# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9ba24dd8-c2da-52d0-8fac-694c7079da5d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.12.2008 D-3738/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3738-2007_2008-12-18.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3738/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 8 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Richter Thomas Wespi (Vorsitz), 
Richterin Marianne Teuscher, Richter Blaise Pagan, 
Gerichtsschreiberin Regula Frey.

A._______, geboren B._______, 
alias C._______, geboren B._______,
alias D._______, geboren, B._______, Eritrea,
vertreten durch lic. iur. LL.M. Susanne Sadri, E._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Vollzug der Wegweisung (Beschwerde gegen Wiederer-
wägungsentscheid); Verfügung des BFM vom 30. Ap-
ril 2007 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3738/2007

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt:

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  1.  September  2005  gestützt  auf 
Art. 32 Abs. 2 Bst. a  des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 
142.31)  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  vom 9.  August 
2005 nicht eintrat und dessen Wegweisung aus der Schweiz sowie den 
Vollzug anordnete,

dass  die  damals  zuständige  Schweizerische  Asylrekurskommission 
(ARK) mit  Urteil  vom 7. Juni 2006 die am 8. September 2005 gegen 
diese Verfügung eingereichte Beschwerde letztinstanzlich abwies,

dass  der  Beschwerdeführer  gegen  dieses  Urteil  mit  Eingabe  vom 
24. August 2006 ein Revisionsgesuch einreichte,

dass  der  zuständige  Instruktionsrichter  der  ARK  mit  Zwischenverfü-
gung vom 5. September  2006 den Beschwerdeführer aufforderte,  in-
nert  sieben Tagen nach Erhalt dieser Zwischenverfügung ein den ge-
setzlichen Anforderungen genügendes Revisionsgesuch einzureichen, 
verbunden mit der Androhung, im Unterlassungsfall werde auf die Ein-
gabe vom 24. August 2006 nicht eingetreten,

dass er  gleichzeitig die Gesuche um Aussetzung des Wegweisungs-
vollzuges und um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege abwies 
und den Beschwerdeführer aufforderte, bis am 20. September 2006 ei-
nen Kostenvorschuss im Betrag von Fr. 1'200.-- einzuzahlen, verbun-
den mit der Androhung, bei Ausbleiben der Zahlung werde auf das Re-
visionsgesuch nicht eingetreten,

dass der Beschwerdeführer innert Frist keine Verbesserung des Revi-
sionsgesuches einreichte,  weshalb  die  ARK mit  Urteil  vom 27. Sep-
tember  2006  auf  die  Eingabe  vom 24.  August  2006  androhungsge-
mäss nicht eintrat,

dass der Beschwerdeführer mit als „Zweites Asylgesuch“ bezeichneter 
Eingabe vom 13. März 2007 an das BFM beantragte, es sei auf sein 
Asylgesuch  einzutreten  und  es  seien  vorsorgliche  Massnahmen  im 
Sinne von Art. 56  des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über 
das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) anzuordnen,

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dass das BFM diese Eingabe als Wiedererwägungsgesuch betreffend 
den  Wegweisungsvollzug  behandelte,  mit  Zwischenverfügung  vom 
23. März 2007 den sinngemässen Antrag auf Aussetzung des Wegwei-
sungsvollzuges abwies und den Beschwerdeführer in Anwendung von 
Art. 17b Abs. 3 AsylG zur Leistung eines Gebührenvorschusses in der 
Höhe von Fr. 1'200.-- bis zum 7. April 2007 aufforderte, verbunden mit 
der  Androhung,  bei  unbenützter  Frist  werde  auf  das  Wiedererwä-
gungsgesuch nicht eingetreten,

dass es unter Verweis auf Art. 107 AsylG festhielt, die vorliegende Ver-
fügung  sei  eine  Zwischenverfügung  und  könne  nur  durch  eine  Be-
schwerde gegen die Endverfügung angefochten werden,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen ausführte, sowohl das 
BFM wie auch die ARK hätten in den bisherigen Verfahren die Vorbrin-
gen des Beschwerdeführers bezüglich seiner angeblichen Zugehörig-
keit  zur  Religionsgemeinschaft  der  F._______  als  unglaubhaft 
qualifiziert und den Wegweisungsvollzug in sein Heimatland als zumut-
bar erachtet,

dass in der Eingabe vom 13. März 2007 nichts Konkretes vorgebracht 
werde, das diese Feststellung in einem anderen Licht erscheinen lies-
se,  weshalb  sich  die  Begehren  im  Wiedererwägungsgesuch  als  von 
vornherein aussichtslos erweisen würden,

dass das BFM mit Verfügung vom 30. April 2007 - eröffnet am 1. Mai 
2007 - infolge Nichtbezahlens des Kostenvorschusses androhungsge-
mäss auf das Wiedererwägungsgesuch des Beschwerdeführers nicht 
eintrat  und  feststellte,  die  Verfügung  vom  1.  September  2005  sei 
rechtskräftig und vollstreckbar sowie einer allfälligen Beschwerde kom-
me keine aufschiebende Wirkung zu,

dass der Beschwerdeführer durch seine Rechtsvertreterin mit Rechts-
mitteleingabe  vom  31. Mai 2007  (Poststempel)  betreffend  die  Verfü-
gung vom 30. April 2007 beantragte, auf das Wiedererwägungsgesuch 
vom  13.  März  2007  sei  einzutreten,  die  Verfügung  des  BFM  vom 
1. September 2005 sei in Wiedererwägung zu ziehen, die Unzulässig-
keit  und  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  sei  festzustellen 
und als Folge davon die vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers 
anzuordnen,

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dass er weiter um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung, An-
ordnung vorsorglicher Massnahmen und um Gewährung der unentgelt-
lichen Rechtspflege ersuchte,

dass der  zuständige Instruktionsrichter  den Vollzug der  Wegweisung 
mit Zwischenverfügung vom 7. August 2007 vorsorglich aussetzte,

dass mit  Eingabe vom 1. April  2008 diverse Beweismittel  zur  Unter-
mauerung  der  Religionszugehörigkeit  des  Beschwerdeführers  einge-
reicht wurden,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m. Art. 31 - 34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der vorliegende Entscheid des BFM vom 30. April 2007, mit wel-
chem auf  das  Wiedererwägungsgesuch des Beschwerdeführers  vom 
13. März 2007 nicht  eingetreten wurde, eine Verfügung des BFM im 
Bereich des Asyls darstellt, die mit Beschwerde an das letztinstanzlich 
zuständige Bundesverwaltungsgericht weitergezogen werden kann,

dass  hingegen  die  selbständig  eröffnete  Zwischenverfügung  vom 
23. März 2007, mit welcher das BFM unter Darlegung der ausschlag-
gebenden  Gründe  die  Aussichtslosigkeit  des  Wiedererwägungsge-
suchs festgestellt und den Beschwerdeführer unter Fristansetzung und 
Androhung der Nichteintretensfolge zur Leistung eines Gebührenvor-
schusses aufgefordert hat, nicht selbständig beim Bundesverwaltungs-
gericht anfechtbar ist (vgl. BVGE 2007/18 E. 4 S. 215 ff.),

dass sich die Zwischenverfügung vom 23. März 2007 jedoch unmittel-
bar  auf  den Inhalt  der  Endverfügung vom 30. April  2007 ausgewirkt 
hat,  weshalb sie durch Beschwerde gegen diese Endverfügung beim 
Bundesverwaltungsgericht angefochten werden kann (vgl. Art. 6 AsylG 
i.V.m. Art. 46 Abs. 2 VwVG),

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor dem BFM teilgenommen 
hat, durch die Nichteintretensverfügung vom 30. April 2007 besonders 
berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise Änderung hat (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

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dass die Beschwerde innert der gesetzlichen Frist von 30 Tagen in gül-
tiger Form eingereicht wurde (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 46 Abs. 2, Art. 50 
Abs. 1 und Art. 52 VwVG), weshalb darauf einzutreten ist,

dass die Rechtmässigkeit der Zwischenverfügung vom 23. März 2007 
vorliegend nicht zu prüfen ist, da diese in der Beschwerde gegen die 
Endverfügung nicht angefochten wurde,

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art.  106  Abs. 1 
AsylG),

dass das BFM für das betreffende Verfahren eine Gebühr erhebt, wenn 
es ein nach rechtskräftigem Abschluss des Asyl-  und Wegweisungs-
verfahrens eingereichtes Wiedererwägungsgesuch ablehnt oder darauf 
nicht eintritt (Art. 17b Abs. 1 AsylG),

dass diese Gebühr - Verfahren von aussergewöhnlichem Umfang oder 
besonderer  Schwierigkeit  vorbehalten  -  Fr. 1'200.--  beträgt  (Art.  17b 
Abs. 5 AsylG i.V.m. Art.  7c Abs. 1 und 2 der  Asylverordnung 1 vom 
11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]),

dass  das  BFM  von  der  asylsuchenden  Person  einen  Gebührenvor-
schuss  in  der  Höhe  der  mutmasslichen  Verfahrenskosten  verlangen 
kann, wobei es zu dessen Leistung unter Androhung des Nichteintre-
tens eine angemessene Frist setzt (Art. 17b Abs. 3 AsylG),

dass auf einen solchen Gebührenvorschuss verzichtet wird, wenn die 
gesuchstellende  Person  bedürftig  ist  und  gleichzeitig  ihre  Begehren 
nicht  von vornherein aussichtslos erscheinen (Art. 17b Abs. 3 Bst. a 
und Abs. 2 AsylG), oder wenn das Asylgesuch von einer unbegleiteten 
minderjährigen Person stammt und zudem nicht von vornherein aus-
sichtslos erscheint (Art. 17b Abs. 3 Bst. b AsylG),

dass der Beschwerdeführer in seiner Eingabe vom 13. März 2007 we-
der ein Gesuch um Befreiung von der Erhebung eines Gebührenvor-
schusses  einreichte,  noch  seine  prozessuale  Bedürftigkeit  geltend 
machte oder nachwies, weshalb die Grundvoraussetzung für die Erhe-
bung eines Gebührenvorschusses in der Höhe der mutmasslichen Ver-
fahrenskosten  und  die  Androhung  des  Nichteintretens  im  Unterlas-
sungsfall erfüllt war (vgl. Art. 17b Abs. 4 i.V.m. Abs. 3 AsylG),

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dass in der Beschwerde vom 31. Mai 2007 lediglich der bereits akten-
kundige Sachverhalt in rudimentärer Form wiederholt und unter Beila-
ge von einem Internetausdruck der NZZ (datiert  vom 25. April  2007) 
sowie dem Ausdruck von zwei Mails (Mailabsender: UNNews@un.org, 
datiert vom 2. und 21. März 2007) auf die allgemeine Lage in Äthiopien 
und Eritrea verwiesen wird,

dass es der Beschwerdeführer indessen vollständig unterlässt zu er-
läutern, inwiefern das BFM zu Unrecht auf sein Wiedererwägungsge-
such vom 13. März 2007 nicht eingetreten sein soll,

dass wegen des fehlenden Bedürftigkeitsnachweises das BFM unab-
hängig von der Frage, ob die im Wiedererwägungsgesuch gestellten 
Begehren als von vornherein aussichtslos im Sinne von Art. 17b Abs. 2 
in fine AsylG zu beurteilen waren (vgl. hierzu BGE 129 I 129 E. 2.3.1 
S. 135 f.), zur Erhebung eines Gebührenvorschusses befugt war,

dass der Beschwerdeführer innert der bis zum 7. April 2007 laufenden 
Frist den vom BFM einverlangten Gebührenvorschuss von Fr. 1'200.-- 
nicht leistete,

dass  das  BFM somit  zu  Recht  auf  das  Widererwägungsgesuch  des 
Beschwerdeführers  vom 13. März  2007  nicht  eingetreten ist,  wie  es 
dies in der Zwischenverfügung vom 23. März 2007 angedroht hatte,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststelle 
oder unangemessen sei (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist,

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist, da die Beschwerde als 
aussichtslos zu qualifizieren ist,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten von Fr. 600.-- 
(Art. 1 - 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird ab-
gewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beila-
gen: Einzahlungsschein; 3 Fotos mit Originalcouvert, Bestätigungs-
schreiben datiert vom 12. Juli 2007 )

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie)

- den G._______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Thomas Wespi Regula Frey

Versand: 

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