# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 90de5373-bc0d-54b8-8906-eb4ad22af140
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-12
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 12.03.2024 VBE.2023.313
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-313_2024-03-12.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

1. Kammer 

 

VBE.2023.313 / pm / ks       
Art. 35 

 

 

Urteil vom 12. März 2024 
 
 

Besetzung  Oberrichter Kathriner, Präsident  

Oberrichterin Peterhans  

Oberrichterin Gössi  

Gerichtsschreiber Meier  

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____ 

vertreten durch lic. iur. Markus Zimmermann, Rechtsanwalt,  

Stadtturmstrasse 10, Postfach, 5401 Baden 

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 SVA Aarau, Familienausgleichskasse, Kyburgerstrasse 15, 5000 Aarau 

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG allgemein 

(Verfügung vom 1. Juni 2023) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Der 1976 geborene Beschwerdeführer meldete sich im Jahr 2013 erstmals 

bei der Beschwerdegegnerin zum Bezug von Leistungen (Berufliche In-

tegration/Rente) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an. In der 

Folge gewährte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer berufli-

che Massnahmen (Berufsberatung), welche sie mit Verfügung vom 4. Mai 

2015 abschloss. 

 

1.2. 

Am 15. Oktober 2015 (Datum Posteingang) meldete sich der Beschwerde-

führer erneut bei der Beschwerdegegnerin an und beantragte eine Um-

schulung. Mit Mitteilung vom 2. Mai 2017 gewährte die Beschwerdegegne-

rin dem Beschwerdeführer Kostengutsprache für eine Umschulung zum 

Bauleiter, die in der Folge abgebrochen wurde. Mit Mitteilung vom 10. Ja-

nuar 2019 gewährte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer so-

dann Kostengutsprache für eine Umschulung zum Hauswart, welche er im 

März 2019 abschloss. Am 15. Januar 2020 teilte die Beschwerdegegnerin 

dem Beschwerdeführer mit, da er seit August 2019 als Hauswart arbeitstä-

tig sei und dabei ein rentenausschliessendes Einkommen erziele, schliesse 

sie die beruflichen Massnahmen ab.  

 

1.3. 

Am 13. Mai 2020 beantragte der Beschwerdeführer sodann eine Umschu-

lung zum Hauswart mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis. Nach durch-

geführtem Vorbescheidverfahren verneinte die Beschwerdegegnerin mit 

Verfügung vom 1. Juni 2023 einen Anspruch des Beschwerdeführers auf 

weitere Umschulungsmassnahmen. 

 

2. 

2.1. 

Dagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 5. Juli 2023 frist-

gerecht Beschwerde und stellte folgende Rechtsbegehren: 

 

"1. Die angefochtene Verfügung vom 01.06.2023 sei aufzuheben und dem 
Beschwerdeführer seien berufliche Massnahmen, insbesondere Bera-
tung und Umschulung, zu gewähren. 

 
 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 4. September 2023 beantragte die Beschwerde-

gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

 

 - 3 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 1. Juni 

2023 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 289) zusammengefasst davon aus, 

ein Anspruch auf Umschulung setze eine Erwerbseinbusse von ca. 20 % 

voraus. Nach Durchführung eines Einkommensvergleichs habe jedoch ein 

Invaliditätsgrad (bzw. eine Erwerbseinbusse) von lediglich 8 % resultiert. 

Es bestehe daher kein Anspruch auf Umschulung. Der Beschwerdeführer 

bringt dagegen im Wesentlichen vor, die Beschwerdegegnerin sei bei der 

Ermittlung des Invaliditätsgrades von einem falschen Valideneinkommen 

ausgegangen. Vom Invalideneinkommen sei sodann zusätzlich ein Abzug 

vom Tabellenlohn zu gewähren. Da der Invaliditätsgrad somit über 20 % 

betrage, habe er Anspruch auf eine Umschulung (Beschwerde S. 5 ff.). 

 

2. 

Nach den allgemeinen übergangsrechtlichen Grundsätzen sind jene Best-

immungen anzuwenden, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 

oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben beziehungs-

weise hatten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_136/2021 vom 7. April 

2022 E. 3.2.1 mit Hinweis unter anderem auf BGE 144 V 210 E. 4.3.1 

S. 213). Da vorliegend mit Verfügung vom 1. Juni 2023 über den Anspruch 

des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen entschieden wurde, ist 

für dessen Beurteilung – entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin, 

welche den Anspruch auf berufliche Massnahmen (zumindest implizit) un-

ter der Rechtslage im Jahr 2020 geprüft hat – die ab 1. Januar 2022 bis 

31. Dezember 2023 geltende Rechtslage massgebend (vgl. Urteil des Bun-

desgerichts 9C_15/2022 vom 19. Dezember 2022 E. 2). 

 

3. 

In medizinischer Hinsicht ging die Beschwerdegegnerin in der angefochte-

nen Verfügung davon aus, der Beschwerdeführer sei in der zuletzt ausge-

übten Tätigkeit als Maurer und Fassadenisoleur nicht mehr arbeitsfähig. In 

einer angepassten, "leichteren" Tätigkeit bestehe jedoch eine 100%ige Ar-

beitsfähigkeit. Diese Einschätzung wird vom rechtlich vertretenen Be-

schwerdeführer nicht beanstandet (BGE 119 V 347 E. 1a S. 349 f.; vgl. 

auch Beschwerde S. 6 f.) und gibt auch mit Blick auf die Akten (vgl. 

VB 286.6) zu keinen weiteren Ausführungen Anlass. 

 

4. 

4.1. 

Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit haben versi-

cherte Personen, wenn dies infolge Invalidität notwendig ist und dadurch 

die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann 

(Art. 17 Abs. 1 IVG). Als Umschulung gelten nach Art. 6 Abs. 1 IVV Ausbil-

dungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen 

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beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne 

vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder 

Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen. Erfasst sind somit sämtliche 

Vorkehrungen, die notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invali-

dität bereits erwerbstätig gewesenen versicherten Person eine ihrer frühe-

ren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln (BGE 130 

V 488 E. 4.2 S. 489 f.; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_315/2022 vom 

3. Oktober 2022 E. 1.3). Das Gesetz will die Eingliederung lediglich soweit 

sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist 

(Urteile des Bundesgerichts 8C_792/2019 vom 28. Februar 2020 E. 3.1 

und 8C_808/2017 vom 11. Januar 2018 E. 3; siehe auch BGE 130 V 488 

E. 4.2 S. 489 f.). 

 

4.2. 

Der Anspruch auf Umschulung setzt weiter voraus, dass die versicherte 

Person wegen der Art und Schwere ihres Gesundheitsschadens in den 

ohne zusätzliche berufliche Ausbildung noch zumutbaren Erwerbstätigkei-

ten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 

20 %, gemessen an dem vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielten 

Verdienst, erleidet (BGE 124 V 108 E. 2b S. 110; Urteil des Bundesgerichts 

9C_15/2022 vom 19. Dezember 2022 E. 6 mit Hinweisen); dabei handelt 

es sich um einen Richtwert (BGE 130 V 488 E. 4.2 in fine S. 490). 

 

5. 

5.1. 

Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist 

Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Für die Bestimmung des 

Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 

nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Be-

handlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut-

bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invali-

deneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkom-

men). 

 

5.2. 

5.2.1. 

Das Einkommen ohne Invalidität (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG) be-

stimmt sich in der Regel anhand des zuletzt vor Eintritt der Invalidität tat-

sächlich erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommens-

entwicklung angepassten Erwerbseinkommens (Art. 26 Abs. 1 IVV; 

BGE 135 V 58 E. 3.1 S. 59).  

 

5.2.2. 

Bei der Bestimmung des Valideneinkommens stützte sich die Beschwerde-

gegnerin auf den Auszug aus dem individuellen Konto (IK) des Beschwer-

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deführers, wonach dessen beitragspflichtiges Einkommen im Jahr 2012 

(vor Eintritt des Gesundheitsschadens) Fr. 72'002.00 betrug (VB 275 S. 3). 

Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, es sei auf das Lohnblatt seiner 

ehemaligen Arbeitgeberin abzustellen. Das Einkommen habe dementspre-

chend im Jahr 2013 Fr. 76'269.00 betragen (Beschwerde S. 5). Der vom 

Beschwerdeführer genannte Betrag beinhaltet gemäss Lohnblatt nebst ei-

nem "Krangengeld" zusätzlich "Spesenvergütung[en]" (VB 22 S. 8). Im ent-

sprechenden Arbeitsvertrag wurde unter dem Titel "Auslagenersatz / Mit-

tagsentschädigung" eine Entschädigung von Fr. 15.00 pro Tag bei auswär-

tiger Arbeit vereinbart, sofern die "Rückkehr für das Mittagessen zur Firma" 

nicht möglich (ab einer Distanz von mindestens 20 km) sei. Sodann betrage 

die Aufwandsentschädigung bei einer Abwesenheit von 24 Stunden 

Fr. 35.00 pro Übernachtung (VB 22 S. 5). Gemäss Art. 9 Abs. 1 AHVV sind 

Unkosten Auslagen, die einem Arbeitnehmer bei der Ausführung seiner Ar-

beiten entstehen. Sie gehören nicht zum massgebenden Lohn. Keine Un-

kostenentschädigungen sind gemäss Abs 2 regelmässige Entschädigun-

gen für die Fahrt des Arbeitnehmers vom Wohnort zum gewöhnlichen Ar-

beitsort sowie für die übliche Verpflegung am Wohnort oder am gewöhnli-

chen Arbeitsort. Diese gehören grundsätzlich zum massgebenden Lohn. 

Ob die im Lohnblatt genannten Spesenvergütungen vorliegend zum mass-

gebenden Lohn und somit zum Valideneinkommen gerechnet werden dür-

fen, ist vor dem Hintergrund von Art. 9 AHVV zweifelhaft. Mit nachfolgender 

Begründung kann die Beantwortung dieser Frage indes offengelassen wer-

den. 

 

Selbst wenn zu Gunsten des Beschwerdeführers von einem zuletzt erziel-

ten Einkommen von Fr. 76'269.00 (entsprechend der Angaben seiner ehe-

maligen Arbeitgeberin, vgl. VB 22 S. 8) ausgegangen würde, resultierte, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, kein Invaliditätsgrad von etwa 20 %, wel-

cher einen Anspruch auf Umschulung begründen würde. Unter Berücksich-

tigung der Nominallohnentwicklung bis 2022 (mangels aktuellerer Daten; 

vgl. die Tabelle der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung [LSE] des Bun-

desamtes für Statistik [BfS], Nominallohnindex, Männer, 2011-2022, 

Ziff. 41-43, Baugewerbe) beliefe sich das Valideneinkommen auf 

Fr. 79'177.00 (Fr. 76'269.00 x 106.2/102.3). Es sind keine Anhaltspunkte ak-

tenkundig, wonach der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall mit überwie-

gender Wahrscheinlichkeit (BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125 mit Hinweis auf 

BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181) eine über die Nominallohnentwicklung hin-

ausgehende Lohnerhöhung erfahren hätte (vgl. Beschwerde S. 5 Ziff. 18). 

Der Aktennotiz vom 20. Januar 2015 ist diesbezüglich einzig zu entneh-

men, dass die ehemalige Arbeitgeberin des Beschwerdeführers angege-

ben hatte, der (Stunden-)Lohn sowie die Vergütung für Kost und Logis 

bleibe unverändert (VB 25). 

 

Es ist dabei darauf hinzuweisen, dass der branchenübliche Tabellenlohn 

im Jahr 2022 basierend auf der LSE-Tabelle TA1 des Jahres 2020, Ziff. 41-

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43, Baugewerbe, Kompetenzniveau 2, Männer, unter Berücksichtigung der 

Nominallohnentwicklung bis 2022 (vgl. die Tabelle Nominallohnindex, Män-

ner, 2011-2022) sowie der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit (vgl. 

die Tabelle betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabtei-

lungen) Fr. 75'439.00 (Fr. 6'069.00 x 12 x 41.2/40 x 
106.2/105.6) betrug und somit 

tiefer ist als das vom Beschwerdeführer im Jahr 2022 hypothetisch erzielte 

Einkommen, weshalb eine Parallelisierung (vgl. Art. 26 Abs. 2 IVV) nicht 

vorzunehmen wäre. 

 

5.3. 

5.3.1. 

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person kon-

kret steht. Liegt kein anrechenbares Erwerbseinkommen vor, so wird das 

Einkommen mit Invalidität nach statistischen Werten nach Art. 25 Abs. 3 

IVV bestimmt (Art. 26bis Abs. 2 IVV). Der Beschwerdeführer rügt, die Be-

schwerdegegnerin hätte bei der Berechnung des Invalideneinkommens ei-

nen Abzug vom Tabellenlohn gewähren müssen (Beschwerde S. 6 f.).  

 

5.3.2. 

Um invaliditätsbedingte lohnmindernde Faktoren zu berücksichtigen, hatte 

das Bundesgericht den sogenannten leidensbedingten Abzug entwickelt. 

Dieser wurde – nach der Rechtslage bis 31. Dezember 2021 – vom tabel-

larisch ermittelten Einkommen mit Invalidität abgezogen und auf 25 % des 

Tabellenlohns beschränkt (vgl. dazu etwa BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182). 

Im Rahmen von Art. 28a Abs. 1 IVG, in Kraft seit 1. Januar 2022, soll der 

Bundesrat die bei den nach statistischen Werten bestimmten Einkommen 

von der Rechtsprechung entwickelten Korrekturen festlegen (z. B. welche 

Kriterien für einen leidensbedingten Abzug zu berücksichtigen sind und in 

welcher Höhe ein entsprechender Abzug erfolgen kann; BBl 2017 2668). 

Im erläuternden Bericht (nach Vernehmlassung) zu den Ausführungsbe-

stimmungen zur Änderung des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-

cherung (Weiterentwicklung der IV) wird hierzu auf S. 53 f. ausgeführt, der 

leidensbedingte Abzug in der bisherigen Form werde neu nicht mehr ange-

wendet (https://www.bsv.admin.ch/dam/bsv/de/dokumente/iv/gesetze/erl- 

aeuterungen-weiv-gesetz.pdf.download.pdf/WEIV_IVV_Erl%C3%A4ut 

ernder%20Bericht_DE.pdf; besucht am 20. Februar 2024).  

 

Der Bundesrat hat von der in Art. 28a Abs. 1 IVG eingeräumten Kompetenz 

Gebrauch gemacht und Art. 26bis Abs. 3 IVV erlassen. Danach werden – 

gemäss der Version gültig vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2023 – 

vom statistisch bestimmten Wert 10 % für Teilzeitarbeit abgezogen, wenn 

die versicherte Person aufgrund ihrer Invalidität nur noch mit einer funktio-

nellen Leistungsfähigkeit (Art. 49 Abs. 1bis IVV) von 50 % oder weniger tätig 

sein kann.  

 

 - 7 - 

 

 

Ein über die vereinfachte Parallelisierung (vgl. Art. 26 Abs. 2 IVV) – welche 

gemäss dem erläuternden Bericht (S. 53 f.) neu grundsätzlich konsequen-

ter und ohne Abklärung der Gründe für die Unterdurchschnittlichkeit des 

Einkommens zu erfolgen hat – sowie einen Abzug wegen unter 50 % lie-

gender Leistungsfähigkeit hinausgehender zusätzlicher bzw. separater An-

spruch auf einen leidensbedingten Abzug vom Tabellenlohn besteht dem-

nach gemäss der seit Januar 2022 bis 31. Dezember 2023 geltenden 

Rechtslage nicht mehr. 

 

Der Beschwerdeführer ist in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeits-

fähig, weshalb ein Abzug vom Tabellenlohn somit nicht zu gewähren ist. 

Das Invalideneinkommen beträgt gestützt auf die LSE 2020, Total, Männer, 

Kompetenzniveau 1, unter Berücksichtigung der Lohnentwicklung bis 2022 

sowie der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit somit Fr. 66'000.00 

(Fr. 5'261.00 x 12 x 41.7/40 x 
107.1/106.8). 

 

5.4. 

Bei einer Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen resultiert eine Er-

werbseinbusse von Fr. 13'177.00 (Fr. 79'177.00 - Fr. 66'000.00) bzw. 

16.6 %. 

 

6. 

Somit wird das umschulungsspezifische Erfordernis einer Erwerbsein-

busse von etwa 20 % (vgl. E. 4.2) – selbst wenn zu Gunsten des Beschwer-

deführers von einem Valideneinkommen von Fr. 79'177.00 ausgegangen 

würde – nicht erreicht (vgl. diesbezüglich unter anderem Urteil des Bundes-

gerichts 9C_187/2011 vom 30. Mai 2011 E. 4.4, in welchem eine Erwerbs-

einbusse von 15 % als deutlich unter dem Richtwert liegend gewertet 

wurde, sowie Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes I 218/02 

vom 10. Oktober 2002 E. 3 und 4, in welchem ein Umschulungsanspruch 

bei einer Erwerbseinbusse von 17 % verneint wurde). Damit hat die Be-

schwerdegegnerin einen Umschulungsanspruch des Beschwerdeführers 

mit Verfügung vom 1. Juni 2023 zu Recht verneint. 

 

7. 

7.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

7.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 400.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.  

 

 - 8 - 

 

 

7.3. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als Sozi-

alversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch auf 

Parteientschädigung zu.  

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 400.00 werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
 

   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 

Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 

 - 9 - 

 

 

   

Aarau, 12. März 2024 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Kathriner Meier