# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 50cecce8-88e8-5498-aa30-1c54fd566c2f
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-02
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Steuergerichtshof 02.09.2015 604 2014 85
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_010_604-2014-85_2015-09-02.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

604 2014 85
604 2014 86

Urteil vom 2. September 2015

Steuergerichtshof

Besetzung Präsident: Marc Sugnaux
Richter: Christian Pfammatter, Hugo Casanova
Gerichtsschreiberin: Elisabeth Rime Rappo

Parteien A.________, Beschwerdeführer     

gegen

KANTONALE STEUERVERWALTUNG, Vorinstanz     

Gegenstand Einkommens- und Vermögenssteuer der natürlichen Personen; Abzug für 
behinderungsbedingte Kosten

Beschwerde vom 17. Juli 2014 gegen den Einspracheentscheid vom 
17. Juni 2014; direkte Bundessteuer und Kantonssteuer 2013

Kantonsgericht KG

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Sachverhalt

A. In ihrer Steuererklärung, welche die Steuerpflichtigen am 1. April 2014 für die Steuerperiode 
2013 einreichten, machten sie für ihren Sohn B.________ unter dem Titel "Behinderungsbedingte 
Kosten" (Code 4.370) einen Abzug im Betrag von CHF 6'000 geltend. Gemäss der 
entsprechenden Aufstellung handelt es sich um vier Monatsbeiträge (reines Schulgeld, September 
bis Dezember 2013) für die Tagesschule C.________ in D.________. Aus dem beigelegten 
ärztlichen Zeugnis von Dr. med. E.________ vom 17. März 2014 ergibt sich, dass B.________ seit 
September 2010 bei diesem Arzt in kinderpsychiatrischer Behandlung stand und aus 
gesundheitlichen Gründen ab Schuljahresbeginn 2013/2014 "erneut nicht mehr in der Lage war, 
am Schulunterricht in der öffentlichen Oberstufenschule teilzunehmen. Die Beschulung in einer 
Privatschule, mit kleinerer Klassenzahl und individualisiertem Unterricht, erwies sich als 
unumgänglich...".

Gemäss Veranlagungsanzeige vom 22. April 2014 wurde der verlangte Abzug ohne Begründung 
verweigert.

B. Am 19. Mai 2014 erhoben die Steuerpflichtigen gegen diese Veranlagung Einsprache. Sie 
machten - unter Berufung auf das ärztliche Zeugnis - geltend, unter den gegebenen Umständen 
und gestützt auf das Kreisschreiben Nr. 11 der Eidgenössischen Steuerverwaltung vom 31. August 
2005 über den "Abzug von Krankheits- und Unfallkosten sowie von behinderungsbedingten 
Kosten" (nachfolgend KS Nr. 11), Ziff. 4.3.10, sei der Abzug sehr wohl gerechtfertigt.

Mit Entscheid vom 17. Juni 2014 wurde diese Einsprache abgewiesen. Zur Begründung legte die 
Kantonale Steuerverwaltung insbesondere dar, gemäss dem KS Nr. 11 seien Mehrkosten, die 
durch den Besuch einer Privatschule entstehen, in der Regel nicht zum Abug zugelassen. Sie 
gälten nur dann als behinderungsbedingte Kosten, wenn mittels Bericht des Kantonalen 
schulpsychologischen Dienstes nachgewiesen werde, dass es sich beim Besuch einer 
Privatschule um die einzig mögliche und notwendige Massnahme für eine angemessene 
schulische Ausbildung des behinderten Kindes handle. Ein solcher Bericht liege hier jedoch nicht 
vor.

