# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a350a20b-aa12-541a-956c-d950bcd65453
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-08
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Verwaltungsgerichtshöfe 08.04.2016 601 2015 115
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_007_601-2015-115_2016-04-08.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

601 2015 115
601 2016 53

Urteil vom 8. April 2016

I. Verwaltungsgerichtshof

Besetzung Präsidentin: Marianne Jungo
Richter: Anne-Sophie Peyraud,

Dominique Gross
Gerichtsschreiberin-Praktikantin: Aline Burnand

Parteien A.________, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwältin 
Claudia Hazeraj

gegen

AMT FÜR BEVÖLKERUNG UND MIGRATION, Vorinstanz     

Gegenstand Bürgerrecht, Niederlassung, Aufenthalt

Wiedererwägungsgesuch

Beschwerde vom 21. September 2015 gegen die Verfügung vom 
20. August 2015

Kantonsgericht KG

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Sachverhalt

A. A.________ (Beschwerdeführerin) stammt aus dem Kosovo und ist im Jahr 1997 geboren. 
Im Jahr 2006 heiratete ihr Vater, B.________, in zweiter Ehe die Schweizerin C.________, 
woraufhin er eine Aufenthaltsbewilligung im Familiennachzug erhielt, die regelmässig verlängert 
und sodann am 14. Dezember 2011 in eine Niederlassungsbewilligung umgewandelt wurde. Am 
10. Juli 2007 beantragte er eine Aufenthaltsbewilligung im Familiennachzug für seine vier Kinder 
aus erster Ehe, d.h. für die Beschwerdeführerin und deren drei Brüder, die damals alle im Kosovo 
bei ihrem Onkel und ihrer Tante lebten. Das Amt für Bevölkerung und Migration (Vorinstanz) lehnte 
dieses Begehren mit Verfügung vom 19. Mai 2009 ab. Das Kantonsgericht wies die daraufhin 
erhobene Beschwerde am 19. Januar 2010 ab (601 2009 89); die hiergegen an das Bundesgericht 
erhobene Beschwerde blieb ebenfalls erfolglos (Urteil BGer 2C_160/2010 vom 29. Juni 2010).  

B. Am 30. April 2013 stellte die Beschwerdeführerin bei der schweizerischen Vertretung in 
D.________ ein Gesuch um Einreise in die Schweiz, um fortan bei ihrem Vater zu leben. 

Die Vorinstanz hat das Gesuch am 10. April 2014 abgewiesen. Zur Begründung führte sie 
insbesondere aus, dass das Gesuch nicht innerhalb der fünfjährigen Nachzugsfrist eingereicht 
wurde und keine wichtigen familiären Gründe für einen nachträglichen Familiennachzug sprechen. 

Der Vater der Beschwerdeführerin erhob hiergegen am 23. April 2014 Beschwerde an das 
Kantonsgericht. Diese wurde mit Urteil vom 11. November 2014 abgewiesen (601 2014 57). Am 
28. Mai 2015 hat schliesslich das Bundesgericht die hiergegen geführte Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten abgewiesen und ist auf die gleichzeitig erhobene subsidiäre 
Verfassungsbeschwerde nicht eingetreten (Urteil BGer 2C_1071/2014 vom 28. Mai 2015).

Faktisch hält sich die Beschwerdeführerin nunmehr seit dem 29. April 2014 illegal in der Schweiz 
auf, obwohl die Vorinstanz am 4. Juni 2014 die Wegweisung verfügt hat. 

C. Am 13. Juli 2015 beantragte die Beschwerdeführerin bei der Vorinstanz wiedererwägungs-
weise die Gewährung einer Aufenthaltsbewilligung.  

