# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ae1d55e7-b2a6-5070-9bdc-6d7c2420f161
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 1993-09-29
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 29.09.1993 JAAC 58.55
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_031_JAAC-58-55--_1993-09-29.pdf

## Full Text

JAAC 58.55

Auszug aus einem Entscheid der Schweizerischen
Asylrekurskommission vom 29. September 1993

Décision de principe de la Commission suisse de recours en matière
d’asile. Procédure en cas de demande d’asile présentée à l’aéroport.
Notification d’une décision par télécopie. Motivation au moyen de
formules standard.[28].

Art. 13d LA, procédure en cas de demande d’asile présentée à l’aéroport.
Art. 34 PA, notification d’une décision par télécopie. Art. 35 PA,
motivation au moyen de formules standard.

1. L’exécution immédiate du renvoi dans le pays d’origine selon
l’art. 13d al. 4 LA présuppose que la qualité de réfugié a été déniée au
requérant et que sa demande d’asile a été rejetée. Les art. 15 et 15a
LA ne sont pas applicables à la procédure prévue par l’art. 13d LA
(consid. 3).

2. Le refus d’autorisation d’entrée lié au dépôt d’une demande d’asile
à l’aéroport, qu’il ait trait à un renvoi préventif dans un pays tiers
(art. 13d al. 2 et 3 LA) ou à un renvoi dans le pays d’origine (art. 13d
al. 4 LA) ne peut être conçu comme une décision indépendante, distincte
des décisions relatives au droit d’asile. C’est pourquoi un refus
d’autorisation d’entrée ne saurait faire l’objet d’un recours au DFJP -
domaine qui lui est normalement réservé - mais à la CRA, laquelle est
compétente pour traiter de ces questions dans toutes leurs composantes
(consid. 4.a. à d).

Nature juridique du renvoi préventif dans un pays tiers: s’agit-il
d’une décision incidente pouvant faire l’objet d’un recours distinct ou
d’une décision finale en matière de renvoi? question laissée indécise
(consid. 4.b).

3. Une décision notifiée par télécopie, où la signature apparaît en
fac-similé, ne remplit pas les conditions de la forme écrite exigée pour
un tel acte. La notification est néanmoins valable en dépit de ce vice
si elle n’induit pas le requérant en erreur ni ne lui cause un autre
préjudice (consid. 6.a).

1

4. Motivation d’une décision au moyen de formules standard
(consid. 6.b).

Grundsatzentscheid der Schweizerischen Asylrekurskommission.
Verfahren bei Asylgesuch am Flughafen. Eröffnung einer Verfügung per
Telefax. Formularbegründung.[27].

Art. 13d AsylG, Verfahren bei Asylgesuch am Flughafen. Art. 34
VwVG, Eröffnung einer Verfügung per Telefax. Art. 35 VwVG,
Formularbegründung.

1. Eine sofortige Wegweisung in den Herkunftsstaat nach Art. 13d
Abs. 4 AsylG setzt voraus, dass damit gleichzeitig auch die
Flüchtlingseigenschaft verneint und die Ablehnung des Asylgesuchs
verfügt wird. Für das Verfahren bei Entscheiden des BFF nach Art. 13d
AsylG sind die Art. 15 und 15a AsylG nicht massgeblich (E. 3).

2. Der mit einer vorsorglichen Wegweisung in einen Drittstaat (Art. 13d
Abs. 2 und 3 AsylG) oder einer Wegweisung in den Herkunftsstaat
(Art. 13d Abs. 4 AsylG) verbundenen Einreiseverweigerung am
Flughafen kommt neben den asylrechtlichen Entscheiden keine
eigenständige Bedeutung zu, weshalb sich eine Beschwerde an das an
sich zuständige EJPD erübrigt und die ARK bezüglich aller Punkte des
angefochtenen Dispositivs zuständig ist (E. 4.a-d).

Frage der Rechtsnatur der vorsorglichen Wegweisung in
Drittstaat - selbständig anfechtbare Zwischenverfügung oder
instanzabschliessender Endentscheid imWegweisungspunkt? offen
gelassen (E. 4.b).

3. Eine per Telefax eröffnete, mit faksimilierter Unterschrift versehene
Verfügung erfüllt die Anforderungen an die Schriftlichkeit einer
Verfügung an sich nicht. Trotz dieses Mangels ist die Eröffnung
rechtsgültig, wenn eine Irreführung oder andere Benachteiligung des
Gesuchstellers ausgeschlossen werden kann (E. 6.a).

4. Begründung einer Verfügung mittels Formular (E. 6.b).

Decisione di principio della Commissione svizzera di ricorso in materia
d’asilo. Procedura in caso di domanda d’asilo presentata all’aeroporto.
Notificazione di una decisione per telefax. Motivazione su moduli
prestampati.[29].

Art. 13d LA, procedura in caso di domanda d’asilo presentata
all’aeroporto. Art. 34 PA, notificazione di una decisione per telefax.
Art. 35 PA, motivazione su moduli prestampati.

1. L’esecuzione immediata dell’allontanamento verso il Paese d’origine
giusta l’art. 13d cpv. 4 LA presuppone che la qualità di rifugiato sia
stata negata e la domanda d’asilo respinta. Ad una procedura ai sensi
dell’art. 13d LA non sono applicabili gli art. 15 e 15a LA (consid. 3).

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2. Il rifiuto d’autorizzazione d’entrata all’aeroporto, connesso ad un
rinvio preventivo in uno Stato terzo (art. 13d cpv. 2 e 3 LA) o ad un
rinvio nel Paese d’origine (art. 13d cpv. 4 LA), non può essere concepito
indipendentemente da una decisione sul quesito dell’asilo. Ne discende
che contro un rifiuto d’autorizzazione d’entrata di tale specie non è
dato il rimedio dinanzi al DFGP, ma innanzi alla CRA che esaminerà
tutti i punti di questione del giudizio litigioso (consid. 4.a-d).

Natura giuridica del rinvio preventivo in uno Stato terzo decisione
impugnabile con ricorso distinto o decisione finale in materia
d’allontanamento? questione lasciata indecisa (consid. 4.b).

