# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2ace29ea-0935-5b1b-b0b1-1c500a1e8bca
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.02.2022 IV 2021/130
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2021-130_2022-02-25.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2021/130

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 29.08.2022

Entscheiddatum: 25.02.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 25.02.2022
Art. 28 IVG: Würdigung von ärztlichen Berichten. Der von der 
Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensvergleich ist nicht zu 
beanstanden. Rentenanspruch verneint. Abweisung der Beschwerde 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. 
Februar 2022, IV 2021/130).

Entscheid vom 25. Februar 2022

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Miriam 

Lendfers und Christiane Gallati Schneider; Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

IV 2021/130

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21, 

Postfach 27, 9004 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

Am 22. Oktober 2019 meldete sich A.___ (nachfolgend: Versicherter) für berufliche 

Massnahmen und Rentenleistungen bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen 

(nachfolgend: IV-Stelle) an (IV-act. 1). Er hatte zuletzt bei der B.___ AG als Mitarbeiter in 

der Produktion gearbeitet, war jedoch ab dem 28. Juni 2019 von Dr. med. C.___, 

Allgemeine Innere Medizin, zu 100 % krankgeschrieben worden (vgl. IV-act. 13-2 f. und 

16-1; vgl. ferner IV-act. 1-4). In der IV-Anmeldung gab der Versicherte an, infolge eines 

Bandscheibenvorfalls nicht mehr schwer heben zu können und an Fuss- und 

Rückenschmerzen zu leiden, sodass er die aktuelle Tätigkeit nicht mehr ausüben 

könne. Die Beschwerden hätten ihren Anfang nach einem Unfall im Juni 2018 

genommen, jedoch sei sich der Arzt nicht sicher, ob sie auf den Unfall zurückzuführen 

oder als krankheitsbedingt einzustufen seien (vgl. IV-act. 1-6 f.).

A.a. 

In einem Bericht vom 16. November 2019 nannte Dr. C.___ als Diagnose ein 

chronisches lumbospondylogenes (DD: radikuläres) Schmerzsyndrom L3/L5 rechts bei 

Diskushernie mit Irritation der Nervenwurzel L3 und L5 rechts. Der Versicherte leide an 

Schmerzen beim Stehen und Laufen. Welche Tätigkeiten er ausüben könnte, sei unklar. 

Zunächst müsse der Termin in der Wirbelsäulenorthopädie des Kantonsspitals St. 

Gallen (KSSG) abgewartet werden (vgl. IV-act. 16-1 f.; zur MRT-Untersuchung vom 27. 

September 2019 vgl. IV-act. 16-3). In einem Bericht vom __ November 2019 zu einer 

Sprechstunde vom 26. November 2019 in der Klinik für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG wurde als Diagnose ein 

chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechts nach Autounfall vom Juni 

2018 (DD: radikuläres Schmerzsyndrom L5 rechts) genannt und eine diagnostisch-

therapeutische Infiltration der Facettengelenke L5/S1 beidseits sowie PRT L5 rechts in 

A.b. 

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Aussicht gestellt. Bezüglich geklagter Fussschmerzen links wurde der Besuch in der 

Fusssprechstunde empfohlen (vgl. IV-act. 19). Die beidseitige Infiltration fand am __ 

Januar 2020 statt (vgl. IV-act. 24).

Am 25. Januar 2020 erklärte Dr. C.___, dass er den aktuellen Zustand des 

Versicherten nicht beurteilen könne, da dieser seit dem 29. Oktober 2019 nicht mehr 

bei ihm in Behandlung sei (vgl. IV-act. 25-2 ff.; vgl. dazu auch IV-act. 32-3 ff.).

A.c. 

In einem provisorischen Sprechstundenbericht der Klinik für Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG vom __ Februar 

2020 hielten die Behandelnden fest, dass klinisch weiterhin der Rückenschmerz bei 

einer Degeneration des Segments L5/S1 im Vordergrund stehe. Durch die 

durchgeführten Infiltrationen habe jedoch nur ein wenig zufriedenstellendes Ergebnis 

erzielt werden können, sodass man mit einem operativen Vorgehen aktuell sehr 

zurückhaltend sei. Bevor an ein solches gedacht werde, sollte eine vollständige 

Ausschöpfung der konservativen Therapiemassnahmen erfolgen. Physiotherapeutische 

Massnahmen hätten wenig Erfolg gehabt, sodass eine chiropraktische Beübung 

empfohlen werde, womit der Versicherte einverstanden sei. Zusätzlich werde um den 

Ausbau der oralen Analgesie durch den Hausarzt gebeten. Seitens der Orthopädie des 

KSSG seien vorerst keine weiteren Kontrollen vorgesehen (vgl. IV-act. 34). In einer E-

Mail vom __ März 2020 erklärte die Klinik für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG gegenüber der IV-Stelle, dass dem 

Versicherten keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei. Die Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit sei beim Hausarzt einzuholen. Eine Konsultation in der 

Fusssprechstunde habe nicht stattgefunden (vgl. IV-act. 38).

