. Der Kreisarzt bestätigte in seiner Ergänzung vom 16. Dezember 2013, dass der 

Beschwerdeführerin insofern keine bimanuellen Tätigkeiten mehr möglich seien, als 

damit ein repetitiver und regelmässiger Einsatz der rechten Hand verbunden sei (Suva-

act. 255). Die Adaption an die Unfallrestfolgen der rechten Hand besteht darin, dass die 

rechte Hand - wie von Dr. D.___ erklärt und auch vom Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin eingeräumt - nur noch als Zudien- bzw. Haltehand einsetzbar ist. 

Angesichts der objektivierten Beschwerden im Bereich der rechten Hand ist genau in 

dieser Anpassung bzw. Einschränkung der Sinn der Erklärung der Ärzte der Klinik für 

Neurologie des KSSG zu sehen, dass der Beschwerdeführerin bimanuelle Tätigkeiten 

nicht zu 100% möglich seien. Die Aussage des behandelnden Arztes des 

Schmerzzentrums des KSSG im Verlaufsuntersuchungsbericht vom 9. Oktober 2013 - 

bedingt durch die in den klinischen Untersuchungen nachweisbaren Allodynien sei 

aktuell keine Arbeitstätigkeit mit der rechten Hand auszuführen (Suva-act. 248) - 

widerspricht der anderslautenden Aussage des Rechtsvertreters der 

Beschwerdeführerin und erscheint ohnehin als zu allgemein. So wurde der 

behandelnde Arzt des Schmerzzentrums des KSSG insbesondere nicht explizit nach 

der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer handadaptierten Tätigkeit befragt. 

Die schmerzbedingte Einschränkung in Form einer Berührungsempfindlichkeit (vgl. 

dazu Suva-act. 139, Suva-act. 203 S. 4) sowie die funktionelle Einschränkung im 

Bereich der rechten Hand beschränken sich auf die Finger 4 und 5. Die Greiffähigkeit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

mit den Fingern 1 bis 3 ist offensichtlich möglich bzw. die Beweglichkeit dieser drei 

Finger ist gut (vgl. Suva-act. 203 S. 6, Suva-act. 248). Mit den Fingern 1 bis 3 ist ein 

Gebrauch der rechten Hand (nur) als Zudien- bzw. Haltehand ohne Weiteres möglich. 

Auch die Beschwerdeführerin berichtete Dr. D.___, sie setze die rechte Hand bei 

leichten Tätigkeiten, vor allem der Körperpflege, ein, und sie könne die Finger 1 bis 3 

der rechten Hand benutzen (Suva-act. 203 S. 3). Der Rechtsvertreter macht sodann 

geltend, die Beschwerdeführerin sei auf beide Hände angewiesen, um als 

Hilfsarbeiterin den Anforderungen an feinmotorische Tätigkeiten genügen zu können. 

Dass konkret keine feinkoordinatorisch/feinmotorisch anspruchsvollen Aufgaben 

ausgeführt werden können, wird wie von den Ärzten der Klinik für Neurologie des 

KSSG auch von Dr. D.___ erfasst (vgl. Erwägung 4.2). Der vom Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin gezogene Vergleich mit dem Pianospieler ist sodann nicht 

stichhaltig. Vielmehr ist die Beschwerdeführerin in der Lage, die rechte Hand als 

Zudien- bzw. Haltehand zur Ausübung einer Tätigkeit zu gebrauchen, was bei 

bestimmten Hilfsarbeitertätigkeiten durchaus genügend ist, wohingegen ein 

Pianospieler ohne die volle Funktionalität der Finger seiner beiden Hände eindeutig 

nicht mehr im Besitz der für ein professionelles Pianospiel erforderlichen Fähigkeiten 

ist. Den Umständen, dass der Beschwerdeführerin bei Ausübung einer leichten 

Tätigkeit nicht das ganze Tätigkeitsspektrum einer uneingeschränkt zweihändigen 

Person offensteht und ihre rechte, dominante Hand gesundheitlich bedingt nur sehr 

eingeschränkt eingesetzt werden kann, ist selbstverständlich Rechnung zu tragen, dies 

jedoch erst bei der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens (vgl. 

nachstehende Erwägungen 4.3.2 f.).

