# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 952df067-2cf0-568c-aab1-bfd4396551b8
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-18
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 18.10.2023 LY220055
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LY220055_2023-10-18.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LY220055-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende,  

Oberrichter lic. iur. et phil. D. Glur und Oberrichterin lic. iur.  

R. Bantli Keller sowie Gerichtsschreiberin MLaw C. Funck 

Urteil vom 18. Oktober 2023 

 

in Sachen 

 

A._____, 
Beklagte und Berufungsklägerin 

 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____, 
Kläger und Berufungsbeklagter 

 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Y._____ 

 

betreffend Ehescheidung (vorsorgliche Massnahmen) 
 
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes 
Bülach vom 12. August 2022; Proz. FE210244 
 
  

- 2 - 

Rechtsbegehren: 

des Klägers und Berufungsbeklagten (act. 6/35, act. 6/38 und Prot. VI S. 12): 
 

"1. Ziff. 1.6 des Teilurteils des Bezirksgerichts Bülach vom 
27. September 2018 (EE170168) sei wie folgt abzuändern: "Die 
eheliche Wohnung an der C._____ [Adresse] 1 in D._____ wird 
samt Mobiliar und Hausrat dem Ehemann zur alleinigen Benüt-
zung zugewiesen." 

 2. Ziff. 1 des ergänzenden Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 
28. Oktober 2019 (EE170168) sei aufzuheben und es seien neu 
folgende Unterhaltsbeiträge für E._____ und F._____ festzuset-
zen: 

 Ab September 2021 bis Februar 2022: 

E._____ CHF 0.– 
F._____ CHF 0.– 

 ab März 2022: 

E._____ CHF 851.35 
F._____ CHF 107.95 

 3. Ziffer 2 des ergänzenden Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 
28. Oktober 2019 (EE170168) sei aufzuheben und es sei neu fol-
gender ehelicher Unterhalt festzusetzen: 

 Ab September 2021 bis Februar 2022: CHF 0.– 
 Ab März 2022: CHF 323.90 
 4. Es seien die Grundlagen der Unterhaltsberechnung (Bedarfsauf-

stellung, Einkommen und Vermögen) gemäss Ziffer 1.4 des Ur-
teils vom 25. November 2019 (Berichtigung des Ergänzungsur-
teils vom 28. Oktober 2019) (EE170168), den heutigen finanziel-
len Verhältnissen der Parteien anzupassen. 

 5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge, zuzüglich Mehr-
wertsteuer, zulasten der Gesuchsgegnerin." 

 
 
der Beklagten und Berufungsklägerin (act. 6/40 und Prot. VI S. 16): 
 

"1. Es sei der klägerische Antrag Ziffer 1 betreffend Abänderung Zif-
fer 1.6 des Teilurteils des Bezirksgerichts Bülach vom 27.09.2018 
(EE170168) abzuweisen; 

 eventualiter sei Ziffer 1.6 des Teilurteils des Bezirksgerichts Bü-
lach vom 27.09.2018 (EE170168) wie folgt abzuändern: Die ehe-

- 3 - 

liche Wohnung an der C._____ 1 in D._____ wird innert 12 Mona-
ten nach Vollstreckbarkeit des Abänderungsentscheids dem Klä-
ger zur alleinigen Benützung zugewiesen. Die Beklagte ist jeder-
zeit zur vorzeitigen Rückgabe der Liegenschaft berechtigt, unter 
Mitnahme ihrer persönlichen Effekten sowie des Mobiliars und 
des Hausrates. 

 2. In Abänderung von Ziffer 1 des ergänzenden Urteils des Bezirks-
gerichts Bülach vom 28.10.2019 (EE170168) sei der Kläger zu 
verpflichten, der Beklagten an den Unterhalt und die Erziehung 
der Kinder E._____ und F._____ folgende monatliche Unterhalts-
beiträge zu bezahlen: 

 Für E._____: 
 - Fr. 1'100.00 ab 01.02.2022 bis 31.07.2022 
 - Fr. 1'400.00 ab 01.08.2022 für die weitere Dauer des Ge-

trenntlebens, längstens jedoch bis zum Abschluss einer an-
gemessenen Erstausbildung; 

  jeweils zuzüglich allfällige vom Kläger bezogene gesetzliche 
oder vertragliche Familienzulagen. 

 Für F._____: 
 - Fr. 2'300.00 davon Fr. 550.00 Betreuungsunterhalt)  

   ab 01.02.2022 bis 31.07.2022 
 - Fr. 2'240.00 davon Fr. 550.00 Betreuungsunterhalt 

   ab 01.08.2022 für die weitere Dauer des Ge-
trenntlebens, längstens jedoch bis zum Abschluss einer an-
gemessenen Erstausbildung; 

  jeweils zuzüglich allfällige vom Kläger bezogene gesetzliche 
oder vertragliche Familienzulagen. 

 Für den Fall, dass die Liegenschaft C._____ 1, D._____, dem 
Kläger zugewiesen werden sollte, erhöhen sich die Unterhaltsbei-
träge ab Auszug der Beklagten und den Kindern wie folgt: 

 Für E._____: 
 - Fr. 1'240.00 ab 01.02.2022 bis 31.07.2022 
 - Fr. 1'500.00 ab 01.08.2022 für die weitere Dauer des Ge-

trenntlebens, längstens jedoch bis zum Abschluss einer an-
gemessenen Erstausbildung; 

  jeweils zuzüglich allfällige vom Kläger bezogene gesetzliche 
oder vertragliche Familienzulagen. 

 Für F._____: 
 - Fr. 3'200.00 davon Fr. 1'310.00.– Betreuungsunterhalt)  

   ab 01.02.2022 bis 31.07.2022 

- 4 - 

 - Fr. 3'150.00 davon Fr. 1'310.00 Betreuungsunterhalt 
   ab 01.08.2022 für die weitere Dauer des Ge-
trenntlebens, längstens jedoch bis zum Abschluss einer an-
gemessenen Erstausbildung; 

  jeweils zuzüglich allfällige vom Kläger bezogene gesetzliche 
oder vertragliche Familienzulagen. 

 Die Unterhaltsbeiträge sind jeweils auf den Ersten eines jeden 
Monats im Voraus an die Beklagte zu bezahlen, solange die Kin-
der in deren Haushalt leben, keine selbständigen Ansprüche ge-
stützt auf Art. 277 Abs. 2 ZGB gegen den Kläger stellen und keine 
andere Zahlstelle bezeichnen. 

 3. In Abänderung von Ziffer 2 des ergänzenden Urteils des Bezirks-
gerichts Bülach vom 28.10.2019 (EE170168) sei der Kläger zu 
verpflichten, der Beklagten für sie persönlich monatliche Unter-
haltsbeiträge wie folgt zu bezahlen: 

 - Fr. 620.00  ab 01.02.2022 bis 31.07.2022 
 - Fr. 500.00  ab 01.08.2022 für die weitere Dauer des Ge-

trenntlebens. 
 Für den Fall, dass die Liegenschaft C._____ 1, D._____, dem 

Kläger zugewiesen werden sollte, sind die Unterhaltsbeiträge ab 
Auszug der Beklagten und den Kindern wie folgt festzusetzen: 

 - Fr. 145.00  ab 01.02.2022 bis 31.07.2022 
 - Fr. 50.00  ab 01.08.2022 für die weitere Dauer des Ge-

trenntlebens. 
 Die Unterhaltsbeiträge sind zahlbar monatlich im Voraus jeweils 

auf den Ersten eines jeden Monats. 
 4. Anderslautende oder weitergehende klägerische Anträge seien 

abzuweisen. 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST) zu-
lasten des Klägers." 

 
 
 
 
 
 
 

Verfügung des Einzelgerichtes: 
(act. 4/1 = act. 5 = act. 6/77; nachfolgend zitiert als act. 5) 

1.-7. […] 

- 5 - 

7. Das vorsorgliche Massnahmenbegehren des Klägers betreffend Abände-

rung von Ziffer 1.6 des Teilurteils des Bezirksgerichts Bülach vom 

27. September 2018 (EE170168) (Zuteilung der ehelichen Wohnung an der 

C._____ 1 in D._____ samt Mobiliar und Hausrat) wird abgewiesen. 

8. In Abänderung von Ziffer 1 des ergänzenden Urteils des Bezirksgerichts Bü-

lach vom 28. Oktober 2019 (EE170168) werden die Kinderunterhaltsbeiträge 

für E._____, geboren tt.mm.2009, und F._____, geboren tt.mm.2011, wie 

folgt neu festgesetzt: 

Der Kindsvater wird verpflichtet, der Kindsmutter an den Unterhalt und die 

Erziehung der Kinder E._____ und F._____ monatliche Unterhaltsbeiträge 

wie folgt zu bezahlen:  

Für E._____: 

- Fr. 0.– 1. September 2021 bis 28. Februar 2022 

- Fr. 879.–  1. März 2022 bis 31. Juli 2022 

- Fr. 1'168.– 1. August 2022 bis 31. Juli 2024 

- Fr. 1'482.– ab 1. August 2024 

Für F._____: 

- Fr. 0.– 1. September 2021 bis 28. Februar 2022 

- Fr. 1'913.–  (davon Fr. 441.– Betreuungsunterhalt) 1. März 2022 bis 

31. Juli 2022 

- Fr. 1'922.– (davon Fr. 441.– Betreuungsunterhalt) 1. August 2022 

bis 31. Juli 2024 

- Fr. 1'127.– ab 1. August 2024 

alle Beträge jeweils zuzüglich allfällige vom Kindsvater bezogene gesetzli-

che oder vertragliche Familienzulagen. 

Die Unterhaltsbeiträge sind zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ers-

ten eines Monats im Voraus an die Kindsmutter, solange die Kinder in deren 

- 6 - 

Haushalt leben, keine selbständigen Ansprüche gestützt auf Art. 277 Abs. 2 

ZGB gegen den Kindsvater stellen und keine andere Zahlstelle bezeichnen. 

Mit den vereinbarten Unterhaltsbeiträgen ist der gebührende Unterhalt der 

Kinder vom 1. September 2021 bis zum 28. Februar 2022 nicht vollständig 

gedeckt. Zur Deckung des gebührenden Unterhalts fehlen jeweils monatlich 

folgende Beträge: 

- bei F._____:  Fr. 1'757.– (davon Fr. 441.– Betreuungsunterhalt) 

- bei E._____: Fr. 723.– 

9. In Abänderung von Ziffer 2 des ergänzenden Urteils des Bezirksgerichts 

Bülach vom 28. Oktober 2019 (EE170168) wird der eheliche Unterhalt wie 

folgt neu festgesetzt: 

Der Ehemann wird verpflichtet, der Ehefrau für sich persönlich monatliche 

Unterhaltsbeiträge wie folgt zu bezahlen: 

- Fr. 0.–  1. September 2021 bis 28. Februar 2022 

- Fr. 313.–  1. März 2022 bis 31. Juli 2022 

- Fr. 0.–  ab 1. August 2022 bis 31. Juli 2024 

- Fr. 0.– ab 1. August 2024 

Die Unterhaltsbeiträge sind zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ers-

ten eines jeden Monats. 

10. Der Unterhaltsberechnung liegen in Abänderung von Dispositivziffer 4 des 

ergänzenden Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 28. Oktober 2019 

(EE170168) folgende Zahlen zu Grunde: 
(alle Beträge in CHF) 
 Kläger Beklagte E._____ (tt.mm.2009) 

F._____ 
(tt.mm.2011) 

- Einkommen (netto, inkl. 
13. Monatslohn, inkl. Bo-
nus, exkl. Quellensteuer)  
 
 
 

bis 31. Dezember 2021: 
0 
 
ab 1. Januar 2022: 7'954 
 
 
 

2'264  
 
 
 
ab 1. August 2024: 
4'528 (80 %) 

250 
 
 
 
 

200 
 
 
 
ab 1. November 2023: 
250 

- 7 - 

(alle Beträge in CHF) 
 Kläger Beklagte E._____ (tt.mm.2009) 

F._____ 
(tt.mm.2011) 

betreibungsrechtlicher 
Notbedarf (Mankofall): 

    

Grundbetrag: 
 

1'200  1'350 600 600 

Anteil Wohnkosten inkl. 
Heiz- und Nebenkosten: 

1'020 410  205 205 

Grundversicherung 
(KVG): 

356  342  75  75  

Fremdbetreuungskosten:   - 543 
 
ab 1. August 2024: 0 

Auslagen Arbeitsweg 600  158    

Auswärtige Verpflegung: 220 88 
ab 1. August 2024: 176 

  

Schulkosten der Kinder 
(ÖV, Schulmaterial usw.): 

  ab 1. August 2022: 280 
 
ab 1. August 2024:  
355  

- 

Abzahlung / Miete / Lea-
sing von Kompetenzstü-
cken: 

500 
 

-   

Unmittelbare, grössere 
Auslagen (Arzt, Arzneien, 
Franchise, Geburt, Woh-
nungswechsel etc.) 

- 83 - - 

familienrechtlicher Not-
bedarf (Nichtmankofall) 

    

Radio/TV/Inter-
net/Telefon/Serafe: 

110  110  10  10 

Zusatzversicherung 
(VVG): 

- 91  58  58  

Haftpflicht-
/Mobiliarversicherung: 

30 13   

Steuern Eltern: 
(bei Betreuungsunterhalt 
Steuerpauschale von 100) 

250 60   

Steueranteil Kind:   25  25 

Zwingende Weiterbil-
dungskosten: 

- -   

Schuldentilgung: 250  -   

TOTAL: 4'536 2'705 
 
ab 1. August 2024: 2'793 

973 
ab 1. August 2022: 1'253 
ab 1. August 2024: 1'328 

1'516 
 
ab 1. August 2024: 973 

Für Betreuungsunterhalt 
relevantes TOTAL: 

    

Einnahmen abzüglich 
Ausgaben: 
bis 31. Dezember 2021 

≤0 -441 -723 -1'316 

- 8 - 

(alle Beträge in CHF) 
 Kläger Beklagte E._____ (tt.mm.2009) 

F._____ 
(tt.mm.2011) 

ab 1. Januar 2022 3'418 -441 -723 -1'316 

ab 1. August 2022 3'418 -441 -1'003 -1'316 

ab 1. November 2023 3'418 -441 -1'003 -1'266 

ab 1. August 2024 3'418 1'735 -1'078 -723 

11. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen werden mit dem Endentscheid fest-

gesetzt und auferlegt. 

12. […]  

13. [Mitteilung] 

14. […] 

15. [Rechtsmittelbelehrung] 

 
 

Berufungsanträge: 

der Beklagten und Berufungsklägerin (act. 2 S. 2 ff. i.V.m. S. 22 ff., sinngemäss): 
 

1. In Abänderung von Dispositiv-Ziffer 8 der Verfügung des Bezirks-
gerichts Bülach, Einzelgericht vom 12.08.2022 (FE210244-C) 
seien in Abänderung von Dispositiv-Ziffer 1 des ergänzten Urteils 
des Bezirksgerichts Bülach vom 28.10.2019 (EE170168) die Kin-
derunterhaltsbeiträge für E._____, geboren tt.mm.2009, und 
F._____, geboren tt.mm.2011, wie folgt neu festzulegen: 

 Der Kindsvater wird verpflichtet, der Kindsmutter an den Unterhalt 
und die Erziehung der Kinder E._____ und F._____ monatliche 
Unterhaltsbeiträge wie folgt zu bezahlen: 

 Für E._____: 
 - Fr. 1'021.-  01.03.2022 bis 31.07.2022 
 - Fr. 1'259.-  01.08.2022 bis 30.09.2022 
 - Fr. 1'358.-  01.10.2022 bis 31.07.2025 
 - Fr. 1'394.-  ab 01.08.2025 

- 9 - 

 Für F._____: 
 - Fr. 2'055.-  01.03.2022 bis 31.07.2022 

    (davon Fr. 441.– Betreuungsunterhalt) 
 - Fr. 1'983.-  01.08.2022 bis 30.09.2022 

    (davon Fr. 411.– Betreuungsunterhalt) 
 - Fr. 2'732.-  01.10.2022 bis 31.07.2025 

    (davon Fr. 1'061.– Betreuungsunterhalt) 
 - Fr. 2'874.-  ab 01.08.2025 

    (davon Fr. 0.– Betreuungsunterhalt) 
 Alle Beträge jeweils zuzüglich allfällige vom Kindesvater bezoge-

ne gesetzliche oder vertragliche Familienzulagen. 
 Die Unterhaltsbeiträge sind zahlbar monatlich im Voraus jeweils 

auf den Ersten eines Monats im Voraus an die Kindesmutter, so-
lange die Kinder in deren Haushalt leben, keine selbständigen 
Ansprüche gestützt auf Art. 277 Abs. 2 ZGB gegen den Kindesva-
ter stellen und keine andere Zahlstelle bezeichnen. 

 Mit den vereinbarten Unterhaltsbeiträgen ist der gebührende Un-
terhalt der Kinder nicht vollständig gedeckt. Zur Deckung des ge-
bührenden Unterhalts fehlen jeweils monatlich folgende Beiträge: 

 ab 01.08.2025: 
 - bei F._____: Fr. 1'098.– (Barunterhalt Fr. 15.-, Betreu-

ungsunterhalt Fr. 1'083.-) 
2. In Abänderung von Dispositiv-Ziffer 9 der Verfügung des Bezirks-

gerichts Bülach, Einzelgericht vom 12.08.2022 (FE210244-C) sei 
in Abänderung von Dispositiv-Ziffer 2 des ergänzten Urteils des 
Bezirksgerichts Bülach vom 28.10.2019 (EE170168) der eheliche 
Unterhalt wie folgt neu festzusetzen: 

 Der Ehemann wird verpflichtet, der Ehefrau für sich persönlich 
monatliche Unterhaltsbeiträge wie folgt zu bezahlen: 

 - Fr. 596.-  01.03.2022 bis 31.07.2022 
 - Fr. 513.-  01.08.2022 bis 30.09.2022 
 - Fr. 90.-  01.10.2022 bis 31.07.2025 
 Die Unterhaltsbeiträge sind zahlbar monatlich im Voraus jeweils 

auf den Ersten eines jeden Monats. 
3. In Abänderung von Dispositiv-Ziffer 10 der Verfügung des Be-

zirksgerichts Bülach, Einzelgericht vom 12.08.2022 (FE210244-C) 
seien in Abänderung von Dispositiv-Ziffer 4 des ergänzten Urteils 
des Bezirksgerichts Bülach vom 28.10.2019 (EE170168) folgende 
Zahlen zu Grunde zu legen: 

 
(alle Beträge in Fr.) Kläger Beklagte E._____ F._____ 

- 10 - 

(alle Beträge in Fr.) Kläger Beklagte E._____ F._____ 

Einkommen  
(netto, inkl. 13. Monatslohn, 
exkl. Bonus)  
 
 
 

bis 31.12.2021:  
0.- 

 
ab 01.01.2022:  

7'954 

2'264.- 
 

250.- 
 
 
 
 

200.- 
 
 

ab 01.11.2023: 
250.- 

betreibungsrechtlicher Notbedarf (Mankofall): 

Grundbetrag 
 

1'200.- 1'350.- 600.- 600.- 

Anteil Wohnkosten 1'020.- bis 30.09.2022: 
410.- 

ab 01.10.2022: 
1'030.- 

bis 30.09.2022: 
205.- 

ab 01.10.2022: 
515.- 

bis 30.09.2022: 
205.- 

ab 01.10.2022: 
515.- 

Grundversicherung 356.- bis 31.12.2022: 
342.- 

ab 01.01.2023: 
359.- 

bis 31.12.2022: 
75.- 

ab 01.01.2023: 
81.- 

bis 31.12.2022: 
75.- 

ab 01.01.2023: 
81.- 

Fremdbetreuungskosten    543.- 
ab 01.08.2025: 

1'850.- 

Auslagen Arbeitsweg 500.- 158.-   

Auswärtige Verpflegung 220.- 88.-   

Schulkosten Kinder   ab 01.08.2022: 
280.- 

ab 01.08.2024: 
355.- 

 

Gesundheitskosten  83.-   

Familienrechtlicher Notbedarf: 

Radio/TV/Internet/Serafe 110.- 110.- 10.- 10.- 

Zusatzversicherung VVG  bis 31.12.2022: 
91.- 

ab 01.01.2023: 
96.- 

58.- 58.- 

Haftpflicht-
/Mobiliarversicherung 

30.- 13.-   

Steuern 
 

250.- 60.-   

Steueranteil Kinder   25.- 25.- 

Total 3'686.- 2'705.- 
ab 01.10.2022: 

3'325.- 
ab 01.01.2023: 

3'347.- 

973.- 
ab 01.08.2022: 

1'253.- 
ab 01.10.2022: 

1'563.- 
ab 01.01.2023: 

1'569.- 
ab 01.08.2024: 

1'516.- 
ab 01.10.2022: 

1'826.- 
ab 01.01.2023: 

1'832.- 
ab 01.08.2025: 

3'139.- 

- 11 - 

(alle Beträge in Fr.) Kläger Beklagte E._____ F._____ 

1'644.- 

Einnahmen abzüglich Ausgaben: 

bis 31.12.2021 0.- -441.- -723.- -1'316.- 

ab 01.01.2022 4'268.- -411.- -723.- -1'316.- 

ab 01.08.2022 4'268.- -411.- -1'003.- -1'316.- 

ab 01.10.2022 4'268.- -1'061.- -1'313.- -1'626.- 

ab 01.01.2023 4'268.- -1'083.- -1'319.- -1'632.- 

ab 01.11.2023 4'268.- -1'083.- -1'319.- -1'582.- 

ab 01.08.2024 4'268.- -1'083.- -1'394.- -1'582.- 

ab 01.08.2025 4'268.- -1'083.- -1'394.- -2'889.- 

4. Eventualiter seien die Ziffern Dispositiv-Ziffer 8, Dispositiv-Ziffer 9 
und Dispositiv-Ziffer 10 der Verfügung des Bezirksgerichts 
Bülach, Einzelgericht vom 12.08.2022 (FE210244-C) zur Ergän-
zung des Sachverhaltes und neuer Entscheidung zurückzuwei-
sen. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwert-
steuer) zulasten des Klägers und Berufungsbeklagten. 

 
 
des Klägers und Berufungsbeklagten (act. 10 S. 2): 
 

"1. Die Berufung sei abzuweisen. 
 2. Das Gesuch zur Leistung eines Prozesskostenvorschusses sei 

abzuweisen. 
 3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge, zuzüglich Mehr-

wertsteuer, zulasten der Beklagten / Berufungsklägerin." 
 
 
 
 
 
 

Prozessuale Anträge im Rechtsmittelverfahren: 

der Beklagten und Berufungsklägerin (act. 2 S. 5): 
 

 "Es sei der Kläger und Berufungsbeklagter zur Leistung eines Pro-
zesskostenvorschusses in der Höhe von vorerst Fr. 6'500.- zu ver-
pflichten; eventualiter sei der Beklagten und Berufungsklägerin für 
das Berufungsverfahren die unentgeltliche Prozessführung zu gewäh-

- 12 - 

ren und ihr in der Person des Unterzeichners ein unentgeltlicher 
Rechtsbeistand zu bestellen." 

 
 
des Klägers und Berufungsbeklagten (act. 10 S. 2): 
 

 "Dem Kläger / Berufungsbeklagten sei die unentgeltliche Rechtspflege 
zu bewilligen und es sei ihm die Unterzeichnende als unentgeltliche 
Rechtsvertreterin zu bestellen." 

 
 

Erwägungen: 

I.  

Sachverhalt und Prozessgeschichte 

1. Die Parteien sind seit dem tt. Oktober 2008 verheiratet und haben zwei ge-

meinsame Kinder, E._____, geboren am tt.mm.2009, und F._____, geboren am 

tt.mm.2011. Seit dem 16. August 2017 leben die Parteien getrennt. Die Folgen 

des Getrenntlebens wurden mit Teilurteil des Bezirksgerichts Bülach vom 

27. September 2018 sowie ergänzendem Urteil vom 28. Oktober 2019, welches 

am 25. November 2019 berichtigt wurde, geregelt. Namentlich wurde die Obhut 

über die beiden Kinder ebenso wie die eheliche Liegenschaft der Beklagten und 

Berufungsklägerin (nachfolgend: Berufungsklägerin) zugeteilt und der Kläger und 

Berufungsbeklagte (nachfolgend: Berufungsbeklagter) verpflichtet, Unterhaltsbei-

träge von Fr. 1'831.– für E._____, Fr. 2'496.– für F._____ sowie Fr. 778.– für die 

Berufungsklägerin zu leisten (vgl. act. 6/5/6). Am 18. Dezember 2019 wurde das 

Arbeitsverhältnis des Berufungsbeklagten beim G._____ fristlos aufgelöst und der 

Berufungsbeklagte verliess die Schweiz, um sich laut eigenen Ausführungen in 

der Ukraine eine neue Existenz aufzubauen. In der Schweiz wurde gegen ihn 

währenddessen eine Strafuntersuchung wegen Vermögensdelikten eingeleitet, in-

folge welcher er nach seiner Rückkehr in die Schweiz verhaftet und am 18. Juni 

2021 in Untersuchungshaft versetzt wurde. Gemäss eigenen Ausführungen wurde 

der Berufungsbeklagte am 19. November 2021 aus der Untersuchungshaft ent-

lassen. Das Strafverfahren ist noch nicht abgeschlossen. 

- 13 - 

2. Noch aus der Untersuchungshaft reichte der Berufungsbeklagte am 

31. August 2021 beim Einzelgericht des Bezirksgerichts Bülach (nachfolgend: Vo-

rinstanz) eine Scheidungsklage ein (act. 6/1); zudem ersuchte er im Rahmen vor-

sorglicher Massnahmen um eine Abänderung der Eheschutzentscheide (act. 6/1). 

Das Begehren um vorsorgliche Massnahmen ergänzte resp. passte er mit Einga-

be vom 5. April 2022 an (act. 6/35), woran er anlässlich der von der Vorinstanz 

angesetzten Verhandlung über vorsorgliche Massnahmen vom 20. Juni 2022 

(Prot. VI S. 8 ff.) festhielt (vgl. act. 6/38). Nachdem der Berufungsbeklagte sein 

Begehren (ergänzend) begründen konnte (vgl. Prot. VI S. 9), erhielt auch die Be-

rufungsklägerin Gelegenheit zur Stellungnahme und zur Begründung ihrer eige-

nen Anträge (Prot. VI S. 9 f., 10 f., act. 6/40). Zudem erhielten beide Parteien Ge-

legenheit, zu den Ausführungen des jeweils anderen Stellung zu nehmen (vgl. 

Prot. VI S. 12 ff.). 

3. Mit Verfügung vom 12. August 2022 wies die Vorinstanz das Begehren des 

Berufungsbeklagten betreffend Zuteilung der ehelichen Wohnung an ihn ab und 

legte in Abänderung des Urteils vom 28. Oktober 2019 sowohl neue Kinder- als 

auch Ehegattenunterhaltsbeiträge fest. Sodann wies die Vorinstanz das Gesuch 

des Berufungsbeklagten um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ab, 

demgegenüber wurde sein Gesuch um Bestellung einer unentgeltlichen Rechts-

vertreterin gutgeheissen und ihm in der Person von Rechtsanwältin Dr. iur. 

Y._____ eine unentgeltliche Rechtsbeiständin bestellt. Ausserdem wurde der Be-

rufungsklägerin die unentgeltliche Rechtspflege gewährt und in der Person von 

Rechtsanwalt lic. iur. X._____ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt. Der 

Entscheid erging zunächst in unbegründeter Form (act. 6/56) und wurde hernach 

aufgrund eines entsprechenden Begehrens der Berufungsklägerin (vgl. act. 6/58) 

in Bezug auf die Unterhaltsbeiträge begründet (act. 5).  

4. Gegen die in diesem Entscheid vorgenommene Regelung betreffend die Un-

terhaltsbeiträge erhob die Berufungsklägerin mit Eingabe vom 14. November 

2022 (Datum Poststempel) Berufung, wobei sie die eingangs wiedergegebenen 

Anträge stellte (act. 2). Mit Verfügung vom 9. Dezember 2022 wurde dem Beru-

fungsbeklagten Frist zur Beantwortung der Berufung angesetzt und die weitere 

- 14 - 

Prozessleitung delegiert (act. 8). Die Berufungsantwort vom 22. Dezember 2022 

(Datum Poststempel) mit den oben aufgeführten Begehren ging fristgerecht ein 

(act. 10; vgl. act. 9). Daraufhin wurde mit Beschluss vom 12. April 2023 der An-

trag der Berufungsklägerin betreffend Verpflichtung des Berufungsbeklagten zur 

Leistung eines Prozesskostenvorschusses für das Rechtsmittelverfahren abge-

wiesen. Beiden Parteien wurde die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt und der 

Berufungsklägerin in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. X._____, dem Beru-

fungsbeklagten in der Person von Rechtsanwältin Dr. iur. Y._____ ein unentgeltli-

cher Rechtsbeistand bzw. eine unentgeltliche Rechtsbeiständin für das Beru-

fungsverfahren bestellt. Der Berufungsklägerin wurden die Berufungsantwort so-

wie die Beilagen dazu zur Kenntnisnahme zugestellt (act. 13); sie liess sich nicht 

erneut vernehmen. 

5. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 6/1-81). Das Verfah-

ren erweist sich als spruchreif. Auf die Vorbringen der Parteien ist – soweit für die 

Entscheidfindung erforderlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen ein-

zugehen. 

II.  

Prozessuale Vorbemerkungen 

1. Die Berufung wurde innert der zehntägigen Rechtsmittelfrist (vgl. Art. 314 

Abs. 1 ZPO und act. 6/78) bei der Kammer als zuständiger Berufungsinstanz ein-

gereicht und richtet sich gegen einen berufungsfähigen Entscheid (Art. 308 Abs. 1 

lit. b und Abs. 2 ZPO). Sie enthält einen Antrag und eine Begründung im Sinne 

von Art. 311 Abs. 1 ZPO. Die Berufungsklägerin ist durch den angefochtenen 

Entscheid beschwert und zur Berufung legitimiert. Es ist daher auf die Berufung 

einzutreten. 

2. Der Sinn eines Rechtsbegehrens ist nach den allgemeinen Grundsätzen 

durch Auslegung nach Treu und Glauben zu ermitteln. Dabei ist neben dem Wort-

laut des Begehrens insbesondere die Begründung – bei Rechtsmittelanträgen al-

- 15 - 

lenfalls in Verbindung mit dem angefochtenen Entscheid – zu berücksichtigen 

(BGE 137 III 617 E. 6.2; Pahud, DIKE-Komm-ZPO, 2. Aufl. 2016, Art. 221 N 8).  

 Das Rechtsbegehren der Berufungsklägerin ist in Bezug auf die für 

F._____ verlangten Unterhaltsbeiträge unklar: Sie unterscheidet vier verschiede-

ne Phasen, gibt jedoch nur drei Beträge an, wobei auch nicht klar ist, welcher 

Phase diese im Einzelnen zuzuordnen sind. Es scheint sich dabei jedoch um ein 

Versehen zu handeln. Wird nämlich die Begründung konsultiert, so ergibt sich 

klar, dass die ersten beiden der aufgeführten Beträge (Fr. 2'055.– und Fr. 1'983.–) 

den beiden Phasen März bis Juli 2022 und August bis September 2022 zuzuord-

nen sind. Zudem ergibt sich aus der Begründung, dass der Berufungsklägerin 

beim ersten aufgeführten Betreuungsunterhalt ein Tippfehler unterlaufen ist; die-

ser sollte nicht Fr. 411.– wie in der darauffolgenden Phase, sondern Fr. 441.– be-

tragen (vgl. act. 2 S. 22 f.). Für die Phase von Oktober 2022 bis Juli 2025 lässt 

sich der Begründung entnehmen, dass ein Unterhaltsbeitrag von Fr. 2'732.– ver-

langt wird (act. 2 S. 24); dieser wurde im Antrag wohl irrtümlich weggelassen, wo-

raus sich die Zeilenverschiebung und damit die Unklarheit ergeben hat. Der Be-

trag von Fr. 2'874.– schliesslich gehört gemäss der Begründung zur letzten Phase 

ab August 2025 (act. 2 S. 24 f.). Das Rechtsbegehren der Berufungsklägerin wur-

de vorstehend entsprechend korrigiert wiedergegeben. 

3. Mit der Berufung können gemäss Art. 310 ZPO die unrichtige Rechtsan-

wendung und die unrichtige Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht 

werden. Ebenfalls gerügt werden kann die (blosse) Unangemessenheit eines Ent-

scheides, da es sich bei der Berufung um ein vollkommenes Rechtsmittel handelt. 

Bei der Angemessenheitskontrolle hat sich die Rechtsmittelinstanz allerdings eine 

gewisse Zurückhaltung aufzuerlegen (Blickenstorfer, DIKE-Komm-ZPO, 2. Aufl. 

2016, Art. 310 N 10). Neue Tatsachen und neue Beweismittel werden nur noch 

berücksichtigt, wenn sie trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz 

vorgebracht werden konnten und vor der Berufungsinstanz unverzüglich vorge-

bracht werden (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Dies gilt grundsätzlich auch im Bereich der 

eingeschränkten Untersuchungsmaxime (ZK ZPO-Reetz/Hilber, 3. Aufl. 2016, 

Art. 317 N 14 m.w.H.) wie sie ausser für die güterrechtliche Auseinandersetzung 

- 16 - 

im Scheidungsverfahren grundsätzlich zur Anwendung kommt (Art. 277 Abs. 3 

ZPO). Anders sieht es demgegenüber bei Geltung der uneingeschränkten Unter-

suchungsmaxime aus, welche insbesondere gestützt auf Art. 296 Abs. 1 ZPO bei 

Kinderbelangen (unabhängig von der Verfahrensart) gilt. Hier kommt die Noven-

schranke von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht zur Anwendung und das Gericht hat neue 

Tatsachen und Beweismittel bis zur Urteilsberatung zu berücksichtigen (BGE 144 

III 349 E. 4.2.1; vgl. auch OGer ZH LY170051 vom 17. Mai 2018 E. II.2.3 sowie 

OGer ZH LY160019 vom 21. Juli 2016 E. 2.2.1.2). Wer sich auf Noven beruft, hat 

deren Zulässigkeit darzutun (BGer 5A_456/2016 vom 28. Oktober 2016 E. 4.1.1). 

4. Über die Abänderung von Eheschutzmassnahmen im Sinne vorsorglicher 

Massnahmen während des Scheidungsverfahrens ist – unter Vorbehalt der 

Art. 272 und Art. 273 ZPO – im summarischen Verfahren im Sinne der Art. 248 ff. 

ZPO zu entscheiden (vgl. Art. 271 lit. a i.V.m. Art. 276 ZPO). Die entscheidrele-

vanten tatsächlichen Verhältnisse sind daher, bei freier Beweiswürdigung, ledig-

lich glaubhaft zu machen (FamKomm Scheidung/Leuenberger, 4. Aufl. 2022, Anh. 

ZPO Art. 276 N 21). Das Gericht muss somit nicht vollständig von der Richtigkeit 

einer Behauptung überzeugt sein, es reicht aus, dass für deren Bestehen eine 

grössere Wahrscheinlichkeit spricht als für das Gegenteil (FamKomm Scheidung/ 

Maier/Vetterli, 4. Aufl. 2022, Anh. ZPO Art. 271 N 5a; ZK ZPO-Sutter-Somm/ 

Hostettler, 3. Aufl. 2016, Art. 271 N 12). Im Übrigen gilt, wie bereits erwähnt, der 

Untersuchungsgrundsatz, wonach das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen 

feststellt (Art. 277 Abs. 3 ZPO). Im Bereich der Kinderbelange hat das Gericht den 

Sachverhalt sogar weitergehend von Amtes wegen zu erforschen (Art. 296 Abs. 1 

ZPO) und muss daher von einer geltend gemachten Tatsache überzeugt sein 

(Dolge, DIKE-Komm-ZPO, 2. Aufl. 2016, Art. 276 N 16). Zudem entscheidet das 

Gericht bei Kinderbelangen ohne Bindung an die Parteianträge (sog. Offizialmaxi-

me; Art. 296 Abs. 3 ZPO).  

  

- 17 - 

III.  

Zur Berufung im Einzelnen 

1. Erwägungen der Vorinstanz und Parteistandpunkte 

1.1. Die Vorinstanz hielt zunächst fest, die im Vergleich zu früher veränderten 

Einkünfte des Berufungsbeklagten (nach Verlust seiner Arbeitsstelle beim 

G._____ mit einem Nettoeinkommen von Fr. 10'400.– im Dezember 2019 und 

seinem Aufenthalt in der Ukraine bis im Juni 2021 sowie der darauf folgenden Un-

tersuchungshaft bezog der Berufungsbeklagte zunächst Sozialhilfeleistungen, bis 

er per 1. Januar 2022 eine neue Arbeitsstelle mit einem Nettogehalt von 

Fr. 7'954.– antreten konnte) würden wesentliche und dauerhafte Veränderungen 

darstellen. Es läge damit ein Abänderungsgrund vor (act. 5 E. III.3). Sodann er-

wog die Vorinstanz, von welchen Einkünften und Bedarfen der Parteien und der 

Kinder auszugehen sei. Gestützt darauf nahm sie die Unterhaltsberechnung vor, 

wobei sie vier Phasen bildete: eine erste Phase von September 2021 bis Februar 

2022, eine zweite von März bis Juli 2022, eine dritte von August 2022 bis Juli 

2024 und eine vierte ab August 2024 (act. 5 E. III.4). 

1.2. Mit den vorinstanzlichen Ausführungen ist die Berufungsklägerin teilweise 

nicht einverstanden. So stört sie sich an dem ihr ab August 2024 angerechneten 

hypothetischen Einkommen und ist der Ansicht, dem Berufungsbeklagten sei für 

die Zeit von September 2021 bis Februar 2022 ein hypothetischer Vermögensver-

zehr und damit ein Einkommen anzurechnen. Weiter kritisiert sie die dem Beru-

fungsbeklagten von der Vorinstanz angerechneten Bedarfspositionen der Kosten 

für den Arbeitsweg und der Schuldentilgung. Ihren eigenen Bedarf und denjeni-

gen der Kinder beziffert die Berufungsklägerin zufolge gestiegener Wohnkosten 

und Krankenkassenprämien höher als von der Vorinstanz berechnet. Bei F._____ 

stimmt nach Ansicht der Berufungsbeklagten auch das von der Vorinstanz ange-

nommene Datum des Oberstufeneintrittes nicht und es würden für ihn entgegen 

der Vorinstanz auch nach dem Übertritt an die Oberstufe Fremdbetreuungskosten 

anfallen. Aus diesen im Vergleich zum angefochtenen Entscheid teilweise verän-

- 18 - 

derten Einkommens- und Bedarfszahlen errechnet die Berufungsklägerin die von 

ihr beantragten Unterhaltsbeiträge (act. 2). 

1.3. Der Berufungsbeklagte ist demgegenüber der Ansicht, die Vorinstanz habe 

das Einkommen der Berufungsklägerin und auch den Zeitpunkt der Erhöhung kor-

rekt festgelegt. Auch sei ihm kein rückwirkender, hypothetischer Vermögensver-

zehr anzurechnen. Seinen eigenen Bedarf habe die Vorinstanz korrekt ermittelt 

und die Veränderungen bei den Bedarfszahlen der Berufungsklägerin und der 

Kinder könnten vorliegend nicht berücksichtigt werden. Für F._____ würden zu-

dem nach Eintritt in die Oberstufe keine Fremdbetreuungskosten anfallen. 

Schliesslich bestreitet der Berufungsbeklagte auch die von der Berufungsklägerin 

vorgenommene Unterhaltsberechnung (act. 10).  

1.4. Das – von der Vorinstanz richtig beurteilte – Vorliegen eines Abänderungs-

grundes wird von den Parteien somit nicht beanstandet. Auch das aktuelle Ein-

kommen der Berufungsklägerin, das Einkommen des Berufungsbeklagten ab 

März 2022 sowie diverse Bedarfszahlen sind mangels entsprechender Rügen der 

Parteien zu übernehmen. Einzugehen ist nachfolgend jedoch auf die beanstande-

ten Einkünfte bei der Berufungsklägerin ab August 2024 und beim Berufungsbe-

klagten während der Zeit von September 2021 bis Februar 2022 sowie die kriti-

sierten einzelnen Bedarfspositionen der Parteien und der Kinder. Ebenso wird – 

teils dadurch veranlasst, teils aufgrund eigenständiger Rügen – auch die Unter-

haltsberechnung zu prüfen sein. 

2. Einkommen der Berufungsklägerin 

2.1. Hierzu hielt die Vorinstanz fest, die Berufungsklägerin sei derzeit bei der 

H._____ AG mit einem Pensum von 40 % angestellt und erziele ein Nettoein-

kommen von monatlich Fr. 2'264.–. Da F._____ bereits obligatorisch eingeschult 

sei, wäre ihr nach dem Schulstufenmodell ein 50 % Pensum zuzumuten; dafür 

seien ihr im Eheschutzverfahren hypothetisch Fr. 2'500.– angerechnet worden. Es 

erweise sich jedoch eine Abweichung vom Schulstufenmodell als angezeigt. So 

könne die Berufungsklägerin gemäss ihren Aussagen ihr Pensum bei ihrer derzei-

tigen Arbeitgeberin aktuell nicht erhöhen. Um ein 50 % Pensum zu erhalten müss-

- 19 - 

te die Berufungsklägerin folglich eine Anstellung im Pensum von 10 % suchen  

oder ihre heutige Stelle zugunsten einer anderen aufgeben. Dauerhafte 10 %-

Stellen seien jedoch notorisch rar. Eine neue Anstellung bei einem anderen Ar-

beitgeber würde demgegenüber aller Wahrscheinlichkeit nach auf einer tieferen 

Lohnbasis erfolgen als bei der derzeitigen Arbeitgeberin, wo sich der Bruttolohn 

der Berufungsklägerin seit ihrem Stellenantritt in drei Jahren um Fr. 220.– erhöht 

habe. Sollte einer Erhöhung des Pensums bei der H._____ AG dereinst doch 

möglich sein, würde ihr Einkommen entsprechend höher ausfallen als dies bei ei-

nem neuen Arbeitgeber zu erwarten wäre, was auch dem Berufungsbeklagten 

zugutekommen würde. Hinzu komme, dass der Berufungsklägerin bei einer Pen-

sumserhöhung unweigerlich erhöhte Auslagen entstehen würden, welche der Be-

rufungsbeklagte im Rahmen des Betreuungsunterhalts auszugleichen hätte. Der 

zusätzlichen finanziellen Belastung des Berufungsbeklagten dadurch, dass von 

der Berufungsklägerin kein 50 % Pensum verlangt werde, könne schliesslich auch 

im Rahmen der Überschussverteilung Rechnung getragen werden. Im August 

2024 werde dann voraussichtlich der Übertritt von F._____ in die Oberstufe erfol-

gen. Nach dem Schulstufenmodell sei der Beklagten alsdann ein Einkommen für 

eine Stelle mit 80 % Pensum anzurechnen, was von der aktuellen Lohnbasis aus-

gehend ein Einkommen von Fr. 4'528.– ergebe (act. 5 E. III.4.2).  

2.2. Die Berufungsklägerin stört sich zum einen am Zeitpunkt der Anrechnung 

des erhöhten Pensums, da F._____ frühestens im August 2025 in die Oberstufe 

eintreten werde. Weiter ist sie der Ansicht, es könne ihr nicht ab dem Oberstufen-

eintritt von F._____ ein 80 % Pensum angerechnet werden, vielmehr sei aufgrund 

der speziellen Bedürfnisse von F._____ – er leide an einem Aufmerksamkeitsde-

fizit-Syndrom mit autistisch anmutenden Verhaltensweisen sowie an einer von der 

IV als Geburtsgebrechen anerkannten POS Krankheit (Lern-/Leistungs- und/oder 

Verhaltensschwierigkeiten, durch Hirnfunktionsstörung bedingt) – eine Abwei-

chung vom Schulstufenmodell angezeigt. So entstehe ihr durch die Schwierigkei-

ten von F._____ im Alltag ein stark erhöhter Betreuungsaufwand. Es sei gemäss 

den F._____ behandelnden Ärzten für eine positive Entwicklung von F._____ un-

erlässlich, dass sie, die Berufungsklägerin, diesen Betreuungsaufwand erbringen 

könne und dass die Betreuungssituation stabil bleibe. Daher müsse ihr, der Beru-

- 20 - 

fungsklägerin, auch in Zukunft die nötige Zeit dafür zur Verfügung stehen, was der 

Aufstockung ihres Arbeitspensums bei Oberstufeneintritt F._____s entgegenste-

he. Es sei entsprechend auch weiterhin von einem Einkommen von Fr. 2'264.– 

auszugehen (act. 2 S. 10 ff.). 

2.3. Demgegenüber ist der Berufungsbeklagte der Ansicht, die Vorinstanz habe 

korrekt bereits ab August 2024 ein höheres Pensum angerechnet. Es könne nicht 

angehen, dass er, der Berufungsbeklagte, die auf einem gegenüber dem Schul-

stufenmodell zu tiefen Arbeitspensum der Berufungsklägerin gründende Differenz 

von Fr. 236.– zum ihr im Eheschutzverfahren angerechneten Einkommen bis im 

August 2025 durch zusätzlichen Betreuungsunterhalt ausgleichen müsse. Sollte 

ein Pensum von 80 % erst ab August 2025 angerechnet werden, wäre für die Zeit 

davor von einem Einkommen von Fr. 2'500.– auszugehen. Weiter bestreitet der 

Berufungsbeklagte, dass die Bedürfnisse von F._____ eine Abweichung vom 

Schulstufenmodell rechtfertigen würden. Ausgehend von den Schilderungen der 

Berufungsklägerin sei die derzeitige Betreuungs- und Schulsituation für F._____ 

völlig ungeeignet und es stelle sich die Frage, ob nicht vielmehr eine Tagesschule 

für F._____ besser wäre. Dadurch würde auch die Berufungsklägerin erheblich 

entlastet. Schliesslich dürfe nicht ausser Acht gelassen werden, dass die Beru-

fungsklägerin für F._____ eine beachtliche Hilflosenentschädigung erhalte. Auch 

wenn diese nicht direkt als F._____s Einkommen bei der Unterhaltsberechnung 

berücksichtigt werden dürfe, könne sie nicht gänzlich unbeachtet gelassen wer-

den (act. 10 Rz 7 ff.).  

2.4. Die Erwägungen der Vorinstanz dazu, weshalb von der Berufungsklägerin 

derzeit kein höheres Pensum als die aktuellen 40 % bei der H._____ AG zu ver-

langen ist, sind grundsätzlich sowohl nachvollziehbar als auch in den konkreten 

Verhältnissen sachgerecht und werden im Übrigen von den Parteien auch nicht 

substantiiert bestritten. Berechtigt ist allerdings der Einwand der Berufungskläge-

rin betreffend den Zeitpunkt des Oberstufeneintrittes von F._____: Wie die Beru-

fungsklägerin bereits vor Vorinstanz vorbrachte, besuchte F._____ im Zeitpunkt 

der Verhandlung vom 20. Juni 2022 die dritte Primarklasse (Prot. VI S. 19; act. 2 

S. 10; vgl. auch act. 4/5). Damit wird er erst im August 2025 nach Abschluss der 

- 21 - 

sechsten Primarklasse in die Oberstufe übertreten (vgl. auch act. 2 S. 10, 13). Es 

liegt nahe, dass die Vorinstanz nur versehentlich von einem Übertritt bereits im 

August 2024 ausging, wie auch die Berufungsklägerin vermutet (act. 2 S. 10). Je-

denfalls deutet nichts darauf hin, dass die Vorinstanz der Berufungsklägerin in 

Abweichung vom Schulstufenmodell bereits vor Eintritt F._____s in die Oberstufe 

ein 80 %-Pensum anrechnen wollte, sprach sie doch explizit davon, dass das hö-

here Pensum in Anwendung des Schulstufenmodells aufgrund des zukünftigen 

Oberstufeneintrittes von F._____ erfolge. Entsprechend ist der Berufungsklägerin 

nicht bereits ab August 2024 ein Pensum von 80 % anzurechnen. Da der Beru-

fungsbeklagte für diesen Fall – wenn auch nur pauschal – vorbringt, ihm sei es 

nicht zuzumuten, bis im August 2025 aufgrund eines seiner Ansicht nach zu tiefen 

Arbeitspensums mehr Betreuungsunterhalt bezahlen zu müssen, sind zusätzlich 

folgende Überlegungen anzustellen. 

2.5. Zum Zeitpunkt der Fällung des ergänzenden Eheschutzentscheides vom 

28. Oktober 2019 betreffend die Unterhaltsbeiträge arbeitete die Berufungskläge-

rin bereits mit dem Pensum von 40 % bei der H._____ AG. Damals wurde vom 

Schulstufenmodell ausgegangen, doch wurde der Berufungsklägerin eine Über-

gangsfrist bis anfangs 2020 gewährt, bis ihr ein Pensum von 50 % und ein hypo-

thetisches Einkommen von Fr. 2'500.– angerechnet wurde. Als Grund dafür wur-

den eine erhöhte Betreuungsbedürftigkeit und ein erhöhter Betreuungsaufwand 

von F._____ aufgeführt. Damals absolvierte F._____ ein drittes Kindergartenjahr 

und verfügte über eine Kostengutsprache für medizinische Massnahmen, ambu-

lante Psychotherapie und Ergotherapie, wobei insbesondere festgehalten wurde, 

dass bezüglich der Fein- und Grobmotorik therapeutische Massnahmen notwen-

dig seien. Im Übrigen wurde festgehalten, dass die Berufungsklägerin – in An-

wendung des Schulstufenmodells – ab dem Eintritt von F._____ in die Sekundar-

stufe ihr Pensum auf 80 % und ab dessen vollendetem 16. Lebensjahr auf 100 % 

aufstocken müsse, wobei auf die Berechnung entsprechender Unterhaltsbeiträge 

in Erwartung des Scheidungsverfahrens verzichtet wurde (act. 6/5/6 E. III.4.2.5-6).  

2.6. Im vorinstanzlichen Verfahren und auch nun im Berufungsverfahren legte 

resp. legt die Berufungsklägerin nun aber im Vergleich zu damals viel detaillierter 

- 22 - 

dar, welche Beeinträchtigungen F._____ hat und wie sich diese mittlerweile, 

knapp drei Jahre später, im Alltag konkret auswirken. So bringt sie wie erwähnt 

vor, F._____ leide an einem Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom mit autistisch an-

mutenden Verhaltensweisen sowie an einer von der IV als Geburtsgebrechen an-

erkannten POS Krankheit (durch eine Hirnfunktionsstörung bedingte Lern-

/Leistungs- und/oder Verhaltensschwierigkeiten; act. 2 S. 10 f.; act. 6/40 S. 7). 

Dies ergibt sich auch aus dem psychiatrisch-psychologischen Abklärungsbericht 

des Kantonsspitals Winterthur vom 19. November 2021, wobei daraus ebenfalls 

hervorgeht, dass die entsprechenden Abklärungen alle im Jahr 2021 erfolgten 

(vgl. act. 6/25/27, insb. S. 1 und S. 4 oben). Die Berufungsklägerin beschreibt so-

dann, dass sie F._____ weder heute noch später zuhause unbeaufsichtigt lassen 

könne. F._____ erkenne Gefahren schlecht und könne auch auf der Strasse nicht 

unbeaufsichtigt gelassen werden, bestehe doch die Möglichkeit, dass er bei Ver-

kehrsaufkommen oder Rotlicht bedenkenlos die Strasse überschreite. F._____ 

könne auch Situationen nicht antizipieren und Gefahren nicht einschätzen. Zur 

Schule müsse er begleitet werden; alleine verliere er örtlich wie auch zeitlich die 

Orientierung. Am Morgen stehe er nicht alleine auf. Er brauche Hilfe beim Du-

schen. Bereits das Aufstehen und das Duschen müssten in ein morgendliches Ri-

tual eingebettet werden, das rund eine halbe Stunde dauere. Für F._____ sei es 

schwierig, nonverbale Signale zu deuten, er beziehe sich immer auf das Ausge-

sprochene beim Menschen, was zu sehr vielen Missverständnissen im sozialen 

Bereich führe. Daher reagiere F._____ oft für Dritte grundlos wütend und brauche 

ein "time-out". Die Berufungsklägerin erlebe den Alltag für Mitmenschen mit 

F._____ als "Seiltanz", bei dem die Worte und Sätze mit Bedacht gewählt werden 

müssten und bei Missverständnissen viel Zeit und Geduld erforderlich seien, um 

ihn wieder zu erreichen. Solche Missverständnisse seien an der Tagesordnung 

und würden von der Berufungsklägerin viel Arbeit, dauerhafte Präsenz und zeitli-

ches Engagement erfordern. F._____ lebe jeden Tag neu und am liebsten so, wie 

es ihm gefalle in seiner Welt. Ungewohntes, wie auch tägliche Abläufe (Aufste-

hen, Schule, Therapien, Hort) oder auch die Erwerbstätigkeit der Berufungskläge-

rin seien aus seiner Sicht Störfaktoren, die er nach wie vor nicht verstehe. Unge-

plante Aktionen, Besuch von Freunden oder einen Ausflug würden F._____ kom-

- 23 - 

plett überfordern. Der schulische Mittagstisch mit 20 bis 30 anderen Kindern über-

fordere F._____ ebenfalls gänzlich. Zur wöchentlichen Psychotherapie nach Zü-

rich fahre die Berufungsklägerin mit F._____ jeweils mit dem Zug. Wenn z.B. je-

mand im Zug Musik höre, könne dies F._____ total überfordern. Dies gehe so 

weit, dass die Berufungsklägerin mit F._____ bereits eine Haltestelle vorher aus-

steigen müsse. Auch solches müsse die Berufungsklägerin in der Planung be-

rücksichtigen. Der Mittwochnachmittag sei mit nur einer Stunde Psychotherapie 

vollständig ausgefüllt. Bei Hausaufgaben/Lernen sei eine Eins-zu-eins-Betreuung 

erforderlich. F._____ könne auch zuhause nicht unbeaufsichtigt gelassen werden. 

Bereits kurze Absenzen der Mutter von wenigen Minuten (z.B. wenn sie aus-

serhalb des Hauses gewisse Sachen erledigen wolle) führten bei F._____ infolge 

seines fehlenden Zeitgefühls zu Panikattacken und Angstzuständen. Für Einkau-

fen und Haushalt bleibe der Berufungsklägerin jeweils keine Zeit. Wenn in der 

Schule Aktivitäten wie Schulreise und Sporttag stattfinden würden, sei das immer 

zusätzliche Unruhe und zusätzlicher zeitlicher Aufwand für die Berufungsklägerin. 

Bei solchen Ereignissen müsse sie jeweils schon eine Woche vorher mit der Vor-

bereitung von F._____ darauf beginnen. F._____ werde an zwei Tagen im Hort 

betreut. Dies sei für ihn eine enorme Belastung. Es sei ihm zu laut und man kön-

ne dort schlecht auf seine Bedürfnisse eingehen. Die Wechsel der Ansprechper-

sonen von Schule zu Hort, die Fahrt mit dem Schulbus sowie die wechselnden 

Kinder um ihn herum würden F._____ überfordern. Nach solchen Tagen sei der 

Abend der Beklagten komplett mit der Betreuung von F._____ ausgefüllt. Für an-

deres bleibe ihr schlicht keine Zeit (act. 2 S. 11 f.; act. 6/40 S. 13 f.).  

2.7. Gemäss den eingereichten Schreiben der Primarschule D._____ hat 

F._____ seit dem Schuljahr 2021/2022 – also der dritten Primarschulklasse – den 

Sonderschulstatus. Im Rahmen der Integrativen Sonderschulung wird er integrativ 

durch eine heilpädagogische Fachperson geschult, von einer Klassenassistenz 

begleitet und erhält Psychomotorik-Therapie (act. 6/25/25-26). Gemäss dem Be-

richt des F._____ psychiatrisch-psychologisch behandelnden Arztes, Dr. med. 

I._____, vom 28. September 2022 – einem erst im Berufungsverfahren eingeführ-

ten Novum, das jedoch zufolge der in Kinderbelangen geltenden uneingeschränk-

ten Untersuchungsmaxime zu berücksichtigen ist – sei F._____s Verhalten durch 

- 24 - 

einige autistisch anmutende Verhaltensauffälligkeiten wie ein erschwerter Um-

gang mit spontanen Veränderungen, eine Überempfindlichkeit im sensorischen 

Bereich, Verständnisproblemen (verstehe keine Ironie, Witze, Redewendungen) 

und einem sehr mangelhaften Zeitempfinden geprägt. Dr. I._____ erwähnt auch, 

dass der Betreuungsaufwand, den die Berufungsklägerin geleistet habe, auch in 

Zukunft nötig sein werde, um die positive Entwicklung von F._____ weiterhin so 

zu unterstützen, dass eine Schulung innerhalb der Regelklasse mit integrativer 

Förderung möglich sei. Eine stabil bleibende Betreuungssituation sei für F._____ 

von ausserordentlicher Bedeutung; eine solche vorausgesetzt, könne F._____ ei-

ne gute Prognose für die weitere Entwicklung gestellt werden. Die Berufungsklä-

gerin müsse dafür über die nötige Zeit zuhause für die zeitaufwendige Betreuung 

und Förderung von F._____ verfügen (act. 4/6; act. 2 S. 12). Im bereits erwähnten 

Bericht des Kantonsspitals Winterthur wird festgehalten, es könne – nebst den 

vorgängig erwähnten Diagnosen (vgl. E. III.2.6) – keine Autismus-Spektrum-

Störung diagnostiziert werden, obwohl F._____ einige autistisch anmutende Ei-

genschaften habe (erschwerter Umgang mit spontanen Veränderungen, sensori-

sche Überempfindlichkeit, auffälliges Verständnis der semantischen Sprache, kein 

Zeitempfinden). F._____ habe sich mittels intensiver Förderung durch Ergothera-

pie, Psychotherapie, einem ausserordentlichen Engagement seiner Mutter und 

gezielter schulischer Anpassung positiv entwickelt. Unter den richtigen und stabil 

bleibenden Umständen sei von einer guten Prognose auszugehen. Ebenfalls wird 

erwähnt, dass F._____ von klaren und vorhersehbaren Strukturen profitiere 

(act. 6/25/27, insb. S. 4; vgl. auch act. 2 S. 13).  

2.8. Vom Berufungsbeklagten werden die erwähnten Diagnosen sowie die von 

der Berufungsklägerin geschilderten Auswirkung der Beeinträchtigung von 

F._____ im Alltag ebenso wenig wie die eingereichten ärztlichen Berichte bestrit-

ten, bringt er doch wie dargelegt lediglich vor, F._____ werde seiner Ansicht nach 

in nicht geeigneter Weise betreut. Es bestehen auch keine Anhaltspunkte, die 

Zweifel an den ärztlichen Diagnosen oder den – auch zufolge Übereinstimmung 

mit den ärztlichen Ausführungen glaubhaft – dargelegten Beeinträchtigungen und 

deren Auswirkungen aufkommen lassen würden. Auf die Geeignetheit der derzei-

tigen Betreuung von F._____ ist nachfolgend einzugehen, vorgängig ist zu beur-

- 25 - 

teilen, wie sich F._____s Zustand grundsätzlich auf die Arbeitsmöglichkeiten der 

Berufungsklägerin auswirkt.  

 Im Gegensatz zum Eheschutzverfahren, welchem eher rudimentäre Kennt-

nisse über F._____ und dessen Betreuungsbedürfnisse zugrunde lagen, ist heute 

umfassender bekannt, welche besonderen Eigenschaften und Bedürfnisse 

F._____ aufweist und wie sich diese im Alltag auswirken. Insbesondere erfolgten 

die heute bekannten Diagnosen und die darauf gestützten Empfehlungen zum 

weiteren Vorgehen wie gezeigt erst im Jahr 2021 und damit nach Ergehen des 

Eheschutzentscheides aus dem Jahr 2019. Insofern läge auch ein Abänderungs-

grund vor, waren dem Eheschutzgericht doch bei der Beurteilung des künftig 

möglichen Arbeitspensums der Berufungsklägerin wesentliche Tatsachen nicht 

bekannt (vgl. zu dieser Art des Abänderungsgrundes FamKomm Scheidung-

Leuenberger/Suter, 4. Aufl. 2022, Anh. ZPO 276 N 14 m.w.H). Angesichts der 

Bedürfnisse und Schwierigkeiten von F._____ im alltäglichen Leben ist die dama-

lige Einschätzung zu korrigieren, wonach die Berufungsklägerin ohne weiteres 

entsprechend dem sich auf normal entwickelnde Kinder ausgerichteten Schulstu-

fenmodell (vgl. BGE 144 III 481 E. 4.7.6) arbeitstätig sein könne. Aufgrund des im 

Vergleich zu gleichaltrigen Kindern gesteigerten Betreuungsaufwandes für 

F._____, der nach übereinstimmender Einschätzung der involvierten Fachperso-

nen auch weiterhin notwendig sein wird, damit sich F._____ positiv entwickelt, 

kann von der Berufungsklägerin derzeit keine Erhöhung ihres Arbeitspensums auf 

50 % verlangt werden. Insofern ist der Berufungsklägerin zuzustimmen, dass sich 

vorliegend aufgrund der Umstände im konkreten Fall eine Abweichung vom 

Schulstufenmodell rechtfertigt (vgl. auch act. 2 S. 10, 13 sowie BGE 144 III 481 

E. 4.7.9). Vielmehr erweisen sich die derzeit ausgeübten 40 %, welche wie ge-

zeigt machbar und mit der Förderung von F._____ vereinbar sind, jedenfalls aktu-

ell als angemessen.  

2.9. Was die Geeignetheit der derzeitigen Betreuung und Beschulung von 

F._____ betrifft, so kann der diesbezüglichen Ansicht des Berufungsbeklagten 

nicht zugestimmt werden. So handelt es sich bei der Mehrheit der von ihm für sei-

ne Meinung sprechenden Indizien – etwa, F._____ könne nicht unbeaufsichtigt 

- 26 - 

gelassen werden oder es komme zu vielen Missverständnissen (vgl. act. 10 

Rz 10) – um Schwierigkeiten, die F._____ ohnehin, also in jedem Setting, hat 

bzw. haben würde. Einzig die berufungsklägerischen Aussagen, der Mittagstisch 

und die Betreuung im Hort würden für F._____ eine grosse Belastung resp. Über-

forderung darstellen (vgl. E. III.2.6 sowie act. 10 Rz 10), lassen die Frage auf-

kommen, ob es hier eine bessere Lösung gäbe. Dies ist jedoch gestützt auf die 

vorhandenen Akten bzw. Informationen zu verneinen. So sind die behandelnden 

Fachpersonen wie dargelegt der Ansicht, dass sich F._____ bei der derzeitigen 

Betreuung – und wie gesehen, war die Berufungsklägerin bereits während 

F._____s drittem Kindergarten im Jahr 2019 mit dem derzeitigen Arbeitspensum 

tätig, was eine entsprechende Fremdbetreuung nach sich zog – positiv entwickel-

te. Weiter sind sich die Ärzte auch einig, dass insbesondere eine stabil bleibende 

Betreuungssituation für eine weitere gute Entwicklung F._____s ausschlaggebend 

ist, eine Anpassung der derzeitigen Schul- und (Fremd)Betreuungssituation wurde 

explizit nicht gefordert (vgl. E. III.2.7). Auch die im Rahmen der Abklärung des 

Kantonsspitals Winterthur befragte Lehrerin von F._____ führte aus, F._____ falle 

nun, in der dritten Klasse, im Gegensatz zu den beiden ersten Jahren, nicht mehr 

störend auf. Er sei ein ruhiger Schüler, der sich zwar selten, aber stets adäquat 

melde (vgl. act. 6/25/27 S. 3). Hinzu kommt, dass die Ausführungen des Beru-

fungsbeklagten zu den angeblich vorhandenen diversen Tagesschulen im Kanton 

Zürich unsubstantiiert sind. Nicht nur unterlässt er es, effektiv geeignete, konkrete 

Schulen zu benennen (vgl. act. 10 Rz 10), er spricht auch nur von Schulen für 

Kinder mit einer Autismus-Spektrum-Störung (act. 10 Rz 10). Wie gezeigt, hat 

F._____ jedoch gerade keine solche, sondern eine andere Diagnose mit einigen 

autistisch anmutenden Verhaltensweisen (vgl. E. III.2.6). Ob eine in einer vernünf-

tigen Distanz gelegene Tagesschule für F._____ geeignet wäre, ist ungewiss und 

kann vom Gericht ohne das Vorliegen von Meinungen von Fachpersonen ohnehin 

nicht beurteilt werden. Weitere diesbezügliche Abklärungen erweisen sich jedoch 

aufgrund der übereinstimmenden bereits vorhandenen Berichte der behandeln-

den resp. abklärenden Ärzte, welche sich auch zur aktuellen Betreuungssituation 

äussern, als nicht angezeigt, auch zumal es sich beim vorliegenden Verfahren um 

ein solches über vorsorgliche Massnahmen handelt, welches im summarischen 

- 27 - 

Verfahren zu einer raschen Lösung führen soll. Lediglich am Rande sei noch an-

gemerkt, dass entgegen dem Berufungsbeklagten die Beschulung in einer Tages-

schule nicht zwingend zu einer geringeren Belastung hinsichtlich der Ortswechsel 

führen würde (vgl. act. 10 Rz 10), müsste doch die Berufungsklägerin den Schul-

weg, der wohl deutlich weiter als bisher wäre, ebenfalls organisieren.  

2.10. Der Eintritt in die Oberstufe wird für F._____ naturgemäss grössere Verän-

derungen mit sich bringen, die aufgrund der Art seiner Schwierigkeiten und seiner 

Bedürfnisse wohl herausfordernd sein dürften. Es stellt sich die Frage, wie sich 

diese veränderten Verhältnisse auf die Betreuungssituation und die Arbeitsmög-

lichkeiten der Berufungsklägerin auswirken. Dabei ist davon auszugehen, dass 

F._____ weiterhin eine für ihn geeignete Betreuung, unter anderem auch durch 

die Berufungsklägerin, erhalten muss. Zu berücksichtigen ist auch, dass F._____ 

in der Oberstufe mehr Zeit in der Schule verbringen wird als derzeit in der Primar-

schule. Die Sekundarschule D._____ hat zudem einen Mittagstisch, der die Mit-

tagspause abdeckt (vgl. … [Internetadresse]; zuletzt besucht am 3. Oktober 

2023). Da F._____ gemäss der Berufungsklägerin bereits heute einen solchen 

besucht, dürfte dies auch in Zukunft für ihn machbar, wenn vielleicht auch heraus-

fordernd, sein. Es darf deshalb angenommen werden, dass F._____ rein zeitlich 

eine etwas weniger umfassende Betreuung durch die Berufungsklägerin als aktu-

ell benötigen wird. Weiter ist davon auszugehen, dass sich F._____ bis dahin wei-

terentwickeln wird, wobei die Ärzte ihm bei der Fortführung der derzeitigen Mass-

nahmen und des Engagements der Berufungsklägerin, die beim ihr bis Ende der 

sechsten Primarschulklasse angerechneten 40 %-Pensum gewährleistet sein soll-

te, wie gezeigt eine positive Prognose stellen (vgl. E. III.2.7). Zwar kann niemand 

voraussehen, wo genau F._____ in zwei Jahren stehen wird und wie seine kon-

kreten Bedürfnisse dannzumal sein werden. Es kann basierend auf der heutigen 

Situation und der positiven Einschätzung der Fachpersonen jedoch einstweilen 

angenommen werden, dass F._____ selbständiger werden wird und auch in die-

ser Hinsicht einer etwas weniger intensiven Betreuung durch die Berufungskläge-

rin bedürfen wird. Auch den von der Berufungsklägerin zur Unterstützung ihres 

Standpunktes angeführten Arztberichten (vgl. act. 2 S. 13) kann nicht entnommen 

werden, dass die derzeitig von der Berufungsklägerin ausgeübte Betreuung auch 

- 28 - 

beim Besuch F._____s der Sekundarschule noch exakt im gleichen Umfang nötig 

sein wird bzw. seine Bedürfnisse dannzumal einem erhöhten Pensum per se ent-

gegenstehen würden (vgl. act. 4/6 und act. 6/25/27). Entgegen der Ansicht der 

Berufungsklägerin (vgl. act. 2 S. 13) ist es ihr daher durchaus zumutbar und mit 

dem Kindeswohl vereinbar, dass sie mit dem Oberstufeneintritt von F._____ ihr 

Arbeitspensum ausbaut. Da anzunehmen ist, dass F._____ aber nach wie vor im 

Vergleich mit gleichaltrigen Jugendlichen weitergehende Betreuungsbedürfnisse 

haben wird, ist jedoch auch für diesen Schritt vom Schulstufenmodell abzuwei-

chen. Unter Berücksichtigung vorliegend geschilderter Faktoren und des Umstan-

des, dass die derzeit als angemessen erachteten 40 % relativ nahe beim Regel-

pensum von 50 % liegen, erscheint für die Phase der Sekundarstufe ein Pensum 

von 70 % als angemessen. Abschliessend ist die Berufungsklägerin darauf hin-

zuweisen, dass ein Abänderungsgrund vorliegt, wenn sich tatsächliche Feststel-

lungen nachträglich als unrichtig erweisen oder sich nicht wie vorhergesehen 

verwirklichen (FamKomm Scheidung-Leuenberger/Suter, 4. Aufl. 2022, Anh. ZPO 

276 N 14). Sollte sich damit die vorliegend getroffene Annahme zu den zukünfti-

gen Betreuungsbedürfnissen von F._____ ab Sommer 2025 als unrichtig erwei-

sen, stünde den Parteien die Möglichkeit der Abänderung zur Verfügung.  

2.11. Was schliesslich die F._____ ausgerichtete Hilflosenentschädigung betrifft, 

so ist auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu deren Berücksichtigung zu 

verweisen, wie dies im Übrigen bereits die Vorinstanz getan hat (vgl. act. 5 

E. III.4.3). Demnach darf eine dem Kind ausgerichtete Hilflosenentschädigung 

dem Kind weder als Einkommen angerechnet werden (BGE 147 III 265 E. 7.1 mit 

Verweis auf BGer 5A_808/2012 vom 29. August 2013 E. 3.1.2.2) noch vom Be-

treuungsunterhalt abgezogen werden (BGer 5A_77/2022 vom 15. März 2023 E. 3, 

insb. E. 3.3.5; OGer ZH LZ210020 vom 22. April 2022 E. II.2.9; OGer ZH 

LZ170011 vom 28. November 2017 E. II.5.8.d). Auch der Berufungsbeklagte fin-

det dies im Grundsatz richtig (act. 10 Rz 11). Wenn er dennoch fordert, die Hilflo-

senentschädigung dürfe nicht unberücksichtigt gelassen werden, da die Beru-

fungsklägerin doppelt von der Hilflosigkeit ihres Kindes profitiere, wenn sie die 

Hilflosenentschädigung zur freien Verfügung habe und ihr zusätzlich in Abwei-

chung vom Schulstufenmodell kein hypothetisches Einkommen angerechnet wer-

- 29 - 

de (vgl. act. 10 Rz 11), so ist ihm nicht zuzustimmen. Der Berufungsklägerin steht 

die Hilflosenentschädigung nicht "zur freien Verfügung", vielmehr ist diese für die 

durch F._____s Beeinträchtigung zusätzlich entstehenden Kosten sowie für auch 

ausserhalb der üblichen Arbeitszeiten – etwa abends, nachts und am Wochenen-

de – entstehende, mitunter kaum bezifferbare Hilfeleistungen gedacht und deckt 

gerade nicht allgemeine Lebenshaltungskosten ab (vgl. dazu BGer 5A_77/2022 

vom 15. März 2023 E. 3.3.1 sowie nachfolgend E. III.5.2.4). Demgegenüber be-

gründet der erforderliche, erhöhte Betreuungsaufwand für F._____ während den 

normalen Arbeitszeiten, dass es der Berufungsklägerin nicht zumutbar ist, mehr 

als 40 % respektive nach Oberstufeneintritt F._____s 70 % zu arbeiten. Würde 

diese berechtigte Abweichung vom Schulstufenmodell aufgrund des Anspruches 

von F._____ auf eine Hilflosenentschädigung wieder korrigiert, würde die Hilflo-

senentschädigung zudem faktisch gerade doch berücksichtigt, was, wie gezeigt, 

nicht angeht.  

2.12. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Berufungsklägerin derzeit bei 

einem Arbeitspensum von 40 % ein Einkommen von Fr. 2'264.– erzielt, wovon bis 

Ende Juli 2025 auszugehen ist. Ab August 2025 wird der Berufungsklägerin auf-

grund des Übertrittes von F._____ in die Oberstufe ein Pensum von 70 % zumut-

bar sein. Das entsprechende Einkommen dürfte sich – in Anlehnung an die Be-

rechnungsmethode der Vorinstanz – auf Fr. 3'962.– belaufen (Fr. 2'264.– / 40 x 

70). 

 

3. Einkommen des Berufungsbeklagten 

3.1. Die Vorinstanz hielt hierzu zunächst fest, der Berufungsbeklagte habe über 

keinerlei Erwerbseinkommen verfügt, während er sich in Untersuchungshaft be-

funden habe. Unmittelbar nach seiner Haftentlassung habe er Sozialhilfeleistun-

gen bezogen. Es sei offensichtlich, dass er auch mit diesen Beiträgen nicht leis-

tungsfähig gewesen sei. Seit dem 1. Januar 2022 erziele er ein Einkommen von 

monatlich Fr. 7'954.– netto, wobei keine Hinweise auf weitere Einkünfte bestün-

den (act. 5 E. III.4.1; vgl. auch act. 5 E. III.2). Ein Vermögensverzehr könne dem 

- 30 - 

Berufungsbeklagten nicht angerechnet werden. Zum einen verbiete es sich, von 

der strafrechtlichen Schuld des Berufungsbeklagten auszugehen, liege doch we-

der eine rechtskräftige Verurteilung noch ein Geständnis vor. Auch sei nicht er-

stellt, dass der Berufungsbeklagte die Untersuchungshaft bzw. seine damit ver-

bundene Leistungsunfähigkeit verschuldet habe. Zum anderen könne nicht davon 

ausgegangen werden, dass der Berufungsbeklagte über liquides oder liquidierba-

res Vermögen verfüge. Zwar halte der Berufungsbeklagte anscheinend zusam-

men mit seiner Mutter über eine Gesellschaft eine Liegenschaft in Frankreich, 

doch sei bestritten und nicht bewiesen, dass er die Liegenschaft bzw. seine Betei-

ligung an der Gesellschaft an seine Mutter, zu der er seit fünf Jahren keine Kon-

takt mehr habe, verkaufen könnte. Schliesslich hielt die Vorinstanz fest, weil der 

Berufungsbeklagte, dessen gesamter Hausrat nach seinem Wegzug in die Ukrai-

ne verwertet worden sei, nach Bezug einer Wohnung Neuanschaffungen tätigen 

sowie die Mietkaution habe bezahlen müssen, was im Rahmen seines betrei-

bungsrechtlichen Notbedarfes zu berücksichtigen sei, dauere seine Leistungsun-

fähigkeit bis zum Erhalt der zweiten Lohnzahlung Ende Februar 2022 an (act. 5 

E. III.4.8.1).  

3.2. Die Berufungsklägerin ist demgegenüber nach wie vor der Ansicht, dem 

Berufungsbeklagten sei für die – kurze – Zeit von September 2021 bis und mit 

Februar 2022 ein hypothetisches Einkommen in Form eines rückwirkenden hypo-

thetischen Vermögensverzehrs in der Höhe der geschuldeten Unterhaltsbeiträge 

anzurechnen. Dies weil dem Berufungsbeklagten nach der Verwertung seiner 

Liegenschaft in D._____ mit einem Verkehrswert von Fr. 900'000.– im März 2023 

– einem zulässigen und damit zu berücksichtigenden Novum – entgegen der Vor–

instanz liquides Vermögen zustehe. Es sei sachgerecht, die Vermögenssubstanz 

des Berufungsbeklagten anzugreifen, dem die Arbeitsstelle im G._____ aufgrund 

arbeitgeberseitigem [recte: arbeitnehmerseitigem] Verschulden fristlos gekündigt 

worden sei und der sich in die Ukraine begeben habe, ohne sich zu bemühen, 

seinen Unterhaltspflichten nachzukommen, zumal sonstige Mittel nicht ausreichen 

würden. Zudem habe es die Vorinstanz in Verletzung der Untersuchungsmaxime 

unterlassen, bei der Staatsanwaltschaft abzuklären, ob der Berufungsbeklagte 

geständig sei (act. 2 S. 9 f. und 21 f.).  

- 31 - 

3.3. Der Berufungsbeklagte hält dem entgegen, dass die Versteigerung seiner 

Liegenschaft der Vorinstanz vor Urteilsfällung bekannt gewesen sei. Rückwirkend 

könne sodann ohnehin kein hypothetischer Vermögensverzehr angerechnet wer-

den, umso mehr als er im betreffenden Zeitraum weder über Einkommen noch 

über liquides Vermögen verfügt habe (act. 10 Rz 26 f.). 

3.4. Grundsätzliche Voraussetzung dafür, dass die Anrechnung eines rückwir-

kenden Vermögensverzehrs überhaupt in Betracht kommen kann, ist das Vor-

handensein von Vermögen, das dafür herangezogen werden könnte. Entgegen 

der Berufungsklägerin steht vorliegend allerdings kein solches zur Verfügung. Die, 

soweit ersichtlich, korrekten Erwägungen der Vorinstanz betreffend die Liegen-

schaft in Frankreich beanstandet die Berufungsklägerin nicht, sodass es dabei 

sein Bewenden hat; liquides, verzehrbares Vermögen liegt diesbezüglich dem-

nach keines vor. Entgegen der Berufungsklägerin stellt sodann auch das (zu ver-

wertende oder allenfalls bereits verwertete) Einfamilienhaus in D._____ kein her-

anziehbares Vermögen dar:  

3.5. Auch wenn die Tatsache der Verwertung besagter Liegenschaft berück-

sichtigt würde – ob es sich tatsächlich um ein zulässiges Novum handelt oder 

nicht, kann hier aufgrund nachfolgender Überlegungen offen bleiben –, ist nicht 

davon auszugehen, dass daraus für den Berufungsbeklagten aktuell verfügbares 

liquides Vermögen resultieren würde. Gemäss der von der Berufungsklägerin zi-

tierten Verfügung der Staatsanwaltschaft II vom 19. Juli 2022 (act. 6/54/1; vgl. 

act. 2 S. 22) wurde das ihm gehörende Einfamilienhaus "C._____ 1" in D._____ 

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 13. Januar 2020 mit einer 

Grundbuchsperre belegt. Aufgrund einer am 20. Mai 2022 ergangenen Pfän-

dungsurkunde ersuchte das Amt für Jugend und Berufungsberatung, welches von 

der Berufungsklägerin und den Kindern mit dem Inkasso der Unterhaltsbeiträge 

beauftragt worden war, in der Folge um Aufhebung der Grundbuchsperre, damit 

beim zuständigen Betreibungsamt das Verwertungsbegehren gestellt werden 

könne. Nach Anhörung der involvierten Personen entschied die Staatsanwalt-

schaft II, die Grundbuchsperre in dem Sinne einzuschränken, als dass Betreibun-

gen auf Pfandverwertung zuzulassen seien (inkl. Pfandverwertung und Verteilung 

- 32 - 

des Erlöses zur Tilgung der grundpfandrechtlich gesicherten Forderungen). Das 

Grundbuchamt wurde angewiesen, die Grundbuchsperre im Zeitpunkt einer be-

treibungsrechtlichen Verwertung des Grundstückes zu löschen, und das Betrei-

bungsamt ermächtigt, den Bruttoverkaufserlös zur Bezahlung der Kosten für die 

Verwaltung, Verwertung und Verteilung gemäss Art. 157 SchKG sowie der Forde-

rungen von aufgelisteten Pfandgläubigern – darunter auch die Berufungsklägerin 

und die Kinder sowie die Gemeinde D._____, vertreten durch das Amt für Jugend 

und Berufsberatung – im Totalbetrag von Fr. 134'265.10 zu verwenden. Der 

Restbetrag (Nettoverkaufserlös) wird nach Anordnung der Staatsanwaltschaft II 

beschlagnahmt, dies zwecks Sicherstellung der Verfahrenskosten, Geldstrafen, 

Bussen und Entschädigungen bzw. zwecks Rückgabe an den Geschädigten 

(act. 6/54/1). Es ist nicht ersichtlich, inwiefern aus der besagten Verfügung der 

Staatsanwaltschaft II hervorgehen soll, der Unterhalt der Berufungsklägerin und 

der Kinder sei für die Zeit vom September 2021 bis Februar 2022 zur Verteilung 

im Zeitpunkt der Verwertung sichergestellt, wie dies die Berufungsklägerin vor-

bringt (vgl. act. 2 S. 22). Auch bei einer Verwertung seiner Liegenschaft werden 

dem Berufungsbeklagten vor Abschluss des Strafverfahrens nach dem Gesagten 

keine liquiden Mittel daraus zur Verfügung stehen. Dass bereits ein Strafurteil er-

gangen sei, bringt auch die Berufungsklägerin nicht vor. Insbesondere, wenn es 

zu einer Verurteilung kommen sollte, wie wohl auch die Berufungsklägerin vermu-

tet (vgl. act. 2 S. 8), ist ohnehin sehr fraglich, ob der Berufungsbeklagte überhaupt 

etwas vom Erlös des Einfamilienhauses erhalten wird, zumal sich die mutmassli-

che Schadenssumme auf Fr. 3.4 bis Fr. 3.7 Millionen belaufen soll (vgl. 

act. 6/54/1 S. 1).  

3.6. Angesichts dieser Umstände ist nicht glaubhaft dargetan, dass ein Ge-

ständnis des Berufungsbeklagten relevant ist; die Vorinstanz war nicht gehalten, 

nähere Abklärungen hierzu zu treffen. Auch ob der Berufungsbeklagte seine Leis-

tungsunfähigkeit verschuldet hat sowie die genauen Umstände des Verlustes sei-

ner Arbeitsstelle und die weiteren Ereignisse können folglich in diesem Kontext of-

fen bleiben. Dass der Berufungsbeklagte über weitere Vermögenswerte verfügen 

würde, macht die Berufungsklägerin im Übrigen nicht geltend und ist auch nicht 

ersichtlich (vgl. act. 6/36/1).  

- 33 - 

3.7. Ein hypothetischer rückwirkender Vermögensverzehr, wie von der Beru-

fungsklägerin verlangt, fällt nach dem Gesagten ausser Betracht. Damit bleibt es 

bei den vorinstanzlichen Erwägungen, wonach beim Berufungsbeklagten für die 

Zeit von September 2021 bis Februar 2022 zufolge Untersuchungshaft, Sozialhil-

febezug sowie im betreibungsrechtlichen Notbedarf zu berücksichtigender Aus-

gaben nicht von einer Leistungsfähigkeit ausgegangen werden kann.  

4. Bedarf der Berufungsklägerin 

4.1. Wohnkosten 

4.1.1. Die Vorinstanz rechnete der Berufungsklägerin ausgehend von Wohnkos-

ten von total Fr. 820.– für die eheliche Wohnung "C._____ 1" in D._____ einen 

Wohnkostenanteil von Fr. 410.– an (act. 5 E. III.4.5). Die Berufungsklägerin macht 

in der Berufung geltend, sie sei erst am 16. August 2022 durch J._____ vom Be-

treibungs- und Gemeindeammannamt … informiert worden, dass die Grundbuch-

sperre mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II vom 19. Juli 2022 eingeschränkt 

worden sei und die Liegenschaft voraussichtlich bis Ende Jahr verwertet werde, 

weshalb sie das Einfamilienhaus möglichst rasch dem Betreibungs- und Gemein-

deammannamt übergeben müsse. Obwohl völlig überrumpelt, habe sie daraufhin 

am 5. September 2022 eine neue Wohnung an der K._____-strasse 2 in D._____ 

gefunden, in die sie mit den Kindern per 1. Oktober 2022 eingezogen sei. Die dort 

anfallenden Wohnkosten beliefen sich inklusive Einstellplatz – ihrem Fahrzeug 

komme Kompetenzcharakter zu – auf monatlich Fr. 2'060.–. Ihr Wohnkostenanteil 

betrage entsprechend Fr. 1'030.–. Da diese Tatsachen erst nach dem Ende der 

Hauptverhandlung betreffend vorsorgliche Massnahmen entstanden seien, seien 

sie im Berufungsverfahren zulässig (act. 2 S. 9 und 16). Der Berufungsbeklagte 

entgegnet dem, der neue Bedarf der Berufungsklägerin sei zwar belegt, doch 

handle es sich dabei um einen Abänderungsgrund, der nicht im Rahmen der Be-

rufung geltend zu machen sei (act. 10 Rz 18).  

4.1.2. Im Rechtsmittelverfahren vorgebrachte neue Tatsachen, mit denen geän-

derte Verhältnisse behauptet und belegt werden, dürfen nicht ins Abänderungs-

verfahren verwiesen werden, sondern sind im Rahmen des Rechtsmittelverfah-

- 34 - 

rens zu berücksichtigen, wenn und soweit sie sich nach Art. 317 Abs. 1 ZPO als 

zulässig erweisen. Umgekehrt sind neue Vorbringen, mit denen geänderte Ver-

hältnisse behauptet und belegt werden, im Abänderungsverfahren nicht zu be-

rücksichtigen, wenn und soweit sie gestützt auf Art. 317 Abs. 1 ZPO bereits mit 

der Berufung hätten vorgebracht werden können (BGE 143 III 42 E. 5.3 m.w.H.).  

4.1.3. Vorliegend entstanden die Situation betreffend die neue Wohnung und die 

damit einhergehenden höheren Wohnkosten erst nach Ergehen des angefochte-

nen Entscheides. Die entsprechenden Vorbringen sind damit echte Noven, die 

unverzüglich vorgebracht wurden und gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO im Berufungs-

verfahren zu prüfen sind. Entgegen der Ansicht des Berufungsbeklagten können 

diese Tatsachen folglich nicht in ein Abänderungsverfahren verwiesen werden.  

4.1.4. Dass die Berufungsklägerin mit den Kindern seit Oktober 2022 in einer 

neuen Wohnung lebt, für welche inklusive Einstellplatz Kosten von total 

Fr. 2'060.– anfallen, ist nicht bestritten und im Übrigen auch belegt (vgl. act. 4/2-

3). Aus dem angefochtenen Entscheid geht sodann hervor, dass dem Fahrzeug 

der Berufungsklägerin Kompetenzcharakter zukommt, wurden doch entsprechen-

de Kosten für den Arbeitsweg berücksichtigt (vgl. act. 5 E. III.4.5). Gegen die Be-

rücksichtigung des Einstellplatzes als solches bringt der Berufungsbeklagte denn 

auch nichts vor. Damit ist der Berufungsklägerin ab Oktober 2022 ein Wohnkos-

tenanteil von Fr. 1'030.– anzurechnen (Fr. 2'060.– / 2).  

4.2. Krankenkassenprämien 

4.2.1. Gemäss dem angefochtenen Entscheid wurden der Berufungsklägerin 

Krankenkassenprämien von monatlich Fr. 342.– (Grundversicherung) und Fr. 91.– 

(Zusatzversicherung) angerechnet (act. 5 E. III.4.5). Die Berufungsklägerin bringt 

hierzu vor, sie habe im Oktober 2022 die Versicherungspolicen für 2023 erhalten, 

dergemäss die Prämie für die Grundversicherung Fr. 359.– und diejenige für die 

Zusatzversicherung Fr. 95.90 betragen werde (act. 2 S. 16). Der Berufungsbe-

klagte bestreitet dies nicht, macht jedoch geltend, es handle sich dabei um einen 

Abänderungsgrund, der nicht im Rahmen der Berufung zu berücksichtigen sei 

(act. 10 Rz 18). 

- 35 - 

4.2.2. Was den Einwand des Berufungsbeklagten betrifft, so ist auf obige Erwä-

gungen zu verweisen, wonach zulässige Noven im Sinne von Art. 317 Abs. 1 ZPO 

im Berufungsverfahren zu berücksichtigen sind (vgl. E. III.4.1.2). Da es sich vor-

liegend bei den für 2023 geltenden Prämien zufolge deren Bekanntgabe nach Er-

gehen des angefochtenen Entscheides klar um solche handelt, und da deren Hö-

he nicht bestritten sowie belegt ist (vgl. act. 4/7), ist im Bedarf der Berufungsklä-

gerin ab Januar 2023 mit Krankenkassenprämien von Fr. 359.– (Grundversiche-

rung) und Fr. 96.– (Zusatzversicherung) zu rechnen.  

4.3. Berufsauslagen 

4.3.1. Im Rahmen der vorliegend in Kinderbelangen geltenden uneingeschränk-

ten Untersuchungsmaxime sind aufgrund der Anpassungen des Arbeitspensums 

der Berufungsklägerin auch ihre Berufsauslagen zu überprüfen, zumal sich deren 

Höhe auf den Betreuungsunterhalt auswirkt.  

4.3.2. Basierend auf einem Pensum von 40 % resp. zwei Arbeitstagen rechnete 

die Vorinstanz der Berufungsklägerin für den Arbeitsweg Fahrzeugkosten von 

Fr. 158.– an (act. 5 E. III.4.4). Dies wird so von den Parteien nicht beanstandet 

und erscheint auch angemessen. Zu beachten ist allerdings, dass sich mit der Er-

höhung des Arbeitspensums auf 70 % resp. dreieinhalb Tage (vgl. zu Letzterem 

E. III.5.2.6) auch die Fahrtkosten erhöhen werden; mit dem höheren Pensum wird 

die Berufungsklägerin nicht mehr nur zweimal, sondern viermal pro Woche den 

Arbeitsweg zurücklegen müssen. Ab August 2025 sind ihr daher Auslagen für den 

Arbeitsweg von Fr. 316.– (Fr. 158.– x 2) anzurechnen.  

4.3.3. Für die Verpflegung setzte die Vorinstanz der Berufungsklägerin 40 % des 

vollen Verpflegungspauschalbetrages ein, was Fr. 88.– entspricht (act. 5 

E. III.4.4). Dies erscheint korrekt. Ab August 2025 ist allerdings davon auszuge-

hen, dass die Berufungsklägerin dreimal wöchentlich auswärts essen muss (vgl. 

E. III.4.3.2), nicht viermal, wie die Vorinstanz ausgehend von einem 80 % Pen-

sums annahm (vgl. act. 5 E. III.4.7). Damit belaufen sich die Essenskosten nach 

der Pensumserhöhung auf Fr. 132.– (Fr. 88.– / 2 x 3). 

- 36 - 

5. Bedarf der Kinder 

5.1. Wohnkosten und Krankenkassenprämien 

5.1.1. Für den Wohnkostenanteil der beiden Kinder setzte die Vorinstanz je 

Fr. 205.– ein, für die Grundversicherung je Fr. 75.– und für die Zusatzversiche-

rung je Fr. 58.– (act. 5 E. III.4.6.1). Die Berufungsklägerin führt dazu unter Ver-

weis auf die betreffend ihren Bedarf getätigten Ausführungen zu den Wohnkosten 

und Krankenkassenprämien aus, der Wohnkostenanteil pro Kind belaufe sich ab 

Oktober 2022 auf Fr. 515.– und die Prämien für die Grundversicherung ab Januar 

2023 auf je Fr. 81.10 (act. 2 S. 16 f.). Der Berufungsbeklagte bestreitet diese Aus-

führungen grundsätzlich nicht, macht jedoch geltend, es handle sich dabei um 

Abänderungsgründe, die nicht im Rahmen der Berufung zu berücksichtigen seien 

(act. 10 Rz 19 f.).  

5.1.2. Was den Einwand des Berufungsbeklagten betrifft, so ist wiederum auf 

obige Erwägungen zu verweisen, wonach zulässige Noven im Sinne von Art. 317 

Abs. 1 ZPO im Berufungsverfahren zu berücksichtigen sind (vgl. E. III.4.1.2). Wie 

bereits dargelegt, handelt es sich sowohl bei den ab Oktober 2022 erhöhten 

Wohnkosten wie auch bei den für 2023 geltenden Krankenkassenprämien um zu 

berücksichtigende Noven. Im Übrigen wird die Höhe der entsprechenden Kosten 

vom Berufungsbeklagten nicht bestritten und ist auch belegt (vgl. E. III.4.1.4 und 

III.4.2.2 sowie act. 4/8-9). Daher ist im Bedarf der Kinder ab Oktober 2022 mit ei-

nem Wohnkostenanteil von je Fr. 515.– (Fr. 2'060.– / 4) sowie ab Januar 2023 mit 

Grundversicherungsprämien von je Fr. 81.– zu rechnen.  

5.2. Betreuungskosten F._____ 

5.2.1. Zu dieser Thematik hielt die Vorinstanz fest, derzeit würden für F._____ 

Betreuungskosten von Fr. 543.– anfallen. Beim Eintritt in die Oberstufe werde er 

fast 13 Jahre alt sein. Im Allgemeinen brauche es in diesem Alter keine Kinderbe-

treuung mehr. Aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme sei aber zu erwarten, 

dass F._____ weiterhin Hilfe durch Dritte benötigen werde. Obwohl hiermit wei-

terhin Kosten bzw. gegebenenfalls ein vermindertes Einkommen der Berufungs-

- 37 - 

klägerin einhergingen, seien diese in der Bedarfsrechnung nicht länger zu be-

rücksichtigen. Es sei zu beachten, dass F._____ eine Hilflosenentschädigung er-

halte, welche eine abstrakte Entschädigung für durch den erhöhten Betreuungs-

bedarf des Betroffenen bedingte Mehraufwendungen darstelle. Die Hilflosenent-

schädigung dürfe aufgrund ihrer Zweckgebundenheit zwar nicht als Einkommen 

des Kindes angerechnet werden, doch könne sie konkreten Aufwendungen ge-

genübergestellt werden. Während für ein Kind im Grundschulalter gebührender-

weise die Fremdbetreuung während der Arbeitszeiten des (alleinig) obhutsberech-

tigten Elternteils zu berücksichtigen sei, sei dies im Jugendalter typischerweise 

nicht mehr angemessen. Gerade diese besondere Bedürftigkeit solle durch die 

Hilflosenentschädigung ausgeglichen werden. Da die Fremdbetreuungskosten für 

F._____ somit bereits entschädigt würden, wäre es nicht sachgerecht, diese wei-

terhin als Bedarfsposition aufzuführen (act. 5 E. III.4.6.3).  

5.2.2. Die Berufungsklägerin weist zunächst nochmals darauf hin, dass F._____ 

frühestens im August 2025 in die Oberstufe wechseln werde (act. 2 S. 17). Weiter 

stimmt sie der Vorinstanz dahingehend zu, dass F._____ auch nach seinem 

Übertritt an die Sekundarschule weiterhin Fremdbetreuung benötigen werde und 

entsprechend Kosten anfallen würden. Nicht einverstanden ist die Berufungsklä-

gerin allerdings damit, dass in F._____s Bedarf keine Betreuungskosten mehr be-

rücksichtigt werden. Die Vorinstanz verkenne das Wesen der Hilflosenentschädi-

gung, wenn sie erwäge, dass eine Gegenüberstellung mit konkreten Aufwendun-

gen möglich sei und Betreuungskosten damit abgedeckt werden könnten. Die Hilf-

losenentschädigung dürfe bei der Unterhaltsberechnung nicht berücksichtigt wer-

den. Sie erfolge unabhängig von konkreten Kosten aufgrund einer abstrakten Be-

darfsberechnung, werde also als pauschale Entschädigung ausgerichtet und stel-

le kein Ersatzeinkommen dar. Die Entschädigung bezwecke, die elementaren 

Handlungen des täglichen Lebens auszuführen und solle die nicht bezifferbaren, 

nicht voraussehbaren und lebensnotwendigen Hilfeleistungen erfassen und damit 

die mit der Hilflosigkeit verbundenen präsumierten Kosten ersetzen. Ein Nachweis 

der konkreten Kosten dürfe daher nicht verlangt werden. Mit F._____s Übertritt in 

die Oberstufe sei eine Betreuung wie bisher in der KITA L._____ nicht mehr mög-

lich und eine ausserschulische Betreuung ab der Oberstufe werde in der Gemein-

- 38 - 

de D._____ nicht angeboten. Möglich wäre eine Betreuung durch den Entlastung-

dienst Schweiz, Geschäftsstelle Kanton Zürich. Bei gleichbleibendem Arbeitspen-

sum der Berufungsklägerin wie bisher und gleich bleibender Fremdbetreuung 

würden sich die entsprechenden Fremdbetreuungskosten auf monatlich rund 

Fr. 1'850.– belaufen; bei höherem Pensum der Berufungsklägerin würden sich die 

Kosten entsprechend erhöhen (act. 2 S. 17 ff.).  

5.2.3. Der Berufungsbeklagte ist wie die Vorinstanz der Ansicht, dass ab Eintritt 

F._____s in die Oberstufe keine Fremdbetreuungskosten berücksichtigt werden 

müssten. Wenn die Gemeinde keine ausserschulische Betreuung anbiete und die 

Betreuung von F._____ zu erheblichen Mehrkosten führen würde, sei spätestens 

dann der Zeitpunkt für eine Tagesschule gekommen. Wenn die Berufungsklägerin 

unbegründet an einem für F._____ ungeeigneten Betreuungssystem festhalten 

wolle, müsse sie die entsprechenden Kosten selbst tragen. Sollte der Berufungs-

klägerin zudem nur ein Einkommen für eine 40 %-Stelle angerechnet werden, wie 

sie beantrage, sei ohnehin nicht ersichtlich, weshalb zusätzliche Fremdbetreu-

ungskosten anfallen sollten. Schliesslich stimme es nicht, dass die Schule 

D._____ keine ausserschulische Betreuung anbiete, es gebe einen Mittagstisch 

(act. 10 Rz 21 ff.).  

5.2.4. Ist eine Person in ihrer Gesundheit beeinträchtigt und bedarf aufgrund des-

sen für alltägliche Lebensverrichtungen – also Ankleiden und Auskleiden, Aufste-

hen, Absitzen und Abliegen, Essen, Körperpflege, Verrichten der Notdurft und 

Fortbewegung – dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung, so 

hat sie Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung im Sinne von Art. 9 ATSG. Die-

se soll eine unabhängige Lebensführung ermöglichen (Fry, Die Hilflosenentschä-

digung in der Unterhaltsberechnung, in: FamPra.ch 2022 S. 325 ff., S. 326 f. 

m.w.H.). Bemessen wird die Hilflosenentschädigung nach dem Grad der Hilflosig-

keit – leicht, mittelschwer oder schwer – und damit nach dem Prinzip der abstrak-

ten Bedarfsberechnung unabhängig von den effektiven behinderungsbedingt an-

fallenden Mehrkosten. Sie stellt damit eine pauschalisierte Entschädigung dar, 

welche die mit der Hilflosigkeit verbundenen präsumierten Kosten ersetzen soll 

(Fry, a.a.O., S. 328 und 336 f.; OGer ZH LZ170011 vom 28. November 2017 

- 39 - 

E. II.5.8.d). Die Hilflosenentschädigung deckt auch – mitunter kaum bezifferbare – 

Hilfeleistungen ab, die nicht nur während der üblichen Arbeitszeit, sondern auch 

nachts, an Wochenenden oder der sonstigen freien Zeit erbracht werden (Fry, 

a.a.O., S. 338 f.; vgl. auch OGer ZH LZ210020 vom 22. April 2022 E. II.2.9). Es 

kommt der Hilflosenentschädigung damit nicht der Charakter eines Ersatzein-

kommens zu und es darf auch kein Nachweis der konkreten Kosten verlangt wer-

den (Fry, a.a.O., S. 344). Aus diesem Grund ist die Hilflosenentschädigung min-

derjähriger Kinder bei der Unterhaltsberechnung nicht zu berücksichtigen, insbe-

sondere nicht als Einkommen anzurechnen (vgl. E. III.2.11; BGer 5A_372/2016 

vom 18. November 2016 E. 5.1 sowie die Übersicht bei Fry, a.a.O., S. 335 ff.). Ob 

im Bedarf des Kindes behinderungsbedingte Mehrkosten zu berücksichtigen sind, 

die im Zusammenhang mit der Hilflosenentschädigung stehen, ist im Einzelfall zu 

prüfen (Fry, a.a.O., S. 342). 

5.2.5. Vorliegend ist unbestritten, dass F._____ auch nach dem Übertritt in die 

Oberstufe und – bei Arbeitstätigkeit der Berufungsklägerin – mehr Betreuung ins-

besondere auch Fremdbetreuung benötigen wird als gleichaltrige Jugendliche 

(vgl. auch E. III.2.10). Insofern können entsprechende Fremdbetreuungskosten 

durchaus als durch seine gesundheitliche Beeinträchtigung bedingt angesehen 

werden, wie die Vorinstanz darlegte. Die Frage, ob die Fremdbetreuungskosten 

folglich als solche zu qualifizieren sind, die von der Hilflosenentschädigung erfasst 

werden, ist damit im Grundsatz nicht unberechtigt. Allerdings ist zu beachten, 

dass für F._____ aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung bereits jetzt 

Mehraufwände und -kosten entstehen, die jedenfalls bis zum Oberstufeneintritt 

nicht in seinem Bedarf berücksichtigt wurden, was von keiner Partei beanstandet 

wurde. Insbesondere ist daran zu erinnern, dass er gemäss glaubhaften Ausfüh-

rungen der Berufungsklägerin grundsätzlich der ständigen Betreuung bzw. Beglei-

tung bedarf (vgl. E. III.2.6), mithin nicht nur während der normalen Arbeitszeiten, 

sondern auch abends und am Wochenende. Gerade auch während diesen Zeiten 

entstehende Kosten bzw. allenfalls kaum bezifferbare Mehraufwände der Beru-

fungsklägerin sollen durch die abstrakt berechnete, pauschalisierte Hilflosenent-

schädigung abgedeckt werden. Insofern ist die Nichtberücksichtigung behinde-

rungsbedingter Kosten im Bedarf vertretbar. Die während F._____s Primarschul-

- 40 - 

zeit nicht wegen seiner Beeinträchtigung, sondern aufgrund der Arbeitstätigkeit 

der Berufungsklägerin entstehenden Fremdbetreuungskosten wurden hingegen 

korrekt als Bedarfsposition aufgeführt. Zum heutigen Zeitpunkt ist nun – auch 

mangels anderslautender Ausführungen der Parteien – davon auszugehen, dass 

die bisher anfallenden beeinträchtigungsbedingten Mehraufwände und -kosten 

auch in Zukunft anfallen werden. Neu werden allerdings als behinderungsbedingt 

zu qualifizierende Fremdbetreuungskosten hinzukommen. Würde die Hilflo-

senentschädigung nun nur noch diesen gegenübergestellt, würden die übrigen 

Mehraufwände, die damit entschädigt werden sollten, gänzlich ausser Acht gelas-

sen, was stossend erschiene. Mit anderen Worten: Wurde wie hier in der Vergan-

genheit angenommen, die Hilflosenentschädigung decke Aufwände ohne Fremd-

betreuungskosten ab, muss das auch für die Zukunft gelten.  

 Hinzu kommt, dass im vorliegenden Verfahren nicht festgestellt wurde, wie 

hoch die F._____ ausgerichtete Hilflosenentschädigung ist. Damit kann gar nicht 

beurteilt werden, ob sie die – konkret bezifferbaren – Fremdbetreuungskosten 

sowie weitere behinderungsbedingte Kosten, die im Bedarf nicht berücksichtigt 

werden, überhaupt voll abdeckt. Würde der Argumentation der Vorinstanz gefolgt, 

müsste eine Gegenüberstellung der Entschädigung mit sämtlichen aus der ge-

sundheitlichen Beeinträchtigung von F._____ resultierenden Kosten erfolgen und 

diese, sofern sie nicht gänzlich von der Hilflosenentschädigung abgedeckt wür-

den, im Restbetrag im Bedarf berücksichtigt werden. Ein solches Vorgehen würde 

jedoch den dargelegten Zweck und Charakter der Hilflosenentschädigung ver-

kennen, die abstrakt berechnet wird und nicht bezifferten Kosten gegenübersteht. 

Das würde letztlich dazu führen, dass die Entschädigung bei der Unterhaltsbe-

rechnung gerade doch berücksichtigt bzw. implizit als Einkommen angerechnet 

würde, was allgemein abgelehnt wird, wie oben ausgeführt wurde (vgl. E.III.5.4 

und E. III.2.11; BGer 5A_372/2016 vom 18. November 2016 E. 5.1 sowie die 

Übersicht bei Fry, a.a.O., S. 335 ff.). Die entstehenden Fremdbetreuungskosten 

mit der Begründung, es werde eine Hilflosenentschädigung ausgerichtet, einfach 

zu ignorieren, geht nach dem Gesagten ohnehin nicht an.  

- 41 - 

5.2.6. Damit sind die während der Arbeitstätigkeit der Berufungsklägerin für 

F._____ auch während dessen Oberstufenzeit entstehenden Fremdbetreuungs-

kosten im Bedarf zu berücksichtigen. Es stellt sich folglich die Frage nach der Hö-

he dieser Auslagen. Wie bereits dargelegt, ist der Berufungsklägerin dannzumal 

ein Arbeitspensum von 70 % anzurechnen (vgl. E. III.2.10), wobei nicht davon 

ausgegangen werden kann, sie könne dieses ausschliesslich auf die Schulzeiten 

F._____s verteilen, zumal dies bei den wenigsten Arbeitgebern möglich sein dürf-

te. Vielmehr ist anzunehmen, dass sie an dreieinhalb Tagen wird arbeiten müs-

sen. Die Berufungsklägerin legt dar, dass sie an einem vollen Arbeitstag von 6.30 

Uhr bis 18.00 Uhr abwesend ist und F._____ an einem ganzen Schultag von 8.00 

Uhr bis 11.30 Uhr sowie von 13.30 Uhr bis 16.00 Uhr die Schule besucht (vgl. 

act. 2 S. 18), was plausibel erscheint und vom Berufungsbeklagten auch nicht wi-

derlegt wird. Es ist anzunehmen, dass F._____ in der Sekundarschule – anders 

als noch in der Primarschule (vgl. act. 2 S. 18) – grundsätzlich ganze Schultage 

und lediglich am üblichen Mittwochnachmittag frei haben wird, wobei in Betracht 

zu ziehen ist, dass der Berufungsklägerin ein halber Arbeitstag am Mittwoch an-

fällt. Die Gemeinde D._____ bietet ab der Oberstufe abgesehen vom Mittagstisch 

– diesbezüglich ist dem Berufungsbeklagten zuzustimmen – tatsächlich keine um-

fassende ausserschulische Betreuung mehr an (vgl. etwa … [Internetadresse]; 

zuletzt besucht am 3. Oktober 2023). Der Mittagstisch der Oberstufe (das vom 

Berufungsbeklagten eingereichte act. 11/1 betrifft die Primarschule) kann für die 

Zeit von 11.40 Uhr bis 13.15 Uhr gegen eine Gebühr von F. 15.70 inkl. Mittages-

sen resp. Fr. 7.50 mit selbst mitgebrachtem Picknick besucht werden (vgl. … [In-

ternetadresse]; zuletzt besucht am 3. Oktober 2023). In den Zeiten vor und nach 

der Schule ist sodann davon auszugehen, dass F._____ vom Entlastungsdienst 

Schweiz, Geschäftsstelle Kanton Zürich, gegen eine Gebühr von Fr. 27.– pro 

Stunde sowie eine Wegpauschale von Fr. 10.– pro Einsatz betreut werden könnte 

(vgl. act. 2 S. 18 f.; act. 4/10). Eine andere Lösung ist nicht ersichtlich und wird 

auch vom Berufungsbeklagten nicht vorgebracht. Schliesslich ist zu berücksichti-

gen, dass die Berufungsklägerin pro Jahr fünf Wochen Ferien hat und F._____ 

gerichtsnotorisch 13 Wochen (act. 2 S. 18 und 19; act. 6/36/4). Daraus ergibt sich 

folgende Berechnung:  

- 42 - 

 Während den normalen 39 Schulwochen (52 Wochen - 13 Wochen Schul-

ferien) fallen 12 Stunden Betreuung durch den Entlastungsdienst an (3 Tage à 3.5 

Stunden [jeweils 6.30 Uhr bis 8.00 Uhr sowie 16.00 Uhr bis 18.00 Uhr] sowie ein 

Tag à 1.5 Stunden [6.30 Uhr bis 8.00 Uhr]), wobei zu berücksichtigen ist, dass 

vom Entlastungdienst pro Einsatz mindestens zwei Stunden verrechnet werden, 

auch wenn die effektive Betreuungszeit kürzer ist (act. 4/10 S. 3). Zu entschädi-

gen sind demnach 14 Stunden und sieben Wegpauschalen (je drei Tage mit zwei 

Einsätzen und ein Tag mit einem Einsatz). Hinzu kommt der viermalige Besuch 

des Mittagstisches – die Berufungsklägerin dürfte kaum bereits kurz nach 11.30 

Uhr wieder zu Hause sein, um F._____ zu empfangen, vielmehr ist davon auszu-

gehen, dass sie nicht vor 12.30 Uhr zurück sein wird. Angesichts der finanziellen 

Verhältnisse ist es zumutbar, dass F._____ jeweils Essen von zu Hause mitbringt. 

Damit belaufen sich die wöchentlichen Kosten auf Fr. 478.– ([14 x Fr. 27.–] +  

[7 x Fr. 10.–] + [4 x Fr. 7.50]). In den acht Ferienwochen F._____s, in denen die 

Berufungsklägerin arbeiten muss (13 Schulferienwochen - 5 Ferienwochen Beru-

fungsklägerin) ist F._____ an 40.5 Stunden durch den Entlastungsdienst zu be-

treuen (3 Tage à 11.5 Stunden (6.30 Uhr bis 18.00 Uhr) sowie 1 Tag à 6 Stunden 

(6.30 Uhr bis 12.30 Uhr), was zuzüglich vier Wegpauschalen wöchentlichen Kos-

ten von Fr. 1'133.50 entspricht (40.5 x Fr. 27.– + 4 x Fr. 10.–). Im Schnitt belaufen 

sich die monatlichen Fremdbetreuungskosten damit auf Fr. 2'309.– ([39 x 

Fr. 478.– + 8 x Fr. 1'133.50] / 12). Dieser Betrag ist F._____ folglich ab August 

2025 – und nicht ab August 2024 (vgl. E. III.2.4) – im Bedarf einzusetzen.  

5.2.7. Wenn der Berufungsbeklagte einwendet, spätestens ab dem Oberstufen-

eintritt müsse F._____ in eine Tagesschule wechseln, so ist dazu grundsätzlich 

auf die bereits gemachten Ausführungen zu verweisen. Der Berufungsbeklagte 

vermochte nicht schlüssig darzulegen, dass eine Tagesschule für F._____ geeig-

neter wäre als die von der Berufungsklägerin vorgesehene Betreuung und ob es 

überhaupt eine Tagesschule gäbe, die für F._____ konkret in Frage kommen 

würde (vgl. E. III.2.9). Zu ergänzen ist noch, dass jedenfalls für die Betreuung 

ausserhalb der reinen Schulzeiten, wie sie hier erforderlich wäre, auch bei Besuch 

einer Tagesschule Kosten anfallen (siehe www.zh.ch/de/bildung/informationen-

fuer-schulen/informationen-volksschule/volksschule-schulinfo-

- 43 - 

unterrichtsergaenzende-angebote/schulinfo-tagesstrukturen.html; zuletzt besucht 

am 3. Oktober 2023), die in F._____s Bedarf zu berücksichtigen wären. 

6. Bedarf des Berufungsbeklagten 

6.1. Fahrzeugkosten 

6.1.1. Hinsichtlich der Fahrzeugkosten hielt die Vorinstanz fest, dem Berufungs-

beklagten würden Autospesen von Fr. 600.– als Teil des Einkommens von Total 

Fr. 7'954.– angerechnet, sodass ihm entsprechende Kosten auch als Auslagen 

für den Arbeitsweg anzurechnen seien. Zudem bezahle der Berufungsbeklagte 

Fr. 500.– für die Miete seines Fahrzeuges, welches er aufgrund seines Arbeitsver-

trages zwingend benötige und das daher als Kompetenzgut zu qualifizieren und 

entsprechend im betreibungsrechtlichen Notbedarf zu berücksichtigen sei. Die 

vom Berufungsbeklagten zusätzlich geltend gemachten Fahrtkosten gemäss sei-

nem Fahrtenbuch seien nicht belegt; es würden einzig seine eigenen handschrift-

lichen Aufstellungen existieren, aus welchen weder seine Destinationen noch die 

entsprechenden Kunden ersichtlich seien. Ebenso wenig liege ein Beleg vor, dass 

der Arbeitgeber vom Berufungsbeklagten verlange, diese Fahrten auf eigene Kos-

ten auf sich zu nehmen (act. 5 E. III.4.4).  

6.1.2. Die Berufungsklägerin ist mit der Anrechnung der Fr. 500.– für die Fahr-

zeugmiete einverstanden, nicht jedoch mit der Berücksichtigung der weiteren 

Auslagen von Fr. 600.–. Zur Begründung führt sie an, wie sie bereits vor Vorins-

tanz dargelegt habe, sei die Arbeitgeberin des Berufungsbeklagten sowohl ge-

mäss Arbeitsvertrag als auch gemäss Arbeitsrecht verpflichtet, projektbezogene 

Fahrten mit seinem privaten Fahrzeug zu entschädigen. Dies habe mittels einer 

Kilometerpauschale von Fr. 0.70 pro Kilometer zu erfolgen, welche nebst den 

Benzinkosten auch einen Anteil an den weiteren Betriebskosten (etwa Versiche-

rungen, Steuern, Servicekosten, Abschreibungen etc.) enthalte. Da der Beru-

fungsbeklagte diese weiteren Betriebskosten bereits mit den Mietkosten für sein 

Fahrzeug bezahle, sei die ihm zustehende Spesenentschädigung abzüglich der 

effektiven Benzinkosten an die Mietkosten seines Fahrzeuges anzurechnen. Die 

Berufungsklägerin errechnet basierend auf den gemäss Fahrtenbuch des Beru-

- 44 - 

fungsbeklagten für die Zeit von Januar bis März 2022 zurückgelegten Arbeitsfahr-

ten eine Spesenentschädigung von Fr. 2'650.–. Würden davon die während die-

ser Zeit für den Arbeitsweg berechneten Benzinkosten von Fr. 1'540.– und die 

Benzinkosten für die geschäftlich bedingten Fahrten von Fr. 530.– abgezogen, 

verbliebe dem Berufungsbeklagten noch ein stattlicher Spesenüberschuss von 

rund Fr. 600.–. Angesichts dessen sei es nicht sachgerecht, im Bedarf auch die 

Fr. 600.– für Arbeitswegkosten zu berücksichtigen (act. 2 S. 14 f.).  

6.1.3. Dem hält der Berufungsbeklagte entgegen, die Berufungsklägerin wolle 

ihm ein Einkommen anrechnen, welches er schlicht nicht erhalte. Er sei ange-

sichts seiner Situation nicht in der Position, seiner Arbeitgeberin gegenüber For-

derungen zu stellen. Die Vorinstanz sei mit der Anrechnung sowohl der Spesen-

pauschale von Fr. 600.– bei seinem Einkommen als auch den entsprechenden 

Auslagen in seinem Bedarf korrekt vorgegangen; würden die Fr. 600.– im Bedarf 

weggelassen, müsste auch die Spesenpauschale beim Einkommen gestrichen 

werden. Er, der Berufungsbeklagte, habe nicht nur nachgewiesen, dass sein 

Fahrzeug Kompetenzcharakter habe und er dafür monatlich einen Mietzins von 

Fr. 500.– bezahle, sondern auch, dass seine Auslagen für den Arbeitsweg die 

Spesenpauschale von Fr. 600.– jeden Monat massiv übersteigen würden (act. 10 

Rz 13 ff.). 

6.1.4. Zum betreibungsrechtlichen Existenzminimum gehören unter anderem die 

unentbehrlichen Berufsauslagen. Darunter fallen etwa die Kosten für den Arbeits-

weg. Voraussetzung für die Berücksichtigung von Kosten des eigenen Autos ist, 

dass diesem Kompetenzcharakter zukommt. Zu berücksichtigen sind die festen 

und veränderlichen Kosten ohne Amortisation (vgl. Richtlinien für die Berechnung 

des betreibungsrechtlichen Existenzminimums [Notbedarf] nach Art. 93 SchKG 

vom 24. November 2000 der Konferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten 

der Schweiz). Bei einem geleasten oder gemieteten Fahrzeug mit Kompetenzcha-

rakter können jedoch ungeachtet dessen, dass im entsprechenden Zins in der 

Regel auch ein für die Amortisation des Autos gedachter Anteil enthalten ist, die 

entsprechenden Kosten berücksichtigt werden (vgl. BGE 140 III 337 E. 5.2).  

- 45 - 

 Was vom Arbeitgeber für ein Fahrzeug ausgerichtete Spesen betrifft, so 

sind diese dann nicht als Einkommen zu berücksichtigen, wenn damit glaubhaft 

gemachte reale Auslagen des Arbeitnehmers ersetzt werden. Ist dies nicht der 

Fall – etwa bei pauschalen Repräsentationsspesen – so sind sie beim Einkom-

men als Lohnbestandteil anzurechnen (BGer 5A_627/2019 vom 9. April 2020 

E.3.3; FamKomm Scheidung-Maier/Vetterli, 4. Aufl. 2022, ZGB 176 N 32a).  

6.1.5. Gemäss der Lohnabrechnung Januar 2022 erhält der Berufungsbeklagte 

nebst seinem regulären Gehalt auch Fr. 600.– Pauschalspesen für sein Fahrzeug 

ausbezahlt (act. 6/28/7), was er auch selbst im erstinstanzlichen Verfahren so gel-

tend machte (vgl. act. 6/35 Rz 15 f.; Prot. VI S. 19). Für das Vorbringen des Beru-

fungsbeklagten vor Vorinstanz, er werde in Zukunft ein Geschäftsauto erhalten, 

weshalb ihm keine Spesen mehr ausbezahlt würden und ein Abzug für Privatfahr-

ten in der Lohnabrechnung vorgenommen werde (vgl. act. 6/35 Rz 16 und 32; 

act. 6/38 Rz 3), liegen keinerlei Belege vor; insbesondere geht dies auch nicht 

aus dem Arbeitsvertrag vom 29. Dezember 2021 hervor (vgl. act. 6/36/3 Ziff. 1). 

Es trifft allerdings zu, dass gemäss diesem Arbeitsvertrag Spesen nach effekti-

vem Aufwand entschädigt werden sollten, und zwar – entgegen den Behauptun-

gen des Berufungsbeklagten vor Vorinstanz (vgl. Prot. VI S. 14) – nicht nur aus-

serhalb eines Einsatzradiusses von 50 Kilometern, bezieht sich der entsprechen-

de Zusatz doch lediglich auf die Verpflegungsspesen (act. 6/36/3 Ziff. 10). Wird 

der Mietvertrag vom 30. Dezember 2021 über das Fahrzeug des Berufungsbe-

klagten betrachtet, so geht daraus zwar nicht mit abschliessender Klarheit hervor, 

dass der Berufungsbeklagte lediglich die Auslagen für das Benzin selbst zu tra-

gen hat und die übrigen mit einem Auto verbundenen Kosten mit dem Mietzins 

abgegolten sind. Allerdings bestehen zumindest im Rahmen des vorliegenden 

Verfahrens über vorsorgliche Massnahmen, in welchem Behauptungen lediglich 

glaubhaft zu machen sind, genügend konkrete Hinweise dafür, dass dem tatsäch-

lich so ist (vgl. act. 6/36/5, insb. § 5 und § 7.1-2). Der Berufungsbeklagte setzte 

dem auch weder vor Vorinstanz noch im Berufungsverfahren etwas entgegen 

(vgl. act. 6/1, act. 6/35, act. 6/38 und act. 10). Im Übrigen geht aus dem Arbeits-

vertrag vom 29. Dezember 2021 hervor, dass der Berufungsbeklagte auf ein Auto 

- 46 - 

angewiesen ist (vgl. act. 6/36/3 Ziff. 1), weshalb die Vorinstanz korrekt annahm, 

seinem Fahrzeug komme Kompetenzcharakter zu. 

6.1.6. Grundsätzlich verfängt das Argument des Berufungsbeklagten nicht, er 

könne aufgrund der vorliegenden speziellen Umstände – laufendes Verfahren 

aufgrund Betrugs am Arbeitsplatz, bei Arbeitsbeginn erst kürzliche Entlassung 

aus der Untersuchungshaft und Arbeitsunterbruch von mehr als zwei Jahren (vgl. 

act. 10 Rz 13) – keine Forderungen an seine Arbeitgeberin stellen. Aufgrund sei-

ner familienrechtlichen Unterstützungspflichten ist der Berufungsbeklagte unge-

achtet dieser Situation gehalten, ihm gemäss arbeitsvertraglicher Regelung zuste-

hende Entschädigungen geltend zu machen bzw. dürfen ihm solche Beträge ent-

gegen seinen Ausführungen grundsätzlich angerechnet werden. Das bedeutet, 

dass davon ausgegangen werden dürfte, die Arbeitgeberin des Berufungsbeklag-

ten entschädige ihm die für geschäftliche Fahrten entstehenden vollen Kosten. 

Nicht gefolgt werden kann allerdings der Berufungsklägerin bei der Berechnung 

der entsprechenden Entschädigung. Dass eine solche nach einer Kilometerpau-

schale ermittelt würde, geht nirgends hervor, vielmehr sind gemäss Arbeitsvertrag 

die effektiven Kosten relevant. Damit wäre vorliegend zu berücksichtigen, dass 

der Berufungsbeklagte die Betriebskosten seines Autos über den Mietzins von 

Fr. 500.– bezahlt. Da er dieses nicht nur für Geschäftsfahrten, sondern auch pri-

vat und für den Arbeitsweg nutzt, ist der auf die Geschäftsfahrten entfallende An-

teil zu ermitteln, da die Arbeitgeberin nur für diesen Ersatz leisten muss. Ausge-

hend vom Fahrtenbuch des Berufungsbeklagten für die Monate Januar bis März 

2022 legte er geschäftlich 3'784 Kilometer und für den Arbeitsweg 10'944 Kilome-

ter zurück (act. 6/36/7; vgl. auch act. 2 S. 14). Das ergibt im Durchschnitt monat-

lich rund 1'260 Kilometer Geschäftsfahrten und 3'650 Kilometer für den Arbeits-

weg. Da die für rein private Fahrten gefahrenen Kilometer nicht bekannt sind und 

auch nicht davon auszugehen ist, dass sie im Verhältnis zu den arbeitsbedingten 

Fahrten gross ins Gewicht fallen, kann im Rahmen des vorliegenden Verfahrens 

über vorsorgliche Massnahmen von den erwähnten Zahlen ausgegangen werden. 

Die reinen Geschäftsfahrten zu Kunden machen folglich rund 25 % aller Fahrten 

aus (1'260 / [1'260 + 3'650]). Entsprechend wäre von einer Spesenentschädigung 

dafür von Fr. 125.– auszugehen (Fr. 500.– / 4). Weiter müsste die Arbeitgeberin 

- 47 - 

dem Berufungsbeklagten die zusätzlich anfallenden Benzinkosten für die ge-

schäftlich bedingten Fahrten erset