# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2b4f3936-418d-5d28-afb9-e548954b6a11
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2000-08-17
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 17.08.2000 RV.2000.50101
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_RV-2000-50101_2000-08-17.pdf

## Full Text

430 Steuerrekursgericht  2000 

überhaupt in der Lage wäre, einen Teil der Hypothekarschuldzinsen 
zu übernehmen, kann offen gelassen werden, denn sie hat keinen 
Einfluss auf die Abzugsfähigkeit der Schuldzinsen beim Rekurren-
ten. Solange letzterer die Hypothekarschuldzinsen vollumfänglich 
bezahlt, kann er sie auch in diesem Umfang abziehen. 

101 Abzüge vom Roheinkommen; Weiterbildungskosten (§ 24 lit. c Ziff. 5 
StG). 
- Die Kosten für den Besuch einer Abendhandelsschule stellen bei ei-

nem gelernten Mechaniker Weiterbildungskosten dar, wenn die 
kaufmännische Bildung für den Aufstieg im angestammten techni-
schen Beruf dient bzw. vorausgesetzt wird. 

17. August 2000 in Sachen F., RV.2000.50101/K 7034 

Aus den Erwägungen 

2. Der Rekurrent beantragt, es seien die Kosten von Fr. 3'300.-- 
für den Besuch der Abendhandelsschule an der Kaufmännischen 
Berufsschule in Sursee als Weiterbildungskosten zu qualifizieren und 
vollumfänglich zum Abzug zuzulassen. Die Vorinstanz geht davon 
aus, dass es sich dabei um Ausbildungskosten handelt, was zur Folge 
hat, dass kein Abzug gewährt werden kann.  

3. Gemäss § 24 lit. c Ziff. 5 StG können die mit dem Beruf un-
mittelbar zusammenhängenden Kosten für die Weiterbildung, Um-
schulung und Fachliteratur vom Roheinkommen abgezogen werden. 

4. a) Das Verwaltungsgericht legt den Begriff der "Ausbildung" 
wie folgt aus (VGE vom 4. November 1999 in Sachen B., unter 
Hinweis auf den VGE vom 3. Dezember 1991 in Sachen KStA/B.): 

"Unter Ausbildung ist nicht nur die unmittelbare Vermittlung von 
Kenntnissen in bezug auf einen spezifischen Beruf (z.B. Berufslehre, Stu-
dium) zu verstehen. Eine gewisse Durchmischung beruflicher Sonderaus-
bildung mit allgemeinbildenden Fächern ist gleichermassen gedeckt wie der 
beschränkte, unter dem Aspekt 'Erziehung' erwünschte Einbezug musischer 

2000 Kantonale Steuern 431 

Fächer und sportlicher Betätigung. Umfasst ist der Besuch von Schulen und 
Kursen, soweit dieser notwendige, allgemeinbildende Grundvoraussetzung 
zur Erlernung ganzer Berufsgattungen darstellt (z.B. Mittelschule) oder die 
Gesamtumstände (Alter, bisherige Ausbildung und berufliche Tätigkeit, 
wirtschaftliche und berufliche Aussichten, Berufsziel, Intensität des Schul- 
bzw. Kursbesuchs sowie Art des Lehrganges) einen Zusammenhang mit 
einer zukünftigen beruflichen Tätigkeit nahelegen. Immerhin reicht nicht 
jede vage Andeutung oder Wahrscheinlichkeit einer denkbaren späteren 
beruflichen Auswertung für den steuerlich erforderlichen beruflichen Zu-
sammenhang aus. Es hat ein zumindest mittelbarer Zusammenhang zu der 
zum Lebensunterhalt dienenden künftigen Einkommenserzielung zu beste-
hen." 

b) Unter "Weiterbildung" versteht das Verwaltungsgericht das 
Folgende (VGE vom 28. März 2000 in Sachen A.): 

"Weiterbildung (ist) die Erweiterung bereits erworbener Kenntnisse in 
einem bestimmten Beruf. Es ist diejenige Art von Ausbildung im weiteren 
Sinn, die jemand auf sich nimmt, um in seinem Beruf auf dem Laufenden 
zu bleiben, den steigenden Anforderungen einer beruflichen Stellung ge-
wachsen zu bleiben. Weiterbildung ist nicht bloss, was zur Beibehaltung der 
bisherigen Anstellung geradezu unerlässlich ist. Abziehbar sind alle Kosten 
der Weiterbildung, die mit dem gegenwärtigen Beruf des Steuerpflichtigen 
in einem unmittelbaren ursächlichen Zusammenhang stehen und auf die zu 
verzichten dem Pflichtigen nicht zugemutet werden kann. Als Weiterbildung 
gelten die Aufwendungen zur Erhaltung und Sicherung der Stellung im 
Beruf, aber auch die Aufwendungen für den Aufstieg. Als Weiterbildung 
anerkannt ist, was objektiv mit dem gegenwärtigen Beruf im Zusammen-
hang steht und was der Pflichtige selber für seine Weiterbildung als not-
wendig erachtet und tatsächlich aufwendet."  

Es gelten also auch Aufwendungen für den beruflichen Aufstieg 
als Weiterbildungskosten. Voraussetzung ist, dass der Aufstieg im 
angestammten (ausgeübten) Beruf erfolgt (Richner/Frei/Kaufmann, 
Kommentar zum harmonisierten Zürcher Steuergesetz, Zürich 1999, 
N 34 zu § 26; E. Höhn/R. Waldburger, Steuerrecht, Band II, 
8. Auflage 1999, Rz 62 zu § 35; StE 1997 B 27.6 Nr. 12; P. Funk, 
Der Begriff der Gewinnungskosten nach schweizerischem Einkom-

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menssteuerrecht, Grüsch 1989, S. 99; Baur/Klöti/Koch/Meier/Ur-
sprung, Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, Muri-Bern 1991, 
N 330 zu § 24 StG). Es wird anerkannt, dass es dem Steuer-
pflichtigen nicht zuzumuten ist, sich mit der im Beruf erreichten 
Stellung zu begnügen. Es ist zumeist das natürliche und berechtigte 
Streben jedes Berufstätigen, im Beruf vorwärtszukommen. Dazu ist 
vielfach eine Weiterbildung notwendig, woraus erhebliche Kosten 
erwachsen können (H. Zehnder, Die Behandlung der Kosten für 
Ausbildung und berufliche Weiterbildung im schweizerischen 
Steuerrecht, Diss. Zürich 1985, S. 65 f.). 

5. a) Der Rekurrent trat 1990 in die T. AG in B. ein. Die T. AG 
ist ein Anbieter von  Präzisionsinstrumenten im medizinischen, fein-
chirurgischen Bereich. Zu Beginn seiner Tätigkeit hat der Rekurrent 
als gelernter Mechaniker vorallem feinmechanische Arbeiten erle-
digt. Mit der Zeit hat er mehr und mehr die Verantwortung für ganze 
Arbeitsabläufe (Einkauf und Kontrolle von Materialien, Bearbeitung 
und Montage von optischen Medizinalinstrumenten) übernommen. 
Im Jahr 1996 hat ihm seine Arbeitgeberin in Aussicht gestellt, die 
Funktion des "Leiter Werkstatt Optik" (mit 1 - 2 unterstellten Mitar-
beitern) auch formell zu übertragen, wenn er dafür die notwendigen 
fachlichen Qualifikationen auch im sprachlichen und administrativen 
Bereich mitbringe. Aus diesem Grund hat der Rekurrent einerseits 
Englischkurse und anderseits die Abendhandelsschule besucht. In der 
Folge wurde ihm die Funktion als "Leiter Werkstatt Optik" übertra-
gen. Diese umfasst die folgenden Haupttätigkeiten (vgl. Stellenbe-
schrieb der T. AG): 
- Koordination der Reparaturen 
- AVOR für Techniker 
- Kostenanalyse, Offertstellung und Reparatur von flexiblen und 

starren Endoskopen 
- Detailabklärungen mit Kunden 
- Beschaffung und Materialbewirtschaftung von Ersatzteillager 

FUJINON, WOLF 

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- Qualitätsüberwachung und Protokollerstellung Reparaturwesen 
nach ISO 9001/EN46001  

- Führen der Reparaturstatistik 
- Kundenbetreuung bei Reparaturfragen 
- Rapportwesen Qualitätssystem, Troublereport Erstellung 

FUJINON 
- Bewirtschaftung der englischen und deutschen technischen 

Unterlagen (Servicemanuals) 
-  Ausführen von Reparaturen nach Service Manual Vorgaben der 

Herstellerfirma 
-  Überwachung des Leihgeräteparks 
-  Schulung von Technikern 
-  Ausführung von mechanischen Reparaturen an Hilfsinstrumen-

ten 
- Vorbereitung von Demosystemen für den Aussendienst 

b) Die Vorinstanz ist der Auffassung, dass die Absolvierung der 
Handelsschule nicht als Weiterbildung im angestammten Beruf (Me-
chanikerlehre) angesehen werden könne, da dort im Wesentlichen 
betriebswirtschaftliche und nicht handwerkliche Fächer unterrichtet 
worden seien. Unter Weiterbildung könnten grundsätzlich die Kosten 
für das Auffrischen und Überarbeiten von bereits Erlerntem (z.B. 
branchenbedingte Wiederholungs- oder Fortbildungskurse, Seminare, 
Kongresse, usw.) wie auch der Aufbau auf einem bereits erlernten, 
ausgeübten Beruf (z.B. Mechaniker legt Meisterprüfung ab, usw.) 
subsumiert werden. Vorliegend handle es sich jedoch weder um das 
Eine noch das Andere, so dass es sich bei den Kosten für die 
Abendhandelsschule nicht um Weiterbildungs-, sondern um Ausbil-
dungskosten handle.  

Dieser engen Auffassung kann das StRG unter den vorliegenden 
Umständen nicht zustimmen. Der Rekurrent hat zu Beginn seiner 
Tätigkeit bei der T. AG vorallem feinmechanische Arbeiten ausge-
führt, d.h. er war entsprechend seiner Ausbildung als Mechaniker 
handwerklich tätig, wobei in den letzten Jahren offenbar die admini-

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strative Beanspruchung enorm zugenommen hat, da jeder Mitarbeiter 
für die von ihm betreuten Arbeitsgänge Rapporte bzw. Protokolle zu 
führen hat. Im Laufe der Zeit hat die Arbeitgeberin dem Rekurrenten 
weitere, nicht mehr nur technische, sondern auch administrative 
Aufgaben zur Erledigung übertragen. Sie hat jedoch die formelle 
Uebernahme der Funktion "Leiter Werkstatt Optik" durch den Rekur-
renten u.a. vom Besuch einer Handelsschule abhängig gemacht (vgl. 
Schreiben der T. AG vom 11. Januar 2000 und vom 10. November 
1999). Wie dem oben wiedergegebenen Stellenbeschrieb entnommen 
werden kann, ist der Rekurrent in seiner neuen Funktion als "Leiter 
Werkstatt Optik" jedoch weiterhin auch handwerklich, d.h. in seinem 
angestammten Beruf als Mechaniker, tätig (Reparatur von flexiblen 
und starren Endoskopen, Ausführen von Reparaturen nach Service 
Manual Vorgaben der Herstellerfirma, Ausführen von mechanischen 
Reparaturen an Hilfsinstrumenten). Bei den hinzugekommenen ad-
ministrativen und organisatorischen Tätigkeiten handelt es sich le-
diglich um die "Folgen" seiner neuen Funktion als "Leiter Werkstatt 
Optik". Es entspricht der allgemeinen Erfahrung, dass in einer höhe-
ren Funktion auch in einem grundsätzlich technischen Bereich ver-
mehrt administrative und organisatorische Arbeiten anfallen. Der 
Rekurrent hat jedoch nicht die ursprünglich vorwiegend handwerkli-
che Tätigkeit zugunsten eines andern (neuen) Berufs aufgegeben, bei 
dem das Schwergewicht im betriebswirtschaftlichen Bereich liegt. Er 
ist nach wie vor entsprechend seiner ursprünglichen Ausbildung in 
einem technischen Bereich tätig. Die Ausbildung als Mechaniker 
dürfte denn auch für die Funktion als "Leiter Werkstatt Optik" uner-
lässliche Voraussetzung sein. Nach Auffassung des StRG handelt es 
sich vorliegend um einen Aufstieg im angestammten (technischen) 
Beruf und nicht um einen mit einer zusätzlichen Ausbildung verbun-
denen eigentlichen Berufswechsel in einen (überwiegend) kaufmän-
nischen Bereich, auch wenn der Rekurrent neue, sich aus der Füh-
rungsposition ergebende Aufgaben nicht-technischer Art zu erfüllen 
hat. Die Kosten für die Abendhandelsschule, welche dem Rekurren-

2000 Kantonale Steuern 435 

ten entstanden sind, um bei der gleichen Arbeitgeberin im gleichen 
Beruf eine gehobenere Stellung zu erreichen, sind daher als Weiter-
bildungskosten zu qualifizieren. Daran vermag auch der Umstand, 
dass die Arbeitgeberin nicht bereit war, die Kosten für die Abend-
handelsschule zu übernehmen, nichts zu ändern.  

102 Abzüge vom Roheinkommen; berufliche Vorsorge (§ 26 Abs. 1 StG). 
- Die (Teil-)Rückzahlung eines Vorbezuges aus der Pensionskasse er-

laubt keinen Abzug vom Roheinkommen. 

9. März 2000 in Sachen S., RV.1999.50175/K 7007 

Aus den Erwägungen 

2. Der Rekurrent hat am 1. April 1997 von der Pensionskasse 
X. einen Vorbezug für Wohneigentumsförderung von Fr. 99'900.-- 
gemacht. Am 2. Dezember 1998 hat er Fr. 49'081.85 in seine Pensi-
onskasse einbezahlt. Der Rekurrent beantragt, die Einkaufssumme 
von Fr. 49'081.85 in die Pensionskasse sei zum Abzug zuzulassen. 
Nach Auffassung der Vorinstanz handelt es sich dabei um eine Rück-
zahlung des Vorbezuges für Wohneigentumsförderung. Sie könne 
daher nicht zum Abzug zugelassen werden. 

3. a) Vom Roheinkommen können die gesetzlichen, reglemen-
tarischen oder vertraglichen Beiträge, Einlagen und Prämien der 
selbständig und unselbständig Erwerbenden an die berufliche Vor-
sorge abgezogen werden. Als solche gelten Leistungen an die nach 
der Bundesgesetzgebung anerkannten Vorsorgeeinrichtungen, die 
ausschliesslich dem Erwerb von Anwartschaften auf Leistungen aus 
beruflicher Vorsorge dienen (§ 26 Abs. 1 StG). Es sind grundsätzlich 
ohne Beschränkung auch Beiträge zum Einkauf zusätzlicher Bei-
tragsjahre abziehbar (Baur/Klöti/Koch/Meier/Ursprung, Kommentar 
zum Aargauer Steuergesetz, Muri-Bern 1991, N 14 zu § 26 StG, mit 
Hinweis auf AGVE 1988 S. 456).