# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7cedb841-942e-51e0-b63b-0e74c2263645
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-07-24
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2014 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2014
**Docket/Reference:** DB.2017.203
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2017_203_zr.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2017.203 
1 ST.2017.251 

Entscheid 

24. Juli 2018 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Walter Balsiger und Gerichtsschreiberin Andrea Schmid 

1.  A ,    
2.  B ,    

vertreten durch C,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,   

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,   

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Süd,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2014 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2014 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A (nachfolgend der Pflichtige) ist als Kadermitarbeiter bei der D-Bank tätig. 

Mit  Vertrag  vom  …  2011  nahm  er  zusammen  mit  seiner  Ehefrau  B  (nachfolgend  die 

Pflichtige)  zur  Finanzierung  der  neu  erworbenen  Eigentumswohnung  E  eine  Libor-

Hypothek bei der D-Bank in der Höhe von Fr. 2'100'000.- auf. Die Zinshöhe der am … 

2011 anlaufenden Hypothek wurde wie folgt festgelegt: Zins des 3-Monats-Libor (Lon-

don  interbank  offered  Rate)  zuzüglich  Marge  von  0.30%  (bis  zum  Betrag  von 

Fr. 1'500'000.-)  bzw.  0.80% (darüber).  Im  …  2011  hatte  der  Pflichtige mit  der  D-Bank 

zudem  einen  "Interest  Rate  Swap"  (IRS;  nachfolgend  Zinsswap)  im  Betrag  von 

Fr. 2'000'000.-  abgeschlossen.  Diesem  gemäss  hatte  er  der  D-Bank  über  einen  Zeit-

raum  von  6  Jahren  einen  festen  Zins  von  2.248%  zu  bezahlen,  während  ihm  die  

D-Bank  in  der  gleichen  Zeit  einen  Zins  in  der  Höhe  des  3  Monats-Libor  vergütet;  als 

Starttermin für den gegenseitigen Zinsaustausch wurde der … 2013 vereinbart. 

Basierend auf diesen Verträgen mit der D-Bank deklarierten die Pflichtigen im 

Steuerjahr 2014 Schuldzinsen von Fr. 8'746.- (Libor-Hypothek) bzw. Fr. 44'000.- (Zins-

swap).  Nachdem  der  Steuerkommissär  diese  Zinspositionen  näher  untersucht  hatte, 

liess er mit Veranlagungs- bzw. Einschätzungsentscheid vom 21. September 2016 nur 

die  Zinsen  der  Libor-Hypothek  zum  Abzug  zu  bzw.  stellte  er fest,  dass die  Abzugsfä-

higkeit  des  Swapzinses  nicht  nachgewiesen  worden  sei.  Mit  dieser  Zinsaufrechnung 

(und  einer  weiteren  Kleinkorrektur  zugunsten  der  Pflichtigen)  ergaben  sich  folgende 

Steuerfaktoren: 

Steuerperiode 2014 

Direkte Bundessteuer  

Staats- und Gemeindesteuern 

Steuerbares Einkommen 

897'000.- 

Steuerbares Vermögen 

    Fr. 

        Fr. 

     894'800.- 

1'147'000.-. 

B. Die hiergegen gerichteten Einsprachen vom 11. Oktober 2016, mit welchen 

sich  die  Pflichtigen  gegen  die  Zinsaufrechnung  wandten,  wies  das  kantonale  Steuer-

amt mit Entscheiden vom 28. September 2017 ab. Es erwog, das streitbetroffene Zins-

swapgeschäft  qualifiziere  als  Zinsderivatprodukt,  bei  welchem  die  Parteien  vereinbar-

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ten, auf festgelegten Nennbeträgen die Zinszahlungen auszutauschen. Voraussetzung 

für den Schuldzinsenabzug sei jedoch eine Kapitalschuld; diese fehle beim Zinsswap-

geschäft. Der Pflichtige habe Letzteres nur abgeschlossen, um aus sich verändernden 

Zinssätzen Kapital zu schlagen. 

C. Am 27. Oktober 2017 liessen die Pflichtigen Beschwerde und Rekurs erhe-

ben  und  beantragen,  "hypothekarische  Swapzinsen  von  Fr.  44'960.-"  (statt  deklariert 

Fr.  44'000.-)  zum  Abzug  zuzulassen  und  die  Steuerfaktoren  entsprechend  anzupas-

sen.  Zur  Begründung  wurde  im  Wesentlichen  vorgebracht,  dass  der  Abschluss  des 

Zinsswaps synchron zur Aufnahme der Libor-Hypothek verlaufen sei; dies mit der Ab-

sicht, das Zinsrisiko der Letzteren zu senken. 

