# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9f5fc821-8fea-5d60-9542-3892238e84c5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.10.2010 C-4456/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4456-2009_2010-10-15.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-4456/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 5 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Richter Michael Peterli (Vorsitz), 
Richter Francesco Parrino, 
Richter Johannes Frölicher, 
Gerichtsschreiberin Lucie Schafroth.

A._______, 
vertreten durch lic. iur. Gojko Reljic, 
Rechtsberatung für Ausländer, Go-Re-Ma, 
Quaderstrasse 18/2, 7000 Chur,
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

Invalidenrente.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-4456/2009

Sachverhalt:

A.
Die 1951 geborene serbische Staatsbürgerin A._______ arbeitete  in 
den Jahren 1976 bis 2004 in der Schweiz. In dieser Zeit  leistete sie 
obligatorische Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinter lassenen- 
und Invalidenversicherung (AHV/IV; act. 7). 

B.
Mit Schreiben vom 7. August 2006 fragte A._______, vertreten durch 
lic. iur.  Gojko Reljic,  die  IV-Stelle  für  Versicherte  im  Ausland  (nach-
folgend: IVSTA) an,  ob ihr  das beim serbischen Versicherungsträger 
eingereichte Gesuch um Gewährung einer Rente der schweizerischen 
Invalidenversicherung übermittelt worden sei (act. 2).

In ihrer Antwort vom 17. August 2006 führte die IVSTA aus, dass bis-
her kein Antrag auf Leistungen der schweizerischen Invalidenversiche-
rung eingegangen sei. Nach Eintreffen der Anmeldung werde sie eine 
Empfangsbestätigung versenden (act. 3).

C.
Am 4. Dezember 2006 informierte die IVSTA A._______, dass sie die 
Anmeldung zum Bezug von Leistungen der schweizerischen Invaliden-
versicherung erhalten habe (act. 6). 

D.
Der  IVSTA lagen  bei  der  Prüfung  des  Leistungsbegehrens  diverse 
medizinische  Berichte  aus  den  Jahren  2006  und  2007  vor,  welche 
A._______ im Wesentlichen eine Mitralklappeninsuffizienz (Grad I bis 
II), eine persistente absolute Arrhythmie, eine chronische ischämische 
Kardiomyopathie,  eine  arterielle  Hypertonie,  eine  cerebrovaskuläre 
Insuffizienz,  eine chronische Gastritis,  einen Status nach perkutaner 
Valvuloplastie im Jahre 1988, eine Stenosis ostii venosi sinistri, einen 
Status nach einer Ballondilatation der Mitralklappe, einen Status nach 
Mitralklappenersatz  am  23. November  2006,  Krampfadern  an  den 
Beinen  sowie  eine  Gonarthrose  lat.  sin.  attestierten.  Dr. med. 
B._______  kam  in  seinem  für  den  serbischen  Versicherungsträger 
erstellten Gutachten vom 31. Juli 2006 zum Schluss, dass A._______ 
seit dem Datum der Antragstellung, dem 12. September 2005, "völlig 
und dauernd"  arbeitsunfähig sei,  da sich die Beschwerden in letzter 
Zeit intensiviert hätten. Der Invaliditätsgrad betrage 80% (act. 20).

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Gestützt  darauf  diagnostizierte  Dr. med.  C._______  des  Regionalen 
Ärztlichen  Dienstes  (RAD)  Rhone  in  seiner  Stellungnahme  vom 
7. März 2008 einen Status nach Mitralklappenersatz (ICD 10 Z95.4),  
eine arterielle Hypertonie, eine linke Gonarthrose sowie Krampfadern 
an den unteren Gliedmassen und kam zum Schluss, dass A._______ 
aktuell in sämtlichen Tätigkeiten arbeitsfähig sei (act. 29).

E.
Mit  Vorbescheid vom 11. März 2008 teilte die IVSTA A._______ mit, 
dass keine ausreichende durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit während 
eines  Jahres  vorliege.  Trotz  des  Gesundheitsschadens  sei  eine 
Betätigung im bisherigen Aufgabenbereich noch immer in rentenaus-
schliessender Weise zumutbar. Es liege somit keine Invalidität vor, die 
einen  Rentenanspruch  zu  begründen  vermöge,  weshalb  das  Leis-
tungsbegehren voraussichtlich abgewiesen werden müsse (act. 30).

F.
In ihrem Einwand vom 25. März 2008 führte A._______ aus, dass sie 
sich bereits am 12. September 2005 – und nicht  wie von der IVSTA 
angegeben am 25. Oktober  2006  –  beim serbischen  Versicherungs-
träger  zum  Bezug  von  Leistungen  der  schweizerischen  Invaliden-
versicherung  angemeldet  habe,  was aus  der  medizinischen  Beurtei-
lung des serbischen Versicherungsträgers  vom 31. Juli  2006 hervor-
gehe. In dieser Beurteilung werde ihr  zudem ein Invaliditätsgrad von 
80% attestiert. Daher und mit  Blick auf  ihre gesundheitlichen Leiden 
könne nicht auf die Beurteilung von Dr. med. C._______ vom 7. März 
2008 abgestellt  werden; es sei eine interdisziplinäre Begutachtung in 
der Schweiz oder in Serbien durchzuführen (act.  46). Als Beweismittel 
reichte sie diverse medizinische Berichte aus den Jahren 1991, 1996, 
1999 bis 2001, 2003 und 2004 zu den Akten (act. 33 bis 45).

G.
Auf entsprechende Anfrage der IVSTA führte Dr. med. C._______ des 
RAD  Rhone  in  seiner  Stellungnahme  vom 9. Mai  2008  im  Wesent-
lichen aus,  es  sei  durchaus möglich  und aufgrund  der  vorliegenden 
medizinischen  Unterlagen  nachvollziehbar,  dass  A._______ am 
31. Juli  2006  arbeitsunfähig  gewesen  sei.  Im  Zeitpunkt  der  kardio-
logischen Untersuchung vom 3. Juli  2007 habe diese Arbeitsunfähig-
keit jedoch nicht mehr bestanden. Aufgrund der Akten sei unklar, wann 
die  Arbeitsunfähigkeit,  welche  am  31. Juli  2006  bestanden  habe, 
eingetreten sei. Diesbezüglich seien allfällige medizinische Unterlagen 

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von 2004 bis November 2006 einzuholen. Da sich seine Beurteilung 
vom 7. März 2008 auf  den damals aktuellsten Untersuchungsbericht 
vom 3. Juli  2007 gestützt habe, seien zudem allfällige kardiologische 
Unterlagen neueren Datums einzufordern (act. 48).

Mit  Eingabe vom 4. August 2008 (act. 55) reichte A._______ weitere 
kardiologische Unterlagen neueren Datums zu den Akten (act. 50 bis 
54).

In  seiner  Stellungnahme  vom  17. Dezember  2008  kam  Dr. med. 
C._______  nach  Würdigung  der  vorliegenden  medizinischen  Unter-
lagen  zum Schluss,  dass  A._______  in  der  bisherigen  Tätigkeit,  in 
Haushaltstätigkeiten  sowie  in  einer  angepassten  Tätigkeit  vom 
12. September  2005  bis  zum  28. Februar  2007  zu  100%  arbeits-
unfähig  gewesen  sei.  Aufgrund  des  guten  Verlaufs  seit  dem  Mitral-
klappenersatz könne sie sämtliche Tätigkeiten seit dem 1. März 2007 
wieder vollschichtig ausüben (act. 57). 

H.
Mit neuem Vorbescheid vom 17. März 2009 – welcher denjenigen vom 
11. März 2008 ersetzte – teilte die IVSTA A._______ mit, dass es sich 
vorliegend um eine Gesundheitsbeeinträchtigung handle, die seit dem 
12. September  2005  eine  Einschränkung  im  bisherigen  Auf-
gabenbereich  von 100% verursache,  weshalb  ab  dem 1. September 
2006 Anspruch auf eine ganze Rente bestünde. Ab dem 28. Februar 
2007 wäre eine Betätigung im bisherigen Aufgabenbereich wieder zu 
mehr  als  60%  zumutbar,  weshalb  nach  dem  31. Mai  2007  kein 
Anspruch mehr auf eine Rente bestünde (act. 58).

I.
Am  23. März  2009  teilte  A._______  der  IVSTA  mit,  dass  sie  mit 
diesem Vorbescheid nicht einverstanden sei. Gleichzeitig ersuchte sie 
um Zustellung der Aktenkopien nach dem 19. März 2008 (act. 63).

J.
Mit  Verfügung  vom 18. Juni  2009  sprach  die  IVSTA A._______ mit 
Wirkung  vom 1. September  2006  bis  zum 31. Mai  2007  eine  ganze 
Invalidenrente inkl. Verzugszinsen zu (act. 60 bis 62).

K.
Mit  Schreiben vom 22. Juni  2009 ersuchte A._______ unter  Verweis 
auf ihre Anfrage vom 23. März 2009 erneut um Akteneinsicht (act. 64). 

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Am 1. Juli 2009 übermittelte ihr die IVSTA die seit dem 19. März 2008 
eingegangenen Akten (act. 65).

L.
Gegen  die  Verfügung  vom  18. Juni  2009  erhob  A._______ (nach-
folgend: Beschwerdeführerin), vertreten durch lic. iur. Gojko Reljic, mit 
Eingabe  vom  10. Juli  2009  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungs-
gericht und beantragte sinngemäss die Aufhebung der Verfügung und 
die  Gewährung  einer  unbefristeten  ganzen  Invalidenrente  ab  dem 
1. Februar 2006; eventualiter die Rückweisung der Sache zur weiteren 
Abklärung an die IVSTA. Zur Begründung führte sie insbesondere aus, 
dass  sie  seit  Februar  2005  für  sämtliche  Tätigkeiten  zu  mindestens 
70%  arbeitsunfähig  sei,  was  aus  der  ausführlichen  medizinischen 
Dokumentation hervorgehe. Trotz der verschiedenen gesundheitlichen 
Leiden  habe  die  Vorinstanz  die  Beurteilung  bei  einem  Arzt  für 
Allgemeinmedizin  und  nicht  bei  den  entsprechenden  Fachärzten 
eingeholt. Mit einer interdisziplinären Untersuchung in der Schweiz sei  
sie einverstanden. Entgegen der Angabe auf der angefochtenen Ver-
fügung habe sie sich bereits am 12. September 2005 beim serbischen 
Versicherungsträger  angemeldet. Zudem seien ihr  die mit  Schreiben 
vom 23. März  2009  und  22. Juni  2009  einverlangten  Akten  erst  am 
8. Juli  2009  zur  Einsichtnahme  zugestellt  worden.  Als  Beweismittel 
reichte  sie  zwei  aktuelle  Kurzatteste  von  behandelnden  Ärzten  ein, 
welche  ihr  nebst  den  bisher  gestellten  Diagnosen  eine  chronische 
Polyarthritis attestierten.

M.
Am  14. Juli  2009  forderte  der  zuständige  Instruktionsrichter  die 
Beschwerdeführerin  auf,  einen  Kostenvorschuss  von Fr. 400.-  in  der 
Höhe der mutmasslichen Verfahrenskosten zu leisten. Der einverlangte 
Kostenvorschuss ging am 17. Juli 2009 bei der Gerichtskasse ein.

N.
Mit Vernehmlassung vom 26. Oktober 2009 beantragte die IVSTA die 
Abweisung  der  Beschwerde und  die  Bestätigung  der  angefochtenen 
Verfügung. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass die 
"heimatärztlichen" Untersuchungsberichte seit dem operativen Eingriff  
im  November  2006  einen  günstigen  Heilungsverlauf  sowie  einen 
normalisierenden Zustand ergeben hätten. Daher sei die Beschwerde-
führerin in haushälterischen Tätigkeiten ab dem 28. Februar 2007 (drei 
Monate  nach  dem  Eingriff)  wieder  arbeitsfähig.  Der  Beginn  der 

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Arbeitsfähigkeit  datiere  vom  12. September  2005,  weshalb  der 
Anspruch auf eine Invalidenrente nach einjähriger Wartefrist zu Recht 
mit Zahlungsbeginn am 1. September 2006 entstanden sei. Eine ver-
spätete  Anmeldung liege nicht  vor,  weshalb  sich  auch eine Prüfung 
der Erstanmeldung erübrige. 

O.
Mit  Replik  vom 9. November  2009  hielt  die  Beschwerdeführerin  ihre 
bisher gestellten Anträge aufrecht.

P.
Mit  Duplik  vom  11. Januar  2010  wiederholte  die  IVSTA ihre  bisher 
gestellten Anträgen.

Q.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unter -
lagen wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  in  Verbindung  mit  Art. 33  Bst. d  VGG  und 
Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-
rung vom 19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) beurteilt das Bundesverwal-
tungsgericht  Beschwerden  von  Personen  im  Ausland  gegen  Verfü-
gungen der  IVSTA. Eine Ausnahme im Sinne  von Art. 32  VGG liegt 
nicht vor.

1.2 Das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  richtet  sich 
nach  dem  VwVG,  soweit  das  VGG  nichts  anderes  bestimmt  (vgl. 
Art. 37 VGG). Gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG bleiben in sozialversiche-
rungsrechtlichen  Verfahren  die  besonderen  Bestimmungen  des 
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG, SR 830.1) vorbehalten. Gemäss 
Art. 2 ATSG sind die Bestimmungen dieses Gesetzes auf die bundes-
gesetzlich  geregelten  Sozialversicherungen  anwendbar,  wenn  und 
soweit  die  einzelnen  Sozialversicherungsgesetze es  vorsehen. Nach 

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Art. 1  des  Bundesgesetzes  vom  19. Juni  1959  über  die  Invaliden-
versicherung (IVG, SR 831.20) sind die Bestimmungen des ATSG auf 
die Invalidenversicherung anwendbar (Art. 1a bis 70 IVG), soweit das 
IVG nicht  ausdrücklich  eine  Abweichung  vom ATSG vorsieht.  Dabei 
finden  nach  den  allgemeinen  intertemporalrechtlichen  Regeln  in 
formellrechtlicher  Hinsicht  mangels  anderslautender  Übergangs-
bestimmungen  grundsätzlich  diejenigen  Rechtssätze  Anwendung, 
welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 
130 V 1 E. 3.2).

1.3 Die Beschwerdeführerin ist durch die angefochtene Verfügung be-
rührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder 
Änderung, so dass sie im Sinne von Art. 59 ATSG beschwerdelegiti-
miert ist.

1.4 Da  die  Beschwerde  im  Übrigen  frist-  und  formgerecht  (Art.  60 
ATSG und Art. 52 VwVG) eingereicht  und der  Kostenvorschuss frist-
gerecht geleistet wurde, ist darauf einzutreten.

2.
Die Beschwerdeführerin  macht  beschwerdeweise geltend,  die  IVSTA 
habe ihr die mit Schreiben vom 23. März 2009 und 22. Juni 2009 zur 
Einsichtnahme  einverlangten  Akten  erst  am  8. Juli  2009  zugestellt. 
Damit rügt sie implizit eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches 
Gehör.

Mit  Blick  auf  den  Verfahrensausgang  kann  diese  Frage  vorliegend 
jedoch offenbleiben, denn wie sich im Folgenden zeigen wird, hat die 
Vorinstanz  den  Sachverhalt  nicht  genügend  erstellt,  weshalb  die 
Sache an die IVSTA zurückzuweisen ist (vgl. E. 5.3 hiernach).

3.

3.1 Nach  dem  Zerfall  der  Föderativen  Volksrepublik  Jugoslawien 
blieben  zunächst  die  Bestimmungen  des  Abkommens  zwischen  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Föderativen  Volks-
republik  Jugoslawien  über  Sozialversicherung  vom  8. Juni  1962 
(SR 0.831.109.818.1)  für  alle  Staatsangehörigen  des  ehemaligen 
Jugoslawiens anwendbar (BGE 126 V 203 E. 2b, 122 V 382 E. 1, 119 V 
101 E. 3). Zwischenzeitlich hat die Schweiz mit Nachfolgestaaten des 
ehemaligen  Jugoslawiens  (Kroatien,  Slowenien  und  Mazedonien), 
nicht  aber  mit  Serbien oder  mit  dem Kosovo, neue Abkommen über 

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Soziale  Sicherheit  abgeschlossen.  Für  die  Beschwerdeführerin  als 
Bürgerin  von  Serbien  findet  demnach  weiterhin  das  schweizerisch-
jugoslawische  Sozialversicherungsabkommen  vom  8. Juni  1962 
Anwendung.  Nach  Art. 2  dieses  Abkommens  stehen  die  Staats-
angehörigen der Vertragsstaaten in  ihren Rechten und Pflichten aus 
den in Art. 1 genannten Rechtsvorschriften, zu welchen die schweize-
rische  Bundesgesetzgebung  über  die  Invalidenversicherung  gehört, 
einander gleich, soweit nichts anderes bestimmt ist. 

Bestimmungen,  die  hinsichtlich  der  Voraussetzungen  des  Anspruchs 
auf  eine  schweizerische  Invalidenrente  und  der  anwendbaren  Ver-
fahrensbestimmungen von dem in Art. 2 des Abkommens aufgestellten 
Grundsatz  der  Gleichstellung  abweichen,  finden  sich  weder  im 
Abkommen  selbst  noch  in  den  seitherigen  schweizerisch-jugosla-
wischen Vereinbarungen. Die Frage, ob und gegebenenfalls ab wann 
ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistungen der IV besteht, 
bestimmt sich demnach allein aufgrund der schweizerischen Rechts-
vorschriften  resp.  des  IVG,  der  Verordnung  über  die  Invaliden-
versicherung  vom  17.  Januar  1961  (IVV,  SR  832.201),  des  ATSG 
sowie der Verordnung vom 11. September 2002 über den Allgemeinen 
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV, SR 830.11; vgl. BGE 130 V 
253 E. 2.4).

3.2 In  materiellrechtlicher  Hinsicht  sind  grundsätzlich  diejenigen 
Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen 
führenden Sachverhalts  Geltung haben (BGE 130 V 329 E. 2.3). Ein 
allfälliger Leistungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel 
aufgrund  der  bisherigen  und  ab  diesem  Zeitpunkt  nach  den  neuen 
Normen zu prüfen (pro rata temporis; BGE 130 V 445).

Nach  der  Rechtsprechung  stellt  das  Sozialversicherungsgericht  bei 
der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeit -
punkt des Erlasses der streitigen Verfügung (hier: 18. Juni 2009) ein-
getretenen Sachverhalt  ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit  Hinweisen). Tat-
sachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Nor-
malfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 121 
V 362 E. 1b). 

3.3 Bei den materiellen Bestimmungen des IVG und der Verordnung 
über  die  Invalidenversicherung  vom  17. Januar  1961  (IVV, 
SR 831.201)  ist  auf  die  Fassung gemäss den am 1. Januar  2004 in 
Kraft getretenen Änderungen (4. IV-Revision; AS 2003 3837) abzustel-

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len. Soweit ein Rentenanspruch ab dem 1. Januar 2008 zu prüfen ist, 
sind weiter die mit der 5. IV-Revision zu diesem Zeitpunkt in Kraft ge-
tretenen  Gesetzes-  und  Verordnungsänderungen  zu  beachten 
(AS 2007 5129 und AS 2007 5155).

4.

4.1 Gemäss Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG ist Inva-
lidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze 
oder  teilweise  Erwerbsunfähigkeit  als  Folge  von  Geburtsgebrechen, 
Krankheit oder Unfall.

Art. 7  ATSG definiert  die  Erwerbsunfähigkeit  als  durch  Beeinträchti-
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur-
sachten und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei-
benden ganzen oder teilweisen Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt.

Arbeitsunfähigkeit  ist  die  durch  Beeinträchtigung  der  körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise 
Unfähigkeit,  im  bisherigen  Beruf  oder  Aufgabenbereich  zumutbare 
Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit 
in  einem anderen  Beruf  oder  Aufgabenbereich  berücksichtigt  (Art.  6 
ATSG). 

4.2 Anspruch auf eine ordentliche Rente haben gemäss Art. 36 Abs. 1 
IVG  in  der  bis  31. Dezember  2007  gültig  gewesenen  Fassung  die 
rentenberechtigten Versicherten, die bei Eintritt der Invalidität während 
mindestens eines vollen Jahres Beiträge an die schweizerische Sozial-
versicherung  geleistet  haben. Meldet  sich  ein  Versicherter  mehr  als 
zwölf  Monate  nach  Entstehen  des  Anspruchs  an,  so  werden  die 
Leistungen in Abweichung von Art. 24  Abs. 1 ATSG lediglich für  die 
zwölf  der  Anmeldung  vorangehenden  Monate  ausgerichtet  (Art.  48 
Abs. 2 IVG in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung).

Die Beschwerdeführerin hat unbestrittenermassen während mehr als 
einem  Jahr  Beiträge  an  die  schweizerische  Alters-,  Hinterlassenen- 
und  Invalidenversicherung  geleistet,  so  dass  die  Voraussetzung  der 
Mindestbeitragsdauer für den Anspruch auf eine ordentliche Invaliden-
rente erfüllt ist.

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4.3 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente besteht bei einem IV-Grad 
von mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente bei mindestens 60%, 
auf eine halbe Rente bei mindestens 50% sowie auf eine Viertelsrente 
bei  mindestens 40% (Art. 28  Abs. 1 IVG [4. IV-Revision]  und Art. 28 
Abs. 2 IVG [5. IV-Revision]).

Gemäss Art. 28 Abs. 1ter IVG (respektive Art. 29 Abs. 4 IVG in der seit 
1. Januar 2008 geltenden Fassung) werden Renten, die einem Invalidi-
tätsgrad von weniger als 50% entsprechen, jedoch nur an Versicherte 
ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 
ATSG)  in  der  Schweiz  haben,  soweit  nicht  völkerrechtliche  Verein-
barungen eine abweichende Regelung vorsehen, was für Serbien nicht 
der Fall ist.

Der Rentenanspruch nach Art. 28 IVG entsteht nach den Vorschriften 
der 4. IV-Revision frühestens in dem Zeitpunkt, in dem der Versicherte 
mindestens zu 40% bleibend erwerbsunfähig (Art. 7 ATSG) geworden 
ist  (Art. 29  Abs. 1  lit. a  IVG  [4. IV-Revision])  oder  während  eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 
40% arbeitsunfähig  (Art. 6  ATSG)  gewesen  war  (Art. 29  Abs. 1  lit. b 
IVG [4. IV-Revision]). 

Nach den Bestimmungen der 5. IV-Revision haben Anspruch auf eine 
Rente Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungs-
massnahmen  wieder  herstellen,  erhalten  oder  verbessern  können, 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf  dieses Jahres  zu mindestens 40% invalid  (Art. 8  ATSG) sind 
(Art. 28 Abs. 1 lit. a - c IVG [5. IV-Revision]). 

4.4 Für  die  Bestimmung  des  Invaliditätsgrades  wird  das  Erwerbs-
einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und 
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-
gliederungsmassnahmen durch eine ihr  zumutbare Tätigkeit  bei aus-
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invaliden-
einkommen),  in  Beziehung gesetzt  zum Erwerbseinkommen, das sie 
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes 
Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und 
im Beschwerdeverfahren das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die 

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der Arzt und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben.

Aufgabe des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 
Tätigkeiten  der  Versicherte  arbeitsunfähig  ist.  Im  Weiteren  sind  die 
ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen dem Versicherten konkret noch zuge-
mutet werden können. Es sind demnach nicht nur die Erwerbsmöglich-
keiten im angestammten Beruf, sondern auch in zumutbaren Verwei-
sungstätigkeiten zu prüfen (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c mit 
Hinweisen; ZAK 1991 S. 319 E. 1c).

Nicht  als  Folgen  eines  Gesundheitsschadens  und  damit  invaliden-
versicherungsrechtlich nicht  als  relevant  gelten Einschränkungen der 
Erwerbsfähigkeit,  welche die versicherte Person bei  Aufbietung allen 
guten Willens,  die  verbleibende Leistungsfähigkeit  zu  verwerten,  ab-
wenden könnte (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen). Aufgrund des im 
gesamten Sozialversicherungsrecht geltenden Grundsatzes der Scha-
denminderungspflicht  ist  ein  in  seinem  bisherigen  Tätigkeitsbereich 
dauernd arbeitsunfähiger Versicherter gehalten, innert nützlicher Frist 
Arbeit  in  einem anderen Berufs-  oder  Erwerbszweig  zu suchen  und 
anzunehmen, soweit sie möglich und zumutbar erscheint (BGE 113 V 
28 E. 4a, 111 V 239 E. 2a).

Deshalb ist es am behandelnden Arzt bzw. am Vertrauensarzt einer IV-
Stelle zu entscheiden, in welchem Ausmass ein Versicherter seine ver-
bliebene  Arbeitsfähigkeit  bei  zumutbarer  Tätigkeit  und  zumutbarem 
Einsatz auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwerten kann. Diese 
sogenannte  Verweisungstätigkeit  hat  sich  der  Versicherte  anrechnen 
zu  lassen  (leidensangepasste  Verweisungstätigkeit;  ZAK 1986 
S. 204 f.).

4.5 Die  Verwaltung  und  im  Beschwerdefall  das  Gericht  haben  die 
medizinischen  Unterlagen  nach  dem  Grundsatz  der  freien  Beweis-
würdigung – wie alle anderen Beweismittel  – frei,  d.h. ohne Bindung 
an  förmliche  Beweisregeln,  sowie  umfassend  und  pflichtgemäss  zu 
würdigen. Dies  bedeutet  für  das  Gericht,  dass  es  alle  Beweismittel, 
unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu 
entscheiden  hat,  ob  die  verfügbaren  Unterlagen  eine  zuverlässige 
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere 
darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 

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Prozess  nicht  erledigen,  ohne  das  gesamte  Beweismaterial  zu  wür-
digen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf 
die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes 
eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 
Belange umfassend ist,  auf  allseitigen Untersuchungen beruht,  auch 
die  geklagten Beschwerden berücksichtigt,  in  Kenntnis  der  Vorakten 
(Anamnese)  abgegeben  worden  ist,  in  der  Darlegung  der  medizini-
schen  Zusammenhänge  und  in  der  Beurteilung  der  medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder 
des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist 
grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die 
Bezeichnung der  eingereichten oder  in  Auftrag gegebenen Stellung-
nahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a, BGE 122 V 
157 E. 1c). 

4.6 Wird rückwirkend eine abgestufte und/oder eine befristete Rente 
zugesprochen,  sind  nach  der  Rechtsprechung  die  für  eine  Renten-
revision  massgebenden  Grundsätze  zu  beachten  (BGE  125  V  413 
E. 2d, BGE 109 V 125).

4.6.1 Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG wird die Rente von Amtes wegen 
oder  auf  Gesuch hin  für  die  Zukunft  entsprechend erhöht,  herabge-
setzt oder aufgehoben, sofern sich der Invaliditätsgrad einer Renten-
bezügerin  oder  eines  Rentenbezügers  erheblich  ändert.  Anlass  zur 
Rentenrevision  gibt  jede  wesentliche  Änderung  in  den  tatsächlichen 
Verhältnissen,  die  geeignet  ist,  den  Invaliditätsgrad  und  damit  den 
Rentenanspruch zu beeinflussen. Eine Invalidenrente ist  demgemäss 
nicht  nur  bei  einer  wesentlichen  Veränderung  des  Gesundheits-
zustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen 
Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes 
erheblich  verändert  haben (BGE 130 V 343 E. 3.5,  BGE 117 V 198 
E. 3b mit  Hinweisen). Dagegen stellt  nach ständiger Rechtsprechung 
die  bloss  unterschiedliche  Beurteilung  der  Auswirkungen  eines  im 
Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die 
Arbeitsfähigkeit  für  sich  allein  genommen keinen  Revisionsgrund  im 
Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteil des Bundesgerichts [BGer] 
9C_552/2007 vom 17. Januar 2008 E. 3.1.2; Sozialversicherungsrecht 
- Rechtsprechung [SVR] 2004 IV Nr. 5 E. 2 [I 574/02]; AHI 2002 S. 65 
E. 2  [I  82/01];  vgl. auch BGE 112 V  371 E. 2b mit  Hinweisen; SVR 
1996 IV Nr. 70 S. 204 E. 3a).

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4.6.2 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich  im  Aufgabenbereich  zu  betätigen,  ist  die  anspruchsbeeinflus-
sende Änderung für  die Herabsetzung oder  Aufhebung der Leistung 
von  dem  Zeitpunkt  an  zu  berücksichtigen,  in  dem  angenommen 
werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist 
in  jedem  Fall  zu  berücksichtigen,  nachdem  sie  ohne  wesentliche 
Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiter-
hin andauern wird (Art. 88a Abs. 1 IVV).

5.
Die Beschwerdeführerin beantragt  die Aufhebung der angefochtenen 
Verfügung  nur  soweit  ihr  keine  unbefristete  Invalidenrente  ab  dem 
1. Februar 2006 zugesprochen wurde.

5.1 Streitgegenstand  im  System  der  nachträglichen  Verwaltungs-
rechtspflege ist das Rechtsverhältnis, welches – im Rahmen des durch 
die Verfügung bestimmten Anfechtungsgegenstandes – den aufgrund 
der  Beschwerdebegehren  effektiv  angefochtenen  Verfügungsgegen-
stand  bildet.  Anfechtungs-  und  Streitgegenstand  sind  danach 
identisch,  wenn  die  Verwaltungsverfügung  insgesamt  angefochten 
wird; bezieht sich demgegenüber die Beschwerde nur auf einzelne der 
durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisse, gehören die nicht 
beanstandeten  –  verfügungsweise festgelegten  –  Rechtsverhältnisse 
zwar wohl zum Anfechtungs-  nicht  aber zum Streitgegenstand (BGE 
125 V 413 E. 1b in Verbindung mit E. 2a). Wird gleichzeitig eine Rente 
zugesprochen und diese revisionsweise, in sinngemässer Anwendung 
von Art. 17 Abs. 1 ATSG und Art. 88a IVV, herauf- oder herabgesetzt 
oder  aufgehoben,  liegt  ein zwar  komplexes,  im Wesentlichen jedoch 
einzig  durch  die  Höhe  der  Leistung  und  die  Anspruchsperioden 
definiertes Rechtsverhältnis vor. Der Umstand allein, dass Umfang und 
allenfalls Dauer des Rentenanspruchs über den verfügungsweise ge-
regelten Zeitraum hinweg variieren, ist unter anfechtungs- und streit -
gegenständlichem  Gesichtspunkt  belanglos.  Wird  nur  die  Abstufung 
oder  die  Befristung  der  Leistungen  angefochten,  wird  damit  die 
gerichtliche Überprüfungsbefugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, 
dass unbestritten gebliebene Bezugszeiten von der Beurteilung aus-
geklammert bleiben (BGE 125 V 413 E. 2d, vgl. auch BGE 131 V 164 
E. 2).

5.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe sich bereits am 
12. September  2005 –  und nicht  wie  von der  IVSTA angegeben am 

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25. Oktober 2006 – beim serbischen Versicherungsträger zum Bezug 
von Leistungen der  schweizerischen Invalidenversicherung  angemel-
det.  Gleichzeitig  führt  sie  aus,  der  Beginn  der  Arbeitsunfähigkeit  in 
sämtlichen Tätigkeiten von mindestens 70% bestehe nicht wie von der 
IVSTA angenommen seit  dem 12. September  2005,  sondern  bereits 
seit Februar 2005. 

5.2.1 Da – wie sich nachfolgend zeigen wird – der Beginn der Arbeits-
unfähigkeit  vorliegend ungenügend erstellt  ist,  erweist sich entgegen 
der Auffassung der  IVSTA eine Überprüfung des genauen Anmelde-
datums als notwendig. 

5.2.2 Wie  zuvor  ausgeführt,  werden  die  Leistungen  in  Abweichung 
von Art. 24 Abs. 1 ATSG lediglich für die zwölf der Anmeldung voran-
gehenden Monate ausgerichtet,  wenn sich ein Versicherter  mehr als 
zwölf  Monate  nach  Entstehen  des  Anspruchs  anmeldet  (vgl.  E.  4.2 
hiervor). Es wird  somit  auf  den Zeitpunkt  der  Anmeldung abgestellt.  
Massgebend  ist  demnach  die  Einreichung  des  Gesuchs  beim 
Versicherungsträger. 

Wird eine Anmeldung nicht formgerecht oder bei einer unzuständigen 
Stelle eingereicht, so ist für die Einhaltung der Fristen und für die an 
die  Anmeldung  geknüpften  Rechtswirkungen  trotzdem der  Zeitpunkt 
massgebend,  in  dem  sie  der  Post  übergeben  oder  bei  der  unzu-
ständigen  Stelle  eingereicht  wird  (Art. 29  Abs. 3  ATSG;  Urteil  des 
BGer C 272/03 vom 9. Juli 2004 E. 2.3).

5.2.3 Gemäss  Art. 4  Abs. 1  der  Verwaltungsvereinbarung  betreffend 
die  Durchführung  des  Abkommens  zwischen  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  und  der  Föderativen  Volksrepublik  Jugoslawien 
über  Sozialversicherung  vom 5. Juli  1963  (SR 0.831.109.881.12)  ist 
das Leistungsgesuch bei der zuständigen Landesanstalt einzureichen. 
Unter Abs. 3 ist zudem ausgeführt, dass die zuständige Landesanstalt 
das Datum des Eingangs auf dem Rentengesuch vermerkt.

5.2.4 Das  sozialversicherungsrechtliche  Verfahren  ist  vom  Untersu-
chungsgrundsatz beherrscht  (Art. 43 ATSG). Danach hat  die Verwal-
tung und im Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für 
die richtige und vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts 
zu  sorgen. Dieser  Grundsatz gilt  indessen nicht  uneingeschränkt; er 
findet zum einen sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien 

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(Art. 28 ff. ATSG; BGE 125 V 195 E. 2, BGE 122 V 158 E. 1a, je mit  
Hinweisen). 

Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer 
Beweisführungslast  begriffsnotwendig  aus.  Im  sozialversicherungs-
rechtlichen  Verfahren  tragen  mithin  die  Parteien  in  der  Regel  eine 
Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid 
zu  Ungunsten  jener  Partei  ausfällt,  die  aus  dem  unbewiesen 
gebliebenen  Sachverhalt  Rechte  ableiten  wollte.  Diese  Beweisregel 
greift  allerdings  erst  Platz,  wenn  es  sich  als  unmöglich  erweist,  im 
Rahmen  des  Untersuchungsgrundsatzes  auf  Grund  einer  Beweis-
würdigung  einen  Sachverhalt  zu  ermitteln,  der  zumindest  die  Wahr-
scheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 
264 E. 3b mit Hinweisen).

5.2.5 Vorliegend hat der serbische Versicherungsträger das Eingangs-
datum nicht auf dem Anmeldeformular YU/CH 4 vermerkt (vgl. act.  4, 
rechte Spalte). Am 25. Oktober 2006 wurde das Anmeldeformular vom 
zuständigen  Sachbearbeiter  des  serbischen  Versicherungsträgers 
unterzeichnet  (act. 4).  Die  IVSTA  stützt  sich  vorliegend  auf  dieses 
Datum. 

Mit  Schreiben  vom 7. August  2006  (Eingangsdatum  bei  der  IVSTA: 
8. August 2006) fragte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin die 
IVSTA  an,  ob  ihr  das  beim  serbischen  Versicherungsträger  einge-
reichte  Gesuch  um  Gewährung  einer  Rente  der  schweizerischen 
Invalidenversicherung zugestellt worden sei (act. 2). Dieses Schreiben 
lässt darauf schliessen, dass die Beschwerdeführerin das Leistungs-
begehren bereits vor dem 7. August 2006 beim serbischen Versiche-
rungsträger eingereicht hat. Ferner geht daraus auch der Anmeldewille 
der  Beschwerdeführerin  hervor,  zumal  es  den  Titel  "Gesuch  um IV-
Leistungen"  trägt.  Der  IVSTA lag  somit  im August  2006  mindestens 
eine nicht formgerechte Anmeldung der Beschwerdeführerin im Sinne 
von  Art. 29  Abs. 3  ATSG vor,  weshalb  feststeht,  dass  das  von  der 
IVSTA  vermerkte  Anmeldedatum  vom  25. Oktober  2006  nicht  der 
Wirklichkeit entsprechen kann (vgl. E. 5.1.2 hiervor). 

Hinzu kommt, dass die sich in den Akten befindliche Übersetzung des 
Gutachtens  von  Dr. med. B._______  vom 31. Juli  2006  (act. 20)  als 
Datum der Antragstellung den 12. September 2005 aufführt. Unklar ist 
jedoch,  ob  es  sich  dabei  um  die  Anmeldung  zum  Bezug  einer 
serbischen oder schweizerischen Invalidenrente handelt. 

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5.2.6 Aufgrund  der  Akten  ist  somit  nicht  ersichtlich,  an  welchem 
Datum die Beschwerdeführerin die Anmeldung zum Bezug von Leis-
tungen  der  schweizerischen  Invalidenversicherung  beim  serbischen 
Versicherungsträger  eingereicht  hat.  Zudem  ist  nicht  aktenkundig, 
dass  die  IVSTA via  serbischen  Versicherungsträger  das  Datum  der 
Anmeldung  zu  ermitteln  versucht  hat,  obwohl  ihr  dies  gemäss 
schweizerisch-jugoslawische Sozialversicherungsabkommen durchaus 
möglich  gewesen  wäre  (vgl.  Art. 40  der  Verwaltungsvereinbarung 
betreffend die Durchführung des Abkommens zwischen der Schweize-
rischen  Eidgenossenschaft  und  der  Föderativen  Volksrepublik  Jugo-
slawien über Sozialversicherung vom 5. Juli 1963). 

5.3

5.3.1 Die angefochtene Verfügung der IVSTA vom 18. Juni 2009 stützt 
sich auf die Stellungnahme von Dr. med. C._______ vom 17. Dezem-
ber 2008, wonach die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit, 
in  Haushaltstätigkeiten  sowie  in  einer  angepassten  Tätigkeit  vom 
12. September  2005  bis  zum  28. Februar  2007  zu  100%  arbeits-
unfähig  gewesen  sei.  Aufgrund  des  guten  Verlaufs  seit  dem  Mitral-
klappenersatz könne sie sämtliche Tätigkeiten seit dem 1. März 2007 
wieder vollschichtig ausüben (act. 57). 

Hinsichtlich des Beginns der  Arbeitsunfähigkeit  stützte  sich Dr. med. 
C._______  auf  das  Gutachten  von Dr. med. B._______ vom 31. Juli 
2006  (act. 20).  Dieser  habe  als  Beginn  der  Arbeitsunfähigkeit  das 
Datum  seines  Gutachtens,  den  12. September  2005,  angegeben, 
weshalb dieses Datum als Beginn der Arbeitsunfähigkeit für sämtliche 
Tätigkeiten bis zum 28. Februar 2007 – mithin drei Monate nach dem 
Mitralklappenersatz – zu übernehmen sei (act. 57).

Dabei verkennt Dr. med. C._______, dass der von Dr. med. B._______ 
angegebene Beginn der  Arbeitsunfähigkeit  vom 12. September  2005 
nicht  dem Datum seines Gutachtens entspricht. Vielmehr datiert  das 
Gutachten von Dr. med. B._______ vom 31. Juli  2006. Hinzu kommt, 
dass  dieses  Gutachten  Dr. med.  C._______  bereits  bei  dessen 
Beurteilung vom 9. Mai 2008 vorlag und er damals zum Schluss kam, 
dass aufgrund der vorliegenden medizinischen Unterlagen unklar sei, 
wann die Arbeitsunfähigkeit, welche am 31. Juli 2006 bestanden habe, 
eingetreten  sei,  weshalb  zusätzliche  medizinische  Unterlagen  von 
2004  bis  November  2006  einzuholen  seien  (act. 48).  Solche  Unter-
lagen wurden in der Folge jedoch nicht eingereicht. Die Begründung 

Seite 16

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für den Beginn der Arbeitsunfähigkeit von Dr. med. C._______ erweist 
sich demnach als nicht schlüssig.

5.3.2 Bezüglich dem Gutachten von Dr. med. B._______ vom 31. Juli 
2006  gilt  zudem anzumerken,  dass  diesem eine  persönliche  Unter-
suchung  der  Beschwerdeführerin  sowie  diverse  medizinische  Unter-
lagen,  insbesondere  vom  Februar  2005,  zugrunde  lagen.  Gestützt 
darauf kam Dr. med. B._______ zum Schluss, dass bei der Beschwer-
deführerin  seit  dem  Datum  der  Antragstellung,  dem  12. September 
2005, ein "völliger und dauernder" Verlust der Arbeitsfähigkeit bestehe 
(act. 20). 

Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb der Beginn der Arbeitsunfähigkeit 
auf das Datum der Antragstellung fallen soll. Vielmehr ist davon aus-
zugehen, dass die Arbeitsunfähigkeit bereits vor dem Tag der Antrag-
stellung  eingetreten  ist,  zumal  sich  die  Beurteilung  von  Dr. med. 
B._______ insbesondere auch auf die in seinem Gutachten erwähnten 
medizinischen Unterlagen vom Februar 2005 stützte. 

Hinzu  kommt,  dass  die  im  Gutachten  von  Dr. med.  B._______ 
erwähnten medizinischen Unterlagen nicht aktenkundig sind und somit 
von  Dr. med.  C._______  nicht  in  dessen  Beurteilung  einbezogen 
werden  konnten,  was  jedoch  insbesondere  für  die  Bestimmung  des 
Beginns der Arbeitsunfähigkeit notwendig gewesen wäre. 

5.4 Aufgrund der dem Gericht vorliegenden medizinischen Unterlagen 
lässt  sich somit  nicht  beurteilen,  seit  wann und in welchem Umfang 
Anspruch auf eine Invalidenrente besteht. Die angefochtene Verfügung 
ist  daher  aufzuheben und die  Sache  an die  IVSTA zurückzuweisen, 
damit sie die entsprechenden Abklärungen vornehme und anschlies-
send über den Rentenanspruch neu verfüge. Dabei hat sie insbeson-
dere auch die im Gutachten von Dr. med. B._______ erwähnten medi-
zinischen  Unterlagen  einzubeziehen.  In  diesem  Sinne  ist  die 
Beschwerde teilweise gutzuheissen.

6.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige 
Parteientschädigung.

6.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  auferlegt  gemäss  Art. 63  Abs. 1 
VwVG die  Verfahrenskosten in  der  Regel  der  unterliegenden  Partei. 
Eine  Rückweisung gilt  praxisgemäss  als  Obsiegen  der  beschwerde-

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führenden  Partei  (BGE  132  V  215  E. 6),  so  dass  der  geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 400.- der Beschwerdeführerin auf ein von ihr 
anzugebendes  Konto  zurückzuerstatten  ist.  Der  Vorinstanz  werden 
keine Verfahrenskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG).

6.2 Die  vertretene  Beschwerdeführerin  hat  gemäss  Art. 64  Abs. 1 
VwVG in  Verbindung  mit  Art. 7 ff.  des  Reglements  vom 21. Februar 
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Parteientschä-
digung zu Lasten der Verwaltung. Diese wird unter Berücksichtigung 
des gebotenen und aktenkundigen Aufwands auf Fr. 500.- festgelegt.

Seite 18

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gutgeheissen, dass die 
angefochtene  Verfügung  vom  18. Juni  2009  aufgehoben  und  die 
Sache  an  die  Vorinstanz  zurückgewiesen  wird,  damit  diese  nach 
erfolgter neuer Abklärung im Sinne der Erwägungen über den Renten-
anspruch neu verfügt.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Beschwerdeführerin 
wird  der  bereits  geleistete  Verfahrenskostenvorschuss  von  Fr.  400.- 
nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet.

3.
Die Vorinstanz wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin nach Eintritt  
der Rechtskraft des vorliegenden Urteils eine Parteientschädigung von 
Fr. 500.- zu bezahlen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Beilage: Formular Zahl-
adresse)

- die Vorinstanz 
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Michael Peterli Lucie Schafroth

Seite 19

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die 
Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. 
Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene 
Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerde-
führende Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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