# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eeceb049-203a-52b6-b508-98d4265cf902
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-09-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.09.2019 D-4204/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4204-2019_2019-09-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4204/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  S e p t e m b e r  2 0 1 9  

Besetzung  Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger (Vorsitz), 

Richter Markus König, Richter Hans Schürch, 

Gerichtsschreiber Stefan Weber. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (...), 

Sri Lanka,   

vertreten durch MLaw Cora Dubach, 

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (verkürzte Beschwerdefrist); 

Verfügung des SEM vom 9. August 2019. 

 

 

 

D-4204/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin reichte am 28. Mai 2019 in der Schweiz ein 

Asylgesuch ein. Sie wurde in der Folge ins Bundesasylzentrum (BAZ) 

B._______ überwiesen. 

A.b Nach der Personalienaufnahme (PA) am 4. Juni 2019 wurde sie vom 

SEM am 26. Juni 2019 (Erstbefragung) sowie am 2. August 2019 angehört. 

Die aus C._______ (D._______-Distrikt) stammende Beschwerdeführerin 

führte zur Begründung ihres Gesuchs in der Erstbefragung aus, sie habe 

ihren Mann im Jahr (...) kennengelernt und am (...) heimlich standesamtlich 

geheiratet. Da ihr Mann einer besseren Kaste angehöre als sie, sei sie im 

Jahr (...), mithin noch vor ihrer Heirat, von der Familie ihres Mannes wie-

derholt aufgefordert worden, die Beziehung zu beenden. Im Weigerungsfall 

seien ihr Konsequenzen angedroht worden. Ihre eigene Familie sei eben-

falls gegen ihre Beziehung beziehungsweise eine Heirat gewesen. Nach 

der Vermählung sei sie von ihrer Familie deswegen beschimpft worden, 

danach habe ihre Familie die Ehe akzeptiert. Ihr Mann habe nach der Hei-

rat weiterhin bei seinen Eltern gelebt und sie nur gelegentlich besucht, da 

es bei einem Zusammenleben schwierig geworden wäre, Hochzeiten für 

dessen (Nennung Verwandte)n zu arrangieren. Am Anfang habe die Fami-

lie ihres Mannes nichts von ihrer Heirat gewusst. Als sie sich bei ihrer (Nen-

nung Verwandte) aufgehalten habe, sei sie dort am (...) von Mitgliedern der 

Aava-Gruppe angegriffen worden. Die Männer hätten sie gefragt, ob sie 

immer noch eine Beziehung zu ihrem Mann habe. Als sie dies bejaht habe, 

sei sie auf beide Wangen geschlagen worden. Ihr (Nennung Verwandter) 

E._______ sei ihr zu Hilfe geeilt, worauf er mit Messerstichen verletzt wor-

den sei. Anschliessend seien die Männer auf Motorrädern geflüchtet. In-

folge dieser Attacke sei ihr Gesicht angeschwollen und sie habe auf dem 

linken Ohr nichts mehr gehört. E._______ hätten sie wegen seiner Verlet-

zungen ins Spital gefahren. Den Zwischenfall hätten sie bei der Polizei zur 

Anzeige gebracht, worauf ihr (Nennung Verwandter) von den Polizisten im 

Spital befragt worden sei. In der Folge seien ein paar Personen festgenom-

men, später jedoch wieder entlassen worden. Nach diesem Vorfall sei das 

Haus ihrer (Nennung Verwandte) von Leuten auf Motorrädern beobachtet 

worden. Als Folge dieser Attacke habe sie fortan bei ihrer (Nennung Ver-

wandte) gelebt und aus Angst nicht mehr in Sri Lanka bleiben wollen. Sie 

habe befürchtet, dass die Männer der Aava-Gruppe sie auch bei ihrer (Nen-

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Seite 3 

nung Verwandte) aufsuchen würden. Es sei auch dort zu Vorfällen mit Mit-

gliedern dieser Gruppe gekommen, über welche in Internetartikeln berich-

tet worden sei. Von diesen Vorkommnissen sei sie jedoch nicht persönlich 

betroffen gewesen. In der Folge habe ihre (Nennung Verwandte) ein Stück 

Land verkauft und mit dem Schlepper Kontakt aufgenommen. Am (...) sei 

sie mit ihrem eigenen Reisepass legal aus Sri Lanka ausgereist. Aufgrund 

der ihr angedrohten Probleme vermute sie, dass die Familie ihres Mannes 

die Aava-Gruppe auf sie angesetzt habe.  

 

Anlässlich der Anhörung gab die Beschwerdeführerin ergänzend an, aus-

ser ihrer Mutter habe ihre Familie die Heirat mit einem Mann aus einer an-

deren Kaste akzeptiert. Die Familie ihres Ehemannes sei ihrerseits gegen 

ihre Ehe gewesen und habe alles versucht, um sie zu töten und andere 

Probleme zu machen. So sei diese zwei Mal, im (...) und erneut etwa (Nen-

nung Zeitpunkt) später, bei ihrer (Nennung Verwandte) erschienen und 

habe mit ihr (der Beschwerdeführerin) gesprochen, wobei sie verbal indi-

rekt mit dem Leben bedroht worden sei. Am (...) seien frühmorgens zwi-

schen 04.00 und 05.00 Uhr zunächst vier Mitglieder der Aava-Gruppe ins 

Haus gekommen. Da sie geschrien habe, seien zwei von ihnen wieder 

nach draussen gegangen, wo sich weitere Mitglieder aufgehalten hätten. 

Nach dem Angriff hätten die Nachbarn ihren verletzten (Nennung Verwand-

ter) ins Spital gebracht. Im Anschluss daran hätten sie bei der Polizei eine 

Anzeige eingereicht, welche sie und ihren (Nennung Verwandter) befragt 

habe. Die Polizei habe versprochen, die Täter zu finden. Es sei jedoch zu 

keiner Festnahme gekommen. Wegen der eingereichten Anzeige seien die 

Leute der Aava-Gruppe in den folgenden (...) Monaten wiederholt schrei-

end und mit Schwertern bewaffnet ums Haus gelaufen oder gefahren. 

Nachbarn hätten ihr mitgeteilt, dass diese Gruppe sie und auch das Haus 

ihrer (Nennung Verwandte) länger beobachtet habe. Ausserdem sei sie 

durch die Aava-Gruppe ein paar Tage nach dem Vorfall vom (...) auch über 

Facebook bedroht worden. Sie habe die Polizei über diese Behelligungen 

mehrmals telefonisch informiert, welche ihr lediglich mitgeteilt habe, dass 

die Fahndung weitergehe. Nach diesen (...) Monaten habe sie sich bis zur 

Ausreise (...) Monate später an einem unbekannten Ort versteckt. In dieser 

Zeit habe die Aava-Gruppe – die nicht mehr zu ihr nach Hause gekommen 

sei – im (...) auf die Strasse vor dem Haus ihrer (Nennung Verwandte) ge-

schrieben, dass man sie finden werde. Ferner sei ihr (Nennung Verwand-

ter) im (...) von der Gruppe bedroht und aufgefordert worden, die Anzeige 

zurückzuziehen. Da die Polizei nichts habe ausrichten können, sei sie 

schliesslich ausgereist. 

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A.c Die Beschwerdeführerin reichte (Aufzählung Beweismittel) zu den Ak-

ten.  

A.d Nach Zustellung der editionspflichtigen Akten nahm die Beschwerde-

führerin zum Entscheidentwurf des SEM vom 7. August 2019 mit Schrei-

ben vom 8. August 2019 Stellung. 

B.  

Mit Verfügung vom 9. August 2019 – gleichentags eröffnet – stellte das 

SEM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte das Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz 

sowie den Wegweisungsvollzug an. 

C.  

Mit Eingabe vom 20. August 2019 erhob die Beschwerdeführerin gegen 

diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Sie bean-

tragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei ihr Asyl 

zu gewähren. Eventualiter sei die Unzulässigkeit, allenfalls die Unzumut-

barkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Auf-

nahme anzuordnen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung, um Erlass des Kostenvorschusses 

sowie um Beiordnung ihrer Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeistän-

din. Sodann sei festzustellen, dass der Beschwerde aufschiebende Wir-

kung zukomme und der für den Wegweisungsvollzug zuständige Kanton 

sei anzuweisen, sämtliche Vollzugshandlungen vorläufig zu sistieren. 

Der Beschwerde lagen (Nennung Beweismittel) bei. 

D.  

Die vorinstanzlichen Akten trafen am 21. August 2019 beim Bundesverwal-

tungsgericht ein (Art. 109 Abs. 1 AsylG [SR 142.31]). 

E.  

Mit Schreiben vom 21. August 2019 bestätigte das Bundesverwaltungsge-

richt den Eingang der Beschwerde.  

 

 

 

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Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). 

1.2 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision des Asylgesetzes in Kraft getreten 

(AS 2016 3101), welche für das vorliegende Verfahren gilt (vgl. Abs. 2 der 

Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 

2015). 

1.3 Die Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerde-

führung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) 

ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Das Bundesverwaltungsgericht hat die 

Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in verschiedenen 

Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier 

verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, BVGE 2012/5 E. 2.2). 

 

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4.  

4.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung des ablehnenden Asylentscheids 

an, die Beschwerdeführerin habe sich in ihren Aussagen in der Erstbefra-

gung und der Anhörung bezüglich der Zeitpunkte, wann die Familienange-

hörigen ihres Mannes von der Beziehung erfahren hätten und deren Auf-

forderung, sich von ihm zu trennen, widersprüchlich geäussert. Ebenso un-

gereimt seien ihre Ausführungen zur Anzahl der Männer, welche zu ihr 

nach Hause gekommen seien, zum generellen Ablauf der Attacke und zu 

den weiteren Vorgängen in der Umgebung des Hauses ihrer (Nennung Ver-

wandte) ausgefallen. Sodann habe sie die Besuche der Aava-Gruppe vor 

dem Haus ihrer (Nennung Verwandte), die Drohungen auf Facebook und 

die Inschriften auf der Strasse am Wohnort ihrer (Nennung Verwandte) bei 

der Erstbefragung nicht erwähnt. Auf Vorhalt habe sie eine solche Unter-

lassung jedoch bestritten. Zudem seien ihre Erklärungsversuche nicht 

überzeugend, da sie sich durch die eingereichten Internetartikel über die 

Aava-Gruppe nicht bestätigen liessen und sie nicht in der Lage gewesen 

sei, die angeblich an sie persönlich gerichtete Drohung auf Facebook zu 

den Akten zu reichen. Aus den eingereichten Beweismitteln vermöge die 

Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Die sie und ihren 

(Nennung Verwandter) E._______ zeigenden Farbkopien der Fotos könn-

ten ebenso von einem anderen Vorfall stammen. Im Zeitungsartikel vom 

(...) werde vor allem über ein anderes Ereignis berichtet. Erst am Schluss 

stehe, dass bei einem weiteren Angriff der Aava-Gruppe ein (Nennung Per-

son) und seine (Nennung Verwandte) verwundet und ins Krankenhaus von 

D._______ gebracht worden seien. Angaben über den Ort und das Datum 

der Tat würden jedoch gänzlich fehlen. Weiter habe sie bislang keine 

rechtsgenüglichen Identitätsdokumente eingereicht, zumal es sich bei den 

beglaubigten Kopien des Geburts- und Heiratsregisterauszugs nicht um 

Reise- oder Identitätspapiere handle. Ausserdem stellten die Aussagen, sie 

habe ihren echten Pass dem Schlepper abgeben müssen und ihre Identi-

tätskarte sei verloren gegangen, Standardvorbringen vieler Asylgesuch-

steller dar, welche nicht bereit seien, den Asylbehörden ihre Identitäts- und 

Reisepapiere auszuhändigen. Dieser Eindruck werde dadurch erhärtet, 

dass sie in der Erstbefragung angeführt habe, sie könne ihren Führeraus-

weis kommen lassen, um mehr als fünf Wochen später in der Anhörung 

vorzubringen, er sei per Post unterwegs zu ihr. Es sei der Beschwerdefüh-

rerin bewusst gewesen, sich in jedem Gast- oder Asylland anhand persön-

licher Dokumente identifizieren zu müssen. Mit ihrem Verhalten habe sie 

daher die Mitwirkungspflicht gemäss Art. 8 AsylG verletzt.   

 

Sodann sei anhand von Risikofaktoren (mit Verweis auf das Referenzurteil 

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des BVGer D-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 8 und 9.1) zu prüfen, ob sie 

im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka dennoch begründete Furcht vor 

Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG habe. Alleine die Befragung am Flug-

hafen Colombo im Falle einer Rückkehr und das allfällige Eröffnen eines 

Strafverfahrens wegen illegaler Ausreise wie auch die Kontrollmassnah-

men am Herkunftsort seien nicht asylrelevant. Die Beschwerdeführerin 

habe nicht glaubhaft gemacht, vor ihrer Ausreise asylrelevanten Massnah-

men ausgesetzt gewesen zu sein. Sie habe nach Kriegsende noch (Nen-

nung Dauer) in ihrer Heimat gelebt. Allfällige, im Zeitpunkt ihrer Ausreise 

bestehende Risikofaktoren – deren Vorliegen sie mit keinem Wort geltend 

mache – hätten folglich kein Verfolgungsinteresse der sri-lankischen Be-

hörden auszulösen vermocht. Es sei nicht ersichtlich, weshalb sie bei einer 

Rückkehr nach Sri Lanka nunmehr in den Fokus der Behörden geraten und 

in asylrelevanter Weise verfolgt werden sollte.  

 

Die in der Stellungnahme zum Entscheidentwurf vorgebrachten Einwände 

vermöchten insgesamt nicht zu einer anderen Betrachtungsweise zu füh-

ren. So würden die Schwierigkeiten mit der Familie des Ehemannes der 

Beschwerdeführerin sehr wohl zum Kerngeschehen gehören, da sie an-

sonsten mit niemandem Probleme gehabt haben soll. Betreffend die An-

zahl der am Vorfall vom (...) beteiligten Personen sei es noch zu weiteren 

als den im Entwurf genannten Widersprüchen gekommen. Sodann sei sie 

im Rahmen der Erstbefragung durchaus zu den weiteren Vorfällen, als sie 

bei ihrer (Nennung Verwandte) gewohnt habe, befragt worden. Ferner 

wäre auch bei Nachreichung des Originals des Führerausweises von einer 

Verletzung der Mitwirkungspflicht auszugehen, da es sich dabei nicht um 

ein rechtsgenügliches Ausweispapier handle. Sri-lankische Staatsangehö-

rige seien in der Regel in der Lage, entsprechende Identitätsdokumente 

abzugeben. Dies gelte insbesondere auch im vorliegenden Fall, da die Be-

schwerdeführerin keine Probleme mit den Behörden geltend gemacht habe 

und legal ausgereist sei. Die Nichteinreichung ihres Passes und der Iden-

titätskarte habe sie nur sehr pauschal begründet. Schliesslich habe sie sich 

zur Anzahl der Begegnungen mit den Familienangehörigen ihres Mannes 

oder zu den Wohnorten in den Jahren vor ihrer Ausreise widersprüchlich 

geäussert. 

4.2 Die Beschwerdeführerin wendete in ihrer Rechtsmitteleingabe gegen 

die vorinstanzliche Argumentation ein, die vom SEM aufgeführten Unge-

reimtheiten seien als übertrieben penibel zu bezeichnen und dieses habe 

den Sachverhalt nicht in einer Gesamtschau gewürdigt. Zudem würden 

einzelne Details in übertriebenem Masse beleuchtet, so beispielsweise die 

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Seite 8 

Vorbehalte hinsichtlich der Anzahl ins Haus eingedrungener Gruppenmit-

glieder. Die beiden Anhörungsprotokolle würden ungewöhnlich viele 

Sprünge in der Struktur der Befragung enthalten. Zudem enthalte die An-

hörung teilweise suggestive Momente. So habe die befragende Person die 

fixe Idee im Kopf, dass Personen ins Haus gekommen seien. Indes habe 

sie lediglich gesagt, dass die Personen zu ihr gekommen seien. Solche 

kleinen Details seien entweder erklärbar oder nicht von Belang. Vorliegend 

werde jedoch aufgrund solcher Details die pauschale Unglaubhaftigkeit 

hergeleitet. Ihre Vorbringen seien indes sowohl inhaltlich wie chronologisch 

plausibel. Sodann sei bei Tamilen und Tamilinnen aus weit auseinanderlie-

genden Kasten eine Beziehung respektive Ehe aufgrund gesellschaftlicher 

Ächtung und wegen Problemen für die potenzielle Vermählung von Ge-

schwistern normalerweise nicht möglich. Es sei die Regel, dass die Familie 

der höheren Kaste Widerstand leiste und es für die Vermählten zu mitunter 

drastischen Konsequenzen komme. Ebenfalls erwiesen sei, dass die Aava-

Gang seit geraumer Zeit im D._______-Distrikt weitgehend unkontrolliert 

einer Reihe von kriminellen Aktivitäten nachgehe, welche auch die geschil-

derten "Schlägerdienste" mitenthalte. Es sei daher auf die Anmerkungen 

der vormaligen Rechtsvertretung in der Stellungnahme zum Entscheident-

wurf zurückzukommen, sowohl hinsichtlich der aussagepsychologischen 

Aspekte als auch auf die Ausführungen zum fehlerhaften Beweismass. Zu-

dem erscheine der Übergriff vom (...) durch die Fotografien als belegt. Dass 

die Verletzungen ihres (Nennung Verwandter) E._______ nun von einem 

anderen Ereignis herrühren sollen, erscheine doch eher als unwahrschein-

lich, zumal auch im Zeitungsbericht vom (...) ein solcher Vorfall vermerkt 

sei, welcher sich zeitlich und örtlich mit ihren Vorbringen decke. Die Be-

weismittel könnten deshalb nicht als kausal unzusammenhängend be-

trachtet werden. Sodann sei der Vorhalt einer Verletzung der Mitwirkungs-

pflicht als pauschal zu bezeichnen. Im Weiteren sei nachvollziehbar, dass 

die Beschaffung heimatlicher Ausweispapiere mitunter den vorgesehenen 

Zeitraum überschreiten könne. Unabhängig davon habe sie mittlerweile ih-

ren Führerschein erhalten, wodurch ihre Identität abschliessend belegt sei. 

Ihre Ausführungen seien daher als glaubhaft zu erachten. Da sie von der 

Familie ihres Ehemannes und von Mitgliedern der Aava-Gang bedroht 

werde, sei sie einer asylrelevanten Verfolgung ausgesetzt.  

5.  

5.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Abwägung der Argu-

mente, die für die Glaubhaftigkeit, und denjenigen, die dagegen sprechen, 

zum Schluss, dass die Vorinstanz das Asylgesuch der Beschwerdeführerin 

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zu Recht abgelehnt hat, da die Wahrscheinlichkeit, die zu beurteilende Ver-

folgungsgeschichte entspreche in den wesentlichen Punkten nicht den Tat-

sachen, als höher zu erachten ist. Zudem hielt das SEM zu Recht fest, 

dass bei einer Rückkehr nach Sri Lanka keine beachtliche Wahrscheinlich-

keit einer zukünftigen asylrelevanten Massnahme bestehe. Die Beschwer-

deführerin vermag mit ihren Entgegnungen auf Beschwerdestufe die vom 

SEM getroffene Einschätzung nicht umzustossen. 

5.1.1 Das SEM hat in der angefochtenen Verfügung unter Verweis auf die 

jeweiligen Textstellen in den Protokollen zahlreiche, zu Zweifeln Anlass ge-

bende Aussagen der Beschwerdeführerin angeführt. Dabei hat es die Asyl-

vorbringen durchaus gesamtheitlich gewürdigt, zumal der Einwand, es 

handle sich bei den hervorgehobenen Widersprüchen und Ungereimthei-

ten um blosse Details in den Schilderungen, nicht überzeugt. So stellen die 

angeführten Probleme mit der Familie ihres Ehemannes infolge der Auf-

nahme einer Beziehung mit einem Angehörigen einer höheren Kaste und 

dessen späteren Heirat ohne Weiteres ein Kernelement ihrer Asylbegrün-

dung dar. Da sich die Ausführungen der Beschwerdeführerin – wie die Vor-

instanz zu Recht und mit zutreffender Begründung anführte – zu den Be-

helligungen und Übergriffen weder inhaltlich noch chronologisch wider-

spruchsfrei erweisen und mit mehreren Unstimmigkeiten versehen sind, 

gelingt es ihr nicht, die diesbezüglich behaupteten Schwierigkeiten glaub-

haft zu machen. Dabei sind die vom SEM erörterten Vorbehalte, so gerade 

auch hinsichtlich des Handlungsablaufs am (...) und der dabei ins Haus 

eingedrungenen Mitglieder der Aava-Gruppe durchaus von erheblicher Re-

levanz. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann für die diesbezüglich 

korrekt erfassten Ungereimtheiten im Sachverhaltsvortrag auf die Erörte-

rungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (vgl. act. 30/14 

S. 3 f.). Im Zusammenhang mit dem besagten Übergriff ist überdies fest-

zustellen, dass auch die Zeiten, wann dieser stattgefunden haben soll, un-

einheitlich wiedergegeben wurden: So gab die Beschwerdeführerin in der 

Erstbefragung an, der Angriff habe zwischen 05.30 und 06.00 Uhr stattge-

funden, um diesen bei der Anhörung zwischen 04.00 und 05.00 Uhr zu si-

tuieren (vgl. act. 19/14 S. 11 F106; 25/17 S. 13 F107). In der Beschwerde-

schrift führte sie dazu aus, die Angreifer seien gegen 06.00 Uhr erschienen 

(s. 5 Ziff. 6). Ausserdem widersprach sich die Beschwerdeführerin hinsicht-

lich der Fahndungserfolge der Polizei, indem sie in der Erstbefragung vor-

brachte, dass nach Erstattung der Anzeige ein paar Personen festgenom-

men, später jedoch wieder entlassen worden seien, um bei der Anhörung 

anzugeben, die Polizei habe niemanden gefangen genommen (vgl. act. 

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19/14 S. 11 F108; 25/17 S. 4 F26 und S. 8 F67 ff.). Unter diesen Umstän-

den erweist sich auch der Hinweis auf die Stellungnahme zum Entscheid-

entwurf und die darin geäusserten Bemerkungen zu aussagepsychologi-

schen Aspekten als unbehelflich. 

5.1.2 Soweit die Beschwerdeführerin auf befremdliche Sprünge in der Be-

fragungsstruktur und dabei als Beispiel auf die Fragen 32-48 der Anhörung 

hinweist, lassen sich aus der zitierten Protokollpassage keine derartigen 

Eigentümlichkeiten erkennen, welche entweder aufzeigen würden, dass 

die Beschwerdeführerin den ihr gestellten Fragen nicht hätte folgen können 

oder an der Verwertbarkeit des Protokolls insgesamt irgendwelche Zweifel 

aufkommen liessen. Innerhalb der fraglichen Protokollstelle (vgl. act. 25/17 

S. 5 f.) wurden der Beschwerdeführerin Fragen zur zeitlichen Situierung 

der Besuche von Familienmitgliedern ihres Ehemannes, zur Häufigkeit der 

Behelligungen durch die Aava-Gruppe, zu den verschiedenen Kastenzu-

gehörigkeiten, zur Beziehung zu ihrem Mann und zum Zeitpunkt der Kennt-

nisnahme der Familie ihres Mannes von dieser Beziehung gestellt. Auch 

wenn dabei innert relativ kurzer Zeit verschiedene Themenbereiche ge-

streift wurden, sind keine Hinweise ersichtlich, wonach sich diese Vorge-

hensweise in irgendeiner Weise negativ auf das Aussageverhalten der Be-

schwerdeführerin oder die Beurteilung ihrer Vorbringen ausgewirkt hätte. 

Die Beschwerdeführerin gibt im Rahmen dieser Rüge denn auch nicht nä-

her an, inwiefern ihr dadurch ein Nachteil entstanden sein soll. Auch ent-

behrt der Vorwurf, es seien in der Anhörung suggestive Momente enthalten 

(so beispielsweise act. 25/17 S. 13 F105 ff.). Die Fragen F105 ff. stellen 

sich nicht als Suggestivfragen dar, die die Beschwerdeführerin im Rahmen 

der Anhörung in eine bestimmte Richtung gelenkt hätten respektive sie von 

der Position des Befragers hätten überzeugen sollen. Vielmehr wurde der 

Vorfall vom 28. Juni bezüglich der Anzahl anwesender Mitglieder der Aava-

Gruppe geklärt und der Beschwerdeführerin die Möglichkeit eingeräumt, 

sich zu Unstimmigkeiten zwischen Erstbefragung und Anhörung zu äus-

sern. 

5.1.3 Entgegen der in der Beschwerdeschrift geäusserten Ansicht vermö-

gen die eingereichten Beweismittel zu keiner anderen Sichtweise zu füh-

ren. Da sich die Schilderungen der Beschwerdeführerin insgesamt als 

überwiegend unglaubhaft erweisen, ist der vorinstanzliche Schluss, wo-

nach die auf den eingereichten Fotos gezeigten Verletzungen der Be-

schwerdeführerin sowie von E._______ ebenso von einem anderen Vorfall 

stammen könnten, nicht von der Hand zu weisen. Hinzu kommt, dass sie 

in Ermangelung irgendwelcher Orts- oder Datumsangabe nicht geeignet 

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sind, als Nachweis für die Glaubhaftigkeit der entsprechenden Schilderun-

gen zu dienen. Hinsichtlich E._______ ist für das Gericht sodann aufgrund 

der Aktenlage respektive fehlender Belege zu Identität und Familienzuge-

hörigkeit nicht überprüfbar, ob es sich bei der auf den Fotos abgebildeten 

Person – deren Gesicht auf keinem der Fotos erkennbar ist – überhaupt 

um E._______ handelt. Ferner wird auf dem eingereichten (Nennung Be-

weismittel) das Alter von E._______ mit (...) Jahren angegeben. Hingegen 

führte die Beschwerdeführerin bei der Anhörung an, E._______ sei wäh-

rend des Vorfalls (...) Jahre alt gewesen (vgl. act. 25/17 S. 8 F59). Im Wei-

teren lässt sich in Ermangelung entsprechender Angaben – entgegen der 

in der Beschwerde vertretenen Ansicht – aus den Ausführungen im Zei-

tungsbericht vom (...) kein zeitlicher oder örtlicher Zusammenhang mit den 

Vorbringen der Beschwerdeführerin herstellen. Die entsprechenden Doku-

mente erweisen sich deshalb allesamt als nicht beweiskräftig. 

5.1.4 Das Bundesverwaltungsgericht verkennt nicht, dass – wie in der Be-

schwerdeschrift ausgeführt – Beziehungen von Personen unterschiedli-

cher Kasten in Sri Lanka zu gesellschaftlicher Ächtung und Diskriminierung 

führen können. Jedoch erweisen sich die entsprechenden Schilderungen 

der Beschwerdeführerin vorliegend als nicht glaubhaft. Ohnehin wären die 

gegen die Beschwerdeführerin verübten Akte seitens der Aava-Gruppe – 

selbst bei deren Wahrunterstellung – als asylirrelevant zu erachten, handelt 

doch diese Gruppierung in erster Linie primär aus rein kriminellen Motiven 

heraus. Zudem wird aus den Verhaftungen und Verurteilungen verschie-

denster Mitglieder ersichtlich, dass der sri-lankische Staat diesbezüglich 

als schutzfähig und schutzwillig zu bezeichnen ist (vgl. bspw. Urteil des 

BVGer D-4521/2018 vom 14. September 2018 E. 5.2; ColomboPage: 

Three 'Ava Gang' members arrested for Manipai clash with police, Tue, 

Jul 23, 2019, http://www.colombopage.com/archive_19B/Jul23_ 

1563861016CH.php., abgerufen am 23.08.2019). 

5.1.5 Soweit die Beschwerdeführerin bezüglich der Rüge der Verletzung 

der Mitwirkungspflicht darauf verweist, dass die Beschaffung heimatlicher 

Ausweispapiere mitunter länger dauern könne und sie mit der Nachrei-

chung ihres Führerscheins ihre Identität abschliessend belegt habe, ist ihr 

entgegenzuhalten, dass ein solches Dokument gemäss der Rechtspre-

chung des Bundesverwaltungsgerichts nicht als taugliche Urkunde für den 

Nachweis der Identität erachtet werden kann. Als Identitätspapier gilt jeder 

Ausweis, der (hauptsächlich) zum Zwecke des Identitätsbeweises von den 

heimatlichen Behörden ausgestellt wurde, wobei diese Anforderungen 

grundsätzlich nur Reisepapiere (-pässe) und Identitätskarten, nicht aber zu 

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Seite 12 

anderen Zwecken ausgestellte Dokumente, wie beispielsweise die vorge-

legte Bestätigung der Fahrfähigkeit oder Bescheinigungen über die Berufs-

tätigkeit, den Schulbesuch oder -abschluss erfüllen (vgl. BVGE 2007/7 E. 6 

S. 70). 

5.2 Zusammenfassend hat die Beschwerdeführerin nichts vorgebracht, 

was geeignet wäre, ihre Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumin-

dest glaubhaft zu machen.  

5.3 Im Weiteren hat die Vorinstanz zu Recht erwogen, es bestehe aufgrund 

der Angaben der Beschwerdeführerin kein begründeter Anlass zur Annah-

me, dass sie bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit oder in absehbarer Zukunft asylrelevanten Verfolgungs-

massnahmen ausgesetzt sein werde. 

5.3.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1866/2015 

eine Analyse der Situation von Rückkehrenden nach Sri Lanka vorgenom-

men (vgl. dort E. 8) und festgestellt, dass aus Europa respektive der 

Schweiz zurückkehrende tamilische Asylsuchende nicht generell einer 

ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt seien 

(vgl. a.a.O., E. 8.3). Das Gericht orientiert sich bei der Beurteilung des Ri-

sikos von Rückkehrern, Opfer ernsthafter Nachteile in Form von Verhaftung 

und Folter zu werden, an verschiedenen Risikofaktoren. Dabei handelt es 

sich insbesondere um das Vorhandensein einer tatsächlichen oder ver-

meintlichen, aktuellen oder vergangenen Verbindung zu den LTTE, um Teil-

nahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen, und um Vorliegen 

früherer Verhaftungen durch die sri-lankischen Behörden, üblicherweise im 

Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten Verbindung zu 

den LTTE (sog. stark risikobegründende Faktoren, vgl. a.a.O., E. 8.4.1–

8.4.3). Einem gesteigerten Risiko, genau befragt und überprüft zu werden, 

unterliegen ausserdem Personen, die ohne die erforderlichen Identitätspa-

piere nach Sri Lanka einreisen wollen, die zwangsweise nach Sri Lanka 

zurückgeführt werden oder die über die Internationale Organisation für Mig-

ration (IOM) nach Sri Lanka zurückkehren, sowie Personen mit gut sicht-

baren Narben (sog. schwach risikobegründende Faktoren, vgl. a.a.O., 

E. 8.4.4 und 8.4.5). Das Gericht wägt im Einzelfall ab, ob die konkret glaub-

haft gemachten Risikofaktoren eine asylrechtlich relevante Gefährdung der 

betreffenden Person ergeben. Dabei zieht es in Betracht, dass insbeson-

dere jene Rückkehrer eine begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen 

D-4204/2019 

Seite 13 

im Sinne von Art. 3 AsylG haben, denen seitens der sri-lankischen Behör-

den zugeschrieben wird, dass sie bestrebt sind, den tamilischen Separa-

tismus wiederaufleben zu lassen (vgl. a.a.O. E. 8.5.1). 

Da sich aus den Asylvorbringen weder eine Verbindung der Beschwerde-

führerin zu den LTTE ergibt noch eine solche geltend gemacht wurde und 

sie sich auch nicht exilpolitisch betätigt hat, erfüllt sie keine der oben er-

wähnten stark risikobegründenden Faktoren. Alleine aus der Zugehörigkeit 

zur tamilischen Ethnie, der (Nennung Dauer) Landesabwesenheit, dem 

hinduistischen Glauben und ihrer Herkunft aus dem D._______-Distrikt 

(Nordprovinz) kann sie keine Gefährdung ableiten. Auch eine zwangsweise 

respektive durch die IOM begleitete Rückführung nach Sri Lanka ist ein 

schwach risikobegründender Faktor, der nicht zur Annahme geeignet ist, 

dass sie bei einer Rückkehr von den sri-lankischen Behörden als Bedro-

hung wahrgenommen würde und ihr ernsthafte Nachteile im Sinne von 

Art. 3 AsylG drohen könnten. 

5.4 Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände und Vorbringen folgt, 

dass das SEM zu Recht die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführe-

rin verneint und ihr Asylgesuch abgelehnt hat. 

6.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 

AsylG). Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtli-

che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. 

BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von 

Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwal-

tungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flücht-

lingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis 

möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 

2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

D-4204/2019 

Seite 14 

7.2  

7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

7.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der 

Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Ver-

fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin in 

den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmäs-

sig. 

Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegwei-

sungsvollzug nicht als unzulässig erscheinen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.4). 

Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat wie-

derholt festgestellt, dass nicht generell davon auszugehen sei, zurückkeh-

renden Tamilen drohe in Sri Lanka eine unmenschliche Behandlung. Eine 

Risikoeinschätzung müsse im Einzelfall vorgenommen werden (Urteil des 

EGMR R.J. gegen Frankreich vom 19. September 2013, 10466/11, Ziff. 

37). Weder aus den Ausführungen der Beschwerdeführerin noch aus den 

Akten ergeben sich konkrete Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall ei-

ner Ausschaffung nach Sri-Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

D-4204/2019 

Seite 15 

einer nach Art. 3 EMRK oder FoK verbotenen Strafe oder Behandlung aus-

gesetzt wäre. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl 

im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

7.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

7.3.1 Die allgemeine Menschenrechtssituation und sicherheitspolitische 

Lage in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug in die Nordprovinz zu-

mutbar erscheinen, wenn das Vorliegen individueller Zumutbarkeitskrite-

rien (insbesondere Existenz eines tragfähigen familiären oder sozialen Be-

ziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und 

Wohnsituation) bejaht werden kann (vgl. Urteil des BVGer E-1866/2015, 

a.a.O., E. 13.2).  

7.3.2 Die (...)-jährige und den Akten zufolge gesunde Beschwerdeführerin 

stammt aus C._______ (D._______-Distrikt, Nordprovinz), wo sie auf-

wuchs und von Geburt bis im Jahr (...) und dann wieder in den Jahren (...) 

bis (...) lebte, und anschliessend bis zu ihrer Ausreise bei ihrer (Nennung 

Verwandte) in F._______ (D._______) wohnte (vgl. act. 19/14 S. 3). Mit 

ihren Geschwistern stehe sie in regelmässigem Kontakt (vgl. act. A19/14 

S. 6). Ihr Vater lebe im Dorf, mit ihrer Mutter habe sie jedoch seit (...) Jahren 

keinen Kontakt mehr beziehungsweise wisse nicht, wo sich diese – nach 

Erhalt eines negativen Asylentscheides in der Schweiz – derzeit aufhalte 

(vgl. act. 19/14 S. 4). Angesichts des ständigen Kontakts zu ihren im 

D._______-Distrikt lebenden Geschwistern ist davon auszugehen, dass ihr 

bei einer Rückkehr Unterstützung – auch finanzieller Art – zukommt und 

sie über eine gesicherte Wohnsituation verfügt, zumal sie bereits vor ihrer 

Ausreise längere Zeit bei einer (Nennung Verwandte) wohnhaft war. Nach 

einer lediglich kurzen Landesabwesenheit (…) ist ihr die wirtschaftliche 

Reintegration und der Aufbau einer Existenz zuzumuten. Zudem leben in 

ihrer Heimat sowie in der Schweiz weitere Verwandte, die ihr bei der Rein-

tegration ebenfalls Hilfe bieten können (vgl. act. 19/14 S. 5 f.). 

Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 

zumutbar. 

D-4204/2019 

Seite 16 

7.4 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

Mit dem vorliegenden materiellen Entscheid in der Hauptsache werden die 

prozessualen Anträge betreffend Gewährung der aufschiebenden Wirkung 

und Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses hinfällig.  

10.  

10.1 Eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, wird auf 

Antrag hin von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit, sofern ihr Be-

gehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Dabei verfügt 

eine Person dann nicht über die erforderlichen Mittel, wenn sie ohne Be-

einträchtigung des notwendigen Lebensunterhaltes die Prozesskosten 

nicht zu bestreiten vermag. Eine Beschwerde gilt ferner dann als aussichts-

los, wenn die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlust-

gefahren und deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können (vgl. 

BGE 125 II 265 E. 4b S. 275). 

Es ist von der Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen. Nach-

dem überdies die Rechtsbegehren im Rahmen einer summarischen Akten-

prüfung nicht als aussichtslos zu beurteilen waren, ist das Gesuch um Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung gutzuheissen. Demnach sind 

der Beschwerdeführerin keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

10.2 Gemäss Art. 102m AsylG bestellt das Bundesverwaltungsgericht bei 

Beschwerden gegen Nichteintretens- und Wegweisungsentscheide auf An-

trag der asylsuchenden Person, welche von der Bezahlung der Verfahrens-

kosten befreit wurde, eine amtliche Rechtsbeiständin oder einen amtlichen 

D-4204/2019 

Seite 17 

Rechtsbeistand. Nachdem der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Pro-

zessführung gewährt wurde, ist auch das Gesuch um Gewährung der amt-

lichen Rechtsverbeiständung gutzuheissen und ihr ihre Rechtsvertreterin, 

MLaw Cora Dubach, als amtliche Rechtsbeiständin beizugeben. 

Aufgrund der Gutheissung des Gesuchs hat die Beschwerdeführerin An-

spruch auf Übernahme der ihr notwendigerweise erwachsenen Parteikos-

ten durch das Bundesverwaltungsgericht (vgl. Art. 110a Abs. 1 AsylG i.V.m. 

Art. 8–14 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

Die Rechtsvertreterin reichte mit ihrer Beschwerdeschrift eine Kostennote 

ein. Demnach beliefen sich ihre Bemühungen auf elfeinhalb Stunden; der 

geltend gemachte Stundenansatz liegt bei Fr. 150.–. Zusätzlich werden 

Auslagen in der Höhe von Fr. 84.20 aufgeführt. Nachdem sich die Rekapi-

tulation des Sachverhalts in der Rechtsmitteleingabe über etliche Seiten 

erstreckt, diese bei den Bemerkungen zur Flüchtlingseigenschaft diverse 

Textbausteine enthält und die Rechtsvertreterin bei den Entgegnungen zur 

Glaubhaftigkeit teilweise vollumfänglich auf die Ausführungen der vormali-

gen Rechtsvertretung in der einlässlichen Stellungnahme verweist, erweist 

sich der diesbezügliche Aufwand vorliegend als nicht notwendig. Der Auf-

wand ist daher entsprechend zu kürzen und es ist von einem notwendigen 

Aufwand von insgesamt sieben Stunden auszugehen.  

Nach Praxis des Bundesverwaltungsgerichts werden nicht-anwaltliche Ver-

treterinnen und Vertreter mit einem Stundensatz von Fr. 100.– bis 150.– 

entschädigt (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE). Der – nicht mehrwert-

steuerpflichtigen – amtlichen Rechtsvertreterin ist daher zu Lasten des 

Bundesverwaltungsgerichts gesamthaft eine Entschädigung von gerundet 

Fr. 1135.– (Honorar: Fr. 1050.–, Auslagen: Fr. 84.20) zuzusprechen. 

(Dispositiv nächste Seite)   

D-4204/2019 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird gut-

geheissen. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Das Gesuch um Gewährung der amtlichen Rechtsverbeiständung wird gut-

geheissen. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, MLaw Cora 

Dubach, wird als amtliche Rechtsbeiständin eingesetzt.  

4.  

Der amtlichen Rechtsvertreterin wird durch das Bundesverwaltungsgericht 

eine Entschädigung von Fr. 1135.– ausgerichtet. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Jeannine Scherrer-Bänziger Stefan Weber 

 

 

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