# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a1d38264-f171-5902-b5cf-5bb097f2f68b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-06
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 06.01.2015 S 2014 75
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2014-75_2015-01-06.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

S 14 75

3. Kammer als Versicherungsgericht

bestehend aus

Verwaltungsrichter Stecher als Vorsitzender, Vizepräsidentin 

Moser und Verwaltungsrichter Audétat, Bott als Aktuar ad hoc

URTEIL 
vom 6. Januar 2015

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch AXA-ARAG Rechtsschutz AG, Dr. iur. Esther 

Amstutz, 

Beschwerdeführerin

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, 

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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1. A._____, geboren 1970, ist Mutter von drei Kindern, geboren 1995, 1998 

und 2004. Seit dem Jahr 1993 wohnt sie in der Schweiz. Sie versucht 

immer wieder im Erwerbsleben Fuss zu fassen. In den letzten Jahren ins-

besondere in der Gastronomie als Küchenhilfe zu unterschiedlichen Ar-

beitspensen. Bis Ende Juni 2009 arbeitete sie im Restaurant B._____ zu 

50 %. Im Juli 2009 arbeitete sie dort zu 80 % und im August und Septem-

ber schliesslich zu 100 %. Ende September wurde ihr aufgrund der Wirt-

schaftslage gekündigt. Von anfangs März 2010 bis Ende Januar 2011 ar-

beitete sie im Restaurant C._____ zu 40 %. Dieses Arbeitspensum erhöh-

te sie ab Februar 2011 auf 80 %. Vom 28. November 2011 bis zum 

31. März 2012 war sie zu 100 % arbeitsunfähig. Vom 2. Oktober 2012 bis 

zum 31. Januar 2013 begann sie in der D._____ zu arbeiten und steigerte 

ihr Arbeitspensum dabei auf 100 %. Vom 11. Februar 2013 bis zum 

31. März 2013 arbeitete sie zu 50 % in der Kantine der E._____. Dort er-

hielt sie Ende März 2013 aufgrund langsamer und unkonzentrierter Ar-

beitsweise die Kündigung. Seit Ende Oktober 2013 ist sie zu 50 % im 

F._____ in Chur tätig.

2. Mit Verfügung vom 28. Januar 2009 sprach die IV-Stelle des Kantons 

Graubünden (nachfolgend IV-Stelle) A._____ befristet vom 1. September 

2007 bis zum 31. März 2008 eine ganze Invalidenrente sowie Kinderren-

ten für ihre drei Kinder zu. Am 26. Juni 2013 meldete sie sich bei der IV-

Stelle erneut zum Bezug von Versicherungsleistungen an.

3. Gemäss Bericht von Dr. med. G._____ der Psychiatrischen Dienste 

Graubünden (nachfolgend PDGR) vom 26. Juli 2013 komme bei A._____ 

zu der bestehenden Diagnose rezidivierende depressive Störung, gegen-

wärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1) neu, nach eingehender Ab-

klärung (November 2012), ein Adultes ADHS von kombiniertem Typus, 

mittelgradig ausgeprägt (ICD-10 F90.0), hinzu. A._____ sei stets bemüht 

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und motiviert, Arbeit zu finden und zu arbeiten. Dabei überschreite sie 

meist ihre Grenzen und gerate in eine Überforderungssituation. Mit der 

zusätzlichen, chronisch bestehenden familiären Belastung würden sich 

bei ihr folglich depressive Episoden entwickeln. Prognostisch sei länger-

fristig von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen.

4. Im Bericht von Dr. med. G._____ der PDGR vom 3. Oktober 2013 führte 

diese aus, dass A._____ längerfristig nicht mehr als 50 % arbeiten müs-

sen sollte, um sich stabilisieren zu können und um nicht in eine erneute 

Depression zu geraten. Es sei von einer längerfristig verminderten Ar-

beitsfähigkeit auszugehen, mit einer Teilarbeitsfähigkeit von 50 %. Es be-

stehe jedoch durchaus die Möglichkeit, dass sich die Arbeitsfähigkeit 

nach einer erfolgten Stabilisierung über einen längeren Zeitraum wieder 

erhöhen könnte. Diese werde wahrscheinlich auch massgeblich durch ei-

ne Veränderung der familiären Situation beeinflusst.

