# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 751eb7c8-b79a-5496-b41e-5fed1b021dc3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.09.2025 F-7088/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-7088-2025_2025-09-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-7088/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Christa Preisig, 

mit Zustimmung von Richter Basil Cupa;   

Gerichtsschreiberin Megen Sulejmanagic. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

geboren am (…) respektive (…), 

Irak, 

vertreten durch Marek Wieruszewski,  

Solidaritätsnetz Bern, 

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 9. September 2025 / N (…). 

 

 

 

F-7088/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 20. August 2025 in der Schweiz um 

Asyl. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Euro-

dac) ergab, dass er bereits am 13. August 2025 in Kroatien ein Asylgesuch 

gestellt hatte. 

B.  

Am 28. August 2025 gewährte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer im 

Rahmen des Dublin-Gesprächs das rechtliche Gehör zu einem allfälligen 

Nichteintretensentscheid und der Möglichkeit der Überstellung nach Kroa-

tien, dessen Zuständigkeit für die Behandlung des Asylgesuchs grundsätz-

lich in Betracht komme. Zudem wurde er zu seinem Gesundheitszustand 

befragt.  

Dabei äusserte der Beschwerdeführer, die kroatischen Behörden seien bei 

seiner Anhaltung nicht gut mit ihm umgegangen. Zudem leide er an Ma-

genbeschwerden und seit seinem Aufenthalt in Kroatien zusätzlich an 

Schlafstörungen. 

C.  

Die kroatischen Behörden hiessen das Gesuch der Vorinstanz vom 28. Au-

gust 2025 um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers gestützt auf 

Art. 20 Abs. 5 Bst. d der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien 

und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-

nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-

gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (Dub-

lin-III-VO) am 9. September 2025 gut. 

D.  

Mit Verfügung vom 9. September 2025 trat die Vorinstanz auf das Asylge-

such des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete seine Überstellung nach 

Kroatien an und forderte ihn auf, die Schweiz am Tag nach Ablauf der Be-

schwerdefrist zu verlassen. Zudem wies sie darauf hin, dass einer allfälli-

gen Beschwerde keine aufschiebende Wirkung zukomme. 

E.  

Mit Beschwerde vom 16. September 2025 beantragte der Beschwerdefüh-

rer, die angefochtene Verfügung sei vollständig aufzuheben und die Vor-

instanz anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten und das Asylver-

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Seite 3 

fahren in der Schweiz durchzuführen. Eventualiter sei die Sache zur Neu-

beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht be-

antragte er, es sei die unentgeltliche Prozessführung unter Verzicht auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses zu gewähren.  

F.  

Am 17. September 2025 ordnete die Instruktionsrichterin einen superpro-

visorischen Vollzugsstopp an. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig (Art. 105 AsylG [SR 

142.31]; Art. 31 ff. VGG) und die Sachurteilsvoraussetzungen sind erfüllt, 

so dass auf die Beschwerde einzutreten ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG, Art. 108 

Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

1.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb 

sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines 

zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e 

AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summari-

scher Begründung zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).  

1.3 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Ange-

legenheit endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

2.  

2.1 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. Art. 7 

Abs. 1 Dublin-III-VO). 

2.2 Im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (Art. 23–25 Dublin-III-

VO) findet grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung mehr statt 

(vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1). Vielmehr ist der Mit-

gliedstaat, bei dem der erste Antrag auf internationalen Schutz gestellt 

wurde, gehalten, Antragsteller, die in einem anderen Mitgliedstaat einen 

Antrag auf internationalen Schutz gestellt haben, nachdem sie ihren ersten 

Antrag noch während des Verfahrens zur Bestimmung des zuständigen 

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Mitgliedstaats zurückgezogen haben, wieder aufzunehmen (Art. 20 Abs. 5 

Satz 1 Dublin-III-VO). 

2.3 Kroatien hat dem Ersuchen der Schweiz um Wiederaufnahme des Be-

schwerdeführers am 9. September 2025 zugestimmt (vgl. vorinstanzliche 

Akten [SEM-act.] 16/1). Damit ist die grundsätzliche Zuständigkeit Kroati-

ens gegeben. Daran vermögen die Vorbringen des Beschwerdeführers, 

wonach er dort keinen Asylantrag habe stellen wollen und gezwungen wor-

den sei, seine Fingerabdrücke abzugeben, nichts zu ändern. Die Dublin-

III-VO räumt den Schutzsuchenden kein Recht ein, den ihren Antrag prü-

fenden Staat selber auszuwählen (vgl. BVGE 2010/45 E. 8.3). Zudem ist 

die Abnahme von Fingerabdrücken bei illegal einreisenden ausländischen 

Personen und Asylsuchenden rechtlich nicht zu beanstanden (Art. 14 

Abs. 1 der Verordnung [EU] Nr. 603/2013 des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 26. Juni 2013 [Eurodac-Verordnung]).  

Anzumerken bleibt schliesslich, dass die vom Beschwerdeführer geltend 

gemachte Anwesenheit seiner Familie keine Zuständigkeit der Schweiz ge-

mäss Dublin-III-VO zu begründen vermag. Gemäss vorinstanzlichen Akten 

handelt es sich bei den in Frage stehenden Familienmitgliedern um seinen 

volljährigen Bruder sowie dessen Ehefrau und Kinder, die ihrerseits eben-

falls im August 2025 um Asyl ersucht hatten (vgl. SEM-act. 8/2 und 23/1). 

Dabei fehlt es zum Zeitpunkt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens 

nicht nur an einer relevanten Beziehung zu Familienangehörigen im Sinn 

von Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO, sondern auch an einem Abhängigkeitsver-

hältnis (vgl. Art. 9 und 10 sowie Art. 16 Dublin-III-VO). 

3.  

3.1 Die Vorinstanz hat korrekt erwogen, dass keine wesentlichen Gründe 

für die Annahme von systemischen Schwachstellen des kroatischen Asyl- 

und Aufnahmesystems bestehen, die eine Zuständigkeit der Schweiz ge-

mäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO begründen würden (vgl. Referenzurteil 

E-1488/2020 vom 22. März 2023 E. 9.5; zuletzt etwa Urteil des BVGer 

F-3019/2025 vom 8. Mai 2025 E. 6.2). Die Vorbringen des Beschwerdefüh-

rers, einschliesslich der von ihm angeführten Berichte, vermögen nichts an 

dieser Einschätzung zu ändern. 

3.2 Weiter hat die Vorinstanz korrekt dargelegt, dass vorliegend keine völ-

kerrechtlichen Vollzugshindernisse ersichtlich sind, welche die Schweiz zu 

einem Selbsteintritt nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO verpflichten würden. 

Ebenso hat sie in rechtsfehlerfreier Ausübung des ihr zustehenden 

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Seite 5 

Ermessens von einem freiwilligen Selbsteintritt der Schweiz abgesehen 

(vgl. Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO und Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 

vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]). 

Diesbezüglich hat sie die vom Beschwerdeführer geltend gemachten, je-

doch nicht belegten gesundheitlichen Beschwerden (Aufzählung Be-

schwerden) hinreichend gewürdigt und zu Recht festgehalten, dass diese 

nicht derart gravierend sind, um gestützt auf Art. 3 EMRK von einer Über-

stellung nach Kroatien absehen zu müssen (vgl. Urteil des Europäischen 

Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR] Paposhvili gegen Belgien vom 

13. Dezember 2016, Grosse Kammer, 41738/10, §§ 180-193; bestätigt 

durch Urteil des EGMR Savran gegen Dänemark vom 7. Dezember 2021, 

Grosse Kammer, 57467/15, §§ 121 ff.). An dieser Schlussfolgerung vermö-

gen auch die auf Beschwerdeebene vorgebrachten Befürchtungen einer 

(Re-)Traumatisierung nichts zu ändern. So hat die Vorinstanz korrekt er-

wogen, dass Kroatien über eine ausreichende medizinische Infrastruktur 

verfügt und verpflichtet ist, dem Beschwerdeführer zumindest die Notver-

sorgung und allfällig zwingend erforderliche Behandlungen von Krankhei-

ten und schweren psychischen Störungen zu gewähren (zur medizinischen 

Infrastruktur in Kroatien siehe statt vieler zuletzt Urteil F-3019/2025 E. 7.5 

f.).  

Der Beschwerdeführer brachte auf Beschwerdeebene erstmals vor, die 

kroatischen Polizeikräfte hätten während seiner Anhaltung seine Taschen 

entwendet und diese in einen Bach geworfen. Zudem sei er zu Boden ge-

drückt und von mehreren Polizisten geschlagen sowie durch bellende, un-

kontrollierbare Polizeihunde zusätzlich eingeschüchtert worden. Im kroati-

schen Aufnahmezentrum sei er sodann von seiner Familie getrennt worden 

und habe am ersten Tag weder Nahrung noch eine Decke erhalten. Nach 

Wiedervereinigung mit seiner Familie sei er ferner vom Personal des Auf-

nahmezentrums herablassend und demütigend behandelt worden. Soweit 

er nun die Befürchtung äussert, es drohe ihm aufgrund der erlittenen Ge-

walt seitens der kroatischen Polizeibehörde eine Retraumatisierung, ist 

festzuhalten, dass die Vorinstanz bereits zutreffend feststellte, dass mögli-

ches unkorrektes oder rechtswidriges Verhalten einzelner Mitarbeitenden 

der kroatischen Sicherheitskräfte oder der Behörden entsprechend zur An-

zeige gebracht werden können. Unter Berücksichtigung der Aufenthalts-

dauer in Kroatien von rund einer Woche vermögen die geschilderten, nicht 

belegten Vorfälle keine systemischen Mängel darzulegen oder die Schweiz 

zu einem Selbsteintritt zu verpflichten (vgl. Urteil F-3019/2025 E. 6.2 und 

7.4 m.w.H.). 

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Seite 6 

Es ist somit davon auszugehen, dass Kroatien nicht nur die Sicherheit von 

asylsuchenden Personen, sondern auch deren medizinische Versorgung 

garantiert und ihre Rechte gemäss dem internationalen Recht einhält (na-

mentlich die EMRK, das Übereinkommen vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe [FoK, SR 0.105], das Abkommen vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]; die Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes [Verfahrensrichtlinie] sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen [Aufnahmerichtlinie]).  

3.3 Nach dem Gesagten erweist sich auch der Sachverhalt als erstellt, wo-

mit der Eventualantrag, die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen, abzuweisen ist. 

3.4 Zusammengefasst ist die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch des 

Beschwerdeführers nicht eingetreten (Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG) und hat 

seine Wegweisung nach Kroatien angeordnet (Art. 44 AsylG). Im Ergebnis 

ist die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden (Art. 106 AsylG) und 

die Beschwerde abzuweisen. Mit diesem Urteil fällt der am 17. September 

2025 angeordnete Vollzugsstopp dahin. 

4.  

4.1 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist 

abzuweisen, da die Beschwerde gemäss den vorstehenden Erwägungen 

als aussichtslos zu bezeichnen war (Art. 65 Abs. 1 VwVG). 

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 7 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen nach Versand des vorliegenden 

Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und die zu-

ständige kantonale Migrationsbehörde. 

 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Preisig Megen Sulejmanagic 

 

 

 

Versand: