# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d269ea5b-7543-589e-aa01-39fdaca945c9
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-18
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 18.08.2020 S 2020 49
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2020-49_2020-08-18.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 20 49

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti
RichterIn von Salis, Audétat 
Aktuar Paganini

URTEIL

vom 18. August 2020

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Martin Suenderhauf,

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

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1. A._____ war zuletzt bis am 30. November 2019 als Chauffeur bei der 

B._____ AG in einem 100%-Pensum tätig. Er meldete sich am 5. August 

2019 namentlich unter Hinweis auf sehr starke Rückenschmerzen bei der 

Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an, nachdem seit dem 31. 

Mai 2019 eine von seiner Hausärztin Dr. med. C._____ bescheinigte 

100%ige Arbeitsunfähigkeit bestand. In einem MRT der LWS vom 4. Juni 

2019 stellte Dr. med. D._____ ein leichtes Diskus-Bulging beim LWK3/4/5 

ohne Nervenwurzelirritation, ein max. 12 mm grosses kleinzystisches 

Ganglion am rechten Wirbelgelenk vom LWK4/5 kranial anliegend sowie 

Scheuermannresiduen am thorakolumbalen Übergang fest. Daraufhin fand 

eine CT-gesteuerte Facettengelenksinfiltration L4/5 statt. In ihrem Bericht 

vom 5. August 2019 diagnostizierte Dr. med. C._____ ein 

lumbospondylogenes Syndrom und erachtete die bisherige Tätigkeit, die 

das Heben von schweren Gegenständen beinhaltet, aufgrund des 

massiven Übergewichtes, des Status nach Morbus Scheuermann und der 

LWS-Veränderungen für nicht mehr zumutbar; eine leichte, 

wechselbelastende Tätigkeit sei jedoch zu 50 % möglich. Sie berichtete 

u.a., dass A._____ bereits in der Pubertät Rückenschmerzen bei einem 

Morbus Scheuermann und Adipositas hatte, weshalb er die Lehre habe 

abbrechen müssen. Auch RAD-Arzt Dr. med. E._____ erachtete in seiner 

Beurteilung vom 16. September 2019 die aktuelle, schwere körperliche und 

rückenbelastende Tätigkeit als Lieferwagen-Chauffeur für nicht mehr 

ausführbar. Indes seien Chauffeurtätigkeiten zumutbar, sofern 

regelmässige Ruhepausen oder Wechselrhythmus eingehalten werden 

könnten und Hebe- bzw. Tragetätigkeiten über 15 kg entfallen würden.

2. In der zu Handen der Krankentaggeldversicherung erstellten 

Kurzbeurteilung vom 18. September 2019 diagnostizierte Dr. med. F._____ 

ein Lumbovertebralsyndrom mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und 

empfahl eine Gewichtsreduktion (Adipositas), konsequente Physiotherapie 

sowie Medizinische Trainingstherapie (MTT). A._____ sei für sämtliche 

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rückenbelastenden Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig, für leichte, 

wechselbelastende Arbeiten hingegen zu 50 % arbeitsfähig. In diesem 

Zusammenhang schlug Dr. med. F._____ vor, die Arbeitsfähigkeit für 

leichte, wechselbelastende Tätigkeiten in 25 %-Schritten zu steigern, so 

dass ab dem 1. Oktober 2019 eine 75%ige und ab 1. November 2019 eine 

100%ige Arbeitsfähigkeit bestünde, sofern Dr. med. G._____ namentlich 

kein operatives Vorgehen in Erwägung ziehe.

3. Am 3. Oktober 2019 berichtete Dr. med. G._____, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 

über A._____, den er tags zuvor erstmals in seiner Sprechstunde gesehen 

hatte. Er diagnostizierte u.a. ein schweres chronisches Schmerzsyndrom 

im Bereich der LWS und in den Beinen, linksbetont, mit Parästhesien sowie 

chronische Schmerzen im Nacken mit Ausstrahlung zwischen die 

Schulterblätter. Als weiteres Prozedere empfahl er das Ausschleichen der 

Medikation, eine neurologische und rheumatologische Untersuchung und 

eine neue Physiotherapie mit Dehnung der Nervenwurzeln und einer 

Triggerpunktebehandlung.

4. In seinem Bericht vom 14. Oktober 2019 diagnostizierte Dr. med. H._____, 

Facharzt für Neurologie, ein belastungsabhängiger Lumbago und eine 

Lumboischialgie links mit elektrophysiologischem Nachweis einer 

chronischen Denervierung L4 links sowie Schulter-/Nackenschmerzen bei 

elektrophysiologischen Anhaltspunkten für ein Carpaltunnel-Syndrom 

beidseits. Dr. med. I._____, Fachärztin für Rheumatologie, stellte sodann 

in ihrem Bericht vom 8. November 2019 ein chronisches panvertebrales 

Schmerzsyndrom bei u.a. Adipositas mit Haltungsinsuffizienz sowie 

Hypermobilität, nicht aber eine Hyperlaxizität fest. Sie empfahl eine 

stationäre Rehabilitation mit dem Ziel, u.a. Abklärungen bezüglich der 

Belastbarkeit und Hebetätigkeiten durchzuführen, wobei sich das 

Ergonomietrainingsprogramm der Kliniken Valens bestens anbieten würde. 

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Dazu führte Dr. med. G._____ am 20. November 2019 aus, Dr. med. 

I._____ habe zwar keine generelle Hyerlaxizität gefunden, er sei aber der 

vollen Überzeugung, dass es bei A._____ wegen der Überbeweglichkeit 

der HWS und LWS bereits in seinen jungen Jahren zu einer 

Gefügelockerung gekommen sei. Eine solche im Sinne einer radikulären 

Reiz- bzw. Ausfallsymptomatik L4 links sei von Dr. med. K._____ (recte: 

H._____) bestätigt worden. Er widerspreche der Empfehlung einer 

stationären Therapie von Dr. med. I._____ nicht, obwohl er die Erfahrung 

gemacht habe, dass bei einer bestehenden radikulären Reizung ein 

physiotherapeutisches Aufbauprogramm meistens zu einer Verstärkung 

der Beschwerden führe. Dies habe A._____ bereits in der Physiotherapie 

und insbesondere in der MTT erlebt. Sollten sich die Beschwerden nach 

dem Aufenthalt in Valens nicht signifikant bessern, werde er eine Infiltration 

der Nervenwurzel L4 links durchführen. Die Medikamente seien vollständig 

abgesetzt worden. Abgemacht wurde zudem der Beginn einer neuen 

Physiotherapie. Dr. med. G._____ bescheinigte eine Arbeitsunfähigkeit von 

100 %.

5. Auf den gegen den Vorbescheid vom 23. Oktober 2019 (keine 

Kostengutsprache für Umschulung) erhobenen Einwand trat die IV-Stelle 

mit Schreiben vom 25. November 2019 ein. Sie teilte A._____ mit, dass die 

Frage nach dem Umschulungsanspruch bis auf Weiteres offengelassen 

werde und erst dann abschliessend beantwortet werde, wenn die 

orthopädischen, rheumatologischen und neurologischen Untersuchungen 

durchgeführt worden seien und eine RAD-Abschlussbeurteilung vorliege. 

Ausserdem wurde A._____ gebeten, die IV-Stelle darüber zu informieren, 

falls nächstens eine Operation durchgeführt werde.

6. Mit Schreiben vom 6. Dezember 2019 teilte die 

Krankentaggeldversicherung A._____ mit, dass noch bis zum 31. 

Dezember 2019 Taggelder geleistet würden und er sich beim RAV 

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anmelden solle, zumal er gemäss ihren Abklärungen in einer 

leidensangepassten Tätigkeit ganz arbeitsfähig sei.

7. Vom 6. Januar 2020 bis 7. Februar 2020 befand sich A._____ in der 

stationären Rehabilitation in den Kliniken Valens. Im Austrittsbericht vom 

10. Februar 2020 diagnostizierte Dr. med. L._____, Facharzt für 

Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie zertifizierter medizinischer 

Gutachter SIM, namentlich ein chronisches panvertebrales Syndrom bei 

u.a. mässiggradigen degenerativen Veränderungen, Haltungsinsuffizienz 

bei Adipositas, muskulärer Dysbalance, Hypermobilität, 

Scheuermannresiduen am thorakolumbalen Übergang und CT-gesteuerte 

Facettengelenksinfiltration LWK4/5 beidseits am 27. Juni 2019 ohne 

Wirkung sowie ein Karpaltunnelsyndrom beidseits. Während die bisherige 

Tätigkeit definitiv nicht mehr zumutbar sei (sowohl mit als auch ohne 

Stückguttransporte), bestehe ab dem 10. Februar 2020 eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit für eine leicht bis mittelschwere, wechselbelastende 

Tätigkeit (Heben von Lasten selten bis max. 15 kg), wobei vorgeneigtes 
Stehen sowie Arbeiten über Schulterhöhe nur manchmal vorkommen 

sollten (0.5 bis 3 Stunden bezogen auf einen normalen Arbeitstag). In 

psychosomatischer Hinsicht stellte Dr. med. M._____ keine Hinweise auf 

ein psychisches Leiden fest. Aus seinem Bericht vom 6. Februar 2020 geht 

hervor, dass die bis dahin sehr intensiv durchgeführten Behandlungen 

nach Auffassung von A._____ zu keiner nachhaltigen Verbesserung 

geführt hätten und bereits der Vertrauensarzt sowie der Operateur 

skeptisch gegenüber der Wirksamkeit dieser Behandlung gewesen seien. 

Am 18. März 2020 bestätigte RAD-Arzt Dr. med. E._____ die 

Einschätzungen der Klinik Valens. 

8. Mit ärztlichem Zeugnis vom 10. März 2020 bescheinigte Dr. med. G._____ 

A._____ eine Arbeitsunfähigkeit von 80 % und führte dazu was folgt aus: 

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"Kein Heben und Tragen von Lasten, die mehr als 5-10 kg wiegen. Kein 

repetitives Beugen und Strecken des Oberkörpers." 

9. Mit Verfügung vom 31. März 2020 verneinte die IV-Stelle A._____s 

Anspruch auf Umschulung mangels invaliditätsbedingtem Minderverdienst 

(bei zumutbarer Tätigkeit) von mindestens 20 %. Dabei ging sie gestützt 

auf die Berichte des Rehazentrums Valens vom 10. Februar 2020 sowie 

des RAD-Arztes Dr. med. E._____ vom 18. März 2020 von einer vollen 

Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsgerechten Tätigkeit aus, stellte für 

das Valideneinkommen auf das als Chauffeur erzielte Jahreseinkommen 

von Fr. 58'110.-- ab und berechnete das Invalideneinkommen gestützt auf 

die Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE 2016, 

Kompetenzniveau 1, männlich), was ohne Gewährung eines 

Leidensabzugs einen Betrag von Fr. 68'418.40 ergab.

10. Dagegen liess A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 4. Mai 2020 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht Graubünden erheben und in 

Aufhebung der Verfügung vom 31. März 2020 beantragen, ihm sei ein 

Anspruch auf Umschulung und sämtliche in diesem Zusammenhang 

stehende Versicherungsleistungen wie Taggelder etc. zu gewähren. 

Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung des medizinischen 

Sachverhalts und zur Prüfung der weiteren Anspruchsvoraussetzungen der 

Umschulung und anschliessendem neuen Entscheid an die IV-Stelle 

zurückzuweisen. Die Beschwerde sei dringlich zu behandeln. Dabei 

bemängelte er im Wesentlichen eine unzureichende Abklärung des 

medizinischen Sachverhalts und stützte sich insbesondere auf die 

Arbeitsfähigkeit-Einschätzung von 20 % in adaptierter Tätigkeit von Dr. 

med. G._____ ab. Daneben machte er auch qualitative Einschränkungen 

geltend, weshalb ihm der maximale Leidensabzug von 25 % zu gewähren 

sei. Schliesslich kritisierte er das von der IV-Stelle veranschlagte 

Valideneinkommen und mochte es gestützt auf den Tabellenlohn für das 

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Baugewerbe im Kompetenzniveau 2 bemessen haben. Mit der 

Beschwerde reichte er zudem zahlreiche Dokumente und medizinische 

Berichte ein, darunter auch jener von Dr. med. G._____ vom 24. April 2020, 

worin dieser ausführte, der Beschwerdeführer leide höchstwahrscheinlich 

an einer Überlastung der Bewegungssegmente L4/L5 und L3/L4 mit 

belastungsabhängigen neuroforaminalen Engen. Er schlug daher eine 

Dekompression der Nervenwurzeln L4 und L5 sowie eine dynamische 

Stabilisation der Segmente L3/L4 und L4/L5 vor. Die Arbeitsfähigkeit liege 

momentan bei 20 % für leichte Tätigkeiten ohne Heben und Tragen von 

Lasten von mehr als 5-10 kg; nach der Operation werde der 

Beschwerdeführer 3-5 Monate ganz arbeitsunfähig geschrieben. Das 

operative Vorgehen sei indiziert, weil keine alternative Therapie Besserung 

gebracht hätte. Durch die dorsale dynamische Stabilisation sollte 

anschliessend eine Besserung der Beschwerden erzielt werden, so dass 

der Beschwerdeführer, ohne Heben von schweren Lasten von mehr als 5-

10 kg und ohne repetitives Beugen des Oberkörpers, wieder in einen 

Arbeitsplatz reintegriert werden könne. Empfohlen werde eine Umschulung 

in einen Beruf mit wechselnden Körperpositionen. 

11. Am 6. Mai 2020 erklärte die Instruktionsrichterin das Verfahren für dringlich.

12. Mit Eingabe vom 8. Mai 2020 teilte der Beschwerdeführer mit, dass er am 

12. Juni 2020 im Spital Schiers am Rücken operiert werde und bis dahin 

weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 20 % in adaptierter Tätigkeit bestehe.

13. Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer 

Vernehmlassung vom 18. Mai 2020 auf Abweisung der Beschwerde. 

14. Der Beschwerdeführer replizierte bei unveränderten Anträgen am 10. Juli 

2020 und vertiefte seinen Standpunkt punktuell. Zudem reichte er 

wiederum verschiedene Unterlagen ein, darunter eine Stellungnahme 

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seines neuen Hausarztes, Dr. med. N._____, vom 28. Juni 2020 sowie 

mehrere Berichte von Dr. med. G._____ zur durchgeführten Operation am 

12. Juni 2020.

15. Die Beschwerdegegnerin hielt in der Duplik vom 15. Juli 2020 an ihrem 

Antrag fest und führte in Ergänzung zu ihrer bisherigen Argumentation aus, 

dass der Beschwerdeführer bei der von ihm geltend gemachten 

Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von nur 20 % nicht in der Lage sei, 

berufsbildende Massnahmen zu bestehen, weshalb auch diesfalls ein 

Umschulungsanspruch entfalle.

16. Der Beschwerdeführer triplizierte am 30. Juli 2020 bei unveränderten 

Rechtsbegehren und bejahte seine Eingliederungsfähigkeit. Dabei legte er 

abermals neue Dokumente ins Recht.

17. Mit Quadruplik vom 4. August 2020 verzichtete die Beschwerdegegnerin 

auf die Einreichung einer weiteren Stellungnahme.

18. Mit (unaufgeforderter) Eingabe vom 10. August 2020 reichte der 

Beschwerdeführer weitere Berichte von Dr. med G._____ sowie eine 

ergänzte Honorarnote ein.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die ablehnende Verfügung 

der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 31. März 2020, mit welcher 

diese eine Kostengutsprache für die Umschulung des Beschwerdeführers 

verneinte. Eine solche Anordnung, die laut Bundesrecht der Beschwerde 

an das Versicherungsgericht am Ort der verfügenden IV-Stelle unterliegt, 

kann beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden als örtlich und 

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sachlich zuständigem Versicherungsgericht angefochten werden (vgl. 

Art.  49 Abs.  2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; 

BR 370.100] i.V.m. Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Inva-

lidenversicherung [IVG; SR 831.20] sowie Art. 57 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; 

SR 830.1]). Als formeller und materieller Verfügungsadressat ist der Be-

schwerdeführer von der angefochtenen Verfügung unmittelbar betroffen 

und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung. 

Er ist deshalb zur Beschwerdeerhebung legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 

Art. 59 ATSG). Die Beschwerde wurde zudem frist- und formgerecht ein-

gereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 39 Abs. 

1 ATSG sowie Art. 61 lit. b ATSG), weshalb darauf einzutreten ist.

2. Streitgegenstand bildet der Anspruch des Beschwerdeführers auf berufli-

che Massnahmen im Sinne einer Umschulung. Unbestritten ist, dass dem 

Beschwerdeführer die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Chauffeur nicht mehr 

zumutbar ist. Die Beschwerdegegnerin bejahte in der Vernehmlassung 

überdies den Anspruch des Beschwerdeführers auf Arbeitsvermittlung. Un-

eins sind sich die Parteien zunächst hinsichtlich der 

(Rest-)Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit: Dabei kritisiert der 

Beschwerdeführer die von der Beschwerdegegnerin gestützt auf den Be-

richt des Rehazentrums Valens vom 10. Februar 2020 bzw. auf die RAD-

Beurteilung vom 18. März 2020 angenommene, volle Arbeitsfähigkeit in ad-

aptierter Tätigkeit. Der Beschwerdeführer sieht sich gestützt auf die Ar-

beitsfähigkeitseinschätzung von Dr. med. G._____ lediglich zu 20 % in ad-

aptierter Tätigkeit (d.h. in leichten Tätigkeiten ohne Heben und Tragen von 

Lasten von mehr als 5-10 kg) arbeitsfähig. Ferner rügt der Beschwerdefüh-

rer die Bemessung des Validen- und Invalideneinkommens und schliess-

lich die Nichtvornahme eines Leidensabzugs von 25 %. 

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3.1. Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 

ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, 

soweit: (a) diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wiederherzustellen, 

zu erhalten oder zu verbessern; und (b) die Voraussetzungen für den An-

spruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.

3.2. Ein Versicherter hat Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätig-

keit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die 

Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann 

(Art. 17 Abs. 1 IVG). Ein Anspruch auf Umschulung setzt voraus, dass die 

versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens 

in der bisher ausgeübten Tätigkeit und in den für sie ohne zusätzliche be-

rufliche Ausbildung offenstehenden zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine 

bleibende oder länger dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 % erleidet 

(BGE 139 V 403 E.5.3, 130 V 489 E.4.2; Urteil des Bundesgerichts 

9C_511/2015 vom 15. Oktober 2015 E.3). Nach Art. 6 Abs. 1 IVV gelten 

als Umschulung Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Ab-

schluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme ei-

ner Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer 

Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benöti-

gen. 

4. Vorab ist die (Rest-)Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu klären. 

Hierfür sind insbesondere die ärztlichen Unterlagen massgebend. 

4.1. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdever-

fahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Hinsichtlich des Be-

weiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 

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(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein-

leuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 

134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a). Ausschlaggebend für den Beweiswert 

ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die 

Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme 

als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c m.H.). 

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-

wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet so-

wie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-

sigkeit bestehen (siehe BGE 137 V 210 E.1.2.1, Urteil des Bundesgerichts 

8C_839/2016 vom 12. April 2017 E.3.1 f.). Die Tatsache allein, dass der 

befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger 

steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit 

schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Miss-

trauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet er-

scheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den 

Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unpartei-

lichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (vgl. 

zum Ganzen BGE 125 V 351 E.3b/ee, 122 V 157 E.1c). Bestehen auch nur 

geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versiche-

rungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen 

vorzunehmen (BGE 139 V 225 E.5.2, 135 V 465 E.4.3.2 und 4.4; Urteile 

des Bundesgerichtes 9C_415/2017 vom 21. September 2017 E.3.2, 

8C_452/2016 vom 27. September 2016 E.4.2.2 f., 8C_245/2011 vom 

25. August 2011 E.5.3). Aus dem Grundsatz der Waffengleichheit folgt das 

Recht der versicherten Person, mittels eigener Beweismittel die Zuverläs-

sigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen der versicherungs-

internen Fachpersonen in Zweifel zu ziehen. Diese von der versicherten 

Person eingereichten Beweismittel stammen regelmässig von behandeln-

den Ärztinnen und Ärzten oder von anderen medizinischen Fachpersonen, 

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die in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur versicherten Person stehen. 

Da sich die behandelnden Ärztinnen und Ärzte zudem in erster Linie auf 

die Behandlung zu konzentrieren haben, verfolgen deren Berichte nicht 

den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungs-

ansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes 

und erfüllen deshalb kaum je die materiellen Anforderungen an ein Gutach-

ten gemäss Rechtsprechung. Aus diesen Gründen und aufgrund der Erfah-

rungstatsache, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrecht-

liche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten 

aussagen (BGE 125 V 351 E.3a/cc m.H.), wird im Streitfall eine direkte 

Leistungszusprache einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden 

Ärztinnen und Ärzte denn auch kaum je in Frage kommen (BGE 135 V 465 

E.4.5). Die von der versicherten Person aufgelegten Berichte sind jedoch 

daraufhin zu prüfen, ob sie auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit 

und Schlüssigkeit der Feststellungen versicherungsinterner Ärztinnen und 

Ärzte wecken. Um solche Zweifel auszuräumen, wird das Gericht entweder 

ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungs-

träger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 

ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 135 V 465 E.4.6; vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_245/2011 vom 25. August 2011 E.5.3). 

4.2. Zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf den Bericht zum 

Ergonomietrainingsprogramm des Rehazentrums Valens vom 10. Februar 

2020 bzw. auf die RAD-Beurteilung vom 18. März 2020 abgestellt hat oder 

ob konkrete Indizien gegen deren Zuverlässigkeit sprechen bzw. diese von 

den übrigen medizinischen Akten in Zweifel gezogen werden, so dass von 

der 100%igen Arbeitsfähigkeitseinschätzung in adaptierter Tätigkeit (d.h. 

körperlich leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten mit nur 

manchmal vorkommendem vorgeneigtem Stehen sowie Arbeiten über 

Schulterhöhe) nicht mehr ausgegangen werden darf. 

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4.3. Soweit der Beschwerdeführer eine unzureichende Abklärung des 

medizinischen Sachverhalts bemängelt, da bis heute keine RAD-

Abschluss-beurteilung vorgenommen worden sei, verfängt sein Einwand 

nicht. Zwar trifft es zu, dass die Beschwerdegegnerin dem 

Beschwerdeführer mit Schreiben vom 25. November 2019 mitteilte, dass 

die Frage nach dem Umschulungsanspruch bis auf Weiteres offengelassen 

werde und erst dann abschliessend beantwortet werde, wenn die 

orthopädischen, rheumatologischen und neurologischen Untersuchungen 

durchgeführt worden seien und eine RAD-Abschlussbeurteilung vorliege 

(vgl. Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 61). Diese Abklärungen 

wurden seither durch die Dres. med. H._____ und I._____ durchgeführt 

(vgl. insb. Bericht vom 14. Oktober 2019 [Bg-act. 72] und jener vom 8. 

November 2019 [Bg-act. 74]) und flossen in die Beurteilung von Dr. med. 

G._____ vom 20. November 2019 (Bg-act. 66/2) mit ein, was in 

diagnostischer Hinsicht zu keiner Änderung im Vergleich zu seinem Bericht 

vom 3. Oktober 2019 (Bg-act. 50) führte, welcher auch von RAD-Arzt Dr. 

med. E._____ gewürdigt worden ist (vgl. Case Report [CR] S. 6). Ferner 

befand sich der Beschwerdeführer seither in einem einmonatigen 

Rehabilitationsaufenthalt in den Kliniken Valens, der gemäss dem von Dr. 

med. G._____ gestellten Kostengutsprachegesuch bezweckte, die 

körperliche Belastungsfähigkeit bzw. die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers abzuklären (vgl. Bg-act. 66). Dass RAD-Arzt Dr. med. 

E._____ seine finale Beurteilung vom 18. März 2020 (CR S. 12) gestützt 

auf die dort getätigten Abklärungen nach einem intensiven, 

leistungsorientierten Ergonomietrainingsprogramm vornahm, ist – wie noch 

aufzuzeigen ist – nicht weiter zu beanstanden. Dass er seine Beurteilung 

unter der Rubrik "Einschätzung über die Eingliederungsfähigkeit" 

anbrachte und nicht in Form einer RAD-Abschlussbeurteilung, tut seinen 

Ausführungen keinen Abbruch. Vielmehr hält die Beschwerdegegnerin in 

der Vernehmlassung dazu nachvollziehbar fest, dass die RAD- 

Beurteilungen im Zusammenhang mit der Prüfung beruflicher 

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Massnahmen unter dem besagten Titel "Einschätzung über die 

Eingliederungsfähigkeit", jene im Zusammenhang mit Rentenprüfungen 

indes als RAD-Abschlussbeurteilung erfolgen. Entgegen der Auffassung 

des Beschwerdeführers findet sich überdies in der finalen Beurteilung von 

RAD-Arzt Dr. med. E._____ vom 18. März 2020 kein Anhalt dafür, dass er 

angedeutet hätte, es müsse eine weitere Einschätzung von Dr. med. 

G._____ abgewartet werden.

4.4. Des Weiteren kann dem Beschwerdeführer nicht gefolgt werden, wenn er 

vorbringt, der Bericht der Kliniken Valens stelle keine ausreichende 

Beurteilungsgrundlage dar. Entgegen seiner Auffassung handelt es sich 

beim Bericht vom 10. Februar 2020 nicht bloss um therapeutisch-

ergonomische Beobachtungen im Sinne einer Momentaufnahme. Vielmehr 

hat sich Dr. med. L._____ in Kenntnis der medizinischen Vorgeschichte 

und in Erhebung der Befunde mit den gesundheitlichen Einschränkungen 

des Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Auch flossen die geltend 

gemachten Angaben zur Krankheitsentwicklung und zum jetzigen Leiden 

in die Gesamtbeurteilung zum Gesundheitszustand mit ein (vgl. Bg-act. 

110/2 ff.). Daraus wie auch aus den gestellten Diagnosen (chronisches 

panvertebrales Syndrom bei u.a. mässiggradigen degenerativen 

Veränderungen, Haltungsinsuffizienz bei Adipositas, muskulärer 

Dysbalance, Hypermobilität, Scheuermannresiduen am thorakolumbalen 

Übergang und CT-gesteuerter Facettengelenksinfiltration LWK4/5 

beidseits am 27. Juni 2019 ohne Wirkung sowie ein Karpaltunnelsyndrom 

beidseits), welche auch jene der Dres. med. G._____, H._____ und I._____ 

aufgreifen, geht hervor, dass sich Dr. med. L._____ sehr wohl mit den 

aktenkundigen Berichten und Befunderhebungen auseinandergesetzt hat. 

Die Schlussfolgerungen im Bericht vom 10. Februar 2020 stützen sich 

zudem auf die während eines ganzen Monats durchgeführten Abklärungen 

ab, weshalb keineswegs von einer Momentaufnahme gesprochen werden 

kann. Auch wenn sich während des Klinikaufenthalts gezeigt hat, dass die 

- 15 -

lumbalen Rückenschmerzen bei vermehrter körperlicher Belastung im 

Rahmen der Therapien zugenommen haben, geht aus der 

Austrittsbeurteilung hervor, dass der Beschwerdeführer die 

Trainingsbelastungen sowohl im Sequenztraining als auch im 

Ausdauertraining etwas habe steigern können. Beim wechselhaften Verlauf 

habe er im abeitsspezifischen Training konstant mit 12.5 kg hantiert. Beim 

vorgeneigten Stehen seien Verbesserungen in der Haltungskontrolle 

ersichtlich. Insgesamt seien bezüglich der Arbeitstechniken leichte 

Verbesserungen erkennbar. Die bei Austritt demonstrierte 

Leistungsfähigkeit liege im Bereich einer wechselbelastenden, leichten bis 

mittelschweren Tätigkeit (Heben von Lasten selten bis max. 15 kg). Vor 

diesem Hintergrund erscheint es schlüssig, wenn Dr. med. L._____ auf 

eine ab dem 10. Februar 2020 bestehende 100%ige Arbeitsfähigkeit für 

solche leicht bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeiten mit nur 

manchmal vorkommenden Arbeiten über Schulterhöhe und vorgeneigtem 

Stehen schloss (vgl. Bg-act. 110/3 f.). Insofern erweist sich der Bericht des 

Rehazentrums Valens vom 10. Februar 2020 als für die streitigen Belange 

umfassend und ist demnach auch beweiswertig.

4.5. Wenn nun Dr. med. G._____ den Beschwerdeführer aufgrund der Rücken- 

und Beinschmerzen nur eine 20%ige Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten 

ohne Heben und Tragen von Lasten von mehr als 5-10 kg und ohne 

repetitives Beugen und Strecken des Oberkörpers auswies (vgl. z.B. 

ärztliches Zeugnis vom 10. März 2020 [Bg-act. 116]), ist dem sich darauf 

abstützenden Beschwerdeführer entgegenzuhalten, dass ärztliche 

Beurteilungen von der Natur der Sache her unausweichlich Ermessenzüge 

aufweisen, die es zu respektieren gilt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_699/2018 vom 28. August 2019 E.4.2.2 m.H.). Dr. med. G._____ 

begründet seine Abkehr von der zuvor noch attestierten 100%igen 

Arbeitsunfähigkeit denn auch nicht näher (vgl. Arztbericht vom 20. 

November 2019 [Bg-act. 66]). Anhaltspunkte für eine Verbesserung 

- 16 -

ergeben sich bei gleichbleibenden Hauptdiagnosen jedenfalls nicht. 

Vielmehr liegt der Schluss nahe, dass eine solche niederprozentige 

Arbeitsfähigkeitseinschätzung in adaptierter Tätigkeit mit dem seitens der 

IV-Einglie-derungsberatung geäusserten Hinweis zusammenhängt, eine 

Anmeldung beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) 

vorzunehmen, wobei mindestens eine 20%ige Arbeitsfähigkeit 

vorgewiesen werden müsse, um Taggelder beanspruchen zu können (vgl. 

Emails vom 3. März 2020 und 18. März 2020 [Bg-act. 113 und 123]). Dabei 

leuchtet aber nicht ein, weshalb eine derartige, nach Auffassung von Dr. 

med. G._____ dem momentanen Leiden angepasste leichte Tätigkeit nicht 

auch im Rahmen einer höheren Arbeitsfähigkeit ausgeübt werden könnte. 

Dr. med. G._____ bringt zudem nichts vor, was im Bericht der Kliniken 

Valens vom 10. Februar 2020 unerkannt oder ungewürdigt geblieben sein 

soll (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_379/2019 vom 21. August 2019 

E.2). Soweit seine nach Verfügungserlass datierten Berichte überhaupt 

Beachtung finden können (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 

8C_414/2019 vom 25. September 2019 E.2.2.2), geht daraus zwar hervor, 

dass Dr. med. G._____ gewisse Präzisierungen in diagnostischer Hinsicht 

vornahm (vgl. z.B. Arztbericht vom 24. April 2020 [Akten des 

Beschwerdeführers {Bf-act.} 13], wo unter dem schweren chronischen 

Schmerzsyndrom im Bereich der LWS und in den Beinen zusätzlich eine 

Übergangsanomalie beidseits L5/S1 mit Sakralisation des Wirbelkörpers 

L5 und konsekutiver Überbelastung der Bewegungssegmente L4/L5 und 

L3/L4 mit deutlicher dorsoventraler Arthrose bei Überbeweglichkeit, eine 

L4 und L5 Radikulopathie [elekrophysiologisch nachgewiesen durch Dr. 

med. H._____ am 14. Oktober 2019] sowie eine zweimalige Infiltration [1 x 

L4 und L5 rechts, 1 x L4 und L5 links] im März/April 2020 mit 

anschliessender, während Stunden dauernder Besserung der 

Beschwerden im Rücken und in den Beinen aufgeführt wurde), wobei eine 

Nervenwurzelkompression L4 und L5 im Vordergrund stand (vgl. 

Arztbericht vom 15. Juni 2020 [Bf-act. 20], provisorischer Austrittsbericht 

- 17 -

undatiert [Bf-act. 21] sowie Austrittsbericht vom 23. Juni 2020 [Bf-act. 22]). 

Die eigentlichen Hauptdiagnosen blieben jedoch im Vergleich zu den 

vorangehenden Berichten unverändert. Insoweit liegt nahe, dass die 

aufgeführte Pathologie beim Beschwerdeführer klinisch bereits im 

Zeitpunkt des stationären Rehabilitationsaufenthalts in den Kliniken Valens 

vorgelegen hat und die geklagte Symptomatik folglich bereits 

vollumfänglich im Rahmen des Berichts vom 10. Februar 2020 

berücksichtig worden ist. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist 

für die Beurteilung der invalidisierenden Wirkung eines 

Gesundheitsschadens ohnehin nicht die konkrete diagnostische 

Einordnung, sondern vielmehr die funktionellen Beeinträchtigungen 

massgebend (vgl. BGE 140 V 193 E.3.1; Urteile des Bundesgerichts 

9C_345/2019 vom 25. September 2019 E.4.2.1, 9C_570/2018 vom 18. 

Februar 2019 E.3.2.1, 9C_851/2018 vom 23. Mai 2019 E.4.1.4). Dass sich 

zumindest ab dem Verfügungszeitpunkt in gesundheitlicher Hinsicht eine 

Verschlechterung eingestellt hätte, weist denn auch der Beschwerdeführer 

selbst in der Replik ausdrücklich zurück. Dabei beruft er sich zudem auf 

seinen neuen Hausarzt, Dr. med. N._____, der in seinem Bericht vom 28. 

Juni 2020 betont, dass die Operationsindikation nicht in einer allgemeinen 

Verschlechterung der gesundheitlichen Situation seit dem 31. März 2020, 

sondern in den ausgeschöpften konservativen Therapien begründet 

gewesen sei (vgl. Bf-act. 19). Soweit schliesslich für die Zeit nach der 

Operation eine mehrmonatige, 100%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen 

wird (vgl. Arztbericht von Dr. med. G._____ vom 24. April 2020 [Bf-act. 

13/3]), bringt der Beschwerdeführer in der Triplik selbst vor, dass es sich 

dabei lediglich um eine temporäre Arbeitsunfähigkeit handle. Daher ist 

nicht von einer dauerhaften Veränderung des Gesundheitszustands 

auszugehen, sondern nur von einer vorübergehenden funktionellen 

Verschlechterung. Dies wird denn auch insoweit durch den Bericht des 

Physiotherapeuten O._____ bestätigt, als es dem Beschwerdeführer nach 

der Operation hinsichtlich seiner Beschwerden bereits deutlich bessergehe 

- 18 -

(vgl. Bf-act. 25). Auch Dr. med. G._____ weist in seinem Bericht vom 29. 

Juli 2020 darauf hin, dass sich der peri- und postoperative Verlauf erfreulich 

gestalte und der Beschwerdeführer darüber berichte, dass die 

Beschwerden gegenüber vor der Operation, insbesondere die 

Ausstrahlung in die Beine, viel besser geworden sei und auch die 

Schmerzen im Kreuz abgenommen hätten (Bg-act. 32). Schliesslich kann 

aufgrund dieses positiven Verlaufs (vgl. dazu auch den Austrittsbericht vom 

23. Juni 2020 [Bf-act. 22/3]) auf die Prognose von Dr. med. G._____ 

hingewiesen werden, wonach durch die dorsale dynamische Stabilisation 

anschliessend eine Besserung der Beschwerden erzielt werden sollte, so 

dass der Beschwerdeführer, ohne Heben von schweren Lasten von mehr 

als 5-10 kg und ohne repetitives Beugen des Oberkörpers, wieder in einen 

Arbeitsplatz reintegriert werden könne (vgl. Arztbericht vom 24. April 2020 

[Bf-act. 13], vgl. ferner Stellungnahme von Dr. med. N._____ vom 28. Juni 

2020 [Bf-act. 19]). Da sich diese Einschätzung weitgehend mit jener im 

Bericht der Kliniken Valens vom 10. Februar 2020 deckt, ist letztere nicht 

zu beanstanden. Dies gilt umso mehr, als Dr. med. G._____ auch in seinem 

Bericht vom 29. Juli 2020 schreibt, er sei zuversichtlich, dass sich die 

Situation (nach stattgehabter Operation) für den Beschwerdeführer noch 

verbessern werde und er in Zukunft (ca. drei Monate nach der Operation) 

die Möglichkeit habe, erneut eine Arbeit aufzunehmen (Bf-act. 32).

4.6. Insgesamt ergibt sich somit, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers 

und die von ihm beigebrachten medizinischen Stellungnahmen nicht 

geeignet sind, auch nur geringe Zweifel am Bericht zum 

Ergonomietrainingsprogramm des Rehazentrums Valens vom 10. Februar 

2020 bzw. an der RAD-Beurteilung vom 18 März 2020 zu wecken. Es ist 

daher nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin auf die darin 

attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 

abstellte. Insofern ist nicht ersichtlich, inwiefern die Beschwerdegegnerin 

ihrer Abklärungspflicht nicht nachgekommen sein soll, weshalb sich eine 

- 19 -

Rückweisung an sie zur Einholung eines polydisziplinären Gutachtens 

erübrigt. Aus demselben Grund kann auch im vorliegenden gerichtlichen 

Verfahren auf die beantragte Einholung einer solchen Expertise genauso 

wie auf die Edition der Akten des KIGA, des Jahreslohns 2019 bei der 

B._____ AG sowie der Berichte der behandelnden Physiotherapiepraxis 

und auf die Auskünfte von Dr. med. N._____ bzw. vom Physiotherapeuten 

O._____ verzichtet werden, zumal das streitberufene Gericht aufgrund der 

bereits abgenommenen Beweise seine Überzeugung gebildet hat und 

annehmen kann, dass diese Überzeugung durch weitere 

Beweiserhebungen nicht ändern würde (vgl. BGE 136 I 229 E.5.3, 134 I 

140 E.5.3).

4.7. Im Übrigen weist die Beschwerdegegnerin in der Duplik zu Recht darauf 

hin, dass bei der vom Beschwerdeführer geltend gemachten 

Arbeitsfähigkeit von nur 20 % in adaptierter Tätigkeit die objektive 

Eingliederungsfähigkeit nicht mehr gegeben wäre, da er nicht in der Lage 

wäre, berufsbildende Massnahmen zu bestehen (vgl. dazu Urteil des 

Bundesgerichts 8C_163/2018 vom 28. Januar 2019 E.4.3.3.2 m.H.; 

BUCHER, Eingliederungsrecht der Invalidenversicherung, 2011, Rz. 124 

und 539; ferner Verlaufsprotokoll Eingliederung, Eintrag vom 4. Dezember 

2019 [Bg-act. 131/2]). Ausserdem fragt sich, ob bei der von ihm primär 

anvisierten Umschulung zum technischen Kaufmann (vgl. dazu z.B. 

Eingabe Beschwerdeführer vom 25. Oktober 2019 [Bg-act. 44], 

Verlaufsprotokoll Eingliederung, Eintrag vom 4. Dezember 2019 [Bg-act. 

131/2], Bericht Ergonomietrainingsprogramm vom 10. Februar 2020 [Bg-

act. 110/5]) das Erfordernis der annähernden Gleichwertigkeit der 

Tätigkeiten vor Eintritt der Invalidität und jener nach Durchführung der 

beruflichen Massnahme noch gegeben wäre, handelt es sich dabei doch 

um einen anspruchsvollen Weiterbildungsberuf, der eine abgeschlossene 

Grundausbildung voraussetzt und mit den entsprechenden 

Verdienstmöglichkeiten einhergehen dürften (vgl. zum Kriterium der 

- 20 -

annähernden Gleichwertigkeit Urteil des Bundesgerichts 9C_393/2020 

vom 14. Juli 2020 E.2.2, 3.2). Dabei ist darauf hinzuweisen, dass es nicht 

Aufgabe der IV ist, den Beschwerdeführer in eine bessere beruflich-

erwerbliche Stellung zu führen, als er vorher innehatte (vgl. Kreisschreiben 

des BSV über die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art (KSBE), 

gültig ab 1. Januar 2014, Stand 1. Januar 2020, Rz. 4002; 

MEYER/REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. 

Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 17 N 15). 

5. Der Beschwerdeführer bemängelt des Weiteren die Bemessung des 

Valideneinkommens. Dazu bringt er im Wesentlichen vor, die 

Beschwerdegegnerin habe zu Unrecht ausgeblendet, dass er die 

Berufslehre zum Heizungsinstallateur aus gesundheitlichen Gründen habe 

abbrechen müssen. Da er diese Lehre im Gesundheitsfalle abgeschlossen 

hätte und er auf diesem Beruf gearbeitet hätte, sei das Valideneinkommen 

anhand der LSE 2016, Tabelle TA 1, Kompetenzniveau 2, Baugewerbe, zu 

bemessen, was einen auf das Jahr 2019 aufindexierten Betrag von 

Fr. 75'734.-- ergebe.

5.1. Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die 

versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt überwiegend 

wahrscheinlich als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Die 

Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Da nach 

empirischer Erfahrung in der Regel ohne gesundheitliche Beeinträchtigung 

die bisherige Tätigkeit weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für 

die Bestimmung des Valideneinkommens grundsätzlich der letzte vor 

Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teuerung und 

der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst. Ausnahmen 

müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 

E.3.3.2, 135 V 58 E.3.1, 134 V 322 E.4.1).

- 21 -

5.2. Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung auf das 

anhand der Tätigkeit des Beschwerdeführers als Chauffeur erzielbare 

jährliche Einkommen von Fr. 58'110.-- ab, da der Abbruch der Berufslehre 

zum Heizungsinstallateur nicht aus gesundheitlichen, sondern aus 

gesundheitsfremden Gründen erfolgt sei. Zwar geht aus dem von der 

Beschwerdegegnerin angeführten Evaluationsgespräch vom 19. August 

2019 und dem Verlaufsprotokoll vom 25. November 2019 bzw. 3. April 2020 

unter "Ausgangslage" hervor, dass die im Jahre 2009 begonnene Lehre im 

2011 aus krankheitsfremden Gründen abgebrochen worden sei. Dem hält 

der Beschwerdeführer indes zu Recht entgegen, dass es sich dabei jeweils 

um einen Vermerk des Eingliederungsberaters handelte (vgl. Bg-act. 26/2, 

64/1 und 131/1). Dabei wird auch nicht näher erläutert, worin der 

Lehrabbruch denn tatsächlich begründet war. Demgegenüber erhellt aus 

der medizinischen Sachlage, dass der Beschwerdeführer bereits in der 

Pubertät an Rückenschmerzen bei Morbus Scheuermann sowie Adipositas 

gelitten hatte und deshalb die Lehre abbrechen musste (vgl. Arztbericht 

von Dr. med. C._____ vom 5. August 2019 [Bg-act. 20/10 f.] sowie 

undatierter Bericht [Bg-act. 20/2], Sprechstundenberichte von Dr. med. 

P._____ vom 27. April 2011 und 6. Mai 2011 [Bf-act. 5 und 6], 

Stellungnahme Dr. med. Q._____ vom 13. April 2011 [Bf-act. 4], 

Kurzbeurteilung von Dr. med. F._____ vom 18. September 2019 [Bg-act. 

35/2] und Arztbericht von Dr. med. G._____ vom 3. Oktober 2019 [Bg-act. 

50/2]). Dies deckt sich denn auch mit den eigenen, gegenüber der 

Krankentaggeldversicherung gemachten Aussagen des 

Beschwerdeführers, wonach die seit 2011 bestehenden 

Rückenbeschwerden während der Lehre zum Heizungsinstallateur 

zugenommen hätten, was zu dessen Abbruch geführt habe (vgl. Bg-act. 

4/9). Schliesslich hielt denn auch RAD-Arzt Dr. med. E._____ gestützt auf 

Dr. med. C._____ fest, dass der Morbus Scheuermann seit 2011 bekannt 

sei und die Lehre zum Heizungsmonteur im selben Jahr wegen 

schmerzhafter Rückenbelastung habe abgebrochen werden müssen 

- 22 -

(Beurteilung vom 16. September 2019 [Bg-act. 64/2 f. und CR S. 12]). 

Aufgrund dieser Aktenlage erscheint es überwiegend wahrscheinlich, dass 

der Beschwerdeführer seine Lehre zum Heizungsinstallateur 

gesundheitsbedingt aufgeben musste. Diesfalls ist auf Art. 26 Abs. 2 IVV 

hinzuweisen, welcher folgenden Wortlaut aufweist: Konnte der Versicherte 

wegen der Invalidität eine begonnene berufliche Ausbildung nicht 

abschliessen, so entspricht das Erwerbseinkommen, das er als 

Nichtinvalider erzielen könnte, dem durchschnittlichen Einkommen eines 

Erwerbstätigen im Beruf, für den die Ausbildung begonnen wurde (Art. 26 

Abs. 2 IVV). In Abgrenzung zu Art. 26 Abs. 1 IVV, der Geburts- und 

Frühinvalide erfasst, die seit ihrer Geburt oder Kindheit an einem 

Gesundheitsschaden leiden und deshalb keine zureichenden beruflichen 

Kenntnisse erwerben konnten, hat Art. 26 Abs. 2 IVV jene Fälle im Auge, 

in denen eine Invalidität erst nach Beginn der beruflichen Ausbildung (oder 

unmittelbar vor der Umsetzung feststehender Ausbildungspläne) 

dazwischen tritt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_233/2018 vom 11. 

April 2019 E.1.2 und 3.1, 9C_163/2017 vom 2. Mai 2017 E.4.1; 

Kreisschreiben des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der 

Invalidenversicherung (KSIH), gültig ab 1. Januar 2015, Stand 1. Januar 

2020, Rz. 3039). Vorliegend ist der Gesundheitsschaden des 

Beschwerdeführers wie gesagt im Jahr 2011 während der Ausbildung zum 

Heizungsmonteur aufgetreten. Zudem ist anzunehmen, dass dieser 

Gesundheitsschaden invalidisierend war, zumal der Beschwerdeführer – 

wie soeben festgestellt – infolge dessen die begonnene Ausbildung 

abbrechen musste. Demnach ist das Valideneinkommen in 

Übereinstimmung mit der beschwerdeführerischen Auffassung und 

gestützt auf Art. 26 Abs. 2 IVV anhand des Tabellenlohns für den 

Wirtschaftszweig Baugewerbe – unter dem die Sanitär- und 

Heizungsinstallation eingeordnet ist – zu ermitteln. Unter Berücksichtigung 

einer plausiblen, beruflichen Weiterentwicklung (ohne 

Gesundheitsschädigung) kann, wie der Beschwerdeführer getan hat, auf 

- 23 -

die LSE (2016), Tabelle TA 1, Privater Sektor, Kompetenzniveau 2, Männer 

abgestellt werden. Demnach resultiert ein massgebendes (hypothetisches) 

Valideneinkommen (umgerechnet auf eine 41.7 Stundenwoche und 

angepasst an die Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 2019) von 

Fr. 75'734.30 (Fr. 5'911.-- : 40 x 41.7 x 12 x 1.003995 x 1.01 x 1.01).

6. Soweit der Beschwerdeführer zudem geltend macht, das von der Be-

schwerdegegnerin gestützt auf die LSE-Tabelle errechnete Invalidenein-

kommen von Fr. 68'418.40 (LSE 2016, Tabelle TA 1, Kompetenzniveau 1, 

männlich, umgerechnet auf die wöchentliche durchschnittliche Arbeitszeit 

von 41.7 Stunden, aufindexiert, aufgrund einer Arbeitsfähigkeit von 100 % 

= Fr. 5'340.-- x 12 : 40 x 41.7 x 1.003995 x 1.01 x 1.01) sei schlicht rea-

litätsfremd und könne von ihm – was auch sein Auszug aus dem individu-

ellen Konto (IK-Auszug) belege – nicht annährend erwirtschaftet werden, 

verfängt sein Einwand nicht. Denn rechtsprechungsgemäss ist bei 

versicherten Personen, die nach Eintritt eines Gesundheitsschadens – wie 

vorliegend – lediglich noch leichte Arbeiten verrichten können, in der Regel 

vom Totalwert im niedrigsten (und am schlechtesten bezahlten) 

Kompetenzniveau auszugehen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_411/2019 vom 16. Oktober 2019 E.7.2, 9C_633/2013 vom 23. Oktober 

2013 E.4.2). Dass Anlass dazu bestünde, von dieser Regel abzuweichen, 

wird weder vom Beschwerdeführer substantiiert geltend gemacht noch ist 

dies ersichtlich. Auch kann angesichts des Belastungsprofils entgegen der 

vom Beschwerdeführer in der Replik vertretenen Auffassung nicht gesagt 

werden, dass die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form 

möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kenne. 

Vielmehr umfasst das hier anwendbare Kompetenzniveau 1 (einfache 

Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art) typischerweise leichte, 

wechselbelastende Tätigkeiten. Auch ist der ausgeglichene Arbeitsmarkt 

ein theoretischer und abstrakter Begriff und berücksichtigt die konkrete 

Arbeitsmarktlage in bestimmten Regionen gerade nicht (BGE 134 V 64 

- 24 -

E.4.2.1 m.H.). Zudem kann auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit 

einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers 

(Nischenarbeitsplätze) gerechnet werden (Urteil des Bundesgerichts 

9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E.2.2.1 m.H.). Insofern stehen dem 

Beschwerdeführer auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend 

Einsatzmöglichkeiten in einer leidensadaptierten Tätigkeit offen. 

7. Ferner macht der Beschwerdeführer in der Replik namentlich geltend, die 

Vergleichseinkommen seien zu parallelisieren, da er bisher mit kürzlich 

bestandener LKW-Prüfung im Vergleich zu LKW-Chauffeuren mit 

Lehrabschluss (LSE [2016], Tabelle TA 1, Kompetenzniveau 2, 

Wirtschaftszweige Ziff. 49-52 "Landverkehr, Schifffahrt, Luftfahrt, Lagerei") 

25.23 % weniger verdient habe. Dieser Einwand verfängt nicht. Denn 

mangels vergleichbarer Grundlagen geht es nicht an, den in seinen 

bisherigen Hilfsarbeitertätigkeiten erwirtschaftete Verdienst, bei welchem 

die abgeschlossene LKW-Fahrerprüfung nach eigenen Angaben noch 

nicht lohnwirksam umgemünzt werden konnte (vgl. Replik Ziff. 17 S. 11; Bf-

act. 28), mit jenem von ausgebildeten LKW-Chauffeuren zu vergleichen 

und gestützt darauf ein unfreiwillig erzieltes unterdurchschnittliches 

Einkommen geltend zu machen. Zum anderen ist durch die vorerwähnte 

Aufwertung des Valideneinkommens gestützt auf Art. 26 IVV eine 

Parallelisierung durch eine entsprechende Heraufsetzung des 

Einkommens im Gesundheitsfalle bereits erfolgt, indem ausgehend von 

einer hypothetischen Aus- und Weiterbildung als Heizungsinstallateur ein 

statistischer Durchschnittlohn für das Baugewerbe im Kompetenzniveau 2 

anstelle des tatsächlich Verdienstes herangezogen wurde (vgl. BGE 134 V 

322 E.4.1 und Urteile des Bundesgerichts 8C_129/2019 vom 19. August 

2019 E.3, 9C_632/2010 vom 29. Oktober 2010 E.3.3.1). Weitere 

Ausführungen dazu erübrigen sich demnach. 

- 25 -

8. Schliesslich erachtet der Beschwerdeführer einen Leidensabzug von 25 % 

als angemessen und begründet dies namentlich mit den Umständen, dass 

er nur noch körperlich leichte bis (maximal) mittelschwere, 

wechselbelastende Tätigkeiten (mit nur manchmal vorkommendem vorge-

neigtem Stehen sowie Arbeiten über Schulterhöhe bzw. ohne repetitives 

Beugen und Strecken des Oberkörpers) ausüben könne, einen erhöhten 

Pausenbedarf habe bzw. auf Arbeitsunterbrüche angewiesen sei und nur 

noch in Teilzeitarbeit tätig sein könne.

8.1. Ein leidensbedingter Abzug kommt auch bei Heranziehen der statistischen 

Werte der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) zur Bestimmung 

des Invalideneinkommens nicht generell und in jedem Fall zur Anwendung. 

Ein Abzug soll nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Ein-

zelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen 

eines oder mehrerer einkommensbeeinflussender Merkmale ihre gesund-

heitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt 

nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 

126 V 75 E.5a/bb und E.5b/aa, bestätigt u.a. mit Urteilen 9C_323/2019 vom 

2. September 2019 E.4.2, 9C_549/2018 vom 20. Februar 2019 E.4.1 m.H.). 

Praxisgemäss soll mit dem Abzug vom Tabellenlohn der Tatsache Rech-

nung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art 

und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder 

Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad je nach Ausprägung Auswir-

kungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 135 V 297 E.5.2; Urteil des 

Bundesgerichts 8C_114/2017 vom 11. Juli 2017 E.3.1). Der Abzug ist unter 

Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen 

gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 297 

E.5.2, 134 V 322 E.5.2, 126 V 75 E.5b/bb-cc; Urteil des Bundesgerichts 

9C_447/2019 vom 8. Oktober 2019 E.3.1).

- 26 -

8.2. Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem In-

valideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör-

perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit einge-

schränkt ist (BGE 126 V 75 E.5a/bb). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige 

bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene ge-

sundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des lei-

densbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung 

desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteil des Bundesgerichts 

9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E.4.1.1 m.H.). Praxisgemäss werden 

keine separat quantifizierten Abzüge je für die massgebenden Kriterien vor-

genommen und addiert, sondern vielmehr wird der Abzug gesamthaft ge-

schätzt (Urteil des Bundesgerichts 8C_536/2019 vom 26. September 2019 

E.5.2.2 f.).

8.3. Soweit der Beschwerdeführer einen Abzug mit dem Verweis auf multiple 

Einschränkungen geltend macht, ist ihm entgegenzuhalten, dass die sich 

aus medizinischer Sicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden körperlichen 

Limitierungen, welche bereits in qualitativer Hinsicht bei der Festlegung des 

Belastungsprofils berücksichtigt worden sind, nicht nochmals – als abzugs-

relevant – herangezogen werden dürfen. Dies käme einer unzulässigen 

doppelten Anrechnung derselben Gesichtspunkte gleich (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 9C_771/2017 vom 29. Mai 2018 E.3.5.1 m.H.). Es beste-

hen denn auch keine Anhaltspunkte dafür, dass die gesundheitlichen Ein-

schränkungen nicht bereits vollumfänglich in der Beurteilung der medizini-

schen Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierter Tätigkeit enthalten sind. So 

wurde der Einschränkung mit Blick auf das Heben von Lasten dadurch 

Rechnung getragen, als nur noch körperlich leichte bis mittelschwere 

Tätigkeiten als zumutbar erachtet werden. Überdies ist nach bundesge-

richtlicher Rechtsprechung der Umstand allein, dass nur mehr leichte Ar-

beiten zumutbar sind, kein Grund für einen zusätzlichen Leidensabzug, 

weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von 

- 27 -

leichten Tätigkeiten umfasst (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_841/2017 

vom 14. Mai 2018 E.5.2.2.2, 8C_439/2017 vom 6. Oktober 2017 E.5.5, 

8C_805/2016 vom 22. März 2017 E.3.4.2 und 9C_386/2012 vom 18. Sep-

tember 2012 E.5.2). Es beinhaltet namentlich auch wechselbelastende 

Tätigkeiten weitgehend ohne Arbeiten über Schulterhöhe oder 

vorgeneigten statische Positionen. Die Beschwerdegegnerin bringt dazu in 

der Vernehmlassung vor, dass bspw. Kurierfahrten, leichte Maschinenbe-

dienung, Kontrollfunktionen, leichte Sortier-, Prüf- und Verpackungsarbei-

ten sowie leichtere Arbeiten im Bereich der (zum Teil maschinell, u.a. mit 

Hubstapler unterstützen) Lager- oder Ersatzteilbewirtschaftung in Frage 

kämen. Dass sich, wie der Beschwerdeführer behauptet, eine Chauffeur-

tätigkeit, die den Anforderungen des Belastungsprofils entspricht, nicht fin-

den lasse, fällt daher nicht weiter ins Gewicht. Des Weiteren entfällt ange-

sichts der dem Beschwerdeführer zumutbaren 100%igen Arbeitsfähigkeit 

in einer angepassten Tätigkeit ein Abzug wegen Teilzeitarbeit.

Der Beschwerdeführer macht ferner gestützt auf die RAD-Beurteilung vom 

17. (recte: 16.) September 2019 das Angewiesensein auf vermehrte Pau-

sen geltend. Dem hält die Beschwerdegegnerin entgegen, RAD-Arzt Dr. 

med. E._____ habe darin festgehalten, dass Chauffeurtätigkeiten ausführ-

bar sein sollten, sofern regelmässige Ruhepausen oder Wechselrhythmus 

eingehalten werden könnten, weshalb bei wechselbelastenden Tätigkeiten 

kein Bedarf an ausserordentlichen Pausen bestünde und ein Abzug dafür 

entfiele (vgl. Vernehmlassung S. 7). Zwar trifft es zu, dass Dr. med. 

E._____ im Text zu seiner Beurteilung vom 16. September 2019 regelmäs-

sige Ruhepausen und Wechselrhythmus als Alternativen formulierte. In sei-

ner Umschreibung der zumutbaren Tätigkeiten forderte er jedoch die Ku-

mulation dieser beiden Elemente, indem er ausführte: "Leichte körperliche 

Arbeiten im Wechselrhythmus, regelmässige kurzzeitige Entspannungs-

pausen" (CR S. 12). Selbst wenn aber ein Abzug vom Tabellenlohn ge-

währt würde angesichts des Umstands, dass der Beschwerdeführer über 

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die Verrichtung körperlich leichter bis mittelschwerer, wechselbelastender 

Tätigkeiten hinaus aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs in seiner Leis-

tungsfähigkeit eingeschränkt wäre, könnte ein solcher nicht auf über 10 % 

festgelegt werden, so dass – wie nachfolgend aufgezeigt wird – immer noch 

kein Invaliditätsgrad resultierte, der einen Anspruch auf Umschulung zu be-

gründen vermöchte.

9. Insgesamt ergibt sich bei einem Valideneinkommen von Fr. 75'734.30 (s. 

dazu oben E.5.2) und einem Invalideneinkommen von Fr. 61'576.55 (LSE 

2016, Tabelle TA 1, männlich, Arbeitsfähigkeit von 100 %, nach Vornahme 

eines Leidensabzugs von 10 %, umgerechnet auf die durchschnittliche 

wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden, aufindexiert = Fr. 5'340.-- x 12 

: 40 x 41.7 x 1.003995 x 1.01 x 1.01 x 0.90) ein Invaliditätsgrad von 18.69 

%, aufgerundet 19 % (vgl. BGE 130 V 121 E.3.2), womit ein Anspruch auf 

berufliche Massnahmen im Sinne einer Umschulung entfällt. Dafür, dass 

vorliegend vom grundsätzlichen Erfordernis der 20 % Mindesterwerbsein-

busse namentlich aufgrund des Alters des Beschwerdeführers (27 Jahre) 

und der entsprechend noch langen Aktivitätsdauer (38 Jahre) 

ausnahmsweise abzuweichen wäre (vgl. dazu BGE 124 V 108 E.3b f. und 

Urteil des Bundesgerichts 9C_393/2020 vom 14. Juli 2020 E.2.2 sowie 

KSBE Rz. 4002 und 4011 ff.), besteht im Übrigen kein Anlass. Abgesehen 

davon, dass der Beschwerdeführer auch im angestammten Beruf über 

keine (abgeschlossenen) Ausbildungen verfügt, erscheinen die ihm 

gesundheitlich noch zumutbaren Tätigkeiten als im Rahmen dessen 

liegend, was als annähernd gleichwertig zu betrachten ist wie der bisherige 

Beruf als Lieferwagen-Chauffeur (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_808/2017 vom 11. Januar 2018 E.4.3). Mithin sind das berufliche 

Fortkommen und damit die Erwerbsaussichten als Hilfsarbeiter mittel- bis 

längerfristig betrachtet im gleichen Mass gewährleistet wie im 

angestammten Beruf. Da die Voraussetzungen für eine Umschulung nach 

dem Gesagten nicht gegeben sind, ist auf die Ausführungen des 

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Beschwerdeführers bezüglich der Verhältnismässigkeit der Umschulung 

als Eingliederungsmassnahme nicht weiter einzugehen. 

10. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen. 

Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung 

von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die 

Verweigerung von Leistungen aus der Invalidenversicherung vor dem 

kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 

Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in 

denen ein überdurchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht 

die Kosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf 

Fr. 1'000.-- fest. Diese sind gemäss Art. 73 Abs. 1 VRG vom unterliegenden 

Beschwerdeführer zu tragen. Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht 

kein Anspruch auf Ersatz der Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG e 

contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 1'000.-- gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kan-

tons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]

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Die an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 8. März 2021 

gutgeheissen (9C_623/2020).