C. Mit Eingabe vom 16. Juli 2014, welche am darauffolgenden Tag der Post übergeben wurde, 
reichten die Steuerpflichtigen gegen diesen Einspracheentscheid beim Kantonsgericht 
Beschwerde ein. Sie halten an ihrem Standpunkt und dem entsprechenden Begehren fest. Die 
Begründung der Vorinstanz, dass kein Bericht des Kantonalen schulpsychologischen Dienstes 
vorliege, sei nicht nachvollziehbar. Beim Arzt, dessen Zeugnis beigelegt worden sei, handle es 
sich ja um den damaligen ärztlichen Direktor des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes des 
Kantons Freiburg. Auf Anfrage beim Amt für deutschsprachigen obligatorischen Unterricht seien 
sie an den Regionalen Schuldienst (Frau F.________) verwiesen worden. Dort habe man mit 
Unverständnis reagiert und nicht sagen können, was für einen Bericht es noch brauche. Im 
Übrigen sei nun von Dr. med. E.________ nochmals ein ärztliches Zeugnis ausgestellt worden, um 
der Beschwerde Nachdruck zu verleihen.

Der mit Verfügung vom 24. Juli 2014 festgesetzte Kostenvorschuss von CHF 600.- wurde 
fristgemäss bezahlt.

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In ihrer Beschwerdeantwort vom 8. bzw. 11. September 2014 schliesst die Kantonale 
Steuerverwaltung auf Abweisung unter Kostenfolge. Sie hält an ihrem Standpunkt fest und legt 
insbesondere noch dar, der behandelnde Arzt sei seit Ende März 2012 nicht mehr Direktor des 
Bereiches Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie des Freiburger Netzwerks für 
psychische Gesundheit. Im Übrigen sei das ärztliche Zeugnis erst am 17. April [recte März] 2014 
ausgestellt worden. Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts und des freiburgischen 
Steuergerichtshofes habe die ärztliche Verordnung einer Massnahme jedoch vor deren Initiierung 
zu erfolgen. Falls dies nicht geschehe, so könne das Versäumte nicht dadurch nachgeholt werden, 
dass die bereits durchgeführte Therapie rückwirkend durch einen Arzt für notwendig erklärt werde. 
Schliesslich sei auch in den Vorperioden kein Abzug geltend gemacht worden, obwohl der Sohn 
der Steuerpflichtigen schon einen Teil der Primarschulzeit in der Tagesschule verbracht habe.

Die Eidgenössische Steuerverwaltung verzichtete auf eine Vernehmlassung.

In ihren Gegenbemerkungen vom 7. bzw. 8. Oktober 2014 halten die Beschwerdeführer ebenfalls 
an ihrem Standpunkt fest. Sie bringen insbesondere noch vor, laut F.________ vom Regionalen 
Schuldienst reiche ein ärztliches Zeugnis von Dr. med. E.________ aus. Letzterer habe nun auch 
noch ein detaillierteres Zeugnis verfasst. Im Übrigen könne es nicht darauf ankommen, dass das 
erste Arztzeugnis vom 17. März 2014 datiert sei. Ein Zeugnis werde ja nicht rückdatiert. Dieses sei 
nach Erhalt der Information des Regionalen Schuldienstes über das nötige Vorgehen einverlangt 
worden. Schliesslich ergebe sich aus dem Arztzeugnis klarerweise, dass ihr Sohn B.________ 
zwar seit 6. September 2010 in Behandlung sei, jedoch die Tagesschule erst ab dem Übertritt in 
die Oberstufe (Ende August 2013) besuche.

Im Rahmen des Beweisverfahrens wurden weitere Informationen des Regionalen Schuldienstes 
eingeholt, auf welche, soweit notwendig, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen wird.

Zur Stellungnahme hinsichtlich dieser Unterlagen des Regionalen Schuldienstes eingeladen, 
begnügte sich die Vorinstanz mit dem Hinweis, sie habe keine weiteren Bemerkungen 
anzubringen.

