# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 09f1a16c-eaed-5fd1-bfef-2f5cd20e41c2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-22
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 22.09.2020 SK 2020 72
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2020-72_2020-09-22.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 20 72

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 22. September 2020 

Besetzung Oberrichterin Friederich Hörr (Präsidentin i.V.), 
Obergerichtssuppleant Zbinden, 
Oberrichterin Bratschi
Gerichtsschreiberin Baillif

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Fürsprecher B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Gegenstand einfache Körperverletzung, Drohung, Gewalt und Drohung gegen 
Behörden und Beamte etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Kollegialgericht) vom 30. Juli 2019 (PEN 17 255 / 19 56)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland (Kollegialgericht in Dreierbesetzung; 
nachfolgend Vorinstanz) fällte am 30. Juli 2019 gegen den Beschuldigten und Be-
rufungsführer A.________ (nachfolgend Beschuldigter) folgendes Urteil 
(pag. 1199 ff.): 

«[…]

I.

Das Strafverfahren gegen A.________

1. wegen einfacher Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz, angeblich begangen 
am 22. Juni 2016, in Biel, durch missbräuchliches Abgeben von Warnsignalen (AKS Ziff. I/1.3)

2. wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeblich begangen bis 5. Okto-
ber 2014, in Biel und anderswo, durch Kauf und Konsum einer unbestimmten Menge Marihuana 
(geringfügig; AKS Ziff. I/3, erster Absatz)

3. wegen Widerhandlung gegen das Gesetz über das kantonale Strafrecht, angeblich began-
gen am 22. Juni 2016 in Biel, E.________, durch unanständiges Benehmen (AKS Ziff. I/4)

wird infolge Verjährung gestützt auf Art. 329 StPO i.V.m. Art. 109 StGB eingestellt, ohne Ausrich-
tung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II.

A.________ wird freigesprochen:

1. von der Anschuldigung der Drohung, angeblich begangen am 20./21. April 2015, in Biel, zum 
Nachteil von D.________ (AKS Ziff. I/2.2)

2. von der Anschuldigung des in Verkehr Setzens eines nicht immatrikulierten Motorfahr-
zeuges (ohne Haftpflichtversicherung, Fahrzeugausweis, Kontrollschilder; AKS Ziff. I/1.2.6), an-
geblich begangen am 23. September 2013, in Biel, Silbergasse

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

3

III.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der mehrfachen qualifizierten Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, durch

1.1. Nichtanpassen der Geschwindigkeit und dadurch Nichtbeherrschen des Fahrzeuges 
(AKS Ziff. I/1.1.1), mehrfach begangen am

1.1.1. 24. Juli 2013, in Selzach, Solothurnstrasse

1.1.2. 1. März 2014, in Biel, auf der Strecke Solothurnstrasse – Kreisverkehrsplatz – 
Leugenestrasse – David-Moning-Strasse

1.1.3. 22. März 2014, in Biel

1.2. Überschreitung der gesetzlichen Höchstgeschwindigkeit, begangen am 22. März 2014, in 
Biel (AKS Ziff. I/1.1.2)

2. der mehrfachen Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, durch

2.1. Vereitlung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit (AKS Ziff. I/1.2.1), be-
gangen am

2.1.1. 28. Dezember 2012, in Biel, Silbergasse

2.1.2. 24. Juli 2013, in Selzach, Solothurnstrasse

2.2. Fahren in angetrunkenem Zustand (qualifiziert; AKS Ziff. I/1.2.2), mehrfach begangen am

2.2.1. 1. März 2014, in Biel, auf der Strecke Solothurnstrasse – Kreisverkehrsplatz – 
Leugenestrasse – David-Moning-Strasse

2.2.2. 22. März 2014, in Biel, E.________ (Adresse)

2.3. Fahren eines Personenwagens unter Drogeneinfluss (AKS Ziff. I/1.2.3, AKS 2018 
Ziff. I/1.2), begangen am

2.3.1. 22. Juni 2016, in Biel, E.________ (Adresse)

2.3.2. 27. Januar 2017, in Biel, auf der Strecke E.________ (Adresse) bis Bahnhof-
platz 10

2.3.3. 26.07.2018, in Orpund

2.4. Pflichtwidriges Verhalten bei Unfall, begangen am 24. Juli 2013, in Selzach, Solothurn-
strasse (AKS Ziff. I/1.2.4)

2.5. Führen eines Motorfahrzeuges ohne den erforderlichen Führerausweis (AKS Ziff. I/1.2.5, 
AKS 2018 Ziff. I/1.1), mehrfach begangen am

2.5.1. 28. Dezember 2012, in Biel, Silbergasse

2.5.2. 24. Juli 2013, in Selzach, Solothurnstrasse

2.5.3. 23. September 2013, in Biel, Silbergasse

2.5.4. 22. Dezember 2013, auf der Autobahn A1, Genf-Lausanne, Nyon

2.5.5. 1. März 2014, in Biel, auf der Strecke Solothurnstrasse – Kreisverkehrsplatz – 
Leugenestrasse – David-Moning-Strasse

2.5.6. 22. März 2014, in Biel, E.________ (Adresse)

4

2.5.7. 10. Oktober 2014, in Biel, Zollhausstrasse

2.5.8. 22. Juni 2016, in Biel, E.________ (Adresse)

2.5.9. 27. Januar 2017, in Biel, auf der Strecke E.________ (Adresse) bis Bahnhof-
platz 10

2.5.10. 26.07.2018, in Orpund

2.6. In Verkehr setzen eines nicht immatrikulierten Motorfahrzeuges (ohne Haftpflichtversiche-
rung, Fahrzeugausweis, Kontrollschilder; AKS Ziff. I/1.2.6 und AKS 2018 Ziff. I/1.3), mehr-
fach begangen am

2.6.1. 28. Dezember 2012, in Biel, Silbergasse

2.6.2. 24. Juli 2013, in Selzach, Solothurnstrasse

2.6.3. 22. Dezember 2013, auf der Autobahn A1, Genf-Lausanne, Nyon

2.6.4. 22. März 2014, in Biel, E.________ (Adresse)

2.6.5. 27. Januar 2017, in Biel, auf der Strecke E.________ (Adresse) bis Bahnhof-
platz 10

2.6.6. 26.07.2018, in Orpund

2.7. Missbrauch von Kontrollschildern (AKS Ziff. I/1.2.7 und AKS 2018 Ziff. I/1.4 und I/1.5), 
mehrfach begangen am

2.7.1. 28. Dezember 2012, in Biel, Silbergasse

2.7.2. 24. Juli 2013, in Selzach, Solothurnstrasse

2.7.3. 23. September 2013, in Biel, Silbergasse

2.7.4. 22. Dezember 2013, auf der Autobahn A1, Genf-Lausanne, Nyon

2.7.5. 22. März 2014, in Biel, E.________ (Adresse)

2.7.6. 27. Januar 2017, in Biel, auf der Strecke E.________ (Adresse) bis Bahnhof-
platz 10

2.7.7. 26.07.2018, in Orpund

3. der einfachen Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand, begangen am 21. April 2015, 
in Biel, F.________ (Adresse), zum Nachteil von D.________ (AKS Ziff. I/2.1)

4. der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, begangen am 22. März 2014, in Biel, 
E.________ (Adresse) (AKS Ziff. I/2.3)

5. der falschen Anschuldigung, begangen am 1. März 2014, in Biel (AKS Ziff. I/2.4)

6. der Irreführung der Rechtspflege, begangen am 25. Juli 2013, in Biel (AKS Ziff. I/2.6)

7. der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, durch Konsum von Betäubungsmit-
teln (geringfügig; AKS Ziff. I/3), begangen am 22. Juni 2016 und am 27. Januar 2017, in Biel

5

IV.

A.________ wird

in Anwendung der Art. 40, 47, 49 Abs. 1, 51, 123 Ziff. 1 und 2 Abs. 2, 285 Ziff. 1, 303 Ziff. 1 Abs. 1, 
304 Ziff. 1 Abs. 1 StGB
Art. 90 Abs. 1 und 2, Art. 91 Abs. 2 lit. a und b, 91a Abs. 1, 92 Abs. 2, 95 Abs. 1 lit a, 96 Abs. 1 lit. a 
und Abs. 2, 97 Abs. 1 lit. a und g SVG
Art. 19a Ziff. 1 BetmG
Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten.

Die Untersuchungs- und Polizeihaft werden im Umfang von insgesamt 116 Tagen auf die Frei-
heitsstrafe angerechnet.

2. Zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 1‘800.00. Die 
Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung wird auf 60 Tage festgesetzt.

3. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 100.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf einen Tag festgesetzt.

4. Zu den auf den Schuldspruch entfallenden Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Ge-
bühren von CHF 23‘550.00 und Auslagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung) von 
CHF 38‘233.85, insgesamt bestimmt auf CHF 61‘783.85 (ohne Kosten für die amtliche Verteidi-
gung auf CHF 46‘751.55).

Kosten der Untersuchung BJS 14 6200 CHF 18’150.00
Kosten Untersuchung BJS 18 17198 CHF 800.00
Kosten Auftritt Staatsanwaltschaft vor Gericht CHF 1’000.00
Kosten des Gerichts (inkl. schriftl. Begründung) CHF 3’600.00
Total CHF 23’550.00

Kosten für die amtliche Verteidigung (vgl. Tabelle) CHF 15’032.30
Kosten der Staatsanwaltschaft BJS 14 6200 CHF 17’117.80
Kosten der Staatsanwaltschaft BJS 18 17198 CHF 2’089.20
Kosten Gericht Fahrzeug KIA Carnival III CHF 3’994.55
Total CHF 38’233.85

Die Gebühren setzen sich zusammen aus:

Die Auslagen setzen sich zusammen aus:

6

V.

1. Das Widerrufsverfahren gegen A.________ wird eingestellt.

2. Die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren von CHF 150.00 werden vom Kanton Bern 
getragen.

3. Auf die Ausrichtung einer Entschädigung wird verzichtet.

VI.

1. Die auf den Schuldspruch entfallende amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die 
amtliche Verteidigung von A.________ durch Rechtsanwalt C.________

Leistungen bis 31.12.2017
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 39.67 200.00 CHF 7’933.34
amtliche Entschädigung 1.50 100.00 CHF 150.00
Reisezuschlag CHF 300.00

CHF 184.90
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 8’568.24 CHF 685.45
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 9’253.69

volles Honorar 39.67 250.00 CHF 9’916.68
volles Honorar 1.50 125.00 CHF 187.50
Reisezuschlag CHF 300.00

CHF 184.90
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 10’589.08 CHF 847.15
Total CHF 11’436.23

nachforderbarer Betrag CHF 2’182.54

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen MWST-pflichtig

Leistungen ab 01.01.2018
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 24.33 200.00 CHF 4’866.66
CHF 498.80

Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 5’365.46 CHF 413.15
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 5’778.61

volles Honorar 24.33 250.00 CHF 6’083.33
CHF 498.80

Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 6’582.13 CHF 506.80
Total CHF 7’088.93

nachforderbarer Betrag CHF 1’310.32

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen MWST-pflichtig

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt C.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 15‘032.30.

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen 
und Rechtsanwalt C.________ die Differenz von CHF 3‘492.85 zwischen der amtlichen Ent-
schädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 
erlauben.

7

VII.

Im Zivilpunkt wird weiter verfügt:

1. Es wird festgestellt, dass der Zivilkläger D.________ seine Zivilklage vor Abschluss der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung zurückgezogen hat und diese auf dem Zivilweg erneut geltend 
machen kann.

2. Es wird festgestellt, dass A.________ anerkannt hat, der Zivilklägerin G.________ (Versiche-
rung), einen Betrag von insgesamt CHF 12‘000.00 zu schulden. Die Zivilklage der G.________ 
(Versicherung) wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben.

3. Die zwischen A.________ und der G.________ (Versicherung) abgeschlossene Vereinbarung 
vom 30. Juli 2019 wird gerichtlich genehmigt.

4. Für den Zivilpunkt werden keine Kosten ausgeschieden.

VIII.

Weiter wird verfügt:

1. Die folgenden Gegenstände werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB):

12 Patronen
ein Klappmesser
eine BM-Mühle

2. Es wird festgestellt, dass der KIA Carnival III, dunkelblau, VIN/Rahmen-Nr. ________, bereits 
mit Verfügung vom 17. Juni 2019 zur Verwertung bzw. Vernichtung eingezogen wurde.

3. Der Betrag von CHF 1‘500.00 aus der Beschlagnahme und dem Verkauf des Mercedes-Benz, 
E 430 T, rot, VIN/Rahmen-Nr. ________, wird eingezogen (Art. 70 StGB).

4. Der beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 1‘500.00 wird in der Höhe von CHF 100.00 zur De-
ckung der Busse von CHF 100.00 und in der Höhe von CHF 1‘400.00 zur Deckung der Verfah-
renskosten verwendet.

5. Die Zustimmung zur Löschung der erstellten DNA-Profile (PCN ________, PCN ________, 
PCN ________, PCN ________, PCN ________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist durch das 
zuständige Bundesamt wird vorzeitig erteilt (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

6. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten 
(PCN gemäss Ziff. VIII/5 hiervor) nach Ablauf der gesetzlichen Frist durch die auftraggebende 
Behörde wird vorzeitig erteilt (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbei-
tung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

7. […]»

8

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete Rechtsanwalt C.________ namens und auftrags des 
Beschuldigten mit Eingabe vom 2. August 2019 fristgerecht die Berufung an 
(pag. 1215). Ebenfalls innert Frist ging am 3. März 2020 beim Obergericht des Kan-
tons Bern die Berufungserklärung des Beschuldigten ein (pag. 1321 ff.). 

Die Generalstaatsanwaltschaft teilte mit Eingabe vom 23. März 2020 (pag. 1334 f.) 
mit, sie beantrage weder ein Nichteintreten auf die Berufung des Beschuldigten 
noch erkläre sie die Anschlussberufung. 

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Mit Berufungserklärung vom 2. März 2020 (pag. 1321 ff.) reichte Rechtsanwalt 
C.________ namens und auftrags des Beschuldigten ein Zwischenzeugnis der 
H.________ (GmbH) vom 4. Februar 2019 (pag. 1324), einen Bericht des 
I.________ (Spital) vom 14. März 2014 (pag. 1325), einen Notfallbericht der 
J.________ (Klinik) vom 1. März 2014 (pag. 1326 ff.) sowie einen Bericht des 
Erwachsenen- und Kindesschutzes der Stadt Biel vom 23. August 2018 
(pag. 1330) ein. Diese Unterlagen wurden mit Verfügung vom 5. Mai 2020 zu den 
Akten erkannt und die Generalstaatsanwaltschaft mit Kopien bedient (pag. 1336 f.).

Mit Blick auf die oberinstanzliche Verhandlung wurden sodann von Amtes wegen 
ein Auszug aus dem Schweizerischen Strafregister (datierend vom 
4. September 2020, pag. 1366 f.), beim Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt die 
Administrativakten (pag. 1355; gelber Bundesordner) sowie bei der Kantonspolizei 
Bern ein Informationsbericht über den Beschuldigten (datierend vom 
3. September 2020, pag. 1378 f.) ediert. Ausserdem wurden beim Regionalgericht 
Berner Jura-Seeland die Akten im Strafverfahren PEN 19 981 gegen den 
Beschuldigten eingeholt (pag. 1371 ff.). Daraus wurden Kopien des Strafbefehls 
vom 28. Oktober 2019 (pag. 1374 ff.) sowie der Vorladung zur erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung vom 8. Oktober 2020 (pag. 1371 ff.) erstellt und zu den Akten 
genommen. In der oberinstanzlichen Verhandlung wurden den Parteien Kopien 
davon ausgehändigt (vgl. pag. 1388). 

Rechtsanwalt C.________ reichte für den Beschuldigten in der oberinstanzlichen 
Verhandlung zudem eine Kopie des Schreibens von Prof. Dr. med. K.________ 
(nachfolgend Dr. med. K.________; datierend vom 14. September 2020, 
pag. 1419 ff.), eine Kopie des Arbeitsvertrages zwischen der L.________ (AG) und 
dem Beschuldigten (unterzeichnet am 17. Juli 2020 bzw. am 23. Juli 2020, 
pag. 1422 f.), eine Kopie der Lohnabrechnung der L.________ (AG) für den Monat 
August 2020 (pag. 1424) sowie eine Kopie des Zwischenzeugnisses der 
L.________ (AG) (datierend vom 31. August 2020, pag. 1425) ein. Diese 
Unterlagen wurden mit Beschluss der Kammer zu den Akten erkannt (pag. 1389). 
Schliesslich wurde der Beschuldigte in der oberinstanzlichen Verhandlung erneut 
zu Person und Sache einvernommen (pag. 1390 ff.). 

9

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt C.________ stellte und begründete in der oberinstanzlichen Ver-
handlung für den Beschuldigten die folgenden Anträge (pag. 1404 f.): 
«I. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 30. 

Juli 2019 (PEN 17 255/1956/17261) insoweit in Rechtskraft erwachsen ist als dass 

1. das Verfahren gegen A.________, geb. 09.01.1981, eingestellt wurde wegen: 
a. einfacher Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz, angeblich 

begangen am 22. Juni 2016 in Biel (Ziff. 1.1. Urteil der Vorinstanz); 
b. Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeblich begangen bis 

5. Oktober 2014 in Biel und anderswo (Ziff. 1.2. Urteil der Vorinstanz); 
c. wegen Widerhandlung gegen das Gesetz über das kantonale Strafrecht, 

angeblich begangen am 22. Juni 2016 in Biel (Ziff. 1.3. Urteil der Vorinstanz). 

2. A.________ (vgt.) freigesprochen wurde vom Vorwurf: 
a. der Anschuldigung der Drohung, angeblich begangen am 20./21. April 2015 in 

Biel, z.N. von D.________ (Ziff. 11.1. Urteil der Vorinstanz); 
b. der Anschuldigung des in Verkehr Setzens eines nicht immatrikulierten 

Motorfahrzeuges, angeblich begangen am 23. September 2013 in Biel 
(Ziff. 11.2. Urteil der Vorinstanz). 

3. A.________ (vgt.) verurteilt wurde betreffend Ziff. 111.1.1.1.-111.1.1.2.; Ziff. 111.1.2.; 
Ziff. 111.2.1.2.; Ziff. 111.2.2. bis Ziff. 111.2.7.; Ziff. 111.5. bis Ziff. 111.7. jeweils Urteil 
der Vorinstanz). 

4. A.________ (vgt.) zu einer Übertretungsbusse von CHF 100.00 verurteilt wurde 
(Ziff. IV.3. Urteil der Vorinstanz). 

5. das Widerrufsverfahren ohne Ausrichtung einer Entschädigung und unter Kostenfolge 
für den Kanton Bern eingestellt wurde (Ziff. V Urteil der Vorinstanz). 

6. die Verfügungen betreffend die Zivilpunkte getroffen wurde (Ziff. VII. Urteil der Vorinstanz).

7. die weiteren Verfügungen getroffen wurden (Ziff. VIII. Urteil der Vorinstanz). 

II. A.________ (vgt.), sei frei zu sprechen vom Vorwurf: 

1. des Nichtanpassens der Geschwindigkeit und dadurch Nichtbeherrschen des 
Fahrzeuges, angeblich begangen am 22. März 2014, in Biel (Ziff. 111./1.1.3. Urteil der 
Vorinstanz); 

2. der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit, angeblich 
begangen am 28. Dezember 2012 in Biel, Silbergasse (Ziff. 111./2.1.1. Urteil der 
Vorinstanz); 

3. der einfachen Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand, angeblich begangen am 
21. April 2015 in Biel, F.________ (Adresse), z.N. von D.________ (Ziff. 111./3. Urteil 
der Vorinstanz); 

4. der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, angeblich begangen am 
22. März 2014, in Biel, E.________ (Adresse) (Ziff. 111./4. Urteil der Vorinstanz);

10

unter Auferlegung der anteilmässigen erstinstanzlichen und oberinstanzlichen 
Verfahrenskosten an den Kanton Bern und unter Ausrichtung einer Entschädigung für die 
gebotenen Verteidigungskosten für das erst- und oberinstanzliche Verfahren. 

Ill. A.________ (vgt.), sei mit Bezug auf die nicht angefochtenen Schuldsprüche in Anwendung 
der massgeblichen Bestimmungen zu verurteilen 

1. zur Bezahlung einer Geldstrafe von maximal 180 Tagessätzen à CHF 20.00, total 
ausmachend CHF 3'600.00, unter Ansetzung einer Probezeit von 4 Jahren und unter 
Anrechnung der bereits ausgestanden Polizei- und Untersuchungshaft von 116 Tagen; 

2. zu einer Verbindungsbusse von CHF 700.00, bei schuldhaftem Nichtbezahlen 
ersatzweise mit 7 Tagen Haft; 

3. zur Bezahlung der auf die Schuldsprüche entfallenden, anteilmässigen erst- und 
oberinstanzlichen Verfahrenskosten. 

IV. Die erstinstanzlichen, anteilmässigen Verfahrenskosten für die vorliegend nicht angefochtenen 
Einstellungen und Freisprüche (Ziff. I. und 11. des Urteils, je letzter Absatz) seien dem Kanton 
Bern aufzuerlegen und A.________ sei diesbezüglich eine angemessene Entschädigung für 
die gebotene Verteidigung auszurichten. 

V. Das Honorar der amtlichen Verteidigung für das oberinstanzliche Verfahren sei gemäss 
eingereichter Honorarnote gerichtlich zu bestimmen.

VI. Es seien die notwendigen Verfügungen zu erlassen.»

Der stellvertretende Generalstaatsanwalt M.________ beantragte und begründete 
seinerseits Folgendes (pag. 1411 ff.): 
«[…] 

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 
30. Juli 2019 insofern in Rechtskraft erwachsen ist als

das Verfahren eingestellt wurde 
1. wegen einfacher Widerhandlunq gegen das Strassenverkehrsgesetz, angeblich begangen am 

22. Juni 2016 in Biel, durch missbräuchliches Abgeben von Warnsignalen 
2. wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeblich begangen bis 5. Okto-

ber 2014 in Biel und anderswo, durch Kauf und Konsum einer unbestimmten Menge Marihua-
na

3. wegen Widerhandlunq gegen das Gesetz über das kantonale Strafrecht, angeblich begangen 
am 22. Juni 2016 in Biel, E.________, durch unanständiges Benehmen 

der Beschuldigte freigesprochen wurde 
1. von der Anschuldigung der Drohung, angeblich begangen am 20./21. April 2015, in Biel, zum 

Nachteil von D.________ 
2. von der Anschuldigung des in Verkehr Setzens eines nicht immatrikulierten Motorfahrzeuges, 

angeblich begangen am 23. September 2013 in Biel, Silbergasse 

der Beschuldigte für schuldig erklärt wurde 

1. der mehrfachen qualifizierten Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, durch 

11

1.1 Nichtanpassen der Geschwindigkeit und durch Nichtbeherrschen des Fahrzeuges, 
mehrfach begangen am
1.1.1 24. Juli 2013, in Selzach, Solothurnstrasse 
1.1.2 1. März 2014, in Biel, auf der Strecke Solothurnstrasse-Kreisverkehrs-platz-

Leugenestrasse-David-Moning-Strasse 
1.2 Überschreitung der gesetzlichen Höchstgeschwindigkeit, begangen am 22. März 2014, 

in Biel 

2. der mehrfachen Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, durch 
2.1 Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit, begangen am 

24. Juli 2013, in Selzach, Solothurnstrasse 
2.2 Fahren in angetrunkenem Zustand (qualifiziert; AKS Ziff. 1/1.2.2), mehrfach begangen 

am
2.2.1 1. März 2014, in Biel, auf der Strecke Solothurnstrasse — Kreisverkehrs-

platz-Leugenestrasse-David-Moning-Strasse 
2.2.2 22. März 2014, in Biel, E.________ (Adresse)

2.3 Fahren eines Personenwagens unter Drogeneinfluss, begangen am 
2.3.1 22. Juni 2016, in Biel, E.________ (Adresse)
2.3.2 27. Januar 2017, in Biel, auf der Strecke E.________ (Adresse) bis Bahnhof-

platz 10
2.3.3 26.07.2018, in Orpund 

2.4 Pflichtwidriges Verhalten bei Unfall, begangen am 24. Juli 2013, in Selzach, 
Solothurnstrasse 

2.5 Führen eines Motorfahrzeuges ohne den erforderlichen Führerausweis, mehrfach 
begangen am
2.5.1 28. Dezember 2012, in Biel, Silbergasse 
2.5.2 24. Juli 2013, in Selzach, Solothurnstrasse 
2.5.3 23. September 2013, in Biel, Silbergasse 
2.5.4 22. Dezember 2013, auf der Autobahn Al, Genf-Lausanne, Nyon 
2.5.5 1. März 2014, in Biel, auf der Strecke Solothurnstrasse — Kreisverkehrs-

platz-Leugenestrasse-David-Moning-Strasse 
2.5.6 22. März 2014, in Biel, E.________ (Adresse) 
2.5.7 10. Oktober 2014, in Biel, Zollhausstrasse 
2.5.8 22, Juni 2016, in Biel, E.________ (Adresse)
2.5.9 27. Januar 2017, in Biel, auf der Strecke E.________ (Adresse) bis 

Bahnhofplatz 10
2.5.10 26.07.2018, in Orpund 

2.6 in Verkehr setzen eines nicht immatrikulierten Motorfahrzeuges, mehrfach begangen 
am
2.6.1 28. Dezember 2012, in Biel, Silbergasse 
2.6.2 24. Juli 2013, in Selzach, Solothurnstrasse 
2.6.3 22. Dezember 2013, auf der Autobahn Al, Genf-Lausanne, Nyon 
2.6.4 22. März 2014, in Biel, E.________ (Adresse)
2.6.5 27. Januar 2017, in Biel, auf der Strecke E.________ (Adresse) bis 

Bahnhofplatz 10
2.6.6 26.07.2018, in Orpund 

2.7 Missbrauch von Kontrollschildern, mehrfach begangen am

12

2.7.1 28. Dezember 2012, in Biel, Silbergasse 
2.7.2 24. Juli 2013, in Selzach, Solothurnstrasse 
2.7.3 23. September 2013, in Biel, Silbergasse 
2.7.4 22. Dezember 2013, auf der Autobahn AI, Genf-Lausanne, Nyon 
2.7.5 22. März 2014, in Biel, E.________ (Adresse)
2.7.6 27. Januar 2017, in Biel, auf der Strecke E.________ (Adresse) bis 

Bahnhofplatz 10
2.7.7 26.07.2018, in Orpund 

3. der falschen Anschuldigung, begangen am 1. März 2014 in Biel 

4. der Irreführung der Rechtspflege, begangen am 25. Juli 2013 in Biel 

5. der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, durch Konsum von 
Betäubungsmitteln, begangen am 22. Juni 2016 und am 27. Januar 2017 in Biel

das Widerrufsverfahren ohne Ausrichtung einer Entschädigung eingestellt und die Verfahrenskosten 
für das Widerrufsverfahren dem Kanton Bern auferlegt wurden. 

II.

A.________ sei schuldig zu sprechen: 

1. der Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz, begangen am 22. März 2014 in Biel 
durch Nichtanpassen der Geschwindigkeit und durch Nichtbeherrschen des Fahrzeuges 

2. der Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz (Versuch), begangen am 28. 
Dezember 2012 in Biel durch Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit 

3. der einfachen Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand, begangen am 21. April 2015 in 
Biel, F.________ (Adresse), zum Nachteil von D.________ 

4. der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, begangen am 22. März 2014 in Biel, 
E.________ (Adresse) 

und er sei in Anwendung der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen

zu verurteilen: 

1. zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten, unter Anrechnung der ausgestandenen 
Untersuchungs- und Polizeihaft von 116 Tagen; 

2. zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu CHF 30.00;

3. zu einer Busse von CHF 100.00;

4. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene 
Gebühr gemäss Art. 21 VKD). 

III.

Es seien die üblichen Verfügungen zu treffen (Honorar amtliche Verteidigung etc.).»

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil teilweise angefochten. Seine Beru-
fung richtet sich gemäss Berufungserklärung vom 2. März 2020 gegen die 

13

Ziff. III.1.1.3. (Schuldspruch wegen Nichtanpassens der Geschwindigkeit und da-
durch Nichtbeherrschens des Fahrzeuges, begangen am 22. März 2014 in Biel), 
III.2.1.1. (Schuldspruch wegen Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der 
Fahrunfähigkeit, begangen am 28. Dezember 2012 in Biel), III.3. (Schuldspruch 
wegen einfacher Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand, begangen am 
21. April 2015 in Biel), III.4. (Schuldspruch wegen Gewalt und Drohung gegen 
Behörden und Beamte, begangen am 22. März 2014 in Biel), IV.1. (Verurteilung zu 
einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten), IV.2. (Verurteilung zu einer Geldstrafe von 
60 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend CHF 1'800.00), IV.4. (vollständige 
Auferlegung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten an den Beschuldigten), I. und 
II. (explizit angefochten soweit den Verzicht auf Ausrichtung einer Entschädigung 
und den Verzicht auf Ausscheidung von Verfahrenskosten betreffend) sowie VI.1. 
(explizit angefochten soweit die vollumfängliche Rückerstattungs- und Nachzah-
lungspflicht des Beschuldigten betreffend) des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs. 
Diese Punkte des erstinstanzlichen Urteils sind somit durch die Kammer neu zu 
beurteilen. Ebenso die nicht der Rechtskraft zugänglichen Ziff. VIII.5. und 6. des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs (Verfügungen betreffend DNA-Profile und bio-
metrische erkennungsdienstliche Daten). 

Demgegenüber sind die Ziff. I.1. (Einstellung des Strafverfahrens wegen einfacher 
Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz, angeblich begangen durch 
missbräuchliches Abgeben von Warnsignalen), I.2. (Einstellung des Strafverfah-
rens wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz), I.3. (Einstellung 
des Strafverfahrens wegen Widerhandlung gegen das Gesetz über das kantonale 
Strafrecht), II.1. (Freispruch von der Anschuldigung der Drohung), II.2. (Freispruch 
von der Anschuldigung des Inverkehrsetzens eines nicht immatrikulierten Motor-
fahrzeuges), III.1.1.1., 1.1.2. und 1.2. (Schuldspruch wegen mehrfachen qualifizier-
ten Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz durch Nichtanpassen der 
Geschwindigkeit und dadurch Nichtbeherrschen des Fahrzeuges sowie durch 
Überschreitung der gesetzlichen Höchstgeschwindigkeit), III.2.1.2. (Schuldspruch 
wegen Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit), III.2.2. 
(Schuldspruch wegen mehrfachen qualifizierten Fahrens in angetrunkenem Zu-
stand), III.2.3. (Schuldspruch wegen [recte: mehrfachen] Fahrens eines Personen-
wagens unter Drogeneinfluss), III.2.4. (Schuldspruch wegen pflichtwidrigen Verhal-
tens bei Unfall), III.2.5. (Schuldspruch wegen mehrfachen Führens eines Motor-
fahrzeuges ohne den erforderlichen Führerausweis), III.2.6. (Schuldspruch wegen 
mehrfachen Inverkehrsetzens eines nicht immatrikulierten Motorfahrzeuges), 
III.2.7. (Schuldspruch wegen mehrfachen Missbrauchs von Kontrollschildern), III.5. 
(Schuldspruch wegen falscher Anschuldigung), III.6. (Schuldspruch wegen Irre-
führung der Rechtspflege), III.7. (Schuldspruch wegen [recte: mehrfachen] Wider-
handlung gegen das BetmG), IV.3. (Verurteilung zu einer Übertretungsbusse von 
CHF 100.00), V. (Widerrufsverfahren) sowie VII. (Zivilpunkt), VIII.1., 2., 3. und 4. 
(Verfügungen betreffend beschlagnahmte Gegenstände und Geldbeträge) des erst-
instanzlichen Urteilsdispositivs in Rechtskraft erwachsen. 

Bei der Prüfung der hiervor aufgeführten nicht rechtskräftigen Punkte des erstin-
stanzlichen Urteils verfügt die Kammer über volle Kognition (Art. 398 Abs. 3 StPO). 
Mangels Anschlussberufung oder eigenständiger Berufung der Generalstaatsan-

14

waltschaft darf das erstinstanzliche Urteil dabei nicht zum Nachteil des Beschuldig-
ten abgeändert werden (sog. Verschlechterungsverbot, Art. 391 Abs. 2 StPO).

II. Sachverhalt

6. Vorwurf der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähig-
keit

6.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Mit Anklageschrift vom 24. März 2017 wird dem Beschuldigten in Ziff. I.1.2.1. vor-
geworfen, er habe sich der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der 
Fahrunfähigkeit, begangen am 28. Dezember 2012 in Biel, schuldig gemacht. Kon-
kret soll sich der Beschuldigte in der Silbergasse, auf dem Parkplatz beim Gaskes-
sel, der Blutentnahme widersetzt haben, obwohl er offensichtlich angetrunken ge-
wesen sei und zuvor einen Unfall mit Sachschaden verursacht habe (pag. 964). 

6.2 Unbestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestreitet nicht, alkoholisiert gewesen zu sein und auch nicht, 
dass er gegenüber der Polizei eine Blutabnahme abgelehnt zu haben. Das Rah-
mengeschehen betreffend, ist er geständig, beim Versuch, das Auto anders zu 
parkieren, das Taxi hinter ihm touchiert sowie ein anderes Auto touchiert und be-
schädigt zu haben. 

6.3 Bestrittener Sachverhalt

Hingegen bestreitet der Beschuldigte, sich einer Blutentnahme mit der zur Tatbe-
standsverwirklichung erforderlichen Intensität widersetzt zu haben. Er macht aus-
serdem geltend, er sei durch die Polizei in Bezug auf die Folgen einer verweigerten 
Blutabnahme nicht belehrt worden. Schliesslich bestreitet er, dass er den Parkplatz 
vor dem Gaskessel habe verlassen bzw. sich vom Unfallort habe entfernen wollen. 

7. Vorwürfe der groben Verkehrsregelverletzung durch Nichtanpassen der Ge-
schwindigkeit und dadurch Nichtbeherrschen des Fahrzeuges sowie der Ge-
walt und Drohung gegen Behörden und Beamte

7.1 Vorwürfe gemäss Anklageschrift

Ziff. I.1.1.1. der Anklageschrift vom 24. März 2017 wirft dem Beschuldigten vor, er 
habe sich am 22. März 2014 in Biel [recte: der groben Verkehrsregelverletzung, 
begangen durch] Nichtanpassen der Geschwindigkeit und dadurch Nichtbeherr-
schen des Fahrzeuges schuldig gemacht. Konkret soll der Beschuldigte im Kreis-
verkehr an der Falkenstrasse die Kontrolle über seinen Personenwagen verloren 
haben und dieser ins Schleudern geraten sein (pag. 964). 

Im Anschluss daran, soll sich der Beschuldigte gemäss Ziff. I.2.3. der Anklage-
schrift vom 24. März 2017 gegen die erstmalige polizeiliche Fixation leicht gewehrt 
und den Polizisten u.a. damit gedroht haben, dass sie sich vorsehen sollten, wenn 
er sie später wiederfinde. Weiter habe der Beschuldigte, als er in Handschellen ge-
legt worden sei und die Polizei beabsichtigt habe, ihn zum Polizeiwagen zu brin-
gen, begonnen, sich so stark zu wehren, dass ihn die Polizisten trotz der Handfes-

15

seln zu Boden und anschliessend unter vereinten Kräften von fünf Polizisten zum 
Polizeiwagen hätten führen müssen. Damit soll sich der Beschuldigte der Gewalt 
und Drohung gegen Behörden und Beamte schuldig gemacht haben (pag. 969). 

7.2 Unbestrittener Sachverhalt

Betreffend den Vorwurf der groben Verkehrsregelverletzung durch Nichtanpassen 
der Geschwindigkeit und dadurch Nichtbeherrschen des Fahrzeuges ist der Be-
schuldigte geständig, innerorts in angetrunkenem Zustand mit einer Geschwindig-
keit von 80 - 90 km/h gefahren zu sein, dabei einen Bordstein touchiert und die 
Kurve geschnitten zu haben. 

In Bezug auf den Vorwurf der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 
stellt der Beschuldigten nicht in Abrede, sich gegen die Anhaltung körperlich zur 
Wehr gesetzt und die Polizisten beschimpft zu haben. 

7.3 Bestrittener Sachverhalt

Betreffend den Vorwurf der groben Verkehrsregelverletzung durch Nichtanpassen 
der Geschwindigkeit und dadurch Nichtbeherrschen des Fahrzeuges bestreitet der 
Beschuldigte, mit seinem Fahrzeug ins Schleudern gekommen zu sein und durch 
seine Fahrweise jemanden gefährdet zu haben. 

Er macht zudem in Bezug auf den Vorwurf der Gewalt und Drohung gegen Behör-
den und Beamte geltend, die Polizei habe bei seiner Anhaltung übertriebene Ge-
walt angewendet und dass er sich nur deshalb gewehrt habe, weil er                 
(Rücken-)Schmerzen gehabt habe und der Boden dreckig gewesen sei. 

8. Vorwurf der einfachen Körperverletzung (mit gefährlichem Gegenstand)

8.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Gemäss Ziff. I.2.1. der Anklageschrift vom 24. März 2017 soll sich der Beschuldigte 
der einfachen Körperverletzung, begangen am 21. April 2015 in Biel, schuldig ge-
macht haben, indem er D.________ mit einem Messer eine 3 cm lange und eine 1 
cm lange Schnittwunde am linken Oberarm sowie eine 2 cm lange Schnittwunde an 
der linken Hand zugefügt habe (pag. 968). 

Bereits an dieser Stelle hält die Kammer fest, dass in der erstinstanzlichen Haupt-
verhandlung diesbezüglich ein Würdigungsvorbehalt angebracht wurde (pag. 1163) 
und der Sachverhalt rechtlich entsprechend auch als einfache Körperverletzung mit 
gefährlichem Gegenstand i.S.v. Art. 123 Ziff. 2 StGB gewürdigt werden darf.

Im Sinne einer weiteren Vorbemerkung hält die Kammer fest, dass die Anklage 
entgegen der Vorbringen der Verteidigung in der oberinstanzlichen Verhandlung 
(vgl. pag. 1408) einer Prüfung auf den Anklagegrundsatz hin standhält. Dieser be-
sagt, dass eine Straftat nur gerichtlich beurteilt werden kann, wenn die Staatsan-
waltschaft gegen eine bestimmte Person wegen eines genau umschriebenen 
Sachverhalts beim zuständigen Gericht Anklage erhoben hat. Das Gesetz versteht 
das Gebot der Genauigkeit als eine prägnante Darstellung der erhobenen Vorwürfe 
so, dass sowohl die Parteien als auch das Gericht sofort und eindeutig erkennen 
können, welche Straftaten Gegenstand des Vorwurfs bilden. Dabei hat die Anklage 
die zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass 

16

die Vorwürfe im objektiven wie subjektiven Bereich genügend konkretisiert sind 
(BSK StPO-NIGGLI/HEIMGARTNER, N 44 und 47 zu Art. 9 sowie N 19 zu Art. 325). 
Vorliegend ist der erhobene Vorwurf ausreichend exakt umschrieben, so dass für 
den Beschuldigten kein Zweifel darüber bestehen konnte, welche Handlung ihm 
konkret vorgeworfen wird.

8.2 Unbestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestreitet das Kerngeschehen betreffend nicht, dass es am Mor-
gen des 21. April 2015 vor dem Hauseingang von D.________ zu einer körperli-
chen Auseinandersetzung zwischen ihm und D.________ kam. Was das Rahmen-
geschehen anbelangt, so ist unbestritten, dass der Beschuldigte die Freundin von 
D.________, N.________, ein paar Wochen vor dem Vorfall kennen lernte und 
zumindest freundschaftlichen, jedenfalls aber auch intensiven Kontakt zu dieser 
pflegte. Weiter ist unbestritten, dass der Beschuldigte N.________ in der Nacht vor 
der Auseinandersetzung eine SMS schickte, worin stand, dass er den Kopf von 
D.________ zerschmettere, wenn er diesen das nächste Mal sehe. Schliesslich ist 
vom Beschuldigten auch anerkannt, dass D.________ den Beschuldigten daraufhin 
am Morgen des Tattages anrief und die beiden anschliessend, als D.________ das 
Haus verliess, dort aufeinandertrafen. 

8.3 Bestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte ist betreffend die Verletzungen von D.________ nicht geständig. 
Er will gar kein Messer dabeigehabt, geschweige denn gegen D.________ ein sol-
ches eingesetzt haben. 

III. Beweiswürdigung

9. Allgemeine Grundlagen der Beweiswürdigung
Betreffend die allgemeinen Grundlagen der Beweiswürdigung kann auf die zutref-
fenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. pag. 1228 ff., S. 9 ff. 
erstinstanzliche Urteilsbegründung). 

10. Konkrete Würdigung

10.1 Ereignis vom 28. Dezember 2012

Die Vorinstanz hat die in diesem Zusammenhang zu würdigenden Beweismittel – 
den Anzeigerapport und das Unfallaufnahmeprotokoll vom 10. Februar 2014 
(pag. 219 ff.) sowie die Aussagen des Beschuldigten in den Einvernahmen vom 
28. Dezember 2012 (pag. 233 ff.), vom 22. Dezember 2014 (pag. 236 ff.) und in der 
erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 30. Juli 2019 (pag. 1161 ff.) – korrekt auf-
geführt und deren Inhalt umfassend wiedergegeben, es wird vorab darauf verwie-
sen (vgl. pag. 1230 ff., S. 11 ff. erstinstanzliche Urteilsbegründung). Ergänzend hält 
die Kammer fest, dass im Zusatzblatt des Unfallaufnahmeprotokolls explizit festge-
halten wurde, der Beschuldigte habe sich nach erfolgter Belehrung über seine 
Rechte und die Konsequenzen einer Weigerung einer Blutabnahme widersetzt 
(pag. 227: «Le prévenu, informé de ses droits, a refusé la prise de sang, ce aussi 
après information des conséquences de ce refus.»). Weiter wurde auf dem Objekt-

17

blatt betreffend den Beschuldigten und sein Fahrzeug angekreuzt, dass ein Ver-
dacht auf Alkoholkonsum bestehe und dass keine Blutprobe auf Alkohol angeord-
net werde (pag. 223). Es wird schliesslich darauf verzichtet, die in der oberinstanz-
lichen Verhandlung vom 22. September 2020 zu diesem Anklagevorwurf gemach-
ten Aussagen des Beschuldigten (vgl. pag. 1390 ff.) zusammen zu fassen. Es wird 
darauf direkt im Rahmen der nachfolgenden Würdigung eingegangen. 

Vorab ist der Verteidigung insoweit beizupflichten, als dass die Vorinstanz die vor-
handenen Beweismittel gar nicht einer Würdigung unterzogen bzw. eine solche 
zumindest nicht schriftlich begründet, sondern betreffend den Vorwurf der Vereite-
lung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit lediglich ein Fazit fest-
gehalten hat (vgl. pag. 1232 f., S. 13 f. erstinstanzliche Urteilsbegründung sowie 
die Ausführungen von Rechtsanwalt C.________ in der oberinstanzlichen Verhand-
lung, pag. 1406). Eine umfassende Würdigung der vorhandenen Beweismittel ist 
daher an dieser Stelle vorzunehmen.

In der ersten Einvernahme vom 28. Dezember 2012 gestand der Beschuldigte so-
gleich ein, am 28. Dezember 2012 zu viel getrunken zu haben (vgl. pag. 234 
Z. 20 f., Z. 26). Er führte aus, er habe seit ca. Mitternacht im Gaskessel ca. drei bis 
fünf Wodka-Red Bull getrunken (pag. 234 Z. 26; der Beschuldigte bestätigte auch 
in der oberinstanzlichen Verhandlung noch, am 28. Dezember 2012 Alkohol kon-
sumiert zu haben, wenn auch gleich er seine Worte im Vergleich zu seinen tat-
nächsten Angaben beschönigend wählte, indem er ausführte, er habe damals «ein 
wenig getrunken» [pag. 1399 Z. 23, pag. 1399 Z. 28 ff.]). Auf seine tatnächsten, 
spontanen und damit glaubhaften Angaben betreffend den konsumierten Alkohol ist 
der Beschuldigte zu behaften. Bereits an dieser Stelle hält die Kammer fest, dass 
der Beschuldigte, wenn er ab Mitternacht innerhalb von zweieinhalb Stunden drei 
bis fünf Wodka-Red Bull getrunken hatte, mehr als nur leicht betrunken war. Dies 
bestätigte denn auch der um 03.15 Uhr, mithin ungefähr eine halbe Stunde nach 
dem Vorfall mit der Taxifahrerin, vor Ort durchgeführte Atemtest, welcher 1.78 ‰ 
anzeigte (vgl. pag. 223); die glaubhaften Angaben des Beschuldigten betreffend 
seinen Alkoholisierungsgrad sind somit auch objektiviert. 

Zum eigentlichen Vorwurf der Verweigerung der Blutabnahme wurde der Beschul-
digte in der ersten Einvernahme vom 28. Dezember 2012 noch nicht befragt. In der 
staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 22. Dezember 2014 machte er diesbe-
züglich geltend, er wisse nicht, wie er eine solche hätte vereiteln können, wenn er 
doch deswegen bei der Polizei gewesen sei. Er hätte sich unmöglich wehren kön-
nen (pag. 237 Z. 42 ff.). Die Polizei habe jedes Mal, wenn sie eine Blutprobe habe 
haben wollen, eine solche nehmen können. Wenn die Polizei damals genügend in-
sistiert hätte, hätte er die Blutproben gegeben (pag. 237 Z. 46 ff.). Diesbezüglich 
darf nicht ausser Acht gelassen werden, dass der Beschuldigte zu diesem Zeit-
punkt nunmehr durch Rechtsanwalt C.________ vertreten war. In der erstinstanzli-
chen Hauptverhandlung gab der Beschuldigte dann zu Protokoll, er habe sämtliche 
im Zusammenhang mit dem 28. Dezember 2012 gemachten Eingeständnisse nur 
gemacht, weil er das wegen seiner Tochter habe tun müssen; sie hätten ihm ge-
sagt, sie würden ihn nicht rauslassen, wenn er es nicht zugebe (pag. 1168 
Z. 24 ff.). Dafür, dass der Beschuldigte durch die Polizei unter Druck gesetzt wor-

18

den wäre, liegen jedoch keinerlei Anhaltspunkte vor. Ausserdem stellte die Vorin-
stanz dem Beschuldigten gar keine konkreten Fragen zum Vereitelungsvorwurf, er 
hat diesbezüglich somit auch in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung gar nichts 
eingestanden. Auch in der oberinstanzlichen Verhandlung blieb der Beschuldigte 
schliesslich dabei, dass er sich der Abnahme einer Blutprobe nicht widersetzt habe 
(pag. 1399 Z. 32 f. und Z. 35 ff.). Er führte dazu aus, seiner Meinung nach könne 
man sich gar nicht gegen etwas widersetzen, wenn man verhaftet sei. Er habe die 
Erfahrung gemacht, «dass die Polizei einem eher den Finger breche, bevor sie 
nachgebe», weshalb er nicht davon ausgehe, dass er sich wesentlich oder wissent-
lich widersetzt habe (pag. 1399 Z. 36 ff.). Er sei von der Polizei gefragt worden, ob 
er einen Bluttest machen wolle. Er habe gesagt, wenn er nicht müsse, dann wolle 
er nicht. Daraufhin habe der Polizist gesagt, ok, er könne gehen (pag. 1399 Z. 40 
ff.). Diese Angaben des Beschuldigten sind nicht nur in sich widersprüchlich, son-
dern auch deshalb unglaubhaft, weil realitätsfremd. Die Polizei entscheidet einsei-
tig, ob eine Blutabnahme durchgeführt werden soll – nämlich, wenn eine solche 
aufgrund der Umstände eindeutig indiziert ist, was vorliegend offensichtlich der Fall 
war (vgl. dazu die Erwägungen hiernach) – und überlässt den diesbezüglichen Ent-
scheid nicht der betroffenen Person. Die Ausführungen des Beschuldigten vermö-
gen die Feststellungen im Polizeirapport (pag. 227) somit nicht ansatzweise zu fal-
sifizieren. 

Was den Anzeigerapport vom 10. Februar 2014 (pag. 219 ff.) anbelangt, so ist der 
Verteidigung zwar insofern beizupflichten, als dass sich daraus insofern ein gewis-
ser Widerspruch entnehmen lässt, als auf dem Objektblatt (pag. 223) unter «Blut-
probe auf Alkohol angeordnet» das Kreuz bei «nein» gesetzt wurde und nicht bei 
«verweigert», gleichzeitig weiter hinten im Unfallaufnahmeprotokoll aber, wie be-
reits ausgeführt, festgehalten wurde, der Beschuldigte habe sich einer Blutabnah-
me verweigert (pag. 227). Zu berücksichtigen ist diesbezüglich jedoch, dass die mit 
Kreuzen zu versehenden Objektblätter durch die Polizei auf der Unfallstelle in der 
Hektik des Geschehens ausgefüllt wurden. Sie vermögen deshalb die ausformulier-
ten Sätze auf dem Zusatzblatt, welche im Nachhinein in Ruhe verfasst worden 
sind, letztlich nicht zu widerlegen. 

Was die Beweisfrage der Belehrung des Beschuldigten über seine Rechte und die 
Konsequenzen einer allfälligen Verweigerung der Blutabnahme anbelangt, so 
machte der Beschuldigte erst in der oberinstanzlichen Verhandlung zum ersten Mal 
explizit geltend, er sei durch die Polizei nicht über die Konsequenzen einer Weige-
rung belehrt worden. Konkret führte er aus, dass er das nicht so gesagt hätte, wenn 
er gewusst hätte, dass dies Nachteile mit sich bringe. Ihm sei nicht klar gewesen, 
dass er deswegen negative Konsequenzen würde tragen müssen und ihm seien 
auch keine Rechte vorgelesen worden (pag. 1399 Z. 42 ff.). Auf Vorhalt des gegen-
teiligen Polizeirapports, wonach er über seine Rechte, insbesondere auch über die 
Konsequenzen einer Weigerung belehrt wurde (vgl. pag. 227), konnte der Beschul-
digte dies nicht nachvollziehbar erklären. Er zog stattdessen lapidar die Richtigkeit 
des Rapports in Zweifel und führte wenig zielführend aus, es habe vor Ort gar kein 
französischsprachiger Polizist mit ihm gesprochen und er wisse nicht, wer den Be-
richt verfasst habe. Wenn er den Bericht gelesen hätte oder wenn er das hätte un-
terschreiben müssen, hätte er das niemals unterschrieben (pag. 1400 Z. 2 ff.). Die 

19

Kammer erachtet diese Angaben des Beschuldigten als verspätete, mithin un-
glaubhafte Schutzbehauptungen, welche wiederum die gegenteiligen Feststellun-
gen im Anzeigerapport vom 10. Februar 2014, wonach der Beschuldigte über seine 
Rechte und die Konsequenzen einer Verweigerung belehrt wurde (pag. 227), nicht 
zu entkräften vermögen. Aus den Akten gehen auch sonst keinerlei Anhaltspunkte 
dafür hervor, dass die Polizei zu Ungunsten des Beschuldigten wahrheitswidrig in 
den Rapport geschrieben hätte, der Beschuldigte habe die Blutabnahme verweigert 
und darüber hinaus erst noch nicht den Tatsachen entsprechend rapportiert hätte, 
der Beschuldigte sei auch über die Konsequenzen einer Weigerung aufgeklärt 
worden. Gründe, weshalb die Polizei dies hätte tun sollen, sind auch keine ersicht-
lich. 

Was sodann die Stimmung vor Ort anbelangt, so gab der Beschuldigte in der obe-
rinstanzlichen Verhandlung auf entsprechende Frage hin zu Protokoll, die Stim-
mung sei, als die Polizei bereits anwesend gewesen sei, ganz normal gewesen. Er 
habe mit der Polizei «ganz normal diskutiert» (pag. 1399 Z. 1 ff.). Dies steht bereits 
im Widerspruch zu der sogleich nachfolgenden Aussage des Beschuldigten, wo-
nach die Polizisten ihm Handschellen angelegt und ihm gesagt hätten, er müsse 
mit ihnen mitgehen, und er gedacht habe, er sei verhaftet (pag. 1399 Z. 4 f.). Aus-
serdem steht den Aussagen des Beschuldigten auch der Polizeirapport entgegen, 
wonach die Situation beim Eintreffen der Polizei vor Ort gemäss deren Feststellun-
gen angespannt und die Stimmung gegenüber der Polizei feindselig war (vgl. dazu 
pag. 227). Auf Vorhalt der gegenteilig lautenden Feststellungen im Polizeirapport 
(vgl. pag. 227) bestritt der Beschuldigte lediglich wiederum wenig überzeugend die 
Richtigkeit des Rapports und gab zu Protokoll, er habe das überhaupt nicht so 
empfunden, sie hätten alle ganz normal zusammen gesprochen und gelacht und es 
sei nicht irgendwie eine angespannte Situation gewesen, in welcher sich jemand 
hätte fürchten müssen «oder was auch immer» (pag. 1399 Z. 7 ff.). Die Kammer 
erachtet auch diese Aussagen des Beschuldigten als von der Hand zu weisende 
Schutzbehauptungen, welche die stimmigen, zu den übrigen Erkenntnissen pas-
senden, mithin glaubhaften Feststellungen im Anzeigerapport nicht zu entkräften 
vermögen. 

Hingegen kann gestützt auf die vorhandenen Beweise und insbesondere mangels 
Befragung der involvierten Polizisten sachverhaltsmässig nicht geklärt werden, ob 
die Polizei versuchte, dem Beschuldigten zu einem späteren Zeitpunkt – allenfalls 
unter Zwang – Blut abzunehmen und falls nein, weshalb nicht (vgl. dazu auch die 
zutreffenden Ausführungen von Rechtsanwalt C.________ [pag. 1406] und dem 
stv. Generalstaatsanwalt M.________ [pag. 1414] in der oberinstanzlichen Ver-
handlung). Zu Gunsten des Beschuldigten muss infolgedessen davon ausgegan-
gen werden, dass eine Blutabnahme, mit welcher der Alkoholisierungsgrad des 
Beschuldigten zuverlässig hätte festgestellt werden können, zu einem späteren 
Zeitpunkt noch möglich gewesen wäre. 

Im Ergebnis erachtet die Kammer den angeklagten Sachverhalt mit der Vorinstanz 
somit als erstellt (vgl. pag. 1232, S. 13 erstinstanzliche Urteilsbegründung). Ge-
stützt auf den Atemtest sowie die glaubhaften Erstaussagen des Beschuldigten, 
welche nota bene in der tatnächsten Einvernahme vom 28. Dezember 2012 um 

20

05.15 Uhr, mithin bloss zweieinhalb Stunden nach dem sich um ca. 02.45 Uhr er-
eignenden Vorfall (vgl. pag. 219) gemacht wurden, ist erstellt, dass der Beschuldig-
te alkoholisiert (1.78 ‰) und sich dessen auch bewusst war. Entgegen dem Stand-
punkt der Verteidigung in der erstinstanzlichen Verhandlung (vgl. die Ausführungen 
von Rechtsanwalt C.________ in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung, pag. 
1178) ist für die Kammer gestützt auf das Unfallaufnahmeprotokoll der Polizei, 
worauf vermerkt ist, dass ein Verdacht auf Alkoholkonsum bestand und der durch-
geführte Atemtest ein Resultat von 1.78 ‰ ergeben hat (vgl. pag. 223 unten) eben-
falls erwiesen, dass die Alkoholisierung des Beschuldigten auch für die Polizisten 
vor Ort offenkundig war. Mit Blick auf die rechtliche Würdigung steht ausserdem 
fest, dass der Beschuldigte unter diesen Umständen mit der Abnahme einer Blut-
probe rechnen musste. Dies nicht zuletzt auch unter Berücksichtigung des Um-
stands, dass der Beschuldigte unmittelbar vor dem Eintreffen der Polizei einen Un-
fall verursacht bzw. mit seinem Fahrzeug zwei Autos touchiert hatte, wobei immer-
hin ein geringer Sachschaden entstand (vgl. dazu die Aussagen von O.________ 
[pag. 226], die festgestellten Beschädigungen an den Autos [pag. 224 und 
pag. 226] sowie den rapportierten Unfallhergang auf pag. 221). Hinzu kommt, dass 
der Beschuldigte gerade noch durch die Polizei angehalten werden konnte, als er 
sich vom Unfallort zu entfernen versuchte, die Situation beim Eintreffen der Polizei 
vor Ort gemäss deren Feststellungen angespannt und die Stimmung gegenüber 
der Polizei feindselig war. Dass bei einer solchen Ausgangslage eine Blutprobe 
angeordnet wird, liegt auf der Hand und deckt sich mit den entsprechenden Aus-
führungen im Anzeigerapport (vgl. pag. 227). Schliesslich ist auch erstellt, dass 
sich der Beschuldigte nach erfolgter Belehrung einer Blutabnahme widersetzte. Mit 
Blick auf die rechtliche Würdigung muss hingegen offenbleiben, wie genau die Po-
lizei insbesondere nach Verbringung des Beschuldigten auf den Polizeiposten vor-
ging und mit welcher Intensität sich der Beschuldigte der Durchführung einer Blut-
probe widersetzte. In dubio pro reo muss davon ausgegangen werden, dass eine 
Blutabnahme noch möglich gewesen wäre. 

10.2 Ereignis vom 22. März 2014

10.2.1 Beweismittel

Der Kammer liegen zur Würdigung die folgenden Beweismittel vor: Der Anzeige-
rapport der Kantonspolizei Bern vom 24. Juli 2014 (pag. 528 ff.), der Berichtsrap-
port der Kantonspolizei Bern vom 22. März 2014 (pag. 536 f.), der Berichtsrapport 
der Kantonspolizei Bern vom 24. Juli 2014 (pag. 538 ff.), das Polizeiprotokoll bei 
Verdacht auf Fahrunfähigkeit vom 22. März 2014 (pag. 542 f.), die Unterlagen des 
Instituts für Rechtsmedizin der Universität Bern (nachfolgend IRM; pag. 545 ff.) so-
wie die Aussagen von P.________ (pag. 551 ff.), von Q.________ (pag. 555 ff.) 
und diejenigen des Beschuldigten (pag. 558 ff., pag. 562 ff., pag. 569 f., 
pag. 1168 ff., pag. 1390 ff.). Es wird betreffend den Inhalt dieser Beweismittel vorab 
auf die korrekte Zusammenfassung durch die Vorinstanz verwiesen (vgl. 
pag. 1253 ff., S. 34 ff. erstinstanzliche Urteilsbegründung). Allfällige Ergänzungen 
nimmt die Kammer direkt im Rahmen der nachfolgenden Beweiswürdigung vor. 
Und auch auf die in der oberinstanzlichen Hauptverhandlung gemachten Aussagen 

21

des Beschuldigten (pag. 1400 f.) wird, sofern von Relevanz, direkt im Rahmen der 
Würdigung hiernach eingegangen. 

Was den formellen Einwand der Verteidigung, wonach der Zeuge Q.________ nie 
parteiöffentlich befragt worden sei (vgl. pag. 1406), anbelangt, so ist dem bereits an 
dieser Stelle entgegen zu halten, dass beide Vorwürfe gestützt auf die tatnächsten 
glaubhaften eigenen Aussagen des Beschuldigten und angesichts der detaillierten 
Polizeirapporte bereits erhärtet sind. Die Aussagen des Zeugen werden durch die 
Kammer lediglich ergänzend herangezogen, entsprechend kann die Verwertbar-
keitsfrage letztlich offengelassen werden. 

10.2.2 Vorwurf der groben Verkehrsregelverletzung durch Nichtanpassen der Geschwin-
digkeit und dadurch Nichtbeherrschen des Fahrzeuges

Die Vorinstanz versäumte es in Bezug auf den Vorwurf des Nichtanpassens der 
Geschwindigkeit und dadurch Nichtbeherrschens des Fahrzeuges (Ziff. I.1.1.1. der 
Anklageschrift vom 24. März 2017) eine eigentliche Beweiswürdigung vorzuneh-
men bzw. stellte den Anklagesachverhalt ohne entsprechende Begründung als er-
wiesen fest (vgl. pag. 1258, S. 39 erstinstanzliche Urteilsbegründung). Auch in Be-
zug auf diesen Vorwurf ist daher an dieser Stelle eine umfassende Würdigung der 
vorhandenen Beweismittel vorzunehmen.

Die Kammer stellt zunächst auf den detaillierten Beschrieb der Geschehnisse im 
Berichtsrapport vom 22. März 2014 ab, wonach der Beschuldigte zunächst mit 
ca. 80 - bis 90 km/h über den Grünweg rechts in die Jakob-Stämpfli Strasse Rich-
tung Zentrum fuhr, dann den Kreisel zur Falkenstrasse passierte, wo das Fahr-
zeugheck ausbrach und der Jaguar ins Schleudern kam (vgl. pag. 537, vgl. auch 
dieselbe Beschreibung der Geschehnisse im Berichtsrapport des Einsatzleiters 
S.________ vom 24. Juli 2014, pag. 539). Nach Auffassung der Kammer besteht 
keinerlei Anlass, an der Richtigkeit des von Polizist R.________ beschriebenen Ab-
laufs der Geschehnisse zu zweifeln. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil der Be-
schuldigte selber am Tattag gegenüber der Staatsanwaltschaft auf Vorhalt des von 
R.________ verfassten Rapports vom 22. März 2014 zu Protokoll gab, das Ge-
schriebene treffe sicher zu (pag. 566 Z. 160 ff.). Abgesehen davon liegen auch 
sonst keine Anhaltspunkte dafür vor, dass von R.________ wahrheitswidrig ein 
Schleudern des Jaguars rapportiert worden wäre. Hinzu kommt, dass der Beschul-
digte früher am selben Tag in seiner ersten Einvernahme angegeben hatte, er habe 
mit dem rechten vorderen Reifen einen Randstein touchiert (pag. 559 Z. 43 ff.). 
Bestätigt werden diese Angaben des Beschuldigten überdies vom Beifahrer 
Q.________, welcher am frühen Morgen des 22. März 2014 zu Protokoll gab, der 
Beschuldigte habe jeden Bordstein erwischt (pag. 556 Z. 38). In einem ersten Zwi-
schenfazit lässt sich somit festhalten, dass der von R.________ nachvollziehbar 
und stimmig verfasste Berichtsrapport vom 22. März 2014 durch die glaubhaften 
Erstaussagen des Beschuldigten und diejenigen des Zeugen Q.________ noch un-
termauert wird. 

Diese Erkenntnis wird weiter dadurch gestützt, dass der Beschuldigte in der tat-
nächsten Einvernahme aussagte, er habe, nachdem er die Polizei erkannt habe – 
also lange vor dem Befahren des Kreisels –, beschleunigt und sich der Polizeikon-

22

trolle entziehen wollen (pag. 559 Z. 36 ff., pag. 565 Z. 98 ff., pag. 566 Z. 162 ff.), 
dabei habe er Abzweigungen verpasst bzw. nicht nehmen können, weil er zu 
schnell gefahren sei (pag. 559 Z. 43, pag. 567 Z. 173 f.). Dass die Polizei hinter 
ihm fuhr, wusste der Beschuldigte gemäss eigenen Angaben bereits in einem sehr 
frühen Stadium (vgl. pag. 559 Z.  24 ff.). Seine Aussagen bestätigte er auf Vorhalt 
der Feststellungen der Polizei, wonach er 80 - 90 km/h gefahren sei, auch fast ein 
Jahr nach dem Ereignis in der Einvernahme vom 6. Februar 2015 (pag. 569 
Z. 83 ff.) und selbst in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung (pag. 1169 Z. 17 ff.) 
noch. Dass der Beschuldigte innerorts mit 80 - 90 km/h fuhr, im Kreisverkehr aber 
dann plötzlich mit angepasster Geschwindigkeit gefahren und nicht ins Schleudern 
gekommen sein will, ist vor dem Hintergrund, dass der Beschuldigte zugegebe-
nermassen auf der Flucht vor der Polizei war, höchst unwahrscheinlich und kann 
deshalb ausgeschlossen werden. Zudem hätte er, um den Kreisel mit angepasster 
Geschwindigkeit befahren zu können, vor der Einfahrt in den Kreisel stark abbrem-
sen müssen, dies wurde aber von ihm selber nie geltend gemacht (vgl. dazu seine 
Aussagen auf konkrete Nachfrage hin in der oberinstanzlichen Verhandlung, 
pag. 1400 Z. 26 ff., wonach er «normalerweise» schon abbremse, wenn er eine 
Kurve befahre, er sich aber nicht mehr erinnern könne). Im Übrigen wären derartige 
Behauptungen in Anbetracht der Alkoholisierung des Beschuldigten zum Tatzeit-
punkt ohnehin nicht glaubhaft; gestützt auf das bereits für sich glaubhafte und 
darüber hinaus objektivierte Eingeständnis des Beschuldigten ist erstellt, dass die-
ser in beträchtlichem Ausmass alkoholisiert war (pag. 558 Z. 17, pag. 559 Z. 18 f. 
und pag. 566 Z. 150 f., wonach er fünf bis sechs Whiskey-Cola getrunken habe; 
bestätigt auch in der Einvernahme vom 6. Februar 2015 [pag. 569 Z. 76 und 
pag. 570 Z. 118 ff.] und in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung [pag. 1169 Z. 19 
f.]; sich deckend mit den Aussagen der beiden Beifahrer des Beschuldigten 
P.________ [pag. 552 Z. 45] und Q.________ [pag. 556 Z. 28 f.], sowie objektiviert 
durch die am 22. März 2014 um 03.35 Uhr durchgeführte Atem-Alkoholprobe, wel-
che ein Ergebnis von 1.79 ‰ ergab [pag. 543] und die im Anschluss durchgeführte 
forensisch-toxikologische Alkoholbestimmung, welche eine rückgerechnete mini-
male Blutalkoholkonzentration von 1.92 ‰ sowie eine rückgerechnete maximale 
Blutalkoholkonzentration von 2.61 ‰ ergab [pag. 546 ff., insbes. pag. 549]). 

In diesem Zusammenhang stellt die Kammer überdies auf die eindrücklichen, le-
bensnahen Schilderungen der Fahrt durch die Zeugin P.________ ab. Diese wurde 
am Tatmorgen befragt und führte auf die Frage, wie der Beschuldigte reagiert ha-
be, als er die Polizei bemerkt habe, Folgendes aus (pag. 552 Z. 43 ff.): «Er sagte 
gar nichts. Er war betrunken. Er fuhr wie ein Irrer in der Stadt herum. Ich schrie er 
solle nicht so schnell fahren. Aber er reagiert [recte: reagierte] nicht auf mich.» 
Damit übereinstimmend und die Feststellungen im Polizeirapport bestätigend führte 
auch Q.________ in der unmittelbar nach dem Ereignis durchgeführten Einver-
nahme vom 22. März 2014 aus (pag. 556 Z. 34 ff.): «Er reagierte aggressiv und 
nervös. Er bekam wohl Panik. Daraufhin versuchte er zu flüchten? Seine Freundin 
und ich wollten Ihn [recte: ihn] dazu bewegen, anzuhalten. Er ignorierte uns jedoch. 
Während der Fahrt fühlte ich mich wie im Flugzeug. Er erwischte jeden Bordstein. 
Ich hatte Angst während der Fahrt und wusste nicht wie das Ausgehen [recte: aus-
gehen] würde. Seine Freundin schrie wie am Spiess. […]». Die diesbezüglichen, 

23

sich selbst widersprechenden Aussagen des Beschuldigten in der oberinstanzli-
chen Verhandlung, wonach seine Freundin zuerst aus Spass geschrien haben soll 
(pag. 1403 Z. 1 f. und Z. 4 f.), er unmittelbar danach aber gar niemanden schreien 
gehört haben will (pag. 1403 Z. 8), vermögen die glaubhaften Feststellungen im 
Polizeirapport und die Schilderungen der beiden Zeugen nicht zu entkräften. 

Schliesslich sind die Erklärungsversuche des Beschuldigten in der oberinstanzli-
chen Verhandlung, wonach seine beiden Beifahrer keine Probleme mit der Polizei 
gewollt und befürchtet hätten, bei einer Anhaltung den eigenen Ausweis zu verlie-
ren, weil er, der Beschuldigte über keine Fahrberechtigung verfügt habe bzw. sie 
ihn deshalb gebeten hätten, weiter zu fahren (pag. 1400 Z. 17 ff.), in sich unlogisch 
und nachgeschoben, mithin unglaubhaft. Dasselbe gilt in Bezug auf die Angaben 
des Beschuldigten, wonach die beiden Zeugen ihn nur belastet hätten, um sich 
nicht selber belasten zu müssen (pag. 1402 Z. 24 ff. und Z. 32 ff.). Dass er selber 
gesagt haben will, er sei bereit anzuhalten, und dass er angehalten hätte, wenn 
seine Beifahrer das von ihm verlangt hätten (pag. 1400 Z. 21 ff.), steht nicht nur im 
Widerspruch zu den Aussagen von Q.________ und P.________, sondern auch zu 
seinen eigenen anfänglichen Angaben, wonach er auf der Flucht vor der Polizei 
war und eben gerade nicht anhalten wollte. Die Behauptungen des Beschuldigten 
in der oberinstanzlichen Verhandlung sind mithin stark beschönigend, verspätet 
und die Schuld auf seine beiden Mitfahrer abwälzend, mithin als unglaubhafte 
Schutzbehauptungen zu qualifizieren. Es ist stattdessen beweiswürdigend auf die 
glaubhaften, sich gegenseitig deckenden Angaben von P.________ und 
Q.________ abzustellen, wonach der Beschuldigte auf das Auftauchen der Polizei 
aggressiv und nervös reagierte, die Aufforderung zum Anhalten durch seine beiden 
Mitfahrer und das Schreien seiner Freundin ignorierte und viel zu schnell weiter-
fuhr. Dies lässt sich auch, wie bereits ausgeführt, mit den eigenen tatnächsten An-
gaben des Beschuldigten sowie den Feststellungen der Polizei in Einklang bringen. 
Anzunehmen, dass der Beschuldigte, obwohl er auf diese Art und Weise durch die 
Stadt fuhr, ausgerechnet den Kreisel zur Falkenstrasse korrekt und insbesondere 
mit angepasster Geschwindigkeit befuhr, wäre hingegen willkürlich. Dass aus ei-
nem Befahren des Kreisels zur Falkenstrasse ohne vorgängiges Abbremsen des 
mit 80 - 90 km/h fahrenden Jaguars mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Schleudern 
resultiert haben muss, ist für die Kammer schliesslich evident. 

Gemäss Berichtsrapport vom 22. März 2014 verlor die Polizei den Jaguar, nach 
dem Befahren des Kreisels zur Falkenstrasse und nach dem Einbiegen in die Paul 
Emile Brandt Strasse kurz aus den Augen (pag. 537). Daraus abzuleiten, der Be-
schuldigte wäre für die Polizei sichtbar geblieben, wenn er tatsächlich geschleudert 
hätte, weil ihn dies verlangsamt hätte (vgl. die Ausführungen der Verteidigung in 
der erstinstanzlichen Verhandlung, pag. 1178), geht fehl, zumal die Polizisten das 
Fahrzeug ja eben gerade erst nach dem Manöver im Kreisel Falkenstrasse kurz 
aus den Augen verloren. 

Nach Würdigung aller zur Verfügung stehenden Beweismittel ist für die Kammer 
erstellt, dass die Polizisten im direkt dem Beschuldigten folgenden Polizeiauto be-
obachten konnten, wie der Beschuldigte den Kreisel zur Falkenstrasse mit nicht 

24

angepasster bzw. überhöhter Geschwindigkeit befuhr, dabei die Kontrolle über sein 
Fahrzeug verlor und dieses ins Schleudern geriet. 

10.2.3 Vorwurf der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte

Den Anklagesachverhalt betreffend den Vorwurf der Gewalt und Drohung gegen 
Behörden und Beamte (Ziff. I.2.3. der Anklageschrift vom 24. März 2017) erachtete 
die Vorinstanz nach knapper Würdigung der vorhandenen Beweise als erstellt 
(pag. 1258 f., S. 39 f. erstinstanzliche Urteilsbegründung). Die Kammer schliesst 
sich dem im Ergebnis mit der folgenden Begründung an:

Zunächst ist auf die eigenen tatnächsten Angaben des Beschuldigten abzustellen, 
wonach er sich der Polizeikontrolle habe entziehen wollen (pag. 559 Z. 38, 
pag. 565 Z. 98 f., pag. 566 Z. 163 ff.), von der Polizei habe überwältigt werden 
müssen (pag. 559 Z. 47 f.) und gegenüber den anwesenden Polizisten Äusserun-
gen gemacht habe, welche er nicht wiederholen wolle und für welche er sich beim 
die Einvernahme durchführenden Polizisten entschuldigt habe (pag. 567 Z. 185 f.; 
vom Beschuldigten gemeint ist wohl pag. 560 Z. 96 f. In der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung wollte sich der Beschuldigte darüberhinausgehend dann sogar 
bei allen Polizisten persönlich entschuldigt und ihnen die Hand gegeben haben 
[pag. 1171 Z. 1 f.]). Dass es sich bei den Aussagen des Beschuldigten, welche er 
in der ersten staatsanwaltschaftlichen Einvernahme nicht wiederholen wollte (vgl. 
pag. 567 Z. 185), nicht nur um Beschimpfungen handelte, ist für die Kammer klar, 
deckt sich diese Aussage doch mit den Feststellungen im Anzeige- bzw. im Be-
richtsrapport, beide datierend vom 24. Juli 2014, wonach der Beschuldigte den Po-
lizisten gedroht habe, dass sie sich vorsehen sollten, wenn er sie später fände 
(pag. 530 und pag. 540). Wie bereits ausgeführt, ist zudem beweismässig erwie-
sen, dass der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt stark alkoholisiert war (vgl. die ent-
sprechenden Erwägungen hiervor, wonach von einer rückgerechneten Blutalkohol-
konzentration von mindestens 1.92 ‰ auszugehen ist). Aus dem Protokoll bei Ver-
dacht auf Alkohol- und Betäubungsmittel- oder Arzneikonsum des IRM vom 
24. März 2014 geht ausserdem hervor, dass in der Rubrik «Ärztlicher Untersu-
chungsbefund» beim Verhalten «aggressiv» angekreuzt wurde (pag. 545; vgl. dazu 
die beschönigenden Aussagen des Beschuldigten in der oberinstanzlichen Ver-
handlung, wonach er sich nicht erinnern könne, mit einer Ärztin gesprochen zu ha-
ben und wonach er kein Aggressionsproblem habe [pag. 1401 Z. 12 ff.]. Immerhin 
gestand er bei dieser Gelegenheit aber ein, «vielleicht unangemessen auf die Si-
tuation reagiert» zu haben [pag. 1401 Z. 19 f.]). Dieses Beweismittel untermauert 
somit die das aggressive Verhalten des Beschuldigten beschreibenden Aussagen 
der beiden Zeugen Q.________ (pag. 556 Z. 36) und P.________ (pag. 552 
Z. 45 f.) sowie auch die diesbezüglichen Feststellungen im Anzeigerapport vom 
24. Juli 2014 (pag. 530) und im Berichtsrapport vom 24. Juli 2014 (pag. 540). Nicht 
vergessen werden darf des Weiteren, dass dem Beschuldigten gemäss seinen ei-
genen Angaben bewusst war, dass er mit seiner Fahrt gegen diverse Bestimmun-
gen des Strassenverkehrsgesetzes verstossen hatte (vgl. dazu die hiervor zitierten 
Aussagen des Beschuldigten, wonach er sich der Polizeikontrolle habe entziehen 
wollen und zu schnell gefahren sei [pag. 559 Z. 36 ff., Z. 43, pag. 565 Z. 98 ff., 
pag. 566 Z. 162 ff., pag. 567 Z. 173 f., pag. 569 Z. 83 ff., pag. 1169 Z. 17 ff.]) und 

25

er genau wusste, dass er sich im Falle einer polizeilichen Festnahme dafür würde 
verantworten müssen. Ausserdem hatte er gegenüber der Staatsanwaltschaft am 
6. Februar 2015 angegeben, dass er nach dem Aussteigen aus dem Auto zunächst 
davon ausgegangen sei, dass er «davon gekommen» sei (pag. 570 Z. 101 f.). Auch 
diese Tatsache steht mit dem Anklagesachverhalt, wonach sich der Beschuldigte 
gegen die Anhaltung mit körperlicher Gewalt gewehrt und die Polizisten zudem 
verbal bedroht haben soll, im Einklang. Zusammenfassend hält die Kammer fest, 
dass sich das Beweisergebnis entgegen der Rüge der Verteidigung in der oberin-
stanzlichen Verhandlung (pag. 1408, vgl. auch pag. 1180) eben gerade nicht einzig 
auf den Polizeirapport, sondern vordergründig auf die eigenen Angaben des Be-
schuldigten und auch auf die Aussagen der Zeugen Q.________ und P.________ 
sowie das Ergebnis des Blutalkoholtests und die Einschätzung der IRM-Ärztin 
stützt. 

Entgegen den Ausführungen der Verteidigung in der oberinstanzlichen Verhand-
lung (pag. 1408 f.), kann die Kammer in Bezug auf die rapportierten polizeilichen 
Feststellungen nichts Unlogisches oder in sich Widersprüchliches erkennen. Im Be-
richtsrapport vom 24. Juli 2014 wird ausführlich, detailliert und nachvollziehbar 
ausgeführt, wie die Anhaltung des Beschuldigten am 22. März 2014 vonstattenging 
(pag. 540). Konkret seien der Beschuldigte und Q.________ angewiesen worden, 
die Hände sichtbar zu halten. Q.________ habe dem sofort Folge geleistet, der 
Beschuldigte hingegen habe sich aufgerichtet und sei auf den rapportierenden Po-
lizisten S.________ zugegangen. Er sei aufgefordert worden, stehen zu bleiben 
und zu warten, habe diese Anweisung aber missachtet und sich weiter dem Polizis-
ten genähert. Der Beschuldigte habe in der Folge unter Waffendrohung angewie-
sen werden müssen, zum Fahrzeug zurück zu kehren und die Hände aufs Dach zu 
legen. Diese Aufforderung habe er erneut missachtet und sich langsam weiter dem 
Polizisten genähert, woraufhin dieser für den Fall, dass er sich weiter nähern und 
den polizeilichen Anweisungen keine Folge leisten sollte, den Einsatz von Reiz-
stoffmitteln angekündigt habe. Der Beschuldigte habe daraufhin gehorcht, sei zum 
Fahrzeug zurückgekehrt, habe die Hände aufs Dach gelegt, sich jedoch mehrmals 
umgedreht und auf den Polizisten zukommen wollen. Er sei wiederholt angewiesen 
worden, die Hände auf dem Dach zu lassen. Weil er sich dennoch immer wieder 
habe umdrehen wollen, habe man ihn am Fahrzeug fixiert, woraufhin der Beschul-
digte den Polizisten gedroht habe, dass sie sich vorsehen sollten, falls er sie finden 
würde. Nachdem zur Unterstützung weitere Patrouillen herbeigeeilt seien, hätten 
dem Beschuldigten Handfesseln angelegt werden können. Der Beschuldigte habe 
jedoch, als das SIPO-Element ihn an sich genommen habe, sich zu wehren be-
gonnen und habe in der Folge zu Boden geführt und im Anschluss durch fünf Poli-
zisten zum Einsatzfahrzeug geführt werden müssen. Dabei habe der Beschuldigte 
geflucht, die Polizisten beschimpft und ihnen gedroht. Damit übereinstimmend hält 
der von S.________ verfasste Anzeigerapport vom 24. Juli 2014 fest, der Beschul-
digte habe sich, als die erste Patrouille ihn an seinem PW fixiert und unter Kontrolle 
gebracht habe, leicht gewehrt und den Polizisten gedroht, indem er gesagt habe, 
sie sollten sich vorsehen, wenn er sie später fände. Als das SIPO-Element den Be-
schuldigten zum Polizeiwagen habe bringen wollen, habe sich der Beschuldigte so 
stark zu wehren begonnen, dass ihn die Polizisten trotz Handfesseln zu Boden 

26

führen und dann unter vereinten Kräften von fünf Polizisten zum Polizeiwagen hät-
ten führen müssen (pag. 530). Die Ausführungen in den beiden Rapporten decken 
sich nicht nur gegenseitig, sondern sind nach Auffassung der Kammer auch in sich 
logisch und frei von Widersprüchen. Entgegen der Argumentation der Verteidigung 
ist es gerade nicht abwegig, dass die Polizei den Beschuldigten zunächst mehrfach 
aufforderte, stehen zu bleiben, sich ruhig zu verhalten und die Hände aufs Auto-
dach zu legen, bevor sie ihn schliesslich – aufgrund seiner Weigerung, die polizeili-
chen Anweisungen zu befolgen – am Auto fixieren mussten. Nichts Unlogisches 
lässt sich sodann den polizeilichen Ausführungen entnehmen, wonach der Be-
schuldigte habe zu Boden geführt werden müssen, nachdem er sich gegen das 
Verbringen ins Einsatzfahrzeug stark gewehrt habe. 

Was die vom Beschuldigten vorgebrachten vermeintlichen Rechtfertigungen seines 
Verhaltens gegenüber der Polizei anbelangt, so sind diese, wie nachfolgend aufzu-
zeigen ist, nach Auffassung der Kammer unbehelflich. In der Einvernahme bei der 
Staatsanwaltschaft, welche noch am Tattag stattfand, gab der Beschuldigte zu Pro-
tokoll, zunächst hätten ihm zwei Polizisten Befehle zugerufen, er habe seine beiden 
Hände wie befohlen auf das Autodach gelegt und die Polizisten weder beleidigt 
noch bedroht, anschliessend seien weitere Polizisten zu ihm gekommen, diese hät-
ten ihm Handschellen anlegen wollen, hätten aber seiner Ansicht nach in dieser Si-
tuation überreagiert (pag. 567 Z. 180 ff.). Dem in der oberinstanzlichen Verhand-
lung vorgebrachten Verwertbarkeitseinwand der Verteidigung (vgl. pag. 1408) ist 
an dieser Stelle entgegen zu halten, dass der Beschuldigte zu diesem Zeitpunkt 
bereits verteidigt und Rechtsanwalt C.________ als sein amtlicher Verteidiger bei 
der Einvernahme anwesend war (vgl. pag. 562), während der Beschuldigte in der 
allerersten Einvernahme, unmittelbar nach seiner Anhaltung (pag. 558 ff.), gegenü-
ber der Polizei noch gar keine Angaben zu diesem Vorwurf gemacht hatte. In der 
nächsten Einvernahme, konkret am 6. Februar 2015, führte der Beschuldigte dann 
aggravierend aus, es seien mehrere zivile Polizeifahrzeuge gekommen, Polizisten 
in Zivil seien aus dem Wagen gesprungen, hätten ihn mit Pistolen bedroht und ihm 
gesagt, er solle sich auf den Boden legen (pag. 570 Z. 102 ff.). Anschliessend be-
zichtigte der Beschuldigte die Polizisten – nota bene rund ein Jahr nach dem Vor-
fall – erstmals explizit der übertriebenen körperlichen Gewaltanwendung, indem er 
ausführte, ein Polizist habe ihn von hinten zu Boden gestossen und sie hätten dann 
zu fünft versucht, ihm Handschellen anzulegen, wobei ein Polizist ihm sein Bein in 
den Rücken gedrückt habe, was ihm wirklich weh getan habe (pag. 570 Z. 107 ff.). 
Die Polizisten hätten es nicht geschafft, ihm die Handschellen anzulegen, weil er 
sich aufgrund der Schmerzen so gewehrt habe. Sie hätten ihn dann aufgehoben 
und aufs Auto gelegt (pag. 570 Z. 110 ff.). Auch seine Freundin, die Zeugin 
P.________, sei, obwohl sie ruhig im Auto gesessen sei, aus dem Auto gezerrt und 
auf den Boden geworfen worden (pag. 570 Z. 113 ff.). Während die Polizei über-
triebene Gewalt gegen ihn angewendet haben soll, will sich der Beschuldigte nur 
deshalb gewehrt und die Polizisten beleidigt haben, weil er Rückenprobleme bzw. 
Schmerzen gehabt habe (pag. 570 Z. 105 f., Z. 110 f. und Z. 112 f.). Diese ver-
meintliche, das eigene Verhalten entschuldigende Erklärung ist bereits deshalb un-
glaubhaft, weil der Beschuldigte sie erst rund ein Jahr nach dem Vorfall und damit 
offensichtlich verspätet vorbrachte (vgl. dazu auch die zutreffenden Ausführungen 

27

der Generalstaatsanwaltschaft in der oberinstanzlichen Verhandlung, pag. 1415). 
Dass er den Polizisten vor Ort explizit gesagt habe, er könne sich wegen seiner 
Rückenschmerzen nicht auf den Boden legen, brachte der Beschuldigte sogar erst 
in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung zum ersten Mal vor (pag. 1107 Z. 31 f.). 
In der erstinstanzlichen Hauptverhandlung nannte der Beschuldigte überdies als 
Grund für seine Weigerung, sich auf den Boden zu legen, erstmals, dass der Bo-
den dreckig gewesen sei (pag. 1171 Z. 4 f.). Ausserdem zielten nun angeblich 
plötzlich «ungefähr 20 Polizisten […] alle mit der Pistole auf [ihn]» (pag. 1170 
Z. 30). Er habe gesagt, dass er sich aufgrund seiner Rückenschmerzen nicht auf 
den Boden legen könne, habe sich aber hingekniet. Daraufhin habe ihn jemand von 
hinten in den Rücken getreten und er habe sich wehren müssen, weil er Schmer-
zen gehabt habe (pag. 1170 Z. 30 ff.) – auch diese Aussagen des Beschuldigten 
sind klar aggravierend und überdies auch unlogisch, will doch der Beschuldigte 
wissen, dass es sich bei der Person, welche ihn von hinten in den Rücken getreten 
(pag. 1170 Z. 32 f.) um Herrn T.________ gehandelt habe (pag. 1170 Z. 34). 

Wenn die Verteidigung in der oberinstanzlichen Verhandlung in diesem Zusam-
menhang sodann geltend machte, der mit Berufungserklärung eingereichte Notfall-
bericht vom 1. März 2014 belege, dass der Beschuldigte am 22. März 2014 körper-
lich noch nicht wieder in bester Verfassung gewesen sei (pag. 1408), so ist ihr ent-
gegen zu halten, dass aus dem erwähnten Bericht lediglich hervorgeht, dass nach 
dem Unfallereignis vom 1. März 2014 in Biel gleichentags ärztliche Diagnosen ge-
stellt, die Behandlung notiert und das weitere Prozedere festgehalten wurden 
(pag. 1326 ff.). Hingegen enthält der Bericht keine Beurteilung des körperlichen Be-
findens des Beschuldigten am 22. März 2014 – was angesichts des in der Zukunft 
liegenden Datums auch äusserst unlogisch wäre. Dafür, dass die Polizisten vom 
Beschuldigten etwas verlangt hätten, was für diesen in körperlicher Hinsicht 
schlicht nicht machbar gewesen wäre (vgl. die entsprechenden Ausführungen von 
Rechtsanwalt C.________ in der oberinstanzlichen Hauptverhandlung, pag. 1408), 
liegen keinerlei Hinweise vor. Vielmehr sind die Behauptungen des Beschuldigten 
lediglich Ausdruck seiner Haltung, welche sich wie ein roter Faden durch sein Aus-
sageverhalten zieht und wonach immer die Umstände oder andere Personen ein 
rechtskonformes Verhalten seinerseits verunmöglichen, er selber aber niemals 
Schuld daran hat (vgl. beispielhaft auch pag. 1170 Z. 354 ff., wonach ihm der Poli-
zist auch jetzt noch das Leben schwer mache; pag. 1403 Z. 10 ff., wonach die Poli-
zisten ihm die Sache einfach unbedingt hätten anhängen wollen). 

Allein die Tatsache, dass der Beschuldigte bei anderen Gelegenheiten im Rahmen 
der polizeilichen Anhaltung keine Gewalt angewendet hatte (vgl. die Ausführungen 
von Rechtsanwalt C.________ in der oberinstanzlichen Verhandlung, pag. 1409), 
vermag diesen schliesslich nicht zu entlasten bzw. bedeutet selbstredend nicht, 
dass er am 22. März 2014 gegenüber der Polizei keine Gewalt angewendet bzw. 
nicht gedroht hat. 

Zusammenfassend kommt die Kammer somit zum gleichen Beweisergebnis wie 
die Vorinstanz und sieht namentlich den angeklagten Sachverhalt betreffend den 
Vorwurf der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte (Ziff. I.2.3. der An-
klageschrift vom 24. März 2017) als erstellt an. 

28

10.3 Ereignis vom 21. April 2015

Im Sinne einer Vorbemerkung hält die Kammer fest, dass D.________ im Verfah-
ren PEN 17 421 durch das Regionalgericht Berner Jura-Seeland von den Anschul-
digungen der einfachen Körperverletzung mit einer Waffe z.N.d. Beschuldigten so-
wie der Widerhandlung gegen das Waffengesetz durch Besitz einer verbotenen 
Waffe (Teleskopschlagstock) als albanischer Staatsangehöriger, freigesprochen 
wurde. Dieser Freispruch ist in Rechtskraft erwachsen. 

Als Beweismittel liegen der Kammer zunächst der polizeiliche Anzeigerapport vom 
6. Juni 2015 (pag. 585 ff.), der Notfallbericht des U.________ (Spital) vom 21. 
April 2015 (pag. 595 ff.), die Aussagen von D.________ (pag. 604 ff., pag. 608 ff., 
pag. 1161 ff.) und von N.________ (pag. 611 ff.) sowie diejenigen des Beschuldig-
ten (pag. 598 ff., pag. 602 f., pag. 1161 ff.) zur Würdigung vor. Die Vorinstanz hat 
diese Beweismittel vollzählig aufgelistet und deren Inhalt in zusammengefasster 
Form wiedergegeben, es wird darauf verwiesen (vgl. pag. 1261 ff., S. 42 ff. erstin-
stanzliche Urteilsbegründung). Allfällige Ergänzungen nimmt die Kammer direkt im 
Anschluss in der Beweiswürdigung vor. Ergänzend sind auch die in oberinstanzli-
chen Hauptverhandlung gemachten Aussagen des Beschuldigten (pag. 1390 ff.) 
sowie die im Strafverfahren gegen D.________ (PEN 17 421) aktenkundigen Fotos 
(Akten PEN 17 421, nicht paginiert, Faszikel «HV») und Aussagen von allen drei 
Beteiligten (Akten PEN 17 421, nicht paginiert, Faszikel «Anzeige vom 6.6.2015» 
und «HV») einer Würdigung zu unterziehen. Auch darauf wird – sofern relevant – 
direkt im Rahmen der Würdigung hiernach eingegangen. 

In seinem eigenen Strafverfahren (PEN 17 421) wurde D.________ am 
21. April 2015 (pag. 604 ff. [bzw. Akten PEN 17 421 pag. 23 ff.]) als Auskunftsper-
son und am 16. Mai 2015 (pag. 608 ff. [bzw. Akten PEN 17 421 pag. 7 ff.]) sowie in 
der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 6. März 2018 (Akten PEN 17 421, 
nicht paginiert; mit den nachfolgend genannten Seitenzahlen sind die Seiten des 
Protokolls gemeint) als beschuldigte Person befragt. Im Strafverfahren gegen den 
Beschuldigten wurde er zudem in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 
30. Juli 2019 als Auskunftsperson einvernommen (pag. 1164 ff.). Dabei hat er kon-
stant, detailliert, in sich stimmig und nachvollziehbar geschildert, dass er nach dem 
Verlassen des Wohnblockes auf den Beschuldigten getroffen sei, welcher in der 
rechten Hand ein Messer gehabt habe (pag. 605 Z. 26 f., Z. 68 f., S. 3 Z. 38 f., S. 4 
Z. 5 f., pag. 1164 Z. 34 ff.). Der Beschuldigte sei auf ihn zugekommen und habe mit 
der rechten Hand eine Bewegung in seine Richtung gemacht (pag. 605 Z. 28 ff., 
S. 4 Z. 6 und Z. 8, pag. 1164 Z. 36). Daraufhin habe er, D.________, den Beschul-
digten mit seiner linken Hand am rechten Arm und mit seiner rechten Hand am 
Kragen gepackt, sich rückwärts zu Boden fallen lassen und seine Beine in den 
Bauch des Beschuldigten gedrückt (pag. 605 Z. 28 ff., pag. 606 Z. 72 ff., S. 4 
Z. 17 ff., pag. 1164 Z. 36 f.). Dabei führte er mit dem durch den Notfallbericht 
(pag. 595 f.) und die Fotos (aus dem Verfahren gegen D.________, PEN 17 421, 
nicht paginiert) objektivierten Verletzungsbild übereinstimmend aus, als er den Be-
schuldigten an dessen rechten Arm gepackt habe, habe dieser ihn wahrscheinlich 
mit dem Messer an seiner linken Hand und am linken Oberarm verletzt (pag. 605 
Z. 39 ff., S. 4 Z. 6 ff. und Z. 15 f., pag. 1164 Z. 36 ff., Z. 40 f.). Inwiefern beim Ein-

29

satz eines Messers «ganz andere Verletzungsbilder» hätten entstanden sein sol-
len, wie dies die Verteidigung geltend macht (vgl. pag. 1408), erschliesst sich der 
Kammer nicht. D.________ beschrieb in der Folge detailliert, dass der Beschuldig-
te über ihn geflogen und hinter ihm auf dem Boden gelandet sei (pag. 605 Z. 34, 
S. 4 Z. 19 f., pag. 1165 Z. 1 ff., Z. 5 ff.). Die vom Beschuldigten erlittenen Schürf-
wunden am Kopf und am linken Unterarm sowie die Prellungen am Rücken (vgl. 
die Fotos aus dem Verfahren gegen D.________, PEN 17 421, nicht paginiert), 
sind ebenfalls ohne Weiteres damit vereinbar. Dem diesbezüglichen Einwand der 
Verteidigung, wonach ein solches Vorgehen physikalisch sehr unwahrscheinlich 
sei, zumal der Beschuldigte klar kräftiger sei als D.________ (vgl. pag. 1408), ist 
mit der Generalstaatsanwaltschaft entgegen zu halten, dass eine solche «Rolle», 
ähnlich einer Abwehr im Kampfsport, gerade die körperliche Überlegenheit des 
Gegners ausnützt und in kinetische Energie umwandelt, mithin der geschilderte Ab-
lauf sehr wohl plausibel und damit glaubhaft ist (vgl. dazu pag. 1413 f. und 
pag. 1416). Er selber, so D.________ weiter, sei schnell aufgestanden und habe 
eine Stange bzw. einen Stock (oder einen Besen) genommen, welche bzw. welcher 
beim Container gestanden habe, um sich damit verteidigen zu können (pag. 605 
Z. 34 f., pag. 606 Z. 73 ff., S. 4 Z. 21 ff., pag. 1165 Z. 11 ff.). Er habe den Beschul-
digten mit der Stange nicht geschlagen (pag. 606 Z. 73 ff.). Auch der Beschuldigte 
sei aufgestanden und habe einen Besen genommen, welcher auch dort rumge-
standen sei (pag. 605 Z. 35 f., pag. 1165 Z. 15). Er, D.________, habe in den 
Wohnblock flüchten, die Tür hinter sich verschliessen und die Polizei alarmieren 
können (pag. 605 Z. 36 ff., pag. 606 Z. 73, S. 4 Z. 22 f., pag. 1165 Z. 17). Dass er 
selber bewaffnet gewesen sei, stellte D.________ ebenso konstant in Abrede. Er 
habe nie einen Teleskopstock besessen, keinen solchen dabeigehabt und den Be-
schuldigten erst recht nicht damit geschlagen (pag. 609 Z. 43 ff., Z. 50 ff., S. 4 
Z. 25 ff., pag. 1165 Z. 26 ff.). Weiter für die Glaubhaftigkeit seiner Angaben spricht, 
dass D.________ die Geschehnisse auch zeitlich gut einordnen konnte. So geht 
aus seinen tatnächsten Angaben hervor, dass er den Beschuldigten um 06.24 Uhr 
das erste Mal angerufen habe (pag.  605 Z. 20 f.; bestätigt auch durch den Be-
schuldigten in seiner ersten Einvernahme, vgl. pag. 599 Z. 44), um 06.29 Uhr habe 
der Beschuldigte ihn angerufen und gefragt, wo er bleibe (pag. 605 Z 24 f.), und um 
06.37 Uhr habe er schliesslich die Polizei alarmiert (pag. 605 Z. 37 f., Z. 47 ff.). 
Letzteres stimmt mit der im Anzeigerapport vom 6. Juni 2015 festgehaltenen Mel-
dezeit 06.38 Uhr, überein (vgl. pag. 585). Hingegen treffen die zeitlichen Angaben 
des Beschuldigten, wonach D.________ die Polizei erst gegen Mittag avisiert habe 
(vgl. pag. 1171 Z. 28 f.), offensichtlich nicht zu. D.________ hat auch eingestan-
den, wenn er sich an etwas nicht mehr erinnern konnte, so beispielsweise an die 
genaue Art des vom Beschuldigten angeblich eingesetzten Messers (pag. 605 
Z. 63 ff., wonach die Klinge ca. 10 cm lang und silbern gewesen sei, er aber nicht 
sagen könne, ob es ein Küchen- oder ein Taschenmesser gewesen sei). Der man-
gelnde Detaillierungsgrad der Aussagen von D.________ in der bloss rund halb-
stündigen Einvernahme vom 16. Mai 2014 ist sodann offensichtlich auf die Art und 
das Thema der polizeilichen Befragung zurückzuführen – konkret liess man 
D.________ nicht in freier Rede erzählen, sondern liess ihn zunächst pauschal die 
bisherigen Angaben zum Ereignis vom 21. April 2015 bestätigen (pag. 608 Z. 14 ff.) 

30

und stellte ihm dann ganz konkrete Fragen zur Beziehung mit N.________ 
(pag. 608 Z. 19 ff., pag. 609 Z. 26 ff., Z. 31 ff.) und betreffend den eigenen Besitz 
und den Einsatz von Waffen (pag. 609 Z. 43 ff., Z. 47 f., Z. 50 ff., Z. 56 ff.). Der Vor-
instanz sowie den Ausführungen der Generalstaatsanwaltschaft in der oberinstanz-
lichen Verhandlung (vgl. pag. 1414) ist weiter beizupflichten, dass D.________ kein 
Interesse daran gehabt hätte, nach dem Vorfall die Polizei zu verständigen, wenn 
sich dieser so zugetragen hätte, wie vom Beschuldigten dargestellt bzw. wenn 
D.________ den Beschuldigten tatsächlich zuerst und ohne Vorwarnung mit einem 
Schlagstock angegriffen hätte. Diesfalls hätte wohl eher der Beschuldigte die Poli-
zei gerufen. Die diesbezüglichen Erklärungsversuche des Beschuldigten, wonach 
ja gar nichts gewesen bzw. es nicht so schlimm gewesen sei (pag. 1171 Z. 25, 
pag. 1401 Z. 44 f.), er halt nicht einer sei, der sofort zur Polizei gehe (pag. 1171 Z. 
26 f.), er der Polizei in Biel nicht vertraue (pag. 1401 Z. 42) und ihm die Polizei in 
der Vergangenheit nicht geholfen habe (pag. 1401 Z. 43 f.), überzeugen entgegen 
den Vorbringen der Verteidigung (vgl. pag. 1407) nicht. Die von D.________ be-
schriebenen Verletzungen, welche ihm durch den Beschuldigten mit einem Messer 
zugefügt worden seien, sind schliesslich zum einen durch den Notfallbericht des 
U.________ (Spital) (pag. 595 f.) und zum anderen durch die Fotos (aus dem Ver-
fahren gegen D.________, PEN 17 421, nicht paginiert) objektiviert. Es handelt 
sich um typische Abwehrverletzungen (vgl. dazu auch die zutreffenden Ausführun-
gen des stv. Generalstaatsanwaltes in der oberinstanzlichen Verhandlung, pag. 
1414), welche auch für medizinische Laien ohne Weiteres als Schnittwunden 
einordbar sind. Den zutreffenden Ausführungen von Rechtsanwalt C.________ in 
der oberinstanzlichen Verhandlung (vgl. pag. 1407) ist insofern beizupflichten, als 
dass dies selbstverständlich nichts darüber aussagt, ob die Verletzungen mit einem 
Messer zugefügt wurden oder allenfalls mit einem anderen scharfen Gegenstand 
und sich allein aufgrund der Fotos natürlich ebenso wenig auf die Täterschaft des 
Beschuldigten schliessen lässt. Hingegen lässt sich aus dem Notfallbericht jeden-
falls nichts entnehmen, was den von D.________ geschilderten Vorgang aussch-
liessen würde. Die Kammer erachtet die Aussagen von D.________ somit mit der 
Vorinstanz als konstant, Erinnerungslücken eingestehend, mit den übrigen Be-
weismitteln übereinstimmend und in sich logisch, mithin glaubhaft (vgl. pag. 1267 f., 
S. 48 erstinstanzliche Urteilsbegründung). 

Demgegenüber sind die Aussagen des Beschuldigten in Bezug auf den Kernsach-
verhalt nicht glaubhaft. Dieser wurde im eigenen Strafverfahren am 21. April 2015 
polizeilich (pag. 598 ff.), am 23. Januar 2017 durch die Staatsanwaltschaft 
(pag. 602 f.) sowie in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung (pag. 1168 ff.) als 
beschuldigte Person einvernommen. Überdies wurde er im Strafverfahren PEN 17 
421 gegen D.________ in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung als Auskunfts-
person befragt (Akten PEN 17 421, nicht paginiert; mit den nachfolgend genannten 
Seitenzahlen sind wiederum die Seiten des Protokolls gemeint). Der Beschuldigte 
widersprach sich mehrmals selber, wenn er beispielsweise in der tatnächsten Ein-
vernahme noch aussagte, er habe unmittelbar vor der körperlichen Auseinander-
setzung mit D.________ das Handy in der rechten Hand gehabt (pag. 599 Z. 48 f.), 
in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 23. Januar 2017 dann aber zu 
Protokoll gab, er habe beide Hände in den Jackentaschen gehabt (pag. 603 

31

Z. 57 f., später bestätigt, vgl. S. 7 Z. 1 und pag. 1402 Z. 5 ff.). Damit wollte er sich 
ganz offensichtlich entlasten, weil er diesfalls – nota bene als Rechtshänder (vgl. 
die Aussagen des Beschuldigten in der oberinstanzlichen Verhandlung, pag. 1393 
Z. 32 f.) – ja nicht gleichzeitig mit dem Messer hätte zustechen können. Hingegen 
verfängt das Argument der Verteidigung, wonach sich der Beschuldigte zufolge 
Zeitablauf einfach nicht mehr habe daran erinnern können, wo genau er die Hände 
gehabt habe (vgl. pag. 1407), nicht. Diesfalls hätte er die Erinnerungslücke wohl 
genau so zu Protokoll gegeben und nicht wiederholt und selbst in der oberinstanzli-
chen Verhandlung noch explizit behauptet, die Hände in den Taschen gehabt zu 
haben. Widersprüchlich sind auch die Angaben des Beschuldigten betreffend ge-
gen D.________ ausgeführte Schläge. So wollte der Beschuldigte D.________ zu-
erst gar nicht geschlagen haben (pag. 599 Z. 54: «Ich schlug ihn aber nicht, weder 
mit diesem Stiel noch sonst wie.»). Er habe vielmehr einfach nur einen abgebro-
chenen Besenstiel aufgenommen, um sich notfalls verteidigen zu können (pag. 599 
Z. 52 f.). Unmittelbar danach gab er jedoch auf Frage, wer D.________ die Schnitt-
verletzungen zugefügt habe, zu Protokoll, er wisse es nicht. Er habe auch nie ge-
sagt, dass er D.________ umbringen werde, er habe ihn nur abschlagen wollen 
(pag. 599 Z. 58 ff.; vgl. dazu auch die dem widersprechenden Aussagen des Be-
schuldigten in der oberinstanzlichen Verhandlung, wonach er davon ausgegangen 
sei, er würde mit D.________ bloss diskutieren [pag. 1402 Z. 1 ff.]). Gegenüber der 
Staatsanwaltschaft gab der Beschuldigte in einem weiteren Widerspruch dann zu 
Protokoll, er habe D.________ mit dem Aluminiumstock, welcher neben dem Ab-
fallcontainer gelegen sei, einen Schlag versetzt, es könne sein, dass er ihn getrof-
fen habe und D.________ sich die im Spital dokumentierten Verletzungen dadurch 
zugezogen habe (pag. 603 Z. 69 ff.). Entgegen den Vorbringen der Verteidigung in 
der oberinstanzlichen Verhandlung (vgl. pag. 1407), kann aus einer solchen Aus-
sage selbstverständlich keine Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschuldigten ab-
geleitet werden, vielmehr stellt die Aussage gerade eine typische unglaubhafte 
Schutzbehauptung dar. Im Übrigen relativierte der Beschuldigte sein «Eingeständ-
nis» in der darauffolgenden Einvernahme ohnehin gleich wieder, will er doch 
gemäss seinen Aussagen in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung im Strafver-
fahren gegen D.________ einen abgebrochenen Besenstil aufgegriffen haben, dies 
aber erst, nachdem D.________ bereits wieder ins Haus gerannt sei (S. 7 Z. 15 ff., 
S. 8 Z. 1 f.). Er habe D.________ diesen Besenstil noch nachgeworfen, geschlagen 
haben will er diesen damit aber nicht mehr (S. 7 Z. 18 f.). Dieses Aussageverhalten 
kommt einem regelrechten Aussageslalom gleich, ist mithin bereits aufgrund des-
sen absolut unglaubhaft. Sodann sind die Angaben des Beschuldigten zum Teil 
auch bereits in sich unlogisch und stimmen nicht mit objektiven Beweismitteln übe-
rein. So stellte er D.________ in seinen Befragungen als unmittelbaren Aggressor 
dar – und dies mit fortlaufender Verfahrensdauer in aggravierender Weise (vgl. 
pag. 599 Z. 49 ff.: «Als ich ca. 2 Meter vor diesem Mann stand, begann dieser mich 
anzuschreien. Er sagte mir du «Wixer» und nahm zeitgleich einen Teleskopschlag-
stock aus seiner Tasche, mit welcher [recte: welchem] er auf mich einschlug. Er traf 
mich mit diesem Stock an meinem linken Unterarm, an meinem Kopf und am Rü-
cken. Ich ging zu Boden […]»; vgl. auch pag. 600 Z. 71 ff.; vgl. auch pag. 603 Z. 57 
ff., wonach D.________ nunmehr ohne zuvor ein Wort zu sagen, den Schlagstock 

32

hervor genommen und direkt auf ihn eingeschlagen haben soll.; vgl. auch S. 6 Z. 
39 f., S. 7 Z. 1 ff., S. 8 Z. 4 f.). Dies lässt sich jedoch kaum vereinbaren mit der vom 
Beschuldigten unmittelbar im Anschluss an den Vorfall versandten SMS an 
N.________, wonach er D.________ habe töten wollen, dieser aber wie ein Hund 
geflüchtet sei (vgl. pag. 589). Zumindest genauso unlogisch erscheint, dass die 
Schnittverletzung in der linken Handfläche von D.________ von einem Schlag mit 
einem Stock – welcher Art auch immer – herrühren soll. Wie der stv. General-
staatsanwalt in der oberinstanzlichen Verhandlung zutreffend ausführte, konnte der 
Beschuldigte mit anderen Worten für die Schnittverletzungen von D.________ im 
Unterschied zu Letzterem keine plausible Erklärung liefern (vgl. pag. 599 Z. 58 ff., 
pag. 602 Z. 38 ff., pag. 603 Z. 69 ff.), während die von D.________ geschilderte 
Variante der Geschehnisse exakt zum objektivierten Verletzungsbild passt. Als rei-
ne Schutzbehauptung zu qualifizieren ist insbesondere die vermeintlichen Er-
klärungen des Beschuldigten, wonach D.________ sich vielleicht beim Rückwärts-
gehen verletzt habe oder als er gestolpert sei (S. 7 Z. 24 ff.) oder aber dass ihm 
vielleicht N.________ die Verletzungen zu Hause zugefügt habe (S. 7 Z. 29 ff.). Für 
diese Szenarien liegen keinerlei Anhaltspunkte vor, es ist offensichtlich, dass der 
Beschuldigte diese erfand, um sich doch noch irgendwie entlasten zu können. Zwar 
trifft zu, dass wohl auch mit einem abgebrochenen Aluminimumstock Schnittwun-
den zugefügt werden können (vgl. dazu die Ausführungen von Rechtsanwalt 
C.________ in der oberinstanzlichen Verhandlung, pag. 1415). Dass D.________ 
beim Schlag mit dem abgebrochenen Aluminiumstock verletzt worden wäre, macht 
jedoch nicht einmal der Beschuldigte selber geltend bzw. wollte dieser D.________ 
gegen Ende des Verfahrens, wie bereits ausgeführt, nicht einmal mehr damit ge-
schlagen haben (vgl. die entsprechenden Erwägungen hiervor). 

Schliesslich liegen auch dafür, dass D.________ ihn, den Beschuldigten mit einem 
Teleskopschlagstock geschlagen hat, wie dies der Beschuldigte geltend machte 
(vgl. pag. 599 Z. 50 ff., pag. 600 Z. 71 ff. und Z. 78 ff., pag. 603 Z. 57 ff., Z. 68, S. 6 
Z. 39 f., S. 7 Z. 1 ff., S. 8 Z. 5, pag. 1170 Z. 19 f.), keinerlei Hinweise vor. Insbe-
sondere war die Polizei sehr schnell vor Ort, D.________ hätte in der Zeit zwischen 
der Auseinandersetzung und dem Eintreffen der Polizei entgegen der Argumentati-
on der Verteidigung (vgl. pag. 1408) gar keine Zeit gehabt, einen solchen ver-
schwinden zu lassen. Weiter ging D.________ beim Verlassen des Hauses 
gemäss seinen tatnächsten glaubhaften Angaben bloss davon aus, der Beschuldig-
te warte vor seinem Haus, um mit ihm zu sprechen (vgl. pag. 605 Z. 24 ff.). Damit 
übereinstimmend gab der Beschuldigte in seiner tatnächsten Einvernahme an, er 
habe D.________ am Telefon gesagt, er komme vorbei, dann könnten sie zusam-
men diskutieren (pag. 599 Z. 45 f.). Demgegenüber liegen keine Anhaltspunkte 
dafür vor, dass D.________ damit rechnete, dass der Beschuldigte ihn sogleich 
körperlich und/oder mit einer Waffe angreifen würde, weshalb die These, dass er 
sich vor dem Verlassen des Hauses logischerweise mit einem Teleskopschlagstock 
bewaffnet habe (vgl. die Ausführungen der Verteidigung in ihrem oberinstanzlichen 
Parteivortrag, pag. 1407), nicht verfängt. Und wenn gleich auch die Kammer nicht 
ausser Acht lässt, dass es sich bei N.________ um die Partnerin von D.________ 
handelt, ist gleichwohl zu berücksichtigen, dass sie übereinstimmend mit 
D.________ aussagte, dieser besitze keinen Teleskopschlagstock (pag. 614 

33

Z. 119 ff.). Abgesehen davon war die Auskunftsperson N.________ bei der körper-
lichen Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten und D.________ nicht 
dabei und konnte somit zum zu würdigenden Kerngeschehen keine sachdienlichen 
Angaben machen. 

Abschliessend hält die Kammer wiederum fest, dass sich entgegen den Aus-
führungen der Verteidigung in der oberinstanzlichen Verhandlung (vgl. pag. 1407) 
allein aus dem Umstand, dass der Beschuldigte andere Vorwürfe eingestanden, 
den Vorwurf der einfachen Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand zum 
Nachteil von D.________ aber stets bestritten hat, nichts zu seinen Gunsten ablei-
ten lässt. 

Zusammenfassend stellt die Kammer beweiswürdigend auf die Angaben von 
D.________ ab, welcher sowohl als beschuldigte Person als auch als Auskunfts-
person bzw. als Straf- und Zivilkläger im Verfahren gegen den Beschuldigten kon-
stant, nicht aggravierend, in sich stimmig und mit dem Verletzungsbild überein-
stimmend aussagte. Sie kommt gestützt darauf zum gleichen Beweisergebnis wie 
die Vorinstanz und sieht den Sachverhalt gemäss Ziff. I.2.1. der Anklageschrift vom 
24. März 2017 (pag. 968) als erwiesen an. Konkret ist erstellt, dass der Beschuldig-
te D.________ im Rahmen der Auseinandersetzung vom 21. April 2015 mit einem 
silbernen Messer mit ca. 10 cm langer Klinge am linken Oberarm eine 3 cm und ei-
ne 1 cm lange Wunde sowie an der linken Hand eine 2 cm lange Schnittwunde zu-
fügte. 

IV. Rechtliche Würdigung 

11. Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit

11.1 Theoretische Grundlagen

Gemäss Art. 91a Abs. 1 SVG wird bestraft, wer sich als Motorfahrzeugführer vor-
sätzlich einer Blutprobe, einer Atemalkoholprobe oder einer anderen vom Bundes-
rat geregelten Voruntersuchung, die angeordnet wurde oder mit deren Anordnung 
gerechnet werden musste, oder einer zusätzlichen ärztlichen Untersuchung wider-
setzt oder entzogen hat oder den Zweck dieser Massnahmen vereitelt hat.

Führt der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens oder Verge-
hens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende oder tritt der zur Vollen-
dung der Tat gehörende Erfolg nicht ein oder kann dieser nicht eintreten, so kann 
das Gericht die Strafe mildern (Art. 22 Abs. 1 StGB).

Betreffend die theoretischen Grundlagen zum Tatbestand der Vereitelung von 
Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit gemäss Art. 91a Abs. 1 SVG 
kann vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(vgl. pag. 1278, S. 59 erstinstanzliche Urteilsbegründung). Ergänzend hält die 
Kammer unter Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung fest, dass 
Art. 91a SVG ein Erfolgsdelikt und der Tatbestand erfüllt ist, wenn die zuverlässige 
Ermittlung der Fahrunfähigkeit mittels der im Gesetz vorgesehenen Untersu-
chungsmethoden im massgebenden Zeitpunkt durch aktiven oder passiven Wider-
stand verunmöglicht wird, d.h. definitiv nicht mehr möglich ist. Kann jedoch die 

34

Fahrunfähigkeit trotz der Weigerung später noch schlüssig festgestellt werden, liegt 
lediglich vollendeter Versuch der Tatbegehung vor (BGE 146 IV 88, E. 1.6.1.).

11.2 Subsumtion

Gemäss Beweisergebnis muss in dubio pro reo davon ausgegangen werden, dass 
das Verhalten des Beschuldigten nicht die notwendige Intensität erreichte, um auch 
eine Blutabnahme unter Zwang zu vereiteln bzw. eine solche gänzlich zu verun-
möglichen, eine solche mithin trotz der Weigerung des Beschuldigten zu einem 
späteren Zeitpunkt – allenfalls unter Zwang – noch möglich gewesen wäre. Es ist 
somit eine versuchsweise Tatbegehung zu prüfen (vgl. dazu die zutreffenden Aus-
führungen der Generalstaatsanwaltschaft in der oberinstanzlichen Verhandlung, 
pag. 1406). 

Die Beweiswürdigung hat ergeben, dass der Beschuldigte anlässlich des Vorfalls 
vom 28. Dezember 2012 für die Polizei klar ersichtlich alkoholisiert war, was der 
durchgeführte Atemtest eindeutig bestätigte. Der Beschuldigte verhielt sich ausser-
dem renitent, hatte kurz vor dem Eintreffen der Polizei einen Unfall mit geringem 
Sachschaden verursacht und versucht, den Ort des Geschehens zu verlassen. 
Auch nicht vergessen werden darf, dass der Beschuldigte über keine Fahrberechti-
gung verfügte. Damit lagen die Voraussetzungen für die Anordnung und Abnahme 
einer Blutprobe vor. Dass der Beschuldigte mit einer solchen rechnen musste, war 
ihm angesichts der hiervor genannten Umstände bewusst. Indem er sich vor die-
sem Hintergrund und nach erfolgter Belehrung über seine Rechte und die Konse-
quenzen einer Weigerung der Blutabnahme durch die Polizei widersetze, erfüllte er 
den Tatbestand der versuchten Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der 
Fahrunfähigkeit. 

Der Beschuldigte ist somit in Anwendung der Art. 91a Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 22 
Abs. 1 StGB der versuchten Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der 
Fahrunfähigkeit, begangen am 28. Dezember 2012 in Biel, schuldig zu erklären.

12. Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte

12.1 Theoretische Grundlagen

Der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte macht sich schuldig, wer 
eine Behörde, ein Mitglied einer Behörde oder einen Beamten durch Gewalt oder 
Drohung an einer Handlung, die innerhalb ihrer Amtsbefugnisse liegt, hindert, zu 
einer Amtshandlung nötigt oder während einer Amtshandlung tätlich angreift 
(Art. 285 Ziff. 1 StGB). 

Die Hinderung einer Amtshandlung liegt bereits vor, wenn diese in einer Art und 
Weise beeinträchtigt wird, dass sie nicht reibungslos durchgeführt werden kann. 
Eine Behinderung ist somit ausreichend und eine Verhinderung der Amtshandlung 
nicht vorausgesetzt, d.h. es bleibt unerheblic