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**Case Identifier:** c638bcbe-38c2-59c1-878c-d3cfad0214ef
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-08
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 08.12.2023 VBE.2023.225
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-225_2023-12-08.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

1. Kammer 

 

VBE.2023.225 / nb / nl 
Art. 125 

 

 

Urteil vom 8. Dezember 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichter Kathriner, Präsident  

Oberrichterin Gössi  

Oberrichter Roth  

Gerichtsschreiber Battaglia 

 

 
   

Beschwerde- 

führerin  

 A._____   

vertreten durch MLaw Andreas Hübscher, Rechtsanwalt,  

Bruggerstrasse 69, 5400 Baden    

 

     
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau   

 

     
   

Beigeladene   Aargauische Pensionskasse APK, 

Hintere Bahnhofstrasse 8, Postfach, 5001 Aarau      

 

    
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 12. April 2023) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die 1962 geborene, als kaufmännische Angestellte tätige Beschwerdefüh-

rerin meldete sich erstmals am 18. Dezember 2008 unter Hinweis auf 

Angst- und Panikattacken sowie diverse Zwänge bei der Beschwerdegeg-

nerin zum Bezug von Leistungen der Eidgenössischen Invalidenversiche-

rung (IV) an. Mit Verfügung vom 27. Juni 2011 sprach ihr diese eine befris-

tete halbe Rente vom 1. Juni 2009 bis zum 31. Oktober 2010 zu.  

 

1.2. 

Am 29. Mai 2018 meldete sich die Beschwerdeführerin erneut zum Leis-

tungsbezug an. Die Beschwerdegegnerin tätigte medizinische und erwerb-

liche Abklärungen, zog dabei insbesondere die Akten des Krankentaggeld-

versicherers bei, hielt Rücksprache mit dem Regionalen Dienst (RAD), 

sprach berufliche Massnahmen (Belastbarkeitstraining, Aufbautraining) 

und verneinte nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren einen Renten-

anspruch der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 3. Mai 2019. In der 

Folge wurden weitere berufliche Massnahmen in Form eines Arbeitsversu-

ches zugesprochen. Diese mündeten in einer Festanstellung im 70%-Pen-

sum, weshalb die berufliche Integration mit Mitteilung vom 8. November 

2019 abgeschlossen wurde. 

 

1.3. 

Die Beschwerdeführerin meldete sich am 20. März 2022 unter Hinweis auf 

"Long Covid" erneut bei der Beschwerdegegnerin zum Leistungsbezug an. 

Die Beschwerdegegnerin tätigte in der Folge Abklärungen in medizinischer 

und erwerblicher Hinsicht, hielt Rücksprache mit dem RAD und die Be-

schwerdeführerin mittels Mahn- und Bedenkzeitverfahren zur Mitwirkung 

an beruflichen Massnahmen an. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfah-

ren und erneuter Rücksprache mit dem RAD verneinte die Beschwerde-

gegnerin einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin mit Verfügung 

vom 12. April 2023. 

 

2. 

2.1. 

Gegen die Verfügung vom 12. April 2023 erhob die Beschwerdeführerin mit 

Eingabe vom 15. Mai 2023 Beschwerde und stellte folgende Rechtsbegeh-

ren: 

 

" 1. Die Verfügung vom 12. April 2023 sei aufzuheben und die Sache zur 
Vornahme weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurück-
zuweisen. 

 
 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich gesetzlicher Mehr-

wertsteuer zu Lasten der Beschwerdegegnerin." 

 - 3 - 

 

 

 

2.2. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Vernehmlassung vom 10. Juli 

2023 die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 19. Juli 2023 wurde die berufli-

che Vorsorgeeinrichtung der Beschwerdeführerin im Verfahren beigeladen 

und ihr Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt, worauf diese mit Ein-

gabe vom 10. August 2023 verzichtete. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch 

der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 12. April 2023 (Vernehmlas-

sungsbeilage [VB 287]) zu Recht verneint hat. 

 

2. 

2.1. 

2.1.1. 

