# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7dc58b52-23f9-5b2b-95bf-d3c23dc3f2b8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.07.2010 E-2653/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2653-2010_2010-07-01.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-2653/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 .  J u l i  2 0 1 0

Einzelrichterin Regula Schenker Senn, 
mit Zustimmung von Richter Martin Zoller;
Gerichtsschreiber Urs David.

A._______,
angeblich Afghanistan,
vertreten durch (...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Vollzug der Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 11. März 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-2653/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der  Beschwerdeführer am 13. September 2009 illegal  und ver-
steckt im Zug von Italien her in die Schweiz einreiste, dabei von den 
schweizerischen  Grenzkbehörden  kontrolliert  wurde  und  in  diesem 
Zusammenhang  als  Geburtsdatum  den  (...)  nannte  sowie  bei 
derselben Gelegenheit um Asyl nachsuchte,

dass  er  dem  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  B._______ 
zugewiesen wurde, 

dass am 15. September 2009 eine medizinische Handknochenanalyse 
ein Alter des Beschwerdeführers von über 18 Jahren ergab,

dass er anlässlich der Kurzbefragung im Empfangs- und Verfahrens-
zentrum  vom  21.  September  2009  sowie  der  Anhörung  vom 
24. Februar 2010 zu den Asylgründen im Wesentlichen Folgendes gel-
tend machte, 

dass er ein an einem ihm unbekannten Datum ungefähr im Jahre (...)  
geborener,  afghanischer  Staatsangehöriger  und  ethnischer  Hazara 
sei, 

dass  er  aus  dem  in  der  Provinz  Ghazni  gelegenen  Distrikt  Jaghuri 
stamme,  in  seinem  Heimatdorf  C._______  beziehungsweise 
D._______  sein  ganzes bisheriges  Leben verbracht  und dort  zuletzt 
als Gemüseverkäufer berufstätig gewesen sei, ohne jemals die Schule 
besucht zu haben,

dass er mit seinen Eltern und seinen Brüdern zusammen gelebt habe, 
bis  sein  Vater  vor  einigen  Jahren  einem Taliban-Attentat  zum Opfer 
gefallen sei,

dass er sich ungefähr im April  2009 in ein Mädchen verliebt und da -
durch den Zorn ihrer Brüder auf sich gezogen habe, welche ihn mehr -
mals angegriffen, verletzt und bedroht hätten,

dass  er  sich  deshalb  zur  Ausreise  entschlossen  und  diese  einige 
Monate später beziehungsweise zu einem unbekannten Zeitpunkt zu-
sammen mit  seiner  Mutter  und seinen zwei  Brüdern  mit  Destination 
Iran realisiert habe, 

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dass er in der Türkei seine Familienangehörigen aus den Augen ver-
loren und die Reise alleine beziehungsweise mit einem Schlepper fort -
gesetzt habe, ohne nähere Angaben zu den Reiseumständen machen 
zu können,

dass  der  Beschwerdeführer  mehrmaligen  Aufforderungen  zur  Be-
folgung der ihm obliegenden Mitwirkungspflicht und insbesondere zur 
Einreichung von rechtsgenüglichen Identitäts-  und Reisedokumenten 
nicht nachgekommen ist und hierzu erklärte, seine Identitätskarte be-
finde sich bei seiner Mutter und einen Pass habe er nie besessen,

dass er  im Rahmen des ihm im Empfangszentrum gewährten recht -
lichen  Gehörs  zum  Vorhalt,  er  sei  aufgrund  verschiedener  Anhalts-
punkte  offensichtlich  über  18  Jahre  alt,  entgegnete,  er  sei  gemäss 
Auskunft seiner Mutter aktuell (...) Jahre alt,

dass der Beschwerdeführer keine Beweismittel zu den Akten gab,

dass  das  BFM  seine  Fachstelle  "Lingua"  mit  einer  landeskundlich-
kulturellen  und  linguistischen  Herkunftsbegutachtung  des  Be-
schwerdeführers beauftragte,

dass der Experte am 13. Januar 2010 zur Überzeugung gelangte, der 
Beschwerdeführer sei zwar eindeutig dem sprachlichen und kulturellen 
Milieu der  Hazara zuzuordnen,  aufgrund der  landeskundlichen-kultu-
rellen Erhebung aber in Pakistan statt Afghanistan sozialisiert worden,

dass das BFM dem Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung vom 
24.  Februar  2010  das  rechtliche  Gehör  zum  Ergebnis  der  Lingua-
Analyse  gewährte,  bei  welcher  Gelegenheit  der  Beschwerdeführer 
seine Herkunft aus Afghanistan bekräftigte und jegliche Aufenthalte in 
Pakistan verneinte,

dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung 
vom 11. März 2010 - eröffnet am 17. März 2010 - ablehnte und dessen 
Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete, wobei es 
den Beschwerdeführer als volljährig beurteilte,

dass  das  BFM  den  ablehnenden  Asylentscheid  damit  begründete, 
dass die Vorbringen des seine Mitwirkungspflicht missachtenden Be-
schwerdeführers den Anforderungen von Art. 7 des Asylgesetzes vom 
26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  an  die  Glaubhaftmachung  eines 

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asylbegründenden  Sachverhalts  nicht  genügten,  weshalb  er  die 
Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG nicht erfülle,

dass  der  Beschwerdeführer  seine  gesetzliche  Mitwirkung  nach 
Art. 8 AsylG insbesondere betreffend Offenlegung seiner Identität ver-
weigere,  da  das  von  ihm  behauptete  Alter  aufgrund  verschiedener 
Anhaltspunkte  (Fehlen  jeglicher  Identitätspapiere,  Angaben  zu  Ge-
burtsdatum  und  zu  kalendarischen  Belangen,  offensichtlich  nicht 
plausibler  Analphabetismus,  Knochenaltersanalyse)  klar  unglaubhaft 
seien  und  er  gemäss  Praxis  (Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK]  2001 Nr. 22  sowie 
Grundsatzentscheid der ARK vom 29. Oktober 2004) offensichtlich als 
volljährig zu betrachten sei,

dass  sodann  die  Verfolgungsvorbringen  ebenso  augenfällig  nicht 
glaubhaft  im  Sinne  von  Art.  7  AsylG  seien,  zumal  der 
Beschwerdeführer  sich  in  wesentlichen  Punkten  in  Widersprüche 
verstrickt (Motiv der Verfolger für den Widerstand gegen die Beziehung 
mit dem Mädchen; Ausreisezeitpunkt; Chronologie, Art und Häufigkeit 
der Benachteiligungshandlungen), tatsachenwidrige Angaben zu geo-
grafischen Gegebenheiten seines angeblichen Herkunftsortes und der 
weiteren Umgebung gemacht und seine Ausreisegründe substanz- und 
detailarm, undifferenziert und nicht erlebnisnah geschildert habe,

dass die Wegweisung ferner die Regelfolge der Ablehnung des Asyl-
gesuchs  darstelle  und  keine  Gründe  ersichtlich  seien,  die  auf  Un-
zulässigkeit, Unzumutbarkeit oder Unmöglichkeit eines Wegweisungs-
vollzuges schliessen lassen könnten, zumal insbesondere Art. 5 Abs. 1 
AsylG (Grundsatz der Nichtrückschiebung) nicht anwendbar und keine 
Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  3  der  Konvention  vom  4. November 
1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, 
SR 0.101) erkennbar sei, 

dass er sich gemäss Praxis (EMARK 2001 Nr. 23) mangels glaubhaft 
gemachter  Minderjährigkeit  nicht  auf  entsprechende  Schutzbe-
stimmungen berufen könne,

dass  die  allgemeine  Lage  in  Afghanistan  zwar  gebietsweise  kritisch 
sei, jedoch nicht von einer Situation allgemeiner Gewalt ausgegangen 
werden könne,

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dass  unbesehen  dessen  der  Beschwerdeführer  gemäss  der  Lingua-
Analyse  gar  nicht  in  Afghanistan  und  jedenfalls  nicht  in  der  be-
haupteten  Region  sozialisiert  worden  sei,  sondern  zahlreiche  An-
haltspunkte (Sprachgebrauch, migrations- und ethnohistorische Hinter-
gründe, Unglaubhaftigkeit identitäts- und herkunftsbezogener Angaben 
sowie zum familiären,  verwandtschaftlichen und sozialen Umfeld)  für 
eine  Sozialisation  in  Pakistan  –  höchstwahrscheinlich  in  Quetta  – 
sprächen, 

dass  im  Übrigen  die  Untersuchungspflicht  der  Behörde  hinsichtlich 
Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzuges 
ihre  vernünftigen  Grenzen  an  der  Mitwirkungspflicht  des  Asyl-
suchenden finde und es nicht Sache der Asylbehörde sein könne, bei 
fehlenden oder täuschenden Hinweisen des Asylsuchenden nach all -
fälligen Wegweisungshindernissen zu forschen,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 16. April  2010 (und Er-
gänzung  vom  27.  April  2010)  diesen  Entscheid  beim  Bundesver-
waltungsgericht  anfocht  und dabei  die  Aufhebung des angeordneten 
Wegweisungsvollzuges und die Anordnung der vorläufigen Aufnahme 
unter  Feststellung  der  Unzulässigkeit  und  Unzumutbarkeit  des  Weg-
weisungsvollzugs  beantragt  sowie  in  prozessualer  Hinsicht  um  Ein-
räumung  einer  30-tägigen  Beweismittelfrist  und  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Prozessführung  nach Art.  65  Abs. 1  und  2  des  Ver-
waltungsverfahrensgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  (VwVG, 
SR 172.021) ersuchte, 

dass er in der Begründung unter Bezugnahme auf die Lingua-Analyse 
seine  biografischen  Angaben  dahingehend  modifiziert,  dass  er  mit 
acht oder neun Jahren zusammen mit seiner Familie tatsächlich nach 
E._______ (Pakistan) gezogen sei, sich dort  ohne Bewilligung fortan 
aufgehalten habe und daher seine Verfolgungsgründe nicht der Wahr-
heit entsprächen,

dass immerhin der Tod seines als Koch bei der amerikanischen Armee 
angestellt  gewesenen Vaters vor drei  bis  vier  Jahren zutreffe und er 
diesbezüglich Beweisdokumente erwarte,

dass  er  jedoch  sein  Geburtsjahr  (...),  seine  afghanische  Staats-
zugehörigkeit  sowie  seine  Herkunft  aus  dem in  der  Provinz  Ghazni 
gelegenen Distrikt Jaghuri bekräftigt und zum Beweis seine Taskara in 
Aussicht stellt, wozu er eine 30-tägige Nachfrist benötige, 

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dass  das  Ergebnis  der  Knochenaltersanalyse,  welches  vom  an-
gegebenen Alter  weniger  als  drei  Jahre  differiere,  mangels  Beweis-
wertes nicht herangezogen werden dürfe,

dass der Aufenthalt  in Pakistan mangels Bewilligung illegal gewesen 
sei und daher nur eine Wegweisung nach Afghanistan in Betracht falle,  
deren Vollzug aber  aufgrund der  schlechten Sicherheitslage und all -
gemeinen  Gewalt  gerade  in  Ghazni  sowie  in  Anbetracht  seiner 
Minderjährigkeit  weder  zulässig  noch  zumutbar  sei,  weshalb  er  An-
spruch auf Gewährung der vorläufigen Aufnahme habe,

dass  mit  Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom 
4. Mai  2010  die  Gesuche  um Einräumung  einer  30-tägigen  Beweis-
mittelfrist  und  um Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  voll-
umfänglich  abgewiesen  wurden  und  der  Beschwerdeführer  Frist  zur 
Leistung eines  Kostenvorschusses von Fr. 600.--  erhielt,  welchen  er 
am 19. Mai 2010 fristgerecht bezahlte,

dass die Instruktionsrichterin zur Begründung der Zwischenverfügung 
insbesondere erwog (Zitat:),

"dass  das  Gesuch  um  Einräumung  einer  30-tägigen  Frist  zur  Ein -
reichung  von  Beweismitteln  aus  dem Ausland  (vgl.  Art.  110  Abs.  2  
AsylG)  abzuweisen  ist,  da  den  in  Aussicht  gestellten  Dokumenten  
(insb. Dokumente  über  die  Umstände  des  Todes  seines  Vaters  und  
Taskara  [afghanische  Identitätskarte])  angesichts  der  nachfolgenden  
Erwägungen prima vista keine Entscheiderheblichkeit beizumessen ist  
und es dem Beschwerdeführer bei pflichtgemässer Beachtung der ihm  
obliegenden und mehrfach eindringlich zur  Kenntnis  gebrachten Mit-
wirkungspflicht (Art. 8 insb. Abs. 1 AsylG) längst möglich und zumutbar  
gewesen wäre, Identitäts- und Beweisdokumente vorzulegen,

dass somit die in Aussicht gestellten Beweismittel bei Eingang innert  
nützlicher  Frist  im  Rahmen  von  Art.  32  Abs.  2  VwVG zu  würdigen  
wären und der Beschwerdeführer auf seine Übersetzungspflicht nach  
Art. 8 Abs. 2 AsylG sowie die beweismässige Bedeutsamkeit der Bei-
legung von Zustellcouverts aus dem Ausland aufmerksam zu machen  
ist, (...),

dass  die  Beurteilung  der  Prozesschancen  aufgrund  einer  summari-
schen Prüfung der vorliegenden Akten aus folgenden Gründen offen-
sichtlich zu Ungunsten des Beschwerdeführers ausfällt,

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dass  das  BFM  in  seinen  Erwägungen  mit  umfassender,  über-
zeugender  und  hinreichend  auf  die  Akten  abgestützter  Begründung  
zur Erkenntnis gelangt ist, die Vorbringen des Beschwerdeführers be-
treffend seine angebliche Verfolgungslage,  seine Identität  (insb. sein  
Alter), seine Herkunft und seine Sozialisierung seien nicht glaubhaft,  
weshalb er die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle,

dass  auf  diese  Erwägungen vollumfänglich  verwiesen  werden kann,  
darin  nach  Prüfung  der  Akten  kein  Beanstandungspotenzial  zu  er-
blicken ist und der Inhalt der Beschwerde die vorinstanzlichen Erkennt -
nisse offensichtlich nicht umzustossen vermag,

dass  der  Beschwerdeführer  nunmehr  zwar  die  Täuschung  der  Asyl -
behörden  über  das  Land  seiner  Sozialisierung  und  über  die  Ver-
folgungsgründe einräumt, dagegen ohne hinreichend begründeten An-
lass an seinen ursprünglichen Identitäts- und vor allem Altersangaben  
festhält, 

dass  die  persönliche  Glaubwürdigkeit  des  Beschwerdeführers  vorab 
aufgrund seiner konstanten und mutwilligen Mitwirkungsverweigerung 
im  erstinstanzlichen  Verfahren  erheblich  beeinträchtigt  ist  und  das 
Bundesverwaltungsgericht wie die Vorinstanz aufgrund der gesamten  
Akten  und  Umstände  von  seiner  Volljährigkeit  und  von  seiner  sehr  
wahrscheinlichen  Innehabung  eines  legalen  und  gefestigten  Aufent-
haltsrechts in Pakistan ausgeht, wobei gar eine pakistanische Staats -
bürgerschaft in Betracht zu ziehen ist, 

dass  somit  das  Subsidiaritätsprinzip  zur  Anwendung  gelangt  und  
selbst  unter  hypothetischer  Annahme wahrheitsgemässer  Herkunfts-  
und  Identitätsangaben  die  Gewährung  einer  vorläufigen  Aufnahme  
somit kaum in Frage käme,

dass die Beschwerdebegehren unter diesen Umständen als aussichts-
los erscheinen, (...),

dass im Übrigen der Vollständigkeit  halber auf  Art. 63 Abs. 3 VwVG  
aufmerksam  zu  machen  ist  und  angesichts  der  vorliegend  fest-
gestellten  klaren  Mitwirkungspflichtverletzung  und  der  dadurch  not-
wendig gewordenen aufwändigen Abklärungen und Verfahrensschritte  
selbst  im  unwahrscheinlichen  Fall  eines  Obsiegens  mit  der  Auf-
erlegung von Verfahrenskosten zu rechnen wäre,"

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und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des BFM 
entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-33  des  Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet,  soweit  das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 
Art. 105 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass die Ziffern 1 bis 3 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung 
(Verneinung Flüchtlingseigenschaft,  Ablehnung  Asylgesuch,  Wegwei-
sungsanordnung als solche) vorliegend mangels Anfechtung bereits in 
Rechtskraft erwachsen sind,

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art.  111 
Bst. e AsylG), und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine solche handelt,  weshalb der  Beschwerdeentscheid  nur  summa-
risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

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dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG; Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  die  Vorinstanz  vollumfänglich  gesetzes-  und  praxiskonform  er-
kannt hat, dass die identitäts- und herkunftsbezogenen sowie die bio-
grafischen Angaben des Beschwerdeführers nicht glaubhaft seien und 
insbesondere die  behauptete  Minderjährigkeit  offensichtlich  unzutref-
fend ist,

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dass zur  Vermeidung von Wiederholungen auf  die  einlässlichen und 
überzeugenden Erwägungen gemäss angefochtener Verfügung sowie 
die  obige  zusammenfassende  Darstellung  verwiesen  werden  kann 
(Art. 109 Abs. 3 BGG i.V.m. Art.6 AsylG und Art. 4 VwVG), wobei zwar 
die vorinstanzlichen Ausführungen allgemeiner Art zur Lage in Afgha-
nistan  und  den  damit  verbundenen  Konsequenzen  für  den  Wegwei-
sungsvollzug  vom Gericht  nicht  vollumfänglich  geteilt  werden,  diese 
Einschränkung  aber  angesichts  der  vom  Beschwerdeführer  be-
gangenen Herkunftstäuschung unerheblich ist,

dass  denn  auch  die  Rekurseingabe  offensichtlich  keinen  anderen 
Blickwinkel öffnet und hinsichtlich der inhaltlichen Würdigung des Be-
schwerdeinhalts vollumfänglich und integral auf die oben zitierten Er-
wägungen  gemäss  Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungs-
gerichts vom 4. Mai 2010 verwiesen werden kann,

dass der Beschwerdeführer zusammenfassend das Bild einer von er-
heblicher  Unglaubwürdigkeit  geprägten  und  seine  Mitwirkungspflicht 
grob verletzenden Person hinterlässt, deren Wegweisungsvollzug nach 
Pakistan,  dessen  Aufenthaltsrechts  oder  gar  Staatsbürgerschaft  der 
Beschwerdeführer offensichtlich besitzt, mangels zureichender gegen-
teiliger Anhaltspunkte nichts entgegensteht,

dass  dieses  bereits  durch  die  Vorinstanz  gewonnene  und  nunmehr 
durch das Bundesverwaltungsgericht bestätigte Bild seinen Nachdruck 
dadurch gewinnt, dass der Beschwerdeführer die von ihm in Aussicht 
gestellten  Beweismittel  (insbesondere Identitätsausweis)  selbst  meh-
rere Wochen nach Ablauf der von ihm selber beanspruchten einmona-
tigen Nachfrist nicht einzureichen gewillt ist,

dass in  diesem Zusammenhang abermals die Feststellung des BFM 
hervorzuheben ist, wonach die Untersuchungspflicht der Asylbehörden 
hinsichtlich  Zulässigkeit,  Zumutbarkeit  und  Möglichkeit  des  Vollzugs 
nach  Treu  und  Glauben  ihre  Grenzen  an  der  Mitwirkungspflicht  der 
Beschwerde  führenden  Person  findet  (Art.  8  AsylG),  die  auch  die 
Substanziierungslast  trägt  (Art. 7  AsylG),  und es bei  missbräuchlich 
verschwiegener tatsächlicher Identität  oder Herkunft  nicht  Sache der 
Behörde sein kann, näher nach allfälligen Wegweisungshindernissen 
zu forschen,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers schliesslich 
möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen  (Art. 83  Abs. 2 

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AuG),  und  es  dem Beschwerdeführer  nach  wie  vor  obliegt,  bei  der 
Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  
oder  unangemessen  ist  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1 
VwVG) und mit dem am 19. Mai 2010 geleisteten Kostenvorschuss in 
gleicher Höhe zu verrechnen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  durch  den  am 19. Mai  2010  geleisteten 
Kostenvorschuss in  gleicher Höhe gedeckt  und wird mit  diesem ver-
rechnet.

3.
Dieses Urteil geht an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, das 
BFM und die kantonale Behörde. 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Regula Schenker Senn Urs David

Versand: 

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