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**Case Identifier:** 72f1690f-4f91-5121-862f-37780f49078e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-09-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.09.2018 C-4121/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4121-2017_2018-09-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-4121/2017 

 

 
 

 

 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  S e p t e m b e r  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richter Beat Weber (Vorsitz), 

Richter David Weiss, Richterin Viktoria Helfenstein,    

Gerichtsschreiberin Susanne Flückiger. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Spanien),  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 IV Invalidenrente (Befristung);  

Verfügung der IVSTA vom 13. Juni 2017. 

C-4121/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a A._______ geboren am (…) 1967 (nachfolgend: Versicherte oder Be-

schwerdeführerin), ist spanische Staatsangehörige, verheiratet und Mutter 

zweier erwachsener Kinder (geb. 1987 und 1988). Sie wuchs in der 

Schweiz auf, machte eine Bürolehre, arbeitete zunächst als Telefonistin, 

später im Supermarkt und in der Administration eines Grossverteilers. Sie 

leistete von April 1984 – August 2002 obligatorische Beiträge an die 

schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung AHV/IV 

(IV 2-5, 59.3). Im August 2002 übersiedelte sie nach Spanien. Ab Dezem-

ber 2002 war sie dort je in Teilzeit als Verkäuferin in der Fischabteilung 

eines Supermarkts (24 Std./Wo.) und als Hausfrau tätig (IV 28). 

A.b Am 31. August 2014 erlitt die Versicherte einen Motorradunfall und zog 

sich dabei einen offenen Bruch des linken Oberschenkelknochens supra-

condylär (beim Kniegelenk) sowie einen Kopfabbruch des linken Ober-

schenkels zu (23.1-4, 29.4-15, 31 f.). Die Versicherte wurde in der Folge 

bis am 13. Juli 2016 fünfmal am linken Bein/Hüfte/Knie operiert. Die Be-

handlung erwies sich als kompliziert und langwierig (IV 32, 11.1 = 36, 11.2 

= 38, 45 = 69, 72, 18 = 46 = 73, 80, 83 f., 99 f.). Seit dem 20. Oktober 2016 

wurde sie ausserdem psychiatrisch wegen einer majoren depressiven Epi-

sode behandelt (IV 85). 

B.  

Am 10. Februar 2016 sprach der spanische Versicherungsträger INSS der 

Versicherten eine Invalidenrente aufgrund einer vollen Invalidität zu. Diese 

bestätigte er am 20. Februar 2017 (IV 21 = 48, 98, vgl. auch IV 30). 

C.  

C.a Am 29. Februar 2016 meldete sich die Versicherte via den spanischen 

Versicherungsträger für den Bezug von Leistungen der Schweizerischen 

Invalidenversicherung an (IV 2.7, 53). 

C.b Am 21. Juli 2016 nahm Dr. B._______, FMH allgemeine innere Medi-

zin, zertifizierter RAD-Arzt, vom medizinischen Dienst der IVSTA Stellung 

und führte im Wesentlichen aus, die Behandlung sei nicht abgeschlossen 

und es seien weitere aktuelle Angaben zur orthopädischen Situation einzu-

holen (IV 63). Nachdem die Vorinstanz beim INSS weitere medizinische 

Akten zum Verlauf ab 1. Januar 2016 eingeholt hatte (vgl. IV 67-85), nahm 

Dr. B._______ am 21. Januar 2017 nochmals Stellung und führte aus, die 

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Seite 3 

Versicherte sei seit 31. August 2014 vollumfänglich arbeitsunfähig in ihrer 

bisherigen Arbeitstätigkeit als Verkäuferin im Supermarkt, da sie nicht mehr 

stehen und ihre Position nicht ständig ändern könne. Ab 17. Oktober 2016 

sei aber eine adaptierte sitzende Tätigkeit möglich. Weiter führe ein einzi-

ger Bericht eine reaktive Depression an. Aus seiner Sicht rechtfertige die-

ses Problem keine zusätzliche Arbeitsunfähigkeit (IV 87). Dr. C._______, 

FMH Psychiatrie und Psychotherapie, zertifizierter medizinischer Gutach-

ter SIM, vom medizinischen Dienst, schloss sich in seiner Stellungnahme 

vom 20. Februar 2017 Dr. B._______ an, dass hier keine psychiatrisch be-

gründete Arbeitsunfähigkeit, sondern eine reaktive Folge des Unfalls mit 

vielen Operationen und recht einschneidenden körperlichen Einschränkun-

gen bestehe (IV 88). Am 1. März 2017 nahm Dr. B._______ noch zu den 

Einschränkungen der Versicherten im Haushalt Stellung (IV 90). 

C.c Mit Vorbescheid vom 27. März 2017 stellte die Vorinstanz der Versi-

cherten die Zusprache einer ganzen, vom 1. August 2016 – 31. Januar 

2017 befristeten, Invalidenrente nebst einer Kinderrente in Aussicht. Sie 

begründete dies damit, dass die Versicherte seit 31. August 2014 in ihrer 

bisherigen Tätigkeit vollumfänglich arbeitsunfähig sei, seit dem 17. Oktober 

2016 aber in einer angepassten sitzenden Verweistätigkeit keine Arbeits-

unfähigkeit mehr bestehe. Es ergebe sich eine Erwerbseinbusse im Er-

werbsteil von 17 %. Im Aufgabenbereich betrage die Arbeitsunfähigkeit 

60 %. Insgesamt resultiere ein IV-Grad von 34 % ab 17. Oktober 2016, 

weshalb die IV-Rente bis 31. Januar 2017 befristet werde. Da die Be-

schwerdeführerin ihren Antrag am 29. Februar 2016 gestellt habe, könne 

die Rente frühestens ab dem 1. August 2016 ausgerichtet werden (IV 92).  

C.d Die Versicherte wendete am 27. April 2017 gegen diesen Bescheid ein, 

der spanische Sozialversicherer habe aufgrund der erlittenen Verletzungen 

nunmehr definitiv eine volle Invalidität festgestellt, und verwies auf den Be-

richt des Gesundheitszentrums von (…) vom 20. April 2017, wonach die 

Oberschenkelfraktur nicht konsolidiert und eine Behinderung von 42 % an-

erkannt sei. Sie ergänzte, ihre Arbeitsunfähigkeit in der Erwerbstätigkeit er-

weise sich als vollständig, da es für sie unter den bestehenden Umständen 

keine andere Tätigkeit gebe (IV 97-100).  

C.e Nachdem Dr. B._______ vom medizinischen Dienst am 27. Mai 2017 

nochmals Stellung genommen hatte (IV 103), sprach die Vorinstanz der 

Versicherten am 13. Juni 2017 wie angekündigt eine ganze befristete Inva-

lidenrente für den Zeitraum vom 1. August 2016 – 31. Januar 2017 nebst 

einer Kinderrente zu (IV 104, 112). 

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Seite 4 

D.  

D.a Mit Eingabe vom 18. Juli 2017 (Poststempel) erhob die Beschwerde-

führerin beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte sinn-

gemäss die Aufhebung der Verfügung vom 13. Juni 2017 und die Anerken-

nung einer Invalidität im Umfang von mindestens 70 %. Sie begründete 

dies damit, dass aus medizinischer Sicht Probleme mit der Heilung des 

linken Beines bestünden, was mit Schmerzen verbunden sei und sie das 

Bein nicht belasten könne, zudem liege eine schwere depressive Episode 

vor. Im Übrigen sei sie in arbeitstechnischer Sicht auch in einem an-

spruchslosen Job nicht markttauglich, da sie weder stehen noch ihre Posi-

tion wechseln könne. In zusätzlicher Berücksichtigung ihres Alters und der 

mangelnden Ausbildung gebe es für sie keinen Arbeitgeber (Beschwerde-

akte [B-act.] 1). 

D.b Am 23. August 2017 ging beim Bundesverwaltungsgericht der aufer-

legte Kostenvorschuss ein (B-act. 5). 

D.c In ihrer Vernehmlassung vom 27. Oktober 2017 führte die Vorinstanz 

aus, es seien keine neuen medizinischen Bescheide, welche die Beurtei-

lung ändern würden, eingereicht worden. Zudem seien ihre beurteilenden 

Ärzte und die Gutachter der spanischen Sozialversicherung in Bezug auf 

die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu übereinstimmenden Fest-

stellungen gelangt. Sie äusserte sich weiter zur berechneten verbleiben-

den Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin, zum Begriff des ausgegli-

chenen Arbeitsmarktes nach der Praxis im Schweizer Sozialversicherungs-

recht und beantragte die Abweisung der Beschwerde (B-act. 8).  

D.d Replikweise hielt die Beschwerdeführerin am 7. Dezember 2017 an 

ihren Anträgen fest, verwies darauf, dass sie ihr Bein weiterhin nicht belas-

ten könne und führte weiter aus, dass sie entgegen der Auffassung der 

Vorinstanz im Haushalt zu mindestens 90 % invalid und ausser Haus min-

destens zu 70 % invalid sei. Sie ergänzte, dass sie bereit sei, sich zur Prü-

fung ihres Gesundheitsschadens in der Schweiz untersuchen zu lassen  

(B-act. 11). 

D.e In ihrer Duplik vom 24. Januar 2018 verwies die Vorinstanz auf die ein-

geholte Stellungnahme von Dr. B._______ vom 6. Januar 2018 und hielt 

an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest (B-act. 13). 

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Seite 5 

D.f Mit Verfügung vom 22. Februar 2018 übermittelte der Instruktionsrich-

ter die Duplik an die Beschwerdeführerin zur Kenntnis und schloss den 

Schriftenwechsel ab (B-act. 16). 

E.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird 

– soweit erforderlich – im Rahmen den nachfolgenden Erwägungen einge-

gangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 

Abs. 1 Bst. b IVG (SR 831.20) sowie Art. 5 VwVG beurteilt das Bundesver-

waltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügun-

gen der IVSTA. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 

1.2 Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt. 

Indes findet das VwVG aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG keine Anwen-

dung in Sozialversicherungssachen, soweit das ATSG (SR 830.1) anwend-

bar ist. 

1.3 Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-

men; sie ist durch die sie betreffende Verfügung berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Anfechtung (Art. 59 ATSG). 

1.4 Da die Beschwerde rechtzeitig und formgerecht (Art. 60 in Verbindung 

mit Art. 38 Abs. 4 Bst. b ATSG und Art. 52 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 22a 

Abs. 1 Bst. b VwVG) eingereicht und auch der auferlegte Kostenvorschuss 

innert der auferlegten Frist geleistet wurde (Art. 63 Abs. 4 VwVG), ist auf 

die Beschwerde einzutreten. 

2.  

2.1 Die Beschwerdeführerin ist spanische Staatsangehörige und wohnt in 

Spanien, weshalb das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Freizügigkeitsab-

kommen (FZA, SR 0.142.112.681) zu beachten ist. 

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Seite 6 

2.1.1 Nach Art. 1 Abs. 1 des auf der Grundlage des Art. 8 FZA ausgearbei-

teten und Bestandteil des Abkommens bildenden (Art. 15 FZA) Anhangs II 

("Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit") des FZA in Verbin-

dung mit Abschnitt A dieses Anhangs wenden die Vertragsparteien unter-

einander insbesondere die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 

14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Ar-

beitnehmer und Selbstständige sowie deren Familienangehörige, die in-

nerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern (SR 0.831.109.268.1; nach-

folgend: Verordnung Nr. 1408/71), und die Verordnung (EWG) Nr. 574/72 

des Rates vom 21. März 1972 über die Durchführung der Verordnung 

(EWG) Nr. 1408/71 über die Anwendung der Systeme der sozialen Sicher-

heit auf Arbeitnehmer und Selbstständige sowie deren Familienangehö-

rige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern 

(SR 0.831.109.268.11; nachfolgend: Verordnung Nr. 574/72), oder gleich-

wertige Vorschriften an. Dabei ist im Rahmen des FZA auch die Schweiz 

als "Mitgliedstaat" im Sinne dieser Koordinierungsverordnungen zu be-

trachten (Art. 1 Abs. 2 Anhang II des FZA). Die Verordnungen (EWG) 

Nr. 1408/71 und (EWG) Nr. 574/72 sind am 1. April 2012 durch die Verord-

nungen (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates 

vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit 

sowie (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates 

vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchfüh-

rung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordinierung der Sys-

teme der sozialen Sicherheit abgelöst worden.  

2.1.2 Nach Art. 4 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 haben Personen, für 

die diese Verordnung gilt, die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der 

Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats wie die Staatsangehörigen dieses 

Staates. Dabei ist im Rahmen des FZA auch die Schweiz als "Mitglied-

staat" im Sinne dieser Koordinierungsverordnungen zu betrachten (Art. 1 

Abs. 2 Anhang II des FZA). 

2.1.3 Laut Art. 46 Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 ist eine vom 

Träger eines Mitgliedstaats getroffene Entscheidung über den Grad der In-

validität eines Antragstellers für den Träger jedes anderen in Betracht kom-

menden Mitgliedstaats verbindlich, wenn die in den Rechtsvorschriften die-

ser Mitgliedstaaten festgelegten Definitionen des Grads der Invalidität in 

Anhang VII dieser Verordnung als übereinstimmend anerkannt sind. Letz-

teres ist mit Bezug auf das Verhältnis zwischen Spanien und der Schweiz 

nicht der Fall. Eine entsprechende Regelung sah bereits Art. 40 Abs. 4 und 

Anhang V der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 vor (vgl. bspw. Urteile des 

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BVGer C-180/2009 vom 12. Januar 2011 E. 2.3.3 f. und C-1118/2009 vom 

25. Mai 2011 E. 2.3.4 m. H.). 

Soweit das FZA beziehungsweise die auf dieser Grundlage anwendbaren 

gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte demnach keine abweichenden Be-

stimmungen vorsehen, richtet sich die Ausgestaltung des Verfahrens – un-

ter Vorbehalt der beiden Grundsätze der Gleichwertigkeit sowie der Effek-

tivität – sowie die Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen einer schweize-

rischen Invalidenrente grundsätzlich nach der innerstaatlichen Rechtsord-

nung (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4). Entsprechend bestimmt sich vorliegend 

der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenversi-

cherung ausschliesslich nach dem innerstaatlichen schweizerischen 

Recht, insbesondere nach dem IVG, der IVV (SR 831.201), dem ATSG so-

wie der ATSV (SR 830.11).  

2.2 In materiell-rechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechts- 

sätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden 

Tatbestandes Geltung haben, wobei nach ständiger Praxis auf den im Zeit-

punkt des Erlasses des angefochtenen Verwaltungsaktes (hier: Verfügung 

vom 13. Juni 2017) eingetretenen Sachverhalt abgestellt wird (BGE 

130 V 329 E. 6, 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweisen). Tatsachen, die jenen Sach-

verhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer 

neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). 

2.3 Vorliegend ist der Rentenanspruch ab dem 1. Februar 2017 (Befristung 

der ganzen Rente bis 31. Januar 2017) strittig, weshalb grundsätzlich auf 

die Fassungen des IVG und der IVV (SR 831.201) gemäss den am 1. Ja-

nuar 2008 in Kraft getretenen Änderungen (5. IV-Revision; AS 2007 5129 

und AS 2007 5155; IVV in der entsprechenden Fassung) abzustellen und 

ausserdem die mit dem ersten Massnahmenpaket der 6. IV-Revision am 

1. Januar 2012 in Kraft getretenen Gesetzesänderungen zu beachten sind 

(IVG in der Fassung vom 18. März 2011 [AS 2011 5659], IVV in der ent-

sprechenden Fassung). Sofern sich die einschlägigen Bestimmungen seit-

her materiell nicht verändert haben, werden im Folgenden – falls nichts 

Gegenteiliges vermerkt – die Bestimmungen in der ab 1. Januar 2012 gül-

tigen Fassung zitiert. 

3.  

3.1 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdever-

fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs 

http://links.weblaw.ch/BGE-130-V-253

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Seite 8 

oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollstän-

dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unange-

messenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). 

3.1.1 Die Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes hat nach dem 

Untersuchungsgrundsatz von Amtes wegen zu erfolgen (Art. 12 VwVG). 

Auch das sozialversicherungsrechtliche Verfahren ist vom Untersuchungs-

grundsatz beherrscht (Art. 43 ATSG). Danach hat die Verwaltung und im 

Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts zu sorgen (vgl. BGE 

136 V 376 E. 4.1.1). Der Untersuchungsgrundsatz gilt indessen nicht un-

beschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien 

(BGE 125 V 195 E. 2, BGE 122 V 158 E. 1a, je mit weiteren Hinweisen). 

Die Parteien tragen demnach in der Regel insofern eine objektive Beweis-

last, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener 

Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte 

ableitet (BGE 117 V 261 E. 3b; 115 V 133 E. 8a). 

3.1.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der 

Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begeh-

ren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Beschwer-

de auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder 

den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestäti-

gen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. FRITZ GYGI, Bundesver-

waltungsrechtspflege, 2. Aufl. 1983, S. 212). 

3.2 Im Sozialversicherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, so-

fern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit 

eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. 

Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es 

von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste wür-

digt (BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).  

 

Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwal-

tung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeu-

gung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu 

betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem fest-

stehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer 

Beweise zu verzichten (antizipierte Beweiswürdigung; UELI KIESER, Das 

http://links.weblaw.ch/BGE-126-V-353
http://links.weblaw.ch/BGE-125-V-193

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Seite 9 

Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, 1999, S. 212, Rz. 450; 

vgl. auch BGE 122 V 157 E. 1d; 122 II 464 E. 4a; 120 Ib 224 E. 2b). 

3.3  

3.3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-

ernde, ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit oder Unmöglichkeit, sich 

im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 8 Abs. 1 und 3 ATSG). 

Nach Art. 4 IVG kann die Invalidität Folge von Geburtsgebrechen, Krank-

heit oder Unfall sein (Abs. 1); sie gilt als eingetreten, sobald sie die für die 

Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und 

Schwere erreicht hat (Abs. 2). Der Begriff der Invalidität ist demnach nicht 

nach medizinischen Kriterien definiert, sondern nach der Unfähigkeit, Er-

werbseinkommen zu erzielen oder sich im bisherigen Aufgabenbereich zu 

betätigen (vgl. BGE 110 V 273 E. 4a; BGE 102 V 165). Der Invaliditätsgrad 

ist also grundsätzlich nach wirtschaftlichen und nicht nach medizinischen 

Grundsätzen zu ermitteln. Bei der Bemessung der Invalidität kommt es 

somit einzig auf die objektiven wirtschaftlichen Folgen einer funktionellen 

Behinderung an, und nicht allein auf den ärztlich festgelegten Grad der 

funktionellen Einschränkung (vgl. BGE 110 V 273; ZAK 1985 S. 459). 

3.3.2 Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 

der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche-

nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur 

vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG; 

der am 1. Januar 2008 in Kraft getretene Abs. 2 hat den Begriff der Er-

werbsunfähigkeit nicht modifiziert [BGE 135 V 215 E. 7.3]).  

3.3.3 Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperli-

chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilwei-

se Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Ar-

beit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem 

anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 

3.4 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 

Rente, welche ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-

bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), und die zu-

sätzlich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnitt-

lich zu mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und 

http://links.weblaw.ch/BGE-122-V-157
http://links.weblaw.ch/BGE-122-II-464
http://links.weblaw.ch/BGE-120-IB-224

C-4121/2017 

Seite 10 

auch nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) 

sind (Bst. b und c).  

3.5 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Ren-

te, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Drei-

viertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditäts-

grad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei 

einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertels-

rente. Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs 

Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 

Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 

18. Altersjahres folgt (Art. 29 Abs. 1 IVG). Laut Art. 29 Abs. 4 IVG werden 

jedoch Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50 % entspre-

chen, nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhn-

lichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, was laut Recht-

sprechung eine besondere Anspruchsvoraussetzung darstellt (vgl. BGE 

121 V 264 E. 6c). Eine Ausnahme von diesem Prinzip gilt seit dem 1. Juni 

2002 für Schweizer Bürger und Staatsangehörige der EU, denen bereits 

ab einem Invaliditätsgrad von 40 % eine Rente ausgerichtet wird, wenn sie 

– wie die Beschwerdeführerin – in einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz 

haben. 

3.6  

3.6.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 

Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 

Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-

hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder 

der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (…), ist für die Herab-

setzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksich-

tigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere 

Zeit andauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie 

ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraus-

sichtlich weiter andauern wird (Art. 88a Abs. 1 IVV). Die Herabsetzung oder 

Aufhebung der Renten (…) erfolgt frühestens vom ersten Tag der Zustel-

lung der Verfügung folgenden Monats an (Art. 88bis Abs. 2 Bst. a IVV). 

3.6.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat-

sächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den 

Invaliditätsgrad und damit den Anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist 

die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes 

C-4121/2017 

Seite 11 

oder der erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Ge-

sundheitszustandes revidierbar (BGE 134 V 131 E. 3 S. 132). Nach der 

Rechtsprechung sind diese Revisionsbestimmungen bei der rückwirken-

den Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Rente analog an-

wendbar (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen), weil noch vor Erlass der 

ersten Rentenverfügung eine anspruchsbeeinflussende Änderung einge-

treten ist mit der Folge, dass dann gleichzeitig die Änderung mitberück-

sichtigt wird. Wird rückwirkend eine abgestufte oder befristete Rente zuge-

sprochen, sind einerseits der Zeitpunkt des Rentenbeginns und anderseits 

der in Anwendung der Dreimonatsfrist von Art. 88a IVV festzusetzende 

Zeitpunkt der Anspruchsänderung die massgebenden Vergleichszeit-

punkte (Urteil BGer 8C_269/2015 vom 18. August 2015 E. 3.2 mit Hinweis). 

3.7  

3.7.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 

(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärzt-

liche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 

haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheits-

zustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig 

ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für 

die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zu-

gemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen). Die – ar-

beitsmedizinische – Aufgabe der Ärzte und Ärztinnen besteht darin, sich 

dazu zu äussern, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen  

oder geistigen Funktionen leidensbedingt eingeschränkt ist. Im Vorder-

grund stehen dabei vor allem jene Funktionen, welche für die nach der Le-

benserfahrung im Vordergrund stehenden Arbeitsmöglichkeiten der versi-

cherten Person wesentlich sind (so etwa, ob diese sitzend oder stehend, 

im Freien oder in geheizten Räumen arbeiten kann oder muss, ob sie Las-

ten heben und tragen kann). Die Frage, welche konkreten beruflichen  

Tätigkeiten auf Grund der medizinischen Angaben und unter Berücksichti-

gung der übrigen Fähigkeiten der versicherten Person in Frage kommen, 

ist demgegenüber nicht von der Ärztin oder dem Arzt, sondern von der Ver-

waltung beziehungsweise von der Berufsberatung zu beantworten (vgl.  

Urteil des EVG I 457/04 vom 26. Oktober 2004, in: SVR 2006 IV Nr. 10, 

E. 4.1 mit Verweis auf BGE 107 V 20 E. 2b).  

3.7.2 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel 

zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfah-

C-4121/2017 

Seite 12 

ren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versi-

cherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, das 

heisst ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss 

zu würdigen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder 

die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten 

oder in Auftrag gegebenen Berichte (vgl. dazu das Urteil des EVG 

I 268/2005 vom 26. Januar 2006 E. 1.2, mit Hinweis auf BGE 125 V 351 

E. 3.a).  

3.7.3 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, 

ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-

tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-

gung der Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ-

ation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertinnen und Ex-

perten begründet sind (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a und E. 3b/cc mit Hinwei-

sen). Die Rechtsprechung erachtet es als mit dem Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung vereinbar, Richtlinien für die Beweiswürdigung in Bezug 

auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten aufzustellen 

(vgl. hierzu BGE 125 V 352 E. 3b; AHI 2001 S. 114 E. 3b; Urteil des BGer 

I 128/98 vom 24. Januar 2000 E. 3b). So ist den im Rahmen des Verwal-

tungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, welche auf-

grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Ein-

sicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu 

schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Be-

weiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuver-

lässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb, mit weiteren 

Hinweisen). In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll der Richter 

der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hin-

blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher 

zu Gunsten ihrer Patienten aussagen.  

 

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-

wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet so-

wie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-

sigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem An-

stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 

mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, 

wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die 

Erstellung von Gutachten beigezogen wird (RKUV 1999 U 332 S. 193 E. 2a 

C-4121/2017 

Seite 13 

bb; SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Um-

stände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung ob-

jektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Be-

deutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, 

ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab 

anzulegen. Dies gilt insbesondere bei der Beweiswürdigung bei Entschei-

den, die sich ausschliesslich auf versicherungsinterne ärztliche Beurteilun-

gen stützen, die im Wesentlichen oder ausschliesslich aus dem Verfahren 

vor dem Sozialversicherungsträger stammen: Bestehen auch nur geringe 

Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellun-

gen, ist eine versicherungsexterne medizinische Begutachtung im Verfah-

ren nach Art. 44 ATSG oder ein Gerichtsgutachten anzuordnen (vgl. Urteil 

des BGer 8C_800/2011 vom 31. Januar 2012 E. 2 mit Verweis auf BGE 

135 V 465 E. 4.4 und BGE 122 V 157 E. 1d; vgl. auch BGE 125 V 351 

E. 3b/ee sowie UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, Art. 43 

Rz. 55). 

3.7.4 Um feststellen zu können, in welchem Masse eine versicherte Person 

im Haushalt zufolge ihrer gesundheitlichen Beschwerden eingeschränkt 

ist, bedarf es in der Regel einer Abklärung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV; 

BGE 130 V 97 E. 3.3.1, sowie Urteile des BGer 9C_121/2011 vom 31. März 

2011 E. 3.1.1 und 8C_671/2007 vom 13. Juni 2008 E. 3.2.1). Diese Abklä-

rungsberichte im Haushalt stellen grundsätzlich eine geeignete und im Re-

gelfall genügende Grundlage für die Invaliditätsbemessung im Haushalt 

dar (Urteil EVG I 103/06 vom 6. November 2006 E. 4.1; vgl. für die Präzi-

sierung der Rechtsprechung bezüglich psychischer Leiden Urteil des EVG 

I 311/03 vom 22. Dezember 2003 E. 5.3, ferner Urteile des Bundesgerichts 

8C_229/2012 vom 17. September 2012 E. 5 und 9C_406/2011 vom 9. Juli 

2012 E. 7). Eine Abklärung der gesundheitlichen Einschränkungen im 

Haushalt ist von einer qualifizierten Person zu verfassen und hat in Kennt-

nis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der sich aus den me-

dizinischen Diagnosen ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderun-

gen zu erfolgen. Ebenso muss der Bericht plausibel und begründet und 

angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein 

(statt vieler: Urteil des EVG I 568/04 vom 16. Februar 2005 E. 4.2.1 mit 

Hinweisen, BGE 130 V 97).   

 

Auch wenn bei den im Ausland wohnenden Versicherten mangels geeig-

neten Abklärungspersonen keine Haushaltabklärung im Sinne einer Abklä-

rung an Ort und Stelle gemäss Art. 69 Abs. 2 IVV durchgeführt werden 

C-4121/2017 

Seite 14 

kann, muss die Beurteilung einer Beeinträchtigung im Haushalt nach ana-

logen Grundsätzen erfolgen (vgl. Urteile des BVGer C-1192/2013 vom 

15. Januar 2015 E. 5.3.2.1 f. mit Hinweis auf B-2724/2012 vom 10. Februar 

2014 E. 7.1.2, C-4781/2008 vom 28. Juni 2010 E. 4.2 und C-5131/2007 

vom 16. März 2009 E. 4.2.5). Der Abklärungsbericht muss dann aber eine 

fachmedizinische Evaluation der Fähigkeiten der versicherten Person, ihre 

gewohnten Aufgaben zu erfüllen, enthalten. Eine solche Evaluation wird 

mit Hilfe eines Arztes durchgeführt, wobei eine detaillierte und eingehende 

Betrachtung der Einschränkungen der versicherten Person nach deren An-

hörung durch den Arzt notwendig ist (vgl. Urteil des BGer I 733/06 vom 

16. Juli 2007 E. 4.2.2). Ob eine solche Abklärung im einzelnen Fall genügt, 

ist anhand der konkreten Umstände und Verhältnisse zu entscheiden (vgl. 

Urteil C-3961/2014 vom 13. Juli 2016 E. 4.6.4 m. H.). 

4.  

Angefochten ist eine Verfügung der IVSTA, in welcher dem Antrag der Be-

schwerdeführerin auf eine IV-Rente nur teilweise entsprochen wurde, da 

die Vorinstanz ihr nur für den Zeitraum vom 1. August 2016 bis 31. Januar 

2017 eine befristete Invalidenrente gewährte. Die Beschwerdeführerin be-

antragt demnach, die Invalidenrente sei unbefristet über den 31. Januar 

2017 hinaus zu leisten. Sie rügt, die Vorinstanz habe den Sachverhalt, so-

weit er ihren Gesundheitszustand ab 17. Oktober 2016 betreffe, nicht zu-

treffend abgeklärt. Zudem beruhe die Befristung auf einem falsch berech-

neten IV-Grad, zumal ihre Einschränkungen sowohl im Haushalt als auch 

in einer Erwerbstätigkeit höher seien als von der Vorinstanz festgestellt. Im 

Übrigen sei ihr die Verwertung ihrer verbliebenen Arbeitsfähigkeit nicht 

möglich, da es für sie mit den gesundheitlichen Einschränkungen, der man-

gelnden Ausbildung und ihrem Alter in Galicien keine Arbeitsstellen gebe 

(B-act. 1 und 11).  

 

Vorab sind die aktenkundigen ärztlichen Beurteilungen darzulegen. 

4.1  

4.1.1 Gemäss dem Bericht vom 1. September 2014, chirurgische Orthopä-

die des Universitätsspitals D._______, wurden die Brüche des linken Ober-

schenkels mittels Oesteosynthesen distal und proximal operativ versorgt 

(IV 32 f.). Nachdem der Oberschenkelknochen weder proximal noch distal 

konsolidiert war (Konsultation vom 14.11.2014 [IV 35]), erfolgte am 16. De-

zember 2014 eine zweite und am 13. Februar 2015 eine dritte Operation 

(IV 36, 38). Am 29. Dezember 2015 wurde die Osteosynthese distal revi-

diert (vgl. IV 72 f.) und am 13. Juli 2016 im gleichen Universitätsspital eine 

C-4121/2017 

Seite 15 

Reosteosynthese durchgeführt (IV 80 f.). Am 17. Oktober 2016 stellte 

Dr. E._______ fest, die Patientin gebe an, der Schmerz stehe seit der letz-

ten Operation weniger im Fokus, das Knie lasse sich von 0 bis 90° biegen 

und radiologisch beginne die Fraktur, sich zu konsolidieren (IV 82, 83.3). 

Im Radiologiebericht vom 14. März 2017 äusserte sich die Radiologin Dr./a 

F._______ zum aktuellen Heilungsverlauf im linken Oberschenkel, wonach 

die Supracondilärfraktur schlecht konsolidiert sei (IV 99). 

4.1.2 Im detaillierten Arztbericht E 213 vom 14. April 2016 stellte 

Dr. G._______ zu Handen der INSS die Diagnosen offene Supracondylär-

fraktur des linken Oberschenkels (Gustilo Grad IIIA [Bruch beim Kniege-

lenk]) und ein Abbruch des Oberschenkelkopfs links (fractura intracapsular 

Garden IV de cadera izquierda) sowie eine Pseudoarthrose (nicht konsoli-

dierender Bruch) des Oberschenkelknochens proximal und distal. Zur Zeit 

bestehe eine Einschränkung beim Gehen und Stehen. Die medizinisch-

traumatologische Behandlung werde weitergeführt. Als funktionelle Defi-

zite stellte er fest, die muskulär-artikuläre Balance betreffe massgeblich 

das linke Bein. Die Patientin könne nur mit Entlastung durch Krücken ge-

hen. Zur Arbeitsfähigkeit führte der Versicherungsarzt aus, die Versicherte 

könne als Verkäuferin nicht mehr arbeiten. In einer adaptierten Tätigkeit 

könne sie einer angepassten Tätigkeit nachgehen, auch in Vollzeit (vgl. Ziff. 

11.5 f.), soweit ihre gesundheitlichen Einschränkungen nicht davon betrof-

fen seien. Hingegen bestehe gemäss den Rechtsvorschriften im Wohnland 

eine andauernde vollständige Arbeitsunfähigkeit seit 5. Februar 2016 

(IV 22). 

4.1.3 Am 20. April 2017 stellte Dr. H._______ des Gesundheitszentrums 

I._______ in (…) fest, die Supracondilärfraktur des linken Oberschenkel-

knochens sei nicht konsolidiert. Dies habe funktionelle Einschränkungen 

für das linke Bein zur Folge. Es sei eine Behinderung von 42 % anerkannt 

(IV 100). 

4.1.4 Die Psychiaterin Dr. J._______ stellte in ihrer Beurteilung vom 3. No-

vember 2016 die Diagnose einer majoren depressiven Episode. Sie ver-

wies auf die somatische Vorgeschichte des Motorradunfalls der Patientin 

vor zwei Jahren und gab an, sie behandle die Patientin seit dem 20. Okto-

ber 2016. Sie verwies auf die bisherige medikamentöse Behandlung mit 

Lorazepam, Sertalin, Pontalsic und Kalzium. Die Patientin sei nie psychi-

atrisch behandelt worden, bis der Hausarzt ihr vor anderthalb Jahren die 

jetzige antidepressive Behandlung verschrieben habe. Nach dem Unfall 

hätten sich zuerst keine grossen Änderungen des psychischen Zustands 

C-4121/2017 

Seite 16 

der Patientin ergeben, auch wenn sie wegen des Unfalls ihre Arbeit verlo-

ren habe, welche sie gerne ausgeübt habe. Aber einige Monate nach dem 

Unfall und wegen weiteren erschwerenden Faktoren (die Patientin küm-

mere sich um ihre Schwiegereltern, die Schwiegermutter leide an Alzhei-

mer) zeige sich eine fortschreitende Beeinträchtigung des Gemütszu-

stands der Patientin. Seit zwei Monaten fühle sie eine emotionale Labilität, 

Reizbarkeit, Asthenie, Hoffnungslosigkeit, habe Schlafstörungen, das 

Schlafen sei nicht erholsam, etc. Mit der psychopharmakologischen Be-

handlung des Hausarztes habe sich die Ängstlichkeit verbessert und die 

Patientin habe schlafen können, die Medikation habe aber keinen Einfluss 

auf den Gemütszustand gehabt. Die Psychiaterin stellte die antidepressive 

Behandlung um (kein Sertalin mehr und Verschreiben von Antidepressiva 

mit dualem Wirkprinzip [Venlaflaxin bis 150 mg/Tg]). Die Ängstlichkeit be-

stehe aber fort. Sie ergänzte, es sei geplant, die eingeleitete medikamen-

töse Therapie mit einer Psychotherapie (eine Sitzung alle zwei Wochen) zu 

begleiten (IV 85 = B-act. 1 [mit Übersetzung]).  

4.2  

4.2.1 In seiner ersten Stellungnahme vom 21. Juli 2016 führte 

Dr. B._______, FMH allgemeine innere Medizin, zertifizierter RAD-Arzt, 

vom medizinischen Dienst der IVSTA aus, die Versicherte habe beim Ver-

kehrsunfall vom 31. August 2014 eine multifragmentäre offene Fraktur des 

distalen linken Oberschenkels und des Kopfs des linken Oberschenkels 

erlitten. Behandelt worden sei dies mit einer Osteosynthese. Wegen der 

schlechten Konsolidierung der distalen Fraktur sei zweimal eine Rekon-

struktion mittels Knochentransplantation erfolgt. Die letzte Entwicklung sei 

aus radiologischer Sicht positiv, aber es bleibe ein Schmerz beim Knie und 

eine Schwäche wegen einer muskulären Atrophie des Beins. Am 28. Au-

gust 2015 habe der INSS eine Verkürzung des linken Beines von zirka 2 

cm, eine Atrophie des Quadriceps, ein Mobilitätsdefizit der Hüfte von mehr 

als 50 %, eine eingeschränkte Mobilität des Knies mit einem Extensions-

defizit von 5 ° und eine wesentliche muskuläre Dysbalance des linken 

Beins festgestellt. Bei einer weiteren Operation sei am 31. Dezember 2015 

eine nochmalige Verschiebung der Pseudoarthrose (Nichtvereinigung der 

Frakturenden) der Supracondylärfraktur durchgeführt worden. Die letzte 

Entwicklung datiere vom 28. Januar 2016. Die Versicherte bewege sich mit 

Stöcken. Die Mobilität und der Zustand der Muskulatur habe sich nicht ver-

bessert. Die chirurgische Behandlung der komplizierten Fraktur sei nicht 

abgeschlossen. Eine Verbesserung bleibe möglich. Es sei aber verfrüht, 

definitiv Stellung zu nehmen. Das Dossier sei deshalb zu vervollständigen. 

Dabei sei ein orthopädischer Bericht einzuholen (IV 63). 

C-4121/2017 

Seite 17 

4.2.2 Am 21. Januar 2017 führte Dr. B._______ zu den ergänzten Akten 

aus, die Versicherte sei mehrfach an ihrer komplexen Oberschenkelfraktur 

reoperiert worden (zuletzt am 13. Juli 2016: Reosteosynthese der supra-

condylären Pseudoarthrose). Die letzte Beurteilung datiere vom 17. Okto-

ber 2016 und beschreibe eine günstige Entwicklung, der Bruch sei auf dem 

Weg der Konsolidierung. Letztendlich sei die Entwicklung positiv und die 

Versicherte könne mit verbleibenden, gelegentlich auftretenden und tole-

rierbaren Schmerzen mobilisiert werden. Die bisherige Tätigkeit als Ver-

käuferin im Supermarkt stehend mit ständigen Positionswechseln könne 

sie nicht mehr ausüben, es sei aber eine adaptierte sitzende Tätigkeit zu-

mutbar. Dieser Ansicht sei auch der INSS (gemäss Beurteilung vom 

14. April 2016; oben E. 4.1.2). Die wieder erlangte volle Arbeitsfähigkeit in 

einer angepassten Verweistätigkeit bestehe ab 17. Oktober 2016. Weiter 

führe ein einziger Bericht eine reaktive Depression an. Aus seiner Sicht sei 

dieses Problem reaktiv und rechtfertige keine zusätzliche Arbeitsunfähig-

keit (IV 87).   

 

Am 1. März 2017 nahm Dr. B._______ ergänzend zu den Einschränkungen 

der Versicherten im Haushalt Stellung und setzte diese auf 60 % fest 

(IV 90). 

4.2.3 Dr. C._______, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, zertifizierter 

medizinischer Gutachter SIM, vom medizinischen Dienst, führte am 

20. Februar 2017 aus, die Versicherte sei vor dem Unfall nie psychiatrisch 

auffällig gewesen. Die Traurigkeit und die Verzweiflung wegen ihres ge-

sundheitlichen Zustands nach dem Unfall sei eine normale Reaktion und 

stelle keinen psychiatrischen Gesundheitsschaden dar. Somit würde der 

Versicherten eine Tätigkeit von 24 Stunden pro Woche auch psychisch gut-

tun. Er gehe mit Dr. B._______ einig, dass hier keine psychiatrisch begrün-

dete Arbeitsunfähigkeit bestehe (IV 88). 

4.2.4 Am 27. Mai 2017 nahm Dr. B._______ Bezug zu den neuen radiolo-

gischen Untersuchungen vom 14. März 2017 und führte aus, die Untersu-

chung zeige eine schlechte Konsolidation der Femurfraktur. Er verwies 

ausserdem auf die Feststellung von Dr. H._______ vom 20. April 2017, wo-

nach die Supracondilärfraktur links nicht konsolidiert sei. Dieser Arzt führe 

aus, dass in Spanien eine Einschränkung von 42 % bestätigt worden sei. 

Dr. B._______ schloss daraus, dass dies eine verbleibende Arbeitsfähig-

keit zeige und aus medizinischer Sicht kein Anlass bestehe, die bisherige 

Beurteilung zu ändern (IV 103).  

C-4121/2017 

Seite 18 

4.2.5 In einer weiteren Stellungnahme vom 6. Januar 2018 führte 

Dr. B._______ aus, es seien beschwerdeweise keine neuen medizinischen 

Dokumente eingereicht worden. Er verwies nochmals auf die von 

Dr. H._______ angegebene Einschränkung von 42 % und hielt auch an 

seinen Einschätzungen der Einschränkungen im Haushalt fest (B-act. 13 

Bl. 2).  

5.  

5.1 Es ist unter den Parteien unbestritten, dass die Beschwerdeführerin im 

Nachgang zu den Folgen des Motorradunfalls vom 31. August 2014 

(IV 31 f.) sowohl in ihrer bisherigen Tätigkeit als Verkäuferin im Supermarkt 

wie auch in Verweistätigkeiten und im Haushalt – jedenfalls bis Mitte Okto-

ber 2016 – vollumfänglich arbeitsunfähig war, zumal aufgrund der Behand-

lung mit wiederkehrenden Operationen vor diesem Zeitpunkt nicht von  

einer Stabilisierung des Gesundheitszustands ausgegangen werden kann. 

Soweit der spanische Versicherungsarzt Dr. G._______ bereits in seiner 

Beurteilung vom 14. April 2016 eine Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätig-

keit bei gleichzeitig andauernd voller Arbeitsunfähigkeit gemäss den spa-

nischen Vorschriften angibt, kann daraus per April 2016 noch keine Arbeits-

fähigkeit in einer Verweistätigkeit abgeleitet werden. Der spanische Versi-

cherungsarzt führt hierzu zu Recht selber aus, die medizinisch-traumatolo-

gische Behandlung werde weitergeführt (Operation vom 13. Juli 2016). Zu-

dem schränkt er die – nicht weiter definierte – als zumutbar angegebene 

Verweistätigkeit insofern ein, als sie nur möglich sei, soweit die gesund-

heitlichen Einschränkungen nicht davon betroffen seien. Damit betrachtet 

das Bundesverwaltungsgericht – in Übereinstimmung mit der vorinstanzli-

chen Würdigung – es als überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwer-

deführerin im Nachgang zum Unfall vom 31. August 2014 und der an-

schliessenden Behandlung mit fünf Operationen und Rehabilitationsmass-

nahmen jedenfalls bis Mitte Oktober 2016 nicht arbeitsfähig war und für 

diesen Zeitraum – soweit die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind – 

einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat. Es ist ebenfalls unbe-

stritten, dass der Rentenanspruch trotz voller Arbeitsunfähigkeit seit Sep-

tember 2014 wegen der verspäteten Anmeldung vom 29. Februar 2016 

(IV 2) gestützt auf Art. 29 Abs. 1 IVG (oben E. 3.5) erst per 1. August 2016 

entstehen konnte.   

 

Da rückwirkend bis 31. Januar 2017 eine befristete Rente in Anwendung 

der Revisionsbestimmungen zugesprochen wurde (siehe oben E. 3.6.1 f.), 

bleibt zu prüfen, ob der Sachverhalt sich – wie die Vorinstanz behauptet – 

per Oktober 2016 wesentlich verändert hat.  

C-4121/2017 

Seite 19 

5.2 In orthopädischer Hinsicht ergibt sich Folgendes.  

5.2.1 Im zeitlichen Ablauf wird nach der 5. Operation vom 13. Juli 2016 aus 

den Akten eine Verbesserung der Situation beschrieben, insoweit als in der 

Kontrolle vom 17. Oktober 2016 eine beginnende Konsolidierung des Kno-

chenbruchs beim linken Knie festgestellt wurde und die Schmerzproblema-

tik nicht mehr im Vordergrund stehe. Im Verlaufsbericht Rehabilitation wur-

de am 31. Oktober 2016 festgehalten, dass die Versicherte mit Stöcken 

unter Teilbelastung mobilisiert werde (IV 82, 83.3, 84.3). Es erweist sich 

demnach gestützt auf die vorhandenen Akten als möglich, dass der Ge-

sundheitszustand der Beschwerdeführerin sich in orthopädischer Hinsicht 

leicht verbessert hat. 

5.2.2 Es ist hingegen – entgegen den Ausführungen des medizinischen 

Dienstes – nicht nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-

lichkeit erstellt, dass der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sich 

per 17. Oktober 2016 und darüber hinaus in orthopädischer Hinsicht ren-

tenrelevant verbessert hat: In der Untersuchung vom 17. Oktober 2016, 

drei Monate nach der Reosteosynthese vom 13. Juli 2016, wurde festge-

halten, dass keine durchgehende Konsolidierung des Bruchs vorliege; in 

der Rehabilitation wurde Ende Oktober 2016 begonnen, das Bein – unter 

Benützung von Stöcken – teilzubelasten (IV 84.3). Aus dem Radiologiebe-

richt vom 14. März 2017 ergibt sich ferner, dass der Bruch beim linken Knie 

(nach wie vor) schlecht konsolidiert sei (IV 99). Auch Dr. H._______ vom 

Gesundheitszentrum in (…) beschreibt am 20. April 2017 eine nicht abge-

schlossene Konsolidierung der Supracondilärfraktur (IV 100), was in Be-

rücksichtigung des langwierigen Genesungsprozesses (vgl. dazu auch 

Sachverhalt A.b) letztlich nicht erstaunt. 

5.2.3 Es erweist sich demzufolge nicht als nachvollziehbar, weshalb der 

Beschwerdeführerin bereits per Ende Oktober 2016 eine Belastbarkeit zu 

100 % in einer angepassten Tätigkeit zumutbar sein soll, zumal die Vor-

instanz zuvor und bis zu diesem Zeitpunkt von einer vollen Arbeitsunfähig-

keit in allen Tätigkeiten ausgegangen ist. Weiter kann auf den Bericht 

E 213 des spanischen Versicherungsarztes vom 14. April 2016 – entgegen 

den Ausführungen der Vorinstanz – zur Frage des Wiedererlangung der 

Arbeitsfähigkeit nicht abgestützt werden, da dieser Bericht – wie bereits in 

E. 5.1 dargelegt – zu einem Zeitpunkt erstellt wurde, als die gesundheitli-

che Situation bei der Beschwerdeführerin noch nicht stabilisiert war, eine 

weitere Reosteosynthese noch ausstand, und folglich keine abschlies-

sende Beurteilung vorgenommen werden konnte. Nichts Entscheidendes 

C-4121/2017 

Seite 20 

kann aus der Feststellung von Dr. H._______ vom 20. April 2017, es sei in 

Spanien eine „Behinderung“ von 42 % anerkannt, im Hinblick auf die Be-

stimmung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin abgeleitet werden: 

Das vom behandelnden Arzt in Spanien als anerkannt bezeichnete „Mass 

der Behinderung“ erweist sich im Hinblick auf die Berechnung des IV-Grads 

nach Schweizer Rechtsauffassung nicht als bestimmbar, zumal im genann-

ten Bericht nicht dargelegt wird, worauf sich die festgestellte anerkannte 

Behinderung von 42 % (Grado de discapacitad reconocido 42 %; IV 100) 

bezieht. Bei der Bemessung eines schweizerischen IV-Rentenanspruchs 

kann – worauf bereits an früherer Stelle hingewiesen wurde (vgl. E. 2.1.3) 

– nicht unmittelbar auf die IV-Berechnung eines ausländischen Versiche-

rungsträgers abgestellt werden. 

5.2.4 Es bleiben demnach die Feststellungen der behandelnden spani-

schen Ärzte vom Frühling 2017, wonach die Fraktur sich nicht respektive 

nur schlecht konsolidiert habe. Unter diesen Umständen steht fest, dass 

die von der Vorinstanz berücksichtigte gesundheitliche Verbesserung nicht 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt ist. 

Der Gesundheitszustand ab erfolgter Reosteosynthese im Juli 2016 ist 

deshalb weiter abzuklären. Der Vollständigkeit halber bleibt zu erwähnen, 

dass in den Vorakten im Spitalbericht vom 14. Juli 2016 (IV 81) und in der 

Rentenverfügung des spanischen Versicherungsträgers vom 20. Februar 

2017 (IV 98.2) angegeben wird, die Pseudoarthrose der Patientin/Versi-

cherten betreffe das rechte Bein. Ob es sich dabei um eine Verwechslung 

handelt oder die gesundheitliche Problematik der Beschwerdeführerin das 

rechte und das linke Bein betrifft, wird Teil weiterer Abklärungen durch die 

Vorinstanz sein. 

5.3 In psychischer Hinsicht macht die Beschwerdeführerin beschwerde-

weise geltend, sie sei auch wegen einer majoren depressiven Episode in 

ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. 

5.3.1 In den Akten liegt der Bericht der Psychiaterin Dr. J._______ vom 

3. November 2016 als Momentaufnahme vor. Es wird darin eine majore 

depressive Episode diagnostiziert. Der Bericht enthält indessen keine ICD-

10-Kodierung. Weitere Verlaufsakten zur Wirkung der medikamentösen 

Therapie nach Umstellung der antidepressiven Medikation und der in Aus-

sicht gestellten Psychotherapie sind nicht aktenkundig. Es finden sich auch 

keine Angaben zum Umfang der Einschränkung der Versicherten in der Ar-

beitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht. Insofern muss mangels Angaben 

C-4121/2017 

Seite 21 

offen bleiben, ob der als Folge der somatischen Situation festgestellte psy-

chische Zustand sich als zusätzlich massgebend für den gesamten Ge-

sundheitszustand der Beschwerdeführerin auswirkt. Aus dem Bericht vom 

3. November 2016 kann jedoch auch abgeleitet werden, dass – im Zeit-

punkt der Erstellung des Berichts – eine erhebliche gesundheitliche Beein-

trächtigung bei der Beschwerdeführerin in psychischer Hinsicht bestätigt 

wurde. Diese Einschränkung wurde mit der Beschwerde vom 18. Juli 2017 

als weiter bestehend geltend gemacht (vgl. B-act. 1 Ziffer 3 Bst. c). In der 

Replik vom 7. Dezember 2017 erwähnt die Beschwerdeführerin die Ein-

schränkung aus psychischer Sicht zwar nicht mehr explizit, hält aber an 

ihren Ausführungen in der Beschwerde fest und verweist darauf, sie ver-

meide Wiederholungen. Unter diesen Umständen kann nicht abschlies-

send beurteilt werden, ob und wenn ja, inwieweit die Beschwerdeführerin 

im Beurteilungszeitpunkt am 13. Juni 2017 (oben E. 2.2) in psychischer 

Hinsicht – zusätzlich zur bestehenden Einschränkung in somatischer Hin-

sicht – in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war.  

5.3.2 Demnach ist – im Hinblick auf die Notwendigkeit der Vervollständi-

gung des Sachverhalts – ausser einer Begutachtung in orthopädischer Hin-

sicht auch ein psychiatrisches Gutachten zum Krankheitsverlauf (inkl. Prü-

fung der Standardindikatoren sowie einer Auseinandersetzung der Gutach-

ter zur Wechselwirkung der somatischen und allenfalls psychischen Ein-

schränkungen in der Schweiz) einzuholen (vgl. BGE 141 V 281 und 143 V 

418). 

5.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass der Sachverhalt unvollständig ab-

geklärt wurde. Die Sache ist, wie von der Beschwerdeführerin eventualiter 

beantragt, zur Ergänzung der Akten an die Vorinstanz zurückzuweisen, da-

mit diese ein verwaltungsexternes orthopädisch-psychiatrisches Gutach-

ten (inkl. Prüfung der Standardindikatoren) in der Schweiz gemäss Art. 44 

ATSG (oben E. 3.7.3 in fine) einholt. Dieses ist interdisziplinär durchzufüh-

ren, zumal es beim Zusammenwirken von physischen und psychischen 

Beeinträchtigungen, wie sie bei der Versicherten vorliegen, nicht gerecht-

fertigt ist, die somatischen und psychischen Befunde isoliert abzuklären 

(vgl. BGer 8C_168/2008 vom 11. August 2008 E. 6.2.2). Im Gutachten ist 

– wie dargelegt – von den Experten der zeitliche Verlauf der gesundheitli-

chen Einschränkungen ab Juli 2016 (Reosteosynthese) im Hinblick auf die 

verbleibenden zumutbaren Erwerbstätigkeiten (und deren Umfang) sowie 

im Aufgabenbereich (Haushaltstätigkeit) darzulegen. Anschliessend hat 

die Vorinstanz die verbleibende zumutbaren Restarbeitsfähigkeit zu ermit-

teln und neu über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin ab 

C-4121/2017 

Seite 22 

1. Februar 2017 zu verfügen. Die Einholung eines Gerichtsgutachtens fällt 

unter diesen Umständen nicht in Betracht (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1, 

E. 4.4.1.4). Da der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine ganze Rente 

mit Wirkung vom 1. August 2016 bis 31. Januar 2017 von der Vorinstanz 

nicht in Frage gestellt wurde (oben E. 5.1 f.), droht keine Gefahr einer re-

formatio in peius. Diese Rente ist als ausgewiesen und begründet zu be-

trachten (vgl. BGE 137 V 314 E. 3.2.4).  

 

Die Prüfung des von der Vorinstanz ermittelten Erwerbsvergleichs erübrigt 

sich unter diesen Umständen ebenso wie die von der Beschwerdeführerin 

aufgeworfene Frage, ob ihr die Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähig-

keit noch möglich und zumutbar ist.  

6.  

Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient-

schädigung. 

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG 

die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Eine Rück-

weisung gilt praxisgemäss als Obsiegen der beschwerdeführenden Partei 

(BGE 132 V 215 E. 6), sodass dieser keine Verfahrenskosten aufzuerlegen 

sind. Der am 23. August 2017 geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.– 

(B-act. 5) wird der Beschwerdeführerin nach Rechtskraft dieses Urteils zu-

rückerstattet.   

 

Der unterliegenden Vorinstanz werden keine Verfahrenskosten auferlegt 

(Art. 63 Abs. 2 VwVG). 

6.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden 

Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr er-

wachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen 

(Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1, 2 und 4 des Reglements vom 21. Feb-

ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-

tungsgericht [VGKE], SR 173.320.2). Da die obsiegende Beschwerdefüh-

rerin nicht anwaltlich vertreten ist und ihr aufgrund der Aktenlage auch 

keine notwendigen, verhältnismässig hohen Kosten entstanden sind, wird 

ihr keine Parteientschädigung zugesprochen. 

  

C-4121/2017 

Seite 23 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen.  

2.  

Die angefochtene Verfügung vom 13. Juni 2017 wird insoweit bestätigt, als 

der Beschwerdeführerin vom 1. August 2016 bis am 31. Januar 2017 eine 

ganze Invalidenrente (nebst einer Kinderrente) zugesprochen wurde. So-

weit ihr Leistungsanspruch ab 1. Februar 2017 abgewiesen wurde, wird die 

Sache an die Vorinstanz zurückgewiesen, damit sie im Sinne der Erwä-

gung 5.4 ergänzende Abklärungen und eine Neubeurteilung des Leistungs-

anspruchs vornehme. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvor-

schuss von Fr. 800.– wird der Beschwerdeführerin nach Rechtskraft dieses 

Urteils zurückerstattet.  

4.  

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

5.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Beat Weber Susanne Flückiger 

C-4121/2017 

Seite 24 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

von Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die 

Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unter-

schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

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