5. Gemäss Abklärungsbericht Haushalt vom 28. Januar 2014/4. Februar 

2014 fand am 10. Januar 2014 eine Haushaltsabklärung statt. Laut Be-

richt sei A._____ im Haushalt zu 1 % eingeschränkt. Ausserdem wäre sie 

nach eigenen Angaben im Gesundheitsfall hypothetisch zu 50 % erwerbs-

tätig. Ebenfalls am 10. Januar 2014 bestätigte A._____ gegenüber der IV-

Stelle schriftlich, dass sie ohne Gesundheitsschaden zu 50 % erwerbs-

tätig wäre und sich eine abwechslungsreiche Arbeit, wie diejenige im 

F._____ vorstellen könne.

6. Dr. med. H._____ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (nachfolgend RAD) 

Ostschweiz attestierte A._____ am 6. Februar 2014 eine Arbeitsfähigkeit 

von 50 %. Bei einer Mischqualifikation mit Anteil von 50 % Erwerbstätig-

keit sei die Versicherte gegenwärtig rentenausschliessend eingegliedert.

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7. Mit Verfügung vom 26. Juni 2013 verneinte die IV-Stelle den Anspruch 

von A._____ auf eine Invalidenrente. Begründend wurde ausgeführt, die 

Abklärungen hätten ergeben, dass sie ohne Gesundheitsschaden einer 

Erwerbstätigkeit in einem Pensum von 50 % nachgehen würde. Die restli-

chen 50 % würden in den Aufgabenbereich entfallen. Ohne Gesundheits-

schaden könne A._____ in einer 50%igen ausserhäuslichen Tätigkeit ein 

Jahreseinkommen von Fr. 27‘377.40 erzielen. Die Berechnung dieses 

Einkommens stütze sich auf die Zahlen der Schweizerischen Lohnstruk-

turerhebung des Bundesamts für Statistik (LSE 2010), Anforderungsni-

veau 4, weiblich, Leistungsfähigkeit 50 %. Die Zahlen seien der Nominal-

lohnentwicklung angepasst worden. A._____ sei im Haushalt zu 1 % ein-

geschränkt. Dies ergebe bei einer Einschränkung von 0 % bei der Er-

werbstätigkeit bei einem Anteil von 50 % und der Einschränkung von 1 % 

bei der Haushaltstätigkeit bei einem Anteil von 50 % einen Invaliditätsgrad 

von 0.5 %. Da der Invaliditätsgrad unter 40 % liege, bestehe kein Renten-

anspruch.

8. Gegen diese Verfügung liess A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) 

am 30. Mai 2014 Beschwerde ans Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden erheben und beantragte, ihr sei eine Rente der Invalidenver-

sicherung auszurichten. Begründend wurde insbesondere ausgeführt, die 

Beschwerdeführerin habe bereits in ihrem Einwand festgehalten, dass sie 

als Gesunde 100 % erwerbstätig wäre. Ihre Angaben während der Haus-

haltsabklärung würden auf einem Missverständnis beruhen. Sie habe die 

im Konjunktiv formulierte Frage „Würde heute ohne die Behinderung eine 

Erwerbstätigkeit ausgeübt?“ aufgrund von sprachlichen Schwierigkeiten 

nicht verstanden. Die Arbeitsbiografie der vergangenen Jahre seit der 

letzten befristeten Rentenzusprache zeige, dass die Beschwerdeführerin 

stets ein höheres Arbeitspensum im Umfang von 80 % bis 100 % ange-

strebt und dies auch ausgeübt habe. Sie habe jeweils mit einem Teilzeit-

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pensum begonnen und dieses auf eine Vollzeitstelle erhöht. Die subjekti-

