# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e804b096-a801-5429-98de-1ead2748e726
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-09-09
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 09.09.2010 SK1 2010 36
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2010-36_2010-09-09.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 9. September 2010 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 10 36 [nicht/mündlich eröffnet]

Urteil
I. Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
Richter Präsident Brunner und Kantonsrichterin Michael Dürst
Redaktion Aktuar ad hoc Pers

In der strafrechtlichen Berufung

des A., Angeklagter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. 
Jean-Pierre Menge, Quaderstrasse 5, 7002 Chur, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 18. März 2010, mitgeteilt am 7. Juli 
2010, in Sachen der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , 
Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, Anklägerin und Berufungsbeklagte, gegen den 
Angeklagten und Berufungskläger,

betreffend Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz etc.,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. A. wurde am _ in Z. geboren, wo er zusammen mit drei Brüdern in eher 
schwierigen Verhältnissen bei der Mutter aufwuchs. In Z. besuchte er die Primar- 
und Realschule. Im Jahr 2000 begann er eine Lehre als Koch im Restaurant B., 
welche er im Jahr 2004 ohne Abschluss beendete. Danach arbeitete er noch 
einige Monate in besagtem Restaurant weiter. Von September 2004 bis Ende 
März 2005 war er arbeitslos und erhielt eine monatliche 
Arbeitslosenentschädigung in Höhe von ungefähr Fr. 3'000.--. Anschliessend trat 
er in das Einsatzprogramm ProWiv des KIGA Graubünden ein, in dessen Rahmen 
er von Juni 2005 bis April 2006 als Koch im Restaurant C. in Z. arbeitete und 
einen Nettolohn von Fr. 3'250.-- erzielte. Nach einem Temporärjob begann er im 
September 2006 im Restaurant D. in Z. zu arbeiten, wo er das dritte Jahr seiner 
Kochlehre absolvierte und einen Monatslohn von brutto Fr. 800.-- erhielt. Im Jahr 
2007 schloss er die Kochlehre mit Erfolg ab und war bis Februar/März 2008 
weiterhin im Restaurant D. arbeitstätig. In den Monaten Februar, März und Mai 
2008 befand er sich in Untersuchungshaft in Y., woraufhin er die Arbeitsstelle 
verlor und bei seiner Mutter in Z. lebte. Seit dem 18. September 2008 befindet er 
sich in der Strafanstalt E. in X. im Strafvollzug.

A. verfügt über kein Vermögen. Beim Betreibungsamt des Kreises Z. weist 
er 52 Betreibungen über insgesamt Fr. 49'851.05 und 23 offene Verlustscheine 
über Fr. 38'209.80 auf. Er ist ledig und hat keine Unterhalts- sowie 
Unterstützungspflichten.

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist A. mit fünf Eintragungen 
verzeichnet: Am 19. Januar 2005 wurde er vom Kreispräsidenten Z. mit einer 
Busse von Fr. 300.-- wegen mehrfacher Widerhandlung gegen das Waffengesetz 
bestraft. Am 12. Dezember 2006 wurde er vom Kantonsgericht Graubünden mit 
einer Gefängnisstrafe von 18 Monaten, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von 
3 Jahren, wegen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG, mehrfacher 
Widerhandlung gegen Art. 19a BetmG, mehrfachen Diebstahls etc. bestraft. Am 
17. Juli 2007 wurde er vom Kreispräsidenten Z. zu einer gemeinnützigen Arbeit 
von 240 Stunden und einer Busse von Fr. 500.-- wegen Fahrens in fahrunfähigem 
Zustand etc. bestraft. Dabei verzichtete der Kreispräsident auf den Widerruf der 
bedingt aufgeschobenen Vorstrafe vom 12. Dezember 2006, wobei er deren 
Probezeit um ein Jahr verlängerte und eine Verwarnung aussprach. Am 20. März 
2008 wurde er vom Kreispräsidenten Z. zu einer (unbedingten) Freiheitsstrafe von 
90 Tagen wegen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 BetmG und mehrfacher 

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Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG verurteilt. Bezüglich der Vorstrafe 
vom 12. Dezember 2006 wurde er erneut verwarnt. Schliesslich wurde A. am 11. 
September 2008 vom Kreisgericht Werdenberg-Sargans zu einer (unbedingten) 
Freiheitsstrafe von 13 Monaten und einer Busse von Fr. 300.-- wegen qualifizierter 
Widerhandlung gegen das BetmG etc. verurteilt. Dabei wurde die am 12. 
Dezember 2006 bedingt ausgefällte Freiheitsstrafe von 18 Monaten für vollziehbar 
erklärt.

Im SVG-Massnahmenregister (ADMAS) figuriert A. mit zwei Eintragungen: 
Am 11. November 2004 wurde er wegen Belästigung von Strassenbenützern und 
Anwohnern verwarnt und am 12. Januar 2005 entzog ihm das 
Strassenverkehrsamt Graubünden den Führerausweis wegen 
Betäubungsmittelkonsums auf unbestimmte Zeit.

A. befand sich vom 15. bis 17. August 2008 wegen des vorliegenden 
Verfahrens in Z. in Polizeihaft. Seit dem 18. September 2008 befindet er sich in 
der Strafanstalt E. im Strafvollzug, wo er sich durch ein anständiges und 
freundliches Benehmen auszeichnet. Im Zeitraum vom 23. Oktober 2008 bis zum 
2. Januar 2009 erhielt er neun Disziplinierungen, unter anderem wegen Besitzes 
von Heroin, Kokain, Haschisch und Marihuana. Er wurde dreimal auf Heroin, 
achtmal auf Kokain und dreimal auf Cannabis positiv getestet. Seit Januar 2009 
musste er nicht mehr diszipliniert werden. Er wird von der zuständigen 
Werkmeisterin des Wäschepools als guter, zuverlässiger und leistungswilliger 
Arbeiter bezeichnet. Seit seinem Eintritt in die Justizvollzugsanstalt nimmt er am 
Methadonprogramm teil, in dessen Rahmen er täglich zwischen 50 und 70 mg 
Methadon zu sich nimmt.

Im Zuge der durchgeführten Strafuntersuchung wurde A. durch Dr. med. F., 
Leitender Arzt Forensischer Dienst der Psychiatrischen Dienste Graubünden, 
einer psychiatrischen Begutachtung unterzogen. Der Gutachter gelangte dabei in 
seinem Gutachten vom 3. Dezember 2009 zum Schluss, dass A. zum Zeitpunkt 
der ihm vorgeworfenen Taten sowohl an einer aktiven Heroin- als auch an einer 
aktiven Kokainabhängigkeit gelitten habe. Darüber hinaus zeigten sich 
akzentuierte Persönlichkeitszüge mit vorwiegend dissozialen Anteilen. Die 
Schuldfähigkeit im Sinne von Art. 19 StGB sei nicht vermindert gewesen. 
Grundsätzlich sei er zur Einsicht in das Unrecht der ihm vorgeworfenen Taten 
fähig gewesen. Aufgrund der ausgeprägten Suchterkrankung und der damit 
verbundenen Persönlichkeitsdepravation sei seine Fähigkeit gemäss dieser 
Einsicht zu handeln aus gutachtlicher Sicht leichtgradig vermindert gewesen. 

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Sollte er wieder drogenrückfällig werden, bestehe die deutlich erhöhte Gefahr, 
wieder straffällig zu werden, wobei erneutes Handeln mit Drogen im Vordergrund 
stehe. Die Motivation für eine stationäre Massnahme sei nicht gegeben, so dass 
die Anordnung einer solchen auch nicht erfolgversprechend sei und aus 
gutachtlicher Sicht nicht empfohlen werden könne. Eine ambulante Massnahme 
könnte die Gefahr eines Rückfalls vermindern, weshalb eine solche zu empfehlen 
wäre. Diese könnte, wie bereits begonnen, zunächst vollzugsbegleitend, später 
dann ambulant durchgeführt werden. Ebenso wenig zu empfehlen sei schliesslich 
die Einweisung in eine Massnahmeanstalt für junge Erwachsene.   

