# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2e9417a0-c702-5b05-b8d1-bc06bbd634b8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-11-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.11.2008 C-5286/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5286-2007_2008-11-04.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-5286/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  N o v e m b e r  2 0 0 8  

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), Richter Blaise Vuille, 
Richter Andreas Trommer, 
Gerichtsschreiber Thomas Segessenmann.

Gemeinde X._______,
handelnd durch Gemeinderat X._______,
Beschwerdeführerin,

gegen

M._______,
Beschwerdegegner,

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Erleichterte Einbürgerung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-5286/2007

Sachverhalt:

A.
Der aus Neuseeland stammende M._______, geboren 1965, (im Fol-
genden  Beschwerdegegner)  reiste  am  4.  September  2001  in  die 
Schweiz ein und heiratete hier am 28. September 2001 eine schweize-
rische  Staatsangehörige. Von September  bis  November  2001 lebten 
die  Eheleute  in  W._______.  Seit  Dezember  2001  wohnen  sie  in 
X._______. Aus der Ehe gingen die beiden Kinder A._______, gebo-
ren 2003, und B._______, geboren 2006, hervor. Daneben hat der Be-
schwerdegegner zwei aus erster Ehe stammende Kinder (C._______, 
geboren 1994, und D._______, geboren 1997), die in Wales (GB) le-
ben.

B.
Am 3. Juli 2006 stellte der Beschwerdegegner ein Gesuch um erleich-
terte Einbürgerung in der Schweiz. 

C.
Das Bundesamt für Migration (BFM) ersuchte das Amt für Bürgerrecht 
und Zivilstand des Kantons St. Gallen am 6. September 2006 um Er-
stellung eines Erhebungsberichts. Das vorinstanzliche Gesuch wurde 
an die Gemeinde X._______ (im Folgenden: Beschwerdeführerin) wei-
tergeleitet. Deren Einbürgerungskommission holte in der Folge bei ei-
ner der im Gesuch angegebenen Referenzpersonen sowie verschiede-
nen  Amtsstellen  Auskünfte  ein.  Am  14.  November  2006  führte  die 
Kommission  mit  dem Beschwerdegegner  ein  persönliches  Gespräch 
durch und erstellte gestützt darauf am 15. November 2006 den einver-
langten Erhebungsbericht. 

Im  fraglichen  Bericht  wurde  im  Wesentlichen  festgehalten,  dass  für 
das Jahr 2006 Steuerausstände in der Höhe von Fr. 7'940.– bestehen 
würden und sich der Beschwerdegegner nicht an Stundungsvereinba-
rungen halte. Zudem sei er in der eidgenössischen Administrativmass-
nahmenkontrolle verzeichnet  (einmonatiger Führerausweisentzug we-
gen übersetzter Geschwindigkeit im Jahre 2004). Anlässlich des Ge-
sprächs vor der Einbürgerungskommission sei eine Verständigung mit 
dem Beschwerdegegner in deutscher Sprache nur knapp möglich ge-
wesen, weil er die Sprache zu wenig gut beherrsche. Er habe sich ge-
weigert,  auf  Deutsch  zu  antworten. Zudem habe  er  sich  gegenüber 
den Kommissionsmitgliedern sehr negativ verhalten und sich negativ 

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über  die  Zusammensetzung  der  Kommission  geäussert.  Der  Be-
schwerdegegner  interessiere  sich  nicht  für  das  gesellschaftliche  öf-
fentliche Leben in der Schweiz, im Kanton und am Wohnort und betei-
lige sich auch nicht  daran. Er kenne die Grundsätze der schweizeri-
schen Staatsordnung nicht, weshalb es nicht möglich sei, ihn dazu zu 
befragen, ob er diese auch bejahe. Schliesslich könne nicht angenom-
men werden, dass er im Anschluss an die Einbürgerung in der Lage 
wäre,  selbstständig  seinen  staatsbürgerlichen  Pflichten  nachzukom-
men. Ergänzend bemerkte die Einbürgerungskommission, dass infolge 
des verwerflichen und verächtlichen Verhaltens des Beschwerdegeg-
ners gegenüber der Kommission anlässlich der persönlichen Vorspra-
che kein konstruktives Einbürgerungsgespräch möglich gewesen sei. 
Im Weiteren habe der Bürgerrechtsbewerber dem Präsidenten der Ein-
bürgerungskommission  nach  der  Anhörung  ein  E-Mail  zugestellt,  in 
welchem er diesem vorgeworfen habe, gemein bzw. unverschämt ge-
wesen zu sein. Die Mitglieder der Einbürgerungskommission seien ein-
stimmig  der  Auffassung,  dass  dem  Beschwerdegegner  das  Bürger-
recht zu verweigern sei.

D.
Am 20. November 2006 ersuchte die Ehefrau des Beschwerdegegners 
den  Präsidenten  der  Einbürgerungskommission  darum,  die  persönli-
che Anhörung zu wiederholen. Dieses Gesuch wurde von der Einbür-
gerungskommission mit  Brief vom 27. November 2006 abgelehnt. Zu 
diesem  Schreiben  reichte  die  Ehefrau  des  Beschwerdegegners  am 
30. November 2006 beim BFM eine schriftliche Stellungnahme ein. 

E.
Mit  Schreiben vom 9.,  11. und 19. Februar 2007 äusserten sich die 
drei  im Einbürgerungsgesuch aufgeführten Referenzpersonen positiv 
zur sozialen Integration des Beschwerdegegners.

F.
Am 10. Juni 2007 reichte der Beschwerdegegner eine Bestätigung des 
Steueramts seiner Wohnsitzgemeinde vom 6. Juni 2007 ein, wonach 
aktuell keine Steuerausstände bestehen würden.

G.
Der Beschwerdegegner und seine Ehefrau unterzeichneten am 6. Juli 
2007 eine Erklärung, wonach sie in einer tatsächlichen, ungetrennten, 
stabilen  ehelichen Gemeinschaft  leben würden. Mit  gleichem Datum 
unterzeichnete  der  Beschwerdegegner  eine  weitere  Erklärung,  ge-

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mäss welcher er straf- und betreibungsrechtlich unbescholten sei und 
er die bis heute fälligen Steuern bezahlt habe.

H.
Am 9. Juli 2007 teilte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin mit, dass 
aufgrund des Erhebungsberichts ergänzende Abklärungen betreffend 
die  Integration  des  Beschwerdegegners  getroffen  worden  seien  und 
das BFM aufgrund diverser guter Referenzen zum Schluss gekommen 
sei, dass die diesbezüglichen Voraussetzungen erfüllt seien.

I.
Mit Verfügung vom 20. Juli 2007 erteilte die Vorinstanz dem Beschwer-
degegner daraufhin die erleichterte Einbürgerung. Neben dem Schwei-
zer Bürgerrecht erhielt er so das kantonale Bürgerrecht von Bern und 
das Gemeindebürgerrecht von T._______.

J.
Gegen  diese  Verfügung  erhob  die  Beschwerdeführerin,  handelnd 
durch ihren Gemeinderat, am 6. August 2007 Beschwerde beim Bun-
desverwaltungsgericht. Darin wird beantragt, es sei die vorinstanzliche 
Verfügung vom 20. Juli 2007 aufzuheben und dem Beschwerdegegner 
die  erleichterte  Einbürgerung  zu  verweigern.  Nach  Einsicht  in  die 
vorinstanzlichen Akten reichte die Beschwerdeführerin am 29. August 
2007 die Beschwerdebegründung nach.

Zur Begründung ihrer  Beschwerde macht  die Beschwerdeführerin im 
Wesentlichen geltend, der Beschwerdegegner sei in der Schweiz nicht 
integriert. Das Einbürgerungsgespräch vom 14. November 2006 habe 
nicht in deutscher Sprache geführt werden können. Der Beschwerde-
gegner beherrsche nur die englische Sprache. Die ihm gestellten Fra-
gen habe er nicht beantworten können, da er sie nicht verstanden ha-
be. Seine Kenntnisse der deutschen Sprache seien absolut  ungenü-
gend. Soweit in der Referenzauskunft vom 9. Februar 2007 ausgeführt 
werde,  der  Beschwerdegegner  spreche  die  fünfte  Landessprache 
(Englisch),  sei  festzuhalten,  dass  die  Landessprachen  der  Schweiz 
Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch seien; eine fünf-
te  Landessprache gebe es  nicht. Ausserdem habe der  Beschwerde-
gegner  sein  Einbürgerungsgesuch  sehr  mangelhaft  und  teilweise 
falsch ausgefüllt. Auch diese Tatsache beweise, dass der Beschwerde-
gegner  die  deutsche  Sprache  nicht  beherrsche.  Von  einem  Bürger-
rechtsbewerber dürfe erwartet werden, dass er zumindest sein Gesuch 

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richtig ausfülle und dass er den Text verstehe und die Fragen vollstän-
dig  und korrekt  beantworte. Den Mitgliedern  der  Einbürgerungskom-
mission sei infolge des geführten Gesprächs und durch eigene Wahr-
nehmungen bekannt, dass der Beschwerdegegner im Verkehr mit Be-
hörden und der Schweizer Bevölkerung versuche, sich nur in Englisch 
zu verständigen. Weitere Hinweise seien auf der privaten Website des 
Beschwerdegegners vorhanden, wo fast ausschliesslich in englischer 
Sprache  kommuniziert  werde.  Die  drei  vom  BFM  eingeholten  Refe-
renzschreiben  seien  nach  Auffassung  der  Einbürgerungskommission 
"Gefälligkeitsauskünfte" von guten Freunden und liessen keine objekti-
ve Beurteilung zu. Die darin aufgestellten Behauptungen würden teil-
weise nicht zutreffen und nicht den Tatsachen entsprechen. Anlässlich 
des  Einbürgerungsgesprächs  habe  der  Beschwerdegegner  erklärt, 
sich für das politische Leben in der Schweiz zu interessieren. Am übri-
gen öffentlichen Leben beteilige er sich nicht und sei an der sozialen 
Ordnung in unserem Land nicht  interessiert. Zudem habe er bei  der 
Anhörung nicht Auskunft über den Gegenstand der damals kommen-
den  eidgenössischen  Abstimmung  geben  können.  Der  Beschwerde-
gegner nehme an sozialen oder politischen Veranstaltungen in der Ge-
meinde  nicht  teil.  Er  sei  an  solchen  Veranstaltungen  auf  jeden  Fall 
noch nie gesehen worden. Seine Bereitschaft, sich ins gesellschaftli-
che Umfeld einzufügen, sei absolut ungenügend bzw. gar nicht vorhan-
den.

K.
In  ihrer  Vernehmlassung vom 10. Oktober 2007 beantragt  die Vorin-
stanz  die  Abweisung  der  Beschwerde.  Sie  hält  darin  insbesondere 
fest, dass das Gesetz bei der ordentlichen Einbürgerung höhere Anfor-
derungen an den Integrationsgrad stelle als bei der erleichterten Ein-
bürgerung. Die erleichterte Einbürgerung solle auch vom Verfahren her 
einfacher  sein  als  bei  der  ordentlichen  Einbürgerung.  Zuständig  für 
den Entscheid sei  der Bund; dieser höre den Kanton vorher an. Der 
Einbezug einer kommunalen Einbürgerungskommission in die Durch-
führung der kantonalen Erhebungen widerspreche dem Gedanken ei-
nes einfacheren Verfahrens und stelle sicher nicht  eine optimale Lö-
sung dar. Hinsichtlich der gesetzlichen Anforderungen an die Integrati-
on von Bürgerrechtsbewerberinnen und -bewerbern weist das BFM so-
dann darauf hin, dass genügende Sprachkenntnisse im Normalfall ein 
Schlüsselelement  der  Integration  darstellen  würden.  Aus  diesem 
Grund würden Personen mit ungenügenden Sprachkenntnissen in der 
Regel aufgefordert, Integrations- und Sprachkurse zu besuchen, bevor 

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auf  das  Einbürgerungsgesuch  eingetreten  werde.  Im  konkreten  Fall 
würden allerdings ganz besondere Umstände vorliegen. Offenbar hät-
ten  sich  der  Beschwerdegegner  und  die  Einbürgerungskommission 
von Anfang an nicht  gut miteinander verstanden. Ein Wort  habe das 
andere ergeben, und die Kommission sei deshalb zu einer negativen 
Beurteilung der Integration gekommen. Dem Beschwerdegegner sei si-
cher ein Mitverschulden an diese Situation anzulasten, da er sich of-
fenbar ungeduldig und zum Teil arrogant verhalten habe. Auf der ande-
ren Seite sei  es jedoch sehr erstaunlich,  wie positiv  die eingeholten 
Referenzauskünfte ausgefallen seien. Dermassen ausführliche und po-
sitive Referenzen seien äusserst selten. Das BFM habe den Eindruck 
gewonnen,  dass  sich  die  befragten  Personen  aus  eigenem  Antrieb 
sehr stark  für  den Beschwerdegegner  engagieren würden. Die recht 
schlechten  Sprachkenntnisse  seien  dabei  nicht  beschönigt  worden. 
Hingegen gebe es sehr viele Elemente wie beispielsweise die häufigen 
und intensiven sozialen Kontakte, die Verständigung untereinander in 
englischer Sprache oder die Teilnahme an kommunalen Anlässen, wel-
che auf einen hohen Integrationsgrad schliessen lassen würden, der 
bei  erleichterten  Einbürgerungen  eher  über  dem  Durchschnitt  liege. 
Diese  Elemente  vermöchten  im  Falle  des  Beschwerdegegners  die 
mangelhaften Deutschkenntnisse zu kompensieren. 

L.
Mit Replik vom 6. November 2007 ersucht die Beschwerdeführerin um 
Gutheissung der Beschwerde. Die Einsetzung einer kommunalen Kom-
mission  für  die  Durchführung  der  bei  Einbürgerungsverfahren  des 
Bundes erforderlichen Abklärungen sei gesetzeskonform und nicht zu 
beanstanden.  Das  gewählte  Vorgehen  sei  sehr  einfach,  rasch,  wir-
kungsvoll, unbürokratisch und ermögliche vor allem eine genaue Prü-
fung, ob die Einbürgerungsvoraussetzungen erfüllt seien. Seit der Ein-
führung der Kommission im Jahre 1997 seien der Bürgerschaft  über 
200  Anträge  auf  Einbürgerung  vorgelegt  worden  und  bis  heute  sei 
noch nie ein Gesuch abgelehnt worden. Nach den Feststellungen der 
Einbürgerungskommission sei der Beschwerdegegner nicht genügend 
assimiliert und integriert. Wenn sich ein Bürgerrechtsbewerber bei der 
Führung des Einbürgerungsgesprächs den gestellten Fragen verwei-
gere, habe er sich dies selber anrechnen zu lassen. Der Beschwerde-
gegner  kenne  die  Grundsätze  der  schweizerischen  Staatsordnung 
nicht und habe anlässlich des Gesprächs nicht über den Inhalt der da-
mals anstehenden eidgenössischen Volksabstimmung vom 26. Novem-
ber  2006  Auskunft  geben  können. Von einem Bürgerrechtsbewerber 

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dürfe  erwartet  werden,  dass  er  zumindest  über  die  aktuellen  politi-
schen Themen Bescheid wisse. Völlig widersprüchlich sei seine Aussa-
ge gewesen, dass er sich für das politische Leben interessiere, wenn 
er  damals  nicht  einmal  über  die  aktuellsten  politischen Themen Be-
scheid gewusst habe. Im Weiteren bemängelt die Beschwerdeführerin, 
dass keine Referenzauskünfte von neutralen Personen, z.B. Nachbarn, 
eingeholt worden seien. Wären auch solche Auskünfte eingeholt wor-
den, würde sich ein ganz anderes Bild ergeben und an der Integration 
des  Beschwerdegegners  würden  erhebliche  Zweifel  bestehen.  Das 
BFM gehe über diese Tatsachen einfach hinweg, obwohl die zuständi-
gen Sachbearbeiter  von Bern  aus die Verhältnisse in  der  Gemeinde 
nicht kennen und die genügende Integration und Assimilation des Bür-
gerrechtsbewerbers gar nicht  beurteilen könnten. Aus dem täglichen 
Leben und den Kontakten zur Bevölkerung könnten die Kommissions-
mitglieder genau beurteilen, ob ein Bewerber die Voraussetzungen er-
fülle. Im vorliegenden Fall seien die Voraussetzungen der genügenden 
Assimilation und Integration nicht erfüllt. Der Beschwerdegegner neh-
me am sozialen und kulturellen Leben nicht teil. Einzig am wirtschaftli-
chen Leben nehme er wohl oder übel teil, weil er als Hausmann beim 
Bäcker sein Brot und auch sonst seine Lebensmittel beim Bäcker ein-
kaufen  müsse.  Betreffend  den  Verlauf  des  Einbürgerungsgesprächs 
macht  die Beschwerdeführerin  geltend,  dass  der  Beschwerdegegner 
korrekt  behandelt  worden sei.  Die  Kommission habe  sich  auch  vom 
äusserst schlechten Benehmen des Beschwerdegegners nicht beirren 
lassen und sogar, nachdem dieser ausfällig geworden sei, die Fragen 
wie in den übrigen Fällen ohne negative Emotionen gestellt. Die positi-
ven Referenzauskünfte  würden  sodann nicht  erstaunen,  da sich  die 
entsprechenden Personen nach der negativen Einschätzung durch die 
Kommission wohl besondere Mühe gegeben hätten, den Beschwerde-
gegner in einem guten Licht erscheinen zu lassen. 

M.
Am 13. November 2007 nahm der Beschwerdegegner Stellung zur vor-
instanzlichen Vernehmlassung sowie der Beschwerdebegründung der 
Beschwerdeführerin. Weder er noch die Personen, die für ihn Referen-
zen  ausgestellt  hätten,  hätten  seine  keineswegs  perfekten  Deutsch- 
bzw.  Schweizerdeutsch-Kenntnisse  verheimlicht.  In  Kombination  mit 
seiner offenen Art sei eine gute Integration aber trotzdem möglich. So-
wohl bezüglich der Sprachkenntnisse als auch der Teilnahme am öf-
fentlichen  Leben  stellte  der  Beschwerdegegner  sodann  die  Einrei-
chung weiterer Beweismittel in Aussicht. 

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N.
Mit ergänzender Eingabe vom 3. Dezember 2007 teilte die Beschwer-
deführerin  mit,  dass  eine  benachbarte  Grundeigentümerin  des  Be-
schwerdegegners den Ratsschreiber telefonisch benachrichtigt  habe, 
dass der Beschwerdegegner bei ihr und ihrem Ehemann um eine posi-
tive Stellungnahme gebeten habe. Diese Anfrage sei  abschlägig be-
antwortet  worden.  Die  Nachbarin  habe,  nachdem  sie  und  ihr  Mann 
sich  mit  dem Beschwerdegegner  nicht  in  deutscher  Sprache  hätten 
verständigen  können  und  "aufgrund  von  verschiedenen  Feststellun-
gen", gegenüber dem Ratsschreiber erklärt, dass von einer genügen-
den Assimilation nicht die Rede sein könne. Um das nachbarschaftli-
che Verhältnis  nicht  weiter  zu belasten,  wolle  die  Nachbarin  auf  die 
Schilderung bzw. auf eine ausführliche schriftliche Stellungnahme ver-
zichten. In  diesem Zusammenhang hielt  die  Beschwerdeführerin  zu-
dem fest, dass nach ihrer Auffassung im Falle der Einreichung zusätz-
licher positiver Auskünfte von Referenzpersonen durch den Beschwer-
degegner auch gegenteilige Aussagen und Referenzen eingeholt wer-
den könnten. Für eine objektive Beurteilung könne nicht einseitig auf 
Referenzauskünfte  des  Bürgerrechtsbewerbers  abgestellt,  sondern 
müssten auch solche unaufgefordert zugeleiteten Mitteilungen berück-
sichtigt werden.

O.
Am 22. Dezember 2007 reichte der Beschwerdegegner als Beleg für 
seine Integration in der Schweiz verschiedene zusätzliche Beweismit-
tel zu den Akten (elf Referenzschreiben, eine Fotodokumentation und 
ein Zusammenschnitt aus dem privatem Videofilm-Archiv). 

P.
In der abschliessenden Stellungnahme vom 7. Februar 2008 machte 
die Beschwerdeführerin geltend, dass die neuen Beweismittel nicht als 
Nachweis  einer  genügenden  Assimilation  und  Integration  genügen 
würden. Gemäss den vorgelegten Fotos habe der Beschwerdegegner 
durchschnittlich an drei Veranstaltungen pro Jahr teilgenommen, was 
sehr wenig sei. Die Beteiligung an sporadischen Festveranstaltungen 
genüge  nicht,  um die  Assimilation  und Integration  zu  beweisen. Die 
neu  ins  Recht  gelegten  Referenzen  seien  durchwegs  Gefälligkeits-
schreiben. Es falle auf, dass einzig von fünf Personen aus der Gemein-
de  Referenzen  hätten  beschafft  werden  können  und  der  Beschwer-
degegner nur von einem der im gleichen Weiler lebenden Anwohner, 
der als  Alleinstehender auf  nachbarschaftliche Hilfe  angewiesen sei, 

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ein Schreiben erhalten habe. In besagtem Schreiben werde aber ledig-
lich  festgehalten,  dass  der  Beschwerdegegner  die  Kleintiere  (Hund 
und Katzen) des Nachbarn füttere, wenn Letzterer abwesend sei. Wei-
tere  Referenzen  habe  der  Beschwerdegegner  nicht  beibringen  kön-
nen, obwohl er es versucht habe. Schliesslich wurde nochmals festge-
halten, dass mit dem Beschwerdegegner am 14. November 2006 kein 
normales Einbürgerungsgespräch in deutscher Sprache habe geführt 
werden  können.  Die  Kommission  habe  festgestellt,  dass  die  gesell-
schaftliche und kulturelle Assimilation nicht gegeben sei. Damit fehle 
es an der Integration des Beschwerdegegners in der Schweiz und in 
der Gemeinde,  weshalb ihm das schweizerische Bürgerrecht  zu ver-
weigern sei. Es stehe ihm allerdings frei, zu gegebener Zeit erneut ein 
Gesuch um erleichterte Einbürgerung zu stellen und in einem neuerli-
chen Verfahren zu beweisen, dass er die Einbürgerungsvoraussetzun-
gen erfülle.

Q.
Mit Schreiben vom 3. August 2008 lud der Beschwerdegegner die Ge-
meinderäte der Beschwerdeführerin zu sich nach Hause ein, um ihnen 
die Möglichkeit zu geben, sich persönlich ein Bild der Situation zu ma-
chen. Mit Beschluss vom 12. August 2008 verzichtete der Gemeinderat 
aufgrund zeitlicher Belastung und Gleichbehandlungsgründen auf das 
Angebot.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Verfügungen des BFM betreffend die Erteilung oder Verweigerung 
der  erleichterten  Einbürgerung  unterliegen  der  Beschwerde  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  (Art.  51  Abs. 1  des  Bürgerrechtsgesetzes 
vom 29. September 1952 [BüG, SR 141.0]  i.V.m. Art. 31 und Art. 33 
Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 
173.21]).

1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das Ge-
setz nichts anderes bestimmt.

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1.3 Die Beschwerdeführerin ist als Wohnsitzgemeinde des Beschwer-
degegners gemäss Art. 51 Abs. 2 BüG zur Beschwerde legitimiert (vgl. 
hierzu  die  Botschaft  zur  Änderung  des  Bürgerrechtsgesetzes  vom 
26. August 1987, BBl 1987 lll 293 Ziff. 23.3 S. 317). Auf die frist- und 
formgerechte Beschwerde ist einzutreten (Art. 48 ff. VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und - soweit nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  -  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Sach-  und  Rechtslage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils des Bundesgerichts 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
3.1 Die in den Art. 27 – 31b BüG geregelten Tatbestände der erleich-
terten  Einbürgerung setzen nach  Art. 26  Abs. 1  BüG in  allgemeiner 
Weise voraus, dass die gesuchstellende Person in der Schweiz integ-
riert  ist (Bst. a), die schweizerische Rechtsordnung beachtet (Bst. b) 
und die innere oder  äussere Sicherheit  der  Schweiz  nicht  gefährdet 
(Bst. c). Nach Art. 27 Abs. 1 BüG können ausländische Ehegatten von 
schweizerischen Staatsangehörigen ein Gesuch um erleichterte  Ein-
bürgerung  stellen,  wenn  sie  insgesamt  fünf  Jahre  in  der  Schweiz 
gewohnt haben (Bst. a), seit einem Jahr hier wohnen (Bst. b) und seit 
drei  Jahren  in  ehelicher  Gemeinschaft  mit  einem Schweizer  Bürger 
bzw.  einer  Schweizer  Bürgerin  leben  (Bst.  c).  Sämtliche  Einbürge-
rungsvoraussetzungen sind zu überprüfen und müssen sowohl im Zeit-
punkt der Gesuchseinreichung als auch anlässlich der Einbürgerungs-
verfügung erfüllt sein (vgl. etwa Urteile des Bundesverwaltungsgerichts 
C-2448/2007  vom  15.  August  2008  E.  3.1  und  C-1134/2006  vom 
10. Dezember 2007 E. 2.1 sowie BGE 130 ll 482 E. 2 S. 484, BGE 129 
II 401 E. 2.2 S. 403 und BGE 128 ll 97 E.3a S. 99).

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3.2 Der in Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. De-
zember 1907 (ZGB, SR 210) festgehaltene, allgemeine Rechtsgrund-
satz, wonach derjenige die objektive Beweislast für das Vorliegen einer 
Tatsache trägt, der aus ihr Rechte ableitet (vgl. ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄ-
NER, Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes, 
2. Aufl. Zürich 1998,  Rz. 269),  gilt  auch für die Voraussetzungen der 
erleichterten Einbürgerung nach Art. 26 Abs. 1 und Art. 27 Abs. 1 BüG. 
Die  Beweislast  für  deren  Vorliegen  trägt  der  Gesuchsteller  bzw. die 
Gesuchstellerin. Gelangt die Behörde nach Durchführung des Beweis-
verfahrens im Rahmen der freien Beweiswürdigung nicht zur Überzeu-
gung, dass die Voraussetzungen der erleichterten Einbürgerung erfüllt 
sind, hat sie entsprechend dieser Beweislastregel so zu entscheiden, 
wie  wenn  deren  Nichtvorliegen  erwiesen  wäre. Gegenstand  der  be-
hördlichen Überzeugung ist grundsätzlich nicht die mehr oder weniger 
hohe Wahrscheinlichkeit eines bestimmten Sachverhalts, sondern sei-
ne tatsächliche Verwirklichung. Dabei sind bloss abstrakte oder theore-
tische Zweifel,  die  immer möglich sind,  nicht  massgebend. Es  muss 
sich um begründete Zweifel handeln, das heisst solche, die sich nach 
den gesamten Umständen aufdrängen.

4.
Die besonderen Voraussetzungen von Art. 27 Abs. 1 BüG sind im vor-
liegenden Fall  erfüllt.  Der  Beschwerdegegner  lebte  im Zeitpunkt  der 
Gesuchseinreichung am 3. Juli 2006 seit über vier Jahren bzw. im Zeit-
punkt der Einbürgerungsverfügung des BFM seit beinahe sechs Jah-
ren in  ehelicher Gemeinschaft  mit  seiner schweizerischen Gattin am 
gemeinsamen Wohnsitz der Familie in der Schweiz (vgl. Art. 27 Bst. b 
und  c  BüG).  Als  unproblematisch  erweist  sich  ferner  der  Umstand, 
dass  der  Beschwerdegegner  im  Zeitpunkt  der  Gesuchseinreichung 
noch nicht fünf Jahre Wohnsitz in der Schweiz hatte (vgl. Art. 27 Abs. 1 
Bst. a BüG), da die Vorinstanz mit der Behandlung des Gesuchs bis 
zum Ablauf der gesetzlichen Frist zuwartete und die kantonale Behör-
de erst am 6. September 2006 um Erstellung eines Erhebungsberichts 
ersuchte.

5.
5.1 Nach Ansicht der Beschwerdeführerin  ist  der Beschwerdegegner 
jedoch nicht in ausreichendem Masse in die hiesigen Verhältnisse ein-
gegliedert. Angesprochen ist damit Art. 26 Abs. 1 Bst. a BüG, gemäss 
welchem die erleichterte Einbürgerung voraussetzt, dass eine Bewer-
berin oder ein Bewerber in der Schweiz integriert ist. 

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5.2
5.2.1 Der Begriff  der Integration wird im schweizerischen Ausländer- 
und  Bürgerrecht  allgemein  verstanden  als  Aufnahme  der  ausländi-
schen Person in die schweizerische Gemeinschaft und als Bereitschaft 
der betreffenden Person, sich in das gesellschaftliche Umfeld einzufü-
gen.  Eine  Aufgabe  der  kulturellen  Eigenart  und  der  angestammten 
Staatsangehörigkeit wird nicht verlangt (vgl. Botschaft vom 26. August 
1987  zur  Änderung  des  Bürgerrechtsgesetzes,  BBl  1987 III  293 
Ziff. 22.2 S. 304,  sowie Botschaft  vom 21. November 2001 zum Bür-
gerrecht für junge Ausländerinnen und Ausländer und zur Revision des 
Bürgerrechtsgesetzes, BBl 2002 1911 Ziff. 2.2.1.3 S. 1942). Die Integ-
ration wird dabei als gegenseitiger Annäherungsprozess zwischen der 
einheimischen und der ausländischen Bevölkerung betrachtet. Er setzt 
sowohl  den Willen der  Ausländerinnen und Ausländer zur Eingliede-
rung als auch die Offenheit der schweizerischen Bevölkerung voraus 
(vgl. Art. 4 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über 
Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 

5.2.2 Auf eine erfolgreiche Integration im Sinne von Art. 14 Bst. a BüG 
bzw. Art. 26 Abs. 1 Bst. a BüG weisen – neben dem Vorhandensein ei-
nes guten Leumunds – etwa die Fähigkeit zu einer selbstständigen Le-
bensführung sowie das Interesse und die Teilhabe am öffentlichen und 
sozialen Leben (z.B. in den Bereichen Kultur und Sport; Partizipation 
an Veranstaltungen im Quartier oder Dorf etc.) hin (vgl. Botschaft vom 
21.  November  2001  zum Bürgerrecht  für  junge  Ausländerinnen  und 
Ausländer und zur Revision des Bürgerrechtsgesetzes, BBl 2002 1911 
Ziff. 2.2.1.3 S. 1943). Den Sprachkenntnissen kommt dabei die Funkti-
on einer eigentlichen Schlüsselkompetenz zu, weil in aller Regel nur 
damit jemand überhaupt in die Lage versetzt wird, am wirtschaftlichen 
und sozialen Leben des Gastlandes aktiv teilzunehmen und sich auf 
diese Weise zu integrieren (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 
C-1212/2006 vom 24. Juni 2008 E. 4.3 mit Hinweis, Verwaltungspraxis 
der Bundesbehörden [VPB] 69.101 E. 11). Das Erlernen einer Landes-
sprache  stellt  daher  ein  wichtiges  Element  der  Integration  dar  (vgl. 
auch Art. 4 Abs. 4 AuG und Art. 4 Bst. b der Verordnung vom 24. Okto-
ber  2007  über  die  Integration  von  Ausländerinnen  und  Ausländern 
[VIntA, SR 142.205]) und fehlende Kenntnisse der vor Ort gesproche-
nen Landessprache können als  Indiz  für  eine mangelnde Integration 
verstanden werden (vgl. BGE 134 I 56 E. 3 S. 59). Die Eingliederung in 
die schweizerische Gemeinschaft kann sich indessen auch auf andere 
Weise vollziehen, z.B. dadurch, dass jemand Kontakte zur schweizeri-

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schen Bevölkerung in  einer  anderen als  einer  Landessprache  pflegt 
(VPB 69.101 E. 12). 

5.2.3 Im  Gegensatz  zur  erleichterten  Einbürgerung  verlangt  Art.  14 
Bst. b BüG bei der ordentlichen Einbürgerung neben der Eingliederung 
in die schweizerischen Verhältnisse zusätzlich, dass die gesuchstellen-
de Person mit den schweizerischen Lebensgewohnheiten, Sitten und 
Gebräuchen  vertraut  ("accoutumé",  "familiarizzato")  ist.  Eine  solche 
Vertrautheit ist eine Folge der Integration im Sinne von Art. 14 Bst. a 
BüG bzw. Art. 26 Abs. 1 Bst. a BüG. Sie entspricht einer höheren Stufe 
der Übernahme schweizerischer Lebensart  und setzt gewisse Kennt-
nisse  über  das  Land  und  insbesondere  die  Sprache  voraus  (CÉLINE 
GUTZWILLER,  Droit  de la nationalité et fédéralisme en Suisse, Genf/Zü-
rich/Basel 2008, Nr. 557). Die gesetzlichen Anforderungen sind bei der 
ordentlichen Einbürgerung zudem insofern strenger, als Art. 14 BüG – 
anders als Art. 26 Abs. 1 BüG – keine abschliessende Aufzählung der 
Einbürgerungsvoraussetzungen enthält. Diese Unterschiede sind darin 
begründet, dass der Gesetzgeber dem ausländischen Ehegatten eines 
Schweizer  Bürgers  bzw. einer  Schweizer  Bürgerin  die  Einbürgerung 
unter  erleichterten  Bedingungen  ermöglichen  wollte,  um  die  Einheit 
des Bürgerrechts der Ehegatten im Hinblick auf ihre gemeinsame Zu-
kunft zu fördern (vgl. BGE 129 II 401 E. 2.5 S. 404 mit Hinweis, sowie 
Botschaft vom 27. August 1987 zur Änderung des Bürgerrechtsgeset-
zes, BBl 1987 III 293 Ziff. 22.13 S. 310). Obwohl das Gesetz sowohl in 
Art. 14 Bst. a BüG als auch in Art. 26 Abs. 1 Bst. a BüG die Integration 
der  gesuchstellenden  Person  verlangt,  kann  dieser  unbestimmte 
Rechtsbegriff  bei  der  erleichterten  Einbürgerung  schliesslich  milder 
ausgelegt  werden,  da  in  diesen Fällen  aufgrund  der  Ehe mit  einem 
Schweizer Bürger bzw. einer Schweizer Bürgerin vermutungsweise be-
reits  eine  enge  Bindung  zur  Schweiz  besteht  (GUTZWILLER,  a.a.O., 
Nr. 567).

5.3 Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdegegner vielfältige 
Kontakte zur schweizerischen Bevölkerung unterhält. So gehören etwa 
gemäss den vorgelegten Referenzen verschiedene Schweizer Bürge-
rinnen und Bürger zu seinem Freundes- und Bekanntenkreis. Im Wei-
teren belegt die vom Beschwerdegegner eingereichte Foto- und Video-
dokumentation seine wiederholte Teilnahme an gesellschaftlichen An-
lässen in der Wohngemeinde und in der unmittelbaren Nachbarschaft 
(Einweihungsfest Dorfumfahrung, Skirennen, Schwingfest, Viehschau, 
Quellenbesichtigung,  Geburtstagsfest  Nachbar  u.a.).  Daneben  geht 

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aus den eingereichten Unterlagen hervor, dass sich der Beschwerde-
gegner, der mit seiner Familie in einem kleinen Landweiler im ehemali-
gen Haus der Grosseltern seiner schweizerischen Ehefrau lebt, offen-
bar relativ stark  mit  seinem Wohnort  verbunden fühlt. Darauf deuten 
neben der bereits erwähnten Teilnahme an kommunalen und nachbar-
schaftlichen  Anlässen  auch  verschiedene  weitere  Umstände  hin. So 
besitzt der Beschwerdegegner beispielsweise an seinem Wohnort ein 
Waldgrundstück,  welches er  selber  bewirtschaftet. Beim Umbau des 
Hauses hat er sodann Unternehmen aus der Gemeinde berücksichtigt 
und tätigt offenbar auch seine Tageseinkäufe in den örtlichen Geschäf-
ten. Schliesslich betreibt er zusammen mit seiner Ehefrau eine eigene 
Website, die den Namen des Weilers trägt und einen Link auf die offi-
zielle Website der Wohngemeinde enthält.

5.4 Soweit die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang geltend 
macht, die vom Beschwerdegegner beigebrachten Referenzschreiben 
würden  keine  objektive  Beurteilung  erlauben,  da  es  sich  um blosse 
"Gefälligkeitsauskünfte" handle bzw. die Referenzpersonen sich nach 
der negativen Einschätzung durch die Einbürgerungskommission wohl 
besondere  Mühe  gegeben  hätten,  den  Beschwerdegegner  in  einem 
positiven Licht erscheinen zu lassen, kann ihr nicht gefolgt werden. 

5.4.1 Für das Verwaltungsverfahren gilt  der Grundsatz der freien Be-
weiswürdigung (Art. 40 des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 
über den Bundeszivilprozess [BZP, SR 273] i.V.m. Art. 19 VwVG). Da-
nach  haben  die  Behörden  die  Beweise  frei,  d.h.  ohne  Bindung  an 
förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdi-
gen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass der Richter al-
le Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu 
prüfen und anschliessend zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Un-
terlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 
gestatten (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 mit Hinweis).

5.4.2 Auch wenn davon auszugehen ist, dass ein Bürgerrechtsbewer-
ber in aller Regel nur Referenzen von ihm wohlgesinnten Personen zu 
den Akten reichen wird, schliesst dieser Umstand nicht aus, dass aus 
den entsprechenden Auskünften zuverlässige Rückschlüsse auf die In-
tegrationsbemühungen und den Integrationsgrad der betreffenden Per-
son gezogen werden können. Dies ist  auch vorliegend der  Fall. Der 
Beschwerdegegner hat insgesamt 14 Referenzschreiben von schwei-
zerischen  Freunden,  Bekannten  und  weiteren  Personen  (z.B.  Haus-

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arzt, Revierförster, Kursleiter Holzerkurs) zu den Akten gereicht. Diese 
Auskünfte sind mehrheitlich als relativ substantiiert zu bezeichnen und 
ergeben – zusammen mit  den weiteren aktenkundigen Beweismitteln 
(Foto- und Videodokumentation) – ein kohärentes und differenziertes 
Bild der persönlichen Situation des Beschwerdegegners. Die von der 
Beschwerdeführerin beigebrachte negative Referenz einer unmittelba-
ren Nachbarin sowie die Tatsache, dass von den im Weiler lebenden 
Personen lediglich ein Nachbar  bereit  war,  ein  Schreiben zugunsten 
des  Beschwerdegegners  zu  verfassen,  werfen zwar  gewisse  Fragen 
auf, in welchem Masse es dem Beschwerdegegner in seiner unmittel-
baren Nachbarschaft gelungen ist, als eine dem Weiler bzw. dem Dorf 
zugehörige Person akzeptiert zu werden, stellen jedoch die Ausführun-
gen  der  Referenzpersonen  zu  seinen  Integrationsbemühungen  nicht 
grundsätzlich in Frage. 

5.5 Die  Beschwerdeführerin  stützt  ihre  negative  Einschätzung  des 
Einbürgerungsgesuchs  des  Beschwerdegegners  im  Weiteren  insbe-
sondere auf dessen ungenügende Sprachkenntnisse. So sei anlässlich 
des Gesprächs vor der Einbürgerungskommission eine Verständigung 
in deutscher Sprache nur knapp möglich gewesen. Die ihm gestellten 
Fragen habe der Beschwerdegegner nicht beantworten können, da er 
sie nicht verstanden habe. Zudem sei bekannt, dass er im Verkehr mit 
Behörden und der Schweizer Bevölkerung versuche, sich nur in Eng-
lisch zu verständigen. Dies wird vom Beschwerdegegner grundsätzlich 
nicht bestritten. Auf Rekursebene hat er zudem selber eingestanden, 
dass seine (Schweizer-)Deutschkenntnisse keineswegs perfekt seien.

5.5.1 Hinsichtlich  der  sprachlichen  Integration  ist  an  dieser  Stelle 
nochmals in Erinnerung zu rufen, dass die Kenntnis einer bzw. der am 
Wohnort  gesprochenen  Landessprache  keine  zwingende  Vorausset-
zung für die erleichterte Einbürgerung darstellt, sondern die Eingliede-
rung in die schweizerischen Verhältnisse auch auf anderem Weg erfol-
gen kann, beispielsweise dadurch, dass jemand Kontakte zur schwei-
zerischen  Bevölkerung  in  einer  anderen  als  einer  Landessprache 
pflegt (vgl. VPB 69.101 E. 12). 

5.5.2 Der englischen Sprache kommt in diesem Zusammenhang – na-
mentlich in der deutschen Schweiz – eine besondere Bedeutung zu. 
Im  deutschen  Sprachgebiet  der  Schweiz  sprechen  heute  über  zwei 
Drittel der erwachsenen Bevölkerung mehr oder weniger gut Englisch; 
dieser Anteil beträgt in den übrigen Sprachregionen etwas über 40%. 

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Die am häufigsten gesprochene Fremdsprache ist jedoch auch in der 
Deutschschweiz  (noch)  eine  Landessprache,  nämlich  das  Französi-
sche mit mehr als 70%. Das Italienische wird demgegenüber nur von 
einem knappen Drittel der Deutschweizerinnen und Deutschschweizer 
gesprochen (vgl. IWAR WERLEN, Schlussbericht Sprachkompetenzen der 
erwachsenen  Bevölkerung  in  der  Schweiz,  Nationales  Forschungs-
programm  "Sprachenvielfalt  und  Sprachkompetenz  in  der  Schweiz", 
Bern,  12.  August  2008,  Ziff.  3.1.1,  online  unter  <www.nfp56.ch>, 
Sprachkompetenz  der  Erwachsenen  > Welche  Bedingungen  fördern 
oder hemmen die Mehrsprachigkeit?, besucht am 8. September 2008). 
Hinsichtlich ihrer Verwendungshäufigkeit innerhalb der Schweiz kommt 
der englischen Sprache sodann nach wie vor nicht die Funktion einer 
"lingua franca" zu, die ihr von vielen zugeschrieben wird (vgl. WERLEN, 
a.a.O., Ziff. 3.1.3). Auf der anderen Seite wird Englisch von der schwei-
zerischen Bevölkerung – besonders ausgeprägt in der Deutschweiz – 
als nützlichste und angesehenste Fremdsprache betrachtet (vgl. WER-
LEN, a.a.O., Ziff. 3.1.4 f.).

5.5.3 In Bezug auf die Eingliederung in die schweizerischen Verhält-
nisse und namentlich in jene am Wohnort bedeutet dies, dass der Be-
schwerdegegner mit dem überwiegenden Teil der ansässigen Bevölke-
rung  in  Englisch  kommunizieren  kann  und  er  für  die  Pflege  seiner 
freundschaftlichen  und  sozialen  Beziehungen  in  der  Schweiz,  aber 
auch für den Geschäfts- und Behördenverkehr, bedeutend weniger als 
andere  fremdsprachige  Personen  auf  das  Erlernen  der  deutschen 
Sprache angewiesen ist. Ein verminderter Anreiz bzw. Druck, die deut-
sche  Sprache  zu  erlernen,  kann  auch  im  Umstand  erblickt  werden, 
dass  die  englische  Sprache  von  der  überwältigenden  Mehrheit  der 
Schweizerinnen  und  Schweizer  als  nützlichste  und  angesehenste 
Fremdsprache eingestuft wird und aus diesem Grund in der Bevölke-
rung im Allgemeinen eine relativ hohe Bereitschaft  besteht,  mit  eng-
lischsprachigen Personen in deren Muttersprache zu kommunizieren. 
Trotz dieser Besonderheiten könnte wohl kaum von einer genügenden 
Integration gesprochen werden, wenn sich der Beschwerdegegner ge-
nerell  weigern  würde,  Deutsch zu lernen bzw. zu sprechen und bei-
spielsweise nur mit Personen verkehren würde, welche die englische 
Sprache beherrschen. 

5.5.4 Die  Akten  ergeben  indessen  ein  anderes  Bild.  Anlässlich  der 
persönlichen Anhörung vor der Einbürgerungskommission war der Be-
schwerdegegner offenbar nicht in der Lage, alle Fragen (in vollem Um-

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http://www.nfp56.ch/
http://www.nfp56.ch/

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fang) zu verstehen und zu beantworten. Das Protokoll  des Einbürge-
rungsgesprächs  sowie  der  Erhebungsbericht  lassen  jedoch  darauf 
schliessen, dass der Beschwerdegegner durchaus über gewisse, wenn 
auch nicht sehr profunde Deutschkenntnisse verfügt. Aus dem auf Re-
kursebene eingereichten Videomaterial  sowie den schriftlichen Refe-
renzauskünften  geht  sodann  hervor,  dass  der  Beschwerdegegner 
ohne weiteres in der Lage ist, einfacheren Konversationen in (schwei-
zer-)deutscher Sprache zu folgen und selber mit Freunden und Nach-
barn  ein  sprachliches  Gemisch  aus  Englisch  mit  (schweizer-)deut-
schen Ausdrücken spricht. Dieses Neben- und Miteinander von Eng-
lisch und Deutsch spiegelt sich auch auf der privaten Website der Fa-
milie des Beschwerdegegners wieder. So fällt etwa auf, dass verschie-
dene Rubriküberschriften zweisprachig betitelt  sind. Im Weiteren fin-
den sich im Gästebuch nicht nur in Englisch verfasste Einträge, son-
dern  auch  eine  ganze  Reihe  deutschsprachiger  Mitteilungen.  Auch 
wenn der Beschwerdegegner im Verkehr mit  der Schweizer Bevölke-
rung und den hiesigen Behörden offenbar nach wie vor vorzugsweise 
in Englisch zu kommunizieren scheint, kann bei dieser Sachlage nicht 
davon gesprochen werden, er verschliesse sich einer sprachlichen In-
tegration  in  der  Schweiz.  Diese  Schlussfolgerung  rechtfertigt  sich 
selbst unter Berücksichtigung der Tatsache, dass sich der Beschwer-
degegner anlässlich des Einbürgerungsgesprächs offenbar geweigert 
hat, auf Deutsch zu antworten, zumal die Weigerung wohl eher Aus-
druck des unglücklichen Verlaufs des Einbürgerungsgesprächs war als 
derjenige  einer  generellen  Haltung  gegenüber  dem  Gebrauch  der 
deutschen Sprache. 

5.6 Zur  persönlichen  Anhörung  des  Beschwerdegegners  durch  die 
Einbürgerungskommission sowie zu seinem Verhalten anlässlich die-
ses Gesprächs ist ferner Folgendes festzuhalten:

5.6.1 Der Bund kann die kantonale Einbürgerungsbehörde mit den Er-
hebungen beauftragen, die für die Beurteilung der Einbürgerungsvor-
aussetzungen nötig sind (Art. 37 BüG). Diese Aufgabe ist im Kanton 
St. Gallen dem Einbürgerungsrat übertragen (Art. 16 Abs. 3 des kanto-
nalen  Bürgerrechtsgesetzes  vom  5. Dezember  1955  [systematische 
Gesetzessammlung des Kantons St. Gallen  sGS 121.1]), der im Falle 
der Beschwerdeführerin grundsätzlich vom Gemeinderat zu bestellen 
wäre (vgl. Art. 103 Abs. 1 und 2 der Verfassung des Kantons St. Gallen 
vom 10. Juni  2001 [sGS 111.1]  i.V.m Regierungsratsbeschluss  über 
die  Aufhebung  von Ortsgemeinden vom 13. August  2002). Letzterer 

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hat die Aufgabe jedoch offenbar gestützt auf Art. 136 Bst. d des kanto-
nalen Gemeindegesetzes (sGS 151.2) an eine kommunale Einbürge-
rungskommission delegiert. 

Dem Anliegen, bei erleichterten Einbürgerungen ein vereinfachtes Ver-
fahren vorzusehen, wurde insbesondere durch Art. 32 BüG Rechnung 
getragen, welcher die alleinige Entscheidkompetenz des Bundes vor-
sieht  und  den  Kantonen  lediglich  ein  Anhörungsrecht  einräumt  (vgl. 
Botschaft  zur  Änderung  des  Bürgerrechtsgesetzes  vom  26. August 
1987, BBl 1987 lll  293 Ziff. 22.13 S. 310). Das Bundesrecht schreibt 
den Kantonen hingegen nicht vor, in welcher Form und durch welche 
Gremien sie den für die Einbürgerung massgebenden Sachverhalt zu 
erheben haben. Die Durchführung eines persönlichen Gesprächs mit 
Personen, die um die erleichterte Einbürgerung ersuchen, ist vor die-
sem Hintergrund  grundsätzlich  nicht  zu  beanstanden. Die  Erhebung 
des  Sachverhalts  durch  eine  kommunale  Einbürgerungskommission, 
welche sowohl Gesuche um erleichterte als auch solche um ordentli-
che Einbürgerungen behandelt, erscheint zumindest dann nicht prob-
lematisch, solange sich die Kommission der unterschiedlichen gesetz-
lichen Voraussetzungen bewusst ist und bei der Ermittlung des Sach-
verhalts (und dessen Beurteilung zu Handen der für die Stellungnah-
me zuständigen kantonalen Behörde [vgl. Art. 16 Abs. 1 des kantona-
len Bürgerrechtsgesetzes]) klar zwischen den beiden Einbürgerungs-
arten unterscheidet.

Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang schliesslich auch Art. 13 
Abs. 1 Bst. a VwVG, welcher die Parteien verpflichtet, in einem Verfah-
ren,  das  sie  durch  ihr  Begehren  einleiten,  an  der  Feststellung  des 
Sachverhalts mitzuwirken. Dies kann auch in Form einer mündlichen 
Befragung erfolgen (vgl. CLÉMENCE GRISEL, L'obligation de collaborer des 
parties  en  procédure  administrative,  Fribourg  2008,  Rz. 681  ff.). 
Kommt eine Partei ihrer Mitwirkungspflicht nicht bzw. nur unzureichend 
nach,  kann  dies  verschiedene  verfahrensrechtliche  Konsequenzen 
nach sich ziehen. So sieht Art. 13 Abs. 2 VwVG vor, dass die Behörde 
auf Begehren nicht einzutreten braucht, wenn die Partei die notwendi-
ge und zumutbare Mitwirkung verweigert. Von dieser Möglichkeit ist in-
dessen nur  zurückhaltend Gebrauch  zu  machen (vgl.  GRISEL,  a.a.O., 
Rz. 778). Daneben kann die Behörde im Rahmen der freien Beweis-
würdigung das Verhalten der Parteien im Verfahren – wie etwa die Ver-
weigerung einer Aussage – bei der Entscheidfindung berücksichtigen 
(vgl. Art. 40 BZP i.V.m. Art. 19 VwVG; sowie GRISEL, a.a.O., Rz. 795 ff.). 

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Dies kann namentlich dazu führen, dass eine beweisbelastete Partei, 
welche ihre Mitwirkungspflicht verletzt, die Folgen einer allfälligen Be-
weislosigkeit zu tragen hat, indem die Behörde auf weitere Abklärun-
gen verzichtet  und aufgrund der  bestehenden Aktenlage entscheidet 
(GRISEL, a.a.O., Rz. 802).

5.6.2 Gestützt auf diese gesetzlichen Bestimmungen war die Einbür-
gerungskommission grundsätzlich berechtigt,  den Beschwerdegegner 
zu einem persönlichen Gespräch vorzuladen, um sich  ein unmittelba-
res Bild über seine Eingliederung in die schweizerischen Verhältnisse 
machen zu können. Aus dem (summarischen) Protokoll des Einbürge-
rungsgesprächs vom 14. November 2006 ergeben sich sodann keine 
Anhaltspunkte,  dass  die  an den Beschwerdegegner  gerichteten Fra-
gen nicht sachgerecht bzw. nicht auf die Abklärung der Einbürgerungs-
voraussetzungen gerichtet gewesen wären. Im Weiteren ist es grund-
sätzlich  nicht  zu  beanstanden,  dass  die  Einbürgerungskommission 
ihre Fragen lediglich auf Deutsch und nicht auch auf Englisch gestellt 
hat, zumal gerade den Sprachkenntnissen in der Regel sowohl bei or-
dentlichen  als  auch  bei  erleichterten  Einbürgerungen  ein  zentraler 
Stellenwert für die Frage der Integration in der Schweiz zukommt. 

5.6.3 Vom  Beschwerdegegner  hätte  daher  erwartet  werden  dürfen, 
dass er die ihm von der Einbürgerungskommission gestellten Fragen 
möglichst vollständig und soweit möglich auf Deutsch zu beantworten 
versucht. Er hat sich gegenüber der Kommission jedoch offenbar – wie 
bereits erwähnt – geweigert,  deutsch zu sprechen. Diese Verletzung 
der Mitwirkungspflicht genügt zwar nicht, um ein Nichteintreten auf das 
Einbürgerungsgesuch des Beschwerdegegners zu rechtfertigen. Seine 
Weigerung, der Kommission auf Deutsch zu antworten, ist indessen im 
Rahmen der Gesamtwürdigung als ein Indiz zu berücksichtigen, wel-
ches eher gegen seine Bereitschaft spricht, sich in das gesellschaftli-
che Umfeld in der Schweiz einzugliedern. Dies gilt  im Ergebnis auch 
für  sein  sonstiges,  ungeduldiges  und  impulsives  Verhalten  während 
des Einbürgerungsgesprächs sowie sein erbostes E-Mail an den Kom-
missionspräsidenten im unmittelbaren Anschluss daran.

5.6.4 Ob der Beschwerdegegner die Grundsätze der schweizerischen 
Staatsordnung kennt  und diese bejaht,  und über  welche Kenntnisse 
bezüglich  des  politischen  Lebens  in  der  Schweiz  er  verfügt,  konnte 
aufgrund  der  bestehenden  Verständigungsschwierigkeiten  anlässlich 
der  Anhörung  nicht  abgeklärt  werden.  Diesbezüglich  kann  dem  Be-

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schwerdegegner jedoch keine Verletzung der Mitwirkungspflicht vorge-
worfen  werden.  Aufgrund  der  Akten  ist  nämlich  davon  auszugehen, 
dass  der  Beschwerdegegner  grundsätzlich  willens  war,  die  entspre-
chenden  Fragen  zu  beantworten.  Darauf  deutet  beispielsweise  hin, 
dass er mit dem Abbruch der Befragung durch die Einbürgerungskom-
mission  nicht  einverstanden  war  und  im Nachgang  mehrfach  darum 
gebeten hat,  das Gespräch – in  Anwesenheit  seiner  Gattin  (vgl. zur 
grundsätzlichen Zulässigkeit der Anwesenheit von Begleitpersonen bei 
mündlichen Anhörungen GRISEL, a.a.O., Rz. 684) – wiederholen zu dür-
fen. Diesbezüglich ist ferner zu berücksichtigen, dass der Beschwerde-
gegner aus einem Land stammt, welches der Schweiz sowohl kulturell 
als auch vom politischen System her nahe steht. Aus dem Umstand, 
dass er vor der Einbürgerungskommission beispielsweise nicht in der 
Lage war, Auskunft über den Inhalt der im Zeitpunkt der Anhörung an-
stehenden eidgenössischen Volksabstimmung zu geben,  kann daher 
nicht leichthin geschlossen werden, er wäre im Falle einer Einbürge-
rung –  mangels  genügender  Kenntnisse über  unser  politisches Sys-
tem – nicht in der Lage, selbstständig seinen staatsbürgerlichen Pflich-
ten nachzukommen. 

5.7 Im  Rahmen einer  Gesamtwürdigung  gelangt  das  Bundesverwal-
tungsgericht aufgrund der vorliegenden Akten zum Schluss, dass der 
Beschwerdegegner in der Schweiz integriert  ist im Sinne von Art. 26 
Abs.  1  Bst.  a  BüG.  Dem  Beschwerdegegner  ist  insbesondere  der 
Nachweis gelungen, dass er seit seiner Einreise in die Schweiz diver-
se  Integrationsbemühungen unternommen hat  und es  ihm gelungen 
ist,  sich hier  ein  bedeutendes soziales Netz aufzubauen. Soweit  die 
Beschwerdeführerin  diese  Anstrengungen  als  ungenügend  bewertet, 
geht sie von einem zu strengen Massstab aus. Dies zeigt sich auch an 
dem von ihr im Rahmen des Schriftenwechsels wiederholt verwende-
ten  Begriff  der  "Assimilation",  welche  –  wie  bereits  gesehen  (vgl. 
Ziff. 5.2) – nicht zu den Einbürgerungsvoraussetzungen zählt. Im Wei-
teren wirft das ungeduldige und impulsive Verhalten des Beschwerde-
gegners anlässlich der Anhörung durch die Einbürgerungskommission 
zwar gewisse Fragen auf  hinsichtlich seiner Bereitschaft,  sich in  die 
hiesige Gesellschaft einzufügen. Diesem Umstand kann jedoch in ca-
su – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der nachträglichen, wiederhol-
ten  Versöhnungsbemühungen von Seiten  des  Beschwerdegegners  – 
kein  entscheidendes  Gewicht  beigemessen  werden.  Auch  wenn  so-
dann die sprachliche Integration des Beschwerdegegners noch nicht 
weit fortgeschritten ist, erlauben es ihm seine sprachlichen Kenntnisse 

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dennoch, sich mit der schweizerischen Bevölkerung zu verständigen. 
Schliesslich kann aufgrund der Herkunft  aus einem der Schweiz so-
wohl  kulturell  als  auch vom politischen System her  nahe stehenden 
Land ohne weiteres auf eine gewisse Vertrautheit mit den hiesigen Ver-
hältnissen geschlossen werden. Dies auch wenn der Beschwerdegeg-
ner  anlässlich  der  in  deutscher  Sprache  durchgeführten  Befragung 
durch die Einbürgerungskommission diesbezüglich nicht  in  der  Lage 
war, substantiierte Antworten zu geben.

6.
Die weiteren Einbürgerungsvoraussetzungen von Art. 26 Abs. 1 BüG 
sind vorliegend ebenfalls als erfüllt zu betrachten. So sind der (inzwi-
schen beglichene) Steuerausstand aus dem Jahre 2006 sowie der ein-
monatige Führerausweisentzug wegen überhöhter Geschwindigkeit im 
Jahre 2004 zwar nicht völlig unbedeutend. Trotz dieser Vorkommnisse 
kann indessen davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdegeg-
ner  grundsätzlich  willens  und  in  der  Lage  ist,  die  schweizerische 
Rechtsordnung zu beachten im Sinne von Art. 26 Abs. 1 Bst. b BüG 
(vgl.  Botschaft  vom  21.  November  2001  zum  Bürgerrecht  für  junge 
Ausländerinnen und Ausländer und zur Revision des Bürgerrechtsge-
setzes, BBl 2002 1911 Ziff. 2.2.1.3 S. 1943 i.V.m. Ziff. 2.5.3.1 S. 1957). 
Schliesslich bestehen keine Anhaltspunkte für eine Gefährdung der in-
neren oder äusseren Sicherheit der Schweiz (vgl. Art. 26 Abs. 1 Bst. c 
BüG). 

7.
Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung als bun-
desrechtskonform (vgl. Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzu-
weisen. 

8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich 
der  Beschwerdeführerin  als  unterliegender  Partei  aufzuerlegen  (vgl. 
Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da die vorliegende Streitsache jedoch keine ver-
mögensrechtlichen Interessen zum Gegenstand hat, sind ihr keine Ver-
fahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 VwVG).

9.
Da schliesslich davon auszugehen ist,  dass dem Beschwerdegegner 
durch das Beschwerdeverfahren nur geringfügige Kosten entstanden 
sind, ist von einer Parteientschädigung abzusehen (vgl. Art. 64 Abs. 1 
VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über 

Seite 21

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die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 22

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Akten retour)
- den Beschwerdegegner (Gerichtsurkunde; Beweismittel im Original 

retour)
- die Vorinstanz (Akten retour)

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Ruth Beutler Thomas Segessenmann

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht,  1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An-

gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesge-

richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift 

ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen und  hat  die  Begehren,  deren  Be-

gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. 

Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die be-

schwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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