# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 20e5b5e2-ee45-509e-8357-a7d6ef2454b0
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-26
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 26.04.2016 U 2015 119
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2015-119_2016-04-26.pdf

## Full Text

G.

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 15 119

1. Kammer 

Vorsitz Audétat
RichterIn Racioppi, Moser 

Aktuar Simmen

URTEIL

vom 26. April 2016

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ AG,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto T. Annen, 

Beschwerdeführerin
gegen 

B._____ AG,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. HSG Hermann Just, 

Beschwerdegegnerin 1
und

C._____ AG, 
Beschwerdegegnerin 2

betreffend Submission

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1. Im Rahmen des Projekts Sanierung um- und Neubau des Kantonsspitals 

Graubünden schrieb die Stiftung E._____ im Amtsblatt des Kantons 

Graubünden unter anderem folgende Arbeiten aus:

− SKP 224 Bedachungen/Spengler/Blitzschutz

− SKP 225.22 Spezielle Dämmungen (Bodendämmung PUR und Trittschall)

− SKP 225.23 Spezielle Dämmungen (Schaumglasdämmungen)

− SKP 225.24 Spezielle Dämmungen (Wände und Decken XPS/EPS)

2. Innert Frist gingen für die Arbeiten "SKP 224 Bedachungen/Speng-

ler/Blitzschutz" von elf verschiedenen Anbietern insgesamt 15 Angebote 

ein. Die A._____ AG gab ihr Angebot als Arbeitsgemeinschaft mit der 

F._____ ein. Die A._____ AG füllte neben dem Leistungsverzeichnis auch 

die entsprechenden Formulare aus. Neben der Selbstdeklaration (Formu-

lar E1) machte sie unter anderem die verlangten Angaben zu Firma und 

Ressourcen für sich und die ARGE-Partnerin (Formular E2) und gab zwei 

Referenzobjekte an (Formular E3). Als für das Projekt vorgesehene 

Schlüsselpersonen gab sie H._____ (A._____ AG, Leitender Baufüh-

rer/Projektleiter) sowie I._____ (F._____, Stellvertreter leitender Baufüh-

rer/Projektleiter) an (Formular Z3). Nachdem zwei Anbieter mangels Eig-

nung und sämtliche Varianten infolge Unzulässigkeit derselben ausge-

schlossen wurden, verblieben neun Anbieter zur Bewertung. Mit Verfü-

gung vom 8. Dezember 2015 erteilte die B._____ AG der K._____ AG 

den Zuschlag. Das Angebot der A._____ AG erreichte den zweiten Rang. 

3. Bezüglich der Arbeiten "SKP 225.23 Spezielle Dämmungen (Schaum-

glasdämmungen)" reichte die A._____ AG ohne ARGE-Partnerin ein An-

gebot ein. Insgesamt gingen innert Frist fünf Angebote ein. Bei dieser Of-

ferte begnügte sich die A._____ AG im Formularteil mit dem Ausfüllen der 

Selbstdeklaration (Formular E1) sowie dem Ankreuzen des Kästchens 

"Einzelleistungserbringer" und dem Hinweis "dito Offerte SKP 224 Beda-

chungen Spengler Blitzschutz" auf dem Formular E2. Die weiteren Formu-

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lare enthalten keinerlei Eintragungen mit Ausnahme der Bestätigung der 

Einhaltung der Termine auf Formular Z5. Den Zuschlag erhielt die 

C._____ AG, während das Angebot der A._____ AG infolge unvollständig 

ausgefüllter Offerte vom Verfahren ausgeschlossen wurde. 

4. Unter anderem gegen den Zuschlagsentscheid SKP 225.23 erhob die 

A._____ AG (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 21. Dezember 2015 

Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit fol-

genden Anträgen:

"1. Die Zuschlagsverfügungen der B._____ AG resp. der Stiftung E._____ vom 
8. Dezember 2015 betreffend Arbeitsgattung SKP 225.22 Spezielle Dämmun-
gen (Bodendämmungen PUR und Trittschall) sei vollumfänglich aufzuheben. 
Der Zuschlag sei der Beschwerdeführerin zu erteilen. Eventualiter sei die An-
gelegenheit an die Beschwerdeführerin (recte: Beschwerdegegnerin) 1 resp. 2 
als Vorinstanz und Auftraggeberin zurückzuweisen. 

2. Die Zuschlagsverfügungen der B._____ AG resp. der Stiftung E._____ vom 
8. Dezember 2015 betreffend Arbeitsgattung SKP 225.23 Spezielle Dämmun-
gen (Schaumglasdämmungen) sei vollumfänglich aufzuheben. Der Zuschlag 
sei der Beschwerdeführerin zu erteilen. Eventualiter sei die Angelegenheit an 
die Beschwerdeführerin (recte: Beschwerdegegnerin) 1 resp. 2 als Vorinstanz 
und Auftraggeberin zurückzuweisen. 

3. Die Zuschlagsverfügungen der B._____ AG resp. der Stiftung E._____ vom 
8. Dezember 2015 betreffend Arbeitsgattung SKP 225.24 Spezielle Dämmun-
gen (Wände und Decken XPS/EPS) sei vollumfänglich aufzuheben. Der Zu-
schlag sei der Beschwerdeführerin zu erteilen. Eventualiter sei die Angele-
genheit an die Beschwerdeführerin (recte: Beschwerdegegnerin) 1 resp. 2 als 
Vorinstanz und Auftraggeberin zurückzuweisen. 

4. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Der Beschwerde-
führerin (recte: Beschwerdegegnerin) 1 resp. 2 als Vorinstanz und Auftragge-
berin sei zu untersagen, bis zur rechtskräftigen Erledigung der Beschwerde 
mit den Unternehmern, die in den jeweiligen Arbeitsgattungen den Zuschlag 
erhalten haben, einen Vertrag über die Arbeitsgattungen SKP 225.22 Speziel-
le Dämmungen (Bodendämmungen PUR und Trittschall), SKP 225.23 Spezi-
elle Dämmungen (Schaumglasdämmungen) und SKP 225.24 Spezielle Däm-
mungen (Wände und Decken XPS/EPS) für die Sanierung, Um- und Neubau 
des Kantonsspitals Graubünden abzuschliessen.

5. Sollte die Beschwerdegegnerin 1 resp. 2 als Vorinstanz und Auftraggeberin 
bereits einen Vertrag abgeschlossen haben, sei dieser vom Verwaltungsge-
richt aufzuheben. 

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Eventualiter sei festzustellen − für den Fall, dass wider Erwarten der Vertrag 
zwischen der Beschwerdegegnerin 1 resp. 2 als Vorinstanz und Auftraggebe-
rin und den Unternehmern, die in den jeweiligen Arbeitsgattungen den Zu-
schlag erhalten haben, bereits abgeschlossen sein − dass die Vergabeent-
scheide rechtswidrig sind. 

6. Der Beschwerdeführerin seien die Stellungnahmen der Beschwerdegegnerin 
1 resp. 2 als Vorinstanz und Auftraggeberin und den Unternehmern, die in den 
jeweiligen Arbeitsgattungen den Zuschlag erhalten haben, mit Einschluss aller 
Vorakten sowie der zur Edition beantragten weiteren Unterlagen, zur Einsicht 
zuzustellen, mit gleichzeitiger Eröffnung eines zweiten Schriftenwechsels mit 
Gelegenheit zur Ergänzung der vorliegenden Beschwerde.

7. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegne-
rin 1 resp. 2."

Begründend führte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus, dass sie 

zu Unrecht vom Vergabeverfahren ausgeschlossen worden sei. Der mit 

der Begründung "unvollständig ausgefüllte Offerte" verfügte Ausschluss 

sei übermässig und überspitzt formalistisch, zumal es für die Vergabestel-

le ein leichtes gewesen wäre, die notwendigen Angaben der Offerte der 

Arbeitsgattung „SKP 224 Bedachungen/Spengler/Blitzschutz“ zu entneh-

men, welche ihr vollständig vorgelegen habe.

5. Die B._____ AG (nachfolgend Beschwerdegegnerin 1) schloss in ihrer 

Vernehmlassung vom 3. Februar 2016 auf Abweisung der Beschwerde. 

Der Grund für den Ausschluss der Beschwerdeführerin aus dem Submis-

sionsverfahren sei in erster Linie darin begründet, dass das ausdrücklich 

als Eignungskriterium formulierte Formular E3 und das Formular Z1, wel-

ches sich auf Referenzobjekte beziehe, nicht ausgefüllt worden seien und 

so angebotsspezifische Angaben für die Beurteilung des Angebots nicht 

vorhanden seien. Auch bezüglich des Schlüsselpersonals lägen selbst 

unter Beizug der Eingabe zu SKP 224 nur unvollständige Angaben vor. 

Die fehlenden Angaben hätten von der Vergabebehörde nicht ergänzt 

werden können. Es liege ein objektiver Grund für den Ausschluss der un-

vollständigen Offerte vor. Der Ausschluss sei weder unverhältnismässig 

noch überspitzt formalistisch. 

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6. Die C._____ AG (nachfolgend Beschwerdegegnerin 2) liess sich innert 

Frist nicht vernehmen. 

7. In einem zweiten Schriftenwechsel hielten sowohl die Beschwerdeführerin 

als auch die Beschwerdegegnerin 1 an ihren Anträgen fest und vertieften 

ihre Argumentation. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Beschwer-

deverfahrens bildet die Zuschlagsverfügung vom 8. Dezember 2015, mit 

welcher die Beschwerdegegnerin 1 die öffentlich ausgeschriebenen Ar-

beiten „SKP 225.23 Spezielle Dämmungen (Schaumglasdämmungen)“ an 

die Beschwerdegegnerin 2 und nicht an die preisgünstigere Beschwerde-

führerin vergeben hat. Letztere wurde vom Vergabeverfahren ausge-

schlossen mit der Begründung, dass die Offerte unvollständig ausgefüllt 

sei. Dagegen hat die Beschwerdeführerin am 21. Dezember 2015 beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden Beschwerde erhoben mit 

dem Hauptbegehren auf Aufhebung der angefochtenen Vergabeverfü-

gung und Zuschlag der ausgeschriebenen Arbeiten direkt an sie. Be-

schwerdethema bildet somit die Frage, ob die Beschwerdegegnerin 1 die 

Beschwerdeführerin mangels vollständig ausgefüllter Offerte zu Recht 

vom Vergabeverfahren ausgeschlossen hat. 

2. a) Auf das vorliegende Verfahren gelangen die interkantonale Vereinbarung 

über das öffentliche Beschaffungswesen (IVöB; BR 803.510), das kanto-

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nale Submissionsgesetz (SubG; BR 803.300) sowie die kantonale Sub-

missionsverordnung (SubV; BR 803.310) zur Anwendung. Die Zuständig-

keit des Verwaltungsgerichtes zur Behandlung der Beschwerde ist unbe-

stritten; sie ergibt sich aus Art. 15 IVöB i.V.m. Art. 25 SubG. Als durch 

Beschwerde selbständig anfechtbare Verfügung gelten unter anderem der 

Zuschlag und der Ausschluss vom Verfahren (Art. 15 Abs. 1bis lit. d und e 

IVöB, Art. 25 Abs. 2 lit. c SubG). Nach Art. 26 Abs. 1 SubG sind Be-

schwerden schriftlich und begründet innert zehn Tagen seit Eröffnung der 

Verfügung einzureichen. Gemäss Art. 27 Abs. 1 SubG können mit der 

Beschwerde Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung oder 

Missbrauch des Ermessens, sowie unrichtige oder unvollständige Fest-

stellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (vgl. auch der 

inhaltlich identische Art. 51 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungs-

rechtspflege [VRG; BR 370.100]). Die Rüge der Unangemessenheit ist 

ausgeschlossen (Art. 27 Abs. 2 SubG). Zur Beschwerde ist gemäss 

Art. 50 VRG legitimiert, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt 

ist und ein schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung 

hat oder wer durch besondere Vorschrift dazu ermächtigt ist. 

b) Die Legitimation der Beschwerdeführerin zur Beschwerdeerhebung ist im 

konkreten Fall zweifelsfrei erfüllt, da die Beschwerdeführerin aufgrund ih-

res preislich günstigeren Angebots realistische Chancen auf den Zu-

schlag der ausgeschriebenen Arbeiten „SKP 225.23 Spezielle Dämmun-

gen (Schaumglasdämmungen)“ gehabt hätte, wenn sie von der Be-

schwerdegegnerin 1 nicht infolge unvollständig ausgefüllter Offerte vom 

Vergabeverfahren ausgeschlossen worden wäre. Dies zumal das Zu-

schlagskriterium Preis in der Ausschreibungen mit 70 % gewichtet ist. Ei-

ne nachteilige Betroffenheit durch den Ausschluss ist folglich zu bejahen 

(vgl. Art. 50 VRG). Hinzu kommt, dass die Vergabeverfügung vom 8. De-

zember 2015 mit schriftlicher Beschwerde vom 21. Dezember 2015 recht-

zeitig, mithin innert der zehntägigen Frist (vgl. Art. 26 SubG), beim sach-

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lich, örtlich und auch funktional zuständigen Verwaltungsgericht ange-

fochten wurde. Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist 

demnach − unter Vorbehalt der nachfolgenden Erwägung 2c sowie unter 

Berücksichtigung der nachfolgenden Erwägungen 2d und 2e − einzutre-

ten. 

c) Die Beschwerdeführerin beantragt im vorliegenden Beschwerdeverfahren 

im Wesentlichen die Aufhebung der angefochtenen Zuschlagsverfügun-

gen vom 8. Dezember 2015 betreffend der Arbeitsgattungen SKP 225.22, 

SKP 225.23 und SKP 225.24 sowie die Erteilung der entsprechenden Zu-

schläge direkt an sie. Das streitberufene Gericht beurteilt die Rechtmäs-

sigkeit der erwähnten Zuschlagsverfügungen vom 8. Dezember 2015 

mangels Identität der Verfahrensparteien in zwei separaten Verfahren. 

Während im vorliegenden Beschwerdeverfahren U 15 119 die Rechtmäs-

sigkeit der Zuschlagsverfügung betreffend der Arbeitsgattung SKP 225.23 

beurteilt wird, entscheidet das Gericht über die Rechtmässigkeit der Zu-

schlagsverfügungen betreffend der Arbeitsgattungen SKP 225.22 und 

SKP 225.24 im Verfahren U 15 118. Folglich kann im vorliegenden Be-

schwerdeverfahren auf die beschwerdeführerischen Anträge, soweit sie 

die Vergabe der Arbeitsgattungen „SKP 225.22 Spezielle Dämmungen 

(Bodendämmung PUR und Trittschall)“ und „SKP 225.24 Spezielle Däm-

mungen (Wände und Decken XPS/EPS)“ betreffen, nicht eingetreten 

werden. 

d) Die Beschwerde vom 21. Dezember 2015 richtete sich ursprünglich so-

wohl gegen die Stiftung E._____ als auch gegen die B._____ AG. Die 

Beschwerdeführerin begründet dies damit, dass im Amtsblatt als Aus-

schreiberin die Stiftung E._____ aufgeführt gewesen sei, während die Zu-

schlagsverfügungen anschliessend jeweils mit B._____ AG unterzeichnet 

worden seien. Anhand dessen sei nicht klar, wer die Auftraggeberin und 

somit im vorliegenden Verfahren passivlegitimiert sei. In ihrer Vernehm-

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lassung vom 3. Februar 2016 räumte die Beschwerdegegnerin 1 ein, dass 

bei der Ausschreibung irrtümlich die Stiftung E._____ aufgeführt gewesen 

sei. In sämtlichen Offertunterlagen, insbesondere dem Devis, sei aber 

ausdrücklich die B._____ AG als Auftraggeberin aufgeführt. Nach dem 

Gesagten ist somit die B._____ AG, nicht aber die Stiftung E._____, pas-

sivlegitimiert. 

