# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ba35cf84-34a6-5db2-8c01-4e85cfd3ca68
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-20
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 20.08.2020 SK 2019 41
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2019-41_2020-08-20.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 19 41

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 20. August 2020

Besetzung Oberrichter Vicari (Präsident), 
Oberrichterin Friederich Hörr, Oberrichterin Falkner
Gerichtsschreiberin Piccioni

Verfahrensbeteiligte A.________

Beschuldigter

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

 

und

B.________
amtlich vertreten durch Rechtsanwalt C.________

Zivilkläger/Berufungsführer

Gegenstand falsche Anschuldigung, Widerhandlung gegen das Taxireglement 
der Stadt E.________

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Ein-
zelgericht) vom 13. November 2018 (PEN 17 400)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil des Regionalgerichts Oberland (Einzelgericht) vom 13. November 2018 
wurde A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) vom Vorwurf der falschen An-
schuldigung, angeblich begangen am 16. Januar 2017 in E.________ z.N. von 
B.________ (nachfolgend: Zivilkläger) und vom Vorwurf der Übertretung gegen das 
Taxireglement, angeblich begangen am 28. Dezember 2016 auf der Strecke 
D.________, freigesprochen (pag. 190 ff.). Die Verfahrenskosten von 
CHF 2’000.00 wurden dem Kanton Bern auferlegt und dem Beschuldigten wurde 
eine Entschädigung von CHF 200.00 für die wirtschaftlichen Einbussen, die ihm 
aus der notwendigen Beteiligung am Strafverfahren entstanden sind, ausgerichtet. 
Weiter wurde die amtliche Entschädigung für die Rechtsvertretung des Zivilklägers 
festgesetzt. Die Genugtuungsforderung des Zivilklägers wurde abgewiesen. Für die 
Beurteilung der Zivilklage wurden keine Kosten ausgeschieden.

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete Rechtsanwalt C.________ namens und im Auftrag 
des Zivilklägers mit Schreiben vom 14. November 2018 die Berufung an (pag. 196). 
Nach Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung mit Verfügung vom 25. Januar 
2019 (pag. 217 f.) erklärte Rechtsanwalt C.________ mit Eingabe vom 18. Februar 
2019 die Berufung und beschränkte diese hauptsächlich auf den Freispruch vom 
Vorwurf der falschen Anschuldigung und auf den Zivilpunkt (pag. 229 ff.). Die Ge-
neralstaatsanwaltschaft teilte mit Eingabe vom 1. März 2019 mit, dass sie auf die 
Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren verzichte (pag. 235 f.). Der Beschuldig-
te beantragte mit Schreiben vom 1. März 2019 die Abweisung der Berufung des Zi-
vilklägers (pag. 237 ff.). Mit Verfügung vom 4. März 2019 wurde im Einverständnis 
der im Verfahren verbleibenden Parteien gestützt auf Art. 406 Abs. 2 der Schweize-
rischen Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) die Durchführung eines schriftli-
chen Verfahrens angeordnet. Gleichzeitig wurde der Zivilkläger aufgefordert, innert 
Frist eine schriftliche Berufungsbegründung einzureichen (pag. 226, 240, 246 ff.). 
Mit Schreiben vom 4. April 2019 reichte Rechtsanwalt C.________ namens des 
Zivilklägers die Berufungsbegründung beim Obergericht ein (pag. 250 ff.). Am 10. 
Mai 2019 nahm der Beschuldigte zur Berufungsbegründung Stellung (pag. 272 f.). 
Mit Schreiben vom 30. Mai 2019 reichte der Zivilkläger selber eine Replik ein (pag. 
278). Rechtsanwalt C.________ replizierte seinerseits namens des Zivilklägers mit 
Schreiben vom 7. Juni 2019 (pag. 283 ff.). Hierauf reichte der Beschuldigte am 26. 
Juli 2019 eine Duplik ein (pag. 300). Mit Verfügung vom 19. August 2019 wurde der 
Schriftenwechsel als abgeschlossen erachtet (pag. 302 f.).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurde oberinstanzlich ein aktueller Strafregisterauszug über den 
Beschuldigten eingeholt (pag. 247 f.).

3

Die mit Eingabe des Zivilklägers vom 30. Mai 2019 eingereichte Strafanzeige vom 
2. November 2016 wurde mangels ersichtlicher Relevanz für das vorliegende Ver-
fahren nicht zu den Akten erkannt (pag. 278, 297, 302).

4. Anträge der Parteien

4.1 Rechtsanwalt C.________ stellte mit Berufungserklärung vom 18. Februar 2019 
(pag. 225 f.) und mit Berufungsbegründung vom 4. April 2019 folgende Anträge 
(pag. 251):

1. Es seien die Ziffer I. (ohne Nr. 2 betreffend Übertretung gegen das Taxireglement) und Ziffer II. des Urteils 

des Regionalgerichts Oberland vom 13. November 2018 aufzuheben.

2. Es sei der Beschuldigte der falschen Anschuldigung, begangen am 16. Januar 2017 in E.________ zum 

Nachteil des Zivilklägers, schuldig zu sprechen.

3. Es sei der Beschuldigte zu verpflichten, dem Zivilkläger eine Genugtuung von CHF 5‘000.- zu bezahlen.

4. Es seien die Verfahrenskosten des erstinstanzlichen Verfahrens dem Beschuldigten aufzuerlegen und es sei 

auf eine Entschädigung zugunsten des Beschuldigten zu verzichten.

5. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Beschuldigten.

4.2 Der Beschuldigte stellte in seiner Eingabe vom 1. März 2019 folgenden Antrag 
(pag. 238):

Die Berufung von Rechtsanwalt C.________ sei abzuweisen.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Infolge der Beschränkung der Berufung des 
Zivilklägers ist der Freispruch vom Vorwurf der Übertretung gegen das Taxiregle-
ment in Rechtskraft erwachsen. Durch die Kammer zu überprüfen bleiben der Frei-
spruch vom Vorwurf der falschen Anschuldigung, die Kosten und Entschädigungen 
sowie die Zivilklage. Die Kammer verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen 
Punkte über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 StPO). Aufgrund der Berufung des Zi-
vilklägers ist die Kammer nicht an das Verschlechterungsverbot (Verbot der refor-
matio in peius) gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden, d.h. sie darf das Urteil in 
den angefochtenen Punkten auch zu Ungunsten des Beschuldigten abändern. 

6. Legitimation des Zivilklägers

Der Beschuldigte rügte sinngemäss, der Zivilkläger sei in Bezug auf die Übertre-
tung gegen das Taxireglement nicht legitimiert, Berufung zu erheben (pag. 238). 
Da der Zivilkläger gegen den Freispruch vom Vorwurf der Übertretung gegen das 
Taxireglement keine Berufung erhoben hat und diese folglich nicht mehr Gegen-
stand des Strafverfahrens ist, erübrigt sich die Überprüfung der Legitimation des 
Zivilklägers in diesem Punkt. 

Soweit sich die Rüge des Beschuldigten auch auf die Legitimation des Zivilklägers 
betreffend den Freispruch vom Vorwurf der falschen Anschuldigung bezieht, ist 

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Folgendes festzuhalten: Gestützt auf Art. 382 Abs. 2 StPO kann der Zivilkläger ei-
nen Entscheid lediglich hinsichtlich der ausgesprochenen Sanktion nicht anfechten. 
Dies bedeutet, dass er im Übrigen einen Entscheid in allen anderen Punkten an-
fechten kann, soweit er in seinen rechtlich geschützten Interessen betroffen ist, 
bzw. durch den ergangenen Entscheid beschwert ist. Da die Zivilklage des Zivilklä-
gers auf Grund des Freispruchs vom Vorwurf der falschen Anschuldigung abge-
wiesen wurde, ist der Zivilkläger durch das ergangene Urteil beschwert. Der Zivil-
kläger ist somit legitimiert, im Straf- und Zivilpunkt Berufung zu erheben.

Insofern der Beschuldigte als formellen Einwand rügte, der Zivilkläger habe keinen 
Schaden erlitten (pag. 238), wird darauf hingewiesen, dass es sich hierbei um eine 
materiell rechtliche Fragestellung handelt, welche vom Ergebnis der rechtlichen 
Würdigung abhängig ist und deshalb nachfolgend unter dem Titel des Zivilpunkts 
(Ziff. IV.) zu prüfen ist.

7. Verwertbarkeit Beweismittel: Dashcam-Aufzeichnungen

7.1 Ausgangslage

Die Vorinstanz prüfte die Verwertbarkeit der Dashcam-Aufzeichnung nur in Bezug 
auf die Übertretung gegen das Taxireglement (nicht in Bezug auf den Vorwurf der 
falschen Anschuldigung). Sie ging davon aus, dass die Videoaufnahmen hierfür 
nicht verwertet werden können. Gestützt auf die anderen verbleibenden Beweismit-
tel kam die Vorinstanz zum Schluss, dass keine gefestigte Beweislage vorliege. 
Der Beschuldigte wurde in dubio pro reo von der Übertretung gegen das Taxire-
glement freigesprochen. Gegen diesen Freispruch wurde keine Berufung erhoben, 
weshalb er inzwischen rechtskräftig geworden ist. In Bezug auf den oberinstanzlich 
zur Überprüfung stehenden Vorwurf der falschen Anschuldigung wurde die Verwer-
tung der Dashcam-Aufnahmen von der Vorinstanz nicht geprüft. 

Da letztlich die Videoaufzeichnung von der Vorinstanz nicht verwertet wurde, dies 
von Rechtsanwalt C.________ in Bezug auf den Tatbestand der falschen Anschul-
digung beanstandet wurde und die Videoaufzeichnung grundsätzlich ein Beweis-
mittel bezüglich vorliegend zu beurteilenden Sachverhalt darstellt, wird die Ver-
wertbarkeit der Dashcam-Aufzeichnung nachfolgend geprüft.

7.2 Rechtliches

Zur Verwertung von Beweismitteln, welche von Privatpersonen gesammelt wurden, 
führte das Bundesgericht in seinem Entscheid vom 26. September 2019 Folgendes 
aus (BGE 6B_1188/2018):

2.1. Die Strafprozessordnung enthält Bestimmungen zu den verbotenen Beweiserhebungen (Art. 140 
StPO) und zur Verwertbarkeit rechtswidrig erlangter Beweise (Art. 141 StPO). Wieweit die Beweisver-
bote auch greifen, wenn nicht staatliche Behörden, sondern Privatpersonen Beweismittel sammeln, 
wird in der Strafprozessordnung nicht explizit geregelt. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung geht 
in Anlehnung an die Doktrin davon aus, dass von Privaten rechtswidrig erlangte Beweismittel nur ver-
wertbar sind, wenn sie von den Strafverfolgungsbehörden rechtmässig hätten erlangt werden können 
und kumulativ dazu eine Interessenabwägung für deren Verwertung spricht (Urteile 1B_22/2012 vom 
11. Mai 2012 E. 2.4.4; 6B_786/2015 vom 8. Februar 2016 E. 1.2; je mit Hinweisen).  

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 2.2. Bei der Interessenabwägung hat das Bundesgericht bereits vor Inkrafttreten der Schweizeri-
schen Strafprozessordnung festgehalten, dass es einer Güterabwägung zwischen dem öffentlichen 
Interesse an der Wahrheitsfindung und dem privaten Interesse der angeklagten Person bedarf, dass 
der fragliche Beweis unterbleibt (BGE 137 I 218 E. 2.3.4 mit Hinweisen). Hinsichtlich staatlich erhobe-
ner Beweise nimmt Art. 141 Abs. 2 StPO eine solche Interessenabwägung nunmehr selber vor. Dem-
nach dürfen Beweise, die Strafbehörden in strafbarer Weise oder unter Verletzung von Gültigkeitsvor-
schriften erhoben haben, nicht verwertet werden, es sei denn, ihre Verwertung sei zur Aufklärung ei-
ner schweren Straftat unerlässlich. Aus der Sicht der beschuldigten Person ist es unerheblich, durch 
wen die Beweise erhoben worden sind, mit welchen sie in einem gegen sie gerichteten Strafverfahren 
konfrontiert wird. Es erscheint deshalb angemessen, bei der Interessenabwägung im Sinne der oben 
erwähnten Rechtsprechung denselben Massstab wie bei staatlich erhobenen Beweisen anzuwenden 
und Beweise, die von Privaten rechtswidrig erlangt worden sind, nur zuzulassen, wenn dies zur Auf-
klärung schwerer Straftaten unerlässlich ist. Dies drängt sich umso mehr auf, als Art. 150 des Vorent-
wurfes zur Schweizerischen Strafprozessordnung noch vorsah, dass Beweise, die von Privaten auf 
strafbare Weise erlangt wurden, nur verwertet werden dürfen, wenn das öffentliche oder private Inter-
esse an der Wahrheitsfindung die durch die verletzten Strafbestimmungen geschützten Interessen 
überwiegt und diese Bestimmung nach scharfer Kritik im Vernehmlassungsverfahren keinen Eingang 
in die Botschaft fand. Kritisiert wurde unter anderem, dass die blosse Interessenabwägung bei der 
rechtswidrigen Beweiserhebung durch Private eine nicht gerechtfertigte Besserstellung gegenüber 
rechtswidrigen staatlichen Beweiserhebungen darstelle (zum Ganzen: GUNHILD GODENZI, Private 
Beweisbeschaffung im Strafprozess, 2008, S. 335 f.).  

3.1. Das Erstellen von Aufnahmen im öffentlichen Raum, auf welchen Personen oder Autokennzei-
chen erkennbar sind, stellt ein Bearbeiten von Personendaten im Sinne von Art. 3 lit. a und lit. e des 
Bundesgesetzes über den Datenschutz vom 19. Juni 1992 (DSG; SR 235.1) dar (BGE 138 II 346 E. 
6.5; SOPHIE HAAG, Die private Verwendung von Dashcams und der Persönlichkeitsschutz, in: Jahr-
buch zum Strassenverkehrsrecht, 2016, S. 171 ff., S. 172). Art. 4 Abs. 4 DSG bestimmt, dass die Be-
schaffung von Personendaten und insbesondere der Zweck ihrer Bearbeitung für die betroffene Per-
son erkennbar sein muss. Die Missachtung dieses Grundsatzes stellt eine Persönlichkeitsverletzung 
dar (Art. 12 Abs. 2 lit. a DSG).  

3.2. Die Erstellung von Videoaufnahmen aus einem Fahrzeug heraus ist für andere Verkehrsteilneh-
mer nicht ohne Weiteres erkennbar. Die Datenbearbeitung ist damit als heimlich im Sinne von Art. 4 
Abs. 4 DSG zu qualifizieren. Der zutreffenden Auffassung von HAAG folgend würden auch allfällige 
am Fahrzeug angebrachte Hinweisschilder daran nichts ändern, zumal solche bei grossem Verkehrs-
aufkommen oder auf Distanz nur schwer zu erkennen sind und die betroffenen Personen diese - 
wenn überhaupt - erst wahrnehmen, wenn sie bereits gefilmt werden. Zudem sind Fahrzeugführer 
verpflichtet, ihre Aufmerksamkeit dem Verkehrsgeschehen zu widmen, weshalb von ihnen nicht er-
wartet werden kann, dass sie nach Hinweisen an anderen Fahrzeugen Ausschau halten (HAAG, 
a.a.O, S. 174; siehe auch BGE 138 II 346 E. 9.1).  

3.3. Eine Persönlichkeitsverletzung im Sinne von Art. 12 DSG ist gemäss Art. 13 Abs. 1 DSG wider-
rechtlich, wenn kein Rechtfertigungsgrund - namentlich ein überwiegendes öffentliches oder privates 
Interesse - vorliegt. In der Doktrin wird teilweise die Auffassung vertreten, dass solche materiellrechtli-
chen Rechtfertigungsgründe die Rechtswidrigkeit einer (privaten) Beweiserhebung im verfahrens-
rechtlichen Kontext nicht zu heilen vermögen. Massgebend sei einzig, dass im Rahmen der Beschaf-
fungshandlung gegen eine Bestimmung des materiellen, objektiv gesetzten schweizerischen Rechts 
verstossen worden sei. Die Rechtswidrigkeit folge damit im Verfahrensrecht einer autonomen Definiti-

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on. Begründet wird dies unter anderem damit, dass den widerstreitenden Interessen an der (verfah-
rensrechtlichen) Verwertbarkeit oder Unverwertbarkeit eines Beweismittels im Rahmen einer bloss 
materiellrechtlichen Prüfung eines Rechtfertigungsgrundes nicht angemessen Rechnung getragen 
werde (CAROLINE GUHL, Trotz rechtswidrig beschaffter Beweise zu einem gerechten Straf- und Zivi-
lurteil, 2018, S. 103 ff., mit Hinweis auf YVES RÜEDI, Materiell rechtswidrig beschaffte Beweismittel 
im Zivilprozess, 2009, S. 161 ff.). Dieser Auffassung ist beizupflichten. Bei der Frage, ob ein Rechtfer-
tigungsgrund gemäss Art. 13 Abs. 1 DSG vorliegt, ist eine Abwägung zwischen den Interessen des 
Datenbearbeiters und denjenigen der verletzten Person vorzunehmen (AMÉDÉO WERMELINGER, 
in: Baeriswyl/Pärli [Hrsg.], Datenschutzgesetz, 2015, N. 2 zu Art. 13 DSG). Bei der Frage der strafpro-
zessualen Verwertbarkeit eines Beweismittels sind hingegen der Strafanspruch des Staates und der 
Anspruch der beschuldigten Person auf ein faires Verfahren in erster Linie entscheidend; die Interes-
sen des privaten Datenbearbeiters treten dabei zurück.

7.3 Beurteilung Kammer

Gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung ist vorab zu prüfen, ob es sich 
bei der Dashcam-Aufzeichnung um ein rechtswidrig erlangtes Beweismittel handelt 
(7.3.1). Ist dies zu bejahen, ist für die Verwertbarkeit rechtswidrig erlangter 
Beweismittel in einem zweiten Schritt zu prüfen, ob diese auch von den 
Strafverfolgungsbehörden rechtmässig hätten erlangt werden können und 
kumulativ ob eine Interessenabwägung für deren Verwertung spricht (7.3.2).

7.3.1 Rechtswidrig erlangtes Beweismittel?

Gestützt auf die wiedergegebene Rechtsprechung stellt das Erstellen von Aufnah-
men im öffentlichen Raum, auf welchen Personen oder Autokennzeichen erkenn-
bar sind, ein Bearbeiten von Personendaten im Sinne von Art. 3 lit. a und lit. e DSG 
dar. Art. 4 Abs. 4 DSG bestimmt, dass die Beschaffung von Personendaten und 
insbesondere der Zweck ihrer Bearbeitung für die betroffene Person erkennbar 
sein muss. Die Missachtung dieses Grundsatzes stellt eine Persönlichkeitsverlet-
zung dar (Art. 12 Abs. 2 lit. a DSG). Vorliegend ist die Erstellung von Videoauf-
nahmen aus dem Fahrzeug des Zivilklägers heraus für andere Verkehrsteilnehmer 
nicht ohne weiteres erkennbar, auch lag keine Zustimmung des Beschuldigten zur 
Aufnahme vor. Die Datenbearbeitung ist damit als „heimlich“ im Sinne von Art. 4 
Abs. 4 DSG zu qualifizieren. Rechtsanwalt C.________ führte aus, eine Persön-
lichkeitsverletzung im Sinne von Art. 12 DSG sei gemäss Art. 13 Abs. 1 DSG nur 
dann widerrechtlich, wenn kein Rechtfertigungsgrund – namentlich ein überwie-
gendes öffentliches oder privates Interesse – vorliege (pag. 256 ff.). Vorliegend sei 
das private Interesse des Zivilklägers an der heimlichen Datenbeschaffung ver-
kannt worden. Dem ist entgegen zu halten, dass gemäss jüngster Rechtsprechung 
die Rechtswidrigkeit im Verfahrensrecht einer eigenen Definition folgt. Bei der Fra-
ge der strafprozessualen Verwertbarkeit eines Beweismittels vermag ein materiell 
rechtlicher Rechtfertigungsgrund beim Datenerheber die Rechtswidrigkeit einer pri-
vaten Beweiserhebung nicht zu heilen, die Interessen des privaten Datenbearbei-
ters haben zurückzutreten (vgl. BGE 6B_1188/2018 E. 3.3.). Daran vermag auch 
das Argument von Rechtsanwalt C.________, dass die Aufnahmen innert 2 Stun-
den gelöscht werden und dass der Zivilkläger durch ungerechtfertigte Anzeigen 
seine Taxibewilligung verlieren könnte oder der gezogene Vergleich zu Google 
Street View nichts zu ändern. Diese geltend gemachten Interessen des Zivilklägers 

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haben zurückzutreten. Vorliegend ist lediglich entscheidend, dass die Videoauf-
zeichnung in Missachtung von Art. 4 Abs. 4. DSG erfolgt ist und damit rechtswidrig 
erlangt worden ist.

7.3.2 Spricht die Interessenabwägung für deren Verwertung und (kumulativ) hätten die 
Beweismittel rechtmässig von Strafverfolgungsbehörden erlangt werden können?

Rechtsanwalt C.________ führte aus, es sei korrekt, dass das Interesse an der 
Aufklärung bei der Übertretung gegen das Taxireglement nicht überwiege. Anders 
verhalte sich dies jedoch in Bezug auf den Tatbestand der falschen Anschuldigung, 
da es sich um ein Verbrechen handle, welches zentral für unseren Rechtsstaat sei 
und die Integrität und das Vertrauen in die Justiz schütze (pag. 260 ff.). 

Gestützt auf Art. 141 Abs. 2 StPO dürfen rechtswidrig erlangte Beweismittel nicht 
verwertet werden, es sei denn ihre Verwertung sei zur Aufklärung schwerer Strafta-
ten unerlässlich. Dieser Massstab bei staatlich erhobenen Beweismitteln ist auch 
bei Beweismitteln anzuwenden, welche von Privaten rechtswidrig erlangt worden 
sind (vgl. BGE 6B_1188/2018 E. 2.2.). Es ist somit zunächst im Rahmen der Inter-
essenabwägung zu prüfen, ob die falsche Anschuldigung als «schwere Straftat» 
i.S. von Art. 141 Abs. 2 StPO zu qualifizieren ist.

In der Literatur ist umstritten, was unter den Begriff der «schweren Straftaten» im 
Sinn von Art. 141 Abs. 2 StPO fällt. Im Beschluss der Beschwerdekammer in Straf-
sachen des Obergerichts des Kantons Bern vom 7. Januar 2020 BK 19 427 E. 8.4. 
fasste die Beschwerdekammer die jüngste Literatur zur Definition der «schweren 
Straftaten» weitgehend zusammen:

Ein Teil der Lehre verweist zur Bestimmung dieses Begriffs auf eine einzelfallweise Güterabwägung, 
wie sie das Bundesgericht vor Inkrafttreten der StPO vorgenommen hat (OBERHOLZER, Grundzüge des 
Strafprozessrecht, 3. Auflage, N. 705; RIEDO/FIOLKA/NIGGLI, Strafprozessrecht sowie Rechtshilfe in 
Strafsachen, § 30 N. 1051). Ein weiterer Teil der Lehrmeinung votiert für eine Beschränkung auf Fälle 
von Schwerkriminalität, d.h. auf Straftatbestände, die ausschliesslich mit Freiheitsstrafe geahndet 
werden (GLESS, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 72 zu 
Art. 141 StPO, N. 72 zu Art. 141 StPO; WOHLERS, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessord-
nung, 2. Aufl. 2014, N. 21a zu Art. 141 StPO). Gemäss SCHMID fallen primär Verbrechen, d.h. Taten, 
die mit Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren bedroht sind, in Betracht (Art. 10 Abs. 2 des Schwei-
zerischen Strafgesetzbuchs [StGB; SR 311.0]; SCHMID/JOSITSCH, a.a.O., N. 8 zu Art. 141 StPO). Und 
schliesslich wird für die Begriffsbestimmung auch ein Rückgriff auf den Deliktskatalog von Art. 269 
Abs. 2 StPO (bzw. Art. 286 Abs. 2 StPO) betreffend Zulässigkeit der Überwachung des Post- und 
Fernmeldeverkehrs (bzw. verdeckte Ermittlung) vorgeschlagen, was in der Lehre jedoch umstritten ist 
(vgl. etwa GLESS, a.a.O.). Die Beschwerdekammer hat sich bisher nicht abschliessend zu den unter-
schiedlichen Meinungen geäussert (offengelassen in den Beschlüssen BK 15 350 vom 22. Dezember 
2015 E. 6.3 und BK 16 44 vom 21. März 2016 E. 4.2; vgl. ferner BK 16 470 vom 12. Januar 2017 
E. 4.3, wonach grobe Verkehrsregelverletzungen im Sinn von Art. 90 Abs. 2 SVG keine Fälle von 
schwerer Kriminalität darstellen [unter Hinweis auf BGE 142 IV 23 unpubl. E. 2.2]). 

Ein Blick in die bundesgerichtliche Rechtsprechung ergibt weiter, dass das Bun-
desgericht – soweit ersichtlich – bei Vergehen nicht von «schweren Straftaten» im 
Sinn von Art. 141 Abs. 2 StPO auszugehen scheint (so betreffend grobe Verkehrs-
regelverletzungen bestätigt mit Urteil 6B_1188/2018 vom 26. September 2019 [zur 

8

Publikation vorgesehen] E. 4; vgl. ferner Urteil des Bundesgerichts 1B_26/2016 
vom 29. November 2016 E. 4.3.2). Im Urteil 6B_287/2016 vom 13. Februar 2017 E. 
2.4.4. knüpfte das Bundesgericht dann an den Katalog von Art. 269 Abs. 2 StPO 
an, um im konkreten Fall einen Raub als schwere Straftat zu qualifizieren. Das 
Bundesgericht ging jedoch auch in diesem Urteil nicht weiter auf die Frage ein, was 
generell unter schweren Straftaten zu verstehen sei. Im zur Publikation vorgesehe-
nen Urteil 6B_908/2018 vom 7. Oktober 2019 wurde dann wiederum unter Hinweis 
auf frühere Urteile des Bundesgerichts ausgeführt, dass Art. 141 Abs. 2 StPO eine 
Interessenabwägung beinhalte. Je schwerer die zu beurteilende Straftat sei, umso 
eher überwiege das öffentliche Interesse an der Wahrheitsfindung das private In-
teresse des Beschuldigten daran, dass der fragliche Beweis unverwertet bleibe. Als 
schwere Straftaten im Sinn des Gesetzes würden vorab Verbrechen in Betracht fal-
len (vgl. BGE 143 IV 387 E. 4.4 ff. und 131 I 272 E. 4 sowie BGE 137 I 218 
E. 2.3.5.2 und Urteil des Bundesgerichts 6B_490/2013 vom 14. Oktober 2013 E. 
2.4.2). Eine abschliessende Definition, was generell unter schweren Straftaten zu 
verstehen sei, blieb jedoch damit auch im letztgenannten Urteil 6B_908/2018 vom 
7. Oktober 2019 aus. Zwar hielt das Bundesgericht in diesem Entscheid fest, dass 
für «schwere Straftaten» vorab Verbrechen in Betracht fallen würden, verwies je-
doch auf die vorzunehmende Interessenabwägung.

Aus dem Umstand alleine, dass es sich bei der vorliegend zu beurteilenden fal-
schen Anschuldigung um ein Verbrechen handelt, ergibt sich somit nicht, dass es 
sich um eine «schwere Straftat» handeln muss. Eine entsprechende Definition des 
Bundesgerichts, wonach alle Verbrechen von vornherein als «schwere Straftaten» 
zu qualifizieren seien, ist nicht erfolgt, vielmehr ist gemäss Bundesgericht im kon-
kreten Fall eine Interessenabwägung vorzunehmen. Ein weiterer Hinweis dafür, 
dass die falsche Anschuldigung objektiv nicht per se zur Schwerkriminalität zuge-
ordnet werden soll, dürfte sich aus dem Umstand herleiten, dass das Delikt nicht 
ausschliesslich mit Freiheitsstrafe, sondern auch mit Geldstrafe, geahndet wird 
(vgl. auch GLESS, a.a.O., N. 72 zu Art. 141 StPO; WOHLERS, a.a.O., N. 21a zu Art. 
141 StPO). Auch eine konkrete Interessenabwägung kann vorliegend nicht zu 
Gunsten einer Verwertung ausfallen. Das geltend gemachte persönliche Interesse 
des Zivilklägers als Taxifahrer an der Zulassung des Beweismittels ist als gering 
einzustufen und reicht als Grundlage nicht aus. Der Vorwurf der falschen Anschul-
digung ist zudem in Bezug auf eine Nötigung – also ein Vergehen – zu überprüfen. 
Der Beschuldigte soll wahrheitswidrig ausgesagt haben, dass der Zivilkläger ihn 
durch Zuparken am Wegfahren gehindert und er sich dadurch genötigt gefühlt ha-
be. Strafzumessungstechnisch wäre bei einer allfälligen Verurteilung des vorgewor-
fenen Sachverhalts von einem leichten Fall der falschen Anschuldigung auszuge-
hen. Es wäre vom breiten Strafrahmen Gebrauch zu machen und eine entspre-
chende Verurteilung auf Grund des konkret vorgeworfenen Sachverhalts wäre im 
unteren Rahmen der Geldstrafe anzusiedeln. Entsprechend wurde ursprünglich im 
Strafbefehl für den vorgeworfenen Sachverhalt eine in Relation zum Strafrahmen 
tiefe Geldstrafe von 40 Tagessätzen ausgesprochen (pag. 25). Die Kammer erach-
tet somit insgesamt die vorliegend zur Beurteilung stehende falsche Anschuldigung 
– ohne eine generelle Definition hierfür vorzunehmen – nicht als „schwere Straftat“ 

9

i.S. von Art. 141 Abs. 2 StPO. Damit ist die Dashcam-Aufzeichnung zur Beurteilung 
des Vorwurfs der falschen Anschuldigung vorliegend nicht verwertbar. 

Ob die fragliche Aufzeichnung als weiteres kumulatives Kriterium gestützt auf die 
von Rechtsanwalt C.________ geltend gemachten gesetzlichen Grundlage von Art. 
2 Abs. 1 i.V.m. Art. 9 Abs. 1 der Strassenverkehrskontrollverordnung rechtmässig 
durch die Strafverfolgungsbehörden hätten erlangt werden können, kann somit of-
fen gelassen werden. 

Der Vollständigkeit halber ist noch zu erwähnen, dass Rechtsanwalt C.________ 
nicht näher ausführte, inwiefern die Dashcam-Aufzeichnung im Rahmen des Tat-
bestands der falschen Anschuldigung Aufschluss über den umstrittenen Sachver-
halt geben würde. Mit Blick auf die Beweiswürdigung ist festzuhalten, dass die Vi-
deoaufzeichnung einen inzwischen weitgehend unbestrittenen Sachverhalt zeigt 
und somit ohnehin von geringer Bedeutung ist. So ist – abgesehen von der genau-
en Distanz der Fahrzeuge zueinander – inzwischen unbestritten, dass der Zivilklä-
ger den Beschuldigten objektiv nicht am Wegfahren hinderte, weil er nicht unmittel-
bar hinter dem Beschuldigten, sondern mit etwas Abstand zum Beschuldigten hielt 
(vgl. nachfolgend Ziff. 9). Wie der Beschuldigte subjektiv die Situation vor Ort und 
auf Grund des langjährigen Konflikts mit dem Zivilkläger einschätzte bzw. ob er 
sich bedroht fühlte, würde sich mittels Videoaufzeichnung ohnehin nicht nachwei-
sen lassen. 

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

8. Anklage/Strafbefehl

Dem Beschuldigten wird gemäss Strafbefehl vom 30. August 2017 – welcher vor-
liegend als Anklageschrift gilt – unter lit. a folgender Sachverhalt am 16. Januar 
2017 in E.________ vorgeworfen (pag. 25): 

A.________ beschuldigte B.________ wider besseres Wissens bei der Polizei der Nötigung 
(B.________ habe ihn durch 2-minütiges Zuparken genötigt, indem er ihn am Wegfahren gehindert 
haben soll). Die aktenkundige Videoaufnahme der im Fahrzeug von B.________ eingebauten Dash-
cam zeigt hingegen eindeutig, dass B.________ seitlich versetzt und in ca. 10 Meter Distanz zum Au-
to von A.________ anhielt.

9. Bestrittener/Unbestrittener Sachverhalt

Unbestritten ist, dass der Zivilkläger dem Beschuldigten an diesem Abend mit sei-
nem Auto folgte, als der Beschuldigte von seiner Fahrt mit der indischen Familie 
zurückkehrte. Der Beschuldigte parkierte mit seinem Auto vor der Garage 
F.________ an der G.________ in E.________. Hierauf hielt auch der Zivilkläger 
sein Auto mit etwas Abstand zum Beschuldigten bei diesem Garagenplatz an. Es 
ist inzwischen unbestritten, dass der Beschuldigte lediglich mit Blick auf den Ab-
stand der beiden Fahrzeuge zueinander objektiv nicht am Wegfahren gehindert 
gewesen wäre. Dass der Zivilkläger direkt hinter dem Beschuldigten geparkt haben 
soll, wird vom Beschuldigten so inzwischen nicht mehr ausgesagt. Der Beschuldig-
te präzisierte in seinen folgenden Einvernahmen, der Zivilkläger habe hinter oder 

10

seitlich von ihm geparkt, was denn auch mit den Aussagen des Zivilklägers über-
einstimmte (pag. 34 ff., 165 f.). Sowohl der Beschuldigte als auch der Zivilkläger 
standen mit der Polizei in telefonischem Kontakt und sind danach beide gleichzeitig 
zur Polizeistation in E.________ gefahren. Der Beschuldigte stellte am 16. Januar 
2017 Strafantrag gegen den Zivilkläger wegen Nötigung (pag. 4 f.). Dieses Verfah-
ren wurde daraufhin mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Region Oberland vom 
29. August 2017 eingestellt, weil die Auswertung der Dashcam-Aufnahmen ergab, 
dass der Zivilkläger in genügendem Abstand zum Auto des Beschuldigten gehalten 
habe und damit keine Nötigung erfüllt sei (pag. 23 f.). Hierauf stellte der Zivilkläger 
seinerseits Strafantrag gegen den Beschuldigten wegen übler Nachrede (pag. 6 f.), 
in Folge dessen eine Untersuchung gegen den Beschuldigten u.a. wegen übler 
Nachrede und falscher Anschuldigung eröffnet wurde (pag. 19 f.).

Umstritten ist sachverhaltsmässig, ob sich der Beschuldigte in dieser konkreten Si-
tuation durch das Abstellen des Autos des Zivilklägers in seiner Nähe (nachdem 
der Zivilkläger ihm vorgängig gefolgt war) genötigt und bedroht fühlte und seine 
Aussagen bei der Polizei deshalb seiner subjektiven Empfindung entsprachen oder 
ob der Beschuldigte bei der Polizei bewusst wahrheitswidrige Aussagen machte, 
um den Zivilkläger falsch zu beschuldigen.

10. Beweismittel

Der Kammer stehen als Beweismittel die Aussagen des Beschuldigten bei der Poli-
zei am 16. Januar 2017 (pag. 9 ff.), der Staatsanwaltschaft am 8. November 2017 
(pag. 34 ff.) und anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung am 13. Novem-
ber 2018 (pag. 164 ff.) sowie die Aussagen des Zivilklägers bei der Polizei am 10. 
April 2017 (pag. 13 ff.) und anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung am 
13. November 2018 (pag. 167 ff.) zur Verfügung. Als weitere Beweismittel sind der 
Anzeigerapport vom 26. April 2017 (pag. 1 ff.), die Verfügung vom 18. Januar 2017 
der Staatsanwaltschaft Region Oberland betreffend Einstellung des Verfahrens ge-
gen A.________ (pag. 39 ff.) und das Urteil des Bundesgerichts vom 24. Mai 2018 
(BGE 6B_126/2018) im Verfahren Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts 
des Kantons Bern (SK 16 228 + 229) wegen einfacher Körperverletzung zu erwäh-
nen (pag. 139 ff.). Die Vorinstanz hat diese Beweismittel zusammengefasst wie-
dergegeben, hierauf wird verwiesen (pag. 205 ff.). Sofern hierzu Ergänzungen an-
zubringen sind, erfolgen diese im Rahmen der oberinstanzlichen Beweiswürdigung. 

In Bezug auf die Dashcam-Aufzeichnung des Zivilklägers vom 28. Dezember 2016 
(2 CDs, pag. 8) wird auf die vorangehenden Ausführungen verwiesen (Ziff. I.7). 
Diese bleiben in vorliegendem Verfahren unbeachtet.

11. Vorinstanzliche Würdigung

Die Vorinstanz führte zusammenfassend aus (pag. 210 ff), auf Grund des langan-
dauernden Konflikts zwischen dem Zivilkläger und dem Beschuldigten seien die 
Aussagen des Zivilklägers – soweit sie den Beschuldigten belasten – mit Vorsicht 
zu geniessen. Jedenfalls könne der Sachverhalt lediglich gestützt auf die Aussagen 
des Zivilklägers nicht als erwiesen erachtet werden. Die Vorinstanz erachtete die 
Aussagen des Beschuldigten in Bezug auf die wahrgenommene Bedrohung durch 

11

den Zivilkläger in der Situation auf dem Parkplatz vor der Garage als glaubhaft. 
Dies umso mehr auf Grund der vorbestehenden Konflikte. Die Vorinstanz erachtete 
als erwiesen, dass sich der Beschuldigte in der Situation, als der Zivilkläger ihn ver-
folgt und ebenfalls vor der Garage mit laufenden Motor und eingeschaltetem Licht 
geparkt habe, bedroht gefühlt habe. Damit ging die Vorinstanz zusammengefasst 
davon aus, dass der Beschuldigte den Zivilkläger nicht wider besseres Wissens bei 
der Polizei einer Nötigung beschuldigte habe. 

12. Parteivorbringen

Rechtsanwalt C.________ führte hierzu zusammenfassend aus (pag. 262 ff., 286 
ff.), die Vorinstanz gehe davon aus, dass auf Grund der Vorgeschichte allein die 
Aussagen des Zivilklägers unglaubhaft seien, damit habe sie eine einseitige und 
willkürliche Beweiswürdigung vorgenommen. Die Vorgeschichte und die im Schrei-
ben des Beschuldigten vom 1. März 2019 erwähnten Gerichtsverfahren würden 
aufzeigen, dass beide Parteien einander versuchen würden zu schaden, damit sei-
en die Aussagen beider Parteien zumindest gleichwertig und einer Glaubwürdig-
keitsprüfung zu unterziehen. Eine entsprechende Aussagewürdigung zeige auf, 
dass die Aussagen des Beschuldigten mangels Realkennzeichen unglaubhaft sei-
en und er somit bei der Polizei nicht die Wahrheit gesagt habe, weshalb nicht auf 
seine Aussagen abzustellen sei. Dagegen würden sich in den Aussagen des Zivil-
klägers Realkennzeichen finden, weshalb seine Aussagen glaubhaft seien. Dass 
der Zivilkläger nicht sehr ins Detail gehe, erkläre sich damit, dass er ja vom Ge-
schehen eine Aufnahme gehabt habe. Auf die weitergehenden Ausführungen von 
Rechtsanwalt C.________ in seinen Parteieingaben wird verwiesen (pag. 250 ff., 
283 ff.).

Der Beschuldigte äusserte sich in seinen Eingaben dahingehend, dass die Bedro-
hung für ihn an diesem Abend nach den langjährigen Prozessen und Streitereien 
mit dem Zivilkläger real gewesen sei (pag. 239, 272 f.).

13. Oberinstanzliche Würdigung

13.1 Aussagen Beschuldigter

Es ist inzwischen unbestritten, dass der Zivilkläger auf dem Garagenplatz mit etwas 
Abstand zum Beschuldigten sein Auto angehalten hat und somit der Beschuldigte 
von den Platzverhältnissen her objektiv nicht am Wegfahren gehindert gewesen 
wäre. Um zu eruieren, wovon der Beschuldigte aber ausgegangen ist bzw. ausge-
hen durfte, ist etwas näher darauf einzugehen, wie die beiden Parteien diese Situa-
tion auf dem Garagenplatz je erlebt haben und wie es dazu gekommen ist. Hierfür 
sind ihre Aussagen hinzuzuziehen. 

Der Beschuldigte sagte bei der Polizei (pag. 9 ff.) aus, er habe vor dem Eingang 
der F.________ geparkt und der Zivilkläger habe sein Fahrzeug direkt hinter seines 
gestellt. Er habe in den Rückwärtsgang geschaltet, aber der Zivilkläger sei nicht 
weitergefahren. Er habe in diesem Moment nicht gewusst, was der Zivilkläger von 
ihm wolle und habe die Polizei alarmiert. Auf Nachfrage bestätigte der Beschuldig-
te, er habe nicht wegfahren können. Er denke, der Zivilkläger sei mit seinem PW 
für etwa 1-2 Minuten hinter ihm gestanden, länger nicht. Bei der Staatsanwaltschaft 

12

(pag. 34 ff.) führte der Beschuldigte dann aus, dass ihm die Distanz zwischen ihnen 
egal gewesen sei, es sei Nacht gewesen und er habe sich verfolgt gefühlt. Er habe 
gute Gründe gehabt, sich verfolgt zu fühlen. Ja, er habe sich genötigt gefühlt. Er 
habe nicht gewusst, ob der Zivilkläger einen Unfall provozieren wolle. Er hätte dann 
noch beweisen müssen, keinen Unfall verursacht zu haben. Er habe einfach nicht 
gewusst, was der Zivilkläger von ihm wolle. Es sei ja nicht normal, dass man je-
manden in der Stadt verfolge. Der Polizist habe ihm geraten, Anzeige wegen Nöti-
gung zu erstatten. Gegenüber dem Polizisten habe er den Abstand angegeben, 
welchen er auf Grund seiner Sicht im Rückspiegel geschätzt habe. Ja, theoretisch 
hätte er wegfahren können. Aber theoretisch hätte der Zivilkläger ihm auch mit dem 
Messer in den Bauch stechen können. Er habe den Rückwärtsgang eingelegt, er 
habe sich aber nicht getraut wegzufahren, aus den bereits genannten Gründen. An 
der erstinstanzlichen Hauptverhandlung (pag. 165 f.) erläuterte der Beschuldigte, 
ihm sei auf der Rückfahrt aufgefallen, dass er verfolgt werde. Er habe extra ein 
paar Runden durch die Stadt gedreht, um sicher zu sein, dass der Zivilkläger ihm 
folge. Dann habe er bei der F.________ einen Stopp gemacht und der Zivilkläger 
habe hinter ihm oder seitlich geparkt. Der Beschuldigte relativierte damit mit der 
Zeit die anfängliche Aussage, wonach der Beschuldigte direkt hinter ihm geparkt 
habe. In den Aussagen des Beschuldigten ist aber erkennbar, dass er sich so ge-
fühlt haben muss, als wäre er in einer Sackgasse, nicht weil der Zivilkläger di-
stanzmässig das Auto unmittelbar hinter sein Auto gestellt hatte, sondern weil der 
Zivilkläger ihm zuvor gefolgt war und sich dann so positioniert hat, dass der Be-
schuldigte seinen nächsten Zug als unberechenbar einschätzte und deshalb das 
Gefühl hatte, nicht wegfahren zu können. Es war dunkel und der Beschuldigte sah 
den Zivilkläger lediglich im Rückspiegel. Er hätte rückwärts fahren müssen, um 
wieder auf die Strasse zu gelangen. Entsprechend sagte der Beschuldigte aus, er 
habe sich auf dem Parkplatz bedroht gefühlt und habe Angst gehabt. Er habe des-
wegen die Polizei angerufen. Er habe nicht gewusst, was der nächste Schritt des 
Zivilklägers gewesen wäre, ob er gar hätte einen Unfall provozieren wollen (pag. 
35). Vor diesem Hintergrund ist denn auch die anfängliche Aussage, wonach der 
Zivilkläger direkt hinter ihm parkiert habe, zu verstehen, bzw. dass er nicht habe 
wegfahren können (pag. 10). Auch vor erster Instanz wiederholte der Beschuldigte, 
sie hätten eine grosse Vorgeschichte miteinander, er habe nicht gewusst, was der 
Zivilkläger von ihm wolle und er habe sich gefährdet gefühlt. Diese Situation und 
die geschilderte Gefühlslage scheinen der Kammer gerade mit Blick auf den beste-
henden Konflikt zwischen den beiden Parteien durchaus nachvollziehbar. Der Zivil-
kläger verpasste dem Beschuldigten bereits einmal in einer Auseinandersetzung 
eine Kopfnuss (SK 16 228/229). Dass der Beschuldigte somit nicht genau wusste, 
wie der Zivilkläger auf dem Parkplatz ihm gegenüber reagieren könnte, ist durch-
aus nachvollziehbar (siehe dazu auch nachfolgend Ziff. 13.2.).

Weiter ist der Vorfall auf dem Garagenplatz auch im Zusammenhang mit der sich 
zuvor ereigneten Situation mit der indischen Familie zu betrachten. Der Zivilkläger 
wollte an diesem Abend einen Teil einer siebenköpfigen indischen Familie mit sei-
nem Taxi fahren. Er und ein anderer Berufskollege wollten sich die sieben Perso-
nen auf zwei Taxi aufteilen. Dann holte der Beschuldigte aber sein privates Auto 
(grösserer Van), welches Platz für alle sieben Personen hatte, und fuhr die gesam-

13

te indische Familie mit seinem eigenen Auto (pag. 167). Der Beschuldigte schnapp-
te dem Zivilkläger damit kurz zuvor einen Auftrag weg und fuhr die Gäste mit einem 
– nicht als Taxi zugelassenen – Auto. Mit dieser Vorgeschichte kam es dann dazu, 
dass der Zivilkläger diese – seiner Ansicht nach „illegale“ – Taxifahrt bei der Polizei 
meldete und dem Beschuldigten ab einem gewissen Zeitpunkt mit dem Auto folgte. 
Dass der Beschuldigte im Wissen darum, dass er dem Zivilkläger, mit dem er oh-
nehin schon kein gutes Verhältnis hatte, zuvor einen Auftrag weggeschnappt hat, 
nicht einschätzen konnte, wie der Zivilkläger nun reagieren würde, ist damit durch-
aus nachvollziehbar.

Der Beschuldigte führte weiter aus, Herr H.________ von der Polizei habe ihm ge-
raten, eine Anzeige wegen Nötigung zu erstatten (pag. 35). Am Telefon mit der Po-
lizei habe er das Wort Nötigung nicht erwähnt. Er habe sich erkundigt, weil er nicht 
gewusst habe, was er machen solle. Er sei schon mehrmals vom Zivilkläger be-
droht worden. Er habe sich nur geäussert, dass er gern Anzeige erstatten wolle. 
Die Polizei habe ihm dann erklärt, dass die Nötigung das einzig Sinnvolle sei. Er 
habe am Telefon nur gesagt, er fühle sich verfolgt (pag. 166). Auch im Anzeigerap-
port vom 26. April 2017 steht, dass sich der Beschuldigte genötigt gefühlt habe. 
Jedoch hat der Beschuldigte in der polizeilichen Einvernahme nicht ausdrücklich 
von Nötigung gesprochen. Der Beschuldigte hat lediglich seine wahrgenommene 
Bedrohung geäussert. 

Die Aussagen des Beschuldigten sind für die Kammer in Bezug auf die wahrge-
nommene Bedrohung durch den Zivilkläger in der Situation auf dem Parkplatz kon-
stant, detailliert, nachvollziehbar und damit insgesamt glaubhaft. Die Kammer geht 
nicht davon aus, dass der Beschuldigte den Zivilkläger bewusst und wider besse-
res Wissens der Nötigung angezeigt hat. Vielmehr ist davon auszugehen, dass er 
seinem Unmut und seinem Unbehagen freien Lauf lassen wollte, seine wahrge-
nommene Bedrohung bei der Polizei schilderte und entsprechend – nach Auf-
klärung der Polizei in Bezug auf seine Möglichkeiten – Anzeige erstattet hat.

13.2 Aussagen Zivilkläger

Der Zivilkläger sagte in beiden Einvernahmen aus, dass er nie direkt hinter dem 
Beschuldigten geparkt habe, wovon inzwischen auch auszugehen ist. Er sagte wei-
ter bei der Polizei aus, der Beschuldigte sei zur Garage F.________ gefahren und 
habe dort etwa 5 Minuten gewartet. Er selber habe währenddessen etwa 25 Meter 
von ihm entfernt auf die Polizei gewartet. Er sei nie direkt hinter dem Auto des Be-
schuldigten gewesen (pag. 14). An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung sagte 
er dann, er habe den Abstand selber gemessen, es seien 13 m gewesen. Der Be-
schuldigte sei nach 8 Minuten zur Polizei gegangen und er auch (pag. 167). Auch 
der Zivilkläger korrigierte somit – wie auch der Beschuldigte – die angegebene Di-
stanzangabe. Beide Parteien gaben somit ihre subjektive Wahrnehmung der Situa-
tion wieder. 

Weiter sagte der Zivilkläger bei der Polizei, aus seiner Sicht bestünden keine An-
feindungen zwischen ihm und dem Beschuldigten. Entgegen der Ansicht von 
Rechtsanwalt C.________ kann aus dieser Aussage nicht auf ein Realkennzeichen 
geschlossen werden, mit der Begründung der Zivilkläger verzichte darauf, den Be-

14

schuldigten zu belasten (pag. 286). Die diesbezügliche Aussage des Zivilklägers ist 
nicht korrekt. So war im Tatzeitpunkt noch ein laufendes Gerichtsverfahren gegen 
den Zivilkläger betreffend einfacher Körperverletzung z.N. des Beschuldigten beim 
Obergericht hängig (SK 16 228 +229 Urteil des Obergerichts 22. Dezember 2017; 
BGE 6B_126/2018, Urteil des Bundesgerichts vom 24. Mai 2018). Bereits in jenem 
Verfahren vor dem Obergericht fiel ein bedeutender Konflikt zwischen den Parteien 
auf. Auch aus der Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Region Oberland 
vom 18. Januar 2017 (pag. 39 ff.) und aus den Schreiben der Parteien ist zu er-
kennen, dass der Beschuldigte und der Zivilkläger immer wieder miteinander in 
Konflikt geraten und ihr Verhältnis angespannt ist (pag. 65, 111, 135, 237, 272, 
278). 

Für die Kammer lassen die Aussagen des Zivilklägers keinen zuverlässigen Rück-
schluss auf die Gefühlslage des Beschuldigten zu und vermögen die glaubhaften 
Aussagen des Beschuldigten in Bezug auf die von ihm wahrgenommene Bedro-
hung nicht zu entkräften.

13.3 Fazit

Die Kammer erachtet damit die Aussagen des Beschuldigten in Bezug auf die 
wahrgenommene Bedrohung als stimmig. Dem Beschuldigten kann nicht nachge-
wiesen werden, dass er bei der Polizei bewusst wahrheitswidrige Aussagen ge-
macht hat, um den Zivilkläger falsch zu beschuldigen.

III. Rechtliche Würdigung

14. Falsche Anschuldigung

Die Vorinstanz führte zum Tatbestand der falschen Anschuldigung Folgendes aus 
(pag. 213 f.):

Objektiver und subjektiver Tatbestand

Wer einen Nichtschuldigen wider besseres Wissen bei der Behörde eines Verbrechens oder 
Vergehens beschuldigt, in der Absicht, eine Strafverfolgung gegen ihn herbeizuführen, wer in anderer 
Weise arglistige Veranstaltungen trifft, in der Absicht, eine Strafverfolgung gegen einen 
Nichtschuldigen herbeizuführen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft 
(Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB). Die Beschuldigung muss sich auf ein strafbares Verhalten 
beziehen und sich gegen einen Nichtschuldigen richten. Sie ist an keine bestimmte Form gebunden 
und kann auch in einem Verhör vorgetragen werden. In subjektiver Hinsicht ist erforderlich, dass der 
Täter in Bezug auf seine Beschuldigung wider besseres Wissen handelt, d.h. im Bewusstsein ihrer 
Unwahrheit. Verlangt ist mithin direkter Vorsatz. Sodann muss die Anzeige in der Absicht erfolgen, 
gegen den Beschuldigten ein Strafverfahren herbeizuführen, wobei Eventualabsicht genügt (Bernhard 
Isenring, in: Donatsch [Hrsg.]/Heimgartner/Isenring/Weder, Kommentar Schweizerisches 
Strafgesetzbuch, 20. Auflage, 2018, Art. 303 N 6 f. und 10).

Subsumtion

Der Beschuldigte zeigte den Zivilkläger bei der Polizei, welche als Behörde im Sinne von Art. 303 
StGB gilt, wegen Nötigung an. Die Nötigung ist nach Art. 181 StGB ein Vergehen (Art. 10 Abs. 3 
StGB) und damit vom Tatbestand von Art. 303 StGB erfasst. Die Staatsanwaltschaft verfügte die 

15

Einstellung des Strafverfahrens gegen den Zivilkläger, weil der Tatbestand der Nötigung klarerweise 
nicht erfüllt war. Der Zivilkläger hat sich somit nicht der Nötigung schuldig gemacht. Der objektive 
Tatbestand ist somit erfüllt. Beim subjektiven Tatbestand muss bewiesen sein, dass der Beschuldigte 
wider besseren Wissens gehandelt hat. Vorliegend hat der Beschuldigte glaubhaft ausgesagt, dass er 
erst auf Rat der Polizei eine Anzeige wegen Nötigung erstattet hat. Es ist nachvollziehbar, wenn sich 
der Beschuldigte am 28.12.2016 auf dem Parkplatz vor der Garage durch das Verhalten des 
Zivilklägers gefährdet gefühlt hat. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass sich der Beschuldigte in 
der Situation, als der Zivilkläger den Beschuldigten verfolgt und ebenfalls vor der Garage mit 
laufenden Motor und eingeschaltetem Licht geparkt hat, sich bedroht gefühlt hat. Massgelblich ist 
auch der seit längerem andauernde Konflikt zwischen dem Beschuldigten und dem Zivilkläger. Zum 
Tatzeitpunkt war ein Verfahren gegen den Zivilkläger hängig wegen eines Kopfstosses, den er dem 
Beschuldigten verpasste. Der Beschuldigte wusste in der Situation vor der Garage nicht, was der 
Zivilkläger vorhatte. Es war für ihn verständlicherweise unklar, ob der Zivilkläger einen Unfall 
provozieren will. Dass der Tatbestand der Nötigung im Nachhinein nicht erfüllt ist, konnte der 
Beschuldigte, der nicht rechtskundig und nicht vertreten war, zum Zeitpunkt der Anzeige nicht wissen. 
Der subjektive Tatbestand der falschen Anschuldigung ist damit nicht erfüllt. Es hat ein Freispruch zu 
ergehen. 

Diesen Ausführungen kann gefolgt werden. Ergänzend hierzu noch folgende Erläu-
terungen:

Die Verteidigung führte aus, bei der falschen Anschuldigung komme es lediglich 
darauf an, falsche Anschuldigungen zu tätigen, jedoch nicht darauf, ob ein Tatbe-
stand von einem Laien richtig verstanden werde. Es würde keine Verurteilung we-
gen Art. 303 StGB mehr geben, wenn man davon ausgehe, dass der Beschuldigte 
Gründe gehabt habe zu glauben, der Zivilkläger habe ihn genötigt (pag. 228). Dem 
ist entgegen zu halten, dass der Tatbestand der falschen Anschuldigung nicht nur 
objektiv sondern auch subjektiv erfüllt sein muss. In casu ist der subjektive Tatbe-
stand nicht erfüllt, weil der Beschuldigte keinen Vorsatz in Bezug auf die falsche 
Anschuldigung hatte. Es ist erwiesen, dass der Beschuldigte sich vor dem Hinter-
grund des langjährigen Konflikts zwischen ihm und dem Zivilkläger vor der Garage 
in die Enge getrieben und bedroht fühlte. Er wusste nicht, was passieren würde, 
wenn er den Rückwärtsgang einlegen würde, um vom Garagenplatz wegzufahren. 
Er schilderte hierauf der Polizei, wie er die Situation empfunden hat. Dass der Be-
schuldigte auf Nachfrage des Polizisten anfänglich aussagte, er habe nicht mehr 
wegfahren können, führt nicht zur Annahme einer Falschbezichtigung, wenn der 
Beschuldigte wie vorliegend dies auf Grund der gesamten Umstände so empfun-
den hat. Dass diese Situation bei der Garage objektiv den Tatbestand der Nötigung 
nicht erfüllt bzw. die Staatsanwaltschaft das Verhalten des Zivilklägers rechtlich 
nicht als Nötigung qualifiziert hat, musste der Beschuldigte nicht wissen. Der Be-
schuldigte ging subjektiv von der geschilderten Bedrohungslage aus, weshalb er 
nicht willentlich und wider besseres Wissens den Zivilkläger einer Nötigung bezich-
tigte. Damit fehlt es am direkten Vorsatz in Bezug auf eine falsche Anschuldigung. 
Der Beschuldigte ist somit vom Vorwurf der falschen Anschuldigung freizuspre-
chen. 

16

IV. Zivilpunkt

15. Genugtuung

In Bezug auf die theoretischen Ausführungen zum Genugtuungsanspruch gemäss 
Art. 49 Abs. 1 OR wird auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen (pag. 215).

Der Zivilkläger hat oberinstanzlich eine Genugtuung von CHF 5‘000.00 geltend 
gemacht (pag. 251). Aufgrund des oberinstanzlich erfolgten Freispruchs vom Vor-
wurf der falschen Anschuldigung wird die Zivilklage abgewiesen (Art. 49 OR, 126 
Abs. 1 lit. b StPO).

Die Behandlung der Genugtuungsforderung hat keinen massgeblichen Aufwand 
verursacht. Somit wurden/werden für die Beurteilung der Zivilklage erst- und obe-
rinstanzlich keine separaten Verfahrens- oder Parteikosten ausgeschieden.

V. Kosten und Entschädigung

16. Verfahrenskosten

16.1 Erstinstanzliche Verfahrenskosten

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie darin 
auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 
StPO). Bei einem Freispruch trägt grundsätzlich der Kanton Bern die erstinstanzli-
chen Verfahrenskosten (Art. 423 Abs. 1 StPO). 

Der Beschuldigte wurde erst- und oberinstanzlich vom Vorwurf der falschen An-
schuldigung freigesprochen. Erstinstanzlich wurde der Beschuldigte auch vom 
Vorwurf der Übertretung gegen das Taxireglement freigesprochen, was inzwischen 
rechtskräftig geworden ist. Die Tragung der hierfür insgesamt ausgesprochenen 
erstinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 2‘000.00 (inkl. CHF 600.00 für die Ur-
teilsbegründung) durch den Kanton Bern ist damit zu bestätigen.

16.2 Oberinstanzliche Verfahrenskosten

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

Oberinstanzlich hat allein der Zivilkläger Berufung erhoben. Die Generalstaatsan-
waltschaft hat auf eine Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren verzichtet. Ge-
messen an den gestellten Anträgen ist der Zivilkläger als vollständig unterliegend 
zu bezeichnen, weshalb er grundsätzlich die oberinstanzlichen Verfahrenskosten, 
bestimmt auf CHF 2‘000.00 (Art. 24 Bst. a des Verfahrenskostendekrets [VKD; 
BSG 161.12]; Richtlinien für die Bemessung der Verfahrenskosten in Strafsachen 
am Obergericht des Kantons Bern gemäss Beschluss der Strafabteilungskonferenz 
vom 23. April 2018), zu tragen hätte. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege ist er gemäss Art. 136 Abs. 2 Bst. b StPO von der Bezahlung der Ver-
fahrenskosten vorläufig befreit. Er hat diese einstweilen vom Kanton Bern getrage-
nen Kosten zurückzuerstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlau-
ben (Art. 135 Abs. 4 StPO analog; MAZZUCCHELLI/POSTIZZI, in: Basler Kommentar 
Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 4 zu Art. 138).

17

17. Entschädigung unentgeltliche Rechtsvertretung 

Die Vorinstanz hat die Entschädigung für den unentgeltlichen Beistand des Zivil-
klägers vor erster Instanz durch Rechtsanwalt C.________ aufgrund der erstin-
stanzlich eingereichten und als angemessen erachteten Kostennote festgesetzt 
(pag. 186 ff., pag. 191 f.). Dies ist zu bestätigen. Der Zivilkläger/Berufungsführer 
hat dem Kanton Bern die für das erstinstanzliche Verfahren ausgerichtete amtliche 
Entschädigung von insgesamt CHF 3‘859.20 zurückzuzahlen und Rechtsanwalt 
C.________ die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen 
Honorar, ausmachend CHF 352.65, zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen 
Verhältnisse erlauben (Art. 138 Abs. 1 i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO).

Für die Entschädigung der unentgeltlichen Vertretung des Zivilklägers vor oberer 
Instanz durch Rechtsanwalt C.________ wird auf die eingereichte Kostennote vom 
12. November 2019 (pag. 292 ff.) abgestellt. Diese wird gerade noch als angemes-
sen erachtet (vgl. Urteilsdispositiv Ziff. V). Der Zivilkläger/Berufungsführer hat dem 
Kanton Bern die für das oberinstanzliche Verfahren ausgerichtete Entschädigung 
von insgesamt CHF 2‘481.95 zurückzuzahlen und Rechtsanwalt C.________ die 
Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar, ausma-
chend CHF 237.05, zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse er-
lauben (Art. 138 Abs. 1 i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO). 

18. Entschädigung Beschuldigter

Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen, so hat sie An-
spruch auf Entschädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung ih-
rer Verfahrensrechte (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO) und auf Entschädigung der wirt-
schaftlichen Einbussen, die ihr aus ihrer notwendigen Beteiligung am Strafverfah-
ren entstanden sind (Art. 429 Abs. 1 lit. b StPO). 

Der Beschuldigte war im erst- und oberinstanzlichen Verfahren nicht anwaltlich ver-
treten. Dem obsiegenden Beschuldigten wird für seine Aufwendungen aus der Be-
teiligung am Strafverfahren gestützt auf Art. 429 Abs. 1 Bst. b StPO im erst- und 
oberinstanzlichen Verfahren je eine Entschädigung von pauschal CHF 200.00, 
ausmachend insgesamt CHF 400.00, ausgerichtet.

https://www.swisslex.ch/doc/aol/3d173a11-e683-4d4a-b6f2-9e45eb5a6c14/315c575f-b12a-4355-a1ad-3474409d0494/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/aol/3d173a11-e683-4d4a-b6f2-9e45eb5a6c14/315c575f-b12a-4355-a1ad-3474409d0494/source/document-link

18

VI. Dispositiv

Die 1. Strafkammer erkennt:

I.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Einzelgericht) vom 
13. November 2018 insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als

A.________ freigesprochen wurde:

von der Anschuldigung der Übertretung gegen das Taxireglement, angeblich begangen 
am 28. Dezember 2016 auf der Strecke D.________.

II.

A.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung der falschen Anschuldigung, angeblich begangen am 16. Januar 
2017 in E.________ zum Nachteil von B.________.

III.

1. Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten, bestimmt auf CHF 2‘000.00, werden 
dem Kanton Bern auferlegt. 

2. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten, bestimmt auf CHF 2‘000.00, gehen 
zufolge der dem Zivilkläger B.________ gewährten unentgeltlichen Rechtspflege 
zu Lasten des Kantons Bern. Der Zivilkläger B.________ hat dem Kanton Bern 
die Verfahrenskosten zurückzuerstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhält-
nisse erlauben.

3. A.________ wird eine Entschädigung von CHF 200.00 für die wirtschaftlichen 
Einbussen, die ihm aus der notwendigen Beteiligung am erstinstanzlichen Straf-
verfahren entstanden sind, ausgerichtet. 

4. A.________ wird eine Entschädigung von CHF 200.00 für die wirtschaftlichen 
Einbussen, die ihm aus der notwendigen Beteiligung am oberinstanzlichen Straf-
verfahren entstanden sind, ausgerichtet. 

19

IV.

Im Zivilpunkt wird in Anwendung von Art. 126 Abs. 1 lit. b StPO verfügt:

1. Die Zivilklage von B.________ wird abgewiesen.

2. Für die Beurteilung der Zivilklage werden erst- und oberinstanzlich keine separaten 
Verfahrens- oder Parteikosten ausgeschieden. 

V.

Die Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistandes des Zivilklägers durch 
Rechtsanwalt C.________, wurde/wird im erst- bzw. oberinstanzlichen Verfahren wie folgt 
bestimmt:

Erste Instanz
Leistungen bis 31.12.2017

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 0.83 200.00 CHF 166.00
Reisezuschlag 0.00

CHF 11.00
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 177.00 CHF 14.15

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 191.15

volles Honorar CHF 183.40
Reisezuschlag 0.00

CHF 11.00
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 194.40 CHF 15.55

CHF 0.00
Total CHF 209.95

nachforderbarer Betrag CHF 18.80

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

20

Leistungen ab 1.1.2018
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 15.50 200.00 CHF 3'100.00
Reisezuschlag CHF 0.00

CHF 305.80
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 3'405.80 CHF 262.25

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 3'668.05

volles Honorar CHF 3'410.00
Reisezuschlag CHF 0.00

CHF 305.80
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 3'715.80 CHF 286.10

CHF 0.00
Total CHF 4'001.90

nachforderbarer Betrag CHF 333.85

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

B.________ hat dem Kanton Bern die für das erstinstanzliche Verfahren ausgerichtete 
amtliche Entschädigung von insgesamt CHF 3‘859.20 zurückzuzahlen und Rechtsan-
walt C.________ die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen 
Honorar, ausmachend CHF 352.65, zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen 
Verhältnisse erlauben (Art. 138 Abs. 1 i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO).

Obere Instanz

Leistungen ab 1.1.2018
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 11.00 200.00 CHF 2'200.00
CHF 104.50

Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 2'304.50 CHF 177.45
CHF 0.00

Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 2'481.95

volles Honorar CHF 2'420.10
CHF 104.50

Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 2'524.60 CHF 194.40
CHF 0.00

Total CHF 2'719.00

nachforderbarer Betrag CHF 237.05

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

B.________ hat dem Kanton Bern die für das oberinstanzliche Verfahren ausgerichte-
te Entschädigung von insgesamt CHF 2‘481.95 zurückzuzahlen und Rechtsanwalt 
C.________ die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Ho-
norar, ausmachend CHF 237.05, zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Ver-
hältnisse erlauben (Art. 138 Abs. 1 i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO). 

21

Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten
- dem Zivilkläger/Berufungsführer a.v.d. Rechtsanwalt C.________
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- der Vorinstanz 

Bern, 20. August 2020 Im Namen der 1. Strafkammer

Der Präsident:

Oberrichter Vicari

Die Gerichtsschreiberin:

Piccioni

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesge-
richt, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 
90 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforde-
rungen von Art. 42 BGG entsprechen.
Gegen den Entschädigungsentscheid kann der amtliche Rechtsbeistand der Privatklägerschaft innert 10 Ta-
gen seit Eröffnung bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts, Viale Stefano Franscini 7, 6500 Bel-
linzona, schriftlich und begründet Beschwerde führen (Art. 138 Abs. 1 StPO).