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**Case Identifier:** a20627b6-cbe4-5d00-96df-45b53e0846a6
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 04.01.2023 IV 2022/70
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2022-70_2023-01-04.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2022/70

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 01.03.2023

Entscheiddatum: 04.01.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 04.01.2023
Art. 28 IVG: Rentenanspruch beginnt erst nach Abschluss der beruflichen 
Massnahmen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 4. Januar 2023, IV 2022/70).

Entscheid vom 4. Januar 2023

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterin Christiane Gallati 

Schneider und Versicherungsrichter Michael Rutz; Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

IV 2022/70

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Anwaltskanzlei St. Jakob, 

St. Jakob Strasse 37, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich am 12. Juli 2018 bei der IV-Stelle 

des Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) für den Bezug eines Hörgerätes an (IV-

act. 1). Er war zu diesem Zeitpunkt als selbständig erwerbender Z.___ in einem Pensum 

von 100 % tätig (IV-act. 1-3). Mit Mitteilung vom 9. August 2018 erteilte die IV-Stelle 

eine Gutsprache für eine monaurale Hörgerätepauschale (IV-act. 9).

A.a. 

Am 28. Mai 2019 meldete sich der Versicherte für berufliche Massnahmen und 

Rentenleistungen bei der IV-Stelle an (IV-act. 10). In einem Bericht an die IV-Stelle vom 

12. Juni 2019 nannte Dr. med. B.___, Facharzt Allgemeine Innere Medizin, als 

Gesundheitsschaden ein panvertebrales Schmerzsyndrom nach einem Sturz im 

Februar 2018, ein Impingement-Syndrom der Schulter rechts nach einem Unfall im Jahr 

2000 sowie einen psychophysischen Erschöpfungszustand. Er bescheinigte dem 

Versicherten für die Zeit vom 1. Februar bis 8. April 2018 eine 100%ige, vom 9. April 

bis 27. Mai 2018 eine 50%ige und vom 28. Mai bis 31. Juli 2018 eine 25%ige 

Arbeitsunfähigkeit. Weiter führte er aus, dass der Versicherte als selbständiger Z.___ 

wegen der multiplen Beschwerden am Bewegungsapparat nicht mehr arbeitsfähig sei, 

zumal noch die psychophysische Erschöpfung hinzukomme. Zumutbar wäre (allenfalls 

für die volle Arbeitszeit) eine körperlich leichte Wechseltätigkeit, sofern dabei nicht auf 

ein Gerüst gestiegen werden müsse. Dr. B.___ verneinte das Vorliegen von Gründen, 

die gegen den sofortigen Beginn einer Wiedereingliederung sprechen (IV-act. 22-3).

A.b. 

 Im Assessmentgespräch vom 5. August 2019 erklärte der Versicherte, dass er im 

Jahr 2000 beim Spielen mit seinen Kindern gestürzt sei, sodass seine rechte Schulter 

operativ habe behandelt werden müssen. Nach einigen Monaten habe er seine 

Arbeitsfähigkeit wiedererlangt. Über die Jahre hinweg habe er mit der 

Schulterproblematik einigermassen umgehen können, jedoch bestehe aktuell eine 

gewisse Kraftlosigkeit, sodass er keine schweren Lasten heben könne. Am .___ 

A.c. 

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Februar 2018 habe er einen weiteren Unfall erlitten (vgl. dazu auch IV-act. 21-7 f. und 

22-4 ff.). Mit einem Arbeitskollegen hätte er eine […] auf einer Baustelle vorerst 

anheben und anschliessend aufstellen sollen, jedoch hätten sie das Gleichgewicht 

verloren, er sei gestürzt und die Platte sei auf ihn gefallen. Er sei umgehend in den 

Notfall eingeliefert und nach ersten Untersuchungen wieder nach Hause entlassen 

worden. Dank einer physiotherapeutischen Begleitung habe er seine angestammte 

Tätigkeit als Z.___ wiederaufnehmen und bis Sommer 2018 schrittweise auf das 

Vollpensum steigern können. Aufgrund der körperlich anstrengenden Tätigkeit hätten 

die Beschwerden jedoch wieder zugenommen, am meisten im Kreuzbereich. Er habe 

sich eingestehen müssen, dass die Situation auf Dauer nicht tragbar sei, weshalb er 

sein Geschäft per .___ aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben und sich per 20. 

Februar 2019 beim RAV angemeldet habe. Auch hätten sich psychische Probleme 

entwickelt. Seine eingeschränkte Leistungsfähigkeit, die schliesslich zur Aufgabe 

seines Berufs geführt habe, habe massive Zukunfts- und Existenzängste 

hervorgerufen. Eine fachpsychiatrische Behandlung habe er bis anhin nicht in Anspruch 

genommen. Am Juli 2019 habe er erneut einen Unfall erlitten, als er einem 

Berufskollegen bei einer leichten Aufgabe ausgeholfen habe. Nach einer Stunde 

problemloser Arbeit habe er plötzlich einen Knacks im Rücken verspürt, woraufhin er 

kaum mehr habe gehen können, weshalb er für Abklärungen notfallmässig ins 

Kantonsspital St. Gallen (KSSG) eingeliefert worden sei (vgl. dazu, namentlich auch zur 

erlittenen Deckplattenimpressionsfraktur LWK 4, IV-act. 31). Diesbezüglich seien noch 

Abklärungen im Gange (zum Ganzen IV-act. 65).

Mit Bericht vom .___ August 2019 wurde in der Klinik für Endokrinologie, 

Diabetologie, Osteologie und Stoffwechselerkrankungen des KSSG beim Versicherten 

densitometrisch das Vorliegen einer Osteoporose festgestellt (IV-act. 32).

A.d. 

Mit Mitteilung vom 30. August 2019 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für eine 

Arbeitsvermittlung in Form von Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche (IV-

act. 38; zum Eingliederungsplan Arbeitsvermittlung vgl. IV-act. 36). Nach der 

Unterzeichnung eines Eingliederungsplans Berufliche Abklärung (vgl. IV-act. 47) 

informierte die IV-Stelle den Versicherten mit Mitteilung vom 28. Oktober 2019 darüber, 

dass sie die Kosten für eine vom 14. Oktober bis 8. November 2019 dauernde 

berufliche Abklärung bei der C.___ übernehme (IV-act. 50). Im Schlussbericht der C.___ 

A.e. 

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zur Potenzialabklärung vom 14. November 2019 hiess es, dass ein 

Wiedereingliederungspotential gegeben sei. Der Versicherte habe ein Pensum von 100 

% ohne Absenzen wahrnehmen können, wobei die Leistungsfähigkeit bei ca. 70-80 % 

eingestuft werde. Da die längerfristige körperliche Belastbarkeit nicht beurteilt werden 

könne, seien medizinische Massnahmen empfohlen. Ausserdem habe der Versicherte 

keine Erfahrung im Bewerbungsprozess, weshalb zur Erhöhung der Vermittelbarkeit die 

Unterstützung durch einen Job Coach empfohlen werde. Da der Versicherte wenig PC-

Kenntnisse habe, werde auch ein Computergrundkurs empfohlen (IV-act. 60-8 f.). Mit 

Mitteilung vom 18. November 2019 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für einen 

vom .___ bis .___ März 2020 dauernden Computerkurs (IV-act. 59; zum 

entsprechenden Eingliederungsplan Frühinterventionsmassnahme vgl. IV-act. 57).

Vom 12. Dezember 2019 bis 11. Februar 2020 wurde der Versicherte stationär in 

der Psychiatrie D.___ behandelt. Im Austrittsbericht vom 2. März 2020 nannten die 

behandelnden Ärzte als Diagnosen psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol: 

Abhängigkeitssyndrom, Osteoporose, nicht näher bezeichnet: Beckenregion und 

Oberschenkel, mittelgradige depressive Episode und Fraktur der Wirbelsäule, Höhe 

nicht näher bezeichnet. Weiter attestierten sie dem Versicherten für die Dauer der 

Hospitalisation eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 69). Noch in der Psychiatrie 

D.___ wurde ein Aufenthalt im E.___ – Zentrum für Suchttherapie und Rehabilitation – 

organisiert, wo der Versicherte am 16. März 2020 eintreten konnte (IV-act. 83). Am 10. 

Juni 2020 berichtete Dr. med. F.___, Allgemeinmedizin FMH, Hausärztlicher Dienst 

E.___, dass der Versicherte bei Eintritt in den E.___ glaubhaft abstinent gewesen sei 

und sich der Rehabilitationsverlauf im E.___ bis anhin günstig gestaltet habe. Der 

Versicherte arbeite motiviert in der Schreinerei mit, wo er Schleifarbeiten und 

Lackierarbeiten ausführe. Es handle sich um eher leichte, vor allem stehende Arbeiten. 

Aufgrund der Rückenschmerzen müsse er sich wiederholt hinsetzen. Eine 

rückenadaptierte Tätigkeit ohne Heben von Lasten von mehr als 5-10 kg mit der 

Möglichkeit von Pausen sei dem Versicherten vier bis sechs Stunden pro Tag 

zumutbar. Aufgrund der Osteoporose bestehe ein erhöhtes Frakturrisiko, weshalb 

Klettern auf Leitern oder Gerüsten nicht zumutbar sei (IV-act. 75-1 ff.). Mit Mitteilung 

vom 10. September 2020 erteilte die IV-Stelle erneut Kostengutsprache für Beratung 

und Unterstützung bei der Stellensuche (IV-act. 80; zum Eingliederungsplan 

A.f. 

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Arbeitsvermittlung vgl. IV-act. 78). Am 15. September 2020 erfolgte der Austritt des 

Versicherten aus dem E.___ (IV-act. 83). Vom 10. Oktober bis 17. Dezember 2020 

absolvierte der Versicherte ein durch das RAV aufgegleistes Einsatzprogramm beim 

G.___ in einem Pensum von 50 % (IV-act. 107).

Am 15. März 2021 erstattete die Neuroinstitut St. Gallen GmbH, Interdisziplinäre 

Medizinische Expertisen (nachfolgend: IME), im Auftrag der IV-Stelle ein bidisziplinäres 

(orthopädisches und psychiatrisches) Gutachten (IV-act. 110). In ihrer interdisziplinären 

Gesamtbeurteilung nannten die Sachverständigen als Diagnosen mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit ein belastungsabhängig vermehrtes lumbospondylogenes 

Schmerzsyndrom sowie eine manifeste Osteoporose (IV-act. 110-7). Weiter hielten sie 

fest, dass aus rein psychiatrisch gutachterlicher Sicht beim Versicherten keine 

anhaltenden psychiatrischen Störungen von Krankheitswert bestünden, welche zu 

handicapierenden Einschränkungen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit führten. 

Der Substanzgebrauch sei jedoch als grenzwertig anzusehen und könne 

perspektivistisch die Arbeitsfähigkeit in Zukunft gefährden (IV-act. 110-9). Seit dem 

Austritt aus dem E.___ könne der Versicherte aktuell aus rein psychiatrischer Sicht in 

der zuletzt ausgeübten Tätigkeit oder einer adaptierten Tätigkeit in einem Pensum von 

100 % bei 100%iger Leistung arbeiten. Zuvor habe seit der psychiatrischen 

Hospitalisation ab Dezember 2019 bis zum Austritt aus dem E.___ im September 2020 

vorübergehend eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen bestanden 

(IV-act. 110-10). Aus orthopädischer Sicht sei der Versicherte in der schweren 

körperlichen Tätigkeit als Z.___ spätestens seit der am .___ Juli 2019 erlittenen, 

osteoporotisch bedingten Deckplattenimpression LWK 4 sowie der festgestellten 

mehrsegmentalen degenerativen Veränderungen der LWS (vgl. dazu IV-act. 152) auf 

Dauer nicht mehr arbeitsfähig (IV-act. 110-10). Unter Berücksichtigung qualitativer 

Schonkriterien (zu den Kriterien vgl. IV-act. 110-8) sei der Versicherte in einer 

rückenadaptierten Tätigkeit spätestes ab dem 15. August 2019 aus orthopädisch-

versicherungsmedizinischer Sicht bezogen auf ein volles Pensum als quantitativ 

unlimitiert arbeitsfähig einzustufen (IV-act. 110-10).

A.g. 

Mit Mitteilung vom 6. Mai 2021 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf weitere 

berufliche Massnahmen (IV-act. 116; zum entsprechenden Vorbescheid vgl. IV-act. 

114).

A.h. 

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B.  

Mit Vorbescheid vom 23. August 2021 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Abweisung des Rentengesuchs bei einem Invaliditätsgrad von 0 % in Aussicht (IV-act. 

123).

A.i. 

Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Fürsprecher lic. iur. D. Küng, St. 

Gallen, am 18. Oktober 2021 einen Einwand (IV-act. 130).

A.j. 

Nach der Aufdatierung der medizinischen Aktenlage bei Dr. B.___ (vgl. IV-act. 136 

ff.) und deren Vorlage beim regionalen ärztlichen Dienst (RAD; IV-act. 163) verfügte die 

IV-Stelle am 6. April 2022 die Abweisung des Rentengesuchs bei einem Invaliditätsgrad 

von 0 % (IV-act. 166).

A.k. 

Gegen diese Verfügung erhob der weiterhin durch Rechtsanwalt Küng vertretene 

Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 20. Mai 2022 Beschwerde (act. G 1). 

Er beantragte, die angefochtene Verfügung vom 6. April 2022 sei vollumfänglich 

aufzuheben, ihm sei mindestens von November 2019 bis Mai 2021 eine ganze 

Invalidenrente, von Juni 2021 bis April 2022 eine Dreiviertelsrente und ab Mai 2022 eine 

ganze Invalidenrente zuzusprechen und zu entrichten. Eventualiter sei die Prozedur 

unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 6. April 2022 zur Vornahme 

weiterer Abklärungen und anschliessender Neuverfügung an die IV-Stelle (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen; unter gesetzlicher Kosten- und 

Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1 S. 2).

B.a. 

Am 10. Juni 2022 stellte der Beschwerdeführer ein Gesuch um Bewilligung der 

unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das Verfahren vor Versicherungsgericht (act. 

G 3; vgl. ferner act. G 6). Am 13. Juni 2022 entsprach das Versicherungsgericht diesem 

Gesuch (act. G 4).

B.b. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 4. August 2022 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 7).

B.c. 

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Erwägungen

1.

Vorliegend strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine 

Invalidenrente. Da im vorliegenden Fall der frühestmögliche Beginn eines allfälligen 

Rentenanspruchs auf den 26. März 2021 fällt (vgl. unten E. 5.2), kommen zur 

Beurteilung des Rentenanspruchs die bis zum 31. Dezember 2021 gültig gewesenen 

Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) 

zur Anwendung (siehe das Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen 

über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung, gültig ab 1. Januar 2022, 

Rz. 9100 ff.).

2.  

Mit Eingabe vom 10. Oktober 2022 hielt der Beschwerdeführer an den in der 

Beschwerde gestellten Anträgen fest und verzichtete auf die Einreichung einer 

einlässlichen Replik (act. G 13).

B.d. 

Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist gemäss Art. 

8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird in Art. 7 Abs. 1 ATSG als der 

durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 

verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 

oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichen Arbeitsmarkt definiert. Die Invalidität ist grundsätzlich durch einen 

Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen kann, in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Art. 16 ATSG).

2.1. 

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3.  

Um den Invaliditätsgrad bestimmen zu können, ist die Verwaltung - und im 

Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts 

eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 

Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).

2.2. 

In beweisrechtlicher Hinsicht gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. 

Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an 

förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen (BGE 125 V 

352 E. 3a). Der im Sozialversicherungsrecht geltende Untersuchungsgrundsatz 

schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im 

Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur 

insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei 

ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. 

Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im 

Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen 

Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der 

Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen und 138 V 221 f. E. 6 

mit Hinweisen). Die Verwaltung resp. das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als 

bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im 

Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht 

etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen (BGE 126 V 360 E. 5b mit Hinweisen).

2.3. 

Zunächst ist zu prüfen, ob der Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers 

gestützt auf die Aktenlage überwiegend wahrscheinlich feststeht.

3.1. 

Die Beschwerdegegnerin stützt sich in medizinischer Hinsicht für die Ablehnung 

des Rentenanspruchs in erster Linie auf das von ihr eingeholte IME-Gutachten (vgl. IV-

act. 110), in dem der Beschwerdeführer in optimal leidensangepasster Tätigkeit 

3.2. 

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spätestens ab dem 15. August 2019 aus orthopädisch-versicherungsmedizinsicher 

Sicht als zu 100 % arbeitsfähig eingestuft wird und ihm auch aus psychiatrischer Sicht 

- abgesehen vom Zeitraum von Dezember 2019 bis September 2020 - eine 

uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestiert wird (IV-act. 110-10). Demgegenüber 

erachtet sich der Beschwerdeführer in optimal leidensangepasster Tätigkeit nicht zu 

100 % arbeitsfähig (act. G 1 S. 5, oben). Er ist der Ansicht, dass das, was er allenfalls 

noch verrichten könne, der Arbeit entspreche, die er vom 1. Juni 2021 bis 30. April 

2022 bei der Y.___ AG gemacht habe. Aber auch bei dieser Tätigkeit seien die 

Beschwerden nach einem halben Tag jeweils derart stark gewesen, dass er sich habe 

hinlegen müssen und für den Rest des Tages keiner Erwerbstätigkeit mehr habe 

nachgehen können. Dies belege, dass ihm selbst diese Tätigkeit eigentlich nicht mehr 

zumutbar sei (act. G 1 S. 6, unten). Zwar stelle der orthopädische Gutachter die 

Schmerzproblematik nicht in Abrede, jedoch gehe er auch nicht auf die Thematik ein, 

dass er, der Beschwerdeführer, spätestens nach einem halben Tag nicht mehr 

weiterarbeiten könne, weil die Schmerzen derart stark seien (act. G 1 S. 7). Psychisch 

bedingt verfüge er ohnehin nur über reduzierte Ressourcen, um mit seinen 

gesundheitlichen Beschwerden derart umzugehen, dass er in einem Vollzeitpensum 

tätig sein könnte (act. G 1 S. 6, Mitte).

Massgebend für die Festsetzung des Invaliditätsgrades und die Beurteilung des 

Rentenanspruchs ist in erster Linie die ärztlich festgestellte medizinisch-theoretische 

Arbeitsfähigkeit (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 21. Februar 2018, 8C_802/2017, 

E. 5.1.1, und vom 28. Mai 2009, 9C_332/2009, E. 3; je mit Hinweisen; vgl. ferner act. G 

7 S. 3) und nicht das subjektive Empfinden des Beschwerdeführers. Es ist gerade die 

Aufgabe von Sachverständigen, vorgetragene Leiden nicht unkritisch zu übernehmen, 

sondern soweit möglich zu objektivieren und eine Zumutbarkeitsbeurteilung 

vorzunehmen. Soweit der Beschwerdeführer also auf sein generelles Empfinden und 

konkret auf seinen Arbeitseinsatz bei der Y.___ AG verweist, bei dem seine Schmerzen 

zu stark gewesen seien, um nach einem halben Tag weiterzuarbeiten, kann er nur 

wenig zu seinen Gunsten ableiten. Dazu kommt, dass die dortige Tätigkeit allenfalls 

nicht einer optimal angepassten entsprochen hat. Was die vom Beschwerdeführer 

angesprochenen reduzierten Ressourcen betrifft, ist festzuhalten, dass sich die 

Sachverständigen bei ihrer Beurteilung am strukturierten Beweisverfahren orientiert 

haben. Dabei beurteilt sich das Vorliegen einer rechtlich relevanten Arbeits- und 

Erwerbsunfähigkeit anhand von systematisierten Indikatoren, die - unter 

Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren einerseits und 

von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits - erlauben, das tatsächlich 

erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (vgl. BGE 141 V 281 und 143 V 418; 

3.3. 

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Urteil des Bundesgerichts vom 22. Juni 2018, 9C_680/2017, E. 5.1). Dem 

Zusammenspiel zwischen den psychischen und somatischen Faktoren ist somit im 

Rahmen der bidisziplinären Gutachten ebenfalls Rechnung getragen worden.

Nach dem Gesagten erweisen sich die vom Beschwerdeführer gegen das IME-

Gutachten vorgebrachten Einwände als unbegründet. Das bidisziplinäre Gutachten 

beruht auf eigenständigen Abklärungen und es enthält keinerlei Indizien für eine nicht 

lege artis durchgeführte Untersuchung der medizinischen Sachverständigen. Das 

Gutachten ist für die streitigen Belange sodann umfassend. Es bestehen keine 

Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen im Gutachten nicht 

berücksichtigt worden wären. Namentlich haben auch die medizinischen Vorakten und 

die vom Beschwerdeführer geklagten Leiden Berücksichtigung gefunden. Weiter 

leuchtet die bescheinigte Arbeitsfähigkeit in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Den 

gesundheitlichen Verlauf nach der Begutachtung hat die IV-Stelle ebenfalls abgeklärt, 

indem sie weitere medizinische Berichte eingeholt und diese dem RAD vorgelegt hat. In 

seiner Beurteilung vom 14. Februar 2022 ist dieser zum Schluss gelangt, dass weiterhin 

auf die gutachterliche Beurteilung abgestellt werden könne (IV-act. 163). Vor diesem 

Hintergrund ist anzunehmen, dass sich bis zur angefochtenen Verfügung keine 

wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes eingestellt hat. Auf die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung des bidisziplinären IME-Gutachtens ist somit abzustellen.

3.4. 

Zusammenfassend ist in der angestammten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit aus 

orthopädischer Sicht spätestens ab dem .___ Juli 2019 ausgewiesen, während in 

optimal angepasster Tätigkeit spätestens ab dem 15. August 2019 wieder eine volle 

Arbeitsfähigkeit vorliegt. Aus psychiatrischer Sicht ist neben einer vorübergehenden 

Arbeitsunfähigkeit zwischen Dezember 2019 und September 2020 von einer vollen 

Arbeitsfähigkeit sowohl in der zuletzt ausgeübten als auch in einer angepassten 

Tätigkeit auszugehen (IV-act. 110-10).

3.5. 

Nicht restlos klar ist aufgrund des Gutachtens, ob die Arbeitsunfähigkeit in der 

angestammten Tätigkeit ihren Anfang bereits vor dem .___ Juli 2019 genommen hat. 

Die Gutachter haben einen früheren Beginn der Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen 

Tätigkeit nämlich nicht ausgeschlossen (vgl. die Formulierung im Gutachten, wonach 

der Versicherte in seiner angestammten Tätigkeit spätestens seit der am .___ Juli 2019 

erlittenen Deckplattenimpression auf Dauer nicht mehr arbeitsfähig sei; IV-act. 110-10). 

Da Dr. B.___ den Beschwerdeführer bereits am 12. Juni 2019 in der angestammten 

Tätigkeit für voll arbeitsunfähig erklärt hat (IV-act. 22-3) und sich der Beschwerdeführer 

bereits Ende Mai 2019 und damit relativ zeitnah zu dieser attestierten 

3.6. 

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4.  

Arbeitsunfähigkeit bei der IV-Stelle angemeldet hat, rechtfertigt es sich, den Beginn der 

Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auf den Zeitpunkt der IV-Anmeldung 

vom 28. Mai 2019 (IV-act. 10-1) zu legen. Der Beschwerdeführer hat zwar seine 

angestammte selbständige Erwerbstätigkeit gemäss eigenen Aussagen aus 

gesundheitlichen Gründen - nach einem ärztlich attestierten Unterbruch bis Sommer 

2018 (vgl. IV-act. 22-3) - nur noch bis .___ ausgeübt, ein allfällig früherer Beginn der 

Arbeitsunfähigkeit vor dem 29. Mai 2019 ist jedoch aufgrund der Aktenlage nicht 

ausgewiesen (IV-act. 65-2 f.). Die Folgen der Beweislosigkeit hat der Beschwerdeführer 

zu tragen (vgl. oben E. 2.3).

In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer die ihm 

verbleibende Restarbeitsfähigkeit von 100 % in leidensangepassten Tätigkeiten auch 

sozial praktisch verwerten kann. Der Beschwerdeführer bestreitet dies sinngemäss. Er 

macht geltend, dass die Tätigkeiten, die er nicht mehr ausüben könne, derart vielfältig 

seien, dass auch leichte Montagearbeiten, Reparatur- und Installationsarbeiten oder 

Allroundertätigkeiten nicht mehr in Frage kämen (act. G 1 S. 5, oben). Auch wenn er 

zeitlebens handwerklich tätig gewesen, geschickt im Umgang mit den Händen sowie 

ordentlich und pünktlich sei, heisse dies nicht, dass er alles und irgendetwas reparieren 

könne, zumal er ja gar nicht über die dafür erforderlichen Ausbildungen respektive 

Qualifikationen verfüge. Schon gar nicht sei anzunehmen, dass er auf dem allgemeinen 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt eine solche Tätigkeit ausüben könne, die dann auch noch 

seinen gesundheitlichen Einschränkungen entspreche. Ganz einfache Tätigkeiten ohne 

entsprechende Qualifikationen könne er allenfalls auf dem zweiten Arbeitsmarkt 

ausüben, jedoch würde er dabei kein rentenausschliessendes Einkommen erzielen (act. 

G 1 S. 5 f.).

4.1. 

Die Zumutbarkeit der Ausschöpfung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit ist unter 

Annahme eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes zu bestimmen. Der Begriff des 

ausgeglichenen Arbeitsmarktes gemäss Art. 16 ATSG ist ein theoretischer und 

abstrakter Begriff, welcher die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt (BGE 134 

V 70 f. E. 4.2.1). Er umschliesst einerseits ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem 

Angebot von Stellen und der Nachfrage nach solchen. Andererseits bezeichnet er einen 

Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen 

offenhält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und 

intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 

110 V 276 E. 4b; Urteil des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 

2.2; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 3. Dezember 2003, I 

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/15

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5.  

349/01, mit Hinweisen). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte 

Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen mit einem 

sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers gerechnet werden kann (Urteil 

des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 2.2 mit Hinweis auf 

Urteil vom 29. August 2007, 9C_95/2007, E. 4.3). Von einer Arbeitsgelegenheit kann 

allerdings nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur in so 

eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch 

nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines 

durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden 

Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil des Bundesgerichts 

vom 28. April 2010, 8C_1050/2009, E 3.3 mit weiteren Hinweisen).

Zwar schränken die zahlreichen gutachterlich definierten Adaptationskriterien (vgl. 

dazu IV-act. 110-8) die Einsatzmöglichkeiten des Beschwerdeführers ein. Gleichwohl 

erscheint die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht ausgeschlossen. Dies zeigt sich bereits daran, dass 

es dem Beschwerdeführer im Rahmen des Rehabilitationsaufenthalts im E.___ möglich 

gewesen ist, in der Schreinerei mitzuarbeiten (vgl. IV-act. 75-3 f.) oder dass er am 1. 

Juni 2021 eine Anstellung in einer […] gefunden hat (vgl. act. G 1 S. 6 und IV-act. 124-1 

ff.), auch wenn nicht ganz klar ist, ob es sich bei diesen Tätigkeiten um optimal 

angepasste handelt. Entgegen den Ausführungen in der Beschwerde sind die 

Einsatzmöglichkeiten auch nicht einzig im handwerklichen Bereich zu suchen. Zu 

denken ist beispielsweise auch an körperlich wenig anstrengende Kontroll- und 

Überwachungstätigkeiten oder die Übernahme gewisser Einweisungs- oder 

Auskunftsfunktionen. Als selbständig erwerbender Z.___ dürfte der Beschwerdeführer 

ausserdem über gewisse Erfahrung im Bürobereich verfügen, die er auf dem 

Arbeitsmarkt allenfalls einsetzen könnte. Nach dem Gesagten erscheint das Auffinden 

einer entsprechenden Hilfsarbeiterstelle auf dem ausgeglichenen allgemeinen 

Arbeitsmarkt, wie er soeben beschrieben worden ist, jedenfalls nicht von vornherein als 

ausgeschlossen.

4.3. 

Ausgehend von der ermittelten Arbeitsfähigkeit in optimal angepassten Tätigkeiten 

bleiben die erwerblichen Auswirkungen der Leistungsbeeinträchtigung zu prüfen. Dabei 

ist der Invaliditätsgrad anhand eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. oben 

E. 2.1).

5.1. 

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Für den Einkommensvergleich sind grundsätzlich die Verhältnisse im Zeitpunkt des 

Beginns des Rentenanspruchs entscheidend (vgl. BGE 129 V 222). Die IV-Anmeldung 

des Beschwerdeführers ist bei der Beschwerdegegnerin am 28. Mai 2019 eingegangen 

(IV-act. 10). Der frühestmögliche Beginn eines allfälligen Rentenanspruchs im Sinne 

von Art. 29 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 IVG fiele somit auf den 1. November 2019. In diesem 

Zeitpunkt ist das Wartejahr i.S.v. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG allerdings noch nicht 

verstrichen gewesen, da die Arbeitsunfähigkeit erst ab dem 28. Mai 2019 ausgewiesen 

ist (vgl. oben E. 3.6). Unter Berücksichtigung des Wartejahres fiele der frühestmögliche 

Rentenbeginn demnach auf den 1. Mai 2020 (Art. 28 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 29 Abs. 3 

IVG). In diesem Zeitpunkt hat sich der Beschwerdeführer allerdings bereits in einem 

Eingliederungsprozess befunden. Zwar sind ihm aufgrund seiner psychischen Leiden 

und der damit einhergehenden stationären Aufenthalte Eingliederungsmassnahmen bis 

September 2020 vorübergehend nicht möglich bzw. zumutbar gewesen (vgl. IV-act. 

110-10). Doch ist die Aufnahme der erneuten Eingliederungsversuche im Mai 2020 

absehbar gewesen. Dies zeigt sich daran, dass die IV-Stelle noch während des 

Rehabilitationsaufenthalts im E.___ darum bemüht gewesen ist, weitere 

Eingliederungsmassnahmen aufzugleisen (vgl. dazu z.B. die Telefonnotiz vom 22. Juni 

2020; IV-act. 79-2). Noch während des stationären Aufenthalts hat der 

Beschwerdeführer dann auch am 7. September 2020 einen Eingliederungsplan 

unterzeichnet (IV-act. 78) und mit Mitteilung vom 10. September 2020 hat die IV-Stelle 

einen Anspruch auf Arbeitsvermittlung bejaht (IV-act. 80). Auch während der Zeit vom 

10. Oktober bis 17. Dezember 2020, in welcher der Beschwerdeführer an dem vom 

RAV aufgegleisten Einsatzprogramm beim Verein G.___ teilgenommen hat (IV-act. 107), 

ist die IV-Eingliederungsberatung am Eingliederungsprozess beteiligt gewesen. So hat 

sie beispielsweise am 5. November 2020 an einem Standortgespräch beim Verein 

G.___ teilgenommen (vgl. IV-act. 104-3). Erst am 26. März 2021 hat die IV-Stelle die 

beruflichen Massnahmen von ihrer Seite beendet (vgl. IV-act. 113), was sie dem 

Beschwerdeführer mit gleichentags erlassenem Vorbescheid auch angezeigt hat (IV-

act. 114). Vor diesem Hintergrund hat ein Anspruch auf eine allfällige Rente frühestens 

am 26. März 2021 entstehen können (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG; Art. 8 Abs. 1 und Art. 

7 Abs. 1 ATSG; frühestmöglicher Rentenbeginn daher 1. März 2021). Für den 

Einkommensvergleich massgebend ist somit das Jahr 2021.

5.2. 

Zur Ermittlung des Invalideneinkommens kann auf die Tabelle TA 1 der 

Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2020 des Bundesamtes für Statistik 

abgestellt werden. Für die im Kompetenzniveau 1 beschäftigten Männer ergibt sich 

unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 

Stunden in einem Arbeitspensum von 100 % ein Jahreslohn von Fr. 68'906.-- (vgl. 

5.3. 

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6.  

Anhang 2 der IVG-Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2022). 

Angepasst an die negative Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2021 resultiert ein 

Invalideneinkommen von Fr. 68'396.25 (Fr. 68'906.-- / 2298 x 2281; vgl. T 39), da der 

Beschwerdeführer ab dem 1. März 2021 (frühester Beginn der potentiellen Rente; vgl. 

oben E. 5.2) in optimal leidensangepassten Tätigkeiten als zu 100 % arbeitsfähig 

einzustufen ist.

Ein Blick auf den Auszug aus dem individuellen Konto des Beschwerdeführers bei 

der Sozialversicherungsanstalt (SVA) des Kanton St. Gallen (IV-act 17) sowie auf die 

vom Beschwerdeführer eingereichte Bilanz des Jahres 2017 (IV-act. 23) zeigt, dass 

sein Valideneinkommen der Jahre vor dem Beginn der Arbeitsunfähigkeit unter dem 

statistischen Invalideneinkommen gemäss LSE gelegen hat. Da die Akten keinerlei 

Anhaltspunkte dafür liefern, dass der Beschwerdeführer freiwillig auf ein höheres 

Einkommen verzichtet hat, ist anzunehmen, die Diskrepanz zwischen Validen- und 

Invalidenlohn sei auf die für die Invaliditätsbemessung nicht zu berücksichtigenden 

Zwänge des Arbeitsmarktes zurückzuführen. Aus diesem Grund ist es nicht zu 

beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Vergleichseinkommen parallelisiert hat 

(vgl. act. G 1.1). Da vorliegend demnach sowohl hinsichtlich des hypothetischen 

Valideneinkommens als auch bezüglich des Invalideneinkommens derselbe Lohn 

zugrunde zu legen ist, kann der Einkommensvergleich anhand eines sogenannten 

Prozentvergleichs vorgenommen werden. Dabei entspricht der Invaliditätsgrad dem 

Grad der Arbeitsunfähigkeit, allenfalls unter Berücksichtigung eines Abzuges vom 

Tabellenlohn (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 10. April 2017, 9C_804/2016, E. 2.2 

mit Hinweis; zum Tabellenlohnabzug vgl. BGE 126 V 75). Ob ein Tabellenlohnabzug 

gerechtfertigt ist, kann vorliegend offenbleiben, da bei 100%iger Arbeitsfähigkeit selbst 

bei der Gewährung des rechtsprechungsgemäss maximal zulässigen Abzugs von 25 % 

(vgl. BGE 126 V 75) im Rahmen des Prozentvergleichs kein rentenbegründender 

Invaliditätsgrad resultieren würde. Folglich hat die Beschwerdegegnerin einen 

Rentenanspruch zu Recht verneint.

5.4. 

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen die 

angefochtene Verfügung abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die 

Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden 

Angelegenheit als angemessen. Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind die 

6.1. 

bis

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Der Beschwerdeführer wird von der Bezahlung der Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 

600.-- zufolge unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

3.

Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 3‘200.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher 

Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu befreien.

Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 

61 lit. g ATSG). Unter Berücksichtigung des Umfangs der Rechtsschriften sowie mit 

Blick auf vergleichbare Fälle erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit 

eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- als angemessen. Diese ist um 

einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes [AnwG; sGS 963.70]). 

Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers pauschal mit Fr. 

3'200.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

6.2. 

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt worden ist, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

6.3. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 04.01.2023
	Art. 28 IVG: Rentenanspruch beginnt erst nach Abschluss der beruflichen Massnahmen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. Januar 2023, IV 2022/70).

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