e) Die Beschwerdeführerin ging in ihrer Beschwerde zunächst davon aus, 

dass sich der Ausschluss vom Vergabeverfahren aus dem Umstand er-

geben habe, dass sie in der Offerte „SKP 225.23 Spezielle Dämmungen 

(Schaumglasdämmungen)“ den Fragebogen "B.3 Formular Selbstdeklara-

tion" nur mit einem Verweis auf den identischen und ausgefüllten Frage-

bogen in der Offerte "SKP 224 Bedachungen/Spengler/Blitzschutz" ver-

sehen habe (vgl. Beschwerdeschrift vom 21. Dezember 2015 Ziff. 5). Als 

sich dann im Rahmen der Vernehmlassungen herausstellte, dass nicht 

dies der Ausschlussgrund war, sondern die nicht ausgefüllten Formulare 

E3, Z1 und Z3, passte die Beschwerdeführerin ihre Argumentation im 

zweiten Schriftenwechsel an. Diese Argumentationsanpassung ist nicht 

zu beanstanden. Denn die gegen einen Vergabeentscheid Beschwerde 

führende Partei darf die Beschwerdebegründung im Rahmen des Schrif-

tenwechsels in der Replik insoweit ergänzen, als die Vernehmlassungen 

oder deren Beilagen dazu Anlass geben, weil diese wesentliche neue 

Gesichtspunkte enthalten. Dies ist insbesondere der Fall, wenn die mass-

gebliche Begründung des angefochtenen Vergabeentscheids erst in der 

Beschwerdeantwort umfassend dargelegt wird (DONATSCH, in: GRIFFEL 

[Hrsg.], Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 52 Rz. 33-

35). Vorliegend kannte die Beschwerdeführerin den Grund für den Aus-

schluss im Zeitpunkt der Beschwerdeeinreichung nicht in genügendem 

Masse. Erst die klärenden Vernehmlassungen, insbesondere jene der 

Beschwerdegegnerin 1 vom 3. Februar 2016, enthielten eine eingehende 

Begründung für den Ausschluss der Beschwerdeführerin vom Vergabe-

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verfahren und boten dementsprechend Anlass, die Beschwerdebegrün-

dung zu ergänzen. 

3. Nach Art. 22 Abs. 1 lit. c SubG wird ein Angebot von der Berücksichtigung 

ausgeschlossen, wenn der Anbieter ein Angebot einreicht, das unvoll-

ständig ist oder den Anforderungen der Ausschreibung nicht entspricht. 

(vgl. dazu GALLI/MOSER/LANG/STEINER, Praxis des öffentlichen Beschaf-

fungsrechts, 3. Aufl., Zürich 2013, Rz. 444 und 465 f.). Nach gefestigter 

Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtes des Kantons Graubünden wird 

dabei ein strenger Massstab an das Erfordernis der Übereinstimmung 

zwischen den Grundlagen der Ausschreibung und den tatsächlich darge-

botenen Offerten gelegt. Erwähnte Bestimmung will namentlich sicherstel-

len, dass nur vollständige und den Ausschreibungsunterlagen genügende 

Angebote berücksichtigt werden (so bereits: PVG 1999 Nr. 61 und 1997 

Nr. 60). Komplett ist ein Angebot dann, wenn es alle wesentlichen, für ei-

ne unverfälschte Beurteilung notwendigen und geforderten Angaben 

enthält. Das Fehlen oder die Falschangabe auch nur einzelner Offertposi-

tionen bewirkt im Grundsatz die Ungültigkeit und folgerichtig den Aus-

schluss des Angebots von der freien Konkurrenz. Einerseits soll dadurch 

gewährleistet werden, dass keiner der Wettbewerbsteilnehmer irgendwie 

bevorzugt wird bzw. alle mit gleich langen Spiessen kämpfen, während 

anderseits für die Vergabeinstanz damit eine klare, übersichtliche, zu kei-

nen Diskussionen Anlass gebende Ausgangslage für die anschliessende 

Entscheidungsfindung geschaffen wird. Ausschliesslich durch die den 

Submissionsvorgaben genau entsprechenden Angebote wird der Verga-

beinstanz nämlich ein aussagekräftiger und umfassender Überblick über 

das effektive Preis-/Leistungsverhältnis, die Werkqualität, die Aus-

führungstermine, die Wirtschaftlichkeit, die Arbeitszeiten, die Entlöhnung 

usw. verschafft und können die eingegangenen Offerten auf einen Nenner 

gebracht und rasch miteinander verglichen werden. Nur das Vorliegen 

ausschreibungskonformer Angebote ermöglicht es mit anderen Worten 

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der entscheidenden Behörde, die einzelnen Positionen untereinander zu 

vergleichen und sie einwandfrei innerhalb der Zuschlagskriterien gegen-

einander abzuwägen und so letztlich transparent für alle Beteiligten zu 

bewerten (vgl. statt vieler: Urteile des Verwaltungsgerichtes des Kantons 

Graubünden [VGU] U 15 24 vom 14. Juli 2015 E.3b, U 15 29 vom 26. Juni 

2015 E.3b, PVG 2005 Nr. 33). Diese strenge Ausschlusspraxis zur Ungül-

tigkeit von Angeboten wurde von der Rechtsprechung dahingehend präzi-

siert, dass – um sich nicht dem Vorwurf eines überspitzten Formalismus 

auszusetzen – seitens der Vergabebehörde in Bezug auf die Ungültig-

keitserklärung und den Ausschluss von Offerten namentlich dort eine ge-

wisse Zurückhaltung geboten sei, wo die fehlenden oder unvollständigen 

Angaben ohne grossen Aufwand durch die Vergabebehörde selbst er-

gänzt werden könnten oder die Bewertung der Wirtschaftlichkeit eines 

Angebots nicht im Entferntesten von diesen Angaben abhänge (vgl. PVG 

2014 Nr. 27; VGU U 13 10 vom 16. April 2013 E.3b, U 11 19 vom 28. Juni 

2011 E.3b, U 10 85 vom 14. September 2010 E.1b m.w.H. auf die modifi-

zierte Rechtsprechung; sowie GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., 

Rz. 446). Auf diesen Grundlagen und Überlegungen ist der vorliegende 

Streitfall materiell zu prüfen und zu entscheiden.

4. a) Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, durch das Ausfül-

len des Angebots „SKP 224 Bedachungen/Spengler/Blitzschutz“ und dem 

Verweis hierauf in ihrem Angebot „SKP 225.23 Spezielle Dämmungen 

(Schaumglasdämmungen)“ ein hinlänglich vollständiges und den Anforde-

rungen genügendes Angebot abgeliefert zu haben, weshalb der Aus-

schluss rechtswidrig erfolgt sei. Die Vollständigkeit des Angebots für die 

Arbeiten „SKP 224 Bedachungen/Spengler/Blitzschutz“ sei unbestritten. 

