# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0bb33b12-4a84-5424-a1f6-781d9c8e2f1f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-10-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.10.2014 A-1956/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1956-2014_2014-10-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung I 

A-1956/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 .  O k t o b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Jürg Steiger (Vorsitz), 

Richterin Claudia Pasqualetto Péquignot,  

Richterin Marie-Chantal May Canellas,    

Gerichtsschreiberin Laura Bucher. 
 

 
 

Parteien 

 
Eidgenössische Technische Hochschule Zürich  

(ETH Zürich),  

c/o Studienadministration, HG FO 22.1,  

Rämistrasse 101, 8092 Zürich,   

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 

 
A._______ , (…) 

Beschwerdegegner,  

 

ETH-Beschwerdekommission,  

Postfach 6061, 3001 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Zulassung zum Bachelor-Studiengang Physik. 

 

 

A-1956/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A._______ bewarb sich im am 26. April 2013 an der Eidgenössischen 

Technischen Hochschule (ETH) Zürich für die Zulassung zum Bachelor-

Studiengang Physik. Mit Verfügung vom 24. Mai 2013 verweigerte die 

ETH Zürich A._______ die Zulassung, weil er im Jahr 1970 das Vordip-

lom Physik zweimal nicht bestanden hatte. Gegen diese Verfügung erhob 

A._______ am 29. Mai 2013 Beschwerde bei der ETH-

Beschwerdekommission. 

B.  

Mit Entscheid vom 4. März 2014 hiess die ETH-Beschwerdekommission 

(nachfolgend: Vorinstanz) die Beschwerde gut und hob die Verfügung der 

ETH Zürich auf. A._______ sei zum Bachelor-Studiengang Physik zuzu-

lassen. Der Beschwerdeführer verfüge über die notwendige Studierfähig-

keit und sei qualifiziert, ein Studium in Angriff zu nehmen. Es bestehe kei-

ne Gefahr, dass er ein Langzeitstudierender werde. Der zweimalige 

Misserfolg liege bereits Jahrzehnte zurück und es stelle sich die Frage, 

ob der Ausschluss verjährt sei. Dies umso mehr, als sich die Studiengän-

ge seit der Einführung des Bologna-Systems massgeblich verändert hät-

ten. Die Vergleichbarkeit der Studiengänge sei deshalb fraglich. Vorlie-

gend würden triftige Gründe bestehen, vom Wortlaut der Zulassungsver-

ordnung abzuweichen und den Beschwerdeführer mit Rücksicht auf Sinn 

und Zweck der Bestimmung zum Bachelor-Studiengang Physik zuzulas-

sen.  

C.  

Gegen diesen Entscheid erhebt die ETH Zürich (nachfolgend: Beschwer-

deführerin) am 10. April 2014 Beschwerde beim Bundesverwaltungsge-

richt. Die Beschwerdeführerin beantragt, den Entscheid der Vorinstanz 

aufzuheben und die Verfügung vom 24. März 2013 zu bestätigen. An der 

ETH Zürich gelte das Grundprinzip, dass jeder Studierende pro Studien-

richtung eine Möglichkeit habe, den Studienabschluss zu erreichen. Be-

stehe man eine Prüfung zweimal nicht, bleibe man von der Immatrikulati-

on in ein Bachelor- oder Masterstudium derselben oder einer vergleichba-

ren Studienrichtung ausgeschlossen. Eine Verjährung des Ausschlusses 

sei nicht vorgesehen. Dieses Prinzip gelte grundsätzlich auch an jeder 

anderen Universität der Schweiz. A._______ sei auch an der Universität 

Zürich infolge zweimaligen Nichtbestehens ausgeschlossen worden. Zu-

dem habe er kein abgeschlossenes Studium, welches eine Zulassungs-

A-1956/2014 

Seite 3 

grundlage bilden könnte. Die abgelegte Aufnahmeprüfung, welche auf-

grund seines französischen Baccalaureats Zulassungsvoraussetzung wä-

re, sei abgelaufen. Die Nichtzulassung zum Studium sei im vorliegenden 

Fall nicht mit einem beruflichen Nachteil verbunden.  

D.  

In seiner Stellungnahme vom 7. Mai 2014 beantragt A._______ (nachfol-

gend: Beschwerdegegner), die Beschwerde abzuweisen. Er macht gel-

tend, er habe nie bestritten, dass er keinen Studienabschluss im Sinne 

des Schweizer Systems habe, dies sei jedoch für die Anmeldung zum 

Bachelorstudium auch nicht verlangt. Er habe in Frankreich parallel zur 

Berufstätigkeit den Titel "docteur d'Université sciences mathématiques" 

erworben, was jedoch nicht mit dem "doctorat d'état" zu verwechseln sei. 

Die Universität Montpellier habe ihm mündlich zugesichert, dass der Titel 

für ganz Europa gelte. Es bestehe wohl kaum die Gefahr, dass die ETH 

mit "Scharen von Greisen", die vor 40 Jahren eine nicht mehr existieren-

de Prüfung zweimal nicht bestanden hätten, überschwemmt werde. Mit 

Schreiben vom 13. Mai 2014 beantragt die Vorinstanz unter Verzicht auf 

weitere Erwägungen ebenfalls, die Beschwerde abzuweisen.  

E.  

Auf die weiteren Ausführungen wird – soweit entscheidrelevant – in den 

Erwägungen eingegangen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 

1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Entscheide 

der ETH-Beschwerdekommission sind beim Bundesverwaltungsgericht 

anfechtbar (Art. 37 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Eidgenössischen 

Technischen Hochschulen vom 4. Oktober 1991 [ETH-Gesetz, SR 

414.110] i.V.m. Art. 33 Bst. f VGG). Eine Ausnahme, was das Sachgebiet 

angeht, ist nicht gegeben (Art. 32 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht 

ist daher für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Das 

Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes 

bestimmt (Art. 37 VGG). 

A-1956/2014 

Seite 4 

1.2 Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor der 

Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur 

Teilnahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung besonders be-

rührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Än-

derung hat. Beschwerdebefugt sind ferner Personen, Organisationen und 

Behörden, denen ein anderes Bundesgesetz dieses Recht einräumt 

(Art. 48 Abs. 2 VwVG). Nach Art. 37 Abs. 2 des Bundesgesetz über die 

Eidgenössischen Technischen Hochschulen vom 4. Oktober 1991 (SR 

414.110, nachfolgend: ETHG) sind der ETH-Rat, die ETH und die For-

schungsanstalten berechtigt, gegen Beschwerdeentscheide Beschwerde 

zu führen, wenn sie in der gleichen Sache als erste Instanz verfügt ha-

ben. Die Beschwerdeführerin, die vorliegend als erste Instanz entschie-

den hat, ist somit zur Erhebung der vorliegenden Beschwerde legitimiert. 

1.3 Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 50 und 

52 VwVG) ist folglich einzutreten. 

2.  

Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet grundsätzlich mit uneinge-

schränkter Kognition. Es überprüft die angefochtene Verfügung oder das 

angefochtene Urteil auf Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger 

oder unvollständiger Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts 

und Rechtsfehler bei der Ausübung des Ermessens – sowie auf An-

gemessenheit (Art. 49 VwVG).  

3.   

3.1 Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, ein Wieder-

eintritt des Beschwerdegegners in das Bachelor-Studium Physik sei ge-

stützt auf Art. 40 Abs. 1 Bst. a der Verordnung der ETH Zürich über die 

Zulassung zu den Studien an der ETH Zürich vom 30. November 2010 

(SR 414.131.52; nachfolgend: Zulassungsverordnung) sowie auf die Wei-

sung "Einschränkung der Studienwahl, Studiengangwechsel, Wiederein-

tritt in die ETH Zürich und Anrechnung von Studienleistungen" der Schul-

leitung der ETH Zürich vom 18. Februar 2011 (nachfolgend: Weisung) 

nicht möglich. Mit dem zweimaligen Nichtbestehen einer Prüfung habe 

der Beschwerdeführer sein Recht, zu diesem oder einem vergleichbaren 

Studiengang zugelassen zu werden, verwirkt. Falls das Gericht im unbe-

fristeten Ausschluss einen Verstoss gegen das Prinzip der Verhältnis-

mässigkeit erkennen würde, müsste die ETH Zürich eine Befristung in der 

Verordnung vorsehen. Die Vorinstanz pflichtet dem insoweit bei, als sie in 

A-1956/2014 

Seite 5 

ihrem Entscheid ausführt, dass wenn man einzig auf den Wortlaut von 

Art. 40 Abs. 1 Bst. a Zulassungsverordnung abstellen würde, der Be-

schwerdegegner zu Recht nicht zum Bachelor-Studiengang Physik zuge-

lassen worden sei. Der Wortlaut sei jedoch auszulegen und zu prüfen, ob 

er mit Sinn und Zweck der Bestimmung übereinstimme. Im vorliegenden 

Fall würden triftige Gründe für die Abweichung vom Wortlaut der Bestim-

mung bestehen, die Frage der Verjährung könne deshalb offen bleiben. 

Der Beschwerdegegner macht geltend, die Prüfung, die vor 40 Jahren 

zum Ausschluss von der ETH Zürich geführt habe, existiere nicht mehr. 

Man solle bei ihm eine Ausnahme machen und ihn zum Bachelor-

Studium Physik zulassen. 

3.2 Nachdem im vorliegenden Beschwerdeverfahren die Anwendung von 

Art. 40 Abs. 1 Bst. a Zulassungsverordnung sowie der erwähnten, sich 

auf diese Bestimmung stützende Praxis und insbesondere die Zulässig-

keit der Unverjährbarkeit eines Ausschlusses sowie das Fehlen einer 

Ausnahmebestimmung in Frage stehen, sind im Folgenden die entspre-

chenden Regelungen vorfrageweise auf ihre Gesetz- und Verfassungs-

mässigkeit zu prüfen.  

4.  

4.1 Nach dem Grundsatz der Gesetzmässigkeit bedarf jedes staatliche 

Handeln einer gesetzlichen Grundlage (Art. 5 Abs. 1 der Bundesverfas-

sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, 

SR 101]). Inhaltlich gebietet das Gesetzmässigkeitsprinzip, dass staatli-

ches Handeln insbesondere auf einem Rechtssatz (generell-abstrakter 

Struktur) von genügender Normstufe und genügender Bestimmtheit zu 

beruhen hat (BVGE 2011/13 E. 15.4, Urteil des Bundesverwaltungsge-

richts A-3479/2012 vom 8. Januar 2013 E. 2.1.1; HÄFE-

LIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. 

Gallen 2010, Rz. 381 ff.). Werden Rechtssetzungskompetenzen des Ge-

setzgebers auf den Verordnungsgeber übertragen, spricht man von Ge-

setzesdelegation. Der Gesetzgeber ermächtigt damit im (formellen) Ge-

setz die Exekutive zum Erlass von gesetzesvertretenden Verordnungen. 

Die Gesetzesdelegation gilt als zulässig, wenn sie nicht durch die Verfas-

sung ausgeschlossen ist, in einem Gesetz im formellen Sinn enthalten ist, 

sich auf ein bestimmtes, genau umschriebenes Sachgebiet beschränkt 

und die Grundzüge der delegierten Materie, d.h. die wichtigen Regelun-

gen, im delegierenden Gesetz selbst enthalten sind (Art. 164 Abs. 1 BV; 

BGE 134 I 322 E. 2.4 und 2.6.3, 133 II 347 E. 7.2.1, 128 I 113 E. 3c; Urteil 

A-1956/2014 

Seite 6 

des Bundesverwaltungsgerichts A-3950/2011 vom 12. April 2012 E. 4.4; 

HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 407 mit weiteren Hinweisen). 

4.2 Das Bundesverwaltungsgericht kann auf Beschwerde hin vorfrage-

weise Verordnungen auf ihre Gesetz- und Verfassungsmässigkeit prüfen 

(konkrete Normenkontrolle). Der Umfang der Kognition hängt dabei da-

von ab, ob es sich um eine unselbständige oder aber um eine selbständi-

ge Verordnung handelt (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 2.177 f.). Bei unselb-

ständigen Verordnungen, die sich auf eine gesetzliche Delegation stüt-

zen, prüft das Bundesverwaltungsgericht, ob sich der Verordnungsgeber 

an die Grenzen der ihm im Gesetz eingeräumten Befugnis gehalten hat. 

Wird dem Verordnungsgeber durch die gesetzliche Delegation ein sehr 

weiter Bereich des Ermessens für die Regelung auf Verordnungsstufe 

eingeräumt, so ist dieser Spielraum nach Art. 190 BV für das Bundesver-

waltungsgericht verbindlich. Es darf in diesem Fall bei der Überprüfung 

der Verordnung nicht sein eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen 

des Verordnungsgebers setzen, sondern hat seine Prüfung darauf zu be-

schränken, ob die Verordnung den Rahmen der im Gesetz delegierten 

Kompetenz offensichtlich sprengt oder aus andern Gründen gesetz- oder 

verfassungswidrig ist (BGE 131 II 562 E. 3.2, 130 I 26 E. 2.2.1, 128 IV 

177 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_735/2007 vom 25. Juni 2008 

E. 4.2; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-3043/2011 vom 15. März 

2012 E. 5.3). Dabei kann es namentlich prüfen, ob sich eine Verord-

nungsbestimmung auf ernsthafte Gründe stützt oder Art. 9 BV wider-

spricht, weil sie sinn- oder zwecklos ist, rechtliche Unterscheidungen trifft, 

für die ein vernünftiger Grund in den tatsächlichen Verhältnissen fehlt, 

oder Unterscheidungen unterlässt, die richtigerweise hätten getroffen 

werden sollen. Die Zweckmässigkeit hat es hingegen nicht zu beurteilen 

(BGE 131 II 162 E. 2.3, 131 V 256 E. 5.4; Urteil des Bundesgerichts 

6P.62/2007 vom 27. Oktober 2007 E. 3.1; Urteil des Bundesverwaltungs-

gerichts A-142/2013 vom 27. Mai 2013 E. 2.3). 

4.3 Innerhalb der unselbständigen Verordnungen werden zwei Kategorien 

unterschieden: Die gesetzesvertretenden Verordnungen ergänzen oder 

ändern die gesetzliche Regelung und übernehmen damit Gesetzesfunkti-

on. Solche dürfen gemäss Art. 164 Abs. 1 BV nur gestützt auf eine be-

sondere Ermächtigung des Gesetzgebers erlassen, d.h. es braucht eine 

genügende Delegationsnorm im Gesetz (im vorstehenden Sinn: E. 4.1 f.). 

Vollziehungsverordnungen hingegen vermögen Gesetzesbestimmungen 

nur zu verdeutlichen. Sie dürfen im Vergleich zum Gesetz nicht zusätzli-

A-1956/2014 

Seite 7 

che Pflichten auferlegen, selbst wenn diese mit dem Gesetzeszweck im 

Einklang stehen. Ebenso wenig dürfen sie Ansprüche, die aus dem Ge-

setz hervorgehen, beseitigen (zum Ganzen: BGE 125 V 273 E. 6b; 

TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Auflage 

2014, § 14 Rz. 26 f.; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 136 ff.).  

4.4 Verwaltungsverordnungen (auch Weisungen, Richtlinien etc.) dienen 

einer einheitlichen und rechtsgleichen Rechtsanwendung durch die Ver-

waltung. Sie stellen Meinungsäusserungen der Verwaltung über die Aus-

legung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen dar (BGE 128 I 

167 E. 4.3; 121 II 473 E. 2b). Abgesehen vom Fall der (echten) Lücke 

dürfen sie nichts anderes vorsehen, als was sich aus dem Gesetz und 

der Rechtsprechung ergibt (Urteil des Bundesgerichts vom 15. Mai 2000, 

ASA 70 589 E. 5a). Sie dürfen die gesetzlichen Vorschriften bloss konkre-

tisieren (BGE 109 Ib 205 E. 2; 106 Ib 252 E. 1). Die Befugnis zum Erlass 

einer Verwaltungsverordnung ergibt sich, wenn die rechtsanwendende 

Verwaltungseinheit sie selbst erlässt, aus einer Kompetenz zum Geset-

zesvollzug, und wenn eine übergeordnete Verwaltungseinheit sich darin 

an die untergeordnete richtet, (zudem) aus der Aufsichtsbefugnis 

(TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, a.a.O., § 41 Rz. 11, § 14 Rz. 10 f.). In der 

Regel ist keine direkte Anfechtung einer Verwaltungsverordnung, sondern 

nur die vorfrageweise (akzessorische) Überprüfung anlässlich der An-

fechtung einer Verfügung möglich (BGE 128 I 167E. 4.3; TSCHAN-

NEN/ZIMMERLI/MÜLLER, a.a.O., § 41 Rz. 21 ff., 27; HÄFE-

LIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 129). Gerichte sind an Verwaltungsver-

ordnungen nicht gebunden. Im Fall der Anfechtung einer Verfügung prüft 

das Gericht im Prinzip nur, ob die Verfügung mit dem übergeordneten 

Recht übereinstimmt. Allerdings soll das Gericht auch eine Verwaltungs-

verordnung bei seiner Entscheidung mitberücksichtigen, sofern sie eine 

dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der an-

wendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulässt und nicht über eine blos-

se Konkretisierung des übergeordneten Rechts hinausgeht (zum Ganzen 

BGE 109 Ib 205 E. 2; 121 II 473 E. 2b; Urteil des Bundesgerichts vom 

26. Juli 2001, ASA 71 496 E. 2a; BVGE 2007/41 E. 3.3; 2008/22 E. 3.1.1 

mit Hinweisen; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 128; MO-

SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.173 f. mit Hinweisen). Von Verfü-

gungen, die in Übereinstimmung mit einer Verwaltungsverordnung ergan-

gen sind, weicht das Bundesverwaltungsgericht nicht "ohne Not" ab, da 

eine einheitliche und rechtsgleiche Handhabung der Verwaltungspraxis 

sichergestellt werden soll (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-8728/ 

2007 vom 8. April 2008, E. 3.1; BENJAMIN SCHINDLER, in: Au-

A-1956/2014 

Seite 8 

er/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar VwVG, Zürich/St.Gallen 2008, 

Art. 49 Rz. 14 mit Hinweisen; TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, a.a.O., § 41 

Rz. 16).  

5.  

5.1 Gemäss Art. 63a Abs. 1 BV betreibt der Bund die Eidgenössischen 

Technischen Hochschulen. Der ETH-Bereich wird im Bundesgesetz über 

die Eidgenössischen Technischen Hochschulen vom 4. Oktober 1991 (SR 

414.110, nachfolgend: ETHG) geregelt. Die Eidgenössischen Techni-

schen Hochschulen Zürich (ETHZ) und Lausanne sind autonome öffent-

lich-rechtliche Anstalten des Bundes mit Rechtspersönlichkeit, welche ih-

re Angelegenheiten selbständig regeln und verwalten (Art. 5 ETHG). 

Art. 16 und Art. 16a ETHG regeln die Zulassungsbedingungen für das 

erste Semester des Bachelorstudiums für Studierende mit einem eidge-

nössisch anerkannten Maturitätsausweis sowie für Studierende mit einem 

ausländischen Vorbildungsausweis. Der Erlass von Zulassungsbedingun-

gen für den Eintritt in ein höheres Semester des Bachelorstudiums sowie 

für weitere Studiengänge an den Eidgenössischen Technischen Hoch-

schulen wird an die jeweilige Schulleitung delegiert (Art. 16 Abs. 2, 

Art. 16a Abs. 5 ETHG). Gestützt auf diese Gesetzesdelegation hat die 

Schulleitung der ETHZ die Zulassungsverordnung erlassen. Gemäss 

Art. 42 Zulassungsverordnung können sich Studierende, die aus der 

ETHZ ausgetreten sind oder von der ETHZ exmatrikuliert wurden, erneut 

immatrikulieren, sofern sie die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen. 

Die Einschränkung der Studienwahl bleibt allerdings bei jedem Wieder-

eintritt vorbehalten (Art. 42 Abs. 2 Zulassungsverordnung). Gemäss 

Art. 40 Abs. 1 Bst. a Zulassungsverordnung werden Personen, die an der 

ETHZ nach Nichtbestehen von Leistungskontrollen endgültig vom Weiter-

studium in einem bestimmten Studiengang ausgeschlossen wurden, von 

einer Immatrikulation ins Bachelorstudium derselben oder einen ver-

gleichbaren Studienrichtung an der ETHZ ausgeschlossen.  

Die Zulassungsverordnung stellt eine unselbständige Verordnung dar, die 

auf eine Gesetzesdelegation beruht (vgl. E. 4.2). Aus dem Wortlaut der 

Zulassungsverordnung selbst geht nicht eindeutig hervor, ob der Aus-

schluss von der Immatrikulation in den gleichen oder vergleichbaren Stu-

diengang unbefristet ist.  

5.2 Gemäss Art. 40 Abs. 4 Zulassungsverordnung kann die Schulleitung 

auf Antrag des Rektors Einzelheiten zu den Einschränkungen der Stu-

A-1956/2014 

Seite 9 

dienwahl regeln. In der entsprechenden Weisung der ETHZ wird Art. 40 

Zulassungsverordnung präzisiert. Diese Weisung stellt eine Verwaltungs-

verordnung dar (vgl. E. 4.4). Gemäss Art. 1 Abs. 4 der Weisung gilt der 

Ausschluss unbefristet und auch für Personen, die nach dem Ausschluss 

an einer anderen Hochschule einen Studienabschluss in der derselben 

oder einer vergleichbaren Studienrichtung erworben haben und sich er-

neut an der ETHZ immatrikulieren möchten. Gemäss Art. 11 der Weisung 

sind zudem bei jedem Wiedereintritt in die ETHZ die Einschränkungen 

der Studienwahl vorbehalten. Ausnahmen von dieser Regelung sind we-

der in der Zulassungsverordnung noch in den Weisungen vorgesehen.  

5.3 Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdegegner 1970 das 1. Vordip-

lom in Physik zweimal nicht bestanden, was offenbar zum Ausschluss von 

der ETHZ führte und von ihm auch nicht bestritten wird. Zudem hat der 

Beschwerdegegner gemäss von der Beschwerdeführerin eingeholten 

Bestätigung der Universität Zürich vom 7. April 2014 im Jahr 1979 dort 

die 2. Vordiplomprüfung in Mathematik zweimal nicht bestanden und ist 

von allen Studiengängen der Philosophischen Fakultät II (Mathematisch-

naturwissenschaftliche Fakultät) ausgeschlossen. Weil der Beschwerde-

gegner in den Jahren 1970 und 1979 sowohl für das Weiterstudium im 

Studiengang Physik an der ETHZ als auch für das Fach Mathematik bzw. 

für alle mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer an der Universität 

Zürich ausgeschlossen wurde, kann er sich gemäss der geltenden Praxis 

der ETHZ nicht (erneut) für die vergleichbare bzw. identische Studienrich-

tung Physik an der ETHZ einschreiben, obwohl die Ausschlüsse über 30 

Jahre zurück liegen.  

Nachfolgend ist vorfrageweise zu prüfen, ob diese Praxis gesetzes- und 

verfassungskonform ist. Dabei sind die genannten Einschränkungen der 

Überprüfungsbefugnis zu beachten (vgl. E. 4.2 und 4.4). 

6.  

6.1 Die personellen und materiellen Ressourcen einer Hochschule sind 

begrenzt. Deshalb besteht ein öffentliches Interesse daran, dass Studie-

rende, welche den Anforderungen eines Studiums nicht genügen und 

nicht über die erforderlichen Fähigkeiten verfügen, nicht weiterhin an ihrer 

Hochschule oder an einer anderen Schweizer Universität den gleichen 

Studiengang belegen und staatliche (Ausbildungs-)Gelder in Anspruch 

nehmen können (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-3113/2013 vom 

16. April 2014 E. 12.3). Ziel eines Ausschlusses nach zweimaligem Nicht-

A-1956/2014 

Seite 10 

bestehen einer Prüfung ist, dass Studierende baldmöglichst erkennen, ob 

sie für diese Ausbildung geeignet sind (Urteil des Bundesgerichts 

2P.203/2001 vom 12. Oktober 2001 E. 5b). Die Festlegung einer Verjäh-

rung des Ausschlusses bzw. der Berücksichtigung von nichtbestandenen 

Prüfungen würde diesen Interessen zuwiderlaufen und wäre damit nicht 

mehr geeignet, die im öffentlichen Interesse liegenden Ziele zu erreichen. 

Dasselbe gilt für den Erlass einer Ausnahmeregelung für Härtefälle. Die 

Einführung einer solchen Verjährungsfrist bei der Immatrikulation in einen 

Studiengang, aus dem man vor längerer Zeit ausgeschlossen wurde, 

würde zudem weitere Fragen aufwerfen und Schwierigkeiten mit sich 

bringen. Insbesondere erscheint es fraglich, ob es überhaupt möglich wä-

re, eine beliebige Verjährungsfrist festzulegen, welche mit dem Gebot der 

Rechtsgleichheit vereinbar wäre. Auch die Einführung einer Ausnahme-

bestimmung bei den Zulassungsbedingungen würde der ETHZ eine kon-

sequent rechtsgleiche Behandlung aller Studierenden und damit die 

Durchsetzung der im öffentlichen Interesse liegenden Ziele erschweren. 

Deshalb decken sich der praxisgemässe Verzicht auf eine Verjährung des 

Ausschlusses (vgl. Art. 1 Abs. 4 Weisung) sowie auf eine Ausnahmerege-

lung mit dem Sinn und Zweck der Regelung in der Zulassungsverord-

nung. Diesbezüglich ist die Praxis nicht zu beanstanden. Sie stützt sich 

auf ernsthafte Gründe und ist damit nicht als willkürlich zu beurteilen.  

6.2 Auch angewendet auf den vorliegenden Fall erweist sich die Praxis 

als gesetzes- und verfassungskonform. Wie das Bundesgericht festge-

stellt hat, verletzen Zulassungsbeschränkungen zu staatlichen Bildungs-

einrichtungen sowie die Beschränkung der Wiederholungsmöglichkeit ei-

ner Prüfung die Berufswahlfreiheit nicht (Urteil des Bundesgerichts 

2P.203/2001 vom 12. Oktober 2011 E. 3). Zudem bestehen kein verfas-

sungsmässiges Recht auf Bildung und kein Anspruch auf freien Zugang 

zu einer Universität bzw. auf einen gewünschten Studienplatz (BGE 101 I 

22 E. 2; 125 I 173 E. 3c). Weil darüber hinaus der Beschwerdegegner im 

vorliegenden Fall das Pensionsalter bereits erreicht hat, dürfte er durch 

die Nichtzulassung zum Bachelor-Studium Physik kaum in seinem beruf-

lichen Fortkommen eingeschränkt sein, was er auch nicht bestreitet. Zu-

dem ist an dieser Stelle festzuhalten, dass der Beschwerdegegner grund-

sätzlich die Möglichkeit hat, an den Vorlesungen des gewünschten Stu-

diengangs als Hörer teilzunehmen (vgl. Art. 39 Zulassungsverordnung). 

6.3 Aus dem Gesagten folgt, dass sich Art. 40 Abs. 1 Bst. a Zulassungs-

verordnung und die dazu bestehende Praxis auf ernsthafte Gründe stüt-

zen und auf einer gesetzlichen Grundlage bzw. auf einer zulässigen Ge-

A-1956/2014 

Seite 11 

setzesdelegation beruhen. Auch unter Berücksichtigung des vom Ge-

setzgeber gewollten weiten Ermessensspielraums des Verordnungsge-

bers und der damit verbundenen eingeschränkten Prüfungsbefugnis des 

Bundesverwaltungsgerichts erscheint die Regelung sinnvoll und zweck-

mässig. Ihre Anwendbarkeit ist im vorliegenden Fall deshalb nicht in Fra-

ge zu stellen.  

Weil die Zulassungsbestimmungen keine Ausnahmeregelung vorsehen, 

muss im vorliegenden Fall auch nicht geprüft werden, ob der Beschwer-

degegner gestützt auf eine alternative Zulassungsgrundlage – konkret 

aufgrund der von der Vorinstanz geltend gemachten Studierfähigkeit so-

wie dem an der Universität Montpellier erworbenen Abschluss – zum Stu-

dium zugelassen werden könne.  

6.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass die ETHZ den Beschwerdegeg-

ner gestützt auf die nicht in Frage zu stellenden Bestimmungen der Zu-

lassungsverordnung sowie der entsprechenden Praxis zu Recht nicht 

zum Bachelor-Studium Physik zugelassen hat. Bei diesem Ergebnis ist 

die Beschwerde gutzuheissen, der Entscheid der Vorinstanz aufzuheben 

und die Verfügung der Zulassungsstelle vom 24. Mai 2013 zu bestätigen. 

7.   

7.1 Kostenpflichtig wird in der Regel die unterliegende Partei, wobei un-

terliegenden Vorinstanzen keine Verfahrenskosten auferlegt werden dür-

fen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Vorliegend rechtfertigt es sich, dem 

ebenfalls unterliegenden Beschwerdegegner die Verfahrenskosten zu er-

lassen (Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos-

ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]).  

7.2 Weder der obsiegenden Beschwerdeführerin noch dem unterliegen-

den Beschwerdegegner steht ein Anspruch auf Parteientschädigung zu 

(Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 3 VGKE).  

 

 

 

 

A-1956/2014 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Entscheid der ETH-

Beschwerdekommission vom 4. März 2014 wird in Bestätigung der Verfü-

gung der ETH Zürich vom 24. Mai 2013 aufgehoben.  

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Es werden keine Parteikosten zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– den Beschwerdegegner (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. Verf.-Nr. 2013; Einschreiben) 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Jürg Steiger Laura Bucher 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An-

gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesge-

richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift 

hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und 

die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Be-

weismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizule-

gen (Art. 42 BGG). 

 

Versand: