# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f67c0490-ffd3-5087-9f5f-5224cbacf6a1
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-15
**Language:** de
**Title:** Mobilfunk-Basisstation. Grenzwertberechnungen. Abnahmemessungen. Einordnung.
**Docket/Reference:** BRGE I Nr. 0195/2017
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_i_nr._0195-2017_vom_15._dezember_2017.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE I Nr. 

R1S.2015.05117 
0195/2017 

Entscheid vom 15. Dezember 2017 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident  Walter  Linsi,  Baurichter  Jürg  Trachsel,  Baurichter 
Claude Reinhardt, Gerichtsschreiber Roland Blaser     

in Sachen 

Rekurrierende 

1.  T. N., [….]  
2.  L. S., [….]  
3.  A. R., [….]  

gegen 

Rekursgegnerinnen 

1.  Bausektion der Stadt Zürich, Amtshaus IV, 8021 Zürich  
2.  Salt Mobile SA, Rue du Caudray 4, Case postale 215,  

1020 Renens VD  

betreffend 

Bausektionsbeschluss Nr. 1195/15 vom 5. August 2015; Baubewilligung für 
Mobilfunk-Antennenanlage, X-Strasse, Zürich 7 - Witikon 
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A.  

Mit Beschluss vom  5. August 2015 bewilligte die Bausektion der Stadt Zü-

rich der Salt Mobile SA die Erstellung einer Mobilfunk-Basisstation auf dem 

Gebäude X-Strasse in Zürich 7 - Witikon. 

B. 

Dagegen rekurrierten T. N., L. S. und A. R. mit gemeinsamer fristgerechter 

Eingabe vom 9. September 2015 an das Baurekursgericht des Kantons Zü-

rich und beantragten:  

"1.  Der  Entscheid  der  Bausektion  des  Stadtrates  Zürich  vom  5. August 

2015 (Bauentscheid 1195/15) sei aufzuheben. 

 2.  Es sei der privaten Rekursgegnerschaft 2 die Bewilligung für die Er-
stellung  einer  Mobilfunkantennen-Anlage  auf  dem  Flachdach  des 
Gebäudes X-Strasse in Zürich 7 – Witikon [….] zu verweigern. 
 3.  Eventualiter  sei  die  Angelegenheit  zur  Neubeurteilung  im  Sinne  der 

Erwägungen an die Rekursgegnerschaft 1 zurückzuweisen. 

 4.  Allfällige  Rekursvernehmlassungen  der  Rekursgegnerschaft  seien 
den  Rekurrierenden  zur Kenntnisnahme  und  zur allfälligen  Stellung-
nahme zuzustellen. 

 5.  Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwertsteuer) 

zulasten der privaten Rekursgegnerschaft 2." 

C.  

Mit Verfügung vom 11. September 2015 wurde der Eingang des Rekurses 

vorgemerkt und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet.  

D.  

In  ihren  Rekursantworten  vom  20. Oktober  2015  bzw.  6. November  2015 

beantragten sowohl die Vorinstanz als auch die private Rekursgegnerin die 

Abweisung des Rekurses. Letztere verlangte zudem die Zusprechung einer 

Umtriebsentschädigung.  Die  rekurrentische  Replik  datiert  vom  30. Novem-

ber  2015;  die  Dupliken  der  Rekursgegnerschaft  vom  21. Dezember  2015 
und vom 6. Januar 2016.  

R1S.2015.05117 

Seite 2 

 
 
E.  

Am 13. April 2016 führte eine Delegation der 1. Abteilung des Baurekursge-

richts  im  Beisein  der  Parteien  einen  Augenschein  vor  Ort  durch.  Im  An-

schluss an den Augenschein wurde das Verfahren informell sistiert. Einer-

seits wollten die privaten Parteien nach einer einvernehmlichen Lösung su-

chen;  andererseits  musste  die  bauliche  Beschaffenheit  des  Daches  des 

Standortgebäudes zur Verifizierung der Grenzwertberechnungen  abgeklärt 

werden. 

F. 

Zur  Dachbeschaffenheit  reichte  die  private  Rekursgegnerin  dem  Baure-

kursgericht  am  8. Juni  2016  einen  Statikbericht  ein.  Zudem  liess  sie  dem 

Gericht  u.a.  die  Zustimmung  der  Eigentümerschaft  des  Standortgebäudes 

für  den  Einbau  einer  strahlendämmenden  Folie  beim  Oblicht  zukommen. 

Eine  einvernehmliche  Lösung  der  Streitsache  zwischen  den  privaten  Par-

teien wurde in der Folge jedoch nicht gefunden. 

G.  

Mit  Eingabe  vom  13. Juni  2017  nahmen  die  Rekurrierenden  Stellung  zu 

den Eingaben der privaten Rekursgegnerin vom 8. Juni 2016.  

H.  

Auf  die  Vorbringen  der  Parteien  wird,  soweit  entscheidrelevant,  in  den 

nachstehenden Erwägungen Bezug genommen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 
Die Rekurrierenden bewohnen als Eigentümer oder Mieter Liegenschaften, 

welche sich im gemäss bundesgerichtlicher Definition rechtsmittelberechtig-

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ten Umkreis der strittigen Kommunikationsanlage (Einsprecherradius) – der 

hier 421 m  beträgt  (act. 10.4,  S. 5)  –  befinden.  Sie  sind  damit  mehr als ir-

gendwelche  Dritte  oder  die  Allgemeinheit  in  ihren  eigenen  Interessen  be-

troffen  sowie  aufgrund  ihrer  Rügen  gemäss  § 338a  des  Planungs-  und 

Baugesetzes  (PBG)  rechtsmittellegitimiert.  Da  die  übrigen  Prozessvoraus-

setzungen ebenfalls erfüllt sind, ist auf den Rekurs einzutreten.  

2.  