Während die Eidgenössische Steuerverwaltung auf Vernehmlassung verzich-

tete,  beantragte  das  kantonale  Steueramt  mit  Beschwerde-  und  Rekursantwort  vom 

13. November  2017  die  Abweisung  der  Rechtsmittel.  Dabei  bemerkte  die  Vorinstanz, 

dass ein Zinsswap ein vom Bankkredit losgelöstes reines Absicherungsgeschäft sei. Im 

Übrigen  seien  der  Zinsswap  und  die  Libor-Hypothek  nicht  gleichzeitig  abgeschlossen 

worden, weshalb ein direkter Zusammenhang fehle.  

Dem  liessen  die  Pflichtigen  in  ihrer  Stellungnahme  vom  22. Dezember  2017 

unter  Schilderung  der  detaillierten  Vorkommnisse  rund  um  die  Finanzierung  ihres  Ei-

genheims sowie unter Einreichung von weiteren Unterlagen widersprechen.  

Das kantonale Steueramt verzichtete auf eine weitere Stellungnahme. 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1.  a)  Von  den  Einkünften  werden  die  privaten  Schuldzinsen  im  Umfang  der 

steuerbaren  Vermögenserträge  und  weiterer  Fr. 50'000.-  abgezogen  (Art. 33  Abs. 1 

lit. a  des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom  14.  Dezember  1990, 

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DBG). Die gleiche Regelung gilt im kantonalen Recht (§ 31 Abs. 1 lit. a des Steuerge-

setzes vom 8. Juni 1997, StG). 

b) Für die Abzugsfähigkeit nach Art. 33 Abs. 1 lit. a DBG bzw. § 31 Abs. 1 lit. a 

StG wird zuerst einmal vorausgesetzt, dass es sich um Schuldzinsen handelt. Bei die-

sen  beiden  Normen  handelt  es  sich  um  solche  mit  wirtschaftlicher  Anknüpfung,  die 

nach  wirtschaftlichen  Gesichtspunkten  auszulegen 

sind 

(Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. A., 2016, Art. 33 N 8/8a DBG, und Kom-

mentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 31 N 8 StG; auch zum Folgenden). 

Beim Begriff der Schuldzinsen handelt es sich demnach um einen wirtschaftlichen Be-

griff (BGr, 14. April 2015 = StE 2015 B 27.2 Nr. 43). Im Sinn der gebotenen engen Aus-

legung  sind  Schuldzinsen  alle  Vergütungen,  welche  die  steuerpflichtige  Person  einer 

Drittperson für die Gewährung einer Geldsumme oder das ihr zur Verfügung stehende 

Kapital zu leisten hat, sofern dieses Entgelt nach der Zeit und als Quote des Kapitals in 

Prozenten berechnet wird und damit nicht die Kapitalschuld getilgt wird (BGr, 4. Okto-

ber 1991, ASA 61, 250 [254], StE 1992 B 27. Nr. 12 = StR 1993, 280 [282]). Das Vor-

handensein einer Kapitalschuld (als Geldschuld, d.h. einer Verpflichtung, die Geld zum 

Leistungsgegenstand hat) ist Voraussetzung für die Abzugsfähigkeit von Schuldzinsen 

(Kapitalabhängigkeit). Die Kapitalschuld muss dabei nicht freiwillig entstanden sein; es 

genügt,  dass  die  steuerpflichtige  Person  einer  Drittperson  einen  bestimmten  Geldbe-

trag schuldet. Schuldzinsen sind deshalb alle geldwerten Leistungen für die Kapitalnut-

zung,  soweit  sie  nicht  zur  Rückzahlung  des  Kapitals führen.  Es  ist  dabei  unerheblich, 

ob das Entgelt periodisch oder aperiodisch geleistet wird, in einem festen Prozentsatz 

oder ob es variabel (z.B. indexiert) ist. Die abzugsfähigen Schuldzinsen finden ihr Ge-

genstück  in  den  steuerbaren  Zinsen  aus  Guthaben  im  Sinn  von  Art.  20  Abs.  1  lit.  a 

DBG bzw. § 20 Abs. 1 lit. a StG.  

2.  a)  Die  Pflichtigen  deklarierten  im  Schuldenverzeichnis  2014  eine  D-Bank 

Libor-Hypothek  (Schuld  am  31.  Dezember  2014  =  Fr.  2'046'700.-)  mit  Schuldzinsen 

von  Fr.  8'746.-  sowie  einen  "D-Bank  Interest  Rate  Swap"  (Schuld  am  31.  Dezem-

ber 2014 = Fr. 0.-) mit Schuldzinsen von Fr. 44'000.-.  

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b) Die Vorinstanz verweigerte den Abzug der letzteren Zinsen mit der alleini-

gen  Begründung,  dass  bei  einem  Zinsswap  keine  Kapitalschuld  vorhanden  bzw.  die 

Kapitalabhängigkeit nicht gegeben sei.  

Dem  liessen  die  Pflichtigen  beschwerde-  bzw.  rekursweise  entgegnen,  dass 

der streitbetroffene Zinsswap an ihre Libor-Hypothek gekoppelt sei; dies mit dem Ziel, 

deren Zinsrisiko zu senken.  

Hierzu bemerkte die Vorinstanz in der Beschwerde- bzw. Rekursantwort wie-

derum, dass ein Zinsswap ein reines Absicherungsgeschäft sei; es sei vom Bankkredit 

losgelöst  und  eine  Kapitalschuld  existiere  nicht.  Die  beim  Zinsswap  ausgetauschten 

Leistungen  seien  für  natürliche  Personen  im  Privatvermögen  einkommenssteuer-

neutral. Zu beachten sei zudem, dass der Pflichtige den Zinsswap am … 2011 abge-

schlossen habe. Die Libor-Hypothek hätten demgegenüber beide Pflichtigen erst am … 

2011  abgeschlossen.  Ein  direkter  Zusammenhang  zwischen  Zinsswap  und  Libor-

Hypothek sei damit nicht ersichtlich.  

Dem  liessen  die  Pflichtigen  in  der  Stellungnahme  vom  22.  Dezember  2017 

unter Schilderung der detaillierten Vorkommnisse rund um die Finanzierung ihres im … 

2011  erworbenen  Eigenheims  widersprechen.  Die  Libor-Hypothek  und  der  Zinsswap 

seien  von  Beginn  weg  fest  miteinander  verbunden  gewesen  und  hätten  letztlich  eine 

Alternative zu einer sonst üblichen Festhypothek dargestellt.  

3. a) Ein Swap ist ein in der Finanzpraxis verbreitetes Tauschgeschäft, wobei 

insbesondere  die  Unterkategorien  Währungsswap  und  Zinsswap  bekannt  sind.  Beim 

Zinsswap werden Zinszahlungen ausgetauscht; dies auf eine im Voraus bestimmte Zeit 

und einen im Voraus bestimmten Nominalbetrag. Der Nominalbetrag selbst wird nicht 

ausgetauscht;  er  dient  lediglich  als  Berechnungsgrundlage  (vgl.  z.B.  die  Produktebe-

schreibung zum "Interest Rate Swap (IRS)" der ZKB; online abrufbar). 

Zinsswaps  dienen  insbesondere  dazu,  ein  Zinsrisiko  zu  minimieren.  Häufig 

werden dabei feste Zinssätze mit variablen Zinssätzen ausgetauscht (sog. "Plain Vanil-

la Swaps"), wobei einfachheitshalber kein gegenseitiger Austausch stattfindet, sondern 

nur die Zinsdifferenz – das sogenannte "Netting" – an den vereinbarten Terminen be-

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zahlt wird. In der Regel wird diejenige Partei, die den fixen Zinssatz zahlen muss, und 

dafür einen variablen Zins erhält, als Payer bezeichnet (Payer Swap). Diejenige Partei, 

die den festen Zinssatz erhält, und den variablen Zins zahlen muss, wird Receiver ge-

nannt (Receiver-Swap). 

b)  Banken  bewerben  den  Zinsswap  etwa  "als  effizientes  Instrument  zur  Um-

setzung  von  Zinsmeinungen"  oder  "für  eine  effektive  Zinsabsicherung  und/oder  eine 

optimale Positionierung gegenüber Zinsänderungen" (vgl. Produktebeschreibungen der 

Luzerner  Kantonalbank  und  der  Zürcher  Kantonalbank,  online  abrufbar).  Verbreitet 

sind  Zinsswaps  deshalb  insbesondere  im  Zusammenhang  mit  Libor-Hypotheken.  Das 

entsprechende  Kombi-Produkt  wird  dabei  als  Swap-Hypothek  bezeichnet  und funktio-

niert wie folgt:  

Der Kunde erwirbt bei seiner Bank zwei Produkte; einerseits eine gewöhnliche 

Libor-Hypothek  und  andererseits  einen  Payer-Swap.  Damit  zahlt  er  der  Bank  für  die 

Hypothek  den  Libor-Satz  zuzüglich  Kreditmarge,  welche  die  Bank  für  das  Finanzie-

rungsgeschäft verlangt. Zudem bezahlt er aufgrund des Zinsswaps den fixen Swapsatz 

und erhält im Gegenzug von der Bank den variablen Libor-Satz vergütet.  

Ein Beispiel verdeutlicht die Funktionsweise (Zinslevel 2013):  

Libor-Hypothek 

Liborzins (variabel) 

+ 0.07% 

Swap 10 Jahre 

Zins (fest) 

Kreditmarge (fest) 

Liborzins (variabel) 

Swap-Hypothek 

Zins (fest) 

0.90% 

0.88% 

- 0.07% 

1.78%. 

Der Kunde nimmt in diesem Beispiel also per 2013 bei seiner Bank eine Libor-

Hypothek zu 0.97% auf. Der vereinbarte Zinssatz basiert auf dem variablen Liborzins-

satz (2013) 0.07% und der üblichen Kunden-Marge (0.90%). Zur selben Zeit schliesst 

er bei der Bank einen Payer-Swap mit einer Laufzeit von 10 Jahren ab. Bei diesem hat 

er für die nächsten 10 Jahre einen abgemachten festen Jahreszins von 0.88 zu bezahl-

ten. Im Gegenzug wird ihm von der Bank der variable Liborzinssatz von (2013) 0.07% 

gutgeschrieben. Die variablen Liborzinsen gleichen sich unter dem Strich aus (vgl. aber 

zur Konstellation von Negativzinsen nachfolgend E. 4c). Im Ergebnis bezahlt der Kun-

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de für seine Swap-Hypothek über 10 Jahre hinweg einen festen Jahreszins von 1.78%, 

welcher  sich  aus  dem  Payer-Zins  (0.88%)  und  der  Kreditmarge  der  Libor-Hypothek 

(0.9%)  zusammensetzt.  Damit  lässt  sich  mit  den  Pflichtigen  sagen,  dass  die  Swap-

Hypothek mit einer Fest-Hypothek vergleichbar ist, wobei aber Unterschiede bestehen, 

auf welche noch zurückzukommen sein wird (E. 4c). 

c)  Auch  im  vorliegenden  Fall  ist  von  einer  Kombination  Libor-Hypothek  und 

Zinsswap, mithin von einer Swap-Hypothek im vorstehend beschriebenen Sinn, auszu-

gehen:  

Mit  Blick  auf  die  Finanzierung  ihres  neuen  Eigenheims  haben  die  Pflichtigen 

mit  Vertrag  vom  …  2011  eine  Libor-Hypothek  im  Betrag  von  Fr.  2'100'000.-  aufge-

nommen;  dies  naheliegenderweise  bei  der  D-Bank,  wo  der  Pflichtige  aufgrund  seines 

Arbeitsverhältnisses  Sonderkonditionen  erhalten  hat.  Die  bankinterne  E-Mail-

Korrespondenz  zeigt  auf,  dass  Letzterer  die  Zusage  zur  D-Bank-Finanzierung  bereits 

im … 2010 erhalten hatte. Die Wahl des konkreten Produkts war damals jedoch noch 

offen;  erwähnt  wurde  lediglich,  dass  die  Hypothek  frühestens  per  Datum  der  Eigen-

tumsübertragung, vermutlich per … 2011, ausgerichtet werde. Wegen Bauverzögerun-

gen  hat  sich  gemäss  Darstellung  der  Pflichtigen  in  der  Stellungnahme  vom  22.  De-

zember  2017  die  Eigentumsübertragung  bis  zum  …  2011  verzögert,  was  schlüssig 

erklärt,  dass  die  Libor-Hypothek  erst  im  …  2011  definitiv  abgeschlossen  worden  ist. 

Aktenkundig ist weiter, dass der Pflichtige der D-Bank bereits im … 2011 mitteilte, dass 

er eine Libor-Hypothek wünsche und beabsichtige, diese mit einem derivaten Produkt 

wie CAP oder Zinsswap abzusichern ("je souhaite conserver le mortgage en taux vari-

able  Libor,  mais  faire  une  couverture  de  taux  a  un  moment  donné  [via  un  cap  ou  un 

swap de taux]"; vgl. E-Mail). Am … 2011 hat er in der Folge bei der D-Bank den hier im 

Streit liegenden Zinsswap im Betrag von Fr. 2'000'000.- abgeschlossen, wobei der von 

ihm zu bezahlende Festzins auf 2.248% fixiert wurde; dies über 6 Jahre mit Beginn des 

Zinsaustauschs ab … 2013. Ganz offensichtlich ging der Pflichtige also … 2011 davon 

aus,  dass  die  Hypothekarzinsen  ab  …  2013  ansteigen  könnten.  Diese  Annahme  er-

weist  sich  zwar  im  Nachhinein  als falsch,  ist  doch  der  3-Monats-Libor gesunken  bzw. 

gegen  …  2014  sogar  ins  Minus  gerutscht  (vgl.  beliebige  im  Internet  abrufbare  

5-Jahres-Charts  zum  3-Monats-Libor  CHF;  Beispielausdruck  in).  Gleichwohl  ist  ohne 

Weiteres  davon  auszugehen,  dass  der  Pflichtige  den  Zinsswap  allein  deshalb  abge-

schlossen hat, um den variablen Liborzins auf seiner Libor-Hypothek nach oben abzu-

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sichern bzw. das Risiko, dass die kurzfristigen Liborzinsen nach geschätzten zwei Jah-

ren doch ansteigen könnten, für 6 Jahre auf das Mass des langfristigen Swapzinssat-

zes zu senken. Dass damit ein direkter Zusammenhang zwischen den beiden von den 

Pflichtigen bezogenen D-Bank-Produkte besteht, zeigt sich auch darin, dass der Nomi-

nalbetrag des Zinsswaps mit Fr. 2'000'000.- in etwa der Höhe der Libor-Hypothek ent-

spricht,  welche  per  2011  bei  Fr. 2'100'000.-  startete  und  jährlich  mit  rund  Fr.  20'000.- 

zu amortisieren war. 

d)  Als  Zwischenergebnis  ist  damit  festzuhalten,  dass  der  im  Streit  liegende 

Zinsswap,  den  der  Pflichtige  im  …  2011  mit  der  D-Bank  abgeschlossen  hat,  mit  der  

Libor-Hypothek, welche er zu gleicher Zeit bereits eingefädelt und zusammen mit sei-

ner  Ehefrau  im  …  2011  fixiert  hat,  eng  verknüpft  ist  und  deshalb  von  einer  Swap-

Hypothek  auszugehen  ist.  Die  Feststellung  der  Vorinstanz,  wonach  der  Pflichtige  den 

Zinsswap  nur  abgeschlossen  habe,  um  aus  sich  verändernden  Zinssätzen  Kapital  zu 

schlagen, erweist sich damit als unhaltbar.  

4. a) Zu prüfen ist damit im Folgenden, ob bei einer Swap-Hypothek, wie sie 

hier vorliegt, die vom Payer bezahlten Zinsen (im Umfang des Nettings) als Schuldzin-

sen abziehbar sind. Lehre und Rechtsprechung haben sich, soweit ersichtlich, mit die-

ser  Frage  noch  nicht  beschäftigt.  Die  kantonalen  Steuerverwaltungen  handhaben  die 

Abzugsfähigkeit offenbar unterschiedlich, weshalb im Bereich der Hypothekenberatung 

empfohlen  wird,  sich  vor  Kreditaufnahme  bei  der  zuständigen  Steuerverwaltung  zu 

informieren  (vgl.  die  Web-Informationen  zur  Swap-Hypothek  auf  "comparis.ch";  Aus-

druck).  

b) Die Steuerbehörde des Kantons Thurgau hat die Thematik in ihrer Weisung 

"Festhypothek/Portfolio-Hypothek/LIBOR-Hypothek" (StP  34  Nr.  9)  aufgenommen  und 

vertritt dabei die folgende Auffassung:  

Weil  der  Zinsswap  von  der  Libor-Hypothek  losgelöst  sowie  in  aller  Regel  se-

parat handelbar sei, stelle er eine derivative Vermögensanlage dar. Zwischen den Ver-

tragsparteien  finde  kein  Austausch  der  Nominalbeträge  statt.  Folglich  liege  bei  einem 

Zinsswap  keine  Obligation  vor,  auf  welcher  Erträge  bezahlt  werden  könnten.  Bei  den 

sogenannten  Zinsen  handle  es  sich  daher  auch  nicht  um  Zinserträge  im  steuerlichen 

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Sinne, sondern um Kapitalgewinne aus Veräusserungsgeschäften. Im Privatvermögen 

stellten die Swapkosten entsprechend keine abzugsfähigen Zinskosten und die Vergü-

tung des Libor-Satzes kein steuerbares Einkommen dar. Ein allfälliger Verlust bei der 

Auflösung des Zinsswaps stelle einen privaten Kapitalverlust dar, ein allfälliger Gewinn 

einen  privaten  Kapitalgewinn.  Solche  privaten  Kapitalverluste  und  -gewinne  seien 

steuerlich unerheblich.  

c)  Die  Sichtweise,  wonach  dem  Zinsswap  die  Kapitalabhängigkeit  fehle,  trifft 

nach der hier vertretenen Auffassung indes nicht zu. Wie gesehen, ist bei einer Swap-

Hypothek  der  Zinsswap  mit  einer  Kapitalschuld  (der  Hypothekarschuld)  verknüpft. 

Auch wenn der Zinsswap als derivates Finanzgeschäft qualifiziert, so dient er bei Vor-

liegen einer Swap-Hypothek gleichwohl allein dazu, den Finanzierungsaufwand im Zu-

sammenhang mit einer konkreten Kreditaufnahme unter Einbezug von Risikoaspekten 

zu regeln bzw. zu optimieren. Dies vor folgendem Hintergrund: 

Wer  zur  Finanzierung  seines  Eigenheims  eine  Hypothek  aufnimmt,  hat  die 

Wahl  von  verschiedenen  Modellen.  Bekanntlich  sind  kurzfristige  Kredite  günstiger  als 

langfristige, was für Hypotheken bedeutet: je länger die Laufzeit, desto höher der Zins-

satz.  In  dieser  Ausgangslage  und  im Wissen  darum,  dass  sich  Zinsen  im  wirtschaftli-

chen  Umfeld  ändern,  sucht  der  kostenbewusste  Eigenheimbesitzer  ein  Optimum  im 

Sinn von "möglichst tiefe Zinsen über eine möglichst lange Laufzeit". Dergestalt waren 

im  tiefen  Zinsumfeld  der  letzten  Jahre  Festhypotheken  mit  10-jähriger  Laufzeit  und 

einem  Zins  von  2%  und  weniger  sehr  beliebt.  Noch  besser  gefahren  sind  allerdings 

diejenigen,  welche  sich  für  eine  Libor-Hypothek  entschieden  haben.  Sie  profitierten 

davon,  dass  die  kurzfristigen  Geldmarktzinsen  (wie  der  3-Monats-Libor  CHF)  in  den 

letzten Jahren gegen Null tendierten bzw. sogar ins Negative rutschten, womit der dem 

Hypothekargeber  zu  bezahlende  Zins  letztlich  in  den  Bereich  der  reinen  Kreditmarge 

zu  liegen  kam. Weil  die  Hypothekargeber  die  Negativzinsen  (aus  hier  nicht  weiter  zu 

erörternden  Gründen)  dem  Kunden  nicht  weitergegeben,  definierte  die  reine  Kredit-

marge aber die Untergrenze für den Libor-Hypotheken-Zinssatz. 

Das  Interesse  an  solchen  Libor-Hypotheken  ist  in  einer  Tiefzinsphase  ent-

sprechend gross,  zumindest  dann,  wenn  nicht  mit  einer  baldigen  Zinswende  zu  rech-

nen ist. Weil die Zinswende indes nie genau voraussehbar ist, schon gar nicht auf Jah-

re  hinaus,  steigt  das  Interesse  des  normal  vorsichtigen  bzw.  nicht  auf  volles  Risiko 

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setzenden Kunden, die günstige Libor-Hypothek mit einem Zusatzprodukt zur Zinsab-

sicherung  zu  ergänzen. Hierzu  bieten  die  Kreditgeber  denn  auch entsprechende  Pro-

dukte  an,  wie  insbesondere  den  Cap  (=  Sicherung  eines  Maximalzinssatzes  gegen 

Leistung  einer  Cap-Prämie)  und  bei  grösseren  Beträgen  den  hier  im  Streit  liegenden 

Zinsswap.  Im  einen  wie  im  anderen  Fall  bezahlt  dabei  der  Kreditnehmer  also  dem  

Hypothekargeber  den  Zinssatz  der  Libor-Hypothek  und  zusätzlich  einen  Aufschlag, 

welcher im Fall des Cap direkt in das Hypothekargeschäft bzw. in den bei diesem ver-

einbarten Gesamtzins integriert wird und beim Zinsswap indes im Rahmen eines Paral-

lelgeschäfts zu entrichten ist.  

Der Zinsswap bzw. die Swap-Hypothek hat gerade in der hier betroffenen Zeit 

(2011 bis 2014) starken Auftrieb erhalten, weshalb etwa die NZZ in einem Artikel vom 

31. März 2013 die Frage aufgeworfen hat, ob Festhypotheken "bald passé" seien. Der 

Fragestellung  entsprechend  wurden  in  diesem  Artikel  vorab  die  zahlreichen  Vorteile 

der Swap-Hypotheken gegenüber den Festhypotheken aufgelistet (wie "generell güns-

tigere  Zinsen",  "längere  Laufzeiten  möglich"  und  insbesondere  "geringere  Kosten  bei 

vorzeitiger Auflösung"). Alsdann wurde aber auch festgestellt, dass Swap-Hypotheken 

bei  allen  Vorzügen  gleichwohl  nicht  "den  Fünfer  und  das Weggli"  bieten  würden.  Der 

Hauptgrund dafür ist das Szenario von Negativzinsen: Wird der Liborzins negativ ent-

stehen  im  Absicherungsgeschäft  (dem  Zinsswap)  nämlich  zusätzliche  Kosten,  indem 

im  Netting  der  negative  Liborzins  zu  Ungunsten  des  Payers  zu  Buch  schlägt;  derweil 

kann  der  Liborzins  bei  der  Hypothek  vertragsgemäss  nicht  unter  Null  sinken.  Genau 

dieses  Szenario  der  Negativzinsen  ist  wie  erwähnt  ab  2014  eingetreten,  weshalb  die 

Swap-Hypothek  in  jüngerer  Zeit  an  Interesse  verloren  haben  dürfte.  Gleichwohl  folgt 

aus den dargelegten Zusammenhängen, dass beim Zinsswap sehr wohl eine Kapital-

abhängigkeit  besteht,  wenn  auch  eine  indirekte,  indem  der  Zinsswap  der  Libor-

Hypothek aufgestülpt wird. Der daraus resultierende zusätzliche Zinsaufwand wird da-

mit letztlich aber für die aufgenommene Schuld (die Hypothek) bezahlt. Unter der ge-

forderten wirtschaftlichen Betrachtung qualifiziert das Netting aus dem Zinsswap damit 

als geldwerte Leistung für die Kapitalnutzung und damit als abziehbarer Schuldzins im 

Sinn von Art. 33 Abs. 1 lit. a DBG bzw. § 31 Abs. 1 lit. a StG.  

Bei wirtschaftlicher Betrachtung ist denn auch nicht nachvollziehbar, wieso im 

Sinn  der  vorerwähnten  Thurgauer  Auffassung  die  Zusatzkosten  für  die  Zinsabsiche-

rung  bei  einer  Libor-Hypothek  bei  der  Variante  Cap  abziehbar  sein  sollen,  nicht  aber 

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1 ST.2017.251 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
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bei  der  Variante  Zinsswap,  denn  in  einem  wie  im  anderen  Fall  erhöht  sich  unter  dem 

Strich der dem Hypothekargeber zu bezahlende Gesamtzins für die Kapitalnutzung.  

Dass der Zinsswap als derivates Finanzgeschäft separat handelbar ist, recht-

fertigt die Thurgauer Sichtweise ebenfalls nicht. Wer einen Zinsswap als Ergänzung zu 

einer Liborhypothek erwirbt, dem geht es nach dem Gesagten grundsätzlich nicht um 

die  reine  Zinsspekulation,  sondern  um  Zinsabsicherung.  Wohl  ist  es  offenbar  auch 

möglich,  einen  Zinsswap  losgelöst  von  der  Zinsabsicherung  eines  Parallelgeschäfts 

abzuschliessen.  Ein  solches  derivates  Finanzgeschäft  ist  letztlich  dann  eine  blosse 

Wette  auf  steigende  oder  fallende  Zinsen,  womit  es  an  der  Kapitalabhängigkeit  fehlt; 

Zinsaufwand oder Zinsertrag wären diesfalls steuerneutral, es sei denn, jemand betrei-

be solche Finanzgeschäfte im Rahmen einer selbstständigen Erwerbstätigkeit. Für die 

Frage,  ob  Zinsen  aus  einen  Zinsswap  steuerlich  absetzbar  sind,  ist  demzufolge  ent-

scheidend darauf abzustellen, ob der Zinsswap in direktem Zusammenhang zu einem 

(mit  Zinsrisiko  behafteten)  Parallelgeschäft  steht  oder  ob  es  sich  dabei  um  reines 

"Wettgeschäft" handelt. Vorausgesetzt für die Abzugsfähigkeit des Nettings aus einem 

Zinsswap ist mithin ein ausgewiesener Finanzierungszusammenhang (so auch betref-

fend  das  deutsche  Steuerrecht:  Thomas  Zacher,  Die  steuerliche  Behandlung  von 

Swap-Geschäften, steueranwaltsmagazin 4/2016, S. 152).  

d) Nach alledem steht fest, dass den Pflichtigen der Abzug des Zinsaufwands 

aus dem Swapgeschäft zusteht. Dies jedoch nicht wie von ihnen beschwerde- und re-

kursweise  beantragt  im Umfang  des  Festzinses von  Fr.  44'960.-,  sondern  im  Umfang 

des Nettings, welches sich gemäss den Abrechnungen der D-Bank wie folgt errechnet:  

Festzins 

… 2014 (für 1 Jahr) 2.248% von Fr. 2'000'000.-   

Fr.  44'960.00 

Liborzins  … 2014 (für 3 Monate) 0.015% von Fr. 2'000'000.-   

Liborzins  … 2014 (für 3 Monate) 0.021% von Fr. 2'000'000.-  

Liborzins  … 2014 (für 3 Monate) 0.012% von Fr. 2'000'000.-  

Liborzins  … 2014 (für 3 Monate) 0.018% von Fr. 2'000'000.-  

Netting 

Fr. 

Fr. 

Fr. 

Fr. 

-75.00 

-107.33 

-61.33 

-91.00 

Fr.  44'625.35 

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1 ST.2017.251 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Die  steuermindernde  Berücksichtigung  dieses  letzteren  Betrags  führt  zur  Neu-

festsetzung  des  steuerbaren  Einkommens  auf  Fr.  852'400.-  (direkte  Bundessteuer) 

bzw. Fr. 850'200.- (Staats- und Gemeindesteuern).  

5.  a)  Gestützt  auf  diese  Erwägungen  sind  die  Beschwerde  bzw.  der  Rekurs 

teilweise gutzuheissen.  

b) Ausgangsgemäss sind die Kosten des Verfahrens (infolge nahezu vollstän-

digen  Unterliegens)  der  Beschwerdegegnerin/dem  Rekursgegner  aufzuerlegen  

(Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG).  

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Beschwerdeführer werden für die 

direkte Bundessteuer, Steuerperiode 2014, mit einem steuerbaren Einkommen von 

Fr. 852'400.- veranlagt (Tarif gemäss Art. 36 Abs. 2 DBG; Verheiratetentarif).  

2.  Der  Rekurs  wird  teilweise  gutgeheissen.  Die  Rekurrenten  werden  für  die  Staats- 

und  Gemeindesteuern,  Steuerperiode  2014,  mit  einem  steuerbaren  Einkommen 

von  Fr. 850'200.-  und  einem  steuerbaren  Vermögen  von  Fr. 1'147'000.-  einge-

schätzt (Tarif gemäss § 35 Abs. 2 bzw. § 47 Abs. 2 StG; Verheiratetentarif). 

[...] 

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1 ST.2017.251