A.d. 

Am 11. März 2020 fand im Auftrag der Krankentaggeldversicherung eine 

Untersuchung des Versicherten durch Dr. med. D.___, Spezialarzt Orthopädie FMH, 

statt (vgl. Fremdakten, act. 96). In seiner gleichentags verfassten Beurteilung nannte 

Dr. D.___ als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Lumbofemoralgie 

beidseits bei Diskushernie L3/4 mit Tangierung der Nervenwurzel L3 rechts, eine 

Osteochondrose und eine Diskusprotrusion L5/S1 mit Irritation der Nervenwurzel L5 

beidseits (Fremdakten, act. 96-3). Sodann kam er zum Schluss, dass in der 

angestammten Tätigkeit eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Eine optimal 

A.e. 

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leidensangepasste Tätigkeit könne dem Versicherten ab dem Tag der Begutachtung 

bei voller Stundenpräsenz zu 100 % zugemutet werden (Fremdakten, act. 96-4).

In einem Bericht vom 27. April 2020 nannte med. pract E.___, Facharzt für 

Allgemeine Innere Medizin FMH, als Diagnose ein chronisches lumbospondylogenes 

(DD: radikuläres) Schmerzsyndrom L3 rechts und L5 links. Als objektiven Befund 

erwähnte er eine allgemeine schmerzbedingte Einschränkung in der LWS. Der 

Versicherte leide an chronischen belastungs- und bewegungsabhängigen Schmerzen 

der LWS mit Ausstrahlung in die Beine. Für die Zeit vom 1. bis 30. April 2020 attestierte 

med. pract. E.___ dem Versicherten in der angestammten Tätigkeit eine 60%ige 

Arbeitsunfähigkeit. Die Prognose bezeichnete er als unklar, in einem 

beschwerdeangepassten Arbeitsfeld als grundsätzlich gut. Die Arbeitsfähigkeit in 

leidensangepasster Tätigkeit anzugeben, erachtete er als nicht möglich, jedoch hielt er 

fest, dass einer Eingliederung bei beschwerdeadaptierter Tätigkeit nichts im Wege 

stünde (vgl. IV-act. 46; vgl. ferner IV-act. 45).

A.f. 

In einer Aktenbeurteilung vom 30. April 2020 empfahl der regionale ärztliche Dienst 

(RAD) die Einholung der von der Krankentaggeldversicherung in Auftrag gegebenen 

medizinischen Beurteilung vom 11. März 2020 (vgl. IV-act. 47). In einer Stellungnahme 

vom 7. Mai 2020 hielt der RAD fest, die von Dr. D.___ vorgenommene Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit, die mit derjenigen des Hausarztes 

übereinstimme, sowie die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten 

Tätigkeiten seien gestützt auf die anlässlich der fachärztlichen Untersuchung 

erhobenen objektiven Befunde nachvollziehbar, sodass darauf abgestellt werden könne 

(vgl. IV-act. 51-2).

A.g. 

Mit Mitteilung vom 15. Juni 2020 sprach die IV-Stelle dem Versicherten gestützt 

auf einen entsprechenden Eingliederungsplan (vgl. IV-act. 55) Arbeitsvermittlung 

(Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche) zu (vgl. IV-act. 58). Im 

Schlussbericht der Eingliederungsberatung vom 5. Januar 2021 wurde festgehalten, 

dass die Arbeitsvermittlung in Koordination mit dem Regionalen 

Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) durchgeführt worden sei. Zu Beginn sei der 

Versicherte vom Hausarzt zu 60 %, ab Dezember 2020 zu 50 % arbeitsunfähig 

geschrieben worden. Im Oktober 2020 habe er mit einem Einsatzprogramm in einer 

A.h. 

