# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a7bd79f4-f1b9-53ab-9398-f512e7f50077
**Source:** Uri (UR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-30
**Language:** de
**Title:** Uri Obergericht Verwaltungsrechtliche Abteilung 30.10.2015 2015_OG V 15 18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/UR_Gerichte/UR_OG_004_2015-OG-V-15-18_2015-10-30.pdf

## Full Text

IV. Art. 61 lit. c ATSG. Art. 16 Abs. 1 IVG. Versicherte, die noch nicht 
erwerbstätig waren und denen infolge Invalidität bei der erstmaligen 
beruflichen Ausbildung in wesentlichem Umfange zusätzliche Kosten 
entstehen, haben Anspruch auf Ersatz dieser Kosten, sofern die Ausbildung 
den Fähigkeiten des Versicherten entspricht. Beweiswürdigung. Ein Rückfall 
ist beim gegebenen Krankheitsbild unabhängig von der ausgeübten Tätigkeit 
jederzeit möglich. Es ist daher nicht primär entscheidend, ob der 
Beschwerdeführer medizinisch-theoretisch die Anforderungen, welche die 
Ausbildung an ihn stellt, erfüllt. Vielmehr ist die Frage der Geeignetheit der 
Ausbildung in casu anhand der bereits gemachten Erfahrungen zu beurteilen. 
 
Obergericht, 30. Oktober 2015, OG V 15 18 
  
Aus den Erwägungen: 
 
 4.  Streitig und zu prüfen ist demnach, ob die Ausbildung zum Fachmann 
Betreuung der Behinderung des Beschwerdeführers angepasst ist beziehungsweise ob er 
die für diese Ausbildung gestellten Anforderungen erfüllt. 
 
 8.  Aus den medizinischen Berichten ergibt sich, dass bei der gewählten Tätigkeit 
als FaBe die Verwertbarkeit nach Abschluss der Ausbildung nicht sicher beurteilt werden 
kann. Ebenso ist jedoch unsicher, ob der Beschwerdeführer eine andere – ihn unter 
Umständen weniger erfüllende – Tätigkeit später verwerten kann. Ein Rückfall ist beim 
gegebenen Krankheitsbild unabhängig von der ausgeübten Tätigkeit jederzeit möglich. Es ist 
somit nicht primär entscheidend, ob der Beschwerdeführer medizinisch-theoretisch die 
Anforderungen, welche die Ausbildung an ihn stellt, erfüllt. Vielmehr ist auf die im konkreten 
Fall gemachten Erfahrungen abzustellen. 
 
    Die psychische Verfassung des Beschwerdeführers ist offensichtlich in der 
Tätigkeit als FaBe stabiler als sie es in der Tätigkeit als Logistiker war (obschon diese 
medizinisch-theoretisch wohl besser angepasst wäre). Da sich der Beschwerdeführer in 
seiner Ausbildung sehr wohl zu fühlen scheint und entsprechend motiviert arbeitet, wird das 
Rückfallrisiko tendenziell eher verringert. Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass der 
Beschwerdeführer die nötige Krankheitseinsicht besitzt und die Bereitschaft zeigt, sich bei 
Bedarf Hilfe zu holen, welche ihm vom Arbeitgeber auch explizit angeboten wird (siehe 
Bildungsbericht vom 29.10.2014 Ziff. 2.9). 
 
    Auf der anderen Seite ist fraglich, ob die psychische Stabilität und Belastbarkeit 
ausreichen, um später in einem anderen als seinem Wunsch-Beruf – der ihn weniger erfüllt 
(und damit wahrscheinlich die Psyche weniger stabilisiert) – tätig sein zu können. Einen 
Rückfall kann man nie ganz ausschliessen, auch in einer der Behinderung besser 
angepassten Tätigkeit nicht. 
 
    Aus den genannten Gründen ist der Betrachtungsweise von Med. pract. A. 
Wolter, wonach die vom Beschwerdeführer gewählte Ausbildung zum Fachangestellten 
Betreuung seiner Behinderung (im konkreten Einzelfall) angepasst ist, der Vorzug zu geben. 
 
    Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, die Verfügung vom 
14. April 2015 aufzuheben und festzustellen, dass der Beschwerdeführer Anspruch auf 
Vergütung der invaliditätsbedingten Mehrkosten der erstmaligen beruflichen Ausbildung hat.