# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a73cd72c-58ae-5b30-a52c-b8b1d817edd0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.06.2010 D-676/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-676-2010_2010-06-08.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-676/2010/dcl
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  J u n i  2 0 1 0

Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), 
Richter Maurice Brodard, Richter Thomas Wespi, 
Gerichtsschreiber Daniel Stadelmann.

A._______, geboren (...), Pakistan,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
29. Dezember 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-676/2010

Sachverhalt:

A.
Eigenen Angaben zufolge verliess die Beschwerdeführerin – eine pa-
kistanische  Staatsangehörige,  römisch-katholischen  Glaubens  aus 
B._______ – ihre Heimat am 27. September 2009 auf dem Luftweg via 
C._______  nach  D._______.  Danach  habe  sie  sich  20  Tage  in 
E._______  aufgehalten,  sei  anschliessend  in  einem  Auto  bis  nach 
F._______ gereist, ehe sie dann am 19. Oktober 2009 im Empfangs- 
und Verfahrenszentrum (EVZ) G._______ ein Asylgesuch einreichte.

B.
Zur Begründung ihres Gesuches brachte die Beschwerdeführerin an-
lässlich der Befragung vom 26. Oktober 2009 und der Anhörung vom 
30. November 2009 – jeweils durch die Vorinstanz – im Wesentlichen 
vor,  sie  habe  als  (Beruf)  in  einem  Spital  in  B._______  und 
ehrenamtlich  im Gesundheitswesen gearbeitet. Am 20. Juli  2009 sei 
sie nach H._______ gegangen, um die Leute in verschiedenen Orten 
über die Familienplanung zu informieren. Am 23. Juli  2009 habe sie 
anlässlich einer solchen Veranstaltung im Dorf I._______ in der Nähe 
von  H._______  gesprochen.  An  dieser  Veranstaltung  seien  sowohl 
Christinnen  als  auch  muslimische  Frauen  anwesend  gewesen.  Die 
Beschwerdeführerin  habe  den  Teilnehmerinnen  verschiedene 
Verhütungsmethoden  erklärt.  Eine  christliche  Teilnehmerin  habe 
bemerkt,  dies  sei  eine  Sünde.  In  der  Folge  habe  sich  ein  verbaler 
religiöser Disput zwischen der Beschwerdeführerin, dieser christlichen 
Frau und muslimischen Frauen entwickelt. Die Beschwerdeführerin sei 
dabei  auch  geschlagen  worden.  Man  habe  sie  beschuldigt,  den 
Propheten  zu  beleidigen.  Mit  Hilfe  eines  Kirchendieners  sei  es  ihr 
gelungen, die Veranstaltung zu verlassen. Danach sei sie nach Hause 
zurückgekehrt.  Am  17.  August  2009  habe  die  Beschwerdeführerin 
erfahren, dass sich zwei unbekannte Männer bei der Arbeit  nach ihr 
erkundigt  hätten. Tags darauf  und am 22. August  2009 hätten diese 
Personen erneut auf der Arbeitsstelle nach ihr gefragt. Am 22. August 
2009  seien  die  beiden  Männer  in  Begleitung  einer  Frau  gewesen, 
welche eine der Teilnehmerinnen der Veranstaltung vom 23. Juli 2009 
gewesen  sei.  Die  Beschwerdeführerin  habe  diese  Personen  jedoch 
nicht empfangen, sondern sie sei aus Angst am 22. August 2009 sofort 
nach  Hause  gegangen.  Danach  habe  sie  zuerst  Urlaub  beantragt, 
später habe sie sich krank gemeldet und sich zum Teil in J._______ 
versteckt. Bis zum 10. September 2009 seien jeden zweiten Tag Leute 

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im Krankenhaus erschienen und hätten nach der Beschwerdeführerin 
gefragt.  Deshalb  habe  sie  ihre  Stelle  am  15.  September  2009 
gekündigt. Sie sei nicht zu den Behörden gegangen, weil die Polizei 
einen Christen, der ein muslimisches Mädchen geliebt habe, unter der 
Beschuldigung der Blasphemie gefoltert und erschossen habe. Am 27. 
September 2009 sei  sie schliesslich geflohen. Bei  einer Rückkehr in 
ihre Heimat würden sowohl sie als auch ihre Familie in Gefahr geraten.

Zur  Untermauerung  ihrer  Vorbringen  reichte  die  Beschwerdeführerin 
ein  Bestätigungsschreiben  der  (Kirche)  in  H._______  vom 
3. September 2009 zu den Akten.

C.
Mit Verfügung vom 29. Dezember 2009 – eröffnet am 6. Januar 2010 – 
lehnte das BFM das Asylgesuch der Beschwerdeführerin ab und ord-
nete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Zur Be-
gründung führte die Vorinstanz im Wesentlichen aus, die Beschwerde-
führerin habe Probleme mit Drittpersonen im Anschluss an die bereits 
erwähnte Veranstaltung vom 23. Juli 2009 geltend gemacht. Sie habe 
jedoch unterschiedliche Angaben zu den Personen gemacht,  welche 
sie hätten verfolgt haben sollen. Anlässlich der Befragung zur Person 
habe  sie  zu  Protokoll  gegeben,  an  bereits  genannter  Veranstaltung 
seien auch drei bis vier muslimische Frauen anwesend gewesen. Die-
se Teilnehmerinnen hätten danach überall im K._______ gegen sie ge-
hetzt. Sie seien sogar an ihrem Arbeitsplatz in B._______ erschienen, 
um sie zu töten (vgl. A1, S. 4 f.). Im Verlauf der Anhörung hingegen 
habe die Beschwerdeführerin behauptet, im Spital in B._______ seien 
drei Mal die jeweils gleichen zwei Männer erschienen. Am 22. August 
2009 seien diese in Begleitung einer Frau gekommen. Nur diese drei 
Personen – sonst niemand – hätten sie gesucht. Auf den Widerspruch 
hingewiesen  habe  die  Beschwerdeführerin  behauptet,  in  der 
Befragung keine derartigen Aussagen gemacht zu haben. Dies sei als 
Schutzbehauptung  anzusehen,  sei  ihr  doch  das  entsprechende 
Protokoll  rückübersetzt  worden.  Zudem  habe  sie  anschliessend 
unterschriftlich bestätigt,  dass das Protokoll  ihren Aussagen und der 
Wahrheit entspreche (vgl. A1, S. 6 sowie A8, S. 11 f. und 14). Weiter 
habe  die  Beschwerdeführerin  während  der  Anhörung  unglaubhafte 
Angaben zu ihrem Verhalten gemacht,  nachdem sie vom Erscheinen 
dieser  Personen  im  Krankenhaus  erfahren  habe.  Sie  habe  am  17. 
August  2009  gemeint,  es  seien  Patienten.  Deshalb  habe  sie  diese 
beiden Männer ignoriert. Als sie im Anschluss daran gefragt worden 

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sei,  weshalb sie diese ignoriert  habe, wenn sie davon ausgegangen 
sei,  es  handle  sich  um Patienten,  habe  sie  plötzlich  behauptet,  sie 
habe  gedacht,  es  seien  Verwandte  von  Patienten  (vgl.  A8,  S.  11). 
Zudem  habe  die  Beschwerdeführerin  in  der  Anhörung  vorerst  zu 
Protokoll  gegeben,  der  Pfarrer  habe  ihr  mitgeteilt,  dass  man 
ununterbrochen nach ihr gesucht habe. Er habe ihr deshalb geraten, in 
eine andere Stadt zu gehen. Kurz darauf sei die Beschwerdeführerin 
gefragt  worden,  woher  der  Pfarrer  wisse,  dass  nach  ihr  gesucht 
worden sei. Sie habe geantwortet, der Pfarrer habe ihr so etwas nicht 
gesagt. Vielmehr habe sie den Pfarrer über die Ereignisse vom 17., 18. 
und  22. August  2009  informiert  (vgl.  A8,  S. 15).  Schliesslich  seien 
auch  die  Angaben  zu  ihrem  Verhalten  nach  dem  22. August  2009 
unglaubhaft  ausgefallen.  Zu  Beginn  der  Befragung  habe  sie  die 
Aussage  gemacht,  bis  am  15. September  2009  im  Krankenhaus 
gearbeitet, aber bis am 27. September 2009 – also bis zum Tag ihrer 
Ausreise – in B._______ gelebt zu haben. Im weiteren Verlauf habe sie 
jedoch angegeben, der Pfarrer habe ihr geraten, nach J._______ zu 
fliehen und sich dort  zu verstecken. Dies habe sie getan. Zu Beginn 
der Anhörung habe die Beschwerdeführerin die Aussage gemacht, sie 
sei vor der Ausreise in einer anderen Stadt gewesen. Später habe sie 
sich diesbezüglich jedoch präzisiert, indem sie behauptet habe, sie sei 
nach dem 23. August 2009 noch ab und zu zur Arbeit gegangen. Sie 
sei  auch  nach  J._______  gegangen,  und  zwar  jeden  zweiten  oder 
dritten Tag. Abgesehen von diesen widersprüchlichen Aussagen sei es 
nicht  nachvollziehbar,  dass  die  Beschwerdeführerin  nach  dem 
22. August 2009 noch gearbeitet habe und sich teilweise auch noch in 
B._______ aufgehalten habe. Sie habe doch angesichts der bisherigen 
Ereignisse damit rechnen müssen, dass man sie am ehesten bei der 
Arbeit oder zu Hause erwischen würde (vgl. A1, S. 1 f. und S. 5 sowie 
A8, S. 2, 5 und 15).

Aufgrund  dieser  Erwägungen  seien  die  von der  Beschwerdeführerin 
geltend gemachten Probleme nicht glaubhaft. Es erübrige sich daher, 
auf  weitere Ungereimtheiten in ihren Aussagen einzugehen. Die ein-
gereichte  Bestätigung  vom 3. September  2009 (vgl.  A1)  habe  keine 
Beweiskraft,  da  es  sich  um  ein  Gefälligkeitsschreiben  handle.  Die 
Vorbringen der Beschwerdeführerin hielten somit  den Anforderungen 
an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand, so dass ihre 
Asylrelevanz nicht geprüft  werden müsse. Demzufolge erfülle sie die 
Flüchtlingseigenschaft nicht, so dass das Asylgesuch abzulehnen sei.

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D.
Mit  Beschwerde  vom  4.  Februar  2010  an  das  Bundesverwaltungs-
gericht  beantragte  die  Beschwerdeführerin,  die  Verfügung  des  BFM 
vom 29. Dezember 2009 sei aufzuheben, es sei festzustellen, dass sie 
die Flüchtlingseigenschaft erfülle, und es sei ihr in der Schweiz Asyl zu 
gewähren.  Eventualiter  sei  die  Vorinstanz  anzuweisen,  das  Asylver-
fahren  wieder  aufzunehmen  und  den  rechtserheblichen  Sachverhalt 
unter  Wahrung  der  Verfahrensrechte  pflichtgemäss  zu  ermitteln  und 
festzustellen. Subeventualiter sei festzustellen, dass der Beschwerde-
führerin  eine  Rückkehr  in  ihr  Heimatland  nicht  zumutbar  respektive 
diese nicht zulässig sei, und es sei ihr die vorläufige Aufnahme in der 
Schweiz zu gewähren. In prozessualer Hinsicht sei ihr unter anderem 
eine  angemessene  Nachfrist  für  die  Beschaffung  von  Beweismitteln 
aus dem Ausland zu gewähren und die unentgeltliche Rechtspflege zu 
bewilligen. Auf die Begründung der Beschwerde und die eingereichten 
Beweismittel  wird,  soweit  entscheidwesentlich,  in  den  Erwägungen 
eingegangen.

E.
Mit  Verfügung vom 9. Februar  2010 teilte  der Instruktionsrichter  des 
Bundesverwaltungsgerichts  der  Beschwerdeführerin  mit,  sie  könne 
den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. Zudem erhielt 
sie  Gelegenheit,  bis  zum  24.  Februar  2010  den  Nachweis  der  Be-
dürftigkeit zu erbringen oder im Unterlassungsfall – unter Hinweis auf 
die Säumnisfolgen – einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.--  
zu  leisten.  Die  Beschwerdeführerin  reichte  mit  Schreiben  vom 
8. Februar 2010 – beim Bundesverwaltungsgericht am 9. Februar 2010 
eingegangen –  eine  Fürsorgebestätigung  datiert  auf  den  4. Februar 
2010 ein.

F.
Mit  Schreiben vom 16. Februar 2010 reichte die Beschwerdeführerin 
noch  einmal  eine  Fürsorgebestätigung  (diesmal  datiert  auf  den 
15. Februar 2010) zu den Akten. Zudem informierte sie das Bundes-
verwaltungsgericht dahingehend, dass sie sich einer (Operation) habe 
unterziehen müssen und nach ihrem Kenntnisstand weitere ärztliche 
Untersuchungen  nötig  sein  würden,  und  reichte  diesbezüglich  ein 
Bestätigungsschreiben  des  L._______  vom  15.  Februar  2010 
betreffend einen Sprechstundentermin zu den Akten.

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G.
Am 9. März 2010 liess die Beschwerdeführerin mit Schreiben verfasst 
und  eingereicht  durch  die  Beratungsstelle  M._______  dem 
Bundesverwaltungsgericht  folgende  Informationen  zu  kommen:  Die 
Beschwerdeführerin  habe  sich  am  8.  März  2010  einer  (Operation) 
unterziehen müssen. Sie  befinde sich  zurzeit  auf  der  Intensivstation 
und sei noch nicht ansprechbar. Zudem sei es der Beschwerdeführerin 
nicht möglich, die Nummer ihres Passes beizubringen, da von diesem 
weder  von  ihr  noch  von  ihrer  Familie  im  Heimatland  eine  Kopie 
angefertigt worden sei. Überdies gab sie auch noch die Adresse der  
Familie in J._______ bekannt, bei der sich ihre Familienmitglieder zur 
Zeit  aufhalten  würden.  Zudem  wurde  die  Zustellung  von  weiteren 
verfahrensrelevanten  Unterlagen  betreffend  den  Gesundheitszustand 
der  Beschwerdeführerin  in  Aussicht  gestellt  und  zusätzliche 
Informationen bezüglich der Situation von Christen in Pakistan zu den 
Akten gereicht.

H.
In ihrer Stellungnahme vom 29. März 2010 hielt die Vorinstanz unter 
anderem vollumfänglich an ihren Erwägungen fest und beantragte die 
Abweisung der Beschwerde.

I.
In ihrer Replik vom 14. April 2010 (Datum des Poststempels) brachte 
die Beschwerdeführerin vor, die Ungereimtheiten betreffend ihre Aus-
sagen  seien  einerseits  auf  Verständigungsschwierigkeiten  und 
andererseits auf ihre gesundheitlichen Probleme zurückzuführen. Aus 
diesem Grund  sei  ihren  Vorbringen  trotzdem Glauben  zu  schenken. 
Zudem reichte  sie  diverse ärztliche Berichte,  einen weiteren Bericht 
über  die  allgemeine  Lage  von  Christen  in  Pakistan  und  einen 
Zeitungsartikel über die aktuelle Sicherheitssituation in B._______ ein.

J.
Mit  Schreiben  vom  26.  April  2010  reichte  die  Beschwerdeführerin 
einen  Kurzaustrittsbericht  des  L._______  vom 25. März  2010  sowie 
weitere Berichte betreffend die Situation der Christen in Pakistan zu 
den  Akten.  Zudem  gab  sie  die  Postleitzahl  des  aktuellen 
Aufenthaltsortes ihrer Familienmitglieder in J._______ bekannt.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 
VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. 
Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG 
liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist  daher zuständig für 
die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in die-
sem Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG und 
Art. 6 AsylG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht;  die  Be-
schwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 
ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt,  hat  ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Än-
derung  und  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  
(Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 

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Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nach-
weisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  ge-
macht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in 
sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder 
massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt 
werden (Art. 7 AsylG).

3.3 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft, wenn sie genügend 
substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht 
in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht wi -
dersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht 
den  Tatsachen  oder  der  allgemeinen  Erfahrung  widersprechen.  Die 
asylsuchende  Person  muss  persönlich  glaubwürdig  erscheinen,  was 
insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf ge-
fälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt, wenn sie wichtige Tat-
sachen unterdrückt  oder  bewusst  falsch darstellt,  im Laufe des Ver-
fahrens  Vorbringen  auswechselt  oder  unbegründet  nachschiebt, 
mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung 
verweigert. Glaubhaftmachung impliziert  ferner  – im Gegensatz zum 
strikten  Beweis  –  ein  reduziertes  Beweismass  und  lässt  durchaus 
Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Ge-
suchstellers. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn 
der  Richter  von  ihrer  Wahrheit  nicht  völlig  überzeugt  ist,  sie  aber 
überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für  
die Glaubhaftmachung reicht  es demgegenüber nicht  aus,  wenn der 
Inhalt  der  Vorbringen  zwar  möglich  ist,  aber  in  Würdigung  der 
gesamten  Aspekte  wesentliche  und  überwiegende  Umstände  gegen 
die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen. Entscheidend ist 
im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die Gründe, die für die Richtig -
keit  der  Sachverhaltsdarstellung  sprechen,  überwiegen  oder  nicht; 
dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen.

4.
4.1 Die  Beschwerdeführerin  bringt  in  ihrer  Eingabe  vom 4.  Februar 
2010 vor, sie könne die ihr von der Vorinstanz vorgeworfenen Wider-

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sprüche betreffend die erlittene Verfolgung in ihrer Heimat klären. Zu-
dem seien ihre Vorbringen glaubhaft und nachvollziehbar. Es seien ihr 
zwar sowohl während der Erstbefragung als auch anlässlich der An-
hörung immer wieder kleinere Versprecher widerfahren, dies sei aber 
aufgrund der genannten Vorfälle durchaus nachvollziehbar. Sie sei je-
doch wegen des Erlebten in Pakistan nervös, aufgewühlt und es falle  
ihr schwer, sich zu konzentrieren. In der Replik vom 14. April 2010 hielt  
die  Beschwerdeführerin  diesbezüglich  fest,  beim  Verfassen  der  Be-
schwerdeschrift sei es zwischen ihr und der ihr dabei behilflichen Ver-
trauensperson zu Verständigungsschwierigkeiten und wegen ihrer un-
genügenden  Englischkenntnisse  zu  Missverständnissen  gekommen. 
Diese Missverständnisse hätten in einem weiteren Gespräch nun ge-
klärt werden können. Zudem sei sie im Zeitpunkt, in welchem die Be-
schwerdeschrift verfasst worden sei und auch das entsprechende Ge-
spräch stattgefunden habe (4. Februar 2010), bereits krank gewesen 
und  habe  sich  fiebrig  gefühlt.  Ihre  Konzentrationsfähigkeit  sei  somit 
nachweislich  eingeschränkt  gewesen.  Kurz  darauf,  am  9. Februar 
2010, habe man bei ihr die (Operation) durchführen müssen und sie 
sei  drei  Tage  hospitalisiert  gewesen.  Dem  ärztlichem  Bericht  des 
L._______ vom 17. Februar 2010 sei zu entnehmen, dass sie schon 
ungefähr  eine  Woche  vor  dem  Eingriff  unter  höherem  Fieber  und 
nächtlichem  Schüttelfrost  gelitten  habe.  Darum  sei  es  für  sie  sehr 
schwierig  gewesen,  ihre  Verfolgungssituation  auf  Englisch  genau  zu 
erklären und die Fragen ihrer Vertrauensperson genau zu verstehen.

Zudem reichte die Beschwerdeführerin sowohl mit der Beschwerdeein-
gabe vom 4. Februar 2010 als auch in ihrer Replik vom 14. April 2010 
diverse  Berichte  betreffend  die  schwierige  Situation  von Christen  in 
Pakistan,  verschiedene  Bestätigungsschreiben  unter  anderem  von 
christlichen Würdenträgern  und dem Spital  in  B._______ sowie  ver-
schiedene  Arztberichte  betreffend  ihre  Krankheitsgeschichte  zu  den 
Akten.  In  einem weiteren  Schreiben  vom 26.  April  2010  reichte  sie 
schliesslich einen Kurzaustrittsbericht des L._______ ein und gab die 
Postleitzahl  des  angeblich  aktuellen  Aufenthaltsortes  ihrer  Fa-
milienmitglieder in J._______ bekannt.

4.2 Für das Bundesverwaltungsgericht besteht nach Überprüfung der 
Akten keine Veranlassung, die Erwägungen des BFM zu beanstanden. 
Um  Wiederholungen  zu  vermeiden,  kann  daher  vorab  auf  die  zu-
treffenden  vorinstanzlichen  Ausführungen  in  der  angefochtenen  Ver-
fügung  vom  29. Dezember  2009  und  der  Vernehmlassung  vom 

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29. März 2010 verwiesen werden. Die Vorbringen in der Rechtsmittel-
eingabe vom 4. Februar 2010 und der Replik vom 14. April 2010 sind 
nicht  geeignet,  eine  Änderung  der  angefochtenen  Verfügung  zu  be-
wirken.  Der  Argumentation  werden  keine  stichhaltigen  Gründe  ent-
gegengesetzt. Eine Auseinandersetzung mit den vorinstanzlichen Er-
wägungen erfolgt zwar, die Vorbringen verlaufen jedoch in allgemeinen 
Ausführungen, zusätzlichen Versionen und Mutmassungen, die durch 
keinerlei  stichhaltigen  Argumente  gestützt  werden. Die  Beschwerde-
führerin verstrickt sich in wesentlichen Vorbringen zusätzlich in Wider-
sprüche, und ihre angebliche Verfolgungsgeschichte liegt nunmehr in 
mehreren  unterschiedlichen  Versionen  vor.  Zudem  ist  ihre 
Argumentation  betreffend  die  Verständigungsschwierigkeiten  und  die 
darauf  folgenden  Missverständnisse  mit  ihrer  Vertrauensperson  an-
lässlich der Abfassung ihrer Beschwerdeeingabe unbehelflich und als 
reine Schutzbehauptung zu werten. Im Übrigen ist selbst bei Annahme 
einer  gesundheitlichen  Beeinträchtigung  darauf  hinzuweisen,  dass 
sich - wie von der Vorinstanz ausgeführt - bereits die Versionen ihrer 
Verfolgungsgeschichte  anlässlich  der  Anhörung  und  der  Befragung 
diametral unterscheiden. Gemäss der vorliegenden Protokolle hat die 
Beschwerdeführerin weder während der Anhörung noch der Befragung 
irgendwelche  Verständigungsprobleme  mit  dem  Dolmetscher  oder 
gesundheitliche  Probleme beziehungsweise  Konzentrationsschwierig-
keiten angemerkt (vgl. A2 und A8). Es ist überdies unverständlich und 
spricht ebenfalls gegen die Glaubhaftigkeit ihrer Vorbringen, weshalb 
die angeblichen Verfolger nicht mit aller Vehemenz versucht haben, sie 
zu stellen. Die muslimischen Männer hätten einerseits die Möglichkeit 
gehabt, ihr nach Arbeitsschluss im Spital abzupassen, oder sie dann 
zu Hause aufzusuchen. Gemäss eigenen Angaben habe sie sich an-
lässlich  der  Veranstaltung  in  I._______  (H._______)  vorgestellt  und 
unter  anderem  den  Anwesenden  ihren  Wohnort  mitgeteilt.  Diese 
Information  hätte  die  muslimische  Frau  den  angeblichen  Verfolgern 
sicherlich weitergegeben.

4.3 Zusammenfassend  bestätigt  das  Bundesverwaltungsgericht  die 
Erkenntnis des BFM, dass es der Beschwerdeführerin nicht gelungen 
ist, eine asylrelevante Gefährdung glaubhaft darzutun. An dieser Ein-
schätzung  vermag  auch  die  Bekanntgabe  des  angeblich  aktuellen 
Wohnsitzes ihrer Familienmitglieder nichts zu ändern. Es erübrigt sich, 
auf weitere Vorbringen in der Beschwerde oder der Replik sowie die 
eingereichten Beweismittel im Einzelnen einzugehen, weil sie an die-
ser  Würdigung  nichts  zu  ändern  vermögen. Die  Beschwerdeführerin 

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erfüllt  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  und  das  BFM  hat  ihr  Asyl -
gesuch zu Recht abgelehnt.

5.
5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrecht-
liche Aufenthaltsbewilligung noch über  einen Anspruch auf  Erteilung 
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 
(Art.  44  Abs.  1  AsylG;  vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21).

6.
6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge-
mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vor-
gängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).

6.2 Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Ver-
pflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 
Ausländers  in  den  Heimat-,  Herkunfts-  oder  in  einen  Drittstaat  ent-
gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei -
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 

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28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-
heiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmensch-
licher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung  unterworfen  wer-
den.

6.3 Da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrecht-
lich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, 
kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  fin-
den. Eine Rückkehr  der  Beschwerdeführerin  nach Pakistan  ist  dem-
nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  der  Beschwerde-
führerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall  
einer  Ausschaffung nach Pakistan dort  mit  beachtlicher  Wahrschein-
lichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder 
Behandlung ausgesetzt  wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Ge-
richtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN-Anti-
Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Ge-
fahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall  
einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung drohen 
würde (vgl. EGMR, [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 
28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren 
Hinweisen ). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Pakistan 
lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  klarerweise 
nicht  als  unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist  der Vollzug 
der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrecht-
lichen Bestimmungen zulässig.

6.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 

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Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

6.4.1 In Pakistan herrscht zur Zeit weder Krieg, Bürgerkrieg noch liegt 
eine Situation allgemeiner Gewalt vor. Zu prüfen ist indessen, ob die 
gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin allenfalls individu-
elle  Gründe  darstellen,  welche  gegen  die  Zumutbarkeit  des  Weg-
weisungsvollzugs sprechen.

6.4.2 Gemäss nach wie vor gültiger Rechtsprechung der ARK führen 
medizinische Gründe grundsätzlich nur dann zur Unzumutbarkeit des 
Wegweisungsvollzugs, wenn für die betroffene Person bei einer Rück-
kehr in ihren Heimatstaat eine wesentliche medizinische Behandlung 
nicht erhältlich wäre. Bei der Prüfung der Voraussetzungen von Art. 83 
Abs. 4 AuG sind humanitäre Überlegungen im Einzelfall gegen andere 
öffentliche  Interessen  abzuwägen,  die  allenfalls  für  den  Vollzug  der 
Wegweisung  sprechen  würden,  was  den  Asylbehörden  einen  Er-
messensspielraum  lässt.  Entsprechend  bilden  etwa  gesundheitliche 
Probleme, welche für  sich allein betrachtet  den Wegweisungsvollzug 
nicht  bereits  als  unzumutbar  erscheinen  lassen,  eine  Beurteilungs-
element,  welches  in  die  vorzunehmende  Interessenabwägung  ein-
bezogen  werden  muss  und  zusammen  mit  weiteren  humanitären 
Aspekten zur Feststellung der Unzumutbarkeit  des Wegweisungsvoll-
zugs führen kann (vgl. zum Ganzen EMARK 2001 Nr. 16 E. 6b S. 123, 
2003 Nr. 24 E. 5a am Ende und 5b S. 157 f.).

6.4.3 Den  vorliegenden  Akten  ist  zu  entnehmen,  dass  die  Be-
schwerdeführerin  gemäss  der  Operationsberichte  vom  23. Februar 
2010  (Operationsdatum  9. Februar  2010)  und  vom  12. März  2010 
(Operationsdatum  8. März  2010)  jeweils  des  L._______  im  Februar 
2010  mit  (Schmerzen)  notfallmässig  vom  Hausarzt  zugewiesen  ins 
Spital  eingetreten  sei.  (Schilderung  Diagnosen  und  Behandlungen). 
Gemäss dem Kurzaustrittsbericht des L._______ vom 25. März 2010 
werde  die  Beschwerdeführerin  bei  Austritt  mit  (Aufzählung 
Medikamente) medikamentiert. Ausserdem werde eine Weiterführung 
der  (Therapie)  in  einem  Monat  empfohlen.  Des  Weiteren  habe  der 
behandelnde  Arzt  eine  (...)  Sprechstunde  am 26. April  2010  für  die 
Beschwerdeführerin  vereinbart.  Da  in  der  Zwischenzeit  dem 
Bundesverwaltungsgericht  keine  weiteren  ärztlichen  Berichte  ein-
gereicht  worden  sind,  ist  davon  auszugehen,  dass  die  empfohlene 

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Therapie  in  der  Zwischenzeit  fortgesetzt  wurde,  die  Be-
schwerdeführerin  die  vereinbarte  Sprechstunde  wahrgenommen  hat 
und  sich  ihr  gesundheitlicher  Zustand  stabilisiert  beziehungsweise 
zumindest nicht verschlechtert hat.

6.4.4 Gemäss Einschätzungen des U.S. State Departement und des 
U.K. Home Office präsentiert sich die qualitative Situation des pakista -
nischen Gesundheitswesens in einem schlechten Zustand. In Pakistan 
existiert kein staatliches und garantiertes soziales Sicherheitsnetz mit 
Leistungsanspruch auf der Grundlage individueller Beitragszahlungen. 
Qualitativ  und  quantitativ  hochwertige  Leistungen  im  Gesundheits-
wesen werden in erster Linie von privaten Hospitälern angeboten, die 
sich fast ausschliesslich in urbanen Gegenden befinden. In ländlichen 
Gebieten ist die medizinische Versorgung deshalb schlechter zu quali-
fizieren als in städtischen. Trotz des Umstandes, dass die allgemeinen 
Zustände  im  pakistanischen  Gesundheitswesens  nicht  an  westliche 
Standards  heranreichen,  ist  davon  auszugehen,  dass  Pakistan  eine 
weitgehend  funktionierende  Infrastruktur  auch  im  Gesundheitswesen 
aufweist. Dies ist insbesondere in Grossstädten wie Islamabad, Kara-
chi und Lahore der Fall. Da in Pakistan keine allgemeine Krankenver-
sicherung existiert, muss ein Patient in den meisten Fällen selbst für 
die  Kosten  der  Behandlung  aufkommen.  Dies  gilt  insbesondere  für 
Medikamente, welche der Patient benötigt. Arztkonsultationen können 
- vor allem bei staatlich geführten Institutionen - unentgeltlich oder zu 
einem reduzierten  Preis  in  Anspruch  genommen  werden. Staatliche 
Unterstützung kann einem Patienten in gewissen Fällen gewährt wer-
den, ist aber unüblich und wird stets von Fall zu Fall von den Behörden 
vor  Ort  geprüft  (vgl.  FLORIAN LÜTHI/MICHAEL KIRSCHNER,  Pakistan:  Be-
handlung von Personen mit kardiovaskulären Insuffizienzen in Lahore, 
Auskunft  der  SFH-Länderanalyse,  Schweizerische  Flüchtlingshilfe 
[SFH],  27. April  2005,  mit  entsprechenden  Quellenangaben). Da  die 
Beschwerdeführerin  in  B._______  wohnhaft  ist,  dort  jahrelang  im 
medizinischen Bereich arbeitete und sich so ein diesbezügliches Be-
ziehungsnetz knüpfen konnte, ist davon auszugehen, dass sie die ent -
sprechende und notwendige medizinische Versorgung in ihrer Heimat 
erhält. Mit  Unterstützung ihrer  zahlreichen Verwandten in  B._______ 
sollte  auch  die  Finanzierung  der  gesundheitlichen  Behandlung 
gewährleistet sein.

6.4.5 Zudem ist es der Beschwerdeführerin unbenommen, beim BFM 
einen Antrag auf medizinische Rückkehrhilfe zu stellen. Betreffend die 

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weitere Finanzierung der medizinischen Behandlung ist  festzuhalten, 
dass  der  Wegweisungsvollzug  auch  zumutbar  ist,  wenn  die 
medizinische  Behandlung  nicht  lebenslang  sichergestellt  ist  (vgl. 
EMARK  2003  Nr. 24  E. 5e).  Der  Umstand,  dass  die  Behandlungs-
möglichkeiten im Herkunftsland nicht dem medizinischen Standard in 
der Schweiz entsprechen, macht den Vollzug der Wegweisung für die 
Beschwerdeführerin noch nicht unzumutbar; dies wäre einzig dann der 
Fall,  wenn  die  ungenügende Möglichkeit  der  Weiterbehandlung  eine 
drastische und lebensbedrohende Verschlechterung des Gesundheits-
zustandes  nach  sich  ziehen  würde  (vgl.  EMARK  2003  Nr. 24  E. 5b 
S. 157 f., EMARK 2004 Nr. 7 E. 5d S. 50 ff.), was vorliegend aufgrund 
der Akten sowie der in der Heimat bestehenden Behandlungsmöglich-
keiten  und  des  vorhandenen  Beziehungsnetzes  der  Beschwerde-
führerin im gesundheitlichen Bereich offensichtlich nicht zutrifft. 

6.4.6 Es ist damit zusammenfassend festzustellen, dass die gesund-
heitlichen  Probleme  der  Beschwerdeführerin  kein  Wegweisungsvoll -
zugshindernis darstellen.

6.4.7 Auch sind keine sonstigen individuellen Gründe ersichtlich, wel-
che gegen die Zumutbarkeit einer Rückkehr der Beschwerdeführerin in 
ihre Heimat sprechen würden. Sie verbrachte ihr ganzes Leben in Pa-
kistan und ist also mit den Lebensumständen ihres Heimatlandes bes-
tens vertraut. Sie ist (...), verfügt über jahrelange Erfahrung als (Beruf)  
und über ein dichtes familiäres Beziehungsnetz in B._______ (vgl. A2, 
S. 2  und  A8,  S. 3).  Nach  einer  gesundheitlichen  Genesungsphase 
sollte  die  berufliche  Wiedereingliederung  dementsprechend  möglich 
sein.

6.4.8 Zusammenfassend  kann  somit  gesagt  werden,  dass  der  Be-
schwerdeführerin sowohl die soziale und wirtschaftliche Reintegration 
gelingen sollte und ihre gesundheitlichen Beschwerden in Pakistan be-
handelbar sind. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich somit als zu-
mutbar.

6.5 Schliesslich  obliegt  es  der  Beschwerdeführerin,  sich  bei  der  zu-
ständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  not-
wendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), wes-
halb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

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7.
Insgesamt  ist  der  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Vollzug  der  Weg-
weisung  zu  bestätigen.  Die  Vorinstanz  hat  diesen  zu  Recht  als  zu-
lässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine 
Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-
4 AuG).

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9.
Nachdem sich die Beschwerde jedoch zum Zeitpunkt ihrer Anhängig-
machung nicht als aussichtslos erwiesen hat, die Beschwerdeführerin 
ihre Fürsorgeabhängigkeit ausgewiesen hat und wegen ihrer gesund-
heitlichen Probleme keiner Erwerbstätigkeit  nachgehen kann, ist  das 
Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG gutzuheissen. Es sind demnach keine Verfahrens-
kosten zu erheben.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
gutgeheissen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 

Kurier; in Kopie)
- (...) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Daniel Stadelmann

Versand:

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