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**Case Identifier:** 43536554-58a7-523a-9ac4-2dbecf3a7480
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-09
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 09.09.2016 IV 2015/86
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2015-86_2016-09-09.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2015/86

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.10.2019

Entscheiddatum: 09.09.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 09.09.2016
Art. 28 IVG. Da kein rentenbegründender IV-Grad resultiert, hat der 
Versicherte keinen Anspruch auf eine IV-Rente. Abweisung der Beschwerde 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. 
September 2016, IV 2015/86).

Besetzung

Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin 

Huber-Studerus; Gerichtsschreiberin Lea Hilzinger

Geschäftsnr.  

IV 2015/86

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Eliano Mussato,

Bellevuestrasse 1b, Postfach, 9401 Rorschach,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand 

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich erstmals im September 2006 wegen Morbus Dupuytren zum 

Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 2). Am 17. Oktober 2007 zog er seine Anmeldung 

vorbehaltlos zurück (IV-act. 27). Im Juli 2011 meldete sich der Versicherte zum zweiten 

Mal zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 29). Er gab an, seit dem 15. April 2011 

wegen Lähmungserscheinungen im rechten Bein voll arbeitsunfähig zu sein. Er habe 

lediglich die Primarschule besucht und keinen Beruf erlernt. Zuletzt sei er zu 50 bis 100 

% als Koch im Hotel B.___ tätig gewesen.

A.b  Das Hotel B.___ berichtete der IV-Stelle am 8. August 2011 (IV-act. 51), dass es 

den Versicherten seit September 2009 als Aushilfskoch beschäftige. Dessen Arbeitszeit 

sei vor Eintritt des Gesundheitsschadens variabel gewesen. Die allgemeine Arbeitszeit 

im Betrieb betrage 42 Stunden pro Woche. Der Versicherte sei seit dem 12. April 2011 

zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben. Sein Stundenlohn habe sich auf Fr. 24.02 (inkl. 

13. Monatslohn, ohne Ferien- und Feiertagsentschädigung) belaufen.

A.c  Dr. med. C.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 27. 

November 2011 (IV-act. 65), dass der Versicherte seit Jahren an einem 

Alkoholabhängigkeitssyndrom (ICD-10: F10.2) und an einer Polyneuropathie, 

wahrscheinlich alkoholtoxisch, leide. Der Versicherte befinde sich seit dem 10. Mai 

2011 bei ihm in Behandlung. Nach dem Initialkontakt habe er selber einen 

Alkoholentzug durchgeführt. Es bestünden Schädigungen/Funktionsstörungen des 

Antriebs und des Willens, der Verhaltensmuster, der Merkfähigkeit, des 

Kurzzeitgedächtnisses, des Realitätsbewusstseins und der Selbsteinschätzung. Vom 

10. Mai 2011 bis 30. August 2011 sei der Versicherte in seiner angestammten Tätigkeit 

als Koch zu 100 % und ab dem 31. August 2011 zu 75 % arbeitsunfähig gewesen. Seit 

dem 27. Oktober 2011 sei er aus psychiatrischer Sicht wieder voll arbeitsfähig. Die 

Stelle als Koch sei aufgrund der Suchtproblematik und der Stressfaktoren sicherlich 

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ungünstig. Die neurologische Symptomatik sollte von somatischen Ärzten beurteilt 

werden. Erst wenn diese keine Erklärung für die Symptomatik finden würden, wäre an 

eine dissoziative Störung zu denken. Dem Bericht von Dr. C.___ lag ein Bericht des 

Spitals D.___ über eine Hospitalisation vom 12. bis 15. April 2011 bei (IV-act. 65-11 ff.). 

Die Diagnosen hatten u.a. gelautet:

-  Kraft- und Sensibilitätsminderung rechte Hand/rechter Fuss/Bein unklarer Ätiologie;

-  Anpassungsstörung mit protrahierter depressiver Episode;

-  dissoziative kombinierte Konversionsstörung (Persönlichkeitsstörung mit dissozialen 

und narzisstischen Zügen);

-  COPD Gold III;

-  Status nach Alkoholabusus (sistiert seit 13 Jahren).

Die Klinikärzte hatten erklärt, dass die Zuweisung wegen einer Schwäche und 

Sensibilitätsminderung der rechten Hand und des rechten Unterschenkels/Fusses 

erfolgt sei. Ein cCT sowie ein cMRI hätten keine relevanten Pathologien gezeigt. Die 

sensomotorischen Defizite seien zudem nicht aufgetreten, wenn der Versicherte 

abgelenkt worden sei. Aufgrund des Verdachts auf eine psychosomatische 

Komponente sei das Psychiatrische Zentrum E.___ konsultiert worden, welches einen 

Verdacht auf eine psychische Dekompensation angegeben habe. Die 

sensomotorischen Defizite hätten beim Austritt nicht mehr bestanden.

A.d  Dr. med. F.___, Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 10. Januar 2012 (IV-act. 

74), dass der Versicherte seit April 2010 auf dem freien Arbeitsmarkt nicht mehr 

vermittelbar sei. Eine Besserung der medizinischen Situation sei nicht zu erwarten. Als 

einschränkende Faktoren nannte er die psychiatrischen Leiden und die fortgeschrittene 

COPD. Einem beigelegten Bericht der Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. 

Gallen (KSSG) vom 24. November 2011 (IV-act. 74-7 ff.) war zu entnehmen, dass sich 

weder klinisch-neurologisch noch elektrophysiologisch Hinweise auf eine Neuropathie 

der zum rechten Bein führenden Nerven hätten finden lassen. Die sockenförmige 

Hypästhesie des rechten Beines habe klinisch nicht objektiviert werden können. 

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Insbesondere hätten sich in der Einzelkraftprüfung keine Paresen oder Hinweise auf ein 

abgelaufenes zentrales Geschehen finden lassen. Der irreguläre Halte- und 

Aktionstremor sei eventuell auf den jahrelangen, schädlichen Alkohol- und 

Benzodiazepingebrauch zurückzuführen und trete anamnestisch nur bei Nervosität auf.

A.e  Am 7. Februar 2012 wurde der Versicherte im Auftrag der IV-Stelle und der 

Krankentaggeldversicherung bidisziplinär (orthopädisch und psychiatrisch) untersucht 

(Fremdakten). Die orthopädische Gutachterin Dr. med. G.___ gab die folgenden 

Diagnosen an:

-  Fehlstatik der Wirbelsäule, Haltungsinsuffizienz, verschmächtigte Rumpfmuskulatur; 

deutlich eingeschränkte Funktionen in allen drei Abschnitten; kein 

nervenwurzelbezogenes neurologisches Defizit; beidseits erheblich verkürzte 

Ischiokruralmuskulatur;

-  Status nach Operation beider Hände bei Morbus Dupuytren; rechts schmerzhaftes 

Rezidiv, aber freie Funktionen; beidseits erhaltene grobe Kraft;

-  Status nach operativer Versorgung einer Calcaneusfraktur rechts;

-  eigentümliches Gangbild ohne orthopädisches Korrelat.

Die Gutachterin erklärte, dass sie bezüglich der Beinproblematik weder ein 

eigenständiges Krankheitsbild habe erheben noch ein solches ausschliessen können. 

Es lägen zahlreiche Befunde bei Dekonditionierung vor. Bei freien Funktionen der 

grossen und kleinen Gelenke der oberen/unteren Extremitäten und weitgehend 

altersentsprechenden Einschränkungen der Wirbelsäule in allen drei Abschnitten ohne 

nervenwurzelbezogenes neurologisches Defizit bestehe ab sofort eine 100 %ige 

Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten, bestenfalls sitzenden Tätigkeit. Im Laufe 

der Zeit werde auch eine wechselbelastende, mittelschwere Tätigkeit wieder möglich 

sein. Die ausschliesslich gehende/stehende Tätigkeit (als Kochaushilfe) mit nach vorne 

geneigtem Körper sei dem Versicherten auf Dauer nicht mehr zumutbar. Aufgrund des 

kurzschrittigen und unsicheren Gangbildes seien auch Arbeiten in Räumen mit 

Rutschgefahr zu vermeiden. Der psychiatrische Gutachter Dr. med. H.___ erklärte, dass 

der Versicherte bei der Untersuchung psychopathologisch unauffällig gewesen sei. Es 

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lägen keine Anhaltspunkte für ein psychiatrisches Leiden von Krankheitswert vor. Der 

Versicherte leide an einer chronischen Alkoholkrankheit (F10.25) und an einer 

Gehstörung mit Verdacht auf alkoholbedingte (neurotoxische?) Spätfolgen. Eigentlich 

habe er gute emotionale Ressourcen. Seine gute affektive Grundstimmung ziehe sich 

durch sein Leben. Der Versicherte bezeichne sich als Optimist und sei zu starken 

Willensanstrengungen fähig. Ferner habe er ein gutes soziales Beziehungsnetz und sei 

fähig, langjährige und gute partnerschaftliche Beziehungen zu führen. In den letzten 

zwei, drei Jahren habe er nur noch einen mässigen, sozial verträglichen 

Gelegenheitsalkoholkonsum betrieben. Aus rein psychiatrischer Sicht sei der 

Versicherte in seiner Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt.

A.f  RAD-Arzt Dr. med. I.___ notierte am 29. März 2012 (IV-act. 78), gestützt auf das 

Gutachten könne nachvollzogen werden, dass der Versicherte in seiner angestammten 

Tätigkeit als ungelernter Koch zu 100 % und in einer adaptierten Tätigkeit zu 0 % 

arbeitsunfähig sei. Eine neurologische Begutachtung der Beinsymptomatik sei 

aufgrund der klaren Auskunft der Klinik für Neurologie des KSSG nicht notwendig. Das 

Suchtgeschehen werde auf niedrigem Niveau ohne relevante Auswirkung 

weiterbetrieben, weshalb keine Auflage notwendig sei. Am 17. April 2012 teilte die IV-

Stelle dem Versicherten mit, dass er keinen Anspruch auf berufliche 

Eingliederungsmassnahmen habe, da er bei der Stellensuche aus gesundheitlichen 

Gründen nicht eingeschränkt sei (IV-act. 86).

A.g  Auf Nachfrage erklärte das Hotel B.___ am 16. Juni 2012, dass der Versicherte 

heute ohne gesundheitliche Beeinträchtigung in einem 100 %-Pensum brutto Fr. 

4‘172.-- pro Monat verdienen würde (IV-act. 92).

A.h  Mit Vorbescheid vom 30. Juli 2012 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten bei 

einem IV-Grad von 0 % die Abweisung des Rentengesuchs an (IV-act. 99). Zur 

Begründung führte sie an, dass der Versicherte in seiner angestammten Tätigkeit zwar 

zu 100 % arbeitsunfähig sei. In einer adaptierten, leichten Tätigkeit sei er jedoch voll 

arbeitsfähig und in der Lage, das bisherige Einkommen von Fr. 54‘236.-- zu erzielen 

(vgl. IV-act. 94). Am 5. August 2012 liess der Versicherte einen Einwand gegen den 

Vorbescheid erheben (IV-act. 104). Am 27. September 2012 reichte sein 

Rechtsvertreter einen Bericht von Dr. med. J.___, Facharzt für Psychiatrie und 

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Psychotherapie FMH, vom 17. August 2012 ein (IV-act. 109). Dieser hatte als 

Diagnosen eine leichte kognitive Störung (F06.7), vermutlich als dementieller Prozess 

nach langjährigem Alkoholabusus, eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit 

dissozialen, unreifen und narzisstischen Anteilen (F61.0), ein larviertes (sich über den 

Körper zeigendes), mittelgradiges depressives Zustandsbild (F32.11) und einen 

anamnestisch langjährigen Alkoholabusus, zurzeit Konsum mit Mass (F10.24), 

angegeben. Dr. J.___ hatte erklärt, es sei merkwürdig, dass Dr. H.___ von einer 

somatischen Ursache der Gangstörungen ausgehe, während die somatischen Ärzte die 

Ursache im psychiatrischen Bereich sähen. Für eine psychiatrische Ursache spreche, 

dass schon einmal eine psychogene Lähmungserscheinung aufgetreten sei. Zudem 

seien die Gangbeschwerden nach einer „Mobbingsituation" am Arbeitsplatz 

aufgetreten. Bei einer oberflächlichen Befunderhebung zeige sich der Versicherte 

psychiatrisch tatsächlich unauffällig. Dieser Befund stehe jedoch in krassem 

Widerspruch zur Gangstörung, zur sozialen Situation und zur Anamnese. Psychogene 

Lähmungserscheinungen im Sinne einer Konversionsstörung seien selten und könnten 

unterschiedliche Ursachen haben. Beim Versicherten sehe er die Konversionsstörung 

als seltenen Ausdruck einer larvierten Depression. Hierbei handle es sich um eine 

Hilflosigkeit, die sich über den Körper ausdrücke. Das Gutachten von Dr. H.___ sei 

oberflächlich und unprofessionell. Schon die Art und Weise, wie er beim Versicherten 

die gesunden Anteile fast überdeutlich betont habe, lasse vermuten, dass es sich hier 

um ein Gegenübertragungsphänomen handle: Dr. H.___ habe sich von den 

Schilderungen des Versicherten hinreissen lassen und dabei die fachlich objektive 

Sicht vernachlässigt. So habe er beispielsweise erklärt, der Versicherte habe keinerlei 

psychosozialen Probleme. Von aussen betrachtet bestünden jedoch ganz viele 

psychosoziale Probleme, beispielsweise die Arbeitsunfähigkeit, die finanziellen 

Probleme, die körperlichen Einschränkungen, die ungewisse gesundheitliche und 

berufliche Zukunft und die grosse „Patchwork-Familie“, die hohe soziale 

Anforderungen stelle. Diese Fakten deuteten darauf hin, dass der Versicherte seine 

Probleme gut verleugnen, verdrängen oder abspalten könne. Wenn diese 

„psychologischen Abwehrstrategien“, die im kleinen Rahmen ganz normal seien, derart 

mächtig würden, dass die Diskrepanz zwischen dem Gesagten und den Fakten oder 

der Handlung offensichtlich sei, spreche man von einer schweren 

Wahrnehmungsstörung. Diese gehe beim Versicherten in Richtung dissozial, unreif und 

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narzisstisch. Diese Annahme decke sich mit der Anamnese. Der Versicherte sei 

jahrelang obdachlos gewesen, habe von der Sozialhilfe gelebt und daneben Kinder und 

eine geschiedene Ehefrau gehabt. Auch die langjährige Alkoholsucht sei ein deutlicher 

Hinweis für eine gestörte Wahrnehmung im Sinne einer Persönlichkeitsstörung. 

Schliesslich seien im Mini-Mental-Test kognitive Defizite nachgewiesen worden (25 von 

30 Punkten). Alle Diagnosen zusammen ergäben ein psychiatrisch höchst auffälliges 

Bild. Da wegen der kognitiven Defizite und der Persönlichkeitsstörung mit der 

Uneinsichtigkeit über die Depression keine Compliance gegeben sei, sei die Krankheit 

nicht behandelbar. Der Versicherte sei auch in einer leidensadaptierten Tätigkeit 

mindestens zu 70 % arbeitsunfähig. Die kognitive Störung und die 

Wahrnehmungsstörung im Sinne einer Persönlichkeitsstörung seien willentlich nicht 

beeinflussbar.

A.i RAD-Arzt Dr. med. K.___ notierte am 20. Februar 2013 (IV-act. 119-3), auf die 

Ausführungen von Dr. med. J.___ könne nicht abgestellt werden, da er die geltend 

gemachte kognitive Einschränkung ausschliesslich als Folge des Alkoholkonsums mit 

gar dementieller Entwicklung betrachte, ohne eine differentialdiagnostische Abwägung 

beispielsweise gegenüber dem Benzodiazepineinfluss vorgenommen zu haben. 

Dementielle Symptome seien von keinem anderen Psychiater beschrieben worden.

A.j Am 9. Juli 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit (IV-act. 125), dass sie eine 

Begutachtung durch die ABI Ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH (ABI) vorsehe. Der 

Versicherte lehnte eine Begutachtung durch diese Gutachterstelle ab (IV-act. 126). Mit 

Zwischenverfügung vom 18. Juli 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie 

am ABI als Abklärungsstelle festhalte (IV-act. 130). Der Versicherte erhob eine 

Beschwerde gegen diese Verfügung, zog diese aber am 4. Juni 2014 zurück (IV-act. 

151-3). Am 22. und 27. Oktober 2014 wurde der Versicherte durch das ABI 

polydisziplinär (allgemein-internistisch, orthopädisch, psychiatrisch, neurologisch, 

neuropsychologisch und pneu¬mologisch) begutachtet (Gutachten vom 18. November 

2014, IV-act. 171). Die Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit lauteten:

•  Leichte Alkoholabhängigkeit, ständiger Substanzgebrauch (F10.25);

− Polyneuropathie (toxisch, G62.1);

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− leichte kognitive Beeinträchtigung (toxisch, F06.7);

•  COPD, Dg 2008 (J44.9).

Als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gaben die Gutachter unter anderem 

eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41), 

funktionelle Gangstörung (R26.8), an. Prof. L.___, Allgemeine Innere Medizin, erklärte, 

dass er aus allgemeininternistischer Sicht keine Diagnose mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit stellen könne. Der psychiatrische Gutachter Dr. med. M.___ gab an, 

dass das Ausmass der geklagten Beschwerden (Beine, Gangunsicherheit, 

Schwächegefühl) und die subjektive Krankheitsüberzeugung, aufgrund der körperlichen 

Beschwerden nicht mehr arbeitsfähig zu sein, durch die somatischen Befunde nicht 

hinreichend objektiviert werden könnten, sodass eine psychische Überlagerung 

angenommen werden müsse. Der Versicherte habe angegeben, dass an seiner letzten 

Arbeitsstelle als Koch eine grosse Hektik geherrscht und dass er sich überfordert 

gefühlt habe. Der Versicherte lebe seit fünf Jahren mit seiner Partnerin zusammen, die 

seit Jahren berentet sei. Er habe subjektiv mit der Arbeitswelt abgeschlossen. All dies 

könne dazu beitragen, dass er allfälligen körperlichen Symptomen mehr Gewicht 

beimesse, als es den objektivierbaren Befunden entspreche. Mit der Verdeutlichung 

seiner Symptome demonstriere der Versicherte die subjektive Krankheitsüberzeugung, 

nicht mehr arbeiten zu können. Ob das pathologische Gangbild im Rahmen einer 

Ausweitungstendenz bei chronischer Schmerzstörung oder als eigenständige 

dissoziative Störung beurteilt werde, sei für die Arbeitsfähigkeitsschätzung von 

untergeordneter Bedeutung. Jedenfalls bestünden keine Hinweise auf unbewusste 

Konflikte, die sich im Symptom einer Gangstörung eine Bedeutung verschafft hätten. 

Bei der psychiatrischen Untersuchung habe der Versicherte einen zufriedenen und 

ausgeglichenen Eindruck gemacht. Den Alkoholkonsum habe er bagatellisiert. Diese 

Verhaltensweise sei für einen chronischen Alkoholiker typisch, wobei keine Hinweise 

auf eine organische Schädigung durch einen langjährigen Alkoholkonsum gefunden 

worden seien. Auch hätten keinerlei Zeichen für das Vorliegen einer depressiven 

Erkrankung bestanden. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit. Die Alkoholabhängigkeit sei moderat ausgeprägt und habe keinen 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Es handle sich um eine primäre Alkoholabhängigkeit. 

Hinweise auf irreversible geistige oder psychische Schäden nach langjähriger 

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Alkoholabhängigkeit bestünden keine. Die chronische Schmerzstörung habe ebenfalls 

keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, da keine erhebliche psychiatrische 

Komorbidität vorliege und die Foerster-Kriterien nicht erfüllt seien. Aus psychiatrischer 

Sicht könne es dem Versicherten zugemutet werden, trotz der geklagten Beschwerden 

die nötige Willensanstrengung aufzubringen, um ganztags einer beruflichen Tätigkeit 

nachgehen zu können. Bezüglich des Berichts von Dr. J.___ führte Dr. M.___ aus, dass 

mit Sicherheit keine depressive Störung vorliege. Auch eine Persönlichkeitsstörung 

könne nicht diagnostiziert werden. Der Versicherte habe an zahlreichen Arbeitsstellen 

gearbeitet und dabei keine nennenswerten Probleme gehabt. Erst infolge der 

Scheidung und aufgrund der massiven Alkoholabhängigkeit sei es zu Schwierigkeiten 

an den Arbeitsplätzen gekommen. Der Versicherte lebe seit fünf Jahren mit seiner 

Partnerin zusammen, mit der er sich sehr gut verstehe. All dies deute darauf hin, dass 

er nicht an einer Persönlichkeitsstörung leide. Eine solche hätte nämlich sowohl die 

Arbeitsfähigkeit als auch die sozialen Beziehungen ab dem Eintritt ins 

Erwachsenenalter massiv beeinträchtigt. Die Diagnose einer Konversionsstörung als 

Ausdruck einer larvierten Depression erscheine als weit hergeholt. Das Konzept der 

larvierten Depression sei überholt und habe keinen Eingang in die ICD-10-Klassifikation 

gefunden. Da keine Depression vorhanden sei, könne eine Konversionsstörung nicht 

als Folge einer larvierten Depression angesehen werden. Abschliessend erklärte Dr. 

M.___, dass er das Gutachten von Dr. H.___ im Wesentlichen bestätigen könne. Der 

orthopädische Gutachter Dr. med. N.___ führte aus, dass sich das vom Versicherten 

inkonstant demonstrierte Gangbild auf rein orthopädischer Ebene in keiner Weise 

nachvollziehen lasse. Der Versicherte sei in seiner angestammten Tätigkeit als Koch, 

aber auch in jeder anderen körperlich leichten und mittelschweren Tätigkeit unter 

Wechselbelastung uneingeschränkt arbeitsfähig. Das wiederholte Heben und Tragen 

von Lasten über 25 kg sowie die Einnahme von Zwangshaltungen sollte vermieden 

werden. Aufgrund der allgemeinen körperlichen Konstitution seien ausschliesslich 

körperlich schwere Tätigkeiten ungeeignet. Der neurologische Gutachter Dr. med. 

O.___ führte aus, als Folge des Alkoholabusus bestehe eine Polyneuropathie, die sich 

in geminderten ASR und einer Pallhypästhesie manifestiere. Die Polyneuropathie sei 

bei erhaltenen ASR und fehlenden motorischen Störungen als leicht zu beurteilen. Die 

Gangstörung sei neurologisch-organisch nicht erklärbar. Aufgrund der beschriebenen 

Eigenheiten sei von einer funktionellen Störung auszugehen. Möglicherweise bestehe 

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ein kleiner organischer Kern in Form von leichten Hüftbeschwerden. Allerdings sei dies 

im Vorgutachten verneint worden. Zur Gangstörung beitragen könnte eine leichte, 

durch die Polyneuropathie bedingte Unsicherheit. Allerdings seien die 

Gleichgewichtstests regelrecht ausgefallen. Tätigkeiten mit besonderen Anforderungen 

an das Gleichgewichtsvermögen oder an die intellektuelle Wendigkeit und Arbeiten mit 

wechselnden Arbeitszeiten oder intensivem Publikumsverkehr seien dem Versicherten 

nicht zumutbar. Für alle übrigen körperlich leichten Tätigkeiten bestehe bei einer 

ganztägigen Präsenz eine Leistungsfähigkeit von 80 %. Lic. phil. P.___ gab im 

neuropsychologischen Teilgutachten an, das neuropsychologische Testprofil habe eine 

im Bereich der Intelligenz durchschnittliche Leistungsfähigkeit gezeigt. Die 

Merkfähigkeit für Texte, Instruktionen, Zahlen und Gegenstände sei erhalten gewesen, 

die Merkfähigkeit für Bewegungsabläufe und für sinnunverbundene Wörter hingegen 

nicht. Die Leistung im Bereich der selektiven Aufmerksamkeit sei kaum noch innerhalb 

der Normtabelle gewesen. Die kognitive Geschwindigkeit sei reduziert gewesen. 

Wegen des aktiven Substanzgebrauchs müsse das neuropsychologische Testprofil als 

nicht valide angesehen werden. Die Arbeitsfähigkeit könne daher aus 

neuropsychologischer Sicht nicht abschliessend beurteilt werden. Es sei jedoch 

anzunehmen, dass sich die neuro-psychologischen Leistungen durch die Sistierung 

des Alkoholkonsums erheblich erholen würden. Die heutigen Resultate im Mini-Mental-

Test seien deutlich besser gewesen als jene aus dem Jahr 2012. Damals seien 25, 

heute 28 von 30 Punkten erreicht worden. Der pneumologische Gutachter Dr. med. 

Q.___ erklärte, dass bei dem seit dem 14. Lebensjahr bestehenden Nikotinabusus von 

insgesamt ca. 80 pack years im August 2008 erstmals ein zentrilobuläres 

Lungenemphysem nachgewiesen worden sei. Anlässlich einer Hospitalisation im April 

2011 habe sich spirometrisch ein schwer eingeschränktes forciertes exspiratorisches 

Volumen (FEV1) von 34 % gezeigt. Unter einer Inhalationstherapie mit langwirksamen 

beta-2 Mimetika und topischen Steroiden habe sich in der Plethysmographie vom 

Oktober 2014 nur noch eine leichte obstruktive Ventilationsstörung bei chronisch 

obstruktiver Lungenkrankheit gefunden. Gemäss den Kriterien der American Medical 

Association bestehe aufgrund der lungenfunktionellen Befunde eine medizinisch 

theoretische Ateminvalidität der Klasse 2 bzw. ein Impairment von 10-25 %. Aufgrund 

der Anstrengungsdyspnoe und des chronischen Auswurfs sei der Versicherte in seinem 

angestammten Beruf als Koch und in allen anderen vorwiegend mittelschweren bis 

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schweren körperlichen Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig. In körperlich vorwiegend 

leichten Tätigkeiten ohne Exposition mit Rauch, Kälte und Nässe sei der Versicherte zu 

100 % arbeitsfähig. Jedoch müsse bei COPD-Exacerbationen mit Arbeitsausfällen 

gerechnet werden. In polydisziplinärer Hinsicht erklärten die Gutachter, dass dem 

Versicherten sämtliche körperlich schweren und mittelschweren Tätigkeiten oder 

Tätigkeiten mit Nässe-, Rauch- oder Kälteexpositionen, Tätigkeiten mit besonderen 

Anforderungen an das Gleichgewichtsvermögen, mit besonderen Anforderungen an die 

intellektuelle Wendigkeit und Arbeiten mit ständig wechselnden Arbeitszeiten oder 

intensivem Publikumsverkehr nicht mehr zumutbar seien. Für alle übrigen, körperlich 

leichten, adaptierten Tätigkeiten bestehe bei ganztägiger Präsenz eine Arbeits- und 

Leistungsfähigkeit von 80 %.

A.k  RAD-Arzt Dr. med. R.___ notierte am 8. Dezember 2014 (IV-act. 173), das ABI-

Gutachten sei umfassend und schlüssig, weshalb auf es abgestellt werden könne.

A.l Am 31. Dezember 2014 (IV-act. 176) teilte die IV-Stelle dem Rechtsvertreter des 

Versicherten mit, dass sie am bisherigen Entscheid festhalte. Sie räumte ihm 

Gelegenheit zur Stellungnahme ein. Mit Verfügung vom 9. Februar 2015 (IV-act. 180) 

wies die IV-Stelle das Rentengesuch bei einem IV-Grad von 9 % ab. Das 

Valideneinkommen wurde anhand des zuletzt erzielten Einkommens als Koch ermittelt 

und auf Fr. 54‘236.-- festgesetzt. Das Invalideneinkommen entsprach 80 % des 

durchschnittlichen Lohns eines Hilfsarbeiters im Jahr 2011 gemäss der 

Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (Fr. 49‘421.--, IV-act. 177).

B. 

B.a  Gegen diese Verfügung liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 

13. März 2015 Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die 

Aufhebung der Verfügung und die Zusprache mindestens einer halben Rente. 

Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die IV-Stelle 

(Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen. Zur Begründung machte der Rechtsvertreter 

geltend, dass der Praxistest im S.___ die Arbeitsfähigkeitsschätzung der ABI-Gutachter 

klar widerlegt habe. Die S.___ hatte am 4. Februar 2015 berichtet (act. G 1.2), dass der 

Beschwerdeführer am 4. Februar 2015 in der Stuhllehnenfabrikation sowie in der 

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Werkstatt für kleinere Entgratarbeiten eingesetzt worden sei. Nach ca. fünf Minuten 

habe er sich wegen Schmerzen hinsetzen müssen. Beim Überziehen der Stuhllehnen 

hätten seine Hände nach kurzer Zeit stark zu zittern begonnen. Auch die Konzentration 

habe eine Weiterbeschäftigung nicht zugelassen. Der Versuch, den Beschwerdeführer 

in der Baulattenmalerei einzusetzen, sei wegen des Geruchs der wasserlöslichen 

Farben, den er wegen seiner Lungenprobleme nicht vertragen habe, gescheitert. Der 

Beschwerdeführer könne daher auch keine leidensangepasste Tätigkeit ausüben. Am 

10. September 2015 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers die 

Beschwerdeergänzung ein (act. G 9). Er beantragte neu die Zusprache einer ganzen 

Rente. Zur Begründung brachte er vor, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung der ABI-

Gutachter vor den neu durchgeführten medizinischen Untersuchungen nicht 

standhalte. Der Beschwerdeführer sei wegen der progredienten COPD auch in 

leichteren Tätigkeiten nicht mehr arbeitsfähig. Dr. med. T.___, Fachärztin für 

Neurologie, hatte am 11. März 2015 berichtet (act. G 9.2), dass die beidseitige, 

rechtsbetonte Beinschwäche und die Schmerzen im Oberschenkelbereich aetiologisch 

unklar geblieben seien. Weder klinisch noch elektro-diagnostisch hätten sich Hinweise 

auf eine Polyneuropathie gefunden. Die neurologische Untersuchung habe einige 

Diskrepanzen gezeigt, die auf eine nicht organische Ursache der Problematik 

hindeuteten. Am 1. April 2015 hatte Dr. T.___ erklärt (act. G 9.3), dass die 

neuropsychologische Screening-Untersuchung keine relevanten Auffälligkeiten/ 

Pathologien gezeigt habe. Im Gegensatz zur Untersuchung am Vormittag Ende Februar 

2015 habe der Beschwerdeführer bei der jetzigen Untersuchung am Nachmittag eine 

massive Dyspnoe gezeigt, die die Aufmerksamkeit beeinträchtigt habe. Die COPD 

(Gold III) dürfte die täglichen Aktivitäten schwer beeinträchtigen. Die pulmonale 

Erkrankung resp. deren Therapie könnte auch den Tremor erklären. Diverse bei einer 

COPD eingesetzte Präparate wiesen als Nebenwirkung einen Tremor auf. Ihres 

Erachtens könne die COPD durchaus eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zur 

Folge haben. Am 16. April 2015 hatte Dr. T.___ berichtet (act. G 9.4), dass auch die 

kernspintomographischen Befunde keine Hinweise auf eine primär neurogene 

organische Pathologie als Ursache der Paraparese, der Schmerzen sowie der 

allgemeinen Müdigkeit und der Leistungseinbusse ergeben hätten. Dr. med. U.___, 

Psychiatrie und Psychotherapie, Chefarzt Klinik V.___, hatte in seinem Bericht vom 28. 

April 2015 (act. G 9.5) als vorläufige Diagnosen eine dissoziative Bewegungsstörung 

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(F44.4) und einen schädlichen Gebrauch von Alkohol (F10.1) angegeben. Dr. med. 

W.___, Chirurgie, hatte am 12. Mai 2015 aufgrund einer interdisziplinären Beurteilung 

vom 21. Januar/8. Mai 2015 (act. G 9.1) als Diagnosen mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit eine COPD und eine dissoziative Bewegungsstörung angegeben. Der 

anamnestische Aethylabusus habe keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Die 

zwischenzeitlich durchgeführten Untersuchungen hätten relevante Ergänzungen zum 

ABI-Gutachten aufgezeigt. Insbesondere bestünden keine Polyneuropathie mit 

toxischer Schädigung und keine kognitive Beeinträchtigung toxischer Art. Der 

Beschwerdeführer sei bereits beim Ausfüllen des Mini-Mental-Tests durch die COPD 

eingeschränkt gewesen. Daher sei davon auszugehen, dass ihm auch leichtere 

Tätigkeiten wegen der progredienten COPD nicht mehr zumutbar seien. Dies habe 

auch der Arbeitsbericht des S.___ bestätigt.

B.b  Am 13. Oktober 2015 nahm Dr. R.___ vom RAD Stellung zur Beschwerdeschrift 

(IV-act. 191). Er erklärte, dass es sich bei der Tätigkeit im S.___ nicht um eine 

wechselbelastende Tätigkeit gehandelt habe. Die Arbeit in der Baulattenmalerei sei 

wegen der COPD nicht adaptiert gewesen. Dr. U.___ habe die Gangstörung als 

dissoziative Bewegungsstörung eingeordnet. Es handle sich hierbei lediglich um eine 

andere diagnostische Klassifizierung, die nichts an der gutachterlichen 

Arbeitsfähigkeitsschätzung ändere. Die Beurteilung von Dr. T.___ stimme mit jener der 

ABI-Gutachter überein. Aus versicherungsmedizinischer Sicht seien weder der 

Arbeitsbericht noch die neu vorgelegten medizinischen Berichte geeignet, etwas an der 

Beurteilung des ABI zu ändern. Allenfalls ergäben sich aus dem Bericht von Dr. T.___ 

vom 1. April 2015 Hinweise auf eine mögliche Verschlechterung der COPD zwischen 

Ende Februar 2015 und März 2015. Eine mögliche Verschlechterung wäre also erst 

nach Verfügungserlass eingetreten.

B.c  Die Beschwerdegegnerin beantragte am 25. Oktober 2015 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 11). Zur Begründung führte sie an, dass die Arbeitsfähigkeit 

ausschliesslich medizinisch-theoretisch zu bestimmen sei. Demnach sei nicht 

entscheidend, dass der Beschwerdeführer beim Arbeitsversuch keine brauchbare 

Leistung gezeigt habe. Aufgrund der subjektiven Krankheitsüberzeugung des 

Beschwerdeführers seien Arbeitsversuche von Vornherein zum Scheitern verurteilt. Es 

sei nicht möglich, den Anteil allfälliger Motivationsmängel vom willentlich nicht 

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steuerbaren Unvermögen, eine volle Leistung zu erbringen, abzugrenzen. Der 

Beschwerdeführer sei vom ABI umfassend begutachtet worden. Das Gutachten sei 

ausführlich und die Schlussfolgerungen sowie die Arbeitsfähigkeitsschätzung seien in 

jeder Hinsicht nachvollziehbar. Der RAD habe in seiner Stellungnahme vom 13. 

Oktober 2015 erklärt, dass sich aus den neu eingereichten medizinischen Berichten 

keine neuen Aspekte ergäben. Der Beschwerdeführer sei somit in einer adaptierten 

Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig.

B.d  Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine Replik (act. G 17).

B.e  Am 22. März 2016 räumte das Gericht dem Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers Gelegenheit ein, zur Rechtsprechungsänderung bei der 

invalidenversicherungsrechtlichen Behandlung diagnostizierter anhaltender 

somatoformer Schmerzstörungen und vergleichbarer Leiden Stellung zu nehmen (act. 

G 19).

B.f  Am 15. Juni 2016 (act. G 26) erklärte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, 

dass im ABI-Gutachten ausdrücklich auf das Fehlen einer erheblichen psychiatrischen 

Komorbidität hingewiesen worden sei. Dieses Kriterium bestehe heute nicht mehr. 

Insgesamt vermöge das ABI-Gutachten einer ergebnisoffenen, symmetrischen 

Beurteilung des tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens nicht einmal im Ansatz 

zu genügen. Eine solche sei nachzuholen. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf 

eine Stellungnahme hierzu (act. G 27).

Erwägungen

1. 

1.1  Mit der angefochtenen Verfügung vom 9. Februar 2015 hat die 

Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers verneint. Strittig 

ist demnach, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine Invalidenrente hat oder 

nicht.

1.2  Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/24

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durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss 

Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere 

Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der 

durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 

verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 

oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

1.3  Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad 

grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen).

2. 

2.1  Um das Invalideneinkommen und damit den IV-Grad festlegen zu können, muss 

die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit feststehen.

2.2  In somatischer Hinsicht hat der Beschwerdeführer erklärt, unter konstanten 

stechenden bis brennenden Schmerzen im rechten Bein zu leiden, die von der Leiste 

rechts in den rechten Oberschenkel ausstrahlten und die er auch im rechten Fuss 

verspüre. Am Morgen verspüre er am wenigsten Beschwerden. Im Laufe des Tages 

nähmen die Schmerzen zu, sodass er gegen Abend nur noch mit dem Rollator 

spazieren gehen könne. Im letzten Jahr seien im Bereich des linken Beines ähnliche 

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Beschwerden aufgetreten, wobei die Symptomatik im rechten Bein eindeutig im 

Vordergrund stehe. Der Beschwerdeführer hat ausserdem angegeben, dass er bei 

schnellem Gehen in der Ebene und beim Bergaufgehen unter Atemnot leide. Weder die 

orthopädischen Gutachter Dr. G.___ (Gutachten vom Februar 2012) und Dr. N.___ (ABI-

Gutachten vom 18. November 2014) noch der neurologische Gutachter Dr. O.___ (ABI-

Gutachten) haben ein organisches Korrelat für die Schmerzen in den Beinen bzw. die 

Gangstörung gefunden. Auch die Klinik für Neurologie des KSSG und die Neurologin 

Dr. T.___ haben keine organische Ursache der Beinschwäche und der Schmerzen im 

Oberschenkelbereich erheben können. Die Beinbeschwerden sind somit mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht auf eine somatische Ursache 

zurückzuführen. Der Beschwerdeführer leidet unbestrittenermassen an einer chronisch 

obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Im Zeitpunkt der Begutachtung durch das ABI 

haben die lungenfunktionellen Befunde eine Ateminvalidität der Klasse 2 ergeben. Der 

pneumologische Gutachter Dr. Q.___ hat die Arbeitsfähigkeit in der angestammten 

Tätigkeit als Koch und in jeder vorwiegend mittelschweren bis schweren körperlichen 

Arbeit auf 0 % geschätzt. In körperlich vorwiegend leichten Tätigkeiten ohne Exposition 

mit Nässe-, Rauch- oder Kälte bestehe hingegen aus rein pneumologischer Sicht eine 

volle Arbeitsfähigkeit. Angesichts der erhobenen lungenfunktionellen Befunde und der 

Angaben des Beschwerdeführers, wonach er lediglich bei schnellem Gehen geradeaus 

oder beim Bergaufgehen unter Atemnot leide, überzeugt diese Einschätzung. Zu prüfen 

bleibt, ob sich die Atembeschwerden zwischen der Begutachtung (Oktober 2014) und 

dem Verfügungserlass (9. Februar 2015) verschlechtert haben. Die Neurologin Dr. T.___ 

hat in ihrem Bericht vom 1. April 2015 von einer schweren COPD (Gold III) gesprochen. 

Sie hat zudem erklärt, dass der Beschwerdeführer im Gegensatz zur Untersuchung am 

Vormittag Ende Februar 2015 am 23. März 2015 an einer massiven Dyspnoe gelitten 

habe. Der Beschwerdeführer hat bei der Untersuchung durch Dr. T.___ Ende Februar 

2015 noch keine Anzeichen für eine Verschlechterung der COPD gezeigt. Da die 

Verfügung am 9. Februar 2015 erlassen worden ist, wäre eine allfällige 

Verschlechterung der COPD im vorliegenden Verfahren nicht zu berücksichtigen. Im 

Übrigen vermag die Schlussfolgerung von Dr. W.___, der als Chirurg nicht über 

pneumologisches Fachwissen verfügt, dass der Beschwerdeführer wegen der COPD 

auch in jeder körperlich leichten Tätigkeit voll arbeitsunfähig sei, weil er an einem 

Nachmittag Atemprobleme beim Ausfüllen eines Tests gehabt habe, nicht zu 

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überzeugen. Es kann sich hierbei nämlich auch um eine vom ABI-Gutachter 

umschriebene, vorübergehende COPD-Exacerbation gehandelt haben. Der 

neurologische ABI-Gutachter Dr. O.___ hat als Folge des Alkoholabusus eine leichte 

Polyneuropathie festgestellt, welche sich in geminderten ASR (Achillessehnenreflex) 

und einer Pallhypästhesie (Verminderung des Vibrationsempfindens) manifestiere. Dr. 

O.___ hat die Arbeitsfähigkeit in quantitativer Hinsicht wegen einer verminderten 

Leistungsfähigkeit aus rein neurologischer Sicht auf 80 % geschätzt. Im Gegensatz zu 

Dr. O.___ hat Dr. T.___ bei ihrem neurologischen und elektrodiagnostischen Untersuch 

vom 26. Februar 2015 keine Hinweise für eine Polyneuropathie gefunden. Sie hat 

erklärt, dass die neurologische Untersuchung einige Diskrepanzen gezeigt habe, die 

auf eine nichtorganische Ursache der Problematik hindeuteten. Diese Beurteilung wird 

durch den Bericht der Klinik für Neurologie des KSSG vom 24. November 2011 

gestützt. Die Untersuchungen hatten damals weder klinisch-neurologisch noch 

elektrophysiologisch Hinweise auf eine Neuropathie der zum rechten Bein führenden 

Nerven ergeben. Zwar ist der Bericht des KSSG im Verfügungszeitpunkt bereits über 

drei Jahre alt gewesen. Die gesundheitlichen Beschwerden des Beschwerdeführers 

haben aber bereits damals bestanden. Demzufolge ist mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer 

nicht an einer Polyneuropathie leidet. Dr. O.___ und der Neuropsychologe lic. phil. 

P.___ haben sodann angegeben, dass leichte kognitive Beeinträchtigungen die 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers beeinflussten. Dr. T.___ hat am 23. März 2015 

eine kurze neuropsychologische Screening-Untersuchung durchgeführt und erklärt, 

dass die Untersuchung, ausser einer massiven Atemnot, die die Aufmerksamkeit des 

Beschwerdeführers beeinträchtigt habe, keine relevanten Auffälligkeiten/Pathologien 

gezeigt habe. Lic. phil. P.___ hat im Gutachten ausgeführt, dass das Testprofil wegen 

des aktiven Substanzgebrauchs (der Beschwerdeführer hatte am Morgen vor der 

neuropsychologischen Untersuchung 30 Tropfen Tramal eingenommen und es sei ein 

leichter Foetor alcoholicus wahrnehmbar gewesen, siehe S. 26 des Gutachtens) als 

nicht valide angesehen werden müsse. Die Arbeitsfähigkeit aus neuropsychologischer 

Sicht könne daher nicht abschliessend beurteilt werden. Dass die Gutachter trotzdem 

eine leichte kognitive Beeinträchtigung diagnostiziert haben, leuchtet nicht ein. Hinzu 

kommt, dass diese Diagnose gemäss dem Klassifikationssystem ICD-10 (F06.7) nur in 

Verbindung mit einer körperlichen Krankheit gestellt und bei Vorliegen einer anderen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/24

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psychischen oder Verhaltensstörung aus dem Abschnitt F10-F99 nicht verwendet 

werden sollte. Im vorliegenden Fall hat der psychiatrische ABI-Gutachter jedoch eine 

chronische Schmerzstörung (F45.41) diagnostiziert. Somit überzeugt auch die von den 

ABI-Gutachtern gestellte Diagnose einer leichten kognitiven Beeinträchtigung nicht. Mit 

Dr. T.___ ist somit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nicht an kognitiven Beeinträchtigungen leidet. Da der 

Beschwerdeführer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit weder an einer 

Polyneuropathie noch an kognitiven Beeinträchtigungen leidet, kann aus 

neurologischer Sicht nicht von einer um 20 % verminderten Leistungsfähigkeit 

ausgegangen werden.

2.3  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer wegen der COPD 

in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als ungelernter Koch zu 100 % arbeitsunfähig ist. In 

einer körperlich vorwiegend leichten Arbeit ohne Rauch-, Kälte- und Nässeexposition 

besteht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit. Wie 

nachfolgend aufzuzeigen sein wird, hätte der Beschwerdeführer auch keinen Anspruch 

auf eine Invalidenrente, wenn mit den ABI-Gutachtern von einer 20 %igen 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht ausgegangen würde.

2.4  In psychiatrischer Hinsicht hat der ABI-Gutachter Dr. M.___ eine 

Alkoholabhängigkeit, ständiger Substanzgebrauch (F10.25), und eine chronische 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41) mit einer 

funktionellen Gangstörung (R26.8) diagnostiziert. Nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung führt eine Alkoholabhängigkeit als solche nicht zu einer Invalidität im 

Sinne des Gesetzes. Sie wird im Rahmen der Invalidenversicherung erst relevant, wenn 

sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher oder 

geistiger, die Erwerbfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist, 

oder wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist, 

dem Krankheitswert zukommt (Urteil des Bundesgerichts vom 8. Oktober 2015, 

8C_582/2015 E. 2.2.1). Dr. M.___ hat der Alkoholabhängigkeit an sich daher zu Recht 

keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen. Dr. med. U.___, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, hat in seinem Bericht vom 28. April 2015 als vorläufige 

Diagnose eine dissoziative Bewegungsstörung (F44.4) (und einen schädlichen 

Gebrauch von Alkohol) angegeben. Dr. M.___ und RAD-Arzt Dr. R.___ haben erklärt, 

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dass für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit unerheblich sei, ob die geklagten 

Gangstörungen nun im Rahmen einer Symptomverdeutlichung bei einer 

Schmerzstörung oder als eigenständige dissoziative Störung klassifiziert würden (S. 16 

des Gutachtens und RAD-Stellungnahme vom 13. Oktober 2015). Diese Einschätzung 

leuchtet ein, da nicht die Diagnose an sich, sondern die Befunde und funktionellen 

Einschränkungen für die Arbeitsfähigkeitsschätzung entscheidend sind. Es kann somit 

offengelassen werden, ob der Beschwerdeführer an einer chronischen Schmerzstörung 

oder an einer dissoziativen Bewegungsstörung leidet.

2.4.1  Mit BGE 141 V 281 vom 3. Juni 2015 hat das Bundesgericht seine Praxis zur 

Beurteilung des Anspruchs auf eine Invalidenrente wegen somatoformer 

Schmerzstörungen und vergleichbarer psychosomatischer Leiden geändert (vgl. z.B. 

IV-Rundschreiben Nr. 334). Nach dem alten Verfahrensstandard eingeholte Gutachten 

haben durch die Praxisänderung nicht per se ihren Beweiswert verloren. Vielmehr ist im 

Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen 

Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes 

Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält. In jedem 

einzelnen Fall ist zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder 

gerichtlichen Sachverständigengutachten ‒ gegebenenfalls im Kontext mit weiteren 

fachärztlichen Berichten ‒ eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen 

Indikatoren erlauben oder nicht (BGE 141 V 281 E. 8). Nachfolgend ist somit zu prüfen, 

ob das ABI-Gutachten mit Bezug auf die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung 

mit somatischen und psychischen Faktoren eine schlüssige Beurteilung der 

verbleibenden Arbeitsfähigkeit im Lichte der neuen Rechtsprechung erlaubt.

2.4.2  Das Bundesgericht hat mit BGE 141 V 281 die bisherige Vermutung, dass der 

versicherten Person eine Willensanstrengung zuzumuten sei, mit welcher die Folgen 

einer somatoformen Schmerzstörung oder eines vergleichbaren psychosomatischen 

Leidens überwunden werden könnten, aufgegeben. Neu muss eine ergebnisoffene 

symmetrische Beurteilung anhand eines Kataloges von Indikatoren des tatsächlich 

erreichbaren Leistungsvermögens erfolgen. Die Handhabung des Katalogs muss stets 

den Umständen des Einzelfalls gerecht werden; es handelt sich nicht um eine 

"abhakbare Checkliste". Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren sind:

1.  Funktioneller Schweregrad:

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-  Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome;

-  Behandlungserfolg oder -resistenz;

-  Komorbiditäten;

-  "Persönlichkeit" (Persönlichkeitsentwicklung und -struktur, grundlegende psychische 

Funktionen);

-  sozialer Kontext.

2.  Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens):

-  Gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren 

Lebensbereichen (sozialer Rückzug, Ressourcen);

-  Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen;

-  Verhalten im Rahmen der beruflichen (Selbst-)Eingliederung.

Der Beschwerdeführer hat anlässlich der ABI-Begutachtung über Schmerzen in den 

Beinen und Mühe beim Gehen geklagt. Psychisch gehe es ihm gut. Der 

Beschwerdeführer hat erklärt, dass er am Morgen − nach der Einnahme von 30 Tropfen 

Tamal − relativ beschwerdefrei gehen könne. Seinen Tagesablauf hat er wie folgt 

geschildert: Er gehe um 23 Uhr ins Bett und stehe um 7:30 Uhr auf. In der Regel könne 

er gut schlafen. Nach dem Frühstück mache er einen zirka einstündigen Spaziergang 

mit den Hunden und erledige die Einkäufe. Er koche leidenschaftlich gerne. Vor allem 

am Wochenende nehme er sich Zeit, ein gutes Essen zu kochen. Auch nachmittags sei 

er mit den Hunden unterwegs. Wegen seiner Beinbeschwerden lege er sich am 

Nachmittag hin. Zudem fische er regelmässig. Mit seinem Leben sei er zufrieden. Der 

Beschwerdeführer gestaltet seinen Tagesablauf also sehr aktiv. Mit Ausnahme des 

Umstandes, dass er sich am Nachmittag jeweils eine Zeitlang hinlegt, ist nicht 

ersichtlich, dass ihn die Gehstörung im Alltag wesentlich beeinträchtigen würde. 

Insbesondere fällt auf, dass der Beschwerdeführer trotz der Gehstörung jeden Tag 

längere Spaziergänge unternimmt und Haushaltsaufgaben erledigt (Einkäufe, Kochen). 

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Die Ausprägung der geltend gemachten Gangstörung ist daher nicht als erheblich 

einzustufen. Der orthopädische ABI-Gutachter Dr. N.___ hat erklärt, dass das vom 

Beschwerdeführer demonstrierte Gangbild inkonstant gewesen sei (S. 21 des 

Gutachtens). Der psychiatrische Gutachter hat von einer Symptomverdeutlichung 

gesprochen. Bereits das Spital D.___ hatte in seinem Bericht vom 15. April 2011 

angegeben, dass die sensomotorischen Defizite nicht aufgetreten seien, wenn der 

Beschwerdeführer abgelenkt worden sei. Es bestehen somit Inkonsistenzen im 

Verhalten des Beschwerdeführers. Eine chronische körperliche Begleiterkrankung liegt 

nicht vor. Die Ärzte haben auch keine relevante psychische Komorbidität ausmachen 

können. Der Beschwerdeführer hat bis zum Verfügungserlass nie eine adäquate 

psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung absolviert. Die Behandlung bei Dr. 

B.___ im Jahr 2011 sei auf Anraten des KSSG erfolgt und lediglich vorübergehend 

gewesen. Dr. M.___ hat angegeben, dass das Scheitern aller therapeutischer 

Bemühungen im Wesentlichen damit zusammenhänge, dass der Beschwerdeführer 

aufgrund der ausgeprägten subjektiven Krankheitsüberzeugung wenig Motivation 

zeige, sich trotz allfälliger Restbeschwerden aktiv um seine Genesung zu bemühen und 

sich den Belastungen der Arbeitswelt wieder auszusetzen. Auch fänden sich keine 

schweren, lebensgeschichtlichen Belastungen. Dr. M.___ hat ausserdem keine 

Persönlichkeitsstörung diagnostizieren können, da eine solche sowohl die 

Arbeitsfähigkeit als auch die sozialen Beziehungen ab Eintritt ins Erwachsenenalter 

massiv beeinträchtigt hätte. Der Beschwerdeführer habe jedoch erst infolge der 

Scheidung und der massiven Alkoholabhängigkeit Schwierigkeiten an den 

Arbeitsplätzen bekommen. Zudem lebe er seit fünf Jahren mit seiner Partnerin 

zusammen, mit der er sich sehr gut verstehe (S. 17 des Gutachtens). Der 

Beschwerdeführer kann sich aufgrund der Beinstörung allenfalls eine einstündige 

sitzende Tätigkeit pro Tag vorstellen. Diese Einschätzung steht in Widerspruch zu 

seinem aktiven Tagesablauf. Eine Gangstörung schränkt eine Person beim Gehen und 

nicht beim Sitzen ein. Deshalb fehlt der Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers 

(sitzende Tätigkeit eine Stunde pro Tag) offensichtlich jede Objektivität. Insgesamt 

überzeugt die Einschätzung von Dr. M.___, dass es dem Beschwerdeführer aus 

psychiatrischer Sicht zugemutet werden kann, trotz der geklagten Beschwerden die 

nötige Willensanstrengung aufzubringen, um ganztags einer beruflichen Tätigkeit 

nachzugehen, auch unter Berücksichtigung der gemäss der neuen bundesgerichtlichen 

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Rechtsprechung relevanten Indikatoren. Der Beschwerdeführer leidet also mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht an einer die Arbeitsfähigkeit beeinflussenden 

somatoformen Störung.

2.4.3  Dr. J.___ hat in seinem Bericht vom 17. August 2012 unter anderem angegeben, 

dass der Beschwerdeführer an einem larvierten (sich über den Körper zeigenden) 

mittelgradigen depressiven Zustandsbild leide. Es handle sich hierbei um eine 

Hilflosigkeit, die sich über den Körper ausdrücke. Dr. M.___ hat hierzu ausgeführt, dass 

ihm diese Diagnose weit hergeholt scheine. Das Konzept der larvierten Depression sei 

überholt und habe bei der ICD-10 keinen Einzug gefunden. Da keine Depression 

vorhanden sei, könne eine Konversionsstörung nicht als Folge einer larvierten 

Depression angesehen werden. Zudem fehlten Hinweise auf unbewusste Konflikte, die 

sich im Symptom einer Konversionsstörung Geltung verschafft hätten. Die von Dr. 

M.___ angeführten Argumente überzeugen, zumal auch Dr. H.___ anlässlich seiner 

Untersuchung im Februar 2012 keine depressiven Symptome erhoben hat. Folglich ist 

davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer nicht an einem larvierten 

mittelgradigen depressiven Zustandsbild leidet.

2.4.4  Dr. M.___ hat die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht folgerichtig auf 100 

% geschätzt. Sie überzeugt, da keine psychiatrischen Erkrankungen mit Einfluss auf 

die Arbeitsfähigkeit vorliegen. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. M.___ stimmt 

auch mit jener von Dr. H.___ im Gutachten vom Februar 2012 überein, welcher keine 

Anhaltspunkte für ein psychiatrisches Leiden von Krankheitswert gefunden und eine 

100 %ige Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit attestiert hatte.

2.4.5  Zum Arbeitsversuch des Beschwerdeführers ist folgendes anzumerken: 

Einerseits hat es sich, worauf der RAD-Arzt zu Recht hingewiesen hat, zumindest bei 

der Tätigkeit in der Baulattenmalerei nicht um eine adaptierte Tätigkeit gehandelt. 

Andererseits sind bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung lediglich diejenigen 

Einschränkungen zu berücksichtigen, die objektivierbar sind. Die Beinbeschwerden, die 

den Beschwerdeführer subjektiv in seiner Arbeitsfähigkeit am meisten beeinträchtigen, 

sind dies gerade nicht. Daher ist die vom Beschwerdeführer gezeigte Leistung im 

Rahmen des Arbeitsversuchs nicht geeignet, etwas über seine objektive 

Arbeitsfähigkeit auszusagen.

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2.4.6  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer in seiner 

angestammten Tätigkeit als ungelernter Koch aus somatischen Gründen nicht mehr 

arbeitsfähig ist. In einer körperlich adaptierten Tätigkeit hat aber nie eine länger 

andauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden.

3. 

3.1  Somit bleibt noch der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene 

Einkommensvergleich zu überprüfen. Der Beschwerdeführer hat sich im Juli 2011 zum 

Leistungsbezug angemeldet. Er hätte somit gestützt auf Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens 

ab dem 1. Januar 2012 Anspruch auf eine IV-Rente. Der Beschwerdeführer hat keinen 

Beruf erlernt. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Aushilfskoch kann er 

gesundheitsbedingt nicht mehr ausüben. Die Tätigkeit als Aushilfskoch hat der 

Beschwerdeführer in einem unregelmässigen Pensum (50-100 %) verrichtet. Der 

Stundenlohn (inkl. 13. Monatslohn, ohne Ferien- und Feiertagsentschädigung) hat Fr. 

24.02 betragen. Die ehemalige Arbeitgeberin hat im Juni 2012 mitgeteilt, dass der 

Beschwerdeführer heute ohne gesundheitliche Beeinträchtigung in einem 100 %-

Pensum einen Bruttolohn von Fr. 4'172.-- verdienen würde. Unter Berücksichtigung 

eines 13. Monatslohnes hätte das Jahreseinkommen 2012 somit Fr. 54'236.-- 

betragen. Ein Hilfsarbeiter hat im selben Jahr, aufgerechnet auf eine betriebsübliche 

wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden, durchschnittlich Fr. 61'910.-- verdient 

(Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik, siehe Anhang 2 der IVG-

Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2015). Der Beschwerdeführer hat an 

seinem letzten Arbeitsplatz somit ein unterdurchschnittliches Einkommen erzielt. Es ist 

davon auszugehen, dass er nicht freiwillig zu einem unterdurchschnittlichen Lohn 

gearbeitet hat, sondern aufgrund der Wirtschaftslage keine besser bezahlte 

Arbeitsstelle gefunden hat. Dem Valideneinkommen ist daher nicht das zuletzt erzielte, 

unterdurchschnittliche Erwerbseinkommen als Aushilfskoch zugrunde zu legen, 

sondern der Lohn, den der Beschwerdeführer bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 

hätte erzielen können, nämlich der durchschnittliche Lohn eines Hilfsarbeiters. Der 

Beschwerdeführer hat keinen Beruf erlernt, weshalb als Invalidenkarriere ebenfalls nur 

eine Hilfsarbeit in Frage kommt. Da das Validen- und das Invalideneinkommen anhand 

des durchschnittlichen Einkommens eines Hilfsarbeiters zu ermitteln sind, erübrigt sich 

deren genaue Ermittlung, da der Invaliditätsgrad in solchen Fällen dem Grad der 

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Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzuges vom Tabellenlohn 

entspricht (sog. Prozentvergleich; vgl. etwa BGE 114 V 310 E. 3a). Bei einem 

Arbeitsunfähigkeitsgrad von 0 % beträgt der IV-Grad ebenfalls 0 %. Würde auf die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung des ABI abgestellt und von einer 20 %igen 

Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ausgegangen und zudem ein 10 %iger 

Tabellenlohnabzug gewährt, würde mit 28 % immer noch kein rentenauslösender IV-

Grad resultieren (20 % + [80 % x 0.1]).

3.2  Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.

4. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. 

Diese ist durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- gedeckt. Der 

Beschwerdeführer hat bei diesem Verfahrensausgang keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 

Der Beschwerdeführer hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese ist 

durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

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	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 09.09.2016
	Art. 28 IVG. Da kein rentenbegründender IV-Grad resultiert, hat der Versicherte keinen Anspruch auf eine IV-Rente. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. September 2016, IV 2015/86).

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		2025-07-19T07:58:07+0200
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