# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3ede9bfd-9e53-5ebf-a6a0-457daf3da0f5
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-16
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 16.05.2022 I 2021 55
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2021-55_2022-05-16.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2021 55

Entscheid vom 16. Mai 2022 

Besetzung lic.iur. Gion Tomaschett, Vizepräsident
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Urs Gössi, Richter
MLaw Milena Pesic, a.o. Gerichtsschreiberin

Parteien A.________,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin B.________,

gegen

IV-Stelle Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Invalidenversicherung (Leistungen)

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Sachverhalt:

A. A.________ (geb. am ________1966, Mutter von 3 erwachsenen Kindern 
mit Jahrgang 1987, 1992, 1994) meldete sich am 24. April 2014 wegen Kniebe-
schwerden für IV-Leistungen an. Nach Abklärungen, welche u.a. ein Gutachten 
des C.________ vom 27. Oktober 2014 umfassten, lehnte die IV-Stelle mit Vor-
bescheid vom 19. November 2014 sowie mit Verfügung vom 5. Januar 2015 ei-
nen Leistungsanspruch ab. Eine dagegen erhobene Beschwerde hat das Verwal-
tungsgericht mit Entscheid I 2015 8 vom 11. März 2015 abgewiesen (IV-act. 34). 
Dieser Gerichtsentscheid ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen.

B. Am 23. Juni 2018 unterzeichnete A.________ eine neue IV-Anmeldung. 
Dabei umschrieb sie ihre gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie folgt (IV-act. 
36-6/8):

Aufgrund langjähriger Knieschmerzen wurde eine Knie Totalprothese implantiert, 
am 22.3.18. Seit der Operation kann ich immer noch nicht schmerzfrei laufen. Das 
andere Knie muss auch noch operiert werden.

Am 21. August 2018 fand ein Abklärungsgespräch statt; dabei wies A.________ 
u.a. darauf hin, das andere Knie müsse auch noch operiert werden, allerdings 
könne dies frühestens Ende 2018 erfolgen (IV-act. 47-3/4 Mitte). Am 6. Juni 2019 
nahm der RAD-Arzt Dr.med. D.________ zur medizinischen Aktenlage Stellung 
und führte dazu u.a. aus, eine abschliessende Stellungnahme sei wahrscheinlich 
erst im Rahmen eines orthop. Gutachtens möglich (IV-act. 61). Dieser RAD-Arzt 
nahm am 6. September 2019 eine medizinisch-theoretische Beurteilung der zu-
mutbaren Arbeitsfähigkeit vor (IV-act. 65). 

C. Am 10. September 2019 teilte die IV-Stelle mit, dass die Kosten für Bera-
tung und Unterstützung bei der Stellensuche übernommen werden (IV-act. 68). 
Am 24. Oktober 2019 folgte eine Besprechung zur Frage der beruflichen Integra-
tion (IV-act. 75). Am 6. November 2019 unterzeichnete A.________ eine Verein-
barung zur Arbeitsvermittlung (IV-act. 70). Gestützt auf einen Sprechstundenbe-
richt vom 19. Dezember 2019 erkundigte sich die IV-Stelle mit Schreiben vom 28. 
Februar 2020 bei der E.________, inwiefern zwischenzeitlich weitere Abklärun-
gen stattgefunden hätten (IV-act. 77). Die Antwort folgte am 22. Mai 2020 (IV-act. 
80). Mit Email vom 26. Juli 2020 teilte der Sohn von A.________ der IV-Stelle 
mit, dass die Operation vom 17. Juli 2020 gut verlaufen sei (IV-act. 84). Der an-
geforderte Operationsbericht ging bei der IV-Stelle am 30. Juli 2020 ein (IV-act. 
86). Am 16. Dezember 2020 folgte der Sprechstundenbericht der Klinik 
E.________ vom 1. November 2020 (IV-act. 92). 

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D. Am 7. Januar 2021 nahm der RAD-Arzt Dr.med. D.________ eine neue 
medizinisch-theoretische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vor (IV-act. 94). Eine 
weitere Stellungnahme des gleichen RAD-Arztes folgte am 11. März 2021 (IV-
act. 98). Mit Vorbescheid vom 16. März 2021 kündigte die IV-Stelle an, für den 
Zeitraum vom 1. Dezember 2018 bis zum 31. Mai 2021 eine ganze IV-Rente zu 
gewähren (IV-act. 100). 

Dagegen reichte am 6. April 2021 A.________ Einwände ein (IV-act. 101). Am 
13. April 2021 teilte die IV-Stelle mit, dass die Kosten für Beratung und Unter-
stützung bei der Stellensuche übernommen werden (IV-act. 104). Am 11. Mai 
2021 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für ein Job-Coaching (Fr. 2'000.-- 
pro Monat gemäss einer Offerte, IV-act. 107). 

E. Mit Verfügung vom 14. Juli 2021 gewährte die IV-Stelle A.________ für den 
Zeitraum vom 1. Dezember 2018 befristet bis 31. Mai 2021 eine ganze IV-Rente 
(IV-act. 109). 

Dagegen liess A.________ (unter Berücksichtigung des Fristenstillstandes nach 
Art. 38 Abs. 4 lit. b ATSG i.V.m. Art. 60 ATSG) rechtzeitig am 
8. September 2021 beim Verwaltungsgericht Beschwerde einreichen mit den fol-
genden Rechtsbegehren:

1. Es sei die Verfügung vom 14.7.2021 aufzuheben.
2. Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin die 

gesetzlichen Leistungen nach IVG, namentlich eine unbefristete Invalidenren-
te, zu gewähren.

3. Es sei die Beschwerdeführerin durch das Gericht medizinisch begutachten zu 
lassen.

4. Eventualiter sei die Sache zur verwaltungsexternen medizinischen Begutach-
tung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin.

Mit Vernehmlassung vom 11. Oktober 2021 beantragte die IV-Stelle, die Be-
schwerde sei abzuweisen, unter Kostenfolge zulasten der Beschwerdeführerin.

Innert dreimal verlängerter Frist nahm die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 
10. Februar 2022 zur vorinstanzlichen Vernehmlassung Stellung, wobei sie den 
prozessualen Antrag stellte, dass das Beschwerdeverfahren bis zum Abschluss 
des bundesgerichtlichen Verfahrens 8C_256/2021 zu sistieren sei. 

Mit Eingabe vom 10. März 2022 machte die IV-Stelle u.a. geltend, dass das an-
gesprochene bundesgerichtliche Verfahren am 9. März 2022 mit einer Abwei-
sung der Beschwerde geendet habe, wobei gemäss gerichtlicher Medienmittei-
lung hinsichtlich der Bestimmung des IV-Grades anhand der LSE-Tabellenlöhne 
keine Änderung der Rechtsprechung erfolgt sei.

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Daraufhin äusserte sich die Beschwerdeführerin nochmals in einer Eingabe vom 
22. März 2022, wozu die IV-Stelle mit Eingabe vom 30. März 2022 Stellung 
nahm.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 Welche Regelungen und Bestimmungen für einen IV-Rentenanspruch von 
Bedeutung sind, wurde grundsätzlich bereits im ersten Entscheid I 2015 8 darge-
legt. Es kann darauf verwiesen werden (vgl. IV-act. 34). 

1.2 Anzufügen ist, dass der Gesetzgeber mit der Gesetzesrevision "Weiterent-
wicklung der IV" (WE IV) bzw. den Änderungen des IVG vom 19. Juni 2020, wel-
che per 1. Januar 2022 in Kraft getreten sind, u.a. ein neues, stufenloses Ren-
tensystem eingeführt hat. Allerdings werden Rentenansprüche, die vor dem 1. 
Januar 2022 entstanden sind, noch nach altem Recht zugesprochen. 

Im konkreten Fall sind sich die Parteien einig, dass ab 1. Dezember 2018 ein An-
spruch auf eine ganze IV-Rente besteht. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist 
hauptsächlich, ob der IV-Rentenanspruch am 31. Mai 2021 endet (= sinngemäs-
ser Standpunkt der IV-Stelle) oder weiterdauert (gegebenenfalls mit einem tiefe-
ren IV-Grad = sinngemässer Standpunkt der Beschwerdeführerin). Diese Frage-
stellung ist grundsätzlich nach dem bisherigen Recht zu prüfen. Nicht zum Be-
schwerdegegenstand gehört mithin der Leistungsanspruch bis 31. Mai 2021.

1.3 Ergänzend drängen sich noch folgende Bemerkungen auf. 

1.3.1 Die Verwaltung und im Beschwerdefall der Richter sind bei der Bemessung 
des IV-Grades auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe dieser Fach-
leute ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu 
nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 
Person arbeitsunfähig ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_790/2017 vom 
24.1.2018 Erw. 2.1.1). Diese ärztlichen Angaben dienen als wichtige Grundlage 
für die juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person 
noch zugemutet werden können (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_126/2018 
vom 6.7.2018 Erw. 2.2.2; BGE 141 V 281 Erw. 5.2.1; 140 V 193 Erw. 3.2; 132 V 
93 Erw. 4, je mit weiteren Hinweisen).

1.3.2  Nach Art. 43 Abs. 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren, 
nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforder-
lichen Auskünfte ein (Satz 1). Das Gesetz weist dem Durchführungsorgan die 

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Aufgabe zu, den rechtserheblichen Sachverhalt nach dem Untersuchungsgrund-
satz abzuklären, so dass gestützt darauf die Verfügung über die in Frage ste-
hende Leistung ergehen kann (Art. 49 ATSG; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 
4. Aufl., N 13 ff. zu Art. 43 ATSG). Auf dem Gebiet der Invalidenversicherung ob-
liegen diese Pflichten der (örtlich zuständigen) IV-Stelle (Art. 54 – 56 i.V.m. Art. 
57 Abs. 1 lit. c – g IVG). Was den für die Invaliditätsbemessung (Art. 16 ATSG 
und Art. 28 ff. IVG) erforderlichen medizinischen Sachverstand angeht, kann die 
IV-Stelle sich auf den Regionalen ärztlichen Dienst RAD (Art. 59 Abs. 2 und 2bis 
IVG in der bis 31.12.2021 geltenden Fassung; siehe auch Art. 54a in der seit 
dem 1.1.2022 geltenden Fassung), die Berichte der behandelnden Ärztinnen und 
Ärzte (Art. 28 Abs. 3 und 29 Abs. 2 ATSG) oder auf externe medizinische Sach-
verständige wie die medizinischen und beruflichen Abklärungsstellen (MEDAS; 
Art. 59 Abs. 3 IVG) stützen. 

1.3.3  Ständiger und damit wichtigster medizinischer Ansprechpartner in der täg-
lichen Arbeit ist für die IV-Stelle der RAD, welcher ihr nach Art. 59 Abs. 2bis IVG 
(bzw. Art. 54a IV in der neuen, hier nicht anwendbaren Fassung) zur Beurteilung 
der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruches zur Verfügung 
steht (Satz 1); der RAD setzt die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG 
massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumut-
bare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben (Satz 2); er 
ist in seinem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Satz 3 in 
der hier anwendbaren Fassung von Art. 59 Abs. 2bis IVG; vgl. VGE I 2018 67 vom 
12.10.2018 Erw. 1.5.1; vgl. auch die Ausführungsbestimmungen in Art. 47 – 49 
Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV, SR 831.201, in der bisher gel-
tenden Fassung). Der RAD kann gemäss Art. 49 Abs. 2 IVV bei Bedarf selber 
ärztliche Untersuchungen von Versicherten durchführen. Die IV-Stellen werden 
aber stets externe (meist polydisziplinäre) Gutachten einholen, wenn der ausge-
prägt interdisziplinäre Charakter einer medizinischen Problemlage dies gebietet, 
wenn der RAD nicht über die fachlichen Ressourcen verfügt, um eine sich stel-
lende Frage beantworten zu können, sowie wenn zwischen RAD-Bericht und all-
gemeinem Tenor im medizinischen Dossier eine Differenz besteht, welche nicht 
offensichtlich auf unterschiedlichen versicherungsmedizinischen Prämissen be-
ruht (siehe Urteil des Bundesgerichts 9C_505/2015 vom 12.10.2015 Erw. 2.1.2 
mit Verweis auf BGE 137 V 210, Erw. 1.2.1). Schliesslich können selbst nicht auf 
eigenen Untersuchungen beruhende Berichte und Stellungnahmen regionaler 
ärztlicher Dienste beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und 
es im Wesentlichen nur um die Beurteilung eines an sich feststehenden medizi-
nischen Sachverhalts geht (Urteil 4A_505/2012 vom 6.12.2012 Erw. 3.6), mithin 
die direkte fachärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hinter-

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grund rückt (zit. Urteil 9C_505/2015 vom 12.10.2015 Erw. 2.1.2 mit Verweis auf 
das Urteil 9C_25/2015 vom 1.05.2015 Erw. 4.1 mit Hinweisen; siehe auch das 
Urteil 9C_138/2021 vom 12.04.2021 Erw. 3.2.1).

1.3.4  Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist es grundsätzlich zuläs-
sig, dass eine Beurteilung des medizinischen Sachverhalts einzig gestützt auf 
versicherungsinterne Grundlagen erfolgt (vgl. Ueli Kieser, a.a.O. Rz. 64 zu Art. 
43 ATSG, mit Verweis auf BGE 122 V 157 und die Kritik daran). Dies gilt indes-
sen nur, wenn nicht - bereits geringe - Zweifel den entsprechenden Schluss als 
unsicher erscheinen lassen. Bei versicherungsinternen Berichten ist deshalb von 
Bedeutung, ob solche Zweifel an der Glaubwürdigkeit bestehen; ist dies zu beja-
hen, ist eine unabhängige Begutachtung notwendig. Einen entsprechenden Zwei-
fel hat das Bundesgericht beispielsweise im Fall der Einreichung eines Privatgut-
achtens angenommen oder wenn im Bericht des versicherungsinternen Arztes 
Widersprüche bestanden (vgl. Kieser, a.a.O. mit Verweis auf die bundesgerichtli-
chen Urteile 8C_474/2016 und 8C_261/2018). 

1.4 Nach gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichts beschränkt sich der 
gerichtliche Überprüfungszeitraum grundsätzlich auf den Sachverhalt, wie er sich 
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung (bzw. des Einspracheentscheids) 
verwirklicht hat (BGE 143 V 409 Erw. 2.1). Das kantonale Gericht hat indessen 
spätere Berichte und Dokumente in die Beurteilung miteinzubeziehen, soweit sie 
Rückschlüsse auf die im Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens 
gegebene Situation erlauben (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_503/2021 vom 
18.11.2021 Erw. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 

2. Am 25. Juni 2018 ging bei der IV-Stelle eine erneute IV-Anmeldung ein. 
Zum damaligen Gesundheitszustand der Versicherten und der seither eingetre-
tenen Entwicklung sowie zur Arbeitsfähigkeit sind den vorliegenden Akten u.a. 
die nachfolgend aufgeführten Angaben zu entnehmen.

2.1 In der IV-Anmeldung vom 25. Juni 2018 verwies die Versicherte aussch-
liesslich auf Knieprobleme und Knieschmerzen (IV-act. 36-6/8). 

Dr.med. F.________ (Orthopädie und Unfallchirurgie) stellte in seinem bei der IV-
Stelle am 13. Juli 2018 eingegangenen Bericht folgende Diagnosen (IV-act. 44-
3/35 Ziff. 2.5):

Knapp 14 Wochen nach Knie-TP links [22.3.2018 vgl. IV-act. 44-27/35]
Gonarthrose rechts Zustand nach Umstellungsosteotomie rechts
Beginnende Arthrose OSG re
Chronisches Lumbovertebralsyndrom
Z.n. Frozen shoulder links

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Adipositas
Asthma bronchiale

Zur Arbeitsfähigkeit äusserte sich dieser Orthopäde in diesem Bericht dahinge-
hend, dass sie "zur Zeit schlecht abschätzbar" sei. Nicht nur das linke Kniege-
lenk, sondern auch das rechte Kniegelenk seien bei Zustand nach Umstellungs-
osteotomie schlecht belastbar; zudem bestünden Schmerzen im oberen Sprung-
gelenk rechts (IV-act. 44-3/35 Ziff. 2.7). Einer Eingliederung stünden folgende 
Faktoren im Wege: "Fehlende Belastbarkeit, Verwendung von Gehstöcken, 
Schmerzen, Bewegungseinschränkungen" (IV-act. 44-6/35 Ziff. 4.4).

Analoge Diagnosen stellte auch der Hausarzt Dr.med. G.________ (Facharzt 
FMH Innere Med. u. Kardiologie, H.________) in seinem bei der IV-Stelle am 11. 
Juli 2018 eingegangenen Bericht (IV-act. 43-2/26 Ziff. 2.5). Der Hausarzt führte 
zur Frage der Arbeitsfähigkeit aus, dass nur sitzende Tätigkeiten zumutbar seien, 
und zwar rund 3-4 Stunden pro Tag, Laufen und Treppensteigen seien nicht 
mehr möglich (IV-act. 43-3/26 Ziff. 4.1 und 4.2).

