# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8956e0b0-bc3a-570d-b72f-f5567b986b93
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-09-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.09.2023 D-4836/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4836-2023_2023-09-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4836/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  S e p t e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas, 

mit Zustimmung von Richter Yanick Felley,  

Gerichtsschreiberin Sara Steiner. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

C._______, geboren am (…), 

Türkei,   

alle vertreten durch Lea Hungerbühler, Rechtsanwältin,  

substituiert durch Patricia Bührer, AsyLex,  

(…),  

Beschwerdeführerinnen,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (beschleunigtes Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 11. August 2023 / N (…) 

 

 

 

D-4836/2023 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Beschwerdeführerin zusammen mit den beiden minderjährigen 

Töchtern am 31. Mai 2023 in der Schweiz um Asyl ersuchte, 

dass die Beschwerdeführerin dabei geltend machte, ihr Ehemann habe 

sich in der Türkei für die PKK engagiert, indem er an Veranstaltungen teil-

genommen und verbotene Bücher verteilt habe, und sei deshalb mehrmals 

kurzfristig festgenommen worden, 

dass er im Jahr 2019 das Land verlassen habe, weil Freunde von ihm ver-

haftet und gefoltert worden seien, und sich seither mutmasslich in Frank-

reich aufhalte, wobei sie nur wegen der Kinder sporadisch in Kontakt stün-

den, 

dass die Polizei nach der Ausreise ihres Ehemannes viermal – zuletzt im 

Oktober 2022 – bei ihnen zu Hause nach diesem gesucht habe und dabei 

auch ihre Wohnung einmal durchsucht habe, einmal eine ausgedehnte 

ldentitätskontrolle bei ihr vorgenommen habe und auch nach ihrer eigenen 

Ausreise einmal zu ihnen nach Hause gekommen sei, 

dass diese polizeilichen Massnahmen sie und ihre Kinder verängstigt hät-

ten und sie aufgrund dessen sowie wegen ihres alevitischen Glaubens im 

Quartier geächtet worden seien, 

dass sie auch als alleinstehende Frau belästigt worden sei, 

dass zudem ein Cousin von ihr unter ihr unbekannten Umständen von der 

Polizei umgebracht worden sei, viele Verwandte ihres Ehemannes in der 

Schweiz politisches Asyl hätten und die Polizei zuweilen mit Wasserwer-

fern in ihrem kurdischen Quartier aufgetaucht sei, 

dass sie zur Stützung ihrer Vorbringen ein Gerichtsurteil betreffend ihren 

Ehemann, wonach er im Jahr 2008 vom Vorwurf der Teilnahme an einer 

unbewilligten Demonstration im Jahr 2004 freigesprochen worden sei, und 

ein anwaltliches Bestätigungsschreiben betreffend die polizeilichen Behel-

ligungen gegenüber den Beschwerdeführerinnen zu den Akten reichte,  

dass das SEM mit Verfügung vom 11. August 2023 – gleichentags eröffnet 

– die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerinnen verneinte, deren 

Asylgesuch ablehnte sowie ihre Wegweisung aus der Schweiz und den 

Vollzug anordnete,  

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dass es dabei zur Begründung im Wesentlichen ausführte, die geltend ge-

machten polizeilichen Vorgehensweisen würden im Rahmen der behördli-

chen Nachforschungen, welche Familienmitglieder politisch missliebiger 

Personen in der Türkei hinnehmen müssten, bezüglich ihrer Intensität kein 

flüchtlingsrelevantes Ausmass erreichen, ebenso wenig der geschilderte 

Polizeiangriff mit Wasserwerfern auf die kurdischen Quartierbewohnenden 

und die vorgebrachte ausgedehnte ldentitätskontrolle, 

dass die Beschwerdeführerinnen auch keine zukünftige Verfolgung zu be-

fürchten hätten, da der Ehemann sowie sämtliche Mitangeklagten gericht-

lich freigesprochen worden seien und keine Hinweise bestünden, dass er 

seither verfolgt worden wäre beziehungsweise, dass ein anhaltendes lnte-

resse seitens des türkischen Staates bestehe, 

dass auch gegen die Beschwerdeführerin kein hängiges Strafverfahren be-

stehe, sie angebe, nie politisch aktiv gewesen zu sein, und davon ausge-

gangen werden könne, dass der türkische Staat zwischenzeitlich auch ge-

gen sie ein Ermittlungsverfahren eingeleitet hätte, bestünde ein ernsthaftes 

Interesse an ihrem Ehemann oder an ihrer Person, 

dass auch der Umstand, dass sich die Beschwerdeführerinnen erst jüngst 

zu einer Ausreise entschlossen hätten und problemlos legal hätten ausrei-

sen können, dies bestätige, 

dass die Beschwerdeführerin keine genaueren Angaben zu den Verwand-

ten ihres Ehemannes in der Schweiz habe machen können und aus ihren 

Schilderungen nicht hervorgehe, dass sie diesbezüglich jemals Probleme 

gehabt hätte,  

dass es sich bei den Benachteiligungen alevitischer Glaubensangehöriger 

in der Türkei nicht um ernsthafte Nachteile im Sinne des Asylgesetzes 

handle und sich die Beschwerdeführerin bezüglich der Belästigungen als 

alleinstehende Frau an die türkischen Behörden wenden könne, 

dass auch der Vollzug der Wegweisung zumutbar, zulässig und möglich 

sei, zumal die Beschwerdeführerin über eine schulische Bildung, eine Ei-

gentumswohnung, welche zwar vom Erdbeben im Februar 2023 beschä-

digt worden aber weiterhin bewohnbar sei, und ein stabiles soziales Netz 

sowohl in der Türkei als auch im Ausland verfüge, 

dass auch die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerinnen nicht 

gegen den Vollzug der Wegweisung spreche, da ihre psychischen 

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Beschwerden in der Türkei behandelbar seien, weshalb diesbezüglich in 

antizipierender Beweiswürdigung auf weitere Abklärungen verzichtet wer-

den könne,  

dass schliesslich auch das Kindeswohl nicht gegen eine Rückkehr spre-

che, da sich die Kinder erst seit knapp drei Monaten in der Schweiz aufhal-

ten würden, 

dass die zugewiesene Rechtsvertretung das Mandat am 11. August 2023 

niederlegte, 

dass die Beschwerdeführerinnen – handelnd durch ihre neu mandatierte 

Rechtsvertreterin – mit Eingabe vom 11. September 2023 gegen diese Ver-

fügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhoben haben und 

die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Feststellung der Flücht-

lingseigenschaft und die Asylgewährung, eventualiter die Feststellung der 

Unzumutbarkeit und der Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzuges und 

die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme sowie subeventualiter die 

Rückweisung der Sache an die Vorinstanz beantragen, 

dass sie in verfahrensrechtlicher Hinsicht die Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses und – jedenfalls gemäss Titel auf S. 12 der Beschwerde – die 

Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistands beantragen, 

dass in der Beschwerde zunächst geltend gemacht wird, der Sachverhalt 

sei nicht genügend abgeklärt worden, weil die psychologischen Probleme 

der Beschwerdeführerin, wie unter anderem die bestehenden Angstzu-

stände, bislang mangelhaft untersucht und dokumentiert worden seien, 

dass zur Begründung der Beschwerde im Wesentlichen noch einmal auf 

die Gefährdung der Beschwerdeführerin aufgrund des politischen Engage-

ments ihres Ehemannes und weiterer Verwandten sowie deren diesbezüg-

lich erlittene Nachteile verwiesen wurde, 

dass nach der Ausreise des Ehemannes die Beschwerdeführerin selber ins 

Visier der Behörden geraten sei und die Intensität der unangekündigten 

Besuche der Polizei von Besuch zu Besuch angestiegen sei, so dass sie 

schliesslich auch das Haus unbewilligt durchsucht hätten, was bei der Be-

schwerdeführerin Angstzustände und damit eine schwere psychische Be-

lastung verursacht habe und im Sinne eines unerträglichen psychischen 

Druckes hätte berücksichtigt werden müssen, 

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dass die blosse Begründung der Vorinstanz, dass die Beschwerdeführerin 

bislang nicht vorgeladen oder festgenommen worden sei, unzureichend 

sei, 

dass die türkische Polizei wohl davon ausgehe, dass sich die Beschwer-

deführerin zu ihrem Mann abgesetzt habe und die Repressalien gegen sie 

bei einer Rückkehr an Intensität gewinnen würden, 

dass sie aufgrund der Coronapandemie, benötigter finanzieller Unterstüt-

zung und der Verantwortung für die Kinder erst jetzt ausgereist seien, 

dass in der Beschwerde weiter auf die angeblich asylrelevanten Benach-

teiligungen alevitischer Glaubensangehöriger und alleinstehender Frauen 

eingegangen wird, 

dass in Zusammenhang mit dem Wegweisungsvollzug noch einmal auf die 

Gefährdung der Beschwerdeführerinnen, die politische Stimmung sowie 

das konservative Frauenbild in der Türkei, die benötigte medizinische Be-

handlung, deren Verfügbarkeit negiert wird, das Kindeswohl und die gut 

mögliche Integration in der Schweiz verwiesen wird, 

dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am 

11. September 2023 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 1 

AsylG), 

dass die Instruktionsrichterin mit Zwischenverfügung vom 18. Septem-

ber 2023 das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

wegen Aussichtslosigkeit der Rechtsbegehren abwies und die Beschwer-

deführerinnen aufforderte, bis zum 3. Oktober 2023 einen Kostenvor-

schuss zu leisten, 

dass der einverlangte Kostenvorschuss am 26. September 2023 fristge-

recht geleistet wurde, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel 

– so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen 

(Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. 

Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),  

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dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 

dass die Beschwerdeführerinnen am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 

sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 

Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 10 der COVID-19-Verordnung Asyl [SR 142.318] und Art. 52 

Abs. 1 VwVG), 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um ein solches Rechtsmittel handelt, 

weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass das SEM den Sachverhalt vollständig und richtig festgestellt hat und 

auch die geltend gemachten niederschwelligen und in der Türkei behan-

delbaren psychischen Probleme zu Recht in antizipierender Beweiswürdi-

gung keinen weiteren Abklärungen unterzog,  

dass die Beschwerdeführerin diesbezüglich an ihre Mitwirkungspflicht zu 

erinnern ist, wonach sie ihren Gesundheitszustand selber darlegen muss, 

wozu sie an der Anhörung auch aufgefordert wurde, 

dass der diesbezügliche Rückweisungsantrag vor diesem Hintergrund ab-

zuweisen ist, 

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 

AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, 

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Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder we-

gen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 

sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu wer-

den (Art. 3 Abs. 1 AsylG), 

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 

gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), 

dass das SEM in seiner Verfügung mit überzeugender Begründung zur Er-

kenntnis gelangt ist, die Vorbringen der Beschwerdeführerinnen würden 

den Anforderungen von Art. 3 AsylG an die flüchtlingsrechtliche Beachtlich-

keit nicht genügen,  

dass auf die Erwägungen des SEM verwiesen werden kann und es den 

Beschwerdeführerinnen nicht gelingt, diesen Argumenten Stichhaltiges 

entgegenzusetzen, 

dass das SEM zu Recht festgestellt hat, die geltend gemachten Benach-

teiligungen durch die türkische Polizei in Form von einigen wenigen Besu-

chen, einer Hausdurchsuchung und einer ausgedehnten Identitätskontrolle 

würde es an asylrechtlich relevanter Intensität fehlen, 

dass auch ein unerträglicher psychischer Druck, trotz der subjektiv emp-

fundenen Angst vor weiteren Kontrollen, vorliegend nicht zu erkennen oder 

aus dem Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin abzuleiten ist, 

dass das Bundesverwaltungsgericht in seiner Rechtsprechung davon aus-

geht, dass die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Reflexverfolgung zu wer-

den, in der Türkei vor allem gegeben ist, wenn nach einem flüchtigen Fa-

milienmitglied gefahndet wird und die Behörde Anlass zur Vermutung hat, 

jemand stehe mit dem Gesuchten in engem Kontakt, und sich das Risiko 

erhöht, wenn ein nicht unbedeutendes politisches Engagement der reflex-

verfolgten Person für illegale politische Organisationen hinzukommt bezie-

hungsweise ihr seitens der Behörden unterstellt wird (vgl. etwa Urteile 

BVGer E-2882/2021 vom 19. September 2023 E. 8.3.1 und D-5602/2020 

vom 17. November 2021 E. 5.3 je m.w.H.), 

dass das SEM vor diesem Hintergrund zu Recht festgestellt hat, dass die 

Beschwerdeführerinnen keine zukünftige Verfolgung zu befürchten haben 

und der neuerliche Verweis in der Beschwerde auf deren Gefährdung in 

Zusammenhang mit den Aktivitäten des Ehemanns und weiterer Verwand-

ten – zu denen sie auch auf Beschwerdeebene keine näheren Angaben 

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macht – sowie die befürchtete rein hypothetische Intensivierung der poli-

zeilichen Besuche angesichts der in den vergangenen Jahren fehlenden 

asylrelevanten Behelligungen nichts an diesen Schlussfolgerungen än-

dern, zumal die Beschwerdeführerin mit ihrem Ehemann offenbar seit Jah-

ren nur noch sporadisch wegen der Kinder in Kontakt steht, 

dass dabei auch relevant ist, dass die Beschwerdeführerin selber bisher 

keiner Strafverfolgung unterzogen wurde, und es sich dabei, anders als in 

der Beschwerde dargestellt, nur um ein Argument von vielen in der Verfü-

gung handelt, 

dass sich die erst jüngst erfolgte Ausreise nicht allein durch die Corona-

pandemie und organisatorische Belange erklären lässt und vielmehr auf 

eine fehlende asylrelevante Verfolgung schliessen lässt, 

dass in Bezug auf die Benachteiligungen wegen der alevitischen Glau-

benszugehörigkeit und als alleinstehende Frau vollumfänglich auf die Er-

wägungen der Vorinstanz zu verweisen ist und der blosse Umstand, dass 

in der Beschwerde bezüglich dieser Schlussfolgerungen allgemein eine 

andere Meinung vertreten wird, daran nichts zu ändern vermag, 

dass es den Beschwerdeführerinnen somit nicht gelingt, die Flüchtlingsei-

genschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, weshalb 

das Staatssekretariat das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat, 

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 

Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 

(Art. 44 AsylG), vorliegend insbesondere der Kanton keine Aufenthaltsbe-

willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen 

besteht (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.), weshalb die 

verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 

steht und demnach vom Staatssekretariat ebenfalls zu Recht angeordnet 

wurde, 

dass das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim-

mungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Weg-

weisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]), 

dass beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu 

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beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtliche 

Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 

Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste-

hen (Art. 83 Abs. 3 AIG), 

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), 

dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass-

geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es 

den Beschwerdeführerinnen nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebli-

che Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in 

Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoule-

ment im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet,  

dass sodann keine Anhaltspunkte für eine im Heimat- oder Herkunftsstaat 

drohende menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 

BV, von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter 

und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung 

oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersichtlich sind,  

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 

erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen 

wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage kon-

kret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AIG), 

dass weder die allgemeine Lage im Heimat- beziehungsweise Herkunfts-

staat der Beschwerdeführerinnen noch individuelle Gründe auf eine kon-

krete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der 

Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist, 

dass das SEM insbesondere angesichts der familiären und der Wohnsitu-

ation auch richtig auf die Zumutbarkeit, Zulässigkeit und Möglichkeit des 

Wegweisungsvollzugs geschlossen hat, und der nochmalige allgemeine 

Verweis in der Beschwerde auf die Gefährdung der Beschwerde-

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führerinnen, die politische Stimmung sowie das konservative Frauenbild in 

der Türkei daran nichts zu ändern vermögen, 

dass das SEM schliesslich auch zu Recht auf die Verfügbarkeit psycholo-

gischer Behandlungen in der Türkei geschlossen hat und deren Negierung 

in der Beschwerde daran wiederum nichts zu ändern mag,  

dass auch die gut mögliche Integration in der Schweiz praxisgemäss zu 

keiner anderen Schlussfolgerung in Bezug auf den Wegweisungsvollzug 

führt, 

dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerinnen in den Hei-

matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen 

(Art. 83 Abs. 2 AIG), und es den Beschwerdeführerinnen obliegt, bei der 

Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG 

und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), 

dass nach dem Gesagten der vom Staatssekretariat verfügte Vollzug der 

Wegweisung zu bestätigen ist, 

dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechts-

erheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 

AsylG) und – soweit überprüfbar – angemessen ist, weshalb die Be-

schwerde abzuweisen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1–

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) den 

Beschwerdeführerinnen aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG), 

dass zur Begleichung der Verfahrenskosten der in gleicher Höhe geleistete 

Kostenvorschuss zu verwenden ist. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerdeführerinnen 

auferlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Begleichung der Ver-

fahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerinnen, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Sara Steiner