Erwägungen

I. Direkte Bundessteuer (604 2014 85)

1. a) Mit Beschluss vom 25. Juni 2003 hat der Bundesrat das Behindertengleichstellungs-
gesetz (BehiG; SR 151.3), das von den eidgenössischen Räten am 13. Dezember 2002 verab-
schiedet worden war, auf den 1. Januar 2004 in Kraft gesetzt. Damit waren - ab dem 1. Januar 
2005 - auch Änderungen im Bundesgesetz vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundes-
steuer (DBG; SR 642.11) und im Bundesgesetz vom 14. Dezember 1990 über die Harmonisierung 
der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG; SR 642.14) verbunden. So wurde der 
bisherige gemeinsame Abzug für die Krankheits-, Unfall- und Invaliditätskosten nunmehr aufgeteilt, 
wobei die (selbst getragenen) behinderungsbedingten Kosten aufgrund des neuen Art. 33 Abs. 1 
Bst. hbis DBG vollumfänglich, d.h. ohne Berücksichtigung eines Selbstbehaltes, zum Abzug ge-
bracht werden können. Demgegenüber können gemäss Art. 33 Abs. 1 Bst. h DBG von den Ein-
künften die Krankheits- und Unfallkosten des Steuerpflichtigen und der von ihm unterhaltenen Per-

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sonen nur abgezogen werden, soweit der Steuerpflichtige die Kosten selber trägt und diese 5 Pro-
zent der um die Aufwendungen (Art. 26 - 33) verminderten steuerbaren Einkünfte übersteigen.

Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat zur näheren Erläuterung der diesbezüglich neuen 
Bestimmungen des DBG das vorne bereits erwähnte KS Nr. 11 erlassen, welches das frühere 
Kreisschreiben Nr. 16 vom 14. Dezember 1994 ersetzte.

Nach der Rechtsprechung kann die Verwaltung ihre Meinung bezüglich der Auslegung von Ge-
setzesbestimmungen in Weisungen verdeutlichen, um eine einheitliche Gesetzesanwendung zu 
sichern. Solche Weisungen haben keine Gesetzeskraft und binden weder die Bürger noch die Ge-
richte, ja nicht einmal die Verwaltung selbst. Sie befreien die Verwaltung nicht von der Aufgabe, 
die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen. Zudem dürfen sie den durch die höhere Norm, 
als deren Konkretisierung sie betrachtet werden, festgelegten Rahmen nicht verlassen. Mit ande-
ren Worten können sie, sofern keine Lücke vorliegt, nichts anderes vorsehen, als was sich aus der 
Gesetzgebung oder der Rechtsprechung ergibt (BGE 133 II 305 / Pra 2008 265 E. 8.1). Soweit 
sich das Bundesgericht bisher mit dem KS Nr. 11 zu befassen hatte, hat es dieses als gesetzes-
konform erachtet. Dabei ging es davon aus, dass der steuergesetzliche Begriff der Krankheits-
kosten restriktiv auszulegen ist, da es um eine Ausnahme vom Grundsatz geht, dass Lebens-
haltungskosten nicht vom rohen Einkommen abgesetzt werden dürfen (vgl. Urteile BGer 
2C_103/2009 vom 10. Juli 2009 in StE 2009 B 27.5 Nr. 15 und - zum alten KS - 2A.390/2006 vom 
28. November 2006 in RDAF 2006 II 409).

b) Gemäss Ziff. 4.1 des KS Nr. 11 gilt als Mensch mit Behinderung eine Person, der es 
eine voraussichtlich dauernde körperliche, geistige oder psychische Beeinträchtigung erschwert 
oder verunmöglicht, alltägliche Verrichtungen vorzunehmen, soziale Kontakte zu pflegen, sich fort-
zubewegen, sich aus- oder fortzubilden oder eine Erwerbstätigkeit auszuüben. Die Beeinträchti-
gung ist dauernd, wenn sie bereits während mindestens eines Jahres die Ausübung der genann-
ten Tätigkeiten verunmöglicht oder erschwert hat oder voraussichtlich während mindestens eines 
Jahres verunmöglichen oder erschweren wird. Die Einschränkung der alltäglichen Verrichtungen, 
des sozialen Lebens, der Aus- oder Weiterbildung oder der Erwerbstätigkeit muss ihre Ursache in 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigung haben (kausaler Zusammenhang).

