# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6b18bace-051b-5db6-a5c4-fa62b21db3ea
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-04-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.04.2021 A-4811/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-4811-2019_2021-04-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-4811/2019, A-4814/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  A p r i l  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richterin Marianne Ryter (Vorsitz), 

Richterin Emilia Antonioni Luftensteiner,  

Richterin Annie Rochat Pauchard,  

Gerichtsschreiberin Zulema Rickenbacher. 
 

 
 

Parteien 
 A._______ AG, 

[…],   

vertreten durch Christoph Niederer, Rechtsanwalt, 

und Beatrice Klaesi, Rechtsanwältin,[…],  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, 

Dienst für Informationsaustausch in Steuersachen SEI, 

[…],    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Amtshilfe (DBA CH-GB). 

 

 

A-4811/2019, A-4814/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die britische Steuerbehörde (Her Majesty’s Revenue and Customs; 

nachfolgend: HMRC) hat die Eidgenössische Steuerverwaltung (nachfol-

gend: ESTV) mit zwei Amtshilfeersuchen vom 13. November 2018 

bzw. vom 6. Dezember 2018 gestützt auf Art. 25 des Abkommens 

vom 8. Dezember 1977 zwischen der Schweizerischen Eidgenossen-

schaft und dem Vereinigten Königreich von Grossbritannien und Nordir-

land zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern 

vom Einkommen (DBA CH-GB, SR 0.672.936.712) um Amtshilfe in Sa-

chen A._______ AG (nachfolgend: betroffene Person) hinsichtlich des Zeit-

raums zwischen dem 22. März 2012 und dem 31. Dezember 2017 ersucht. 

A.b In den genannten Amtshilfeersuchen wird ausgeführt, bei der betroffe-

nen Person handle es sich um einen Online-Marktplatz für Ticket(wieder)- 

Verkäufe. Die betroffene Person habe ihren europäischen Geschäftsbe-

trieb im Jahr 2012 in die Schweiz verlegt und deklariere derzeit lediglich 

Mehrwertsteuer auf Provisionen und damit verbundene Verkaufsgebühren 

über eine EU-MOSS Registrierung in […]. Die betroffene Person gebe zwar 

an, kein Prinzipal für Mehrwertsteuerzwecke zu sein, doch betreibe sie ei-

nen telefonischen Kundendienst in […] und Grossbritannien. Das Ersuchen 

wird im Wesentlichen damit begründet, dass Untersuchungen zum Wesen 

und Art der von der betroffenen Person in Grossbritannien erbrachten Lie-

ferungen durchgeführt würden. Dabei werde ermittelt, ob die betroffene 

Person beim Verkauf von Tickets in Grossbritannien als Prinzipal fungiert 

habe, und überprüft, ob die Mehrwertsteuer richtig und vollständig dekla-

riert worden sei. Es gehe in erster Linie darum, das Geschäftsmodell der 

betroffenen Person zu verstehen, um festzustellen, ob sie in Grossbritan-

nien mehrwertsteuerpflichtig ist, und gegebenenfalls um die korrekte Erhe-

bung der Mehrwertsteuer. Sollte sich herausstellen, dass die betroffene 

Person in Grossbritannien – wie vermutet – über eine ständige Niederlas-

sung verfüge, würden sich die amtshilfeweise erfragten Informationen auch 

als für die britische Körperschaftssteuer relevant erweisen. Obwohl die 

HMRC seit August 2017 versuche die Fakten zu ermitteln, gestalte es sich 

schwierig, ausreichende Informationen zur Klärung des Sachverhalts zu 

erhalten, zumal sich die betroffene Person nicht kooperativ zeige. Aus die-

sem Grund sei man auf Amtshilfe angewiesen. 

In beiden Ersuchen wird bestätigt, dass alle üblichen innerstaatlichen Mittel 

zur Informationsbeschaffung ausgeschöpft worden seien. Sodann wird 

A-4811/2019, A-4814/2019 

Seite 3 

festgehalten, dass alle Informationen der Geheimhaltung unterliegen und 

nur für Zwecke verwendet würden, welche dem DBA CH-GB entsprechen. 

A.c Die ESTV ist auf die beiden Amtshilfeersuchen eingetreten und hat die 

betroffene Person mit Editionsverfügungen vom 6. Dezember 2018 bzw. 

vom 14. Januar 2019 dazu aufgefordert, ihr die von der HMRC ersuchten 

Informationen (vgl. nachfolgend E. 3.1 f.) zuzustellen. Nach Abschluss des 

innerstaatlichen Verfahrens hat die ESTV zwei Schlussverfügungen – 

beide datierend vom 19. August 2019 – erlassen. Darin wurde den Amts-

hilfeersuchen vollumfänglich entsprochen. 

B.  

B.a Gegen die genannten Schlussverfügungen der ESTV erhob die be-

troffene Person (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 

18. September 2019 Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht. Sie 

beantragt die Aufhebung der angefochtenen Schlussverfügungen und die 

Untersagung der Herausgabe jedwelcher Informationen an die ersuchende 

Behörde. Eventualiter sei es der Vorinstanz zu untersagen, die Jahresrech-

nungen 2012-2017 gemäss Dispositiv Ziff. 2 Bst. n der angefochtenen 

Schlussverfügung betreffend das Ersuchen vom 13. November 2018 an 

die ersuchende Behörde weiterzuleiten (zur Begründung vgl. nachfolgend 

E. 4). 

B.b Vor dem Hintergrund, dass sich die Beschwerde gegen zwei Schluss-

verfügungen gleichen Datums richtet, welche dieselbe Person, dieselben 

Rechtsfragen und denselben Zeitraum betreffen, wurden die Verfahren     

A-4811/2019 und A-4814/2019 mit Zwischenverfügung vom 11. Oktober 

2019 vereinigt. 

B.c Mit Vernehmlassung vom 11. November 2019 beantragt die ESTV 

(nachfolgend auch: Vorinstanz) die kostenfällige Abweisung der Be-

schwerde. 

B.d Mit Eingabe vom 18. Dezember 2019 hält die Beschwerdeführerin an 

ihren Rechtsbegehren fest und nimmt zur Vernehmlassung der Vorinstanz 

Stellung. Im konkreten Fall werde das Subsidiaritätsprinzip verletzt und der 

Verweis der Vorinstanz auf das anzuwendende Vertrauensprinzip sei zu 

pauschal. Die Jahresrechnungen 2012-2017 würden keine Informationen 

enthalten, welche als relevant für die von der ersuchenden Behörde zu klä-

renden Fragen eingestuft werden könnten. 

A-4811/2019, A-4814/2019 

Seite 4 

B.e Mit Schreiben vom 17. Januar 2020 äussert sich die Vorinstanz zu den 

Vorbringen der Beschwerdeführerin und hält vollumfänglich an ihren Anträ-

gen fest. 

Auf die konkreten Vorbringen der Parteien und die sich bei den Akten be-

findlichen Dokumente wird – sofern entscheidrelevant – im Rahmen der 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Dem vorliegenden Verfahren liegen zwei Amtshilfeersuchen der HMRC 

gestützt auf Art. 25 Ziff. 1 DBA CH-GB zugrunde. Die Durchführung der 

mit diesem Abkommen vereinbarten Bestimmungen richtet sich nach 

dem Steueramtshilfegesetz vom 28. September 2012 (StAhiG, SR 651.1; 

vgl. Art. 1 Abs. 1 Bst. a StAhiG und Art. 24 StAhiG e contrario; vgl. Urteil 

des BVGer A-1762/2018 vom 15. Mai 2019 E. 1.1). 

1.2  Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 

20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Zu den beim Bundesverwal-

tungsgericht anfechtbaren Verfügungen gehören auch die Schlussverfü-

gungen der ESTV im Bereich der internationalen Amtshilfe (Art. 32 VGG e 

contrario und Art. 19 Abs. 1 und Abs. 5 StAhiG), womit seine Zuständigkeit 

zur Beurteilung der vorliegend angefochtenen Verfügungen zu bejahen ist 

(vgl. Urteil des BVGer A-1762/2018 vom 15. Mai 2019 E. 1.2). 

1.3  Die Beschwerdeführerin ist als vom Amtshilfeersuchen betroffene Per-

son und Verfügungsadressatin im Sinne von Art. 48 VwVG i.V.m. Art. 19 

Abs. 2 StAhiG durch die angefochtenen Schlussverfügungen besonders 

berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, so dass 

sie zur Beschwerde berechtigt ist. 

1.4  Nach dem Dargelegten ist auf die form- und fristgerecht eingereichte 

Beschwerde einzutreten (vgl. Art. 50 Abs. 1 VwVG und Art. 52 Abs. 1 

VwVG i.V.m. Art.19 Abs. 5 StAhiG). 

  

A-4811/2019, A-4814/2019 

Seite 5 

2.  

2.1  Staatsvertragliche Grundlage für die Leistung von Amtshilfe in Steuer-

sachen zwischen der Schweiz und Grossbritannien ist Art. 25 DBA CH-GB 

(in der aktuellen Fassung für Informationen betreffend Steuerperioden 

nach dem 1. Januar 2011, vgl. Urteile des BVGer A-1762/2018 vom 15. Mai 

2019 E. 2.1, A-907/2017 vom 14. November 2017 E. 2.1.2). Gemäss 

Art. 25 Abs. 1 DBA CH-GB tauschen die zuständigen Behörden der bei-

den Vertragsstaaten unter sich diejenigen Informationen aus, die zur 

Durchführung des Abkommens oder zur Anwendung oder Durchsetzung 

des innerstaatlichen Rechts betreffend für Rechnung der Vertragsstaaten, 

ihrer politischen Unterabteilungen oder lokalen Körperschaften erhobenen 

Steuern jeder Art und Bezeichnung voraussichtlich erheblich sind (vgl. 

dazu nachfolgend E. 2.3.1), soweit die diesem Recht entsprechende Be-

steuerung nicht dem Abkommen widerspricht. Der Informationsaustausch 

ist dabei weder durch den persönlichen Geltungsbereich nach Art. 1 DBA 

CH-GB noch durch die unter das Abkommen fallenden Steuern nach 

Art. 2 DBA CH-GB eingeschränkt. 

Nach Art. 25 Abs. 2 DBA CH-GB sind alle Informationen, die ein Vertrags-

staat nach Abs. 1 erhalten hat, ebenso geheim zu halten wie die aufgrund 

des innerstaatlichen Rechts dieses Staates beschafften Informationen und 

dürfen nur den Personen oder Behörden (einschliesslich der Gerichte und 

der Verwaltungsbehörden) zugänglich gemacht werden, die mit der Veran-

lagung oder der Erhebung, mit der Vollstreckung oder der Strafverfolgung 

oder mit der Entscheidung von Rechtsmitteln hinsichtlich der Steuern im 

Sinne von Abs. 1 oder mit der Aufsicht darüber befasst sind (sog. Speziali-

tätsprinzip). Diese Personen oder Behörden dürfen die Informationen nur 

für diese Zwecke verwenden. Sie dürfen die Informationen in einem öffent-

lichen Gerichtsverfahren oder in einer Gerichtsentscheidung offenlegen. 

Ungeachtet der vorstehenden Bestimmungen kann ein Vertragsstaat die 

erhaltenen Informationen für andere Zwecke verwenden, wenn solche In-

formationen nach dem Recht beider Staaten für solche andere Zwecke ver-

wendet werden dürfen und die zuständige Behörde desjenigen Staates, 

der die Informationen erteilt hat, dieser anderen Verwendung zustimmt. 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 DBA CH-GB sind die Absätze 1 und 2 nicht so aus-

zulegen, als verpflichteten sie einen Vertragsstaat: 

a. Verwaltungsmassnahmen durchzuführen, die von den Gesetzen und der Ver-

waltungspraxis dieses oder des anderen Vertragsstaats abweichen; 

A-4811/2019, A-4814/2019 

Seite 6 

b. Informationen zu erteilen, die nach den Gesetzen oder auf dem üblichen Ver-

waltungsverfahren dieses oder des anderen Vertragsstaats nicht beschafft 

werden können; 

c. Informationen zu erteilen, die ein Handels-, Geschäfts-, Industrie-, Gewerbe- 

oder Berufsgeheimnis oder ein Geschäftsverfahren preisgeben würden oder 

deren Erteilung dem Ordre public widerspräche. 

Ersucht ein Vertragsstaat gemäss diesem Artikel um Informationen, so 

nutzt der andere Vertragsstaat die ihm zur Verfügung stehenden Möglich-

keiten zur Beschaffung der erbetenen Informationen, selbst wenn dieser 

andere Staat diese Informationen für seine eigenen steuerlichen Zwecke 

nicht benötigt. Die im vorhergehenden Satz enthaltene Verpflichtung unter-

liegt den Beschränkungen nach Abs. 3, wobei diese jedoch nicht so aus-

zulegen sind, dass ein Vertragsstaat die Erteilung von Informationen nur 

deshalb ablehnen kann, weil er kein innerstaatliches steuerliches Interesse 

an solchen Informationen hat (Art. 25 Abs. 4 DBA CH-GB). 

2.2  Art. 25 DBA CH-GB äussert sich nicht dazu, welche Anforderungen im 

Einzelnen an ein Amtshilfegesuch zu stellen sind. Hierzu führt jedoch 

das integrierenden Bestandteil des DBA CH-GB bildende Zusatzprotokoll 

in Ziffer 4 Folgendes aus: 

Es besteht Einvernehmen darüber, dass der ersuchende Vertragsstaat ein Begeh-

ren um Austausch von Informationen erst dann stellt, wenn er die in seinem inner-

staatlichen Recht üblichen Verfahren zur Beschaffung der Informationen ausge-

schöpft hat (Bst. a). 

Es besteht Einvernehmen darüber, dass die Norm der «voraussichtlichen Erheb-

lichkeit» einen möglichst weitgehenden Informationsaustausch in Steuersachen 

gewährleisten soll und gleichzeitig verdeutlichen soll, dass es den Vertragsstaaten 

nicht gestattet ist, «fishing expeditions» zu betreiben oder um Informationen zu 

ersuchen, die für die Steuerangelegenheiten der steuerpflichtigen Person wahr-

scheinlich unerheblich sind (Bst. b). 

Es besteht Einvernehmen darüber, dass die Steuerbehörden des ersuchenden 

Staates bei der Stellung eines Amtshilfebegehrens nach Artikel 25 des Abkom-

mens den Steuerbehörden des ersuchten Staates die nachstehenden Angaben zu 

liefern haben (Bst. c): 

i) den Namen und die Adresse der in eine Überprüfung oder Untersuchung ein-

bezogenen Person(en) und, sofern verfügbar, weitere Angaben, welche die 

Identifikation dieser Person(en) erleichtern, wie das Geburtsdatum, den Zivil-

stand oder die Steuernummer; 

A-4811/2019, A-4814/2019 

Seite 7 

ii) die Zeitperiode, für welche die Informationen verlangt werden; 

ii) eine Beschreibung der verlangten Informationen sowie Angaben hinsichtlich 

der Form, in der der ersuchende Staat diese Informationen vom ersuchten 

Staat zu erhalten wünscht; 

iv) den Steuerzweck, für den die Informationen verlangt werden; 

v) den Namen und die Adresse des mutmasslichen Inhabers der verlangten In-

formationen. 

Es besteht Einvernehmen darüber, dass Artikel 25 des Abkommens die Vertrags-

staaten nicht dazu verpflichtet, Informationen auf automatischer oder spontaner 

Basis auszutauschen (Bst. d). 

Es besteht Einvernehmen darüber, dass im Falle des Austauschs von Informatio-

nen die im ersuchten Staat geltenden Bestimmungen des Verwaltungsverfahrens-

rechts über die Rechte der Steuerpflichtigen vorbehalten bleiben, bevor die Infor-

mationen an den ersuchenden Staat übermittelt werden. Es besteht im Weiteren 

Einvernehmen darüber, dass diese Bestimmung dazu dient, der steuerpflichtigen 

Person ein ordnungsgemässes Verfahren zu gewähren, und nicht bezweckt, den 

wirksamen Informationsaustausch zu verhindern oder übermässig zu verzögern 

(Bst. e). 

2.3  

2.3.1 Informationen, welche amtshilfeweise übermittelt werden sollen, 

müssen «voraussichtlich erheblich» zur Anwendung oder Durchsetzung 

des innerstaatlichen Rechts des ersuchenden Staates sein. Als voraus-

sichtlich erheblich gelten rechtsprechungsgemäss Informationen, die für 

den ersuchenden Staat notwendig sind, um eine in diesem Staat steuer-

pflichtige Person dort korrekt zu besteuern (vgl. BGE 141 II 436 E. 4.4.3; 

Urteile des BVGer A-5522/2019 vom 18. August 2020 E. 2.3.1, 

A-4163/2019 vom 22. April 2020 E. 3.1.3). 

2.3.2 Ob eine Information erheblich ist, kann in der Regel nur der ersu-

chende Staat abschliessend feststellen (BGE 143 II 185 E. 3.3.2, 142 II 

161 E. 2.1.1 f.; Urteil des BVGer A-4163/2019 vom 22. April 2020 E. 3.1.3). 

Die Rolle des ersuchten Staates bei der Beurteilung der voraussichtlichen 

Erheblichkeit beschränkt sich darauf, zu überprüfen, ob die vom ersuchen-

den Staat verlangten Informationen und Dokumente einen Zusammenhang 

mit dem im Ersuchen dargestellten Sachverhalt haben und ob sie möglich-

erweise dazu geeignet sind, im ausländischen Verfahren verwendet zu 

werden (BGE 145 II 112, 142 II 161 E. 2.1.1, 139 II 404 E. 7.2.2). Vor die-

sem Hintergrund darf der ersuchte Staat Auskünfte mit der Begründung, 

A-4811/2019, A-4814/2019 

Seite 8 

die verlangten Informationen seien nicht «voraussichtlich erheblich» im 

Sinne von Art. 25 Abs. 1 DBA CH-GB, nur verweigern, wenn ein Zusam-

menhang zwischen den verlangten Angaben und der im ersuchenden 

Staat durchgeführten Untersuchung unwahrscheinlich erscheint (vgl. 

BGE 141 II 436 E. 4.4.3, 142 II 161 E. 2.1.1; Urteil des BVGer A-5695/2018 

vom 22. April 2020 E. 3.3.2). In letzterem Sinne ist auch Art. 17 Abs. 2 

StAhiG anzuwenden, wonach Informationen, welche voraussichtlich nicht 

erheblich sind, nicht übermittelt werden dürfen und von der ESTV auszu-

sondern oder unkenntlich zu machen sind (Urteile des BVGer A-4163/2019 

vom 22. April 2020 E. 3.1.3, A-2540/2017 vom 7. September 2017 E. 4.1; 

zum Ganzen: Urteil des BVGer A-5522/2019 vom 18. August 2020 

E. 2.3.3). 

2.4  

2.4.1 Soweit die Behörden des ersuchenden Staates verpflichtet sind, den 

massgeblichen Sachverhalt darzulegen, kann von ihnen nicht erwartet 

werden, dass sie dies bereits lückenlos und völlig widerspruchsfrei tun. 

Dies wäre mit dem Sinn und Zweck der Amtshilfe nicht vereinbar, sollen 

doch aufgrund von Informationen und Unterlagen, die sich im ersuchten 

Staat befinden, bisher im Dunkeln gebliebene Punkte erst noch geklärt 

werden (vgl. BGE 142 II 161 E. 2.1.1, 139 II 404 E. 7.2.2; Urteil des BVGer 

A-2327/2017 vom 22. Januar 2019 E. 8.3.2; ROBERT ZIMMERMANN, La coo-

pération judiciaire internationale en matière pénale, 5. Aufl. 2019, S. 310 

Rz. 293 Bst. a). Daher verlangt die Rechtsprechung von der ersuchenden 

Behörde nicht den strikten Beweis des Sachverhalts, doch muss sie hinrei-

chende Verdachtsmomente für dessen Vorliegen dartun (vgl. BGE 139 II 

451 E. 2.1 und E. 2.2.1, 139 II 404 E. 7.2.2; Urteile des BVGer A-4163/ 

2019 vom 22. April 2020 E. 3.1.4, A-2540/2017 vom 7. September 2017 

E. 4.2, A-2591/2017 vom 5. März 2019 E. 5.3.2.2; zum Ganzen: Urteil des 

BVGer A-5522/2019 vom 18. August 2020 E. 2.5.1). 

2.4.2 Nach dem so genannten völkerrechtlichen Vertrauensprinzip be-

steht – ausser bei offenbarem Rechtsmissbrauch oder bei berechtigten 

Fragen im Zusammenhang mit dem Schutz des schweizerischen oder in-

ternationalen Ordre public (vgl. Art. 7 StAhiG) – kein Anlass, an Sachver-

haltsdarstellungen und Erklärungen anderer Staaten zu zweifeln (BGE 143 

II 202 E. 8.7.1, 142 II 218 E. 3.3, 142 II 161 E. 2.1.3; Urteil des BGer 

2C_619/2018 vom 21. Dezember 2018 E. 2.2.1). Die ESTV ist deshalb an 

die Darstellung des Sachverhalts im Ersuchen insoweit gebunden, als 

diese nicht wegen offensichtlicher Fehler, Lücken oder Widersprüche von 

vornherein entkräftet werden kann (BGE 142 II 161 E. 2.1.1 und 2.1.3, 139 

A-4811/2019, A-4814/2019 

Seite 9 

II 451 E. 2.2.1; Urteil des BGer 2C_275/2017 vom 20. März 2017 E. 2.4.2; 

Urteile des BVGer A-2258/2020 vom 19. Februar 2021 E. 2.2, A-4163/2019 

vom 22. April 2020 E. 2.2, A-5522/2019 vom 18. August 2020 E. 2.5.2). 

2.5  

2.5.1 Gemäss Ziffer 4 Bst. a des Zusatzprotokolls zum DBA CH-GB be-

steht «Einvernehmen darüber, dass der ersuchende Vertragsstaat ein Be-

gehren um Austausch von Informationen erst dann stellt, wenn er die in 

seinem innerstaatlichen Recht üblichen Verfahren zur Beschaffung der In-

formationen ausgeschöpft hat» (sog. Subsidiaritätsprinzip; vgl. E. 2.2). 

2.5.2 Aufgrund des völkerrechtlichen Vertrauensprinzips (E. 2.4.2) besteht 

rechtsprechungsgemäss kein Anlass, an einer von der ersuchenden Be-

hörde abgegebenen Erklärung der Ausschöpfung aller üblichen innerstaat-

lichen Mittel zu zweifeln, es sei denn, es liegt ein gegen die Einhaltung des 

Subsidiaritätsprinzips sprechendes, ernsthafte Zweifel an der Richtigkeit 

der Erklärung begründendes konkretes Element vor (vgl. BGE 144 II 206 

E. 3.3.2; Urteile des BVGer A-3703/2019 vom 23. April 2020 E. 2.4.2 und 

2.7.1, A-2725/2019 vom 25. Februar 2020 E. 2.6.2; zum Ganzen: Urteil des 

BVGer A-5522/2019 vom 18. August 2020 E. 2.6.2). 

2.6 Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV fliesst 

die Pflicht der Behörden, die Vorbringen des von einem Entscheid in seiner 

Rechtsstellung Betroffenen tatsächlich zu hören, zu prüfen und in der Ent-

scheidfindung zu berücksichtigen (BGE 136 I 229 E. 5.2; Urteile 

2C_432/2016 vom 26. Januar 2018 E. 3.2.1; 2C_147/2017 vom 23. Januar 

2018 E. 2.6.2). Zudem ergibt sich aus dieser Verfahrensgarantie die Be-

gründungspflicht. Letztere verlangt allerdings nicht, dass sich das Gericht 

mit sämtlichen vorgebrachten Sachverhaltselementen, Beweismitteln und 

Rügen auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich wi-

derlegt. Vielmehr kann es sich auf die für den Entscheid wesentlichen 

Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich 

der Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und 

ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. 

In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt wer-

den, von denen sich das Gericht bzw. die Behörde hat leiten lassen und 

auf die sich sein Entscheid stützt (BGE 143 III 65 E. 5.2; 134 I 83 E. 4.1 

Urteil 6B_651/2018 vom 17. Oktober 2018 E. 8.3.1). Die Begründungs-

pflicht ist nur dann verletzt, wenn das Gericht bzw. die Behörde auf die für 

den Ausgang des Verfahrens wesentlichen Vorbringen selbst implizit nicht 

A-4811/2019, A-4814/2019 

Seite 10 

eingeht (BGE 133 III 235 E. 5.2; vgl. zum Ganzen: Urteil des BGer 

2C_439/2019 vom 17. August 2020 E. 3.2). 

3.  

Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz im Rahmen der angefochtenen 

Schlussverfügungen festgehalten, dass die betreffenden Amtshilfeersu-

chen die formellen und materiellen Anforderungen gemäss Art. 25 DBA 

CH-GB inkl. Zusatzprotokoll und Art. 6 StAhiG erfüllen, womit die Amtshilfe 

vollumfänglich zu gewähren sei. 

3.1 Übermittelt werden sollen betreffend das Ersuchen vom 13. November 

2018 folgende Informationen: 

a) Name and job title of any directors or other senior A._______ AG persons 

involved in the ticket sales activity in the UK plus addresses if they are 

resident or located in the UK. 

Based on the information provided by A._______ AG, there is no person in-

volved in the ticket sales activity with a residency or location in the UK. 

b) Name and job title of any staff employed of contracted by A._______ AG 

who are resident or located in the UK. 

Based on the information provided by A._______ AG, there is no staff em-

ployed or contracted by A._______ AG who are resident or located in the UK. 

c) Provide a list of assets owned by A._______ AG which are located in the 

UK. 

Based on the information provided by A._______ AG, there is no asset owned 

by A._______ AG which is located in the UK. 

d) Identify the server on which the A._______ AG ticketing sales website is 

situated and say where that server is located. 

Based on the information provided by A._______ AG, the servers are located 

in [Land] inside a third party data center. According to A._______'s knowledge, 

the server is located in […]. However, A._______ AG does not know the actual 

address as it was not mentioned in the contract with B._______ GmbH. 

e) Names and addresses of any associated A._______ companies which 

make supplies to A._______ AG where this relates to ticket supplies in 

the UK. 

Based on the information provided by A._______ AG, A._______ AG does not 

supply tickets to customers in the UK. A._______ operates an online market-

place on which buyers and sellers of tickets transact with one another. 

A._______ charges customers a commission for transacting on its site. 

A-4811/2019, A-4814/2019 

Seite 11 

A._______ does not itself supply tickets into the UK (or elsewhere). According 

to the information provided by A._______ AG, there are no A._______ asso-

ciated companies who use the online-platform for ticket sales. 

f) A list of steps in the payment process to show how ticket buyers pay for 

tickets purchased including details of any UK based bank accounts the 

money passes through (other than ticket buyers' accounts). 

Based on the information provided by A._______ AG, the third party payment 

service providers process buyer transactions on behalf of A._______, and then 

remit proceeds to A._______'s bank accounts, which are not located in the 

UK. 

g) A list of steps in the payment process to show how ticket sellers are paid 

including the bank account number and bank address for any UK based 

bank accounts from which money is paid by A._______ AG. 

Based on the information provided by A._______ AG, A._______ instructs 

third party payment service providers to process payments on behalf of 

A._______ customers who sell tickets on A._______'s websites. A._______ 

does not have any UK-based bank accounts from which money is paid by 

A._______ to these payment service providers. 

h) Please specify the process that A._______ AG undertakes in order to de-

termine whether the recipient of a supply of services is conducting a 

business. 

Based on the information provided by A._______ AG, A._______ requests the 

following information from UK customers that have notified that they are busi-

ness customers: 

- Confirmation of the customers's UK VAT registration number; and 

- Confirmation of the customer's business name and address as it appears 

on the customer's UK VAT registration. 

Once A._______ has received this information, it confirms that the UK cus-

tomer is VAT registered by checking the official registry at [Link]. 

This verification process is repeated every six months for repeat customers. 

If, pursuant to these checks, it appears that a UK customer is not validly regi-

strated then A._______ treats that customer as a non-business customer for 

VAT purposes. 

i) Does A._______ AG hold a VAT registration number for all those UK cus-

tomers that are treated as business customers? If not, please confirm 

whether UK VAT is charged to those business customers who have not 

provided a UK VAT number. 

A-4811/2019, A-4814/2019 

Seite 12 

Based on the information provided by A._______ AG, A._______ holds a VAT 

registration number for all UK customers that are treated as business custom-

ers. 

j) How has A._______ AG charged commissions to both private sellers and 

business sellers throughout this period? If the terms regarding commis-

sions have changed, please identify when and specify the changes to 

terms regarding charging commission. 

Based on the information provided by A._______ AG, during the second quar-

ter of 2016, A._______ transitioned to principally charging buyers (rather than 

sellers) commission for transacting on its site. Prior to this period, A._______ 

charged both buyers and sellers commission for transacting on its site. Both 

business and non-business sellers were generally charged 10% commission 

prior to the second quarter of 2016.  

k) Please provide an example of a full audit trail of a real UK ticket purchase 

and sale from A._______ AG's records including itemized steps of a 

seller's posting (ticket value, location, price) through to the ticket sale 

including A._______ AG's commission invoice(s) and cash movements 

in regard to that transaction. 

Please find enclosed an example of a full audit trail of a real UK ticket provided 

by A._______ AG (Enclosure 1). 

l) A list of all UK sales where A._______ AG has acted as principal includ-

ing invoice date, event and consideration received and VAT charged (if 

any). 

Based on the information provided by A._______ AG, A._______ AG has not 

acted as a principal on any transactions. A._______ AG's business model is 

the operation of an online marketplace (as detailed above) and does not in-

volve an activity as principal in respect of ticket sales. 

m) If VAT was charged on any sales where A._______ AG has acted as prin-

cipal, identify when and how it has been brought into account e.g. via 

A._______'s EU MOSS return. 

Based on the information provided by A._______ AG, A._______ operates an 

online marketplace pursuant to which buyers and sellers are able to transact 

with one another. A._______ does not act as a principal. 

n) Please provide financial statements for A._______ AG for years 2012 to 

2017. 

Please find enclosed the copies of the financial statements of A._______ AG 

for the years 2012 - 2017 provided by the cantonal tax authority of [Kanton] 

(Enclosure 2). 

A-4811/2019, A-4814/2019 

Seite 13 

3.2 Betreffend das Ersuchen vom 6. Dezember 2018 sollen gemäss Vor-

instanz folgende Informationen übermittelt werden: 

Name, address (and, if known, VAT registration number) of any non-associ-

ated UK business that make supplies to A._______ AG where this relates to 

ticket supplies in the UK and the value of those supplies exceeds £ 20'000.-- 

per annum. 

Based on the information provided by A._______ AG, A._______ AG does not 

supply tickets to customers in the UK (or elsewhere) but operates an online mar-

ketplace in which buyers and sellers of tickets interact with another. A._______ 

AG charges customers a commission for transacting on its site. Please find en-

closed a list of non-associated companies (name, address and VAT number) that 

make supplies to A._______ AG relating to ticket supplies in the UK while the value 

of those supplies exceeds GBP 20'000 per year (see enclosure). 

In beiden angefochtenen Schlussverfügungen wird bestätigt, dass Informa-

tionen, welche nicht amtshilfefähig sind und nicht ausgesondert werden 

können, von der ESTV geschwärzt worden seien. Auch werde die ESTV 

die ersuchende Behörde darauf aufmerksam machen, dass die übermittel-

ten Informationen gemäss den Amtshilfebestimmungen des vorliegend an-

wendbaren Doppelbesteuerungsabkommens (Art. 25 Abs. 2 DBG CH-GB) 

nur eingeschränkt und gemäss den entsprechenden Geheimhaltungsbe-

stimmungen verwendet werden dürfen (vgl. zum Spezialitätsprinzip voran-

gehend E. 2.1 und nachfolgend E. 5.3). 

4.  

4.1 Im vorliegend zu beurteilenden Fall macht die Beschwerdeführerin im 

Wesentlichen geltend, die ersuchende Behörde habe das Subsidiaritäts-

prinzip (E. 2.5.1 f.) verletzt. Die Beschwerdeführerin habe ihr Geschäfts-

modell gegenüber der ersuchenden Behörde erklärt und dargelegt, sie be-

treibe einen «Online-Marktplatz», auf welchem Käufer und Verkäufer von 

Tickets miteinander Verträge schliessen könnten. Entsprechend sei sie als 

Betreiberin dieses Marktplatzes weder «Agent» im rechtlichen Sinne noch 

Stellvertreterin für Mehrwertsteuerzwecke. Am 24. Mai 2018 habe die er-

suchende Behörde der Beschwerdeführerin teilweise dieselben Fragen ge-

stellt, wie sie nun im Amtshilfeersuchen enthalten seien. Sie habe die Fra-

gen der HMRC beantwortet und die verlangte Dokumentation zur Verfü-

gung gestellt. Lediglich diejenigen Informationen, welche die Beschwerde-

führerin gemäss der auch in Grossbritannien geltenden Council Regulation 

967/2012 nicht zur Verfügung stellen müsse, habe sie nicht an die HMRC 

weitergeleitet, wobei dieser diesbezüglich auch nicht weiter insistiert habe. 

A-4811/2019, A-4814/2019 

Seite 14 

Nach dem Dargelegten sei für die Beschwerdeführerin nicht ersichtlich, 

weshalb die ersuchende Behörde behaupte, sie habe nicht kooperiert. 

Dasselbe gelte im Übrigen betreffend die beiden Service Gesellschaften 

C._______ Ltd. und D._______ Ltd. Auch diese hätten die an sie gestellten 

Fragen beantwortet. Sodann habe die ersuchende Behörde der Beschwer-

deführerin keinerlei Fragen betreffend ihre Gewinnsteuersituation gestellt. 

Das Thema Körperschaftssteuer (vgl. Sachverhalt Bst. A.b) sei erst im 

Rahmen des Amtshilfeersuchens hinzugekommen. Die Beschwerdeführe-

rin rügt, die Vorinstanz habe sich mit diesen – bereits im vorinstanzlichen 

Verfahren genannten – Vorbringen nicht auseinandergesetzt und lediglich 

auf das völkerrechtliche Vertrauensprinzip (E. 2.4.2 und E. 2.5.2) verwie-

sen. Die Beschwerdeführerin erachtet damit ihren Anspruch auf rechtliches 

Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) als verletzt. 

4.2 Im Weiteren stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, die 

ersuchten Informationen erwiesen sich für die von der ersuchenden Be-

hörde verfolgten Zwecke, nämlich die korrekte Erhebung der Mehrwert-

steuer und der britischen Gewinnsteuer, als nicht voraussichtlich erheblich 

(E. 2.1 und E. 2.3.1). Namentlich seien die ersuchten Jahresrechnungen 

weder für die Prüfung der mehrwertsteuerlichen Situation noch für die Klä-

rung der Frage, ob die Beschwerdeführerin eine Betriebsstätte und Perso-

nal in Grossbritannien habe, relevant. 

5.  

Die Argumentation der Beschwerdeführerin erweist sich aus folgenden 

Gründen als nicht stichhaltig: 

5.1 Aus den Akten geht hervor, dass die ersuchende Behörde die Be-

schwerdeführerin bereits im Oktober 2017 dazu aufgefordert hat, die Infor-

mationen gemäss Art. 63c der EU-Verordnung Nr. 967/2012 des Rates vom 

9. Oktober 2012 zur Änderung der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 282/ 

2011 hinsichtlich der Sonderregelungen für nicht ansässige Steuerpflich-

tige, die Telekommunikationsdienstleistungen, Rundfunk- und Fernseh-

dienstleistungen oder elektronische Dienstleistungen an Nichtsteuerpflich-

tige erbringen, einzureichen. Ebenso aktenkundig ist, dass die Beschwer-

deführerin dieser Aufforderung nur partiell nachgekommen ist, ohne dass 

legitime Gründe dafür ersichtlich wären. Auffällig ist diesbezüglich auch, 

dass die Schreiben der Beschwerdeführerin an die ersuchende Behörde 

nicht rechtsgültig unterzeichnet sind. Wie die Vorinstanz im Rahmen ihrer 

Vernehmlassung zu Recht ausgeführt hat, ist aus der Korrespondenz zwi-

schen der Beschwerdeführerin und der ersuchenden Behörde ersichtlich, 

A-4811/2019, A-4814/2019 

Seite 15 

dass Letztere nicht mehr mit der Kooperation der Beschwerdeführerin 

rechnen konnte. Entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin liegt im 

vorliegenden Fall kein gegen die Einhaltung des Subsidiaritätsprinzips 

sprechendes, ernsthafte Zweifel an der Richtigkeit der Erklärung begrün-

dendes konkretes Element vor, und die Vorinstanz durfte sich diesbezüg-

lich ohne Weiteres auf das völkerrechtliche Vertrauensprinzip berufen (vgl. 

dazu E. 2.5). 

Soweit die Beschwerdeführerin kritisiert, die Körperschaftssteuer sei erst 

im Rahmen der Amtshilfeersuchen thematisiert worden, ist ihr zu entgeg-

nen, dass dies daher rührt, dass diese Thematik erst dann Relevanz erlan-

gen würde, sollte sich herausstellen, dass die Beschwerdeführerin über 

eine ständige Niederlassung in Grossbritannien verfügt. Hätte die Be-

schwerdeführerin mit den britischen Behörden dergestalt kooperiert, dass 

ein Amtshilfeersuchen nicht vonnöten gewesen wäre, wäre das Thema 

Körperschaftssteuer – je nach Ergebnis der Untersuchung – bereits im in-

nerstaatlichen Verfahren aufgenommen worden. Abgesehen davon bildet 

die britische Körperschaftssteuer Gegenstand des DBA CH-GB (vgl. des-

sen Art. 2 Ziff. 1 Bst. a). 

Die Beschwerdeführerin macht im Zusammenhang mit ihrer Rüge, das 

Subsidiaritätsprinzip sei verletzt worden, auch geltend, mit dem vorliegen-

den Ersuchen würden Informationen verlangt, in deren Besitz die ersu-

chende Behörde bereits sei. Aus diesem Grund fehle es bereits an der Er-

forderlichkeit des Amtshilfeersuchens und verstosse dieses gegen 

den Grundsatz von Treu und Glauben. Dieses Vorbringen ist schon des-

halb nicht zielführend, weil Informationen auch dann im Sinne von Art. 25 

Abs. 1 DBA CH-GB als voraussichtlich erheblich zur Anwendung oder 

Durchsetzung des innerstaatlichen Steuerrechts qualifiziert werden kön-

nen, wenn sie zwecks Überprüfung schon vorhandener, aber nicht völlig 

zweifelsfreier Erkenntnisse der Behörden des ersuchenden Staates ver-

langt werden (vgl. zu diesem sog. Verifikationszweck Urteile des BVGer   

A-765/2019 vom 20. September 2019 E. 3.3.2.3, A-6091/2017 vom 

29. Juni 2018 E. 6.4.2). 

Sodann vermag die Beschwerdeführerin auch mit ihrem Vorbringen, sie 

habe der ersuchenden Behörde bereits mehrfach «erklärt» wie ihr Ge-

schäftsmodell funktioniere und weshalb sie nicht als «Prinzipal» tätig sei, 

nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Ziel und Zweck der Untersuchungen 

ist gerade, anhand der ersuchten Informationen zu verifizieren, ob die Er-

A-4811/2019, A-4814/2019 

Seite 16 

klärungen der Beschwerdeführerin zutreffen. Insofern ist der Beschwerde-

führerin auch in Bezug auf ihre Rüge, die Vorinstanz habe sich im Rahmen 

der angefochtenen Schlussverfügungen nicht genügend mit ihrer Argu-

mentation auseinandergesetzt und damit ihre Begründungspflicht verletzt 

nicht zu folgen. Wie vorangehend festgehalten, verlangt Letztere nicht, 

dass sich das Gericht bzw. die Vorinstanz mit sämtlichen vorgebrachten 

Sachverhaltselementen, Beweismitteln und Rügen auseinandersetzt und 

jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich wiederlegt. Die Begründung muss 

so abgefasst sein, dass sich der Betroffene über die Tragweite des Ent-

scheides Rechenschaft geben und in voller Kenntnis der Sache an die hö-

here Instanz weiterziehen kann (E. 2.6). Das war im vorliegenden Fall ge-

geben. Insofern wurde auch das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin 

nicht verletzt. 

5.2 Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ist im vorliegenden Fall 

auch die voraussichtliche Erheblichkeit der von der Vorinstanz zur Über-

mittlung an die ersuchende Behörde vorgesehenen Informationen gege-

ben.  

Wie in Erwägung 2.1 festgehalten, tauschen gemäss Art. 25 Abs. 1 DBA 

CH-GB die zuständigen Behörden der beiden Vertragsstaaten unter sich 

diejenigen Informationen aus, die zur Durchführung des Abkommens oder 

zur Anwendung oder Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts betreffend 

Steuern voraussichtlich erheblich sind. Das Erfordernis der voraussichtli-

chen Erheblichkeit bezweckt, einen möglichst umfassenden Informations-

tausch zu gewährleisten, ohne den Vertragsstaaten zu erlauben, Informa-

tionen aufs Geratewohl oder Auskünfte zu verlangen, von denen wenig 

wahrscheinlich ist, dass sie Licht in die Steuerangelegenheiten einer be-

stimmten steuerpflichtigen Person bringen würden (vgl. Ziff. 4 Bst. b des 

Zusatzprotokolls zum DBA CH-GB; E. 2.2). Die Voraussetzung der voraus-

sichtlichen Erheblichkeit bildet dementsprechend eine nicht sehr hohe 

Hürde für ein Amtshilfeersuchen (BGE 146 II 150 E. 6.1.1, 143 II 185 

E. 3.3.2, 142 II 161 E. 2.1.1 mit Hinweisen). 

Einem Amtshilfeersuchen fehlt es namentlich dann an der voraussichtli-

chen Erheblichkeit, wenn es zur Beschaffung von Beweismitteln aufs Ge-

ratewohl und ohne konkreten Zusammenhang zu laufenden Steuerverfah-

ren gestellt wird. Solche Amtshilfeersuchen zur Beweisausforschung wer-

den als «fishing expeditions» bezeichnet (vgl. Definition der OECD: «de-

mandes des renseignements dont il est peu probable qu'ils aient un lien 

A-4811/2019, A-4814/2019 

Seite 17 

avec une enquête ou un contrôle en cours»; Kommentar der OECD, Fas-

sung vom 17. Juli 2012, N. 5 zu Art. 26 OECD-MA; vgl. auch Art. 7 Bst. a 

StAhiG). Das Bundesgericht hat dieses Verständnis des Begriffs der 

«fishing expedition» bereits der Auslegung mehrerer Doppelbesteuerungs-

abkommen zugrunde gelegt (BGE 146 II 150 E. 6.1.2). Von einer solchen 

«fishing expedition» kann im vorliegenden Fall keine Rede sein. Die ersu-

chende Behörde hat alle gemäss Ziffer 4 Bst. c des Zusatzprotokolls zum 

DBA CH-GB notwendigen Angaben (E. 2.2) geliefert. Sodann erweisen 

sich die ersuchten Informationen durchaus als notwendig, um die Be-

schwerdeführerin korrekt besteuern zu können (vgl. dazu E. 2.3.1). Na-

mentlich geht aus den zur Übermittlung beabsichtigten Bilanzblättern unter 

anderem die Position «Provision pour TVA à payer» (Rückstellungen für 

die Mehrwertsteuer) hervor. Mit dieser Information könnte die ersuchende 

Behörde möglicherweise in Kombination mit den ihr bereits vorliegenden 

MOSS-Returns und anderen Dokumenten überprüfen, ob und seit wann 

eine Mehrwertsteuerpflicht der Beschwerdeführerin in Grossbritannien be-

steht. Eine Unterbindung dieser Information würde die Amtshilfe diesbe-

züglich wertlos machen. Gegenteiliges geht weder aus den Akten noch der 

Argumentation der Beschwerdeführerin hervor. Der Beschwerdeführerin 

gelingt es jedenfalls nicht, den begründeten Tatverdacht der ersuchenden 

Behörde mittels Urkunden klarerweise und entscheidend zu entkräften 

(vgl. diesbezüglich statt vieler: BGE 139 II 451 E. 2.3.3, 128 II 407 E. 5.2.3; 

Urteil des BVGer A-1762/2018 vom 15. Mai 2019 E. 3.1.3). 

5.3 Nach dem Dargelegten hat die Vorinstanz zu Recht die Gewährung der 

Amtshilfe verfügt. Die Beschwerde ist entsprechend abzuweisen. Die bei-

den angefochtenen Schlussverfügungen sind lediglich insoweit anzupas-

sen, als deren jeweilige Ziffer 3 des Dispositivs im Sinne der Rechtspre-

chung des Bundesgerichts zu präzisieren ist (vgl. diesbezüglich das Ur-

teil des BGer 2C_537/2019 vom 13. Juli 2020 [zur Publikation vorgese-

hen], wo festgehalten wurde, dass der Verwendungsbeschränkung ge-

mäss Spezialitätsprinzip sowohl eine sachliche als auch eine persönliche 

Dimension zukomme). Demnach ist die Vorinstanz anzuweisen, die ersu-

chende Behörde ausdrücklich darüber in Kenntnis zu setzen, dass die im 

Rahmen des vorliegenden Amtshilfeverfahrens zu übermittelnden Informa-

tionen nur gemäss Art. 25 DBA CH-GB in Verfahren betreffend die 

A._______ AG verwendet werden dürfen. 

6.  

6.1 Die Verfahrenskosten sind auf Fr. 5'000.-- festzusetzen und ausgangs-

gemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG und 

A-4811/2019, A-4814/2019 

Seite 18 

Art. 1, 2 und 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]). Der geleistete Kostenvorschuss von insgesamt Fr. 5'000.-- ist 

für die Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. Parteientschädi-

gungen sind nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 

VGKE e contrario sowie Art. 7 Abs. 3 VGKE). 

6.2 Dieser Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in 

Steuer-sachen kann gemäss Art. 83 Bst. h des Bundesgesetzes vom 

17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG, SR 173.110) innerhalb von 

10 Tagen nur dann mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-

ten an das Bundesgericht weitergezogen werden, wenn sich eine Rechts-

frage von grundsätzlicher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen 

Gründen um einen besonders bedeutenden Fall im Sinn von Art. 84 Abs. 2 

BGG handelt (Art. 84a und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). Ob dies der Fall 

ist, entscheidet das Bundesgericht. 

Das Dispositiv befindet sich auf der folgenden Seite. 

  

A-4811/2019, A-4814/2019 

Seite 19 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die ESTV wird angewiesen, die HMRC ausdrücklich darauf hinzuweisen, 

dass die im Rahmen des vorliegenden Amtshilfeverfahrens zu übermitteln-

den Informationen nur gemäss Art. 25 DBA CH-GB in Verfahren betreffend 

die A._______ AG verwendet werden dürfen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 5'000.-- werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Der geleistete Kostenvorschuss in Höhe von insgesamt Fr. 5'000.-- 

wird für die Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. 

4.  

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

5.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […] / […]; Gerichtsurkunde) 

 

Die Rechtsmittelbelehrung befindet sich auf der folgenden Seite. 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Marianne Ryter Zulema Rickenbacher 

 

 

 

A-4811/2019, A-4814/2019 

Seite 20 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in 

Steuersachen kann innert 10 Tagen nach Eröffnung nur dann beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzli-

cher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um einen 

besonders bedeutenden Fall im Sinne von Art. 84 Abs. 2 BGG handelt 

(Art. 82, Art. 83 Bst. h, Art. 84a, Art. 90 ff. und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). 

Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der 

Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schwei-

zerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsulari-

schen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). In der 

Rechtsschrift ist auszuführen, warum die jeweilige Voraussetzung erfüllt 

ist. Im Übrigen ist die Rechtsschrift in einer Amtssprache abzufassen und 

hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die 

Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismit-

tel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizule-

gen (Art. 42 BGG). 

 

Versand: 30. April 2021