# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 768d3b68-e5ba-50bb-80dc-195629085a4d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-06
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 06.03.2025 SK 2024 116
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2024-116_2025-03-06.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 24 116

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 6. März 2025 

Besetzung Oberrichterin Weingart (Präsidentin i.V.)
Obergerichtssuppleantin Salzmann, Oberrichterin Gutmann
Gerichtsschreiberin Corvi

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Fürsprecherin B.________

Beschuldigter/Berufungsführer 1

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Berufungsführerin 2

und

C.________
a.v.d. Rechtsanwalt D.________

Straf- und Zivilklägerin/Berufungsführerin 3/Anschlussberufungs-
führerin

Gegenstand Mord, evtl. vorsätzliche Tötung, sowie Diebstahl

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 6. Dezember 2023 (PEN 23 503)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Kollegialgericht, nachfolgend Vor-
instanz) vom 6. Dezember 2023 wurde der Beschuldigte und Berufungsführer 1 
A.________ (nachfolgend Beschuldigter) ohne Ausrichtung einer Entschädigung 
und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten freigesprochen von der Anschuldi-
gung des Diebstahls, angeblich begangen am 8. April 2022 in E.________. Dem-
gegenüber wurde er schuldig erklärt des Mordes, begangen am 8. April 2022 in 
E.________ z.N. von †F.________. In Anwendung der einschlägigen Gesetzesbe-
stimmungen verurteilte die Vorinstanz den Beschuldigten zu einer Freiheitsstrafe 
von 13 Jahren, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungs- und Si-
cherheitshaft von 607 Tagen sowie unter Anordnung einer vollzugsbegleitenden 
ambulanten therapeutischen Behandlung, zu einer Landesverweisung von zehn 
Jahren sowie zur Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten von insgesamt 
70'260.00 (pag. 2769, Ziff. I und II des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Alsdann 
bestimmte die Vorinstanz die amtliche Entschädigung und das volle Honorar von 
Fürsprecherin B.________ für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten bzw. 
Rechtsanwalt D.________ für die unentgeltliche Rechtsvertretung der Straf- und 
Zivilklägerin C.________ (nachfolgend Privatklägerin) im erstinstanzlichen Verfah-
ren (pag. 2770 f., Ziff. III des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Im Zivilpunkt be-
schloss die Vorinstanz, dass der Beschuldigte anerkannte, der Privatklägerin 
Schadenersatz in der Höhe von CHF 2'231.85 sowie eine Genugtuung in der Höhe 
von CHF 20'000.00, beides zzgl. Zins zu 5% seit dem 8. April 2022, zu schulden. 
Soweit weitergehend wurde die Schadenersatzforderung infolge unzureichender 
Begründung/Bezifferung auf den Zivilweg verwiesen bzw. die Genugtuungsforde-
rung abgewiesen (pag. 2771, Ziff. IV des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). 
Schliesslich traf die Vorinstanz die weiteren Verfügungen (Belassung des Beschul-
digten in Sicherheitshaft, Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener In-
formationssystem [SIS], Einziehung diverser Gegenstände zur Vernichtung, Rück-
gabe diverser Gegenstände an den Beschuldigten, G.________ und die Privatklä-
gerin nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils sowie Verfügungen betreffend DNA-
Profil und üED-Daten; pag. 2772 f., Ziff. V des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs).

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldeten sowohl die zuständige Staatsanwältin der Staatsan-
waltschaft Bern-Mittelland mit Eingabe vom 11. Dezember 2023 (pag. 2788), der 
Beschuldigte mit Eingabe vom 15. Dezember 2023 (pag. 2789) und die Privatklä-
gerin mit Eingabe vom 18. Dezember 2023 (pag. 2793) Berufung an. Die schriftli-
che Urteilsbegründung wurde den Parteien mit Verfügung vom 5. März 2024 zuge-
stellt (pag. 2907 f.). Am 20. März 2024, 22. März 2024 und 26. März 2024 langten 
die Berufungserklärungen der Generalstaatsanwaltschaft, der Privatklägerin sowie 
des Beschuldigten frist- und formgerecht beim Obergericht des Kantons Bern ein 

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(pag. 2914 ff., pag. 2917 ff. und pag. 2920 ff.). Mit Schreiben vom 26. April 2024 
schloss sich die Privatklägerin überdies der Berufung der Generalstaatsanwalt-
schaft an (pag. 2938 f.). Die Generalstaatsanwaltschaft sowie der Beschuldigte 
machten mit Eingabe vom 10. April 2024 bzw. vom 29. April 2024 weder Nichtein-
tretensgründe auf die jeweils anderen Berufungen geltend noch erklärten sie An-
schlussberufung (pag. 2935 ff. und pag. 2942).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Der Beschuldigte beantragte mit Berufungserklärung vom 26. März 2024 seine 
Einvernahme anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung sowie die Einholung 
eines Altersgutachtens bzw. einer forensischen Lebensalterseinschätzung beim In-
stitut für Rechtsmedizin der Universität Basel (IRM, pag. 2921). Mit Verfügung vom 
4. April 2024 wurde festgestellt, dass die Einvernahme des Beschuldigten anläss-
lich der oberinstanzlichen Verhandlung von Amtes wegen erfolge. Zudem wurde 
den übrigen Parteien Gelegenheit zur Stellungnahme zum weiteren Beweisantrag 
des Beschuldigten gegeben (pag. 2929 ff.). Sowohl die Generalstaatsanwaltschaft 
als auch die Privatklägerin beantragten mit ihren Eingaben vom 10. April 2024 bzw. 
26. April 2024 die Abweisung des Beweisantrags (pag. 2935 ff. und pag. 2938 ff.). 
Mit Beschluss vom 6. Mai 2024 wies die Kammer den Beweisantrag des Beschul-
digten auf Einholung eines Altersgutachtens bzw. einer forensischen Lebensalter-
seinschätzung ab. Für die Begründung wird auf die Erwägungen im Beschluss 
verwiesen (pag. 2948 ff.).

An der oberinstanzlichen Verhandlung reichte Fürsprecherin B.________ namens 
des Beschuldigten diverse Asylakten ein, die Ausführungen zur Mutter und deren 
Wissen über das Alter des Beschuldigten enthalten würden. Diese Unterlagen wur-
den von der Kammer zu den Akten erkannt (pag. 3157). Zudem wiederholte Für-
sprecherin B.________ ihren Antrag vom 26. März 2024 auf Einholung eines Al-
tersgutachtens bzw. einer forensischen Lebensaltersschätzung über den Beschul-
digten, was die Kammer erneut abwies, (unter anderem) mit Verweis auf die Aus-
führungen im Beschluss vom 6. Mai 2024 sowie gestützt darauf, dass es auch in 
den neu eingereichten Unterlagen keine Hinweise darauf gebe, dass das Alter des 
Beschuldigten bei der Einreise lediglich geschätzt worden sei, zumal dort ein kon-
kretes Geburtsdatum notiert worden sei, welches die Volljährigkeit des Beschuldig-
ten im Tatzeitpunkt bestätigte (pag. 3157 ff.).

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung wurden über den Beschuldigten 
von Amtes wegen ein aktueller Strafregisterauszug, ein aktueller Führungsbericht, 
aktualisierte Berichte hinsichtlich der Prüfung der strafrechtlichen Landesverwei-
sung beim Staatssekretariat für Migration (SEM) und bei den Einwohnerdiensten, 
Migration und Fremdenpolizei (EMF) der Stadt Bern sowie ein aktueller Therapie-
verlaufsbericht bei den Universitären Psychiatrischen Diensten Bern (UPD) einge-
holt (pag. 3034 ff., pag. 3026 ff., pag. 3020 ff., pag. 3012 ff. und pag. 3139 ff.). 
Ebenfalls von Amtes wegen ediert wurden die Akten PEN 23 948 des Regionalge-
richts Bern-Mittelland (pag. 2966) sowie die neusten Vollzugsakten betreffend den 
Beschuldigten (pag. 3038 ff.). 

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Schliesslich wurde der Beschuldigte oberinstanzlich nochmals zur Person und zur 
Sache befragt (pag. 3161 ff.).

4. Antritt einer vollzugsbegleitenden ambulanten therapeutischen Behandlung

Mit Eingabe vom 6. September 2024 ersuchte der Beschuldigte die Verfahrenslei-
tung um Bewilligung des Antritts einer vollzugsbegleitenden ambulanten therapeu-
tischen Behandlung, zumal in der Justizvollzugsanstalt (JVA) H.________ ein The-
rapieplatz freigeworden sei (pag. 2980 f.). Die Generalstaatsanwaltschaft teilte mit 
Schreiben vom 12. September 2024 mit, keine Einwände gegen den vorzeitigen 
Antritt zu haben (pag. 2992) und auch die Bewährungs- und Vollzugsdienste des 
Kantons Bern (BVD) teilten mit Eingabe vom 13. November 2024 mit, keine Be-
merkungen zum Gesuch des Beschuldigten zu haben (pag. 2994). In der Folge 
wurde das Gesuch des Beschuldigten mit Verfügung vom 17. September 2024 be-
gründet gutgeheissen und die BVD angewiesen, die vollzugsbegleitende ambulan-
te therapeutische Behandlung so bald wie möglich in vorzeitigen Vollzug zu setzen 
(pag. 2996 ff.).

Am 26. September 2024 trat der Beschuldigte die vollzugsbegleitende ambulante 
therapeutische Behandlung vorzeitig an (pag. 3139).

5. Anträge der Parteien

Fürsprecherin B.________ beantragte für den Beschuldigten anlässlich der obe-
rinstanzlichen Verhandlung was folgt (pag. 3239 ff., Hervorhebungen im Original):

1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 6. Dezember 
2023 insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als

1.1. die erstinstanzlichen Verfahrenskosten bestimmt wurden;

1.2. die erstinstanzlichen Entschädigungen und die vollen Honorare etc. der Rechtsvertretungen 
bestimmt wurden;

1.3. festgestellt wurde, dass A.________ anerkannt hat, der Privatklägerin CHF 2'231.85 zuzüg-
lich 5% Zins seit dem 8. April 2022 zu schulden und dass die Schadenersatzforderung so-
weit weitergehend auf den Zivilweg verwiesen wurde;

1.4. festgestellt wurde, dass A.________ anerkannt hat, der Privatklägerin CHF 20'000.00 Ge-
nugtuung zuzüglich 5% Zins seit dem 8. April 2022 zu schulden;

1.5. über die Vernichtung und Rückgabe der Gegenstände gemäss den Ziffern V.3.-V.7. des Ur-
teils beschlossen wurde.

2. A.________ sei freizusprechen vom Vorwurf des Diebstahls, angeblich begangen am 8. April 
2022 in E.________ z.N. von F.________ (Ziff. 2 AKS),

unter Auferlegung der darauf entfallenden oberinstanzlichen Verfahrenskosten an den Kanton 
Bern und unter Entrichtung einer Entschädigung für die darauf entfallenden oberinstanzlichen 
Verteidigungskosten.

3. A.________ sei schuldig zu erklären der vorsätzlichen Tötung (Eventualvorsatz), begangen am 
8. April 2022 in E.________ z.N. von F.________ (Ziff. 1 AKS).

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4. A.________ sei in Anwendung von Art. 40, 61, 111 StGB zu verurteilen zu einer Freiheitsstrafe 
von maximal 6 Jahren, unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft 
von 607 Tagen, mit vorzeitigem Strafantritt sowie unter Aufschub der Strafe zugunsten einer 
Massnahme für junge Erwachsene gemäss Art. 61 StGB.

5. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern bzw. teilweise der Privatkläge-
rin aufzuerlegen.

6. Von einer Landesverweisung sei abzusehen.

7. Die über die anerkannten CHF 20'000.00 zuzüglich Zins zu 5% seit 8. April 2022 hinausgehende 
Zivilforderung der Privatklägerin sei abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

8. Das oberinstanzliche amtliche Honorar der amtlichen Anwältin von A.________ sei gestützt auf 
die eingereichte Honorarnote gerichtlich zu bestimmen.

9. Die weiteren Verfügungen seien von Amtes wegen zu erlassen.

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte ihrerseits folgende Anträge (pag. 3242 ff., 
Hervorhebungen im Original):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Kollegial-
gericht) vom 6. Dezember 2023 (PEN 23 503) in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich folgender Ver-
fügungen:

1. Folgende Gegenstände werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB):
- 1 Messer Lunasol klein (FOR Ass-Nr. 357)
- 1 Messer Lunasol lang (FOR Ass-Nr. 358)
- 1 Taschenmesser Victorinox (FOR Ass-Nr. 359)
- 1 Messer Lunasol lang (FOR Ass-Nr. 360)
- 1 Feuerzeug (FOR Ass-Nr. 079)
- 1 Paar Sportsocken (FOR Ass-Nr. 082)
- 1 Unterhose Pier One (FOR Ass-Nr. 084)
- 1 Trainerhose Nike (FOR Ass-Nr. 085)
- 1 Herrenunterwäsche only & sons (FOR Ass-Nr. 086)
- 1 Shirt Siksilk (FOR Ass-Nr. 087)
- 1 Sportgilet Ellesse (FOR Ass-Nr. 088)
- 1 Herrenjacke Pieces (FOR Ass-Nr. 089)

2. Folgende Gegenstände werden A.________ nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Ur-
teils zurückgegeben:
- Laptop "HP", Ass. C05
- Mobiltelefon Apple iPhone inkl. orange Hülle, Ass. A01
- Apple iPad grau, schwarz, Ass. A04
- Fitness-Uhr (Display defekt), Ass. K02
- Laptop Trekstrar, Ass. W02
- 1 Sportjacke Under Armour aus Effekten A.________ (FOR Ass-Nr. 158)
- 1 Sporthose Nike (FOR Ass-Nr. 159)
- Sportschuhe Adidas (FOR Ass-Nr. 160)
- 1 SIM-Kartenhalterung zu Smartphone mit der Bezeichnung ________ (FOR Ass-Nr. 355)

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- 1 SIM-Karte (FOR Ass-Nr. 356)
- 1 Regenjacke Jack Wolfskin (FOR Ass-Nr. 362)
- 1 Reinigungsgerät (FOR Ass-Nr. 368)

3. Folgende Gegenstände werden G.________ nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Ur-
teils zurückgegeben:
- Laptop Acer, Ass. B04
- Ladekabel Acer, Ass. W01
- USB-Stick "G.________", Ass. K01

4. Folgende Gegenstände werden I.________ nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils 
zurückgegeben:
- Mobiltelefon Apple iPhone weiss / gold, Ass. A02
- Mobiltelefon doro, weiss, Ass. A03
- Mobiltelefon Nokia, Ass. B01
- Mobiltelefon Huawei, Ass. B02
- Laptop HP inkl. Ladekabel, Ass. B03
- Mobiltelefon Samsung (ohne Akku und Heckabdeckung), Ass. B05

5. Folgende Gegenstände werden der Privatklägerin C.________ nach Eintritt der Rechtskraft des 
vorliegenden Urteils ausgehändigt:
- 1 Herrenarmbanduhr aus Effekten †F.________ (FOR Ass-Nr. 081)
- Mobiltelefon Samsung Galaxy Note 9 von †F.________
- Mobiltelefon Samsung Galaxy S22 von †F.________

II.

A.________ sei schuldig zu erklären:

1. des (direktvorsätzlichen) Mordes (Art. 112 StGB), begangen am 08.04.2022, ca. 21:50 Uhr bis 
21:52 Uhr, in E.________, zum Nachteil von †F.________,

2. des Diebstahls (Art. 139 Ziff. 1 StGB), begangen am 08.04.2022, ca. 21:50 Uhr bis 21:52 Uhr, in 
E.________, zum Nachteil von †F.________,

und er sei in Anwendung von Art. 12 Abs. 1, 40, 41, 47, 49 Abs. 1, 51, 63, 66 Abs. 1 Bst. a, 112, 139 
Ziff. 1 StGB, Art. 26 ff. StPO

zu verurteilen:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungs- 
und Sicherheitshaft von 690 Tagen (vom 9. April 2022 bis 27. Februar 2024).

2. Es sei festzustellen, dass A.________ den vorzeitigen Strafvollzug am 28. Februar 2024 angetre-
ten hat. 

3. Es sei eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme gemäss Art. 63 StGB anzuordnen.

4. Zu einer Landesverweisung von 15 Jahren (Art. 66a Abs. 1 Bst. a StGB).

5. Zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene 
Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

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III.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Es sei die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im 
Schengener Informationssystem (SIS) anzuordnen.

2. Der Beschuldigte sei im vorzeitigen Strafvollzug zu belassen (Art. 236 StPO).

3. Das von A.________ erfasste DNA-Profil sei nach 40 Jahren, gerechnet ab Urteilsdatum, zu lö-
schen (Art. 16 Abs. 2 Bst. d i.V.m. Art. 16 Abs. 3 DNA-ProfilG).

4. Die von A.________ erfassten biometrischen erkennungsdienstlichen Daten seien nach 40 Jah-
ren, gerechnet ab Urteilsdatum, zu löschen (Art. 354 Abs. 4 Bst. a StGB i.V.m. Art. 16 Abs. 2 Bst. 
d und Art. 16 Abs. 3 DNA-ProfilG).

5. Die Honorare der amtlichen Verteidigerin und des amtlichen Rechtsbeistandes seien gerichtlich 
zu bestimmen (Art. 135 StPO).

Rechtsanwalt D.________ beantragte für die Privatklägerin schliesslich Folgen-
des (pag. 3245 f.):

1. Der Beschuldigte sei wegen direktvorsätzlichen Mordes, begangen am 8. April 2022, zu verurtei-
len.

2. Die Ziffer I des Urteils vom 6. Dezember 2023 sei aufzuheben und der Beschuldigte des Dieb-
stahls schuldig zu erklären.

3. Der Beschuldigte sei angemessen zu bestrafen.

4. Der Beschuldigte sei für eine gerichtlich festzulegende Dauer des Landes zu verweisen.

5. Die Ziffer IV 1.2 des Urteils vom 6. Dezember 2023 sei aufzuheben und der Beschuldigte sei zur 
Bezahlung einer Genugtuung in der Höhe von CHF 40'000.00 zuzüglich Zins zu 5% seit dem 
8. April 2022 zu verurteilen.

6. Betreffend die übrigen Punkte sei die Rechtskraft festzustellen.

7. Die Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten beziehungsweise dem Kanton Bern zu auferle-
gen.

8. Das amtliche Honorar für die Vertretung der Zivilklägerin sei gemäss separater Honorarnote fest-
zulegen und dem Beschuldigten beziehungsweise dem Kanton Bern zu auferlegen.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

6. Zu den Anträgen der Privatklägerin im Besonderen

Die Privatklägerin konstituierte sich im Strafverfahren betreffend die Tötung ihres 
Sohnes †F.________ sowohl als Straf- als auch als Zivilklägerin (vgl. pag. 2463 
und JOSITSCH/SCHMID, Praxiskommentar StPO, N 1 zu Art. 118, wonach nicht 
spezifizierte Erklärungen wie «Ich beteilige mich als Privatkläger» als 
Konstituierung im Straf- und im Zivilpunkt gelten) und stellte entsprechend Anträge. 
In Bezug auf den Tatvorwurf des Mordes, evtl. vorsätzliche Tötung, ist sie als 
Mutter bzw. Angehörige des Opfers im Sinne von Art. 116 Abs. 2 und Art. 121 
StPO zur Straf- und Zivilklage legitimiert und wurde im bisherigen Verfahren 

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fälschlicherweise nur als Zivilklägerin geführt (vgl. dazu MAZZUCCHELLI/POSTIZZI, in: 
Basler Kommentar StPO/JStPO, 3. Aufl. 2023, N 11 zu Art. 115). Gleiches gilt mit 
Blick auf den Wortlaut von Art. 121 Abs. 1 StPO sowie die Ausführungen im 
Entscheid BGE 142 IV 82, in welchem sich das Bundesgericht für eine umfassende 
Rechtsnachfolge von Angehörigen einer geschädigten Person sowohl im Straf- als 
auch im Zivilpunkt aussprach (E. 3.2.), für den Tatvorwurf des Diebstahls. Dieser 
muss von der Konstituierung der Privatklägerin als Straf- und Zivilklägerin 
betreffend Tötung ihres Sohnes ebenfalls als mitumfasst gelten, zumal die beiden 
Tatvorwürfe in einem sehr engen Zusammenhang stehen. 

Nicht einzutreten ist indes auf den Antrag der Privatklägerin auf Verurteilung des 
Beschuldigten zu einer Landesverweisung, zumal die Privatklägerschaft dazu keine 
Anträge stellen darf (analog Art. 382 Abs 2 StPO, s. dazu BÄHLER, in: Basler 
Kommentar StPO/JStPO, 3. Aufl. 2023, N 10 zu Art. 382).

7. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Sämtliche Parteien haben das erstinstanzliche Urteil in Teilen angefochten.

Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen den Schuldspruch wegen Mor-
des, die Höhe der Freiheitsstrafe, die Anordnung einer Massnahme nach Art. 63 
StGB sowie die Verurteilung zu einer Landesverweisung mit Ausschreibung im SIS 
(pag. 2920 f.).

Die Berufung der Generalstaatsanwaltschaft beschränkt sich auf den Schuldspruch 
wegen Mordes, soweit die Vorinstanz von Eventualvorsatz und nicht direktem Vor-
satz ausging, den Freispruch vom Vorwurf des Diebstahls, die Höhe der Freiheits-
strafe sowie die Dauer der Landesverweisung (pag. 2915).

Die Berufung der Privatklägerin beschränkt sich, soweit darauf einzutreten ist, auf 
den Freispruch des Beschuldigten vom Vorwurf des Diebstahls, die Verurteilung 
des Beschuldigten zu einer Genugtuung von CHF 20'000.00 zzgl. Zins zu 5% seit 
dem 8. April 2022 (pag. 2917) und die Anschlussberufung auf die Berufung der 
Generalstaatsanwaltschaft auf den Schuldspruch wegen Mordes, soweit die Vor-
instanz von Eventualvorsatz und nicht von direktem Vorsatz ausging (pag. 2938).

Damit sind Ziff. II.3. (Verurteilung zur Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrens-
kosten), Ziff. IV.1.1. und 2. (Zivilpunkt betreffend Schadenersatzforderung der Pri-
vatklägerin und Verzicht auf Ausscheidung von Verfahrenskosten) sowie die 
Ziffn. V.3.-7. (weitere Beschlüsse) in Rechtskraft erwachsen.

Von der Kammer zu überprüfen sind demgegenüber der Freispruch vom Vorwurf 
des Diebstahls (Ziff. I), der Schuldspruch wegen Mordes, die Verurteilung zu einer 
Freiheitsstrafe von 13 Jahren inkl. Anordnung einer vollzugsbegleitenden ambulan-
ten therapeutischen Massnahme, die Verurteilung zu einer Landesverweisung von 
zehn Jahren inkl. Ausschreibung im SIS (Ziff. II.1. und 2. und Ziff. V.2.) sowie die 
Zivilklage betreffend Genugtuungsforderung der Privatklägerin, soweit nicht bereits 
vom Beschuldigten anerkannt (Ziff. V.1.2.). Nicht der Rechtskraft zugänglich und 
von der Kammer ebenfalls neu zu beurteilen sind die Beschlüsse betreffend DNA-
Profil und üED-Daten (Ziff. V.8.).

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Die Kammer verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen Punkte über volle Ko-
gnition (Art. 398 Abs. 3 StPO). Vorliegend haben sowohl die Generalstaatsanwalt-
schaft als auch die Privatklägerin eigenständig Berufung erhoben, weshalb das 
erstinstanzliche Urteil in den von ihnen angefochtenen Punkten auch zum Nachteil 
des Beschuldigten abgeändert werden darf; die Kammer ist dabei nicht an die An-
träge der Parteien gebunden (Art. 391 Abs. 1 StPO, sog. Verschlechterungsver-
bot). Hinsichtlich der übrigen angefochtenen Punkte, konkret die von der Vor-
instanz ausgesprochene Massnahme, ist die Kammer demgegenüber an das Ver-
schlechterungsverbot gebunden und darf das Urteil nicht zum Nachteil des Be-
schuldigten abändern.

Auf die Höhe der amtlichen Entschädigung der Verteidigung des Beschuldigten 
sowie des unentgeltlichen Rechtsvertreters der Privatklägerin in erster Instanz ist 
schliesslich nur zurückzukommen, sofern die Vorinstanz das ihr bei der Honorar-
festsetzung zustehende Ermessen in unhaltbarer Weise ausgeübt haben sollte (Ur-
teile des Bundesgerichts 6B_769/2016 vom 11. Januar 2017 E. 2.3 und 
6B_349/2016 vom 13. Dezember 2016 E. 2.4.2). Darüberhinausgehend unterliegt 
dieser Punkt aufgrund der fehlenden diesbezüglichen Anfechtung dem Verschlech-
terungsverbot (Urteil des Bundesgerichts 6B_1231/2022 vom 10. März 2023 
E. 2.2.5).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

8. Sachverhalt

8.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird mit Anklageschrift vom 17. Juli 2023 Folgendes vorgewor-
fen (pag. 2524 ff., Hervorhebungen im Original):

1.  Mord (Art. 112 StGB), evtl. vorsätzliche Tötung (Art. 111 StGB) 

begangen am 08.04.2022, ca. 21:50 bis 21:52 Uhr, in E.________, zum Nachteil von †F.________

†F.________ schuldete A.________ noch ca. CHF 400.00, welche A.________ †F.________ zu ei-
nem früheren Zeitpunkt übergeben hatte, damit †F.________ für A.________ Marihuana kaufen wür-
de, wobei †F.________ A.________ weder Marihuana übergab noch das Geld zurückgab. Zudem 
hatte †F.________ mit G.________, dem jüngeren Bruder von A.________, am ca. 07.04.2022 (am 
Tag vor der Tat) eine Auseinandersetzung gehabt, von welcher G.________ seinem Bruder 
A.________ berichtet hatte. 

†F.________ ging am 08.04.2022 in Begleitung eines Kollegen, J.________, auf dem Kiesweg nord-
westlich der Liegenschaft K.________ (Strasse) vorbei. A.________ hielt sich in der Wohnung an der 
K.________(Strasse) auf und erkannte den vorbeigehenden †F.________. A.________ begab sich in 
die Küche der Wohnung und sah, dass sich †F.________ und J.________ daraufhin im Bereich der 
Tramhaltestelle L.________ aufhielten. A.________ nahm aus einer Küchenschublade ein Messer 
(Typ Küchenmesser, mit gerader, flachgeschliffener Klinge, vorne spitz zulaufend, Gesamtlänge 
22,4 cm, Grifflänge 9,8 cm, Klingenlänge 12,6 cm, Klingenhöhe 1,8 cm), um damit †F.________ zu 
erstechen, und begab sich ebenfalls zur Tramhaltestelle L.________.

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Bei der Tramhaltestelle L.________ angekommen, ging A.________ auf †F.________ zu und fragte 
ihn, wo sein Geld sei. Eventuell legte †F.________ vor dem Angriff mit dem Messer den Arm um 
A.________ und forderte ihn auf, mit ihm mitzukommen, um die Sache zu besprechen. A.________ 
stach †F.________ mit dem Messer, das er vorher aus seiner Jackentasche behändigt hatte, überra-
schend und unvermittelt von der Seite her ein- bis zweimal in den Oberkörper. Eventuell schubste 
A.________ †F.________ vor dem Angriff mit dem Messer zunächst und die beiden schlugen sich 
gegenseitig mit den Fäusten, evtl. setzte †F.________ auch Kicks gegen A.________ ein.

†F.________ trat in der Folge vor A.________ und A.________ versetzte diesem mit dem Messer 
mehrere Stiche in den Oberkörper und drei Stiche/Schnitte ins Gesicht. J.________, der dazwischen 
gehen wollte, wurde ebenfalls von A.________ mit dem Messer bedroht, woraufhin sich J.________ 
zurückhielt. †F.________ ergriff die Flucht und rannte davon, kollidierte jedoch unweit des ersten An-
griffs bei der Entsorgungsstelle (einige Meter von der Tramhaltestelle entfernt) mit einer sich dort be-
findenden Stange, evtl. rutschte er aus, und fiel zu Boden. A.________ begab sich zu dem verletzt 
und wehrlos auf der Seite am Boden liegenden †F.________, holte mit der Hand Schwung und fügte 
ihm mit voller Wucht einen weiteren Messerstich in dessen Oberkörper zu. A.________ zog ansch-
liessend das Messer aus dem Körper von †F.________, wobei es ihm aus der Hand und zu Boden 
fiel. 

A.________ ergriff in der Folge das Mobiltelefon des tödlich verletzt am Boden liegenden 
†F.________, das wohl am Boden lag und †F.________ herausgefallen oder aus der Hand gefallen 
war, evtl. behändigte A.________ das Mobiltelefon ab †F.________, und nahm es an sich, um sich 
dadurch einen finanziellen Vorteil zu verschaffen, auf welchen er keinen Anspruch hatte. Er behändig-
te das ebenfalls am Boden liegende Messer und flüchtete damit und mit dem Mobiltelefon von 
†F.________ vom Tatort weg zurück in die Wohnung an der K.________(Strasse). 

†F.________ erlitt drei Stich-/Schnittverletzungen im Gesicht rechts (Stichverletzung rechte Wange 
[ca. 2.4 cm lang), Schnittverletzung rechte Wange [ca. 7 cm lang, oberflächlich] und Schnittverletzung 
neben rechtem Nasenflügel bis zur Oberlippe [ca. 1.5 cm lang]) und fünf Stichverletzungen an der 
rechten Rumpfseite (stichbedingte Verletzung von Brusthaut rechts, Brustwand rechts [mit Eröffnung 
der Brusthöhle], rechtem Lungenoberlappen, Herzbeutel rechts, Körperhauptschlagader [Aorta] und 
Lungenstamm [ca. 1.4 cm lange Hautdurchtrennung]; stichbedingte Verletzungen von Rumpfhaut 
vorne rechts, Rumpfwand [mit Eröffnung der Brusthöhle und Bauchhöhle], rechtem Lungenunterlap-
pen, Zwerchfell und Leber [ca. 2.3 cm lange Hautdurchtrennung]; stichbedingte Verletzungen von 
Rumpfhaut vorne rechts, Rumpfwand [mit Eröffnung der Bauchhöhle] und Leber [ca. 2.4 cm lange 
Hautdurchtrennung]; stichbedingte Verletzungen von Rumpfhaut rechts seitlich mittig und Rumpfwand 
mit Eröffnung der Brusthöhle [ca. 2.4 cm lange Hautdurchtrennung]; und stichbedingte Verletzungen 
von Rumpfhaut unten rechts und Rumpfwand mit Stichkanal bis in den rechten Musculus iliopsoas 
[ca. 2 cm lange Hautdurchtrennung]). Die Stichverletzungen am Rumpf führten u.a. zu Verletzungen 
von Brust- und Bauchwand sowie von Lunge, Leber, Herzbeutel, Brusthauptschlagader und Lungen-
stamm. Todesursächliche Relevanz dürfte führend die Stichverletzung mit Verletzung von Brusthaut 
rechts, Brustwand rechts [mit Eröffnung der Brusthöhle], rechtem Lungenoberlappen, Herzbeutel 
rechts, Körperhauptschlagader [Aorta] und Lungenstamm (an der rechten Brustregion) gehabt haben, 
die u.a. die Verletzungen von Herzbeutel, Brusthauptschlagader und Lungenstamm verursachte. In 
der Folge dürfte es aus diesen verletzten Blutgefässen zu einem Blutverlust in den Herzbeutel und die 
Brusthöhlen gekommen sein. Der Tod dürfte schliesslich in Form eines akuten Herzpump- und Kreis-
laufversagens eingetreten sein, wobei eine medizinische Rettung aufgrund der Schwere der Verlet-
zungen an Brusthauptschlagader und Lungenstamm realistischerweise nicht mehr möglich war. Zu-

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dem fand sich am Leichnam ein Pneumothorax (Ansammlung von freier Luft in der Brusthöhle) in bei-
den Brusthöhlen, wobei ein Pneumothorax, wenn er ausgedehnt genug ist, todesursächliche Rele-
vanz entfalten kann. Es konnte nicht beurteilt werden, ob †F.________ einen Pneumothorax als Folge 
der Stichverletzungen am Brustkorb hatte, da die chirurgische Eröffnung der linken Brustkorbseite 
zwingend zu einem Pneumothorax in der linken Brusthöhle führen musste und auch einen Pneumo-
thorax in der rechten Brusthöhle verursacht haben könnte. Der Tod wäre allerdings aufgrund der 
Schwere der stichbedingten Verletzungen an Brusthauptschlagader und Lungenstamm auch zwin-
gend ohne Vorliegen eines Pneumothorax eingetreten. 

Durch die acht Stich-/Schnittverletzungen tötete A.________ †F.________ wissentlich und willentlich: 
A.________ wusste, dass seine Handlungen (drei Stich-/Schnittverletzungen in den Kopf und fünf 
Stichverletzungen an der rechten Rumpfseite) zum Tod von †F.________ führen konnten und er woll-
te dies.

Dabei handelte A.________ besonders skrupellos:

Er ging heimtückisch vor (besonders verwerfliche Art der Ausführung), indem er, nachdem er 
†F.________ draussen hatte vorbeigehen sehen, in der Wohnung ein Messer behändigte, um den 
ahnungslosen †F.________ an der Bushaltestelle aufzusuchen und niederzustechen. Er stach mit 
dem Messer an der Bushaltestelle dann überraschend und ohne Vorwarnung (insbesondere ohne 
unmittelbar vorangehende Auseinandersetzung) innert kürzester Zeit acht Mal heftig gegen 
†F.________, wobei er auch mehrfach in dessen Kopf stach und schnitt. Sein Vorgehen zeichnet sich 
durch besondere physische Brutalität und Grausamkeit aus. Dadurch, dass er dem bereits verletzt 
und wehrlos am Boden liegenden †F.________ nach dessen gescheitertem Fluchtversuch einen wei-
teren heftigen Messerstoss in den Oberkörper zufügte, offenbarte A.________ eine besondere Kalt-
blütigkeit und manifestierte ein konsequentes zu Ende führen der Tötung. 

Der Beweggrund von A.________ für die Tat war besonders verwerflich: So ging es ihm um das Ein-
treiben einer älteren, angeblichen geringfügigen Geldschuld von ca. CHF 400.00, wobei A.________ 
das Geld vor dem Zustechen von †F.________ herausverlangte, es aber nicht erhielt. Nach der Tat 
nahm er das Mobiltelefon des tödlich verletzten und am Boden liegenden †F.________ an sich, um 
sich damit einen finanziellen Vorteil zu verschaffen, auf welchen er keinen Anspruch hatte. Weiter 
wollte sich A.________ für seinen Bruder am Opfer rächen resp. dieses in seine Schranken weisen. 
Er stellte diese Bedürfnisse (finanzielle Forderung und Rache für den Bruder) über das Leben des 20-
jährigen †F.________, was von einem extremen Egoismus und von einer ausserordentlichen Gering-
schätzung von dessen Leben zeugt.

2. Diebstahl (Art. 139 Ziff. 1 StGB)

begangen am 08.04.2022, ca. 21:50 bis 21:52 Uhr, in E.________, im Bereich Areal Tramhaltestelle 
L.________, zum Nachteil von †F.________

Nach dem Vorfall gemäss Ziff. 1 ergriff A.________ das Mobiltelefon Samsung SM-S908B, Galaxy 
S22 Ultra, des tödlich verletzt am Boden liegenden †F.________, das wohl am Boden lag und 
†F.________ herausgefallen oder aus der Hand gefallen war, evtl. behändigte A.________ das Mobil-
telefon ab †F.________, nahm es an sich und rannte damit an die K.________(Strasse), um sich da-
durch einen finanziellen Vorteil zu verschaffen, auf welchen er keinen Anspruch hatte.

Deliktsbetrag: ca. CHF 1'000.00

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8.2 Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte gibt zu, am 8. April 2022 bei der Tramhaltestelle L.________ mit 
einem Küchenmesser zunächst sieben Mal (vier Mal in den Oberkörper und drei 
Mal ins Gesicht) sowie anschliessend ein weiteres Mal wuchtig in den Oberkörper 
auf †F.________ eingestochen zu haben und für dessen Tod verantwortlich zu 
sein, womit die Täterschaft grundsätzlich unbestritten ist. Dennoch ist das Ge-
ständnis des Beschuldigten im Rahmen der konkreten Beweiswürdigung einer Prü-
fung zu unterziehen.

Bestritten werden vom Beschuldigten demgegenüber Einzelheiten des Tatablaufs 
sowie, dass er das Messer mit der Absicht behändigt habe, †F.________ zu töten. 
Vielmehr habe er das Küchenmesser als Vorsichtsmassnahme bzw. zur Ein-
schüchterung von †F.________ sowie dessen Begleiter J.________ mitgenom-
men. Weiter macht der Beschuldigte geltend, im Vorfeld des Messereinsatzes sei 
es zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen ihm und †F.________ gekom-
men, anlässlich welcher sie sich mit Fäusten traktiert hätten, was ihn schliesslich 
zum Einsatz des Messers bewegt habe. Bestritten wird vom Beschuldigten weiter, 
dass J.________ versucht haben soll, dazwischen zu gehen und in der Folge vom 
Beschuldigten bedroht worden sei. Der direkte Vorsatz, insbesondere, dass der 
Beschuldigte gewusst haben soll, dass seine Tathandlung zum Tod des Opfers 
führen würde bzw. er diesen gewollt habe sowie, dass er skrupellos vorgegangen 
sei, wird ebenfalls bestritten. 

In Bezug auf den ihm in Ziff. 2 der Anklageschrift vorgeworfenen Diebstahl bestrei-
tet der Beschuldigte, dass er sich durch das Behändigen des Mobiltelefons von 
†F.________ einen finanziellen Vorteil habe verschaffen wollen.

Mit Blick auf das dem Beschuldigten vorgeworfene Tötungsdelikt stellen sich wie 
bereits vor der Vorinstanz somit folgende, im Rahmen der Beweiswürdigung hier-
nach zu beantwortende Fragen:

- Ist das Geständnis des Beschuldigten glaubhaft?

- Wie kam es zum Zusammentreffen zwischen dem Beschuldigten und 
†F.________?

- Weshalb nahm der Beschuldigte das Messer mit zum Tatort?

- Kam es im Vorfeld des Messereinsatzes zu einer tätlichen Auseinandersetz-
ung zwischen dem Beschuldigten und †F.________?

- Weshalb setzte der Beschuldigte das Messer gegen †F.________ ein?

- Was wusste der Beschuldigte bezüglich der †F.________ zugefügten Stichver-
letzungen?

- Wollte der Beschuldigte †F.________ mit dem Messer tödlich verletzen?

In Bezug auf den Diebstahl ist weiter zu klären, ob der Beschuldigte das Mobiltele-
fon von †F.________ behändigte, um sich einen Vermögensvorteil zu verschaffen.

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9. Beweiswürdigung

9.1 Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung

Für die allgemeinen Grundlagen der Beweiswürdigung und Aussagenanalyse im 
Besonderen kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wer-
den (pag. 2833 ff., S. 9 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

9.2 Beweismittel

Der Kammer liegen als objektive Beweismittel der Berichtsrapport vom 27. April 
2022 inkl. Fotodossier (pag. 228 ff.), der Berichtsrapport vom 11. April 2022 
(pag. 1056 ff.), der Rapport Forensik vom 22. Oktober 2022 (pag. 254 ff.), das As-
servaten-Sicherstellungsverzeichnis und die DNA-Auswertungsresultate des Insti-
tuts für Rechtsmedizin (pag. 260 ff. und pag. 401 ff.), die Tatrekonstruktion des Be-
schuldigten vom 28. Juni 2022 (pag. 350 ff.), die Tatrekonstruktion von J.________ 
vom 26. Juni 2022 (pag. 378 ff.), der Bericht zur Legalinspektion vom 3. Mai 2022 
(pag. 453 ff.), das rechtsmedizinische Gutachten zum Todesfall vom 4. Oktober 
2022 (pag. 458 ff.), das rechtsmedizinische Obduktionsprotokoll vom 29. Septem-
ber 2022 (pag. 466 ff.), der forensisch-toxikologische Abschlussbericht vom 16. Mai 
2022 (pag. 477) und die Zusatzuntersuchung vom 25. Oktober 2022 betreffend 
†F.________ (pag. 481 ff.), das rechtsmedizinische Gutachten zur körperlichen Un-
tersuchung des Beschuldigten (pag. 490 ff.), der forensisch-toxikologische Ab-
schlussbericht vom 16. Mai 2022 sowie die Alkoholbestimmung vom 13. April 2022 
betreffend den Beschuldigten (pag. 496 ff.), der Berichtsrapport vom 13. Mai 2022 
(pag. 1239 ff.) sowie der Berichtsrapport vom 5. Juli 2022 (pag. 1269 ff.) vor. 

Als subjektive Beweismittel liegen der Kammer zur Würdigung die Aussagen des 
Beschuldigten gemäss Berichtsrapport vom 9. April 2022 (pag. 249 ff.) sowie an-
lässlich der polizeilichen Einvernahme vom 9. April 2022 (pag. 515 ff.), der Einver-
nahme anlässlich der Hafteröffnung vom 9. April 2022 (pag. 9 f. und pag. 530 ff.), 
der polizeilichen Einvernahme vom 1. Juni 2022 (pag. 537 ff.), der Befragung an-
lässlich der Tatrekonstruktion vom 28. Juni 2022 (pag. 578 ff.), der staatsanwalt-
schaftlichen Einvernahme vom 9. März 2023 (pag. 595 ff.), der erstinstanzlichen 
Verhandlung vom 5. Dezember 2023 (pag. 2726 ff.) sowie anlässlich der oberin-
stanzlichen Verhandlung vom 3. März 2025 vor (pag. 3161 ff.). Weiter liegen als 
subjektive Beweismittel die Aussagen von J.________ (pag. 751 ff., pag. 757 ff., 
pag. 782 ff., pag. 790 ff.), M.________ (pag. 810 ff. und pag. 814 ff.), N.________ 
(pag. 942 ff., pag. 950 ff. und pag. 977 ff.), O.________ (pag. 617 ff., pag. 637 ff. 
und pag. 662 ff.), G.________ (pag. 670 ff., pag. 675 ff., pag. 706 ff.) sowie von 
weiteren einvernommenen Personen (I.________, pag. 716 ff.; P.________, 
pag. 1028 ff.; Q.________, pag. 832 ff. und R.________, pag. 869 ff.) vor.

Die Vorinstanz gab den Inhalt der objektiven und subjektiven Beweismittel umfas-
send wieder; darauf kann integral verwiesen werden (pag. 2839 ff., S. 15 ff. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Soweit von Relevanz, wird direkt im Rahmen 
der nachfolgenden Beweiswürdigung auf die einzelnen Beweismittel eingegangen. 
Dies gilt auch für die oberinstanzlichen Beweisergänzungen, auf deren inhaltliche 
Wiedergabe an dieser Stelle verzichtet wird.

14

9.3 Beweiswürdigung der Kammer

9.3.1 Zum Geständnis des Beschuldigten

Die Täterschaft ist wie bereits erwähnt unbestritten. Die Kammer kann sich der An-
sicht der Vorinstanz im Wesentlichen anschliessen, wonach sich das Geständnis 
des Beschuldigten, er habe †F.________ am 8. April 2022 bei der Tramhaltestelle 
L.________ mit mehrfachen Messerstichen tödlich verletzt und sei allein für dessen 
Tod verantwortlich, anhand der vorhandenen objektiven und subjektiven Beweis-
mittel verifizieren lässt (pag. 2860, S. 36 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

So konnte das Blut bzw. die DNA von †F.________ im Innern der – unter anderem vom Beschuldig-
ten bewohnten – Wohnung an der K.________(Strasse) gefunden werden (pag. 256 f., 267 und 419). 
Weiter konnte der Beschuldigte den Standort des Tatmessers in der vorgenannten Wohnung genau 
bezeichnen, an welchem ebenfalls die DNA von †F.________ festgestellt werden konnte (pag. 256 f., 
270, 428 und 431). Die Angaben des Beschuldigten, wonach er mit seiner linken Hand auf die rechte 
Körperseite von †F.________ eingestochen habe (pag. 366 f. und 520, Z. 199 ff.) und das Messer 
anschliessend in der linken Tasche seiner Jacke platziert habe (vgl. pag. 521, Z. 231 ff.), stimmen zu-
dem einerseits mit dem Verletzungsbild überein (drei Stich- bzw. Schnittverletzungen im Gesicht 
rechts und fünf stichbedingte Verletzungen auf der rechten Seite des Rumpfs/der Brust [pag. 461]) 
und lassen sich andererseits mit den Textildefekten in der nachweislich von ihm getragenen Regenja-
cke vereinbaren (pag. 258, 271 und 438). Der vom Beschuldigten geschilderte Tatablauf stimmt im 
Wesentlichen auch mit den Aussagen des anlässlich der Tat anwesenden Zeugen J.________ übe-
rein (vgl. Ziff. 3.3.3 hiervor bzw. 3.4.4 hiernach). Schliesslich gaben sowohl N.________, O.________ 
als auch G.________, bei welchen kein Motiv zur Falschbelastung des Beschuldigten ersichtlich ist, 
mehrfach und übereinstimmend an, vom Beschuldigten kurz nach der Tat erfahren zu haben, dass 
dieser †F.________ niedergestochen habe (vgl. pag. 953, Z. 69 ff.; pag. 957, Z. 305 f.; pag. 957 f., 
Z. 311 ff.; pag. 958, Z. 316 ff.; pag. 960, Z. 454 ff.; pag. 978, Z. 48 f.; pag. 624, Z. 268 ff.; pag. 629, 
Z. 493 ff.; pag. 642, Z. 230 ff.; pag. 645, Z. 393 ff.; pag. 664, Z. 69 ff.; pag. 664, Z. 69 ff.; pag. 680, 
Z. 216 ff.; pag. 711, Z. 198 f.). 

Mit Blick auf eine allfällige Mit- bzw. Dritttäterschaft ist festzuhalten, dass die zur Tatzeit anwesenden 
Personen (J.________ und M.________) übereinstimmend lediglich von einem Täter sprachen (vgl. 
Ziff. 3.3.3 hiervor und pag. 815, Z. 37 ff.). 

Einzig in Bezug auf die Feststellung der Vorinstanz, wonach der vom Beschuldig-
ten geschilderte Tatablauf im Wesentlichen auch mit den Aussagen des anlässlich 
der Tat anwesenden Zeugen J.________ übereinstimme, ist festzuhalten, dass 
dies so nicht gänzlich zutrifft. J.________ schilderte den Tatablauf in Bezug auf die 
Messerstiche ganz anders, indem er ausführte, es habe gegenseitige Faustschläge 
gegeben und es sei nur ein Stich erfolgt (pag. 753 Z. 78 f. und pag. 791 z. 33 ff.; 
vgl. dazu auch nachfolgend). Immerhin stimmen die Aussagen aber in Bezug auf 
die äusseren Gegebenheiten wie Tatzeit, Tatort usw.  überein. Dass J.________ 
zuerst angab, es habe sich beim Täter um den Bruder des Beschuldigten gehan-
delt, lässt sich nicht erklären. Naheliegend ist, dass er den Beschuldigten schützen 
wollte oder es sich schlicht um eine Verwechslung handelte. Im Sinne einer Ergän-
zung ist zu den vorinstanzlichen Ausführungen zudem festzuhalten, dass 
N.________ das Gesicht des Beschuldigten wiedererkannte, als dieser nach der 
Tat klingelte und anschliessend das Treppenhaus hochgerannt kam (pag. 953 

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Z. 53 ff. und 61). Für die Täterschaft des Beschuldigten und damit für die Richtig-
keit seines Geständnisses spricht schliesslich auch, dass der Beschuldigte das 
Messer, mit welchem †F.________ Verletzungen zugefügt wurden, beschreiben 
konnte und der Beschuldigte überdies Linkshänder ist (pag. 520 Z. 201 f.), was – 
wie die Vorinstanz zutreffend festhielt – mit dem Verletzungsmuster übereinstimmt. 
Zusammen mit der Vorinstanz kann somit festgehalten werden, dass gestützt auf 
die objektiven Beweismittel, die Aussagen des Beschuldigten sowie der weiteren 
einvernommenen Personen keine Zweifel verbleiben, dass der Beschuldigte allein 
für den Tod von †F.________ verantwortlich ist.

9.3.2 Zur Frage, wie es zum Zusammentreffen kam

Die Vorinstanz hielt im Wesentlichen zutreffend fest, der Beschuldigte habe hin-
sichtlich der Frage, wie es dazu gekommen sei, dass er sich zu †F.________ zur 
Tramhaltestelle L.________ begeben habe, sinngemäss geltend gemacht, dass es 
sich um einen spontanen und aus der Situation heraus entstandenen Entschluss 
gehandelt habe. Er habe mehrfach und konstant ausgeführt, er sei mit seinem Bru-
der G.________ im Wohnzimmer gewesen und habe ferngesehen. Als er zum 
Fenster hinausgesehen habe, habe er †F.________ sowie J.________ gesehen. 
Daraufhin sei er aufgestanden, habe seine Jacke angezogen, sei in die Küche ge-
gangen, habe ein Messer behändigt und sich zur Tramstation begeben (pag. 518, 
Z. 104 ff.; pag. 12 und 530, Z. 109 ff.; pag. 539, Z. 47 ff.; pag. 597, Z. 58 ff.). Die 
diesbezüglichen Aussagen des Beschuldigten würden durch die objektiven Be-
weismittel gestützt. Die in der Umgebung des Tatorts herrschenden Lichtverhält-
nisse seien rund zwei Wochen nach der Tat, am 20. April 2022 zwischen 05.15 Uhr 
und 05.30 Uhr, durch die Polizei fotografisch festgehalten worden (pag. 228 ff. und 
231 ff.). Die Lichtverhältnisse im Zeitpunkt der Erstellung der Fotoaufnahmen 
(Dunkelheit ca. 1,5 Stunden vor Sonnenaufgang) dürften mit den am Tatabend 
vorherrschenden Lichtverhältnissen (Dunkelheit ca. 1,5 Stunden nach Sonnenun-
tergang) übereingestimmt haben. Bereits anhand der im Tageslicht getätigten Fo-
toaufnahmen vom 12. April 2022 werde deutlich, dass sich der Fussweg ________ 
in Richtung ________ in kurzer Distanz zum Wohnhaus an der 
K.________(Strasse) befinde und vom Wohnzimmer des Beschuldigten aus gut er-
sichtlich gewesen sei (vgl. pag. 232). Aufgrund der starken Beleuchtung der sich 
auf dem Fussweg befindenden Strassenlaternen habe der Beschuldigte ab Sitzpo-
sition auf dem Sofa im Wohnzimmer mit einer Blickhöhe von ca. 120 cm auch 
nachts eine ihm bekannte Person, welche sich von der ________ her zu Fuss in 
Richtung ________ bewegte, erkennen können (pag. 235). Selbst wenn sich die 
Person schon weiter vorne bei der Haltestelle L.________ befunden hätte, hätte 
diese von der Wohnung des Beschuldigten aus erkannt werden können (pag. 230 
und 236). Die Aussagen des Beschuldigten würden sich zudem auch in zeitlicher 
Hinsicht mit den Angaben von J.________ in Einklang bringen lassen. Dieser habe 
zu Protokoll gegeben, der Beschuldigte sei nur wenige Minuten, nachdem sie bei 
der Tramhaltestelle angekommen seien, erschienen (pag. 761, Z. 185 ff.; pag. 754, 
Z. 115 f.). Schliesslich hätten weder die Auswertungen der Mobiltelefone des Be-
schuldigten und †F.________ noch die restlichen Beweismittel Hinweise darauf ge-
liefert, dass es in den Tagen oder Wochen vor der Tat zwischen Täter und Opfer zu 
persönlicher, mündlicher oder schriftlicher Kontaktaufnahme gekommen sei. Auf-

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grund der Tatsache, dass der Beschuldigte †F.________ und J.________ vor sei-
nem Wohnblock habe vorbeigehen sehen, sei es spontan zum Zusammentreffen 
bzw. zur Konfrontation zwischen Täter und Opfer gekommen. Anhaltspunkte für ei-
ne Planung der Tat seien hingegen keine auszumachen (pag. 2861, S. 37 der erst-
instanzlichen Urteilsbegründung). 

Diesen Ausführungen kann sich die Kammer insofern anschliessen, als im Sinne 
eines Zwischenergebnisses davon auszugehen ist, dass der Beschuldigte 
†F.________ sowie J.________ beim Vorbeigehen vor seiner Wohnung erblickte, 
als er nach draussen schaute. Ob dies im Sitzen durch das Wohnzimmerfenster 
oder allenfalls bereits vorher durch das Küchenfenster geschehen war, lässt sich 
nicht abschliessend klären. Immerhin liegen in Bezug auf die Frage, wo sich der 
Beschuldigte, G.________ und N.________ aufgehalten hatten, bevor der Be-
schuldigte die Wohnung verliess, unterschiedliche Aussagen vor. So gab 
N.________ konstant an, als O.________ zur Tankstelle gegangen sei (und somit 
kurz bevor der Beschuldigte die Wohnung verliess), sei sie im Wohnzimmer gewe-
sen und habe auf ihn gewartet. Der Beschuldigte und G.________ seien ebenfalls 
im Wohnzimmer gewesen (pag. 962 Z. 537 ff. und pag. 980 Z. 128 f.). Es sei aller-
dings niemand neben ihr auf dem Sofa gesessen (pag. 963 Z. 586). Der Beschul-
digte gab demgegenüber an, er habe †F.________ und J.________ vom Sofa aus 
gesehen, was den Aussagen von N.________ entgegensteht. Insofern muss dieser 
Punkt offengelassen werden, was für die weitere Beweiswürdigung jedoch keine 
Rolle spielt.

Was die Spontanität des Aufeinandertreffens des Beschuldigten, †F.________ und 
J.________ betrifft, kann sich die Kammer den vorinstanzlichen Ausführungen in-
des nicht gänzlich anschliessen:

Die Auswertungen der Mobiltelefone des Beschuldigten und †F.________ 
(pag. 1272 und 1281 ff.) ergaben zwar richtigerweise keine Hinweise darauf, dass 
es in den Tagen oder Wochen vor der Tat zwischen dem Beschuldigten und 
†F.________ zu persönlicher, mündlicher oder schriftlicher Kontaktaufnahme ge-
kommen wäre. Aus den weiteren Beweismitteln, insbesondere den Aussagen der 
Betroffenen, lässt sich aber immerhin schliessen, dass die beiden seit der Ge-
schichte mit den CHF 400.00 verfeindet waren. So gab der Beschuldigte in seiner 
Erstbefragung an, es sei so gewesen, dass er †F.________ in der Geschlossenen 
kennengelernt habe. Nachdem er freigelassen worden sei, sei er mit seinem Bru-
der bei der S.________ gewesen und habe ihn [†F.________] dort getroffen. Dar-
aufhin habe er †F.________ mitgeteilt, dass er auf der Suche nach Gras sei für 
CHF 400.00. †F.________ habe ihm gesagt, dass er gute Kontakte habe und wis-
se, wo man dies holen könne. Er [der Beschuldigte] habe ihm [†F.________] 
CHF 400.00 gegeben. †F.________ sei allein in ein Hochhaus in T.________ ge-
gangen, aber anschliessend nicht mehr aufgetaucht. Sie hätten gedacht, dass sie 
ausgenommen worden seien (pag. 517 Z. 69-77). Dass sie seit diesem Vorfall mit 
dem Geld kein gutes Verhältnis mehr zueinander hatten, bestätigte der Beschuldig-
te auch in der Berufungsverhandlung (pag. 3167 Z. 29 ff.). 

In der Erstbefragung sagte der Beschuldigte weiter aus, er habe sich gedacht, dass 
er es mit ihm [†F.________] klären werde, wenn er diesen das nächste Mal sehe 

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(pag. 518 Z. 92 f.). †F.________ sei dann ab und zu bei seiner Strasse vorbeige-
gangen. Da habe er gewusst, dass †F.________ wisse, wo er wohne. 
†F.________ wohne aber nicht da, er sei extra bei ihm vorbeigekommen (pag. 518 
Z. 93 ff.). G.________ gab diesbezüglich zu Protokoll, am Tag vor der Tat, also am 
Donnerstag, habe †F.________ ihn gefragt, wo A.________ sei und habe ange-
droht, er würde diesen schlagen, wenn er ihn sehe (pag. 708 Z. 58 ff.). Der Be-
schuldigte gab an, er habe es nicht verstanden, eigentlich hätte er †F.________ 
sagen sollen, dass er rauskommen solle, er habe ihm ja nichts geschuldet, ausser 
einer Hose (pag. 2728 Z. 39 ff.). Gestützt auf diese Aussagen ist für die Kammer 
erstellt, dass †F.________ den Beschuldigten über dessen Bruder G.________ 
deutlich zur Konfrontation aufforderte und vermehrt in dessen Nähe auftauchte. In-
sofern musste der Beschuldigte bereits im Vorfeld der Tat mit einem baldigen Auf-
einandertreffen zwischen ihm und †F.________ gerechnet haben. Der Beschuldig-
te setzte sich überdies innerlich auch damit auseinander, was bei einer baldigen 
Konfrontation passieren würde. So war ihm seinen eigenen Aussagen zufolge be-
wusst, dass es zu einer Schlägerei kommen werde, wenn er zu †F.________ gehe 
und dann der andere Kollege komme (pag. 523 Z. 378 ff.). Somit muss dem Be-
schuldigten – nebst dem Wissen, dass es bald zu einem Aufeinandertreffen kom-
men würde – auch zugerechnet werden, dass er mit einer baldigen Schlägerei mit 
seinem späteren Opfer rechnete. 

Inwiefern die vom Beschuldigten kurz vor der Tat (namentlich am 4. April 2022 [vier 
Tage vor der Tat], am 5. April 2022 [drei Tage vor der Tat], am 8. April 2022 um 
01:31:59 Uhr [in der Nacht, bevor die Tat begangen wurde] sowie am 8. April 2022 
um 17:26:35 Uhr [rund vier Stunden vor der Tat], vgl. Auswertung pag. 1242 f.) 
durchgeführten Google-Suchen «was kommt nach dem Tod» in Zusammenhang 
mit der kurz darauffolgenden Tötung von †F.________ stehen (pag. 1242 f.), konn-
te nicht abschliessend geklärt werden. So erscheinen die Ausführungen des Be-
schuldigten, wonach er diese Suche aus religiösen Gründen getätigt habe 
(pag. 609 Z. 492 ff.), immerhin als mögliche Erklärung. Oberinstanzlich gab er 
ebenfalls an, er habe wissen wollen, was nach dem Tod komme bzw. gefragt wer-
de und dass er gerne dem Imam zuhöre und konkretisierte, im Islam sei es so, 
dass man nach dem Tod gefragt werde, ob man gefastet habe, Geld an arme Leu-
te gespendet habe usw. (pag. 3172 Z. 6 ff.). Mit Blick darauf, dass bei der Auswer-
tung auch Inhalte festgestellt wurden, welche mutmasslich islamisch Gelehrte bzw. 
Imame zeigen, welche muslimische Weisheiten kundtun, erscheint diese Erklärung 
als durchaus plausibel. Aus den Suchabfragen des Beschuldigten auf Google kann 
nach Überzeugung der Kammer somit einzig geschlossen werden, dass er sich of-
fenbar schon Tage vor der Tat damit beschäftigte, was nach dem Tod kommen 
würde. Eine Planung der Tat kann daraus jedoch nicht abgeleitet werden. Auch die 
Tatsache, dass das Messer neu war, lässt keinen Rückschluss auf eine allfällige 
Planung der Tötung zu. O.________ gab dazu im Verfahren zwar an, er habe das 
Messer zuvor noch nie in der Küche gesehen (pag. 627 Z. 399 f.), obwohl er be-
reits seit drei Wochen in dieser Wohnung lebte. Dennoch ergibt sich aus der Ein-
vernahme des Beschuldigten an der oberinstanzlichen Verhandlung, dass offenbar 
nicht regelmässig gekocht wurde (pag. 3171 Z. 19 ff.), womit nicht abwegig er-

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scheint, dass das in der Wohnung vorhandene Besteck noch nicht oft gebraucht 
wurde bzw. neu war.

Die Kammer kommt insgesamt zum Schluss, dass der Beschuldigte mit einer be-
vorstehenden tätlichen Auseinandersetzung mit †F.________ rechnete und sich 
kurz vor der Tat auch mit dem Tod auseinandersetzte. Nicht nachgewiesen werden 
kann ihm jedoch, dass er wusste, dass die tätliche Auseinandersetzung genau an 
diesem Abend, dem 8. April 2022, erfolgen werde und er die konkrete Tataus-
führung – mithin die Tötung von †F.________ – bereits im Vorfeld geplant hätte.

9.3.3 Zur Frage, warum der Beschuldigte das Messer mitnahm

Die Vorinstanz hielt zur Frage, warum der Beschuldigte das Messer mitnahm, als 
er nach draussen zu †F.________ ging, Folgendes fest (pag. 2862, S. 38 der erst-
instanzlichen Urteilsbegründung):

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten gemäss Anklageschrift vor, das Messer mit der Ab-
sicht behändigt zu haben, †F.________ damit zu erstechen. Der Beschuldigte führte hingegen mehr-
fach und übereinstimmend aus, das Messer aus Angst bzw. zu seinem eigenen Schutz mitgenommen 
zu haben, da †F.________ mit einer anderen Person unterwegs gewesen sei (pag. 518, Z. 105 f.; 
pag. 523, Z. 359 ff.; pag. 523, Z. 378 ff.; pag. 524, Z. 395 ff.; pag. 13 und 531, Z. 137 ff.; pag. 540, Z. 
100 f.; pag. 602, Z. 249 f.). Er habe damit einfach bezwecken wollen, dass der andere sich aus Angst 
nicht einmischen würde (pag. 524, Z. 401 ff.; pag. 15 und 533, Z. 206 f. und 236). Diese seien zu 
zweit gewesen und er habe ihnen etwas Angst machen wollen (pag. 597, Z. 60 f.). Dass er das Mes-
ser nicht in der Absicht behändigte, †F.________ damit zu töten, stimmt denn auch mit seinen Anga-
ben überein, wonach er sich gedacht habe, dass er es mit †F.________ klären werde, wenn er diesen 
das nächste Mal sehe (pag. 518, Z. 92 f.). Er habe sich vom Treffen erhofft, dass †F.________ seinen 
Bruder und ihn in Ruhe lasse (pag. 13 und 531, Z. 144 f.; pag. 16 und 534, Z. 250 f.). Er habe gewollt, 
dass alles aufhöre, aber nicht so (pag. 604, Z. 335). Anlässlich der Hauptverhandlung führte er so-
dann aus, sich gedacht zu haben, dass er mit ihm [†F.________] spreche, damit dieser seinen Bruder 
in Ruhe lasse und danach alles geklärt sei (pag. 2727, Z. 1 ff.). 

Das Gericht erachtet die diesbezüglichen Aussagen des Beschuldigten als nachvollziehbar. Wie be-
reits erwähnt, konnte weder ein vorgängiger Kontakt zwischen dem Beschuldigten und †F.________ 
noch sonst eine konkrete Planung der Tat nachgewiesen werden. Der Beschuldigte entschied sich 
spontan dazu, †F.________ sowie J.________ zur Tramhaltestelle zu folgen und sich damit alleine 
zwei jungen Männern zu stellen. Er gab denn auch konstant an, das Messer gerade aufgrund dieser 
«Zwei gegen Eins» Situation mitgenommen zu haben. Die Umfeldabklärungen zu †F.________ ha-
ben zudem gezeigt, dass dieser in einem Umfeld mit «starken Jungs» unterwegs war, offenbar selbst 
nicht vor Gewalt zurückscheute (vgl. Aussagen der Brüder von †F.________; Ziff. 3.3.8.d und 3.3.8.e 
hiervor) und die Angst des Beschuldigten vor einer Konfrontation deshalb nicht gänzlich unbegründet 
gewesen sein dürfte. Schliesslich erachtete es auch der Gutachter als denkbar, dass der Beschuldigte 
das Messer aus Angst mitgenommen und anschliessend aus der Situation heraus gegen das Opfer 
eingesetzt habe (pag. 2736, Z. 17 ff.). Aus diesen Gründen geht das Gericht zu Gunsten des Be-
schuldigten davon aus, dass dieser das Messer als Vorsichtsmassnahme mitnahm und nicht in der 
Absicht, †F.________ damit zu töten.

Diesen Ausführungen kann sich die Kammer nicht anschliessen. Vorab ist – wie 
von der Generalstaatsanwaltschaft oberinstanzlich zu Recht moniert – darauf hin-
zuweisen, dass es nicht statthaft erscheint, für diese Frage auf die Ausführungen 

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des Gutachters abzustellen, zumal die Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts einzig Sache des Gerichts ist. Mutmassungen von Gutachtern über Sach-
verhaltsfragen, wie sie vorliegend getroffen wurden, sind demnach unbeachtlich.

Zu berücksichtigen ist sodann, dass sich der Beschuldigte unbestrittenermassen 
Respekt verschaffen wollte (vgl. zur Intention des Messereinsatzes die Ausführun-
gen unter Ziff. 9.3.5 hiernach) und das Messer somit nicht nur aus Angst und als 
Verteidigungsmittel behändigte, wie dies die Vorinstanz angenommen hat, sondern 
vielmehr auch, um es als Drohmittel bzw. Waffe gegenüber einer ihm überlegenen 
Person einzusetzen. Dies ergibt sich nicht zuletzt aus seinen Aussagen anlässlich 
der oberinstanzlichen Verhandlung, wo der Beschuldigte ausführte, er habe gese-
hen, dass J.________ dabei sei und er damit gewusst habe, dass «zwei gegen ei-
nen» sein würde, weshalb er das Messer zum Angst machen mitgenommen habe 
(pag. 3170 Z. 12 ff.). An der erstinstanzlichen Verhandlung ging der Beschuldigte 
denn auch selbst davon aus, dass «danach alles geklärt» gewesen sei (pag. 2727 
Z. 1 ff.), womit er beim späteren Opfer zweifelsohne einen bleibenden Eindruck hin-
terlassen wollte. Dieser Eindruck sollte mit dem Messer untermauert werden. 

Schliesslich steht fest, dass sich der Beschuldigte bereits im Voraus bewusst war, 
dass es – wenn er zu †F.________ hingeht – zu einem Streit kommen würde und 
dieser eskalieren könnte. So gab er ausdrücklich an, er habe gedacht, wenn er zu 
†F.________ gehe und dann der andere Kollege komme, dass sie mit ihm «schle-
geln» wollen (pag. 523 Z. 378 ff.). Wohlwissend also, dass es zu einer tätlichen 
Auseinandersetzung kommen würde, wenn er seinem Kontrahenten folgt, nahm 
der Beschuldigte das Messer mit. Hätte er, wie er anlässlich seiner ersten Einver-
nahme bei der Polizei (pag. 518 Z. 105 f.) und auch an der oberinstanzlichen Ver-
handlung angab, tatsächlich bereits zu diesem Zeitpunkt Angst gehabt, wäre der 
Beschuldigte gar nicht erst rausgegangen. Dass er dies dennoch tat, zeigt, dass er 
†F.________ konfrontieren und sich Respekt verschaffen wollte und dafür zielstre-
big das – notabene grosse und mit einer langen Klinge versehene Messer – 
behändigte und damit rechnete, dass etwas passieren würde. 

In Abweichung zur Vorinstanz ist nach Auffassung der Kammer damit erstellt, dass 
der Beschuldigte das Messer in der Wohnung nicht zu Verteidigungszwecken oder 
aus Angst behändigte, sondern vielmehr deshalb, um es später gegen 
†F.________ einzusetzen.

9.3.4 Zur Frage nach einer körperlichen Auseinandersetzung vor dem Messereinsatz

Zur Frage, ob es vor dem Messereinsatz zu einer körperlichen Auseinandersetzung 
gekommen war, hielt die Vorinstanz fest, was folgt (pag. 2862 ff., S. S. 38 ff. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Der Beschuldigte machte im Rahmen seiner tatnächsten Einvernahmen zum konkreten Tatablauf zu-
sammengefasst geltend, bei der Tramhaltestelle angekommen, †F.________ nach dem Geld gefragt 
zu haben (pag. 518, Z. 104 f.; pag. 519, Z. 134 f.; pag. 12 und 530, Z. 119 f.; pag. 14 und 532, Z. 193 
f.), woraufhin Letzterer den Arm um ihn gelegt und entgegnet habe «komm wir gehen nach hinten 
sprechen» (pag. 519, Z. 135; pag. 524, Z. 386; pag. 525, Z. 479 f.; pag. 14 und 532, Z. 194 f.; pag. 15 
und 533, Z. 223). Anschliessend sei es zum Messereinsatz gekommen (pag. 519, Z. 136 f.; pag. 524, 
Z. 383 ff.; pag. 14 und 532, Z. 196; pag. 15 und 533, Z. 225 f.). Der Beschuldigte verneinte auf Frage 

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ausdrücklich, †F.________ im Vorfeld des Messereinsatzes geschlagen zu haben (pag. 524, Z. 424 
ff.). Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 1. Juni 2022 machte der Beschuldigte sodann in 
Abweichung zu seinen bisherigen Aussagen geltend, dass es zu einer vorgängigen physischen Aus-
einandersetzung zwischen ihm und †F.________ gekommen sei, anlässlich welcher sie sich – nach-
dem †F.________ den Arm um ihn gelegt habe – mit Fäusten geschlagen hätten (pag. 538, Z. 31 ff.; 
pag. 539, Z. 54 ff. und 59 ff.). Auch im Rahmen der weiteren Einvernahmen (inkl. der Tatrekonstrukti-
on) blieb der Beschuldigte dabei, dass es im Vorfeld des Messereinsatzes zu einer tätlichen Ausein-
andersetzung zwischen ihnen gekommen sein soll (pag. 580, Z. 52 ff. und 55 ff.; pag. 597, Z. 65 ff.; 
pag. 598, Z. 110 ff.; pag. 2727, Z. 22). 

Der einzige unmittelbare Zeuge der Tat, J.________, berichtete ebenfalls von einer tätlichen Ausein-
andersetzung zwischen dem Beschuldigten und †F.________, wobei sich seine Aussagen teilweise 
als widersprüchlich erwiesen. So führte er zunächst aus, dass der Täter †F.________ – nachdem er 
diesen auf das Geld angesprochen hatte und das Gespräch «hässig» geworden sei – einen «abge-
drückt» habe (pag. 752, Z. 45 ff.), wobei er dies nicht weiter ausführte. Im Rahmen seiner zweiten 
Einvernahme konkretisierte er sodann, dass sie sich mit Fäusten geschlagen hätten (pag. 760, 
Z. 165). Auf Frage, wie der Beschuldigte auf †F.________ eingewirkt habe, gab er an, dieser habe 
ihm ins Gesicht geschlagen (pag. 762, Z. 263 ff.). Er habe ihn am Kopf, Brust und Bauch getroffen. 
Bei den Füssen habe er nichts gesehen (pag. 762, Z. 268 ff.). Im Rahmen der Tatrekonstruktion gab 
er sodann im Widerspruch zu seinen bisherigen Angaben an, dass †F.________ den Beschuldigten 
zuerst geschubst habe (pag. 784, Z. 56 ff. und 60 ff.) und bei der Staatsanwaltschaft führte er erst-
mals aus, dass es nebst Faustschlägen auch zu Kicks gekommen sein soll (pag. 791, Z. 52 f.), wobei 
diese von †F.________ gegen den Bauch des Täters ausgegangen sein sollen (pag. 792, Z. 56 ff.). 
Schliesslich gab er auf Frage an, dass der Täter derjenige gewesen sei, der angefangen habe 
(pag. 792, Z. 71 f.). 

O.________ schilderte den Tatablauf in Übereinstimmung mit den Erstaussagen des Beschuldigten, 
wonach Letzterer unmittelbar nachdem er nach dem Geld gefragt habe, begonnen habe, auf 
†F.________ einzustechen (pag. 629, Z. 493 ff.; pag. 631, Z. 565 f.). O.________ führte zwar an ei-
ner Stelle aus, dass der Beschuldigte ihm gesagt habe, dass sie «gschleglet» hätten, wobei der Be-
schuldigte währenddessen Vor- und Zurückbewegungen aufgezeigt habe (pag. 625, Z. 299). 
N.________ gab an, den Beschuldigten ausdrücklich gefragt zu haben, ob er †F.________ geschla-
gen habe, worauf dieser geantwortet habe «nei, i hane gstoche» (pag. 957 f., Z. 311 ff.).

Komisch mutet an, dass der Beschuldigte die angebliche tätliche Auseinandersetzung erst im Rah-
men seiner dritten Einvernahme und nach der parteiöffentlichen Befragung von J.________ vorbrach-
te. Zwar könnte es sich bei den die tätliche Auseinandersetzung betreffenden Aussagen des Be-
schuldigten um eine inhaltliche Ergänzung handeln, die grundsätzlich als Realkennzeichen auch für 
die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen sprechen könnte. Der Beschuldigte widersprach sich allerdings 
auch in dieser Hinsicht mehrfach. So gab er zunächst an, dass sie gegenseitig mit den Fäusten auf-
einander eingeschlagen hätten (pag. 538, Z. 34 f.). Anschliessend führte er aus, †F.________ weg-
geschubst zu haben, woraufhin dieser begonnen habe, ihn mit den Fäusten zu schlagen (pag. 539, 
Z. 59 f.). Er habe †F.________ geschubst, sie hätten sich beleidigt, bedroht und angefangen zu 
«schlegeln» (pag. 580, Z. 52 ff.). †F.________ habe ihn mit der Faust ins Gesicht geschlagen, wor-
aufhin er diesen auch geschlagen habe (pag. 580, Z. 55 f.). Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen 
Einvernahme führte er sodann aus, dass †F.________ ihn ebenfalls geschubst habe und sie sich 
daraufhin gegenseitig geschlagen hätten (pag. 597, Z. 65 ff.; pag. 598, Z. 110 ff.). Dass er seine Aus-
sagen denjenigen von J.________ angepasst haben dürfte, zeigt sich auch mit Blick auf seine Schil-

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derung des Gesprächsinhalts zwischen ihm und †F.________. So gab er im Rahmen seiner dritten 
Einvernahme in Abweichung zu seinen beiden tatnächsten Einvernahmen plötzlich an, dass 
†F.________ auf seine Frage nach dem Geld entgegnet habe, dass er immer zu zweit nach draussen 
komme (pag. 539, Z. 52 f.), was wortwörtlich den Angaben von J.________ entspricht (vgl. pag. 761, 
Z. 211 f.). Soweit die Verteidigung vorbrachte, es sei nachvollziehbar, dass sich der Beschuldigte an-
lässlich der ersten Einvernahmen nicht an jede Einzelheit habe erinnern können, weil er übermüdet 
gewesen sei und nichts gegessen habe (pag. 2750), ist einerseits anzumerken, dass er im Zeitpunkt 
der Hafteröffnungseinvernahme (9. April 2022 um 15:50 Uhr) wieder mit Essen versorgt gewesen sein 
dürfte und andererseits, dass er sich an zahlreiche andere Details der Tat erinnern konnte (vgl. bspw. 
seine Ausführungen zur Richtung der Messerklinge sowie den Blutanhaftungen; pag. 520, Z. 199 ff.; 
pag. 520, Z. 215 f.). 

Doch auch die Aussagen von J.________ sind nicht konstant, widersprach sich dieser doch mehrfach 
hinsichtlich der Frage, zu welchem Zeitpunkt der Beschuldigte das Messer hervornahm. So gab er 
zunächst an, das Messer erst gesehen zu haben, als sich †F.________ bereits beim Pfosten befun-
den habe. Als er habe dazwischen gehen wollen, habe der Täter ihn mit dem Messer bedroht 
(pag. 753, Z. 75 ff.). Er habe nicht gesehen, wo der Täter das Messer rausgenommen habe, es sei 
aus dem Nichts da gewesen (pag. 753, Z. 91 ff.). Anlässlich seiner zweiten Einvernahme führte er so-
dann aus, dass er habe dazwischen gehen wollen, als sie sich mit den Fäusten geschlagen hätten, 
und er zu diesem Zeitpunkt vom Täter mit dem Messer bedroht worden sei (pag. 760, Z. 165 f.; 
pag. 762, Z. 222). Im Widerspruch zu seinen Erstaussagen führte er sodann aus, in diesem Moment 
gesehen zu haben, wie der Täter das Messer hervorgenommen habe (pag. 762, Z. 222 f.). Im Rah-
men der Tatrekonstruktion gab er auf Frage an, bei der Haltestelle weder ein Messer gesehen zu ha-
ben noch, dass der Beschuldigte zugestochen hätte (pag. 787, Z. 143 ff.) und bei der Staatanwalt-
schaft, das Messer gesehen zu haben, als der Beschuldigte ihm gesagt habe, er solle nicht kommen 
(pag. 791, Z. 44 f.). 

Die widersprüchlichen Angaben des Beschuldigten und J.________ zur Frage einer vorgängigen tätli-
chen Auseinandersetzung lassen sich zudem nicht mit den vorhandenen objektiven Beweismitteln in 
Einklang bringen. Gemäss rechtsmedizinischem Gutachten hätten bei †F.________ als Zeichen 
stumpfmechanischer Einwirkungen lediglich kleinere Hautabschürfungen am rechten Unterschenkel 
und Sprunggelenk sowie am linken Knie festgestellt werden können (pag. 461). Bezüglich der Ge-
samtheit der Gesichtsverletzungen sei von einer aktiv gegen das Gesicht gerichteten scharfen Gewalt 
auszugehen (pag. 463 f.). Nebst den durch das Messer entstandenen Verletzungen im Gesicht hätten 
sich die Gesichtsweichteile ohne Verletzungen präsentiert (pag. 469). Die körperliche Untersuchung 
des Beschuldigten zeigte, dass dieser – mit Ausnahme von Rötungen an den Handgelenken, welche 
durch stumpfmechanische Einwirkung durch das Tragen von Handfesseln entstanden sein könnten – 
keine körperlichen Verletzungen vom Vorfall davongetragen habe (pag. 492). Damit zielt auch das 
Argument der Verteidigung ins Leere, wonach das auf der Kleidung des Beschuldigten festgestellte 
Blut auf eine körperliche Auseinandersetzung hinweise (pag. 2749). Zusammengefasst ist festzuhal-
ten, dass weder aufgrund der körperlichen Untersuchung des Beschuldigten noch derjenigen von 
†F.________ Anhaltspunkte bestehen, dass es zwischen ihnen zu mehrfachen gegenseitigen Faust-
schlägen gekommen wäre. 

Nach Ansicht des Gerichts lassen die Aussagen von J.________ in Verbindung mit den objektiven 
Beweismitteln keinen anderen Schluss zu, als dass es sich bei den durch ihn wahrgenommenen 
Faustschlägen in Wahrheit bereits um die ersten Messerstiche gehandelt haben muss, was dieser im 
Übrigen selbst für möglich hielt (pag. 787, Z. 147 ff.). J.________ sprach über die verschiedenen Ein-

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vernahmen hinweg konstant davon, lediglich den letzten wuchtigen Stich auf den beim Pfosten am 
Boden liegenden †F.________ gesehen zu haben sowie, dass †F.________ bereits vor diesem Stich 
am Kopf geblutet habe (pag. 753, Z. 78 f.; pag. 761, Z. 167 ff.; pag. 762, Z. 251 ff.; pag. 763, Z. 284 
und 286; pag. 785, Z. 95 f.; pag. 787, Z. 149 f. und 154; pag. 791, Z. 41 f.; pag. 792, Z. 74 ff.). Das 
Verletzungsbild hat allerdings gezeigt, dass †F.________ acht Stichverletzungen aufwies und keine 
Zeichen stumpfer Gewalt festgestellt werden konnten, womit sich das Blut am Kopf einzig durch die 
verabreichten Messerstiche erklären lässt. Zudem stimmen die gemäss Angaben von J.________ mit 
Schlägen traktierten Körperregionen des Beschuldigten mit den Örtlichkeiten der Einstichwunden übe-
rein und auch in zeitlicher Hinsicht (vgl. hierzu auch die Angaben von M.________; pag. 818, Z. 179 
ff.) wird deutlich, dass es sich bei der durch J.________ wahrgenommenen Auseinandersetzung be-
reits um die seitens des Beschuldigten ausgeführten Messerstiche gehandelt haben muss. Schliess-
lich ist zu bemerken, dass J.________ im Tatzeitpunkt Alkohol konsumiert hatte (pag. 759, Z. 82; pag. 
800, Z. 360 f. und 363 f.; vgl. hierzu auch die Aussagen von M.________ [pag. 812, Z. 100 f. und 122; 
pag. 817, Z. 122 f.] sowie Ziff. 3.2.10 und 3.2.12 hiervor, wonach weder im Blut des Beschuldigten 
noch von †F.________ Ethanol nachgewiesen werden konnte) und aufgrund der Lichtverhältnisse 
(vgl. pag. 816, Z. 66 ff.) und der Dynamik des Geschehens nicht auszuschliessen ist, dass er ein all-
fälliges Messer schlicht nicht wahrgenommen hat, was selbst der Beschuldigte entsprechend vermu-
tete (pag. 600, Z. 171). Dafür spricht schliesslich, dass auch M.________ – trotz des Umstands, dass 
sie sich in unmittelbarer Nähe des Geschehens befand (vgl. pag. 819, Z. 240 ff.) – kein Messer wahr-
genommen hat, sondern davon ausging, einen Tritt/Schlag gesehen zu haben (pag. 811, Z. 61 ff.: 
pag. 816, Z. 90 ff.).

Diesen Ausführungen kann sich die Kammer vollumfänglich anschliessen. Der Be-
schuldigte machte erst nach den Äusserungen von J.________ geltend, dass es 
vor den Messerstichen zu Faustschlägen gekommen sein soll und blieb in der Fol-
ge zwar bei dieser Version. Der komplette Wandel in seinen Aussagen deutet al-
lerdings stark darauf hin, dass er diese den Aussagen von J.________ angepasst 
hatte, zumal dem Beschuldigten zu diesem Zeitpunkt bewusst gewesen sein dürfte, 
dass eine vorgängige Schlägerei gegebenenfalls helfen könnte, die Tötung von 
†F.________ mit einer Bedrohungslage zu rechtfertigen. Dass er sich im Rahmen 
der ersten Einvernahme aufgrund der Umstände (Schock, Schlafmangel, Hunger 
etc.) nicht an die angebliche vorgängige Auseinandersetzung und damit einen we-
sentlichen Teil des Geschehensablaufs erinnert haben soll, wie es die Verteidigung 
oberinstanzlich erneut geltend machte, erscheint der Kammer nicht naheliegend, 
zumal der Beschuldigte durchaus im Stande war, Details über den Tathergang 
preiszugeben.

Dass es zu keiner vorgängigen Auseinandersetzung gekommen war, ergibt sich, 
wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, auch daraus, dass der Beschuldigte nicht in 
der Lage war, den konkreten Ablauf der angeblichen Schlägerei gleichbleibend zu 
schildern. So gab er zunächst an, dass sie gegenseitig mit den Fäusten aufeinan-
der eingeschlagen hätten (pag. 538 Z. 34 f.), um anschliessend auszuführen, 
†F.________ weggeschubst zu haben, woraufhin dieser begonnen habe, ihn mit 
den Fäusten zu schlagen (pag. 539 Z. 59 f.). Er habe †F.________ geschubst, sie 
hätten sich beleidigt, bedroht und angefangen zu «schlegeln» (pag. 580 Z. 52 ff.). 
†F.________ habe ihn mit der Faust ins Gesicht geschlagen, woraufhin er diesen 
auch geschlagen habe (pag. 580 Z. 55 f.). Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen 
Einvernahme führte er sodann aus, dass †F.________ ihn ebenfalls geschubst ha-

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be und sie sich hierauf gegenseitig geschlagen hätten (pag. 597 Z. 65 ff.; pag. 598 
Z. 110 ff.). Wie sich die angeblich vorgängige Schlägerei konkret abgespielt haben 
soll, konnte vom Beschuldigten somit nicht nachvollziehbar und schlüssig dargelegt 
werden und blieb bis zuletzt unklar. Hinzu kommt, dass weder bei †F.________ 
noch beim Beschuldigten Verletzungen aus stumpfer Gewalteinwirkung festgestellt 
wurden, was deutlich gegen eine Schlägerei mit Faustschlägen spricht. Nebst den 
durch das Messer entstandenen Verletzungen im Gesicht von †F.________ prä-
sentierten sich dessen Gesichtsweichteile gemäss Gutachten ohne Verletzungen 
(pag. 469). Die körperliche Untersuchung des Beschuldigten zeigte ebenfalls, dass 
dieser – mit Ausnahme von Rötungen an den Handgelenken, welche auf das Tra-
gen von Handfesseln zurückzuführen waren – keine körperlichen Verletzungen 
vom Vorfall davontrug (pag. 491 f.). Hätte der Beschuldigte aufgrund der angebli-
chen Schläge von †F.________ eine Nasenverletzung davongetragen, wie es die 
Verteidigung oberinstanzlich ins Feld führte, wäre eine solche vom IRM mit Sicher-
heit bemerkt und im Gutachten zur körperlichen Untersuchung festgestellt worden. 
Allerdings erwähnte selbst der Beschuldigte nie eine angebliche Verletzung an sei-
ner Nase. Und auch dem aufgefundenen Blut auf der Hose des Beschuldigten 
kommt kein Beweiswert zu, zumal es sich dabei auch um älteres Blut handeln 
könnte, welches bereits auf seiner Hose vorhanden war. Zu berücksichtigen ist fer-
ner, dass der Beschuldigte den zuhause anwesenden Personen nie von einer 
Schlägerei erzählt hatte, wie es die Verteidigung geltend machte. Zwar sprach 
O.________ in seiner Einvernahme vom 9. April 2022 von konkreten Hand-, Vor- 
und Zurückbewegungen (pag. 625 Z. 296 ff.). Diese können jedoch nichts anderes 
als die vom Beschuldigten ausgeführten Messerstiche bedeuten. Wie die Vertre-
tung der Privatklägerin zudem zutreffend vorbrachte, wurde bei der Wiedergabe 
der Wahrnehmungen der anwesenden Personen derart oft das Wort «abegstoche» 
verwendet, dass schlicht nicht davon ausgegangen werden kann, der Beschuldigte 
habe zuhause bloss von einer Schlägerei mit Fäusten erzählt. 

Damit spricht mit Ausnahme der Aussagen von J.________ nichts für eine vorgän-
gige Schlägerei. Es ist davon auszugehen, dass es sich bei den von J.________ 
wahrgenommenen Faustschlägen in Wahrheit um die ersten Messerstiche gehan-
delt hatte, was dieser im Übrigen selbst für möglich hielt (pag. 787 Z. 147 ff.). Der 
Beschuldigte passte seine Aussagen im Laufe des Verfahrens an diese falschen 
Wahrnehmungen an, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann. Zutreffend er-
scheinen demgegenüber weiterhin die ersten Aussagen des Beschuldigten, wo-
nach es vorgängig keine Schlägerei gegeben habe, sondern unmittelbar die Mes-
serstiche erfolgt seien, als †F.________ seinen Arm um den Beschuldigten gelegt 
hatte. Zu Letzterem konnte J.________ keinerlei Ausführungen machen und es ist 
nicht auszuschliessen, dass er dies bzw. den Beginn des Zusammentreffens nicht 
im Detail mitbekommen hatte.

Ob J.________ – wie von diesem zu Protokoll gegeben – im Rahmen des Aufein-
andertreffens vom Beschuldigten zwischenzeitlich ebenfalls bedroht worden war, 
weil er versucht habe, dazwischenzugehen, kann nicht abschliessend geklärt wer-
den. Zwar spricht insbesondere die diesbezügliche Konstanz in den Aussagen von 
J.________ dafür, dass dem so war. Für die Erstellung des rechtserheblichen 
Sachverhalts spielt dieses Detail jedoch keine entscheidende Rolle.

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9.3.5 Zur Intention des Messereinsatzes

Die Vorinstanz ging hinsichtlich der Frage, warum der Beschuldigte das Messer 
gegen †F.________ eingesetzt und ihn getötet hatte, im Wesentlichen davon aus, 
dass es sich dabei um einen spontanen und einzig durch die Vorgeschichte mit der 
offenen Geldschuld von CHF 400.00 sowie der Auseinandersetzung zwischen 
†F.________ und dem Bruder des Beschuldigten, G.________, motivierten Ent-
schluss des Beschuldigten gehandelt habe, zu welchem er sich ohne vorgängige 
Bedrohung seitens †F.________ entschieden habe. Ein eigentliches Rachemotiv 
habe sich nicht gezeigt (pag. 2866 ff., S. 42 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung).

Die Kammer gelangt diesbezüglich zu einer anderen Auffassung:

So ist vorab zu berücksichtigen, dass es dem Beschuldigten in Bezug auf die offe-
nen Geldschulden nicht in erster Linie um die Rückforderung des Geldes ging, 
sondern vor allem um die damit verbundene Demütigung und Kränkung. Der Be-
schuldigte schilderte anlässlich seiner Einvernahmen, †F.________ sei früher wie 
ein grosser Bruder für ihn gewesen. Er habe durch das viele Lachen mit ihm ge-
dacht, dass er Vertrauen zu ihm gefunden habe (pag. 524 f. Z. 433 ff.). Er habe 
gemeint, er würde ihn [†F.________] kennen, der nehme ihn nicht aus (pag. 602 
Z. 262 f.). Nach dem Vorfall mit dem Geld habe †F.________ ihn mit seinen Jungs 
eingeschüchtert und gesagt, dass er – sollte er wieder nach dem Geld fragen – 
sonst mit seinen Jungs kommen werde (pag. 518 Z. 80 f. und pag. 531 Z. 156 f.). 
Auch habe †F.________ herumerzählt, wie er ihn [den Beschuldigten] ausgenom-
men habe (pag. 601 Z. 211 f., pag. 604 Z. 324 f.), was vom Beschuldigten – nebst 
dem Verlust des Geldes – als zusätzlich verletzend empfunden wurde («Ich bin 
dann schlecht bei anderen dagestanden», pag. 604 Z. 324 f.). Gemäss Aussage 
von N.________ habe es den Beschuldigten hässig gemacht, dass †F.________ 
herumerzählt habe, dass er dem Beschuldigten das Geld genommen habe 
(pag. 980 Z. 102 ff.), was vor dem Hintergrund, dass auch der psychiatrische Gut-
achter dem Beschuldigten eine narzisstische Kränkung attestierte (pag. 2255), 
nachvollziehbar erscheint. Dem Beschuldigten ging es somit primär um die Wie-
derherstellung seines verletzten Stolzes und um die Verschaffung von Respekt. 
Dass es ihm nicht (nur) um die Eintreibung der offenen Geldschuld ging, bestätigte 
er anlässlich der Hafteröffnung vom 9. April 2022 im Übrigen auch selbst (pag. 534 
Z. 254).

Zu berücksichtigen ist weiter, dass der Beschuldigte im Nachgang zur Tat gegenü-
ber N.________ angab, dass er nun mit dem, der bei ihm Geldschulden habe, quitt 
sei (pag. 606 Z. 387). Diese Aussage kann nach Auffassung der Kammer nicht an-
ders verstanden werden, als dass der Beschuldigte einen Zustand erreichte, in 
welchem in Bezug auf die erlittenen Kränkungen bzw. Demütigungen ein Ausgleich 
stattgefunden hatte und die Gerechtigkeit wiederhergestellt worden war. Gegenü-
ber O.________ gab der Beschuldigte zudem an, wenn einem jemand das Geld 
klaue, dann habe er dies [die Tat] verdient (pag. 631 Z. 563 ff.). Auch daraus lässt 
sich schliessen, dass es dem Beschuldigten im Ergebnis darum ging, die erlittene 
Kränkung und Demütigung zu vergelten, womit der Beweggrund der Rache im 
Vordergrund steht.

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Nebst der Rache für die erlittene Kränkung bzw. Demütigung im Rahmen des ge-
scheiterten Drogendeals gründet der Tatentschluss des Beschuldigten nach Über-
zeugung der Kammer auch auf der Vorgeschichte zwischen †F.________ und dem 
Bruder des Beschuldigten, G.________. Anders als die Vorinstanz ausführte, kann 
den Akten deutlich entnommen werden, dass es dabei nicht um eine einmalige und 
oberflächliche Bagatelle ging. So ist den Aussagen des Beschuldigten, von 
G.________ sowie auch des Bruders von †F.________, R.________, zu entneh-
men, dass die Auseinandersetzungen schon seit Monaten anhielten und es insbe-
sondere in den Tagen vor der Tat mehrfach zu Aufeinandertreffen zwischen 
G.________ und †F.________ gekommen sein muss. Weiter habe es gemäss den 
Aussagen von G.________ schon ein paar Mal Begegnungen mit †F.________ 
gegeben, die eskaliert seien (pag. 684 Z. 420 f.). Konkret führte G.________ aus, 
†F.________ habe ihn immer heruntergemacht und Sprüche gemacht, Beleidigun-
gen und so. Das sei für ihn easy gewesen, er sei ruhig geblieben und weitergegan-
gen. Am Donnerstag habe er ihn wieder gesehen und habe wieder einen Spruch 
gemacht, worauf er ihn zurückbeleidigt habe (pag. 682 Z. 356 ff.). Weiter gab 
G.________ an, dass sich †F.________ ihm gegenüber aufgeführt habe, als ob er 
sein Boss sei (pag. 685 Z. 483 ff.). G.________ äusserte auch, dass diese Provo-
kationen seitens †F.________ schon mehrere Monate andauerten (pag. 690 Z. 740 
f.); so sei es schon drei bis vier Monate vor der Tat zu einem Aufeinandertreffen 
gekommen, wobei †F.________ ihm, G.________, gesagt haben soll, dass er mit 
ihm eine Schlägerei wolle (pag. 707 Z. 35 ff.). Auch der Beschuldigte äusserte an 
der oberinstanzlichen Verhandlung, es sei schon die ganze Woche so zugegangen 
und glaubte zudem, dass †F.________ ihm extra abgepasst habe (pag. 3168 Z. 10 
ff.). G.________ erzählte dem Beschuldigten denn auch unbestrittenermassen am 
Tag vor der Tat vom Vorfall im Tram, bei welchem er von †F.________ angespuckt 
und beleidigt wurde (pag. 708 Z. 77 ff.), was den Beschuldigten aggressiv, gereizt 
und «hässig» werden liess (pag. 518 Z. 90, pag. 532 Z. 179 f. und pag. 684 
Z. 414). Gemäss Aussagen des Beschuldigten sei G.________ einer, der sich nicht 
wehren könne (pag. 518, Z. 88 f. und pag. 541 Z. 172). I.________, der Bruder des 
Beschuldigten und von G.________, gab zudem zu Protokoll, dass der Beschuldig-
te in Bezug auf die Familie, vor allem gegenüber G.________, beschützend gewe-
sen sei (pag. 729 Z. 426 f.). Bei ungerechten Angelegenheiten habe er sich ge-
wehrt. Er würde sagen, dass der Beschuldigte nicht durch Angst zurückgehalten 
werde, wenn etwas Ungerechtes passiere, er könne bei so etwas nicht zuschauen. 
Zum Beispiel, wenn auf der Strasse Personen ungerecht behandelt würden, greife 
er, der Beschuldigte, ein (pag. 729 Z. 438 ff.). Der Beschuldigte seinerseits führte 
aus, dass es zum Schutz von G.________ gewesen sei. Weil er [G.________] sein 
Bruder sei und er keine anderen Kollegen habe, welche ihn schützen könnten 
(pag. 542 Z. 203 ff.). Mit Blick auf diese Ausführungen liegt für die Kammer somit 
auch der Schluss nahe, dass der zuvor bereits festgestellte Beweggrund der Rache 
zusätzlich darin gründete, dass †F.________ den Bruder des Beschuldigten, 
G.________, wiederholt beleidigt und auch tätlich angegriffen hatte, was den Be-
schuldigten aggressiv machte und schliesslich das Fass zum Überlaufen brachte 
bzw. in den Worten des Beschuldigten zu viel wurde (pag. 602 Z. 241 f. und Z. 252, 
pag. 601 Z. 211 ff. und pag. 604 Z. 324 und Z. 334 f.). 

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9.3.6 Zum Wissen und Willen

In Bezug auf das Wissen und den Willen des Beschuldigten hielt die Vorinstanz im 
Wesentlichen fest, der Beschuldigte sei sich der Gefährlichkeit der verabreichten 
Stiche durchaus bewusst gewesen und habe die Befürchtung gehabt, †F.________ 
getötet zu haben, habe ihn aber andererseits nicht umbringen wollen (pag. 2868, 
S. 44 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

Diesen Schlussfolgerungen kann sich die Kammer nur beschränkt anschliessen:

Anzumerken ist vorab, dass es naheliegend und verständlich ist, dass der Be-
schuldigte die Tat gegenüber N.________ und O.________ verharmlosend schil-
derte. Aus der blossen Deutung von N.________, die Tat sei wohl nicht so schlimm 
gewesen, kann jedoch mitnichten geschlossen werden, der Beschuldigte habe (im 
Nachhinein) kein Bewusstsein für die Schwere der Tat gehabt. Hinzu kommt, dass 
N.________ durchaus eine Schwere in der Tat bemerkt haben muss, zumal sie 
sich am späteren Abend nicht mehr allein aus dem Zimmer von O.________ ge-
traute, so dass dieser sie jeweils begleiten musste (pag. 953 f. Z.100 ff.). Sodann 
ist zu berücksichtigen, dass es sich bei der Bemerkung von Dr. med. U.________, 
wonach er nicht wisse, ob der Beschuldigte das Bewusstsein gehabt habe, dass 
man bei derart vielen Stichen mit schweren Schäden hätte rechnen müssen und er, 
Dr. med. U.________, seine Wahrnehmung, wonach der Beschuldigte nicht mit 
dem Versterben des Opfers gerechnet habe, nicht für unrealistisch halte 
(pag. 2737, Z. 30 ff.), zweifellos nicht um eine fachliche, sondern um eine rein sub-
jektive und persönliche Einschätzung handelt. Zudem liegt es, wie zuvor schon 
ausgeführt wurde, auch hier nicht in der Kompetenz des Gutachters, solche Fest-
stellungen zu treffen, womit diese für den rechtsrelevanten Sachverhalt unbeacht-
lich sind. Keinen Beweiswert abzugewinnen ist schliesslich dem von der Vorinstanz 
erwähnten Abklärungsbericht der Jugendanwaltschaft vom 15. April 2020, in wel-
chem festgehalten wurde, dass der Beschuldigte seine kriminellen Aktivitäten nicht 
zu planen scheine, sondern vielmehr in solche Situationen gerate. Abgesehen da-
von, dass der erwähnte Bericht zum Urteilszeitpunkt bereits zwei Jahre alt war, 
lässt sich daraus nichts über den Vorsatz des Beschuldigten hinsichtlich der vorlie-
gend zu beurteilenden Tat ableiten.

Während die Vorinstanz in Bezug auf das Wissenselement lediglich davon ausging, 
der Beschuldigte habe damit rechnen müssen, †F.________ tödliche Stiche und 
nicht bloss leichte Kratzer oder sonstige unbedeutende Wunden verabreicht zu ha-
ben, gelangt die Kammer zur Überzeugung, dass der Beschuldigte tatsächlich 
wusste, dass er mit dem Zufügen von acht Messerstichen †F.________ tötet. Zwar 
hält das rechtsmedizinische Obduktionsgutachten zu †F.________ – wie die Ver-
teidigung oberinstanzlich zu Recht vorbrachte – nicht ausdrücklich fest, mit welcher 
Intensität die Stiche zugefügt wurden. Dies ergibt sich jedoch aus den darin aufge-
führten Verletzungen. So ist dem Obduktionsgutachten zu entnehmen, dass eine 
der drei Stichwunden in das Gesicht von †F.________ derart tief war, dass er bis 
auf den Keilbeinknochen und ein weiterer Schnitt im Gesicht bis auf den Oberkie-
ferknochen reichte. Auch die weiteren Stichwunden erwiesen sich als äusserst tief. 
So durchtrennten der als Nr. 4 gekennzeichnete Stich den rechten Brustmuskel, 
den Zwischenrippenraum und den Knorpel und der als Nr. 5 gekennzeichnete Stich 

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die Rumpfmuskulatur, den Zwischenrippenraum, die Pleura parietalis (Rippenfell) 
und die rechte Zwerchfellkuppe vollständig. Auch Stich Nr. 6 durchtrennte die 
Rumpfmuskulatur und den Rippenbogenknorpel vollständig und eröffnete das 
Bauchfell, ebenso Stich Nr. 7, welcher die achte Rippe auf einer Länge von 3 cm 
spaltete und das Rippenfell eröffnete. Durch die zahlreichen Stiche wurden über-
dies der rechte Herzbeutel 2,5 cm eröffnet sowie die Aortenvorderwand, der Lun-
genstamm und der rechte Lungenoberlappen (vollständig) durchtrennt (pag. 470 
ff.). Hinzu kommt, dass der Beschuldigte selbst schilderte, wie der letzte Messer-
stich in die Seite mit voller Wucht erfolgte, und dies anlässlich der Tatrekonstrukti-
on auch eindrücklich vorführte (pag. 367). Auch J.________ beschrieb, wie der Be-
schuldigte mit dem Messer seitwärts und mit vollem Schwung ein- bzw. zugesto-
chen habe, als †F.________ am Boden auf der Seite gelegen habe. Er, der Be-
schuldigte, habe nicht nur ein bisschen aufgezogen, sondern wirklich Schwung ge-
nommen (pag. 762 Z. 252 ff.). In seiner ersten Befragung gab der Beschuldigte zu-
dem an, «einfach durchgestochen» zu haben (pag. 520 Z. 193). Damit ist insge-
samt erstellt, dass der Beschuldigte nicht nur leichte Stichbewegungen ausgeführt 
bzw. – wie es die Verteidigung oberinstanzlich vorbrachte – †F.________ nur «an-
gestochen» hatte, sondern vielmehr mit grosser Intensität zustach.

Aus der hohen Anzahl der verabreichten Stiche, deren Platzierung in die sensiblen 
Körperstellen (Brustbereich und Gesicht), der Grösse des Messers und nicht zu-
letzt auch der grossen Wucht, mit welcher die Stiche ausgeführt wurden, kann 
nichts anderes geschlossen werden, als dass der Beschuldigte wissen musste, 
dass er durch sein Handeln dem Opfer tödliche Stiche zufügt und damit ein grau-
sames Verhalten an den Tag legt. Daran vermögen die Aussagen des Gutachters, 
wonach der Beschuldigte kaum anatomische Kenntnisse aus der Schule oder über 
andere Kanäle erworben habe und das Herz auf der rechten und damit falschen 
Seite lokalisiert habe (pag. 2237), nichts zu ändern. Vielmehr spricht dies zusätz-
lich für das Wissen um die Gefährlichkeit der Stiche, zumal diese genau in diejeni-
ge Region der Brust von †F.________ erfolgten, wo der Beschuldigte das Herz fäl-
schlicherweise lokalisiert hatte, nämlich in die rechte Brusthälfte. Auch wenn der 
Beschuldigte die jeweiligen Organe nicht am richtigen Ort zuordnen konnte, war 
ihm bewusst, dass sie sich in dieser Körperregion befinden und er diese Organe 
mit seinen Stichen verletzen kann, zumal bei ihm ein Intelligenzniveau im normalen 
Bereich gemessen wurde (pag. 2243 und pag. 2266) und es – wie die Vorinstanz 
mit Verweis auf BGE 109 IV 5 E. 2 bereits zutreffend festhielt – keiner besonderen 
Intelligenz bedarf, zu erkennen, dass Messerstiche in Brust und Bauch eines Men-
schen den Tod zur Folge haben können.

Dem Beschuldigten ist damit das Wissen um die mögliche Todesfolge der von ihm 
ausgeführten Messerstiche zuzurechnen, auch wenn er selbst wiederholt angab, 
nie gedacht zu haben, dass die Verletzungen tödlich enden könnten.

Hinsichtlich des Willens des Beschuldigten, den Tod von †F.________ herbeizu-
führen, hielt die Vorinstanz fest, der Beschuldigte habe bereits zu Beginn seiner 
tatnächsten Einvernahme vorgebracht, dass er †F.________ nicht habe umbringen 
wollen und sich gedacht habe, dieser werde lediglich wegen ein paar Verletzungen 
ins Spital eingeliefert (pag. 516 f. Z. 15 ff.). Aus der Erleichterung des Beschuldig-

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ten könne unter anderem geschlossen werden, dass seine Aussagen, wonach er 
†F.________ nicht habe töten wollen, der Wahrheit entsprechen würden.

Auch in dieser Hinsicht gelangt die Kammer zu einer anderen Auffassung:

Der Beschuldigte griff, wie hiervor bereits ausgeführt, †F.________ aus dem Nichts 
und ohne vorgängigen Angriff unvermittelt an bzw. stach auf ihn ein. Diesen Mo-
ment schilderte der Beschuldigte in seiner Ersteinvernahme denn auch eindrücklich 
wie folgt: «Ich stand auf, zog meine Jacke an, ging in die Küche, habe ein Messer 
genommen und ging zur Station. Danach habe ich «F.________» gesagt und er 
hat gleich gesehen, dass ich schon da war. Ich sagte ihm «wo ist mein Geld». Weil 
ich Angst hatte, habe ich ein Messer mitgenommen, weil er ja mit einer anderen 
Person dort gewesen ist. Dann habe ich ihn angestochen.» (pag. 518 Z. 102 ff.). 
Diese Aussagen zeugen von einer äusserst zielstrebigen Tat und davon, dass der 
Beschuldigte proaktiv und ohne in einer Notwehrlage gewesen zu sein, handelte. 
Seinen Ausführungen, wonach die Stichverletzungen im Gesicht von †F.________ 
angeblich daraus resultierten, weil dieser nach vorne ins Messer gefallen sei, ist die 
Feststellung des IRM entgegenzuhalten, wonach bei den Gesichtsverletzungen von 
†F.________ von einer aktiven, gegen das Gesicht gerichteten scharfen Gewalt-
einwirkung auszugehen sei (pag. 464; vgl. auch Fotos rechte Gesichtsseite 
pag. 298). Hinzu kommt, dass aus einem Fall mit dem Gesicht ins Messer nur eine 
Verletzung im Gesicht resultiert hätte, nicht jedoch deren drei. Bei den Ausführun-
gen des Beschuldigten handelt es sich damit klar um Schutzbehauptungen und es 
steht fest, dass nicht nur die Stiche in den Oberkörper von †F.________, sondern 
auch die Gesichtsverletzungen proaktiv durch den Beschuldigten herbeigeführt 
wurden.

Der Beschuldigte fügte †F.________ demnach aktiv eine tiefe und zwei Schnittver-
letzungen im Gesicht, drei Stichverletzungen im rechten Brustkorbbereich und zwei 
Stichverletzungen im rechten seitlichen Brustbereich zu, wobei der Beschuldigte 
davon ausging, das Herz befinde sich auf der rechten Körperseite, also genau in 
diesem Bereich, in welchen vier der Stiche ausgeführt wurden. Jeder einzelne 
Messerstich wurde aufgrund der festgestellten Tiefe der jeweiligen Verletzungen 
innert kürzester Zeit und wie bereits erwähnt mit grosser Intensität ausgeführt, oh-
ne dass †F.________ eine Chance gehabt hätte, sich zu wehren. Insgesamt deutet 
dieses von Beginn weg aktive und massive Einwirken mittels scharfer Gewalt auf 
diejenigen Körperregionen von †F.________, in welcher sich die lebenswichtigen 
Organe (Hirn, Herz, Lunge, Leber etc.) befinden, deutlich darauf hin, dass der 
Tötungswille des Beschuldigten bereits bei der ersten Einwirkung auf †F.________ 
vorhanden war. Denn wenn der Täter wie vorliegend weiss, dass Stiche in den 
Rumpf und in das Gesicht tödlich enden können, und jeden dieser Stiche dennoch 
mit einer solchen Intensität in diese sensiblen Körperbereiche ausführt, muss zwei-
felsfrei auf dessen Wille, diese Person töten zu wollen, geschlossen werden. 

Den vorhandenen Tötungswillen zeigte der Beschuldigte sodann auch noch 
während der Tatausführung. So konnte †F.________ nach den ersten Messersti-
chen gemäss übereinstimmenden Aussagen des Beschuldigten und J.________ 
noch ein paar Meter weit flüchten. Dennoch ging ihm der Beschuldigte hinterher 
und stach nochmals mit voller Wucht auf den nunmehr am Boden liegenden 

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†F.________ ein. J.________ beschrieb diese Gewalteinwirkung – welche er über-
einstimmend mit den festgestellten Verletzungen und den Aussagen des Beschul-
digten schilderte – wie folgt (pag. 763 Z. 295): «Wirklich mit ganzer Wut. Er hat die 
ganze Wut an ihm ausgelassen». Daraus ergibt sich, dass der Beschuldigte nicht 
nur zu Beginn, sondern auch während der gesamten Ausführung der Tat äusserst 
zielstrebig handelte und den Entschluss gefasst hatte, die Tat zu Ende zu führen, 
womit er den Tod von †F.________ nicht nur in Kauf nahm, sondern vielmehr des-
sen Eintritt beabsichtigte.

Auch das Verhalten des Beschuldigten nach der Tat spricht schliesslich dafür, dass 
der Todeserfolg angestrebt wurde. So schilderte die Zeugin M.________ eindrück-
lich, wie der Beschuldigte beim Verlassen des Tatorts gesagt habe, sie solle «dä 
Siech la sii» (pag. 811 Z. 34 f.) bzw. «Lah sie dä siech» (pag. 812 Z. 86 und 
pag. 816 Z. 81). Dies kann nicht anders gedeutet werden, als dass der Beschuldig-
te beim Weggehen mit seiner Aussage bewirken wollte, dass die Anwesenden kei-
ne Ambulanz rufen und †F.________ nicht helfen sollten. Dass der Beschuldigte – 
wie die Verteidigung oberinstanzlich geltend machte – «lah si» im Sinne von «gut 
ist» gemeint habe, ist nicht naheliegend. Dieses «lah si» bezog sich unmissver-
ständlich auf «dä Siech», also konkret auf den auf dem Boden liegenden 
†F.________. Wäre der Tod des Beschuldigten nicht angestrebt gewesen, hätte er 
eine solche Aussage unterlassen und die anwesenden Personen viel eher zur Hil-
feleistung aufgefordert, als sie davon abzuhalten.

Gestützt auf diese Ausführungen kann im Ergebnis festgehalten werden, dass der 
Beschuldigte mit Wissen und Willen handelte und der Tod von †F.________ nichts 
anderem entsprach, als der beabsichtigten Folge der Handlung des Beschuldigten.

9.3.7 Zur Bereicherungsabsicht beim Diebstahl

In Bezug auf den Diebstahl ist strittig, ob der Beschuldigte das Mobiltelefon von 
†F.________ behändigte, um sich einen Vermögensvorteil zu verschaffen.

Die Vorinstanz hielt diesbezüglich zusammengefasst fest, dass das unmittelbare 
Nachtatverhalten, in welchem der Beschuldigte das Mobiltelefon zerstörte, gegen 
die Absicht spreche, sich einen finanziellen Vorteil verschaffen zu wollen. Vielmehr 
sei davon auszugehen, dass er das Handy im Sinne einer unüberlegten Kurz-
schlusshandlung aus der Situation heraus behändigt habe (pag. 2869 f., S. 45 f. 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Es ist nicht zu verkennen, dass dem Beschuldigten nicht viel Zeit für die Entschei-
dung zur Verfügung stand, ob er das Mobiltelefon von †F.________ an sich neh-
men soll. Dennoch ist zu berücksichtigen, dass die Absicht, sich dadurch zu berei-
chern, auch nur vorübergehend sein kann. Eine solche (zumindest) vorübergehen-
de Absicht ist beim Beschuldigten denn auch zu bejahen. Aus der mit ihm durchge-
führten Tatrekonstruktion ergibt sich, dass sich der Beschuldigte nach dem Einste-
chen auf †F.________ ein erstes Mal bückte, um die Tatwaffe bzw. das Messer 
vom Boden aufzuheben und dieses daraufhin in seiner linken Jackentasche zu ver-
stauen. Anschliessend bückte er sich ein zweites Mal, um das Mobiltelefon, wel-
ches †F.________ verloren hatte, aufzuheben. Dieses verstaute der Beschuldigte 
sodann in seiner rechten Jackentasche (pag. 371 ff. und pag. 582 Z. 123 ff.). Mit 

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Blick auf diesen Handlungsablauf steht fest, dass sich der Beschuldigte bewusst 
ein zweites Mal bückte, um das Mobiltelefon aufzuheben, was eine (zumindest) 
vorübergehende Bereicherungsabsicht begründet bzw. eine rein reflexartige Hand-
lung ausschliesst. 

Hinzu kommt nach Überzeugung der Kammer, dass auch keine anderen Gründe 
als die (vorübergehende) Bereicherung dafür vorliegen, weshalb der Beschuldigte 
das Mobiltelefon mitgenommen haben sollte. Zur Vertuschung der Tat konnte es 
jedenfalls nicht gewesen sein, zumal das Mobiltelefon von †F.________ – wie sich 
aus der späteren Auswertung ergab – keine verdächtigen Inhalte aufwies, die dem 
Beschuldigten zum Nachteil hätten gereichen können und für ihn mit der Mitnahme 
des Mobiltelefons vielmehr die Gefahr der Ortung bestanden hätte. Ebenfalls aus-
zuschliessen ist, dass der Beschuldigte mit der Mitnahme des Mobiltelefons eine 
Vernichtung von allfälligen Beweismitteln angestrebt hätte, zumal J.________ bei 
der Tat anwesend war und diese beobachtet hatte. Damit verbleibt keine alternati-
ve Möglichkeit, als dass der Beschuldigte das Mobiltelefon, welches neu war und 
gemäss Zivilklage der Privatklägerin einen Wert von rund CHF 1'000.00 aufwies 
(pag. 2679), mit Bereicherungsabsicht behändigte, zumal er zu diesem Zeitpunkt 
gemäss eigenen Angaben auch über kein eigenes funktionierendes Mobiltelefon 
verfügte (pag. 3174 Z. 28).

9.4 Gesamtwürdigung und erstellter Sachverhalt

Gestützt auf die Ausführungen hiervor erachtet die Kammer den folgenden Sach-
verhalt als erstellt:

†F.________ ging am 8. April 2022 in Begleitung von J.________ auf dem Kies-
weg nordwestlich der Liegenschaft an der K.________(Strasse) vorbei. Der Be-
schuldigte hielt sich in der Wohnung an der K.________(Strasse) auf und erkannte 
den vorbeigehenden †F.________. Dieser schuldete ihm aus einer früheren Ange-
legenheit CHF 400.00 und ging seinen Bruder G.________ in der Vergangenheit 
mehrfach verbal und tätlich an. Um die erlittene Unbill bzw. den verletzten Stolz 
sowie den Beleidigungen und körperlichen Angriffen durch †F.________ gegenü-
ber G.________ zu vergelten, entschloss sich der Beschuldigte dazu, †F.________ 
zu konfrontieren. Aus der Küchenschublade behändigte er ein Messer (Typ 
Küchenmesser, mit gerader, flachgeschliffener Klinge, vorne spitz zulaufend, Ge-
samtlänge 22,4 cm, Grifflänge 9,8 cm, Klingenlänge 12,6 cm, Klingenhöhe 1,8 cm) 
und begab sich damit zur Tramhaltestelle L.________. Dort sprach er †F.________ 
auf die ältere Geldschuld an, woraufhin dieser den Arm um den Beschuldigten leg-
te und ihn aufforderte, mit ihm mitzukommen, um die Sache zu besprechen. Über-
raschend und unvermittelt stach der Beschuldigte †F.________ mit dem Messer, 
welches er vorher aus seiner Jackentasche zog und für †F.________ somit nicht 
ersichtlich war, innert kürzester Zeit von der Seite her vier Mal mit grosser Intensität 
in dessen Oberkörper und versetzte ihm einen weiteren Stich und zwei Schnitte ins 
Gesicht. †F.________ ergriff daraufhin die Flucht und rannte davon, kollidierte je-
doch nach wenigen Metern mit einer Stange und fiel zu Boden. Der Beschuldigte 
rannte ihm nach und begab sich zum verletzt am Boden liegenden †F.________, 
holte Schwung und fügte diesem mit voller Wucht einen weiteren Messerstich in die 
rechte Seite des Oberkörpers zu. Anschliessend zog der Beschuldigte das Messer 

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aus dem Körper von †F.________, wobei es ihm aus der Hand und hinter ihm zu 
Boden fiel. Der Beschuldigte behändigte in der Folge das Messer, verstaute es in 
seiner linken Jackentasche und behändigte anschliessend das ebenfalls am Boden 
liegende Mobiltelefon von †F.________, welches er in der rechten Jackentasche 
verstaute. Das Mobiltelefon nahm der Beschuldigte an sich, um sich einen finanzi-
ellen Vorteil zu verschaffen, auf welchen er keinen Anspruch hatte. Schliesslich 
begab sich der Beschuldigte zurück in die Wohnung an der K.________(Strasse).

Der Beschuldigte handelte aufgrund der innert kürzester Zeit und in grosser Anzahl 
verabreichten Stiche, deren Platzierung im Brustbereich und im Gesicht und damit 
in der Region der lebenswichtigen Organe, sowie aufgrund der Grösse des Mes-
sers und der Intensität der ausgeführten Stiche im Wissen darum, dass er 
†F.________ tödliche Verletzungen zufügt. Ebenfalls wusste er um die Grausam-
keit seines Vorgehens. Trotz dieses Wissens stach der Beschuldigte wiederholt 
und mit grosser Intensität auf den Oberkörper und das Gesicht von †F.________ 
ein, womit der Erfolg, dessen Tod herbeizuführen, die beabsichtigte Folge seiner 
Handlung war.

III. Rechtliche Würdigung

10. Mord gemäss Art. 112 StGB

10.1 Theoretische Grundlagen zum Tatbestand

Für die theoretischen Ausführungen kann vollumfän