3. Una decisione notificata per telefax, ove la firma appare riprodotta
in facsimile, non soddisfa il requisito della forma scritta richiesto per
un simile atto. Nonostante tale vizio, la notificazione è giuridicamente
valida, se non induce in errore o non causa altrimenti pregiudizio al
richiedente (consid. 6.a).

4. Motivazione di una decisione mediante moduli prestampati
(consid. 6.b).

Zusammenfassung des Sachverhalts

Der Beschwerdeführer verliess Nigeria auf dem Luftweg nach eigenen
Angaben am 23. Mai 1992 und gelangte von Frankreich her kommend am
25. Mai 1992 in die Schweiz, wo er gleichentags um Asyl ersuchte. Anlässlich
der Befragung durch die Kantonspolizei Zürich (Flughafenpolizei) erklärte
der Beschwerdeführer, dass er anlässlich der Kämpfe zwischen Christen und
Moslems, die am 14. und 15. Mai 1992 in K. stattgefunden hätten, jemanden
umgebracht habe und deshalb von der nigerianischen Polizei gesucht werde.

Am 26. Mai 1992 stellte der «United Nations High Comissioner for Refugees»
(Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen [UNHCR]) im
Rahmen einer Anfrage im Sinne von Art. 13d Abs. 4 des Asylgesetzes vom
5. Oktober 1979 (AsylG, SR 142.31) fest, dass nach seiner Auffassung dem
Beschwerdeführer in Nigeria offensichtlich keine asylrechtlich relevante
Verfolgung drohe.

Mit Verfügung vom 26. Mai 1992 stellte das Bundesamt für Flüchtlinge (BFF)
fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht und lehnte
das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz
und bezeichnete diese als sofort vollstreckbar.

Mit Eingabe vom 28. Mai 1992 beantragt der Beschwerdeführer durch seinen
Vertreter, die Gewährung von Asyl in der Schweiz. Der Beschwerdeführer sei
nicht aus der Schweiz wegzuweisen. Der Beschwerde sei die aufschiebende
Wirkung beizugeben und der Vollzug bis zu diesem Entscheid zu sistieren. Es
sei eine Nachfrist zur Ergänzung der Beschwerdebegründung bis zum Ablauf
der Rechtsmittelfrist einzuberaumen. Ferner beantragt der Beschwerdeführer,
er sei zum ordentlichen Asylverfahren zuzulassen.

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Am 29. Mai 1992 lehnte die Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) das
Gesuch um Aussetzung des Vollzugs der Verfügung des BFF für Flüchtlinge
(BFF) vom 26. Mai 1992 ab; die Abweisung erfolgte mündlich (telefonisch)
gegenüber dem Rechtsvertreter und den Behörden. Der Beschwerdeführer
wurde gleichentags per Flugzeug in sein Heimatland Nigeria ausgeschafft.

In einem Schreiben an die Schweizerische Botschaft in Lagos (dort
eingegangen am 22. Juli 1992) hat der Beschwerdeführer sinngemäss zum
Ausdruck gebracht, dass er an der von seinem Rechtsvertreter eingereichten
Beschwerde festhalte.

Das BFF beantragt in seiner Vernehmlassung vom 17. Juli 1992 die Abweisung
der Beschwerde.

Die ARK weist die Beschwerde ab.

Aus den Erwägungen

1. Gemäss Art. 11 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 5. Oktober 1979 (AsylG)
entscheidet die ARK endgültig über Beschwerden gegen Entscheide des
BFF über die Verweigerung des Asyls und die Anordnung der Wegweisung;
letztere umfasst die Anordnung der Wegweisung während und nach
Abschluss des Verfahrens (Art. 1 Abs. 2 der V vom 18. Dezember 1991 über die
Schweizerische Asylrekurskommission [VOARK], SR 142.317).

Mit Beschwerde an die ARK kann die Verletzung von Bundesrecht, die
unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 11 Abs. 3 AsylG).

2. Die zur Einreichung von Asylgesuchen möglichen Verfahren sind in
den Art. 13 bis 13f AsylG und den Art. 4 bis 6 der Asylverordnung 1 über
Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) geregelt. Grundsätzlich ist zwischen
Asylgesuchen aus dem Ausland und Asylgesuchen im Inland zu unterscheiden.

a. Bei Asylgesuchen aus dem Inland ist zu unterscheiden zwischen
Asylgesuchen von Ausländern, die eine Anwesenheitsbewilligung haben,
und solchen von Ausländern, die sich ohne Anwesenheitsbewilligung in der
Schweiz aufhalten.

aa. Gemäss Art. 13f Abs. 1 AsylG richtet ein Ausländer, der sich in der Schweiz
befindet, das Asylgesuch an die Behörde des Kantons, von dem er eine
Anwesenheitsbewilligung erhalten hat.

bb. Für die übrigen Fälle hat der Bundesrat das Verfahren geregelt (Art. 13f
Abs. 2 AsylG). Ausländer, die sich ohne Anwesenheitsbewilligung in der
Schweiz aufhalten, reichen ihr Asylgesuch bei der Empfangsstelle ein (Art. 6
Abs. 1 AsylV 1). Faktisch ist dies das häufigste Verfahren.

b. Asylgesuche aus dem Ausland sind gemäss Art. 13a AsylG bei einer
schweizerischen Vertretung einzureichen. Diese überweist das Gesuch
mit ihrem Bericht an das BFF, welches dem Gesuchsteller die Einreise zur

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Abklärung des Sachverhalts bewilligt, wenn ihm nicht zugemutet werden
kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land
auszureisen (Art. 13b AsylG).

c. Bei Asylgesuchen an der Grenze, das heisst bei einem geöffneten
Grenzübergang, ist zu unterscheiden zwischen solchen, die an einem
Grenzposten an der Landesgrenze und solchen, die am Flughafen gestellt
werden (Art. 13a, 13c und 13d AsylG).

aa. Der Ausländer, der an der Landesgrenze um Asyl nachsucht, erhält vom
BFF die Bewilligung zur Einreise, wenn kein anderes Land staatsvertraglich
zur Behandlung seines Asylgesuches verpflichtet ist und Gründe zur
Einreisebewilligung im Sinne von Art. 13c AsylG und Art. 4 Abs. 2 AsylV 1
vorliegen. Im Falle einer Einreisebewilligung wird der Gesuchsteller einer
Empfangsstelle zugewiesen (Art. 4 Abs. 3 AsylV 1). Verweigert das BFF die
Einreise, so kann der Ausländer bei einer schweizerischen Vertretung ein
neues Asylgesuch einreichen (Art. 5 Abs. 1 AsylV 1); das Verfahren wird
folglich mit dem Entscheid über die Einreiseverweigerung abgeschlossen
und der Ausländer wird auf das Verfahren zur Stellung eines Asylgesuches aus
dem Ausland verwiesen.

