# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9812f5c4-5bb6-5467-8495-dbadc285c5e3
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-08-15
**Language:** de
**Title:** Voraussetzungen zur Rentenaufhebung gemäss Schlussbestimmungen 6a allesamt erfüllt; Abweisung.
**Docket/Reference:** IV.2013.00427
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2013.00427.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2013.00427
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Käch
Sozialversicherungsrichterin Sager
Gerichtsschreiberin Tiefenbacher
Urteil
vom
15. August 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Adrian
Zogg
Anwaltskanzlei
Kieser
Senn Partner
Ulrichstrasse 14, 8032 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
,
geboren 1966, seit
Juli 1998 als Mitarbeiterin Briefsortierung bei der
Y.___
tätig
(
Urk.
8/17
Ziff.
1 und 5)
, meldete sich am
5.
März 2004
unter Hinweis auf
ein chronisches Schmerzsyndrom und ein
Fibromyalgiesyndrom
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/12
Ziff.
7.2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr mit Verfü
gung vom 2
4.
November 2004 bei einem Invaliditätsgrad von
50
%
eine halbe Rente ab Mai 2004 zu (Urk. 8/27
/8
).
Mit Verfügung vom 1
6.
November 2005 wurde die
Rentenzusprache
bestätigt (
Urk.
8/29).
Nach einem im November 2009 eingeleiteten Revisionsverfahren (vgl.
Urk.
8/35) teilte die IV-Stelle der Versicherten am 1
0.
Mai 2010 mit, ihr Renten
anspruch sei unverändert (
Urk.
8/
41
).
1.2
Am 2
4.
August 2012 eröffnete die IV-Stelle das Verfahren zur Überprüfung des Rentenanspruchs gemäss den Schlussbestimmungen zur
6.
IVG-Revision (
Urk.
8/44). Mit Vorbescheid vom 2
7.
November 2012 stellte sie die Einstellung der Rente in Aussicht (
Urk.
8/48). Dagegen erhob die Versicherte am
1
1.
Januar 2013
(
Urk.
8/54) und am
1
5.
Februar 2013
(
Urk.
8/57) Einwände.
Mit Verfügung vom
5.
April 2013 stellte die IV-Stelle die bisher gewährte Rente ein (
Urk.
8/63 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am
7.
Mai 2013
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
5.
April 2013 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und
die
Beschwer
degegnerin
s
ei
zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine ganze Rente, auszurichten
(
Urk.
1 S. 2
oben
Ziff.
1-2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
0.
Juni 2013
(
Urk.
7
) die Abweisung der Beschwerde.
Am 2
1.
Oktober 2013 erstattete die Beschwerdeführerin eine Replik (
Urk.
13). Am
5.
November 2013 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf Duplik (
Urk.
15); d
ies wurde der Beschwerdeführerin am
7.
November 2013
zur Kenntnis ge
b
racht (
Urk.
16
).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Intensität, Aus
prägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere mit gewisser Inten
sität und Konstanz erfüllte Faktoren, so: chronische körperliche
Begleiterkran
kun
gen
; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung; ein aus
gewiese
ner sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, thera
peutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich miss
glückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn;
„
Flucht in die Krankheit"); ein
unbefriedigendes
Behand
lungsergebnis
trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und geschei
terte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und
Eigen
an
strengung
(kooperative Haltung) der versicherten Person. Je mehr dieser Kri
te
rien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare
Willens
anstrengung
zu verneinen (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2,
BGE 139 V 547 E. 3 ff.
).
Die im Bereich der
somatoformen
Schmerzstörungen entwickelten Grundsätze werden rechtsprechungsgemäss bei der Würdigung des invalidisierenden Charak
ters von
Fibromyalgien
(BGE 132 V 65 E. 4)
analog angewendet
.
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG).
1.4
Nach
lit
. a
Abs.
1 der am
1.
Januar 2012 in Kraft getretenen
Schlussbestimmun
gen
der Änderung vom 1
8.
März 2011 des
Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung (IVG)
werden Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage ge
sprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft.
Sind die Voraussetzungen nach Artikel 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen von
Art.
17
Abs.
1 ATSG
(vorstehend E. 1.3)
nicht erfüllt sind.
Damit eine Rente nach Massgabe
der genannten Bestimmung
aufgehoben oder herabgesetzt werden kann, bedarf es zwar keiner erheblichen Veränderung des Gesundheitszustandes im Sinne von
Art.
17 ATSG. Indes ist die Revision an drei Voraussetzungen geknüpft (BGE 139 V 547 E. 10.1):
-
Die
Rentenzusprache
erfolgte ausschliesslich auf Grund der Diagnose eines
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildes ohne nachweisbare organische Grundlage.
-
Auch im Revisionszeitpunkt liegt ausschliesslich ein unklares
Beschwerde
bild
vor. Zu klären ist daher, ob sich der Gesundheitszustand seit der
Rentenzusprache
allenfalls verschlechtert hat und ob neben den nicht objek
tivierbaren Störungen anhand klinischer psychiatrischer Untersuchungen nunmehr nicht klar eine Diagnose gestellt werden kann (vgl. BGE 139 V 547 E. 7.1.4).
-
Schliesslich ist zu prüfen, ob die „Foerster-Kriterien" als erfüllt zu betrachten sind und eine
Validitätseinbusse
auf diese Weise - trotz des hinsichtlich der invalidisierenden Folgen nicht objektivierbaren Beschwerdebildes - nach
weisbar ist (vgl. BGE 139 V 547 E. 9.1-9.1.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, den vorliegenden medizinischen Unterlagen seien keine objektivierbaren
Befunde zu entnehmen, welche aus versicherungsrechtlicher Sicht eine dauer
hafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründeten (S. 1 f.). Eine Psycho
therapie sei erst zwei Wochen
nach Erlass des Vorbescheids aufgenommen wor
den (S. 2 unten).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber in ihrer Beschwerde (
Urk.
2) auf den Standpunkt, die Beschwerdegegnerin habe - aus näher dargelegten Gründen - ihre Abklärungspflicht nicht wahrgenommen (S. 4 f.
Ziff.
12 f.). Sie leide an einem ganzen Strauss von körperlichen Krankheiten (S. 5
Ziff.
14) und es bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass diese Erkrankungen eigenständig zu einer Arbeitsunfähigkeit führten (S. 6
Ziff.
15). Auch liege eine psychische Erkrankung vor (S. 7
Ziff.
19).
Sie habe - aus näher dargelegten Gründen - Anspruch auf eine ganze Rente (S. 9
Ziff.
26).
In ihrer Replik (
Urk.
13) wies sie darauf hin, unter welchen Umständen recht
sprechungsgemäss ein Gutachten einzuholen sei (S. 2 f.
Ziff.
2), machte geltend, eine Depression sei schon vor Verfügungserlass erwähnt worden (S. 3 f.
Ziff.
2), und die Beschwerdegegnerin habe die massgebenden Kriterien nur summarisch und damit nicht
rechtsgenüglich
geprüft (S. 4
Ziff.
3).
2.3
Strittig und zu prüfen
ist
, ob die erfolgte Rentenaufhebung gestützt auf die vor
handenen medizinischen Unterlagen zulässig ist oder nicht.
3.
3.1
Vom 2
0.
Mai bis
6.
Juni 2003 weilte die Beschwerdeführerin stationär in der Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation des
Z.___
,
worüber am 1
1.
Juni 2003 berichtet wurde (
Urk.
8/
15/6-8
; vgl.
Urk.
8/18
). Dabei wurden folgende Diagnosen genannt (S. 1 Mitte):
-
chronisches
Panvertebralsyndrom
mit / bei
-
generalisiertem
fibromyalgi
formem
Wei
c
hteilsyndrom
-
Hohlrundrückenfehlform und leichter Torsion
s
skoliose der
Brust
wir
bel
säule
(BWS)
-
Arthralgie im Bereich des linken Kniegelenkes
-
Status nach Kniegelenksarthroskopie links 1990 und 1996
-
Quincke
-Ödem auf
Venofer
-
Status nach Gastritis 2002
Im psychologischen Konsilium vom
2.
Juni 2003 wurde eine undifferenzierte
Somatisierungsstörung
festgehalten und ausgeführt, die zahlreichen Beschwer
den könnten Ausdruck einer Lebenskrise sein. Auch wenn eine Psychotherapie indiziert wäre, zeige die Patientin vorerst leider keinen Zugang (S. 2 unten).
Radiologisch bestünden kaum Hinweise für degenerative Veränderungen, und laborchemisch könne eine sekundäre Ursache des Weichteilsyndroms ausge
schlossen werden (S. 3 Mitte).
3.2
Dr.
med.
A.___
,
FMH Innere Medizin, speziell Rheumatologie, berich
tete am
4.
September 2003 über seine Untersuchung der Beschwerdeführerin (
Urk.
8/
15/9-10). Er nannte folgende Diagnose (S. 1 Mitte):
-
generalisierende, ausgeprägte weichteilrheumatische
Schmerzsymptoma
tik
-
generalisierende
Fibromyalgie
mit panvertebraler / paravertebraler Schmerzsymptomatik
3.3
Vom
2.
bis 3
0.
November 2003 weilte die Beschwerdeführerin stationär in der
B.___
,
worüber am 3
0.
Dezember 2003 berichtet wurde (
Urk.
8/15/12-15 =
Urk.
8/19/4-6
=
Urk.
8/23/3-5
). Dabei wurde folgende Diag
nose genannt (S. 1 Mitte):
-
Fibromyalgiesyndrom
, vorbeschriebene Ausbreitungstendenz eines
thora
kolumbalen
Schmerzsyndroms mit Hohlrundrückenfehlform
Zum Verlauf wurde unter anderem ausgeführt, die Beweglichkeit sei insgesamt gesehen deutlich besser geworden (S. 1 unten).
Realistisch sei eine Reintegration in den Arbeitsprozess mit vorläufig 40
%
(S. 2 unten).
3.4
Dr.
med.
C.___
,
Innere Medizin
FMH
, berichtete am
3.
März 2004 über seine am
1.
März 2004 erfolgte Untersuchung der Beschwerdeführerin (
Urk.
8/
15/3-5). Er nannte folgende Diagnose (S. 3
Ziff.
3):
-
generalisiertes
Fibromyalgie
-Syndrom
-
Fehlform
der Wirbelsäule
-
therapieresistente
Chronifizierung
Er führte aus, die Beschwerdeführerin dürfte als Mitarbeiterin der (Brief-) Sortie
rung nicht mehr in Frage kommen; die jetzige Arbeitsfähigkeit von 50
%
für leichte Büroarbeiten sei noch gegeben und sollte wenn möglich aufrecht
erhalten werden (S. 3
Ziff.
4).
Dr.
me
d.
D.___
,
Ärztlicher Dienst (unter anderem) der
Y.___
,
bestätigte am 1
0.
März 2004 gestützt auf den Bericht von
Dr.
C.___
die Arbeitsfähigkeit von 50
%
für eine Tätigkeit im Bürodienst (
Urk.
8/
15/2).
3.
5
Dr.
med.
E.___
,
Praktischer Arzt, führte in seinem Bericht vom 2
4.
April 2004 (
Urk.
8/
19/1-3) aus, er behandle die Beschwerdeführerin seit
Januar
2003 (
lit
. D.1). Er nannte folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
lit
. A):
Fibromyalgiesyndrom
mit Ausbreitungstendenz eines
thorakolumbalen
Schmerzsyndroms mit Hohlrückenfehlform und
Chronifizierung
Er attestierte in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Y.___-A
ngestellte eine Arbeits
unfähigkeit von 50
%
seit dem 1
6.
Juni 2003 (
lit
. B).
Er führte unter anderem aus, prognostisch würden von rheumatologischer Seite
(vgl. vorstehend E. 3.2,
Urk.
8/23/7-9 und
Urk.
8/23/1-2)
keine wesentlichen Verbesserungen, maximal eine Stabilisierung der Situation, erwartet (
lit
. D.7).
3.5
Am
2.
Juli 2004 erfolgte seitens der Arbeitgeberin eine Teilpensionierung basie
rend auf einem Invaliditätsgrad von 50
%
auf den
1.
September 2004 (
Urk.
8/20).
Mit Verfügung vom 2
4.
November 2004 (
Urk.
8/27/2
-9) sprach die
Beschwerde
gegnerin
der Beschwerdeführerin gestützt auf die vorgenannten ärztlichen Berichte (vgl.
Urk.
8/24) bei einem Invaliditätsgrad von 50
%
eine halbe Rente ab Mai 2004 zu.
Mit Verfügung vom 1
6.
November 2005 wurde die
Rentenzusprache
bestätigt (
Urk.
8/29).
3.6
Nach im November 2009 eingeleitetem Revisionsverfahren (vgl.
Urk.
8/35 S. 1) führte
Dr.
E.___
(vorstehend E. 3.5) in seinem Bericht vom 1
0.
März 2010 (
Urk.
8/38) aus, er behandle die Beschwerdeführerin seit 2002 (
Ziff.
1.2) und nannte folgende Diagnosen (
Ziff.
1.1):
-
Fehlform
der Wirbelsäule
-
generalisiertes
Fibromyalgiesyndrom
-
therapieresistente
Chronifizierung
-
Asthma bronchiale
-
atopische
Dermatitis
-
ganzjährige allergische Rhinitis
-
Unverträglichkeit auf diverse Nahrungsmittel
-
Status nach Gastritis 2002
-
Status nach Operation am lateralen proximalen Zehengelenk
Dig
IV bei Verdacht auf
Exostose
-
Verdacht auf Norton-Neurom zwischen
1.
und
2.
sowie
3.
und
4.
Zehenstrahl links
Betreffend Behandlung
nannte er intermittierende Physiotherapien sowie teil
weise alternativmedizinische Methoden mit nur kurzzeitiger Verbesserung (
Ziff.
1.5
)
. Maximal 4 Stunden pro Tag bei leichter Büroarbeit wären noch mög
lich, eventuell müsste dies aber auf 2
-
3 Stunden reduziert werden (
Ziff.
1.7).
Gestützt auf den Bericht von
Dr.
E.___
(vgl.
Urk.
8/40) teilte die
Beschwerdegeg
nerin
der Beschwerdeführerin am 1
0.
Mai 2010 mit, ihr Rentenanspruch sei un
verändert (
Urk.
8/41).
4.
4.1
Im Revisionsfragebogen vom 1
5.
Juni 2012 (
Urk.
8/43/1-3) gab die Beschwerde
führerin an, sie könne sich überhaupt nicht vorstellen, in Teilzeit zu arbeiten oder das Pensum zu erhöhen (
Ziff.
1.2)
;
Dr.
E.___
nannte
als
Diagnosen
eine
Fehlform
der Wirbelsäule,
ein
generalisiertes
Fibromyalgiesyndro
m
,
eine
atopi
sche
Dermatitis, ein
Morton-
Neurom
und ein
Asthma bronchiale (
Ziff.
5.4)
und erwähnte eine Konsultationsrhythmus von zwischen 6 und 12 Wochen (
Ziff.
5.1).
Am
7.
September 2012 fand ein Informationsgespräch
betreffend
Rentenrevi
sion
statt (vgl.
Urk.
8/44
und
Urk.
8/47 S. 3 unten
).
Mit Vorbescheid vom 2
7.
November 2012 stellte die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin die Einstellung der Rente in Aussicht (
Urk.
8/48).
4.2
Am
5.
Februar 2013 bestätigte
Dr.
med.
F.___
,
dass sich die Beschwer
deführerin seit dem 1
1.
Dezember 2012 in seiner Gruppenpraxis in einer psy
chotherapeutischen Behandlung bei
lic
. phil.
G.___
befinde (
Urk.
8/58).
4.3
Am 2
4.
Februar 2013 berichtete
Dr.
E.___
an
Dr.
F.___
(
Urk.
8/60). Er nannte folgende Diagnosen (S. 1):
-
diffuse therapieresistente, die rechte Körperhälfte betonte
Schmerzsymp
tomatik
-
im Rahmen des
Fibromyalgiesyndroms
(50
%
IV und Berentung seit 2004)
-
Fehlform
der Wirbelsäule
-
allergische Rhinitis
-
Asthma bronchiale
-
atopische
Dermatitis
-
Unverträglichkeit auf diverse Nahrungsmittel
-
Tomaten, Trauben, Alkohol
-
Medikamentenunverträglichkeit
-
Dafalgan
mit Ausbildung eines
Quincke
-Ödems
-
Agopton
: Epistaxis
-
Zaldiar
: Stimmungsschwankung und Verwirrtheitszustände
-
Venofer
-Infusion: beginnende Anaphylaxie
-
Ponstan
/
Mefenacid
: Diarrhoe
-
Schmerzbehandlung, Schmerzmedikation ohne Wirkung:
-
Lyrica
, Ibuprofen,
Xefo
,
Novalgin
Er führte unter anderem aus, die Patientin habe seit 2004 rezidivierende und vor allem progrediente Schmerzen entwickelt, welche nicht mehr mit den übli
chen Schmerzmitteln hätten behandelt werden können, andererseits seien auch Medikamente als untauglich erkannt worden. Während diverser Attacken bei Unverträglichkeiten sei die Patientin auch oftmals in Panik und eine depressive Verstimmung geraten. Diese hätten durch die Schmerzbehandlung und die Modulation
meistens gut behandelt werden können. Momentan scheine sie aber doch in eine Depression hineinzurutschen (S. 2 oben).
4.4
Laut Bericht vom 2
0.
Februar 2013 fand am 1
4.
Februar 2013 eine Operation wegen der
chronisch rezidivierenden, seit fünf bis sechs Jahren
exazerbieren
den
, winterlich betonten
Rhinosinusitiden
statt (
Urk.
3/3), dies mit einer
Ver
laufskontrolle
am 1
9.
April 2013 (
Urk.
3/4).
4.5
M
ed.
pract
.
H.___
,
Ärztin für Psychosomatik und Psychotherapie (laut Briefkopf; kein Eintrag im
Medizinalberuferegister
ersichtlich),
Gruppen
praxis
Dr.
F.___
,
nannte in ihrem Bericht vom 3
0.
April 2013 (
Urk.
3/6) als Diagnose eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2) und
gab
als Befunde unter anderem eine deutlich erkennbare Er
schöpfung
an
. Die Stimmung sei sehr niedergedrückt, emotional hoffnungslos und traurig; die affektive Schwingungsfähigkeit und die Merkfähigkeiten seien ver
mindert (S. 1).
Bei der Patientin lägen mehrere Belastungsfaktoren (chronische körperliche Erkrankungen, Migrationskonflikt, zunehmende soziale Isolation) vor. Die Ver
schlechterung und Akzentuierung der depressiven Symptomatik in den letzten Tagen sei insbesondere als Folge des für sie negativen Bescheides der Invali
denversicherung aufgetreten. Ein weiterer Hinweis auf eine bestehende depres
sive Symptomatik sei
eine schwere depressive Symptomatik im Hamilton-Test (S. 2 oben).
Ausserdem bestehe bei der Patientin der Verdacht auf eine anhaltende
somato
forme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), es müsse allerdings medizinisch noch geklärt werden, inwiefern aus psychiatrischer Sicht die
Fibromyalgie
als anhal
tende
somatoforme
Schmerzstörung angesehen werden könne (S. 2).
Bei bisheriger 50%iger Teilzeittätigkeit sei die Patientin derzeit nur zirka 20
%
arbeitsfähig (S. 2 Mitte).
5.
5.1
Die
Rentenzusprache
im Jahr 2004 erfolgte ausschliesslich aufgrund der damals diagnostizierten
Fibromyalgie
(vorstehend E. 3.5), also einem der einschlägigen Leiden.
Damit ist eine der Bedingungen für die Rentenanpassung gemäss Schlussbestimmungen (vorstehend E. 1.4)
erfüllt
.
5.2
Im Rahmen des 2012 eingeleiteten Revisionsverfahren
s
nannte der langjährige Hausarzt der Beschwerdeführerin nebst dem generalisierten
Fibromyalgiesyn
drom
als Diagnosen eine (bereits 2004 konstatierte)
Fehlform
der Wirbelsäule, eine Dermatitis, ein Morton-Neurom und ein Asthma bronchiale (vorstehend E.
4.1). In seinem nach Erlass des Vorbescheids erstatteten Bericht nannte er zusätzlich eine allergische Rhinitis sowie bestimmte Nahrungsmittel- und
Medi
kamentenunverträglichkeiten
; ein Morton-Neurom erwähnte er nicht mehr
. Fer
ner sprach er von aufgetretenen, jeweils erfolgreich behandelten depressiven Verstimmungen sowie davon, dass die Patientin jetzt in eine Depression hinein
zurutschen scheine
(vorstehend E. 4.3).
Seitens der psychotherapeutisch behandelnden Ärztin - die eine
schwergradig
ausgeprägte Depression diagnostizierte - wurde schliesslich explizit ausgeführt, die depressive Symptomatik habe sich als Folge des negativen Rentenentscheids in den letzten Tagen verschlechtert und akzentuiert.
Damit lag im - vorliegend entscheidenden - Revisionszeitpunkt ein im Wesent
lichen unveränderter Gesundheitszustand und weiterhin ein einschlägiges
Be
schwerdebild
vor, womit eine weitere Bedingung (vorstehend E. 1.4) erfüllt ist.
5.3
Die Ende April
2013
diagnostizierte
schwergradig
ausgeprägte Depression wurde ausdrücklich als Reaktion der Beschwerdeführerin auf die ergangene und vorliegend zu beurteilende Verfügung beurteilt. Vor Verfügungserlass wurde noch im Juni 2012 keinerlei psychische Beeinträchtigung erwähnt (vorstehend E. 4.1), und auch im Februar 2013 war lediglich von gelegentlichen depressiven Verstimmungen die Rede (vorstehend E. 4.3). Eine psychische
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer (vorstehend E. 1.2) war damit im Verfügungszeitpunkt offensichtlich nicht gegeben.
Den
somatischen Beeinträchtigungen
(Rhinitis, Asthma bronchiale, Dermatitis), die auch 2013 noch genannt wurden (vorstehend E. 4.3), wurde ausweislich der Akten nie eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit zugeordnet; die Rhinitis wurde überdies im Jahr 2013 operativ angegangen (vorstehend E. 4.4). Die betreffenden Leiden erscheinen als nicht derart ausgeprägt, als dass von chro
nischen körperlichen Begleiterkrankungen gesprochen werden könnte. Berichtet wurde hingegen ein
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit teils progredienter Symptomatik (vorstehend E.
4.3). Angesichts der aufrechterhaltenen 50%igen Erwerbstätigkeit kann andererseits von einem ausgewiesenen sozialen Rückzug
in allen Belangen des Lebens nicht die Rede sein. Ebenso ergeben sich aus den medizinischen Unterlagen keine Hinweise auf einen allfälligen primären
Krank
heitsgewinn
. Seit der
Rentenzusprache
im Jahr 2004 hat sich die Behandlung offensichtlich auf eine eher grobmaschige hausärztliche Begleitung beschränkt (vorstehend E. 4.1); dies kann nicht einer
kriteriengemässen
„k
onsequent durch
geführte
n
ambulante
n
und/oder stationäre
n
Behandlung (auch mit unterschied
lichem therapeutischem Ansatz)
“ gleichgesetzt werden.
Insgesamt ergibt sich, dass die einschlägigen Kriterien (vorstehend E. 1.2) über
wiegend nicht erfüllt sind, so dass rechtsprechungsgemäss die Beeinträchtigun
gen der Arbeitsfähigkeit, die sich aus der diagnostizierten
Fibromyalgie
ergeben, für die Beurteilung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit und damit eines allfälli
gen Rentenanspruchs ausser Betracht fallen.
5.4
Somit ergibt sich, dass in Anwendung der massgebenden Rechtsprechung im Verfügungszeitpunkt keine anspruchsrelevante Beeinträchtigung der Arbeits
fähigkeit ausgewiesen war.
Die Verneinung des Rentenanspruchs, und damit die Aufhebung der bisher gewährten Rente, erweist sich damit als rechtens.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Inva
lidenversicherung (IVG) sind ermessensweise auf
Fr.
800.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerd
e
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zuge
stellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Adrian
Zogg
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannTiefenbacher