# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c5a456b4-9828-5926-80ae-7df7b4dff45e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.09.2021 200 2021 304
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-304_2021-09-14.pdf

## Full Text

200 21 304 IV
KOJ/BOC/STL/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 14. September 2021

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwältin C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 10. März 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2021, IV/21/304, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1964 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im Februar 2019 – nachdem durch die behandelnde Rheuma-
tologin eine Anmeldung zur Früherfassung erfolgt war – unter Hinweis auf 
einen seit zirka 20 Jahren bestehenden Morbus Bechterew bei der Eid-
genössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten 
der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 1 - 7). Die IVB 
nahm in der Folge erwerbliche und medizinische Abklärungen vor (act. II 
11, 13, 17, 21, 24, 30), liess einen Abklärungsbericht für In- bzw. Teilhaber 
einer GmbH erstellen (Bericht vom 12. September 2019 [act. II 34]), sprach 
Arbeitsvermittlung zu (act. II 38) und liess ein rheumatologisches Gutach-
ten durch Dr. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin 
und Rheumatologie, erstellen (Expertise vom 12. Dezember 2019 [act. II 
45.1]), woraufhin der Abklärungsbericht für Selbstständigerwerbende er-
gänzt wurde (Bericht vom 2. März 2020 [act. II 58]). Gestützt auf das er-
wähnte Gutachten stellte der Taggeldversicherer die Einstellung der Zah-
lungen per 31. Mai 2020 in Aussicht (act. II 59), wogegen die behandelnde 
Ärztin Dr. med. E.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und 
Rheumatologie, mit Schreiben vom 19. März 2020 Einwände erhob (act. II 
63). Auf Verlangen des Taggeldversicherers und der IVB (act. II 74, 77) 
nahm der Gutachter am 27. August 2020 Stellung zu den erhobenen Ein-
wänden (act. II 79). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren schloss 
die IVB die beruflichen Massnahmen mit Verfügung vom 4. Januar 2021 ab 
(act. II 83, 92, 97). Nachdem die IVB erneut einen Abklärungsbericht für 
Selbstständigerwerbende hatte erstellen lassen (Bericht vom 22. Dezember 
2020 [act. II 96]) sowie nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens 
verneinte sie mit Verfügung vom 10. März 2021 bei einem IV-Grad von 
32 % den Anspruch auf eine Invalidenrente (act. II 99 - 102).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2021, IV/21/304, Seite 3

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
C.________, mit Eingabe vom 26. April 2021 (Postaufgabe) Beschwerde 
mit den Rechtsbegehren: 

1. Die Verfügung vom 10. März 2021 sowie der Vorbescheid vom 18. Ja-
nuar 2021 der IV-Stelle Kanton Bern seien vollumfänglich aufzuheben. 

2. Die Sache sei an die IV-Stelle Kanton Bern zur Neuentscheidung 
zurückzuweisen. 

3. Die IV-Stelle Kanton Bern sei zu verpflichten, ergänzende Abklärungen 
vorzunehmen. 

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (letztere zzgl. 7.7% MWST) 
zulasten der Beschwerdegegnerin. 

Mit Beschwerdeantwort vom 27. Mai 2021 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde. 

Mit Eingabe vom 14. Juni 2021 reichte der Beschwerdeführer aufforde-
rungsgemäss die Kostennote sowie ankündigungsgemäss aktuelle Arztbe-
richte von Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin 
und Rheumatologie, ein und machte ergänzende Ausführungen zur Be-
schwerde. Dazu äusserte sich die Beschwerdegegnerin mit Stellungnahme 
vom 28. Juni 2021, welche dem Beschwerdeführer am 29. Juni 2021 zur 
Kenntnisnahme zugestellt wurde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 

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Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 10. März 2021 (act. II 
102). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 
eine Rente der Invalidenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 

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teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). 

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente. Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens 
nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsan-
spruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die 
Vollendung des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). 

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades Erwerbstätiger wird das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 
und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegli-
chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Art. 16 ATSG).

3.

3.1 Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Fol-
gende zu entnehmen: 

3.1.1 Dr. med. E.________ diagnostizierte am 4. Dezember 2018 (act. II 
2): 

1. Morbus Bechterew, symptomatisch seit den 90er Jahren

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 bilaterale ISG-Arthritis 8/2007 (MRI oder CT 2/2001, 2002, 2004 negativ)
 keine humorale Aktivität, HLA-B 27 negativ
 axiale und periphere Beteiligung, funktionell relevante Bewegungsein-

schränkung cervikal
 Beteiligung der Enthesen mit rezidivierender Achillesenthesitis
 anamnestisch Augenbeteiligung möglich bei objektivierter Konjunktivitis 

2002
 aktuell: Aktivitätszunahme mit entzündlichen Veränderungen der Ligamen-

ta interspinosa L2/3 bis L5/S1 und ventralem Enhancement Th11-L1 und 
L3/4

2. Chronisch-rezidivierende Epigastralgien 
 Eradikation von Helicobacterpylori 4/1994 und 9/2003
 Schlechte Verträglichkeit von NSA und Coxiben 

3. Chronisch-rezidivierende Lumbalgien bei polytoper degenerativer Bandschei-
benpathologie
 hypertrophe Spondylarthrosen LWK 3 - SWK 1 
 Diskusprotrusionen L3/4 und L5/S1 mit Einengung der Neuroforamina 

4. Substituierte Hypothyreose im Rahmen einer Hashimoto-Thyreoiditis

Sie führte aus, zurecht sei eine Aktivitätszunahme im Rahmen des bekann-
ten Morbus Bechterew vermutet worden. Trotz anhaltender Entzündungs-
aktivität seit über 20 Jahren sei der Verlauf nur langsam progredient, wobei 
funktionell die Bewegungseinschränkung zervikal von Relevanz sei. Der 
Patient habe als .../... zeitlebens körperliche Schwerarbeit verrichtet und 
leide gleichzeitig unter degenerativ bedingten Beschwerden zervikal wie 
lumbal, so dass auch mit einer optimalen antientzündlichen Behandlung 
entsprechende Restbeschwerden vorlägen. 

3.1.2 Am 5. April 2019 diagnostizierte Dr. med. E.________ mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit (act. II 13 S. 1 - 5): 

1. Morbus Bechterew, symptomatisch seit den 90er Jahren, Diagnose 2007
2. Chronisch-rezidivierende Lumbalgien bei polytoper degenerativer Bandschei-

benpathologie, Diagnose 2008

Der Patient sei als .../... durch rezidivierende entzündliche Schübe der 
Hals- und Lendenwirbelsäule immer wieder deutlich eingeschränkt. Bisher 
habe die entzündliche Erkrankung durch Medikamente nicht befriedigend 
kontrolliert werden können. Während der Jahre 2008 - 2018 sei die ent-
zündliche Erkrankung deutlich weniger aktiv gewesen als aktuell. Auch 
ohne relevante Entzündungsaktivität sei die Arbeitsfähigkeit im ange-
stammten Beruf eingeschränkt. Es lägen hochgradige degenerative Verän-
derungen lumbal (MRI vom 13. November 2018) sowie konventionell-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2021, IV/21/304, Seite 7

radiologisch zervikal (13. November 2018) vor. Es bestehe eine hochgradi-
ge Einschränkung des Bewegungsumfangs zervikal in entzündlichen 
Schubsituationen, auch ohne entzündliche Aktivität liege eine relevante 
Einschränkung für Kopfbewegungen nach rechts als Folge der degenerati-
ven Veränderungen vor. Weiter bestünden chronifizierte lumbale Rücken-
schmerzen bei hochgradigen degenerativen Veränderungen und rezidivier-
ender ISG-Arthritis beidseits (act. II 13 S. 4). Aus rheumatologischer Sicht 
sollte einerseits keine körperliche Schwerarbeit mehr verrichtet werden, 
andererseits keine Tätigkeit mit längerdauernder Kopf-Reklination. Die an-
gestammte Tätigkeit als .../... sei medizinisch denkbar ungünstig, die fort-
gesetzte Belastung führe zu einem raschen Fortschreiten der degenerati-
ven Veränderungen (act. II 13 S. 3). Die aktuelle Tätigkeit werde zu 100 % 
ausgeübt, wobei der Versicherte als Selbstständigerwerbender seine Arbeit 
zeitlich selbst einteilen könne. Es sei davon auszugehen, dass es seit län-
gerem schmerzbedingt zu einer Leistungseinschränkung bzw. zu einer ge-
wissen Verlangsamung gekommen sei. Eine dem Leiden angepasste 
Tätigkeit sei zu 100 % zumutbar (act. II 13 S. 3 f.).

3.1.3 Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) führte am 10. Mai 2019 (act. II 17) ge-
stützt auf die Akten in Bezug auf die angestammte Tätigkeit aus, es beste-
he ein seit Jahren bekannter Morbus Bechterew mit entsprechend vermin-
derter Belastbarkeit insbesondere der lumbalen Wirbelsäule für schwere 
und gelegentlich mittelschwere körperliche Tätigkeiten und insbesondere 
für Tätigkeiten mit längerdauernder Kopf-Reklination. Die Arbeitsfähigkeit in 
der bestehenden Tätigkeit sei weiterhin gegeben, es bestehe hier jedoch 
aufgrund der weiterhin bestehenden schweren körperlichen Belastbarkeit 
die Gefahr eines raschen Fortschreitens der degenerativen Veränderungen 
der Wirbelsäule. Es liege somit eine drohende Invalidität vor. In Bezug auf 
die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit erstellte er fol-
gendes Zumutbarkeitsprofil: zumutbar seien körperlich leichte bis gelegent-
lich mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten ganztags über 8.5 Stun-
den ohne zusätzliche Leistungsminderung. Zu vermeiden seien Zwangshal-
tungen des Oberkörpers (bspw. längeres Verharren in vornüber geneigter 
Haltung, ob stehend oder sitzend), Arbeiten mit repetitiven Rotationsbewe-
gungen des Oberkörpers, Rotation des Oberkörpers im Sitzen/Stehen unter 

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Gewichtsbelastung, das Heben von Lasten körperfern, repetitives Heben 
von Lasten über Brusthöhe, Überkopfarbeiten, das Besteigen von Leitern, 
repetitives Kauern, Bücken oder Tätigkeiten in nach vorne geneigter Hal-
tung, repetitive, stereotype Bewegungsabläufe im Bereich der HWS und 
LWS sowie unerwartete, asymmetrische Lasteinwirkungen. Dieses ange-
passte Leistungsprofil gelte ab heutigem Datum (10. Mai 2019; act. II 17 S. 
4 f.). Der Effekt der zurzeit eingesetzten medikamentösen Therapie könne 
noch nicht abgeschätzt werden, da auch unter den bisher eingesetzten 
modernen Medikamenten (TNF-alpha-Hemmer, IL-17-Antagonist) keine 
anhaltende Reduktion der entzündlichen Aktivität des Morbus Bechterew 
habe erreicht werden können und auch unter diesen Therapien weiterhin 
Schübe aufgetreten seien. Es lasse sich unter diesen Medikamenten mög-
licherweise eine Besserung des Gesundheitszustandes des Versicherten 
erreichen, nicht jedoch der Arbeitsfähigkeit (act. II 17 S. 5). 

3.1.4 Im rheumatologischen Fachgutachten vom 12. Dezember 2019 dia-
gnostizierte Dr. med. D.________ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
(act. II 45.1 S. 9):

1. Seronegative Spondyloarthritis Typus Morbus Bechterew
2. Panvertebralsyndrom 
3. Diffuse idiopathische skelettale Hyperostose

 Bewegungseinschränkungen der Wirbelsäule

Er führte namentlich aus, dass in der klinischen Untersuchung ohne Zweifel 
Bewegungseinschränkungen von maximal 1/3 zervikal, thorakal und lumbal 
ausgewiesen seien, wobei die Halswirbelsäule für die Rotation weitgehend 
frei beweglich sei. Dies sei plausibel unter Berücksichtigung der konventio-
nell-radiologischen Befunde zervikal mit leichtgradigen und als altersent-
sprechend einzustufenden Osteochondrosen auf Höhe HWK 3-5. Konven-
tionell-radiologisch sei kein gesicherter degenerativer Befund im Bereich 
der axialen Segmente der Brust- und der Lendenwirbelsäule ausgewiesen. 
Die Ossifikationstendenz auf Höhe von LWK3/4 im Bereich der vorderen 
Längsbandstrukturen könne auch durch die metabolische Störung vom 
Typus der diffusen idiopathischen skelettalen Hyperostose bedingt sein, 
zumal keine gesicherte Höhenminderung des Bandscheibenraumes in die-
sem Bewegungssegment in der stehenden Aufnahme ausgewiesen sei 
(act. II 45.1 S. 12). Insgesamt beurteile er die vom Versicherten geschilder-