Im Falle einer Einreisebewilligung folgt das normale Asylverfahren, wie es in
den Art. 14 ff. AsylG geregelt ist.

bb. Bei Asylgesuchen am Flughafen richtet sich das Verfahren nach den
Bestimmungen gemäss Art. 13d AsylG, Art. 4 und 5 AsylV 1. Im Falle einer
Einreisebewilligung wird der Gesuchsteller ebenfalls einer Empfangsstelle
zugewiesen und durchläuft das normale Asylverfahren.

Anders als beim Asylgesuch an der Landesgrenze sind die Folgen einer
Einreiseverweigerung. Das BFF kann den Gesuchsteller vorsorglich
wegweisen, wenn die Weiterreise in einen Drittstaat möglich, zulässig
und zumutbar ist (Art. 13d Abs. 2 AsylG). Der Gesuchsteller kann diesfalls
innert zehn Tagen bei einer schweizerischen Vertretung die Fortsetzung des
Verfahrens verlangen (Art. 5 Abs. 2 AsylV 1). Das anschliessende Verfahren
entspricht jenem bei der Gesuchseinreichung bei einer schweizerischen
Vertretung im Ausland (Ziff. 2 Bst. b vorn). Meldet sich der Gesuchsteller nicht
innert dieser Frist bei einer schweizerischen Vertretung, wird das Asylgesuch
als gegenstandslos geworden abgeschrieben.

Ist die Wegweisung des Gesuchstellers in einen Drittstaat nicht durchführbar,
so kann der sofortige Vollzug der Wegweisung in den Heimatstaat angeordnet
werden, wenn dem Gesuchsteller nach der übereinstimmenden Auffassung
des BFF und des UNHCR dort offensichtlich keine Verfolgung droht (Art. 13d
Abs. 4 AsylG). Dabei gilt der weite Verfolgungsbegriff von Art. 13 AsylG (vgl.
Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren [AVB] und zu einem
Bundesgesetz über die Schaffung eines BFF, BBl 1990 II 629).

3. Das Dispositiv der angefochtenen Verfügung, welche am 26. Mai 1992
vom BFF per Telefax an die Flughafenpolizei Zürich-Kloten übermittelt und
dem Beschwerdeführer gleichentags eröffnet wurde, umfasst den Entscheid
über die Flüchtlingseigenschaft, das Asylgesuch und die Wegweisung, unter
Anordnung deren sofortigen Vollstreckung.

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Art. 13d Abs. 4 AsylG ist so auszulegen, dass das BFF ein am Flughafen
gestelltes Asylgesuch ablehnen kann, wenn dem Gesuchsteller im Heimat-
oder Herkunftsland «nach der übereinstimmenden Auffassung des
Bundesamtes und des Hochkommissariates der Vereinten Nationen für die
Flüchtlinge offensichtlich keine Verfolgung droht». Der Gesetzestext erwähnt
zwar namentlich nur die Kompetenz des BFF zum sofortigen Vollzug der
Wegweisung in den Heimat- oder Herkunftsstaat. Der Wegweisungsvollzug
ins Heimat- oder Herkunftsland setzt aber hier zwingend die Verneinung
der Flüchtlingseigenschaft, die Verweigerung des Asyls und die Anordnung
der Wegweisung voraus und beinhaltet somit auch die Prüfung dieser
Voraussetzungen. Zu einer solchen Auslegung kommt man auch durch
Ableitung von Art. 45 AsylG, welche dem Art. 33 des Abkommens vom 28. Juli
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) nachgeformte
Bestimmung nach unbestrittener Lehre den Flüchtling nach dem materiellen
Flüchtlingsbegriff schützt. Darin sind auch die Asylbewerber so lange
inbegriffen, als nicht festgestellt ist, dass sie die Flüchtlingseigenschaft nicht
erfüllen (vgl. Kälin Walter, Das Prinzip des non-refoulement, Bern 1982,
S. 90). Inwieweit diese Feststellung in Rechtskraft erwachsen sein muss (so
Kälin Walter in: Grundriss des Asylverfahrens, Basel / Frankfurt a.M. 1990,
S. 212), ist im Zusammenhang mit der Frage der Zulässigkeit des sofortigen
Wegweisungsvollzuges zu überprüfen (vgl. hinten E. 9).

Das Verfahren vor dem BFF richtet sich dabei nicht nach den Bestimmungen
von Art. 15 und 15a AsylG, welche Bestimmungen sich nur auf Gesuchsteller,
die sich in der Schweiz befinden (Art. 13f AsylG), beziehen, für die Behandlung
von Asylgesuchen aus dem Ausland, an der Grenze und am Flughafen sowie
für die Anhaltung bei illegaler Einreise (Art. 13b-13e AsylG) aber nicht
herangezogen werden können.

4. Vorab stellt sich die Frage der Zuständigkeit, welche von Amtes wegen
zu prüfen ist (Art. 7 Abs. 1 VwVG). Die Beschwerde richtet sich sowohl
gegen den Ablehnungs- und Wegweisungsentscheid als auch - mit dem
Antrag, der Beschwerdeführer sei zu einem ordentlichen Asylverfahren
zuzulassen - sinngemäss gegen die Einreiseverweigerung. Gemäss
Rechtsmittelbelehrung im angefochtenen Entscheid ist eine allfällige
Beschwerde beim Beschwerdedienst des Eidgenössischen Justiz- und
Polizeidepartements (EJPD) einzureichen. Der Beschwerdeführer hat seine
Beschwerdeschrift an die ARK adressiert.

a. Bezüglich der Anfechtbarkeit der Einreiseverweigerung ging die
herrschende Lehre nach dem damals geltenden Recht davon aus, dass diese
angefochten werden kann, und zwar beim EJPD (vgl. Bolz Urs, Rechtsschutz
im Ausländer- und Asylrecht, Basel / Frankfurt a.M. 1990, S. 58, insb. Fn. 45
mit weiteren Hinweisen); dabei bleibe es auch nach Inkrafttreten des AVB
beziehungsweise nach Einsetzung der Asylrekurskommission (gemäss Kälin,
Grundriss, S. 279, mit weiteren Hinweisen).

Entgegen dieser Lehrmeinung hat zwar die Petitions- und
Gewährleistungskommission des Nationalrates in ihrem Bericht vom
13. Januar 1989 die Einreiseverweigerung mangels Verfügung im Sinne
von Art. 5 VwVG als nicht anfechtbar bezeichnet. Dies trifft jedenfalls
bei Asylgesuchstellern nicht (mehr) zu, da seit Inkrafttreten des AVB in
jedem Fall das BFF über die Bewilligung und Verweigerung der Einreise

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zu verfügen hat (Art. 13b-13d AsylG). In Anwendung von Art. 11 Abs. 5
AsylG ist in Übereinstimmung mit der herrschenden Lehre das EJPD als
Rechtsmittelinstanz für Beschwerden gegen Einreiseverweigerung durch das
BFF zu betrachten.

Mit der Einreiseverweigerung wird - genau gleich wie mit der
Einreisebewilligung - nur über die Einreise, nicht aber über das korrekt
eingereichte (Art. 13a AsylG) Asylgesuch entschieden. Im Anwendungsfall
von Art. 13c AsylG (Gesuch an der Landesgrenze) ist allerdings ein neues
Gesuch im Ausland einzureichen (Art. 5 Abs. 1 AsylV 1). Hingegen bleibt
in den Anwendungsfällen von Art. 13d Abs. 2 und 3 AsylG das Asylgesuch
hängig und muss vom BFF mit einem Endentscheid - falls der Gesuchsteller
nicht ausdrücklich am Gesuch festhält, mit einer Abschreibung zufolge
Gegenstandslosigkeit - erledigt werden, welcher seinerseits bei der ARK
anfechtbar ist (vgl. Art. 5 Abs. 2 AsylV 1).

b. Bei der Asylgesuchstellung am Flughafen stellt sich im Falle der
Einreiseverweigerung zusätzlich die Frage der Wegweisung, da der
Gesuchsteller, obwohl er formell die Einreisebewilligung nicht erhält, sich
de facto auf schweizerischem Territorium befindet. Art. 13d Abs. 2 AsylG
bestimmt, dass bei Einreiseverweigerung eine vorsorgliche Wegweisung
vorzunehmen ist, wenn eine solche in einen Drittstaat durchführbar im
Sinne von Art. 18 Abs. 1 AsylG und Art. 14a des BG vom 26. März 1931 über
Aufenhalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG, SR 142.20) - das heisst
möglich, zulässig und zumutbar - ist. Ob diese vorsorgliche Wegweisung,
welche sowohl systematisch wie auch inhaltlich derjenigen gemäss Art. 19
Abs. 2 AsylG gleichzustellen ist, beim EJPD oder bei der ARK angefochten
werden kann, soll laut der noch spärlichen Doktrin zum AVB nicht klar sein
(vgl. Achermann Alberto / Hausammann Christina, Handbuch des Asylrechts,
Bern/Stuttgart 1991, S. 248; Kälin, Grundriss, S. 278). Fraglich ist nach Meinung
dieser Autoren, wie der Begriff «Wegweisung» gemäss Art. 11 Abs. 2 Bst. b
AsylG zu verstehen ist.

Das Asylgesetz verwendet diesen Begriff sowohl für die Verpflichtung
des Gesuchstellers, die Schweiz nach Abschluss des Asylverfahrens zu
verlassen (Art. 17, 17a, 13d Abs. 4 AsylG), als auch für die Aufforderung an den
Gesuchsteller, während der Hängigkeit des Asylgesuches auszureisen (Art. 19
und 13d Abs. 2 und 3 AsylG). Nichts deutet darauf hin, dass der Gesetzgeber
die vorsorgliche Wegweisung dem Zuständigkeitsbereich der ARK entziehen
wollte. In beiden Fällen geht es um die identische Frage, nämlich um «die
Verpflichtung, die Schweiz zu verlassen» (Art. 17a Bst. a AsylG), und es handelt
sich in beiden Fällen um eine Beschwerde im Asylbereich, über die die ARK
endgültig entscheidet (Botschaft, a.a.O., 616).

Diese Rechtsunsicherheit wurde in der Zwischenzeit behoben durch die
Definition in Art. 1 Abs. 2 VOARK, wonach unter demWegweisungsbegriff
von Art. 11 Abs. 2 AsylG «Wegweisung während und nach Abschluss eines
Asylverfahrens» zu verstehen ist. Mit dieser spezifischen Regelung ist
klargestellt, dass die Wegweisung gemäss Art. 13d Abs. 2 AsylG (ebenso wie
die ihr gleichgesetzte Wegweisung gemäss Art. 19 Abs. 2 AsylG), obwohl
jeweils als vorsorglich bezeichnet, jedenfalls eine selbstständig anfechtbare
Zwischenverfügung ist. Dieser Betrachtungsweise steht deshalb Art. 46a
AsylG nicht entgegen, welcher Zwischenverfügungen, die in Anwendung

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der Art. 13-19 AsylG ergehen, der selbständigen Anfechtbarkeit entzieht
und sie nur als zusammen mit dem Endentscheid anfechtbar bezeichnet.
Damit erübrigt sich bei Beschwerden gegen vorsorgliche Wegweisungen
generell die Prüfung, ob die Verfügung einen nicht wieder gutzumachenden
Nachteil bewirken könne (vgl. Art. 46a AsylG). Es stellt sich sogar die Frage,
ob nicht die Wegweisung während des Verfahrens bezüglich dieses Punktes,
der Wegweisung, als instanzabschliessender Endentscheid im Sinne eines
Teilurteils zu betrachten ist (vgl. dazu Gygi, a.a.O. S. 140 f. sowie BGE 104 Ib
133 f.). Diese Frage kann aber im vorliegenden Fall offen bleiben, da es sich bei
der verfügten Wegweisung nicht um eine vorsorgliche handelt.

c. Aus der Tatsache, dass in den Anwendungsfällen von Art. 13d Abs. 2 und
3 AsylG auch dort, wo dies nicht ausdrücklich gesagt wird, sowohl eine
Einreiseverweigerung als auch eine (vorsorgliche) Wegweisung verfügt wird,
könnte geschlossen werden, dass eine Zweiteilung des Rechtsmittelweges
stattfinden würde. Während die Einreiseverweigerung beim EJPD anzufechten
wäre (oben sub a), ist für die Beurteilung einer gegen die Wegweisung
gerichteten Beschwerde die ARK zuständig (sub b). Dennoch kann sich
kein positiver Kompetenzkonflikt ergeben. Zufolge des Grundsatzes der
Kompetenzattraktion (vgl. Gygi Fritz, Bundesverwaltungsrechtspflege,
2. Aufl., Bern 1983, S. 95 f.) ist die Wegweisungsbeschwerde bei der ARK zu
behandeln, da einem Entscheid über die Einreiseverweigerung neben dem
Asylverfahren keine eigenständige Bedeutung zukommen könnte. Ergäbe
sich aber eine Beschwerdegutheissung gegen die vorsorgliche Wegweisung
durch die ARK, müsste das BFF wiedererwägungsweise entweder seine
Einreiseverweigerung aufheben oder eine Wegweisung in einen anderen
Drittstaat verfügen. Im Fall einer Beschwerdeablehnung würde die verfügte
Einreiseverweigerung gegenstandslos. Die Einreichung einer Beschwerde
gegen die Einreiseverweigerung beim EJPD erübrigt sich somit unter jedem
Aspekt.

d. Die vorliegende Beschwerde richtet sich nicht gegen einen vorsorglichen
Wegweisungsentscheid des BFF gestützt auf Art. 13d Abs. 2 AsylG, sondern
unter anderem gegen die der Abweisung als Regelfall folgende Wegweisung
(vgl. Art. 17 Abs. 1 AsylG). Auch wenn das Gesetz in Art. 13d Abs. 4 AsylG auch
im Zusammenhang mit dem am Flughafen durchgeführten Asylverfahren
(im Unterschied zumWegweisungsverfahren gemäss Abs. 2 und 3)
von der Nichtbewilligung der Einreise spricht, ist damit nicht gemeint,
dass die Einreiseverweigerung eine eigenständige Verfügung sei, die
ihrerseits selbständig (beim EJPD) angefochten werden könnte. Sie ist
vielmehr Bestandteil und Ausfluss der Feststellung, dass die fehlende
Verfolgungssituation offensichtlich ist. Dass die Nichtbewilligung der
Einreise überhaupt Eingang in den Abs. 4 von Art. 13d AsylG gefunden
hat, hat lediglich damit zu tun, dass die Möglichkeit einer Wegweisung in
einen Drittstaat vorfrageweise zu klären ist, was bejahendenfalls zu einer
Einreiseverweigerung führt.

Die Zuständigkeit der ARK ist somit trotz falscher Rechtsmittelbelehrung
im angefochtenen Entscheid gegeben. Da die Beschwerde richtigerweise
bei der ARK eingereicht worden ist, welche sofort gehandelt hat, ist dem
Beschwerdeführer dadurch kein Rechtsnachteil erwachsen. Insoweit als
der Beschwerdeführer gleichzeitig die Verweigerung der Einreise mit
anfechten wollte (Antrag auf Durchführung des ordentlichen Asylverfahrens),

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http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_104_Ib_133&resolve=1
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ist entsprechend der obigen Erwägung darauf nicht einzutreten. Die
Beschwerde müsste ja gemäss der Formulierung in Art. 13d Abs. 4 AsylG
bereits gutgeheissen werden, wenn das Fehlen einer Verfolgungssituation (in
ihrer weiten Bedeutung) nicht offensichtlich wäre. Eine derartige partielle
Gutheissung würde zur Einreisebewilligung zwecks Durchführung des
ordentlichen Verfahrens führen.

5. Der Beschwerdeführer ist legitimiert; auf die frist- und formgerecht
eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 48 ff. VwVG).

6. Die angefochtene Verfügung besteht aus einem handschriftlich ausgefüllten
Entscheidformular, welches das BFF der Grenzpolizei am Flughafen per
Telefax übermittelt hat. Letztere hat die Verfügung dem Beschwerdeführer
eröffnet und ausgehändigt.

a. Von Amtes wegen ist zu prüfen, ob die Form der Verfügung den
gesetzlichen Anforderungen entspricht. Art. 34 Abs. 1 VwVG schreibt die
Schriftlichkeit von Endverfügungen vor. Darunter ist auch zu verstehen,
dass sie von einer zeichnungsberechtigten Person der verfügenden Behörde
unterzeichnet sein muss. Vor dem Hintergrund der Rechtsprechung des
Eidgenössischen Versicherungsgerichtes (Urteil vom 16. Oktober 1991; H 72/91)
beziehungsweise des Bundesgerichtes (BGE 112 Ia 173) zu Telefax-Eingaben
von Parteien stellt sich die Frage, ob mangels Originalunterschrift des
zuständigen Beamten das Gebot der Schriftlichkeit verletzt ist. Das
BFF hat sich zu dieser Frage vernehmen lassen. Es stellt fest, dass die
Missbrauchsgefahr, welche von den zitierten Gerichtsinstanzen als Grund
für die fehlende Rechtsgültigkeit einer kopierten Unterschrift genannt wurde,
im Verhältnis zwischen zwei Behörden (BFF und Grenzpolizei), die in einem
intensiven Kontakt miteinander stehen, nicht bestehe. Zudem hätten wie in
jedem Fall auch in casu verschiedene Telefone zwischen den beiden Behörden
stattgefunden, und es sei die Kompetenz zur Ausfertigung und Eröffnung
eines Entscheides auf einen kleinen Personenkreis beschränkt, wodurch eine
Missbrauchsgefahr ebenfalls ausgeschlossen werde.

Dieser Argumentation kann nicht vollumfänglich beigepflichtet werden.
Richtig ist, dass das Verfahren am Flughafen im Interesse aller Beteiligten ein
rasches sein muss. Der summarische Charakter dieses Verfahrens geht auch
aus der Beschränkung auf diejenigen Fälle hervor, in denen es offensichtlich
ist, dass keine Verfolgung droht. Folgerichtig hat das BFF die Kontakte mit
den Flughafenbehörden und dem UNHCR unter Benutzung von Telefax-
und Telefongeräten dergestalt organisiert, dass in möglichst kurzer Zeit
die zuständigen Stellen über das Befragungsprotokoll und die weiteren
wesentlichen Akten sowie die beidseitigen Stellungnahmen verfügen. Dennoch
besteht kein Grund, vom klaren gesetzlichen Erfordernis der Schriftlichkeit
einer Verfügung gemäss Art. 34 Abs. 1 VwVG abzuweichen. Die Schriftlichkeit
beinhaltet zweifellos sowohl nach dem allgemeinen Verständnis als auch
nach der oben zitierten Bundesrechtsprechung eine Originalunterschrift,
als welche eine faksimilierte Unterschrift nicht gelten kann. Die Eröffnung
der vorinstanzlichen Verfügung ist somit als mangelhaft zu qualifizieren.
Allerdings bleibt ein behördlicher Formfehler dann unbeachtlich, wenn
der Zweck der Formvorschrift dennoch erreicht wird (vgl. Gygi, a.a.O.,
S. 51, unter Verweis auf BGE 104 V 167). Im vorliegenden Fall wurde der
Beschwerdeführer weder irregeführt noch benachteiligt. Er konnte unter

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http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_112_Ia_173&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_104_V_167&resolve=1

Anwendung des Grundsatzes von Treu und Glauben nicht den geringsten
vernünftigen Zweifel haben, dass die Verfügung exakt in der ihm per
Telefax übermittelten Form im Original besteht. Damit ist gesagt, dass der
festgestellte Formfehler der Rechtsgültigkeit der Eröffnung des angefochtenen
Entscheides nicht schadet. Dem Gesuchsteller hätte allerdings das Recht
zugestanden, eine ordentliche Zustellung zu verlangen, was aber zufolge
des vollumfänglichen Wissens über den Inhalt der Verfügung weder am
Anlaufen der Beschwerdefrist noch an der Vollstreckbarkeit der Verfügung
etwas geändert hätte (vgl. BGE 102 Ib 94).

b. In der Beschwerdeschrift wurde das handschriftliche Ausfüllen
des Entscheidformulars und damit sinngemäss eine Verletzung der
Begründungspflicht beanstandet. Das BFF hat sein Vorgehen mit der
Besonderheit des Verfahrens am Flughafen gerechtfertigt, welches ein rasches
und soweit möglich vereinfachtes Vorgehen impliziert.

Die Verwendung eines Entscheidformulares und dessen handschriftliches
Ausfüllen beziehungsweise Ankreuzen berührt in der Tat seltsam. Wohl
sind die handschriftlichen Passagen gut leserlich, und die Zusammenfügung
der angekreuzten vorgedruckten oder handschriftlichen Begründungsteile
ergeben einen Sinn. Beschränkt man sich auf die Bewertung der aktivierten
und teilweise individuell begründeten Formularteile, so ist festzustellen, dass
die Entscheidbegründung den Formvorschriften von Art. 35 VwVG genügt,
indem sie den Sachverhalt knapp zusammenfasst (dabei zwar erwähnt, dass
der Gesuchsteller behauptet, an Kämpfen gegen Moslems teilgenommen zu
haben, seine angebliche Zugehörigkeit zur christlichen Religion allerdings
verschweigt), die wichtigsten Ablehnungsgründe enthält (nämlich, dass
es sich bei der allfällig vorhandenen staatlichen Verfolgung nicht um eine
solche aus den Gründen von Art. 3 AsylG handle und seine Ausführungen
zudem den Anforderungen an die Glaubwürdigkeit nicht standhalten) und
insbesondere ausdrücklich erwähnt, dass der UNHCR am 26. Mai 1992
mitgeteilt hat, er teile die Auffassung des BFF, wonach dem Gesuchsteller
im Heimat- oder Herkunftsstaat offensichtlich keine Verfolgung drohe.
Mit diesen Begründungsteilen erfüllt das BFF sowohl bezüglich der Form
wie auch des Inhaltes knapp die notwendigen Erfordernisse. Immerhin
ist festzustellen, dass von den in der Lehre und Praxis entwickelten sechs
Variablen, die Angemessenheit einer Begründung ausmachen (vgl. dazu
Villiger Mark E., Die Pflicht zur Begründung von Verfügungen, Zentralblatt
für Staats- und Gemeindeverwaltung [ZBl] 90, 1989, S. 151 f.) insbesondere
der Schwere des behaupteten Eingriffs kaum Rechnung getragen wird und
das BFF mit seiner Kombination von Bausteinen den legitimen Anspruch des
Gesuchstellers auf eine seinem konkreten Fall gerecht werdende Begründung
nicht vollauf erfüllt. Mit einer derart rudimentären Begründung erscheint
der vorgenommene Verwaltungsakt wenig transparent, was wiederum der
Akzeptanz eines Entscheides abträglich ist (vgl. Villiger, a.a.O., S. 162 ff.; Kälin
Walter, Rechtliche Anforderungen an die Verwendung von Textbausteinen für
die Begründung von Verwaltungsverfügungen, Zeitschrift für Schweizerisches
Recht [ZSR] 1988 I, S. 435 ff.).

Auch wenn im vorliegenden Fall eine Verletzung der Begründungspflicht
verneint wird, wäre es angebracht, wenn das BFF künftig eine Form finden
würde, welche das Aufführen inaktiver Begründungsteile vermeidet,
wohnt solchen offenen Formularteilen doch stets die Gefahr inne, dass

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http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_102_Ib_94&resolve=1

sie im Nachhinein von Unbefugten angekreuzt oder ausgefüllt werden,
beziehungsweise wird darüber eine Unsicherheit geschaffen, ob dies der
Fall gewesen ist. Auch die Numerierung der einzelnen Dispositivteile erscheint
ein Ding der Selbstverständlichkeit.

Zusammenfassend muss festgehalten werden, dass das verwendete Formular
zwar problematisch ist, jedoch die Anforderungen an die Begründungspflicht
gemäss Art. 35 VwVG erfüllt, sofern es ausreichend ausgefüllt ist, was hier der
Fall ist.

7. Auf den Antrag des Beschwerdeführers, es sei ihm eine Nachfrist
zur Ergänzung der Begründung bis zum Ablauf der Rechtsmittelfrist
einzuberaumen, wurde stillschweigend nicht eingetreten, da es
unmöglich ist, für die Dauer der ordentlichen Frist eine Nachfrist oder
eine Fristverlängerung zu gewähren. Dem Beschwerdeführer wäre es
unbenommen geblieben, innerhalb der ordentlichen Frist seine Beschwerde
zu ergänzen.

8. Als Flüchtling wird ein Ausländer anerkannt, wenn er in seinem
Heimatstaat oder im Land, wo er zuletzt wohnte, wegen seiner Rasse, Religion,
Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen
seiner politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist
oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als
ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder
Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck
bewirken (Art. 3 Abs. 1 und 2 AsylG).

Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr
Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält.
Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten
zu wenig substantiiert oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht
entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel
abgestützt werden (Art. 12a AsylG).

Gelingt die Glaubhaftmachung der Flüchtlingseigenschaft nicht, so kann
im Rahmen des Verfahrens am Flughafen nur dann eine Abweisung des
Gesuches erfolgen, wenn offensichtlich ist, dass dem Gesuchsteller im Heimat-
oder Herkunftsland keine Verfolgung droht. Offensichtlichkeit ist dann
anzunehmen, wenn schon aufgrund der am Flughafen durchgeführten
Befragung und der weiteren Aktenlage keine vernünftigen Zweifel an
der Ungefährdetheit des Gesuchstellers bestehen. Der in Art. 13d AsylG
verwendete weite Verfolgungsbegriff ist der gleiche wie der in den Art. 13
und 16 Abs. 1 Bst. a und c sowie Abs. 2 AsylG vorkommende (vgl. Botschaft,
a.a.O., 625 f., 629, 638). Er beinhaltet neben dem Geltungsbereich von Art. 3
AsylG und den völkerrechtlichen Bestimmungen von Art. 3 EMRK und
Art. 3 in Verbindung mit Art. 1 des Europäischen Übereinkommens vom
26. November 1987 zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder
erniedrigender Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.101.106) auch alle anderen
Wegweisungshindernisse gemäss Art. 18 Abs. 1 AsylG in Verbindung mit
Art. 14a ANAG.

In der Beschwerde werden die Vorbringen des Gesuchstellers lediglich
wiederholt, und es wird ohne nähere Begründung deren Asylrelevanz
deklariert. Die Vorinstanz hat den allfällig drohenden Folgen der behaupteten

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kriminellen Tat des Beschwerdeführers (Totschlag) zu Recht die Relevanz
bezüglich der Flüchtlingseigenschaft abgesprochen. Doch auch den
weiteren Vorbringen des Beschwerdeführers in der Befragung durch
die Grenzpolizeibeamten fehlt jeder Bezug zu einer unter den weiten
Verfolgungsbegriff subsumierbaren Verfolgungsmassnahme. Sowohl bezüglich
der asyl- und wegweisungsrechtlichen Relevanz als auch bezüglich seiner
Glaubwürdigkeit ist offensichtlich, dass der Beschwerdeführer nicht verfolgt
war oder ist. Zusammenfassend folgt, dass die Flüchtlingseigenschaft
im für deren Bestimmung relevanten Zeitpunkt der Entscheidung
(vgl. Kälin, Grundriss, S. 135 ff.) nicht gegeben war, und dass das BFF
(und der zustimmende UNHCR) zu Recht offensichtliches Fehlen einer
Verfolgungsdrohung angenommen haben.

Das BFF hat zu Recht festgestellt, dass der Beschwerdeführer die
Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, und das Asylgesuch abgewiesen.

9. Lehnt das BFF das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet deren
Vollzug an (Art. 17 Abs. 1 AsylG). Diese Regel gilt auch für die Verfahren am
Flughafen, wobei dort die Prüfung der Wegweisungshindernisse nicht als
Folge der Verneinung der Flüchtlingseigenschaft und der Verweigerung
der Asylgewährung erfolgt, sondern gleichzeitig, da bereits dann das
Verfahren am Flughafen abzubrechen und die Einreise zur Weiterführung
des Verfahrens zu bewilligen ist, wenn von einem Grund aus der Palette
der asyl- und wegweisungsrechtlichen Gründe nicht gesagt werden kann,
dass er offensichtlich fehlt. Die Frage der Durchführbarkeit wurde bereits
in der obigen Erwägung bejaht, weshalb hier nur festzustellen ist, dass die
Wegweisung und deren Vollzug vom BFF zu Recht verfügt worden sind.

In der Regel enthält die Wegweisungsverfügung die mit einer Ausreisefrist
konkretisierte Verpflichtung, die Schweiz zu verlassen. Die abschliessend
im Gesetz genannten Ausnahmen sind in den Art. 13c, 13d Abs. 3 und 4, 13e,
14a und 19 Abs. 3 AsylG aufgeführt (vgl. VPB 57.31). Dass der Gesetzgeber
auch den Fall der Ab- und Wegweisung nach Art. 13d Abs. 4 AsylG in die
Kategorie der sofort vollstreckbaren Verfügungen aufgenommen hat, ist
eine Systemwidrigkeit, deren sich der Gesetzgeber bewusst war und die
er in Kauf genommen hat (vgl. Botschaft, a.a.O., 629 f.). Alle anderen sofort
vollstreckbaren Entscheide haben nicht die Rückschaffung in den Staat der
behaupteten Verfolgung zur Folge. Während die ARK mit Entscheid vom
1. September 1992 festgestellt hat, dass bei Nichteintretensentscheiden
ein sofortiger Wegweisungsvollzug mangels ausdrücklicher gesetzlicher
Kompetenz unzulässig ist (vgl. VPB a.a.O.), ist bei den auf Art. 13d Abs. 4
AsylG basierenden Entscheiden zu prüfen, ob die vom Gesetz vorgesehene
sofortige Vollstreckbarkeit in Übereinstimmung mit den völkerrechtlichen
Verpflichtungen der Schweiz ist. Dabei stellen sich die Fragen, ob Art. 45 AsylG
diese Art von nicht rechtskräftig weggewiesenen Asylbewerbern nicht schützt,
und ob angesichts des sofortigen Vollzugs von einer wirksamen Beschwerde
im Sinne von Art. 13 EMRK gesprochen werden kann.

a. Die Flüchtlingskonvention (FK), das heisst der vom Schweizer Gesetzgeber
als Vorlage genommene Art. 33 FK, schützt unter anderem. Asylbewerber vor
dem Refoulement, und zwar so lange als nicht feststeht, dass diese Personen
zu Unrecht geltend machen, Flüchtlinge im Sinne der Konvention zu sein

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https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150001757.pdf?ID=150001757

(vgl. Kälin, Non-refoulement, S. 91). Rechtsdogmatisch betrachtet steht,
so klar die Sach- und Rechtslage auch sein mag, erst bei Rechtskraft eines
ablehnenden Asylentscheides fest, dass eine Person nicht Flüchtling ist (so
ausdrücklich Kälin, Grundriss, S. 212). Trotz dieses rechtstheoretischen
Non-Refoulement-Schutzes für jeden sich noch im Verfahren befindlichen
Gesuchsteller weicht auch der UNHCR, Wächter über die Einhaltung der
Flüchtlingskonvention der Signatarstaaten, von dieser absoluten Haltung
ab. So hat das Exekutiv-Komitee für das Programm des UNHCR in seinem
Beschluss Nr. 30 (XXXIV) im Jahr 1983 festgestellt, dass bei offensichtlich
unbegründeten oder missbräuchlichen Anträgen eine Überprüfung der
negativen Entscheidung zwar erfolgen sollte, dass diese aber «in einfacherer
Form» durchgeführt werden kann. Auch die Tatsache, dass der UNHCR sich
in der vom Asylgesetz vorgesehenen Form am Verfahren beteiligt, zeigt, dass
seinerseits keine grundsätzlichen Bedenken gegen das Verfahren bestehen.

Der vorinstanzliche Entscheid ist zwar insofern missverständlich, als
sich das Rechtsmittel, dem die aufschiebende Wirkung nicht entzogen
worden ist, gleichermassen auf alle Dispositivpunkte (inklusive «Die
Wegweisung ist sofort vollstreckbar») zu beziehen scheint, was so verstanden
werden könnte, dass die Wegweisung erst sofort nach Ablauf der 30tägigen
Beschwerdefrist rechtswirksam, das heisst vollstreckbar werde. Dies war
aber offensichtlich nicht die Meinung des Gesetzgebers, welcher dem BFF in
diesen Fällen ausdrücklich die Kompetenz geben wollte, auf die Ansetzung
einer Ausreisefrist gemäss Art. 17a Bst. b AsylG zu verzichten und sofort
zu vollziehen (vgl. Amtl. Bull. 1990 N 1035; VPB 57.31). Dem aufgezeigten
Missverständnis vorbeugen würde die Formulierung einer eigenständigen
(nicht anfechtbaren) Vollstreckungsverfügung, die dem Entscheiddispositiv
und der dazugehörenden Rechtsmittelbelehrung hintangestellt werden
könnte.

b. Unter dem Aspekt von Art. 13 EMRK ist das fragliche Verfahren im Lichte
des Anspruchs auf eine wirksame Beschwerde nicht unproblematisch (vgl.
Kälin, Grundriss, S. 279). Angesichts der von Gesetzes wegen und in der
Praxis niedrig gehaltenen Anforderungen für einen Einlass in die Schweiz
und ins Normalverfahren, des Zustimmungserfordernisses seitens des
UNHCR (bzw. dessen Vetorechts) und der Kompetenz der ARK, von sich
aus oder auf Gesuch hin den Vollzug auszusetzen, darf jedoch mit Fug
gesagt werden, dass «Verletzungen der Nichtrückschiebung sowie Verstösse
gegen Art. 3 EMRK ausgeschlossen werden können» (Botschaft, a.a.O., 629).
Da zudem nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für
Menschenrechte eine Verletzung von Art. 13 EMRK nur geltend gemacht
werden kann im Zusammenhang mit der im konkreten Fall vertretbaren
Rüge einer Menschenrechtsverletzung, wobei eine diesbezügliche blosse

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https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150001757.pdf?ID=150001757

Behauptung beziehungsweise eine offenkundig aussichtslose Rüge nicht
genügt, ist die Bestimmung von Art. 13d AsylG und die im vorliegenden Fall
geübte Praxis als EMRK-konform zu bezeichnen.

c. Auch aus den weiteren Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte, welche
gegen die Anordnung der Wegweisung sprechen oder deren sofortigen Vollzug
unter dem Gesichtspunkt der landes- und völkerrechtlichen Verpflichtungen
der Schweiz (Art. 18 Abs. 1 AsylG) als nicht durchführbar erscheinen liessen.

10. Dem Beschwerdeführer ist es nicht gelungen darzutun, inwiefern
die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen
Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder unangemessen sei
(Art. 11 Abs. 3 AsylG). Die Verfügung des BFF ist demzufolge, soweit darauf
einzutreten ist, vollumfänglich zu bestätigen und die Beschwerde abzuweisen.

[27] Entscheid der Präsidentenkonferenz über eine Rechtsfrage von
grundsätzlicher Bedeutung, gemäss Art. 12 Abs. 2 Bst. a der Verordnung vom
18. Dezember 1991 über die Schweizerische Asylrekurskommission (VOARK,
SR 142.317).
[28] Décision de la Conférence des présidents sur une question juridique
de principe, selon l’art. 12 al. 2 let. a de l’Ordonnance du 18 décembre 1991
concernant la Commission suisse de recours en matière d’asile (OCRA, RS
142.317).
[29] Decisione della Conferenza dei presidenti su una questione giuridica
di principio, conformemente all’art. 12 cpv. 2 lett. a dell’Ordinanza del
18 dicembre 1991 concernente la Commissione svizzera di ricorso in materia
d’asilo (OCRA, RS 142.317).

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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 58.55 - Auszug aus einem Entscheid der Schweizerischen Asylrekurskommission

vom 29. September 1993

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 1994
Année

Anno

Band 58
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Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.

Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.

Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.

	Auszug aus einem Entscheid der Schweizerischen Asylrekurskommission vom 29. September 1993