# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 42e647fa-89c6-59b0-a43e-c100633a5026
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.05.2010 D-3327/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3327-2010_2010-05-18.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3327/2010
law/mam
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 8 .  M a i  2 0 1 0

Einzelrichter Walter Lang,
mit Zustimmung von Richter Bruno Huber;
Gerichtsschreiber Martin Maeder.

A._______, geboren (...),
Äthiopien,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 29. April 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3327/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer am 24. Dezember 2007 in der Schweiz um 
Asyl nachsuchte, ohne ein Dokument zu seiner Identifizierung vorzu-
legen,

dass er bei der Erhebung seiner Personalien angab, er besitze die eri-
treische Staatsangehörigkeit und sei das Einzelkind von aus der Ort-
schaft B._______ in Eritrea ((...) Kilometer (...) der Hauptstadt Asmara 
gelegen,  Anm. des  Gerichts)  stammenden  und  zur  Volksgruppe  der 
Tigrinya (auch D._______) gehörenden Eltern,

dass  er  selber  in  C._______  (Hauptstadt  der  äthiopischen  Provinz 
D._______, Anm. des Gerichts) geboren und sechs Monate später mit 
seinen Eltern nach Addis Abeba umgezogen sei, wo sein Vater seinen 
Lehrerberuf weiter habe ausüben können,

dass sie im Dezember 1998 aufgrund des eritreisch-äthiopischen Kon-
fliktes von den äthiopischen Behörden nach Eritea ausgewiesen wor-
den seien,

dass  sie  im  Rahmen  dieser  Deportation  von  den  eritreischen  Be-
hörden registriert worden seien,

dass sein Onkel väterlicherseits sie bei sich in E._______ (Stadt süd-
lich von Asmara, Anm. des Gerichts) aufgenommen habe,

dass zwei Tage später seine Mutter gestorben sei, worauf sein Vater 
den Verstand verloren habe,

dass er die Wohnung des Onkels kaum verlassen habe und sich nicht 
erinnere, wie die Gegend in E._______ ausgesehen habe,

dass ihn sein Onkel im Februar 1999 mit  der Erklärung nach Sudan 
gebracht habe, es sei besser, wenn er nicht mehr an seinen psychisch 
kranken Vater denke,

dass er in den folgenden acht Jahren unangemeldet und ohne Papiere 
in F._______ gelebt habe,

dass er aus Angst, bei einer der zahlreichen Razzien erwischt zu wer-
den, Sudan im Januar 2007 verlassen habe,

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dass er in Libyen festgenommen und für die Dauer von 11 Monaten 
inhaftiert worden sei,

dass er mit Hilfe von Schleppern von Tripolis nach Sizilien gelangt sei 
und von dort aus seine Reise mit dem Zug bis Como fortgesetzt habe, 
ehe er  – wiederum unter  Anleitung eines  Schleppers  –  zu  Fuss  die 
Grenze zur Schweiz überschritten habe,

dass er nicht in sein Heimatland Eritrea zurückkehren könne, weil er 
dieses illegal verlassen und überdies keinen Militärdienst geleistet ha-
be,

dass er  abgesehen davon auch wegen der dort  herrschenden politi-
schen  Schwierigkeiten  nicht  in  Eritrea  leben  könne,  auch  wenn  es 
während  seines  zweimonatigen  Aufenthalts  in  E._______  keinerlei 
Probleme in dieser Beziehung gegeben habe,

dass  er  seine eritreische  Staatsangehörigkeit  nicht  beweisen könne, 
weil seine Eltern nicht mehr da seien,

dass seine Eltern mit  ihm überhaupt  nicht  über ihre eritreische Her-
kunft gesprochen hätten,

dass das BFM mit verfahrensleitender Verfügung vom 18. August 2009 
den Beschwerdeführer unter Fristgewährung bis zum 28. August 2009 
zur Beantwortung ausgewählter Fragen im Zusammenhang mit dessen 
in Addis Abeba verbrachten Lebensabschnitt aufforderte,

dass  der  Beschwerdeführer  sich  dazu  mit  Eingabe  vom  27.  August 
2009 (Eingangsstempel BFM: 31. August 2009) äusserte,

dass das BFM mit schriftlicher Anfrage vom 16. Februar 2010 die Bot-
schaft der Schweiz in Addis Abeba mit der Überprüfung der Angaben 
des Beschwerdeführers zum Aufenthalt in Addis Abeba und zum Be-
sitz der eritreischen Staatsangehörigkeit ersuchte,

dass die Botschaft den entsprechenden Abklärungsbericht des von ihr 
beauftragten  Vertrauensanwalts,  datierend  vom  29. März  2010,  mit 
Begleitschreiben vom gleichen Tag an das BFM weiterleitete,

dass das BFM mit verfahrensleitender Verfügung vom 8. April 2010 die 
Botschaftsanfrage vom 16. Februar  2010 und den Abklärungsbericht 

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vom 29. März 2010 – unter Abdeckung als geheimhaltungswürdig er-
achteter  Stellen  –  dem  Beschwerdeführer  zur  Kenntnis  brachte  und 
ihm das Recht gewährte, dazu sowie zu dem in Betracht gezogenen 
Nichteintreten  auf  sein  Asylgesuch  auf  der  Grundlage  von  Art.  32 
Abs. 2 Bst. b des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) 
bis zum 20. April 2010 Stellung zu nehmen,

dass der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe vom 17. April  2010 um Er-
streckung der Frist  bis mindestens Ende Mai 2010 ersuchte und zur 
Begründung ausführte, er könne selber keine Stellungnahme in deut-
scher Sprache verfassen, wegen fehlender Mittel auch keinen Anwalt 
finanzieren und versuche ungeachtet  der Schwierigkeiten des Unter-
fangens in Eritrea Dokumente zum Beleg seiner Vorbringen erhältlich 
zu machen,

dass das BFM mit Verfügung vom 29. April 2010 – eröffnet am 3. Mai 
2010 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. b  AsylG  auf das Asyl-
gesuch vom 24. Dezember 2007 nicht eintrat, die Wegweisung aus der 
Schweiz verfügte und den Vollzug der Wegweisung anordnete,

dass der Beschwerdeführer mit einer handschriftlich ergänzten Formu-
larbeschwerde  vom 7. Mai  2010 beim Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerde erhob und  im Hauptpunkt beantragte, es sei die Verfügung 
des BFM vom 29. April 2010 aufzuheben und auf das Asylgesuch ein-
zutreten,

dass  er  weiter  beantragte,  es  sei  die  Flüchtlingseigenschaft  anzu-
erkennen und Asyl zu gewähren; es sei festzustellen, dass der Weg-
weisungsvollzug  unzulässig,  unzumutbar  und  unmöglich  sei,  und  es 
sei ihm die vorläufige Aufnahme zu gewähren,

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte, es sei ihm die un-
entgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung zu  gewähren 
und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten,

dass er zudem eventualiter um Wiederherstellung der aufschiebenden 
Wirkung der Beschwerde sowie im Weiteren um Anordnung einer vor-
sorglichen  Massnahme ersuchte,  mit  der  die  zuständigen  Behörden 
anzuweisen seien, die Kontaktaufnahme mit seinem Heimat- oder Her-
kunftsstaat  sowie jede Weitergabe von Daten an denselben bis zum 
Endentscheid über die Beschwerde zu unterlassen und er sei bei einer 

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eventuell bereits erfolgten Datenweitergabe an seinen Heimatstaat da-
rüber in einer separaten Verfügung zu informieren,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am 11.  Mai  2010  beim Bundesver-
waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
[VwVG,  SR  172.021] des  BFM  entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m. 
Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor dem BFM teilgenommen 
hat, durch die Verfügung vom 29. April 2010 besonders berührt ist und 
sich  auf  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  be-
ziehungsweise Änderung berufen kann (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 
VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  die  Beschwerde innert  der  gesetzlichen  Frist  von fünf  Arbeits-
tagen in gültiger Form eingereicht wurde (vgl. Art. 108 Abs. 2 AsylG 
und  Art.  105  AsylG  i.V.m. Art.  37  VGG und  Art. 52  Abs.  1  VwVG), 
weshalb auf diese – unter Vorbehalt der folgenden Erwägungen – ein-
zutreten ist,

dass  die  Verfügung  als  Anfechtungsgegenstand  in  der  Bundesver-
waltungsrechtspflege den äusseren Rahmen bildet, innerhalb welchem 
die  Parteien  der  Rechtsmittelinstanz  ein  Rechtsverhältnis  zur  Be-
urteilung unterbreiten können,

dass  der  durch  die  Parteibegehren definierte  Streitgegenstand nicht 
über  den  Anfechtungsgegenstand  hinaus  reichen  darf,  Gegenstand 
des  Beschwerdeverfahrens  somit  grundsätzlich  nur  sein  kann,  was 
Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens war oder nach richtiger 
Gesetzesauslegung  hätte  sein  sollen  (vgl.  ANDRÉ MOSER,  in:  Auer/ 
Müller/Schindler (Hrsg.), Kommentar zum Bundesgesetz über das Ver-
waltungsverfahren  (VwVG),  Zürich  2008,  Rz. 3 zu  Art. 52,  CHRISTOPH 

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AUER, Streitgegenstand und Rügeprinzip im Spannungsfeld der verwal-
tungsrechtlichen  Prozessmaximen,  Bern  1997,  S.  63;  ALFRED KÖLZ/ 
ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des 
Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 149),

dass die angefochtene Verfügung vom 29. April 2010 keine Regelung 
betreffend Flüchtlingseigenschaft und Gewährung von Asyl enthält,

dass  mit  dem  Begehren,  es  sei  die  Flüchtlingseigenschaft  anzu-
erkennen und Asyl zu gewähren, der Streitgegenstand in unzulässiger 
Weise  über  den  in  der  angefochtenen  Verfügung  geregelten  An-
fechtungsgegenstand hinaus  erweitert  wird  (vgl.  AUER,  a.a.O.,  S. 63; 
BGE 110 V 51 E. 3c), weshalb auf dieses Begehren nicht einzutreten 
ist, 

dass die Beschwerde von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung hat 
(Art. 55  Abs.  1  VwVG)  und  diese  vom  BFM  nicht  entzogen  wurde 
(Art. 55 Abs. 2 VwVG), weshalb mangels Rechtsschutzinteresses auf 
den  Eventualantrag,  es  sei  die  aufschiebende  Wirkung  der  Be-
schwerde wiederherzustellen, nicht einzutreten ist, 

dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  ent-
schieden  wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie 
nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Be-
schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 
AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass das BFF den vorliegend angefochtenen Nichteintretensentscheid 
auf der Grundlage von Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG getroffen hat,

dass  gemäss  dieser  Bestimmung auf  Asylgesuche  nicht  eingetreten 
wird,  wenn Asylsuchende die  Behörden über  ihre  Identität  täuschen 
und diese Täuschung aufgrund der Ergebnisse der erkennungsdienst-
lichen Behandlung oder anderer Beweismittel feststeht,

dass der Begriff der Identität im asylrechtlichen Sinn in Art. 1a Bst. a 
der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen 

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(AsylV 1,  SR  142.311)  definiert  ist  und  unter  anderem  „Staats-
angehörigkeiten“ umfasst,

dass es sich beim Abklärungsbericht des von der Botschaft in Addis 
Abeba  beauftragten  Vertrauensanwalts  ("avocat  conseil",  vgl. 
act. A25/4)  um eine Auskunft  einer  Drittperson im Sinne von Art. 12 
Bst. c VwVG handelt (vgl. auch Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2003  Nr.  14  E. 6 
und 7),

dass nach dem Wortlaut des – in englischer Sprache verfassten –  Ab-
klärungsberichts vom 29. März 2010 unter Anwendung verschiedener 
Mittel der Untersuchung ("Using different means of investigation") vom 
Vertrauensanwalt festgestellt wurde, dass der Vater des Beschwerde-
führers in der von diesem angegebenen Keftegna, jedoch in einem an-
deren Kebele und unter einer anderen Hausnummer registriert wurde,

dass  im  Abklärungsbericht  vom  29.  März  2010  weiter  festgehalten 
wird, der Beschwerdeführer besitze die äthiopische Staatsangehörig-
keit, weil beide Elternteile – die Mutter gemäss der Kartei des Kebele 
freilich unter einem anderen Namen als dem von ihm genannten – als 
Tigrinya sprechende Äthiopier registriert seien,

dass  das  BFM  gestützt  auf  diese  Abklärungsergebnisse  zur  Ein-
schätzung  gelangte,  der  Beschwerdeführer  sei  äthiopischer  Staats-
angehöriger  und  habe  mit  seiner  Behauptung,  er  besitze  die  eri-
treische Staatsangehörigkeit, über seine Identität getäuscht,

dass der Beschwerdeführer hauptsächlich einwendet, das Abklärungs-
ergebnis sei fehlerhaft, weil die in einem anderen Kebele ausfindig ge-
machte Person nicht sein Vater sei,  zumal die Person sich leicht an-
ders  schreibe,  deren Ehefrau einen anderen Namen trage als  seine 
Mutter  und  im  Übrigen  viele  Menschen  mit  dem besagten  Vor-  und 
Nachnamen existierten,

dass diese Argumentation nicht geeignet ist, Zweifel an der Richtigkeit 
des Abklärungsergebnisses aufkommen zu lassen,

dass die Einwände auf eine Unterstellung in dem Sinne hinauslaufen, 
dass der mit den Abklärungen betraute Vertrauensanwalt ohne zusätz-
liche Verifizierungen eine Person für den Vater des Beschwerdeführers 

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gehalten haben soll, nur weil diese in derselben Keftegna unter einem 
(weitgehend) identischen Namen registriert war,

dass sich aus den Akten jedoch keinerlei Hinweise finden, die auf ein 
dergestalt  unsorgfältiges  Vorgehen  des  Vertrauensanwalt  hindeuten 
würden,

dass  der  Beschwerdeführer  im  Übrigen  ohne  nähere  Erklärung  die 
Richtigkeit  seiner  Angaben  beteuert,  obschon der  Abklärungsbericht 
vom 29. März 2010 nicht anders interpretiert werden kann, als dass an 
der von ihm bezeichneten Wohnadresse im fraglichen Zeitraum (An-
fang 1988 bis Ende 1998, vgl. act. A1/9 S. 1) eben keine Personen mit 
seinem Namen registriert waren,

dass dem Abklärungsbericht vom 29. März 2010 mangels Hinweisen 
auf fehlende Objektivität oder ungenügende Sorgfalt seitens des Ver-
trauensanwalts erhöhter Beweiswert zu bescheinigen ist, zumal dieser 
auch keinerlei  inhaltliche Unklarheiten oder gar Ungereimtheiten auf-
weist,

dass  der  Beschwerdeführer  zudem bezeichnenderweise  nicht  in  der 
Lage war,  auch nur  einigermassen substanzielle  Angaben zu Erleb-
nissen  während  seines  zweimonatigen  Aufenthalts  in  Eritrea  als 
11-jähriger Knabe zu machen (vgl. act. A6/15 S. 4),

dass er einerseits erklärte, er sei in seinem Leben überhaupt nie regi-
striert worden (vgl. act. A6/15 S. 9), im Widerspruch dazu andererseits 
ausführte,  die  eritreischen  Behörden  hätten  sie  bei  der  Deportation 
aus  Äthiopien  registriert,  indem  sie  ihre  Personalien  aufgenommen 
hätten (vgl. act. A6/15 S. 11),

dass seine Version, wonach seine Eltern überhaupt nie mit  ihm über 
ihren  Heimatstaat  Eritrea  gesprochen  hätten  (vgl.  act.  A6/15  S.  6), 
wenig realistisch anmutet,

dass  sodann  das  BFM  im  konkreten  Fall  vor  Erlass  des  Nichtein-
tretensentscheides  mit  seiner  verfahrensleitenden  Verfügung  vom 
8. April 2010 dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör im erforder-
lichen Mass gewährt hat (vgl. Art. 36 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 36 Abs. 2 
AsylG),

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dass es abgesehen davon am 29. Januar 2008 mit dem Beschwerde-
führer  eine  Anhörung  nach  Art.  29  und  Art.  30  AsylG  durchgeführt 
hatte,

dass  dem  Gesagten  zufolge  aufgrund  des  Abklärungsberichts  vom 
29. März 2010 und den Auskünften des Beschwerdeführers in den Be-
fragungen (Art. 12 Bst. b VwVG i.V.m. Art. 37 VGG) keine vernünftigen 
Zweifel  daran bestehen,  dass der Beschwerdeführer – nicht  wie be-
hauptet – die eritreische, sondern die äthiopische Staatsangehörigkeit 
besitzt,

dass  das  BFM  zu  Recht  von  einer  mit  genügender  Sicherheit  fest-
stehenden  Identitätstäuschung  (vgl.  EMARK  2003  Nr.  27  E.  4a 
S. 177 f., EMARK 1999 Nr. 19 E. 3d S. 125 f.) durch Angabe einer tat-
sachenwidrigen Staatsangehörigkeit ausging,

dass das BFM demnach zu Recht gestützt auf  Art. 32 Abs. 2 Bst. b 
AsylG auf  das  Asylgesuch des Beschwerdeführers  nicht  eingetreten 
ist,

dass  gemäss  Art. 44  Abs. 1  AsylG  das  Nichteintreten  auf  ein  Asyl-
gesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat, 
der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder 
Niederlassungsbewilligung ist  (Art. 32  Bst. a  AsylV 1)  und sich  auch 
nicht auf einen grundsätzlichen Anspruch auf Erteilung einer Aufent-
haltsbewilligung berufen kann (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die 
verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 
steht,

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG),

dass diese Kriterien grundsätzlich von Amtes wegen zu prüfen sind, 
die entsprechende behördliche Untersuchungspflicht jedoch nach Treu 
und Glauben ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht der beschwerde-
führenden Person findet (Art. 8 AsylG), die im Übrigen auch die Sub-
stanziierungslast  trägt  (Art. 7  AsylG),  und  es  nicht  Sache  der  Asyl-
behörden sein kann, nach allfälligen Wegweisungshindernissen zu for-
schen,

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dass der  Beschwerdeführer deshalb die  Folgen seiner  mangelhaften 
Mitwirkung  respektive  Verheimlichung  seiner  tatsächlichen  Staats-
angehörigkeit,  seiner familiären Verhältnisse in Addis Abeba und der 
dort  verbrachten  Lebensperiode  zu  tragen  hat,  indem  vermutungs-
weise davon auszugehen ist, es würden einer Wegweisung in den tat-
sächlichen Heimatstaat Äthiopien keine landes- oder völkerrechtlichen 
Vollzugshindernisse im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 
Abs. 2-4  AuG  entgegenstehen  (vgl.  EMARK  2005  Nr.  1  E.  3.2.2. 
S. 4 f.),

dass das BFM gemäss Aktenlage bisher keine Daten an die heimat-
lichen  Behörden  weitergeleitet  hat,  weshalb  der  Eventualantrag,  der 
Beschwerdeführer sei darüber in einer separaten Verfügung zu infor-
mieren, abzuweisen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, soweit auf diese einzutreten ist, 

dass der Antrag auf Anordnung vorsorglicher Massnahmen durch das 
Bundesverwaltungsgericht - solche können nur für die Dauer des Be-
schwerdeverfahrens Wirkung entfalten – und das Gesuch um Verzicht 
auf die Erhebung eines Kostenvorschusses aufgrund des direkten Ent-
scheids in der Hauptsache gegenstandslos geworden sind,

dass die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 
und Rechtsverbeiständung gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG – un-
abhängig von der Frage der prozessualen Bedürftigkeit – zufolge Aus-
sichtslosigkeit der Beschwerde abzuweisen sind,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art.  63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird.

2.
Der Antrag, der Beschwerdeführer sei über vom  BFM an die heimat-
lichen Behörden weitergeleitete Daten in einer separaten Verfügung zu 
informieren, wird abgewiesen.

3.
Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und 
Rechtsverbeiständung werden abgewiesen.

4.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen nach Versand des Urteils 
zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt, mit den Akten Ref.-Nr. N (...)

(per Kurier; in Kopie)
- die zuständige kantonale Behörde

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Lang Martin Maeder

Versand: 

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