# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8c8a2a74-fc4a-526d-bf40-98751cd4656b
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-04
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 04.04.2022 WBE.2021.75
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2021-75_2022-04-04.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

 

WBE.2021.75 / or / we 

(3-RV.2018.61)  

Art. 23 

 

Urteil vom 4. April 2022 
 

 

Besetzung  Verwaltungsrichter Berger, Vorsitz  

Verwaltungsrichterin Klöti 

Verwaltungsrichterin Martin 

Gerichtsschreiberin Ruth    

 

 
   

Beschwerde-

führerin  

 A._____ AG 

vertreten durch Dr. iur. Urs Fasel, Fürsprecher und Notar, 

Effingerstrasse 8, Postfach, 3001 Bern und Daniel Dillier, Advokat, 

St. Alban-Vorstadt 110, Postfach 419, 4010 Basel 

        

gegen 

 

  Kantonales Steueramt, Rechtsdienst, Telli-Hochhaus, 5004 Aarau    

     

 
 

   

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2012 

und 2013 

 

Entscheid des Spezialverwaltungsgerichts, Abt. Steuern,  

vom 21. Januar 2021 

  

 - 2 - 

 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 

 

A. 

1. 

Die A. AG mit Sitz in R. wurde am 10. Mai 1996 im Handelsregister 

eingetragen. Gemäss Handelsregisterauszug besteht ihr Zweck im Betrieb 

einer [...].  

 

Im für das vorliegende Verfahren relevanten Zeitpunkt bestand das 

Aktionariat der A. AG aus B. (39 %), C. (22 %) und D. (39 %). Dieselben 

Aktionäre halten auch die Beteiligungsrechte an der K. AG (vgl. 

Verwaltungsgerichtsverfahren WBE.2021.74). Einsitz in den Verwaltungs-

rat der A. AG haben gemäss Handelsregisterauszug seit dem 8. Februar 

2008 E. (Präsident) und C.. Bei der K. AG besteht der Verwaltungsrat seit 

dem 15. Februar 2000 aus G. (Präsident) und H..  

 

2.  

2.1. 

Mit Vertrag vom 1. November 2010 gewährte die A. AG der damaligen L. 

AG (umfirmiert per 16. April 2013 in M. AG; nachfolgend einheitlich mit M. 

AG bezeichnet) ein unbefristetes Darlehen über "maximal" Fr. 700'000.00 

zu einem jährlich per 31. Dezember zu leistenden Darlehenszins von 

1.0 %. Für den Verzugsfall wurde ein Verzugszins (inkl. Darlehenszins) von 

8 % p.a. vereinbart. Gemäss Darlehensvertrag sollte der geliehene Betrag 

der "Finanzierung der erforderlichen Anschaffungen für die Durchführung 

von Rennsportevents (Rennbesuche und TrackDays) für Unternehmen 

(Kader- und Kundenanlässe)" dienen. Zusätzlich zum Basiszins 

vereinbarten die Parteien zudem eine Gewinnbeteiligung der 

Darlehensgeberin auf den Rennsportevents von 50% bis zum Erreichen 

eines maximalen Darlehenszinssatzes von 6%. 

 

2.2. 

Am 29. Dezember 2011 kündigte die A. AG das Darlehen per 30. Juni 2012 

und leitete in der Folge am 24. Oktober 2012 Betreibung gegen die M. AG 

ein. Der betreffende Zahlungsbefehl wurde vom Betreibungsamt X.-Y., 

Dienststelle Y., am 24. Oktober 2012 ausgestellt und lautete auf eine 

Forderungssumme von Fr. 700'000.00 zuzüglich 8% Verzugszins seit dem 

1. Juli 2012 sowie aufgelaufene Zinsen von Fr. 6'318.05 (pro 2011) und 

Fr. 3'480.55 (pro 2012). Gegen den Zahlungsbefehl vom 24. Oktober 2012 

erhob die M. AG, handelnd durch I., am 6. November 2012 

Rechtsvorschlag.  

 

2.3. 

Mit Schreiben vom 2. November 2012 gelangte die N. AG (statutarischer 

Sitz in W.), handelnd durch ihren Inhaber und Verwaltungsratspräsidenten 

 - 3 - 

 

 

 

J., an die A. AG. Darin wurde vorab dargelegt, die N. AG sei während 

mehrerer Jahre eine Partnerin der Gesellschaft des Herrn I. gewesen. 

Daraus sei auch eine persönliche Freundschaft der Gesellschafter 

entstanden. Zu betonen sei allerdings, dass weder ein Gläubiger- noch ein 

Schuldnerverhältnis zur M. AG bestehe. Sodann wurde auf die 

angespannte finanzielle Lage der M. AG eingegangen sowie die, nach 

Ansicht des Unterzeichneten, wenig erfolgsversprechenden Aussichten auf 

eine Sanierung durch einen geordneten Verkauf der Aktiven bzw. durch 

einen Nachlassvertrag. Abschliessend wurde der A. AG in folgendem 

Wortlaut die Übernahme der ihrerseits gegenüber der M. AG bestehenden 

Darlehensforderung angeboten:  

 

Mein Mandant offeriert Ihnen deshalb einen Forderungskauf. Er bezahlt 
Ihnen für Ihre Forderung den Betrag von CHF 175'000.- per Saldo aller 
Ansprüche.  

 

2.4. 

Mit Forderungskaufvertrag vom 20. Dezember 2012 (überschriebene 

Datierung: 20. November 2012) und vom gleichen Tag datierender 

Zessionserklärung übertrug die A. AG der N. AG die Darlehensforderung 

gegenüber der M. AG von Fr. 700'000.00 inklusive Kosten und Zinsen 

sowie sämtlichen Nebenrechten. Als Gegenleistung wurde eine Zahlung 

von 25% des Forderungsbetrages per 28. Dezember 2012 vereinbart, 

vorbehältlich eines vorher eintretenden Konkurses der M. AG. Die 

Überweisung von Fr. 175'000.00 an die A. AG erfolgte am 27. Dezember 

2012, worauf diese im Konto "2470 Darlehen L. AG" gleichentags eine 

entsprechende Haben-Buchung vornahm. Die Restanz von Fr. 525'000.00 

(Fr. 700'000.00 – Fr. 175'000.00) verbuchte die A. AG in der 

Jahresrechnung 2012 im Konto Nr. 6750 erfolgswirksam als 

Debitorenverlust.  

 

2.5. 

Ausweislich der Bilanz 2012 der M. AG (datierend vom 6. August 2013) 

übernahm die N. AG zwei weitere von Dritten gegenüber der M. AG 

gewährte Darlehen ("Darlehen Rennwagen G.": Fr. 141'064.00, "Darlehen 

O. SA": Fr. 287'014.90). Entsprechend bestand bei der M. AG per 

31. Dezember 2012 zugunsten der N. AG eine Darlehensschuld von 

gesamthaft Fr. 1'130'000.00. Dagegen aktivierte die N. AG die 

Darlehensforderung in ihrer Bilanz 2012 nicht.  

2.6. 

Gemäss Forderungskaufvertrag vom 10. Januar 2013 übertrug die N. AG 

die Forderung gegenüber der M. AG von Fr. 1'130'000.00 inkl. Zinsen und 

Kosten sowie sämtlichen Nebenkosten für Fr. 300'000.00 auf H., welcher 

sich verpflichtete diesen Betrag per 15. Januar 2013 zu überweisen. Die 

Forderungszession erfolgte gemäss entsprechender Urkunde am 

11. Januar 2013. Wie vereinbart, überwies H. mit Valuta vom 15. Januar 

2013 den Betrag von Fr. 300'000.00 an die N. AG. Gemäss Anhang zum 

 - 4 - 

 

 

 

Jahresabschluss 2012 der M. AG erklärte H. im Umfang des Verlust-

vortrages des Jahresverlustes per 31. Dezember 2012 einen Rangrücktritt.  

 

2.7. 

Nachdem die M. AG 2013 von der K. AG für Fr. 2'700'000.00 eine 

Liegenschaft erworben und sie im gleichen Jahr für Fr. 4'300'000.00 an die 

P. AG weiterveräussert hatte, führte sie das Darlehen im Gesamtbetrag von 

Fr. 1'130'000.00 an H. zurück. Ausweislich der Jahresrechnung 2013 der 

M. AG buchte sie die Position "Darlehen N. AG" von Fr. 1'130'000.00 aus.  

 

B. 

1. 

Das Kantonale Steueramt (KStA), Sektion juristische Personen (JP), führte 

bei der A. AG sowie deren Schwestergesellschaft, der K. AG, am 5. und 

6. April 2016 eine Revision betreffend die Steuerperioden 2012, 2013 und 

2014 durch und erstellte in der Folge einen vom 6. Juni 2016 datierten 

Veranlagungsentwurf. Dieser sah betreffend die A. AG eine Aufrechnung 

vor, welche wie folgt umschrieben wurde:  

 

Forderungsabschreibung 
Gemäss beiliegendem Berechnungsblatt beträgt die Aufrechnung im Jahr 
2012 CHF 525'000.00. Eine entsprechende Steuergutschrift in Form einer 
20%igen Minusreserve in Höhe von CHF 105'000 haben wir Ihnen hierfür 
gewährt.  

 

Im Veranlagungsentwurf vom 6. Juni 2016 wurde zudem eine dem unter-

breiteten Vorschlag entsprechende Veranlagung in Aussicht gestellt, sollte 

die eingeräumte Frist von 20 Tagen für allfällige Fragen unbenutzt ver-

streichen. 

 

2. 

Am 11. Oktober 2016 fand eine Besprechung des KStA JP, mit dem frühe-

ren Vertreter der Schwestergesellschaften A. AG und K. AG betreffend die 

im Veranlagungsentwurf vom 6. Juni 2016 angekündigten Veranlagungen 

statt.  

 

3. 

Mit Verfügung vom 9. Juni 2017 veranlagte das KStA JP, die A. AG für 

Kantons- und Gemeindesteuern 2012 zu einem steuerbaren und 

satzbestimmenden Reingewinn von Fr. 207'549.00 und einem steuerbaren 

Eigenkapital von Fr. 1'437'900.00. Wie im Veranlagungsentwurf vom 

6. Juni 2016 skizziert, wurde eine "Forderungsabschreibung M. AG" von 

Fr. 525'000.00 zum deklarierten Reingewinn addiert. Gleichzeitig wurde 

eine gewinnmindernde und kapitalbildende "Minusreserve auf For-

derungsabschreibung M. AG", d.h. eine als Gewinn versteuerte Reserve, 

im Umfang von Fr. 105'000.00 gebildet.  

 

 - 5 - 

 

 

 

C. 

Eine gegen die definitive Veranlagung 2012 erhobene Einsprache wies das 

KStA JP, mit Entscheid vom 19. Februar 2018 ab.  

 

D. 

Mit Rekurs vom 22. März 2018 gelangte die A. AG an das 

Spezialverwaltungsgericht, Abt. Steuern, welches am 21. Januar 2021 ent-

schied:  

 

1.  
Der Rekurs wird abgewiesen.  
 
2.  
Die Rekurrentin hat die Kosten des Rekursverfahrens, bestehend aus 
einer Staatsgebühr von Fr. 5'000.00, der Kanzleigebühr von Fr. 420.00 
und den Auslagen von Fr. 100.00, insgesamt Fr. 5'520.00 zu bezahlen.  
 
3.  
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.  
 

E. 

1. 

Mit Eingabe vom 8. März 2021, mit welcher gleichzeitig für die K. AG (vgl. 

WBE.2021.74) Beschwerde betreffend das Steuerjahr 2013 eingereicht 

wurde, erhob die A. AG in Bezug auf Kantons- und Gemeindesteuern 2012 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht und stellte folgende Anträge:  

 

1.  
Die angefochtenen Entscheidungen des Spezialverwaltungsgerichts seien 
aufzuheben.  
 
2.  
[Antrag betreffend K. AG]  
 
3. 
Die Veranlagung der A. AG für das Jahr 2012 sei um den aufgerechneten 
Betrag von CHF 525'000.00 zu reduzieren. 
 
Je unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Kantons 
Aargau. 

 

2. 

In seiner Eingabe vom 9. März 2021 verzichtete das Spezialverwaltungs-

gericht, Abt. Steuern, auf die Erstattung einer Vernehmlassung.  

 

3. 

Mit Beschwerdeantwort vom 20. Mai 2021 verwies das KStA auf seine Stel-

lungnahme im Verfahren betreffend die K. AG (WBE.2021.74) sowie auf 

seine Ausführungen im Einspracheverfahren und jene im angefochtenen 

Entscheid und schloss auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde.  

 

 - 6 - 

 

 

 

4. 

4.1. 

Das Verwaltungsgericht führte am 30. November 2021 eine Beweisver-

handlung durch. Befragt wurden neben E. als Verwaltungsratspräsident der 

Beschwerdeführerin auch H. und G. in ihrer Rolle als faktische 

Geschäftsführer der Beschwerdeführerin. Aus terminlichen Gründen führte 

der Instruktionsrichter zwecks Befragung von J. (Inhaber und 

Verwaltungsratspräsident der N. AG), I. (Inhaber, Geschäftsführer und 

einziger Verwaltungsrat der M. AG) und H. (als Zeuge) am 14. Dezember 

2021 eine zweite Beweisverhandlung durch.  

 

4.2. 

Mit Verfügungen vom 7. Dezember 2021 (betreffend Verhandlung vom 

30. November 2021) bzw. vom 20. Dezember 2021 (betreffend Verhand-

lung vom 14. Dezember 2021) wurden der Beschwerdeführerin die jeweili-

gen Verhandlungsprotokolle zur Kenntnisnahme und allfälliger Stellung-

nahme unterbreitet.  

 

4.3. 

Die Beschwerdeführerin äusserte sich mit Eingabe vom 11. Februar 2022 

zu den Protokollen und dem Beweisergebnis der Verhandlungen vom 

30. November 2021 und 14. Dezember 2021. Das KStA liess sich nicht ver-

nehmen.  

 

5. 

Das Verwaltungsgericht hat den Fall am 4. April 2022 beraten und ent-

schieden. 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

 

I. 

1. 

Das Verwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen Entscheide des Spe-

zialverwaltungsgerichts, Abt. Steuern, in Kantons- und Gemeindesteuer-

sachen (§ 54 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

4. Dezember 2007 [VRPG; SAR 271.200] i.V.m. § 198 Abs. 1 des Steuer-

gesetzes des Kantons Aargau vom 15. Dezember 1998 [StG; 

SAR 651.100]). Es ist somit zur Behandlung des vorliegenden Falls zustän-

dig und überprüft den angefochtenen Entscheid im Rahmen der Beschwer-

deanträge auf unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachver-

halts sowie Rechtsverletzungen (§ 199 StG; § 48 Abs. 2 und § 55 Abs. 1 

VRPG). 

 

 - 7 - 

 

 

 

2. 

In formeller Hinsicht führt die Beschwerdeführerin zunächst aus, dass die 

Vorinstanz in Bezug auf die Verfahren, welche einerseits sie und anderer-

seits die K. AG beträfen, zwar zwei separate Entscheide gefällt habe. 

Aufgrund des direkten Zusammenhangs zwischen diesen beiden 

Verfahren werde es jedoch von Seiten der Beschwerdeführerinnen vorge-

zogen, die Beschwerde in einer einzigen Rechtsschrift vorzutragen. Wie 

bereits im Rekursverfahren, werde auch vor Verwaltungsgericht die Ver-

einigung der Beschwerdeverfahren beantragt.  

 

Wie die Beschwerdeführerin zu Recht vorbringt, besteht ein Konnex 

zwischen den beiden Verfahren (WBE.2021.75 betreffend A. AG; 

WBE.2021.74 betreffend K. AG) und lassen sich die jeweils zu klärenden 

Fragen auch nicht losgelöst vom Gesamtkontext beantworten (vgl. hinten 

Erw. II/4.3). Entsprechend sind vorliegend auch die Akten des 

Parallelverfahrens WBE.2021.74 beizuziehen. Nichtsdestotrotz sind in den 

beiden Verfahren sowohl verschiedene juristische Persönlichkeiten (A. AG; 

K. AG) als auch unterschiedliche Steuerperioden betroffen (WBE.2021.74: 

2012; WBE.2021.75: 2013). Hinzu kommt, dass die involvierten natürlichen 

Personen teilweise in unterschiedlichen Rollen am streitgegenständlichen 

Sachverhalt beteiligt waren und entsprechend auch in der jeweils in Frage 

stehenden Funktion befragt werden mussten. Daher ist an der getrennten 

Verfahrensführung und insbesondere an der Fällung zweier formell 

eigenständiger Urteile festzuhalten. Da die beiden Verfahren parallel 

geführt und koordiniert werden, besteht auch keine Gefahr sich 

widersprechender Urteile. Der Antrag auf Verfahrensvereinigung ist somit 

abzuweisen.  

 

II. 

1. 

1.1. 

Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs.  

 

Einerseits ist sie, wie bereits im vorinstanzlichen Verfahren, der Ansicht, 

der Einspracheentscheid sei unzureichend begründet worden; an dieser 

Rüge werde auch im vorliegenden Verfahren festgehalten. Die Vorinstanz 

kam demgegenüber zum Schluss, eine Verletzung der Begründungspflicht 

durch die erste Instanz könne nicht festgestellt werden. Inwiefern die dies-

bezüglichen Ausführungen der Vorinstanz unzutreffend sein sollten, macht 

die Beschwerdeführerin nicht geltend und ist denn auch nicht ersichtlich. 

Selbst wenn die erste Instanz ihre Begründungspflicht verletzt haben sollte, 

wofür jedoch keinerlei Anhaltspunkte bestehen, wäre diese Verletzung zu-

dem spätestens im Rahmen der – hinsichtlich ihrer Begründungsdichte von 

der Beschwerdeführerin nicht in Frage gestellten – vorinstanzlichen Erwä-

gungen geheilt worden. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt folg-

lich als unbegründet.  

 - 8 - 

 

 

 

 

Was die Problematik der "unterschlagenen Aktennotiz" anbelangt (vgl. Be-

schwerdeschrift S. 4 ff. Rz. 11 a) ff.), ist das konnexe Verfahren 

WBE.2021.74 betroffen, weshalb vorliegend nicht darauf einzugehen ist.  

 

1.2. 

Ebenfalls unbegründet ist die von der Beschwerdeführerin gegen die 

vorinstanzlichen Internetrecherchen erhobene Rüge. Die Beschwerdefüh-

rerin bringt diesbezüglich vor, es sei nicht erkennbar gewesen, wer diese 

Nachforschungen im Internet vorgenommen habe. Zudem habe die 

Vorinstanz unzulässigerweise von der Durchführung eines Behauptungs-

verfahrens abgesehen, indem sie lediglich die Möglichkeit eingeräumt 

habe, zu den Beweismassnahmen Stellung zu nehmen, ohne jedoch das 

KStA aufzufordern, Behauptungen zum Ergebnis der Internetrecherchen 

zu formulieren und diese dann der Beschwerdeführerin zur Stellungnahme 

zu unterbreiten.  

 

Aus dem Schreiben der Vorinstanz vom 1. Dezember 2020, mit welchem 

der Beschwerdeführerin das rechtliche Gehör bezüglich der vorgenom-

menen Internetrecherchen und der daraus gezogenen Schlüsse (Vorliegen 

von persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen H., G. und J. 

hinsichtlich der in der Streitsache involvierten Gesellschaften) gewährt 

wurde, geht unmissverständlich hervor, dass die betreffenden 

Untersuchungen von der Vorinstanz als Rekursbehörde vorgenommen 

wurden. Ein Anspruch auf Kenntnis des konkreten Urhebers bzw. des die 

Recherchen betreibenden Behördenmitglieds besteht selbstredend nicht. 

Im Übrigen verkennt die Beschwerdeführerin, dass in der Ver-

waltungsrechtpflege – anders als im Zivilprozess – kein eigentliches 

Behauptungsverfahren durchzuführen ist. Die Sachverhaltsermittlung ob-

liegt der Behörde, welche die dazu notwendigen Untersuchungen anzustel-

len hat (§ 17 Abs. 1 VRPG). Die Untersuchungsmaxime gilt auch in der 

Verwaltungsrechtspflege. Dem Gehörsanspruch der Parteien 

(Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen-

schaft vom 18. April 1999 [BV; SR 101]) wird dabei Genüge getan, wenn 

letztere über die unternommenen Sachverhaltsabklärungen unterrichtet 

werden und die Möglichkeit erhalten, zum Beweisergebnis Stellung zu 

nehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_259/2021 vom 30. November 

2021, Erw. 4.2 mit Verweis auf BGE 141 I 60). Diesen Ansprüchen wurde 

das vorinstanzliche Vorgehen gerecht, womit die Rüge der Beschwerde-

führerin fehlgeht.  

 

2. 

2.1. 

In materieller Hinsicht dreht sich der vorliegende Rechtsstreit um die Frage, 

ob bei der Beschwerdeführerin in der Veranlagung betreffend die Kantons- 

 - 9 - 

 

 

 

und Gemeindesteuern 2012 der von ihr als Aufwand verbuchte Debitoren-

verlust im Betrag von Fr. 525'000.00 zu Recht aufgerechnet wurde.  

 

2.2. 

Die Vorinstanz bejaht dies. Zur Begründung führt sie einerseits an, die Be-

schwerdeführerin habe ihren eigenen Aussagen zufolge von den finanziel-

len Schwierigkeiten der M. AG im Jahr 2011 gewusst. Folge man dieser 

Optik, wäre die Beschwerdeführerin bereits aufgrund der handels-

rechtlichen Vorschriften verpflichtet gewesen, der von ihr behaupteten 

fehlenden Werthaltigkeit des Darlehens mit einer Abschreibung/ Wert-

berichtigung spätestens per 31. Dezember 2011 Rechnung zu tragen. 

Unter diesen Umständen müsste die Verbuchung des Forderungsverlustes 

erst im Jahr 2012 als periodenfremd deklariert werden, womit an der Auf-

rechnung pro 2012 festzuhalten wäre.  

 

Sollte dagegen nicht von einer Verpflichtung der Beschwerdeführerin, die 

Darlehensforderung im Jahr 2011 wegen fehlender Werthaltigkeit abzu-

schreiben bzw. wertzuberichtigen, ausgegangen werden, sei die Aufrech-

nung gerechtfertigt, da die Kriterien einer geldwerten Leistung erfüllt seien. 

Zusammengefasst begründet die Vorinstanz diese Argumentationslinie 

damit, dass die M. AG aufgrund des von H. im August 2013 erklärten 

Rangrücktrittes um die Deponierung ihrer Bilanz umhingekommen sei. 

Durch den Verkauf der Liegenschaft in U. von der K. AG an die M. AG am 

8. August 2013 für Fr. 2'700'000.00 und den Weiterverkauf derselben durch 

die M. AG an die P. AG am 20. Dezember 2013 für 4'300'000.00, habe die 

M. AG saniert werden und ihren Rennbetrieb weiterführen können. Wie im 

Parallelverfahren betreffend die K. AG (3- RV.2018.61) dargelegt worden 

sei, sei der Verkauf der Liegenschaft an die M. AG als Veräusserung an 

eine nahestehende Person unter dem Marktwert zu qualifizieren. Die 

genannten Liegenschaftstransaktionen hätten es der M. AG überdies 

ermöglicht, H. für die von ihm übernommenen Forderungen im 

Nominalbetrag von Fr. 1'130'000.00 zu entschädigen. Unter diesen 

Umständen müsse geschlossen werden, dass die Darlehensforderung 

gegen die M. AG im Zeitpunkt des Forderungsverkaufes durch die 

Beschwerdeführerin erkennbar vollständig werthaltig und die vor-

genommene Abschreibung daher unzulässig gewesen sei.  

 

2.3. 

Dagegen wendet die Beschwerdeführerin vorab ein, die vorinstanzlichen 

Alternativbegründungen würden zueinander in klarem Widerspruch stehen.  

 

In Bezug auf die Argumentation der Vorinstanz, die Abschreibung des 

Debitorenverlustes im 2012 sei periodenfremd, führt die Beschwerde-

führerin im Wesentlichen an, sie habe 2011 über keine Informationen be-

treffend den finanziellen Zustand der M. AG verfügt. Vielmehr sei ihr 

lediglich bekannt gewesen, dass die M. AG mit dem Darlehen nicht das 

 - 10 - 

 

 

 

unternehme, was als Darlehenszweck vereinbart worden sei. Die früheste 

Grundlage für eine Rückstellung bzw. Abschreibung der Forderung sei die 

Mitteilung der N. AG vom 2. November 2012 mit Vorlage der 

Jahresrechnung 2011 gewesen.  

 

Hinsichtlich der von der Vorinstanz betreffend das Vorliegen einer geldwer-

ten Leistung angeführten Begründung wendet die Beschwerdeführerin zu-

sammengefasst ein, vorliegend sei hinreichend bekannt, dass H. und I. die 

Profiteure der umstrittenen Rechtsgeschäfte (Darlehensverkauf und 

Liegenschaftsverkauf) gewesen seien; ersterer über den Forderungskauf, 

letzterer als Alleinaktionär der M. AG. Alle übrigen Parteien, wie namentlich 

die Beschwerdeführerin und ihre Schwestergesellschaft, hätten dagegen in 

keiner Art und Weise von diesen Rechtsgeschäften profitiert. Vielmehr 

hätten sie die Geschäfte "at arm's length" mit den ihnen persönlich 

bekannten Personen J., H. und I. getätigt. Auch habe sich die Vorinstanz 

nicht mit der Frage auseinandergesetzt, welchen Wert die Forderung der 

Beschwerdeführerin gegenüber der M. AG im Zeitpunkt der Veräusserung 

der Forderung am 20. Dezember 2012 gehabt habe. Sie habe die M. AG 

auf den Zeitpunkt des Verkaufs jedoch selbst als massiv überschuldet 

bezeichnet, weshalb korrekterweise davon ausgegangen werden müsse, 

dass die veräusserte Forderung im Verkaufszeitpunkt gar nichts mehr wert 

gewesen sei. Ein nicht nahestehender Dritter hätte für die Forderung in 

Anbetracht der Überschuldung der Gesellschaft wahrscheinlich nichts oder 

nur das offeriert, was die Verwertung der verpfändeten Aktiven noch hätte 

einbringen können. Der gegenläufige Beweis, dass die von der 

Beschwerdeführerin veräusserte Forderung am 20. Dezember 2012 

stattdessen einen höheren Wert als die bezahlten 25% aufgewiesen und 

die Beschwerdeführerin dementsprechend keinen genügenden Gegenwert 

erhalten habe, obliege dem KStA und könne nicht durch den Verkauf der 

Liegenschaft in U. ein Jahr später an die unbeteiligte P. AG für 

Fr. 4'300'000.00 erbracht werden. Das KStA habe es unterlassen, einen 

solchen Beweis zu erbringen. Auch die Vorinstanz beschränke sich darauf, 

die Beziehungen unter den beteiligten Personen darzustellen und prospek-

tiv den Verkauf der Liegenschaft ein Jahr später für die Werthaltigkeit der 

Forderung am 20. Dezember 2012 anzuführen. Dabei übergehe sie die 

Tatsache, dass bei einer Sanierung einer überschuldeten Gesellschaft 

natürlicherweise im Nachhinein Massnahmen getroffen würden, die ent-

weder zum Erfolg oder zum Misserfolg führen würden. Weder J. noch H. 

oder I. hätten am 20. Dezember 2012 vorhersehen können, dass die P. AG 

die Liegenschaft in U. für Fr. 4'300'000.00 kaufen würde.  

 

3. 

3.1. 

Wie die vorstehenden Ausführungen erkennen lassen, ist vorliegend unter 

anderem umstritten, was die involvierten (natürlichen und juristischen) Per-

sonen zu welchem Zeitpunkt in Bezug auf die finanzielle Situation der M. 

 - 11 - 

 

 

 

AG und – als logische Konsequenz davon – betreffend die Werthaltigkeit 

der von der Beschwerdeführerin an die N. AG am 20. Dezember 2012 

veräusserten Darlehensforderung gewusst haben. Dies ist vorliegend 

vorab zu klären.  

 

3.2. 

Das Verwaltungsgericht ermittelt den Sachverhalt, unter Beachtung der 

Vorbringen der Parteien, von Amtes wegen und stellt die dazu notwendigen 

Untersuchungen an. Es würdigt das Ergebnis der Untersuchung frei (§ 17 

Abs. 1 und 2 VRPG).  

 

Neben den eigentlichen Verfahrensakten stehen dem Verwaltungsgericht 

zur Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts hier insbesondere die 

anlässlich der Beweisverhandlungen gemachten Aussagen der befragten 

Personen zur Verfügung. All diese gesammelten rechtserheblichen Tat-

sachen hat das Verwaltungsgericht einer freien Beweiswürdigung zu unter-

ziehen. Dabei gilt grundsätzlich das Beweismass der vollen Überzeugung 

(sog. Regelbeweismass). Es bedarf aber keiner absoluten Gewissheit, son-

dern es genügt, wenn die Steuer- bzw. die Steuerjustizbehörde nach er-

folgter Beweiswürdigung und aufgrund objektiver Gesichtspunkte mit "an 

Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" vom Vorliegen eines rechts-

erheblichen Sachumstandes überzeugt ist (Urteil des Bundesgerichts 

2C_759/2020, 760/2020 vom 21. September 2021 Erw. 3.2 m.H.). Es ist 

zulässig und oft notwendig, dass sich die Behörden in ihrer Beweiswürdi-

gung auch auf Indizien stützen und daraus Schlüsse ziehen (sog. natürliche 

Vermutungen; vgl. Urteil 2C_669/2016 vom 8. Dezember 2016 E. 2.3.1, in: 

StE 2017 B 99.1 Nr. 16, StR 72/2017 S. 245). Das bedeutet jedoch nicht, 

dass sich die Behörden in ihren Untersuchungen gänzlich auf Indizien be-

schränken dürften. Vielmehr darf von ihnen im Rahmen ihrer Unter-

suchungspflicht erwartet werden, dass sie die unmittelbar relevanten Tat-

sachen feststellen, soweit ihnen dies mit verhältnismässigem Aufwand 

möglich ist (Urteil des Bundesgerichts 2C_459/2020, 460/2020 vom 

21. September 2021 Erw. 3.2 m.H.). 

 

3.3. 

Eingangs ist festzuhalten, dass sowohl H. als auch G. im vorliegend 

interessierenden Zeitraum (2010 [Darlehensbegebung] bis 2013 

[Veräusserung der Liegenschaft in U. an die P. AG]) nicht nur 

Verwaltungsratsmandate bei der K. AG innehatten, sondern ihnen als 

faktische Geschäftsführer auch bei der Beschwerdeführerin Organstellung 

zukam. Dies ergibt sich einerseits aus H. Bestätigung anlässlich des ersten 

Verhandlungstermins (Protokoll vom 30. November 2021 betreffend die 

Beschwerdeführerin [nachfolgend: Protokoll A. vom 30. November 2021], 

S. 9). Andererseits lässt sich dies in Bezug auf G. bereits aus der Tatsache 

schliessen, dass er für die Beschwerdeführerin den Darlehensvertrag vom 

1. November 2010 sowie die Dokumente zur Übertragung der 

 - 12 - 

 

 

 

Darlehensforderung von der Beschwerdeführerin auf die N. AG 

(Forderungskaufvertrag und Zessionserklärung, beide vom 20. Dezember 

2012) unterzeichnet hatte. Das Wissen der Herren H. und G. hat sich die 

Beschwerdeführerin daher anrechnen zu lassen und dies ungeachtet der 

Tatsache, dass im Handelsregisterauszug lediglich E. und C. als 

Verwaltungsräte vermerkt sind (vgl. dazu Protokoll A. vom 30. November 

2021, S. 9).  

 

Die Beschwerdeführerin legt in der Beschwerdeschrift dar, dass sie 2011 

keine Informationen über den finanziellen Zustand der M. AG gehabt habe. 

Diese Angabe trifft nicht zu, bestätigte doch I. anlässlich seiner Befragung, 

dass es der M. AG schon 2010 finanziell schlecht gegangen sei, er für das 

Fortbestehen seiner Unternehmung Kapital benötigt und das betreffende 

Darlehen in der Folge mit Herrn G. ausgehandelt habe (Protokoll vom 

14. Dezember 2021 betreffend die Beschwerdeführerin [nachfolgend: 

Protokoll A. vom 14. Dezember 2021], S. 24 f.). Hinzu kommt, dass G. 

bereits 2010 bei der M. AG als Rennfahrer engagiert und zudem persönlich 

Darlehensgläubiger der M. AG war (Darlehen "Rennwagen G.", vgl. Jahres-

rechnungen der M. AG 2011 [enthält auch Bilanz 2010] und 2012; 

Aussagen I. im Protokoll A. vom 14. Dezember 2021, S. 27; sowie 

Aussagen G. in der Verhandlung vom 30. November 2021 betreffend die 

K. AG [nachfolgend: Protokoll K. vom 30. November 2021], S. 31). 

Schliesslich gab G. selbst zu Protokoll, dass er über die finanzielle 

Schieflage der M. AG Bescheid wusste (Protokoll K. vom 30. November 

2021, S. 32). Wie erwähnt, war G. im damaligen Zeitpunkt faktisches Organ 

der Beschwerdeführerin, weshalb unter den geschilderten Umständen ent-

gegen den Angaben in der Beschwerdeschrift davon auszugehen ist, dass 

die Beschwerdeführerin hinreichend Kenntnis davon hatte, dass die M. AG 

bereits im Zeitpunkt der Darlehensbegebung am 1. November 2010 

finanziell angeschlagen war. Nicht glaubhaft ist aus denselben Gründen die 

Angabe in der Beschwerdeschrift, die Beschwerdeführerin habe frühestens 

im Zeitpunkt der Sanierungsofferte durch die N. AG am 2. November 2012 

Kenntnis von der Überschuldung der M. AG haben können. Dass dies nicht 

zutreffen kann, ergibt sich auch aus den Aussagen von I., er habe nach der 

Einleitung der Betreibung durch die Beschwerdeführerin zuerst mit G. 

Kontakt aufgenommen (Protokoll A. vom 14. Dezember 2021, S. 29, wobei 

auf S. 30 eine Unsicherheit ersichtlich wird, ob allenfalls nicht zuerst H. 

angesprochen wurde). Selbst wenn seitens der Beschwerdeführerin keine 

zahlenmässigen Details bezüglich der finanziellen Situation der M. AG 

bekannt gewesen sein sollten, so ist es aufgrund der geschilderten 

Umstände in tatsächlicher Hinsicht dennoch als erstellt zu erachten, dass 

die Beschwerdeführerin bereits ab dem Zeitpunkt der Darlehensbegebung 

hinreichend Kenntnis von der Sanierungsbedürftigkeit und der sich 

zunehmend verschlechternden finanziellen Situation der M. AG gehabt hat.  

 

 - 13 - 

 

 

 

4. 

4.1. 

Nach dem Ausgeführten steht somit fest, dass die Beschwerdeführerin die 

ihrerseits gegenüber der M. AG bestehende Darlehensforderung 2011 

weder abschrieb, noch wertberichtigte oder eine Rückstellung bildete, 

obwohl sie um die Schieflage der Darlehensschuldnerin wusste und am 

29. Dezember 2011 das Darlehen kündigte. Dies ist als klares Indiz dafür 

zu werten, dass die Beschwerdeführerin offenbar weiterhin von der Wert-

haltigkeit der Darlehensforderung ausgegangen ist. Dass dies zutrifft, wird 

deutlich, wenn eine Gesamtbetrachtung zum Parallelverfahren betreffend 

die Schwestergesellschaft der Beschwerdeführerin (K. AG; WBE.2021.74) 

vorgenommen wird. Gleichermassen lässt sich durch diese 

Gesamtbetrachtung erstellen, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen 

der Abtretung der Darlehensforderung zugunsten des ihr nahestehenden 

faktischen Geschäftsführers H. auf eine gleichwertige Gegenleistung 

verzichtet hat. Dies ist nachfolgend aufzuzeigen. Dazu ist vorab 

darzulegen, aus welchen Gründen der N. AG im Zusammenhang mit der 

Forderungsabtretung bloss die Rolle eines Strohmanns zugekommen sein 

kann und sie effektiv gar nie Gläubigerin der ihr übertragenen Dar-

lehensforderungen gewesen ist, mithin von einer simulierten Übertragung 

des Darlehens ausgegangen werden muss.  

 

Nicht mehr einzugehen ist auf die rechtlichen Grundlagen zur verdeckten 

Gewinnausschüttung. Diese wurden im vorinstanzlichen Entscheid hin-

länglich und zutreffend dargelegt (angefochtener Entscheid, Erw. 7.1, 

7.2.1, 7.3.2, 7.4.1 in fine, 7.4.2.) und sind auch seitens der Beschwerde-

führerin nicht bestritten.  

 

4.2. 

Wie erwähnt, enthielt das Schreiben der N. AG vom 2. November 2012 an 

die Beschwerdeführerin folgende Passage:  

 

[…] Mein Mandant offeriert Ihnen deshalb einen Forderungsverkauf. Er be-
zahlt Ihnen für Ihre Forderung den Betrag von CHF 175'000.- per Saldo 
aller Ansprüche. […] 

 

Anlässlich der Verhandlung vom 14. Dezember 2021 konnte der Ge-

schäftsführer der N. AG, J., die Gründe für die Wahl dieser Formulierung 

nicht plausibel erklären; stattdessen reagierte er defensiv und warf dem 

befragenden Vorsitzenden vor, dieser wolle ihn wegen seiner 

Deutschkenntnisse in Frage stellen (Protokoll A. vom 14. Dezember 2021, 

S. 14 f.). Dass mit der Bezeichnung "mein Mandant" J. gemeint sein 

könnte, was mit dessen Aussage suggeriert werden könnte, er habe das 

Schreiben in Zusammenarbeit mit einem Treuhänder oder Anwalt verfasst, 

scheint aufgrund der Unterzeichnung des Dokuments durch J. persönlich 

ausgeschlossen. Vielmehr ist aufgrund der genannten Umstände davon 

 - 14 - 

 

 

 

auszugehen, dass mit der Bezeichnung "mein Mandant" eine dritte Person 

gemeint war.  

 

Bereits vor diesem Hintergrund erscheint zweifelhaft, dass die N. AG 

effektiv beabsichtigt hatte, Gläubigerin der Darlehensforderung zu werden. 

Diese Zweifel werden durch die Tatsache bekräftigt, dass J. über das von 

der Beschwerdeführerin gegenüber der M. AG begebene Darlehen kaum 

etwas zu wissen schien. Gefragt nach der Höhe dieses Darlehens gab er 

zunächst zu Protokoll, er wisse, dass es um Fr. 300'000.00 gegangen sei, 

worauf der Vorsitzende ihn darauf hinwies, dass das Darlehen aber 

Fr. 700'000.00 betragen habe. J. antwortete darauf: "Ja okey, das weiss ich 

halt nicht, ich hatte ja nichts damit zu tun. Ich weiss es effektiv nicht" 

(Protokoll A. vom 14. Dezember 2021, S. 11). Später führte J. aus, er habe 

diese Zahl (Fr. 700'000.00) noch nie gehört und habe "null Ahnung"; dies 

habe aber sicher nichts mit der N. AG zu tun (Protokoll A. vom 14. Dezem-

ber 2021, S. 12). Angesprochen auf die im Schreiben der N. AG vom 

2. November 2012 erwähnten übrigen Forderungen, die gegenüber der M. 

AG offen waren, konnte J. sodann ebenfalls keine Auskunft geben 

(Protokoll A. vom 14. Dezember 2021, S. 16). Auch die Frage, ob er sich 

daran erinnern könne, wie und wann die A. AG auf dieses Schreiben 

reagiert habe, beantwortete er mit Nein (Protokoll A. vom 14. Dezember 

2021, S. 16). Demgegenüber antwortete er auf die nachfolgende Frage, ob 

er sich auch nicht daran erinnern könne, mit wem er damals verhandelt 

habe, folgendermassen:  

 

Von der A.? Also das war immer mit Herrn H., also dann später (Protokoll 
A. vom 14. Dezember 2021, S. 16).  

 

Insgesamt lässt das Aussageverhalten von J. keinen anderen Schluss zu, 

als dass er lediglich die Rolle des (unwissenden) Strohmannes innehatte 

und insbesondere über kein eigenes Interesse verfügte, die N. AG effektiv 

zur Darlehensgläubigerin der M. AG zu machen. 

 

Verstärkt wird dieser Eindruck durch die Aussage, H. habe die Forderung 

dann übernommen, da er (J.) selbst keine Zeit gehabt habe, sich vertiefter 

mit der Materie zu befassen und I. zu helfen (Protokoll A. vom 

14. Dezember 2021, S. 17). Denn diese Schilderung widerspricht der 

vormals von der Beschwerdeführerin gemachten Angabe, J. habe H. 

angefragt, ob er diese Forderung gegenüber der M. AG (gemeint ist wohl 

die Gesamtforderung von Fr. 1'130'000.00) übernehmen könne, weil er den 

investierten Betrag von Fr. 300'000.00 für ein unerwartetes anderes 

Engagement wieder benötige (Replik im Rekursverfahren vom 

13. September 2018, S. 7 Rz. 9). Dass sich die Aussagen zu den Gründen, 

die dazu geführt haben sollen, dass die N. AG die Darlehensforderungen 

an H. weitergeben wollte, derart widersprechen, ist als klares Indiz dafür zu 

 - 15 - 

 

 

 

werten, dass von Beginn an eine Vereinigung aller bei der M. AG be-

stehenden Darlehensschulden auf H. beabsichtigt war. Dafür, dass es sich 

so verhielt, sprechen ferner zwei weitere Umstände: Einerseits die 

Tatsache, dass die beiden weiteren bei der M. AG bestehenden 

Darlehensschulden ("Darlehen O." und "Darlehen Rennwagen G.") gemäss 

den Aussagen von H. vor der (formellen) Übertragung auf die N. AG bei G. 

vereinigt bzw. zu einem "Gesamtpaket" gebündelt worden sind (Protokoll 

A. vom 14. Dezember 2021, S. 36 f.). Andererseits lässt sich dies auch aus 

der Tatsache schliessen, dass zwischen der (formellen) Übertragung der 

Darlehensforderung der Beschwerdeführerin auf die N. AG (20. Dezember 

2012) und der Übernahme der Gesamtheit der bei der M. AG bestehenden 

Darlehensschulden durch H. am 10. Januar 2013 nur drei Wochen 

vergangen sind. Es widerspricht jeglicher Lebenserfahrung, dass ein ver-

sierter Geschäftsmann, wie J. einer ist, sich innerhalb eines solch kurzen 

Zeithorizontes zuerst für ein umfangreiches finanzielles Engagement 

entscheidet – die Übernahme der Darlehensforderungen musste immerhin 

mit Fr. 300'000.00 finanziert werden – um dann wenige Wochen später zur 

Einsicht zu kommen, dass er die übernommenen Forderungen 

nichtsdestotrotz wieder veräussern möchte. Dies umso mehr, als – wie dar-

gelegt – bezüglich der Gründe, die J. zum Entscheid für die 

Weiterveräusserung der Darlehensforderungen bewegt haben sollen, 

Widersprüche bestehen. 

 

Des Weiteren spricht auch die Tatsache, dass die angebliche Übernahme 

der Darlehensforderungen im Jahresabschluss 2012 der N. AG nicht 

verbucht wurde, klar dafür, dass es sich dabei um ein simuliertes Geschäft 

handelte. Dasselbe lässt sich daraus schliessen, dass H. gemäss Anhang 

zum (am 6. August 2013 erstellten) Jahresabschluss 2012 der M. AG in 

seiner Rolle als Darlehensgläubiger im Umfang des Verlustvortrages per 

31. Dezember 2012 einen Rangrücktritt erklärt hatte. Wäre er tatsächlich 

erst am 10. Januar 2013 Darlehensgläubiger geworden, wäre es 

eigentumsrechtlich gar nicht möglich gewesen, rückwirkend einen 

Rangrücktritt für einen Zeitraum zu erklären, in welchem eine andere Per-

son (hier die N. AG) Eigentümerin der betreffenden Forderungen gewesen 

ist.  

 

Schliesslich können auch die geltend gemachten Bedingungen, unter wel-

chen das Gespräch zwischen J. und H. betreffend die Übertragung der 

Darlehensforderungen auf letzteren stattgefunden haben soll, nicht als 

realistisch bezeichnet werden. Insbesondere erscheint es wenig 

überzeugend, dass ein Übereinkommen über ein derart gewichtiges 

Geschäft bei einem zufälligen Zusammentreffen von zwei sich eher flüchtig 

kennenden Personen in einem Restaurant auf der Skipiste in V. getroffen 

worden sein soll (so insb. Aussagen H., Protokoll A. vom 14. Dezember 

2021, S. 35; vgl. auch Replik im Rekursverfahren vom 13. September 

2018, S. 7 Rz. 9). Dafür, dass diese Angaben nicht mit der Wahrheit 

 - 16 - 

 

 

 

übereinstimmen, spricht zudem die Tatsache, dass J. auf die Frage, ob er 

nicht mehr wisse, wie die Abtretung der Forderungen von der N. AG auf H. 

vor sich gegangen sei, mit einem deutlichen "Nein" antwortete (Protokoll A. 

vom 14. Dezember 2021, S. 17). Dies erstaunt umso mehr, als die von der 

Beschwerdeführerin geltend gemachten Umstände (Übereinkunft bezüg-

lich der Forderungsübertragung von der N. AG auf H. anlässlich eines 

zufälligen Treffens in einem Restaurant auf der Skipiste) im Vergleich zu 

üblicherweise zu erwartendem Geschäftsgebaren äusserst ungewöhnlich 

anmuten, so dass sich die beteiligten Parteien erwartungsgemäss eher 

besser als schlechter an sie erinnern dürften. Dies war vorliegend gerade 

nicht der Fall, was sich auch daraus schliessen lässt, dass J., als ihm der 

Forderungskaufvertrag vom 10. Januar 2013 betreffend die Übertragung 

der Darlehensforderungen der M. AG von der N. AG auf H. vorgelegt 

wurde, die Frage stellte, ob es also zwei Verkäufe gegeben habe (Protokoll 

A. vom 14. Dezember 2021, S. 18), und – als der Vorsitzende ihm die 

Hintergründe des vorgelegten Dokumentes erklärt hatte – zu Protokoll gab 

"Ich habe keine Ahnung. Da wissen Sie mehr als ich…" (Protokoll A. vom 

14. Dezember 2021, S. 19).  

 

Insgesamt lassen die geschilderten Umstände (insb. Formulierung des 

Schreibens vom 12. November 2012, Unwissen von J. betreffend Beträge 

und Transaktionsabläufe, fehlende Verbuchung der übernommenen 

Darlehen bei der N. AG pro 2012, Ungewöhnlichkeit des angeblichen 

Zustandekommens der Übereinkunft zwischen der N. AG und H., zeitliche 

Nähe zwischen Übernahme und Weiterveräusserung der 

Darlehensforderungen durch die N. AG, Widersprüchlichkeit bezüglich 

hinter der Weiterveräusserung der Forderungen an H. stehendem 

Beweggrund) keinen anderen Schluss zu, als dass es in Tat und Wahrheit 

gar nie zu einer echten Übernahme der bei der M. AG bestehenden 

Darlehensschulden (gemäss Bilanz M. AG per 31. Dezember 2011 

gegenüber A. AG: Fr. 706'318.05; "Darlehen Rennwagen G.": 

Fr. 141'064.00; "Darlehen O. SA": Fr. 287'014.90; insgesamt 

Fr. 1'134396.95 bzw. rund Fr. 1'130'000.00 [Bilanz M. AG per 

31. Dezember 2012, erstellt am 6. August 2013; Forderungskaufvertrag 

zwischen N. AG und H. vom 10. Januar 2013]) durch die N. AG gekommen 

ist. Stattdessen erscheint es aufgrund der vorgenannten Umstände als viel 

wahrscheinlicher, dass von Beginn an die Übertragung der 

Darlehensforderung auf H. beabsichtigt gewesen ist. Die "dazwischen 

geschobene" Übernahme durch die N. AG muss daher als Simulation 

gewertet werden und ist für die materielle Beurteilung des Sachverhaltes 

auszublenden. Demzufolge ist bei der Würdigung, ob es bei der 

Beschwerdeführerin zu einer – gegebenenfalls aufzurechnenden – 

verdeckten Gewinnausschüttung gekommen ist, entgegen der 

Sachverhaltsdarstellungen der Beschwerdeführerin, fortan zu unterstellen, 

dass es H. war, der die (gegenüber der M. AG bestehende) 

Darlehensforderung von der Beschwerdeführerin unmittelbar, d.h. ohne 

 - 17 - 

 

 

 

Umweg über die N. AG, übernommen hat. In anderen Worten muss als 

dissimuliertes Geschäft die Darlehensübertragung von der 

Beschwerdeführerin direkt auf H. gelten.  

 

Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass sich diese Schlussfolge-

rung auch nicht dadurch entkräften lässt, dass H. der N. AG ausweislich 

eines Kontoauszugs (Beilage 1 zur Replik im Rekursverfahren vom 

13. September 2019) am 15. Januar 2013 einen Betrag von Fr. 300'000.00 

überwiesen hat. Denn durch diese einmalige Transaktion lässt sich weder 

der effektive (Netto-)Geldfluss zwischen den (formell) beteiligten Parteien 

verlässlich dokumentieren, noch ist damit hinreichend widerlegt, dass – wie 

aufgrund der vorstehenden Ausführungen anzunehmen ist – die N. AG 

lediglich in formeller Hinsicht als Forderungserwerberin instrumentalisiert 

wurde, um die direkte Übernahme der Darlehensforderungen durch H. zu 

verschleiern.  

 

4.3. 

Wird nun unter Berücksichtigung der Gegebenheiten im die Schwesterge-

sellschaft der Beschwerdeführerin betreffenden Parallelverfahren 

WBE.2021.74 eine Gesamtbetrachtung angestellt (insb. Erw. 4.3 f. im Ver-

fahren WBE.2021.74), lässt sich feststellen, worin das Interesse von H. 

bestanden hat, durch die Übernahme von Darlehensforderungen zu einem 

reduzierten Preis (Bezahlung von Fr. 300'000.00 für offene Darlehensfor-

derungen im Betrag von rund Fr. 1'130'000.00) zum Gläubiger der M. AG 

zu werden:  

 

Wenige Tage nachdem H. am 10. Januar 2013 die Darlehensforderungen 

gegenüber der M. AG offiziell von der N. AG übernommen hatte – unter 

Berücksichtigung der Simulation der "dazwischen geschaltenen" 

Darlehensübernahme durch die N. AG war er gar rund drei Wochen früher 

Eigentümer – und dadurch bei der M. AG zum beherrschenden und die 

Geschicke leitenden Gläubiger wurde (vgl. H. Aussage wonach er nach der 

Darlehensübernahme der einzige bzw. der Hauptgläubiger der M. AG 

gewesen sei und deshalb habe entscheiden müssen, was weiter zu 

machen sei [Protokoll K. vom 30. November 2021, S. 17 unten] sowie das 

eigene Unwissen über die Vorgänge bestätigende Aussagen von I. auf 

S. 3 ff. des Protokolls zur Verhandlung i.S. K. AG vom 14. Dezember 

2021), unterbreitete die M. AG der Schwestergesellschaft der Beschwerde-

führerin (K. AG) ein Kaufangebot für die in deren Eigentum stehende 

Liegenschaft an der AA-Strasse 11 in U. (vgl. Protokoll zur Verwal-

tungsratssitzung der K. AG vom 14. Januar 2013, Rekursbeilage im 

Verfahren der K. AG [RB K. AG] 24). Kurz darauf, am 26. Februar 2013, 

wurde anlässlich einer ausserordentlichen Generalversammlung der K. AG 

sodann die Veräusserung der besagten Immobilie an die M. AG für 

Fr. 2'700'000.00 beschlossen (RB K. AG 26). Der entsprechende 

Kaufvertrag zwischen der K. AG und der M. AG wurde sodann am 

 - 18 - 

 

 

 

8. August 2013 abgeschlossen; just zwei Tage nachdem H. im Rahmen der 

Erstellung des Geschäftsabschlusses 2012 der M. AG einen Rangrücktritt 

im Umfang des Verlustvortrages des Jahresverlustes per 31. Dezember 

2012 erklärt hatte (Anhang zum Jahresabschluss 2012 der M. AG). Gefragt 

nach dem Motiv hinter dem Erwerb der Liegenschaft durch die M. AG gab 

H. zu Protokoll, dieses liege darin begründet, dass er zuerst das Darlehen 

gekauft habe. Er habe sich ja schon Gedanken machen müssen, was er 

machen könne, um dieses wieder werthaltig zu machen, nachdem es sonst 

nicht funktioniert habe. Er habe sich davor schon Gedanken gemacht, wie 

man die M. AG wieder auf Vordermann bringen könne, aber das mit der 

Liegenschaft habe sich dann etwas aufgedrängt. Weiter bestätigte er, die 

M. AG sei nicht wirklich an der Liegenschaft interessiert gewesen und sie 

(die M. AG) sei für ihn nur ein Zwischenträger gewesen. Für ihn sei klar 

gewesen, dass er die Liegenschaft danach weiterverkaufen wolle (zum 

Ganzen: Protokoll K. vom 30. November 2021, S. 17). Unter diesen 

Umständen erstaunt es denn auch nicht, dass H. die Finanzierung des 

Immobilienerwerbs durch die M. AG sichergestellt hat (Protokoll K. vom 

30. November 2021, S. 19). Die, wie gesehen, von H. von Beginn an ange-

strebte Weiterveräusserung der Liegenschaft in U. konnte am 

20. Dezember 2013 schliesslich durch den Verkauf derselben an die P. AG 

für Fr. 4'300'000.00 realisiert werden, woraus der M. AG ein Gewinn von 

Fr. 1'600'000.00 resultierte.  

 

4.4. 

Das Ausgeführte macht deutlich, dass die einzelnen Geschäfte, d.h. die 

Darlehensübernahme durch H. und der Erwerb sowie die spätere 

Weiterveräusserung der Liegenschaft in U. durch die M. AG, nicht als 

voneinander unabhängige Ereignisse gewertet werden können. Vielmehr 

lassen der zeitliche Ablauf und die federführende Rolle von H., der in 

aufeinanderfolgenden Sequenzen in verschiedenen Rollen, konkret: als 

faktischer Geschäftsführer der Beschwerdeführerin, beherrschender 

Darlehensgläubiger der M. AG und Verwaltungsrat der K. AG, in die 

Geschehnisse involviert war, darauf schliessen, dass es sich um ein 

geplantes und strategisch ausgelegtes Vorgehen handelte. Von einer 

zufälligen Aneinanderreihung von Ereignissen kann bei dieser Sachlage 

nicht gesprochen werden.  

 

Aus den aufgezeigten Zusammenhängen und insbesondere der den ge-

schilderten Abläufen von Beginn an zugrundeliegenden Intention von H., 

durch den gewinnbringenden Weiterverkauf der Liegenschaft in U. durch 

die M. AG diese zu sanieren bzw. die seinerseits gegenüber der M. AG 

bestehenden Forderungen zurückzuführen, ist letztlich auch der Schluss 

zu ziehen, dass die Darlehensforderung der Beschwerdeführerin aufgrund 

der Aussicht auf eine erfolgreiche Sanierung der M. AG im Zeitpunkt der 

formellen Übertragung auf die N. AG vollständig werthaltig war. Der 

Beweis, dass dies nicht zutrifft, würde, da es sich um eine 

 - 19 - 

 

 

 

steueraufhebende bzw. -mindernde Tatsache handelt, der 

Beschwerdeführerin obliegen (sog. Normentheorie; statt vieler Urteil des 

Bundesgerichts 2C_55/2021vom 21. Dezember 2021, Erw. 4.1.3). Eines 

solchen blieb sie allerdings schuldig. Hinzu kommt, dass die 

Darlehensschuld infolge des von der M. AG durch den Liegen-

schaftsverkauf realisierten Gewinns (Fr. 1'600'000.00, vgl. Erw. 4.3) nur 

rund ein Jahr nach der Übernahme des Darlehens durch H. vollumfänglich 

an diesen zurückerstattet werden konnte (vgl. hierzu auch hinten Erw. 4.6). 

Dieser Umstand führt in Anbetracht des strategisch orchestrierten Ablaufs 

bzw. des Zusammenhangs zwischen der Darlehensübertragung auf H. und 

des die M. AG betreffenden Liegenschaftsgeschäfts (vgl. vorne Erw. 4.3) 

zur natürlichen Vermutung, dass die Darlehensforderung zu keinem Zeit-

punkt in ihrem Wert gefährdet war, was H. in seiner Rolle als Initiator bzw. 

"spiritus rector" (Protokoll K. vom 30. November 2021, S. 20) hat erkennen 

können und müssen.  

 

4.5. 

Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist als Zwischenfazit das Fol-

gende festzuhalten:  

 

 Seitens der Beschwerdeführerin bestand 2011 hinreichend Kennt-

nis bezüglich der finanziellen Schieflage ihrer Darlehensgläubigerin 

M. AG. 

 2012 veräusserte die Beschwerdeführerin die Darlehensforderung 

von Fr. 700'000.00 zu Fr. 175'000.00 formell an die N. AG. Die 

Differenz von Fr. 525'000.00 schrieb sie als Debitorenverlust ab. 

Wie aufgezeigt, muss es sich dabei um eine simulierte Übernahme 

durch die N. AG gehandelt haben, während H. von Beginn an als 

eigentlicher Erwerber agiert hat.  

 In seiner Rolle als Darlehensgläubiger der M. AG beabsichtigte H., 

die bei der K. AG vorhandene Liegenschaft an der AA-Strasse 11 

in U. auf die M. AG zu übertragen und mit Gewinn weiter zu 

veräussern. 

 Aus dem Zusammenhang zwischen der Übertragung der Dar-

lehensforderung auf H. und dem Liegenschaftsgeschäft, in welches 

sowohl die (auch durch H. verwaltete) Schwestergesellschaft der 

Beschwerdeführerin als auch die M. AG, die gleichzeitig 

Darlehensschuldnerin war, involviert waren, ist zu schliessen, dass 

die Darlehensforderung über den gesamten Zeitraum hinweg voll 

werthaltig war und die Beschwerdeführerin daran auch nicht 

zweifeln musste. Dass dies zutrifft, wird auch durch die Tatsache 

indiziert, dass die Beschwerdeführerin ungeachtet ihres Wissens 

betreffend die finanziellen Verhältnisse der M. AG auf eine 

Abschreibung/Wertberichtigung des Darlehens pro 2011 

verzichtete.  

 - 20 - 

 

 

 

 Der gewinnbringende Verkauf der Liegenschaft durch die M. AG 

gelang mit der Veräusserung derselben an die P. AG für Fr. 4.3 Mio, 

wodurch der M. AG ein Gewinn von Fr. 1'600'000.00 zugeflossen 

ist.  

 

4.6. 

Wie I. bestätigte, konnte mit dem aus dem Liegenschaftsgeschäft 

resultierenden Gewinn die von H. übernommene Darlehensforderung (total 

Fr. 1'130'000.00 wovon Fr. 700'000.00 auf das Darlehen der 

Beschwerdeführerin entfallen) vollumfänglich beglichen werden und der die 

gesamte Darlehensforderung übersteigende Gewinnanteil von (maximal) 

Fr. 470'000.00 (Fr. 1'600'000.00 – [mindestens] Fr. 1'130'000.00) stand zur 

Sanierung der M. AG zur Verfügung (Protokoll K. AG vom 14. Dezember 

2021, S. 9). Durch die Rückführung des Darlehens an H., vereinnahmte 

dieser auch (mindestens) die Fr. 525'000.00, welche bei der 

Beschwerdeführerin pro 2012 auf dem gegenüber der M. AG bestehenden 

Darlehen als Debitorenverlust verbucht worden sind. Ob darüber hinaus 

auch auf den einzelnen Darlehen aufgelaufene Darlehens- und/oder 

Verzugszinsen bezahlt wurden, muss vorliegend offenbleiben, da dies 

gegebenenfalls zu einer umfangmässig höheren Aufrechnung führen 

würde, welche dem Verwaltungsgericht aufgrund des Verbots der 

reformatio in peius (§ 199 Abs. 2 StG) im verwaltungsrechtlichen 

Beschwerdeverfahren jedoch verwehrt ist.  

 

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin indem sie 

die Darlehensforderung von Fr. 700'000.00 für Fr. 175'000.00 veräusserte, 

obwohl die Forderung, wie gesehen, aufgrund der begründeten Aussicht 

auf Sanierung der M. AG über den gesamten Zeitraum hinweg werthaltig 

war, auf Fr. 525'000.00 verzichtete. Wie erwähnt, flossdieser Betrag 

aufgrund der gewinnbringenden Veräusserung der Liegenschaft in U. von 

der M. AG an die P. AG via Rückführung der Darlehensschulden der M. AG 

H. zu, welcher aufgrund der konkreten Umstände im vorliegenden Fall 

überdies als unmittelbarer Vertragspartner der Beschwerdeführerin und 

eigentlicher Ersterwerber der Darlehensforderung zu qualifizieren ist, 

obwohl diese von der Beschwerdeführerin simulationsweise zuerst auf die 

N. AG übertragen wurde. Dass H. als faktisches Organ der 

Beschwerdeführerin als eine ihr nahestehende Person zu qualifizieren ist, 

liegt auf der Hand.  

 

5. 

Aus dem Dargelegten folgt insgesamt, dass die Beschwerdeführerin durch 

den Verzicht auf die Fr. 525'000.00 im Rahmen der Veräusserung der 

(nach wie vor voll werthaltigen) Darlehensforderung einer nahestehenden 

Person (H.) einen Vorteil hat zukommen lassen, der einem Dritten so nicht 

erbracht worden wäre. Denn eine gleichwertige Gegenleistung für den 

Verzicht auf die Fr. 525'000.00 ist ihr nicht zuteilgeworden. Da H. auf Seiten 

 - 21 - 

 

 

 

der Beschwerdeführerin als faktisches Organ mit der Geschäftsführung 

betraut und gleichzeitig Empfänger der geldwerten Leistung war, ist 

schliesslich auch das für das Vorliegen einer verdeckten Gewinnaus-

schüttung erforderliche Kriterium der Erkennbarkeit (vgl. angefochtener 

Entscheid, Erw. 7.1) erfüllt. Die Vorinstanz hat das Vorliegen einer ver-

deckten Gewinnausschüttung damit zu Recht bejaht und in der Folge be-

rechtigterweise auch die Aufrechnung von Fr. 525'000.00 bei der Be-

schwerdeführerin bestätigt.  

 

6. 

Die Beschwerde erweist sich damit als unbegründet. Sie ist vollumfänglich 

abzuweisen.  

 

III. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin kosten-

pflichtig (§ 189 Abs. 1 StG; § 31 Abs. 2 VRPG). Parteikostenersatz fällt 

ausser Betracht (§ 189 Abs. 2 StG; § 32 Abs. 2 VRPG).  

 

 
   

Das Verwaltungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer 

Staatsgebühr von Fr. 4'800.00 sowie der Kanzleigebühr und den Auslagen 

von Fr. 752.25, gesamthaft Fr. 5'552.25, sind von der Beschwerdeführerin 

zu bezahlen.  

 

3. 

Es werden keine Parteikosten ersetzt.  

 

 
 

   

Zustellung an: 

die Beschwerdeführerin (Vertreter) 

das Kantonale Steueramt  

die Eidgenössische Steuerverwaltung 

 

Mitteilung an:  

das Spezialverwaltungsgericht, Abt. Steuern 
 

 

 - 22 - 

 

 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-recht-

lichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die Frist steht still vom 7. Tag vor 

bis und mit 7. Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August und 

vom 18. Dezember bis und mit 2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des Bun-

desgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BGG; 

SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 
   

Aarau, 4. April 2022 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Vorsitz:     Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Berger     Ruth