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B.  

sehr leichten und wechselbelastenden Tätigkeit begonnen. Er habe sich das volle 

Pensum aufgrund der Rückenschmerzen aber nie zugetraut, sondern entsprechend 

den hausärztlichen Krankschreibungen zunächst im Pensum von 40 %, später von 50 

% gearbeitet. Eine Operation stehe noch immer zur Diskussion, komme für den 

Versicherten aber aktuell nicht in Frage. Gemäss Rückmeldung der zuständigen 

Bezugsperson habe der Versicherte im Einsatzprogramm keine gute Leistung erbracht. 

Er sei langsam gewesen und die Motivation sei als fraglich beurteilt worden. Bezüglich 

Schmerzen habe man dem Versicherten bei der Arbeit nichts angemerkt, jedoch sei er 

viele Tage (wegen Rückenbeschwerden, Erkältung etc.) krank gewesen. Eine 

Anschlusslösung sei nicht gefunden worden. Der Versicherte werde bei der 

Stellensuche weiterhin vom RAV unterstützt (vgl. IV-act. 63).

Mit Mitteilung vom 6. Januar 2021 lehnte die IV-Stelle einen Anspruch auf weitere 

berufliche Massnahmen ab (IV-act. 65).

A.i. 

Mit Vorbescheid vom 14. April 2021 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Abweisung seines Rentengesuchs bei einem Invaliditätsgrad von 0 % in Aussicht (vgl. 

IV-act. 68).

A.j. 

Nachdem auf den Vorbescheid kein Einwand eingegangen war, verfügte die IV-

Stelle am 31. Mai 2021 die Ablehnung des Rentengesuchs des Versicherten (IV-act. 

71).

A.k. 

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer), 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. R. Pedergnana, St. Gallen, am 2. Juli 2021 

Beschwerde (vgl. act. G 1). Er beantragte, die Verfügung vom 31. Mai 2021 sei 

aufzuheben und ihm sei eine vorübergehende halbe Rente zuzusprechen; unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der IV-Stelle (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin; act. G 1 S. 2). Weiter beantragte der Beschwerdeführer die 

unentgeltliche Rechtspflege (vgl. act. G 1 und 4).

B.a. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 24. September 2021 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 5).

B.b. 

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Erwägungen

1.

Vorliegend strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine 

Invalidenrente.

2.  

Am 27. September 2021 entsprach der verfahrensleitende Richter dem Gesuch 

um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten 

und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das Verfahren vor 

Versicherungsgericht (act. G 6).

B.c. 

In seiner Replik vom 11. November 2021 hielt der Beschwerdeführer - abgesehen 

von der bereits bewilligten unentgeltlichen Rechtspflege - an den in der Beschwerde 

gestellten Rechtsbegehren fest (vgl. act. G 10).

B.d. 

Mit Schreiben vom 15. Dezember 2021 hielt die Beschwerdegegnerin am in der 

Beschwerdeantwort gestellten Antrag vollumfänglich fest und verzichtete auf die 

Erstattung einer ausführlichen Duplik (vgl. act. G 12).

B.e. 

Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 

830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird in Art. 7 Abs. 1 ATSG als der durch eine 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen 

Arbeitsmarkt definiert. Die Invalidität ist grundsätzlich durch einen 

Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

2.1. 

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3.  

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen kann, in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Art. 16 ATSG).

Um den Arbeitsfähigkeitsgrad bestimmen zu können, ist die Verwaltung - und im 

Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts 

eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 

Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).

2.2. 

Die Beschwerdegegnerin hat sich für die Ablehnung des Rentenanspruchs in erster 

Linie auf die von der Krankentaggeldversicherung in Auftrag gegebene medizinische 

Beurteilung von Dr. D.___ vom 11. März 2020 (vgl. Fremdakten, act. 96-1 ff.) sowie auf 

die RAD-Beurteilung vom 7. Mai 2020 (vgl. IV-act. 51-2) abgestützt, wonach in der 

angestammten Tätigkeit zwar eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe, 

leidensangepasste Tätigkeiten (körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, 

abwechselnd sitzend und stehend, ohne häufige inklinierte, reklinierte und rotierte 

Körperhaltungen) jedoch zu 100 % zumutbar seien.

3.1. 

Der Beschwerdeführer macht in seiner Replik geltend, dass die Beurteilung von Dr. 