Gemäss Art. 7 IVG muss die versicherte Person alles ihr Zumutbare unter-

nehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit zu verrin-

gern und den Eintritt einer Invalidität zu verhindern. Sie muss an allen zu-

mutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes 

oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbs-

leben gleichgestellten Aufgabenbereich (Aufgabenbereich) dienen, aktiv 

teilnehmen. Darunter fallen insbesondere Massnahmen der Frühinterven-

tion, Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Einglie-

derung, Massnahmen beruflicher Art, medizinische Behandlungen nach 

Art. 25 KVG sowie Massnahmen zur Wiedereingliederung von Rentenbe-

zügerinnen und Rentenbezügern. 

 

Als zumutbar gilt jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten 

Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszu-

stand nicht angemessen sind (Art. 7a IVG). 

 

2.1.2. 

Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Be-

handlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Ver-

besserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit ver-

spricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu 

bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt  

oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die 

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Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit 

einzuräumen (Art. 21 Abs. 4 ATSG).  

 

2.2. 

Kann die Erwerbsfähigkeit einer versicherten Person voraussichtlich durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederhergestellt, erhalten oder 

verbessert werden, so greift der Grundsatz "Eingliederung vor Rente" 

(vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG) bzw. "Eingliederung statt Rente". Eine Rente 

wird nicht zugesprochen, solange die Möglichkeiten zur Eingliederung im 

Sinne von Artikel 8 Absätze 1bis und 1ter nicht ausgeschöpft sind (Art. 28 

Abs. 1bis IVG).  

 

3. 

3.1. 

In der vorliegend angefochtenen Verfügung ging die Beschwerdegegnerin 

davon aus, die Beschwerdeführerin erachte sich als subjektiv nicht einglie-

derungsfähig, obwohl ihr aus versicherungsmedizinischer Sicht ab Oktober 

2022 (in ihrer angestammten Tätigkeit) ein Einstiegspensum von 20–40 % 

(mit einer Belastungssteigerung von 30 Minuten bis zu einer Stunde pro 

Monat) zumutbar gewesen sei. Durch die verweigerte Mitwirkung an zu-

mutbaren Eingliederungsmassnahmen sowie des Grundsatzes "Eingliede-

rung vor Rente" sei der Anspruch auf eine Rente nicht zu prüfen 

(VB 287/1 f.).  

 

3.2. 

In medizinischer Hinsicht stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die Be-

urteilungen der RAD-Ärzte Dr. med. B._____, Praktischer Arzt, vom 18. Au-

gust (VB 257) und 28. September 2022 (VB 264) sowie med. pract. 

C._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Praktischer 

Arzt, vom 11. April 2023 (VB 286). 

 

Dr. med. B._____ hielt am 18. August 2022 fest, die Beschwerdeführerin 

habe nach einer Covid-19-Erkrankung im Oktober 2021 eine Erschöp-

fungssymptomatik sowie psychische Störungen entwickelt, wobei keine or-

ganischen Ursachen für die geklagten Beschwerden gefunden worden 

seien. So sei etwa das neuropsychologische Leistungsvermögen als norm-

entsprechend beurteilt worden. Aus ärztlicher Sicht sollte es der Beschwer-

deführerin nach ausreichender Stabilisierung "in absehbarer Zeit, d.h. in 

den nächsten 6-8 Wochen" möglich sein, die zuletzt ausgeübte Tätigkeit 

mit einem Einstiegspensum von ca. 20-40 % wieder auszuüben, wobei eine 

monatliche Steigerung von 30 Minuten bis zu einer Stunde empfohlen 

werde (VB 257). Daran hielt Dr. med. B._____ nach Vorlage weiterer Arzt-

berichte am 28. September 2022 fest und definierte ein Zumutbarkeitsprofil 

für die Phase des Wiedereinstiegs (ohne erhöhten Zeitdruck und ohne 

hohe Anforderung an Konzentration und Aufmerksamkeit, ohne Nachtar-

beit und Wechselschicht, kein Tragen erhöhter Verantwortung; VB 264). 

 - 5 - 

 

 

 

Med. pract. C._____ führte in seiner Stellungnahme vom 11. April 2023 zu-

sammengefasst aus, insgesamt könne aus psychiatrischer Sicht die Diag-

nose einer rezidivierenden depressiven Störung bestätigt werden, aktuell 

sei maximal von einer leichten depressiven Episode auszugehen (ICD-10 

F33.0). Es fänden sich in den medizinischen Unterlagen keine psychopa-

thologischen Befunde, welche das Vorliegen einer mittelgradigen oder 

schweren depressiven Episode mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

nachvollziehbar machen würden. Auch der dokumentierte Behandlungs-

umfang (ambulante psychologische Psychotherapie, fehlende leitlinienge-

rechte Psychopharmakotherapie, keine teilstationären oder stationären Be-

handlungen) spreche gegen das Vorliegen einer relevanten psychischen 

Störung. Bei einer leichten oder auch einer mittelgradigen depressiven Epi-

sode (auch im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung) handle 

es sich in den allermeisten Fällen um eine temporäre, behandelbare Er-

krankung mit passagerer Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, sofern eine 

adäquate störungsspezifische Behandlung erfolge. Ein Gesundheitsscha-

den mit länger dauernder und wesentlicher Auswirkung auf die Arbeitsfä-

higkeit könne nicht erkannt werden. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

lägen keine Diagnosen mit wesentlicher und länger andauernder Beein-

trächtigung der beruflichen Leistungsfähigkeit vor. Eine wesentliche und 

länger andauernde Veränderung des Gesundheitszustandes gegenüber 

dem Zeitpunkt vom 3. Mai 2019 könne aus versicherungsmedizinscher 

Sicht nicht erkannt werden (VB 286/3 f.). 

 

4. 

4.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet 

und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 

231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

4.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder ei-

nem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag 

gegebenen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

S. 160 ff.). Zwar lässt das Anstellungsverhältnis der versicherungsinternen 

Fachperson zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf mangelnde 

Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee 

S. 353 ff.). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen 

Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 

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Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zu-

verlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest-

stellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 

465 E. 4.4 S. 469 f.; 122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

4.3. 

Auch eine reine Aktenbeurteilung kann beweistauglich sein, wenn es im 

Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht und sich neue Untersuchungen erübrigen (Urteile des 

Bundesgerichts 9C_411/2018 vom 24. Oktober 2018 E. 4.2; 9C_335/2015 

vom 1. September 2015 E. 3.1; 9C_1063/2009 vom 22. Januar 2010 

E. 4.2.1 mit Hinweis auf Urteil des Bundesgerichts I 1094/06 vom 14. No-

vember 2007 E. 3.1.1 in fine). 

 

5. 

5.1. 

Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, die Stellung-

nahme des RAD-Arztes med. pract. C._____ sei unvollständig und wider-

sprüchlich und verweist auf die Beurteilungen ihrer Behandler (Be-

schwerde, Rz. 14 ff.). Sie verkennt dabei aber weitgehend, dass die Be-

schwerdegegnerin den Rentenanspruch – auch wenn RAD-Arzt 

med. pract. C._____ um eine entsprechende Beantwortung gebeten wurde 

(VB 283) – nicht wegen einer fehlenden Veränderung des Gesundheitszu-

stands im Vergleich zur letzten Verfügung vom 3. Mai 2019 oder einer un-

eingeschränkten Arbeitsfähigkeit abwies, sondern weil sich die Beschwer-

deführerin den Eingliederungsmassnahmen verweigert hatte. Vor diesem 

Hintergrund erweisen sich die entsprechenden Ausführungen der Be-

schwerdeführerin zu einem veränderten Gesundheitszustand (vgl. Be-

schwerde, Rz. 14 f.) oder einem strukturierten Beweisverfahren (Be-

schwerde Rz. 19) als von untergeordneter Bedeutung. Vorliegend geht es 

nämlich einzig um die Frage, ob es der Beschwerdeführerin zumutbar ge-

wesen wäre, in einem 20–40%-Pensum an Eingliederungsmassnahmen in 

der bisherigen Tätigkeit teilzunehmen.  

 

5.2. 

5.2.1. 

Im Bericht des Kantonsspitals D._____ vom 3. Februar 2022 diagnostizier-

ten die Ärzte ein "Post-COVID-Syndrom". In Folge der Erkrankung habe 

sich bei der Beschwerdeführerin eine deutliche Erschöpfung entwickelt. Es 

präsentiere sich eine typische Symptomatologie "der post-COVID-Patien-

ten". Ein wichtiges Ziel des Long-COVID-Programms sei die Wiedereinglie-

derung in den Arbeitsmarkt, weshalb die bisherige Tätigkeit in einem 20–

40%-Pensum mit reduzierter Stundenzahl per Ende Februar/Anfang März 

2022 wieder aufgenommen werden sollte. Zur "Objektivierung der Konzent-

rationsstörungen und der Merkfähigkeit" wurde die Beschwerdeführerin in 

der Klinik E._____ angemeldet (VB 235/3 ff.). Diese neuropsychologische 

 - 7 - 

 

 

Untersuchung vom 22. März 2022 zeigte im Bereich Lernen und Gedächt-

nis sowie in den Aufmerksamkeits- und Exekutivfunktionen durchschnittli-

che bis teils überdurchschnittliche Leistungen; das neuropsychologische 

Leistungsvermögen sei normentsprechend und die subjektiven kognitiven 

Einbussen hätten sich testpsychologisch nicht objektivieren lassen 

(VB 243/5 f.; vgl. ebenso VB 245/8, wonach keine kognitiven Defizite vor-

lägen). Dem Bericht des D._____ vom 29. März 2022 lässt sich entneh-

men, dass Ängste im Hinblick auf die Wiederaufnahme des von der Be-

schwerdeführerin "als sehr stressig empfundenen Arbeitsplatzes" im Vor-

dergrund stünden. Der Beschwerdeführerin wurde geraten, eine psycholo-

gische Unterstützung zu besorgen, da ihre Beschwerden "nicht nur im Rah-

men einer Long-COVID-Symptomatik" gesehen würden. Aktuell seien 

keine weiteren Verlaufstermine geplant (VB 245/8) und sind ausweislich 

der Akten auch nicht erfolgt (vgl. VB 248).  

 

5.2.2. 

Am 1. Juni 2022 nahm die Beschwerdeführerin eine (psychiatrisch-)psy-

chologische Behandlung bei Dr. med. F._____, Facharzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie, sowie lic. phil. G._____ auf. Deren Bericht vom 

20. August 2022 lassen sich folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsunfähigkeit entnehmen: mittelgradige depressive Episode (ICD-10 

F32.1), Fatigue-Syndrom nach Covid-19-Erkrankung bzw. starke seelische 

und körperliche Erschöpftheit (ICD-10 U09.9), Anpassungsstörung mit vor-

wiegender Störung von anderen Gefühlen (ICD-10 F43.23) im Sinne einer 

anhaltenden Trauerstörung. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

seien ein Erschöpfungssyndrom (ICD-10 Z73.0), akzentuierte Persönlich-

keitszüge (ICD-10 Z73.1) sowie Probleme bei sexuellem Missbrauch in der 

Kindheit (ICD-10 F61.4). Die Beschwerdeführerin nehme Rebalance 

(Pflanzliches Arzneimittel auf Basis von Johanniskraut bei Verstimmungs-

zuständen; vgl. https://compendium.ch/product/1122906-rebalance-

filmtabl-500-mg) ein. Sie sei insgesamt weniger leistungsfähig und schnel-

ler erschöpfbar, leide an Konzentrations- und Aufmerksamkeitsproblemen 

und es bestehe das Risiko vermehrter Arbeitsausfälle. Für einen Wieder-

eingliederungsversuch sei es derzeit noch zu früh, eventuell könne ein sol-

cher gegen Ende Jahr ins Auge gefasst werden (VB 260/5 f.).  

 

5.2.3. 

In einer E-Mail an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin vom 

22. November 2022 hielt lic. phil. G._____ fest, aus diagnostischer Sicht 

könnte bei der Beschwerdeführerin eine subsyndromal ausgeprägte kom-

plexe posttraumatische Belastungsstörung (ICD-11 6B41) bestehen, wobei 

aber Flashbacks und Intrusionen fehlen würden. Zudem sei eine Zwangs-

störung (ICD-10 F42.1), evtl. teilremittiert, zu diagnostizieren. Aktuell werde 

die "Long-Covid-Erkrankung mit ihren Symptomen" zu wenig bzw. gar nicht 

gewichtet. Die Beschwerdeführerin strebe gemäss eigenen Aussagen eine 

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Wiedereingliederung an, es wäre aber "in diesem Jahr […] noch zu früh 

gewesen" (VB 281/6 f.).  

 

5.2.4. 

Dem Bericht des Dr. med. F._____ und der lic. Phil. G._____ vom 24. April 

2023 – der zwar nach der vorliegend angefochtenen Verfügung datiert, 

aber auf den Gesundheitszustand der Beschwerdeführer vor Verfügungs-

erlass Bezug nimmt, weshalb er vorliegend zu berücksichtigen ist (vgl. etwa 

Urteil des Bundesgerichts 9C_262/2020 vom 18. August 2020 E. 4.2) – 

sind neben der bereits wiedergegebenen Diagnosen auch jene einer Pa-

nikstörung (ICD-10 F41.0) sowie einer Zwangsstörung (ICD-10 F42.1) zu 

entnehmen. Zudem wird ausgeführt, die Beschwerdeführerin sei aufgrund 

physischer und psychischer Beschwerden (wie Schwächegefühle, Schwin-

del, Kopfschmerzen, erhöhte Erschöpftheit und Erschöpfbarkeit, Kurzat-

migkeit, olfaktorische Hypersensitivität, aber auch allgemeine Reizüberflu-

tung, grundsätzliche Belastungsintoleranz, Antriebs-, Interesse- und Moti-

vationslosigkeit, Ängste [Zukunft, Existenz, Fehler] und Panikattacken [ein- 

bis mehrmals täglich], innere Unruhe, Wasch- und Kontrollzwänge [z.B. bis 

zigfaches Händewaschen und Kontrollrituale bei Verlassen der Wohnung]) 

in ihrer autonomen Lebensführung (Aktivitätsgrad und -radius) stark einge-

schränkt. Den Haushalt könne sie rudimentär erledigen, allerdings brauche 

sie dafür deutlich länger als früher und müsse immer wieder Pausen einle-

gen; sie müsse sich täglich auch tagsüber hinlegen zum Schlafen. Es sei 

ihr wegen körperlicher Erschöpfung nicht möglich, längere Zeit am Stück 

zu gehen (derzeit ca. 10-15 Min., an besonders guten Tagen max. 30 Min.). 

Sozial lebe sie sehr zurückgezogen, Kontakte bestünden hauptsächlich zur 

Kernfamilie wie Mutter, Tochter und Schwester). Aufgrund des geschwäch-

ten Allgemeinzustandes habe sie bisher keine weiteren Unterstützungsan-

gebote (wie z.B. Ergotherapie) in Anspruch nehmen können, obwohl sie 

dies gerne möchte. Maximal ein Mal pro Woche könne sie immerhin in die 

Physiotherapie gehen. Die Beschwerdeführerin leide schon seit vielen Jah-

ren an psychischen Beschwerden und sei deshalb auch immer wieder in 

medizinischer Behandlung gewesen. Es handle sich um einen chronifizier-

ten Verlauf. Es gebe keine derzeit bekannten nachweisbaren organischen 

ursächlichen Faktoren zur Erklärung der Beschwerden in Zusammenhang 

mit Long Covid, aber aus psychiatrisch-psychotherapeutischen Sicht könn-

ten die vorliegenden Gesundheitsstörungen aufgrund der Anamnese und 

der Persönlichkeit der Beschwerdeführerin schlüssig und nachvollziehbar 

erklärt werden. Aufgrund ihres hohen Leistungsanspruches und aufgrund 

der Lebenssituation als alleinerziehende Mutter mit vielfältigen Herausfor-

derungen sei die Beschwerdeführerin darum bemüht gewesen, ihre Ar-

beits- und allgemeine Funktionsfähigkeit trotz vielfältiger Belastungen und 

Einschränkungen möglichst aufrechtzuerhalten. Dies habe zu einer kon-

stanten Selbstüberforderung geführt, die über die Jahre hinweg schwä-

chend gewirkt habe, und zu zwei schweren Krankheitsepisoden mit länge-

 - 9 - 

 

 

rer Arbeitsunfähigkeit (2008-2010 und 2018-2019) geführt. Nach einer zu-

nächst erfolgreichen Wiedereingliederung und der Aufnahme einer Teil-Er-

werbstätigkeit per Januar 2020 habe die Corona-Pandemie sowohl im be-

ruflichen wie privaten Umfeld sehr belastend gewirkt und zur Exazerbation 

von Ängsten und von Zwangsverhalten (v.a. hinsichtlich hygienischer Rou-

tinen) geführt. Die eigene Corona-Erkrankung im Oktober 2021 habe 

schliesslich dazu geführt, dass sich die grenzkompensierte Situation nach-

haltig destabilisiert habe. Im Unterschied zu früheren Krankheitsepisoden 

würden aktuell die körperlichen Beschwerden stärker ins Gewicht fallen, 

wobei ein enger Zusammenhang zwischen psychischer und physischer Be-

findlichkeit bestehe. Der Leidensdruck sei hoch. Aufgrund negativer Erfah-

rungen mit Psychopharmaka (u.a. Entwicklung einer Abhängigkeit von 

Xanax und Absetzproblematik 2009; Fremdheitserleben, Verwirrtheit, Hal-

luzinationen und Panikattacken unter Fluctine 2008) nehme die Beschwer-

deführerin neben Rebalance verschiedene Homöopathika (z.B. Notfalltrop-

fen, Similasantropfen) ein. Die Bemühungen, die Beschwerdeführerin zu 

leitliniengerechten Medikationsversuchen zu motivieren, seien an ihren 

grossen Ängsten vor erneuten massiven Nebenwirkungen gescheitert und 

keinesfalls Ausdruck des Motivationsmangels oder eines mangelnden Lei-

densdrucks. Die Beschwerdeführerin sei daher aus psychiatrisch-psycho-

therapeutischen Sicht aufgrund "oben beschriebener Beschwerden und Di-

agnosen weiterhin zu 100% arbeitsunfähig". Es sei ihr deshalb aufgrund 

ihres Gesundheitszustandes nicht möglich gewesen, im Herbst 2022 an ei-

ner Wiedereingliederung mitzuwirken. Es hätte keine Aussicht auf eine er-

folgreiche Wiedereingliederung bestanden und die Gefahr einer weiteren 

Exazerbation der psychischen und physischen Beschwerden wäre zu hoch 

gewesen. An der Motivationslage der Beschwerdeführerin sei in diesem 

Zusammenhang nicht zu zweifeln, im Gegenteil habe die jeweilige Arbeits-

stelle ein wichtiges soziales Umfeld für sie dargestellt (Beschwerdebeilage 

[BB] 4). 

 

5.2.5. 

Lic. phil. G._____ orientierte den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

mit E-Mail vom 9. Mai 2023 sodann über einen geplanten stationären Auf-

enthalt in der Klinik H._____, wobei ein Eintritt in drei bis vier Wochen ge-

plant sei (BB 5).  

 

5.3. 

Sämtliche Untersuchungen ergaben kein organisches Korrelat für die von 

der Beschwerdeführerin beklagten Beschwerden (vgl. etwa VB 235/3; 

245/9 f., 12; 247.2/2), wovon denn auch die psychotherapeutischen Be-

handler der Beschwerdeführerin ausgingen (BB 4/2). Folglich ist die von 

der Beschwerdeführerin geltend gemachte gänzliche Arbeitsunfähigkeit 

einzig auf psychiatrischem Fachgebiet zu prüfen. 

 

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5.4. 

5.4.1. 

Zur Annahme einer psychiatrisch begründeten Invalidität braucht es eine 

fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich 

anerkannten Klassifikationssystem (BGE 130 V 396 E. 5.3. S. 398). Dies 

bedeutet indes keineswegs, dass eine fachärztlich festgestellte psychische 

Krankheit ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidi-

tät ist. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit 

unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie 

ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die 

nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu erfolgende Beurteilung, 

ob und inwiefern einer versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwer-

tung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen ste-

henden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozialpraktisch zumutbar und 

für die Gesellschaft tragbar ist (BGE 145 V 215 E. 4.2 S. 221; BGE 127 V 

294 E. 4c S. 298).  

 

Rechtsprechungsgemäss kann grundsätzlich nur eine schwere psychische 

Störung invalidisierend im Rechtssinn sein. Eine leicht- bis mittelgradige 

depressive Störung ohne nennenswerte Interferenzen lässt sich im Allge-

meinen nicht als schwere psychische Krankheit definieren. Besteht dazu 

noch ein bedeutendes therapeutisches Potential, so ist insbesondere auch 

die Dauerhaftigkeit des Gesundheitsschadens in Frage gestellt. Diesfalls 

müssen gewichtige Gründe vorliegen, damit dennoch auf eine invalidisie-

rende Erkrankung geschlossen werden kann. Es ist Aufgabe der medizini-

schen Sachverständigen, nachvollziehbar aufzuzeigen, weshalb trotz le-

diglich leichter bis mittelschwerer Depression und an sich guter Therapier-

barkeit der Störung im Einzelfall funktionelle Leistungseinschränkungen re-

sultieren, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken (BGE 148 V 49 

E. 6.2.2 S. 55 mit Hinweisen). Die Anpassungsstörung ist medizinisch ge-

sehen per definitionem gar bloss ein zeitlich begrenztes Phänomen, wes-

halb sie als langdauernde und damit potentiell invalidisierende Krankheit 

ausser Betracht fällt (SVR 2023 IV Nr. 31 S. 104, 9C_436/2022 E. 3.2.1 mit 

Hinweisen).  

 

5.4.2. 

Bei der Beschwerdeführerin wurden u.a. eine mittelgradige depressive Epi-

sode (im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung [vgl. BB 4/3]) 

sowie eine Anpassungsstörung diagnostiziert (VB 260/5). Diese Störungen 

sind im Sinne der vorerwähnten Rechtsprechung nicht geeignet, eine (voll-

ständige) Arbeitsunfähigkeit zu begründen.  

 

Die Verdachtsdiagnose einer komplexen posttraumatischen Belastungs-

störung präsentiert sich gemäss Angaben der Behandler als lediglich sub-

syndromal ausgeprägt, wobei – worauf RAD-Arzt med. pract. C._____ zu-

recht hinwies (VB 286/2) – das Diagnosekriterium der Intrusionen bzw. 

 - 11 - 

 

 

Flashbacks gemäss der Psychotherapeutin nicht erfüllt sei (VB 281/6). Oh-

nehin reicht das Vorliegen einer Verdachtsdiagnose für den Nachweis ei-

nes schwerwiegenden psychischen Leidens nicht aus (vgl. Urteile des Bun-

desgerichts 9C_79/2017 vom 21. April 2017 E. 3; 9C_512/2016 vom 19. 

Oktober 2016 E. 3) und die entsprechende Problematik wurde im Bericht 

vom 20. August 2022 unter eine Diagnose ohne Auswirkung auf die Ar-

beitsfähigkeit subsumiert (VB 260/5). Ebenso kommt den im nämlichen Be-

richt geäusserten Diagnosen mit Z-Codierung (VB 260/5) keine invaliden-

versicherungsrechtliche Relevanz zu (Urteil des Bundesgerichts 

9C_542/2019 vom 12. November 2019 E. 3.2 mit Hinweisen).  

 

RAD-Arzt med. pract. C._____ lag der Bericht der Behandler vom 20. Au-

gust 2022 vor und er zeigte auf, dass sich in den aktenkundigen medizini-

schen Unterlagen keine psychopathologischen Befunde fänden, welche 

eine mittelgradige oder gar schwere depressive Episode mit überwiegen-

der Wahrscheinlichkeit nachvollziehbar machen würden. Er legte zudem 

schlüssig dar, dass der Behandlungsumfang mit fehlender psychopharma-

kologischer Medikation und/oder (teil-)stationärem Aufenthalt ebenfalls ge-

gen das Vorliegen einer relevanten psychischen Beeinträchtigung spreche 

(VB 286/3). Dies steht im Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtspre-

chung, wonach die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen auf 

den tatsächlichen Leidensdruck hinweist (BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304). 

Der im Bericht vom 20. August 2022 erhobene psychopathologische Be-

fund nach AMDP (VB 260/5) unterscheidet sich sodann nicht wesentlich 

von jenem im Bericht vom 24. April 2023 (BB 4/2) und eine Verschlechte-

rung im weiteren Verlauf wird denn auch nicht geltend gemacht. Die Ar-

beitsunfähigkeit respektive fehlende Eingliederungsfähigkeit wurde damit 

begründet, dass es (bei gleichzeitig nicht leitliniengerechter Therapie, des-

sen sich auch die Behandler der Beschwerdeführerin bewusst sind 

[BB 4/3]) "noch zu früh" für eine Wiedereingliederung (gewesen) sei 

(VB 260/6; 281/7) bzw. mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit, schnellerer 

Erschöpfbarkeit, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsproblemen 

(VB 260/5), mithin mit subjektiven kognitiven Einschränkungen, welche 

sich neuropsychologisch gerade nicht feststellen liessen (VB 245/6). Das 

ebenfalls vorgebrachte Risiko vermehrter Arbeitsausfälle (VB 260/5) liefert 

ohnehin keine taugliche Begründung für eine zur Gänze aufgehobenen Ar-

beitsfähigkeit. Aus den Ausführungen der Behandler ergibt sich demnach 

nichts, was Zweifel an der Feststellung der RAD-Ärzte zu begründen ver-

möchte, wonach die Beschwerdeführerin in einem 20–40%-Pensum in der 

bisherigen Tätigkeit ohne erhöhten Zeitdruck und ohne hohe Anforderung 

an Konzentration und Aufmerksamkeit sowie ohne Tragen erhöhter Verant-

wortung (vgl. E. 3.2.) eingliederungsfähig gewesen wäre. 

 

 - 12 - 

 

 

6. 

6.1. 

Die Beschwerdeführerin teilte der Beschwerdegegnerin anlässlich eines 

Telefonates vom 28. September 2022 mit, dass sie keine Möglichkeit zum 

beruflichen Wiedereinstieg sehe (VB 265). Die Beschwerdegegnerin for-

derte die Beschwerdeführerin daraufhin mit Schreiben vom 29. September 

2022 zur Mitwirkung an den vorgesehenen Eingliederungsmassnahmen 

auf und machte sie darauf aufmerksam, dass bei Verletzung der Mitwir-

kungspflicht berufliche Massnahmen und Rentenleistungen abgewiesen 

würden (VB 266). Die Beschwerdeführerin teilte dann anlässlich eines wei-

teren Telefonats vom 7. Oktober 2022 mit, dass es ihr nach wie vor nicht 

möglich sei, an beruflichen Massnahmen teilzunehmen (VB 271). 

 

6.2. 

Aus dem zuvor Dargelegten ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin das 

vorgesehene Mahn- und Bedenkzeitverfahren (vgl. E. 2.1.2.) korrekt durch-

führte. Aufgrund der verweigerten Mitwirkung der Beschwerdeführerin und 

zufolge des Vorrangs von Eingliederungsmassnahmen vor Rentenleistun-

gen (vgl. E. 2.2.), war sie demnach befugt, das Leistungsbegehren abzu-

weisen. Die Verfügung vom 12. April 2023 erweist sich demnach als rech-

tens, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist. 

 

7. 

7.1. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensausgang und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. 

 

7.2. 

Der Beschwerdeführerin steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als Sozi-

alversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) keine Parteient-

schädigung zu. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. 

 

 - 13 - 

 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 8. Dezember 2023 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Kathriner Battaglia