# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4a990eb3-cd21-515d-8409-d64b17bef609
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.01.2012 E-5377/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5377-2011_2012-01-18.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­5377/2011

U r t e i l   v om   1 8 .   J a nua r   2 0 1 2  

Besetzung Einzelrichterin Christa Luterbacher,
mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi;
Gerichtsschreiberin Sarah Diack.

Parteien A._______, geboren am (…),
Sri Lanka, 
c/o Schweizer Botschaft in Colombo, Sri Lanka,
  
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 29. Juli 2011 / N (…).

E­5377/2011

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest:

dass  der  Beschwerdeführer  −  ein  aus  Pottuvil  stammender  Tamile  sri­
lankischer  Staatsangehörigkeit  − mit  schriftlicher  Eingabe  vom  20.  April 
2009 an die Schweizerische Botschaft in Colombo ein Asylgesuch stellte,

dass die Schweizerische Botschaft in Colombo den Beschwerdeführer mit 
Schreiben vom 30. April  2009 aufforderte,  detaillierte  Informationen und 
gegebenenfalls  Beweismittel  zu  seinem  Asylgesuch  einzureichen, 
ansonsten sein Asylverfahren nicht weitergeführt werde,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 21. Mai 2009 antwortete,

dass  die  Schweizer  Botschaft  in  Colombo  mit  Begleitschreiben  vom 
10. Juni  2009  dem  BFM  die  Verfahrensakten  überwies  und  dabei 
festhielt, die Botschaft habe keine Möglichkeit, jede asylsuchende Person 
zu befragen, 

dass  der  Beschwerdeführer  am  18.  Juni  2009  und  21.  Oktober  2009 
ergänzende Eingaben machte,

dass  das  BFM  mit  Zwischenverfügung  vom  18.  Januar  2011  dem 
Beschwerdeführer  mitteilte,  es  erachte  den  Sachverhalt  aufgrund  der 
schriftlichen  Eingaben  als  erstellt,  und  ihm  die  Möglichkeit  zur 
Stellungnahme einräumte,

dass  der  Beschwerdeführer  sich  mit  Eingabe  vom  7.  Februar  2011 
äusserte,

dass das BFM mit Verfügung vom 8. März 2011 – gemäss sri­lankischem 
Rückschein  am  25.  März  2011  eröffnet  –  dem  Beschwerdeführer  die 
Einreise nicht bewilligte und sein Asylgesuch ablehnte,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  7.  April  2011 
(Eingangsstempel  der  Schweizerischen  Botschaft  in  Colombo:  19.  April 
2011)  sinngemäss  die  Aufhebung  der  BFM­Verfügung,  die  Bewilligung 
der Einreise in die Schweiz und die Asylgewährung beantragte,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil  vom  23.  Mai  2011 
(E­2442/2011)  unter  anderem  feststellte,  dass  die  Vorinstanz  mehrere 
vom  Beschwerdeführer  eingereichte,  fremdsprachige  Beweismittel  nicht 
übersetzt  habe,  weshalb  deren  Inhalt  unbekannt  bleibe  (vgl.  nicht 
paginiertes Beweismittelcouvert), 

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dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  genanntem  Urteil  die 
Beschwerde guthiess, die Verfügung des BFM vom 8. März 2011 aufhob 
und  die  Sache  zur  vollständigen  Sachverhaltsermittlung  und 
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückwies,

dass der Beschwerdeführer mit Eingaben vom 1. Juni 2011 und 19. Juli 
2011 weitere Bedrohungen geltend machte,

dass  der  Beschwerdeführer  am  20.  Juni  2011  in  den  Räumen  der 
Schweizerischen Botschaft  in Colombo zu seinen Asylgründen angehört 
wurde, 

dass  der  Beschwerdeführer  dabei  im  Wesentlichen  vorbrachte,  er  sei 
Ende 2005  von der Karuna­Gruppe  zwangsrekrutiert worden,  habe  sich 
einem Kampf­ und Waffentraining unterziehen müssen und sei, da er sich 
gegen das Training gewehrt habe, oft geschlagen worden,

dass  der  Vater  bei  der  Polizei  eine  Anzeige  gemacht  habe,  dass  sein 
Sohn entführt worden sei, und die Polizei aber nichts unternommen habe,

dass  daraufhin  jene Männer  von  der  Karuna­Gruppe  zum Haus  seines 
Vaters  gekommen  seien  und  gedroht  hätten,  den  Beschwerdeführer 
umzubringen, falls er nochmals zur Polizei gehe,

dass  ihm  nach  acht  Monaten  –  Ende  August  2006  –  nach  zwei 
erfolglosen  Versuchen  die  Flucht  schliesslich  gelungen  sei  und  er  sich 
nach Pottuvil, seinem Zuhause, begeben habe, 

dass  er  dann unter  anderem mit  der  (…)  von  Januar  2007 bis  Juni/Juli 
2007 als technischer Mitarbeiter ("laboratory technician") gearbeitet habe,

dass  jene  Männer  der  Karuna­Gruppe  aber  wieder  bei  ihm  zu  Hause 
aufgetaucht seien und ihn aufgefordert hätten, am Folgetag in ihrem Büro 
zu erscheinen,

dass sein Vater ihn dann sofort nach B._______ geschickt habe, was die 
Karuna­Männer jedoch herausgefunden hätten,

dass  er  sich  auf  Warnung  seines  Vaters  nach  C._______  (Western 
Province)  und  etwa  fünf  Monate  später  nach  D._______  (Western 
Province) zu Freunden begeben habe, wo er seit Januar 2009 lebe,

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dass zwei Freunde von ihm vor einem Jahr von derselben Gruppe unter 
dem Vorwand einer Befragung mitgenommen worden  seien und  seither 
über deren Verbleib nichts bekannt sei,

dass am 17. Mai  2011  jene Männer  erneut  bewaffnet  bei  seinem Vater 
zuhause  erschienen  seien  und  nach  dem  Verbleib  des 
Beschwerdeführers gefragt hätten, 

dass er derzeit nicht wisse, ob er von der Karuna­ oder von der daraus 
abgespaltenen Pillayan­Gruppe oder von beiden gesucht werde,

dass  sein  Vater  erfahren  habe,  dass  die  Untersuchungsbehörde  ("the 
Intelligence Men") dieser Karuna­ beziehungsweise Pillayangruppe in der 
Nachbarschaft Nachforschungen nach ihm angestellt habe,

dass  er  sich  deshalb  seit  zwei  Jahren  in  D._______  versteckt  halte, 
seither nicht mehr nach Hause gehen könne und dass er  seine Familie 
nie  besuche,  sondern  sie  lediglich  anrufe,  wobei  niemand wisse, wo  er 
sich aufhalte,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  29.  Juli  2011  ─  gemäss  dem  sri­
lankischen  Rückschein  am  23. August  2011  eröffnet  ─  das  Asylgesuch 
des  Beschwerdeführers  erneut  abwies  und  ihm  die  Einreise  in  die 
Schweiz verweigerte,

dass  das  BFM  dabei  zur  Begründung  ausführte,  seit  Kriegsende  habe 
sich  die  Situation  in  Sri  Lanka  verbessert,  die  Tamil  Makkal  Viduthalai 
Pulikal  (TMVP),  zu  welcher  die  Karuna­  und  die  Pillayan­Gruppe 
gehörten, habe sich mittlerweile als politische Partei etabliert und agiere 
nicht mehr als militante Gruppierung,

dass  die  sri­lankische  Armee  und  der  Staat  bewaffnete  Gruppierungen 
und  Organisationen  nicht  mehr  unterstützen  würden,  und  dass  vor 
diesem Hintergrund davon auszugehen sei, zum heutigen Zeitpunkt seien 
seitens der TMVP keine Verfolgungen mehr zu befürchten,

dass  sich  frühere  Angehörige  solcher  Gruppierungen  zwar  noch  immer 
kriminell  betätigen  und  die  lokale  Bevölkerung  mit  Drohungen  und 
Erpressungsversuchen unter Druck setzen würden, aus der vorliegenden 
Aktenlage jedoch keine Hinweise entnommen werden könnten, welche in 
Bezug  auf  den  Beschwerdeführer  auf  eine  grundsätzliche 
Schutzunwilligkeit des Staates hindeuten würden,

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dass diese Erkenntnis unter anderem dadurch bekräftigt werde, dass der 
Beschwerdeführer  ─  abgesehen  von  einer  kurzzeitigen  Inhaftierung  zu 
Befragungszwecken ─ persönlich keine Probleme mit den sri­lankischen 
Behörden geltend mache,

dass  er  in Colombo, wo  er  seit  einiger  Zeit  lebe,  überdies  bisher  keine 
konkreten  Schwierigkeiten  geltend  gemacht  habe,  seine  Asylvorbringen 
daher nicht einreisebeachtlich seien,

dass  an  dieser  Einschätzung  auch  die  eingereichten  Dokumente  nichts 
ändern würden, 

dass  der  Beschwerdeführer  sodann  bis  zur  Befragung  auf  der 
Schweizerischen Botschaft nie etwas von der Zwangsrekrutierung durch 
die  Karuna­Gruppe  erwähnt  habe,  sondern  lediglich  ausgesagt  habe, 
diese habe ihn zur Mitarbeit aufgefordert, welche er aber stets verweigert 
habe,

dass  seine  diesbezügliche  Erklärung,  er  habe  sich  gefürchtet,  diese 
Gründe  auf  dem  schriftlichen  Wege  geltend  zu  machen,  nicht  zu 
überzeugen  vermöge,  und  dass  somit  aufgrund  offensichtlich  fehlender 
Schutzbedürftigkeit  darauf  verzichtet  werden  könne,  auf  diese 
Ungereimtheiten vertieft einzugehen,

dass der Beschwerdeführer gegen diesen Entscheid am 16. September 
2011  (Datum  Eingang  bei  der  Schweizer  Botschaft  in  Colombo;  die 
Eingabe  ist  irrtümlich  datiert  auf  den  30. September  2011) Beschwerde 
erhob  und  sinngemäss  die  Gutheissung  seines  Asylgesuchs  und  die 
Bewilligung der Einreise beantragte, 

dass  er  seine  im  vorinstanzlichen  Verfahren  geltend  gemachten 
Vorbringen  bekräftigte  und  ausführte,  die  TMVP  sei  ─  entgegen  der 
Auffassung  der  Vorinstanz  ─  immer  noch  bewaffnet,  rekrutiere  immer 
noch  im Geheimen  junge Männer  und  verfolge  diejenigen,  die während 
der Ausbildung geflohen seien,

dass diese Leute ihn auch nach dem Anhörungstermin bei sich zu Hause 
gesucht und erst kürzlich wieder seinen Vater bedroht hätten,

dass  sie  von  der  Regierung  unterstützt  würden,  weshalb  es  ihm 
unmöglich  sei,  bei  den  Behörden  Schutz  zu  suchen,  weil  dies  seine 
Probleme lediglich verschärfen würde,

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dass er sich deswegen nicht nach Hause begeben könne, 

dass  einige  seiner  Freunde  entführt  und  zwangsrekrutiert  worden  seien 
und er daher, weil er eine Rekrutierung verweigert habe, in Todesgefahr 
sei,

und erwägt:

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  gemäss  Art.  31  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  (VGG,  SR  173.32) 
Beschwerden gegen Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz 
beurteilt  und  –  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht – 
dabei  endgültig  entscheidet  (Art.  105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 
1998  [AsylG,  SR  142.31];  Art. 31­33  VGG;  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110]),

dass  sich  gemäss  ständiger  Praxis  die  Zuständigkeit  der  Beschwerde­
instanz auf Grund des engen sachlichen Zusammenhangs auch auf die 
Verweigerung der Einreisebewilligung im Sinne von Art. 20 Abs. 2 AsylG 
erstreckt,

dass  die  Beschwerde  frist­  und  formgerecht  eingereicht  wurde,  der 
Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen  hat, 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist  und  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  bzw.  Änderung  hat  und 
daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art.  108  Abs.  1 
AsylG sowie Art. 105 AsylG  i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und 
Art.  52  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR  172.021]),  weshalb  auf  die 
Beschwerde einzutreten ist,

dass die Beschwerdeeingabe in englischer Sprache verfasst ist, indessen 
keine  Unklarheiten  aufweist,  und  dass  praxisgemäss  auf  die  Einholung 
einer Übersetzung in eine Amtssprache verzichtet werden kann,

dass  über  offensichtlich  begründete  Beschwerden  in  einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 

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sich  vorliegend,  wie  nachstehend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  das BFM ein  im Ausland  gestelltes Gesuch  ablehnen  kann, wenn 
die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen kann oder 
ihr die Aufnahme in einen Drittstaat zugemutet werden kann (vgl. Art. 3, 
Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG), 

dass  gemäss Art.  20 Abs.  2 AsylG das BFM einem Asylsuchenden  die 
Einreise  zur  Abklärung  des  Sachverhaltes  bewilligt,  wenn  ihm  nicht 
zugemutet werden  kann,  im Wohnsitz­  oder Aufenthaltsstaat  zu  bleiben 
oder in ein anderes Land zu reisen,

dass  bei  diesem  Entscheid  die  Voraussetzungen  zur  Erteilung  einer 
Einreisebewilligung  grundsätzlich  restriktiv  zu  umschreiben  sind,  wobei 
den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zukommt,

dass  neben  der  erforderlichen  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG 
namentlich  die  Beziehungsnähe  zur  Schweiz  in  Betracht  zu  ziehen  ist 
(vgl. die nach wie vor geltende,  in den Entscheidungen und Mitteilungen 
der Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK]  publizierte Praxis: 
EMARK  2004  Nr.  20,  S.  130,  mit  weiteren  Hinweisen),  wobei  für  die 
Erteilung der Einreisebewilligung die Schutzbedürftigkeit der betroffenen 
Person  ausschlaggebend  ist,  mithin  die  Prüfung  der  Fragen,  ob  eine 
Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der 
Verbleib  am  Aufenthaltsort  für  die  Dauer  der  Sachverhaltsabklärung 
zugemutet werden kann (a.a.O., S. 131),

dass  bei  einem  im  Ausland  gestellten  Asylgesuch  grundsätzlich  eine 
Befragung  der  asylsuchenden  Person  durchgeführt  wird,  es  sei  denn, 
dies sei unmöglich (vgl. Art. 10 Abs. 1 und 2 der Asylverordnung 1 vom 
11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]), 

dass  die  Schweizer  Vertretung  in Colombo  nun  am  20.  Juni  2011  eine 
Anhörung durchgeführt hat,

dass  gemäss  gefestigter  Rechtspraxis  der  Verwaltung  eine 
Aktenführungspflicht obliegt, da diese das Gegenstück zum ─ Bestandteil 
des  rechtlichen Gehörs  nach  Art.  29  Abs.  2  der  Bundesverfassung  der 

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Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101) 
bildenden  ─  Akteneinsichtsrecht  der  betroffenen  Person  darstellt  (BGE 
130 II 473 E. 4.1 S. 477),

dass  die  Akten  somit  grundsätzlich  von  Anfang  an  in  chronologischer 
Reihenfolge  abgelegt  und  beim  Eingang  eines  Akteneinsichtsgesuchs 
beziehungsweise spätestens bei Entscheidfällung durchgehend paginiert 
werden müssen,

dass  in  der  Regel  auch  ein  Aktenverzeichnis  zu  erstellen  ist,  welches 
sämtliche  Eingaben  des  Verfahrens  chronologisch  auflistet  (Urteil  des 
Bundesgerichts  vom  19.  Mai  2011  [2C_327/2010]  E.  3.2  mit  weiteren 
Hinweisen), 

dass  im  vorliegenden  Verfahren  die  vorinstanzlichen  Akten  indes  noch 
immer in unpaginierter Form vorliegen und ein Aktenverzeichnis fehlt und 
die Vorinstanz daher diese Pflichten verletzt hat,

dass zudem auffällt, dass das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 
23. Mai 2011 (E­2442/2011) im Original bei den Akten liegt, obwohl es mit 
der  Bitte,  es  dem  Beschwerdeführer  zu  eröffnen,  der  Schweizerischen 
Vertretung zugestellt worden war,

dass  die  Schweizerische  Botschaft  in  Colombo  dem 
Bundesverwaltungsgericht  auf  Anfrage  hin  mitteilte,  das  Urteil  vom  23. 
Mai  2011  sei  dem  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Anhörung  zu  den 
Asylgründen "mündlich eröffnet" worden (vgl. Beschwerdeakten act. 5),

dass sich weder eine entsprechende Aktennotiz im Dossier findet noch im 
Protokoll  der Anhörung vom 20.  Juni 2011 ein entsprechender Vermerk 
festgehalten worden ist,

dass  diese  Vorgehensweise  nicht  der  Verfahrensvorschrift  von  Art.  34 
VwVG  entspricht,  wonach  Entscheide  der  Behörde  grundsätzlich 
schriftlich eröffnet werden,

dass  sich  einlässliche  Ausführungen  zur  Frage,  ob  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts  gegebenenfalls  gestützt  auf  Art.  13  AsylG 
mündlich  eröffnet  werden  könnten,  erübrigen,  da  nämlich  auch  die 
diesbezüglichen Verfahrensvorschriften (protokollarische Festhaltung der 
mündlichen Eröffnung; Aushändigung eines Protokollauszugs)  jedenfalls 
nicht eingehalten wären,

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dass  das  BFM  anzuweisen  ist,  dem  Beschwerdeführer  zusammen  mit 
dem  vorliegenden  Urteil  auch  den  Entscheid  des 
Bundesverwaltungsgerichts vom 23. Mai 2011 korrekt zu eröffnen,

dass  aus  den  Akten  des Weiteren  hervorgeht,  dass  das  BFM  die  vom 
Beschwerdeführer  zur  Stützung  seiner  Asylvorbringen  eingereichten 
fremdsprachigen  Beweismittel  –  entgegen  der  Anweisung  des 
Bundesverwaltungsgerichts  im  Urteil  E­2442/2011  –  noch  immer  nicht 
übersetzt  hat  oder  hat  übersetzen  lassen,  weshalb  deren  Inhalt  noch 
immer unbekannt bleibt,

dass die Beweisunterlagen – die offenbar  teils aus dem Jahr 2004,  teils 
aus  dem  Jahr  2009  datieren  –  ohne  jegliche Anmerkung,  summarische 
Notiz betreffend ihren Inhalt oder summarische Übersetzung, um was es 
sich handle, in einem nicht paginierten Beweismittelcouvert abgelegt sind,

dass der Behörde jedoch die Pflicht obliegt, alle erheblichen Beweismittel 
zu  würdigen  (Art.  32  VwVG),  und  dass  über  deren  Erheblichkeit  erst 
entschieden  werden  kann,  wenn  eine  zumindest  summarische 
Übersetzung oder Inhaltsbeschreibung vorliegt,

dass  der  Umstand,  dass  der  Inhalt  der  vom  Beschwerdeführer 
eingereichten  Beweismittel  nicht  bekannt  ist,  bereits  darauf  schliessen 
lässt, dass der Sachverhalt nicht hinreichend erstellt ist,

dass daher auch der pauschale Verweis des BFM auf den angeblich nicht 
entscheidrelevanten Charakter der vom Beschwerdeführer eingereichten 
Dokumente  nicht  nachvollziehbar  bleibt,  nachdem  das  Bundesamt  im 
Rahmen  der  Begründung  der  ablehnenden  Verfügung mit  keinem Wort 
auf den materiellen Gehalt dieser Beweismittel näher eingegangen ist,

dass  daher  festzustellen  ist,  dass  der  rechtserhebliche  Sachverhalt 
weiterhin nicht hinreichend abgeklärt und erstellt worden ist,

dass  demzufolge  und  aufgrund  der  gehäuften  und  erheblichen 
Sorgfaltsmängel  in  der  Verfahrensführung  die  angefochtene  Verfügung 
aufzuheben und die Sache zur korrekten Sachverhaltserstellung und zur 
neuen Beurteilung an das BFM zurückzuweisen ist,

dass gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG dem Asylsuchenden die Einreise zur 
Abklärung der Sachverhalts zu bewilligen  ist, wenn  ihm nicht zugemutet 
werden kann, dies im Wohnsitz­ oder Aufenthaltsstaat abzuwarten,

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dass hierzu vorliegend derzeit keine Veranlassung besteht,

dass  aus  den  Akten  keine  konkreten  Hinweise  für  eine  dem 
Beschwerdeführer akut drohende Gefahr hervorgehen, nachdem er sich 
nach  seinen Angaben seit  längerer Zeit  im Grossraum Colombo aufhält 
und er keine dort erlittenen Schwierigkeiten geltend gemacht hat, 

dass  sich  die  allgemeine  Sicherheitslage  in  Colombo  nicht  derart 
präsentiert, dass eine Einreisebewilligung sofort zu erteilen wäre,

dass  angesichts  des  Ausgangs  dieses  Verfahrens  keine  Kosten 
aufzuerlegen sind (vgl. Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG),

dass  vorliegend  keine  Parteientschädigung  zuzusprechen  ist,  zumal 
davon  auszugehen  ist,  dass  dem  nicht  vertretenen  Beschwerdeführer 
durch  die  Beschwerdeführung  keine  verhältnismässig  hohen  Kosten 
entstanden (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 4 des Reglements vom 
21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE; SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

E­5377/2011

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen.

2. 
Die  Verfügung  des  BFM  vom  29.  Juli  2011  wird  aufgehoben  und  die 
Sache wird zur vollständigen Sachverhaltsermittlung und Neubeurteilung 
an das BFM zurückgewiesen. 

3. 
Das BFM wird namentlich angewiesen, die Akten korrekt  zu  führen und 
ein Aktenverzeichnis zu erstellen, dem Beschwerdeführer das Urteil vom 
23.  Mai  2011  korrekt  zu  eröffnen  beziehungsweise  eröffnen  zu  lassen 
sowie  von  den  vorliegenden  Beweisunterlagen  eine  zumindest 
summarische  Übersetzung  oder  Inhaltsbeschreibung  anzufertigen  oder 
anfertigen zu lassen.

4. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

5. 
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

6. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
Schweizerische Vertretung in Colombo. 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Christa Luterbacher Sarah Diack

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