B. Am 12. Dezember 2008 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden ein 
Strafverfahren gegen A. wegen Entwendung eines Personenwagens zum 
Gebrauch und wies die Untersuchung dem Untersuchungsrichteramt Z. zu. Der 
zuständige Untersuchungsrichter setzte mit Verfügung vom 11. Mai 2009 
Rechtsanwalt Dr. iur. Jean-Pierre Menge mit Wirkung ab dem 6. Mai 2009 als 
amtlichen Verteidiger von A. ein. Nachdem das Untersuchungsrichteramt Z. die 
erforderlichen Beweiserhebungen vorgenommen hatte, wurde die Untersuchung 
mit Verfügung vom 14. Dezember 2009 geschlossen. Mit Verfügung vom 20. 
Januar 2010 versetzte die Staatsanwaltschaft Graubünden A. wegen 
verschiedener Delikte in Anklagezustand. Dieser Anklage liegt gemäss 
Staatsanwaltschaft Graubünden folgender Sachverhalt zugrunde:

„1. Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG

1.1 Im Zeitraum zwischen dem 7. Mai 2008 und ca. dem 20. Juli 2008 
kaufte A. bei einem Albaner namens G. in W. mindestens 88.7 Gramm 
Heroin und bezahlte dafür ca. CHF 3'200.00. Mindestens 19.8 Gramm 
davon verkaufte resp. gab er an verschiedene Personen in Z. weiter. 
In der gleichen Zeitspanne kaufte er bei einem Schwarzafrikaner in V. 
mindestens 27.7 Gramm Kokain und bezahlte dafür rund CHF 
1'900.00. Mindestens 1.1.Gramm davon verkaufte oder gab er an 
verschiedene Drogenkonsumenten weiter.

Im Einzelnen handelt es sich um folgende Fälle:

a) Am 15. August 2008 übergab er H. 0.2 Gramm  Heroin und 0.2 
Gramm Kokain.

b) Zwischen dem 9. und dem 15. August 2008 übergab er I. 
mindestens 0.4 Gramm Heroin und 0.1 Gramm Kokain. Diese und 
ihr Freund J. schenkten ihm dafür am 14. August 2004 2.4 Gramm 
Haschisch.

c) Zwischen dem 20. Juli und dem 27. Juli 2008 verkaufte er K. 0.5 
Gramm Heroin und 0.3 Gramm Kokain für insgesamt CHF 80.00. 
Dabei erzielte er einen Gewinn von CHF 10.00.

d) Zwischen dem 20. Juli und dem 27. Juli 2008 verkaufte er L. unter 
zwei Malen insgesamt 1.00 Gramm Heroin für CHF 100.00.

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e) Ende Juni 2008 verkaufte er M. 5 Gramm Heroin für CHF 250.00.

f) Ende Juli 2008 verkaufte er N. 0.40 Gramm Heroin für CHF 80.00.

g) Ende Juli 2008 übergab er O. 0.3 Gramm Heroin. Im Gegenzug 
erhielt er 80 Milligramm Methadon.

h) Anfangs August 2008 verkaufte er P. 0.5 Gramm Kokain für CHF 
50.00.

i) Zwischen August und anfangs September 2008 verkaufte er Q. 
mindestens 12 Gramm Heroin. Dafür bezahlte Q. zwischen CHF 
400.00 und CHF 500.00.

Am 15. August 2008 wurden in der Wohnung von A. an der U. in Z. 
35.4 Gramm Heroin, 8.3 Gramm Kokain und 2.4 Gramm Haschisch 
und CHF 1'500.00 sichergestellt (Kapo Lager Nr. 267/08; SD 4). A. 
beabsichtigte, 10 Gramm des sichergestellten Heroins an Q. zu 
verkaufen. Die restlichen Drogen waren hauptsächlich für den 
Eigenkonsum bestimmt. Das Geld, welches für die Beschaffung von 
Drogen für Dritte bestimmt war, und die sichergestellten Drogen 
wurden am 18. Mai 2009 untersuchungsrichterlich beschlagnahmt.

Die Auswertung des am 15. August 2008 bei A. sichergestellten 
Heroins, welches bei „G.“ gekauft wurde, ergab einen Reinheitsgehalt 
(DAM-Base) von 39%. Ausgehend von diesem Reinheitsgrad 
verkaufte resp. beabsichtigte zu verkaufen resp. gab A. in der 
genannten Zeitspanne insgesamt 11.62 Gramm reines Heroin ab (19.8 
+ 10 Gramm Heroin). Die Auswertung des am gleichen Tag 
sichergestellten Kokains ergab einen Reinheitsgehalt (Cocain-Base) 
von 40%. Ausgehend von diesem Reinheitsgrad verkaufte resp. gab A. 
insgesamt 0.44 Gramm reines Kokain ab.

1.2 Im Sommer 2008 kaufte A. von einem gewissen R. in T. 50 Gramm 
Heroin für insgesamt CHF 1'200.00. Wegen der schlechten Qualität 
des Heroins gab er es dann dem Verkäufer zurück. Bei der Rückgabe 
des Heroins erhielt er vom Verkäufer weitere 100 Gramm Heroin, ohne 
sie bezahlen zu müssen. Wegen der schlechten Qualität auch dieses 
Heroins, gab er 75 bis 80 Gramm davon an S. in ZZ. weiter. Dieser 
gab ihm im Gegenzug andere 100 Gramm Heroin, wovon er aber nur 
50 Gramm, zu einem Preis von CHF 2'000.00, bezahlen musste. 
Nebst diesen 100 Gramm Heroin kaufte er noch unter mehreren Malen 
bei S. und BB. in ZZ. weitere 400 Gramm Heroin. Für insgesamt 500 
Gramm Heroin bezahlte er CHF 17'000.00.

Mindestens 300 Gramm dieses Heroins verkaufte resp. übergab er an 
folgende Personen:

a) Im Zeitraum zwischen August und Mitte September 2008 besorgte 
er CC. unter vier Malen insgesamt 200 Gramm Heroin.

b) Im Zeitraum zwischen August und Mitte September 2008 besorgte 
er Q. unter vier Malen insgesamt 60 Gramm Heroin für insgesamt 
CHF 2'400.00. Dabei verdiente er nichts, wobei er beim Kauf des 
Heroins vom Dealer jeweils etwas mehr Heroin für sich erhielt.

c) Im Zeitraum zwischen August und Mitte September 2008 gab er 
DD. mindestens 40 Gramm Heroin ab.

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Im Zeitraum zwischen August 2008 und Mitte September 2008 kaufte 
zudem K. über A. mindestens 40 Gramm Heroin bei S. und BB.. Bei 
den Retourfahrten von ZZ. nach Z. gab A. K. zusätzlich mindestens 
0.6 Gramm Heroin zum Gemeinschaftskonsum ab.

Geht man aufgrund der letzten, vor dem Untersuchungsrichter am 31. 
August 2009 gemachten Angaben des Angeklagten aus, ist zu seinen 
Gunsten von einem durchschnittlich schlechten bis mittelmässigen 
Reinheitsgrad des in ZZ. gekauften Heroins von mutmasslich 20% 
auszugehen. Somit hat er in der genannten Zeitspanne (bei insgesamt 
340.6 Gramm Heroin) Handel mit ca. 68.12 Gramm reinem Heroin 
betrieben.

1.3 Anlässlich der Festnahme des Angeklagten am 18. September 2008 
wurden CHF 905.80 und EUR 100.00 sichergestellt. Dieses Geld war 
für den Kauf von Drogen bestimmt. Die Verbindungsaufnahme mit den 
Drogenabnehmern und -lieferanten erfolgte meist per Telefon. Zwei 
Mobiltelefone des Angeklagten (Sony Ericsson, K800i, mit der 
Rufnummer _) und (Nokia, 6110 Navigator [ohne SIM-Karte]) wurden 
am 18. September 2008 von der Polizei sichergestellt. Das Geld und 
diese Mobiltelefone wurden am 18. Mai 2009 untersuchungsrichterlich 
beschlagnahmt.

2. mehrfache Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG 

In der Zeitspanne vom 7. Mai 2008 bis am 31. Juli 2009 konsumierte 
der Angeklagte rund 280 Gramm Heroin und 17.5 Gramm Kokain.