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ten Beschwerden bezüglich Umfang und Intensität weitgehend, jedoch 
nicht als ausschliesslich auf die objektivierbaren somatisch-pathologischen 
Befunde abstützbar (act. II 45.1 S. 13). Der Versicherte belaste sich durch 
sein Übergewicht körperlich. Ungünstig auf eine erfolgreiche Wiederein-
gliederung in den Arbeitsprozess könnten sich krankheitsfremde Faktoren, 
wie beispielsweise attestierte Arbeitsunfähigkeit, fehlende Berufsausbil-
dung, Alter und möglicherweise die limitierte Motivation auswirken. Aus rein 
somatisch-rheumatologischer Sicht sei die Prognose (zur Wiedereingliede-
rung) gut. Hinweise auf eine schwerwiegende Erkrankung wie zum Beispiel 
ein Karzinomleiden seien beim Versicherten nicht ausgewiesen (act. II 45.1 
S. 15). In Bezug auf die bisherige Tätigkeit führte er aus, aus rein soma-
tisch-rheumatologischer Sicht beurteilt, könnten die während der berufli-
chen Tätigkeit als selbstständigerwerbender ... und ... anfallenden leicht-
gradig körperlich belastenden Arbeiten, wie zum Beispiel in der ... oder in 
der ..., täglich vollumfänglich ausgeübt werden. Hingegen seien mehr als 
leicht- bis mittelgradig körperlich belastende Arbeiten ab November 2019 
nicht mehr zumutbar. Eine volle Einschränkung der Leistungsfähigkeit be-
stehe ausschliesslich für mehr als leicht- bis mittelgradig körperlich belas-
tende Arbeiten. Für diesen Bereich bestehe eine vollständige Arbeitsun-
fähigkeit (act. II 45.1 S. 15). Eine angepasste Tätigkeit liege in einem tem-
perierten Raum (Raumluft), beschränke sich auf leicht- bis maximal mittel-
gradig körperlich belastende Arbeiten und lasse die Möglichkeit zu, zwi-
schen sitzender, stehender und gehender Körperhaltung zu wechseln. Das 
Einhalten der Rückenergonomie sei als zwingend vorauszusetzen. Zu ver-
meiden seien berufliche Tätigkeiten, die verbunden seien mit wiederholten 
Überkopfarbeiten oder bei denen die repetitiv zu bewegenden Gewichte 
schwerer als 7.5 kg seien. Eine solche Tätigkeit sei täglich vollumfänglich 
ohne Leistungsminderung möglich (act. II 45.1 S. 16). Für eine angepasste 
Verweistätigkeit könne für keinen Zeitraum eine anhaltende Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit begründet werden.

3.1.5 Dr. med. E.________ diagnostizierte am 6. Mai 2020 (act. II 66):

1. Morbus Bechterew, symptomatisch seit den 90er Jahren
 Aktuell: klinische und humorale Aktivitätszunahme nach Pausieren der Ba-

sistherapie
2. Chronisch-rezidivierende Lumbalgien bei polytoper degenerativer Bandschei-

benpathologie

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2021, IV/21/304, Seite 10

3. Chronisch-rezidivierendes zervikales Schmerzsyndrom
4. Chronisch-rezidivierende Epigastralgien
5. Substituierte Hypothyreose im Rahmen einer Hashimoto-Thyreoiditis

Nach dem Wechsel der Basistherapie vom TNF-alpha-Hemmer Golimu-
mab/Simponi® auf den JAK-Inhibitor Tofacitinib/Xeljanz® habe sich die 
Schmerzintensität langsam reduziert, wobei ein gewisser positiver Effekt 
auch auf die körperliche Schonung nach dem Niederlegen der Arbeitstätig-
keit zurückzuführen sei. Die für die Erhaltung der Arbeitstätigkeit notwendi-
ge Co-Medikation mit Cortison habe reduziert und im März 2020 abgesetzt 
werden können. Unglücklicherweise habe der Versicherte die subjektiv und 
objektiv eindeutig erfolgreiche Basistherapie abgesetzt aus Angst vor ei-
nem erhöhten Ansteckungsrisiko (Covid) und zeige in der aktuellen Unter-
suchung erneut ein leicht erhöhtes CRP (7, Norm < 5) und eine hochgradi-
ge schmerzhafte Einschränkung des Bewegungsumfanges zervikal (Ver-
schlechterung auf 30/0/30°, Norm 40/0/40°), welche im vorliegenden IV-
Gutachten vom 12. Dezember 2019 als uneingeschränkt ("frei") beschrie-
ben worden sei. Beide Schultergelenke zeigten rechtsbetont ein positives 
Impingement Phänomen und beide Achillessehnen eine diffuse Enthesitis. 
Im Gesamtkonzept liege eine Reaktivierung der entzündlichen Grunder-
krankung vor nach Absetzen der Therapie. Die Basistherapie mit Tofaciti-
nib/Xeljanz® werde wieder aufgenommen, der Wirkungseintritt sei nach 3 - 
4 Monaten zu erwarten (act. II 66 S. 3). 

3.1.6 Im nicht unterzeichneten Verlaufsbericht vom 26. Mai 2020 berichte-
te Dr. med. E.________ (act. II 67), dass sich der Gesundheitszustand des 
Patienten verschlechtert habe. Er sei für jegliche Tätigkeit mit schwerer 
körperlicher Belastung (so auch als .../... seit 28. Oktober 2019) 100 %-ig 
arbeitsunfähig, in einer angepassten Tätigkeit bestehe keine Einschrän-
kung. Dem Patienten mit degenerativen Veränderungen lumbal sei eine 
körperlich leicht- bis mittelgradig belastende, rückenergonomisch korrekt 
durchführbare Tätigkeit, welche regelmässige Positionswechsel erlaube, 
zumutbar. Das repetitive Heben von Gewichten von 10 - 15 kg, Überkopfa-
rbeiten sowie Tätigkeiten in zervikaler Reklinationshaltung müssten ver-
mieden werden. Bezüglich Arbeitspensum und Arbeitstempo lägen keine 
Einschränkungen vor. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2021, IV/21/304, Seite 11

3.1.7 In seiner Stellungnahme vom 27. August 2020 (act. II 79 S. 2 f.) 
zum Schreiben von Dr. med. E.________ vom 19. März 2020 (act. II 63) 
führte der Gutachter Dr. med. D.________ aus, Dr. med. E.________ werfe 
ihm vor, dass er in seinem Gutachten nicht erwähnt habe, dass eine ISG-
Arthritis vorliege. Diese Einschätzung teile er nicht, zumal er unter Punkt 
4.1.3 des Gutachtens die Befundungsberichte der MRI-Abklärungen der 
Lendenwirbelsäule und der Iliosakralgelenke vom 13. November 2018 und 
27. August 2019 erwähnt habe. Sie erwähne zu Recht, dass die Verlaufs-
MRI-Abklärung der Lendenwirbelsäule und der Iliosakralgelenke vom 27. 
August 2019 weiterhin eine ISG-Arthritis dokumentiere. Der Versicherte 
habe seine Beschwerden beschrieben und sei von ihm aufgefordert wor-
den, Angaben zur Schmerzintensität auf der visuellen Analog-Skala zu ma-
chen. Dem Schreiben von Dr. med. E.________ könne keine Angabe zum 
Verlauf der Schmerzintensität unter einer Therapiemassnahme entnommen 
werden. Sie spreche im letzten Satz auf Seite 1 (der Stellungnahme) von 
einer "deutlichen Verbesserung" auf einen Medikamentenwechsel hin. Die-
ser sei erst nach der gutachterlichen Beurteilung erfolgt. Gemäss Dr. med. 
E.________ sei 4 - 5 Monate nach dieser Medikamentenumstellung mit 
einer abschliessenden Beurteilung zu rechnen. Das heisse, unterdessen 
könne – gemäss ihren Ausführungen – der Therapieverlauf beurteilt wer-
den. Unterdessen sei knapp ein Jahr vergangen, seit er den Versicherten 
begutachtet habe. Damit dürfte spätestens im Herbst respektive Ende 2020 
eine erneute Begutachtung geeignet sein, Stellung zu beziehen, ob die 
Einwände von Dr. med. E.________ bezüglich ihrer Einschätzung der Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit zutreffend seien oder nicht. Vor einer der-
artigen Begutachtung sollten supersensitive bildgebende Untersuchungen, 
wie zum Beispiel eine Ganzkörper-MRI-Abklärung der Wirbelsäule, erfol-
gen, um möglichst abgestützt auf objektivierbare Parameter die aktuelle 
Situation beurteilen zu können. 

3.1.8 Dr. med. E.________ führte am 10. Dezember 2020 (act. II 95 S. 1 - 
3) aus, dass die Basistherapie mit Tofacitinib/Xeljanz® nach einem Unter-
bruch im März 2020 am 24. April 2020 wieder aufgenommen worden sei, 
bei nächtlich exazerbierenden Schmerzen lumbal und cervikal sowie neu 
aufgetretenen Schulterschmerzen beidseits. Klinisch hätten sich damals 
aktive Sternoklavikular-Arthritiden und beidseitige Achillesenthesitiden ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2021, IV/21/304, Seite 12

zeigt, begleitet von einer diskreten humoralen Entzündungsaktivität (CRP 
7, Norm < 5), so dass an der Aktivitätszunahme der Grunderkrankung – 
nach Absetzen von Cortison im März 2020, Sistieren des NSA und Pausie-
ren des JAK Inhibitors – nicht zu zweifeln gewesen sei (act. II 95 S. 2). 
Nach Wiederaufnahme der Basistherapie mit Tofacitinib/Xeljanz® sei mit 
10 - 12 Wochen bis zum Erreichen der maximalen Wirkung zu rechnen, 
sodass vorübergehend erneut Cortison habe eingesetzt werden müssen. 
Da im August 2020, trotz gutem Ansprechen der Achillesenthesitis und der 
Sternoklavikulararthritis unverändert stärkste Schulterschmerzen beidseits 
angegeben worden seien, seien sowohl ein MRI der (hauptsächlich betrof-
fenen) linken Schulter wie der Halswirbelsäule vorgesehen. Letztere sei bis 
heute nicht durchgeführt worden, während die Arthro-MRI der linken Schul-
ter weder eine wesentliche Schädigung der Rotatorenmanschette noch 
eine relevante entzündliche Bursitis zeige. Der Patient sei im Oktober 2020 
an Covid-19 erkrankt und habe während des akuten Infekts erneut Tofaciti-
nib/Xeljanz® abgesetzt, wonach sich vier Wochen später die erwartete Zu-
nahme der Entzündungsaktivität mit einer Zunahme der entzündlichen 
Schmerzen manifestiert habe. 

3.1.9 Im Verlaufsbericht vom 6. März 2021 (act. II 103 S. 1 - 7; vgl. auch 
den Bericht vom 5. März 2021 [act. II 103 S. 8 f.]) diagnostizierte Dr. med. 
E.________ mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: 

1. Morbus Bechterew, symptomatisch seit den 90er Jahren
2. Chronisch rezidivierendes zervikales Schmerzsyndrom, vorwiegend degenera-

tiv bedingt
3. Symptomatische AC-Gelenkarthrose der linken Schulter
4. Chronifizierte Lumbalgien bei degenerativen Veränderungen

Nach Wiederaufnahme der Tofacitinib/Xeljanz®-Therapie anfangs Dezem-
ber 2020 nach durchgemachter Covid 19-Infektion im November 2020 zei-
ge sich ein deutlicher Schmerzrückgang. Im Vordergrund stünden weiterhin 
positionsabhängige Nackenschmerzen mit Exazerbation bei der HWS-
Reklinationsbewegung, chronifizierte lumbale Schmerzen ohne Ausstrah-
lung sowie positionsabhängig verstärkte, nächtlich exazerbierende Schul-
terschmerzen links. Es liege ein gutes Ansprechen der entzündlichen Akti-
vität mit Verschwinden der Schmerzen in den Achillessehnen vor (act. II 
103 S. 2). Der Patient sei für schwer belastende Tätigkeiten vollständig 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2021, IV/21/304, Seite 13

arbeitsunfähig (act. II 103 S. 4). Bei hochgradigen degenerativen Verände-
rungen lumbal und zervikal seien körperlich schwer belastende Tätigkeiten, 
insbesondere Arbeiten unter nicht-rückenergonomischen Bedingungen, 
nicht zumutbar. Bei ausgeprägten degenerativen Veränderungen zervikal 
sei das Verharren in einer längerdauernden Reklinations- oder Rotations-
fehlhaltung des Kopfes nicht zumutbar (act. II 103 S. 4). Dem Patienten sei 
eine körperlich leicht- bis mittelgradig belastende, rückenergonomisch kor-
rekt durchführbare Tätigkeit, welche regelmässige Positionswechsel erlau-
be, vollschichtig zumutbar. Das repetitive Heben von Gewichten von 10 - 
15 kg, Überkopfarbeiten sowie Tätigkeiten in Kopf-Reklinationshaltung 
müssten vermieden werden. Es bestehe keine Einschränkung bezüglich 
Arbeitspensum und Arbeitstempo (act. II 103 S. 5). 

3.1.10 Dr. med. F.________ führte am 6. April 2021 aus, aktuell beklage 
der Versicherte vor allem ausgeprägte nächtliche Schulterschmerzen links 
sowie auch Knieschmerzen links, sonographisch lasse sich in diesem Be-
reich eine sehr eindrückliche Bursitis subdeltoidea links darstellen und auch 
eine Bursitis präpatellaris links mit Ergussmanifestation. Zudem seien die 
Rückenbeschwerden lumbal unverändert, hauptsächlich im Bereich des 
Gesässes rechts. Eine sonogesteuerte Glukokortikoid-/Bupivacaininfil-
tration bei der Bursitis subdeltoidea links habe einen raschen Erfolg ge-
bracht (Akten des Beschwerdeführers [act. I] 17). Am 20. April 2021 berich-
tete er, in der veranlassten MRI-Untersuchung des Beckens seien keine 
Hinweise für eine ISG-Arthritis rechts und auch in dem im August 2019 
durchgeführten MRI seien keine diesbezüglichen Hinweise zu finden. Die 
veranlasste Infiltration bei der Bursitis subdeltoidea links zeige einen sehr 
guten Effekt mit mindestens 80 %-iger Beschwerdeminimierung (act. I 18). 
Am 16. Mai 2021 führte er aus, dass sich in der Bildgebung keinerlei Hin-
weise auf eine Spondylarthritis finden liessen. Der Radiologe interpretiere 
vor allem die Veränderung im Bereich des Processus spinosis sowie der 
Wirbelkörpervorderkanten als mechanische Belastungsreaktion. In den 
MRI-Untersuchungen der HWS vom März 2021 sowie des Beckens vom 
April 2021 finde sich keinerlei Anhalt einer Spondylarthritis bzw. liessen 
sich auch reizlose Sakroiliakalgelenke darstellen ohne Hinweise für eine 
aktuelle oder früher abgelaufene Sakroilitis. Diese werde in den Akten vor 
Jahren erwähnt, es fänden sich jedoch keine Anhaltspunkte für eine floride 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2021, IV/21/304, Seite 14

ISG-Arthritis. Die vor einigen Wochen infiltrierte Bursitis subdeltoidea links 
sei rein mechanisch induziert gewesen. Die Bursitis präpatellaris links sei 
nicht entzündlicher Genese, sondern bedingt durch seine … Arbeitstätig-
keit. Die geäusserten belastungsinduzierten wiederkehrenden Beschwer-
den seien durch seine schwere Arbeitstätigkeit zu erklären mit auch schon 
deutlichen degenerativen Veränderungen. Er habe aktuell keinen Anhalt für 
eine entzündlich-rheumatologische Grunderkrankung und auch in den in 
den letzten Jahren durchgeführten Bildgebungen fänden sich keinerlei 
Hinweise für eine frühere entzündliche Genese. Das Nichtansprechen auf 
mehrere Biologica-Behandlungen unterstütze diese Annahme (act. I 19). 

3.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2021, IV/21/304, Seite 15

ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei Erlass der angefochtenen 
Verfügung vom 10. März 2021 (act. II 102) auf das rheumatologische Gut-
achten von Dr. med. D.________ vom 12. Dezember 2019 samt Ergän-
zung vom 27. August 2020 (act. II 45.1, 79 S. 2 f.). Dieses erfüllt die von 
der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizini-
schen Berichts gestellten Anforderungen und überzeugt. Dr. med. 
D.________ hat sich in seiner Beurteilung in Kenntnis der medizinischen 
Vorakten sorgfältig mit den gesundheitlichen Einschränkungen des Be-
schwerdeführers auseinandergesetzt und seine Schlussfolgerungen ge-
stützt auf die Vorakten und seine eigenen Untersuchungen getroffen. Die 
Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind 
einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszu-
stand sowie zum Zumutbarkeitsprofil sind nachvollziehbar begründet. Folg-
lich kommt dem Gutachten voller Beweiswert zu (vgl. E. 3.2 hiervor). 

3.4.1 Soweit der Beschwerdeführer einen reduzierten Beweiswert geltend 
macht, weil kein Dolmetscher bei der Begutachtung anwesend gewesen 
sei, kann ihm nicht gefolgt werden. Praxisgemäss ist ein Dolmetscher ins-
besondere bei einer psychiatrischen Begutachtung beizuziehen, sofern 
sprachliche Verständigungsschwierigkeiten bestehen (BGE 140 V 260 
E. 3.2.1 S. 261). Für die vorliegende rheumatologische Begutachtung wa-
ren indessen keine vertieften Sprachkenntnisse auf beiden Seiten, wie dies 
bei psychiatrischen Begutachtungen vorausgesetzt wird (vgl. Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 21. Oktober 2020, 9C_362/2020, E. 3.3.1, und 
Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] 
vom 3. März 2004, I 748/03, E. 2.1), nötig, zumal der Gutachter über die 
vollständigen Akten verfügte, er mit dem Beschwerdeführer eine ausführli-
che Befragung betreffend Beschwerdeschilderung und Anamnese durch-
führen konnte (act. II 45.1 S. 4 - 6 Ziff. 3) und die Befunderhebung (act. II 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2021, IV/21/304, Seite 16

45.1 S. 6 - 8 Ziff. 4) nur eine einfache Verständigung erforderte. Dazu war 
der Beschwerdeführer offenkundig in der Lage. Für hinreichend vorhande-
ne Deutschkenntnisse spricht auch die Angabe in seinem Lebenslauf, dass 
er sich in deutscher Sprache gut verständigen könne (act. II 46 S. 3). Damit 
war der Beizug eines Dolmetschers im Rahmen der Begutachtung nicht 
notwendig. Der Beweiswert des Gutachtens ist demnach nicht herabge-
setzt und gleichzeitig ist eine vom Beschwerdeführer geltend gemachte 
Verletzung seines Anspruchs auf das rechtliche Gehör (Beschwerde S. 6 
Rz. 16 f. und S. 10 f. Rz. 26 ff.) zu verneinen. 

3.4.2 Für die Invaliditätsbemessung ist damit vom gutachterlich formulier-
ten Zumutbarkeitsprofil auszugehen, wonach der Beschwerdeführer behin-
derungsangepasste Tätigkeiten ohne zeitliche bzw. leistungsmässige Ein-
schränkungen ausüben kann (act. II 45.1 S. 15 f. Ziff. 8.2). Die Ausführun-
gen der behandelnden Ärztin Dr. med. E.________ ändern daran nichts: 

In der Einsprache vom 19. März 2020 (act. II 63) wies Dr. med. 
E.________ darauf hin, dass der Beschwerdeführer „seit dem Jahr 1990 
unter einem mehrfach bestätigten Morbus Bechterew“ sowie einer ISG-
Arthritis leide und es unverständlich sei, dass der Gutachter die Relevanz 
der entzündlichen Erkrankung negiere. Indessen hat nun auch Dr. med. 
F.________ festgehalten, dass er keinen Anhalt einer entzündlich-
rheumatologischen Grunderkrankung habe und auch die in den letzten Jah-
ren durchgeführten Bildgebungen keinerlei Hinweise für eine frühere ent-
zündliche Genese enthielten (act. I 19), was die von Dr. med. E.________ 
geäusserte Kritik klar relativiert. Weiter führte Dr. med. E.________ selbst 
aus, dass die Behandlung mit Tofacitinib/Xeljanz® zu einer deutlichen Ver-
besserung geführt habe (act. II 63 S. 1). Sodann beanstandete Dr. med. 
E.________ die fehlende Anwesenheit eines Dolmetschers bei der Begut-
achtung, was erstens einen nicht-medizinischen und damit nicht in ihren 
Kompetenzbereich fallenden Sachverhalt betrifft und zweitens nach dem 
oben Erwähnten unbegründet ist (vgl. E. 3.4.1 hiervor). Bei all dem ist 
schliesslich auch der unterschiedlichen Natur von Behandlungsauftrag des 
therapeutisch tätigen (Fach-) Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag 
des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits Rechnung zu 
tragen; diese lässt es nicht zu, ein medizinisches Administrativ- oder Ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2021, IV/21/304, Seite 17

richtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Ab-
klärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden 
Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine 
abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige 
– und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspek-
te benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewür-
digt geblieben sind (SVR 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3, 2017 IV Nr. 49 S. 
148 E. 5.5), was vorliegend nicht der Fall ist. Dr. med. E.________ be-
scheinigte sodann zwar eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für schwe-
re Tätigkeiten und in der bisherigen Tätigkeit als .../.... Im Bericht vom 5. 
April 2019 wie auch in den Verlaufsberichten vom 26. Mai 2020 und vom 6. 
März 2021 hielt sie aber explizit fest, dass dem Beschwerdeführer eine 
angepasste Tätigkeit zu 100 % respektive vollschichtig zumutbar ist (act. II 
13 S. 4, 67 S. 3, 103 S. 5), womit sie die entsprechende gutachterliche 
Feststellung bestätigte. Unter diesen Umständen fällt die vom Beschwerde-
führer verlangte (vgl. Beschwerde S. 7 Rz. 19) erneute Begutachtung aus-
ser Betracht. 

3.4.3 Die im Beschwerdeverfahren eingereichten Berichte von Dr. med. 
F.________ (act. I 17 - 19) vermögen an den gutachterlichen Schlüssen 
ebenfalls keine Zweifel zu wecken, da diese auf Diagnostik und Behand-
lung fokussiert sind und dementsprechend keine Angaben zur Arbeitsfähig-
keit in der bisherigen oder einer angepassten Tätigkeit oder Kritik am Gut-
achten des Dr. med. D.________ enthalten. 

Der Sachverhalt ist rechtsgenüglich abgeklärt. Auf weitere Beweismass-
nahmen kann in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 
368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 
163 E. 4) verzichtet werden. 

4.

4.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2021, IV/21/304, Seite 18

bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Die Leistungsanmeldung erfolgte vorliegend im Feb-
ruar 2019 (act. II 7 S. 8) und Dr. med. E.________ attestierte ab dem 28. 
Oktober 2019 eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit mit 
schwerer körperlicher Belastung, so auch als .../... (act. II 50 S. 2, 67 S. 3). 
Mit Blick auf diese Gegebenheiten und unter Berücksichtigung der sechs-
monatigen Karenzfrist von Art. 29 Abs. 1 IVG und des Wartejahres gemäss 
Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG (vgl. E. 2.2 hiervor) legte die Beschwerdegegnerin 
den frühestmöglichen Rentenbeginn auf Oktober 2020 fest (act. II 96 S. 9). 
Dies wird vom Beschwerdeführer beanstandet (Beschwerde S. 9 Rz. 23) 
unter Hinweis auf den Umstand, dass er aufgrund seiner gesundheitlichen 
Einschränkungen bereits im Jahr 2017 zusätzliche Mitarbeiter habe einstel-
len müssen, welche diejenigen Arbeiten ausgeführt hätten, zu denen er 
selber nicht mehr in der Lage gewesen sei. Die Frage, auf welchen Zeit-
punkt hin der Einkommensvergleich vorzunehmen ist, kann offen bleiben, 
denn selbst wenn mit dem Beschwerdeführer auf August 2019 (Ablauf der 
sechsmonatigen Karenzfrist gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG nach der im Febru-
ar 2019 erfolgten Anmeldung [vgl. act. II 34 S. 6]) statt auf Oktober 2020 
abzustellen wäre, bliebe es im Ergebnis bei einem rentenausschliessenden 
Invaliditätsgrad, was nachfolgend aufzuzeigen ist. 

4.2

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
(vgl. E. 4.1 hiervor) nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am 
zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommens-
entwicklung angepassten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 
S. 110, 134 V 322 E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Ange-
sichts der in Art. 25 Abs. 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) vorgesehenen Gleichstellung der 
invalidenversicherungsrechtlich massgebenden hypothetischen Vergleichs-
einkommen mit den AHV-rechtlich beitragspflichtigen Erwerbseinkommen 
kann das Valideneinkommen von Selbstständigerwerbenden zumeist auf 
Grund der Einträge im Individuellen Konto (IK) bestimmt werden. Weist das 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2021, IV/21/304, Seite 19

bis zum Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und verhältnis-
mässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei 
auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsver-
dienst abzustellen (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 135 E. 6.2; 2017 IV Nr. 6 S. 17 
E. 4.6.2). 

4.2.2 Der Beschwerdeführer ist zusammen mit seinem Geschäftspartner 
Inhaber der H.________ GmbH mit Stammanteilen je zur Hälfte (act. II 96 
S. 4 Ziff. 3.1; <www.zefix.ch>) und damit selbstständigerwerbend. Es ist 
unbestritten und aufgrund der Akten anzunehmen, dass er ohne gesund-
heitliche Einschränkungen weiterhin in derselben Funktion in der Firma 
tätig wäre. Das Valideneinkommen lässt sich auf der Basis der durch den 
IK-Auszug (act. II 11) ausgewiesenen Durchschnittseinkommen und eines 
hälftigen Anteils am Betriebsgewinn bzw. -verlust der Jahre 2016 - 2018 
(vgl. act. II 21 S. 2 ff.) zuverlässig ermitteln, so dass auf diese Zahlen ab-
gestellt werden kann. Die von der Beschwerdegegnerin gestützt auf die 
erwähnten Zahlen ermittelten Valideneinkommen der Jahre 2016 - 2018 
(vgl. Abklärungsbericht vom 22. Dezember 2020; act. II 96 S. 9) sind je auf 
das Jahr 2020 (vgl. E. 4.1 hiervor) zu indexieren (Tabelle T1.1.15, Nominal-
lohnindex, Männer, 2016 - 2020, Wirtschaftszweig F, Ziff. 41 - 43, Bauge-
werbe/Bau) und daraus ist der Durchschnitt zu ermitteln, was einen Betrag 
von Fr. 93'039.15 ergibt (Valideneinkommen 2016: Fr. 99'512.-- [act. II 96 
S. 9], Index Jahr 2016: 100.4 Punkte, Index Jahr 2020: 103.0 Punkte = 
Fr. 102'089.-- [Fr. 99'512.-- : 100.4 x 103]; Invalideneinkommen 2017: 
Fr. 95'621.-- [act. II 96 S. 9], Index Jahr 2017: 100.7 Punkte, Index Jahr 
2020: 103.0 Punkte = Fr. 97'805.-- [Fr. 95'621.-- : 100.7 x 103.0]; Validen-
einkommen 2018: Fr. 77'839.-- [act. II 96 S. 9], Index Jahr 2018: 101.2 
Punkte, Index Jahr 2020: 103.0 Punkte = Fr. 79'223.50 [Fr. 77'839.-- : 
101.2 x 103.0]; [Fr. 102'089.-- + Fr. 97'805.-- + Fr. 79'223.50 = 
Fr. 279'117.50] : 3 = Fr. 93'039.15).

4.3

4.3.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2021, IV/21/304, Seite 20

ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung LSE-Tabellenlöhne herangezogen werden (BGE 
143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 
3.3). 

4.3.2 Die Beschwerdegegnerin hat das Invalideneinkommen gestützt auf 
die Tabellenlöhne ermittelt (act. II 96 S. 9), weshalb vorab zu prüfen ist, ob 
dem Beschwerdeführer ein Berufswechsel und dabei insbesondere die 
Aufgabe seiner selbstständigen Erwerbstätigkeit zumutbar ist. 

Bevor die versicherte Person Leistungen verlangt, hat sie aufgrund der 
Schadenminderungspflicht alles ihr Zumutbare selber vorzukehren, um die 
Folgen der Invalidität bestmöglichst zu mindern. Ein Rentenanspruch ist zu 
verneinen, wenn sie selbst ohne Eingliederungsmassnahmen, nötigenfalls 
mit einem Berufswechsel, zumutbarerweise in der Lage ist, ein rentenaus-
schliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen. Für die Auslegung des un-
bestimmten Rechtsbegriffs der zumutbaren Tätigkeit im Allgemeinen, wie 
bei der Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit im Besonderen, sind 
die gesamten subjektiven und objektiven Gegebenheiten des Einzelfalls zu 
berücksichtigen. Im Vordergrund stehen bei den subjektiven Umständen 
die verbliebene Leistungsfähigkeit sowie die weiteren persönlichen Ver-
hältnisse wie Alter, berufliche Stellung, Verwurzelung am Wohnort etc. Bei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2021, IV/21/304, Seite 21

den objektiven Umständen sind insbesondere der ausgeglichene Arbeits-
markt und die noch zu erwartende Aktivitätsdauer massgeblich (SVR 2018 
IV Nr. 61 S. 197 E. 4.2, 2017 UV Nr. 45 S. 156 E. 3.3.1). Eine Betriebsauf-
gabe ist nur unter strengen Voraussetzungen unzumutbar, und es kann ein 
Betrieb selbst dann nicht auf Kosten der Invalidenversicherung aufrechter-
halten werden, wenn die versicherte Person darin Arbeit von einer gewis-
sen erwerblichen Bedeutung leistet (SVR 2018 IV Nr. 61 S. 197 E. 4.2, Nr. 
16 S. 49 E. 3.1.2).

4.3.3 Vorliegend ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer in 
einer leidensangepassten Tätigkeit vollumfänglich ohne Leistungsminde-
rung arbeitsfähig ist (act. II 45.1 S. 16), wohingegen er zu einem Anteil von 
90 % Arbeiten auf … verrichtet (act. II 96 S. 6) und die in der Tätigkeit als 
selbstständigerwerbender ... und ... mehr als leicht- bis mittelgradig körper-
lich belastenden Arbeiten nicht mehr zumutbar sind (act. II 45.1 S. 15). Zu-
dem hält der relevante hypothetisch ausgeglichene – und nicht der effektive 
– Arbeitsmarkt (vgl. hierzu BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 459; SVR 2019 IV Nr. 
21 S. 66 E. 4.2) einen Fächer verschiedenartiger Stellen bereit, wobei 
Hilfsarbeiten grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt werden (vgl. Ent-
scheid des BGer vom 29. Juni 2018, 9C_862/2017, E. 3.3.3). Weiter steht 
einem Berufswechsel auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer über 
keine Berufsausbildung verfügt (act. II 7 S. 5, 96 S. 3), nicht entgegen 
(SVR 2017 UV Nr. 45 S. 156 E. 3.3.3). Sodann war der am 7. August 1964 
geborene Beschwerdeführer (act. II 7 S. 1) im hier massgebenden Zeit-
punkt, d.h. im Zeitpunkt, in welchem die medizinische Zumutbarkeit einer 
(Teil-)Erwerbstätigkeit feststand (BGE 146 V 16 E. 7.1 S. 25, 138 V 457 E. 
3.2 S. 460 und E. 3.3 S. 462; SVR 2020 IV Nr. 5 S. 20 E. 7.1 und Nr. 44 S. 
156 E. 4.2), hier im Zeitpunkt des rheumatologischen Gutachtens vom 
12. Dezember 2019 (act. II 45.1 S. 1), rund 55 Jahre alt und hatte damit 
noch eine langjährige Aktivitätsdauer vor sich. Damit führt das Alter nicht 
von vornherein zu einer Verneinung der Zumutbarkeit der Betriebsaufgabe 
(vgl. statt vieler Entscheid des BGer vom 6. Juni 2019, 8C_803/2019, E. 
5.3). Mit Blick auf diese Gegebenheiten ist es dem Beschwerdeführer zu-
mutbar, einen Wechsel von seiner bisherigen selbstständigen zu einer un-
selbstständigen Erwerbstätigkeit zu vollziehen, da er mit Letzterer seine 
verbliebene Arbeitsfähigkeit voll ausschöpfen kann.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2021, IV/21/304, Seite 22

4.3.4 Damit ist das Invalideneinkommen des Beschwerdeführers gestützt 
auf die LSE 2018 zu bestimmen. Auszugehen ist von der Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirt-
schaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Total, 
Kompetenzniveau 1, Männer, im Betrag von Fr. 5'417.-- monatlich bzw. 
Fr. 65'004.-- jährlich. Angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Ar-
beitszeit im Abschnitt Total im Jahr 2018 von 41.7 Stunden resultiert ein 
Betrag von Fr. 67'766.65 (Fr. 65'004.-- : 40 h x 41.7 h). Die Indexierung auf 
das Jahr 2020 ergibt einen Betrag von Fr. 68'901.65 (Tabelle T1.1.15, No-
minallohnindex, Männer, 2016 - 2020, Wirtschaftszweig Total, Index Jahr 
2018: 101.5 Punkte, Index Jahr 2020: 103.2 Punkte). Der von der Be-
schwerdegegnerin gewährte leidensbedingte Abzug (vgl. E. 4.3.1 hiervor) 
von 10 % (act. II 96 S. 9) ist nicht zu beanstanden, womit ein Invalidenein-
kommen von Fr. 62'011.45 resultiert (Fr. 68'901.65 x 0.9). 

4.4 Die Gegenüberstellung der beiden hypothetischen Vergleichsein-
kommen ergibt einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad (vgl. E. 2.2 
hiervor) von gerundet 33 % (100 / Fr. 93'039.15 x [Fr. 93'039.15 - 
Fr. 62'011.45] = 33.35 %; zu den Rundungsregeln vgl. BGE 130 V 121 E. 
3.2 und 3.3 S. 123; SVR 2019 IV Nr. 61 S. 198 E. 7.1).

Eine Berechnung des Invaliditätsgrades per August 2019 (vgl. E. 4.1 hier-
vor) erübrigt sich, da die Lohnentwicklung sowohl im Wirtschaftszweig F, 
Ziff. 41 - 43, Baugewerbe/Bau (vgl. E. 4.2.2 hiervor [Valideneinkommen]) 
als auch im Wirtschaftszweig Total (vgl. E. 4.3.4 hiervor [Invalideneinkom-
men]) von 2019 bis 2020 je 0.8 Punkte betragen hat (vgl. Tabelle T1.1.15, 
Nominallohnindex, Männer, 2016 - 2020).

5.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 10. März 2021 
(act. II 102) im Ergebnis nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene 
Beschwerde ist abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2021, IV/21/304, Seite 23

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen – eine solche liegt angesichts des Streit-
gegenstands entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (Be-
schwerde S. 11 Rz. 29) offensichtlich vor – vor dem kantonalen Versiche-
rungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand 
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- 
festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung aufzuerlegen (Art. 108 Abs. 1 VRPG) und dem geleisteten Kostenvor-
schuss in gleicher Höhe zu entnehmen.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2021, IV/21/304, Seite 24

4. Zu eröffnen (R):
- B.________, Rechtsanwältin C.________ z.H. des Beschwerdefüh-
rers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.