4.2.2  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass den in Erwägung 3.2 erhobenen 

Befunden bzw. Schmerzen und Bewegungsdefiziten im Bereich der rechten Hand von 

Dr. D.___ umfassend Rechnung getragen wurde, indem die Einwirkung auf die Finger 4 

und 5 durch Berührung und Belastung weitgehend ausgeschlossen wird. Er hält im 

Übrigen fest, dass die Beschwerdeführerin zukünftig weiterhin auf die Einnahme von 

Schmerzmedikamenten angewiesen sei (Suva-act. 215). Der neuropathischen 

Schmerzkomponente wird also zusätzlich dadurch Rechnung getragen. Es sind keine 

Anhaltspunkte ersichtlich, die geeignet wären, Zweifel daran zu begründen, dass mit 

dem kreisärztlichen Zumutbarkeitsprofil die in Frage stehenden 

Gesundheitsschädigungen bzw. die damit verbundenen Beschwerden und ihre 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

praktischen Auswirkungen nicht genügend berücksichtigt worden wären. Dr. D.___ 

sieht die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nur in qualitativer Hinsicht 

eingeschränkt. Unter den erwähnten, limitierenden Bedingungen ist denn auch ohne 

Weiteres eine volle Arbeitsfähigkeit als gegeben zu erachten. Die sekundär 

aufgetretene Beschwerdeproblematik im Bereich des rechten Arms und der rechten 

Nackenhälfte ist beim Zumutbarkeitsprofil schliesslich damit Rechnung getragen, dass 

die Beschwerdeführerin ohne Überkopfarbeiten und ohne ausladende köperferne 

repetitive Bewegungen eine entsprechende und genügende Schonung erfährt.

4.3       

4.3.1  Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist 

jedoch - wie im vorliegenden Fall zufolge Kündigung und Arbeitslosigkeit seit Januar 

2013 (vgl. Suva-act. 140, 197 und 213, S. 2) und der (laut Angaben in der Beschwerde, 

act. G 1, Ziff. 28) blossen Teilnahme an einem RAV-Programm - kein tatsächlich 

erzieltes Erwerbseinkommen gegeben (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 19. 

Juni 2008, 9C_81/2008, E. 2.4), so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 

gemäss Schweizerischer Lohnstrukturerhebung (LSE) herangezogen werden (BGE 129 

V 475 E. 4.2.1 mit Hinweisen, BGE 126 V 76 E. 3b/bb).

4.3.2  Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare 

Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu Ermitteln. Ein 

solcher Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen 

Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster 

Tätigkeiten auf und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und 

intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Bei 

der Bestimmung des im Einzelfall in Betracht fallenden, dem gesundheitlichen 

Anforderungsprofil entsprechenden Arbeitsmarktes ist nicht von realitätsfremden 

Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter 

Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten zumutbar 

sind. Andererseits sind an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und 

Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu stellen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 17. September 2008, 9C_418/2008, E. 3.2.1). Die faktische 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Einhändigkeit oder die Beschränkung der dominanten Hand als Zudienhand stellen 

nach der Rechtsprechung Tatbestände einer erheblich erschwerten Verwertbarkeit der 

Arbeitsfähigkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt dar. Dennoch wurde von der 

Rechtsprechung wiederholt bestätigt, dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten für Personen, welche funktionell als 

Einarmige zu betrachten sind und überdies nur noch leichte Arbeiten verrichten 

können, zu finden sind (Urteile des Bundesgerichts vom 23. März 2009, 8C_971/2008, 

E. 4.2.5; vom 17. April 2009, 9C_418/2008, E. 2.3.2; vom 17. September 2008, 

9C_418/2008, E. 3.2 f.; und vom 3. März 2010, 8C_810/2009, E. 2.6.4 je mit 

Hinweisen). Zu denken ist an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten 

sowie an die Bedienung und Überwachung von (halb-)automatischen Maschinen oder 

Produktionseinheiten, die keinen Einsatz von rechtem Arm und rechter Hand 

voraussetzen (Urteile des Bundesgerichts vom 17. Dezember 2008, 9C_418/2008, E. 

3.2.2, und vom 27. August 2008, 8C_635/2007, E. 4.2 je mit Hinweisen). In diesem 

Rahmen kann nicht von realitätsfremden und in diesem Sinne unmöglichen oder 

unzumutbaren Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Eine zumutbare Tätigkeit ist 

der Beschwerdeführerin nicht nur in so eingeschränkter Form möglich, dass sie der 

allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder nur unter nicht realistischem 

Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers ausgeübt werden kann (vgl. 

dazu Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 3. Dezember 2003, I 

349/01, E. 6.1). So geht es beim als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt nicht um 

reale, geschweige denn offene Stellen, sondern um (gesundheitlich zumutbare) 

Beschäftigungsmöglichkeiten, welche der Arbeitsmarkt von seiner Struktur her, jedoch 

abstrahiert von den konjunkturellen Verhältnissen, umfasst (Urteil des EVG vom 16. Juli 

2003, I 758/02). Es ist somit davon auszugehen, dass bei der Beschwerdeführerin eine 

zumutbare wirtschaftliche Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit im Umfang von 

100% besteht.

4.3.3  Bei der Beschwerdeführerin ist für die zahlenmässige Bestimmung des 

Invalideneinkommens im Rahmen der Tabellenlöhne der LSE unbestrittenermassen auf 

die statistischen Grundlagen des Jahres 2010, Tabelle TA1, privater Sektor, Total, 

Frauen Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) abzustellen. 

Insbesondere im Produktions- und Dienstleistungsbereich dürften Kontroll- und 

Überwachungstätigkeiten oder Tätigkeiten im Kurierdienst, wie sie die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdeführerin auszuüben vermöchte, vorhanden sein. Im Jahr 2010 lag der 

Durchschnittslohn für eine Frau bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden bei 

Fr. 4'225.--. Bei einer betriebsüblichen Wochenarbeitszeit für das Jahr 2013 von 41.7 

und nominallohnindexiert bis 2013 (Index Frauen: 2011: 1.0%; 2012: 1.0%; 2013: 0.7 

% [anstatt 1% gemäss angefochtenem Einspracheentscheid, Erwägung 5.b.]) ergibt 

sich ein Jahreseinkommen von Fr. 54'287.--. Nach der Rechtsprechung ist ein Abzug 

vom Invalideneinkommen gerechtfertigt, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür 

bestehen, dass eine versicherte Person, die gesundheitsbedingt lediglich noch leichte 

Hilfsarbeiten ausführen kann, ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen 

Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu verwerten in der 

Lage ist. Zudem können weitere persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und 

Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder 

Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben 

(BGE 126 V 78 E. 5a mit Hinweisen, BGE 124 V 323 E. 3b/aa). Der Abzug ist unter 

Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 

schätzen. Er darf 25% nicht übersteigen (BGE 126 V 80 E. 5b/bb-cc). Bei der 

Überprüfung des Abzugs, der eine Schätzung darstellt und von der Verwaltung kurz zu 

begründen ist, darf das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen 

Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen (BGE 126 V 81 E. 6). Die 

Beschwerdegegnerin legte den Abzug vom Tabellenlohn im Falle des 

Tabellenlohnvergleichs bei der Beschwerdeführerin auf 15% fest. Seit BGE 126 V 75 

hat die Praxis bei versicherten Personen, welche die dominante Hand gesundheitlich 

bedingt nur sehr eingeschränkt, beispielsweise als Zudienhand, einsetzen können, 

verschiedentlich einen Abzug von 20% oder sogar 25% als angemessen bezeichnet 

(Urteil des Bundesgerichts vom 17. September 2008, 9C_418/208, E. 3.3.2 mit 

Hinweisen). Dies bedeutet indessen noch nicht, dass die Beschwerdegegnerin ihr 

Ermessen rechtsfehlerhaft ausübte, wenn sie weniger als 20% annahm, zumal in den 

Urteilen vom 19. November 2004, I 348/05, und vom 30. August 2005, U 122/05, ein 

Abzug von 10% bis 15% als angemessen bezeichnet wurde und in BGE 129 V 472, mit 

Blick auf die Beeinträchtigungen einer im Zeitpunkt des Rentenbeginns 55 Jahre alten 

versicherten Person (die Beschwerdeführerin war im Zeitpunkt des Rentenbeginns 5_ 

Jahre alt) nach dislozierter Radiusfraktur rechts, von einem solchen von 15% 

ausgegangen wurde. Auch im Urteil U 147/00 vom 5. November 2003 wurde bei einem 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

bei Beginn des Rentenanspruchs 55 Jahre alten Versicherten, der wegen der 

Beeinträchtigung im Gebrauch der dominanten rechten Hand auch im Rahmen einer 

geeigneten leichteren, ganztags zumutbaren Beschäftigung in der Leistungsfähigkeit 

beeinträchtigt war, der Abzug auf 15% festgelegt. Indem die Beschwerdegegnerin am 

Tabellenlohn einen Abzug von 15% vorgenommen hat, ist dies mithin nicht zu 

beanstanden. Damit resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 46'144.-- für das Jahr 

2013.

4.3.4  Im angefochtenen Einspracheentscheid ging die Beschwerdegegnerin von einem 

Valideneinkommen 2013 von Fr. 53'775.-- aus. Hierfür legte sie für das Jahr 2013 einen 

Monatslohn von Fr. 4'075.-- (x 13) zuzüglich den aus dem Jahreslohnkonto 2010 

ersichtlichen Bonus von Fr. 800.-- zugrunde (vgl. Suva-act. 115). Die Angaben der 

ehemaligen Arbeitgeberin betreffend die hypothetische Lohnentwicklung des 

Beschwerdeführers sind widersprüchlich. Während sie gegenüber der 

Beschwerdegegnerin am 3. September 2012 den Monatslohn des Jahres 2011 mit Fr. 

3‘980.-- und denjenigen des Jahres 2012 mit Fr. 4‘050.-- bezifferte (Suva-act. 112/3), 

gab sie am 8. Februar 2013 für die vorgenannten Jahre Monatslöhne von Fr. 3‘980.-- 

bzw. Fr. 4‘000.-- an (Suva-act. 170). Deswegen sowie gestützt auf die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung (vgl. Urteil vom 22. September 2009, 

8C_143/2009, E. 2.2.1), wonach in Bezug auf die Ermittlung des Valideneinkommens 

entscheidend ist, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen 

Rentenbeginnes nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als 

Gesunde tatsächlich verdient hätte, und demnach in der Regel an den zuletzt erzielten, 

nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten 

Verdienst anzuknüpfen ist, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherigen 

Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre, rechtfertigt es sich auch 

im konkreten Fall, vom tatsächlich erzielten Lohn der Beschwerdeführerin auszugehen. 

Dieser betrug laut Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin im Jahr 2010 monatlich Fr. 

3‘950.-- und im Jahr 2011 monatlich Fr. 4‘000.-- (Suva-act. 112/3). Zuzüglich dem aus 

dem Jahreslohnkonto 2010 ersichtlichen Bonus von Fr. 800.-- und 

nominallohnindexiert bis 2013 (13 x Fr. 3‘950.--; + 1% [2011], + 1% [2012], 0.7% 

[2013]) errechnen sich Valideneinkommen von Fr. 53‘549.-- bzw. Fr. 53‘688.--. Aus der 

Gegenüberstellung mit dem massgebenden Invalideneinkommen von Fr. 46‘144.-- 

resultiert mithin in beiden Fällen ein Anspruch auf eine Invalidenrente basierend auf 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

einem aufgerundeten Invaliditätsgrad von 14% (vgl. dazu BGE 130 V 121). Die 

Beschwerde bezüglich Rentenanspruch ist damit abzuweisen.

5.          

5.1      Zu prüfen bleibt die Höhe der Integritätsentschädigung. Die 

Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid (Erwägung 7.a.) die 

rechtlichen Voraussetzungen der Bemessung von Integritätsentschädigungen 

zutreffend dar; darauf ist zu verweisen.

5.2      Die von der Beschwerdegegnerin zugesprochene Integritätsentschädigung 

basierend auf einem Integritätsschaden von 10% stützt sich auf die Beurteilung von Dr. 

D.___ vom 9. Juli 2013 ab (Suva-act. 216). Dieser lehnt sich bei der Einschätzung des 

Integritätsschadens für die von der Beschwerdeführerin beim Unfall vom 20. Januar 

2011 erlittene, elektrophysiologisch nachgewiesene hochgradige axonale 

Ulnarisschädigung mit einem chronifizierten neuropathischen Schmerzsyndrom und 

bleibenden funktionellen Einschränkungen (vgl. Erwägung 3.2) an die Suva-Tabelle 1 

(Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten) an. Diese 

sieht für eine proximale Ulnarislähmung einen Wert von 15% und für eine distale 

Ulnarislähmung einen solchen von 10% vor. Dr. D.___ hält zutreffend fest, dass im 

konkreten Fall von einer distalen rechtsseitigen Ulnarisschädigung auszugehen ist (vgl. 

dazu Suva-act. 8, 72, 79: Quetschtrauma im Bereich des distalen Unterarms; Suva-act. 

92/4), deren Bewertung mit 10% analog einer Ulnarislähmung aufgrund der konkret 

verbliebenen funktionalen Einschränkungen angemessen erscheint. Wie in Erwägung 

4.2 dargelegt, ist die rechte Hand der Beschwerdeführerin noch existent und in 

eingeschränktem Masse durchaus noch funktionstüchtig. Eine Bewertung des 

vorliegenden Integritätsschadens mit dem Wert für eine amputierte Hand (vgl. Anhang 

3 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]: 40%) entbehrt somit 

jeglicher Begründung. Mit Bezug auf die psychische Komponente der 

Beschwerdeführerin sowie Beschwerden, die von ihr psychisch bedingt verstärkt 

wahrgenommen werden, entfällt ein unfallbedingter Integritätsschaden mangels 

Unfallkausalität (vgl. Erwägung 3.3). Die Integritätsentschädigung ist damit bei 10% zu

belassen und die Beschwerde auch in diesem Punkt abzuweisen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 26/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

6.        

6.1      Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung 

des Einspracheentscheids vom 7. Januar 2014 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine 

zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

6.2      Der Beschwerdeführerin wurde die unentgeltliche Rechtsverbeiständung am 17. 

März 2014 bewilligt. Der Staat ist mithin zu verpflichten, für die Kosten ihrer 

Rechtsvertretung aufzukommen. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 

61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) 

pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. In der vorliegend zu beurteilenden 

Angelegenheit erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle eine pauschale 

Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen 

(Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzs [AnwG; sGS 963.70]). Somit hat der Staat den 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin pauschal mit Fr. 3'200.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

6.3      Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

Entscheid

1.                                                                                          

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.                                                                                          

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.                                                                                          

Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zufolge 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 27/27

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 3'200.--(inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 04.11.2015
	Art. 6 UVG: Bejahung gewisser somatischer Unfallrestfolgen; Verneinung eines adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und psychischer Symptomatik.Art. 6 ATSG: Arbeitsfähigkeit und Verwertbarkeit derselben auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt bei eingeschränkter Gebrauchsfähigkeit der rechten, dominanten Hand; wegen Schmerzsymptomatik und funktionaler Einschränkung ist nur noch ein Gebrauch der rechten Hand als Zudien- bzw. Haltehand möglich (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. November 2015, UV 2014/7).Entscheid vom 4. November 2015BesetzungVersicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter Joachim Huber, Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Philipp GeertsenGeschäftsnr.UV 2014/7ParteienA.___,Beschwerdeführerin,vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Roos, Postgasse 5,Postfach, 9620 Lichtensteig,gegenSchweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 6002 Luzern,Beschwerdegegnerin,GegenstandVersicherungsleistungen (Rente; IntegritätsentschädigungSachverhalt

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T08:40:24+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen