# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7a9144fb-f7df-51f5-b56c-66893a228ab8
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-10-02
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP 02.10.2006 KG ARGVP 2006 3485
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_KG-ARGVP-2006-3485_2006-10-02.pdf

## Full Text

Kläger 3 die Legitimation zur Geltendmachung von Schadenersatz nicht zukommt. Das 
Kantonsgericht hat zutreffend ausgeführt, dass die Rechtsbegehren Ziff. 1 und 2 unter diesen 
Umständen abzuweisen sind.  
 

OGer 25.04.2006 
 
Das Bundesgericht hat eine von der Klägerin 2 und dem Kläger 3 (Eltern des verletzten Kindes) 
gegen dieses Urteil erhobene Berufung, welche sich einzig gegen die Abweisung der von ihnen 
gestellten Schadenersatzbegehren richtete, mit Urteil vom 27. März 2007 abgewiesen. Dies im 
Wesentlichen mit der Begründung (Erw. 4), der Betreuungsschaden sei rechtlich nicht als 
Schaden des betreuenden Angehörigen zu betrachten, sondern gelte als Leistung zugunsten 
des Geschädigten, die von diesem nach Art. 402 oder 422 OR zu entschädigen sei und die die-
ser wiederum beim Haftpflichtigen geltend machen könne. Dasselbe gelte für den Lohnausfall 
des betreuenden oder begleitenden Angehörigen und für weitere Aufwendungen der Angehöri-
gen wie solche für Fahrten ins Spital. Das seien Reflexschäden, deren Ersatz die nur indirekt 
Betroffenen nicht vom Haftpflichtigen verlangen könnten, wolle man den Kreis der 
Anspruchsberechtigten nicht unkontrolliert ausweiten.  
 Bezüglich solcher, mittelbar bei den Angehörigen des Geschädigten eintretender Schäden 
handle es sich überdies um reine Vermögensschäden, für die nur Ersatz zu leisten sei, wenn 
eine Norm verletzt sei, die ihrem Zweck nach vor derartigen Vermögensschädigungen schützen 
solle. Andernfalls fehle es an der Haftungsvoraussetzung der Widerrechtlichkeit bzw. am 
Rechtswidrigkeitszusammenhang. Art. 58 OR bezwecke indessen nicht den Schutz des Ver-
mögens von Angehörigen eines durch einen Werkmangel unmittelbar Geschädigten.  
 Die fraglichen Schadenspositionen hätten demnach gegebenenfalls vom direktgeschädigten 
Kläger 1 geltend gemacht werden können und müssen. Die Berufungskläger seien dagegen 
hierzu nicht aktivlegitimiert. Dies habe die Vorinstanz zutreffend erkannt. 
 Daran ändere nichts, dass die Berufungskläger nach Art. 272 ZGB dem verunfallten Kläger 
1 zu Beistand verpflichtet gewesen seien und sich der danach bzw. nach Art. 276 ZGB 
geschuldete Betreuungsaufwand wegen des Unfalls und der infolgedessen nötigen 
Behandlungen vergrössert habe. Letzterer Umstand sei nur im Rahmen des Entscheids darüber 
relevant, ob die geleistete Betreuung die normale und zumutbare Betreuung gemäss Art. 272 
und 276 ZGB übersteige und daher überhaupt als ersatzfähiger Schaden des Verunfallten zu 
gelten habe. An der fehlenden Aktivlegitimation der betreuenden Angehörigen ändere dies aber 
nichts. 
 Schliesslich vermöge auch das von den Berufungsklägern vorgetragene Argument der 
Gefahr von Interessenskollisionen nicht zu überzeugen. Es gebreche schon daran, dass das 
geschädigte Kind eben nicht den Schaden seiner Eltern einklage, sondern seinen eigenen. 
Auch sei nicht nachvollziehbar, inwiefern sich echte Interessenskollisionen ergeben sollten. 
Sowohl Rechtsbegehren, mit denen Genugtuung oder Schadenersatz für bestimmte 
Schadenspositionen verlangt werde, wie auch ein Urteil, das solchen Begehren stattgebe, 
müssten rechtlich begründet sein. Demnach bestehe kein Raum, zulasten von bestimmten 
Schadenspositionen mehr Genugtuung einzuklagen oder zuzusprechen. 
Eine Verletzung von Art. 58 OR sei weder dargetan noch ersichtlich. 
 
 
 
 
3485 
 
 
Landwirtschaftliche Pacht. Erstreckungsdauer (Art. 27 Abs. 3 LPG).  
 
 Sachverhalt: 
 Mit Vertrag vom 19.5.1997 hat der Gesuchsteller von H.C., der Mutter des heutigen 
Gesuchsgegners, rund 295 Aren Wiesland auf der Parzelle Nr. 798 in W. gepachtet. Im 

Pachtvertrag wurde der Pachtbeginn auf den 1. April 1998 festgelegt und es wurde eine 
neunjährige Pachtdauer vorgesehen. Zu Beginn des Jahres 2006 übernahm der Gesuchsgegner 
von seiner Mutter die Parzelle Nr. 798, von der das Wiesland (aber auch der Wald, das 
Gewässer und der Weg) in eine neue Parzelle Nr. 1395 (Fläche insgesamt rund 345 Aren) 
abparzelliert wurde. Der Gesuchsgegner bewohnt das Haus auf der Parzelle Nr. 798. Der 
Gesuchsteller ist nun also Pächter des Wieslandes (Fläche gemäss GIS rund 286 Aren) auf der 
Parzelle Nr. 1395. Er bewirtschaftet insgesamt rund 30 Hektaren. 
 
 Aus den Erwägungen: 
 Nach Art. 27 Abs. 3 LPG erstreckt der Richter die Pacht um drei bis sechs Jahre. Er würdigt 
dabei die persönlichen Verhältnisse und berücksichtigt namentlich die Art des 
Pachtgegenstandes und eine allfällige Verkürzung der Pachtdauer. Zu berücksichtigen sind etwa 
die angeschlagene Gesundheit des Pächters, besondere familiäre Verhältnisse oder persönliche 
Differenzen zwischen Pächter und Verpächter, welche zwar nicht grundsätzlich gegen eine 
Pachterstreckung sprechen, aber doch eine Erstreckung um volle sechs Jahre für die eine oder 
andere Partei als unzumutbar erscheinen lassen. Zu berücksichtigen ist auch die Bedeutung der 
Pachtsache für den Betroffenen. Eine Erstreckung um sechs Jahre ist bei Gewerben 
vorzunehmen. Dann aber auch bei Grundstücken, die für die Existenz des Pächters von 
wesentlicher Bedeutung sind. Nach Müller (Das landwirtschaftliche Pachtrecht, 
Veröffentlichungen des Schweiz. Instituts für Verwaltungskurse an der Hochschule St. Gallen, 
Band 25, St. Gallen 1986, S. 37) ist dies dann der Fall, wenn die betreffende Grundstücksfläche 
einen Viertel oder mehr der Fläche des Betriebes des Pächters ausmacht. In Anlehnung daran 
hält sich der Unterzeichnete zur Wahrung der Rechtsgleichheit seit einigen Jahren an folgenden 
Raster: Beträgt der Anteil des Pachtlandes (nur Wiesland) bis 8 % der gesamten 
bewirtschafteten Fläche, erfolgt eine Erstreckung um 3 Jahren. Bei 8 bis 16 % wird um 4 und bei 
16 bis 24 % um 5 Jahre erstreckt. 
 Im vorliegenden Fall stehen knapp 10 % der Betriebsfläche des Gesuchstellers zur Diskus-
sion. Das fragliche Pachtland ist demnach für den Gesuchsteller zwar nicht unbedeutend, aber 
auch nicht von geradezu existenzieller Bedeutung. Die Art des Pachtlandes (Wiesland) spricht 
ebenfalls gegen die Notwendigkeit der Erstreckung um das Maximum (vgl. B. Studer/E. Hofer, 
Das landwirtschaftliche Pachtrecht, Brugg 1987, S. 181). 
 Unter Würdigung aller massgeblichen Gesichtspunkte ist das Pachtverhältnis nicht um die 
maximal mögliche Erstreckungsdauer, sondern lediglich um 4 Jahre, d.h. bis Ende März 2011 zu 
erstrecken. 
 Nur am Rande sei erwähnt, dass es auf den Ablauf der Erstreckungsdauer hin keiner 
Kündigung mehr bedarf. Das Pachtverhältnis ist mit dem gerichtlich bestimmten Zeitpunkt 
aufgelöst (vgl. B. Studer/E. Hofer, a.a.O., S. 182). 
 

KGP 02.10.2006 
 
 
 
 
3486 
 
 
Arbeitsvertrag. Nettolohnvereinbarung. Kein Anspruch des Arbeitnehmers auf zufolge einer 
Prämienbefreiung eingesparte BVG-Beiträge.  
 
 Aus den Erwägungen: 
 1. A. war vom 1. August 2002 bis zum 31. Mai 2004 bei R. als Chauffeur angestellt. Im 
schriftlichen Arbeitsvertrag war ein monatlicher Nettolohn von Fr. 5'100.-- inkl. Spesen, 
ausbezahlt 12 x jährlich, sowie eine Umsatzbeteiligung von 10 % ab einem monatlichen Umsatz 
von Fr. 21'000.-- vereinbart. Am 11. August 2003 wurde A. aufgrund einer Rückenoperation zu 
100 % arbeitsunfähig. Er erhielt in der Folge bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses monatlich