ven Beweggründe, weshalb das Arbeitspensum erhöht worden sei, seien 

entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht relevant und 

würden soweit diese in ihren Akten festgehalten seien, bestritten. Beim 

Arbeitsvertrag handle es sich um ein zweiseitiges Rechtsverhältnis, dem 

die Beschwerdeführerin zustimmen müsse. Es könne deshalb davon aus-

gegangen werden, dass die Beschwerdeführerin unabhängig vom Verhal-

ten des Arbeitgebers mit der Steigerung des Pensums einverstanden ge-

wesen sei. Viel wichtiger sei in diesem Zusammenhang, dass eine Her-

absetzung des Arbeitspensums nie freiwillig erfolgt sei. Die Beschwerde-

führerin habe stets entweder aufgrund einer psychischen Dekompensati-

on oder wegen einer Kündigung durch den Arbeitgeber die Stelle aufge-

ben müssen. Für die Qualifikation als Vollerwerbstätige würden nebst 

dem effektiv ausgeübten Arbeitspensum auch soziale und erwerbliche 

Gründe sprechen. Diese seien rechtsprechungsgemäss bei der Beurtei-

lung der Qualifikation mit zu berücksichtigen. Die Beschwerdeführerin sei 

Mutter von drei Kindern, wobei das jüngste Kind aktuell 10 Jahre alt sei. 

D.h. es sei eingeschult und die Betreuung sei während den schulischen 

Blockzeiten gewährt. Dies sei bei der ersten Beurteilung der Qualifikation 

im Jahr 2007 noch nicht der Fall gewesen. Den Akten sei zudem zu ent-

nehmen, dass die Betreuung des Kindes während den Arbeitseinsätzen 

der Mutter jeweils durch Nachbarn sichergestellt gewesen sei. Die beiden 

älteren Kinder würden dieses Jahr noch 16 bzw. 18 Jahre alt und seien 

bereits selbstständig. Die älteste Tochter besuche in der Zwischenzeit 

das Gymnasium. Dies mache einen erhöhten Finanzbedarf der Familie 

notwendig. Der Vater verdiene ca. Fr. 5000.-- im Monat. Es sei schwierig, 

allein mit diesem Gehalt eine fünfköpfige Familie durchzubringen. Da 

auch die Beschwerdeführerin ohne Ausbildung im Niedriglohnsegment 

arbeite, sei ihre Vollerwerbstätigkeit fast unumgänglich.

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9. Die IV-Stelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin) beantragte in ihrer Ver-

nehmlassung vom 20. Juni 2014 die Abweisung der Beschwerde. Be-

gründend wurde insbesondere ausgeführt, die Beschwerdeführerin habe 

anlässlich der Haushaltsabklärung vom 10. Januar 2014 angegeben, 

dass sie bei Gesundheit im Umfang von 50 % in einer abwechslungsrei-

chen Arbeit wie im F._____ (Verkauf, Bedienung im Café, Auffüllen und 

Reinigungsarbeiten) erwerbstätig wäre. Diese Aussage habe sie gleichen-

tags schriftlich bestätigt. Da die Beschwerdeführerin in den letzten Jahren 

teilweise 80 % oder 100 %, d.h. über 50 % erwerbstätig gewesen sei und 

sich mit Blick auf das Ausmass der hypothetischen Erwerbstätigkeit im 

Gesundheitsfall von 50 % insofern eine gewisse Diskrepanz gezeigt habe, 

habe die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin am 24. Januar 

2014 um eine Erklärung dieses Widerspruchs gebeten. Darauf habe diese 

erklärt, dass sie der Erhöhung des Arbeitsumfangs (von 40 % respektive 

50 % auf 80 % respektive 100 %) aufgrund der Erwartungen respektive 

des Drucks der Arbeitgeber und aus Angst vor dem Verlust der Arbeits-

stelle jeweils zugestimmt habe. Aufgrund dieser Angaben habe die Be-

schwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 30. April 2014 

trotz des Einwands der Beschwerdeführerin vom 28. April 2014, wonach 

sie immer 100 % gearbeitet habe, wenn es ihr möglich gewesen sei, die 

Auffassung vertreten, dass Letztere ohne die gesundheitliche Einschrän-

kung zu 50 % erwerbstätig wäre. Die Behauptung der Beschwerdeführe-

rin, dass ihre Angaben während der Haushaltsabklärung auf einem 

sprachlichen Missverständnis beruhen würden, sei nicht glaubhaft. Die 

Beschwerdeführerin lebe seit 1993 in der deutschsprachigen Schweiz, sei 

seit Dezember 1996 (mit Unterbrüchen) erwerbstätig und sei 2003 von 

der Gemeinde eingebürgert worden. Weder aus den Arztberichten von Dr. 

med. G._____ vom 26. Juli 2013 und vom 3. Oktober 2013, noch aus 

dem Abklärungsbericht Haushalt vom 28. Januar 2014/4. Februar 2014 

würden sich Hinweise ergeben, dass die Beschwerdeführerin Mühe habe, 

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in deutscher Sprache zu kommunizieren. Dem in der Beschwerde vorge-

brachten Argument, dass aufgrund der finanziellen Verhältnisse die Be-

schwerdeführerin im Gesundheitsfall 100 % erwerbstätig sein müsste, 

könne ebenfalls nicht gefolgt werden. Es sei nicht ersichtlich, inwiefern 

das monatliche Einkommen des Ehemanns der Beschwerdeführerin 

(Fr. 5‘000.--) mit dem hypothetischen Monatseinkommen der Beschwer-

deführerin von Fr. 2‘281.45 (Fr. 27‘3.77.40 : 12), basierend auf einem Ar-

beitspensum von 50 %, plus die der Familie zustehenden Familienzula-

gen für die Finanzierung der fünfköpfigen Familie nicht ausreichen sollten. 

Zudem sei erstellt, dass sich die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann 

auf eine traditionelle Rollenverteilung geeinigt hätten. So sei der Ehe-

mann der Beschwerdeführerin seit jeher voll erwerbstätig. Während die 

Beschwerdeführerin grundsätzlich die alleinige Verantwortung für die Kin-

derbetreuung und die Führung des Haushalts trage. Auch unter diesem 

Gesichtspunkt könne nicht angenommen werden, dass die Beschwerde-

führerin im Gesundheitsfall eine Erwerbstätigkeit im Umfang von über 

50 % ausüben würde.

10. Mit der Replik vom 14. Juli 2014 hielt die Rechtsvertreterin der Beschwer-

deführerin an den beschwerdeweise gestellten Anträgen fest. Mit Schrei-

ben vom 15. August 2014 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine 

Duplik.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und in 

der angefochtenen Verfügung sowie die im Recht liegenden Beweismittel 

wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegan-

gen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

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1. a) Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-

Stelle des Kantons Graubünden vom 30. April 2014. Eine solche Anord-

nung, die gemäss Bundesrecht der Beschwerde an das Versicherungsge-

richt am Ort der IV-Stelle unterliegt (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgeset-

zes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]), kann beim Verwal-

tungsgericht des Kantons Graubünden als kantonales Versicherungsge-

richt angefochten werden (Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Die sachliche und 

örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden 

zur Beurteilung der vorliegenden Streitsache ist somit gegeben. Als for-

melle und materielle Verfügungsadressatin ist die Beschwerdeführerin 

von der angefochtenen Verfügung unmittelbar betroffen und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren gerichtlicher Überprüfung, womit sie 

zur Beschwerdeführung legitimiert ist (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-

rechts [ATSG; SR 830.1]). Da die Beschwerde dem Verwaltungsgericht 

überdies form- und fristgerecht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 und 

Art. 61 lit. b ATSG) eingereicht wurde, ist darauf einzutreten.

b) Streitig und vorliegend zu prüfen ist lediglich die Frage nach dem Er-

werbsstatus, d.h. ob für die Invaliditätsbemessung die allgemeine Metho-

de des Einkommensvergleichs oder die gemischte Methode anzuwenden 

ist. Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie wäre ohne Gesundheitsscha-

den zu 100 % erwerbstätig, während dem die Beschwerdegegnerin von 

einer hypothetischen Erwerbstätigkeit von 50 % (und einer Betätigung im 

Haushalt von 50 %) ausgeht. Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführe-

rin in den letzten Jahren ihr Arbeitspensum mehrfach von 40 % bzw. 50 % 

auf 80 % bzw. 100 % steigerte.

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2. Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig 

oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, 

was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine ge-

sundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, 

welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Ge-

sundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie 

hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 E.3.3). Bei im Haushalt 

tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, so-

zialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- 

und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen 

Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und 

Begabungen zu berücksichtigen. Dabei sind die konkrete Situation und 

die Vorbringen der Versicherten nach Massgabe der allgemeinen Le-

benserfahrung zu würdigen Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss 

nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsver-

fügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im 

Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversiche-

rungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit er-

forderlich ist. Gemäss ständiger Rechtsprechung des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts zur Anwendung der gemischten Methode wird 

zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im 

Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) bestimmt, wobei sich 

die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheit-

liche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, mit Rücksicht auf die gesamten 

Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen 

Verhältnisse, beurteilt. Die Invalidität bestimmt sich in der Folge dadurch, 

dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein 

Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvali-

dität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichte-

ten Teilinvaliditäten ergibt (BGE 130 V 393 E.3.3; vgl. zum Ganzen auch 

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das Urteil des Bundesgerichts 9C_567/2012 vom 10. Januar 2013 E.2.2.1 

mit Hinweisen).

3. a) Für den erwerblichen Bereich hat die Vorinstanz ausgehend von einem 

50%igen Arbeitspensum und einer Einschränkung von 0 % den Teilinvali-

ditätsgrad auf 0 % festgelegt (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG). In 

Bezug auf den Haushaltsbereich hat sie gestützt auf den Abklärungsbe-

richt Haushalt vom 28. Januar 2014/4. Februar 2014 festgestellt, es be-

stehe bei einer Tätigkeit von 50 % im Haushalt eine Einschränkung von 

1 %, was einen Teilinvaliditätsgrad von 0.5 % ergebe (Art. 28a Abs. 2 

IVG). Unter Anwendung der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) 

hat sie bei einem resultierenden Gesamtinvaliditätsgrad von 0.5 % den 

Anspruch auf eine Invalidenrente verneint.

b) Anlässlich der Haushaltsabklärung vom 10. Januar 2014 gab die Be-

schwerdeführerin zu Protokoll, dass sie als Gesunde 50 % erwerbstätig 

wäre. Diese Aussage bestätigte sie gleichentags schriftlich mit ihrer Un-

terschrift (vgl. IV-act. 55). Dass die Beschwerdeführerin, wie dies ihre 

Rechtsvertreterin vorbringt, die Frage nach der hypothetischen Erwerbs-

tätigkeit aufgrund von sprachlichen Schwierigkeiten missverstanden habe, 

kann ausgeschlossen werden. Zumal sie bei einer telefonischen Nachfra-

ge am 24. Januar 2014 gegenüber der Abklärungsperson begründet hat, 

warum sie zeitweise in einem Arbeitspensum von mehr als 50 % tätig 

war. Sie habe der Erhöhung des Arbeitsumfangs jeweils aufgrund der Er-

wartungen und des Drucks der Arbeitgeber nachgegeben, da die Angst 

vor dem Verlust der Arbeitsstelle jedes Mal grösser gewesen sei. Dies 

zeigt, dass die Beschwerdeführerin die Frage nach dem Umfang der hy-

pothetischen Erwerbstätigkeit bei Gesundheit sehr wohl richtig verstanden 

hat und die Antwort ihrem Willen entspricht. Zur Stützung ihrer Argumen-

tation, wonach sie im Gesundheitsfall zu 100 % erwerbstätig wäre, bringt 

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die Beschwerdeführerin zunächst vor, dass ihr jüngstes Kind aktuell zehn 

Jahre alt sei. Es sei eingeschult und die Betreuung sei während den schu-

lischen Blockzeiten gewährt. Dies sei bei der ersten Beurteilung der Qua-

lifikation im Jahr 2007 noch nicht der Fall gewesen. Zudem sei den Akten 

zu entnehmen, dass die Betreuung des Kindes während ihren Arbeits-

einsätzen durch Nachbarn sichergestellt gewesen sei. Die beiden älteren 

Kinder würden dieses Jahr (2014) noch 16 bzw. 18 Jahre alt und seien 

bereits selbstständig. Hierzu gilt es festzuhalten, dass selbst wenn davon 

ausgegangen wird, dass die beiden älteren Kinder heute weitgehend 

selbstständig sind und die Betreuung des jüngsten Kindes aufgrund der 

schulischen Blockzeiten und durch die Hilfe der Nachbarn sichergestellt 

ist, dies an der ersten Aussage der Beschwerdeführerin, wonach sie bei 

Gesundheit nur zu 50 % erwerbstätig wäre, nichts zu ändern vermag. 