3. Entwendung eines Personenwagens zum Gebrauch gemäss Art. 94 
Ziff. 1 Abs. 1 SVG und Fahren trotz Führerausweisentzugs gemäss 
Art. 95 Ziff. 2 SVG 

Mit Verfügung vom 12. Januar 2005 entzog das Strassenverkehrsamt 
Graubünden A. den Führerausweis für sämtliche Kategorien, 
Unterkategorien und Spezialkategorien vorsorglich auf unbestimmte 
Zeit. Am Nachmittag des 18. September 2008 entwendete der 
Angeklagte das Motorfahrzeug Fiat Bravo, Kontrollschild GR_, von 
DD.. In der Folge lenkte er es trotz Führerausweisentzugs von Z. bis 
YY. und von dort zurück nach Z..

4. Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB

Am 3. Juli 2008 sandte A. EE. mit dem Mobiltelefon von O. folgende 
SMS-Nachricht: „I han dier gseit, misch di nit in mini bezühig i!!! du 
häsches glich gmacht und darum sägi dier etz, gnüss dia täg wo da no 
häsch, keina weiss wens passiert. Denk bald“. Dabei setzte der 
Angeklagte EE. in Angst und Schrecken.

Am 3. Juli 2008 stellte EE. Strafantrag gegen A. wegen Drohung.

5. Missbrauch einer Fernmeldeanlage gemäss Art. 179septies StGB

Zwischen dem 28. April 2008 und dem 3. Juli 2008 belästigte A. 5 Mal 
durch Telefonanrufe und zweimal per SMS EE., weil dieser eine 
Beziehung zu seiner Ex-Freundin hatte. Dabei verwendete A. sein 
Mobiltelefon und die Mobiltelefone von N. und O..

Am 3. Juli 2008 stellte EE. Strafantrag gegen A. wegen Missbrauchs 
einer Fernmeldeanlage.“

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C. Anlässlich der Hauptverhandlung vor Bezirksgericht Plessur vom 18. März 
2010 erklärte sich A. bereit, sich der im Gutachten vom 3. Dezember 2009 
vorgeschlagenen ambulanten Therapie zu unterziehen, zumal er im Strafvollzug 
bereits damit angefangen habe. Den ihm zur Last gelegten Sachverhalt 
anerkannte er mehrheitlich, stellte jedoch den Verkauf von 5 Gramm Heroin für Fr. 
250.-- an M. Ende 2008 sowie denjenigen von 12 Gramm Heroin an Q. in Abrede. 
Weiter treffe es nicht zu, dass er das Fahrzeug seiner Freundin DD. ohne deren 
Einverständnis genommen habe; sie habe gewusst, dass er an diesem Tag mit 
ihrem Fahrzeug von Z. nach Zürich und wieder zurückfahren werde.

Die Staatsanwaltschaft Graubünden stellte in der Ergänzung der 
Anklageschrift vom 20. Januar 2010 folgende Anträge:

„1. A. sei der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG, der 
mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG, der 
Entwendung eines Personenwagens zum Gebrauch gemäss Art. 94 
Ziff. 1 Abs. 1 SVG und des Fahrens trotz Führerausweisentzugs 
gemäss Art. 95 Ziff. 2 SVG, der Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB 
sowie des Missbrauch einer Fernmeldeanlage gemäss Art. 179septies 
StGB schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei er - teilweise im Zusatz zum Entscheid vom 11. September 
2008 - zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten sowie einer Busse von 
Fr. 300.--, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 5 Tagen, zu 
bestrafen.

Die erstandene Polizeihaft von 3 Tagen sei an die Freiheitsstrafe 
anzurechnen.

3. Für die Dauer des Strafvollzugs sei vollzugsbegleitend eine ambulante 
therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 63 StGB anzuordnen. 
Im Rahmen der Behandlung wird an den möglichen 
Problemlösestrategien und an der Sicherung der Abstinenzmotivation 
zu arbeiten sein.

4. Das beschlagnahmte Geld (insgesamt CHF2’405.80 und EUR 100.00), 
die beschlagnahmten Drogen (35.4 Gramm Heroin, 8.3 Gramm Kokain 
und 2.4 Gramm Haschisch) und die Mobiltelefone seien gerichtlich 
einzuziehen.

5. Kostenfolge sei die gesetzliche.“

In seinem Schlusswort hielt der Angeklagte fest, die Inhaftierung habe es 
ihm ermöglicht, von den Drogen wegzukommen und längere Zeit abstinent zu 
sein. Er sei davon überzeugt, dass er sich zukünftig auch in Freiheit von Drogen 
fernhalten könne. Er wünsche sich nichts sehnlicher als ein geordnetes Leben mit 
einer eigenen Familie.

D. Mit Urteil vom 18. März 2010, mitgeteilt am 7. Juli 2010, erkannte das 
Bezirksgericht Plessur wie folgt:

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„1. A. ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG, 
der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG, der 
Entwendung eines Personenwagens zum Gebrauch gemäss Art. 94 
Ziff. 1 Abs. 1 SVG, des Fahrens trotz Führerausweisentzuges gemäss 
Art. 95 Ziff. 2 SVG, der Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB sowie 
des Missbrauchs einer Fernmeldeanlage gemäss Art. 179septies StGB.

2. Dafür wird er - teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des Kreisgerichtes 
Werdenberg-Sargans vom 11. September 2008 - zu einer 
Freiheitsstrafe von 20 Monaten sowie einer Busse von CHF 300.00 
verurteilt. Die erstandene Polizeihaft von 3 Tagen ist an die 
Freiheitsstrafe anzurechnen.

3. Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 3 Tage. Sie tritt an die 
Stelle der Busse, soweit A. dieselbe schuldhaft nicht bezahlt.

4. Für die Dauer des Strafvollzuges wird vollzugsbegleitend eine 
ambulante therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 63 StGB 
angeordnet. Im Rahmen der Behandlung ist an möglichen 
Problemlösestrategien und der Sicherung der Abstinenzmotivation zu 
arbeiten.

5. Das beschlagnahmte Geld (insgesamt CHF 2'405.80 und EUR 
100.00), die beschlagnahmten Drogen (35.4 Gramm Heroin, 8.3 
Gramm Kokain und 2.4 Gramm Haschisch) sowie die Mobiltelefone 
werden gerichtlich eingezogen. Die Drogen sind zu vernichten und die 
Mobiltelefone, sofern möglich, zu verwerten, ansonsten zu vernichten.

6. a) Die Kosten des Verfahrens von CHF 11'679.80 
(Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 
5'787.60, Gerichtskosten von CHF 1'500.00 und Honorar der 
amtlichen Verteidigung von CHF 4'392.20) gehen zu Lasten des 
Verurteilten.

b) Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden vorschussweise aus 
der Gerichtskasse beglichen.

c) Die Kosten der angerechneten Polizeihaft sowie des Strafvollzugs  
gehen zu Lasten des Kantons Graubünden. Die Kosten des 
Massnahmevollzugs sind von der Stadt Z. zu tragen. Der Verurteilte 
hat sich daran sowie an den Kosten für den Strafvollzug nach 
Massgabe von Art. 380 Abs. 2 StGB zu beteiligen.

7. (Rechtsmittelbelehrung).

8. (Mitteilung).“

E. Gegen dieses Urteil erhob A. mit Eingabe vom 13. Juli 2010 Berufung an 
das Kantonsgericht Graubünden mit folgendem Rechtsbegehren:

„1. Die ausgefällte Freiheitsstrafe von 20 Monaten gemäss Ziff. 2 des 
Urteils des Bezirksgerichts Plessur vom 18.03.2010 sei auf 8 Monate 
zu reduzieren.

2. Dem Berufungskläger sei der bedingte ev. der teilbedingte Strafvollzug 
zu gewähren. Die Aufteilung wird in das Ermessen des Gerichtes 
gestellt.

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3. Die Verfahrenskosten gemäss Ziff. 6a des Urteils des Bezirksgerichts 
Plessur vom 18.03.2010 seien entsprechend dem Verfahrensausgang 
neu festzulegen bzw. dem Kanton Graubünden zu überbinden.

4. Der Unterzeichnete sei für das Verfahren vor Kantonsgericht als amt- 
licher Verteidiger des Berufungsklägers einzusetzen.

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7,6% MWSt.“

Die Verteidigung macht im Wesentlichen geltend, die von der Vorinstanz 
ausgefällte Strafe sei unverhältnismässig hoch und somit rechtswidrig und 
unangemessen. Dem Verschulden des Berufungsklägers erscheine vielmehr eine 
Freiheitsstrafe von 8 Monaten als angemessen.

Mit Schreiben vom 27. Juli 2010 verzichtete das Bezirksgericht Plessur 
unter Einreichung der Akten auf eine Vernehmlassung. Mit Vernehmlassung vom 
4. August 2010 beantragte die Staatsanwaltschaft Graubünden die Abweisung der 
Berufung und die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

Auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil sowie auf die Ausführungen in 
den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen.

II. Erwägungen

1.a) Gegen Urteile der Bezirksgerichte können der Verurteile und der 
Staatsanwalt beim Kantonsgericht Berufung erheben (Art. 141 Abs. 1 des 
kantonalen Gesetzes über die Strafrechtspflege [StPO; BR 350.000]. Dazu ist die 
schriftliche Berufung innert zwanzig Tagen seit der schriftlichen Eröffnung des 
angefochtenen Entscheids einzureichen. Sie ist zu begründen und hat darzutun, 
welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheids gerügt werden und ob das ganze 
Urteil oder lediglich Teile davon angefochten werden (Art. 142 Abs. 1 StPO). 
Diesen Anforderungen vermag die vorliegende, frist- und formgerecht eingereichte 
Berufung zu genügen, weshalb auf sie einzutreten ist.

b) Die I. Strafkammer des Kantonsgerichts überprüft das erstinstanzliche Urteil 
in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht im Rahmen der gestellten Anträge frei 
(Art. 146 Abs. 1 StPO). Sie besitzt somit eine umfassende, uneingeschränkte 
Kognitionsbefugnis, und zwar auch in Bezug auf Ermessensfehler, obschon sie 
sich bei deren Überprüfung eine gewisse Zurückhaltung auferlegt. Wenn die 
Aktenlage die Beurteilung zulässt und keine Verletzung des rechtlichen Gehörs 
vorliegt, oder der Mangel geheilt ist, entscheidet die I. Strafkammer in der Sache 

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selbst (Art. 146 Abs. 2 StPO, e contrario). Die Rückweisung an die Vorinstanz 
bildet die Ausnahme (vgl Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des 
Kantons Graubünden, 2. Aufl., Z. 1996, S. 376).

2. Der Vorsitzende führt gemäss Art. 144 Abs. 1 StPO von Amtes wegen oder 
auf Antrag eine mündliche Berufungsverhandlung durch, wenn die persönliche 
Befragung des Angeklagten für die Beurteilung der Streitsache wesentlich ist. Ein 
dementsprechender Antrag wurde vom Berufungskläger nicht gestellt. Sie ist im 
vorliegenden Fall auch nicht als notwendig angezeigt. Deshalb trifft das 
Kantonsgericht seinen Entscheid ohne Parteivortritt auf Grund der Akten (Art. 144 
Abs. 3 StPO).

3. A. stellt in der Berufungsschrift den Antrag, Rechtsanwalt Dr. iur. Jean-
Pierre Menge sei auch für das Berufungsverfahren als sein amtlicher Verteidiger 
einzusetzen. Zieht der Angeklagte nicht einen privaten Verteidiger auf eigene 
Kosten bei, so bestellt ihm der Präsident unter Berücksichtigung berechtigter 
Wünsche einen amtlichen Verteidiger, wenn die Anklage vor Gericht mündlich 
vertreten wird, wenn die Anklage eine Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren 
oder eine Massnahme im Sinne von Art. 59, Art. 60, Art. 61 und Art. 64 des 
Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB; SR 311.0) beantragt oder wenn die 
tatsächliche oder rechtliche Schwierigkeit des Falles es rechtfertigt (Art. 144 Abs. 
2 StPO in Verbindung mit Art. 102 Abs. 1 StPO). Im vorliegenden Fall sind 
rechtliche Fragen zu beurteilen, welche es A. nicht ermöglichen würden, sich 
selbst zu verteidigen. Die rechtliche Schwierigkeit ist ausgewiesen und evident. 
Der Berufungskläger hat mithin gemäss Gesetz Anspruch auf einen amtlichen 
Verteidiger. Die beantragte amtliche Verteidigung von Rechtsanwalt Dr. iur. Jean-
Pierre Menge wird daher bewilligt.

4. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden einzig die Höhe der 
festgesetzten Freiheitsstrafe von 20 Monaten und somit die Strafzumessung sowie 
die Frage des bedingten bzw. teilbedingten Strafvollzugs. Nicht bestritten werden 
mit der Berufung der Schuldspruch an sich sowie der noch im Verfahren vor der 
Vorinstanz in Abrede gestellte Vorwurf, der Berufungskläger habe Q. im 
August/September 2008 12 Gramm Heroin verkauft. Ebenso wenig wird die 
verhängte Busse von Fr. 300.-- angefochten. Mit Bezug auf die Freiheitsstrafe wird 
seitens der Verteidigung beantragt, diese von 20 Monaten auf 8 Monate zu 
reduzieren. Die von der Vorinstanz ausgesprochene Freiheitsstrafe von 20 
Monaten sei unverhältnismässig hoch und somit rechtswidrig und unangemessen.

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5.a) Der Berufungskläger wurde von der Vorinstanz eines Verbrechens (Art. 19 
Ziff. 2 des Betäubungsmittelgesetzes [BetmG; SR 812.121] in Verbindung mit Art. 
10 Abs. 2 StGB) sowie mehrerer Vergehen (Art. 180 Abs. 1 StGB, Art. 94 Ziff. 1 
Abs. 1 und Art. 95 Ziff. 2 des Strassenverkehrsgesetzes [SVG; SR 741.01] in 
Verbindung mit Art. 10 Abs. 3 StGB) verurteilt. Die für die Übertretungen nach Art. 
19a Ziff. 1 BetmG und Art. 179septies StGB ausgesprochene Busse von Fr. 300.-- 
wurde mit der Berufung nicht angefochten und ist deshalb nicht Gegenstand des 
vorliegenden Verfahrens. Dass vorliegend der Qualifikationsgrund des schweren 
Falles nach Art. 19 Ziff. 2 BetmG gegeben ist, wird auch seitens der Verteidigung 
nicht bestritten. Grundlage für die Strafzumessung bildet demnach der in Art. 19 
Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 19 Ziff. 2 BetmG vorgesehene Strafrahmen von 
Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr, womit eine Geldstrafe verbunden werden 
kann. Die Höchststrafe stellt eine Freiheitsstrafe von 20 Jahren dar (Art. 40 StGB).

b)  Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem 
Verschulden des Täters zu und berücksichtigt dabei das Vorleben und die 
persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. 
Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des 
betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den 
Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter 
nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder 
Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Je leichter es für ihn gewesen 
wäre, die von ihm übertretene Norm zu respektieren, desto schwerer wiegt die 
Entscheidung gegen sie und damit seine Schuld (vgl. Trechsel/Affolter-Eijsten, 
Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, Zürich 2008, N 21 zu Art. 47 
StGB; Wiprächtiger, Basler Kommentar, Strafrecht I, 2. Aufl., Basel 2007, N 65 zu 
Art. 47 StGB). Daraus geht hervor, dass sich die Strafe grundsätzlich auf die 
Schuld bezieht. Wie nach altem soll auch nach geltendem Recht das Verschulden 
die Strafe begründen und nach oben begrenzen, wobei Verschulden im Sinne 
dieser Bestimmung das Mass der Vorwerfbarkeit des Rechtsbruchs ist (vgl. 
Wiprächtiger, a.a.O., N 10 ff. zu Art. 47 StGB). Folglich ist die Strafzumessung 
innerhalb des zulässigen Strafrahmens und unter Berücksichtigung allfälliger 
Strafminderungs- und Strafmilderungsgründe sowie Straferhöhungs- und 
Strafschärfungsründe im Wesentlichen eine Frage des Ermessens, bei dessen 
Überprüfung sich das angerufene Gericht als Rechtsmittelinstanz Zurückhaltung 
aufzuerlegen hat und nicht ohne Not in das Ermessen der Vorinstanz eingreift.

Für die Bestimmung der Höhe der Strafe hat das Gericht das Vorliegen von 
Strafmilderungs-, Strafschärfungs-, Strafminderungs- und Straferhöhungsgründen 

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zu prüfen: Strafmilderungsgründe im Sinne von Art. 48a StGB (wie die 
verminderte Schuldfähigkeit nach Art. 19 Abs. 2 StGB) und der 
Strafschärfungsgrund der Konkurrenz gemäss Art. 49 StGB können zu einer 
Erweiterung des Strafrahmens nach unten oder oben führen. Strafminderungs- 
und Straferhöhungsgründe sind hingegen Kriterien, die innerhalb des ordentlichen 
Strafrahmens im Rahmen der Strafzumessung nach Art. 47 StGB zu 
berücksichtigen sind (vgl. Schwarzenegger/Hug/Jositsch, Strafrecht II, 8. Aufl., 
Zürich 2007, S. 58).

c) Hat das Gericht eine Tat zu beurteilen, die der Täter begangen hat, bevor 
er wegen einer anderen Tat verurteilt worden ist, so bestimmt es die Zusatzstrafe 
in der Weise, dass der Täter nicht schwerer bestraft wird, als wenn die strafbaren 
Handlungen gleichzeitig beurteilt worden wären (Art. 49 Abs. 2 StGB). Das 
Kreisgericht Werdenberg-Sargans hat den Berufungskläger mit Urteil vom 11. 
September 2008 der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 BetmG, der mehrfachen 
Widerhandlung gegen Art. 19a BetmG, der Hehlerei gemäss Art. 160 StGB, der 
geringfügigen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 in Verbindung mit Art. 172ter 
StGB, der Entwendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch gemäss Art. 94 Ziff. 1 
Abs. 1 SVG sowie des mehrfachen Führens eines Personenwagens trotz 
Ausweisentzugs gemäss Art. 95 Ziff. 2 SVG schuldig gesprochen und dafür eine 
Freiheitsstrafe von 13 Monaten ausgesprochen. Diese Straftaten wurden von 
Herbst 2007 bis April 2008 begangen. Die vom Berufungskläger für das 
vorliegende Verfahren massgeblichen Straftaten wurden teils vor (Widerhandlung 
gegen Art. 19 Ziff. 2 BetmG und Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB), teils 
nach (Entwendung eines Personenwagens zum Gebrauch gemäss Art. 94 Ziff. 1 
Abs. 1 SVG und Fahren trotz Führerausweisentzugs gemäss Art. 95 Ziff. 2 SVG) 
der Verurteilung durch das Kreisgericht Werdenberg-Sargans begangen. Da die 
beiden nach der früheren Verurteilung begangenen Straftaten weniger schwer 
wiegen als diejenigen davor, ist zunächst die Zusatzstrafe für die vor der früheren 
Verurteilung begangenen Straftaten festzulegen und diese anschliessend unter 
Berücksichtigung der zusätzlichen Straftaten angemessen zu erhöhen. Die 
diesbezüglichen Ausführungen der Vorinstanz erweisen sich als zutreffend und es 
wurde zu Recht eine teilweise Zusatzstrafe zum Urteil des Kreisgerichts 
Werdenberg-Sargans vom 11. September 2008 verhängt.

d) Das Verschulden des Berufungsklägers wiegt - wie die Vorinstanz 
zutreffend ausgeführt hat - schwer. Die Menge der umgesetzten Drogen ist zwar 
für die Strafzumessung nicht von ausschlaggebender Bedeutung, sie bildet 
indessen einen ersten massgeblichen Anhaltspunkt für den kriminellen Willen des 

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Täters (BGE 121 IV 193 E.2b/aa S. 196 = Pra. 85 (1996) Nr. 28 E. 2.b/aa S. 71 f.). 
Auch der Gesetzgeber hat bei der Umschreibung des schweren Falles dem 
quantitativen Aspekt erhebliches Gewicht beigemessen. Dies sicher zu Recht, 
denn wer eine grosse Menge Rauschgift in Umlauf bringt und damit Leben und 
Gesundheit vieler Menschen gefährdet, nimmt eine besonders skrupellose und 
menschenverachtende Haltung ein und dokumentiert ein bedenkliches Mass an 
Gleichgültigkeit und mangelnder Achtung vor Leib und Leben seiner Mitmenschen, 
was grundsätzlich ein hohes Verschulden offenbart. Der Berufungskläger hat über 
einen Zeitraum von rund einem Jahr 94.84 g  reines Heroin (79.04 g + 15.8 g 
[Urteil des Kreisgerichts Werdenberg-Sargans]), 5.44 g reines Kokain (0.44 g + 5 g 
[Urteil des Kreisgerichts Werdenberg-Sargans]) sowie 2.4 g Haschisch unter 
mehreren Malen an verschiedene Personen abgegeben, eine solche Abgabe 
beabsichtigt oder Dritten beim Erwerb von Heroin geholfen. Somit hat der 
Berufungskläger den für die Annahme eines schweren Falles massgeblichen 
Grenzwert von 12 g reinem Heroin um beinahe das Achtfache überschritten. Er 
hat augenscheinlich eine erhebliche Menge reines Heroin in Umlauf gebracht und 
damit eine abstrakte Gefahr für die Gesundheit sehr vieler Menschen geschaffen. 
Die Ausführungen der Vorinstanz, wonach den Berufungskläger in objektiver 
Hinsicht ein erhebliches Verschulden treffe, sind damit nicht zu beanstanden.

Daran vermag auch der hierzu vorgebrachte Einwand der Verteidigung 
nichts zu ändern. Sie macht geltend, die Vorinstanz sei im angefochtenen Urteil zu 
Unrecht von einer Gesamtmenge des gehandelten reinen Heroins von 79.74 g 
(recte: 79.04 [vgl. angefochtenes Urteil S. 20 und 31]) ausgegangen. Die 
Vorinstanz habe diese Menge seinem Urteil zugrunde gelegt, obschon es auf S. 
15 des angefochtenen Urteils zum Schluss gekommen sei, dass dem 
Berufungskläger der Verkauf von 5 g Heroin an M. nicht rechtsgenüglich 
nachgewiesen werden könne. Daher seien diese 5 g Heroin von der eingeklagten 
Heroinmenge abzuziehen, so dass es sich noch um eine reine Heroinmenge von 
74.75 g (recte: 74.04 g) handle. Diese Argumentation zielt ins Leere. Es trifft zwar 
zu, dass die Vorinstanz festgehalten hat, dass es der Anklage nicht gelungen sei, 
mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen, dass der 
Berufungskläger 5 g Heroin an M. veräussert habe, weshalb er für diesen 
Sachverhalt nicht verurteilt werden dürfe (vgl. angefochtenes Urteil S. 15). Aus 
diesem Grund wurden diese 5 g Heroin in der Folge entgegen der Auffassung des 
Verteidigers auch nicht in die Berechnung der gesamten verkauften Heroinmenge 
einbezogen. Dies ergibt sich aus Seite 17 des angefochtenen Urteils, wo 
verschiedene Abnehmer aufgeführt werden, nicht jedoch M.. Sodann verkennt der 

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Verteidiger, dass es sich bei der von ihm geltend gemachten Heroinmenge nicht 
um reines Heroin handelt. Vielmehr ist auch bei dieser Menge von einem 
Reinheitsgehalt von 39% auszugehen, woraus im Ergebnis eine Menge von 1.95 g 
reinem Heroin resultiert. Selbst wenn somit dem Einwand der Verteidigung gefolgt 
wird, würde der geltend gemachte Abzug nur in einem äusserst bescheidenen 
Umfang ausfallen. Eine derartige Reduktion ist im vorliegenden Fall für die 
Strafzumessung jedoch ohnehin nicht von Bedeutung. Die Verteidigung lässt 
nämlich darüber hinaus noch ausser Acht, dass im vorliegend massgebenden 
Gesamtbereich, der - wie bereits erwähnt - doch deutlich über dem Grenzwert 
eines schweren Falles der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 
liegt, die genaue Drogenmenge ganz erheblich an Bedeutung verliert (vgl. Urteil 
des Bundesgerichts vom 12. Mai 2005, 6S.465/2004, E. 3.1). Das Verschulden 
nimmt nämlich nicht proportional zur gehandelten Drogenmenge zu, da diese nur 
ein Kriterium der Verschuldensbeurteilung neben vielen anderen darstellt. Deshalb 
spielt die genaue Drogenmenge in jenen Fällen, in denen die Grenze zum 
schweren Fall der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz klar 
überschritten wird, keine entscheidende Rolle. Es genügt in diesen Fällen 
vielmehr, die Grössenordnung zu kennen. Anders wäre nur dann zu entscheiden, 
wenn die Abweichung grösser wäre, nämlich dergestalt dass sie ins Gewicht fallen 
würde, oder wenn bei Mengen um die 12 g herum die Frage relevant würde, ob 
ein schwerer Fall gegeben sei (vgl. zum Ganzen Urteil der I. Strafkammer des 
Kantonsgerichts Graubünden vom 5. August 2010, SK1 10 24, E. 8.e).

