# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a7a559c0-5933-5d7e-940f-ed6bfe89d1b7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-22
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 22.04.2024 SB230311
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230311_2024-04-22.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230311-O/U/bs

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, lic. iur. S. Volken und 

lic. iur. C. Maira sowie der Gerichtsschreiber MLaw W. Dharshing

Urteil vom 22. April 2024

in Sachen

A._____, 
Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

gegen

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich, 
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. Ch. Frei, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend versuchte schwere Körperverletzung etc. und Widerruf 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 8. Abteilung, 
vom 23. Februar 2023 (DG220171)

-   2   -

Anklage

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 15. Sep-

tember 2022 (Urk. D1/32/3) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz
(Urk. 71 S. 61 ff.)

"Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte ist schuldig

 der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbin-

dung mit Art. 22 Abs. 1 StGB;

 des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB;

 der Übertretung des Eisenbahngesetzes im Sinne von Art. 86 EBG;

 der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a 

Ziff. 1 BetmG.

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe (wovon bis und mit heute 

13 Tage durch Haft erstanden sind) sowie mit einer Busse von CHF 500.–. 

3. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatz-

freiheitsstrafe von 5 Tagen.

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 24 Monaten aufgeschoben und die 

Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (12 Monate, abzüglich 13 Tage, die durch 

Untersuchungshaft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollzogen.

5. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich - Limmat 

vom 28. März 2019 ausgefällten Geldstrafe von 90 Tages-sätzen zu CHF 30.– wird wider-

rufen.

6. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 5 Jahre des Landes verwiesen.

7. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 10. August 

2022 (Dossier 2) beschlagnahmten Spuren und Spurenträger werden nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Entscheides eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung über-

lassen.

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 A015'606'958 (IRM-Fotografie, B._____)

 A015'606'981 (Vergleichs-WSA, B._____)

 A015'607'008 (Wattetupfer - Fingernagelschmutz rt., C._____)

 A015'607'019 (Wattetupfer - Fingernagelschmutz li., C._____)

 A015'607'020 (Wattetupfer - Spur ab Wange rt., C._____)

 A015'607'031 (Wattetupfer - Spur ab Wange li., C._____)

 A015'607'042 (Wattetupfer - Spur ab Unterarm rt., C._____)

 A015'608'976 (Wattetupfer - Spur ab Griffstück LED-Taschenlampe)

 A015'608'998 (Wattetupfer - Spur ab Lampenkopf)

 A015'607'075 (IRM-Fotografie, B._____)

 A015'607'086 (Vergleichs-WSA, B._____)

 A015'607'097 (Wattetupfer - Fingernagelschmutz rt., B._____)

 A015'607'100 (Wattetupfer - Fingernagelschmutz li., B._____)

 A015'607'111 (Wattetupfer - Spur ab Wange rt., B._____)

 A015'607'122 (Wattetupfer - Spur ab Wange li., B._____)

 A015'607'144 (Wattetupfer - Spur ab Nasenbereich, B._____)

8. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 10. August 

2022 (Dossier 1) beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten innert 

drei Monaten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides sowie des Entscheides im 

Verfahren DG220170-L auf erstes Verlangen hin herausgegeben oder nach Ablauf von drei 

Monaten durch die Lagerbehörde vernichtet:

 A015'480'827 (div. Kleider)

9. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger 1 (D._____) aus 

dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen 

Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird der Privatkläger 1 

(D._____) auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

10. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger 2 (C._____) aus 

dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen 

Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird der Privatkläger 2 

(C._____) auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

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11. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 3 (B._____) Schadenersatz in der Höhe 

von CHF 113.10 zuzüglich 5 % Zins ab 30. April 2022  zu bezahlen.

12. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger 3 (B._____) aus 

dem eingeklagten Ereignis für allfälligen weiteren Schaden dem Grundsatze nach schaden-

ersatzpflichtig ist. 

13. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 1 (D._____) CHF 1'500.– zuzüglich 5 % 

Zins ab 17. Oktober 2021 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Genugtuungsbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

14. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers 2 (C._____) wird auf den Weg des Zivilpro-

zesses verwiesen.

15. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 3 (B._____) CHF 800.– zuzüglich 5 % 

Zins ab 22. November 2021 als Genugtuung zu bezahlen. 

16. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

CHF 5'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:

CHF 4'000.00 Gebühr für das Vorverfahren;

CHF 4'256.00 Auslagen (Gutachten etc.);

CHF 90.00 Entschädigung Dolmetscher

CHF 70.00 diverse Kosten (Kapo)

CHF 24'517.95 Entschädigung amtliche Verteidigung

CHF 4'579.60 Entschädigung Rechtsbeiständin Privatkläger 2

CHF 2'534.45 Entschädigung Rechtsbeistand Privatkläger 3

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

17. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen 

der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatkläger 2-3 

(C._____ und B._____), werden dem Beschuldigten auferlegt.

18. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Vertretungen der Privat-

kläger 2-3 (C._____ und B._____) werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten 

bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

19. [Mitteilungen]

20. [Rechtsmittel]"

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Berufungsanträge
(Urk. 73 S. 2 f.; Urk. 86 S. 1 f.)

"1. In Abänderung der Ziff. 1 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 

23.02.2023 / Geschäfts-Nr. DG220171-L sei der Beschuldigte vom Vorwurf

- der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB 

i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB und

- des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB

freizusprechen und es sei ihm eine angemessene Haftentschädigung zuzu-

sprechen.

2. Eventualiter zum Rechtsbegehren 1) sei der Beschuldigte in Abänderung der 

Ziff. 1 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 23.02.2023 / Geschäfts-Nr. 

DG220171-L wegen einfacher Körperverletzung nach Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB schuldig zu sprechen.

3. In Abänderung von Ziff. 2 und Ziff. 4 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich 

vom 23.02.2023 / Geschäfts-Nr. DG220171-L sei infolge Freispruchs für den 

Beschuldigten von einer bedingten und/oder unbedingten Bestrafung von 

36 Monate Freiheitsstrafe abzusehen.

4. In Abänderung von Ziff. 5 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 

23.02.2023 / Geschäfts-Nr. DG220171-L sei die mit Strafbefehl der Staats-

anwaltschaft Zürich - Limmat vom 28.03.2019 ausgefällte Geldstrafe von 

90 Tagessätzen zu CHF 30.00 nicht zu widerrufen.

5. In Abänderung von Ziff. 6 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 

23.02.2023 / Geschäfts-Nr. DG220171-L sei die Massnahme der Landes-

verweisung im Sinne von Art. 66a StGB aufzuheben.

6. Es seien die Zivilforderungen von Privatkläger 1, Privatkläger 2 und Privat-

kläger 3 gemäss Ziff. 9 bis und mit 15 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich 

vom 23.02.2023 / Geschäfts-Nr. DG220171 -L aufzuheben.

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7. In Abänderung der Ziff. 16 bis Ziff. 18 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich 

vom 23.02.2023 / Geschärts-Nr. DG220171-L seien infolge Freispruchs des 

Beschuldigten die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens 

aus der Staatskasse zu entnehmen.

8. lm übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 23.02.2023 / Ge-

schäfts-Nr. DG220171 -L zu bestätigen.

9. Es sei der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten eine angemessene 

Entschädigung (zzgl. MwSt. von 7.7% bzw. 8.1%) für ihre Dienstleistungen 

auszurichten.

10. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl.7.7% bzw. 8.1% MwSt.)."

Erwägungen:

I. Verfahrensgang, Umfang der Berufung und Prozessuales

1. Verfahrensgang

Der Verfahrensgang bis zum erstinstanzlichen Urteil ergibt sich aus dem ange-

fochtenen Entscheid (Urk. 71 S. 7 f. E. I.). Der Beschuldigte wurde von der Vor-

instanz am 23. Februar 2023 gemäss dem vorab wiederholten Urteilsdispositiv 

schuldig gesprochen und bestraft (a.a.O., S. 61 ff.). Innert Frist liess er Berufung 

anmelden und erklären (Urk. 64 und 73; vgl. dazu auch Urk. 70/2). Mit Verfügung 

vom 8. Juni 2023 ging die Berufungserklärung an die Privatkläger und die Staats-

anwaltschaft und wurde diesen Frist angesetzt, um zu erklären, ob Anschluss-

berufung erhoben wird, oder um begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu 

beantragen (Urk. 76). Diese verzichteten auf eine Anschlussberufung (aus-

drücklich: Urk. 78). Am 16. April 2022 wurde ein Strafregisterauszug betreffend den 

Beschuldigten eingeholt, aus welchem sich eine neue Untersuchung gegen den 

Beschuldigten wegen Führens eines Fahrzeugs in fahrunfähigem Zustand ergab 

(vgl. Urk. 83). Am 22. April 2024 fand die Berufungsverhandlung statt, zu 

welcher der Beschuldigte A._____ mit seiner amtlichen Verteidigerin 

Rechtsanwältin lic. iur. X._____ sowie der Beschuldigte D._____ (sep. Verfahren 

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unter der Geschäfts-Nr. SB230311) mit seinem amtlichen Verteidiger Rechtsanwalt 

lic. iur. Y._____ erschienen (Prot. II S. 3 ff.).

2. Umfang der Berufung

Unangefochten blieben die Dispositiv-Ziffern 1, Spiegelstriche 3 und 4, 2 (soweit es 

die Busse betrifft), 3, 7 und 8 des vorinstanzlichen Entscheids, in welchem Umfang 

dieser in Rechtskraft erwuchs, was mit Beschluss festzuhalten ist. Im übrigen Um-

fang steht der Entscheid zur Disposition. Es gilt das Verschlechterungsverbot 

(Art. 391 Abs. 2 StPO).

3. Prozessuales

Soweit für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des eingeklagten Sachver-

haltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in Anwen-

dung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Erwähnung 

findet. Weiter ist an dieser Stelle festzuhalten, dass aus dem Anspruch auf recht-

liches Gehör die Pflicht des Gerichts folgt, seinen Entscheid zu begründen. Die 

Begründung muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich 

das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt. Es darf sich 

aber auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken und muss sich nicht aus-

drücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand aus-

einandersetzen und diese widerlegen. Es kann sich mithin auf die für den Entscheid 

wesentlichen Punkte beschränken. Ein unverhältnismässiger Motivationsaufwand 

kann nicht eingefordert werden. Ebenso wenig lässt sich Art. 6 Ziff. 1 EMRK in der 

Weise auslegen, dass eine detaillierte Antwort auf jedes Argument gefordert würde 

(BGE 146 IV 297 E. 2.2.7; 143 III 65 E. 5.2; 141 IV 249 E. 1.3.1; BGer 6B_689/2019 

vom 25. Oktober 2019 E. 1.5.2., mit Hinweisen).

II. Schuldpunkt

1. Anklagevorwurf und Ausgangslage

Der Vorwurf ergibt sich aus der beigehefteten Anklageschrift (Urk. D1/32/3), darauf 

kann verwiesen werden. Zusammengefasst wirft die Staatsanwaltschaft dem Be-

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schuldigten einerseits vor, am 17. Oktober 2021 um ca. 2:17 Uhr anlässlich einer 

wechselseitigen, gewaltsamen Auseinandersetzung am Bahnhof E._____ in Zü-

rich, bei der diverse Personen beteiligt waren, mit wuchtigen Würfen aus einer nicht 

genauer bestimmbaren Entfernung von ca. 1.5 Metern zwei Schottersteine in Rich-

tung D._____ (Privatkläger 1) geworfen zu haben und diesen mit dem zweiten ge-

worfenen Stein direkt ins Gesicht an der Nase getroffen zu haben, was zu einem 

mässig verschobenen, mehrteiligen Nasenbeinbruch und einer oberflächlichen, 

blutenden Quetsch-Risswunde von ca. 0,5 cm an der Nasenwurzel geführt habe, 

wobei der Beschuldigte eine schwere Körperverletzung des Privatklägers 1 gewollt 

bzw. zumindest in Kauf genommen habe (Dossier 1). Andererseits wird dem Be-

schuldigten vorgeworfen, sich am 22. November 2021 an einem gewaltsamen 

Übergriff auf mehrere Personen, darunter C._____ (Privatkläger 2), beteiligt zu ha-

ben, wobei der Privatkläger 2 eine leichte traumatische Hirnverletzung, ein Häma-

tom an der Wange rechts, eine Kontusion des Kiefers rechts, Kontusionen der Hals-

wirbel- und der Brustwirbelsäule sowie eine Kontusion im Brustraum (thorakal) links 

erlitten habe, was der Beschuldigte mindestens in Kauf genommen habe (Dossier 

2).

Der Beschuldigte zeigte sich in Bezug auf den äusseren Sachverhalt im Wesentli-

chen geständig, lässt jedoch in Bezug auf Dossier 1 vorbringen, der Tatbestand der 

schweren Körperverletzung sei mangels Vorsatz nicht erfüllt. Zudem habe zum 

Zeitpunkt des Steinwurfs eine Notwehrsituation vorgelegen, weshalb seine Hand-

lungen gerechtfertigt bzw. zumindest entschuldbar seien. Eventualiter habe er eine 

einfache Körperverletzung begangen und keine versuchte schwere Körperverlet-

zung. In Bezug auf Dossier 2 lässt der Beschuldigte geltend machen, es lasse sich 

nicht erstellen, dass er in konkludentem Einverständnis mit den übrigen Beteiligten 

am Angriff teilgenommen und nach vorhergehender Planung mitgemacht habe 

(Urk. 73 S. 6 Rz. 12).

2. Grundsätze der Beweiswürdigung und Beweismittel

Die Vorinstanz hat die Grundsätze der Beweiswürdigung zutreffend dargestellt und 

hinsichtlich beider Dossiers die vorliegenden Beweismittel zutreffend aufgeführt 

(Urk. 71 S. 9 ff. E. II.A., II.B.3. und II.D.2.), darauf kann verwiesen werden.

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3. Dossier 1: Versuchte schwere Körperverletzung

3.1. Sacherhalt

Der eingeklagte äussere Sachverhalt lässt sich anhand der vorliegenden, qualitativ 

vergleichsweise hochwertigen Videoaufnahmen (Urk. D1/3/4-5 [vgl. insbesondere 

die Aufzeichnungen der Kameras 12, 21 und 22]) sowie der medizinischen Akten 

(Urk. D1/10/1-10) zwanglos erstellen und wurde denn auch in Übereinstimmung 

damit vom Beschuldigten im Wesentlichen anerkannt (vgl. dazu u.a. Urk. D1/5/1 

S. 3 ff., Urk. D1/5/2 S. 4 ff., Urk. D1/5/3 S. 5, Urk. 49 S. 6 ff. und Urk. 85 S. 5 ff.). 

Auch die Verteidigung machte dazu keine substanziellen Einwendungen (Urk. 57 

S. 3 ff., Urk. 73 S. 6 ff. und Urk. 86 S. 5 ff.). Den Videoaufnahmen ist namentlich 

ohne Weiteres zu entnehmen, dass der Beschuldigte sich in den Gleisbereich be-

gab, zwei Steine nahm, diese in der Folge gegen den Privatkläger 1 warf und ihn 

wie eingeklagt traf und verletzte. Soweit der Beschuldigte zum inneren Sachverhalt 

vorbringt bzw. durch seine Verteidigung vorbringen lässt, er habe nicht vorsätzlich 

bzw. in Notwehr gehandelt, Folgendes: Was der Beschuldigten bei seiner inkrimi-

nierten Vorgehensweise wusste und wollte bzw. billigend in Kauf nahmen, bildet 

den inneren Sachverhalt und ist damit Tatfrage. Rechtsfrage ist demgegenüber, 

ob ihm ein Vorgehen in Fahrlässigkeit, mit Eventual- oder direktem Vorsatz anzu-

lasten ist. Diesbezüglich überschneiden sich gemäss bundesgerichtlicher Recht-

sprechung und Lehre Tat- und Rechtsfragen teilweise bzw. gehen unauflösbar in-

einander über (vgl. dazu statt Weiterer Urteil des Bundesgerichts 6B_161/2016 

vom 12. Oktober 2016 E.1.3.2. mit zahlreichen Verweisen; BSK StGB, NIGGLI/ 

MAEDER, Art. 12 N 61 und 61a mit zahlreichen Verweisen). Entsprechend sind diese 

Fragen nachstehend im Rahmen der rechtlichen Würdigung bei der Beurteilung 

des subjektiven Tatbestandes zu prüfen, wie dies richtigerweise schon die 

Vorinstanz tat (Urk. 71 S. 17 ff. E. III.). In diesem Zusammenhang ist auch der 

geltend gemachte Einwand der Notwehr zu prüfen.

3.2. Standpunkt des Beschuldigten

Der Beschuldigte hat im Rahmen des Vorverfahrens von Anfang an den einge-

klagten Sachverhalt grundsätzlich eingestanden. Er erklärte, es sei zunächst zu 

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einer verbalen Auseinandersetzung gekommen. Der Privatkläger 1 habe schliess-

lich seinen Pfefferspray gegen ihn und seine Kollegen eingesetzt, was ihn "hässig" 

gemacht habe. In der Folge sei er aufs Gleisbett hinuntergestiegen und habe zwei 

Steine genommen, die er gegen den Privatkläger 1 geworfen habe. Mit dem zwei-

ten Stein habe er den Privatkläger 1 getroffen. Auf Befragen erklärte der Beschul-

digte unter anderem weiter, er sei ca. 3 Meter vom Privatkläger 1 entfernt ge-

standen und die Steine seien ungefähr so gross wie eine 1.5 Deziliter Kaffeetasse 

gewesen (Urk. D1/5/1 S. 3 f., Urk. D1/5/2 S. 4 f. und Urk. D1/5/3 S. 5). Auch an der 

Hauptverhandlung bestätigte der Beschuldigte sein Geständnis. Er führte sinn-

gemäss aus, er anerkenne, dass er für die Verletzungen im Gesicht des Privat-

klägers 1 verantwortlich sei. Er machte geltend, er sei infolge des Pfefferspray-

einsatzes halb blind gewesen und habe den Privatkläger 1 auf Distanz halten 

wollen, da er sich selbst in Gefahr gewähnt habe. Der Privatkläger 1 habe auf ihn 

sehr aggressiv gewirkt. Er habe gedacht, der Privatkläger 1 würde noch mehr 

machen, weshalb er schliesslich den Stein geworfen habe. Er habe gedacht, es sei 

besser, er handle und mache so etwas, statt dass er angegriffen werde, da er sich 

in diesem Moment nicht hätte wehren können (Urk. 49 S. 6 ff.). An der Berufungs-

verhandlung gab er an, er habe nach dem Pfefferspray-Einsatz des Privatklägers 1 

"ein bisschen" gesehen, es sei nicht "komplett schwarz" gewesen (Urk. 85 S. 6). 

Die Verteidigung stellte sich vor Vorinstanz zusammengefasst auf den Standpunkt, 

der objektive Tatbestand der schweren Körperverletzung sei nicht erfüllt, da der 

Privatkläger 1 ja gar keine schwere Körperverletzung erlitten habe. Er habe zudem 

nicht vorsätzlich gehandelt. So habe der Beschuldigte keine Absicht gehabt, den 

Privatkläger 1 in irgendeiner Weise lebensgefährlich zu verletzen, dies habe er 

auch nicht in Kauf genommen. Da er infolge des Pfeffersprayeinsatzes des Privat-

klägers 1 kaum etwas habe sehen können, habe er den Stein lediglich in Richtung 

des Privatklägers 1 geworfen. Es könne keinesfalls davon ausgegangen werden, 

dass der Beschuldigte in Kauf genommen habe, er könnte den Privatkläger 1 im 

Gesicht treffen und ihm eine schwere Körperverletzung zuführen. Sollte das Gericht 

dennoch zur Ansicht gelangen, der Beschuldigte erfülle den Tatbestand der ver-

suchten schweren Körperverletzung, so sei zu berücksichtigen, dass der Beschul-

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digte auf das Verhalten des Privatklägers 1 reagiert habe und sich somit in einer 

Notwehrsituation befunden habe. Der Beschuldigte habe zudem Angst gehabt, 

dass ein weiterer Angriff drohe (Urk. 57 S. 4 ff.). An der Berufungsverhandlung 

machte die Verteidigung primär geltend, dass der fragliche Stein eher klein ge-

wesen und die effektive Stärke des Wurfs nicht erstellt sei, weshalb aufgrund der 

äusseren Umstände nicht auf den inneren Willen, eine schwere Körperverletzung 

zuzufügen, geschlossen werden könne (Urk. 86 S. 8). 

3.3. Rechtliches

3.3.1. Versuchte schwere Körperverletzung

Die Vorinstanz hat richtige Ausführungen zu den rechtlichen Grundlagen der ein-

geklagten versuchten (eventual-)vorsätzlichen schweren Körperverletzung im 

Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 StGB gemacht (Urk. 71 S. 18-

20 E. III.A.2.), darauf ist zu verweisen. Anschliessend hat sie mit ebenfalls zutref-

fender Begründung die objektive und subjektive Tatbestandsmässigkeit im Sinne 

der zitierten Bestimmungen bejaht (a.a.O., S. 21-23 E. III.4.1.-4.3.), auch darauf ist 

zu verweisen. Die nachfolgenden Erwägungen sind deshalb teilweise ergänzende 

und rekapitulierende.

Zur objektiven Tatbestandsmässigkeit ist zu sagen, dass der Beschuldigte kurz 

nacheinander mit wuchtigen Würfen aus nächster Nähe - ca. 1.5 Meter - zwei 

Schottersteine in Richtung des Privatklägers 1 warf und ihn mit dem zweiten Wurf 

direkt ins Gesicht traf, wodurch die gemäss Gutachten zur körperlichen Unter-

suchung des Instituts für Rechtsmedizin vom 12. November 2021 eingeklagten 

Verletzungen entstanden, namentlich ein mässig verschobener, mehrteiliger 

Nasenbeinbruch und eine oberflächliche, blutende Quetsch-Risswunde von ca. 

0,5 cm an der Nasenwurzel (Urk. D1/10/9 S. 2 ff.). Ein wuchtiger Wurf mit einem 

Schotterstein von nicht unbeträchtlichem Gewicht und nicht unbeträchtlicher 

Grösse (kleine Kaffeetasse) aus nächster Nähe ins Gesicht bzw. auf den Kopf bzw. 

das Gesicht eines Menschen ist ohne Weiteres geeignet, schwerste Verletzungen 

oder Entstellungen zu verursachen. Entgegen der Ansicht der Verteidigung ist auf 

den Videoaufnahmen erkennbar, dass der Beschuldigte die Steine zwei Mal aus 

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nächster Nähe und mit grosser Wucht warf, namentlich holt er aus und dreht seinen 

gesamten Oberkörper bei der schwungvollen Wurfbewegung mit (vgl. Kamera 21 

02:17:36 Uhr; Kamera 12, 02:17:25 bis 02:17:39). So kam es auch im vorliegenden 

Fall zu empfindlichen Verletzungen im Gesicht des Privatklägers 1, die weit schlim-

mer hätten ausfallen können. Der Beschuldigte hat alles unternommen, damit der 

tatbestandsmässige Erfolg eintreten kann. Dass er nicht eintrat, ist allein dem Zufall 

zu verdanken.

In subjektiver Hinsicht erfordert der Tatbestand der versuchten schweren Körper-

verletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung Art. 22 Abs. 1 StGB vor-

sätzliches, das heisst gemäss Art. 12 Abs. 2 StGB wissentliches und willentliches 

Handeln in Bezug auf sämtliche objektive Tatbestandselemente. Der Täter muss in 

der Absicht handeln, einen Menschen zu schwer zu verletzen, wobei Eventualvor-

satz genügt. Eventualvorsatz liegt vor, wenn der Täter den Eintritt des Erfolgs für 

möglich hält, aber dennoch handelt, weil er ihn in Kauf nimmt, mag er ihm auch 

unerwünscht sein (vgl. dazu statt Weiterer BGE 133 IV 1 E. 4.1, m.w.H.). Nach der 

Rechtsprechung darf das Gericht vom Wissen des Täters auf den Willen schlies-

sen, wenn sich dem Täter die Verwirklichung der Gefahr als so wahrscheinlich auf-

drängte, dass die Bereitschaft, sie als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur 

als Inkaufnahme des Erfolges ausgelegt werden kann (vgl. dazu statt Weiterer 

BGE 130 IV 58 E. 8.4, m.w.H.). Beim Nachweis des Vorsatzes kann sich das 

Gericht - soweit der Täter nicht geständig ist - regelmässig nur auf äusserlich fest-

stellbare Indizien und Erfahrungsregeln stützen, die ihm Rückschlüsse von den 

äusseren Umständen auf die innere Einstellung des Täters erlauben. Zu den äus-

seren Umständen, aus denen der Schluss gezogen werden kann, der Täter habe 

die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen, zählt namentlich die Grösse des 

dem Täter bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung. Je grösser dieses 

Risiko wiegt, desto eher darf gefolgert werden, der Täter habe die Tatbestands-

verwirklichung in Kauf genommen (vgl. dazu statt Weiterer BGer 6B_775/2011 vom 

4. Juni 2012 E. 2.4.1).

Wie gesehen ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte aus nächster Nähe 

wuchtig zwei Schottersteine gegen den Privatkläger 1 warf, was beim zweiten Wurf 

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zu den eingeklagten Verletzungen führte. Im Bereich des Kopfes befinden sich 

lebenswichtige Strukturen, nicht zuletzt Augen und Gehirn. Es bedarf weder beson-

derer Intelligenz noch besonderer Schulbildung, um zu erkennen, dass ein wuchti-

ger Wurf mit einem Schotterstein von nicht unbeträchtlichem Gewicht und nicht 

unbeträchtlicher Grösse (kleine Kaffeetasse) aus kürzester Distanz auf den Kopf 

bzw. ins Gesicht eines Menschen schwerste Verletzungen oder bleibende Entstel-

lungen zur Folge haben kann. Dies wäre entgegen der Ansicht der Verteidigung 

(vgl. Urk. 86 S. 6) auch dann der Fall, wenn ein Schotterstein die Grösse einer 

Espressotasse aufgewiesen und keine scharfen Kanten gehabt hätte. Soweit der 

Beschuldigte vorbringt bzw. vorbringen lässt (vgl. Urk. 86 S. 7 f.), er habe aufgrund 

des zuvor erfolgten Pfeffersprayeinsatzes des Privatklägers 1 nicht mehr sehen 

können, welche Aussage er später relativierte (vgl. Urk. 85 S. 6), handelt es sich 

um eine offensichtliche Schutzbehauptung. So ist den vorhandenen Videoaufnah-

men klar zu entnehmen, dass der Beschuldigte nach dem erfolgten Pfefferspray-

einsatz des Privatklägers 1 bereits zielstrebig, sicheren Schrittes und ohne wahr-

nehmbare Einschränkungen, in den Gleisbereich stieg und sich dort mit Steinen 

bewaffnete. Hätte er tatsächlich fast nichts sehen können, wären seine Körperbe-

wegungen anders ausgefallen. Zudem sieht man auf den Videoaufnahmen, wie der 

Beschuldigte vor dem Betreten des Gleisbereichs nach rechts und links blickt, um 

sich zu vergewissern, dass kein Zug einfährt. Auch anschliessend hat er sich stets 

sicheren Schritts und zielstrebig auf den Privatkläger 1 zubewegt. Sodann räumte 

die Verteidigung vor Vorinstanz ein, der Beschuldigte habe wahrnehmen können, 

wie der Privatkläger 1 angedeutet habe, ein Messer dabei zu haben (Urk. 57 S. 6; 

Urk. 86 S. 8), was der Darstellung, der Beschuldigte habe fast nichts sehen können, 

ebenfalls entgegensteht. Überhaupt spricht aufgrund der Videoaufnahmen alles für 

ein sehr gezieltes Vorgehen und dafür, dass der Beschuldigte sein Opfer sehr wohl 

erkennen konnte und auch möglichst wirksam treffen wollte, was ohne Weiteres 

den Schluss zulässt, dass er mit dem Stein dem vor ihm stehenden Privatkläger 1 

auf jeden Fall Verletzungen im Gesicht bzw. am Kopf zufügen wollte. Im Ergebnis 

konnte er jedenfalls nur darauf hoffen, dass sich der tatbestandsmässige Erfolg, 

nämlich eine schwere Körperverletzung des Privatklägers 1, nicht verwirklichen 

werde, eine wirkliche Steuerungsmöglichkeit hatte er beim erstellten Tatvorgehen 

-   14   -

nicht. Unter den gegebenen Umständen muss davon ausgegangen werden, dass 

sich dem Beschuldigten das Risiko der Tatbestandsverwirklichung als derart wahr-

scheinlich aufdrängte, dass sein Verhalten als Inkaufnahme desselben gewertet 

werden muss.

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass sich ein direkter Vorsatz nicht 

beweisen lässt. Hinreichende objektive Umstände, aufgrund derer sich ein solcher 

Schluss zwingend aufdrängen würde, liegen nicht vor. Hierbei ist insbesondere im 

Auge zu behalten, dass es sich einerseits um eine nicht von langer Hand geplante 

Spontantat handelte und andererseits zu Gunsten des Beschuldigten davon aus-

zugehen ist, dass er wohl noch vehementer auf sein Opfer eingewirkt hätte, hätte 

er diesem mit direktem Vorsatz schwere Verletzungen zufügen wollen.

3.3.2. Notwehr

Die Vorinstanz hat zutreffende Ausführungen zu den rechtlichen Grundlagen der 

geltend gemachten Notwehr gemacht (Urk. 71 S. 20 f. E. III.3.), darauf kann ver-

wiesen werden. Anschliessend verwarf sie mit ebenfalls zutreffender Begründung 

die geltend gemachte Notwehr (a.a.O., S. 23 E. III.4.3. f.), auch darauf kann ver-

wiesen werden. Die nachfolgenden Ausführungen sind teilweise ergänzend und 

rekapitulierend.

Auf den erwähnten Videoaufnahmen ist klar erkennbar, dass von Seiten des 

Privatklägers 1 weder ein Angriff im Gang war noch unmittelbarer drohte und damit 

auch keine Notwehrsituation vorlag, als der Beschuldigte mit Steinen auf ihn los-

ging. Gut zu sehen ist, wie sich der Privatkläger 1 nach seinem Pfeffersprayeinsatz 

zurückzog. Spätestens dann - aber auch schon vorher - wäre es dem Beschuldigten 

ohne Weiteres zumutbar und möglich gewesen, sich ebenfalls zurückzuziehen und 

von der Szenerie Abstand zu nehmen. Stattdessen stieg er in den Gleisbereich und 

bewaffnete sich mit Schottersteinen, um seinerseits einen Angriff zu lancieren. In 

der Folge begab er sich erneut in Richtung Sitzbank, wo sich der Privatkläger 1 und 

dessen damalige Freundin F._____ aufhielten, wobei er dem sich zurückziehenden 

Privatkläger 1 und seiner Freundin zügigen Schrittes nachsetzte. Dabei näherte er 

sich dem Privatkläger 1 so gut es ging, um dann unvermittelt aus kürzester Distanz 

-   15   -

die zwei Steine nach ihm zu werfen. Weiter ist festzuhalten, dass auch nicht von 

einem Notwehrexzess ausgegangen werden kann, da wie dargelegt überhaupt 

keine Notwehrsituation vorlag.

In diesem Zusammenhang ist sodann der Vollständigkeit halber zu erwähnen, dass 

der vorangegangene erste Pfeffersprayeinsatz des Privatklägers 1 aufgrund einer 

Notwehrsituation gerechtfertigt war: Der Privatkläger 1 wurde von einer Männer-

gruppe, die in deutlicher Überzahl war, bedrängt. Dass dies auf ihn bedrohlich 

wirkte, ist nachvollziehbar. Gut sichtbar ist auf den Videoaufnahmen, wie sich die 

Männer vor dem Privatkläger 1 aufbauen. Auch sind diverse Drohgebärden erkenn-

bar. So zog beispielsweise G._____ seine Jacke aus und signalisierte damit seine 

Kampfbereitschaft. Der Privatkläger 1 durfte vor diesem Hintergrund mit einem un-

mittelbar bevorstehenden Angriff rechnen und befand sich somit in einer Notwehr-

situation. Anhand der gesamten Umstände erscheint der Einsatz des Pfeffersprays 

zur Abwehr des unmittelbar drohenden Angriffs den Umständen angemessen und 

damit gerechtfertigt, wollte der Privatkläger 1 doch damit seine Gegner auf Distanz 

halten. Nochmals sei darauf hingewiesen, dass kein rechtswidriger Angriff vorliegt, 

wenn bereits dieser durch Notwehr gerechtfertigt ist (vgl. dazu statt Weiterer BGE 

6B_1056/2020 vom 25. August 2021, E. 5.3.3). 

Zur Frage, ob allenfalls eine Putativnotwehrsituation vorlag, ist schliesslich festzu-

halten, dass ein Fall von Putativnotwehr dann geben ist, wenn der Täter einem 

Sachverhaltsirrtum unterliegt, indem er irrtümlich annimmt, es sei ein rechtswidriger 

Angriff im Sinne von Art. 15 StGB gegenwärtig oder unmittelbar bevorstehend. 

Handelt der Täter in einer irrigen Vorstellung über den Sachverhalt, so beurteilt das 

Gericht die Tat zugunsten des Täters nach dem Sachverhalt, den er sich vorgestellt 

hat (Art. 13 StGB). Die blosse Vorstellung von der Möglichkeit eines Angriffs genügt 

nicht für die Annahme einer Putativnotwehrsituation. Der vermeintlich Ange-

griffene muss vielmehr Umstände glaubhaft machen, die bei ihm den Glauben er-

wecken konnten, er befinde sich in einer Notwehrlage (vgl. dazu statt Weiterer 

BGE 6B_1454/2020, Urteil vom 7. April 2022, E. 2.3., mit Verweisen). Dass der Be-

schuldigte Angst um sein Leben gehabt haben will und den Privatkläger 1 nur habe 

auf Distanz halten wollen (so u.a. ausdrücklich in Urk. D1/5/2 S. 4 F/A 25), lässt 

-   16   -

sich mit dem vorhandenen Videomaterial nicht vereinbaren. Wie ausgeführt, 

lancierte er seinerseits einen Angriff gegen den sich zurückziehenden Privat-

kläger 1, obschon er sich ohne Weiteres hätte entfernen können, wie dies von 

jemandem zu erwarten wäre, der einen unmittelbar drohenden Angriff fürchtet und 

um sein Leben bangt. Vorliegend deutet indes vielmehr alles darauf hin, dass es 

sich beim Angriff des Beschuldigten um einen Vergeltungsakt für den vorangegan-

gen Pfeffersprayeinsatz des Privatklägers 1 handelte. Aufgrund der unglaubhaften 

Angaben des Beschuldigten kann vor dem Hintergrund des erstellten Sachverhalts 

bzw. den bereits zur geltend gemachten Notwehr angestellten Erwägungen nicht 

von Umständen ausgegangen werden, die begründen würden, dass der Beschul-

digte in nachvollziehbarer Weise davon ausgehen durfte, einem unmittelbar 

drohenden Angriff ausgesetzt zu sein. Entsprechend ist auch eine Putativnotwehr-

situation zu verneinen.

3.4. Zwischenfazit

Im Ergebnis ist festzuhalten, dass es beim vorinstanzlichen Schuldspruch wegen 

versuchter eventualvorsätzlicher schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 

Abs. 1 und 2 StGB in Verbindung mit Art. 22 StGB bleibt. Schuldausschluss- oder 

Rechtfertigungsgründe liegen keine vor.

4. Dossier 2: Angriff

4.1. Sacherhalt

Der Beschuldigte hat den eingeklagten Sachverhalt anerkannt (vgl. dazu letztmals 

Urk. D2/4/3 S. 3 f., Urk. 49 S. 9 f. und Urk. 85 S. 6 f.), wobei sich sein Geständnis 

mit dem Untersuchungsergebnis, insbesondere den Aussagen der weiteren Be-

teiligten (Urk. D2/5/1-6 und Urk. D2/6/1-8) sowie den medizinischen Akten 

(Urk. D2/10/1-5 und Urk. D2/11/1-5), deckt. Der eingeklagte Sachverhalt ist erstellt. 

Auf die Einwände der Verteidigung ist beim Rechtlichen einzugehen.

-   17   -

4.2. Rechtliches

4.2.1. Standpunkt der Verteidigung

Die Verteidigung stellt sich zusammengefasst auf den Standpunkt, der Beschul-

digte sei vom Vorwurf im Sinne des Grundsatzes in dubio pro reo freizusprechen, 

da sich nicht erstellen lasse, dass er in konkludentem Einverständnis mit den 

übrigen Beteiligten am Angriff teilgenommen habe. Dabei handle es sich um eine 

reine Mutmassung der Staatsanwaltschaft. Der Beschuldigte habe sicherlich nicht 

die Absicht gehabt, sich an einem Angriff zu beteiligen. Zudem könne keineswegs 

von einem rein passiven bzw. defensiven Verhalten der Privatkläger 2 und 3 ge-

sprochen werden, weshalb von einem Angriff nicht die Rede sein könne. Da sich 

die Privatkläger 2 und 3 auf die Diskussion mit H._____ eingelassen hätten, könne 

nicht gesagt werden, diese seien am Ergebnis der Auseinandersetzung gänzlich 

unbeteiligt gewesen (Urk. 57 S. 12; Urk. 86 S. 10 f.).

4.2.2. Würdigung

Die Vorinstanz hat zutreffende Ausführungen zu den rechtlichen Grundlagen 

des eingeklagten Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB gemacht (Urk. 71 S. 27 f. 

E. III.C.1.), darauf ist zu verweisen. Anschliessend hat sie mit ebenfalls zutreffender 

Begründung und unter Abhandlung der Vorbringend der Verteidigung die objektive 

und subjektive Tatbestandsmässigkeit im Sinne der zitierten Bestimmungen bejaht 

(a.a.O., S. 29-31 E. III.3.), auch darauf ist zu verweisen. Die nachfolgenden Er-

wägungen sind deshalb teilweise ergänzende und rekapitulierende.

Wie ausgeführt, hat der Beschuldigte bereits in der Untersuchung und auch an der 

Hauptverhandlung eingestanden, sich an der eingeklagten Auseinandersetzung 

beteiligt zu haben und zumindest einen Schlag oder Kick gegen einen der Privat-

kläger ausgeführt zu haben: An der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 

7. Dezember 2021 führte er aus, er sei schon dabei gewesen, er habe aber zuerst 

nichts davon gewusst. Nach einem vorerst verbalen Streit habe es aus dem Nichts 

eine Schlägerei gegeben. Er habe einen der beiden Privatkläger, welchen wisse er 

nicht, gepackt und einmal zugeschlagen (Urk. D2/4/2 S. 3). An der Hauptverhand-

-   18   -

lung sagte der Beschuldigte aus, er habe einen Kick ausgeführt. Er sei zur falschen 

Zeit am falschen Ort gewesen. Er sei nur durch Zufall dort (auf dem Pausenplatz 

des Schulhauses I._____) gelandet (Urk. 49 S. 9). Aufgrund der vorliegenden me-

dizinischen Akten ist zudem wie ausgeführt erstellt, dass die Privatkläger die ein-

geklagten Verletzungen erlitten, diese weisen die Intensität einer Körperverletzung 

im Sinne von Art. 123 StGB auf, womit die objektive Strafbarkeitsbestimmung des 

Verletzungserfolgs gegeben ist. 

Der Einwand der Verteidigung, der Beschuldigte habe sich nicht konkludent am 

Angriff beteiligt, verfängt nicht. Es mag zwar zutreffen, dass er zunächst nicht mit 

der Absicht, sich an einem Angriff zu beteiligen, den Pausenplatz des Schulhauses 

I._____ aufsuchte. Nachdem aber der anfangs noch verbale Streit in eine Schläge-

rei ausartete, der Beschuldigte einen der Privatkläger packte und eingestandener-

massen einmal zuschlug bzw. kickte, hat er sich fraglos tatbeständlich beteiligt. Er 

hat den Angriff unterstützt und mit seinem Schlag oder Kick im Sinne der Angreifer 

auch einen aktiven Beitrag geleistet. Was er genau getan hat, ist unerheblich und 

muss auch nicht nachgewiesen werden. Der Beschuldigte wusste spätestens, als 

der erste Schlag seitens der Mittäter ausgeführt wurde, dass die anderen tätlich 

gegen die Privatkläger 2 und 3 vorgehen würden und hat sich aktiv, wissentlich und 

willentlich am Angriff beteiligt. Es wäre ihm ohne Weiteres freigestanden, nicht mit-

zumachen und sich zu entfernen.

Der Versuch der Verteidigung, den Privatklägern 2 und 3 eine Mitschuld am 

Geschehen zuzuweisen, scheitert. Es darf nicht aufgrund der Bereitschaft zur Dis-

kussion seitens der Privatkläger 2 und 3 darauf geschlossen werden, dass diese 

am Geschehenen Schuld tragen. Entsprechendes ergibt sich sodann weder aus 

den Einvernahmen des Beschuldigten, der Mitbeschuldigten noch derjenigen der 

Privatkläger 2 und 3. Die Privatkläger 2 und 3 trugen nicht zur Eskalation des 

Geschehens bei, sie haben sich lediglich auf eine Diskussion eingelassen. Die 

Aggression erfolgte einseitig. Die Privatkläger 2 und 3 haben sich nur verteidigt. 

Ihre Handlungen gingen in ihrer Intensität nicht über blosse Abwehrhandlungen 

hinaus.

-   19   -

4.2.3. Zwischenfazit

Im Ergebnis ist festzuhalten, dass es beim vorinstanzlichen Schuldspruch wegen 

Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB bleibt. Schuldausschluss- oder Recht-

fertigungsgründe liegen keine vor.

5. Ergebnis

Der Beschuldigte hat sich der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von 

Art. 122 Abs. 1 und 2 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB und des Angriffs 

im Sinne von Art. 134 StGB schuldig gemacht.

III. Strafpunkt

1. Strafzumessungsregeln und Strafrahmen

Die Vorinstanz hat zutreffende Ausführungen zu den Strafzumessungsregeln, der 

Strafart und den Strafrahmen gemacht (Urk. 71 S. 32 ff. E. V.1. ff.), darauf kann 

verwiesen werden.

Teilweise ergänzend und rekapitulierend ist zu den Strafzumessungsregeln festzu-

halten, was folgt: Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraus-

setzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu 

der Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das 

Höchstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei 

ist es an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB). 

Gemäss neuerer bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei einer Mehrzahl von 

begangenen Delikten im Rahmen der Festlegung der angemessenen Sanktion 

nach der sogenannten konkreten Methode vorzugehen und in diesem Zusammen-

hang grundsätzlich für jede konkrete Tat die angemessene Strafhöhe sowie die 

passende Strafart zu bestimmen ist (BGE 144 IV 217 ff.). Dabei ist die Bildung einer 

Gesamtstrafe nur bei gleichartigen Strafen möglich, während ungleichartige kumu-

lativ zu verhängen sind. Mehrere gleichartige Strafen liegen vor, wenn das Gericht 

im konkreten Fall für jede einzelne Straftat eine gleichartige Strafe ausfällt bzw. 

ausfällen würde. Nach der gesetzlichen Konzeption basiert die Gesamtstrafe be-

-   20   -

grifflich auf mehreren selbständigen Einzelstrafen, was voraussetzt, dass das Ge-

richt zumindest gedanklich für sämtliche begangenen Taten eine konkrete Strafe 

gebildet hat (BGE 144 IV 234). Gleichzeitig lässt das Bundesgericht für bestimmte 

Konstellationen aber nach wie vor Ausnahmen von der konkreten Methode zu, dies 

insbesondere dann, wenn verschiedene Delikte zeitlich und sachlich derart eng 

miteinander verknüpft sind, dass sie sich nicht sinnvoll auftrennen und für sich allein 

beurteilen lassen (Urteile des Bundesgerichts 6B_483/2016 vom 30. April 

2018,  E. 2.4; 6B_210/2017 vom 25. September 2017, E. 2.2.1; 6B_523/2018 

vom 23. August 2018, E. 1.2.2; Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, 

II. Strafkammer, vom 10. Januar 2019, SB180398, E. III./4.). 

Was die Strafrahmen betrifft, so ist weiter ergänzend zu bemerken, dass sich daran 

gemäss Bundesgesetz vom 17. Dezember 2021 über die Harmonisierung der 

Strafrahmen, in Kraft seit 1. Juli 2023 (AS 2023 259; BBl 2018 2827), nichts ge-

ändert hat.

Der Klarheit halber ist an dieser Stelle sodann nochmals die bundesgerichtliche 

Rechtsprechung zur Strafzumessung bei versuchten Delikten in Erinnerung zu 

rufen: Der Versuch ist als verschuldensunabhängiges Strafzumessungskriterium 

zu verstehen. Demnach ist bei Vorliegen eines versuchten Delikts bei der Bildung 

der Einsatzstrafe in einem ersten Schritt die schuldangemessene Strafe für das 

vollendete Delikt festzulegen. Die derart ermittelte hypothetische Strafe ist in der 

Folge unter Berücksichtigung des fakultativen Strafmilderungsgrundes von Art. 22 

Abs. 1 StGB zu reduzieren (vgl. dazu statt Weiterer die Urteile des Bundesgerichts 

6B_865/2009 vom 25. März 2010 E. 1.6.1 und 6B_466/2013 vom 25. Juli 2013 

E. 2.3.1). In diesem Zusammenhang ist schliesslich festzuhalten, dass die ver-

suchte Tatbegehung nicht zu einer Öffnung des Strafrahmens führt. 

2. Einsatzstrafe für die versuchte schwere Körperverletzung

2.1. Objektive Tatschwere

Das objektive Tatverschulden ist im Kontext der mit der Tat einhergehenden Be-

gleitumstände zu würdigen, namentlich einem allseits sowohl verbal wie physisch 

-   21   -

hochaggressiv geführten Streit, bei dem sich der Beschuldigte allerdings in der 

Überzahl befand. Zu seinen Gunsten ist zu berücksichtigen, dass es sich um eine 

nicht von langer Hand geplante Spontantat handelte. Gleichwohl war das Tat-

vorgehen von brachialer Brutalität, der Beschuldigte offenbarte damit eine krasse 

Gewaltbereitschaft. Und all dies aus nichtigem Anlass. Die von der Vorinstanz vor-

genommene Klassierung des objektiven Tatschwere als "erheblich" ist deshalb 

sicher nicht zu streng, ebenso wenig die von ihr festgesetzte Einsatzfreiheitsstrafe 

von 36 Monaten.

2.2. Subjektive Tatschwere

Der Beschuldigte handelte eventualvorsätzlich. Zu seinen Gunsten ist davon aus-

zugehen, dass der Privatkläger 1 ebenfalls massgeblich zur Eskalation der Situa-

tion beitrug und er sich nicht weniger streitfreudig und kampfbereit zeigte als der 

Beschuldigte. Zu Gunsten des Beschuldigten ist weiter zu berücksichtigen, dass 

ihn unmittelbar vor seiner Tat eine Pfeffersprayattacke des Privatklägers traf, was 

fraglos die bereits äusserst angespannte Situation weiter anheizte. Wie ausgeführt 

ist allerdings nicht von einer Notwehrsituation sondern aufgrund der Umstände viel-

mehr von einer Vergeltungsaktion für den vorangegangenen Pfeffersprayeinsatz 

des Privatklägers 1 auszugehen. Insgesamt relativiert die subjektive Tatschwere 

die objektive nicht.

2.3. Versuch

Für den Versuch eine allzu deutliche Strafminderung vorzunehmen, verbietet sich, 

da es sich um einen vollendeten Versuch handelt. Dass die Verletzungen nicht 

gravierender ausfielen, ist allein Glück und Zufall zu verdanken, was sich der Be-

schuldigte nicht positiv anrechnen lassen kann. Gleichwohl zu berücksichtigen, 

dass der tatbestandsmässige Erfolg nicht eingetreten ist. Aufgrund des Versuchs 

rechtfertigt sich eine Strafreduktion von einem Jahr. Die von der Vorinstanz vor-

genommene Reduktion von einem halben Jahr ist etwas zu tief.

-   22   -

2.4. Täterkomponente und Nachtatverhalten

Die Vorinstanz hat zutreffende Ausführungen zur Täterkomponente gemacht 

(Urk. 71 S. 36 ff. E. V.3.3., unter Hinweis auf die Akten), auf diese kann vollumfäng-

lich verwiesen werden. Ergänzend gab der Beschuldigte anlässlich der Berufungs-

verhandlung an, dass er seit dem anklagegegenständlichen Vorfall alkoholabsti-

nent lebe und sich auf seine Partnerin und die Familie konzentriere, seine Heirat 

stehe kurz bevor (Urk. 85 S. 5). Betreffend das neue Strafverfahren wegen Fahrens 

eines Motorfahrzeugs in fahrunfähigem Zustand (vgl. Urk. 83 S. 1) erklärte der 

Beschuldigte, es habe sich möglicherweise um Restalkohol gehandelt, da er am 

Abend vor der Kontrolle Alkohol konsumiert habe (Prot. II S. 11). Während hin-

sichtlich der neuen Strafuntersuchung die Unschuldsvermutung gilt, sind die Vor-

strafen des Beschuldigten (Urk. 83 S. 2 f.) und der Umstand, dass er während 

laufender Probezeit delinquierte, straferhöhend zu berücksichtigen. Das Geständ-

nis im äusseren Sachverhalt ist aufgrund der erdrückenden Beweislage nur leicht 

strafmindernd zu berücksichtigen. Leicht strafmindernd sind sodann auch die 

bereits während der Untersuchung gezeigte Einsicht und Reue zu berücksichtigen 

(Urk. D1/5/3 S. 5 F/A 17, Urk. 49 S. 9, Prot. I S. 23 f. und Urk. 85 S. 6 f.). Entgegen 

der Vorinstanz kann indes aufgrund der Vorstrafen und des Umstands, dass der 

Beschuldigte während laufender Probezeit delinquierte, nicht davon ausgegangen 

werden, dass die strafmindernden Faktoren die straferhöhenden überwiegen. Viel-

mehr sind die Täterkomponente und das Nachtatverhalten insgesamt als straf-

zumessungsneutral zu werten.

2.5. Zwischenfazit

Für die versuchte vorsätzliche schwere Körperverletzung ist eine Einsatzfreiheits-

strafe von 24 Monaten festzulegen.

3. Asperation aufgrund des Angriffs

3.1. Objektive Tatschwere

Was das objektive Tatverschulden anbelangt, so ist zu Gunsten des Beschuldigten 

festzuhalten, dass sich sein Tatbeitrag am vorliegenden Angriff in Grenzen hielt. 

-   23   -

Die Verletzungen der Opfer waren gleichwohl nicht unerheblich und auch der Tat-

beitrag des Beschuldigten barg das Risiko für schlimmere Verletzungen. Die Tat 

war nicht von langer Hand geplant, zeugt aber von einem bedenklichen Aggressi-

onspotenzial und einer beträchtlichen Gewaltbereitschaft des Beschuldigten.

3.2. Subjektive Tatschwere

Der Beschuldigte hat sich vorsätzlich an einer Auseinandersetzung beteiligt, aus 

der er sich ohne Weiteres hätte heraushalten können. Zu seinen Gunsten ist davon 

auszugehen, dass er ein Stück weit wohl tatsächlich wie von ihm geltend gemacht 

zur falschen Zeit am falschen Ort war und am Angriff wohl auch aus einem gewis-

sen Gruppendruck heraus und aus Angst, vor seinen Kollegen als feige zu gelten, 

mitgewirkt hat. Mit der Vorinstanz kann das Verschulden insgesamt als nicht mehr 

leicht klassiert werden.

3.3. Täterkomponente und Nachtatverhalten

Diesbezüglich kann zunächst auf die soeben unter E. III.2.4. gemachten sowie die 

zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 71 S. 39 f. E. V.4.3.) verwiesen 

werden. Der Beschuldigte zeigte sich, wie von der Vorinstanz richtig ausgeführt, 

kooperativ und trug massgeblich zu einer Verkürzung der Untersuchung bei. Auch 

zeigte er sich geständig und reuig. Zu seinen Ungunsten ist indes zu berücksichti-

gen, dass er nur wenige Wochen nach dem unter Dossier 1 eingeklagten Vorfall 

erneut gewalttätig straffällig wurde. Insgesamt sind die Täterkomponente und das 

Nachtatverhalten als strafzumessungsneutral zu werten.

3.4. Zwischenfazit

Für den Angriff ist eine Einsatzfreiheitsstrafe von 12 Monaten festzulegen. Asperie-

rend führt dies zu einer Erhöhung der für die versuchte vorsätzliche schwere 

Körperverletzung festgelegten Einsatzfreiheitsstrafe um 8 Monate.

-   24   -

4. Ergebnis

Der Beschuldigte ist mit 32 Monaten Freiheitsstrafe zu bestrafen. Anzurechnen sind 

13 Tage erstandene Untersuchungshaft, wobei diesbezüglich auf die zutreffenden 

Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen ist (Urk. 71 S. 41 E. V.6.).

5. Strafvollzug

Die Vorinstanz hat eine teilbedingt zu vollziehende Freiheitsstrafe in der Höhe von 

36 Monaten ausgefällt (Urk. 71 S. 41 ff. E. VI.), wobei sie den vollziehbaren Teil auf 

12 Monate und die Probezeit auf vier Jahre festsetzte. Sie begründete dies damit, 

dass der Beschuldigte noch nie habe eine Freiheitsstrafe verbüssen müssen und 

ging deshalb davon aus, dass ihn die erstandene Untersuchungshaft genügend ab-

geschreckt habe. Ein weiteres deliktisches Verhalten sei nicht zu erwarten. Es sei 

damit das Vorliegen einer günstigen Prognose zu vermuten, weshalb der teilbe-

dingte Vollzug der auszufällenden Freiheitsstrafe anzuordnen sei (a.a.O., S. 42 f. 

E. VI.1.5.). Diese wohlwollenden Überlegungen sind in zweiter Instanz zu über-

nehmen. Die Freiheitsstrafe ist im Umfang von 12 Monaten zu vollziehen und im 

Umfang von 20 Monaten bei einer Probezeit von 4 Jahren aufzuschieben, womit 

allfälligen Restbedenken Rechnung getragen wird.

6. Widerruf

Die Vorinstanz hat den Widerruf des bedingten Vollzuges der mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 28. März 2019 ausgefällten Geldstrafe von 

90 Tagessätzen zu CHF 30.– angeordnet und dies einzig damit begründet, dass 

der Beschuldigte während der Probezeit delinquiert habe, wobei sie sich zur Pro-

gnose in diesem Punkt nicht konkret äusserte (Urk. 71 S. 44 E. VII.). Im Einklang 

mit den wohlwollenden vorinstanzlichen Ausführungen zum teilbedingten Strafvoll-

zug der ausgesprochenen Freiheitsstrafe ist indes von intakten Bewährungsaus-

sichten auszugehen und einem Widderruf des bedingten Vollzuges der mit Straf-

befehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 28. März 2019 ausgefällten 

Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu CHF 30.– abzusehen, wobei zugunsten des Be-

schuldigten auch hier von einer günstigen Prognose ausgegangen werden muss.

-   25   -

IV. Landesverweisung

1. Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen für die Anordnung einer 

Landesverweisung zutreffend wiedergegeben und richtig festgehalten, dass sich 

der Beschuldigte mit der versuchten schweren Körperverletzung und dem Angriff 

gleich zweier Katalogtaten im Sinne von Art. 66a StGB (Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB 

[die Vorinstanz spricht von Art. 66a StGB Abs. 1 lit. c, was als offensichtlicher Ver-

schrieb zu werten ist]) schuldig gemacht hat, weshalb grundsätzlich obligatorisch 

eine Landesverweisung im Sinne von Art. 66a StGB anzuordnen ist. Davon kann 

nur abgesehen werden, wenn die Landesverweisung für den Beschuldigten einen 

schweren persönlichen Härtefall darstellen würde und die öffentlichen Interessen 

an der Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen des Beschuldigten 

am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen (Urk. 71 S. 46 f. E. VIII.3.-5.1.), auf 

die entsprechenden Ausführungen kann verwiesen werden. Teilweise rekapitulie-

rend und ergänzend ist was die theoretischen Grundlagen betrifft festzuhalten, 

dass das Bundesgericht in seinem Urteil vom 4. Dezember 2019 (6B_690/2019) 

seine Rechtsprechung zur Härtefallregelung bei der Landesverweisung präzisiert 

und zusammengefasst festgehalten hat, ob bei einer Person ein Härtefall vorliegt, 

weil sie "in der Schweiz geboren oder aufgewachsen" ist, bestimme sich weder 

anhand von starren Altersvorgaben, noch führe eine bestimmte Anwesenheits-

dauer automatisch zur Annahme eines Härtefalls. Die Härtefallprüfung sei viel-

mehr im Einzelfall anhand der gängigen Integrationskriterien durchzuführen. Im 

Einzelnen: 

Die obligatorische Landesverweisung wegen einer Katalogtat im Sinne von Art. 66a 

Abs. 1 StGB greift grundsätzlich unabhängig von der konkreten Tatschwere 

(BGE 144 IV 332 E. 3.1.3 S. 339). Sie muss zudem unabhängig davon aus-

gesprochen werden, ob es beim Versuch geblieben ist und ob die Strafe bedingt, 

unbedingt oder teilbedingt ausfällt (BGE 144 IV 168 E. 1.4.1 S. 171; Urteil 

6B_1070/2018 vom 14. August 2019 E. 6.2.1; vgl. zum Ganzen Urteil 6B_690/2019 

vom 4. Dezember 2019, E. 3.4.1.). Von der Anordnung der Landesverweisung kann 

nur "ausnahmsweise" unter den kumulativen Voraussetzungen abgesehen werden, 

dass sie (1.) einen schweren persönlichen Härtefall bewirken würde und (2.) die 

-   26   -

öffentlichen Interessen an der Landesverweisung gegenüber den privaten In-

teressen des Ausländers am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen. Dabei ist 

der besonderen Situation von Ausländern Rechnung zu tragen, die in der Schweiz 

geboren oder aufgewachsen sind (Art. 66a Abs. 2 StGB; sog. Härtefallklausel). Die 

Härtefallklausel dient der Umsetzung des Verhältnismässigkeitsprinzips (vgl. Art. 5 

Abs. 2 BV; BGE 144 IV 332 E. 3.1.2 S. 338; Urteile 6B_378/2018 vom 22. Mai 

2019 E. 3.2, zur Publikation vorgesehen; 6B_1070/2018 vom 14. August 2019 

E. 6.2.2; je mit Hinweisen). Sie ist restriktiv anzuwenden (BGE 144 IV 332 E. 3.3.1 

S. 340). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung lässt sich zur kriterien-

geleiteten Prüfung des Härtefalls im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB der Kriterien-

katalog der Bestimmung über den "schwerwiegenden persönlichen Härtefall" in 

Art. 31 Abs. 1 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt 

und Erwerbstätigkeit (VZAE; SR 142.201) heranziehen (BGE 144 IV 322 E. 3.3.2 

S. 340 f.; Urteil 6B_689/2019 vom 25. Oktober 2019 E. 1.7; vgl. zum Ganzen Urteil 

6B_690/2019 vom 4. Dezember 2019, E. 3.4.2.). Sinn und Zweck der Alters-

vorgaben im Migrationsrecht ist es, sicherzustellen, dass ein Kind mindestens 

die Hälfte der obligatorischen Schulzeit in der Schweiz verbringt, was der Inte-

gration und der Förderung der sprachlichen Fähigkeiten zuträglich sei (vgl. Art. 42 

Abs. 4 des Ausländer- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 [AIG; 

SR 142.20]; siehe auch Art. 43 Abs. 6 und Art. 47 Abs. 1 AIG sowie Art. 73 Abs. 1 

VZAE; Marc Spescha, in: Spescha et al. [Hrsg.], Migrationsrecht Kommentar, 

5. Aufl. 2019, N. 18 zu Art. 42 und N. 1 zu Art. 47 AIG mit Hinweisen). Diese 

Überlegungen sind grundsätzlich auch im Rahmen der Härtefallprüfung nach 

Art. 66a Abs. 2 StGB von Relevanz, spielt der Grad der Integration doch auch in 

diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle. Wie das Bundesgericht bereits 

mehrfach festgehalten hat, kann bei einer Härtefallprüfung allerdings nicht sche-

matisch ab einer gewissen Aufenthaltsdauer eine Verwurzelung in der Schweiz 

angenommen werden. Spielt sich das gesellschaftliche Leben einer ausländischen 

Person primär mit Angehörigen des eigenen Landes ab, spricht dies eher gegen 

die Annahme einer hinreichenden Integration (Urteil 6B_689/2019 vom 25. Oktober 

2019 E. 1.7.2 mit Hinweisen). Im Gegensatz zum Migrationsrecht sieht Art. 66a 

Abs. 2 StGB denn auch keine Altersgrenze vor. Es ist davon auszugehen, dass der 

-   27   -

Gesetzgeber entsprechende Vorgaben in den Wortlaut der Gesetzesbestimmung 

aufgenommen hätte, wenn dies seinem Willen entsprochen hätte. Die Anwendung 

von starren Altersvorgaben sowie die automatische Annahme eines Härtefalls 

ab einer bestimmten Anwesenheitsdauer findet somit keine Stütze im Gesetz. 

Die Härtefallprüfung ist vielmehr in jedem Fall anhand der gängigen Integra-

tionskriterien (vgl. BGE 144 IV 332 E. 3.3.2 S. 340 f.) vorzunehmen. Der be-

sonderen Situation von in der Schweiz geborenen oder aufgewachsenen aus-

ländischen Personen wird dabei Rechnung getragen, indem eine längere 

Aufenthaltsdauer, zusammen mit einer guten Integration - beispielsweise aufgrund 

eines Schulbesuchs in der Schweiz - in aller Regel als starkes Indiz für das Vor-

liegen von genügend starken privaten Interessen und damit für die Bejahung eines 

Härtefalls zu werten ist (1. kumulative Voraussetzung; vgl. E. 3.4.2). Bei der 

allenfalls anschliessend vorzunehmenden Interessenabwägung (2. kumulative 

Voraussetzung) ist der betroffenen Person mit zunehmender Anwesenheitsdauer 

ein gewichtigeres privates Interesse an einem Verbleib in der Schweiz zuzubilligen. 

Hingegen kann davon ausgegangen werden, dass die in der Schweiz verbrachte 

Zeit umso weniger prägend war, je kürzer der Aufenthalt und die in der Schweiz 

absolvierte Schulzeit waren, weshalb auch das private Interesse an einem Verbleib 

in der Schweiz weniger stark zu gewichten ist (vgl. zum Ganzen Urteil 6B_690/2019 

vom 4. Dezember 2019, E. 3.4.4.).

2. Hinsichtlich der persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten kann auf die 

bereits im Rahmen der Strafzumessung gemachten Ausführungen zur Täterkom-

ponente (vgl. dazu vorne unter E. III.2.4.) sowie die zutreffenden Ausführungen der 

Vorinstanz (Urk. 71 S. 36 ff. E. V.3.3. und S. 47 f. E. VIII.5.2., jeweils unter Hinweis 

auf die Akten) verwiesen werden. Rekapitulierend ist nochmals festzuhalten, was 

folgt: Der Beschuldigte ist nicht in der Schweiz, sondern in Slowenien geboren, hat 

dort die Schule besucht und kam erst mit 14 Jahren zusammen mit seinen Eltern 

und seiner jüngeren Schwester in die Schweiz. Auch wenn er bereits seit 2014 in 

der Schweiz lebt, so hat er doch den grösseren Teil seines bisherigen Lebens, 

darunter die prägende Kindheit, in Slowenien verbracht. Nach wie vor pflegt er Kon-

takt zu seinen Grosseltern, die noch immer in seinem Heimatland leben. Inwiefern 

-   28   -

der Eintritt seiner Grosseltern in ein Altersheim eine relevante Änderung seiner 

Rückkehrchancen bewirken soll (vgl. Urk. 86 S. 17), ist nicht ersichtlich. Meistens 

reist der Beschuldigte einmal im Jahr im Sommer in seine Heimat. Er spricht 

slowenisch und serbisch. Er ist ledig und kinderlos. Weder die bevorstehende 

Heirat (vgl. Urk. 85 S. 3; Urk. 86 S. 17) noch ein zukünftiger Kinderwunsch ver-

möchten eine schwere Härte zu begründen. Dies gilt insbesondere, zumal die 

Landesverweisung bereits seit dem Jahr 2021 im Raum steht, während die Part-

nerschaft offenbar erst 2 Jahre andauert (vgl. Urk. 86 S. 17). Obwohl seine Eltern 

in der Schweiz leben, besteht keine eigentliche Abhängigkeit zu ihnen: Der Be-

schuldigte ist volljährig, hat eine Berufsausbildung abgeschlossen und verdient sich 

seinen Lebensunterhalt selbst. Es ist ausserdem nicht ersichtlich, inwiefern ein 

regelmässiger Kontakt zu seinen in der Schweiz lebenden Verwandten sowohl 

durch Besuche seiner Familie als auch mit den heutigen technischen und elektro-

nischen Möglichkeiten nicht aufrecht erhalten werden könnte. Ferner ist der Be-

schuldigte gelernter Heizungsmonteur, womit er einen Beruf hat, dem er auch in 

seiner Heimat nachgehen kann. Es ist nicht ersichtlich, aus welchen Gründen es 

dem Beschuldigten nicht möglich und zumutbar sein sollte, in Slowenien zu leben. 

Als gut ausgebildeter, junger und gesunder Mann, der die Sprache seiner Heimat 

spricht, wird er sich auch auf dem slowenischen Arbeitsmarkt beruflich integrieren 

können. Eine übermässig starke Verwurzelung in der Schweiz oder grosse Schwie-

rigkeiten, sich in seinem Heimatland zurechtzufinden, sind nicht ersichtlich. Selbst-

verständlich ist eine Landesverweisung für den Beschuldigten hart, was aber 

durchaus im Sinne des Gesetzgebers ist. Eine schwere Härte ist jedoch nicht aus-

zumachen, wobei noch einmal zu betonen ist, dass die Härtefallklausel gemäss 

konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine restriktiv anzuwendende 

Ausnahmeklausel ist.

Soweit die Verteidigung vor Vorinstanz ausführte, eine Landesverweisung wirke 

sich nicht förderlich auf eine Therapie aus, die der Beschuldigte zur Behandlung 

seiner posttraumatischen Belastungen wegen einer Messerstichattacke aus dem 

Jahr 2017 aufgenommen habe (Urk. 57 S. 19), so wirkt dies reichlich konstruiert, 

zumal er offenbar während sehr langer Zeit keine professionelle Hilfe in Anspruch 

-   29   -

nahm und im Übrigen ohne Weiteres davon ausgegangen werden kann, dass 

wirksame Behandlungsmöglichkeiten auch in Slowenien bestehen.

3. Selbstredend besteht ein grosses öffentliches Interesse daran, Straftaten 

gegen Leib und Leben in der Schweiz zu verhindern. Der mehrfach vorbestrafte 

Beschuldigte offenbarte mit seiner Tat eine hohe kriminelle Energie und sein damit 

einhergehendes Gefährdungspotenzial ist gross. Das konkrete Tatverschulden 

wiegt jedenfalls in einem Fall erheblich. Insgesamt überwiegt das öffentliche 

Interesse das private Interesse des Beschuldigten an einem Verbleib in der 

Schweiz deutlich. Entsprechend ist der Beschuldigte des Landes zu verweisen.

4. Die von der Vorinstanz angeordnete Dauer der Landesverweisung von fünf 

Jahren ist angemessen und zu übernehmen, auf die entsprechenden Erwägungen 

(Urk. 71 S. 49 E. VIII.6.) kann verwiesen werden.

V. Zivilansprüche

Der vorinstanzliche Entscheid wird im Schuldpunkt bestätigt und ist unter Hinweis 

auf die sorgfältigen, zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen (Urk. 71 S. 51 ff. 

E. X.) auch im Zivilpunkt zu bestätigen.

VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Vorinstanzliches Verfahren

Die im angefochtenen Entscheid getroffene Kosten- und Entschädigungsregelung 

(Urk. 71 S. 60 f E. XI.) ist ausgangsgemäss zu bestätigen.

2. Berufungsverfahren

Die Gerichtsgebühr ist praxisgemäss auf Fr. 3'600.-- festzusetzen. Es wird eine um 

vier Monate tiefere Freiheitsstrafe ausgefällt und vom Widderruf des bedingten 

Vollzuges einer Geldstrafe abgesehen, was indes nichts daran ändert, dass der 

Beschuldigte mit seinen Anträgen weitestgehend unterliegt und deshalb eine 

-   30   -

Reduktion der Kostenfolgen nicht rechtfertigt. Entsprechend sind dem Beschul-

digten die Kosten des Berufungsverfahrens vollumfänglich aufzuerlegen - mit 

Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung. Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

macht als amtliche Verteidigerin des Beschuldigten Aufwendungen von 

Fr. 14'063.80 geltend (Urk. 88). In Berücksichtigung des überschaubaren und 

aufgrund der Videoaufnahmen weitestgehend unstrittigen Sachverhalts und der 

niedrigen rechtlichen Komplexität des Falls ist die Entschädigung von Rechts-

anwältin lic. iur. X._____ auf pauschal Fr. 11'000.– festzusetzen (vgl. § 18 Abs. 1 

i.V.m. § 17 Abs. 1 lit. b Gebv OG). Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind 

einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Rückzahlungspflicht der 

Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. Rechtsanwältin 

lic. iur. Z1._____ und Rechtsanwalt lic. iur. Z2._____ sind als unentgeltliche 

Vertreter der Privatkläger 2 und 3 antragsgemäss mit Fr. 300.– (Urk. 84) bzw. 

Fr. 280.75 (Urk. 82) zu entschädigen.

-   31   -

Es wird beschlossen:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 

23. Februar 2023 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:

"Es wird erkannt:

1. Beschuldigte ist schuldig

- […]

- […]

- der Übertretung des Eisenbahngesetzes im Sinne von Art. 86 EBG;

- der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von 

Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

2. Der Beschuldigte wird bestraft […] mit einer Busse von CHF 500.–.

3. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine 

Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.

4.-6. […]

7. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

10. August 2022 (Dossier 2) beschlagnahmten Spuren und Spurenträger werden 

nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides eingezogen und der Lagerbehörde 

zur Vernichtung überlassen.

- A015'606'958 (IRM-Fotografie, B._____)

- A015'606'981 (Vergleichs-WSA, B._____)

- A015'607'008 (Wattetupfer - Fingernagelschmutz rt., C._____)

- A015'607'019 (Wattetupfer - Fingernagelschmutz li., C._____)

- A015'607'020 (Wattetupfer - Spur ab Wange rt., C._____)

- A015'607'031 (Wattetupfer - Spur ab Wange li., C._____)

- A015'607'042 (Wattetupfer - Spur ab Unterarm rt., C._____)

-   32   -

- A015'608'976 (Wattetupfer - Spur ab Griffstück LED-Taschenlampe)

- A015'608'998 (Wattetupfer - Spur ab Lampenkopf)

- A015'607'075 (IRM-Fotografie, B._____)

- A015'607'086 (Vergleichs-WSA, B._____) 

- A015'607'097 (Wattetupfer - Fingernagelschmutz rt., B._____)

- A015'607'100 (Wattetupfer - Fingernagelschmutz li., B._____)

- A015'607'111 (Wattetupfer - Spur ab Wange rt., B._____)

- A015'607'122 (Wattetupfer - Spur ab Wange li., B._____)

- A015'607'144 (Wattetupfer - Spur ab Nasenbereich, B._____)

8. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

10. August 2022 (Dossier 1) beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschul-

digten innert drei Monaten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides sowie des 

Entscheides im Verfahren DG220170-L auf erstes Verlangen hin herausgegeben 

oder nach Ablauf von drei Monaten durch die Lagerbehörde vernichtet:

- A015'480'827 (div. Kleider)

9. ff. […]"

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist zudem schuldig

 der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB 

in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB und

 des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB.

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 32 Monaten Freiheitsstrafe (wovon bis und 

mit heute 13 Tage durch Haft erstanden sind).

-   33   -

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 20 Monaten aufge-

schoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (12 Monate, 

abzüglich 13 Tage, die durch Untersuchungshaft erstanden sind) wird die 

Freiheitsstrafe vollzogen.

4. Der bedingt angeordnete Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl der Staats-

anwaltschaft Zürich - Limmat vom 28. März 2019 ausgefällten Geldstrafe von 

90 Tagessätzen zu Fr. 30.– wird nicht widerrufen.

5. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 5 Jahre des Landes 

verwiesen.

6. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger 1 

(D._____) aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach 

schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des 

Schadenersatzanspruches wird der Privatkläger 1 (D._____) auf den Weg des 

Zivilprozesses verwiesen.

7. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger 2 

(C._____) aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadener-

satzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatz-

anspruches wird der Privatkläger 2 (C._____) auf den Weg des Zivilprozesses 

verwiesen.

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 3 (B._____) Schadener-

satz in der Höhe von CHF 113.10 zuzüglich 5 % Zins ab 30. April 2022  zu 

bezahlen.

9. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger 3 

(B._____) aus dem eingeklagten Ereignis für allfälligen weiteren Schaden 

dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. 

-   34   -

10. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 1 (D._____) CHF 1'500.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 17. Oktober 2021 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren auf den Weg des Zivilprozesses 

verwiesen.

11. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers 2 (C._____) wird auf den Weg 

des Zivilprozesses verwiesen.

12. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 3 (B._____) CHF 800.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 22. November 2021 als Genugtuung zu bezahlen. 

13. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 16-18) wird 

bestätigt.

14. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 3'600.-- ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 11'000.--   amtliche Verteidigung

Fr. 300.--   unentgeltliche Vertretung PK 2 durch RAin Z1._____

Fr. 280.75   unentgeltliche Vertretung PK 3 durch RA Z2._____

15. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatkläger, 

werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung 

und der unentgeltlichen Vertretung der Privatkläger werden einstweilen auf 

die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten 

bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bzw. Art. 138 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 135 

Abs. 4 StPO vorbehalten.

16. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben)

 die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich (versendet)
 die Vertretung des Privatklägers 1 im Doppel für sich und die 

Privatklägerschaft (übergeben)

-   35   -

 die Vertretung des Privatklägers 2 im Doppel für sich und die 
Privatklägerschaft (versendet)

 die Vertretung des Privatklägers 3 im Doppel für sich und die 
Privatklägerschaft (versendet)

 das Migrationsamt des Kantons Zürich (versendet)
sowie in vollständiger Ausfertigung an
 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 

Beschuldigten 
 die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich 
 die Vertretung des Privatklägers 1 im Doppel für sich und die 

Privatklägerschaft 
 die Vertretung des Privatklägers 2 im Doppel für sich und die 

Privatklägerschaft 
 die Vertretung des Privatklägers 3 im Doppel für sich und die 

Privatklägerschaft 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an

 die Vorinstanz
 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste
 das Migrationsamt des Kantons Zürich 
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A und Formular B
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 

des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks 
Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten

 in die Untersuchungsakten Nr. B-2/2019/8973 der Staatsanwaltschaft 
Zürich-Limmat.

17. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 Lau-

sanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen 

Weise schriftlich einzureichen.

-   36   -

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 22. April 2024

Der Präsident:

lic. iur. B. Gut

Der Gerichtsschreiber:

MLaw W. Dharshing

Zur Beachtung:
Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.