Zur Begründung führte sie namentlich aus, dass sich ihre familiäre Situation seit dem Gesuch um 
Einreise vom 30. April 2013 massiv verschlechtert habe. Sie sei im Kosovo bis zu ihrer illegalen 
Einreise in die Schweiz unter der Obhut und dem Schutz ihres Onkels und ihrer Tante gestanden. 
Deren Gesundheitszustand habe sich inzwischen verschlechtert. Ihr Onkel und ihre Tante seien 
folglich nicht mehr in der Lage, adäquat für sie zu sorgen, zumal sie insbesondere aufgrund der 
Trennung vom Vater und einer erlittenen Vergewaltigung psychische Probleme habe. Eine andere 
Betreuungssituation im Kosovo sei für sie nicht denkbar. Zudem habe sie insbesondere an akutes 
Augenleiden, welches im September 2015 operiert werde und das im Kosovo nicht adäquat 
behandelt werden könne, und leide unter "vielfältigen posttraumatischen Syndromen", wobei ihr 
gemäss der behandelnden Psychiaterin nur der Verbleib beim Vater "zur Heilung und Seelenruhe 
verhelfen" könne. Überdies habe sie sich in der Schweiz bestens integriert und innerhalb kürzester 
Zeit die deutsche Sprache gelernt. 

Am 22. Juli 2015 beantragte die Beschwerdeführerin ferner, aufgrund der für September 2015 
geplanten Augenoperation "zumindest" die Ausreisefrist bis Ende Oktober 2015 zu verlängern. 

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D. Mit Verfügung vom 20. August 2015 ist die Vorinstanz auf das Gesuch der 
Beschwerdeführerin um Wiedererwägung nicht eingetreten und hat den Antrag um Verlängerung 
der Ausreisefrist abgelehnt. 

E. Am 21. September 2015 hat die Beschwerdeführerin gegen diese Verfügung Beschwerde an 
das Kantonsgericht erhoben. Sie beantragt in der Sache, die angefochtene Verfügung aufzuheben 
und ihr eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur neuen 
Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen; subeventualiter sei das Verfahren zu sistieren und 
sie sei vorläufig in der Schweiz aufzunehmen.

Zur Begründung legt sie insbesondere dar, dass sich bisher weder die Vorinstanz noch das 
Kantonsgericht oder das Bundesgericht mit ihrer gesundheitlichen Situation befasst habe. Es 
handle sich somit um einen Fall, welcher wiedererwägungsweise materiell überprüft werden 
müsse. Zudem wiederholt sie im Wesentlichen die bereits im Wiedererwägungsgesuch 
vorgebrachten Argumente.  

Die Beschwerdeführerin hat den einverlangten Kostenvorschuss über CHF 600.- geleistet.

F. Mit Stellungnahme vom 9. Oktober 2015 beantragt die Vorinstanz die Abweisung der 
Beschwerde. 

G. Am 29. Oktober 2015 teilt die Beschwerdeführerin mit, dass ihr Vater mittlerweile in der 
Schweiz eingebürgert worden sei. Am 24. Februar 2016 reicht sie zwei Berichte des E.________ 
vom 12. bzw. vom 13. Januar 2016 ein, wonach ihr Vater insbesondere wegen eines anterioren 
ST-Hebungsinfarktes und einer koronaren Zweigefässerkrankung notfallmässig in das Spital 
eingewiesen und behandelt werden musste. Die Beschwerdeführerin führt hierzu aus, dass dies 
ein echtes Novum darstelle, welches beweise, dass es um die Gesundheit ihres Vaters schlecht 
stehe; ursächlich hierfür sei die Stresssituation wegen ihres ungeregelten Aufenthalts, namentlich 
die Angst ihres Vaters, dass sie ohne ihn in den Kosovo zurückkehren müsse. Sie sei nun noch 
weniger bereit, ihren Vater in diesem Zustand zurückzulassen. 

H. Mit Verfügung vom 26. Februar 2016 hat die Instruktionsrichterin von Amtes wegen 
angeordnet, bis zum weiteren Entscheid sämtliche Vollstreckungsmassnahmen zu unterlassen. 

I. Auf die weiteren Parteivorbringen und die eingereichten Unterlagen wird – soweit für die 
Entscheidfindung erforderlich – im Rahmen der Erwägungen eingegangen.    

Erwägungen

1. a) Das Kantonsgericht ist zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig (Art. 114 
Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1991 über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; 
SGF 150.1] in Verbindung mit Art. 7 Abs. 2 des kantonalen Ausführungsgesetzes vom 
13. November 2007 zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer [AGAuG; 
SGF 114.22.1]). Die Beschwerdeführerin ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 76 
VRG). Die Beschwerdefrist wurde eingehalten (Art. 79 Abs. 1 VRG). Auch wurde der 

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Kostenvorschuss von CHF 600.- rechtzeitig bezahlt (Art. 128 VRG). Auf die Beschwerde ist daher 
einzutreten, unter Vorbehalt der nachfolgenden Einschränkung (siehe sogleich lit. b).

b) Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen eine Verfügung der Vorinstanz, mit der 
diese auf das Wiedererwägungsgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten ist. Gegenstand 
des vorliegenden Verfahrens bildet somit nur die Frage, ob die Vorinstanz das Wiedererwägungs-
gesuch zu Recht nicht anhand genommen hat (vgl. BGE 113 Ia 146 E. 3c; 126 II 377 E. 8; 132 V 
74 E. 1.1; 125 V 505 E. 1). 

Soweit die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde namentlich beantragt, dass ihr eine 
Aufenthaltsbewilligung zu erteilen bzw. dass sie vorläufig in der Schweiz aufzunehmen sei, gehen 
diese materiellen Anträge über das Anfechtungsobjekt hinaus. Insofern ist folglich auf die 
Beschwerde nicht einzutreten.  

2. Mit der Beschwerde an das Kantonsgericht können die Verletzung des Rechts 
einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, sowie die unrichtige oder 
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden. Die Rüge der 
Unangemessenheit ist vorliegend ausgeschlossen (Art. 77 f. VRG). 

3. a) Wie oben erwähnt, ist in casu einzig streitig und durch das Kantonsgericht zu prüfen, ob 
die Vorinstanz mit der Verfügung vom 20. August 2015 auf das Wiedererwägungsgesuch der 
Beschwerdeführerin vom 13. Juli 2015 zu Recht nicht eingetreten ist, oder ob die Vorinstanz 
verpflichtet gewesen wäre, das Wiedererwägungsgesuch materiell zu behandeln. Eine kantonale 
Behörde muss sich mit einem Wiedererwägungsgesuch dann förmlich befassen und allenfalls auf 
eine rechtskräftige Verfügung zurückkommen, wenn das kantonale Recht dies vorsieht und die 
entsprechenden gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind oder wenn unmittelbar aus der 
Bundesverfassung fliessende Grundsätze dies gebieten (vgl. hierzu BGE 120 Ib 42 E. 2b; 113 Ia 
146 E. 3a; 109 Ib 246 E. 4c; 100 Ib 368).

b) Nach Art. 104 Abs. 2 VRG muss sich die angerufene Behörde mit einem 
Wiedererwägungsgesuch nur dann befassen, wenn die Verhältnisse sich seit dem ersten 
Entscheid erheblich geändert haben oder der Gesuchsteller erhebliche Tatsachen oder 
Beweismittel geltend macht, die er beim Erlass des ersten Entscheides nicht kannte oder auf die er 
sich damals nicht berufen konnte oder keinen Grund dazu hatte, oder wenn der Gesuchsteller 
einen anderen Revisionsgrund im Sinne von Art. 105 VRG geltend macht. Nach Art. 105 Abs. 1 
VRG liegt ein Revisionsgrund insbesondere dann vor, wenn eine Partei neue erhebliche 
Tatsachen oder Beweismittel vorbringt, wenn sie nachweist, dass die Behörde aktenkundige 
erhebliche Tatsachen übersehen oder die Bestimmungen über den Ausstand oder über das 
rechtliche Gehör verletzt hat. Dies sind jedoch keine Revisionsgründe, wenn sie im Verfahren, das 
dem Entscheid vorausging, oder mit Beschwerde gegen diesen Entscheid hätten geltend gemacht 
werden können (Art. 105 Abs. 3 VRG). Schliesslich sieht Art. 105 Abs. 2 VRG die Revision vor, 
wenn ein Verbrechen oder ein Vergehen den Entscheid beeinflusst hat, oder wenn ein in 
derselben Sache ergangener Entscheid einer internationalen Justizbehörde dies erfordert, 
insbesondere ein Entscheid des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR). 

c) Nach der zu Art. 4 aBV entwickelten bundesgerichtlichen Praxis, die im Rahmen von Art. 
29 BV weiter gilt (vgl. BGE 127 I 133 E. 6), ist eine Verwaltungsbehörde nach einem 
rechtskräftigen Abschluss des ursprünglichen ausländerrechtlichen Verfahrens von Verfassungs 
wegen verpflichtet, auf ein neues Gesuch einzutreten, wenn die Umstände sich seit dem ersten 

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Entscheid wesentlich geändert haben oder wenn der Gesuchsteller erhebliche Tatsachen und 
Beweismittel namhaft macht, die ihm im früheren Verfahren nicht bekannt waren oder die schon 
damals geltend zu machen für ihn rechtlich unmöglich war oder keine Veranlassung bestand (BGE 
124 II 1 E. 3a). Die Wiedererwägung von Verwaltungsentscheiden, die in Rechtskraft erwachsen 
sind, ist demnach nicht beliebig zulässig. Sie darf namentlich nicht bloss dazu dienen, 
rechtskräftige Verwaltungsentscheide immer wieder infrage zu stellen oder die Fristen für die 
Ergreifung von Rechtsmitteln zu umgehen (BGE 136 II 177 E. 2.1). Ob ein Wiedererwägungsge-
such in Fällen wie dem vorliegenden materiell zu behandeln ist, hängt mithin davon ab, ob sich der 
Sachverhalt oder bei Dauersachverhalten die Rechtslage in einer Art geändert hat, dass ein 
anderes Ergebnis ernstlich in Betracht fällt (vgl. die Urteile BGer 2C_274/2009 vom 28. Oktober 
2009 E. 2.2 und 2A.476/2005 vom 9. Mai 2006 E. 2, je mit Hinweisen).  

4. a) Die Beschwerdeführerin bringt in ihrer Beschwerde namentlich vor, dass ihr Vater vor 
Bundesgericht im Urteil BGer 2C_1071/2014 vom 28. Mai 2015 betreffend den Familiennachzug 
unterlegen sei, da seine mittlerweile gesammelten Beweise bzw. Dokumente, welche die 
Notwendigkeit ihrer Anwesenheit in der Schweiz belegt hätten, als echte Noven qualifiziert wurden 
und deshalb im bundesgerichtlichen Verfahren unberücksichtigt bleiben mussten. Die 
Beschwerdeführerin legt sodann insoweit richtig dar, dass das Bundesgericht den Arztbericht von 
Dr. med. F.________ vom 12. Januar 2015 als echtes Novum, d.h. als Tatsache, die erst nach 
dem angefochtenen Urteil eingetreten ist, qualifiziert und somit nicht berücksichtigt hat (siehe Urteil 
BGer 2C_1071/2014 vom 28. Mai 2015 E. 1.4). 

Im erwähnten Arztbericht bestätigt Dr. med. F.________, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, 
insbesondere, dass die Beschwerdeführerin bei ihr in psychotherapeutischer Behandlung sei. Die 
Beschwerdeführerin berichte, dass sie vor der Einreise in die Schweiz im Haus ihres Onkels und 
ihrer Tante lebte; sie sei damals nachts in ihrem Zimmer durch unbekannte Personen zunächst in 
einen schläfrigen Zustand versetzt und dann vergewaltigt worden. Seither habe sie Angst, alleine 
zu Hause zu sein, habe wiederkehrende und eindringliche belastende Erinnerungen, sie habe das 
Gefühl, als ob das Ereignis wiederkehre, erlebe dissoziative Flashback-Episoden und träume oft 
von dem Ereignis. Zudem leide sie an Ein- und Durchschlafstörungen, Kopfschmerzen, 
Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, übermässiger Wachsamkeit (Hypervigilanz) sowie 
übertriebenen Schreckreaktionen. Die Beschwerdeführerin fühle sich durch diese Symptomatik 
stark beeinträchtigt. Aus Scham und Angst vor Stigmatisierung habe sie nur ihrem Vater von 
diesem Ereignis erzählt; dieser habe sie zur Lösung der Situation bei sich in der Schweiz 
aufgenommen. Die Beschwerdeführerin habe mehrmals suizidale Gedanken geäussert. Ihr Vater 
berichte, dass sie oft vor allem nachts schreien und laut weinen würde. Zudem habe sich die 
Beschwerdeführerin am 24. Juni 2014 aufgrund eines Augenleidens notfallmässig in das 
G.________ begeben müssen. Dabei hätten die Ärzte eine Microphtalmie, Hypermetropie und 
Astigmatismus festgestellt. Die Beschwerdeführerin besuche nun seit September 2014 einen 
Integrationskurs in Freiburg, welcher voraussichtlich bis Juni 2015 daure. Sie hoffe, danach 
möglichst eine Lehrerausbildung beginnen zu können. Die Beschwerdeführerin könne sich nicht 
vorstellen, in ihr Dorf im Kosovo zurückzukehren, da sie Angst habe, allein in ihrem Zimmer zu 
schlafen und durch das Dorf in die Schule zu gehen. Die einzige seelische Ruhe und Sicherheit 
finde sie in der Schweiz bei ihrem Vater, der sie verstehe und moralisch unterstützen könne. Dr. 
med. F.________ schloss, dass sich aus medizinischer Sicht die Gewährung einer 
Aufenthaltsbewilligung sehr positiv und unterstützend auf die weitere psychische Entwicklung und 
Stabilität der Beschwerdeführerin auswirken würde. 

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Die Beschwerdeführerin ist bereits seit dem 20. Juni 2014 bei Dr. med. F.________ in 
psychotherapeutischer Behandlung, wie sich namentlich aus ihrem ärztlichen Bericht vom 
11. August 2015 zuhanden der Vorinstanz sowie aus der Beschwerdeschrift ergibt. Es wäre 
deshalb an der Beschwerdeführerin bzw. an ihrem Vater gewesen, die einschlägigen Vorbringen 
hinsichtlich der geschilderten Vergewaltigung schon im Rahmen des Verfahrens um Gewährung 
einer Aufenthaltsbewilligung, welches im Urteil des Kantonsgerichts vom 11. November 2014 (und 
sodann im Urteil des Bundesgerichts vom 28. Mai 2015, wobei diesem die Prüfung von echten 
Noven verwehrt ist) mündete, vorzutragen. So hätte das Kantonsgericht bzw. (soweit möglich) die 
Vorinstanz in der Verfügung vom 10. April 2014 diese Argumente ggf. entsprechend würdigen 
können. Dies gilt umso mehr, als sich Dr. med. F.________ in ihrem Bericht vom 12. Januar 2015 
weitgehend darauf beschränkt, die persönlichen Schilderungen und subjektiven Klagen der 
Beschwerdeführerin wiederzugeben. Diese persönlichen Elemente sind naturgemäss der 
Beschwerdeführerin und (gemäss dem Arztbericht) auch ihrem Vater bestens bekannt und es ist 
nicht ersichtlich, dass sich die fragliche Situation etwa erst im Rahmen einer längeren Therapie 
entsprechend manifestiert hätte und aus diesem Grund verspätet vorgetragen wurde. Dies gilt 
sinngemäss auch für den Arztbericht von Dr. med. F.________ vom 29. Juni 2015, welcher 
nochmals die persönlichen Schilderungen und subjektiven Klagen der Beschwerdeführerin 
wiedergibt. Entsprechend indizieren diese Berichte nicht, dass die Vorinstanz auf das 
Wiedererwägungsgesuch der Beschwerdeführerin hätte eintreten müssen. 

b) Weiter gilt das Vorgesagte sinngemäss auch für die Teilnahme der Beschwerdeführerin 
am Integrationskurs und hinsichtlich ihrer Augenbeschwerden: Das Bundesgericht führte hierzu im 
Urteil BGer 2C_1071/2014 vom 28. Mai 2015 E. 1.4 aus, dass erstmals im bundesgerichtlichen 
Verfahren vorgebracht wurde, dass die Beschwerdeführerin vom 29. August 2014 bis voraussicht-
lich am 15. Juli 2015 einen Integrationskurs besuche. Zusätzlich reichte der Vater der Be-
schwerdeführerin dem Bundesgericht einen ärztlichen Bericht der Augenklinik des G.________ 
vom 22. September 2014 ein, wonach seine Tochter am 24. Juni 2014 wegen eines Augenleidens 
notfallmässig behandelt werden musste. Das Bundesgericht schloss, dass der Vater der 
Beschwerdeführerin am 11. November 2014 bereits über die entsprechenden Beweismittel 
verfügte und diese demnach beim Kantonsgericht hätte einreichen können. Es handle sich folglich 
nicht um echte Noven, welche ohnehin keine Berücksichtigung gefunden hätten, und die 
Voraussetzungen für die Berücksichtigung unechter Noven seien nicht erfüllt. Entsprechend 
können diese Elemente auch vorliegend vom Kantonsgericht nicht berücksichtigt werden. 

c) Sodann finden sich im Dossier der Vorinstanz weitere medizinische Akten neueren 
Datums, insbesondere ein Kurzbericht des G.________ vom 8. Juni 2015, wonach die Augen-
beschwerden ähnlich seien wie bereits im September 2014 (eine Operation war ursprünglich für 
September 2015 geplant; gemäss dem Anhörungsprotokoll der Vorinstanz vom 6. Oktober 2015 
konnte diese Operation sodann weiter herausgezögert werden), sowie ein Bericht von 
Dr. med. H.________ vom 23. September 2015, wonach die Beschwerdeführerin namentlich unter 
chronisch persistierenden Kopfschmerzen leide, sowie ein weiterer Bericht von 
Dr. med. F.________ vom 11. August 2015 zuhanden der Vorinstanz; diese hob hervor, dass die 
Beschwerdeführerin aufgrund der geschilderten Vergewaltigung an einer posttraumatischen Belas-
tungsstörung leide und deswegen seit dem 20. Juni 2014 bei ihr in Behandlung sei. Die Beschwer-
deführerin sei stark an ihren Vater gebunden; eine Trennung würde deshalb zu einer erneuten 
Traumatisierung führen. Zudem habe die Beschwerdeführerin in den Sitzungen mehrmals betont, 
dass sie nie lebendig in ihren Heimatort zurückkehren werde, und suizidale Gedanken geäussert. 

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Weiter führte Dr. med. F.________ aus, dass im Heimatdorf der Beschwerdeführerin im Kosovo 
die Möglichkeit einer psychotherapeutischen und medikamentösen Behandlung nicht bestünde. 

Auch diese Elemente waren im Rahmen des am 30. April 2013 eingeleiteten Verfahrens, welches 
schliesslich zum Urteil des Bundesgerichts vom 28. Mai 2015 führte, im Wesentlichen bereits 
bekannt und hätten entsprechend vorgetragen werden können, respektive implizieren sie insbe-
sondere mit Blick auf Art. 47 Abs. 4 des Ausländergesetzes vom 16. Dezember 2005 (AuG; 
SR 142.20) bzw. auf Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG nicht, dass sich der Sachverhalt in einer Art geändert 
hat, dass ein anderes Ergebnis ernstlich in Betracht fällt. Hinsichtlich der von Dr. med. F.________ 
erwähnten Suizidgedanken ist überdies darauf hinzuweisen, dass ein Staat, wenn Ausländer für 
den Fall des Vollzuges des Wegweisungsentscheides mit Suizid drohen, nach dem EGMR nicht 
verpflichtet ist, vom Vollzug der Wegweisung Abstand zu nehmen; solange er Massnahmen 
ergreift, um die Umsetzung der Suiziddrohung zu verhindern, vermag die Ausschaffung nicht 
gegen Art. 3 EMRK zu verstossen (vgl. den Unzulässigkeitsentscheid des EGMR vom 7. Oktober 
2004 in Sachen Dragan und andere gegen Deutschland, Nr. 33743/03, angeführt in Entscheidun-
gen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK 2005 Nr. 23 E. 5.1]). 

d) Weiter reichte die Beschwerdeführerin namentlich zwei Berichte des E.________ vom 
12. bzw. vom 13. Januar 2016 ein, wonach ihr Vater wegen akut aufgetretener retrosternaler 
Schmerzen notfallmässig zugewiesen worden sei. Es wurde insbesondere ein anteriorer ST-
Hebungsinfarkt und eine koronare Zweigefässerkrankung diagnostiziert und behandelt. Auch diese 
Unterlagen belegen entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht, dass sich der Sachverhalt 
in einer Art geändert hat, dass ein anderes Ergebnis ernstlich in Betracht fällt; dies umso mehr, als 
die Beschwerdeführerin nicht darlegt, dass sie für ihren Vater sorgen müsste, und sich zudem ihr 
Argument, dass die Angst ihres Vaters, dass sie ohne ihn in den Kosovo zurückkehren müsse, für 
seine Krankheit ursächlich sei, als Schutzbehauptung erweisen dürfte. 

e) Schliesslich hat die Beschwerdeführerin mit ihrem Wiedererwägungsgesuch schriftliche 
Stellungnahmen ihres Onkels und ihrer Tante vom 19. Juni 2015 ins Recht gelegt, in denen diese 
erklärten, dass sie sich nicht mehr um die Beschwerdeführerin kümmern könnten; die Tante führte 
unter Hinweis auf einen ärztlichen Kurzbericht aus, dass sie krank sei und an Blutdruck (recte: 
Bluthochdruck) und Nervosität leide; sie sei unter ständiger ärztlicher Kontrolle und kümmere sich 
überdies um ihren kranken Ehemann. Der Onkel legte ebenfalls unter Beilage von ärztlichen 
Kurzberichten dar, dass er krank sei und an einer Herzkrankheit wegen eines vorherigen Infarktes, 
Blutdruck (recte: Bluthochdruck) und Nervosität leide; er sei unter ständiger ärztlicher Kontrolle und 
seine Gesundheit habe sich verschlechtert. Aus diesen Belegen ist indes nicht ersichtlich, 
inwiefern es dem Onkel und der Tante unter Berücksichtigung des Krankheitsbildes geradezu 
unmöglich wäre, die weitere Betreuung und Begleitung der Beschwerdeführerin zu gewährleisten, 
soweit dies überhaupt notwendig ist; dies auch vor dem Hintergrund, dass die Beschwerdeführerin 
mittlerweile volljährig ist und sich namentlich im Integrationskurs in der Schweiz sehr aufgeweckt 
und geschickt gezeigt hat. Schliesslich indizieren auch die Ausführungen der Beschwerdeführerin, 
wonach es im Kosovo nötig sei, dass junge Mädchen unter der Obhut eines männlichen Familien-
mitglieds stehen, sowie ihre weiteren Ausführungen und Belege insbesondere auch betreffend ihre 
Integration und den erfolgreich absolvierten Integrationskurs, keinen anderen Schluss. 

f) Die Situation der Beschwerdeführerin und die massgebenden Verhältnisse haben sich 
damit zwar seit dem Urteil des Kantonsgerichts vom 11. November 2014 zur Aufenthaltsbewillli-
gung möglicherweise etwas verändert; der Nachweis einer erheblichen Veränderung der 

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Sachlage, welche im Ergebnis die Gewährung einer Aufenthaltsbewilligung rechtfertigen könnte, 
wurde jedoch nicht erbracht, und es liegt keine Situation vor, bei der sich die Behörde mit einem 
Wiedererwägungsgesuch zwingend befassen muss.

5. Damit ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten wird. Die Verfügung der 
Vorinstanz, welche auf das Wiedererwägungsgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten ist, 
ist zu bestätigen. Mit dem sofortigen Entscheid in der Sache erweisen sich weitere Massnahmen 
hinsichtlich der aufschiebenden Wirkung als nicht notwendig.  

6. Die Kosten, die auf CHF 600.- festgelegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss 
verrechnet werden, sind dem Verfahrensausgang entsprechend der Beschwerdeführerin 
aufzuerlegen (Art. 131 Abs. 1 VRG; Art. 1 und 2 des kantonalen Tarifs vom 17. Dezember 1991 
der Verfahrenskosten und Entschädigungen in der Verwaltungsjustiz [TarifVJ; SGF 150.12]). Eine 
Parteientschädigung ist nicht geschuldet. 

Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

II. Die Gerichtskosten von CHF 600.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt und mit dem 
geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

III. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet.

IV. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen ab Zustellung Beschwerde beim Bundesgericht 
eingereicht werden. Gegen die Festsetzung der Höhe der Verfahrenskosten und der 
Parteientschädigung ist innert 30 Tagen die Einsprache an die Behörde, die entschieden hat, 
zulässig, sofern nur dieser Teil des Entscheides angefochten wird (Art. 148 VRG).

Freiburg, 8. April 2016/dgr

Präsidentin Gerichtsschreiberin-Praktikantin