# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 45318363-59b3-5b50-99b1-76a8992b4472
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-01-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 16.01.2014 200 2013 384
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-384_2014-01-16.pdf

## Full Text

200 13 384 IV
STC/PRN/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 16. Januar 2014

Verwaltungsrichterin Stirnimann, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 9. April 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Jan. 2014, IV/13/384, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1983 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich am 31. März 2008 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung 
an. Als Art der Behinderung gab er Schlafstörungen, Angst- und Panikatta-
cken an (Akten der IVB [act. II] 1). In der Folge holte die IVB diverse medi-
zinische und erwerbliche Unterlagen - insbesondere ein Gutachten von Dr. 
med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 
30. Oktober 2008 (act. II 24) - ein. Mit Verfügung vom 18. Februar 2009 
gewährte die IVB eine halbe Invalidenrente rückwirkend ab 1. März 2007 
(act. II 28).

B.

Im Rahmen einer Revision von Amtes wegen gab der Versicherte im De-
zember 2010 an, dass sich sein Gesundheitszustand nicht verändert habe 
(act. II 58). Daraufhin veranlasste die IVB unter anderem ein Gutachten von 
Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 
vom 27. November 2012 (act. II 79.1; vgl. auch act. II 77). Mit Vorbescheid 
vom 7. Januar 2013 stellte die IVB die Aufhebung der Invalidenrente in 
Aussicht (act. II 80). Hiergegen erhob der Versicherte am 7. Februar 2013 
Einwand (act. II 87). Nach Einholung einer Stellungnahme von Dr. med. 
E.________ vom 8. März 2013 (act. II 93) hielt die IVB mit Verfügung vom 
9. April 2013 an der Rentenaufhebung fest. Einer allfälligen Beschwerde 
gegen diese Verfügung wurde die aufschiebende Wirkung entzogen (act. II 
95).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Jan. 2014, IV/13/384, Seite 3

C.

Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch B.________ mit Eingabe 
vom 10. Mai 2013 beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Beschwerde 
und stellte folgende Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 9. April 2013 sei aufzuhe-
ben.

2. Es sei dem Beschwerdeführer weiterhin eine halbe Invalidenrente auszu-
richten.

3. Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung zu bewil-
ligen und er sei von allfälligen Vorschuss- und Sicherheitsleistungen zu 
befreien. Zudem sei ihm die unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch 
den Unterzeichnenden zu gewähren.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegne-
rin.

Zur Begründung liess er im Wesentlichen vorbringen, dass auf das Gutach-
ten von Dr. med. E.________ nicht abgestellt werden könne. Es bestehe 
keine Verbesserung der gesundheitlichen Situation bzw. kein Revisions-
grund. 

Mit Eingabe vom 11. Juni 2013 verzichtete die IVB auf eine umfassende 
Stellungnahme im Rahmen einer Beschwerdeantwort und beantragte unter 
Verweis auf die Ausführungen in der angefochtenen Verfügung sowie auf 
das Gutachten von Dr. med. E.________ vom 27. November 2012 und 
dessen Stellungnahme vom 8. März 2013 die Abweisung der Beschwerde.

Mit Schreiben vom 24. Juni 2013 teilte der Rechtsvertreter des Beschwer-
deführers dem Verwaltungsgericht mit, dass Letzterer seit dem 28. Mai 
2013 stationär in der F.________ hospitalisiert sei.

Am 14. Oktober 2013 reichte die IVB auf Aufforderung der Instruktionsrich-
terin einen Bericht der F.________ vom 19. August 2013, eine Stellung-
nahme von Dr. med. E.________ vom 20. September 2013 und eine Stel-
lungnahme von Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), vom 4. Oktober 2013 zu 
den Akten und hielt an ihrem Antrag fest.

In der Stellungnahme vom 15. November 2013 hielt der Beschwerdeführer 
an seinen Anträgen fest.

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Am 13. Dezember 2013 reichte die Beschwerdegegnerin weitere Unterla-
gen zu den Akten.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IVB vom 9. April 2013 (act. II 95). 
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf die 
Ausrichtung einer halben Rente zu Recht aufgehoben hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). In Streitigkei-
ten, die weder von grundsätzlicher Bedeutung noch von grosser Tragweite 
sind, können sie auf dem Zirkulationsweg auch Mehrheitsbeschlüsse fas-
sen (Art. 56 Abs. 5 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2007 IV Nr. 47 S. 154 E. 2.4).

Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht klar vom 
medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können solche äus-
seren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen im Sinne des 
Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invaliditätsbegriff selber 
klar zwischen der versicherten Person als Trägerin des (invalidisierenden) 
Gesundheitsschadens und der durch ihn verursachten Erwerbsunfähigkeit 
unterscheidet. Infolgedessen können psychische Störungen, welche durch 
soziale Umstände verursacht werden und bei Wegfall der Belastung wieder 
verschwinden, nicht zur Invalidenrente berechtigen. Zwar kann einer fach-
gerecht diagnostizierten psychischen Krankheit der invalidisierende Cha-
rakter nicht mit dem blossen Hinweis auf eine bestehende psychosoziale 
Belastungssituation abgesprochen werden. Je stärker aber psychosoziale 

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und soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund treten und 
das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine 
fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden 
sein (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 3.2). Nur 
wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren einen derart 
verselbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder seine – 
unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen 
verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken 
(SVR 2010 IV Nr. 19 S. 59 E. 5.2). In diesem Sinn werden Wechselwirkun-
gen zwischen sich körperlich und psychisch manifestierenden Störungen 
und der sozialen Umwelt berücksichtigt, wenn auch bedeutend weniger 
stark als nach dem in der Medizin verbreiteten bio-psycho-sozialen Krank-
heitsmodell (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 204 E. 4.2).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.5 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

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2.5.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 134 V 131 E. 3 S. 132). Die 
Invalidenrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung 
des Gesundheitszustandes revidierbar, sondern auch dann, wenn sich die 
erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im 
üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu-
standes erheblich verändert haben; zudem kann auch eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs einen Revisionsgrund darstellen (BGE 130 V 343 E. 3.5 
S. 349, 117 V 198 E. 3b S. 199; AHI 1997 S. 288 E. 2b).

2.5.2 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 IV 
Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

2.5.3 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369, SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).

3. Im vorliegenden Fall ist der Sachverhalt im Zeitpunkt der angefoch-
tenen Verfügung vom 9. April 2013 (act. II 95) mit demjenigen im Zeitpunkt 
der rentenzusprechenden Verfügung vom 18. Februar 2009 (act. II 28) zu 
vergleichen (vgl. E. 2.5.3 hiervor).

3.1 Der Verfügung vom 18. Februar 2009 lag im Wesentlichen das Gut-
achten von Dr. med. D.________ vom 30. Oktober 2008 (act. II 24) zu-
grunde. Dieser diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 
sonstige gemischte Angststörung (ICD-10: F41.3) im Sinne einer neuroti-
schen Angst mit Panikattacken, Hyperventilation und weiteren vegetativen 
Symptomen bei einer massiven Autoritätsproblematik und akzentuierten 
Persönlichkeitszügen im Sinne einer ängstlich-depressiv vermeidenden, 
gekränkt-narzisstischen und einer abhängigen Persönlichkeit (ICD-10: 

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Z73). Bei der neurotischen Entwicklung bzw. der Entwicklung der Persön-
lichkeit spiele der Migrationshintergrund (ICD-10: F60.3) des Beschwerde-
führers eine grosse Rolle (act. II 24, S. 7). Der Beschwerdeführer sei in 
seiner bisherigen Tätigkeit zu 50% arbeits- und leistungsfähig (act. II 24, 
S. 8). Eine angepasste Tätigkeit sei zu 50% zumutbar. Dabei bestehe 
wahrscheinlich eine verminderte Leistungsfähigkeit; das Ausmass sei ab-
hängig von den konkreten Arbeitsbedingungen (act. II 24, S. 9).

3.2 Bezüglich der Situation im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen 
Verfügung vom 9. April 2013 (act. II 95) lassen sich den Akten in medizini-
scher Hinsicht im Wesentlichen die folgenden Angaben entnehmen:

3.2.1 Dr. med. E.________ diagnostizierte im Gutachten vom 27. No-
vember 2012 akzentuierte Persönlichkeitszüge mit abhängigen, vermei-
denden, selbstunsicheren und ängstlichen Anteilen (ICD-10: Z73.1) und 
einen Mi-grationshintergrund (ICD-10: Z60.3; AB 79.1, S. 6). Die bisherige 
wie auch eine angepasste Tätigkeit seien zu 75% zumutbar (act. II 79.1, 
S. 8 f.).

3.2.2 Im Bericht vom 24. Januar 2013 diagnostizierte Dr. med. 
H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, eine 
Angststörung mit Panikattacken (ICD-10: F41.3), akzentuierte Persönlich-
keitszüge bei selbstunsicherer, grüblerischer, abhängiger, zu depressiven 
Reaktionen neigender Persönlichkeit mit geringer Stresstoleranz (ICD-10: 
Z73) und einen Migrationshintergrund (ICD-10: Z60.3; act. II 87, S. 3). Er 
attestierte eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 40% bis 50% (act. II 87, 
S. 5).

3.2.3 In der Stellungnahme vom 8. März 2013 hielt Dr. med. E.________ 
an seinen Ausführungen im Gutachten vom 27. November 2012 (vgl. 
E. 3.2.1 hiervor) fest (act. II 93, S. 4).

3.2.4 Vom 28. Mai bis am 16. August 2013 war der Beschwerdeführer 
nach Zuweisung durch den behandelnden Psychiater in der F.________ 
hospitalisiert. 

Im ärztlichen Einweisungszeugnis vom 14. Mai 2013 diagnostizierte 
Dr. med. H.________ eine depressive Störung mittleren bis schweren Gra-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Jan. 2014, IV/13/384, Seite 9

des bei Angststörung mit Panikattacken bei psychosozialer Belastungssi-
tuation (Streichung der IV-Rente, drohender Arbeitsplatzverlust, Geburt des 
zweiten Kindes), akzentuierte Persönlichkeitszüge bei selbstunsicherer, 
grüblerischer, abhängiger, zu depressiven Reaktionen neigender Persön-
lichkeit mit geringer Stresstoleranz sowie einen Migrationshintergrund (Be-
schwerdebeilage [act. I] 12). Gleichentags attestierte er eine Arbeitsun-
fähigkeit von 100% seit dem 13. Mai 2013 bis auf weiteres (Akten der IVB 
[act. IIB] 1).

Im Austrittsbericht vom 19. August 2013 diagnostizierten die Ärzte mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine depressive Episode, gegenwärtig 
mittelgradig (ICD-10: F32.1), und eine Panikstörung (ICD-10: F41.0). Sie 
attestierten dem Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit eine 
100%-ige Arbeitsunfähigkeit vom 28. Mai 2013 bis auf weiteres. Mit einer 
Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit auf dem freien Markt könne zum 
aktuellen Zeitpunkt nicht gerechnet werden (in den Gerichtsakten).

3.2.5 In der Stellungnahme vom 18. September 2013 führte Dr. med. 
E.________ aus, dass weder durch das Einweisungsschreiben von Dr. 
med. H.________ noch durch den Austrittsbericht der F.________ auf eine 
Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden könne, welche höher als 25% liege. 
Er hielt vollumfänglich an seiner Beurteilung im Gutachten vom 27. No-
vember 2012 (vgl. E. 3.2.1 hiervor) fest (in den Gerichtsakten).

3.2.6 Der RAD-Arzt Dr. med. G.________ schloss sich in der Stellung-
nahme vom 4. Oktober 2013 der Beurteilung von Dr. med. E.________ an. 
Die angegebenen Gesundheitsstörungen seien aus der psychosozialen 
Lebenssituation des Beschwerdeführers entstanden und könnten sich bei 
entsprechender Änderung der äusseren Bedingungen vollständig zurück-
bilden (in den Gerichtsakten).

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Jan. 2014, IV/13/384, Seite 10

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.4 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
vom 9. April 2013 (act. II 95) massgeblich auf das Gutachten von Dr. med. 
E.________ vom 27. November 2012 (act. II 79.1) und auf dessen Stel-
lungnahme vom 8. März 2013 (act. II 93) abgestützt. Es ist jedoch festzu-
stellen, dass das erwähnte Gutachten die von der höchstrichterlichen 
Rechtsprechung an ärztliche Berichte gestellten Anforderungen nicht hin-
reichend erfüllt (vgl. E. 3.3 hiervor). Zwar stellt Dr. med. E.________ fest, 
dass die Angststörung heute nicht mehr bedeutend sei bzw. sich der Ge-
sundheitszustand des Beschwerdeführers insoweit verbessert habe (Ar-
beitsfähigkeit von 75%); dabei geht er jedoch nicht von medizinischen, 
sondern ausschliesslich von invalidenversicherungs-fremden Veränderun-
gen aus. In diesem Zusammenhang äussert er den Verdacht, dass der 
Beschwerdeführer nicht voll arbeite, um intensiv in der Freizeit leben zu 
können (act. II 79.1, S. 7 und 10). Diese Vermutung wird vom Gutachter 
jedoch nicht näher begründet. Diesbezüglich fällt zudem auf, dass der Gut-
achter private und berufliche Verhältnisse des Beschwerdeführers schildert, 
welche gestützt auf die Akten als unvollständig und widersprüchlich be-
trachtet werden müssen. Der Umstand allein, dass der Beschwerdeführer 
in der Zwischenzeit Vater von zwei Kindern ist, vermag ein funktionieren-
des bzw. stabilisiertes Privatleben nicht ohne weiteres zu begründen. Der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Jan. 2014, IV/13/384, Seite 11

Beschwerdeführer macht diesbezüglich denn auch Konfliktsituationen zwi-
schen ihm und seiner Ehefrau sowie deren Eltern geltend (vgl. act. II 87, S. 
4 f. sowie Beschwerde, S. 6 f.). Des Weiteren erscheint es gestützt auf die 
Akten fraglich, ob der Beschwerdeführer in seiner Freizeit tatsächlich bei-
nahe professionell I.________ spielt (act. II 79.1, S. 5, 7). Immerhin gab er 
bereits anlässlich der Untersuchung bei Dr. med. D.________ im Jahr 2008 
an, früher I.________ gespielt zu haben (act. II 24, S. 3). Auch die Aussa-
ge, wonach der Beschwerdeführer angeblich ein Fitnesstraining absolviere 
(act. II 79.1, S. 7), ist nicht nachvollziehbar bzw. widersprüchlich, führte 
doch Dr. med. H.________ im Bericht vom 24. Januar 2013 aus, der Be-
schwerdeführer habe mit dem Krafttraining bereits vor Jahren aufgehört, da 
es ihn zu stark „aufgedreht“ habe (act. II 87, S. 4). So sind denn auch der 
Anamnese bzw. den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers anläss-
lich der Begutachtung am 8. November 2012 gegenüber Dr. med. 
E.________ keine Angaben betreffend die Ausübung eines Kraft- bzw. Fit-
nesstrainings zu entnehmen (act. II 79.1, S. 3 ff.). In der Stellungnahme 
vom 8. März 2013 führte der Gutachter sodann selber aus, dass im Gut-
achten geschrieben stehe, dass der Beschwerdeführer Krafttraining machte 
(act. II 93, S. 2). Wie Dr. med. E.________ darauf kommt, dass der Be-
schwerdeführer in der Lage sei, eine Anstellung als J.________ zu bewälti-
gen, ist weder der Anamnese bzw. den subjektiven Angaben im entspre-
chenden Gutachten zu entnehmen noch näher begründet. Schliesslich wi-
derspricht die Einschätzung von Dr. med. E.________ auch dem Bericht 
der F.________ vom 19. August 2013. So stellten die Ärzte anlässlich der 
stationären Behandlung vom 25. Mai bis 16. August 2013 beim Beschwer-
deführer ein depressives Zustandsbild bzw. eine chronische depressive 
Erkrankung sowie eine Panikstörung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit fest. Dr. med. E.________ verneinte eine relevante Depressivität sowie 
auch das Vorliegen einer eigenständigen Angststörung, da die Ängste nicht 
mehr längere Zeit ausgeprägt seien (act. II 79.1, S. 7).

Auf die Einschätzungen des Dr. med. H.________ kann ebenfalls nicht 
abgestellt werden. Im Bericht vom 24. Januar 2013 führte er in der Begrün-
dung zur attestierten Arbeitsfähigkeit von 40% bis 50% zumindest teilweise 
psychosoziale Faktoren (Rentenentscheid) an (act. II 87, S. 3 ff.). Im Ein-
weisungsschreiben vom 14. Mai 2013 - gleichentags attestierte er eine 

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100%-ige Arbeitsunfähigkeit vom 13. Mai 2013 bis auf weiteres (act. IIB 1) - 
wurde der schlechte Zustand des Beschwerdeführers ausschliesslich mit 
psychosozialen Problemen begründet bzw. sogar in der Diagnose aufge-
führt. Dabei äusserte sich Dr. med. H.________ auch zu den Auswirkungen 
auf das familiäre System bzw. Umfeld des Beschwerdeführers (act. I 12). 
Dies ist jedoch vorliegend nicht relevant. Ferner führte der Psychiater in der 
Stellungnahme vom 4. November 2013 selber aus, dass die massive Ver-
schlechterung im Vorfeld der Hospitalisation in der F.________ unter ande-
rem eine Reaktion auf die Streichung der Invalidenrente gewesen sei (vgl. 
act. I 13, S. 1 Rückseite). Psychosoziale Probleme sind jedoch - entgegen 
der Auffassung des Beschwerdeführers sowie des behandelnden Psychia-
ters - invalidenversicherungs-rechtlich nicht massgebend bzw. nicht invali-
disierend (vgl. E. 2.2 hiervor).

Der Austrittsbericht der F.________ vom 19. August 2013 - wonach es in 
den Wochen vor dem Eintritt Ende Mai 2013 zu einer Verschlechterung des 
Gesundheitszustandes gekommen sei - erging nach Erlass der angefoch-
tenen Verfügung vom 9. April 2013 (act. II 95), weshalb er grundsätzlich 
nicht mehr zu berücksichtigen ist (vgl. BGE 130 V 138 E. 2.1 S. 140, SVR 
2008 IV Nr. 8 S. 25 E. 3.4). Es ist jedoch anzumerken, dass der erwähnte 
Bericht ohnehin nicht schlüssig ist. So wurde in der Anamnese ausgeführt, 
dass der Beschwerdeführer durch den behandelnden Psychiater aufgrund 
einer mittelgradigen depressiven Episode zur stationären Hospitalisation 
zugewiesen worden sei. Weiter führten die Ärzte der F.________ jedoch 
auch aus, dass sich im Verlauf der Hospitalisation eine Besserung der de-
pressiven Symptomatik gezeigt habe. Trotzdem wurde im Bericht vom 
19. August 2013 immer noch von einer depressiven Episode, gegenwärtig 
mittelgradig (ICD-10: F32.1), ausgegangen, was widersprüchlich ist. Unter 
diesen Voraussetzungen ist denn auch die attestierte 100%-ige Arbeitsun-
fähigkeit nicht nachvollziehbar. 

Schliesslich bringen auch die Ausführungen von Dr. med. G.________ vom 
4. Oktober 2013 keine Klarheit. Der RAD-Arzt hat den Beschwerdeführer 
nicht selber untersucht und stützt sich vorwiegend auf die Ausführungen 
von Dr. med. E.________, welche - wie bereits ausgeführt - nicht überzeu-
gen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Jan. 2014, IV/13/384, Seite 13

3.5 Damit ist der medizinische Sachverhalt ungenügend abgeklärt, denn 
es kann gestützt auf die vorliegenden Akten nicht zuverlässig entschieden 
werden, ob eine Veränderung des Gesundheitszustandes bzw. ein Revisi-
onsgrund gegeben ist (vgl. E. 2.5.1 hiervor). Die Sache ist deshalb an die 
Verwaltung zurückzuweisen (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264), damit die-
se eine psychiatrische Begutachtung neu bei einer/einem noch nicht mit 
der vorliegenden Sache befassten Gutachterin bzw. Gutachter in Auftrag 
gibt. Dabei ist explizit die Frage nach dem Vorliegen eines invalidenversi-
cherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschadens zu beantworten und 
bei einer allfälligen Bejahung der entsprechende Verlauf aufzuzeigen. An-
schliessend ist über den weiteren Rentenanspruch im laufenden Revisi-
onsverfahren neu zu verfügen.

3.6 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen und die an-
gefochtene Verfügung vom 9. April 2013 aufzuheben. Die Akten sind zu 
weiteren medizinischen Abklärungen im Sinne der Erwägungen an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen. Im Anschluss hat die Beschwerdegeg-
nerin eine neue Verfügung zu erlassen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4).

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt 
es unter dem Gesichtspunkt des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine 
Parteientschädigung im Streit um eine Sozialversicherungsleistung bereits 
als Obsiegen, wenn die versicherte Person ihre Rechtsstellung im Ver-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Jan. 2014, IV/13/384, Seite 14

gleich zu derjenigen nach Abschluss des Administrativverfahrens insoweit 
verbessert, als sie die Aufhebung einer ablehnenden Verfügung und die 
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu ergänzender Abklärung und 
neuer Beurteilung erreicht (BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61).

Mit angemessener Kostennote vom 25. November 2013 hat Fürsprecher 
C.________ ein Honorar von Fr. 1‘717.50 sowie Auslagen von Fr. 153.-- 
und die Mehrwertsteuer von Fr. 149.65 geltend gemacht. Der gesamte Par-
teikostenersatz wird somit auf Fr. 2‘020.15 (inkl. Auslagen und Mehrwert-
steuer) festgesetzt.

4.3 Bei diesem Verfahrensausgang ist das Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege als erledigt vom Geschäftsverzeichnis abzuschreiben (Art. 39 
Abs. 1 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der IV-Stelle Bern 
vom 9. April 2013 aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegeg-
nerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornahme der Abklärungen im 
Sinne der Erwägungen neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2‘020.15 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird als erledigt vom Ge-
schäftsverzeichnis abgeschrieben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Jan. 2014, IV/13/384, Seite 15

5. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers (samt eingereichten Akten)
- IV-Stelle Bern (samt eingereichten Akten)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Hinweis: Im Falle einer Anfechtung dieses Entscheides sind die Akten dem 
Bundesgericht zuzustellen.

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.