2.2 Anlässlich des Abklärungsgesprächs vom 21. August 2018 wurde u.a. fest-
gehalten, dass die Versicherte seit dem 4. Dezember 2017 wegen Kniebe-
schwerden arbeitsunfähig beurteilt worden sei und Arbeitsversuche in der Wä-
scherei im I.________ gescheitert seien, auch für sitzende Tätigkeiten. Die Ver-
sicherte könne sich bis auf weiteres keine Arbeitsfähigkeit vorstellen; zuerst 
müssten beide Knie operiert sein und die Beschwerden grösstenteils zurückge-
hen. Der Arbeitsvertrag beim I.________ sei per 30. November 2018 wegen Ar-
beitsunfähigkeit gekündigt worden. Frühestens Ende 2018 werde es eine weitere 
Knieoperation rechts geben und erst danach sehe die Versicherte wieder eine 
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (IV-act. 47-4/4 Mitte). 

2.3 In einem Bericht vom 11. Februar 2019 an den Hausarzt Dr.med. 
G.________ wiederholte der Orthopäde Dr.med. F.________ die bereits bekann-
ten Diagnosen. Die Versicherte habe weiterhin Schmerzen in beiden Kniegelen-
ken, zusätzlich bestünden Schmerzen in beiden Sprunggelenken mit zweitweiser 
Schwellung. Die Gehdauer an einem Stock betrage etwa 30 Minuten. Sie könne 
weiterhin nicht als Raumpflegerin arbeiten. Abschliessend ersuchte der Orthopä-
den den Hausarzt, die Versicherte für eine Beurteilung und Behandlung in der 
Klinik E.________ in J.________ aufzubieten (bei Dr. K.________, Teamleiter 
Knie, IV-act. 54).

2.4 PD Dr.med. K.________ (Leitender Arzt Kniechirurgie, E.________) stellte 
in seinem Sprechstundenbericht vom 12. März 2019 folgende Diagnosen, ohne 
sich zur Arbeitsfähigkeit zu äussern (IV-act. 58-1/2):

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1. Schmerzhafte Knie-TP links mit/bei
- Implantation 03/2018 (extern)

2. Gonarthrose rechts mit/bei:
- St.n. varisierender distaler Femur-Osteotomie 09.04.2013 (Spital 

L.________) 

2.5 Am 6. Juni 2019 nahm der RAD-Arzt Dr.med. D.________ (Facharzt für or-
thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates) wie folgt 
zur medizinischen Aktenlage Stellung (IV-act. 61):

Die Versicherte klagt seit der KTEP Implantation links 3/2018 über persistierende 
Kniegelenkbeschwerden. Eine Operationsindikation wird weitgehend ausgeschlos-
sen. Weitere therapeutische Massnahmen stehen noch an, eine Gewichtsreduktion 
wird empfohlen. Weiterhin ist eine Gonarthrose rechts ausgewiesen, sowie weitere 
Beschwerden im Bereich der Schulter und der LWS.

Eine abschliessende Stellungnahme ist aktuell nicht möglich, vor allem weil mehre-
re Gelenke betroffen sind und die daraus resultierenden Einschränkungen in den 
Berichten nicht erwähnt werden.

Bitte Juli/August einen Verlaufsbericht bei Dr. F.________ und beim behandelnden 
Hausarzt anfordern mit einer Stellungnahme zur Prognose und AF. 
Eine abschliessende Stellungnahme ist dann wahrscheinlich erst im Rahmen eines 
orthop. Gutachtens möglich.

2.6 Der Hausarzt berichtete am 7. August 2019 (eingegangen bei der IV-Stelle 
am 12.8.2019) von einem stationären Zustand ("keine Änderung"); der Orthopä-
de Dr.med. F.________ habe der Versicherten bis Ende August 2019 weiterhin 
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert (IV-act. 62). Diese Angaben wurden 
von Dr.med. F.________ am 13. August 2019 bestätigt (IV-act. 63). Da letzterer 
zu diesem Zeitpunkt keine weitere Behandlung anbieten konnte, ersuchte er den 
Hausarzt, "je nach Schwerpunkt der Beschwerden die Patientin nochmals ent-
weder im E.________ (Knie) oder in der M.________ (Wirbelsäule) vorzustellen" 
(IV-act. 63-3/3 in fine).

2.7 Zu diesen neuen Angaben äusserte sich der RAD-Arzt Dr.med. 
D.________ am 5. September 2019 wie folgt (IV-act. 65):

Bei der Versicherten stehen weiterhin die Kniebeschwerden beidseits im Vorder-
grund. Sie klagt weiterhin über peripatellare Beschwerden links bei Zustand nach 
KTEP links 3/2018 bei sonst ausreichender Beweglichkeit des Kniegelenkes 
(Flex/Ex 100/0/0°). Im rechten Knie sind die Beschwerden durch die Arthrose be-
dingt bei Zustand nach varisierender distaler Femurosteotomie 4/2013. Eine KTEP 
Implantation rechts ist Ende 2019 angedacht.

Nebenbefundlich werden Rückenbeschwerden angegeben sowie eine einge-
schränkte Belastbarkeit der linken Schulter links. Eine AUF ist ausgestellt bis Ende 
August 2018.

Medizinisch theoretisch kann nach Implantation einer KTEP rechts von einer er-
höhten Belastbarkeit des Versicherten ausgegangen werden mit ev. sogar Besse-
rung des linken Kniegelenkes durch eine bessere Gewichtsverteilung beidseits, ak-

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tuell kann allenfalls ein Pensum von 50% zugemutet werden in einer überwiegend 
sitzenden Tätigkeit, ohne Arbeiten in der Hocke oder kniend, ohne Steigen von Lei-
tern und Gerüste, ohne Arbeiten auf unebenem Boden, ohne Heben und Tragen 
über 10 kg, ohne Arbeiten über Schulterhöhe links ab September 2019. Die ange-
stammte Tätigkeit (Hausdienst, Reinigung) ist auf Dauer nicht mehr zumutbar.

2.8 In einem Schreiben vom 18. November 2019 ersuchte Dr.med. F.________ 
PD Dr.med. K.________, die Versicherte für eine zusätzliche Abklärung aufzu-
bieten. In der Begründung wurde dazu ausgeführt, auch wenn die akute 
Schmerzexazerbation rückläufig sei, sei das Problem der Versicherten nicht 
gelöst. Sie sei nach wie vor auf einen Gehstock angewiesen und sie habe 
Schmerzen im ventralen Kompartiment des linken Kniegelenks. Trotz unauffälli-
gem CRP von letzter Woche werde er morgen eine Kniegelenkspunktion durch-
führen sowie eine bakteriologische Untersuchung veranlassen. Die tieflumbalen 
Rückenschmerzen mit Ausstrahlung ins linke Bein seien unverändert vorhanden 
und separat von der femoropatellären Schmerzsymptomatik zu sehen (IV-act. 
72). 

2.9.1  Am 27. November 2019 berichtete Dr.med. F.________ dem Hausarzt, bei 
normalem CRP Wert und ebenfalls negativer Mikrobiologie bei Punktion sei ein 
Infekt weitgehend auszuschliessen. Der akut aufgetretene Hämarthros spreche 
für eine Einblutung durch Synovialitis oder durch die direkte Arrosion der patella 
baja (IV-act. 74). 

2.9.2  Zur Verlaufskontrolle vom 19. Dezember 2019 führte PD Dr.med. 
K.________ u.a. in der Beurteilung aus, bei der Patientin zeige sich weiterhin 
nun eineinhalb Jahre postoperativ noch eine schmerzhafte Knieprothese, welche 
sie im Alltag stark einschränken würde. Sie sei weiterhin noch an zwei Unterarm-
gehstöcken mobil. Als nächsten Schritt werde eine Allergietestung auf Metallall-
ergie empfohlen, was sie selber organisieren werde (IV-act. 76-2/2).

2.10 Am 22. Mai 2020 suchte die Versicherte erneut die Sprechstunde von PD 
Dr.med. K.________ auf (zur Besprechung der dermatologischen Abklärungen). 
Im gleichentags verfassten Bericht an Dr.med. F.________ wurden die Diagno-
sen wie folgt präzisiert (IV-act. 80):

1. Schmerzhafte Knie-TP links mit/bei
- Allergologische Abklärung 24.03.2020: Kontaktallergien auf Octylgallat tert. 

Butylhydrochinon (Polyesterharze), Polyvidon Jod, Chrom (II)-sulfat Hy-
drat, Cadmiumchlorid, Palladiumchlorid und Silbernitrat

- Implantation 03/2018 (Spital L.________)

2. Gonarthrose rechts mit/bei:
- St.n. varisierender distaler Femur-Osteotomie 09.04.2013 (Spital 

L.________) 

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3. Adipositas Grad I mit BMI von 32 kg/m2

4. Verdacht auf Coxarthrose links mehr als rechts, oligosymptomatisch

Zur Beurteilung und zum weiteren Procedere führte dieser Facharzt u.a. aus, bei 
persistierenden Knie-TP-Beschwerden sowie Hautläsionen und Nachweis einer 
Kontaktallergie werde die Indikation zum Prothesenwechsel gestellt, welcher für 
17. Juli 2020 geplant werde (IV-act. 80-2/2).

2.11  Vom 17. Juli 2020 bis zum 23. Juli 2020 hielt sich die Versicherte in der 
Klinik E.________ auf. Im Austrittsbericht wurde zusätzlich zu den bereits be-
kannten Diagnosen ein Diabetes mellitus Typ 2 diagnostiziert. Hinsichtlich der 
Operation (Knie-Totalendoprothesen-Wechsel links am 17.7.2020) wurde u.a. 
festgehalten, dass sich die Mobilisation unter physiotherapeutischer Anleitung 
problemlos gestaltet habe; eine postoperative Röntgenkontrolle habe regelrechte 
Stellungsverhältnisse gezeigt. Die Beweglichkeit des operierten Kniegelenkes 
habe bei Austritt "Flexion/Extension 60/0/0°" betragen (IV-act. 86-1/5).

2.12 Am 22. Oktober 2020 erfolgte eine Verlaufskontrolle an der Klinik 
E.________. PD Dr.med. K.________ führte in seinem Bericht vom 1. November 
2020 an Dr.med. F.________ u.a. aus, dass sich postoperativ ein ordentlicher 
Verlauf gezeigt habe. Der Befund wurde u.a. wie folgt zusammengefasst (IV-act. 
92-2/2 oben):

Rechtsseitig hinkendes Gangbild.
Knie links: Integument intakt bei reizlosen Narbenverhältnissen. Keine Rötung, 
keine Überwärmung. Minime Schwellung im Vergleich zur Gegenseite.
Druckdolenz im Bereich der Tuberositas tibiae. Keine anderen Druckdolenzen aus-
lösbar. Kollateralbänder stabil, in Extension und 20°-Flexion.
Flex-/Extension 120-0-0°. Straight leg raise möglich, jedoch leicht abgeschwächt 
im Vergleich zur Gegenseite. pDMS intakt.

Die von der Patientin beschriebenen Schmerzen im Bereich der Tuberositas ti-
biae würden im Rahmen einer noch postoperativen muskulären Insuffizienz des 
Quadrizeps beurteilt. Aufgrund der aktuellen Beschwerdesituation und bei Status 
nach Knie-TP-Wechsel links sowie Gonarthrose rechts sei eine 100%ige Arbeits-
fähigkeit in ihrer angestammten Tätigkeit als Reinigungsfachfrau nicht gegeben 
(IV-act. 92-2/2).

2.13 Der RAD-Arzt Dr.med. D.________ fasste seine Beurteilung der aktuellen 
medizinischen Aktenlage am 7. Januar 2021 wie folgt zusammen (IV-act. 94):

Bei der Versicherten ist jetzt schlussendlich nach dem Knieprothesenwechsel links 
vom 17.07.2020 ein gutes postoperatives Ergebnis ausgewiesen: die Versicherte 
kann stockfrei gehen, das Kniegelenk ist stabil bei einer Beweglichkeit von 
120/0/0°, minimaler Schwellung und reizlosen Narbenverhältnissen (E.________ 
Bericht vom 22.10.2020).

11

Weitere ausgewiesene Diagnosen sind eine beginnende Gonarthrose rechts bei 
Z.n. varisierender distaler Femurosteotomie 2013 und der V. auf eine aktuell oligo-
symptomatische Coxarthrose beidseits.
Die angestammte Tätigkeit als Reinigungsfachfrau ist auf Dauer nicht mehr gege-
ben.
Nach abgeschlossener Physiotherapie und muskulärem Aufbau sollte der Versi-
cherten spätestens ab Februar 2021 eine leichte körperliche Tätigkeit, überwie-
gend im Sitzen, ohne arbeiten kniend oder in der Hocke, ohne Heben und Tragen 
über 10 kg, ohne lange Anmarschwege mit einem Pensum von 80% zumutbar sein 
(erhöhter Pausenaufwand).

2.14 Der Hausarzt berichtete der IV-Stelle nach einer ärztlichen Kontrolle vom 
24. Februar 2022, dass der Gesundheitszustand stationär sei und keine Ände-
rung der Diagnosen eingetreten sei. Bis zum 28. Februar 2021 bescheinigte er 
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit mit dem ergänzenden Hinweis, dass die Ar-
beits(un)fähigkeit zwischenzeitlich durch behandelnde Spezialisten "ausgestellt" 
bzw. beurteilt worden sei (IV-act. 96). 

2.15 Nach Kenntnisnahme des Hausarztberichtes vom 24. Februar 2021, in 
welchem eine Arbeitsunfähigkeit bis zum 28. Februar 2021 (ohne nähere Be-
gründung) attestiert wurde, nahm der RAD-Arzt am 11. März 2021 nochmals zur 
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung wie folgt Stellung (IV-act. 98):

Die Versicherte hat aktuell als Behandlung lediglich Physiotherapie, die durchaus 
auch ambulant und berufsbegleitend ab jetzt zumutbar ist.
Eine AUF bis max. 28.02.2021 ist medizinisch vertretbar, die aus RAD Sicht be-
scheinigte AF in einer angepassten Tätigkeit mit einem Pensum von 80% ist somit 
spätestens ab dem 1.03.2021 zumutbar.
Weitere Abklärungen sind nicht notwendig.

2.16.1  Am 22. April 2021 sowie am 31. Mai 2021 und mithin noch vor Erlass der 
angefochtenen IV-Verfügung vom 14. Juli 2021 bescheinigte der Hausarzt der 
Versicherten jeweils für eine befristete Zeitdauer (d.h. bis 21.5.2021 bzw. bis 
31.8.2021) eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (vgl. Bf-act. 3 und 4).

2.16.2  In einem Bericht vom 3. November 2021 (d.h. nach der IV-Verfügung vom 
14.7.2021) stellt Dr.med. F.________ folgende Diagnosen (vgl. Bf-act.):

Schulterschmerzen bei Partialläsion der Supraspinatussehne, AC-Gelenksarthrose 
links
Wechsel auf eine achsgeführte Knieprothese links 2020 (E.________)
Gonarthrose re Z.n. Umstellungs-OT femoral re
Chronisches Lumbovertebral-Syndrom
Diabetes mellitus (oral eingestellt)

Weiter führte dieser Orthopäde u.a. aus:

12

Die Patientin hat Schulterbeschwerden links. Diese sind bereits 2011 vorhanden 
gewesen. Damals und 2015 ist jeweils eine MRT-Untersuchung der linken Schulter 
erfolgt. Diese hat eine Partialläsion der Supraspinatussehne gezeigt. Die Be-
schwerden haben sich seither tendenziell verstärkt. Die Bewegung ist einge-
schränkt. Der Schmerz strahlt in den linken Oberarm aus. Sie ist Rechtshänderin 
und macht ihre Tätigkeiten (etwas Haushalt, Körperpflege) vor allen Dingen rechts. 
Auch das Tragen von Lasten ist maximal bis 3 kg möglich. Sie kann maximal 30 
min sitzend verbringen. Dann kommt es zu vermehrten Schmerzen im Bereich der 
LWS. Auch hier sind bereits 2 mal MRT-Untersuchungen erfolgt. Das letzte Mal 
2019. Hier hat sich eine Protrusion der Bandscheibe L4-5 gezeigt. Bzgl. Der Knie-
gelenke geht es nach der Wechseloperation links ganz gut. Rechts hat sie jedoch 
weiterhin starke belastungsabhängige Schmerzen. Es besteht nach einer Umstel-
lungsoperation hier eine fortgeschrittene Arthrose. (…)
Es bestehen noch belastungsabhängige Schmerzen im Bereich beider Füsse. Eine 
Abklärung erfolgt heute hier nicht.
Es steht der Patientin eine "graue Star" Operation bds. bevor. (…)
(…)
Bzgl. der linken Schulter besteht eine Partialläsion der Supraspinatussehne sowie 
der dringende Verdacht einer AC-Gelenksarthrose.
Die letzte Bildgebung mit MRT der linken Schulter ist von 2015.
Es ist möglich, dass aus der Partialläsion mittlerweile eine vollständige Ruptur ge-
worden ist.
Ich habe heute auf eine erneute MRT-Untersuchung verzichtet, weil ich meine, der 
Patientin im Rahmen der Gesamtsituation keine Operation anbieten zu können.
Bei oben genannter Patientin handelt es sich um eine Person mit deutlich einge-
schränktem Allgemeinzustand. Ihre Beschwerden sind glaubhaft. Ich kenne sie seit 
Jahren und weiss, dass die Patientin zuverlässig ist.
Für mich ist eine gewisse Arbeitsfähigkeit denkbar. Ich möchte mich bzgl. Länge 
und Art der Arbeit nicht festlegen.
Realistisch ist am ehesten ein sitzender Arbeitsplatz, bei dem die Arme auf dem 
Tisch abgelegt werden können.
Sie müsste die Arbeit je nach Beschwerden auch immer wieder mit Pausen unter-
brechen können.
Auf dem freien Arbeitsmarkt ist eine derartige Tätigkeit kaum zu bekommen.
Ich habe vorgeschlagen, dass man bei der Firma N.________ nachfragt, ob noch 
Heim-Arbeitsplätze eingerichtet werden können. Dies wäre ein realistischer An-
satz, die Patientin wieder in einen Arbeitsprozess einzugliedern. (…)

3. Eine gerichtliche Würdigung all dieser vorstehenden Angaben zeitigt die 
nachfolgend dargelegten Ergebnisse. 

3.1 Vergleicht man die vorliegenden Beurteilungen des involvierten RAD-
Facharztes für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa-
rates, fällt auf:

- dass er bei seiner am 6. Juni 2019 vorgenommenen Würdigung der medizini-
schen Akten ausführte, eine abschliessende Stellungnahme sei nicht möglich, 

13

weil vor allem mehrere Gelenke betroffen seien und die daraus resultierenden 
Einschränkungen in den Berichten nicht erwähnt würden. Am Schluss dieser 
ersten Aktenbeurteilung erachtete dieser RAD-Facharzt ein orthopädisches 
Gutachten als "wahrscheinlich" unumgänglich zur Beurteilung der Arbeitsfähig-
keit (vgl. Vi-act. 61 bzw. oben, Erw. 2.5).

- dass rund drei Monate später dieser RAD-Facharzt am 5. September 2019 me-
dizinisch theoretisch für überwiegend sitzende, angepasste Tätigkeiten (ohne 
Arbeiten in der Hocke oder kniend, ohne Leiternsteigen/ Gerüste, ohne Arbeiten 
auf unebenem Boden, ohne Heben und Tragen über 10 kg/ ohne Arbeiten über 
Schulterhöhe links) eine Arbeitsfähigkeit von 50% veranschlagte, und zwar 
ausgehend von im Vordergrund stehenden Kniebeschwerden bei ausreichender 
Beweglichkeit der Kniegelenke (Flex/Ex 100/0/0°) sowie nebenbefundlichen 
Rückenbeschwerden sowie einer eingeschränkten Belastbarkeit der Schulter 
links (vgl. IV-act. 65 bzw. Erw. 2.7);

- und dass dieser RAD-Facharzt bei seiner nächsten Aktenbeurteilung vom 
7. Januar 2021 auf das gute postoperative Ergebnis des Knieprothesenwech-
sels links vom 17. Juni 2020 verwies, indem die Versicherte stockfrei gehen 
könne und das Kniegelenkt stabil sei bei einer Beweglichkeit von 120/0/0° bei 
minimaler Schwellen- und reizlosen Narbenverhältnissen. Sodann verwies er 
auf eine beginnende Gonarthrose rechts und auf den Verdacht einer beidseiti-
gen (oligosymptomatischen) Coxarthrose. Medizinisch theoretisch erachtete der 
RAD-Arzt nunmehr für leichte körperliche Tätigkeiten (überwiegend im Sitzen, 
ohne kniende Arbeiten oder Arbeiten in der Hocke, ohne Heben und Tragen 
über 10 kg, ohne lange Anmarschwege) ein Pensum von 80% als zumutbar bei 
einem erhöhten Pausenbedarf (IV-act. 94 bzw. Erw. 2.13).

3.2.1  Mithin begründete der RAD-Arzt ursprünglich (am 6.6.2019) das wahr-
scheinlich nötige Gutachten zur Festlegung der Arbeitsfähigkeit einerseits mit 
dem Faktum, wonach "mehrere Gelenke betroffen seien" und andererseits damit, 
dass die Auswirkungen der Einschränkungen in den betroffenen Gelenken in den 
aktenkundigen Arztberichten nicht ausreichend abgehandelt wurden. 

3.2.2  Weshalb gemäss den letzten RAD-Beurteilungen für die Festlegung des 
zumutbaren Arbeitsfähigkeitsgrades kein Gutachten mehr nötig sei, obwohl wei-
terhin verschiedene Gelenke (v.a. Kniegelenke links und rechts, Schulter links 
sowie zusätzlich auch ein Verdacht auf Coxarthrose beidseits) sowie grundsätz-
lich nach der Aktenlage auch LWS- und Fussbeschwerden tangiert werden, wur-
de von diesem RAD-Facharzt nicht thematisiert. Namentlich äusserte er sich 
nicht dazu, inwiefern die Auswirkungen der Einschränkungen in allen betroffenen 
Gelenken (ausreichend) abgehandelt wurden (derweil die Fragestellung, wie es 
sich mit den angesprochenen LWS- und Fussbeschwerden verhält, nicht beant-
wortet wurde).

3.2.3  Soweit dieser RAD-Arzt aus einem guten postoperativen Knieprothesen-
wechsels links (vom 17.7.2020) und einem stabilen Kniegelenk bei einer Beweg-

14

lichkeit von (Flex/Ex) von 120/0/0° eine Arbeitsfähigkeit von (genau) 80% für 
leichte körperliche Tätigkeiten hergeleitet hat (IV-act. 94), bleibt unklar, ob bei 
dieser medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung auch noch die 
früheren Befunde, welche sich auf den Rücken und die linke Schulter beziehen 
(vgl. IV-act. 65) einbezogen wurden, da zu diesem Themenkreis nichts gesagt 
wird (vgl. IV-act. 94). 

Anzufügen ist, dass der gleiche RAD-Arzt noch am 5. September 2019 bei einer 
Beweglichkeit des rechten Kniegelenks von "Flex/Ex 100/0/0°" sowie unter Ein-
bezug der nebenbefundlichen Rücken- und Schulterbeschwerden eine Arbeits-
fähigkeit von 50% veranschlagt hatte (IV-act. 65). 

3.3 Besonders zu beachten ist, dass bereits anlässlich des ersten gerichtlichen 
Beschwerdeverfahrens (I 2015 8) chronische Rücken- und Schulterschmerzen 
vorgebracht wurden (IV-act. 34-8/15 oben), allerdings die Schulterbeschwerden 
ausserhalb des damaligen gerichtlichen Überprüfungszeitraums auftraten und 
deswegen (noch) nicht einzubeziehen waren (siehe IV-act. 34-11/15 Erw. 3.1). 
Auch im nachgereichten Bericht von Dr.med. F.________ vom 3. November 
2021 werden solche bereits früher dokumentierte Schulterbeschwerden ange-
sprochen; daraus hat dieser Facharzt eine Gewichtsbeschränkung für das Heben 
von Lasten von maximal 3 kg hergeleitet (vgl. Bf-act.). Demgegenüber plädiert 
der RAD-Facharzt für eine maximale Limite von 10 kg für das Heben und Tragen 
von Lasten, ohne für seine Herleitung bzw. für seine Abweichung von der Ein-
schätzung des behandelnden Facharztes in substantiierter Form Gründe vorzu-
bringen (IV-act. 94).

3.4 Bei dieser Sachlage kann hier - bezogen auf alle aktenkundigen Be-
schwerden (betreffend Knie, Rücken, Schulter, OSG, Hüftarthrose) - nicht von ei-
nem derart feststehenden Sachverhalt ausgegangen werden, dass die direkte 
ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund treten würde 
(vgl. zit. Urteil 9C_138/2021 Erw. 3.21). Vielmehr wird in der Beschwerde (Ziff. 
21) unter Hinweis auf BGE 139 V 225 (Erw. 5.2 S. 229) zu Recht eingewendet, 
dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen rechtsprechungsgemäss ergän-
zende Abklärungen vorzunehmen sind. Solche Zweifel sind nach dem Gesagten 
darin zu erblicken, dass die in der angefochtenen Verfügung übernommene Ar-
beitsfähigkeitseinschätzung des betreffenden RAD-Facharztes nicht auf sämtli-
che gesundheitlichen Beeinträchtigungen eingeht und namentlich unklar bleibt, 
inwiefern trotz der angesprochenen chronischen Rücken- und Schulterbe-
schwerden und der Knie-, OSG- und Hüftbeschwerden weiterhin eine zumutbare 
Arbeitsfähigkeit von 80% (und nicht weniger) zu veranschlagen sei.

15

4.1 Nach dem Gesagten liegen hinreichende Zweifel vor, welche nach Mass-
gabe der höchstrichterlichen Rechtsprechung zur Folge haben, dass bezüglich 
der massgebenden Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht einfach der Beurteilung des 
RAD-Facharztes gefolgt werden kann. An diesem Ergebnis vermögen die Vor-
bringen der Vorinstanz vor Gericht nichts zu ändern. Die Beschwerde erweist 
sich als begründet. 

4.2 Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung vom 14. Juli 2021 inso-
fern aufzuheben, als darin für den Zeitraum ab 1. Juni 2021 ein Leistungsan-
spruch verneint wird. Die Sache wird zur Klärung des massgebenden Arbeits-
fähigkeitsgrades durch eine verwaltungsexterne Begutachtung an die Vorinstanz 
zurückgewiesen. Diesem Ergebnis entsprechend werden die Verfahrenskosten 
der Vorinstanz auferlegt.

4.3 Der Beschwerdeführerin wird zulasten der IV-Stelle eine Parteientschädi-
gung zugesprochen. Die Entschädigung richtet sich nach dem Gebührentarif für 
Rechtsanwälte (GebTRA, SRSZ 280.411). § 2 GebTRA sieht als Bemessungskri-
terien die Wichtigkeit der Streitsache, ihre Schwierigkeit, den Umfang und die Art 
der Arbeitsleistung sowie den notwendigen Zeitaufwand vor. Das Honorar beträgt 
für die Vertretung vor Verwaltungsgericht Fr. 300.-- bis Fr. 8'400.-- (§ 14 Geb-
TRA). Im Lichte all dieser Aspekte wird die Entschädigung ermessensweise auf 
Fr. 2'800.-- festgelegt.

16

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen. Die ange-
fochtene Verfügung vom 14. Juli 2021 wird insoweit aufgehoben, als sie für 
den Zeitraum ab 1. Juni 2021 einen Leistungsanspruch verneint. Die Sache 
wird an die Vorinstanz zurückgewiesen, damit sie nach einer verwaltungs-
externen Begutachtung der Arbeitsfähigkeit über den Leistungsanspruch 
der Versicherten für den Zeitraum ab 1. Juni 2021 neu befinden kann.

2. Die Verfahrenskosten (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) 
werden auf Fr. 500.-- festgelegt und der Vorinstanz auferlegt. Dies wird 
zahlungsverkehrsmässig so umgesetzt, dass das Gericht den von der Be-
schwerdeführerin bezahlten Kostenvorschuss von Fr. 500.-- einbehält und 
die IV-Stelle der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin Fr. 500.-- zu 
bezahlen hat. 

3. Der Beschwerdeführerin wird zulasten der IV-Stelle eine Parteientschädi-
gung von Fr. 2'800.-- (inkl. MwSt und Auslagen) zugesprochen. 

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

5. Zustellung an:
- die Vertreterin der Beschwerdeführerin (2/R)
- die Vorinstanz (R)
- und das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, Bern (A).

Schwyz, 16. Mai 2022

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Die a.o. Gerichtsschreiberin:

17

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 
Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 20. Mai 2022