Der gesetzliche Abzug der behinderungsbedingen Kosten beruht auf dem Behindertenbegriff von 
Art. 2 Abs. 1 BehiG, welcher mit dem Begriff der Invalidität i. S. des Rechts über die Invaliden-
versicherung nicht deckungsgleich ist. Während die Invalidenvorsorge und -versicherung vor allem 
die durch die Arbeitsunfähigkeit entstandene Erwerbsunfähigkeit abdeckt, geht es beim Behinde-
rungsbegriff im Sinne von Art. 8 Abs. 4 BV und des Behindertengleichstellungsgesetzes um die 
soziale und berufliche Integration behinderter Menschen als vollwertige Mitglieder der Gesell-
schaft. Aus dieser Sicht ist zu beurteilen, ob die zum Abzug beantragten Kosten einer Massnahme 
zur Integration von körperlich, geistig und psychisch behinderten Menschen in die Gesellschaft 
dienen oder nicht. Zu beachten ist, dass solche Kosten - gleich wie auch die Abzüge für Krank-
heitskosten - von den Lebenshaltungs- und Luxuskosten abzugrenzen sind. Diese Überlegungen 
sind namentlich im Bildungsbereich von erheblicher Bedeutung, weil Bildung stets zu besseren 
Integrationschancen führt. Die Förderung behinderter Menschen gerade im Bildungsbereich 
kommt jetzt auch in Art. 62 Abs. 3 BV (Anspruch auf Sonderschulung aller behinderten Kinder bis 
zum vollendeten 20. Altersjahr, in Kraft seit 1. Januar 2008) zum Ausdruck und entspricht auch 
einer der Zielsetzungen des Behindertengleichstellungsgesetzes. Da der berufliche Erwerb für die 
meisten Menschen die wirtschaftliche Existenz sichert, sollen auch Jugendliche mit Lernbehinde-

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rungen einen ihren Fähigkeiten entsprechenden Beruf erlernen können. Gemäss Art. 1 Abs. 2 
BehiG soll durch entsprechende Rahmenbedingungen den Menschen mit Behinderungen erleich-
tert werden, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und insbesondere selbstständig soziale 
Kontakte zu pflegen, sich aus- und fortzubilden und eine Erwerbstätigkeit auszuüben. Das Behin-
dertengleichstellungsgesetz sieht daher auch eine Förderung von behinderten Jugendlichen bei 
der Ausbildung vor, indem z.B. die Verwendung von behindertenspezifischen Hilfsmitteln und der 
Beizug notwendiger persönlicher Assistenz ermöglicht und die Dauer sowie Ausgestaltung des 
Bildungsangebots den spezifischen Bedürfnissen Behinderter angepasst wird (Art. 1 in Verbindung 
mit Art. 2 Abs. 5 Bst. a und b BehiG). Bei Betroffenen im Kindes- und jugendlichen Alter, denen der 
alleinige Besuch der Regelschule nicht möglich ist oder die mit dem Besuch der ordentlichen Aus-
bildungsstätten aufgrund ihrer Behinderung das Bildungs- oder Berufsziel nicht erreichen können, 
kommen vor allem sonderpädagogische Massnahmen zum Tragen. Das gilt namentlich auch bei 
Sprach- und Aufmerksamkeitsstörungen (etwa bei einem POS), wo sich der Besuch einer Privat-
schule oder einer anderen privaten Institution unter Umständen als adäquate Massnahme erwei-
sen kann (Urteil BGer 2C_588/2011 vom 16. Dezember 2011 E. 3.2 und 3.3 mit weiteren Hinwei-
sen; siehe auch Urteil Vger AG vom 20. Januar 2006 in StE 2007 B 27.5 Nr. 12 in Bezug auf Le-
gasthenie).

Im KS Nr. 11, Ziff. 4.3.10, hat die Eidgenössische Steuerverwaltung die Kriterien aufgestellt, wann 
die durch den Besuch einer Privatschule bedingten Mehrkosten als behinderungsbedingte Kosten 
zu verstehen sind. Danach liegen solche Kosten dann vor, wenn es sich beim Besuch der Privat-
schule um die einzig mögliche und notwendige Massnahme für eine angemessene schulische 
Ausbildung des behinderten Kindes handelt. Nach dem Kreisschreiben muss die Notwendigkeit 
der Massnahme durch einen Bericht des Kantonalen schulpsychologischen Dienstes nachgewie-
sen sein. In der kantonalen Rechtsprechung hat namentlich das Verwaltungsgericht des Kantons 
Luzern in einem Entscheid vom 25. November 2008 (in LGVE 2008 II Nr. 19) diese Kosten näher 
umschrieben und zum genannten Kreisschreiben Stellung genommen: Dass die Kosten einer Pri-
vatschule als notwendig erscheinen müssen, ergebe sich aus dem Kausalzusammenhang, der 
zwischen der Behinderung und den Mehrkosten für die Privatschule bestehen muss. Hingegen 
erweise sich das weitere Element, dass es sich um die einzig mögliche Massnahme handeln 
müsse, als zu eng, weil sie andere gleichwertige Massnahmen ausschliesse (E. 4a/bb/ccc). Es sei 
daher im Einzelfall zu prüfen, ob eine andere, weniger kostspielige oder weitergehende Anordnung 
nicht ebenfalls zum Erfolg führen würde. Dabei müsse es für den Steuerpflichtigen auch möglich 
sein, den Nachweis durch ein Fachgutachten erbringen zu können, wenn ein Bericht des schul-
psychologischen Dienstes nicht erhältlich sei. Diesen Ausführungen hat das Bundesgericht im 
vorne erwähnten Urteil (E. 3.4) beigepflichtet.

c) Im vorliegenden Fall stellt die Veranlagungsbehörde die allgemeinen Voraussetzungen 
des zur Diskussion stehenden Abzugs nicht in Frage. Insofern besteht diesbezüglich kein Anlass 
zu einer näheren Überprüfung. Dies gilt umso mehr, als es die Vorinstanz auch im Anschluss an 
die Instruktionsmassnahmen nicht für nötig befand, Stellung zu nehmen und allfällige Diskussions-
punkte aufzugreifen. Rechtsgenügend umstritten und zu prüfen ist somit einzig, ob es einerseits 
am nötigen Bericht des Kantonalen Schulpsychologischen Dienstes mangelt und ob andererseits 
dem eingereichten Arztzeugnis die erforderliche Tragweite abzusprechen ist.

Im angefochtenen Einspracheentscheid wurde die Verweigerung des Abzugs einzig damit begrün-
det, dass kein Bericht des Kantonalen schulpsychologischen Dienstes vorliege, wonach es sich 
beim Besuch der Privatschule um die einzig mögliche und notwendige Massnahme für eine 

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angemessene schulische Ausbildung des Sohnes der Beschwerdeführer handle. Diesbezüglich ist 
zunächst festzuhalten, dass weder im Veranlagungs- noch im Einspracheverfahren entsprechende 
Unterlagen eingefordert wurden. Im Verfahren vor dem Steuergerichtshof hat sich nun (im Rahmen 
der von Amtes wegen angeordneten Instruktionsmassnahmen) ergeben, dass die 
Beschwerdeführer mindestens seit 2009 wiederholt mit dem Kantonalen Schulpsychologischen 
Dienst in Verbindung standen. Zunächst wurde B.________ von der Lehrperson zur Abklärung 
einer allfälligen Rechenschwäche angemeldet. Nach Durchführung der diagnostischen 
Untersuchungen gelangte die zuständige Schulpsychologin FSP, G.________, in ihrem ersten 
Bericht vom 8. Juni 2009 (zusammenfassend) zum Schluss, es sei mit grosser Wahrscheinlichkeit 
davon auszugehen, dass bei B.________ eine Rechenschwäche vorliege. Daher werde der 
Schule und den Eltern ein "Antrag für verstärkte Massnahmen" gestellt, um B.________ "die 
bestmögliche Förderung zukommen zu lassen". In der Folge wurde von der gleichen 
Schulpsychologin, wiederum auf Antrag der Lehrperson, abgeklärt, ob bei B.________ eine 
"Aufmerksamkeitsstörung mit oder ohne Hyperaktivität" vorliege. Im entsprechenden Bericht vom 
4. November 2009 wird abschliessend festgehalten: "Alle Ergebnisse weisen auf das Vorliegen 
einer Aufmerksamkeitsschwäche hin, Elternurteil, Lehrerurteil, computerunterstützte Diagnostik 
und Verhaltensbeobachtung in der Klasse, so dass mit grosser Wahrscheinlichkeit von einer 
Aufmerksamkeitsstörung (DSM-IV 314.00) auszugehen ist. Ich empfehle daher den Eltern, 
B.________ auch medizinisch abklären zu lassen." Dieser Aufforderung leisteten die 
Beschwerdeführer Folge und B.________ ist seit September 2010 in kinderpsychiatrischer 
Behandlung bei Dr. med. E.________, damals und noch bis Ende März 2012 Direktor des 
Bereiches Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie des Freiburger Netzwerks für 
psychische Gesundheit. In ihrem Schreiben vom 15. Juli 2015 an den Steuergerichtshof weist 
Schulpsychologin G.________ einleitend auf ihre früheren Abklärungen. Sodann hält sie fest, 
B.________ habe im September 2010 begonnen, die Schule zu verweigern. Deswegen hätten 
seine Eltern bei ihrem Hausarzt Hilfe gesucht, welcher sie an den Kinder- und 
Jugendpsychiatrischen Dienst weiterverwiesen habe. Im Schuljahr 2010/2011 habe B.________ 
ungefähr zwei Monate in der Schule gefehlt und dann ab Januar 2011 wieder regelmässig den 
Unterricht besucht. Das Schuljahr 2011/2012 sei wieder etwas schwieriger gewesen, wobei sich 
die Situation für B.________ im Schuljahr 2012/2013 wieder deutlich verbessert habe. Ende 2013 
habe er dann die Primarschule verlassen, um in der OS eingeschult zu werden. Dort sei der 
Verlauf von Anfang an problematisch gewesen, sodass die Eltern B.________ in Absprache mit 
dem betreuenden Arzt aus der öffentlichen Schule genommen hätten.

Aus den beiden Arztzeugnissen von Dr. med. E.________ ergibt sich, dass B.________ beim 
Übertritt in die OS (Ende August 2013), wie vorübergehend bereits früher, wegen massiver 
Schulangst ("Schulphobie") nicht mehr in der Lage war, am Schulunterricht in der öffentlichen 
Oberstufenschule teilzunehmen. Aus fachärztlicher Sicht erwies sich die "Beschulung in einer 
Privatschule, mit kleiner Klassenzahl und individualisiertem Unterricht, ... als unumgänglich"  bzw. 
als "einzig mögliche und dringend indizierte Lösung". Entgegen der Ansicht der Vorinstanz wird die 
Beweiskraft dieser ärztlichen Bestätigungen nicht dadurch in Frage gestellt, dass sie erst im Jahr 
2014 (am 17. März bzw. 16. Juli) verfasst wurden. Es erscheint offensichtlich, dass damit einfach 
die seinerzeit ärztlich angeordnete Massnahme bestätigt und erläutert wurde. Insofern lässt sich 
die Situation nicht mit jener vergleichen, welche dem Urteil 607 2010 23/24 des Steuergerichtshofs 
vom 30. Januar 2012 zugrunde lag. Dort fehlte es an einer ursprünglichen ärztlichen Anordnung, 
während im vorliegenden Fall die ärztliche Verordnung der Massnahme vor deren Initiierung 
erfolgte.

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In ihrer Eingabe an den Steuergerichtshof, welche von der Vorinstanz nicht in Frage gestellt wird, 
äussert sich die verantwortliche Schulpsychologin des Regionalen Schuldienstes zwar nicht direkt 
(in Form eines eigentlichen Berichts) zur Notwendigkeit des Wechsels in die Privatschule. 
Nichtsdestoweniger ist jedoch im dargelegten Gesamtzusammenhang davon auszugehen, dass 
diese fachärztlich angeordnete Massnahme im gegenseiten Einverständnis erfolgt und auch von 
den Behörden zumindest implizit als notwendig und angemessen erachtet worden ist. Dies gilt 
umso mehr, als die Schulpsychologin ja selber eine ärztliche Abklärung empfohlen hatte und die 
kinderpsychiatrische Behandlung dann (seit 2010) von keinem Geringeren als Dr. med. 
E.________ durchgeführt wurde und noch wird. Dass Letzterer im Verlauf der Behandlung - noch 
vor Anordnung der hier zur Diskussion stehenden Massnahme - seine Funktion als Direktor des 
Bereiches Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie des Freiburger Netzwerks für 
psychische Gesundheit aufgab (vorzeitiger Ruhestand), tut dabei nichts zur Sache. Auf jeden Fall 
besteht nicht der geringste Anhaltspunkt dafür, dass und weshalb die Einweisung in die 
Privatschule vom Regionalen Schuldienst nicht genehmigt worden wäre. Andernfalls hätte man 
seitens des Regionalen Schuldienstes sicher explizit darauf hingewiesen.

Aus all diesen Gründen gelangt der Steuergerichtshof zum Schluss, dass der streitige Abzug in 
Gutheissung der Beschwerde zu gewähren ist. Ergänzend kann immerhin beigefügt werden, dass 
es der Steuerbehörde selbstverständlich frei steht, das Vorliegen der gesetzlichen 
Voraussetzungen in jeder Steuerperiode neu zu überprüfen.

2. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend (vgl. Art. 144 Abs. 1 DBG) sowie in Anwendung 
von Art. 133 VRG sind keine Kosten zu erheben.

II. Kantonssteuer (604 2014 86)

3. Auf kantonaler Ebene enthalten die Art. 34 Abs. 1 Bst. h und hbis des Gesetzes vom 6. Juni 
2000 über die direkten Kantonssteuern (DStG; SGF 631.1) in Übereinstimmung mit Art. 9 Abs. 2 
Bst. h und hbis des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die Harmonisierung der direkten 
Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG; SR 642.14) die gleichen Vorschriften wie das DBG.

Unter diesen Umständen gelten die vorne in Erwägung 1 bezüglich der direkten Bundessteuer 
gemachten Überlegungen vorbehaltlos auch im Bereich der Kantonssteuer, sodass der Rekurs 
ebenfalls gutzuheissen ist.

4. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend (Art. 131 VRG) sowie in Anwendung von 
Art. 133 VRG sind keine Kosten zu erheben.

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Der Steuergerichtshof erkennt:

I. Direkte Bundessteuer (604 2014 85)

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen.

Der angefochtene Entscheid wird aufgehoben und der streitige Abzug für 
behinderungsbedingte Kosten (CHF 6'000.-) gewährt.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

II. Kantonssteuer (604 2014 86)

3. Der Rekurs wird gutgeheissen.

Der angefochtene Entscheid wird aufgehoben und der streitige Abzug für 
behinderungsbedingte Kosten (CHF 6'000.-) gewährt.

4. Es werden keine Kosten erhoben. Der geleistete Kostenvorschuss (CHF 600.-) wird den 
Beschwerdeführern zurückerstattet.

III. Zustellung

Der vorliegende Entscheid kann sowohl bezüglich der veranlagten direkten Bundessteuern als 
auch der Kantonssteuern gemäss Art. 146 DBG bzw. 73 StHG und 82 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) innert 30 Tagen seit Eröffnung mit einer 
Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Lausanne, angefoch-
ten werden.

Freiburg, 2. September 2015/hca

Präsident Gerichtsschreiberin