Aufgrund der konkreten Umstände kann auch nicht davon ausgegangen 

werden, dass die Betreuung der Kinder einfach komplett weggefallen ist. 

Des Weiteren herrscht bei der Familie erwiesenermassen eine traditionel-

le Rollenverteilung vor. So ist der Ehemann der Beschwerdeführerin voll 

erwerbstätig, während Letztere grundsätzlich die alleinige Verantwortung 

für die Kinderbetreuung und die Haushaltsführung trägt (vgl. IV-act. 52 

S. 2; IV-act. 56 S. 1). Auch das Vorbringen der Beschwerdeführerin, wo-

nach ihre Vollerwerbstätigkeit aus finanziellen Gründen nötig sei, ist un-

begründet. Wie sie selbst ausführt, verdient ihr Ehemann rund Fr. 5‘000.-- 

im Monat. Addiert man dazu ein – von der Beschwerdegegnerin basie-

rend auf einem Arbeitspensum von 50 % zu Recht auf Fr. 2‘281.45 

(Fr. 27‘377.40 : 12) festgelegtes – hypothetisches Monatseinkommen so-

wie die der Familie zustehenden Familienzulagen, ist nicht ersichtlich, in-

wiefern die daraus resultierenden Gesamteinkünfte für die Finanzierung 

der fünfköpfigen Familie nicht ausreichen sollten. Dies gilt auch unter 

Berücksichtigung des berechtigten Vorbringens, wonach sich alle ihre 

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Kinder noch in Erstausbildung befänden, was einen erhöhten Finanzbe-

darf notwendig mache.

c) Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, zwischen den verschiedenen 

Arbeitsstellen habe sie Leistungen der Arbeitslosenversicherung bezo-

gen. Den Akten sei zu entnehmen, dass sie auch von der Arbeitslosen-

versicherung im Gesundheitsfall als Vollzeiterwerbstätige eingestuft wer-

de. So sei in einer Telefonnotiz in den Akten der Beschwerdegegnerin ei-

ne Auskunft des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums (nachfolgend 

RAV) ersichtlich, welche eine letztmalige Anmeldung der Beschwerdefüh-

rerin am 1. April 2012 erwähne. Damals habe die Beschwerdeführerin laut 

Auskunft des RAV-Mitarbeiters eine 100%-Stelle gesucht. Die spätere 

Leistungsausrichtung von 50 % durch die Arbeitslosenkasse sei nicht er-

folgt, weil die Beschwerdeführerin freiwillig ein Pensum in diesem Umfang 

gesucht habe, sondern weil sie nur als zu 50 % vermittelbar gegolten ha-

be. In diesem Sinne sei auch die Aussage im Abklärungsbericht, wonach 

die Beschwerdeführerin beim RAV für eine Tätigkeit im Umfang von 50 % 

angemeldet sei, als falsch einzustufen. Hierzu gilt es festzuhalten, dass 

allein aus der Tatsache, dass sich die Beschwerdeführerin beim RAV für 

eine 100%-Stelle angemeldet hat, nicht ohne weiteres geschlossen wer-

den kann, dass sie im Gesundheitsfall zu 100 % erwerbstätig wäre. Ihre 

Anmeldung ist – wie die Beschwerdegegnerin zu Recht festgehalten hat – 

wohl eher aufgrund der damit verbundenen Höhe der Arbeitslosenent-

schädigung erfolgt. Dies ist letztlich jedoch nicht entscheidend, da die Be-

schwerdeführerin aus obgenannter Tatsache aufgrund der gesamten 

Würdigung der Umstände ohnehin nichts zu ihren Gunsten ableiten kann.

d) Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor, die Beschwerdegegnerin stütze 

ihren Entscheid hauptsächlich auf die Haushaltsabklärung vom 10. Janu-

ar 2014. Weitere Unterlagen oder Angaben der ehemaligen Arbeitgeber 

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habe die Beschwerdegegnerin nicht eingeholt, obwohl es in ihren Akten 

klare Anhaltspunkte dafür gegeben habe, dass die Beschwerdeführerin 

vor der erneuten Erkrankung in einem höheren Beschäftigungspensum 

als 50 % angestellt gewesen sei. Damit habe die Beschwerdegegnerin 

gegen die Abklärungspflicht nach Art. 43 Abs. 1 ATSG verstossen. Vor-

liegend werden die Anhaltspunkte, wonach die Beschwerdeführerin zeit-

weise in einem Pensum von mehr als 50 % tätig war, nicht bestritten. Al-

lerdings hat die Beschwerdeführerin bei ihren verschiedenen Arbeitsstel-

len jeweils zu Beginn der Arbeitstätigkeit nie in einem Pensum von 100 % 

gearbeitet, sondern der Erhöhung des Arbeitspensums gemäss eigener 

Aussage jeweils nur aufgrund der Erwartungen und des Drucks der Ar-

beitgeber und aus Angst vor einem Stellenverlust zugestimmt. Gemäss 

Art. 43 Abs. 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt 

die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforder-

lichen Auskünfte ein. Mündlich erteilte Auskünfte sind schriftlich festzuhal-

ten. Da die zum fraglichen Zeitpunkt bestehende Aktenlage nach dem 

Gesagten eine genügende Beurteilung des Sachverhalts erlaubte, kann 

der Beschwerdegegnerin keine Verletzung der ihr obliegenden Ab-

klärungspflicht vorgeworfen werden.

e) Vorliegend äusserte sich die Beschwerdeführerin vor Erlass des Vorbe-

scheids vom 20. Februar 2014, mit welchem der Anspruch auf eine Inva-

lidenrente abgelehnt wurde, dahingehend, dass sie ohne Gesundheits-

schaden im Umfang von 50 % erwerbstätig wäre. Im Einwand vom 

28. April 2014 und im Beschwerdeverfahren brachte sie dem wider-

sprechend vor, dass sie ohne Gesundheitsschaden im Umfang von 

100 % erwerbstätig wäre. Stehen zwei Aussagen einer Person im Wider-

spruch zueinander, so erweist sich nach der bundesgerichtlichen Recht-

sprechung diejenige als glaubhafter, welche die Person zuerst, d.h. in 

Unkenntnis der versicherungsrechtlichen Konsequenzen, abgegeben hat. 

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In der Regel ist eine solche "Aussage der ersten Stunde" zuverlässiger 

als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von versiche-

rungsrechtlichen Überlegungen beeinflusst sein können (vgl. BGE 121 V 

47 E.2a, 115 V 143 E.8c; URS MÜLLER, Das Verwaltungsverfahren in der 

Invalidenversicherung, Bern 2010, Rz. 1597, je mit weiteren Hinweisen). 

Für die Beurteilung des von der Beschwerdeführerin ausgeübten Er-

werbspensums ist damit auf deren Angaben anlässlich der Haushaltsab-

klärung vom 10. Januar 2014, die sie gleichentags gegenüber der Be-

schwerdegegnerin schriftlich bestätigte, abzustellen. Folglich würde die 

Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden einer Erwerbstätigkeit mit 

einem Pensum von 50 % nachgehen. Darauf hat die Beschwerdegegne-

rin in der angefochtenen Verfügung folglich zu Recht abgestellt. Die Be-

schwerde ist daher abzuweisen.

4. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkei-

ten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen vor dem 

kantonalen Versicherungsgericht – in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG 

– kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- fest-

gelegt. Vorliegend erscheint ein Kostenansatz von Fr. 700.-- angemes-

sen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten im 

Sinne von Art. 73 VRG zu Lasten der unterliegenden Beschwerdeführerin. 

Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat keinen Anspruch auf eine aus-

sergerichtliche Entschädigung (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

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Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zu Lasten von A._____ und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheids an die Finanzverwaltung des Kan-

tons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]