D.___ nicht nachvollziehbar sei. Es sei widersprüchlich, dass Dr. D.___ ihm einerseits 

zur operativen Revision des Rückenleidens rate, weil die konservativen Massnahmen 

nichts mehr nützen würden, andererseits aber eine volle Arbeitsfähigkeit in allen 

Tätigkeiten attestiere (vgl. act. G 10 S. 3, unten, und S. 4, oben). Auch sei unklar, 

weshalb der medizinische Endzustand erreicht sein sollte, wenn Dr. D.___ noch eine 

erfolgsversprechende therapeutische Option sehe (vgl. act. G 10 S. 3, unten). 

Ausserdem habe sich Dr. D.___ nicht mit der Einschätzung des behandelnden Arztes 

auseinandergesetzt, sodass seiner Beurteilung nicht gefolgt werden könne. Im Übrigen 

3.2. 

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sei Dr. D.___ weder unabhängig noch unbefangen, da seine Einschätzung im Auftrag 

der Krankentaggeldversicherung erfolgt sei (vgl. act. G 10 S. 4).

Allein der Umstand, dass eine Krankentaggeldversicherung die Beurteilung bei Dr. 

D.___ in Auftrag gegeben hat, stellt deren Beweiswert nicht in Frage (vgl. dazu BGE 

135 V 469 f. E. 4.4). Sodann kann aus der Beurteilung von Dr. D.___ nicht ohne 

weiteres abgeleitet werden, dieser rate dem Beschwerdeführer zu einer Operation. 

Vielmehr hat Dr. D.___ lediglich dargelegt, dass eine Operation die einzige für ihn 

sichtbare Behandlungsoption darstelle, ohne sich konkret darüber auszusprechen, ob 

diese zu empfehlen sei oder wie die Erfolgschancen einer solchen wären (vgl. 

Fremdakten, act. 96-5). Ohnehin spielt es für die Beurteilung des Rentenanspruchs 

vorliegend keine Rolle, ob noch eine operative Revisionsmöglichkeit offensteht, die 

sich möglicherweise günstig auf die Schmerzsituation auswirken könnte, wenn bereits 

ohne diese Operation eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten 

anzunehmen ist. Eine allenfalls kurzzeitige höhere Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer 

Operation würde sich auf den Rentenanspruch nicht auswirken. Sollten sich aufgrund 

einer Operation langanhaltende Komplikationen oder neue medizinische Befunde 

ergeben, steht es dem Beschwerdeführer natürlich frei, sich erneut bei der 

Beschwerdegegnerin anzumelden. Schliesslich kann dem Beschwerdeführer auch 

nicht gefolgt werden, wenn er behauptet, Dr. D.___ habe ihm in sämtlichen Tätigkeiten 

eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert. In der angestammten Tätigkeit hat Dr. D.___ dem 

Beschwerdeführer - in Übereinstimmung mit med. pract. E.___ - gerade eine 60%ige 

Arbeitsunfähigkeit zugestanden. Lediglich für körperlich leichte Tätigkeiten in 

temperierten Räumen, abwechselnd sitzend und stehend, ohne häufige inklinierte, 

reklinierte und rotierte Körperhaltungen, ist Dr. D.___ von einer vollen Arbeitsfähigkeit 

ausgegangen (vgl. Fremdakten, act. 96-4). Inwiefern dem Beschwerdeführer eine 

solche Tätigkeit nicht zumutbar sein sollte, legt er nicht dar. In seiner Beschwerde hat 

er zwar geltend gemacht, er sei seit einem nicht aktenkundigen Vorfall im Januar 2021 

nur noch zu 50 % arbeitsunfähig, und er hat die Einreichung entsprechender Belege in 

Aussicht gestellt (vgl. act. G 1 S. 3). Eingereicht hat er solche in der Folge aber nicht. 

Auch hat er darauf verzichtet, näher auszuführen, um welchen Vorfall es sich handeln 

sollte (vgl. act. G 10). Schliesslich finden sich in den Akten auch keine Berichte 

behandelnder Ärzte, die eine nachvollziehbare Begründung dafür liefern könnten, 

weshalb dem Beschwerdeführer eine leidensangepasste Tätigkeit ab dem 11. März 

2020 nicht möglich sein sollte. Die von med. pract. E.___ am 27. April 2020 attestierte 

60%ige Arbeitsunfähigkeit hat sich auf den angestammten Tätigkeitsbereich bezogen 

(vgl. IV-act. 45 und 46-4 f.). Die Frage nach der Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten 

Tätigkeiten hat med. pract. E.___ in seinem Bericht vom 27. April 2020 unbeantwortet 

3.3. 

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gelassen (vgl. IV-act. 46-5 f.). Im gleichen Bericht hat er allerdings ausgeführt, dass bei 

einer beschwerdeangepassten Arbeit einer Eingliederung nichts im Wege stehe (vgl. IV-

act. 46-6) und dass die Prognose bezüglich Arbeitsfähigkeit in einem 

beschwerdeangepassten Arbeitsumfeld grundsätzlich als gut einzuschätzen sei (vgl. IV-

act. 46-4). Daraus ist zu schliessen, dass med. pract. E. eine leidensangepasste 

Tätigkeit durchaus für möglich gehalten hat. Der Bericht der Klinik für Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG vom __ Februar 

2020 enthält keine Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit. Ausserdem ist darin festgehalten 

worden, dass vorerst keine weiteren Kontrollen vorgesehen seien (vgl. IV-act. 46-14 f.).

Zusammenfassend ist gestützt auf die Beurteilung von Dr. D.___ vom 11. März 

2020 (vgl. Fremdakten, act. 96), die der RAD als nachvollziehbar bezeichnet hat (vgl. 

IV-act. 51-2), sowie gestützt auf die gesamte medizinische Aktenlage mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass spätestens ab dem 11. März 

2020 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten bestanden hat.

3.4. 

Gegen den von der Beschwerdegegnerin zur Berechnung des Invaliditätsgrades 

vorgenommenen Einkommensvergleich hat der Beschwerdeführer, soweit ersichtlich, 

keine Einwände erhoben (vgl. act. G 1 und 10). Dass die Beschwerdegegnerin in der 

angefochtenen Verfügung trotz gegenteiliger Erklärung beim Einkommensvergleich für 

das Invalideneinkommen nicht auf den LSE-Tabellenlohn abgestellt hat, sondern dem 

Validen- und Invalideneinkommen dieselbe Lohnbasis zu Grunde gelegt hat (vgl. IV-act. 

71), ist vorliegend nicht zu beanstanden. Denn der für das Jahr 2018 einschlägige LSE-

Lohn für die im Kompetenzniveau 1 beschäftigen Männer bei einer durchschnittlichen 

wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden und indexiert bis zum Jahr 2019 (Fr. 

68'336.--; vgl. Anhang 2 der Gesetzesausgabe AHV/IV, Ausgabe 2022) liegt über dem 

vom Beschwerdeführer im Jahr 2019 erzielten Validenlohn von Fr. 64'805.-- (vgl. IV-act. 

13-6). Anderes würde sich auch nicht ergeben, wenn man die beiden 

Vergleichseinkommen an die Indexierung bis zum Jahr des frühestmöglichen 

Rentenbeginns (vgl. dazu E. 3.6) anpassen würde, da sich die Indexierung bei beiden 

Einkommen gleichlaufend entwickeln würde. Demnach erwächst dem 

Beschwerdeführer durch die Parallelisierung der Einkommen kein Nachteil. Ausgehend 

von derselben Lohnbasis für beide Vergleichseinkommen resultiert bei der Annahme 

einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten ein 

rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 0 %, wie ihn die Beschwerdegegnerin 

ermittelt hat (vgl. IV-act. 71).

3.5. 

Eine befristete Rente kommt vorliegend ebenfalls nicht in Betracht (zum 

entsprechenden Antrag vgl. act. G 1 S. 2), nachdem der frühestmögliche Rentenbeginn 

3.6. 

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4.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

auf den 1. April 2020 fällt (vgl. Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG; zur IV-Anmeldung vom Oktober 

2019 vgl. IV-act. 1) und die 100%ige Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten 

bereits ab dem 11. März 2020 bestanden hat (vgl. dazu E. 3.4 f.).

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen die 

angefochtene Verfügung abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die 

Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden 

Angelegenheit als angemessen. Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind die 

Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher 

Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu befreien.

4.1. 

bis 

Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (vgl. 

Art. 61 lit. g ATSG). Angesichts der wenig umfangreichen Akten und der sehr kurzen 

Eingaben des Beschwerdeführers erscheint in der vorliegend zu beurteilenden 

Angelegenheit eine reduzierte pauschale Parteientschädigung von Fr. 2'500.-- als 

angemessen. Diese ist um einen Fünftel herabzusetzen (Art. 31 Abs. 3 des 

Anwaltsgesetzes [AnwG; sGS 963.70]). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers pauschal mit Fr. 2'000.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

4.2. 

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt worden ist, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

4.3. 

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2.

Der Beschwerdeführer wird von der Bezahlung der Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 

600.-- zufolge unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

3.

Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 2'000.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

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