Der Ausschluss ihres Angebots sei überspitzt formalistisch. Schliesslich 

handle es sich bei den Arbeiten gemäss „SKP 225.23 Spezielle Däm-

mungen (Schaumglasdämmungen)“ um artverwandte Arbeitsgattungen 

zu den Arbeiten „SKP 224 Bedachungen/Spengler/Blitzschutz“. Die Be-

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dachungsarbeiten eines Gebäudes seien wesentlich anspruchsvoller und 

qualifizierter als die Dämmungen im Innern des Gebäudes und umfassten 

gleichzeitig die Arbeitsprozesse Letzterer, wie aus dem Baukostenplan 

hervorgehe. Wer für die anspruchsvolleren Arbeiten Flachbedachungen 

etc. kompetent und einwandfrei qualifiziert sei, sei ohne Weiteres auch in 

der Lage, die gleichen Arbeitsgattungen im Inneren eines Gebäudes aus-

zuführen. Die ARGE für die Arbeiten „SKP 224 Bedachungen/Speng-

ler/Blitzschutz“ sei so vorgesehen und auch deklariert gewesen, dass die 

F._____ bei der Ausführung dieser Arbeiten ausschliesslich für die 

Spenglerarbeiten zuständig gewesen wäre; die weiteren Arbeitsgattungen 

wären durch die Beschwerdeführerin ausgeführt worden. Entsprechend 

sei im Angebot „SKP 224 Bedachungen/Spengler/Blitzschutz“ Art und 

Leistung der ARGE-Partnerin mit "Spengler und Beihilfe" mit einem Anteil 

von 20 % angegeben worden. Im Übrigen kenne die Bauberaterin der Be-

schwerdegegnerin 1 die Beschwerdeführerin äusserst gut, da sie in jün-

gerer Zeit unter anderem bei drei grossen Projekten zusammengearbeitet 

hätten. Bei diesen Projekten habe die Beschwerdeführerin ebenfalls 

Flachdacharbeiten ausgeführt. Sodann habe die Beschwerdeführerin dem 

Angebot „SKP 224 Bedachungen/Spengler/Blitzschutz“ eine Personalliste 

beigelegt, aus welcher einerseits die gute Qualifikation und Schulung 

bzw. Weiterbildung des Personals der Beschwerdeführerin und anderseits 

auch eine problemlose Stellvertretung des Geschäftsinhabers hervorge-

he. Zudem sei die Beschwerdeführerin seit über 15 Jahren ISO zertifiziert, 

was ein weiterer Beleg dafür sei, dass sie eine Arbeitsgattung wie die vor-

liegende (Dämmungen) ohne Weiteres ausführen könne. Insgesamt wäre 

es der Beschwerdegegnerin 1 ohne grossen Aufwand möglich gewesen, 

die für die Arbeitsgattung „SKP 225.23 Spezielle Dämmungen (Schaum-

glasdämmungen)“ notwendigen Informationen aus der für vollständig be-

fundenen Offerte „SKP 224 Bedachungen/Spengler/Blitzschutz“ zu er-

schliessen. Aufgrund der grossen Ähnlichkeit der Arbeiten und des Wis-

sens der Bauberaterin der Beschwerdegegnerin 1 sei es auf der Hand ge-

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legen bzw. stellte es behördennotorisches Wissen dar, dass die Be-

schwerdeführerin die geforderten Qualifikationen und Ressourcen ohne 

Weiteres erfülle. 

b) Demgegenüber weist die Beschwerdegegnerin 1 auf den Umstand hin, 

dass sich die Arbeiten nach "SKP 224 Bedachungsarbeiten" und "SKP 

225 Spezielle Dichtungen und Dämmungen" stark unterscheiden würden 

und nicht beliebig austauschbar wären. Dämmarbeiten nach SKP 225.23 

in einem Spital seien sehr komplex und anforderungsreich. Was die unter 

„SKP 224 Bedachungen/Spengler/Blitzschutz“ von der Beschwerdeführe-

rin angegebenen Referenzen betreffe könnten diese auf die Arbeiten 

gemäss „SKP 225.23 Spezielle Dämmungen (Schaumglasdämmungen)“ 

nicht übertragen werden, da solche Arbeiten dort von der Beschwerdefüh-

rerin gar nicht ausgeführt worden seien. Der Verweis auf die Offerte „SKP 

224 Bedachungen/Spengler/Blitzschutz“ sei zudem nur auf dem Formular 

E2 angebracht worden, nicht jedoch auf allen anderen Formularen, so-

dass die Beschwerdegegnerin 1 bei den Formularen ohne Verweis 

schlicht keinen Anlass gehabt habe, nach zusätzlichen Informationen in 

der Offerte „SKP 224 Bedachungen/Spengler/Blitzschutz“ zu suchen. Die 

fehlenden Angaben in der Offerte „SKP 225.23 Spezielle Dämmungen 

(Schaumglasdämmungen)“ habe einzig die Beschwerdeführerin zu vertre-

ten. Somit habe die Beschwerdegegnerin 1 die Beschwerdeführerin zu 

Recht aus dem Vergabeverfahren ausgeschlossen. 

5. a) In PVG 2014 Nr. 27 hat das streitberufene Gericht ausgeführt, dass 

gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung die Vergabebehörde − unter 

Vorbehalt des Verbots des überspitzten Formalismus − nicht verpflichtet 

sei, von Amtes wegen mangelhaft oder unvollständig eingereichte Unter-

lagen oder Angaben zu vervollständigen. Wie gesehen verlangt dieses 

Verbot von der Vergabebehörde bei der Frage eines Ausschlusses na-

mentlich dort eine gewisse Zurückhaltung, wo die fehlenden Angaben oh-

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ne grossen Aufwand durch die Vergabebehörde selbst ergänzt werden 

könnten oder die Bewertung der Wirtschaftlichkeit eines Angebots nicht 

im Entferntesten von diesen Angaben abhängt (vgl. vorstehend E.3). Da-

bei ist das Kriterium "ohne grossen Aufwand" restriktiv zu verstehen; dies 

bedeutet, dass die Ergänzung für die Vergabebehörde ohne Weiteres 

präsent sein müsste (Verifizierung bereits bekannter Fakten) oder sozu-

sagen auf der Hand läge (behördennotorisches Wissen). Bei dieser Ein-

ordnung und Handhabung des freiwilligen Komplettierungsgrads kommt 

der Vergabebehörde naturgemäss ein nicht unbedeutender Ermessens-

spielraum zu.

b) Die soeben dargestellte Rechtsprechung findet auch auf den vorliegen-

den Fall Anwendung. Dabei gilt es zunächst festzuhalten, dass die Be-

schwerdeführerin bezüglich der Arbeitsgattung „SKP 224 Bedachun-

gen/Spengler/Blitzschutz“ zusammen mit ihrer ARGE-Partnerin F._____ 

unbestrittenermassen ein vollständiges Dossier mit sämtlichen Angaben 

eingereicht hat. Dieses wurde von der Beschwerdegegnerin 1 denn auch 

als korrekt beurteilt und im entsprechenden Vergabeverfahren gewertet, 

auch wenn die Beschwerdeführerin schliesslich den Zuschlag nicht erhal-

ten hat (vgl. die entsprechende Verfügung der Beschwerdegegnerin 1 

vom 8. Dezember 2015 betreffend Vergabe der Arbeitsgattung SKP 224 

[Beilage der Beschwerdeführerin [Bf-act.] 5]). Demgegenüber reichte die 

Beschwerdeführerin in ihrer Offerte zur Arbeitsgattung „SKP 225.23 Spe-

zielle Dämmungen (Schaumglasdämmungen)“ nur das Formular E1 

(Selbstdeklaration/Bestätigung des Anbieters) vollständig ausgefüllt ein. 

Das Formular E2 (Firmen- und Ressourcenangaben) reichte sie mit dem 

Hinweis "dito Offerte SKP 224 Bedachungen Spengler Blitzschutz" sowie 

dem Vermerk "Einzelleistungserbringer" ein. Die Formulare E3 (Organisa-

torische und fachliche Leistungsfähigkeit), Z1 (Referenzobjekte) und Z3 

(Schlüsselpersonen) reichte die Beschwerdeführerin nicht ausgefüllt ein. 

Auf dem Formular Z5 (Termine) bestätigte die Beschwerdeführerin 

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schliesslich noch die Einhaltung der Termine. Nachfolgend sind somit die 

Fragen zu beurteilen, ob die fehlenden Angaben in der Offerte der Ar-

beitsgattung „SKP 225.23 Spezielle Dämmungen (Schaumglasdämmun-

gen)“ aus der Offerte „SKP 224 Bedachungen/ Spengler/Blitzschutz“ be-

zogen werden können und − wenn ja − ob die Beschwerdegegnerin 1 

dies zu Recht unterlassen hat. 

c) Wie gesehen stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, dass 

es sich bei den Arbeiten gemäss „SKP 225.23 Spezielle Dämmungen 

(Schaumglasdämmungen)“ um artverwandte Arbeitsgattungen zu den Ar-

beiten „SKP 224 Bedachungen/Spengler/Blitzschutz“ handle. Diese 

Sichtweise der Beschwerdeführerin scheitert indes bereits am Umstand, 

dass sich die beiden Arbeitsgattungen "SKP 224 Bedachungsarbeiten" 

und "SKP 225 Spezielle Dichtungen und Dämmungen" inhaltlich deutlich 

unterscheiden. Nicht umsonst hat die Baubranche deshalb die Arbeitsgat-

tungen SKP 224 und SKP 225 im Baukostenplan, Ausgabe 2001 (vgl. Bf-

act. 11), in zwei verschiedene Kategorien unterteilt. Entgegen den be-

schwerdeführerischen Ausführungen trifft es sodann auch nicht zu, dass 

die Bedachungsarbeiten nach SKP 224 auch die Arbeitsgattung SKP 225 

umfassen. Vielmehr unterscheidet der Baukostenplan − wie gesehen − 

explizit zwischen den Arbeitsgattungen SKP 224 und SKP 225. Überdies 

ist unter SKP 224 von speziellen Dichtungen und Dämmungen im Sinne 

von SKP 225 keine Rede. Nicht gefolgt werden kann der Beschwerdefüh-

rerin schliesslich auch bezüglich des Arguments, wonach die Arbeiten 

nach SKP 224 wesentlich anspruchsvoller seien als diejenigen nach SKP 

225. Es mag zwar zutreffen, dass die Konstruktion eines Flachdachs ins-

gesamt komplex und anforderungsreich ist. Gerade aber die Dämmarbeit, 

also beispielsweise das Verlegen einer Wärmeisolation auf einem Flach-

dach, erscheint indes als nicht allzu schwierig; jedenfalls nicht schwieriger 

als spezielle Dämmungen im Innern eines Gebäudes, und schon gar 

nicht, wenn es sich beim betreffenden Objekt − wie vorliegend − um ein 

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Spital mit Patientenzimmern, Operationssälen und Intensivstationen han-

delt.

Ist diese Austauschbarkeit der Arbeitsgattungen "SKP 224 Bedachungs-

arbeiten" und "SKP 225 Spezielle Dichtungen und Dämmungen" nicht ge-

geben, so stimmen auch die Referenzobjekte nicht überein. Entgegen 

den beschwerdeführerischen Ausführungen wurde im Formular E3 (Or-

ganisatorische und fachliche Leistungsfähigkeit), wo der Anbieter mindes-

tens zwei in den letzten fünf Jahren ausgeführte Referenzobjekte nennten 

musste, nicht auf die Offerte „SKP 224 Bedachungen/Spengler/Blitz-

schutz“ verwiesen. Selbst wenn zugunsten der Beschwerdeführerin davon 

ausgegangen würde, der Verweis im Formular E2 (Firmen und Ressour-

cenangaben) auf die Offerte „SKP 224 Bedachungen/Spengler/Blitz-

schutz“ gelte auch bezüglich der Referenzobjekte, könnte die Beschwer-

deführerin nichts zu ihren Gunsten ableiten. Denn bei den in der Offerte 

„SKP 224 Bedachungen/Spengler/Blitzschutz“ genannten Referenzobjek-

ten hat die Beschwerdeführerin, wie sie replicando selber einräumte, 

bloss Flachdacharbeiten und damit Arbeiten nach SKP 224, nicht aber 

Arbeiten der Arbeitsgattung SKP 225, ausgeführt. Folglich konnte aber 

die Beschwerdegegnerin 1 mangels Austauschbarkeit der Arbeitsgattun-

gen "SKP 224 Bedachungsarbeiten" und "SKP 225 Spezielle Dichtungen 

und Dämmungen" die vom Anbieter im Formular E3 (Organisatorische 

und fachliche Leistungsfähigkeit) zu nennenden Referenzobjekte nicht 

aus der beschwerdeführerischen Offerte „SKP 224 Bedachun-

gen/Spengler/Blitzschutz“ entnehmen. Denn die von der Beschwerdefüh-

rerin in der Offerte „SKP 224 Bedachungen/Spengler/Blitzschutz“ genann-

ten Referenzobjekte bezogen sich einzig auf die Arbeitsgattung "SKP 224 

Bedachungsarbeiten". Bezüglich der Arbeitsgattung "SKP 225 Spezielle 

Dichtungen und Dämmungen" sind in der beschwerdeführerischen Offerte 

„SKP 224 Bedachungen/Spengler/Blitzschutz“ keine Referenzobjekte ge-

nannt. Dementsprechend war die Beschwerdegegnerin 1 aber nicht in der 

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Lage − geschweige denn ohne grossen Aufwand − die entsprechenden 

Angaben, wie im Formular E3 als Eignungskriterium verlangt, aus der Of-

ferte „SKP 224 Bedachungen/Spengler/Blitzschutz“ zu entnehmen und 

damit die unvollständige Offerte der Beschwerdeführerin zu ergänzen. Die 

beschwerdeführerische Offerte bezüglich der Arbeitsgattung „SKP 225.23 

Spezielle Dämmungen (Schaumglasdämmungen)“ erweist sich demnach 

als unvollständig und wurde von der Beschwerdegegnerin 1 zu Recht 

vom Vergabeverfahren ausgeschlossen. Die Frage nach dem überspitz-

ten Formalismus stellt sich damit gar nicht, da es der Vergabebehörde − 

wie gesehen − nicht möglich war, die fehlenden Angaben zu komplettie-

ren. 

d) Obschon die Beschwerde bereits aufgrund des vorstehend Gesagten ab-

zuweisen ist, sei an dieser Stelle noch darauf hingewiesen, dass auch im 

Formular Z3 (Schlüsselpersonen) der Hinweis auf die Offerte der Be-

schwerdeführerin „SKP 224 Bedachungen/Spengler/Blitzschutz“ fehlt. 

Auch diesbezüglich könnte die Beschwerdeführerin indes, selbst wenn zu 

ihren Gunsten davon ausgegangen würde, dass der Verweis im Formular 

E2 (Firmen und Ressourcenangaben) auf die Offerte „SKP 224 Beda-

chungen/Spengler/Blitzschutz“ auch bezüglich Schlüsselpersonen gilt, 

nichts zu ihren Gunsten ableiten. Denn in der Offerte „SKP 224 Beda-

chungen/Spengler/Blitzschutz“ wurden als leitender Bauführer/Projekt-

leiter H._____ von der A._____ AG und als Stellvertreter leichtender 

Bauführer/Projektleiter I._____ angegeben. I._____ ist Inhaber der 

F._____ und ARGE-Mitglied beim Angebot „SKP 224 Bedachun-

gen/Spengler/Blitzschutz“. Bei der Ausschreibung der Arbeitsgattung 

„SKP 225.23 Spezielle Dämmungen (Schaumglasdämmungen)“ haben er 

bzw. die F._____ aber nicht teilgenommen. Vielmehr wurde diese Offerte 

von der Beschwerdeführerin als Einzelleistungserbringerin und damit oh-

ne ARGE-Partnerin eingereicht. Folglich fehlt für die Offerte „SKP 225.23 

Spezielle Dämmungen (Schaumglasdämmungen)“ ein Stellvertreter. 

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Denn es ist − wie die Beschwerdegegnerin 1 in ihrer Vernehmlassung 

vom 3. Februar 2016 zu Recht ausführt − nicht davon auszugehen, dass 

der in der Offerte „SKP 224 Bedachungen/Spengler/Blitzschutz“ als 

Schlüsselperson genannte I._____ in Arbeitsgattungen tätig sein wird, in 

welchen keine Arbeitsgemeinschaft mit der F._____ vorliegt. Daran ver-

mag der Hinweis auf eine Personenliste der Beschwerdeführerin in den 

Unterlagen der Offerte „SKP 224 Bedachungen/Spengler/Blitzschutz“ 

nichts zu ändern. Denn es geht im Formular Z3 (Schlüsselpersonen) nicht 

darum, festzustellen, ob die Anbieterin grundsätzlich über eine qualifizier-

te Person verfügt oder nicht, sondern darum, welche konkrete Person als 

Schlüsselperson angeboten wird, sodass diese Person aufgrund ihrer in-

dividuellen Merkmale bewertet werden kann. Wie schon bezüglich Refe-

renzobjekte erweist sich die beschwerdeführerische Offerte „SKP 225.23 

Spezielle Dämmungen (Schaumglasdämmungen)“ somit auch unter dem 

Gesichtspunkt der Schlüsselpersonen als unvollständig und nicht ergän-

zungsfähig. Der Ausschluss der beschwerdeführerischen Offerte aus dem 

Vergabeverfahren erweist sich auch vor diesem Hintergrund als rechtens. 

Da es der Beschwerdegegnerin 1 auch bezüglich Schlüsselpersonen 

nicht möglich war, die fehlenden Angaben anhand der Offerte „SKP 224 

Bedachungen/Spengler/Blitzschutz“ zu komplettieren, spielt die Frage des 

überspitzten Formalismus auch hier keine Rolle. 

6. Nach dem vorstehend Gesagten erübrigt sich grundsätzlich die Ausein-

andersetzung mit weiteren Argumenten der Beschwerdeführerin. Den-

noch sei noch kurz auf die beschwerdeführerische Aussage einzugehen, 

wonach die Bauberaterin der Beschwerdegegnerin 1 die Beschwerdefüh-

rerin aufgrund gemeinsam realisierter Projekte äusserst gut kenne und 

somit wisse, dass sie diese Aufträge ohne Weiteres ausführen könne. 

Das streitberufene Gericht hat sich im Urteil U 13 26 vom 11. Juni 2013 

mit der Anrechenbarkeit von Erfahrungen befasst. Aus diesem Urteil geht 

hervor, dass sich die Anrechenbarkeit von Erfahrungen vernünftigerweise 

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nur auf eigene Erfahrungen der Vergabebehörde, nicht aber auf Erfah-

rungen der von der Vergabebehörde beigezogenen Projektbegleiter 

und/oder -ausführer, beziehen könne (vgl. VGU U 13 26 vom 11. Juni 

2013 E.3b). Würde man nämlich (auch) auf Erfahrungen der von der Ver-

gabebehörde beigezogener Projektbegleiter und/oder -ausführer abstel-

len, ergäbe sich eine mit dem Vergabeverfahren nicht mehr zu vereinba-

rende Zufälligkeit vorbestehender Kontakte. Dementsprechend käme es 

im vorliegenden Fall auf das Wissen und die Erfahrungen der von der Be-

schwerdegegnerin 1 beigezogenen Bauberaterin ohnehin nicht an, da de-

ren Wissen bzw. deren Erfahrungen der Beschwerdegegnerin 1 nach 

dem soeben Gesagten ohnehin nicht anzurechnen wäre. 

7. a) Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Beschwerdeführerin für 

die Arbeiten „SKP 225.23 Spezielle Dämmungen (Schaumglasdämmun-

gen)“ eine unvollständige Offerte abgegeben hat. Der Verweis auf die be-

schwerdeführerische Offerte „SKP 224 Bedachungen/Spengler/Blitz-

schutz“ könnte − selbst bei Beachtung desselben − keine Abhilfe schaf-

fen, da die fehlenden Angaben in der erwähnten Offerte nicht vorhanden 

sind und die Beschwerdegegnerin 1 die unvollständige Offerte somit gar 

nicht hätte ergänzen können. Die Fragestellung des überspitzten Forma-

lismus stellt sich vorliegend somit nicht. Die Beschwerdeführerin hat es 

sich selber zuzuschreiben, wenn sie sich nicht die Mühe nimmt, ange-

botsspezifisch zwei Referenzprojekte und zwei Schlüsselpersonen zu be-

nennen. Das Risiko dieser Unterlassungen trägt die Beschwerdeführerin. 

Das Einreichen einer derart unvollständigen Offerte stellt − unter Vorbe-

halt des Verbots des überspitzten Formalismus, welcher vorliegend aber, 

wie gesehen, keine Rolle spielt − ein objektiver Grund dar, die entspre-

chende Offerte in Anwendung von Art. 22 Abs. 1 lit. c und d SubG vom 

Vergabeverfahren auszuschliessen. Die angefochtene Vergabeverfügung 

vom 8. Dezember 2015 erweist sich nach dem vorstehend Gesagten als 

rechtens, was zu deren Bestätigung und zur Abweisung der dagegen er-

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hobenen Beschwerde vom 21. Dezember 2015 führt, soweit darauf einzu-

treten ist (vgl. vorstehend. E.2c). 

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. 

Angesichts der Auftragssumme der drei in den beiden Verfahren 

U 15 118 und U 15 119 behandelten Aufträge "SKP 225.22 Spezielle 

Dämmungen (Bodendämmungen PUR und Trittschall)", "SKP 225.23 

Spezielle Dämmungen (Schaumglasdämmungen)" und "SKP 225.24 

Spezielle Dämmungen (Wände und Decken XPS/EPS)" von gesamthaft 

rund Fr. 830'000.-- (netto) sowie der mittelgradigen Komplexität der zu 

beurteilenden Streitsache erscheint eine Staatsgebühr von gesamthaft 

Fr. 5'000.--, davon zwei Drittel im Verfahren U 15 118 und ein Drittel im 

Verfahren U 15 119, als angemessen. Eine aussergerichtliche Entschädi-

gung an die obsiegende Beschwerdegegnerin 2 ist nicht zuzusprechen, 

da sie sich nicht am vorliegenden Verfahren beteiligt und nicht anwaltlich 

vertreten ist. Der ebenfalls obsiegenden und anwaltlich vertretenen Be-

schwerdegegnerin 1 steht gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG ebenfalls keine 

Parteientschädigung zu, da sie lediglich in ihrem amtlichen Wirkungskreis 

obsiegt hat. 

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Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'666.65

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 447.00

zusammen Fr. 2'113.65

gehen zulasten der A._____ AG und sind innert 30 Tagen seit Zustellung 

dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, 

Chur, zu bezahlen.

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4. [Mitteilungen]