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**Case Identifier:** 989ac9c4-246c-559d-91e4-1124437cae3e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 03.11.2014 IV 2012/203
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-203_2014-11-03.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/203

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 08.06.2020

Entscheiddatum: 03.11.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 03.11.2014
Voraussetzungen für die Annahme einer invalidisierenden psychischen 
Gesundheitsschädigung. Massgeblichkeit der Drogensucht für die 
Invalidität. Würdigung eines medizinischen Gutachtens (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. November 2014, IV 
2012/203).

Entscheid Versicherungsgericht, 03.11.2014

Präsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug; 

a.o. Versicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiberin Evelyn Heiniger

Entscheid vom 3. November 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer, Studer Anwälte AG, Haupt­

strasse 11a, 8280 Kreuzlingen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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IV-Leistungen

Sachverhalt:

A.      

A.a  A.___ meldete sich am 1. Februar 2010 bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug (IV-

act. 1). Er gab an, an einer "Psychose durch Suchterkrankung Cannabis" zu leiden. Die 

gesundheitliche Beeinträchtigung bestehe seit 2000 und seit September 2008 sei er zu 

100% arbeitsunfähig. Er habe 1998 mit einer Grafikerlehre begonnen, die er dann 2000 

aufgrund seiner Erkrankung habe abbrechen müssen (IV-act. 78-35). Berichte der 

Psychiatrischen Klinik B.___ bestätigen Hospitalisationen des Versicherten vom 1. bis 

14. Februar 2000 (IV-act. 78-64ff.), vom 7. März bis 6. April 2000 (IV-act. 78-69ff.) und 

vom 2. bis 7. August 2000 (IV-act. 78-67f.). Damals wurde die Diagnose: "Sonstige 

akute vorwiegend wahnhafte psychotische Störungen (ICD-10: F23.3), Psychische und 

Verhaltensstörungen durch Cannabinoide. Psychotische Störung (ICD-10: F 12.5)" 

gestellt. Vom 26. Oktober bis 22. Dezember 2000 war der Versicherte in der 

Psychiatrischen Klinik C.___ hospitalisiert (IV-act. 78-76ff.). Zum damaligen Zeitpunkt 

wurden folgende Diagnosen gestellt:  "Verdacht auf paranoide Schizophrenie (ICD-10: 

F22.0) bei Polytoxikomanie (Heroin, Kokain, Ecstasy, Cannabis), gegenwärtig abstinent 

in beschützender Umgebung (ICD-10: F19.21)".

A.b  Im Anschluss an den stationären Drogenentzug und die psychiatrische Therapie in 

C.___ weilte der Versicherte  während längerer Zeit in einem Projekt auf D.___ inklusive 

Entwöhnungstherapie (IV-act. 78-76). Im Jahr 2000 bestand nach dem Unterbruch 

vorerst noch die Möglichkeit einer Rückkehr an die Lehrstelle. Zu diesem Zeitpunkt 

wollte sich aber der Versicherte noch nicht festlegen und die Zeit in D.___ nutzen, um 

sich beruflich neu zu orientieren. Nach eigenen Angaben stellte der Versicherte in D.___ 

fest, dass körperliche Arbeit ihm gut tue (IV-act. 64-4). Insgesamt sei er dann drei Jahre 

dort geblieben und einem einheimischen Unternehmer zur Hand gegangen. Als er mit 

23 Jahren gemerkt habe, dass er noch über keine Ausbildung verfüge, sei er in die 

Schweiz zurückgekehrt. Er habe Industrial Design studieren wollen, was ihm aber 

mangels Berufsmaturität nicht möglich gewesen sei. Es sei ihm daher nur geblieben, 

was er in D.___ gelernt habe, weshalb er eine Lehre als Landschaftsgärtner begonnen 

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habe. Unter ständigem Cannabiskonsum sei es ihm gelungen, von 2005 bis 2008 eine 

Lehre als Landschaftsgärtner abzuschliessen (IV-act. 17, 11). Eine Stelle als Teamchef 

im Gartenbau, anschliessend an die Lehre, habe er aus Überforderung während der 

Probezeit selbst gekündigt, um sich mit seiner Suchtproblematik auseinandersetzen zu 

können (IV-act. 15).

A.c  Gemäss einem Bericht der Klinik E.___ vom 3. März 2009 war eine Ent­

zugsbehandlung auf der Suchtstation vom 26. September bis 30. Dezember 2008 mit 

anschliessender teilstationärer Behandlung vom 26. Januar bis 11. Februar 2009 

erfolgreich verlaufen. Bezüglich einer medikamentösen Therapie sei der Versicherte 

abwehrend geblieben, deshalb sei die neuroleptische Medikation, auf seinen Wunsch 

hin, im letzten Behandlungsmonat abgesetzt worden (IV-act. 15).

A.d  Am 19. Dezember 2009 wurde der Versicherte vom Notfallarzt wegen akuter psy­

chotischer Dekompensation erneut in die Klinik E.___ eingewiesen. Laut Klinikbericht 

war er beim Eintritt positiv auf THC getestet worden. Unter Aufdosierung von Olanzapin 

und unter Cannabis-Abstinenz sei es zu einem Rückgang der psychotischen 

Symptomatik mit psychomotorischer Beruhigung gekommen. In einem erschöpften, 

leicht depressiven Zustand sei der Versicherte auf eigenen Wunsch am 6. Februar 2010 

ausgetreten (IV-act. 23).

A.e  Am 16. Februar 2010 nahm der zuständige Arzt des Regionalen Ärztlichen 

Dienstes (RAD) im Rahmen der Frühinterventionsphase mit der Klinik E.___ Kontakt auf. 

Die dortigen Ärzte berichteten, der Versicherte werde aktuell in der Tagesklinik des 

Psychiatrie-Zentrums F.___ betreut. Ihrer Ansicht nach beeinträchtigten die folgenden 

Diagnosen die Arbeitsfähigkeit des Versicherten: "Paranoide Psychose, DD: 

drogeninduzierten Psychose, Cannabisabusus" (IV-act. 6). Nachdem die IV-Stelle 

diverse Arzt- und Klinikberichte eingeholt hatte, hielt der RAD-Arzt am 6. April 2010 in 

einer Aktennotiz fest, bei einem instabilen Gesundheitszustand des Versicherten, der 

keine Arbeitsfähigkeit auf dem freien Markt zulasse, könne die Frühinterventionsphase 

sistiert werden (IV-act. 18, 19).

A.f   Die Ärzte des Psychiatrie-Zentrums F.___ berichteten, aufgrund einer suizidalen 

Krise sei der Versicherte vom 26. bis 30. Juli 2010 erneut stationär in E.___ behandelt 

worden (Cannabisrückfall Mitte Juli 2010, IV-act. 32-4).

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A.g  Mit interner Stellungnahme vom 7. September 2010 stellte sich der RAD auf den 

Standpunkt, unter Ausklammerung der Suchtproblematik sei der Versicherte 100% 

arbeitsfähig (IV-act. 33). Gestützt auf diese Einschätzung zeigte die IV-Stelle mit 

Vorbescheid vom 16. November 2010 die Abweisung des Leistungsbegehrens an (IV-

act. 37). Dagegen liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter, Rechtsanwalt 

lic. iur. D. Studer, am 14. Dezember 2010 Einwand erheben (IV-act. 42).

A.h  Daraufhin hielt der RAD weitere Abklärungen für angezeigt (IV-act. 43). Die IV-

Stelle forderte den Versicherten mit Schreiben vom 16. Dezember 2010 auf, im 

Rahmen seiner Mitwirkungs- und Schadensminderungspflicht den Nachweis seiner 

Cannabis- und Drogenabstinenz im Zeitraum von sechs Monaten zu erbringen (IV-

act. 46). Bei den regelmässig durchgeführten Labortests wurde der Versicherte bis Mai 

2011 jeweils negativ auf Drogen getestet (IV-act. 53-2).

A.i   In einem Bericht des Psychiatrie-Zentrums F.___ wo der Versicherte in dauernder 

ambulanter Behandlung stand, datierend vom 28. Juli 2011, lautete die Diagnose:

"- Paranoide Schizophrenie, vollständige Remission (ICD-10: F20.05)

- Psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide: Psychotische Störung, 

schizophrene Form. Erste psychotische Episode ca. im Alter von 17 Jahren; 

Cannabiskonsum seit ca. 11. Lebensjahr (ICD-10: F12.50) - Mittelgradige depressive 

Episode ohne somatisches Syndrom, aktuell remittiert (ICD-10: F32.10)." (IV-act. 63).

A.j Der jüngste Bericht der Klinik E.___ datiert vom 11. Oktober 2011. Der Versicherte 

war dort letztmals vom 22. August 2011 bis zum 30. September 2011 in stationärer 

Behandlung, nachdem er erneut einen Psychoseschub entwickelt hatte (IV-act. 74). 

Diagnostiziert wurde zu diesem Zeitpunkt eine remittierte paranoide Schizophrenie 

(ICD-10: F20.0). Der Versicherte, der nach erneuter psychotischer Entwicklung freiwillig 

in die Klinik eingetreten sei, habe nach medikamentöser Einstellung, Besserung der 

wahnhaften Symptomatik, gut verlaufenden Wochenendbeurlaubungen und 

Organisation der weiteren Behandlung entlassen werden können. Die Ärzte hielten fest, 

zuletzt sei der Versicherte Cannabis-abstinent gewesen.

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A.k Am 25. Mai 2011 hatte die IV-Stelle eine psychiatrische Begutachtung angeordnet 

(IV-act. 56). Der Versicherte wurde am 30. September 2011 und am 27. Januar 2012 

durch Dr. med. G.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, psychiatrisch 

exploriert und begutachtet. Das Gutachten datiert vom 8. Februar 2012 (IV-act. 78) und 

enthält folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: "Paranoide 

Schizophrenie (ICD-10: F20.0)" Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

gab er an: "Psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide, 

Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent (ICD-10: F12.20)" (IV-act. 78-58). Der 

Gutachter geht abschliessend von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen 

Tätigkeit als Landschaftsgärtner aus (IV-act. 78-56). In adaptierten Tätigkeiten 

(Belastung regelmässig verteilt, keine Belastungsspitzen, kein zu hoher 

Produktionsdruck, gewisse Flexibilität im Einteilen der Arbeitszeiten, wohlwollendes, 

familiäres Umfeld, keine Vorgesetztenfunktion) bestehe eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. 

Im Gutachten wird neben diversen Arzt- und Klinikberichten auch die (telefonisch 

erfragte) Ansicht des behandelnden Psychotherapeuten, Dr. phil. H.___, 

wiedergegeben. Seiner Ansicht nach gehe es um eine Umschulung, nicht um eine 

Rente. Der Versicherte könne arbeiten, aber nicht im Gärtnerberuf. Diese Arbeit sei 

stark saisonal und wetterabhängig. Der Versicherte sei labil und brauche daher eine 

gleichmässige Arbeit. Als Grafiker sei er sicher 70-80% arbeitsfähig (IV-act. 45).

A.l Mit interner Stellungnahme vom 16. Februar 2012 erachtete der RAD-Arzt das 

Gutachten als plausibel (IV-act. 80).

A.m  In der Zwischenzeit hatte der Versicherte am 22. Januar 2012 bei der IV-Stelle ein 

Gesuch um berufliche Massnahmen gestellt; er wolle im I.___ eine Ausbildung zum 

Grafiker machen (IV-act. 76).

A.n Mit Bericht vom 8. März 2012 (IV-act. 84) legte der behandelnde Psychotherapeut 

(gegenüber dem Rechtsvertreter des Versicherten) nochmals seine Ansicht dar. Der 

Versicherte sei bei einer paranoiden Schizophrenie (ICD-10: F20.00) mit bipolarer 

Störung zur Zeit relativ stabil. Bei der vorhandenen Erkrankung könne man aber nicht 

mit einer Heilung rechnen. Bei entsprechendem Lebenswandel könne allerdings eine 

Stabilisierung erwartet werden. Dies betreffe die Tagesstruktur und auch die Berufs­

wahl. Der Versicherte brauche ein Umfeld, das ihn wenig belaste und eine berufliche 

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Tätigkeit, die seinen Ressourcen (gestalterische Fähigkeiten) entspreche. Tätigkeiten 

insbesondere auf dem Bau (inkl. Gartenbau) würden sich von vornherein verbieten; der 

eher rauhe Umgangston sowie der Stress, der durch das hohe Arbeitstempo erzeugt 

werde, berge ein hohes Rückfallrisiko. Es würde deshalb Sinn machen, nochmals in die 

Grafikerausbildung, möglichst in geschütztem Rahmen, einzusteigen.

A.o Mit Vorbescheid vom 11. April 2012 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Ab­

weisung seines Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 23% in Aussicht (IV-

act. 87). Gleichzeitig kündigte sie an, das Gesuch um berufliche Massnahmen nach 

Abschluss der Rentenprüfung zu bearbeiten.

A.p Mit Einwand vom 2. Mai 2012 beantragte der Rechtsvertreter des Versicherten die 

Zusprache einer Rente mit Wirkung ab 1. August 2010 und berufliche Massnahmen. 

Der Versicherte habe die Lehre als Grafiker aufgrund seiner Psychosen abbrechen 

müssen; deshalb sei für das Valideneinkommen nicht auf den Gärtnerlohn, sondern das 

Einkommen eines Grafikers mit 10-jähriger Berufserfahrung abzustellen. Im Übrigen sei 

die Arbeitsfähigkeitsschätzung des psychiatrischen Gutachters nicht genügend 

substantiiert und präsentiere eine zu idealisierte Sicht des Gesundheitsschadens und 

seiner Auswirkungen. Ein Rentenanspruch sei gegeben und berufliche Massnahmen 

seien dringend nötig, damit der Versicherte aus der Berentung nach Möglichkeit ins 

Erwerbsleben gelange (IV-act. 88).

A.q Die IV-Stelle hielt an ihrem Entscheid fest und verfügte am 10. Mai 2012 die Ab­

lehnung des Rentenanspruchs (IV-act. 90).

B.   

B.a  Dagegen gelangt der Rechtsvertreter des Versicherten am 11. Juni 2012 mit Be­

schwerde ans Gericht (act. G 1). Er beantragt, die Verfügung aufzuheben und die 

Sache an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme eines korrekten 

Sozialversicherungsverfahrens unter Gewährung des rechtlichen Gehörs 

zurückzuweisen. Eventualiter sei dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab dem 1. August 

2010 eine Rente zuzusprechen. Subeventualiter sei durch das Gericht eine 

medizinische Begutachtung anzuordnen. Er beanstandet, dass sich die 

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Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung nur unzureichend mit den Argumenten seines 

Einwandes auseinandergesetzt habe. Damit habe sie die Begründungspflicht verletzt. 

Weiter bestreitet er die Berechnung des Validen- und Invalideneinkommens. Da der 

Gesundheitsschaden des Beschwerdeführers bereits während seiner ersten Lehre als 

Grafiker eingetreten sei, könne nicht auf den Gärtnerlohn abgestellt werden. Ferner 

bestreitet er den Beweiswert des psychiatrischen Gutachtens. Dieses sei in mehrfacher 

Hinsicht mangelhaft. Der Gutachter habe es unterlassen, sich mit den abweichenden 

Beurteilungen der behandelnden Ärzte auseinanderzusetzen. Daher genüge das 

Gutachten den sich aus der Rechtsprechung ergebenden Anforderungen nicht. Das 

Gutachten könne damit nicht als abschliessendes Beweismittel für die Beurteilung der 

Leistungspflicht der Invalidenversicherung verwendet werden.

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 24. August 2012 beantragt die Beschwerdegegnerin, 

die Beschwerde abzuweisen (act. G 5). Den Vorbringen des Rechtsvertreters setzt sie 

entgegen, der RAD habe die Frage, ob sich aus dem Einwand neue medizinische Tat­

sachen ergeben würden, verneint, was sie in der Verfügung erwähnt habe. Überdies 

habe sie auch knapp zum Eintritt des Gesundheitsschadens und zur Frage eines all­

fälligen Abzugs Stellung genommen und sei damit ihrer Begründungspflicht nachge­

kommen. Selbst bei einer Verletzung der Begründungspflicht sei aber von einer Rück­

weisung abzusehen, da kein derart schwerwiegender Mangel bestehe, der einer 

Heilung im Beschwerdeverfahren entgegen stehen würde. Da der Beschwerdeführer 

auch einen materiellen Beschwerdeantrag gestellt habe, würde eine Rückweisung 

ausserdem zu einem formalistischen Leerlauf und unnötigen Verzögerungen führen. In 

medizinischer Hinsicht stütze sich die Verfügung auf das psychiatrische Gutachten von 

Dr. G.___ vom 8. Februar 2012, wonach in adaptierten Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit 

von 80% bestehe. Das Gutachten erfülle die Anforderungen der Leitlinien der 

Schweizerischen Gesellschaft der Versicherungspsychiatrie für die Begutachtung 

psychischer Störungen und die von der Rechtsprechung aufgestellten Anforderungen. 

Es sei in diagnostischer Hinsicht nachvollziehbar und schlüssig. Dem in allen Belangen 

überzeugenden Gutachten sei volle Beweiskraft zuzumessen, wodurch kein Anlass für 

eine gerichtlich angeordnete Oberbegutachtung bestehe.

B.c  Am 29. August 2012 wird dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege- 

und Rechtsverbeiständung gewährt (act. G 6).

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B.d  Mit Replik vom 20. September 2012 bekräftigt der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers seinen Standpunkt (act. G 8). Er teilt mit, die IV-Stelle habe 

inzwischen (telefonisch) bestätigt, dass Eingliederungsmassnahmen geprüft würden. Er 

gehe aber nach wie vor davon aus, dass der Beschwerdeführer Anspruch auf eine 

Rente habe und dieser Anspruch (weiterhin) zu prüfen sei. Eine Dauerberentung sei 

nicht das Ziel des Beschwerdeführers, sondern er wolle, möglichst als Grafiker, 

eingegliedert werden. Aufgrund der Akten könne nicht von einer vollständigen Heilung 

der paranoiden Schizophrenie ausgegangen werden, auch wenn der Beschwerdeführer 

Cannabis-abstinent bleibe. Die wegfallende Therapiewirkung des Cannabis müsse 

durch entsprechende Medikation ersetzt werden. Die Tatsache, dass aktuell der 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers stabiler sei, bedeute nicht, dass bis anhin 

ein Rentenanspruch entfalle. Der Replik legt der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers einen Bericht der Klinik für Neurologie des Spitals Z.___ vom 26. 

Juni 2012 über eine (neuropsychologische) Untersuchung des Beschwerdeführers vom 

Vortag bei (act. G.8.3), welche eine deutlich verminderte Arbeits- und 

Leistungsfähigkeit zeige.

B.e  Am 15. Oktober 2012 verzichtet die Beschwerdegegnerin auf eine Duplik (act. 

G 10).

B.f   Am 9. April 2013 reicht der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers einen 

Therapiebericht des behandelnden Psychotherapeuten Dr. H.___ und am 25. April 2013 

eine Ergänzung dazu ein (act. G 12 und G 14). Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf 

eine weitere Stellungnahme.

B.g  Am 30. September 2014 teilt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers dem 

Gericht mit, bei der Beschwerdegegnerin sei inzwischen ein Revisionsgesuch einge­

reicht worden. Dieser Mitteilung sind zwei weitere Berichte von Dr. H.___ vom 

19. November 2013 und 1. April 2014 sowie ein Bericht des Psychiatrie-Zentrums F.___ 

vom 26. September 2014 beigelegt (act. G 16). Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf 

eine Stellungnahme.

Erwägungen:

1.     

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Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch 

des Beschwerdeführers abgelehnt. Gleichzeitig ist die Prüfung beruflicher 

Massnahmen in Aussicht gestellt worden. Der Beschwerdeführer seinerseits beantragt 

die Ausrichtung einer (vorübergehenden) Rente solange, bis er rentenausschliessend 

eingegliedert sei (act. G 1.1 und G 8). Streitgegenstand bildet demnach ausschliesslich 

der Rentenanspruch.

2.

2.1 Gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG, 

SR 831.20) haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 

Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, Anspruch auf eine Rente (lit. a), 

wenn sie während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min­

destens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40% invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundes­

gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) 

die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist gemäss Art. 7 Abs. 1 ATSG der durch 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt. Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach 

dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 

ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 

berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus 

objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).

2.2 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsschädigung 

setzt nach der Rechtsprechung eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose 

nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 

E. 1.2, 130 V 398 ff., E. 5.3 und E. 6). Dabei ist zu betonen, dass im Kontext der 

rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden psychosozialen 

Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Eine 

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invalidisierende Gesundheitsschädigung im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit 

Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- 

und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von 

Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob 

und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der 

versicherten Person trotz des Leidens willensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten 

und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme 

einer durch eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung verursachten 

Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend 

erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der 

Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder – als alternative 

Voraussetzung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 

127 V 298 E. 4c in fine).

2.3 Nach ständiger Rechtsprechung begründet eine Drogensucht, für sich allein be­

trachtet, keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Dagegen wird eine solche Sucht im 

Rahmen der Invalidenversicherung bedeutsam, wenn sie ihrerseits eine Krankheit oder 

einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge eine körperliche oder geistige 

Gesundheitsschädigung eingetreten ist, oder aber wenn sie selber Folge einer 

körperlichen oder geistigen Gesundheitsschädigung ist, welcher Krankheitswert 

zukommt (Urteil des früheren Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: 

Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 6. November 2006, I 955/05 E. 3.1 

mit Hinweisen).

2.4 Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% besteht Anspruch auf eine 

Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei 

einem Invaliditätsgrad von mindestens 60% auf eine Dreiviertelsrente und ab einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 70% auf eine ganze Invalidenrente (Art. 28 Abs. 2 IVG).

3.

Vor der Durchführung von Eingliederungsmassnahmen darf (vorübergehend) eine 

Rente nur gewährt werden, wenn der Versicherte wegen seines Gesundheitszustandes 

noch nicht eingliederungsfähig ist (BGE 121 V 190 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts 

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vom 10. August 2009, 9C_341/2009 E. 4). Als Ausdruck der allgemeinen 

Schadenminderungspflicht hat der  Versicherte, solange allfällige berufliche 

Massnahmen noch nicht feststehen, keinen Rentenanspruch, wenn er auch ohne 

Eingliederungsmassnahmen zumutbarerweise in der Lage wäre, ein 

rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl. Meyer, Rechtsprechung 

des Bundesgerichts zum IVG, 2. Aufl., 2010, S. 270).

4.

4.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der 

Ärzte ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 

welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person 

arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine 

wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der 

versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V  261 E. 4 mit 

Hinweisen). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und 

demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung 

des strittigen Leistungsanspruchs gestatten.

4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversiche­

rungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – 

wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, so­

wie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das 

Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, 

objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine 

zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf 

es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht 

erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 

warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob 

dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

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abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 

122 V 160 E. 1c). Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit 

dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte 

Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung 

aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 

V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 

4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer 

Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und 

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 

Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der 

Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien 

gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit 

weiteren Hinweisen).

5.

5.1 Beim Beschwerdeführer liegen unbestrittenermassen psychische und Verhaltens­

störungen durch Cannabinoide vor. Infolge des jahrelangen, teilweise extensiven 

Substanzgebrauchs sind wiederholte schwere Psychosen aufgetreten. Bereits im Jahr 

2000 wurde aber in der Psychiatrischen Klinik C.___, wo er sich zum stationären 

Drogenentzug aufhielt, auch der Verdacht auf eine paranoide Schizophrenie 

diagnostiziert (IV-act. 78-78). Nach einer weiteren stationären Entzugsbehandlung im 

Herbst 2008 in der Psychiatrischen Klinik E.___ und anschliessender teilstationärer 

psychiatrischer Behandlung (bis Februar 2009), hielten die dortigen Ärzte eine 

Fortführung der neuroleptischen Medikation (bei anhaltender Cannabisabstinenz) für 

angezeigt. Testpsychologische Ergebnisse hatten damals auf eine klinisch relevante 

depressive Symptomatik, auf eine deutlich erhöhte psychische Beeinträchtigung und 

auf ein ängstlich-unsicheres Persönlichkeitsprofil hingewiesen (IV-act. 15). In einem 

Bericht der gleichen Klinik vom 12. April 2010 (über eine stationäre Behandlung des 

Beschwerdeführers zwischen Dezember 2009 und Februar 2010) wird die paranoide 

Schizophrenie als Grunderkrankung beschrieben und differenzialdiagnostisch eine 

schizoaffektive Störung in Betracht gezogen (IV-act. 23). Die Behandler in der 

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Tagesklinik des Psychiatrie-Zentrums F.___ berichten am 2. September 2010 zu 

Handen der IV-Stelle, aufgrund der Diagnose Schizophrenie (aktuell vollständige 

Remission) sowie der langjährigen Cannabis-Problematik, der mittlerweile wiederholt 

auftretenden schweren Psychosen und der labilen Therapieverläufe (positive 

Tendenzen, bei zunehmender Konfrontation dann jeweils ausgeprägte psychische 

Einbrüche) sei die Prognose eher als ungünstig zu beurteilen (IV-act. 32-5). Dem 

Bericht der Psychiatrischen Klinik E.___ vom 7. Dezember 2011 (IV-act. 74) ist zu 

entnehmen, dass der Beschwerdeführer zwischen dem 22. August und dem 

30. September 2011 erneut wegen eines aufgetretenen verwirrt psychotischen 

Zustands stationär behandelt werden musste. Unter guter medikamentöser (Seroquel) 

Compliance und ohne Drogenkonsum wurde ärztlicherseits von einem (sich) 

stabilisierenden Zustand ausgegangen, aber auf keinen Fall von einer Heilung.

5.2 Der psychiatrische Gutachter stellt im Januar 2012 ebenfalls als Diagnose mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit jene einer paranoiden Schizophrenie. Ohne 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bezeichnet er psychische und 

Verhaltensstörungen durch Cannabinoide sowie ein Abhängigkeitssyndrom (IV-act. 

78-50).  Der Beschwerdeführer sei seit Juni 2010 abstinent, was aufgrund der 

Laboruntersuchungen in den Akten glaubhaft erscheine. Der Beschwerdeführer leide 

an einer paranoiden Schizophrenie, was aufgrund der Akten und der anamnestischen 

Angaben eindeutig und zweifelsfrei sei. Da der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der 

Untersuchungen (30. September 2011 und 27. Januar 2012) psychopathologisch 

unauffällig gewesen sei, sehe er die Schizophrenie aktuell als remittiert an (IV-

act. 78-55). Ob die paranoide Schizophrenie Folge des Cannabiskonsums sei 

respektive der Cannabiskonsum mit zur Auslösung der paranoiden Schizophrenie 

beigetragen habe oder aber, ob die Psychose als Ursache der Cannabisabhängigkeit 

zu sehen sei, könne nicht beantwortet werden; die Frage müsse offen bleiben (IV-

act. 78-59).

5.3 Mit dem Gutachter, dessen Beurteilung sich mit jenen der behandelnden Ärzte 

deckt, ist somit davon auszugehen, dass zwischen der Cannabisabhängigkeit des 

Beschwerdeführers und seiner Schizophrenie-Erkrankung jedenfalls ein Kausalzu­

sammenhang besteht. Deshalb ist grundsätzlich auf den gesamten, unter Mitberück­

sichtigung der Folgen der Suchtmittelabhängigkeit bestehenden Arbeits- bzw. 

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Erwerbsunfähigkeitsgrad abzustellen (vgl. die Entscheide des EVG vom 9. Juli 2002, 

I 257/01, und vom 8 August 2006, I 169/06). Anzufügen ist, dass der psychiatrische 

Gutachter die Einhaltung der Abstinenz als für dem Beschwerdeführer zumutbar hält.

6.

6.1 Was die erhobenen Befunde betrifft, besteht demnach in der medizinischen 

Aktenlage Übereinstimmung. Uneinheitlich ist hingegen die Einschätzung des daraus 

resultierenden Einflusses auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers und der 

zumutbaren Tätigkeiten.

6.2 Den Akten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer seit dem Abschluss 

seiner Ausbildung als Gärtner im Sommer 2008 keiner länger dauernden Erwerbsarbeit 

mehr nachgegangen ist. Die Stelle als Teamchef in einem Gartenbaubetrieb gab er 

wegen Überforderung, welcher ein Klinikaufenthalt folgte, bereits nach einem Monat 

wieder auf (IV-act. 15). Weitere Arbeitseinsätze zwischen 2009 und 2011 (IV-act. 63, 

78-36f., 78-17) wurden jeweils wegen Verschlechterung des Gesundheitszustandes 

abgebrochen. Zudem war der Beschwerdeführer seit September 2008 wiederholt 

hospitalisiert.

6.3 Die psychiatrische Klinik E.___ bescheinigte dem Beschwerdeführer bei dessen 

Austritt ab 12. Februar 2009 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Er habe sich aufgrund der 

Behandlung stabilisieren können. Der Beschwerdeführer verfüge über gute 

handwerkliche, gestalterische Ressourcen, jedoch auch die Tendenz zu einer passiv-

vermeidenden Problembewältigung, die bei der Unterstützung zur Alltagsbewältigung 

und zum beruflichen Wiedereinstieg berücksichtigt werden sollten (IV-act. 15). Gemäss 

Gesprächsprotokoll des RAD vom 31. März (unterzeichnet 8. April 2010) hielt Dr. med. 

J.___ vom Psychiatrie-Zentrum F.___ eine verwertbare Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers wegen seiner psychischen Instabilität für nicht gegeben, was der 

RAD-Arzt bestätigte (IV-act. 22). Die gleiche Einschätzung ist dem Bericht der 

Psychiatrischen Klinik E.___ vom 12. April 2010 (nach dem stationären Aufenthalt vom 

19. Dezember 2009 bis 6. Februar 2010) zu entnehmen (IV-act. 23). Im Bericht vom 

2. September 2010 an die IV-Stelle schätzten die Behandler vom Psychiatrie-Zentrum 

F.___ die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer behinderungsadaptierten 

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Tätigkeit auf 20-40%; seine Belastbarkeit sei stark schwankend, wechselnd zwischen 

übermässiger Belastung ohne ausreichende Wahrnehmung der Leistungsgrenzen und 

Erschöpfungszuständen, in der Auswirkung mit fehlender Kontinuität in der 

Arbeitsleistung (IV-act. 32-5f.). Am 26. Juli 2011 berichtete das Psychiatrie-Zentrum 

von einem seit sechs Monaten stabilen psychischen Zustandsbild beim 

Beschwerdeführer unter strikter Cannabisabstinenz und Verzicht auf begleitende 

Psychopharmakotherapie. Es habe inzwischen wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit 

(im bisherigen Beruf als Gärtner) erreicht werden können (IV-act. 63-1ff.). Ab 15. Juli 

2011 war der Beschwerdeführer allerdings wegen einer Hepatitis-A-Erkrankung erneut 

100% arbeitsunfähig (IV-act. 67). Nach einem weiteren stationären Aufenthalt in der 

Psychiatrischen Klinik E.___ vom 22. August bis 30. September 2011 attestierten die 

dort behandelnden Ärzte ihm bei Klinikaustritt wiederum eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit bis auf weiteres. Vermindertes Durchhaltevermögen, 

Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen würden seine Leistungsfähigkeit sehr 

beeinträchtigen (IV-act. 74).

6.4 Der psychiatrische Gutachter kommt in seiner Beurteilung zum Schluss, der Be­

schwerdeführer sei als Gärtner seit Lehrabschluss im Jahr 2008 zu 60% arbeitsfähig. In 

einer seinem Leiden ideal adaptierten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer zu 80% 

arbeitsfähig. Der Gutachter stützt sich dabei auf den von ihm anlässlich der beiden 

Untersuchungen am 30. September 2011 und 27. Januar 2012 erhobenen 

Psychostatus des Beschwerdeführers. Diesen beschreibt er als psychopathologisch 

unauffällig; die Schizophrenie sei aktuell wieder als remittiert anzusehen. Hinweise für 

das Vorliegen einer affektiven Erkrankung fänden sich keine. Die depressive Episode, 

welche aktenkundig sei, scheine einmalig gewesen zu sein; vom Vorliegen einer 

rezidivierenden depressiven Störung sei darum nicht auszugehen. Ferner gäbe es auch 

keine Hinweise auf eine neurotische Störung, eine Belastungs- oder somatoforme 

Störung oder eine Persönlichkeitsstörung (IV-act. 78-55f.).

6.5 Zwar mag es zutreffen, dass sich der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der 

psychiatrischen Untersuchung relativ stabil und symptomfrei präsentierte. Auf dem 

Hintergrund der wechselvollen Krankheitsentwicklung während der vorangegangenen 

Jahre hätte der Gutachter aber auch explizit zur Frage Stellung nehmen müssen, für 

wie stabil er den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers halte und welche 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

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Prognose er mittelfristig stellen würde. Ob die Arbeitsfähigkeitsschätzung unter 

Berücksichtigung dieser Aspekte gemacht wurde, erscheint fraglich. In diesem 

Zusammenhang rügt der Beschwerdeführer zu Recht, dass der Gutachter sich nicht 

mit den abweichenden Beurteilungen der behandelnden Ärzte und Psychotherapeuten 

zur Prognose und zur Arbeitsfähigkeit auseinandergesetzt habe. Dies wäre umso 

naheliegender gewesen, als der Beschwerdeführer noch unmittelbar bis zum ersten 

Untersuchungstermin (30. September 2011) in der psychiatrischen Klinik E.___ wegen 

eines erneuten akut psychotischen Zustands hospitalisiert gewesen war. Die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung des psychiatrischen Gutachters vermag unter den 

gegebenen Umständen nicht zu überzeugen. Allerdings erlaubt auch die übrige 

Aktenlage nicht, abschliessend über die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit des 

Beschwerdeführers zu befinden. Die Sache ist daher zur ergänzenden medizinischen 

Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Da zudem berufliche 

Massnahmen zur Prüfung anstehen, könnte es zielführend sein, die Leistungsfähigkeit 

des Beschwerdeführers im Rahmen der beruflichen Abklärung in einem mehrmonatigen 

praktischen Arbeitstraining zu testen. Das Einholen eines Gerichtsgutachtens ist bei 

den vorliegenden Voraussetzungen nicht angezeigt.

7.

Aufgrund der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. 

Die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese im Sinn der 

Erwägungen weitere Abklärungen vornehme und anschliessend über den Leistungs­

anspruch des Beschwerdeführers neu verfüge. Bei diesem Verfahrensausgang kann 

offen bleiben, ob – wie gerügt – die Beschwerdegegnerin das rechtliche Gehör des 

Beschwerdeführers verletzt hat.

8.

8.1 Das Beschwerdeverfahren in IV-Streitigkeiten ist kostenpflichtig. Eine Rückweisung 

zur weiteren Abklärung der Streitsache und anschliessender neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin stellt praxisgemäss aus prozessualer Sicht in Bezug auf die 

Kosten ein vollständiges Obsiegen dar (vgl. SVR 1995 IV Nr. 51 S. 143; ZAK 1987 

S. 266 E. 5a). Angesichts des Unterliegens der Beschwerdegegnerin sind ihr die 

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Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 

festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1  IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 

VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen. Das Gesuch des 

Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege ist damit hinfällig.

8.2 Der Beschwerdeführer hat bei diesem Ausgang des Verfahrens gegenüber der 

Beschwerdegegnerin Anspruch auf Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne 

Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98ff. 

VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand angemessen 

erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Streitsache zu ergänzenden 

Abklärungen im Sinn der Erwägungen und zu entsprechender neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.      Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3.      Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- zu bezahlen.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 03.11.2014
	Voraussetzungen für die Annahme einer invalidisierenden psychischen Gesundheitsschädigung. Massgeblichkeit der Drogensucht für die Invalidität. Würdigung eines medizinischen Gutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. November 2014, IV 2012/203).

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