# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eddf0272-ceb2-5302-938e-50862ca8bf01
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-21
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 21.03.2025 SK 2024 366
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2024-366_2025-03-21.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil 
SK 24 366 + 367

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 21. März 2025 

Besetzung Oberrichter Schmid (Präsident i.V.), 
Oberrichterin Friederich Hörr, Oberrichter Horisberger
Gerichtsschreiber Fretz

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Rechtsanwältin B.________

Beschuldigter/Berufungsführer 1

C.________
v.d. Rechtsanwalt D.________

Beschuldigter/Berufungsführer 2

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

E.________
v.d. Rechtsanwalt F.________

Strafkläger

Gegenstand fahrlässige Körperverletzung

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Emmental-
Oberaargau (Einzelgericht) vom 6. Juni 2024 (PEN 23 214)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Emmental-Oberaargau (Einzelgericht; nachfolgend: Vorin-
stanz) fällte am 6. Juni 2024 folgendes Urteil (pag. 410 ff.; Hervorhebungen im Ori-
ginal):

I. A.________

A.________ wird schuldig erklärt:

der fahrlässigen Körperverletzung, begangen am 02.11.2022 in H.________ (Ort), I.________ 
(Adresse), zum Nachteil von E.________,

und in Anwendung der 

Art. 34, 42 Abs. 1, 44, 47, 49 Abs. 2, 125 Abs. 1 StGB 
Art. 426 Abs. 1, 433 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu CHF 110.00, ausmachend total CHF 4'400.00, als 
Zusatzstrafe zum Urteil der regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland BM 22 17837 vom 
09.12.2022.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

2. Zu den auf ihn entfallenden Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von 
CHF 2’600.00 (Gebühren der Staatsanwaltschaft: CHF 600.00; ½ der Gebühren des Gerichts: 
CHF 2’000.00) und Auslagen von CHF 50.00 (½ der Auslagen der Staatsanwaltschaft), insgesamt 
bestimmt auf CHF 2'650.00.

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 500.00. Die redu-
zierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 2’150.00.

3. A.________ hat dem Strafkläger E.________ eine anteilsmässige Entschädigung von 
CHF 5'209.90 (inkl. Auslagen und MWST) für seine Aufwendungen im Verfahren zu bezahlen.

II. C.________

C.________ wird schuldig erklärt:

der fahrlässigen Körperverletzung, begangen am 02.11.2022 in H.________ (Ort), I.________ 
(Adresse), zum Nachteil von E.________,

und in Anwendung der 

Art. 34, 42 Abs. 1, 44, 47, 125 Abs. 1 StGB 
Art. 426 Abs. 1, 433 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu CHF 90.00, ausmachend total CHF 4'050.00.

3

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

2. Zu den auf ihn entfallenden Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von 
CHF 2’600.00 (Gebühren der Staatsanwaltschaft: CHF 600.00; ½ der Gebühren des Gerichts: 
CHF 2’000.00) und Auslagen von CHF 50.00 (½ der Auslagen der Staatsanwaltschaft), insgesamt 
bestimmt auf CHF 2'650.00.

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 500.00. Die redu-
zierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 2’150.00.

3. C.________ hat dem Strafkläger E.________ eine anteilsmässige Entschädigung von 
CHF 5'209.90 (inkl. Auslagen und MWST) für seine Aufwendungen im Verfahren zu bezahlen.

III. Weitere Verfügungen

1. Folgende Gegenstände werden der Stiftung J.________ nach Eintritt der Rechtskraft des vorlie-
genden Urteils zurückgegeben (Art. 267 Abs.1 StPO):

- Bodenhülse [recte: Aufstellscharnier] inkl. Sicherungsschraube

2. [Mitteilungs- und Eröffnungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldeten A.________ (nachfolgend auch: A.________ oder 
Beschuldigter 1), verteidigt durch Rechtsanwalt G.________ und C.________ 
(nachfolgend auch: C.________ oder Beschuldigter 2), verteidigt durch Rechtsan-
walt D.________, am 11. Juni 2024 fristgerecht Berufung an (pag. 416 und 
pag. 420). Daraufhin stellte die Vorinstanz den Parteien die schriftliche Urteilsbe-
gründung, datiert vom 31. Juli 2024, mit am gleichen Tag erlassener Verfügung zu 
(pag. 424 ff.; pag 480 f.).

Beide Beschuldigten erklärten mit Berufungserklärungen vom 21. August 2024 die 
vollumfängliche Berufung hinsichtlich der sie betreffenden Punkte (pag. 496 f., 
pag. 504 f.). 

Der Strafkläger verzichtete mit Eingabe vom 27. August 2024 auf eine Stellung-
nahme (pag. 513). Die Generalstaatsanwaltschaft teilte am 28. August 2024 mit, 
sie verzichte auf eine Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren (pag. 515 f.).

Die Berufungsverhandlung fand am 20. und 21. März 2025 statt (pag. 550 ff.). 

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen 

Von Amtes wegen wurden oberinstanzlich über die Beschuldigten je ein Strafregis-
terauszug (beide datierend vom 28. Februar 2025, pag 544 f. und pag 546 f.) und 
ein Bericht über die wirtschaftlichen Verhältnisse (beide datierend vom 14. Februar 
2025, pag. 538 ff.) eingeholt. 

Ferner wurden die Beschuldigten und der Strafkläger an der Berufungsverhandlung 
einvernommen (pag. 557 ff. und pag. 565 ff.). 

4

4. Anträge der Parteien

4.1 Beschuldigter 1

Rechtsanwältin B.________ stellte und begründete namens ihres Mandanten an 
der Berufungsverhandlung folgende Anträge (pag. 577): 

1. A.________ sei freizusprechen von der Anschuldigung der fahrlässigen Körperverletzung, angeb-
lich begangen am 2. November 2022 in H.________ (Ort), I.________ (Adresse), zum Nachteil 
von E.________. 

2. A.________ seien die gesamten erstinstanzlich geltend gemachten Verteidigungskosten in Höhe 
von CHF 8’249.80 sowie die gesamten oberinstanzlichen Verteidigungskosten (inkl. Auslagen und 
MWST) gemäss separat eingereichter Kostennote zu ersetzen.

3. Die erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien vollumfänglich an den Kanton Bern, evtl. 
an die Privatklägerschaft, aufzuerlegen. 

4. Allfällige weitere Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen. 

4.2 Beschuldigter 2

Rechtsanwalt D.________ stellte und begründete namens seines Mandanten an 
der Berufungsverhandlung folgende Anträge (pag. 580):

1. C.________ sei freizusprechen von der Anschuldigung der fahrlässigen Körperverletzung, an-
geblich begangen am 2. November 2022 in H.________ (Ort) zum Nachteil von E.________.

2. Die erst- und zweitinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern aufzuerlegen.

3. C.________ sei eine Entschädigung für die erstinstanzlichen Verteidigungskosten in der Höhe 
von CHF 8’740.45 (inkl. Mehrwertsteuer) gemäss Kostennote vom 5. Juni 2024 auszurichten. 

4. C.________ sei eine Entschädigung für die oberinstanzlichen Verteidigungskosten in der Höhe 
der heute abgegebenen Kostennote auszurichten. 

4.3 Strafkläger

Rechtsanwalt F.________ stellte und begründete namens seines Mandanten an 
der Berufungsverhandlung folgende Anträge (pag. 584): 

1. Der Beschuldigte C.________ sei schuldig zu erklären wegen fahrlässiger Körperverletzung, 
begangen am 02. 11. 2022 in H.________ (Ort) zum Nachteil von Herrn E.________,

2. Der Beschuldigte C.________ sei demzufolge in Anwendung der einschlägigen Strafbestim-
mungen angemessen zu bestrafen. 

3. Der Beschuldigte A.________ sei schuldig zu erklären wegen fahrlässiger Körperverletzung, be-
gangen am 02. 11. 2022 in H.________ (Ort) zum Nachteil von Herrn E.________,

4. Der Beschuldigte A.________ sei demzufolge in Anwendung der einschlägigen Strafbestim-
mungen angemessen zu bestrafen. 

5. Die Verfahrenskosten des erstinstanzlichen und des obergerichtlichen Verfahrens seien den Be-
schuldigten aufzuerlegen. 

5

6. Die Beschuldigten seien zu verurteilen, dem Strafkläger für das erstinstanzliche Verfahren eine 
Parteientschädigung von CHF 10’419.80 sowie für das obergerichtliche Verfahren eine Parteien-
tschädigung von CHF 7’286.60 zu bezahlen. 

unter Kostenfolgen

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das erstinstanzliche Urteil wurde von beiden Berufungsführern, soweit sie betref-
fend, vollumfänglich angefochten. Demnach sind die Schuldsprüche und Sanktio-
nen sowie damit einhergehend die Kosten- und Entschädigungsfolgen gemäss 
Ziff. I.1-3 und Ziff. II.1-3 sowie Ziff. III des erstinstanzlichen Urteils nicht in Rechts-
kraft erwachsen. Aufgrund der vollumfänglichen Anfechtung hat die Kammer somit 
das gesamte erstinstanzliche Urteil zu überprüfen. Dabei kommt ihr volle Kognition 
zu (Art. 398 Abs. 3 StPO). Mangels eigenständiger Berufung oder Anschlussberu-
fung der Generalstaatsanwaltschaft darf das erstinstanzliche Urteil nicht zum Nach-
teil der Beschuldigten abgeändert werden, es gilt das Verschlechterungsverbot 
(Art. 391 Abs. 2 StPO).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Vorbemerkungen

Es kann vorweggenommen werden, dass sich die Kammer den Erwägungen der 
Vorinstanz im Wesentlichen anschliesst und jene lediglich punktuell zu ergänzen 
sind. Entgegen den Verteidigungen ist die Vorinstanz korrekt vorgegangen und hat 
das Urteil überzeugend begründet. Es wird daher integral auf die Erwägungen der 
Vorinstanz verwiesen. Eine direkte Wiedergabe der vorinstanzlichen Erwägungen 
wird kursiv und durch eine kleinere Schriftgrösse erkennbar gemacht. 

7. Allgemeine Grundlagen / Vorwurf gemäss den Strafbefehlen vom 6. Juli 2023 
(EO 23 4021/4022) / Vorbemerkungen zur Terminologie (Begrifflichkeiten)

Für die allgemeinen Grundlagen der Beweiswürdigung, den Vorwurf gemäss den 
Strafbefehlen vom 6. Juli 2023 und die Vorbemerkungen zur Terminologie wird auf 
die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (S. 5 ff. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung, pag. 428 ff.). 

8. Beweismittel

Die Vorinstanz hat die vorhandenen objektiven und subjektiven Beweismittel kor-
rekt aufgelistet. Es kann auf die entsprechende Enumeration verwiesen werden 
(S. 8 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 431). Auf eine Auflistung der 
oberinstanzlich ergänzend erhobenen Beweismittel wird verzichtet. Sie werden, 
soweit notwendig, im Rahmen der konkreten Beweiswürdigung behandelt. 

9. Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Die Vorinstanz hat den unbestrittenen und bestrittenen Sachverhalt zutreffend auf-
geführt. Im Hinblick auf die nachfolgende konkrete Beweiswürdigung wird integral 

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auf die entsprechenden Erwägungen verwiesen (S. 9 f. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung, pag. 432 f.): 

Es ist unbestritten und gestützt auf den E-Mailverkehr (p. 55 ff.) zwischen K.________, Leiter Hoteller-

ie des L.________, und N.________, Inhaber der M.________ (Firmenbezeichnung), sowie die Aus-

sagen dieser Personen (N.________: p. 358 Z. 24 ff.; p. K.________: p. 345 Z. 18 ff.) erstellt, dass 

das J.________ der M.________ (Firmenbezeichnung) – nach vorgängigen Verhandlungen – den 

Auftrag erteilte, unter Mitwirkung von zwei Mitarbeitern des Alters- und Pflegeheims die Sonnenschir-

me auf der Terrasse zu demontieren. Es ist ebenfalls unbestritten, dass hierfür ein Stapler vorgese-

hen gewesen wäre, welcher am 02.11.2022 auf 08:00 Uhr bestellt war (p. 60). Die Beschuldigten als 

Mitarbeiter der M.________ (Firmenbezeichnung) trafen unbestrittenermassen vor dem vereinbarten 

Zeitpunkt, mithin vor 08:00 Uhr beim Alters- und Pflegeheim ein (p. 55, Strafkläger: p. 362 Z. 35; 

O.________: p. 97 Z. 46 f.; A.________: p. 381 Z. 45). Gemäss den übereinstimmenden Angaben 

des Strafklägers und der Beschuldigten führten die Beschuldigten kein Werkzeug mit und der Straf-

kläger händigte den Beschuldigten Werkzeug, einen Schlüssel und eine Ratsche mit Nuss (Bit-

Aufsatz) für Sechskantschrauben, aus (Strafkläger: p. 73 Z. 177 f., p. 363 Z. 41 f., p. 364 Z. 17 f., 

20 f.; C.________: p. 373 Z. 18 f., p. 376 Z. 29), wobei es sich um alternative Werkzeuge für die glei-

che Arbeit respektive die gleichen Schrauben handelte (Strafkläger: p. 364 Z. 24 f.; C.________: 

p. 373 Z. 19, 25 f.).

Bestritten und im Rahmen der nachfolgenden Beweiswürdigung zu eruieren ist, wer bezüglich der 

Demontage der Sonnenschirme die Verantwortung beziehungsweise den Lead hatte, die Beschuldig-

ten als Mitarbeiter der M.________ (Firmenbezeichnung) oder die Mitarbeiter des Alters- und Pflege-

heims. Sodann ist zu ermitteln, wer den Anstoss respektive die Anweisung gab, mit der Demontage 

der Sonnenschirme zu beginnen. Ferner ist zu untersuchen, welche Schrauben durch wen zu wel-

chem Zeitpunkt gelöst wurden. Dabei ist auch zu eruieren, ob sämtliche gemäss Montage- und Ge-

brauchsanleitung vorgesehenen Schrauben vorhanden und richtig eingesetzt waren. Im Weiteren ist 

zu prüfen, ob und gegebenenfalls wie und wann der Strafkläger selbst am Schirm manipulierte. 

Schliesslich ist zu eruieren, ob den Beschuldigten in tatsächlicher Hinsicht eine allfällige Gefährlichkeit 

ihres Vorhabens bewusst war.