e) Ausgehend von dem von Thomas Hansjakob in der Schweizerischen 
Zeitschrift für Strafrecht publizierten Tarif (Hansjakob, Strafzumessung in 
Betäubungsmittelfällen - eine Umfrage der KSBS, in: ZStrR 115/1997, S. 233 ff.) 
käme nach Auffassung der Verteidigung bei einem nota bene nicht süchtigen und 
nicht geständigen Händler eine Strafe von unter 24 Monaten in Frage. Davon 
erhielten Süchtige einen Abzug von einem Fünftel bis einem Drittel. Zusätzlich 
habe ein Abzug für geständige Täter in der gleichen Grössenordnung zu erfolgen. 
Ausgehend vom erwähnten Tarif müsste beim Berufungskläger unter 
Berücksichtigung seiner Vorstrafen, welche strafschärfend ins Gewicht fielen, eine 
60% bis 50%ige Reduktion der Strafe erfolgen. Weiter hätten sich auch Peter Frei 
und Carlo Ranzoni mit einem Strafzumessungstarif bei Betäubungsmitteln 
auseinandergesetzt (Frei/Ranzoni, Strafzumessung im Betäubungsmittelhandel, 
in: AJP 11/1995, S. 1439 ff.). Frei/Ranzoni wären zur Überzeugung gelangt, dass 
bei Süchtigen die Grenze von 18 Monaten Freiheitsstrafe generell nicht 
überschritten werden solle. Dies gelte natürlich auch für schwere Fälle. Eine 

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Ausnahme bestehe bei Tätern, welche im grösseren Stil Handel trieben, was aber 
vorliegend nicht der Fall sei. Auf den vorliegenden Fall angewandt ergäbe sich aus 
dem Gesagten eine Freiheitsstrafe von 12 Monaten. Im Weiteren rügt die 
Verteidigung, dem angefochtenen Urteil könne nicht entnommen werden, wie sich 
die leichtgradig verminderte Schuldfähigkeit des Berufungsklägers auf das 
Strafmass auswirke. Unter Hinweis auf den Praxiskommentar von Stefan Trechsel 
wird geltend gemacht, dass in der Praxis die Herabsetzung der Schuldfähigkeit 
regelmässig gewichtet werde - in leichtem Grade mit 25%, in mittlerem mit 50% 
und in schwerem mit 75%. Ausserdem sei aktenmässig erstellt, dass der 
Berufungskläger seit Jahren an der Drogensucht leide und davon nicht loskomme. 
So gehe auch das Gutachten der Klinik Beverin bei der Tatbegehung von 
psychischen und Verhaltensstörungen, Störungen durch Opioide und ständigem 
Substanzgebrauch aus. Unter diesen Voraussetzungen könnten aber auch seine 
Rückfälle nicht erheblich als strafschärfend ins Gewicht fallen. Gehe man somit 
von einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten aus, welche als Zusatzstrafe auszufällen 
wäre, so resultiere nach einem weiteren Abzug von einem Viertel noch eine 
Freiheitsstrafe von 8 Monaten.

Diesbezüglich ist zunächst festzuhalten, dass der Richter, unter Vorbehalt 
gewisser Ausnahmen, nicht verpflichtet ist, im Urteil in absoluten Zahlen oder in 
Prozenten anzugeben, inwieweit er bestimmte strafzumessungsrelevante 
Tatsachen straferhöhend oder strafmindernd berücksichtigt hat. Er muss von 
Bundesrechts wegen auch nicht eine Einsatzstrafe festsetzen, die er bei Fehlen 
bestimmter Strafschärfungs- und Strafmilderungsgründe sowie anderer 
gewichtiger Faktoren ausgefällt hätte. Der Richter ist bundesrechtlich nicht 
verpflichtet, sich bei den einzelnen Teilschritten der Urteilsbegründung auf 
bestimmte Zahlenangaben festzulegen. Es kommt insoweit allein darauf an, dass 
die gefundene Strafe insgesamt, das heisst unter gesamthafter Berücksichtigung 
aller massgeblichen Strafzumessungsgesichtspunkte, im Ergebnis 
bundesrechtlich vertretbar ist (vgl. zum Ganzen BGE 126 IV 101 E. 2.c S. 104; 
121 IV 49 E. 2.a/aa S. 56 f., beide mit zahlreichen Hinweisen, sowie Urteil des 
Bundesgerichts vom 19. November 2008, 6B_116/2008, E. 1.2). Gerade in 
Betäubungsmittelfällen hat das Kantonsgericht bis anhin bewusst darauf 
verzichtet, eine Einsatzstrafe zu nennen, weil die Versuchung gross erscheint, 
diese Einsatzstrafe in Verbindung zur Drogenmenge zu setzen und so 
gewissermassen einen Tarif zu entwickeln. Die Einsatzstrafe ist jedoch nicht eine 
feststehende Grösse, unter der immer dieselben Strafzumessungskriterien 
zusammengefasst werden. Vor allem aber hat die Einsatzstrafe nicht zwingend 

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nur die Drogenmenge als Grundlage, vielmehr finden in der Regel noch weitere 
Strafzumessungsgesichtspunkte wie zum Beispiel der Deliktszeitraum Beachtung, 
die in jedem einzelnen Fall unterschiedlich sind und damit auch unterschiedliche 
Auswirkungen auf die Einsatzstrafe zeitigen. Aus diesem Grund wird die I. 
Strafkammer des Kantonsgerichts auch im Folgenden auf die Festsetzung einer 
Einsatzstrafe und die Angabe absoluter Zahlen für die Erhöhungs- und 
Minderungsgründe verzichten. Weiter ist zu bedenken, dass der von Thomas 
Hansjakob publizierte Tarif auf einer Umfrage unter den Kantonen zu deren 
Strafzumessungspraxis basiert, bei der lediglich etwa die Hälfte aller Kantone 
geantwortet haben. Aus den Rückmeldungen dieser Kantone hat Thomas 
Hansjakob versucht, die in der Schweiz durchschnittlich ausgesprochenen 
Freiheitsstrafen für bestimmte Mengen reiner Betäubungsmittel zu ermitteln. Dass 
das Resultat unter diesen Umständen mit sehr vielen Unsicherheiten, 
Ungenauigkeiten und Annahmen verbunden und zudem aufgrund der 
beschränkten Teilnahme wenig aussagekräftig ist, bedarf keiner weiteren 
Erläuterungen und wurde von Thomas Hansjakob selbst so gesehen. Es kann 
kaum Grundlage einer Strafzumessung bilden. So hat denn auch das 
Bundesgericht das von Thomas Fingerhuth und Christoph Tschurr in ihrem 
Kommentar zum Betäubungsmittelgesetz vorgeschlagene Berechnungsmodell, 
welches sich auf die von Thomas Hansjakob vorgenommene Umfrage stützt, in 
seinem Entscheid vom 17. Mai 2004, 6P.48/2004, ganz klar abgelehnt, weil es zu 
sehr auf die Drogenmenge abstelle, die nur ein Kriterium der Strafzumessung 
unter vielen sei. Das Bundesgericht hat sich zudem klarerweise gegen eine 
Tarifierung ausgesprochen (vgl. auch das Urteil des Bundesgerichts vom 27. 
Dezember 2008, 6B_495/2008, E. 1.4). Ebenso hat das Bundesgericht betont, 
dass gegen das von Frei/Ranzoni entwickelte Strafzumessungsmodell 
grundsätzlich nichts einzuwenden sei. Allerdings dürften derartige Straftaxen nicht 
starr und schematisch angewendet werden. Sie seien mit Bundesrecht nur 
vereinbar, sofern sie lediglich Richtlinienfunktion hätten und dem Richter als 
Orientierungshilfe dienten, ohne ihn zu binden oder zu hindern, eine seiner 
Überzeugung entsprechende schuldangemessene Strafe im Sinne von Art. 47 
StGB auszusprechen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 20. Januar 2010, 
6B_1037/2009, E. 3.4). Die Vorinstanz war somit entgegen der Auffassung der 
Verteidigung von Gesetzes wegen nicht verpflichtet, sich bei der Strafzumessung 
an den vorgebrachten Strafzumessungsmodellen zu orientieren, weshalb sich die 
Berufung in diesem Punkt als unbegründet erweist.

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f) Gemäss Art. 19 Abs. 2 StGB mildert das Gericht die Strafe, wenn der 
Täter zur Zeit der Tat nur teilweise fähig war, das Unrecht seiner Tat einzusehen 
oder gemäss dieser Einsicht zu handeln. Die Strafmilderung ist dabei nach neuem 
Recht obligatorisch. Die Herabsetzung der Strafe hat jedoch nicht linear nach 
einem bestimmten Tarif zu erfolgen. Eine leichte, mittlere oder schwere 
Verminderung der Schuldfähigkeit führt daher nicht zwingend zu einer 
schematischen Reduktion der Strafe um 25%, 50% oder 75%. Die Verminderung 
der Schuldfähigkeit ist bei der Strafzumessung aber im ganzen Ausmass zu 
berücksichtigen; die Herabsetzung der Strafe muss daher in einem bestimmten 
Verhältnis zur festgestellten Verminderung der Schuldfähigkeit stehen (vgl. BGE 
129 IV 22. E. 6.2 S. 35, 118 IV 1. E. 2 S. 4 ff. sowie das Urteil des Kantonsgerichts 
vom 6. Mai 2009, SK1 09 7, E. 8.c und das Urteil des Bundesgerichts vom 8. März 
2010, 6B_238/2009, E. 5.3). Die Vorinstanz hat die gutachterlich attestierte 
leichtgradig verminderte Schuldfähigkeit im angefochtenen Urteil denn auch 
strafmildernd berücksichtigt. Nach dem oben Gesagten war die Vorinstanz jedoch 
entgegen der Auffassung der Verteidigung nicht verpflichtet, sich bei den 
einzelnen Teilschritten der Urteilsbegründung auf bestimmte Zahlenangaben 
festzulegen.

Das Geständnis und das kooperative Verhalten des Berufungsklägers sind 
mit einer Strafreduktion von einem Fünftel bis zu einem Drittel zu berücksichtigen. 
Ein Geständnis kann sodann nach der Rechtsprechung nur zugunsten des Täters 
berücksichtigt werden, wenn es auf Einsicht in das begangene Unrecht oder Reue 
schliessen lässt oder der Täter dadurch zur Tataufdeckung über den eigenen 
Tatanteil beiträgt. Mit der erwähnten Strafreduktion sind somit auch Einsicht und 
Reue abgegolten (vgl. BGE 121 IV 202 E. 2.d/cc S. 205; Urteil des Bundesgerichts 
vom 13. Mai 2005, 6S. 463/2004, E.3). Die Vorinstanz befand, dass dem 
Berufungskläger sein kooperatives Verhalten während der Strafuntersuchung und 
sein weitgehendes Geständnis, mit dem er die Aufklärung der zu beurteilenden 
Taten massgeblich erleichtert habe, zu Gute zu halten sei. Es kann also davon 
ausgegangen werden, dass wegen des kooperativen Verhaltens des 
Berufungsklägers bei der Aufklärung der Straftaten eine Strafreduktion im Bereich 
von einem Fünftel bis zu einem Drittel als angemessen erscheint. Im Weiteren hat 
die Vorinstanz zutreffend strafmindernd berücksichtigt, dass der Berufungskläger 
nicht primär aus Gewinnsucht, sondern zur Finanzierung seiner eigenen Sucht 
gehandelt habe. Mit dem darüber hinausgehend erzielten Erlös von wenigen 

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tausend Franken habe seine deliktische Tätigkeit den Rahmen der reinen 
Beschaffungskriminalität nicht nennenswert überschritten.

Gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB verurteilt das Gericht den Täter zu der Strafe 
der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen, wenn er durch eine oder 
mehrere Handlungen die Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt. 
Das Gericht darf jedoch das Höchstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr 
als die Hälfte erhöhen. Dabei ist es an das gesetzliche Höchstmass der Strafart 
gebunden. Im konkreten Fall droht Art. 19 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 19 Ziff. 2 
BetmG beim schweren Fall eine Höchststrafe von 20 Jahren an (Art. 40 StGB). Im 
vorliegenden Fall ist die Strafe aufgrund mehrfacher Begangenschaft sowie des 
Zusammentreffens mehrerer Delikte zu schärfen.

Geht man davon aus, dass die Mindeststrafe beim schweren Fall (12 g 
reines Heroin) ein Jahr Freiheitsstrafe beträgt, das Verschulden des 
Berufungsklägers schwer wiegt (hohe während längerer Zeit gehandelte 
Drogenmenge und Gefährdung einer Vielzahl von Menschen, was erheblich 
erhöhend wirkt), die Strafe aufgrund mehrfacher Begangenschaft sowie des 
Zusammentreffens mehrerer Delikte zu schärfen ist, erhöhend ins Gewicht fällt, 
dass er bei laufender Probezeit und laufendem Strafverfahren weitere Straftaten 
begangen hat und zudem die einschlägigen Vorstrafen straferhöhend wirken (vgl. 
Wiprächtiger, a.a.O., N 100 zu Art. 47 StGB), und wird - wie die Vorinstanz 
zutreffend erwogen hat - die leichtgradig verminderte Schuldfähigkeit strafmildernd 
und werden das Geständnis und die Kooperation sowie die Tatsache, dass der 
Berufungskläger nicht primär aus Gewinnsucht gehandelt hat, strafmindernd 
berücksichtigt, so kann insgesamt (vorliegendes Verfahren sowie jenes vor 
Kreisgericht Werdenberg-Sargans) ohne weiteres eine Freiheitsstrafe von über 30 
Monaten ausgesprochen werden. Es darf mit Fug festgestellt werden, dass die 
Straferhöhungs- und Strafschärfungsgründe die Strafminderungs- und 
Strafmilderungsgründe überwiegen. Nach dem Gesagten erübrigen sich auch 
weitere Ausführungen zum unzutreffenden Einwand des Berufungsklägers, 
wonach die Vorinstanz bei der Strafzumessung praktisch nur die strafschärfenden 
und straferhöhenden Aspekte berücksichtigt habe. Was der Verteidiger zur 
Strafzumessung vorträgt, verfängt somit nicht. Die Vorinstanz hat den 
Strafminderungs- und Strafmilderungsgründen im Rahmen ihres Ermessens 
folglich in ausreichendem Masse Rechnung getragen. Eine weitere Strafreduktion 
- geschweige denn eine solche um 12 Monate - drängt sich vorliegend nicht auf, 
zumal sich das angerufene Gericht als Rechtsmittelinstanz - wie bereits erwähnt - 
bei der Überprüfung von Ermessensfragen der Vorinstanz Zurückhaltung 

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aufzuerlegen hat und nicht ohne Not in dessen Ermessen eingreift. Unter 
Würdigung der Gesamtumstände des konkreten Falles erachtet das angerufene 
Gericht die von der Vorinstanz ausgesprochene Freiheitsstrafe als teilweise 
Zusatzstrafe zu der vom Kreisgericht Werdenberg-Sargans verhängten 
Freiheitsstrafe von 19 bzw. 20 Monaten (mit den zusätzlich zu beurteilenden SVG-
Delikten), insgesamt somit von 33 Monaten, als dem Verschulden des Täters 
angemessen. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass, auch wenn die 
Berufungsinstanz von einem weniger gravierenden Sachverhalt als die erste 
Instanz ausgeht oder einzelne Sachverhaltselemente etwas anders gewichtet, sie 
an die erstinstanzliche Strafzumessung nicht gebunden ist und die Strafe 
grundsätzlich gleich belassen kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 19. Juni 
2001, 6S.43/2001, E. 3.b = Pra. 90 (2001) Nr. 197 S. 1192).

Nach dem Gesagten erweist sich die von der Vorinstanz festgesetzte Strafe 
unter Berücksichtigung aller Strafzumessungsfaktoren wie Strafmilderungs-, 
Strafschärfungs-, Strafminderungs- und Straferhöhungsgründen als rechtmässig 
und dem Verschulden des Berufungsklägers angemessen. Zudem befindet sie 
sich innerhalb des für die vorliegenden Straftaten zulässigen Strafrahmens.

6.a) Schliesslich beantragt die Verteidigung die Gewährung des bedingten bzw. 
teilbedingten Strafvollzugs. Entgegen der Meinung der Vorinstanz könne dem 
Berufungskläger zum heutigen Zeitpunkt durchaus eine bessere Prognose gestellt 
werden. Die regelmässigen Drogenscreenings seien negativ ausgefallen und dies 
wohlgemerkt nach zahlreichen unbegleiteten Urlauben über das Wochenende. 
Wichtig sei auch, dass er sich freiwillig in Behandlung begeben habe und sich 
dabei relativ offen zeige und versuche, mögliche Problembereiche zu bearbeiten. 
Er sei sich dabei auch der Gefahr eines Rückfalls bewusst, was durchaus als 
positive Prognose gewertet werden könne. Ferner gestehe der Gutachter dem 
Berufungskläger aufgrund seiner freiwilligen ambulanten Behandlung eine 
gewisse Therapie- und Veränderungsmotivation zu. Es könne ihm somit eine gute 
Prognose gestellt werden, weshalb der bedingte bzw. teilbedingte Vollzug 
durchaus in Frage komme. 

b) Das Gericht schiebt den Vollzug einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs 
Monaten und höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte 
Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer 
Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Den Vollzug einer 
Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr und höchstens drei Jahren kann das 
Gericht nur teilweise aufschieben, wenn dies notwendig ist, um dem Verschulden 

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des Täters genügend Rechnung zu tragen (Art. 43 Abs. 1 StGB). Massgebend ist 
die Dauer der ausgesprochenen, nicht der noch zu vollziehenden Strafe (vgl. 
Schneider/Garré, Basler Kommentar, Strafrecht I, 2. Aufl., Basel 2007, N 8 zu Art. 
42 StGB und N 8 zu Art. 43 StGB; Trechsel/Stöckli, Schweizerisches 
Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, Zürich 2008, N 5 zu Art. 42 StGB). Damit eine 
teilbedingte Strafe überhaupt verhängt werden kann, müssen die materiellen 
Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Strafvollzugs gemäss Art. 42 
StGB erfüllt sein. Dafür sprechen sowohl die Systematik des Gesetzes als auch 
seine teleologische Auslegung (vgl. Schneider/Garré, a.a.O., N 9 zu Art. 43 StGB). 
Im vorliegenden Fall gilt es zusätzlich Art. 42 Abs. 2 StGB zu beachten. Wurde der 
Täter innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat zu einer bedingten oder 
unbedingten Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten oder zu einer 
Geldstrafe von mindestens 180 Tagessätzen verurteilt, so ist der Aufschub nur 
zulässig, wenn besonders günstige Umstände vorliegen.

c) Der Berufungskläger wurde in den letzten fünf Jahren viermal strafrechtlich 
verurteilt, darunter am 12. Dezember 2006 vom Kantonsgericht Graubünden zu 
einer bedingten Gefängnisstrafe von 18 Monaten. Diese einschlägige Vorstrafe 
hebt die Vermutung einer günstigen Prognose auf, so dass entgegen der 
Auffassung der Verteidigung eine gute Prognose allein nicht ausreicht, um den 
teilbedingten Vollzug der Freiheitsstrafe zu gewähren. Darüber hinaus müssen 
besonders günstige Umstände vorliegen. Der bedingte Strafvollzug könnte somit 
nur gewährt werden, wenn eine Gesamtwürdigung aller massgebenden Faktoren 
den Schluss zulassen würde, dass trotz der teils einschlägigen Vorstrafen des 
Berufungsklägers eine begründete Aussicht auf Bewährung bestünde. 
Befürchtungen müssen durch besonders günstige Umstände mindestens 
kompensiert werden. Davon kann im vorliegenden Fall bei der gutachterlich 
prognostizierten Rückfallgefahr keine Rede sein (vgl. auch BGE 135 IV 152). Der 
Berufungskläger ist drogensüchtig. Aus diesem Grund hat die Vorinstanz eine 
ambulante therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 63 StGB während des 
Strafvollzugs angeordnet. Der Berufungskläger hat sich freiwillig in die 
Behandlung begeben, nimmt an einem Methadonprogramm teil und scheint seit 
Anfang 2009 nicht mehr diszipliniert worden zu sein. Jedoch besteht bei ihm eine 
Rückfallgefahr, welcher mit der ambulanten Massnahme begegnet bzw. welche 
damit vermindert werden kann. Der Gutachter stufte die Rezidivrate beim 
Berufungskläger trotz positiver Entwicklung im Zeitraum von zwei bis sechs 
Jahren bei über 50% ein. Aus suchtmedizinischer Sicht sei die Gefahr, dass der 
Berufungskläger nach der Entlassung aus der Justizvollzugsanstalt und ohne 

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entsprechende Tagesstruktur rasch wieder in alte Konsumgewohnheiten verfallen 
könnte, als hoch einzustufen. Ebenso sei dann damit zu rechnen, dass er relativ 
schnell wieder grosse Mengen an Drogen zu sich nehmen werde. Dieser Konsum 
müsste finanziert werden, weshalb zu befürchten sei, dass er wieder mit Drogen 
handeln würde und je nach weiterer Entwicklung würde er wohl auch alle anderen 
Straftaten aus dem Kreis der Drogendelinquenz begehen. Das vorliegende 
Rückfallrisiko kann eben nur mit einer Behandlung minimiert bzw. verringert 
werden, wenn die Behandlung erfolgreich verläuft. Hinzu kommt, dass aufgrund 
der einschlägigen Vorstrafen des Berufungsklägers noch weniger von besonders 
günstigen Umständen gesprochen werden kann, es sei denn, die 
Lebensumstände des Täters hätten sich nach der Tat entscheidend positiv 
verändert (vgl. BGE 134 IV 7), was im vorliegenden Fall noch nicht gesagt werden 
kann, liegt doch - wie bereits erwähnt - die Rezidivrate gemäss Gutachten bei zwei 
bis sechs Jahren. Sind somit die Voraussetzungen für den bedingten Vollzug der 
Freiheitsstrafe nicht erfüllt, fällt auch der teilbedingte Vollzug nicht in Betracht (vgl. 
Schneider/Garré, a.a.O., N 9 zu Art. 43 StGB). Nach dem Gesagten ist die 
Auffassung der Vorinstanz, wonach es ihr unter den gegebenen Umständen nicht 
überwiegend wahrscheinlich erscheine, dass der Berufungskläger zukünftig nicht 
mehr straffällig werde, nachvollziehbar und nicht zu beanstanden. Das Vorliegen 
besonderer Umstände, welche den bedingten bzw. teilbedingten Vollzug der 
Freiheitsstrafe erlauben würden, wurde somit zu Recht verneint.

7. Aus den vorstehenden Erwägungen erhellt, dass sich das angefochtene 
Urteil als rechtmässig erweist und die Berufung folglich abzuweisen ist. Damit 
erübrigt sich auch die seitens der Verteidigung beantragte Neufestsetzung der 
Verfahrenskosten gemäss Ziffer 6.a des Dispositivs des angefochtenen Urteils. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens trägt der Berufungskläger die Kosten des 
Berufungsverfahrens (Art. 160 Abs. 1 StPO). Die Kosten der amtlichen 
Verteidigung übernimmt vorschussweise der Kanton Graubünden (Art. 155 Abs. 1 
StPO). Die eingereichte Honorarrechnung von Rechtsanwalt Dr. iur Jean-Pierre 
Menge vom 6. August 2010 in Höhe von Fr. 1'534.40 (inkl. MWSt) wird in 
Anbetracht des Aufwands für ausgewiesen befunden.

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III. Demnach wird erkannt

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 3'000.-- sowie die Kosten der 
amtlichen Verteidigung von Fr. 1'534.40 (inkl. MWSt) gehen zu Lasten des 
Berufungsklägers.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden vorschussweise vom Kanton 
Graubünden bezahlt.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG; SR 173.110) Beschwerde in Strafsachen 
an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. 
Diese ist dem Bundesgericht schriftlich innert 30 Tagen seit Eröffnung der 
vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG 
vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die 
Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren 
der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an: