# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0a7c92f9-7d7d-500e-a3d1-ab1748b9dfc7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-09-25
**Language:** de
**Title:** Zürich Sozialversicherungsgericht 25.09.2005 IV.2004.00797
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Sozialversicherungsgericht/ZH_SVG_001_IV-2004-00797_2005-09-25.html

## Full Text

IV.2004.00797

 

Sozialversicherungsgericht

des Kantons Zürich

IV. Kammer

Sozialversicherungsrichter Engler, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Weibel-Fuchs

Ersatzrichterin Arnold Gramigna

Gerichtssekretärin Tiefenbacher

Urteil vom 26. September 2005

in Sachen

P.___

 

Beschwerdeführer

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Hermann Eigenbrodt

Birmensdorferstrasse 125, 8036 Zürich

 

gegen

 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA)

IV-Stelle

Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich

Beschwerdegegnerin

 

 

 

 

 

 

Sachverhalt:

1.       P.___, geboren 1974, erlangte im Jahre 1993 in Italien das "Diploma di Geometra" (Urk. 3/1). Seit August 1995 arbeitete er bei der A.___,  als Freileitungsmonteur (Urk. 7/66). Am 5. Oktober 2000 zog er sich bei einem Unfall eine Knieprellung rechts mit einer transmuralen Ruptur des medialen Meniskushinterhorns zu (Urk. 7/34). Am 20. November 2002 meldete er sich bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an und beantragte berufliche Massnahmen (Urk. 7/70). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte darauf hin den Arztbericht von Dr. med. B.___, Spezialarzt für innere Medizin FMH, Winterthur, vom 8. Dezember 2002 (Urk. 7/35, unter Beilage der Berichte des C.___ vom 14. Dezember 2001 [Urk. 7/37] und vom 4. Dezember 2002 [Urk. 7/36] sowie des Berichts der D.___, Zentrum für Gelenk- und Sporttraumatologie vom 11. Februar 2002 [Urk. 7/38]) und den Bericht über das Ergonomie-Trainingsprogramm der E.___ vom 5. Mai 2003 (Urk. 7/34) ein, erkundigte sich bei der A.___ nach dem Arbeitsverhältnis des Versicherten (Arbeitgeberbericht vom 20. Januar 2003, Urk. 7/66) und liess einen Auszug der individuellen Konti erstellen (Auszug vom 4. Dezember 2002, Urk. 7/67). Nachdem die IV-Stelle dem Versicherten die Kostengutsprache für eine dreimonatige Abklärung im Hinblick auf eine Umschulung im Elektronikbereich erteilt hatte (Verfügungen vom 10. November und 2. Dezember 2003, Urk. 7/31-32), bewilligte sie mit Verfügung vom 11. August 2004 eine einjährige Umschulung zum Elektronikverdrahter in der Elektronikabteilung der F.___ für die Zeit vom 2. August 2004 bis 31. Juli 2005; die beantragte dreijährige Umschulung zum Elektropraktiker lehnte sie ab (Urk. 7/28). Die hiergegen gerichtete Einsprache des Versicherten vom 9. September 2004, worin Kostengutsprache für die dreijährige Umschulung zum Elektropraktiker beantragt wurde (Urk. 7/27), wies die IV-Stelle mit Entscheid vom 18. Oktober 2004 ab (Urk. 2).

 

2. Hiergegen erhob P.___ durch Rechtsanwalt Dr. Hermann Eigenbrodt, Zürich, am 11. November 2004 Beschwerde mit folgendem Rechtsbegehren (Urk. 1 S. 2):

 

"     1.    Der angefochtene Einspracheentscheid der IV-Stelle des Kantons Zürich vom 18. Oktober 2004 sei aufzuheben.

  2.  In Abänderung der Verfügung der IV-Stelle des Kantons Zürich vom 11. August 2004 seien die Kosten für die beantragte 3-jährige Umschulung zum Elektropraktiker in der Elektronikabteilung F.___ zu übernehmen.

  3.    Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin."

         In der Beschwerdeantwort vom 27. Dezember 2004 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), worauf der Schriftenwechsel am 29. Dezember 2004 als geschlossen erklärt wurde (Urk. 8).

         Mit Gerichtsverfügung vom 3. Mai 2005 (Urk. 10) wurde die IV-Stelle aufgefordert, den Bericht der F.___ (Urk. 14) einzureichen. P.___ wurde aufgetragen, dem Gericht Informationen über seine in Italien abgeschlossene Ausbildung als "Geometra" (Urk. 21/1-5) nachzureichen, und es wurden die Unfallakten von der Schweizerischen Unfallversicherung (SUVA, Urk. 16/1-114) beigezogen. P.___ nahm zum Abklärungsbericht und zu den Unfallakten mit Eingabe vom 12. Juli 2005 Stellung (Urk. 24).

 

3.       Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

 

 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1.       

1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). 

1.2     Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbeinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; vgl. BGE 128 V 30 Erw. 1, 104 V 136 Erw. 2a und b).

1.3 Invalide oder von einer Invalidität unmittelbar bedrohte Versicherte haben Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern. Dabei ist die gesamte noch zu erwartende Arbeitsdauer zu berücksichtigen. Nach Massgabe der Artikel 13, 19, 20 und 21 besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben (Art. 8 Abs. 1 und 2 IVG). Die Eingliederungsmassnahmen nach Absatz 3 Buchstaben a-d sind Sachleistungen im Sinne von Art. 14 ATSG (Art. 8 Abs. 4 IVG).

1.4     Gemäss Art. 17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Abs. 1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (Abs. 2). Als Umschulung gelten gemäss Art. 6 Abs. 1 IVV Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder wesentlichen Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.

1.5     Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, den vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen versicherten Personen eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln (BGE 122 V 79 Erw. 3b/bb, 99 V 35 Erw. 2; AHI 1997 S. 80 Erw. 1b mit Hinweisen). Dabei bezieht sich der Begriff der „annähernden Gleichwertigkeit“ nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit (BGE 122 V 79 Erw. 3b/bb; AHI 2000 S. 26 Erw. 2a, ZAK 1988 S. 470 Erw. 2c). In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren (BGE 121 V 260 Erw. 2c, 118 V 212 Erw. 5c, 110 V 102 Erw. 2; AHI 1997 S. 85 Erw. 1 mit Hinweis, ZAK 1988 S. 468 Erw. 2a mit Hinweisen). Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 124 V 109 f. Erw. 2a; AHI 2000 S. 26 f. Erw. 2a).     Für die Beurteilung der Gleichwertigkeit im Sinne der erwähnten Rechtsprechung ist in erster Linie auf die miteinander zu vergleichenden Erwerbsmöglichkeiten im ursprünglichen und im neuen Beruf oder in einer der versicherten Person zumutbaren Tätigkeit abzustellen. Der Begriff der annähernden Gleichwertigkeit bezieht sich zwar nicht in erster Linie auf die miteinander zu vergleichenden Erwerbsmöglichkeiten im ursprünglichen und im neuen Beruf oder in einer dem Versicherten zumutbaren Tätigkeit (BGE 124 V110 Erw. 2a). Dabei geht es jedoch nicht an, den Anspruch auf Umschulungsmassnahmen - gleichsam im Sinne einer Momentaufnahme - ausschliesslich vom Ergebnis eines auf den aktuellen Zeitpunkt begrenzten Einkommensvergleichs, ohne Rücksicht auf den qualitativen Ausbildungsstand einerseits und die damit zusammenhängende künftige Entwicklung der erwerblichen Möglichkeiten anderseits, abhängen zu lassen. Vielmehr ist im Rahmen der vorzunehmenden Prognose (BGE 124 V 111 Erw. 3b mit Hinweis) unter Berücksichtigung der gesamten Umstände nicht nur der Gesichtspunkt der Verdienstmöglichkeit, sondern der für die künftige Einkommensentwicklung ebenfalls bedeutsame qualitative Stellenwert der beiden zu vergleichenden Berufe mitzuberücksichtigen. Die annähernde Gleichwertigkeit der Erwerbsmöglichkeit dürfte auf weite Sicht nur dann zu verwirklichen sein, wenn auch die beiden Ausbildungen einen einigermassen vergleichbaren Wert aufweisen (BGE 124 V 111 Erw. 3b mit Hinweisen; AHI 1997 S. 86 Erw. 2b; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes in Sachen J. vom 19. November 2003 mit Hinweisen; Meyer-Blaser, Zum Verhältnismässigkeitsgrundsatz im staatlichen Leistungsrecht, Diss. Bern 1985, S. 186).

1.6     Als invalid im Sinne von Art. 17 IVG gilt, wer nicht hinreichend eingegliedert ist, weil der Gesundheitsschaden eine Art und Schwere erreicht hat, welche die Ausübung der bisherigen Erwerbstätigkeit ganz oder teilweise unzumutbar macht (vgl. BGE 113 V 263 Erw. 1b mit Hinweisen). Dabei muss der Invaliditätsgrad ein bestimmtes erhebliches Mass erreicht haben; nach der Rechtsprechung ist dies der Fall, wenn die versicherte Person in den ohne zusätzliche berufliche Ausbildung noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 Prozent erleidet (BGE 124 V 110 f. Erw. 2b; AHI 2000 S. 27 Erw. 2b und S. 62 Erw. 1 je mit Hinweisen).

 

2.       

2.1     Die Beschwerdegegnerin leistete mit Verfügung vom 11. August 2004 (Urk. 7/28) Kostengutsprache für eine vom 2. August 2004 bis 31. Juli 2005 dauernde einjährige Umschulung zum Elektronikverdrahter in der F.___. Das Leistungsbegehren bezüglich einer dreijährigen Umschulung zum Elektropraktiker wies sie dagegen ab. Mit Einspracheentscheid vom 18. Oktober 2004 bestätigte sie ihre Verfügung (Urk. 2). Streitig und zu prüfen ist somit, ob der Beschwerdeführer Anspruch hat auf die dreijährige Umschulung zum Elektropraktiker in der F.___. Nicht streitig ist dagegen der grundsätzliche Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen (Umschulung auf eine neue Tätigkeit).

2.2     Die Beschwerdegegnerin verneinte den Anspruch des Beschwerdeführers auf Umschulung zum Elektropraktiker mit der Begründung, die Gleichwertigkeit sei nicht gewahrt. Zur Beurteilung der Gleichwertigkeit sei die berufliche Tätigkeit, welche der Beschwerdeführer vor Eintritt des Gesundheitsschadens in der Schweiz ausgeübt und welches Einkommen er damit erzielt habe, massgebend. Bezüglich der Einkommensverhältnisse sei der AHV-pflichtige Lohn massgebend (Urk. 2).

2.3 Dagegen wendet der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein, er habe bei der Firma A.___ eine qualifizierte Ausbildung zum Freileitungsmonteur erhalten. Gemäss Arbeitszeugnis vom 26. August 2004 sei er vorerst als Hilfsmonteur und nach erfolgter Ausbildung als selbständiger Freileitungsmonteur eingesetzt worden. In dieser Funktion habe er immerhin fünf Jahre gearbeitet. Der Beschwerdeführer habe in Italien eine fundierte theoretische Ausbildung zum Geometer erhalten. Dies sei in Verbindung mit der praktischen Ausbildung in der Schweiz zu würdigen, wenn es um die Frage der Gleichwertigkeit gehe. Bezüglich der Lohnverhältnisse des Beschwerdeführers bei der A.___ sei zu berücksichtigen, dass er neben dem Fixlohn allmonatlich erhebliche Auswärtszulagen erhalten habe, welche als Lohnbestandteile zu berücksichtigen seien. Es sei unzulässig, bei der Frage der Gleichwertigkeit lediglich vom AHV-pflichtigen Lohn auszugehen. Die beantragte dreijährige Umschulung sei die verhältnismässige und angemessene Lösung, vor allem in Anbetracht des Leistungsausweises und des jugendlichen Alters des Beschwerdeführers.

 

3.       

3.1     Der Beschwerdeführer erlangte in Italien nach einer Ausbildungsdauer von fünf Jahren (siehe Urk. 21/3) im Jahre 1993 die Maturità Tecnica, Diploma di Geometra (Urk. 21/1). Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie, welches die vom Beschwerdeführer absolvierte Ausbildung mit derjenigen eines Geomatikers (vierjährige Lehre) verglichen hatte, verweigerte mit Verfügung vom 9. August 2004 (Urk. 3/1) die Gleichstellung des Diploms mit dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis als Geomatiker, da die Ausbildung in Italien im Vergleich zur schweizerischen zu wenig praktische Qualifikationen umfasse. 

         Der Beschwerdeführer arbeitete nach der Einreise in die Schweiz im Jahre 1995 (vgl. Urk. 7/70) ab dem 15. August 1995 bis zum 31. Juli 2004 zuerst als Hilfsmonteur, dann als Freileitungsmonteur und nach dem Arbeitsunfall teilzeitlich als Magaziner bei der A.___ (siehe Urk. 7/66). Laut Arbeitszeugnis vom 26. August 2004 (Urk. 3/2) habe er die Arbeit ohne grosse Kenntnisse im Freileitungsbau aufgenommen. Sein Einsatz, sein Arbeitswille und nicht zuletzt auch seine Arbeitsfreude hätten ihn schnell befähigt, wirksam als Monteur bei der Montage von Freileitungen aller Art mitzuarbeiten. Er sei wie ein gelernter Berufsmann beim Bau und Unterhalt von Holzstangen-, Stahlrohrmasten-, Betonmasten- und Stahlfachwerkmasten-Leitungen in der ganzen Schweiz erfolgreich eingesetzt worden. Seine in Italien erfolgte Berufsausbildung habe ihm in vielen Bereichen geholfen, selbständig kleinere Aufträge zu erledigen.

         Laut IK-Auszug erzielte der Beschwerdeführer im Jahre 1999, dem letzten ohne Gesundheitsschaden, Fr. 42'434.-- (Urk. 7/67). Entgegen seiner Ansicht sind beim Einkommensvergleich nur Einkünfte in Anschlag zu stellen, welche die versicherte Person aus einer auf die Erzielung von Erwerbseinkommen gerichteten Tätigkeit gewinnen und die dergestalt der AHV-rechtlichen Beitragspflicht unterliegen würden. Folglich sind beim Arbeitgeber anfallende, nicht AHV-beitragspflichtige Lohnnebenkosten beim Einkommensvergleich nicht zu berücksichtigen (Meyer-Blaser, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], Zürich 1997, S. 200 mit Hinweisen). 

         Gemäss Verband Schaltanlagen und Automatik Schweiz (VSAS) kann ein Elektropraktiker nach der Lehre Fr. 3'400.-- pro Monat verdienen (Richtlöhne 2005, Urk. 25), was einem jährlichen Einkommen von Fr. 40'800.-- entspricht. Dies ist - selbst ohne Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung - weniger, als der Beschwerdeführer als Freileitungsmonteur verdient hat.

3.2     Bei der Beurteilung der Gleichwertigkeit ist in erster Linie auf die miteinander zu vergleichenden Erwerbsmöglichkeiten im ursprünglichen und im neuen Beruf abzustellen. Dabei geht es allerdings nicht an, den Anspruch auf Umschulungsmassnahmen - gleichsam im Sinne einer Momentaufnahme - ausschliesslich vom Ergebnis eines auf den aktuellen Zeitpunkt begrenzten theoretischen Einkommensvergleichs, ohne Rücksicht auf den qualitativen Ausbildungsstand einerseits und die damit zusammenhängende zukünftige Entwicklung der erwerblichen Möglichkeiten anderseits, abhängen zu lassen. Vielmehr ist im Rahmen der vorzunehmenden Prognose unter Berücksichtigung der gesamten Umstände nicht nur der Gesichtspunkt der Verdienstmöglichkeit, sondern der für die künftige Einkommensentwicklung ebenfalls bedeutsame qualitative Stellenwert der angestrebten Ausbildung mitzuberücksichtigen.

         Personen ohne Berufsausbildung haben es nachgerade bei schwieriger Arbeitsmarktlage schwer, überhaupt eine Stelle zu finden, geschweige denn eine gut bezahlte. Zudem sind Hilfsarbeiterstellen den periodisch wiederkehrenden konjunkturellen oder strukturellen betrieblichen Anpassungen anerkanntermassen in viel ausgeprägterem Masse ausgesetzt als qualifizierte Mitarbeiter. Zu berücksichtigen ist aber auch der Umstand, dass die Einkommensentwicklung bei Arbeitnehmern mit und ohne Berufsausbildung nicht gleichmässig verläuft. Es ist eine Erfahrungstatsache, dass in zahlreichen Berufsgattungen der Anfangslohn nach Lehrabschluss nicht oder nicht wesentlich höher liegt als gewisse Hilfsarbeitersaläre, dafür aber in der Folgezeit um so stärker anwächst. Diesen Umständen ist bei der Prüfung der Frage der Gleichwertigkeit Rechnung zu tragen (BGE 124 V 111 Erw. 3b mit Hinweisen).

3.3     Der Beschwerdeführer hat zwar nie ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis als Freileitungsmonteur erlangt, noch wurde seine in Italien absolvierte Ausbildung in der Schweiz anerkannt. Für die Anerkennung fehlte ihm jedoch lediglich die praktische Tätigkeit (vgl. Urk. 3/1). Seine fundierte Ausbildung in Italien verhalf aber dazu, dass er wie ein gelernter Berufsmann im Freileitungsbau eingesetzt werden konnte (vgl. Urk. 3/2). Aufgrund der umfassenden technischen Grundausbildung ist davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer im Freileitungsbau beruflich und damit erwerbsmässig wie ein gelernter Berufsmann hätte weiterentwickeln können. Zwar ist zu vermuten, dass er in den ersten Jahren nach der Umschulung weniger verdienen würde als als Hilfsarbeiter, jedoch ist von der Umschulung zum Elektropraktiker auf lange Sicht eine erhebliche einkommensmässige Besserstellung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu erwarten. Dies ist um so wichtiger, als es sich beim Beschwerdeführer um einen noch jungen Versicherten mit langer verbleibender Aktivitätsdauer handelt.

 

4. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass der Anspruch des Beschwerdeführers auf die dreijährige Umschulung zum Elektropraktiker in der Elektronikabteilung der F.___, , zu bejahen ist. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen.

         

5.       Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese wird unabhängig vom Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (§ 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht). Vorliegend erscheint eine Prozessentschädigung von Fr. 2'200.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

 

 

Das Gericht erkennt:

1.         In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 18. Oktober 2004 aufgehoben, und es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer Anspruch hat auf die dreijährige Umschulung zum Elektropraktiker in der Elektronikabteilung der F.___ .

2.         Das Verfahren ist kostenlos.

3.         Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung von Fr. 2'200.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

4. Zustellung gegen Empfangsschein an:

-      Rechtsanwalt Dr. Hermann Eigenbrodt

-      Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Beilage eines Doppels von Urk. 24 und einer Kopie von Urk. 25

-      Bundesamt für Sozialversicherung

5.         Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Eidgenössischen Versicherungsgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereicht werden.

Die Beschwerdeschrift ist dem Eidgenössischen Versicherungsgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, in dreifacher Ausfertigung zuzustellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift der beschwerdeführenden Person oder ihres Vertreters zu enthalten; die Ausfertigung des angefochtenen Entscheides und der dazugehörige Briefumschlag sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die beschwerdeführende Person sie in Händen hat (Art. 132 in Verbindung mit Art. 106 und 108 OG).