# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 72c2bf01-0845-5582-8c72-f16e123da1f4
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 1992-07-21
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 21.07.1992 BRKE II Nr. 0163/1992
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRKE-II-Nr--0163-199_1992-07-21.pdf

## Full Text

BRKE II Nr. 163/1992 vom 21. Juli 1992 in BEZ 1992 Nr. 23

1. Der Rekurrent macht geltend, dass er nicht die gesamte Heizanlage, sondern
lediglich den Heizkessel, d.h. einen einzelnen Heizungsteil seiner Ölfeuerungsanlage 
ersetzt habe, was keiner Bewilligung bedurft habe. Da somit keine bewilligungspflich-
tige Änderung an der Heizanlage erfolgt sei, könne dem Rekurrenten das anlässlich 
der Bewilligung der Heizungsanlage im Jahre 1977 zugestandene Recht zur Behei-
zung des Freiluftbades nicht untersagt werden. Im übrigen verlange § 12 des Ener-
giegesetzes vom 19. Juni 1983 lediglich, dass Freiluftbäder nach Möglichkeit mit er-
neuerbaren Energien oder nicht anders nutzbarer Abwärme zu ,beheizen seien. 
Sonnenkollektoren, Holzfeuerungen und Wärmepumpen stellten nicht nur finanziell, 
sondern auch technisch, ästhetisch und ökologisch unzumutbare und in diesem Sin-
ne vom Energiegesetz selbst nicht gewollte Lösungen dar.

2.a) Gemäss § 12 des Energiegesetzes bedürfen Installation und Ersatz von 
Heizungen von Freiluftbädern einer Bewilligung der Gemeinden. Anlagen, Ausstat-
tungen und Ausrüstungen, zu welchen auch Heizanlagen zählen, sind gemäss § 309 
Abs. 1 lit. d PBG bewilligungspflichtig. Einrichtung und Umbauten von Heizungen für 
das bediente Gebäude unterstehen gemäss § 4 Abs. 2 lit. f der Bauverfahrensver-
ordnung (BVV) dem vereinfachten Baubewilligungsverfahren, bei welchem nach § 5 
BVV im Gegensatz zum ordentlichen Verfahren die Pflicht zur Aussteckung und zur 
öffentlichen Bekanntmachung des Bauvorhabens entfällt.

Die Baubewilligung ist die behördliche Feststellung, dass einem Bauvorhaben 
keine öffentlichrechtlichen Hindernisse namentlich aus dem Baupolizeirecht entge-
genstehen. Bei technischen Ausrüstungen wird im Bewilligungsverfahren insbeson-
dere geprüft, ob sie den einschlägigen technischen Anforderungen genügen. Feue-
rungsanlagen regelnde Vorschriften zielen darauf hin, dass der Brennstoff optimal 
ausgenützt und der Ausstoss von schädlichen oder lästigen Stoffen auf ein Min-
destmass beschränkt wird. Gegenstand der Bewilligung ist eine in ihrer konkreten 
Ausgestaltung und Ausführung genau bezeichnete Feuerungsanlage, die daraufhin 
geprüft wird, ob sie mit den luftreinhalte- und energierechtlichen Bestimmungen des 
Bundes und des Kantons Zürich in Einklang stehe. Es wird also nicht etwa eine Be-
willigung für irgendeine, sondern für eine in ihren Einzelteilen genau umschriebene
Heizölfeuerungsanlage erteilt, bestehend aus Feuerungsaggregat, Rauchrohr und 
Kamin. Wichtigste Bestandteile des Feuerungsaggregates sind namentlich Kessel 
und Brenner. Sie sind neben der Kaminanlage für den Energieverbrauch und die 
Menge der in die Luft abgegebenen Schadstoffe massgebend.

Die vom Rekurrenten getätigten Installationen (Ersatz des Kessels und des 
Kamins) stellen somit klarerweise keine untergeordneten Sanierungs- und Repara-
turarbeiten mehr dar. Vielmehr werden dadurch neue Verhältnisse begründet, die 

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aus den genannten Gründen eine Neubeurteilung der gesamten Heizungsanlage er-
fordern. Dementsprechend sind auch die inzwischen erfolgten rechtlichen Änderun-
gen zu beachten. Massgebend ist die Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt des Erlas-
ses des feuerpolizeilichen Entscheides.

b) Gemäss der auf der Grundlage des Energiegesetzes auf den 1. Juli 1986 in 
Kraft gesetzten Bestimmung von § 47 Abs. 2 der Besonderen Bauverordnung I (BBV 
I) dürfen Öl, Gas und Strom nicht zum Beheizen von Freiluftbädern verwendet wer-
den, soweit eine Beheizung mit erneuerbarer Energie oder mit nicht anders nutzba-
rer Abwärme möglich ist. Der Betrieb elektrischer Wärmepumpen ist jedoch jeweils 
vom 1. Mai bis zum 30. September zugelassen. Ausserdem ist zur Beheizung von 
Freiluftbädern der Einsatz von Holz gestattet (vgl. den Vollzugsordner Energie, Ab-
schnitt 7.2, S. 1; beachte aber die Erwägungen unter lit. d betreffend die neue Ener-
gienutzungsverordnung des Bundes). Als erneuerbare Energie zählt die Gewinnung 
der Umweltwärme. Diese erfolgt entweder direkt mit Sonnenkollektoren oder indirekt 
mit einer Wärmepumpe, welche die in Wasser, Luft und Erde gespeicherte Energie 
nutzt.

Der Rekurrent stellt die Möglichkeit der Beheizung seines Freiluftschwimmba-
des mit erneuerbarer Energie nicht in Abrede, und es sind denn auch keine Gründe 
auszumachen, die auf die technische und betriebliche Unmöglichkeit der Verwen-
dung erneuerbarer Energie schliessen liessen. Vielmehr macht der Rekurrent sinn-
gemäss geltend, dass vorliegend die zur Gewinnung von erneuerbarer Energie auf-
zubringenden Investitionen in keinem Verhältnis zum Ertrag, der Ersparnis an fossi-
len Brennstoffen stünden und zudem der Eingriff unzumutbare Auswirkungen zeitige, 
weshalb die verfügte Abtrennung des Freiluftbades von der Anlage gegen das Prin-
zip der Verhältnismässigkeit verstosse.

c) Das Verhältnismässigkeitsprinzip ist ein ungeschriebener Verfassungsgrund-
satz, an dem alles staatliche Handeln, insbesondere die Eingriffsverwaltung, zu 
messen ist. Damit eine staatliche Massnahme proportional ist, müssen - ein öffentli-
ches Interesse an ihrem Zweck vorausgesetzt - drei Voraussetzungen erfüllt sein, 
nämlich die Eignung zur Erreichung des verfolgten Zwecks (Zwecktauglichkeit), die 
Erforderlichkeit der konkreten Massnahme (Zweckangemessenheit) und die Verhält-
nismässigkeit im engeren Sinne. Die Beurteilung des letzteren Kriteriums bedingt ei-
ne Güterabwägung zwischen dem öffentlichen Interesse an der Realisierung der 
Massnahme und den mit ihr verbundenen Nachteilen für den unmittelbar davon Be-
troffenen.

Es bedarf keiner weiteren Ausführungen darüber, dass die vorliegend statuierte 
Massnahme aus energie- und umweltpolitischen Gründen erforderlich (vgl. den Bun-
desbeschluss für eine sparsame und rationelle Energienutzung vom 14. Dezember 
1990) und zur Erreichung des damit verfolgten Zwecks geeignet ist. Auch wenn in 
casu der Beitrag zur sparsamen und rationellen Energienutzung und der daraus re-
sultierende Umweltnutzen als relativ gering erscheinen mögen, so ist dennoch zu be-
rücksichtigen, dass die vorliegend zur Anwendung gelangende Bestimmung lediglich 
eine von zahlreichen Vorschriften des Luftreinhalte- und Energierechts darstellt, das, 
um Erfolg zu zeitigen, möglichst lückenlos und umfassend zur Durchführung zu ge-
langen hat. Insofern kommt auch der einzelnen Anordnung entscheidendes Gewicht 
zu.

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Der Rekurrent bringt in keiner Art und Weise Gründe vor, welche auf die Unver-
hältnismässigkeit der statuierten Anordnung schliessen liessen. Die geltend gemach-
ten Einwände, eine Solaranlage auf dem Dach wirke störend und es habe deren In-
stallation neben dem Freiluftbad eine nicht unerhebliche Reduktion des Baumbe-
standes zur Folge, sind durch nichts belegt. Zudem hätte der Rekurrent, würde er 
sich für den Einbau einer Wärmepumpe entschliessen, den Umstand, dass die erst 
kürzlich umgebaute Heizanlage wieder demontiert werden müsste, selber zu verant-
worten, liess er doch den Heizkessel einbauen, ohne die von der Vorinstanz an den 
Baubeginn geknüpfte Auflage der Einreichung eines Vorschlages betreffend die Be-
heizung des Freiluftbades zu erfüllen. Im übrigen hat der Rekurrent die mit der statu-
ierten Massnahme verbundenen Investitionskosten für die Installation einer Anlage 
zur Verwendung erneuerbarer Energie nicht einmal beziffert. Erfahrungsgemäss er-
reichen diese Kosten nicht eine Höhe, welche bei der Abwägung der Interessen zu-
gunsten des Inhabers der bis anhin mit Öl beheizten Freiluftbadanlage ins Gewicht 
fallen könnten.

Die von der Vorinstanz getroffene Anordnung erweist sich folglich als rechtmäs-
sig und insbesondere auch als verhältnismässig. Dies führt zur Abweisung des Re-
kurses.

d) Bemerkungsweise sei erwähnt, dass der Schweizerische Bundesrat gestützt 
auf die Artikel 3, 6, 13 und 22 des Bundesbeschlusses vom 14. Dezember 1990 für 
eine sparsame und rationelle Energienutzung (Energienutzungsbeschluss) die Ver-
ordnung über eine sparsame und rationelle Energienutzung (Energienutzungsver-
ordnung, ENV) vom 22. Januar 1992 erlassen hat. Gemäss deren Art. 13 Abs. 2 darf 
die nach kantonalem Recht zuständige Behörde eine Bewilligung für heizbare Frei-
luftbäder nur noch erteilen, wenn das heizbare Freiluftbad ausschliesslich mit Son-
nenenergie, Geothermie oder nicht anders nutzbarer Abwärme betrieben wird. Dar-
auf hinzuweisen ist, dass eine Beheizung mittels Wärmepumpen oder an Heizkes-
seln angeschlossenen Wärmetauschern nicht (mehr) erlaubt ist. Heizbare Freiluftbä-
der mit einer gesamten Wasserfläche von über 200 m2 können bewilligt werden, 
wenn sie mindestens zur Hälfte mit Sonnenenergie, Geothermie oder nicht anders 
nutzbarer Abwärme betrieben werden. Eine Abdeckung gegen Wärmeverluste ist in 
diesem Fall erforderlich (Art. 13 Abs. 3 ENV). Bis zum 1. März 1997 müssen die 
Betreiber von heizbaren Freiluftbädern den nach kantonalem Recht zuständigen Be-
hörden Konzepte vorlegen, die aufzeigen, wie diese Anlagen den genannten Anfor-
derungen angepasst werden können (Art. 34 Abs. 1 ENV). Die Kantone legen den 
Zeitpunkt fest, bis zu welchem bestehende Anlagen den Anforderungen entsprechen 
müssen (Art. 34 Abs. 2 ENV). Der Rekurrent hätte daher ohnehin und ungeachtet 
von Änderungen an seiner Heizungsanlage mit der Aufforderung zur Abtrennung 
seines Freiluftbades- von der Ölfeuerungsanlage rechnen müssen.