Wiederum unbestritten ist, dass der Sonnenschirm umkippte und den Strafkläger im Kopf- bzw. Schul-

terbereich traf. Ebenso unbestritten und gestützt auf die Akten erstellt sind die aufgrund des Arbeits-

unfalls erlittenen und im Strafbefehl aufgeführten Verletzungen des Strafklägers. Der Strafkläger erlitt 

Brüche des 12. Brustwirbels sowie des 1. und 3. Lendenwirbels, eine Thoraxprellung und Fraktur der 

Rippen 7 und 8 links, eine Lungenprellung sowie eine Leberlazeration (p. 67). Beim Strafkläger wurde 

am Unfalltag eine stabilisierende Operation im Bereich der Wirbelsäule durchgeführt. Die restlichen 

Verletzungen wurden konservativ behandelt (p. 67). Der Strafkläger befand sich vom 02.11.2022 – 

08.11.2022 auf der Intensivstation des Spitals P.________ (Ort) und anschliessend bis am 

28.11.2022 auf der Normalstation (68). Im Anschluss daran verbrachte der Strafkläger fünf Wochen in 

der Rehabilitationsklinik Q.________ (Ort) (p. 6, 86, p. 70 Z. 51). Der Strafkläger war vom 02.11.2022 

bis 24.09.2023 zu 100 % (p. 67, 84 f., 294-303) arbeitsunfähig. Ab dem 25.09.2023 war der Strafklä-

ger teilweise arbeitsfähig, wobei seine Arbeitsfähigkeit schrittweise erhöht wurde (Arbeitsunfähigkeit: 

25.09.2023 – 15.10.2023: 75 % [p. 293-294]; 16.10.2023 – 12.11.2023: 60 % [p. 292-293]; 

13.11.2023 – 31.12.2023: 40 % [p. 291-292]; 01.01.2024 – 31.03.2024: 20 % [p. 288-290]). Gemäss 

seinen Aussagen an der Hauptverhandlung war er im Urteilszeitpunkt 80 % arbeitsfähig (p. 362 

Z. 29 f.), wobei er davon ausging, ab Juli 2024 wieder 100 % zu arbeiten (p. 362 Z. 33). Gestützt auf 

die unbestrittenen und glaubhaften Angaben des Strafklägers ist zudem erstellt, dass er auch im Ur-

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teilszeitpunkt bei der Arbeit teilweise noch Rückenschmerzen hatte (p. 362 Z. 30) und nicht allzu 

schwer Heben durfte (p. 362 Z. 38). Gemäss seinen Aussagen werde es aber besser (p. 362 Z. 30 f.). 

Er müsse keine Medikamente nehmen und könne den Arbeitstag ordentlich beenden; er müsse sich 

aber danach zuhause hinlegen (p. 363 Z. 1 f.). Zudem war der Strafkläger bis einen Monat vor der 

Hauptverhandlung, d.h. bis und mit April 2024, insofern in seiner Freizeitgestaltung eingeschränkt 

gewesen, als er sich jeweils von der Arbeit erholen musste (p. 363 Z. 7 ff.). In psychischer Hinsicht 

nahm er während des Spitalaufenthalts professionelle Hilfe in Anspruch (p. 363 Z. 15 f.), hat den Un-

fall aber mittlerweile psychisch verdaut (sinngemäss p. 363 Z. 12 f.). 

Der aus den weiteren Arztberichten (p. 276-287) hervorgehende Nabelbruch, welcher sich gemäss 

den Aussagen des Strafklägers aufgrund des Arbeitsunfalls vergrössert haben solle (p. 363 Z. 18 ff., 

28 ff.) sowie die damit einhergehenden Operationen und die Wundheilungsstörung sind nicht im An-

klagesachverhalt umschreiben und können den Beschuldigten somit nicht zur Last gelegt werden 

(vgl. Art. 350 Abs. 1 StPO). Das Gericht hat aber keine Zweifel, dass die vorerwähnte Arbeitsunfähig-

keit grösstenteils auf die angeklagten Verletzungen zurückzuführen ist. 

10. Konkrete Beweiswürdigung und erstellter Sachverhalt

10.1 Vorbemerkungen

Es kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(S. 10 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 433 f.): 

Vorab ist festzuhalten, dass tatzeitnahe Aussagen lediglich von den Beschuldigten vorliegen 

(p. 107 f.). Der Strafkläger wurde nämlich erst am 24.01.2023, also gut zweieinhalb Monaten nach 

dem Arbeitsunfall vom 02.11.2022, erstmals zur Sache einvernommen (p. 69 ff.). Am Unfallort machte 

der Strafkläger keine Spontanaussagen respektive wurde er zum Unfallhergang nicht befragt, weil 

verständlicherweise die Erstversorgung durch den Rettungsdienst im Vordergrund stand 

(R.________: p. 336 Z. 36 ff.; S.________: 341 Z. 34 f., 37 ff.). Auch die Auskunftspersonen 

K.________, Leiter Hotelier des Alters- und Pflegeheims (p. 52), O.________, Leiter Technischer 

Dienst des Alters- und Pflegeheims (p. 52) und N.________, Inhaber der M.________ (Firmenbe-

zeichnung), wurden erst einige Monate nach dem Unfall zur Sache befragt. Sie konnten jedoch zum 

eigentlichen Kerngeschehen auch keine Aussagen machen, weil sie – jedenfalls im relevanten Zeit-

punkt – selbst nicht vor Ort waren. O.________ kam gemäss seinen eigenen Aussagen erst zur Un-

fallstelle zurück, als der Strafkläger bereits versucht habe, den Schirm festzuhalten und dieser danach 

auf den Strafkläger gefallen sei (p. 97 Z. 49 ff.; p. 349 Z 22 f.). 

10.2 Verantwortlichkeit für den Abbau

Es kann vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen wer-
den (S. 10 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 433 f.): 

Für die Demontage der Schirme offerierte die M.________ (Firmenbezeichnung) zunächst vier Mon-

teure (Offerte vom 04.02.2022; p. 56). Schlussendlich reservierte die M.________ (Firmenbezeich-

nung) für die in Auftrag gegebenen Arbeiten für den 02.11.2022 um 08:00 Uhr zwei Monteure und er-

suchte das Alters- und Pflegeheim, zwei Mann sowie – wenn möglich – einen Stapler bereitzustellen 

(p. 55; vgl. auch K.________: p. 345 Z. 19 f., p. 347 Z. 21; N.________: p. 358 Z. 26 ff.; C.________: 

p. 108). 

Die Beschuldigten macht im Rahmen der Einvernahmen an der Hauptverhandlung geltend, sie hätten 

lediglich den Auftrag erhalten, zu «helfen» (C.________: p. 375 Z. 20 f.; A.________: p. 382 Z. 2 f.) 

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und implizierten damit, die Verantwortung für den korrekten Abbau der Schirme habe bei den Mitar-

beitern des Alters- und Pflegeheims gelegen. Auf Frage, wer der Lead gehabt habe, erwiderte 

C.________, gar niemand. Sie hätten diskutiert, wie die Demontage gemacht werde (p. 375 Z. 34 f.). 

Umgekehrt sahen sich auch die Mitarbeiter des Alters- und Pflegeheims, der Strafkläger und 

O.________, lediglich in der Helferrolle (O.________: p. 349 Z. 33 f.; Strafkläger: p. 72 Z. 134 ff., 

p. 365 Z. 38). Die Zeugen R.________ und S.________ (Kantonspolizisten) machten diesbezüglich 

vor Ort keine Feststellungen (R.________: p. 337 Z. 1 ff.; S.________: p. 342 Z. 1 ff.). N.________ 

führte hierzu aus, es sei darum gegangen, dass die Mitarbeiter des Altersheims helfen (p. 358 

Z. 31 f.). Die Frage, wer für den korrekten Abbau verantwortlich gewesen sei, wollte er nicht kommen-

tieren (p. 358 Z. 34 ff.). 

Es ist jedoch klar, dass die Verantwortung für den korrekten Abbau der Schirme bei den beiden Be-

schuldigten als Fachpersonen lag: C.________ sagte hierzu nämlich selbst aus, sie seien die Spezia-

listen vor Ort gewesen (p. 376 Z. 1 f.). Es sei klar gewesen, dass er als Fachperson so etwas mache 

[Anpressring lösen, um zu schauen, wie der Schirm kippe, vgl. p. 375 Z. 42 f.] und nicht der Haus-

dienst (p. 376 Z. 2 f.). Im Widerspruch zur Aussagen an der Hauptverhandlung, wonach sie lediglich 

den Auftrag gehabt hätten, zu helfen, hatte C.________ zudem anlässlich der polizeilichen Einver-

nahme unmittelbar nach dem Umfall angegeben, er habe den Auftrag erhalten, die grossen Sonnen-

schirme zu demontieren. Man habe sich geeinigt, dass zwei Mitarbeiter der M.________ (Firmenbe-

zeichnung) benötigt und zwei weitere Personen vom Altersheim mithelfen würden (p. 108). 

A.________ gab ebenfalls an, nach seiner Auffassung hätten sie [die Beschuldigten] das Sagen ha-

ben sollen. Sie seien ja die Fachleute. Ansonsten hätte das Alters- und Pflegeheim sie nicht aufbieten 

müssen (p. 382 Z. 44, p. 383 Z. 24 ff., 31 f.). Schliesslich bezeichnete auch N.________ die Mitarbei-

ter des Alters- und Pflegeheims als Helfer (vgl. vorstehend).

In Bezug auf die Hierarchie zwischen bzw. die Rollenverteilung unter den beiden Beschuldigten 

kommt das Gericht zum Schluss, dass beide gleichberechtigte Mitarbeiter der M.________ (Firmen-

bezeichnung) waren. Zwar gab der Strafkläger an, A.________ habe den Lead gehabt (p. 72 Z. 143, 

148), jedoch handelt es sich diesbezüglich lediglich um eine Mutmassung, die er mit dem (beschränkt 

aussagekräftigen) Umstand begründete, A.________ habe gesprochen und seine Frage beantwortet 

(p. 72 Z. 148, p. 368 Z. 16 ff.). An der Hauptverhandlung sagte der Strafkläger denn auch aus, In-

struktionen seitens A.________ an C.________ habe er keine wahrgenommen (p. 368 Z. 22 f.). 

O.________ gab bei der polizeilichen Einvernahme an, es habe den Anschein gemacht, der ältere 

Mann habe die Demontage geleitet (p. 98 Z. 114 f.), schob aber sogleich nach, er könne es nicht ge-

nau sagen (p. 98 Z. 121). Anlässlich der gerichtlichen Einvernahme führte er aus, er sei sich nicht 

100 % sicher, er habe aber den Eindruck gehabt, A.________ habe den Lead gehabt (p. 350 Z. 6 f.). 

Diesen Eindruck begründete er mit der ersten Begegnung (p. 350 Z. 9 f.), mithin ebenfalls nicht be-

sonders fundiert. Dahingegen geht aus den insoweit übereinstimmenden Aussagen der Beschuldigten 

und der Auskunftsperson N.________ hervor, dass die beiden Beschuldigten gleichgestellt gewesen 

seien (C.________: p. 375 Z. 7; A.________: p. 384 Z. 35 f.; N.________: p. 359 Z. 16 ff). Darauf ist 

abzustellen, zumal auch die beiden Polizisten R.________ und S.________ keine anderen Feststel-

lungen machten (R.________: p. 337 Z. 7 ff.; S.________: p. 342 Z. 8 ff.). 

Damit ist allerdings auch gesagt, dass beide Beschuldigten gleichermassen verantwortlich für die si-

chere Demontage der Schirme waren.

Der Beschuldigte 1 gab oberinstanzlich an, dass er seinen Chef angerufen habe, 
um nachzufragen, wo der Lead genau sei (pag. 559, Z. 27 f. und pag. 561, Z. 6 ff.) 
während der Beschuldigte 2 angab, die Frage nach dem Lead nicht genau beant-

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worten zu können. Auch wenn sie der Fachbetrieb seien, könne er nicht verstehen, 
dass man nun hintendrein komme und sage, sie hätten den Lead gehabt (pag. 567, 
Z. 14 ff.). Der Strafkläger bestätigte, die beiden Beschuldigten hätten grundsätzlich 
den Lead gehabt. Man habe diese ja auch als Fachpersonal engagiert und sie sei-
en lediglich als Helfer da gewesen (pag. 554, Z. 21 f.).

Für die Kammer bestehen keine Zweifel daran, dass die beiden Beschuldigten die 
Verantwortung für den Abbau des Schirmes trugen. Wenn es den Mitarbeitenden 
des Alters- und Pflegeheims möglich gewesen wäre, den Schirm selbständig abzu-
bauen, hätte man auf den Beizug von Fachpersonal verzichtet. So wurde der 
Schirm zuvor bereits durch die Mitarbeitenden des Alters- und Pflegeheims aufge-
stellt. Nichts anderes ist auch der E-Mail-Korrespondenz zwischen dem Alters- und 
Pflegeheim und der M.________ (Firmenbezeichnung) (pag. 53 ff.) und der Offerte 
(pag. 56 f.) zu entnehmen. So ersuchte K.________ die M.________ (Firmenbe-
zeichnung) nicht etwa um Hilfe bei der Demontage, sondern fragte, ob die 
M.________ (Firmenbezeichnung) die Sonnenschirme demontieren könne 
(pag. 53). Folgerichtig wird in der Offerte sodann das Demontieren und Einlagern 
offeriert, nicht hingegen eine blosse Hilfestellung dazu (pag. 56). Sodann hielten 
die Beschuldigten bereits zu Beginn der polizeilichen Einvernahme vom 2. Novem-
ber 2022 und daher unmittelbar nach dem Ereignis fest, dass sie zum Altersheim 
kamen, um die Schirme zu demontieren (pag. 108) und nicht etwa, um bei der De-
montage zu helfen. Entgegen den Ausführungen beider Verteidigungen im oberin-
stanzlichen Verfahren vermag der Umstand, dass bei den Beschuldigten angeblich 
der Eindruck entstand, der Strafkläger wolle den Lead an sich ziehen (vgl. nachfol-
gende E. II.10.3), weshalb man sich beim Chef erkundigen wollte, was Sache sei, 
nichts an dieser Ausgangslage zu ändern. Gerade dafür, dass die Beschuldigten 
das Sagen hatten spricht, dass sich diese schlussendlich nicht bei ihrem Chef er-
kundigten.

In Bezug auf die Hierarchie zwischen bzw. die Rollenverteilung unter den beiden 
Beschuldigten ist für die Kammer gestützt auf die übereinstimmenden Aussagen 
der Beschuldigten (C.________: pag. 375, Z. 7; pag. 567, Z. 36 ff.; A.________: 
pag. 384, Z. 35 f.) und ihres Vorgesetzten (N.________: pag. 359, Z. 16 ff) erstellt, 
dass die Beschuldigten gleichberechtigt waren. Dass die beiden Beschuldigten in 
ihrem Wirken gleichberechtigt waren, zeigt auch der Umstand, dass sie zusammen 
überlegt haben, wie man ohne Kran vorzugehen habe (pag. 562, Z. 11 ff.) und den 
Strafkläger gemeinsam («wir») zum Gehen aufgefordert haben (pag. 382, Z. 6 ff.). 
Sodann hat auch ihr Vorgesetzter darauf verzichtet, die Beschuldigten zu instruie-
ren oder ihnen Rollen zuzuteilen. Zu Recht ging auch die Verteidigerin des Be-
schuldigten 1 oberinstanzlich davon aus, dass die beiden Beschuldigten unterein-
ander gleichberechtigt waren. 

Damit ist allerdings auch gesagt, dass beide Beschuldigten gleichermassen ver-
antwortlich für die sichere Demontage der Schirme waren.

10.3 Initiierung und Beginn der Demontage / Vorbereitungsarbeiten

Es kann vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen wer-
den (S. 12 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 435 ff.): 

10

Gemäss den Aussagen aller vor Ort Anwesenden war nach dem Eintreffen der Beschuldigten beim 

Alters- und Pflegeheim die Stimmung nicht gerade gut. Sowohl die Beschuldigten als auch der Straf-

kläger machten geltend, sie seien von ihrem Gegenüber angeschnauzt worden (Strafkläger: p. 73 

170, Z. 191 ff., p. 363 Z. 37 ff.; C.________: p. 375 Z. 38 ff.; A.________: p. 382 Z. 1 ff.; p. 383 

Z. 21 f., 31 f.), wobei der Strafkläger anlässlich der gerichtlichen Einvernahme eingestand, er sei 

manchmal sehr direkt und sehr forsch. Vielleicht habe er auch forsch reagiert (p. 368 Z. 32). 

In (sinngemässer) Bestätigung der Erstaussagen von C.________ unmittelbar nach dem Unfall 

(p. 108) schilderten beide Beschuldigten anlässlich Hauptverhandlung konstant und übereinstimmend, 

sie [die Beschuldigten] seien der Meinung gewesen, für den Abbau würde ein Kran benötigt. Ein Mit-

arbeiter des Altersheims, Herr O.________ oder Herr E.________, habe aber angegeben, sie hätten 

dies schon mehrere Male so gemacht und habe ihnen deshalb kommuniziert, die Demontage werde 

mit dem Stapler gemacht. Also hätten sie [die Beschuldigten] die Arbeit so «in Auftrag genommen» 

(C.________: p. 108, p. 374 Z. 24 ff., 44 f., p. 375 Z. 1 ff., p. 375 Z. 35 ff.; A.________: p. 382 Z. 3 ff., 

30 ff.). C.________ bestätigte indessen gleichzeitig, dass die Vorgehensweise mit dem Stapler aus 

der Offerte hervorgegangen wäre. Letztere hätten sie zwar dabeigehabt, aber erst im Nachgang zur 

Kenntnis genommen (p. 375 Z. 3 f.). Der Strafkläger demgegenüber stellte in Abrede, dass es eine 

Absprache oder Diskussionen über das Vorgehen gegeben habe, er habe ihnen [den Beschuldigten] 

lediglich das Werkzeug gegeben (p. 73 Z. 172 f., p. 74 Z. 222, p. 366 Z. 7 f.). Er wüsste nicht, dass er 

gesagt hätte, wie es [die Demontage] gemacht werden solle (p. 365 Z. 41). Er sowie auch 

O.________ stellten zudem in Abrede, dass jemand von ihnen gesagt hätte, sie hätten es bereits 

mehrmals gemacht, sie würden es so [Demontage mit Stapler] machen (Strafkläger: p. 368 Z. 37 ff.; 

O.________: p. 353 Z. 16 ff.). Die sakrosankte Darstellung des Strafklägers, es habe gar keine Dis-

kussionen hinsichtlich des Vorgehens gegeben, erscheint wenig wahrscheinlich. Einerseits liegen von 

ihm keine tatzeitnahen Aussagen vor. Anderseits muss es gemäss seinen eigenen Aussagen gewisse 

Diskussionen, insbesondere bezüglich eines Wagens für den Abtransport des Schirmes [nach der 

Demontage] (p. 73 Z. 191 f., 363 Z. 38 ff.) sowie betreffend das ausgehändigte Werkzeug (p. 72 

Z. 153, p. 363 Z. 41), gegeben haben. Hinzu kommt schliesslich, dass der Strafkläger sowohl an der 

polizeilichen als auch gerichtlichen Einvernahme angab, er habe glaublich zu ihnen [den Beschuldig-

ten] gesagt, man solle auf den Stapler warten (p. 73 Z. 181 f., p. 368 Z. 35). Auch O.________ sagte 

aus, er könne nicht mehr sagen, was alles besprochen worden sei, er denke aber, dies mit dem Stap-

ler sei angesprochen worden (p. 98 Z. 107 f.). Der Stapler muss mithin ein Thema gewesen sein. Das 

erscheint auch deshalb als naheliegend, weil die Beschuldigten plausibel darlegten, dass sie die De-

montage normalerweise mit einem Kran machen würden, womit dessen Nichtvorhandensein zu Dis-

kussionen geführt haben muss, zumal sie die Offerte (in welcher der Stapler erwähnt gewesen wäre) 

vor Arbeitsbeginn nicht gelesen hatten. Das Gericht erachtet es deshalb als erstellt, dass vor Ort von 

Seiten des Alters- und Pflegeheims respektive vom Strafkläger kommuniziert wurde, die Demontage 

werde (absprachegemäss) mit dem Stapler erfolgen. 

Damit übernahm er jedoch nicht etwa die Verantwortung für die korrekte bzw. sichere Demontage. 

Und es bedeutet auch nicht, dass die Initiative für den eigentlichen Beginn der Demontage-Arbeiten 

von den Mitarbeitern des Alters- und Pflegeheims respektive vom Strafkläger ausging. 

Vielmehr waren es die Beschuldigten, die gemäss ihren Aussagen mit – aus ihrer Sicht – Vorberei-

tungsarbeiten für die Demontage begannen, welche im (vermeintlich vorübergehenden) Lösen des 

Anpressrings bestanden (A.________: p. 383 Z. 6 ff., 16 ff.; vgl. auch C.________: p. 375 Z. 42 ff., 

p. 379 Z. 26 f.). Dies sei nötig, um zu schauen, in welche Richtung das Aufstellscharnier respektive 

der Schirm umgelegt werden könne (C.________: 372 Z. 45 ff.; A.________: p. 382 Z. 4 ff., 31 ff.), 

11

weil der Anpressring über die Grundplatte gehe und man das Scharnier nicht sehen könne 

(A.________: 382 Z. 18 f.). Gemäss C.________ müsse der Anpressring auch gelöst werden, um zu 

schauen, ob die Sicherungsschraube vorhanden sei (p. 372 Z. 45 f.). Darauf wird zurückzukommen 

sein.

Gemäss A.________ seien sie [die Beschuldigten] es gewesen, welche die Initiative ergriffen und et-

was gemacht hätten (p. 382 Z. 34 f.). C.________ sagte zwar aus, der Strafkläger habe gesagt, sie 

sollten jetzt vorwärts machen (p. 375 Z. 38 f.). Auf explizite Frage gab er aber an, es könne gut sein, 

dass er [C.________] entschieden habe, den Pressring zu lösen, um zu schauen, wie der Schirm ab-

kippe (p. 375 Z. 42 ff.). C.________ konnte dabei nicht zu 100 % bestätigen, dass A.________ zu-

sammen mit ihm beim ersten Schirm am Boden gewesen sei; er denke aber schon (p. 379 Z. 17 ff.). 

A.________ bekräftigte seinerseits, sie [die Beschuldigten] seien [beide] zu Boden gekniet, um zu 

schauen, in welche Richtung der Schirm kippe (p. 382 Z. 5 f., p. 382 Z. 37 f.). «C.________ (Spitzna-
me)» [C.________] habe dann begonnen die Schrauben zu lösen (p. 382 Z. 38 f.). Beiden sei klar 

gewesen, dass der Pressring gelöst werden müsse, damit sie das Scharnier sehen könnten (p. 382 

Z. 6 f.). Dies sei zwar gemäss C.________ nicht abgesprochen gewesen, jedoch handle es sich um 

ein Standardvorgehen (p. 379 Z. 26 f.). A.________ bestätigte zudem in seiner Einvernahme aus-

drücklich, er sei mit dem Lösen der Schrauben durch C.________ einverstanden gewesen (p. 382 

Z. 17 f.). Er hätte den Pressring auch gelöst (p. 382 Z. 18). 

Die Aussagen der Beschuldigten machen deutlich, dass das Lösen des Anpressrings durch die Be-

schuldigten (gemeinsam) initiiert wurde und dem von beiden Beschuldigten gewollten Vorgehen ent-

sprach. Die Beschuldigten begannen also mit dem ersten Schritt der Demontage, obwohl sie vom 

Strafkläger darauf hingewiesen wurden, dass man auf das Eintreffen des Staplers warten solle (p. 73 

Z. 181; p. 368 Z. 35), was jedenfalls von A.________ sinngemäss bestätigt wurde, indem er angab, 

der Strafkläger habe den Schirm umarmt und gesagt, «nein ihr dürft nicht», weil der Stapler noch nicht 

da gewesen sei (p. 384 Z. 10, 16 f.)

Im Ergebnis ist es somit zwar zutreffend, dass – wie notabene von der M.________ (Firmenbezeich-

nung) offeriert – von Seiten der Mitarbeiter des Alters- und Pflegeheims respektive vom Strafkläger 

kommuniziert wurde, die Demontage werde mit einem Stapler durchgeführt. Gleichzeitig ist aber er-

stellt, dass die Beschuldigten die Initiative ergriffen und entschieden – vor Eintreffen des Staplers und 

damit auch ohne Sicherung – mit der Demontage respektive den (aus ihrer Sicht) Vorbereitungsarbei-

ten hierzu zu beginnen, indem sie zunächst beide beim Unfallschirm zu Boden knieten und 

C.________ sodann im Einverständnis von A.________ gemäss dem von beiden Beschuldigten als 

üblich bezeichneten Vorgehen die Schrauben des Anpressrings löste (vgl. eingehender sogleich 

nachfolgend), um insbesondere feststellen zu können, in welche Richtung das Aufstellscharnier ab-

kippt.

Ergänzend und präzisierend ist festzuhalten, dass der Strafkläger sein forsches 
Auftreten auch oberinstanzlich bestätigte (pag. 553, Z. 37 ff.; pag. 554, Z. 11 ff.). 
Desgleichen bestätigte er, den Beschuldigten gesagt zu haben, dass man auf den 
Stapler warten soll (pag. 554, Z. 17 f.). Der Stapler war mithin klarerweise ein The-
ma und die Beschuldigten wussten, dass dieser noch kommen werde. Eine eigent-
liche Diskussion über das weitere Vorgehen bei der Demontage fand jedoch nicht 
statt. Die Kammer erachtet als erstellt, dass die Beschuldigten bei ihrem Eintreffen 
damit rechneten, die Demontage mit einem Kran durchzuführen und es sich beim 
Abbau mit einem Stapler nicht um das Standardvorgehen handelte. Neben den be-
reits erwähnten Aussagen der Beschuldigten bestätigten diese auch oberinstanz-

12

lich, dass sie auf den Platz kamen und zuerst meinten, wo denn der Kran sei 
(pag. 559, Z. 9 ff.; pag. 566, Z. 8 ff. und 27). Dass in der Offerte von einem Stapler 
gesprochen wurde, sei damals nicht bekannt gewesen und mit dem Chef auch 
nicht besprochen worden (pag. 561, Z. 25 ff. und 35 ff.). Zwischen der M.________ 
(Firmenbezeichnung) und dem Altersheim wurde indessen unmissverständlich ver-
einbart, dass letzteres einen Stapler besorgen würde, ansonsten dies die erstere 
übernehmen und entsprechend in Rechnung stellen würde (pag. 56). Der Beizug 
eines Krans findet in der geführten Korrespondenz keinen Niederschlag. Aus dem 
Umstand, dass die Beschuldigten davon ausgingen, dass für die Demontage ein 
Kran vorhanden sein werde, können sie nichts zu ihren Gunsten ableiten. Vielmehr 
zeigt diese Erwartung auf, dass es sich bei der vorliegend angewendeten Demon-
tagemethode mit dem Stapler gerade nicht um das Standardvorgehen handelte. 
Dies bestätigten die Beschuldigten denn auch selbst, indem sie ausführten, es 
noch nie mit einem Stapler gemacht zu haben respektive dass ein Abbau mit einem 
Stapler nicht fachgerecht sei (pag. 374, 25 f. und 33 f.; pag. 382, Z. 32 f.) und die 
SUVA-Vorschriften verletze (pag. 373, Z. 1 f.). Als Quintessenz ist festzuhalten, 
dass die Beschuldigten mit der Demontage des Schirms begannen, obwohl sie 
vom Strafkläger darauf hingewiesen wurden, dass man auf das Eintreffen des 
Staplers warten solle (pag. 73, Z. 181; pag. 368, Z. 35). Dies wurde sinngemäss 
von A.________ bestätigt, indem er angab, der Strafkläger habe den Schirm um-
armt und gesagt, «nein ihr dürft nicht», weil der Stapler noch nicht da gewesen sei 
(pag. 384, Z. 10, 16 f.).

Entgegen den oberinstanzlichen Ausführungen der Verteidigerin des Beschuldig-
ten 1 wurde das Lösen des Anpressrings ohne auf den Stapler zu warten durch die 
Beschuldigten – wie die Vorinstanz zutreffend festhielt – auch ohne eindeutige 
mündliche Absprache gemeinsam entschieden und entsprach dem von beiden Be-
schuldigten gewollten Vorgehen. 

10.4 Wer welche Schraube löste

Wer löste Schrauben?
Es kann vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen wer-
den (S. 15 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 438 f.): 

Anlässlich der tatnächsten polizeilichen Einvernahme vom 02.11.2022 gab C.________ an: «Wir/ich 

lösten die Schrauben» (p. 108). Im Rahmen der Hauptverhandlung präzisierte C.________, er habe 

die Schrauben gelöst, niemand anderes (p. 373 Z. 6). 

A.________ sagte konstant aus, als C.________ die Schrauben gelöst habe, habe er [A.________] 

mit seinem Chef telefoniert um nachzufragen, was abgemacht gewesen sei (p. 108, p. 382 Z. 37 ff., 

p. 383 Z. 20 ff.). An der Hauptverhandlung spezifizierte er detailreich, als er am Boden gekniet sei, 

seien alle Schrauben vorhanden gewesen. Als er weggegangen sei, habe «C.________ (Spitzname)» 

[C.________] ein, zwei Schrauben gelöst gehabt (p. 383 Z. 28 ff.). Er [A.________] sei mit dem Lösen 

des Anpressrings durch C.________ einverstanden gewesen und hätte dies auch gemacht (p. 382 

Z. 18); es sei für beide klar gewesen, dass der Anpressring habe gelöst werden müssen, um zu 

schauen in welche Richtung das Scharnier abkippe (p. 382 Z. 6 f.). Entsprechend führte C.________ 

aus, es wäre möglich gewesen, dass A.________ beim zweiten Schirm «diese Arbeit» [Lösten des 

13

Anpressrings] gemacht hätte (p. 375 Z. 11 f.). Es sei Zufall gewesen, dass er [C.________] es gewe-

sen sei, der die Schrauben beim Unfallschirm gelöst habe (p. 375 Z. 7). 

Der Strafkläger gab anlässlich der polizeilichen als auch im Rahmen der gerichtlichen Einvernahme 

pauschal an, die Beschuldigten hätten die Schrauben gelöst (p. 72 Z. 152, p. 366 Z. 44 f.). Beide sei-

en am Boden gekniet (p. 367 Z. 2 f.). Auf Nachfrage anlässlich der Hauptverhandlung führte der 

Strafkläger aber aus, er wisse nicht, ob beide Beschuldigten Schrauben gelöst hätten. Er nehme es 

aber an, zumal sie zwei Werkzeuge gehabt hätten (p. 367 Z. 4 ff.). Anders als von den Beschuldigten 

liegen vom Strafkläger keine tatnahen Aussagen vor und der Strafkläger mutmasst nur, dass beide 

Beschuldigten Schrauben gelöst hätten. Zudem bestätigten C.________ sowie auch der Strafkläger 

die tatnächsten Aussagen von A.________, wonach sich dieser vom Unfallschirm entfernt habe, um 

zu telefonieren (p. 108), respektive sich in Richtung des anderen Schirms begeben habe (Strafkläger: 

p. 73 Z. 196 f., p. 74 Z. 226, p. 367 Z. 9 ff., 40 f.; C.________: p. 375 Z. 8 ff., p. 379 Z. 43 ff.; 

A.________: p. 108, p. 382 Z. 37 ff.). Dieser Umstand spricht dafür, dass A.________ zwar zu Boden 

kniete, um zu schauen, in welche Richtung das Scharnier zeigte (vgl. Ziff. II.1.3 hiervor), jedoch selbst 

keine Schrauben löste.

Insofern erachtet das Gericht gestützt auf die Aussagen der Beschuldigten als erstellt, dass einzig 

C.________ Schrauben am Unfallschirm löste, nicht aber A.________; dies war jedoch alleine dem 

Zufall geschuldet.

Hierzu ist festzuhalten, dass A.________ auch oberinstanzlich ausführte, sein Kol-
lege habe begonnen, die Schrauben zu lösen, als er, A.________, sich dann ir-
gendwann so aufgeregt habe, dass er aufgestanden sei, um mit seinem Chef zu te-
lefonieren (pag. 563, Z. 35). Den oberinstanzlichen Ausführungen der Verteidigerin 
von A.________, dieser habe sich bereits vom Schirm entfernt gehabt, als die erste 
Schraube gelöst worden sei, kann daher nicht gefolgt werden. Sodann bestätigte 
A.________, mit dem Lösen der Schrauben durch C.________ einverstanden ge-
wesen zu sein (pag. 562, Z. 21 ff.; pag. 564, Z. 20 ff.). Weiter bestätigte 
A.________, dass man die Schrauben lösen musste, um die Richtung des Schar-
niers zu erkennen. Er habe die Schrauben deshalb nicht gelöst, weil er dann zum 
Telefon gegangen sei (pag. 564, Z. 25 f. und 28 f.). Schliesslich bestätigte 
A.________, dass er zwar zu Boden kniete, um zu schauen, in welche Richtung 
das Scharnier zeigte, jedoch selbst keine Schrauben löste (pag. 564, Z. 20 ff.; 
pag. 568, Z. 18 ff.). 

In Abweichung zur Vorinstanz geht die Kammer gestützt auf die vorstehenden Aus-
führungen davon aus, dass sich A.________ entfernte, um zu telefonieren und 
nicht um sich zum anderen Schirm zu begeben. 

Verankerungsschrauben des Anpressrings 

Es kann vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen wer-
den (S. 16 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 439): 

Unklar war aber zunächst, von welchen Schrauben C.________ anlässlich seiner Ersteinvernahme 

gesprochen hatte. An der Hauptverhandlung präzisierte er diesbezüglich, er habe lediglich die 

Schrauben des Anpressringes gelöst (p. 373 Z. 17, p. 375 Z. 7). Diese Aussage hatte A.________ be-

reits anlässlich der ersten polizeilichen Einvernahme vom 02.11.2022 implizit gemacht, indem er an-

gegeben hatte, sein Kollege [C.________] habe nur die Abdeckplatte [gemeint: Anpressring] gelöst. 

Nur vom Entfernen der Abdeckplatt falle der Schirm nicht um (p. 108). Der Strafkläger bestätigte diese 

14

Ausführungen der Beschuldigten insofern, als er sowohl bei der polizeilichen Einvernahme als auch 

anlässlich der Hauptverhandlung aussagte, er habe gesehen, dass der Anpressring («Deckplatte» 

[p. 75 Z. 269], «Abdeckplatte» [p. 364 Z. 1]) gelöst gewesen sei (p. 364 Z. 33 f.). Es ist mithin unbe-

stritten und erstellt, dass zumindest die Verankerungsschrauben des Anpressrings durch C.________ 

gelöst wurden. 

Dass das Lösen des Anpressrings beabsichtigt war, damit man die Ausrichtung des 
Scharniers sehe, bestätigten die Beschuldigten oberinstanzlich (pag. 563, Z. 32 f.).

Schrauben der Drehhalter / Sicherungsschraube

Es kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(S. 16 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 439 ff.): 

Schrauben der Drehalter

Der Strafkläger mutmasste bei seiner polizeilichen Einvernahme, die «drei Schrauben der Grundplat-

te» [gemeint: Schrauben der am unteren Teil des Aufstellscharniers befestigten Drehalter, vgl. p. 368 

Z. 46 f.] seien gelöst gewesen. Er implizierte damit, der Schirm sei nicht über das Aufstellscharnier 

gekippt, sondern das Aufstellscharnier sei von der Bodenhülse gelöst worden und begründete dies mit 

der Fallrichtung des Schirms (p. 72 Z. 155 ff.). Anlässlich der Hauptverhandlung gab er erneut an, er 

gehe davon aus, dass der Schirm als Ganzes (d.h. mit dem kompletten Aufstellscharnier) umgefallen 

sei, da der Schirm ansonsten in Richtung des Hauses gefallen wäre. Er wies darauf hin, dass das si-

chergestellte Aufstellscharnier bzw. dessen unterer Ring ansonsten nicht verzogen wäre, wobei Letz-

teres wahrscheinlich auch bedeute, dass wahrscheinlich noch ein oder zwei Schrauben angeschraubt 

gewesen seien (vgl. p. 365 Z. 16 ff., 369 Z. 4 f., 7 ff.). Wie er gleichzeitig selbst angab, war dem Straf-

kläger allerdings nicht klar – auch nicht von der Vorstellung her – welche Schrauben genau hätten 

gelöst sein müssen (p. 369 Z. 1 f., 13 ff., 17 ff.). 

Es fällt auf, dass O.________ anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 23.02.2023 – welche al-

lerdings erst rund dreieinhalb Monaten nach dem Unfall stattfand – angab, als er [O.________] beim 

Sonnenschirm gewesen sei, sei ihm aufgefallen, dass nur noch eine «Verankerungsschraube» mon-

tiert gewesen sei (p. 97 Z. 56 f.). Er präzisierte nicht, in welchem Zeitpunkt er dies wahrnahm, hatte 

aber zuvor ausgeführt, er sei wieder hinzugekommen, als der Strafkläger [noch] stehenden Schirm 

umklammert habe (p. 97 Z. 48 ff.). Weiter führte aber aus, er könne nicht mehr genau sagen, ob er 

zuerst den Rettungsdienst allarmiert habe oder direkt zum Schirm gegangen sei (p. 97 Z. 55 f.). An-

lässlich der Hauptverhandlung führte O.________ dann aus, als die Polizei bereits vor Ort gewesen 

sei, habe er gesehen, dass höchstens noch eine Schraube [der Drehalter, vgl. p. 351 Z. 22 f.] im 

«Grundsockel» [gemeint: Aufstellscharnier, vgl. 351 Z. 1 f.] vorhanden gewesen sei (p. 349 Z. 25 ff., 

p. 350 Z. 41 ff.). So wie er es in Erinnerung habe, sei das Aufstellscharnier unmittelbar neben der 

Grundverankerung [Bodenhülse] gestanden (p. 351 Z. 4 f.). Der obere Teil sei verdreht (p. 351 Z. 7) 

respektive aus den drei Verankerungs- bzw. Befestigungspunkte [gemeint Drehalter, vgl. p. 351 

Z. 14 ff.] hinausgedreht gewesen (p. 351 Z. 10 ff.). Das Aufstellscharnier sei also aus den Drehaltern 

raus gewesen und nicht mehr auf der Bodenhülse gestanden (p. 351 Z. 18 ff.). Ein Drehalter sei 

gemäss O.________ noch mit einer Schraube verschraubt gewesen (p. 351 Z. 25 ff.), was allerdings 

vom Strafkläger nicht bestätigt werden konnte (p. 365 Z. 10 ff.). 

Die Wahrnehmung der Auskunftsperson O.________ deckt sich (mit Ausnahme des einen angeblich 

noch mit der Bodenhülse verschraubten Drehalters) insofern mit den Feststellungen der Polizei, als im 

Zeitpunkt als diese auf Platz gekommen sei, das Aufstellscharnier tatsächlich nicht mehr auf der Bo-

denhülse gestanden sei und die Schrauben an einem Haufen gelegen seien. Der Zeuge R.________ 

15

sagte hierzu aus, das Bild Nr. 1 der Fotodokumentation zeige die von der Polizei angetroffene Situati-

on (p. 21: Aufstellscharnier steht lose neben der Bodenhülse und Schrauben liegen an einem Haufen; 

p. 337 Z. 25 ff., vgl. auch p. 337 Z. 18 f., p. 337 Z. 38 ff., p. 338 Z. 17 f., p. 255 f.). Gemäss Anzeige-

rapport vom 09.03.2023 und Nachtrag vom 24.01.2024 sei aber davon auszugehen, dass die Situati-

on vor Eintreffen der Polizei verändert worden sei (p. 6, 256). 

Für das Gericht ist erstellt, dass bei Eintreffen der Polizei das Aufstellscharnier des Unfallschirms 

tatsächlich nicht mehr auf der Bodenhülse stand. Damit wäre es theoretisch möglich, dass vor dem 

Umfallen des Schirms mehr als nur die Verankerungsschrauben des Anpressrings gelöst worden 

wären. Gleichzeitig gibt es hierfür keine zuverlässigen Hinweise: Der Strafkläger selbst räumte ein, es 

nicht gesehen zu haben (p. 364 Z. 43 ff.) und nur zu mutmassen; O.________ gab letztlich an, er ha-

be die Situation im Zeitpunkt des Eintreffens der Polizei geschildert. Beide Personen wurden ausser-

dem nicht tatzeitnah befragt und es erscheint nicht ausgeschlossen, dass der Strafkläger seine Mut-

massungen im Nachhinein gestützt (auch) auf die (vermeintlichen) Wahrnehmungen von O.________ 

anstellte. Umgekehrt lieferte C.________ eine plausible Erklärung für die auf dem Bild Nr. 1 (p. 22) 

dokumentierten Situation: Als der Arzt gekommen sei, habe der Strafkläger auf eine Barre gelegt wer-

den müssen. Zuvor habe der Schirm entfernt werden müssen. Da dieser noch im Sockel [gemeint: 

umgekipptes Aufstellscharnier] gewesen sei und nicht vom Strafkläger habe weggenommen werden 

können, seien alle Schauben durch ihn gelöst worden (p. 373 Z. 43 ff., p. 374 Z. 1 ff.). 

Damit ist mindestens in dubio davon auszugehen, dass die Schrauben der Drehalter nicht vor dem 

Unfall, sondern erst im Nachgang gelöst wurden, um den Strafkläger zu bergen. 

Sicherungsschraube

Erstmals in der Einsprachebegründung der Verteidigung von A.________ wurde explizit ausgeführt, 

bevor A.________ bzw. C.________ hätten sehen können, ob eine Sicherungsschraube montiert ge-

wesen sei, sei der Schirm umgekippt. Der Grund für das Kippen des Schirms sei gewesen, dass keine 

Sicherungsschraube angebracht gewesen sei (p. 170.5 f.). Anlässlich der Hauptverhandlung führte 

C.________ damit übereinstimmend aus, die Sicherungsschraube sei nicht vorhanden gewesen, dies 

sei der Grund gewesen, dass der Schirm umgekippt sei, als der Strafkläger am Schirm herumgefin-

gert habe (p. 373 Z. 5 ff.). A.________ gab an, nicht gesehen zu haben, ob die Sicherungsschraube 

vorhanden gewesen sei oder nicht (p. 383 Z. 35). Er teilte aber die Auffassung von C.________, dass 

die sichergestellte Sicherungsschraube nicht vom Unfallschirm bzw. -scharnier stamme und dass es 

sich nicht um die originale Sicherungsschraube, sondern um eine ungeeignete Schlitzschraube hand-

le (C.________: p. 376 Z. 8 ff., p. 377 Z. 38 ff., p. 378 Z. 4 ff.; A.________: p. 382 Z. 24 ff., p. 383 Z. 

42 ff., p. 384 Z. 1 ff.; vgl. zum Ganzen eingehend Ziff. II.1.5 hiernach).

An dieser Stelle ist festzuhalten, dass – selbst wenn eine (allenfalls ungeeignete) Sicherungsschraube 

tatsächlich vorhanden gewesen wäre – sich nicht erstellen liesse, dass die Beschuldigten respektive 

C.________ (vgl. sogleich) diese gelöst hätte/n: Der Strafkläger sagte aus, er habe die sichergestellte 

Sicherungsschraube nicht wahrgenommen (p. 367 Z. 33 ff.). Auch O.________ konnte keine Anga-

ben zur Sicherungsschraube machen (p. 352 Z. 4 ff.). Bei der sichergestellten Sicherungsschraube 

handelt es sich sodann um eine Schlitzschraube (p. 361). Gemäss den übereinstimmenden Angaben 

des Strafklägers, der Beschuldigten und von O.________ führten die Beschuldigten selbst aber kein 

Werkzeug mit (Strafkläger: p. 73 Z. 177 f.; C.________: p. 376 Z. 29; O.________: p. 98 Z. 88, p. 350 

Z. 19) und der Strafkläger händigte den Beschuldigten nur einen Schlüssel sowie eine Ratsche aus 

(Strafkläger: p. 363 Z. 41 f., p. 364 Z. 17 f., 20 f.; C.________: p. 373 Z. 18 f.), mithin keinen Schlitz-

schraubenzieher (p. 364 Z. 27 f.). 

16

Folglich ist davon auszugehen, dass die Beschuldigten respektive C.________ die sichergestellte Si-

cherungsschraube nicht löste/n, zumal sie hierzu gar nicht das geeignete Werkzeug zur Verfügung 

gehabt hätten. 

10.5 Vorhandensein / Fehlen der (korrekten) Sicherungsschraube

Funktion der Sicherungsschraube

Es kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(S. 19 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 442): 

Gemäss den Ausführungen der T.________ (Firmenbezeichnung) vom 18.12.2023 (p. 237) als Her-

stellerin des Sonnenschirms U.________ (Modellbezeichnung) blockiere die Sicherungsschraube – 

wenn der Anpressring gelöst sei – das Scharnier zum Umlegen des Schirms provisorisch. Sie diene 

als provisorische Sicherung des Schirms ohne Betriebslast, d.h. sie unterstütze das Aufrechterhalten 

des Schirms möglichst gut. Sie sei bedingt (bei keiner oder nur marginaler Lasteneinwirkung auf den 

Schirm) in der Lage, den Schirm in aufrechter Position zu halten. Für sich alleine genommen sei sie 

aber nicht in der Lage, das Umkippen des Schirms mit absoluter Sicherheit zu verhindern (p. 237). 

Gemäss den weiteren Ausführungen der T.________ (Firmenbezeichnung) vom 12.01.2024 könne 

sich der Schirm ab dem Zeitpunkt des Lösens des Anpressrings langfristig respektive über längere 

Zeit nicht mehr selbst stabilisieren (p. 250). 

Im Umkehrschluss ist davon auszugehen, dass die originale und korrekte eingesetzte Sicherungs-

schraube geeignet wäre, bei kurzfristigem Lösen der Schrauben des Anpressringes und bei gleichzei-

tiger Abwesenheit von Lasteneinwirkungen oder bei nur marginalen äusseren Einflüssen den Schirm 

vorübergehend zu stabilisieren. 

Gleichzeitig geht aus den Äusserungen der T.________ (Firmenbezeichnung) eindeutig hervor, dass 

nicht die Sicherungsschraube, sondern der Anpressring das zentrale Sicherungselement des Schirms 

bildet. Nur dieser vermag im festgeschraubten Zustand den Schirm über längere Zeit und bei Lasten-

einwirkung oder mehr als marginalen äusseren Einflüssen sicher zu fixieren.

Fehlende Sicherungsschraube

Es kann vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen wer-
den (S. 19 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 442 ff.): 

C.________ machte in seiner Einvernahme anlässlich der Hauptverhandlung geltend, die Siche-

rungsschraube sei beim Unfallschirm nicht eingesetzt gewesen (C.________: p. 373 Z. 5, 13; p. 377 

Z. 38). Begründend führte er aus, er habe diese nirgends am Boden gesehen (p. 376 Z. 8). Erstmals 

explizit war diese Darstellung der Einsprachebegründung von A.________ zu entnehmen gewesen 

(p. 170.5 f., vgl. vorstehend Ziff. II.1.4 «Sicherungsschraube»). A.________ hatte indessen bereits an-

lässlich der polizeilichen Einvernahme impliziert, dass der Unfallschirm nicht richtig montiert gewesen 

sei, indem er ausgeführt hatte, nur vom Entfernen der «Abdeckplatte» [gemeint: Anpressring] falle der 

Schirm nicht um (p. 108). Gemäss seinen Angaben anlässlich der Hauptverhandlung habe er zwar 

nicht sehen können, ob die Sicherungsschraube vorhanden gewesen sei (p. 383 Z. 34 f.), jedoch ha-

be er diese später – nachdem der Schirm umgefallen sei – ebenfalls nicht gesehen (p. 383 Z. 37 ff.) 

und C.________ habe diese nicht gelöst (p. 384 Z. 3 f.). Nach den [polizeilichen] Ersteinvernahmen 

vor Ort hätten sie zudem festgestellt, dass keine Schraube vorhanden gewesen sei (p. 383 Z. 42 f., 

p. 384 Z. 1 ff.). Die Sicherungsschraube sei beim umgefallenen Schirm zu 90 % nicht vorhanden ge-

wesen (p. 384 Z. 5 f.). 

17

Demgegenüber machten der Strafkläger sowie (eher vage) auch O.________ geltend, die Siche-

rungsschraube sei eingesetzt gewesen (Strafkläger: p. 75 Z. 272 ff., p. 368 Z. 1 f., 4 ff.; O.________: 

p. 97 Z. 73 ff., p. 354 Z. 24 ff.), obwohl sie diese am Unfalltag nicht wahrgenommen hätten (Strafklä-

ger: p. 367 Z. 33 ff.; O.________: p. 352 Z. 4 ff.). 

An dieser Stelle ist festzuhalten, dass der Unfallschirm vor dem Ereignis vom 02.11.2022 bereits 

zweimal demontiert wurde, einmal von der M.________ (Firmenbezeichnung) sowie einmal (und auch 

letztmals vor dem Unfall) durch die Mitarbeiter des Technischen Diensts des Alters- und Pflegeheims 

(K.________: p. 347 Z. 5 ff., Z. 16 f.; Strafkläger: p. 72 Z. 108 f., 115 f., p. 365 Z. 29 ff., vgl. auch 

p. 366 Z. 41 f.; O.________: p. 97 Z. 60 ff., 66 f., 69 ff., p. 354 Z. 20 ff.), wobei der Strafkläger und 

O.________ nicht mehr sagen konnten, ob sie vor der selbständigen Demontage die Montage- und 

Gebrauchsanleitung konsultiert gehabt hätten (Strafkläger: p. 74 Z. 252 ff.; O.________: p. 99 

Z. 178 f., p. 355 Z. 38 ff.). Sie machten aber geltend, die Sicherungsschraube sei wieder eingesetzt 

worden. Sie hätten sämtliche vorhandene Schrauben wieder eingesetzt (Strafkläger: p. 368 Z. 5 f.; 

O.________: p. 97 Z. 73 ff., p. 354 Z. 27 f.), wobei es O.________ allerdings nicht mehr genau sagen 

konnte (p. 354 Z. 26). 

Mit Nachtrag vom 22.12.2023 übermittelte die Kantonspolizei Bern dem Gericht Aufstellscharnier und 

die Sicherungsschraube, die anlässlich der Tatbestandaufnahme sichergestellt worden waren 

(p. 248). Zum Fundort der Sicherungsschraube gab der Zeuge R.________ (Kantonspolizist) anläss-

lich der Hauptverhandlung zunächst an, diese sei im Bereich des Fundaments der Bodenhülse gele-

gen (p. 338 Z. 24 ff.) und nicht mehr eingeschraubt gewesen (p. 338 Z. 30). Bereits anlässlich dieser 

ersten gerichtlichen Einvernahme hielt der Zeuge R.________ aber fest, es könnte sein, dass die Si-

cherungsschraube nicht richtig eingesetzt gewesen sei (p. 339 Z. 5 f.). Er habe das Gefühl, dies sei 

vor Ort einmal zur Sprache gekommen (p. 339 Z. 8 ff.). Diese Aussage korrespondiert mit den Anga-

ben von C.________, wonach er Herrn R.________ darauf aufmerksam gemacht habe, dass die Si-

cherungsschraube gefehlt habe und sie zum anderen Sockel gegangen seien, wo Herr R.________ 

getestet habe, wie viel die Sicherungsschraube aushalte (p. 377 Z. 38 f., p. 378 Z. 4 f.; sinngemäss 

auch A.________: p. 383 Z. 42 ff.). Der Zeuge R.________ führte hierzu in Übereinstimmung mit dem 

Zeugen S.________ (p. 343 Z. 26 ff.), der Auskunftsperson O.________ (p. 352 Z. 6 ff., 10 ff.) und in 

Bestätigung der Aussagen der Beschuldigten (p. 377 Z. 38 f., p. 378 Z. 4 f.; A.________: p. 383 

Z. 42 ff.) aus, sie hätten beim zweiten Schirm ein «Experiment» durchgeführt (p. 339 Z. 30). Die zwei-

te «Bodenhülse» [recte: Aufstellscharnier] sei mit den «viereckigen Unterlegscheiben» [Drehalter] 

montiert und die Sicherungsschraube sei eingesetzt gewesen. Er habe mit dem Fuss oben bei der 

«Kipphülse» [Aufstellscharnier] dagegen stossen können und es habe die [Sicherungs-]Schraube 

durch das Loch gezogen. Er habe das Kippscharnier mit relativ wenig Krautaufwand zum Umkippen 

bringen können (p. 339 Z. 40 ff., vgl. auch 343 Z. 26 ff.). Die Schraube sei durch das Loch des oberen 

Rings gezogen worden und sei im unteren Teil [Scharnierscheibe] eingeschraubt geblieben (p. 340 

Z. 1 ff.). Diese Aussagen sowie der Umstand, dass die sichergestellte Sicherungsschraube im Bereich 

des Schraubenkopfs leicht verzogen und der Schlitz im Schraubenkopf (Schlitzschraube) an beiden 

Enden (auf einer Seite etwas mehr als auf der anderen) zusammengedrückt ist (p. 361) und entspre-

chend auch vom «Experiment» stammen könnte, schüren bereits erhebliche Zweifel, dass die sicher-

gestellte Sicherungsschraube tatsächlich zum Unfallschirm gehört und korrekt montiert war, wenn-

gleich eigentlich erwartet werden könnte, dass die Polizei die Herkunft von Asservaten adäquat 

festhält.

Im Anzeigerapport vom 09.03.2023 war allerdings auch keine Rede von der Sicherstellung der Siche-

rungsschraube des Unfallschirms. Es wurde lediglich festgehalten, die Bodenhülse sei sichergestellt 

18

worden (p. 6). Erst im Nachtrag vom 22.12.2023 wurde die Sicherungsschraube als Sicherstellung 

erwähnt, ohne dass hierzu aber genauere Angaben gemacht worden wären. Das polizeiliche «Expe-

riment» vor Ort blieb in den Polizeirapporten gänzlich unerwähnt.

Beim Bild Nr. 7 der Fotodokumentation (p. 27), bei dem es sich um eine vergrösserte Aufnahme des 

Bild Nr. 1 (p. 21: Situation bei Eintreffen der Polizei [vgl. Ziff. II.1.4]) handelt (vgl. p. 338 Z. 33 ff.), ist 

die Sicherungsschraube nach Auffassung des Gerichts sodann nicht, jedenfalls nicht mit der erforder-

lichen Sicherheit, erkennbar. Zwar führte der Zeugen R.________ aus, von der Grösse her könnte es 

sein, dass es sich beim kleinen Gegenstand bei den Schrauben unten rechts auf dem Bild Nr. 7 um 

die Sicherungsschraube handle (p. 338 Z. 38 ff.). Jedoch handelt es sich hierbei nach Auffassung des 

Gerichts bei näherer Betrachtung eher um die Kante eines Drehalters.

Im Rahmen der zweiten (telefonischen) Einvernahme bestätigte der Zeuge R.________ zunächst sei-

ne zuvor gemachte Aussage, wonach erwähnt worden sei, dass die Sicherungsschraube nicht vor-

handen gewesen sein solle (p. 389 Z. 12 f.). Er konsultierte sodann seinen Journal-Eintrag vom 

02.11.2022, 14:03 Uhr, und gab diesen wie folgt zu Protokoll: «vor gut drei Jahren wurde der Schirm 

umgekippt. Ob damals die M6 Schraube wieder eingesetzt wurde, konnte nicht mehr erhoben wer-

den» (p. 389 Z. 13 ff.). Er schliesse daraus, dass die Schraube bei der Demontage nicht vorhanden 

gewesen sei (p. 389 z: 18 f.). Er gehe aber nach wie vor davon aus, dass diese [die sichergestellte 

Sicherungsschraube] irgendwo bei der Bodenhülse gelegen sei (p. 389 Z. 20 f.). Auf explizite Nach-

frage konnte der Zeuge R.________ allerdings nicht mit Sicherheit bzw. wenigstens mit gewisser 

Wahrscheinlichkeit sagen, ob die sichergestellte Sicherungsschraube vom Unfallschirm bzw. -

scharnier stamme (p. 389 Z. 30 ff.); oder gegebenenfalls doch vom zweiten Schirm bzw. vom «Expe-

riment» (p. 389 Z. 23 ff.). 

Die Vermutung, die sichergestellte Schraube könnte vom zweiten Schirm stammen, bei welchem das 

polizeiliche «Experiment» durchgeführt wurde, wird allerdings von der klaren Aussage von 

C.________ gestützt, wonach es sich bei der Sicherungsschraube, welche beim zweiten Schirm bzw. 

beim Schirm des «Experiments» eingesetzt gewesen sei, um eine Schlitzschraube wie die sicherge-

stellte gehandelt habe (p. 378 Z. 4 ff., 14 f.). 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass einerseits die Sicherungsschraube auf dem Bild Nr. 7 der 

Fotodokumentation nicht zweifelsfrei erkennbar ist und anderseits das Fehlen der Sicherungsschrau-

be bereits vor Ort zwischen den Beschuldigten und der Polizei ein Thema war. Sodann nahmen we-

der der Strafkläger noch O.________ die Sicherungsschraube am Unfalltag wahr. Schliesslich lässt 

sich auch gestützt auf die Aussagen des Zeugen R.________ nicht zweifelsfrei erstellen, dass die si-

chergestellte Sicherungsschraube zum Unfallschirm respektive zur sichergestellten Aufstellscharnier 

gehört. Es kann somit nicht ausgeschlossen werden, dass die sichergestellte Sicherungsschraube wie 

von den Beschuldigten ausgesagt bzw. insinuiert von einem anderen Schirm bzw. Aufstellscharnier 

stammt, insbesondere von demjenigen, an welchem die Polizei ihr erst anlässlich der Hauptverhand-

lung bekannt gewordenes «Experiment» durchführte. 

Ergänzend ist anzufügen, dass es den Beschuldigten vor Entfernen des Anpress-
rings nicht möglich gewesen wäre, das Vorhandensein der Sicherungsschraube 
festzustellen. Oberinstanzlich bestätigte der Beschuldigte 2 denn auch, dass man 
ja gesehen habe, dass die Sicherungsschraube nicht drin gewesen sei. Diese habe 
gefehlt, was man aber erst nachher gemerkt habe (pag. 566, Z. 43 ff.; pag. 567, 
Z. 17 f.).

19

Die oberinstanzlichen Ausführungen der Verteidigerin und des Verteidigers, dass 
die Sicherungsschraube zweifellos nicht eingesetzt war und, wenn diese eingesetzt 
gewesen wäre, der Schirm keinesfalls umgefallen wäre, sind neu und widersprüch-
lich. Im Ergebnis ist als erwiesen zu erachten, dass die Beschuldigten keine Siche-
rungsschraube gelöst haben. Es war gar keine oder zumindest keine korrekte (vgl. 
die nachfolgenden Erwägungen) vorhanden.

Falsche / ungeeignete Sicherungsschraube

Es kann vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen wer-
den (S. 22 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 445 f.): 

Die Beschuldigten machten im Weiteren geltend, bei der sichergestellten Sicherungsschraube handle 

es sich nicht um diejenige, welche die Firma T.________ (Firmenbezeichnung) geliefert habe 

(C.________: p. 376 Z. 8 ff.; A.________: p. 382 Z. 22 ff.). C.________ gab an, noch nie eine Schlitz-

schraube bei einem Sonnenschirm der Firma T.________ (Firmenbezeichnung) gesehen zu haben 

(p. 376 Z. 10 f., 25 f.). Die sichergestellte Schraube sei eine handelsübliche M6-Schraube, die zwar in 

das Gewinde passt (p. 376 Z. 15), jedoch sei der Schraubenkopf zu klein (p. 376 Z. 12 f., 18 f.). Der 

Kopf stimme nicht mit der Versenkung [des oberen Teils des Aufstellscharniers] überein (p. 376 

Z. 19 f.). Auch A.________ machte geltend, da gehöre keine Schlitzschraube hin (p. 382 Z. 24). Zur 

Begründung führte er plausibel und nachvollziehbar aus, eine Schlitzschraube sei durchgehend ge-

spalten, weshalb sich die obersten fünf Millimeter biegen könnten, wenn es Druck gebe; es müsste 

ein Torx- oder Kreuz[schlitz]schraube verwendet werden (p. 382 Z. 24 ff.). 

Diese plausiblen und nachvollziehbaren Ausführungen beider Beschuldigten betreffend die fehlende 

Eignung der sichergestellten Sicherungsschraube lassen sich mit den Feststellungen des Gerichts in 

Anwesenheit der Parteien anlässlich der Hauptverhandlung vereinbaren: Das Gericht prüfte, inwiefern 

die sichergestellte Sicherungsschraube (Schlitzschraube) mit dem Schraubenkopf durch das entspre-

chende Loch des oberen Rings des sichergestellten Aufstellscharniers passt. Beim Versuch von oben 

herab verblieb der Kopf der Schraube (knapp) in der (dafür vorgesehenen) Senkung des Bohrlochs 

und liess sich auch Kopf voran nicht in das Loch schieben, wobei allerdings mangels Verschraubung 

des Aufstellscharniers am Boden keine grosse Kraft eingesetzt werden konnte. Beim Versuch von un-

ten her war es hingegen – bei leicht schräg gehaltener Schraube – auch mit geringen Kraftaufwand 

möglich, die Schraube mit dem Schraubenkopf voran bis ca. in die Hälfte des Lochs zu stossen, d.h. 

der Durchmesser des Bohrlochs nahm den Schraubenkopf ganz auf. Schliesslich war feststellbar, 

dass die Sicherungsschraube im unteren Teil des Aufstellscharniers in das (dafür vorgesehene) Ge-

winde hineingeschraubt werden konnte und (bei dem angewandten, beschränkten Krafteinsatz) hielt 

(p. 361). Gestützt auf diese Feststellungen erscheint der Schraubenkopf der Sicherungsschraube als 

zu klein und es ist nach Auffassung des Gerichts erstellt, dass diese bei genügender Krafteinwirkung 

– wie beim polizeilichen «Experiment» – durch das Bohrloch gezogen wird. Da die sichergestellte Si-

cherungsschraube im Bereich des Kopfes bzw. des Schlitzes zudem deformiert und der Kopf insge-

samt leicht gebogen ist, muss sodann davon ausgegangen werden, dass besagte Schraube auch 

tatsächlich durch das Bohrloch gezogen wurde, sei dies nun im Rahmen des polizeilichen «Experi-

ments» oder aber beim Umfallen des Unfallschirms.

Darüber hinaus ist festzuhalten, dass sich aus der Gebrauchsanleitung sowie der 
Stellungnahme des Herstellers, als auch aus den Äusserungen von C.________ 
(pag. 377, Z. 22) ergibt, dass auch eine korrekt eingesetzte Sicherungsschraube al-
leine nicht ausreicht, um den Schirm bei Lösen des Anpressrings in einer aufrech-

20

ten Position zu halten. Dies war den Beschuldigten als Fachmänner bewusst, zu-
mal gemäss C.________ ein solcher Schirm jederzeit umkippen könne, was er be-
reits mehrmals gesehen habe (pag. 373, Z. 8 und pag. 377, Z. 22). 

Zusammenfassung

Es kann vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen wer-
den (S. 22 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 445 f.): 

Die originale und korrekt eingesetzte Sicherungsschraube wäre bei Abwesenheit oder nur marginalen 

äusseren Einflüssen geeignet gewesen, den Unfallschirm auch bei gelöstem Anpressring kurzfristig 

aufrecht zu halten. Es lässt sich aber nicht erstellen, dass beim Unfallschirm überhaupt eine Siche-

rungsschraube eingesetzt war. Vielmehr erscheint nicht ausgeschlossen, dass die sichergestellte «Si-

cherungsschraube» vom zweiten Schirm stammte. Das an Letzterem vorgenommene polizeiliche 

«Experiment» zeigte überdies, dass die bei jenem Schirm bzw. Scharnier zur Sicherung verwendete 

Schraube bei gewissem Krafteinsatz durch das Loch im oberen Teil des Aufstellscharniers gezogen 

wird und nicht zur Sicherung des Schirms geeignet ist. Ebenso zeigten die gerichtlichen Feststellun-

gen anlässlich der Hauptverhandlung, dass die sichergestellte Schlitzschraube wohl durch das Loch 

eines Aufstellscharniers gezogen worden war. Selbst wenn man deshalb annehmen wollte, beim Un-

fallschirm sei eine Sicherungsschraube eingesetzt gewesen, so müsste davon ausgegangen werden, 

diese sei nicht die originale bzw. korrekte und nicht zur Sicherung des Schirms geeignet gewesen.

Es ist gemäss dem Grundsatz in dubio pro reo als erwiesen zu erachten, dass am 
fraglichen Schirm keine oder zumindest eine falsche, untaugliche Sicherungs-
schraube eingesetzt war. 

10.6 Verhalten des Strafklägers und Ursache des Umsturzes

Es kann vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen wer-
den (S. 24 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 447 ff.): 

Im Rahmen der Hauptverhandlung bestätigten und präzisierten die Beschuldigten die tatnächsten 

Aussagen von C.________, wonach sie [die Beschuldigten] dem Strafkläger gesagt hätten, er solle 

nichts machen; trotzdem sei letzterer zum Sonnenschirm gekommen und habe diesen festgehalten 

(p. 108). Beide Beschuldigten gaben an der Hauptverhandlung an, sie hätten den Strafkläger mehr-

fach angewiesen, er solle den Schirm sein lassen, er solle weggehen, er könne den Schirm niemals 

halten (C.________: p. 373 Z. 6 ff., p. 377 Z. 11 f., 14 ff.; A.________: p. 382 Z. 10 f., 40 f., p. 383 

Z. 29 f.). Dabei seien keine netten Worte gefallen (C.________: p. 377 Z. 12; sinngemäss 

A.________: p. 382 Z. 11 f.). Trotzdem sei der Strafkläger nicht weggegangen und habe nach wie vor 

am Schirm «herumgefingert» und diesen gehalten (p. C.________: p. 373 Z. 10 ff.; A.________: 

p. 382 Z. 11 f). 

Der Strafkläger schilderte den Ablauf – erstmals mehr als eineinhalb Monate nach dem Unfall – an-

ders: Er sei bei der Hauswand (in einer Entfernung von vier Meter zum Schirm [p. 386 Z. 26 f.]) ge-

standen. Der Schirm habe begonnen zu wackeln. Er habe gedacht, er gehe den Schirm halten, damit 

dieser wieder in das Scharnier gedrückt und die Schrauben wieder angeschraubt werden könnten 

(p. 73 Z. 198 f., p. 363 p. 43 ff.). Er habe sich zum Sonnenschirm begeben, damit dieser nicht umfalle 

und den anderen Mann beim anderen Schirm nicht treffe (p. 73 Z. 209 f.). Es seien Sekundenbruch-

teile gewesen. Der Schirm sei schon zu schräg gestanden, um ihn noch halten zu können (p. 73 

Z. 202 f.). Der Strafkläger schilderte in zeitlicher Hinsicht, er habe das Werkzeugwägeli an der Haus-

wand deponiert und den Beschuldigten Werkzeug ausgehändigt. Die Beschuldigten hätten begonnen 

21

Schrauben zu lösen und er habe mit Herrn O.________ noch wegen dem Wägeli [für den Abtrans-

port] diskutiert. Dieser sei danach in den Keller gegangen, um ein solches zu holen (p. 363 Z. 40 ff., 

p. 387 Z. 1 ff., vgl. auch p. 73 Z. 194 ff.). Gemäss diesem vom Strafkläger geschilderten zeitlichen Ab-

lauf solle O.________ also noch auf Platz gewesen sein, als die Beschuldigten respektive 

C.________ mit dem Lösen der Schrauben begonnen hatten. Dies wird aber von O.________ so 

nicht beschrieben. Er sei vor Ort gewesen, als die zwei Herren gekommen seien (p. 349 Z. 17). Da-

nach sei in den Keller gegangen, um nach einem Wagen zu schauen. Als er zurückgekommen sei, sei 

der Vorfall bereits passiert respektive sei der Schirm auf den Strafkläger gekippt (p. 97 Z. 47 ff., p. 349 

Z.17 f., 22 ff., p. 350 Z. 27 ff.). Er habe lediglich die Rückmeldung seines Arbeitskollegen erhalten, 

wonach die Beschuldigten die Schrauben gelöst hätten; das könne er aber nicht bestätigen (p. 350 

Z. 36 ff.). O.________ bestätigte also nicht, dass der Strafkläger (zu Beginn) mit ihm bei der Haus-

wand gestanden habe, als die Beschuldigten mit der Demontage begonnen hätten. Bezüglich des 

vom Strafkläger geschilderten (zeitlichen) Ablaufs bestehen mithin gewisse Zweifel, zumal auch die 

Beschuldigten den Ablauf anders beschrieben (vgl. hiervor). 

Hinzu kommen weitere Ungereimtheiten. Der Strafkläger sagte zunächst aus, er wisse nicht mehr, ob 

ihn die Beschuldigten angewiesen hätten, zur Seite zu stehen (p. 371 Z. 2 f., 5 f.), gestand aber an-

lässlich der zweiten gerichtlichen Einvernahme ein, sie hätten ihm gesagt, er solle weggehen (p. 386 

Z. 32 f.). Eine schlüssige Begründung, weshalb die Beschuldigten ihn weggewiesen hatten, obwohl er 

ja gar nicht beim Schirm gestanden haben will, hatte er allerdings nicht. Es habe schlecht begonnen 

(p. 386 Z. 38 f.); die Beschuldigten hätten es zu Beginn gesagt, als er das Werkzeug gegeben habe 

(p. 386 Z. 35); vielleicht hätten sie das gesagt, weil er unfreundlich gewesen sei (p. 386 Z. 41 f.). Die-

se Aussagen erscheinen fraglich glaubhaft. 

Sodann gab der Strafkläger an, vielleicht habe er noch gesagt, der Stapler komme (p. 73 Z. 181, 

p. 368 Z. 35). Diese Aussage deckt sich insofern mit denjenigen von A.________ decken, als letzterer 

zu Protokoll gab, der Strafkläger habe gesagt, «nein ihr dürft nicht», weil der Stapler noch nicht da sei 

(p. 384 Z. 10, 16 f.). Dies spricht allerdings wiederum dafür, dass der Strafkläger eben nicht einfach 

zu Seite stand, sondern sich vielmehr – wie auch von den Beschuldigten beschrieben – zum Schirm 

begab, den Anweisungen der Beschuldigten keine Folge leistete und den Schirm festhielt. Ein solches 

Verhalten des Strafklägers (um den Schirm «Tänzeln» [p. 377 Z. 11 f.], an diesem «Herumfingern» [p. 

373 Z. 10 f.]; am Schirm «Umegväterlen» [p. 382 Z. 9 f.]; die ganze Zeit an diesem «Hebeln» und 

«Basteln» [p. 382 Z. 39 f.]), wie es von den Beschuldigten anschaulich beschrieben wurde, erscheint 

auch deshalb nicht ausgeschlossen, weil es zu seiner kritischen Grundeinstellung gegenüber den sei-

ner Ansicht nach unvorbereiteten Beschuldigten passen würde. Der Strafkläger ging nämlich am Un-

falltag davon aus, die Beschuldigten hätten weder gewusst, dass die Steckhülse [Aufstellscharnier] 

ein Umkippscharnier hat (p. 73 Z. 165 f.), noch was für eine Befestigung der Schirm hatte (p. 74 

Z. 217). Hinzu kommt, dass der Strafkläger sowohl nach seinen eigenen Aussagen als auch nach 

denjenigen seines Vorgesetzten, K.________, manchmal eine sehr direkte und sehr forsche Art habe 

(Strafkläger: p. 368 Z. 32; K.________: p. 105 Z. 104 f., p. 347 Z. 30) und am Unfalltag zugestande-

nermassen forsch gegenüber den Beschuldigten reagierte (p. 368 Z. 32). 

Entsprechend nachvollziehbar erscheint die Schilderung von A.________, wonach es ihm irgendein-

mal zu viel geworden sei, weshalb er aufgestanden sei, um telefonisch bei seinem Chef nachzufra-

gen, um was es gehe, was abgemacht gewesen sei und wer den Lead habe (p. 382 Z. 13 f., 41 f., 

p. 383 Z. 20 ff. 31 f., vgl. bereits Ersteinvernahme p. 108). Dieses Telefonat respektive insbesondere 

das sich Entfernen vom Unfallschirm wird vom Strafkläger als auch von C.________ einerseits 

bestätigt (Strafkläger: p. 73 Z. 197, p. 74 Z. 226, p. 367 Z. 9 ff., 40 f.; C.________: p. 375 Z. 8 ff., 

22

p. 379 Z. 43 ff.). Anderseits war das Telefonat bereits anlässlich der tatnächsten Einvernahme Thema 

(p. 108). Es erscheint mithin durchaus plausibel, dass der Strafkläger wiederholt und entgegen den 

Anweisungen der Beschuldigten intervenierte und A.________ deshalb das entsprechende Telefonat 

tätigte. 

Im Ergebnis ist Gericht gestützt auf die tatnächsten und konstanten Aussagen der Beschuldigten 

durchaus plausibel, dass sich der Strafkläger stetig einmischte. Damit erscheint durchaus denkbar, 

dass sich der Strafkläger trotz der Anweisungen der Beschuldigten nicht vom Schirm entfernte und 

wie von diesen behauptet während des Lösen des Anpressrings leicht am Schirm manipuliert, indem 

er diesen festhielt. 

Gemäss C.________ sei der Schirm unvermittelt umgefallen, als er die letzte Schraube des Anpress-

rings gelöst gehabt habe (p. 373 Z. 11 f., p. 377 Z. 17, so bereits Ersteinvernahme p. 108). Er habe 

den Anpressring hochgezogen und dann sei der Schirm schon umgefallen (p. 377 Z. 21). Der Straf-

kläger seinerseits schilderte anlässlich der Hauptverhandlung zwar nicht ein unmittelbares Umfallen 

des Schirms (p. 386 Z. 13 ff.), jedoch hatte auch er bei der polizeilichen Einvernahme angegeben, es 

seien Sekundenbruchteile gewesen (p. 73 Z. 202 f.). Zudem führte er in sinngemässer Übereinstim-

mung mit der Aussage von C.________ aus, dieser habe den Pressring [noch] in der Hand gehalten 

(p. 386 Z. 23). Letzterer war mithin noch nicht wie in der Bedienungsanleitung vorgesehen mit der 

Kurbel fixiert (p. 40, vgl. auch p. 386 Z. 19 ff.). A.________ sagte hierzu aus, er habe nur noch 

«C.________ (Spitzname)» [C.________] gehört, der gesagt habe, «gang weg, gang weg». Danach 

sei der Schirm schon gefallen (p. 382 Z. 14 f.). Gestützt auf diese im Kern übereinstimmenden Aus-

sagen ist erstellt, dass der Schirm nach dem Lösen der Verankerungsschrauben des Anpressringes 

quasi unmittelbar zu Fall kam.

Weshalb der Schirm unmittelbar zu Fall kam, lässt sich jedoch nicht mehr zweifelsfrei eruieren. Am 

Unfalltag herrschten gemäss den übereinstimmenden Aussagen der Polizisten sowie des Strafklägers 

allerdings normale Witterungsverhältnisse, insbesondere hatte es nicht gewindet (R.________: p. 339 

Z. 13 ff.; S.________: p. 343 Z. 36 f.; Strafkläger: p. 370 Z. 14 f.). Deshalb ist es durchaus möglich 

und in dubio davon auszugehen, dass der Schirm gerade deshalb unmittelbar zu Fall kam, weil der 

Strafkläger diesen festhielt und so eine – wenn auch geringfügige – äusseren Kraft auf den Schirm 

einwirkt, welche bei gleichzeitig fehlender (oder jedenfalls ungeeigneter) Sicherungsschraube genüg-

te, um den Schirm in leichte Schräglage und damit zum Umfallen zu bringen.

Die Kammer erachtet gestützt auf die tatnächsten und konstanten Aussagen der 
Beschuldigten sowie die im Wesentlichen übereinstimmenden Aussagen des Straf-
klägers als erstellt, dass sich der Strafkläger auf den Schirm zubewegte und diesen 
festhielt, wovon er sich trotz der Aufforderung, dies sein zu lassen, nicht abbringen 
liess (pag. 386, Z. 32 f.). Den Ausführungen im oberinstanzlichen Plädoyer der Ver-
teidigerin A.________, der Strafkläger sei erst dann an den Schirm getreten, als die 
Schrauben des Anpressrings bereits vollständig gelöst waren, kann hingegen nicht 
gefolgt werden. Dem widersprechen zum einen die Aussagen beider Beschuldigten 
(vgl. insb. pag. 383, Z. 28 ff.) als auch die Ausführungen in der Einsprachebegrün-
dung von A.________ (pag. 170.5). Die entsprechende Aussage von C.________, 
keine Schrauben mehr gelöst zu haben, nachdem der Strafkläger zum Schirm ge-
kommen sei (pag. 572, Z. 8 ff.), fiel erst an der oberinstanzlichen Hauptverhand-
lung und überzeugt nicht. Der Strafkläger beschrieb zwar, den Schirm schwanken 
gesehen zu haben. Er habe einfach das Gefühl gehabt, der Schirm wackle und sol-
le nicht umfallen. Man müsse diesen vielleicht festhalten (pag. 553, Z. 13 ff.). Er 

23

habe einfach gesehen, dass dieser wackelte und sei hingegangen (pag. 553, Z. 23 
f.). Dies alleine deutet jedoch noch nicht darauf hin, dass bereits (alle) Schrauben 
gelöst waren. Wie erwähnt widersprechen die tatnächsten Aussagen beider Be-
schuldigten, wonach der Schirm unmittelbar nach dem Lösen der letzten Schraube 
des Anpressrings umgefallen sei (pag. 373, Z. 11 f.; pag. 377, Z. 17 und 21, so be-
reits Ersteinvernahme pag. 108), dem seitens der Verteidigerin geschilderten Ab-
lauf. Die Beschuldigten bestätigten oberinstanzlich einerseits, dem Strafkläger 
mehrfach gesagt zu haben, dieser solle den Schirm sein lassen und wegstehen 
(A.________: pag. 560, Z. 12 ff. und 19 ff; C.________: pag. 566, Z. 35 ff.) resp. er 
solle den Schirm loslassen und wegtreten (pag. 567, Z. 4 ff.) und andererseits, 
dass der Schirm schnell umfiel (pag. 567, Z. 6 f.; pag. 570, Z. 23 ff.). Unbestritten 
ist, dass der Strafkläger in der Vergangenheit den Schirm bereits montierte und 
daher zumindest ein grundsätzliches Verständnis von dessen Mechanik hatte. Aus 
diesem Grund wusste der Strafkläger auch, dass der Schirm nach Lösen des An-
pressrings zu sichern ist. Zugleich gehörte es gerade zu den ihm zugewiesenen 
Aufgaben, bei der Sicherung des Schirms anwesend zu sein, wurden doch dafür 
die zusätzlichen Helfer des Altersheims aufgeboten. Nicht einleuchten wollen hier-
zu die unsinnigen, in diesem Zusammenhang nicht passenden Schilderungen des 
strafklägerischen Verhaltens durch die Beschuldigten. Bereits die Ausdrücke, der 
Strafkläger sei um den Schirm getänzelt (pag. 377, Z. 11 f.), habe an diesem her-
umgefingert (pag. 373, Z. 10 f.); resp. Umegväterlet (pag. 382, Z. 9 f.) und habe die 
ganze Zeit an diesem gehebelt und gebastelt (pag. 382, Z. 39 f.), zeigen, dass die 
Beschuldigten den Strafkläger in ein allzu schlechtes Licht rücken wollen. Zudem 
widersprechen sie den tatnächsten Aussagen der Beschuldigten. Je länger das 
Verfahren dauert, je mehr entlasten sich die Beschuldigten und schieben die 
Schuld am Unfall dem Strafkläger zu, was keinen Sinn ergibt, ausser die Beschul-
digten sind sich bewusst, sich nicht opportun verhalten zu haben. C.________ führ-
te aus, eine Berührung mit dem kleinen Finger sei bereits ausreichend, um den 
Schirm zum Umfallen zu bringen, wenn der Anpressring gelöst werde und die Si-
cherungsschraube fehle (pag. 567, Z. 18 ff.). Eine solche Krafteinwirkung könnte 
einerseits im Festhalten des Strafklägers, aber auch im Anheben des Anpressrings, 
um diesen an der Kurbel zu befestigen, vorgelegen haben. Beides ist nach Über-
zeugung der Kammer genügend, um den Schirm in eine leichte Schräglage und 
damit mangels Sicherung zum Umfallen zu bringen. 

Schliesslich ist den Ausführungen der Verteidigerin und des Verteidigers in den 
Plädoyers, die Beschuldigten seien durch das Verhalten und die Äusserungen des 
Strafklägers vor Ort übermässig aus der Ruhe gebracht worden, nicht zu folgen. Es 
ist unbestritten, dass der Strafkläger manchmal eine sehr direkte und forsche Art 
hat (Strafkläger: pag. 368, Z. 32; K.________: pag. 105, Z. 104 f.; pag. 347, Z. 30) 
und am Tag des Unfalls forsch gegenüber den Beschuldigten reagierte (pag. 368, 
Z. 32). Als gestandene Arbeiter mit jahrelanger Erfahrung sind die Beschuldigten 
indessen sicher stark genug gewesen, um sich wegen des strafklägerischen Ver-
haltens nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und dieses demnach nicht als plausi-
ble Ursache für das Umfallen des Schirms dienen kann. 

Die Kammer ist davon überzeugt, dass der Strafkläger in der Absicht an den 
Schirm trat, diesen festzuhalten, was er denn auch tat und in diesem Moment noch 

24

nicht alle Schrauben des Anpressrings gelöst waren. Eine darüberhinausgehende 
Handlung ist dem Strafkläger nicht anzulasten. 

10.7 Gefährlichkeit

Es kann vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen wer-
den (S. 27 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 450 f.): 

Gestützt auf die Aussagen der Beschuldigten sowie diejenigen von N.________ als Vorgesetzter der 

Beschuldigten erachtet es das Gericht als erstellt, dass die Beschuldigten je rund zwei Jahrzehnte Be-

rufserfahrung haben (C.________: p. 376 Z. 2 f.; A.________: p. 384 Z. 35; N.________: p. 359 

Z. 20 f.). Zudem sind sie vertraut mit der Montage und Demontage des Sonnenschirms der Marke 

T.________ (Firmenbezeichnung), U.________ (Modellbezeichnung), zumal sie pro Jahr mehrere 

dieser Art montieren und demontieren (C.________: p. 380 Z. 5 ff., 9 f., 12 ff.; A.________: p. 384 

Z. 38 ff.; N.________: p. 359 Z. 36 ff.). 

Den Beschuldigten war sodann auch die grundsätzliche Gefährlichkeit ihres Vorhabens, d.h. des An-

hebens des Anpressrings bei gleichzeitiger Nichtsicherung des Schirms, um zu schauen, in welche 

Richtung das Aufstellscharnier respektive der Schirm umgelegt werden könne (C.________: 372 

Z. 45 ff.; A.________: p. 382 Z. 4 ff., 31 ff.), bewusst. Die Beschuldigten machten diesbezüglich zwar 

– in grundsätzlicher Übereinstimmung mit den Feststellungen des Gerichts zur Funktion der (richti-

gen) Sicherungsschraube – geltend, wenn der Anpressring gelöst werde, bleibe der Sonnenschirm 

stehen, sofern die Sicherungsschraube eingesetzt sei und auf den Schirm keine Kräfte durch Wind 

oder Manipulationen einwirken würden (C.________: p. 372 Z. 41 ff.; p. 373 Z. 37 ff.; A.________: 

p. 383 Z. 10 ff., p. 384 Z. 11 ff.). Gleichzeitig betonten jedoch beide Beschuldigten, wie gefährlich die 

Demontage eines solchen Schirms sei. So führte C.________ aus, der Schirm könne jederzeit umkip-

pen (p. 373 Z. 8), er habe schon mehrmals gesehen, wie Schirme umgefallen seien (p. 377 Z. 22). 

Auch A.________ äusserte sich in ähnlicher Art und Weise. Er gab an, für sie sei klar gewesen, dass 

es [der Schirm] ein riesen Hebel sei (p. 385 Z. 16). Sie hätten vorgehabt, den Anpressring wieder mit 

mindestens vier Schrauben zu befestigen, nachdem sie geschaut hätten, in welche Richtung der 

Schirm abklappe (p. 382 Z. 7 ff., p. 383 Z. 14 ff.).

Dabei rechneten die Beschuldigten gemäss ihren eigenen Aussagen (latent) auch mit der Möglichkeit, 

dass keine Sicherungsschraube eingesetzt sein könnte. So gab C.________ zu Protokoll, der An-

pressring müsse auch gelöst werden, um zu schauen, ob die Sicherungsschraube vorhanden sei 

(p. 372 Z. 45 f., p. 376 Z. 31 ff.). Er führte sodann zwar aus, er habe den Anpressring gelöst, weil er 

grundsätzlich davon ausgehe, die Sicherungsschraube sei vorhanden und alles sei korrekt montiert 

(p. 376 Z. 41 f.). Unmittelbar zuvor hatte er aber auf explizite Nachfrage bestätigt, er rechne damit, 

dass die Sicherungsschraube nicht vorhanden sei und der Schirm folglich nicht halten würde (p. 376 

Z. 37 ff.). A.________ seinerseits gab an, sie hätten nicht gewusst, was auf sie zukomme (p. 385 

Z. 15 f.); sie hätten den Schirm ja nicht selbst montiert (p. 384 Z. 47). Deshalb hätten sie dem Straf-

kläger gesagt, er solle weggehen, er könne den Schirm nicht halten (p. 385 Z. 15). 

Mit Blick auf diese Aussagen der Beschuldigten und unter Berücksichtigung ihrer langjährigen Berufs-

erfahrung sowie Erfahrung mit dem in Frage stehenden Sonnenschirm kommt das Gericht zum 

Schluss, dass den Beschuldigten die Gefährlichkeit des Lösens des Anpressringes bei gleichzeitiger 

Nichtsicherung des Schirms durch ein Hebezeug bekannt war. Entsprechend war ihnen auch be-

wusst, dass es sich beim Anpressring um das zentrale Sicherungselement handelte (vgl. auch 

C.________: p. 373 Z. 37 f.) und noch keine Sicherung durch ein Hebezeug vorhanden war. 

25

Hinzu kommt, dass es sich vorliegend für die Beschuldigten nicht um einen Normalfall der Demontage 

des fraglichen Schirmtyps handelte. Normalerweise werde der Schirm gemäss den Beschuldigten 

nämlich mit einem Kran als Ganzes senkrecht herausgehoben und nicht – wie es am Unfalltag vorge-

sehen gewesen wäre (C.________: p. 374 Z. 44 f) – über das Scharnier umgelegt (C.________: 

p. 374 Z. 24 ff.; 41 ff.; A.________: p. 382 Z. 3 f., Z. 31 ff., p. 383 Z. 1 ff., 5 ff.). Beim Anheben des 

Anpressrings handelte es sich jedoch offenbar um ein Standardvorgehen (C.________: p. 379 

Z. 26 f.), dass allerdings jedenfalls bei der hier angewandten Demontagemethode mit Umlegen des 

Schirms im Scharnier – grade mit Blick auf die fehlende Einsehbarkeit der Sicherungsschraube – zu 

einer gefährlichen Situation führte. 

Oberinstanzlich brachten die Beschuldigten vor, der Schirm bleibe auch ohne An-
pressring stehen, wenn man an jenem nicht manipuliere und es keinen Wind habe 
(pag. 560, Z. 27; pag. 562, Z. 3 ff.; pag. 566, Z. 44 ff.; pag. 567, Z. 14 ff.). Obschon 
beide Beschuldigten die Gefahr des Umfallens des Schirms auch ohne Anpressring 
als gering darstellten, wiesen sie jedoch mehrfach darauf hin, dass das Hantieren 
mit einem entsprechenden Schirm lebensgefährlich sei (pag. 566, Z. 41 f.; 
pag. 567, Z. 5 f.), was auch den Angaben des Herstellers sinngemäss entnommen 
werden kann. 

Erstmals wurde an der oberinstanzlichen Hauptverhandlung zudem vorgebracht, 
die Beschuldigten hätten sich darauf verlassen, dass der Schirm zuvor fachmän-
nisch aufgestellt worden sei, weshalb auch mit einer vorhandenen Sicherheits-
schraube habe gerechnet werden können. Namentlich gab A.________ an, er gehe 
bei einem derartigen Schirm davon aus, dass dieser von Fachleuten aufgebaut 
worden sei und dass dann auch die Sicherungsschraube drin sei (pag. 564, Z. 14 
ff.). Diese Annahme wurde sodann von C.________ bestätigt (pag. 572, Z. 3 ff.). 
Diese Aussagen stehen jedoch in Widerspruch dazu, dass die Beschuldigten mehr-
fach, zuletzt auch im oberinstanzlichen Verfahren, angaben, der Strafkläger habe 
ihnen mitgeteilt, dass der fragliche Schirm, respektive die Schirme, bereits mehr-
fach durch Mitarbeiter des Alters- und Pflegezentrums aufgebaut worden seien 
(pag. 566, Z. 19 ff.; pag. 108). Die Kammer geht deshalb davon aus, dass die Be-
schuldigten wussten, dass der Schirm zuvor nicht unbedingt durch Fachpersonen 
installiert worden war. 

Nicht entscheidend ist schliesslich, dass die Gebrauchsanleitung bei der hier an-
gewandten Demontagemethode das Anheben des Anpressrings vorsieht, weshalb 
dies gemäss C.________ als «Standardvorgehen» gilt (pag. 379, Z. 26 f.). Diesbe-
züglich hält die Demontageanleitung klar fest, diese Variante bedinge genügend 
Hilfspersonen oder ein Hebezeug (pag. 39). Die Beschuldigten waren sich denn 
auch einig, einen Schirm wie den vorliegenden im Normalfall mit einem Kran abzu-
bauen und sie rechneten mit einem Kran. Der Einsatz eines Krans war am 2. No-
vember 2022 jedoch weder vereinbart noch geplant. Massgebend ist, wie die Be-
schuldigten mit dieser unerwarteten Situation umgingen. Sie waren sich bewusst, 
dass das Umfallen des Schirms zu ernsthaften Verletzungen führen kann und ver-
mieden werden muss. Dies teilten sie gemäss eigenen Aussagen dem Strafkläger 
auch mehrfach mit. Ebenfalls wussten die Beschuldigten aufgrund ihrer jahrelan-
gen Erfahrung, dass nach der Entfernung des Anpressrings lediglich eine Siche-
rungsschraube dazu dient, den Schirm weiterhin aufrecht zu halten und bereits ei-

26

ne geringe Kraftauswirkung diesen zum Umfallen bringen kann. Mit anderen Wor-
ten wussten die Beschuldigten, dass die Sicherungsschraube die Stabilität des 
Schirms beim Lösen des Anpressrings nicht garantieren kann. Gleichwohl ent-
schieden sie sich, mit der Abbauarbeit zu beginnen, ohne auf den angekündigten 
Stapler zu warten und entfernten den Anpressring ohne die geringste Sicherung. 
Nachdem die letzte Schraube entfernt war, stürzte der Schirm sogleich um. Dabei 
wird den Beschuldigten und ihren Rechtsvertretern nicht geglaubt, der Strafkläger 
habe sie dazu angehalten, vorwärtszumachen (pag. 568, Z. 28 ff.; pag. 569, Z. 40). 
Dieser hat den Beschuldigten gesagt, sie sollen auf den Stapler warten. Selbst 
wenn der Strafkläger sich entsprechend geäussert hätte, wovon die Kammer nicht 
ausgeht, wären die Beschuldigten als die beigezogenen Fachpersonen gehalten 
gewesen, die strafklägerische Anweisung zu missachten. Sie wussten um die Ge-
fahr eines Umfallens des Schirms ohne Sicherung durch ein Hebezeug. Es ist 
demnach davon auszugehen, dass die Beschuldigten entgegen den Einwänden 
des Strafklägers und aus eigenem Antrieb vorwärts machten, ohne auf den Stapler 
zu warten (vgl. auch pag. 564, Z. 2). Als sich der Strafkläger dem Schirm näherte, 
hätten die Beschuldigten die Demontagearbeiten umgehend einstellen sollen und 
den Strafkläger vehement und klar auf die drohende Gefahr hinweisen und ihn 
wegweisen müssen, was sie nicht taten. Den Ausführungen der Beschuldigten, 
dass es keine Rolle spiele, ob man den Anpressring bereits vor der Sicherung löse 
und nichts passieren könne, wenn man nicht am Schirm hantiere (pag. 569, Z. 34 
ff.), kann nicht gefolgt werden. So gab C.________ selbst an, ein derartiger Schirm 
könne jederzeit umkippen, weshalb er den Strafkläger mehrfach darauf hingewie-
sen habe, sich zu entfernen (pag. 373, Z. 5 ff.).  

10.8 Der als erwiesen erachtete Sachverhalt

Das Alters- und Pflegeheim H.________ (Ort) beauftragte die Firma M.________ 
(Firmenbezeichnung) mit der Demontage von zwei Sonnenschirmen der Marke 
T.________ (Firmenbezeichnung), U.________ (Modellbezeichnung), wobei für die 
Arbeiten ein Stapler sowie zwei Mitarbeiter des Alters- und Pflegeheims als Helfer 
vorgesehen waren, die Beschuldigten jedoch vom Einsatz eines Krans ausgingen. 
Die Beschuldigten, gleichgestellte Mitarbeiter der M.________ (Firmenbezeich-
nung), waren vor Ort für den korrekten Abbau verantwortlich. Sie begannen ge-
meinsam – vor Eintreffen des Staplers und damit bei ungesichertem Schirm – mit 
der Demontage des ersten Schirms, indem sie beide zu Boden knieten, jedoch bei 
noch verschraubtem Anpressring nicht erkennen konnten, in welche Richtung das 
Aufstellscharnier würde umgekippt werden können. Die Demontage ohne Kran ent-
sprach nicht dem Standardvorgehen der Beschuldigten. C.________ löste den An-
pressring, was A.________ sah. Dieser entfernte sich dann vom Schirm, um mit 
dem Vorgesetzten zu telefonieren. Es war alleine dem Zufall geschuldet, welcher 
der beiden Beschuldigten den Anpressring löste. Beide Beschuldigten wählten und 
wollten dieses Vorgehen. Beim fraglichen Schirm war keine oder eine untaugliche 
Sicherungsschraube vorhanden, wobei selbst eine eingesetzte, taugliche Siche-
rungsschraube bei Lösen des Anpressrings die Stabilität des Schirms nicht ge-
währleitstet hätte, was die Beschuldigten wussten. 

27

Nachdem C.________ die Schrauben des Anpressrings vollständig gelöst hatte, 
fiel der Schirm sogleich um und traf den Strafkläger, welcher den Schirm festhielt, 
respektive aufrechtzuhalten versuchte, im Kopf- bzw. Schulterbereich. Es kann 
nicht gesagt werden, warum der Schirm nach dem Lösen des Anpressrings umge-
hend zu Fall kam. Eventuell war ein leichtes Einwirken des Strafklägers ursächlich, 
eventuell das Anheben des Anpressrings, eventuell lastete auf dem Schirm eine 
Spannung, welche mit dem Lösen der letzten Schraube des Anpressrings frei wur-
de. 

Beide Beschuldigten handelten im Wissen, dass es sich beim Anpressring um das 
zentrale Sicherungselement handelt und auch eine korrekt angebrachte Siche-
rungsschraube die Stabilität des Schirms bei Lösen des Anpressrings nicht garan-
tiert. Sodann wussten die Beschuldigten um die grundsätzliche Gefährlichkeit ihres 
Vorhabens (Lösen des Anpressringes bei gleichzeitiger Nichtsicherung durch ein 
Hebezeug). Weder ein Kran war vor Ort, noch der Stapler, dessen Ankunft der 
Strafkläger in Aussicht gestellt hatte. Gleichwohl begannen die Beschuldigten mit 
der Demontage des Schirms. Die Montage- und Gebrauchsanleitung für den Abbau 
des Schirms U.________ (Modellbezeichnung) konsultierten sie vorgängig nicht. 

Durch den Fall des Schirms erlitt der Strafkläger Brüche des 12. Brustwirbels sowie 
des 1. und 3. Lendenwirbels, eine Thoraxprellung und Fraktur der Rippen 7 und 8 
links, eine Lungenprellung sowie eine Leberlazeration. Er befand sich vom 2. No-
vember 2022 – 8. November 2022 auf der Intensivstation des Spitals P.________ 
(Ort) und anschliessend bis am 28. November 2022 auf der Normalstation. Im An-
schluss daran verbrachte der Strafkläger fünf Wochen in der Rehabilitationsklinik 
Q.________ (Ort). Der Strafkläger war vom 2. November 2022 bis 24. September 
2023 zu 100 % arbeitsunfähig. Ab dem 25. September 2023 war der Strafkläger 
teilweise arbeitsfähig, wobei seine Arbeitsfähigkeit schrittweise erhöht wurde. Ab 
Juli 2024 war vorgesehen, dass der Strafkläger wieder zu 100 % arbeitet. Im Zeit-
punkt des vorinstanzlichen Urteils litt der Strafkläger bei der Arbeit teilweise immer 
noch an Rückenschmerzen; diese erforderten aber keine Einnahme von Medika-
menten. Bei der Arbeit war er im Weiteren weiterhin dahingehend eingeschränkt, 
dass er nicht allzu schwer Heben durfte. Ferner konnte er bis und mit ca. April 2024 
seinen Freizeitaktivitäten nur eingeschränkt nachgehen, weil er sich jeweils von der 
Arbeit erholen musste. In psychischer Hinsicht hatte der Strafkläger den Unfall 
nach Inanspruchnahme professioneller Hilfe während des Spitalaufenthalts mittler-
weile verdaut.

Im Zeitpunkt der oberinstanzlichen Hauptverhandlung litt der Strafkläger weiterhin 
an Rückenschmerzen. Er benötigt trotz andauernder Physiotherapie am Morgen 
eine gewisse Anlaufzeit, kann aber dann seiner Arbeit im bisherigen Umfang nach-
kommen. Mit einer gewissen Regelmässigkeit ist er jedoch auf die Einnahme von 
Medikamenten angewiesen. Weiter ist er bei der Arbeit auf die Benutzung einer 
Hebehilfe und die Mithilfe seiner Arbeitskollegen angewiesen, welche ihm die kör-
perlich anspruchsvollsten Arbeiten abnehmen. 

28

III. Rechtliche Würdigung

11. Theoretische Grundlagen

Für die theoretischen Grundlagen zur fahrlässigen Körperverletzung wird integral 
auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (S. 30 ff. der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung, pag. 453 ff.). 

12. Subsumtion

12.1 Erfolgseintritt

Es kann vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen wer-
den (S. 34 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 457 f.): 

Infolge des Arbeitsunfalls vom 02.11.2022 erlitt der Strafkläger Brüche des 12. Brustwirbels sowie des 

1. und 3. Lendenwirbels, eine Thoraxprellung und Fraktur der Rippen 7 und 8 links, eine Lungenprel-

lung sowie eine Leberlazeration. Der Strafkläger befand sich vom 02.11.2022 – 08.11.2022 auf der In-

tensivstation des Spitals P.________ (Ort) und anschliessend bis am 28.11.2022 auf der Normalstati-

on. Im Anschluss daran verbrachte der Strafkläger fünf Wochen in der Rehabilitationsklinik 

Q.________ (Ort). Der Strafkläger war vom 02.11.2022 bis 24.09.2023 zu 100 % arbeitsunfähig. Ab 

dem 25.09.2023 war der Strafkläger dann teilweise arbeitsfähig, wobei seine Arbeitsfähigkeit schritt-

weise erhöht wurde. Im Zeitpunkt der Hauptverhandlung war vorgesehen, dass der Strafkläger ab Juli 

2024 100 % arbeiten können würde. Damit ist der objektive Tatbestand der einfachen Körperverlet-

zung ohne Weiteres erfüllt. 

Es ist weiter zu prüfen, ob gar eine schwere Körperverletzung vorliegt. In Frage käme vorliegend die 

Generalklausel der «andere[n] schwere[n] Schädigung des Körpers oder der körperlichen oder geisti-

gen Gesundheit eines Menschen» gemäss aArt. 122 StGB Abs. 3 StGB (in der bis 30.06.2023 gel-

tenden Fassung). Unter Verweis auf die bei den allgemeinen rechtlichen Ausführungen aufgezeigten 

«Grenzwerte» aus der (bundesgerichtlichen) Rechtsprechung hinsichtlich der Dauer von Spitalaufent-

halt und Arbeitsunfähigkeit liegt nach Auffassung des Gerichts in objektiver Hinsicht aber gerade noch 

keine schwere Körperverletzung vor. Die erlittenen Verletzungen waren zweifellos erheblich, der 

Strafkläger war allerdings inklusive des Aufenthalts in der Rehabilitationsklinik «lediglich» gut zwei 

Monaten hospitalisiert und «nur» zwanzig Monate (teilweise) arbeitsunfähig. Hinzu kommt, dass der 

Strafkläger den Arbeitsunfall in psychischer Hinsicht mittlerweile verdaut hat und er nach seinen An-

gaben im Urteilszeitpunkt wieder Freizeitaktivitäten nachgehen konnte, nachdem er bis und mit ca. 

April 2024 diesbezüglich eingeschränkt war. Bei der Arbeit war er im Urteilszeitpunkt immer noch da-

hingehend eingeschränkt, dass er nicht allzu schwer Heben darf und teilweise Rückenschmerzen hat-

te; letztere erforderten aber keine Einnahme von Medikamenten.

Damit ist der objektive Tatbestand der einfachen Körperverletzung erfüllt, was sei-
tens der Beschuldigten auch nicht bestritten wird. Gestützt auf die erlittenen Verlet-
zungen liegt nach Auffassung der Kammer in objektiver Hinsicht mindestens ein 
Grenzfall zu einer schweren Körperverletzung vor. So waren die erlittenen Verlet-
zungen erheblich und machen sich auch im Zeitpunkt des oberinstanzlichen Urteils 
und damit mehr als 2 Jahre nach dem Vorfall immer noch bemerkbar. Die Schmer-
zen des Strafklägers sind zuweilen derart stark, dass er Schmerzmittel einnehmen 
und sich den Tag hindurch zwischenzeitlich hinsetzen muss. Hinzu kommt, dass 
der Strafkläger über 9 Monate vollständig und weitere rund 11 Monate teilweise ar-

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beitsunfähig war. Schliesslich musste der Strafkläger aufgrund seiner Verletzung 
für eine längere Zeit auf Freizeitaktivitäten verzichten. Seit den vorinstanzlichen 
Feststellungen, wonach in objektiver Hinsicht gerade noch keine schwere Körper-
verletzung vorliege, konnte somit keine Verbesserung, sondern eher eine Ver-
schlechterung des Gesundheitszustands des Strafklägers festgestellt werden. Die-
ser rechnet nicht mit einer Besserung seines Zustands. Da der Strafkläger auf eine 
Anfechtung der vorinstanzlichen rechtlichen Qualifikation verzichtete, erübrigen 
sich weitere Ausführungen. 

12.2 Abgrenzung Tun / Unterlassen

Es kann vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen wer-
den (S. 35 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 458): 

Gemäss dem Beweisergebnis initiierten und begannen die Beschuldigten die Demontage respektive 

die Vorbereitungsarbeiten bei gleichzeitiger Nichtsicherung des Schirmes, indem sie beide beim «Un-

fallschirm» zu Boden knieten und beschlossen, den Anpressring zu lösen, um schauen zu können, in 

welche Richtung der Schirm würde über das Aufstellscharnier umgelegt werden können, worauf 

C.________ die Verankerungsschrauben löste und sich A.________ C.________ zum anderen 

Schirm begab. Damit ist zunächst klar, dass bei C.