Die  private  Rekursgegnerin  beabsichtigt  die  Erstellung  einer  Mobilfunk-

Basisstation  für  zwei  unterschiedliche  Frequenzbereiche  auf  dem  Flach-

dach  des  Mehrfamilienhauses  X-Strasse.  Die  vorgesehenen  Antennenmo-

dule  des  Herstellers  Tongyu  Communication 

Inc.  des  Typs 

TTB-709016/182018/182018DEH-65F  (vgl.  Tongyu  Product  Catalogue 

2017  Base  Station  Antenna,  S. 86;  www.belcoproducts.com/prodotti/wp-

content/uploads/Tongyu-Antenna-Catalogue-2017_en.pdf; Website besucht 

am  17. November 2017) mit einer Gesamtleistung  von 2'660 WERP  weisen 

folgende Hauptparameter auf:  

Name 

S2 

S3 

S1 

U2 

U3 

U1 

Frequenz 

1800 MHz 

1800 MHz 

1800 MHz 

2100 MHz 

2100 MHz 

2100 MHz 

Leistung  

210 WERP 

350 WERP 

650 WERP 

400 WERP 

400 WERP 

650 WERP 

Azimut  

70° 

170° 

295° 

70° 

170° 

295° 

Mit einem Output von insgesamt 2'660 WERP handelt es sich leistungsmäs-

sig um eine vergleichsweise im unteren Rahmen des Durchschnitts liegen-

de Anlage. Richtfunkantennen sind keine (mehr) vorgesehen, obwohl eine 

solche  im  Standortdatenblatt  noch  versehentlich  aufgeführt  wird  (act. 11, 

S. 6, E. 15). Das Baugrundstück liegt in der Wohnzone W2bI. 

3.1.  

Die Rekurrierenden führen zur Begründung kurz zusammengefasst im We-

sentlichen an, die rechtswidrig bewilligte Basisstation halte die gesetzlichen 

Anlagegrenzwerte nicht ein. Dies gelte vor allem für die Attikawohnung im 

Standortgebäude.  Bei  den  Grenzwertberechnungen  im  Standortdatenblatt 

sei  dort  von  einer  nicht  vorhandenen  Gebäudedämpfung  ausgegangen 

worden. Ohnehin seien diverse Angaben im Standortdatenblatt falsch bzw. 
unpräzis und die für die Berechnung der elektrischen Feldstärken verwen-

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deten  Antennendiagramme  einer  bisher  unbekannten  chinesischen  Firma 

seien  viel  zu  ungenau.  Dies  sei  darum  besonders  fatal,  weil  die  nach  der 

Erstellung der Anlage notwendigen Abnahmemessungen mit einer grossen 

Messungenauigkeit verbunden seien. Schliesslich beeinträchtige das stritti-

ge  Bauvorhaben  als  störender  Fremdkörper die  gepflegte  bauliche  Umge-

bung  und  auch  das  architektonisch  klar  strukturierte  Standortgebäude 

selbst. Das treffe selbst dann zu, wenn die Antennenanlage in einer über-

dimensionierten Kaminattrappe versteckt werde. 

3.2. 

Im  Gegensatz  dazu  halten  die  Rekursgegnerinnen  zur  Hauptsache  fest, 

das  strittige  Bauvorhaben  erfülle  sämtliche  relevanten  bau-  und  umwelt-

schutzrechtlichen  Vorschriften  und  sei  deshalb  zu  Recht  bewilligt  worden. 

Die  nicht  kaschierte  Antennenanlage  sei  nicht  besonders  gross  dimensio-

niert.  Sie  ordne  sich  gesetzeskonform  in  das  umliegende,  ortsbaulich 

durchschnittliche Gebiet ein. Das Standortgebäude selbst werde in seinem 

Erscheinungsbild überhaupt nicht tangiert. Der technische Inhalt sowie die 

Grenzwertberechnungen  im  Standortdatenblatt  seien  korrekt  und  entsprä-

chen  dem  üblichen  Standard.  Einzig  die  beiden  falschen  bzw.  missver-

ständlichen  Adressbezeichnungen  für  zwei  Berechnungspunkte  seien  et-

was unschön, im Ergebnis aber bedeutungslos.  

4.1. 

Der Schutz der Umwelt vor elektromagnetischer Strahlung wird im Bundes-

gesetz  über  den  Umweltschutz  (USG)  sowie  in  der  bundesrätlichen  Ver-

ordnung  über  den  Schutz  vor  nichtionisierender  Strahlung  vom  23. De-

zember 1999  (NISV)  geregelt.  Das  Bundesamt  für  Umwelt  (BAFU;  früher 

BUWAL) konkretisierte die NISV mit Vollzugsempfehlungen (Mobilfunk- und 

WLL-Basisstationen,  Vollzugsempfehlung  zur  NISV,  BUWAL/BAFU,  Bern 

2003 [Vollzugsempfehlung NISV]).  

Die  NISV  regelt  die  Begrenzung  von  nieder-  und  hochfrequenten  Strah-

lenemissionen, welche durch den Betrieb ortsfester Anlagen wie Mobilfunk-

Basisstationen erzeugt werden (Art. 2 Abs. 1 lit. a NISV). Es wurden, wie im 

genannten  Bundesgesetz  vorgeschrieben,  Immissionsgrenzwerte  und  in 

Umsetzung  des  gesetzlichen  Vorsorgeprinzips  zudem  Anlagegrenzwerte 
festgelegt.  Die  entsprechenden  Grenzwerte  sind  von  allen  Mobilfunkanla-

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Seite 5 

 
 
gen  mit  einer  Gesamtstrahlungsleistung  von  über  6 WERP  zwingend  einzu-

halten (Ziffer 61 Anhang 1 NISV).  

4.2. 

Die Immissionsgrenzwerte (IGW) gelten an allen Orten, wo sich Menschen 

normalerweise aufhalten können (OKA; Art. 13 Abs. 1 NISV). Sie basieren 

auf  den  Empfehlungen  bzw.  Richtlinien  der  Weltgesundheitsorganisation 

WHO  sowie  weiterer  Fachgremien  (www.who.int/peh-emf/standards/en). 

Die vorliegende Basisstation hat über alle Frequenzen gerechnet (Ziffer 64 

lit. c  Anhang 1  NISV)  einen  Immissionsgrenzwert  von  60,56 V/m  (Volt  pro 

m) einzuhalten. 

4.3. 

Die  Anlagegrenzwerte  (AGW)  gehen  deutlich  über  den  Schutzumfang  der 

Immissionsgrenzwerte  hinaus.  Sie  verlangen  in  Konkretisierung  der  Be-

stimmung  von  Art. 4  Abs. 1  NISV  über  die  vorsorgliche  Emissionsbegren-

zung an Orten mit empfindlicher Nutzung (OMEN),  welche in  Art. 3 Abs. 3 

NISV definiert werden, durchschnittlich um den Faktor 10 tiefere elektrische 

Feldstärken. Die Anlagegrenzwerte bewegen sich frequenzabhängig im Be-

reich  zwischen 4  -  6 V/m.  Für  die  hier  in  Frage  stehende  Basisstation,  die 

im  Frequenzbereich  zwischen  1800 MHz  -  2100 MHz  betrieben  werden 

soll, gilt gemäss Ziffer 64 lit. c Anhang 1 NISV ein maximal zulässiger Anla-

gegrenzwert von 6 V/m. 

4.4.1. 

Die Ermittlung der Immissions- und Anlagegrenzwerte erfolgt mit Hilfe des 

vom  BAFU  entwickelten  Berechnungsmodells  für  hochfrequente  nichtioni-

sierende  Strahlen,  den  sogenannten  Standortdatenblättern.  Damit  lassen 

sich  die  künftigen  elektromagnetischen  Auswirkungen  von  Mobilfunk-

Basisstationen ausreichend genau berechnen, so dass im Normalfall keine 

weiteren  immissionsmässigen  Abklärungen  notwendig  sind  (BRGE IV 

Nr. 0118/2014 vom 16. Oktober 2014, E. 6.1; www.baurekursgericht-zh.ch).  

Art. 11  Abs.  2  lit.  c  Ziff. 1  und  2  NISV  verlangen  Berechnungen  einerseits 

beim  strahlenmässig  exponiertesten  OKA  und  andererseits  für  jene  drei 
OMEN, an denen die elektromagnetische Strahlung am grössten sein wird. 
Darüber  hinaus  sind  die  Mobilfunkgesellschaften  in  der  Regel  zu  keinen 

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zusätzlichen  Grenzwertberechnungen  verpflichtet  (BRGE II  Nr. 0146/2011 

vom 21. Juni 2011, E. 6.5).  

4.4.2. 

Das Standortdatenblatt vom 15. Mai 2015, welches Bestandteil des Bauge-

suchs war und auf welchem die angefochtene Baubewilligung basiert, zeigt, 

dass  die  strittige  Basisstation  die  gesetzlichen  Grenzwerte  an  keinem  der 

massgebenden  Orte  überschreitet,  wenn  auch  teilweise  nur  ganz  knapp 

nicht (act. 10.4, S. 9 - 25). Das geht ohne weiteres aus der nachfolgenden 

tabellarischen Übersicht der errechneten elektrischen Feldstärken (EFS) für 

die fünf meistbelasteten OMEN sowie deren Intensität in % des hier gelten-

den Anlagegrenzwerts von 6 V/m (GW) hervor. Dabei ist festzuhalten, dass 

die  private  Rekursgegnerin  für  weit  mehr  als  die  vorgeschriebene  OMEN-

Anzahl Feldstärkenprognosen erstellt hat, nämlich für 16 Orte.  

Ort 

EFS 

GW 

OMEN 2 

OMEN 3 

OMEN 4a 

OMEN 11 

OMEN 12 

4,8 V/m 

5,82 V/m 

4,33 V/m 

5,78 V/m 

5,94 V/m 

80.0 % 

97,0 % 

72,2 % 

96,3 % 

99,0 % 

Die deutliche Einhaltung des Immissionsgrenzwerts beim höchstbelasteten 

OKA  ist  unbestritten, weshalb  nicht  weiter darauf  einzugehen  ist. Das  von 

der  privaten  Rekursgegnerin  später  beim  Baurekursgericht  eingereichte 

und  per  7. Juni  2016  datierte,  überarbeitete  Standortdatenblatt  (act. 23.2), 

welches einige Präzisierungen, aber auch kleinere Abweichungen beinhal-

tet, ist im Übrigen nicht entscheidrelevant. 

4.4.3. 

Rekurrentischerseits  wird  die  Einhaltung  des  Grenzwerts  beim  OMEN 2 

bezweifelt, weil die für diesen Berechnungspunkt berücksichtigte Gebäude-

dämpfung aufgrund der tatsächlichen baulichen Verhältnisse gar nicht vor-

handen sei. Zur physikalischen Charakteristik der Strahlendämmung (auch 

als Dämpfung oder Extinktion bezeichnet) ist Folgendes festzuhalten: 

Die  Ausbreitung  elektromagnetischer  Wellen  wird  bereits  durch  zahlreiche 

atmosphärische  Einflüsse  beeinträchtigt  (Rothammels  Antennenbuch,  Karl 

Rothammel/Alois Krischke, 12. Auflage, Baunatal 2001/2006, S. 62). Umso 
mehr  werden  die  Wellen  beim  Durchtritt  durch  die  Gebäudehülle  je  nach 

verwendetem  Baumaterial  mehr  oder  weniger  stark  gedämpft  d.h.  abge-
schwächt, wodurch die Strahlung im Gebäudeinnern teils deutlich reduziert 

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wird. Folgerichtig wird dieses physikalische Phänomen in die Grenzwertbe-

rechnungen einbezogen, wobei für die gebräuchlichsten Baumaterialien fol-

gende  Dämpfungswerte  einzusetzen  sind  (Vollzugsempfehlung  NISV, 

S. 25):  

Material 

Beton 

Metall 

Backstein 

Holz, Ziegel, Glas 

Dämpfung in dB 

≙ Korrekturfaktor 

15 

15 

5 

0 

31,62 

31,62 

3,16 

1 

Zu  dieser  Tabelle  ist  festzuhalten,  dass  bei  nicht  allzu  dichten  Materialien 

wie Holz, Ziegel und Glas das physikalisch zwar vorhandene, jedoch  eher 

geringe  Dämpfungspotential  zu  Gunsten  des  Immissionsschutzes  grenz-

werttechnisch negiert und mit einem neutralen Rechnungsfaktor 1 bewertet 

wird. 

In Ergänzung zur vorhandenen baulichen Dämpfung können zur Reduktion 

der elektromagnetischen Strahlung strahlendämmende Materialien (oftmals 

transparente  metallische  Gewebe  oder  Folien)  eingebaut  werden,  um  den 

Anlagegrenzwert einhalten zu können. Solche  Abschirmungen bewirken in 

der  Regel  eine  Dämpfung  von  15 dB  mit  einem  Korrekturfaktor  von  31,62 

(BRGE III  Nr. 0027/2013  vom  27. März  2013,  E. 6.3.1;  www.baurekurs-

gericht-zh.ch).  

In diesem Zusammenhang rügen die Rekurrierenden bei der Immissionsbe-

rechnung für den OMEN 2, einerseits bestehe das Flachdach des Standort-

gebäudes  nicht aus  Beton,  und  andererseits  dringe  durch  das  grosse  Ob-

licht ungehindert Strahlung an den genannten OMEN in der Attikawohnung 

dieses  Gebäudes.  Folglich  sei die  Annahme  einer Gebäudedämpfung  von 
15 dB  und  der  entsprechende  Korrekturfaktor  von  31,62  falsch,  weshalb 

der  gesetzliche  Grenzwert  klar  überschritten  werde.  Diese  Einwände  sind 

jedoch, wie sich nachfolgend zeigen wird, unberechtigt. 

Anlässlich des Augenscheins vom 13. April 2016 konnte das Baurekursge-

richt  nämlich  feststellen,  dass  die  doch  recht  massive  Decke  des  Flach-

dachs  mit  grösster Wahrscheinlichkeit  aus  Beton  besteht  (vgl.  auch  Fotos 
Prot. S. 6 und 10). Diesen Eindruck bestätigt der Statikbericht, welchen die 
private  Rekursgegnerin  im  Nachhinein  noch  einreichte  (act. 23.1).  Bezüg-

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Seite 8 

 
 
lich  des  Daches  gingen  die  Standortdatenblattberechnungen  folglich  zu 

Recht von einer Gebäudedämpfung von 15 dB aus.  

Im Weiteren konnten am Augenschein die Darlegungen der Rekursgegner-

schaft verifiziert werden, dass sich das Oblicht nicht oberhalb des Wohnbe-

reichs der Attikawohnung, sondern im Treppenhausbereich ausserhalb der 

Wohnung befindet (Prot. S. 4 sowie Foto Prot. S. 12). Treppenhäuser sind 

keine  Orte  mit  empfindlicher  Nutzung,  womit  dort  einzig  der  Immissions-

grenzwert  von  60,56 V/m einzuhalten  ist.  Nicht  einmal rekurrentischerseits 

wird behauptet, dieser werde hier überschritten.  

Realitätsfremd ist der rekurrentische Standpunkt, die Strahlung trete durch 

das  Oblicht  ins  Treppenhaus,  reflektiere  dort  und  dringe  dann  durch  die 

teilweise  aus  Glasbausteinen  (Foto  Prot.  S. 13)  bestehende  Wohnungs-

wand "ungefiltert" in den Wohnbereich und könne dort zu einer Überschrei-

tung  des  Anlagegrenzwertes  beim  OMEN 2  führen.  Diese  ziemlich  aben-

teuerliche  Sichtweise  scheitert  bereits  daran,  dass  die  Hauptstrahlrichtun-

gen  der  streitbetroffenen  Antennen  nicht  direkt  auf  das  Oblicht  gerichtet 

sind,  sondern  in  einem Winkel von  beinahe  90°  über dieses  hinweggehen 

(act. 10.4,  S. 10).  Folglich  konnte  in  den  Standortdatenblattberechnungen 

für  den  OMEN 2  auch  in  Bezug  auf  das  Oblicht  von  einer  Dämpfung  von 

15 dB ausgegangen werden. 

Hinzuweisen  ist  in  diesem  Zusammenhang  ohnehin  auf  die  Rechtspraxis, 

wonach bei normal dimensionierten Oblichtern auf Standortgebäuden keine 

reduzierte  Dämpfung  angenommen  werden  muss,  weil  solche  einzelnen 

partiellen  Dachdurchbrüche  erfahrungsgemäss  zu  keiner  ins  Gewicht  fal-

lenden  Dämpfungseinbusse  führen  (BRKE III  Nr. 0120/2009  vom  12. Au-

gust  2009,  E. 11.3,  und  BRKE IV  Nr. 0081/2010  vom  22. April  2010, 

E. 7.3.1). Damit spielt es hier auch keine Rolle, dass ein kleinerer Teil des 

Oblichts zu Lüftungszwecken hochgeklappt werden kann (Fotos Prot. S. 10 

und 14; act. 27.1 und 27.2). Diese Praxis käme nur dann nicht zum Tragen, 

wenn  sich  – was  hier  eben  nicht  zutrifft –  ein  Oblicht  direkt  über  einem 

OMEN in Antennennähe befinden würde. Im vorliegenden Fall hat sich die 

tatsächliche  Situation  in  der  Zwischenzeit  ohnehin  insoweit  geändert,  als 

sich  die  private  Rekursgegnerin  im  Nachhinein  (d.h.  im  Laufe  dieses  Re-

kursverfahrens) verpflichtet hat, beim Oblicht eine strahlendämmende Folie 

zu  applizieren,  mit  welcher  per  se  bereits  eine  Dämpfung  von  15 dB  er-
reicht wird (act. 22 und 23.3).  

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Zu ergänzen bleibt schliesslich, dass die Vorinstanz die private Rekursgeg-

nerin  u.a.  beim  OMEN 02  zu  einer  Abnahmemessung  innert  60 Tagen  ab 

Inbetriebnahme  der  streitbetroffenen  Basisstation  verpflichtet  hat  (Disposi-

tiv-Ziffer I.3 der angefochtenen Baubewilligung), womit das Vorhandensein 

der Gebäudedämpfung zusätzlich verifiziert werden kann. 

4.4.4. 

Die  Rekurrierenden  halten  die  für  die  Standortdatenblattberechnungen 

verwendeten Abstrahlungsdiagramme des vorgesehenen Antennentyps für 

zu wenig präzis; sie stammten von einem bisher in der Schweiz unbekann-

ten  chinesischen  Antennenhersteller.  Dieser  Mangel  im  Detailierungsgrad 

dieser  Grafiken  sei  auch  angesichts  der  bekannten  Ungenauigkeiten  bei 

den späteren Abnahmemessungen bedenklich.  

Für  die  strittigen  Standortdatenblattberechnungen  verwendete  die  private 

Rekursgegnerin  die  von  der  Antennenherstellerin  Tongyu  Communication 

Inc.  zur  Verfügung  gestellten  Standard-Antennendiagramme  des  vorgese-

henen Antennentyps. Die Firma gehört mittlerweile zu den weltweit führen-

den  Produzenten  von  Komponenten 

für  Mobilfunk-Basisstationen 

(www.tycc.cn; Website besucht am 17. November 2017). Aus solchen pola-

ren  Antennendiagrammen  (von  den  Rekurrierenden  auch  als  Hüllkurven 

bezeichnet)  lassen  sich,  wie  die  Rechtsprechung  schon  mehrfach  festge-

halten  hat,  die  vertikalen  und  horizontalen  Richtungsabschwächungen 

rechtsgenügend  ablesen  (BRGE III  Nr. 0027/2013  vom  27. März 2013, 

E. 6.4;  www.baurekursgericht.ch).  Das  gilt  sowohl  für  die  rekurrentischer-

seits  erwähnten  Diagramme  der  bis  anhin  meistens  von  den  schweizeri-

schen  Mobilfunkbetreibern  verbauten  Antennen  des  deutschen  Herstellers 

Kathrein  als  auch  für  die  grafisch  vergleichbaren  Diagramme  der  Firma 

Tongyu.  Eine  kartesische  Darstellungsweise  der  Richtungsabschwächun-

gen (also in Form einer x- und y-Achse) ist also nicht zwingend notwendig. 

Voraussetzung  ist  jedoch  immer,  dass  für  die  Berechnung  der  Richtungs-

abschwächungen  für  jeden  Antennentyp  bzw.  die  unterschiedlichen  Fre-

quenzbereiche  die  jeweiligen  einschlägigen  Diagramme  benutzt  werden, 

um  der  unterschiedlichen  Abstrahlungscharakteristik  gerecht  zu  werden. 

Aus  dem  von  den  Rekurrierenden  erwähnten  Urteil  des  Bundesgerichts 

BGr 1C_661/2012  vom  5. September  2013  lässt  sich  zu  diesem  Thema 
nichts Gegenteiliges ableiten. 

R1S.2015.05117 

Seite 10 

 
 
Die  private  Rekursgegnerin  hat  die  vertikalen  und  horizontalen  Richtungs-

abschwächungen  mittels  den  nachfolgend  dargestellten  polaren  Grafiken, 

welche über die Website der Firma Tongyu zugänglich sind (www.tycc.cn), 

Frequenzbereich 880 - 960 MHz 

   Frequenzbereich 1710 -1880 MHz 

    Frequenzbereich 1920 -2170 MHz 

entgegen  rekurrentischer  Auffassung  für  die  beiden  verwendeten  Fre-

quenzbereiche separat und genau extrapoliert und bei den Standortdaten-

blattberechnungen  entsprechend  korrekt  berücksichtigt.  Die  obenstehen-

den  Grafiken  zeigen  überdies,  dass  die  Abstrahlungscharakeristik  für  die 

bei der strittigen Basisstation verwendeten Frequenzbereiche im horizonta-

len (blaue Farbgebung) und vertikalen Bereich (rote Farbgebung) sehr ähn-

lich sind (Grafiken in der Mitte und rechts).  Beim hier nicht genutzten Fre-

quenzbereich um 880 – 960 MHz (Grafik links) wäre die Abstrahlungscha-

rakteristik  vor  allem  in  vertikaler  Richtung  hingegen  verschieden.  Dies 

macht nochmals  klar, weshalb  bei  den  Grenzwertberechnungen für die  je-

weiligen  Frequenzbereiche  bzw.  Antennentypen  separate  Diagramme  be-

nutzt werden müssen.  

4.4.5. 

Im Zusammenhang mit den Abstrahlungsdiagrammen wird die "bestehende 

beträchtliche  Messungenauigkeit"  bei  den  bereits  erwähnten  Abnahme-

messungen nach Inbetriebnahme der Basisstation gerügt.  

Abnahmemessungen werden nach den Messempfehlungen der Fachstellen 

des  BAFU  und  des  Eidgenössischen  Institutes  für  Metrologie  (METAS) 

durchgeführt. Diese erstmals in den Jahren 2002 bzw. 2003 veröffentlichten 

und  seither ergänzten  Empfehlungen  sollen einheitliche  und möglichst  ge-

naue  Messungen  an  den  OMEN  garantieren.  Die  Messung  von  elektro-

magnetischer Strahlung  ist  technisch  komplex  und  bis zu  einem  gewissen 

Mass  tatsächlich  mit  Unsicherheiten  behaftet  (BGr 1C_338/2012  vom 

23. Mai 2013, E. 7.2). Mit den genannten Empfehlungen wird gewährleistet, 
dass  die  Messunsicherheit,  welche  sich  aus  mehreren  Faktoren  zusam-

R1S.2015.05117 

Seite 11 

 
 
 
mensetzt 

(vgl.  nachstehend),  nicht  mehr  als  45 %  beträgt 

(BGr 

1C_132/2007 vom 30. Januar 2008, E. 4.6).  

Das  Bundesgericht  hat  sich  in  zahlreichen  Fällen  mit  der  Frage  der 

Messunsicherheit  bei  NIS-Abnahmemessungen  auseinandergesetzt  und 

sich  dabei  jeweils  auf  diese  Messempfehlungen  gestützt,  welche  das  Ge-

richt  als  dem  aktuellen  Stand  der  Technik  entsprechend  und  folglich  für 

anwendbar  erklärt  hat  (u.a.  BGr 1C_122/2014  vom  23. Oktober 2014, 

E. 6.4). 

Das  METAS  hat  am  11. Juni 2014  einen  Amtsbericht  zu  dieser  Thematik 

publiziert (www.metas.ch/metas/de/home/dok/rechtliches/messempfehlung-

nisv.html). Es kommt darin zum Schluss, derzeit gebe es mit den aktuell zur 

Verfügung stehenden modernsten Messeinrichtungen und Techniken keine 

Möglichkeiten,  die  gesamte  Messunsicherheit  von  ± 45 %  bei  der  Bestim-

mung  des  örtlichen  Höchstwerts  der  elektrischen  Feldstärke  in  Innenräu-

men zu verkleinern.  

Erschwerend sei dabei, dass sich die Messunsicherheit aus diversen unter-

schiedlichen  Faktoren  zusammensetze.  Bereits  die  so  genannte  Standar-

dunsicherheit  der  Messeinrichtung  liege  erfahrungsgemäss  um  ± 10 %  bis 

± 16 %. Diese umfasse Unsicherheitsquellen wie die Messantenne bzw. die 

Feldsonde,  die  Verbindungskabel  und  – trotz  guter  Kalibrierung –  das 

Messgerät selbst. Weitere Unsicherheiten ergäben sich bei der Probenah-

me  (± 15 %),  d.h.  bei  den  Auswirkungen  des  Messvorgangs  aufgrund  der 

konkreten  Verhältnisse  vor  Ort  (Streuung  bei  der messtechnischen  Abtas-

tung  des  Raums,  unterschiedliches  Verhalten  der  elektromagnetischen 

Felder etc.).  

Insgesamt  ergibt  sich  nach  den  Ausführungen  des  METAS  aufgrund  der 

anzuwendenden  quadratischen  Summierungsregeln  bei  der  Addition  der 

genannten  Faktoren  eine  Gesamtunsicherheit  von  typischerweise  ± 18 % 

bis  ± 22 %.  Weil  die  Gesamtunsicherheit  ein  Intervall  mit  einem  Vertrau-

ensgrad von lediglich 68,3 % definiere, werde oft auf die sogenannte erwei-

terte Messunsicherheit abgestellt. Diese bezeichne die Gesamtunsicherheit 

mit einem  Erweiterungsfaktor um 2,  was  zur genannten erweiterten  Mess-

unsicherheit  von  ± 45 %  führe.  Dies  bedeute  aber  nicht,  dass  ein  Mess-
ergebnis in jedem Fall um diesen Betrag vom wahren Wert abweiche. Wie 
gross die Abweichung im konkreten Einzelfall sei, lasse sich allerdings nicht 

eruieren. Kleine Abweichungen seien häufiger, grosse seltener. Diese Un-

R1S.2015.05117 

Seite 12 

 
 
sicherheitsfaktoren  liessen  sich  mit  den  aktuell  zur  Verfügung  stehenden 

Mitteln weder eliminieren noch ergebnisrelevant minimieren. Die bisherigen 

Messempfehlungen  würden  also  noch  immer  dem  gegenwärtigen  Stand 

der Technik entsprechen. 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können diese Unsicherheiten 

im  Zusammenspiel  mit  den  anderen  bestehenden  Kontrollfaktoren  jedoch 

toleriert  werden.  So  sind  etwa  das  QS-System  und  die  Abnahmemessun-

gen laut Gericht ein komplementäres Gesamtpaket (BGr 1C_642/2013 vom 

7. April 2014,  E. 6.4). Weil,  so  das  Bundesgericht  weiter, die  in  der Praxis 

gemäss  den  bestehenden  Messempfehlungen  durchgeführten  Abnahme-

messungen dem aktuellen Stand der Technik entsprächen, liege kein tech-

nischer Wandel vor, der ein Abweichen von der bisherigen Rechtsprechung 

zur Messung  der Strahlung  von  Mobilfunkanlagen  begründen  könnte  (BGr 

1C_685/2013  vom 6. März  2015,  E.  8.4  und  8.5,  sowie  BGr 1C_343/2015 

vom 30. März 2016, E. 6.6; dazu auch BRGE IV Nr. 0015/2016 vom 4. Feb-

ruar 2016, E. 6.6). 

4.4.6. 

Die  Adressangaben  für  die  OMEN 12  und  15  im  Standortdatenblatt  vom 

15. Mai 2015 sind unbestrittenermassen falsch. Beim OMEN 12 wäre rich-

tig:  X-Strasse 7  (anstatt  X-Strasse  5);  beim  OMEN 15:  Y-Strasse 213  (an-

statt X-Strasse 56). Aus dem übrigen Inhalt des Standortdatenblattes (Situ-

ationsplan und Koordinaten) lassen sich diese OMEN mit einem gewissen 

Aufwand jedoch richtig zuordnen (act. 11, S. 11 f.). Unschön in diesem Zu-

sammenhang ist, dass diese falschen Adressen im wegen des Einbaus der 

strahlendämmenden  Folie  ergänzten  Standortdatenblatt  vom  7. Juni  2016 

(act. 23.2) noch immer enthalten sind. Auch wenn die Anlagegrenzwertbe-

rechnungen im Ergebnis nicht zu beanstanden sind, haben diese  falschen 

Adressangaben den Rekurrierenden zusätzlichen Aufwand verursacht, was 

bei der Verteilung der Verfahrenskosten zu berücksichtigen ist. 

5.1.  

Gemäss § 238 Abs. 1 PBG sind Bauten, Anlagen und Umschwung für sich 

und  in  ihrem  Zusammenhang  mit  der  baulichen  und  landschaftlichen  Um-
gebung im Ganzen und in ihren einzelnen Teilen so zu gestalten, dass eine 
befriedigende  Gesamtwirkung  erreicht  wird,  welche  Anforderung  auch  für 

Materialien und Farben gilt. Die genannte Bestimmung enthält eine Grund-

R1S.2015.05117 

Seite 13 

 
 
anforderung  an  Bauten,  Anlagen  und  Umschwung.  Verlangt  wird  sowohl 

eine gewisse Qualität der Gestaltung in sich als auch der Einordnung in die 

bauliche und landschaftliche Umgebung.  

Die Frage, ob eine befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird, ist gestützt 

auf objektive, nachvollziehbare Kriterien zu beantworten. Subjektives Emp-

finden  rechtfertigt  keinen  Eingriff  in  das  Eigentum.  Im  Kontext  mit  Anten-

nen, die als standardisierte technische Anlagen im konkreten Einzelfall (mit 

Ausnahme  der  Farbgebung  oder  allenfalls  möglicher  Kaschierung)  kaum 

individuell gestaltet werden können, stellt sich vor allem die Frage, ob eine 

genügende Einordnung in die bauliche und  landschaftliche Umgebung be-

jaht werden kann.  

5.2.  

Gestützt  auf  § 238  Abs. 2  PBG  ist  auf  Objekte  des  Natur-  und  Heimat-

schutzes besondere Rücksicht zu nehmen. Im beurteilungsrelevanten Um-

kreis  der  streitbetroffenen  Kommunikationsanlage  sind  keine  solchen  zu 

finden. Folglich ist hier ausschliesslich Abs. 1 der genannten Einordnungs-

bestimmung massgebend.  

5.3.  

Die  Rekurrierenden  monieren,  die  Vorinstanz  habe  sich  in  der  strittigen 

Baubewilligung  nicht  mit  der  Einordnungsproblematik  auseinandergesetzt. 

Das  zeige,  dass  die  Vorinstanz  diese  Frage  gar  nicht  geprüft  und  ihr  Er-

messen in Bezug auf die Einordnung nicht ausgeübt habe. 

Nach  § 10  Abs. 1  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes  (VRG)  sind  unter 

anderem schriftliche Anordnungen (Verfügungen) begründungspflichtig. Auf 

die  Begründung  einer  Anordnung  kann  verzichtet  werden,  wenn  den  Be-

gehren der Betroffenen vollständig entsprochen wird (§ 10a lit. a VRG). Die 

Baubewilligung stellt hierfür einen typischen Anwendungsfall dar, indem mit 

dieser  dem  Baugesuch  entsprochen  wird.  Grundsätzlich  sind  somit  nur  in 

der  Baubewilligung  statuierte  Nebenbestimmungen  begründungspflichtig, 

sofern  sie  nicht  selbsterklärend  sind.  Stets  begründungspflichtig  ist  ferner 

die Erteilung von Ausnahmebewilligungen (§ 320 Halbsatz 2 PBG). 

Baubewilligungen  sind  in  der  Regel  auch  unter  dem  Aspekt  der  Anfech-
tungsbefugnis Dritter nicht zu begründen. Der Inhalt der Bewilligung ergibt 

R1S.2015.05117 

Seite 14 

 
 
sich aus der im Bewilligungsverfahren von jedermann einsehbaren Bauein-

gabe. Vor allem in komplexeren Fällen würde es den Rahmen eines ange-

messenen  Aufwandes  sprengen,  wenn  in  der  Baubewilligung  darzulegen 

wäre,  weshalb  das  Bauvorhaben  sämtlichen  einschlägigen  öffentlich-

rechtlichen Normen entspricht (BRKE III Nr. 242/1992 in BEZ 1993 Nr. 11; 

www.baurekursgericht-zh.ch).  Gemäss  Rechtsprechung  genügt  es  entge-

gen rekurrentischer Auffassung vielmehr, wenn die kommunale Baubehör-

de die Begründung strittiger Punkte bei von Dritten angefochtenen Baube-

willigungen  im  Rahmen  des  Rechtsmittelverfahrens  –  wie  im  vorliegenden 

Fall die Vorinstanz mit ihrer Rekursantwort vom 20. Oktober 2015 – nach-

reicht (u.a. VB.2012.00365 vom 21. November 2012, E. 3.1; act. 9, S. 2 f.). 

Dies ist vor allem auch dann von Bedeutung, wenn der kommunalen Bau-

behörde ein Beurteilungsspielraum zukommt (vgl. die nachstehenden Aus-

führungen). 

5.4.  

Das Baurekursgericht ist bei der Anwendung von Bestimmungen des kan-

tonalen Rechts grundsätzlich nicht nur berechtigt, sondern sogar verpflich-

tet,  seine  gesetzliche  Überprüfungsbefugnis  auszuschöpfen  (§ 20  Abs. 1 

VRG).  Soweit  solche  Bestimmungen  den  Gemeinden  als  Konsequenz  der 

Gemeindeautonomie  einen  gewissen  Beurteilungsspielraum  belassen,  ist 

allerdings  zwischen  der  Gemeindeautonomie  und  dem  verfassungsmässi-

gen Anspruch auf Ausschöpfung der Überprüfungsbefugnis im Sinne eines 

Ausgleichs praktische Konkordanz herzustellen.  

In erster Linie ist die örtliche Baubewilligungsbehörde verpflichtet, die in der 

Norm verwendeten offenen Formulierungen ortsbezogen zu konkretisieren. 

Die  Rekursinstanz  hat  die  im  konkreten  Fall  angeführten  Entscheidgründe 

gebührend  zu  berücksichtigen  und  sich  mit  den  Kriterien  auseinanderzu-

setzen,  welche  von  der  Baubehörde  im  Rahmen  der  ortsbezogenen  Kon-

kretisierung der Vorschrift entwickelt worden sind. 

Es  steht  dem  Baurekursgericht  nicht  zu,  die  sich  stellenden  Fragen  so  zu 

beurteilen,  wie  dies  eine  rechtsanwendende  erstinstanzliche  Behörde  tun 

würde.  Abgesehen  von  der  insoweit  gebotenen  Rücksichtnahme  auf  die 

Gemeindeautonomie  rechtfertigt  sich  jedoch  keine  weitergehende  Ein-
schränkung  der  grundsätzlich  vollen  Kognition  des  Baurekursgerichts 
(VB.2013.00468  in  BEZ 2014  Nr. 3;  VB.2014.00232  und  VB.2014.00248 

vom 27. März 2015, E. 4.3.1 und dort zitierte Entscheide). Stets vorauszu-

R1S.2015.05117 

Seite 15 

 
 
setzen ist, dass die Baubewilligungsbehörde die genannte Konkretisierung 

rechtzeitig,  d.h.  spätestens  mit  der  Rekursantwort,  vorgenommen  hat 

(VB.2012.00365  vom  21. November 2012).  Dies  trifft  hier  wie  bereits  er-

wähnt zu. 

Ob  eine  Bestimmung  des  kantonalen  Rechts  den  Gemeinden  einen  auto-

nomen Entscheidungsspielraum einräumt, ist durch Auslegung zu ermitteln 

(Marco  Donatsch,  in:  Kommentar  VRG,  3. Aufl.,  Zürich/Basel/Genf 2014, 

§ 20  Rz.  62).  Nach  ständiger Praxis der kantonalen  Instanzen  gilt  solches 

u.a. für die Einordnungsbestimmung von § 238 PBG.  

5.5.1.  

Die nähere und damit beurteilungsrelevante Umgebung des an einer leich-

ten  bis  mittleren  Hanglage  situierten  Baugrundstücks  weist  bezüglich  Vo-

lumen, Dachform  und Gestaltung der Baukörper eine  nicht besonders ein-

heitliche  Überbauungsstruktur  mit  einer  unterschiedlichen  Architekturspra-

che  auf.  Es  dominieren  Mehrfamilienhäuser  aus  der  zweiten  Hälfte  des 

20. Jahrhunderts  in  einem  gut  durchgrünten  Umfeld.  Sie  weisen  teils 

Flachdächer (X-Strasse 2, 7 und 9; Y-Strasse 231 und 232), teils Satteldä-

cher (X-Strasse 25 – 29, Y-Strasse 221 und 229, Z-Strasse 10, 12 und 15) 

auf.  

Das  in  der  Wohnzone  W2bI  situierte  zonenkonforme  Standortgebäude 

selbst  ist  ein  modernes,  sachlich  gestaltetes  Mehrfamilienhaus  mit  zwei 

Vollgeschossen, einem Attikageschoss sowie einem talseitig partiell freilie-

genden Untergeschoss. Die in dieser Zone höchstzulässige Gebäudehöhe 

von 8,5 m wird eingehalten. Unter Einbezug des Attikageschosses tritt das 

Standortgebäude  visuell  rund  9 m  (hangseitig)  bzw.  knapp  11 m  (talseitig) 

in Erscheinung. 

In diesem städtebaulichen und architektonischen Kontext fällt das Erschei-

nungsbild  der  vergleichsweise  höchst  durchschnittlich  dimensionierten  Ba-

sisstation  in  keiner  Weise  aus  dem  Rahmen.  Die  Anlage  besteht  im  We-

sentlichen  aus  einem  3,2 m  hohen  Stahlmast,  an  welchen  die  drei  Anten-

nenmodule  des  Typs  Tongyu  TTB-709016/182018/182018DEH-65F  mon-

tiert  werden  sollen.  Diese  weisen  gemäss  Herstellerangaben  Masse  von 

jeweils 1,98 m x 0,36 m x 0,17 m auf (act. 31). Die maximale Ausladung der 

Antennenmodule  ist  nicht  grösser als 0,5 m. Eine Kaschierung der Anlage 
als  "Pseudokamin"  oder  "Pseudoabluftrohr"  ist  nicht  vorgesehen  (u.a. 

R1S.2015.05117 

Seite 16 

 
 
act. 11, S. 6, Ziff. 16); die Basisstation wird somit als solche erkennbar sein. 

Insoweit  sind  die  Baugesuchspläne  etwas  missverständlich.  Richtfunkan-

tennen  sind  keine  vorgesehen  (u.a.  Prot.  S. 3);  die  Basisstation  wird  viel-

mehr  an  das  bestehende  Glasfasernetz  angeschlossen  (act. 11,  S. 6, 

Ziff. 15).  Die  Anlagesteuerung  (in  den  Baugesuchsplänen  als  BTS-Raum 

bezeichnet) wird im Keller des Standortgebäudes untergebracht. Die weni-

gen  technischen  Zusatzelemente  auf  dem  Dach  (Transmission-Box,  RRU 

etc.) sind eher klein und fallen optisch und damit auch einordnungsmässig 

nur marginal ins Gewicht (act. 10.3.1). 

5.5.2.  

Diese keineswegs im Sinne der rekurrentischen Argumentation die Umge-

bung verunstaltende Anlage ordnet sich ohne weiteres im Sinne von § 238 

Abs. 1  PBG  rechtsgenügend  in  die  bereits  beschriebene  städtebauliche 

Umgebung ein, zu welchem Ergebnis richtigerweise auch die Vorinstanz in 

ihren zutreffenden Ausführungen gekommen ist. Mit der Platzierung in der 

Nähe der Gebäudemitte sowie aufgrund des teilweise beschränkten Sicht-

winkels aus der Umgebung wirkt die Anlage keineswegs dominant und stö-

rend.  Solche  technischen  Anlagen  gehören  heute  vielmehr  zum  üblichen 

Bild eines Wohnquartiers. 

An  der  rechtsgenügenden  Einordnung  ändert  auch  die  Tatsache  nichts, 

dass  die  streitbetroffene  Anlage  von  benachbarten  Wohnungen  aus  ein-

sehbar  sein  wird.  Dass  dies  bei  den  dortigen  Bewohnern  möglicherweise 

ein psychisch ungutes Gefühl auslösen könnte, ist einordnungsmässig nicht 

relevant.  

In  Bezug  auf  das  Standortgebäude  bleibt  schliesslich  mit  der  Vorinstanz 

festzuhalten,  dass  das  Verhältnis von  Gebäudehöhe  zur Höhe des  Anten-

nenmastes unproblematisch ist und ausgewogen wirkt. 

Zudem wurde die private Rekursgegnerin mit der angefochtenen Baubewil-

ligung  verpflichtet,  ihre  Basisstation  bezüglich  Materialien,  Oberflächenbe-

schaffenheit  und  Farbe  möglichst  unauffällig  zu  gestalten  (Dispositiv-

Ziffer I.9).  

R1S.2015.05117 

Seite 17 

 
 
6.  

Ist  die  Erstellung  der  streitbetroffenen  Basisstation  am  vorgesehenen 

Standort  im  Lichte  der  Bauvorschriften  und  des  Immissionsschutzes 

rechtskonform,  kann  die  private  Rekursgegnerin  nicht  zur  Prüfung  von  Al-

ternativstandorten im rekurrentischen Sinne verpflichtet werden. Entspricht 

ein  Projekt  wie  im  vorliegenden  Fall  den  massgebenden  öffentlich-recht-

lichen Bauvorschriften, hat die Bauherrschaft vielmehr einen Anspruch auf 

Erteilung der nachgesuchten Baubewilligung. 

7.  

Insgesamt ist der Rekurs vollumfänglich abzuweisen.  

[….] 

R1S.2015.05117 

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