# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 144b2c1e-9312-51a4-a97c-2a980343c891
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-23
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 23.11.2022 SK 2021 432
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2021-432_2022-11-23.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 21 432

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 23. November 2022 

Besetzung Oberrichter Zbinden (Präsident i.V.), Oberrichter Gerber, 
Oberrichter Vicari
Gerichtsschreiberin López

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Fürsprecher B.________

Beschuldigter/Berufungsführer 1

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern
vertreten durch v.d. Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte, 
Staatsanwaltschaft Sigrist, AG.________ 12, ________  

Anschlussberufungsführerin

und

C.________ (AG)
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. D.________

Straf- und Zivilklägerin/Berufungsführerin 2

und

E.________
vertreten durch Fürsprecher F.________

Beschwerte Drittperson 1/Berufungsführerin 3

und

G.________ (GmbH)
vertreten durch Fürsprecher F.________

2

Beschwerte Drittperson 2

und

H.________
vertreten durch Rechtsanwalt I.________

Beschwerte Drittperson 3

Gegenstand qualifizierte Veruntreuung, qualifizierte ungetreue Geschäftsbe-
sorgung, Urkundenfälschung, etc. Berufung gegen das Urteil des 
Wirtschaftsstrafgerichts  (Kollegialgericht) vom 19. Juli 2021 
(WSG 19 31)

3

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Kantonale Wirtschaftsstrafgericht (Kollegialgericht in Dreierbesetzung; nach-
folgend: Vorinstanz) fällte am 19. Juli 2021 folgendes Urteil (pag. 18 793 ff.; Her-
vorhebungen im Original): 

I.

A.________, vgt., wird freigesprochen

1. vom Vorwurf der qualifizierten Veruntreuung, angeblich begangen in der Zeit vom 01.12.2006 
bis am 31.03.2011 in Bern und anderswo zum Nachteil der C.________ (AG) im Deliktsbetrag von 
CHF 46‘900.00 (Ziff. 1.1 der Anklageschrift);

2. vom Vorwurf der qualifizierten Veruntreuung, angeblich begangen in der Zeit vom 14.05.2012 
bis am 10.10.2013 in Bern und anderswo zum Nachteil der C.________ (AG) im Deliktsbetrag von 
CHF 24‘840.00 (Ziff. 1.3 der Anklageschrift);

3. vom Vorwurf der Veruntreuung, angeblich begangen vom 08.05.2009 bis am 30.06.2009 in Bern 
zum Nachteil der L.________(GmbH) im Deliktsbetrag von CHF 40‘000.00 (Ziff. 2. der Anklage-
schrift);

4. vom Vorwurf der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung, angeblich begangen in der 
Zeit vom 18.03.2009 bis 29.05.2009 in Bern zum Nachteil der L.________(GmbH) im Deliktsbe-
trag von CHF 198‘000.00 (Ziff. 3.3 der Anklageschrift);

5. vom Vorwurf der Urkundenfälschung, angeblich mehrfach begangen vom 01.01.2007 bis am 
31.12.2009 in Bern und anderswo (Ziff. 4. der Anklageschrift);

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten von CHF 10'836.60 an den Kanton Bern 
und unter Ausrichtung einer anteilsmässigen Entschädigung an A.________, vgt., von CHF 
12'434.35 (inkl. MWST und Auslagen) für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte be-
treffend die Ziff. 1.1., Ziff. 1.3., Ziff. 2. und Ziff. 3.3. der Anklageschrift (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO). Die 
Entschädigung wird direkt an Fürsprecher B.________, vgt., ausbezahlt.

II.

A.________, vgt., wird schuldig erklärt:

1. der qualifizierten Veruntreuung, begangen am 26.03.2010 in X.________ zum Nachteil von 
W.________ im Deliktsbetrag von CHF 1‘250.00 (Ziff. 1.2. der Anklageschrift);

2. der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung, mehrfach begangen in Bern zum Nachteil 
der L.________(GmbH)

2.1. zwischen dem 30.05.2008 und dem 29.06.2009 im Deliktsbetrag von CHF 380‘000.00 (Ziff. 
3.1 der Anklageschrift);

2.2. am 08.05.2009 im Deliktsbetrag von CHF 50‘000.00 (Ziff. 3.2 der Anklageschrift);

2.3. zwischen dem 01.04.2010 und dem 12.05.2010 im Deliktsbetrag von CHF 90‘000.00 (Ziff. 
3.4 der Anklageschrift);

4

3. des Pfändungsbetrugs, begangen am 04.02.2013 zum Nachteil der Steuerverwaltung des Kan-
tons Bern und der Y.________(AG) in der Höhe von ca. CHF 500‘000.00 (Ziff. 5. der Anklage-
schrift);

und er wird in Anwendung der 
Art. 29, 34, 40, 42 Abs. 1, 44 Abs. 1, 47, 49 Abs. 1, 51, 138 Ziff. 2, 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 und 163 
Ziff. 1 StGB;
sowie 
Art. 422 und 426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten. 

Die ausgestandene Polizeihaft von einem Tag wird an die Freiheitsstrafe angerechnet.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je CHF 80.00, ausmachend total CHF 1'200.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

3. Zur Bezahlung einer Ersatzforderung von CHF 110'000.00 an den Kanton Bern (Art. 71 StGB). 

4. Zur Bezahlung der auf die Schuldsprüche entfallenden Verfahrenskosten, ausmachend 
CHF 22'506.80. 

[Zusammensetzung der Gebühren und Auslagen]

III.

[amtliche Entschädigung]

IV.

1. Die Zivilklage der Privatklägerin C.________ (AG), vgt., wird abgewiesen.

2. Für die Beurteilung der Zivilklage werden keine Verfahrenskosten ausgeschieden.

V.

Weiter wird verfügt: 

1. Die sich auf dem BC.________ IBAN ________, lautend auf A.________, befindlichen Vermö-
genswerte werden eingezogen (Art. 70 Abs. 1 StGB).

2. Im Hinblick auf die Durchsetzung der Ersatzforderung bleibt die Beschlagnahme des Überschus-
ses des Liquidationsergebnisses aus dem Verkauf der Liegenschaft N.________  in Z.________ 
im Umfang von CHF 110‘000.00 aufrechterhalten, bis im Zwangsvollstreckungsverfahren gegen 
A.________ gemäss SchKG über die Sicherungsmassnahmen entschieden wurde, längstens je-
doch für die Dauer von zwei Jahren ab Rechtskraft des Urteils. Die restlichen CHF 47‘929.15 wer-
den an H.________ herausgegeben.

3. Die Beschlagnahme der Forderungen des Darlehensgebers A.________ gegenüber dem Darle-
hensnehmer H.________ aus dem Darlehensvertrag vom 18.02.2009 wird aufgehoben.

4. Das beschlagnahmte Bargeld in der Höhe von CHF 1'370.00 (Ass.-Nr. 103) wird zur Deckung der 
Verfahrenskosten eingezogen (Art. 268 i.V.m. Art. 442 Abs. 4 StPO).

5

5. Die Beschlagnahme der Bargelder in der Höhe von CHF 140.00 (Ass.-Nr. 102), CHF 14'400.00 
(Ass.-Nr. 105), CHF 5'200.00 (Ass.-Nr. 106) und CHF 970.00 (Ass.-Nr. 107) im Gesamtbetrag von 
CHF 20‘710.00 wird aufgehoben und die entsprechenden Bargeldbeträge der G.________ 
(GmbH) herausgegeben.

6. Der G.________ (GmbH) wird vom Kanton Bern eine Entschädigung von total CHF 3'660.40 (in-
kl. MWST und Auslagen) für die anwaltliche Vertretung durch Fürsprecher F.________ ausgerich-
tet.

7. Sämtliche beschlagnahmten Unterlagen gemäss Ziff. 1.4.1. der Anklageschrift verbleiben als Be-
weismittel bei den Akten.

8. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten von A.________, vgt., (PCN-Nr. ________) 
nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über 
die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten). 

[Eröffnungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil des Kantonalen Wirtschaftsstrafgerichts (nachfolgend: Vorin-
stanz) meldeten am 23. Juli 2021 Fürsprecher B.________ namens und im Auftrag 
von A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) und am 28. Juli 2021 Rechtsanwalt 
AA.________ namens und im Auftrag der C.________ (AG) (nachfolgend: Privat-
klägerin oder C.________ (AG)) fristgerecht Berufung an (pag. 18 814; 18 817). 
Ebenfalls fristgerecht Berufung meldete E.________ (nachfolgend: beschwerte 
Drittperson 1 oder E.________), vertreten durch Fürsprecher F.________, am 28. 
Juli 2021 (pag. 18 820) an. Die Kantonale Staatsanwaltschaft meldete im Weiteren 
am 2. August 2021 (pag. 18 823) zu den Berufungen des Beschuldigten, der Pri-
vatklägerin und der beschwerten Drittperson 1 Anschlussberufung an.
Mit Verfügung vom 22. September 2021 wurde den Parteien die schriftliche Urteils-
begründung zugestellt (pag. 18 978 f.).
Am 11. Oktober 2021 reichte Rechtsanwalt AA.________ namens und im Auftrag 
der Privatklägerin fristgerecht seine Berufungserklärung ein (pag. 18 998 ff.). Hier-
bei verlangte er die Aufhebung des Urteils der Vorinstanz in den Ziffern I. 1. (Frei-
spruch vom Vorwurf der qualifizierten Veruntreuung), I. 2. (Freispruch vom Vorwurf 
der qualifizierten Veruntreuung) und IV. 1. (Abweisung der Zivilklage). Der Be-
schuldigte, vertreten durch Fürsprecher B.________, reichte seine Berufungser-
klärung form- und fristgerecht am 12. Oktober 2021 ein (pag. 19 001 ff.). Dabei ver-
langte er die vollumfängliche Aufhebung der Ziffern II. (alle Schuldsprüche), V. 1. 
(Einziehung der Vermögenswerte), V. 2. (Beschlagnahme und Herausgabe von 
Vermögenswerten) und V. 4. (Beschlagnahme von Bargeld). Die beschwerte Dritt-
person 1, vertreten durch Fürsprecher F.________, reichte ihre Berufungserklärung 
mit Eingabe vom 13. Oktober 2021 ebenfalls form- und fristgerecht ein (pag. 19 
004). Sie verlangte die Aufhebung der Kontosperre gemäss Ziff. V. 1. des erstin-
stanzlichen Urteils. Am 25. Oktober 2021 reichte die Generalstaatsanwaltschaft, 
ebenfalls form- und fristgerecht, ihre Anschlussberufungserklärung ein (pag. 19 013 
ff.). Sie beantragte die Bestätigung des Freispruchs von Ziff. 4. der Anklageschrift 
bzw. Ziff. I. 5. des Urteilsdispositivs (Freispruch vom Vorwurf der Urkundenfäl-

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schung), die Bestätigung der erstinstanzlichen Schuldsprüche (Ziff. II.), Schuld-
sprüche betreffend Ziff. I. 2. (qualifizierte Veruntreuung), I. 3. (Veruntreuung), I. 4. 
(qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung) sowie die Verurteilung zu einer höhe-
ren Strafe (Ziff. II. 1.). 
Mit Verfügung vom 10. Januar 2022 stellte die Kammer fest, dass sich die Parteien 
innert Frist nicht zur Anschlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft geäussert 
haben (pag. 19 032). Fürsprecher F.________ als Vertreter der beschwerten Dritt-
person 1 wurde Frist angesetzt, zur weiteren Beteiligung am Berufungsverfahren 
und zur Teilnahme an der Berufungsverhandlung Stellung zu nehmen. Auch Hin-
sichtlich der Vertretung der beschwerten Drittperson 2 wurde dem Vorgenannten 
Frist angesetzt, sich zu Ziff. 7. und 8. der Anschlussberufung der Generalstaatsan-
waltschaft zu äussern und mitzuteilen, ob die Teilnahme an der Berufungsverhand-
lung erwünscht ist. Auch Rechtsanwalt I.________, Vertreter der beschwerten 
Drittperson 3, wurde Frist angesetzt, zu Ziff. 6. der Anschlussberufung der Gene-
ralstaatsanwaltschaft Stellung zu nehmen.
Mit Eingabe vom 31. Januar 2022 teilte Rechtsanwalt I.________, Vertretung der 
beschwerten Drittperson 3, mit, dass der Antrag Ziff. 6. der Anschlussberufung der 
Generalstaatsanwaltschaft vom 25. Oktober 2021 abzuweisen und dass die Teil-
nahme an der Berufungsverhandlung erwünscht sei (pag. 19 037).
Fürsprecher F.________ teilte am 14. Februar 2022 mit, dass seine Mandantin, die 
beschwerte Drittperson 1, am oberinstanzlichen Verfahren nicht teilnehmen werde, 
sie jedoch weiterhin an ihren Anträgen festhalte (pag. 19 047). Fürsprecher 
F.________ teilte zudem mit Eingabe vom 28. Februar 2022 mit, dass seine weite-
re Mandantin, die beschwerte Drittperson 2, im Hinblick auf die Anschlussberufung 
der Generalstaatsanwaltschaft die Anträge stelle, dass das beschlagnahmte Bar-
geld in der Höhe von CHF 1'370.00 zur Deckung der Verfahrenskosten einzuzie-
hen sei (Ass.Nr. 103) und die Beschlagnahme der Bargelder in der Höhe von CHF 
140.00 (Ass. Nr. 102), CHF 14'400.00 (Ass. Nr. 105), CHF 5'200.00 (Ass. Nr. 106) 
und CHF 970.00 (Ass. Nr. 1077) im Gesamtbetrag von CHF 20'710.00 aufzuheben 
und die Bargeldbeträge der G.________ (GmbH) herauszugeben seien (pag. 19 
056).

Die oberinstanzliche Berufungsverhandlung fand vom 21. – 23. November 2021 
statt.

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Berufungsverhandlung wurden von Amtes we-
gen ein aktueller Strafregisterauszug (datierend vom 20. Oktober 2022; pag. 19 
093) sowie ein aktueller Leumundsbericht inkl. Bericht über die aktuellen Verhält-
nisse (datierend vom 17. Oktober 2022; pag. 19 087 ff.) über den Beschuldigten 
eingeholt.

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Schliesslich wurden der Beschuldigte sowie das Organ der Privatklägerin 
(U.________ ________) ergänzend befragt. 

Den beschwerten Drittpersonen 1, 2 und 3 wurde das persönliche Erscheinen an-
lässlich der Berufungsverhandlung freigestellt (pag. 19 060).

Im Weiteren wurde der aktuelle Kontostand des BC.________-Kontos, 
IBAN ________, lautend auf den Beschuldigten, erhoben (pag. 19 085 f.).

3.1 Anträge der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte anlässlich der Berufungsverhandlung 
Folgendes (pag. 19 134 ff.; Hervorhebungen im Original):

I.

A.________ sei freizusprechen vom Vorwurf der der Urkundenfälschung, angeblich mehrfach be-
gangen in der Zeit von 01.01.2007 bis 31.12.2009 (Ziff. 1.4 Anklageschrift), ohne Ausscheidung von 
Verfahrenskosten und ohne Ausrichtung einer Entschädigung.

II.

A.________ sei schuldig zu erklären: 

1. der qualifizierten Veruntreuung, mehrfach begangen 
1.1. in der Zeit von 01.12.2006 bis 31.03.2011 in Bern zum Nachteil von C.________ (AG),
1.2. am 26.03.2010 in Bern zum Nachteil von W.________, 
1.3. in der Zeit von 14.05.2012 bis 10.10.2013 in Bern zum Nachteil von C.________ (AG);

2. der Veruntreuung, begangen in der Zeit von 24.01.2011 bis 02.02.2011 zum Nachteil von 
L.________ (GmbH) (in Liquidation);

3. der ungetreuen Geschäftsbesorgung in Bereicherungsabsicht, mehrfach begangen in Bern 
zum Nachteil von L.________(GmbH) (in Liquidation), nämlich
3.1. in der Zeit von 29.05.2008 bis 30.06.2009, 
3.2. in der Zeit von 08.05.2009 bis 30.06.2009, 
3.3. in der Zeit von 18.03.2009 bis 29.05.2009, 
3.4. in der Zeit von 31.03.2010 bis 12.05.2010;

4. des Pfändungsbetrugs, begangen am 04.02.2013 in Bern;

und er sei in Anwendung von 
29, 40, 47, 49 Abs. 1, 51, 138 Ziff. 1 und 2, 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 3, 163 Ziff. 1 StGB, 
Art. 422, 426 Abs. 1 und 2, 428 Abs. 1, 430 Abs. 1 Bst. a StPO

zu verurteilen;
1. zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten, unter Anrechnung der ausgestandenen 

Polizeihaft von 1 Tag; 
2. zur Bezahlung der vollumfänglichen erstinstanzlichen Verfahrenskosten;
3. zur Bezahlung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine Gebühr von CHF 1500.00 

gemäss Art. 21 VKD); 
4. zur Bezahlung eines Betrages von CHF 129’250.00 als Ersatzforderung.

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III.

Im Weiteren sei zu verfügen: 
1. Die als Beweismittel beschlagnahmten Gegenstände und Unterlagen (gemäss Ziff. 11./1.4.1 An-

klageschrift) seien bei den Akten zu belassen. 
2. Das beschlagnahmte Bargeld in der Höhe von CHF 140.00 (Ass.-Nr. 102), CHF 1370.00 (Ass.-

Nr. 103), CHF 5200.00 (Ass.-Nr. 106) und CHF 970.00 (Ass.-Nr. 107), insgesamt ausmachend 
CHF 7680.00, sei zur Deckung der Verfahrenskosten einzuziehen (Art. 268 i.V.m. Art. 442 Abs. 4 
StPO). 

3. Die Beschlagnahme des Bargelds in der Höhe von CHF 14400.00 (Ass.-Nr. 105) sei aufzuheben 
und der entsprechende Betrag sei der G.________ (GmbH) herauszugeben. 

4. Das aktuelle Guthaben des von der BC.________ für A.________ geführten Kontos IBAN 
________ sei vollumfänglich einzuziehen (Art. 70 Abs. 1 StGB). 

5. Im Hinblick auf die Durchsetzung der Ersatzforderung sei die Beschlagnahme der Forderungen 
aus dem Darlehensvertrag vom 18.02.2009 sowie die Beschlagnahme des Überschusses des Li-
quidationsergebnisses aus dem Verkauf der Liegenschaft N.________ 2 in Z.________ im Um-
fang von CHF 129250.00 aufrecht zu erhalten, bis im Zwangsvollstreckungsverfahren gegen 
A.________ gemäss SchKG über die Sicherungsmassnahmen entschieden wurde, längstens je-
doch für die Dauer von zwei Jahren ab Rechtskraft des Urteils. 
Der überschiessende Betrag aus dem Liquidationsergebnis in der Höhe von CHF 28'679.15 sei 
H.________ herauszugeben.

6. Der G.________ (GmbH) sei für die anwaltliche Vertretung durch Fürsprecher F.________ vor 
erster Instanz ein Anteil von 2/3 des geltend gemachten Aufwands, ausmachend CHF 2440.25 
(inkl. MWST und Auslagen), als Entschädigung auszurichten. 

7. Das Honorar von Fürsprecher B.________ für die amtliche Verteidigung von A.________ und die 
damit einhergehenden Rück- und Nachzahlungspflichten seien gerichtlich zu bestimmen. 

8. Es seien durch das Gericht die notwendigen Verfügungen im Hinblick auf die Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist zu treffen.

3.2 Anträge der Privatklägerschaft

Die Privatklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt AA.________, stellte anlässlich 
der Berufungsverhandlung folgende Anträge (pag. 19 125): 

1. Der Beschuldigte sei der qualifizierten Veruntreuung gemäss AKS 1.1 und 1.3 schuldig zu spre-
chen.

2. Die Zivilklage der Privatklägerin sei im beantragten Umfang von CHF 71'740.00 zuzüglich Zins zu 
5% seit mittlerem Verfall gutzuheissen.

3. Die eingezogenen Vermögenswerte seien bis zur Höhe der Zivilforderung der Privatklägerin als 
Geschädigte zu überweisen.

4. Abweichende Anträge des Beschuldigten und der anderen Parteien seien abzuweisen.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschuldigten. Die Anwaltsentschädigung 

sei nach Ermessen des Gerichts festzulegen.

3.3 Anträge der beschwerten Drittperson 1

Die beschwerte Drittperson 1 (E.________), vertreten durch Fürsprecher 
F.________, stellte im Rahmen der Berufungsverhandlung bzw. der Berufungser-
klärung folgende Anträge (pag. 19 005, 19 127; Hervorhebungen im Original):

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1. Anfechtungsumfang
Das Urteil des Kantonalen Wirtschaftsstrafgerichts vom 19. Juli 2021 wird in folgendem Teil an-
gefochten:
- Ziff. V.1. des Urteilsdispositivs (Einziehung der sich auf dem BC.________-Konto IBAN 

________, lautend auf A.________, befindlichen Vermögenswerte)
2. Abänderungsanträge

Die Kontosperre betreffend das Konto IBAN ________ bei der BC.________, lautend auf 
A.________, gemäss Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 12. Februar 2019 (pag. 07 741 001 
ff.) sei aufzuheben,
- unter Auferlegung der sämtlichen diesbezüglichen Verfahrenskosten an den Kanton Bern 

und
- unter Ausrichtung einer Entschädigung für die anwaltliche Vertretung von Frau E.________ 

gemäss der bei der Vorinstanz eingereichten bzw. noch einzureichenden Honorarnote.

3.4 Anträge der beschwerten Drittperson 2

Die beschwerte Drittperson 2 (G.________ (GmbH)), vertreten durch Fürsprecher 
F.________, stellte im Rahmen der Berufungsverhandlung bzw. der Berufungser-
klärung den Antrag, dass der erstinstanzliche Entscheid betreffend die G.________ 
(GmbH) zu bestätigten sei (pag. 19 127).

3.5. Anträge des Beschuldigten

Der Beschuldigte, vertreten durch Fürsprecher B.________, stellte in der Beru-
fungsverhandlung bzw. im Rahmen seiner Berufungserklärung folgende Anträge 
(pag. 19 002, 19 129):

1. Ziffer III. und die Ziffern V.1, 2 und 4 des Urteils des Kantonalen Wirtschaftsstrafgerichts vom 19. 
Juli 2021 seien vollumfänglich aufzuheben.

2. Der Beschuldigte sei von den Vorwürfen der qualifizierten Veruntreuung, angeblich begangen 
am 26.03.2010 in X.________ zum Nachteil von W.________ im Deliktsbetrag von CHF 
1'250.00 (Ziff. 1.2. der Anklageschrift), der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung, an-
geblich mehrfach begangen in Bern zum Nachteil der L.________(GmbH) zwischen dem 
30.05.2008 und dem 29.06.2009 im Deliktsbetrag von CHF 380'000.00 (Ziff. 3.1 der Anklage-
schrift), am 08.05.2009 im Deliktsbetrag von CHF 50'000.00 (Ziff. 3.2 der Anklageschrift) und 
zwischen dem 01.04.2010 und dem 12.05.2010 im Deliktsbetrag von CHF 90'000.00 (Ziff. 3.4 
der Anklageschrift) sowie des Pfändungsbetrugs, angeblich begangen am 04.02.2013 zum 
Nachteil der Steuerverwaltung des Kantons Bern und der Y.________(AG) in der Höhe von ca. 
CHF 500'000.00 (Ziff. 5 der Anklageschrift) freizusprechen.

3. Die sich auf dem BC.________ des Beschuldigten befindlichen Vermögenswerte sowie das be-
schlagnahmte Bargeld in der Höhe von CFH 1'370.00 seien freizugeben und die Beschlagnah-
me des Überschusses des Liquidationsergebnisses aus dem Verkauf der Liegenschaft, 
Z.________, sei aufzugeben.

4. Die Verfahrenskosten seien dem Staat aufzuerlegen.
5. Es sei dem Beschuldigten eine angemessene Entschädigung für die ihm entstandenen Anwalts-

kosten im Berufungsverfahren sowie in Abänderung der Ziff. III des Urteils des Kantonalen Wirt-
schaftsstrafgerichts vom 19. Juli 2021 in Bezug auf die angefochtenen Punkte auch diejenigen 
vor der Vorinstanz zuzusprechen.

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3.6. Anträge der weiteren beschwerten Drittpersonen 3

Rechtsanwalt I.________ beantragte namens und im Auftrag der beschwerten 
Drittperson 3 (H.________) Folgendes (pag. 19 130): 
1. Auf das geänderte Begehren der Staatsanwaltschaft gemäss Ziff. III. 5 sei nicht einzutreten.
2. Ziff. V. 11 und 12 des vorinstanzlichen Urteils seien zu bestätigen und H.________ sei ein Betrag 

von CHF 47'929.15 herauszugeben.
3. Eventualiter sei ein Betrag von CHF 38'635.70 an H.________ herauszugeben.                     Un-

ter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Kantons Bern.

3.7. Zulässigkeit Abänderung der Anträge durch die Generalstaatsanwaltschaft und der 
Privatklägerschaft an der Berufungsverhandlung 

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte anlässlich ihrer Berufungserklärung vom 
25. Oktober 2021: «A.________ sei schuldig zu erklären wie in erster Instanz.» 
(pag. 19 014). Im Rahmen der Berufungsverhandlung verlangte die Generalstaats-
anwaltschaft demgegenüber «Schuldsprüche gemäss Anklageschrift» (pag. 19 134 
ff.). Diese beiden Anträge weichen insofern voneinander ab, als dass die Deliktsbe-
träge gemäss erstinstanzlichem Urteilsdispositiv in Ziff. II. 2.1., 2.3. 5. gegenüber 
denjenigen in der Anklageschrift geringer ausfallen.

Im Weiteren beantragte die Generalstaatsanwaltschaft in ihrer Berufungserklärung 
die Einziehung des Nettoerlöses aus dem freihändigen Verkauf der Liegenschaft 
N.________, Z.________ von CHF 149'596.55 (pag. 19 014). Im Rahmen der Be-
rufungsverhandlung beantragte sie demgegenüber, dass der Überschuss aus dem 
vorgenannten Verkauf im Umfang von CHF 129'250.00 zur Durchsetzung der Er-
satzforderung zu beschlagnahmen sei. Im Weiteren verlangte sie die Hochrech-
nung eines Darlehenszinses von 3.5% rückwirkend für die letzten fünf Jahre (pag. 
19 135).

Die Privatklägerschaft bzw. Rechtsanwalt AA.________ beantragte in seinem obe-
rinstanzlichen Parteivortrag, dass die eingezogenen Vermögenswerte bis zur Höhe 
der Zivilforderung der Privatklägerin als Geschädigte zu überweisen seien (pag. 19 
125). Ein derartiger Antrag war seiner Stellungnahme zu den Berufungserklärun-
gen noch nicht zu entnehmen (pag. 19 037).

Die Partei, die Berufung angemeldet hat, reicht dem Berufungsgericht innert 20 
Tagen seit der Zustellung eine schriftliche Berufungserklärung ein, in welcher sie 
anzugeben hat, ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht, welche 
Abänderungen sie verlangt und welche Beweisanträge sie stellt (Art. 399 Abs. 3 
der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]). Wer nur Teile des 
Urteils anficht, hat in der Berufungserklärung verbindlich anzugeben, auf welche 
der folgenden Teile sich die Berufung beschränkt: den Schuldpunkt, die Bemes-
sung der Strafe, die Anordnung von Massnahmen, den Zivilanspruch, die Neben-
folgen des Urteils, die Kosten- und Entschädigungsfolgen oder die nachträglichen 
richterlichen Entscheidungen (Art. 399 Abs. 4 StPO). Diese Aufzählung ist absch-
liessend. Der Gegenstand der Berufung wird damit definitiv festgelegt. Nach Ablauf 
der Rechtsmittelfrist kann der Umfang der Anfechtung nicht mehr ausgedehnt, aber 
eingeschränkt werden. Die Möglichkeit der Beschränkung der Berufung ist aus pro-

11

zessökonomischen Gründen, aber auch aus der Überlegung heraus, dass eine 
Partei, wenn sie ganz auf die Ergreifung eines Rechtsmittels verzichten kann, auch 
teilweise darauf verzichten können muss, begründet (BSK StPO-EUGSTER, 2. Aufl. 
2014, Art. 399 N 6).

Indem die Generalstaatsanwaltschaft im Rahmen der Berufungsverhandlung 
Schuldsprüche gemäss Anklageschrift, in ihrer Berufungserklärung aber lediglich 
Schuldsprüche gemäss erstinstanzlichem Urteilsdispositiv und damit die Verurtei-
lung zu geringeren Deliktsbeträgen verlangte, erweiterte sie damit den durch ihre 
Berufungserklärung bereits festgesetzten Prozessgegenstand in unzulässiger Wei-
se. Demnach stützt sich die Kammer auf den Antrag der Generalstaatsanwaltschaft 
gemäss ihrer Berufungserklärung bzw. den Antrag zur Verurteilung des Beschul-
digten «wie in erster Instanz» ab.

Demgegenüber erachtet die Kammer den Antrag auf Beschlagnahmung des Liqui-
dationsüberschusses aus dem Verkauf der Liegenschaft in Z.________ anstatt auf 
Einziehung als keine unzulässige Erweiterung des durch die Berufungserklärung 
festgesetzten Prozessgegenstandes. Dies deshalb, da es letztlich immer um das-
selbe Objekt geht und die Beschlagnahme weniger schwer wiegt als die Einzie-
hung. Hinsichtlich des Antrags auf Hochrechnung eines Darlehenszinses wird auf 
das Kapitel der Verfügungen verwiesen (Ziff. VI. 22.6. dieser Urteilsbegründung). 
Demnach ist auf den an der Berufungsverhandlung gestellten Antrag auf Be-
schlagnahmung zur Sicherung der Deckung der Ersatzforderung abzustellen.

Die Frage der Zulässigkeit der Abänderung bzw. Erweiterung der Anträge von 
Rechtsanwalt AA.________ an der Berufungsverhandlung kann – mit Verweis auf 
die nachfolgende Begründung (Ziff. IV. 22.4. ff. dieser Urteilsbegründung) – offen-
gelassen werden. 

4. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfas-
send resp. verfügt über volle Kognition (Art. 398 Abs. 1 StPO).

Verfahrensgegenstand bilden vorliegend aufgrund der Berufung des Beschuldigten, 
der Privatklägerin, der beschwerten Drittperson 1 und der Anschlussberufung der 
Generalstaatsanwaltschaft folgende Ziffern des erstinstanzlichen Urteils: Ziff. I. 1. – 
I. 4., Ziff. II. (Schuldsprüche und Strafe), Ziff. IV. (Zivilpunkt)  und Ziff. V. 1., V. 2., V. 
4. – V. 6. (Einzug BC.________, Umfang der Beschlagnahme Verkaufserlös 
Z.________, Einzug/Herausgabe der beschlagnahmten Bargeldbeträge sowie Ent-
schädigungsumfang Fürsprecher F.________).

Unabhängig von einer spezifizierten Anfechtung sind auch die Kosten- und Ent-
schädigungsfragen offen, wobei aber auf die Höhe des amtlichen Honorars für die 
Verteidigung des Beschuldigten in erster Instanz nur zurückzukommen ist, sofern 
die Vorinstanz das ihr bei der Honorarfestsetzung zustehende Ermessen in unhalt-
barer Weise ausgeübt haben sollte (Urteile des Bundesgerichts 6B_349/2016 vom 
13. Dezember 2016, E. 2.4.2 und 6B_769/2016 vom 11. Januar 2017, E. 2.3). Auch 
die Verfügung betreffend die biometrisch erkennungsdienstlichen Daten erwächst 

12

nach der Praxis nicht in Rechtskraft, sodass die Kammer auch darüber neu zu be-
finden hat (Ziff. V. 8.).

In Rechtskraft erwachsen und von der Kammer nicht mehr zu überprüfen sind 
demgegenüber Ziff. I. 5. (Freispruch vom Vorwurf der Urkundenfälschung; der An-
trag der  Generalstaatsanwaltschaft hat diesbezüglich keine selbständige Bedeu-
tung bzw. geht letztlich auf die Bestätigung des vorinstanzlichen Freispruchs [an-
ders hingegen die damit gekoppelte Regelung der anteiligen Verfahrenskosten, vgl. 
hierzu Ziff. VII. dieser Urteilsbegründung]) sowie die Verfügungen gemäss Ziff. V. 
3. und V. 7. (Aufhebung der Beschlagnahme der Darlehensforderung zwischen den 
Brüdern A.________; beschlagnahmte Unterlagen bleiben bei den Akten).

Aufgrund der (fast vollumfänglichen) Anschlussberufung der Generalstaatsanwalt-
schaft darf das erstinstanzliche Urteil auch zum Nachteil des Beschuldigten abge-
ändert werden (Art. 391 Abs. 2 StPO).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

5. Vorbemerkung zur Vorgehensweise der Vorinstanz

Die Vorinstanz stellte die objektiven und subjektiven Beweismittel, beginnend mit 
dem Beweismaterial hinsichtlich der allgemeinen Situation, akribisch und umfas-
send dar (S. 11 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 18 837 ff.). Die 
Kammer verweist deshalb vorab auf diese zutreffende Zusammenstellung. 

Die nachfolgenden Überlegungen der Kammer folgen grundsätzlich dem Aufbau 
der Vorinstanz. Auf das erstinstanzliche und auch oberinstanzliche Beweismaterial 
wird nachfolgend, soweit notwendig, beweiswürdigend eingegangen, jedoch unter 
Verzicht auf eine nochmalige umfassende Ausbreitung des Sachverhalts.

6. Allgemeines zur Beweiswürdigung

Das Gericht würdigt das Ergebnis der Beweisaufnahme und fällt das Urteil nach 
seiner freien, aus der Hauptverhandlung und den Akten gewonnenen Überzeugung 
(Art. 350 Abs. 2 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 StPO). Freie Beweiswürdigung bedeutet, dass 
jedes verurteilende Erkenntnis auf der aus der Beweiswürdigung geschöpften 
Überzeugung des Gerichts von der Schuld der beschuldigten Person beruhen soll. 
Die freie Beweiswürdigung gründet auf gewissenhaft festgestellten Tatsachen und 
logischen Schlussfolgerungen; sie darf sich nicht auf blossen Verdacht oder blosse 
Vermutung stützen (BSK StPO-HOFER, Art. 10 N 58 und 61, m.w.H.). Bestehen un-
überwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der an-
geklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person günstigeren 
Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO; «In dubio pro reo»). Auf die Frage, welche Be-
weismittel zu berücksichtigen und wie sie gegebenenfalls zu würdigen sind, findet 
der In-dubio-Grundsatz keine Anwendung. Er kommt erst zum Tragen, nachdem al-
le aus Sicht des urteilenden Gerichts notwendigen Beweise erhoben und ausge-
wertet worden sind, das heisst, bei der Beurteilung des Resultats der Beweisaus-
wertung (Urteil des Bundesgerichts 6B_160/2022 vom 5. Oktober 2022, E. 2.3.1; 
BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.1 f.; Urteile des Bundesgerichts 6B_595/2021 vom 24. 

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Juni 2022, E. 5.3.1; 6B_257/2020 vom 24. Juni 2021 E. 4.8.1, nicht publ. in: BGE 
147 IV 409; 66_986/2020 vom 6. Januar 2021 E. 2; je mit Hinweisen).

Für weitere Einzelheiten kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz 
verwiesen werden (S. 24 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 18 850 
f.).

7. Hintergründe des Strafverfahrens

7.1 Vorbemerkung zu den Anklagesachverhalten

Hintergrund der Vorwürfe nach Ziff. 1. der Anklageschrift bilden die Vorgänge rund 
um die Liegenschaften am N.________ und an der O.________ und die damit zu-
sammenhängenden Liegenschaftsverwaltungsverträge zwischen der C.________ 
(AG) – als Eigentümerin dieser Liegenschaften – mit dem Organ U.________ 
________ und der L.________(GmbH) (nachfolgend: L.________ (GmbH)), han-
delnd durch den Beschuldigten. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, dass er 
Mietzinserträgnisse nicht vollständig an die C.________ (AG) weitergeleitet und in 
einem Fall ein Mietzinsdepot unberechtigt zurückbehalten haben soll (pag. 18 001 
f.).

Ziff. 2. und 3. der Anklageschrift betreffen formell die Benachteiligung bzw. Schädi-
gung der L.________(GmbH) durch den Beschuldigten, indem er über Vermö-
genswerte der L.________(GmbH) – Motorräder und grössere Geldsummen – in 
eigenem oder jedenfalls nicht im Interesse der Vorgenannten verfügt haben soll 
(pag. 18 003 ff.). Diese Anklagen weisen ebenfalls einen Bezug zur Privatklägerin 
auf, da die verwendeten Gelder insbesondere aus Darlehen der C.________ (AG) 
stammten. In die Vorwürfe hineinverwoben sind unter anderem Immobilienakti-
vitäten des Bruders des Beschuldigten (H.________) bzw. der mit ihm verbunde-
nen M.________ (GmbH) bzw. Aktivitäten der Ehefrau des Beschuldigten 
(E.________) mit Barbetrieben in Bern, womit auch das eheliche und familiäre 
Verhältnis des Beschuldigten in den Fokus gerät. 

Die L.________(GmbH) ist sodann gemäss Ziff. 4. der Anklageschrift in einem un-
angefochten gebliebenen Freispruch vom Vorwurf der Urkundenfälschung im 
Buchhaltungsbereich betroffen gewesen.

In Ziff. 5. der Anklageschrift wird dem Beschuldigten im Weiteren vorgeworfen, dem 
Betreibungsamt Vermögenswerte verheimlicht bzw. solche beiseite geschafft zu 
haben, wobei diesbezüglich prominent das Liegenschaftsgeschäft in AP.________ 
angesprochen wird.

7.2 Einzelheiten

Aus Sicht der Kammer werden die Hintergründe des Strafverfahrens gegen den 
Beschuldigten durch die Vorinstanz grundsätzlich zutreffend dargestellt und bewer-
tet, sodass vorab darauf verwiesen werden kann (S. 25 ff. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung, pag. 18 851 ff.). Ergänzend und präzisierend sind folgende Punk-
te anzusprechen:

Die L.________(GmbH) wurde im Jahr 1995, unter anderem durch Mitwirkung von 
J.________, der früheren Ehefrau des Beschuldigten, gegründet (vgl. pag. 05 103 

14

023). Der Beschuldigte war bereits in der Gründungsurkunde als Geschäftsführer 
mit Einzelunterschrift aufgeführt; im Handelsregister figurierte er ab 1995 bis Sep-
tember 2013 als Geschäftsführer mit Einzelunterschrift. Der Beschuldigte gab so-
dann im Rahmen der Berufungsverhandlung kund, dass er die L.________(GmbH) 
als seine eigene Gesellschaft betrachtete, auch wenn er daran nie Stammanteile 
gehalten habe (pag. 19 109 Z. 24 ff.). Nach den Angaben des Beschuldigten sollte 
die L.________(GmbH) retten, was nach dem Immobiliencrash der 90er-Jahre mit 
der Vorgängerfirma S.________ (AG) noch zu retten gewesen sei. Die Vorinstanz 
wies auf die unrevidierten und teilweise mit eher unorthodoxen Bilanzierungen auf-
fallenden Jahresrechnungen der L.________(GmbH) hin sowie darauf, dass ab 
dem Jahr 2008 gar keine Rechnung mehr erstellt worden sei (S. 12 der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung, pag. 18 838). Gemeint war damit konkret, dass die 
L.________(GmbH) und die etwas später im Jahr 1996 auch von der 
L.________(GmbH) gegründete T.________(GmbH) buchhalterisch jeweils ge-
meinsam dargestellt wurden, wobei das Hauptaktivum in der Buchhaltung die da-
mals noch der L.________(GmbH) gehörenden Liegenschaften am N.________ 
und in Z.________ (AQ.________ bzw. [identisches Objekt] N.________) waren. 
Der N.________ wurde gewinnbringend dargestellt, Z.________ als Verlust und 
der gesamte Verwaltungsaufwand wurde der T.________ (GmbH) zugeschrieben. 
Nach Einschätzung der Vorinstanz wären die L.________(GmbH) und die 
T.________(GmbH) Ende der 90er-Jahre und auch Ende 2003 überschuldet ge-
wesen. Ab 2006 könne auf die Bilanzen definitiv nicht mehr abgestellt werden, da 
mindestens ein Bankkonto der L.________(GmbH) nicht verbucht worden sei (vgl. 
Ziff. 4. der Anklageschrift, pag. 18 010 f.).

Der Beschuldigte bestätigte im Rahmen der oberinstanzlichen Hauptverhandlung, 
dass er ab dem Jahr 2008 keine Buchhaltung mehr habe erstellen lassen. Es sei 
ihm alles über den Kopf gewachsen (pag. 19 113 Z. 32 ff.). Die 
«L.________(GmbH) in Liquidation» ist sodann seit dem 1. Juli 2016 gelöscht. In 
Konkurs geriet diese wegen Organisationsmängeln nach der Demission des Be-
schuldigten (pag. 07 122 009). Vormals waren die T.________(GmbH) und 
J.________ die letzten Gesellschafter der L.________(GmbH). Die 
T.________(GmbH) wurde am 11. April 2017 aufgrund mangelnder Geschäftstätig-
keit und mangels verwertbarer Aktiven gelöscht und wies als letzte Gesellschafter 
J.________ und die L.________(GmbH) aus.

Der N.________ im AB.________ war eine Baurechtsparzelle, die überbaut und in 
Stockwerkeigentum aufgeteilt wurde. Die Parzelle gelangte später in das Eigentum 
der L.________(GmbH). Nach Angaben des Beschuldigten habe er bzw. die 
L.________(GmbH) die Parzelle im Jahr 1988 gekauft. Seit dem Jahr 1992 werde 
darin ein Bordell betrieben. Weiter seien nach Angaben des Beschuldigten ihm 
bzw. der L.________(GmbH) in der Folge die Hypotheken gekündigt worden (pag. 
07 162 494). Aufgrund dessen sei die Familie U.________ mit Hypothekardarlehen 
vom 29. Juli 2004 eingesprungen, dies im Austausch gegen die auf der Liegen-
schaft lastenden Schuldbriefe (vgl. pag. 07 162 394 f.). U.________ ________ ha-
be der Beschuldigte seinerzeit über die S.________(AG) als Kunden übernommen. 
Einzelne Einheiten am N.________ seien damit bereits ins Eigentum der 
C.________ (AG), welche anfangs 1987 mit U.________ ________ als einzigem 

15

Verwaltungsrat gegründet wurde, übergegangen. Am 19. Juni 2008 schlossen die 
L.________(GmbH) und die C.________ (AG) einen Kaufrechtsvertrag zugunsten 
der C.________ (AG) ab. Gemäss diesem musste das Kaufrecht in den letzten 
Monaten der Baurechtsdauer anfangs 2013 ausgeübt werden (vgl. pag. 07 162 366 
ff.). In der Folge wurde das Kaufrecht am 3. Januar 2013 durch die C.________ 
(AG) ausgeübt, wobei der Kaufpreis als durch Verrechnung getilgt erklärt wurde. 
Nach dem entsprechenden Dokument waren die Schuldbriefe schon geraume Zeit 
früher auf die C.________ (AG) indossiert worden. Wegen des Vollzugs des 
grundbuchlichen Erwerbs der Liegenschaften via Kaufrecht entbrannte im Jahr 
2013 ein Zivilprozess zwischen der C.________ (AG) und der L.________(GmbH), 
eingeleitet durch ein Gesuch bzw. eine Klage der Privatklägerin gegen die 
L.________(GmbH) (vgl. pag. 07 192 003 ff.). Der Zivilprozess endete am 29. Au-
gust 2013 mit einem Vergleich vor dem Handelsgericht (pag. 04 001 006 ff.). Der 
Vollzug des Vertrags scheiterte in der Folge in grundbuchlicher Hinsicht am bereits 
eingetretenen Heimfall des Baurechts. Laut Handelsgerichtsprotokoll stand von An-
fang an im Raum, dass die L.________(GmbH) allenfalls in (den) Konkurs gehen 
würde (pag. 07 162 492 ff). Der Beschuldigte räumte ein, er sei massgeblich wegen 
U.________ ________ bzw. der C.________ (AG) bei der L.________(GmbH) 
demissioniert.

Die ebenfalls für das vorliegende Verfahren eine massgebliche Rolle spielende 
M.________(GmbH) wurde im Jahr 2009 gegründet, mit den formellen Gesell-
schaftern H.________ und E.________, wobei der Beschuldigte aber als An-
sprechperson gegenüber der Bank und als Kontoberechtigter auftrat (pag. 07 375 
009). Geschäfte mit Motorrädern und anderen Fahrzeugen des Beschuldigten lie-
fen häufig über die M.________(GmbH) (S. 19 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung, pag. 18 845). Auf Frage, ob die M.________(GmbH) der L.________(GmbH) 
gehört habe, führte der Beschuldigte aus: «Es war einfach so Family, alles zusam-
men. Es ist einfach so gewachsen. Mein Bruder, ich, meine Frau und meine Ex-
Frau waren wie ein Clan» (pag. 19 114 Z. 41 ff.).

Involviert war oder ist der Beschuldigte mit seiner jetzigen Ehefrau E.________ 
sowohl in der G.________ (GmbH) als auch in der – jedenfalls personell verknüpf-
ten – AC.________ (GmbH) (S. 14 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 
18 840).

E.________, seit 2006 mit dem Beschuldigten verheiratet, verfolgte die formell über 
sie laufende Barunternehmung (mit Handelsregistereintrag ab 16. Oktober 2003) 
zunächst als «AD.________», dann als «V.________» und schliesslich als 
«AE.________», dies an unterschiedlichen Standorten: AF.________, 
AG.________ und AH.________ in Bern. Das Objekt AG.________ (V.________) 
wurde gemäss den eingereichten Unterlagen von der C.________ (AG) an die 
L.________(GmbH) vermietet, wobei Letztere ihrerseits das Lokal an die Einzelun-
ternehmung von E.________ untervermietete. Ähnlich kompliziert oder unüber-
sichtlich gestaltete sich der Verkauf der Einrichtung und des gesamten Ausbaus 
der V.________ (vgl. S. 18 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 18 844).

Das finanzielle Engagement der Familie U.________ bzw. der C.________ (AG) 
ging einher mit einer entsprechenden finanziellen Schwächephase des Beschuldig-

16

ten. Nicht nur benötigte er das bereits oben genannte Darlehen vom 29. Juli 2004 
für den N.________, sondern er benötigte am 17. September 2004 ein weiteres 
Darlehen im Zusammenhang mit der Immobilie in Z.________. Verlustscheine ab 
dem Jahr 2008 manifestieren diese Schwäche ebenfalls (S. 19 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung, pag. 18 845): 

Aus der vom Gericht noch eingeholten Schuldner-Information ergibt sich, dass der Beschuldigte 
schon in den neunziger Jahren unter anderem durch die damalige Schweizerische Bankgesellschaft 
auf über CHF 5 Mio. gepfändet worden war. Aus den beim Betreibungsamt nachträglich eingeholten 
Detail-Informationen ist ersichtlich, dass diese Forderungen auf einen Darlehensvertrag vom 
25.04.1990, der mit Schuldbriefen in der Höhe von CHF 7 Mio. abgesichert gewesen war, zurückge-
hen (pag. 18 022 ff.).

Im Kern äusserte sich der Beschuldigte mehrfach dahingehend, er sei auf Grund 
der Kredithilfen der Familie U.________ in die Abhängigkeit von U.________ gera-
ten, sei erpresst worden und habe übermässige (Rück)Leistungen erbringen müs-
sen. Eine diesbezügliche Anzeige des Beschuldigten gegen U.________ scheiterte 
indessen Ende 2019/Anfang 2020 (S. 19 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, 
pag. 18 845; pag. 13 001 001 f.). U.________ ________ seinerseits sprach von 
Differenzen ab den Jahren 2010/2011, da plötzlich Geld gefehlt habe, was aber 
nichts mit den im vorliegenden Verfahren unterschlagenen Geldern zu tun habe 
(pag. 05 001 002 Z. 39 ff.). Treuhänder AI.________ sah im Beschuldigten einen 
schwierigen Klienten und sah sich sogar zur Einholung einer Einverständniser-
klärung zur geordneten Zusammenarbeit genötigt (pag. 05 051 003 Z. 42 ff.).

Die Vorinstanz schilderte die zwischen U.________ ________ bzw. der 
C.________ (AG) und dem Beschuldigten bzw. der L.________(GmbH) bestehen-
den Liegenschaftsbeziehungen (v.a. betreffend AF.________ [Verwaltungsvertrag 
vorliegend], O.________ [Verwaltungsvertrag anzunehmen], N.________ [kein 
Verwaltungsvertrag] und N.________ 2) korrekt und konstatierte, U.________ und 
der Beschuldigte seien nie Freunde gewesen. Weder der Beschuldigte noch 
U.________ ________ führten ihre Geschäfte so, wie es den kaufmännischen 
Normen entsprach (S. 30 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 18 856 
ff.).

Hinsichtlich der finanziellen Abhängigkeit der L.________(GmbH) bzw. des Be-
schuldigten von der Familie U.________ hielt die Vorinstanz fest (S. 33 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung, pag. 18 859): 

Die finanzielle Abhängigkeit der L.________(GmbH) und damit des Beschuldigten von der Familie 
U.________ war, insbesondere während der angeklagten Deliktszeit, enorm: Gemäss dem Darle-
hensvertrag vom 29.07.2004 im Zusammenhang mit dem N.________ schuldete die 
L.________(GmbH) ________ U.________ monatlich CHF 15‘650.00. Aus dem Darlehensvertrag im 
Zusammenhang mit der Liegenschaft N.________ Z.________ kamen monatlich weitere CHF 
2‘635.00 dazu. Zwischen dem 01.01.2006 (soweit zurück reichen die Bankunterlagen; vgl. insbeson-
dere pag. 07 310 001 ff.) und Ende 2011 zahlte die L.________(GmbH) aus diesen beiden Krediten 
über CHF 1,1 Mio. an ________ U.________. Ab 2010 waren zudem noch Baurechtszinsen im Zu-
sammenhang mit dem N.________ an die C.________ (AG) zu bezahlen. Dies tat der Beschuldigte 
offenbar ausschliesslich mittels Bareinzahlungen, die sich nur lückenhaft aus den Nebenakten erge-

17

ben. Nachweisen lassen sich zwischen 2009 und Ende 2012 Baurechtszins-Zahlungen von über CHF 
180‘000.00 (vgl. dazu Nebenakten pag. 2 044 /2 512 / 4 133 ff. / 5 637). Seit dem 01.05.2010 hatte 
die L.________(GmbH) (bzw. der Beschuldigte und seine Ehefrau) für die V.________ zudem einen 
jährlichen Mietzins von CHF 260‘000.00, d.h. wöchentlich CHF 5‘000.00, an die C.________ (AG) zu 
bezahlen. Dies tat sie mittels wöchentlicher Bareinzahlungen bis am 04.06.2012, die entsprechenden 
Einzahlungsquittungen liegen vor (vgl. pag. 07 572 030 ff. und pag. WSG 18 136 f.). Total flossen so 
CHF 480‘000.00 an die C.________ (AG). Dazu kamen noch die Zahlungen für das Darlehen über 
CHF 120‘000.00 an die L.________(GmbH) (vgl. dazu Ziff. 3.4. der Anklageschrift), welches die 
C.________ (AG) am 31.03.2010 gewährt hatte. Bis am 30.11.2011 bezahlte die L.________(GmbH) 
mittels Bareinzahlungen CHF 400‘000.00 (und zwar wie vom Beschuldigten ausgesagt zusätzlich zu 
den Mietzinszahlungen; vgl. pag, 13 010 006 ff.) an die C.________ (AG). Insgesamt flossen folglich 
zwischen 2006 und Mitte 2012 über CHF 2,1 Mio. von der L.________(GmbH) bzw. dem Beschuldig-
ten an die C.________ (AG) bzw. U.________ ________.

U.________ ________ führte an der Berufungsverhandlung aus, dass dem Be-
schuldigten kein Honorar oder Geld für den Unterhalt der Liegenschaften zuge-
standen sei. Seiner Auffassung zufolge hätte dieser auch nichts verrechnen dürfen 
(pag. 19 105 f. Z. 39 ff.). Der Beschuldigte führte aus, dass er für die verrichtete 
Arbeit am N.________ von der C.________ (AG) tatsächlich nie ein Honorar erhal-
ten habe (pag. 19 111 Z. 28 ff.). Hingegen sei ein Entgelt hinsichtlich der Liegen-
schaftsverwaltung der O.________ vorgesehen gewesen (pag. 19 112 Z. 1 ff.). Die 
Vorinstanz vermerkte aber diesbezüglich, dass sich aus den Akten nicht im Detail 
ergebe, in welchem Umfang der Beschuldigte entschädigt worden sei (S. 31 der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 18 857). 

Die Kammer stellt demnach fest, dass der Beschuldigte über mehrere Jahre hin-
weg immer stärker in die finanzielle Abhängigkeit der Familie U.________ bzw. 
konkret von U.________ ________ geriet. Die Vorinstanz führte im Weiteren kor-
rekt aus, dass der Beschuldigte trotz dieser finanziellen Abhängigkeit zur Familie 
U.________ nicht in schlechten Verhältnissen lebte. So fuhr er mehrere teure Mo-
torräder und Autos, lebte in einem Haus in AR.________, ging regelmässig nach 
Thailand in die Ferien und erwirtschaftete auch aus dem Aktienhandel ein gewisses 
Einkommen (S. 19 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 18 845). Ob wei-
tere Einnahmequellen bestanden haben, ist nicht aktenkundig.

Die Vorinstanz fasste den Werdegang des Beschuldigten nach dessen eigenen 
Angaben wie folgt zusammen (S. 21 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 
18 847): 

Anlässlich der Hauptverhandlung sagte der Beschuldigte aus, er habe eine Lehre als Immobilienver-
walter gemacht, habe dann noch das Wirtspatent erworben. Er sei beim Notariat AJ.________ und 
AK.________ tätig gewesen, bevor sich dann die Gelegenheit ergeben habe, die Immobilienfirma zu 
übernehmen. Buchhalterische Weiterbildungen habe er nicht (pag. 18 722 ff.).

Auch unter Berücksichtigung der Ausführungen im jüngsten Leumundsbericht vom 
17. Oktober 2022 (pag. 19 087 ff.) kann der vorinstanzlichen Einschätzung, der be-
rufliche Werdegang des Beschuldigten sei «gebrochen» gewesen und die finanziel-
le Situation sei nur lückenhaft bekannt, beigepflichtet werden: 

18

Die Akten und auch die Hauptverhandlung zeichnen von A.________ einerseits das Bild eines Ge-
schäftsmanns, der sich schriftlich recht eloquent ausdrücken konnte, der jedoch andererseits in Buch-
haltungsfragen sehr chaotisch war bzw. ist und der trotz jahrzehntelanger Geschäftstätigkeit mit den 
verschiedensten juristischen Personen nach wie vor grosse Mühe zu haben scheint, zwischen sich als 
Privatperson und den verschiedenen juristischen „Vehikeln“ zu unterscheiden, diese aber geschickt 
zu nutzen versteht, wenn es darum geht, Vermögenswerte vor den Steuer- oder anderen Behörden 
zu verstecken. Dass er keine buchhalterische Ausbildung hat, ergibt sich aus den Akten und dem Zu-
stand der Nebenakten, seinen Aussagen anlässlich der Hauptverhandlung sowie insbesondere den 
äusserst lückenhaften Abrechnungen in Bezug auf die Hausverwaltungen. Beweiswürdigend muss 
man letztlich feststellen, dass sich die wirklichen finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten in der 
angeklagten Deliktszeit als „undurchsichtig“ herausstellten, dass aber zu seinen Gunsten festgehalten 
werden muss, dass er stets auch legale Einkünfte hatte 

(S. 26 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 18 852 f.).

Die Kammer stellt fest, dass der Beschuldigte vor dem Hintergrund seiner Ausbil-
dung fähig gewesen wäre, eine ordentliche Buchhaltung zu erstellen und er wissen 
musste, was eine solche beinhaltete. Nach eigenen Angaben sei ihm – wie erwähnt 
– einfach alles über den Kopf gewachsen. Als Geschäftsführer der 
L.________(GmbH) wäre er jedoch verpflichtet gewesen, die Erstellung der Buch-
haltung auszugliedern, als er merkte, dass er selbst dazu nicht mehr in der Lage 
war. 

Festzuhalten mit der Vorinstanz ist weiter, dass der Beschuldigte nicht abstritt, zwi-
schen 2006 und 2013 alle wesentlichen Entscheide in der L.________(GmbH) ge-
fällt zu haben, zumal er auch deren Geschäftsführer war. Immerhin führte er aus, 
dass er einige Entscheide auch mit der Ex-Frau, J.________, als Gesellschafterin 
der L.________(GmbH), besprochen habe. 
Auch hinsichtlich der M.________(GmbH), welche wohl aufgrund des 
«AL.________»-Projektes (Bauprojekt in AM.________) gegründet wurde, dürfte 
es der Beschuldigte – und nicht die formellen Gründer, H.________ und 
E.________ – gewesen sein, der das Sagen gehabt hat. Dies aufgrund der insbe-
sondere sehr auffallenden finanziellen Nähe der M.________(GmbH) zur 
L.________(GmbH) (pag. 07 375 005 ff.). 

Die Vorinstanz schilderte weiter korrekt, wie der massgeblich über E.________ lau-
fende Barbetrieb ebenfalls stark von U.________ ________ und der C.________ 
(AG) geprägt war, gehörten doch die Barliegenschaften AF.________ 
(AD.________) bzw. AG.________ (V.________, später im Keller AE.________ 
[bevor dieser dann in die AS.________ kam]) U.________ ________ bzw. der 
C.________ (AG) (vgl. pag. 07 162 406 ff.).

Die Vorinstanz beschrieb das Ehepaar A.________ als Team mit Arbeitsteilung (S. 
29 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 18 855):  

E.________ arbeitete als kompetente Chefin im jeweiligen Lokal, sie bediente die Gäste (teils mit 
mehr, teils mit weniger weiteren Angestellten), war für das Organisatorische im Alltagsgeschäft zu-
ständig (Getränkebestellung, Musik, Einrichtung), während ihr Mann die ganze Administration, die 
Zahlungen, den Verkehr mit den Behörden und die Buchhaltung machte. (…)

19

Dies stimmt auch mit den offenbar vom Beschuldigten stammenden Ausführungen 
im jüngsten Leumundsbericht vom 17. Oktober 2022 überein, wonach er ca. im 
Jahr 1995 in die Gastronomie gewechselt, zusammen mit seiner Frau die 
AD.________ und später 2008 die V.________ eröffnet habe (pag. 19 088). Dies 
ist bei den wechselhaften Aussagen des Ehepaars A.________, wem was finanziell 
gehöre, zu berücksichtigen. Im Weiteren ist zu berücksichtigen, dass die Ehegatten 
dem formellen Güterstand der Gütertrennung unterliegen (siehe Ehevertrag pag. 
07 572 002 ff. vom 25. April 2017 mit rückwirkender Vereinbarung von Gütertren-
nung).

7.3 Résumée

Der Auffassung der Vorinstanz, dass die angeklagten Punkte insgesamt vor dem 
allgemeinen Hintergrund der Person des Beschuldigten, seiner finanziellen Ver-
hältnisse, der involvierten Firmen sowie der Rollen von E.________, der Ehefrau 
des Beschuldigten, und H.________, des Bruders des Beschuldigten, zu bewerten 
sind, ist zuzustimmen (S. 6 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 18 832). 

In der gemäss Anklageschrift besonders interessierenden Zeitspanne ab dem 1. 
Dezember 2006 bis zum 4. Februar 2013 ist darüber hinaus Folgendes festzuhal-
ten:

Die Protagonisten, U.________ ________ und A.________, waren offenbar nie di-
rekt befreundet, aber mit der Zeit geschäftlich bzw. finanziell eng miteinander ver-
flochten. Der Beschuldigte kannte U.________ ________ von der S.________(AG) 
her, mit welcher er den Vorgenannten hinsichtlich der Liegenschaft an der 
AF.________ als Klienten übernommen habe. Es dürfte dabei durchaus auch ein 
gewisses Vertrauensverhältnis geherrscht haben. Den Aussagen des Beschuldig-
ten zufolge habe dieser nämlich sonst kein Problem mit U.________ ________ ge-
habt (pag. 18 726 Z. 177). Der berufliche Werdegang des Beschuldigten und von 
U.________ verlief zudem sehr ähnlich: Ihre geschäftlichen und unternehmeri-
schen Kenntnisse erwarben sie sich unter anderem in jahrelanger Praxis im Immo-
bilienbereich, dabei auch im Milieubereich oder mindestens im Nähebereich des 
Milieus agierend (diesbezügliche Hinweise des Beschuldigten pag. 05 101 007 Z. 
240 ff.; 05 101 009 Z. 352 f; 05 103 004 Z. 124). Der Beschuldigte führte weiter zur 
fraglichen Liegenschaft aus: «Ja eben, es war ein Puffbetrieb. Da hatte überhaupt 
niemand etwas einbezahlt.» (pag. 05 103 004 Z. 117). Daraus ergibt sich, dass 
diesbezügliche Geschäfte jeweils in bar abgewickelt wurden, wobei auch erkennbar 
ist, dass die beiden Unternehmer durchaus wussten, wie man diesbezüglich bei 
korrekter Geschäftsführung hätte vorgehen müssen. 

Seit der Immobilienkrise in den 90er-Jahren war der Beschuldigte schuldenmässig 
«pleite». Dennoch war er infolge Zugangs zu insbesondere fremden Geldern (in-
klusive Einnahmen der Ehefrau) stets liquide. Auch die Unternehmungen des Be-
schuldigten (L.________(GmbH), T.________(GmbH)) wackelten finanziell Ende 
der 90er- und anfangs 2000 stark, konnten aber offenkundig mit Hilfe der Finanz-
spritze der Familie U.________ in Form von Hypothekardarlehen über Wasser ge-
halten werden (vgl. etwa die Bilanz pag. 05 104 090, wonach das «U.________-

20

Geld» das Gros der Passiven ausmachte). Die Liquidität der L.________(GmbH) 
war damals jedoch als bescheiden zu bezeichnen (vgl. pag. 05 104 087 ff.).

Als Wendepunkt ortete der Beschuldigte den Zeitpunkt als seine Frau die Bar an 
der AF.________ habe betreiben wollen. Diese Liegenschaft gehörte U.________ 
________ bzw. der C.________ (AG) (pag. 05 107 017 Z. 598). Die finanziellen 
Belastungen und die Arbeit für U.________/C.________ (AG) – im Nachhinein vom 
Beschuldigten als Frondienste bezeichnet (pag. 05 101 003 Z. 50 ff.) – wurden im-
mer grösser und das Verhältnis der Protagonisten verschlechterte sich. Auch 
U.________ ________ legte dar, dass die ersten Differenzen im Jahr 2010/2011 
aufgetreten seien (pag. 05 001 002 Z. 42).

Die handelsgerichtliche Vereinbarung vom August 2013 sollte einen Schlussstrich 
unter die Beziehung der Kontrahenten ziehen, was jedoch – weil vor allem der 
grundbuchliche Vollzug nicht mehr möglich war – letztlich scheiterte. Es ist nicht 
von der Hand zu weisen, dass die spätere Strafanzeige der C.________ (AG) da-
mit im Zusammenhang stand.

Parallel zu diesem Hauptstrang der Ereignisse entwickelten sich Nebenstränge mit 
Versuchen des Beschuldigten, dem Bruder, H.________, mit dem Projekt 
«AL.________», auszuhelfen. Im Weiteren wurde über den Vorgenannten – wie 
nachfolgend aufgezeigt wird – auch versucht, Liegenschaftskosten hinsichtlich des 
Grundstücks in Z.________ zu senken. Sodann half der Beschuldigte im Barbe-
trieb, der formell über die Ehefrau, E.________, lief, aus. Wie hiernach begründet, 
versteckte sich der Beschuldigte sowohl formell als auch finanziell mehr und mehr 
hinter seiner Ehefrau und seinem Bruder.

8. Liegenschaftsverwaltung zum Nachteil der C.________ (AG)

Dieses Kapitel steht in der Anklageschrift unter dem Gesamtvorwurf der mehrfa-
chen qualifizierten Veruntreuung des Beschuldigten als berufsmässiger Vermö-
gensverwalter bzw. als Liegenschaftsverwalter in der Funktion als Geschäftsführer 
der L.________(GmbH) in der Zeit von 1. Dezember 2006 bis 10. Oktober 2013 in 
Bern und anderswo (pag. 18 001). Bei den unter Ziff. 1.1. bis 1.3. der Anklage-
schrift genannten Personen handelt es sich um Mieter der verwalteten Liegen-
schaften.

8.1 Sachverhalt «AN.________» (Ziff.1.1. der Anklageschrift)

Der Beschuldigte soll gemäss Anklageschrift (nachfolgend analog der verkürzten 
Darstellung der Vorinstanz S. 34 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 18 
860): 
in der Zeit vom 01.12.2006 – 31.03.2011 z.N. der C.________ (AG)  den von AN.________ (Mieter 
des 1. Untergeschosses der Liegenschaft N.________ [R.________]) auf das CS-Konto Nr. 
________ der L.________(GmbH) überwiesenen Mietzins von CHF 4‘000.00 pro Monat entgegen 
den vertraglichen Pflichten aus dem Liegenschaftsverwaltungsvertrag mehrfach nicht oder nicht 
vollständig an die C.________ (AG) weiterüberwiesen haben, dies in der Absicht, sich, respektive der 
L.________(GmbH) einen Vermögensvorteil zu verschaffen, auf den kein Anspruch bestanden habe. 
Im Zeitpunkt der Auflösung des Mietverhältnisses zwischen der C.________ (AG) und AN.________ 
Ende März 2011 habe die L.________(GmbH) der C.________ (AG) daher CHF 46‘900.00 geschul-

21

det. Die anvertrauten Vermögenswerte habe der Beschuldigte in seinem eigenen Nutzen oder im Nut-
zen der L.________(GmbH) verwendet, ohne dass diese zu einer Rückzahlung in der Lage gewesen 
wäre, da sie per Ende März 2011 nur noch flüssige Mittel in der Höhe von CHF 5‘488.37 gehabt ha-
be.

Dieser Vorwurf wurde von der Privatklägerin rund drei Monate nach den Vorwürfen 
i.S. «W.________» und «Q.________» – vergleiche nachfolgend – erhoben, dies 
im Gefolge einer Schlichtungsverhandlung (Schreiben vom 15. Januar 2016, pag. 
04 003 001), an welcher sich die Privatklägerin mit AN.________ auf den Passus 
einigte, es würden keine Mietzinsausstände mehr bestehen (pag. 04 003 003). 

Der angebliche Ausstand von CHF 46'900.00 lasse sich gemäss Anklageschrift ei-
nem Kontoauszug der U.________ ________ gehörenden AO.________ (AG) ent-
nehmen (pag. 04 003 005 f., 18 002 Fn 2). Das Mietzinsdepot von AN.________ 
wurde bei der L.________(GmbH) als Fremdkapital aufgeführt und verminderte 
sich im Laufe der Jahre um die Hälfte (S. 36 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung, pag. 18 862). In einem Memo gegenüber der Buchhaltungsfirma räumte der 
Beschuldigte ein, dass die Mietzinserträge der C.________ (AG) zustünden (pag. 
05 051 025). 

Der Beschuldigte reichte im Rahmen der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vor 
dem Wirtschaftsstrafgericht 118 Einzahlungsquittungen diverser Bareinzahlungen 
auf das Konto der C.________ (AG) ein (siehe hierzu pag. 18 639 ff. [96 Zahlungs-
belege V.________/C.________ (AG) à CHF 1'000.00 vom 4. Mai 2010 bis 4. Juni 
2012, in aller Regel Postempfangsscheinquittungen, daneben einige Bankeinzah-
lungen]). Auf Frage, weshalb er diese nicht bereits in der Untersuchung eingereicht 
habe, antwortete er, dass er davon ausgegangen sei, dass im Rahmen der Haus-
durchsuchung alles Wesentliche beschlagnahmt worden sei. Nach Auffassung der 
Verteidigung des Beschuldigten seien lediglich Zahlungen des Mieters 
AN.________ von rund CHF 180'000.00 aktenkundig. Demzufolge habe der Be-
schuldigte alles weitergeleitet (pag. 18 777). Weiter führte sie aus, dass nicht ein-
mal die Privatklägerin selber wisse, wie viel eigentlich fehle. Die Bareinzahlungs-
praxis begründete der Beschuldigte mit einer früher gelernten Praxis im Notariat 
bzw. die fehlende Abrechnung pro Mietverhältnis damit, dass er hierzu gar nicht 
verpflichtet gewesen sei. Allgemein wurde argumentiert, die L.________(GmbH) 
hätte noch beträchtliche offene Forderungen – insbesondere aus Honoraran-
sprüchen – gegenüber der C.________ (AG) gehabt. Zudem gelte die zwischen-
zeitliche per Saldo-Erklärung im Vergleich vor Handelsgericht (pag. 18 777). Der 
Beschuldigte führte diesbezüglich oberinstanzlich aus, dass er alle Mietzinsein-
nahmen aus diesem Mietverhältnis an die C.________ (AG) weitergeleitet habe. Er 
habe U.________ ________ ein paar Mal getroffen und dieser habe nie gesagt, 
dass etwas fehlen würde (pag. 19 110 Z. 28 ff.). Im Weiteren habe AN.________ 
nicht immer bezahlt, da das Studio in einem desolaten Zustand gewesen sei (pag. 
19 110 Z. 37 ff.).

Konfrontiert mit den Quittungen liess die Privatklägerin ausführen, Zahlungen fehl-
ten «namentlich im Dezember 2006, im Juli, November und Dezember 2007, im 
Mai 2008 sowie im Februar und März 2011» (Schreiben 21. Februar 2020, pag. 18 
203). Im erstinstanzlichen Parteivortrag räumte ihre Vertretung ein, es gehe um ein 

22

Riesengeflecht von Finanzvorgängen. Der Beschuldigte habe Gelder verschoben, 
sie dort verbraucht, wo Löcher zu stopfen gewesen seien und Geld genommen, wo 
es eben gerade Geld gehabt habe. Betreffend die Mietzinseinnahmen könne nicht 
nachgewiesen werden, dass diese an die C.________ (AG) zurückgeflossen seien. 
Die Vertretung der Privatklägerin hielt letztlich fest, die Zahlungsquittungen besag-
ten nichts, da man nicht festgehalten habe, auf welche Schuld diese Bareinzahlun-
gen anzurechnen seien, weshalb in der Folge die AO.________(AG) die Zahlungs-
eingänge nach deren Höhe zugeordnet habe (pag. 18 774). Die Privatklägerin erin-
nerte auch daran, dass letztlich vier Positionen zugunsten der C.________ (AG) 
bzw. U.________ ________ hätten bedient werden müssen: Mietzinserträge aus 
der Liegenschaftsverwaltung, Miete aus der V.________, die Rückbezahlung des 
Nachtragsdarlehens sowie ein Betrag über CHF 120'000.00. Den Zahlungsquittun-
gen sei entweder der Stempel der V.________ oder der Stempel der 
L.________(GmbH) zu entnehmen gewesen, sodass nur zwei Positionen hätten 
bedient worden sein können (pag. 18 774). Der Vergleich vor Handelsgericht habe 
sodann nur die damals bekannten Ansprüche betroffen. Abgesehen davon argu-
mentiere der Beschuldigte widersprüchlich, wenn er trotz der Per-Saldo-Klausel 
dann von noch offenen Honoraransprüchen spreche; solche seien nie abgerechnet 
worden (pag. 18 780). Oberinstanzlich liess die Privatklägerin weiter ausführen, 
dass die Buchhaltung der C.________ (AG) nicht zu beanstanden sei. Man dürfe 
gestützt auf die Zahlungseingänge bei der AO.________(AG) davon ausgehen, 
dass CHF 46'900.00 nicht überwiesen worden seien (pag. 19 124). Im Weiteren sei 
nicht nachvollziehbar, dass der Beschuldigte, als angeblich keine Mietzinszahlun-
gen durch AN.________ erfolgt seien, dies U.________ ________ nicht gemeldet 
hätte (pag. 19 124). U.________ ________ antwortete im Rahmen seiner oberin-
stanzlichen Einvernahme sodann auf Frage, ob er reklamiert habe, als die Miet-
zinszahlungen nicht überwiesen worden seien, dass er aufgrund der fehlenden Ab-
rechnungen nichts habe beanstanden können (pag. 19 104 Z. 3 ff.).

Als unbestritten stellte die Vorinstanz demnach korrekt die folgende Ausgangslage 
dar (S. 39 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 18 865): 

Die C.________ (AG) war in der angeklagten Deliktszeit, d.h. von Dezember 2006 bis Oktober 2013, 
Eigentümerin des 1. Untergeschosses der Liegenschaft N.________ und hatte die 
L.________(GmbH) mit der Verwaltung dieser Stockwerkeinheit beauftragt. Ein schriftlicher Verwal-
tungsvertrag existierte zwar nicht, doch bestritt der Beschuldigte nicht, dass er namens der 
L.________(GmbH) unter anderem die Pflicht hatte, die von AN.________ eingenommenen Mietzinse 
an die C.________ (AG) weiterzuleiten. Auch ist unbestritten, dass AN.________, der im 1. Unterge-
schoss des N.________ ein Fitness-Studio betrieben hatte, einen monatlichen Mietzins von CHF 
4‘000.00 zu bezahlen hatte. Zwar ist auch der Mietvertrag in den Akten nicht vorhanden, doch ergibt 
sich die Höhe der geschuldeten Miete nicht nur aus der Behauptung in der Anzeige, sondern auch 
aus dem „Memo zur Buchhaltung“ des Beschuldigten und insbesondere den entsprechenden Geld-
eingängen. Aus den Bankunterlagen ist ersichtlich, dass AN.________ die monatliche Mietzinszah-
lung auf das CS-Konto Nr. 282591-11 der L.________(GmbH) und nicht auf ein Konto der 
C.________ (AG) leistete. Da ________ U.________ namens der C.________ (AG) dagegen über 
viele Jahre nicht opponierte, ist davon auszugehen, dass dies der Vereinbarung zwischen der 
C.________ (AG) und der L.________(GmbH) entsprach, jedenfalls ist daraus nichts zum Nachteil 
des Beschuldigten abzuleiten.

23

Bestritten ist demgegenüber, welcher Betrag an Mietzinsen von AN.________ an 
die L.________(GmbH) geflossen und wieviel davon tatsächlich an die C.________ 
(AG) bzw. U.________ ________ weitergeleitet worden ist. Die Vorinstanz ist sinn-
gemäss der Auffassung, dass das Grundproblem zum einen in der mangelhaften 
Buchhaltung bzw. der mangelhaften Dokumentation der Verfahrensparteien und 
zum anderen im nicht ganz einfachen Geschäftsgeflecht zwischen dem Beschul-
digten und U.________ ________ liegt. Im Weiteren könnten nicht einfach die auf 
dem Bankkonto der AO.________(AG) angeblich eingegangenen Mietzinse vom 
gesamthaft geschuldeten Betrag abgezogen und diese Differenz als veruntreut be-
zeichnet werden. Dies wurde von der Vorinstanz anhand der von der C.________ 
(AG) als konkret veruntreut bezeichneten Mieten in Relation zu den nachträglich 
vorgelegten Einzahlungsbelegen bzw. den eigenen Angaben der 
AO.________(AG) vorexerziert (S. 40 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, 
pag. 18 866). Nach Auffassung der Vorinstanz bleibe demnach letztlich wohl nur 
ein Betrag von CHF 3'800.00 für die Monate April, Juni und Juli 2010 verdächtig. 
Vermutlich sei dieser Betrag aber mit anderen Barzahlungen verrechnet worden. 
Merkwürdig sei nach Auffassung der Vorinstanz auch, dass U.________ ________ 
bis nach Abschluss des Handelsgerichtsstreits die Ausstände nie bemerkt haben 
wolle und eine Mahnung nicht in Erinnerung habe. Die Vorinstanz gab sich ferner 
auch nicht überzeugt davon, dass die L.________(GmbH) in dem gemäss Ankla-
geschrift massgeblichen Zeitpunkt wirklich nicht ersatzfähig gewesen wäre. Dem-
entsprechend sei nicht erstellt, dass der Beschuldigte betreffend die Mietzinszah-
lungen von AN.________ seinen Verpflichtungen als Liegenschaftsverwalter nicht 
nachgekommen sei (S. 40 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 18 866 
f.).

Die Kammer stellt fest, dass verschiedene Verdachtsmomente vorliegen, welche 
indizieren, dass der Beschuldigte Mietzinszahlungen von AN.________ tatsächlich 
nicht vollständig an die C.________ (AG) weiterleitete. Dies insbesondere in Anbe-
tracht dessen, dass sich die Soll-Mietzinseinnahmen – unter Berücksichtigung di-
verser Mietzinsreduktionen – über die gesamte Vertragsdauer auf rund CHF 
220'000.00 belaufen und aktenkundig ist, dass lediglich ein Betrag von knapp CHF 
180'000.00 überwiesen wurde. Im Weiteren ist der Zusammenstellung der 
AO.________(AG), auf welche – wie nachfolgend ausgeführt wird – allerdings nur 
bedingt abgestellt werden kann, ein Mietzinsausstand von CHF 46'900.00 zu ent-
nehmen. Sodann ist nicht nachvollziehbar, weshalb die Mietzinsbetreffnisse zuerst 
auf ein Konto der L.________(GmbH) einbezahlt und diese erst anschliessend auf 
das Konto der C.________ (AG) überwiesen wurden. Der Beschuldigte selbst hatte 
hierfür auch keine Erklärung. Nach Auffassung der Kammer lässt sich ein solches 
Vorgehen einzig vor dem finanziellen Hintergrund der L.________(GmbH) bzw. des 
Beschuldigten erklären, der offenbar gerne – mindestens vorübergehend – über Li-
quidität in Form der Mieterträge verfügen wollte. Im Weiteren ist als atpyisch – je-
doch nicht als verboten – zu qualifizieren, dass die Mietzinse in bar durch entspre-
chende Einzahlungen auf das Konto der C.________ (AG) überwiesen wurden.
Der Kammer liegt sodann die Vereinbarung der Schlichtungsbehörde Bern-
Mittelland vom 12. Januar 2016 vor (pag. 04 003 003 ff.). Darin wurde festgestellt, 
dass keine Mietzinsausstände zwischen der C.________ (AG) und AN.________ 

24

mehr bestehen würden bzw. alle Mietzinse an die L.________(GmbH) bezahlt wor-
den seien. Die Verteidigung brachte in diesem Zusammenhang vor, dass damit alle 
offenen Zahlungen betreffend dieses Mietverhältnis bereinigt worden seien und 
damit kein Schaden sowohl im zivil- als auch im strafrechtlichen Sinne vorliege 
(pag. 19 128). Dem stimmt die Kammer nicht zu. Dies deshalb, da die Vereinba-
rung zwar zivilrechtlich, jedoch nicht strafrechtlich bindend ist. Abgesehen davon 
bezieht sich der Vergleich in der Hauptsache auf das Kaufrecht betreffend den 
N.________. Der Bereich der Liegenschaftsverwaltung wird dabei eher am Rande 
abgehandelt. Parteien dieser Vereinbarung sind zudem lediglich die C.________ 
(AG) und AN.________ und nicht die L.________(GmbH) bzw. der Beschuldigte. 
Darüber hinaus beziffert diese Vereinbarung nicht ausdrücklich die effektiv erfolg-
ten Zahlungen von AN.________ an die L.________(GmbH) bzw. an die 
C.________ (AG). Aus dieser zivilrechtlichen Vereinbarung kann zugunsten des 
Beschuldigten demnach nichts abgeleitet werden.

Nichtsdestotrotz gelangt die Kammer zum Schluss, dass dem Beschuldigten nicht 
rechtsgenüglich nachgewiesen werden kann, dass dieser Mietzinszahlungen über 
einen Betrag CHF 46'900.00 tatsächlich nicht an die C.________ (AG) weitergelei-
tet hat. Dies zum einen deshalb, da der Auszug der AO.________(AG) keinen ab-
soluten Beweiswert hat: Bei der AO.________(AG) handelt es sich um eine der 
C.________ (AG) nahe Firma und damit nicht um eine unabhängige Drittperson. Im 
Weiteren wurde dieser Kontoauszug erst nachträglich im Jahr 2015 erstellt. Darü-
ber hinaus lässt sich diesem Auszug einzig entnehmen, welcher Geldbetrag theo-
retisch hätte eingehen müssen bzw. die Soll-Mietzinszahlungen. Diese entspre-
chen jedoch nicht per se den Ist-Mietzinszahlungen bzw. diese Auflistung belegt 
nicht, was effektiv bezahlt worden ist. Zum anderen bezieht sich die Anklageschrift 
betreffend die effektiven Zahlungen von AN.________ an die L.________(GmbH) 
ohnehin auf die sich in den Akten befindlichen Kontoauszüge des entsprechenden 
L.________ (GmbH)-Kontos (pag. 07 311 009 ff.). Daraus lassen sich allerdings 
über die interessierende Zeitspanne hinweg – je nach Einbezug des Depots – nur 
Einzahlungen von AN.________ an die L.________(GmbH) von CHF 150'000 bis 
CHF 180'000.00 entnehmen. Hierbei ist zwar einzuräumen, dass diese Belege un-
vollständig erscheinen. Der Beschuldigte darf zudem nicht tel quel von einer allen-
falls von ihm selbst zu verantwortenden ungenügenden Beleglage profitieren. Aber 
es fehlte auch seitens der C.________ (AG) an einem zeitgerechten Controlling, 
zumal es sich beim angeblichen Deliktsbetrag um 12 Monatszinse über eine Zeit-
spanne von viereinhalb Jahren handelt. U.________ ________ machte selbst gel-
tend, dass jährlich abgerechnet worden sei, sodass er die von ihm geltend ge-
machten Mietzinsausstände über diese lange Zeitdauer hätte zeitnah erkennen und 
betragsmässig identifizieren müssen.

Die Kammer gelangt aufgrund all dieser Umstände zum Schluss, dass trotz der ge-
schilderten Verdachtsmomente unüberwindliche Zweifel bleiben, dass der Be-
schuldigte Mietzinszahlungen im Umfang von CHF 46'900.00 nicht an die 
C.________ (AG) bzw. die Privatklägerin weitergeleitet hat. Es kann damit dahin-
gestellt bleiben, ob es seitens der L.________(GmbH) Verrechnungsmöglichkeiten 
für Honorar und/oder übernommene Rechnungen gegeben hätte. Ebenfalls offen-

25

gelassen bleiben kann, ob die L.________(GmbH) zum entscheidenden Zeitpunkt 
über genügend Mittel zur Rückzahlung verfügt hätte.

Der angeklagte Sachverhalt ist damit beweismässig nicht erstellt. Der Beschuldigte 
ist in dubio pro reo hinsichtlich Ziff. 1.1. der Anklageschrift vom Vorwurf der qualifi-
zierten Veruntreuung freizusprechen.

8.2 Sachverhalt W.________ (Ziff. 1.2. der Anklageschrift)

Dem Beschuldigten wird gemäss Ziff. 1.2. der Anklageschrift vorgeworfen (nachfol-
gend erneut analog der verkürzten Darstellung der Vorinstanz S. 34 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung, pag. 18 860): 
er habe am 26.03.2010 z.N. von W.________ im Rahmen des Abschlusses des Mietvertrags mit 
W.________ einen Barbetrag in der Höhe von CHF 1‘250.00 als Mietzinsdepot entgegengenommen 
und diesen nicht hinterlegt, sondern das Geld in seinem eigenen Nutzen verwendet, dies in der Ab-
sicht, sich einen Vermögensvorteil zu verschaffen, auf den er keinen Anspruch gehabt habe. Der von 
W.________ als Mietzinsdepot zur Verfügung gestellte Betrag sei gemäss Vereinbarung vom 
06.05.2015 zwischen der C.________ (AG) und W.________ mit ausstehenden Mietzinszahlungen 
verrechnet worden.

Dieser Vorgang war ursprünglich im Kern unbestritten, was sich einerseits aus dem 
Mietvertrag und der dortigen Quittung (pag. 04 001 022 ff.) und andererseits aus 
den ersten Angaben des Beschuldigten, er habe das Geld quittiert und sicher nicht 
an U.________ ________ weitergeleitet, ergibt (pag. 05 102 010 Z. 381 ff.). Später 
änderte der Beschuldigte jedoch seine Aussagen, er habe die Depots jeweils an 
U.________ ________ weitergeleitet und so wohl auch W.________ Depot. Zudem 
bestritt er den Behalt zu eigenem Nutzen. 

Die Vorinstanz bezeichnete die äusseren Abläufe als unbestritten (S. 41 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung, pag. 18 867): 

Die L.________(GmbH) war von der C.________ (AG) mit der Verwaltung der Liegenschaft 
O.________ beauftragt und schloss in dieser Funktion mit W.________ am 26.03.2010 einen Mietver-
trag über eine 3-Zimmerwohnung ab. Gleichentags nahm der Beschuldigte namens der 
L.________(GmbH) von W.________ ein Mietzinsdepot in der Höhe von CHF 1‘250.00 entgegen.

Die Vorinstanz schloss letztlich aus der eingestandenermassen nicht separaten 
Einzahlung des Depots auf ein Sperrkonto und dem schwankenden Aussagever-
halten des Beschuldigten darauf, dass W.________, gestützt auf dessen Aussa-
gen, das Depot nicht zurückerhalten und der Beschuldigte das Geld einbehalten 
bzw. für nicht mehr bestimmbare Zwecke eingesetzt habe (S. 41 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung, pag. 18 867).

Die Kammer stellt fest, dass unbestritten ist, dass die L.________(GmbH) bzw. der 
Beschuldigte als deren Geschäftsführer für die C.________ (AG) auch die Liegen-
schaftsverwaltung an der O.________ wahrnahm. Den Belegen lässt sich eindeutig 
entnehmen, dass der Beschuldigte den Erhalt der Kaution von W.________ in bar 
quittierte (pag. 05 102 009 Z. 369 ff.). Der Beschuldigte räumte selbst ein, dass er 
diese Kaution nicht auf einem separaten Konto anlegte, obwohl er wusste, dass 
dies für ihn als professioneller Vermögensverwalter Pflicht gewesen wäre (pag. 18 
727 f. Z. 220 ff.). Dieser Umstand ist für sich betrachtet bereits als Indiz für die ei-

26

gennützige Verwendung des Geldes durch den Beschuldigten zu werten. Darüber 
hinaus erfolgten hinsichtlich der Frage einer Weiterleitung dieses Mietzinsdepots 
äusserst widersprüchliche Aussagen des Beschuldigten. So gestand dieser anfäng-
lich ein, das Depot nicht weitergeleitet zu haben (pag. 05 102 01 Z. 383 ff.), beteu-
erte dann aber unter anderem im Rahmen der Berufungsverhandlung, dass er das 
Depot an U.________ ________ (jeweils) in bar ausbezahlt habe (pag. 19 111 Z. 1 
ff.). Demgegenüber sind die Aussagen von W.________ als glaubhaft zu bezeich-
nen, wonach er das an den Beschuldigten bezahlte Depot tatsächlich nicht 
zurückerhalten habe. Gestützt auf diese Umstände gelangt die Kammer zum 
Schluss, dass der Beschuldigte das Mietzinsdepot an W.________ nicht zurückbe-
zahlte und diesen Geldbetrag für eigene Zwecke verwendete. Der Beschuldigte 
bzw. die L.________(GmbH) wäre im Umfang der relativ geringen Mietkaution wohl 
ohne Weiteres ersatzfähig gewesen, allerdings fehlte es ihm bzw. ihr am Ersatzwil-
len, was sich insbesondere daraus ergibt, dass das Geld eben nicht auf dem vor-
geschriebenen Sperrkonto angelegt wurde. 

Die Kammer erachtet demnach in Übereinstimmung mit der Vorinstanz den ange-
klagten Sachverhalt gemäss Ziff. 1.2. der Anklageschrift als beweismässig erstellt.

8.3 Sachverhalt ________ bzw. Q.________ (Ziff. 1.3. der Anklageschrift)

Dem Beschuldigten wird gemäss Ziff. 1.3. der Anklageschrift vorgeworfen, er habe 
zum Nachteil der C.________ (AG) als Eigentümerin der fraglichen Wohnung 
(nachfolgend wiederum nach der verkürzten Umschreibung der Vorinstanz S. 34 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 18 860): 
in der Zeit vom 14.05.2012 bis 10.10.2013 die Gemeinde P.________ angewiesen, den von dieser für 
________ [recte Q.________] bezahlten Mietzins für eine Wohnung an der O.________, deren Ei-
gentümerin die C.________ (AG) und deren Verwalterin die L.________(GmbH) war, auf das CS-
Konto Nr. ________ der L.________(GmbH) zu überweisen, was die Gemeinde P.________ in der 
Höhe von total CHF 24‘840.00 getan habe. Er habe aber die vom Sozialdienst der Gemeinde 
P.________ überwiesenen Gelder nicht an die C.________ (AG) weitergeleitet, dies in der Absicht, 
sich bzw. der L.________(GmbH) einen Vermögensvorteil zu verschaffen, auf den kein Anspruch be-
standen habe. Die L.________(GmbH) sei zu einer Rückzahlung der unrechtmässig verwendeten 
Vermögenswerte an die C.________ (AG) nicht in der Lage gewesen, da diese per Ende Oktober 
2013 nur über flüssige Mittel in der Höhe von CHF 4‘090.62 verfügt habe.

Sowohl der Deliktsbetrag als auch die massgebliche Deliktszeit wurden hier von 
Beginn weg leicht unterschiedlich dargestellt. In der Anzeige der Privatklägerin vom 
6. November 2015 wurde der Deliktsbetrag zunächst mit CHF 23'330.00 beziffert, 
dies für die Zeit «von 2011 bis 11. November 2013» (pag. 04 001 003 in Kombina-
tion mit Auszug AO.________(AG) pag. 04 001 016 ff.). Andernorts in der Anzeige 
wurde allgemein davon gesprochen, der Beschuldigte habe Mietzinse in unbekann-
ter Höhe vereinnahmt und in der Folge nicht weitergeleitet, doch bezog man sich 
dabei auf die Zeit nach der Aufhebung des Liegenschaftsverwaltungsmandats bzw. 
nach dem Konkurs der L.________(GmbH) (2013 bzw. 2014). Der monatliche 
Mietzins betrug offenbar CHF 1'380.00 (CS-Kontokorrent L.________(GmbH) pag. 
07 312 059 f.). Jedenfalls beim Mietverhältnis Q.________ erachtete der Beschul-
digte es selbst als merkwürdig, dass das Geld auf das Konto der 
L.________(GmbH) gegangen sei (pag. 05 102 008 Z. 318 ff.). Später argumentier-

27

te er, alle Mieter der Liegenschaft hätten Einzahlungsscheine von ihm gehabt, da 
er nach der Renovation die Erstvermietung habe machen müssen, weshalb sie je-
weils auf das Konto der L.________(GmbH) und nicht direkt der C.________ (AG) 
einbezahlt hätten (pag. 18 728 Z. 241 ff.). Oberinstanzlich führte der Beschuldigte 
aus, dass er alles an U.________ ________ weitergeleitet habe. Er habe diesen 
laufend gesehen, wobei U.________ ________ nie geltend gemacht habe, dass 
etwas gefehlt habe (pag. 19 110 Z. 29 ff.). U.________ ________ gab an der Beru-
fungsverhandlung zu Protokoll, dass die Gemeinde, welche die Mietzinszahlungen 
für Q.________ übernommen habe, diese auf das Konto der L.________(GmbH) 
einbezahlt habe. Dies, obwohl vereinbart gewesen sei, dass die Gemeinde die 
Mietzinse direkt auf das Konto der C.________ (AG) überweise (pag. 19 104 Z. 37 
ff.).

Die Vorinstanz hielt zutreffend folgende Ausgangslage für unbestritten (S. 41 der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 18 867): 

Die Liegenschaft O.________ stand seit Mai 2009 im Eigentum der C.________ (AG) und wurde 
durch die L.________(GmbH), handelnd durch den Beschuldigten, verwaltet. Eine der Mieterinnen in 
der genannten Liegenschaft war Q.________, welche die Miete nur unregelmässig bezahlte, so dass 
letztlich der Sozialdienst der Gemeinde P.________ die Mietzinszahlungen übernahm. Aus den ent-
sprechenden Bankunterlagen ergibt sich, dass diese zwischen dem 14.05.2012 und dem 10.10.2013 
total CHF 24‘840.00 auf das Konto Nr. ________ der L.________(GmbH) bei der CS überwies. Aus 
den Akten ergibt sich weiter, dass der Beschuldigte die eingehenden Mietzinse jeweils umgehend in 
bar bezog.

Die Vorinstanz hielt weiter fest, dass aus den eingereichten Bareinzahlungsquittun-
gen hervorgehe, dass der Beschuldigte in der angeklagten Zeit mindestens einmal 
den Mietzins von CHF 1'380.00 in bar auf das Konto der C.________ (AG) einbe-
zahlt habe. Angesichts der chaotischen Verhältnisse sei sehr wahrscheinlich, dass 
der Beschuldigte nicht mehr alle Einzahlungsquittungen gefunden und es noch 
mehr Bareinzahlungen der Mietzinse «Q.________» gegeben habe. Auf die einge-
reichten Unterlagen der C.________ (AG) könne mangels Verlässlichkeit zudem 
nicht ohne Weiteres abgestellt werden. In dubio pro reo erachtete die Vorinstanz 
daher den angeklagten Sachverhalt als nicht erstellt (S. 41 f. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung, pag. 18 867 f.).

Die Kammer stellt fest, dass aktenkundig und beweismässig erstellt ist, dass die 
Gemeinde P.________ den Mietzins von monatlich CHF 1'380.00 für Q.________ 
bezahlte (pag. 07 152 01 f.). Gestützt auf die von der Gemeinde eingereichten Un-
terlagen lässt sich schliessen, dass diese Mietzinse während knapp eineinhalb Jah-
ren in der Höhe von gesamthaft CHF 24'840.00 auf das Konto der 
L.________(GmbH) überwiesen wurden. Demgegenüber ist lediglich die Weiterlei-
tung einer einzigen Monatsmiete von CHF 1'380.00 der L.________(GmbH) an die 
C.________ (AG) dokumentiert. Die Vorinstanz zog diesbezüglich den Umkehr-
schluss, dass wohl noch weitere Zahlungen erfolgt sein müssten, deren Belege 
aufgrund der chaotischen Verhältnisse aber nicht mehr hätten erhältlich gemacht 
werden können. Diesem Umkehrschluss kann die Kammer – in Übereinstimmung 
mit der Generalstaatsanwaltschaft (pag. 19 119) – nicht zustimmen. Es liegen we-
der Quittungen noch sonstige Indizien vor, die dafür sprechen, dass der Beschul-

28

digte tatsächlich weitere Zahlungen aus diesem Vertragsverhältnis an die 
C.________ (AG) überwiesen hat. Es ist auffällig, dass im Gegensatz zum Fall 
«AN.________» hier kaum Belege zu allfälligen Überweisungen aktenkundig sind. 
Dass der Beschuldigte einfach allgemein bestreitet, diese Zahlungen nicht zurück-
behalten zu haben, reicht nicht aus, um erhebliche Zweifel an seiner Schuld zu we-
cken. Insbesondere ist auch hier fraglich, weshalb die Einzahlungen jeweils auf das 
Konto der L.________(GmbH) und nicht direkt auf dasjenige der C.________ (AG) 
erfolgt sind, vermutungsweise wegen der damit erworbenen vorübergehenden Li-
quidität Der Beschuldigte gab jedenfalls in der Voruntersuchung auf die Frage, ob 
er das Geld an die C.________ (AG) weitergeleitet habe, sogar an: «Eben, das 
kann ich nicht sagen» (pag. 05 102 009 Z. 344). Auffällig war auch, dass er, ange-
sprochen auf Q.________, gleichsam zum Gegenangriff überging und die Mieter-
schaft als Messis bezeichnete und sonstige Vorwürfe erhob (pag. 05 101 004 Z. 99 
ff.). Eine Verrechnung mit Ansprüchen der L.________(GmbH) aus der Liegen-
schaftsverwaltung bzw. Honorar oder Unterhalt ist zwar möglich, aber nicht per se 
anzunehmen. Bei korrekter Geschäftsführung hätte man dies zeitnah mit der Nicht-
Weiterleitung von Mietzinsen kommunizieren und auch verbuchen müssen. 

Die Kammer erachtet demnach den angeklagten Sachverhalt gemäss Ziff. 1.3. der 
Anklageschrift als beweismässig erstellt, allerdings lediglich in der Höhe des De-
liktsbetrags von CHF 23'460.00, zumal die Überweisung einer Monatsmiete, betra-
gend CHF 1'380.00, der L.________(GmbH) an die C.________ (AG) aktenkundig 
und damit beweismässig erstellt ist.  

9. Geschäfte zum Nachteil der L.________(GmbH)

9.1 Sachverhalt Motorräder (Ziff. 2. der Anklageschrift)

Dem Beschuldigten wird gemäss Ziff. 2. der Anklageschrift (nachfolgend gemäss 
Darstellung Vorinstanz S. 46 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 18 872) 
vorgeworfen: 

in der Zeit vom 08.05. – 30.06.2009 habe er am 24.01.2011 namens der L.________(GmbH) eine 
Rechnung über pauschal CHF 40‘000.00 für die zwei Motorräder Harley und Agusta per Mail an sei-
nen Bruder H.________ geschickt, dies mit der Aufforderung, den Kaufpreis auf sein Privatkonto zu 
überweisen. Am 02.02.2011 seien vom Konto der M.________(GmbH) CHF 40‘000.00 auf das Privat-
konto des Beschuldigten bei der Bank Coop überwiesen worden. Entgegen seinen Pflichten habe er 
das Geld nicht an die L.________(GmbH) weitergeleitet, sondern regelmässig grössere Bargeldbezü-
ge getätigt und das Geld in seinem Nutzen verwendet, dies in der Absicht, sich einen Vermögensvor-
teil zu verschaffen, auf den er keinen Anspruch gehabt habe .

In Übereinstimmung mit der Vorinstanz stellt die Kammer vorab fest, dass der De-
liktszeitraum nicht wie angeklagt den 8. Mai 2009 bis anfangs 2011 betrifft, sondern 
lediglich die Zeitspanne vom 24. Januar 2011 bis 2. Februar 2011 (S. 48 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung, pag. 18 874).

Die Vorinstanz führte aus, dass vorliegend zweifelsfrei am 2. Februar 2011 CHF 
40'000.00 vom Konto der M.________(GmbH) bzw. H.________ auf das private 
Konto des Beschuldigten überwiesen worden seien. Nach einer gleichentags er-
folgten Einzahlung von CHF 12'000.00 auf das Konto der L.________(GmbH) habe 

29

der Beschuldigte die restlichen CHF 28'000.00 für sich verwendet. Nach Auffas-
sung der Vorinstanz lasse sich aber nicht rechtsgenüglich beweisen, dass die 
L.________(GmbH) die Motorräder seinerzeit auch effektiv gekauft habe. Die Ein-
lösung der Motorräder auf die L.________(GmbH) heisse nämlich nicht per se, 
dass die L.________(GmbH) auch Eigentümerin gewesen sei. Die Aussagen des 
Beschuldigten und das Fehlen der Motorräder in der Jahresrechnung 2009 würden 
nämlich in eine gegenteilige Richtung weisen. Die Vorinstanz erachtete deshalb 
den angeklagten Sachverhalt in dubio pro reo als nicht erstellt (S. 48 f. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung, pag. 18 873 f.).

Die Verteidigung des Beschuldigten hielt fest, es sei schlicht nicht erwiesen, dass 
die Motorräder der L.________(GmbH) gehört hätten. Ein Fahrzeugausweis sei 
kein Beweis für das Eigentum an der Sache. Es sei üblich, privat Fahrzeuge zu 
kaufen und diese auf die «Bude» einzulösen (pag. 18 778). Oberinstanzlich führte 
die Generalstaatsanwaltschaft aus, dass der Beschuldigte die Rechnung über den 
Kauf der Motorräder seinem Bruder per E-Mail zugestellt und darin ausdrücklich im 
Namen der L.________(GmbH) gezeichnet habe. Im Text werde auch erwähnt, 
dass der Kaufpreis an den Geschäftsführer zu überweisen sei. Damit habe der Be-
schuldigte die Motorräder bewusst im Namen der L.________(GmbH) verkauft. Der 
Erlös sei in der Folge auf sein privates Konto einbezahlt und anschliessend nicht 
auf das Konto der L.________(GmbH) weitergeleitet worden. Es würden keine Be-
lege vorliegen, wonach die Motorräder seinerzeit durch jemand anderen als die 
L.________(GmbH) gekauft worden seien (pag. 19 119 f.). Der Beschuldigte führte 
anlässlich der Berufungsverhandlung aus, dass die Motorräder auf dem Papier der 
L.________(GmbH) gehört hätten, er diese aber selbst benutzt habe. Die Versiche-
rung und die Steuern habe er privat bezahlt (pag. 19 112 Z. 24 ff.). Die Frage, ob 
man die Motorräder für Geschäftszwecke verwendet habe, beantwortete er mit: 
«Den Töff wohl eher weniger.» (pag. 19 112 Z. 35 f.).  Auf Frage, warum er die 
Rechnung auf die L.________(GmbH) ausgestellt habe, antwortete er, dass er dies 
aus dem Grund gemacht habe, weil die Motorräder auf die L.________(GmbH) 
eingelöst gewesen seien. Dies sei eventuell nicht so geschickt gewesen (pag. 19 
113 Z. 4 f.). Er gab zudem zu Protokoll, dass das Geld aus dem Verkauf dieser Mo-
torräder nicht an die L.________(GmbH) geflossen sei (pag. 19 113 Z. 8 ff.).

Die Kammer stellt fest, dass der Beschuldigte am 24. Januar 2011 von seinem pri-
vaten E-Mail-Account an H.________ eine E-Mail sendete, welche im Briefkopf die 
L.________(GmbH) aufführte und als «Rechnung für zwei Motorräder» betitelt war. 
Darin verkaufte er die Motorräder zu einem Pauschalpreis von CHF 40'000.00 
(pag. 07 014 007). Der ursprüngliche Kauf der Motorräder ist weder durch den Be-
schuldigten noch durch die L.________(GmbH) belegt. Die Aussage des Beschul-
digten anlässlich der Berufungsverhandlung, wonach die Motorräder auf dem Pa-
pier der L.________(GmbH) gehört hätten, erweckt den Eindruck, dass der Be-
schuldigte selbst die formelle Eigentümerschaft der L.________(GmbH) nicht mehr 
bestreitet. Zudem gab er zu, dass das Geld aus dem Verkauf nicht an die 
L.________(GmbH) floss. Auch ungeachtet dieser Aussagen gelangt die Kammer 
aus folgenden Gründen – entgegen der Auffassung des Beschuldigten bzw. seiner 
Verteidigung – zum Schluss, dass die Motorräder der L.________(GmbH) gehörten 
und der Verkaufserlös demnach der L.________(GmbH) hätte zukommen bzw. in 

30

deren Interesse hätte verwendet werden müssen: Der Umstand, dass die Motorrä-
der im Namen der L.________(GmbH) und nicht auf den Namen des Beschuldig-
ten eingelöst wurden, wiegt besonders schwer und ist nicht – wie die Verteidigung 
meint (pag. 19 128) – vernachlässigbar. Es kann nicht einfach behauptet werden, 
dass es üblich sei, Motorfahrzeuge über die «Bude» einzulösen (pag. 19 128). Im 
Weiteren wurde in der E-Mail ausdrücklich erwähnt, dass der Kaufpreis an den Ge-
schäftsführer der L.________(GmbH) zu bezahlen sei. Darüber hinaus ist nicht be-
legt, dass der Beschuldigte das Benzin, die Versicherungen und den Unterhalt der 
Motorräder tatsächlich privat bezahlt hat. Sodann ist auch nicht nachvollziehbar, 
weshalb die Rechnung im Namen der L.________(GmbH) ausgestellt wurde, wenn 
die Motorräder dem Beschuldigten privat gehört hätten. Soweit der Beschuldigte in 
anderem Zusammenhang ausführte, dass er ja sowieso nichts persönlich habe ha-
ben dürfen (pag. 18 731 Z. 332), spricht dies eben auch für die Eigentümerschaft 
der L.________(GmbH). 

Die Kammer stellt damit fest, dass der angeklagte Sachverhalt von Ziff. 2. 
grundsätzlich beweismässig erstellt ist. Allerdings erachtet die Kammer nicht den 
Deliktsbetrag von CHF 40'000.00, sondern lediglich einen Betrag von CHF 
28'000.00 als erstellt. Dies deshalb, da zeitnah nach dem Kaufgeschäft bzw. am 
gleichen Tag der Zahlung des Kaufpreises CHF 12'000.00 in bar auf das Konto der 
L.________(GmbH) einbezahlt wurden (pag. 07 310 063). In dubio pro reo ist 
demnach davon auszugehen, dass diese CHF 12'000.00 eine Weiterleitung aus 
dem Verkaufserlös der Motorräder darstellten.

9.2 Darlehen U.________ (Ziff. 3.1. der Anklageschrift)

Dem Beschuldigten wird gemäss Ziff. 3.1. der Anklageschrift Folgendes vorgewor-
fen (nachfolgend gemäss der Zusammenfassung der Vorinstanz S. 49 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung, pag. 18 875): 

Am 29.07.2004 schloss er namens der L.________(GmbH) mit der Familie U.________ einen Hypo-
thekar-Darlehensvertrag über CHF 2,555 Mio. ab, wovon CHF 2,3 Mio. ausbezahlt wurden, die mittels 
Schuldbriefen, lastend auf der Liegenschaft N.________, sichergestellt waren. Am 28.05.2008 wurde 
ein Nachtrag zu diesem Darlehensvertrag abgeschlossen, gemäss dem die Familie U.________ der 
L.________(GmbH) ein zusätzliches Darlehen über CHF 555‘555.00, davon ausbezahlt CHF 
500‘000.00, gewährte. Die von der Familie U.________ erhaltenen Darlehen wurden schliesslich 
gemäss Vereinbarung vom 29.08.2013 durch die Übertragung des Stockwerkeigentums an der Lie-
genschaft N.________ getilgt. Das Nachtragsdarlehen von CHF 500‘000.00 verwendete der Beschul-
digte entgegen seinen Pflichten als Geschäftsführer der L.________(GmbH) nicht in deren Nutzen, 
sondern zu seinem eigenen Nutzen und zum Nutzen der von ihm kontrollierten M.________(GmbH): 
Davon total CHF 140‘300.00 mittels nicht verbuchter Barbezüge, durch Begünstigung der 
M.________(GmbH) im Betrag von total CHF 250‘000.00 und durch Zurverfügungstellen eines Darle-
hens über CHF 110‘000.00 für Eigenkapital an H.________ zum Kauf der Liegenschaft Z.________ .

Vorbemerkung:
Seitens der Verteidigung wird allgemein auf das Schreiben vom J.________, der 
Ex-Frau des Beschuldigten und der ehemaligen Gesellschafterin der 
L.________(GmbH), vom 31. Januar 2021 (pag. 18 566, 19 128) verwiesen, ge-

31

stützt worauf nicht von einer den Interessen der L.________(GmbH) zuwiderlau-
fenden Geschäftsführung des Beschuldigten gesprochen werden könne: 
«Lieber A.________, Gerne bestätige ich Dir, dass ich, als ehemalige Gesellschafterin zu 50% sowohl 
der L.________(GmbH) als auch der T.________(GmbH), von Dir über die Geschäfte der Firma in-
formiert worden bin. Ich halte weiter fest, dass ich mit Deiner Geschäftsführung stets einverstanden 
war und ich nie das Gefühl gehabt hätte, dass du zu Ungunsten der Gesellschaft gehandelt hättest. 
Ich bin damit einverstanden, dass Du dieses Schreiben dem Gericht vorlegst und ich bin auch gerne 
bereit vor Gericht über Deine Geschäftstätigkeit Auskunft zu erteilen, sofern dies gewünscht ist.».

Aus Sicht der Kammer ist das Schreiben für die Bewertung der Qualität der Ge-
schäftsführung des Beschuldigten bei der L.________(GmbH) nicht von entschei-
dender Bedeutung. Dies deshalb, da das Schreiben erst zehn Jahre nach den hier 
interessierenden Vorgängen erstellt wurde und es den Eindruck einer Gefälligkeits-
handlung von J.________ gegenüber dem Beschuldigten erweckt. Im Weiteren 
spezifizierte J.________ nicht, über welche Geschäfte und Handlungsweisen der 
L.________(GmbH) sie zu welchem Zeitpunkt informiert worden sei. Darüber hin-
aus ist nicht allein massgeblich, ob die Gesellschafter die Geschäftsführung als 
korrekt beurteilen. Ausschlaggebend ist nämlich insbesondere, ob nach objektiven 
Gesichtspunkten die Geschäftsführung im Interesse der involvierten Gläubiger er-
folgt. Aus dem Schreiben kann demnach nicht einfach auf eine korrekte Geschäfts-
führung durch den Beschuldigten geschlossen werden.

Ad nicht verbuchte Barbezüge (Deliktsbetrag: CHF 140'300.00):
Die Vorinstanz ging gestützt auf den Vergleich der C.________ (AG) und der 
L.________(GmbH) vor Handelsgericht vom 29. August 2013 davon aus, dass die 
L.________(GmbH) die Darlehensschuld von CHF 500'000.00 gegenüber der 
C.________ (AG) letztlich getilgt habe. Zu prüfen sei aber, ob der Beschuldigte 
diese Geldmittel auch tatsächlich im Interesse der L.________(GmbH) verwendet 
habe. In der Folge konstatierte die Vorinstanz, dass vom Darlehen innert zweiein-
halb Monaten durch den Beschuldigten Barbezüge im Umfang von CHF 
140'300.00 erfolgt seien. Der Grund für diese Bezüge sei nicht belegt und mangels 
Vorliegens einer Jahresrechnung für das Jahr 2008 sei auch nichts verbucht wor-
den. Auf Grund des Status’ der L.________(GmbH) zum fraglichen Zeitpunkt im 
Sommer 2008 seien neben den nicht in bar erfolgten Überweisungen an Frau 
U.________ (der eigentlichen Darlehensgeberin damals) in dubio pro reo höchs-
tens noch Rechnungen der L.________(GmbH) im Umfang von ca. CHF 10'000.00 
zu begleichen gewesen. Für Wasserschadenkosten im Umfang von CHF 
100'000.00 am N.________ oder weitere mit der L.________(GmbH) zusammen-
hängende Geschäfte, welche Kosten von über CHF 130'000.00 in rund zweieinhalb 
Monaten verursacht hätten, gebe es keine Belege. Die Vorinstanz erachtete dem-
nach den angeklagten Sachverhalt im Umfang von CHF 130'000.00 als beweis-
mässig erstellt (S. 64 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 18 890 f.).

Der Beschuldigte liess im Parteivortrag der Verteidigung bestreiten, dass er die 
Gelder für eigene Zwecke gebraucht habe. Einzahlungen in bar seien üblich, wenn 
auch umständlich. In der fraglichen Zeit und vor dem Einsetzen von Betreibungen 
im Jahr 2013 habe der Beschuldigte die Rechnungen immer korrekt bezahlt. Letzt-
lich gehe es bei der L.________(GmbH) um eine Einpersonen-AG bzw. faktisch um 

32

eine Einmann-Unternehmung (pag. 18 781). Ausgeführt wurde weiter, dass mit den 
bezogenen Geldern auch Gesellschaftsrechnungen und Lohn für den Beschuldig-
ten ausbezahlt worden seien (pag. 18 778, 19 128 f.). 

Die Kammer stellt in Übereinstimmung mit der Vorinstanz fest, dass belegt und 
damit als beweismässig erstellt gilt, dass über einen Zeitraum von zweieinhalb Mo-
naten massive und unverbuchte Bargeldbezüge im Umfang von CHF 140'300.00 
durch den Beschuldigten vom Konto der L.________(GmbH) erfolgt sind (pag. 07 
310 056 ff.). Der Verwendungszweck dieser bezogenen Gelder ist auch vor oberer 
Instanz – gleich wie bereits vor der Vorinstanz – nicht belegt worden. So sagte der 
Beschuldigte im Rahmen der Berufungsverhandlung relativ unbestimmt aus, er ha-
be es mal aufgeschrieben und es seien diverse Sachen gewesen, die die Firma be-
troffen hätten. Er habe auch noch Geld für seine Arbeit nehmen müssen. Gerade 
Letzteres hätte aber maximal CHF 10'000.00 betragen (pag. 19 113 Z. 25 ff.). Eine 
Barbezugs- bzw. Barzahlungspraxis ohne klare Verbuchung stellt per se eine für 
die Gesellschaft risikoträchtige oder nachteilige Geschäftsbesorgung dar. Der Hin-
weis der Verteidigung, dass eine Bargeldpraxis im Milieu üblich sei, ist damit unbe-
helflich (pag. 19 778). Die Kammer erachtet die Ausführungen der Verteidigung, 
wonach es sich teilweise um Lohnbezüge gehandelt habe, da völlig unterschiedli-
che Beträge über den kurzen Zeitraum von zweieinhalb Monaten hinweg bezogen 
wurden, als wenig überzeugend. Abgesehen davon liegen keinerlei objektivierbare 
Unterlagen zum konkreten Verwendungszweck der Bezüge vor. Insofern rechtfer-
tigt es sich – entgegen der Auffassung der Vorinstanz – auch nicht, von einer Re-
duktion am Deliktsbetrag auszugehen. Zudem führte der Beschuldigte selbst aus, 
der Kredit von netto CHF 500'000.00 (CHF 50'000.00 [recte 55'555.00, pag. 07 162 
405] bzw. 10% sei als Agio schon vorab abgezogen worden) sei für den 
N.________ gewesen und er könne – zum damaligen Zeitpunkt – nicht sagen, 
wofür das Geld konkret verwendet worden sei (pag. 05 102 007 Z. 255 ff.). Darüber 
hinaus ist zudem der Gesamtkonnex zu beachten, wonach der Rest des Darlehens 
– vergleiche nachfolgend – ebenfalls nicht im Interesse der L.________(GmbH) 
verwendet worden ist. Demzufolge ist die Kammer der Auffassung, dass die ge-
samten Barbezüge von CHF 140'300.00 durch den Beschuldigten wider die Ge-
schäftsinteressen der L.________(GmbH) verwendet wurden. 

Da die Generalstaatsanwaltschaft in ihrer Berufungserklärung allerdings «Schuld-
sprüche wie in erster Instanz» verlangte und diese – wie eingangs erwähnt – die 
Berufung demnach auf die (geringeren) Deliktsbeträge gemäss erstinstanzlichem 
Urteilsdispositiv beschränkte, gilt diesbezüglich das Verschlechterungsverbot. Die 
Kammer erachtet demnach den Sachverhalt gemäss Ziff. 1.3. der Anklageschrift 
hinsichtlich der Bargeldbezüge bei einem Deliktsbetrag von CHF 130'000.00 als 
erstellt.

Ad Überweisung an M.________(GmbH) (Deliktsbetrag: CHF 250'000.00):
Die Vorinstanz stellte fest, dass die aus dem Darlehen von CHF 500'000.00 finan-
zierten Festgeldanlagen und auch die diversen, durch Einzahlungen wieder ausge-
glichenen Barbezüge bis im Mai 2009 nicht von strafrechtlicher Relevanz seien. 
Demgegenüber sei die Überweisung von CHF 250'000.00 aus dem Darlehen der 
C.________ (AG) von der L.________(GmbH) an die M.________(GmbH) letztlich 

33

zum Nachteil der L.________(GmbH) erfolgt. Dies deshalb, da kein Rückfluss die-
ses Geldbetrags an die L.________(GmbH) habe belegt werden können. Sodann 
sei diese Geldtransaktion auch nicht verbucht worden. Darüber hinaus sei diese 
Überweisung ohne klaren Rechtsgrund an die M.________(GmbH) zur Finanzie-
rung des Kaufs des Baugrundstücks «AL.________» in AM.________ erfolgt. Die 
M.________(GmbH) sei hierfür wohl eigens gegründet worden. Tatsächlich müsse 
man schliessen – auch aus der Verwendung der Erlöse aus dem späteren Parzel-
lenverkauf – dass der Beschuldigte nie über den Willen verfügt habe, die Schuld 
gegenüber der L.________(GmbH) zurückzubezahlen. Den angeklagten Sachver-
halt erachtete die Vorinstanz damit als beweismässig erstellt (S. 65 ff. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung, pag. 18 891 ff.).

Der Beschuldigte führte anlässlich der Berufungsverhandlung aus, dass dieser 
Geldbetrag von der L.________(GmbH) an die M.________(GmbH) ein Darlehen 
hätte darstellen sollen. Eine Gewinnbeteiligung der L.________(GmbH) sei jedoch 
nie abgesprochen worden (pag. 19 114 Z. 1 ff.). Auf Frage, was es mit der 
M.________(GmbH) auf sich habe, antwortete der Beschuldigte, dass diese Firma 
gegründet worden sei, damit sein Bruder, H.________, wieder Fuss fassen könne, 
nachdem dieser längere Zeit arbeitslos gewesen sei (pag. 19 114 Z. 5 ff.).

Die Kammer stellt fest, dass die Staatsanwaltschaft den Papertrail der Tranche von 
CHF 250'000.00 ab Juli 2008 bis zur hier massgeblichen Überweisung an die 
M._____